Citation: U 257/02 08.10.2003 E. 5

5.1 Aus dem Bericht des Spitals X.________ vom 28. Juli 2000 und dem Gutachten von Prof. Dr. med. M.________ und Frau Dr. med. B.________ vom 12. Dezember 2000 ergibt sich, dass die noch bestehenden Fussschmerzen rechts somatisch nicht erklärbar sind. Der Versicherten ist es in Berücksichtigung der Fussbeschwerden und der damit zusammenhängenden Rückenproblematik zumutbar, unter Einsatz ihrer Willenskraft und Inkaufnahme von Schmerzen in einer Übergangszeit von maximal einem halben Jahr die Arbeitsfähigkeit von 30 % auf 100 % zu steigern. Diese Einschätzungen sind für die streitigen Belange umfassend, beruhen auf allseitigen Untersuchungen, berücksichtigen die geklagten Beschwerden und sind in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden; zudem sind die Ausführungen in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sowie der medizinischen Situation einleuchtend und beinhalten begründete Schlussfolgerungen (BGE 125 V 352 Erw. 3a). Es sind keine Gründe ersichtlich, weshalb hierauf nicht abgestellt werden sollte. Somit liegen keine organischen Unfallrestfolgen mehr vor. Unbehelflich ist die Berufung der Versicherten auf den Hausarzt Dr. med. O.________. Sein letzter, bei den Akten liegender Bericht datiert vom 7. April 2000. Er führte aus, die Fusssituation sei subjektiv unverändert. Die Diagnose bezüglich Achsenskelett sei einstweilen unklar, die Frage der Kausalität sei offen. In dieser Einschätzung sind die Ergebnisse des Berichts des Spitals X.________ vom 28. Juli 2000 und der Expertise vom 12. Dezember 2000 nicht berücksichtigt. Aus letztgenanntem Grund kann auch nicht auf die Verfügung der IV-Stelle Schaffhausen vom 5. Oktober 1999, wonach der Versicherten gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 100 % seit Mai 1998 eine ganze Invalidenrente ausgerichtet wird, abgestellt werden. Abgesehen davon deckt die Invalidenversicherung das Risiko der Invalidität unabhängig vom Vorliegen eines bestimmten versicherten Ereignisses wie Unfall oder Krankheit (BGE 124 V 178 Erw. 3b mit Hinweisen). Nichts zu ihren Gunsten ableiten kann die Beschwerdeführerin aus dem Bericht des Dr. med. H.________ vom 21. Februar 2001. Darin wurde kein fassbarer somatischer Grund für die Schmerzen am rechten Fuss angeführt. Vielmehr legte Dr. med. H.________ dar, dass eine normale motorische Neurographie des Tibialis zum Flexor hallucis brevis sowie schöne Amplituden bestünden, und dass der neurographische Befund keine Läsion des Tibialishauptstamms zeige. Der Hauptstamm der Nerven funktioniere normal. Unter diesen Umständen überzeugt es auch nicht, dass Dr. med. H.________ eine nochmalige Exhärese der Nerven als diskussionswürdig erachtete. Aus seinen Ausführungen kann denn auch nicht geschlossen werden, dass dies mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu einer namhaften Verbesserung der gesundheitlichen Situation führen würde (Art. 19 Abs. 1 UVG). Die Versicherte macht weiter geltend, die heutige Medizin biete ein mannigfaltiges Angebot an diagnostischen Verfahren, die vorliegend nicht zur Anwendung gekommen seien. Die medizinische Situation sei daher voreilig beurteilt worden. Diesbezüglich ist festzuhalten, dass während des Aufenthaltes in der Rheumaklinik des Spitals X.________ im Jahre 1999 unter anderem eine MRI-Untersuchung und eine orthopädische Abklärung vorgenommen wurden. In der Folge fanden neurologische, elektrodiagnostische und chirurgische Untersuchungen statt. Die Versicherte wurde demnach umfassend abgeklärt. Weder sie noch der von ihr zuletzt konsultierte Dr. med. H.________ legen denn auch konkret dar, welche zusätzlichen Diagnoseverfahren noch durchzuführen wären. Eine weitere neurologische Untersuchung, wie sie die Versicherte verlangt, ist nicht angebracht. Nach dem Gesagten erübrigen sich weitere Abklärungen in medizinischer Hinsicht, da hievon keine neuen Erkenntnisse zu erwarten sind (antizipierte Beweiswürdigung; 124 V 94 Erw. 4b; SVR 2001 IV Nr. 10 S. 28 Erw. 4b). 5.2 Die Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person ist nach der Tätigkeit zu beurteilen, die sie - im Rahmen der Schadenminderungspflicht - nach ihren persönlichen Verhältnissen und gegebenenfalls nach einer gewissen Anpassungszeit bei gutem Willen ausüben könnte (BGE 115 V 133 Erw. 2; Urteil N. vom 18. September 2002 Erw. 2.2, U 1/01). Gemäss dem Gutachten vom 12. Dezember 2000 ist der Beschwerdeführerin eine Übergangszeit von einen halben Jahr für die Steigerung der Arbeitsfähigkeit von 30 % auf 100 % einzuräumen. Dies leuchtet in Anbetracht der Aktenlage ein. Damit hat die SUVA ihre Leistungen zu Unrecht bereits per 22. September 2000 eingestellt. Die Sache geht daher an die SUVA zurück, damit sie über den Leistungsanspruch der Versicherten in dieser Übergangsfrist neu verfüge.