Citation: 1P.253/2001 03.05.2001 E. 2

2.- Der Beschwerdeführer rügt eine Verletzung des rechtlichen Gehörs (Art. 29 Abs. 2 BV, Art. 5 Ziff. 4 EMRK), weil der Haftprüfungsrichter über sein Entlassungsgesuch befunden habe, ohne über die Haftakten zu verfügen; entsprechend sei ihm auch keine Einsicht in diese gewährt worden. Ausserdem sei er vom Haftprüfungsrichter noch nie persönlich angehört worden. Dieses Vorgehen halte vor § 76 Abs. 3 StPO/AG nicht Stand. Aus den Stellungnahmen des Bezirksamtmanns und des Haftprüfungsrichters an das Bundesgericht geht hervor, dass dieser seinen Entscheid auf die in der Vernehmlassung des Bezirksamtmanns vom 1. März 2001 gemachten Angaben zum aktuellen Stand der Ermittlungen stützte. Laut Stellungnahme des Bezirksamtmanns wurden dem Beschwerdeführer laufend die Einvernahmeprotokolle sowie die weiteren dazu gehörenden Unterlagen zugestellt. Demnach trifft es zwar zu, dass der Haftprüfungsrichter bei der Beurteilung des Gesuchs nicht über sämtliche für den Haftentscheid relevanten Akten verfügte, sondern auf die vom Bezirksamt erhaltenen Informationen abstellte. Andererseits kann keine Rede davon sein, dass der Haftprüfungsrichter in völliger Unkenntnis des aktuellen Verfahrensstands entschieden hätte, wie der Beschwerdeführer behauptet. Worin im Vorgehen des Haftprüfungsrichters eine Verletzung des rechtlichen Gehörs bestehen soll, ist nicht ersichtlich: Der Beschwerdeführer wirft dem Haftprüfungsrichter weder vor, bei der Entscheidfindung ihn entlastende Tatsachen ausser Acht gelassen zu haben, noch, ihn aufgrund von ihm unbekannten Dokumenten belastet zu haben. Er rügt auch nicht, dass die im Haftentscheid dargestellte Verfahrenslage in Widerspruch zu den ihm zugestellten Unterlagen stehe. Unter diesen Umständen darf mangels anderweitiger Anhaltspunkte davon ausgegangen werden, der Beschwerdeführer habe in seinen schriftlichen Eingaben ausreichend zu den vom Bezirksamtmann vorgetragenen und für eine Haftverlängerung sprechenden Argumenten Stellung nehmen können (BGE 125 I 113 E. 2a; vgl. auch BGE 126 I 172 E. 3e). Hinsichtlich des Umfangs des Rechts auf Akteneinsicht anerkennt der Beschwerdeführer im Übrigen selbst, dass dieses vorläufig auf die eigentlichen Haftakten beschränkt ist. - In der staatsrecht-lichen Beschwerde bemängelt der Beschwerdeführer das Vorgehen des Haftprüfungsrichters ausschliesslich unter dem Blickwinkel der Verletzung des rechtlichen Gehörs. Es erübrigt sich daher, unter anderen verfassungsrechtlichen Aspekten auf die Sache weiter einzugehen. Als unbegründet erweist sich schliesslich der Vorwurf, der Beschwerdeführer sei vom Haftprüfungsrichter nicht persönlich angehört worden. Wie bereits im bundesgerichtlichen Urteil vom 7. September 2000 ausgeführt, darf der Haftprüfungsrichter im Rahmen der Prüfung eines Haftentlassungsgesuchs gestützt auf § 76 Abs. 3 StPO/AG auf eine mündliche Anhörung mit der Begründung verzichten, eine solche erweise sich nicht als erforderlich. Darin liegt kein Verstoss gegen das Willkürverbot. Ein Anspruch, im Verfahren der Haftprüfung persönlich angehört zu werden, ergibt sich auch nicht aus Art. 5 Ziff. 4 EMRK (BGE 126 I 172 E. 3b; 125 I 113 E. 2a). Konkrete Gründe, aus denen sich eine persönliche Vorführung vor den Haftprüfungsrichter aufgedrängt hätte, sind nicht erkennbar.