Citation: 5A_223/2023 E. 4.3

4.3. Ferner beanstandet die Beschwerdeführerin die Feststellung des Obergerichts, wonach es ihr mit der Betreibung lediglich um Retaliation gegen den unrechtmässigen Amtsantritt des Beschwerdegegners bei der C.________ AG gegangen sei, als aktenwidrig und willkürlich; in Wirklichkeit sei es ihr um die Verjährungsunterbrechung gegangen. Diese Rüge greift zu kurz. Nach der - auch von der Beschwerdeführerin selbst angeführten - Rechtsprechung handelt der Gläubiger, der seinen Schuldner allein zwecks Unterbrechung der Verjährung betreibt, grundsätzlich nicht rechtsmissbräuchlich, zumal diese Möglichkeit in Art. 135 Abs. 2 OR ausdrücklich vorgesehen ist. Es ist also lediglich - aber immerhin - von einem Grundsatz ("en principe") der Nichtmissbräuchlichkeit auszugehen. Die Rechtsprechung schliesst damit nicht generell aus, wovon das Obergericht zutreffend ausgeht und wozu sich die Beschwerdeführerin nicht spezifisch äussert, dass eine Betreibung über einen exorbitant hohen Betrag selbst dann rechtsmissbräuchlich und damit nichtig sein kann, wenn der Betreibungsgläubiger tatsächlich eine Verjährungsunterbrechung beabsichtigt (oben E. 2.4). Massgebend für die Beurteilung der Rechtsmissbräuchlichkeit ist und bleibt, ob der Betreibungsgläubiger zumindest im Ansatz plausible Hinweise auf eine Forderung in der geltend gemachten Höhe liefert.