Citation: 1C_502/2023 E. 5.1.2

5.1.2. Die Vorinstanz hält hierzu fest, die Zufahrt zu den Parzellen Nrn. 1561 bis 1578 und zu sämtlichen Gebäuden der Arealüberbauung erfolge über den im kommunalen Verkehrsrichtplan verzeichneten Johannisweg 1-9. Dort befänden sich auch die Garagen und die Treppen zum Johannisweg 10-18. Die Qualifikation des Johanniswegs 1-9 als Anlage der Feinerschliessung ist somit unstreitig. Weiter führt die Vorinstanz aus, der Johannisweg 10-18 sei demgegenüber nicht im kommunalen Verkehrsrichtplan verzeichnet, was als Indiz zu werten sei, dass eine Hauszufahrt und keine Verkehrsanlage vorliege. Primär sei aber auf die konkrete tatsächliche Nutzung und Funktion einer Verkehrsfläche abzustellen, die nicht in jedem Fall mit der (kommunalen) Erschliessungsplanung übereinzustimmen bräuchte. Im vorliegenden Fall sei der Johannisweg 10-18 nicht parzelliert und dessen Benützung werde mittels Dienstbarkeitsverträgen geregelt, weshalb eine Erschliessung über den Johannisweg 10-18 rechtlich weniger gesichert sei als beim Johannisweg 1-9. Die Parzelle Nr. 1439, welche den Johannisweg 1-9, den Spielplatz sowie Besucherparkplätze umfasse, befinde sich im Miteigentum der Eigentümerinnen und Eigentümer der Liegenschaften Nrn. 1561 bis 1578. Ausserdem spreche auch die Ausgestaltung bzw. Dimensionierung des Johanniswegs 10-18 gegen das Vorliegen einer Strasse der Feinerschliessung. Während der Johannisweg 1-9 bei einer Länge von ca. 85 m eine Breite zwischen 4 und 9 m aufweise, sei der Johannisweg 10-18 rund 106 m lang und unter 2,9 m breit. Damit dürfte letzterer die Anforderungen, die an Zufahrtswege bzw. an den dafür vorausgesetzten Grundbegegnungsfall Personenwagen/Fahrrad bei stark reduzierter Geschwindigkeit gestellt würden, nicht erfüllen (vgl. § 41 Abs. 1 BauV/AG i.V.m. VSS-Normen SN 640 045 und SN 640 201). Nachdem die Liegenschaften Nrn. 1561 bis 1569 bereits über den Johannisweg 1-9 strassenmässig hinreichend erschlossen würden und sich dort ihre Garagenzufahrten befänden, sei der Johannisweg 10-18 in erster Linie als zusätzliche Zufahrt zu den betreffenden Liegenschaften zu betrachten. Dabei handle es sich um eine alternative Zufahrt mit beschränkter Kapazität, worüber insbesondere Besucherparkplätze erreicht werden könnten. Diesbezüglich sei von Hauszufahrten auszugehen.