Citation: I 911/06 02.02.2007 E. 6

Zu prüfen ist demnach einzig die sachliche Gebotenheit der unentgeltlichen anwaltlichen Verbeiständung. 6.1 Die Vorinstanz hat erwogen, die Abweisung des Gesuchs um unentgeltliche Verbeiständung im Einspracheverfahren sei angesichts der Komplexität des Falles in sachverhaltlicher und rechtlicher Hinsicht zu Unrecht erfolgt. Insoweit sei die Beschwerde gutzuheissen. Die Vorinstanz hat damit hinreichend dargelegt, gestützt auf welche Überlegungen sie zu ihrem Entscheid gekommen ist, zumal sie sich mit der medizinischen Aktenlage und der Invaliditätsbemessung einlässlich befasst hat. Auch wenn es sich um einen Grenzfall handelt, liegt - entgegen der Auffassung der IV-Stelle - keine Verletzung der Begründungspflicht (Art. 29 Abs. 2 BV; BGE 129 I 236 Erw. 3.2, 126 I 102 Erw. 2b, 124 V 181 Erw. 1a, je mit Hinweisen) vor. 6.2 Weiter macht die IV-Stelle im Wesentlichen geltend, der Versicherte habe während sechs Jahren Psychologie studiert, sei der deutschen Sprache mächtig und habe nach eigenen Angaben einen Konflikt an der Universität X.________ austragen können. Er habe als Lehrerausbilder und Gruppentherapeut gearbeitet. Aktuell arbeite er im Abfallunterricht, in der Wochenendaufsicht und in der Betriebsführung der AVAG (AG für Abfallverwertung Thun). Vom Gutachter Dr. med. H.________ (vgl. Erw. 7.1.1 hienach) werde ihm eine überdurchschnittliche Intelligenz zugestanden. Die erstatteten Gutachten seien klar und schlüssig gewesen. Die tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse seien nicht derart schwierig gewesen, dass der Versicherte nicht selber oder mit Hilfe eines Verbandvertreters, Fürsorgers oder einer Vertrauensperson einer sozialen Institution die Einsprache hätte formulieren können. Wenn er Probleme mit der Akzeptanz der medizinischen Aussagen habe, sei dies nicht von der Invalidenversicherung respektiv der Allgemeinheit zu tragen. Die Inanspruchnahme eines Anwalts sei nicht notwendig gewesen.