Citation: 2C_118/2023 E. 5.6.3

5.6.3. Soweit der Beschwerdeführer die tatsächlichen Feststellungen der Vorinstanz in Bezug auf die Situation und die Möglichkeit der Suchtbehandlung in Tunesien bestreitet und seine Gegendarstellung darlegt, so überzeugt diese insgesamt nicht. Der Beschwerdeführer zeigt zunächst nicht auf, inwiefern die vorinstanzlichen Feststellungen diesbezüglich willkürlich sein bzw. auf einer Rechtsverletzung beruhen sollen und inwiefern eine Berichtigung für den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein könnte (Art. 97 Abs. 1 i.V.m. Art. 106 Abs. 2 BGG; vorne E. 2.2). Darüber hinaus hat die Vorinstanz die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung zu Recht für verhältnismässig befunden: Sie ist zur Wahrung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung geeignet und auch erforderlich, da die bisherigen Massnahmen, d.h. die mehrfachen Verwarnungen bzw. Ermahnungen, die Rückstufung sowie das Knüpfen des weiteren Aufenthalts an Bedingungen, nicht ausgereicht haben, um den Beschwerdeführer von weiteren Straftaten und weiterer Schuldenanhäufung abzuhalten (vgl. vorne E. 5.4.1 und 5.4.2). Das öffentliche Interesse an der Aufenthaltsbeendigung ist vorliegend hoch zu gewichten, weil der Beschwerdeführer in erheblichem Masse und vor allem in grosser Häufigkeit gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung verstossen hat und weil aufgrund der Wirkungslosigkeit der bisherigen Massnahmen bei einem Verbleib in der Schweiz mit weiteren Verstössen zu rechnen wäre. Nach den vorinstanzlichen Feststellungen ist nicht zu erkennen, dass die Rückkehr nach Tunesien den Beschwerdeführer mit einer unzumutbaren Härte treffen würde. Durch sein Verhalten, namentlich die wiederholte Straffälligkeit, zeigt er, dass er trotz seines langen Aufenthalts erhebliche Integrationsdefizite aufweist. Seine Drogenabhängigkeit ist nur am Rande ursächlich für seine Straffälligkeit und Schuldenwirtschaft und fällt deshalb jedenfalls nicht wesentlich schuldmindernd ins Gewicht (vgl. vorne E. 5.4.2). Sie ist als überwindbar zu betrachten, auch in Tunesien. Unter diesen Umständen überwiegt das öffentliche Interesse am Schutz der öffentlichen Sicherheit und Ordnung das private Interesse des Beschwerdeführers am Verbleib in der Schweiz. Die Rückkehr nach Tunesien ist ihm zumutbar. Nicht weniger zumutbar ist sie der Beschwerdeführerin, die erst im Juni 2018 von Tunesien in die Schweiz gezogen ist, sowie den 2019 geborenen Zwillingskindern, die aufgrund ihres jungen Alters noch nicht stark mit der Schweiz verwurzelt sind. Die Nichtverlängerung der Bewilligung ist somit verhältnismässig; der Kerngehalt des Grundrechts ist gewahrt. Das Recht auf Achtung des Privatlebens wurde nicht verletzt.