Citation: U 9/01 20.11.2001 E. 2

2.- Streitig ist, ob die Beschwerden im linken Knie einen Rückfall der anlässlich des Unfalles vom 10. Juni 1997 erlittenen Verletzungen darstellen. a) Dr. med. A.________, Facharzt für Allgemeine Medizin, hielt in seinem Bericht vom 4. Juli 1997 als Befund eine Rissquetschwunde über dem linken Knie mit Bursaeröffnung und als Diagnose eine traumatische Bursaeröffnung links präpatellär fest. Dr. med. C.________, Facharzt für orthopädische Chirurgie, stellte die Diagnose eines femoro-patellaren Schmerzsyndroms am linken Knie mit der Differentialdiagnose posttraumatisch und Lateralisationstendenz (Bericht vom 10. März 1999). Auf Nachfrage der SWICA hin präzisierte er, dass zwar prädisponierende Faktoren bestünden, eine direkte, traumatische Knorpelschädigung der Patella auf Grund des Traumamechanismus sowie der Schwere des Traumas (Bursaschädigung) aber ebenso wahrscheinlich sei; eine unfallbedingte Schädigung müsse als wahrscheinlich (gedanklich = 50 %) angenommen werden, und der Unfall sei als auslösendes Moment überwiegend wahrscheinlich im Sinne einer conditio sine qua non. Dies ergebe sich insbesondere auch daraus, dass beim nicht unfallbetroffenen Knie die gleiche krankheitsbedingte Pathologie bestehe, welche aber schmerzfrei sei (Bericht vom 27. Januar 2000). Gemäss den SUVA-Kreisärzten Dres. L.________ und O.________ ist ein Zusammenhang höchstens möglich, die konstitutionelle Komponente, das Übergewicht sowie das beschwerdefreie Intervall sprechen aber dagegen (Aktenvermerke vom 19. November 1999 und vom 15. Februar 2000). Dr. med. B.________, Ärzteteam Unfallmedizin, SUVA, kritisiert in seinem auf Grund der Akten erstellten Bericht vom 13. Dezember 2000 die Aussagen des Dr. med. C.________ und hält fest, dass die Unfallkausalität nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erwiesen sei. b) Die sich in ein paar Stichworten erschöpfenden Aktenvermerke der Kreisärzte sind nicht geeignet, die von Dr. med. C.________ erstellten Diagnosen und Schlüsse in Zweifel zu ziehen. Dasselbe gilt auch für den Bericht des Dr. med. B.________. Einerseits stellt er die am 10. Juni 1997 zugezogenen Verletzungen als simple Kniekontusion dar, obwohl die erlittene Rissquetschwunde mit Schädigung der Bursa eine Operation notwendig machte und eine Arbeitsunfähigkeit von fünf Wochen nach sich zog. Andererseits behauptet er, dass Dr. med. C.________ "offenbar auch nicht das vollständige Dossier zur Verfügung stand"; dies ist nicht nachvollziehbar, zumal sich den dem Eidgenössischen Versicherungsgericht vorliegenden Akten keine Angaben - wie etwa der Operationsbericht der Bursektomie - entnehmen lassen, welche nicht auch in den Berichten des Dr. med. C.________ enthalten wären. Vor allem aber beschränkt er sich nicht auf die an eine ärztliche Fachperson gestellte Aufgabe der medizinischen Beurteilung des Gesundheitszustandes (BGE 125 V 261 Erw. 4), sondern nimmt in vielfacher Hinsicht bereits die für einen Sachverständigen unzulässige juristische Subsumtion vor (AHI 2000 S. 152 Erw. 2c mit Hinweisen; vgl. auch Meyer-Blaser, Rechtliche Vorgaben an die medizinische Begutachtung, in: Schaffhauser/Schlauri, Rechtsfragen der medizinischen Begutachtung in der Sozialversicherung, St. Gallen 1997, S. 28 ff.). Beispielsweise qualifiziert er die Fragen der SWICA als suggestiv, ordnet einzelnen Worten aus den Berichten des Dr. med. C.________ ein übermässiges Gewicht zu und hebt hervor, dass Dr. med. C.________ lediglich von einem Kausalitätsanteil von 50 % und nicht mindestens 51 % spreche; zudem stellt er fest, dass höchstens von einer Beweislosigkeit ausgegangen werden könne, deren Folgen bekanntlich der Kläger zu tragen habe, und schliesst zuletzt darauf, dass auf Grund der medizinisch ausreichenden Dokumentation eine Unfallkausalität dieser Kniebeschwerden nicht mit Wahrscheinlichkeit erwiesen sei. c) Nachdem Dr. med. C.________ überzeugend darlegt, dass auch weitere Abklärungen keine vollständige ätiologische Klärung bringen würden - was auch von der SUVA anerkannt wird - und seine Berichte im Übrigen den von der Rechtsprechung aufgestellten Erfordernissen genügen, ist gestützt auf seine Beurteilung der Unfall vom 10. Juni 1997 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zumindest als Teilursache für die im Jahre 1999 als Rückfall gemeldeten Beschwerden zu qualifizieren. Der vorinstanzliche Entscheid besteht demnach zu Recht.