Citation: 7B.163/2003 30.07.2003 E. 4

Die obere Aufsichtsbehörde hat weiter erwogen, die Beschwerdeführerin habe mit Eingabe vom 10. April 2003 an die Erstinstanz auch Beschwerde gegen die betreibungsamtliche Schätzung des Grundstücks erhoben. Dem erstinstanzlichen Entscheid sei weder ein Hinweis auf das Beschwerdebegehren noch ein Entscheid darüber zu entnehmen. Auf die Rückweisung an die Erstinstanz werde aus prozessökonomischen Gründen verzichtet, da die Beschwerdeführerin selber die Frage der Rückweisung offen lasse. Die obere Aufsichtsbehörde ist nach Behandlung der Beschwerde zum Schluss gekommen, dass die anbegehrte Reduktion der betreibungsamtlichen Schätzung nicht angezeigt sei. 4.1 Wo das kantonale Recht eine untere und eine obere Aufsichtsbehörde vorsieht, haben diese den Instanzenzug von Bundesrechts wegen zu beachten, und die obere Aufsichtsbehörde ist grundsätzlich nicht befugt, eine Beschwerde als einzige kantonale Instanz zu behandeln (BGE 113 III 111 E. 2 S. 115 f.; vgl. BGE 127 III 171 E. 2a S. 172). Ob im konkreten Fall ein Abweichen von dieser Regel gerechtfertigt ist, kann offen bleiben. Wie nachfolgend darzulegen ist, liegt keine unbehandelte Beschwerde vor. 4.2 Bei der Eingabe der Beschwerdeführerin vom 10. April 2003 handelt es sich - wie die untere Aufsichtsbehörde ohne weiteres richtig erkannt hat - einzig und unmissverständlich um einen innert Beschwerdefrist gestellten Antrag auf neue Schätzung des Grundstücks. Aus Antrag und Begründung der Eingabe geht hervor, dass die Beschwerdeführerin eine Korrektur der betreibungsamtlichen Schätzung "um Fr. 125'000.-- nach unten" verlangt, weil diese bezüglich der "Parameter zu wenig auf den gegebenen Zustand des Hauses" und "die veränderte Lage auf dem Immobilienmarkt" eingehe, wobei allenfalls "eine neue Schätzung der Liegenschaft durch Sachverständige" vorzunehmen sei. Unter diesen Umständen konnte damit nur die Neuschätzung durch Sachverständige im Sinne von Art. 9 Abs. 2 VZG gemeint sein. Denn die Beschwerdeführerin hat sich mit ihren Vorbringen gegen die betreibungsamtliche Schätzung gewendet und eine tiefere Schätzung nach für Grundstücke anerkannten Schätzungskriterien verlangt. Dafür steht die Neuschätzung durch Sachverständige nach den Regeln von Art. 9 Abs. 2 (i.V.m. Art. 99 Abs. 2) VZG zur Verfügung (vgl. BGE 114 III 29 E. 3c S. 30), zumal sich die Aufsichtsbehörde bei Beschwerde mit Antrag auf Neuschätzung gerade nicht auf die Nachprüfung der betreibungsamtlichen Schätzung beschränken darf (BGE 60 III 189 S. 190; 110 III 69 E. 3 S. 71 f.). Somit ergibt sich, dass die vorinstanzlichen Ausführungen betreffend das Beschwerdebegehren in der Eingabe vom 10. April 2003 an der Sache vorbeigehen. Insoweit legt die Beschwerdeführerin nicht dar, inwiefern das Ergebnis der oberen Aufsichtsbehörde, wonach die Beschwerde gegen den Nichteintretensbeschluss - wegen Nichtleisten des Kostenvorschusses - der Erstinstanz abzuweisen ist, gegen Bundesrecht verstosse (Art. 79 Abs. 1 OG).