Citation: U 237/98 16.05.2000 E. 2

2.- a) Es ist zunächst unbestritten, dass zwischen dem Unfall vom 18. April 1991 und den Beschwerden an den Armen kein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. In einlässlicher Würdigung der medizinischen Akten hat das kantonale Gericht mit überzeugender Begründung, auf die verwiesen wird, dargelegt, dass ein solcher ebenfalls für die rund sechs Jahre später als Rückfall gemeldeten Rückenbeschwerden nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen ist. Der in dieser Hinsicht entscheidende Bericht des Dr. med. U.________, Leitender Arzt der Klinik X.________, vom 30. Juli 1997, worauf sich auch die ärztliche Beurteilung des Kreisarztes Dr. med. M.________ vom 25. August 1997 stützte, hält klar fest, dass ein Zusammenhang lediglich möglich sei, was nach dem in Erw. 1a Dargelegten für die Begründung eines Leistungsanspruches nicht ausreicht. b) Nichts anderes ergibt sich aus dem Bericht des Dr. med. U.________ vom 17. März 1998, den der Beschwerdeführer im vorinstanzlichen Verfahren auflegen liess. Einen Zusammenhang zwischen der Bandscheibenproblematik und dem Unfall betrachtet dieser Arzt als "eher wahrscheinlich", was indessen nicht dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit entspricht. Im Übrigen weist er ausdrücklich darauf hin, dass zwar derart fortgeschrittene degenerative Veränderungen eher selten seien; gleiches gelte aber auch für eine traumatische Ursache einer Bandscheibenproblematik. In der Tat entspricht es im Bereich des Unfallversicherungsrechts einer medizinischen Erfahrungstatsache, dass praktisch alle Diskushernien bei Vorliegen degenerativer Bandscheibenveränderungen entstehen und ein Unfallereignis nur ausnahmsweise, unter besonderen Voraussetzungen, als eigentliche Ursache in Betracht fällt (nicht veröffentlichte Urteile N. vom 8. Februar 2000, U 138/99, B. vom 7. Januar 2000, U 131/99, S. vom 5. Januar 2000, U 103/99, F. vom 27. Dezember 1999, U 2/99, R. vom 30. April 1999, U 228/98, S. vom 26. August 1996, U 159/95, St. vom 7. April 1995, U 238/94 und J. vom 10. Oktober 1994, U 67/94 [zusammengefasst in ZBJV 1996 S. 489 f.]). Als weitgehend unfallbedingt kann eine Diskushernie betrachtet werden, wenn das Unfallereignis von besonderer Schwere und geeignet war, eine Schädigung der Bandscheibe herbeizuführen, und die Symptome der Diskushernie (vertebrales oder radikuläres Syndrom) unverzüglich und mit sofortiger Arbeitsunfähigkeit auftreten. Wird die Diskushernie durch den Unfall lediglich ausgelöst, nicht aber verursacht, übernimmt die Unfallversicherung den durch das Unfallereignis ausgelösten Beschwerdeschub, spätere Rezidive dagegen nur, wenn eindeutige Brückensymptome gegeben sind (erwähntes Urteil S. vom 26. August 1996, U 159/95; Debrunner/Ramseier, Die Begutachtung von Rückenschäden, Bern 1980, S. 54 ff., insbesondere S. 56). Nachdem im vorliegenden Fall die entsprechenden Symptome erst Jahre nach dem Unfall aufgetreten sind, ist ein Kausalzusammenhang von vornherein ausgeschlossen. c) Aus den nachgereichten Berichten des Dr. med. C.________, Spezialarzt FMH für Neurologie, Elektroenzephalographie, Elektromyographie, vom 29. Oktober und 3. November 1998 lässt sich auch nichts zu Gunsten des Beschwerdeführers ableiten. Entgegen der Auffassung des Versicherten bejaht auch dieser Facharzt den natürlichen Kausalzusammenhang nicht mit ausreichender Bestimmtheit. Vielmehr hält er fest, er könne sich dazu nicht verlässlich festlegen. Dieser Unsicherheit gibt er denn auch inhaltlich Ausdruck, wenn er bemerkt, die Anamnese des Versicherten lasse darauf schliessen, "dass das Cervicalsyndrom mit rezidivierender Cervicocephalgie, aufgetreten nach oben erwähntem Unfall, damit wohl einen wahrscheinlichen Kausalzusammenhang hat". Mit dieser vagen Stellungnahme zur Kausalität, die im Übrigen der wiederholt verworfenen Formel "post hoc, ergo propter hoc" entspricht (BGE 119 V 341 f. Erw. 2b/bb), lässt sich die in Erw. 2b dargelegte Erfahrungstatsache nicht entkräften. d) Soweit der Beschwerdeführer ein Gutachten beantragt, ist darauf zu verzichten, da ein solches am feststehenden Ergebnis nichts mehr ändern könnte (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 124 V 94 Erw. 4b, 122 V 162 Erw. 1d mit Hinweis). Ein Abklärungsbedarf ergibt sich insbesondere nicht aus dem ebenfalls nachgereichten Bericht des Dr. med. H.________, Spezialarzt FMH Psychiatrie & Psychotherapie, vom 22. März 1999. Wohl weist dieser auf eine Verschlimmerung der Beschwerden und das Fehlen einer neuropsychologischen Abklärung hin. Wie dem Bericht aber weiter entnommen werden kann, erlitt der Beschwerdeführer am 25. Februar 1999 bei einem Heckauffahrunfall erneut ein Beschleunigungstrauma der HWS. Gegenstand des vorliegenden Verfahrens sind indessen nicht die Folgen des Unfalles vom 25. Februar 1999, sondern allein desjenigen vom 18. April 1991.