Citation: 2C_248/2022 E. 4.1

4.1. Die EMRK verschafft grundsätzlich keinen Anspruch auf Einreise und Aufenthalt oder auf einen Aufenthaltstitel in einem bestimmten Staat (BGE 144 I 266 E. 3.2). Ausländerrechtliche Fernhaltemassnahmen können unter bestimmten Umständen aber den sich aus Art. 8 EMRK ergebenden Anspruch auf Achtung des Privat- und Familienlebens verletzen (vgl. BGE 144 I 266 E. 3.3 f.). Nach einer rechtmässigen Aufenthaltsdauer von rund zehn Jahren kann regelmässig davon ausgegangen werden, dass die sozialen Beziehungen in diesem Land so eng geworden sind, dass es für eine Aufenthaltsbeendigung besonderer Gründe bedarf; im Einzelfall kann es sich freilich anders verhalten und die Integration zu wünschen übrig lassen. Es kann aber auch sein, dass schon zu einem früheren Zeitpunkt der Anspruch auf Achtung des Privatlebens betroffen ist (BGE 144 I 266 E. 3.9).