Citation: 1B_313/2019 E. 3.5.2

3.5.2. Hinsichtlich der Rückfallprognose führte die Vorinstanz aus, die dem Beschwerdeführer im vorliegenden Verfahren zur Last gelegten Delikte der schweren Körperverletzung und Gefährdung des Lebens hätten nur zehn Monate nach der Verurteilung vom 18. April 2018 stattgefunden. In Anbetracht der Vortaten sowie der mutmasslichen massiven Gewaltanwendung gegen B.________ sei ernsthaft zu befürchten, dass der Beschwerdeführer vor weiteren gravierenden Straftaten gegen Leib und Leben von Frauen - auch solchen, die er bloss flüchtig kenne oder z.B. im Ausgang kennenlernen werde - nicht zurückschrecken werde. Diese Gefahr bestehe insbesondere auch bei einem möglichen neuen Kontakt mit B.________, sofern er Rachegefühle gegen sie hegen sollte. Die Unberechenbarkeit des Beschwerdeführers erscheine mit dem ihm vorliegend zur Last gelegten Sachverhalt mit anlassfreier Ausübung schwerer körperlicher Gewalt, die eine vertiefte Abklärung einer psychiatrischen Störung nahelege, jedenfalls als erwiesen. Gemäss den Einvernahmen von B.________ und ihres Mitbewohners bestünden gewichtige Anzeichen dafür, dass der Beschwerdeführer insbesondere unter Alkohol- und Drogeneinfluss zu unkontrollierten Gewaltausbrüchen gegenüber Frauen neige. Der Beschwerdeführer bestreitet, dass es erneut zu einem solchen Ereignis kommen könnte. Das hängige Untersuchungsverfahren habe ergeben, dass der Vorfall vom 10. Februar 2019 singulär gewesen und er ansonsten allgemein als anständig und respektvoll bezeichnet worden sei. Selbst das Gutachten von Dr. med. C.________ nenne keine weiteren Vorkommnisse, mit denen der Beschwerdeführer gegenüber Frauen oder "Intimpartnerinnen" negativ aufgefallen wäre. Seine - inzwischen ehemalige - Freundin habe ausgesagt, er akzeptiere alles, was sie ihm sage. Er sei immer sehr respektvoll mit ihr. Sie könne nur sagen, dass er immer ein sehr guter Mensch zu ihr gewesen sei. Diese Vorbringen des Beschwerdeführers sind nicht geeignet, die vorinstanzlichen Erwägungen bundesrechtswidrig erscheinen zu lassen und das Vorliegen einer ungünstigen Rückfallprognose zu verneinen, zumal er unter anderem wegen Delikten gegen die körperliche Integrität vorbestraft ist. Die Rückfallprognose wird sodann Gegenstand des am 6. Juni 2019 bei den Psychiatrischen Diensten Aargau AG in Auftrag gegebenen psychiatrischen Gutachtens sein. Nach dem Gesagten kann die Freilassung des Beschwerdeführers bis zum Vorliegen dieses Gutachtens aus Gründen der öffentlichen Sicherheit nicht verantwortet werden. Die Frage der Wiederholungsgefahr wird nach Erstattung des Gutachtens im Lichte der gutachterlichen Aussagen erneut zu prüfen sein (vgl. Urteile 1B_17/2016 vom 8. Februar 2016 E. 3.5 mit Hinweisen; 1B_606/2011 vom 16. November 2011 E. 2.6).