Citation: 1C_455/2022 E. 5.4.3

5.4.3. Eine offensichtliche Formungültigkeit, die von den Baubewilligungsbehörden zu berücksichtigen wäre, könnte sich demnach bloss aus dem kantonalen Recht ergeben, was das Bundesgericht mangels anderer angerufener Bestimmungen indes nur unter dem Blickwinkel der Willkür prüfen kann (vgl. oben, E. 2.2). In einigen kantonalen Baugesetzen wird für Vereinbarungen über die Nutzungsübertragung die Errichtung einer Dienstbarkeit vorausgesetzt (z.B. § 88 Abs. 2 des Raumplanungs- und Baugesetzes des Kantons Basel Landschaft vom 8. Januar 1998 [RBG/BL; SGS 400]; Art. 32 Abs. 1 der Verordnung des Kantons Bern über die Begriffe und Messweisen im Bauwesen [BMBV/BE; BSG 721.3]), andere Kantone lassen eine schriftliche Zustimmung der belasteten Eigentümerschaft genügen (z.B. Art. 89 Abs. 1 lit. b des Planungs- und Baugesetzes des Kantons St. Gallen [PBG/SG; sGS 731.1]; § 40 Abs. 1 [V PBG/ZG]; zum Ganzen: SASCHA VALLATI, Dienstbarkeiten und Bauvorhaben, 2021, N. 342). Im Kanton Graubünden äussern sich weder das kantonale Baurecht noch das Baugesetz der Gemeinde Haldenstein vom 29. April 2011 zu den Formvorschriften für Vereinbarungen über die Nutzungsübertragung. Vor diesem Hintergrund führt die Unterzeichnung mit den blossen Initialen der Beschwerdegegnerin jedenfalls nicht zur offensichtlichen Ungültigkeit der streitbetroffenen Vereinbarung über die Nutzungsübertragung vom 12. Februar 2020. Der angefochtene Entscheid ist jedenfalls im Ergebnis nicht zu beanstanden. Deshalb kann im bundesgerichtlichen Verfahren offenbleiben, ob sich die Beschwerdeführenden in rechtsmissbräuchlicher Weise zu spät auf die Ungültigkeit der Vereinbarung berufen haben.