Citation: 9C_696/2022 E. 3.3.2

3.3.2. Auch dieser Argumentation ist entgegenzuhalten, dass die ständige bundesgerichtliche Rechtsprechung zum Kumulationsverbot (bis hin zu den Fällen alternierender Obhut) im Einklang mit dem unmissverständlichen Wortlaut von Art. 35 Abs. 1 lit. a DBG steht, der seinerseits dem klaren Willen des Gesetzgebers entspricht. Wie die Ablehnung der parlamentarischen Nantermod im Jahr 2016 (vgl. oben E. 2.4.4) zeigt, hat der Gesetzgeber im Bewusstsein der in Frage stehenden Problematik auf eine Änderung beim Kinderabzug verzichtet. Der durch die Bezahlung von Unterhaltsbeiträgen geschaffene Status ist somit entscheidend, während der Umfang der Betreuung keine Rolle spielt. Weder die gemeinsame elterliche Sorge noch die alternierende Obhut haben Auswirkungen auf die im DBG vorgesehenen sozialen Steuerentlastungen. Die direkten Unterhaltskosten, für die der Unterhaltsbeiträge schuldende Elternteil während der alternierenden Obhut aufkommt, sind nicht Gegenstand besonderer Sozialabzüge (vgl. dazu u.a. schon BGE 133 II 305 E. 8.2 u. 8.4).