Citation: 9C_302/2021 E. 4.1

4.1. Dr. med. F.________ diagnostizierte im Gutachten vom 16. April 2020 (mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit) ein leichtes hirnorganisches Psychosyndrom nach Schädelhirntrauma mit möglicher leichter (bis mittelschwerer) neuropsychologischer Funktionsbeeinträchtigung nach Autounfall Ende 2004 (ICD-10 F07.2). Darüber hinaus stellte er (ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit) folgende Diagnosen: Eine Aggravation/Simulation von Beschwerden (ICD-10 Z76.5), eine vorbestehende narzisstische Persönlichkeitsakzentuierung (ICD-10 Z73.1), eine Lese- und Rechtschreibschwäche (DD Störung; ICD-10 F81.0) und einen Status nach depressiven Episoden. Gefragt nach der Entwicklung des Gesundheitszustands im Zeitraum zwischen dem Unfall Ende 2004 und der Verfügung vom 2. Dezember 2016 führte der Gutachter aus, eine rezidivierende depressive Störung verschiedener Schwere habe sich - initial als Anpassungsstörung - zu einem nicht genauer bestimmbaren Zeitpunkt im Jahre 2005 oder 2006 entwickelt. Abweichend von früheren Abklärungen konnte er im Untersuchungszeitpunkt keine klinisch manifeste Depression mehr feststellen. Die Vorinstanz wies diesbezüglich wohl korrekt darauf hin, Dr. med. F.________ sei ausser Stande gewesen, den Depressionsverlauf retrospektiv zu rekonstruieren. Immerhin hatte dieser aber berichtet, die rezidivierende Depression habe beim Beschwerdeführer zu keiner anhaltenden Beeinträchtigung geführt. Er war denn insgesamt auch zum Ergebnis gelangt, aus psychiatrischer Sicht sei seit ungefähr Mitte 2006 von einem stabilen Gesundheitszustand auszugehen. Im Lichte des Gesagten verbietet sich der vorinstanzliche Schluss, der Gerichtsexpertise lasse sich eindeutig und unmissverständlich eine (relevante) Verbesserung des Gesundheitszustands im massgebenden Zeitraum entnehmen. Es finden sich darin auch keine Hinweise für eine deutliche Angewöhnung oder eine Anpassung an die Beschwerden, die das kantonale Gericht ohne nähere Begründung als Alternative zu einer gesundheitlichen Verbesserung in Erwägung zog. Der im angefochtenen Urteil gestützt auf die Gerichtsexpertise gezogene gegenteilige Schluss verletzt somit Bundesrecht. Mit dem Beschwerdeführer ist gestützt auf die unbestritten beweiskräftige Gerichtsexpertise vom 16. April 2020 von einem stabilen Gesundheitszustand seit etwa Mitte 2006 auszugehen. Auf die von diesem subeventualiter beantragte Einholung eines gerichtlichen Obergutachtens ist deshalb zu verzichten.