Citation: 6B_180/2023 E. 4.2.3

4.2.3. Die Vorinstanz fährt fort, der gewerbsmässige Diebstahl erscheine hier wie beim Urteil des Kantonsgerichts Nidwalden vom 3. März 2021 als schwerste Straftat. Entsprechend erhöht die Vorinstanz die Grundstrafe angemessen mit einem reduzierten Anteil der Einzeltaten der neuen Delikte. Von dieser hypothetischen Gesamtstrafe zieht sie die Grundstrafe ab, was die Zusatzstrafe ergibt. Die Vorinstanz führt aus, die Grundfreiheitsstrafe betrage 4 Jahre 7 Monate und 10 Tage, nämlich 4 Jahre gemäss Urteil des Kantonsgerichts Nidwalden vom 3. März 2021, 20 Tage gemäss Urteil des Kantonsgerichts Luzern vom 3. Juni 2020, 20 Tage gemäss Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Luzern vom 25. Mai 2018 sowie 6 Monate resultierend aus dem Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Obwalden vom 8. Februar 2016. Die Vorinstanz setzt bei den 33 Diebstählen mit einem Deliktsbetrag von über Fr. 150'000.-- ein und hält fest, auf gewerbsmässigen Diebstahl stehe Freiheitsstrafe bis zu zehn Jahren oder Geldstrafe nicht unter 90 Tagessätzen. Die Vorinstanz verweist zutreffend auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung, wonach Art. 49 StGB bei gewerbsmässigen Delikten als Kollektivdelikten nicht zur Anwendung gelangt, da die Strafschärfung bereits durch die Qualifizierung im besonderen Teil des StGB vorgesehen ist. Von diesem Grundsatz wäre nur abzuweichen, wenn während verschiedener, voneinander getrennter Zeitabschnitte gewerbsmässig delinquiert wurde, ohne dass den einzelnen Phasen ein umfassender Entschluss zugrunde lag und die Deliktsserien auch objektiv nicht als Einheit im Sinne eines zusammenhängenden Geschehens erscheinen (BGE 116 IV 121 E. 2b/aa; Urteil 6B_207/2013 vom 10. September 2013 E. 1.3.1). Gemäss Vorinstanz sind hier im Rahmen der retrospektiven Konkurrenz die bereits rechtskräftigen Schuldsprüche wegen Diebstahls und gewerbsmässigen Diebstahls für die Strafzumessung mitzuberücksichtigen, sodass keine eigentliche Asperation im Sinne von Art. 49 Abs. 1 StGB stattfinde. Bei einer Gesamtbetrachtung sei der Strafrahmen des gewerbsmässigen Diebstahls nicht zu überschreiten. Der Beschwerdeführer sei bereits gemäss Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Luzern vom 25. Mai 2018 wegen versuchten Diebstahls, gemäss Urteil des Kantonsgerichts Luzern vom 3. Juni 2020 wegen Diebstahls und gemäss Urteil des Kantonsgerichts Nidwalden vom 3. März 2021 wegen 26-fachen Diebstahls bzw. gewerbsmässigen Diebstahls mit einem Deliktsbetrag von Fr. 99'579.15 rechtskräftig verurteilt worden. In Relation der insgesamt 61 (teilweise versuchten) Diebstähle im Zeitraum vom 11. April 2016 bis 15. Oktober 2019 mit einer Gesamtdeliktssumme von mindestens Fr. 250'000.-- sei somit die Grundstrafe für die neu zu beurteilenden Diebstähle angemessen zu erhöhen.