Citation: 5P.380/2006 17.11.2006 E. 2

Das HEntfÜ zielt auf sofortige Rückgabe widerrechtlich in einen Vertragsstaat verbrachter oder dort zurückgehaltener Kinder (Art. 1 lit. a HEntfÜ). Als widerrechtlich gilt das Verbringen oder Zurückhalten eines Kindes, wenn dadurch das Sorgerecht verletzt wird, das einer Person allein oder gemeinsam nach den Regeln des Staates zusteht, in dem das Kind unmittelbar vor dem Verbringen oder Zurückhalten seinen gewöhnlichen Aufenthalt hatte (Art. 3 Abs. 1 lit. a HEnftÜ). Im vorliegenden Fall ist vor Bundesgericht nicht mehr strittig, dass das Kind am 3. Juni 2005, als die Beschwerdeführerin mit ihm aus Frankreich in die Schweiz reiste, seinen gewöhnlichen Aufenthalt in Frankreich hatte und das Sorgerecht über das Kind nach dem anwendbaren französischen Recht beiden Eltern gemeinsam zustand. Fest steht schliesslich, dass die Beschwerdeführerin das Kind ohne Einverständnis des Beschwerdegegners in die Schweiz überführt und damit das dem Beschwerdegegner ebenfalls zustehende Sorgerecht im Sinne von Art. 3 Abs. 1 lit. a HEntfÜ verletzt hat. Die Überführung des Kindes in die Schweiz gilt damit als widerrechtlich im Sinne von Art. 3 Abs. 1 lit. a HEntfÜ.