Citation: 7B_984/2023 E. 2.7.4

2.7.4. Bei stationären Behandlungen nach Art. 59 StGB wird - im Hinblick auf die Gefahr weiterer Straftaten - stets an die Gefährlichkeit des Täters angeknüpft und es geht bei der Anordnung der Massnahme immer auch um Sicherung (BGE 141 IV 236 E. 3.8; Urteil 6B_354/2022 vom 24. August 2022 E. 3.2). Dieser Zweck - die Verhinderung von weiteren Straftaten zum Schutz der Allgemeinheit - kann auch der strafprozessualen Untersuchungs- bzw. Sicherheitshaft zugrunde liegen (BGE 141 IV 236 E. 3.8). Gemäss Art. 59 Abs. 4 StGB beträgt der mit der stationären Behandlung verbundene Freiheitsentzug in der Regel höchstens fünf Jahre (Satz 1; bis das Gericht über eine allfällige Weiterführung der Massnahme zu entscheiden hat [vgl. BGE 145 IV 65 E. 2.2 und E. 2.3.3]). Sind die Voraussetzungen für die bedingte Entlassung nach fünf Jahren noch nicht gegeben und ist zu erwarten, durch die Fortführung der Massnahme lasse sich der Gefahr weiterer mit der psychischen Störung des Täters in Zusammenhang stehender Verbrechen und Vergehen begegnen, so kann das Gericht auf Antrag der Vollzugsbehörde die Verlängerung der Massnahme um jeweils höchstens fünf Jahre anordnen (Satz 2). Für den Haftrichter kann es entsprechend schwierig sein, abzuschätzen, wann die vom Freiheitsentzug betroffene Person nach einem rechtskräftig angeordneten Vollzug der stationären therapeutischen Massnahme probeweise oder endgültig entlassen werden könnte (vgl. BGE 126 I 172 E. 5e und Urteil 1B_100/2009 vom 20. Mai 2009 E. 3.4).