Citation: 8C_409/2021 E. 6.2

6.2. Praxisgemäss kann die Frage, ob ein natürlicher Kausalzusammenhang zwischen den medizinisch nicht hinreichend nachweisbaren Beschwerden und dem Unfall besteht, bei Verneinung der adäquaten Kausalität offen gelassen werden (BGE 135 V 465 E. 5.1 mit Hinweisen, Urteil 8C_438/2020 vom 22. Dezember 2020 E. 4.1). Nicht zulässig ist nach der Rechtsprechung demgegenüber, den adäquaten Kausalzusammenhang zwischen allfälligen psychischen Beschwerden und einem Unfallereignis zu bejahen, bevor die sich in tatsächlicher Hinsicht stellenden Fragen bezüglich der Natur der gesundheitlichen Beeinträchtigungen und des natürlichen Kausalzusammenhangs mittels einer psychiatrischen Begutachtung geklärt sind (BGE 147 V 207 E. 6.1; Urteile 8C_192/2018 vom 12. März 2019 E. 6 und 8C_685/2015 vom 13. September 2016 E. 4.2; in: SVR 2017 UV Nr. 4 S. 11). Ein solches Vorgehen wäre zunächst widersprüchlich, weil die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG voraussetzt, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ohne verlässliche medizinische Entscheidungsgrundlagen, welche sich über das Vorliegen psychischer Beschwerden, deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit sowie den natürlichen Kausalzusammenhang zum Unfallereignis äussern, kann aus rechtlicher Sicht nicht darauf geschlossen werden, einem Unfallereignis komme für die Entstehung einer psychisch bedingten Arbeits- oder Erwerbsunfähigkeit eine massgebende Bedeutung zu. Zudem wäre die vorhergehende Anerkennung eines adäquaten Kausalzusammenhangs allenfalls geeignet, den psychiatrischen Experten - ob bewusst oder unbewusst - in seiner Einschätzung zu beeinflussen und dadurch das Ergebnis einer im Nachhinein vorgenommenen medizinischen Beurteilung zu verzerren (BGE 147 V 207 E. 6.1; Urteile 8C_192/2018 vom 12. März 2019 E. 6 und 8C_685/2015 vom 13. September 2016 E. 4.2). Soweit das kantonale Gericht den adäquaten Kausalzusammenhang zwischen den nach dem Unfall aufgetretenen psychischen Problemen bereits im Voraus bejahte und die Sache zur Abklärung eines entsprechenden natürlichen Kausalzusammenhangs an die Suva zurückwies, hält das vorinstanzliche Urteil somit vor Bundesrecht nicht stand. Aus den genannten Gründen erscheint es vorliegend verfrüht, über die von der Suva vorgebrachten Rügen hinsichtlich des adäquaten Kausalzusammenhangs zu entscheiden. Ohne die Frage nach letzterem vorwegzunehmen, ist daher Dispositiv-Ziffer 1 des angefochtenen Urteils insoweit aufzuheben, als sie auf die Erwägungen zur Frage nach dem adäquaten Kausalzusammenhang verweist. Die Sache ist an die Suva zurückzuweisen, damit diese die von der Vorinstanz angeordneten medizinischen Abklärungen vornehme. Anhand des Ergebnisses dieser Abklärungen wird die Suva über den natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang und sodann über den Leistungsanspruch des Beschwerdegegners neu zu entscheiden haben.