Citation: 5C.143/2000 09.11.2000 E. 4

4.-Lücken in der Versorgung können dadurch ausgeglichen werden, dass ein Teil der vom einen Ehegatten erworbenen Austrittsleistung von dessen Vorsorgeeinrichtung auf diejenige des anderen Ehegatten übertragen wird (Art. 22 aFZG). Die Vorinstanz erachtete es in ihren Urteilserwägungen als angemessen, der Klägerin die Hälfte des vom Beklagten geäufneten Sparkapitals der obligatorischen beruflichen Vorsorge zuzusprechen; das Urteil des Kantonsgerichts sei insoweit zu bestätigen. Im Urteilsdispositiv erkannte die Vorinstanz auf die Übertragung von Fr. 22'995.-- vom Freizügigkeitskonto des Beklagten auf dasjenige der Klägerin. Die Klägerin rügt, dieser Betrag entspreche der Hälfte des Sparkapitals des Beklagten im Zeitpunkt des erstinstanzlichen Urteils; die Vorinstanz hätte aber von Amtes wegen den aktuellen Stand des Sparkontos ermitteln müssen. Die Vorinstanz habe offensichtlich übersehen, dass die Ehe der Parteien bis zur Rechtskraft des Urteils im Scheidungspunkt fortdaure und der Betrag von Fr. 22'995.-- daher nicht der Hälfte des während der Dauer der Ehe geäufneten Vorsorgekapitals entspreche. Unter Geltung des alten Scheidungsrechts richtet sich die Frage, ob die Rechtskraft im Scheidungspunkt eintritt, wenn zwar gegen das Scheidungsurteil ein Rechtsmittel eingelegt, der Scheidungspunkt aber darin nicht angefochten wird, nach kantonalem Verfahrensrecht (Fankhauser, in: Schwenzer [Hrsg. ], Praxiskommentar Scheidungsrecht, Basel 2000, S. 533 f.). Bestand vorliegend die Ehe der Parteien fort, bestünde eine Diskrepanz zwischen der Begründung und dem Dispositiv des angefochtenen Urteils. Gegebenenfalls könnte dies Gegenstand einer kantonalen Berichtigung bilden, was hier nicht zu prüfen ist; die Versehensrüge gemäss Art. 55 Abs. 1 lit. d OG kann dagegen jedoch nicht erhoben werden, da mit dieser nur die Berichtigung von Sachverhaltsfeststellungen verlangt werden kann. Auf die Rüge ist somit nicht einzutreten.