Citation: 6B_257/2013 E. 1.3.2

1.3.2. Im Übrigen überzeugt nicht und geht nicht über eine appellatorische Kritik hinaus, was die Beschwerdeführerin betreffend die von der Vorinstanz aufgezeigten Widersprüche in ihren Aussagen vorbringt. Es ist zweifelsohne nicht offensichtlich unhaltbar, verschiedene Aussagen der Beschwerdeführerin betreffend den ersten Vergewaltigungsvorfall im Oktober 2010 (Entscheid S. 14 f.) als widersprüchlich zu qualifizieren. Dabei kann unter Berücksichtigung der Tatsache, dass es sich um den ersten Vorfall handelt, von unwesentlichen Punkten keine Rede sein. Die gegenteilige Argumentation der Beschwerdeführerin vermag keine Willkür darzulegen. Die Vorinstanz zeigt weiter auf, dass die Beschwerdeführerin den späteren Übergriff in Uster wie auch die Vorfälle nach der Heirat zur Frage der Gegenwehr und damit in einem zentralen Punkt widersprüchlich schilderte (Entscheid S. 13). Soweit die Beschwerdeführerin auf die erste (gemeint: zweite) polizeiliche Einvernahme verweist und sinngemäss behauptet, es sei unklar, ob sie damals den Vorfall in Uster beschrieben habe, ist ihr nicht zu folgen. Aus dem Protokoll geht das Gegenteil hervor. Die Vorinstanz hält richtig fest, dass die Beschwerdeführerin bei der Staatsanwaltschaft in Abweichung von früheren Aussagen behauptete, sich in Uster respektive bei sämtlichen Übergriffen gewehrt zu haben. Ebenso wenig ist die vorinstanzliche Würdigung zu beanstanden, die Beschwerdeführerin habe die Drohung mit dem Messer in Bezug auf die Anwesenheit ihres Bruders widersprüchlich wiedergegeben (Entscheid S. 15). Die Beschwerdeführerin wurde entgegen ihrer Kritik insgesamt fünfmal während mehr als zwölf Stunden eingehend befragt. Die Vorinstanz durfte berücksichtigen, dass die späteren Übergriffe in der Schweiz anlässlich der ersten Einvernahme gegenüber der Polizistin (zu der die Beschwerdeführerin offensichtlich Vertrauen gefasst hatte) unerwähnt blieben. Soweit die Vorinstanz die Aussagen der Beschwerdeführerin als wenig konkret und vage einschätzt und festhält, die Beschwerdeführerin habe sich in manchen Punkten nicht konkreter äussern wollen, ist ihr beizupflichten. Entsprechendes gilt betreffend die E-Mail der Beschwerdeführerin vom 6. Mai 2011, welche sie der einvernehmenden Polizeibeamtin in Aussicht gestellt hatte, um das Geschehen schriftlich konkreter zu umschreiben (vorinstanzliche Akten act. 7/3). Nach den zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz ist für den Nachweis eines strafrechtlich relevanten Verhaltens eine gewisse Aussagedichte unerlässlich. Die Anforderungen an die sachverhaltliche Umschreibung von Nötigungsmittel und Widerstand als zentrale Tatbestandsmerkmale bei sexuellen Aggressionsdelikten wie der Vergewaltigung sind hoch (Urteil 6B_537/2012 vom 10. Mai 2013 E. 1.4). Dies gilt hier umso mehr, als die behaupteten Vorfälle sich nicht über mehrere Jahre erstreckten und die erste polizeiliche Einvernahme wenige Tage nach dem letzten Übergriff erfolgte.