Citation: U 491/06 20.08.2007 E. 3.2

3.2.1 Was die Glaubwürdigkeit der Sachverhaltsdarstellung der Versicherten anbelangt, wonach eine Vollbremsung samt (leichter) Kollision stattgefunden habe, gilt es zunächst festzuhalten, dass der Nachweis eines Unfalles grundsätzlich nicht daran scheitert, dass sich ein Ereignis unter Ausschluss von Zeugen abgespielt hat bzw. diese, wie im hier zu beurteilenden Fall, mangels Personalien nicht mehr auffindbar sind. Die Behauptungslast der versicherten Person bedeutet nicht, dass sie nicht durch eine Sachverhaltsdarstellung erfüllt werden könnte, für welche als Beweismittel nur ihre eigene Parteidisposition zur Verfügung steht. Die verunfallte Person genügt in diesen Fällen ihrer Behauptungslast, wenn sie eine plausible und widerspruchsfreie Schilderung des Unfallgeschehens gibt, die als möglichst genaue erscheint und zu keinen ernstlichen Zweifeln Anlass gibt (BGE 103 V 175 E. a S. 176; Urteil des EVG U 269/03 vom 16. August 2004, E. 4.2 mit Hinweisen). Die einzelnen Umstände des Unfallgeschehens sind vom Leistungsansprecher glaubhaft zu machen, ansonsten für den Unfallversicherer keine Leistungspflicht besteht (BGE 116 V 136 E. 4b [mit Hinweis] S. 140 f.; Urteil des EVG U 117/02 vom 9. Mai 2003, E. 1 mit Hinweisen). Der Untersuchungsmaxime entsprechend hat das Gericht demnach von Amtes wegen die notwendigen Beweise zu erheben und kann zu diesem Zwecke auch die Parteien heranziehen. Wird auf Grund dieser Massnahmen das Vorliegen eines Unfalles nicht wenigstens mit Wahrscheinlichkeit erstellt - die blosse Möglichkeit genügt nicht -, so hat diese als unbewiesen zu gelten, was sich zu Lasten der leistungsansprechenden Person auswirkt (Urteil des EVG U 117/02 vom 9. Mai 2003, E. 1). 3.2.2 In Anbetracht der geschilderten Aktenlage kann in den Aussagen der Beschwerdegegnerin zum Unfallhergang mit dem kantonalen Gericht - jedenfalls hinsichtlich der Frage der Kollision - kein Widerspruch gesehen werden. Entgegen den Ausführungen der Beschwerdeführerin hat die Versicherte nicht erstmals bei der Beantwortung der im "Erhebungsblatt für die Abklärung von HWS-Fällen" vom 23. September 2003 gestellten Fragen ein leichtes Touchieren des Fahrradfahrers erwähnt. Vielmehr wurde, wie sich aus dem von Dr. med. E.________ am 20. August 2003 ausgefüllten "Dokumentationsbogen für Erstkonsultation nach kranio-zervikalem Beschleunigungstrauma" ergibt, bereits drei Tage nach dem Vorfall, am 18. August 2003, gegenüber ihrem Hausarzt eine mit einer Vollbremsung verbundene Frontalkollision mit einem Velofahrer beschrieben. Diesen Vorgang bestätigte die Versicherte in der Folgezeit stets, sei dies mit der Bezeichnung "Auffahrunfall" (Unfallmeldung vom 29. August 2003), unter Bezugnahme auf eine Skizze (Fragebogen vom 12. September 2003) oder in wörtlicher Wiederholung ("Erhebungsblatt für die Abklärung von HWS-Fällen" vom 23. September 2003, Protokoll vom 26. September 2003, Bericht des Spitals X.________ vom 5. November 2003). Dass gegenüber dem erstbehandelnden Arzt Dr. med. R.________ gemäss dessen handschriftlicher Notiz vom 16. August 2003 lediglich von einem "Autounfall" und "abruptem Bremsen" die Rede war, vermag der Schlüssigkeit der Sachverhaltsdarstellung der Beschwerdeführerin vor diesem Hintergrund - in Verbindung mit dem offenbar unstreitigen Schadensbild am Fahrzeug des Versicherten (geringfügige Kratzspuren an der Fahrzeugfront rechts; vgl. "Erhebungsblatt für die Abklärung von HWS-Fällen" vom 23. September 2003 und Bericht des Spitals X.________ vom 5. November 2003 [S. 1 unten]) - keinen Abbruch zu tun. Nicht ganz stimmig erscheinen demgegenüber die Angaben der Versicherten zum Verhalten des Fahrradlenkers nach der Kollision: Während sie am 23. und 26. September 2003 anführte, dieser habe den Schauplatz das Velo tragend verlassen, erklärte sie wenige Wochen später den Ärzten des Spitals X.________ gegenüber, der Fahrradfahrer sei nach dem Zusammenstoss zwar abgestiegen, unmittelbar danach aber wieder weitergefahren. Wie es sich damit verhält, braucht indessen nicht näher untersucht zu werden, vermag auch eine diesbezüglich unklare Variante des Geschehnisses die Aussagen der Versicherten zur Kollision an sich nicht zu erschüttern. Zusammenfassend ist demnach als mit dem erforderlichen Beweisgrad erwiesen anzusehen, dass es am 15. August 2003 zu einer - wenn auch relativ leichten - Kollision zwischen dem Personenwagen der Beschwerdegegnerin und dem Fahrradlenker gekommen ist.