Citation: 6P.97/2003 02.09.2003 E. 9

Weiter bringt der Beschwerdeführer vor, dass er in Fall 1 den objektiven Tatbestand nicht erfüllte, jedenfalls aber nur in der Rolle eines Gehilfen, nicht eines Mittäters. 9.1 Auch wenn der Beschwerdeführer den Vorsatz erst im Laufe der Rückfahrt bildete, den Tatbestand also erst ab diesem Zeitpunkt erfüllte, ändert das nichts daran, dass es sich um tatbestandsmässiges Befördern von Betäubungsmitteln im Sinne von Art. 19 BetmG handelte. 9.2 Der Beschwerdeführer selber stellt zu Recht fest, dass die Regelungsdichte von Art. 19 BetmG die Anwendung von Art. 25 StGB im Bereich des Betäubungsmittelstrafrechts erheblich einschränkt. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist Täter, wer alle Merkmale einer Tatbestandsvariante objektiv und subjektiv in eigener Person erfüllt. Gehilfe ist dagegen nur, wer sich an der Tat eines anderen mit einem untergeordneten Tatbeitrag beteiligt, der selbst vom Gesetz nicht als selbständiges Delikt ausgestaltet ist (BGE 119 IV 269 E. 3c; 106 IV 72 E. 2b.). In Art. 19 BetmG ist das Befördern von Betäubungsmitteln als selbständige Tatbestandsvariante umschrieben. Der Beschwerdeführer hat diese sowohl subjektiv wie auch objektiv verwirklicht und er hatte als Lenker des Fahrzeugs die Tatherrschaft. Er verstiess somit selbständig gegen das Betäubungsmittelgesetz. Seine Verurteilung als Täter erfolgte zu Recht.