Citation: 5A_679/2016 E. 6.1

6.1. Die Vorinstanz hat in der Folge geprüft, ob die einfache Gesellschaft wegen Unmöglichkeit der Zweckerfüllung aufzulösen sei (Art. 545 Abs. 1 Ziff. 1 OR). Im Wesentlichen hat das Kantonsgericht zur Frage erwogen, der vom Beschwerdegegner zu leistende Kapitalbetrag sei schliesslich im Rahmen des Arrest- und Rechtsöffnungsverfahrens bezahlt worden, womit hinsichtlich dieser Bezahlung lediglich eine zeitweilige Unmöglichkeit der Erreichung des Gesellschaftszwecks der Steuer- und Rentenoptimierung vorgelegen habe. Insofern sei auch nicht zu beanstanden, dass die erste Instanz die von der Beschwerdeführerin an den Tag gelegte Weigerungshaltung des Beschwerdegegners nicht beachtet habe. Dass die Erreichung des Gesellschaftszwecks aus anderen Gründen, bspw. wegen einer dauernden Unfähigkeit des Beschwerdegegners, unmöglich geworden sei, behaupte die Beschwerdeführerin nicht. In der Berufung trage sie auch nicht vor, diese vorinstanzliche Feststellung sei falsch bzw. die Vorinstanz habe ihre diesbezüglichen Einwände nicht beachtet. Folglich sei mit der Vorinstanz davon auszugehen, dass die Zweckerreichung vor und nach der Kapitalzahlung nie definitiv unmöglich geworden sei und demzufolge nie ein Auflösungsgrund bestanden habe. Entgegen der Behauptung der Beschwerdeführerin habe auch der Auflösungsgrund des fehlenden Zustandekommens eines gemeinsamen Gesellschaftsbeschlusses nicht bestanden: In dem von der ersten Instanz berücksichtigten Schreiben vom 21. November 2012 schlage der Beschwerdegegner seinerseits drei Banken für das Konto/Depot für die Kapitalzahlung vor (Akten BG Kläg. Beleg 9). Die Beschwerdeführerin habe den Erhalt dieses Schreibens nicht bestritten. In der Berufung rüge sie aber eine Verletzung von Art. 545 Abs. 1 Ziff. 1 OR und trage zur Begründung vor, zu diesem Zeitpunkt sei die Gesellschaft bereits aufgelöst gewesen. Die behauptete Haltung des Beschwerdegegners, sich mit allen Mitteln gegen die Kapitalzahlung zu wehren, stelle indes keinen rechtsgenügenden Beweis für eine definitive Unmöglichkeit eines gemeinsamen Gesellschaftsbeschlusses bzw. für eine definitive Auflösung der Gesellschaft dar. Vielmehr liefere das besagte Schreiben gerade den Beweis für die Bereitschaft des Beschwerdegegners für einen gemeinsamen Gesellschaftsbeschluss. Die Beschwerdeführerin werfe diesbezüglich der ersten Instanz die willkürliche Annahme vor, bei der Definition der Bank habe es sich um einen Nebenpunkt gehandelt. Selbst wenn der Vorwurf berechtigt wäre, ändere dies nichts an der angebotenen Bereitschaft des Beschwerdegegners, bei der Bestimmung einer gemeinsamen Bank mitzuwirken. Damit fehle es am Auflösungsgrund der Unmöglichkeit der Beschlussfassung. Abgesehen davon sei die Haltung der Beschwerdeführerin widersprüchlich. Sie behaupte zwar, die Gesellschaft sei spätestens ab 6. April 2011 bzw. "allerspätestens" Anfang 2012 aufgelöst gewesen. Indem sie aber auf das Schreiben des Klägers vom 21. November 2012 mit der sofortigen Kündigung der Vereinbarung (Kläg. Beleg 6) am 24. November 2012 reagiert habe, sei sie offenbar selbst der Meinung gewesen, die Vereinbarung sei immer noch in Kraft. Eine Kündigung setze voraus, dass die kündigende Partei ein Rechtsverhältnis im Zeitpunkt der Kündigung als wirksam erachte (2/23 f. E. 9.4).