Citation: 4P.262/1999 11.02.2000 E. 1

a) Der Beschwerdeführer rügt die Beweiswürdigung des Obergerichts in verschiedenen Punkten als willkürlich. So enthielten die im Kostenvoranschlag des Beschwerdegeg- ners vom 14. Dezember 1992 genannten Baukosten von Fr. 2'776'312.-- bereits Eigenleistungen des Bauherrn von Fr. 155'644.--. Das Obergericht addiere jedoch - entgegen den Beweisurkunden und den eigenen Zugeständnissen des Be- schwerdegegners - diesen Betrag zu den veranschlagten Bau- kosten und errechne Gesamtkosten von Fr. 2'931'956.--. Die- ser Summe habe das Obergericht den expertenseitig geschätz- ten Baukosten von Fr. 3'383'710.-- gegenübergestellt, dabei aber nicht berücksichtigt, dass gemäss Gutachten in diesem Betrag die Eigenleistungen von Fr. 155'644.-- nicht einge- schlossen seien. Unter Zugrundelegung der vom Gutachter er- mittelten Zahlen resultiere damit eine Kostenüberschreitung von 27,5 % statt - wie vom Obergericht angenommen - 15,4 %. Ohne Berücksichtigung der Eigenleistungen betrage sie immer noch 22 %. Mithin habe das Obergericht die Eigenleistungen des Bauherrn doppelt falsch und willkürlich zu Gunsten des Beschwerdegegners berückichtigt. Das Obergericht habe auch willkürlich verkannt, dass den tatsächlichen Baukosten von ca. Fr. 3'100'000.-- ein im Gegensatz zum baubewilligten stark vereinfachtes Pro- jekt zu Grunde liege. Gemäss den Feststellungen des Experten sei etwa auf die im Kostenvoranschlag des Beschwerdegegners mit Baukosten von Fr. 228'800.-- eingesetzte Tiefgarage ver- zichtet worden. Zudem seien die Aussenanlagen und die Umge- bung stark vereinfacht worden. Die obergerichtliche Fest- stellung, aus den "Vereinfachungen" könne nicht geschlossen werden, dass bei Realisierung des ursprünglichen Bauprojekts die veranschlagten Kosten um mehr als 10 % überschritten worden wären, sei deshalb unhaltbar. Entsprechend dürften die tatsächlichen nicht den veranschlagten Baukosten gegen- übergestellt werden. Als willkürlich rügt der Beschwerdeführer schliess- lich die Feststellung des Obergerichts, eine Renditeberech- nung sei nicht Gegenstand des bereinigten Kostenvoranschla- ges vom 14. Dezember 1992 gewesen. Der Beschwerdegegner habe selber zugestanden, nicht bloss Zinsertrag und Zinsaufwand, sondern die Rendite des Bauobjekts sorgfältig und genau er- rechnet zu haben. Im Übrigen habe der Experte den vom Be- schwerdegegner eruierten Zinsertrag als völlig falsch beur- teilt. Gestützt auf den von ihm errechneten Zinsaufwand von Fr. 323'594.-- und den vom Beschwerdegegner mit Fr. 251'460.-- veranschlagten Zinsertrag resultiere ein Zinsverlust von Fr. 72'194.--. Entsprechend verfalle das Obergericht in Willkür, wenn es, ohne die Expertenaussagen zu würdigen, auch hinsichtlich der vom Beschwerdegegner auf- gestellten Rendite- und Zinsberechnungen eine Sorgfalts- pflichtverletzung verneine. b) Ein Verstoss gegen das aus Art. 4 aBV abgeleite- te Willkürverbot liegt nach der Rechtsprechung nicht bereits dann vor, wenn eine andere als die vom kantonalen Gericht gewählte Lösung ebenfalls vertretbar oder gar vorzuziehen ist. Das Bundesgericht schreitet erst ein, wenn der ange- fochtene Entscheid nicht nur unrichtig, sondern schlechthin unhaltbar ist, insbesondere wenn er eine Norm oder einen un- umstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt (BGE 125 II 129 E. 5b; 122 III 130 E. 2a). Erforderlich ist zudem, dass der Entscheid im Ergebnis verfassungswidrig ist, die dazu gege- bene Begründung ist nicht allein ausschlaggebend (BGE 122 III 130 E. 2a). Nach der Rechtsprechung verfällt eine Behör- de in Willkür, wenn sie ihrem Entscheid Tatsachenfeststel- lungen zugrunde legt, die mit den Akten in klarem Wider- spruch stehen. Im Bereich der Beweiswürdigung besitzt das Sachgericht allerdings einen weiten Ermessensspielraum. Ver- fassungswidrig ist daher eine Beweiswürdigung bloss, wenn sie offensichtlich unhaltbar ist, mit der tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch steht oder sonstwie in stos- sender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft. Will- kürlich ist insbesondere eine Beweiswürdigung, welche ein- seitig einzelne Beweise berücksichtigt oder Sachvorbringen als unbewiesen annimmt, obgleich sie aufgrund des Verhaltens der Gegenpartei offensichtlich als zugestanden zu gelten hätten (BGE 118 Ia 28 E. 1b). Dagegen reicht nicht bereits aus, dass die vom Sachgericht gezogenen Schlüsse mit der Darstellung der beschwerdeführenden Partei nicht überein- stimmen oder die Verfassungsinstanz bei freier Prüfung mög- licherweise nicht zu überzeugen vermöchten.