Citation: 6B_834/2021 E. 2.4.1

2.4.1. Der Beschwerdeführer gilt als Drittstaatsangehöriger im Sinne von Art. 3 Bst. d und Art. 24 SIS-II-Verordnung. Er betätigte sich gemäss dem angefochtenen Entscheid über zwei Jahren im Drogenhandel, indem er verschiedene Drogenkonsumenten wiederholt mit Kokain versorgte, weshalb die Vorinstanz gestützt auf Art. 66a StGB trotz seines langjährigen Aufenthalts in der Schweiz und seiner schweizerischen Niederlassungsbewilligung eine achtjährige Landesverweisung aussprach. Der qualifizierte Drogenhandel aus rein pekuniären Motiven gilt nach der Rechtssprechung als schwere Straftat, von welcher eine schwerwiegende Gefahr für die öffentliche Ordnung ausgeht (vgl. BGE 139 I 145 E. 2.5; Urteil 6B_1306/2019 vom 15. Oktober 2020 E. 3.2.4; je mit Hinweisen). Die Voraussetzungen von Art. 21 und 24 SIS-II-Verordnung für die Ausschreibung der Landesverweisung im SIS sind daher erfüllt. Damit ist es an den niederländischen Behörden, darüber zu befinden, ob dem Beschwerdeführer trotz der Ausschreibung der schweizerischen Landesverweisung im SIS ein Schengen-Visum mit räumlich beschränkter Gültigkeit für den Besuch seiner Tochter zu erteilen ist oder ob er wegen seiner Tochter gar ein abgeleitetes Freizügigkeitsrecht hat. Letzteres steht einer Ausschreibung der Landesverweisung im SIS gemäss den zutreffenden vorinstanzlichen Erwägungen nicht per se entgegen (vgl. angefochtenes Urteil S. 22 f.). Die künftige Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung an den Beschwerdeführer zwecks Achtung seines Privat- oder Familienlebens durch die Niederlanden bleibt wie dargelegt trotz der Ausschreibung der schweizerischen Landesverweisung im SIS möglich (vgl. oben E. 2.2.5). Sollten die niederländischen Behörden dem Beschwerdeführer nach einem Konsultationsverfahren eine entsprechende Aufenthaltsbewilligung erteilen, hätte dies die Löschung des Einreiseverbots im SIS zur Folge (vgl. Art. 25 Abs. 1 SDÜ; Art. 27 lit. f der Verordnung [EU] 2018/1861; Urteile des Bundesverwaltungsgerichts F-4634/2020 vom 10. Mai 2021 E. 6.3 und 9.2; F-7209/2016 vom 13. August 2019 E. 9.5). Dass er im Zeitpunkt des angefochtenen Entscheids über einen von den niederländischen Behörden ausgestellten gültigen niederländischen Aufenthaltstitel verfügte, macht der Beschwerdeführer nicht geltend.