Citation: 1P.752/1999 03.05.2000 E. 2

2. Aufl., Aarau 1985, N 36 f. der Einleitung; Ulrich Häfelin/Georg Müller, Grundriss des Allgemeinen Verwal- tungsrechts, 3. Aufl., Zürich 1998, Rz. 344 ff., 361 ff.). Den Behörden steht es frei, bei der Anwendung dieser Be- stimmung einen relativ strengen Massstab anzulegen. Ein wesentlicher Unterschied zur Voraussetzung für die Anwendung von Art. 101 Abs. 3 StrG ist daher nicht auszumachen. d) Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin ist der Ausdruck "Zutritt" in Art. 101 Abs. 3 StrG nicht klar, sondern auslegungsbedürftig. Die Bestimmung würde näm- lich wenig Sinn machen, wenn sie sich auf die Regelung des zu Fuss erfolgenden Zutritts beschränken würde. Die Frage nach ihrer weiteren Bedeutung ist daher unvermeidlich. Es trifft zu, dass sich das Verwaltungsgericht zur Begründung seiner Auffassung nur auf den bereits erwähnten Kurzkommentar zum st. gallischen Strassengesetz ( Dölf Gmür, a.a.O., N 7 zu Art. 101) beruft und dass dort keine nähere Begründung für diese Auslegung gegeben wird. Immerhin wird in den Vorbemerkungen zu Art. 100-108 (N 3) darauf hinge- wiesen, dass das neue Strassengesetz nach Möglichkeit ge- strafft und deshalb darauf verzichtet wurde, eine Vielzahl von Einzeltatbeständen zu normieren. Das spricht dafür, dass einzelne Begriffe im Zweifel eher weiter auszulegen sind, als wenn das Gesetz zahlreiche Detailregelungen enthalten würde. Eine weite Auslegung des Begriffs "Zutritt" entbehrt zudem nicht der inneren Logik. So kann das Ziel des Zu- trittsverbots, eine Bündelung der Zufahrten zur Erhöhung der Verkehrssicherheit, eher erreicht werden, wenn darunter auch Ausfahrten verstanden werden, womit Brems- und Abbiege- manöver sowie Strassenüberquerungen an diesen Stellen ganz entfallen und das Verkehrsgeschehen vereinfacht wird. Der von der Beschwerdeführerin hervorgehobene Umstand, dass eine Ausfahrt aus einem Grundstück ein grösseres Gefahrenpoten- zial enthält als eine blosse Einfahrt, ändert daran nichts. Schliesslich entspricht die Auslegung des Verwaltungsge- richts dem in der Literatur anzutreffenden Verständnis (vgl. Richard A. Koch, Das Strassenrecht des Kantons Zürich (Strassenpolizeirecht), Zürich 1997, S. 135 Fn. 1; Zimmerlin, a.a.O., N 1 zu § 75). Insgesamt erweist sich somit die Auslegung von Art. 101 Abs. 3 StrG durch das Verwaltungsgericht als will- kürfrei.