Citation: 2C_847/2017 E. 2.1

2.1. Die Vorinstanz hat im angefochtenen Urteil vom 23. August 2017 erwogen, der Beschwerdeführer habe mit der Verurteilung zu 30 Monaten Freiheitsstrafe einen Grund für den Widerruf seiner Niederlassungsbewilligung gesetzt, der jedoch nicht automatisch zum Widerruf führe. Ein solcher Widerruf könne nur erfolgen, wenn er unter der Berücksichtigung der persönlichen und familiären Situation des Beschwerdeführers als verhältnismässig erscheine, was vorliegend zu bejahen sei: Das Verschulden des Beschwerdeführers wiege deswegen schwer, weil er im Zeitraum zwischen 2006 und 2011 mindestens 96,2 Gramm reines Kokain verkauft und damit einen Umsatz von mehr als Fr. 23'000.-- erzielt habe. Zudem habe er versucht, sich am 2. März 2011 nach Entgegennahme von 112,12 Gramm reinen Kokain-Hydrochlorids durch Flucht und Gewaltanwendung seiner Verhaftung zu entziehen. Erschwerend komme hinzu, dass der Beschwerdeführer in den Jahren 1993 bis 2016 insgesamt zwölf weitere Straferkenntnisse erwirkt, wiederholt noch während des Laufs der strafrechtlichen Probezeit wieder delinquiert und sich auch durch drei ausländerrechtliche Verwarnungen, die Einleitung eines Widerrufsverfahrens und der Verantwortung gegenüber seinen Kindern nicht von der Begehung weiterer Straftaten habe abbringen lassen. Auch unter präventiven Gesichtspunkten bestehe ein gewichtiges öffentliches Interesse daran, die Niederlassungsbewilligung des Beschwerdeführers zu widerrufen, welches auch durch das private Interesse an einem weiteren Verbleib in der Schweiz nicht aufgewogen werde. Der Beschwerdeführer, der erst im Alter von 35 Jahren in die Schweiz gelangt sei, habe die prägenden Kinder- und Jugendjahre in Algerien verbracht, wo er die Schule besucht und eine Ausbildung zum CAP-Mechaniker absolviert habe. Vor diesem Hintergrund erscheine eine Rückkehr selbst angesichts der langen Aufenthaltsdauer in der Schweiz als zumutbar, zumal sich der Beschwerdeführer weder privat noch beruflich sehr intensiv in der Schweiz integriert habe: Zu seinen älteren Söhnen unterhalte er keinen Kontakt mehr und die Familie sei per Stichtag 20. April 2016 mit Leistungen aus der Sozialhilfe im Betrag von rund Fr. 280'000.-- unterstützt worden. Zweifelsohne würde den Beschwerdeführer jedoch eine räumliche Trennung von seinem jüngsten Sohn E.________ hart treffen. Das Kindsinteresse, wenn möglich mit beiden Elternteilen in der Schweiz aufwachsen zu können, vermöge jedoch in der Interessenabwägung nur zu überwiegen, wenn im wesentlichen Gründe der Zuwanderungssteuerung den privaten Interessen anwesenheitsberechtigter Personen gegenüberstehen würden, nicht jedoch, wenn es zusätzlich darum gehe, die öffentliche Sicherheit und Ordnung vor der Gefahr weiterer (gewichtiger) Straftaten zu schützen. Der Beschwerdeführer habe es folglich aufgrund seiner Delinquenz hinzunehmen, wenn er die Beziehung zu seinem Sohn nur noch unter erschwerten Bedingungen, das heisst mittels gegenseitiger Kurzbesuche oder über moderne Kommunikationsmittel, leben könne. Im Übrigen erwog die Vorinstanz, dass einer Ausreise des Beschwerdeführers auch keine gesundheitlichen Probleme entgegen stehen würden, sei doch nicht bekannt, ob er sich derzeit in ärztlicher Behandlung befinde, und Herz- und Kreislaufbeschwerden grundsätzlich auch in Algerien behandelt werden könnten.