Citation: 4A_297/2019 E. 6.1

6.1. Die Vorinstanz erwog unter dem Titel "Schaden durch Wertlosigkeit der Fonds-Anteile", die Beschwerdegegnerin habe durch ihre täuschenden Angaben auch eine Vertragsverletzung gemäss Art. 398 Abs. 2 OR begangen. Die Beschwerdeführerin beziffere ihren dadurch verursachten Schaden auf EUR 887'593.29. Dies entspreche dem Kaufpreis der Fondsanteile in der Höhe von EUR 999'507.98 abzüglich des Betrages von EUR 111'914.69, welchen sie beim Rückkauf der 10 % Fondsanteile erhalten habe. Sie mache geltend, die Fondsanteile seien wertlos. Allein dadurch, dass für die Fondsanteile kein Käufer gefunden worden sei, lasse sich die Wertlosigkeit aber nicht belegen. Nach Abschluss des Liquidationsverfahrens des X.________-Fonds liesse sich - so die Vorinstanz weiter - ein allfälliger Schaden der Beschwerdeführerin ohne weiteres ermitteln. Es gebe aber keinen Beweis, dass das Liquidationsverfahren bereits abgeschlossen sei; die Beschwerdeführerin habe keine entsprechenden Beweismittel offeriert. Ein Schaden der Beschwerdeführerin liesse sich allenfalls auch schon vor Abschluss des Liquidationsverfahrens ermitteln, wenn sich die Forderungen des X.________-Fonds gegenüber den mit ihnen geschäftlich verbundenen Pensionsfonds als wertlos erweisen würden. Diese Forderungen würden aber erst fällig, wenn die Steuererstattungen bei den Pensionsfonds eingehen. Somit sei der diesbezüglich noch ausstehende Entscheid des Bundeszentralamtes für Steuern für den Eintritt und die Höhe des behaupteten Schadens massgeblich. Dieses Verfahren laufe aber noch. Ein Schaden gestützt auf die Wertlosigkeit der Fondsanteile lasse sich somit - auch wenn das Beweismass der überwiegenden Wahrscheinlichkeit angewendet werde - nicht feststellen. Selbst wenn von der Wertlosigkeit des X.________-Fonds ausgegangen würde, wäre im Übrigen der nach Art. 42 Abs. 2 OR zu ermittelnde Schaden nicht hinreichend substanziiert. Denn die Beschwerdeführerin lege nicht dar, welche alternativen Anlagen sie getätigt hätte, wenn die Investition in den X.________-Fonds unterblieben wäre. Es fehlten somit Umstände, die eine Abschätzung des Schadens erlauben würden. Weiter verneinte die Vorinstanz auch einen "Schaden durch Entbehrung des Kapitals", nämlich für den Zinsausfall auf dem nicht zur Verfügung gestandenen Kapital. Die zeitweise verhinderte Nutzung des Kapitals würde nur dann einen Schaden darstellen, wenn die Beschwerdeführerin nachweisen könnte, dass ihr deswegen ein Gewinn entgangen sei durch eine andere, gewinnbringende Investition.