Citation: 4P.237/2006 16.01.2007 E. 6

Ausschlaggebender Umstand für die Abweisung der Klage bildet nach dem angefochtenen Urteil die Unvorhersehbarkeit des Schadenseintritts. Das Verwaltungsgericht entnahm den unbestrittenen Feststellungen im Gutachten, dass das dem vorgenommenen Eingriff immanente Risiko, wie es sich im vorliegenden Falle verwirklicht hat - Embolie und Hirninfarkt infolge irrtümlicher Punktion der Arterie - praktisch unbekannt, jedenfalls aber ausserordentlich selten ist. Selbst bei vollständiger Kenntnis der zur Zeit des Zwischenfalls zugänglichen einschlägigen Fachliteratur wäre das schädigende Ereignis als Folge der Nichteinschaltung der bei Punktionen vor dem Seitenwechsel vorgeschriebenen Pause nicht voraussehbar gewesen. Aus diesen Gründen sprach das Verwaltungsgericht dem natürlichen Kausalzusammenhang zwischen der Sorgfaltswidrigkeit des Arztes und dem eingetretenen Schaden, sollte ein solcher Kausalzusammenhang denn bestehen, die Adäquanz ab. Inwiefern das Verwaltungsgericht bei der Beurteilung der Adäquanz von einem willkürlich ermittelten Sachverhalt ausgegangen wäre oder den Rechtsbegriff der Adäquanz willkürlich angewandt hätte, zeigt der Beschwerdeführer nicht auf. Soweit er sich darauf beruft, auch seltene Kausalverläufe könnten adäquat sein, verkennt er, dass das Verwaltungsgericht die Adäquanz zur Hauptsache mit der mangelnden Voraussehbarkeit des eingetretenen Schadens als Folge der Pflichtverletzung verneint hat. Da nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts die objektive Voraussehbarkeit ein entscheidendes Kriterium darstellt (BGE 112 II 439 E. 1d S. 442 mit Hinweisen; Urteil 6S.55/2005 vom 18. Mai 2005, E. 5.1), kann von einer Missachtung der bundesgerichtlichen Rechtsprechung keine Rede sein. Soweit der Beschwerdeführer vorbringt, der Arzt hätte mit der Verfrachtung eines Embolus ins Gehirn mit der Folge eines Hirninfarkts rechnen müssen, setzt er seinen eigenen Standpunkt schlicht demjenigen des Verwaltungsgericht gegenüber, ohne auch nur ansatzweise aufzuzeigen, inwiefern der behandelnde Arzt mit Zuwarten vor der zweiten Punktion das Risiko eines Hirninfarkts verringert hätte.