Citation: U 320/00 31.07.2001 E. 4

4.- a) Im Spital A.________ wurde die Diagnose multipler Schnitt- und Riss-Quetschwunden im Gesicht (Kinn, Wangen beidseits, Oberlider beidseits, Stirn) sowie einer Femurschaftfraktur (Operationsbericht des Dr. med. M.________, Oberarzt Klinik für Hand-, Plastische und Wiederherstellungschirurgie, vom 7. Dezember 1990) bzw. Polytrauma mit multiplen Gesichtsweichteilverletzungen, zweitgradig offener Femurschaftquerfraktur und unklarem Abdomen (Operationsbericht des Dr. med. D.________, Oberarzt Departement Chirurgie, vom 7. Dezember 1990) gestellt. Im Austrittsbericht vom 19. Dezember 1990 wurden eine Commotio cerebri, multiple Gesichtsschnittwunden und eine erstgradig offene Femurquerfraktur angeführt. Auch in der Folge haben weder der Hausarzt, Dr. med. B.________, Facharzt für Innere Medizin, noch die anderen behandelnden Ärzte je Nacken- oder Kopfschmerzen erwähnt. Im Bericht des Dr. med. X.________, Facharzt für orthopädische Chirurgie, Spital C.________, vom 13. Oktober 1992 werden erstmals posttraumatische Cervicalgien festgehalten. In jenen vom 9. Februar und 9. März 1993 sowie in den nachfolgenden Berichten erwähnt er sie jedoch nicht mehr. Auch in seinem Gutachten vom 16. Dezember 1993 werden weder Kopf- noch Nackenschmerzen aufgeführt. b) Die von der Versicherten geklagten Beschwerden, auf Grund welcher sie ein Schleudertrauma geltend macht, sind erstmals im Oktober 1992, mithin fast zwei Jahre nach dem Unfallereignis, dokumentiert; selbst wenn auf die im Juni 1992 erfolgten Tomographien und Röntgenaufnahme abgestellt wird, ist von einer Latenzzeit von anderthalb Jahren auszugehen. Dieser Zeitraum ist gemäss Rechtsprechung des Eidgenössischen Versicherungsgerichts zu gross, als dass gesagt werden könnte, die Beschwerden seien mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das Unfallereignis vom 6. Dezember 1990 zurückzuführen (RKUV 2000 Nr. U 359 S. 29 mit Hinweisen). An diesem Ergebnis vermögen weder die Einwände der Versicherten, es seien zuerst andere Leiden im Vordergrund gestanden und sie sei mehrere Monate bettlägerig gewesen, noch die in den Jahren 1996 und 1997 erfolgten Gutachten des Dr. med. Y.________, Facharzt für Chirurgie, und des Dr. med. T.________, Facharzt für orthopädische Chirurgie, sowie der Bericht des Naturarztes F.________, vom 26. September 1997 etwas zu ändern. Bezüglich des Attestes des Dr. med. X.________ vom 6. Mai 1998 ist darauf hinzuweisen, dass diese Bestätigung im Widerspruch zu den übrigen ausführlichen medizinischen Akten wie auch zu seinem eigenen Gutachten vom 16. Dezember 1993 steht, in welchem er weder Nacken- noch Kopfschmerzen festhält. Zudem ist zu beachten, dass auch der Hausarzt, welcher für sämtliche Leiden stets erste Anlaufstelle ist, zu keiner Zeit entsprechende Beschwerden erwähnt.