Citation: 6B_779/2008 20.03.2009 E. 2

Beschwerde von Y.________ (6B_781/2008) Y.________ bringt vor, das Gutachten des Instituts für Rechtsmedizin der Universität Zürich (nachfolgend IRM) vom 19. Juni 2006 zu den Verletzungen des Opfers sowie das psychiatrische Gutachten der Klinik St. Pirminsberg vom 10. Mai 2007 zur Frage seiner Schuldfähigkeit seien lückenhaft und nicht schlüssig. Er habe den Beizug eines medizinischen wie auch eines psychiatrischen Obergutachtens verlangt. Die Vorinstanz habe durch die Verweigerung dieses Antrags das Willkürverbot (Art. 9 BV), den Anspruch auf ein faires Verfahren (Art. 29 Abs. 1 BV und Art. 6 EMRK), den Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV) sowie die Bestimmung der Unschuldsvermutung (Art. 32 Abs. 1 BV) verletzt. 2.1 Die Vorinstanz führt zu den Verletzungen des Opfers aus, es seien keine Gründe ersichtlich, die am Gutachten des IRM selbst oder an dessen Erkenntnissen zweifeln liessen. Y.________ verlange die Prüfung, ob die Verletzungen von einem Sturz auf einen Stein oder den Schraubenzieher herrühren könnten. Solche Konstrukte liessen sich vernünftigerweise nicht mehr mit einem natürlichen Ablauf in Einklang bringen. Zudem würden sich die im Gutachten festgestellten Verletzungsbilder nachvollziehbar mit den stumpfen Gewalteinwirkungen (Einsatz mit dem Baseballschläger und Fusstritte) decken, wie sie von den Tätern geschildert und eingestanden worden seien. Weiter beantrage Y.________ die Feststellung, ob eine fehlerhafte Applizierung der beiden Drainagen die Verletzung der Zwischenarterie verursacht haben und ob ein vorbestandener körperlicher Mangel des Opfers zu den Problemen mit der Blutgerinnung bzw. zum Riss der Zwischenrippenarterie geführt haben könnte. Dafür bestünden vorliegend keine Hinweise. Die medizinischen Beweisanträge seien mangels Relevanz abzuweisen (angefochtenes Urteil E. III. 2. S. 10 f.). Betreffend das psychiatrische Gutachten der Klinik St. Pirminsberg hält die Vorinstanz fest, gemäss diesem habe Y.________ zum Tatzeitpunkt weder an einer psychischen Störung gelitten noch sei er vermindert zurechnungsfähig gewesen. Die Sachverständigen seien nach den Regeln der Kunst vorgegangen und das Gutachten sei vollständig und überzeugend. Entgegen der Auffassung von Y.________ seien die Tatsituation und die am Arbeitsplatz erlittenen Kränkungen einbezogen worden. Y.________ verlange ein Obergutachten und verweise auf den Therapiebericht des Gerichtspsychiaters Dr. D.________. Dieser komme zum Schluss, dass die Belastungssituation zu einer Einschränkung der Willens- und Steuerungsfähigkeit geführt haben dürfte. Die Vorinstanz bringt dagegen vor, Y.________ habe kurz nach der Streitigkeit am Arbeitsplatz rational gehandelt und sei zielgerichtet vorgegangen. Auch während der Auseinandersetzung habe er sein Verhalten den jeweiligen Umständen angepasst. Zudem sei zwischen dem Vorfall am Arbeitsplatz und der Konfrontation mehr als eine Stunde vergangen. Y.________sei zwar emotional aufgewühlt, nicht aber in seiner Willens- und Steuerungsfähigkeit eingeschränkt gewesen. Bei diesen Überlegungen vermöge die Beurteilung von Dr. med. D.________ die Beweiskraft des psychiatrischen Gutachtens nicht zu entkräften. Die Verminderung der Schuldfähigkeit sei zu verneinen, so dass der Antrag auf Einholung eines weiteren Gutachtens hinsichtlich der Frage der Schuldfähigkeit abzuweisen sei (angefochtenes Urteil E. IV. 4. S. 13 ff.). 2.2 Nach der bundesgerichtlichen Praxis liegt Willkür vor, wenn der angefochtene Entscheid offensichtlich unhaltbar ist, mit der tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft. Das Bundesgericht hebt einen Entscheid jedoch nur auf, wenn nicht bloss die Begründung, sondern auch das Ergebnis unhaltbar ist; dass eine andere Lösung ebenfalls als vertretbar oder gar zutreffender erscheint, genügt nicht (BGE 134 I 140 E. 5.4 S. 148 mit Hinweisen). Der Anspruch auf rechtliches Gehör ist Teilgehalt des allgemeinen Grundsatzes des fairen Verfahrens von Art. 6 Ziff. 1 EMRK und Art. 29 Abs. 1 BV. Er wird auch durch Art. 29 Abs. 2 BV geschützt. Das Gericht kann Beweisanträge abweisen, wenn es aufgrund bereits abgenommener Beweise seine Überzeugung gebildet hat und ohne Willkür in vorgeweggenommener Beweiswürdigung annehmen kann, seine Überzeugung werde durch weitere Beweiserhebungen nicht geändert (BGE 134 I 140 E. 5.2 und 5.3 S. 147 f. mit Hinweisen).