Citation: I 1062/06 20.11.2007 E. 3

Streitig und zu prüfen ist, ob für die Bemessung der Invalidität eine weitere psychiatrische Abklärung erforderlich ist. Dabei ist vorab zu bemerken, dass die in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde aufgeworfenen Fragen im Wesentlichen tatsächlicher Natur sind, weshalb die diesbezüglichen Sachverhaltsfeststellungen der Vorinstanz (zumindest soweit auf Beweiswürdigung beruhend) für das Bundesgericht grundsätzlich verbindlich sind (E. 2). 3.1 Die IV-Stelle ermittelte in ihrem Einspracheentscheid - den sie insbesondere auf das Gutachten und die präzisierenden Ausführungen der Psychiatrischen Universitätspoliklinik (PUP), Spital X.________, vom 22. März 2004 und 20. Juli 2004, die eine Zwangsstörung (vorwiegend Zwangshandlungen; ICD-10 F42.1) und eine Neurasthenie (ICD-10 F48.0) diagnostizierten, sowie auf den Abklärungsbericht Haushalt vom 15. Januar 2003 stützte - unter Zugrundelegung der gemischten Methode (70 % Haushalt, 30 % Erwerbstätigkeit) bei einer Arbeitsfähigkeit von 60 % und einer Einschränkung von 28 % im häuslichen Bereich einen nicht rentenbegründenden Invaliditätsgrad von 32 %. Der Psychiater Dr. med. C.________ stellte in seiner Stellungnahme vom 23. November 2004 eine kombinierte Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F61.0) fest und attestierte der Versicherten mit Bericht vom 13. Januar 2003 (ab August 2001) eine volle Arbeitsunfähigkeit. Zudem übt Dr. med. C.________ Kritik an der Haushaltsabklärung vom 15. Januar 2003. Vor dem Hintergrund dieser sich widersprechenden medizinischen Beurteilungen hielt die Vorinstanz vor einem erneuten Rentenentscheid eine weitere psychiatrische Untersuchung für angezeigt. Im Übrigen monierte das kantonale Gericht den Umstand, dass die abweichende Beurteilung des Dr. med. C.________ der PUP vor Erlass des Einspracheentscheids nicht zur Stellungnahme unterbreitet wurde. 3.2 Die Beschwerdeführerin wendet sich gegen den vorinstanzlichen Rückweisungsentscheid und dabei insbesondere gegen die Diagnose des Dr. med. C.________. Denn eine kombinierte Persönlichkeitsstörung tauche nicht plötzlich auf, sondern zähle "zu den tief verwurzelten, anhaltenden Verhaltensmustern (...), die meist in der Kindheit oder Adoleszenz in Erscheinung treten (ICD-10 F60-F69)", was sich aus früheren Berichten des behandelnden Psychiaters aber nicht ersehen lasse. Im Übrigen habe selbst das Vorliegen einer solchen Diagnose "nicht automatisch eine relevante Arbeitsunfähigkeit zur Folge". Entgegen den vorinstanzlichen Ausführungen bestehe überdies "nicht in jedem Fall psychischer Gesundheitsbeeinträchtigung die Notwendigkeit, zum Ergebnis der Haushaltsabklärung eine ärztliche (psychiatrische) Stellungnahme einzuholen". 3.3 Die Vorbringen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde vermögen am angefochtenen Rückweisungsentscheid, den die Vorinstanz in pflichtgemässer Würdigung der gesamten Aktenlage mit nachvollziehbarer Begründung erlassen hat, - namentlich im Lichte der eingeschränkten Sachverhaltskognition des Bundesgerichts (E. 2) - nichts zu ändern. Denn Zweifel an der Beurteilung der PUP ergeben sich nicht nur gestützt auf die Ausführungen des Dr. med. C.________ sondern etwa auch aufgrund des Berichts der Psychologin lic. phil. S.________, Abteilung für Psychosomatik, Spital X.________, vom 13. März 2000, worin bereits früher der Verdacht geäussert wurde, "die ganze Problematik [spiele sich] vor dem Hintergrund einer Persönlichkeitsstörung" ab. Zwar würde, was die IV-Stelle zu Recht einwendet, eine solche Diagnose alleine grundsätzlich noch keine Einschränkung der Leistungsfähigkeit bewirken, was aber lediglich bedeutet, dass die vorinstanzlich angeordnete psychiatrische Abklärung gegebenenfalls auch darüber Auskunft zu geben hat, ob und inwiefern von der Beschwerdegegnerin trotz des diagnostizierten Leidens willensmässig erwartet werden kann zu arbeiten (BGE 132 V 65 E. 4.2.2 S. 71, 130 V 352 E. 2.2.3 S. 353 ff.). Schliesslich ist auch nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz mit Blick auf den Haushaltsbericht vom 15. Januar 2003 psychiatrische Weiterungen als notwendig erachtet, zumal dieser Bericht vorwiegend auf die Beurteilung der Invalidität infolge körperlicher Leiden ausgerichtet ist (vgl. Urteile I 685/02 vom 28. Februar 2003 und I 277/87 vom 9. November 1987) und auch die PUP sich hierzu weder im Gutachten vom 22. März 2004 noch in der ergänzenden Stellungnahme vom 20. Juli 2004 geäussert hat.