Citation: 9C_732/2020 E. 6.5

6.5. Die Willenserklärung des Beschwerdeführers vom 27. Juni 2019 wurde von den Parteien übereinstimmend als Antrag auf eine vorzeitige Pensionierung mit Wirkung auf 1. Januar 2017 verstanden. Ob ein derartiger vorzeitiger Altersrücktritt bzw. Vorbezug der Altersrente in der beruflichen Vorsorge - anders als in der AHV (Art. 67 Abs. 1bis AHVV) - zulässig ist, liess das Bundesgericht bis anhin offen (Urteil 9C_96/2013 vom 15. Juli 2013 E. 2.2, in: SVR 2014 BVG Nr. 5 S. 15; Thomas Flückiger, a.a.O., N. 27 zu Art. 13 BVG). Die Frage braucht auch hier nicht entschieden zu werden. Denn massgebend ist allein, dass der Vorsorgefall Invalidität bereits eingetreten war, als der Beschwerdeführer am 27. Juni 2019 die Ausrichtung vorzeitiger Altersleistungen beantragte. Die entsprechende (reglementarisch vorgesehene) Willenserklärung vom 27. Juni 2019 konnte den Anspruch auf vorzeitige Altersleistungen und den Vorsorgefall Alter (im Sinne einer vorzeitigen Pensionierung) nicht mehr auslösen, weil sie erst nach Eintritt des Vorsorgefalles Invalidität (1. April 2018) erfolgte. Mit Eintritt des Vorsorgefalles Invalidität entfiel für den Versicherten die Möglichkeit, eine vorzeitige Altersrente zu verlangen, denn die beiden Vorsorgefälle schliessen sich gegenseitig aus (vgl. BGE 138 V 227 E. 5.2 S. 232; Hürzeler/Brühwiler, a.a.O., S. 2110 N. 125). Dies gilt selbst dann, wenn - wie hier - der Versicherte die dafür erforderliche Willenserklärung noch vor der rentenzusprechenden Verfügung der IV-Stelle abgibt, weil der Vorsorgefall Invalidität unabhängig davon mit der Entstehung des Anspruchs auf Invalidenleistungen eintritt (vgl. BGE 146 V 95 E. 4.4 S. 103).