Citation: 4A_438/2023 E. B

Obwohl der Mietvertrag vom 30. März 2020 unter Ziff. 4.2 "Mietdauer" festhält, "Die Mietvertragsdauer ist nicht befristet", und unter Ziff. 4.3 betreffend die Kündigungsfrist bestimmt: "Der Mietvertrag kann unter Einhaltung einer Kündigungsfrist von 3 Monaten jederzeit und beidseitig gekündigt werden", stellte sich die Mieterin auf den Standpunkt, es liege ein befristetes Mietverhältnis vor, das erst nach Abschluss der ersten Bauetappe hätte gekündigt werden dürfen. B.a. Die Mieterin beantragte dem Kantonsgericht Nidwalden mit Eingabe vom 1. Februar 2021 sinngemäss, die Kündigung als ungültig oder missbräuchlich aufzuheben, und eventuell, das Mietverhältnis um die maximal zulässige Frist zu erstrecken. Das Kantonsgericht als Einzelgericht wies die Klage am 23. Juni 2022 kostenfällig ab und räumte der Mieterin eine Übergangsfrist bis Freitag, 30. September 2022 zum Verlassen des Mietobjekts ein. B.b. Die Mieterin gelangte mit Berufung vom 27. Dezember 2022 an das Obergericht Nidwalden, beantragte das angefochtene Urteil aufzuheben und die Sache zur Beweisabnahme (Zeugenbefragungen) und Neubeurteilung an das Kantonsgericht zurückzuweisen. Im Übrigen wiederholte sie im Wesentlichen die bereits erstinstanzlich gestellten Begehren und beanstandete zudem die Höhe der ihr auferlegten Parteientschädigung. Bezüglich der Parteientschädigung hiess das Obergericht die Berufung gut und setzte diese auf den von der Mieterin beantragten Maximalbetrag von Fr. 20'847.-- fest entsprechend dem der Mieterin selbst entstandenen Aufwand. Im Übrigen wies es die Berufung ab und bestätigte das Urteil des Kantonsgerichts. Das Obergericht beanstandete den Entscheid des Kantonsgerichts nicht, soweit dieses zum Schluss kam, zwar habe die Vermieterin durch ihr vor Vertragsabschluss gezeigtes Verhalten in der Öffentlichkeit gegenüber der Mieterin den Eindruck erweckt, das Sportcenter werde noch eine Weile bestehen bleiben, jedoch könne daraus namentlich mit Blick auf den klaren Wortlaut des Mietvertrages nicht geschlossen werden, die Parteien hätten eigentlich ein befristetes Vertragsverhältnis abschliessen wollen. In Bezug auf die (nicht gewährte) Erstreckung erkannte das Obergericht, die Mieterin setze sich nicht hinreichend substanziiert mit den erstinstanzlichen Ausführungen, die es nicht beanstandete, auseinander. Soweit sie vorbringe, die Existenz der gesamten Unternehmung sei gefährdet, handle es sich um unbeachtliche neue Tatsachen. Zudem habe die Mieterin dank des Rechtsmittelverfahrens von einer kalten Erstreckung sowohl über das von ihr mit Schreiben vom 10. August 2020 vorgeschlagene Mietende per 31. Mai 2021 als auch über den voraussichtlich berechneten Abschluss der ersten Bauetappe (2022) hinaus profitieren können.