Citation: 6S.712/2000 08.01.2003 E. 1

1.1 Die Vorinstanz stellt folgenden, für den Kassationshof verbindlichen Sachverhalt fest (Art. 277bis Abs. 1 BStP): Der Beschwerdeführer war im Tatzeitraum Inhaber der von ihm gegründeten E.________ AG mit Sitz in Zug, welche auf die Platzierung von ausländischen Wertpapieren in der Schweiz spezialisiert war. A.________ und B.________ waren bei der Alpha Bank, Zürich (heute Gamma Bank [Namen geändert]), im Range eines Vizedirektors als Börsenchef und Anlageberater angestellt. Am 6./7./8. Juli 1993 kaufte die Alpha Bank, für welche A.________ die Verkaufsverhandlungen führte, von der E.________ AG 500'000 Aktien der Firma Hanover Gold Corporation (Hanover Gold) zu Kursen zwischen USD 3.25 und USD 3.75. A.________ hatte mit dem Beschwerdeführer zuvor für den Fall des erfolgreichen Geschäftsabschlusses vereinbart, dass dieser (der Beschwerdeführer) seine Kommission von 10% (bezogen auf den Bezugspreis von USD 3.25) und einen Differenzbetrag, "der daraus resultierte, dass bei einem Teil der Aktien ein schlechterer Kurs als der ursprünglich offerierte in Anschlag gebracht wurde" an ihn weiterleiten würde. A.________ kassierte auf diesem Weg eine Schwarzzahlung in der Höhe von USD 380'000.--, an welcher er B.________, der sich im Anlagekomitee nach Absprache mit A.________ für das Investment eingesetzt hatte, beteiligte. Die Vorinstanz erklärte A.________ und B.________ der qualifizierten ungetreuen Geschäftsführung und den Beschwerdeführer der Gehilfenschaft dazu schuldig. In Bezug auf den Beschwerdeführer nimmt sie an, es könne keinem Zweifel unterliegen, dass er zu jenem Zeitpunkt gewusst habe, dass A.________ die Schwarzzahlung nicht habe der Alpha Bank zukommen lassen, sondern für sich privat habe verwenden wollen. Bereits zuvor hatte die Alpha Bank mit der E.________ AG verschiedene Geschäfte abgewickelt. So erwarb sie im Frühjahr/Sommer 1992 für ihre Wertschriftenkunden direkt von der E.________ AG ein Aktienpaket der amerikanischen Firma American Resource, wobei der Beschwerdeführer die Alpha Bank bzw. A.________ persönlich an seinem eigenen Gewinn beteiligte (Anklageziffer IV.A.1). In diesem Punkt sprachen die kantonalen Instanzen die Haupttäter der qualifizierten ungetreuen Geschäftsführung schuldig. Der Beschwerdeführer wurde von der ersten Instanz von der Anklage der Gehilfenschaft dazu freigesprochen, da er nicht habe annehmen müssen, dass A.________ das Geld für private Zwecke verwenden werde. Der Freispruch blieb unangefochten. Bei zwei weiteren ausserbörslichen Aktienkäufen erhöhte der Beschwerdeführer auf Betreiben von A.________ den zunächst offerierten Preis der Aktien um ca. USD 0.30 pro Aktie und liess den Differenzbetrag von insgesamt USD 465'000.-- A.________ zukommen, der seinen Mittäter B.________ am Erlös beteiligte (Anklageziffer I.E.). In diesem Anklagepunkt sprachen die kantonalen Instanzen sämtliche Beteiligte mangels genügender Anklage vom Vorwurf der qualifizierten Veruntreuung bzw. der Gehilfenschaft hiezu frei (vgl. den Parallelfall 6S.710/2000). 1.2 Die Vorinstanz kommt in rechtlicher Hinsicht zum Schluss, die vom Beschwerdeführer für den erfolgreichen Abschluss der Transaktion geleistete Zahlung hätte der Alpha Bank zugestanden, an welche nach dem ursprünglichen Vorschlag des Beschwerdeführers das Geld auch hätte fliessen sollen. Indem A.________ den in Aussicht gestellten Betrag an sich selbst bzw. an B.________ auszahlen liess, habe dieser in offenkundiger Weise die Interessen seiner Arbeitgeberin verletzt, da er kraft seiner Stellung verpflichtet gewesen wäre, das Geschäft mit E.________ AG zu den für die Alpha Bank günstigsten Konditionen abzuschliessen. Dadurch habe er die Bank an ihrem Vermögen geschädigt. Weiter hält die Vorinstanz fest, der Sachverhalt sei anders zu würdigen als bei denjenigen Geschäften, bei welchen A.________ und seine Mittäter den Bankkunden bei Wertpapierkäufen gegenüber den tatsächlich erzielten Kursen höhere Beträge berechnet und die Differenzbeträge in die eigene Tasche abgezweigt hatten (Anklageziffer I.A.-E; vgl. die Parallelfälle 6S.709/2000 und 6S.710/2000). Während die Täter in jenen Fällen anvertraute Kundengelder veruntreut hätten, habe A.________ hier die arbeitsvertragliche Ablieferungspflicht gemäss Art. 321b OR gegenüber dem Arbeitgeber verletzt.