Citation: I 987/06 20.07.2007 E. 4

Streitig ist, ob der Beginn der Wartezeit auf den 1. Mai 2001 oder aber auf den 15. Juli 2002 festzusetzen ist. 4.1 Unter Berücksichtigung der Einschätzungen des Dr. med. Z.________, Facharzt für orthopädische Chirurgie, welcher eine unfallbedingte volle Arbeitsunfähigkeit vom 1. Mai bis 30. September 2001 attestierte und die Beurteilung einer darüber hinausgehenden krankheitsbedingten Arbeitsunfähigkeit der Hausärztin überliess (Arztzeugnis vom 25. und Bericht vom 26. September 2001), sowie der Frau Dr. med. R.________, Fachärztin für Allgemeine Medizin, welche eine seit 1971 bekannte Epilepsie und in der bisherigen Tätigkeit eine volle Arbeitsunfähigkeit seit 1. Mai 2001 festhielt (Bericht vom 14. November 2003), und des Prof. Dr. med. M.________, Leitender Arzt Neurologie, Kantonsspital Y.________, der auf Grund der fünf bis sechs grossen Anfälle pro Jahr von einer Behinderung von 50 bis 60 % ausging (Bericht vom 22. Juni 2004), gelangte das kantonale Gericht zum Schluss, der Versicherte sei seit 1. Mai 2001 in seiner Leistungsfähigkeit derart eingeschränkt, dass er in seinem Beruf ohne wesentlichen Unterbruch arbeitsunfähig gewesen sei. 4.2 Die Feststellung der Vorinstanz, wonach der Versicherte seit 1. Mai 2001 arbeitsunfähig ist, ist tatsächlicher Natur (BGE 132 V 393 E. 3.2 S. 398). Sie lässt sich mit Blick auf die eingeschränkte Überprüfungsbefugnis des Bundesgerichts (E. 2) weder als offensichtlich unrichtig noch als unvollständig bezeichnen. Ebenso wenig kam sie unter Verletzung wesentlicher Verfahrensvorschriften zustande. Insbesondere hat das kantonale Gericht die von der Winterthur Columna vorgebrachten Einwände (wesentlicher Unterbruch der Arbeitsfähigkeit im Sinne von Art. 29ter IVV, Tätigkeit im Rahmen von Beschäftigungsprogrammen der Arbeitslosenversicherung sowie angebliche Widersprüchlichkeit der ärztlichen Aussagen) geprüft und die vorhandenen ärztlichen Berichte gemäss den Anforderungen der Rechtsprechung (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352 mit Hinweis) gewürdigt. Auch der Bezug von Arbeitslosenentschädigung vermag die vorinstanzliche tatsächliche Feststellung der Arbeitsunfähigkeit nicht als offensichtlich unrichtig erscheinen zu lassen, da die finanziellen Folgen einer Einbusse des funktionellen Leistungsvermögens im bisherigen Beruf für die Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit während der Wartezeit grundsätzlich unerheblich sind (BGE 130 V 97 E. 3.2 S. 99 mit Hinweisen; vgl. auch Urteil I 548/03 vom 21. September 2004 E. 3.2 mit Hinweisen). 4.3 Die Winterthur Columna macht letztinstanzlich geltend, die Arbeitsunfähigkeit vom 1. Mai bis 30. September 2001 könne nicht berücksichtigt werden, da sie auf einem unfallbedingten Schulterleiden beruhe, welches jedoch nicht kausal für die Invalidität sei. Wie es sich damit verhält, kann vorliegend offen bleiben. Denn bei verschuldeter verspäteter Anmeldung zum Bezug einer Invalidenrente besteht für die IV-Stelle kein Anlass, den Verlauf der Arbeitsunfähigkeit mehr als zwei Jahre vor dem Zeitpunkt der Anmeldung zu prüfen, womit hinsichtlich weiter zurückliegender Zeiten eine Verbindlichkeit allfälliger Feststellungen und Beurteilungen der IV-Stelle für die Vorsorgeeinrichtung von vornherein ausser Betracht fällt (Urteil I 204/04 vom 16. September 2004 und Urteil B 50/99 vom 14. August 2000). Da sich der Versicherte am 24. Oktober 2003 bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug anmeldete, können somit Feststellungen der IV-Stelle für die Zeit vor dem 1. Oktober 2001, also auch die strittige Arbeitsunfähigkeit vom 1. Mai bis 30. September 2001, keine Verbindlichkeitswirkung für die Winterthur Columna entfalten. Damit ist aber nicht gesagt, dass die Ärzte den Versicherten zu Unrecht arbeitsunfähig schrieben. 4.4 Nach dem Gesagten hat die IV-Stelle in für die Vorsorgeeinrichtung verbindlicher Weise festgestellt, dass der Versicherte mindestens seit 1. Oktober 2001 in seiner angestammten Tätigkeit als Lagerist voll arbeitsunfähig ist. Ob auch eine weiter zurückliegende Arbeitsunfähigkeit gegeben ist, kann offen gelassen werden.