Citation: 2C_140/2020 E. 4.4

4.4. Die privaten Interessen am Aufenthalt des Ehegatten in der Schweiz und die öffentlichen Interesse an seiner Fernhaltung halten sich nach dem Gesagten ungefähr die Waage. Dieser Ansicht war auch die Vorinstanz (vgl. E. 2.3 des angefochtenen Urteils). Den Ausschlag zugunsten der fortdauernden Fernhaltung gab in den Augen der Vorinstanz letztlich, dass der Beschwerdeführerin und ihrem heutigen Ehegatten (und damaligen Freund) wohl bereits zum Zeitpunkt des Urteils des Rekursgerichts im Ausländerrecht des Kantons Aargau vom 26. September 2012 über den Widerruf der Niederlassungsbewilligung des Ehegatten und jedenfalls zum Zeitpunkt der Heirat im August 2014 bewusst gewesen war oder es zumindest sein musste, dass sie ihre Beziehung für lange Zeit nicht in der Schweiz würden fortführen können. Schliesslich hatte das SEM gerade erst einen Monat vor der Hochzeit ein langjähriges Einreiseverbot für den Ehegatten verfügt. Es gibt zwar keinen Grund zur Annahme, dass die Beschwerdeführerin und ihr Ehegatte bloss geheiratet und ein Kind gezeugt haben, um einen Anspruch auf Aufenthalt für den Ehegatten nach Art. 43 AIG zu erlangen. Nichtsdestotrotz war ihnen das langjährige Einreiseverbot stets bewusst, was die aus der Heirat und der Geburt des gemeinsamen Sohns fliessenden gesteigerten privaten Interessen am Aufenthalt des Ehegatten in der Schweiz zumindest etwas relativiert. Es ist bundesrechtlich nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz diesen Umstand zum Nachteil der Beschwerdeführerin und ihres Ehegatten gewürdigt und ihn letztlich als ausschlaggebend erachtet hat. Ihre Interessenabwägung hält der bundesgerichtlichen Überprüfung stand und steht im Einklang mit Bundes- und Völkerrecht, namentlich mit Art. 5 Abs. 2 BV und Art. 96 AIG sowie Art. 8 EMRK.