Citation: 6B_256/2024 E. 1.3

1.3. Die Vorinstanz erwägt, es sei erstellt und vom Beschwerdeführer anerkannt, dass er mit seinem Peugeot auf den vor ihm fahrenden Ford Lieferwagen aufgefahren und es zu einer Kollision gekommen sei. Der vorausfahrende Lieferwagen habe zuvor verkehrsbedingt brüsk abgebremst. Die vor der Kollision gefahrene Geschwindigkeit habe der Beschwerdeführer mit zwischen 45-55 km/h bzw. mit ca. 50 km/h beziffert und den Abstand zum Lieferwagen mit zwischen 15 und 20 Metern bzw. mit drei bis vier Autolängen angegeben. Ausgehend von der für den Beschwerdeführer günstigsten Variante lasse sich feststellen, dass dieser mit einer Geschwindigkeit von 45 km/h und einem Abstand von 20 Metern zum vorausfahrenden Lieferwagen gefahren sei, als es zur Kollision gekommen sei. Der Beschwerdeführer mache der Vorinstanz zufolge geltend, die Verkehrssituation habe ihm keine Vollbremsung erlaubt. Im Schöneichtunnel sei der Verkehr einspurig mit Gegenverkehr geführt worden. Er habe im Rückspiegel gesehen, dass der Mercedes hinter ihm nahe aufgerückt sei, am Steuer habe eine ältere Dame gesessen. Hätte er eine Vollbremsung vollzogen, hätte eine Massenkarambolage hinter ihm gedroht. Die andere Option sei gewesen, das Bremsen in der Annahme zu verzögern, dass er den vorderen Wagen touchieren werde, der hintere ihn jedoch nicht. Die letztgenannte Option habe er gewählt, weshalb es zur Kollision mit dem vor ihm fahrenden Lieferwagen gekommen sei. Der Vorinstanz zufolge sei es willkürlich, dass die erste Instanz aus den Aussagen des Beschwerdeführers den Schluss ziehe, dass eine "Notstandssituation" vorgelegen habe. Die erste Instanz habe das Aussageverhalten des Beschwerdeführers zu wenig ausgeschöpft und dadurch den Sachverhalt unvollständig festgestellt. Mit rechtsgenügender Sicherheit lasse sich feststellen, dass der Beschwerdeführer mit einer Geschwindigkeit von 45 km/h und einem Abstand von 20 Metern gefahren sei, bevor es zur Kollision gekommen sei. Ob der vom Beschwerdeführer gefahrene Abstand als ausreichend im Sinne von Art. 34 Abs. 4 SVG zu qualifizieren sei, stelle eine Rechtsfrage dar, die im Rahmen der rechtlichen Würdigung zu prüfen sei. In deren Rahmen hält die Vorinstanz sodann hinsichtlich der Verkehrssituation fest, die zu beurteilende Fahrt habe weder im dichten Stadtverkehr noch in einem Bereich, in dem reduzierte Geschwindigkeiten gefahren würden, stattgefunden. Der Beschwerdeführer habe kein Lichtsignal angefahren. Schliesslich stellt sie fest, der Beschwerdeführer habe zu keinem Zeitpunkt geltend gemacht, dass das hinter ihm fahrende Fahrzeug geradezu Anstalten getroffen habe, ihn zu touchieren.