Citation: 6B_729/2024 E. 2.4.2

2.4.2. Die Vorinstanz fasst die Erkenntnisse des Gerichtsgutachters zusammen. Demnach führte der Beschwerdeführer die Operation nicht nach den Regeln der ärztlichen Kunst durch. Die Gallenblasenschlagader sei nicht verschlossen worden. Es müsse davon ausgegangen werden, dass die Freilegung der anatomischen Region des Calot-Dreiecks ungenügend erfolgt sei. Dann sei der Metallclip-Applikator nicht richtig eingesetzt worden. Der Beschwerdeführer habe den korrekten Sitz der Metallclips nicht kontrolliert. Denn die offenen Metallclips seien bei der Autopsie in Originalform vorgefunden worden. Die Blutstillungskontrolle sei ungenügend gewesen. Gemäss Gerichtsgutachten hätte der Tod des Opfers durch ein korrektes Metallclipping vermieden werden können. Es könne "mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit" ausgeschlossen werden, dass die Metallclips korrekt auf die Gallenblasenschlagader gesetzt worden seien und sich dann gelöst hätten. Im Gegenteil seien die Metallclips schlicht "nicht lege artis appliziert" worden. Ein während der Operation korrekt applizierter Metallclip aus Titan könne "mit absoluter Sicherheit" nicht in die Originalform zurückfedern oder von menschlichem Gewebe zurückgeformt werden. Die beiden offenen Metallclips, die im Bauch des Leichnams gefunden worden seien, seien "mit absoluter Sicherheit" nie geschlossen worden. Sie müssen gemäss Gerichtsgutachten "noch während der Applikation" aus dem Metallclip-Applikator gerutscht sein. Die Vorinstanz schliesst daraus, aus dem Gerichtsgutachten ergebe sich "in einer bemerkenswerten Deutlichkeit" eine Sorgfaltspflichtverletzung des Beschwerdeführers.