Citation: 9C_653/2018 E. 5.2

5.2. Gemäss dem angefochtenen Entscheid liegen im vom kantonalen Gericht beurteilten Zeitraum bis zur Verfügung vom 10. Dezember 2016 keine anderen Besonderheiten vor, die gegen eine Erwerbstätigkeit der Ehefrau des Leistungsansprechers sprechen. Es erwog, die Tochter sei bereits über 13 Jahre alt und bedürfe keiner intensiven Betreuung mehr und auch der Beschwerdegegner, der eine Hilflosenentschädigung im "Sonderfall" (vgl. Art. 37 Abs. 3 lit. d IVV) beziehe, das heisst lediglich für die Pflege gesellschaftlicher Kontakte auf eine regelmässige und erhebliche Dritthilfe angewiesen sei, stehe einer Erwerbstätigkeit der Ehefrau nicht entgegen. Entgegen dessen Ansicht überzeugen diese Erwägungen und verletzen kein Bundesrecht: Die Ehefrau liess im IV-Verfahren im Februar 2013 sodann auch ausführen, sie hätte ohne Gesundheitsschaden eine Erwerbstätigkeit in einem 100%-Pensum ausgeübt. Dies legte sie in der Stellungnahme vom 3. Februar 2014 nochmals dar. Sie hielt es somit im Rahmen des IV-Verfahrens für möglich, in ihrer konkreten Situation einer vollen Erwerbstätigkeit nachzugehen. Dies leuchtet auch angesichts der reduzierten Betreuungsbedürftigkeit der 13-jährigen Tochter und des Pflegebedarfs des sehbehinderten Versicherten ein. Die Wohnsituation der Familie - das Ehepaar wohnt nicht nur mit ihrer 13-jährigen Tochter zusammen, sondern auch mit der Familie ihres erwachsenen Sohnes - steht einer Berufstätigkeit nicht im Wege. Im Gegenteil: Die Schwiegertochter ist seit 2009 Hausfrau und hat die Haushaltsführung übernommen. Im Zeitpunkt eines allfälligen Ergänzungsleistungsanspruchs im August 2013 war die Ehefrau des Beschwerdegegners zwar bereits 55 Jahre alt und seit rund zweieinhalb Jahren nicht mehr erwerbstätig, eine Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit ist damit aber nicht überwiegend wahrscheinlich erstellt, wird doch selbst bei Teilinvaliden eine Verwertung der Erwerbsfähigkeit bis mindestens zum Alter von 60 Jahren nicht ausgeschlossen (vgl. Urteil 9C_103/2015 vom 8. April 2015 E. 3.2.2 f.). Im von der Vorinstanz geprüften Zeitraum von August 2013 bis zur Verfügung vom 10. Dezember 2016 liegt - nach einer angemessenen Übergangszeit (vgl. E. 5.3 nachfolgend) - eine verwertbare 80%ige Arbeitsfähigkeit vor.