Citation: 2C_83/2023 E. 6.3.1

6.3.1. In Bezug auf das Schreiben vom 4. April 2019 erwog die Vorinstanz, die Wortwahl des Beschwerdeführers, wonach der Verzeiger eine "bösartige" und "geradezu höhnische Haltung" an den Tag lege und der Prozess unter dessen Leitung "zur Farce verkommen" solle, stelle einen persönlichen Angriff ohne jeglichen erkennbaren Nutzen für die Klientschaft dar. Die Äusserungen seien geeignet, das Vertrauen in die Fähigkeit der Anwältinnen und Anwälte zu untergraben, Verfahren sachlich und mit der gebotenen professionellen Distanz zu führen, unnötige Emotionalisierungen zu vermeiden, Meinungsverschiedenheiten mit Amtspersonen respektvoll, sachbezogen sowie in den dafür zur Verfügung stehenden Verfahren auszutragen und nicht ohne Not oder erkennbaren Zweck Provokationen und Beleidigungen gegenüber Gerichten und Behörden zu äussern. Der Beschwerdeführer hält dem im Wesentlichen entgegen, seine Äusserungen im Schreiben vom 4. April 2019 seien keine persönlichen Angriffe auf den Verfahrensleiter; dieser werde dadurch nicht als Mensch verunglimpft. Sie seien zwar scharf, jedoch sachbezogen und würden auch im Ton die Regeln des Anstands wahren. Er habe die Äusserungen im Rahmen eines Ausstandsgesuchs getätigt, zu dem er durch seine Berufspflichten aufgrund des Verhaltens des Verfahrensleiters gezwungen gewesen sei. Dabei habe er sich auf den Ausstandsgrund der Feindschaft nach Art. 56 lit. f StPO berufen, den er habe begründen müssen. Es sei deshalb aufgrund des Vorgefallenen gerechtfertigt gewesen, dass er den Verfahrensleiter als bösartig und höhnisch bezeichnet habe.