Citation: 6B_47/2022 E. 2.4.4

2.4.4. Im Rahmen der privaten Interessen berücksichtigt die Vorinstanz die sprachliche sowie berufliche Integration des Beschwerdeführers. Sie qualifiziert diese durchaus als erfolgreich, obschon der Beschwerdeführer aufgrund der dem vorliegenden Schuldspruch zugrunde liegenden Betrugsfälle hoch verschuldet ist. Im Gegensatz dazu stellt die Vorinstanz keine besonders intensive, über eine normale Integration hinausgehende private Beziehung gesellschaftlicher Natur fest. Wie das Bundesgericht bereits mehrfach festgehalten hat, kann bei einer Härtefallprüfung auch nicht schematisch ab einer gewissen Aufenthaltsdauer eine Verwurzelung in der Schweiz angenommen werden (BGE 146 IV 105 E. 3.4.4). Sodann ist dem Beschwerdeführer eine Rückkehr und Integration in sein Herkunftsland ohne Weiteres möglich wie auch zumutbar. Er verbrachte seine prägenden Kinder- und Jugendjahre im Wesentlichen im Kosovo. Dort verfügt er noch heute über familiäre Unterstützung durch seine Eltern. In beruflicher Hinsicht kann er entsprechend entweder seiner Ausbildung im Kosovo (als Zahntechniker oder Technologe für Biochemie) oder seiner Erfahrung in der Schweiz (Immobilien- bzw. Reinigungsbranche) tätig werden. Dass die Wirtschaftslage in seinem Herkunftsland allenfalls schwieriger als in der Schweiz sein könnte, vermag praxisgemäss die Ausweisung (Urteil 6B_1299/2019 vom 28. Januar 2020 E. 3.4.2 mit Hinweisen) wie die strafrechtliche Landesverweisung nicht zu hindern. In familiärer Hinsicht lebt der Beschwerdeführer von seiner Ehefrau getrennt. Gemäss den für das Bundesgericht verbindlichen Sachverhaltsfeststellungen der Vorinstanz leben die gemeinsamen drei Kinder, für welche der Beschwerdeführer zwar eine wichtige Bezugsperson ist, aber hauptsächlich bei ihrer Mutter und ist es der Ehefrau des Beschwerdeführers nicht zumutbar, ihm in den Kosovo zu folgen. Die Ehefrau und die Kinder besitzen das Schweizer Bürgerrecht. Jedoch sprechen sie neben Deutsch auch Albanisch. Zudem verfügt die Ehefrau über Verwandtschaft im Kosovo. Nach dem Gesagten steht es ihr und den Kindern frei, in der Schweiz zu verbleiben. Der Kontakt zum Beschwerdeführer sowie die familiäre Beziehung lassen sich in einem gewissen Masse über (moderne) Kommunikationsmittel, Ferienbesuche und allenfalls über bewilligungsfähige Kurzaufenthalte aufrecht erhalten (Urteil 6B_1299/2019 vom 28. Januar 2020 E. 3.4.5 f. mit Hinweisen; vgl. BGE 143 I 21 E. 5.3). Dem Kindeswohl ist bei jeder Entscheidung Rechnung zu tragen (BGE 143 I 21 E. 5.5.1 mit Hinweis auf die UNO-Kinderrechtskonvention [Art. 3 KRK; SR 0.107]; Urteil 2C_221/2019 vom 25. Juli 2019 E. 3.4), insbesondere wenn eine enge Eltern-Kind-Beziehung wegen der Distanz zwischen der Schweiz und dem Heimatstaat praktisch nicht aufrecht erhalten werden könnte (BGE 143 I 21 E. 5.2). Dieser Umstand lässt eine ausländerrechtliche Wegweisung jedoch nicht bereits als unverhältnismässig erscheinen (BGE 143 I 21 E. 6.3.6). Das gilt umso mehr bei der als strafrechtliche Massnahme ausgestalteten Landesverweisung (Urteil 6B_1299/2019 vom 28. Januar 2020 E. 3.4.6 mit Hinweisen). Insofern der Beschwerdeführer eine Verletzung des Übereinkommens über die Rechte des Kindes geltend macht (vgl. BGE 144 II 1 E. 6.5; Urteile 6B_659/2018 vom 20. September 2018 E. 3.5, 2C_1062/2018 vom 27. Mai 2019 E. 2.5), ist diese nicht begründet. Die Vorbringen erweisen sich als appellatorisch. Wird die BV oder die EMRK als verletzt behauptet, besteht eine qualifizierte Rügepflicht (BGE 142 I 135 E. 1.5). Lediglich undifferenziert behauptete Verletzungen von Grundrechten (Art. 106 Abs. 2 BGG) prüft das Bundesgericht nicht von Amtes wegen, sondern nur insoweit, als eine solche Rüge substanziiert in der Beschwerde vorgebracht und begründet worden ist (BGE 145 V 304 E. 1.2); ist das nicht der Fall, tritt es darauf nicht ein (Urteil 6B_1299/2019 vom 28. Januar 2020 E. 3.4.6 mit Hinweisen).