Citation: 6B_1239/2023 E. 1.3.2

1.3.2. Sodann geht die Vorinstanz gestützt auf die Angaben des Beschwerdeführers selbst von einem zugestandenen Kokainbezug von zweimal 50 Gramm sowie davon aus, dass er zusammen mit Kollegen jeweils ca. 10 Gramm Kokain geraucht habe. Angesichts der bezogenen und der jeweils konsumierten Menge ist es nachvollziehbar, dass die Vorinstanz 10 Einzeltaten als erwiesen erachtet (100 Gramm Kokainbezug, 10 Gramm je Anlass = 10 Abgaben). Der Beschwerdeführer vermag diese Einschätzung nicht als willkürlich auszuweisen, indem er geltend macht, er selbst habe damals täglich Kokain konsumiert (vgl. zur Willkür BGE 147 IV 73 E. 4.1.2; 146 IV 88 E. 1.3.1; 143 IV 241 E. 2.3.1; 141 IV 369 E. 6.3; je mit Hinweisen). Ebenso wenig verletzt die Vorinstanz mit ihren vorstehenden Erwägungen den Anklagegrundsatz nach Art. 350 Abs. 1 StPO (vgl. dazu BGE 143 IV 63 E. 3.2; Urteil 6B_1253/2022 vom 26. April 2023 E. 1.1). Dies ist nicht damit zu begründen, dass die Staatsanwaltschaft von einer unbekannten Menge Kokain mit unbekanntem Reinheitsgrad, welches der Beschwerdeführer zu einem unbekannte Preis verkauft habe, ausgegangen war. Der Beschwerdeführer legt nicht dar resp. behauptet nicht, dass die Vorinstanz im Rahmen der Beweiswürdigung in willkürlicher Weise eine Gesamtmenge von 100 Gramm und einen Reinheitsgrad von 66,5% angenommen hätte. Hingegen ist nicht ersichtlich, dass sie damit in tatsächlicher Hinsicht über den Anklagesachverhalt hinausgegangen wäre. Ferner ist nichts dagegen einzuwenden, dass die Vorinstanz Kokain als harte Droge mit erheblichem Gefährdungspotenzial bezeichnet und erwägt, die von der Abgabe des Kokains ausgehende Gefährdung sei nicht zu bagatellisieren. Die Vorinstanz ist nicht an die Einschätzung der Erstinstanz gebunden, wonach der Beschwerdeführer niemanden in die Drogensucht gerissen, sondern sich an einer Runde von Abhängigen beteiligt habe, die sich gegenseitig negativ beeinflusst hätten. Im Übrigen behauptet sie nichts Gegenteiliges. Entgegen seinem Einwand geht die Vorinstanz auch nicht faktisch von einem schweren Fall nach Art. 19 Abs. 2 BetmG aus. Seiner eigenen Logik folgend lägen angesichts zweier Bezüge von je 50 Gramm mit einem Reinheitsgrad von 66,5% zwei schwere Fälle vor. Unter diesen Umständen wären keine theoretischen Einzelstrafen von je 3 Monaten möglich, sondern es wäre eine Freiheitsstrafe von nicht unter einem Jahr zu veranschlagen gewesen (vgl. Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG). Es ist auch nicht deshalb faktisch von einer qualifizierten Tat auszugehen, weil die Vorinstanz die Betäubungsmitteldelikte nach Art. 19 Abs. 1 lit. c BetmG insgesamt mit 15 Monaten, d.h. mehr als einem Jahr ahndet.