Citation: 2C_816/2017 E. 4.1.1

4.1.1. Sie vertritt die Ansicht, § 80 aStPO/LU habe im vorliegenden Fall eine Garantenpflicht des Kantons Luzern begründet. Angesichts der klaren psychiatrischen Prognose hätten konkrete Hinweise für weitere strafbare Handlungen im Sinne von § 80 Abs. 2 Ziff. 4 aStPO/LU bestanden. Es treffe nicht zu, dass die mit der Freilassung von B.________ verfügten Auflagen einzig weitere Straftaten zum Nachteil von dessen früherer Partnerin hätten verhindern sollen. Der Zweck der Auflagen sei gewesen, Dritte vor Gewalttaten zu schützen. §§ 80 ff. aStPO/LU hätten folglich auch für künftige Opfer eine Schutzfunktion gehabt und damit die Garantenpflicht des Kantons gegenüber potentiellen Opfern begründet. Die Weigerung der Vorinstanz, die eindeutige Gefahrensituation unter § 80 Abs. 2 Ziff. 4 aStPO/LU zu subsumieren, sei willkürlich. Die Vorinstanz ging im angefochtenen Entscheid davon aus, § 80 aStPO/LU begründe vorliegend grundsätzlich keine Garantenpflicht des Kantons, da die Haftentlassung rechtmässig und die angeordneten Auflagen nicht unzureichend gewesen seien.