Citation: 5A_682/2022 E. 5.2.2

5.2.2. Der Beschwerdeführer setzt dem entgegen, das Gutachten stütze sich grundsätzlich auf die Akten der KESB, wobei der Eindruck entstehe, dass der Gutachter die in den Akten enthaltenen Angaben als unumstösslich betrachtet und nicht ergebnisoffen und kritisch an den Untersuchungstermin gegangen sei. Dies zeige sich darin, dass einige Feststellungen im Gutachten den nötigen Respekt vermissen liessen und ergebe sich insbesondere aus der inhaltlichen Diskrepanz zwischen unauffälliger Befundlage und den weitreichenden Konsequenzen. Ausserdem basiere das Gutachten auf einem einzigen und - gemäss methodenkritischer Stellungnahme - kurzen Untersuchungstermin mit dem Beschwerdeführer. Eine umfassende Exploration fehle. Dem Gutachter habe daher kein umfassendes Bild des Beschwerdeführers vorgelegen, womit eine sachgerechte Erhebung des Begutachtungssachverhalts nicht stattgefunden habe. Es könne daher den vorinstanzlichen Ausführungen nicht gefolgt werden, dass das Gutachten auf allseitigen Untersuchungen beruhe und folglich umfassend sei. Das Gutachten sei einseitig, ungerecht und willkürlich. Unklar blieben die vorinstanzlichen Ausführungen, dass der Gutachter im Gespräch bemüht gewesen sei, die Diskrepanzen zwischen der Aktenlage und den Angaben zu klären, solcherlei ergebe sich auch nicht aus dem Gutachten. Im Gegenteil sei der Gutachter dem Beschwerdeführer nicht wohlgesonnen gewesen, was sich zum einen an der Wortwahl im Gutachten zeige und zum anderen aus der Tatsache schliessen lasse, dass das Gutachten darauf abstütze, dass der Beschwerdeführer keine genauen Angaben zum Eheleben machen könne und nicht etwa auch, dass er diese nicht machen wolle. Das Gutachten wäre wohl zwangsläufig anders ausgefallen, hätte der Gutachter auch das fehlende Wollen des Beschwerdeführers zu berücksichtigen gehabt, jedenfalls wäre die Diskrepanz zwischen Befundlage und Diagnose noch augenfälliger. Dies bleibe in willkürlicher Weise und in Verletzung des rechtlichen Gehörs unberücksichtigt. Soweit der Gutachter sodann davon spreche, dass er die Restkategorie "sonstige näher bezeichnete Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen" wähle - so die Formulierung im Gutachten - könne man eine Persönlichkeitsstörung nicht wählen. Es bestehe eine oder nicht.