Citation: 8C_166/2022 E. 4.2.1

4.2.1. Die gegen den Beweiswert des psychiatrischen Gutachtens gerichteten Einwände beschränken sich im Wesentlichen auf appellatorische Kritik an der vorinstanzlichen Beweiswüdigung. Dr. med. E.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH beim Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) der Invalidenversicherung, verneinte in seiner Stellungnahme vom 8. November 2019 mit Blick auf das psychiatrische Gutachten ausdrücklich Anhaltspunkte, welche auf ein suboptimales Leistungsverhalten bzw. relevante Inkonsistenzen seitens des Versicherten schliessen liessen. Prof. Dr. med. D.________ erörterte in seiner Expertise ausführlich den Eingliederungsprozess und die arbeitspraktisch ermittelte, nachvollziehbare Verringerung der Belastbarkeit mit reduzierter Stress- und Frustrationstoleranz. Dabei legte er gemäss angefochtenem Entscheid die Unsicherheiten offen, wie es zu diesen handicapierenden Einschränkungen gekommen sei. Als möglichen Erklärungsansatz dachte er differenzialdiagnostisch an eine verkappte Suchtproblematik, weshalb er anregte, der Substanzanamnese künftig mehr Beachtung zu schenken. Er sah jedoch anlässlich seiner eingehenden fachärztlichen Exploration keine Veranlassung, daran zu zweifeln, dass der Versicherte seit April 2018 alkoholabstinent sei. Von einer unvollständig abgeklärten Suchterkrankung kann entgegen der Beschwerdeführerin keine Rede sein.