Citation: 5A_426/2018 E. 3.3.5

3.3.5. Die Beschwerdegegnerin wendet ein, der Beschwerdeführer habe einen Grossteil der entstandenen Verfahrensverzögerungen selbst verursacht. Es sei daher rechtsmissbräuchlich, wenn er sich nunmehr auf die lange Verfahrensdauer berufe, um ein Teilurteil zu erwirken. Ausserdem verfolge er vorab das Ziel, das Scheidungsverfahren zu verlängern, damit er Vermögenswerte "verschwinden" lassen könne und weil die für die Dauer des Verfahrens festgelegten Unterhaltsbeiträge viel zu niedrig seien. Anders als die Beschwerdegegnerin meint, kann dem Beschwerdeführer indes weder ein widersprüchliches Verhalten noch eine zweckwidrige Rechtsausübung vorgeworfen werden (vgl. dazu BGE 143 III 279 E. 3.1; 140 III 583 E. 3.2.4) : Vorab ergeben sich gestützt auf die tatsächlichen Feststellungen der Vorinstanz keine Anhaltspunkte für ein strafbares oder sonstwie rechtswidriges Verhalten des Beschwerdeführers und sind die Vorbringen der Beschwerdegegnerin nicht geeignet, diese Feststellungen in Frage zu stellen (vgl. Art. 105 Abs. 1 und Art. 106 Abs. 2 BGG; vorne E. 1.2). Sodann ist die Interessenlage im Scheidungspunkt eine gänzlich andere als diejenige im Streit um die Nebenfolgen der Scheidung. Dem Beschwerdeführer kann im Rahmen der vorliegenden Interessenabwägung nicht vorgeworfen werden, wenn er sich im Streit um die Scheidungsfolgen der ihm zur Verfügung stehenden prozessualen Mittel bedient. Dies gilt selbst dann, wenn ein Teilurteil das Verfahren über die Nebenfolgen leicht verzögern sollte. Insofern ist freilich zu berücksichtigen, dass die Beschwerdegegnerin die Scheidung zwar selbst verlangt, sich einem Teilurteil aber verwehrt, ohne sich hierbei auf schutzwürdige Interessen berufen zu können (vgl. vorne E. 3.2). Dem (allfälligen) renitenten Verhalten einer Partei im Prozess über die Scheidungsfolgen ist weiter ohnehin durch eine geeignete Prozessführung entgegenzutreten (vgl. vorne E. 3.2.1). Zuletzt ist die Beschwerdegegnerin im vorliegenden Verfahren mit ihren Vorbringen zur Höhe des ihr für die Dauer des Scheidungsverfahrens zugesprochenen Ehegattenunterhalts nicht zu hören.