Citation: 7B_293/2022 E. 3.4.2

3.4.2. Gemäss Art. 429 Abs. 2 Satz 1 StPO prüft die Strafbehörde den (gesamten) Entschädigungsanspruch von Amtes wegen. Daraus ergibt sich, dass der entsprechende (Entschädigungs-) Streitgegenstand von Gesetzes wegen bei der mit der Strafsache befassten Strafbehörde in seinem vollen Umfang rechtshängig ist ( lis pendens) und damit bei keiner anderen Strafbehörde mehr (parallel) geltend gemacht werden kann. Wird das Verfahren beendet, ohne dass eine Entschädigung ausgerichtet wird, ist der entsprechende Entscheid rechtskräftig; soll der Eintritt der res iudicata verhindert werden, muss sich die beschuldigte Person dagegen auf dem Rechtsmittelweg wehren (vgl. BGE 144 IV 207 E. 1.7). Eine "Nachklage" in einem anderen Verfahren ist - wegen lis pendens oder res iudicata - ausgeschlossen. Dass vorliegend ein weiteres Strafverfahren gegen den Beschwerdeführer im gleichen Kanton anhängig ist, ändert am Gesagten entgegen seiner Auffassung nichts.