Citation: 1C_600/2022 E. 2.3

2.3. Das verkehrsmedizinische Gutachten des IRMZ vom 10. August 2021 zieht seine Schlussfolgerungen aus der Vorgeschichte des Beschwerdeführers gemäss Aktenlage des SVA, den Angaben des Beschwerdeführers anlässlich der persönlichen Untersuchung, den Befunden der persönlichen Untersuchung, den Laboranalysen sowie den Fremdauskünften verschiedener Ärztinnen bzw. Ärzte. Die Ausführungen und Schlussfolgerungen im Gutachten sind schlüssig. Zur Suchtproblematik äusserte sich der Gutachter wie folgt: "Aus der Vorgeschichte von Herrn A.________ ist eine Heroinabhängigkeit bekannt. In diesem Kontext erfolgte über Jahre eine Methadonbehandlung bis etwa 2017. Der Explorand machte eine Betäubungsmittelabstinenz seit zehn Jahren geltend. Dem widerspricht aber das auf Kokain positive Resultat der Haaranalyse im Jahr 2018. Die Erklärung von Herrn A.________ für dieses Ergebnis ist unzureichend und bagatellisiert den Rückfall in den Betäubungsmittelkonsum. Kokain ist wie Heroin eine Droge mit hohem Suchtpotential. Unter zusätzlichem Einbezug der erheblichen verkehrsrelevanten Auswirkungen von Kokain muss dieser zumindest als missbräuchlich bewertet werden. Dem psychiatrischen Bericht sind keine weiteren Angaben bezüglich Ausmass der Betäubungsmittelproblematik zu entnehmen. Aus verkehrsmedizinischer Sicht muss von einer unzureichend aufgearbeiteten Betäubungsmittelproblematik ausgegangen werden. Zwar kann aktuell eine Abstinenz bezüglich Betäubungsmittel aufgrund des erhobenen Haaranalysenergebnisses zumindest für den Zeitraum der letzten etwa fünf bis sechs Monate vor Probeentnahme nachvollzogen werden, jedoch wurde ein mindestens nicht unerheblicher Alkoholkonsum ermittelt, wobei mit gleicher Wahrscheinlichkeit auch ein übermässiger Alkoholkonsum vorliegen kann. Vor dem Hintergrund der Betäubungsmittelproblematik stellt sich daher die Frage einer Substanzverlagerung von Kokain auf Alkohol. Zumindest ist aus verkehrsmedizinischer Sicht von einem riskanten Konsumverhalten im Sinn eines Missbrauchs auszugehen. Im weiteren muss darauf hingewiesen werden, dass sich ein erhöhter Alkoholkonsum ungünstig auf den offenbar unregelmässigen Zirkadian-Rhythmus hinsichtlich Schlaf-Wach-Verhalten auswirken kann, zumal dieser bereits mit einem Verkehrsunfall verkehrsrelevant wurde. Dem Bericht der aktuellen schlafmedizinischen Abklärung ist eine ausreichende Wachbleibefähigkeit zu entnehmen. Bei der verkehrsmedizinischen Begutachtung 2017 wurde neben einem unauffälligen Wachbleibetest (MWT) auch ein normaler Reaktionstest (MURT) gefordert. Letzterer wurde aktuell offenbar nicht durchgeführt. Insgesamt kann in Anbetracht des nicht unerheblichen Alkoholkonsums im Sinn einer Substanzverlagerung mit Missbrauchscharakter bei vorbestehender Betäubungsmittelproblematik mit derzeit nachvollziehbarer Betäubungsmittelabstinenz die Fahreignung nicht befürwortet werden." Die Hinweise des Gutachters auf die mangelhafte Aufarbeitung der Drogensucht und auf das Risiko einer Verlagerung zur Alkoholsucht sind schlüssig begründet und nachvollziehbar. Umstände, welche die Glaubwürdigkeit des Gutachtens in diesem Punkt oder sonst ernsthaft erschüttern könnten, sind nicht substanziiert dargetan und nicht ersichtlich. Darin, dass die Vorinstanz sich hinsichtlich der Suchtproblematik auf das Gutachten vom 10. August 2021 abgestützt hat, kann keine willkürliche Sachverhaltsfeststellung bzw. Beweiswürdigung erblickt werden.