Citation: I 549/04 19.10.2005 E. 2

2.1 Am 1. Januar 2003 sind das Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 und die Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV) vom 11. September 2002 in Kraft getreten. Gemäss Art. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 IVG sind die Bestimmungen des ATSG auf die Invalidenversicherung anwendbar. Im Weiteren hat der Bundesrat auf den 1. Januar 2004 die vom Gesetzgeber am 21. März 2003 beschlossenen Änderungen des IVG und die von ihm am 21. Mai 2003 verordneten Anpassungen der IVV (4. IV-Revision) in Kraft gesetzt. Was die Anwendbarkeit der neuen materiell-rechtlichen Bestimmungen betrifft, ist in zeitlicher Hinsicht - von hier nicht interessierenden Ausnahmen abgesehen - der übergangsrechtliche Grundsatz massgebend, wonach im Falle einer Änderung der gesetzlichen Grundlagen die Ordnung anwendbar ist, die zur Zeit galt, als sich der zu Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (BGE 127 V 467 Erw. 1). Liegen Dauerleistungen der Invalidenversicherung im Streit, deren Anspruchsbeginn noch in den Geltungszeitraum des alten Rechts (vor Ende 2002) fällt, und erging der Einspracheentscheid im Jahre 2004, also nach In-Kraft-Treten des ATSG und der 4. IV-Revision, ist demnach der Beurteilung der strittigen Leistungsbegehren bis 31. Dezember 2002 das alte Recht, ab 1. Januar 2003 das ATSG in Verbindung mit den mit ihm revidierten invalidenversicherungsrechtlichen Bestimmungen und ab 1. Januar 2004 die im Rahmen der 4. IV-Revision erfolgten Änderungen des IVG und der IVV sowie der damit einhergehenden Anpassungen des ATSG zu Grunde zu legen (BGE 130 V 329 Erw. 2.2 und 2.3, 441 Erw. 1.2.1; Urteil K. vom 13. September 2004 [I 256/04] Erw. 1.1). 2.2 In BGE 130 V 343 hat das Eidgenössische Versicherungsgericht insbesondere hinsichtlich der ATSG - Bestimmungen zur Arbeitsunfähigkeit (Art. 6), Erwerbsunfähigkeit (Art. 7) und Invalidität (Art. 8) erkannt, dass es sich bei den in Art. 3 bis 13 ATSG enthaltenen Legaldefinitionen in aller Regel um eine formell gesetzliche Fassung der höchstrichterlichen Rechtsprechung zu den entsprechenden Begriffen vor In-Kraft-Treten des ATSG handelt und sich inhaltlich damit keine Änderung ergibt, weshalb die hiezu entwickelte Rechtsprechung übernommen und weitergeführt werden kann (Erw. 3.1 bis 3.3).