Citation: 6B_1087/2022 E. 5.2

5.2. Die Vorinstanz erwägt, die Beschwerdeführerin habe im gegen sie eingeleiteten Verfahren wegen häuslicher Gewalt am 2. Februar 2018 ausgesagt, die Ehe sei schwierig. Der Beschwerdegegner wolle Sex, sie nicht, was sie stresse. Sie werde dann jeweils wütend und sage ihm, er solle weggehen. Die Beschwerdeführerin habe anlässlich ihrer ersten Einvernahme vom 6. April 2018 ein normales Eheleben - auch mit Geschlechtsverkehr - geschildert. Anlässlich ihrer Einvernahme vom 25. April 2018 habe sie ausgeführt, der Beschwerdegegner habe sie drei oder vier Tage zuvor im Badezimmer gepackt und den Arm auf den Rücken gelegt. Er habe sie nach vorne gebeugt, ihr die Hosen herunter gezogen, sie am Nacken gepackt und den Geschlechtsverkehr vollzogen. Anlässlich ihrer Einvernahme vom 15. August 2018 habe sie ihre bisherigen Aussagen betreffend diesen Vorfall im Wesentlichen bestätigt. In Bezug auf diesen Vorfall habe sie anlässlich ihrer Einvernahme vom 6. Juni 2018 ausgesagt, der Beschwerdegegner habe sie verbal mit dem Tod bedroht und sie auf den Rücken geschlagen. Anlässlich der Einvernahme vom 18. Juni 2018 habe sie hingegen ausgeführt, der Beschwerdegegner habe sie einige Tage vor ihrer Verhaftung im Badezimmer vergewaltigt, nachdem er sie mit einem Messer bedroht habe. Schliesslich habe sie anlässlich der Schlusseinvernahme vom 13. November 2019 ausgesagt, der Beschwerdegegner habe sie mit einem Messer bedroht, um sie anschliessend im Schlafzimmer zu vergewaltigen (angefochtenes Urteil S. 17 f.). Die Beschwerdeführerin habe somit anfänglich ein eheliches Intimleben geschildert, das wahlweise normal oder seitens des Beschwerdegegners fordernd, jedoch nicht übergriffig gewesen sei. In der Folge habe sie einen nicht einvernehmlichen Geschlechtsverkehr wenige Tage vor ihrer Verhaftung geschildert. Dieser habe - gemäss überwiegender Schilderung - im Badezimmer oder im Schlafzimmer stattgefunden. Der Beschwerdegegner habe sie - wieder wahlweise - entweder schlicht körperlich überwältigt, mit einem Messer bedroht oder verbal mit dem Tod bedroht (angefochtenes Urteil S. 18).