Citation: 4A_530/2016 E. 3.2

3.2. Der offenbare Missbrauch eines Rechtes findet keinen Rechtsschutz (Art. 2 Abs. 2 ZGB). Ob Rechtsmissbrauch vorliegt, ist einzelfallweise in Würdigung der gesamten Umstände zu bestimmen (BGE 138 III 401 E. 2.2 S. 403, 425 E. 5.2 S. 431). Dabei sind die von der Lehre und Rechtsprechung gebildeten Fallgruppen zu beachten (BGE 140 III 491 E. 4.2.4 S. 495 mit Hinweisen) wie die Rechtsausübung, die ohne schützenswertes Interesse erfolgt oder zu einem krassen Missverhältnis berechtigter Interessen führen würde (BGE 138 III 401 E. 2.2 S. 403 mit Hinweis). Rechtsmissbrauch liegt auch vor, wenn ein Rechtsinstitut zweckwidrig zur Verwirklichung von Interessen verwendet wird, die nicht in dessen Schutzbereich liegen (BGE 140 III 491 E. 4.2.4 S. 495 mit Hinweis). Die Geltendmachung eines Rechts ist ferner missbräuchlich, wenn sie im Widerspruch zu einem früheren Verhalten steht und dadurch erweckte berechtigte Erwartungen enttäuscht (BGE 140 III 482 E. 2.3.2 S. 483 mit Hinweisen). Widersprüchliches Verhalten und damit Rechtsmissbrauch kann sodann auch ohne Enttäuschung berechtigter Erwartungen in einer gegenwärtigen, in sich völlig unvereinbaren und darum widersprüchlichen Verhaltensweise gesehen werden (BGE 138 III 401 E. 2.2 S. 403; HEINZ HAUSHEER/REGINA E. AEBI-MÜLLER, in: Berner Kommentar, 2012, N. 278 ff. zu Art. 2 ZGB; HANS MERZ, in: Berner Kommentar, 1962, N. 403 zu Art. 2 ZGB; Urteile des Bundesgerichts 4C.202/2006 vom 29. September 2006 E. 3; 4A_167/2010 vom 11. Oktober 2010 E. 3.4.2). Die Beschwerdeführer behaupten Simulation des Kaufvertrages und als Folge davon die Nicht-Übertragung des Grundeigentums auf die Beschwerdegegnerin. Wie nachfolgend dargelegt wird (E. 5.2), war aber auch nach ihrer Darstellung die Übertragung des Eigentums an eine mit Rechtspersönlichkeit ausgestattete und über handlungsfähige Organe verfügende Gesellschaft gewollt. Daher verhalten sie sich in der Tat widersprüchlich und missbräuchlich, wenn sie sich einerseits auf die Übertragung des Grundeigentums - wenn auch gestützt auf einen Treuhandvertrag - berufen, mit dem sie ihre Liegenschaften den Gläubigern entziehen wollten, dann aber im vorliegenden Verfahren Nichtigkeit der von dieser Gesellschaft getätigten Rechtsgeschäfte geltend machen, weil diese auf einem Mantelkauf beruhe. Damit sind sie nicht zu hören.