Citation: 6P.164/2004 05.07.2005 E. 2

2.1 Gemäss Art. 90 Abs. 1 lit. b OG muss die Beschwerdeschrift die wesentlichen Tatsachen und eine kurz gefasste Darlegung darüber enthalten, welche verfassungsmässigen Rechte beziehungsweise welche Rechtssätze und inwiefern sie durch den angefochtenen Erlass oder Entscheid verletzt worden sind. Im Verfahren der staatsrechtlichen Beschwerde prüft das Bundesgericht nur klar und detailliert erhobene und, soweit möglich, belegte Rügen. Auf ungenügend begründete Rügen und eine rein appellatorische Kritik am angefochtenen Entscheid tritt es nicht ein. Eine blosse Behauptung von Willkür mit pauschalen Vorbringen genügt nicht (BGE 130 I 258 E. 1.3; 125 I 492 E. 1b; 107 Ia 186). 2.2 Die Beschwerdeführerin hält den Feststellungen des Amtsgerichts, die gemäss den Ausführungen im angefochtenen Entscheid an keinen Nichtigkeitsgründen leiden, ihre eigene Version des Geschehens entgegen. Sie sei unmittelbar vor der Kollision nicht mit einer Geschwindigkeit von ca. 50 km/h, sondern mit einer Geschwindigkeit von lediglich ca. 30 km/h gefahren. Das Fahrzeug des Unfallbeteiligten sei unmittelbar vor der Kollision nicht stillgestanden. Sie sei nicht in das stillstehende Fahrzeug des Unfallbeteiligten geprallt; vielmehr sei dieser in ihren Personenwagen hineingefahren. Was die Beschwerdeführerin zur Begründung vorbringt, ist weitgehend eine appellatorische Kritik an der Beweiswürdigung, die zur Begründung der Willkürrüge und der Rüge der Verletzung der Maxime "in dubio pro reo" als Beweiswürdigungsregel nicht genügt. 2.2.1 Die Feststellung, dass die Beschwerdeführerin unmittelbar vor der Kollision mit ca. 50 km/h fuhr, beruht auf deren eigenen Aussagen (siehe Urteil des Amtsgerichts S. 5, 8, 14; angefochtener Entscheid E. 3.5 S. 10). 2.2.2 Die Feststellung, dass das Fahrzeug des Unfallbeteiligten un-mittelbar vor der Kollision stillstand, stützt sich auf eine Pneudruckspur von dessen Fahrzeug und deren Interpretation durch den Polizeibeamten André Müller, der zur Aufnahme der Unfallspuren und der Aussagen der Beteiligten ausgerückt war und als Verkehrsspezialist bei der Kantonspolizei über grosse Erfahrung bei der Aufnahme von Unfallspuren und bei der Rapportierung von Unfallereignissen verfügt (siehe Urteil des Amtsgerichts S. 7, 8; angefochtener Entscheid E. 3.3 S. 8). In Anbetracht der Zeugenaussage des Polizeibeamten, der willkürfrei insoweit als Fachmann betrachtet werden konnte, durften die kantonalen Instanzen ohne Verletzung von Verfassungsrecht auf die Einholung des von der Beschwerdeführerin beantragten verkehrstechnischen beziehungsweise unfalldynamischen Gutachtens verzichten. Zwar mögen die festgestellten Kratzer auf der rechten Seite der vorderen Stossstange des Fahrzeugs des Unfallbeteiligten allenfalls für die Version der Beschwerdeführerin sprechen, dass jenes Fahr-zeug unmittelbar vor der Kollision noch in Bewegung war und in den Wagen der Beschwerdeführerin hineinfuhr. Gemäss den Ausführungen im Urteil des Amtsgerichts geht indessen aus den vorhandenen Dokumenten, unter anderem aus einer Fahrzeug-Expertise der Versicherungsgesellschaft, nicht hervor, dass diese Kratzer vom Unfall vom 8. Dezember 2002 herrühren, und sprechen die fotografierte Endstellung der beiden am Unfall beteiligten Fahrzeuge sowie die übrigen Fahrzeugschäden eher gegen eine solche Annahme (Urteil des Amtsgerichts S. 9). Dass der Unfallbeteiligte nach seinen Aussagen bei der Kollision eine Prellung des Brustbeins erlitt, drängt entgegen den Bemerkungen in der staatsrechtlichen Beschwerde (S. 8/9, 17) nicht den Schluss auf, dass sich das Fahrzeug des Unfallbeteiligten unmittelbar vor der Kollision noch in einer Vorwärtsbewegung befunden habe und durch den Zusammenstoss abrupt gestoppt worden sei. Es kann ohne Willkür angenommen werden, dass sich der Unfallbeteiligte die Prellung dadurch zuzog, dass das Fahrzeug der Beschwerdeführerin mit einer Geschwindigkeit von ca. 50 km/h in seinen stillstehenden Wagen hineinfuhr. 2.2.3 Es ist verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden, dass das Obergericht das von der Beschwerdeführerin im Rechtsmittelverfahren eingereichte Privatgutachten mit der Begründung nicht berücksichtigte, dass neue Beweismittel im kantonalen Kassationsbeschwerdeverfahren unzulässig sind. Dass das Obergericht weder dieses Privatgutachten zuliess noch ein gerichtliches Gutachten veranlasste, verstösst entgegen den Bemerkungen in der staatsrechtlichen Beschwerde (S. 8, 13 f.) nicht gegen die Maxime "in dubio pro reo" als Beweislastregel, nachdem das Amtsgericht auf Grund der gegebenen Umstände willkürfrei den Schluss ziehen durfte, die Beschwerde-führerin sei mit einer Geschwindigkeit von ca. 50 km/h in das still-stehende Fahrzeug des Unfallbeteiligten hineingefahren. 2.2.4 In welchem Winkel sich die beiden am Unfall beteiligten Fahrzeuge unmittelbar vor der Kollision zueinander befanden (siehe dazu staatsrechtliche Beschwerde S. 17), kann ebenso offen bleiben wie die Frage, ob der Weg, in welchen der Unfallbeteiligte nach rechts abbiegen wollte, von Personenwagen befahren werden darf (vgl. dazu staatsrechtliche Beschwerde S. 15 f.). Denn rechtlich massgebend ist allein, dass die Beschwerdeführerin auf Grund des Verhaltens des Unfallbeteiligten mit der Möglichkeit rechnen musste, dass dieser vor ihr nach rechts auf ihre Fahrbahnhälfte schwenken könnte, und sei es auch nur, um auf dieser, wie sie selbst, in Richtung Luzernerstrasse weiterzufahren. 2.3 Die staatsrechtliche Beschwerde ist demnach abzuweisen soweit darauf einzutreten ist. II Eidgenössische Nichtigkeitsbeschwerde