Citation: 2C_562/2022 E. 4.1.3

4.1.3. Wie die Vorinstanz weiter zu Recht erwägt, lässt sich daraus allerdings nicht schliessen, dass der beschwerdeführenden Tochter der Kindergartenweg ohne Weiteres zumutbar wäre. Der kantonale Gesetzgeber verpflichtet die Gemeinde als Schulträgerschaft, im Rahmen der Volksschule einen zwei Jahre dauernden Kindergarten anzubieten (vgl. Art. 4 Abs. 1 SchulG/GR i.V.m. Art. 6 Abs. 1 SchulG/GR). Im Rahmen dieser kantonalrechtlich geregelten, über Art. 19 BV hinausgehenden Pflicht hat die Schulträgerschaft auch für einen zumutbaren Kindergartenweg zu sorgen (vgl. auch E. 3.6 f. des angefochtenen Urteils). Im vorliegenden Verfahren steht daher die Anwendung des kantonalen Rechts zur Diskussion. Kantonales Recht prüft das Bundesgericht im Grundsatz nur auf dessen Vereinbarkeit mit dem Bundesrecht (vgl. E.2 hiervor; Art. 95 lit. a BGG). Darunter fällt unter anderem der Schutz vor Willkür nach Art. 9 BV. Willkür in der Rechtsanwendung liegt vor, wenn das angefochtene Urteil offensichtlich unhaltbar ist, mit der tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft (vgl. BGE 145 II 32 E. 5.1; 144 I 113 E. 7.1; 142 II 369 E. 4.3). Angesichts der Rügen gilt es zu überprüfen, ob die vorinstanzliche Auffassung, wonach der Kindergartenweg der beschwerdeführenden Tochter zumutbar sei, mit dem Willkürverbot vereinbar ist.