Citation: I 78/04 11.08.2004 E. 3

3.1 Gemäss Schreiben des Vereins für Erziehungsberatung in der Region Y.________ vom 18. April 1996 erhielt der Versicherte seit September 1995 psychotherapeutische Unterstützung. Dr. med. H.________ diagnostizierte im Bericht vom 5. August 2002 eine zentrale Zerebralparese mit sekundären emotionalen- und Verhaltensstörungen und ein frühkindliches POS (Aufmerksamkeits-Defizitstörung und Hyperaktivität). Hinzu kam eine Sprachentwicklungsverzögerung und Legasthenie. Mit Ritalin sowie gleichzeitiger Psychotherapie und Erziehungsberatung konnten die Beschwerden deutlich reduziert werden. Im Sommer 2000 wurden daher das Ritalin und ein Jahr später die psychologische Beratung abgebrochen. Nachdem sich die Probleme im Verlauf des Jahres 2002 indessen erneut massiv verstärkt hatten, musste die Behandlung wieder aufgenommen werden. Nach Auffassung von Dr. med. H.________ kann mit Hilfe der medikamentösen Therapie und der begleitenden Psychotherapie im Sinne einer beratenden Familientherapie wahrscheinlich ein erfolgreicher Schulabschluss und später eine berufliche Ausbildung erreicht werden. Im Schreiben vom 19. September 2002 führt derselbe Arzt aus, nachdem zunächst auch motorische Störungen mit einer psychomotorischen Therapie hätten angegangen werden müssen, seien im Laufe der Jahre immer mehr die psychischen und kognitiven Symptome in den Vordergrund getreten. Der Therapieunterbruch von 2000 bis 2002 sei insofern sinnvoll gewesen, als er erlaubt habe, die weitere spontane Entwicklung der Krankheit abzuschätzen und von nicht mehr benötigten Vorkehren Abstand zu nehmen. 3.2 Auch länger andauernde begleitende psychotherapeutische Behandlungen können grundsätzlich von der Invalidenversicherung als medizinische Massnahme übernommen werden. Von der Invalidenversicherung nicht getragen wird eine Vorkehr jedoch dann, wenn sie sich gegen eine psychische Krankheit richtet, welche ohne kontinuierliche Behandlung nicht dauerhaft gebessert werden kann (Urteil M. vom 6. Mai 2003, I 16/03). Aufgrund der medizinischen Aktenlage ist zu schliessen, dass es mit den bisherigen Massnahmen nicht gelungen ist, eine stabile Defektentwicklung zu verhindern. Der Rückfall nach Absetzen der Therapie weist vielmehr auf einen nur stationär zu haltenden Verlauf und damit auf ein auch auf längere Sicht labiles pathologisches Geschehen hin. Eine positive Prognose über den Erfolg der zur Diskussion stehenden Vorkehr lässt sich unter den gegebenen Umständen nicht mit der erforderlichen Zuverlässigkeit stellen. Fehlt es somit am von Art. 12 Abs. 1 IVG geforderten überwiegenden Eingliederungscharakter, hat das vorinstanzliche Gericht die Kosten der psychotherapeutischen Massnahmen zu Unrecht der Invalidenversicherung überbunden. Daran vermag der vom Rechtsvertreter des Versicherten geltend gemachte Hinweis nichts zu ändern, dass die Behandlung nicht mehr vom schulpsychologischen Dienst, sondern von einem Psychiater durchgeführt werde. Auch kann von der Einholung eines Gutachtens des behandelnden Arztes abgesehen werden, da nach ständiger Rechtsprechung das Sozialversicherungsgericht die Gesetzmässigkeit der angefochtenen Verfügung in der Regel nach dem Sachverhalt beurteilt, der zur Zeit des Verfügungserlasses gegeben war (BGE 121 V 366 Erw. 1b mit Hinweisen).