Citation: 1C_274/2021 E. 4.3.3

4.3.3. Entgegen den Vorbringen des Beschwerdeführers kann § 13 Abs. 1 ABV nicht entnommen werden, dass es den Gemeinden untersagt wäre, im Rahmen einer den Vorgaben von § 13 ABV entsprechenden differenzierten Regelung der Bestimmung der Baumasse bei einzelnen Gebäudekategorien gänzlich auf die Festlegung einer Baumassenziffer zu verzichten. Der Wortlaut der Bestimmung böte zwar durchaus Raum für die vom Beschwerdeführer vertretene Auslegung, da dieser von einer Aufteilung der Baumassenziffer auf verschiedene Gebäudekategorien und nicht von einem Verzicht auf die Festsetzung einer Baumassenziffer spricht. Angesichts der nachvollziehbaren Ausführungen der Vorinstanz zur kommunalen Gestaltungsfreiheit bei der Regelung der Ausnützung, welche der Beschwerdeführer nicht in Abrede stellt (vgl. vorne E. 2.1), erscheint ein solch restriktives Verständnis des Gesetzeswortlauts allerdings nicht zwingend. Vielmehr erweist es sich in Anbetracht des den Gemeinden insoweit zukommenden Ermessensspielraums als vertretbar und damit nicht als willkürlich, den Verzicht auf die Festsetzung einer Baumassenziffer für einzelne Gebäudekategorien ebenfalls als differenzierte Anwendung der Baumassenziffer gemäss § 13 Abs. 1 ABV zu betrachten (vgl. zur Gestaltungsfreiheit der Gemeinden bei der Regelung der Baumassenziffer Urteil 1C_291/2012 vom 26. November 2012 E. 4; FRITZSCHE/BÖSCH/WIPF/KUNZ, Zürcher Planungs- und Baurecht, Bd. 2, 6. Aufl. 2019, S. 971). Daran ändern auch die vom Beschwerdeführer auszugsweise herbeigezogenen Gesetzesmaterialen nichts. Diese beziehen sich nicht auf die Bestimmung der Baumassenziffer für besondere Gebäude, sondern auf die Regelungsabsichten des Regierungsrats im Zusammenhang mit der Einführung einer differenzierten Ordnung der Baumassenziffer für nicht beheizte Gebäudeteile im Sinne von § 13 Abs. 1 lit. c ABV. Zwar scheint es insoweit die Absicht des Verordnungsgebers gewesen zu sein, dass solche Gebäudeteile nicht gänzlich von der Baumassenziffer ausgenommen werden dürfen (vgl. den Antrag des Regierungsrates des Kantons Zürich Nr. 4078 vom 14. Mai 2003, Amtsblatt Kanton Zürich Nr. 22 vom 30. Mai 2003, S. 1105). Wie sich § 13 Abs. 2 ABV in der aktuell gültigen Fassung entnehmen lässt, gibt es eine solche Regelung allerdings nur für die nicht beheizten Gebäudeteile. Im Gegensatz dazu steht es den Gemeinden gemäss § 13 Abs. 1 ABV in der aktuell geltenden Fassung nach wie vor offen, für weitere Gebäudekategorien differenzierte Regelungen der Baumassenziffer vorzusehen. Umfasst der Regelungsgehalt von § 13 Abs. 1 ABV in der hier gemäss Anhang zum PBG massgebenden Fassung somit auch den Verzicht auf die Festsetzung einer Baumassenziffer für besondere Gebäude im Sinne von § 273 Abs. 1 PBG, liegt entgegen dem Vorbringen des Beschwerdeführers auch keine Gesetzeslücke vor, wenn die Gemeinde Horgen in ihrer BZO keine Baumassenziffer für diese Gebäudekategorie festgesetzt hat. Wie die Vorinstanz willkürfrei schlussfolgerte, kann angesichts der dargelegten kantonalrechtlichen Grundlagen vielmehr ohne Willkür von einem qualifizierten Schweigen des kommunalen Gesetzgebers ausgangen werden (vgl. vorne E. 4.2).