Citation: 8C_25/2013 E. 5.1

5.1. Zu ergänzen ist, dass die psychiatrische Begutachtung durch Dr. med. R.________ der Versicherten nach den Vorgaben von Art. 44 ATSG angekündigt wurde. Sie hat dagegen keine Einwände erhoben. Vor Erlass der Verfügung konnte sie, damals bereits anwaltlich vertreten, zum Gutachten Stellung beziehen. Zusatzfragen hat sie indessen nicht gestellt, und sie legt auch vor Bundesgericht nicht dar, inwiefern die gutachtliche Stellungnahme hätte ergänzt werden müssen. Sie macht letztinstanzlich geltend, es leuchte nicht ein, weshalb Ergänzungsfragen nachträglich hätten vorgebracht werden müssen. Gestützt auf BGE 137 V 210 (E. 3.4.2.9 S. 258) hat die versicherte Person Anspruch, sich vorgängig zu den Gutachterfragen zu äussern. Ein nach altem Verfahrensstand eingeholtes Gutachten verliert indessen seinen Beweiswert auch mit Rücksicht auf die in BGE 137 V 210 erläuterten Korrektive nicht. Vielmehr ist im Rahmen einer gesamthaften Prüfung des Einzelfalls mit seinen spezifischen Gegebenheiten und den erhobenen Rügen entscheidend, ob das abschliessende Abstellen auf die vorhandenen Beweisgrundlagen im angefochtenen Entscheid vor Bundesrecht standhält (BGE 137 V 210 E. 6 S. 266). Das Bundesgericht hat hinsichtlich dieses partizipatorischen, auf präventive Mitwirkung im Rahmen der Gutachtensbestellung abzielenden Verfahrensrechts erwogen, dass die ärztliche Einschätzung der Arbeitsfähigkeit, abhängig von der Gutachterperson und von den Umständen der Begutachtung, eine grosse Varianz aufweisen kann, trägt die ärztliche Beurteilung doch von der Natur der Sache her unausweichlich Ermessenszüge (BGE 137 V 210 E. 3.4.2.3 S. 253). Die rechtsanwendenden Behörden können faktische Festlegungen, die in medizinischen Administrativgutachten getroffen worden sind, mangels eigener Fachkenntnis oft nicht direkt überprüfen und gegebenenfalls korrigieren; eine Kontrolle ist im Wesentlichen nur möglich im Hinblick auf die Einhaltung formaler Erfordernisse und darauf, ob die gutachtlichen Folgerungen schlüssig begründet wurden (BGE 137 V 210 E. 3.4.2.4 S. 254). Inwiefern sich hier präjudizierende Effekte eingestellt hätten (BGE 137 V 210 E. 3.4.2.4 S. 254), weil sich die Versicherte nicht vorgängig zum Gutachten äussern konnte, wird beschwerdeweise nicht dargelegt, und es bestehen auch nach Lage der Akten keine diesbezüglichen Anhaltspunkte, zumal dem Experten ein Standardfragenkatalog (mit einer Zusatzfrage) vorgelegt wurde. Der blosse Einwand der fehlenden Möglichkeit einer präventiven Mitwirkung vermag den Beweiswert des nach altem Verfahrensstand eingeholten Gutachtens nicht zu schmälern.