Citation: 6B_764/2017 E. 3

Weiter macht der Beschwerdeführer geltend, der angefochtene Entscheid sei nicht verhältnismässig. Die Vorinstanz habe dem Umstand keine Rechnung getragen, dass A.________ stark gehbehindert sei und mit unerträglichen Schmerzen zu kämpfen habe, weshalb er den nächstmöglichen Ort zum Einsteigen gesucht habe. In Anwendung von Art. 109 Abs. 3 BGG kann grundsätzlich auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz sowie auf die von ihr zitierte einschlägige bundesgerichtliche Rechtsprechung (BGE 122 IV 136 E. 1a) verwiesen werden (vgl. Urteil E. 3). Demnach hat der Beschwerdeführer A.________ nicht nur ein- bzw. aussteigen lassen, sondern sein Fahrzeug während 20 Minuten im Halteverbot parkiert, sich währenddessen verpflegt und ins Bahnhofsgebäude begeben. Wie die Vorinstanz zutreffend ausführt, handelt es sich angesichts dieser Umstände nicht mehr um ein Ein- und Aussteigenlassen von Personen. Selbst wenn man dem Einwand des Beschwerdeführers folgen würde, wonach der Fahrdienst ebenfalls als eine Art Taxidienst zu qualifizieren sei, würde dies nach dem Gesagten nichts an der Strafbarkeit seines Verhaltens ändern. Offensichtlich unbehelflich ist der Einwand des Beschwerdeführers, es hätte keinen Sinn gemacht, sich für die kurze Dauer von 20 Minuten in den Verkehr einzureihen und anschliessend zum gleichen Ort zurückzukehren. Dass das Parkieren des Fahrzeugs im Parkhaus aus Sicht des Beschwerdeführers aufwändiger gewesen wäre, rechtfertigt keinen Freispruch. Schliesslich ist unerheblich, dass durch das Fahrzeug der Verkehr angeblich nicht behindert oder gefährdet wurde und dass die Polizisten die Busse erst ausstellten, nachdem sie "eine Weile zugeschaut hätten". In subjektiver Hinsicht erwägt die Vorinstanz, der Beschwerdeführer habe gewusst, dass er im Bereich der Halteverbotslinie nicht parkieren dürfe. Diesbezüglich macht der Beschwerdeführer keine Einwendungen geltend. Schliesslich befasst sich die Vorinstanz mit dem Einwand des Beschwerdeführers, es habe eine Notstandssituation vorgelegen. Die Vorinstanz erwägt, A.________ habe sich in einer ambulanten Behandlung in der Permanence befunden. Während der Zeit, in der der Beschwerdeführer das Fahrzeug im Halteverbot abgestellt hatte, habe für die Patientin keine unmittelbare Gefahr bestanden. Es bestehe daher kein Rechtfertigungsgrund. Der Beschwerdeführer zeigt nicht auf, inwiefern diese Erwägungen bundesrechtswidrig sein sollten. Dies ist auch nicht ersichtlich. Soweit er geltend macht, er habe weder gewusst noch wissen können, dass es sich nicht um einen Notstand im juristischen Sinne handelte, beruft er sich im Grunde auf einen (indirekten) Verbotsirrtum. Der Beschwerdeführer verkennt, dass die juristisch exakte Erfassung des gesetzlichen Begriffs nicht erforderlich ist (vgl. BGE 129 IV 238 E. 3.2.2). Dass nicht jede ärztliche Behandlung einzig aufgrund der Tatsache, dass sie in der Praxis der Permanence erfolgt, einen Notfall darstellt, darf auch bei einem juristischen Laien als bekannt vorausgesetzt werden. Die Beschwerde erweist sich in diesem Punkt ebenfalls als unbegründet. Wie bereits die Vorinstanz ausgeführt hat, steht ausser Frage, dass der Beschwerdeführer mit seinem Einsatz der Gesellschaft einen wichtigen Dienst erweist. Dies entbindet ihn jedoch nicht davon, die Vorschriften des Strassenverkehrsrechts auch bei den Einsätzen für den Rotkreuzfahrdienst einzuhalten.