Citation: 6P.105/2006 02.11.2006 E. 1

Der Beschwerdeführer macht geltend, die Verweigerung des Strafaufschubs zugunsten der angeordneten ambulanten Massnahme sei willkürlich, da sie teilweise auf aktenwidrigen Annahmen beruhe. 1.1 Das Obergericht vertrat in seinem (ersten) Entscheid vom 10. März 2005 die Auffassung, es könne nicht gesagt werden, dass eine sofortige Behandlung gute Resozialisierungschancen biete (Urteil des Obergerichts vom 10. März 2005 S. 38). Der Beschwerdeführer macht geltend, diese Annahme stehe im Widerspruch zum psychiatrischen Gutachten der Psychiatrischen Dienste des Kantons Aargau vom 2. August 2002. Die Rüge geht an der Sache vorbei. Gegenstand des vorliegenden Verfahrens ist nicht der (erste) Entscheid des Obergerichts vom 10. März 2005, sondern das (zweite) Urteil des Obergerichts vom 23. März 2006. Darin wird indessen nicht mehr die Ansicht geäussert, es könne nicht gesagt werden, dass eine sofortige Behandlung gute Resozialisierungschancen bieten würde. 1.2 Das Obergericht führte in seinem (ersten) Urteil vom 10. März 2005 unter anderem Folgendes aus: "Falls sich im Strafvollzug die körperlichen Beschwerden verstärken, was im Gutachten einzig als Möglichkeit dargestellt wird, liegt es in der Verantwortung der Vollzugsbehörden, die nötigen Massnahmen zu ergreifen" (Urteil des Obergerichts vom 10. März 2005 S. 38). Der Beschwerdeführer macht geltend, entgegen der zitierten Bemerkung des Obergerichts werde im Gutachten die Verschlechterung des Gesundheitszustands nicht einzig als Möglichkeit dargestellt. Vielmehr halte die Expertin fest, dass im Strafvollzug von einer Verschlechterung des physischen und psychischen Zustands des Beschwerdeführers auszugehen sei. Auch dieser Einwand stösst ins Leere. Gegenstand des vorliegenden Verfahrens ist nicht der (erste) Entscheid des Obergerichts vom 10. März 2005, sondern das (zweite) Urteil des Obergerichts vom 23. März 2006. Darin wird indessen nicht mehr geäussert, im Gutachten werde die Verschlechterung des Gesundheitszustands des Beschwerdeführers im Strafvollzug einzig als Möglichkeit dargestellt. 1.3 Der Beschwerdeführer macht geltend, entgegen einer Bemerkung des Obergerichts sei es dem bisherigen Therapeuten nicht möglich, die Behandlung im Strafvollzug fortzusetzen. Die Rüge zielt ins Leere. Das Obergericht weist zwar auf die Möglichkeit hin, dass der bisherige Therapeut die Behandlung des Beschwerdeführers im Strafvollzug weiterführen könnte, was angesichts der örtlichen Verhältnisse nicht als ausgeschlossen erscheine. Es hält aber ausdrücklich fest, dass dies eine Frage des Vollzugs ist (angefochtenes Urteil S. 19). Damit hat das Obergericht nicht die Feststellung getroffen, dass es für den bisherigen Therapeuten möglich sei, die Behandlung des Beschwerdeführers im Strafvollzug weiterzuführen, und es hat nicht auf der Grundlage einer derartigen Feststellung entschieden. Das Obergericht hält in seinem Urteil vielmehr fest, dass in Anbetracht der Dauer des Strafvollzugs ein Wechsel des Therapeuten notwendig werde, und es erachtet dies als für den Beschwerdeführer zumutbar (angefochtenes Urteil S. 19). Demnach ist in tatsächlicher Hinsicht davon auszugehen, dass der Vollzug der Strafe einen Wechsel des Therapeuten zur Folge hätte. Im Verfahren der Nichtigkeitsbeschwerde ist zu prüfen, inwiefern dies für die Frage des Aufschubs des Strafvollzugs von Bedeutung ist. 1.4 Die staatsrechtliche Beschwerde ist somit als offensichtlich unbegründet abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.