Citation: 4A_338/2022 E. A

C.________ unterzeichnete am 22. Mai 2001 für ihre damals 14,5 jährige Tochter, B.________ (Klägerin, Beschwerdegegnerin), den Versicherungsantrag für die Risikoversicherung X.________ der A.________ AG (Beklagte, Beschwerdeführerin). Versichert war ein Todesfallkapital bei Krankheit und Unfall von Fr. 10'000.-- sowie ein Invaliditätskapital bei Krankheit und Unfall von Fr. 100'000.--. In der Gesundheitserklärung gab C.________ an, dass ihre zu versichernde Tochter zum damaligen Zeitpunkt an Augenproblemen sowie an allergischem Asthma leide und diesbezüglich in Behandlung sei. Mit Verfügung vom 25. Februar 2019 sprach die Invalidenversicherung der Klägerin eine ganze Invalidenrente zu. Mit Schreiben vom 9. April 2019 stellte das Sozialzentrum der Stadt U.________ der Beklagten den Leistungsantrag der Klägerin zu. Die Beklagte lehnte diesen mit Schreiben vom 17. April 2019 ab, da die Gesundheitsfragen im Versicherungsantrag von 2001 nicht korrekt beantwortet worden seien und damit eine Anzeigepflichtverletzung vorliege, die zu einer Verweigerung der Leistungen berechtige.