Citation: 9C_170/2023 E. 5

Die Steuerhoheit eines anderen Kantons kann im Rahmen einer Doppelbesteuerungsbeschwerde Gegenstand des Verfahrens vor Bundesgericht werden, wenn der andere Kanton seinerseits eine Veranlagungszuständigkeit bereits ausgeübt hat und somit ein interkantonaler Kompetenzkonflikt eingetreten ist. Bei Beschwerden wegen interkantonaler Kompetenzkonflikte beginnt die Beschwerdefrist spätestens dann zu laufen, wenn in beiden Kantonen Entscheide getroffen worden sind, gegen welche beim Bundesgericht Beschwerde geführt werden kann (Art. 100 Abs. 5 BGG). Es kann auch eine bereits ergangene rechtskräftige Veranlagung eines konkurrierenden Kantons angefochten werden. Dabei muss im ersten Kanton der Instanzenzug nicht erschöpft werden und es spielt keine Rolle, dass es sich beim Entscheid des Erstkantons nicht um ein Urteil im Sinne von Art. 86 Abs. 2 1. Halbsatz BGG handelt (BGE 139 II 373 E. 1.4; 133 I 308 E. 2.4; Urteile 2C_247/2021 vom 27. Dezember 2020 E. 1.3.2; 2C_974/2019 vom 17. Dezember 2020 E. 1.5.1). Entsprechend dem Antrag der Beschwerdeführer ist die Veranlagung des Kantons Aargau für die Steuerperiode 2018 demzufolge aufzuheben und allfällige bereits bezahlte Steuern sind zurückzuerstatten. Aus dem Doppelbesteuerungsverbot folgt nicht die Verpflichtung zur Leistung eines Vergütungszinses. Ein entsprechender Anspruch müsste sich aus dem massgebenden kantonalen Recht ergeben. Dass dies für den Kanton Aargau zutrifft, wird in der Beschwerde nicht dargetan, weshalb auf dieses Begehren nicht eingetreten werden kann (vgl. Urteile 2C_265/2019 vom 11. September 2019 E. 1.3; 2C_655/2016 vom 17. Juli 2017 E. 1.2).