Citation: 6S.462/2005 12.01.2006 E. 2

Der Beschwerdeführer hat im Strafverfahren keine Zivilansprüche erhoben, obwohl er Gelegenheit gehabt hätte, dies zu tun. Er begründet seinen Verzicht, im Strafverfahren solche Ansprüche geltend zu machen, mit verschiedenen Argumenten. Zunächst führt er aus, er sei seit dem Verkehrsunfall querschnittgelähmt und werde an den Rollstuhl gebunden sein. Der sich aus den schweren Verletzungen ergebende finanzielle Schaden könne mit Blick auf sein jugendliches Alter derzeit noch nicht zuverlässig abgeschätzt werden. Er übersieht, dass er jedenfalls die Genugtuungsforderung hätte beziffern (vgl. BGE 127 IV 185 E. 2b S. 188) und für die Schadenersatzansprüche einen Entscheid dem Grundsatze nach hätte verlangen können (Art. 9 Abs. 3 OHG). Daran ändert nichts, dass das parallel geführte Jugendstrafverfahren auf seinen Antrag hin sistiert worden ist. Die Koordination der beiden Verfahren wäre Sache des Strafrichters gewesen, wenn er zur Bestimmung des Selbstverschuldens und der Haftungsquote es als dienlich erachtet hätte, zunächst den Ausgang des Jugendstrafverfahrens abzuwarten. Soweit der Beschwerdeführer sodann darauf verweist, dass sich die Adhäsionsklage nur gegen den Fahrzeuglenker hätte richten können, nicht aber gegen den Halter des Fahrzeuges und dessen Versicherung, die neben dem Verschulden auch für die Betriebsgefahr einzustehen haben, zeigt er gerade, dass es ihm nur darum geht, das Strafverfahren als Vehikel zur Durchsetzung von Zivilforderungen in einem anderen Verfahren und gegen andere Personen zu gebrauchen. Dafür aber steht die Opferbeschwerde nicht zur Verfügung. Auf die Nichtigkeitsbeschwerde ist demnach nicht einzutreten.