Citation: 6B_1217/2018 E. 3

Die Beschwerdeführerin rügt eine Verletzung des Anklagegrundsatzes im Zusammenhang mit der Mordqualifikation. Es sei zu fordern, dass die Anklageschrift sich dazu äussere, welche der verschiedenen Tatbestandsvarianten gegeben sein soll. Werde dies unterlassen, sei der Anspruch auf rechtliches Gehör durch eine effektive Verteidigung verletzt. Die Beschwerdeführerin macht geltend, dass sie im vorliegenden Fall aufgrund der ausführlichen Schilderung der Vorgeschichte davon ausgehen durfte, dass sich die Qualifikation der ihr vorgeworfenen Tötung als Mord auf die Variante des besonders verwerflichen Beweggrunds oder Zwecks stützen würde. Dennoch sei der Schuldspruch wegen Mordes aufgrund der angeblich besonders verwerflichen Art der Ausführung ergangen. In Bezug auf die rechtliche Würdigung in der Anklageschrift schreibt Art. 325 Abs. 1 lit. g StPO einzig vor, dass diese die nach Auffassung der Staatsanwaltschaft erfüllten Straftatbestände unter Angabe der anwendbaren Gesetzesbestimmungen bezeichnen muss. Eine weitergehende Würdigung der Tatvorwürfe ist - wie die Vorinstanz zutreffend erwägt (Urteil, S. 44) - nicht erforderlich, zumal dies Aufgabe des Gerichts ist, welches nach Art. 350 Abs. 1 StPO in seiner rechtlichen Beurteilung frei ist. Darüber hinaus war vorliegend aufgrund der Tatbeschreibung in der Anklageschrift - 49 Stichverletzungen, die dem Vater von der Beschwerdeführerin von hinten und mit ganz erheblicher Gewalt zugefügt worden sein sollen - die Annahme einer besonders verwerflichen Art der Ausführung im Sinne von Art. 112 StGB zumindest naheliegend. Die Rüge ist unbegründet.