Citation: 8C_725/2013 E. 4.2

4.2. Daran vermögen auch die Einwände der Versicherten nichts zu ändern: Entgegen der Ansicht der Versicherten ist vorliegend nicht die Rentenbestätigung mit Mitteilung vom 11. Februar 2002 massgebender Vergleichszeitpunkt; denn dannzumal hat die IV-Stelle die Rente unter näherer Abklärung der Umstände in beruflicher Hinsicht überprüft, hingegen hat keine umfassende Abklärung des Gesundheitszustandes stattgefunden, woran auch der Verlaufsbericht des behandelnden Dr. med. S.________ vom 8. November 2001 nichts ändert. Die Rüge, die Schlussbestimmung lit. a der IV-Revision 6a vom 18. März 2011 sei nicht anwendbar, zielt ins Leere, da die Vorinstanz die Rentenaufhebung nicht gestützt auf diese Schlussbestimmung, sondern im Rahmen einer Revision nach Art. 17 ATSG bestätigt (vgl. E. 5.5 des kantonalen Entscheids). Im Übrigen wäre der Einwand, die Anwendung der Schlussbestimmung sei nicht zulässig, da im Zeitpunkt der Rentenaufhebung kein Leiden im Sinne der Rechtsprechung zu den Diagnosen von organisch nicht erklärbaren Schmerzzuständen mehr festgestellt werde, unbehelflich: Einerseits diagnostiziert der behandelnde Psychiater (entgegen den Vorbringen der Versicherten) noch bis und mit seinem Verlaufsbericht vom 8. November 2001 eine somatoforme Schmerzstörung ("Diagnose: unverändert") und wechselt erst mit Bericht vom 5. Mai 2007 auf die Diagnose rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10: F 33.11); andererseits beschreibt er das Beschwerdebild sowie dessen Auswirkungen durchwegs (so auch im Bericht vom 5. Januar 2013) gleich, so dass - bei Massgeblichkeit der Berichte des Dr. med. S.________ (vgl. dazu aber E. 5.4 des kantonalen Entscheids) - ungeachtet der Diagnosestellung auch im Zeitpunkt der Rentenaufhebung noch von einem unveränderten Leiden und damit einer Diagnose im Sinne der Rechtsprechung zu den organisch nicht erklärbaren Schmerzzuständen auszugehen sowie die Schlussbestimmung lit. a der IV-Revision 6a anwendbar wäre. Dass die Vorinstanz die Einschätzung des Dr. med. L.________ nicht als eine bloss abweichende Beurteilung eines im Wesentlichen unveränderten Sachverhalts qualifizierte, ist nicht willkürlich; auch wenn Dr. med. L.________ angesichts der wenig detaillierten Berichte des Dr. med. S.________ nicht ausschliessen konnte, dass möglicherweise eine bloss abweichende Beurteilung eines gleichgebliebenen Sachverhalts vorliege, ging er doch primär von einer ausgewiesenen Verbesserung des Gesundheitszustandes aus (vgl. Ziff. 6.8 des Gutachtens). So ist denn auch der Einwand, die Vorinstanz habe erkannt, dass keine gesundheitliche Verbesserung ausgewiesen sei, aktenwidrig. Vielmehr hielt diese in E. 5.4 fest: "Auch wenn Dr. L.________ die Frage Ziff. 6.8 der Beschwerdegegnerin nach einer möglichen Verbesserung des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin nicht eindeutig beantwortete (...), ergibt sich aus dem Gutachten doch klar, dass die Beschwerdeführerin aktuell nicht länger in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist. (...) Der Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin haben sich demnach im Vergleich zum Zeitpunkt der Verfügung vom 10. März 1999 im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG massgeblich verbessert." Ebenso unbeachtlich ist der Einwand, Dr. med. L.________ bezeichne seine Einschätzung als eine "Neubeurteilung", was ebenfalls zeige, dass er einen im Wesentlichen unveränderten Sachverhalt lediglich anders beurteile. Dr. med. L.________ gab keine neue Beurteilung des damaligen gesundheitlichen Zustands im Sinne einer als unzulässig beanstandeten "Neubeurteilung" ab, sondern nahm nur insofern Bezug auf den damaligen Zustand resp. den Verlauf, als dies von der Fragestellung her explizit gefordert war (vgl. etwa Ziff. 6.4 des Gutachtens: Zeitlicher Ablauf der medizinisch begründeten Arbeitsunfähigkeit von 20 % und mehr in der bisherigen sowie in einer möglichen angepassten Tätigkeit); zudem hielt er in Ziff. 6.2 ausdrücklich fest, eine retrospektive Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sei auf Grund der wenig aussagekräftigen Verlaufsberichte nicht möglich, weshalb seine Einschätzung erst ab Datum der aktuellen Untersuchung gelte. In diesem Zusammenhang ist auch seine Aussage zu sehen, mangels detaillierter Angaben in den damaligen Berichten des Dr. med. S.________ könne er die von der IV-Stelle gewünschten "detaillierten Befundhinweise", welche eine Verbesserung des psychischen Gesundheitszustandes ausweisen würden, nicht machen. Darin liegt kein Mangel des Gutachtens des Dr. med. L.________, sondern er wies zu Recht darauf hin, dass die früheren Berichte des Dr. med. S.________ wenig aussagekräftig bezüglich Ausmass und Verlauf des Leidens sind. Aus diesem Grunde beschränkte er auch die Gültigkeit seiner Einschätzung zur Arbeitsfähigkeit ab dem Zeitpunkt seiner Begutachtung und machte keine Aussagen zu früheren Zeiträumen (vgl. Ziff. 6.2 und 6.4 des Gutachtens).