Citation: 2A.144/2006 24.05.2006 E. 3

3.1 Sind die Ausweisungsgründe von Art. 10 Abs. 1 lit. a und b ANAG erfüllt, bleibt zu prüfen, ob die Ausweisung "angemessen", d.h. verhältnismässig erscheint (Art. 11 Abs. 3 ANAG; vgl. BGE 125 II 521 E. 2b S. 524). 3.2 Die vom Beschwerdeführer begangenen Delikte liegen zwar mehrheitlich im Bereich der Kleinkriminalität. Die grosse Anzahl der begangenen Straftaten zeigt jedoch die Unbelehrbarkeit des Beschwerdeführers. Weder die verhängten Strafen, noch die fremdenpolizeiliche Verwarnung, noch die Androhung der Ausweisung vermochten ihn zu beeindrucken und von weiteren deliktischen Handlungen abzuhalten. Was seine finanzielle Lage anbelangt, ist er offensichtlich nicht bereit, das Nötige zu tun, um seine öffentlichrechtlichen und privatrechtlichen Verpflichtungen zu erfüllen. Obwohl für seinen weiteren Verbleib in der Schweiz ausdrücklich ein in jeder Hinsicht tadelloses Verhalten verlangt wurde, besserte sich der Beschwerdeführer nicht, was darauf schliessen lässt, dass er nicht gewillt oder nicht fähig ist, sich in die in der Schweiz geltende Ordnung einzufügen. Es besteht somit ein erhebliches öffentliches Interesse an der Entfernung und Fernhaltung des Beschwerdeführers. 3.3 Der Beschwerdeführer ist vor über vierzehn Jahren als 14-jähriger in die Schweiz eingereist. Er hat seine Kindheit und einen Teil des Jugendalters in seinem Heimatland verbracht und ist somit nicht ein Ausländer der "zweiten Generation". Trotz langjährigem Aufenthalt ist er weder beruflich noch sozial in der Schweiz integriert. Er ging nur unregelmässig einer Arbeit nach und hat erst unter dem Druck des Ausweisungsverfahrens eine Festanstellung angenommen. Der Einwand des Beschwerdeführers, im Heimatland habe er keine nahen Verwandten und zudem kein Beziehungsnetz, weshalb ihm dort der Aufbau einer Existenzgrundlage nahezu verunmöglicht würde, ändert nichts. Trotz der hier weilenden Familienangehörigen und des angeblichen Beziehungsnetzes in der Schweiz ist es dem Beschwerdeführer in all den Jahren nämlich nicht gelungen, sich in die hiesigen Verhältnisse zu integrieren und wirtschaftliche Unabhängigkeit zu erlangen. Wenn der Beschwerdeführer nun die Schweiz verlassen muss, führt dies daher auch nicht dazu, dass er eine langjährig aufgebaute Existenz aufgeben müsste. Im Übrigen kann davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer über seinen Vater, bei dem er wohnt, mit der heimatlichen Kultur und Sprache vertraut geblieben ist. Dem Beschwerdeführer ist unter diesen Umständen zuzumuten, in sein Heimatland zurückzukehren. 3.4 Zusammenfassend ergibt sich, dass die öffentlichen Interessen an der Ausweisung des Beschwerdeführers dessen private Interessen am weiteren Verbleib in der Schweiz überwiegen. Ergänzend kann auf die Ausführungen im angefochtenen Entscheid verwiesen werden (Art. 36 Abs. 3 OG). 3.5 Der Beschwerdeführer kann auch aus dem in Art. 8 Ziff. 1 EMRK (und Art. 13 BV) verankerten Anspruch auf Achtung des Familien- und Privatlebens nichts zu seinen Gunsten ableiten. Die Beziehungen des ledigen Beschwerdeführers zu seinen in der Schweiz lebenden Familienangehörigen fallen, da er volljährig und nicht in besonderer Weise von ihnen abhängig ist, nicht (mehr) in den Schutzbereich dieser Garantie (vgl. BGE 120 Ib 257 E. 1d S. 261 f.; Urteil 2A.742/2004 vom 30. Dezember 2004 E. 2.3; vgl. Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte i.S. Slivenko c. Lettland vom 9. Oktober 2003 [Nr. 48321/99], Rz. 97).