Citation: I 345/01 06.11.2001 E. 4

4.- a) Zur Bemessung der Invalidität ist zunächst der Invaliditätsgrad im Erwerbsanteil von 80 % nach der Einkommensvergleichsmethode zu ermitteln. aa) Für die Ermittlung des Einkommens, welches die versicherte Person ohne Invalidität erzielen könnte (Valideneinkommen), ist entscheidend, was sie im massgebenden Zeitpunkt nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdienen würde (RKUV 1993 Nr. U 168 S. 100 Erw. 3b mit Hinweis). Die Einkommensermittlung hat so konkret wie möglich zu erfolgen. Es ist daher in der Regel vom letzten Lohn vor Eintritt der Gesundheitsschädigung auszugehen (ZAK 1980 S. 593 mit Hinweisen). Die Verwaltung ging gestützt auf den Hinweis im Arbeitgeberbericht der I.________ AG, wonach die Versicherte ohne Gesundheitsschaden Fr. 3000.- verdienen würde, von einem Valideneinkommen von rund Fr. 39'000.- aus. Demgegenüber stützte sich die Vorinstanz auf den 1995 tatsächlich erzielten Verdienst (Fr. 3250.-, auf ein Jahr umgerechnet entsprechend Fr. 42'250.-). Beim Invalideneinkommen ging sie vom Tabellenlohn der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) 1994 für Frauen in einfachen und repetitiven Tätigkeiten im privaten Sektor aus (Zentralwert von Fr. 3325.- x 12, umgerechnet von 40 auf 41.9 Wochenstunden und aufgewertet auf das Jahr 1995 = Fr. 42'338.-, davon 70 % = Fr. 29'636.-) und führte aus, im einen wie im andern Fall ergebe sich kein rentenbegründender Ausfall. Beim Hinweis im Arbeitgeberbericht, wonach die Versicherte ohne Gesundheitsschaden Fr. 3000.- verdienen würde, handelt es sich offenbar um einen Verschrieb, hat doch die Versicherte bereits 1995 monatlich Fr. 3250.- verdient und wurde ihr 1996 für die Tätigkeit von 2 Tagen pro Woche ein monatlicher Lohn von Fr. 1750.- ausbezahlt (dabei erscheint eine jährlich erfolgte Lohnerhöhung von Fr. 250.- plausibel). Es ist deshalb von einem Monatslohn von Fr. 3500.- auszugehen, wie sich dies auch aus der Vereinbarung vom 23. April 1996 ergibt. Gestützt darauf ergibt sich unter Berücksichtigung eines 13. Monatslohnes sowie der Nominallohnentwicklung bis 1998 (1997: 0,5 %, 1998: 0,7 %; Die Volkswirtschaft 2001, Heft 4, S. 85 Tabelle B 10.2) ein Valideneinkommen von Fr. 46'048.-. bb) Für die Bestimmung des Invalideneinkommens (hypothetisches Einkommen nach Eintritt der Invalidität) ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist - wie vorliegend - kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die Versicherte nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine neue Erwerbstätigkeit mehr aufgenommen hat, so können rechtsprechungsgemäss Tabellenlöhne beigezogen werden (BGE 126 V 76 f. Erw. 3b/aa und bb mit Hinweisen). Indessen ist das der Verfügung vom 9. September 1998 zu Grunde liegende Vorgehen der IV-Stelle, das Invalideneinkommen nach Massgabe der ärztlich attestierten Arbeitsunfähigkeit in Prozenten des Einkommens ohne Invalidität zu bestimmen und insofern von der Arbeitsunfähigkeit auf den Invaliditätsgrad zu schliessen, bundesrechtswidrig (vgl. BGE 114 V 314 Erw. 3, RKUV 1991 Nr. U 130 S. 272 Erw. 3b, Urteil T. vom 5. Mai 2000, I 195/99). Ausgehend vom monatlichen Bruttolohn (Zentralwert) für einfache und repetitive Tätigkeiten weiblicher Arbeitnehmer (Anforderungsniveau 4; privater Sektor) gemäss Tabelle TA1 der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohnstrukturerhebung (LSE) 1996 von Fr. 3455.-, unter Hochrechnung von 40 auf 41.9 Wochenstunden (BGE 124 V 323 Erw. 3b/aa mit Hinweis auf LSE 1996 S. 42) und unter Berücksichtigung der relevanten Nominallohnerhöhung in den Jahren 1997 (0,5%) und 1998 (0,7%) ergibt sich ein durchschnittliches Monatseinkommen von Fr. 3663.- bzw. - in Anbetracht der lediglich 70 %igen Arbeitsfähigkeit - von Fr. 2564. 10 oder Fr. 30'769. 20 jährlich. Da vom niedrigsten Anforderungsniveau 4 ausgegangen wird, obwohl die Versicherte als Inhaberin des Wirtepatents mit ihrer langjährigen Berufserfahrung auch an der Grenze zu Anforderungsniveau 3 (Berufs- und Fachkenntnisse vorausgesetzt) mit einem Grundlohn von Fr. 4202.- angesiedelt werden kann, besteht kein Anlass, zusätzlich einen leidensbedingten Abzug vorzunehmen. Aus der Gegenüberstellung mit dem Valideneinkommen von Fr. 46'048.- ergibt sich damit ein Invaliditätsgrad im erwerblichen Bereich von 33,2 %. b) Da die Invalidität im Erwerbsbereich 33,2 % beträgt, dieser aber nur 80 % ausmacht, resultiert ein erwerblicher Invaliditätsanteil von 26,56 %. Die unbestrittene Beeinträchtigung von 40 % im Haushaltbereich (20 %) ergibt 8 %. Dies führt zu einer Gesamtinvalidität von rund 34 % und damit zur Verneinung eines Anspruchs auf eine Invalidenrente, weshalb der angefochtene Entscheid im Ergebnis nicht zu beanstanden ist.