Citation: 6B_936/2019 E. 8.1

8.1. Die Beschwerdeführerin wendet sich zuletzt gegen die Weigerung der Vorinstanz, die Kosten für die Übersetzung des in der Berufungsverhandlung gehaltenen Plädoyers und für den Beizug eines zweiten Verteidigers zu erstatten. Hinsichtlich der Übersetzungskosten bringt sie vor, in der Aufstellung der Bemühungen im Zusammenhang mit den zivilrechtlichen Aspekten sei ein Betrag von CHF 12'937.30 für die Kosten der Übersetzung des im Berufungsverfahren gehaltenen Plädoyers enthalten gewesen. Die Vorinstanz begründe nicht, aus welchen Gründen sie diese Kosten nicht als notwendige Auslagen der Wahlverteidigung anerkannt habe. Das angefochtene Urteil sei insofern nicht hinreichend begründet. Im Weiteren sei der Entscheid auch in der Sache bundesrechtswidrig. Die Beschwerdeführerin sei türkischer Muttersprache und spreche als Fremdsprache Englisch, nicht aber Deutsch. Sie habe daher Anspruch auf Unterstützung durch einen Dolmetscher und Übersetzung der von ihrer Verteidigung abgegebenen Erklärungen. Angesichts der Komplexität des Falles mit umfangreichen Untersuchungsakten sowie den schwerwiegenden Folgen des erstinstanzlichen Urteils in straf- und zivilrechtlicher Hinsicht sei es geboten gewesen, das Plädoyer der Verteidigung übersetzen zu lassen, damit sie auf allenfalls noch nicht berücksichtigte Aspekte habe hinweisen können. Angesichts der Komplexität des Sachverhalts hätte eine bloss mündliche Übersetzung nicht genügt. Die Kosten seien angesichts der Straf- und zivilrechtlichen Folgen überdies auch nicht unangemessen. Die Beschwerdeführerin rügt weiter, die Vorinstanz habe den Verteidigungsaufwand für das Berufungsverfahren zu Unrecht auf die Höhe von CHF 50'000.-- beschränkt. Indem sie den in Rechnung gestellten Aufwand gestützt auf einen Vergleich mit dem Aufwand der erstinstanzlichen Verteidigung herabsetzt habe, habe sie ihr Ermessen verletzt. Die Verteidigung im erstinstanzlichen Verfahren sei mangelhaft gewesen, zumal der damalige Verteidiger etwa Schuldsprüche beantragt, wo in der Berufungsinstanz Freisprüche erfolgt seien, und kaum Ausführungen zur rechtlichen Würdigung des Sachverhalts gemacht habe, obwohl die Tatbestandsmerkmale in Bezug auf mehrere Tatvorwürfe keineswegs klar erfüllt gewesen seien. Darüber hinaus habe der frühere Verteidiger mit einem einzigen Satz Zivilforderungen in zweistelliger TRY-Millionenhöhe und einstelliger USD-Millionenhöhe gestützt auf die Berechnungen des Revisors der Staatsanwaltschaft anerkannt, obwohl die Verlustberechnungen keinen Schaden dargestellt hätten und die Klagen daher hätten auf den Zivilweg verwiesen werden müssen. Die frühere Verteidigung habe ihr Mandat offensichtlich nicht mit der erforderlichen Sorgfalt und dem dazu erforderlichen Zeitaufwand erfüllt. Der Wechsel der Verteidigung sei daher angezeigt gewesen, was die Folge gehabt habe, dass die neu beauftragten Verteidiger sich hätten in das Verfahren einarbeiten müssen. Die Vorinstanz habe diesen Aufwand zu Unrecht nicht entschädigt. Angesichts des Umstands, dass der Verteidigung eine auf Wirtschaftskriminalität spezialisierte Staatsanwaltschaft sowie auf Seiten der Privatklägerschaft sieben Anwälte gegenübergestanden hätten, sei es im Hinblick auf den Grundsatz der Waffengleichheit geboten gewesen, im Berufungsverfahren zwei Anwälte als Verteidiger zu beauftragen. Soweit die Vorinstanz die Entschädigung mit der Begründung kürze, der Beizug von zwei Anwälten sei nicht geboten gewesen, verletze sie daher den Grundsatz der Waffengleichheit (Beschwerde S. 58 ff.).