Citation: 7B_1172/2024 E. 3.4.3

3.4.3. Die gemäss Kurzgutachten den Anlasstaten ähnlichen Delikten seien, so die Vorinstanz weiter, schwere Vergehen oder Verbrechen. Dabei sei auch zu berücksichtigen, dass es sich beim Vorwurf der Pornografie insbesondere auch um die Entwicklung und den Aufbau einer Webplattform zum Verkauf von Kinderpornografie handle, wie die Staatsanwaltschaft im Berufungsverfahren präzisiert habe. Gemäss Gutachten drohe unter anderem neue Cyberkriminalität, worunter auch die als gleichartig zu qualifizierenden Vortaten der Verbreitung von Pornografie zu fassen seien. Eine engmaschige Betreuung durch den Therapeuten des Beschwerdeführers oder eine andere Person könne sich gestützt auf das Kurzgutachten zwar positiv auf die Legalprognose auswirken, sei indessen, so die Vorinstanz, derzeit nicht geeignet, dem vorhandenen Rückfallrisiko zu begegnen. Angesichts des Umstands, dass der Beschwerdeführer noch während laufender ambulanter Behandlung nach Art. 14 JStG (SR 311.1) erneut delinquiert habe bzw. ein dringender Tatverdacht auch auf gegen Leib und Leben gerichtete Straftaten vorliege - darunter Brandstiftungen und Sabotageakte bzw. eine versuchte Zugentgleisung mit einem "Hemmschuh" und ein geplanter Anschlag auf eine Starkstromleitung -, scheine es nur eine Frage der Zeit zu sein, bis aus den fortwährenden, unkontrollierten sozialschädlichen Handlungen auch schwere und (lebens-) gefährliche Verletzungen gegenüber einem unbestimmten Personenkreis resultierten. Im Erwachsenenalter habe sich keine Besserung des Beschwerdeführers abgezeichnet. Im Gegenteil: Die Kadenz der Straftaten habe sich erhöht und die von den destruktiven Aggressionen getriebene Kleingruppe habe mutmasslich auch nicht davor zurückgeschreckt, gravierende Straftaten mit einem eindeutigen Gewaltbezug zu begehen. Die Vorwürfe wiesen auf starke Aggressionsgefühle, eine ausgeprägte Gewaltneigung und eine hochgradige Gleichgültigkeit gegenüber wichtigen Rechtsgütern Dritter hin. Angesichts des beim Beschwerdeführer diagnostizierten Asperger-Syndroms und des Zusammenhangs der Diagnose mit den inkriminierten Taten sei zum jetzigen Zeitpunkt, in dem es noch keine ausgeprägten oder stabilen positiven Veränderungen gegeben habe und unklar sei, ob sich die mutmasslich kriminelle Gruppe aufgelöst habe, mit erheblichen und vom Beschwerdeführer nicht kontrollierbaren und damit letztlich auch (lebens-) gefährlichen Gewaltanwendungen gegenüber einem unbestimmten Personenkreis zu rechnen.