Citation: 6B_1027/2021 E. 2.4.2

2.4.2. Die Vorinstanz stuft das objektive Tatverschulden des Beschwerdeführers (schon nur hinsichtlich der Tatbegehung vom 27. Februar 2019) als erheblich ein. Die für das Bundesgericht verbindlichen vorinstanzlichen Sachverhaltsfestellungen (vgl. vorne Sachverhalt B.b) überschreiten in objektiver Hinsicht den in E. 2.3.4 hiervor erwähnten, besonders leichten Fall von Pornografie mit Minderjährigen deutlich. Unter den Darstellungen befindet sich insbesondere die Datei "Daisy's Destruction", welche als eines der grausamsten Pädophilen- bzw. "Hurtcore"-Videos bekannt ist und den schweren Missbrauch eines zweijährigen Kleinkindes zeigt. Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers sind derart gräuliche Darstellungen der Kinderpornografie keineswegs immanent. Wie die Vorinstanz zu Recht erkannt hat, schuf der Beschwerdeführer durch das Herunterladen und Konsumieren von Kinderpornografie eine Nachfrage, die die Herstellung weiterer solcher Filme und der damit verbundene Missbrauch der Kinder antreibt. Durch das (wenn auch technisch eingeschränkte) Hochladen schuf der Beschwerdeführer zudem ein entsprechendes Angebot für andere Konsumenten und trug damit zur Verbreitung von schwerwiegender Kinderpornografie bei. Vor diesem Hintergrund kann von einem besonders leichten Fall keine Rede sein. Dasselbe gilt auch hinsichtlich der Anzahl der Filme, die der Beschwerdeführer unzutreffend als verhältnismässig gering bezeichnet. Der Beschwerdeführer lud im Zeitraum vom 3. Januar 2019 bis zum 27. Februar 2019 22 Filme kinderpornografischen Inhalts herunter. Auch wenn in absoluten Zahlen und bezüglich des Zeitraumes durchaus schwerwiegendere Fälle von Kinderpornografie bekannt sind, kann bei einem wiederholten Beschaffen, Konsumieren und Verbreiten von 22 Dateien innert nur rund zwei Monaten nicht mehr von einer blossen Bagatelle bzw. einem besonders leichten Fall gesprochen werden. Das subjektive Tatverschulden des Beschwerdeführers ist ebenso wenig als besonders leicht zu gewichten. Zum Nachteil der sexuellen Integrität der Kinder suchte der Beschwerdeführer gemäss eigenen Aussagen in der Beschwerdeschrift nach immer krasseren Darstellungen, um emotional Schockierendes mit dem damit einhergehenden Dopaminkick zu erleben. Vor dem Hintergrund des mit der Herstellung dieser kinderpornografischen Erzeugnisse für die Opfer verbundenen Leids ist diese Motivation als besonders verwerflich zu qualifizieren. Einzig die geringfügige Herabsetzung seiner Steuerungsfähigkeit zufolge seiner Pornografiesucht ist in Übereinstimmung mit der Vorinstanz zu seinen Gunsten zu berücksichtigen. Das lebenslängliche Tätigkeitsverbot wird grundsätzlich unabhängig davon angeordnet, ob der Täter das Sexualdelikt in Ausübung einer beruflichen oder organisierten ausserberuflichen Tätigkeit begangen hat (Botschaft vom 3. Juni 2016 zur Änderung des Strafgesetzbuchs und des Militärstrafgesetzes [Umsetzung von Art. 123c BV], BBl 2016 6158 Ziff. 2.1). Nichtsdestotrotz kann im Einzelfall berücksichtigt werden, ob der Täter das Sexualdelikt in Ausübung seiner beruflichen oder ausserberuflichen Tätigkeit begangen hat oder nicht, und dies in die Prüfung des besonders leichten Falles miteinfliessen. Das Tatverhalten des Beschwerdeführers wäre sodann als verwerflicher zu betrachten und damit sein Verschulden als höher zu werten, wenn er seine berufliche Tätigkeit ausgenützt und das Sexualdelikt im Rahmen des Kampfkunstunterrichts von Minderjährigen begangen hätte. In diesem Sinne ist der Umstand, dass der Beschwerdeführer die Sexualdelikte nach Art. 197 Abs. 4 und Abs. 5 StGB nicht im Rahmen seiner Tätigkeit als Kampfkunstlehrer begangen hat, bei der Beurteilung eines besonders leichten Falles mitzuberücksichtigen. Dennoch vermag das die objektive Tatschwere etwas vermindernde subjektive Tatverschulden des Beschwerdeführers dem Fall als Ganzes keinen Bagatellcharakter zuzusprechen.