Citation: I 881/05 08.08.2006 E. 4

Zu prüfen bleibt der Einkommensvergleich. 4.1 Die Beschwerdeführerin hat in den Jahren vor Beginn der gesundheitlichen Probleme (d.h. bis 1998) zeitgleich sowohl als selbstständig Erwerbende wie auch als Angestellte gearbeitet und dabei laut ihrem Individuellen Konto unregelmässige Einkommen erzielt. Mehrfach hat sie auch Arbeitslosenentschädigung bezogen. Die Vorinstanz stellte zur Ermittlung des hypothetischen Valideneinkommens ausschliesslich auf die im Individuellen Konto für das Jahr 1998 vermerkten Einkünfte ab. Die Versicherte will den Durchschnitt der Jahre 1997 und 1998 angewendet wissen. 4.2 Liegen grössere jährliche Schwankungen vor, kann es in der Tat als nicht sachgerecht erscheinen, nur ein einziges Jahr zur Grundlage zu nehmen. Indessen hat der Beizug des Durchschnittswerts von 1997 und 1998, wie sich im Folgenden ergibt, keinen Einfluss auf das Ergebnis. In den Akten befinden sich zwei Auszüge aus dem Individuellen Konto der Beschwerdeführerin vom 30. Juni 2000 und vom 22. Oktober 2002. Diese sind insofern nicht deckungsgleich, als im neueren die durch die Scheidung veranlasste Einkommensteilung gemäss Art. 29quinquies Abs. 3 lit. c AHVG berücksichtigt sind ("Einkommensteile an" bzw. "vom früheren Ehegatten"). Werden diese rein rechnerischen Werte zwecks Bemessung der AHV-Rente ausser Acht gelassen, verbleiben laut beiden Auszügen Fr. 82'126.- an "echtem" Einkommen. Dieser Wert liegt über der Total der Einträge von 1998 (Fr. 74'227.-). Der Durchschnitt beider Summen macht Fr. 78'177.- aus. Unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklungen von 0,3 % (1999), 1,3 % (2000), 2,5 % (2001) und 1,8 % (2002; Die Volkswirtschaft 9/2005, S. 91, Tabelle B 10.2) ergibt sich ein hypothetisches Valideneinkommen von Fr. 82'882.-. 4.3 Weiter ist das hypothetische Invalideneinkommen streitig. Die Beschwerdeführerin ist gelernte Damenschneiderin, hat von 1980 bis 1982 die Schule für Mode in X.________ besucht, im Styling und als Kostümbildnerin sowie für die Film- und Werbeindustrie gearbeitet. Angesichts dieser Qualifikationen rechtfertigt es sich entgegen der Verwaltungsgerichtsbeschwerde nicht, beim hypothetischen Invalideneinkommen auf die Tabellenlöhne für einfache und repetitive Arbeiten (Niveau 4) abzustellen. Selbst wenn der Beruf als Modezeichnerin nicht mehr zumutbar sein sollte, ist die Versicherte in der Lage, in der Textilbranche qualifiziertere Arbeiten im Sinne des Tabellenlohnniveaus 3 zu erledigen. Die Vorinstanz hat auf die Löhne der gesamten Textilbranche abgestellt, was nach dem Gesagten nicht zu beanstanden ist. Deren Berechnung des hypothetischen Invalideneinkommens für ein Pensum von 70 % mit einem Wert von Fr. 36'692.- kann daher übernommen werden. Ein zusätzlicher Abzug von den Tabellenlöhnen ist nicht angezeigt, denn Prof. S.________ ging von einer ganztägigen Präsenzzeit bei einer Leistung von 70 % aus, hat also die gesundheitsbedingte Minderleistung bereits berücksichtigt. 4.4 Ein Vergleich des Valideneinkommens von Fr. 82'882.- mit dem hypothetischen Invalideneinkommen von Fr. 36'692.- ergibt einen Invaliditätsgrad von 56 %. Zu beachten ist auch, dass die Beschwerdeführerin gemäss dem Individuellen Konto 1997 das höchste aller darin verzeichneten Jahreseinkommen erzielt hat. Würden auch die tieferen Werte der Jahre 1996 und 1995 mit berücksichtigt, würde kein höherer Invaliditätsgrad resultieren. Damit ist die Zusprechung der halben Rente jedenfalls im Ergebnis korrekt.