Citation: 6B_210/2024 E. 2.5.3

2.5.3. Ebenso wenig verfangen die Rügen des Beschwerdeführers mit Blick auf seine frühere amtliche Verteidigung. Er bringt vor, er habe anlässlich des Besuchs seiner amtlichen Verteidigerin nur geweint und gesagt, er wolle so schnell wie möglich von dort weg. Er sei in diesem Moment nicht in der Lage gewesen, sich über die Berufungsmöglichkeiten überhaupt auch nur Gedanken zu machen; sein ganzes Denken und Handeln seien darauf gerichtet gewesen, so schnell wie möglich der belastenden Sicherheitshaft zu entkommen. Im damaligen Gespräch sei gar nicht über die Berufungsmöglichkeit gesprochen und auch kein diesbezüglicher Entscheid getroffen worden. Es sei einzig darum gegangen, dass der Beschwerdeführer so schnell wie möglich eine Erleichterung seiner damaligen Situation gewollt habe. Abgesehen davon, dass er erneut lediglich seine eigene Sicht der Dinge präsentiert, ohne indes die Feststellungen der Vorinstanz als willkürlich auszuweisen, sind die Ausführungen der Vorinstanz auch mit Bezug auf die amtliche Verteidigerin nicht zu beanstanden. Sie führt aus, es erscheine nicht nachvollziehbar, dass sich der Beschwerdeführer mit ihr zwar über den vorzeitigen Massnahmeantritt habe austauschen können, zugleich aber nicht im Stande gewesen sein soll, seinen Berufungswillen gegenüber seiner amtlichen Verteidigerin kundzutun. Wie die Vorinstanz ebenso schlüssig erwägt, macht der Beschwerdeführer auch nicht geltend, die Verteidigerin habe entgegen seiner ausdrücklichen Instruktion die Berufung nicht angemeldet. Inwieweit sie nach den bisherigen nachvollziehbaren Ausführungen der Vorinstanz zum Zustand des Beschwerdeführers hätte von sich aus "vorsorglich" Berufung anmelden müssen, ist weder ersichtlich noch vom Beschwerdeführer überzeugend begründet dargetan. Damit durfte die Vorinstanz eine gravierende Fehlleistung seiner damaligen amtlichen Verteidigerin verneinen und nicht von einer bewussten Irreführung des Beschwerdeführers oder einem zumindest nur schwer nachvollziehbaren Verhalten der Verteidigerin ausgehen. Als nicht überzeugend erweist sich in diesem Zusammenhang auch die Argumentation des Beschwerdeführers mit Bezug auf das Schreiben an seine ehemalige amtliche Verteidigerin vom 26. Oktober 2022. Er behauptet, dieses Schreiben lediglich eingereicht zu haben, um aufzuzeigen, dass er von Anfang an keine Massnahme gewollt habe und dies auch mehrfach zum Ausdruck gebracht habe. In einem solchen Fall sei im Zweifel stets ein Rechtsmittel zu ergreifen. Die Vorinstanz erwägt indes nachvollziehbar, die Verhältnisse hätten sich im Vergleich zum Urteilszeitpunkt am 30. Mai 2023 völlig anders dargestellt, weshalb aus dieser veralteten Korrespondenz nichts zu Gunsten des Beschwerdeführers abgeleitet werden könne. Im Übrigen bleibt anzumerken, dass allfällige Verfehlungen seiner ehemaligen amtlichen Verteidigerin bzw. allfällige Disziplinarmassnahmen gegen sie nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens bilden und damit auf die entsprechenden impliziten Vorbringen des Beschwerdeführers nicht einzugehen ist.