Citation: 5D_33/2017 E. 4.1

4.1. Im Scheidungsverfahren der Eheleute fanden verschiedene Verhandlungen statt: Zu erwähnen ist als Erstes die Einigungsverhandlung vom 20. August 2013; dieser schlossen sich die (Instruktions-) Verhandlung vom 27. November 2014 und die Hauptverhandlung vom 24. April 2015 an. Der Beschwerdeführer hatte im vorliegenden Verfahren betreffend Festsetzung der Entschädigung einen Zuschlag zur Grundentschädigung für die Verhandlung vom 27. November 2014 verlangt, den ihm die erste Instanz verweigerte. Das Obergericht führte dazu aus, die Verhandlung vom 27. November 2014 sei abgeordnet worden und wäre demnach auch zu entschädigen gewesen. Das Obergericht verwies indes auf seine publizierte Rechtsprechung vom 29. Juni 2015 (AGVE Nr. 53 S. 308 f), wonach dem unentgeltlichen Rechtsvertreter für die Einigungsverhandlung im Scheidungsverfahren kein Zuschlag gemäss § 6 Abs. 3 AnwT/AG zusteht, da die Grundentschädigung gemäss § 3 AnwT/AG für die Vertretung und Verbeiständung einer Partei in einem Scheidungsverfahren die Beratung und Vertretung im Schlichtungsverfahren einschliesse (§ 3 Abs. 1 AnwT/AG). Daraus zog es den Schluss, es seien nur Verhandlungen mit einem Zuschlag zu honorieren, die neben den in der Grundentschädigung enthaltenen und damit nicht zuschlagsberechtigten Einigungs- und Hauptverhandlung stattfinden. Für die Einigungsverhandlung habe daher entgegen der Auffassung der ersten Instanz kein Zuschlag ausgerichtet werden dürfen. Richtigerweise sei nur die Verhandlung vom 27. November 2014 mit einem Zuschlag gemäss § 6 Abs. 3 AnwT/AG zu honorieren gewesen. Diese Verhandlung sei wohl von kurzer Dauer gewesen, zumal die Gerichtspräsidentin sie lediglich zur Instruktion der Parteivertreter anberaumt habe. Im Ergebnis sei daher nicht zu beanstanden, dass für die im vorliegenden Verfahren durchgeführten Verhandlungen ein Zuschlag von insgesamt 20 % gewährt worden sei.