Citation: 4P.302/2005 20.02.2006 E. 5

Mit seinen Vorbringen vermag der Beschwerdeführer allenfalls aufzuzeigen, dass auch eine andere Lösung denkbar oder vielleicht sogar vorzuziehen wäre. Zur Begründung eines Willkürvorwurfes reichen sie dagegen nicht aus. 5.1 Zwar darf das Gericht in Fachfragen nicht ohne triftige Gründe von einem Gutachten abweichen und muss Abweichungen begründen (BGE 130 I 337 E. 5.4.2 S. 345 f.; 128 I 81 E. 2 S. 86). Angesichts der Tatsache, dass das Ergänzungsgutachten selbst zum Schluss kommt, die Entwicklung finde ihre Erklärung zumindest teilweise in der vermehrten Einbringung von unbudgetierten Leistungen und höheren Fallzahlpunkten bei einem Zusatzbudget sowie der Schliessung der Nachbarpraxis, ist aber die Annahme der Vorinstanz, neben diesen Faktoren hätte auch eine Mengenausweitung zu den guten Praxisresultaten geführt, nicht geradezu unhaltbar. Schliesslich kommt auch das Ergänzungsgutachten zum Schluss, die Steigerungstendenz bei der Praxis des Beschwerdeführers sei ausgeprägter als bei der Vergleichsgruppe. Wenn der Beschwerdeführer zwei einzelne Quartale am Anfang und am Ende der Vergleichsperiode herauspickt und vorbringt, er hätte die zwischen diesen Quartalen bestehende Differenz bei voller Arbeitskraft ohne Assistenten bewältigen können, lässt dies den angefochtenen Entscheid nicht willkürlich erscheinen. Massgeblich ist, ob die Entwicklung über die gesamte Vergleichsperiode betrachtet ohne Willkür auf eine Mengenausweitung schliessen lässt. 5.2 In Bezug auf die Fallwerte hält das Ergänzungsgutachten fest, aufgrund des neuen Datenmaterials sei immer noch zu erkennen, dass eine gewisse Ausweitung der erbrachten und abgerechneten Leistungen erfolgt sei. Auch insoweit vermag der Beschwerdeführer keine Willkür aufzuzeigen. 5.3 Daraus, dass gemäss Ergänzungsgutachten die Kurven der Praxis des Beschwerdeführers und diejenigen der Vergleichspraxen eine gewisse Parallelität aufweisen, kann der Beschwerdeführer nichts für sich ableiten, geht doch auch das Verwaltungsgericht davon aus, die Steigerung sei nicht ausschliesslich auf eine Mengenausweitung zurückzuführen. Daher konnte es ohne Willkür annehmen, die Parallelität ergebe sich aus den Tarifänderungen, welche nach Auffassung des Verwaltungsgericht zusammen mit der Praxisaufgabe zur Hälfte für die Umsatzsteigerung verantwortlich sind. 5.4 Dem Beschwerdeführer ist zuzugeben, dass gemäss dem ersten Gutachten die Beschäftigung von Assistenzärzten oder angestellten Ärzten grundsätzlich nicht zu einer Ausweitung der Praxis führen soll und dass gewisse Mechanismen bestehen, um Missbrauch vorzubeugen. 5.4.1 Für die Beschäftigung von Assistenten gibt es aber gemäss dem ersten Gutachten keine feste Grenze, ab der Massnahmen ergriffen werden, und auch bei angestellten Ärzten wird im Rahmen des Job-Sharing-Systems eine gewisse Steigerung toleriert (das Abrechnungsvolumen, das sich aus dem Mittelwert der letzten vier Abrechnungsquartale ergibt, darf um nicht mehr als 3% des durchschnittlichen Volumens der Fachgruppe überschritten werden, sonst wird die Abrechnung sachlich-rechnerisch berichtigt). 5.4.2 Überdies hat die Schliessung der Nachbarpraxis unzweifelhaft zu einer Erhöhung des Praxisumfangs geführt. Der Beschwerdeführer legt nicht dar, wie diese Zunahme zu einer Verbesserung des Praxisergebnisses führen konnte, wenn Mengenausweitungen in Praxen, die Ärzte oder Assistenten beschäftigen, Kürzungen zur Folge haben. Vor diesem Hintergrund erweist sich die Annahme, eine gewisse Steigerung sei auch unter Zuhilfenahme von Assistenzärzten zu erreichen, nicht als offensichtlich unhaltbar. 5.5 Indem das Verwaltungsgericht davon ausging, die statistisch belegten Umsatzsteigerungen seien nur zur Hälfte durch Tariferhöhungen und die Praxisaufgabe und zur anderen Hälfte durch eine Mengenausweitung zu erklären, hat es mithin von dem ihm nach Art. 42 Abs. 2 OR bei der Abschätzung des Schadens in tatsächlicher Hinsicht zustehenden Ermessen im Ergebnis keinen willkürlichen Gebrauch gemacht.