Citation: I 554/04 03.03.2005 E. 1.1

1.1.1 Gemäss Art. 110 Abs. 4 OG findet ein weiterer Schriftenwechsel nach Eingang von Beschwerde und Vernehmlassung nur ausnahmsweise statt. Ein solcher ist nach den Grundsätzen des rechtlichen Gehörs durchzuführen, wenn in der Vernehmlassung der Gegenpartei oder der Mitbeteiligten neue tatsächliche Behauptungen aufgestellt werden, deren Richtigkeit nicht ohne weiteres aktenkundig ist und die für die Entscheidung von wesentlicher Bedeutung sind (BGE 119 V 323 Erw. 1 mit Hinweisen). Wie das Bundesgericht im Urteil O. vom 19. August 2004, 1A.43/2004, erwogen hat, besteht auch nach der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR; vgl. insbesondere Entscheid F.R. gegen die Schweiz vom 28. Juni 2001, Nr. 37292/97, publiziert in: VPB 2001 Nr. 129 S. 1347 und ZBI 102/2001 S. 662) kein unbedingter Anspruch darauf, sich in jedem Fall zu den Vorbringen einer Gegenpartei zu äussern, denn dies hätte zur Folge, dass ein Schriftenwechsel gar nie geschlossen werden könnte. Überdies stünde ein solcher Anspruch in klarem Widerspruch zu anerkannten Prozessgrundsätzen, welche der prozessleitenden Behörde das Recht einräumen, den Schriftenwechsel abzuschliessen, wenn die Sache liquid ist, aber auch zu dem ebenfalls konventions- und verfassungsrechtlich garantierten Anspruch auf eine Beurteilung innert angemessener Frist (Art. 29 Abs. 1 BV; Art. 6 Ziff. 1 EMRK). Ein Recht, sich zu Eingaben einer Gegenpartei zu äussern, besteht nur, wenn diese nach pflichtgemässer Beurteilung der verfahrensleitenden Instanz neue und möglicherweise umstrittene rechtserhebliche Vorbringen enthalten. 1.1.2 Weder die Vernehmlassung des kantonalen Gerichts noch diejenige der IV-Stelle rechtfertigen die Durchführung eines zweiten Schriftenwechsels. Der Verfahrensantrag des Beschwerdeführers ist daher abzuweisen. 1.2 Soweit die Vorinstanz in ihrer Stellungnahme vom 25. Oktober 2004 die Akten "VI 020 (IV-Akten Bel. Nr. 1-11, IV-Akten Einspracheakten Bel. Nr. 12-13; 2 eingeholte Urteile)" erwähnt, handelt es sich dabei um die dem Beschwerdeführer bekannten Verfahrensakten sowie um zwei Entscheide des Verwaltungsgerichts des Kantons Luzern (Entscheide M.P. vom 28. Mai 2001, S 99 4, sowie A.V. vom 9. Oktober 2000, S 99 922), die das kantonale Gericht beizog, nachdem der Versicherte in seiner Beschwerde darauf Bezug genommen hatte. Auf eine nochmalige Zustellung der Akten kann daher verzichtet werden.