Citation: 5A_208/2024 E. 5.1

5.1. Gemäss Art. 299 Abs. 1 ZPO ordnet das Gericht wenn nötig die Vertretung des Kindes an und bezeichnet als Beiständin oder Beistand eine in fürsorgerischen und rechtlichen Fragen erfahrene Person. Diese Norm auferlegt dem Gericht, von Amtes wegen zu prüfen, ob dem Kind eine Vertretung zur Seite zu stellen ist. Dies ist insbesondere der Fall, wenn die Eltern unterschiedliche Anträge bezüglich der Zuteilung der elterlichen Sorge oder Obhut, wichtiger Fragen des persönlichen Verkehrs, der Aufteilung der Betreuung oder des Unterhaltsbeitrags stellen (Art. 299 Abs. 2 lit. a Ziff. 1 bis 5 ZPO). Unter Vorbehalt von Art. 299 Abs. 3 ZPO besteht aber selbst in diesem Fall lediglich eine Prüfungspflicht des Gerichts, auch wenn ein Elternteil die Vertretung beantragt. Die Anordnung einer Kindesvertretung ist damit keineswegs zwingend; die Bezeichnung einer Vertretung steht vielmehr im Ermessen des Gerichts (statt vieler Urteil 5A_403/2018 vom 23. Oktober 2018 E. 4.1.2). Die Einsetzung einer Kindesvertretung erweist sich grundsätzlich nur dann als notwendig, wenn sie dem Gericht effektiv zusätzliche Unterstützung und Entscheidhilfen bieten könnte bei der Frage, ob im jeweiligen Einzelfall das Kindeswohl eine bestimmte Regelung oder Massnahme erfordert oder einer solchen entgegensteht (BGE 142 III 153 E. 5.1.2).