Citation: 5A_845/2009 16.02.2010 E. 6

Damit stellt sich die Frage, ob das Obergericht die Einwände des Beschwerdegegners anderweitig als glaubhaft erachten durfte. In dieser Hinsicht macht die Beschwerdeführerin geltend, der angefochtene Entscheid verletze Art. 82 Abs. 2 SchKG, weil der Beschwerdegegner seine Einwände nicht belegt habe und das Obergericht sie deshalb nicht zu mindestens 50% als wahr habe ansehen dürfen. 6.1 Gemäss Art. 82 Abs. 2 SchKG sind Einwendungen, welche die Schuldanerkennung entkräften, durch den Betriebenen sofort glaubhaft zu machen. Glaubhaftmachen im Sinn dieser Bestimmung ist weniger als beweisen, aber mehr als behaupten; der Richter muss überwiegend geneigt sein, an die Wahrheit der vom Betriebenen geltend gemachten Umstände zu glauben (STAEHELIN, a.a.O., N. 87 zu Art. 82 SchKG). Der Betriebene braucht somit nicht die volle Überzeugung des Gerichts vom Vorhandensein der geltend gemachten Tatsachen herbeizuführen, sondern es genügt, wenn eine gewisse Wahrscheinlichkeit dafür spricht, auch wenn das Gericht noch mit der Möglichkeit rechnet, dass sie sich nicht verwirklicht haben könnten (vgl. GULDENER, Schweizerisches Zivilprozessrecht, 3. Aufl., S. 323 Fn. 27; KUMMER, Grundriss des Zivilprozessrechts, 4. Aufl., S. 135). 6.2 Vorliegend bestehen nicht die geringsten Anhaltspunkte für die Richtigkeit der Behauptung des Beschwerdegegners. Weder legte er Dokumente für den angeblich bereits 2004 erfolgten Verkauf der Liegenschaft vor noch machte er hierzu nähere Ausführungen, und insbesondere blieb die (ohnehin eher beiläufig erhobene) Behauptung, die Investitionen seien rückerstattet worden, unbelegt. Vor diesem Hintergrund ist nicht ersichtlich, inwiefern der Einwand als glaubhaft gemacht gelten könnte.