Citation: I 616/03 23.03.2005 E. 3

Streitig und zu prüfen ist einzig, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Umschulung auf eine neue Tätigkeit hat. 3.1 Die IV-Stelle verneinte einen Umschulungsanspruch damit, dass der Versicherte in seiner bisherigen Tätigkeit als Bauarbeiter, die er aus medizinischer Sicht nicht mehr ausüben kann, ein Erwerbseinkommen von Fr. 51'050.- erzielen könnte. Hingegen sei es ihm möglich, in einer angepassten Tätigkeit ein noch höheres Einkommen zu erreichen. Gemäss der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung 2000 erzielten Männer mit dem Anforderungsprofil 4 (einfache und repetitive Tätigkeiten; Hilfsarbeiter) einen durchschnittlichen Verdienst von Fr. 55'644.-. Ohne Belang sei der Umstand, dass der Versicherte ein Diplom aus Jugoslawien eingereicht habe. Das kantonale Gericht erwog, hinsichtlich des Valideneinkommens sei das jugoslawische Diplom als "Planzeichner" ohne Bedeutung, da der Beschwerdeführer dieses vor mehr als 20 Jahren erworben und nach seinem eigenen Bekunden diesen Beruf gar nie ausgeübt habe, sondern in seiner Heimat als Gemischtwarenhändler seinen Unterhalt bestritten habe. Allerdings könnte beim Erwerbseinkommen in der Schweiz zu Gunsten des Versicherten ein 13. Monatslohn hinzugerechnet werden, wodurch sich dieses auf Fr. 55'304.- erhöhen würde. Dies entspreche ungefähr dem Tabellenlohn eines Hilfsarbeiters für das Jahr 2000 (Fr. 4437.- : 40 x 41,8 x 12). Selbst wenn dem Beschwerdeführer bei der Ausführung angepasster leichter Arbeiten ein leidensbedingter Abzug von maximal 10 % gewährt würde, resultierte ein Invalideneinkommen von Fr. 50'076.-, was einem Invaliditätsgrad von 9,5 % entspräche. Aus der Gegenüberstellung der hypothetischen Vergleichseinkommen ergebe sich, dass der Beschwerdeführer gesundheitsbedingt keine, jedenfalls keine anspruchsbegründende Erwerbseinbusse erleide, weshalb kein Anspruch auf Umschulung bestehe. Gemäss der ärztlichen Beurteilung sei der Beschwerdeführer zwar nicht mehr in der Lage, seine bisherige Tätigkeit auszuüben, hingegen sei er hinsichtlich einer angepassten, körperlich leichten Tätigkeiten ohne Heben und Stossen von schweren Lasten zu 100 % arbeitsfähig. Angesichts dieser medizinischen Umstände und der Ausbildung sowie der bisherigen beruflichen Tätigkeit bedürfe er keiner beruflichen Eingliederungsmassnahmen. 3.2 Der Beschwerdeführer stellt sich auf den Standpunkt, er verfüge über eine Ausbildung als Bauzeichner und dürfe deshalb nicht einfach in die anonyme Masse der Hilfsarbeiter abgeschoben werden. Er habe Anspruch, entsprechend seiner Fähigkeiten umgeschult zu werden. Da er die deutsche Sprache wenig beherrsche und aus ganz anderen sozio-kulturellen Verhältnissen stamme, sei er nicht im Stande, ohne Hilfe der IV sich selbst umzuschulen, sich weiterzubilden und eine angemessene Stelle zu finden. Er habe Anspruch auf eine angemessene berufliche Tätigkeit, mindestens auf dem Niveau eines Bauzeichners oder eines selbstständigen Kaufmannes und nicht eines Hilfsarbeiters. Eine derartige Diskriminierung von Ausländern sei unzulässig.