Citation: 4A_454/2019 E. 3.1

3.1. In der Begründung der vermeintlich rechtlichen Rüge bezieht sich die Beschwerdeführerin jedoch auf die Erwägungen der Vorinstanz zum tatsächlichen Konsens; sie gesteht mithin selbst ein, die Erwägungen im angefochtenen Urteil zum tatsächlichen Konsens im Rahmen einer rechtlichen Rüge zu kritisieren, da die Vorinstanz "viele Aspekte, welche nicht bei der Feststellung eines übereinstimmenden tatsächlichen Parteiwillens, sondern bei der Prüfung des Vorliegens eines normativen Konsenses zu prüfen gewesen wären," abgehandelt habe. Die Beschwerdeführerin beschränkt sich indessen auf diesen pauschalen Vorwurf, ohne im Einzelnen aufzuzeigen, welche Aspekte ihrer Ansicht nach einzig im Rahmen der Bestimmung eines normativen Konsenses hätten geprüft werden sollen. Inwiefern die vorinstanzliche Vorgehensweise zu beanstanden wäre, ist im Übrigen auch nicht ersichtlich. So stellte die Vorinstanz in einem ersten Schritt den tatsächlichen Willen der Vertragsparteien fest, wofür sie den TU-Vertrag sowie die darin zum Vertragsbestandteil erklärten Dokumente nach deren Wortlaut und den gesamten Umständen eingehend untersuchte. Nachdem sie keiner der im Recht liegenden und zum Vertragsverständnis relevanten Urkunden einen ausdrücklichen oder impliziten Konsens hinsichtlich einer Zusicherung der Nutzungsmöglichkeit der gesamten Baufläche als Verkaufsfläche entnehmen konnte und ihrer Ansicht nach auch das nachträgliche Parteiverhalten nicht hierauf schliessen liess, verzichtete sie auf die Abnahme weiterer Beweismittel und schritt zur Bestimmung eines allfälligen vertrauenstheoretischen Konsenses. Hiermit beachtete die Vorinstanz den Grundsatz, wonach mittels Vertragsauslegung in erster Linie der übereinstimmende wirkliche Wille der Parteien festzustellen ist (vgl. Art. 18 Abs. 1 OR; Urteil 4A_652/2017 vom 24. August 2018 E. 5.1.1). Sie berücksichtigte zudem, dass für das tatsächliche Verständnis der Erklärung nicht allein der Wortlaut massgebend ist, sondern dass die gesamten Umstände, unter denen sie abgegeben wurde, den inneren Willen der erklärenden Partei indizieren (BGE 142 III 239 E. 5.2.1), weshalb namentlich auch aus dem nachträglichen Verhalten geschlossen werden kann, was die Partei mit ihrer Erklärung tatsächlich wollte (BGE 144 III 93 E. 5.2.2 f.; 143 III 157 E. 1.2.2; 140 III 86 E. 4.1). Erst als sich kein übereinstimmender wirklicher Parteiwille gemäss dem Verständnis der Beschwerdeführerin feststellen liess, legte die Vorinstanz die Erklärungen der Parteien nach dem Vertrauensprinzip so aus, wie sie nach ihrem Wortlaut und Zusammenhang sowie den gesamten Umständen verstanden werden durften und mussten (vgl. Art. 18 Abs. 1 OR). Die Vorinstanz ging entgegen der Behauptung der Beschwerdeführerin methodisch einwandfrei vor.