Citation: 2C_823/2021 E. 4.3

4.3. Der Beschwerdeführer macht demgegenüber geltend, er lebe seit über 30 Jahren in der Schweiz, wo er seine gesamte schulische und berufliche Ausbildung absolviert habe. Heute arbeite er als qualifiziert ausgebildete Person im Elektrobereich, wo im Markt eine hohe Nachfrage bestehe. Zudem würden seine einzigen Familienangehörigen und seine Freunde in der Schweiz leben. Damit sei er, entgegen der Ansicht der Vorinstanz, sowohl beruflich als auch sprachlich und familiär sowie sozial tief integriert in der Schweiz, sodass sein privates Interesse am Verbleib sehr hoch sei. Demgegenüber wiege das öffentliche Interesse an seiner Wegweisung nicht schwer, zumal seine tatsächliche Verschuldung viel tiefer liege als im Betreibungsregister verzeichnet. Den Widerruf der Niederlassungsbewilligung und die Wegweisung einzig wegen Ausständen bei der Krankenkasse zu verfügen, sei offensichtlich nicht verhältnismässig und verletze Art. 8 EMRK. Deshalb, und weil er nie in schwerwiegender Weise gegen die öffentliche Ordnung verstossen und auch nie Sozialhilfe bezogen habe, sprächen keine öffentlichen Interessen gegen seinen Verbleib in der Schweiz. Seine Schulden könne er zudem nur bei einem Verbleib abbauen. Schliesslich sei die Türkei für ihn ein fremdes Land mit einem ihm nicht bekannten System. Seine einzige Verwandte dort, seine älteste Schwester, sei nicht in der Lage, ihn zu unterstützen.