Citation: 5A_412/2015 E. 8.2

8.2. Die vorinstanzliche Beurteilung ist nicht zu beanstanden. Gilt es darüber zu entscheiden, welchem Elternteil das Sorgerecht übertragen wird, hat das Wohl des Kindes nach der Rechtsprechung Vorrang vor allen anderen Überlegungen, insbesondere vor den Wünschen der Eltern (BGE 136 I 178 E. 5.3 S. 180 f.). Soweit der Beschwerdeführer die Erziehungsfähigkeit der Beschwerdegegnerin in Abrede stellt, kommt er vor Bundesgericht nicht gegen den angefochtenen Entscheid auf (E. 6). Mithin steht fest, dass sowohl der Beschwerdeführer als auch die Beschwerdegegnerin für die alleinige Ausübung der elterlichen Sorge in Frage kommen. In diesem Fall ist die Aussicht auf Stabilität in den örtlichen und familiären Verhältnissen von besonderer Bedeutung (zum Ganzen Urteil 5A_720/2013 vom 4. März 2014 E. 2 mit Hinweisen). Der Vorinstanz ist im Ergebnis darin beizupflichten, dass diese Aussicht deutlich besser ist, wenn die alleinige elterliche Sorge der Beschwerdegegnerin übertragen wird. Mit ihr zusammen haben die Kinder ihr ganzes bisheriges Leben verbracht, die letzten sechs Jahre ohne den Beschwerdeführer. Für Verschuldensüberlegungen, wie sie der Beschwerdeführer anstellt, ist bei der Zuteilung der elterlichen Sorge und Obhut kein Platz, sieht man davon ab, dass auch die so genannte Bindungstoleranz in den Entscheid einfliessen kann (vgl. Urteil 5A_138/2012 vom 26. Juni 2012 E. 3-5). Die Tatsache, dass die Beschwerdegegnerin im Jahr 2009 gegen den Willen des Beschwerdeführers in den Kanton Wallis gezogen ist und den Beschwerdeführer vor vollendete Tatsachen gestellt hat, ist daher ohne Belang. Ebenso wenig spielt eine Rolle, dass der vom Beschwerdeführer kritisierte Wegzug der Beschwerdegegnerin mit den Mitteln des neuen Rechts möglicherweise hätte verhindert werden können (Art. 301a Abs. 2 ZGB). Allein daraus folgt kein Anspruch des Beschwerdeführers darauf, die im Jahr 2009 erfolgte Verlegung des Wohnorts der Kinder in den Kanton Wallis rückgängig zu machen.