Citation: 5A_827/2023 E. 7.2

7.2. Bei der Bemessung des Unterhaltsbeitrags ist bei allen Matrimonialsachen grundsätzlich vom tatsächlich erzielten Einkommen des Unterhaltspflichtigen auszugehen. Soweit dieses Einkommen allerdings nicht ausreicht, um den ausgewiesenen Bedarf zu decken, kann ein hypothetisches Einkommen angerechnet werden, sofern dieses zu erzielen zumutbar und möglich ist (BGE 143 III 233 E. 3.2; 137 III 118 E. 2.3). Dem hauptbetreuenden Elternteil - hier der Mutter - ist die Aufnahme oder Ausdehnung der Erwerbstätigkeit nach Massgabe des Schulstufenmodells dabei im Normalfall ab der obligatorischen Beschulung des jüngsten Kindes zu 50 %, ab dessen Eintritt in die Sekundarstufe I zu 80 % und ab Vollendung von dessen 16. Altersjahr im Vollzeiterwerb zuzumuten (BGE 144 III 481 E. 4.7.6; Urteil 5A_382/2021 vom 20. April 2022 E. 7.3.1.2, nicht publiziert in: BGE 148 III 353, aber in: FamPra.ch 2022 S. 732). Von dieser Richtlinie kann das Gericht aufgrund pflichtgemässer Ermessensausübung im Einzelfall abweichen. So kann beispielsweise Berücksichtigung finden, dass bei vier Kindern die verbleibende ausserschulische Betreuungslast (Aufgabenhilfe, Vorkehrungen im Krankheitsfall, Kindergeburtstage, Hilfestellung bei der Ausübung von Hobbys etc.) deutlich grösser als bei nur einem Kind und damit eine Erwerbstätigkeit im vorgenannten Umfang allenfalls nicht zumutbar ist (BGE 144 III 481 E. 4.7.9; Urteil 5A_378/2021 vom 7. September 2022 E. 8.3.1).