Citation: I 156/03 11.07.2003 E. 3

Zu prüfen bleibt, ob die erwerblichen Auswirkungen der gesundheitsbedingten Verminderung des Leistungsvermögens ein Ausmass erreichen, das Anspruch auf eine Invalidenrente zu begründen vermag. 3.1 Nach der Rechtsprechung sind für den Einkommensvergleich die Verhältnisse im Zeitpunkt des Beginns eines allfälligen Rentenanspruchs massgebend; Validen- und Invalideneinkommen sind dabei auf zeitidentischer Grundlage zu erheben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen (BGE 128 V 174). Gestützt auf das internistisch-rheumatologische Gutachten vom 28. September 2001 ist davon auszugehen, dass die gesundheitliche Behinderung seit dem ersten Herzinfarkt von Ende Dezember 1999 besteht. Gemäss Art. 29 Abs. 1 lit. b und Abs. 2 IVG fällt ein allfälliger Rentenbeginn daher in den Monat Dezember 2000. Spätere entscheidrelevante Tatsachen ergeben sich weder aus den Akten, noch werden solche vom Beschwerdeführer - der von einer Berechnung gestützt auf Vergleichseinkommen aus dem Jahre 2002 ausgehen will - angeführt. 3.2 Hinsichtlich des hypothetischen Einkommens ohne Invalidität (Valideneinkommen) ist von den Gegebenheiten während des letzten Arbeitsverhältnisses auszugehen (vgl. BGE 126 V 76 Erw. 3a; AHI 2000 S. 302 Erw. 3a). Die Vorinstanz legte dem Valideneinkommen gestützt auf die Angaben im Fragebogen für den Arbeitgeber vom 11. Oktober 2000, ausgehend vom dort genannten monatlichen Einkommen von Fr. 5355.-, einen Jahreslohn von Fr. 69'615.- (Fr. 5355.- x 13) zugrunde. Nach Auffassung des Versicherten wird damit dem Umstand nicht Rechnung getragen, dass er im Jahr 1997 1803, im Jahr 1998 1852.5 und im Jahr 1999 1949 Arbeitsstunden und somit mehr als die eigentliche Jahresarbeitszeit von 1790 Stunden (221 Arbeitstage x 8.1 Stunden) geleistet hat. Dem ist vorerst entgegenzuhalten, dass sich bei einer 5-Tage-Woche die Anzahl Arbeitstage auf 21.75 im Monat oder 261 (Ferien und bezahlte Feiertage inbegriffen) im Jahr beläuft (365 Tage / 52 Sonntage / 52 Samstage = 261 Tage : 12 = 21.75; vgl. AHI 2000 S. 302 Erw. 3a) und nicht auf 221 Arbeitstage, wie in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde - ohne nähere Begründung - angeführt wird. Bei 261 Arbeitstagen resultiert eine Jahresstundenzahl von 2114 Stunden (8.1 Stunden x 261). Massgebend für die Berücksichtigung von Überstunden ist, ob die versicherte Person aufgrund ihrer konkreten erwerblichen Situation und ihres tatsächlichen Arbeitseinsatzes mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ein Zusatzeinkommen zufolge Überstundenarbeit hätte erzielen können (RKUV 1989 Nr. U 69 S. 181 Erw. 2c). Ein solcher Zusatzverdienst ist mit Bezug auf die bisherige Tätigkeit des Beschwerdeführers nicht rechtsgenüglich nachgewiesen. Die durchschnittliche Arbeitszeit des Versicherten vor Eintritt der Behinderung wird von der Arbeitgeberin auf 8.1 Stunden an 5 Tagen pro Woche beziffert. Aus der Jahresstundenangabe allein kann nicht auf ein Zusatzeinkommen aus Überstunden geschlossen werden. Wenn der 13. Monatslohn dem normalen Monatslohn entspricht, hätte der Versicherte nämlich im Jahre 1999 bei normaler Arbeitszeit Fr. 68'287.- (Fr. 5252.90 x 13) verdienen müssen. Der effektiv erzielte Lohn bei 1949 Arbeitsstunden wurde von der Arbeitgeberin jedoch mit Fr. 66'564.75 angegeben. Die in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde erstmals geltend gemachten Baustellen- und Chauffeurzulagen werden von der Arbeitgeberin im Fragebogen nicht erwähnt. Einen Lohnausweis als Beleg für allenfalls ausgerichtete Zulagen reicht der Beschwerdeführer nicht ein. Vielmehr begnügt er sich mit einer allgemein gehaltenen Aktennotiz über eine telefonische Besprechung mit dem Lohnbüro der ehemaligen Arbeitgeberin, was in beweismässiger Hinsicht angesichts der ihm obliegenden Mitwirkungspflicht (BGE 117 V 263 Erw. 3b) nicht zu genügen vermag. Wenn die Vorinstanz bei diesen Gegebenheiten für das Jahr 2000 von einem Einkommen von Fr. 69'615.- ausgegangen ist, lässt sich dies daher nicht beanstanden. 3.3 Beim Invalideneinkommen stützte sich die IV-Stelle auf drei Profile aus der internen Arbeitsplatzdokumentation (DAP). Dabei handelte es sich um Kontrollarbeiten in einem Industriebetrieb (DAP Nr. 4771), eine Tätigkeit als Staplerfahrer (DAP Nr. 2697) sowie eine Tätigkeit als Produktionsmitarbeiter (DAP 4251). Die Verwaltung hat für das Jahr 2000 auf einen Durchschnittswert von Fr. 54'690.- abgestellt. Die Vorinstanz hat diese Berechnung bestätigt und zusätzlich eine Plausibilitätsprüfung aufgrund der vom Bundesamt für Statistik ermittelten Löhne gemäss der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) 2000 vorgenommen. Dabei ist sie nach Tabelle TA 1 vom monatlichen Bruttolohn (Zentralwert) für einfache und repetitive Tätigkeiten von Männern von Fr. 4437.- im Monat ausgegangen, was umgerechnet auf eine durchschnittliche Arbeitszeit von 41.8 Stunden einem Jahreseinkommen von Fr. 55'644.- entspricht. Sodann stellte sie fest, dass selbst bei einem Abzug von 15 % vom Tabellenlohn (vgl. dazu BGE 126 V 78 Erw. 5) ein Invalideneinkommen von Fr. 46'486.50 resultiert und sich daraus, verglichen mit dem Valideneinkommen von Fr. 69'615.-, ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von 33.25 % ergibt. Insoweit der Beschwerdeführer dafür hält, seine Restarbeitsfähigkeit sei nicht verwertbar, ist dies unbegründet, da die ihm zumutbaren Tätigkeiten einerseits Gegenstand von Angebot und Nachfrage auf dem ihm offen stehenden Arbeitsmarkt sind (vgl. BGE 110 V 276 Erw. 4b; ZAK 1991 S. 320 Erw. 3b) und der Versicherte anderseits in deren Ausübung nicht derart eingeschränkt ist, dass eine Beschäftigung nur unter nicht realistischem Entgegenkommen des Arbeitgebers möglich wäre (ZAK 1991 S. 320 Erw. 3b, 1989 S. 321 Erw. 4a).