Citation: K 88/03 28.05.2004 E. 3

3.1 Bezüglich Leistungspflicht der obligatorischen Krankenpflegeversicherung für zahnärztliche Behandlungen ist vorerst darauf hinzuweisen, dass der Gesetzgeber anlässlich der KVG-Revision per 1. Januar 1996 nichts am Grundsatz geändert hat, wonach die zahnärztlichen Behandlungen im Allgemeinen nicht von der obligatorischen Krankenpflegeversicherung zu decken sind (BGE 124 V 185). Die in Art. 17-19 KLV erwähnten Erkrankungen, welche von der obligatorischen Krankenpflegeversicherung zu übernehmende zahnärztliche Behandlungen bedingen, sind - wie in Erw. 1.1 erwähnt - abschliessend aufgezählt (BGE 129 V 83 Erw. 1.3 und 279 Erw. 3.2). Damit eine Leistungspflicht bejaht werden kann, muss eine solche Erkrankung mit dem im Sozialversicherungsrecht erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. 3.2 Zu prüfen ist im konkreten Fall das Vorliegen einer juvenilen, progressiven Parodontitis gemäss Art. 17 lit. b Ziff. 2 KLV. 3.2.1 Zum Nachweis der erwähnten Erkrankung legt die Beschwerdeführerin zwei Arztberichte auf, nämlich das Zeugnis des Dr. med. dent. P.________ vom 4. Januar 1990 und den medizinischen Bericht des Dr. med. dent. E.________ vom 22. Februar 2002. Während ersterer sich auf die Feststellung einer schweren aktiven lokalisierten juvenilen Parodontitis beschränkt, wird in zweiterem ausgeführt, zahnärztlicher Befund und Röntgenbilder liessen diese Diagnose als gesichert erscheinen. Der Vertrauenszahnarzt der Beschwerdegegnerin legt demgegenüber dar, die juvenile Parodontitis zeichne sich durch eine besondere Zusammensetzung der parodontalen krankheitsverursachenden Bakterien aus, wobei vor allem das Bakterium Actinobazillus actinomycetem comitans eine entscheidende Rolle einnehme. Zudem mache diese Erkrankung ganz typische röntgenologisch gut sichtbare parodontale Einbrüche an den 6-Jahresmolaren und an den zentralen Incisivi in der Unter- und Oberkieferfront. Ohne Röntgenstatus und aktuellen Taschenindex sowie ohne Bakterienanalyse könne zur Verdachtsdiagnose der juvenilen Parodontitis nicht Stellung genommen werden. Der behandelnde Zahnarzt bestätigt in einem von der Beschwerdeführerin aufgelegten medizinischen Bericht vom 10. Juli 2003, dass für eine definitive Diagnose der klinische Verlauf sowie das charakteristische Muster von Knochenverlust im Röntgenbild erforderlich sind. Bezüglich Bakterienanalyse macht er geltend, einerseits komme das Bakterium Actinobazillus actinomycetem comitans nur in etwa 90 % der Fälle juveniler Parodontitis vor, anderseits seien bei diesem Krankheitsprozess auch Capnocytophaga und Mycoplasma beteiligt. 3.2.2 Gestützt auf die vorhandenen medizinischen Unterlagen können das Vorliegen einer juvenilen, progressiven Parodontitis und damit die Frage der Leistungspflicht der obligatorischen Krankenpflegeversicherung nicht beurteilt werden. Die blossen Diagnosenstellungen der Dres. med. dent. P.________ und E.________ erfüllen die in Erw. 1.3 dargelegten Anforderungen an einen Arztbericht nicht und vermögen mangels näherer Angaben und Unterlagen sowie in Anbetracht der Einwendungen des Vertrauenszahnarztes der Beschwerdegegnerin das Vorhandensein der Erkrankung nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachzuweisen. Wie die Vorinstanz zutreffend ausgeführt hat, ist es grundsätzlich Sache des Versicherungsträgers, die notwendigen Abklärungen einzuholen, wobei die Parteien Mitwirkungspflichten tragen. Die Rückweisung an die Beschwerdegegnerin zur Einholung der erforderlichen Unterlagen und Auskünfte ist daher zu Recht erfolgt, wobei vorliegend nicht abschliessend beantwortet werden kann, ob bereits die Röntgenbilder genügend Aufschluss geben werden oder ob weitergehende Abklärungen erforderlich sind.