Citation: 9C_602/2021 E. 3.2.2

3.2.2. Die Beurteilung der Vorinstanz, wonach bereits der Liquorbefund vom 10. Januar 2017 mit dem Hinweis auf eine monoklonale Gammopathie in medizinischer Hinsicht relevant sein soll, entbehrt einer (fach-) ärztlichen Einschätzung als Grundlage. Zwar wirft dieser Befund tatsächlich Fragen hinsichtlich seiner Relevanz und damit auch dem vom Experten festgesetzten Zeitpunkt der vollständigen Arbeitsunfähigkeit in leidensangepasster Tätigkeit auf. Diese schlüssig zu beantworten obliegt jedoch einem Mediziner, insbesondere dem neurologischen Experten selbst, und nicht dem kantonalen Gericht. Diesbezüglich rügt die Beschwerdeführerin zu Recht, dass die Vorinstanz in Verletzung ihrer Untersuchungspflicht (E. 2.2.2 hiervor) auf Rückfragen an den Experten verzichtet hat. Weiterungen erübrigen sich. Die Beschwerde ist begründet. Die Sache ist an die Vorinstanz zurückzuweisen. Diese hat mittels Rückfragen an Dr. med. B.________ vom BEGAZ zu klären, wie sich die Arbeitsfähigkeit in leidensangepasster Tätigkeit ab 2015 entwickelt hat. Diesbezüglich wird der Experte insbesondere zur Relevanz des Liquorbefunds vom 10. Januar 2017, aber auch sämtlicher früherer Laborbefunde, Stellung zu nehmen haben. Weiter wird er den Arbeitsfähigkeitsverlauf bei dieser Gelegenheit auch explizit im Lichte (allfälliger) bereits früher, insbesondere aber ab 2015 geklagter und mit dem Stiff-Man-Syndrom in Einklang stehender Beschwerden zu begründen haben. Nach allfälligen weiteren Abklärungen wird sodann neu über den Anspruch des Beschwerdegegners auf eine Invalidenrente im vorliegend strittigen Zeitraum zu entscheiden sein.