Citation: 1C_147/2021 E. 6.4.3

6.4.3. Zu Recht hat die Vorinstanz darauf hingewiesen, dass sich Menschenansammlungen vor, während und nach der Landsgemeinde nicht verhindern liessen. Nachvollziehbar ist auch ihre Überlegung, wonach die Immunität in der Bevölkerung nicht ausreiche, die Verbreitung der Virusvariante B.1.1.7 einzudämmen, zumal absehbar war, dass die Impfung der Bevölkerung gegen Covid-19 bis Ende April 2021 noch nicht weit fortgeschritten war. Die Vorinstanz durfte davon ausgehen, die Durchführung der Landsgemeinde Ende April 2021 mit der erwartet grossen Teilnehmerzahl von mehreren Tausend Personen sei wegen der Gefährlichkeit des Covid-19-Virus (vgl. dazu BGE 147 I 450 E. 3.3) und der vermuteten epidemiologischen Entwicklung mit einem hohen Gesundheitsrisiko verbunden. In diesem Zusammenhang ist daran zu erinnern, dass der Bundesrat Veranstaltungen von wenigen Ausnahmen abgesehen (vgl. E. 5.3 hiervor) am 11. Dezember 2020 bundesweit grundsätzlich ganz verboten hat (Covid-19-Verordnung besondere Lage 2020 in der Fassung vom 11. Dezember 2020 [AS 2020 5377]) und dass auch Ende April 2021 die an Veranstaltungen zulässige Personenzahl immer noch stark beschränkt war, nämlich auf maximal 15 Teilnehmer bzw. bei Veranstaltungen vor Publikum auf maximal 50 Personen in Innenbereichen und auf maximal 100 Personen in Aussenbereichen (Covid-19-Verordnung besondere Lage 2020 in der Fassung vom 14. April 2021 [AS 2021 213]). Die für die Landsgemeinde erwartete Teilnehmerzahl von mehreren Tausend Personen übersteigt diese Zahlen um ein Vielfaches.