Citation: 1P.670/1999 26.01.2000 E. 3

3.- Das Obergericht hat den vom Beschwerdeführer in Rechnung gestellten Zeitaufwand um 355 Minuten (70 + 185 + 100 Minuten) gekürzt, da es sich dabei um nicht ausgewiesenen oder mandatsfremden Aufwand handle. a) Der Beschwerdeführer kritisiert die vom Obergericht vorgenommenen Kürzungen von insgesamt 935 Minuten nur im Umfang von 865 Minuten (staatsrechtliche Beschwerde Ziff. 19 S. 20). Er anerkennt sie damit stillschweigend im Umfang von 70 Minuten. Es handelt sich dabei ums eine Kontakte mit einer Versicherung und einer Leasingfirma, die vom Obergericht als mandatsfremd beurteilt wurden. b) Der Beschwerdeführer stellte einen Zeitaufwand von 850 Minuten für Besprechungen und Telefonate mit der Mutter, dem Bruder, dem Onkel und der Verlobten seines Mandanten in Rechnung. Er begründete diesen Aufwand im Wesentlichen damit, dass er die teilweise aus Süditalien angereisten, verzweifelten und mit unserem Rechtssystem nicht vertrauten Verwandten über das Strafverfahren habe informieren müssen. Ausserdem habe er über das Umfeld seines Mandanten, der von den Untersuchungsbehörden jedenfalls zeitweise in Zusammenhang mit der kalabresischen Mafia gebracht worden sei, sachdienliche Informationen eingeholt. Das Obergericht anerkannte im angefochtenen Entscheid, dass der Beschwerdeführer unter den gegebenen Umständen in pflichtgemässer Ausführung seines Mandates als Pflichtverteidiger in einem gewissen Umfang die nächsten Angehörigen seines Mandanten über das Verfahren informieren musste. Es beanstandete auch nicht grundsätzlich, dass der Beschwerdeführer eigene Ermittlungen über das Umfeld seines Mandanten tätigte. Es fand indessen seine Bemühungen würden den Rahmen des Mandates sprengen, seien übertrieben oder nicht ausgewiesen und kürzte den verrechenbaren Zeitaufwand um einen Drittel (185 + 100 Minuten). So hielt es ihm namentlich vor, er hätte für die Aufrechterhaltung des Kontaktes mit der Familie eine Kontaktperson bestimmen können, was eine kostengünstigere Mandatsführung ermöglicht hätte. Was der Beschwerdeführer dagegen vorbringt, ist nicht geeignet, diesen Abzug als geradezu willkürlich erscheinen zu lassen. Die Überlegung des Obergerichts, der Beschwerdeführer hätte ein Familienmitglied als Kontaktperson bestimmen und in der Folge nur mit dieser verkehren sollen, mutet zwar in der Tat etwas theoretisch an. Es ist indessen nicht offensichtlich unhaltbar, davon auszugehen, der Beschwerdeführer habe bei der Information der nächsten Familienangehörigen und seinen Ermittlungen im privaten Umfeld seines Mandanten einen übertriebenen Aufwand betrieben und dabei den Rahmen einer kostenschonenden Mandatsführung gesprengt. Der Beschwerdeführer legt jedenfalls nicht dar (Art. 90 Abs. 1 lit. b OG), inwiefern das mit den kantonalen Verhältnissen und allenfalls dem Wirken des Beschwerdeführers besser als das Bundesgericht vertraute Obergericht den ihm zustehenden grossen Ermessensspielraum überschritten haben soll, indem es die Aufwendungen des Beschwerdeführers als teilweise nicht ausgewiesen oder mandatsfremd beurteilte. Die Beschwerde ist in diesem Punkt unbegründet, soweit auf sie einzutreten ist.