Citation: U 175/00 10.11.2000 E. 3

3.- Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin ist im vorliegenden Fall angesichts des augenfälligen Geschehensablaufs mit der Vorinstanz und in Einklang mit vergleichbaren Ereignissen (nicht veröffentlichtes Urteil T. vom 22. Oktober 1991, U 104/90) von einem leichten Unfall auszugehen: Die als Krankenschwester tätige Versicherte wurde zu einer schnellen körperlichen Reaktion gezwungen, um eine von ihr betreute Patientin vor einem Sturz auf den Boden zu bewahren, was zu einer Lumboischialgie führte. Bei derartigen Ereignissen ist die Adäquanz des Kausalzusammenhangs zwischen Unfall und psychischen Gesundheitsstörungen in der Regel ohne weiteres zu verneinen. Aufgrund der allgemeinen Lebenserfahrung, aber auch unter Einbezug unfallmedizinischer Erkenntnisse darf davon ausgegangen werden, dass ein banaler bzw. leichter Unfall nicht geeignet ist, einen invalidisierenden psychischen Gesundheitsschaden zu verursachen. Hier mangelt es dem Unfallereignis offensichtlich an der erforderlichen Schwere, welche allgemein geeignet wäre, zu einer psychischen Fehlentwicklung beispielsweise in Form einer reaktiven Depression zu führen. Es ist eine Erfahrungstatsache, dass bei dieser Gruppe von Unfällen wegen der Geringfügigkeit des Unfallereignisses auch der psychische Bereich nur marginal tangiert wird. Treten entgegen jeder Voraussicht dennoch nennenswerte psychische Störungen auf, so sind diese mit Sicherheit auf unfallfremde Faktoren zurückzuführen, wie z.B. die ungünstige konstitutionelle Prädisposition. Unter solchen Umständen ist der Unfall nur eine Schein- oder Gelegenheitsursache für die psychischen Störungen (BGE 115 V 139 Erw. 6a). Ein Grund, trotz Vorliegens eines leichten Unfalles die Adäquanzbeurteilung in Anwendung der von der Rechtsprechung für mittelschwere Unfälle entwickelten Kriterien (BGE 115 V 140 Erw. 6c/aa) vorzunehmen, ist nicht gegeben. Ein Ausnahmefall in dem Sinne, dass die unmittelbaren körperlichen Unfallfolgen eine psychische Fehlentwicklung nicht mehr als offensichtlich unfallunabhängig erscheinen lassen, liegt nicht vor (nicht veröffentlichtes Urteil S. vom 6. Juli 1993, U 93/91; vgl. auch RKUV 1998 Nr. U 297 S. 243). Auf Aktenergänzungen, namentlich die Einholung zusätzlicher ärztlicher Auskünfte, ist zu verzichten, da der rechtserhebliche medizinische Sachverhalt umfassend abgeklärt ist und von weiteren Beweismassnahmen keine neuen Erkenntnisse erwartet werden können.