Citation: 6B_393/2017 E. 2.2

2.2. Für das Bundesgericht massgebend ist der vorinstanzlich festgestellte Sachverhalt (Art. 105 Abs. 1 BGG). Auszugehen ist von der Rechtsprechung, dass unabhängig vom konkreten Verwirklichungswillen auf die Wirkung der Drohung gegenüber dem Drohungsempfänger abzustellen ist. Tathandlung bildet, den Empfänger der Drohung in Schrecken oder Angst zu versetzen. Der Täter muss nicht die Absicht haben, die Drohung tatsächlich in die Tat umzusetzen. Der Bedrohte muss eine ernste, naheliegende Besorgnis haben, dass die angedrohte Straftat verwirklicht wird. Dem zuständigen Richter kommt für die Beurteilung der Verwirklichungschancen der Drohung ein grosser Ermessensspielraum zu, wobei er die gesamten Umstände im konkreten Fall zu berücksichtigen hat (BGE 137 IV 258 E. 2.6 und 2.7). Die Vorinstanz stellt fest, die Drohung sei durch die nonverbale Handlung des Würgens und demnach in der Form des physischen Angriffs erfolgt. Der Beschwerdeführer habe durch das Würgen mit der Verübung eines Verbrechens gegen das Rechtsgut Leib und Leben gedroht und einen schweren Nachteil bzw. den zukünftigen Tod in Aussicht gestellt. Er habe denn auch nicht bestritten, dass die Geschädigte grosse Angst gehabt habe. Indem er die Geschädigte gewürgt habe, "wollte er sie derart in Angst versetzen, dass sie aufhört zu schreien" (Urteil S. 15). Die Wortwahl der Vorinstanz wird einsichtig angesichts des in der Anklageschrift (S. 5) dargestellten Sachverhalts, den die Vorinstanz mit der Erstinstanz als erstellt erachtet (Urteil S. 7) : Der Beschwerdeführer sass da und schrie ohne ersichtlichen Grund vor sich hin, sagte: "Jetzt langt's miar", sprang auf und ging auf die Geschädigte zu, die vor einer Hauswand stand, eine Zigarette rauchte und mit Mobiltelefon und Kopfhörer einen Film anschaute. Er schrie sie an: "Was machsch du da?", "du bisch schuld", und sagte ihr, dass sie ihn provoziere. Sie antwortete, dass sie hier arbeite. Er gab ihr unvermittelt mit seiner linken Hand eine Ohrfeige, so dass sie mit dem Gesicht gegen die Hausfassade prallte. Sie sagte ihm, er solle bitte aufhören, und rief laut um Hilfe. Da packte er sie von vorne mit einer Hand am Hals, drückte sie gleichzeitig gegen die Fassadenwand und würgte sie während mehrerer Sekunden [nach ihren Angaben kurz, vielleicht 5 bis 10 Sekunden: Urteil S. 11], indem er mit der Hand derart kraftvoll gegen ihren Hals drückte, dass ihr dadurch schwindlig und schwarz vor den Augen wurde und sie Atembeschwerden erlitt. Er liess sie dann für kurze Zeit los. Kurz darauf begann er erneut, sie zu würgen, indem er ihr von hinten seinen rechten Arm um den Hals legte und mit dem Unterarm während mehrerer Sekunden gegen ihren Hals drückte (im Unterarmwürgegriff); die andere Hand drückte er ihr auf den Mund und sagte: "Heb endli mal dini Fresse". Erst als zwei Passanten zu Hilfe eilten [es blieb offen, was die beiden Männer genau taten: Urteil S. 13], liess er ab [sie brach zusammen; Urteil a.a.O.] und entfernte sich. Er ging dann erneut aggressiv auf sie los, wobei sich Passanten schützend vor sie stellten; aus diesem Grund entfernte er sich. Die Vorinstanz geht davon aus, dass sich der Beschwerdeführer durch die Geschädigte aus krankheitsbedingter Fehlwahrnehmung provoziert gefühlt hatte (Urteil S. 8). Sie verneint eine direktvorsätzlich versuchte Gefährdung des Lebens, obwohl auch der vollständig Schuldunfähige willentlich handeln könne (BGE 115 IV 221 E. 1); solche gravierenden Umstände wie in Urteil 6B_1036/2014 vom 16. Februar 2015 E. 1.4.1 fehlten (Urteil S. 14).