Citation: 5A_525/2009 18.09.2009 E. 3.2

3.2.1 Der Anspruch auf Achtung des Familienlebens ergibt sich einerseits aus Art. 8 Ziff. 1 EMRK, wird anderseits aber auch durch Art. 13 Abs. 1 BV gewährleistet. Die Beschwerdeführerin hat bis zur Anordnung der fürsorgerischen Freiheitsentziehung mit ihrer Tochter zusammen in der Familienwohnung in A.________ gelebt, sodass im vorliegenden Fall von einer Familie im Sinn von Art. 8 Ziff. 1 bzw. 13 Abs. 1 BV ausgegangen werden kann. Artikel 13 Abs. 1 BV und Art. 8 Ziff. 1 EMRK umfassen auch den Anspruch auf Achtung des Familienlebens in Sonderstatusverhältnissen, an deren jeweils unterschiedlichen Zielen und Zwecken insbesondere die Verhältnismässigkeit eines Eingriffs zu prüfen ist (vgl. dazu: STEFAN BREITENMOSER, in Die schweizerische Bundesverfassung, Kommentar, 2. Aufl. 2008, N. 28 zu Art. 13 EMRK). So hatte die Europäische Kommission für Menschenrechte namentlich zu beurteilen, ob eine Unterbringung eines Häftlings in einer 3000 Meilen weit vom Familienwohnort entfernten Haftanstalt mit Art. 8 Ziff. 1 EMRK zu vereinbaren ist (vgl. Urteil EKMR i.S. X gegen Grossbritannien vom 10. Juli 1974, in: CD 46/1974 S. 112). 3.2.2 Ob durch die Anordnung einer fürsorgerischen Freiheitsentziehung und der damit verbundenen Unterbringung in einer Anstalt ein Sonderstatusverhältnis geschaffen wird, in dessen Rahmen eine allfällige Verletzung des Anspruchs auf Familienleben zu prüfen ist, kann hier offenbleiben: Die Beschwerdeführerin begründet eine behauptete Verletzung ihres Anspruchs nicht ausschliesslich mit der sehr grossen räumlichen Distanz zwischen Familienwohnort und dem Ort der Unterbringung, sondern macht vielmehr geltend, ihre gesundheitliche Verfassung verunmögliche eine lange Reise und damit jeglichen Besuch der Tochter. Die Beschwerdeführerin hat ihren angeschlagenen Gesundheitszustand indes im Verfahren der Verwaltungsgerichtsbeschwerde nicht zur Sprache gebracht. Erstmals vor Bundesgericht vorgetragen ist dieses tatsächliche Vorbringen neu und unzulässig (Art. 99 BGG). Insoweit ist auf die Beschwerde nicht einzutreten.