Citation: 1C_38/2021 E. 3.7

3.7. Ebenfalls nicht zu überzeugen vermag die mit dem Gesetzeszweck zusammenhängende Argumentation der Vorinstanz, die Auffassung der Beschwerdeführerinnen würde darauf hinauslaufen, dass pauschal der Ausstand einer Mehrzahl von Amtspersonen verlangt werden könnte. Die bundesgerichtliche Rechtsprechung verlangt zwar, dass konkrete Befangenheitsgründe gegen einzelne Mitglieder einer Behörde geltend gemacht werden, die über eine pauschale Ablehnung hinausgehen. Dies kann jedoch auch sämtliche Mitglieder einer Behörde betreffen. Unzulässig ist dagegen die pauschale Ablehnung einer Behörde als solcher (zum Ganzen: BGE 139 I 121 E. 4.3; Urteil 2C_852/2019 vom 20. November 2020 E. 3.2; je mit Hinweisen). Im vorliegenden Fall werfen die Beschwerdeführerinnen dem Stadtrat vor, über die Umnutzung des Churchillquais beschlossen zu haben, noch bevor ein Baubewilligungsverfahren durchgeführt worden sei. Dies gehe aus seiner Medienmitteilung vom 23. Juli 2019 hervor. Er habe sich damit definitiv festgelegt, weshalb ein unbefangener Entscheid im Rahmen des Baubewilligungsverfahrens nicht mehr als möglich erscheine. Dieses Vorbringen der Beschwerdeführerinnen kann ohne Weiteres als gegen die fünf Mitglieder des Stadtrats gerichtet verstanden werden (vgl. Urteil 1B_548/2019 vom 31. Januar 2020 E. 3.2 mit Hinweisen; vgl. ferner Urteil 4A_104/2021 vom 3. Mai 2021 E. 2.3 mit Hinweis, wonach Prozesshandlungen nach Treu und Glauben auszulegen sind). In ihrer Verwaltungsgerichtsbeschwerde führten sie denn auch konkret aus, der Medienmitteilung habe ein Stadtratsbeschluss zu Grunde gelegen und es sei sämtlichen Mitgliedern des Stadtrats bewusst gewesen, dass die Umnutzung ohne vorgängig durchgeführtes Baubewilligungsverfahren beschlossen worden sei. Darin liegt keine unzulässige pauschale Ablehnung. Inwiefern das Gesuch in Bezug auf die einzelnen Stadtratsmitglieder hätte individualisiert werden können, nachdem die Beschwerdeführerinnen davon ausgingen, derselbe Grund treffe gleicherweise auf alle fünf zu, ist nicht erkennbar. Würde verlangt, dass sie der Reihe nach gegen sämtliche Mitglieder ein separates Ausstandsgesuch stellen und gegebenenfalls daraufhin den Rechtsmittelweg beschreiten, käme dies zudem einem prozessualen Leerlauf gleich.