Citation: 5A_458/2023 E. 6.1

6.1. In Willkür (Art. 9 BV) verfallen ist das Obergericht nach Ansicht des Beschwerdeführers, indem es ihm die Beweislast für die gehörige Ladung der Beschwerdegegnerin zum Scheidungsverfahren auferlegte. Es sei an der anerkennungsbeklagten Partei, die Einrede der nicht gehörigen Ladung zu erheben und die entsprechenden Tatsachen nachzuweisen. Eine Umkehr der Beweislast finde nur statt, wenn die Anerkennung eines Abwesenheitsurteils verlangt werde, wobei von der anerkennungsbeklagten Partei nachzuweisen sei, dass ein solches vorliege. Die Beschwerdegegnerin habe zwar behauptet, aber nicht nachgewiesen, dass ein solches Urteil in Frage stehe. Insbesondere sei die Behauptung unglaubhaft und unsubstanziiert, die Beschwerdegegnerin habe den im Scheidungsverfahren in ihrem Namen aufgetretenen Rechtsanwalt nicht mandatiert. In einem Rechtsstaat wie Marokko sei ausgeschlossen, dass der Beschwerdeführer zwei Anwälte beauftragt und bezahlt, die Gerichtskosten vorgeschossen und die ordentliche Zustellung des verfahrenseinleitenden Schriftstücks sowie die Anwaltsvollmacht gefälscht habe, wie die Vorinstanz dies impliziere. Da unbestritten sei, dass die Beschwerdegegnerin die nicht ordnungsgemässe Vorladung nicht nachgewiesen habe, verweigere das Obergericht die Anerkennung des Scheidungsurteils in der Schweiz zu Unrecht.