Citation: 1B_309/2020 E. 2.2

2.2. Indem der Beschwerdeführer vorbringt, es habe bisher "nie irgendeinen Vorfall dieser Art gegeben", wendet er sich sinngemäss gegen die Annahme des Vortatenerfordernisses. Dass diese Behauptung indessen unzutreffend ist, zeigt sich bereits an den neun, zum Teil einschlägigen, Vorstrafen wegen Verbrechen und Vergehen, die der Beschwerdeführer in seinem Strafregisterauszug aufweist. Den Akten kann entnommen werden, dass davon mehrere wegen Gewaltdelikten (u.a. wegen Körperverletzung, Raub, versuchte Vergewaltigung) ergingen. Wie die Vorinstanz zu Recht ausführte, war der Beschwerdeführer demnach schon wiederholt an Gewalttätigkeiten beteiligt, weshalb nicht zu beanstanden ist, dass die Vorinstanz das Vortatenerfordernis als erfüllt erachtete. Daran ändert auch nichts, dass der Beschwerdeführer bisher nie in einer Straf- oder Massnahmenanstalt gewalttätig wurde. Dies ist indessen auch nicht erforderlich. Nicht der Ort der begangenen Delikte ist entscheidend, sondern der Umstand, dass sich die Verbrechen und Vergehen grösstenteils gegen die körperliche Integrität anderer gerichtet haben. Die Vorinstanz verwies zur Begründung der Wiederholungsgefahr sodann insbesondere auf das psychiatrische Gutachten vom 27. Februar 2020. Dieses attestiert dem Beschwerdeführer aufgrund seiner mittelgradigen dissozialen Persönlichkeitsstörung mit emotional instabilen und "psychopathy"-Anteilen sowie seiner schweren Alkohol- und Opioidabhängigkeiteine mittelgradige bis erhöhte Wahrscheinlichkeit für zukünftige Gewaltdelikte und Delikte der allgemeinen Kriminalität. Weiter hielt die Gutachterin fest, dass im Rahmen eines Suchtmitteleinflusses die Wahrscheinlichkeit von zukünftigen gewalttätigen Handlungen sogar als hoch eingeschätzt werden müsse. Zudem sei auffällig, dass beim Beschwerdeführer eine grundsätzliche Bereitschaft vorliege, bei subjektiv wahrgenommenen Ungerechtigkeiten und Kränkungen Gewalt anzuwenden. Der Schluss der Vorinstanz, sie halte die gutachterlichen Erwägungen als nachvollziehbar und schlüssig, weshalb von einer ungünstigen Rückfallprognose auszugehen und die Wiederholungsgefahr zu bejahen sei, ist nicht zu beanstanden. Sie hat zudem zu Recht darauf hingewiesen, dass für eine ungünstige Legalprognose neben den einschlägigen Vorstrafen des Beschwerdeführers und dessen psychischen Zustand auch die Tatsache spreche, dass er sich selbst unter den geschützten Bedingungen einer Haftanstalt im Strafvollzug - kurz vor seiner Entlassung - nicht von der Begehung weiterer schwerer Delikte abhalten liess. Auf die ausführlichen und zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz kann verwiesen werden (vgl. E. 5 des angefochtenen Entscheids). Damit liegt Wiederholungsgefahr gemäss Art. 221 Abs. 1 lit. c StPO vor.