Citation: 6B_528/2009 29.09.2009 E. 1.3

1.3.1 Die Beschwerdeführerin bringt vor, entgegen den Feststellungen im Gutachten der Stadtpolizei Zürich vom 16. Oktober 2007 sei gestützt auf die Bremsspuren auf der Fahrbahn davon auszugehen, dass sie erheblich langsamer unterwegs gewesen sei als das Fahrzeug von A.________. Weiter sei davon auszugehen, dass A.________ nicht vor der Lichtsignalanlage habe anhalten müssen, sondern mit erheblichem Tempo von hinten angefahren gekommen sei, als das Lichtsignal bereits auf Grün gestanden sei. Das Gericht würdigt Gutachten grundsätzlich frei. Jedoch darf es in Fachfragen nicht ohne triftige Gründe davon abweichen und muss Abweichungen begründen. Das Abstellen auf nicht schlüssige Gutachten kann gegen Art. 9 BV verstossen, so wenn gewichtige, zuverlässig begründete Tatsachen oder Indizien die Überzeugungskraft des Gutachtens ernstlich erschüttern (BGE 133 II 384 E. 4.2.3 S. 391 mit Hinweisen; 132 II 257 E. 4.4.1 S. 269; Urteil 5A_170/2009 vom 10. Juni 2009 E. 2.2.1). Die Vorbringen der Beschwerdeführerin sind über weite Strecken in sich widersprüchlich. Ausgehend von der Hypothese, beide Fahrzeuge seien auf gleicher Höhe gestanden und gleichzeitig losgefahren, schliesst sie, dass sie mangels Bremsspuren ihres Fahrzeugs und unter Berücksichtigung der Endpositionen beider Personenwagen erheblich langsamer gefahren sein müsse als A.________. Deshalb sei es unmöglich (und damit verwirft sie ihre ursprüngliche Annahme), dass beide Fahrzeuge ab der gleichen Höhe und gleichzeitig gestartet seien. Im Übrigen setzt sich die Beschwerdeführerin nicht genügend mit dem Gutachten auseinander und vermag sie keine diesbezüglichen Fehler aufzuzeigen. Das Gutachten hält insbesondere fest, dass aufgrund der Beschädigungen an beiden Fahrzeugen die Beschwerdeführerin im Zeitpunkt der Kollision schneller gefahren sei als A.________. Soweit die Beschwerdeführerin behauptet, die Anstreifrichtung an ihrem Personenwagen verlaufe entgegen den Feststellungen im Gutachten von hinten nach vorne, überzeugt ihr Vorbringen nicht. Laut dem Gutachten lässt sich folgende Unfallvariante mit den gesicherten und vorhandenen Spuren an der Fahrbahn und an den Fahrzeugen widerspruchsfrei vereinbaren: Die Beschwerdeführerin startete mit einem Vorsprung von 0.3 s. Beide Fahrzeuge beschleunigten mit ca. 2.5 m/s² auf ca. 23 km/h. In der Folge bremste A.________ mit einer Umsetzzeit von 0.2 s mit ca. 6.5 m/s² ab, was zur Spurzeichnung auf der Fahrbahn führte. Die Beschwerdeführerin bremste mit einer Umsetzzeit von 0.4 s weniger stark mit ca. 4.5 m/s² ab. Die Geschwindigkeit des Personenwagens der Beschwerdeführerin betrug im Zeitpunkt der Kollision ca. 15 km/h, diejenige des Personenwagens von A.________ ca. 11 km/h. Die Beschwerdeführerin legte nach der Kollision eine Strecke von ca. 2 Metern zurück (vgl. Gutachten S. 8 und Beilage 8-10). Mit diesen Erwägungen setzt sich die Beschwerdeführerin nicht auseinander. Ihre Vorbringen sind aus oben genannten Gründen nicht schlüssig und ungeeignet, Mängel des Gutachtens substanziiert aufzuzeigen und dessen Überzeugungskraft in Frage zu stellen. Die Beschwerde ist in diesem Punkt abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. 1.3.2 Soweit die Beschwerdeführerin rügt, die Vorinstanz habe die Glaubwürdigkeit der Zeugin B.________ trotz Widersprüchen in ihren Aussagen bejaht, bringt sie sinngemäss vor, dass ihre Zeugenaussagen nicht glaubhaft seien. Ihr Hinweis, wonach die Zeugin anlässlich der Einvernahme vom 11. Mai 2007 ihren Standort im Zeitpunkt des Unfalls widersprüchlich bezeichnet habe, erschöpft sich in appellatorischer Kritik, welche keine Willkür zu begründen vermag. Die erste Instanz, auf deren Erwägungen die Vorinstanz verweist, hat dargelegt, dass die Zeugin das Geschehen von der linken Seite der Freiestrasse (in Fahrtrichtung) aus beobachtet habe (angefochtener Entscheid S. 18 unter Hinweis auf den erstinstanzlichen Entscheid S. 10). Mit diesen Erwägungen und der vorinstanzlichen Würdigung der Zeugenaussagen von B.________ setzt sich die Beschwerdeführerin nicht auseinander. Ihre Vorbringen genügen den Begründungsanforderungen gemäss Art. 106 Abs. 2 BGG nicht, weshalb auf die Beschwerde insoweit nicht einzutreten ist. 1.3.3 Im Zeitpunkt des Unfalls befand sich der Ehemann der Beschwerdeführerin auf dem Beifahrersitz. Die Beschwerdeführerin rügt eine Verletzung ihres rechtlichen Gehörs, da die Vorinstanz die Einvernahme ihres Ehemannes verweigert habe. Die Vorinstanz hat den Unfallhergang willkürfrei festgestellt. Sie hat hinsichtlich der Frage, ob die am Unfall beteiligte A.________ hinten oder neben der Beschwerdeführerin an der Lichtsignalanlage angehalten hat, auf die Aussagen der Zeugin B.________ abgestellt, die sich wenige Meter von der fraglichen Strassenkreuzung entfernt befand. Diese führte aus, dass beide Fahrzeuge nebeneinander gestanden seien, bevor sie losgefahren seien. Die Vorinstanz hat erwogen, dass an diesem Beweisergebnis festzuhalten sei, selbst wenn der Ehemann der Beschwerdeführerin deren Schilderung, wonach sich rechts neben ihrem Fahrzeug während der Rotphase kein anderes Fahrzeug befunden habe, (erneut) bestätigen würde. Es ist nicht ersichtlich und wird insbesondere auch nicht in der Beschwerdeschrift dargetan, dass der Ehemann der Beschwerdeführerin zu weiteren Abläufen der Kollision relevante Aussagen hätte machen können. Daher durfte die Vorinstanz ohne Verletzung des Anspruchs der Beschwerdeführerin auf rechtliches Gehör gemäss Art. 29 Abs. 2 BV in antizipierter Beweiswürdigung von der Einvernahme des Beifahrers absehen. Die Beschwerde ist auch in diesem Punkt abzuweisen.