Citation: 6B_760/2022 E. 5.3.2

5.3.2. Der Beschwerdeführer macht geltend, er lebe seit dem 1. April 2005 ununterbrochen in der Schweiz, womit seine Aufenthaltsdauer derjenigen eines beinahe erwachsenen "Secondo" entspreche, der seine lebensprägenden Jahre in der Schweiz verbracht hat. Im Hinblick auf die persönliche Situation des Beschwerdeführers erwägt die Vorinstanz, er sei am 1. April 1968 in Ägypten geboren. In Ägypten habe er während zwölf Jahren die Schule besucht, eine militärische Ausbildung absolviert und von 1980 bis 1987 gearbeitet. Er habe am 25. November 2002 mit 34 Jahren ein Asylgesuch in der Schweiz gestellt, welches am 30. April 2003 abgewiesen worden und in Rechtskraft erwachsen sei. Der Beschwerdeführer sei aufgefordert worden, das Land zu verlassen. Am 1. April 2005 sei er mit 37 Jahren erneut in die Schweiz eingereist und habe sogleich am 12. April 2005 seine Ehefrau E.________ geheiratet, die am 22. August 1951 geboren und schweizerische-ungarische Doppelbürgerin sei. Er besitze die Aufenthaltsbewilligung C (angefochtenes Urteil S. 15). Nach der Feststellung der Vorinstanz haltet sich der Beschwerdeführer seit 17 Jahren in der Schweiz auf. Ein Landesverweis würde nach einer derart langen Aufenthaltsdauer für ihn gewiss einen beträchtlichen Einschnitt bedeuten. Daraus alleine lässt sich jedoch noch kein für die Annahme eines Härtefalls genügend gewichtiges persönliches Interesse an seinem Verbleib in der Schweiz ableiten. Ob ein Härtefall vorliegt, entscheidet sich weder anhand von starren Altersvorgaben, noch führt die Anwesenheitsdauer von 17 Jahren automatisch zur Annahme eines Härtefalls. Die Härtefallprüfung ist vielmehr in jedem Fall anhand der gängigen Integrationskriterien vorzunehmen (vgl. oben E. 5.3.2). Eine längere Aufenthaltsdauer, zusammen mit einer guten Integration, ist in aller Regel ein starkes Indiz für das Vorliegen eines Härtefalls (BGE 146 IV 105 E. 3.4.4). Der Beschwerdeführer legt nicht dar, inwiefern sich die Einreise im doch schon fortgeschrittenen Alter von 37 Jahren derart prägend auf seine Persönlichkeit ausgewirkt haben soll, dass dadurch von einer gelungenen Integration in der Schweiz gesprochen werden könnte. Im Übrigen bezieht die Vorinstanz die Aufenthaltsdauer des Beschwerdeführers in der Schweiz in die Härtefallprüfung mit ein, wobei sie diese richtigerweise lediglich als ein Element unter anderen würdigt. Diesbezüglich hält die Vorinstanz in nachvollziehbarer Weise fest, die persönliche und gesellschaftliche Integration des Beschwerdeführers erweise sich in Anbetracht seiner Aufenthaltsdauer als wenig ausgeprägt. Neben seiner Ehefrau habe er keine Freunde. Hinweise auf eine aktive Mitgliedschaft in einem Verein oder ein spezielles Engagement im kulturellen, kirchlichen oder sportlichen Bereich lägen nicht vor. Schliesslich setzt sich die Vorinstanz mit den Sprachkenntnissen des Beschwerdeführers auseinander, erlauben doch Sprachkenntnisse einer ausländischen Person auch Rückschlüsse auf ihre Integration (vgl. Urteil 6B_1245/2021 vom 8. Juni 2022 E. 2.4.2 mit Hinweisen). Sie stellt hinsichtlich seiner Deutschkenntnisse fest, dass diese über ein elementares Niveau nicht hinausgehen würden. Mit seiner Ehefrau verständige er sich auf Deutsch und Englisch. Mit diesen Feststellungen der Vorinstanz befasst sich der Beschwerdeführer nicht. Sofern der Beschwerdeführer in diesem Zusammenhang schliesslich darauf hinweist, er habe sich während 17 Jahren tadellos verhalten, kann ihm nicht gefolgt werden. Die Vorinstanz stellte bei der im Rahmen der Härtefallprüfung vorgenommenen Interessenabwägung verbindlich fest, dass er bereits einmal mit Strafbefehl vom 1. November 2017 wegen sexueller Belästigung verurteilt wurde und es dabei auch um einen Übergriff während einer Klangschalentherapie handelte. Die vorinstanzlichen Ausführungen sind demnach nicht zu beanstanden.