Citation: 5A_968/2021 E. 5.2

5.2. Die Beschwerdeführerin wirft dem Obergericht eine formelle Rechtsverweigerung (Art. 29 Abs. 1 BV) sowie eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV) vor, weil es die formgerechte Rüge nicht behandelt habe, bereits der Erstinstanz sei mangels Behandlung der Klage in der Sache eine Gehörsverletzung zur Last zu legen. Zwar hat das Obergericht die Berufung im hier interessierenden Kontext als ungenügend begründet erachtet und ist nicht darauf eingetreten. Dennoch hielt es fest, das Urteil des Kantonsgerichts sei diesbezüglich einlässlich und zutreffend begründet und verwies im Übrigen auf die erstinstanzlichen Ausführungen. Damit setzte es sich zwar nicht ausdrücklich mit der (angeblich erhobenen) Gehörsrüge auseinander. Es hat jedoch - wenn auch nur sehr knapp - dargelegt, dass das Kantonsgericht die Klage seiner Ansicht nach als ungenügend begründet ansehen dufte und ihm entsprechend keine Gehörsverletzung vorzuwerfen ist (zur Zulässigkeit des Verweises auf das erstinstanzliche Urteil vgl. BGE 126 III 492 E. 3b; Urteile 4A_477/2018 und 4A_481/2018 vom 16. Juli 2019 E. 3.2.1; 5A_369/2016 vom 27. Januar 2017 E. 3.1). Eine Verfassungsverletzung durch das Obergericht kann daher nicht festgestellt werden (vgl. Urteil 5A_427/2020 vom 6. Oktober 2020 E. 5.5, in: FamPra.ch 2021 S. 117).