Citation: 2C_321/2015 E. 4.3

4.3. Nach dem Grundsatz der Einheit des Unternehmens bezieht sich die Steuerpflicht auf sämtliche Betriebszweige und sämtliche Umsätze des Unternehmensträgers. Mehrere Betriebsstätten bilden zusammen ein Steuersubjekt (Art. 10 Abs. 3 MWSTG). Das Prinzip war schon bei der Warenumsatzsteuer bekannt und gilt auch für die Mehrwertsteuer (ausführlich Weidmann/Bader, Die mehrwertsteuerliche Stellung der Betriebsstätten, Die Einheit des Unternehmens im nationalen und internationalen Verhältnis, in: ASA 78 S. 803 ff.). Der Grundsatz der Einheit des Unternehmens dient dazu, den Umfang der Steuerpflicht einer bereits steuerpflichtigen Person zu bestimmen. Er kann aber nicht herangezogen werden, um zwei oder mehrere Steuerpflichtige als ein einziges Steuersubjekt zu behandeln und deren Umsätze zusammenzurechnen (Camenzind et al., a.a.O., 3. Aufl., N. 426 ff. S. 197). Der Grundsatz erlaubt es namentlich nicht, von der zivilrechtlichen Ausgestaltung abzusehen und eine einzige steuerpflichtige Unternehmung anzunehmen, um verschiedene, rechtlich verselbständigte Unternehmen, die aber unter einer wirtschaftlichen Betrachtungsweise ein und dasselbe Unternehmen betreiben, zusammenzufassen (Urteil 2C_742/2008 vom 11.02.2009 E. 5.3, in: ASA 79 S. 260; Heinz Keller, Besondere mehrwertsteuerliche Probleme bei Selbständigerwerbenden, ASA 73 S. 446 f.).