Citation: 6B_716/2024 E. 4.2.6

4.2.6. Unter Berücksichtigung aller Umstände gelangt die Vorinstanz zum Schluss, dass die Landesverweisung für die Beschwerdeführerin mit erheblichen Unannehmlichkeiten und einer gewissen Härte verbunden ist. Sie weist aber zu Recht darauf hin, dass das Gesetz für den Verbleib in der Schweiz einen schweren persönlichen Härtefall verlangt. Einen solchen verneint die Vorinstanz zu Recht. Wie sie zutreffend feststellt, ist eine gefestigte, soziale Integration der Beschwerdeführerin in der Schweiz zu verneinen. Demgegenüber ist ihr eine Rückkehr in ihr Heimatland durchaus zumutbar, zumal neben der Schwester der Beschwerdeführerin insbesondere ihr Ehemann und Vater der gemeinsamen Tochter dort leben. Die unter dem Aspekt von Art. 8 Ziff. 2 EMRK geforderte Interessenabwägung bzw. Verhältnismässigkeitsprüfung erfolgt im Rahmen der Härtefallklausel von Art. 66a Abs. 2 StGB (vgl. dazu oben E. 4.1.3). Vor diesem Hintergrund bestand daher keine Veranlassung, eine Abwägung zwischen den privaten Interessen der Beschwerdeführerin an einem Verbleib in der Schweiz und den öffentlichen Interessen an ihrer Fernhaltung vorzunehmen. Liegt kein Härtefall vor, erübrigt sich eine weitere Interessenabwägung nach dem Gesetz (Urteil 6B_34/2019 vom 5. September 2019 E. 2.4.3).