Citation: 6B_70/2023 E. 3.2.2

3.2.2. Der Zeuge H.________ hat folglich ausdrücklich um Zeugenschutz ersucht, weil er den Beschwerdeführer und den Mitbeschuldigten F.________ für gefährlich erachtete. Die Zusicherung von Zeugenschutz gilt nicht als unzulässiges Versprechen im Sinne von Art. 140 Abs. 1 StPO. Die Behörden sind vielmehr von Gesetzes wegen verpflichtet, auch von Amtes wegen die geeigneten Massnahmen zum Schutz von gefährdeten Zeugen zu ergreifen (vgl. Art. 149 Abs. 1 StPO). Darüber hinaus liegen auch keine Anhaltspunkte dafür vor, dass die Staatsanwaltschaft dem Zeugen H.________ zu Unrecht eine Aufnahme in ein Zeugenschutzprogramm zugesichert hätte. Der fallführende Staatsanwalt wies anlässlich der Zeugenbefragung vom 22. November 2017 im Gegenteil zutreffend darauf hin, dass der Entscheid über die Aufnahme in ein Zeugenschutzprogramm nicht bei ihm, sondern einer anderen Stelle, nämlich bei den zuständigen Behörden im Sinne von Art. 6 ff. ZeugSG liegt.