Citation: 5A_685/2016 E. 4.1

4.1. Es trifft zu, dass laut der zitierten Kommentierung das Vollstreckungsgericht an den Inhalt des zu vollstreckenden Urteils gebunden ist und ihm nur ein ganz eng bemessener Spielraum zusteht, Unklarheiten des Entscheides im Zuge der Vollstreckung zu bereinigen (KELLERHALS, Berner Kommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, 2012, N. 37 zu Art. 341 ZPO). Die Aussage bezieht sich auf den Inhalt des zu vollstreckenden Urteils oder hier des zu vollstreckenden Vergleichs, der keine Unklarheiten aufweist. Zu vollstrecken ist danach die Freigabe eines bestimmten, beim Gericht hinterlegten Geldbetrags nach Eintritt einer näher umschriebenen Bedingung. Über den Eintritt dieser Bedingung hat gemäss Art. 342 ZPO das Vollstreckungsgericht ohne Einschränkung und ungeachtet der Liquidität zu entscheiden (Botschaft zur Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 28. Juni 2006, BBl 2006 7221 S. 7384 zu Art. 340 des Entwurfs). Es bedeutet deshalb keine Verletzung von Bundesrecht, dass das Obergericht den Eintritt der Bedingung geprüft und darüber entschieden hat und damit der Aufgabe des Vollstreckungsgerichts nachgekommen ist (so auch KELLERHALS, a.a.O., N. 3 zu Art. 342 ZPO). Daran ändert nichts, dass über den Eintritt der Bedingung gegebenenfalls (z.B. nach Abweisung des Vollstreckungsgesuchs) in einem neuen Verfahren entschieden werden muss (siehe das zwischen den Parteien ergangene Urteil 5A_521/2015 vom 11. Februar 2016 E. 3.5 sowie aus dem Schrifttum: KELLERHALS, a.a.O., N. 14, ZINSLI, Basler Kommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, 2. Aufl. 2013, N. 9, und BOMMER, Schweizerische Zivilprozessordnung [ZPO], Baker & McKenzie [Hrsg.], 2010, N. 3, je zu Art. 342 ZPO).