Citation: 4C.396/1999 15.02.2000 E. 2

2.- a) Die Vorinstanz hat erwogen, dass beide Firmen den gleichen, prägenden Bestandteil, "Astra", am Anfang ihrer Firmenbezeichnung führen. Den beiden folgenden Bestandteilen, für die Klägerin "Pharmaceutica AG" und für die Beklagte "(Schweiz) AG", komme dagegen nur geringe Kennzeichnungskraft zu. "Astra" habe - anders als ein zum sprachlichen Gemeingebrauch gehörender Begriff - stark prägenden Charakter, der noch dadurch verstärkt werde, dass er am Beginn der Firma steht. b) Nach Ansicht der Beklagten ist der Firmenbestandteil "Astra" keine Phantasiebezeichnung, sondern ein schwaches Zeichen wie die lateinischen Sachbezeichnungen "sana" oder "aqua". Die häufige und auf verschiedenste Lebensbereiche ausgedehnte Verwendung von "Astra" habe diesem Zeichen die Kennzeichnungskraft und Prägnanz genommen, die ein starkes Zeichen nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts aufweisen müsse. Da der Bestandteil "Astra" in der Firma von sehr unterschiedlichen Unternehmen anzutreffen sei, wecke er keine auf einzelne Unternehmungen oder Waren bezogene Assoziationen mehr. Es werde dem Bestandteil, losgelöst von seiner Verwendung, vom Publikum regelmässig ein mindestens ähnlicher Sinngehalt zugeordnet. "Astra" sei wegen seiner vielfältigen Verwendung zu einem Begriff des sprachlichen Gemeingebrauchs geworden. Auch eine lange Aufbauarbeit könne ihm daher nicht zu erhöhter Verkehrsgeltung verhelfen. Die Weiterverwendung eines schon mehrfach verwendeten Zeichens stelle keine schöpferische Leistung dar. "Astra" habe eine schwache Kennzeichnungskraft und werde deshalb von der Klägerin auch zusammen mit dem Bestandteil "Pharmaceutica" verwendet. Es genüge, dass sich die Firma der Beklagten von der den Bestandteil "Pharmaceutica" mitumfassenden Firma der Klägerin genügend unterscheide. Soweit das Obergericht ausführe, die Klägerin könne ihren Anspruch kumulativ zu Art. 951 Abs. 2 OR auch auf Art. 3 lit. d UWG und Art. 29 Abs. 2 ZGB stützen, sei das Urteil unbegründet.