Citation: 2C_235/2017 E. 3.2.2

3.2.2. Die Vorinstanz erwog, dass die Beschwerdeführerin für den materiellen Prüfungsteil nur eine halbe von sieben Seiten verwendet habe. Um Punkte zu erhalten sei nach dem Korrekturschema eine eingehende Auseinandersetzung mit materiellrechtlichen Gesichtspunkten notwendig gewesen. Die interessierenden juristischen Aspekte zum Thema Vorkaufsrecht habe die Beschwerdeführerin verkannt, weshalb die fehlende Punktevergabe durch die Anwaltsprüfungskommission nicht zu beanstanden sei. Was die Beschwerdeführerin dagegen vorbringt, ist nicht geeignet, eine willkürliche Bewertung des materiellen Teils ihrer Prüfung im Allgemeinen darzutun. Zwar macht sie geltend, dass sie "Ausführungen zu den materiell rechtlichen Fragen angestellt" habe. Dieser Umstand war allerdings bereits im vorinstanzlichen Verfahren unbestritten und führt nicht zwingend dazu, dass ihr auch Punkte zu erteilen waren. Namentlich war es der Anwaltsprüfungskommission unter dem Gesichtspunkt des Willkürverbots (Art. 9 BV) unbenommen, für eine Vergabe von Punkten eine eingehende Auseinandersetzung mit der aufgeworfenen Fragestellung zu verlangen. Als nicht stichhaltig erweist sich in diesem Zusammenhang auch das Vorbringen der Beschwerdeführerin, wonach ihr zu wenig Zeit für die Bearbeitung des materiellen Teils geblieben sei, weil das Bundesgerichtsgesetz zur Bearbeitung des formellen Teils nicht als Hilfsmittel abgegeben wurde. Nach der Darstellung der Vorinstanz, die von der Beschwerdeführerin jedenfalls nicht rechtsgenüglich bestritten wird, war das Bundesgerichtsgesetz zur Beantwortung der formellen Fragen gar nicht notwendig. Dass der Erlass den Kandidatinnen und Kandidaten nicht zur Verfügung stand, konnte damit von vornherein keinen entscheidenden Einfluss auf die Punktevergabe im materiellen Teil der Prüfung haben.