Citation: 8C_157/2014 E. 6.2.1

6.2.1. Es muss zwar mit der Beschwerdeführerin davon ausgegangen werden, dass die Experten des medizinischen Abklärungszentrums B.________ ihre Beurteilung ohne Kenntnis der - knapp eine halbe Seite umfassenden - Stellungnahme des Prof. Dr. med. D.________ vom 19. November 2009 abgegeben haben. Hingegen lagen ihnen unter anderem diverse echtzeitliche Einschätzungen der behandelnden Ärzte des Ambulatoriums E.________ vor. Ins Auge sticht insbesondere der Bericht des Ambulatoriums E.________ vom 16. Oktober 2009, in welchem wegen einer mittelgradigen depressiven Episode bei zugrunde liegender Schmerzsymptomatik ab August 2008 eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert wird. In Anbetracht der übereinstimmenden Angabe einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit ab August 2008 und mit Blick auf den Umstand, dass Dr. med. D.________ sich für Aussagen über den Gesundheitszustand im August 2008 nicht auf eigene Wahrnehmungen stützen konnte, ist es offensichtlich, dass sein Attest vom 19. November 2009 auf dieser Beurteilung basiert. Weder das kantonale Gericht noch die Versicherte haben allerdings auf diesen Bericht vom 16. Oktober 2009 Bezug genommen, obwohl er im vorinstanzlichen Verfahren als Teil der IV-Akten vorlag. Weiterungen in diesem Punkt erübrigen sich jedoch, da er einzig dann ausschlaggebend gewesen wäre, wenn sich die Vorinstanz abschliessend zur Frage hätte äussern wollen, ob die Rentenzusprache anfänglich offensichtlich unrichtig war. Immerhin steht entgegen der Behauptung der Beschwerdeführerin fest, dass die Auffassung des kantonalen Gerichts, wonach die Experten des medizinischen Abklärungszentrums B.________ auch ohne Kenntnis der Stellungnahme des Prof. Dr. med. D.________ über die notwendigen Vorakten verfügten, um den medizinischen Sachverhalt beurteilen zu können, nicht willkürlich ist. Denn die Angaben des RAD-Facharztes erschöpfen sich im Wesentlichen im Befund, in der einzig mit der Diagnose begründeten Arbeitsfähigkeitsbeurteilung und in seiner Einschätzung, wonach im Vordergrund der psychosomatischen Beschwerden, auf die die Versicherte mit dem Beharren auf einer Kausalität zum Unfallgeschehen inzwischen unbewusst fixiert sei, muskuläre, viszerale und neurovegetative Dysfunktionen stehen würden, die trotz intensiver Physio- und Osteopathie-Therapie nicht reguliert werden könnten. Es ist nicht ersichtlich, inwiefern diese Aussagen die Einschätzung des bisherigen Verlaufs und der aktuellen Gesundheitssituation durch die Experten des medizinischen Abklärungszentrums B.________ hätten beeinflussen können. Auch letztinstanzlich kann dahingestellt bleiben, ob die ursprüngliche Rentenzusprache als offensichtlich falsch qualifiziert werden müsste, falls sie tatsächlich ausschliesslich gestützt auf die Einschätzung des RAD-Facharztes erfolgt wäre. Ausschlaggebend ist, dass die Vorinstanzen sowohl auf der Basis des Gutachtens des ärztlichen Abklärungsinstituts C.________ als auch gestützt auf den Bericht des Prof. Dr. med. D.________ von einer seither eingetretenen Verbesserung des Gesundheitszustandes ausgehen durften, ohne in Willkür zu verfallen. Die Experten des ärztlichen Abklärungsinstituts C.________ wie auch Prof. Dr. med. D.________ hatten nämlich Gesundheitsstörungen mit Einschränkung der Arbeitsfähigkeit diagnostiziert, welche nun aber von den Gutachtern des medizinischen Abklärungszentrums B.________ nicht mehr festgestellt werden konnten. Die Forderung der Versicherten, wonach das medizinische Abklärungszentrum B.________ und das kantonale Gericht "zwingend" hätten nachfragen müssen, wie Prof. Dr. med. D.________ zu seiner damaligen Einschätzung gekommen sei, wie auch ihre Kritik, die Vorinstanz habe dessen Stellungnahme abwertend kommentiert, ist nicht nachvollziehbar. Bei ihrer Argumentation, wonach zwischen seinen Feststellungen und denjenigen der Experten des medizinischen Abklärungszentrums B.________ ein Widerspruch bestehe, übersieht sie, dass sich diese fachärztlichen Meinungen auf verschiedene Zeiten beziehen.