Citation: 1P.584/2006 22.12.2006 E. 7

7.1 Der Beschwerdeführer macht ferner geltend, es fehle an einem Kausalzusammenhang zwischen dem ihm vorgeworfenen zivilrechtlichen Fehlverhalten und der gegen ihn geführten Strafuntersuchung. Das Obergericht habe § 42 Abs. 1 des Gesetzes des Kantons Zürich vom 4. Mai 1919 betreffend den Strafprozess (StPO/ZH) willkürlich angewendet, da es ihm dennoch die Verfahrenskosten auferlegte. 7.2 Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts hat eine Kostenauflage bei Freispruch oder Einstellung des Strafverfahrens Ausnahmecharakter (BGE 116 la 162 E. 2c S. 171). Seine am 13. November 1999 gegen den Beschwerdeführer eingereichte Strafanzeige wegen gewerbsmässigen Betrugs begründete Rechtsanwalt B.________ damit, der Beschwerdeführer habe vorgegeben, in seinem Buch "Bruchstücke, Aus einer Kindheit, 1939-1948" eigene Erinnerungen als Kind aus der Nazizeit zu schildern, obwohl es sich dabei nicht um eigene Erinnerungen gehandelt habe. Am 8. Dezember 1999 ergänzte B.________ seine Strafanzeige, indem er Strafanzeige gegen den Beschwerdeführer wegen Zuwiderhandlung gegen das UWG erhob. Aufgrund dieser Strafanzeigen war nicht von vorneherein offensichtlich, dass keine der genannten Straftatbestände erfüllt waren. Das vom Obergericht geschilderte irreführende Verhalten des Beschwerdeführers war nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet, den Verdacht einer strafbaren Handlung zu erwecken, auch wenn dieses Verhalten selbst als aussergewöhnlich zu betrachten ist. Gerade weil der Beschwerdeführer nicht von allem Anfang an klar stellte, dass es sich bei seinen "Erinnerungen" nicht um selbst Erlebtes, sondern um erfundene oder recherchierte Begebenheiten handelt, und es ihm gelang, eine Reihe von Personen von der Echtheit der Schilderungen in seinem Buch zu überzeugen (vgl. das Bundesgerichtsurteil 1P.126/2005 E. 3.7), gestalteten sich die Ermittlungen als aufwändig. Mit seinem Verhalten trug der Beschwerdeführer dazu bei, dass die Strafuntersuchung nicht sofort eingestellt, sondern erschwert wurde. Ob sich die Zeugeneinvernahme von L.________ und weitere Untersuchungshandlungen im nachhinein als unnötig erwiesen, wie der Beschwerdeführer geltend macht, ist dabei nicht von Bedeutung. Die Kostenauflage erweist sich somit auch unter dem Gesichtspunkt des Kausalzusammenhangs zwischen dem Verhalten des Beschwerdeführers und der Strafuntersuchung nicht als willkürlich.