Citation: 8C_15/2015 E. 6.4

6.4. Die Beschwerdeführerin macht zunächst geltend, das Gutachten der Klinik C.________ sei aus formellen Gründen nicht verwertbar, weil sie vor Erteilung des Begutachtungsauftrags keine Gelegenheit erhalten habe, sich zum Inhalt des Begutachtungsauftrags zu äussern und der Begutachtungsstelle eigene Fragen zu unterbreiten. Das verstosse gegen die Verfahrensgrundsätze gemäss BGE 137 V 210 und verletze auch Art. 6 EMRK. Das kantonale Gericht hat diesen Einwand namentlich mit der Begründung verworfen, BGE 137 V 210 habe im Zeitpunkt der Formulierung der Gutachterfragen noch nicht vorgelegen. Zudem habe die Versicherte ihre Rüge zu spät erhoben. Wie es sich diesbezüglich verhält, kann aus folgenden Gründen offenbleiben: Das von der Versicherten angerufene Leiturteil BGE 137 V 210 wie auch die sich darauf beziehenden Präjudizien (vgl. etwa BGE 139 V 349; 138 V 318) beschlagen die medizinischen Gutachten, welche der mit dem streitigen sozialversicherungsrechtlichen Leistungsanspruch befasste Versicherungsträger selber einholt. Im vorliegenden Fall verhält es sich indessen so, dass der private Krankentaggeldversicherer die Begutachtungsstelle auswählte, ihr den Begutachtungsauftrag erteilte und auch Empfänger der fertiggestellten Expertise war. Die IV-Stelle wurde zwar vom Krankentaggeldversicherer vorab angefragt, ob sie sich an den Expertisenkosten beteiligen wolle, und sie konnte der Begutachtungsstelle eigene Fragen unterbreiten. Dies ändert aber nichts daran, dass nicht sie, sondern der Krankentaggeldversicherer das Gutachten eingeholt hat. Die Verfahrensgrundsätze, welche namentlich in BGE 137 V 210 umschrieben wurden, finden daher keine Anwendung. Das gilt auch für das Recht der versicherten Person, sich vorgängig zum Begutachtungsauftrag und zum Fragenkatalog zu äussern. Die IV-Stelle war weder gehalten noch zuständig, der Versicherten die Gelegenheit hiefür einzuräumen. Darin liegt auch keine Verletzung von Art. 6 EMRK. Es ist im Übrigen zu Recht nicht umstritten, dass der Sozialversicherungsträger befugt, ja gehalten ist, auch nicht von ihm selber veranlasste ärztliche Berichte und Gutachten zu berücksichtigen, soweit diese zur Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes beitragen können.