Citation: 6B_536/2018 E. 2.3.3

2.3.3. Gemäss Art. 2 Abs. 3 GSD/BE war zwingend Deutsch als Verfahrenssprache festzulegen. Die Beschwerdeführerin verkennt, dass weder Art. 6 EMRK noch Art. 14 EMRK ein Recht auf Festlegung der Verfahrenssprache begründet. Es ist nicht zu beanstanden, dass die Nichtanhandnahmeverfügung sowie der vorinstanzliche Beschluss auf Deutsch verfasst worden sind. Hinsichtlich eines allfälligen Anspruchs auf Übersetzung übersieht die Beschwerdeführerin, dass Art. 6 Ziff. 3 lit. a und e EMRK nicht dem Strafkläger, sondern der angeklagten Person Rechte gewährt (oben E. 2.3.2). Ferner nimmt das in Art. 68 Abs. 1 StPO vorgesehene Recht der Verfahrensbeteiligten auf Übersetzung grundsätzlich auf mündliche Verfahrenshandlungen der fremdsprachigen Person Bezug (hinsichtlich der Rechte der beschuldigten Person nach Art. 68 Abs. 2 StPO siehe BGE 143 IV 117 E. 3 S. 120 f.; Urteile 6B_964/2013 vom 6. Februar 2015 E. 3.3.3; 6B_587/2013 vom 22. Dezember 2014 E. 5). So sieht die Botschaft vor, mit Art. 68 Abs. 1 StPO solle angeordnet werden, dass bei Verhandlungen mit Verfahrensbeteiligten, welche der Verfahrenssprache nicht mächtig sind, ein Übersetzer beigezogen werden muss (Botschaft vom 21. Dezember 2005 zur Vereinheitlichung des Strafprozessrechts, BBl 2006 1151 Ziff. 2.2.8.1). In der Lehre wird festgehalten, dass Art. 68 Abs. 1 StPO in erster Linie Einvernahmen tangiert und hinsichtlich allfälliger schriftlicher Eingaben der fremdsprachigen Person zu prüfen ist, ob nicht ein amtlicher Verteidiger (Art. 132 Abs. 2 StPO) bzw. unentgeltlicher Rechtsbeistand (Art. 136 Abs. 2 lit. c StPO) zu bestellen ist (SCHMID/JOSITSCH, Schweizerische Strafprozessordnung, Praxiskommentar, 3. Aufl. 2018, N. 1 zu Art. 68 StPO). Dass vorliegend aufgrund sprachlicher Defizite die Bestellung eines Rechtsbeistands zur Wahrung der Rechte der Beschwerdeführerin erforderlich gewesen wäre, bringt diese nicht vor und ist auch nicht ersichtlich. Die Beschwerdeführerin beschränkte sich stets darauf, lediglich pauschal auf fehlende Deutschkenntnisse hinzuweisen, ohne diese anhand konkreter Umstände darzulegen. Ihre Strafanzeige reichte sie nach Übergabe der französischen Fassung auf Aufforderung der Staatsanwaltschaft hin auf Deutsch ein, ohne darin fehlende Deutschkenntnisse vorzubringen (Beschwerde, Beilage D. 2). In der sechsseitigen Strafanzeige äussert sie sich ausführlich und detailreich, ohne dass darin Hinweise auf ein massgebendes sprachliches Defizit zu erkennen gewesen wären. Schliesslich reichte sie ihre Beschwerde im vorinstanzlichen Beschwerdeverfahren auf Französisch ein, was nach kantonalem Recht zulässig war. Das Vorgehen der Verfahrensleitung ist demnach nicht zu beanstanden. Die Rüge erweist sich als unbegründet, soweit sie den Begründungsanforderungen gemäss Art. 42 Abs. 2 BGG und Art. 106 Abs. 2 BGG zu genügen vermag.