Citation: 2C_1178/2013 E. 5.2

5.2. Der Beschwerdeführer rügt, die Vorinstanz habe nirgends die prioritäre Rechtsquelle - den Wortlaut des Gesetzes - angewendet, sondern habe den Widerruf der Niederlassungsbewilligung ausschliesslich auf die Judikatur gestützt. Die Rüge ist unbegründet: Gemäss Art. 63 Abs. 1 lit. a AuG in Verbindung mit Art. 62 lit. b AuG kann die Niederlassungsbewilligung widerrufen werden, wenn die ausländische Person zu einer längerfristigen Freiheitsstrafe verurteilt oder gegen sie eine strafrechtliche Massnahme angeordnet wurde. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung fällt unter den Begriff der längerfristigen Freiheitsstrafe jede Freiheitsstrafe von mehr als einem Jahr (BGE 139 I 145 E. 2.1 S. 147), wobei die Strafe sich zwingend auf ein einziges Strafurteil stützen muss (BGE 137 II 297 E. 2). Indessen spielt es keine Rolle, ob die Strafe bedingt, teilbedingt oder unbedingt ausgesprochen wurde (BGE 139 I 16 E. 2.1 S. 18). Dieser Widerrufsgrund gilt auch für Personen, welche - wie der Beschwerdeführer - im Zeitpunkt des Widerrufs mehr als 15 Jahre ununterbrochen und ordnungsgemäss in der Schweiz gelebt haben (vgl. Art. 63 Abs. 2 AuG). Dass die Vorinstanz Art. 63 Abs. 2 AuG nicht explizit erwähnt, schadet entgegen dem Vorbringen des Beschwerdeführers nichts: Durch die Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe von 20 Monaten hat er den Widerrufsgrund nach Art. 63 Abs. 2 AuG in Verbindung mit Art. 62 lit. b AuG offensichtlich erfüllt; Widerrufsgründe, die ihm aufgrund Art. 63 Abs. 2 AuG nicht entgegengehalten werden können, stehen nicht im Raum. Deswegen hilft es dem Beschwerdeführer nicht, dass ihm nur die Widerrufsgründe nach Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG und Art. 62 lit. b AuG entgegengehalten werden können. Die Vorinstanz hat den Sachverhalt korrekt unter Art. 62 lit. b AuG subsumiert und dabei - infolge der unbestimmten Formulierung der "längerfristigen Freiheitsstrafe" - auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung abgestellt. Es trifft im Übrigen nicht zu, dass Art. 63 Abs. 2 AuG die Ermessensfreiheit des Gerichts einschränkt, wie der Beschwerdeführer vorträgt. Vielmehr schliesst diese Norm den Widerruf der Niederlassungsbewilligung unter klar bestimmten Voraussetzungen aus; dies ist gerade keine Ermessensfrage. Wie das Ermessen im Fall eines Widerrufs gehandhabt wird, bleibt von Art. 63 Abs. 2 AuG unberührt.