Citation: 5A_778/2019 E. 4.2.1

4.2.1. Unbegründet ist das Vorbringen des Beschwerdeführers, mit welchem dieser einen Verstoss gegen den materiellen Ordre public darin erblickt, dass der geschuldete Unterhalt ab 1. Mai 2011 abgeändert wurde, obschon ein behördlich genehmigter Unterhaltsvertrag vom 5. Dezember 1996 vorliegt und die Beschwerdegegnerin das Verfahren in Österreich erst am 24. Januar 2014 anhängig gemacht hat. Der in Art. 279 Abs. 1 ZGB festgeschriebene Grundsatz, dass ein Kind (immerhin) auch für das Jahr vor Anhebung der Klage Unterhalt verlangen kann, wird bei der Abänderung sinngemäss angewendet. Das gilt freilich nur zu Gunsten des Kindes und nicht zu seinem Nachteil (BGE 127 III 503 E. 3b/aa S. 504 f; 128 III 305 E. 6a S. 311; Urteil 5A_506/2011 vom 4. Januar 2012 E. 5.1, in: FamPra.ch 2012 S. 486; AESCHLIMANN, in: FamKomm Scheidung, Bd. I, 3. Aufl. 2017, N. 15 und 17 zu Art. 286 ZGB). Durch die österreichische Regelung - welche eine Unterhaltserhöhung rückwirkend für bis zu drei Jahre für die Vergangenheit zulässt - werden die grundlegenden Prinzipien der schweizerischen Rechtsordnung nicht auf schockierende Weise verletzt, wovon zu Recht auch die Vorinstanzen ausgegangen sind.