Citation: 6B_237/2013 E. 2.3.1

2.3.1. Überholen ist auf alle Fälle nur gestattet, wenn der nötige Raum übersichtlich sowie frei ist und der Überholende rechtzeitig und ohne Behinderung anderer Fahrzeuge wieder einbiegen kann (vgl. Art. 35 Abs. 2 SVG). Der Beschwerdeführer verfügte nicht über den zum Überholen nötigen freien und übersichtlichen Raum (Urteil S. 8, unter Hinweis auf das erstinstanzliche Urteil S. 11). Zudem durfte er unter den gegebenen Umständen das Überholmanöver auch deshalb nicht einleiten, weil er dazu auf 100 km/h beschleunigen musste, obwohl die zulässige Höchstgeschwindigkeit 80 km/h betrug (Urteil S. 6). Nicht nachvollziehbar ist überdies, weshalb er nicht abbremste, als die Leitbaken vor ihm auftauchten (Urteil S. 10). Der Beschwerdeführer kann sich nicht darauf berufen, die auf der Normalspur fahrenden Lastwagen hätten ihm das Einbiegen ermöglichen müssen, da er keinen entsprechenden Versuch unternahm. Im Übrigen weist die Vorinstanz zu Recht darauf hin, dass ein allfälliges Fehlverhalten der Lastwagenfahrer den Beschwerdeführer nicht entlastet (Urteil S. 8, unter Hinweis auf das erstinstanzliche Urteil S. 13). Das Strafrecht kennt keine Schuldkompensation (vgl. BGE 106 IV 58 E. 1). Selbst wenn die Lastwagen einen ungenügenden Abstand einhielten, entschuldigt dies den Beschwerdeführer nicht. Dieser erkannte die Situation und hätte sich danach richten können, indem er hinter den Lastwagen auf die Normalspur einbog, was gemäss den verbindlichen Feststellungen der Vorinstanz gefahrlos möglich war. Der Beschwerdeführer war nicht in der Lage, sein Überholmanöver rechtzeitig vor dem Abbau der Überholspur zu beenden. Der objektive Tatbestand von Art. 90 Ziff. 2 SVG ist erfüllt.