Citation: 6B_141/2022 E. 2.2.2

2.2.2. Zum Tatvorgehen gibt die Vorinstanz die wesentlichen Aussagen der Beschwerdegegnerin 2 wieder (Urteil S. 10-12). Gemäss den ersten Depositionen anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 26. September 2017 habe ihr Ehemann sie im Gästezimmer im Erdgeschoss an den Handgelenken gepackt, aufs Bett geworfen und ihre Beine mit seinen Knien fixiert. Dann sei es zum sexuellen Kontakt gekommen. Weiter führt die Vorinstanz die zusätzlichen Angaben zum Tatvorgehen auf, welche die Beschwerdegegnerin 2 auf Nachfragen gemacht habe. So habe der Beschwerdeführer mit einer Hand ihre Hände festgehalten und mit seinen Knien ihre Beine auseinandergespreizt, während sie mit dem Rücken auf dem Bett gelegen habe. Mit der freien Hand habe er ihr Höschen auf einer Seite nach unten ziehen und in sie eindringen können (Urteil S. 11). Anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Befragung vom 16. Mai 2018 habe die Beschwerdegegnerin 2 zum Kerngeschehen im Gästezimmer ausgesagt, der Beschwerdeführer habe mit einer Hand ihre Hose und Unterhose bis zu den Knien heruntergezogen, ihre Hose gehalten und sie fixiert. Er habe dann seine Hose heruntergezogen, ihr Gesäss angehoben und mit der anderen Hand weiterhin ihre Hände gehalten, worauf er in sie eingedrungen sei. Zwar habe die Beschwerdegegnerin 2 in Abweichung zur ersten Einvernahme nicht mehr davon gesprochen, dass der Beschwerdeführer ihre Beine mit den Knien fixiert haben soll. Scheinbar noch weiter von der ursprünglichen Version entfernt habe sich die Beschwerdegegnerin 2 in der Befragung vor erster Instanz am 31. Oktober 2019. Dort habe sie erklärt, dass der Beschwerdeführer, nachdem er ihre Hose bis zu ihren Knien heruntergezogen habe, mit einer Hand ihren Hosenbund festgehalten und ihre Beine samt der Hose über ihren Kopf heruntergedrückt habe, während er mit der anderen Hand ihre Hände fixiert habe. Dadurch sei ihr Po "nach oben" gekommen und so sei der Geschlechtsverkehr ausgeführt worden. Zudem habe die Beschwerdegegnerin 2 erstmals ausgesagt, dass sie sich - nachdem sie ein erstes Mal auf das Bett geworfen worden sei - kurz habe befreien können und ihre Hose wieder hochgezogen habe, er sie dann jedoch erneut auf das Bett geworfen habe (Urteil S. 12). Die Vorinstanz erwägt, die vermeintlich unterschiedlichen Tatvorgänge fügten sich in Verbindung mit dem freien Bericht der Beschwerdegegnerin 2 anlässlich der vorinstanzlichen Verhandlung in ein kohärentes Bild, das insgesamt mit dem angeklagten Sachverhalt übereinstimme. Auch hier seien ihre Aussagen ausgesprochen detailliert, enthielten Interaktionen mit dem Beschwerdeführer, Nebensächlichkeiten, raum-zeitliche Verknüpfungen sowie die Gefühle und Gedanken der Beschwerdegegnerin 2. Nebst ihrem verbalen und körperlichen Widerstand habe sie sehr authentisch die Gewalteinwirkung des Beschwerdeführers bzw. ihren Kampf geschildert, in dessen Verlauf sie sich von ihm habe lösen können, bis hin zum erzwungenen Geschlechtsverkehr. Insbesondere ihre durch den Beschwerdeführer erzwungene Körperstellung während des Geschlechtsverkehrs habe sie auf Nachfrage stimmig und im Einklang mit ihren früheren Aussagen präzisieren können (Urteil S. 12). Aus den teilweisen Inkonsistenzen der Angaben dürfe nicht abgeleitet werden, dass die Aussagen der Beschwerdegegnerin 2 generell nicht glaubhaft seien, zumal einzelne Ungereimtheiten auf fehlender sprachlicher Präzision gründeten, da Deutsch nicht ihre Muttersprache sei. Einzelne kleinere Abweichungen im Verlaufe mehrerer Befragungen seien als Realkennzeichen zu werten. Die Vorinstanz kommt zum Schluss, die Beschwerdegegnerin 2 schildere den Ablauf realistisch und mit Nebensächlichkeiten. Ihren Aussagen lasse sich ein bemerkenswerter Detailreichtum entnehmen, welcher nur von demjenigen zu erwarten sei, der die Situation tatsächlich selber erlebt habe. Auch spreche deren Ungewöhnlichkeit gegen eine erfundene Geschichte. Weiter habe die Beschwerdegegnerin 2 Ohnmachtsgefühle geschildert und solche Beschreibungen des psychischen Empfindens während eines Vorfalls seien ganz typische Realitätskennzeichen (Urteil S. 13 f.).