Citation: 2C_835/2021 E. 5.1

5.1. Die Vorinstanz hat dies bejaht. Sie stützte sich dabei vorab auf den Umstand, dass dem Eheschluss ein gescheitertes Adoptionsgesuch vorangegangen war. Adoption und Heirat schlössen sich gegenseitig aus, da mit der Adoption ein Kindesverhältnis entstehe, was ein absolutes Ehehindernis darstelle. Der Verdacht, dass eine Scheinehe vorliege, werde zudem dadurch erhärtet, dass zwischen dem negativen Adoptionsentscheid und der Heirat nur wenig Zeit verstrichen und der Adoptionsentschluss bereits vor der Volljährigkeit des Beschwerdeführers gefällt, jedoch erst sechzehn Jahre später, im Januar 2012, ein entsprechendes Gesuch gestellt worden sei. Dies lege nahe, dass bereits der Adoptionsversuch lediglich zur Verschaffung eines Aufenthaltsrechts des erwachsenen Beschwerdeführers gedient habe. Ein weiteres Element für das Vorliegen einer Scheinehe sah die Vorinstanz in dem Altersunterschied von 31 Jahren der Ehegatten, was im traditionell-patriarchalisch geprägten Kulturkreis, aus dem der Beschwerdeführer stammt, untypisch sei. Schliesslich zeigten auch die Wohnverhältnisse auf, dass kein über eine Wohngemeinschaft gehendes Zusammenleben vorliege. An der ehelichen Meldeadresse seien zum Kontrollzeitpunkt zwei Schlafzimmer mit einem Einzelbett bzw. einem Doppelbett mit einer einzigen Matratze (bis zur Betthälfte) vorgefunden worden, was auf getrennte Schlafzimmer hinweise. Die Ehegatten hätten ferner eingeräumt, grundsätzlich eigene Schlafräume in getrennten Stockwerken bezogen zu haben. Schliesslich hätten sich die persönlichen Gegenstände der Eheleute weitgehend in unterschiedlichen Stockwerken befunden, was ebenfalls auf eine blosse Wohngemeinschaft hindeute. Erhärtet werde der Verdacht des Abschlusses einer Scheinehe ferner dadurch, dass die Ehegatten gewisse inkohärente Aussagen zu ihrer Intimbeziehung und zum Ursprung der Ehe gemacht hätten. So habe die Ehefrau des Beschwerdeführers die näheren Umstände des Heiratsentschlusses nicht nennen können und die Eheleute hätten abweichende Angaben zu den Eheringen gemacht. Zudem habe der Beschwerdeführer das genaue Heiratsdatum nicht gekannt. Die Tatsache, dass keine echte Ehegemeinschaft durch die Heirat angestrebt worden sei, ergebe sich schliesslich auch daraus, dass der Beschwerdeführer die Beziehung als "Familienbeziehung" bzw. als "Ehefamilie" bezeichnet habe, was für eine Paarbeziehung ungewöhnlich sei. Zu guter Letzt wies die Vorinstanz daraufhin, dass die Eheleute aus unterschiedlichen Kulturkreisen kämen, unterschiedliche Muttersprachen sprächen und der Beschwerdeführer als Drittstaatsangehöriger ohne Heirat und nach Abweisung des Adoptionsgesuchs kaum Aussichten auf eine Aufenthaltsbewilligung gehabt hätte. Ungeachtet dessen, dass sich das Ehepaar gut kenne und es viel Zeit miteinander verbracht habe, müsse deshalb auf das Vorliegen einer Scheinehe geschlossen werden.