Citation: 1P.484/2003 08.01.2004 E. 4

4.1 Der Beschwerdeführer macht schliesslich geltend, das Verwaltungsgericht habe § 140 Abs. 1 des Planungs- und Baugesetzes vom 7. März 1989 (PBG-LU, SRL Nr. 735) willkürlich angewandt. Gemäss dieser Bestimmung sind Bauten und Anlagen in die bauliche und landschaftliche Umgebung einzugliedern. Sie sind zu untersagen, wenn sie durch ihre Grösse, Proportion, Gestaltung, Bauart, Dachform oder Farbe das Orts- und Landschaftsbild beeinträchtigen. Der Beschwerdeführer macht geltend, die bauliche Umgebung seines Gebäudes sei heterogen; namentlich befinde sich auf einem Nachbargrundstück ein Chalet bzw. Holzgebäude, bei dem das gleiche Geländer anzutreffen sei wie bei seiner Baute. Das Verwaltungsgericht erkläre nicht, weshalb die Holzteile, namentlich das Geländer, sich trotz des erwähnten, uneinheitlichen Ortsbildes und trotz der vorhandenen Holzhäuser ungenügend eingliederten bzw. das Ortsbild beeinträchtigten. Das Verwaltungsgericht habe auch damit die Begründungspflicht verletzt und willkürlich entschieden. 4.2 Unzutreffend ist zunächst das Argument des Beschwerdeführers, das Verwaltungsgericht führe selbst aus, das Eingliederungsgebot und das Beeinträchtigungsverbot würden nur noch bei Missbräuchen und in Extremfällen angewandt, ohne aufzuzeigen, dass im vorliegenden Fall Missbrauch oder Extremfall vorlägen. Der Beschwerdeführer zitiert das Verwaltungsgericht unvollständig. Das Gericht hat zwar auf die beschränkte Tragweite der Ästhetikklausel hingewiesen, dabei aber ausdrücklich festgehalten, dass diese Einschränkung nur bezüglich solcher Aspekte gelte, welche durch einzelne Bauvorschriften ausdrücklich geregelt seien (Vorschriften über die zulässige Gebäudegrösse). Das Gericht führte aus, soweit beispielsweise die Fassadengestaltung, die Dachgestaltung oder die Farbe betroffen seien, habe die Ästhetikklausel weiterhin volle Geltung. Der Beschwerdeführer bringt nichts vor, was diese durch Hinweise auf die Praxis untermauerte Erwägung in Frage stellen würde. Er kann daher dem Gericht nicht vorwerfen, nicht aufgezeigt zu haben, dass in seinem Fall ein Missbrauch oder ein Extremfall vorliege. 4.3 Das Verwaltungsgericht hat ausdrücklich anerkannt, dass die Umgebung der Liegenschaft des Beschwerdeführers durch die Strassenkreuzung "Wegscheide" sowie durch verschiedene Geschäfts- und Wohnhäuser geprägt werde, die kein einheitliches Ortsbild vermittelten und insofern keinen besonderen Massstab für die Eingliederung setzten. Das Gericht hat allerdings auch darauf hingewiesen, dass das Wohnhaus Y.________ des Beschwerdeführers im Ortsbild der Gemeinde Horw verzeichnet und der Kategorie 3 zugeordnet ist, mit dem Vermerk "Verzicht auf einen Neubau, sorgfältige Fassadenrenovation". Hinsichtlich des Schutzdaches auf der Terrasse und der daran anschliessenden Pergola hat es erwogen, dass sich die für die umstrittenen Bauteile vorgesehenen bzw. verwendeten Materialien - unbehandeltes Lärchenholz und Lichtwellenplatten - erheblich von der Bausubstanz des Haupt- und Ökonomiegebäudes unterschieden und dadurch unangepasst in Erscheinung träten. Diese Materialien seien nicht mit Bedacht gewählt. Das Verwaltungsgericht bezeichnete den von der Beschwerdegegnerin verwendeten Ausdruck "Alphüttlistil" als vielleicht etwas überzeichnet, hält ihn aber auch nicht für verfehlt und kommt zum Schluss, dass sich ein Erscheinungsbild ergebe, das selbst das in diesem Bereich nicht einheitliche Ortsbild zu beeinträchtigen vermöge und diesem zur Unzierde gereiche. Schutzdach und Pergola seien von verschiedenen, näher bezeichneten Standorten auf der Strasse und von den umgebenden Wohnhäusern her gut sichtbar. Was die Nordfassade angeht, verweist das Verwaltungsgericht erneut auf die uneinheitliche Erscheinungsweise, die sich aus den verschiedenen Materialien - nebst den bereits erwähnten hier zusätzlich noch das dunkle Holz der Geländer und die gelben Metallverstrebungen des gläsernen Treppenhauses - ergebe. 4.4 Mit diesen Ausführungen hat das Verwaltungsgericht deutlich gemacht, dass es eine Verletzung von § 140 Abs. 1 PBG-LU vor allem wegen der in sich äusserst unharmonischen, unruhigen und materialmässig nicht abgestimmten Gestaltung der Fassade und der Aufbauten auf Balkon und Terrasse erkennt. Sinngemäss hat das Verwaltungsgericht damit auch verneint, dass eine sorgfältige Fassadenrenovation im Sinne des kommunalen Ortsbildschutzes vorliegt. Weiter hält das Verwaltungsgericht diese Gestaltung für so missglückt, dass sie "selbst das in diesem Bereich nicht einheitliche Ortsbild zu beeinträchtigen vermag". Diese vom Verwaltungsgericht gegebene Begründung, die auch auf die anlässlich des Augenscheins erstellten Fotos verweist, mag knapp sein. Sie ist indessen nachvollziehbar und verletzt die Anforderungen an eine ausreichende Begründung nicht. 4.5 Das Hauptgebäude des Beschwerdeführers weist eine relativ schlichte - soweit auf den Fotos ersichtlich verputzte - Steinfassade auf. Die vom Beschwerdeführer vorgesehenen bzw. grösstenteils bereits ausgeführten An- und Aufbauten nehmen darauf weder in den Proportionen noch in der Material- und Farbwahl Bezug. Der Umstand, dass sich in der Umgebung auch ein Chalet und ein Holzhaus befinden, ändert daran nichts. Ob die Geländer am Haus des Beschwerdeführers gleich oder ähnlich gestaltet sind wie beim benachbarten Chalet, ist insofern nicht von Bedeutung, als ein Holzgeländer bei einem Chalet durchaus passend und stilgerecht erscheint, während es beim Gebäude des Beschwerdeführers einen Fremdkörper darstellt, namentlich dann, wenn es so gestaltet wird, wie es der Beschwerdeführer vorsieht bzw. bereits angebracht hat. Dies gilt unabhängig davon, ob zwischen den einzelnen Holzteilen des Geländers Zwischenräume anerkannt werden oder nicht - in der Tat lässt sich nicht leugnen, dass ein minimaler Abstand vorhanden ist. Es kann daher nicht als willkürlich bezeichnet werden, wenn das Verwaltungsgericht diese Gestaltung als "zur Unzierde gereichend" qualifizierte und deshalb eine genügende Einordnung in die Umgebung verneinte.