Citation: 9C_710/2024 E. 4.3

4.3. Die Vorinstanz erwog, die Kontrolle bei der "B.________ AG" habe am 21. Juni 2019 begonnen. Es lägen keine Anhaltspunkte vor, dass die "B.________ AG" die aktenkundige Kontrollankündigung nicht erhalten habe, wobei auch eine unangekündigte Kontrolle die Verjährung unterbrochen hätte. Die Verjährung sei deshalb selbst bei Nichterhalt der Kontrollankündigung durch das Durchführen der Kontrolle im Juni 2019 und April 2020 unterbrochen worden. Sodann habe die ESTV die Kontrolle mit Einschätzungsmitteilung vom 9. Juli 2020 abgeschlossen. Die Beschwerdeführerin müsse sich als Steuernachfolgerin die Zustellung der Kontrollankündigung und der Einschätzungsmitteilung zurechnen lassen. Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin könne es für die Verfahrenssukzession nicht auf den Zeitpunkt der Unternehmensübertragung ankommen; die Steuernachfolge sei als Ganzes zu betrachten, weshalb sich die übernehmende Gesellschaft Verfahrenshandlungen während der Übergangsphase anrechnen lassen müsse. Weiter sei die Beschwerdeführerin verpflichtet gewesen, die Nachfolge zu melden, und könne aus der nicht zeitgerechten Meldung nicht zu ihren Gunsten ableiten, die Einschätzungsmitteilung hätte ihr eröffnet werden müssen. Letztlich spreche auch die Beteiligung bzw. Beherrschung beider Gesellschaften durch dieselbe Person dafür, dass es auf einen genauen Zeitpunkt der Übertragung nicht ankommen könne. Die Festsetzungsverjährung sei deshalb nicht eingetreten (E. 3.4.3 des angefochtenen Urteils).