Citation: 6P.127/2005 03.02.2006 E. 7

Der Beschwerdeführer macht geltend, er habe nicht skrupellos gehandelt. Beim Angriff auf seinen Bruder sei es aus seiner Sicht um eine absolut berechtigte Reaktion auf dessen Mobbing-Intrigen gegangen. Gewissermassen aus Notwehr sei die Rauferei bzw. einfache Körperverletzung ohne weiteres gerechtfertigt gewesen. Indem der Beschwerdeführer von Rauferei bzw. einfacher Körperverletzung spricht, versucht er wiederum, seine Tathandlungen zu verharmlosen. Zudem ist nicht entscheidend, ob er aus seiner persönlichen Sicht der Dinge glaubte, seinen Bruder derart angreifen zu dürfen. Bei der Beurteilung, ob ein Verhalten skrupellos ist, sind vielmehr die allgemein anerkannten Grundsätze von Sitte und Moral massgebend. Der Beschwerdeführer wollte, dass sich sein Bruder künftig nicht mehr in seine Lebensumstände einmische. Wie die Vorinstanz festhält, ist dieses Motiv sittlich nicht zu missbilligen. Ebenfalls zutreffend bezeichnet sie aber das Tatmittel des Würgens (mit möglicher Todesfolge) als derart krass sittenwidrig, dass das Verhalten des Beschwerdeführers in der konkreten Situation und auch angesichts seines Motivs als hemmungs- und rücksichtslos erscheint. Damit hat die Vorinstanz das Element der Skrupellosigkeit zu Recht bejaht.