Citation: 5A_469/2022 E. 4.2

4.2. Die Beschwerdeführerin tadelt die Auslegung der Vollmacht vom 7. Mai 2004 und die Anwendung des Stellvertretungsrechts durch die Vorinstanz als willkürlich. Der angefochtene Entscheid laufe darauf hinaus, dass C.________s Bevollmächtigung quasi unbeschränkt gewesen wäre. Dies anzunehmen, sei realitätsfremd und unvernünftig. "Ohne Ausblendung von Realität und Logik" hätte die Vorinstanz zu keinem anderen Schluss kommen können, als dass C.________ als Repräsentant einer usbekischen Agency in der Schweiz und mit der Vollmacht, sich für die Republik Usbekistan gewisser Grundstücksgeschäfte anzunehmen, doch niemals berechtigt gewesen sein konnte, eine fremde Millionenschuld zulasten der Republik Usbekistan aus einem sie nicht betreffenden Schiedsurteil anzuerkennen bzw. zu übernehmen, und dies auch noch gestützt auf diese äusserst laienhaft formulierte und gestaltete "Schuldanerkennung bzw. Schuldübernahme". Anhand eines Beispiels aus der Rechtsprechung legt die Beschwerdeführerin dar, weshalb die Vollmacht vom 7. Mai 2004 "klarerweise" keine "echte Generalvollmacht" sein könne. Zudem könnten die Grenzen der Vertretungsmacht jedenfalls nicht über das hinausgehen, was nach Treu und Glauben erwartet werden kann. Auch bei Vorliegen eines Rechtsscheins dürfe ein Dritter nur Vollmachten vermuten, die inhaltlich auf die mit der Stellung des Bevollmächtigten verbundenen Aufgaben beschränkt sind. Im konkreten Fall sei offensichtlich, dass die Anerkennung bzw. Übernahme der fraglichen Schuld nichts mit der Stellung von C.________ als Repräsentant einer Agency in der Schweiz zu tun hat. Die Beschwerdeführerin verweist auf den von der Beschwerdegegnerin behaupteten Hintergrund der angeblichen "Schuldanerkennung bzw. Schuldübernahme". Demnach soll sie, die Beschwerdeführerin, die Angelegenheit mit höchster Priorität behandelt haben, weil die Beschwerdegegnerin es in der Hand gehabt habe, den Baumwollexport der Republik Usbekistan lahmzulegen. Angesichts dessen habe das umstrittene Geschäft im Kontext der Aufgaben eines lokalen Repräsentanten nicht als gewöhnlich gelten und von diesem folglich nicht eingegangen werden können. Schliesslich insistiert die Beschwerdeführerin, dass die Frage der Ermächtigung keine einer Notorietät zugängliche Tatsache, sondern eine im Einzelfall zu prüfende Rechtsfrage darstelle. Sie nimmt damit Bezug auf frühere Entscheide, in denen das Kantonsgericht die angebliche Notorietät von C.________s Ermächtigung festgestellt haben soll, und wirft dem Kantonsgericht vor, sich mit diesen früheren Entscheiden nicht in Widerspruch setzen zu wollen.