Citation: I 445/99 26.01.2000 E. 3

3.- a) Das kantonale Gericht hat die massgebenden Be- stimmungen über den Anspruch auf medizinische Massnahmen (Art. 12 Abs. 1 IVG) und die dazu ergangene Rechtsprechung (BGE 120 V 279 Erw. 3a) zutreffend dargelegt. Es kann da- rauf verwiesen werden. b) Ergänzend ist festzuhalten, dass Art. 12 IVG na- mentlich bezweckt, die Aufgabenbereiche der Invalidenver- sicherung einerseits und der sozialen Kranken- und Unfall- versicherung anderseits gegeneinander abzugrenzen. Diese Abgrenzung beruht auf dem Grundsatz, dass die Behandlung einer Krankheit oder einer Verletzung ohne Rücksicht auf die Dauer des Leidens primär in den Bereich der Kranken- und Unfallversicherung gehört (AHI 1999 S. 126 Erw. 2b mit Hinweisen). Das Gesetz umschreibt die Vorkehren medizinischer Art, welche von der Invalidenversicherung nicht zu übernehmen sind, mit dem Rechtsbegriff "Behandlung des Leidens an sich". Wo und solange labiles pathologisches Geschehen besteht und mit medizinischen Vorkehren angegangen wird, seien sie kausal oder symptomatisch, auf das Grundleiden oder dessen Folgeerscheinungen gerichtet, stellen solche Heilmassnahmen, sozialversicherungsrechtlich betrachtet, Behandlung des Leidens an sich dar. Dem labilen pathologi- schen Geschehen hat die Rechtsprechung seit jeher im Prin- zip alle nicht stabilisierten Gesundheitsschäden gleich- gestellt, die Krankheitswert haben. Demnach gehören jene Vorkehren, welche auf die Heilung oder Linderung pathologi- schen oder sonst wie Krankheitswert aufweisenden Geschehens labiler Art gerichtet sind, nicht ins Gebiet der Invaliden- versicherung. Erst wenn die Phase des (primären oder sekun- dären) labilen pathologischen Geschehens insgesamt abge- schlossen und ein stabiler bzw. relativ stabilisierter Zustand eingetreten ist, kann sich - bei volljährigen Ver- sicherten - überhaupt die Frage stellen, ob eine Vorkehr Eingliederungsmassnahme sei. Die Invalidenversicherung übernimmt in der Regel nur unmittelbar auf die Beseitigung oder Korrektur stabiler Defektzustände oder Funktionsaus- fälle gerichtete Vorkehren (BGE 120 V 279 Erw. 3a, AHI 1999 S. 126 f. Erw. 2b). c) Die Rechtsprechung hat festgehalten, dass sich sta- bilisierende Vorkehren stets gegen labiles pathologisches Geschehen richten. Deshalb muss eine kontinuierliche Thera- pie, die notwendig ist, um das Fortschreiten eines Leidens zu verhindern, als Behandlung des Leidens an sich bewertet werden. Keine stabile Folge von Krankheit, Unfall oder Geburtsgebrechen ist daher ein Zustand, der sich nur dank therapeutischer Massnahmen einigermassen im Gleichgewicht halten lässt, gleichgültig welcher Art die Behandlung sei (AHI 1999 S. 128 Erw. 2d). Ein solcher Zustand ist, solange er im Gleichgewicht bewahrt werden kann, wohl stationär, aber nicht im Sinne der Rechtsprechung stabil. Die medizi- nischen Vorkehren zur Aufrechterhaltung des stationären Zustandes können daher von der Invalidenversicherung nicht übernommen werden (AHI 1999 S. 128 Erw. 2d in fine). d) Die Beschwerdeführerin leidet gemäss den überein- stimmenden medizinischen Akten an einem lumbospondylogenen Schmerzsyndrom bei Spondylarthrose und Osteochondrose der Bandscheibe l5/S1 und einem beidseitigen Karpaltunnelsyn- drom, somit unbestreitbar an labilem pathologischem Gesche- hen im Sinne der erwähnten Rechtsprechung. Sie besucht des- halb regelmässig das Thermalbad in X.________. Die dort durchgeführte Bäderkur dient der Stabilisierung des labilen Leidens und ist daher in Übereinstimmung mit Verwaltung und Vorinstanz von der Invalidenversicherung nicht zu überneh- men. Damit sind auch keine Reisekosten zu vergüten (vgl. Art. 51 Abs. 1 IVG).