Citation: 1B_239/2007 10.12.2007 E. 3

Der Beschwerdeführer rügt die Ablehnung, seinen Offizialverteidiger abzuberufen, als willkürlich. Die Rüge erweist sich als offensichtlich unbegründet. Im angefochtenen Entscheid wird ausführlich und in Übereinstimmung mit der einschlägigen Rechtsprechung des Bundesgerichtes erwogen, dass ein Wechsel des amtlichen Verteidigers nur ausnahmsweise in Frage kommt, nämlich wenn bei objektiver Betrachtung eine effektive Verteidigung des Angeschuldigten nicht mehr gewährleistet erscheint. Dabei sei an sachlich nicht vertretbares oder offensichtlich fehlerhaftes Prozessverhalten des Offizialverteidigers zu denken (wie etwa krasse Frist- oder Terminverletzungen oder mangelnde Sorgfalt bei der Vorbereitung von Einvernahmen und anderen Prozesshandlungen). Es reiche jedoch nicht aus, dass der Angeschuldigte seinem amtlichen Verteidiger aus subjektiven Gründen das Vertrauen abspricht. Bei Meinungsverschiedenheiten über die Verteidigungsstrategie dürfe auch der gute Wille des Angeschuldigten erwartet werden, mit seinem Offizialanwalt konstruktiv zusammenzuarbeiten, zumal dieser grundsätzlich die Art und Weise der Verteidigung festlege und jedenfalls nicht bloss unkritisches Sprachrohr des Mandanten sei. Im vorliegenden Fall seien die gesetzlichen Voraussetzungen für einen Verteidigerwechsel nicht erfüllt. Der Offizialverteidiger weist in seiner Stellungnahme darauf hin, dass es sehr schwierig sei, mit dem Beschwerdeführer zu kommunizieren und zusammenzuarbeiten, da dieser Mühe habe, die Ansichten anderer Personen zu respektieren. Der Beschwerdeführer lasse sich hinsichtlich Prozessführung und Verteidigungsstrategie kaum beraten; stattdessen habe er von sich aus (und entgegen dem Rat des amtlichen Rechtsbeistandes) eine Vielzahl von Laieneingaben und Beschwerden eingereicht, die sich praktisch gegen "alles und jeden" richteten. Dennoch sei er, der Offizialverteidiger, grundsätzlich bereit, das amtliche Mandat pflichtgemäss weiterzuführen. Was der Beschwerdeführer vorbringt, lässt den angefochtenen Entscheid nicht als verfassungswidrig erscheinen. Seine Behauptung, der Offizialverteidiger habe ihn mehrfach "bedroht" und "belogen", findet in den Akten keine Stütze. Wenn der amtliche Anwalt dem Beschwerdeführer verschiedentlich dargelegt hat, welche nachteiligen prozessualen Konsequenzen sich aus ungünstigen Verfahrensdispositionen ergeben könnten, liegt darin weder eine Drohung oder Nötigung, noch ein sonstiges Pflichtversäumnis. Die beharrliche Weigerung des Beschwerdeführers, von seinem amtlichen Rechtsvertreter fachlichen Rat anzunehmen und ihn bei der Ausübung seines Mandates zu unterstützen, begründet keinen verfassungsmässigen Anspruch auf Wechsel des Offizialverteidigers.