Citation: 6B_148/2016 E. 1.4.3

1.4.3. Wie die Vorinstanz feststellt, war der Beschwerdeführer nicht derart konzentriert unterwegs, wie dies angesichts der gefahrenen Geschwindigkeit von knapp 140 km/h erforderlich gewesen wäre. Entgegen seiner Auffassung ist es nicht willkürlich und verletzt nicht die Unschuldsvermutung, wenn sie aus seiner Aussage, wonach er aus Unachtsamkeit nicht auf die Geschwindigkeit geachtet habe, schliesst, er sei insgesamt nicht besonders aufmerksam gewesen. Der Beschwerdeführer hat auch angegeben, er sei mit seinen Gedanken bei der Arbeit gewesen. Die Vorinstanz ging daher nachvollziehbar von einer allgemein verminderten Aufmerksamkeit aus. Sie nimmt auch zu Recht an, dass das Risiko eines Unfalls unter diesen Umständen erheblich erhöht war. Insbesondere weist sie zutreffend auf eine mögliche Kollision mit einem Baustellenfahrzeug hin. Es ist unbestritten, dass zur Tatzeit auf der Baustelle und damit in der Nähe der vom Beschwerdeführer befahrenen Strasse gearbeitet wurde. Mit einem in die Hauptstrasse einfahrenden Baustellenfahrzeug war daher jederzeit zu rechnen. Wie die Vorinstanz zutreffend erwägt, mussten die Bauarbeiter ein mit knapp 140 km/h herannahendes Fahrzeug keinesfalls erwarten. Der Vorinstanz ist auch zuzustimmen, dass ein Unfall mit Schwerverletzten oder Toten sehr wahrscheinlich gewesen wäre, wenn der Beschwerdeführer in jenem Moment die Baustelleneinfahrt passiert hätte. Dass das Baustellenfahrzeug vortrittsbelastet war, entlastet ihn nicht. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung darf sich auch ein vortrittsbelasteter Verkehrsteilnehmer soweit nötig auf die vortrittsbelastete Verkehrsfläche vortasten. Dabei darf er grundsätzlich darauf vertrauen, dass vortrittsberechtigte Fahrzeuge abbremsen oder sogar anhalten, wenn sie ihn aus genügend grosser Entfernung sehen können (Urteil 6B_1185/2014 vom 24. Februar 2015 E. 2.5 mit Hinweisen). Dies ist hier der Fall. Im Übrigen ist selbst bei einem grösseren Abstand des Beschwerdeführers zur Gefahrenstelle im Zeitpunkt des Einfahrens eines Baustellenfahrzeugs höchst fraglich, ob er rechtzeitig hätte bremsen können. Dies insbesondere angesichts der gefahrenen Geschwindigkeit und der Ablenkung vom Verkehrsgeschehen. Dass die Fahrbahn übersichtlich war, ändert daran nichts. Jedenfalls ist von einem deutlich längeren Bremsweg auszugehen, als der Beschwerdeführer annimmt. Seine Berechnung, wonach ein Anhalten aufgrund der besonders guten Bremsen seines Fahrzeugs auf nur 35,6 Meter möglich gewesen wäre, ist nicht nachvollziehbar. Es ist notorisch, dass die Länge des Bremswegs in erster Linie von der gefahrenen Geschwindigkeit und der Beschaffenheit der Fahrbahn abhängt. Die Argumentation des Beschwerdeführers ist auch deshalb unzutreffend, weil sie nur den Brems- nicht aber den Reaktions- und Anhalteweg berücksichtigt. Ausgehend von einer Reaktionszeit von mindestens einer Sekunde, was angesichts der Ablenkung des Beschwerdeführers als knapp erscheint, beträgt allein die in dieser Zeit zurückgelegte Wegstrecke bei einer Geschwindigkeit von fast 140 km/h rund 40 Meter (140 km/h / 3.6 = 38,88 m/s; vgl. Urteil 6B_571/2012 vom 8. April 2013 E. 1.3). Ein Anhalten auf die vom Beschwerdeführer behauptete Distanz ist somit jedenfalls ausgeschlossen. Entgegen seiner Auffassung ist der Vorinstanz im Übrigen kein Vorwurf zu machen, dass sie den Anhalteweg falsch berechnet hätte. Zwischen der Aufmerksamkeit des Fahrers und dem Anhalteweg besteht selbstverständlich ein kausaler Zusammenhang, wenn auch nicht im Sinne des physikalischen Bremswegs. Der Beschwerdeführer räumt dies denn auch ein. Von einer willkürlichen Annahme der Vorinstanz kann keine Rede sein. Wenn der Beschwerdeführer schliesslich geltend macht, die Geschwindigkeitsübertretung habe nur kurz gedauert, so ergibt sich dies aus dem angefochtenen Urteil nicht. Er entfernt sich insoweit vom vorinstanzlichen Sachverhalt, ohne Willkür darzutun.