Citation: 6B_1273/2020 E. 3.4.2

3.4.2. Die Argumentation des Beschwerdeführers trifft zudem in mehrfacher Hinsicht nicht zu, soweit er geltend macht, indem die Vorinstanz leere Gebinde gleich wie volle behandle und jedoch nicht festhalte, in welchen Behältnissen welcher Stoff in welcher Konzentration und Menge tatsächlich vorhanden gewesen sei, sei nicht rechtsgenüglich erstellt, dass überhaupt gefährliche Stoffe in den Liegenschaften aufgefunden worden seien. Vorab durfte die Vorinstanz nach dem soeben Ausgeführten willkürfrei davon ausgehen, die in der Anklageziffer 1 lit. a aufgeführten Stoffe seien an der W.________strasse yyy bzw. an der V.________strasse xxx in U.________ aufgefunden worden (vgl. E. 3.4.1). Unter Willkürgesichtspunkten nicht zu beanstanden ist dabei auch die vorinstanzliche Feststellung, wonach die aufgefundenen Gebinde teilweise voll und teilweise leer, aber ungereinigt gewesen seien. Der Beschwerdeführer bringt dagegen vor, es liege in der Natur der Sache, dass leere Gebinde, welche zu einem früheren Zeitpunkt flüchtige Stoffe wie beispielsweise "Trifluoressigsäure" beinhaltet hätten, nicht mehr gereinigt werden müssten, da sich der Inhalt bereits vollständig verflüchtigt habe. Flüchtige Stoffe seien nach dem Öffnen eines Behältnisses nicht mehr vorhanden. Dabei setzt er sich nicht mit dem konkreten Fall auseinander und belegt seine Behauptung nicht. Er nennt selektiv einzig die ebenfalls in der Anklageziffer 1 lit. a enthaltene "Trifluoressigsäure" und lässt alle anderen aufgefundenen relevante Stoffe - "Isopropanol", "Papaverinhydrochlorid", "Methanol" sowie "Natriumazid" - und deren Beschaffenheit ausser Acht. Er bringt weder vor, alle aufgefundenen Stoffe hätten sich in leeren Gebinden befunden, noch macht er geltend, es handle sich dabei allesamt um flüchtige Stoffe. Ersteres gestützt auf den vorinstanzlichen Sachverhalt auch zu Recht, ist doch mindestens für das 200 Liter Fass mit der Kennzeichnung "Isopropanol" erstellt, dass dieses über einen Inhalt von ca. 50 Liter verfügte. Zudem setzt sich der Beschwerdeführer auch nicht damit auseinander, dass die Vorinstanz jeweils von ungereinigten Gebinden spricht - so auch mit Bezug auf das korrodierte Gebinde mit der Kennzeichnung "Trifluoressigsäure". Mit Bezug auf den von der Vorinstanz zitierten Leitfaden ist dem Beschwerdeführer zwar insoweit zuzustimmen, als dieser lediglich eine Empfehlung für die Praxis und nicht eine rechtlich verbindliche Gesetzesbestimmung darstellt. Jedoch lässt der Beschwerdeführer ausser Acht, dass dieser Leitfaden eine Zusammenstellung von bestehenden Vorschriften und Empfehlungen für die Praxis enthält, durch deren Anwendung sich eine gewisse Rechtssicherheit zu gesetzeskonformem Verhalten ergibt. Vorliegend ist zudem auch das Bundesamt für Umwelt (BAFU) in die Erstellung dieses Leitfadens involviert, was ihm eine erhöhte Bedeutung für die Praxis zukommen lässt. Es ist nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz auf die darin enthaltenen Hinweise eingeht. Der Leitfaden setzt sich nicht nur in Ziff. 3.5 damit auseinander, dass Lager von ungereinigten Leergebinden gleich zu behandeln seien wie Lager von vollen Gebinden, sondern begründet dies in Ziff. 3.7 sodann ausführlicher. Leere Behälter, welche noch Restmengen gefährlicher Stoffe enthielten, könnten demnach durchaus grosse Gefahren bergen; beispielsweise könnten sich bei leicht entzündbaren Flüssigkeiten explosionsfähige Luft-Dampfgemische bilden. Deshalb seien kontaminierte oder ungereinigte Behälter gleich wie volle Behälter zu behandeln. Bei leeren, vorschriftsgemäss gereinigten Behältern seien Kennzeichnungen und Warnhinweise zu entfernen und klar unkenntlich zu machen. Vorliegend ist unbestritten, dass es sich bei den in Anklageziffer 1 lit. a aufgeführten Chemikalien um gefährliche Stoffe i.S.v. Art. 3 Abs. 1 und 2 ChemG i.V.m. Art. 3 der Verordnung vom 5. Juni 2015 über den Schutz vor gefährlichen Stoffen und Zubereitungen (Chemikalienverordnung, ChemV; SR 813.11) handelt. Erstellt ist zudem, dass die Behältnisse teilweise gefüllt, teilweise leer aber ungereinigt aufgefunden wurden. Das Vorgehen der Vorinstanz, leere und ungereinigte Gebinde grundsätzlich gleich zu behandeln wie volle, ist nicht zu beanstanden. Dabei stützt sich die Vorinstanz entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers nicht einzig auf den zitierten Leitfaden, sondern auch auf die Zeugenaussage von C.________, Fachmann beim Departement D.________ des Kantons X.________, Abteilung E.________. Damit konkretisiert die Vorinstanz die Sorgfaltspflichten anhand der Aussagen einer Fachperson und Fachempfehlungen. Es ist überdies nicht ersichtlich, inwieweit dies Art. 21 ChemG entgegenstehen soll. Soweit sich der Beschwerdeführer dabei darauf stützt, es sei nicht erstellt, dass gefährliche Chemikalien in den Liegenschaften sichergestellt worden seien, so geht er von tatsächlichen Prämissen aus, welche im vorinstanzlichen Urteil nach dem soeben Ausgeführten keine Stütze finden.