Citation: 1B_245/2020 E. 3.7

3.7. Es verletzt Bundesrecht nicht, wenn die Staatsanwaltschaft unter den gegebenen Umständen das Gesuch um amtliche Verteidigung mangels Nachweises der Bedürftigkeit mit Wirkung ab dem 18. September 2019 abwies und darauf auch nicht wiedererwägungsweise zurückgekommen ist, nachdem der Beschwerdeführer keine wesentlichen Gründe geltend machte, weshalb er objektiv verhindert gewesen wäre, seine Mittellosigkeit rechtzeitig zu belegen bzw. die verlangten Belege erst lange nach der ihm gesetzten Frist einzureichen. Die Staatsanwaltschaft und in der Folge das Obergericht hätten jedoch das Wiedererwägungsgesuch auch als neues Gesuch um amtliche Verteidigung mit Wirkung ex nunc entgegennehmen und behandeln müssen, stand es dem Beschwerdeführer doch frei, ein solches zu stellen, und war offensichtlich, dass er zumindest dies unausgesprochen in maiore minus mit beabsichtigte. Es gibt insofern keine Hinweise auf missbräuchliches Verhalten. Indem die Staatsanwaltschaft das Gesuch einfach integral ablehnte, ohne es aufgrund der neu eingereichten Unterlagen mit Wirkung ab dem 17. Dezember 2019 zu prüfen, und das Obergericht dies schützte, haben die beiden Vorinstanzen dem Beschwerdeführer das Recht verweigert und damit gegen Art. 29 Abs. 1 und 3 sowie Art. 30 Abs. 1 BV verstossen.