Citation: 6B_1226/2023 E. 2.2

2.2. Die Vorinstanz stützt sich bei der Prüfung der stationären therapeutischen Behandlung von psychischen Störungen insbesondere auf das forensisch-psychiatrische Gutachten von Dr. med. B.________ (nachfolgend: Gutachterin/Sachverständige) vom 12. August 2022 und deren anlässlich der erst- sowie zweitinstanzlichen Verhandlung getätigten Aussagen. Ferner berücksichtigt sie weitere Unterlagen (wie insbesondere die Akten aus einem anderen Verfahren, die Unterlagen der Kinder- und Erwachsenenschutzbehörde [KESB], die psychiatrischen Gutachten vom 17. Juni 2020, 24. Februar 2021 und 31. Mai 2021 sowie den Strafregisterauszug) und die Aussagen des Beschwerdeführers anlässlich der beiden Verhandlungen. Die Vorinstanz gelangt insbesondere gestützt auf das aktuelle forensisch-psychiatrische Gutachten zum Schluss, dass der Beschwerdeführer zur Tatzeit unter einer schweren paranoiden Schizophrenie, episodischer Verlauf mit zunehmendem Residuum (ICD-10 F20.01), gelitten habe und noch immer leide, womit eine schwere psychische Störung i.S.v. Art. 59 Abs. 1 StGB vorliege. Hinzu komme ein mittelgradig ausgeprägter schädlicher Gebrauch von Alkohol und multiplen Substanzen (ICD-10 F10.1, F19.1). Die Taten des Beschwerdeführers stünden mit dessen schweren psychischen Störung in Zusammenhang. Die Rückfallgefahr für einschlägige Delikte sei hoch und stehe in direktem Zusammenhang mit seiner schweren psychischen Störung. Der Beschwerdeführer sei massnahmebedürftig und die Massnahme sei notwendig. An der grundsätzlichen Behandelbarkeit der schweren psychischen Störung des Beschwerdeführers sei nicht zu zweifeln. In Bezug auf die Kritik des Beschwerdeführers erwägt die Vorinstanz, die Gutachterin äussere sich hinreichend zu den Behandlungsaussichten. Ihren Ausführungen sei zu entnehmen, dass innerhalb eines hochstrukturierten geschlossenen Rahmens - namentlich im Rahmen einer Massnahme nach Art. 59 StGB - mit einer solchen Therapie das Rückfallrisiko durchaus reduziert werden könnte, mithin Erfolgsaussichten bei Durchführung einer stationären therapeutischen Behandlung bestünden. Massgebend sei insbesondere die Optimierung der neuroleptischen Medikation. Daran änderten auch die mangelnde Therapiewilligkeit in einem stationären Setting und die fehlende Krankheitseinsicht nichts, da diese zum Krankheitsbild der paranoiden Schizophrenie gehörten. Auch sei in einer Gesamtbetrachtung eine minimale Motivierbarkeit des Beschwerdeführers für eine therapeutische Behandlung erkennbar. Nur ein eng strukturiertes Setting biete bei vorliegender Ausgangslage Gewähr, dass die notwendige Behandlung sichergestellt und eine Reduktion der Rückfallgefahr mit hinreichender Wahrscheinlichkeit innerhalb von fünf Jahren erreicht werden könne. Die stationäre therapeutische Massnahme sei somit geeignet, die Legalprognose beim Beschwerdeführer zu verbessern. Diese sei denn auch notwendig, um die den Anlasstaten zugrundeliegende schwere psychische Störung des Beschwerdeführers zu behandeln und künftige, mit ihr in Zusammenhang stehende Straftaten zu vermeiden. Schliesslich sei sie auch zumutbar, womit die Verhältnismässigkeit zu bejahen und eine stationäre therapeutische Behandlung von psychischen Störungen anzuordnen sei (Urteil S. 17 ff.).