Citation: U 258/05 16.08.2006 E. A

A.a J.________, geboren 1957, war bei der Firma X.________ AG als Hilfsarbeiter angestellt und bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) obligatorisch für die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen sowie Berufskrankheiten versichert. Am 3. Dezember 1999 erlitt er als Beifahrer auf dem hinteren linken Sitz eines Personenwagens einen Verkehrsunfall, als das Fahrzeug auf vereister Strasse in einer Kurve auf die Gegenfahrbahn geriet, mit der hinteren linken Seite gegen ein entgegenkommendes Fahrzeug prallte, quer zur Fahrtrichtung weiterrutschte und gegen einen nachfolgenden Lieferwagen stiess. J.________ zog sich dabei eine Commotio cerebri, eine Distorsion der Halswirbelsäule (HWS), eine Rissquetschwunde am linken Ellbogen sowie eine Schulter- und Handgelenksprellung links zu. Er wurde im Spital Y.________ hospitalisiert, wo eine Computertomographie des Schädels, die Röntgenbilder der HWS und der neurologische Status unauffällig waren. Am 7. Dezember 1999 wurde er mit einem weichen Halskragen nach Hause entlassen. In der Folge klagte J.________ über ständige Kopf- und Nackenschmerzen mit Ausstrahlungen in den rechten Arm. Eine Kernspintomographie der Hals- und Brustwirbelsäule in der Klinik Q.________ vom 20. Januar 2000 und eine neurologische Untersuchung im Spital Z.________ vom 28. Februar 2000 ergaben weitgehend normale Befunde. Die im Vordergrund stehende Kraft- und Gefühllosigkeit im rechten Arm liess sich nicht objektivieren und es wurde auf eine funktionelle Genese geschlossen. Der behandelnde Arzt Dr. med. O.________, Arzt für Allgemeine Medizin FMH, bezeichnete die Beschwerden als atypisch und äusserte den Verdacht auf eine pathologische Verarbeitung des Unfalls (Bericht vom 15. März 2000). Der Kreisarzt der SUVA Dr. med. S.________, Spezialarzt FMH für orthopädische Chirurgie, stellte eine depressive Entwicklung fest und erachtete den Versicherten aus somatischer Sicht ab 15. Mai 2000 zu 50 % und ab 29. Mai 2000 zu 100 % arbeitsfähig. Zu einer entsprechenden Wiederaufnahme der Erwerbstätigkeit kam es nicht. Auf Wunsch des Versicherten fand ab 10. Mai 2000 eine psychiatrische Betreuung durch den Sozialpsychiatrischen Dienst (SPD) statt, wofür die SUVA Kostengutsprache leistete. Am 5. Juli 2000 trat der Versicherte einen stationären Aufenthalt in der Rehaklinik V.________ an, brach diesen am 24. Juli 2000 wegen Erkrankung der Ehefrau (psychiatrische Hospitalisation) jedoch vorzeitig ab. Im Austrittsbericht der Klinik vom 9. August 2000 wurden ein chronisches Zervikobrachialsyndrom, ein Status nach wahrscheinlicher leichter traumatischer Hirnverletzung sowie eine reaktive depressive Störung mittleren Grades diagnostiziert und eine vollständige Arbeitsunfähigkeit im bisherigen Beruf bescheinigt. Auf Antrag des SPD fand vom 25. Oktober bis 18. November 2000 eine Abklärung und Behandlung in der Klinik W.________ statt, deren Ärzte eine Anpassungsstörung mit länger dauernder Depression bei chronifiziertem somatischem Leiden sowie psychosozialer Belastung diagnostizierten und eine volle Arbeitsunfähigkeit bestätigten. Die SUVA beauftragte hierauf die Klinik T.________ mit einem multidisziplinären Gutachten. In der am 21. Februar 2002 erstatteten Expertise gelangten die untersuchenden Ärzte zum Schluss, dass der Versicherte für geeignete leichtere Tätigkeiten zu 50 % arbeitsfähig sei, wobei an der bestehenden Beeinträchtigung auch unfallfremde Faktoren beteiligt seien, deren Anteil auf 50 % zu schätzen sei. Aus somatischer Sicht erachteten die Gutachter eine weitere Behandlung nicht als erforderlich; dagegen sollte die Psychotherapie fortgesetzt werden. Gestützt auf diese Beurteilung stellte die SUVA die Heilkosten- und Taggeldleistungen per 31. Oktober 2002 ein und sprach dem Versicherten mit Verfügung vom 6. November 2002 eine Invalidenrente auf Grund einer Erwerbsunfähigkeit von 25 % ab 1. November 2002 zu. Gegen diese Verfügung liess der Versicherte Einsprache erheben mit dem Antrag, es sei ihm eine Rente auf Grund eines Invaliditätsgrades von 75 % sowie eine Integritätsentschädigung entsprechend einer Integritätseinbusse von 40 % auszurichten. Nachdem die behandelnde Ärztin Frau Dr. med. K.________, am 6. Februar 2003 eine Verschlimmerung der psychischen Beeinträchtigung gemeldet hatte, kam die SUVA für einen erneuten Aufenthalt in der Klinik W.________ in der Zeit vom 6. bis 24. Mai 2003 auf. Im Bericht vom 2. Juni 2003 diagnostizierten die dortigen Ärzte eine mittelgradige depressive Episode mit somatischen Symptomen (ICD-10: F32.11) und bestätigten eine Arbeitsunfähigkeit von 100 %. In teilweiser Gutheissung der Einsprache sprach die SUVA dem Versicherten mit Wirkung ab 1. November 2002 eine Rente von 63 % zu; das Begehren um Zusprechung einer Integritätsentschädigung wies sie ab (Einspracheentscheid vom 1. März 2004). A.b Am 25. August 2000 hatte sich J.________ auch zum Leistungsbezug bei der Invalidenversicherung angemeldet. Mit Verfügungen vom 7. August, 6. Oktober und 24. November 2003 sprach die IV-Stelle des Kantons St. Gallen zunächst für die Zeitspanne vom 1. Dezember 2000 bis 31. Dezember 2002 eine ganze Rente basierend auf einer Erwerbsunfähigkeit von 100 % und ab 1. Januar 2003 eine halbe Rente auf Grund eines Invaliditätsgrades von 53 % bzw. 55,16 % zu. In der Folge kam sie am 9. Dezember 2003 und 19. Januar 2004 insofern auf ihren Entscheid zurück, als sie auch für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2003 sowie ab 1. Januar 2004 die Ausrichtung einer ganzen Rente gestützt auf eine Invalidität von 100 % verfügte.