Citation: 1C_25/2019 E. 4.1

4.1. Der Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV) verlangt, dass die Behörde die rechtserheblichen Vorbringen der Parteien tatsächlich hört, ernsthaft prüft und bei der Entscheidfindung angemessen berücksichtigt. Daraus folgt die Verpflichtung der Behörde, ihren Entscheid zu begründen. Dabei ist nicht erforderlich, dass sie sich mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt. Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Punkte beschränken. Die Begründung muss so abgefasst sein, dass sich der Betroffene über die Tragweite des Entscheids Rechenschaft geben und ihn in voller Kenntnis der Sache an die höhere Instanz weiterziehen kann. In diesem Sinne müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf die sich ihr Entscheid stützt (vgl. BGE 142 II 49 E. 9.2 S. 65; 137 II 226 E. 3.2 S. 270; 136 I 229 E. 5.2 S. 236). Gemäss § 7 Abs. 1 und Abs. 4 VRG/ZH i.V.m. § 70 VRG/ZH untersucht das Verwaltungsgericht den Sachverhalt grundsätzlich von Amtes wegen und wendet es das Recht grundsätzlich von Amtes wegen an. Nach § 20a VRG/ZH sind im Rekursverfahren neue Tatsachenbehauptungen und neue Beweismittel ausdrücklich zulässig. Hingegen sind gemäss § 52 Abs. 2 VRG/ZH neue Tatsachenbehauptungen im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren, wenn das Verwaltungsgericht als zweite gerichtliche Instanz entscheidet, nur noch so weit zulässig, als sie durch die angefochtene Anordnung notwendig geworden sind. Die Vorinstanz weist im angefochtenen Urteil sodann darauf hin, dass im baurechtlichen Verfahren weitgehend das Rügeprinzip gelte. Dies habe zur Folge, dass der Nachbar, der als Rekurrent vor dem Baurekursgericht aufgrund einzelner Rügen erfolglos die Aufhebung der Baubewilligung verlangt habe, sich vor Verwaltungsgericht gemäss ständiger Praxis nicht auf neue Bauhinderungsgründe berufen könne (kritisch zu dieser Praxis - soweit sich neue rechtliche Vorbringen auf den im Rekursverfahren ermittelten Sachverhalt beziehen - MARCO DONATSCH, in: Alain Griffel (Hrsg.), Kommentar VRG, 3. Auflage 2014, N. 43 zu § 52).