Citation: 6B_783/2021 E. 1.4.3

1.4.3. Den Überlegungen der Vorinstanz kann nicht gefolgt werden. Die beiden jüngeren Kinder der Beschwerdeführerin besuchen bereits die Schule und befinden sich deshalb nicht mehr im anpassungsfähigen Alter im engen Sinn (Urteile 2C_1053/2022 vom 9. März 2023 E. 3.5.3; 2C_538/2021 vom 24. Juni 2022 E. 3.4; 2C_709/2019 vom 17. Januar 2020 E. 6.2.2; je mit Hinweisen). Eine Rückkehr in ihr Heimatland zusammen mit ihrer Mutter oder beiden Elternteilen wäre ihnen deshalb nur zumutbar, wenn sie durch Sprachkenntnisse, gelegentliche Ferienaufenthalte und eine entsprechende Kulturvermittlung im familiären Rahmen mit den Verhältnissen im Heimatland vertraut wären (BGE 143 I 21 E. 5.4; Urteile 2C_834/2021 vom 24. Februar 2022 E. 5.2; 2C_709/2019 vom 17. Januar 2020 E. 6.2.2; je mit Hinweisen). Diese Voraussetzungen sind vorliegend nicht erfüllt. Zu den Sprachkenntnissen der Kinder hält die Vorinstanz fest, die jüngere Tochter der Beschwerdeführerin spreche nur sehr wenig Albanisch, während der Sohn die albanische Sprache verstehe (nicht festgehalten wird, dass er diese auch spricht). Die sprachlichen Fähigkeiten der Kinder sind somit ungenügend, um eine eigentliche Vertrautheit mit dem Heimatland bejahen zu können. Dass die Kinder schon selbst im Kosovo gewesen sind, begründet ohne nähere Angaben zu diesen Aufenthalten ebenfalls keinen näheren Bezug zur Heimat. Nach dem Gesagten fehlt es den minderjährigen, bereits eingeschulten Kindern der Beschwerdeführerin an einem hinreichenden Vertrautsein mit dem Kosovo, weshalb ihnen eine Rückkehr zusammen mit ihrer Mutter nicht zugemutet werden kann. Die Landesverweisung würde folglich zur Trennung zwischen der sorge- und obhutsberechtigten Mutter und ihren Kindern und damit zu einer schweren Beeinträchtigung einer tatsächlich gelebten, engen familiären Beziehung führen. Hierbei gilt es insbesondere zu berücksichtigen, dass gemäss den tatsächlichen Feststellungen der Vorinstanz hauptsächlich die Beschwerdeführerin für die Betreuung der Kinder zuständig ist, da ihr Ehemann einer Vollzeitstelle nachgeht. Ausführungen dazu, wie die Familie im Falle einer Ausweisung der Mutter die Betreuungsaufgaben bewältigen könnte, sind dem angefochtenen Urteil keine zu entnehmen. Die Landesverweisung steht somit im Widerspruch zum Kindeswohl. Unter diesen Umständen ist entgegen der Vorinstanz von einem schweren persönlichen Härtefall auszugehen.