Citation: 9C_172/2020 E. 6.2

6.2. Gemäss dem angefochtenen Entscheid habe der Gutachter Dr. med. F.________ die Auswirkungen der Abhängigkeitssymptomatik auf die Depression in seine Einschätzung der Arbeitsfähigkeit einbezogen und der Störung durch Substanzkonsum von gegenwärtig Sedativa und Hypnotika lediglich keinen zusätzlichen Einfluss beigemessen. Diese Feststellungen sind nicht offensichtlich unrichtig, war es doch dem medizinischen Experten nicht möglich, die depressive Symptomatik von den Symptomen der Störung durch Substanzgebrauch abzugrenzen. Der Gutachter legte in diesem Sinne dar, dass die depressive Symptomatik durch den Substanzgebrauch verstärkt würde und nach einer Entzugsbehandlung eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit von 80 auf 100 % möglich wäre. Inwiefern der Substanzgebrauch zu weiteren funktionellen Einschränkungen führen soll, ist aufgrund der vom Versicherten bei der Begutachtung geklagten Beschwerden und des psychopathologischen Befundes nicht ersichtlich. Gemäss Gutachter waren Aufmerksamkeit, Auffassung sowie Gedächtnis intakt und der Beschwerdeführer in der Lage, mit dem eigenen Auto zur Begutachtung anzureisen. Ferner hob auch die RAD-Ärztin hervor, dass sich neben der leichten bis mittelgradigen depressiven Symptomatik (verstärkt durch Substanzgebrauch) keine gröberen Auffälligkeiten zeigten. Nachdem die Problematik aufgrund des Substanzgebrauchs und dessen funktionelle Auswirkungen mit dem Gutachten hinreichend abgeklärt sind, besteht kein Anlass, der Expertise der ABI - auch nach der Änderung der Rechtsprechung mit BGE 145 V 215 - den Beweiswert abzusprechen (vgl. BGE 141 V 281 E. 8 S. 309).