Citation: H 253/00 15.11.2001 E. 4

4.- a) Nach verbindlicher Feststellung der Vorinstanz hat die Ausgleichskasse sämtliche der ursprünglichen Beitragsverfügungen erlassen, ohne vorgängig bei der Steuerbehörde eine Meldung über das für die Beitragsberechnung Nichterwerbstätiger massgebende Vermögen im fraglichen Zeitraum einzuholen. Dabei hätten zum Zeitpunkt des Verfügungserlasses zumindest für die Beitragsperioden 1994 bis 1997 die einschlägigen rechtskräftigen Steuerveranlagungen bereits vorgelegen. b) Art. 29 Abs. 3 AHVV sieht für die Beitragsbemessung Nichterwerbstätiger als Grundregel zwingend eine rechtskräftige Steuerveranlagung voraus. Art. 24 und Art. 25 AHVV, die gemäss Art. 29 Abs. 4 AHVV auch für die Beitragsfestsetzung Nichterwerbstätiger (sinngemäss) Anwendung finden, umschreiben abschliessend, unter welchen Voraussetzungen die Beiträge durch die Ausgleichskassen vor Erhalt einer Steuermeldung selbst einzuschätzen sind. Den im ausserordentlichen Verfahren erhobenen Beiträgen ist gemein, dass sie nach Art. 25 Abs. 5 AHVV unter dem resolutiven Vorbehalt der Steuermeldung stehen (BGE 109 V 74 Erw. 2b; ZAK 1989 S. 156 Erw. 2c). Ob nun ungeachtet der Gründe, die zum Verfügungserlass vor Einholung bzw. Erhalt der massgebenden Steuermeldung geführt haben, auf eine Beitragserhebung im ausserordentlichen Verfahren zu schliessen ist, mit der Konsequenz, dass die ursprünglichen Vermögenseinschätzungen trotz eingetretener formeller Rechtskraft der Verfügungen nach Kenntnisnahme der definitiven Steuereinschätzung ohne weiteres korrigiert werden können (BGE 109 V 74 Erw. 2b; ZAK 1989 S. 156 Erw. 2c mit Hinweisen) - wovon Vorinstanz und Verwaltung ausgehen -, erscheint äusserst fraglich. Insoweit sind die Einwände der Beschwerdeführer begründet. Wie es sich damit aber letztlich verhält, kann offen bleiben, da die widerrufenen Verfügungen allesamt nicht Gegenstand materieller richterlicher Beurteilung bildeten, zweifellos unrichtig sind und deren Berichtigung angesichts der nachzufordernden Höhe der Beiträge von erheblicher Bedeutung ist, womit die Verwaltung unter dem im Sozialversicherungsrecht allgemein gültigen Rechtstitel der Wiedererwägung (BGE 126 V 23 Erw. 4b, 46 Erw. 2b, 400 Erw. 2b/aa, je mit Hinweisen) innert der Verwirkungsfrist von fünf Jahren gemäss Art. 16 AHVG auf die formell rechtskräftigen Verwaltungsakte zurückkommen durfte. Wie von der Vorinstanz zutreffend erwogen, stand der Ausgleichskasse dabei trotz Fehlens eines Hinweises in den ursprünglichen Verfügungen auf die Rektifikationsmöglichkeit nicht der Grundsatz von Treu und Glauben entgegen. Die in diesem Zusammenhang in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde vorgetragenen Einwände vermögen hieran nichts zu ändern.