Citation: 8C_208/2022 E. 6.3

6.3. Nicht gefolgt werden kann der Beschwerdeführerin auch bezüglich der formalen Einwendungen gegen das bidisziplinäre Gutachten der SMAB AG vom 20. Januar 2020. Soweit sie wiederum das Fehlen einer Konsensbesprechung rügt, ist mit der Vorinstanz festzuhalten, dass das Gutachten eingangs eine bidisziplinäre Gesamtbeurteilung beinhaltet. Ob diese anlässlich einer Besprechung, per E-Mail oder durch anderweitigen Austausch zustande kam, ist nicht relevant, hat die Vorinstanz doch zu Recht darauf hingewiesen, dass rechtsprechungsgemäss das Abstellen auf ein polydisziplinäres Gutachten nicht bereits deshalb bundesrechtswidrig wäre, weil keine Konsensdiskussion stattgefunden habe (BGE 143 V 124 E. 2.2.4; Urteil 8C_54/2021 vom 10. Juni 2021 E. 2.2). Entscheidend ist, dass das Gutachten von allen beteiligten Ärztinnen und Ärzten unterzeichnet wurde und damit ein gemeinsamer Konsens erstellt ist (vgl. Urteil 9C_1019/2012 vom 23. August 2013 E. 2.1). Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin ist sodann nicht zu beanstanden, dass die bidisziplinäre Gesamtbeurteilung der SMAB AG nicht nur durch die medizinischen Fachpersonen unterzeichnet wurde, die sie untersucht hatten, sondern auch durch Mitglieder der Geschäftsleitung der beauftragten Gutachterstelle, namentlich durch die medizinischen Verantwortlichen und einen medizinischen Supervisor (vgl. Urteil 8C_628/2014 vom 22. Dezember 2014 E. 3.2). Die Involvierung von Personen aus der Geschäftsleitung des Begutachtungsinstituts verletzt weder das Arztgeheimnis oder den Datenschutz noch beeinträchtigt sie die Unabhängigkeit der Institution bzw. der beteiligten Gutachter. Die Beschwerdeführerin stellt schliesslich unter Hinweis auf die Formulierung auf Seite 12 des Gutachtens "Folgender konsiliarisch zugezogener Facharzt hat dieses Gutachten eingesehen und ist mit den Schlussfolgerungen einverstanden" in Frage, ob der psychiatrische Gutachter Dr. med. D.________ bei der Erstellung des Gutachtens überhaupt dabei oder ob er nur Konsiliararzt gewesen sei. Damit übersieht sie, dass Dr. med. D.________ das psychiatrische Teilgutachten als zuständiger Gutachter verfasst und unterzeichnet hatte, und verkennt, dass sich die zitierte Formulierung auf sein Einverständnis zur Gesamtbeurteilung, nicht auf das psychiatrische Teilgutachten, bezieht.