Citation: 1B_258/2007 30.11.2007 E. 6

Strafprozessuale Haft (hier: Sicherheitshaft) ist nicht Strafhaft. Sie bezweckt die Sicherung des Strafverfahrens und der allfälligen Strafvollstreckung (Niklaus Schmid, Strafprozessrecht, 4. Auflage, Zürich 2004, Rz. 690 f.; Robert Hauser/Erhard Schweri/Karl Hartmann, Schweizerisches Strafprozessrecht, 6. Auflage, Basel 2005, § 68 Rz. 1) und nicht die Bestrafung des Tatverdächtigen. Dieser gilt bis zur rechtskräftigen Verurteilung vermutungsweise als unschuldig (Art. 32 Abs. 1 BV) und hat Anspruch auf ein Urteil (gemeint: Sachurteil) innert angemessener Frist (Art. 29 Abs. 1 und Art. 31 Abs. 3 Satz 2 BV). Im vorliegenden Fall dauert der Freiheitsentzug nunmehr rund zwei Jahre und drei Monate. Immerhin wurde am 3. August 2007 Anklage erhoben und es ist - nach Angaben der Anklagekammer - davon auszugehen, dass das erkennende Gericht den Fall prioritär und speditiv behandeln wird. Unter dieser Voraussetzung erscheint die Haftdauer gerade noch verhältnismässig.