Citation: 5A_533/2023 E. 3.1.3

3.1.3. Betreffend die Stabilität der örtlichen Verhältnisse habe sich der erstinstanzliche Einzelrichter zu Recht im Grundsatz für U.________ und damit für die Zuteilung der Obhut an den Beschwerdeführer ausgesprochen. Es gelte anzumerken, dass ein Kind in den ersten Lebensjahren eher personen- als umgebungsbezogen sei. Der bedeutendste Stabilitätsfaktor im Leben zumindest der beiden jüngeren Kinder sei daher nicht die Wohnung in U.________, sondern wohl ihre Betreuung durch beide Elternteile. Die Stabilität der familiären Verhältnisse demgegenüber spreche für die Zuteilung der Obhut an die Beschwerdegegnerin. Selbst wenn gemäss den Behauptungen des Beschwerdeführers lediglich ein sporadischer Kontakt zur Familie der Beschwerdegegnerin bestanden haben sollte, als die Parteien noch zusammenlebten, sei glaubhaft, dass sie ihr familiäres Beziehungsnetz seit dem Umzug intensiv gepflegt habe. Angesichts der Doppelbelastung von Beruf und Kinderbetreuung, welche die Beschwerdegegnerin bereits während des Zusammenlebens gehabt habe, vermöchte ein allfällig weniger intensiver Kontakt während besagter Zeit denn auch nur äusserst wenig über die Qualität der Beziehung der Beschwerdegegnerin zu ihrer Familie in Graubünden aussagen. Ferner lebten sechs der neun Paten der Kinder in Graubünden. Weiter mache bereits der Umstand, dass die Beschwerdegegnerin sich dazu entschieden habe, nach V.________ und damit in die Nähe ihrer Familie und zudem noch in das Haus, in welchem auch ihre Eltern wohnten, zu ziehen, glaubhaft, dass intakte und stabile familiäre Verhältnisse bestünden (und auch zuvor bestanden haben), auf welche sie in Bezug auf die Kinderbetreuung zurückgreifen könne. Das familiäre Umfeld in U.________ habe sich mit den Eltern des Beschwerdeführers hingegen erschöpft. Schliesslich sei V.________ den Kindern nicht fremd gewesen, sie hätten nebst Verwandten auch bereits andere Kinder gekannt. Die Beschwerdegegnerin verfüge dort über ein funktionierendes Netzwerk und es handle sich um eine deutschsprachige Gemeinde. All dies habe den Kindern eine gute Integration ermöglicht.