Citation: P 9/99 02.03.2000 E. 2

2.- Zu prüfen bleibt, ob die Voraussetzungen für den Erlass der Rückforderung erfüllt sind. Der Bezirksrat hat dies im Einspracheentscheid vom 30. Oktober 1997 verneint. Von der Rückforderung kann bei gutem Glauben und gleichzeitigem Vorliegen einer grossen Härte abgesehen wer- den (Art. 27 Abs. 1 ELV in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 AHVG). Sodann unterscheidet die Rechtsprechung bezüglich der Erlassvoraussetzungen zwischen dem guten Glauben als fehlendem Unrechtsbewusstsein und der Frage, ob sich jemand unter den gegebenen Umständen auf den guten Glauben berufen kann bzw., ob er bei zumutbarer Aufmerksamkeit den beste- henden Rechtsmangel hätte erkennen sollen. Die Frage nach dem Unrechtsbewusstsein gehört zum inneren Tatbestand (Sachverhalt) und ist daher Tatfrage, die nach Massgabe von Art. 105 Abs. 2 OG von der Vorinstanz verbindlich beantwor- tet wird. Demgegenüber gilt die Frage nach der Anwendung der gebotenen Aufmerksamkeit als frei überprüfbare Rechts- frage, soweit es darum geht festzustellen, ob sich jemand angesichts der jeweiligen tatsächlichen Verhältnisse auf den guten Glauben berufen kann (BGE 122 V 223 Erw. 3 mit Hinweisen).