Citation: 2C_572/2007 23.01.2008 E. 2.2

2.2.1 Gegenstand der Gewinnsteuer der juristischen Personen ist nach Art. 57 DBG der Reingewinn. Der steuerbare Reingewinn wird gemäss Art. 58 Abs. 1 DBG ermittelt auf Grund des Saldos der Erfolgsrechnung unter Berücksichtigung des Saldovortrages des Vorjahres (lit. a). Er wird erhöht um alle vor Berechnung des Saldos der Erfolgsrechnung ausgeschiedenen Teile des Geschäftsergebnisses, die nicht zur Deckung von geschäftsmässig begründetem Aufwand verwendet werden (lit. b), sowie um die der Erfolgsrechnung nicht gutgeschriebenen Erträge, mit Einschluss der Kapital-, Aufwertungs- und Liquidationsgewinne (lit. c). Das Gesetz knüpft an die handelsrechtliche Bilanz an, welche grundsätzlich auch steuerrechtlich verbindlich ist, sofern die handelsrechtlichen Vorschriften beachtet wurden. Die Verbindlichkeit der Jahresrechnung (Art. 662a OR) entfällt nur insoweit, als sie gegen zwingende Vorschriften des Handelsrechts verstösst oder steuerliche Korrekturvorschriften zu beachten sind (Urteil 2A.549/2005 vom 16. Juni 2006 E. 2.1, in: StPS 24, 100, S. 103 f. mit Hinweis; vgl. auch Peter Brülisauer/Stephan Kuhn, Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht [I/2b], Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer [DBG], Basel/Genf/München 2000, Rz. 1 zu Art. 58 DBG; Peter Locher, Kommentar zum DBG, II. Teil, Therwil/Basel 2004, Rz. 2 zu Art. 58 DBG; Felix Richner/Walter Frei/Stefan Kaufmann, Kommentar zum DBG, Zürich 2004, Rz. 1 zu Art. 58 DBG; Robert Danon, Commentaire (Romand) de la loi sur l'impôt fédéral direct, Basel 2008, N 33 ff. zu Art. 57-58 LIFD). 2.2.2 Andererseits können gemäss Art. 67 Abs. 1 DBG vom Reingewinn der Steuerperiode Verluste aus sieben der Steuerperiode vorangegangenen Geschäftsjahren abgezogen werden, soweit sie bei der Berechnung des steuerbaren Reingewinnes dieser Jahre nicht berücksichtigt werden konnten. Dabei sind Verluste stets mit dem nächstmöglichen Gewinn zu verrechnen; Verzögerungen sind unzulässig (Urteil 2A.587/2002 vom 11. März 2003 E. 1.1 StR 58, 365 S. 366). Dieser Grundsatz der ungesäumten Verlustverrechnung ist auch in der Literatur unbestritten (Peter Brülisauer/Stephan Kuhn, a.a.O., Rz. 9 zu Art. 67 DBG; Peter Locher, a.a.O., N 10 zu Art. 67 DBG; Felix Richner/ Walter Frei/Stefan Kaufmann, a.a.O., Rz. 6 zu Art. 67 DBG; Robert Danon, a.a.O., Rz. 6 zu Art. 67 LIFD). 2.2.3 Wohl ist gemäss Art. 670 Abs. 1 Satz 2 OR der Aufwertungsbetrag in der Handelsbilanz - erfolgsneutral - als Aufwertungsreserve unter den Passiven auszuweisen. Die diese Bestimmung korrigierende Vorschrift von Art. 58 Abs. 1 lit. c DBG sieht jedoch vor, dass jede Aufwertungsbuchung erfolgswirksam zu erfolgen hat. Somit konnte der Verlust sofort verrechnet werden, was im Jahre 2000 denn auch - zu Recht - von Amtes wegen geschah. Damit besteht in der Steuerperiode 2001 kein verrechenbarer Verlust mehr, und der in diesem Geschäftsjahr ausgewiesene Gewinn von Fr. 276'584.-- ist demzufolge ungeschmälert zu besteuern.