Citation: 4A_546/2023 E. 5.2.3

5.2.3. Ferner halte die Beschwerdeführerin an ihrer Ansicht fest, dass die fristlose Entlassung des Beschwerdegegners bereits deshalb gerechtfertigt gewesen sei, weil er die Arbeit verweigert, ihm erteilten Weisungen widersprochen und die verlangten Arbeitserzeugnisse nicht geliefert habe. Dabei gehe sie erneut von falschen Voraussetzungen aus, indem sie die Nebentätigkeiten als unzulässig erachte. Weiter übergehe sie, dass sie das Arbeitsverhältnis mit dem Beschwerdegegner wegen Unzufriedenheit mit dessen Leistungen bereits am 26. Februar 2020 ordentlich gekündigt habe. Entsprechend komme eine diesbezügliche Abmahnung grundsätzlich nicht mehr in Frage. Auch habe sie die (wechselnden) Aufgaben und Pflichten, die dem Beschwerdegegner während des Arbeitsverhältnisses übertragen worden seien, nicht hinreichend substanziiert. Im Übrigen vermöge sie nicht zu erklären, weshalb sie die angeblich mangelhafte Aufgabenerfüllung vor dem 22. April 2020 nicht beanstandet habe bzw. warum bis dahin niemandem aufgefallen sein soll, dass der Beschwerdegegner die ihm übertragenen Arbeiten angeblich nicht erledigt habe. Die Beschwerdeführerin moniere im Wesentlichen eine Verletzung von Art. 152 ZPO und beantrage die Befragung von F.________ als Partei sowie die Einvernahme diverser Zeugen, wobei sie verkenne, dass das Beweisverfahren nicht dazu diene, fehlende bzw. nicht hinreichend substanziierte Behauptungen zu ersetzen. Schliesslich sei zu beachten, dass G.________ dem Beschwerdegegner bereits am 20. Februar 2020 per E-Mail mitgeteilt habe, dass die Beschwerdeführerin dessen Dienste ab August 2020 nicht mehr benötige und seine Tätigkeit bis dahin darin bestehe, sie bei der Verlegung ihrer Tätigkeiten nach Bermuda zu unterstützen. Auch darauf gehe die Beschwerdeführerin nicht ein. Es entstehe der Eindruck, dass sie mit der Abmahnung einen Weg gesucht habe, das Arbeitsverhältnis mit dem Beschwerdegegner nach der ordentlichen Kündigung möglichst schnell zu beenden. Dies gelte umso mehr, als zwischen der Abmahnung und der fristlosen Auflösung des Arbeitsverhältnisses nur gerade fünf Arbeitstage verstrichen seien.