Citation: 6P.82/2000 22.01.2001 E. 24

24.- Der Beschwerdeführer macht eine Verletzung der Parteiöffentlichkeit geltend, weil das Kantonsgericht die Qualifikation "desolater Zustand" der Buchhaltung durch Buchhalter R.________ anlässlich einer bloss polizeilichen Einvernahme übernommen habe, ohne dem Beschwerdeführer Gelegenheit zu geben, dem Belastungszeugen Fragen stellen zu können (Beschwerdeschrift S. 99 f. Ziff. 6). Aufgrund der gesamten Akten erscheint die Bezeichnung einer "desolaten" Buchhaltung jedenfalls nicht als willkürlich. Um dies zu verdeutlichen, genügen zwei, drei Zitate aus den Revisionsberichten der Treuhand AG (fiktiver Name) und von Revisor G.________, Buchhaltungen/Beratung, für die Jahre 1989 bis 1993: "Die vorgenommenen Revisionsarbeiten in L.________ und in unserer Kanzlei ergaben dann allerdings, dass über vier Jahre unvollständig und zum Teil falsch verbucht wurde, und die bereits vorliegenden provisorischen Bilanzen als untauglich bewertet werden müssen". ... "Bei der Überprüfung der Bestandeskonti stellten wir fest, dass kein einziges Konto mit vorhandenen Bankauszügen übereinstimmte, als Folge fehlender und Falschbuchungen" (Ordner II, act. 370 f.). "Die Bücher der Geschäftsjahre 91/92 und 92/93 waren lediglich in denjenigen Konten abgestimmt, die Frau P.________ geführt hat (Geldkonti, Hoteldebitoren, Lieferantenkreditoren). Alle übrigen Positionen wiesen zum Teil gravierende Differenzen zu den Bestandes-Ausweisen auf". ... "In völliger Unkenntnis buchhalterischer Vorgänge, wurden Buchungen getätigt, die nicht belegt, oder schlicht falsch waren. Es ist mir unverständlich, weshalb die Unternehmensleitung nicht schon in 1992 reagiert, und das Rechnungswesen notfalls mit fremder Hilfe hat in Ordnung bringen lassen" (Ordner II, act. 372 f.). Das Kantonsgericht geht bei der Strafzumessung davon aus, dass dem Beschwerdeführer nicht einfach der Gesamtverlust von 23 Millionen Franken aus den geschäftlichen Aktivitäten der Hotel AG als Deliktsbetrag angelastet werden könne. Von vornherein dürfe ihm nur zum Vorwurf gemacht werden, was sich während seiner Amtszeit als Verwaltungsratspräsident abgespielt habe oder was in dieser Zeit entschieden worden sei und sich später noch ausgewirkt habe (angefochtener Entscheid S. 66 unten). Wenn das Kantonsgericht dem Beschwerdeführer somit ausdrücklich nur Handlungen bis zu seinem Ausscheiden aus der Hotel AG zurechnet, musste es ihm auch keine Gelegenheit geben, Y.________ Fragen über die Zeit nach dem Ausscheiden des Beschwerdeführers aus der Hotel AG stellen zu lassen. Darin liegt keine Verfassungsverletzung. Weiter vorne (E. 15c) wurde bereits dargelegt, dass das Kantonsgericht insbesondere aufgrund der Aussagen des Beschwerdeführers bezüglich der Bilder willkürfrei dessen Verheimlichungsvorsatz annehmen durfte. Bei dieser Ausgangslage sind die Depositionen des Buchhalters M.________ nicht mehr von entscheidender Bedeutung, weshalb das Kantonsgericht auch auf dessen Einvernahme als Zeuge (Beschwerdeschrift S. 100) verzichten durfte. Damit erweisen sich die entsprechenden Rügen als unbegründet.