Citation: C 264/00 28.08.2001 E. 2

2.- a) Es ist unbestritten, dass es sich bei der zugewiesenen Stelle um eine zumutbare Arbeit gehandelt hat. Streitig ist hingegen die Einstellung in der Anspruchsberechtigung. b) Am 6. April 2000 wurde die Versicherte vom Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) angewiesen, sich bei der Firma X.________ um eine Stelle als kaufmännische Angestellte zu bewerben. In ihrem Bewerbungsschreiben vom 7. April 2000 liess die Beschwerdeführerin die Firma X.________ wissen, dass man ihr mitteilen solle, was sie zum Vorstellungsgespräch anzuziehen habe. Ihr Stundenhonorar betrage Fr. 300.- bis Fr. 600.- exkl. Reisespesen. Bei Bekleidungssonderwünschen sei ihr ein Barcheck im Voraus zuzustellen. Auf Grund dieser überhöhten Forderungen der Versicherten hat der potenzielle Arbeitgeber sie gar nicht zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen. Die Beschwerdeführerin hat demnach mit ihrem Verhalten eine mögliche Anstellung verhindert und gegen die Schadenminderungspflicht sowie die Pflicht zur Annahme jeder zumutbaren Tätigkeit verstossen (Art. 16 Abs. 1 und Art. 17 Abs. 3 AVIG). Ob tatsächlich eine Anstellung seitens der Firma X.________ erfolgt wäre, ist vorliegend ebenso unbeachtlich wie der Umstand, dass sie sich anderweitig genügend um Arbeit bemüht hat. Für die Einstellung in der Anstellungsberechtigung genügt es, dass die versicherte Person den Anlass dazu gab, dass es bei einer zugewiesenen Arbeitsstelle zu keinem Vorstellungsgespräch und allfälliger späterer Anstellung kam (ARV 1999 Nr. 33 S. 195 Erw. 2, 1978 Nr. 7 S. 16, 1961 Nr. 49 S. 127). Die Einstellung erfolgte demnach zu Recht. c) Gemäss Art. 45 Abs. 3 AVIV stellt die Ablehnung einer zumutbaren Stelle ohne entschuldbaren Grund ein schweres Verschulden dar, weshalb die Einstellung für 31 bis 60 Tage vorgesehen ist (Art. 45 Abs. 2 lit. c AVIV; vgl. auch ARV 1999 Nr. 33 S. 196 Erw. 3a). Das AWA hat sich in seiner Verfügung vom 27. April 2000 im unteren Bereich der möglichen Einstellungsdauer bewegt. Die Einstellung in der Anspruchsberechtigung ist auch in dieser Hinsicht nicht zu beanstanden.