Citation: 9C_314/2018 E. 4.2.2

4.2.2. Weiter gelangte die Vorinstanz zum Ergebnis, es könne insgesamt nicht auf eine Therapieresistenz respektive auf einen bedeutsamen Leidensdruck geschlossen werden, fehle es doch am definitiven Scheitern einer lege artis respektive mit optimaler Kooperation der Beschwerdeführerin durchgeführten Therapie. Zu diesem Schluss kam sie in erster Linie aufgrund der im Rahmen der Begutachtung durchgeführten Laborkontrolle, welche einen erniedrigten Chlorprothixen- und einen erhöhten Duloxetinspiegel ergeben habe. Unerwähnt liess die Vorinstanz dabei, dass gemäss psychiatrischem Gutachter der nachgewiesene Medikamentenspiegel für eine angemessene Adhärenz spreche. Zudem äusserte sie sich mit keinem Wort zu dessen Einschätzung, wonach die bisherige Therapie lege artis erfolgt sei. Der Experte führte in diesem Zusammenhang aus, die Versicherte befinde sich zum Teil engmaschig über längere Zeit in psychotherapeutischer Behandlung und werde supportiv auch angemessen dosiert antidepressiv behandelt. Es liege zwar keine krankheitsbedingte Unfähigkeit zur Therapieadhärenz vor, gleichwohl sei die erhebliche Störung der Affektivität massgeblich dafür, dass der bisherige Behandlungsverlauf weitgehend therapieresistent gewesen sei. Die Versicherte habe alle therapeutischen Optionen angenommen. Zusä tzliche Behandlungsmöglichkeiten würden sich derzeit nicht ergeben. Es bestehe ein erheblicher Leidensdruck der Versicherten, den sie derzeit kaum zu minimieren vermöge. Insgesamt bleibe die Prognose aufgrund des heutigen Krankheitsverlaufs und der aktuellen Untersuchungsergebnisse eher ungünstig. Auch die behandelnde Psychiaterin führte in ihrem Bericht vom 1. Dezember 2015 aus, "aufgrund des chronifizierten und invalidisierenden Charakters der Symptomatik ist die Prognose aus psychiatrischer Sicht eher als ungünstig einzuschätzen".