Citation: 6B_788/2019 E. 2.3.3

2.3.3. Der Zweck der Kautionierung im Sinne von Art. 383 StPO ist wie ausgeführt, im Rechtsmittelverfahren Sicherheit für allfällige Verfahrenskosten und Entschädigungen zu leisten (vgl. zur Kosten- und Entschädigungspflicht der Privatklägerschaft im Rechtsmittelverfahren Art. 417, Art. 428 und Art. 436 in Verbindung mit Art. 432 StPO). Dieses Verfahren leiteten die Beschwerdeführer mit der kantonalen Beschwerde ein, worauf grundsätzlich die Vorinstanz die übrigen Verfahrensbeteiligten zur Stellungnahme aufzufordern hatte (Art. 397 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 390 Abs. 2 StPO). Verlangt die Vorinstanz von den Beschwerdeführern vor dem (ersten) Schriftenwechsel - mithin bevor (weitere) Verfahrenskosten und Aufwendungen der Beschwerdegegner anfallen - die Sicherstellung ebendieser etwaigen finanziellen Ansprüche, verletzt dies nicht Bundesrecht. Daran ändert die mit der Beschwerde vom 23. April 2019 verlangte Akteneinsicht nichts. Offenbleiben kann, ob die Beschwerdeführer noch vor der Nichtanhandnahme beim Untersuchungsamt rechtzeitig ein Begehren um Akteneinsicht stellten. Die Nichtanhandnahmeverfügung wurde dem Beschwerdeführer 1 am 12. April 2019 und der Beschwerdeführerin 2 am 15. April 2019 zugestellt. Die Rechtsmittelfrist endete am 23. April 2019 respektive am 25. April 2019. Die Beschwerde wurde mithin vom Beschwerdeführer 1 am letzten Tag der Frist erhoben. Der Antrag zu diesem Zeitpunkt, die Nichtanhandnahmeverfügung "einstweilen aufzuheben", um "allfällige Ergänzungen der Untersuchung zu beantragen" (vorinstanzliche Akten Urk. 1), respektive um die Beschwerde nach Einsicht in die Akten besser substanziieren zu können (Urk. 1), zielte im Ergebnis auf eine Verlängerung der zehntägigen Beschwerdefrist. Diese gesetzliche Frist kann nicht erstreckt werden (Art. 396 Abs. 1 und Art. 89 Abs. 1 StPO). Eine Verlängerung der Beschwerdefrist wäre selbst in jenem Fall nicht möglich, wenn die Akteneinsicht rechtzeitig beantragt worden und innert der Beschwerdefrist nicht möglich gewesen wäre (PATRICK GUIDON, in: Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, Bd. II, 2. Aufl. 2014, N. 6 zu Art. 396 StPO). Ebenso wenig überzeugt, soweit die Beschwerdeführer neu einen Rückzug der kantonalen Beschwerde thematisieren. Deshalb kann offenbleiben, ob es sich dabei um ein unzulässiges Novum handelt (vgl. Art. 99 Abs. 1 BGG). Zwar wäre ein Beizug der Vorakten (ST.2015.5568) unabhängig von einem ersten Schriftenwechsel zweifelsohne möglich gewesen. Hätten die Beschwerdeführer aber nach der Akteneinsicht vom Rechtsmittel Abstand genommen, wären sie - da unterliegend (Art. 428 Abs. 1 StPO) - kostenpflichtig und eventuell bereits entschädigungspflichtig geworden. Auch in diesem Fall wäre nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz für die entsprechenden Kosten und Entschädigungen Sicherheit verlangt. Dass deren Höhe angesichts der konkreten Verhältnisse unverhältnismässig wäre, behaupten die Beschwerdeführer nicht. Zusammenfassend ist nicht bundesrechtswidrig, wenn die Vorinstanz ein Eintreten auf das Rechtsmittel gestützt auf Art. 383 StPO von einer Sicherheitsleistung abhängig macht und in der Folge nach unbenutztem Ablauf der Frist auf das Rechtsmittel nicht eintritt. Die Beschwerde in Strafsachen ist unbegründet, soweit sie den Begründungsanforderungen von Art. 42 Abs. 2 BGG überhaupt zu genügen vermag.