Citation: 8C_368/2020 E. 6.4

6.4. Dass Trillerpfeifen gemäss vorinstanzlicher Internetrecherche je nach Typus und Anwendung Spitzenpegel direkt am Ohr von bis zu 140 dB (A) erreichen können, bedeutet nicht, dass vorliegend unbesehen von diesem Maximalwert auszugehen ist. Denn im Sozialversicherungsrecht existiert keine Beweisregel, wonach im Zweifel zu Gunsten der versicherten Person zu entscheiden wäre ("in dubio pro assicurato"; BGE 134 V 315 E. 4.5.3 S. 322). Lassen sich der Typus der Trillerpfeife und der konkrete Schallexpositionspegel im Nachhinein nicht mehr feststellen, und ist davon auszugehen, dass bei gewissen Modellen die Schwelle der Ungewöhnlichkeit erreicht wird, bei anderen dagegen nicht, so liegt ein Fall von Beweislosigkeit vor, deren Folgen der Versicherte zu tragen hat, da er aus dem unbewiesenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte (BGE 144 V 427 E. 3.2 S. 429; SVR 2016 UV Nr. 44 S. 145, 8C_358/2016 E. 3.4).