Citation: I 2/06 23.05.2006 E. 1

Streitig ist zunächst die Frage, ob die Verwaltung über ausreichend aussagekräftige medizinische Grundlagen verfügte, um in der Sache zu entscheiden. 1.1 Die Beschwerdegegnerin leidet an Lumbalgien und Nackenschmerzen. Der Allgemeinmediziner Dr. S.________ attestierte ihr eine Arbeitsunfähigkeit von 50 Prozent ab dem 1. Juli 2003 und eine solche von 100 Prozent ab dem 22. September 2003 (Bericht vom 8. Oktober 2003). Der Neurologe Dr. C.________ fand bei einer Untersuchung vom 20. Oktober 2003 keinen Nachweis für eine neurologische Affektion, diagnostizierte ein "Schulter-/Armsyndrom links unklarer Ätiologie" und regte die Einholung eines rheumatologischen Konsiliums sowie eines polydisziplinären Gutachtens an (Berichte vom 27. Oktober 2003 und 4. Januar 2004). Der Neurochirurg Dr. H.________ beschrieb am 3. Februar 2004 eine Schmerzexazerbation im Rahmen eines chronifizierten Lumbovertebralsyndroms, verursacht im Einzelnen durch eine Diskusprotrusion (L 4/5) und einen kleineren Bandscheibenvorfall (L5/S1) sowie durch Spondylarthrosen (L3/4, L4/5 und L5/S1). Am 10. Februar 2004 meldete Dr. S.________ der Invalidenversicherung, seine Patientin habe ab dem 3. November 2003 einen Arbeitsversuch mit halbem Pensum unternommen, sei aber seit dem 27. Januar 2004 wiederum zu 100 Prozent arbeitsunfähig. Es erfolge eine intensive Physiotherapie. Dr. H.________ berichtete am 15. Juni 2004 von einer leichtgradigen Schmerzreduktion. Die Wiederaufnahme der bisherigen pflegerischen Tätigkeit mit ihrer starken körperlichen Beanspruchung falle ausser Betracht; eine leichte, leidensangepasste Tätigkeit sei hingegen grundsätzlich zumutbar. Die Ausübung einer angepassten Tätigkeit setze einen stufenweisen Arbeitsaufbau voraus. Langfristig sei von einer vollumfänglichen Arbeitsfähigkeit auszugehen. Gerade weil es immer wieder zu intermittierenden Schmerzschüben kommen werde, sei es wichtig, die Patientin wieder in den Arbeitsprozess zu integrieren. 1.2 Das kantonale Gericht verpflichtet die Verwaltung zur Einholung eines rheumatologischen Gutachtens. Es begründet die Rückweisung damit, den medizinischen Akten lasse sich nicht entnehmen, dass der Beschwerdegegnerin eine angepasste Tätigkeit vollumfänglich zumutbar sei. Die Entscheidungsgrundlagen sind indes nicht lückenhaft. Die vorzitierten Ausführungen des Neurochirurgen Dr. H.________ vom 15. Juni 2004, wonach eine leichte, leidensangepasste Tätigkeit nach einem "stufenweisen Arbeitsaufbau" zumutbar sei, sind ausreichend klar, um Bestand und Umfang der Arbeitsfähigkeit beurteilen zu können. Daran ändert der Umstand nichts, dass der Neurologe Dr. C.________ ergänzende Erhebungen in rheumatologischer Hinsicht und eine interdisziplinäre Begutachtung für erforderlich hielt. Denn diese Anregung erfolgte im Kontext der eigenen Untersuchung, die sich auf den Bereich von Halswirbelsäule, Schulter und Arm beschränkte. Dass die Verwaltung dieser Problematik nicht weiter nachging, erscheint vertretbar, nachdem das Schulter-/Armsyndrom in der ausführlichen Wiedergabe der Beschwerden durch Dr. H.________ (Bericht vom 15. Juni 2004) gar nicht mehr erwähnt wird. Es darf deshalb angenommen werden, dass die Einschränkungen im Bereich der Halswirbelsäule gegenüber den beeinträchtigenden Auswirkungen des chronifizierten Lumbovertebralsyndroms in den Hintergrund getreten sind und jedenfalls keinen eigenständigen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit mehr zeitigten. Im Weiteren steht die Beurteilung des Dr. H.________ in keinem Widerspruch zur Einschätzung des behandelnden Arztes Dr. S.________. Im Formularbericht vom 10. Februar 2004 verweist Dr. Saner auf den Versuch der Beschwerdegegnerin, ab November 2003 halbtags zu arbeiten. Wenn er in diesem Kontext von einer ab Ende Januar 2004 bestehenden vollumfänglichen Arbeitsunfähigkeit spricht, so kann damit nur eine Einschränkung im bisher ausgeübten Beruf - und nicht in einer leidensangepassten Tätigkeit - gemeint sein. Auch widerspricht dessen Einschätzung vom 22. Dezember 2004, es bestehe selbst in einer behinderungsangepassten Tätigkeit vollständige Arbeitsunfähigkeit, insofern der Beurteilung des Dr. H.________ nicht, als gemäss letzterem die Umsetzung der medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit einen "stufenweisen Arbeitsaufbau" bedingt, bis "langfristig" von einer vollumfänglichen Arbeitsfähigkeit auszugehen sein werde. Diesem Wortlaut kann bei isolierter Betrachtung zwar nicht entnommen werden, ob damit einzig eine schrittweise Anhebung des Arbeitspensums gemeint ist oder ob (auch) eine weiterreichende Wiederangewöhnung an die Erwerbstätigkeit erforderlich sein soll. Zeigt sich indes nach Lage der Akten, dass die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit augenscheinlich von bestimmten weiteren Massnahmen abhängig ist (Erw. 2 hienach), so ist auch die jüngste Beurteilung des Dr. S.________ (vollständige Arbeitsunfähigkeit) mit derjenigen von Dr. H.________, welche solche Eingliederungsschritte vorwegnimmt, vereinbar. Was schliesslich die Bedeutung und allfällige Abklärungsbedürftigkeit der im Zeugnis des Dr. S.________ vom 22. Dezember 2004 neu erwähnten psychischen Komponente angeht, so werden darüber bei der Vorbereitung und Durchführung der - wie noch zu zeigen sein wird - ohne weiteres erforderlichen bzw. näher zu prüfenden Eingliederungsmassnahmen weitere Erkenntnisse zu gewinnen sein. 1.3 Nach Stand der Dinge im Zeitpunkt des Einspracheentscheids (Januar 2005) waren weitere medizinische Abklärungen entbehrlich, da eine hinreichend klare Aktenlage herrschte. Der vorinstanzliche Rückweisungsentscheid hält in diesem Punkt nicht stand. Der Umstand, dass sich der gesundheitliche Zustand nach dem hier massgebenden Zeitraum derart entwickelte, dass ein operativer Eingriff nötig wurde, dass also die Eingliederungsfähigkeit vorläufig noch nicht gegeben war (vgl. dazu Erw. 3 hienach), ändert nichts an diesem Ergebnis; es ist dadurch kein grundsätzlich anderer Gesundheitszustand ausgewiesen, aufgrund dessen die Frage der aus medizinischer Sicht bestehenden beruflichen Perspektiven nachträglich abweichend bewertet werden müsste.