Citation: 8C_98/2009 04.06.2009 E. 4.2

4.2.1 Die Vorbringen des Beschwerdeführers, die sich weitgehend auf die unzulässigen (E. 1.3) Facharztberichte abstützen, vermögen die Beweiskräftigkeit des MEDAS-Gutachtens nicht in Zweifel zu ziehen. Entgegen seiner Argumentation wurde im Gutachten schlüssig dargelegt, weshalb er nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eine milde traumatische Hirnverletzung (MTBI [mild traumatic brain injury]) erlitten hat. Nach anerkannter Lehrmeinung setzt die Diagnose einer MTBI entweder eine Episode von Bewusstlosigkeit oder einen Gedächtnisverlust für Ereignisse unmittelbar vor oder nach dem Unfall oder eine Bewusstseinstrübung (Benommenheitsgefühl, Desorientierung) im Zeitpunkt der Verletzung voraus (Adrian M. Siegel, Neurologisches Beschwerdebild nach Beschleunigungsverletzung der Halswirbelsäule, in: Siegel/ Fischer [Hrsg.], Die neurologische Begutachtung, Zürich 2004, S. 166 Tabelle 9, mit bibliographischen Hinweisen; Urteil U 14/05 vom 29. Mai 2006, E. 3.1). Aktenmässig ist eine Bewusstlosigkeit indessen ebensowenig erstellt wie eine Gedächtnislücke. Auch ergab ein am 17. Januar 2005 durchgeführtes MRI keinen Hinweis auf fokale, post-kontusionelle Läsionen, weshalb kein Anlass besteht, von der gutachterlichen Sicht der Frau Dr. med. K.________, Neurologie FMH, abzuweichen, die mit grosser Sicherheit eine traumatische Hirnverletzung ausschloss (Neurologisches Teilgutachten der MEDAS vom 12. Januar 2005). Mit der Vorinstanz ist sodann festzustellen, dass die medizinischen Akten den Schluss auf ein am 25. September 1999 erlittenes HWS-Schleudertrauma nicht zulassen, zumal initial einzig - nebst der erlittenen Kniedistorsion - Schwindelbeschwerden innerhalb der Latenzzeit von 72 Stunden, ausgewiesen sind (Einvernahmeprotokoll der Kantonspolizei vom 25. September 1999; Bericht des Dr. med. B.________, Neurologie FMH, vom 20. Oktober 1999). 4.2.2 Aus neuropsychologischer Sicht bestand weiter eine leichte bis mittelschwere neuropsychologische Funktionsstörung, wahrscheinlich multifaktoriell bedingt, wobei die mehrfach mittels MRI dokumentierten Befunde (leichte allgemeine kortikale Hirnatrophie und diskrete zerebellare Atrophie unklarer Äthiologie), nicht überwiegend wahrscheinlich als postraumatisch bezeichnet wurden (Neuropsychologische Beurteilung des lic. phil. H.________ vom 12. März 2005); neurologische Defizite waren gemäss Teilgutachten der Frau Dr. med. K.________ (vom 12. Januar 2005) nicht nachweisbar. Entgegen der Vorbringen in der Beschwerde ist nicht zu beanstanden, wenn das kantonale Gericht gestützt hierauf auf eine fehlende Unfallkausalität hinsichtlich der festgestellten Hirnatrophie und der neuropsychologischen Defizite schloss. 4.2.3 Die Beschwerden im Nacken- und Lendenwirbelsäulenbereich führte Dr. med. M.________, Facharzt FMH Rheumatologie, in seinem rheumatologischen Konsilium vom 12. Januar 2005 auf die erlittenen Unfälle zurück. Er hielt indessen fest, die eingehende bildgebende Verlaufskontrolle des Schädels, der Hals- und Brustwirbelsäule ergäbe weitgehend normale Befunde. Es bestünden keinerlei Hinweise für eine radikuläre Reiz- oder Ausfallsymptomatik oder für eine Segmentinstabilität, weder auf zervikalem noch auf lumbalem Niveau und radiologisch sowie kernspintomographisch hätten unfallbedingte osteo-disko-ligamentäre Läsionen ausgeschlossen werden können. Der orthopädische Chirurge Dr. med. A.________ hielt in seinem Konsilium vom 18. Januar 2005 fest, objektiv krankhaft sei eigentlich nur die radiologische Befundaufnahme des Segments C6/7, welche durch nuchocervicale Beschwerdeangaben gestützt werde; der klinische Befund sei jedoch blande. Die Frage der Unfallkausalität dieser Beschwerden liess er unter dem Hinweis offen, dass sich solche radiologischen Veränderungen auch als Zufallsbefund bei beschwerdefreien Gleichaltrigen fänden. In der gutachterlichen Gesamtbeurteilung wurde ausgeführt, gemäss orthopädisch-rheumatologischer Beurteilung liege ein chronisches zervikozephales und lumbospondylogenes Schmerzsyndrom vor, wobei die Nacken- und Rückenbeschwerden mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf die beiden Unfallereignisse zurückzuführen seien. Ob die geklagten Nacken- und Rückenbeschwerden auf einem unfallbedingten, hinreichend ausgewiesenen organischen Substrat beruhen, kann letztlich dahingestellt bleiben, berücksichtigt doch die gutachterliche Einschätzung der verbliebenen Arbeitsfähigkeit, wonach dem Versicherten eine leichte bis mittelschwere Tätigkeit ohne Höhenexposition und ohne Umgang mit gefährlichen Maschinen vollständig zumutbar ist, sämtliche somatischen Befunde. Anlass für weitere medizinischen Abklärungen besteht daher nicht (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 132 V 393 E. 4.1 S. 400, 124 V 90 E. 4b S. 94). 4.2.4 Die Vorinstanz verneinte schliesslich zu Recht unfallkausale psychische Beschwerden mit Auswirkungen auf das Leistungsvermögen. In der MEDAS-Expertise legte der Psychiater Dr. med. R.________ überzeugend dar, dass wohl ein die Arbeitsfähigkeit einschränkender psychischer Gesundheitsschaden vorliegt, welcher hingegen nicht auf die erlittenen Unfälle zurückzuführen ist. Soweit der Beschwerdeführer sich einzig zur natürlichen Kausalität äussert, übersieht er, das die Vorinstanz auch die Adäquanz verneinte. Denn nach den zutreffenden Erwägungen des kantonalen Gerichts scheitert die Berücksichtigung des vorhandenen psychischen Leidens im Rahmen der unfallversicherungsrechtlichen Invaliditätsbemessung jedenfalls an der fehlenden adäquaten Unfallkausalität. Letztere erfolgte vorinstanzlich richtigerweise nach der Rechtsprechung zu psychischen Fehlentwicklungen gemäss BGE 115 V 133. Weiterungen hiezu erübrigen sich hingegen, da sich der Beschwerdeführer damit mit keinem Wort auseinandersetzt. 4.3 In erwerblicher Hinsicht bringt der Beschwerdeführer zum vorinstanzlich vorgenommenen Einkommensvergleich, der mit Blick auf die Leistungseinschränkung nach dem Gesagten korrekterweise allein die somatischen Unfallfolgen berücksichtigt und einen Invaliditätsgrad von 20 % ergab, wiederum keine Einwendungen vor.