Citation: 8C_534/2022 E. 5.1.3

5.1.3. Es ist daher mit der Vorinstanz nicht zu bemängeln, wenn die Gutachter sich nicht vertiefter mit der CrF auseinandersetzten, indem sie diese anlässlich der Konsensbeurteilung erwähnten, die Erschöpfbarkeit und Müdigkeit bei den Beschwerden aufführten, der (pharmakogenen) Fatigue-Symptomatik aber schliesslich konsiliarisch keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit beimassen. Die Beschwerdeführerin zeigt nicht auf, was sie aus dieser Diagnose zu ihren Gunsten ableiten könnte. Die geklagte Symptomatik (Erschöpfbarkeit und Müdigkeit) wurde von den Gutachtern nicht ausser Acht gelassen und fand dementsprechend Eingang in die psychiatrische Diagnose einer depressiven Erkrankung mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit, nachdem die internistische Teilgutachterin auf einen möglichen Zusammenhang der Beschwerdesymptomatik mit der Chemotherapie, der aktuell etablierten Medikation, einer CrF oder einer depressiven Erkrankung hinwies. Wichtige Aspekte, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind, benennt die Beschwerdeführerin damit nicht (vgl. statt vieler SVR 2017 IV Nr. 49 S. 148; 9C_119/2020 vom 18. Mai 2010 E. 3.2.3). Dies gilt auch in Bezug auf den angeführten Bericht des Universitätsspitals E.________ vom 24. Februar 2021, worin eine persistierende Erschöpfungssymptomatik eruiert und eine CrF mit der Diagnose ICD-10: R53 als Unwohlsein und Ermüdung klassifiziert wurden. Die Konzentrationsstörungen und die Fatigue würden zu einer ausgeprägten Beeinträchtigung von ICF-Aktivitäten aus verschiedenen Fähigkeitsbereichen führen, so dass eine vollständige Arbeitsunfähigkeit für die früher ausgeübte Arbeitstätigkeit bestehe. Die Vorinstanz gab diese Aussage zwar insofern ungenau wieder, als ärztlicherseits nicht primär die geklagten Konzentrationsstörungen als massgebend für die volle Arbeitsunfähigkeit in der früheren Tätigkeit als Aussendienstmitarbeiterin bezeichnet wurden, wie im angefochtenen Urteil festgestellt, sondern die Konzentrationsstörungen zusammen mit der Fatigue. Entgegen dem Einwand in der Beschwerde ergibt sich hieraus aber keine willkürliche Tatsachenfeststellung und Beweiswürdigung durch die Vorinstanz. Zum einen äusserte sich der Bericht des Universitätsspitals E.________ einzig zu einer Leistungseinschränkung in der angestammten Tätigkeit, zum andern wurde nicht begründet, weshalb die Konzentrationsstörungen und die Fatigue nach Ansicht der Ärzte zu einer 100%-igen Arbeitsunfähigkeit führen sollen. Allfällige kognitive Einschränkungen konnten ferner anlässlich der neuropsychologischen gutachterlichen Abklärung aufgrund mangelnder Mitwirkung durch die Beschwerdeführerin und der dadurch nicht verwertbaren Testergebnisse nicht zuverlässig festgestellt werden. Eine die Beweiswürdigungsregeln verletzende Interpretation der Expertise im angefochtenen Urteil liegt somit nicht vor. Soweit die Beschwerdeführerin moniert, im Gutachten sei nicht abgehandelt worden, ob die Erschöpfungszustände in Verbindung mit der Einnahme von Tamoxifen stünden oder auf andere Medikamente zurückzuführen seien, indem lediglich eine pharmakogene CrF diagnostiziert worden sei, mag dies zutreffen, ändert am Ergebnis jedoch nichts. Ob die CrF mit diesem Medikament oder einem anderen zu assoziieren ist, spielt bezüglich ihrer Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit keine Rolle. So war auch der gynäkologischen Gutachterin die Einnahme von Tamoxifen (oder eines Aromatasehemmers) im Zeitpunkt der Begutachtung bekannt, nur mass sie der Medikation, wie der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) in seiner Stellungnahme vom 7. Dezember 2021 bemerkte, keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit zu. Aus diesem Einwand ergeben sich keine Zweifel an der Beweiskraft des Gutachtens.