Citation: 5A_765/2022 E. 5.1

5.1. Mit der Vorinstanz und der Beschwerdeführerin ist zunächst festzuhalten, dass die verfügbare Quote derjenige Teil der Erbschaft ist, der nach dem Abzug aller Pflichtteile vom Nachlass verbleibt. Wie hoch die verfügbare Quote tatsächlich ist, hängt demnach davon ab, welche pflichtteilsgeschützten Erben im Todeszeitpunkt vorhanden sind. Sie ist daher keine feste Grösse. Der Erbvertrag wurde von einem Notar formuliert, bei dem man davon ausgehen kann, dass dieser die Rechtslage genau gekannt, die Vertragsparteien pflichtgemäss darüber aufgeklärt und die eingesetzten Fachausdrücke in ihrem juristisch technischen Sinn verwendet hat (Urteile 5A_121/2019 vom 25. November 2020 E. 5.2.2; 5A_84/2017 vom 7. November 2017 E. 3.2). Der Wortlaut ist zwar Ausgangspunkt der Auslegung, aber nicht isoliert zu beurteilen. Zu berücksichtigen ist der Gesamtzusammenhang, in dem eine Vertragsklausel steht, und es sind auch der von den Parteien verfolgte Zweck und weitere Umstände zu berücksichtigen (BGE 146 V 28 E. 3.2; Urteil 5A_84/2017 vom 7. November 2017 E. 3.1). So können insbesondere die Begleitumstände des Vertragsabschlusses oder die Interessenlage der Parteien zu jenem Zeitpunkt ergänzend berücksichtigt werden (BGE 133 III 406 E. 2.2). Soweit die Beschwerdeführerin daher wiederholt auf einen "klaren Wortlaut" verweist, ist ihr damit nicht geholfen.