Citation: 1C_257/2022 E. 7.2

7.2. Bezogen auf den vorliegenden Fall führt die Beschwerdeführerin aus, die Einsichtnahme diene der historischen Aufarbeitung und Aufklärung der Geschehnisse rund um die "Cryptoleaks". Bezüglich der Voruntersuchungen der Bundespolizei in den 1990er-Jahren bestehe der Verdacht, dass diese lediglich "pro forma" geführt bzw. den Vorwürfen bewusst nicht nachgegangen worden sei, um eigene nachrichtendienstliche Interessen und solche ausländischer Nachrichtendienste (CIA und BND) zu verfolgen. Es stelle sich die Frage der Rechtsstaatlichkeit des Vorgehens der Bundespolizei, an deren Beantwortung zweifellos ein gewichtiges öffentliches Interesse bestehe. Die Rechtmässigkeit behördlichen Handelns sei ein grundlegender Wert in einer Demokratie, welcher nach besonderer Transparenz verlange. Die Tatsache, dass die GPDel eine Inspektion durchgeführt und die Ergebnisse in ihrem Bericht vom 2. November 2020 veröffentlicht habe (BBI 2021 156), vermöge die demokratische Kontrolle durch die Öffentlichkeit nicht zu ersetzen. Dieser habe bezüglich der Voruntersuchungen der Bundespolizei in den 1990er-Jahren im Übrigen viele Fragen aufgeworfen. Es sei seltsam, dass ein Anfangsverdacht verneint worden sei, obwohl zwei befragte Personen explizit von angeblichen Manipulationen an den Chiffriergeräten berichtet hätten und obwohl die Eigentümer der Crypto AG nicht ermittelt worden seien. Das öffentliche Interesse an der Aufklärung und Aufarbeitung zeige auch die breit abgestützte - jedoch vom Nationalrat abgelehnte - Forderung nach der Einsetzung einer Parlamentarischen Untersuchungskommission PUK, die unter anderem die Rolle der Bundesanwaltschaft hätte untersuchen müssen.