Citation: 1C_544/2013 E. 3.2

3.2. Der Chly Rhy und die angrenzenden, mit Gehölz bewachsenen Flächen sind Teil des Auengebiets von nationaler Bedeutung Nr. 3 "Koblenzer Rhein und Laufen" (Anh. 1 der Verordnung über den Schutz der Auengebiete von nationaler Bedeutung vom 28. Oktober 1992 [Auenverordnung; SR 451.31]). Wie bereits die Vorinstanzen dargelegt haben und das BAFU in seiner Vernehmlassung bestätigt, fehlt jedoch im Bereich des Chly Rhys die für Auengebiete typische Dynamik des Gewässer- und Geschiebehaushalts, weshalb es sich - aus Sicht des Auenschutzes - um eine renaturierungsbedürftige Landschaft handelt. Diese Dynamik soll mit dem Wasserbauprojekt wieder hergestellt und die ökologischen Voraussetzungen für eine auentypische einheimische Tier- und Pflanzenwelt geschaffen werden. Damit entspricht das Projekt dem Auftrag von Art. 18 ff. des Bundesgesetzes vom 1. Juli 1966 über den Natur- und Heimatschutz (NHG; SR 451), Art. 4 Abs. 1 lit. a und b, Art. 5 Abs. 2 lit. d und Art. 8 Auenverordnung und § 42 Abs. 5 KV. Dem Beschwerdeführer ist einzuräumen, dass gewisse Projektbestandteile, wie die vorgesehene Aufschüttung eines Trockenstandorts im südlichen Bereich, nicht einen früher bestehenden Zustand wiederherstellen, sondern neue und in diesem Sinne "künstliche" Lebensräume für auentypische Tier- und Pflanzenarten schaffen. Es handelt sich jedoch um Ersatzmassnahmen für früher am Rhein vorhandene, aufgrund der Flussregulierung verschwundenen Lebensräume, wie die über längere Zeiträume trockenfallenden Sand- und Kiesbänke. Da der Rhein in ein schmales Flussbett gedrängt wurde und seinen Lauf nicht mehr verlagert, muss andernorts Ersatz für diesen Lebensraumtyp geschaffen werden, der eine wichtige Lebensgrundlage für viele typische Auenbewohner darstellt (vgl. Technischen Bericht S. 30). Auch diese Massnahmen entsprechen den Grundsätzen von Art. 4 Abs. 1 lit. a und Art. 5 Abs. 1 lit. d Auenverordnung i.V.m Art. 18 ff. NHG und sind nicht zu beanstanden.