Citation: I 911/06 02.02.2007 E. 7.1

7.1.1 Der Versicherte hatte sich im Einspracheverfahren mit den recht umfangreichen Gutachten der Rheumatologin Frau Dr. med. R.________ vom 1. November 2005 und des Psychiaters Dr. med. H.________ vom 20. Juni 2005 und ihrer interdisziplinären Beurteilung vom 28. Oktober 2005 sowie mit diversen weiteren Arztberichten auseinanderzusetzen. In der vorinstanzlich erstatteten ergänzenden Stellungnahme vom 13. März 2006 führte die Expertin Frau Dr. med. R.________ aus, sie habe den Versicherten zu 8 Std. pro Tag arbeitsfähig mit einer Einschränkung von ca. 20 % für die verlangsamte Tätigkeit durch den speziell adaptierten Computer beurteilt. Sie habe die bisherige Arbeitsfähigkeit, wie sie vom Hausarzt attestiert worden sei, angegeben. Es bestehe eine klare Diskrepanz zwischen ihrer Beurteilung und derjenigen des Hausarztes; unter Umständen müsste dieser unterschiedlichen Beurteilung nochmals nachgegangen werden. Sie bestätige, dass der Versicherte ein chronisches weichteilrheumatisches Schmerzsyndrom habe, das ihn in der Berufsausübung teilweise einschränke. Die IV habe das Schmerzsyndrom nicht gewichtet. Ihrer Meinung nach müsse sie sich um die berufliche Eingliederung des Versicherten kümmern. Sie empfehle eine Berufsabklärung und -beratung durch die IV. 7.1.2 Weiter ist zu beachten, dass die IV-Stelle die Verfügung vom 23. November 2005 trotz des relativ komplexen und widersprüchlichen medizinischen Sachverhalts lediglich mit der Wiedergabe des Art. 8 ATSG (Begriff der Invalidität) und dem wenig aussagekräftigen Satz "Bei Ihnen liegt kein Krankheitsbild mit Invaliditätscharakter vor." begründete. Erst im Einspracheentscheid vom 13. Februar 2006 räumte sie ein, dass die Expertise der Frau Dr. med. R.________ mit einem Fehler behaftet sei. Für den Versicherten als juristischen Laien war es mithin schwierig, die Akten zu würdigen und die Einsprache zu begründen. 7.2 Das Verfahren war mithin rechtlich und sachverhaltsmässig nicht einfach. Eine erhebliche Tragweite der Sache ist zu bejahen, zumal der Anspruch auf eine Invalidenrente - mithin eine finanzielle Leistung von in der Regel grosser Bedeutung - streitig war (vgl. auch erwähntes Urteil I 692/05 Erw. 7.3; Urteile M. vom 16. Oktober 2006 Erw. 4.5, I 631/06, A. vom 29. Dezember 2005 Erw. 4.2.2, I 781/05, und O. vom 27. April 2005 Erw. 7.3, I 507/04). Unbehelflich ist der Einwand der IV-Stelle, der Versicherte hätte sich durch Verbandsvertreter, Fürsorger oder andere Fach- und Vertrauenspersonen sozialer Institutionen verbeiständen lassen können. Denn angesichts der nicht einfachen Fallumstände ist die direkte Inanspruchnahme anwaltlicher Hilfe nicht zu beanstanden (vgl. auch erwähntes Urteil I 781/05 Erw. 4.2.2 mit Hinweisen). Unter den gegebenen Umständen hat die IV-Stelle Bundesrecht verletzt, wenn sie eine anwaltliche Verbeiständung im Einspracheverfahren als nicht erforderlich erachtete. Der angefochtene Entscheid ist somit rechtens. Sämtliche Vorbringen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde vermögen an diesem Ergebnis nichts zu ändern.