Citation: 1P.488/2004 07.01.2005 E. 2

Der Beschwerdeführer hält in formeller Hinsicht dafür, das Obergericht sei ihm gegenüber voreingenommen gewesen, weshalb es die Garantie auf ein faires Verfahren verletzt habe (Art. 30 Abs. 1 BV). 2.1 Er macht geltend, das Gericht habe keinen guten Faden an seiner Person gelassen. Seine Aussagen seien ohne jegliche Begründung herabgesetzt worden. Das Gericht habe alles, was er zu seiner Verteidigung vorgebracht habe, mit negativ wertenden Attributen versehen. Auch im Rahmen der rechtlichen Würdigung habe das Obergericht keine Gelegenheit ausgelassen, ihm sein Bemühen um Verteidigung zum Vorwurf zu machen. 2.2 Nach Art. 30 Abs. 1 BV hat der Einzelne Anspruch darauf, dass seine Sache von einem unparteiischen, unvoreingenommenen und unbefangenen Richter ohne Einwirken sachfremder Umstände entschieden wird. Liegen bei objektiver Betrachtungsweise Gegebenheiten vor, die den Anschein der Befangenheit und die Gefahr der Voreingenommenheit zu begründen vermögen, so ist die Garantie verletzt. Mit der Garantie des unabhängigen Richters soll vermieden werden, dass ausserhalb des Falles liegende Umstände das Urteil zugunsten oder zuungunsten einer Partei beeinflussen können. Solche Umstände können in einem bestimmten Verhalten des betreffenden Richters liegen, wenn er das Urteil in beleidigendem Ton oder sonst auf unsachliche Art und Weise abfasste. Bei der Gewichtung solcher Umstände kann jedoch nicht auf das subjektive Empfinden einer Partei abgestellt werden. Das Misstrauen in den Richter muss vielmehr in objektiver Weise als begründet erscheinen (BGE 128 V 82 E. 2a, mit Hinweisen). 2.3 Das Obergericht äusserte sich im angefochtenen Entscheid zum Verhalten des Beschwerdeführers im Verfahren und zu seiner Person. Es warf ihm unter anderem seine abstreitende Verteidigungsstrategie vor und zog seine Angaben zu den finanziellen Verhältnissen in Zweifel, wobei es die Ausführungen teilweise mit gewissen eher negativ geprägten Randbemerkungen verband. Auch wenn die vom Beschwerdeführer beanstandeten Äusserungen des Obergerichts möglicherweise und zum Teil nicht immer mit der angebrachten Sachlichkeit erfolgten, führen sie insgesamt und bei objektiver Betrachtungsweise nicht zum Eindruck, das Gericht habe sich bereits auf einen Schuldspruch festgelegt und die Appellation sei von vornherein aussichtslos gewesen. Jedenfalls würdigte das Gericht die Ausführungen des Beschwerdeführers und jene der Zeugen ausführlich. Es ging auf die jeweiligen Darstellungen ein und wog sie gegeneinander ab. Eine Verletzung von Art. 30 Abs. 1 BV liegt nicht vor.