Citation: I 849/02 13.07.2004 E. 3.2

3.2.1 Der im vorinstanzlichen Verfahren eingereichten Ausbildungsdokumentation ist zu entnehmen, dass die Arbeit einer Pferdetherapeutin die Anwendung verschiedener Massagetechniken (Akupressur, Triggerpunkttherapie, Sportmassage) umfasst. Obwohl die Versicherte wegen ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen (u.a. Fingerpolyarthrose, Karpaltunnelsyndrom beidseits) insbesondere bei Arbeiten mit vermehrter Fingerbeanspruchung unter Schmerzen in Finger- und Handgelenken leidet, ist ihr die Tätigkeit als Pferdetherapeutin offenbar möglich. So berichtete sie während der (bis zum Zeitpunkt des Verfügungserlasses teilweise absolvierten) Ausbildung über keine grösseren gesundheitlichen Probleme. Auch aus medizinischer Sicht bestehen gegen diese Arbeit keine Einwände. Dem Bericht des Dr. med. H.________, FMH Physikalische Medizin, speziell Rheumaerkrankungen, vom 28. Mai 2002 ist zu entnehmen, dass die Versicherte die Aufgaben einer Pferdetherapeutin trotz ihrer gesundheitlichen Probleme bewältigen könne, wobei insbesondere der Kontakt zu den von ihr geliebten Pferden sehr motivierend sei und sich der Wechsel von Stehen, Gehen und Sitzen günstig auswirke. 3.2.2 Da die Beschwerdeführerin trotz ihrer Leiden als Pferdepflegerin zu bestehen vermag, ist davon auszugehen, dass sie nicht an einem zur Erwerbsunfähigkeit führenden Gesundheitsschaden leidet. Vielmehr kann ihr auch die Ausübung einer anderen nach ihren gesundheitlichen Verhältnissen in Betracht fallenden und ohne Umschulung erreichbaren leichten, wechselbelastenden Beschäftigung (ohne einseitige Beanspruchung der Finger- und Handgelenke, Überkopfarbeiten und Heben von Lasten über 10 kg) zugemutet werden. Dies gilt umso mehr, als das Berufsziel einer eidgenössisch diplomierten Pferdetherapeutin gegenüber den ohne Umschulung möglichen Arbeiten nicht zu einer wesentlichen Verbesserung der Erwerbsfähigkeit führt, wie sie Art. 17 Abs. 1 IVG (in Konkretisierung des Art. 8 Abs. 1 IVG) verlangt. Was die bisher von der Versicherten nicht wahrgenommenen Erwerbsgelegenheiten und die Tätigkeit als Pferdetherapeutin voneinander unterscheiden, sind im Wesentlichen nicht die gesundheitlichen Anforderungen, sondern ihre Neigung zu Pferden. Nach Lage der Akten hegte die Versicherte seit ihrer Kindheit den Wunsch nach einer Tätigkeit mit Pferden und liess sich nur auf Drängen Dritter bzw. weil ihre Mutter keine andere Lehrstelle hatte finden können, zur technischen Zeichnerin ausbilden. Gegenüber Dr. med. R.________, Spezialarzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, gab sie an, der erlernte Beruf habe ihr nie zugesagt und sie lehne es ab, in diesen zurückzukehren (Gutachten vom 23. Juni 2001). An diesen Angaben zu zweifeln besteht - entgegen den Vorbringen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde - keine Veranlassung. Dass die Realisierung des seit der Kindheit gehegten Berufswunsches für die an einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung leidende Beschwerdeführerin therapeutischen Charakter hat und eine grosse Chance bietet, ihrem Leben eine neue positive Ausrichtung zu geben, macht den Ausbildungswunsch verständlich, ändert aber nichts am Fehlen der invalidenversicherungsrechtlichen Anspruchsvoraussetzungen (Erw. 2 hievor). Für weitere medizinische oder berufliche Abklärungen besteht keine Veranlassung (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 124 V 94 Erw. 4b; SVR 2001 IV Nr. 10 S. 28 Erw. 4b).