Citation: 1C_203/2014 E. 2

Streitig ist in erster Linie die Berechnung der Gebäudehöhe. Die Legende zum Gestaltungsplan 1977 sah vor, dass die Gebäudehöhe vom Bezugsniveau bis zur tiefstliegenden Schnittlinie zwischen Aussenfassade und Dachhaut gemessen werde. Im revidierten Gestaltungsplan 2007 fehlt dieser Hinweis; auch die dazugehörigen Quartierplanvorschriften (QPV) enthalten keine entsprechende Regelung. Gemäss Art. 5 Abs. 2 QPV ist mangels einer speziellen Regelung auf die jeweils geltenden allgemeinen Bauvorschriften abzustellen, d.h. für die Gebäudehöhe auf Art. 26 Abs. 1 des Baugesetzes der Gemeinde Sils i.E./Segl vom 18. November 2010 (BG Sils). Danach bestimmt sich die Gebäudehöhe nach dem Mittel aller Hauptgebäudeecken, gemessen vom gewachsenen Boden bis zum Schnittpunkt mit der Dachhaut. Beim umstrittenen Bauvorhaben weisen die Hauptgebäudeecken folgende Höhen auf: 4.10 m, 5.57 m, 5.52 m und 6.05 m. Die zulässige Gebäudehöhe von 4.10 m wäre daher eingehalten, wenn nur auf den tiefstliegenden Schnittpunkt abgestellt würde; dagegen wäre sie überschritten, wenn das Mittel der Gebäudeecken (hier: 5.31 m) massgeblich wäre. Das Bundesgericht hielt im Rückweisungsentscheid fest, dass weder das Verwaltungsgericht noch die Gemeinde Anhaltspunkte (z.B. aus der Entstehungsgeschichte der Revision) genannt hätten, die dafür sprechen würden, dass die Berechnung der Gebäudehöhe gemäss Gestaltungsplan 1977 beibehalten werden sollte. Sie hätten auch nicht dargelegt, weshalb die Messweise gemäss Art. 26 Abs. 1 BauG/Sils (Abstellen auf das Mittel der Hauptgebäudeecken) im Quartierplangebiet Seglias zu unerwünschten Ergebnissen führen würde. Allerdings könne nicht von vornherein ausgeschlossen werden, dass es Gründe für die Beibehaltung der bisherigen Messweise geben könnte, die dem Willkürverbot standhalten würden. Da sich die Beschwerdeführer vor Verwaltungsgericht lediglich auf das kantonale Raumplanungs- und das kommunale Baugesetz berufen hätten, habe sich das Verwaltungsgericht nicht zum neuen Gestaltungsplan geäussert. In dieser Konstellation rechtfertige es sich, die Sache an das Verwaltungsgericht zurückzuweisen, damit dieses die Gebäudehöhe nochmals beurteile, unter Berücksichtigung des Gestaltungsplans 2007. Im Folgenden sind die vom Verwaltungsgericht im zweiten Rechtsgang vorgebrachten Gründe für die Beibehaltung der Messweise gemäss Gestaltungsplanlegende 1977 (Messung an der tiefstliegenden Schnittlinie) und die dagegen erhobenen Rügen zu prüfen.