Citation: 5A_796/2013 E. 1.2.2

1.2.2. Für die Berechnung des Streitwertes im Notwegrechtsprozess gelten die gleichen Grundsätze wie beim Streit um das Bestehen einer Dienstbarkeit. Es sind (alternativ) die Vorteile des herrschenden oder die Nachteile des dienenden Grundstücks massgebend (BGE 80 II 311 E. 1 S. 314 f.; 92 II 62). Fallbezogen ist allerdings zu berücksichtigen, dass der Beschwerdegegner gestützt auf die Vereinbarung von 1988 (Bst. A.d) berechtigt ist, über die Grundstücke der Beschwerdeführer auf dem bestehenden Strässchen zu fahren. Der Notweg wird vom Beschwerdegegner einzig beansprucht, um die seit 1988 aus objektiven Gründen veränderte Belastung des Fahrwegrechts für die bestimmungsgemässe Nutzung seines Grundstücks zu gewährleisten (vgl. LIVER, Zürcher Kommentar, 1980, N. 48 zu Art. 739 ZGB; STEINAUER, Les droits réels, T. II, 4. Aufl. 2012, S. 454 N. 2300d). Streitig ist somit nicht der Bestand des Fahrwegrechts, sondern der Umfang der Ausübung. Der Streitwert bestimmt sich am Interesse an der umstrittenen Ausdehnung des Wegrechts oder am Interesse an der Beseitigung der dadurch verursachten zusätzlichen Belastung, wobei der höhere Betrag zählt (Poudret/Sandoz-Monod, Commentaire de la loi fédérale d'organisation judiciaire, I, Bern 1990, N. 9.5 zu Art. 36 OG, S. 284; ausführlich: MARYSE PRADERVAND-KERNEN, La valeur des servitudes foncières et du droit de superficie, 2007, S. 259 ff.).