Citation: I 773/01 09.10.2002 E. 4

4.1 Nach dem Gesagten bestehen unter den involvierten Ärzten widersprüchliche Auffassungen sowohl bezüglich der Diagnose wie auch im Hinblick auf die Auswirkungen des Gesundheitsschadens auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers. Während der von der IV-Stelle beauftragte Gutachter Dr. med. H.________ - dessen Schlussfolgerungen sich Verwaltung und Vorinstanz angeschlossen haben - gestützt auf die ihm zur Verfügung gestellten Akten und zwei persönliche Untersuchungen des Versicherten (vom 7. und 18. Februar 2000) das Vorliegen eines psychischen Leidens mit Krankheitswert und einer dadurch verursachten Einschränkung des Leistungsvermögens verneint hat, erachteten die beiden den Beschwerdeführer über eine längere Zeitdauer behandelnden Psychiater Dres. med. G.________ und B.________, letzterer in Kenntnis auch des Gutachtens des Dr. med. H.________, übereinstimmend den Krankheitswert der psychischen Störung als erheblich und bescheinigten dem Versicherten eine vollumfänglich bzw. deutlich eingeschränkte Arbeitsfähigkeit. 4.2 Im Lichte der rechtsprechungsgemäss erforderlichen Kriterien für beweiskräftige ärztliche Entscheidungsgrundlagen (BGE 125 V 352 Erw. 3a mit Hinweisen) ist angesichts der beschriebenen ärztlichen Aktenlage festzustellen, dass dem im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten des externen Fachspezialisten Dr. med. H.________ (vom 15. Mai 2000) im Rahmen der Beweiswürdigung hohe Beweiskraft zuzuerkennen ist und keine konkreten Anhaltspunkte gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen. Gleiches gilt - entgegen der Betrachtungsweise des kantonalen Gerichts - jedoch auch hinsichtlich der Berichte des Dr. med. B.________ (vom 4. März 1999 und 28. März 2001) sowie des Dr. med. G.________ (vom 17. Oktober 2000). Beide Ärzte haben den Beschwerdeführer jahrelang psychotherapeutisch betreut und sich - vor allem Dr. med. B.________ in seiner ausführlichen Stellungnahme vom 28. März 2001 - in Kenntnis der medizinischen Vorakten ebenfalls umfassend und - in Berücksichtigung der tatsächlichen beruflichen Laufbahn - nachvollziehbar zur Frage geäussert, ob der Versicherte an einer die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigenden psychischen Störung mit Krankheitswert leidet. Der Auffassung der Vorinstanz, Dr. med. B.________ lasse auf Grund des in seinen Äusserungen vom 28. März 2001 gezeigten hohen Einfühlungsvermögens die gebotene Beurteilungsdistanz vermissen, was im Ergebnis dazu führe, dass er die Charakterzüge des Beschwerdeführers zu akzeptieren und als vorgegeben hinzunehmen scheine, somit davon ausgehe, sie seien einer Therapie nicht mehr zugänglich, kann nicht gefolgt werden, zumal es auf die Behandelbarkeit (Therapierbarkeit) eines psychischen Leidens (zumindest im Bereich der Invalidenversicherung) nicht ankommt (BGE 127 V 298 Erw. 4c mit Hinweisen). Es ist somit grundsätzlich von einer Gleichwertigkeit der in den Schlussfolgerungen divergierenden ärztlichen Unterlagen auszugehen, wobei sich auch die Dres. med. B.________ und G.________ bezüglich des präzisen Grades der Arbeitsunfähigkeit nicht einhellig geäussert haben. Bei dieser Aktenlage kann keine abschliessende Beurteilung vorgenommen werden. Vielmehr drängt sich die Einholung eines weiteren Gutachtens auf, welches sich mit den Widersprüchen zwischen den einzelnen ärztlichen Aussagen befassen und insbesondere zur Frage Stellung nehmen wird, ob der Beschwerdeführer in der relevanten Zeit bis zum Verfügungserlass (18. Oktober 2000; BGE 121 V 366 Erw. 1b mit Hinweisen) an einem psychischen Gesundheitsschaden mit Krankheitswert gelitten hat. Die Sache ist daher an die Vorinstanz zurückzuweisen, welche ein Gerichtsgutachten veranlassen und hernach erneut über die Beschwerde zu entscheiden haben wird. Das Eidgenössische Versicherungsgericht hat in diesem Zusammenhang in BGE 127 V 299 f. Erw. 5 unter Bezugnahme auf Lehre und Rechtsprechung präzisierend darauf hingewiesen, dass es zur Annahme einer Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in jedem Fall ein medizinisches Substrat braucht, welches (fach)ärztlicherseits schlüssig festgestellt wird und nachgewiesenermassen die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich einschränkt. Das klinische Beschwerdebild darf nicht einzig in Beeinträchtigungen bestehen, welche von belastenden soziokulturellen Faktoren herrühren, sondern hat davon psychiatrisch zu unterscheidende Befunde zu umfassen, wie beispielsweise eine von depressiven Verstimmungszuständen klar unterscheidbare andauernde Depression im fachmedizinischen Sinne oder einen damit vergleichbaren psychischen Leidenszustand. Ist andererseits eine psychische Störung mit Krankheitswert schlüssig erstellt, kommt der Frage zentrale Bedeutung zu, ob und inwiefern, allenfalls bei geeigneter therapeutischer Behandlung, von der versicherten Person trotz des Leidens willensmässig erwartet werden kann, zu arbeiten (eventuell in einem geschützten Rahmen) und einem Erwerb nachzugehen. Entscheidend ist hierbei auch, ob die betroffene Person über psychische Ressourcen verfügt, die es ihr erlauben, mit ihrer psychischen Störung umzugehen, und auf Grund ihrer psychischen Verfassung beispielsweise die Möglichkeit hat, trotz ihrer subjektiv erlebten Schmerzen eine Arbeitsleistung zu erbringen (Urteil A. vom 10. Juli 2002, I 310/00, mit Hinweisen auf die Rechtsprechung).