Citation: 5P.294/2005 02.03.2006 E. 3

Das Obergericht hat dem Eigengut des Beschwerdeführers eine Ersatzforderung von Fr. 11'000.-- gegen die Errungenschaft zugesprochen, weil der Beschwerdeführer in diesem Umfang seine in die Ehe eingebrachten Ersparnisse für die Bezahlung der Baukosten aufgewendet habe (E. 4b S. 21 des angefochtenen Urteils). Eine willkürliche Anwendung von § 75 Abs. 2 ZPO/AG erblickt der Beschwerdeführer darin, dass die Beschwerdegegnerin eine Ersatzforderung seines Eigenguts in der Höhe von Fr. 18'000.-- anerkannt, das Obergericht aber diesen Betrag aus eigenem Antrieb auf Fr. 11'000.-- korrigiert habe. Die Aberkennung eines von der Beschwerdegegnerin anerkannten Betrags bedeute eine krasse Verletzung von § 75 Abs. 2 ZPO/AG und erweise sich als willkürlich (S. 11 Ziff. 4 der Beschwerdeschrift). Die Willkürrüge entbehrt der tatsächlichen Grundlage. An der vom Beschwerdeführer zitierten Stelle ihrer Anschlussappellation und Appellationsantwort hat die Beschwerdegegnerin unter den Passiven der Errungenschaft des Beschwerdeführers dessen Eigengut auf Fr. 18'000.-- beziffert (S. 17), aber keine Ersatzforderung für Investitionen in die eheliche Liegenschaft in diesem Betrag anerkannt. Dazu heisst es fünf Seiten weiter hinten, die Beschwerdegegnerin habe nie anerkannt, dass der Beschwerdeführer diese Fr. 18'000.-- in die Liegenschaft investiert habe. Auch die Vorinstanz halte fest, dass der Beschwerdeführer nicht substantiiert habe, wofür er das Geld in die Liegenschaft investiert habe. Trotzdem habe sie ihm diesen Betrag als Investition angerechnet. Das sei falsch (S. 22 der Anschlussappellation und Appellationsantwort). Die auf diese Parteierklärungen gestützte Annahme des Obergerichts, die vom Beschwerdeführer behauptete Ersatzforderung seines Eigenguts im Betrag von Fr. 18'000.-- für Investitionen in die eheliche Liegenschaft sei bestritten und deshalb beweiswürdigend festzulegen, erscheint nicht als willkürlich. Durfte von der Bestrittenheit der Ersatzforderung für Investitionen in die Liegenschaft aber willkürfrei ausgegangen werden, fehlt es von vornherein an der Grundlage für die Anwendung von § 75 Abs. 2 ZPO/AG, wonach das Gericht einer Partei nicht weniger zusprechen darf, als der Gegner anerkannt hat.