Citation: 8C_119/2019 E. 3.2

3.2. Laut Art. 21 Abs. 4 Satz 1 ATSG können der versicherten Person die Leistungen vorübergehend oder dauernd gekürzt oder verweigert werden, wenn sie sich unter anderem einer zumutbaren Eingliederung ins Erwerbsleben, das eine wesentliche Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder eine neue Erwerbsmöglichkeit verspricht, widersetzt. Gemäss Satz 2 der angesprochenen Bestimmung muss die versicherte Person vorher schriftlich gemahnt und auf die Rechtsfolgen hingewiesen werden; ihr ist eine angemessene Bedenkzeit einzuräumen (vgl. auch Art. 43 Abs. 3 ATSG). Inwiefern das kantonale Gericht diese gesetzlichen Vorgaben, indem es die Verfügung der IV-Stelle vom 29. März 2018 aufgehoben und die Sache an sie zurückgewiesen hat, verletzt haben soll, ist nicht ersichtlich. Der Beschwerde der IV-Stelle ist vielmehr zu entnehmen, dass sie sich den vorinstanzlichen Feststellungen zum Sachverhalt nicht widersetzt. Dies geht schon daraus hervor, dass sie sich im Wesentlichen auf Umstände beruft, die im Jahre 2009 wesentlich hätten gewesen sein können. Sie beruft sich auf einzelne Urteile des Bundesgerichts, wonach in vergleichbaren Fällen auf die Durchführung des Mahn- und Bedenkzeitverfahrens habe verzichtet werden können. Jedoch ist der angerufenen Rechtsprechung nicht zu entnehmen, dass einzelne Aussagen gegenüber Ärzten oder Verwaltungspersonen der versicherten Person genügen, um auf das gesetzlich vorgeschriebene Mahn- und Bedenkzeitverfahren im Zeitpunkt der massgeblichen Verfügung zu verzichten. Vielmehr hat das Bundesgericht zum Beispiel im Urteil 9C_889/2009 vom 2. Februar 2010 E. 3.3 (publiziert in: SVR 2010 BVG Nr. 34 S. 129) festgehalten, dass unabdingbare Voraussetzung für einen Entscheid in der Sache aufgrund der Akten trotz ungenügend abgeklärtem Sachverhalt ist, dass sich der Leistungsansprecher in Kenntnis der rechtlichen Konsequenzen, nach Durchführung eines schriftlichen Mahn- und Bedenkzeitverfahrens, einer Anordnung widersetzt. Daran fehlt es vorliegend. Indem die IV-Stelle vor dem Zeitpunkt des Erlasses der rentenaufhebenden Verfügung vom 29. März 2018 den Versicherten zu keinem Zeitpunkt darauf hingewiesen hatte, ihm werde eine Bedenkfrist eingeräumt, um sich den gemäss den medizinischen Unterlagen zumutbaren beruflichen Massnahmen zu unterziehen, verletzte sie Bundesrecht. Unter diesen Umständen ist, ohne dass auf die Beschwerde der IV-Stelle näher einzugehen ist, festzuhalten, dass der Entscheid des kanonalen Gerichts in allen Teilen zu bestätigen ist. Die Beschwerde der IV-Stelle ist daher abzuweisen.