Citation: 1P.500/2003 05.12.2003 E. A

Am 25. Mai 2001 wurde F.________ wegen sexueller Handlung mit Kindern und Schändung zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt, unter Gewährung des bedingten Strafvollzugs bei einer Probezeit von zwei Jahren. Privatklägerin in diesem Verfahren war A.________ als Vertreterin ihres Sohnes, B.________. Sie selber wurde durch ihren Anwalt vertreten. Da der Angeschuldigte bereits am 21. August 1996 in einer anderen Strafsache zu einer vierzehntägigen, auf Bewährung ausgesprochenen Gefängnisstrafe verurteilt worden war, wurde ein Widerrufsverfahren eingeleitet. A.________ ersuchte den Gerichtspräsidenten 6 des Gerichtskreises X Thun, ihr den Verhandlungstermin für das Widerrufsverfahren mitzuteilen. Der Gerichtspräsident verweigerte die gewünschte Auskunft, davon ausgehend, die Privatklägerin sei im Widerrufsverfahren nicht Partei.