Citation: C 39/01 27.06.2001 E. 2

2.- a) Durch die unangefochten gebliebene Verfügung des AWA vom 20. Juli 1999 ist die Vermittlungsfähigkeit der Beschwerdeführerin ab 3. März 1999 rechtskräftig verneint worden. Dadurch erweist sich - wie die Vorinstanz zutreffend ausgeführt hat - die früher vorgenommene Taggeldausrichtung im Nachhinein als materiell unrechtmässig, weshalb die erste Rückforderungsvoraussetzung nach Art. 95 Abs. 1 AVIG erfüllt ist. b) Die Kasse, die für die Rückforderung zuständig ist, ist an den Feststellungsentscheid der kantonalen Amtsstelle über die Vermittlungsfähigkeit zwar gebunden. Trotzdem darf sie bereits ausbezahlte Taggelder, für welche zufolge des negativen rechtskräftigen Entscheids des AWA im Zweifelsfallverfahren die Anspruchsvoraussetzungen nachträglich nicht mehr gegeben sind, nur zurückfordern, wenn die Wiedererwägungs- oder Revisionsvoraussetzungen erfüllt sind. Der Kasse obliegt es daher, bei im Zweifelsfallverfahren festgestellter Rechtswidrigkeit einer bestimmten Leistungsausrichtung im Rückforderungsverfahren zu prüfen, ob die zweifellose Unrichtigkeit und die erhebliche Bedeutung ihrer Berichtigung als Voraussetzung der Wiedererwägung der verfügten Taggeldzusprechung erfüllt sind (BGE 126 V 402 Erw. 2b/cc). aa) Im vorliegenden Rückerstattungsprozess ist demnach nur zu prüfen, ob Kasse und Vorinstanz die Wiedererwägungsvoraussetzungen, insbesondere jene der offensichtlichen Unrichtigkeit, zu Recht als erfüllt betrachten durften. Die Vorinstanz kommt aufgrund der persönlichen Stellungnahme der Beschwerdeführerin vom 15. Juli 1999 zum Schluss, dass die anfängliche Bejahung der Vermittlungsfähigkeit zweifellos unrichtig war. Dieser Auffassung ist entgegen der Einwendungen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde beizupflichten. Wohl mag zutreffen, dass in dieser Stellungnahme nicht genau die Worte der Versicherten wiedergegeben sind. Aus den Antworten der Beschwerdeführerin geht jedoch klar hervor, dass sie das inzwischen halbjährige Kind noch ein paar Monate lang stillen und es erst anschliessend - sobald es dann die Flasche nehme - der Tagesmutter bringen wollte. Für diesen damals noch unbestimmten Zeitpunkt hat sie eine Pflegeplatzbestätigung von F.________ aufgelegt. Dass die Beschwerdeführerin, obschon sie persönliche Arbeitsbemühungen bis Mai 1999 nachgewiesen hatte, gar keine Arbeit aufnehmen konnte, geht auch aus dem Umstand hervor, dass sie das vom RAV zugewiesene Beschäftigungsprogramm der Firma C.________ AG nicht antrat mit der Begründung, sie stille ihr Kind immer noch und könne deshalb nur ein reduziertes Pensum annehmen. Selbst die Möglichkeit einer Teilzeitarbeit verneinte sie dann jedoch in der vierten Frage der persönlichen Stellungnahme vom 15. Juli 1999 und gab in der fünften Frage zur Antwort, sie werde sich beim RAV abmelden. Davon musste die Kasse bei der Ausrichtung der Taggelder in Anbetracht der Nachweise persönlicher Arbeitsbemühungen für eine Vollzeitstelle nicht ausgehen. Die Vorwürfe der Kenntnis der Sachlage und des widersprüchlichen Verhaltens sind daher nicht berechtigt. bb) Mit dem kantonalen Gericht ist auch die Wiedererwägungsvoraussetzung der erheblichen Bedeutung des Rückforderungsbetrages zu bejahen.