Citation: 6B_736/2024 E. 1.1

1.1. Die Beschwerdeführerin erhebt prozessuale Rügen, die sich auf das gesamte Verfahren beziehen und vorab zu beurteilen sind (Beschwerde S. 27 ff.). Einerseits wendet sie sich gegen die Verwertung ihrer Aussagen anlässlich der delegierten Einvernahmen vom 19. Oktober 2020 und 2. November 2020 und rügt Art. 141 StPO als verletzt. Sie macht geltend, sie sei zwar bei den beiden Einvernahmen als Auskunftsperson befragt und belehrt, jedoch materiell wie eine beschuldigte Person, gegen die ein Anfangsverdacht im Sinne von Art. 111 StPO besteht, behandelt worden, was sich insbesondere aus den ihr gestellten Fragen, u.a. zu Alibi, Tathergang und Einverständnis zur Auswertung ihrer Geräte, ergebe. Bei diesen Einvernahmen hätte sie zwingend als beschuldigte Person einvernommen werden müssen. Da dies nicht geschehen sei, sei sie nur unvollständig über ihre Rechte (vgl. Art. 180 Abs. 1 i.V.m. Art. 158 Abs. 1 insbesondere lit. c und d StPO) bzw. bei der zweiten Einvernahme fälschlicherweise über eine Aussagepflicht belehrt worden, obwohl sie bei der offensichtlich vorbestehenden Verdachtslage gegen sie nie hätte als Privatklägerin zugelassen werden dürfen. Die Vorinstanz habe die Verwertbarkeit der beiden Einvernahmen nie geprüft, jedoch bei der Beweiswürdigung zu einem nicht unerheblichen Teil auf ihre (der Beschwerdeführerin) Aussagen abgestellt. Andererseits erachtet die Beschwerdeführerin den "Fair Trial"-Grundsatz gemäss Art. 6 EMRK als verletzt. Sie begründet die Verletzung damit, dass sie unter anderem als Auskunftsperson befragt und als Privatklägerin zugelassen worden sei, obwohl auf ihr von Anfang an ein Tatverdacht gelastet habe, sie in den ersten Wochen über ihre materielle prozessuale Stellung getäuscht worden sei, keine notwendige Verteidigung erhalten habe, nicht wirksam verteidigt gewesen sei, da ihr damaliger Verteidiger ihre (persönliche) Teilnahme und ihren (persönlichen) Konfrontationsanspruch nur teilweise geltend gemacht habe sowie keine professionelle Übersetzung hinzu habe ziehen lassen, die Vorinstanz ihre richterliche Fürsorgepflicht verletzt habe, indem sie auch dann keinen Dolmetscher zugezogen habe, als sie die sprachlichen Defizite und die damit verbundene Überforderung der Beschwerdeführerin bei ihrer Befragung habe feststellen müssen, zahlreiche Berichtsrapporte gegen sie verwendet worden seien, obwohl sie mit den Verfassern und den darin erwähnten Referenzpersonen nicht konfrontiert worden sei und schliesslich ihre Beweisanträge in Verletzung ihres Gehöranspruchs abgewiesen worden seien. Schliesslich bringt die Beschwerdeführerin vor, der Untersuchungsgrundsatz sei verletzt, da nicht einmal versucht worden sei, in Erfahrung zu bringen, ob Nachbarn an ihrem Wohnort oder am Wohnort des Opfers ihr Fahrzeug bemerkt oder sie selbst gesehen hätten, und die Vorinstanz den Zeugen C.________, auf dessen Aussage sie abstelle, nicht nochmals befragt und sich einen persönlichen Eindruck von ihm verschafft habe.