Citation: 8C_346/2023 E. 5.5

5.5. Weiter steht fest, dass der Beschwerdegegner, obwohl er bereits im Alter von 21 Jahren in die Schweiz einreiste, im Arbeitsmarkt in der somit rund fünfundzwanzigjährigen Anwesenheit in der Schweiz, nie Fuss fassen konnte. Weder hat er eine Ausbildung abgeschlossen, noch irgend eine Tätigkeit auf dem freien Arbeitsmarkt länger als ein paar Wochen ausgeübt, bzw. nach zwei Arbeitsversuchen keinerlei weitere Anstrengungen einer arbeitsmarktlichen Integration unternommen. Stabilität und Durchhaltefähigkeit zeigen sich in seiner Erwerbsbiografie nicht. Angesichts dieser fehlenden Integration und der von der Vorinstanz aufgezeigten weiteren Einschränkungen, insbesondere der krankheitsbedingt bestehenden Divergenz zwischen den Tätigkeiten, die der Beschwerdegegner als seinem intellektuellen Niveau als angepasst empfindet und den aus objektiver Sicht zumutbaren Hilfstätigkeiten (so auch in SVR 2021 IV Nr. 26 S. 80, 8C_416/2020 E. 6.2.3), durfte die Vorinstanz die wirtschaftliche Verwertbarkeit der bestehenden Restarbeitsfähigkeit verneinen. Eine einseitige oder unvollständige rechtliche Würdigung ist ihr insgesamt nicht vorzuwerfen. Der Schluss, die zumutbare Tätigkeit sei nur unter derart eingeschränkten Bedingungen möglich, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kenne und der Beschwerdegegner einem Arbeitgeber auf dem ersten Arbeitsmarkt - auch unter Berücksichtigung von Nischenarbeitsplätzen - realistischerweise nicht mehr zumutbar sei, ist daher zu schützen. Eine Verletzung von Bundesrecht bei der vorinstanzlichen Beurteilung der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit ergibt sich somit aus den Vorbringen in der Beschwerde nicht (vgl. Urteil 8C_257/2022 vom 21. Februar 2023 E. 6.3).