Citation: 5A_416/2008 25.08.2008 E. 3

In tatsächlicher Hinsicht geht das Kantonsgericht davon aus, dass gemäss dem von ihm eingeholten Sozialbericht der Fachstelle "M.________" in A.________ (vom 5. Dezember 2007) die Situation bei der Beschwerdeführerin Mängel aufweise: Die Beschwerdeführerin habe keine bewussten Erziehungsziele, vermöge nicht klarzumachen, welche Regeln zu Hause gälten, könne sich nur schlecht in die kindlichen Bedürfnisse einfühlen, sei wenig aufmerksam und bringe die nötige Geduld nicht auf. Spontan hätten die beiden kleineren Kinder von gelegentlichen Schlägen erzählt. Die Beschwerdeführerin unternehme mit den Kindern wenig und gehe selten ins Freie. Obwohl eigens geputzt, mache die Wohnung keinen ordentlichen Eindruck und rieche schlecht; zahlreiche Hunde würden sich darin frei aufhalten. Die Kinder duschten oder badeten nach ihren eigenen Angaben nur gelegentlich und putzten sich die Zähne nicht oft. Die Vorinstanz verweist ferner auf die schriftlichen Stellungnahmen der Lehrpersonen, wonach die Kinder von der Mutter zuwenig umsorgt würden und oft zu spät und ungenügend verpflegt in der Schule erschienen seien. Auch sei erklärt worden, die Kinder hielten sich oft nicht an Abmachungen und erledigten die Hausaufgaben gar nicht oder nur teilweise. Die Lehrerin von R.________ habe ausgeführt, der Knabe wirke teilweise unpassend gekleidet und ungepflegt. Den Zeugenaussagen des - gemäss seinen Ausführungen nach einer Gefährdungsmeldung wegen unentschuldigter Absenzen, ungenügender Verpflegung und mangelhafter Zahnpflege der Kinder eingeschalteten - Amtsvormunds entnimmt das Kantonsgericht, die Mutter habe zugestanden, eine Zeit lang nicht in der Lage gewesen zu sein, am Morgen rechtzeitig aufzustehen und zu den Kindern zu schauen; bei seinen unangemeldeten Besuchen habe er dann jedoch festgestellt, dass sie immer bereit gewesen sei und die Kinder gehörig verpflegt habe. Allerdings habe er die Familie nie an einem Tisch versammelt erlebt, die Kinder hätten sich selbst bedienen müssen; es sei ihm auch aufgefallen, dass der Fernseher dauernd eingeschaltet gewesen sei. Hingegen sei ihm die Wohnung nicht übertrieben schmutzig oder unordentlich vorgekommen; er habe auch schon Schlimmeres erlebt. Aus den Parteiaussagen an der Gerichtsverhandlung hat die Vorinstanz geschlossen, die Beschwerdeführerin meine, es gebe mit den Kindern keine Probleme, sie sei ja immer zu Hause und für sie verfügbar. Zu den Verhältnissen auf Seiten des Beschwerdegegners hält das Kantonsgericht fest, der Sozialbericht zeichne hier ein anderes Bild: Der Beschwerdegegner scheine aufmerksam, wenn auch etwas nervös. Selbst bezeichne er sich als ruhigen Typ, der wohl gelegentlich laut, jedoch nie gewalttätig werde. Im Bericht werde erklärt, es ergäben sich auch aus den Aussagen der Kinder keine Anzeichen für aggressives Verhalten. Der Vater könne den Kindern Grenzen ziehen, die er aber auch nicht immer durchzusetzen vermöge. Er höre ihnen zu, nehme ihre Anliegen ernst, unternehme mit ihnen Ausflüge oder mache mit ihnen Brett- und Kartenspiele und kümmere sich um die Schularbeiten des ältesten Sohns; allerdings nehme er es hin, wenn dieser nicht für ihn bestimmte Fernsehsendungen verfolge. Er lege Wert auf Hygiene und regelmässige Ernährung und die wenig Raum aufweisende Wohnung sei sauber. An der Gerichtsverhandlung habe er die Kinder mit ihren Stärken und Schwächen gut auseinander zu halten und ferner auch anzugeben vermocht, was sie zu ihrer Förderung besonders bräuchten. Er anerkenne im Übrigen, dass die Kinder auch an ihrer Mutter hingen. Schliesslich bemerkt die Vorinstanz, die Kinder hätten anlässlich ihrer gerichtlichen Anhörung zu verstehen gegeben, dass sie bei der Mutter bleiben, aber auch einen engen Kontakt zum Vater behalten möchten. Laut Sozialbericht sei die Bindung der Kinder an beide Eltern etwa gleich stark.