Citation: 9C_367/2015 E. 3.3.3

3.3.3. Soweit die Beschwerdeführerin auf die weiteren Indikatoren Bezug nimmt, hielt Dr. med. D.________ explizit fest, bei der Explorandin sei nicht von einem schweren und chronifizierten, therapeutisch nicht mehr beeinflussbaren Residualzustand auszugehen (psychiatrisches Gutachten, S. 16). Da die Versicherte unbestritten erst seit 2011 bei der Psychiaterin Dr. med. I.________ eine ambulante Psychotherapie absolviert und sich nie in stationärer Therapie befunden hat, kann sie jedenfalls nicht als behandlungsresistent gelten. Die Störung ist gemäss Einschätzung des Dr. med. D.________ durch Fortsetzung der psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung, allenfalls durch eine psychosomatisch orientierte Hospitalisation (psychiatrisches Gutachten, S. 18) angehbar (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.2 S. 299 f.). Eine psychische Komorbidität steht nicht zur Diskussion, da der psychiatrische Gutachter einzig eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung diagnostizierte. Gemäss der rheumatologischen Beurteilung des Dr. med. C.________ (E. 2.3) fehlt es an einer anspruchsbeeinflussenden organischen Begleiterkrankung (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.3 S. 300 f.). In Bezug auf die im Komplex Persönlichkeit (BGE 141 V 281 E. 4.3.2 S. 302 f.) zu prüfenden Merkmale liegt sodann gemäss gutachterlicher Beurteilung weder eine Wahrnehmungsstörung noch eine Ich-Störung vor. Die affektive Schwingungsfähigkeit beurteilte Dr. med. D.________ als nicht eingeschränkt, wobei die Beschwerdeführerin in Bezug auf ihre Schmerzen akzentuierte, emotional unreife, impulsive, teils auch dependente und histrion anmutende Persönlichkeitszüge zeigte (psychiatrisches Gutachten, S. 13). Mit Blick auf die geglückte Integration mit auffallend guten Deutschkenntnissen (vgl. auch Lebenslauf: "Deutsch: sehr gute mündliche Kenntnisse") schloss der psychiatrische Gutachter mithin auf erhaltene persönliche Primärressourcen (psychiatrisches Gutachten, S. 5). Die Versicherte verfügt zudem über ein intaktes soziales Netzwerk, lebt in einer Grossfamilie und nimmt am Familienleben teil. Die regelmässige Berufstätigkeit bringt gemäss beweiskräftiger Einschätzung des Dr. med. D.________ auch ausserhalb der Familie automatisch eine bessere Sozialisierung mit sich, nicht zuletzt durch den Kontakt zu Kollegen. Insoweit ist nachvollziehbar, dass der psychiatrische Gutachter einen krankheitsbedingten sozialen Rückzug schweren Ausmasses verneinte (vgl. psychiatrisches Gutachten, S. 14).