Citation: 6B_1004/2017 E. 1.4.1

1.4.1. Die Ausführungen des Beschwerdeführers belegen keine Willkür. Dies gilt zunächst bezüglich seines Hinweises auf die Aussage der Strafklägerin, wonach sie sich nicht sicher gewesen sei, "ob das jetzt wirklich passiert sei" und welche die Vorinstanz (in ihrer Erwägung 2.2.1) unerwähnt gelassen habe. Entgegen dieser Ansicht berücksichtigt die Vorinstanz die entsprechende Aussage (vgl. angefochtenes Urteil, E. 2.2.1 S. 7). Eine offensichtliche Unsicherheit der Strafklägerin über das Kerngeschehen ist ohnehin nicht ersichtlich. Zu Recht erachtet die Vorinstanz ihre Aussagen zum Kerngeschehen als gleichbleibend. Die Strafklägerin sagte in sämtlichen Einvernahmen klar aus, dass der Beschwerdeführer sie im Intimbereich berührt habe (vgl. erstinstanzliche Akten, act. 11, 35 und 82 sowie vorinstanzliche Akten, act. 71 ff.). Die Strafklägerin machte die vom Beschwerdeführer zitierte Aussage anlässlich ihrer Einvernahme vor erster Instanz vom 24. November 2015. Dabei weinte sie. Protokolliert wurde die entsprechende Aussage mit "Wusste wie nicht, ob das jetzt wirklich passiert ist" (erstinstanzliche Akten, act. 82). Diese Aussage liesse sich auch als Irritation über das Geschehene verstehen. Dies drängt sich insbesondere vor dem Hintergrund sämtlicher weiteren Einvernahmen und der Tatsache, dass der Beschwerdeführer eine solche Handlung während seiner ärztlichen Behandlung vornahm, auf. In der vom Beschwerdeführer zitierten Einvernahme sagte die Strafklägerin zudem ausdrücklich, sie habe sich nicht getäuscht. Ferner sei sie erschrocken und schliesse einen Fehlgriff aus (vgl. erstinstanzliche Akten, act. 82 f.). Unbegründet ist sodann der Einwand des Beschwerdeführers, die Vorinstanz gehe nicht weiter auf seinen Erklärungsansatz ein, die Tat sei eine Interpretation der Strafklägerin und es sei möglich, dass diese das Geschehen nicht den Tatsachen entsprechend wahrgenommen habe. Es ist unerfindlich, weshalb die Feststellung der Strafklägerin von Berührungen an den betroffenen Körperstellen auf Interpretation oder falsche Wahrnehmung zurückzuführen sein sollte. Nachdem nicht erstellt ist, dass sich die Beschwerdeführerin über die Tat nicht sicher gewesen sei, ist die vom Beschwerdeführer geltend gemachte Beeinflussung der Wahrnehmung der Strafklägerin durch deren Freund ebenfalls unbegründet. Der Beschwerdeführer bezeichnet eine derartige Beeinflussung im Übrigen selber bloss als ebenfalls mögliche Variante. Auf einen solchen für möglich gehaltenen Einwand tritt das Bundesgericht grundsätzlich nicht ein. Der Beschwerdeführer vermag damit jedenfalls keine Willkür in der vorinstanzlichen Sachverhaltsfeststellung darzulegen. Nicht nachvollziehbar ist die Kritik des Beschwerdeführers, die Vorinstanz übergehe bei der Beweiswürdigung angeblich stark widersprüchliche Zeitangaben der Strafklägerin. Letztere sagte am 12. März 2015 gegenüber der Polizei aus, die gesamte Kontrolle durch den Beschwerdeführer habe ca. eine Stunde gedauert. Am 2. Juni 2017 gab sie anlässlich der Berufungsverhandlung zu Protokoll, dass die Behandlung vielleicht 20 Minuten gedauert habe, sie dies aber nicht mehr genau wisse (vgl. erstinstanzliche Akten, act. 13 und vorinstanzliche Akten, act. 76). Mit anderen Worten sagte die Strafklägerin selber aus, dass sie sich nicht mehr erinnern und die Zeitdauer lediglich schätzen könne. Ein Widerspruch liegt damit entgegen dem Standpunkt des Beschwerdeführers nicht vor. Selbst sich widersprechende Zeitangaben liessen sich aufgrund der Zeitdauer zwischen den beiden Einvernahmen erklären. Von unhaltbaren Schlussfolgerungen der Vorinstanz zur Glaubhaftigkeit der Strafklägerin kann keine Rede sein. Auch mit seinen Ausführungen zur vorinstanzlichen Würdigung der Realkennzeichen des Rahmengeschehens zeigt der Beschwerdeführer nicht auf, inwieweit die Sachverhaltsfeststellungen schlechterdings unhaltbar sein sollen. Die Vorinstanz erachtet die Darstellung des Kerngeschehens der Strafklägerin durch ihre Betroffenheit und sofortiges Kontaktieren ihres Freuendes zu Recht als bestärkt (vgl. angefochtenes Urteil, E. 2.5 S. 12). Indem der Beschwerdeführer weitere Gründe wie die Verordnung von Physiotherapie, Behandlungsunterbrüche, Stress und langjährige Berufserfahrung vorbringt, die nach seinem Dafürhalten gegen die Vornahme von sexuellen Handlungen sprächen, verkennt er, dass das Bundesgericht keine Appellationsinstanz ist, die eine freie Würdigung in tatsächlicher Hinsicht vornimmt. Ein klarer Widerspruch zum vorinstanzlich festgestellten Sachverhalt ergibt sich aus solchen Vorbringen nicht. Gleiches gilt für die Sichtweise des Beschwerdeführers, bei engen Hosen hätte er mit der Hand nicht ohne Reaktion der Strafklägerin in ihren Intimbereich vordringen können. Dagegen spricht schon, dass sie mit der mündlichen Aufforderung gegen den Übergriff reagierte und dieser gemäss für das Bundesgericht verbindlicher Tatsachenfeststellung nur wenige Sekunden dauerte (vgl. angefochtenes Urteil, E. 4.2 S. 12).