Citation: 6B_891/2014 E. 1.4

1.4. Die Behauptung des Beschwerdeführers, sein Verhalten habe keinerlei Anlass für das Einschreiten der Polizei gegeben, ist unzutreffend. Wie er in seiner Eingabe selbst ausführt, schrie er den Leiter des Betreibungsamtes an, nachdem dieser ihm eine Auskunft nicht erteilen wollte und schlug mit der Hand auf den Korpus. Der Beschwerdegegner 3 versuchte zunächst, den Beschwerdeführer zu beruhigen, was ihm nicht gelang. Anschliessend verbarrikadierte sich der Beschwerdeführer im Schalterraum des Betreibungsamtes (Beschwerde, Rz. 13 f.). Aufgrund des Verhaltens des Beschwerdeführers war, unabhängig davon, ob er die beiden Polizisten auch noch mit einem Kleiderständer bedrohte, polizeilicher Handlungsbedarf gegeben. Es ist auch nicht zutreffend, dass sich die Polizisten, wie vom Beschwerdeführer geltend gemacht, ohne Vorwarnung auf ihn stürzten. Unbestrittenermassen versuchte der Beschwerdegegner 3 zunächst, den Beschwerdeführer durch Zureden zu beruhigen. Der Argumentation des Beschwerdeführers, wonach das einzige Ziel der beiden Polizisten darin bestanden habe, seinen physischen und psychischen Widerstand zu brechen, kann ebenfalls nicht gefolgt werden. Ziel der Polizisten war es, den Beschwerdeführer aus seiner Barrikade herauszuholen, damit sich dieser beruhigte und das Betreibungsamt wieder der Allgemeinheit zugänglich war. Dass es die Erreichung dieses Ziels mit sich bringt, den Widerstand des Beschwerdeführers zu brechen, ist unvermeidbar. Vorliegend ist zu berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer bereits über 80 Jahre alt ist, was im Vergleich zu einer jüngeren Person ein zurückhaltenderes Vorgehen erforderte. Dennoch kann nicht ausser Acht gelassen werden, dass sich der Beschwerdeführer trotz seines Alters heftig zur Wehr setzte und sich nicht ohne Weiteres beruhigen oder arretieren liess. Es sei an dieser Stelle angemerkt, dass der Beschwerdeführer erstinstanzlich wegen Gewalt und Drohung gegen Beamte verurteilt wurde; allerdings ist dieses Urteil noch nicht rechtskräftig. Es ist anzunehmen, dass sich der Beschwerdeführer gegenüber den beiden jüngeren Polizisten unterlegen fühlte und in Aufregung geriet. Jedoch fällt nicht jede Behandlung, die subjektiv als hart oder unangenehm empfunden wird, unter die Bestimmung von Art. 3 EMRK (BGE 134 I 221 E. 3.2.1 S. 226 mit Hinweis; MARK E. VILLIGE r, Handbuch der Europäischen Menschenrechtskonvention, 2. Aufl. 1999, S. 178 N. 272). Es ist nicht ersichtlich und ergibt sich auch nicht aus den Schilderungen des Beschwerdeführers, dass ihm intensive physische oder psychische Leiden zugefügt wurden, welche das nach Art. 3 EMRK erforderliche Mindestmass an Schwere erreichen würden (vgl. ambulanter Bericht des Kantonsspitals Zug vom 12. Juli 2011, vorinstanzliche Akten act. 2/9/15/1).