Citation: 8C_483/2021 E. 4.1

4.1. Die Vorinstanz erwog in materiell-rechtlicher Hinsicht, die Beschwerdeführerin sei im Zeitpunkt des Unfalls vom 21. Juli 2015 weiterhin in Behandlung gewesen wegen der durch den sexuellen Übergriff vom 24. Mai 2009 verursachten PTBS. Sie habe bis Ende April 2016 Leistungen der Suva bzw. der CSS erhalten. Zum Zeitpunkt des zweiten, einen Taggeldanspruch auslösenden Unfalls habe somit gegenüber dem Erstversicherer ein Anspruch auf Übernahme der Heilbehandlungskosten bestanden. Daher komme Art. 100 Abs. 2 UVV (in der bis 2016 gültig gewesenen Fassung) zur Anwendung, womit die Beschwerdegegnerin grundsätzlich auch eine Leistungspflicht für das erste Ereignis treffe und die Folgen beider Unfälle zu berücksichtigen seien. Die Suva bzw. die CSS komme aber vollumfänglich für die psychiatrische Behandlung der auf den sexuellen Übergriff zurückzuführenden Beschwerden in Form einer PTBS mit Depression (ICD-10 F32) und einer Schlafstörung auf. Mit Blick auf eine allfällige Leistungspflicht bezüglich des früheren Unfallereignisses habe die Beschwerdegegnerin bei dieser Sachlage den natürlichen Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom 21. Juli 2015 und den psychischen Beschwerden prüfen dürfen. Gestützt auf die Beurteilungen des Kreisarztes Dr. med. D.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 22. Juni 2018, und des die Beschwerdegegnerin beratenden Dr. med. E.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 16. März 2018, so die Vorinstanz weiter, hätten die anhaltenden Schmerzen im Handgelenk zu reaktiven psychopathologischen Beschwerden und Symptomen, nicht aber zu einer pathologischen Retraumatisierung der vorbestehenden PTBS geführt. Dr. med. E.________ habe den Verkehrsunfall zudem nicht als geeignet erachtet, eine PTBS zu verursachen. Zwischen der PTBS und dem Verkehrsunfall bestehe daher überwiegend wahrscheinlich keine natürliche Kausalität. Nachdem die Unfallversicherer nach Art. 100 Abs. 2 UVV untereinander abweichende Regelungen treffen dürften, sei der Einspracheentscheid vom 21. Juni 2019 rechtens.