Citation: 5A_1072/2020 E. 8.1

8.1. Die Vorinstanz ermittelt den Unterhaltsanspruch der Beschwerdeführerin und der noch nicht volljährigen Kinder zweistufig und hält in ihrem Urteilsspruch gleichzeitig fest, dass die Festsetzung der vom Beschwerdegegner an seine beiden Söhne ab Mai 2020 zu leistenden Unterhaltsbeiträge auf der Vorgabe beruhe, dass er vollständig für den Unterhalt der beiden volljährigen Töchter in Ausbildung aufkomme (s. Sachverhalt Bst. B.b). Zusätzlich erwägt die Vorinstanz, dass auch die Töchter C.________ und D.________ für ihren Unterhaltsanspruch einen rechnerischen Anteil am Überschuss haben, da dieser 20 % des familienrechtlichen Grundbedarfs wesentlich übersteige. Andernfalls müsste, wenn die Töchter ihren Unterhaltsanspruch später einklagen sollten, der Überschussanteil der Söhne wieder gekürzt werden. Dem Bezirksgericht sei im Übrigen zuzustimmen, dass der Minderjährigenunterhalt Vorrang gegenüber dem Volljährigen- und dem Ehegattenunterhalt geniesst. Dies betreffe jedoch in erster Linie Mankofälle, in denen der ordentliche Unterhalt nicht voll gedeckt werden könne. Ist hingegen ein erheblicher Überschuss zu verteilen, so sei für die volljährigen, unterhaltsberechtigten Kinder bei den Ressourcen des Unterhaltsschuldners ein entsprechender Anteil (bei vier Kindern je 1/8 pro Kind und je 1/4 für die Eltern) zu reservieren, den diese im Klagefall beanspruchen können. Entsprechend sei der Überschuss "gleichmässig" auf alle unterhaltsberechtigten Kinder zu verteilen, was im konkreten Fall zu einer Aufteilung im Verhältnis 2:2:1:1:1:1 führe (vgl. aber oben E. 4.3).