Citation: 8C_55/2019 E. 4.1.2

4.1.2. Weiter hat die Vorinstanz bei der Prüfung der Standardindikatoren (vgl. BGE 141 V 281 E. 4.1.3 S. 297 f.) erwogen, in Bezug auf die diagnosenrelevanten Befunde leide der Versicherte wegen des depressiven Syndroms an Freudminderung, Grübelneigung, leichteren Schlafstörungen und Ängsten. Hinsichtlich des Indikators Behandlungs- und Eingliederungerfolg oder -resistenz sei festzuhalten, dass der psychiatrische Sachverständige die Intensivierung einer fachgerechten Behandlung und die Abstinenz des Cannabiskonsums als zumutbar erachte, woraus zu schliessen sei, die Therapieoptionen seien noch nicht ausgeschöpft. Dieser Umstand deute auf eine positive Prognose hin. Was den Indikator Komorbiditäten anbelange, sei zu bemerken, dass sich die narzisstische Persönlichkeitsakzentuierung und damit die erhöhte Kränkbarkeit, neben dem allerdings vermeidbaren Cannabiskonsum, negativ auf die depressive Störung auswirkten. Sodann verfüge der Versicherte über gute kognitive und mnestische Fähigkeiten, eine gute Kommunikationsfähigkeit sowie eine gute berufliche Ausbildung und aus psychiatrischer Sicht liege keine für sich allein zu diagnostizierende Persönlichkeitsstörung vor, weshalb insgesamt durchaus von persönlichen Ressourcen auszugehen sei. Weiter treffe der Versicherte regelmässig Freunde, fahre über weite Strecken mit dem Fahrzeug in den Urlaub, habe keine Schwierigkeiten, sich in die Familie der Freundin zu integrieren und er gehe einem geregelten Tagesablauf mit diversen Aktivitäten (zum Beispiel handwerkliche Arbeiten im bewohnten Haus oder dem dazugehörigen Garten) nach. Zur Kategorie "Konsistenz" (Gesichtspunkte des Verhaltens; vgl. BGE 141 V 281 E. 4.4 S. 303 f.) hat das kantonale Gericht erwogen, der Versicherte sei bis Mitte März 2014 als Schreiner angestellt gewesen und habe seither nicht mehr gearbeitet, was angesichts der geschilderten alltäglichen Aktivitäten nicht ohne Weiteres nachvollziehbar sei. Ausserdem sei das Aktivitätenniveau im Vergleich zum Zeitpunkt vor Eintritt der Gesundheitsschädigung nicht wesentlich reduziert. Die anamnestisch bestätigten psychotherapeutischen Behandlungen wiesen zwar auf einen gewissen Leidensdruck hin, indessen resultiere gesamthaft betrachtet ein Bild, das nicht auf eine bedeutende funktionelle Beeinträchtigung schliessen lasse, sei es bezogen auf den gelernten Beruf als Schreiner, sei es bezogen auf die auch ausgeübte Tätigkeit als Betreuer von Jugendlichen. Die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit des Dr. med. C.________ (Gutachten vom 27. Januar 2017) sei daher sowohl für den Zeitraum von Juli 2014 bis Oktober 2016, in dem der Versicherte zweimal stationär behandelt worden sei, wie auch ab dem Zeitpunkt der Exploration durch den psychiatrischen Sachverständigen (November 2016) aus rechtlicher Sicht nicht relevant, wobei offen bleiben könne, ob die zuletzt ausgeübte Erwerbstätigkeit diejenige eines Schreiners oder aber diejenige eines Betreuers von Jugendlichen gewesen sei. Insgesamt sei für den gesamten Zeitraum bis zum Erlass der Verfügung vom 23. Juni 2017 von einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Erwerbstätigkeit auszugehen.