Citation: 5A_318/2021 E. 3.2.2

3.2.2. Die Vorinstanz befasst sich dann mit der Expertise vom 11. Oktober 2018 (vgl. Sachverhalt Bst. A.b). Sie konstatiert, dass die Expertin die Erziehungsfähigkeit der Mutter in Abrede stelle, von Besuchen bei der Mutter zu Hause längerfristig abrate und die Weiterführung der restriktiven Kontaktregelung empfehle. Dem Gutachten zufolge habe die Mutter die Bindungsstörung ihrer Kinder zu verantworten und könne für ihre Kinder weder Verlässlichkeit noch stabile Verhältnisse schaffen. Aufgrund der eigenen Biographie und einer tiefen intellektuellen Fähigkeit sei sie in ihrer Lernfähigkeit und emotionalen Ausdrucksfähigkeit eingeschränkt und könne dadurch die Bedürfnisse ihrer Kinder nicht immer erkennen; zudem habe sie manchmal einen oppositionellen Charakterzug. Das Gutachten komme zum Schluss, dass eine Rückkehr zur Mutter unter diesen Umständen für die Kinder eine Gefährdung bedeuten würde. In der Folge stellt das Obergericht fest, dass die unbegleiteten Wochenend- und Ferienbesuche bei der Mutter gut verlaufen seien und zwischen A.________ und seinen Eltern eine persönliche Bindung bestehe. Die Situation der Mutter habe sich in privater und beruflicher Hinsicht stabilisiert und zeige Kontinuität; laut den Rückmeldungen des L.________s (vgl. Sachverhalt Bst. B.b) sei die Mutter kooperativ und verlässlich. Das Obergericht kommt zum Schluss, dass das Gutachten aus dem Herbst 2018 auf den Verhältnissen basiere, wie sie sich bis 2016 präsentiert hätten, und keinen Bezug auf den aktuellen Zustand und die Entwicklung nehme. Auf die Schlussfolgerungen der Expertin könne demzufolge nicht (unbesehen) abgestellt werden. Gewisse Annahmen der Gutachterin, wenn auch nicht alle, seien durch die jüngste Entwicklung widerlegt worden.