Citation: 2C_605/2023 E. 1.4.3

1.4.3. Der Kanton Thurgau macht hinsichtlich seiner Beschwerdelegitimation geltend, dem angefochtenen Entscheid komme eine erhöhte Tragweite zu, zumal er als Präjudiz die Verantwortung von in eigener fachlicher Verantwortung tätigen Medizinalpersonen für unter deren fachlicher Aufsicht tätige Medizinalpersonen in weiten Teilen faktisch ausschliesse, da die Vorinstanz hierfür unrechtmässigerweise eine explizite gesetzliche oder standesrechtliche Regelung verlange. Dieses Erfordernis widerspreche Bundesrecht sowie dem ausdrücklichen Willen des kantonalen Gesetzgebers. Betroffen seien nach der gesetzlichen Konzeption des Kantons Thurgau neben den Medizinalberufen auch alle Gesundheitsberufe, mithin tausende Personen. Die Verneinung einer solchen Aufsichtspflicht tangiere zugleich bedeutsame gesundheitspolizeiliche und -politische Interessen des Kantons Thurgau. Eine wirksame aufsichtsrechtliche Tätigkeit über sämtliche unter fachlicher Aufsicht tätigen Medizinal- und Gesundheitsfachpersonen wäre nicht mehr möglich, was die öffentliche Gesundheit gefährden würde. Der Kanton Thurgau sei deshalb in seinen schutzwürdigen eigenen hoheitlichen Interessen in erheblichem Ausmass betroffen und folglich beschwerdelegitimiert.