Citation: 2C_106/2022 E. 4.4.2

4.4.2. In diesem Sinne ist jede Beurteilung, die zu einem bestimmten Zeitpunkt vorgenommen wird, zwangsläufig provisorisch, beruhend auf dem aktuellen Stand des Wissens (vgl. BGE 139 II 185 E. 10.1.3). Dies bedingt allerdings, dass die Behörden ihren Wissensstand laufend erweitern. Mit zunehmender Dauer der Grundrechtsbeschränkungen steigen auch die Anforderungen an die wissenschaftlichen Grundlagen für die Risikoabschätzung - namentlich weil die Unsicherheiten betreffend neu auftretende Infektionskrankheiten abnehmen (vgl. BGE 147 I 150 E. 3.2.7; 132 II 449 E. 5.4; 132 II 305 E. 4.4, E. 5.1 und E. 5.3; 131 II 670 E. 2.3; Urteil 6B_365/2010 vom 14. März 2011 E. 4.13.1). Sodann kann es angezeigt sein, rigorose Massnahmen bereits zu ergreifen, bevor es zu schweren Beeinträchtigungen kommt, um zu verhindern, dass später noch strengere Massnahmen getroffen werden müssen (vgl. BGE 147 I 450 E. 3.2.7; 132 II 449 E. 4.3.2 und E. 5.3; Urteile 2C_290/2021 vom 3. September 2021 E. 5.5.4, nicht publ. in: BGE 148 I 19; 2C_308/2021 vom 3. September 2021 E. 6.6.4, nicht publ. in: BGE 148 I 33).