Citation: C 251/01 17.04.2002 E. 1

1.- a) Die Vorinstanz hat die massgeblichen Bestimmungen über die Einstellung in der Anspruchsberechtigung bei selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit (Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG), namentlich bei Verletzung arbeitsvertraglicher Pflichten (Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIV) und die verschuldensabhängige Dauer der Einstellung (Art. 30 Abs. 3 Satz 3 AVIG in Verbindung mit Art. 45 Abs. 2 AVIV) sowie die Rechtsprechung zum arbeitslosenversicherungsrechtlichen Begriff des Selbstverschuldens (ARV 1998 Nr. 9 S. 44 Erw. 2b, 1982 Nr. 4 S. 39 Erw. 1a, je mit Hinweisen) richtig dargelegt. Zutreffend ist auch, dass der Tatbestand erfüllt ist, wenn das allgemeine Verhalten der versicherten Person Anlass zur Kündigung bzw. Entlassung gegeben hat (BGE 112 V 244 Erw. 1 mit Hinweisen). Darauf kann verwiesen werden. Zu ergänzen ist, dass eine Einstellung in der Anspruchsberechtigung nur verfügt werden kann, wenn das der versicherten Person zur Last gelegte Verhalten klar feststeht. Bei Differenzen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer darf nicht ohne weiteres auf ein fehlerhaftes Verhalten des Arbeitnehmers geschlossen werden, wenn der Arbeitgeber nur unbestimmte Gründe geltend zu machen vermag, für welche er keine Beweise anführen kann (BGE 112 V 245 Erw. 1 mit Hinweisen; ARV 1999 Nr. 8 S. 39 Erw. 7b). Das vorwerfbare Verhalten muss zudem nach Art. 20 lit. b des Übereinkommens Nr. 168 der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO) über Beschäftigungsförderung und den Schutz gegen Arbeitslosigkeit vom 21. Juni 1988 (SR 0.822. 726.8; für die Schweiz in Kraft seit dem 17. Oktober 1991, AS 1991 1914) vorsätzlich erfolgt sein (vgl. BGE 124 V 236 Erw. 3b, welche Rechtsprechung gemäss Urteil M. vom 17. Oktober 2000 [C 53/00] auch im Bereich von Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIV anwendbar ist). b) Nach der Rechtsprechung bezüglich der Beweisaufnahme durch die Verwaltung stellt eine formlos eingeholte und in einer Aktennotiz festgehaltene mündliche bzw. telefonische Auskunft nur insoweit ein zuverlässiges und taugliches Beweismittel dar, als damit bloss Nebenpunkte, namentlich Indizien oder Hilfstatsachen, festgestellt werden. Sind aber Auskünfte zu wesentlichen Punkten des rechtserheblichen Sachverhalts einzuholen, kommt grundsätzlich nur die Form einer schriftlichen Anfrage und Auskunft in Betracht. Werden Auskunftspersonen zu wichtigen tatbeständlichen Punkten dennoch mündlich befragt, ist eine Einvernahme durchzuführen und darüber ein Protokoll aufzunehmen. In der Regel ist dem Betroffenen überdies Gelegenheit zu geben, der Einvernahme beizuwohnen (BGE 117 V 285 Erw. 4c mit Hinweisen; RKUV 1999 Nr. U 328 S. 117 Erw. 3c; ARV 1992 Nr. 17 S. 153 Erw. 2b). 2-. Streitig und zu prüfen ist, ob die gesetzlichen Voraussetzungen für die Einstellung in der Anspruchsberechtigung wegen selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit gegeben sind. a) In tatbeständlicher Hinsicht steht fest, dass die frühere Arbeitgeberin der Versicherten, die J.________ AG in B.________, am 19. April 2000 das Arbeitsverhältnis mit der Begründung kündigte, die Beschwerdegegnerin sei unberechtigt und unentschuldigt während 16 Tagen dem Arbeitsplatz ferngeblieben, wobei ihr Verhalten und Auftreten bei den Gesprächen vom 18. und 19. April 2000 Anlass zur Kündigung gegeben hätten. Gemäss der von der Verwaltung eingeholten telefonischen Beweisauskunft der Firma J.________ AG vom 23. Mai 2000 habe die Beschwerdegegnerin vom 27. März bis 17. April 2000 unentschuldigt am Arbeitsplatz gefehlt, da sie zu ihrem im Sterben gelegenen Vater nach A.________ gereist sei, wobei auch der Grossvater in der gleichen Woche dort verstorben sei. Es treffe zwar zu, dass eine Arbeitskollegin die Abwesenheit gemeldet habe. Man hätte jedoch eine persönliche Mitteilung aus A.________ erwartet, welche nicht erfolgt sei, worauf der Gruppenchef die Versicherte in A.________ angerufen habe. Nach ihrer Rückkehr habe sich die Beschwerdegegnerin anlässlich der sofort durchgeführten Unterredung derart unmöglich und uneinsichtig aufgeführt, dass man anstatt der eigentlich vorgesehenen Verwarnung die Kündigung ausgesprochen habe. b) Gestützt auf diese Sachverhaltsdarstellung hat die Vorinstanz erwogen, es sei aufgrund der Aktenlage unklar, welche Information die Arbeitskollegin bezüglich des Aufenthalts in A.________ weiterleitete und an wen, und ob der Gruppenchef und diese Kollegin der Versicherten tatsächlich mitgeteilt haben, es sei alles in Ordnung. Ebenfalls abzuklären sei, was bei der nach erfolgter Rückkehr geführten Unterredung tatsächlich vorgefallen sei und welches Verhalten schliesslich die Kündigung bewirkt habe. c) Hiegegen wendet das seco ein, es sei in tatbeständlicher Hinsicht erstellt, dass die Arbeitgeberin rechtsgenüglich über die Abwesenheit und deren Grund informiert worden sei, zumal das kantonale Gericht zutreffend ausgeführt habe, dass keine persönliche Abwesenheitsmeldung bei der Arbeitgeberin zu erfolgen hatte. Es sei daher nicht ersichtlich, warum die Vorinstanz abklären lassen wolle, was die Arbeitskollegin dem direkten Chef genau ausgerichtet habe und ob diese und der Gruppenchef die Versicherte in A.________ angerufen haben um mitzuteilen, dass alles in Ordnung sei. Weiter könne dem Gericht nicht gefolgt werden, dass zusätzliche Abklärungen hinsichtlich des genauen Ablaufs der persönlichen Unterredung zwischen der Versicherten und der Arbeitgeberin notwendig wären, da erstellt sei, dass die Versicherte sich gegen den Vorwurf, sie hätte sich selber aus A.________ melden müssen, zur Wehr setzte, was zur Kündigung geführt habe.