Citation: 5A_232/2021 E. 4.1

4.1. Eine Auskunftspflicht des Dritten besteht nur dann, wenn nach den Angaben des Gläubigers oder des Schuldners bzw. nach eigener Wahrnehmung des Betreibungsamtes eine begründete Vermutung dafür besteht, dass der Dritte Sachen in Gewahrsam hat, die dem Schuldner gehören, oder dass er seinerseits Schuldner des Letzteren ist (WINKLER, in: Kommentar zum Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs, Kren KostkiewiczVock [Hrsg.], 4. Aufl. 2017, N. 32 und 36 zu Art. 91 SchKG; BLUMENSTEIN, Die verfahrensmässigen Verpflichtungen dritter Personen in der Schuldbetreibung und im Konkurs, BlSchK 1941 S. 102). Demgemäss ist ein wahlloses Anschreiben von Dritten in der Hoffnung auf einen Zufallsfund nicht zulässig (WINKLER, a.a.O. N. 36 zu Art. 91 SchKG; Urteil des Obergerichts des Kantons Zug vom 2. September 2021 E. 4, BlSchK 2021 S. 310).