Citation: 8C_393/2021 E. 5.3.1

5.3.1. Das kantonale Gericht stellte hierzu fest, aus den Unterlagen ergäbe sich, dass beim Beschwerdegegner jederzeit ein medizinischer Notfall eintreten könne, welcher ein sofortiges Handeln zur Sicherung seines Überlebens erfordere. Die bei ihm auftretenden epileptischen Anfälle könnten beispielsweise das Verabreichen eines Notfallmedikaments notwendig machen. Zudem bestehe aufgrund des fehlenden Schluck- und Würgereflexes eine latente Aspirationsgefahr, welche ein ständiges Überwachen der Atmung wie auch ein stetiges Überwachen der Sekretbildung im Mund und Rachen am Tag und in der Nacht bedinge. Die Mutter müsse auch nachts regelmässig aufstehen, um die Sauerstoffsättigung zu prüfen und das angesammelte Sekret abzusaugen mit dem Ziel, ein Ersticken zu verhindern. Die Mutter des Beschwerdegegners habe jederzeit in der Lage zu sein, sofort mittels Medikamenten, sofortigem Sekretabsaugen oder notfallmässigen Arzt-/Spitalkonsultationen eine lebensbedrohliche Situation zu bewältigen. Die Mutter könne sich nachts kaum ausruhen und tags könne sie sich kaum anderen Alltagsaktivitäten widmen. Damit übersteige die zur Sicherstellung des Überlebens des Beschwerdegegners erforderliche Interventionsbereitschaft der Mutter die für ein gesundes Kind im gleichen Alter des Beschwerdegegners benötigte Betreuung deutlich.