Citation: 5A_800/2022 E. 7.3

7.3. Auch in diesem Punkt ist das angefochtene Urteil nicht zu beanstanden. Nach Art. 107 Abs. 1 Bst. c ZPO kann das Gericht in familienrechtlichen Verfahren vom Grundsatz abweichen, wonach die Kosten nach Obsiegen und Unterliegen (Art. 106 ZPO) auf die Parteien verteilt werden. Eine Verpflichtung, so vorzugehen, besteht nicht, und es ist sogar bundesrechtswidrig, wenn Gerichte an ihrer Praxis vor Erlass der ZPO festhalten, die Kosten in familienrechtlichen Verfahren systematisch zu halbieren (s. ausführlich zum Ganzen BGE 139 III 358 E. 3). Auf die behauptete Verletzung des Rechtsgleichheitsgebots ist nicht einzutreten. In der gesetzlichen Ordnung spielen weder der Zivilstand der Parteien noch irgendwelche Verschuldensüberlegungen eine Rolle. Der Spielraum, der mit den in Art. 107 Abs. 1 ZPO aufgelisteten Fällen geschaffen wurde, soll vielmehr dort zum Zuge kommen, wo im Einzelfall die Belastung der unterlegenen Partei mit Prozesskosten billigerweise nicht gerecht erscheint (vgl. Art. 107 Abs. 1 Bst. f ZPO; BGE 139 III 33 E. 4.2).