Citation: 5A_437/2014 E. 2.2.1

2.2.1. Hintergrund der Rüge ist folgende Passage, die der Vertreter der Beschwerdegegnerin in seinem mündlichen Schlussvortrag an der Hauptverhandlung vom 6. September 2011 zu Protokoll gegeben hatte: "Also Ausgleichsanspruch von mind. CHF 274'715.48. Nach Aufrechnung der Rechnungsbeträge von CHF 1'962.29 und CHF 1'008.30 [...] ist der GS [Gesuchsteller, d.h. vorliegend der Beschwerdeführer] zu verpflichten, aus Güterrecht mind. Fr. 177'686.00 zu bezahlen." Die Beschwerdegegnerin hatte diesbezüglich vor dem Gerichtspräsidium ein Protokollberichtigungsbegehren gestellt, wonach ihr Vertreter Fr. 277'686.-- gefordert habe, doch war sie damit gescheitert. Da dieser Punkt vor Obergericht nicht mehr umstritten war, ist das Obergericht davon ausgegangen, der Vertreter der Beschwerdegegnerin habe tatsächlich eine güterrechtliche Ausgleichszahlung von Fr. 177'686.-- gefordert. Bereits das Gerichtspräsidium hat diesen Antrag in der schriftlichen Begründung seines Urteils jedoch als offensichtlichen Versprecher bezeichnet. Es hat der Beschwerdegegnerin dennoch nur diese Summe zugesprochen, da sein Entscheid im Dispositiv schon eröffnet war. Auch das Obergericht ist nach Auslegung des Rechtsbegehrens nach Treu und Glauben zum Schluss gekommen, es habe sich um einen Versprecher gehandelt. Es sei offensichtlich, dass der Vertreter der Beschwerdegegnerin sich im mündlichen Vortrag beim Zusammenzug der einzelnen Beträge verrechnet habe. Der erhobene Ausgleichsanspruch von Fr. 274'715.48 beruhe auf seiner, im Protokoll festgehaltenen Berechnung der Vorschläge der Parteien und die beiden Rechnungsbeträge von Fr. 1'962.29 und Fr. 1'008.30 stammten von Reparaturarbeiten an der Liegenschaft, die der Beschwerdeführer als deren Eigentümer zu bezahlen habe. Nach dem Vertrauensprinzip habe die Beschwerdegegnerin demnach eine güterrechtliche Ausgleichszahlung von Fr. 277'686.-- verlangt.