Citation: I 667/03 09.02.2004 E. 3

3.1 Streitig und zu prüfen ist, ob die IV-Stelle dem Beschwerdegegner im Rahmen des Geburtsgebrechens Nr. 462 medizinische Massnahmen in Form von Physiotherapie zur Behandlung der muskulären Hypotonie zu gewähren hat. Dies hängt, wie die Vorinstanz ebenfalls zutreffend erwogen hat, davon ab, ob die muskuläre Hypotonie eine direkte Auswirkung des Geburtsgebrechens Nr. 462 darstellt sowie ob es sich bei der Physiotherapie um eine nach bewährter Erkenntnis der medizinischen Wissenschaft angezeigte Vorkehr handelt, welche es erlaubt, die muskuläre Hypotonie in einfacher und zweckmässiger Weise zu behandeln. 3.2 Das Eidgenössische Versicherungsgericht erachtete im Urteil R. vom 29. Januar 2004 (I 19/03) gestützt auf ein der dortigen Vorinstanz erstattetes Gerichtsgutachten als mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 360 Erw. 5b, 125 V 195 Erw. 2, je mit Hinweisen) erstellt, dass die muskuläre Hypotonie beim PWS eine direkte Auswirkung der hypothalamohypophysären Funktion und damit des Geburtsgebrechens Nr. 462 bildet. Die mit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde eingereichten Unterlagen enthalten verschiedene medizinische Meinungsäusserungen. Daraus wird deutlich, dass der entsprechende direkte Zusammenhang nicht zweifelsfrei erwiesen ist, das Gegenteil nicht völlig ausgeschlossen werden kann und bezüglich der diesbezüglichen Bedeutung des Hormons Leptin noch Fragen offen sind. Diese Aussagen bieten jedoch keinen Anlass, auf die Beurteilung zurückzukommen, der direkte Zusammenhang zwischen der Störung der hypothalamo-hypophysären Funktion beim PWS und der muskulären Hypotonie sei mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt. Vielmehr weisen auch die meisten der mit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde und der Vernehmlassung eingereichten Stellungnahmen in diese Richtung. 3.3 Im erwähnten Urteil R. vom 29. Januar 2004 wurde ausserdem erkannt, die Physiotherapie sei zur Behandlung der muskulären Hypotonie nach bewährter Erkenntnis der medizinischen Wissenschaft angezeigt und erlaube es grundsätzlich, den Eingliederungszweck, die Behebung oder Milderung der als Folge des Geburtsgebrechens eingetretenen Beeinträchtigung (Erw. 2.4 hievor) in einfacher und zweckmässiger Weise anzustreben. Die Voraussetzungen eines entsprechenden Leistungsanspruchs seien daher - im Rahmen der Verhältnismässigkeit - erfüllt. Die Akten des hierortigen Verfahrens bieten keinen Anlass, auf diese Einschätzung zurückzukommen. Der Beschwerdegegner hat daher für den vorliegend zu prüfenden Zeitraum bis zum Erlass der Verfügung vom 11. März 2002 Anspruch auf Physiotherapie zur Behandlung der muskulären Hypotonie. 3.4 Was den Umfang des Anspruchs anbelangt, hat die Vorinstanz durch das Anknüpfen an die ärztliche Verordnung dem Grundsatz der Verhältnismässigkeit in angemessener Weise Rechnung getragen.