Citation: 1C.2/1999 01.10.2002 E. 3.2.5

3.2.5. Der Kläger macht im Zusammenhang mit dem Haftgrund der Kollusionsgefahr auch eine Verletzung des Verhältnismässigkeitsgrundsatzes geltend: Mit einer zweckmässigeren Planung und Organisation der Untersuchungen hätte sich die Inhaftierung wenn nicht erübrigt, so doch in engen Grenzen gehalten. Den Untersuchungsbehörden kann jedoch keine pflichtwidrige Ausübung des Ermessens, das ihnen in organisatorischer Hinsicht bei der Abwicklung der geplanten Untersuchungsmassnahmen zustand, zur Last gelegt werden. Unmittelbar nach dem Abschluss der vorgesehenen Einvernahmen wurde der Kläger aus der Untersuchungshaft entlassen. Der klägerische Vorwurf, der Untersuchungsrichter habe die Einvernahme von Z.________ bewusst an letzter Stelle der geplanten Einvernahmen festgelegt, um die Untersuchungshaft "künstlich" zu verlängern, entbehrt jeglicher Grundlage.