Citation: 5A_407/2023 E. 3.5.3

3.5.3. Nichts zu ihren Gunsten kann die Beschwerdeführerin sodann aus dem Einwand ableiten, die Vorinstanz habe die umfangreichen Vorakten nicht berücksichtigt, welche auf die problematische Persönlichkeit und den problematischen Umgang des Beschwerdegegners mit seiner Vaterrolle hinweisen würden, weshalb dem Beschwerdegegner im Abänderungsurteil vom 4. Dezember 2020 die elterliche Sorge nicht gewährt worden sei. Diese Einschätzung ist heute angesichts der Fachberichte der Sozialpädagogischen Familienbegleitung im Haushalt des Beschwerdegegners vom 13. Juni 2022 und vom 16. Januar 2023 überholt. Die Beschwerdeührerin kann auch nichts zu ihren Gunsten daraus ableiten, dass im Abklärungsbericht der Fachstelle D.________ von ersten Kindeswohlgefährdungen bei der Beschwerdeführerin im August 2020 die Rede gewesen sein soll. Die Obhutszuteilung an den Beschwerdegegner ist nicht deshalb erfolgt, weil die Abklärung der Fachstelle D.________ ergeben hat, dass bereits im August 2020 erste Hinweise auf eine Kindeswohlgefährdung vorgelegen haben, sondern, weil die Fachstelle mehrere Kindeswohlgefährdungen im Haushalt der Beschwerdeführerin festgestellt hat, die zusammengenommen eine ausgeprägte Kindeswohlgefährdung darstellten und letztlich zur Umplatzierung der Tochter im Januar 2022 geführt haben. Der Argumentation der Beschwerdeführerin, die Vorinstanz habe auf nicht gleichermassen aktuelle Berichte abgestellt, ist damit die Grundlage entzogen.