Citation: U 317/05 13.03.2006 E. 6

Fehlt es bei den Nackenbeschwerden an einem unfallbezogenen organischen Korrelat, bleibt die Möglichkeit zu prüfen, ob diese allenfalls auf ein beim Unfall erlittenes Schleudertrauma der HWS oder eine vergleichbare Verletzung zurückzuführen sind. 6.1 Erforderlich ist, dass der entsprechende Verletzungsmechanismus diagnostiziert und ein für diese Verletzung typisches Beschwerdebild mit einer Häufung von Beschwerden wie diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit, Visusstörungen, Reizbarkeit, Affektlabilität, Depressionen, Wesensveränderung usw. vorliegt. Diesfalls wäre der natürliche Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und dem für ein Schleudertrauma der HWS typischen Beschwerdebild sowie der als Folge davon eingetretenen Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit in der Regel zu bejahen (BGE 119 V 338 Erw. 1 in fine, 117 V 360 Erw. 4b). 6.2 Zwar findet sich im Schreiben von Dr. med. H.________ vom 4. März 2004 ein Hinweis auf seine Handnotizen aus der Zeit des Unfalls, wonach der Versicherte am Tag nach dem Ereignis neben den Schulterbeschwerden auch über Genickschmerzen geklagt haben soll. Behandelt wurden diese aber nicht nachweislich. Ebenso wenig sah sich der Arzt zur Diagnose eines Beschleunigungsmechanismus der HWS oder eines vergleichbaren Vorgangs veranlasst. Auch wenn er dies heute als durch die damals klar im Vordergrund stehenden Schulterbeschwerden begründet, bleibt die Tatsache der fehlenden Behandlung von Nackenbeschwerden bestehen. Auch fällt auf, dass Dr. med. B.________ im Anschluss an die am 29. November 2002 durchgeführte Arthroskopie zwar kurzzeitig Probleme im Nackenbereich erwähnt, diese aber ausstrahlenden Schulterbeschwerden zuordnet obwohl er - wenn auch nicht näher begründet - selbst von einem erlittenen Schädel-Hirntrauma spricht. Die im Anschluss an den Unfall vom Versicherten geklagten Genickbeschwerden könnten demnach durchaus auch von ausstrahlenden Schulterschmerzen herrühren. Ein Beschleunigungsmechanismus der HWS oder eine äquivalente Verletzung lässt sich dergestalt nicht hinreichend begründen.