Citation: 4A_533/2013 E. 3.5.3

3.5.3. Die Vorinstanz hat durchaus angenommen und berücksichtigt, dass die Klägerin den Beschwerdeführer tatsächlich habe begünstigen wollen. Auch hielt sie für plausibel, dass die Klägerin in den "jungen, vermögenslosen" Beschwerdeführer verliebt gewesen sei und sie ihrer Tochter einen ganz erheblichen Teil ihres Vermögens habe entziehen wollen. Daraus musste sie aber nicht den vom Beschwerdeführer geforderten Schluss ziehen. Vielmehr bemerkte sie nachvollziehbar, dass die genannten Umstände nicht zu erklären vermöchten, weshalb gerade der Beschwerdeführer "würdig" gewesen sein sollte, die Millionen der Klägerin zu erhalten. Der Beschwerdeführer könne zudem nicht ernsthaft behaupten, die Klägerin habe ihm Vermögenswerte von rund 50 Millionen übertragen, nur weil sie ihm die " nötigen Mittel zur Bestreitung seines Lebensunterhalts" habe zur Verfügung stellen wollen oder sie "einfach nur an einem gut aussehenden jungen Mann interessiert" gewesen sei. Das Gleiche muss für die behaupteten Geldzuwendungen von knapp 6 Millionen vor Vertragsschluss gelten, auch wenn die Vorinstanz dieselben nicht speziell erwähnte. Jedenfalls kann daraus nicht schlüssig abgeleitet werden, dass die Klägerin die mit dem Aktienkaufvertrag getätigte Investition von rund 50 Millionen rein aufgrund romantischer Gefühle gegenüber dem Beschwerdeführer vornahm. Wenn dieser sodann behauptet, die Liegenschaften in V.________ und W.________ hätten sich seit Jahrzehnten im Familienbesitz der Klägerin befunden und ihre Übereignung habe dem Wunsch der Klägerin entsprochen, den Beschwerdeführer "ähnlich wie einen Erben" aus rein persönlichen Gründen zu begünstigen, so stellt er blosse Behauptungen auf, die im angefochtenen Urteil keine Stütze finden und aus denen er daher nichts für seinen Standpunkt ableiten kann. Sodann hielt die Vorinstanz die Version des Beschwerdeführers auch deshalb für nicht überzeugend, weil dieser nicht erklären konnte, weshalb er die Klägerin und deren ganzes Umfeld glauben machen wollte, er habe eine hochwirksame Solarzelle mit einem immens hohen Marktpotenzial erfunden, wenn doch schon seine Verführungskünste ausgereicht hätten, um die Klägerin dazu zu bewegen, ihm Vermögenswerte von rund Fr. 50 Millionen zu schenken. Die Vorinstanz hat mithin nicht unbeachtet gelassen, dass die Klägerin romantische Gefühle für den Beschwerdeführer gehegt haben mag. Indessen legte sie einleuchtend und jedenfalls nicht willkürlich dar, dass nicht diese romantischen Gefühle, sondern die Täuschung über das Solarzellen-Projekt kausal für den Entschluss der Klägerin war, den Aktienkaufvertrag mit dem Beschwerdeführer abzuschliessen und ihm damit Vermögenswerte von rund 50 Millionen zu übertragen. Die Vorinstanz liess ebenso wenig unbeachtet, dass die Klägerin möglicherweise ihrer Tochter Vermögenswerte zu entziehen suchte. Wiederum begründete die Vorinstanz aber überzeugend, dass eine solche Absicht noch nicht erklären würde, weshalb sie ausgerechnet den Beschwerdeführer mit Vermögenswerten von rund 50 Millionen begünstigen sollte. Auch sei nicht nachvollziehbar, weshalb sie die Vermögenswerte von ihm zurückverlangt habe, wenn sie ausschliesslich beabsichtigt hätte, sich ihres Vermögens zu entäussern, um ihre Tochter zu schädigen. Die Vorinstanz legte sodann gestützt auf aktenkundige Unterlagen dar, dass die Klägerin schon früh die Welt der Naturwissenschaften kennengelernt habe und aufgrund der Erfahrungen in diesem Umfeld zur Überzeugung gelangt sei, dass hochtalentierte Personen oftmals moralisch und finanziell sehr schwierige Phasen durchlebten und dass die Umsetzung auch von bahnbrechenden Ideen scheitere, wo Mittel und Anerkennung fehlten. Die Klägerin habe sich vermehrt karitativen Aufgaben gewidmet und eine Stiftung zur Unterstützung medizinischer Projekte in der ganzen Welt errichtet. Diese Dispositionen zeigten - so die Vorinstanz -, dass die Klägerin, auch wenn sie die Tochter hätte schädigen wollen, ihr Vermögen nicht einfach wahl- und zwecklos vermindert, sondern sich um eine aus ihrer Sicht sinnvolle Verwendung ihrer Mittel bemüht hätte. Weshalb dies gerade beim Beschwerdeführer anders gewesen sein sollte, sei nicht nachvollziehbar. Diese Argumentation ist plausibel und keineswegs unhaltbar. Aus dem Gesagten lässt sich ohne Willkür ableiten, dass auch beim Beschwerdeführer hauptsächlich die Täuschung über das Solarzellen-Projekt, mit dem angeblich ein entscheidender Beitrag zur Lösung des Weltenergieproblems gemacht werden könne, die Ursache dafür war, dass die Klägerin den hohen Betrag von ca. 50 Millionen investierte und Vermögenswerte in diesem Ausmass auf den Beschwerdeführer übertrug.