Citation: 6B_702/2021 E. 1.2

1.2. Die Vorinstanz hält fest, 47 der 49 angeklagten Ladendiebstähle vom 11. November 2016 bis 3. April 2017 seien aufgrund der rechtskräftigen Urteile gegen die mitangeklagten Haupttäter B.________, C.________ und D.________, welche allesamt wegen gewerbs- und bandenmässigen Diebstahls schuldig gesprochen worden seien, bewiesen. Die nachweisbaren Unterstützungshandlungen der Beschwerdeführerin im Zeitraum vom 18. März bis 5. April 2017 (die Anklagesachverhalte Nr. 30-38 und Nr. 40-49 betreffend) würden mit diesen Diebstählen in engem Zusammenhang stehen. Ihre Verantwortlichkeit für den Aufbau und die Organisation der Diebesbande sei zwar nicht erstellt. Mit anderen Worten sei nicht bewiesen, dass die Beschwerdeführerin bei der Entschliessung, Planung oder Ausführung der Diebstähle vorsätzlich und in massgebender Weise mit den Haupttätern zusammen gewirkt habe, so dass sie als Hauptbeteiligte dastehen würde und eine tatbeherrschende Stellung innegehabt hätte. Eine Mittäterschaft der Beschwerdeführerin am betreffenden gewerbs- und bandenmässigen Diebstahl liege damit nicht vor. Indes habe sie die Haupttäter auf vielfältige Art und Weise unterstützt und dadurch die Ladendiebstähle gefördert. So habe sie vor dem Ladendiebstahl vom 18. März 2017 in der Migros in U.________ ihr Telefon an C.________ ausgehändigt, damit dieser die Anweisungen von B.________ zum Vorgehen habe entgegennehmen können. Später an diesem Tag habe sie an der V.________ in W.________ zwei grosse Taschen mit diversen Kosmetikgeräten entgegengenommen, diese in die Wohnung gebracht, die Ware gezählt, diese unter dem Bett versteckt und B.________ Rückmeldung über die entwendete Ware und deren Qualität gegeben. Des Weiteren habe sie am 23. März 2017 das Facebook-Profil "E.________" eingerichtet und bis am 25. März 2017 Fotos von gestohlenen Parfüms, Kosmetikprodukten, Rasierklingen und Alkoholflaschen auf das Profil hochgeladen. Am 29. März 2017 habe sie B.________ per Facebook-Messenger mitgeteilt, dass sie das Auto und Make-Up von ihm haben wolle; er solle ihr die Fotos vom Make-Up schicken und mitteilen, wie viel er für das Make-Up wolle und welche Parfümmarken er habe. Sie habe beabsichtigt, das gestohlene Make-Up zu verkaufen. Am 30. März 2017 habe sie gestohlene Haarglätter und mehrere Flaschen des Champagners "Moët & Chandon" von C.________ entgegengenommen. Am Tag darauf habe sie angeboten, mit C.________ einen Ladendiebstahl zu begehen. Zudem habe sie am 5. April 2017 in ihrer Wohnung 17 kg gestohlene Fleischware, zwei gestohlene Flaschen "Scotch Whisky EST 1830", diverse gestohlene Parfüms und Make-Up sowie Rasierapparate aufbewahrt. Die Beschwerdeführerin habe dadurch jeweils einen kausalen Beitrag zu den Ladendiebstählen geleistet und die Erfolgschancen der übrigen Beteiligten erhöht. Dabei habe sie über die deliktische Tätigkeit der Haupttäter Bescheid gewusst und spätestens ab dem 18. März 2017 detaillierte Kenntnis von deren Machenschaften gehabt. Auch habe sie gewusst, dass die fragliche Ware gestohlen gewesen sei. Mit diesem Wissen habe sie ihre Mitwirkung für konkrete Handlungen angeboten und die Haupttäter willentlich mit einzelnen Hilfestellungen unterstützt oder eine Unterstützung zumindest in Kauf genommen. Im Gegenzug sei sie bei der Auswahl der zu stehlenden Ware berücksichtigt worden; so sei beispielsweise auf einem Bild einer Überwachungskamera deutlich zu erkennen, wie C.________ zunächst vor einem Regal mit Babywindeln gestanden und anschliessend mit einem vollbepackten Einkaufswagen samt Windeln das Geschäft verlassen habe. Sie habe damit im doppelten Sinne vorsätzlich, also sowohl hinsichtlich ihrer Unterstützungshandlungen als auch hinsichtlich der gewerbs- und bandenmässigen Ladendiebstähle gehandelt. Aus dem Gesamtzusammenhang der erstellten einzelnen Beihilfehandlungen der Beschwerdeführerin, ihrer Verbindung zur Diebesbande, insbesondere ihrer (damaligen) Liebesbeziehung zum mutmasslichen Anführer B.________, ihrem Wissen über das Umfeld von B.________ - insbesondere nach seiner Haftentlassung Ende Oktober 2016 - sowie über diesen selbst, ihrem weitgehend fehlenden legalen Einkommen, ihrer am 29. März 2017 ausdrücklich gegenüber der Diebesbande kundgegebenen Bereitschaft, mit einem anderen Bandenmitglied einen Ladendiebstahl zu begehen, sowie aufgrund der Tatsache, dass von dieser Diebesbande unter anderem ihr mitangeklagter Ex-Partner B.________ nebst C.________ und D.________ rechtskräftig wegen gewerbs- und bandenmässigen Diebstahls verurteilt worden sei, lasse sich ohne Weiteres schliessen, dass auch der Beschwerdeführerin die persönlichen Qualifikationsmerkmale der Banden- und Gewerbsmässigkeit gemäss Art 27 StGB als Gehilfin zuzurechnen seien (angefochtenes Urteil S. 22 ff., insb. S. 24 ff.).