Citation: 6B_614/2023 E. 1.3.2

1.3.2. Die Vorinstanz bejaht auch das Tatbestandsmerkmal der Arglist zu Recht. Es kann grundsätzlich auf ihre zutreffenden Erwägungen verwiesen werden, zumal sich die Beschwerdeführerin damit begnügt, ihre bereits vorinstanzlich dargelegte Sichtweise zu wiederholen. Der Vorinstanz ist zuzustimmen, dass es der gängigen Praxis auf Online-Auktionsplattformen entspricht, Waren zu Preisen wie den ausgeschriebenen per Vorauszahlung zu erwerben. Dies auch ohne besondere Sicherheitsvorkehrungen wie etwa per Paypal, zum Beispiel via Twint oder Banküberweisung. Gleichfalls zutreffend ist, dass es den Kaufinteressenten kaum möglich und zumutbar ist, die Seriosität des Verkäufers zu überprüfen. Dies machte es der Beschwerdeführerin besonders einfach, fingierte Verkaufsinserate aufzugeben, was sie wusste bzw. wissen musste. Sie scheint im Übrigen zu verkennen, dass die Vorspiegelung des Erfüllungswillens nach der Praxis stets arglistig ist (oben E. 1.1.1). Es ist nicht ersichtlich, weshalb dies vorliegend ausnahmsweise nicht der Fall sein soll. Die Beschwerdeführerin zeigt namentlich nicht auf, wie die Opfer ihren fehlenden Erfüllungswillen konkret hätten überprüfen sollen. Der pauschale - und allgemein bekannte - Hinweis, dass auf besagten Online-Plattformen auch Betrüger unterwegs sind, begründet dies nicht. Auch die günstigen Preise der inserierten Produkte lassen das Tatbestandsmerkmal der Arglist nicht entfallen. Die Vorinstanz weist zutreffend darauf hin, dass die Beschwerdeführerin die Nachfragen der Kaufinteressenten überzeugend zu klären wusste. Jedenfalls in diesen Fällen ist Arglist daher ohne Weiteres zu bejahen. Dies gilt indes, wie gesagt, auch für die übrigen Fälle. Wie die Vorinstanz zutreffend erwägt, war eine Überprüfung der Seriosität des Angebots - wie die Beschwerdeführerin wusste - nicht möglich und nicht zumutbar und angesichts der recht niedrigen, einem Risiko ausgesetzten Beträge auch nicht üblich oder zu erwarten. Davon, dass die Geschädigten die grundlegendsten Vorsichtsmassnahmen ausser Acht gelassen hätten, sodass das betrügerische Verhalten der Beschwerdeführerin in den Hintergrund treten würde, kann nicht gesprochen werden. Selbst ein erhebliches Mass an Naivität des Geschädigten schliesst Arglist nicht aus. Dies gilt ebenso für die Ausnutzung des gierig-vertrauensselig-unseriösen Gewinnstrebens gewöhnlicher Leute (oben E. 1.1.1). Anders zu entscheiden, würde in Fällen wie den vorliegenden, Betrügereien auf Online-Plattformen Tür und Tor öffnen. Die Vorinstanz begründet gleichfalls überzeugend, dass die Beschwerdeführerin von Anfang an weder den Willen noch die Möglichkeit zur Vertragserfüllung hatte. Sie bestreitet nicht, in prekären finanziellen Verhältnissen gelebt zu haben. Auch behauptet sie nicht, sie hätte bei Vertragsschluss eines oder mehrere der angebotenen Produkte besessen. Sie kann daher nichts daraus für sich ableiten, dass in einzelnen Fällen nicht genau feststehe, weshalb es nicht zum Versand der bestellten Waren gekommen sei. Die Vorinstanz bejaht daher auch den subjektiven Tatbestand und namentlich die Bereicherungsabsicht zu Recht. Darauf kann verwiesen werden, zumal sich die Beschwerdeführerin mit den zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz nicht auseinandersetzt.