Citation: 2P.312/2001 12.03.2002 E. 4

Der Beschwerdeführer rügt weiter, die Verwaltungskommission der Gerichte habe bei der Sachverhaltsfeststellung gegen das Willkürverbot (Art. 9 BV) verstossen. Eine Verletzung dieses verfassungsmässigen Rechts liegt vor, wenn eine Behörde ihrem Entscheid Tatsachenfeststellungen zugrunde legt, die mit den Akten in klarem Widerspruch stehen, oder wenn die Beweiswürdigung offensichtlich unhaltbar ist, mit der tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch steht, auf einem offensichtlichen Versehen beruht oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft (vgl. BGE 118 Ia 28 E. 1b S. 30, mit Hinweisen). 4.1 Es ist unstreitig, dass D.________ über spezielle Kenntnisse im Haftpflicht- und Sozialversicherungsrecht verfügt. Ebenso wenig hat die Verwaltungskommission in Abrede gestellt, dass er im Rahmen seiner früheren Berufstätigkeit während einiger Zeit in einer Anwaltskanzlei tätig war, dort selbständig Mandate geführt hat und - in Rechtsgebieten, welche nicht unter das Anwaltsmonopol fallen - als Parteivertreter vor Gericht aufgetreten ist. Sie hat einzig festgestellt, dass er kein Anwaltspatent erworben hat, was in der staatsrechtlichen Beschwerde nicht bestritten, sondern im Gegenteil ausdrücklich als richtig anerkannt wird. Nachdem die Verwaltungskommission dem Beschwerdeführer nichts anderes vorwirft, als fälschlicherweise den Eindruck erweckt zu haben, bei D.________ handle es sich um einen patentierten Rechtsanwalt, ist die Sachverhaltsfeststellung des angefochtenen Entscheids insoweit nicht zu beanstanden. Die Verwaltungskommission durfte zulässigerweise davon ausgehen, dass das Publikum unter der im Rundschreiben verwendeten Bezeichnung "Anwalt" einen patentierten Rechtsanwalt versteht. Weil D.________ gerade nicht über ein Anwaltspatent verfügt, ist vorliegend unerheblich, unter welchen verschiedenen Modalitäten das Glarner Anwaltspatent erworben werden kann (vgl. Art.66 GOG); gleiches gilt bezüglich der Ausnahmefälle, in denen juristische Laien Vertretungsfunktionen übernehmen können. Nicht erheblich ist in diesem Zusammenhang sodann auch, ob D.________ tatsächlich - wie der Beschwerdeführer vorbringt - in seiner früheren Tätigkeit "faktisch die Stellung eines eigenverantwortlichen Fachanwaltes" zugekommen ist. 4.2 Die Verwaltungskommission ist weiter davon ausgegangen, mit der (falschen) Bezeichnung von D.________ als Rechtsanwalt habe der Beschwerdeführer seine Klientschaft von einem Anwaltswechsel abhalten wollen. Auch diese Betrachtungsweise ist zumindest nicht willkürlich: Im streitigen Rundschreiben gab der Beschwerdeführer der Tatsache einiges Gewicht, dass der von ihm substituierte Kollege Dr. C.________ bei der Weiterführung der ihm übertragenen Mandate durch D.________ unterstützt werde; er bezeichnete Letzteren als Anwalt und pries ihn zusätzlich als "Haftpflicht- und Sozialversicherungsrechtsexperten" an. Es fällt auf, dass der Beschwerdeführer einzig die Qualifikationen dieses - an sich bloss zur internen Entlastung eingesetzten - Mitarbeiters besonders hervorgehoben hat. Unter den gegebenen Umständen ist die Annahme gerechtfertigt, die Anpreisung von D.________ habe die Klientschaft des Beschwerdeführers im Gefühl bestärken sollen, dieser habe für eine kompetente Vertretung während seiner Abwesenheit gesorgt. Dass der Beschwerdeführer dadurch eine Abwanderung seiner Mandaten zu anderen Anwaltskanzleien verhindern wollte, erscheint plausibel. Inwiefern diese Annahme allein deshalb unhaltbar sein sollte, weil der Beschwerdeführer angeblich schon im Zeitpunkt seiner Abreise nach San Diego geplant habe, seine Anwaltskanzlei aufzugeben, ist nicht ersichtlich. Im Übrigen erwähnte er im streitigen Rundschreiben eine dahingehende Absicht mit keinem Wort, sondern sprach vielmehr ausdrücklich nur von einer Mandatsbetreuung "während meiner Abwesenheit". Bei der geschilderten Sachlage erscheint es auch nicht unhaltbar, anzunehmen, er habe sich aus "pekuniären Gründen" - in seinem oder im Interesse seines Stellvertreters oder Nachfolgers - zur erwähnten Falschinformation verleiten lassen.