Citation: 8C_213/2022 E. 4.3

4.3. Zum andern ist der Einwand, Prof. Dr. med. D.________ sei bereit gewesen, auf Anfrage des RAD seinen Angaben im Gutachten zu widersprechen, nicht stichhaltig. Seine Aussage im Gutachten, es bestehe eine 50%-ige Arbeitsunfähigkeit ab Sommer 2018 bis Frühling 2020, bestätigte er in seiner Stellungnahme vom 16. Februar 2021 und wich insofern, anders als der Beschwerdeführer anzunehmen scheint, nicht von der Einschätzung im Gutachten ab. Im Sinne einer Präzisierung differenzierte der Psychiater in seiner Stellungnahme vom 16. Februar 2021 einzig zwischen der angestammten und einer angepassten Tätigkeit. Überdies steht auch seine Einschätzung, ab Juli 2019 sei ein verbesserter Gesundheitszustand gegeben, im Einklang mit der übrigen Aktenlage. So lässt sich dem ZMB-Gutachten vom 21. Januar 2020 entnehmen, dass im Juli 2019 eine ambulante Traumatherapie in der Muttersprache begonnen worden sei. Seit Beginn dieser Therapie erlebe der Beschwerdeführer erstmals eine Besserung seines Zustands. Begleitend habe der Beschwerdeführer dreimal pro Woche die Tagesklinik der entsprechenden Einrichtung besucht. Eigenanamnestisch erlebe er eine zunehmende Besserung seines Zustands. Insbesondere die laufende Traumatherapie solle dringend fortgesetzt werden. Die tagesklinische Begleitung werde bei Beginn der beruflichen Massnahmen nicht mehr nötig sein. Ebenso gab der behandelnde Psychiater Dr. med. F.________ in seinem Bericht vom 7. Mai 2020 an, im vergangenen Jahr seien durch das psychiatrisch-psychotherapeutische Setting eindeutig Verbesserungen erzielt worden. U.a. profitiere der Beschwerdeführer von einer psychotherapeutischen Traumabehandlung. Hieraus erhellt, dass bezüglich der von Prof. Dr. med. D.________ angenommenen Verbesserung des Gesundheitszustands ab Juli 2019 keine Rede von einer aktenwidrigen tatsächlichen Behauptung sein kann, wie der Beschwerdeführer rügt. Ob die tagesklinische Behandlung (dreimal pro Woche für einen halben Tag) dannzumal abgeschlossen worden war, wovon der psychiatrische Gutachter in seiner Stellungnahme vom 16. Februar 2021 ausging, oder nicht, wie eingewendet wird, ändert daran nichts. Die Vorinstanz stellte bundesrechtskonform auf die Arbeitsfähigkeitsschätzung des Prof. Dr. med. D.________ ab. Ebenso wenig ist die vorinstanzliche Feststellung aktenwidrig und damit offensichtlich unrichtig, dass den somatischen Einschränkungen gemäss ZMB-Gutachten vom 21. Januar 2021 keine wesentliche Bedeutung hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit zukomme. Lediglich die Beschwerden der linken Schulter und der LWS bewirkten gemäss ZMB-Gutachter schmerzbedingt eine leichte Reduktion des Rendements. Eine willkürliche Beweiswürdigung kann der Vorinstanz insgesamt nicht vorgeworfen werden, weshalb die Vorinstanz auf weitere Beweisvorkehren ohne Verletzung von Bundesrecht verzichten durfte.