Citation: 8C_683/2019 E. 5.3

5.3. Nicht nachvollziehbar sind im Weiteren die Rügen, wonach die Gutachterstelle vom RAD ausgesucht und beaufsichtigt worden sei und die Beschwerdeführerin zudem keine Gelegenheit gehabt habe, ausserhalb dem Standardfragebogen Fragen an die Sachverständigen zu richten. Zum einen erfolgte die Gutachtensvergabe offenkundig gestützt auf Art. 72bis Abs. 2 IVV nach dem Zufallsprinzip. Zum anderen wurde der Beschwerdeführerin die Möglichkeit eingeräumt, vor der Begutachtung Ergänzungsfragen einzureichen, wovon diese allerdings keinen Gebrauch machte. Soweit die Beschwerdeführerin mit der allgemein gehaltenen Rüge der finanziellen Abhängigkeit der Gutachterstelle von der Invalidenversicherung eine Befangenheit und einen Verstoss gegen Art. 6 EMRK geltend machen will, verfängt dies ebenfalls nicht. Abgesehen davon, dass diese Rüge verspätet ist (vgl. BGE 143 V 66 E. 4.3 S. 69; Urteil 8C_137/2019 vom 27. Mai 2019 E. 6.8), ist auf die Rechtsprechung hinzuweisen, wonach die Auftragsvergabe nach dem Zufallsprinzip - zusammen mit den weiteren Vorgaben nach BGE 137 V 210 - generelle, aus den Rahmenbedingungen des Gutachterwesens fliessende Abhängigkeits- und Befangenheitsbefürchtungen neutralisiert (BGE 139 V 349 E. 5.2.2.1 S. 355 mit Verweis auf BGE 137 V 210 E. 2.4 S. 237). Auf die nicht einzelfallbezogenen Bedenken ist nicht weiter einzugehen. Dasselbe gilt in Bezug auf die allgemein gehaltene Kritik am schweizerischen Gutachtersystem und die nicht weiter begründete Behauptung, die "Indikatorenpraxis" bringe etwa bei Depressionen keine validen Ergebnisse zu Tage. Hinsichtlich der Kritik an der Rechtsprechung zur Aufgabenteilung zwischen der begutachtenden Person und dem Rechtsanwender kann ferner auf die Ausführungen in BGE 141 V 281 E. 5.2 verwiesen werden. Die von der Beschwerdeführerin beanstandeten normativen Vorgaben in Bezug auf die Gutachterfragen ergeben sich im Übrigen aus Art. 7 Abs. 2 ATSG, was sie zu übersehen scheint.