Citation: 5A_734/2019 E. 3.4.2

3.4.2. Die Beschwerdeführerin rügt auch in diesem Zusammenhang sinngemäss eine Verletzung von Art. 8 ZGB. Unter anderem sei nicht ersichtlich, weshalb sie hätte den Beweis erbringen sollen, die Arztbesuche der Beschwerdegegnerin seien erlogen. Auch sei die Vorinstanz fälschlicherweise davon ausgegangen, dass ein Handeln wider besseres Wissen bzw. Lügen einem direkten Beweis zugänglich sei und von ihr hätte nachgewiesen werden müssen. Es sei ihr kaum möglich zu beweisen, dass die Beschwerdegegnerin in den Sprechstunden bei den jeweiligen Ärzten gelogen habe. Ihr könne (sinngemäss) nicht der Beweis auferlegt werden dafür, dass die Beschwerdegegnerin die MS vorgetäuscht habe. Die Rüge ist unbegründet. Wo das Gesetz es nicht anders bestimmt, hat derjenige das Vorhandensein einer behaupteten Tatsache zu beweisen, der aus ihr Rechte ableitet (Art. 8 ZGB). Die Beschwerdeführerin beruft sich darauf, die Beschwerdegegnerin habe eine MS vorgetäuscht. Dass es für die Beschwerdeführerin schwierig ist den Nachweis zu erbringen für ihre Behauptung, stellt keinen Grund dar, um vom Regelbeweismass und der Beweislastverteilung gemäss Art. 8 ZGB abzurücken (vgl. ähnlich Urteil 5A_14/2014 vom 15. April 2014 E. 2.2).