Citation: 4C.102/2000 17.07.2000 E. 4

4.- a) Gemäss Art. 44 des hier anwendbarenBundesgesetzes betreffend das Urheberrecht an Werken derLiteratur und Kunst vom 7. Dezember 1922 (BS 2 817) in derFassung vom 24. Juni 1955 (AS 1955 855; fortan aURG)richtet sich die zivilrechtliche Haftung aus einerÜbertretung des aURG nach den allgemeinen Bestimmungen desObligationenrechts. Nachdem unter den Parteien desvorliegenden Verfahrens kein Vertrag besteht, kommt somitein Anspruch des Klägers aus unerlaubter Handlung (Art. 41ff. OR), aus ungerechtfertigter Bereicherung (Art. 62 ff. OR) oder aus unechter Geschäftsführung ohne Auftrag (Art. 423 OR) in Frage. aa) Sowohl Ansprüche aus unerlaubter Handlung als auchsolche aus ungerechtfertigter Bereicherung verjähren ineinem Jahr seit Kenntnis des Anspruchs (Art. 60 Abs. 1 und67 Abs. 1 OR). Nach den Feststellungen der Vorinstanzerfolgte die (bestrittene) Urheberrechtsverletzung desBeklagten im Jahre 1991, wobei der Kläger vom schädigendenEreignis und vom Schädiger spätestens 1995 Kenntnis hatte. Nachdem die Klageeinreichung erst im Jahre 1997 erfolgte -eine andere verjährungsunterbrechende Handlung gemäss Art. 135 OR wird nicht geltend gemacht - ist die einjährigeVerjährungsfrist abgelaufen. bb) Wird die Klage aus einer strafbaren Handlunghergeleitet, für die das Strafrecht eine längere Verjährungvorschreibt, so gilt diese auch für den Zivilanspruch (Art. 60 Abs. 2 OR). Diese Ausnahmeregelung bezweckt, dieVorschriften des Zivil- und Strafrechts imBereich der Verjährung zu harmonisieren. Es soll vermiedenwerden, dass der Zivilanspruch verjährt, bevor dieVerfolgungsverjährung des Strafrechts eintritt, denn eserschiene unbefriedigend, wenn der Täter zwar noch bestraftwerden könnte, die Wiedergutmachung des zugefügten Schadensaber nicht mehr verlangt werden dürfte (BGE 125 III 339 E. 3a/b S. 340 f. mit Hinweisen). Dieser ratio legis wirdentsprochen, wenn für den Beginn der längerenstrafrechtlichen Verjährungsfrist auf die strafrechtlicheRegelung gemäss Art. 71 StGB abgestellt wird (BGE 96 II 39E. 3b S. 43 ff.; 112 II 172 E. II/2b S. 189; 111 II 429 E. 2d S. 441; 110 II 339 E. 1b S. 342; 97 II 136 E. 2 S. 138; BREHM, Berner Kommentar, N. 91/2 zu Art. 60 OR; REY, Ausservertragliches Haftpflichtrecht, 2. Aufl. , S. 373 Rz. 1677; ALFRED KELLER, Haftpflicht im Privatrecht, Band II,