Citation: 1B_358/2010 18.11.2010 E. 4

Im vorliegenden Fall bejahte der Haftrichter Kollusionsgefahr mit folgender Begründung: Der gesamte Tathergang werde seitens der Verteidigung und der Staatsanwaltschaft äusserst kontrovers dargestellt; streitig sei insbesondere, ob sich der Angeschuldigte in Bezug auf seinen Messereinsatz auf Notwehr berufen könne. Es bestehe eine erhebliche Wahrscheinlichkeit, dass der Geschädigte und allenfalls auch Zeugen nochmals vor Gericht einvernommen werden müssten oder seitens der Verteidigung nach Anklageerhebung ensprechende Anträge gestellt würden. Zudem bestehe die Möglichkeit, dass die Staatsanwaltschaft selber - im Hinblick auf die Klärung des Tathergangs - noch weitere Befragungen von Zeugen und Auskunftspersonen in Aussicht nehme oder allenfalls bisher befragte Zeugen nochmals befrage. Da sich der Angeschuldigte und der Geschädigte kennen, bestehe die Gefahr, dass der Angeschuldigte - auf freien Fuss gesetzt - den Geschädigten zur Rücknahme seiner Belastungen veranlassen könnte. Die Staatsanwaltschaft wies in ihrem Antrag vom 28. September 2010 auf Abweisung des Haftentlassungsgesuchs ebenfalls auf die Möglichkeit hin, dass der Geschädigte und Zeugen in der Hauptverhandlung nochmals befragt werden könnten. Weitere Einvernahmen durch die Staatsanwaltschaft wurden nicht erwähnt.