Citation: 1C_370/2009 13.04.2010 E. 3

Die Beschwerdeführer machen geltend, nach Art. 91 Abs. 5 des Baugesetzes der Gemeinde St. Moritz (BG) sei zwischen Gebäuden der doppelte Grenzabstand als Gebäudeabstand einzuhalten. Dieser werde zwischen ihren Gebäuden auf Parzelle Nr. 137 und den Baubereichen C und D unterschritten. Aus der planerischen Darstellung der Gestaltung des Quartierplangebiets ergibt sich klar, dass die Baubereiche C und D gegenüber der Parzelle Nr. 137 den gemäss Art. 86 Abs. 4 BG massgebenden kleinen Grenzabstand von 5 m einhalten. Die Vorinstanz führt aus, dass die Eigentümer von Parzelle Nr. 137 selbst zu verantworten hätten, wenn ihre Gebäude näher als 8 m an die Grenze herangebaut seien. Daraus könne nicht der Schluss gezogen werden, dass auf der noch unüberbauten Nachbarparzelle ein grösserer Grenzabstand zu beachten sei (Praxis des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden [PVG] 1975 Nr. 32). Diese Erwägung ist nicht zu beanstanden. Aus den Längsschnitten der im Quartierplangebiet zulässigen Bauvolumen ergibt sich, dass die Baubereiche C und D gegen die oberhalb gelegenen Liegenschaften der Beschwerdeführer wegen der steilen Hanglage nur 2- bis 3-geschossig in Erscheinung treten. Der Kritik der Beschwerdeführer an den vorinstanzlichen Ausführungen zum Gebäudeabstand und zur behaupteten erdrückenden Wirkung der neuen Bauten kann nicht gefolgt werden. Gleich verhält es sich mit der Behauptung, die Baubereiche C und D hielten untereinander keinen genügenden Gebäudeabstand ein. Wie die Gemeinde in ihrer Vernehmlassung zutreffend darlegt, erlauben Art. 91 Abs. 5 BG und Art. 77 Abs. 2 des kantonalen Raumplanungsgesetzes vom 6. Dezember 2004 (KRG; BR 801.100) die Unterschreitung gesetzlicher Bauabstände. Dass die Gemeinde davon im Rahmen des vorliegenden Quartierplans im Interesse einer haushälterischen Bodennutzung zurückhaltend Gebrauch macht, ist jedenfalls nicht willkürlich. Die weiteren Rügen der Beschwerdeführer sind, soweit überhaupt hinreichend substanziiert, nicht geeignet, den angefochtenen Entscheid als bundesrechtswidrig erscheinen zu lassen. So ist nicht ersichtlich, welche Vorschriften über die Bebauungsdichte falsch angewendet worden wären und inwieweit die Vorinstanz die angerufenen verfassungsmässigen Rechte missachtet haben soll. Auch erfolgt die Berufung auf Treu und Glauben (Vertrauensschutz und Verbot widersprüchlichen Verhaltens) zu Unrecht. Die Beschwerdeführer nennen keine verbindlichen Zusicherungen, wonach die umstrittenen Flächen einer weniger dichten Nutzung hätten zugeführt werden sollen, und es bestehen keine Anhaltspunkte, dass die Gemeinde sich im Planungsprozess zum Nachteil der Beschwerdeführer widersprüchlich verhalten hätte. Im Übrigen kann auf den angefochtenen Entscheid verwiesen werden.