Citation: U 174/01 13.12.2001 E. 3

3.- a) Bei der Prüfung der Frage, ob eine Vorinstanz einen festgestellten Verfahrensmangel zu Recht als unheilbar erachtet hat, auferlegt sich das Eidgenössische Versicherungsgericht praxisgemäss Zurückhaltung (RKUV 1998 Nr. U 309 S. 462 Erw. 4c). In diesem Sinne verfügt der erstinstanzliche Richter über einen gewissen Beurteilungsspielraum. In diesen greift er nur ein, wenn unter Berücksichtigung der Prozessdauer sowie der Interessenlage des Versicherten Art und Ausmass der Verletzung nicht allzu schwer erscheint und der Gehörsanspruch nicht seines wesentlichen Inhaltes entleert wird. In diesem Zusammenhang ist an die Rechtsprechung zu erinnern, wonach eine Verletzung des Art. 57 Abs. 2 BZP durch den Unfallversicherer für sich allein genommen nicht schwer wiegt und angesichts der umfassenden Kognition der kantonalen Beschwerdeinstanz und des Eidgenössischen Versicherungsgerichts (bei Streitigkeiten um Versicherungsleistungen [Art. 132 OG]) in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht ohne weiteres heilbar ist (BGE 120 V 362 f. Erw. 2b mit Hinweisen). Dies muss vorliegend umso mehr gelten, nachdem der Versicherte vor Erlass des Einspracheentscheides Gelegenheit erhalten hatte, zum Aktengutachten des Prof. Dr. med. A.________ vom 14. Januar 2000 Stellung zu nehmen. b) Im Weitern kann zwar dem Beschwerdegegner entgegen der Winterthur nicht zum Vorwurf gemacht werden, er habe es versäumt, allfällige Einwendungen gegen diesen Experten vorzubringen, als ihm Gelegenheit zur Stellungnahme zu dessen Gutachten gegeben worden war, weshalb die Rüge der Verletzung von Art. 58 Abs. 2 BZP verspätet sei (vgl. allgemein zum Erfordernis der rechtzeitigen Geltendmachung von Verfahrensmängeln BGE 125 V 375 f. Erw. 2b/aa). Anders sieht es indessen aus, wenn berücksichtigt wird, dass der Versicherte gegen die Ablehnung seines Gesuchs vom 11. Oktober 1999 um Bekanntgabe des medizinischen Gutachters und Zustellung des Fragenkataloges zur Wahrnehmung seiner ihm gemäss Gesetz und Rechtsprechung zustehenden Mitwirkungsrechte keine Einwendungen erhoben hat, weshalb offen bleiben kann, ob darüber allenfalls eine Verfügung hätte erlassen werden müssen (zum Verfahren in der Invalidenversicherung vgl. BGE 125 V 401, insbesondere 407 Erw. 4d). Unter diesen Umständen kann entgegen der Vorinstanz die Nichtbeachtung von Art. 58 Abs. 2 BZP durch den Unfallversicherer als geheilt gelten. c) Die vorstehenden Ausführungen lassen die im kantonalen Verfahren gerügten Verletzungen des Gehörsanspruchs als derart leicht erscheinen, dass die Aufhebung des Einspracheentscheides ohne materielle Beurteilung der Sache Bundesrecht verletzt.