Citation: 1C_244/2020 E. 3.6.2

3.6.2. Zwar liegen Anhaltspunkte vor, dass die auf Mittelungspegeln beruhenden Belastungsgrenzwerte der LSV für die Nacht und die Tagesrandstunden ergänzungsbedürftig sein könnten, weil Aufwachreaktionen nicht nur von der Lärmdosis, sondern auch von Art und Anzahl der Schallereignisse abhängen, die deutlich aus dem Hintergrundslärm herausragen (vgl. Urteil 1C_547/2017 vom 16. Mai 2018 E. 6.2.1 mit Hinweisen, in: URP 2018 S. 352). Im Hinblick auf den Verkehrslärm sind seit geraumer Zeit Vorarbeiten zur Überprüfung der Belastungsgrenzwerte in Gang. Das Bundesgericht hat verschiedentlich erwogen, dass dieser Überprüfung nicht vorzugreifen sei. Gleichzeitig wurde die Erwartung ausgesprochen, dass das BAFU die Auswertung der wissenschaftlichen Grundlagen, wie der SiRENE-Studie, zügig vorantreibe und gestützt darauf den zuständigen politischen Behörden allfällige Anpassungen der LSV ohne Verzögerungen unterbreite (vgl. Urteil 1C_104/2017 vom 25. Juni 2018 E. 7.4, in: URP 2018 S. 679). Inzwischen sind die Ergebnisse der SiRENE-Studie aus wissenschaftlicher Sicht vorgestellt worden (MARTIN RÖÖSLI u.a., SiRENE: Kurz- und langfristige Auswirkungen der Verkehrslärmbelastung, URP 2018 S. 593 ff.; vgl. dazu ALAIN GRIFFEL, Umweltrecht, 2. Aufl. 2019, S. 115). Somit ist die Erwartung zu bekräftigen, dass das BAFU die angesprochenen Arbeiten beförderlich fortführt.