Citation: 2C_93/2022 E. 5.1.2

5.1.2. Der Beschwerdeführer ist auch anderweitig straffällig geworden: Von 2001 bis 2009 sind gegen ihn insgesamt 27 Strafbefehle bzw. -ur-teile ergangen. Dabei handelte es sich nicht nur - wie er heute geltend macht - um Bagatelldelikte: Er wurde am 7. Dezember 2005 wegen Raufhandels, am 19. Februar 2008 wegen Drohung, am 15. Dezember 2008 wegen Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte sowie am 27. März 2009 unter anderem wegen schwerer Körperverletzung (Freiheitsstrafe von 10 Monaten bedingt) verurteilt. Es wurde ihm (auch) deshalb der bedingte Strafvollzug verweigert. Im Übrigen teilte das Strafgericht die Auffassung des Gutachters, dass angesichts der chronifizierten psychischen Störung und der ungünstigen vorbestehenden Persönlichkeitsstruktur mit neuerlichen Straftaten, insbesondere mit gewalttätigen Handlungen (durchaus auch bewaffnet), zu rechnen sei. Bei der Beurteilung der Rückfallgefahr gilt im Ausländerrecht ein strengerer Massstab als im Straf- und Strafvollzugsrecht (vgl. BGE 137 II 233 E. 5.2.2). Diesem kommt nebst der Sicherungsfunktion eine resozialisierende und therapeutische Bedeutung zu; für die Ausländerbehörden steht demgegenüber in erster Linie das Interesse der öffentlichen Sicherheit und Ordnung im Vordergrund (BGE 137 II 233 E. 5.2.2; zu einem dem vorliegenden ähnlich gelagerten Fall: Urteil 2C_632/2021 vom 18. Februar 2022 E. 4.1.3).