Citation: 1C_525/2024 E. 4.3

4.3. Ohne sich im Detail mit der Begründung des angefochtenen Urteils auseinanderzusetzen, führen die Beschwerdeführenden dagegen lediglich einige Elemente an, die sie schon vor der Vorinstanz vorgebracht haben: Erstens habe die Gemeinde Zermatt im gleichen Verfahren eine Bewilligung per Einschreiben zugestellt; zweitens stimme es nicht, dass die Gemeinde je nach Adressat bzw. Adressatin ihre Verfügungen per A-Post Plus (anwaltlich vertretenen Parteien) oder per Einschreiben (nicht anwaltlich vertretenen Parteien) zustelle; schliesslich sehe der Bauentscheid unter Ziff. 14 selbst vor, er sei den Beschwerdeführenden per Einschreiben eröffnet worden. Dabei stützen sie sich auf die ihnen zufolge zu Unrecht nicht berücksichtigten Sachverhaltselemente (vgl. oben E. 2.2). Aufgrund dieser weitgehend appellatorischen Kritik am angefochtenen Urteil ist fraglich, ob überhaupt auf diese Rüge einzutreten ist. Diese Frage muss jedoch nicht abschliessend geklärt werden: auch wenn von einer zulässigen Rüge ausgegangen wird und die beschwerdeführerischen Ausführungen zum Sachverhalt zutreffen, könnten die Beschwerdeführenden allerhöchstens aufzeigen, dass die Gemeinde Zermatt keine Praxis hat, wonach sie ihre Entscheide an anwaltlich vertretene Parteien systematisch per A-Post Plus zustellt. Dies bedeutet jedoch nicht automatisch, dass die Gemeinde eine langjährige gefestigte Praxis hat, ihre Bauentscheide auch anwaltlich vertretenen Parteien systematisch per Einschreiben zuzustellen. Einer solchen Praxis bedürfte es jedoch, um sich vorliegend auf den Grundsatz von Treu und Glauben berufen zu können. Und sogar wenn sie die Existenz einer vertrauensauslösenden Versendepraxis belegen könnten, so müsste man ihnen doch entgegenhalten, dass es - wie es das Kantonsgericht richtigerweise ausführt - zu den grundlegenden Sorgfaltspflichten einer Rechtsanwältin bzw. eines Rechtsanwalts gehöre, das Eingangsdatum einer den Lauf einer Beschwerdefrist auslösenden Sendung zu kontrollieren. Zusammengefasst ist die Rüge unbegründet, soweit darauf überhaupt eingetreten werden kann.