Citation: 5A_471/2009 04.09.2009 E. 3

Die Beschwerdeführerin räumt ein, am 19. November 2008 persönlich in den Besitz des Inventars gekommen zu sein. Sie macht indes geltend, erst indem sie am 3. Februar 2009 zur Einreichung von Kaufofferten eingeladen worden sei, habe sie erfahren, was wirklich zur Konkursmasse gehöre. Die Beschwerdeführerin verwechselt die Bekanntgabe des Inventars, die vorliegend zusammen mit der öffentlichen Auflage des Kollokationsplanes erfolgte, mit den auf dem rechtskräftigen Plan und Inventar beruhenden Verwertungshandlungen. Im deren Rahmen fragte das Konkursamt Y.________ mit Schreiben vom 3. Februar 2009 an, ob für die inventarisierten Vermögenswerte Kaufangebote eingereicht würden; andernfalls würden die betreffenden Gegenstände bestmöglich verwertet. Dieses Schreiben kann keine verpassten Beschwerdefristen mit Bezug auf das Inventar wiederherstellen. Das Inventar ist zusammen mit dem Kollokationsplan öffentlich aufgelegt worden. Bei der Publikation der öffentlichen Auflage im SHAB am 12. September 2008 wurde ausdrücklich auf die 20-tägige Frist für Kollokationsklagen und auf die 10-tägige Frist für Beschwerden gegen das Inventar hingewiesen. Die Publikation löste die betreffenden Fristen aus (Art. 35 Abs. 1 SchKG; MÖCKLI, in: Kurzkommentar zum SchKG, Basel 2009, N. 3 zu Art. 35). Im Übrigen wurde das Inventar der Beschwerdeführerin auch persönlich zugestellt, und sie hält selbst fest, am 19. November 2008 sei sie in dessen Besitz gewesen. Entgegen ihrer Behauptung war aus dem Inventar auch im Einzelnen ersichtlich, welche Vermögenswerte zur Masse gezogen worden waren (nämlich die inventarisierten Gegenstände). Haben die kantonalen Aufsichtsbehörden die erst am 14./16. Januar 2009 gegen das Inventar eingereichte Beschwerde demnach zu Recht als verspätet betrachtet, ist ihnen keine Rechtsverletzung vorzuwerfen, wenn sie die inhaltlichen Beanstandungen des Inventars nicht materiell behandelt haben. Wenn die Beschwerdeführerin vorbringt, auf ihre Einwände werde gar nicht eingegangen, so ist dies eine zwingende Folge der verpassten Beschwerdefrist. Soweit die Beschwerdeführerin im Übrigen implizit Eigentumsanspruch an verschiedenen inventarisierten Gegenständen erhebt, handelt sie nicht für die Konkursitin, sondern als Gläubigervertreterin. Ohnehin wäre die Beschwerde auch diesbezüglich verspätet: Eigentumsansprüche sind im Rahmen des Schuldenrufes zu erheben (Art. 232 Abs. 2 Ziff. 2 SchKG), worauf sie inventarisiert werden (Art. 34 KOV) und das Aussonderungsverfahren eingeleitet wird (Art. 242 SchKG, Art. 45 KOV); im Übrigen wurde die Beschwerdeführerin am 18. November 2008 im Sinn von Art. 228 SchKG als Organ der Schuldnerin zum Inventar einvernommen.