Citation: 1C_261/2022 E. 6.2

6.2. Die Vorinstanzen haben festgestellt, es sei unbeachtlich, dass der Verlustschein auf einer Schuld beruhe, welche deutlich mehr als fünf Jahre zurückliege (in diesem Sinne Urteile 1C_299/2018 vom 28. März 2019 und 1C_378/2018 vom 8. November 2021; kritisch zur Berücksichtigung des finanziellen Kriteriums Andreas Glaser in ZBl 2020 114, der darauf hinweist, dadurch würden finanziell leistungsfähige Einbürgerungskandidatinnen und -kandidaten privilegiert). Die Berücksichtigung alter Schulden kann in Fällen wie dem vorliegenden dazu führen, dass diese quasi perpetuiert werden mit der Konsequenz, dass auch sehr weit zurückliegende finanzielle Schwierigkeiten eine Einbürgerung auf Jahre hinaus verunmöglichen können, was in einem gewissen Widerspruch zu der von der Praxis entwickelten Fünf-Jahresfrist steht. Es erübrigt sich aber, auf diese Problematik vorliegend weiter einzugehen, da neue Verlustscheine zu alten Schulden jedenfalls nur dann einbürgerungshemmend wirken können, wenn sie nicht infolge Krankheit oder anderer unverschuldeter Hindernisse entstanden sind.