Citation: 4A_544/2017 E. 4.2

4.2. Bei ihrer Berufung auf das Urteil 4A_571/2016 blendet die Beschwerdeführerin wesentliche Aussagen aus, die sich in der von ihr erwähnten E. 4.2 finden. Die Erfahrungstatsache, auf die sie sich beruft, wurde dort zwar anerkannt. Doch wurde gleichzeitig klargestellt, dass dies nicht dahingehend (miss) verstanden werden dürfe, dass Berichten von Hausärzten in jedem Fall zu misstrauen sei und ihnen von vornherein ohne nähere, willkürfreie Begründung jegliche Glaubwürdigkeit abzusprechen wäre. Eine starre Regel zur Würdigung von Angaben der behandelnden Ärzte bestehe nicht und ob Willkür vorliege, entscheide sich an der in concreto erfolgten Beweiswürdigung. Mit dem blossen Hinweis auf die allgemeine Erfahrungstatsache, wonach Hausärzte im Zweifel eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen würden, lässt sich daher - entgegen der Beschwerdeführerin - nicht dartun, dass die Beweiswürdigung in einem konkreten Fall willkürlich ist (willkürlich könnte es hingegen sein, wenn einer Erfahrungstatsache ohne weitere Begründung gefolgt wird, vgl. zit. Urteil 4A_571/2016 E. 4.2 mit Hinweis). Soweit die Beschwerdeführerin eine feste Regel zur Würdigung derartiger Berichte befürworten sollte, ist ihr ebenso wenig zu folgen; insbesondere lässt sich solches nicht aus dem von ihr genannten Urteil 4A_571/2016 ableiten.