Citation: 4A_574/2021 E. 4.2

4.2. Die Beschwerdeführerinnen werfen dem Einzelschiedsrichter vor, bei der Vertragsauslegung das "Protocole D'Accord entre le Service d'Inspection Phytosanitaire et de Quarantaine du Gouvernement de U.________ et le Ministère de l'Agriculture et de l'Alimentation de V.________ portant sur les exigences phytosanitaires applicables au matériel végétal de vigne exporté de V.________ vers U.________" vom 19. Februar 2019 ("PIR-Protokoll") "nicht berücksichtigt" zu haben. Aus diesem Protokoll ergebe sich, dass die phytosanitäre Kontrolle der Weinreben Sache der Beschwerde gegnerin gewesen sei. Der Einzelschiedsrichter hätte - so führen die Beschwerdeführerinnen aus - prüfen müssen, inwiefern das PIR-Protokoll "Einfluss auf die Interpretation der vertraglichen Pflichten hatte" (Bst. A der Beschwerdeschrift). Auch eine Berücksichtigung des "Verhaltens der Parteien nach Vertragsschluss" hätte - so meinen die Beschwerdeführerinnen weiter - ergeben, dass die phytosanitäre Kontrolle "in der alleinigen Hand der Beschwerdegegnerin" gelegen habe. Dies müsse sich "auf die Interpretation des Vertrages auswirk[en]". Dennoch habe der Einzelschiedsrichter dieses Element "nicht [...] behandelt" (Bst. D). Die Beschwerdeführerinnen behaupten nicht, der Einzelschiedsrichter habe eine entscheidwesentliche Frage ungeprüft gelassen. Dieser hat denn auch gestützt auf eine Analyse der vertraglichen Bestimmungen untersucht, welche Partei das Risiko der verweigerten Einfuhrbewilligung trage respektive hierfür vertraglich haftbar sei. Vielmehr greifen die Beschwerdeführerinnen mit ihrer Kritik die schiedsrichterliche Vertragsinterpretation an. Damit begründen sie keine Gehörsverletzung. Im Übrigen hat der Einzelschiedsrichter die Frage ausdrücklich thematisiert, ob die Beschwerdegegnerin phytosanitäre Vertragspflichten verletzt habe, und sich auch mit dem PIR-Protokoll befasst (siehe nur Rz. 175, 345, 376, 381 des Schiedsspruchs), wenn auch nicht mit dem von den Beschwerdeführerinnen gewünschten Ergebnis. Eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör stellt dies nicht dar.