Citation: 4A_222/2022 E. 5.3

5.3. Das Gleiche gilt für den weiteren Vorwurf der Beschwerdeführerinnen, die Vorinstanz stelle den Sachverhalt unrichtig fest, indem sie das notwendige Quorum für die Wahl des Verwaltungsrats sowie der Revisionsstelle und die vorübergehende Natur der Beteiligungsverhältnisse an der Beschwerdegegnerin nicht berücksichtigt und Art. 731b OR, das Verhältnismässigkeitsprinzip sowie Art. 4 ZGB bzw. ihr Ermessen verletzt habe, indem sie eine Massnahme angeordnet habe, die nicht geeignet, erforderlich oder verhältnismässig sei. Auch hier beharren sie im Wesentlichen bloss auf ihrem eigenen Standpunkt, ohne dem Bundesgericht eine Handhabe zu geben, um in den überzeugend begründeten Entscheid der Vorinstanz einzugreifen. Die Vorinstanz ist auf die Argumente der Beschwerdeführerinnen eingegangen, ist ihnen aber aus sachlichen und rechtlich relevanten Überlegungen nicht gefolgt. Das bedeutet keine Verletzung von Art. 731b OR oder des Verhältnismässigkeitsprinzips. Namentlich bleibt die zutreffende Erwägung der Vorinstanz bestehen, dass die Beschwerdeführerinnen keinen konkreten Vorschlag gemacht hätten, wer als ihr Vertreter in den Verwaltungsrat zu bestellen sei, so dass nicht habe geprüft werden können, ob die zu bestellenden Personen überhaupt geeignet gewesen wären und ob sie - der Argumentation der Beschwerdeführerinnen folgend - ausschliesslich im Interesse der Beschwerdegegnerin gehandelt hätten. Ebenso wenig vermögen die Beschwerdeführerinnen zu entkräften, dass sie gemäss Vorinstanz nicht behauptet haben, dass D.________ durch sein angeblich missbräuchliches Festhalten an der Kontrolle im Verwaltungsrat (auch) gegen die Interessen der Beschwerdegegnerin verstossen habe. Es sei nicht auszuschliessen, dass sich dessen allfällige Partikularinteressen mit den Interessen der Gesellschaft deckten. Die Beschwerdeführerinnen setzten - ohne Begründung - ihre eigenen Interessen bzw. jene der übrigen Aktionärinnen den Interessen der Beschwerdegegnerin gleich. In der Tat liegt nicht auf der Hand, weshalb nur die Beschwerdeführerinnen und die übrigen Aktionärinnen, nicht aber D.________ (auch) im Interesse der Beschwerdegegnerin tätig sein sollen. Schliesslich ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz auf die aktuellen Beteiligungsverhältnisse (D.________ ist indirekt zu insgesamt 97,3 % an der Beschwerdegegnerin beteiligt) abstellte und nicht auf die Mutmassungen der Beschwerdeführerinnen über deren künftige Ausgestaltung "nach Rückgängigmachung des Kapitalschnittes". Zu Recht verwies die Vorinstanz für letzteres Thema auf das diesbezügliche andersweitig hängige Gerichtsverfahren. Deshalb entbehrt auch das Argument der Beschwerdeführerinnen gegen die Geeignetheit der angeordneten Massnahme der Grundlage, wonach der Organisationsmangel im vorliegenden Fall nur vorübergehend und nicht dauerhaft behoben würde, weil die Wahrscheinlichkeit der Wiederwahl eines Verwaltungsrats, in dem sämtliche Aktionärinnen der Beschwerdegegnerin vertreten seien, wesentlich höher sei. Ebenfalls ohne feststehendes Fundament argumentieren die Beschwerdeführerinnen gegen die Erforderlichkeit der angeordneten Massnahme. Sie meinen, weil die Massnahme nicht auf die Einberufung der Generalversammlung beschränkt sei, und D.________ für sechs Monate mit Einzelunterschrift als Verwaltungsrat eingesetzt werde, bestehe das Risiko weiterer Verfehlungen. Diese Mutmassung wie auch die angeblichen "zahlreichen Verfehlungen" von D.________, die gegen die Angemessenheit der Massnahme sprechen sollen, ändern nichts daran, dass die Vorinstanz die sechsmonatige Einsetzung von D.________ als Verwaltungsrat in zutreffender Abwägung der gegebenen Umstände und gestützt auf sachliche Gründe angeordnet hat. Die gerügten Rechtsverletzungen sind nicht dargetan.