Citation: 6B_1085/2023 E. 3.3.3

3.3.3. Zu den Bestellvorgängen bei der H.________ AG erwägt die Vorinstanz, B.________ habe am 29. Juli 2015 bereits einmal bei der H.________ AG Waren in einem Wert von Fr. 648.-- bestellt. Eine einmalige Lieferung begründe noch kein Vertrauensverhältnis, zumal sie vor Eingang der Zahlung erfolgt sei. Eine erneute Bestellung vor Ablauf der Zahlungsfrist der ersten Lieferung lasse nicht zum Vornherein auf einen fehlenden Leistungswillen schliessen. Fällige Forderungen habe die H.________ AG in den Zeitpunkten der drei Bestellungen gegenüber B.________ jeweils keine gehabt. Gemäss den Informationen zu den Rechnungen der Online-Unternehmung habe B.________ den vorgängigen Onlinekauf vom 29. Juli 2015 an ihre neue Wohnadresse in U.________ bestellt. Die erste zu beurteilende Lieferung im Wert von Fr. 449.-- gemäss Bestellung vom 7. Januar 2016 sei ebenfalls an ihrer neuen Wohnadresse in U.________ eingegangen. Es sei davon auszugehen, dass die Bestellungen vom 16. Dezember 2015 im Wert von Fr. 1'489.-- und 8. Januar 2016 im Wert von Fr. 796.-- an die alte Adresse von B.________ beziehungsweise damals aktuelle Adresse der Beschwerdeführerin in V.________ geliefert worden seien. Somit seien die Bestellungen an unterschiedliche Adressen versendet worden. Ein Adresswechsel eines Kunden sei nichts Aussergewöhnliches, zumal die Lieferadresse bei einer Bestellung auch von der Wohnadresse abweichen könne. Durch die Adressänderung sei die H.________ AG noch nicht angehalten gewesen, weitere Abklärungen vorzunehmen. Die Bestellungen vom 7. und 8. Januar 2016 von Schmuckstücken in der Höhe von Fr. 449.-- und Fr. 796.-- ordnet die Vorinstanz als Alltagsgeschäfte ein, weshalb von der H.________ AG unter den gegebenen Umständen im Sinne der erforderlichen Vorsicht keine weitere Überprüfung vorzunehmen und eine Bonitätsprüfung aufgrund der Täuschung über den Vertragspartner zum Vornherein nicht hilfreich gewesen sei. Die Beschwerdeführerin habe sich mit den Bestellungen vom 7. und vom 8. Januar 2016 des Betrugs schuldig gemacht. Zur Bestellung vom 16. Dezember 2015 in der Höhe von Fr. 1'489.-- hält die Vorinstanz fest, es könne offen bleiben, ob eine Schmuckbestellung in dieser Höhe noch als alltagsübliches Geschäft qualifiziert werden könne, da die Beschwerdeführerin des einfachen und nicht des mehrfachen Betrugs angeklagt sei. Die Beschwerdeführerin sei unabhängig davon, ob sie sich mit der Bestellung vom 16. Dezember 2015 des Betrugs schuldig gemacht habe, der Anklage folgend wegen der weiteren Bestellungen des einfachen Betrugs schuldig zu sprechen, ohne dass für einen Bestellvorgang ein Freispruch erfolgen müsse.