Citation: 7B_288/2022 E. 2.3.2

2.3.2. Der Beschwerdeführer beanstandet die vorinstanzlichen Feststellungen zur arbeitsplatzbezogenen Arbeitsunfähigkeit. Er stellte sich im kantonalen Verfahren auf den Standpunkt, Dr. E.________ und Dr. med. F.________ hätten eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % attestiert, die sich nur auf den Arbeitsplatz am Kantonsspital C.________ bezogen habe. Es habe das Kantonsspital C.________ nicht zu interessieren, ob die Arbeitsunfähigkeit auch für das Psychiatriezentrum D.________ gegolten habe. Wichtig sei einzig, dass er im Kantonsspital C.________ nicht mehr habe arbeiten sollen (angefochtenes Urteil E. 3.2.1). Diese Argumentation verwirft die Vorinstanz schlüssig. Sie hält fest, aus den eingereichten ärztlichen Zeugnissen lasse sich nicht ableiten, dass die Arbeitsunfähigkeit nur auf das Kantonsspital C.________ bezogen gewesen sei. Auf dem Arztzeugnis von Dr. E.________ sei vermerkt, dass der Beschwerdeführer zu 100 % arbeitsunfähig sei "wegen Krankheit bis und mit 5.5.2017". Die ärztlichen Zeugnisse von Dr. med. F.________ würden nur die Personalien des Beschwerdeführers und die ihm jeweils attestierte Arbeitsunfähigkeit in Tagen sowie Stempel und Signatur der ausstellenden Gemeinschaftspraxis angeben. Von Dr. G.________, bei dem der Beschwerdeführer gemäss eigener Aussage in psychiatrischer Behandlung gewesen sei, lägen keine ärztlichen Zeugnisse vor. Dr. G.________ habe sich auch nicht zu den Fragen des Case Managers des Kantonsspitals C.________ geäussert. Hingegen halte Dr. med. F.________ im Befundbericht vom 29. Dezember 2017 wörtlich fest, dass eine "Prognose über die Wiederherstellung der vollen Arbeitsfähigkeit im bisherigen Beruf oder in einer anderen zumutbaren Tätigkeit" erst gestellt werden könne, wenn die auslösende Situation geklärt sei. Dies lasse keinen anderen Schluss zu, als dass Dr. med. F.________ nicht nur von einer arbeitsplatzbezogenen Arbeitsunfähigkeit ausgegangen sei. Der Befundbericht vom 29. Dezember 2017 sei drei Monate nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses des Beschwerdeführers mit dem Kantonsspital C.________ verfasst worden. Auch dies zeige, dass Dr. med. F.________ die attestierte Arbeitsunfähigkeit über die Dauer des Arbeitsverhältnisses mit dem Kantonsspital C.________ hinaus verstanden habe. Dass die angebliche Erkrankung als Reaktion auf den Tod einer Patientin beschrieben werde, ändert gemäss Vorinstanz nichts daran, dass Dr. med. F.________ an keiner Stelle geschrieben habe, die Krankheit des Beschwerdeführers würde sich nur im Umfeld des Kantonsspitals C.________ bemerkbar machen. Dr. med. F.________ habe die Krankheit und die Arbeitsunfähigkeit in einem generellen und umfassenden Sinn verstanden. Daher sei nicht davon auszugehen, dass Dr. med. F.________ davon gewusst habe, dass der Beschwerdeführer während der Krankschreibung in einem Pensum von 50 % bis 100 % für das Psychiatriezentrum D.________ gearbeitet habe. Selbst der Beschwerdeführer habe hierzu an der Berufungsverhandlung ausweichende Antworten gegeben. Der Beschwerdeführer behauptete bereits im kantonalen Verfahren, die ärztlichen Zeugnisse seien nur beim Kantonsspital C.________ eingereicht worden und hätten daher nur für dieses Geltung. Diesen Einwand verwirft die Vorinstanz überzeugend, indem sie darauf hinweist, dass es der Beschwerdeführer und sein Sohn gewesen seien, die dem Kantonsspital C.________ die ärztlichen Zeugnisse geschickt hätten. Die Aussteller hätten keine Kontrolle darüber gehabt, wohin ihre ärztlichen Zeugnisse gesandt worden seien. Schliesslich könne der Beschwerdeführer auch aus der E-Mail vom 6. Oktober 2017 nichts zu seinen Gunsten ableiten. Abgesehen davon, dass diese E-Mail nur eine unbelegte Parteibehauptung enthalte, bedeute der von ihm behauptete Rat seiner Ärzte, wonach er jeden Kontakt zum Kantonsspital C.________ und seinem Umfeld meiden solle, im Umkehrschluss nicht, dass er woanders zu arbeiten in der Lage gewesen sei (angefochtenes Urteil E. 3.2.2). Der Beschwerdeführer bringt in seinen weitschweifigen Ausführungen nichts vor, was diese Feststellungen als schlechterdings unhaltbar und damit willkürlich ausweisen würde. Insbesondere kann keine Rede von einer Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes gemäss Art. 6 StPO sein.