Citation: 5A_987/2022 E. 2.3.3

2.3.3. Unstreitig leidet der Beschwerdeführer an einer paranoiden Schizophrenie. Wie sich aus den hier massgebenden Feststellungen des Obergerichts ergibt (E. 1.4, E. 2.2.3), führt dieser Schwächezustand dazu, dass der Beschwerdeführer seine finanziellen und administrativen Angelegenheiten nicht hinreichend zuverlässig selbständig besorgen kann. Er ist in diesem Bereich auf Unterstützung angewiesen, die von seinem privaten Umfeld nicht zu erwarten ist. Aus der Aussage des Beschwerdeführers, er habe Schritte eingeleitet, um den Vorfall in der Kirche U.________ mit den betroffenen Personen gütlich zu regeln, kann nicht schon auf Unterstützung in finanziellen und administrativen Angelegenheiten durch diese Personen geschlossen werden, zumal unklar ist, ob und inwiefern die nicht näher umschriebenen Schritte überhaupt Früchte tragen. Auf seine Familienmitglieder geht der Beschwerdeführer nicht ein, womit es auch hier bei den Feststellungen des Obergerichts bleibt, wonach mit einer Unterstützung der Familienmitglieder nicht zu rechnen sei. Im Hinblick auf das längerfristige Ziel, den Beschwerdeführer in das selbständige Wohnen zu entlassen, drängt sich eine unabhängige und konstante Ansprechperson auf. Nicht zu bestreiten ist, dass eine Vertretungsbeistandschaft mit Einkommen- und Vermögensverwaltung das Ziel, das Vermögen des Beschwerdeführers zu schützen, erreicht und insofern auch geeignet ist, um den Beschwerdeführer in finanziellen und administrativen Angelegenheiten zu unterstützen. Der Eingriff ist auch nicht übermässig, da der Beschwerdeführer die volle Handlungsfähigkeit behält. Er muss sich nur die Handlungen der Beistandsperson gefallen lassen. Das Obergericht hielt schliesslich fest, dass eine Begleitbeistandschaft nicht zielführend sei, da der Beschwerdeführer zeitweise nicht kooperiere und aggressives Verhalten entwickelt habe. Dem vermag der Beschwerdeführer weder in sachverhaltlicher noch in rechtlicher Hinsicht etwas entgegenzuhalten. Insofern ist auch keine mildere Massnahme ersichtlich, mit dem das Ziel ebenfalls gewährleistet werden könnte. Die Massnahme ist somit auch erforderlich. Der Eingriff in das Privatleben erscheint sodann verhältnismässig im engeren Sinn. Die Errichtung der Vertretungsbeistandschaft mit Einkommens- und Vermögensverwaltung erweist sich somit als bundesrechtskonform.