Citation: 1C_590/2020 E. 5.2

5.2. Art. 96 Abs. 2 KRG/GR sieht weder in der bis 31. März 2019 noch in der ab 1. April 2019 gültigen Fassung die Möglichkeit vor, einen Baugesuchsteller oder eine Baugesuchstellerin zur Leistung einer ausseramtlichen Entschädigung an die Einsprecher zu verpflichten. Satz 1 und 2 von Art. 96 Abs. 2 KRG/GR regeln nur die Auferlegung der Verfahrenskosten, d.h. des der Gemeinde im Baubewilligungs- bzw. Einspracheverfahren entstandenen Aufwands. Satz 3 von Art. 96 Abs. 2 KRG/GR ermöglicht es zwar, die unterliegenden Einsprecher unter gewissen Voraussetzungen zu einer ausseramtlichen Entschädigung an den Baugesuchsteller bzw. die Baugesuchstellerin zu verpflichten. Er bietet jedoch keine Grundlage, dem unterliegenden Baugesuchsteller bzw. der unterliegenden Baugesuchstellerin eine Entschädigung an die Einsprecher zu auferlegen. Dies scheint auch die Auffassung der Vorinstanz zu sein, welche in einem von der Beschwerdeführerin erwähnten Entscheid vom 12. Februar 2019 (Urteil R 2019 10) selber darauf hingewiesen hat, dass sich Art. 96 Abs. 2 KRG/GR nicht zu einer Entschädigungsfolge zugunsten der Einsprecher äussere und den Einsprechern gemäss verwaltungsgerichtlicher Praxis keine Entschädigung zustehe (a.a.O., E. 4.1). Die Vorinstanz rechtfertigt die Verpflichtung der Beschwerdeführerin zur Bezahlung einer ausseramtlichen Entschädigung denn im vorliegend angefochtenen Urteil letztlich auch nicht mit Art. 96 Abs. 2 KRG/GR, sondern mit Art. 9 Abs. 2 GebG Flims.