Citation: 6B_612/2020 E. 6.1

6.1. Der Beschwerdeführer wendet sich schliesslich gegen den Schuldspruch wegen Ungehorsams gegen amtliche Verfügungen. Dabei macht er im Wesentlichen geltend, dass nicht er, sondern die Beschwerdegegnerin 2 mit ihm in Kontakt getreten sei. So habe sie sich im Wissen, dass er den Bus nehmen würde, ganz hinten, wo er üblicherweise einsteige, hingesetzt, ihn angeschaut und angegrinst. Zwar habe er als Erster das Wort ergriffen. Die eigentliche Kontaktaufnahme sei jedoch durch die Beschwerdegegnerin 2 mit ihrem Blickkontakt erfolgt. Sie sei die Initiantin der erfolgten Kontaktaufnahme gewesen. Der objektive Tatbestand von Art. 292 StGB sei daher nicht erfüllt. Ohnehin habe er das ihm auferlegte Kontaktverbot nicht missachten wollen. Im Gegenteil habe er mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln versucht, jeglichen Kontakt zur Beschwerdegegnerin 2 zu verhindern. In seinem Zustand voller Medikamente, mit Krücken und völlig überrascht und schockiert über die Begegnung habe er jedoch keine andere Möglichkeit gehabt, als sie anzusehen und das Wort zu ergreifen. Es fehle ihm damit am Vorsatz, weshalb auch der subjektive Tatbestand von Art. 292 StGB nicht gegeben sei (vgl. Beschwerde Rz. 19 ff. S. 11 ff.).