Citation: 1C_615/2022 E. 3.1

3.1. Der Beschwerdeführer macht eine Verletzung von Art. 41c Abs. 1 und Abs. 2 der Gewässerschutzverordnung vom 29. Oktober 1998 (GSchV; SR 814.201) i. V. m. den Übergangsbestimmungen zu deren Änderung vom 4. Mai 2011 (AS 2011 1955) geltend. Er bringt vor, der am 6. Mai 2014 erlassene Baulinienplan Seitengewässer Chrottenbach lege einen minimalen Gewässerraum mittels Baulinien für Anlagen fest und zusätzlich mittels einer einseitigen Baulinie für Bauten einen für den Gewässerunterhalt notwendigen Bereich. Weder unter der Geltung des heutigen Planungs- und Baugesetzes des Kantons St. Gallen vom 5. Juli 2016 (PBG/SG; sGS 731.1), noch unter der Geltung des früheren Gesetzes des Kantons St. Gallen vom 6. Juni 1972 über die Raumplanung und das öffentliche Baurecht (aBauG/SG; gemäss Art. 172 lit. a PBG/SG in Kraft bis 30. September 2017) habe es eine gesetzliche Grundlage für eine solche Ausscheidung des Gewässerraums gegeben. Ausserdem erweise sich der Baulinienplan Seitengewässer Chrottenbach als bundesrechtswidrig, weil er den Gewässerraum nicht in einer Breite ausscheide, dass er den technisch erforderlichen Zugang zum Gewässer für betriebliche und bauliche Unterhaltsarbeiten gewährleiste. Der Gewässerraum gelte daher nicht als bundesrechtskonform ausgeschieden. Entsprechend seien die Gewässerräume gemäss Art. 41c Abs. 1 und Abs. 2 i. V. m. den Übergangsbestimmungen zur Änderung der GSchV vom 4. Mai 2011 unmittelbar anwendbar. Indem sich die angefochtene Baubewilligung auf den Überbauungsplan Chlosterwies stütze und dieser sich wiederum auf den bundesrechtswidrigen Baulinienplan Seitengewässer Chrottenbach beziehe, sei das Bauprojekt nicht bewilligungsfähig. Ausserdem verletze die vorgesehene Zufahrt den zwingend einzuhaltenden Gewässerabstand gemäss Art. 41c Abs. 1 und Abs. 2 GSchV.