Citation: 8C_806/2007 07.08.2008 E. 5.1

5.1.1 Die Vorinstanz hat erwogen, der Beschwerdeführer sei aufgrund des ersten Unfalls vom 23. August 2002 seit 27. August 2002 bis 1. Dezember 2002 100 % arbeitsunfähig gewesen. Vom 2. bis 5. Dezember 2002 sei ein Arbeitsversuch zu 50 % erfolgt. Vom 6. Dezember 2002 bis 12. Januar 2003 habe eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % bestanden. Danach sei der Versicherte zu 50 % arbeitsunfähig geschrieben gewesen. Spätestens ab 13. Januar 2003 hätten sich die Taggeldzahlungen somit auf 50 % reduziert. Daraus folge, dass das Taggeld ab diesem Datum für eine hälftige Arbeitsunfähigkeit gestützt auf Art. 17 Abs. 1 UVG lediglich 40 % des versicherten Verdienstes ausgemacht habe, und der Versicherte mit dem halben Taggeld betragsmässig weniger als die Hälfte des Lohnes verdient und demzufolge der Versicherungsschutz 30 Tage später, d.h. am 12. Februar 2003 erloschen sei (Art. 3 Abs. 2 UVG in Verbindung mit Art. 7 Abs. 1 lit. b UVV; RKUV 1991 Nr. U 125 S. 212; Rumo-Jungo, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 3. Auflage, 2003, S. 11). Der Versicherte habe sich danach auch nicht bei der SUVA im Rahmen seiner Selbstständigkeit als Handwerker ab 1. April 2003 nach Art. 4 Abs. 1 UVG freiwillig versichert. Ein Versicherungsschutz für den Unfall vom 29. Oktober 2004 sei demnach zu verneinen. Unbehelflich sei auch das Argument des Versicherten, dieser Unfall sei als Folge des Unfalls vom 23. August 2002 zu betrachten, da er gezwungen gewesen sei, einer Erwerbstätigkeit als Handwerker nachzugehen. Denn aufgrund der Beobachtungen der Firma Y.________ und der übrigen Akten sei nicht erstellt, dass er nach dem Unfall vom 23. August 2002 tatsächlich dem handwerklichen Beruf nachgegangen sei. 5.1.2 Der Versicherte macht geltend, aus der Tatsache, dass die SUVA ihm ab 13. Januar 2003 bis 29. Februar 2004 ein Taggeld aufgrund einer Arbeitsunfähigkeit von 50 % ausgerichtet habe, schliesse die Vorinstanz, der Versicherungsschutz sei am 12. Februar 2003 erloschen. Entscheidend sei aber nicht, welche Arbeitsunfähigkeit die SUVA angenommen habe, sondern in welchem Umfang er nach dem 13. Januar 2003 arbeitsunfähig gewesen sei. Es gehe um die effektiven Verhältnisse. Es sei richtig, dass er sich bei der SUVA nicht habe freiwillig versichern lassen. Indessen habe sie es sowohl in der Verfügung vom 13. Februar 2004 als auch in derjenigen vom 7. März 2005 versäumt, ihn darauf aufmerksam zu machen, dass der Versicherungsschutz erlösche. Er gehe somit davon aus, dass auch nach dem 12. Februar 2003 Versicherungsdeckung bestanden und die SUVA für die Folgen des Unfalls vom 29. Oktober 2004 aufzukommen habe. Prof. Dr. med. S.________ habe sich im Bericht vom 20. Juni 2005 auf den Standpunkt gestellt, der Sturz vom 29. Oktober 2004 habe am Verlauf der heute noch vorhandenen Nacken-Kopf-Problematik nichts geändert. Diese Problematik sei somit ausschliesslich eine Folge des Unfalls vom 23. August 2002. Die Frage, ob im Zusammenhang mit dem Unfall vom 29. Oktober 2004 Deckung bestehe oder nicht, sei somit vermutlich nicht entscheidend. 5.2 Die Einwendungen des Versicherten vermögen die vorinstanzliche Auffassung nicht in Frage zu stellen, da eine 50 % übersteigende Arbeitsunfähigkeit nach Art. 17 Abs. 1 UVG aufgrund der medizinischen Akten nicht als erstellt gelten kann und der Versicherte die Ausrichtung des Taggeldes von 50 % seit 13. Januar 2003 auch nicht beanstandet hatte. Er hat erst gegen die gänzliche Taggeld-Einstellung ab 1. März 2004 (Verfügung vom 13. Februar 2004) opponiert, die indessen nicht zu beanstanden ist (vgl. E. 9 hienach). Hievon abgesehen ist Folgendes festzuhalten: Am 3. November 2004 teilte der Versicherte der SUVA mit, er habe am 29. Oktober 2004 einen weiteren Unfall erlitten, bei dem er von einem Gerüst in eine Böschung hinuntergefallen sei; er habe sich dabei vermehrt Nackenschmerzen, eine Nasen- und Mundblutung sowie einige Schürfwunden zugezogen. Er habe diesen Unfall beim Hausarzt nicht gemeldet. Wegen des Unfalls vom 29. Oktober 2004 fand mithin keine ärztliche Behandlung statt. Vielmehr hat dieser Unfall - wie der Versicherte unter Berufung auf den Bericht des Prof. Dr. med. S.________ vom 20. Juni 2005 selber einräumt - am Verlauf der aufgrund des Unfalls vom 23. August 2002 vorhandenen Nacken-Kopf-Problematik nichts geändert (vgl. E. 5.1.2 hievor). Unter diesen Umständen kann der Unfall vom 29. Oktober 2004 bei der Beurteilung der Leistungspflicht der SUVA unberücksichtigt bleiben, da er höchstens zu einer vorübergehenden Verstärkung der Beschwerden geführt hat (vgl. auch Urteile U 41/06 vom 2. Februar 2007, E. 8.1, und U 88/05 vom 23. Mai 2006, E. 3 Ingress). Nach dem Gesagten kann die vom Versicherten aufgeworfene Frage offen bleiben, ob die SUVA ihn im Rahmen der Verfügungen vom 13. Februar 2004 und 7. März 2005 hätte darauf aufmerksam machen müssen, der Versicherungsschutz sei erloschen.