Citation: 1B_205/2018 E. 3.1

3.1. Das Obergericht hält fest, es lägen konkrete Indizien für Verdunkelungshandlungen vor. Der Geschädigte habe nur einen Monat nach der parteiöffentlichen Befragung am 20. November 2016 seine Anzeige zurückgezogen. In seinem Schreiben habe er ausgeführt, die Familie des Beschwerdeführers habe ihm garantiert, dass ihn dieser nicht mehr belästigen und bedrohen werde. Aus dem Befragungsprotokoll vom 18. November 2016 ergebe sich weiter, dass der Geschädigte nach einem Anruf des Beschwerdeführers die polizeiliche Einvernahme abgebrochen habe. Gegenüber der Polizistin habe er ausgeführt, der Beschwerdeführer habe ihm erneut gedroht. Die Polizei könne ihm nicht helfen. Er ziehe nun in den Krieg. Weitere konkrete Anhaltspunkte für die Bereitschaft des Beschwerdeführers, Personen mit Drohungen und Gewalt zu einem bestimmten Verhalten zu veranlassen, ergäben sich aus den Vorstrafen wegen mehrfacher versuchter Nötigung, versuchter schwerer Körperverletzung, mehrfacher einfacher Körperverletzung und Raufhandel sowie aus dem hängigen Verfahren wegen fortgesetzter Erpressung. Auch die Auswertung der elektronischen Geräte lasse auf eine Kollusionsneigung schliessen. Der Beschwerdeführer habe dem Vater des Geschädigten am 18. November 2016 Folgendes geschrieben (übersetzt auf Deutsch) : "Pass auf, wenn ich dich erwische, ok." Gleichentags habe er dem Geschädigten selbst geschrieben (wiederum übersetzt) : "Du bist eine grosse Scheisse. Pass' auf, wenn ich dich erwische, ok. Entweder ich oder du." Der Beschwerdeführer habe den Sinn dieser SMS nicht erklären können. Der gegen den Beschwerdeführer erhobene Vorwurf wiege schwer. Es gehe um fortgesetzte Erpressung von mindestens Fr. 23'000.--, teilweise unter Anwendung von Gewalt (insbesondere Faustschläge, Würgen, Bedrohen mit einer Pistole, Bewerfen mit einer Blechschere). Im Fall einer Verurteilung müsse der Beschwerdeführer mit einer empfindlichen Strafe sowie mit dem Widerruf der im Jahr 2016 (teil-) bedingt ausgesprochenen Strafe (Geldstrafe: 120 Tagessätze; Freiheitsstrafe: 18 Monate) rechnen. Bei einer Freilassung bestünde für ihn daher ein beträchtlicher Anreiz, den Geschädigten zu einem Widerruf oder einer Abschwächung seiner belastenden Aussagen zu bewegen. Schliesslich stütze sich der Vorwurf zu einem grossen Teil auf die Aussagen des Geschädigten. Es stehe insofern Aussage gegen Aussage. Unter diesen Umständen sei davon auszugehen, dass das erstinstanzliche Gericht einen persönlichen Eindruck des Geschädigten gewinnen wolle und ihn anlässlich der Hauptverhandlung befragen werde. Das Interesse an der Verhinderung von Kollusionshandlungen sei daher nach wie vor gegeben, auch wenn das Verfahren bereits in einem fortgeschrittenen Stadium sei.