Citation: 6B_356/2022 E. 2.4.4

2.4.4. Auch in den rechtlichen Erwägungen bezieht sich die Vorinstanz nur ganz vereinzelt auf das Gutachten. Sie belässt es dabei, es lediglich dann zu erwähnen, wenn dessen Inhalt auch durch andere Beweismittel gestützt wird. Mit Bezug auf allfällige weniger einschneidende Massnahmen führt die Vorinstanz aus, da sich die anerkannten Alternativen zur 7-Punkte-Fixation in der vom Beschwerdeführer und dem Gutachter erwähnten Isolation und medikamentösen Ruhigstellung erschöpften, habe sich die Prüfung auf diese zu beschränken; auf andere denkbare Alternativen zur 7-Punkte-Fixation sei nicht weiter einzugehen. Und im Zusammenhang mit der medikamentösen Ruhigstellung erwähnt die Vorinstanz, auch dem Gutachten lasse sich nicht entnehmen, dass eine andere Medikation als mildere Massnahme zielführend gewesen wäre. Wohl halte es fest, dass in Fällen wie dem vorliegenden eine Medikation mit möglichst wenigen Nebenwirkungen eingesetzt werden solle. Eine konkret andere Medikation, sei es qualitativer oder quantitativer Art als weniger einschneidende Massnahme bezeichne das Gutachten jedoch nicht. Vielmehr sehe auch das Gutachten einzig die Isolation als mögliche Alternative vor. Aus den vorinstanzlichen Ausführungen geht hingegen nicht hervor, welche Rolle und welches Gewicht dem Gutachten von Dr. med. E.________ in der Würdigung der Vorinstanz zukommt. Wie der Beschwerdeführer zu Recht rügt, nimmt die Vorinstanz nicht dazu Stellung, ob und allenfalls weshalb dem Gutachten nicht gefolgt werden könnte (vgl. Beschwerde S. 8 f.). Dabei setzt sich die Vorinstanz auch nicht mit der ausführlichen Begründung der ersten Instanz auseinander. Gerade mit Blick auf den vom Beschwerdeführer im Berufungsverfahren gestellten Beweisantrag zur Einholung eines neuen Gutachtens, basierend auf der erstinstanzlichen Einschätzung, hätte sich die Vorinstanz explizit dazu äussern müssen, ob und inwieweit sie auf das Gutachten abstellt oder ob sie es, wie bereits die erste Instanz, nicht verwertet. Hinzu kommt, dass sich die Vorinstanz auch in ihren ausführlichen Erwägungen zur Abweisung des Beweisantrags des Beschwerdeführers mit keinem Wort zum Gutachten vom 13. März 2019 und dessen Stellung im erst- bzw. vorinstanzlichen Verfahren äussert.