Citation: 4C.143/2002 31.03.2003 E. 2

Die Vorinstanz hielt für erstellt, dass der Kläger dem Geschäftsführer der Beklagten erklärte, er werde seine Ferien vom 3. bis 14. Januar 2000 beziehen, nachdem dieser einen zuvor geäusserten Vorschlag des Ferienbezugs vom 20. Dezember 1999 bis 3. Januar 2000 aus betrieblichen Gründen abgelehnt, aber einen Ferienbezug nach Neujahr als möglich bezeichnet hatte. Den Wunsch des Klägers nach Ferien anfangs Januar 2000 nahm der Geschäftsführer der Beklagten nach dem angefochtenen Urteil zwar entgegen, stimmte ihm aber weder ausdrücklich zu noch lehnte er ihn ausdrücklich ab. Diese Feststellung beruht auf einer eingehenden Würdigung der Zeugenaussagen. Nach Auffassung der Vorinstanz durfte der Kläger aus diesem der Beklagten zurechenbaren Verhalten nach Treu und Glauben auf Zustimmung schliessen, wäre ihr doch im Hinblick auf das vorangegangene Gespräch über den Ferienbezug Ende Dezember 1999 zuzumuten gewesen, auch dem zweiten "Angebot" des Klägers betreffend den Zeitraum seiner Ferienabwesenheit unverzüglich zu widersprechen. Die Beklagte rügt, die Vorinstanz habe die bundesrechtliche Untersuchungsmaxime gemäss Art. 343 Abs. 4 OR missachtet, indem sie von ihr selbst als wesentlich erkannte Beweise nicht abgenommen habe. Die Vorinstanz habe sich damit begnügt, die unterschiedlich lautenden Aussagen der verschiedenen Zeugen einander gegenüberzustellen und die eine Aussage als glaubwürdig, die andere als unglaubwürdig zu qualifizieren. Das Obergericht hätte jedoch in Nachachtung der Untersuchungsmaxime die Glaubwürdigkeit des Zeugen, auf dessen Angaben es abstellte, durch Anordnung der zur Erschütterung der Glaubwürdigkeit grundsätzlich geeigneten Beweismassnahmen von Amtes wegen nachprüfen müssen.