Citation: 7B_468/2023 E. 2.4

2.4. Die Landesverweisung im Falle der Verurteilung zu einer Katalogtat, vorliegend der Vergewaltigung, ist gesetzlich vorgesehen (Art. 66a Abs. 1 lit. h StGB) und entspricht einem legitimen Zweck, nämlich dem Schutz der öffentlichen Sicherheit und der Verhütung von Straftaten. Zu prüfen ist die Verhältnismässigkeit. Hierzu führt die Vorinstanz aus, der Beschwerdeführer habe während mehrerer Jahre eine Vielzahl von schwerwiegenden Delikten begangen, darunter zwei Vergewaltigungen in den Jahren 2008 und 2019 sowie weitere Delikte (Schläge an den Kopf, Todesdrohungen) mit hohem Gewalt- und Gefährdungspotential, alles zum Nachteil seiner damaligen Ehefrau. Es falle ins Gewicht, dass sich der Beschwerdeführer wiederholt und mehrfach in erheblichem zeitlichen Abstand eines gravierenden Delikts gegen die sexuelle Integrität, d.h. der Vergewaltigung, strafbar gemacht habe. Auf das Wohlverhalten des Beschwerdeführers seit den zu beurteilenden Vorfällen könne nicht abgestellt werden, zumal er sich seit der Trennung bzw. Scheidung von seiner Ehefrau nie mehr in einer längerfristigen Beziehung befunden habe und sich insoweit nie habe bewähren müssen. Die Vorinstanz gibt erhebliche Zweifel an der Bewährungsprognose zu erkennen, indem sie ausführt, tatsächliche Reue und Einsicht in seine Straftaten zeige der Beschwerdeführer keine, sondern er tue die Delikte als Missverständnisse zwischen Mann und Frau ab und schiebe seiner Ex-Ehefrau die Schuld zu. Die Vorinstanz attestiert dem Beschwerdeführer, dass er jeglichen Realitätsbezug und jegliches Schuldbewusstsein vermissen lässt, wenn er ausführt, sein bisheriges Verhalten in der Schweiz - auch jenes während der Deliktsperioden - sei tadellos gewesen. Zu den persönlichen und familiären Umständen führt die Vorinstanz aus, der Beschwerdeführer sei in wirtschaftlicher Hinsicht im Gastland grundsätzlich integriert. Er verfüge über eine mehrjährige feste Arbeitsstelle. Er habe kein Vermögen und Schulden in einem noch akzeptablen Rahmen von mehreren tausend Franken. Indessen kämen Verfahrens- und Anwaltskosten sowie Kosten aus der Ehescheidung von ca. Fr. 97'000.-- auf den Beschwerdeführer zu. Insoweit gebe es erhebliche Vorbehalte zum Fortbestehen der stabilen wirtschaftlichen Situation nach Abschluss des vorliegenden Strafverfahrens. Der Beschwerdeführer sei trotz seinem 18 Jahre dauernden Aufenthalt im Gastland nicht integriert. Seine Kenntnisse der deutschen Sprache, sowohl Hoch- wie Schweizerdeutsch, seien rudimentär und er leiste keinen Effort, dies zu verbessern. Sodann pflege er ausserfamiliär lediglich zu den Arbeitskollegen Kontakt. Freizeitaktivitäten und Verbindungen ausserhalb der Familie übe er wenige bis keine aus. In seinem Heimatland Kosovo, wo er aufgewachsen sei, lebten seine Eltern und weitere Verwandte. Er besuche die Heimat einmal jährlich. Weiter spreche er die dortige Sprache und sei mit der Kultur vertraut. Eine Integration in seine Heimat scheine sowohl in sozialer, kultureller und beruflicher Hinsicht (namentlich aufgrund seiner Arbeitserfahrung in der Schweiz) möglich. Der Beschwerdeführer habe einen rund 14-jährigen Sohn (geb. 2008) aus der zwischenzeitlich geschiedenen Ehe. Mit diesem verbringe er jedes zweite Wochenende. Er habe geplant, mit seinem Sohn erste gemeinsame Ferien seit der Scheidung zu verbringen, dazu sei es allerdings noch nicht gekommen. Die Beziehung zum Sohn sei nicht ausserordentlich intensiver Natur, zumal seine Kenntnisse nicht über die wesentlichen Aspekte hinausgingen (der Beschwerdeführer habe die Namen des Lehrers und der Freunde seines Sohnes nicht gekannt oder dessen Berufswunsch bloss rudimentär ["einen Bürojob"] beschreiben können).