Citation: 2C_534/2018 E. 3.6.1

3.6.1. Nach der Rechtsprechung wird - wie ausgeführt - für einen Abzug von Gerichtskosten als Vermögensverwaltungskosten vorausgesetzt, dass die Aufwendungen der Bewahrung der Vermögenswerte dienen (vgl. E. 3.1). Dies bedeutet, dass als abzugsfähige Vermögensverwaltungskosten nicht nur Aufwendungen gelten, welche unmittelbar mit den Vermögenserträgen zusammenhängen (FELIX RICHNER UND ANDERE, Handkommentar zum DBG, 3. Aufl. 2016, N. 20 zu Art. 32 DBG). Zutreffend wird denn auch von einem Teil der Literatur erklärt, Aufwendungen, die der Sicherung oder Einforderung des ertragsbringenden beweglichen Vermögens an sich und damit nur mittelbar der Einkommenserzielung dienen, seien ebenfalls zum Abzug zugelassen ("ausserordentliche Gewinnungskosten"; so schon Ernst Känzig, Die Eidgenössische Wehrsteuer, 2. Aufl. 1982, N. zu Art. 22 WStB; siehe ferner Peter Locher, Kommentar zum DBG, 2001, Art. 32 N. 9; Philip Funk, Der Begriff der Gewinnungskosten nach Schweizerischem Einkommenssteuerrecht, 1989, S. 173 f.). Für die Qualifikation von Gerichtskosten als Vermögensverwaltungskosten im Sinne von Art. 32 Abs. 1 DBG ist indessen zwar erforderlich, aber nicht hinreichend, dass diese Aufwendungen zur Bewahrung von Vermögenswerten getätigt werden. Wie sich aus Art. 25 DBG und der systematischen Stellung von Art. 32 Abs. 1 DBG ergibt, statuiert letztere Bestimmung einen Abzug für "Aufwendungen" bzw. Gewinnungskosten. Dabei gilt grundsätzlich für alle Einkunftsarten ein einheitlicher Gewinnungskostenbegriff und ist nur von abziehbaren Gewinnungskosten auszugehen, wenn es sich um für die Einkommenserzielung notwendige Aufwendungen handelt bzw. ein qualifiziert enger Konnex zwischen den getätigten Ausgaben und den erzielten Einkünften vorliegt (vgl. REICH/HUNZIKER, in: BSK-DBG, N. 7 und 10 zu Art. 25 DBG). Daraus ist abzuleiten, dass der in Art. 32 Abs. 1 DBG statuierte Abzug von Kosten für die Vermögensverwaltung beim beweglichen Privatvermögen in Bezug auf Gerichtskosten nur greift, wenn das Vermögen, dessen Bewahrung mit dem Gerichtsverfahren angestrebt wird, in erster Linie - wenn auch allenfalls nur mittelbar - mit der Erzielung von steuerbaren Erträgen aus Privatvermögen in Zusammenhang steht (vgl. entsprechend zur Qualifikation von Anwalts- und Verfahrenskosten als Gewinnungskosten für eine selbständige Erwerbstätigkeit Urteil des BGer 2A.90/2001 / 2A.91/2001 vom 25. Januar 2002 E. 6.2; tendenziell a.M. ZWAHLEN/LISSI, in: BSK-DBG, N. 2 zu Art. 32 DBG, wonach Gerichtskosten abzugsfähige Vermögensverwaltungskosten bilden können, "wenn es um die Erhaltung oder die Einforderung von beweglichem Vermögen geht, welches ein steuerbares Einkommen abwerfen kann").