Citation: 6B_21/2016 E. 1.2.3

1.2.3. Die Vorinstanz würdigt die Aussagen der Beschwerdegegnerin 2 einlässlich und sorgfältig. Sie hebt zahlreiche qualitative Merkmale hervor, zieht soweit möglich weitere Beweismittel heran und bettet die Aussagen in einen Gesamtzusammenhang ein. Die Vorinstanz hält zu Recht fest, die Beschwerdegegnerin 2, welche im Zeitpunkt der Befragung erst zwölf Jahre alt gewesen sei, sei nicht in der Lage gewesen, einen derartigen Geschehensablauf und die beschriebenen sexuellen Handlungen zu erfinden. Auf die vom Beschwerdeführer erwähnten Unstimmigkeiten hinsichtlich der Räumlichkeiten geht die Vorinstanz ebenfalls ein. Dazu erwägt sie, es müsse bedacht werden, dass zwischen den Befragungen 13 Jahre lägen und dass die Beschwerdegegnerin 2 im Zeitpunkt des Übergriffs zwischen neun und elf Jahre alt gewesen sei. Eine Verfälschung der Erinnerung sei nachvollziehbar. Bereits bei der ersten Befragung habe die Beschwerdegegnerin 2 angegeben, sich nicht genau an die Wohnung erinnern zu können, da sie umgezogen seien. Es sei davon auszugehen, dass sie die alte und die neue Wohnung verwechselt habe. Darauf lasse auch schliessen, dass sie einmal von mehreren Etagen gesprochen habe, wobei lediglich die neue Wohnung mehr als ein Stockwerk gehabt habe. Der Skizze, welche sehr wahrscheinlich von der befragenden Person angefertigt worden sei, könne nicht zu viel Bedeutung beigemessen werden. Schliesslich beruhe die Aussage, der Vorfall habe sich im eigenen Zimmer ereignet, auf einer Suggestion seitens der befragenden Person. Die Vorinstanz geht damit auf den scheinbaren Widerspruch ein und löst diesen mit sachlichen Erklärungen schlüssig auf. Sie gelangt zum Schluss, vor dem Hinterg rund der im Übrigen glaubhaften und klaren Schilderungen lasse die Ungenauigkeit hinsichtlich des Raumes die Aussagen nicht als Falschaussagen erscheinen. Diese Schlussfolgerung ist im Lichte der oben zusammengefassten, umfassenden Aussagewürdigung nicht zu beanstanden. Nichts zu seinen Gunsten ableiten kann der Beschwerdeführer aus seiner Argumentation, im laufenden Strafverfahren habe die Beschwerdegegnerin 2 angegeben, nichts von Übergriffen auf ihre Schwestern gewusst zu haben, während sie bei der Videobefragung im Jahr 2001 noch behauptet habe, ihre Schwestern seien ebenfalls vom Beschwerdeführer missbraucht worden. Die Vorinstanz geht auch auf diese Diskrepanz ein. Sie erwägt, damals habe sich der Verdacht sexueller Übergriffe auf die Schwestern nicht erhärten lassen. Abgesehen von der Beschwerdegegnerin 2 habe keine der übrigen Schwestern gegen den Beschwerdeführer aussagen wollen, was auf die bereits erwähnte familiäre Situation zurückzuführen sei. Im Jahr 2009 habe auch die Beschwerdegegnerin 3 Strafanzeige gegen den Beschwerdeführer erstattet. Nachträglich habe sich die Einschätzung des früheren Strafverfahrens als falsch erwiesen. Die Äusserungen der Schwestern hätten bereits damals aufhorchen lassen müssen. Rückblickend sei nicht klar, weshalb deren Aussagen nicht einer genaueren Abklärung unterzogen worden seien. Stattdessen habe man das Verfahren eingestellt. Inwiefern das Aussageverhalten der Schwestern die Beweiswürdigung als willkürlich erscheinen lassen soll, ist nicht ersichtlich.