Citation: 6S.465/2006 02.12.2006 E. 1

1.1 Die Vorinstanz stellt in tatsächlicher Hinsicht für den Kassationshof verbindlich fest (Art. 277bis Abs. 1 BStP), dass zwischen dem Öffnen der Türen des Aufliegers und dem erneuten Losfahren zwischen 20 und 30 Sekunden verstrichen, in welchen der Beschwerdeführer den Bereich auf der Beifahrerseite und jenen hinter seinem Fahrzeug nicht überblicken konnte. Die Sicht aus der Führerkabine nach hinten in die unbeleuchtete Verladehalle war stark eingeschränkt. Zudem verursachte neben dem Motor auch das Kühlaggregat des Wagens einen beträchtlichen Lärm. Die Verladehalle war öffentlich zugänglich. Zusammenfassend zieht die Vorinstanz in rechtlicher Hinsicht die Schlussfolgerung, der Beschwerdeführer habe sich pflichtwidrig unvorsichtig verhalten, indem er unter den gegebenen Umständen für das Rückwärtsfahrmanöver keine Hilfsperson beigezogen habe. 1.2 Der Beschwerdeführer macht geltend, er habe vom Beizug einer Hilfsperson absehen dürfen, da jegliche Gefahr ausgeschlossen gewesen sei. Selbst wenn er aber eine Sorgfaltspflicht verletzt haben sollte, so habe er jedenfalls schon deshalb den Kausalverlauf auch nicht in den Umrissen voraussehen können, weil er mit dem unvernünftigen Verhalten des Opfers nicht habe rechnen müssen. Die stark eingeschränkten Sichtverhältnisse in der Verladehalle seien nicht von Relevanz gewesen, da er den Verunfallten selbst bei vollständiger Ausleuchtung nicht hätte erkennen können. Ferner sei es in Belgien nicht üblich, bei derartigen Manövern Hilfspersonen beizuziehen, was insofern von Bedeutung sei, weil für die Strafbarkeit auf die individuelle Erfahrung des Täters abgestellt werden müsse.