Citation: 5A_588/2008 17.11.2008 E. 3.3

3.3.1 Sodann macht die Beschwerdeführerin geltend, die Errichtung einer Beistandschaft gemäss Art. 392 und 393 ZGB setze voraus, dass die betroffene Person nicht in der Lage sei, selbst zu handeln bzw. das Vermögen selbst zu verwalten, und keinen Vertreter zu bezeichnen vermöge. Mit der Generalvollmacht vom 1. März 2006 habe sie einen Vertreter bezeichnet. Nach dem ausdrücklichen Wortlaut der Vollmacht erlösche diese mit dem Verlust ihrer Handlungsfähigkeit nicht, weshalb sie unter Berücksichtigung von BGE 132 III 222 weiter gelte. Die Vorinstanz negiere diese bundesgerichtliche Praxis, indem sie die Notwendigkeit einer Beistandschaft einzig davon abhängig mache, ob die vermeintlich zu verbeiständende Person einen gewillkürten Vertreter zu kontrollieren vermag. 3.3.2 Die Beschwerdeführerin irrt. Wo die Interessenwahrung wie hier nach den Feststellungen der Vorinstanz ausschliesslich bei einer bevollmächtigten Person liegt, ist eine vormundschaftliche Hilfe nur dann entbehrlich, wenn die hilfsbedürftige Vollmachtgeberin jederzeit in der Lage ist, die von ihr eingesetzte Person wenigstens grundsätzlich zu kontrollieren und zu überwachen und nötigenfalls auch zu ersetzen (dazu: BGE 134 III 385 E. 4.2 S. 388 f. mit zahlreichen Hinweisen). Wie die Vorinstanz in tatsächlicher Hinsicht (vgl. E. 3.2.2) bemerkt, ist eine derartige Überwachungsmöglichkeit bei der Beschwerdeführerin nicht gewährleistet. Ungenügend wäre auch eine - zwar mögliche - Kontrolle durch die Vormundschaftsbehörde, wäre doch letztere darauf angewiesen, von allfälligen Missbräuchen oder von einer Gefährdung der Interessen der Beschwerdeführerin zuerst Kenntnis zu erhalten. Selbst wenn die Vormundschaftsbehörde von Zeit zu Zeit von sich aus Abklärungen träfe, wäre dies unzureichend (vgl. Schnyder/Murer, Berner Kommentar, 3. Aufl. 1984, N. 169 zu Art. 369 ZGB sowie N. 61 zu Art. 361 ZGB). In Anbetracht der von der Vorinstanz festgestellten tatsächlichen Gegebenheiten sind die Voraussetzungen für die Anordnung einer kombinierten Beistandschaft im Sinne von Art. 392 Ziff. 1 (Vertretungsbeistandschaft) und Art. 393 Ziff. 2 ZGB (Verwaltungsbeistandschaft) erfüllt. Es obliegt der Vormundschaftsbehörde, die Aufgaben des Beistandes festzulegen. Insbesondere ist die von der Beschwerdeführerin erteilte Vollmacht zu überprüfen (und gegebenenfalls abzuändern oder aufzuheben) und das Mandatsverhältnis zu überwachen (vgl. Urteil 5A_67/2008 vom 22. Mai 2008 E. 6, nicht publ. in: BGE 134 III 385).