Citation: 5A_175/2018 E. 2.5

2.5. In ihrer Vernehmlassung zur Beschwerde bestreitet die Beschwerdegegnerin die beantragte Neuberechnung der Ausgleichszahlung, verkenne der Beschwerdeführer doch den Unterschied zwischen der güterrechtlichen Zuteilung der Vermögenswerte (Eigengut/Errungenschaft) und der Berechnung der effektiven Ausgleichszahlung. In einem ersten Schritt habe das Obergericht die güterrechtliche Zuteilung der Vermögenswerte vorgenommen. Die Zuteilung der Vermögensgegenstände in die Errungenschaft oder das Eigengut einer Partei sage jedoch noch nichts Abschliessendes über den sachenrechtlichen oder obligatorischen Anspruch einer Partei an diesem Vermögensgegenstand aus. Dieser Anspruch sei bei der Berechnung der güterrechtlichen Ausgleichszahlung zu berücksichtigen, sei diese doch eine reine Geldforderung des Ausgleichsberechtigten gegenüber dem Ausgleichsverpflichteten. So berechne sich die Ausgleichszahlung durch die Gegenüberstellung der sich bereits im Eigentum der ausgleichsberechtigten Partei befindlichen Vermögenswerte und dem zugesprochenen Anteil an der Errungenschaft. Folglich seien vom hälftigen Vorschlag die entsprechenden Vermögenswerte der Beschwerdegegnerin abzuziehen, nämlich die Liegenschaft G.________ sowie Aktien und Barmittel. Auf das Kontokorrentguthaben bei der E.________ AG habe sie nie Zugriff gehabt, weshalb es ihr korrekterweise nicht angerechnet worden sei (S. 4 Rz. 6). Beim Kontokorrentguthaben, so führt die Beschwerdegegnerin weiter aus, handle es sich um eine obligatorische Geldforderung gegenüber der E.________ AG. Wie der Beschwerdeführer selbst ausgeführt habe, habe diese Schuld der E.________ AG einzig gegenüber ihm bestanden. Entsprechend habe der Beschwerdeführer noch vor erster Instanz argumentiert, das Guthaben sei ihm als Eigengut anzurechnen. So sei in den Steuererklärungen und Bilanzen der E.________ AG die Kontokorrentschuld immer gegenüber dem Beschwerdeführer als Passivum ausgewiesen worden. In dieses Rechtsverhältnis zwischen der E.________ AG und dem Beschwerdeführer hätten weder das Bezirksgericht noch das Obergericht bei der güterrechtlichen Zuteilung (Errungenschaft/Eigengut) eingegriffen. Der Beschwerdeführer als Gläubiger der Forderung sei der einzige geblieben, der einen obligatorischen Anspruch auf diesen Geldbetrag gehabt habe. Da nur der Beschwerdeführer Zugriff auf das Kontokorrentguthaben gehabt habe, habe das Obergericht weder Art. 207 Abs. 1 noch Art. 210 Abs. 1 ZGB verletzt, indem es das Kontokorrentguthaben nicht den Vermögensgegenständen der Beschwerdegegnerin, sondern denjenigen des Beschwerdeführers hinzugerechnet habe. Dementsprechend seien vom berechneten Vorschlag lediglich die vorgenannten Vermögenswerte abzuziehen. Die Differenz sei eine reine Geldschuld, weshalb der Beschwerdeführer der Beschwerdegegnerin diese mit den sich in seinem Eigentum befindenden Vermögensgegenständen zu bezahlen habe. Die Beschwerde sei unter diesem Aspekt abzuweisen (S. 4 f. Rz. 7 der Vernehmlassung zur Beschwerde). Zur Werthaltigkeit hält die Beschwerdegegnerin fest, beim Kontokorrentguthaben handle es sich um eine Forderung des Beschwerdeführers gegenüber der E.________ AG. Forderungen seien bei der güterrechtlichen Auseinandersetzung grundsätzlich zu ihrem Nominalwert aufzunehmen. Beide Vorinstanzen hätten das Kontokorrentguthaben mit Fr. 211'006.-- bewertet. Da es sich bei der Schätzung eines Vermögenswerts um eine Sachfrage handle, könne dies vom Bundesgericht nicht mehr überprüft werden. Der Beschwerdeführer rüge nicht eine offensichtlich unrichtige Feststellung des Sachverhalts im Sinne von Art. 97 BGG, weshalb das Bundesgericht keine entsprechenden Abklärungen machen könne (S. 5 f. Rz. 9 der Vernehmlassung zur Beschwerde). In ihrer Vernehmlassung zur Stellungnahme des Obergerichts (E. 2.4 oben) hält die Beschwerdegegnerin an ihren Anträgen und Ausführungen vollumfänglich fest (S. 2 Rz. 2). Entgegen den Ausführungen des Obergerichts müsse festgehalten werden, dass die Erwägungen im begründeten Urteil der Dispositiv-Ziff. 5 entsprächen (S. 2 Rz. 3-4). Aufgrund der Erwägungen des Obergerichts habe sie davon ausgehen dürfen, dass die Ausgleichszahlung korrekt berechnet worden sei. Das Bundesgericht könne zu ihrem Nachteil nur dann eine endgültige Entscheidung fällen, wenn es auch die hälftige Zuteilung des Kontokorrentguthabens in die Errungenschaft beider Ehegatten überprüfe. Sie müsse die Möglichkeit haben, sich zu diesem Punkt zu äussern, andernfalls sei das Verfahren an das Obergericht zur entsprechenden Neubeurteilung und -begründung zurückzuweisen (S. 2 f. Rz. 5 der Vernehmlassung zur Stellungnahme des Obergerichts).