Citation: I 504/06 25.07.2007 E. 5

In materieller Hinsicht rügt die Beschwerdeführerin, Verwaltung und Vorinstanz seien zu Unrecht davon ausgegangen, dass sich der Invaliditätsgrad im relevanten Zeitraum erheblich geändert habe. 5.1 Im Einspracheentscheid vom 21. Juli 2004 wurde ausgeführt, die Beschwerdeführerin leide nicht mehr unter Depressivität und sie habe den Opioid- und Hypnotikum-Abusus sistiert. Die Arbeitsfähigkeit betrage nunmehr wieder 50 %, der Invaliditätsgrad 53 %, was nur noch Anspruch auf eine halbe Invalidenrente gebe. Es trifft zwar zu, dass keine Änderung der Diagnose gegenüber der Zusprache der ganzen Rente eingetreten ist. Indessen ist zu beachten: Die Verfügung vom 4. September 2002, worin ab 1. November 2001 eine ganze Rente zugesprochen wurde, stützt sich auf den Bericht des Psychiatriezentrums X.________ vom 15. März 2002. Dort wird eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % ab 8. August 2001 bis 1. März 2002 und dann von 70-80 % angegeben, begründet einzig mit der Suchtproblematik, die indessen als solche nicht invalidisierend ist (AHI 1996 S. 301 E. 2a; BGE 102 V 165). Zudem wurde festgehalten, dass eine Besserung möglich wäre, wenn sich die Versicherte für eine Suchtbehandlung entscheiden könnte. 5.2 Gestützt auf diese Beurteilung wäre es zweifellos unrichtig gewesen (und hätte einen Wiedererwägungsgrund gesetzt, vgl. Art 53 Abs. 2 ATSG), wenn die Verwaltung ohne Weiteres eine ganze Rente zugesprochen hätte. Effektiv hat das die Beschwerdegegnerin auch nicht getan: Sie hat in der Verfügung vom 4. September 2002, worin sie die ganze Rente zusprach, klar gesagt, dass eine Entzugsbehandlung innert sechs Monaten erwartet wird, ansonsten eine Reduktion der Rentenleistung geprüft werde. Grund für die Erhöhung der Rente von einer halben auf die ganze war somit einzig die Suchtproblematik, und dies zu Recht nur im Sinne einer vorübergehenden Erhöhung bis zum Medikamentenentzug. Dass ein Entzug problemlos möglich gewesen ist, geht aus dem Austrittsbericht des Psychiatriezentrums X.________ vom 6. Juli 2004 hervor. Damit war der Grund für die vorübergehende Erhöhung der Rente weggefallen. 5.3 Auch die späteren Berichte weisen ausser der Suchtproblematik keine relevante Verschlechterung der krankheitswertigen Leiden aus gegenüber dem Zustand, der bereits früher Anlass zu einer halben Rente gegeben hat, die ja weiter läuft. Abgesehen davon betreffen sie mehrheitlich einen Zeitraum nach dem hier massgebenden Zeitpunkt (Einspracheentscheid: 21. Juli 2004) und/oder stellen auf invaliditätsfremde Aspekte ab (Berichte Dr. med. S.________, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie vom 9. März und 30. Mai 2006).