Citation: 6B_1255/2017 E. 1.3

1.3. Die Vorinstanz stützt sich bei der Beweiswürdigung auf die Fotodokumentation und den Bericht des Unfalltechnischen Dienstes (UTD) vom 24. Februar 2015 respektive vom 11. Mai 2015 sowie auf das vom erstinstanzlichen Gericht angeordnete Gutachten der Dynamic Test Center AG (DTC) vom 3. Juni 2016. Weiter würdigt sie die Aussagen des Beschwerdeführers, der Beschwerdegegnerin 2 sowie einer Auskunftsperson. Die Vorinstanz erwägt, aufgrund der objektiven Spuren hätten die technischen Experten den Kollisionspunkt der beiden Fahrzeuge recht genau bestimmen können. Sowohl der UTD als auch die DTC seien mit unterschiedlichen Umschreibungen in etwa zum gleichen Ergebnis gekommen. Im Fotodossier bzw. erläuternden Bericht des UTD werde ausgeführt, dass anhand der vom Fahrzeug des Beschwerdeführers stammenden Flüssigkeitsspur (Kühlwasser, Öl) die Kollisionszone indirekt ermittelt werden konnte. Diese befinde sich in etwa bzw. mindestens auf der orangen Sicherheitslinie. Gemäss UTD habe sich ein Teil des Fahrzeugs des Beschwerdeführers auf der Fahrbahn der Beschwerdegegnerin 2 befunden. Die DTC habe den Kollisionspunkt anhand der festgestellten Flüssigkeitsspur sowie des gesamten Kollisionsverlaufs rekonstruiert. Der Kollisionspunkt habe sich relativ zur Fahrbahn mittig auf der Fahrbahn (dauerhaft weiss-linierte, nicht temporär orange-linierte Fahrspur) in Richtung Biel befunden. Dieser Punkt liege wenig links von der temporären orangen Mittellinie. Nach der Kollision habe das Fahrzeug des Beschwerdeführers einen leichten Schlenker nach rechts gemacht, bevor es rund 30 Meter nach der Kollision in seiner Endlage stehen geblieben sei. Es sei mit grosser Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass sich das Fahrzeug des Beschwerdeführers nicht ordnungsgemäss auf der temporären, orange-linierten Fahrspur befunden habe, sondern eher auf der permanenten, weiss-linierten Fahrspur gefahren sei. Die Vorinstanz erachtet sowohl den Bericht des UTD als auch das DTC-Gutachten, die sich gegenseitig bestätigen würden, als schlüssig und nachvollziehbar, weshalb darauf abgestellt werden könne. Weiter erwägt die Vorinstanz, gemäss den Angaben der Beschwerdegegnerin 2 sei der Beschwerdeführer der weissen anstatt der orangen Markierung gefolgt und daher über die orange-markierte Mittellinie auf ihre Spur gefahren. Die Vorinstanz bezeichnet diese Aussage als glaubhaft. Sie verweist diesbezüglich zusätzlich auf die Erwägungen der Erstinstanz. Die Angaben der Beschwerdegegnerin 2 würden zudem mit den Befunden des UTD und der DTC übereinstimmen. Der Beschwerdeführer habe ausgesagt, er sei immer auf seiner eigenen Fahrspur gefahren, wo sich auch die Kollision ereignet habe. Gemäss Vorinstanz widerspricht dies jedoch dem sich auf objektive Beweismittel stützenden Bericht der Experten des UTD und der DTC. Der Beschwerdeführer habe zudem die Tatsache, dass er auf die Gegenfahrbahn geraten war, auf unterschiedliche Weise zu erklären versucht. Einmal habe er ausgesagt, bei der Kollision habe sich der Airbag geöffnet und er sei aufgrund der eingeschränkten Sicht auf die Gegenfahrbahn geraten. Ein anderes Mal habe er ausgesagt, infolge der Kollision sei er auf die linke Seite gestossen worden. Keine dieser Erklärungen werde jedoch von den technischen Berichten gestützt. Vielmehr würden die Spuren belegen, dass der Beschwerdeführer nach der Kollision einen Schwenker nach rechts gemacht habe. Weiter sei der Lastwagenfahrer, welcher vor der Beschwerdegegnerin 2 gefahren sei, befragt worden. Aus dessen Aussagen ergebe sich, dass zwischen dem Lastwagen und dem Fahrzeug der Beschwerdegegnerin 2 im Zeitpunkt des Unfalls ungefähr 50-100 Meter lagen. Damit sei einerseits die Aussage des Beschwerdeführers widerlegt, die Kollision habe sich unmittelbar nach dem Kreuzen des Lastwagens ereignet. Andererseits werde die Aussage der Beschwerdegegnerin 2 bestätigt, wonach sie genügend Zeit hatte, um den Beschwerdeführer wahrzunehmen und auf die befürchtete Kollision zu reagieren. Daher sei auch nachvollziehbar, dass die Beschwerdegegnerin 2 kontinuierlich nach rechts gelenkt habe. Zusammengefasst gelangt die Vorinstanz zum Schluss, es sei aufgrund objektiver Spuren sowie der Aussagen der Beteiligten erstellt, dass sich das Fahrzeug des Beschwerdeführers im Kollisionszeitpunkt zumindest teilweise auf der Fahrbahn der Beschwerdegegnerin 2 befunden habe. Die verschiedenen vom Beschwerdeführer aufgezeigten Versionen des Unfallgeschehens liessen sich anhand der Spuren in keiner Weise erhärten. Der Beschwerdeführer habe aus Unachtsamkeit die orange Sicherheitslinie überfahren. Dies habe die Beschwerdegegnerin 2 dazu veranlasst, nach rechts zu lenken, wobei sie mit der Leitplanke kollidiert sei.