Citation: 9C_271/2020 E. 4.2.1

4.2.1. Dr. med. F.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, legte mit Bericht vom 16. Juli 2012 dar, dass Teilleistungsstörungen durch einen geburtstraumatischen Hirnschaden und eine rezidivierende depressive Störung vorlägen. Er gab an, aufgrund der Teilleistungsstörungen sei die Arbeitsfähigkeit immer wieder begrenzt. Fehler häuften sich, die Patientin benötige mehr Zeit für Aufgaben wie Gesunde. Ihre Belastbarkeit und Leistungsfähigkeit seien eingeschränkt. Sie habe Mühe neue Aufgaben zu erfassen. Wenn sie durch vermehrte Konzentration und Anstrengung dauernd Defizite kompensieren müsse, ermüde sie rascher, sei weniger flexibel und weniger belastbar. Diese Einschränkungen passen zu den während des Arbeitsverhältnisses bei der B.________ AG in Erscheinung getretenen Leistungsdefiziten, wonach die Versicherte bei guter Motivation mit der grösseren Arbeitsbelastung und mit dem selbständigen Lösen von Problemen nicht innerhalb der ihr zur Verfügung stehenden Zeit zu Recht kam. Auch im von der IV-Stelle eingeholten Gutachten der medizinischen Abklärungsstelle E.________ vom 17. Januar 2014 werden derartige Defizite wie sprachliche Probleme (Kommunikation, Sprachverständnis, spontane Kontaktaufnahme, schnelle Entscheide) und mangelnde Fähigkeiten bei der Stressbewältigung mit der Folge, dass verschiedene Arbeitgeber der Versicherten kündigten, auf die Hirnfunktionsstörung zurückgeführt. Aus dem genannten Bericht des Dr. med. F.________ geht zudem hervor, dass die mittelschweren bis schweren depressiven Episoden (2005, 2006 und 2009) zum Teil reaktiv auf die Behinderung durch die Teilleistungsstörung folgten. Vor diesem Hintergrund ist nicht willkürlich, wenn die Vorinstanz als erstellt erachtete, die ab 2008 von der B.________ AG festgestellte mangelhafte Leistung der Versicherten sei durch die Teilleistungsstörungen erklärt und es verletzt daher kein Bundesrecht, wenn das kantonale Gericht eine dadurch bedingte Arbeitsunfähigkeit bejahte. Daran ändert nichts, dass in den echtzeitlichen Arztzeugnissen die Arbeitsunfähigkeit zunächst nicht auch mit den Teilleistungsstörungen begründet wurde.