Citation: 1C_591/2021 E. 4.3

4.3. Die Beschwerdeführerin bringt sinngemäss vor, die vorinstanzliche Verneinung der Anwendbarkeit von Art. 3 BauG verstosse gegen das Willkürverbot gemäss Art. 9 BV. Art. 3 Abs. 2 BauG lasse die zeitgemässe Erneuerung von Anlagen zu, damit diese während der normalen Lebensdauer an die technischen Entwicklungen angepasst werden könnten. Das Bauvorhaben sehe eine solche Anpassung vor, da die Antennen einer älteren Technologie durch Antennen ersetzt werden sollten, die nebst den bisherigen Mobilfunkstandards auch einen neuen Standard und die neu zugeteilten Frequenzen nutzen könnten. Die Leistungserhöhungen dienten dazu, den heutigen Kapazitätsansprüchen gerecht zu werden. Da die bestehende Anlage zeitgemäss erneuert werden dürfe, müsse nicht geklärt werden, ob diese Erneuerung die Rechtswidrigkeit verstärke. Zudem sei eine solche Verstärkung nicht ersichtlich, da die bestehende Anlage durch den geplanten Umbau optisch nur untergeordnet verändert würde. So sei der Austausch von Antennen baulich kaum wahrnehmbar und führe sogar zu einer optischen Verbesserung, da die neuen Panel- bzw. Falchantennen im Verhältnis zu den bestehenden Antennen zwar 10 cm breiter, jedoch 30 cm kürzer seien. Die zusätzlichen Antennen würden so angebracht, dass sie optisch mit den darüber liegenden Antennen eine Einheit bildeten. Die Erhöhung der Sendeleistung führe nicht zu einer Überschreitung der Grenzwerte für nichtionisierende Strahlung gemäss der Verordnung vom 23. Dezember 1999 über den Schutz vor nichtionisierender Strahlung (NISV; SR 814.710). Diesbezüglich liege daher keine Rechtswidrigkeit vor, die verstärkt werden könnte. Daran ändere auch die Standortregelung in Art. 11a GBR nichts, weil sie nicht dem Schutz vor Strahlung diene. Es spiele daher keine Rolle, ob die bewilligte Feldstärke am OKA mehr als das Zehnfache der ursprünglichen Feldstärke betrage. Die Eigenschaft, bei der Nachbarschaft zusätzliche Ängste zu wecken, begründe (ebenfalls) keine Rechtswidrigkeit. Zwar werde im Urteil 1C_167/2018 vom 8. Januar 2019 davon ausgegangen, visuell wahrnehmbare Mobilfunkanlagen mit hoher Sendeleistung könnten grössere Ängste bzw. ideelle Beeinträchtigungen auslösen als Anlagen mit geringer Sendeleistung (E. 3.2). Diese Rechtsprechung sei jedoch vorliegend nicht relevant, weil sie sich nicht auf die Besitzstandsgarantie, sondern die Einführung einer Kaskadenordnung beziehe, die nur auf neue Anlagen Anwendung finde.