Citation: U 336/06 30.07.2007 E. 8.2

8.2.1 Der bestmöglichen sprachlichen Verständigung zwischen Experte und versicherter Person kommt insbesondere bei der psychiatrischen Begutachtung besonderes Gewicht zu. Auf der anderen Seite besteht kein Anspruch auf Untersuchung in der Muttersprache der versicherten Person oder den Beizug eines Übersetzers. Zu beachten ist sodann, dass der Beizug eines Dolmetschers auch problematische Aspekte hat, ist der Gutachter doch auf möglichst spontane, unverfälschte Antworten angewiesen, andernfalls deren Aussagekraft herabgesetzt ist. Die Frage, ob eine medizinische Abklärung unter Beizug eines Dolmetschers im Einzelfall geboten ist, hat grundsätzlich der Gutachter im Rahmen sorgfältiger Auftragserfüllung zu entscheiden. Entscheidend dafür, ob und in welcher Form bei medizinischen Abklärungen dem Gesichtspunkt der Sprache respektive der sprachlichen Verständigung Rechnung getragen werden muss, ist letztlich die Bedeutung der Massnahme im Hinblick auf die in Frage stehende Leistung. Es geht um die Aussagekraft und damit die beweismässige Verwertbarkeit des Gutachtens als Entscheidungsgrundlage. Danach müssen die Feststellungen des Experten nachvollziehbar sein, seine Beschreibung der medizinischen Situation muss einleuchten und die Schlussfolgerungen müssen begründet sein (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352; AHI 2004 S. 143 E. 4.2.1, I 245/00; Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts U 473/05 vom 29. Dezember 2006, E. 2.3.4). 8.2.2 Gemäss dem Psychosomatischen Konsilium der Klinik E.________ vom 19. August 2003 verfügt der Versicherte nur über sehr bescheidene Deutschkenntnisse. Von einem nur spärlichen Deutsch ging im Bericht vom 2. Juni 2004 auch Dr. med. M.________ aus. Der Psychiater Dr. med. A.________ legte im Bericht vom 30. Juli 2004 dar, der Versicherte habe sich mangels Kenntnissen der deutschen Sprache nur schlecht explorieren lassen. Auch der Psychiater Dr. med. H.________ bestätigte im Bericht vom 6. Juli 2006, der Versicherte spreche schlecht deutsch, weshalb die Verständigung erschwert sei; ein flüssiges Gespräch sei selten zu Stande gekommen, oft hätten bildnerische Darstellungen oder Verlaufsdiagramme verwendet werden müssen, um einigermassen Klarheit im Hinblick auf die erzielten Aussagen zu erhalten. Unter diesen Umständen und auf Grund der divergierenden ärztlichen Einschätzungen (E. 8.1 hievor) drängt sich eine psychiatrische Begutachtung des Beschwerdeführers in seiner Muttersprache auf. 8.3 Nach dem Gesagten kann auf Grund der Aktenlage nicht rechtsgenüglich beurteilt werden, welche Bedeutung den physischen und psychischen Ursachen am Beschwerdebild des Versicherten zukommt. Demnach lässt sich die Frage, ob die Adäquanzbeurteilung nach BGE 115 V 133 ff. oder BGE 117 V 359 ff. vorzunehmen ist, nicht beantworten (vgl. E. 2.1 und 6 Ingress hievor). Damit erweist sich der Sachverhalt als ungenügend abgeklärt, weshalb die Sache an die SUVA zurückzuweisen ist, damit sie ein polydisziplinäres Gutachten anordne und abkläre, an welchen Beschwerden der Versicherte im massgeblichen Zeitpunkt litt, ob - und allenfalls in welchem Ausmass - diese Leiden Einfluss auf die Arbeits(un)fähigkeit besassen, ob die über den 29. Februar 2004 hinaus geltend gemachten gesundheitlichen Beeinträchtigungen in natürlicher Kausalität zum Unfall vom 11. April 2003 standen und ob von einer Fortsetzung der Heilbehandlung ab 1. März 2004 - psychiatrischerseits in der Muttersprache des Versicherten - noch eine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes zu erwarten gewesen war. Im Rahmen dieser Begutachtung hat die SUVA auch die Akten zu der vom Psychiater Dr. med. H.________ im Bericht vom 6. Juli 2006 erwähnten Betreuung des Versicherten durch Dr. med. D.________, Psychiatrisches Zentrum T.________, beizuziehen.