Citation: I 211/06 22.02.2007 E. 6.2

6.2.1 Der Konsiliarbericht des Prof. Dr. med. S.________ beruht auf eingehender Untersuchung des Versicherten und ist sorgfältig abgefasst. Nach Einschätzung des Prof. Dr. med. S.________ sind die Folgen des Hirninfarktes vom 30. Januar 2001 leichtgradig geblieben. Eine psychische Erkrankung, insbesondere eine "eigentliche Depression", verneinte er. Auch in der ausführlichen somatischen Untersuchung konnte er kein Korrelat für die im Vordergrund stehenden Kopfschmerzen, Missempfindungen und die ausgeprägte Müdigkeit finden. Dass weder physische noch psychische Erkrankungen das Beschwerdebild erklären können, stellten bereits der Angiologe Dr. med. H.________ und die Ärzte am Spital Y.________ fest, wo der Versicherte kardiologisch und neurologisch untersucht worden war. Soweit der Stellung nehmende Arzt des RAD am 13. April 2005 die Glaubwürdigkeit der durch Prof. Dr. med. S.________ erhobenen Diagnosen unter Hinweis auf Widersprüche in Zweifel zieht, kann dem nicht gefolgt werden. Insbesondere trifft es nicht zu, dass im Konsiliarbericht vom 8. März 2005 neuropsychologische Defizite zunächst (generell) verneint, später aber - damit in Widerspruch stehend - bejaht werden. Prof. Dr. med. S.________ führte unter dem Stichwort "Physikalische Diagnosen und Probleme" aus, der Versicherte leide an einem pseudoneurasthenischen Syndrom im Rahmen einer allgemeinen Anpassungsstörung [...] ohne spezifische neuropsychologische Defizite. Dies schliesst indessen nicht aus, dass (unspezifische) allgemeine neuropsychologische Störungen vorliegen, wie sie Prof. Dr. med. S.________ in seiner abschliessenden Beurteilung (in Form von Vergesslichkeit, Adynamie und ausgeprägteste Tagesmüdigkeit) angibt. 6.2.2 Prof. Dr. med. S.________ führt die Beschwerden des Versicherten darauf zurück, dass dieser nach dem zweiten cerebrovaskulären Insult vom 30. Januar 2001 sich an seinem Arbeitsplatz "unter Aufbietung sämtlicher psychophysischer Kräfte" einsetzte und diese Anspannung nach einiger Zeit psychisch dekompensierte. Die Beobachtung, wonach der Druck am Arbeitsplatz - zusammen mit dem nach dem zweiten Hirninfarkt eingetretenen Verlust der angestammten Rolle in der Berufswelt (der Versicherte konnte nur noch leichtere Tätigkeiten verrichten) und innerhalb der Familie - zu einer psychischen Reaktion führte, steht im Einklang mit den übrigen medizinischen Akten. Sie deckt sich insbesondere auch mit den Beobachtungen des Neurologen Prof. Dr. med. M.________, der festhielt, die Kopfschmerz-Attacken könnten auch durch einen Spannungskopfschmerz erklärt werden, zumal erhebliche Arbeitsplatzprobleme und Sorgen bezüglich der weiteren beruflichen Tätigkeit bestünden (Bericht vom 13. September 2004). 6.3 Eine anspruchsrelevante Verschlimmerung des Gesundheitszustandes kann nur bejaht werden, wenn eine Krankheit neu aufgetreten ist oder sich wesentlich verschlimmert hat. Psychosoziale Belastungsfaktoren haben dabei weitgehend ausser Acht zu bleiben. Es gilt, je stärker psychosoziale und soziokulturelle Faktoren im Einzelfall in den Vordergrund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vorhanden sein muss, damit eine Invalidität bejaht - oder im Falle der Rentenrevision eine wesentliche Verschlechterung der Leiden angenommen - werden kann (vgl. BGE 127 V 294 E. 5a S. 299 mit Hinweis auf AHI 2000 S. 153 E. 3). Beim Versicherten konnte weder eine neu aufgetretene Krankheit diagnostiziert noch eine wesentliche Verschlimmerung eines vorbestehenden Leidens festgestellt werden. Die Ärzte, insbesondere auch Prof. Dr. med. S.________, kamen zum Schluss, dass die subjektiv empfundene Verschlimmerung massgeblich auf psychosoziale Umstände zurückzuführen sei. Damit fehlt es an einer anspruchsrelevanten Verschlechterung des Gesundheitszustandes, weshalb Vorinstanz und Verwaltung das Revisionsbegehren zu Recht abgewiesen haben. Für weitere medizinische Abklärungen besteht - auch in Anbetracht der aus diagnostischer Sicht einleuchtend und nachvollziehbar begründeten Einschätzungen des Prof. Dr. med. S.________ - keine Veranlassung.