Citation: 4A_404/2023 E. 5.2.2

5.2.2. Die Kausalität sei auch unter Berücksichtigung des zeitlichen Ablaufs zu verneinen. So habe das VBS nach Angaben der Beschwerdeführerin selbst noch am 21. und am 27. April 2020 und damit mehrere Tage nach der MROS-Meldung durch die Beschwerdegegnerin vom 17. April 2020 bestätigt, dass zwar keine weitere Anzahlung geleistet, eine Lieferung der Ware aber entgegengenommen würde. Die MROS-Meldung könne daher ebenso wenig mit überwiegender Wahrscheinlichkeit kausal für das Scheitern des Geschäfts mit dem VBS und damit für den Schadenseintritt gewesen sein wie die angeblich ungenügenden Abklärungen der Beschwerdegegnerin. Im Übrigen habe das VBS gemäss Darstellung der Beschwerdeführerin spätestens am 15. April 2020 vom Geldwäschereiverdacht gewusst, sich daran aber offenbar nicht gestört, zumal der Geschäftsabbruch erst am 30. April 2020 erfolgt sei. Es könne daher nicht gesagt werden, dass der Schaden überwiegend wahrscheinlich ausgeblieben wäre, wenn die Abklärungen der Beschwerdegegnerin vertragskonform vorgenommen worden wären. Ebenso wenig sei die MROS-Meldung mit überwiegender Wahrscheinlichkeit conditio sine qua non für das Scheitern des Maskengeschäfts gewesen. Trotz der zeitlichen Nähe zum Geschäftsabbruch sei auch nicht überzeugend, dass das eingeleitete Strafverfahren für das Scheitern ursächlich gewesen sei, würde es doch ebenfalls keinen einseitigen Vertragsrücktritt des VBS erlauben. Auch die von der Beschwerdeführerin geltend gemachten Geheimnispflichtverletzungen durch die Beschwerdegegnerin - eine Mitteilung des Gelwäschereiverdachts an das VBS - könnten nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ursächlich für das Scheitern des Vertrages mit dem VBS gewesen sein. Dies, weil das VBS trotz Kenntnis des Verdachts bis zum 30. April 2020 die Lieferung der Ware weiterhin angenommen hätte. Gleich verhalte es sich mit den übrigen geltend gemachten Treuepflichtverletzungen.