Citation: 6P.29/2007 27.04.2007 E. 10.3

10.3.1 Überschuldung im Sinne von Art. 165 Ziff. 1 StGB liegt vor, wenn die Aktiven des Schuldners die Verbindlichkeiten nicht mehr decken (Art. 725 Abs. 2 OR), d.h. wenn die Forderungen der Gläubiger in ihrem Gesamtwert die Vermögenswerte des Schuldners in ihrem Gesamtwert übersteigen (Alexander Brunner, Basler Kommentar, Strafgesetzbuch II, Art. 165 N 19; Peter Herren, Die Misswirtschaft gemäss Art. 165 StGB, Diss. Freiburg 2006, S. 45 f.; Peter Böckli, Schweizer Aktienrecht, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2004, § 13 N 746). Dass die Gesellschaft angesichts des Umstands, dass das Darlehen an den Beschwerdeführer das Hauptaktivum ausmachte und nach den gegebenen Verhältnissen hätte wertberichtigt werden müssen, überschuldet war, steht ausser Frage. Aus welchem Grund der Konkurs über die Gesellschaft eröffnet wird, ist dabei ohne Bedeutung. Im Übrigen wird bei einer dauernden Zahlungsunfähigkeit regelmässig auch eine Überschuldung vorliegen (so Peter Albrecht, Kommentar zum schweizerischen Strafrecht, Besonderer Teil, 2. Band, Art. 165 N 5 mit Hinweisen). 10.3.2 Kein Bundesrecht verletzt auch der Schluss der Vorinstanz, die fortlaufende Erhöhung des Darlehens an den Beschwerdeführer als Alleinaktionär erfülle die Bankrotthandlung des leichtsinnigen Gewährens von Kredit. Das ergibt sich daraus, dass bei Darlehen der Gesellschaft an ihre eigenen Aktionäre insbesondere im Falle des Selbstkontrahierens der Organe eine besondere konkursträchtige Gefahr besteht, wenn die Bonität des Aktionärs fraglich ist. Solche Darlehen können zum Klumpenrisiko werden, wenn sie wie im zu beurteilenden Fall zu Hauptaktiven der Gesellschaft werden (Brunner a.a.O., Art. 165 N 34; Herren, a.a.O., S. 79 f.; vgl. in zivilrechtlicher Hinsicht Böckli, a.a.O., § 12 N 544 ff.). Dass der Beschwerdeführer im vorliegenden Fall nicht über die flüssigen Mittel verfügte, die Darlehenszinsen zu bezahlen bzw. das Darlehen zurückzuerstatten, entlastet ihn entgegen seiner Auffassung (Nichtigkeitsbeschwerde S. 7) nicht (vgl. angefochtenes Urteil S. 4). Es wird ihm nicht vorgeworfen, dass er als Schuldner das Darlehen nicht zurückbezahlt hat, sondern dass er als Geschäftsführer und Verwaltungsrat der A.________ AG nicht die nötigen Vorkehren in Bezug auf die Sicherung oder Kündigung des Darlehens getroffen hat. 10.3.3 Schliesslich verletzt das angefochtene Urteil auch kein Bundesrecht, soweit die Vorinstanz den adäquaten Kausalzusammenhang zwischen dem leichtsinnigen Gewähren bzw. Erhöhen des Darlehens und dem Eintritt der Überschuldung bzw. der Verschlimmerung der Vermögenslage und dem daraus resultierenden Vermögensschaden bejaht (vgl. Nichtigkeitsbeschwerde S. 9 f.; Herren, a.a.O., S. 91 f.). Die Vorinstanz nimmt zu Recht an, die schwerwiegendste Pflichtverletzung und Grundursache für die Überschuldung der Gesellschaft sei die Weiterführung und laufende Erhöhung des ungesicherten Darlehens an den Beschwerdeführer auch noch zu einem Zeitpunkt, als die Mieterträge eingebrochen seien (angefochtenes Urteil S. 7 f.). Insofern kann auf das angefochtene Urteil verwiesen werden.