Citation: 1B_74/2016 E. 2

Gemäss dem angefochtenen Entscheid habe die Beschwerdeführerin im vorinstanzlichen Verfahren geltend gemacht, sie sei im Zeitpunkt ihres (schriftlich und mündlich erklärten) Verzichts auf Parteistellung "aus nachvollziehbaren Gründen noch nicht in der gesundheitlichen Verfassung gewesen, sich detailliert mit dem belastenden Vorfall vom 2. November 2014 auseinanderzusetzen". Die Strafverfolgungsbehörden hätten sie angeblich zur Verzichtserklärung gedrängt, und der Beschuldigte habe ihr gedroht, ihr und ihrer Familie etwas anzutun, wenn sie seinen diesbezüglichen Anweisungen nicht folge. Auch habe er (gemäss Angaben der Beschwerdeführerin) gedroht, das Video mit den angezeigten sexuellen Handlungen zu veröffentlichen. Ihre Verzichtserklärung vom 17./18. November 2014 leide ihrer Ansicht nach insofern an Willensmängeln und sei nichtig. Sie sei der Ansicht, dass sie ihre Parteistellung noch bis zum Abschluss des Vorverfahrens habe erklären dürfen. Die Vorinstanz erwägt, es sei nicht erkennbar, dass die Beschwerdeführerin nicht in der Lage gewesen wäre, den von ihr unterzeichneten Verzicht auf Parteistellung zu verstehen, oder dass sie von den Behörden in unzulässiger Weise dazu gedrängt worden sei. Das betreffende Formular sei ihr nach Hause mitgegeben worden, bevor es von ihr unterzeichnet und an die Staatsanwaltschaft retourniert worden sei. Die Beschwerdeführerin habe auch nicht bestritten, die Merkblätter erhalten zu haben, aus denen sich ihre Rechte und die Folgen eines Verzichts auf Parteistellung ergäben. Eine zusätzliche Beratung durch die Opferhilfestelle habe sie nicht gewünscht. Was die von ihr befürchtete Veröffentlichung einer Videoaufnahme betrifft, habe die Beschwerdeführerin erst im vorinstanzlichen Beschwerdeverfahren eine Verbindung zur erfolgten Verzichtserklärung behauptet. Ihre nachträglichen Vorbringen betreffend Nötigung widersprächen zudem ihren eigenen Aussagen im Strafuntersuchungsverfahren. Willensmängel der Beschwerdeführerin im massgeblichen Zeitpunkt seien nicht ersichtlich. In der Beschwerdeschrift wird noch ergänzend vorgebracht, die Strafanzeigerin habe sich bei ihrer Spitaleinlieferung am Nachmittag des 2. November 2014 in einer "schlechten Allgemeinverfassung" befunden, nachdem sie "mehrere Schlaftabletten in Kombination mit hochprozentigem Alkohol" eingenommen habe. Wie sich aus einem ärztlichen Bericht vom 3. November 2014 ergebe, habe sie wegen Drohungen des Beschuldigten auf eine Strafanzeige bzw. anschliessend auf eine Parteistellung als Strafklägerin verzichtet. Die Staatsanwaltschaft habe sie teilweise als Partei behandelt. Der angefochtene Entscheid basiere auf willkürlichen Sachverhaltsfeststellungen und verletze Art. 120 StPO.