Citation: 2P.60/2001 03.07.2001 E. 1

1.- a) aa) Gemäss Art. 87 OG in der am 8. Oktober 1999 revidierten Fassung, in Kraft seit 1. März 2000 (AS 2000 416), ist die staatsrechtliche Beschwerde gegen selbständig eröffnete Vor- und Zwischenentscheide über die Zuständigkeit und über Ausstandsbegehren zulässig; diese Entscheide können später nicht mehr angefochten werden (Abs. 1). Gegen andere selbständig eröffnete Vor- und Zwischenentscheide steht sie offen, wenn diese einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken können (Abs. 2). Als Endentscheid gilt jeder Entscheid, der das Verfahren vorbehältlich eines Weiterzugs an eine höhere Instanz abschliesst, sei es durch einen Sachentscheid, sei es aus prozessualen Gründen (BGE 123 I 325 E. 3b S. 327). bb) Mit dem neuen Art. 87 Abs. 1 OG hat der Gesetzgeber die vom Bundesgericht entwickelte Praxis kodifiziert, welche die staatsrechtliche Beschwerde gegen Zwischenentscheide über gerichtsorganisatorische Fragen ausnahmsweise zuliess, auch wenn sie keinen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken konnten (BGE 124 I 255 E. 1b S. 259, mit Hinweisen). Gleichzeitig stellte er klar, dass solche Zwischenentscheide über die Zuständigkeit und den Ausstand der entscheidenden Behörde nunmehr unmittelbar beanstandet werden müssen und nicht erst zusammen mit dem Endentscheid angefochten werden können (BGE 126 I 203 E. 1). Der Anwendungsbereich von Art. 87 OG ist heute schliesslich nicht mehr bloss auf Beschwerden wegen Verletzung von Art. 4 aBV bzw. der entsprechenden Bestimmungen der neuen Verfassung beschränkt; die Regel gilt jetzt unabhängig vom Beschwerdegrund (BGE 126 I 207 E. 1b S. 209 f.). b) aa) Der vorliegend angefochtene Entscheid schliesst das Perimeterverfahren unbestrittenermassen nicht ab. Es handelt sich dabei um einen (letztinstanzlichen) Zwischenentscheid, welcher weder eine Frage der Zuständigkeit noch des Ausstands der entscheidenden Behörde betrifft. Zwar macht die Beschwerdeführerin geltend, die "Verfügung" des Bauamts vom 21. Februar 2000 sei "nichtig", weil der Gemeinderat hätte entscheiden müssen (Art. 3 in Verbindung mit Art. 27 des Baugesetzes der Gemeinde X.________ [BG]). Dabei geht es aber nicht um eine Zuständigkeitsfrage im Sinne von Art. 87 Abs. 1 OG, war die Kompetenz des Gemeindevorstands gemäss Art. 27 BG doch nie bestritten und ging das Bauamt seinerseits auch nie davon aus, für die Durchführung des Perimeterverfahrens (allein) zuständig zu sein. Sein Schreiben an die Grundeigentümer diente dazu, diese zu informieren und in das Entscheidverfahren einzubinden, wie dies vom Verwaltungsgericht in seinem Urteil "vom 17. März, 23. August 1994 und 17. März 1999" gefordert worden war. Anfechtungsgegenstand vor Verwaltungsgericht bildete - losgelöst von der Bezeichnung - der Entscheid des Gemeinderats und nicht das Schreiben des Bauamts; damit hat aber tatsächlich das zuständige Organ über die verschiedenen aufgeworfenen Zwischenfragen im Zusammenhang mit der Baukostenabrechnung, welche Grundlage des Perimeterentscheids bilden wird, entschieden. bb) Damit ein Zwischenentscheid gemäss Art. 87 Abs. 2 OG mit staatsrechtlicher Beschwerde angefochten werden kann, bedarf es eines nicht wieder gutzumachenden Nachteils rechtlicher Natur; eine bloss tatsächliche Beeinträchtigung - wie beispielsweise eine Verlängerung oder Verteuerung des Verfahrens - genügt nicht. Der Nachteil ist dann rechtlicher Natur, wenn er auch durch einen für den Beschwerdeführer günstigen Endentscheid nicht mehr behoben werden kann. Dabei ist nicht nötig, dass er sich schon im kantonalen Verfahren beheben lässt; es genügt, wenn er in einem anschliessenden bundesgerichtlichen Verfahren beseitigt werden kann (BGE 126 I 97 E. 1b und 207 E. 2, je mit Hinweisen). Dies ist hier der Fall: Die Beschwerdeführerin wird die Einrede der Verwirkung bzw. Verjährung noch im Verfahren gegen den Perimeterentscheid (und nicht nur die Baukostenabrechnung) erheben können. Ebenso wird sie in diesem Verfahren die Frage aufwerfen dürfen, ob die Baukostenabrechnung nunmehr genügend erstellt erscheint und insofern dem Entscheid des Verwaltungsgerichts "vom 17. März, 23. August 1994 und 17. März 1999" hinreichend nachgekommen wurde. Es wird erst noch zu prüfen sein, ob und welche Rechtsfolgen allenfalls daran zu knüpfen sind, dass durch die Gemeinde nicht mehr alle Belege erhältlich gemacht werden konnten, und ob deshalb weitere Beweismassnahmen nötig erscheinen. Hinsichtlich der Feststellung, die Beschwerdeführerin habe auf die Beantragung einer Expertise verzichtet, ist das Verwaltungsgericht nicht eingetreten, weil insofern - mangels eines entsprechenden Antrags - (noch) kein anfechtbarer Hoheitsakt des Gemeinderats vorliege. cc) Mit Art. 87 OG wollte der Gesetzgeber das Bundesgericht entlasten; es soll sich als Staatsgerichtshof grundsätzlich nur einmal mit dem gleichen Rechtsstreit befassen müssen (BGE 117 Ia 251 E. 1b S. 254; 106 Ia 229 E. 3d S. 235; vgl. Botschaft über die Inkraftsetzung der neuen Bundesverfassung und die notwendigen Anpassungen der Gesetzgebung, BBl 1999 7922 ff., S. 7937 f.). Das gilt auch hier. Selbst wenn das Verwaltungsgericht sich mit seinem Entscheid in den verschiedenen Punkten bereits weitgehend festgelegt hat, ist der Nachteil, welcher der Beschwerdeführerin droht, durch einen positiven Entscheid des Bundesgerichts im Rahmen einer allfälligen staatsrechtlichen Beschwerde gegen den Perimeterentscheid durchaus noch zu beheben; er ist somit nicht rechtlicher Natur im Sinne von Art. 87 OG (vgl. BGE 115 Ia 315 E. 1a/aa S. 319 betreffend Verteilschlüssel für Akontozahlungen auf Administrativkosten in einem amtlichen Quartierplanverfahren).