Citation: 6B_1148/2023 E. 5.3.1

5.3.1. Gemäss Art. 343 Abs. 3 StPO erhebt das Gericht im Vorverfahren ordnungsgemäss erhobene Beweise nochmals, sofern die unmittelbare Kenntnis des Beweismittels für die Urteilsfällung notwendig erscheint. Art. 343 Abs. 3 StPO gelangt nach der Rechtsprechung zur Anwendung, wenn eine Zeugenaussage den Ausgang des Verfahrens beeinflussen kann. Dies ist namentlich der Fall, wenn die Kraft des Beweismittels in entscheidender Weise vom Eindruck abhängt, der bei seiner Präsentation entsteht, beispielsweise wenn es in besonderem Masse auf den unmittelbaren Eindruck der Aussage der einzuvernehmenden Person ankommt, so wenn die Aussage das einzige direkte Beweismittel ("Aussage gegen Aussage"-Konstellation) darstellt (BGE 140 IV 196 E. 4.4.2; Urteile 7B_215/2022 vom 25. Oktober 2024 E. 2.3.2; 6B_1232/2023 vom 18. September 2024 E. 2.1; je mit Hinweisen).