Citation: U 317/01 05.02.2003 E. 4.2

4.2.1 Was den Verdienst anbelangt, den der Beschwerdeführer mit seinen körperlichen Beeinträchtigungen bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), gingen das kantonale Gericht und die Beschwer degegnerin davon aus, es könne nicht auf das aktuelle monatliche Malereinkommen von Fr. 3'000.- abgestellt werden, da dieses gemäss Arbeitgeberauskunft bereits seit längerer Zeit erheblich über der effektiv geleisteten Arbeit liege und sich inskünftig auf Grund der zunehmenden Arthrosebeschwerden noch verschlechtern dürfte. Dem Versicherten sei indes - ohne langwierige Umschulungsmassnahmen - eine berufliche Umstellung auf eine leidensangepasste Tätigkeit zuzumuten, welche es ihm ohne weiteres ermöglichen würde, dauerhaft einen Lohn von mindestens Fr. 3'000.- bzw. Fr. 39'000.- (Fr. 3'000.- x 13) zu realisieren. Daraus resultiere bei einem Valideneinkommen von Fr. 78'000.- unverändert ein Invaliditätsgrad von 50 %. Als mögliche Beschäftigungen wurden diverse leichtere Hilfsarbeitertätigkeiten in verschiedenen Branchen wie Kontroll- und Überwachungsfunktionen in der Industrie, Beschäftigungen als Lagermitarbeiter oder in der Kleinmontage, etc. genannt. 4.2.2 Dagegen bringt der Beschwerdeführer zur Hauptsache vor, es sei ihm nach jahrzehntelanger Malertätigkeit nicht mehr zumutbar, eine andere Arbeit aufzunehmen. Der Invalideneinkommensbemessung sei weiterhin sein - zufolge der in den Wintermonaten November bis Februar wegen Kälteempfindlichkeit eintretenden Leistungseinbusse zusätzlich zu reduzierender - aktueller Verdienst als Maler zu Grunde zu legen. Unstreitig ist bzw. war der Versicherte aus medizinischer Sicht im Malergewerbe bei einer - tendenziell auf Grund der Arthrosebeschwerden noch abnehmenden - Restarbeitsfähigkeit von bestenfalls 50 % weder momentan noch in den vorangegangenen Jahren optimal eingegliedert. Der im Rahmen der Schadenminderungspflicht zumutbare Wechsel in ein neues Betätigungsfeld vermeidet mindestens eine Erhöhung der bisherigen Invalidität, während ohne berufliche Änderung vermehrte Rentenleistungen zu gewärtigen sind. Dass der Beschwerdeführer im Zeitpunkt des Einspracheentscheides vom 12. Juli 2000 beinahe das 50. Altersjahr erreicht hat, steht einem Berufswechsel angesichts einer Aktivitätsperiode von noch 15 Jahren bis zur ordentlichen Pensionierung grundsätzlich nicht entgegen, zumal im Bereich des Unfallversicherungsrechts gemäss Art. 28 Abs. 4 UVV bei der Bestimmung des Invaliditätsgrades von versicherten Personen, deren vorgerücktes Alter sich erheblich als (Mit-)Ursache der Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit auswirkt, ohnehin die Erwerbseinkommen massgebend sind, die eine versicherte Person im mittleren Alter bei einer entsprechenden Gesundheitsschädigung hypothetisch erzielen könnte. Im Übrigen wäre eine berufliche Umorientierung bereits 1990 medizinisch indiziert gewesen, als der Beschwerdeführer 39 Jahre zählte und ein Wechsel in eine körperlich geeignetere Tätigkeit weniger Mühe bereitet hätte. Wie die SUVA in ihrer Verfügung vom 10. April 2000 zutreffend ausgeführt hat, bleibt es einer versicherten Person unbenommen, zu entscheiden, wo und auf welche Weise sie ihre verbleibende Erwerbsfähigkeit letztlich zu verwerten wünscht. Zieht sie indessen eine Arbeit vor, bei der sie eine höhere Verdiensteinbusse erleidet, als dies bei einer zumutbaren anderen Tätigkeit der Fall wäre, so kann ihr daraus grundsätzlich - auch zu einem späteren Zeitpunkt - kein Anspruch auf höhere Rentenleistungen erwachsen. Für Erwerbslosigkeit aus invaliditätsfremden Gründen hat die Unfallversicherung nicht einzustehen (BGE 107 V 21 Erw. 2c; AHI 1999 S. 238 f. Erw. 1). Aus dem Umstand, dass die SUVA - ausgehend von dem auf Wunsch des Versicherten weiterhin ausgeübten 50 %igen Malerpensum - dem Beschwerdeführer ab 1. August 1990 trotz möglichen geeigneteren Verweisungsbeschäftigungen eine Rente auf der Basis eines Invaliditätsgrades von 50 % zugesprochen hat, kann der Versicherte nun, da er sich auf Grund seiner Unfallfolgen ausser Stande sieht, sein 50 %iges Rendement als Maler längerfristig zu erbringen, nichts zu Gunsten seines Standpunktes ableiten. Mit Blick auf die dem Versicherten obliegende Schadenminderungspflicht ist ihm gesamthaft gesehen mit Vorinstanz und SUVA somit die Aufnahme einer seinen Handgelenksbeschwerden angepassteren Tätigkeit und die Erzielung eines Verdienstes von mindestens Fr. 3'000.- monatlich bzw. Fr. 39'000.- jährlich (Fr. 3'000.- x 13) zuzumuten, weshalb es bei einer unfallbedingten Erwerbseinbusse von 50 % bleibt.