Citation: 9C_501/2020 E. 4.1.2

4.1.2. Die Frage, ob die B.________ AG C.________ Verwaltungsratshonorare für die Tätigkeit bei der B.________ AG ausbezahlte oder ob diese Zahlungen im Rahmen eines Cash-Poolings von der B.________ AG anstelle der D.________ AG an C.________ bezahlt wurden, betrifft die Feststellung des Sachverhaltes. Diese ist daher für das Bundesgericht grundsätzlich verbindlich (vgl. E. 1.2). Was der Beschwerdeführer gegen die vorinstanzlichen Feststellungen vorbringt, vermag sie nicht als offensichtlich falsch oder auf einer Rechtsverletzung beruhend erscheinen lassen. So trägt er selber vor, er habe keine Veranlassung gehabt, anlässlich der Revision auf das "Cash-Pooling" näher einzugehen. Er habe damals damit argumentiert, C.________ sei nicht dem schweizerischen Sozialversicherungsrecht unterstellt. Im Übrigen beschränkt er sich im Wesentlichen auf das Vorbringen, er habe sinngemäss auf das "Cash-Pooling" hingewiesen bzw. er habe explizit darauf hingewiesen, dass "die B.________ AG und D.________ AG zu einem Konzerngefüge gehören und nicht nur eine gemeinsame Steuerverrechnung durchgeführt haben, sondern auch die Auszahlung von Honorarnoten und Gehältern gemeinsam durchgeführt haben". Mit diesen Ausführungen gibt der Beschwerdeführer lediglich eine eigene Sachverhaltsinterpretation wieder, welche nicht dazu führen kann, dass die detailliert begründeten vorinstanzlichen Feststellungen als offensichtlich falsch zu betrachten wären. Als ausschlaggebendes Element ist zu beachten, dass die Zahlungen an C.________ unbestrittenerweise im Konto xxx "Management Fees" verbucht worden waren. Das ist gemäss allen üblichen Kontorahmen ein Aufwandkonto. Demgegenüber bezeichnet Cash-Pooling, wie in den nicht weiter bestrittenen vorinstanzlichen Erwägungen richtig ausgeführt wurde, einen konzerninternen Liquiditätsausgleich durch ein zentrales Finanzmanagement, das den Konzernunternehmen überschüssige Liquidität entzieht bzw. Liquiditätsunterdeckungen durch Kredite ausgleicht. Es handelt sich dabei somit um reine Bilanztransaktionen, welche - abgesehen von den Zinsfolgen - grundsätzlich keine erfolgswirksamen Auswirkungen haben. Es ist daher nicht nachvollziehbar, inwiefern eine Zahlung im Rahmen eines Cash-Poolings bei der die Zahlung leistenden Gesellschaft zu einer Aufwandbuchung führen könnte. Wenn die Gesellschaft "Management Fees" als Aufwand verbucht hat, so signalisiert das vielmehr - vorbehalten einer unrechten Verbuchung oder einer geldwerten Leistung der Gesellschaft an einen Nahestehenden, beispielsweise an eine Schwester- oder Tochtergesellschaft -, dass sie tatsächlich Auslagen für derartige Leistungen zu ihren Gunsten hatte. Das gilt auch hier, nachdem der Beschwerdeführer nicht geltend macht, es handle sich bei den verbuchten Zahlungen um eine solche geldwerte Leistung, und seine Behauptung, es habe sich um Liquiditätsausgleich gehandelt, die Verbuchungsweise nicht zu erklären vermag. Insoweit gibt die Beschwerde keinen Grund von der vorinstanzlichen Sachverhaltsfeststellung abzuweichen, wonach nicht von Zahlungen im Rahmen eines Cash-Poolings auszugehen ist. Soweit der Beschwerdeführer im Weiteren vorbringt, C.________ sei nie als Verwaltungsrat der B.________ AG im Handelsregister eingetragen gewesen, übersieht er, dass die formelle Organeigenschaft des Bezügers eines Entgelts für Leitungsfunktionen nicht Voraussetzung für die Qualifikation dieses Entgeltes als beitragspflichtiger Lohn darstellt. Massgebend ist vielmehr, ob die Zahlung für eine - als unselbständig zu qualifizierende - Tätigkeit zu Lasten der Gesellschaft entrichtet wurde. Auch diesbezüglich ist vorliegend in erster Linie relevant, dass die Gesellschaft selber die Zahlungen an C.________ im Konto xxx "Management Fees" als Aufwand verbucht hat. Auf diese selbstgewählte Verbuchungsweise ist die Gesellschaft - bereits aufgrund des Massgeblichkeitsprinzips - zu behaften. Das hat zur Folge, dass davon auszugehen ist, C.________ habe für die Gesellschaft - oder im Auftrag der Gesellschaft für eine Gruppengesellschaft - Managementdienstleistungen erbracht, für welche er von ihr entschädigt wurde. Die, im Übrigen in der Beschwerde nicht weiter belegte, Behauptung, C.________ sei für Leistungen entschädigt worden, die er der D.________ AG erbracht hatte, mag daran nichts zu ändern: Wesentlich ist, dass die Leistungen durch die Gesellschaft entschädigt worden sind. Die Vorinstanz hat denn auch zu Recht darauf hingewiesen, dass als "Management Fees" (im Konzernverhältnis) Entgelte bezeichnet werden, die eine Holdinggesellschaft (bzw. richtigerweise [irgend]eine Konzerngesellschaft) für (Management-) Tätigkeiten zugunsten von anderen Konzerngesellschaften bezieht. Für die vorliegende Konstellation, in welcher von der Holdinggesellschaft als "Management Fees" bezeichnete Vergütungen an eine natürliche Person bezahlt und erfolgswirksam verbucht wurden, weist dies darauf hin, dass der Empfänger für Managementdienstleistungen, welche er für die bezahlende Gesellschaft zu Gunsten einer anderen Konzerngesellschaft erbracht hatte, entschädigt wurde. Der Beschwerdeführer führt somit auch in dieser Hinsicht nichts an, was dazu führen könnte, die konkreten Verhältnisse anders zu beurteilen. Der Beschwerdeführer bringt schliesslich vor, die Ausgleichskasse habe zweimal Sozialversicherungsbeiträge auf den Verwaltungsratshonorarzahlungen an C.________ verlangt, einerseits über die Beitragserhebung bei der D.________ AG in Liq. und andererseits über die Beitragserhebung bei der B.________ AG. Dies bestreitet die Beschwerdegegnerin unter Verweis auf die eingereichte Lohnbescheinigung 2015 der D.________ AG vom 14. Januar 2016 und den Bericht über die Arbeitgeberkontrolle bei der D.________ AG vom 24. August 2016 als aktenwidrig. Die Einreichung dieser neuen Unterlagen durch die Ausgleichskasse ist als zulässig zu beurteilen (Art. 99 Abs. 1 BGG), nachdem sie in der Aufforderung zur Vernehmlassung zu diesem Sachverhaltsumstand ausdrücklich befragt wurde (Art. 105 Abs. 2 BGG). Die Behauptung des Beschwerdeführers einer doppelten Abrechnung ist damit widerlegt. Zudem kann er entgegen seinen Ausführungen nichts zu seinen Gunsten aus der Schadenersatzverfügung vom 19. April 2017 betreffend die D.________ AG ableiten, ergibt sich daraus doch nichts Abweichendes.