Citation: 9C_431/2023 E. 4.2

4.2. Die Vorinstanz hat erwogen, dass Art. 29 Abs. 1 TG/VS zwar dem Wortlaut nach für die Erhebung der Tourismusförderungstaxe Sitz oder Wohnsitz im Kanton voraussetze, diese Bestimmung aber nur juristische Personen und selbständig erwerbende natürliche Personen betreffe. Andere Taxenpflichtige würden dagegen von Art. 29 Abs. 2 TG/VS erfasst. Diese Personen könnten nach Art. 185 und 188 des Steuergesetzes des Kantons Wallis vom 10. März 1976 (StG/VS; SGS 642.1) zur Bezahlung der Taxe herangezogen werden (vgl. angefochtenes Urteil E. 6.4). Diese Vorschriften des Walliser Steuergesetzes stehen unter dem Titel "Die interkommunale Steueraufteilung" und bestimmen unter anderem, dass selbständigerwerbende Steuerpflichtige in jeder Gemeinde besteuert werden, in der sie eine Betriebsstätte besitzen (Art. 185 Abs. 1 StG/VS). Dem Kanton persönlich zugehörige Steuerpflichtige versteuern danach Vermögen und Vermögensertrag in der Wohnsitz- oder Aufenthaltsgemeinde, während Liegenschaftseigentümer, die im Wallis nur kraft wirtschaftlicher Zugehörigkeit steuerpflichtig sind, für das Einkommen und Vermögen von ihren Liegenschaften von der Lagegemeinde besteuert werden, wobei das kommerzielle und industrielle Vermögen gemäss den in jeder Gemeinde lokalisierten Aktiven aufgeteilt wird (Art. 188 Abs. 1 und 4 StG/VS). Laut der Vorinstanz stützen ausserdem auch die Entstehungsgeschichte - namentlich die Botschaft des Staatsrats zum TG/VS - und teleologische Überlegungen die Taxenpflicht von kantonsfremden Vermietern von Ferienwohnungen (vgl. angefochtenes Urteil E. 6.7).