Citation: I 262/01 23.01.2003 E. 2

Streitig sind der Invaliditätsgrad und der Rentenbeginn. 2.1 Die IV-Stelle und die Vorinstanz haben den Invaliditätsgrad auf Grund eines Einkommensvergleichs bestimmt. Dazu wurde das als selbstständige Übersetzerin bei reduziertem Arbeitsausmass erzielte Einkommen dem hypothetischen Valideneinkommen gegenübergestellt, welches als das Einkommen bestimmt wurde, das im massgeblichen Zeitraum bei der früheren Arbeitgeberin bei ununterbrochen fortgesetzter Anstellung erzielt worden wäre. Auch wenn einzuräumen ist, dass die Bestimmung eines hypothetischen Einkommens naturgemäss immer mit Unsicherheiten behaftet ist, kann doch nicht übersehen werden, dass diese im vorliegenden Fall ausserordentlich zahlreich und bedeutend sind. Zwischen dem Verlassen der Stelle als Übersetzerin bei der F.________ im Jahr 1979 und dem Zeitpunkt der Anmeldung (4. Februar 1999) liegen rund zwanzig Jahre. Begründete Annahmen über die ohne Eintritt einer Behinderung wahrscheinliche berufliche Entwicklung einer versicherten Person über einen solchen Zeitraum sind nahezu unmöglich. Mit Unsicherheiten behaftet ist auch die Auszahlung eventueller Boni, wobei der Beschwerdeführerin darin zuzustimmen ist, dass nicht entscheidend sein kann, ob auf diese Boni ein Rechtsanspruch besteht, sondern vielmehr, ob solche mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ausbezahlt worden wären. Da zudem ungewiss ist, ob Stellen von der Art, wie sie die Beschwerdeführerin bis 1979 versah, heute bei der Nachfolgerin der ursprünglichen Arbeitgeberin überhaupt noch bestehen (telefonische Auskunft der Y.________ vom 24. Januar 2000, festgehalten in der Aktennotiz der IV-Stelle vom 31. Januar 2000), wären auch Überlegungen zur beruflichen Entwicklung der Beschwerdeführerin ohne Behinderung und ausserhalb des früheren Arbeitsverhältnisses anzustellen, wofür noch weniger Grundlagen bestehen. Bei dieser Sachlage ist ein Einkommensvergleich nicht durchführbar. Der Invaliditätsgrad ist stattdessen mittels des ausserordentlichen Bemessungsverfahrens (Erw. 1.3) zu bestimmen. Gemäss ärztlicher Auskunft von Dr. med. S.________ vom 19. Juni 2000 besteht bei der Beschwerdeführerin eine Arbeitsunfähigkeit von 70 % ab dem 12. Januar 1998, dies bei vorbestehender Arbeitsunfähigkeit in nicht mehr bestimmbarem Ausmass. In der konkreten Situation kann für die erwerbliche Gewichtung dieser Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit davon ausgegangen werden, dass sie zu einer Erwerbseinbusse von ebenfalls 70 % führt. Damit beträgt auch der Invaliditätsgrad 70 %, womit die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine ganze Rente hat (Art. 28 Abs. 1 IVG). 2.2 Was den Beginn des Rentenanspruchs betrifft, lässt die Versicherte geltend machen, die von Dr. med. S.________ mit Schreiben vom 19. Juni 2000 erneut bestätigte Arbeitsunfähigkeit von 70 % ab dem 12. Januar 1998 habe klarerweise schon längst vorher in einem Ausmass von mindestens 20 % bestanden. Ab diesem Arbeitsunfähigkeitsgrad beginnt die Wartezeit gemäss der Rechtsprechung (Erw. 1.1) zu laufen. Die Wartezeit gemäss Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG sei am 12. Januar 1998 als vollendet zu betrachten. Tatsächlich äussert sich der Arzt dahingehend, die Arbeitsfähigkeit sei sicher bereits vor dem genannten Datum eingeschränkt gewesen. Allerdings hält er zugleich fest, dass darüber keine ärztlichen Untersuchungen und Bestätigungen vorliegen. Über das Ausmass der Einschränkung in der Erwerbsfähigkeit vor dem 12. Januar 1998 lassen sich daher keine genügend sicheren Aussagen machen. Aus diesem Grund kann die Wartezeit nicht vor dem 12. Januar 1998 zu laufen beginnen, was zum Beginn des Rentenanspruchs am 1. Januar 1999 führt (Art. 29 Abs. 1 lit. b und Abs. 2 IVG).