Citation: 6B_47/2022 E. 2.4.2

2.4.2. Der Beschwerdeführer wurde zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 24 Monate verurteilt. Bereits bei einer Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren oder mehr ("Zweijahresregel") bedarf es ausserordentlicher Umstände, damit das private Interesse des Betroffenen an einem Verbleib in der Schweiz das öffentliche Interesse an einer Ausweisung überwiegt. Dies gilt grundsätzlich selbst bei bestehender Ehe mit einer Schweizerin und gemeinsamen Kindern ("Reneja-Praxis", BGE 135 II 377 E. 4.4; Urteil 6B_1299/2019 vom 28. Januar 2020 E. 3.4.7 mit Hinweisen). Solche ausserordentlichen Umstände sind nicht gegeben (vgl. dazu sogleich). Das Verschulden des Beschwerdeführers wurde als erheblich beurteilt. Auf diese Qualifikation ist nicht weiter einzugehen, weil die Strafzumessung vorliegend unangefochten blieb. Daneben berücksichtigt die Vorinstanz zu Recht die Anzahl sowie den Zeitraum der Delikte. Der Beschwerdeführer beging die dem vorliegend unangefochten gebliebenen Schuldspruch zugrunde liegenden 19 Betrugsfälle über einen Zeitraum von eineinhalb Jahren. Ins Gewicht fällt, dass der Beschwerdeführer bei seiner Delinquenz oftmals auf sprachunkundige, mit den hiesigen Verhältnissen wenig bekannte oder sich in einer Notlage befindenden Opfer abzielte. Erschwerend kommt die professionelle Art und Weise des Vorgehens hinzu. Von Bedeutung ist sodann die Deliktssumme von insgesamt deutlich über Fr. 100'000.--. Das öffentliche Interesse am Schutz vor Serienbetrügen wird nicht deshalb geringer, weil es sich um Straftaten gegen das Vermögen handelt. Zudem schliesst die Vorinstanz nachvollziehbar auf eine Rückfallgefahr sowie Gefahr für die öffentliche Sicherheit, indem weder die laufende Strafuntersuchung noch die Therapie gegen die Spielsucht den Beschwerdeführer davon abhielt, weiter zu delinquieren. Dass sie der Gefahr für die öffentliche Sicherheit durch weitere Taten des Beschwerdeführers "- wenn auch in geringem Ausmass -" anfügt, führt nach den vorstehenden Ausführungen zu keiner Verringerung des öffentlichen Interesses, zumal es sich nicht um das einzige relevante Kriterium handelt. Das Wohlverhalten des Beschwerdeführers in letzter Zeit ist aufgrund des drohenden Strafvollzugs und der drohenden Landesverweisung als relativierend zu betrachten (vgl. Urteil 6B_1412/2021 vom 9. Februar 2023 E. 2.5.3 mit Hinweis).