Citation: 5A_676/2015 E. B

Am 8. September 2013 teilte B.A.________ dem Stiftungsrat schriftlich mit, dass sie wieder Einsitz in dieses Gremium nehme. Am 15. September 2013 erklärte K.________ seinen Rücktritt aus dem Stiftungsrat "auf den nächstmöglichen Termin". Den in der Folge von A.A.________ vorbereiteten Zirkularbeschluss, mit welchem vom Rücktritt von K.________ Kenntnis genommen sowie die Funktion und Zeichnungsberechtigung von B.A.________ geregelt werden sollte, lehnten F.________ und G.________ ab. Mit Zirkulationsbeschluss von 10./14. Oktober 2013 kamen K.________, F.________ und G.________ überein, eine Feststellungs- und Herausgabeklage gegen die beiden Erbinnen einzureichen, und sie beauftragten Rechtsanwalt Marco Troller mit der Einleitung und Führung des Prozesses. Am 4. November 2013 führte A.A.________ in Zürich-Flughafen eine ausserordentliche "Stiftungsratssitzung" zwecks Regelung von Funktion und Zeichnungsberechtigung von B.A.________ durch, an welcher sie und ihre Schwester B.A.________ anwesend waren. Gemäss Sitzungsprotokoll wurde der einstimmige "Beschluss" gefasst, B.A.________ als Mitglied des Stiftungsrates im Handelsregister einzutragen. A.A.________ veranlasste in der Folge die Eintragung von B.A.________ per 6. November 2013 und liess gleichzeitig K.________ im Handelsregister löschen. Mit Schreiben vom 20. November 2013 lud A.A.________ die Stiftungsratsmitglieder zu einer ordentlichen Stiftungsratssitzung auf den 13. Dezember 2013 ein. Gemäss Traktandenliste wurde unter Ziff. 5 das Tranktandum "Wahl Stiftungsrat" angekündigt. Gemäss Sitzungsprotokoll waren an der Sitzung vom 13. Dezember 2013 A.A.________ und B.A.________, K.________, F.________ und G.________ sowie ein Vertreter der Revisionsstelle und die Geschäftsführerin L.________ anwesend. G.________ bestritt zu Beginn des Traktandums "Wahl Stiftungsrat" die Stellung von B.A.________ als Stiftungsrätin. Ohne auf diesen Einwand einzugehen, schlug A.A.________ darauf C.________, D.________ und E.________ als neue Stiftungsräte vor, welche sogleich den Sitzungsraum betraten. Nach kurzer Diskussion, bei welcher G.________ gegen das Vorgehen protestierte, schritt A.A.________ zur Abstimmung. Sie und ihre Schwester stimmten für die drei Kandidaten, während F.________ und G.________ gegen deren Zuwahl votierten. K.________ gab - nachdem ihn G.________ zur Stimmabgabe aufgefordert, A.A.________ seine Stimmberechtigung aber verneint hatte - keine Stimme ab. Unter Berufung auf den ihr bei Stimmengleichheit zukommenden Stichentscheid, den sie zugunsten der drei Kandidaten ausübe, stellte A.A.________ die "Wahl" von C.________, D.________ und E.________ in den Stiftungsrat fest. G.________, F.________ und K.________ verliessen darauf gemeinsam mit L.________ und dem Revisor den Sitzungsraum. Die verbliebenen Personen behandelten in der Folge die weiteren Traktanden, wobei sie zunächst über die Konstituierung des Stiftungsrates und die Zeichnungsberechtigung der neuen Mitglieder "Beschluss" fassten. Unter dem Traktandum 11 "Vermächtnis J.A.________" wurde sodann im Ausstand von A.A.________ und B.A.________ beschlossen, Rechtsanwalt Troller das Mandat zur Klage gegen die beiden Erbinnen mit sofortiger Wirkung zu entziehen. Unter dem Traktandum 12 "Varia" wurde festgehalten, dass das Vertrauensverhältnis zur Geschäftsführerin L.________ als Folge ihres Verhaltens an der Sitzung zerstört sei und ihr mit sofortiger Freistellung gekündigt werde.