Citation: 1B_450/2022 E. 5.1

5.1. Dem zitierten Urteil 1B_479/2022 lag folgende Fallkonstellation zugrunde: Es handelte sich um einen schwerwiegenden Straffall mit notwendiger Verteidigung. Die Anklageschrift warf dem Beschuldigten insbesondere versuchte Tötung, versuchte schwere Körperverletzung und Raub vor. Die Staatsanwaltschaft beantragte in der Anklageschrift eine Freiheitsstrafe von 12 Jahren und eine stationäre therapeutische Massnahme. Bis zum angefochtenen Entscheid hatte der Beschuldigte mehr als 1'200 Tage strafprozessuale Haft erstanden. Ins Gewicht fiel sodann, dass die Offizialverteidigung ihn jahrelang nie für ein Instruktionsgespräch im Gefängnis besucht bzw. kontaktiert hatte, etwa zur Besprechung von wichtigen Verfahrensschritten oder zur Absprache der Verteidigungsstrategie, und dass alle Kontakte zwischen ihr und dem Beschuldigten sich auf förmliche Einvernahmetermine beschränkt hatten, wobei sie an mehreren Einvernahmen des Beschuldigten nicht teilgenommen hatte. Dennoch hatten die kantonalen Instanzen sein Gesuch um Wechsel der Offizialverteidigung abgelehnt (vgl. zit. Urteil 1B_479/2022 E. 2.7). Das Bundesgericht ordnete dort zwar den Verteidigerwechsel (ex nunc) mit Einsetzung des Wahlverteidigers des Beschuldigten als neuen amtlichen Rechtsbeistand an. Es wies jedoch dessen Antrag auf eine zeitliche Rückwirkung der neuen amtlichen Verteidigung für einen Zeitraum von mehr als einem Jahr ab. Über die erwähnte Passivität bezüglich Gefängnisbesuche und Kommunikation hinaus hatte der Beschuldigte keine konkreten schweren Fehler und Versäumnisse der früheren Offizialverteidigerin dargelegt, die darauf hätten schliessen lassen, dass er im Untersuchungsverfahren nicht ausreichend wirksam verteidigt gewesen wäre bzw. eine Wiederholung von Teilen der Untersuchung von Bundesrechts wegen geboten gewesen wäre. Aus Gründen der Verfahrensfairness gab das Bundesgericht dem unterdessen mit dem Fall befassten erstinstanzlichen Strafgericht jedoch folgende prozessualen Direktiven: Soweit der neue amtliche Verteidiger entsprechende substanziierte Verfahrensanträge stellen würde, hatte das Strafgericht zu prüfen, ob gewisse Einvernahmen, an denen die bisherige Offizialverteidigung nicht teilgenommen hatte, im Beisein des neuen amtlichen Verteidigers zu ergänzen sein würden; gegebenfalls würde diesem die Gelegenheit einzuräumen sein, Ergänzungsfragen zu stellen. Ausserdem hatte das Strafgericht den Beschuldigten ausführlich zu befragen und dem neuen Offizialverteidiger dabei die Möglichkeit zu geben, Ergänzungsfragen zu stellen (zit. Urteil 1B_479/2022 E. 2.8).