Citation: 6B_1170/2019 E. 1.1

1.1. Die vorinstanzlichen Erwägungen zur Strafzumessung lauten zusammengefasst wie folgt (angefochtenes Urteil S. 19-24) : Es handle sich um einen schweren Fall im Sinn von Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG. Sei damit ein Qualifikationsgrund gegeben, komme der dafür gegebene verschärfte Strafrahmen (1 bis 20 Jahre Freiheitsstrafe) zur Anwendung. Die zusätzlich vorliegende Gewerbsmässigkeit (Art. 19 Abs. 2 lit. c BetmG) führe zu einer Straferhöhung innerhalb des verschärften Strafrahmens. Menge und Art der gehandelten Drogen - und damit das Ausmass der gesundheitlichen Gefährdung Dritter - seien verschuldenserhöhend zu veranschlagen: Der Beschwerdeführer habe bis zu seiner Verhaftung über einen Zeitraum von rund einem Jahr mit mindestens 5'357 Gramm reinem Amphetamin, mindestens 76,5 Gramm reinem Kokain und 50 LSD-Trips gehandelt. Überdies habe er zum Verkauf von 9,2 Gramm reinem Kokain und 446 LSD-Trips Anstalten getroffen. Diese Mengen überträfen die vom Bundesgericht für die Annahme einer qualifizierten Widerhandlung festgelegten Mindestmengen (BGE 145 IV 312 E. 2.1.3 S. 317) um das 148-fache (Amphetamin), beinahe das Fünffache (Kokain) und um das Zweieinhalbfache (LSD). Das Verschulden sei insgesamt mittelschwer bis schwer. Ausserhalb des Bereichs der harten Drogen habe der Beschwerdeführer mit 526 Gramm MDMA, 7 Kilogramm Marihuana, 500 Ecstasy-Tabletten und 250 2C-B-Tabletten gehandelt resp. Anstalten dazu getroffen. Diese erhebliche Menge wirke sich zusätzlich in mittlerem Mass verschuldenserhöhend aus. Mittelstark verschuldenserhöhend zu veranschlagen seien auch der hohe Organisationsgrad des gewerbsmässig und raffiniert handelnden Beschwerdeführers, seine Beweggründe und das erhebliche Mass an deliktischer Entscheidungsfreiheit und Selbständigkeit. Er habe sich des Darknets bedient und dort verschiedene Shops eingerichtet und ein Bitcoin-Konto eröffnet. Den Drogenhandel habe er während eines Jahres sehr intensiv betrieben und auch andere Personen gegen Entlöhnung eingesetzt, insbesondere um Drogen in die Schweiz einzuführen und hier zu lagern. Sein Vorgehen sei sehr planmässig und durchdacht gewesen. So habe er einen Gewinn von mindestens Fr. 21'545.-- erzielt (Fr. 10'725.-- aus dem Verkauf von MDMA, Marihuana, Ecstasy und 2C-B-Tabletten; Fr. 9'200.-- aus dem Verkauf von Amphetamin; Fr. 1'395.-- aus dem Verkauf von Kokain und Fr. 225.-- aus dem Verkauf von LSD -Trips). Er habe mit beachtlicher krimineller Energie, gewinnsüchtig und namentlich nicht aus finanzieller Not gehandelt. Selbst habe er immer wieder Drogen konsumiert, das mindere seine Verantwortung für die qualifizierten Widerhandlungen aber nicht. Denn der Drogenhandel habe höchstens in untergeordnetem Mass zur Finanzierung des Eigenkonsums beigetragen. Damit scheide eine Strafmilderung nach Art. 19 Abs. 3 lit. b BetmG aus. Insgesamt sei von einem mittelschweren bis schweren Tatverschulden auszugehen. Mit Blick auf den Strafrahmen von einem bis zwanzig Jahren Freiheitsstrafe sei eine solche von sieben Jahren angemessen. Was die Täterkomponenten angehe, seien die Vorstrafen (Geldstrafen von bis zu 90 Tagessätzen) leicht straferhöhend zu berücksichtigen, auch wenn sie schon mehrere Jahre zurücklägen. Weiter hätten die Aussagen des Beschwerdeführers (vollständige Geständigkeit) die Strafverfolgung wesentlich vereinfacht. Dies sei strafmindernd zu berücksichtigen, wenn auch nicht in einem Umfang, wie dies bei einem von Anfang an geständigen, einsichtigen und reuigen Täter möglich wäre. Seit der Untersuchungshaft sei der Beschwerdeführer drogenabstinent. Er sei eine Beziehung eingegangen und gehe wieder einer geregelten Arbeit nach. Der Arbeitgeber stelle ihm ein gutes Zeugnis aus. Diese Veränderungen seien positiv zu würdigen, ausserordentliche Umstände lägen jedoch nicht vor. Die Strafempfindlichkeit sei nicht erhöht; der Strafvollzug betreffe ihn nicht über das in vergleichbaren Fällen übliche Mass hinaus. Insgesamt überwögen die positiven die negativen Täterkomponenten, weshalb es sich rechtfertige, die verschuldensangemessene Strafe von sieben Jahren um ein Jahr auf sechs Jahre zu mindern.