Citation: 9C_757/2023 E. A

A.________ (geb. 1957) ist verwitwet und wohnt in U.________/SG. Am 5. November 2020 erwarb sie 1'276.7278 Anteile des Anlagefonds B.________ (nachfolgend: der ausländische Anlagefonds), die sie im Privatvermögen hielt. Der ausländische Anlagefonds ist in V.________ und den W.________ domiziliert und untersteht der dortigen Aufsichtsbehörde. Weder Zeichnungsstellen noch Verwahrstelle liegen in der Schweiz. Gemäss dem Kurzprospekt legt die Fondsleitung die erwirtschafteten Erträge des ausländischen Fonds laufend wieder an, statt sie an die Anleger auszuschütten. Am 25. Juni 2021 reichte A.________ die Steuererklärung für das Jahr 2020 ein. Sie deklarierte darin ein steuerbares Einkommen von Fr. 52'801.- sowie ein steuerbares Vermögen von Fr. 440'000.-. Im Wertschriftenverzeichnis führte sie die Anteile am ausländischen Anlagefonds mit einem Steuerwert von Fr. 188'955.- und einem Bruttoertrag von Fr. 15'051.- auf. Am 1. September 2021 beantragte A.________, anstelle der Einkünfte aus Wertschriften und Guthaben in der Höhe von insgesamt Fr. 15'051.- sei unter Berücksichtigung der Kosten ein Verlust von Fr. 622.97 zu berücksichtigen. Mit Veranlagungen vom 26. Januar 2022 setzte das Kantonale Steueramt St. Gallen das steuerbare Einkommen auf Fr. 54'000.- (direkte Bundessteuer) bzw. Fr. 52'800.- (Staats- und Gemeindesteuern; jeweils einschliesslich steuerbarer Einkünfte aus Wertschriften und Guthaben von Fr. 15'051.-) und das steuerbare Vermögen auf Fr. 444'000.- fest. Am 15. Juni 2022 wies das Kantonale Steueramt St. Gallen eine Einsprache hiergegen ab, berücksichtigte aber bei den Abzügen Verwaltungskosten für Wertschriften in der Höhe von Fr. 411.-, sodass sich neu ein steuerbares Einkommen von Fr. 53'600.- (direkte Bundessteuer) bzw. Fr. 52'400.- (Staats- und Gemeindesteuern) ergab.