Citation: 4A_294/2020 E. 4.2.4

4.2.4. Die Vorinstanz prüfte nicht, ob sich die Beschwerdegegnerin 2 anlässlich der Vorbereitung und der Durchführung der Kapitalerhöhung vom 12. Dezember 2006 pflichtwidrig verhielt, sondern liess die Frage offen. Wenn die Vorinstanz nun den Kausalzusammenhang zwischen möglichen Pflichtverletzungen der Beschwerdegegnerin 2 anlässlich der Kapitalerhöhung und dem der F.________ AG aufgrund der Auszahlungen an C.E.________ und der Genehmigung der Auszahlung an A.E.________ entstandenen Schaden verneinte, weil die Auszahlung des Darlehens ausserhalb des Zuständigkeitsbereichs der Beschwerdegegnerin 2 gelegen sei, kann ihr nicht ohne Weiteres gefolgt werden. Stünde fest, dass der F.________ AG ohne Kapitalerhöhung keine Krediterhöhung gewährt worden wäre, und stünde überdies fest, dass sich die Beschwerdegegnerin 2 derart pflichtwidrig verhalten hätte, dass bei pflichtgemässem Verhalten keine Kapitalerhöhung stattgefunden hätte, wäre nicht von der Hand zu weisen, dass sie damit die Voraussetzung für die Schädigung der F.________ AG geschaffen hätte. Allerdings wurde die F.________ AG nicht bereits dadurch geschädigt, dass ihr die H.________ AG in Liquidation eine Krediterhöhung gewährte, sondern deshalb, weil der Beschwerdegegner 1 ohne die zweckmässige Verwendung des Geldes sicherzustellen, EUR 1.85 Mio. an C.E.________ auszahlen liess, und ohne die Rückführung sicherzustellen, die Auszahlung von EUR 150'000.-- an A.E.________ genehmigte. Selbst wenn die Beschwerdegegnerin 2 sich über den Zweck der Kapitalerhöhung erkundigt hätte, wie die Beschwerdeführerin verlangt, hätte sie keinen Einfluss auf die Auszahlung der Kreditsumme gehabt. Insofern haftet sie nicht für den der F.________ AG aufgrund der nicht zweckgerichteten Verwendung des Kredits entstandenen Schadens.