Citation: 4A_197/2020 E. 3.7

3.7. Im Allgemeinen ist für die Schadensberechnung der Zeitpunkt massgebend, bis zu dem die letzte kantonale Instanz noch neue Tatsachen berücksichtigen kann (BGE 145 III 225 E. 4.1.2.1 S. 233; 125 III 14 E. 2c S. 17; MARTIN A. KESSLER, in: Basler Kommentar Obligationenrecht I, 7. Aufl. 2020, N. 4 zu Art. 42 OR; BREHM, Berner Kommentar, 4. Aufl. 2013, N. 135 zu Art. 46 OR; LANDOLT, Zürcher Kommentar, 3. Aufl. 2007, N. 191 Vorbemerkungen zu Art. 45/46; je mit Hinweisen). Wie dargelegt (E. 3.2.2 hiervor), steht eine Rückweisung durch das Bundesgericht der Berücksichtigung von Noven nicht entgegen, soweit das massgebende Prozessrecht (wie hier die altrechtliche ZPO/ZH) dies zulässt. Unter diesem Gesichtspunkt kann bei der erneuten Berechnung des Schadens nach einer Rückweisung durch das Bundesgericht durchaus von einem neuen Rechnungstag auszugehen sein (vgl. beispielsweise Urteil 4C.338/2004 vom 27. April 2005 E. 4.2). Da der Prozess aber lediglich hinsichtlich des von der Rückweisung betroffenen Streitpunktes in die Lage zurückversetzt wird, in der er sich vor Fällung des kantonalen Urteils befunden hat (BGE 116 II 220 E. 4a S. 222 mit Hinweis; vgl. E. 3.2.2 hiervor), ist auch nur insoweit ein neuer Rechnungstag denkbar. In rechtlicher Hinsicht wird auch hier der Rahmen vom Rückweisungsentscheid des Bundesgerichts abgesteckt. Dabei ist namentlich zu berücksichtigen, welche Tragweite den im Rückweisungsentscheid beanstandeten Punkten zukommt und ob sich die Berücksichtigung von Noven in rechtlicher Hinsicht mit dem Rückweisungsentscheid vereinbaren lässt. Dabei handelt es sich nicht um eine Frage der Rechtskraft im eigentlichen Sinne, sondern vielmehr um eine Frage der Bindungswirkung des Rückweisungsentscheides (vgl. Urteil 4A_591/2015 vom 6. Juli 2016 E. 2.2.2) : Vom Rückweisungsentscheid nicht betroffene oder aber definitiv geklärte Punkte sollen nicht nachträglich wieder aufgeworfen werden können. Diese Frage braucht hier insoweit nicht vertieft zu werden, da die Beschwerdeführerin den angefochtenen Entscheid in Bezug auf die vom Rückweisungsentscheid erfassten Punkte nicht beanstandet. Es geht ihr um die von ihr bereits nach dem Erstentscheid anerkannten und vom Rückweisungsentscheid nicht erfassten Posten.