Citation: 1B_378/2022 E. 4.4

4.4. Der Beschwerdeführer ist Schweizer Staatsangehöriger, dessen familiäres, berufliches und soziales Umfeld befindet sich in der Schweiz. Ihm ist zuzustimmen, dass vorliegend weder seine angeblichen beruflichen Kontakte ins Ausland noch seine mutmassliche Mehrsprachigkeit auf Fluchtgefahr schliessen lassen. Die beruflichen und finanziellen Verhältnisse des Beschwerdeführers erscheinen zwar nicht gefestigt; immerhin hat er jedoch grundsätzlich überzeugend dargelegt, dass er nach wie vor über Zukunftsperspektiven als Geschäftsführer eines Imbisslokals verfügt. In diesem Zusammenhang ist auch zu berücksichtigen, dass fehlende finanzielle Mittel ein Untertauchen bzw. eine Flucht erschweren können. Unter diesen Voraussetzungen ist Fluchtgefahr nicht leichthin anzunehmen. Dennoch erscheint die Annahme von Fluchtgefahr durch die Vorinstanz vorliegend nicht bundesrechtswidrig. Dem Beschwerdeführer droht eine mehrjährige Freiheitsstrafe, was nach der Rechtsprechung als konkreter Fluchtanreiz einzustufen ist. Nach der derzeitigen Aktenlage ist davon auszugehen, dass ihm eine solche im Falle einer Verurteilung selbst drohen könnte, wenn die vom Beschwerdeführer bestrittenen Vorwürfe der versuchten vorsätzlichen Tötung und versuchten schweren Körperverletzung ausser Acht gelassen würden. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers erscheint auch seine Wohnsituation nach wie vor unklar. So hat er zwar nachvollziehbar dargelegt, dass er seine Wohnung an der C.________strasse xxx in Zürich per Ende September 2021 gekündigt hat, um bei seiner Schwester in deren Wohnung an der Adresse D.________ in Zürich einzuziehen, wozu offenbar auch ein neues Namensschild bestellt wurde. Unklar bleibt jedoch, weshalb in der besagten Wohnung, in der er zur Zeit seiner Festnahme schon seit über einem Monat gelebt haben soll, keine Gegenstände seines persönlichen, alltäglichen Bedarfs aufgefunden werden konnten. Wie die Vorinstanz zutreffend festhält, wären solche Gegenstände am tatsächlichen Wohnort des Beschwerdeführers und nicht bei seinen Eltern, wo er lediglich einen Teil seines Hausrats zwischengelagert haben soll, zu vermuten. Sodann widerspricht auch seine Behauptung, eine "Wohnungsübertragung" sei lediglich geplant, aber noch nicht vollzogen worden, seinen vorangegangenen Aussagen, wonach die Wohnung nicht übertragen, sondern gemeinsam mit seiner Schwester seit Anfang Oktober 2021 bewohnt worden sei. Kommt hinzu, wie die Vorinstanz zutreffend festhielt, dass der Beschwerdeführer nach der Feststellung der Vorinstanz bei seiner Verhaftung keinen Hausschlüssel auf sich trug. Sein Einwand, wonach seine Schwester abends jeweils zu Hause sei und er deshalb teilweise keinen Schlüssel auf sich trage, vermag nicht restlos zu überzeugen. Schliesslich setzt sich der Beschwerdeführer auch nicht mit der Erwägung der Vorinstanz zum sichergestellten Zugangsbadge zu einer unbekannten Örtlichkeit auseinander. Auch soweit der Beschwerdeführer behauptet, aus seiner "einmaligen" und "im Affekt" vollzogenen Fluchtfahrt könne keine konkrete Fluchtgefahr abgeleitet werden, kann ihm nicht gefolgt werden, deutet die vom Beschwerdeführer eingeleitete Verfolgungsjagd in dicht besiedeltem, städtischem Raum doch eindeutig auf eine Neigung zu konkreter Fluchtreaktion hin.