Citation: 8C_451/2018 E. 6.1

6.1. Die Rentenzusprache basierte im hier zu beurteilenden Fall unbestrittenermassen hauptsächlich auf dem psychiatrischen Gutachten des Dr. med. C.________ vom 4. Februar 2011. Im Rahmen seiner Untersuchung zeigten sich keine Beeinträchtigungen der Bewusstseinsklarheit und Bewusstseinshelligkeit. Die Auffassung sei ungestört gewesen und es seien keine Merkfähigkeitsstörungen aufgefallen. Weiter verneinte der Gutachter Hinweise auf Sinnestäuschungen in Form von Halluzinationen oder illusionäre Verkennungen sowie Ich-Störungen. Hingegen habe sich in der Untersuchungssituation ein ausgeprägt dysphorisch-depressiver Habitus gezeigt. Die Grundstimmung sei gedrückt-depressiv, dysphorisch, gereizt, irritierbar, leicht labil und die affektive Modulationsfähigkeit deutlich vermindert, zum depressiven Pol verschoben, gewesen. Der Gutachter stellte zudem einen leicht verminderten Antrieb fest bei wenig mitschwingender Mimik und Gestik. Sodann seien Hinweise auf eine latente Suizidalität und impulshafte Autoaggressionen eruierbar gewesen. Formalgedanklich habe sich eine leichte Verlangsamung, eine leichte Grübelneigung und eine deutliche Einengung auf die erlebten Beschwerden und Insuffizienzgefühle gezeigt. Die Aufmerksamkeit habe für die Dauer des Gesprächs nicht durchgehend aufrechterhalten werden können und habe im Verlauf des Gesprächs fluktuiert mit phasenweiser Abgelenktheit und zunehmender Unruhe und Dysphorie gegen Ende der Untersuchung. Der Gutachter diagnostizierte nach einem wissenschaftlich anerkannten Klassifikationssystem eine mittelgradig ausgeprägte depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F32.11) sowie akzentuierte Persönlichkeitszüge (emotional-instabil; ICD-10 Z73.1). Er kam zum Schluss, dass die bislang attestierte 100%ige Arbeitsunfähigkeit weiterhin ausgewiesen sei. Dabei berücksichtigte er die vorhandenen Arztberichte, die Angaben der Versicherten sowie den erhobenen psychopathologischen und psychometrischen Untersuchungsbefund. Weiter ging er prognostisch von einem mehrmonatigen Behandlungs- und Heilverlauf aus, wobei er in etwa drei bis vier Monaten unter der fortgeführten psychiatrisch-psychotherapeutischen und medikamentösen Behandlung einen Rückgang der depressiven Symptomatik erwartete, der zumindest eine Teilarbeitsfähigkeit (50 %) in einer ruhigen, stressarmen Tätigkeit ermöglichen sollte. Von einer stationären oder teilstationären Massnahme sei kein schnellerer Behandlungserfolg zu erwarten.