Citation: 1P.232/2000 22.06.2000 E. A

A.- X.________ verfasste in der Zeit von Januar bis April 1997 ein Buch von 591 Seiten mit dem Titel "Uns trifft keine Schuld!", das unter dem Pseudonym "Harry Zweifel" veröffentlicht werden sollte. Die ersten 100 Exemplare wurden X.________ am 19. Juni 1997 geliefert. Mit Verfügung vom 20. Juni 1997 beschlagnahmte die Staatsanwaltschaft Graubünden alle Exemplare des Buches. Weil X.________ zusicherte, er werde die Bücher erst nach einer strafrechtlichen Überprüfung versenden, wurde die gesamte Lieferung am Wohnort von X.________ in Lantsch/Lenz lediglich versiegelt. Im Juli 1997 versandte X.________ insgesamt etwa 5'100 Bücher an verschiedene Besteller. Die Staatsanwaltschaft Graubünden beauftragte am 4. Juli 1997 Rechtsanwältin Regula Bähler, Zürich, ein Gutachten über das Buch in Bezug auf den Tatbestand der Rassendiskriminierung nach Art. 261bis StGB zu erstellen. Regula Bähler erstattete das Gutachten am 25. August 1997 und kam zum Ergebnis, der Autor verbreite öffentlich Meinungen, welche die Angehörigen der jüdischen Religion kollektiv als minderwertig - mit unmoralischen Eigenschaften behaftet - einstuften; die in Gruppen zusammengefassten Textpassagen des Buches würden sowohl gegen Art. 261bis Abs. 1 StGB (öffentliches Schüren von Hass und - teilweise - Aufrufen zu Diskriminierung) als auch gegen Art. 261bis Abs. 2 StGB (Verbreiten von systematischen, herabsetzenden und verleumderischen Ideologien) verstossen. Mit Verfügung vom 6. Oktober 1998 erhob die Staatsanwaltschaft Graubünden gegen X.________ Anklage wegen mehrfacher Rassendiskriminierung gemäss Art. 261bis Abs. 1 und 2 StGB. Mit Urteil vom 25. Februar 1999 sprach der Kreisgerichtsausschuss Belfort X.________ schuldig der mehrfachen Rassendiskriminierung gemäss Art. 261bis Abs. 1 und 2 StGB. X.________ wurde mit vier Monaten Gefängnis (unter Gewährung des bedingten Strafvollzugs mit einer Probezeit von vier Jahren) und einer Busse von Fr. 1'000.-- bestraft. Ausserdem wurde die Einziehung der noch vorhandenen Buchexemplare und der sichergestellten Geldbeträge von Fr. 48'868. 25 angeordnet. Schliesslich wurde X.________ zur Bezahlung einer Ersatzabgabe von Fr. 30'962. 80 verpflichtet. Die Kosten des Verfahrens von insgesamt Fr. 37'366. 90 wurden ebenfalls X.________ auferlegt.