Citation: 8C_909/2017 E. 9

Die Versicherte beruft sich auf Berichte des SPD vom 6. Juli und 15. September 2016 sowie 11. Mai 2017, wo sie behandelt wurde. Dem ist entgegenzuhalten, dass es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag der therapeutisch tätigen (Fach-) Person einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits (BGE 124 I 170 E. 4 S. 175) nicht zulässt, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Arztpersonen bzw. Therapiekräfte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil diese wichtige - und nicht rein subjektiver Interpretation entspringende - Aspekte benennen, die bei der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil 8C_874/2017 vom 23. Mai 2018 E. 5.2.2). Die Beschwerdeführerin legt nicht substanziiert dar und es ist auch nicht ersichtlich, dass aus den besagten Berichten des SPD Gesichtspunkte hervorgingen, die nicht auch im Rahmen des Gutachtens des Dr. med. C.________ vom 28. November 2016 berücksichtigt worden wären. Zudem legte der SPD am 11. Mai 2017 dar, aufgrund der Ergebnisse des von Dr. med. C.________ durchgeführten TOMM-Tests sei eine teilweise Simulation oder zumindest Aggravation der Beschwerden der Versicherten als wahrscheinlich möglich einzustufen, aber nicht zu 100 % zu beweisen. Auch in diesem Lichte vermag der SPD das Gutachten des Dr. med. C.________ vom 28. November 2016 nicht zu entkräften, zumal im Sozialversicherungsrecht kein Sicherheitsbeweis verlangt wird, sondern der Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit gilt (vgl. E. 2 hiervor). Hieran ändert nichts, dass der SPD auch ausführte, das Testergebnis dürfe nicht dazu benutzt werden, der Versicherten jegliche Symptome einer psychotischen oder schizophrenen Erkrankung abzusprechen. Denn behandelnde Arztpersonen sagen mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung im Zweifelsfall eher zu Gunsten ihrer Patienten aus (BGE 135 V 465 E. 4.5 S. 470 f.).