Citation: 5A_223/2023 E. 3.2.4

3.2.4. Zwar sei es der Aufsichtsbehörde in Betreibungssachen versagt, die betriebene Forderung auf ihre materielle Begründetheit zu überprüfen. Werde aber, wie vorliegend, eine exorbitant hohe Summe in Betreibung gesetzt, könne dem Betreibungsgläubiger im Beschwerdeverfahren vor der Aufsichtsbehörde zugemutet werden, seine Forderung entsprechend zu substanziieren. Dabei sei wenigstens zu erwarten, dass ansatzweise plausible Hinweise auf eine Forderung gegen den Betreibungsschuldner in der geltend gemachten Höhe vorlägen und diese mit dem Forderungsgrund übereinstimme. Dies sei hier nicht der Fall. Der Streit über die Kontrolle über die Beschwerdeführerin bzw. die C.________ AG sei sowohl im Ausland wie in der Schweiz Gegenstand intensiver gerichtlicher Auseinandersetzungen. Die Beschwerdeführerin habe diesen zwar ausführlich geschildert und mit dutzenden Akten untermauert, ohne dass sie dabei nur ansatzweise in der Lage zu sein scheine, einen allfälligen Anspruch, geschweige denn die Rolle des Beschwerdegegners in der Angelegenheit konkret zu schildern. Die Beschwerdeführerin habe wiederholt das Bild eines korrupten Umfelds von D.________ bzw. dessen Berater und Anwälte als Verantwortliche gezeichnet. Abgesehen von der Mitwirkung des Beschwerdegegners bei der angeblichen Abänderung der A.________-Darlehen und den aufgenommenen Hypotheken, woraus sich keine Anhaltspunkte auf eine Forderung der Beschwerdeführerin oder der C.________ AG im betriebenen Betrag von Fr. 100 Mio. ergäben, bestünden keinerlei Hinweise, dass der Beschwerdegegner irgendwie in den Kontrollstreit, dessen Ursprung primär in der panamaischen Beschwerdeführerin als angebliche Muttergesellschaft zu liegen scheine, verwickelt gewesen sei. Dessen bestenfalls vermutete Verwicklung als "Hintermann" nach seinem Abtritt scheine sich vielmehr in seiner Tätigkeit in der I.________ AG zu erschöpfen, in der auch J.________ und K.________ als Verwaltungsräte tätig seien. Diese seien wiederum auch Stiftungsräte der liechtensteinischen G.________-Stiftung, auf die nach Angabe der Beschwerdeführerin die Aktien der C.________ AG unzulässigerweise per Schenkung durch D.________ übertragen worden seien. Selbst wenn die bestrittene Rolle des Beschwerdegegners in der Angelegenheit primär das materielle Recht betreffe, deren Beurteilung der Aufsichtsbehörde verwehrt sei, lasse sich nicht von der Hand weisen, dass die Beschwerdeführerin nur gegen den Beschwerdegegner vorgehe, weil dieser neben K.________ ihrer Ansicht nach unrechtmässig in den Verwaltungsrat der C.________ AG gewählt worden sei.