Citation: 6P.146/2003 22.03.2004 E. 1

Die staatsrechtliche Beschwerde muss gemäss Art. 90 Abs. 1 lit. b OG die wesentlichen Tatsachen und eine kurz gefasste Darlegung darüber enthalten, welche verfassungsmässigen Rechte bzw. welche Rechtssätze und inwiefern sie durch den angefochtenen Entscheid verletzt worden sind. Das Bundesgericht prüft nur klar und einlässlich erhobene Rügen und wendet das Recht nicht von Amtes wegen an (BGE 127 I 38 E. 3c). Es tritt auf ungenügend begründete Rügen und rein appellatorische Kritik am angefochtenen Entscheid nicht ein (BGE 125 I 492 E. 1b). Der Beschwerdeführer rügt eine willkürliche Beweiswürdigung und eine Verletzung des Grundsatzes in dubio pro reo sinngemäss als Beweiswürdigungsregel. Nach diesem Grundsatz darf sich der Strafrichter nicht von der Existenz eines für den Angeklagten ungünstigen Sachverhalts überzeugt erklären, wenn bei objektiver Betrachtung erhebliche und nicht zu unterdrückende Zweifel bestehen, ob sich der Sachverhalt so verwirklicht hat. Ob der Grundsatz verletzt ist, prüft das Bundesgericht unter dem Gesichtspunkt der Willkür. Willkür in der Beweiswürdigung liegt vor, wenn die Behörde in ihrem Entscheid von Tatsachen ausgeht, die mit der tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch stehen, auf einem offenkundigen Fehler beruhen oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwider laufen. Dabei genügt es nicht, wenn der angefochtene Entscheid sich nur in der Begründung als unhaltbar erweist; eine Aufhebung rechtfertigt sich erst, wenn er auch im Ergebnis verfassungswidrig ist (BGE 127 I 38 E.2a). 1.1 Der Beschwerdeführer macht geltend, nach dem verkehrstechnischen Gutachten sei er zwar mit 60 bzw. 67 km/h gefahren und wäre der Unfall bei einer Geschwindigkeit von unter 54 km/h wegmässig vermeidbar gewesen. Das Gutachten sei jedoch nur ein Mosaikstein und unterliege der Beweiswürdigung. Er habe normal beschleunigt. Alle erstinstanzlich einvernommenen Zeugen hätten seine Geschwindigkeit als relativ tief beurteilt. Somit sei grundsätzlich zu seinen Gunsten beweismässig von einer tieferen Geschwindigkeit als 60 km/h (Bereich ab 50 km/h) auszugehen (Beschwerde S. 3 f., Ziff. 3). Der Beschwerdeführer setzt sich mit dem angefochtenen Urteil nur ungenügend auseinander. Das Obergericht geht von den schlüssigen Berechnungen des Gutachtens und zu Gunsten des Beschwerdeführers von der tieferen errechneten Ausgangsgeschwindigkeit aus (minimale Variante 60 km/h; angefochtenes Urteil S. 8). Der Beschwerdeführer behauptet nicht, dass das Gutachten nicht schlüssig wäre. Das Obergericht kann ohne Willkür auf dieses abstellen. 1.2 Der Beschwerdeführer macht weiter geltend, das Obergericht vermische Tat- und Rechtsfragen und lasse beweismässig das völlig falsche und sogar grobfahrlässige Fahrverhalten des zwölfjährigen Beschwerdegegners gänzlich ausser Betracht. Zur Begründung verweist er auf Zeugenaussagen, aus denen seiner Ansicht nach folgt, dass der Beschwerdegegner völlig unaufmerksam auf die Strasse hinausgefahren sei (Beschwerde S. 4 f.). Das Obergericht lässt indessen das Verhalten des Beschwerdegegners nicht ausser Betracht. Es geht von dem durch den Gerichtspräsidenten ermittelten Beweisergebnis aus, wonach der Beschwerdegegner, ohne nach rechts zu blicken, auf die Hauptstrasse hinausfuhr (angefochtenes Urteil S. 9). Dies übergeht der Beschwerdeführer, weshalb seine Rüge ins Leere stösst. 1.3 Der Beschwerdeführer bringt ferner gestützt auf das Weg-Zeit-Diagramm des verkehrstechnischen Gutachtens vor, weil der Beschwerdegegner für seine Fahrstrecke weniger Zeit benötigte als er (der Beschwerdeführer) für seine, sei rein logisch erstellt, dass der Beschwerdegegner "mit seinem gefährlichen Manöver viel später begann und nachweislich zu einem Zeitpunkt, als die Bahnschranke geöffnet war und die Blinklichter nicht mehr blinkten". Dies übergehe das Obergericht gänzlich. Es nehme aber zu Recht an, dass er (der Beschwerdeführer) weder zu früh noch zu spät losgefahren sei, sondern erst bei Öffnung des Bahnüberganges (Beschwerde S. 5, Ziff. 4 mit Hinweis auf das angefochtene Urteil S. 7, Ziff. 4). Der Beschwerdeführer legt mit seinen Ausführungen nicht dar, inwiefern Willkür vorliegen sollte. Darauf ist nicht einzutreten. Indem der Beschwerdeführer eine eigene Würdigung des Verhaltens des Beschwerdegegners vorträgt, stellt er den seiner Verurteilung zugrunde liegenden Sachverhalt, der eine unangepasste Geschwindigkeit betrifft, nicht in Frage. 1.4 Die staatsrechtliche Beschwerde ist abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.