Citation: 4A_2/2020 E. 3.4.4

3.4.4. In BGE 130 V 103 wurde als wichtiges Kriterium erachtet, ob die Barauszahlung vor oder nach der BSV Mitteilung Nr. 51 erfolgt ist. Dies zeigt sich auch aus Besprechungen des Entscheides in der Lehre. So kritisieren BAUMANN/LAUTERBURG das Abstellen auf diese Kriterium ausdrücklich (BAUMANN/LAUTERBURG, FamPra.ch 2004 S. 441 ff., 447 in fine). Auch GEISER führt mit Verweis auf BGE 130 V 103 aus, das Bundesgericht nehme erstaunlich zurückhaltend eine Verletzung der Sorgfaltspflichten der Vorsorgeeinrichtung an. Seit der BSV Mitteilung Nr. 51 genüge es allerdings nicht mehr, wenn sich eine Vorsorgeeinrichtung allein auf eine (ihr nicht bekannte) Unterschrift verlasse. Vielmehr habe sie von sich aus die Echtheit der Unterschrift zu prüfen (THOMAS GEISER, Neuere Rechtsprechung zum Eherecht, AJP 2009 S. 57 ff., 66). Vor diesem Hintergrund ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz bei der Einschätzung der Prozessaussichten massgeblich berücksichtigt hat, dass hier die Barauszahlung bereits 1995 und damit mehrere Jahre vor der BSV Mitteilung Nr. 51 erfolgte. Daran ändert auch der Umstand nichts, dass das Eidgenössische Versicherungsgericht in unpublizierten Entscheiden (zit. Urteile B 58/01 und B 45/00) aufgrund der konkreten Umstände im Einzelfall eine Sorgfaltspflichtverletzung auch in Fällen bejaht hat, in denen die Barauszahlung vor 2000 erfolgt ist.