Citation: 5A_703/2021 E. 1.2.1

1.2.1. Die Vorinstanz führte dazu aus, offensichtlich unrichtige Parteiangaben zum Streitwert seien von Amtes wegen zu korrigieren (Art. 91 Abs. 2 ZPO). Vorliegend sei zwischen den Parteien unbestritten, dass der Streitwert Fr. 30'000.-- übersteige. Indes bestreite die Beschwerdeführerin ihre wiederkehrende Pflicht, die Bepflanzungen unter Schere zu halten, nicht. Umstritten sei die Höhe, auf welcher dies erfolgen solle, was bei Klagegutheissung ein einmaliges Zurückstutzen mit gegenüber alljährlichen Rückschnitten erhöhtem Aufwand von kaum Fr. 10'000.-- erforderlich machen würde. Erheblich sei jedoch auch der zu schätzende Wert, um den das betroffene Grundstück zunimmt oder um den das Immissionen verursachende Grundstück abnimmt, wenn die Pflanzen auf die eingeklagte Höhe zurückgeschnitten werden, wobei der höhere Betrag streitwertbestimmend sei. Der Beschwerdegegner mache einen Mehrwert von Fr. 50'000.-- geltend. Die Beschwerdeführerin bestreite, dass sich die streitgegenständlichen Pflanzen erheblich wertmindernd auf das Grundstück des Beschwerdegegners auswirken würden. Vielmehr würde ein drastischer, einer Beseitigung gleichkommender Rückschnitt zu einer Wertverminderung ihrer Liegenschaft führen, die auf ein Mehrfaches von Fr. 30'000.-- zu beziffern sei. Beide Parteiangaben schienen offensichtlich unrichtig. Die Wertzunahme des Grundstücks des Beschwerdegegners lasse sich nach einem Rückschnitt bzw. allenfalls nach einem Ersatz der Hecke zwar auf einen Streitwert von über Fr. 10'000.--, aber doch nicht auf Fr. 30'000.-- schätzen. Inwiefern der Sichtschutz durch eine gesetzeskonform zurückgeschnittene Hecke zu einer auf ein Mehrfaches von Fr. 30'000.-- zu beziffernde Wertminderung führen soll, sei nach dem erstinstanzlichen Augenschein nicht mehr anzunehmen. Es bestünden andere Möglichkeiten der Abschirmung des Hauses in Richtung der Liegenschaft des Beschwerdegegners, wie aktuell schon durch Bäume. Der Streitwert liege daher unter Fr. 30'000.--