Citation: 6B_595/2021 E. 4.4.2

4.4.2. Keinen Einblick hatten Parteien und Vorinstanz unbestrittenermassen in die Dokumentationen der Sachverständigen über die Exploration der Geschädigten, da diese mangels Edition nicht Gegenstand der Verfahrensakten bilden. Gemäss den vorinstanzlichen Ausführungen handelt es sich bei der in Frage stehenden Dokumentation um Audio- und Videoaufzeichnungen der Explorationsgespräche zwischen den Gutachterinnen und der Geschädigten (Urteil S. 24 ff.; vgl. auch kantonale Akten, act. 2530a, Gutachten S. 26). Zu prüfen ist daher, ob die Vorinstanz den Anspruch auf rechtliches Gehör des Beschwerdeführers und ihre Dokumentationspflicht verletzt, indem sie seinen Antrag auf Edition der Aufzeichnungen der Explorationen zwecks Prüfung der Schlüssigkeit des aussagepsychologischen Gutachtens abweist. Das aussagepsychologische Gutachten ist unbestrittenermassen ein Beweismittel im Sinne der StPO. Demgegenüber handelt es sich bei den durch die Gutachterinnen durchgeführten Explorationsgesprächen und deren Aufzeichnungen, wie die Vorinstanz zutreffend festhält, um fachspezifische Abklärungen, die mit dem Expertiseauftrag in engem Zusammenhang stehen und für sich keine Beweismittel darstellen. Sie dienen den Sachverständigen vielmehr dazu, die Begutachtung vorzunehmen und das Beweismittel - das Gutachten - zu erstellen (vgl. BGE 144 I 253 E. 3.7; Urteile 6B_257/2020 vom 24. Juni 2021 E. 4.8.2, nicht publ. in: BGE 147 IV 409; 1B_527/2019 vom 7. August 2020 E. 3.1). Wie die Vorinstanz festhält und vom Beschwerdeführer nicht bestritten wird, wurden im Rahmen der Exploration der Geschädigten insbesondere deren Biografie und derzeitige Lebenssituation thematisiert. Demgegenüber wurden die angeklagten Straftaten nicht explizit erfragt bzw. nicht vertiefend besprochen, was der Beschwerdeführer kritisiert (vgl. hierzu E. 5). Ferner wurden die Ausführungen der Geschädigten, die in das Gutachten aufgenommen wurden, "soweit als möglich getreu wiedergegeben" (Urteil S. 26; kantonale Akten, act. 2530a, Gutachten S. 47 ff.). Mit der Vorinstanz war es dem Beschwerdeführer (und der Vorinstanz) damit einerseits möglich, die für das Gutachten relevanten Aussagen der Geschädigten nachzuvollziehen. Andererseits konnte er auch zum Gutachten und den darin dargestellten wesentlichen Inhalten, die auf die Exploration des Opfers Bezug nahmen, Stellung nehmen und den Sachverständigen anlässlich deren Einvernahme Fragen stellen. Schliesslich lassen sich aus den Ausführungen der Geschädigten im Rahmen der Exploration mangels Befragung zur Sache keine den Beschwerdeführer unmittelbar belastenden Umstände ableiten. Vielmehr beruht vorliegend die gutachterliche Analyse der Aussagen der Geschädigten hauptsächlich auf den sich in den Akten befindenden Einvernahmeprotokollen und weiteren Dokumenten, in die der Beschwerdeführer nach dem hiervor Ausgeführten Einsicht hatte (vgl. kantonale Akten, act. 2530a, Gutachten S. 97 ff.). Der Beschwerdeführer konnte unbestrittenermassen zum Gutachten Stellung nehmen und den Sachverständigen anlässlich der Berufungsverhandlung Fragen stellen. Damit ist seinem Gehörsanspruch Genüge getan. Inwiefern angesichts der geschilderten Gegebenheiten im konkreten Fall und mit Blick auf den Ausgang des Verfahrens (vgl. E. 5.4.4) der Konfrontationsanspruch des Beschwerdeführers verletzt sein sollte, ist nicht ersichtlich. Insgesamt erweist sich die Abweisung des Antrags des Beschwerdeführers auf Edition der Aufzeichnungen der Explorationen zwecks Prüfung der Schlüssigkeit des aussagepsychologischen Gutachtens als rechtskonform.