Citation: 6B_338/2024 E. 2.2.3

2.2.3. Zur Haftung des Beschwerdegegners 1 erwog die Vorinstanz, diese richte sich nach den Regeln der Verschuldenshaftung von Art. 41. ff. OR. Mit Bezug auf die Haftungsquote treffe die primäre Pflichtverletzung aber den Beschwerdeführer. Er habe das gesetzliche und allgemein bekannte Vortrittsrecht des Trams missachtet (Art. 38 Abs. 1 SVG). Er habe die Situation am Unfallort gekannt und sei über längere Zeit unaufmerksam gewesen, obwohl er zuerst zwei Fahrspuren der Strasse habe überqueren und danach vor den Gleisen eine Umlaufschranke habe umgehen müssen. Die Pflichtverletzung des Beschwerdegegners 1 hingegen leite sich überhaupt erst aus der (erkennbaren) Unaufmerksamkeit des Beschwerdeführers ab. Dementsprechend sei dessen Mitverschulden an der Kollision und deren Folgen höher einzustufen als die Pflichtverletzung des Beschwerdegegners 1. Allerdings sei auch die Betriebsgefahr der Tramkomposition und deren Auswirkung auf das Schadenereignis stark zu gewichten. Ausgehend davon, dass die Betriebsgefahr gemäss Rechtsprechung in casu vorweg zu einem Haftungsanteil von 50 % führe und sich die Verschuldensanteile der beiden Beteiligten zu zwei Dritteln auf den Beschwerdeführer und zu einem Drittel auf den Beschwerdegegner 1 verteilten, ergebe sich sich eine Haftungsquote des Beschwerdegegners 1 von 2/3.