Citation: 2A.483/2002 08.09.2003 E. 2

2.1 Für die Besteuerung der natürlichen Personen geht das Bundessteuergesetz grundsätzlich von einer zweijährigen Steuerperiode mit Vergangenheitsbemessung aus, wobei die Steuerperiode mit dem ersten Tag jedes ungeraden Kalenderjahres beginnt (Pränumerandobesteuerung; Art. 40 und Art. 42 ff. DBG). Es steht den Kantonen jedoch frei, eine einjährige Steuerperiode mit Gegenwartsbemessung zu wählen (Postnumerandobesteuerung; Art. 41 und Art. 208 ff. DBG). Weil somit zwei Veranlagungssysteme nebeneinander bestehen, und der Gesetzgeber die Schwierigkeiten erkannte, die ein Wohnsitzwechsel zwischen Kantonen mit unterschiedlichen Systemen der zeitlichen Bemessung mit sich bringt, wurde der Bundesrat in Art. 220 Abs. 1 DBG ermächtigt, zu den Bestimmungen der einjährigen Veranlagung für natürliche Personen (Art. 209-218 DBG) die nötigen Ausführungsvorschriften zu erlassen und insbesondere die Probleme zu regeln, "die sich im Verhältnis zwischen Kantonen mit unterschiedlicher Regelung der zeitlichen Bemessung stellen (Wohnsitzwechsel, Selbständigerwerbende mit Betriebsstätten in mehreren Kantonen und dgl.)". Dies tat der Bundesrat mit der Verordnung vom 16. September 1992 über die zeitliche Bemessung der direkten Bundessteuer bei natürlichen Personen (SR 642.117.1; nachfolgend: Verordnung). 2.2 Als Grundsatz für die zeitliche Bemessung bei Verlegung des Wohnsitzes sieht Art. 10 der Verordnung (in der bis Ende 1998 in Kraft stehenden Fassung; AS 1992 S. 1820) vor, dass der Wegzugskanton, entsprechend seinem Bemessungssystem, für die Veranlagung bis Ende der laufenden ein- oder zweijährigen Steuerperiode zuständig bleibt, wenn ein Steuerpflichtiger seinen Wohnsitz in einen anderen Kanton verlegt. Für den Fall, dass ein Steuerpflichtiger seinen Wohnsitz von einem Kanton mit einjähriger Gegenwartsbemessung in einen Kanton mit zweijähriger Vergangenheitsbemessung verlegt, bleibt die örtliche Zuständigkeit des Wegzugskantons für die Veranlagung der direkten Bundessteuer bis Ende des Kalenderjahres bestehen, in dem der Wegzug stattgefunden hat (Art. 13 Abs. 1 der Verordnung). Die örtliche Zuständigkeit des Zuzugskantons für die Veranlagung der direkten Bundessteuer beginnt am 1. Januar des dem Zuzug folgenden Kalenderjahres (Art. 13 Abs. 2). Für die erste Veranlagung ist entsprechend dem System der Vergangenheitsbemessung grundsätzlich auf das im Wegzugskanton erzielte Einkommen der Vorjahre abzustellen, wobei in diesen Vorjahren erzielte ausserordentliche Einkünfte im Zuzugskanton für die Bemessung des Einkommens ausser Betracht fallen (vgl. Art. 13 Abs. 3). Diese Bemessungsart gilt auch nach dem am 14. Dezember 1998 geänderten Art. 13 der Verordnung (in Kraft seit 1. Januar 1999; AS 1999 S. 596 ff.).