Citation: 8C_333/2021 E. 4.2

4.2. Der Beschwerdeführer bestreitet nicht substanziiert, dass er und sein Geschäftspartner bereits im Jahr 2018 einen erheblichen finanziellen Aufwand im Zusammenhang mit dem Aufbau der G.________ AG tätigten. Gemäss seinen Angaben traf er bereits im Jahr 2017 Vorbereitungen hinsichtlich der Errichtung eines eigenen Unternehmens. Nur wenige Wochen nach der Kündigung seiner Anstellung gründete er zusammen mit seinem Geschäftspartner die F.________ GmbH, welche später in die G.________ AG umgewandelt wurde. Geplant war, dass er per April oder Mai 2019 von der Aktiengesellschaft angestellt würde. Die Bestrebungen des Beschwerdeführers waren somit seit langem auf den Aufbau eines eigenen Unternehmens ausgerichtet, wie die Vorinstanz richtig erkannte. Wenn diese mit Blick auf die dargelegte zeitliche Abfolge sowie die beachtlichen finanziellen Investitionen und die zeitintensiven Vorbereitungshandlungen mit der Suche nach Investoren und weiteren Vertragspartnern im In- und Ausland zum Schluss gelangte, die Absicht zum Aufbau des eigenen Unternehmens sei bereits im Januar 2019 so weit fortgeschritten gewesen, dass die Annahme einer unselbstständigen Tätigkeit nicht oder kaum mehr möglich gewesen wäre, so ist sie damit nicht in Willkür verfallen. Dass eine andere Lösung ebenfalls vertretbar erscheint oder gar vorzuziehen wäre, genügt für die Annahme von Willkür nicht (vgl. E. 1.3 hiervor). Mit der gesetzlichen Schadenminderungspflicht ist es zwar zu vereinbaren, dass ein Arbeitsloser sich auch nach Möglichkeiten zum Aufbau einer selbstständigen Tätigkeit umsieht. Die Arbeitslosenversicherung bezweckt in einem derartigen Fall aber nicht die Abdeckung von Unternehmerrisiken. Dass in der Zeit vor bzw. unmittelbar nach der Aufnahme einer Geschäftstätigkeit in der Regel kein oder nur ein geringes Einkommen erzielt werden kann, gehört typischerweise zu derartigen, nicht versicherten Risiken (ARV 2008 S. 312, C 13/07 E. 3.3; 2002 S. 55, C 353/00 E. 2b; Urteile 8C_853/2009 vom 5. August 2010 E. 3.5; 8C_635/2009 vom 1. Dezember 2009 E. 3.3; C 241/05 vom 6. April 2006 E. 2.2). Das an sich achtenswerte Verhalten eines Versicherten, die Arbeitslosigkeit mit selbstständiger Erwerbstätigkeit zu überwinden, ändert nichts daran, dass die Vermittlungsfähigkeit verneint werden muss, wenn der Aufbau des eigenen Unternehmens mit dem Ziel dauernder wirtschaftlicher und unternehmerischer Unabhängigkeit so weit fortgeschritten ist, dass die Annahme einer unselbstständigen Tätigkeit nicht oder kaum mehr möglich ist. Insoweit vermag der Beschwerdeführer auch aus den von den Organen der Arbeitslosenversicherung offenbar unbeanstandet gebliebenen Arbeitsbemühungen nichts zu seinen Gunsten abzuleiten (vgl. Urteil 8C_577/2019 vom 13. Oktober 2020 E. 6.2.1). Wenn er im Übrigen vorbringt, er hätte eine Anstellung jederzeit innert der üblichen Kündigungsfrist von 1-3 Monaten wieder aufgeben können, so räumt er damit gleichzeitig ein, dass er sich von der Arbeitslosenversicherung letztlich Leistungen zur Überbrückung bis zum "Durchstarten" der von ihm mitgegründeten G.________ AG erhoffte, was indessen auf die Übernahme des Unternehmerrisikos durch die Arbeitslosenversicherung hinausliefe.