Citation: 2C_376/2021 E. 4.1

4.1. Die Vorinstanz würdigte zuerst verschiedene Ausführungen der Beschwerdeführerin zu einzelnen Sachverhalten, mit welchen diese die häusliche Gewalt glaubhaft machen wollte. Danach nahm sie eine abschliessende Gesamtwürdigung aller von der Beschwerdeführerin vorgebrachten Ereignisse während der gelebten Ehe vor. Dabei gelangte die Vorinstanz zum Schluss, dass der Bericht der Fachstelle Opferhilfe Thurgau vom 7. Februar 2019, der Arztbericht von Dr. C.________ vom 26. Oktober 2020 sowie die am 16. November 2020 eingereichte Strafanzeige jeweils nur die Schilderung der Beschwerdeführerin wiedergeben würden und nicht zeitnah zu den geschilderten Vorfällen verfasst worden seien. Es erscheine möglich, dass es im Rahmen eines Streits zu einer einmaligen Tätlichkeit der Schwägerin gekommen sei. Zudem erscheine es glaubhaft, dass die Beschwerdeführerin aus der gemeinsamen Wohnung weggewiesen worden und von der Familie des Ex-Ehemanns zur Rückkehr in den Kosovo angehalten worden sei. Insgesamt sei aber unter Berücksichtigung sämtlicher Umstände keine die Menschenwürde oder Persönlichkeit der Beschwerdeführerin verneinende Beziehung glaubhaft gemacht worden. Die gelebte Ehe habe nur wenige Monate gedauert, so dass bereits unter diesem Aspekt das Kriterium des zeitlichen Andauerns bzw. der Konstanz fraglich sei. Sodann sei auch die Initiative zur Trennung vom Ex-Ehemann ausgegangen, womit auch der geforderte hinreichende Zusammenhang zwischen der häuslichen Gewalt und der Trennung fehle. Die Beschwerdeführerin habe keinen Anlass zur Beendigung der Beziehung gesehen, sondern habe sich eine Fortführung in einer eigenen gemeinsamen ehelichen Wohnung ohne die Schwiegereltern und die Schwägerin erhofft. Sie habe sich deshalb zum Trennungszeitpunkt ganz offensichtlich nicht in einem von der bundesgerichtlichen Rechtsprechung geforderten Dilemma zwischen einer unzumutbaren Weiterführung der Ehe und der unzumutbaren Beendigung ihres Aufenthaltsrechts befunden. Falls eine belastende Situation für die Beschwerdeführerin vorgelegen habe, so sei diese nicht in unmittelbarem Zusammenhang mit der Auflösung der Ehe gestanden. Dies gelte umso mehr, da auch aufgrund der Darstellung der Beschwerdeführerin nie der Ehemann physische oder psychische Gewalt ausgeübt habe, sondern es stets nur zu Auseinandersetzungen mit den Schwiegereltern und der Schwägerin gekommen sei. Grund der Trennung sei schliesslich gewesen, dass der Ehemann nicht mehr mit der Beschwerdeführerin habe verheiratet sein wollen.