Citation: 4A_297/2019 E. 5.3

5.3. Die Vorinstanz erachtete auch zu Recht die Vorbringen erst nach Aktenschluss als verspätet. Die Beschwerdeführerin bestreitet nicht, dass es sich dabei um unechte Noven handelt und daher die Voraussetzungen gemäss Art. 229 Abs. 1 lit. b ZPO hätten erfüllt sein müssen. Sie macht aber geltend, die Vorinstanz habe diese Bestimmung verletzt. Da sich die Beschwerdegegnerin erstmals in der Duplik unter Verweis auf das Schreiben der Beschwerdeführerin vom 27. Februar 2015 auf die frühere Kenntnis der Beschwerdeführerin und die sich daraus resultierende Genehmigung der absichtlichen Täuschung berufen habe, hätte die Vorinstanz die diesbezüglichen Ausführungen der Beschwerdeführerin in deren nachträglicher Stellungnahme zulassen müssen. Unechte Noven können im Anschluss an die Duplik noch berücksichtigt werden, wenn Dupliknoven für diese Ausführungen kausal waren (BGE 146 III 55 E. 2.2). Davon ging sinngemäss auch die Vorinstanz aus und sie verneinte diese Kausalität, weil die Beschwerdeführerin - wenn diese sich in der Replik auf einen sich auf einen Willensmangel abstützenden Anspruch berufen will - alle Voraussetzungen für diesen Anspruch darlegen müsse. Das ist nicht zu beanstanden. Die Beschwerdeführerin scheint demgegenüber davon auszugehen, erst die von der Beschwerdegegnerin in der Duplik bestrittene Rechtzeitigkeit habe sie zu den Ausführungen in der nachträglichen Eingabe veranlassen müssen. So behauptet sie auch, es sei an der Gegenpartei (hier also der Beschwerdegegnerin), die behauptete Genehmigung (durch Verpassen der Frist) zu behaupten (und zu beweisen), was nicht zutrifft. Die Anfechtungsfrist nach Art. 31 OR ist nicht eine nur auf Einrede (des Täuschenden) hin zu berücksichtigende Verjährungsfrist, sondern eine Verwirkungsfrist (BGE 114 II 131 E. 2b S. 141), die von Amtes wegen zu beachten ist (Urteil 4C.37/2007 vom 11. Oktober 2007 E. 3; zur Beachtung einer Verwirkungsfrist von Amtes wegen vgl. auch Urteile 4A_10/2012 vom 2. Oktober 2012 E. 3.1 [betr. Art. 706b Abs. 1 OR], 4A_438/2010 vom 15. November 2010 E. 3.3, nicht publ. in BGE 136 III 545 [betr. Art. 510 Abs. 3 OR]; BGE 131 III 566 E. 3.2 [betr. Art. 270b Abs. 1 OR]), wie die Vorinstanz zu Recht darlegte. Nichts anderes ergibt sich auch aus dem von der Beschwerdeführerin zitierten BGE 108 II 102, der sich auf die Behauptungs- und Beweislast bezüglich einer Genehmigungs handlung bezieht. Die Beschwerdeführerin konnte also ihre Vorbringen zum Fristenlauf nicht zurückhalten bzw. davon abhängig machen, ob sich die Beschwerdegegnerin in der Duplik auf die Genehmigungsfiktion berufe. Die Vorinstanz erachtete somit die Vorbringen der Beschwerdeführerin betreffend Rechtzeitigkeit der Anfechtung zu Recht als verspätet. Ob dies tatsächlich der Fall war, braucht nicht geprüft zu werden.