Citation: 4A_59/2017 E. A

Die A.________ GmbH, (Klägerin; Beschwerdeführerin) ist eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung österreichischen Rechts mit Sitz in U.________. Sie schloss im Mai 2005 mit der C.________ Anstalt, einer juristischen Person nach dem Recht des Fürstentums Liechtenstein (nachfolgend; C.________), die später in Liquidation ging, ein "Lease Agreement" bezüglich eines Flugzeugs (Hauptleasingvertrag). Die C.________ verleaste das Flugzeug ihrerseits mit "Lease Contract" vom 23. Mai 2005 (nachfolgend: Unterleasingvertrag) an die D.________ AG (Beklagte 1), eine schweizerische Aktiengesellschaft mit Sitz in Zürich, über die am 4. Dezember 2014 der Konkurseröffnet und die nach Einstellung des Konkurses mangels Aktiven am 30. April 2015 im Handelsregister gelöscht wurde. A.a. Tatsächliche Nutzerin des Flugzeugs war die B.________ d.o.o. [GmbH] in Liquidation (Beklagte 2; Beschwerdegegnerin), eine slowenische juristische Person, die sich in Liquidation befindet und an der die Republik Slowenien eine Mehrheitsbeteiligung hält. Seit 28. Juni 2005 konnte sie über das Flugzeug verfügen. Im Zeitpunkt des Abschlusses der Verträge war die Beklagte 2 Alleinaktionärin der Beklagten 1, die sie im März 2009 weiterverkaufte. Im Unterleasingvertrag verpflichtete sie sich, für die Verbindlichkeiten der Beklagten 1 als "guarantor" (beziehungsweise übersetzt als "Bürgin") einzustehen. Sodann wurde auf ihrer Geschäftsliegenschaft zu Gunsten der C.________ eine Sicherungshypothek errichtet zur Absicherung der Leasingforderungen gegenüber der Beklagten 1. A.b. Die C.________ trat mit Zessionsvertrag vom 31. Oktober 2005 ihre Ansprüche gegenüber den Beklagten 1 und 2 aus dem Unterleasingvertrag im Umfang ihrer Verpflichtungen gegenüber der Klägerin aus dem Hauptleasingvertrag an diese ab, was die Beklagten zur Kenntnis nahmen. Die C.________ wurde gemäss Zessionsvertrag berechtigt, Forderungen aus dem Unterleasingvertrag bis auf Widerruf durch die Klägerin einzuziehen. A.c. Sowohl der Haupt- als auch der Unterleasingvertrag wurden für einen Zeitraum von 10 Jahren geschlossen. Die monatliche Leasingrate des Hauptleasingvertrages betrug USD 50'033.35 (im Zeitpunkt des Ankaufs des Flugzeugs entsprechend EUR 40'575.25), diejenige des Unterleasingvertrages EUR 54'250.--, wobei sich die Beklagte 1 zudem verpflichtete, ab monatlich 35 Flugstunden eine zusätzliche Vergütung von EUR 1'350.-- pro Flugstunde bzw. ab 45 Flugstunden EUR 1'050.-- pro Flugstunde zu bezahlen. Als Kalkulationsbasis wurde im Hauptleasingvertrag ein anfänglicher Wert des Flugzeugs (entsprechend den Erwerbskosten) von USD 7.8 Mio. sowie ein Restwert von USD 3.9 Mio. angenommen. Die Leasingraten wurden bis Dezember 2010 bezahlt, wobei diese ab dem Zeitpunkt des Verkaufs der Beklagten 1 direkt durch die Beklagte 2 geleistet wurden. A.d. Mit Schreiben vom 1. März 2011 teilte die Beklagte 2 der C.________ mit, sie werde sämtliche Zahlungen bis zur Offenlegung der Eigentümerschaft der C.________ einstellen, da es sich die mehrheitlich von der Republik Slowenien gehaltene Beklagte 2 nicht erlauben könne, Zahlungen unter Verträgen vorzunehmen, die unter seltsamen Umständen geschlossen worden und in die Briefkastenfirmen in Steuerparadiesen involviert seien. Mit Schreiben vom 24. März 2011 antwortete die C.________, bei Abschluss des Hauptleasingvertrages sei Dr. E.________ Eigentümer der C.________ gewesen. Am 4. Juni 2011 liess die C.________ die Klägerin wissen, sie werde nicht in der Lage sein, die aus dem Hauptleasingvertrag geschuldete Leasingrate für Juli 2011 zu bezahlen, da die Beklagten seit Jahresanfang in Verzug seien. Die Beklagte 2 habe die C.________ in Kenntnis gesetzt, dass sie das Flugzeug nicht mehr wolle und die Rechnungen seit Jahresanfang nicht mehr bezahle, worauf sie den Unterleasingvertrag mit den Beklagten gekündigt habe. Mit Schreiben vom 26. Juli 2011 kündigte die Klägerin gegenüber der C.________ den Hauptleasingvertrag ausserordentlich und widerrief die der C.________ eingeräumte Berechtigung, Forderungen aus dem Unterleasingvertrag einzuziehen, was auch den Beklagten mitgeteilt wurde. A.e. Da sich zunächst kein Käufer für das Flugzeug fand, wurde dieses im Zeitraum September 2011 bis zum September 2012 anderweitig vermietet, wodurch die Klägerin einen Erlös von EUR 384'193.62 erzielte. Im Dezember 2012 konnte das Flugzeug schliesslich für USD 3 Mio. weiterverkauft werden. A.f. Gegen den ehemaligen Geschäftsführer der Beklagten 2 (nachfolgend: Geschäftsführer), der die Verträge namens der Beklagten 2 unterzeichnet hat, läuft in Slowenien ein Strafverfahren bezüglich des Abschlusses der genannten Verträge. Es besteht der Verdacht, er habe die Beklagte 2 durch künstliche Überhöhung der Leasinggebühren mittels Einschaltung der C.________ geschädigt, wodurch diese um EUR 1'112'312.92 bereichert worden sei. Ein Bericht einer Treuhandgesellschaft kam zum Ergebnis, bei der C.________ sei infolge der Leasingstruktur ein Gewinn von EUR 3'206'828.-- eingetreten. A.g. Art. 33 des Unterleasingvertrages sieht das Recht der C.________ vor, bei einer vorzeitigen Vertragsauflösung jene Leasingraten zu fordern, die bis zum Ende der vereinbarten Vertragsdauer angefallen wären. Die Parteien sind sich einig, dass der Unterleasingvertrag per 30. Mai 2011 beendet wurde. Die Klägerin verlangt von den Beklagten gestützt auf Art. 33 des Unterleasingvertrages sowie den Zessionsvertrag für die Zeitperiode 1. August 2011 bis zum 1. November 2015 52 Leasingraten à USD 50'033.35 (entsprechend EUR 34'849.29) gemäss dem (tieferen) Leasingobligo aus dem Hauptleasingvertrag, abzüglich des infolge vorzeitiger Rückgabe an Dritte erzielten Erlöses von EUR 384'193.62.