Citation: I 348/00 12.07.2002 E. 3

3.- a) Ab 11. Dezember 1990 war die Versicherte zur Durchführung von Rehabilitationsmassnahmen gestützt auf Art. 12 IVG zulasten der Invalidenversicherung im Reha-Zentrum stationiert. Durch ein längstens bis Ende 1993 geplantes Rehabilitationsprogramm mit Physio- und Ergotherapie sowie Logopädie versuchte man die Versicherte auf "eine bestmögliche Reintegration in die Familie oder gegebenenfalls in eine Institution vorzubereiten", während der Sozialdienst des Reha-Zentrums sich um eine "Platzierung in einem Erwachsenenheim für Schwerstbehinderte" bemühte (ärztlicher Zwischenbericht vom 10. Februar 1993). Dr. med. K.________, Leitender Arzt des Reha-Zentrums, bestätigte gegenüber der Vorinstanz (Schreiben vom 23. Februar 2000), dass der Aufenthalt im Reha-Zentrum ursprünglich per 31. Dezember 1993 hätte beendet werden sollen. Aus organisatorischen Gründen habe sich die Verlegung der Versicherten - entgegen einer schriftlichen Ankündigung des Jugendwerks X.________ - schliesslich vom Januar bis zum 17. Oktober 1994 verzögert. Gemäss Schreiben der Dres. med. L.________ und I.________ des Reha-Zentrums vom 26. Oktober 1993 an das Jugendwerk X.________ war eine Platzierung in X.________ bereits ab Mai 1993 geplant worden. Zum "Verlauf" ist dem genannten Bericht zu entnehmen, zu Beginn habe C.________ gute Fortschritte gemacht. Seit Anfang 1992 könne sie Mimik und Gestik ausdrücken, sie spreche manchmal einzelne Wörter und befolge einfache Aufforderungen. Ab 1993 habe C.________ im Reha-Zentrum praktisch keine Fortschritte mehr gemacht, immer öfter sei es zu Phasen von Aggressivität mit Fremdgefährdung gekommen. Die behandelnden Ärzte des Reha-Zentrums führten unter dem Titel "Beurteilung" weiter aus, nach anfänglichen Fortschritten im Bereich der Motorik und Kommunikation sei seit Monaten eine Stagnation eingetreten und ein zunehmend aggressives Verhalten beobachtbar. Ab Herbst 1994 sei eine Platzierung im Heim V.________ in der Nähe des Wohnortes der Eltern geplant. Bezeichneten die Mediziner den Gesundheitszustand der Versicherten anfänglich noch als "besserungsfähig" (Arztbericht vom 12. Februar 1991), so hielten sie ihn ab Februar 1993 für "stationär" (Arztberichte vom 10. Februar 1993 und vom 7. Januar 1994). Bei den Akten finden sich denn auch keinerlei medizinisch begründete Aussagen hinsichtlich einer ab 1994 konkret vorstellbaren beruflichen Eingliederung. Aus dem Gesagten ergibt sich mit dem im Sozialversicherungsrecht geltenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 360 Erw. 5b mit Hinweisen), dass wesentliche und dauerhafte Eingliederungserfolge gestützt auf die prognostischen Beurteilungen der behandelnden Ärzte angesichts eines unbestrittenen Invaliditätsgrades von 100 % ab 1994 voraussichtlich nicht mehr erwartet werden konnten, weshalb das am 4. März 1999 verfügte Festhalten an der Befristung der mit rechtskräftiger Verfügung vom 8. April 1993 zugesprochenen medizinischen Massnahme per 31. Dezember 1993 nicht zu beanstanden ist. b) Was die Beschwerdeführer dagegen vorbringen, ist unbegründet. Soweit sie behaupten, sie hätten in berechtigten Erwartungen "immer mit der Übernahme der mit Wirkung ab 1. Januar 1994 angefallenen Rehabilitationskosten durch die Eidgenössische Invalidenversicherung gerechnet" und auch rechnen dürfen, steht aktenkundig das Gegenteil fest. Gemäss rechtskräftiger Verfügung vom 8. April 1993 war die Übernahme des Rehabilitationsprogrammes im Reha-Zentrum als medizinische Massnahmen im Sinne von Art. 12 IVG bis zum 31. Dezember 1993 befristet. Spätestens per Ende Januar 1994 musste gestützt auf das Schreiben der IV-Stelle vom 28. Januar 1994 allen Beteiligten klar sein, dass die IV-Stelle die Übernahme von Kosten für weitere Rehabilitationsmassnahmen über den 31. Dezember 1993 hinaus ablehnte. Umso weniger ist nachvollziehbar, weshalb die Beschwerdeführer - trotz zwischenzeitlichem Kontakt mit der IV-Stelle (die IV-Stelle sprach der Versicherten mehrere Hilfsmittel zu) und direkter Rechnungsstellung der Leistungserbringer an die Beschwerdeführer bereits ab Mai 1994 - erst am 8. Februar 1996 mit einem offenbar seitens des Haftpflichtversicherers des am Unfall beteiligten Personenwagenhalters ungedeckt gebliebenen Schaden von mehr als Fr. 300'000.- an die IV-Stelle gelangte. Jedenfalls vermögen die Beschwerdeführer daraus nichts zu ihren Gunsten abzuleiten. Weiter halten die Beschwerdeführer unter Berufung auf die von der Vorinstanz eingeholten ärztlichen Berichte daran fest, dass die Rehabilitationsmassnahmen zwischen 1. Januar 1994 und 23. August 1995 "gewaltige Fortschritte" gezeitigt und der beruflichen Eingliederung gedient hätten, sodass sie als medizinische Massnahmen im Sinne von Art. 12 IVG von der Invalidenversicherung zu übernehmen seien. Auch in diesem Punkt kann den Beschwerdeführern nicht gefolgt werden. Dr. med. K.________ führte in seinem Bericht zuhanden der Vorinstanz aus, die Versicherte habe bis Ende 1993 (Dauer der zulasten der Invalidenversicherung übernommenen medizinischen Massnahme) Fortschritte gemacht, was nicht im Widerspruch steht zur Nichtverlängerung der medizinischen Massnahmen über den 31. Dezember 1993 hinaus. Dieser Arzt enthielt sich jedoch einer medizinisch nachvollziehbar begründeten Prognose hinsichtlich des nach Art. 12 IVG vorausgesetzten wesentlichen und dauerhaften Eingliederungserfolgs, der angeblich von fortgesetzten Rehabilitationsmassnahmen ab 1994 zu erwarten sei, sondern beschränkte sich auf die Aussage, "sowohl die Eltern als auch wir [Ärzte des Reha-Zentrums] hatten aber berechtigte Hoffnung, dass mit einer Besserung der psychischen Verfassung von C.________ weitere Fortschritte hätten möglich sein sollen". Dr. med. K.________ verzichtete damit auf eine Stellungnahme zu den Fragen, inwiefern durch die Fortsetzung der Rehabilitationsmassnahmen über den 1. Januar 1994 hinaus konkrete berufliche Eingliederungserfolge zu erwarten gewesen wären und inwieweit solche Eingliederungserfolge - gegebenenfalls - noch als wesentlich hätten bezeichnet werden können. Vielmehr bleibt es bei seiner stellvertretungsweise mitzuverantwortenden Aussage gemäss Bericht vom 26. Oktober 1993 an das Jugendwerk X.________, wonach ab Herbst 1994 eine Platzierung der Versicherten in V.________ (Heim für Schwerstbehinderte) geplant war, was durch Abbau eines zunehmend aggressiven Verhaltens noch hätte besser vorbereitet werden sollen, ohne dass in diesen Rehabilitationsmassnahmen Anhaltspunkte für eine berufliche Eingliederung hätten erkannt werden können. Dem Entlassungsbericht des Jugendwerks X.________ vom 30. Oktober 1995 sind keine gegenteiligen Erkenntnisse zu entnehmen. Auch daraus ergibt sich in aller Deutlichkeit die Bestätigung des bereits durch die behandelnden Ärzte des Reha-Zentrums 1993 festgestellten, sehr wechselhaften Verlaufs der Stimmungs- und Verfassungslage der Versicherten mit Phasen des Lächelns, Kokettierens und Plauderns einerseits, oder aber mit Zeiten der Aufregung bis zu Aggressivität mit Fremdgefährdung andererseits. Entgegen den Behauptungen der Beschwerdeführer kam es auch im Jugendwerk X.________ im Verlauf des Aufenthalts schliesslich "zu einer sehr starken Motivationseinbusse, sodass gegen Ende des Aufenthalts bei uns [im Jugendwerk X.________] eine Kommunikation ausschliesslich über Mimik und Gestik erfolgte" und die Benutzung der Buchstabentafel "zuletzt auch immer mehr verweigert" wurde (Entlassungsbericht vom 30. Oktober 1995). Die Mediziner des Reha-Zentrums bezeichneten den Gesundheitszustand der Versicherten in Kenntnis des bereits damals phasenweisen Verlaufs der Stimmungslage gemäss Bericht vom 10. Februar 1993 als stationär und beurteilten den Besserungsverlauf als stagnierend (Bericht vom 26. Oktober 1993). Im Rahmen des durch die IV-Stelle praxisgemäss (Erw. 2b hievor) gestützt auf die prognostischen medizinischen Beurteilungen zu fällenden Entscheids über die Zusprechung bzw. Fortsetzung von medizinischen Massnahmen ist entgegen den Beschwerdeführern nicht zu beanstanden, wenn die Verwaltung nach Einholung eines neuen ärztlichen Zwischenberichts sowie unter zutreffender Würdigung der vorhandenen medizinischen Unterlagen zwischen Dezember 1993 und Januar 1994 zur Auffassung gelangte, von weiteren Rehabilitationsmassnahmen ab 1. Januar 1994 könne kein wesentlicher und dauerhafter Eingliederungserfolg mehr erwartet werden, weshalb keine weiteren medizinische Massnahmen mehr zulasten der Invalidenversicherung übernommen werden könnten. Die am 4. März 1999 verfügte und mit vorinstanzlichem Entscheid bestätigte Ablehnung eines Anspruchs auf medizinische Massnahmen über den 31. Dezember 1993 hinaus erweist sich somit als rechtmässig.