Citation: 2P.276/2002 24.04.2003 E. B

Am 11. März 2002 reichte S.________ beim Bezirksgericht Zürich Klage gegen Rechtsanwalt T.________ ein; sie beantragte, diesen zu verpflichten, ihr wegen Sorgfaltspflichtverletzungen bei der Mandatsführung einen 1 Mio. Franken übersteigenden Betrag zu bezahlen. Zudem gelangte sie mit dem Antrag an die Aufsichtskommission über die Rechtsanwälte im Kanton Zürich, gegen T.________ ein Disziplinarverfahren zu eröffnen (Eingabe vom 22. März 2002). Nachdem der Präsident der Aufsichtskommission S.________ Gelegenheit gegeben hatte, ergänzende Angaben zu machen, wies er sie mit Schreiben vom 5. April 2002 darauf hin, dass der Vorwurf einer Sorgfaltspflichtverletzung nur bei geradezu böswilliger Schädigungsabsicht des Rechtsanwalts Gegenstand eines gegen diesen gerichteten Disziplinarverfahrens bilden könne. Weiter teilte er mit, dass sie als Anzeigerin im Falle einer leichtfertigen Erhebung der Disziplinaranzeige zum Bezahlen von Verfahrenskosten und Parteientschädigung verpflichtet werden könne. In der Folge erhob S.________ am 8. und 28. April 2002 weitere Vorwürfe gegen Rechtsanwalt T.________. Am 12. April 2002 eröffnete die Aufsichtskommission ein Disziplinarverfahren gegen T.________ betreffend "Geschäftsführung, Interessenwahrung und Aktenherausgabe" (§ 7 Abs. 1, § 8 Abs. 1 und § 12 Abs. 3 des Zürcher Gesetzes vom 3. Juli 1938 über den Anwaltsberuf [AnwG]). Mit Beschluss vom 3. Oktober 2002 stellte sie das Disziplinarverfahren wegen Verjährung - ohne materielle Prüfung der Vorwürfe - ein. Sie auferlegte die Verfahrenskosten von 2'499 Franken S.________ und verpflichtete diese, T.________ eine Parteientschädigung von 1'000 Franken zu bezahlen. Sie begründete ihren Kostenentscheid damit, dass S.________ Anzeige erhoben habe, obschon sie sich der Verjährung bewusst gewesen sei, und Punkte zur Anzeige gebracht habe, welche zum vornherein nicht zu einer Disziplinierung von Rechtsanwalt T.________ führen konnten. Zudem sei sie von der Aufsichtskommission darauf aufmerksam gemacht worden, dass ihre Anzeige (mehrheitlich) unsubstantiiert sei. Zusammenfassend sei das Verhalten von S.________ als leichtfertig zu betrachten.