Citation: 6B_149/2022 E. 5.2

5.2. Wie die Vorinstanz darlegt, waren die Akten bezüglich des Deliktszusammenhangs mit dem Mitangeklagten D.________ nicht relevant, da der Beschwerdeführer in diesem Umfang freigesprochen wurde und diese Akten nicht gegen ihn belastend verwendet wurden, weil ohnehin nicht auf diese Aufnahmen abgestellt werden konnte, da die Identität des Beschwerdeführers mit einer der jeweils sprechenden Personen nicht rechtsgenügend nachgewiesen werden konnte. Dabei ist darauf hinzuweisen, dass im forensischen Gutachten angesichts des "qualitativ schlechten Materials und aufgrund von fehlendem tauglichem Vergleichsmaterial" eine eindeutige Sprecherzuordnung und Identitätsermittlung nicht möglich war (Urteil S. 15). Aus dem insoweit für eine linguistische (Urteil S. 16) forensische Analyse nicht ausreichenden Audiomaterial lässt sich nicht der Schluss ziehen, dass auch die Übersetzungen der SMS-Kommunikation sinnentstellende Fehler enthalten würden; diese Kommunikation war nicht Gegenstand der Begutachtung und die akustische Verständlichkeit spielte hier keine Rolle (Urteil S. 16). Was die abgehörten Telefongespräche betrifft, ergab sich für die Vorinstanz die Identifikation des Sprechers jeweils aufgrund der Übereinstimmung mit weiteren Beweisen, während allein aufgrund der Stimmen auch hier die Identifikation nicht rechtsgenügend möglich war. Es ist deshalb zu unterscheiden zwischen der Identifikation des Sprechers einerseits und der Übersetzung des Gesprochenen andererseits. Die Vorinstanz schliesst willkürfrei, dass die forensischen Bemerkungen zur Qualität der Verdolmetschungen ohne weitere nähere Anhaltspunkte noch keinen Anlass geben, sämtliches fremdsprachliches Material nochmals übersetzen zu lassen (Urteil S. 14 f., 16 f.). Die Vorbringen des Beschwerdeführers (u.a. Beschwerde Ziff. 87) stellen diese wesentlich differenzierte Beurteilungslage nicht in Rechnung. Die vorinstanzlichen Verweisungen auf das bezirksgerichtliche Urteil und ihre eigene Beurteilung sind nach Massgabe dieser vorinstanzlich dargelegten und für das Bundesgericht massgebenden Erwägungen (Art. 105 Abs. 1 BGG; oben E. 1.2) der bundesgerichtlichen Prüfung zugrunde zu legen. Diesen Zusammenhang übergeht der Beschwerdeführer, wenn er aufgrund der Verweisung auf das bezirksgerichtliche Urteil moniert, "damit" stelle die Vorinstanz auf übersetzte Schriftstücke ab; u.a. referenziere das Bezirksgericht das Tagebuch von E.________, welches nach der Vorinstanz kein Relevanz mehr habe (Beschwerde Ziff. 90). Der Beschwerdeführer stellt damit auf die bezirksgerichtliche und nicht auf die vorinstanzliche Sachverhaltsfeststellung ab. Die Vorwürfe des Drogenverkaufs an E.________ waren nicht mehr Gegenstand des Berufungsverfahrens, sodass einer Neuübersetzung des Tagebuchs von E.________ im Berufungsverfahren keine Bedeutung zukommen konnte (Urteil S. 14). Es ergibt sich somit für das massgebende vorinstanzliche Urteil: Die Vorinstanz stellt auf die SMS-Kommunikation ab, deren sämtliche relevanten SMS bereits das Bezirksgericht in deutscher Sprache im Urteil zitierte. Hinsichtlich keiner dieser SMS legte der Beschwerdeführer sinnentstellende oder relevante Übersetzungsfehler dar; dabei handelte es sich um Übersetzungen von geschriebenen Meldungen, weshalb die akustische Verständlichkeit keine Rolle spielte (Urteil S. 16). Bei den abgehörten Telefongesprächen ergab sich die Identifikation jeweils aufgrund der Übereinstimmung mit weiteren Beweisen; inwieweit ein sinnentstellender oder relevanter Übersetzungsfehler vorliegen soll, legte der Beschwerdeführer vorinstanzlich nicht dar. Ein Anspruch auf Neuübersetzung aller noch relevanten Überwachungsergebnisse bestand ebenso wenig wie ein Anspruch auf Wiederholung des Strafverfahrens. Der pauschale Antrag der Verteidigung konnte abgewiesen werden (Urteil S. 14 f.). Nach konstanter Rechtsprechung wird über Tatsachen, die unerheblich, offenkundig, der Strafbehörde bekannt oder bereits rechtsgenügend erwiesen sind, nicht Beweis geführt (Art. 139 Abs. 2 StPO). Die Strafbehörden können ohne Verletzung des rechtlichen Gehörs (Art. 29 Abs. 2 BV) auf die Abnahme weiterer Beweise verzichten, wenn sie in vorweggenommener (antizipierter) Beweiswürdigung annehmen können, ihre Überzeugung werde durch weitere Beweiserhebungen nicht geändert (BGE 147 IV 534 E. 2.5.1; 146 III 73 E. 5.2.2; 141 I 60 E. 3.3). Art. 139 Abs. 2 StPO ist die gesetzliche Umschreibung der Konstellationen, in welchen eine antizipierte Beweiswürdigung zulässig ist (Urteile 6B_551/2021 vom 17. September 2021 E. 2.2.2; 6B_582/2017 vom 19. Juni 2018 E. 2.1.1).