Citation: 5P.395/2000 19.12.2000 E. 3

3.- Der Beschwerdeführer rügt eine Verletzung des verfassungsmässigen Gehörsanspruchs und des Willkürverbots, weil die Obhut über das gemeinsame Kind der Ehefrau anvertraut und ihm selber lediglich ein Besuchsrecht eingeräumt worden sei, ohne dass die erforderlichen Beweise abgenommen worden wären. Dem Beschwerdeführer ist zuzugestehen, dass die Obhut und das Besuchsrecht für die Dauer des Scheidungsverfahrens nicht ohne die hiefür erforderliche Abklärung geregelt werden können. Indessen war der Bezirksgerichtspräsident von Sissach mit der Situation konfrontiert, dass die bisher geübte gemeinsame Obhut zu regelmässigen Schwierigkeiten bei der Übergabe des Kindes geführt hat. Er hat es deshalb für erforderlich erachtet, im Sinne eines sofort zu treffenden Entscheides die Belastungen des Kindes durch den häufigen Wechsel zu reduzieren und die Obhut vorläufig allein der Mutter zuzuteilen. Ein solcher Entscheid beruht auf sachlichen Gründen und ist mithin nicht willkürlich. Zugleich ordnete der Gerichtspräsident die Einholung eines Berichtes durch eine Fachstelle für Abklärungen im Sozialbereich an, der es erlauben sollte, die Modalitäten des persönlichen Verkehrs zwischen Eltern und Kind - auch für die Dauer des Scheidungsverfahrens - einer Regelung zuzuführen. Unter diesen Umständen ist festzustellen, dass der Bezirksgerichtspräsident das Beweisverfahren im Rahmen der vorsorglichen Massnahmen im Scheidungsverfahren noch nicht für abgeschlossen erachtet. Gegenteils hat er die erforderlichen Abklärungen eingeleitet. Dass er bis zum Vorliegen des Berichtes eine vorläufige Regelung getroffen hat, erscheint sachgerecht und vermag den Vorwurf nicht zu begründen, dass das rechtliche Gehör verletzt worden wäre.