Citation: 2C_201/2021 E. 3.8

3.8. Nach allgemeinen Buchführungsgrundsätzen müssen Aufwände und Erträge in zeitlicher und sachlicher Hinsicht voneinander abgegrenzt werden (Art. 958b Abs. 1 OR, mit bestimmten Ausnahmen gemäss Abs. 2). Aufwände sind dann zu erfassen, wenn sie entstehen, und nicht wenn flüssige Mittel bezahlt werden (Markus R. Neuhaus/Daniel Suter, in: Basler Kommentar, OR II, 5. Aufl. 2016, N. 2 und 4 zu Art. 958b OR). Forderungen, die geschuldet, aber noch nicht bezahlt sind, sind zu passivieren und fliessen damit in die Erfolgsrechnung ein (BGE 141 II 83 E. 5.1). Die Kostenrechnung gemäss StromVG stimmt allerdings nicht zwingend mit der Finanzbuchhaltung überein (Tanja Sarah Petrik-Haltiner, Spannungsfelder rund um die Stromkosten und -tarife, 2017, S. 148 ff.). Das gilt insbesondere für die kalkulatorischen Kapitalkosten (BGE 138 II 465 E. 4.6.2; Petrik-Haltiner, a.a.O., S. 158 f.). Andere Aufwände sind demgegenüber in der Kostenrechnung gleich zu behandeln wie in der Finanzbuchhaltung (Petrik-Haltiner, a.a.O., S. 159). Die besonderen Gründe, welche bei den Kapitalkosten eine Abweichung von der Finanzbuchhaltung indizieren (BGE 138 II 465 E. 4.6.2), liegen in Bezug auf die Abgaben an Gemeinwesen nicht vor. Es ist daher davon auszugehen, dass auch in dieser Beziehung die Kostenrechnung, welche als Grundlage für die Bemessung des Netznutzungsentgelts dient, auf die geschuldeten Abgaben abstellt, nicht auf die effektiv bezahlten.