Citation: 7B_234/2022 E. 2.6.2

2.6.2. Die vorinstanzlichen Sachverhaltsfeststellungen zur von der Beschwerdeführerin beanstandeten Frage ihrer Arbeitgebereigenschaft am 24. August 2016 hinsichtlich der Arbeiter G.________ und I.________ sind nicht isoliert zu betrachten, sondern stehen in engem Zusammenhang mit den anderen, gleichlautenden Vorwürfen. Hinsichtlich dieser Vorwürfe legt die Vorinstanz in zutreffender und im Ergebnis schlüssiger Beweiswürdigung unter Verweis auf das sorgfältig begründete erstinstanzliche Urteil dar, wie die Beschwerdeführerin als formelle Geschäftsführerin der E.________ GmbH in die Anstellung der drei Arbeitnehmer F.________, G.________ und H.________ involviert war. Aufgrund der Aussagen des Ehemannes (er verwendete in den Einvernahmen bezüglich der fraglichen Gesellschaft die "Wir-Form") erachtet es die Vorinstanz als erstellt, dass sich die Beschwerdeführerin mit diesem die Aufgaben in der E.________ GmbH (wie bereits zuvor bei dessen Einzelunternehmung J.________) teilte, das Administrative (neu mit formeller Organstellung) wahrnahm und für die Einholung der ausländerrechtlichen Bewilligungen zuständig war. Demgegenüber war der Ehemann für das Fachliche zuständig, begab sich auf die Baustellen und erteilte dort Arbeitsanweisungen. Die Arbeitgebereigenschaft der Beschwerdeführerin hält die Vorinstanz mit Verweis auf das Urteil der ersten Instanz in gut begründeter Weise als erstellt. Sie zieht diesen Schluss aus verschiedenen Beweismitteln. Namentlich belasteten sich die drei Mitarbeiter G.________, F.________ und H.________ selbst in strafrechtlich relevanter Weise. Auch wenn sie ihre Aussagen widerriefen, sind diese gemäss Vorinstanz dennoch glaubhaft, denn sie stimmen inhaltlich und teils mit objektiven Beweismitteln überein. G.________ und F.________ räumten ein, dass sie von November 2015 bis zur Polizeikontrolle am 30. April 2016 auf der Baustelle in V.________ (einer davon mit einem zweiwöchigen Unterbruch von Mitte März bis Ende März) nahezu mit einem Vollzeitpensum auf verschiedenen Baustellen in der Schweiz für die E.________ GmbH tätig waren, dies ohne Arbeitsbewilligung und ohne schriftlichen Vertrag. Sie wurden jeweils vom Ehemann der Beschwerdeführerin, den sie als Chef bezeichneten, in bar entlohnt, wobei sie in Kenntnis davon waren, dass die Beschwerdeführerin das Administrative erledigte. H.________ stiess im selben Arbeitsmodus für die letzten 20 Tage vor der Kontrolle vom 30. April 2016 dazu und erwartete die selben Arbeitsbedingungen wie G.________ und F.________. Weiter bestehen übereinstimmende Aussagen der drei Mitarbeiter zu Ort und Dauer der Logiernächte in einem Hotel, welches der Ehemann der Beschwerdeführerin organisierte, sowie zur Art und Weise, wie man sich auf die Baustelle begab. Diese Aussagen werden gestützt durch objektive Beweismittel (Daten aus dem Hotel, in welchem die Arbeiter logierten, die Anhaltung von G.________ in einem Firmenauto, die telefonischen Kontakte zwischen F.________ bzw. G.________ und dem Ehemann der Beschwerdeführerin anhand der telefonischen Randdaten). Hinzu kommt, dass die erste Instanz den Widerruf der Aussagen der drei Mitarbeiter zu Recht als abgesprochen erachtet, zumal dieser für alle Aussagen über den Rechtsvertreter des Ehemannes der Beschwerdeführerin erfolgte. Für die Periode von November 2015 bis April 2016 stellt die Vorinstanz unter Verweis auf die Ausführungen der ersten Instanz fest, dass die Beschwerdeführerin um die teils lange Zeit währende Arbeitstätigkeit der genannten Mitarbeiter, deren fehlende Bewilligungen, den fehlenden Eingang der Löhne in die Buchhaltung und die fehlende Deklaration der Löhne gegenüber der AHV-Ausgleichskasse (mangels entsprechender Mitteilung an die Treuhandgesellschaft) wusste. Dabei begab sich die Beschwerdeführerin zusammen mit ihrem Ehemann gemäss eigenen Aussagen auf die Baustellen, um nach dem Rechten zu sehen, weshalb ihr die Tätigkeit von G.________ und F.________ nicht entgangen sein konnte. Hinzu kommt, dass der von der Beschwerdeführerin gestellte formelle Antrag auf Beschäftigung von G.________ am 15. Juni 2016 behördlich abgelehnt wurde. Gestützt auf den für die Periode von November 2015 bis April 2016 erstellten Sachverhalt durfte die Vorinstanz vom selben modus operandi für den von der Beschwerdeführerin beanstandeten Sachverhalt betreffend den Arbeitseinsatz vom 24. August 2016 auf der Baustelle U.________/ZH ausgehen. Dies ergibt sich aus der Tatsache, dass die Beschwerdeführerin G.________, welcher sie bereits einmal ohne Meldung des AHV-pflichtigen Lohnes und trotz behördlich abgelehnter Arbeitsbewilligung beschäftigte, und I.________ unbestrittenermassen ein Geschäftsauto und Material übergab, damit diese auf einer Baustelle der E.________ GmbH nach entsprechender Instruktion durch ihren Ehemann den ganzen Tag mit Aussicht auf Entlohnung arbeiten konnten. Die Vorinstanz stellt zu Recht auf die tatsächliche Beschäftigung ab, welche von der Beschwerdeführerin als Organ der E.________ GmbH ausging. Im angefochtenen Urteil ist diesbezüglich keine Willkür in der Sachverhaltsfeststellung zu erkennen. Dem Grundsatz "in dubio pro reo" kommt in seiner Funktion als Beweiswürdigungsregel im Verfahren vor dem Bundesgericht keine über das Willkürverbot von Art. 9 BV hinausgehende Bedeutung zu (BGE 146 IV 88 E. 1.3.1 mit Hinweisen), weshalb auch diesbezüglich keine Rechtsverletzung vorliegt. Ebenso wenig liegt angesichts der festgestellten Tatsachen eine Rechtsverletzung in Bezug auf den Arbeitgeberbegriff des aAuG oder des AHVG vor. Ob C.________ für das Beschäftigen von G.________ und I.________ strafrechtlich belangt worden ist, ist für die Arbeitgebereigenschaft der Beschwerdeführerin nicht ausschlaggebend.