Citation: 7B_223/2022 E. 5.3

5.3. Der Beschwerdeführer hat sich eines Einschleichdiebstahls schuldig gemacht, indem er die Garage eines Mehrfamilienhauses unberechtigt betreten und drei Fahrräder gestohlen hat. Zwar führt der Beschwerdeführer unter Verweis auf die Rechtsprechung zutreffend aus, dass der Ausländer, welcher einen Ladendiebstahl unter gleichzeitiger Missachtung eines Hausverbots begeht, nicht unter Art. 66a Abs. 1 lit. d StGB fällt (BGE 145 IV 404 E. 1.5.3 mit Hinweisen). Indessen hat das Bundesgericht im selben Entscheid auch erwogen, wer tatsächlich einen Einschleich- oder Einbruchdiebstahl begehe, der falle bei verfassungskonformer Auslegung unter Art. 66a Abs. 1 lit. d StGB (a.a.O. E. 1.5.3). Im vorliegenden Fall ist der Beschwerdeführer in eine Tiefgarage eines Mehrfamilienhauses eingedrungen, um dort nach Deliktsgut Ausschau zu halten. Als er dabei die drei Fahrräder mit einem Gesamtwert von Fr. 8'887.-- vorfand, behändigte er sich dieser, um sie anschliessend mit einem Lieferwagen abzutransportieren. Die an den Tag gelegte kriminelle Energie ist damit namentlich aufgrund des bereits vorgängig eingeplanten Abtransports beträchtlich. Anders als im Sachverhalt, der dem Urteil 6B_1011/2022 vom 25. Januar 2023 zugrunde lag (E. 1.4), drang der Beschwerdeführer zudem in einen grundsätzlich geschlossenen und aufgrund der Umstände (Tiefgarage eines Mehrfamilienhauses) klar erkennbaren fremden Raum ein. Der Tatbestand des Einschleich- oder Einbruchdiebstahl ist damit erfüllt und Art. 66a Abs. 1 lit. d StGB auf den Beschwerdeführer anwendbar.