Citation: 1A.41/2005 04.11.2005 E. 2

Die Beschwerdeführerin wirft dem Verwaltungsgericht in verschiedener Hinsicht unrichtige und unvollständige Sachverhaltsfeststellung und - daraus folgend - Verletzung des rechtlichen Gehörsanspruchs vor. 2.1 Die Beschwerdeführerin rügt in erster Linie, dass im angefochtenen Entscheid zu Unrecht festgehalten werde, am Schiessstand "Halti" seien während des Beschwerdeverfahrens andere als die verfügten baulichen Sanierungsmassnahmen ergriffen worden. Tatsächlich seien nur die angeordneten unbestrittenen Schallschutzmassnahmen getroffen und keine weiteren Änderungen vorgenommen worden. Der Vorwurf, die Beschwerdeführerin habe den Streitgegenstand eigenmächtig verändert und neue Verhältnisse geschaffen, gehe daher fehl und laufe darauf hinaus, dass der angefochtene Entscheid auf einem unrichtig festgestellten Sachverhalt beruhe. Gemäss der bei den Akten liegenden Baubewilligung der Gemeinde Beckenried vom 16. September 2002 ist dem die Lärmsanierung betreffenden Baugesuch der Schützengesellschaft Beckenried nur insoweit stattgegeben worden, als die baulichen Massnahmen nicht Gegenstand des kantonalen Beschwerdeverfahrens bildeten. Es trifft daher wohl zu, dass an der Schiessanlage Beckenried im Laufe des kantonalen Verfahrens einzig unbestrittene bauliche Lärmschutzvorkehren getroffen worden sind. Dies heisst jedoch noch nicht, dass der entscheiderhebliche Sachverhalt unrichtig festgestellt worden sei und aus diesem unzutreffende rechtliche Schlüsse gezogen worden wären. Einerseits hat das Verwaltungsgericht an ein allfälliges eigenmächtiges Vorgehen ohnehin keine rechtlichen Konsequenzen geknüpft, sondern lediglich bemerkt, aus einem solchen könnte die Beschwerdeführerin nichts zu ihren Gunsten herleiten. Andererseits hat es seinen Entscheid unabhängig von allenfalls bereits getroffenen Massnahmen in tatsächlicher Hinsicht darauf gestützt, dass die Lärmbelastung im Umfeld der Schiessanlage Beckenried derart gross sei, dass auch nach Ergreifung vertretbarer Lärmschutzvorkehren die Immissionsgrenzwerte nicht eingehalten werden könnten und daher neben der Anordnung von baulichen und betrieblichen Massnahmen auch Sanierungserleichterungen in Betracht gezogen werden müssten. Dass diese für den Entscheid massgebliche Sachverhaltsfeststellung unrichtig sei, behauptet auch die Beschwerdeführerin nicht. 2.2 Die Beschwerdeführerin macht weiter geltend, das Verwaltungsgericht habe ausser Acht gelassen, dass sich die von übermässigen Lärmimmissionen betroffenen Wohnbauten im Geschossknall- und nicht (ausschliesslich) im Mündungsknallbereich lägen und der Geschossknall, insbesondere weil in Beckenried über ein Tal geschossen werde, durch bauliche Massnahmen nicht bekämpft werden könne. Das Verwaltungsgericht hat jedoch keineswegs verkannt, dass in der Regel nur der Mündungsknall durch bauliche Lärmschutzvorkehren wirksam bekämpft werden kann. Im angefochtenen Entscheid wird denn auch anhand der Argumentation der Parteien und der Ergebnisse der Feinanalyse ausführlich auf die Möglichkeiten der Bekämpfung des Schiesslärms bzw. des Mündungs- und Geschossknalls eingegangen (vgl. E. 5.2). Dabei wird eingeräumt, dass der Schiesslärm in Gebieten, in denen der Geschossknall dominiert, durch Schallschutztunnels nur geringfügig reduziert werden kann. Dennoch rechtfertige sich deren Einbau im Schiessstand "Halti", könne doch dadurch die Schiesslärmbelastung im Siedlungsgebiet hinter dem Schützenhaus deutlich herabgesetzt werden. Dem Verwaltungsgericht kann daher auch keine unrichtige Sachverhaltsfeststellung betreffend die unterschiedlichen Auswirkungen von Mündungs- und Geschossknall angelastet werden. 2.3 Schliesslich wird in prozessualer Hinsicht beanstandet, dass das Verwaltungsgericht keine neue Expertise beigezogen habe, obschon die Grobbeurteilung aus dem Jahre 1992 und die Feinanalyse aus dem Jahre 1995 stammten und heute überholt seien. Die Beschwerdeführerin legt jedoch nicht dar, inwiefern sich die Verhältnisse - abgesehen vom teilweisen Vollzug der Sanierungsverfügung - seit Erstellung der genannten Expertisen derart verändert hätten, dass eine Neubegutachtung erforderlich wäre. Den Akten ist in dieser Hinsicht ebenfalls nichts zu entnehmen. Auch das BUWAL hat als eidgenössische Fachbehörde festgestellt, dass die beiden Gutachten, die den Vorgaben der Lärmschutz-Verordnung für die Ermittlung und Beurteilung von Schiesslärm entsprächen, als Grundlage für den Entscheid dienen könnten und die Erstellung einer neuen Expertise als unnötig betrachtet werde. Die Forderung der Beschwerdeführerin nach einer neuen Expertise erweist sich mithin als unbegründet.