Citation: 6B_550/2019 E. 4.1

4.1. Die Beschwerdeführerin rügt, die Vorinstanz habe den Tatbestand des Art. 285 Ziff. 1 StGB nicht richtig angewandt und somit Bundesrecht verletzt. So sei nicht ersichtlich und werde im Strafbefehl auch nicht behauptet, inwiefern die Beschwerdeführerin durch "das versuchte Kratzen im Gesicht eine Amtshandlung gehindert haben soll". Zudem fehle es an der erforderlichen Intensität, weshalb die erste Tatbestandsvariante, nämlich Hinderung an einer Amtshandlung, nicht erfüllt sei. Ausserdem liege gar keine Amtshandlung vor, da sich der Vorfall während eines Disputs zwischen A.________ und der Beschwerdeführerin - und somit nicht während einer Amtshandlung - ereignet habe. A.________ seien Beschimpfungen und Schläge vorzuwerfen. Eine Abwehrhandlung der Beschwerdeführerin gegen derartige Verhaltensweisen eines Polizeibeamten könne den Tatbestand der Gewalt und Drohung gegen Beamte nicht erfüllen und damit nicht tatbestandsmässig sein. Die ihr von A.________ zugefügte Gewalt und die Beleidigungen seien als Amtsmissbrauch zu qualifizieren und ihr müsse eine Abwehrhandlung attestiert werden. Ihre Reaktion müsse als "Reaktion in einer Retorsion auf die Beschimpfungen durch A.________" gewertet werden, womit sie auch dann straflos bliebe, wenn sie A.________ tatsächlich das Gesicht zerkratzt hätte.