Citation: I 323/04 22.09.2004 E. 5

Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine Invalidenrente. 5.1 Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde beschränkt sich im Wesentlichen auf das Argument, die Vorinstanz mache es sich zu einfach, wenn sie den Beschwerdeführer in Anbetracht der gesamten Aktenlage und der diversen ärztlichen Berichte, in welchen ihm eine Arbeitsunfähigkeit bescheinigt werde, ohne weitere Abklärungen als Simulanten darstelle. 5.2 Ein solcher Schluss ist aktenwidrig. Es trifft zwar zu, dass der Hausarzt Dr. med. P.________, Arzt für Allgemeine Medizin FMH, im spärlich ausgefüllten IV-Arztbericht vom 15. Mai 2002 eine in der Psychiatrischen Poliklinik des Spitals Z.________ behandelte chronische Depression diagnostizierte und - ohne es zu begründen - eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % ("ab 28. Dezember 2000 bis auf weiteres") angab. Die IV-Stelle holte aber beim Spital Z.________ direkt einen detaillierten Bericht (vom 17. Juli 2002) ein. Die Ärzte gaben darin an, der Patient sei von ihnen in seiner bisherigen Tätigkeit (als CNC-Operateur) nie krank geschrieben worden. Sie diagnostizierten eine leichte depressive Episode mit Tendenz zur Somatisierung im Rahmen eines chronifizierten lumbalen Schmerzsyndroms. Aus psychiatrischer Sicht sei gegenwärtig keine wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zu erwarten. Der Patient sei jedoch absolut nicht zu einem im Verlauf der Behandlung bereits wiederholt empfohlenen Arbeitsversuch motiviert, auch wenn ihm aus psychiatrischer Sicht die bisherige und auch andere Tätigkeiten zumutbar wären. Am 10. September 2003 gaben die Ärzte des Spitals Z.________ gegenüber dem Krankenversicherer an, der Beschwerdeführer leide an einer somatoformen Schmerzstörung. 5.3 Nach der Rechtsprechung (vgl. noch nicht in der Amtlichen Sammlung veröffentlichtes Urteil N. vom 12. März 2004, I 683/03, Erw. 2.2.3-2.2.5) vermag eine diagnostizierte anhaltende somatoforme Schmerzstörung allein in der Regel keine lang dauernde, zu einer Invalidität führende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG zu bewirken. Ein Abweichen von diesem Grundsatz fällt nur in Ausnahmefällen in Betracht, in denen die festgestellte somatoforme Schmerzstörung nach ärztlicher Einschätzung eine derartige Schwere aufweist, dass der versicherten Person die Verwertung ihrer verbleibenden Arbeitskraft auf dem Arbeitsmarkt bei objektiver Betrachtung - und unter Ausschluss von Einschränkungen der Leistungsfähigkeit, die auf aggravatorisches Verhalten zurückzuführen sind - sozial-praktisch nicht mehr zumutbar oder dies für die Gesellschaft gar untragbar ist. Wird eine somatoforme Schmerzstörung diagnostiziert, ist die fachärztlich schlüssig ausgewiesene psychiatrische Komorbidität von erheblicher Schwere, Intensität, Ausprägung und Dauer das zentrale Qualifizierungsmerkmal dafür, ob (ausnahmsweise) eine invalidisierende Arbeitsunfähigkeit vorliegt. Die Annahme einer solchen Komorbidität bedingt, dass es sich um ein selbstständiges, vom psychogenen Schmerzsyndrom losgelöstes Leiden handelt (vgl. hierzu die noch nicht in der Amtlichen Sammlung veröffentlichten Urteile N. vom 12. März 2004, I 683/03, Erw. 2.2.3-2.2.5 und B. vom 18. Mai 2004, I 457/02, Erw. 7.2-7.4, und ferner Urteil B. vom 9. August 2004, I 767/03, Erw. 3.3.2). 5.4 Die den Beschwerdeführer über einen längeren Zeitraum behandelnden Ärzte des Spitals Z.________ erachteten die bisherige und auch andere Tätigkeiten aus psychiatrischer Sicht weiterhin als zumutbar und diagnostizierten keine psychiatrische Komorbidität von erheblicher Schwere. Ein Ausnahmefall von der bereits erwähnten Regel liegt unter Berücksichtigung der von der Rechtsprechung (vgl. Erw. 5.3 hiervor) entwickelten Kriterien somit nicht vor.