Citation: 5A_677/2022 E. 5.3

5.3. Die Beschwerdeführerin wendet ein, das Obergericht habe ihre Berufung teilweise gutgeheissen. Die Gutheissung habe zwar dispositivmässig keine Auswirkungen gehabt. Das Obergericht habe jedoch geurteilt, dass das Wohnrecht durch die Beschwerdeführerin weiterhin wahlweise ausgeübt werden könne. Damit habe die Vorinstanz die auf "Verlassen" der Liegenschaft gerichtete Klage faktisch nur noch in Bezug auf die Wohnung im Obergeschoss geschützt. Es lasse sich sagen, die Beschwerdeführerin habe vor Obergericht zu mindestens zwei Dritteln obsiegt. Faktisch habe sie sogar vollumfänglich obsiegt, zumal sie nie etwas anderes geltend gemacht habe als das wahlweise zu beanspruchende Wohnrecht am Einfamilienhaus und an der Parterrewohnung. Mit dem Kostenentscheid des Obergerichts werde diesem faktischen Obsiegen keine Rechnung getragen. Richtigerweise habe das Obergericht von einem Obsiegen der Beschwerdeführerin zu mindestens zwei Dritteln ausgehen müssen, was dementsprechend zu einer anderen Kostenverteilung sowohl für das Verfahren vor dem Regionalgericht als auch vor dem Obergericht hätte führen müssen. Damit hätte das Obergericht die Kosten wie folgt verlegen müssen: Kosten des Schlichtungsverfahrens zu zwei Dritteln zulasten des Beschwerdegegners; Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens zu zwei Dritteln zulasten des Beschwerdegegners; Kosten des Berufungsverfahrens zu zwei Dritteln zulasten des Beschwerdegegners und die Kosten des Anschlussberufungsverfahrens (unverändert) vollumfänglich zulasten des Beschwerdegegners. Im gleichen Verhältnis hätte das Obergericht auch die Parteikosten verlegen müssen.