Citation: 2A.662/2006 17.04.2007 E. 3

3.1 Das Strafgericht Basel-Landschaft verurteilte den Beschwerdeführer am 29. September 2005 zu fünf Jahren Zuchthaus wegen Irreführung der Rechtspflege und Überlassens eines Motorfahrzeugs an eine Person ohne entsprechenden Führerausweis (jeweils begangen am 16. Dezember 2003), qualifizierten Raubes (begangen am 27. Dezember 2003), versuchter vorsätzlicher Tötung (begangen am 11. Januar 2004), Zuwiderhandlung gegen das Waffengesetz (begangen von Dezember 2003 bis Januar 2004) und mehrfachen Betäubungsmittelkonsums (begangen von Anfang 2003 bis Januar 2004). Bereits am 18. Oktober 2000 hatte die Jugendanwaltschaft des Kantons Aargau den Beschwerdeführer wegen Diebstahls und Hausfriedensbruchs zu einer Arbeitsleistung verpflichtet und am 12. Februar 2001 wegen geringfügiger Sachbeschädigung mit einer Busse bestraft. Ausserdem hatte ihn das Bezirksamt Laufenburg am 2. Juli 2003 wegen Nichtabgabe des Fahrzeugausweises und der Kontrollschilder trotz behördlicher Aufforderung zu einer Busse verurteilt. Schliesslich lief gegen den Beschwerdeführer im Jahre 2002 ein Ermittlungsverfahren wegen Beihilfe zur illegalen Einreise, worauf ihm damals gegen seinen Willen die Grenzkarte entzogen wurde. 3.2 Der Beschwerdeführer ist somit wiederholt deliktisch aufgefallen. Die ersten gegen ihn verhängten Massnahmen haben ihn nicht von weiteren, schwereren Straftaten abgehalten. Er beging insbesondere eine versuchte vorsätzliche Tötung - laut Strafgericht an der Grenze zum versuchten Mord -, die nur deshalb nicht vollendet wurde, weil er das Opfer trotz Abgabe von mehreren Schüssen nicht tödlich traf. Er macht zwar eine Krisensituation geltend, die ihn zu dieser Tat verleitet habe. Er habe befürchtet, dass die Familie eines Freundes, der im Dezember 2002 nach einer Auseinandersetzung starb, ihn für dessen Tod als verantwortlich ansehen und ihn deshalb umbringen würde. Dem habe er durch Tötung des vermeintlichen Täters zuvorkommen wollen, um sein Ansehen bei der Familie des verstorbenen Freundes wieder herzustellen. Diese Konfliktsituation hat das Strafgericht veranlasst, ihn nicht wegen versuchten Mordes, sondern (nur) wegen versuchter vorsätzlicher Tötung zu verurteilen. Dabei plante der Beschwerdeführer die Tötung von langer Hand, zog einen Gehilfen bei und lockte das arglose Opfer in einen Hinterhalt. Ausserdem war ihm bewusst, dass das Opfer nicht für den Tod seines Freundes verantwortlich war. 3.3 Sodann hat der Beschwerdeführer am 27. Dezember 2003 mit einem Mittäter einen Raub unter Einsatz einer geladenen Schusswaffe, die er gegen eines der Opfer richtete, begangen. Diese Tat steht ebenso wenig wie die Irreführung der Rechtspflege vom 16. Dezember 2003 in einem unmittelbaren Zusammenhang mit der erwähnten Konfliktsituation. Sie zeugt dafür umso mehr von der geringen Hemmschwelle beim Beschwerdeführer, schwere Delikte zu verüben. 3.4 Die Annahme der Vorinstanzen, es bestehe beim Beschwerdeführer eine erhebliche Rückfallgefahr, ist in Anbetracht der Gesamtumstände - entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers - nicht zu beanstanden. Gewiss meinte das Strafgericht, dass es "wohl einmalige Verfehlungen waren - jedenfalls, wenn es [ihm] gelingt, nach dem Strafvollzug sozial und beruflich wieder Tritt zu fassen". Es hat seine diesbezügliche Aussage aber selber relativiert ("wohl", "jedenfalls, wenn"). Fest steht, dass der Beschwerdeführer eine Bereitschaft zu besonders gravierenden Delikten gezeigt hat. Ausserdem ist es ihm nicht gelungen, die hier allgemein geltenden Regeln der Konfliktbewältigung zu akzeptieren. Es ist daher zu befürchten, dass er unter anderem dann, wenn etwas nicht nach seinen Vorstellungen verläuft, wieder zu Gewaltdelikten neigen wird. Da hierbei die Verletzung zentraler Rechtsgüter (Leib und Leben) droht, ist das Risiko eines Rückfalls umso weniger hinzunehmen. 3.5 Nach dem Gesagten besteht ein gewichtiges öffentliches Interesse an der Fernhaltung des Beschwerdeführers.