Citation: 6B_1164/2021 E. 1.3.1

1.3.1. Was der Beschwerdeführer gegen die vorinstanzliche Würdigung der sich teils widersprechenden Aussagen von E.________ vorbringt, verfängt nicht. 1.3.1.1. Entgegen des wiederholt vorgetragenen Einwandes des Beschwerdeführers hat die Vorinstanz einlässlich begründet und überzeugend dargelegt, weshalb sie auf die Erstaussagen von E.________ anlässlich der Einvernahmen vom 31. Dezember 2017 und 1. Januar 2018 und nicht auf dessen Aussagen als Zeuge unter Wahrheitspflicht anlässlich der Berufungsverhandlung vom 22. Juni 2021 abstellte. Gemäss angefochtenem Urteil äusserte sich der Mitbeschuldigte E.________ am Nachmittag des 31. Dezember 2017 nach Vorbesprechung mit seinem Verteidiger - ohne erkennbaren Druck seitens der befragenden Person, ohne Zweifel an seiner Einvernahmefähigkeit und ohne Erinnerungslücken geltend zu machen - in einem langen freien Bericht ausführlich und detailliert zu den Geschehnissen. Bereits am Ende dieser ersten Einvernahme vom 31. Dezember 2017 führte er zur Erläuterung des Blutes an seinen Schuhen und Hosen aus, selber auch einmal auf das Opfer eingekickt zu haben. Unter freiwilligem Verzicht auf die Anwesenheit seines Anwaltes - also offensichtlich ohne sich unter Druck gesetzt zu fühlen - ergänzte er am 1. Januar 2018, auch "A.________" (Beschwerdeführer) habe "bös dreingeschlagen mit Fäusten und Kicks". Auch wenn er zu Beginn der ersten Einvernahme am 31. Dezember 2017 noch wahrheitswidrig erklärte, selber nicht Angreifer gewesen zu sein, sondern sich nur zwecks Schlichtung in den Pulk von sieben bis acht Angreifern begeben zu haben, steht entgegen dem Beschwerdeführer fest, dass E.________ bereits am 31. Dezember 2017 eingestand, ebenfalls auf das Opfer eingetreten zu haben. 1.3.1.2. Während E.________ in den Konfrontationseinvernahmen mit G.________ (am 18. Januar 2018) und dem Beschwerdeführer (am 15. Februar 2018) sowie mit Blick auf die Vorlage der ausgedruckten SMS-Konversation zwischen E.________ und F.________ zunächst die Aussage verweigerte, sandte er der Verteidigung des Beschwerdeführers eine vom 16. April 2018 datierende Erklärung zu, womit er sich bei der Staatsanwaltschaft für die Behinderung der polizeilichen Ermittlungen entschuldigte und zum Verhalten des Beschwerdeführers am 31. Dezember 2017 korrigierend festhielt, Letzterer habe nicht zugeschlagen, sondern verhindert, dass überhaupt jemand zuschlägt. Er, E.________, sei anlässlich der Einvernahme vom 31. Dezember 2017 unter Schock gestanden und habe Panik gehabt. Infolge des Alkohol- und Drogenkonsums am Vorabend sei er nicht bei klarem Verstand gewesen. Dass E.________ am Nachmittag des 31. Dezember 2017 infolge des Alkohol- und Drogenkonsums - entgegen der vorinstanzlichen Sachverhaltsfeststellung - nicht einvernahmefähig gewesen wäre, macht der Beschwerdeführer zu Recht nicht geltend. Entgegen dem Beschwerdeführer würdigte die Vorinstanz das Aussageverhalten des zuerst Mitbeschuldigten - und anlässlich der Berufungsverhandlung vom 22. Juni 2021 als Zeugen einvernommenen - E.________ schlüssig und überzeugend. 1.3.1.3. Der Beschwerdeführer macht geltend, die Aussagen von E.________ anlässlich der SMS-Konversation und der Berufungsverhandlung sowie die Erklärung vom 16. April 2018 seien als aufrichtigen Ausdruck des schlechten Gewissens von E.________ zu verstehen, womit dieser seine Falschbeschuldigungen gegenüber dem Beschwerdeführer vom 31. Dezember 2017 und 1. Januar 2018 zu korrigieren versucht habe. Die Vorinstanz verletze das Willkürverbot, indem sie diese Aussagen als unglaubhaft bezeichnet habe. Laut angefochtenem Urteil traf sowohl das Schreiben vom 16. April 2018 wie auch die SMS-Unterhaltung "wie auf Bestellung" bei der Staatsanwaltschaft ein. Die SMS-Konversation wirke hinsichtlich Ablauf und Inhalt konstruiert im Bemühen darum, einen schriftlichen Beleg zu schaffen, dass E.________ den Beschwerdeführer angeblich anfänglich zu Unrecht belastet habe. Laut Angaben von E.________ vor Strafgericht habe er F.________ bei einem Treffen mit Kollegen nach dessen Telefonnummer gefragt. Warum E.________ die Sache der SMS-Konversation nicht gleich mündlich mit F.________ geklärt habe, begründe E.________ damit, weil er sich schlecht gefühlt habe. Die Vorinstanz gelangte zur Überzeugung, die Besprechung der angeblichen Falschbeschuldigung zwischen zwei persönlichen Treffen von E.________ mit F.________ in der vorliegenden Ausführlichkeit und Schriftform per SMS weise darauf hin, dass F.________ dafür eingespannt wurde, ein vorzeigbares Beweismittel zu Gunsten des Beschwerdeführers zu produzieren. Dies trage nichts zur Glaubhaftigkeit der neueren Aussagen von E.________ bei. Während sich E.________ in seiner nachträglichen Erklärung vom 16. April 2018 einerseits darauf berief, anlässlich der Ersteinvernahme vom 31. Dezember 2017 an Erinnerungslücken gelitten zu haben, weshalb er seine damalige Falschbeschuldigung korrigieren müsse, vermochte er andererseits - trotz früherer Erinnerungslücken - mehr als drei Monate später zum Sachverhalt vom 31. Dezember 2017 angeblich präzisierende Angaben zu machen, wonach der Beschwerdeführer nicht zugeschlagen, sondern im Gegenteil nur zu verhindern versucht habe, dass überhaupt jemand zuschlägt. Weshalb die Vorinstanz das Willkürverbot verletzt haben soll, indem sie angesichts dieser Umstände auf die Aussagen von E.________ anlässlich der Ersteinvernahmen vom 31. Dezember 2017 und 1. Januar 2018 (E. 1.4.1.1) abstellte, ist nicht ersichtlich. 1.3.1.4. Gemäss angefochtenem Urteil gelangte das Strafgericht angesichts der aus anderen Strafverfahren bekannten Häufung von zurückgezogenen belastenden Aussagen gegen den Beschwerdeführer zur Überzeugung, E.________ habe seine ursprünglichen, der Wahrheit entsprechenden Aussagen betreffend die Teilnahme des Beschwerdeführers aus Angst vor möglichen Konsequenzen zurückgenommen. Diesbezüglich rügt der Beschwerdeführer, für diese willkürliche Mutmassung fänden sich in den Akten keinerlei Hinweise. Auch diese Vorbringen genügen den Anforderungen an eine Willkürrüge nicht. Dass eine andere Lösung oder Würdigung ebenfalls vertretbar oder gar zutreffender erscheint, genügt nicht (BGE 143 IV 241 E. 2.3.1; BGE 141 IV 369 E. 6.3; je mit Hinweisen), zumal hier die Würdigung der Vorinstanz deutlich näher liegt. Zwar blieb der Beschwerdeführer wegen Kollusionsgefahr bis am 19. April 2018 in Untersuchungshaft. Doch ist es sachfremd zu behaupten, es wäre aus der Sicht von E.________ kein hypothetisches Vergeltungsmotiv seitens des Beschwerdeführers für den Fall ersichtlich, dass der Letztere - wie er selber ausführt - einzig und allein gestützt auf die als glaubhaft gewürdigten belastenden Erstaussagen von E.________ wegen Mittäterschaft schuldig zu sprechen wäre. Ausführlich und überzeugend legte die Vorinstanz dar, weshalb sie mit Blick auf die Antworten des Beschwerdeführers auf Vorhalt des im abgekürzten Verfahren unter anderem wegen versuchter Erpressung und versuchter Nötigung ergangenen rechtskräftigen Strafurteils vom 8. Mai 2020 anlässlich der Berufungsverhandlung darauf schloss, der Beschwerdeführer räume mit seinen Antworten grundsätzlich die Richtigkeit der damaligen Anklage ein. Dies bedeute nichts anderes, als dass die ursprünglichen Aussagen des Belastungszeugen gegen den Beschwerdeführer in jenem Strafuntersuchungsverfahren anerkanntermassen der Wahrheit entsprachen. Damals wie auch im vorliegenden Fall habe der Widerruf der belastenden Aussagen zur Entlassung des Beschwerdeführers aus der Untersuchungshaft geführt. 1.3.1.5. Entgegen den Vorbringen des Beschwerdeführers verletzte die Vorinstanz das Willkürverbot nicht, indem sie ausführte, es bestünden keinerlei Anzeichen dafür, dass E.________ den Beschwerdeführer anfänglich fälschlicherweise - nur zum Zwecke der eigenen Entlastung - mit seinen Erstaussagen vom 31. Dezember 2017 und 1. Januar 2018 belastet habe. Für E.________ bestand damals keine Notwendigkeit, zu seiner eigenen Entlastung den Beschwerdeführer durch Falschaussagen zu belasten. Denn E.________ nannte bereits in diesen Erstaussagen - neben dem Eingeständnis seiner eigenen Mittäterschaft - auch weitere Namen von anderen Mittätern, so auch den Bruder des Beschwerdeführers. Vor diesem Hintergrund schloss die Vorinstanz willkürfrei darauf, beim Widerruf dieser den Beschwerdeführer belastenden Erstaussagen von E.________ und den von Letzterem stattdessen auch an der Berufungsverhandlung (SA3307) präsentierten Versionen handle es sich um unglaubhafte Falschaussagen mit dem offensichtlichen Motiv, den Beschwerdeführer maximal zu entlasten. 1.3.1.6. Auch die weiteren Indizien würdigte die Vorinstanz bundesrechtskonform. Weshalb weder der Beschwerdeführer noch sein mitbeschuldigter Bruder zur Herkunft der im Berufungsverfahren eingereichten Videoaufnahme betreffend die letzten 12 Sekunden der Einwirkungen auf das Opfer nähere Angaben machten, stellte die Vorinstanz in einen Zusammenhang mit der Tatsache, dass der Beschwerdeführer - im Gegensatz zu seinem mitbeschuldigten Bruder - im Zeitpunkt der Berufungsverhandlung noch nicht rechtskräftig verurteilt war und daher offensichtlich kein Interesse daran hatte, dass der Urheber der Videoaufnahme als Zeuge unter Wahrheitspflicht zu dessen Beobachtungen hätte befragt werden können. Auch im Nachtatverhalten des Beschwerdeführers erkannte die Vorinstanz konspirative Züge, indem sich der - angeblich selber völlig unbeteiligte - Beschwerdeführer mit seinem mitbeschuldigten Bruder zuerst soweit vom Tatort entfernte, dass er von der Polizei dort nicht mehr anzutreffen war. Wenige Stunden nach der Tat - noch am 31. Dezember 2017 sowie am 1. Januar 2018 - habe der Beschwerdeführer insgesamt fünfzehn Mal mit H.________, welcher unmittelbar vor der Tat im C.________-Club einen Disput mit dem späteren Opfer hatte, telefoniert; zweimal davon nach dessen Ersteinvernahme durch die Staatsanwaltschaft am frühen Nachmittag des 31. Dezember 2017. Zudem habe er sich am Morgen des 1. Januar 2018 auch noch persönlich mit H.________ getroffen. Ein derart intensiver Austausch zwischen dem Beschwerdeführer und H.________ lässt sich nach vorinstanzlich überzeugender Würdigung der Umstände nicht durch das angebliche Nachfragen danach erklären, ob der andere etwas mit der Sache zu tun habe, sondern trägt vielmehr konspirative Züge. 1.3.1.7. Insgesamt zeigt der Beschwerdeführer nicht in einer der qualifizierten Rügepflicht (E. 1.2.1) genügenden Weise auf, inwiefern die Vorinstanz die Beweise in Verletzung des Willkürverbots bzw. des Grundsatzes "in dubio pro reo" (E. 1.2.2) einseitig zum Nachteil des Beschwerdeführers gewürdigt habe.