Citation: 2D_23/2023 E. 4.4

4.4. Gemäss dem verbindlich festgestellten Sachverhalt (Art. 118 Abs. 1 BGG; vorstehend E. 3.2.2, E. 3.6) würde die Beschwerdeführerin 1 wieder ins Elternhaus in Krasnodar zu ihren Eltern und ihrem jüngeren Bruder zurückkehren und mit ihnen zusammen leben, wie sie es bis zu ihrer Reise in die Schweiz mit dem Ziel eine Privatschule zu besuchen, im Juli 2022 getan hat. Weder die Eltern noch der Bruder oder die Beschwerdeführerin 1 selbst sind regimekritisch oder oppositionell in Erscheinung getreten. Die Beschwerdeführerin 1 hat die Familie denn auch allein aufgrund der guten Schulbildung in die Schweiz verlassen und nicht aufgrund von Sicherheitsbedenken (angefochtener Entscheid E. 3.3.1, E. 3.4.3). Während des Aufenthalts der Beschwerdeführerin 1 in der Schweiz ist die Familie in Krasnoda geblieben und hat keinerlei Repression oder negative Konsequenzen erfahren; jedenfalls wird weiterhin (vgl. angefochtener Entscheid E. 3.4.4) nichts Entsprechendes geltend gemacht. Der Auslandsaufenthalt der Beschwerdeführerin 1 hatte somit keinen Einfluss auf das Wohlbefinden der Familie in der Heimat. Dass die Beschwerdeführerin 1 im Falle ihrer Rückkehr nun gravierende Sanktionen zu gewärtigen hätte, wie es die Beschwerdeführer in Form von demütigender und erniedrigender Behandlung als Verräterin am Mutterland befürchten, erscheint nicht glaubhaft und findet in den Akten keine Stütze. Ihre pauschale Befürchtung, ausgegrenzt, gedemütigt und einer Sonderbehandlung unterzogen zu werden, bleibt somit blosse Behauptung, die durch nichts untermauert wird. Das genügt nicht, um eine Wegweisung gestützt auf Art. 3 EMRK (oder Art. 10 Abs. 3 und Art. 25 Abs. 3 BV) nach Russland zu verweigern (vgl. Urteil 2C_352/2022 vom 23. November 2022 E. 7.3). Es ist somit nicht ersichtlich, dass der Beschwerdeführerin 1 im Falle ihrer Rückkehr nach Russland eine unmenschliche Behandlung droht.