Citation: 1P.124/2001 15.06.2001 E. 1

1.- Das Bundesgericht prüft von Amtes wegen und mit freier Kognition, ob und gegebenenfalls in welchem Umfang auf eine staatsrechtliche Beschwerde einzutreten ist (BGE 126 I 81 E. 1 S. 83 mit Hinweisen). a) Die staatsrechtliche Beschwerde ist nach Art. 84 Abs. 2 OG nur zulässig, wenn die behauptete Rechtsverletzung nicht sonstwie durch Klage oder Rechtsmittel beim Bundesge- richt oder einer andern Bundesbehörde gerügt werden kann. Die Beschwerdeführerin 1 rügt (neben den von beiden Be- schwerdeführerinnen geltend gemachten Verletzungen von Ver- fahrensrechten), die Beschlagnahme verstosse gegen Art. 59 StGB. Die Rüge, Bestimmungen des materiellen Bundesstraf- rechts, zu welchen insbesondere das Strafgesetzbuch gehört, seien falsch angewendet worden, wäre grundsätzlich mit eid- genössischer Nichtigkeitsbeschwerde an den Kassationshof des Bundesgerichts zu erheben (Art. 269 Abs. 1 BStP). Gegenstand der eidgenössischen Nichtigkeitsbeschwerde können indessen nach Art. 268 Ziff. 1 BStP nur Urteile sein. Bei der Be- schlagnahme von Vermögenswerten zur Sicherung einer Ein- ziehung oder einer Ersatzforderung handelt es sich um eine vorsorgliche Zwangsmassnahme im Strafverfahren, durch die das Urteil in der Strafsache selbst nicht präjudiziert wird. Die Nichtigkeitsbeschwerde an den Kassationshof des Bundes- gerichts wird deshalb gegen eine solche Verfügung nicht zu- gelassen (BGE 126 I 97 E. 1c S. 102). Da auch im vorliegen- den Fall ausschliesslich eine Beschlagnahme zur Sicherung einer Einziehung oder von Ersatzforderungen, also eine vor- sorgliche strafprozessuale Massnahme, umstritten ist, steht Art. 84 Abs. 2 OG der Zulässigkeit der staatsrechtlichen Beschwerde nicht entgegen. b) Der Entscheid der Anklagekammer, der kantonal letztinstanzlich die Beschlagnahmeverfügung des Kantonalen Untersuchungsrichters geschützt hat, schliesst das Untersu- chungsverfahren nicht ab. Es handelt sich somit um einen Zwischenentscheid. Gemäss Art. 87 Abs. 2 OG (in der seit dem 1. März 2000 in Kraft stehenden Fassung) ist gegen selbst- ständig eröffnete Zwischenentscheide die staatsrechtliche Beschwerde zulässig, wenn sie einen nicht wieder gutzuma- chenden Nachteil bewirken können. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts haben Verfügungen, mit denen bestimmte Gegenstände beschlagnahmt werden, grundsätzlich einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil im Sinne von Art. 87 Abs. 2 OG zur Folge (BGE 126 I 97 E. 1b S. 101 mit Hinweisen). Dies muss namentlich im vorliegenden Fall der Vermögensbeschlag- nahme gelten. c) Die staatsrechtliche Beschwerde ist, von hier nicht in Betracht fallenden Ausnahmen abgesehen, rein kassa- torischer Natur (BGE 124 I 327 E. 4a S. 332 mit Hinweisen). Soweit in der Beschwerde mehr verlangt wird als die Aufhe- bung des angefochtenen Entscheids, kann darauf nicht einge- treten werden. Es betrifft dies den Antrag der Beschwerde- führerinnen auf Aufhebung der angefochtenen Beschlagnahme. d) Beide Beschwerdeführerinnen fechten den Ent- scheid der Anklagekammer mit der Rüge einer Verletzung der Verfahrensgarantien von Art. 29 Abs. 1 und 2 BV an. Die Beschwerdeführerin 1 ist eine Einzelfirma, deren Inhaber gemäss Handelsregisterauszug vom 2. August 2000 E.________ ist, der Ehemann der Beschwerdeführerin 2. Die Beschwerde- führerin 1 ist Inhaberin des Kontos, auf welchem die be- schlagnahmten Gelder deponiert waren, und als solche zur staatsrechtlichen Beschwerde legitimiert. Die Beschwerde- führerin 2 verfügt bei der Beschwerdeführerin 1 über Ein- zelunterschrift, was ihr jedoch in der Sache selbst keine Legitimation zur staatsrechtlichen Beschwerde verschafft. Trotz fehlender Legitimation in der Sache selbst kann ein Beschwerdeführer allerdings die Verletzung von Verfahrens- vorschriften rügen, deren Missachtung eine formelle Rechts- verweigerung darstellt. Das nach Art. 88 OG erforderliche rechtlich geschützte Interesse ergibt sich diesfalls nicht aus der Berechtigung in der Sache, sondern aus der Teilnahme am kantonalen Verfahren. Eine solche ist stets dann gegeben, wenn dem Rechtsuchenden im kantonalen Verfahren Parteistel- lung zukam. Mit staatsrechtlicher Beschwerde kann er die ihm nach dem kantonalen Verfahrensrecht oder unmittelbar aufgrund der Bundesverfassung zustehenden Rechte geltend machen (BGE 118 Ia 232 E. 1a S. 234 mit Hinweisen). Insofern ist auch die Beschwerdeführerin 2 zur staatsrechtlichen Be- schwerde legitimiert.