Citation: 5C.252/2001 06.06.2002 E. 1

1.- Das Obergericht hat das Feststellungsinteresse des Klägers bejaht mit der Begründung, das Bulletin mit dem persönlichkeitsverletzenden Artikel habe Ende November 2000 (mithin noch nach dem erstinstanzlichen Urteil) bei der freien Interessengemeinschaft Z.________ bezogen werden können. Es habe zum gleichen Zeitpunkt auch im Internet noch in der hier zu beurteilenden Fassung gelesen werden können (E. 4b/cc und dd sowie E. 4e S. 7 f. des angefochtenen Urteils). Der Kläger macht eine Verletzung von Art. 28a Abs. 1 Ziff. 3 ZGB zum Feststellungsinteresse geltend mit der Begründung, dieses sei nicht mehr gegeben, weil zwischen den letzten Kenntnisnahmen des Artikels in der unkorrigierten Fassung und dem angefochtenen Urteil acht Monate verflossen seien. Zum Feststellungsinteresse hat sich die urteilende Abteilung des Bundesgerichts der Rechtsprechung der I. Zivilabteilung angeschlossen und erkannt, dass der Störungszustand im Laufe der Zeit nicht verschwinden kann. Es war der Wille des Reformgesetzgebers, den Rechtsschutz mit der Feststellungsklage auszubauen. Das schutzwürdige Interesse an dieser kann nur dann entfallen, wenn sich die Verhältnisse derart geändert haben, dass die persönlichkeitsverletzende Äusserung jede Aktualität eingebüsst oder eine beim Durchschnittsleser hervorgerufene Vorstellung jede Bedeutung verloren hat, weshalb auszuschliessen ist, dass die Äusserung von neuem öffentlich verbreitet wird (BGE 127 III 481 E. 1c/aa und bb S. 485 f.). Im angefochtenen Urteil wird mit der weltweiten Verbreitung von Nachrichten im Internet argumentiert (E. 4c und 4e S. 7 f.). Der Beklagte setzt sich mit dieser Begründung nicht auseinander. Er legt auch nicht dar, inwiefern das blosse Verstreichen der Zeit geeignet ist, das Feststellungsinteresse dahinfallen zu lassen, was nach der bundesgerichtlichen Praxis gerade nicht ausreicht. Mangels Begründung ist auf die Berufung insoweit nicht einzutreten (Art. 55 Abs. 1 lit. c OG; BGE 116 II 745 E. 3 S. 749).