Citation: 6B_575/2018 E. 2.5

2.5. Der Beschwerdeführer wendet sich weiter gegen die vorinstanzliche Annahme des zweiten Tatbestandselements, er habe "nach der Kollision die Flucht ergriffen". Die Vorinstanz begründe dies einzig damit, er hätte sofort die Polizei benachrichtigen sollen und es habe nicht genügt, nach dem Vorfall zuerst noch rund fünf Minuten alleine vor Ort, d.h. am verlassenen Unfallort, geblieben zu sein. Es fehle an irgendeiner Begründung, inwiefern, er sich seiner Verantwortung entzogen hätte oder hätte entziehen wollen oder inwiefern er durch sein Verhalten irgend ein Rechtsgut zusätzlich gefährdet oder verletzt hätte, geschweige denn irgend einen Bezug zur gesetzlichen Voraussetzung des Flucht-Ergreifens (Beschwerde S. 9). Die "Flucht" setzt kein krasses Fehlverhalten voraus, wie das etwa nach dem Sachverhalt im Urteil 6B_928/2017 vom 20. Dezember 2017 der Fall war. Bei Unfällen mit Personenschaden ist die Polizei "sofort" zu benachrichtigen. Das unterliess der Beschwerdeführer. Als Flucht gilt in erster Linie das Entfernen vom Unfallort, ohne den gesetzlichen Pflichten nachgekommen zu sein. Insoweit ist unerheblich, ob der Fahrzeugführer vorher angehalten hat oder nicht bzw. zwar Hilfe leistet, sich aber in der Folge von der Unfallstelle wegbegibt, ohne die Polizei verständigt zu haben. Die Vereitelung der Verfügbarkeit auf der Unfallstelle wird der Flucht gleichgesetzt. Die Flucht setzt immer voraus, dass das Entfernen vom Unfallort pflichtwidrig im Sinne von Art. 51 SVG ist (UNSELD, a.a.O., N. 43 ff. zu Art. 92 SVG). Ohne Zustimmung der Polizei darf die Unfallstelle gemäss Art. 51 Abs. 2 SVG denn auch grundsätzlich nicht verlassen werden.