Citation: 8C_348/2014 E. 2.2

2.2. Ausgangspunkt für die Neueinschätzung der Arbeitsfähigkeit bei im Wesentlichen unverändert gebliebener medizinischer Diagnose waren die am 9. Oktober 2007 begonnenen, tageweise zunächst bis 8. Dezember 2007, später vom 19. Mai bis 1. Juli 2008 sowie schliesslich vom 29. September bis 3. Oktober 2008 fortgeführten Observationen im Auftrag der Basler Versicherungen. Die Beschwerdeführerin wurde darüber erstmals am 30. Oktober 2008 in Kenntnis gesetzt. Die von ihr mit der medizinischen Auswertung der Observationsberichte beauftragten Ärzte der Rehaklinik C.________ erstatteten am 11. Februar 2009 Bericht. Dabei bejahten sie die Frage, ob sich aus den beim Versicherten durchgeführten Observationen neue Erkenntnisse bezüglich der Arbeitsfähigkeit respektive Zumutbarkeit ergäben: "Die Diskrepanzen zwischen Alltagsverhalten des Versicherten und den anamnestischen Angaben im Rahmen des Begutachtungsverfahrens und weitere Diskrepanzen in seinem Alltagsverhalten und den ärztlich-rheumatologischen sowie den neuropsychologischen Befunden lassen schliessen, dass die Arbeitsfähigkeit des Versicherten weit höher sein muss als im Gutachten vom Institut D.________ [recte: Gutachterstelle B.________; vom 29. März 2006] beschrieben", welches massgebliche Grundlage für die Rentenverfügung vom 27. Februar 2008 war. Weiter führten die Ärzte der Rehaklinik aus, "die veränderte Arbeitsfähigkeit respektive Zumutbarkeit muss mindestens Gültigkeit haben seit Beginn der Observationen, d.h. seit dem 9.10.2007. Allerdings ist weiterhin mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass bereits vor Beginn der Observationen der Gesundheitszustand des Versicherten erheblich besser war als gutachterlich beschrieben. Es entspricht der ärztlichen Erfahrung, dass sich das körperliche Zustandsbild viele Jahre nach dem in der Rede stehenden Unfall nicht mehr relevant verändert. [...] Es ist nicht wahrscheinlich, dass sich in dem zwischen Begutachtung und Observation liegenden Zeitraum der Gesundheitszustand des Versicherten wegweisend verändert hat. Vielmehr ist davon auszugehen, dass der Versicherte bereits im Rahmen der Begutachtung eine gute körperliche Leistungsfähigkeit aufwies. Mit Wahrscheinlichkeit liegt diese gute körperliche Leistungsfähigkeit spätestens seit einem Zeitraum von 2 Jahren nach dem Unfallereignis [vom 27. März 1999] vor, da entsprechend der klinisch-wissenschaftlichen Erfahrung ab diesem Zeitraum nicht mehr mit einer wegweisenden Veränderung des Befundes zu rechnen ist und aus den Aktenunterlagen im Übrigen hervorgehend, dass der Versicherte zu diesem Zeitraum über ganz ähnliche Beschwerden klagte wie er sie dann im Rahmen der Begutachtung im Institut D.________ [recte: Gutachterstelle B.________] angab." Wie die Beschwerdeführerin angesichts solch klarer Aussagen zur Auffassung gelangen kann, der Versicherte habe sich seit der letzten Begutachtung im Jahr 2005 an seine Behinderung besser angepasst, ist nicht nachvollziehbar, zumal sich auch aus dem am 25. Mai 2009 erstellten Gutachten der MEDAS keine Anhaltspunkte für eine seither eingetretene Leistungsverbesserung bei gleich gebliebenem Gesundheitszustand ergeben. Dies muss umso mehr für den vorliegend massgeblichen Vergleichszeitpunkt, den Tag des Erlasses der Verfügung vom 27. Februar 2008 gelten. Insoweit erweist sich die Beschwerde als offenkundig unbegründet.