Citation: 5A_151/2024 E. 2

Das Prozessrecht ist im Bereich des Erwachsenenschutzes - unter Vorbehalt der in Art. 450 bis 450e ZGB festgehaltenen bundesrechtlichen Minimalvorschriften - kantonales Recht (Art. 450f ZGB). Dies gilt insbesondere für die Auferlegung und Höhe der Verfahrenskosten, die im Kanton Bern in Art. 63 des Gesetzes über den Kindes- und Erwachsenenschutz vom 1. Februar 2012 (KESG; BSG 213.316) bzw. in der Verordnung über die Gebühren der Kantonsverwaltung vom 22. Februar 1995 (GebV; BSG 154.21) und deren Anhang 10 geregelt sind. Die Verletzung kantonalen Rechts überprüft das Bundesgericht nicht frei, sondern nur auf Verletzung des Willkürverbots oder anderer verfassungsmässiger Rechte hin (BGE 140 III 385 E. 2.3). Hierfür gilt das strenge Rügeprinzip im Sinn von Art. 106 Abs. 2 BGG. Das heisst, das Bundesgericht prüft deren Verletzung nur insofern, als eine solche Rüge in der Beschwerde vorgebracht und begründet worden ist, wobei es nur klar und detailliert erhobene und, soweit möglich, belegte Rügen prüft (BGE 142 III 364 E. 2.4). Dies gilt auch, wenn ein Kanton im Bereich des Erwachsenenschutzes die Bestimmungen der ZPO für anwendbar erklärt oder diese aufgrund des Verweises in Art. 450f ZGB zur Anwendung gelangen, soweit das kantonale Recht keine Regelung enthält; in diesem Fall stellen sie subsidiäres kantonales Recht dar (BGE 140 III 385 E. 2.3; Urteil 5A_51/2021 vom 21. Januar 2021 E. 3).