Citation: 5C.209/2006 31.01.2007 E. 2

Die Vorinstanz stellte für das Bundesgericht verbindlich fest (Art. 63 Abs. 2 aOG), dass die Klägerin von der im Dezember 1995 erfolgten Arrestlegung auf den von ihr als Eigentum angesprochenen Gemälden von Anfang an Kenntnis hatte. Die Klägerin habe selber ausgeführt, dass der Beschlag in der von ihr und Y.________ damals gemeinsam bewohnten Wohnung in A.________ stattgefunden habe. Zudem habe sie anerkannt, dass sie ohne weiteres bereits zu diesem Zeitpunkt eine Eigentumsansprache hätte erheben können. Einzig auf Empfehlung ihres Rechtsanwaltes habe sie damals noch nichts unternommen. Dieser habe ihr geraten, nichts gegen den Arrestbeschlag vorzukehren, da sich der Arrestschuldner selber wehren werde und sie ihr Eigentum an den Gemälden noch im Pfändungsverfahren werde geltend machen können. Das Verhalten der Klägerin ist nach Ansicht der Vorinstanz offensichtlich rechtsmissbräuchlich im Sinne der Rechtsprechung. Es führe dazu, dass die Beklagte sich nach einem über zehnjährigen Verfahren noch immer nicht aus den Arrestgegenständen befriedigen könne, sondern sich jetzt noch auf einen Prozess mit der Klägerin einlassen müsse, in dem es allenfalls zu einem ausgedehnten und aufgrund des Zeitablaufs nicht ganz einfachen Beweisverfahren mit internationalem Bezug kommen könnte. Falls die Klägerin von ihrem damaligen Anwalt tatsächlich im behaupteten Sinne beraten worden war, erweise sich dessen Ratschlag als qualifiziert falsch und sei ihr anzurechnen, da sie nicht besser gestellt werden dürfe als jemand, der aufgrund eigenen Wissens gehandelt habe. Zudem erscheine das Zuwarten der Klägerin selbst bei Vorliegen einer solchen Auskunft nicht in milderem Licht, da es nicht um eine Verzögerung um Wochen oder Monate, sondern um ganze neun Jahre gehe.