Citation: U 574/06 05.10.2007 E. 5

5.1 Unter Umständen kann der medizinische Befund einen Beweis dafür bilden, dass eine Schädigung auf eine ungewöhnliche äussere Einwirkung, also auf ein Unfallereignis, zurückzuführen ist. Der mangelnde Nachweis eines Unfalles lässt sich indessen selten durch medizinische Feststellungen ersetzen. Diese dienen aber mitunter als Indizien im Beweis für oder gegen das Vorliegen eines Unfalles (RKUV 2003 Nr. U 485 S. 253, U 307/01 und 308/01 mit Hinweisen). 5.2 Aus den medizinischen Unterlagen ergibt sich, dass die Beschwerdeführerin bereits im Jahre 2000 einen Skiunfall erlitten hatte. Im Schreiben an Dr. med. M.________ vom 27. April 2005 führte der Hausarzt aus, damals habe sie sich eine Distorsion des linken Kniegelenks zugezogen. Da sich die Symptomatik innerhalb von zwei Wochen deutlich gebessert habe, sei auf weitere Abklärungen verzichtet worden. Dr. med. M.________ diagnostizierte anlässlich seiner Untersuchung vom 25. Februar 2005 eine Ruptur des vorderen Kreuzbandes des linken Knies und eine mediale Gonarthrose links. Seit dem Unfallereignis vor fünf Jahren habe die Versicherte immer wieder unter belastungsabhängigen Knieschmerzen gelitten, manchmal auch unter "giving way". Wenn die Beschwerdeführerin dies in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde nunmehr bestreitet und behauptet, der Arzt habe betreffend der seit dem Jahr 2000 bestehenden Schmerzen stark übertrieben, erscheint dieser Einwand wenig glaubhaft. Immerhin erklärte die Versicherte gegenüber Dr. med. N.________, sie sei überzeugt davon, dass die Kreuzbandruptur mit dem Unfall im Jahre 2000 in Zusammenhang stehe, damals jedoch nicht diagnostiziert worden sei (vgl. das Schreiben des Hausarztes vom 27. April 2005). Dem Schadeninspektor gab sie zudem am 1. Juli 2005 an, obwohl sie nach längerem Sitzen Schmerzen im linken Knie gehabt habe, habe sie sich deswegen nicht mehr behandeln lassen. Dr. med. N.________ habe jedoch damals vermutlich etwas verpasst. Zum geltend gemachten Ereignis vom 20. Februar 2005 hält Dr. med. M.________ fest, es sei nicht klar, ob die Versicherte wegen eines Drehtraumas oder wegen der Instabilität des linken Knies ausgerutscht sei. Den Gesundheitsschaden beurteilte er als wahrscheinlich alte Ruptur des vorderen Kreuzbandes des linken Knies und mediale Gonarthrose (vgl. das Schreiben an den Hausarzt vom 3. März 2005). 5.3 Der Chirurg Dr. med. I.________, dem der Rechtsvertreter der Versicherten die Röntgenaufnahmen aus den Jahren 2000 und 2005 zur Beurteilung unterbreitet hatte, stellte gestützt darauf laut Bericht vom 27. November 2006 sowohl im linken wie auch im symptomlosen rechten Knie eine symmetrische, beginnende leichte mediale Gonarthrose fest. Da diese im selben Mass auch am rechten Knie bestehe und bereits auf den Bildern aus dem Jahre 2000 nachweisbar sei, könne sie nicht als Folge eines Unfalles des linken Knies betrachtet werden. Wenn Dr. med. V.________ gemäss einer Besprechungsnotiz vom 7. Dezember 2005 dafür hielt, eine im Jahr 2000 stattgehabte Kreuzbandruptur erkläre die Gonarthrose, ist diese Aussage daher mit Zurückhaltung zu würdigen. Ein spezifischer Befund, wie er für eine vordere Kreuzbandläsion beweisend wäre (Fehlstellung des Unterschenkels, knöcherner Abriss eines Bandansatzes), ist laut Dr. med. I.________ nicht vorhanden. Des Weitern lasse sich in keinem der Bilder ein Gelenkerguss feststellen. Ein solcher sei zwar typisch für eine frische Kreuzbandläsion, dessen Fehlen schliesse eine solche jedoch nicht aus. Diese Stellungnahme relativiert die von Dr. med. V.________ vertretene Auffassung, wonach die Versicherte mangels eines deutlich sichtbaren Blutergusses im Knie am 20. Februar 2005 mit praktischer Sicherheit keine Kreuzbandläsion erlitten habe. Da sich gemäss Dr. med. I.________ weder aufgrund der Röntgenbilder aus dem Jahre 2000 noch gestützt auf jene aus dem Jahre 2005 genauere Aussagen darüber machen lassen, auf welches Ereignis die Kreuzbandruptur zurückzuführen ist, erweist es sich entgegen der Vorbringen der Beschwerdeführerin als unerheblich, dass der Vorinstanz die Aufnahmen aus dem Jahre 2000 nicht vorlagen. Dr. med. I.________ hält weiter fest, nach seiner Erfahrung genüge eine fast alltägliche Bewegung aus dem Stand, wie sie das Einsteigen in die Skibindung darstelle, nicht, um einen Kreuzbandriss zu verursachen. Dafür sei ein Sturz aus einer raschen Abfahrtbewegung erforderlich. 5.4 Gestützt auf die bei den Akten liegenden ärztlichen Berichte und Stellungnahmen ist davon auszugehen, dass der rechtserhebliche medizinische Sachverhalt, soweit möglich, umfassend abgeklärt worden ist und von ergänzenden Beweismassnahmen, insbesondere was den Zeitpunkt der erlittenen Kreuzbandruptur betrifft, keine neuen Erkenntnisse zu erwarten sind. Von der beantragten Vornahme ergänzender fachärztlicher Abklärungen ist daher abzusehen.