Citation: 2C_364/2023 E. 6.2.2

6.2.2. Der Beschwerdeführer schied bereits 1998 aus dem Arbeitsprozess aus. Er stellt sich auf den Standpunkt, aus gesundheitlichen Gründen - wegen Rückenbeschwerden und psychischer Probleme - nicht arbeitsfähig gewesen zu sein. Zwar bestätigte im Jahr 2015 ein Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, dass der Beschwerdeführer seit Dezember 2011 wegen komplexer, komorbider psychischer Krankheit bei ihm in Behandlung sei, wobei das Krankheitsbild im Langzeitverlauf einen chronisch-rezidivierenden Charakter zeige. Eine tatsächliche Arbeitsunfähigkeit wurde aber weder in diesem Bericht noch im Rahmen anderer ärztlicher Konsultationen (2008, 2021) ausdrücklich festgestellt. Einzig ein ärztliches Zeugnis des Hausarztes von April 2022 attestiert ihm eine reduzierte Arbeitsfähigkeit von 60%, wobei derselbe Hausarzt im November 2022 bei psychosozial schwieriger Situation keine Arbeitsunfähigkeit und auch keine physischen Einschränkungen der Arbeitsmöglichkeiten des Beschwerdeführers feststellte. Verschiedene IV-Anträge (2002, 2006, 2014) wurden abgewiesen, unter anderem weil eine Umschulung aus gesundheitlichen Gründen vollumfänglich möglich gewesen wäre. Diese brach der Beschwerdeführer allerdings ab. Es ist insgesamt deshalb davon auszugehen, dass es dem Beschwerdeführer grundsätzlich möglich gewesen wäre, ein Erwerbseinkommen zu erzielen.