Citation: U 68/01 07.06.2001 E. 2

2.- Streitig und zu prüfen ist als Erstes, ob die Vorinstanz auf die Beschwerde insoweit, als damit ein Anspruch auf Taggelder für das Jahr 1997 geltend gemacht wurde, zu Recht nicht eingetreten ist. a) Die Vorinstanz hat das Nichteintreten im Wesentlichen damit begründet, dass die Verfügung vom 24. Dezember 1996, mit der die Taggeldleistungen per Ende 1996 eingestellt wurden, in Rechtskraft erwachsen sei. Der Beschwerdeführer macht geltend, er habe diese Verfügung am 10. Januar 1997 rechtzeitig angefochten. Damit setzt er sich mit dem Nichteintreten der Vorinstanz auseinander, weshalb in diesem Punkt auf die Verwaltungsgerichtsbeschwerde einzutreten ist (BGE 123 V 335). b) Mit Verfügung vom 24. Dezember 1996 stellte die Winterthur die Leistung der Taggelder per 31. Dezember 1996 ein mit der Begründung, der Beschwerdeführer sei in einer seiner Behinderung angepassten Tätigkeit voll arbeitsfähig. Es steht fest, dass der Beschwerdeführer mit Gesuch an die Winterthur vom 15. Oktober 1997 verlangt hat, diese solle zur Frage seiner Einspracheerhebung vom 10. Januar 1997 mit ihm ein Parteiverhör und mit seiner Ehefrau eine Zeugeneinvernahme durchführen; diese könne aussagen, dass sie die Einsprache für ihn am 9. Januar 1997 vorbereitet habe, und er könne glaubhaft vortragen, dass er den Brief am 10. Januar 1997 verschickt habe. Mit Schreiben vom 30. Oktober 1997 lehnte die Winterthur dieses Gesuch zu Recht ab, da der Beschwerdeführer keinen Zeugen für den Versand der Einsprache beigebracht hat. Im Weiteren hat die Vorinstanz korrekt erwogen, dass die Winterthur mit dem Schreiben vom 30. Oktober 1997 faktisch einen Einspracheentscheid gefällt hat, dass der Beschwerdeführer hiegegen erstmals am 30. Oktober 1998 und somit verspätet opponiert hat und dass der Entscheid vom 30. Oktober 1997 und damit die Verfügung vom 24. Dezember 1996 betreffend das Taggeld für das Jahr 1997 in Rechtskraft erwachsen sind. Dass die Vorinstanz insoweit auf die Beschwerde nicht eingetreten ist, erweist sich daher als rechtens. c) Zu beachten ist indessen, dass die Winterthur in der Verfügung vom 19. Oktober 1998 und im angefochtenen Einspracheentscheid vom 28. Juni 1999 erneut zur Verfügung vom 24. Dezember 1996 bzw. zum Taggeld für das Jahr 1997 Stellung genommen hat, zumal der Beschwerdeführer in der Einsprache vom 30. Oktober 1998 dieses Taggeld erneut verlangt hat. Die Winterthur hat diesbezüglich die Wiedererwägungsvoraussetzungen geprüft. In der Verfügung vom 19. Oktober 1998 verwies sie auf die Verfügung vom 24. Dezember 1996 und legte dar, dem Gutachten des Dr. med. T.________ vom 20. August 1998 könne entnommen werden, dass die heutige Situation betreffend die Arbeitsunfähigkeit im Vergleich zum Gutachten vom 17. Oktober 1996 unverändert sei. Bei einer der Behinderung angepassten Tätigkeit (sh. auch Gutachten vom 17. Oktober 1996) wäre der Beschwerdeführer voll arbeitsfähig. Diese Teile der Verfügung vom 24. Dezember 1996 seien bereits in Rechtskraft erwachsen. Im Einspracheentscheid vom 28. Juni 1999 führte sie aus, die Verfügung betreffend die Arbeitsfähigkeit sei bereits im Jahre 1997 in Rechtskraft erwachsen. Ein Wiedererwägungsgrund liege nicht vor. Eine neue ärztliche Beurteilung des bisherigen medizinischen Sachverhaltes, wie vorliegend ein abweichender ärztlicher Attest der Arbeitsfähigkeit, stelle keinen Wiedererwägungsgrund dar. Es lägen auch keine neuen, bisher nicht bekannten Tatsachen bzw. Beweismittel vor, weshalb auf diese Frage nicht mehr einzugehen sei. Nach dem Gesagten hat die Winterthur gestützt auf den Unfallschein des Spitals Y.________ vom 28. Oktober 1997 - in welchem für die Zeit vom 1. Januar 1997 bis 30. Januar 1997 und vom 17. März 1997 bis 14. April 1997 eine 100%ige sowie vom 15. April 1997 bis 26. Oktober 1997 eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert wurde - sowie gestützt auf das neue Gutachten des Dr. med. T.________ geprüft, ob eine gegenüber der Verfügung vom 24. Dezember 1996 bzw. dem ersten Gutachten vom 17. Oktober 1996 abweichende Beurteilung der Frage der Arbeitsunfähigkeit bzw. des Taggeldanspruchs ab 1. Januar 1997 angebracht sei. Hiermit hat sie sich aber auf das Wiedererwägungsgesuch eingelassen und materielle Überlegungen zur Taggeldfrage angestellt. Ansonsten hätte sie bloss auf das Gutachten des Dr. med. T.________ vom 17. Oktober 1996 bzw. auf die Gründe verweisen können, welche sie am 24. Dezember 1996 zur Einstellung der Taggeldausrichtung veranlasst hatten. Zusammenfassend hat die Winterthur das Wiedererwägungsgesuch im angefochtenen Einspracheentscheid materiell geprüft und abgewiesen (BGE 117 V 13 f. Erw. 2b/aa). Die Vorinstanz hätte daher unter dem Gesichtspunkt der Wiedererwägung auf die Beschwerde betreffend den Taggeldanspruch im Jahr 1997 eintreten und beurteilen müssen, ob die Winterthur die Wiedererwägungsvoraussetzungen zu Recht verneint hat. Sie hat indessen zu dieser Frage in keiner Weise Stellung genommen. Die Sache ist daher an sie zurückzuweisen, damit sie darüber materiell entscheide.