Citation: 7B_136/2025 E. 2.3.7

2.3.7. Die bisherige Rechtsprechung geht dagegen von leicht anderen Prämissen aus. Demnach kann Betäubungsmitteldelinquenz im Grundsatz Haft wegen einfacher Wiederholungsgefahr rechtfertigen (vgl. Urteil 1B_126/2011 vom 6. April 2011 E. 3.7, nicht publ. in: BGE 137 IV 84). Auch liess das Bundesgericht bis anhin gewerbsmässigen Handel mit Betäubungsmitteln für die Annahme qualifizierter Wiederholungsgefahr im Sinne von BGE 137 IV 13 genügen (vgl. Urteil 1B_6/2017 vom 8. Februar 2017 E. 3.1.1 und 3.2). Da der Gesetzgeber die einfache und die qualifizierte Wiederholungsgefahr bei der Neukonzeption des Haftrechts nun aber deutlich voneinander abgegrenzt und letztere an klar definierte, strenge Voraussetzungen geknüpft hat, lässt sich diese Rechtsprechung nicht auf Art. 221 Abs. 1bis StPO übertragen.