Citation: 6B_159/2015 E. 1.3

1.3. Die vorinstanzlichen Erwägungen sind nicht zu beanstanden. Die Fahrzeugampel mit Dreifarbenbetrieb auf der Höschgasse ist mit einem geradeaus/links-Pfeilbild ausgestattet und erlaubt den Fahrzeugen folglich, geradeaus zu fahren oder nach links in die Seefeldstrasse abzubiegen. Neben dem Grünlicht ist jedoch ein gelbes Warnblinklicht installiert. Die nach links stadtauswärts in die Seefeldstrasse abbiegenden Fahrzeuge müssen daher dem Gegenverkehr und den Fussgängern oder Benützern von fahrzeugähnlichen Geräten auf der Seefeldstrasse den Vortritt lassen (vgl. Art. 68 Abs. 3 der Signalisationsverordnung vom 5. September 1979 [SSV; SR 741.21). Aus dem Amtsbericht vom 19. August 2011 geht hervor, dass bei Beginn der Grünphase für die Fahrzeuge auf der Höschgasse beim Fussgängerübergang auf der Seefeldstrasse gleichzeitig Grünbeginn angezeigt wird oder der Grünbeginn für den Fussgängerübergang bereits zwei Sekunden vor Grünbeginn für die Fahrzeuge auf der Höschgasse erfolgt. Bei Grünphase für die Fahrzeuge auf der Höschgasse werde nicht gleichzeitig eine Rotphase für die Fussgänger auf der Seefeldstrasse angezeigt (kant. Akten, act. 3/8, siehe auch act. 3/9). Die Vorinstanz geht dennoch in dubio pro reo davon aus, dass das gelbe Warnlicht nicht blinkte und die Fussgängerampel links auf der Seefeldstrasse Rot anzeigte, als die Beschwerdeführerin zu Beginn der Grünphase auf der Höschgasse Richtung Kreuzung anfuhr. Diese Feststellung ist für das Bundesgericht verbindlich (vgl. Art. 105 Abs. 1 BGG). Da die Beschwerdeführerin beim Abbiegen dem Gegenverkehr den Vortritt lassen und auf der Kreuzung daher einen Halt einlegen musste, um Fahrzeuge passieren zu lassen, konnte sie allerdings nicht sicher sein, dass die Fussgängerampel immer noch Rot anzeigte, als sie schliesslich auf den Fussgängerstreifen zufuhr. Die Vorinstanz legt daher zutreffend dar, dass diese bei der ihr bekannten Verkehrssituation besonders vorsichtig fahren und der Situation auf dem Fussgängerstreifen besondere Aufmerksamkeit hätte schenken müssen. Bei dieser Ausgangslage hätte sie selbst ausgehend von der für einen 91-Jährigen hohen Gehgeschwindigkeit von 1,5 m/s in der Lage sein müssen, rechtzeitig auf den Geschädigten zu reagieren, der im Zeitpunkt der Kollision bereits 2,9 Meter auf dem Fussgängerstreifen zurückgelegt hatte. Nicht zu beanstanden ist, wenn die Vorinstanz der Beschwerdeführerin vorwirft, es hätten bereits unmittelbar bevor sich der Geschädigte auf den Fussgängerstreifen begab, konkrete Anhaltspunkte für das Betreten desselben bestanden. Damit erhöht sich die Zeit von 1,9 Sekunden (2,9 m / 1,5 m/s) leicht, welche der Beschwerdeführerin zur Verfügung stand, um auf den Fussgänger zu reagieren. Dies ist weder willkürlich (vgl. Art. 97 Abs. 1 BGG; BGE 140 III 264 E. 2.3 S. 266) noch verletzt dies den Anklagegrundsatz (siehe Art. 9 Abs. 1 und Art. 325 StPO; BGE 133 IV 235 E. 6.2 f. S. 244 ff.; 126 I 19 E. 2a S. 21; je mit Hinweisen). Die Vorinstanz legt ihren Berechnungen zugunsten der Beschwerdeführerin eine für den 91-jährigen Geschädigten hohe konstante Geschwindigkeit von 1,5 m/s zugrunde. Dies impliziert jedoch, dass dieser den Fussgängerstreifen nicht völlig überraschend betrat. In welcher Zeit ein Fahrzeuglenker bei gebotener Aufmerksamkeit auf auftauchende Gefahren reagieren muss, ist eine Rechtsfrage (Urteil 6B_493/2011 vom 12. Dezember 2011 E. 4.3.2 mit Hinweisen). Der vorinstanzliche Entscheid steht entgegen dem Einwand in der Beschwerde im Einklang mit dem Ergänzungsgutachten vom 20. März 2014. Daraus geht hervor, dass die Beschwerdeführerin ausgehend von einer Geschwindigkeit vor Bremsbeginn von 22 km/h, einer Reaktionsdauer von einer Sekunde und einer Bremsschwelldauer von 0,2 Sekunden in 1,8 Sekunden hätte anhalten können. Die Beschwerdeführerin verkennt schliesslich, dass die Vorinstanz mit ihrem Entscheid keineswegs zum Ausdruck bringt, das Vertrauensprinzip habe im Stadtverkehr selbst vor Lichtsignalanlagen keine Gültigkeit. Sie wirft der Beschwerdeführerin lediglich vor, sie hätte bei der ihr bekannten unsicheren Ampelsituation besonders vorsichtig fahren und das Fehlverhalten des Geschädigten rechtzeitig erkennen müssen. Da sie dies nicht tat, kann sie sich nicht auf den Vertrauensgrundsatz berufen (vgl. BGE 129 IV 39 E. 2.2 S. 43; 125 IV 83 E. 2b S. 87 f.; je mit Hinweisen ). Der vorinstanzliche Entscheid verletzt kein Bundesrecht.