Citation: 5A_948/2018 E. 3.2.2

3.2.2. Gegen die analoge Anwendung von Art. 137 Abs. 2 OR bringt die Beschwerdeführerin vor, die Beschwerdegegnerin brauche nicht durch eine "Vollstreckungsverjährung" von 10 Jahren geschützt zu werden. Damit lässt sie ausser Acht, dass es sich bei der Schadenersatzforderung nach Art. 52 AHVG um ansehnliche Beträge handeln kann, wie das Bundesgericht in seinem Grundsatzentscheid aus dem Jahre 2004 festgehalten hat. Zudem handelt es sich bei Art. 137 Abs. 2 OR um eine allgemeine Verjährungsfrist, die auch im Verwaltungsrecht zum Zuge kommen kann (DÄPPEN, in: Kurzkommentar OR, 2014, N. 4 zu Art. 137). So hat das Bundesgericht im Bereich der Zollabgaben eine Lücke festgestellt und sich bei der Vollstreckungsverjährung auf diese Norm berufen (Urteil 5A_152/2012 vom 19. Dezember 2012 E. 4.6.2). Zudem hat es bereits in BGE 131 V 4 E. 3.4 (a.E.) darauf hingewiesen, dass jede kürzere als die zehn Jahre dauernde Frist eine Privilegierung des Schadenersatzschuldners darstellen würde, und es nicht nachvollziehbar wäre, weshalb dieser aus Verschulden Haftende für den von ihm verursachten Schaden nicht ebenso lange soll belangt werden können wie für jede andere Forderung (vgl. Art. 137 Abs. 2 OR).