Citation: 6B_673/2014 E. 8.1

8.1. Den kantonalen Instanzen steht bei der Beweiswürdigung ein weiter Spielraum des Ermessens zu. Was die Beschwerdeführerin gegen die Feststellung des Sachverhalts durch die Vorinstanz vorbringt, ist nicht geeignet Willkür darzutun. Nach ständiger Rechtsprechung genügt es für die Annahme von Willkür nicht, wenn das angefochtene Urteil mit der Darstellung der Beschwerdeführerin nicht übereinstimmt oder wenn eine andere Lösung oder Würdigung vertretbar erscheint oder gar vorzuziehen ist. Willkür im Sinne von Art. 9 BV liegt nur vor, wenn der angefochtene Entscheid auf einer schlechterdings unhaltbaren Beweiswürdigung beruht, d.h. wenn die Behörde in ihrem Entscheid von Tatsachen ausgeht, die mit der tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch stehen oder auf einem offenkundigen Fehler beruhen (BGE 140 I 201 E. 6.1; 138 I 49 E. 7.1 und 305 E. 4.3; 138 V 74 E. 7). Die Beschwerdeführerin beschränkt sich in weiten Teilen ihrer umfangreichen Beschwerdeschrift darauf, ihre eigene Sichtweise des Geschehens darzulegen und unter Wiederholung des vorinstanzlichen Plädoyers die Einwände vorzutragen, die sie bereits im kantonalen Verfahren erhoben hat. Zum Nachweis einer willkürlichen Beweiswürdigung hätte die Beschwerdeführerin indes klar und substantiiert dartun müssen, inwiefern die Feststellungen der Vorinstanz offensichtlich unhaltbar sind und dass die vorhandenen Beweise andere Schlussfolgerungen geradezu aufdrängen. Dazu hätte sie sich insbesondere mit dem für die kantonalen Instanzen wesentlichen Gesichtspunkt auseinandersetzen müssen, wonach sich die Mitangeklagten X.________ und Y.________ durch die Schilderung eines geplanten Vorgehens selber erheblich belasteten. Zu diesem Punkt äussert sie sich in ihrer Beschwerde indes nicht. Stattdessen führt sie zahlreiche Einzelpunkte an, die nach ihrer Auffassung Anlass für eine andere Beurteilung hätten geben sollen. Namentlich rügt sie etwa die Beurteilung ihrer Persönlichkeit und ihrer Motivlage sowie die Würdigung ihrer eigenen und der durch angebliche suggestive Befragung verfälschten Aussagen des Mitangeklagten Y.________. Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin erscheint das angefochtene Urteil in diesen Punkten indes nicht als schlechterdings unhaltbar. So nimmt die Vorinstanz in Bezug auf die Persönlichkeit der Beschwerdeführerin lediglich an, die von ihr bestrittenen Tatbeiträge seien mit ihren Charaktereigenschaften vereinbar. Aus dem Persönlichkeitsbild allein zieht sie aber keine direkten Rückschlüsse auf eine Tatbeteiligung der Beschwerdeführerin. Abgesehen davon anerkennt sie auch, dass jener neben dominierenden Wesenszügen auch eine grosse Bereitschaft zu Engagement und Hilfe bei Bekannten und Freunden attestiert werden (angefochtenes Urteil S. 102 ff., 187 f.; vgl. auch erstinstanzliches Urteil S. 108; ferner oben E. 5.2). In Bezug auf die finanziellen Verhältnisse ist im Weiteren unbestritten, dass die Beschwerdeführerin wegen der Rückzahlung der ausstehenden Schulden auf die beiden Mitangeklagten Druck ausgeübt hat und dass bei ihr ausserordentliche Ausgaben u.a. für Arztrechnungen, Tierarztrechnungen und Reparaturen der Hundezwinger anstanden. Nach den Feststellungen der Vorinstanz hat die Beschwerdeführerin im Untersuchungsverfahren denn auch eingeräumt, dass sie Geld brauchte (angefochtenes Urteil S. 66, 74 und 77 mit Hinweisen; vgl. auch erstinstanzliches Urteil S. 104 ff.). Dass sie bei einer finanziellen Notlage von verschiedenen Bekannten unterstützt worden wäre (Beschwerde S. 42 f.), ändert daran nichts. Gegen die finanzielle Bedrängnis spricht auch nicht der Umstand, dass die Beschwerdeführerin dem Mitangeklagten X.________ vor der Tat Geld geliehen hat und dass in ihrer Wohnung ein Betrag von Fr. 7'100.-- aufgefunden worden ist, zumal nach Auffassung der kantonalen Instanzen der grösste Teil dieses Betrages aus dem Raub vom 5. Juni 2009 stammt (angefochtenes Urteil S. 194; erstinstanzliches Urteil S. 213). Jedenfalls hat die Beschwerdeführerin, wie die Vorinstanz einleuchtend erwägt, ihr Interesse an zusätzlichen finanziellen Mitteln auch durch die Teilnahme an illegalen Schneeballsystemen wie dem Schenkkreis dokumentiert, wobei zu jener Zeit keine konkreten Aussichten darauf bestanden, dass sie in nächster Zukunft einen grösseren Geldbetrag hätte erwarten können (angefochtenes Urteil S. 111 f.; vgl. auch erstinstanzliches Urteil S. 104 ff.). Im Weiteren ist nicht ersichtlich, dass die Vorinstanz die Aussagen der Beschwerdeführerin willkürlich als unglaubhaft gewürdigt hätte. Die Vorinstanz hat die Erklärungen aller Beteiligten einlässlich geprüft und gegeneinander abgewogen (angefochtenes Urteil S. 64 - 103). Dabei kommt sie zum Schluss, die Aussagen der Beschwerdeführerin zeichneten sich durch Widersprüche und Brüche in den Schilderungen ihrer Tatbeiträge aus, wodurch ihre Darstellung, sie habe sehr früh von sich aus und in freier Erzählung zugestanden, was sie getan habe, widerlegt werde (angefochtenes Urteil S. 76 f.). Inwiefern dieser Schluss schlechterdings unhaltbar sein soll, legt die Beschwerdeführerin nicht rechtsgenüglich dar. Unbegründet ist die Beschwerde sodann, soweit die Beschwerdeführerin geltend macht, die Feststellung des Sachverhalts beruhe im Wesentlichen auf einer systematischen suggestiven Befragung des Mitangeklagten Y.________, mit welcher sie auf dem Papier letztlich zur Mörderin bzw. "zur denkenden und lenkenden Figur" gemacht worden sei (Beschwerde S. 74, 89 ff.; vgl. zu suggestiven Fragen Urteil des Bundesgerichts 6B_676/2013 vom 28. April 2014 E. 4.4.3; ferner Daniel Häring, in: Basler Kommentar, Strafprozessordnung, 2. Aufl. 2014, Art. 143 StPO N 37). Die Vorinstanz räumt durchaus ein, dass dem Mitangeklagten Y.________ im Untersuchungsverfahren verschiedentlich suggestive Fragen gestellt worden sind. Sie führt aber als Argument für die Glaubhaftigkeit seiner Aussagen an, dass dieser - entgegen den durch die suggestiven Fragen zum Ausdruck gebrachten Erwartungen - die Beschwerdeführerin jeweils nicht weiter belastet, sondern sie vielmehr in Schutz genommen und ihre Beteiligung zurückhaltend geschildert habe. Insofern habe er den Suggestionsversuchen widerstanden. Zudem sei er von suggestiven Fragestellungen nicht geradezu überflutet worden, wie die Beschwerdeführerin geltend gemacht habe, sondern habe die wesentlichen Aspekte des Geschehens, namentlich das Treffen bei der Beschwerdeführerin am frühen Nachmittag des Tattages, ihren Vorschlag, sich beim Opfer unter einem Vorwand telefonisch anzumelden sowie den Tötungsplan mehrmals in freier Rede geschildert, ohne dass suggestive Fragestellungen die Antwort in eine bestimmte Richtung gelenkt hätten (angefochtenes Urteil S. 85 ff., 101 f.; vgl. auch erstinstanzliches Urteil S. 100 f.). Inwiefern die Vorinstanz die "Suggestionsproblematik" nur am Rande und dazu krass einseitig behandelt haben soll (Beschwerde S. 96), ist nicht ersichtlich. Jedenfalls sind ihre Erwägungen nicht schlechterdings unhaltbar. Damit ist insgesamt nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz zum Schluss gelangt, das Treffen am frühen Nachmittag des 5. Juni 2009 und der dort gefasste Entschluss zur Tötung der Opfer seien nachgewiesen. Was die Beschwerdeführerin hiegegen einwendet, genügt für den Nachweis von Willkür nicht. Soweit sie geltend macht, die Untersuchungsbehörden hätten das Treffen am Tattag durch die Formulierung ihrer Fragen regelrecht kreiert (Beschwerde S. 95), setzt sich die Beschwerdeführerin nicht hinreichend mit den früheren Einvernahmen auseinander (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_756/2009 vom 26. November 2009 E. 1.3.2). Der blosse Hinweis darauf, dass der Mitangeklagte Y.________ gegenüber dem Gutachter angegeben hat, er und der Mitangeklagte X.________ hätten sich gegen 11.00 Uhr bei der Beschwerdeführerin getroffen, mithin zu einem Zeitpunkt, in welchem sie gar nicht zu Hause gewesen sei, begründet jedenfalls keine Willkür, zumal er das Treffen nicht in Abrede gestellt hat. Dasselbe gilt, soweit sich die Beschwerdeführerin gegen die Folgerung der Vorinstanz wendet (Beschwerde S. 100), aus der detaillierten Schilderung der räumlichen Verhältnisse sei darauf zu schliessen, dass das Treffen tatsächlich stattgefunden habe (angefochtenes Urteil S. 94 f., 96; erstinstanzliches Urteil S. 119). Nichts anderes ergibt sich aus den zeitlichen Verhältnissen (vgl. hiezu angefochtenes Urteil S. 105 f.; erstinstanzliches Urteil S. 117 ff.), die es nach Auffassung der Beschwerdeführerin nicht erlaubt haben sollen, einen neuen Tatplan, der die Tötung des Opfers umfasst habe, zu entwerfen (Beschwerde S. 100 ff.). Die Vorinstanz stellt nicht fest, das Treffen habe erst um 13.21 Uhr, dem Zeitpunkt, als das Telefonat mit A.________ geführt wurde, begonnen, sondern legt es ohne genaue zeitliche Fixierung auf den frühen Nachmittag des Tattages fest (angefochtenes Urteil S. 104, 122; vgl. auch erstinstanzliches Urteil 117 ff.). Ausserdem wurde schon bei den Vorbereitungshandlungen für einen Raubüberfall zwischen dem 10. und 14. Mai 2009 ein sog. Plan B entworfen, der die Tötung der anwesenden Personen umfasste (vgl. E. 9.3). Zuletzt ist entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin (Beschwerde S. 94) nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz in Bezug auf das Treffen am Tattag auf die umfassende Beweiswürdigung der ersten Instanz verweist (angefochtenes Urteil S. 104). Die Vorinstanz darf für die Beweiswürdigung ohne Weiteres auf die Ausführungen im erstinstanzlichen Urteil verweisen (Art. 82 Abs. 4 StPO; vgl. BGE 123 I 31 E. 2), zumal sie diese damit zu ihren eigenen macht. Im Übrigen beschränkt sich die Vorinstanz nicht auf eine blosse Verweisung, sondern begründet ihr Urteil auch mit eigenen Erwägungen. Insgesamt verletzt das angefochtene Urteil in diesem Punkt kein Bundesrecht. Es könnte ohnehin nur dann als willkürlich aufgehoben werden, wenn es nicht nur in einzelnen Punkten anfechtbar wäre, sondern das Ergebnis der Beweiswürdigung insgesamt als nicht haltbar beurteilt werden müsste. Dass dies hier der Fall wäre, ist nicht ersichtlich. Die Beschwerde erweist sich daher auch in diesem Punkt als unbegründet, soweit sie sich nicht in einer appellatorischen Kritik erschöpft.