Citation: P 54/98 13.04.2000 E. 3

3.- a) Nach den in Erw. 2a zusammengefassten Erwägun- gen wirft das kantonale Gericht der Beschwerdeführerin nicht vor, sie sei sich tatsächlich - in ihrem Innern - der Unrechtmässigkeit des von Januar 1994 bis April 1995 er- folgten Leistungsbezuges bewusst gewesen. Deswegen und weil der vom kantonalen Gericht für das Eidgenössische Versiche- rungsgericht verbindlich festgestellte Sachverhalt in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde als solcher nicht bestritten wird (vgl. die Vorbringen in Erw. 2b), ist einzig streitig, ob das kantonale Gericht Bundesrecht verletzt hat, wenn es bei den gegebenen Umständen die Gutgläubigkeit der Be- schwerdeführerin verneinte. Diese Frage ist als eine solche des Bundesrechts frei zu prüfen (Erw. 1a). b) Das Grundsätzliche zum guten Glauben als Erlass- voraussetzung steht nach ständiger Rechtsprechung fest und wird vom kantonalen Gericht und den Parteien auch gar nicht bestritten: Der gute Glaube ist zu vermuten (Art. 3 Abs. 1 ZGB). Diese Vermutung ist widerlegt, wenn der Bezügerin (nebst Vorsatz) grobfahrlässiges Verhalten anzulasten ist, sie also bezüglich Auskünften oder Meldungen eine qualifi- zierte Sorgfaltspflichtverletzung begangen hat (BGE 110 V 176, ständige Rechtsprechung). Wie in anderen Bereichen beurteilt sich das Mass der erforderlichen Sorgfalt zwar nach einem objektiven Massstab, wobei aber das den Betrof- fenen in ihrer Subjektivität noch Mögliche und Zumutbare (Urteilsfähigkeit, Gesundheitszustand, Bildungsgrad usw.) nicht ausgeblendet werden darf (vgl. statt vieler RKUV 1989 Nr. U 79 S. 368). Die Rechtsprechung zeichnet zur Unterscheidung Grob- fahrlässigkeit (den guten Glauben ausschliessend) und leichte Fahrlässigkeit (den guten Glauben belassend) ein Bild, auf dessen Hintergrund der vorliegende Sachverhalt als ausgesprochener Grenzfall erscheint. So wurde der gute Glaube etwa verneint, wenn der Versicherte trotz sprach- licher und intellektueller Schwierigkeiten nachgewiesener- massen in der Lage ist, die Tragweite der unrechtmässigen Leistungszusprechung auf Grund der konkret vorliegenden Umstände tatsächlich zu erfassen (Urteil C. vom 7. Oktober 1988, P 28/88). Nicht gutgläubig ist, wer konkrete, formu- larmässig gestellte Fragen unrichtig beantwortet (BGE 110 V 181 Erw. 3d) oder wer den - ihm erkennbaren - Fehler der Verwaltung im Verlaufe der Leistungsbezugszeit nicht korri- giert (Urteil Z. vom 24. August 1973, H 78/73). Gutgläubig ist demgegenüber, wer als Ergänzungsleistungsbezüger in der Berechnung einen nach den Umständen nicht offensichtlichen Fehler (in casu: Anrechnung der Hilflosenentschädigung bei