Citation: 6B_702/2021 E. 1.4.2

1.4.2. Wie erwähnt, zeichnet die bandenmässige Tatbegehung ein gemeinsames, übergeordnetes Bandeninteresse sowie einen gefestigten Bandenwillen aus (E. 1.3.3 hiervor). Jedenfalls setzt das Qualifikationsmerkmal von Art. 139 Ziff. 3 Abs. 2 StGB voraus, dass der Tatbeteiligte als Mitglied der Bande handelt (vgl. TRECHSEL/NOLL/PIETH, Schweizerisches Strafrecht, Allgemeiner Teil I, 7. Aufl. 2017, S. 225; GUNHILD GODENZI, Strafbare Beteiligung am kriminellen Kollektiv, 2015, S. 155 ff.; bereits PETER PRAGER, Der qualifizierte Diebstahl, 1946, S. 33 ff.). Ist der Gehilfe nicht Bandenmitglied, ist er wegen (mehrfacher) Gehilfenschaft zu Diebstahl im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB schuldig zu sprechen (Urteil 6B_207/2013 vom 10. September 2013 E. 1.3.2). Mitgliedschaft steht für eine spezifische Form der Integration in das Kollektiv; sie kennzeichnet die Rolle des Täters und anderer Personen innerhalb des Kollektivs (GODENZI, a.a.O., S. 149 ff. mit weiteren Hinweisen). Dem vorinstanzlichen Urteil ist nicht zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin (zumindest zeitweilig) integraler Bestandteil der Diebesbande war, welche zwischen dem 11. November 2016 und 3. April 2017 namentlich in der Person von B.________, C.________ und D.________ 47 Ladendiebstähle beging. Gemäss den verbindlichen Feststellungen der Vorinstanz erbrachte die Beschwerdeführerin im Zeitraum vom 18. März bis 5. April 2017 diverse Hilfsleistungen, welche die fraglichen, in diese Periode fallenden Ladendiebstähle förderten (vgl. E. 1.2 hiervor). Daraus kann indes nicht der zwingende Schluss gezogen werden, sie hätte Aufgaben für die Bande wahrgenommen, und so ihren Teil zu deren Zusammenhalt und zur Verwirklichung des Bandenzwecks beigetragen. Die Vorinstanz geht denn auch davon aus, dass die Beschwerdeführerin bei der Entschliessung, Planung oder Ausführung der Diebstähle nicht in massgebender Weise mit den Haupttätern zusammenwirkte. Die "Verbindung" der Beschwerdeführerin zur Diebesbande führt sie im Wesentlichen auf die Partnerschaft der Beschwerdeführerin mit dem Bandenmitglied B.________ im tatrelevanten Zeitraum zurück. Im Übrigen spricht der Umstand, dass die Beschwerdeführerin am 29./31. März 2017 B.________ vorschlug bzw. anbot (vgl. Urteil S. 20 ff.) und damit "gegenüber der Diebesbande" ihre Bereitschaft kundtat (Urteil S. 26), mit C.________ einen Ladendiebstahl zu begehen, vielmehr gegen ihre Stellung als Mitglied dieser Diebesbande. Dass die Beschwerdeführerin detaillierte Kenntnis von den "Machenschaften" der Haupttäter hatte, ändert nichts am Ganzen (Urteil 6B_207/2013 vom 10. September 2013 E. 1.2.1 und 1.3.2; vgl. BGE 70 IV 125 in Bezug auf die Gewerbsmässigkeit).