Citation: 4A_226/2023 E. 3.3.1

3.3.1. Die Vorinstanz verletzte kein Bundesrecht, wenn sie zum Schluss gelangte, der Totalunternehmer-Werkvertrag enthalte keine Regelung, wonach mehr Aufwand zu entschädigen wäre als notwendig und angemessen (oben E. 3.2.2). Daher hatte die Beschwerdeführerin den Nachweis der Notwendigkeit und Angemessenheit der Subunternehmerleistungen zu erbringen. Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin kann Gegenteiliges nicht daraus geschlossen werden, dass auf die Einhaltung des Kostenziels besonderes Augenmerk zu legen war, nicht aber auf dessen Unterschreitung. Solches nimmt die Vorinstanz nicht an. Es spielt daher keine Rolle, dass auch die Beschwerdegegnerin keine Vereinbarung dahingehend behauptet hat. Der Vorinstanz ist gleichwohl zuzustimmen, dass die Beschwerdegegnerin angesichts der Vereinbarung, wonach sich eine Unterschreitung des Kostenziels voll zu ihren Gunsten auswirken sollte, ein offensichtliches Interesse daran hatte, dass die Beschwerdeführerin keinen unangemessenen oder nicht notwendigen Aufwand betreiben würde. Vor diesem Hintergrund kann sie mit Bezug auf die Nachweispflicht auch nichts daraus für sich ableiten, dass das Kostenziel eingehalten wurde und geht ihr Einwand, wonach der Beschwerdegegnerin bei unverhältnismässiger Überschreitung des Kostenziels die Rechtsbehelfe nach Art. 375 OR zugestanden hätten, an der Sache vorbei. An der Pflicht der Beschwerdeführerin, den Aufwand - im Rahmen des konkreten und vereinbarten Projekts - auf das Notwendige und Angemessene zu beschränken, ändert auch nichts, dass es sich beim Bau um ein Prestigeobjekt der Beschwerdegegnerin handeln sollte. Die Pflicht bedeutet insbesondere nicht, dass etwa Abstriche bei der Qualität zu machen gewesen wären, um das Kostenziel möglichst zu unterschreiten, wie die Beschwerdeführerin behauptet. Gleichfalls zuzustimmen ist der Vorinstanz, wenn sie annahm, aus der Vereinbarung eines Kostenziels ergebe sich keine Abrede, wonach entgegen der Praxis zu Art. 374 OR mehr als der Aufwand zu entschädigen wäre, der bei sorgfältigem Vorgehen der Beschwerdeführerin zur Ausführung des Werks genügt hätte. Eine derartige Vertragsauslegung verletzt kein Bundesrecht und es kann nicht gesagt werden, dass die Beschwerdeführerin nach Treu und Glauben damit nicht hätte rechnen müssen. Dabei schadet nicht, dass es um ein grosses Bauprojekt ging, welches offenbar 28 Bundesordner an Baurechnungen umfasste. Dies entband die Beschwerdeführerin weder vom Nachweis der Notwendigkeit und Angemessenheit der Aufwände von Drittunternehmern, noch von sorgfältigem Wirtschaften. Es ist denn auch unbestritten, dass das Kostenziel einzuhalten und eine Schlussabrechnung vorzulegen waren. In diesem Rahmen musste die Beschwerdeführerin ohnehin Rechnungen oder Rechnungspositionen prüfen und war ihr solches zumutbar. Dies gilt auch und insbesondere für die vorliegend geltend gemachten Aufwände, namentlich für Planungskosten. Die Beschwerdeführerin begründet nicht und es ist nicht ersichtlich, dass ihr eine detaillierte Darlegung dieser Kosten unzumutbar gewesen wäre. Die Vorinstanz überspannte die Anforderungen an die Behauptungs- und Substanziierungslast nicht, wenn sie erwog, die Beschwerdeführerin hätte zumindest nachvollziehbare Angaben zu den erbrachten Arbeiten und den dafür aufgewendeten Arbeitsstunden der Subunternehmer machen resp. diese behaupten und beweisen müssen. Die Beschwerdeführerin hat offenbar nicht einmal den Werkvertrag zwischen ihr und dem Rechnung stellenden Subunternehmer (vgl. dazu oben E. 3.2.4) eingereicht. Gleichfalls zuzustimmen ist der Vorinstanz, dass es sich die Beschwerdeführerin selbst zuzuschreiben hat, wenn sie diesen Beweis mangels Unterlagen nicht mehr führen kann. Sie verneinte daher auch ein beweisvereitelndes und rechtsmissbräuchliches Verhalten der Beschwerdegegnerin zu Recht.