Citation: 6P.105/2005 03.02.2006 E. 2

Der Beschwerdeführer macht eine Verletzung von Art. 9 BV wegen willkürlicher Beurteilung seiner Berufungsanträge geltend (Beschwerde S. 20 f.). Das Obergericht nimmt an, die Schuldsprüche wegen Widerhandlung gegen Art. 19a Ziff. 1 BetmG und Nichtbeherrschens des Fahrzeugs seien nicht angefochten worden. Sie seien aber infolge Verjährung bei der Strafzumessung nicht zu berücksichtigen (angefochtenes Urteil S. 10 Ziff. 1 und S. 14 f. Ziff. 3a und b). Gemäss § 221 des Gesetzes über die Strafrechtspflege des Kantons Aargau (StPO/AG) hemmt die Berufung den Eintritt der Rechtskraft für den angefochtenen Entscheid nur im Umfang der Anfechtung. Der Beschwerdeführer hatte in der Berufung einerseits die Aufhebung sämtlicher Schuldsprüche und der Freiheitsstrafe ("Es seien Dispositiv Ziff. 2-3 [...] vollumfänglich aufzuheben") und andererseits insbesondere die Schuldigsprechung in den beiden erwähnten Anklagepunkten beantragt (angefochtenes Urteil S. 9). Das Obergericht nimmt daher willkürlich an, die erwähnten beiden Schuldsprüche seien nicht angefochten worden. An dieser Tatsache ändert nichts, dass der Beschwerdeführer gleichzeitig die erneute Schuldigsprechung in diesen beiden (anerkannten) Anklagepunkten beantragt hatte. Die Schuldsprüche sind demnach auch nicht rechtskräftig geworden. In diesem Punkt ist die Beschwerde gutzuheissen und das angefochtene Urteil aufzuheben.