Citation: 1C_645/2018 E. 5.3

5.3. Das BAFU ist dagegen (mit dem Verwaltungsgericht) der Meinung, die Fläche von insgesamt 444 m2, für die 2008 die Rodungsbewilligung erteilt worden sei, stelle nach wie vor Wald im Rechtssinne dar. Die Rodungsbewilligung sei mit dem Zweck des Ausbaus des Eichholzwegs erteilt worden; ein entsprechender Ausbau habe aber nicht stattgefunden und die Rodungsbewilligung sei seit längerer Zeit erloschen. Die betroffene Fläche erfülle nach wie vor Waldfunktionen; eine dauernde Zweckentfremdung von Waldboden sei nicht erfolgt. Demgemäss sei die Waldgrenze im geltenden Zonenplan nicht richtig eingetragen. Zum Zeitpunkt der angefochtenen Waldfeststellungsverfügung (4. Juni 2015) hätten somit wesentlich geänderte Verhältnisse vorgelegen, sei der Eintrag im Zonenplan 2008 doch unter der Prämisse erfolgt, dass von der bewilligten Rodung Gebrauch gemacht werden würde. Insofern hätte die Gemeinde den fraglichen Waldbereich gemäss Art. 10 Abs. 1 lit. a und Art. 13 Abs. 3 WaG in die Überprüfung einbeziehen müssen. Allerdings hätten sich die Verhältnisse seither wieder geändert, habe doch die Gemeinde im Mai 2017 zwecks Ausbau des Eichholzwegs ein Strassenplanverfahren eingeleitet und ein entsprechendes Rodungsbewilligungsgesuch gestellt. Diese neuen, geänderten Verhältnisse hätten bereits zum Zeitpunkt des Beschwerdeentscheids der VOL vom 23. März 2018 vorgelegen und hätten in die Interessenabwägung nach Art. 13 Abs. 3 WaG einbezogen werden dürfen. Den Beschwerdeführern entstehe aus der Tatsache, dass die Waldgrenze zurzeit nicht richtig eingetragen sei, kaum ein Rechtsnachteil, sei doch rechtlich klar, dass der fragliche Bereich von 444 m2 nach wie vor als Wald gelte. Entsprechend sei es vertretbar, wenn die Vorinstanzen im Rahmen der Interessenabwägung zum Schluss gekommen seien, mit der Prüfung der Frage, ob eine Anpassung der Waldgrenze im Zonenplan nötig sei, dürfe bis zum Abschluss des laufenden Rodungsbewilligungsverfahrens zugewartet werden. Allerdings sei anschliessend in geeigneter Weise sicherzustellen, dass die Waldgrenze im Nutzungsplan tatsächlich angepasst werde, sofern der Ausbau des Eichholzwegs nicht weiterverfolgt bzw. die Rodungsbewilligung nicht erteilt werden sollte.