Citation: 8C_315/2022 E. 4.1

4.1. Die Vorinstanz hielt fest, der Arbeitgeber habe aufgrund der Rückläufigkeit der Arbeitslast des Beschwerdegegners entschieden, dessen Stelle bis am 30. Juni 2020 "wegzurationalisieren". Anlässlich eines Gesprächs vom 11. Dezember 2019 habe er ihm zwei Optionen zur zeitlich begrenzten Verlängerung des Arbeitsverhältnisses angeboten. Bei der ersten Option würde die Weiterbeschäftigung des Beschwerdegegners bis längstens Ende Juni 2020 dauern, wobei er in einem 50%igen Pensum seine bisherigen Aufgaben würde ausführen und zu 50 % im Prozessmanagement-Team würde aushelfen können. Als zweite Option sei ihm angeboten worden, vom 1. Januar bis Ende Dezember 2020 in einer anderen Abteilung als kaufmännischer Angestellter beschäftigt zu werden. Bei beiden Verlängerungsoptionen wäre das Salär auf dem Stand der bisherigen Anstellung geblieben. Zusätzlich sei vereinbart worden, dass das Arbeitsverhältnis früher enden könne, wenn der Beschwerdegegner eine neue passende Anstellung finden würde. Nach dem Gespräch habe sich der Beschwerdegegner für die erste Option entschieden, woraufhin der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis entsprechend auf den 30. Juni 2020 gekündigt habe. Weiter erwog die Vorinstanz, dem Beschwerdegegner sei vom Arbeitgeber zwar nie ein konkretes unbefristetes Stellenangebot gemacht worden. Aufgrund einer langandauernden Krankheitsabwesenheit im Prozessmanagement-Team sei zumindest jedoch darüber gesprochen worden. Mit seinem Entscheid für die erste Option habe der Beschwerdegegner somit jene gewählt, bei welcher überhaupt eine - wenn auch nur geringe - Chance bestanden habe, bei fortdauernden Personalausfällen nach Beendigung seines Arbeitsverhältnisses eine neue unbefristete Anstellung zu erhalten und eine Arbeitslosigkeit zu verhindern. Zudem, so die Vorinstanz, falle der Sachverhalt auch nicht unter den Tatbestand der selbstverschuldeten Arbeitslosigkeit gemäss Art. 44 Abs. 1 lit. d AVIV, welcher die Ablehnung einer unbefristeten Stelle vorausgesetzt hätte. Insgesamt könne dem Beschwerdegegner somit nicht vorgeworfen werden, seine Arbeitslosigkeit selbst verschuldet zu haben. Der Tatbestand von Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG sei nicht erfüllt.