Citation: I 395/01 28.04.2003 E. 3

Streitig und zu prüfen ist, ob die IV-Stelle den Beginn des Rentenanspruchs zu Recht auf den 1. Oktober 1996 festgesetzt hat. 3.1 Aufgrund der medizinischen Unterlagen steht fest und ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer ab 7. September 1992 durchschnittlich mindestens zu 50 % arbeitsunfähig und weiterhin in mindestens gleichem Umfang erwerbsunfähig war. Aus diesem Grunde endete die Wartezeit im Sinne von Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG vorliegend am 6. September 1993, so dass ein Rentenanspruch frühestens in diesem Zeitpunkt entstehen konnte. Die Verfügung vom 4. Juni 1996, mit welcher das Gesuch um Zusprechung einer Invalidenrente mangels anspruchserheblicher Erwerbsunfähigkeit abgewiesen wurde, ist demnach zweifellos unrichtig. Da ihre Berichtigung zudem von erheblicher Bedeutung ist, welche Voraussetzung bereits mit Blick darauf, dass eine Dauerleistung im Streite liegt, bejaht werden kann (BGE 119 V 480 Erw. 1c; SVR 2001 IV Nr. 1 S. 3 Erw. 5c), und die Verfügung nie Gegenstand materieller richterlicher Beurteilung gebildet hat, durfte die Verwaltung sie in Wiedererwägung ziehen (vgl. BGE 127 V 469 Erw. 2c mit Hinweisen). 3.2 Zu beachten ist, dass in Fällen wie dem vorliegenden, in welchen sich die Abweisung eines Leistungsbegehrens nachträglich als zweifellos unrichtig herausstellt, nach der Rechtsprechung (BGE 110 V 296 Erw. 2d; vgl. auch AHI 2001 S. 163 Erw. 2) Art. 88bis Abs. 1 lit. c IVV sinngemäss anzuwenden ist. Nach dieser Bestimmung erfolgt die Erhöhung der Rente, wenn festgestellt wird, dass der Beschluss der Invalidenversicherungskommission zum Nachteil des Versicherten zweifellos unrichtig ist, frühestens von dem Monat an, in welchem der Mangel entdeckt wurde. Im Hinblick auf Art. 85 Abs. 1 IVV in Verbindung mit Art. 77 AHVV kann diese Norm nur so weit Anwendung finden, als der zur Wiedererwägung führende Fehler bei der Beurteilung eines spezifisch invalidenversicherungsrechtlichen Gesichtspunktes unterlaufen ist. Dies ist hier der Fall, geht es doch um die fehlerhafte Beurteilung der Anspruchsvoraussetzung der Arbeits- bzw. Erwerbsunfähigkeit. Nachdem die IV-Stelle von der zweifellosen Unrichtigkeit der ursprünglichen Verfügung frühestens bei Eingang des erneuten Rentenantrages am 14. Oktober 1996 Kenntnis hatte, ist die Festsetzung des Rentenbeginnes auf den 1. Oktober 1996 nicht zu beanstanden.