Citation: 2C_620/2024 E. 3.1

3.1. Der kantonale Veterinärdienst fasste in der verfahrensauslösenden Verfügung vom 15. Mai 2024 den Aktenstand seit dem 16. Januar 1995 - dem Tag der ersten aktenkundigen Kontrolle - bis Mai 2024 zusammen (Verfügung vom 15. Mai 2024, S. 7). Neben zahlreichen Strafverfahren behandelt die Verfügung die Kontrollen und Feststellungen des kantonalen Veterinärdienstes sowie die persönliche Lebenssituation der Beschwerdeführerin. Auf dieser Grundlage kam der kantonale Veterinärdienst stark zusammengefasst zum Ergebnis, die Beschwerdeführerin sei mehrfach wegen Verstössen gegen das Tierschutzgesetz strafrechtlich verurteilt worden. Eine jüngere Verurteilung wegen Tierquälerei (Art. 26 TschG) sei zwar noch nicht rechtskräftig, die zugrundeliegenden Sachverhalte könnten jedoch bereits heute im Verwaltungsverfahren gewürdigt werden, dies zusammen mit den eigenen Feststellungen des Veterinärdiensts (Verfügung vom 15. Mai 2024, S. 298 f.). Diese Feststellungen sowie die über 30 Jahre andauernde Auseinandersetzung der Beschwerdeführerin mit den kantonalen Behörden, mit ihren Nachbarn und Drittpersonen (wie z.B. Tierärzten) belege eine Unfähigkeit zur gesetzeskonformen Tierhaltung im Sinn von Art. 23 Abs. 1 lit. b TschG (Verfügung vom 15. Mai 2024, S. 299 f.). Die Beschwerdeführerin sei daher mit einem zeitlich unlimitierten Tierhalteverbot zu belegen. Mildere Massnahmen seien nicht zielführend, zumal die Beschwerdeführerin mehrfach verwarnt und ihr das Tierhalteverbot mit Verfügungsentwurf vom 21. März 2021 angedroht worden sei. In den nun vergangenen zwei Jahren habe die Beschwerdeführerin genügend Zeit gehabt, um die tierschutzrechtlich unhaltbare Situation durch eigenverantwortliche Massnahmen zu beheben, was nicht geschehen sei (Verfügung vom 15. Mai 2024, S. 299). Für die weitere Dauer des Verfahrens sei einem Rechtsmittel die aufschiebende Wirkung zu entziehen, da mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit damit zu rechnen sei, dass die Beschwerdeführerin den Rechtsmittelweg bis zur letzten Instanz ausschöpfen werde. Bis zur Rechtskraft der Verfügung werde es Jahre dauern. In dieser Zeit sei mit weiteren Mängeln in der Tierhaltung zu rechnen (Verfügung vom 15. Mai 2024, S. 301).