Citation: 5A_685/2023 E. 3.2

3.2. Ausgehend vom Primat der Eigenversorgung berücksichtigte das Obergericht bei der Unterhaltsfestsetzung das der Beschwerdeführerin anrechenbare Einkommen und legte die zu dessen Bestimmung massgebenden Grundlagen dar. Dabei berücksichtigte das Gericht bis Ende August 2023 das von der Beschwerdeführerin effektiv erzielte Einkommen. Unter Zuhilfenahme des Lohnbuchs Schweiz 2023 des Amts für Wirtschaft und Arbeit und unter Berücksichtigung des Lohnniveaus einer (selbständigen) "Podologin HF" ermittelte es dabei bei einem Pensum von 20 % ein massgebenden Monatseinkommen von Fr. 940.--. Für die Zeit ab September 2023 erwog die Vorinstanz, es sei glaubhaft, dass der Umsatz der selbständig tätigen Beschwerdeführerin während der COVID-19-Pandemie eingebrochen sei. Nach dem Ende der Pandemie könne sie indes wieder ein Einkommen wie vor dieser erzielen. Dabei sei unstrittig, dass die Beschwerdeführerin im Jahr 2019 bei einem Pensum von 25 % ein Jahreseinkommen von Fr. 40'000.-- erzielt habe. Bei heute realistischem Arbeitspensum von 60 % könne diese ihr Bruttoeinkommen daher auf Fr. 96'000.-- im Jahr steigern. Unter Berücksichtigung verschiedener Abzüge und Aufwendungen sei daher ein Nettoertrag von Fr. 60'000.-- im Jahr bzw. Fr. 5'000.-- im Monat massgebend. Dies erscheine auch im Lichte der Steuererklärung 2019, die für ein 25 %-Pensum einen Reingewinn von Fr. 26'000.-- ausweise, als plausibel. Ab 1. September 2023 sei der Beschwerdeführerin daher (hypothetisch) ein entsprechendes Einkommen anzurechnen.