Citation: 6B_836/2018 E. 2.4

2.4. Weiter bringt der Beschwerdeführer vor, die Sichtbarkeit des Fahrzeugs aus einer Entfernung von ca. 126,8 Metern vom angenommenen Standort des Messgerätes aus hätte bereits anhand des Videomaterials überprüft werden können; die unwissenschaftliche Beweisführung, wie sie die erste Instanz beim Augenschein praktiziert habe, lasse keinen Schluss zu auf die effektive Position des Fahrzeugs. Hauptsächlich aufgrund der Videobilder und dem dort ersichtlichen Hintergrund sei es nicht möglich, dass die Messdistanz ausgehend vom angenommenen Standort des Messgeräts nur 126,8 Meter betragen habe. Ein Vergleich der Videobilder, der Fotoaufnahmen gemäss Nachtragsbericht und der beim Augenschein angefertigen Aufnahmen zeige, dass die Bildausschnitte klar unterschiedlich seien. Dem ist wiederum entgegenzuhalten, dass die vorinstanzliche Feststellung des Messstandortes nicht willkürlich ist (oben E. 2.2). Für eine technische Unzulänglichkeit des Messvorgangs als solchen sieht auch der Beschwerdeführer keinen Anhaltspunkt. Er beruft sich in diesem Zusammenhang aber darauf, die Methode der Geschwindigkeitsermittlung mittels einer Laserpistole beruhe auf dem Wegstrecken-Zeit-Prinzip. Folglich liege eine verwertbare Geschwindigkeitsmessung nur vor, wenn die Messdistanz ohne jeden Zweifel richtig sei. Indessen ist nicht die absolute Entfernung zwischen dem Lasergerät und dem Fahrzeug massgebend, sondern die Veränderung der gemessenen Entfernungen innerhalb einer Zeiteinheit (vgl. Eidg. Institut für Metrologie, Verkehrsmesstechnik, 2013, S. 10). Wie der Beschwerdeführer an anderer Stelle selber ausführt (vgl. oben E. 2.1), ist die Messdistanz vor allem im Hinblick auf die Messgenauigkeit bedeutsam. Ob es unter diesem Gesichtspunkt überhaupt darauf ankommen kann, ob die Messdistanz zwischen Gerät und Fahrzeug 127 Meter oder (wie vom Beschwerdeführer postuliert) 190 Meter beträgt, kann offenbleiben. Während der Beschwerdeführer die Meinung vertritt, von dem von der Polizei angegebenen Standort der Laserpistole aus gesehen sei der Ort, an dem sich das Fahrzeug im Messzeitpunkt befunden habe, gar nicht einsehbar, schliesst die Vorinstanz gestützt auf durch Augenschein gewonnene Erkenntnisse, eine Distanz von ca. 190 Metern könne nicht stimmen, weil bereits aus einer Entfernung von 180 Metern wegen der Wölbung der Strasse keine Sichtverbindung mehr bestehe. Die Kritik des Beschwerdeführers an der Durchführung des Augenscheins erfasst diese einfache, nicht bloss mit wissenschaftlichen Mitteln festzustellende Tatsache nicht. Letztlich ist ebendiese Tatsache aber ausschlaggebend. Schon aus diesem Grund ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz keine weitergehenden Beweiserhebungen tätigte. Im Übrigen sind die bundesrechtlichen Voraussetzungen für eine antizipierte Beweiswürdigung (Art. 139 Abs. 2 StPO; Urteil 6B_582/2017 vom 19. Juni 2018 E. 2.1.1 m.H.; vgl. BGE 141 I 60 E. 3.3 S. 64) eingehalten und die Rügen betreffend Verletzung des Willkürverbots, des rechtlichen Gehörs, des Untersuchungsprinzips und der Unschuldsvermutung gegenstandslos.