Citation: 8C_66/2023 E. 3.3

3.3. Bezog eine versicherte Person in der als Gesunde ausgeführten Tätigkeit aus invaliditätsfremden Gründen (zum Beispiel: geringe Schulbildung, fehlende berufliche Ausbildung, mangelnde Deutschkenntnisse, beschränkte Anstellungsmöglichkeiten wegen Saisonnierstatus) ein deutlich unterdurchschnittliches Erwerbseinkommen, so ist dies im Rahmen der Invaliditätsbemessung nach Art. 16 ATSG zu berücksichtigen. Anders verhält es sich lediglich, wenn sie sich aus freien Stücken mit einem bescheidenen Einkommen begnügen wollte. Dadurch wird der Grundsatz gewahrt, dass die auf invaliditätsfremde Gesichtspunkte zurückzuführenden Lohneinbussen entweder überhaupt nicht oder aber bei beiden Vergleichseinkommen gleichermassen zu berücksichtigen sind (BGE 141 V 1 E. 5.4 mit Hinweisen). Diese Parallelisierung der Vergleichseinkommen kann praxisgemäss entweder auf Seiten des Valideneinkommens durch entsprechende Heraufsetzung des effektiv erzielten Verdienstes bzw. Abstellen auf die statistischen Werte oder aber auf Seiten des Invalideneinkommens durch entsprechende Herabsetzung des statistischen Werts erfolgen (statt vieler: BGE 148 V 174 E. 6.4; 135 V 297 E. 6.1; 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweisen).