Citation: 1C_3/2024 E. 6.3

6.3. Für Infraschall, der dem Lärm gleichgestellt ist, darf einzig der Bundesrat Belastungsgrenzwerte erlassen (Immission-, Planungs- und Alarmwerte). Insoweit besteht keine Regelungsbefugnis der Gemeinde zur Regelung der Infraschall-Immissionen (am Objekt im Siedlungsgebiet), und zwar auch nicht aus Gründen der Vorsorge (dies käme einem Planungswert gleich). Fraglich ist daher einzig, ob die Gemeinde befugt ist (bzw. durch ihren Richtplan verpflichtet werden kann), vorsorgliche Grenzwerte für Infraschall-Emissionen an der Turbine zu erlassen. Derartige Begrenzungen können den Bau (Anlagentyp) und den Betrieb von Windenergieanlagen (z.B. die Rotorgeschwindigkeit) einschränken, und zwar unabhängig davon, ob sich überhaupt lärmempfindliche Räume in der Umgebung befinden. Es erscheint zweifelhaft, ob dies mit Art. 11 Abs. 2 USG vereinbar und verhältnismässig wäre. Die Frage kann offenbleiben, weil generell-abstrakte Emissionsbegrenzungen für Infraschall jedenfalls der kantonalen Richtplanung widersprechen (vgl. unten E. 7.2 in fine).