Citation: 1C_568/2021 E. 6.3

6.3. Eine unterbliebene oder unvollständige UVP führt grundsätzlich zur Aufhebung der Bewilligung bzw. zur Rückweisung zwecks Durchführung bzw. Ergänzung der UVP (vgl. DANIELA THURNHERR, in: Fachhandbuch öffentliches Baurecht, Ziff. 7.213). Darauf kann ausnahmsweise verzichtet werden, wenn die erfolgten Sachverhaltsabklärungen ausreichen, um die Vereinbarkeit des Vorhabens mit den umweltrechtlichen Vorgaben zu beurteilen (BGE 133 II 169 E. 2.2 mit Hinweisen). Dies muss auch und erst recht gelten, wenn es - wie vorliegend - nicht um die Anfechtung einer Baubewilligung geht, sondern der Widerruf einer bereits rechtskräftigen Bewilligung verlangt wird. Analoges gilt für die fehlende Stellungnahme des BAFU: Kommt das BAFU - wie hier - aufgrund der Akten zum Ergebnis, dass die Gesamtanlage mit dem Umweltrecht des Bundes konform ist, wäre es unverhältnismässig, die Baubewilligung aufzuheben, nur um die formelle Anhörung des BAFU nachzuholen. Ob dies der Fall ist, wird im Folgenden zu prüfen sein.