Citation: 6B_692/2024 E. 2.3.6

2.3.6. Die Vorinstanz erwägt weiter, für den Beschwerdeführer sei vorhersehbar gewesen, dass er entgegenkommende, vortrittsberechtigte Verkehrsteilnehmer nicht rechtzeitig erkenne, wenn er diesen nicht die nötige Aufmerksamkeit schenke. Daran ändere nichts, dass der Privatkläger die erlaubte Geschwindigkeit mindestens um 4 km/h überschritten habe. Denn die Überschreitung sei nicht derart gross, dass damit nicht hätte gerechnet werden müssen. Vielmehr kämen solche Überschreitungen bei mehr oder weniger geraden Ausserortsstrecken wie der U.________strasse in V.________ regelmässig vor. Daher habe die Geschwindigkeitsüberschreitung des Privatklägers keine Mitursache gesetzt, mit der schlechthin nicht habe gerechnet werden müssen und die derart schwer wiege, dass sie als wahrscheinlichste und unmittelbarste Ursache der Kollision erscheine und die mangelnde Aufmerksamkeit des Beschwerdeführers in den Hintergrund dränge. Zu berücksichtigen sei die Geschwindigkeitsüberschreitung aber bei der Strafzumessung. Auch das Verhalten des Mitbeschuldigten, der hinter dem Beschwerdeführer gefahren sei und den Privatkläger nach der Kollision überrollt habe, stelle keine Mitursache dar, mit der überhaupt nicht habe gerechnet werden müssen. Vielmehr komme es auf einer viel befahrenen Strecke bei regem Feierabendverkehr regelmässig vor, dass sich ein nachfolgender Lenker auf den Entscheid des voranfahrenden Lenkers verlasse und davon ausgehe, dieser habe den Gegenverkehr vor dem Abbiegen geprüft. Dass der Mitbeschuldigte ebenfalls fahrlässig gehandelt habe, unterbreche den Kausalzusammenhang nicht.