Citation: 4A_419/2017 E. 4.5.2

4.5.2. Die Vorinstanz erwog, die Beweislast für ein Verschulden des Beschwerdegegners trage im vorliegenden Fall unbestrittenermassen der Beschwerdeführer. Ein Verschulden des Beschwerdegegners wäre dann anzunehmen, wenn nachgewiesen wäre, dass der vortrittsbelastete Beschwerdegegner sein Fahrzeug in den Verkehr einfügen wollte, obschon der Beschwerdeführer auf dem Motorrad in seinem Blickfeld aufgetaucht sei. Das Verschulden des Beschwerdegegners hänge damit im Kern davon ab, wie weit der Beschwerdeführer vom Beschwerdegegner entfernt gewesen sei, als dieser von der Tankstelle in die Strasse X.________ einbiegen wollte. Die Erstinstanz habe, so die Vorinstanz weiter, die Aussagen des VW-Busfahrers sorgfältig gewürdigt und habe daraus geschlossen, dass der Beschwerdeführer im Zeitpunkt des Überholmanövers "wohl rund 38m" vom Beschwerdegegner entfernt gewesen sei. Für die Behauptung des Beschwerdeführers, er habe sich im massgeblichen Zeitpunkt des Abschlusses des Überholmanövers immer noch rund 56m vom Beschwerdegegner entfernt befunden, bestünden keine hinreichenden Anhaltspunkte, geschweige den hinreichende Beweise. Die Erstinstanz habe somit zu Recht festgestellt, dass der Beschwerdeführer nicht habe beweisen können, dass der Beschwerdegegner ihn trotz des Überholmanövers rechtzeitig habe sehen können, und dass dem Beschwerdeführer somit kein Verschulden anzulasten sei.