Citation: 6B_409/2021 E. 1.3.2

1.3.2. Damit ist der Tatbestand des Diebstahls sowohl in objektiver als auch subjektiver Hinsicht erfüllt. Vollendet wurde das Delikt nach dem vorstehend Dargelegten in dem Moment, in welchem der Beschwerdeführer die Fleischwaren mit der Absicht, sie sich ohne Bezahlung anzueignen, in seinem Rucksack verstaute. Auch wurde der Beschwerdeführer auf frischer Tat ertappt, wie dies der räuberische Diebstahl gemäss Art. 140 Ziff. 1 Abs. 2 StGB erfordert. Uneinigkeit besteht zwischen den Verfahrensbeteiligten jedoch in Bezug auf den Zeitpunkt der Beendigung des Diebstahls bzw. die Frage, ob Nötigungshandlungen im Sinne der Bestimmung vorgenommen wurden. Dies ist mit dem Beschwerdeführer zu verneinen. Beendet wurde der Diebstahl, wie die hiervor zitierten Urteile belegen, als der Beschwerdeführer das Geschäft verlassen hat. Ob sich die Kassen (sowie der Kiosk), wie von der Vorinstanz ausgeführt, in der Nähe des Ausgangs befanden, ändert daran ebenso wenig etwas wie der Umstand, dass der Beschwerdegegner 2 von der Arbeitgeberin instruiert worden sei, die Kunden nicht im Ladeninnern, sondern erst im Ausgangsbereich zu kontrollieren. Das nachfolgende Aufeinandertreffen von Beschwerdeführer und Beschwerdegegner 2, anlässlich welchem der Beschwerdeführer mittels Nötigungshandlungen sowohl das Diebesgut als auch seine Flucht sichern wollte, spielte sich zwar unmittelbar im Nachgang zum Diebstahl ab, aber eben erst nach dessen Beendigung, was eine Verurteilung wegen räuberischen Diebstahls ausschliesst. Die Beschwerde ist somit in diesem Punkt gutzuheissen.