Citation: 8C_479/2020 E. A

Der 1986 geborene A.________ studierte an der Hochschule B.________ Maschinenbauingenieur als er durch einen Badeunfall am 25. Juli 2014 eine komplette Tetraplegie erlitt. Seither ist er auf einen Elektrorollstuhl angewiesen und in seinen Arm-, Hand- und Fingerfunktionen eingeschränkt. Die IV-Stelle des Kantons Graubünden leistete u. a. Kostengutsprachen für ein Umweltkontrollgerät, ein Greifsystem und für bauliche Anpassungen in der Wohnung. Sie übernahm auch die Mehrkosten für die Weiterführung des Studiums sowie für ein Praktikum und sprach A.________ eine ganze Invalidenrente zu. In der Folge zog A.________ nach Frauenfeld und studierte an der Fachhochschule C.________ in reduziertem Umfang und mit einer Assistenz weiter. Im Sommer 2017 schloss A.________ das Bachelorstudium in Maschinentechnik mit Vertiefung in Material- und Verfahrenstechnik erfolgreich ab. Anfang 2019 trat er ein Praktikum bei der Maschinenfabrik D.________ AG an. Mit Schreiben vom 28. Mai 2019 stellte A.________ Antrag auf Kostenübernahme für einen Fahrzeugumbau gemäss der Offerte der E.________ AG, die sich auf insgesamt Fr. 154'901.65 belief. Darin enthalten waren u. a. eine Center Van Umrüstung des VW Bus T6 TDi Automatik, eine Joysteer-Lenkung, ein Kassettenlifter mit seitlicher Auffahrmöglichkeit, eine Funkfernbedienung, eine Rollstuhlarretierung sowie eine Oberkörperstabilisation. Die IV-Stelle holte eine fachtechnische Beurteilung bei der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft Hilfsmittelberatung für Behinderte und Betagte (SAHB) ein. Diese empfahl eine Kostengutsprache in der Höhe von Fr. 153'770.80, was der Übernahme der gesamten in der Offerte der E.________ AG aufgeführten Kosten, abzüglich derjenigen für eine Standheizung für Fr. 1050.-, entsprach, sofern die IV-Stelle den Fahrzeugumbau noch als einfach und zweckmässig bezeichne (Bericht vom 10. Oktober 2019). Die IV-Stelle ersuchte zudem das Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) um Stellungnahme. Dieses verneinte am 7. November 2019 die Verhältnismässigkeit für eine Kostenübernahme von mehr als Fr. 150'000.-, zumal A.________ nicht erwerbstätig und unklar sei, ob und in welchem Umfang er es jemals sein werde. Deshalb sei auch nicht möglich, die Kosten allfälliger Taxifahrten zum Arbeitsplatz denjenigen der Umbaukosten unter Berücksichtigung der Resterwerbsdauer gegenüberzustellen. Eine Fahrzeugbenutzung für Arztbesuche und private Fahrten (Handball, Einkaufen etc.) rechtfertige eine derart erhöhte Inanspruchnahme der Invalidenversicherung nicht. Mit Verfügung vom 31. Januar 2020 wies die IV-Stelle das Gesuch um Kostengutsprache mangels Verhältnismässigkeit ab. Seit 1. März 2020 ist A.________ als Ingenieur bei der F.________ GmbH teilzeitlich im Umfang von 50 % tätig.