Citation: 8C_517/2021 E. 5.3

5.3. Demzufolge muss anhand der von den SMAB-Sachverständigen festgestellten ausgeprägten Aggravation und der in den medizinischen Akten einhellig dokumentierten Inkonsistenzen von einer revisionsrechtlich relevanten Tatsachenänderung im Sinne eines früher nicht gezeigten Verhaltens ausgegangen werden. Dieses geht "eindeutig über die blosse (unbewusste) Tendenz zur Schmerzausweitung und -verdeutlichung" hinaus (vgl. E. 2.2 hievor). Dass im neurologischen SMAB-Gutachten vom 16. Oktober 2014 teilweise dieselben Auffälligkeiten festgestellt wurden wie schon bei der Begutachtung durch die MEDAS Zentralschweiz im Juli 2004 (keine Erinnerung an das Geburtsdatum der dannzumal noch einzigen Tochter; auffällige Stand- und Gangproben), legt entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin keinen anderen Schluss nahe. Zwar äusserte schon der neurologische MEDAS-Gutachter Dr. med. G.________ einen Verdacht auf Aggravation (neurologisches MEDAS-Teilgutachten vom 22. Juli 2004, S. 3). Indessen ging er davon aus, hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin sei aus somatisch-neurologischer Sicht "das Kopfweh zu berücksichtigen", welches integriert im Rahmen der Schmerzstörung beurteilt werden müsse. Als limitierend erachteten die MEDAS-Gutachter denn auch explizit die rheumatologischen und psychiatrischen Befunde, welche zu einer Restarbeitsfähigkeit von 40 % für angepasste, leichte Tätigkeiten führen (vgl. E. 4.1 hievor). Mit anderen Worten wurden durch die MEDAS Zentralschweiz (noch) keine Befunde erhoben, welche im aggravatorischen Verhalten der Beschwerdeführerin ihre hinreichende Erklärung fanden, sodass dieses das Beschwerdebild schlechthin dominiert hätte. Eine bloss andere Beurteilung derselben Ausgangslage, was einen Revisionsgrund ausschlösse, liegt daher nicht vor.