Citation: 8C_602/2019 E. 5.2.3

5.2.3. Die Beschwerdeführerin bringt weiter vor, das ABI-Gutachten äussere sich nicht zum Verlauf der Arbeitsunfähigkeit und sei deshalb für die streitigen Belange nicht umfassend. Wenn Dr. med. C.________ davon ausgehe, dass sich bis zum Gutachtenszeitpunkt die eigentliche Myositis normalisiert habe, so hätte dies unter Berücksichtigung von Art. 88a Abs. 2 IVV zumindest vorübergehend zu einer Erhöhung der Rente führen müssen. In ihrer abschliessenden Gesamtbeurteilung hielten die Experten fest, es sei aufgrund der vorliegenden Unterlagen nur schwer möglich, die Arbeitsfähigkeit zu einem früheren Zeitpunkt retrospektiv mit Sicherheit zu beurteilen. Die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit gelte somit mit Sicherheit ab dem Zeitpunkt der Untersuchungen im August 2017. Diese Beurteilung deckt sich mit den einzelnen Teilgutachten. So konnte der neurologische Experte die Frage nach dem Beginn und Verlauf der Arbeitsunfähigkeit nicht zuverlässig beurteilen. Auch gemäss rheumatologischem Teilgutachten gilt die Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit spätestens ab Datum des Gutachtens. Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin liessen die ABI-Gutachter die Frage nach dem Verlauf der Arbeitsunfähigkeit somit nicht einfach unbeantwortet, sondern sie legten transparent dar, dass eine retrospektive Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit nicht möglich sei. Dadurch wird der Beweiswert der Expertise nicht gemindert. Vielmehr ist es ein Qualitätszeichen gutachterlicher Arbeit, gegebenenfalls Unsicherheiten bezüglich der Einschätzung des Gesundheitsschadens und dessen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit zu signalisieren (vgl. Urteil 9C_662/2016 vom 15. März 2017 E. 5.3). Lässt sich die Arbeitsunfähigkeit retrospektiv nicht zuverlässig beurteilen, so ist auch eine höhergradige Arbeitsunfähigkeit ab dem Zeitpunkt des Revisionsgesuchs nicht erstellt, was zu Lasten der Beschwerdeführerin geht, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten will (vgl. BGE 138 V 218 E. 6 S. 222 mit Hinweisen).