Citation: 1B_357/2009 21.12.2009 E. 2

Der Beschwerdeführer anerkennt die Rechtmässigkeit der gegen ihn bis zur auf den 17. und 18. März 2010 angesetzten Hauptverhandlung angeordneten Untersuchungshaft. Er wendet sich einzig dagegen, sie weiterhin im Untersuchungsgefängnis und nicht in einer Strafanstalt im weniger einschneidenden Normalvollzug verbüssen zu müssen. 2.1 Nach § 89 Abs. 1 der Strafprozessordnung des Kantons Basel-Landschaft vom 3. Juni 1999 (StPO) kann die Untersuchungshaft auf Antrag der verhafteten Person in einer geeigneten Straf- oder Massnahmeanstalt vollzogen werden. Dem Antrag ist stattzugeben, wenn nicht wichtige Interessen der Untersuchung entgegenstehen. Vor der Verlegung in eine Massnahmevollzugsanstalt ist das Einverständnis der Staatsanwaltschaft und des Präsidiums des in der Hauptsache zuständigen Gerichts einzuholen. Aus dem vom Beschwerdeführer angerufenen Grundrecht der persönlichen Freiheit (Art. 10 Abs. 2 BV), den den Freiheitsentzug regelnden verfassungsmässigen Garantien von Art. 31 BV sowie dem für die Einschränkung von Grundrechten allgemein geltenden Verhältnismässigkeitsgrundsatz (Art. 36 Abs. 3 BV) ergibt sich, dass die strafprozessuale "Kann-Vorschrift" dahingehend auszulegen ist, dass der Verhaftete einen Anspruch darauf hat, dass die Untersuchungshaft in der mildest möglichen Form vollzogen wird, die den Untersuchungszweck erfüllt. 2.2 Dem Beschwerdeführer wird zur Hauptsache vorgeworfen, während eines Hafturlaubs einen Menschen auf lebensgefährliche Weise (Würgen) angegriffen zu haben. Nach dem forensisch-psychiatrischen Gutachten von Dr. Z.________ vom 30. Juni 2009 liegt beim Beschwerdeführer eine eher schwer ausgeprägte dissoziale und emotional instabile Persönlichkeitsstörung vor. Zudem habe der Beschwerdeführer deliktfördernde Einstellungen und Ansichten; insbesondere halte er Gewalt nach wie vor als geeignetes Mittel zur Konfliktlösung. Nach der Einschätzung des Gutachters sind ohne Therapie weitere Gewaltdelikte mit hoher Wahrscheinlichkeit zu erwarten. Die festgestellten psychischen Störungen seien in einer Massnahmenvollzugseinrichtung erfolgversprechend therapierbar. Eine ambulante Behandlung genüge nicht, um das Rückfallrisiko zu senken. Zurzeit sei der Beschwerdeführer allerdings nicht therapiewillig. 2.3 Aufgrund dieses Gutachtens und der Vorgeschichte des einschlägig vorbestraften Beschwerdeführers, der sich offenbar aus der gewaltbereiten Hooliganszene nicht richtig lösen kann oder will, steht für den Fall einer Verurteilung sowohl für die Staatsanwaltschaft als auch die Strafgerichtspräsidentin eine stationäre Massnahme im Vordergrund. Diese Einschätzung ist nachvollziehbar. Dementsprechend liegt in seinem Fall die geeignete Vollzugserleichterung, auf die er nach dem Verhältnismässigkeitsgrundsatz Anspruch hat, im vorzeitigen Massnahmeantritt, nicht im vorzeitigen Strafantritt. Im Strafvollzug ohne therapeutische Betreuung stünde zu befürchten, dass er bei einem weiteren "Ausraster" Dritte gefährden und sein eigenes Fortkommen weiter belasten würde. Solches zu verhindern liegt, entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers, durchaus im Interesse der Untersuchung im Sinn von § 89 Abs. 1 StPO bzw. der gegen ihn verhängten Zwangsmassnahme. Nachdem der Beschwerdeführer das Angebot der Staatsanwaltschaft abgelehnt hat, den Rest der Untersuchungshaft in einer geeigneten Massnahmevollzugsanstalt zu verbüssen, konnte die Strafgerichtspräsidentin daher sein Gesuch um vorzeitigen Strafantritt ohne Bundesrechtsverletzung ablehnen. Die Rüge ist unbegründet.