Citation: 6B_1290/2020 E. 3.2

3.2. Ausserdem wendet sich der Beschwerdeführer dagegen, dass zur bestehenden fünfjährigen nun eine weitere Landesverweisung von sieben Jahren ausgesprochen werde. Den öffentlichen Interessen genüge, zumal mit Blick auf sein sehr leichtes Verschulden, bereits die schon früher verhängte Landesverweisung. Die neue Massnahme sei unverhältnismässig, weil das Delikt vom 19. März 2019 als Wiederholungstat eng mit der früheren Delinquenz zusammenhänge. Hinsichtlich der im vorliegenden Verfahren ausgesprochenen Landesverweisung wendet die Vorinstanz Art. 66b StGB (Dauer einer neuen Landesverweisung im Wiederholungsfall von 20 Jahren) nicht an, da im Zeitpunkt der Tat (19. März 2019) das obergerichtliche Urteil vom 19. November 2018 noch nicht rechtskräftig gewesen ist; ein Wiederholungsfall im Sinn von Art. 66b StGB liegt nur ab der Rechtskraft des Urteils bis zum Ablauf der Dauer der Landesverweisung sowie nach dem Ablauf der Dauer einer ersten Landesverweisung vor (BGE 146 IV 311 E. 3.5.1). Stattdessen setzt die Vorinstanz der ersten Instanz folgend die neue Dauer der Massnahme auf sieben Jahren fest. Dies begründet sie mit einem "doch hohen Fernhaltungsinteresse, da der Beschuldigte noch innerhalb der Probezeit einer bedingten Freiheitsstrafe wieder zu delinquieren begann und damit seine geringe Wertschätzung für die schweizerische Rechtsordnung bekundete" (angefochtenes Urteil, S. 19 E. 8). Die strafrechtliche Landesverweisung ist in erster Linie eine sichernde Massnahme. Sind mehrere angeordnet, wird mit der Vollstreckung der längeren resp. der einen von zwei gleich langen Landesverweisungen jeweils auch der Zweck der andern - nämlich der Schutz der Bevölkerung für die im Urteil festgelegte Zeit - erreicht. Das bedeutet, dass zwei verschiedene Landesverweisungen nicht zusammenzuzählen, sondern gleichzeitig zu vollziehen sind (sog. Absorptionsprinzip; BGE 146 IV 311 E. 3.6 und 3.7). Somit kommt vorliegend insgesamteine Landesverweisung von sieben Jahren zum Tragen. Soweit der Beschwerdeführer, der die Unverhältnismässigkeit einer "erneuten" resp. "zusätzlichen" Massnahme geltend macht, von einer Kumulation der beiden Landesverweisungen ausgehen sollte, sind seine Einwände unbegründet. Schliesslich ist die Vorinstanz nicht bundesrechtswidrig vorgegangen, indem sie der (innerhalb der Probezeit einer bedingten Freiheitsstrafe begangenen) Wiederholungstat mit einer Verlängerung der Landesverweisung auf insgesamt sieben Jahre Rechnung trägt.