Citation: I 274/99 01.05.2000 E. 3

3.- Wie sich indessen aus den in den Akten liegenden medizinischen Stellungnahmen (insbesondere den Berichten der Physiotherapeutin S.________ vom 2. November 1992 und des behandelnden Arztes Dr. med. C.________, Allgemeine Medizin FMH, vom 10. November 1997) ergibt und die Be- schwerde führende IV-Stelle sowie das Bundesamt für Sozial- versicherung zu Recht geltend machen, sind die therapeuti- schen Vorkehren beim Beschwerdegegner voraussichtlich dau- ernd notwendig, um der bestehenden grossen Rezidivgefahr vorzubeugen und den Status quo einigermassen zu bewahren. Dies zeigt sich unter anderem darin, dass sich der Gesund- heitszustand bei Aussetzen der Physiotherapie, wie der Ver- sicherte selber festgestellt hat, verschlechtert, indem verstärkt Spasmen auftreten. Unter diesen Umständen steht fest, dass die in Frage stehende Vorkehr nicht auf stabile Folgen der Lähmung und damit auch nicht auf einen zumindest relativ stabilisierten Zustand gerichtet ist. Vielmehr geht es bei der Therapie primär darum, eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes zu verhindern, indem mit kontinuierli- cher Behandlung zur Aufrechterhaltung des stationären Zu- standes beigetragen wird. Bei diesen Gegebenheiten kann die Physiotherapie rechtsprechungsgemäss (vgl. Erw. 1 hievor) nicht als medizinische Eingliederungsmassnahme im Sinne von Art. 12 IVG in Verbindung mit Art. 2 Abs. 3 IVV qualifi- ziert werden. Soweit der Beschwerdegegner unter Hinweis auf das nicht veröffentlichte Urteil L. vom 21. August 1995, I 360/94, etwas anderes geltend macht, stützt er sich auf eine überholte Rechtsprechung (vgl. insbesondere AHI 1999 S. 125). Zu keiner anderen Beurteilung gibt schliesslich Anlass, dass die vorgenommenen Behandlungen sich günstig auf die Arbeits- bzw. Erwerbsfähigkeit auswirken bzw. für die Erhaltung derselben wesentlich sind. Denn ein - in der Regel mit jeder Therapie verbundener - Eingliederungserfolg ist nicht entscheidend dafür, ob eine medizinische Vorkehr als Eingliederungsmassnahme im Sinne des Art. 12 Abs. 1 IVG anerkannt werden kann (BGE 120 V 279 Erw. 3a, 115 V 194 Erw. 3, 112 V 349 Erw. 2). Unter diesen Umständen muss es bei der Feststellung sein Bewenden haben, dass die Invali- denversicherung die anbegehrte, an sich zweckmässige und sinnvolle Physiotherapie gleichwohl nicht zu übernehmen hat, indem die Massnahme in den Bereich der Krankenversi- cherung gehört (BGE 104 V 81 Erw. 1; AHI 1999 S. 126 Erw. 2b).