Citation: K 75/03 10.10.2003 E. 3

3.1 Der Hausarzt des Beschwerdeführers, Dr. med. T.________, hat diesen am 27. September 2001 wegen Unterleibsschmerzen unbekannten Ursprungs und mutmasslichem depressivem Zustand bis auf weiteres arbeitsunfähig geschrieben. Im Bericht vom 11. Januar 2002 attestierte Dr. med. F.________ dem Versicherten auf Grund einer Somatisierungsstörung und eines delirierenden Erscheinens auf hypochondrischem Hintergrund ebenfalls eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Diese Diagnose bestätigte der Psychiater auch in seinen Berichten vom 23. Januar und 16. Juni 2003, wobei letzterer Aufschluss über eine vom 26. Juni bis 24. September 2002 zunächst teilstationär, danach ambulant und schliesslich stationär in der Klinik Z.________ durchgeführte therapeutische Behandlung gibt. Weitere Unterlagen, die insbesondere Klarheit darüber verschaffen würden, ob der Versicherte auf diese Behandlung angesprochen hat, liegen keine vor. Der Vertrauensarzt der Beschwerdegegnerin, Dr. med. D.________, welchem sowohl die Diagnose wie auch die Arbeitsfähigkeitsbeurteilung des Hausarztes bekannt waren, bejahte nach Abschluss seiner Untersuchungen zwar das Vorliegen eines psychischen Leidens, verneinte aber allfällige Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in seiner angestammten Tätigkeit als Hilfsmagaziner (Bericht vom 5. November 2001). In seiner Stellungnahme vom 15. April 2002 widerspricht er alsdann auch der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch Dr. med. F.________, da die Beschwerden des Versicherten mittels einer psychotherapeutisch-psychiatrischen Behandlung oder medikamentösen Therapie behandelbar seien. 3.2 Nach dem Gesagten bestehen unter den involvierten Ärzten, namentlich zwischen den Dres. med. T.________ und F.________ auf der einen und dem Vertrauensarzt der ÖKK auf der anderen Seite, mit Bezug auf die Arbeitsfähigkeit unterschiedliche Auffassungen. Ferner erwähnt der Psychiater Dr. med. F.________ in seinem Bericht vom 23. Januar 2003 die vom Vertrauensarzt der ÖKK am 15. April 2002 vorgeschlagenen Behandlungsmassnahmen, unterlässt es jedoch, dazu Stellung zu nehmen und sich insbesondere zu den Auswirkungen entsprechender Vorkehren auf den Gesundheitszustand des Versicherten zu äussern. Des Weiteren führt er in einem an den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers adressierten Schreiben vom 16. Juni 2003 die von Juni bis September 2002 durchgeführte Behandlung in der Klinik Z.________ an, sieht aber sowohl vom Beizug der entsprechenden Klinikberichte als auch von der Wiedergabe deren Inhaltes ab, obgleich sich daraus allenfalls wichtige Erkenntnisse hinsichtlich des Beschwerdebildes des Versicherten ergeben hätten. Zu beanstanden ist sodann, dass es sich, obwohl der Beschwerdeführer unbestrittenermassen an einer psychischen Erkrankung leidet, bei Dr. med. D.________ um einen Allgemeinpraktiker und nicht um einen psychiatrischen Fachexperten handelt, zumal in dessen Berichten fast gänzlich Ausführungen zum psychischen Aspekt des Leidens des Versicherten fehlen. Weder die Aussagen des Dr. med. F.________ noch - entgegen der Betrachtungsweise der Vorinstanz - die Angaben des Vertrauensarztes erfüllen somit die Kriterien, welche rechtsprechungsgemäss für beweiskräftige ärztliche Eintscheidungsgrundlagen gelten (vgl. BGE 125 V 352 ff. Erw. 3), weshalb darauf nicht ohne weiteres abgestellt werden kann. Ob lediglich eine einzige Konsultation bei Dr. med. F.________ stattgefunden hat - wie in der letztinstanzlich eingereichten Vernehmlassung der ÖKK vom 4. August 2003 angedeutet wird - mit der Konsequenz, dass dessen Berichte mangels einer vergleichbaren Vertrauensstellung nicht in gleicher Weise zu würdigen wären wie diejenigen eines Hausarztes (BGE 125 V 353 Erw. 3b/cc mit Hinweisen), kann demnach offen bleiben. Auf Grund des dürftig abgeklärten medizinischen Sachverhaltes ist im vorliegenden Fall folglich keine eindeutige Aussage zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers im relevanten Prüfungszeitraum (vgl. Erw. 2 in fine) möglich. Namentlich zwischen der Verfügung vom 19. Juli 2002 und dem Einspracheentscheid der ÖKK vom 6. Januar 2003 liegt eine beträchtliche Zeitdauer, in welcher vom Krankenversicherer keine weiteren medizinischen Abklärungen mehr getätigt worden sind. In diese Zeitspanne fällt insbesondere auch der Aufenthalt in der Klinik Z.________ vom 26. Juni bis zum 24. September 2002, der in die Entscheidfindung betreffend Krankentaggeldleistung hätte miteinbezogen werden müssen. Es ist anzunehmen, dass der Beschwerdeführer während dieses Klinikaufenthalts arbeitsunfähig war und womöglich auch eine Krankmeldung erfolgte. Als möglicher Grund für die fehlenden Akten kommt der Umstand in Betracht, dass der Versicherte allenfalls bei einem anderen Versicherer als der ÖKK krankenpflegeversichert ist. Selbst in diesem Fall wäre es der ÖKK jedoch zumutbar und möglich gewesen, die entsprechenden Akten, die für eine umfassende Beurteilung des Falles unentbehrlich erscheinen, bei der betreffenden Versicherung einzuverlangen (vgl. Art. 82 KVG in Verbindung mit Art. 120 KVV; ab 1. Januar 2003: Art. 32 Abs. 1 und 2 ATSG). Die Beschwerdegegnerin, an welche die Sache deshalb zurückzuweisen ist, wird die entsprechenden Vorkehrungen zu treffen haben.