Citation: U 351/00 10.10.2001 E. 3

3.- a) Das Verwaltungsgericht das Kantons Appenzell A.Rh., welches über den von der Invalidenversicherung festgelegten Invaliditätsgrad mit Entscheid vom 19. Januar 2000 rechtskräftig befunden hat, schätzte das Valideneinkommen im Jahre 1998 auf mindestens Fr. 128'000.-. Dabei erwog es, als Gesunde hätte die Versicherte als qualifizierte Juristin mit Anwaltspatent, Doktorat und einiger Berufserfahrung im Raum Zürich gearbeitet, was ihr in dieser Tätigkeit einen Jahresverdienst von mindestens Fr. 120'000.- eingebracht hätte. Dazu käme ein jährliches Verwaltungsratshonorar von Fr. 8000.- von der Firma C.________ AG. Bezüglich der mutmasslichen Einkommenshöhe als Juristin in Zürich berief sich das kantonale Verwaltungsgericht zunächst auf das in einem früheren Verfahren durch gerichtlich genehmigten Vergleich festgelegte Valideneinkommen im Jahr 1996 von Fr. 95'000.- als Juristin evtl. mit Doktorat, aber noch ohne Anwaltspatent; unter Berücksichtigung der Qualifikationen, welche die Beschwerdeführerin bis 1998 erwartungsgemäss noch dazu erworben hätte (Anwaltspatent) müsse von einem Valideneinkommen von Fr. 120'000.- ausgegangen werden, was dem zürcherischen Lohnniveau für qualifizierte Juristen mit erster Berufserfahrung entsprechen würde. Letztere Aussage sieht es durch ein, nicht in den letztinstanzlichen Akten befindliches Schreiben des Appenzellischen Anwaltsverbands vom 22. September 1998 belegt, wonach Anwälte in Zürich und Umgebung fast doppelt so viel verdienen sollen wie in der Ostschweiz. b) Zwar hatte das Verwaltungsgericht des Kantons Appenzell A.Rh. die erwerblichen Auswirkungen des gleichen Gesundheitszustandes zu bewerten wie die Unfallversicherung, insoweit sind seine Erwägungen zum Invaliditätsgrad von Interesse. Wie indessen aus der pauschal gehaltenen Aussage des kantonalen Anwaltsverbandes auf einen Durchschnittsverdienst einer Juristin mit Anwaltspatent und Doktorat im Grossraum Zürich geschlossen werden kann, ist nicht nachvollziehbar. Auch werden vom Verwaltungsgericht keine konkreten Vergleichszahlen angeführt, die seine Einschätzung belegen könnten. Ferner hat es das Verwaltungsratshonorar von Fr. 8000.- zu demjenigen Verdienst hinzugerechnet, den die Beschwerdeführerin nach Auffassung des Verwaltungsgerichts in einer Vollzeitstelle erwirtschaften könnte, was indessen nicht zulässig ist. Soll das aus dieser Tätigkeit mutmasslich erzielte Entgelt zum Valideneinkommen geschlagen werden, ist die dafür aufzubringende Arbeitszeit zu Lasten des Vollzeitpensums als Juristin zu berücksichtigen. In diesem Punkt kann auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden, zumal die Versicherte dagegen nichts Konkretes vorbringt. Der Rentenentscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Appenzell A.Rh. für die Invalidenversicherung stellt unter diesen Umständen keine zuverlässige und im Sinne der Rechtsprechung verbindliche Grundlage für die Invaliditätsbemessung in der obligatorischen Unfallversicherung dar.