Citation: 5P.282/2004 09.08.2004 E. 2

Die Beschwerdeführerin hält verschiedene Sachverhaltsfeststellungen für aktenwidrig und damit willkürlich. Diese Rügen scheitern indes - ohne dass sie inhaltlich zu prüfen wären - weitgehend bereits daran, dass der angefochtene Entscheid erst dann aufzuheben wäre, wenn er sich nicht nur in der Begründung, sondern auch im Ergebnis als unhaltbar erwiese (BGE 129 I 49 E. 4 S. 58; 128 II 259 E. 5 S. 281; 127 I 54 E. 2b S. 56): Aufgrund des ausführlichen fachärztlichen Gutachtens von Dr. E.________ vom 29. März 2004, das sowohl auf Gesprächen mit allen Beteiligten (Kindsmutter, Kindsvater, Grossmutter, Pflegefamilie) als auch auf eigenen Untersuchungen von B.________ basiert, steht fest, dass die Fremdplatzierung des Mädchens zwingend erforderlich ist und eine betreute Mutter-Kind-Institution nicht in Frage kommt. Da für die Anordnung von Kindesschutzmassnahmen allein das Kindeswohl ausschlaggebend ist und in sämtlichen Kinderbelangen uneingeschränkt die Offizial- und die Untersuchungsmaxime gilt (BGE 122 III 404 E. 3d S. 408; 120 II 229 E. 1c S. 231), ist belanglos, ob im Frühling 2002 allenfalls die Prüfung von Alternativen angezeigt gewesen wäre und ob sich der Zustand von B.________ seither verändert hat. Gleiches gilt für das Vorbringen der Beschwerdeführerin, gemäss act. 21 (Arztbericht des Kantonsspitals Frauenfeld vom 6. August 2003) hätten sich keine Hinweise für einen chronisch erhöhten Alkoholkonsum ergeben, und für die Behauptung, sie sei therapiewillig. Entsprechend ist das Verwaltungsgericht auch nicht in Willkür verfallen, wenn es den diesbezüglichen Ergänzungsfragen der Beschwerdeführerin zum Gutachten von Dr. E.________ nicht stattgegeben hat. Unhaltbar ist schliesslich die Behauptung, Dr. E.________ stehe der Therapie in einer Mutter-Kind-Institution grundsätzlich positiv gegenüber: Gemäss dessen Ausführungen im Gutachten ist zwar nachvollziehbar, dass die Ärzte der Kinderklinik H.________ während der Hospitalisation von B.________ vom 20. März bis 2. Juni 2002 eine solche Institution als zur Fremdplatzierung gleichberechtigte Variante vorgeschlagen hätten. Allerdings sei es das erklärte Ziel der Kindsmutter, so bald als möglich mit ihrem Partner und B.________ zusammen zu leben. Den Sinn einer Mutter-Kind-Institution sehe sie nicht ein, desgleichen könne sie weder das Ausmass der Schädigung ihrer Tochter nachvollziehen, noch die Massnahmen verstehen, die B.________ brauche, um zu gesunden. Es sei auch sehr fraglich, ob die Kindsmutter es psychisch schaffen würde, sich über einen Zeitraum von ca. zwei Jahren den engen Strukturen eines Wohnheims zu unterziehen und in Bereichen lernen zu wollen, die vermutlich auch in ihrer Biographie nicht unbelastet seien (Urvertrauen, Bindungsfähigkeit, Geborgenheit, etc.). Leider sei es bis jetzt nicht zu einer absolvierten Probezeit in einem Wohnheim gekommen, so dass auch keine positiven Rückmeldungen vorlägen, welche die Bedenken zerstreuen könnten. In Anbetracht der alarmierenden Situation von B.________'s psychischem Zustand müsse eindeutig betont werden, dass heute keine Zeit für Versuche zur Verfügung stehe und ein Wohnheim für Mutter und Kind nicht mehr in Frage kommen könne. Das Verwaltungsgericht hat demnach mit der Fremdplatzierung des Kindes in einer Pflegefamilie nichts anderes angeordnet, als was im Gutachten gefordert wird. Entsprechend kann von Willkür keine Rede sein.