Citation: 4A_187/2009 14.07.2009 E. 3

3.1 Alsdann ging das Kantonsgericht davon aus, die Beschwerdeführerin habe ihre Pflicht zur Baukostenkontrolle und Führung der Baubuchhaltung ungenügend erfüllt. Alle Kostenrapporte hätten effektiv aufgelaufene Baukosten ausgewiesen, welche die Kostenlimite für die Sanierung der Haupthalle samt Mutationen unterschritten hätten. Während der ganzen Bauausführungsphase hätte die Beschwerdeführerin an den Baukommissionssitzungen mitgeteilt, man habe die Baukosten im Griff. Erstmals am 26. Juni 2000, d.h. 2 ½ Monate nach Bauabschluss, sei eine mit rund Fr. 100'000.-- viel zu niedrige Baukostenüberschreitung bekannt gegeben worden. Nach eigenen Angaben der Beschwerdeführerin seien die Abrechnungen der Fachplaner in der Regel drei bis vier Monate nach Fertigstellung erfolgt. Den Spezialisten habe die Beschwerdeführerin nach Fertigstellung ihrer Arbeiten bis vier Monate Zeit eingeräumt, um ihre effektiven Kosten bekannt zu geben. Die Beschwerdeführerin habe damit pflichtwidrig unterlassen, die Spezialisten anzuhalten, ohne Verzug die Ausmassarbeiten durchzuführen und zu rapportieren. Deshalb habe die Aktualität der Kostenstandsmeldungen und die Wirksamkeit der Kostenüberwachung und -kontrolle gar nicht erreicht werden können. Dass die Beschwerdeführerin zu spät von den eingetretenen Kostenüberschreitungen im Zuständigkeitsbereich der Spezialisten erfuhr, habe sie sich selber zuzuschreiben und könne sie daher nicht entlasten. Zudem habe sie Kostenüberschreitungen betreffend Regiearbeiten, nicht eingeplante Winterbaumassnahmen, Spriessungen der Hauptdeckenhalle, Stahlbetonarbeiten beim Anbau Ost, Regiearbeiten bei den Baumeisterarbeiten, Spengler-, Flachdach- und Wandbekleidungsarbeiten, Gerüste und Kernbohrungen nicht rechtzeitig mitgeteilt. 3.2 Die Beschwerdeführerin bringt vor, soweit die Spezialisten ihrer gegenüber der Beschwerdegegnerin bestehenden Informationsverpflichtung bezüglich Kostenüberschreitungen nicht oder zu spät nachgekommen seien, habe sie nichts davon gewusst bzw. geahnt. Sie habe deshalb die Pflicht zur umfassenden Kostenkontrolle objektiv nicht erfüllen können. 3.3 Mit dieser Berufung auf objektive Unmöglichkeit verkennt die Beschwerdeführerin, dass sie mit der umfassenden Kostenkontrolle betraut war und sich daher um termingerechte Kostenabrechnungen der Spezialisten bemühen, bzw. diese bei Verzug hätte mahnen müssen, was durchaus möglich gewesen wäre. Da die Beschwerdeführerin dies unterliess, hat sie sich gemäss der zutreffenden Auffassung des Kantonsgerichts die Unkenntnis der bei den Spezialisten entstandenen Kostenüberschreitungen selber anzurechnen. Das Kantonsgericht hat somit auch hinsichtlich der durch die Spezialisten verursachten Kostenüberschreitungen eine Verletzung der Kostenkontrollpflicht der Beschwerdeführerin bundesrechtskonform bejaht. Eine Missachtung der Beweislastverteilung gemäss Art. 8 ZGB ist in diesem Zusammenhang nicht auszumachen. Da nicht erheblich ist, welcher Anteil der Kostenüberschreitung auf die Fachplaner oder Spezialisten zurückzuführen ist, kann offen bleiben, ob sich gemäss der Behauptung der Beschwerdeführerin im angefochtenen Urteil insoweit eine offensichtlich unrichtige Angabe findet. Da die Beschwerdeführerin gemäss dem Urteil der Vorinstanz nicht wegen der Kostenüberschreitungen als solcher, sondern wegen der unterlassenen Kostenkontrolle und Mitteilung erfolgter Kostenüberschreitungen haftbar wird, ist auch nicht erheblich, dass die Beschwerdegegnerin die Mehrkosten der Fachplaner gemäss der Behauptung der Beschwerdeführerin bezahlt hat, macht sie doch nicht geltend, diese Zahlungen seien ohne Rechtsgrund erfolgt.