Citation: 2C_112/2023 E. 5.3.1

5.3.1. Die Vorinstanz ging zu Recht davon aus, dass weiterhin ein gewichtiges öffentliches Interesse besteht, dem Beschwerdeführer die Aufenthaltsbewilligung zu verweigern. Aufgrund des Strafmasses sowie der Art und Schwere der begangenen Sexualdelikte wiegt das ausländerrechtliche Verschulden des Beschwerdeführers schwer (so bereits das Urteil 2C_1045/2019 vom 30. Januar 2020 E. 5.2 und 5.5. f.). Das Bundesgericht hielt im Urteil 2C_1045/2019 sodann fest, dass der Beschwerdeführer noch während der laufenden Strafuntersuchung unter Alkoholeinfluss erneut delinquiert hatte (Strassenverkehrsdelikt). Deshalb und weil bei Sexualdelikten selbst ein geringes Restrisiko weiterer Beeinträchtigungen nicht in Kauf genommen werden muss und in Bezug auf den Beschwerdeführer als Drittstaatsangehöriger auch generalpräventive Überlegungen mitberücksichtigt werden können (vgl. BGE 139 I 145 E. 2.4 f; Urteil 2C_41/2023 vom 1. März 2024 E. 6.5), schloss das Bundesgericht darauf, dass ein rechtserhebliches Restrisiko zukünftiger Delinquenz nicht ausgeschlossen werden kann (Urteil 2C_1045/2019 vom 30. Januar 2020 E. 5.7 f.). Zwar sind seither weitere Jahre vergangen und der Beschwerdeführer ist bis auf eine einfache Verkehrsregelverletzung (Strafbefehl vom 10. Februar 2022) nicht mehr straffällig geworden. Allerdings kann seinem Nachtatverhalten im Rahmen des unrechtmässigen Aufenthalts in der Schweiz nur untergeordnetes Gewicht zukommen. Zudem gilt gegen den Beschwerdeführer noch bis zum 22. Juni 2028 ein Einreiseverbot. Eine massgebliche Relativierung des rechtserheblichen Restrisikos ist unter diesen Umständen nicht anzunehmen. Daran ändert - wie die Vorinstanz zutreffend festhält - das vom Beschwerdeführer vorgebrachte verkehrspsychologische Gutachten nichts. Erstens muss dieses vor dem Hintergrund des erneuten Verkehrsdelikts relativiert werden und zweitens betrifft dieses nicht die spezifische Rückfallgefahr in Bezug auf die vom Beschwerdeführer begangenen schweren Sexualdelikte.