Citation: 1C_338/2014 E. 3.5

3.5. Es kann dahingestellt bleiben, wieweit die Rügen den Begründungsanforderungen (Art. 42 Abs. 2, Art. 106 Abs. 2 BGG) genügen. Sie sind jedenfalls unbegründet. Der Beschwerdeführer war im Jahr 2011 unstreitig in der Lage, wegen einer Körperverletzung ein - in der Folge gutgeheissenes - Gesuch um Opferhilfe zu stellen. Seine Rechte nach dem Opferhilfegesetz waren ihm somit spätestens zu jenem Zeitpunkt bekannt und er konnte die zu ihrer Durchsetzung notwendigen praktischen Schritte unternehmen. Damit ist nicht einzusehen, weshalb es ihm hätte verwehrt sein sollen, in Bezug auf das Sexualdelikt spätestens 2011 ebenfalls um Opferhilfe zu ersuchen. Der Beschwerdeführer nennt dafür keinen überzeugenden Grund. Das Sexualdelikt und die sich daraus ergebende psychische Belastung waren ihm 2011 längst bekannt. Wenn die Vorinstanz angenommen hat, der Beschwerdeführer wäre damals in der Lage gewesen, auch in Bezug auf das Sexualdelikt ein Opferhilfegesuch zu stellen, ist das unter den gegebenen Umständen nicht offensichtlich unhaltbar. Willkür kann der Vorinstanz somit nicht vorgeworfen werden. Dasselbe gilt, soweit die Vorinstanz zum Schluss gekommen ist, die vom Beschwerdeführer angebotenen Beweise könnten am Ergebnis nichts ändern. Der Umstand, dass der Beschwerdeführer 2011 in der Lage war, wegen des Körperverletzungsdelikts erfolgreich ein Opferhilfegesuch zu stellen, stellt ein derart starkes Indiz dafür dar, dass es sich in Bezug auf das Sexualdelikt ebenso verhalten musste, dass es nicht als offensichtlich unhaltbar angesehen werden kann, wenn die Vorinstanz auf Weiterungen verzichtet hat. Eine Verletzung des Anspruchs des Beschwerdeführers auf rechtliches Gehör ist ebenso wenig gegeben. Er hat keinen Anspruch darauf, dass von ihm angebotene Beweise abgenommen werden, welche die Vorinstanz in willkürfreier antizipierter Beweiswürdigung als unerheblich beurteilt hat. Die Vorinstanz hat den rechtserheblichen Sachverhalt hinreichend abgeklärt. Eine Verletzung von Art. 16 Abs. 2 aOHG, wonach die Behörde den Sachverhalt von Amtes wegen feststellt, ist nicht erkennbar. Kannte der Beschwerdeführer spätestens 2011 seine Rechte nach dem Opferhilfegesetz und war er in der Lage, die zu ihrer Durchsetzung notwenigen Schritte zu unternehmen, hätte er nach der dargelegten Rechtsprechung nicht bis zum August 2013 mit der Geltendmachung seiner Ansprüche zuwarten dürfen. Er hätte vielmehr 2011 auch in Bezug auf das Sexualdelikt ohne weitere Verzögerung um Opferhilfe ersuchen müssen. Da er das nicht getan hat, verletzt es Treu und Glauben nicht, wenn die Vorinstanz die Verwirkung seiner Ansprüche angenommen hat. Soweit sich der Beschwerdeführer auf den ihn betreffenden Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde des Kantons Appenzell Ausserrhoden vom 19./24. Juni 2014 beruft, kann darauf nicht eingetreten werden. Dieser erging nach dem angefochtenen Entscheid und stellt damit ein unzulässiges Novum dar (Art. 99 Abs. 1 BGG; BGE 133 IV 342 E. 2.1 S. 343 f. mit Hinweisen).