Citation: 2C_186/2019 E. 5.2

5.2. Zur Begründung ihrer Annahme, dass nunmehr eine Umgehungsehe als erstellt erachtet werden muss, führt die Vorinstanz ins Feld, der Beschwerdeführer habe als Drittstaatsangehöriger über keine realistische Perspektive verfügt, um ausserhalb des ausländerrechtlichen Familiennachzuges eine solche Bewilligung zu erhalten. Die zeitliche Abfolge weise die typischen Merkmale eines planmässigen Vorgehens zwecks Erlangung des Aufenthaltsrechts auf. So habe der Beschwerdeführer im November 2012 geheiratet, nachdem ein ihn betreffendes Gesuch um Familiennachzug, welches sein mit einer in der Schweiz niedergelassenen Serbin verheiratet gewesener Vater gestellt habe, am 19. Januar 2012 rechtskräftig abgewiesen und der Beschwerdeführer mit Verfügung des Migrationsamtes des Kantons Zürich vom 3. November 2011 aus dem Schengen-Raum weggewiesen worden sei. Die Ehefrau sei 27 Jahre älter als der Beschwerdeführer. Zudem habe er ausgesagt, geheiratet zu haben, weil er "einfach in die Schweiz" habe kommen wollen. Die Vorinstanz erklärte ferner, zu Ungunsten des Beschwerdeführers sei auch zu berücksichtigen, dass die beiden Ehegatten widersprüchliche Angaben zum Ort der ersten Begegnung, zu ihrem ersten sexuellen Kontakt, zum Heiratsantrag sowie zum Datum und zur Uhrzeit der Trauung gemacht und hierbei auffallende Erinnerungslücken gezeigt hätten. Sinngemäss führte die Vorinstanz aus, es sei unwahrscheinlich, dass die entsprechenden, nach allgemeiner Lebenserfahrung prägenden Sachverhalte nur lückenhaft in Erinnerung bleiben würden. Die widersprüchlichen und lückenhaften Aussagen der Ehegatten über diese Sachverhalte seien damit vorliegend als Indiz für eine Scheinehe zu werten, selbst wenn berücksichtigt werde, dass die Befragungen der Ehegatten vom 15. April 2013 und 22. Juni 2016 knapp drei bzw. sechs Jahre nach ihrem mutmasslichen ersten Treffen stattgefunden hätten und das Erinnerungsvermögen in der Zwischenzeit habe beeinträchtigt werden können. Auf eine Scheinehe deutet nach Auffassung der Vorinstanz insbesondere auch der Umstand hin, dass nur eine standesamtliche Hochzeit in Serbien stattgefunden habe, die Ehegatten die Trauzeugen nicht näher gekannt hätten, weder Eheringe ausgetauscht noch Hochzeitsfotos erstellt worden seien, anlässlich der Hochzeit keine Familienangehörigen anwesend gewesen seien und keine Feier veranstaltet worden sei. Selbst wenn es gute praktische Gründe für ein solches Verhalten geben könne, sei doch nicht zu bestreiten, dass diese Merkmale für Scheinehen charakteristisch seien. Sodann wies die Vorinstanz auch auf widersprüchliche Angaben der Ehegatten zum 50. Geburtstag der Ehefrau des Beschwerdeführers am 1. Oktober 2014, zu Silvester 2015 und zum letzten Wochenende vor einer Befragung am 22. Juni 2016 hin. Die Ehegatten hätten Parallelbeziehungen geführt und ausserhalb der Familie der Ehefrau des Beschwerdeführers über keinen gemeinsamen Freundes- und Bekanntenkreis verfügt. Auffallend sei auch, dass der Beschwerdeführer keine Wohnungsschlüssel gehabt habe und regelmässig bei seinem Vater übernachte.