Citation: 6P.120/2004 23.03.2005 E. 2

2.1 Der Beschwerdeführer macht geltend, die Anklageschrift vom 6. April 1999 halte nicht fest, von welcher minimalen Anzahl von Betastungen, Berührungen, Geschlechtsverkehr und Oralverkehr sie ausgehe. Aus der Anklageschrift ergebe sich nicht klar genug, welche sexuellen Handlungen er wann, wie oft, in welchen zeitlichen Ab-ständen begangen haben soll. Daher sei ihm eine Verteidigung sowohl im Schuldpunkt als auch hinsichtlich der Strafzumessung unmöglich gewesen. Damit seien sein Anspruch auf rechtliches Gehör, seine Verteidigungsrechte und das Anklageprinzip und somit Art. 29 Abs. 2 und Art. 32 Abs. 2 BV sowie Art. 6 Ziff. 3 lit. a EMRK verletzt worden. Nach Meinung des Beschwerdeführers wäre es ohne weiteres möglich gewesen, in der Anklage bestimmte Zeitabschnitte und Zahlenminima zu umschreiben (staatsrechtliche Beschwerde S. 5 - 7). 2.2 Der Beschwerdeführer hatte bereits im Berufungsverfahren geltend gemacht, dass die Anklageschrift vom 6. April 1999 den Anforderungen nicht genüge und das Anklageprinzip verletzt sei. Gemäss den Erwägungen des Obergerichts wird durch die vorliegende Anklageschrift der Prozessgegenstand rechtsgenüglich bestimmt und der Beschuldigte hinreichend informiert und ist damit die Umgren-zungs- und Informationsfunktion erfüllt. Mit diesen Erwägungen im angefochtenen Entscheid (S. 9 - 11) setzt sich der Beschwerdeführer nicht auseinander. 2.3 Die Geschädigte erstattete im Jahr 1997 als 17-Jährige Anzeige. Die sexuellen Handlungen hatten nach ihrer Darstellung zirka im Jahr 1987 ihren Anfang genommen, als sie 7 Jahre alt war. Es liegt in der Natur der Sache, dass die Geschädigte nicht genau angeben konnte, an welchen Tagen und wie oft beziehungsweise in welchen zeitlichen Abständen es zu welchen sexuellen Handlungen im Einzelnen ge-kommen war. Es ist auch nicht ungewöhnlich, dass die Geschädigte nicht angeben konnte, wann es erstmals zum Geschlechtsverkehr ge-kommen war, ob 1992 (als sie 12 Jahre alt war) oder 1994 (als sie 14-jährig war). Auch wenn sich daher aus der Anklageschrift die ungefähre Zahl der inkriminierten sexuellen Übergriffe nicht ergibt, geht daraus doch hervor, was dem Beschwerdeführer vorgeworfen wird. Ihm wird zur Last gelegt, dass er seine Pflegetochter ab deren 7. Altersjahr regelmässig sexuell betastete, spätestens ab deren 14. Altersjahr bis Ende 1995, mithin während mindestens eines Jahres, mehrere Male mit ihr den Geschlechtsverkehr vollzog, gele-gentlich von ihr verlangte, dass sie sein Glied in den Mund nehme, und zweimal von ihr forderte, dass sie ihn manuell befriedige. Inwiefern es dem Beschwerdeführer bei dieser Umschreibung des eingeklagten Sachverhalts unmöglich gewesen sein soll, sich im Schuld- und/oder im Strafpunkt wirksam zu verteidigen, wird in der Beschwerde nicht substantiiert dargelegt und ist nicht ersichtlich. Der Beschwerdeführer legt auch nicht dar, welche Konsequenzen sich seines Erachtens aus den von ihm behaupteten Mängeln ergeben. In Fällen der vorliegenden Art kommt es auch für die Strafzumessung nicht wesentlich auf die genaue Anzahl der sexuellen Übergriffe an. Es ist nicht zu bean-standen, dass die Anklagebehörde und mit ihr das Obergericht davon absahen, irgendeine Mindestzahl festzulegen. Die staatsrechtliche Beschwerde ist daher in diesem Punkt abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.