Citation: 2C_323/2018 E. 6.3

6.3. Auch in der Europäischen Union (EU) werden spätestens seit Oktober 2005 mit Blick auf die Integrationsfähigkeit der Kinder Altersbeschränkungen für deren Familiennachzug durch Drittstaatsangehörige als zulässig erachtet (vgl. BGE 133 II 6 E. 5.4 S. 21 f.; Art. 4 Abs. 1 letzter Unterabsatz und Abs. 6 der Richtlinie 2003/86/EG des Rates vom 22. September 2003 betreffend das Recht auf Familienzusammenführung [ABl. L 251 vom 3. Oktober 2003]). Die EU erklärt in ihren Erwägungen zur angeführten Richtlinie (dort Ziff. 2), dass die entsprechenden Massnahmen zur Familienzusammenführung in Übereinstimmung mit der völkerrechtlichen Verpflichtung zum Schutz der Familie und zur Achtung des Familienlebens - insbesondere im Rahmen von Art. 8 EMRK - getroffen würden. Die schweizerische Regelung ist somit nicht gänzlich singulär und ausländische Personen müssen damit rechnen, dass neben anderen Vorausetzungen auch Fristen für den Familiennachzug existieren können, welche die Kinder, den Ehgatten oder beide betreffen.