Citation: 4A_296/2022 E. 1.1

1.1. Die A.________ AG (Beschwerdeführerin) kaufte von der B.________ AG (Beschwerdegegnerin) mit (Werk-) Kaufvertrag vom 10. November 2020 eine sich im Bau befindliche und noch fertigzustellende Wohnung mit Einstellhallenplatz in der Überbauung C.________. Der Kaufpreis wurde im Sinne eines Pauschalpreises auf Fr. 604'000.00 festgesetzt und war gemäss Vertrag «inkl. MWST von 7.7%» ausgewiesen. Es handelte sich dabei um einen von der Mehrwertsteuer ausgenommenen Immobilienverkauf im Sinne von Art. 21 Abs. 2 Ziff. 20 des Mehrwertsteuergesetzes (MWSTG; SR 641.20), da der Vertrag zwischen den Parteien nach Baubeginn abgeschlossen wurde. Die Beschwerdeführerin stellte sich in der Folge auf den Standpunkt, sie habe Fr. 43'182.90 zu viel bezahlt, da keine Mehrwertsteuer geschuldet sei.