Citation: 2C_738/2022 E. 5.3

5.3. Soweit der Beschwerdeführer einwendet, die Vorinstanz sei zu Unrecht davon ausgegangen, dass eine Rückfallgefahr vorliege, kann ihm nicht gefolgt werden. Das Verwaltungsgericht hat die Rückfallgefahr nicht darauf abgestellt, dass der Beschwerdeführer am 16. Februar 2022 erneut wegen qualifizierter Widerhandlungen gegen das BetmG (Handel mit Kokain) festgenommen und in Untersuchungshaft genommen wurde. Sie hat vielmehr betont, dass bezüglich der laufenden Strafuntersuchung die Unschuldsvermutung gelte (vorinstanzliches Urteil E. 3.3.2). Eine Rückfallgefahr hat sie bejaht, weil der Beschwerdeführer seit 1999 regelmässig straffällig geworden ist und sich seine persönlichen Lebensumstände (familiäre und berufliche Situation, erhebliche Verschuldung) im Vergleich zur Zeit seiner Straffälligkeit inzwischen nicht wesentlich verändert haben (vorinstanzliches Urteil E. 3.3.2). Er war damals wie heute Vater bzw. Stiefvater mehrerer Kinder, lebte bereits mit seiner Partnerin zusammen und verfügte auch zum Tatzeitpunkt über eine Arbeitsstelle. Seine heutige Arbeitstätigkeit hat die Vorinstanz - entgegen seinen Vorbringen - zu seinen Gunsten berücksichtigt (vgl. vorstehende E. 5.2 und vorinstanzliches Urteil E. 3.3.2). Aus dem Umstand, dass die aktuelle Arbeitgeberin mit seiner Arbeitsleistung zufrieden ist und ihn deshalb während der neusten Untersuchungshaft auch nicht entlassen hat, kann der Beschwerdeführer, der im Übrigen eine weitere Straffälligkeit bestreitet und sich diesbezüglich auf die Unschuldsvermutung beruft, nichts zu seinen Gunsten ableiten. Das von ihm geltend gemachte Wohlverhalten fällt angesichts der vom Strafgericht verhängten 5-jährigen Probezeit und dem Druck des ausländerrechtlichen Verfahrens nicht entscheidend ins Gewicht. Die Dauer der straffreien Zeit ist insofern zu relativieren (vgl. Urteil 2C_998/2020 vom 3. Juni 2021 E. 4.5). Ein Rückfallrisiko kann nach den bisherigen Vorkommnissen nicht ausgeschlossen werden und die entsprechenden pauschalen Einwendungen des Beschwerdeführers, aus seinen Fehlern gelernt und dafür gebüsst zu haben, ändern hieran nichts. Vorliegend muss selbst ein geringes Restrisiko weiterer Beeinträchtigungen der von ihm gefährdeten Rechtsgüter nicht in Kauf genommen werden (vgl. BGE 139 I 16 E. 2.2.1).