Citation: 4A_463/2022 E. 3.4.3

3.4.3. Gemäss Vorinstanz bestehen keine Hinweise, dass die Gerichtspräsidentin Druck auf den Beschwerdeführer ausgeübt, ihn nicht in die Vergleichsverhandlungen einbezogen oder die Sachlage nicht erklärt hätte. Mit Blick auf die anwendbaren Verfahrensgrundsätze verneint die Vorinstanz auch ein Ungleichgewicht zwischen den Parteien. Der Beschwerdeführer bestreitet dies. Er sei als juristischer Laie ohne anwaltliche Vertretung dem Rechtsvertreter der Beschwerdegegnerin und der Gerichtspräsidentin gegenübergestanden. Diese hätten fortwährend neue Berechnungen angestellt und sich gegenseitig korrigiert, ohne dass er einbezogen worden wäre. Trotz seiner fehlenden Rechtskunde habe die Gerichtspräsidentin in keiner Weise den Inhalt des Vergleichs erläutert. Die Gerichtspräsidentin habe gesagt, Fr. 40'000.-- sei besser als nichts. Damit habe sie "einen gewissen Druck" auf ihn ausgeübt. Mit diesen Ausführungen legt der Beschwerdeführer seine eigene Ansicht dar, er zeigt damit aber nicht rechtsgenüglich auf, dass die vorinstanzliche Erwägung nicht vertretbar wäre oder gegen das Willkürverbot verstiesse. Auch bleibt offen, inwiefern die angeführten Umstände zu dem behaupteten Irrtum geführt haben sollten: Der Hinweis, Fr. 40'000.-- sei besser als nichts, betrifft die Gefahr einer Klageabweisung, falls der Vergleich ausgeschlagen wird. Inwiefern dies zu einer falschen Vorstellung in Bezug auf die Ansprüche, die vom Vergleich erfasst werden, geführt haben könnte, legt der Beschwerdeführer nicht dar. Er räumt selbst ein, ihm sei an der Vermittlungsverhandlung klar geworden, dass aufgrund der verspäteten Krankenmeldung seitens der Arbeitgeberin das Gericht im Entscheidfall die Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin erst ab dem 17. Juni 2020 bejahen würde - für den Zeitraum davor scheint er selbst davon auszugehen, seine Klage wäre abzuweisen gewesen. Damit war ihm aber offensichtlich auch bewusst, dass infolge des Vergleichs der "Entscheidfall" für sämtliche eingeklagten Ansprüche nicht eintreten würde, denn andernfalls hätte über die nicht vom Vergleich erfassten Ansprüche noch entschieden werden müssen. Auf Erläuterungen des Gerichts war der Beschwerdeführer hier nicht angewiesen. Soweit er ausführt, er habe ohne Weiteres davon ausgehen dürfen, seine Ansprüche gegen die Arbeitgeberin anschliessend direkt gegen diese durchsetzen zu können, und diesbezüglich auf eine von ihm angestrengte Klage und eine Betreibung verweist, thematisiert er nicht die Tragweite des Vergleichs für die im Verfahren ZV.2020.16 eingeklagten Ansprüche, sondern allfällige Auswirkungen des Vergleichs auf Ansprüche gegen die Arbeitgeberin. Auf diesen Punkt geht die Beschwerde aber nicht hinreichend ein und zeigt auch nicht rechtsgenüglich auf, dass dieser Punkt (oder ein diesbezüglicher Irrtum) vor der Vorinstanz prozesskonform zum Prozessthema gemacht worden wäre.