Citation: 6S.520/2001 27.09.2002 E. 4

4.1 Der Beschwerdeführer machte im Berufungsverfahren geltend, den (freigesprochenen) Tankkontrolleur treffe in Tat und Wahrheit ein derart schwerwiegendes Verschulden am Ölunfall, dass er bei sachgerechter Würdigung der Umstände strafrechtlich als allein verantwortlich zu betrachten sei. Dazu hält die Vorinstanz unter Hinweis auf BGE 120 IV 300 fest, der damit sinngemäss angerufene Vertrauensgrundsatz gelange nicht zur Anwendung, wenn es, wie im vorliegenden Fall, um die Unterlassung von Sicherheitsvorkehrungen im Rahmen eines Mehrfachsicherungssystems gehe, bei welchem mehrere Sicherheitssysteme hintereinander geschaltet seien; der Verantwortliche eines Primärsystems dürfe prinzipiell gerade nicht darauf vertrauen, dass das Sekundärsystem ordnungsgemäss funktioniere, und umgekehrt (angefochtenes Urteil S. 12 f.). Ob der Tankkontrolleur bei der ihm obliegenden Kontrolle des neu eingebauten Öltanks einen Fehler begangen habe, wie der Beschwerdeführer behaupte, sei daher für die Beurteilung des Verhaltens des Beschwerdeführers ohne Belang (angefochtenes Urteil S. 14). 4.2 Der Beschwerdeführer wendet ein, vorliegend gehe es um die Frage, ob der (in einem getrennten Verfahren freigesprochene) amtliche Tankinspektor, der die Gewindevorschriften gemäss (a)TTV gekannt habe, bei seiner Kontrolle einen derart schwerwiegenden Fehler begangen habe, dass er voll für den Ölunfall einzustehen habe, ohne dass die Möglichkeit bestehe, andere Beteiligte, insbesondere den Beschwerdeführer, wegen fahrlässigen Verhaltens ins Recht zu fassen. Die Antwort auf diese Frage sei für die strafrechtliche Beurteilung seines Verhaltens von entscheidender Bedeutung. Der Beschwerdeführer beruft sich in diesem Zusammenhang unter Hinweis auf Medienberichte auf ein Urteil des Zürcher Obergerichts im Mordfall Zollikerberg. Die mit dem Strafvollzug etc. befassten Beamten seien vom Vorwurf der fahrlässigen Tötung mit der Begründung freigesprochen worden, dass der Strafgefangene, der das Tötungsdelikt während des Hafturlaubs begangen habe, voll für seine Tat einzustehen habe, weshalb kein Raum mehr für die Bestrafung anderer Personen wegen Fahrlässigkeit bleibe. Der Einwand geht an der Sache vorbei. Die beiden Fälle lassen sich offensichtlich schon deshalb nicht miteinander vergleichen, weil der in den Hafturlaub entlassene Strafgefangene erstens nicht ein Glied in einem Mehrfachsicherungssystem war und zweitens die Tat vorsätzlich beging. Im Übrigen kann auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden.