Citation: 6S.57/2003 26.01.2004 E. 6

Schliesslich macht der Beschwerdeführer geltend, es liege keine qualifizierte Veruntreuung vor (vgl. Beschwerde S. 16 - 19). Dieses Deliktes macht sich unter anderem schuldig, wer die Veruntreuung bei der Ausübung eines Berufes begeht, zu der er durch eine Behörde ermächtigt ist (Art. 138 Ziff. 2 StGB; Art. 140 Ziff. 2 aStGB). Der Tatbestand soll nur Tätergruppen erfassen, die ein erhöhtes Vertrauen geniessen (BGE 120 IV 182 E. 1b S. 184). Dazu gehören unbestrittenermassen die Notare. Es genügt jedoch nicht, dass der Täter Notar ist, sondern er muss in Ausübung dieser beruflichen Tätigkeit gehandelt haben, denn erhöhtes Vertrauen geniesst nur, wer in einer bestimmten Eigenschaft handelt (Niggli/Riedo a.a.O. 147 mit Hinweisen). Soweit ein Notar neben seinen amtlichen Funktionen auch privatrechtliche Dienstleistungen übernimmt, können die Kantone beide Tätigkeiten einer einheitlichen Regelung unterstellen (BGE 126 II 370). Jedenfalls dann, wenn die anderen Dienstleistungen in einem engen Zusammenhang mit der amtlichen Tätigkeit stehen, handelt der Notar in seiner Eigenschaft als Person, die ein erhöhtes Vertrauen geniesst. Die Vorinstanz geht davon aus, der Beschwerdeführer sei nicht aufgrund seiner verwandtschaftlichen Beziehungen zu seinem Vater oder zufällig mit der Verwaltung des ausgeschiedenen Kaufpreisanteils betraut worden. Es sei nicht anzunehmen, dass die Käufer den Sohn des Verkäufers mit der Beaufsichtigung des Steueranteils beauftragt hätten, wenn nicht besondere Eigenschaften seine erhöhte Vertrauensstellung garantiert hätten. Dementsprechend hätte gemäss Kaufvertrag der Kaufpreisanteil auf das Treuhandkonto des Beschwerdeführers überwiesen werden müssen. Insofern habe der Beschwerdeführer Vermögenswerte zwar nicht anlässlich seiner typischen Tätigkeit, aber sehr wohl im Rahmen der Ausübung seines Berufs veruntreut (angefochtener Entscheid S. 15/16). Diese Auffassung ist jedenfalls im Ergebnis bundesrechtlich nicht zu beanstanden. Es ist richtig, dass der Beschwerdeführer, wie er geltend macht, beim Kaufvertrag vom 14. Februar 1989 formell nicht in notarieller Funktion tätig wurde, sondern offenbar angesichts der Beteiligung seines Vaters als Partei pflichtgemäss in den Ausstand getreten war. Es ist aber nach den verbindlichen Feststellungen der Vorinstanz auch davon auszugehen, dass er den Vertrag vorbereitete und bei der Verurkundung durch Notar E.________ anwesend war (angefochtener Entscheid S. 13). In zwei Klauseln des Vertrags wird ihm die Aufgabe, für die Bezahlung der Steuern zu sorgen, ausdrücklich in seiner Eigenschaft als "Notar XZ.________" übertragen (angefochtener Entscheid S. 5). Die Parteien und insbesondere die Käufer haben diese Bezeichnung des Beschwerdeführers offensichtlich bewusst deshalb gewählt, weil er als Notar zu den Personen gehört, "die ein erhöhtes Vertrauen geniessen" (BGE 120 IV 182 E. 1b S. 184). Seine Verpflichtung, für die Bezahlung der Steuern zu sorgen, steht folglich in einem engen Zusammenhang mit seiner beruflichen Tätigkeit als Notar. Daran vermag der Umstand, dass aus hier nicht interessierenden Gründen formell ein anderer Notar die Verurkundung des durch den Beschwerdeführer vorbereiteten Vertrags vornahm, nichts zu ändern. Die Beschwerde ist auch in diesem Punkt abzuweisen.