Citation: 4A_663/2018 E. 3.6.3

3.6.3. Eine weitere problematische Verflechtung erblickt der Beschwerdeführer in den Honorarzahlungen von C.________ Solar an G.________ LLP. Aus Sicht des Beschwerdeführers stelle diese Beziehung einen Ausstandsgrund im Sinne von Ziff. 2.3.6 der IBA-Richtlinien dar. 3.6.3.1. Gemäss dem festgestellten Sachverhalt sind während laufender Schiedsverfahren Honorarzahlungen in Umfang von USD 6.5 Mio. von C.________ Solar, einer Gesellschaft der C.________-Gruppe, an G.________ LLP geflossen. Der Mandant von G.________ LLP war jedoch stets das DOE und nicht C.________ Solar. G.________ LLP beriet das DOE in Zusammenhang mit der Gewährung eines Darlehens an C.________ Solar. Die entsprechenden Honorare übernahm C.________ Solar gestützt auf eine Vereinbarung mit dem DOE. 3.6.3.2. Die Vorinstanz führt zutreffend aus, dass das erstinstanzliche Gericht die fraglichen Zahlungen zu Unrecht für unbedenklich erachtete. Das ist jedoch - entgegen der Ansicht der Vorinstanz - nicht primär darauf zurückzuführen, dass es sich dabei im Vergleich zu den Entschädigungen der drei Schiedsrichter von USD 1'380'713.-- bzw. USD 2'636'426.-- um ein nicht unbedeutendes Honorarvolumen handelt. Vielmehr ist schon der Umstand an sich, dass während eines laufenden Schiedsverfahrens Zahlungen von einer Gesellschaft, die zum selben Konzern wie eine der Verfahrensparteien gehört, an die Kanzlei eines der Schiedsrichter getätigt werden, kritisch zu würdigen. Der Ansatz der Vorinstanz ist insofern auch fraglich, als sie ausführt, die Zahlungen seien für jedes einzelne mit der Beschwerde beanstandete Mandat zu würdigen, in der Folge aber nur die Beziehungen von G.________ LLP einerseits zu I.________ Corporation und andererseits zu J.________ S.E. würdigt. Gemäss dem festgestellten Sachverhalt wurden die zur Diskussion stehenden Honorarzahlungen von USD 6.5 Mio. von der Gesellschaft C.________ Solar in Zusammenhang mit den im Auftrag des DOE erbrachten Dienstleistungen anlässlich der Gewährung eines Darlehens durch das DOE an sie geleistet. Ein Zusammenhang mit den oben thematisierten Beziehungen zu I.________ Corporation und J.________ S.E. ist folglich nicht ersichtlich. Die Vorinstanz erwägt immerhin, dass nicht jede Zahlung ausserhalb eines Mandatsverhältnisses eine "bedeutende wirtschaftliche Beziehung " im Sinne von Ziff. 2.3.6 der IBA-Richtlinien begründet. Sie betont zu Recht, dass die Grundlage für diese Honorarzahlungen das Mandat des DOE bildete. Auch in diesem Zusammenhang ist folglich eine direkte Mandatsbeziehung von G.________ LLP zur C.________-Gruppe zu verneinen. Die C.________-Gruppe verfügte über keine Weisungsbefugnis gegenüber G.________ LLP; sie entschädigte lediglich die Kanzlei für die im Auftrag des DOE geleistete Arbeit. Die Beziehung zur C.________-Gruppe war folglich rein finanzieller Natur.