Citation: 6B_930/2015 E. 1.2.3

1.2.3. Hinsichtlich der Verletzungsvorwürfe setzt sich die Vorinstanz eingehend mit einer möglichen Täterschaft der Ehefrau des Beschwerdeführers auseinander. Sie erwägt, für ihre Täterschaft sprächen einzig ihre fehlenden bzw. nicht erkennbaren mütterlichen Gefühle. Es sei aussergewöhnlich, dass sie trotz der Geschehnisse noch mit dem Beschwerdeführer und den Kindern zusammenleben wolle. Es sei jedoch anzunehmen, dass sich die in Bulgarien beheimatete Kindsmutter mit einer Aufenthaltsbewilligung B aufenthaltsrechtliche Überlegungen gemacht habe. Da auch der Beschwerdeführer nicht Schweizer Staatsbürger sei, wären bei seiner Verurteilung sowohl seine als auch die Aufenthaltsbewilligung seiner Ehefrau massiv gefährdet. Eine andere Motivation für ihre bloss schonende, aber doch implizite Belastung des Beschwerdeführers scheine schwer erkennbar. Weder könne der bloss über eine Anlehre bzw. IV-Rente verfügende Beschwerdeführer seiner Ehefrau, die einen Gymnasiumsabschluss habe und studieren möchte, materiell viel bieten noch könne zwischen den Ehegatten ein diese Beziehung stützendes intellektuelles Gleichgewicht festgestellt werden. Endlich sei zu berücksichtigen, dass sie, hätte sie den Beschwerdeführer zu Unrecht belasten wollen, um damit von ihrer eigenen Täterschaft abzulenken, dies wesentlich deutlicher gemacht hätte. Insgesamt lägen keinerlei konkrete Hinweise für eine Täterschaft der Ehefrau vor (Urteil S. 18 ff.). Umgekehrt ziehe der Beschwerdeführer den Verdacht durch sein lückenhaftes und widersprüchliches Aussageverhalten selbst auf sich. Er könne nicht erklären, wer für die Verletzungen seines Sohnes verantwortlich sein könnte. Bei ihm liege eine gesundheitliche Prädisposition in Form von emotional-instabilen (impulsiven) Persönlichkeitsakzentuierungen vor, die ihn für entsprechend impulsive Reaktionen bzw. aggressive Entgleisungen und Impulsausbrüche anfällig erscheinen lasse. Aus seinen wie auch den Schilderungen seiner Ehefrau ergebe sich, dass er Stress nicht aushalten könne. Es liege daher die Vermutung nahe, dass er wiederholt in Situationen von Überreizung und Überforderung die Kontrolle über sich verloren haben könnte. Insgesamt erachtet die Vorinstanz als erstellt, dass der Beschwerdeführer dem Opfer alle in der Anklageschrift aufgeführten Verletzungen durch massivste stumpfe Gewalteinwirkung zugefügt habe. Sie geht zwar davon aus, dass sich der Beschwerdeführer dabei in einer überfordernden Stresssituation befunden haben müsse, ein unfallartiges Geschehen schliesst sie jedoch bei allen Verletzungen aus (Urteil S. 20 ff.).