Citation: 1C_544/2013 E. 3.3

3.3. Wie die Vorinstanzen dargelegt haben und das BAFU in seiner Vernehmlassung bestätigt, setzt die Renaturierung Eingriffe in die bestehende Landschaft voraus; temporär muss Wald gerodet und Ufervegetation beseitigt werden. Hierfür erteilte das BVU, Abteilung Wald, am 25. September 2012 eine Rodungsbewilligung (Art. 5 des Bundesgesetzes über den Wald vom 4. Oktober 1991 [WaG; SR 921.0]). Zwar betrifft die Rodung 1'060 m² Waldfläche auf der Parzelle Nr. 357 des Beschwerdeführers, der das Rodungsgesuch nicht unterschrieben hat. Allerdings wurde mit der Projektbewilligung das Enteignungsrecht für den betroffenen Parzellenteil erteilt (vgl. § 132 Abs. 1 lit. d des Aargauer Gesetzes über Raumentwicklung und Bauwesen vom 19. Januar 1993 [Baugesetz, BauG]); unter diesen Umständen durfte auf die Zustimmung des (bisherigen) Eigentümers zum Rodungsgesuch verzichtet werden. Für die materiellen Rodungsvoraussetzungen kann auf die Stellungnahme des BAFU (B2.1 S. 2 f.) verwiesen werden. Die Bewilligung zur Beseitigung von Ufervegetation im Uferbereich gemäss Art. 22 Abs. 2 NHG wurde vom Regierungsrat in Dispositiv-Ziff. A1 zusammen mit der Bewilligung des Wasserbauprojekts erteilt, ohne dies näher zu begründen. Ob dies eine Verletzung der Begründungspflicht darstellt, ist mangels dahingehender Rüge nicht zu prüfen (Art. 106 Abs. 2 BGG). Materiell-rechtlich ist die Bewilligung nicht zu beanstanden, wie das BAFU in seiner Vernehmlassung (C2.1 S. 4) dargelegt hat. Gewässerrevitalisierungen sind nach Art. 38a des Bundesgesetzes vom 24. Januar 1991 über den Schutz der Gewässer (GSchG; SR 814.20)erlaubt bzw. sogar geboten; im Rahmen eines derartigen Vorhabens kann die Beseitigung von Ufervegetation gemäss Art. 22 Abs. 2 NHG bewilligt werden, sofern dies für die Realisierung eines standortgebundenen Vorhabens erforderlich ist. Gleiches gilt, wenn man das vorliegende Projekt als Wiederherstellung des möglichst natürlichen Verlaufs eines Fliessgewässers i.S.v. Art. 37 Abs. 1 lit. c und Abs. 2 GSchG qualifiziert. Es gibt keine Hinweise dafür, dass die temporäre Rodung bzw. die Beseitigung von Ufervegetation das für die Renaturierung gebotene Ausmass überschreiten. Insbesondere trifft der Vorwurf des Beschwerdeführers, wonach das gesamte, natürlich bewachsene Rheinufer zwischen Zurzach und Koblenz umgestaltet werde, nicht zu. Wie sich aus den Projektunterlagen ergibt, soll nur im kurzen Abschnitt zwischen der Insel und der Einmündung des Chly Rhy die bestehende Ufersicherung entfernt werden (die ohnehin schadhaft ist) und eine naturnahe, dynamische Entwicklung des Rheinufers akzeptiert werden. Oberhalb der Insel wird lediglich kiesiges Aushubmaterial dem Ufer vorgeschüttet, um Flachufer zu schaffen, die als Lebensgrundlage für kieslaichende Fischarten und in der Flusssohle lebende Kleintiere dienen; ansonsten bleibt das Rheinufer und die bestehende Ufervegetation in diesem Bereich erhalten.