Citation: 4P.201/2001 19.12.2001 E. 4

4.- a) Für die Feststellung der von der Beschwerdegegnerin geltend gemachten Minderwertpositionen stellte das Kantonsgericht auf die gerichtliche Expertise ab. Es hielt fest, die Beschwerdeführerin habe der Berechnung des Experten entgegengehalten, einerseits sei nur von der auf den Hallenboden entfallenden Kubatur auszugehen und nicht von jener gemäss dem gesamten Devis und andererseits habe sie ihrer Berechnung eine Dicke des Hallenbodens von 18 cm zugrunde gelegt. Das Kantonsgericht folgte dem nicht, weil eine Berechnung nach dem System der Beschwerdeführerin eine mit den Plänen unvereinbare Hallenfläche ergebe und weil 18 cm Dicke nicht die richtige Berechnungsbasis sei. Mit diesen Ausführungen setzt sich die Beschwerdeführerin in der staatsrechtlichen Beschwerde nicht auseinander, sondern sie übt wiederum appellatorische Kritik, die wesentlich auf der Behauptung beruht, die Parteien hätten sich auf ein Stärke von 18 cm geeinigt. Eine solche Einigung geht aus dem angefochtenen Urteil nicht hervor, und die Beschwerdeführerin macht in dieser Hinsicht keine Willkür geltend. Schliesslich zeigt die Beschwerdeführerin keine Gründe auf, welche das Kantonsgericht hätten veranlassen müssen, von Amtes wegen eine Oberexpertise einzuholen. Im Umstand, dass das Kantonsgericht auf die erstinstanzlich angeordnete Expertise abgestellt hat, kann deshalb keine Verfassungsverletzung gesehen werden. b) Nach dem angefochtenen Urteil hat die Beschwerdeführerin gegen die Berechnungen des Experten erstmals vor Kantonsgericht den Einwand erhoben, eine Abrechnung über Minderwerte sei nur möglich und zulässig, wenn gleichzeitig sämtliche Mehrleistungen berücksichtigt würden. Erstinstanzlich habe die Beschwerdeführerin noch vorgebracht, selbst wenn zuträfe, dass die Baumeisterarbeiten zum Teil nicht vertragskonform ausgeführt worden wären, könnte die Beschwerdegegnerin keine Minderwerte geltend machen, weil sie das Werk stillschweigend genehmigt habe. Mehrwerte habe die Beschwerdeführerin im bisherigen Verfahren nie geltend gemacht. Nach Auffassung des Kantonsgerichts war das Begehren um Berücksichtigung von Mehrwerten somit neu und deshalb unzulässig. Die Beschwerdeführerin hält dem entgegen, sie habe in der Widerklageantwort ausgeführt: "Die Beschwerdebeklagte lässt bei ihren Ausführungen ausser Acht, dass die Beschwerdeführerin ebenfalls gewisse Mehrleistungen erbracht hat.. " Sie bringt zudem vor, dass sich die bestellten und ausgeführten Mehrleistungen aus einem Vergleich zwischen den Arbeiten, die auf zwei im Recht liegenden Aktennotizen aufgelistet seien, und den Arbeiten gemäss dem Werkvertrag ergäben. Die Annahme des Kantonsgerichts lässt sich indes mit sachlichen Gründen vertreten und ist deshalb haltbar und nicht willkürlich im Sinne von Art. 9 BV. Die Beschwerdeführerin hat sich in der Widerklageantwort in dem von ihr zitierten Satz mit der blossen Behauptung begnügt, sie hätte "gewisse Mehrleistungen" erbracht, ohne an dieser Stelle in der Rechtsschrift zu sagen, um welche Mehrleistungen es sich handeln soll. Wie sich aus der Begründung des angefochtenen Urteils ergibt, betrachtete das Kantonsgericht nicht die Behauptung von Mehrleistungen als solche als neu, sondern die Behauptung des entsprechenden Sachverhalts. Im angefochtenen Urteil (E. 3 S. 21) wird festgehalten, die Klägerin habe sich "vor zweiter Instanz auf eine andere Begründung besonnen und tatbestandsmässige Elemente vorgebracht, die im bisherigen Verfahren noch nie geltend gemacht wurden. " Die Betonung ist hier auf die "tatbestandsmässigen Elemente" zu legen, welche die Beschwerdeführerin in dem von ihr zitierten Satz nicht substanziiert hat. Dass sich diese Elemente möglicherweise aus im Recht liegenden Aktennotizen ergäben hätten, ist in diesem Zusammenhang unerheblich. Auch insoweit kann dem Kantonsgericht somit keine Willkür vorgeworfen werden.