Citation: 1P.431/2006 11.10.2006 E. 4

Zusammenfassend bringt der Beschwerdeführer nichts vor, was geeignet wäre, die Beweiswürdigung des Obergerichts hinsichtlich der ihm vorgeworfenen Vergewaltigungen zum Nachteil der Beschwerdegegnerin als willkürlich erscheinen zu lassen. Wie er selbst zutreffend darlegt, besagt der Grundsatz "in dubio pro reo" als Beweiswürdigungsregel, dass sich der Strafrichter nicht von der Existenz eines für den Angeklagten ungünstigen Sachverhalts überzeugt erklären darf, wenn bei objektiver Betrachtung Zweifel bestehen, ob sich der Sachverhalt so verwirklicht hat. Die Beweiswürdigungsregel ist verletzt, wenn der Strafrichter an der Schuld des Angeklagten hätte zweifeln müssen. Dabei sind bloss abstrakte und theoretische Zweifel nicht massgebend, weil solche immer möglich sind und absolute Gewissheit nicht verlangt werden kann. Es muss sich um erhebliche und nicht zu unterdrückende Zweifel handeln, d.h. um solche, die sich nach der objektiven Sachlage aufdrängen (BGE 124 IV 86 E. 2a S. 88; 120 la 31 E. 2c S. 37). Derartige Zweifel musste das Obergericht aufgrund des Beweisergebnisses nicht haben. Der Grundsatz "in dubio pro reo" als Beweiswürdigungsregel und damit die in Art. 32 Abs. 1 BV gewährleistete Unschuldsvermutung sind somit nicht verletzt. Art. 6 Abs. 2 EMRK, auf den sich der Beschwerdeführer auch beruft, hat daneben keine selbständige Bedeutung.