Citation: 7B_984/2023 E. 2.4

2.4. Bei den Vortaten (erste Voraussetzung) muss es sich um Verbrechen oder schwere Vergehen gegen gleiche oder gleichartige Rechtsgüter handeln, wie sie im hängigen Untersuchungsverfahren massgeblich und wie sie für die Zukunft zu befürchten sind (siehe den Wortlaut von Art. 221 Abs. 1 lit. c StPO; Urteile 7B_448/2023 vom 5. September 2023 E. 3.3.1; 1B_347/2022 vom 14. Juli 2022 E. 6.3; vgl. BGE 143 IV 9 E. 2.3.1 und Urteil 1B_376/2018 vom 28. August 2018 E. 5.2). Der Beschwerdeführer bestreitet nicht ausdrücklich, dass die erste Voraussetzung, das Vortatenerfordernis, erfüllt ist. Er macht jedoch geltend, dass Körperverletzungsdelikte nicht Gegenstand des gegen ihn hängigen Verfahrens auf Anordnung einer Massnahme für eine schuldunfähige Person gemäss Art. 374 f. StPO bilden würden und mithin auch nicht zur Begründung des Haftgrundes der Wiederholungsgefahr herangezogen werden könnten. Solche Delikte gegen das Rechtsgut "Leib" sind allerdings in einem Haftverfahren bei der Beurteilung der Wiederholungsgefahr sowohl beim Vortatenerfordernis (siehe E. 4 des angefochtenen Entscheids) als auch bei der Rückfallprognose (siehe E. 5.4 und E. 5.9 des angefochtenen Entscheids) regelmässig zu berücksichtigen. Gemäss der Feststellung der Vorinstanz hat der Beschwerdeführer in der Vergangenheit mehrfach physische Gewalt angedroht, welche sich in einer Körperverletzung verwirklichte, und weswegen er bestraft wurde. Die Beschwerdegegnerin führt das Strafverfahren wegen mehrfacher Drohung etc. Gemäss dem Ergänzungsgutachten vom 14. Juni 2023 ist weiterhin mit hoher Wahrscheinlichkeit namentlich mit Drohungen sowie Körperverletzungsdelikten gegenüber Personal, Mitpatienten, mit dem Beschwerdeführer mitbefassten Personen, aber auch unbeteiligten Dritten, welche der Beschwerdeführer hostil wahrnehme, zu rechnen. In casu liegt mithin die Gleichartigkeit nicht nur bezüglich der Vortaten und der befürchteten Tat vor, sondern darüber hinaus auch zwischen der Vortat und der zu untersuchenden Tat sowie zwischen letzterer und der befürchteten Tat.