Citation: U 225/03 25.06.2004 E. 6

6.1 Sämtliche behandelnden Ärzte und auch die Psychotherapeutin Frau V.________, Psychologin FSP, bei welcher die Beschwerdeführerin seit Oktober 2000 in regelmässiger Behandlung stand, brachten die psychischen Probleme ohne Einschränkungen in einen direkten Zusammenhang mit der Berufskrankheit. Dr. med. A.________, Oberarzt in der Abteilung Dermatologie des Spitals Y.________, erwähnte in seinem Arztzeugnis vom 30. Januar 2001 ein chronisch arbeitsabhängiges und nun chronifiziertes Handekzem, welches bei der Versicherten im Laufe der Zeit zu einem psychischen Leiden geführt habe. Die Psychotherapeutin Frau V.________ diagnostizierte eine affektive Störung mit depressiven Merkmalen (DSM IV 293.83) auf Grund eines rezidivierenden, hyperkeratotisch rhagadiformen Handekzems, kumulativ toxisch bei Feuchtarbeit und atopisch. Nach ihrem Befund bereitete das rezidivierende Hautekzem der Beschwerdeführerin grosse Schmerzen und juckte stark. Die Patientin hatte Ein- und Durchschlafstörungen, konnte oft gar keine Hausarbeit verrichten und war dabei und bei der Kinderbetreuung auf die Hilfe ihrer im gleichen Haushalt lebenden Schwiegermutter angewiesen. Sie fühlte sich nutz- und wertlos, zeigte ein deutlich reduziertes Interesse sowie verminderte Freude an fast allen Aktivitäten und litt unter depressiven Verstimmungen, gegen die sie seit Anfang 2001 auch medikamentös behandelt wurde. 6.2 In dem genannten Zusammenhang ist wesentlich, dass - entgegen den in der Beschwerdeantwort gemachten Ausführungen - auch Dr. med. C.________ in seiner Kurzbeurteilung die Möglichkeit keineswegs ausschloss, dass ein Handekzem als Ursache psychischer Störungen eine Rolle spielt. Er schränkte lediglich relativierend ein, die Entwicklung einer psychischen Störung sei nicht als "typische" Folge eines Ekzems bekannt. Daraus ist zu schliessen, dass sie als untypische Folge durchaus in Betracht fällt. Eine solche Sichtweise wird dem in Erw. 3.2 erörterten Erfordernis gerecht, dass davon, ob psychische Störungen mit einer Berufskrankheit in einem adäquaten Kausalzusammenhang stehen, abhängt, ob die Berufskrankheit unter Berücksichtigung der weiten Bandbreite von Versicherten geeignet ist, zu solchen Störungen zu führen. Die Aussage der Beschwerdegegnerin, aus psychiatrischer Sicht seien keine psychischen Probleme als Folgen eines Ekzems bekannt, verfälscht hingegen nicht nur den von Dr. med. C.________ eingenommenen Standpunkt, sondern sie ist ganz offensichtlich realitätsfremd. Wie in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde überzeugend ausgeführt wird, war gerade im vorliegenden Fall nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung das auf eine Berufskrankheit zurückzuführende chronifizierte Leiden geeignet, zu psychischen Störungen zu führen: Die Beschwerdeführerin litt seit über zehn Jahren regelmässig an zum Teil heftigen Schmerzen (Juckreiz, Schmerzen in den Armen, Schmerzen und Brennen in den Händen). Der Juckreiz hinderte sie am Schlafen. Behandlungsversuche verliefen erfolglos. Ab dem Jahr 2000 kam es zu starken Kopfschmerzen. Bereits zweimal verlor sie wegen der Berufskrankheit die Arbeitsstelle. Sie ist bei der Haushaltsarbeit und der Pflege des jüngsten Kindes stark auf die Hilfe von Schwiegermutter, Schwägerin und Ehemann angewiesen. Es gibt keine Anzeichen für vorbestandene psychische Leiden. In Anbetracht der gesamten durch die Berufskrankheit geprägten Umstände ist nachvollziehbar, dass dies bei der Beschwerdeführerin zu psychischen Störungen führte.