Citation: 2C_558/2018 E. 2.3.2

2.3.2. Ob die Ehegatten im massgebenden Zeitpunkt tatsächlich die Absicht gehabt haben, eine Ehe zu führen, entzieht sich als innere Tatsache regelmässig einem direkten Beweis, lässt sich also in der Regel nur mittels Indizien beweisen (vgl. BGE 128 II 145 E. 2.2 S. 2.3; 127 II 49 E. 5.a S. 57; 122 II 289 E. 2.b S. 295; Urteil 2C_782/2018 vom 21. Januar 2019 E. 3.2.1). Nach der Rechtsprechung sprechen unter anderem folgende Umstände für die Abwesenheit des Ehewillens: Die Tatsache, dass die nachzuziehende Person von einer Wegweisung bedroht ist oder ohne Heirat keine Aufenthaltsbewilligung erlangen kann; das Vorliegen eines erheblichen Altersunterschieds zwischen den Ehegatten; die Umstände des Kennenlernens und der Beziehung, so etwa eine kurze Bekanntschaft vor der Heirat oder geringe Kenntnisse eines Ehegatten über den anderen; die Vereinbarung einer Bezahlung für die Heirat oder auch die Tatsache, dass die Ehegatten nie eine Wohngemeinschaft aufgenommen haben (vgl. BGE 128 II 145 E. 3.1 S. 152; Urteil 2C_118/2017 vom 18. August 2017 E. 4.2). Obschon es also zulässig und erforderlich ist, dass die Behörden die Absicht der Ehegatten mit Hilfe von Indizien feststellen, dürfen sie das Fehlen des Ehewillens nicht leichthin annehmen (Urteile 2C_782/2018 vom 21. Januar 2019 E. 3.2.4; 2C_400/2011 vom 2. Dezember 2011 E. 3.2). Lässt die Indizienlage keinen klaren und unzweideutigen Schluss zu, trägt die Behörde die Beweislast und ist zulasten der Behörde und zugunsten der Ehegatten vom Bestehen des Ehewillens auszugehen (vgl. Urteile 2C_782/2018 vom 21. Januar 2019 E. 3.2.5; 2C_75/2013 vom 29. August 2013 E. 3.4 m.H.).