Citation: 5A_256/2021 E. 3.1.2

3.1.2. Die Beschwerdeführerin wirft dem Obergericht vor, einerseits ihr Recht anzuerkennen, sich zur Stellungnahme des für befangen gehaltenen Richters zu äussern, und anderseits dem Ausstandsgesuch offensichtliche Unbegründetheit zu unterstellen, weswegen auf die Einholung einer Stellungnahme hätte verzichtet werden dürfen. Das sei widersprüchlich und rechtsmissbräuchlich, da beide kantonalen Instanzen eine Stellungnahme eingefordert, das Ausstandsgesuch bzw. die Beschwerde also offensichtlich nicht für missbräuchlich gehalten hätten. Art. 52 und Art. 53 Abs. 1 ZPO sowie Art. 5 Abs. 3, Art. 9 und Art. 29 Abs. 2 BV seien verletzt. Wortreich beklagt sie sich, auch unter dem Titel einer Gehörsrüge (Art. 6 EMRK, Art. 29 Abs. 2 BV und Art. 327 Abs. 5 ZPO), sodann darüber, dass sich das Obergericht nicht auf ihren Vergleich mit der Rechtslage in Deutschland einlasse, wonach mangels einer Stellungnahme zum Ausstandsbegehren von der Befangenheit der betroffenen Gerichtsperson auszugehen sei. Indem es keine "wertende Rechtsvergleichung" vornehme, verfalle das Obergericht in materielle Rechtsverweigerung und missachte die Vorgaben des mit Deutschland gemeinsamen Ordre public. Die unterbliebene bzw. falsche Anwendung von Art. 49 Abs. 2 BV verletze das Willkürverbot (Art. 9 BV) und das Recht auf faire und rechtsgleiche Behandlung (Art. 29 Abs. 1 BV und Art. 6 i.V.m. Art. 14 EMRK).