Citation: 4A_116/2023 E. 5.1

5.1. Die Vorinstanz lehnte in Übereinstimmung mit der Erstinstanz eine Pflicht zur Überstundenentschädigung ab. Die von der Beschwerdeführerin geltend gemachte durchschnittliche Arbeitszeit von elf Stunden pro Tag und zwei bis vier Nachtdienste pro Woche sei unrealistisch und unglaubwürdig. Sie stehe auch im Widerspruch zu den Zeugenaussagen der übrigen Betreuerinnen des Beschwerdegegners (D.________ und E.________) sowie von F.________, der Geschäftsführerin der für die Betreuung des Beschwerdegegners ebenfalls zuständigen C.________. Es sei nicht plausibel, dass die Beschwerdeführerin für denselben Lohn angeblich Aufgaben habe übernehmen müssen, welche die Leistungen der anderen Betreuerinnen um das Zwei- bis Dreifache überstiegen hätten. Bei einer solchen Aufgabenverteilung könne ernsthaft gefragt werden, weshalb der Beschwerdegegner drei Betreuerinnen beschäftige und zusätzlich die C.________ sowie G.________ (eine weitere Betreuungsperson für administrative Angelegenheiten) mandatiert habe. Deshalb sei von einer normalen täglichen Arbeitszeit von rund fünf Stunden pro Betreuerin auszugehen, worin die tägliche aktive Arbeitszeit sowie die in geringerem Umfang nötige Präsenzzeit inkl. der Nachtdienste enthalten seien. Weil die Betreuerinnen keine freien Tage hätten beziehen können, sei von einer Arbeitswoche von sieben Tagen auszugehen, was eine wöchentliche Normalarbeitszeit von ungefähr 35 Stunden pro Betreuerin ergebe.