Citation: 1P.563/1999 12.01.2000 E. 4

4.- a) Unbestritten ist, dass sich der Beschwerdeführer ernsthaft um eine Stelle bemühte, aber nur zeitweise eine Beschäftigung fand. Unbestreitbar ist auch, dass das Strafverfahren geeignet war, seine Chancen, auf dem Arbeitsmarkt eine Kaderstelle zu finden, stark zu beeinträchtigen. Unter den 240 Stellen, um die sich der Beschwerdeführer nach eigenen Angaben während seiner Arbeitslosigkeit bewarb, befanden sich indessen lediglich vier Kaderstellen, wobei der Beschwerdeführer in keinem Fall Beweismittel - z.B. die Befragung der Stellenvermittler bzw. Personalchefs, die seine Bewerbungen abschlägig beantwortet hatten - dafür angeboten hat, dass die Absage wegen des gegen ihn hängigen Strafverfahrens erfolgte. Der Zeuge N.________ war im fraglichen Zeitraum nicht mit der Betreuung des Beschwerdeführers befasst und konnte dementsprechend über die Vermittlungstätigkeit der T.________ für den Beschwerdeführer keine konkreten Angaben machen. Der Beschwerdeführer hat somit im Beweisverfahren weder bewiesen noch überhaupt Beweismittel dafür angeboten, dass ihm Kaderstellen, um die er sich konkret bemüht hatte, wegen des laufenden Strafverfahrens vorenthalten wurden. Das Strafverfahren erscheint denn auch keineswegs als einzig mögliche Ursache für das Scheitern seiner Stellensuche. Ebenso nahe liegt, dass seine Bewerbung mit den Anforderungsprofilen nicht voll übereinstimmte oder, dass er die Stellen wegen seines Alters nicht erhielt. So hat er sich etwa für eine der angesprochenen Kaderstellen im November 1994 beworben; es liegt nahe, dass der Beschwerdeführer, welcher im Mai 1995 das Rentenalter erreichte, schon aus Altersgründen für diese Stelle nicht ernsthaft in Betracht gezogen wurde. Das Obergericht ist daher jedenfalls nicht in Willkür verfallen, indem es zum Schluss kam, es stehe nicht mit hoher oder überwiegender Wahrscheinlichkeit fest, dass der Beschwerdeführer wegen des hängigen Strafverfahrens keine Kaderstelle fand. b) Noch weniger erbracht erscheint dieser Nachweis für Informatikerstellen. Die Sachbearbeiterin der Arbeitsvermittlung hat als Zeugin ausgesagt, dass sie vom Strafverfahren gegen den Beschwerdeführer keine Kenntnis hatte und dass sie derartige Informationen an zukünftige Arbeitgeber ohnehin grundsätzlich nicht weitergeben würden. Es ist daher nicht erwiesen, und der Beschwerdeführer bot auch keine Beweise dafür an, dass er wegen des hängigen Strafverfahrens auf dem Arbeitsmarkt als Informatiker keine Stelle erhalten hat. Nach eigenen Angaben hat er in der fraglichen Zeit zwischen Oktober 1991 und Mai 1995 jedenfalls temporäre Beschäftigungen erhalten und daraus immerhin einen Verdienst von Fr. 59'464. -- erzielt; es kann somit keineswegs zutreffen, dass der Beschwerdeführer auf dem Arbeitsmarkt wegen des laufenden Strafverfahrens als Informatiker generell nicht vermittlungsfähig war. Unter diesen Umständen ist die Auffassung des Obergerichts im angefochtenen Entscheid, der natürliche Kausalzusammenhang zwischen dem gegen den Beschwerdeführer geführten Strafverfahren und dessen Arbeitslosigkeit sei nicht nachgewiesen, jedenfalls nicht willkürlich. Die Rüge ist unbegründet. c) Damit ist den weiteren Rügen des Beschwerdeführers, das Obergericht habe die Problematik der Ursachenkonkurrenz und die allgemein anerkannten haftpflichtrechtlichen Grundsätze dazu verkannt bzw. falsch angewandt, die Grundlage entzogen, weshalb darauf nicht weiter einzugehen ist. Selbst wenn diese begründet wären, änderte nichts am Ausgang des Verfahrens, da sie voraussetzen, dass der natürliche Kausalzusammenhang gegeben ist.