Citation: 6P.78/2006 27.09.2006 E. 3

Der Beschwerdeführer rügt, die obergerichtliche Beweiswürdigung sei willkürlich und verletze den Grundsatz von in dubio pro reo als Beweiswürdigungsregel. Er macht geltend, es könne ihm nicht nachgewiesen werden, dass er die beiden bei Mietantritt vorhandenen und die sechs weiteren, auf Geheiss von D.________ hinzugestellten Holzpodeste bewusst wahrgenommen habe. Mangels gegenteiliger Beweise hätte das Obergericht davon ausgehen müssen, dass er und F.________ als Vertreter der Vermieterin nicht gewusst hätten, dass die Bühne benutzt würde, und dass dieser ein Tanzverbot ausgesprochen habe. Schliesslich fehle ein rechtsgenügender Beweis dafür, dass die Geschädigte E.________ gerade über jene beiden Podeste ins Leere getreten sei, welche bei Übernahme der Mietsache bereits dort gestanden hätten. Die gegenteiligen Annahmen des Obergerichts seien willkürlich. Das Beweisergebnis verletze zudem den Anspruch auf rechtliches Gehör, soweit es aufgrund des Urteils nicht nachvollziehbar sei. 3.1 Gemäss Art. 9 BV hat jede Person Anspruch darauf, von den staatlichen Organen ohne Willkür behandelt zu werden. Willkürlich ist ein Entscheid nicht schon, wenn eine andere Lösung ebenfalls vertretbar erscheint oder gar vorzuziehen wäre, sondern erst, wenn er offensichtlich unhaltbar ist, zur tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft. Willkür liegt nur vor, wenn nicht bloss die Begründung eines Entscheides, sondern auch das Ergebnis unhaltbar ist (BGE 127 I 54 E. 2b S. 56; 123 I 1 E. 4a S. 5, je mit Hinweisen). Als Beweiswürdigungsregel besagt der in Art. 32 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 2 EMRK verankerte Grundsatz "in dubio pro reo", dass sich der Sachrichter nicht von der Existenz eines für den Angeklagten ungünstigen Sachverhalts überzeugt erklären darf, wenn bei objektiver Betrachtung erhebliche und nicht zu unterdrückende Zweifel bestehen, ob sich der Sachverhalt so verwirklicht hat. Inwiefern dieser Grundsatz verletzt ist, prüft das Bundesgericht unter dem Gesichtspunkt der Willkür, d.h. es greift nur ein, wenn der Sachrichter den Angeklagten verurteilte, obgleich bei objektiver Würdigung des Beweisergebnisses offensichtlich erhebliche bzw. schlechterdings nicht zu unterdrückende Zweifel an dessen Schuld fortbestanden (BGE 127 I 38 E. 2 und 4 mit Hinweisen). 3.2 Die Rügen des Beschwerdeführers erschöpfen sich weitestgehend in unzulässiger appellatorischer Kritik am angefochtenen Entscheid. Darauf ist nicht einzutreten. Nachfolgend bleibt lediglich auf einzelne Rügen näher einzugehen. 3.2.1 Der Beschwerdeführer bringt vor, er habe in der Untersuchung widerspruchsfrei ausgesagt, die beiden von der Vormieterschaft benutzten Holzpodeste vor der Bühne nicht bewusst wahrgenommen zu haben. Die gegenteilige Annahme im angefochtenen Entscheid werde aus dem blossen Umstand abgeleitet, dass er den Mietsaal mehrmals besichtigt habe. Die Feststellung des Obergerichts beruht jedoch nicht allein auf der Tatsache, dass er mehrfach im Saal war, sondern auf einer eingehenden Würdigung des gesamten Aussageverhaltens des Beschwerdeführers, insbesondere auf dessen Zugeständnis, er habe die Podeste vermutlich schon gesehen (angefochtener Entscheid, S. 8). Auf die appellatorisch begründete Rüge ist nicht einzutreten. 3.2.2 Der Beschwerdeführer wendet sodann ein, der Vorwurf, er habe von der geplanten Bühnenbenutzung gewusst, sei nicht nachvollziehbar. Das Obergericht trifft eine solche Feststellung indessen gar nicht. Festgestellt wird nur, dass er bei seiner Besichtigung des Saals vor der Feier die weiteren aufgestellten Podeste gesehen haben muss und darin ein eindeutiger Hinweis auf eine Bühnenbenützung lag (angefochtener Entscheid, S. 8), und ferner, dass er sich um die Nutzung durch die Mieterschaft in keiner Weise kümmerte und nicht wusste, was geplant war (angefochtener Entscheid, S. 8 und 14). Der Einwand des Beschwerdeführers geht daher an der Sache vorbei. Damit wird die zugleich erhobene Rüge, der aus dem rechtlichen Gehör fliessende Begründungsanspruch sei verletzt, gegenstandslos. Weshalb und inwiefern aber die Annahme, wonach die unmittelbar vor der Bühne aufgestellten, unübersehbaren Holzpodeste einen klaren Hinweis auf eine Bühnenbenützung darstellten, willkürlich sein sollte, wird in der Beschwerde nicht dargetan und ist auch nicht ersichtlich. 3.2.3 Alsdann richtet sich der Beschwerdeführer gegen die Beweiswürdigung hinsichtlich der Absturzstelle, die das Obergericht gestützt auf den Situationsplan der Polizei vom 5. Januar 2002 sowie aufgrund von Fotografien vornimmt, welche die Lage der Verletzten nach dem Sturz dokumentieren (angefochtener Entscheid, S. 7). Das Obergericht gelangt zum Schluss, dass die Geschädigte genau über jene beiden Podeste ins Leere trat, die bereits bei Übernahme der Mietsache dort gestanden hatten. Der Beschwerdeführer macht geltend, der Situationsplan stelle keinen tauglichen Beweis dar, weil sich das Verhältnis zwischen der Breite des Gitterrostes entlang des Laufsteges und der Podestlänge im Plan (ca. 1:3) anders präsentiere als auf den Fotografien (ca. 1:2). Er zeigt jedoch nicht auf, weshalb der Plan die Verhältnisse vor Ort in offensichtlichem Widerspruch zur tatsächlichen Situation wiedergeben soll und inwiefern dieser Umstand geeignet sein könnte, die übrige Beweiswürdigung im Ergebnis zu erschüttern. Im Weiteren begnügt er sich namentlich damit, der Beweiswürdigung des Obergerichts entgegenzuhalten, es sei durchaus möglich und wahrscheinlich, dass die Geschädigte weiter oben gestürzt und dann bis zum Zwischenboden hinunter gerollt sei (Beschwerde, S. 8). Damit legt er indes nur seine eigene, abweichende Sicht der Dinge dar, ohne aufzuzeigen, inwiefern bei objektiver Betrachtung des Beweisergebnisses schlechterdings nicht zu unterdrückende Zweifel an seiner Schuld fortbestanden hätten. Auch insofern genügen seine Rügen den Begründungsanforderungen von Art. 90 Abs. 1 lit. b OG nicht.