Citation: I 749/05 23.08.2006 E. 2.2

2.2.1 Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin besteht kein Anlass, von dieser Beurteilung abzuweichen und auf die Einschätzung der Restarbeitsfähigkeit des Dr. med. R.________, Facharzt FMH für Rheumatologie und Rehabilitation, vom 1. Oktober 2004, abzustellen. Die medizinischen Feststellungen des Hausarztes und der Rheumatologen sind hinsichtlich Diagnosestellung praktisch identisch. Uneinigkeit besteht einzig in der daraus gezogenen Konsequenz bezüglich der verbleibenden Arbeitsfähigkeit. Während die behandelnden Ärzte eine leidensangepasste Erwerbstätigkeit als vollständig zumutbar erachten, hält Dr. med. R.________ eine solche lediglich im Umfang von 50 % für zumutbar. Die medizinische Aktenlage ist zwar dürftig, die Gesamtwürdigung der erwähnten Berichte ergibt aber ein kohärentes und schlüssiges Bild. Dass sowohl Dr. med. P.________ wie der Hausarzt med. pract. F.________ auf das Ausfüllen der von der IV-Stelle den Arztberichten beigelegten Blätter zur Arbeitsbelastbarkeit verzichteten, schmälert die Beweiskraft ihrer Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit nicht. Zudem begründete Dr. med. R.________, welcher die Beschwerdeführerin lediglich einmal im Rahmen einer vertrauensärztlichen Untersuchung sah, nicht näher, weshalb er von der Einschätzung der behandelnden Ärzte abwich. Verwaltung und Vorinstanz stellten daher zu Recht auf die Angaben des Rheumatologen Dr. med. P.________ und des Hausarztes zur möglichen und zumutbaren Leistungsfähigkeit ab. 2.2.2 Auch wenn die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens, so auch einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung, eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Diagnose nach einem wissenschaftlich anerkannten Klassifikationssystem voraussetzt (BGE 130 V 398 ff. Erw. 5.3 und Erw. 6) und bei einer diagnostizierten somatoformen Schmerzstörung Gründe vorliegen können, die ausnahmsweise für die Unüberwindlichkeit der Schmerzproblematik sprechen (vgl. BGE 130 V 353 ff. Erw. 2.2.3 mit Hinweisen), wie die Vorinstanz zu Recht festhielt, kann mit Blick auf die Beurteilung der Auswirkungen des psychischen Beschwerdebildes auf die Arbeitsfähigkeit von einer psychiatrischen Untersuchung abgesehen werden. Weitere Beweiserhebungen im beantragten Sinn sind daher auch letztinstanzlich unnötig (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 124 V 94 Erw. 4b, 122 V 162 Erw. 1d mit Hinweis; SVR 2001 IV Nr. 10 S. 28 Erw. 4b), denn die massgeblichen Kriterien, deren es für die Bestätigung der Unzumutbarkeit einer willentlichen Schmerzüberwindung und eines Wiedereinstiegs in den Arbeitsprozess bedarf (BGE 131 V 49,130 V 354 f. Erw. 2.2.3 mit Hinweisen; Ulrich Meyer-Blaser, Der Rechtsbegriff der Arbeitsunfähigkeit und seine Bedeutung in der Sozialversicherung, in: Schmerz und Arbeitsunfähigkeit, St. Gallen 2003, S. 77) sind vorliegend nicht in ausreichendem Ausmass erfüllt. Insbesondere darf mit Blick darauf, dass beide behandelnden Ärzte nicht auf die Notwendigkeit einer psychiatrischen Behandlung hinwiesen, wobei der Hausarzt von einer "mässig depressiv wirkenden Patientin" sprach und Dr. med. P.________ keine depressiven Symptome erkannte, angenommen werden, dass es sich bei der allfälligen depressiven Stimmungslage um eine (reaktive) Begleiterscheinung des Schmerzgeschehens und nicht um eine davon losgelöste, selbstständige psychische Komorbidität von erheblicher Schwere, Ausprägung und Dauer handelt (BGE 130 V 358 Erw. 3.3.1 mit Hinweis auf Meyer-Blaser, a.a.O., S. 81 Anm. 135). Hinsichtlich der weiteren zu berücksichtigen Faktoren (BGE 131 V 50 f. Erw. 1.2 mit Hinweisen) wurden nebst dem Schmerzsyndrom keine chronischen körperlichen Begleiterkrankungen diagnostiziert. Sodann ergibt sich aus den Akten, dass eine Schmerzbehandlung weitgehend medikamentös erfolgte, weshalb auch nicht von einem Scheitern konsequent durchgeführter ambulanter oder stationärer Behandlungen (auch mit unterschiedlichem therapeutischem Ansatz) gesprochen werden kann. Ferner deutet keiner der medizinischen Berichte auf einen sozialen Rückzug in allen Belangen des Lebens hin. Das Familienleben scheint intakt. Im Lichte der geschilderten Umstände ist mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass die Beschwerdeführerin - im hier massgebenden Beurteilungszeitraum bis zum Erlass des Einspracheentscheids vom 21. Januar 2005 - über beachtliche Ressourcen zur Schmerzbewältigung verfügte. Zusammenfassend spricht nach Lage der Akten nichts dafür, dass eine nach weiteren Beweisvorkehren fachärztlich allenfalls ausgewiesene somatoforme Schmerzstörung die Beschwerdeführerin derart intensiv und konstant behinderte, dass die Wiederaufnahme einer ganztägigen, leidensangepassten Tätigkeit aus rechtlicher Sicht als unzumutbar zu gelten hätte. Eine invalidisierende Wirkung der geltend gemachten Schmerzen ist demnach zu verneinen (vgl. Meyer-Blaser,a.a.O., S. 90 ff.), wobei es schlussendlich nicht entscheidend ist, ob ein psychisches Leiden im Sinne einer Somatisierungsstörung und/oder eine zum Formenkreis der rheumatologischen Erkrankungen gehörende Fibromyalgie vorliegt, da die rechtsprechungsgemäss entwickelten Prinzipien zur Klärung der Frage, ob eine somatoforme Schmerzstörung invalidisierenden Charakter hat, bei einer Fibromyalgie analog anzuwenden sind (BGE 132 V 65).