Citation: 1B_131/2021 E. 3.2

3.2. Die Vorinstanz erwägt in diesem Zusammenhang Folgendes: Die Staatsanwaltschaft habe im vorinstanzlichen Verfahren darauf hingewiesen, dass sich die umfangreiche Untersuchung erst im Anfangsstadium befinde. Es seien noch zahlreiche Untersuchungshandlungen erforderlich, insbesondere zur Abklärung der Geldflüsse, wofür auf dem Rechtshilfeweg auch Ermittlungen in der Ukraine zu treffen seien. Sodann seien diverse Personen einzuvernehmen, darunter ein Mann, der sowohl bei der Stiftung als auch beim involvierten Verein mit dem Beschwerdeführer zusammengearbeitet habe, sowie Mitglieder des Stiftungsrates. Zu befragen seien insbesondere auch seine Halbschwester sowie diverse Spenderinnen und Spender. Ferner sei der Beschuldigte mit einem in der Schweiz angetroffenen mutmasslichen Destinatär von Spenden zu konfrontieren. Es bestehe die Gefahr, dass der Beschwerdeführer im Falle seiner Freilassung mit diesen Personen Kontakt aufnehmen, sie unter Druck setzen, sich mit ihnen absprechen, auf sie einwirken und versuchen könnte, ihre Aussagen zu seinen Gunsten zu beeinflussen. Dies sei umso mehr zu befürchten, als er mit ihnen bekannt und teilweise sogar verwandt sei. Zudem stünden auch noch Hausdurchsuchungen bevor, am Wohnort des Beschuldigten, am Sitz der Stiftung und allenfalls in weiteren möglichen Logisorten und Geschäftsräumlichkeiten. Diesbezüglich bestehe die Gefahr, dass der Beschwerdeführer Beweismaterial beiseite schaffen könnte. Weiter erwägt das Obergericht Folgendes: Zwar sei unterdessen die Konfrontationseinvernahme zwischen dem Beschwerdeführer und dem genannten mutmasslichen Destinatär erfolgt. Noch ausstehend seien jedoch Befragungen von weiteren Personen, die mit dem Beschwerdeführer zusammengearbeitet hätten. Zudem seien weitere Abklärungen zur Verwendung der Spendengelder durch das Partnerhilfswerk in der Ukraine vorzunehmen, wobei sich diese Ermittlungen "nicht in einer Sichtung und Auswertung der diesbezüglich sichergestellten Unterlagen erschöpfen" dürften; dies umso weniger, als sich auch der eingesetzte Sachwalter "bis anhin offenbar nur beschränkt ein Bild von der Tätigkeit des Partnerhilfswerks" habe machen können. Es drohe eine Beeinflussung von Beweisaussagen, welche "im Übrigen auch erfolgversprechend" erscheine, da trotz der erfolgten Edition umfangreicher Bankdokumente die Geldflüsse bzw. die Höhe der tatsächlich an die Destinatäre in der Ukraine ausbezahlten Spendengelder "noch nicht restlos geklärt" seien. Ebenso wenig stehe derzeit fest, ob die sichergestellten Unterlagen zu den Geldflüssen beim Partnerhilfswerk vollständig seien. Die Strafuntersuchung befinde sich noch ganz am Anfang. Zwar lägen Bankdokumente über gewisse Geldflüsse vor. Dennoch drängten sich weitere Abklärungen zur Verwendung transferierter Vermögenswerte auf. Die Hausdurchsuchung am Sitz der Stiftung sei noch nicht erfolgt. Zudem seien Schlüssel sichergestellt worden, welche die Vermutung nahe legten, dass die Stiftung noch über weitere (bisher unbekannte) Geschäftslokale bzw. Lagerräumlichkeiten verfügen könnte. Der Einwand des Beschwerdeführers, die gegen ihn erhobenen Vorwürfe seien schon länger bekannt und er hätte, wenn er dies denn gewollt hätte, schon vor seiner Inhaftierung kolludieren können, sei unbehelflich. Er habe erst anlässlich der Hausdurchsuchung in seiner Wohnung von der eröffneten Strafuntersuchung und den erhobenen Vorwürfen Kenntnis erhalten. Die Ausgangslage habe sich verändert gegenüber Ende September 2019, als der Sachwalter (auf Anordnung der Eidgenössischen Stiftungsaufsicht) erste Abklärungen über die Aktivitäten der Stiftung getroffen habe. Auch das Argument der Verteidigung, wonach mögliche Gespräche des Beschuldigten mit zu befragenden Beteiligten ihm (angesichts der erhobenen Buchhaltungs- und Bankunterlagen) "nur wenig brächten", überzeuge nicht. Zum einen seien die aus den Unterlagen ersichtlichen Transaktionen nicht ohne Weiteres nachvollziehbar, zumal dort teilweise kein Zahlungszweck angegeben worden sei; zum anderen bleibe auch die Verwendung der an das ukrainische Partnerhilfswerk überwiesenen Mittel zu klären. Insgesamt bestünden derzeit konkrete objektive Anhaltspunkte für Kollusionsgefahr (vgl. angefochtener Entscheid, S. 10-15, E. C/1-5.5). Mögliche Ersatzmassnahmen für Untersuchungshaft erwiesen sich im gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht als genügend wirksam, um der Verdunkelungsgefahr zu begegnen. Da teilweise gar noch nicht geklärt sei, welche weiteren Personen zu befragen seien, falle die Anordnung eines Kontaktverbotes ausser Betracht. Dies gelte umso mehr, als dem Beschuldigten die noch nicht eruierten Gewährspersonen, darunter vermutlich weitere Angehörige von ihm, bekannt seien und für ihn, angesichts der ihm drohenden empfindlichen Strafe, auch viel auf dem Spiel stehe. Mit einem Kontaktverbot könnten Einflussnahmen auf Gewährspersonen zudem nicht wirksam verhindert, sondern nur nachträglich sanktioniert werden. Auch andere taugliche Ersatzmassnahmen seien derzeit nicht ersichtlich (vgl. angefochtener Entscheid, S. 16 E. 4).