Citation: I 309/05 01.12.2005 E. 2.3

2.3.1 In Fällen, da minderjährigen Versicherten nicht gestützt auf Art. 13 IVG medizinische Massnahmen gewährt werden können, ist praxisgemäss zu prüfen, ob dies gestützt auf Art. 12 IVG möglich ist. Art. 12 IVG gewährt allen Versicherten, auch den minderjährigen, Anspruch auf medizinische Eingliederungsmassnahmen, während Art. 13 IVG zusätzlich den an einem Geburtsgebrechen leidenden Minderjährigen einen Anspruch auf medizinische Behandlung zuerkennt. Leistungsbegehren von Minderjährigen sind deshalb, soweit ihnen nicht aufgrund des erweiterten Tatbestandes der Behandlung (Art. 13 IVG) zu entsprechen ist, jeweils auch im Hinblick auf den Grundtatbestand der Eingliederung (Art. 12 IVG) zu prüfen. 2.3.2 Nach Art. 12 Abs. 1 IVG besteht Anspruch auf medizinische Massnahmen, die nicht auf die Behandlung des Leidens an sich, sondern unmittelbar auf die berufliche Eingliederung gerichtet und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit dauernd und wesentlich zu verbessern oder vor wesentlicher Beeinträchtigung zu bewahren. Bei nichterwerbstätigen minderjährigen Versicherten ist zu beachten, dass diese als invalid gelten, wenn ihr Gesundheitsschaden künftig wahrscheinlich eine Erwerbsunfähigkeit zur Folge haben wird (Art. 5 Abs. 2 IVG). Nach der Rechtsprechung können daher medizinische Vorkehren bei Jugendlichen schon dann überwiegend der beruflichen Eingliederung dienen und trotz des einstweilen noch labilen Leidenscharakters von der Invalidenversicherung übernommen werden, wenn ohne diese Vorkehren eine Heilung mit Defekt oder ein sonst wie stabilisierter Zustand einträte, wodurch die Berufsbildung oder die Erwerbsfähigkeit oder beide beeinträchtigt würden (AHI 2003 S. 104 Erw. 2 mit Hinweisen).