Citation: 9C_573/2023 E. 6.2.1

6.2.1. Wie die Vorinstanz zutreffend feststellte, ergaben sich erste Hinweise auf eine veränderte Befundlage, welche für die Annahme eines Revisionsgrundes im Sinne veränderter gesundheitlicher Verhältnisse vorausgesetzt wird (SVR 2023 IV Nr. 37 S. 124, 8C_553/2021 E. 4.2.4, und 2022 IV Nr. 19 S. 60, 9C_212/2021 E. 4.4.1), bereits bei einem Vergleich der im ZMB-Gutachten vom 16. April 2015 zum psychischen Gesundheitszustand getroffenen Feststellungen, wonach beim Versicherten lediglich ein labiles psychisches Gleichgewicht und eine gewisse psychische Minderbelastung, aktuell aber ein blander bzw. kein relevanter psychopathologischer Status bestand, mit dem Bericht der Psychiatrischen Dienste vom 2. Juni 2021, in welchem von paranoid gefärbten Ängsten sowie akustischen Halluzinationen (DD Pseudohalluzinationen) die Rede war. Weiter berichteten die Ärzte der Psychiatrischen Dienste schon damals von sich seit Dezember 2020 zuspitzenden psychopathologischen Symptomen (Schlafstörungen, Niedergestimmtheit, Reizbarkeit, Antriebsverlust, Verfolgungsideen und akustische Halluzinationen). Dass sich die gesundheitlichen Verhältnisse in diesem Sinne massgebend verschlechtert hatten, bestätigte schliesslich das Gerichtsgutachten vom 24. März 2023, in welchem das Leistungsvermögen wesentlich einschränkende (Arbeitsfähigkeit von 37.5 %) neue Befunde erhoben und zahlreiche psychiatrische Diagnosen gestellt wurden, so eine kombinierte Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F61), eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig remittiert (ICD-10: F33.4), anamnestisch mittelgradig bis schwere depressive Episoden, psychische und Verhaltensstörungen durch Cannabinoide: Abhängigkeitssyndrom (ICD-10 F12.2), eine psychotische Störung (ICD-10: F12.5) sowie eine anhaltende Schmerzstörung (ICD-10: F45.0).