Citation: 1C_406/2023 E. 4.2.3

4.2.3. Die Beschwerdeführerin hat die Gefahr einer Verschmutzung der Tunnelquellen glaubhaft gemacht. Für deren Verhinderung sprechen gewichtige öffentliche Interessen des Natur-, Gewässer- und Umweltschutzes. Aufgrund der verweigerten aufschiebenden Wirkung könnte die Beschwerdegegnerin das geplante Sanierungsvorhaben ausführen, bevor die erteilten Bewilligungen gerichtlich überprüft worden sind. Es besteht mithin die Gefahr, dass das Rechtsmittel der Beschwerdeführerin durch Zeitablauf insofern faktisch unwirksam wird, als die von ihr als gewässergefährdend gerügten Sanierungsarbeiten bereits abgeschlossen sein könnten, bevor das Verwaltungsgericht in der Hauptsache entscheidet. Es würden mit anderen Worten vollendete Tatsachen geschaffen (zur Problematik XAVER BAUMBERGER, Aufschiebende Wirkung bundesrechtlicher Rechtsmittel im öffentlichen Recht, 2006, Rz. 24 ff.). Demgegenüber verweist die Beschwerdegegnerin auf die Dringlichkeit der Sanierung und beruft sich insofern auf das ebenfalls wichtige öffentliche Interesse der Verkehrssicherheit. Mit Bezug auf die Stützmauerabschnitte 1-5 ist die Dringlichkeit der Sanierung unbestritten. Die Beschwerdeführerin bestreitet hingegen in pauschaler Weise die Unaufschiebbarkeit der geplanten Arbeiten bei den Abschnitten 6 und 7. Gleichermassen unsubstanziiert bleiben die diesbezüglichen Ausführungen der Beschwerdegegnerin in ihrer Vernehmlassung. Ob die im Rahmen des zweiten Schriftenwechsels nachgeschobenen Begründungen zu berücksichtigen sind, kann offenbleiben. Weder aus der lückenhaften Begründung der Vorinstanz (vgl. E. 4.1) noch aus den Akten (namentlich dem Bericht des Ingenieurbüros vom 30. September 2021) ergibt sich, dass die beiden streitbetroffenen Stützmauerabschnitte zurzeit akut einsturzgefährdet sind. Selbst wenn dem so wäre, müsste einer daraus resultierenden Gefährdung der Verkehrssicherheit vorübergehend mit anderen, dringlicheren Massnahmen - wie z.B. einer Verengung der Fahrbahn, Beschränkung des zulässigen Maximalgewichts oder Sperrung der Strasse - begegnet werden. Es kann demnach nicht gesagt werden, das Interesse an einer sofortigen Sanierung überwiege gegenüber dem Interesse an einer vorgängigen gerichtlichen Beurteilung der von der Beschwerdeführerin vorgebrachten gewässerschutzrechtlichen Aspekte.