Citation: 2C_359/2019 E. 3.2

3.2. Der Mietwert von Grundstücken bzw. Liegenschaften oder Liegenschaftsteilen ist steuerbar, soweit sie dem Pflichtigen aufgrund von Eigentum oder aufgrund eines unentgeltlichen Nutzungsrechts für den Eigengebrauch zur Verfügung stehen (vgl. Art. 7 Abs. 1 StHG; Art. 21 Abs. 1 lit. b DBG). Dabei ist Eigengebrauch gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung selbst dann anzunehmen, wenn der Eigentümer das Haus zwar nicht tatsächlich bewohnt, sich aber das Recht hiezu vorbehält, ohne es auszuüben; in einem solchen Fall hat er die Liegenschaft inne, weil er sie jederzeit beziehen könnte. Entscheidend für die Frage der Besteuerung des Mietwerts ist somit nicht, ob eine Liegenschaft tatsächlich benutzt wird, sondern ob sie für den Eigengebrauch zur Verfügung steht, mithin die Möglichkeit der Nutzung besteht (vgl. Urteil 2C_1039/2015 vom 28. April 2016 E. 3.3 mit weiteren Hinweisen). Gemäss den verbindlichen vorinstanzlichen Feststellungen stand die Wohnung des Steuerpflichtigen in U.________ im hier interessierenden Zeitraum (2010 bis 2012) leer, ernsthafte Bemühungen für einen Verkauf wurden vom Beschwerdeführer nicht nachgewiesen. Der Steuerpflichtige bringt gegen diese Feststellungen lediglich vor, die Wohnung sei während des Scheidungsverfahrens für einige Wochen von seiner damaligen Ehefrau benutzt worden, ohne jedoch näher zu substanziieren, von wann bis wann ihm die Wohnung aus diesem Grund nicht zum Eigengebrauch zur Verfügung gestanden haben soll. Nachdem sich die Ehefrau gemäss den Feststellungen des Steuerrekursgerichts bereits im Jahre 2009 aus U.________ abgemeldet hat, erscheint der vorinstanzliche Schluss, er habe die Wohnung in den hier interessierenden Jahren 2010 bis 2012 zum jederzeitigen Eigengebrauch zu Verfügung gehalten, nicht als bundesrechtswidrig. Somit ist die Anrechnung des Eigenmietwertes nicht zu beanstanden.