Citation: 1P.557/2006 10.10.2006 E. 5.2

5.2.1 Der Beschwerdeführer wurde bereits am 25. März 2004 inhaftiert, befindet sich mithin seit einer beträchtlichen Zeitspanne in Untersuchungshaft. Zu berücksichtigen ist dabei, dass die Untersuchungen nie geruht haben. Ein Blick auf die umfangreichen Untersuchungsakten zeigt, dass regelmässig Befragungen des Beschwerdeführers, von dessen Ehefrau, des Mitangeschuldigten und weiterer Drittpersonen durchgeführt wurden. Ins Gewicht fällt insbesondere das Aussageverhalten des Beschwerdeführers, welcher sich immer wieder in Widersprüche verwickelt hat und nicht sehr kooperativ scheint. Zwar steht ihm das Recht zur Aussageverweigerung zu, der beförderlichen Verfahrenserledigung ist dieses Verhalten indes nicht zuträglich. 5.2.2 Selbst wenn die bisherige Untersuchungsdauer verfassungs- und konventionsrechtlich nicht zu beanstanden ist, lässt sich jedoch mit den widersprüchlichen Aussagen des Beschwerdeführers keine beliebig lange Untersuchungsdauer rechtfertigen. Es sind keine Gründe ersichtlich und wurden auch nicht dargetan, das Untersuchungsverfahren auf unbestimmte Zeit hin weiter andauern zu lassen. Die Beurteilung, ob die dem Beschwerdeführer zur Last gelegten Vorwürfe stichhaltig sind, obliegt dem Sachrichter. Der Untersuchungsrichter ist auf seiner im bundesgerichtlichen Vernehmlassungsverfahren geäusserten Prognose zu behaften, wonach das Akteneröffnungsverfahren im Sinne von § 78 Abs. 2 StPO/TG für den Oktober 2006 vorgesehen ist. Gemäss der zitierten Bestimmung setzt der Untersuchungsrichter, sobald er die Untersuchung als vollständig erachtet, dem Angeschuldigten, beziehungsweise seinem Verteidiger, eine angemessene Frist, innert welcher sie die Akten einsehen und Beweisanträge stellen können. Eine Verlängerung des Untersuchungsverfahrens über diese Frist hinaus fällt nur in Betracht, wenn dem Beschwerdeführer selber erhebliche Verfahrensverzögerungen anzulasten wären oder massgebliche neue Erkenntnisse in Bezug auf den Tatverdacht der Beteiligung am Tötungsdelikt vorlägen.