Citation: 2C_494/2024 E. 4.4

4.4. Die Vorinstanz schliesst aufgrund folgender Indizien auf eine Scheinehe: Der Beschwerdeführer habe als Drittstaatsangehöriger ohne berufliche Qualifikationen und nachdem sein Asylgesuch im Jahr 2010 abgewiesen worden war ohne die Heirat mit einer hier anwesenheitsberechtigten Person keine realistische Chancen auf ein Bleiberecht gehabt. Sodann entspreche der zeitliche Ablauf der Ereignisse einem bekannten Muster für rechtsmissbräuchliches Verhalten: Heirat mit einer hier niedergelassenen Landsfrau nach gescheitertem Asylbegehren; Antrag auf Erteilung der Niederlassungsbewilligung unmittelbar vor Ablauf der Fünfjahresfrist; Erhalt einer Niederlassungsbewilligung; Trennung von der Ex-Ehefrau kurz nach der Erteilung der Niederlassungsbewilligung mit anschliessender baldiger Scheidung von dieser; Heirat mit der jetzigen Ehefrau, welche auch die Mutter des gemeinsamen, während der ersten Ehe geborenen Sohnes ist; Einreichung eines Familiennachzugsgesuchs betreffend die neue Ehegattin sowie den Sohn. Ein weiteres starkes Indiz für eine Scheinehe sieht die Vorinstanz in der Zeugung des ausserehelichen Kindes. Weitere Indizien lägen aber auch in den Widersprüchen in den polizeilichen Befragungen der Ex-Ehegatten; den anonymen Schreiben, gemäss denen der Beschwerdeführer eine Scheinehe eingegangen sein soll; den Umständen der Trauung (Abwesenheit von Vater, Schwester und Schwiegereltern des Beschwerdeführers sowie fehlende Fotos von Trauung und anschliessendem Fest); der Hinnahme der Geburt des ausserehelichen Kindes durch die Ex-Ehefrau; dem Fehlen finanzieller Scheidungsfolgen sowie den Wissenslücken der Ex-Ehegatten über einander betreffend Ausbildung, Vorleben und Familie.