Citation: 1C_5/2018 E. 3.3

3.3. Für die Vorinstanz begründen die Interessenlage sowie die zeitliche Abfolge der Ereignisse eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass die Beschwerdeführerin bereits im Hinblick auf eine anschliessende eheliche Trennung um die Erlangung des Schweizer Bürgerrechts für sich und ihre Tochter bemüht war. So habe sie einerseits durch den Eheschluss ihren vorübergehenden Aufenthalt in der Schweiz in ein dauerhaftes Aufenthaltsrecht für sich und die wenige Monate später im Familiennachzug folgende Tochter umwandeln können. Andererseits habe sie bereits sieben Monate nach der Einbürgerung ein Scheidungsbegehren gestellt. Die weiteren Umstände würden ebenfalls darauf hindeuten, dass die Beziehung der Ehegatten im Zeitpunkt der Einbürgerung nicht mehr stabil und zukunftsgerichtet gewesen sei. Der damalige Ehemann habe zwar angegeben, Schwierigkeiten in der Ehe seien erst ab dem 18. November 2013 aufgetreten, als er wegen eines Führerausweisentzugs nicht habe arbeiten können und immer zuhause geblieben sei. Seinen weiteren Schilderungen zufolge seien aber bereits mit der Ankunft seiner Stieftochter im September 2008 Probleme entstanden. Diese habe die ohnehin wenigen ehelichen Gemeinsamkeiten weiter eingeschränkt. Namentlich hätten sie keine gemeinsamen Ferien verbracht oder Grösseres zusammen unternommen. Er habe wegen der Tochter ein "Einzelzimmer" benutzen müssen, weshalb auch kein Geschlechtsverkehr mehr stattgefunden habe. Beide Ehegatten hätten nichts zur Rettung der Ehe unternommen. Es sei zu wenig geredet worden. Daher sei zu vermuten, dass die am 7. Januar 2014 von der Beschwerdeführerin unterschriftlich bestätigte intakte Ehegemeinschaft zu diesem Zeitpunkt in Wirklichkeit nicht mehr bestanden habe.