Citation: 1B_120/2022 E. 5.3

5.3. Zu prüfen bleibt schliesslich noch, ob mit der Ansetzung der Hauptverhandlung auf Mitte Mai bis Anfang Juni 2022 das Beschleunigungsgebot in Haftsachen (Art. 5 Abs. 2 StPO) verletzt wurde. Nach der oben dargelegten Rechtsprechung ist es mit dem Beschleunigungsgebot in der Regel vereinbar, wenn in komplexen Straffällen zwischen der Anklageerhebung und der Hauptverhandlung sechs bis acht Monate vergehen. Zwar wurde im vorliegenden Fall sechs Monate nach der Anklageerhebung eine Vorverhandlung durchgeführt. Die eigentliche Hauptverhandlung wird aber erst Mitte Mai 2022 und damit mehr als 11 Monate nach Anklageerhebung beginnen. Hinzu kommt, dass es sich im Falle des Beschwerdeführers um ein Jugendstrafverfahren handelt, bei dem besonderes Augenmerk auf das Beschleunigungsgebot in Haftsachen zu legen ist (Art. 5 Abs. 2 StPO i.V.m. Art. 4 Abs. 1-3 JStPO; zit. Urteil 1B_548/2021 E. 2.6). Bei Würdigung aller Umstände des Falles ist hier eine Verletzung des Beschleunigungsgebotes in einer jugendstrafprozessualen Haftsache festzustellen. Der Verletzung des Beschleunigungsgebotes (Art. 5 Abs. 2 StPO i.V.m. Art. 4 Abs. 1-3 JStPO), die im Urteilsdispositiv zu vermerken ist, wird das Sachgericht bei seiner Urteilsfindung in angemessener Weise Rechnung zu tragen haben.