Citation: 8C_124/2021 E. 4.4.3

4.4.3. Laut angefochtenem Urteil kam es in den Jahren 2013 und 2017 nach hoher Arbeitsbelastung zu einer Dekompensation. Zwar wolle die Beschwerdegegnerin nach eigenen Angaben wieder arbeiten, doch fürchte sie, erneut in eine Überforderungssituation zu geraten. Diese Umstände erforderten einen Branchenwechsel, weshalb auf die Lohnangaben gemäss Zeile "Total" der LSE-Tabelle TA1 und nicht auf die LSE-Tabelle T17 abzustellen sei. 4.4.3.1. Der Beschwerdeführerin ist beizupflichten, dass sich die Beschwerdegegnerin praxisgemäss in Nachachtung der ihr obliegenden Schadenminderungslast (vgl. hierzu BGE 130 V 97 E. 3.2; 129 V 460 E. 4.2, je mit Hinweisen; Urteil 9C_117/2020 vom 3. Juni 2020 E. 5.4) diejenige Tätigkeit anrechnen lassen muss, bei der der geringste Invaliditätsgrad resultiert (Urteil 9C_672/2019 vom 12. August 2020 E. 7.2.2). 4.4.3.2. Die beruflichen Verhältnisse an der angestammten Arbeitsstelle und die Ängste der Beschwerdegegnerin waren dem psychiatrischen Gutachter bekannt. Trotzdem gelangten die fachärztlichen Experten gemäss bidisziplinärem Gutachten zur Überzeugung, die zuletzt ausgeübte Tätigkeit sei "ideal" für die Beschwerdegegnerin, weil diese Tätigkeit ihren Qualifikationen und Erfahrungen entspreche und in einer anderen beruflichen Tätigkeit nicht mit einer höheren Arbeitsfähigkeit zu rechnen sei. Insoweit steht fest, dass ein "Branchenwechsel" in eine Verweistätigkeit ausserhalb der Berufsgruppe "akademische Berufe" (Position 2 der LSE-Tabelle T17) bzw. der Berufsgruppe "Betriebswirtschafter/innen und vergleichbare akademische Berufe" (Position 24 der LSE-Tabelle T17) nach gutachterlicher Einschätzung weder empfohlen noch erforderlich war. 4.4.3.3. Soweit die Vorinstanz aus dem Verlust der gut entlöhnten angestammten Tätigkeit in der C.________ AG unter Berücksichtigung der Überforderungsängste der Beschwerdegegnerin auf die Notwendigkeit eines "Branchenwechsels" schloss, welcher zwingend mit einer erheblichen Lohneinbusse verbunden sei, verletzt das angefochtene Urteil Bundesrecht. Weder ist aus dem beweiskräftigen bidisziplinären Gutachten auf die Erforderlichkeit eines "Branchenwechsels" zu schliessen, noch ist eine zumutbare Verweistätigkeit in den Berufsgruppen der Positionen 2 und 24 der LSE-Tabelle T17 mit Blick auf die dort gemäss LSE 2018 verzeichneten Medianlöhne von Frauen der Altersklasse 30 bis 49 mit einer Erwerbseinbusse verbunden, welche im Vergleich zu der am 5. Juni 2020 verfügten, abgestuften und befristeten Invalidenrente zu einem davon abweichenden Rentenanspruch führen würde. Dabei stehen der Beschwerdegegnerin solche Tätigkeiten auch im öffentlichen Sektor offen. Insofern erscheint es sachgerecht, auf die Werte der Tabelle T17 abzustellen. Gegen die konkret verwendeten Zahlen der Beschwerdeführerin werden keine substanziierten Einwände erhoben; zudem zeigen sich keine offensichtlichen Fehler bei den auf dieser Grundlage durchgeführten Einkommensvergleichen. Ausgehend vom tieferen Zentralwert von Fr. 7662.- der Berufsgruppe gemäss Position 24 der Tabelle T17 ermittelte die Beschwerdeführerin gestützt auf die LSE 2018 sowohl für die befristete Dauer der 50%-igen Arbeitsfähigkeit ab Dezember 2018 als auch für die anschliessende Zeit der ab Februar 2019 anhaltenden Arbeitsfähigkeit von 80% ein massgebendes Invalideneinkommen, welches im Verhältnis zum unbestrittenen Valideneinkommen am Rentenbetreffnis gemäss Verfügung vom 5. Juni 2020 nichts ändert.