Citation: 1P.162/2004 15.06.2004 E. 4

Wie das Bundesgericht in BGE 127 I 196 E. 2d S. 199 festgehalten hat, ist im Interesse einer beförderlichen Rechtspflege im Zusammenhang mit Ausstandsbegehren gegen Justizbeamte eine Befangenheit nicht leichthin anzunehmen. Gerade in Fällen mit komplexem Sachverhalt und zahlreichen Geschädigten kann die Gutheissung eines Ausstandsbegehrens zu einer Verlängerung des Verfahrens führen, welche in ein Spannungsverhältnis zum Beschleunigungsgebot tritt. Wohl wäre, wie das Bundesgericht betont hat, im Hinblick auf die Bedeutung des Anspruchs auf einen unparteiischen und unabhängigen Richter und Untersuchungsrichter eine allzu restriktive Auslegung und Anwendung der entsprechenden Garantien nicht zu vertreten. Insbesondere mit Blick darauf, dass L.________ und M.________ ihre Vorwürfe gegen den Untersuchungsrichter erst rund zehn Monate nach ihren Einvernahmen, nach Besuchen bei der Beschwerdeführerin je in einem Schreiben an deren Verteidiger vorgebracht haben und sich in den ausführlichen Einvernahmeprotokollen keinerlei Anhaltspunkte für die Richtigkeit der erhobenen Vorwürfe finden lassen, kann die Ablehnung des von der Beschwerdeführerin gestellten Ausstandsbegehrens durch die kantonalen Instanzen nicht als allzu restriktive Auslegung beziehungsweise Anwendung von Art. 29 Abs. 1 BV angesehen werden.