Citation: 4A_399/2019 E. 3.1

3.1. Die Beschwerdeführerin machte zur Begründung ihrer Klage zusammengefasst geltend, der Beschwerdegegner und der ebenfalls für sie tätige Dr. C.________ hätten die zwei genannten Offshore-Gesellschaften gegründet und diesen gestützt auf Tippgebervereinbarungen Provisionen für vermittelte Geschäfte von ihr (der Beschwerdeführerin) auszahlen lassen. Durch dieses pflichtwidrige Verhalten sei ihr ein Schaden in der Höhe der an die beiden Gesellschaften bezahlten Provisionen entstanden, da sie keine Provisionen erbracht hätte, wenn der Beschwerdegegner und Dr. C.________ die Kunden pflichtgemäss direkt vermittelt hätten, ohne die Gesellschaften als Tippgeber dazwischenzuschalten. Das Bezirksgericht gelangte zum Ergebnis, der behauptete Schaden sei nicht bewiesen beziehungsweise nicht hinreichend substanziiert worden. Es erwog, die Beschwerdeführerin hätte nachweisen müssen, dass die in den Versicherungsverträgen festgelegte Abschlussgebühr ebenso hoch ausgefallen wäre, wenn die Geschäfte nicht durch die vom Beschwerdegegner und Dr. C.________ dazwischengeschalteten Offshore-Gesellschaften vermittelt worden wären und keine Provisionen hätten ausbezahlt werden müssen. Soweit aber die Abschlussgebühr ohne Zwischenschaltung eines Tippgebers geringer ausgefallen wäre, wie der Beschwerdegegner vorgebracht habe, liege kein Schaden in der Höhe der ausbezahlten Provisionen vor. Die Beschwerdeführerin - so das Bezirksgericht weiter - habe einzig behauptet, die Höhe der Abschlussgebühr sei nicht zwingend davon abhängig gewesen, ob Dritten eine Provision für die Vermittlung eines Kunden geschuldet gewesen sei oder nicht, sondern alleine davon, was der Kunde zu bezahlen bereit gewesen sei. Der Beschwerdegegner habe dies bestritten und seinerseits behauptet, die erhobene Abschlussgebühr sei davon abhängig gewesen, ob ein Vermittler tätig gewesen sei oder nicht. Die Beschwerdeführerin habe für ihre Behauptung keine tauglichen Beweismittel offeriert. Auf Berufung hin bestätigte das Kantonsgericht diese Beurteilung des Bezirksgerichts. Wie letzteres gelangte es zum Ergebnis, es könne nicht angenommen werden, dass es den Kunden nicht darauf angekommen sei, "ob von der Abschlussgebühr noch eine Provision zu leisten war".