Citation: I 618/03 29.01.2004 E. 2

Streitig und zu prüfen ist, ob die IV-Stelle die der Beschwerdeführerin seit November 1993 ausgerichtete ganze Rente zu Recht per 1. Juli 2002 auf eine halbe Rente herabgesetzt hat. Dies hängt davon ab, ob seit der Rentenzusprechung am 23. September 1994 eine Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist, welche die Herabsetzung rechtfertigt. 2.1 Die Zusprechung der ganzen Rente durch die Verfügung vom 23. September 1994 erfolgte, nachdem sich die Versicherte unter Hinweis auf Rückenbeschwerden (Diskushernie L5/S1 links, die am 25. November 1992 operiert worden war) zum Leistungsbezug angemeldet hatte. Das Spital Y.________, Rheumatologie und Institut für physikalische Therapie, bezifferte in einem abschliessenden Bericht vom 17. März 1993 die Arbeitsunfähigkeit im bisherigen Beruf als Näherin für die Zeit vom 5. März bis 5. Mai 1993 auf 50 % und bescheinigte der Versicherten ab 6. Mai 1993 aus rheumatologischer Sicht volle Arbeitsfähigkeit, wobei ein Vorbehalt hinsichtlich der gleichzeitig bestehenden psychogenen Komponente angebracht wurde. Die IV-Stelle holte daraufhin eine Stellungnahme von Frau Dr. med. E.________, Psychiatrie und Psychotherapie FMH ein. Diese Ärztin diagnostiziert in ihrem Bericht vom 18. Juli 1994 eine reaktive depressive Entwicklung bei Anpassungsstörung nach belastenden reaktiven Lebensereignissen, einen Status nach Diskushernien-Operation und Hysterektomie und eine generalisierte Tendomyopathie. In ihrem Beruf als Arbeiterin sei die Versicherte zu 80 % arbeitsunfähig. Die Verwaltung gelangte gestützt darauf und in Berücksichtigung der Ergebnisse von Abklärungen der Regionalstelle für berufliche Eingliederung (Bericht vom 16. Juni 1994) zum Ergebnis, die auf Grund des psychischen Krankheitsbildes verbleibende Restarbeitsfähigkeit könne nur im Rahmen einer Halbtagstätigkeit in einer geschützten Werkstätte zu einem Stundenlohn von Fr. 3.50 verwertet werden. Die Gegenüberstellung des daraus resultierenden Jahresverdienstes von Fr. 7462.- und des mutmasslichen Lohns im Gesundheitsfall von Fr. 36'261.- ergab einen Invaliditätsgrad von 79 %.