Citation: U 182/05 09.02.2006 E. 3

In der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird eine willkürliche Beweiswürdigung gerügt. Kantonales Gericht und SUVA stellten einzig auf die Aussagen des Dr. med. G.________ von der anstaltseigenen Abteilung Arbeitsmedizin ab. Dass Prof. P.________, Chefarzt und Direktor der Klinik L.________, die Ansteckung mit einer Hepatitis C während der Spitalbehandlung vom 10. bis 22. Juni 1974 als «très probable» bezeichnet habe, spiele nicht im Geringsten eine Rolle. Entgegen dem kantonalen Gericht habe der Unfallversicherer auch nicht alle möglichen (und zumutbaren) Abklärungen zur Frage der Bluttransfusion und der dadurch bewirkten Hepatitis C getroffen. Der Internist und Magen-Darm-Spezialist Dr. med. H.________ sei nach Studium der noch vorhandenen Unterlagen über die Behandlung im Spital W.________ der Auffassung, dass der Beschwerdeführer mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit am 10. Juni 1974 Bluttransfusionen erhalten habe. Da eine Infektion mit einer Hepatitis C lediglich hereditär oder durch Blutübertragung entstehen könne und die erste Variante ausscheide, liege es auf der Hand, dass eine Spitalbehandlung Ursache sein müsse, habe doch der Versicherte sonst nie eine Gelegenheit gehabt, sich diesbezüglich anzustecken. In seinem mit «Aerztliche Aktenfeststellung» überschriebenen Bericht vom 9. Mai 2005 hält Dr. med. H.________ u.a. Folgendes fest: «Aufgrund der Tatsache, dass 1. der Patient offensichtlich schockiert war, 2. er starke Blutungen hatte, welche nachgewiesen sind, 3. am gleichen Eintrittstag eine Blutgruppenbestimmung im Labor des Spitals W.________ durchgeführt wird, deutet mit hoher Wahrscheinlichkeit darauf hin, dass er im Rahmen der erwähnten Schockbehandlung bei Eintritt gleichzeitig Blut bekommen hat. 1974 war man mit Bluttransfusionen deutlich grosszügiger als heute. Die damit inhärenten Risiken waren noch nicht bekannt und es konnte auch keine Abklärung bezüglich Hepatitis C durchgeführt werden (...). Die Tatsache, dass 1976 in W.________ eine Leberbiopsie durchgeführt wurde, lässt annehmen, dass die erwähnten Laborwerte mit der damals neu aufgetretenen Hepatitis C in Zusammenhang standen; diese Zusammenhänge waren aber wissenschaftlich noch nicht bekannt. Eventuell liesse sich diese Biopsie im Spital U.________ noch ausgraben und neu befunden in Bezug auf eine Hepatitis C. Ich bin mit dem Arzt der SUVA nicht einverstanden, dass es bei Hb 13,4 ein Kunstfehler gewesen wäre, eine Bluttransfusion zu verabreichen; im Gegenteil ist bei schweren Blutungen bekanntermassen das Hb immer noch im Normbereich, da ja noch keine Verdünnung des Hb durch Infusionen stattgefunden hat. Der Hb-Abfall tritt erst in der Folge nach Stunden auf. Blut musste substituiert werden, weil er offenbar schockiert war. Im Übrigen geht aus der Zusammenfassung der Krankengeschichte vom 3.7. nicht hervor, ob die Laboruntersuchung dem Wert bei Eintritt oder bei Entlassung entspricht. (...). Zusammenfassend muss ich feststellen, dass die Wahrscheinlichkeit sehr hoch ist, dass der Patient am 10.6.1974 Bluttransfusionen erhalten hat (...). Aufgrund der Akten im Labor des Spitals W.________ könnte eventuell sogar noch der Blutspender ausfindig gemacht werden, um die Frage einer Infektion mit Hepatitis C nachträglich noch zu erhärten. Allenfalls könnte auch noch die (...) Spitalrechnung an die SUVA als weiteres Beweismittel dienen, ob Bluttransfusionen verabreicht wurden.»