Citation: 4C.226/2001 21.11.2001 E. 5

5.- Die Vorinstanz hat auch einen Grundlagenirrtum im Sinne von Art. 24 Abs. 1 Ziff. 4 OR verneint. Sie hat die These der Beklagten verworfen, dass die Zusammenarbeit im Bereich der Vermögensverwaltung eine notwendige Grundlage des Optionsvertrags gebildet habe. Nach dem angefochtenen Urteil handelt es sich dabei um eine blosse Erwartung einer Vertragspartei darüber, wie sich der Vertragspartner in der Zukunft verhalten werde, ohne dass sich die Erwartung auf eine vertragliche Einigung stützen lasse. Mangels objektiver Wesentlichkeit eines allfälligen Irrtums sei der Tatbestand des Grundlagenirrtums nicht erfüllt. Die Beklagten bringen demgegenüber vor, der Abschluss des Optionsvertrages bilde den wichtigsten Anhaltspunkt dafür, dass sie auf eine Zusammenarbeit mit den Klägern hätten vertrauen dürfen. Die Vorinstanz ist ebenfalls der Meinung, dass dem Optionsvertrag zusammen mit dem Memo für die Beurteilung dieser Frage entscheidende Bedeutung zukommt. Sie ist jedoch aufgrund einer eingehenden Würdigung des Optionsvertrags und des Memos zur Überzeugung gelangt, dass keine Vereinbarung getroffen wurde, die über den Inhalt des Optionsvertrags hinausgeht. Sie hat aus den festgestellten Umständen zudem geschlossen, dass die Beklagten nicht darauf vertrauen durften, die Kläger würden sie in der Zukunft mit der Akquisition von Kundenvermögen und der Zuführung von "Private Bankers" unterstützen. Soweit die Beklagten auch in diesem Zusammenhang eine Verletzung ihres Beweisführungsanspruchs behaupten, liegt wiederum kein Verstoss gegen Art. 8 ZGB vor, weil die Vorinstanz in antizipierter Beweiswürdigung allfällige Beweisanträge unberücksichtigt lassen durfte. Unerheblich ist sodann der von den Beklagten angerufene Umstand, dass die Kläger im kantonalen Verfahren zugestanden haben, sie verfügten weder über Erfahrung noch personelle Ressourcen im Privatkundengeschäft und könnten weder "Private Bankers" noch Kundenvermögen vermitteln. Bei der Beurteilung, ob eine Partei den Vertrag wegen Grundlagenirrtums für unverbindlich erklären kann, muss auf die tatsächlichen Verhältnisse - die Vorstellungen der Partei - im Zeitpunkt des Vertragsschlusses abgestellt werden (vgl. Gauch/Schluep/Schmid, Schweizerisches Obligationenrecht Allgemeiner Teil, Bd. I, 7. Aufl. , Zürich 1998, Rz. 779). Spätere Zugeständnisse der Gegenpartei spielen deshalb grundsätzlich keine Rolle. Massgebend ist vielmehr, dass die Beklagten nach den verbindlichen Feststellungen der Vorinstanz (vgl. BGE 118 II 58 E. 3a) im Zeitpunkt des Vertragsschlusses nicht ernsthaft damit rechnen durften, dass die Kläger zukünftig Leistungen der erwähnten Art zu Gunsten der P.________ AG erbringen würden. Damit lag aber kein Irrtum, sondern der Fall einer auf Hoffnung gründenden spekulativen Erwartung vor, welcher nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts nicht zur Anfechtung wegen Grundlagenirrtums berechtigt (BGE 118 II 297 E. 2c). Damit bleibt für das weitere Argument der Beklagten kein Raum, wonach auch ein wesentlicher Irrtum über die Inadäquanz der Gegenleistung vorgelegen habe. Bestand nach den verbindlichen Feststellungen der Vorinstanz auf ihrer Seite kein wesentlicher Irrtum über den Umfang der von den Klägern geschuldeten Leistung, kann unter den gegebenen Umständen auch kein solcher Irrtum hinsichtlich der Adäquanz der Gegenleistung angenommen werden. Die von den Beklagten erhobene Rüge einer Verletzung von Art. 24 Abs. 1 Ziff. 4 OR erweist sich damit als unbegründet, soweit in diesem Zusammenhang nicht ohnehin unzulässige Kritik an den tatsächlichen Feststellungen und der Beweiswürdigung der Vorinstanz geübt wird.