Citation: 5A_596/2019 E. 3.1

3.1. Die Zwangsvollstreckung und damit auch die Verwertung sind in erster Linie Aufgabe der Betreibungsbehörden (BGE 115 III E. 3a a.E.). Der Beizug einer Fachperson ist im Verfahren der Zwangsverwertung indes keineswegs unüblich. Für bestimmte Vorkehren wie etwa die Schätzung der gepfändeten Gegenstände (Art. 97 Abs. 1 SchKG) oder die Neuschätzung von Grundstücken (Art. 9 Abs. 2 VZG) sieht das Gesetz dies sogar ausdrücklich vor (vgl. GILLIÉRON, Commentaire de la loi fédérale sur la poursuite pour dettes et la faillite, Bd. I, 1999, N. 21 zu Art. 5; LORANDI, Durchführung der Verwertung in der Zwangsvollstreckung durch Privatpersonen, AJP 2000 S. 847), ebenso für die Zwangsverwaltung eines zu verwertenden Grundstückes (Art. 16 ff. VZG; vgl. BGE 129 III 400 E. 1.2, 1.3, betreffend Vertragsnatur). In der Praxis stellt sich zuweilen die Frage, welche weiteren Aufgaben des Betreibungs- und Konkursamtes Dritten übertragen werden dürfen. So hat es das Bundesgericht unter gewissen Voraussetzungen ausnahmsweise zugelassen, dass spezielle Aktiven im Konkursverfahren von einem privaten Auktionshaus verwertet werden (BGE 115 III 52 E. 3a; Urteil 5A_705/2008 vom 19. Januar 2009 E. 3.1). Auch wenn der Beizug von Dritten in gewissen Fällen zulässig und sinnvoll ist, bleibt die Verantwortung (Art. 5 SchKG) beim Betreibungsamt, da es in erster Linie für die Verwertung zuständig ist (vgl. BGE 67 III 23 S. 25; LORANDI, a.a.O., S. 849). Es wird unterschieden, ob das Betreibungsamt die Verwertung insgesamt einem Privaten überträgt (externe Beauftragung), oder ob es Private lediglich zur Unterstützung beizieht (interne Beauftragung, vgl. STÖCKLI/DUC, in: Basler Kommentar, Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs, 2. Aufl. 2010, N. 38 f. zu Art. 133). Im vorliegenden Fall scheint der Beizug einer Fachperson für gewisse Hilfestellungen an das Betreibungsamt angesichts der komplexen Verhältnisse - grundsätzlich und wie sich aus dem Folgenden ergibt - durchaus angebracht.