Citation: 8C_594/2021 E. 6.1

6.1. Der Beschwerdeführer bringt zusammengefasst vor, er sei trotz Umzug in guten Treuen vom Weiterbestand des Pflegeverhältnisses ausgegangen, zumal er sich zu Unterhaltszahlungen verpflichtet habe. Wie das kantonale Gericht zutreffend dargelegt hat, ist der gute Glaube nicht schon mit der Unkenntnis des Rechtsmangels gegeben und insbesondere nicht mit einem fehlenden Unrechtsbewusstsein zu verwechseln. Er entfällt, wenn die zu Unrecht erfolgte Leistungsausrichtung auf eine grobfahrlässige Melde- oder Auskunftspflichtverletzung zurückzuführen ist (vgl. BGE 138 V 218 E. 4; SVR 2019 IV Nr. 6 S. 18, 8C_353/2018 E. 3.1, je m.w.H.). Die IV-Stelle erfuhr am 9. Juli 2018 durch die ehemalige Wohngemeinde von der Auflösung des gemeinsamen Haushalts. Einem Dritten wäre bei Anwendung der erforderlichen Sorgfalt, die sich nach einem objektiven Massstab unter Berücksichtigung des subjektiv Möglichen und Zumutbaren bemisst (vgl. Urteil 9C_318/2021 vom 21. September 2021 E. 3.1 m.w.H.), klar gewesen, dass dieser Umstand sowie die Zivilstandsänderung für die Behörden bedeutsam sind. Der Beschwerdeführer, der über einen Berufsabschluss verfügt, muss sich vorwerfen lassen, seinen administrativen Angelegenheiten angesichts des wiederholten Hinweises der IV-Stelle auf die ihm obliegenden Meldepflichten (E. 5 hiervor) nicht mit der nach den Umständen gebotenen Sorgfalt nachgekommen zu sein. Er handelte grob nachlässig (vgl. SVR 2019 IV Nr. 6 S. 18, 8C_353/2018 E. 3.1), indem er nur den Umzug, nicht aber die damit einhergehende Aufhebung des gemeinsamen Haushalts oder die Zivilstandsänderung meldete (vgl. BGE 143 V 241 E. 5.2; SVR 2015 EL Nr. 10 S. 31, 9C_255/2015 E. 2; eine Übersicht der Kasuistik findet sich bei JOHANNA DORMANN, in: Basler Kommentar, Allgemeiner Teil des Sozialversicherungsrechts, 2020, N. 75 f. zu Art. 25 ATSG).