Citation: I 614/00 30.03.2001 E. 5

5.- a) Für die Bestimmung des trotz Gesundheitsschädigung bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage zumutbarerweise noch realisierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der - kumulativ - besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass die verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausgeschöpft wird, sowie das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn erscheint, so gilt grundsätzlich der erzielte Verdienst als Invalidenlohn (BGE 126 V 76 Erw. 3b/aa mit Hinweisen). b) Der Beschwerdeführer trat am 1. November 1998 eine Teilzeitstelle als Lagerangestellter bei der Firma Y.________ an. Gemäss dem Gutachten des Dr. med. R.________ vom 19. März 1999 ist ihm aus psychiatrischer Sicht ein Pensum von 5 bis 6 Stunden pro Tag in einer Tätigkeit, welche den zusätzlichen qualitativen Einschränkungen Rechnung trägt, zumutbar. Die Stelle bei der Firma Y.________ wurde diesen Anforderungen gerecht - was durch den Bericht des Dr. med. E.________ vom 26. Mai 2000 zusätzlich bestätigt wird - und bot auch ein Arbeitsverhältnis, das als besonders stabil bezeichnet werden kann. Die vorübergehende Mehrarbeit im November und Dezember 1998 und der Umstand, dass der Beschwerdeführer die Stelle in der Folge wieder aufgab, um als Stationshalter mit einem geringeren Verdienst tätig zu sein, ändern an der Zumutbarkeitsbeurteilung nichts. Die IV-Stelle hat daher der Ermittlung des Invalideneinkommens zu Recht ein Pensum von 115, 5 Stunden pro Monat in der Tätigkeit bei der Firma Y.________ zu Grunde gelegt. Damit ergibt sich bei einem Stundenlohn (ab 1. Januar 1999) von Fr. 19.10 zuzüglich 13,04 % Ferienentschädigung ein hypothetisches Einkommen von Fr. 2494.- pro Monat oder Fr. 29'925.- pro Jahr. Wird dieser Betrag dem Valideneinkommen von Fr. 90'000.- gegenüber gestellt, resultieren eine Erwerbseinbusse von Fr. 60'075.- und ein Invaliditätsgrad von 66,75 %, der einen Anspruch auf eine ganze Rente begründet. Unter diesen Umständen kann die Frage offen bleiben, ob das Invalideneinkommen, wie der Beschwerdeführer geltend machen lässt, allenfalls tiefer anzusetzen wäre, um einer zu erwartenden, durch die invaliditätsbedingte Leistungsbeeinträchtigung oder andere Faktoren begründeten Lohneinbusse Rechnung zu tragen.