Citation: 6B_959/2021 E. 3.2.1

3.2.1. Sie führt aus, die Schwere der begangenen Anlasstaten (Raub und versuchte qualifizierte Erpressung), begründe ein erhebliches öffentliches Interesse an der Landesverweisung. Erschwerend komme hinzu, dass der Beschwerdeführer in der Zwischenzeit erneut straffällig geworden und im Februar 2021 erstinstanzlich unter anderem wegen Delikten gegen die Willensfreiheit verurteilt worden sei. Seine diversen Vorstrafen (zwei Verurteilungen in den Jahren 2013 wegen Führens eines Motorfahrzeugs ohne erforderlichen Führerausweis, Überlassens eines Motorfahrrads ohne Haftpflichtversicherung sowie mehrfacher Sachbeschädigung, eine Verurteilung im Jahr 2017 wegen Verstössen gegen das Ausländergesetz und eine Verurteilung im Jahr 2019 wegen Fahrens in fahrunfähigem Zustand, mehrfacher Entwendung eines Motorfahrzeugs zum Gebrauch sowie mehrfachen Führens eines Motorfahrzeugs ohne erforderlichen Führerausweis) hätten ihn nicht von weiterer Delinquenz abgehalten, womit seine Resozialisierungschancen gering erschienen. Auch ohne Berücksichtigung der am Datum des vorinstanzlichen Urteils noch nicht rechtskräftigen Verurteilung vom Februar 2021 erweist sich die vorinstanzliche Einschätzung im Ergebnis als zutreffend. Der Beschwerdeführer wurde vorliegend zu einer Freiheitsstrafe von 24 Monaten verurteilt, wobei die Vorinstanz alleine für die beiden Katalogtaten eine (asperierte) Einsatzstrafe von 20 Monaten festsetzt. Eine Verurteilung zu seiner längerfristigen Freiheitsstrafe (zu deren Begriff vgl. BGE 139 I 16 E. 2.1; 139 I 145 E. 2.1; je mit Hinweisen) begründet für sich bereits ein erhebliches öffentliches Interesse an einer Landesverweisung (Urteil 6B_149/2021 vom 3. Februar 2022 E. 2.5.2). Wenn der Beschwerdeführer dagegen vorbringt, sein konkretes Tatvorgehen rechtfertige keine derart drastische Massnahme, so beschönigt er das keineswegs harmlose Geschehen. Gemäss den unbestritten gebliebenen vorinstanzlichen Feststellungen lockten der Beschwerdeführer und sein Mittäter das Opfer in eine Liegenschaft und drängten es in die Kellerräumlichkeiten, wo es nicht unerhebliche Verletzungen, namentlich eine Distorsion der Halswirbelsäule, kleine Hautunterblutungen an Stirn, Augenlid und Oberarm sowie Schürfungen an den Ellbogen erlitt. Als Motiv attestiert ihm die Vorinstanz einzig finanzielle Interessen und geht von mittelschwerem Verschulden aus. Gleiches gilt für die versuchte räuberische Erpressung, in deren Rahmen der Beschwerdeführer mit einem Gegenstand Druck auf den Hals des Opfers ausübte, sodass dieses aus Angst unkontrollierten Stuhlgang hatte. Dass sich der Beschwerdeführer dabei nicht zusätzlich einer Waffe oder dergleichen bediente, kann ihm entgegen seiner Ansicht nicht zugutegehalten werden. Die diversen Vorstrafen des Beschwerdeführers sind zwar nicht einschlägig, nichtsdestotrotz illustriert die Regelmässigkeit seiner Delinquenz eine anhaltende Gleichgültigkeit gegenüber der hiesigen Rechtsordnung und begründet damit erhebliche Zweifel an seinem künftigen Wohlverhalten. Anlass zur Sorge bereitet weiter die offensichtliche Aggravationstendenz, die sich in den beiden nunmehr unmittelbar gegen eine Person gerichteten Straftaten manifestiert.