Citation: 5A_511/2020 E. 4.2.2

4.2.2. Ebenfalls Aktenwidrigkeit wirft die Beschwerdeführerin der Vorinstanz vor, wenn sie ausführe, der Gerichtspräsident habe an der Verhandlung vom 17. September 2019 den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin ausdrücklich darauf hingewiesen, dass er von einer vollständigen Neuregelung der Verhältnisse ausgehe, und er habe diesem das Wort erteilt, um entsprechende Anträge zu formulieren. Diese Feststellung sei willkürlich. Aus den auf S. 7 des Verhandlungsprotokolls wiedergegebenen und in der Beschwerdeschrift paraphrasierten Aussagen des Gerichtspräsidenten ergebe sich, dass der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin nie dazu aufgefordert worden sei, Anträge für eine vollständige Neuregelung zu stellen. Gemäss Protokoll der Verhandlung vom 17. September 2019 teilte der Gerichtspräsident den Parteien Folgendes mit (act. 59 S. 5) : "Ich bin eigentlich der Meinung, dass wir jetzt alles neu regeln müssen. Ich teile Ihre Auffassung schon, dass der Unterhalt beziffert werden muss. Wir müssen einmal die Bedürfnisse Ihrer Klientin kennen, Herr RA St. Dann muss man das neu regeln. [...] Ich bin eigentlich der Meinung, dass das Wort jetzt bei Ihnen ist, Herr Kollege Steiner, um einmal den Unterhalt zu beziffern. Man kann nicht einfach das alte weiterführen, ich bin der Meinung, man muss dies neu anschauen. Der Mietzins von der D.________ ist ja nicht mehr anwendbar. Man ist eigentlich zurück auf Feld eins. [...] Dann wäre das Wort bei Ihnen für die Vorbemerkungen und die Begründung der Anträge." Die Parteien konnten diese Ausführungen nicht anders verstehen denn als Hinweis, dass der Gerichtspräsident von der Notwendigkeit einer umfassenden Neuregelung des Getrenntlebens ausging. Die Vorinstanz verfiel nicht in Willkür, wenn sie in den Äusserungen des Gerichtspräsidenten die Aufforderung sah, (aktualisierte) Anträge zum Unterhalt zu stellen und zu begründen.