Citation: 7B_263/2022 E. 4.3

4.3. Der Beschwerdeführer legt auch seiner Kritik an der Bemessung der Strafe weitgehend seine eigene Auffassung über den Tathergang zugrunde und weicht insofern von den verbindlichen Feststellungen der Vorinstanz ab (vgl. Art. 105 Abs. 1 BGG). So bemängelt er, dass "auch bei der Strafzumessung" ignoriert werde, dass "alle Beweise auf eine Notstand- oder Notwehrsituation hindeuten", oder behauptet, es sei "nicht bewiesen", dass der Beschwerdegegner 2 in einen Hinterhalt gelockt worden sei. Damit ist er nicht zu hören. Sodann geht die Rüge des Beschwerdeführers fehl, es hätte stärker strafmindernd berücksichtigt werden müssen, dass es beim Versuch der vorsätzlichen Tötung geblieben und der Beschwerdegegner 2 nicht getötet worden sei. Nach der Rechtsprechung hängt der Umfang der Reduktion der Strafe bei einem Versuch nämlich unter anderem von den tatsächlichen Folgen der Tat und der Nähe des tatbestandsmässigen Erfolgs ab (BGE 127 IV 101 E. 2b; 121 IV 49 E. 1b; Urteile 6B_249/2021 vom 13. September 2021 E. 5.3; 6B_776/2020 vom 5. Mai 2021 E. 3.1; nicht publ. in BGE 147 IV 249). Dass der Beschwerdegegner 2 den Angriff überlebte, ist ausserordentlich glücklichen Umständen geschuldet, auf die weder der Beschwerdeführer noch seine Mittäter einen Einfluss hatten. Obwohl der Beschwerdegegner 2 von zwei Schüssen im Bauch und einem in jedem Oberschenkel getroffen wurde, schaffte er es, sich zurück in sein Auto zu hieven und in ein - zufälligerweise - nahe gelegenes Spital zu fahren, wo er auf der Stelle erfolgreich notoperiert werden konnte. Zu diesem Zeitpunkt steckten drei Projektile noch immer in seinem Körper, hatte er bereits 1,3 Liter Blut verloren und war sein Zustand äussert kritisch. Der Beschwerdegegner 2 hatte lebensgefährliche Verletzungen erlitten, denen er um ein Haar erlegen wäre und die objektiv bereits den Tatbestand einer schweren Körperverletzung erfüllen (vgl. Art. 122 lit. a StGB). Weil der tatbestandsmässige Erfolg der vorsätzlichen Tötung derart nahe gerückt war und letztlich rein zufällig ausblieb, wiegt das Verschulden des Beschwerdeführers beim vollendeten Versuch nicht wesentlich leichter, als wenn der Beschwerdegegner 2 tatsächlich verstorben wäre. Die Vorinstanz bewegt sich mit einer Strafminderung von 2 Jahren deshalb ohne Weiteres in ihrem weiten Ermessensspielraum. Auch ist nicht ersichtlich und legt der Beschwerdeführer nicht dar, weshalb seine im Rahmen des Tatgeschehens erlittene Verletzung an der Hand hätte strafmindernd berücksichtigt werden müssen. Die genauen Umstände dieser Verletzung konnten nicht eruiert werden, und die Vorinstanz geht nicht davon aus, dass der Beschwerdeführer angegriffen wurde oder in Notwehr handelte. Die Rüge ist unbegründet.