Citation: 4C.399/2001 21.11.2002 E. 5

Die Klägerinnen werfen dem Obergericht vor, es habe bei der Verneinung des Kausalzusammenhanges zwischen dem eingeklagten Schaden und dem Verhalten des Beklagten Bundesrecht verletzt, indem es von einem falschen Verständnis des Begriffs der Adäquanz ausgegangen sei und den adäquaten Kausalzusammenhang zu Unrecht verneint habe. Die vorinstanzliche Feststellung, ob ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, beschlägt die tatsächlichen Verhältnisse und bindet das Bundesgericht im Berufungsverfahren grundsätzlich (Art. 63 Abs. 2 OG; BGE 127 III 453 E. 5d S. 456; 123 III 110 E. 2 S. 111). Die Frage nach der Adäquanz des Kausalzusammenhangs ist dagegen rechtlicher Natur und unterliegt der Prüfung im Verfahren der Berufung (BGE 116 II 519 E. 4a S. 524 mit Hinweisen). Eine Schadenersatzpflicht setzt sowohl einen natürlichen Kausalzusammenhang wie auch dessen Adäquanz voraus. Das Kriterium der Adäquanz dient dabei einer rechtspolitisch vernünftigen Begrenzung der Haftung, indem aus den natürlichen Ursachen eines Schadens durch Werturteil diejenigen herausgehoben werden, die mit ihm in einem nahe liegenden Zusammenhang stehen. Es dient als Korrektiv zum naturwissenschaftlichen Ursachenbegriff, der unter Umständen der Einschränkung bedarf, um für die rechtliche Verantwortung tragbar zu sein (BGE 123 III 110 E. 3a S. 112; 107 II 269 E. 3 S. 276, je mit Hinweisen; Oftinger/Stark, Schweizerisches Haftpflichtrecht Allg. Teil, Bd. I, 5. Aufl., Zürich 1995, § 3 N. 21 ff.; Rey, Ausservertragliches Haftpflichtrecht, 2. Aufl., Zürich 1998, Nr. 522 ff.; Alfred Keller, Haftpflicht im Privatrecht, Bd. I, 6. Aufl. 2002, S. 80 f. und 86). Die Frage der Adäquanz stellt sich indes nur dann, wenn der natürliche Kausalzusammenhang zwischen dem Ereignis und dem Schaden zu bejahen ist; dieser ist unabdingbare Voraussetzung der Haftung (BGE 112 II 439 E. 1d S. 442; 107 II 269 E. 3 S. 276). Das Obergericht verneinte, dass das behauptete pflichtwidrige Verhalten des Beklagten im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs die Ursache für die Einstellung der operativen Tätigkeit der Klägerin 1 gewesen sei. Die staatsrechtliche Beschwerde, mit der die Klägerinnen diese tatsächliche Feststellung angefochten haben, ist vom Bundesgericht abgewiesen worden. Mit der Verneinung des natürlichen Kausalzusammenhangs entfällt auch die Frage nach dessen Adäquanz, da sich diese immer nur auf einen tatsächlich gegebenen Kausalablauf beziehen kann. Auf die im Zusammenhang mit der Adäquanz stehenden Rügen der Klägerinnen ist somit nicht einzugehen.