Citation: 5A_154/2022 E. 4.1.3

4.1.3. Mit Blick auf das Verhältnismässigkeitsprinzip hält der angefochtene Entscheid fest, dass die Erteilung der Zustimmung zur fraglichen Impfung von C.________ gestützt auf die Impfempfehlung des BAG und der EKIF ohne Weiteres geeignet sei, die Gefährdung durch eine Ansteckung mit dem Coronavirus und die möglichen schweren Krankheitsfolgen abzuwenden beziehungsweise zu reduzieren. Unter dem Gesichtspunkt der Erforderlichkeit sei auch kein milderes Mittel ersichtlich, das C.________ nachhaltig gegen eine schwere COVID-19-Erkrankung schützen würde. Insbesondere sei es keine Option, eine Ansteckung mit dem unberechenbaren Krankheitserreger in Kauf zu nehmen, damit C.________ allenfalls "bessere" Antikörper entwickelt. Klare wissenschaftliche Evidenzen, wonach sich eine COVID-19-Erkrankung mittels einer Substitution von Vitamin D oder mittels einem Entwurmungsmittel mit dem Wirkstoff "Ivermectin" zuverlässig verhindern oder behandeln lasse, lägen nicht vor. Den Beweisantrag der Beschwerdeführerin, ein Gutachten eines wissenschaftlichen Mediziners mit einer Zusatzausbildung in Komplementärmedizin zur Frage einzuholen, ob es erfolgsversprechende komplementärmedizinische Behandlungsmöglichkeiten gibt bzw. ob eine Vitamin D3-Substitution zur Vorbeugung oder Behandlung einer COVID-19-Erkrankung beiträgt, weist die Vorinstanz ab mit dem Hinweis, dass dem BAG und der EKIF wie auch dem deutschen Robert Koch-Institut offensichtlich keine vergleichbaren komplementärmedizinischen Alternativen zur mRNA-Impfung bekannt seien und deshalb auch keine Änderung im Beweisergebnis zu erwarten sei. Auch eine erstmalige Antikörperbestimmung vor der ersten Impfung zur Überprüfung des Serostatus und Bestimmung des Impfschemas werde nicht empfohlen, da dies hinsichtlich Sicherheit und Wirksamkeit der Impfung nicht notwendig sei. Soweit die Beschwerdeführerin die Verhältnismässigkeit der COVID-19-Impfung von C.________ unter dem Blickwinkel allfälliger Nebenwirkungen in Frage stellen wolle, sei sie darauf hinzuweisen, dass der Schutz durch Impfen das Risiko unerwünschter Impferscheinungen in der Kategorie von Personen mit dem höchsten Risiko für einen schweren Verlauf bei weitem überwiege und bei C.________ im Nachgang zu den zwei durchgeführten Impfungen (vgl. Sachverhalt Bst. C.a) keine unerwünschten Nebenwirkungen festgestellt worden seien. Den vorinstanzlichen Erwägungen zufolge vermag an diesem Ergebnis auch der von der Beschwerdeführerin gestellte Beweisantrag nichts zu ändern, bei C.________ zwecks Ausschliessung einer Thrombosegefahr den D-Dimer-Wert zu bestimmen. Seltene Formen von Thrombosen seien vereinzelt (bei 1-8 von einer Million Personen) im Zusammenhang mit dem Vektorimpfstoff von Janssen beobachtet worden; im Übrigen seien die von C.________s Hausarzt im Rahmen des erstinstanzlichen Verfahrens vorgenommenen Abklärungen einer Kontraindikation im Hinblick auf die massgebende Impfempfehlung des BAG und der EKIF ausreichend.