Citation: 9C_255/2022 E. 4.1

4.1. Zunächst macht der Beschwerdeführer geltend, Anfang 2013 habe die IV-Stelle dem ABI das Privatgutachten zur Stellungnahme unterbreitet; bereits das Einholen einer Stellungnahme sei als Anordnung weiterer Abklärungen zu werten, weshalb schon aus diesem Grund eine Pflicht der Beschwerdegegnerin zur Kostenübernahme bestehe. Dieser Ansicht kann nicht gefolgt werden: Gemäss Art. 43 Abs. 1 ATSG hat der Versicherungsträger die Begehren der versicherten Person zu prüfen. Daraus folgt auch, dass der Versicherungsträger die von der versicherten Person eingereichten medizinischen Unterlagen auf deren Gehalt hin zu prüfen hat. Ist - wie vorliegend - bereits eine Begutachtung im Sinne von Art. 44 ATSG erfolgt, so mag es in manchen Fällen angezeigt sein, die neu eingereichten Dokumente der Begutachtungsstelle zur Stellungnahme zu unterbreiten. Aus einer entsprechenden Vorgehensweise des Versicherungsträgers kann indes nicht abgeleitet werden, die neuen Unterlagen seien für die Entscheidfindung unerlässlich gewesen; dies gilt jedenfalls solange, als nicht aufgrund der eingereichten Dokumente eine neue Exploration der versicherten Person durch die Gutachter erfolgt (vgl. dazu nachfolgend E. 4.2).