Citation: 7B_236/2022 E. 2.4.1

2.4.1. Der Beschwerdeführer hat eine Katalogtat gemäss Art. 66a Abs. 1 lit. o StGB begangen, was grundsätzlich zu einer obligatorischen Landesverweisung führt. Der Beschwerdeführer war im Zeitpunkt des vorinstanzlichen Urteils 43 Jahre alt, seit rund 30 Jahren in der Schweiz wohnhaft und stammt aus Nordmazedonien. Die Vorinstanz würdigt unter Berücksichtigung der Angaben des Beschwerdeführers zu seinem Privat- und Berufsleben, ohne in Willkür zu verfallen oder sonstwie gegen Recht zu verstossen, die wirtschaftliche Integration des Beschwerdeführer sei aufgrund der noch bestehenden erheblichen Schulden als unterdurchschnittlich zu betrachten (angefochtenes Urteil S. 42). Entgegen der Beschwerde (S. 8 f.) durfte die Vorinstanz die Konkurseröffnung über die zwei Firmen des Beschwerdeführers sowie seine noch bestehenden Schulden in der Höhe von Fr. 140'000.-- bei der Würdigung seiner wirtschaftlichen Integration in der Schweiz durchaus berücksichtigen, ohne gegen das Recht zu verstossen (vgl. Urteil 6B_129/2022 vom 5. April 2023 E. 2.4.2). Wenn der Beschwerdeführer betreffend die Möglichkeit seiner beruflichen Integration in seinem Heimatland weiter ausführt, er sei mit den dortigen Arbeitsgepflogenheiten "nicht ansatzweise" vertraut und es bestehe Mangel an Fachkräften im Baubereich (Beschwerde S. 6), weicht er vom vorinstanzlich festgestellten Sachverhalt ab, ohne rechtsgenüglich darzulegen, dass dieser willkürlich festgestellt worden wäre (Art. 106 Abs. 2 BGG). Die Vorinstanz nimmt zu Recht an, dass der Beschwerdeführer über eine Kernfamilie in der Schweiz verfügt. Sie erwägt zutreffend, dass eine Landesverweisung grundsätzlich einen Eingriff in das Recht des Beschwerdeführers auf Familienleben (Art. 8 Ziff. 1 EMRK) darstellen würde (angefochtenes Urteil S. 41). Mit den Erwägungen der Vorinstanz, welche ausgehend davon für jedes Familienmitglied darlegt, weshalb ein Eingriff in das von Art. 8 Ziff. 1 EMRK garantierte Recht auf Familienleben des Beschwerdeführers nicht vorliegt (angefochtenes Urteil S. 42 f.), setzt sich dieser jedoch nicht oder nur unzureichend auseinander (Art. 42 Abs. 2 BGG). Dass eine persönliche und finanzielle Unterstützung seiner Familie nur "vor Ort" möglich wäre (Beschwerde S. 7), ist weder dargetan noch ersichtlich. Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers berücksichtigt die Vorinstanz die Folgen einer Landesverweisung für seine beiden Kinder ausreichend. Sie legt zutreffend dar, dass eine Landesverweisung für diese zwar eine gewisse Härte darstellen würde, ihre Integration in Nordmazedonien aber möglich wäre, da sie mit der dortigen Sprache vertraut sind. Der Beschwerdeführer stellt nicht in Abrede, dass beide Kinder mit der Mutter ausschliesslich mazedonisch sprechen (angefochtenes Urteil S. 42). Dass es an der Kulturvermittlung seitens der Eltern "gänzlich fehle" (Beschwerde S. 8), trifft damit nicht zu. Der Beschwerdeführer stellt zudem nicht in Frage, dass eine allenfalls erforderliche Behandlung des Tourette-Syndroms seines Sohns auch in Nordmazedonien gewährleistet wäre (vgl. Beschwerde S. 7), wie von der Vorinstanz festgestellt wird (angefochtenes Urteil S. 43). Auch insofern ist eine Gefährdung des Kindeswohls nicht ersichtlich. Indem der Beschwerdeführer weiter auf seine positive Persönlichkeitsentwicklung sowie auf seine mittlerweile bestehende und auch künftig zu erwartende Drogenabstinenz verweist (Beschwerde S. 8), scheint er zu übersehen, dass die Legalprognose als solche nicht Gegenstand der Härtefallprüfung bildet, sondern im Rahmen der bei Bejahung eines schweren persönlichen Härtefalls (eventualiter) vorzunehmenden Interessenabwägung berücksichtigt wird (vgl. unten E. 2.5).