Citation: I 308/99 14.03.2002 E. 3

3.- a) IV-Stelle und Vorinstanz sind von einer Arbeitsfähigkeit von 50 % als Bodenleger und von 100 % als Geschäftsführer sowie von einer Aufteilung der Gesamttätigkeit in 75 % Arbeit als Bodenleger und 25 % Geschäftsführung/Administration ausgegangen. b) Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 Erw. 3a mit Hinweis). c) Der Bericht der Rheuma- und Rehabilitationsklinik Z.________ vom 26. September 1996 führt posttraumatische Cervicocephalgien und Lumbalgien bei degenerativen Veränderungen (Diskusprotrusion L3/4 bis L5/S1 und schwerer Spondylarthrose L5/S1), eine Hypertriglyceridämie sowie Status nach zweimaliger Inguinalhernienoperation an. Der Patient klage über Cervicocephalgien, vermehrte Müdigkeit, chronische Konzentrationsschwäche und intermittierendes Schwindelgefühl sowie chronische Kreuzschmerzen. Im Vordergrund stehe die Funktionsstörung des Bewegungsapparates im Schulter-/Nackenbereich, deren Hauptursache ein chronischer Verspannungszustand sei. Bei Austritt hätten sich die Cephalgien gebessert, es bestünden aber Restbeschwerden. Die Arbeitsfähigkeit betrage 50 %, welche auf 100 % sollte gesteigert werden können. Dr. med. C.________, Chefarzt Rheumaklinik Y________, hält in seinem Bericht vom 21. April 1997 als Hauptprobleme ein chronisches Lumbovertebralsyndrom mit pseudoradikulären Beinschmerzen rechts bei kleiner medianer Diskushernie L4/5 sowie multiplen Intervertebralgelenksarthrosen der LWS und ein chronisches cervicospondylogenes Schmerzsyndrom bei rechtsbetonter Arthrose C1/2 fest. Die Lumbalschmerzen seien eindeutig der limitierende Faktor bei der Arbeit und stünden subjektiv im Vordergrund. Der Weichteilinfekt anlässlich des Periduralkatheders im März 1997 sei, obschon radiologisch mit Verdacht auf epidurale Ausbreitung, innert zwei Tagen praktisch wieder unter Kontrolle gewesen. Die Nackenbeschwerden seien nicht limitierend für die Arbeitsfähigkeit, jedoch würden sie sich negativ auf das Allgemeinbefinden auswirken. Die Arbeitsfähigkeit betrage derzeit 0 %, wobei mittelfristig eine von 50 % für die Tätigkeit als Bodenleger realisierbar sei. Dr. med. M.________ schliesst in seinem Bericht vom 17. September 1997 auf eine Arbeitsfähigkeit von 50 % ab 5. Mai 1997 bis auf weiteres. Unter Berücksichtigung, dass ein Teil der Arbeit im Büro zu erledigen sei, könne die Arbeitsfähigkeit auf ca. 50 % festgesetzt werden; leichtere körperliche Tätigkeiten in wechselnder Arbeitsstellung und mit Pausen seien insgesamt zu ca. 50 % zumutbar. In seinem ergänzenden Bericht vom 22. Oktober 1998 attestiert er im Beruf als Bodenleger eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % seit 5. Mai 1997. Dr. med. C.________ und er seien von einer Arbeitsfähigkeit von 50 % ausgegangen. Es bestünden deutliche Konzentrationsstörungen sowie eine markante Verschlechterung des Gedächtnisses, welche die Geschäftsführung des Versicherten zunehmend erschwere. Es könne kein genauer Zeitpunkt für die Verschlechterung angegeben werden; ausgehend von einer Arbeitsunfähigkeit von 50 % vor anderthalb Jahren finde vielmehr eine schleichende Verschlechterung statt. Anlässlich der Untersuchung vom 8. Juni 1998 bei Dr. med. K.________, SUVA-Kreisarzt, gibt der Versicherte an, er leide noch immer unter Rückenschmerzen, insbesondere dort, wo der Katheder gesetzt worden sei. Stets habe er Nacken- und Kopfschmerzen, auch etwas Schwierigkeiten mit dem Gleichgewicht sowie ein vermehrtes Schlafbedürfnis. Er arbeite zu 50 %. Aufgrund der nicht sehr ausgeprägten pathologischen Zeichen bei der klinischen Untersuchung und fehlenden radikulären Ausfällen sowie mangels Hartspann schliesst Dr. med. K.________ auf ein leichtes Cervicalsyndrom sowie ein leichtes Lumbovertebralsyndrom. d) Auf die älteren ärztlichen Aussagen (Berichte der Rheuma- und Rehabilitationsklinik Z.________, des Dr. med. C.________ und frühere) kann nicht abgestellt werden, da sie infolge der von Dr. med. M.________ konstatierten schleichenden Verschlechterung nicht den im massgebenden Zeitpunkt, dem 14. Juli 1998 (BGE 121 V 366 Erw. 1b mit Hinweisen), vorliegenden Gesundheitszustand wiedergeben. Allerdings lässt sich auch weder aus den Berichten des Dr. med. M.________ noch des Dr. med. K.________ in zuverlässiger Weise feststellen, in welchem Umfang dem Versicherten die Arbeit als Bodenleger sowie die mit der Geschäftsführung und Administration verbundenen Tätigkeiten in jenem Zeitpunkt noch zumutbar waren. Die Sache ist somit an die IV-Stelle zurückzuweisen, damit sie ein neutrales Gutachten einhole, welches sich zur jeweiligen Arbeitsfähigkeit in den bisherigen Tätigkeiten äussert. e) Anlässlich der Besprechung mit dem SUVA-Inspektor vom 26. November 1996 gab der Versicherte an, vor dem Unfall habe er 60 % für Werkstatt- und Verlegearbeiten, 10 % für die Betriebsführung sowie 30 % seiner Gesamttätigkeit für Kundenbetreuung und Administration aufgewendet; jetzt werde das Geschäft vorwiegend durch den Sohn geführt. Gemäss Abklärungsbericht der IV-Stelle vom 18. Dezember 1997/3. April 1998 wird die Gesamttätigkeit in 75 % Arbeit in der Werkstatt und auf der Baustelle sowie 25 % Geschäftsführung aufgeteilt, wobei vermerkt wird, der Sohn sei bedingt durch die zahlreichen Absenzen des Versicherten vorzeitig mit Aufgaben der Geschäftsleitung betraut worden. Aufgrund dieser widersprüchlichen Angaben lässt sich die erwerbliche Gewichtung nicht durchführen. Die Sache ist auch diesbezüglich zur genaueren Abklärung an die Verwaltung zurückzuweisen. Bei diesem Ergebnis erübrigt sich eine Überprüfung der gerügten erwerblichen Gewichtung.