Citation: M 1/05 29.04.2005 E. 1.1

1.1. Gemäss Art. 28 MVG hat der Versicherte, der infolge der Gesundheitsschädigung arbeitsunfähig ist, Anspruch auf ein Taggeld (Abs. 1). Bei vollständiger Arbeitsunfähigkeit entspricht das Taggeld 95 % des versicherten Verdienstes. Bei teilweiser Arbeitsunfähigkeit wird das Taggeld entsprechend herabgesetzt (Abs. 2). In Abweichung von Art. 6 ATSG wird der Grad der Arbeitsunfähigkeit in der Regel bestimmt nach dem Verhältnis zwischen dem Verdienst, den der Versicherte zumutbarerweise noch zu erzielen in der Lage ist, und dem Verdienst, den er ohne die Gesundheitsschädigung im bisherigen Beruf oder Tätigkeitsbereich erzielt hätte (Abs. 3 Satz 1). Die Bestimmung übernimmt das System des Einkommensvergleichs. Massgebend ist somit nicht die medizinisch-theoretische Arbeitsunfähigkeit noch die ärztliche Schätzung der Arbeitsunfähigkeit im jeweiligen Beruf oder Tätigkeitsbereich, sondern die aus der konkreten Beeinträchtigung des Leistungsvermögens resultierende Verdiensteinbusse (MAESCHI, Kommentar zum Bundesgesetz über die Militärversicherung [MVG] vom 19. Juni 1992, N 16 f. zu Art. 28).