Citation: 5C.150/1998 21.12.2000 E. 4

4.-a) Weiter beanstandet die Beklagte, das Obergericht habe sich geweigert, ihre güterrechtliche Ausgleichsforderung gestützt auf aktuelle Werte zu berechnen, sondern habe einfach die Bewertungsgrundlagen des Bezirksgerichts übernommen, ungeachtet dessen, dass sie eine Neubewertung der in die Errungenschaft fallenden Aktien verlangt habe. Sie wendet ein, das Gericht müsse die der Errungenschaft zugewiesenen Vermögensobjekte wertmässig festsetzen bzw. den entsprechenden Vermögensstand feststellen, ohne dass es hierfür eines Parteiantrages bedürfe, vielmehr bestehe diese Rechtsfolge von Bundesrechts wegen. Das Obergericht hat festgehalten, die Parteien hätten im (kantonalen) Berufungsverfahren keine Ausführungen zur Frage des Abrechnungstages gemacht. Allerdings habe die Beklagte für die güterrechtliche Auseinandersetzung eine Neubewertung der Aktien verlangt, doch sei dieser erst in der Berufungsreplik vorgebrachte Antrag verspätet, so dass hinsichtlich der Aktien von den durch das Bezirksgericht aufgrund eines Gutachtens ermittelten Werten auszugehen sei. b) Für die vermögensrechtlichen Folgen der Scheidung und damit auch für die güterrechtliche Auseinandersetzung gelten grundsätzlich die Verhandlungs- und die Dispositionsmaxime (Hegnauer/Breitschmid, Grundriss des Eherechts, 4.A. 2000, Rz 12.31; Hinderling/Steck, Das schweizerische Ehescheidungsrecht, 4.A. 1995, S. 503; vgl. auch BGE 110 II 113 E. 4 S. 115; BJM 1981, S. 318). Auch Bewertungsfragen im Zusammenhang mit der güterrechtlichen Auseinandersetzung unterliegen diesen Prozessgrundsätzen (Bühler/Spühler, a.a.O., N. 97 zu Art. 154 ZGB). Daraus folgt, dass das Gericht bundesrechtlich nicht von Amtes wegen eine Neubewertung von Vermögensobjekten vorzunehmen hat; vielmehr bedarf es, da die Dispositionsmaxime dem kantonalen Recht angehört (BGE 109 II 452 E. 4d S. 460), eines den Vorschriften der einschlägigen Zivilprozessordnung entsprechenden Parteiantrages. Soweit sich die Beklagte gegen die Auffassung des Obergerichts wendet, der gestellte Antrag auf Neubewertung der Aktien sei verspätet gewesen, rügt sie eine Verletzung von kantonalem Verfahrensrecht, was im Berufungsverfahren unzulässig ist (Art. 43 Abs. 1 und 2 OG). Insoweit kann auf ihre Ausführungen nicht eingetreten werden. Unbehelflich ist auch der weitere Vorwurf der Beklagten, die Vorinstanz habe bezüglich der in die Vorschlagsberechnung miteinbezogenen Aktien der V.________ AG sowie der X.________ AG auf über 6 Jahre alte Bewertungsgrundlagen abgestellt und zwischenzeitlich seien erhebliche Wertveränderungen eingetreten, was auf der Hand liege und nicht weiter zu begründen sei. Ihre Kritik richtet sich wiederum in unzulässiger Weise gegen die tatsächlichen Feststellungen der Vorinstanz (Art. 63 Abs. 2 OG) sowie - was die Erforderlichkeit von Beweisanträgen betrifft - die Anwendung des massgeblichen kantonalen Verfahrensrechts (Art. 43 Abs. 1 und 2 OG).