Citation: 1A.276/2005 24.03.2006 E. 2

2.1 Der Beschwerdeführer macht geltend, die Ablehnung einer - über den Ersatz der Heilungskosten von Fr. 1'347.-- hinausgehenden - Entschädigung verletze Art. 11 ff. OHG. Die Vorinstanz kommt nach eingehender Würdigung zum Schluss, dass der Beschwerdeführer einen Schadenersatzanspruch weder für vergangenen noch künftigen Erwerbsausfall hat. Ihre Ausführungen dazu (angefochtenes Urteil S. 6 ff.) verletzen kein Bundesrecht. Darauf kann verwiesen werden (Art. 36a Abs. 3 OG). Die Vorinstanz hat sodann die Übernahme weiterer Heilungskosten abgelehnt. Sie erwägt (S. 11), es bestünden keine Anhaltspunkte dafür, dass der Beschwerdeführer über den 15. März 1999 bzw. den Abbruch der Therapie hinaus in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt gewesen wäre. Zu seiner psychischen Verfassung mache er ebenfalls keine konkreten Angaben. Er habe sich keiner Behandlung unterzogen. Auch sonst bestünden keine Anhaltspunkte dafür, dass er an weiteren ereignisbedingten gesundheitlichen Störungen gelitten habe. Es sei daher weder ersichtlich noch geltend gemacht, inwiefern ein entsprechender Schaden des Beschwerdeführers bestehe. Das angefochtene Urteil ist auch insoweit bundesrechtlich nicht zu beanstanden. 2.2 Der Beschwerdeführer macht geltend, er habe Anspruch auf Ersatz des Haushaltschadens. Da in der Opferhilfe der Untersuchungsgrundsatz gelte, hätten die Behörden diese Schadensposition von Amtes wegen berücksichtigen und den Beschwerdeführer darauf hinweisen müssen. Der Beschwerdeführer hat in seinem Gesuch vom 19. Dezember 2000 keinen Haushaltschaden geltend gemacht. Ebenso wenig taten er bzw. sein Rechtsbeistand dies bei der Anhörung durch die Vorinstanz vom 4. Juli 2005. Der Beschwerdeführer räumt das (Beschwerde S. 26 E.1. Ziff. 3) ein. Damit verhält er sich widersprüchlich und verstösst es gegen Treu und Glauben, wenn er den kantonalen Behörden nun vorwirft, sie hätten prüfen müssen, ob ein Haushaltschaden zu ersetzen sei. Unter den gegebenen Umständen hatten die kantonalen Behörden keinen Anlass, die Frage eines Haushaltschadens von Amtes wegen zu prüfen. Denn dafür bestanden keine konkreten Anhaltspunkte. Der Beschwerdeführer wohnt bei der Mutter. Eine bleibende Beeinträchtigung seiner Gesundheit ist zudem weder dargetan noch ersichtlich. Die Behörde ist nicht gehalten, allen erdenklichen Möglichkeiten, für welche in den Akten keine Anhaltspunkte bestehen, nachzugehen (Peter Gomm, in: Gomm/Zehntner [Hrsg.], Kommentar zum Opferhilfegesetz, Bern 2005, Art. 16 OHG N. 11, mit Hinweis). 2.3 Der Beschwerdeführer bringt vor, die Vorinstanz habe ihr Ermessen missbraucht, indem sie ihm eine Genugtuung von lediglich Fr. 6'000.-- zugesprochen habe. Der Einwand ist unbegründet. Die Vorinstanz hat sich (S. 12 ff.) eingehend mit der Frage der Genugtuung auseinander gesetzt. Sie kommt zum Schluss, der Fall sei im leichten Bereich der gesamten Bandbreite der genugtuungswürdigen Fälle anzusiedeln; die von der Kantonalen Opferhilfestelle zugesprochene Genugtuung erscheine - im Vergleich zu anderen Fällen - als eher grosszügig; eine höhere Genugtuung sei nicht angebracht. Das angefochtene Urteil verletzt auch insoweit kein Bundesrecht. Die zugesprochene Genugtuung liegt aus den von der Vorinstanz genannten Gründen jedenfalls im Ermessensbereich. Auf ihre Erwägungen kann wiederum verwiesen werden (Art. 36a Abs. 3 OG). 2.4 Der Beschwerdeführer macht geltend, die Vorinstanz habe den Sachverhalt unrichtig und unvollständig festgestellt. Sie habe die Würdigung von ihm angebotener Beweise abgelehnt. Insoweit rügt er auch eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör nach Art. 29 Abs. 2 BV. Der Beschwerdeführer und sein Rechtsbeistand hatten in der vorinstanzlichen Verhandlung vom 4. Juli 2005 Gelegenheit, sich umfassend zur Sache zu äussern. Sie haben das auch getan. Die Vorinstanz hat sich mit ihren Ausführungen hinreichend auseinander gesetzt. Sie hat weder den Sachverhalt im Sinne von Art. 105 Abs. 2 OG offensichtlich unrichtig oder unvollständig festgestellt noch den Anspruch des Beschwerdeführers auf rechtliches Gehör verletzt. Die Beschwerde ist auch im vorliegenden Punkt unbehelflich. Soweit der Beschwerdeführer einen Verstoss gegen Treu und Glauben (Art. 9 BV) rügt, decken sich seine Vorbringen in der Sache mit jenen zum rechtlichen Gehör. Der Rüge kommt keine selbständige Bedeutung zu. Dasselbe gilt, soweit der Beschwerdeführer vorbringt, mit der Verweigerung des Rechts auf Beweis hätten die kantonalen Behörden das sich aus Art. 6 Ziff. 1 EMRK ergebende Recht auf "fair hearing" verletzt. Es kann auf das oben Gesagte verwiesen werden. 2.5 Dafür, dass die kantonalen Behörden den Beschwerdeführer in einer Art. 3 EMRK verletzenden Weise unmenschlich oder erniedrigend behandelt hätten, bestehen keinerlei Anhaltspunkte. Die entsprechende Rüge geht offensichtlich fehl.