Citation: 1C_326/2021 E. 3.1

3.1. Der Beschwerdeführer bestreitet nicht, beim Vorfall vom 30. August 2020 den objektiven Tatbestand von Art. 16b Abs. 1 lit. c SVG erfüllt zu haben. Er behauptet jedoch, der subjektive Tatbestand sei nicht gegeben. Er habe damals keine Kenntnis von der Entzugsverfügung vom 17. August 2020 gehabt und auch keine Kenntnis haben müssen. Zwar stellt er nicht in Abrede, dass am 25. August 2020 die siebentägige Abholfrist für die per Einschreiben versandte und von ihm nicht abgeholte Verfügung vom 17. August 2020 endete. Nach seiner Meinung kann ihm aber die damit verbundene Zustellfiktion und die Wirksamkeit jener Verfügung nicht entgegengehalten werden, weil zwischen dem SVSA und ihm damals kein Prozessrechtsverhältnis bestanden habe. Das SVSA habe im Vorfeld mehrere Male versucht, ihn postalisch wegen der anstehenden medizinischen Kontrolluntersuchung zu erreichen. Dabei habe es bloss A-Post- oder A-Post Plus-Schreiben verwendet. Damit könne kein Prozessrechtsverhältnis begründet werden. Er habe folglich nicht dafür sorgen müssen, dass ihm eine Entzugsverfügung zugestellt werden könne. Zu Unrecht habe ihm die Vorinstanz ein fahrlässiges Fahren trotz Ausweisentzugs angelastet. Damit habe die Vorinstanz nicht nur Art. 16b Abs. 1 lit. c SVG verletzt, sondern auch die Art. 16 und 44 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) betreffend das Prozessrechtsverhältnis und die Zustellfiktion willkürlich angewendet.