Citation: 1P.541/2005 26.09.2005 E. 3

3.1 Als erstes macht der Beschwerdeführer geltend, der spezielle Haftgrund der Fluchtgefahr sei nicht gegeben. 3.2 Nach der Rechtsprechung braucht es für die Annahme von Fluchtgefahr eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass sich der Angeschuldigte, wenn er in Freiheit wäre, der Strafverfolgung und dem Vollzug der Strafe durch Flucht entziehen würde. Die Schwere der drohenden Strafe darf als ein Indiz für Fluchtgefahr gewertet werden. Sie genügt jedoch für sich allein nicht, um den Haftgrund zu bejahen. Vielmehr müssen die konkreten Umstände des betreffenden Falles, insbesondere die gesamten Lebensverhältnisse des Angeschuldigten, in Betracht gezogen werden (BGE 125 I 60 E. 3a S. 62; 117 Ia 69 E. 4a S. 70, je mit Hinweisen). So ist es zulässig, die familiären und sozialen Bindungen des Häftlings, dessen berufliche Situation und Schulden sowie Kontakte ins Ausland und Ähnliches mitzuberücksichtigen. Auch bei einer befürchteten Ausreise in ein Land, das den Angeschuldigten grundsätzlich an die Schweiz ausliefern bzw. stellvertretend verfolgen könnte, ist die Annahme von Fluchtgefahr nicht ausgeschlossen (BGE 123 I 31 E. 3d S. 36 f.). 3.3 Das Obergericht führt bezüglich der Fluchtgefahr aus, dass der Beschwerdeführer gemäss Anklageschrift mit einer Zuchthausstrafe von zwölf Jahren rechnen müsse. Auch sei eine Flucht ins Ausland deshalb nicht auszuschliessen, weil der Beschwerdeführer Repressalien der Hintermänner aus dem zwielichtigen Milieu, in dem er verkehre, befürchten müsse. Diese Umstände würden die Annahme von Fluchtgefahr nach wie vor rechtfertigen. 3.4 Der Beschwerdeführer bringt dagegen vor, dass er bereits nach seiner Entlassung im April 2002 von der Möglichkeit der Flucht hätte Gebrauch machen können. Er habe dies nicht getan, obwohl er bereits im damaligen Zeitpunkt mit einer hohen Strafe habe rechnen müssen und obwohl bereits damals die Gefahr von Repressalien aus dem zwielichtigen Milieu, in dem er nach Auffassung des Obergerichts verkehre, bestanden hätte. Diese Argumente vermögen die vom Obergericht vorgenommene Würdigung der Umstände, die auf eine Fluchtgefahr hindeuten, nicht als falsch erscheinen lassen. Der Beschwerdeführer verkennt, dass sein deliktisches Verhalten nach der Haftentlassung im April 2002 sich strafschärfend auswirken wird, was die Fluchtgefahr erhöht. Hinzu kommt, dass er selbst angab, von der Gegenpartei und Personen aus deren Umfeld bedroht zu werden (vgl. Rekursentscheid vom 11. November 2004, E. 2.3). Diesen Umstand, der ebenfalls für die Annahme von Fluchtgefahr spricht, kann er nun nicht in Abrede stellen. Sodann ist der Vernehmlassung der Staatsanwaltschaft zu entnehmen, dass die Ehefrau des Beschwerdeführers mittlerweile Reisepässe für die gemeinsamen Kinder ausfertigen liess. Der Beschwerdeführer hat diese Tatsache in der Replik nicht bestritten. Daraus, dass seine Familie in der Schweiz lebt, kann deshalb kaum mehr etwas zugunsten des Beschwerdeführers abgeleitet werden. Die Annahme von Fluchtgefahr ist somit insgesamt gerechtfertigt.