Citation: 8C_140/2009 09.06.2009 E. 4

4.1 Streitig und zu prüfen ist, ob nebst der somatischen auch eine unfallbedingte psychische Gesundheitsschädigung vorliegt, welche eine Erhöhung der Invalidenrente und der Integritätsentschädigung zu rechtfertigen vermag. Die SUVA hat dies mit der Begründung verneint, es fehle jedenfalls an der adäquaten Unfallkausalität einer allfälligen psychischen Störung. Das kantonale Gericht hat einen psychischen Gesundheitsschaden, welcher eine Invalidität und eine Integritätseinbusse bewirke, überhaupt ausgeschlossen. Demgegenüber macht der Versicherte geltend, er leide an einem natürlich und adäquat unfallkausalen psychischen Gesundheitsschaden. Dieser sei invalidisierend und beeinträchtige die Integrität. 4.2 Das kantonale Gericht hat erwogen, das anlässlich des stationären Aufenthaltes in der Klinik Y.________ am 3. Oktober 2005 durchgeführte psychosomatische Konsilium habe einen leicht verminderten Antrieb und eine etwas herabgesetzte Stimmung ergeben. Relevante pathologische Befunde hätten von den Experten nicht erhoben werden können. Diese hätten vielmehr psychisch intakte Grundfunktionen festgestellt. Nichts anderes ergebe sich aus dem vom Versicherten eingeholten Bericht des Dr. med. B.________, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 11. August 2007. Die darin gestellte Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung und die damit begründete Bestätigung einer hälftigen Arbeitsunfähigkeit überzeugten nicht. Diese Beurteilung beruht auf einer zutreffenden Würdigung der Sach- und Rechtslage. Das kantonale Gericht hat namentlich auch berücksichtigt, dass die Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung anamnestisch ein traumatisierendes Ereignis von aussergewöhnlicher Schwere voraussetzt (vgl. DILLING/MOMBOUR/SCHMIDT, Internationale Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch-diagnostische Leitlinien, 6. Aufl. 2008, S. 184; vgl. auch Urteil 8C_248/2007 vom 4. August 2008 E. 5.6.1). Ein so gravierendes Ereignis kann in dem hier gegebenen, einfachen Sturz nach Ausrutschen auf glattem Untergrund nicht gesehen werden. Im Bericht des Dr. med. B.________ finden sich denn auch keine Ausführungen dazu, weshalb der Sturz psychisch besonders belastend gewesen sein soll. Der Psychiater begründet die von ihm gestellte Diagnose im Wesentlichen mit einer inadäquat heftigen Reaktion, welche der Versicherte auf die Erwähnung oder gar Beschreibung des Unfallereignisses zeige. Das vermag nicht zu überzeugen. 4.3 Was in der Beschwerde vorgebracht wird, führt zu keiner anderen Betrachtungsweise. 4.3.1 Weder mit der Symptomausweitung, welche gemäss Bericht der Klinik Y.________ vom 15. Dezember 2006 bei der Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) festgestellt wurde, noch mit den im Bericht des behandelnden Arztes Dr. med. P.________, FMH Innere Medizin und Rheumatologie, vom 16. Januar 2007 erwähnten dysfunktionalen Umgangs- und Bewältigungsmustern der Symptomatik ist eine relevante psychische Störung dargetan. Gleiches gilt für die anlässlich des psychiatrischen Konsiliums an der Klinik Y.________ vom 3. Oktober 2005 gestellten Diagnosen einer leichten Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion, zumal letztere einen längstens zwei Jahre dauernden, lediglich leichten depressiven Zustand umschreibt (vgl. DILLING/MOMBOUR/SCHMIDT, a.a.O., S. 186). Die im Konsilium erwähnten Befunde wurden denn auch im Austrittsbericht der Klinik Y.________ vom 4. Oktober 2005 nicht als relevante Diagnosen erwähnt. Was sodann den Bericht des Dr. med. B.________ vom 9. Januar 2008 betrifft, hat es mit der Feststellung sein Bewenden, dass der Psychiater im Wesentlichen seine Äusserungen im erwähnten Bericht vom 11. August 2007 (E. 4.2 hievor) wiederholt. 4.3.2 In der Beschwerde wird weiter ausgeführt, die Invalidenversicherung habe eine psychiatrische Begutachtung veranlasst. Der Versicherte werde die entsprechende Expertise nachreichen. Da diese nicht der Abklärung der Unfallkausalität diene, müsse sodann auch hiezu ein ergänzendes psychiatrisches Gutachten eingeholt werden. Mit Eingabe vom 24. April 2009 reicht der Versicherte das der Invalidenversicherung erstattete psychiatrisch-psychotherapeutische Gutachten des Dr. med. K.________, Psychiatrie und Psychotherapie, vom 12. Februar 2009 nach. Darin wird die Diagnose einer leichten depressiven Episode ohne somatisches Syndrom (ICD-10: F 32.00) und ohne Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit gestellt. Der Experte verneint zudem ausdrücklich das Vorliegen einer posttraumatischen Belastungsstörung. Das Gutachten bestätigt somit den hier angefochtenen Entscheid. Daran ändert nichts, dass es von der Invalidenversicherung eingeholt wurde und sich dementsprechend nicht zur (Unfall-)Kausalität der psychischen Problematik äussert. Denn wenn diese Problematik keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zur Folge hat, kann auch eine UV-rentenbegründende Invalidität ohne Weiterungen zur Kausalitätsfrage verneint werden. Gleiches gilt in Bezug auf den Anspruch auf Integritätsentschädigung, liegt doch auch kein die Integrität beeinträchtigendes psychisches Leiden vor. Die beantragten weiteren Abklärungen zur Unfallkausalität wie auch zur Frage des Einflusses der geltend gemachten psychischen Problematik auf die physischen Beschwerden (E. 3 hievor) können somit unterbleiben. Entgegen der in der Eingabe vom 24. April 2009 vertretenen Auffassung ist auch nicht angezeigt, das vorliegende Verfahren zu sistieren. Begründet wird der entsprechende Antrag damit, die Expertise vom 12. Februar 2009 überzeuge nicht, weshalb im Invalidenversicherungs-Verfahren eine weitere interdisziplinäre, insbesondere auch psychiatrische Begutachtung verlangt werde. Dass dieses Beweisbegehren eine Expertenaussage zur Folge haben wird, welche entgegen den bereits vorhandenen medizinischen Akten die Annahme eines unfallkausalen erheblichen psychischen Gesundsschadens verlässlich zu stützen vermag, ist nicht wahrscheinlich. Auch wird weder geltend gemacht, dass nebst der Schulterverletzung weitere organisch nachweisbare Unfallfolgen bestehen sollen, noch sind diesbezüglich neue Erkenntnisse zu erwarten (vgl. E. 3 hievor). 4.3.3 Das kantonale Gericht hat somit einen psychischen Gesundheitsschaden, welcher auf eine höhere unfallbedingte Invalidität und Integritätseinbusse schliessen lassen könnte, zu Recht verneint. Auf die Ausführungen in der Beschwerde zur Kausalität eines solchen Gesundheitsschadens ist daher nicht einzugehen. Weiterungen zur Frage der Zulässigkeit der erst mit der Beschwerde resp. im weiteren Verfahrensverlauf eingereichten Berichte/Gutachten (vgl. Art. 99 Abs. 1 BGG, zur Publikation in der Amtlichen Sammlung bestimmtes Urteil 8C_934/2008 vom 17. März 2009) des Dr. med. B.________ vom 9. Januar 2008 und des Dr. med. K.________ vom 9. Februar 2009 erübrigen sich ebenfalls. Zudem ist von ergänzenden medizinischen Abklärungen abzusehen, da diese keinen entscheidrelevanten neuen Aufschluss versprechen. An diesem Ergebnis vermögen sämtliche weiteren Vorbringen des Versicherten nichts zu ändern.