Citation: 5A_426/2018 E. 2.1

2.1. Umstritten ist das Gesuch des Beschwerdeführers, die Ehe der Parteien in einem Teilurteil sofort zu scheiden. Ausgehend von Art. 283 Abs. 1 ZPO, wonach das Gericht im Entscheid über die Ehescheidung auch über deren Folgen befindet (sog. Grundsatz der Einheit des Scheidungsurteils), ist das Obergericht zum Schluss gelangt, die schweizerische Rechtsordnung sehe ein separates Teilurteil in Bezug auf den Scheidungspunkt nicht vor. Ein Anspruch auf ein Teilurteil könne sich aber aus dem Recht auf Ehe (Art. 12 EMRK; Art. 14 BV) ergeben. Eine Ausnahme vom Grundsatz der Einheit des Scheidungsurteils sei dort möglich, wo die Scheidung liquid sei, sich die Auseinandersetzung über die Scheidungsfolgen überlang dahinziehe und das Gericht oder die Gegenpartei in vorwerfbarer Weise zu der Verfahrensverzögerung beigetragen habe. Auf eine Verletzung des Rechts auf Ehe könne sich aber nur berufen, wer selbst keine Verfahrensverzögerungen verursacht habe. Der Beschwerdeführer habe zwar (sinngemäss) eine Verfahrensverzögerung durch die Erstinstanz geltend gemacht und dieser eine ineffiziente Prozessführung vorgeworfen. Auch habe er die Beschwerdegegnerin für das lange Verfahren verantwortlich gemacht. Konkrete Anhaltspunkte oder Beispiele für eine Prozessverschleppung durch das Gericht oder die Beschwerdegegnerin habe er jedoch keine vorgebracht, und zwar auch nicht im erstinstanzlichen Verfahren. Der Beschwerdeführer habe es unterlassen, konkrete Verfahrensfehler des Bezirksgerichts substanziiert aufzuzeigen. Allein die lange Dauer deserstinstanzlichen Verfahrens bedeute noch keine Prozessverschleppung durch das Gericht. Alles in allem habe der Beschwerdeführer die für eine Verweisung des Scheidungspunktes in ein Separatverfahren notwendigen Voraussetzungen nicht substanziiert dargelegt. Ebenso wenig habe er konkret aufgezeigt, dass eine Rechtsverzögerung oder Rechtsverweigerung vorliegen würde.