Citation: 6B_1198/2019 E. 4.2

4.2. Für die Beurteilung des Wiederherstellungsgesuchs ist entscheidend, ob der Beschwerdeführer während der ihm gesetzten 20-tägigen Frist vom 11. April bis zum 30. April 2019 (kant. Akten, act. OG GD 8) gesundheitlich dazu in der Lage war, eine Berufungsbegründung einzureichen. Hierzu äussert sich die Vorinstanz weder in tatsächlicher noch rechtlicher Hinsicht, weshalb die Sache diesbezüglich auch vom Bundesgericht nicht beurteilt werden kann. Dass der Beschwerdeführer sich nach Eröffnung des Abschreibungsentscheides vom 6. Mai 2019 mehrmals telefonisch mit der Vorinstanz in Verbindung gesetzt haben soll, ist allenfalls für die Frage von Relevanz, ob das Gesuch um Wiederherstellung der Frist zur Berufungsbegründung gemäss Art. 94 Abs. 2 StPO innert 30 Tagen nach Wegfall des Säumnisgrundes eingereicht wurde. Anzumerken ist insoweit, dass der Beschwerdeführer bestreitet, in dem von der Vorinstanz erwähnten Zeitraum telefonisch Kontakt aufgenommen zu haben und diese Telefonate in den Verfahrensakten auch nicht dokumentiert oder vermerkt sind. Die Akten enthalten lediglich eine Notiz zu einer telefonischen Anfrage des Beschwerdeführers vom 16. August 2019 (kant Akten, act. OG GD 4). Im Strafverfahren gilt die Dokumentationspflicht. Danach sind alle verfahrensmässig relevanten Vorgänge von den Behörden in geeigneter Form festzuhalten und die entsprechenden Aufzeichnungen in die Strafakten zu integrieren (BGE 143 IV 408 E. 8.2 f.; Botschaft zur Vereinheitlichung des Strafprozessrechts vom 21. Dezember 2005, BBl 2006, 1155). Da anhand der Aktenlage nicht erstellt und überprüfbar ist, dass und allenfalls wann Telefongespräche zwischen der Eröffnung der Präsidialverfügung und der Einreichung des Wiederherstellungsgesuchs stattfgefunden haben, kann offenbleiben, ob eine allfällige telefonische Kontaktaufnahme belegt, der Beschwerdeführer sei nach dem 6. Mai 2019 in der Lage gewesen, Beschwerde an das Bundesgericht zu führen respektive bei der Vorinstanz ein Fristwiederherstellungsgesuch nebst Berufungserklärung einzureichen. Dies erscheint angesichts des dem Wiederherstellungsgesuch beigelegten, von der Vorinstanz jedoch nicht berücksichtigten Arztzeugnisses, wonach der Beschwerdeführer sich seit Februar 2018 einer Chemotherapie unterzieht, zwei grössere Operationen hatte, sein Allgemeinzustand aufgrund der Erkrankung/Therapie teilweise deutlich reduziert und er mithin nicht immer voll prozessfähig ist, fraglich und bedürfte zumindest einer eingehenden Begründung. Ob das Wiederherstellungsgesuch fristgerecht eingereicht und begründet ist, kann jedoch offenbleiben, wenn auf die Berufung eingetreten wird und diese sich im Rahmen der gemäss Art. 398 Abs. 4 StPO eingeschränkten Prüfungskognition ohnehin als unbegründet erweisen sollte.