Citation: 7B_985/2024 E. 2.4.2

2.4.2. Wie vom Beschwerdeführer zutreffend vorgebracht, ist diese Äusserung jedoch nicht isoliert, sondern zusammen mit den weiteren geltend gemachten Umständen als Gesamtbild zu würdigen. Diesbezüglich stellt die Vorinstanz gestützt auf die Audioaufnahme der Verhandlung an drei Stellen "dezente Geräusche" fest, die sich am ehesten als Räuspern, Atemholen oder hörbares Ausatmen beschreiben liessen. An einer Stelle sei zudem ein kurzes, aspiriertes Lachen hörbar. Auch wenn diese Geräusche offenbar im Anschluss an Aussagen des Beschwerdeführers bzw. Äusserungen der Verteidigung zu hören waren, erblickt die Vorinstanz darin keine gegen den Beschwerdeführer gerichtete Missbilligung. Die Reaktionen des Beschwerdegegners hätten immer einen Bezug zur Sache gehabt und seien nicht beleidigend oder persönlich herabsetzend gewesen. Anzeichen einer feindlichen Gesinnung gegenüber dem Beschwerdeführer oder der Verteidigung seien nicht ersichtlich. Dem widerspricht der Beschwerdeführer grundsätzlich nicht, er wirft der Vorinstanz aber vor, die nonverbalen Meinungsäusserungen des Beschwerdegegners und den Gesamteindruck nicht zu berücksichtigen. Diese weiteren, angeblich ungebührenden Verhaltensweisen substanziiert er jedoch nicht in einer den bundesgerichtlichen Begründungsanforderungen genügenden Weise. So erwähnt er weitere "vom Beschwerdegegner eingestandene" Lacher, ohne aber darzulegen, in welchem Zusammenhang diese ergangen sein sollen. Stattdessen wirft er der Vorinstanz vor, sich nicht mit den Gründen für die Äusserungen auseinanderzusetzen. Dieser Vorwurf fällt jedoch insofern auf ihn zurück, als er nicht konkretisiert, welche Äusserungen oder Lacher als Reaktion auf was, das heisst etwa auf welche seiner Aussagen oder auf welche Ausführungen seiner Verteidigung wie oft etc. er wahrgenommen haben will. Gleiches gilt für das angebliche Kopfschütteln und Augenverdrehen. Da in der Beschwerde nur pauschal von solchen Verhaltensweisen die Rede ist, sind die dortigen Ausführungen zu wenig substanziiert, um daraus auf eine schwere Verfehlung des Beschwerdegegners bzw. eine eigentliche Abneigung und Geringschätzung im Sinne der Rechtsprechung schliessen zu können. Damit geht auch der an die Adresse der Vorinstanz gerichtete Vorwurf der Gehörsverletzung und implizit der unzulässigen antizipierten Beweiswürdigung fehl, denn ohne nähere Umschreibung der angeblichen Verfehlungen lässt sich auch nicht beurteilen, ob die Vorinstanz darüber hätte Beweis führen müssen. Die übrigen Elemente unterzieht die Vorinstanz sodann sehr wohl einer Gesamtwürdigung. Wenn sie dabei zum Schluss gelangt, Richterinnen und Richter seien zwar zu einer zurückhaltenden, gelassenen Ausdrucksweise angehalten, müssten sich aber nicht jeglicher hörbarer Reaktionen enthalten, steht dies im Einklang mit der bundesgerichtlichen Rechtsprechung (vgl. Urteil 1B_214/2016 vom 28. Juli 2026 E. 3.4 mit Hinweisen). Dass die Äusserungen des Beschwerdegegners gegen die Person des Beschwerdeführers gerichtet gewesen wären bzw. kränkende oder beleidigende Werturteile beinhaltet hätten, ist mit der Vorinstanz nicht ersichtlich. Selbst wenn das Verhalten des Beschwerdegegners das Gebot der Sachlichkeit in der Gesamtschau nicht gänzlich gewahrt haben sollte, erfüllt dies den geltend gemachten Ausstandsgrund somit nicht.