Citation: 1C_286/2021 E. 4.3

4.3. Das Überholmanöver des Beschwerdeführers wäre, wenn es in der Schweiz ausgeführt worden wäre, mit Blick auf die ausgesprochen hohe Fahrgeschwindigkeit, das deutlich erkennbare Entgegenkommen eines anderen Fahrzeuges und den geringen Seitenabstand zu den beiden Personenwagen ohne Weiteres als waghalsiges Überholen im Sinne von Art. 90 Abs. 3 SVG zu qualifizieren. Auch muss angesichts dieser Tatumstände davon ausgegangen werden, dass er schon allein durch dieses waghalsige Überholen im Sinne von Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG durch eine grobe Verletzung von Verkehrsregeln eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervorgerufen oder in Kauf genommen hat. Daran nichts ändern kann die nach dem deutschen Recht vorgenommene Würdigung des Amtsgerichts Waldshut-Tiengen, wonach der Beschwerdeführer die Gefahr bloss fahrlässig verursacht habe. Er hat damit auf jeden Fall eine nach schweizerischem Recht als schwere Widerhandlung im Sinne von Art. 16c SVG zu qualifizierende Tat begangen. Ob er sich im Falle, dass die Tat in der Schweiz verübt worden wäre, zusätzlich auch einer besonders krassen Missachtung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit gemäss Art. 90 Abs. 4 SVG schuldig gemacht hätte, spielt folglich keine Rolle. Die weiteren Erfordernisse für einen Entzug des Führersausweises gestützt auf Art. 16c Abs. 1 SVG sind unbestrittenermassen erfüllt.