Citation: U 250/03 17.06.2004 E. A

Der 1962 geborene U.________ arbeitete seit 3. Februar 1986 bei der Firma H.________, als Schaler und war bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) unfallversichert. Am 5. März 1986 zog er sich bei einem Autounfall nebst einem Thoraxtrauma eine Aortenruptur zu. Diese wurde mittels Thoracotomie und Dacrongraft operativ behoben. Während des Eingriffs erlitt der Versicherte im Anschluss an eine Bluttransfusion einen anaphylaktischen Schock, der zu einem Blutdruckabfall führte. Die Rehabilitationsklinik X.________ attestierte ihm nach seinem Aufenthalt vom 12. Mai bis 6. Juni 1986 in Absprache mit dem Arbeitgeber ab 30. Juni 1986 eine ganztägige Arbeitsfähigkeit von 50 % mit Steigerung auf 75 % ab 14. Juli 1986 (Bericht vom 12. Juni 1986). In der Folge litt der Versicherte an zunehmenden Beschwerden (Erschöpfung am Mittag, sofortiges Einschlafen in den Ruhepausen, Schwindel, Brechreiz sowie Lähmungsgefühl und Schmerzen in der rechten Hüfte), so dass er die geplante Arbeitsleistung nicht zu erbringen vermochte und ihm der Hausarzt Dr. med. S.________, Allgemeine Medizin FMH, ab 18. August 1986 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bescheinigte. Am 18. Juni 1987 informierte der Versicherte den Kreisarzt Dr. med. B.________, er arbeite seit 4. Mai 1987 wieder voll, allerdings verspüre er sowohl im Bereich der Narbe an der linken Brustseite als auch im Rücken noch Schmerzen. Dr. med. B.________ bezeichnete den klinischen Befund als überaus befriedigend. Mit Verfügung vom 2. August 1988 sprach die SUVA dem Versicherten eine Integritätsentschädigung von 10 % zu. Vom 14. bis 16 Dezember 1989 war er im Krankenhaus Y.________ hospitalisiert, wo am 15. Dezember 1989 eine Narbenrevision am Thorax erfolgte. Seit 1. Dezember 1991 arbeitete er zu 100 % als Schaler bei der Firma F.________ AG. Am 27. Januar und 25. April 1992 liess er durch die Arbeitgeberin wegen Rückenschmerzen einen Rückfall zum Unfall vom 5. März 1986 melden. Mit Verweis auf Kopf-, Rücken- und elektrisierende Schmerzen bei gebückter Haltung sowie leicht eingeschränkter Beweglichkeit der Halswirbelsäule (HWS) und Periostose am Beckenkamm dorsal rechts diagnostizierte Dr. med. S.________ posttraumatische Tendinosen als Unfallfolgen (Berichte vom 1. Februar, 8. März und 1. Mai 1992). Am 22. April 1992 wurde der Versicherte in der Klinik für Herzgefässchirurgie des Spitals Q.________ untersucht, wo keine klinischen Anhaltspunkte gefunden wurden, welche die geschilderten Beschwerden erklären könnten. Das am Röntgendiagnostischen Zentralinstitut des Spitals Q.________ durchgeführte CT des Thorax, des Beckens und der Lendenwirbelsäule (LWS) vom 29. Juni 1992 ergab keine pathologischen Befunde. Ab 17. August 1992 ging Dr. med. S.________ von einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit als Schaler aus. Ab 18. August 1992 arbeitete der Versicherte nicht mehr, da ein Arbeitsversuch gescheitert sei. Bei der kreisärztlichen Untersuchung vom 7. September 1992 wurden ausser einem Knacken im linken Schultergelenk und einer geringgradigen Laxität keine krankhaften Befunde erhoben. Vom 22. September bis 20. November 1992 hielt sich der Versicherte zur Therapie der linken Schulter und zur Berufserprobung in der Rehabilitationsklinik X.________ auf, wo die neuropsychologische Untersuchung eine leichte bis mittelschwere Hirnfunktionsstörung zeigte. Weiter wurden eine Schwäche der rechten Körperseite und Schmerzen im Bereich der linken Schulter und der rechten Hüfte diagnostiziert (Austrittsbericht vom 23. November 1992). Vom 14. Dezember 1992 bis 8. Februar 1993 war der Versicherte im Spital Z.________ in ambulanter Behandlung. Im Hinblick auf eine später zu erwartende Integritätsentschädigung bezahlte ihm die SUVA am 11. Dezember 1992 Fr. 10'000.- als Vorschuss. Am 1. Dezember 1993 vertrat Dr. med. I.________, Facharzt für Chirurgie, Abteilung Unfallmedizin der SUVA, die Auffassung, dass kein Dauerschaden als Folge des Unfalls von 1986 zu erkennen sei. Die leistungsvermindernden Rücken- und HWS-Beschwerden seien "mit mindester Wahrscheinlichkeit" nicht als unfallbedingt zu betrachten. Dr. med. A.________, Spezialarzt FMH für Chirurgie, Abteilung Unfallmedizin der SUVA, nahm am 17. Dezember 1993 Stellung zur Frage der Ursache der leichten bis mittelschweren neuropsychologischen Funktionsstörung und bezeichnete einen Kausalzusammenhang mit dem Unfall vom 5. März 1986 sowie mit dessen Behandlung und Heilungsverlauf lediglich als möglich. Gestützt auf diese beiden Beurteilungen erliess die SUVA am 6. Januar 1994 zwei Verfügungen, mit denen sie einerseits den am 11. Dezember 1992 ausgerichteten Vorschuss zurückforderte und andererseits die Heilkosten- und Taggeldleistungen mangels Unfallfolgen per 31. Januar 1994 einstellte. Die dagegen erhobene Einsprache wies sie nach Einholung eines Gutachtens der Neurologischen Klinik und Poliklinik des Spitals Q.________ vom 1. Dezember 1994 sowie einer dazu abgegebenen Stellungnahme des Dr. med. A.________ vom 9. Januar 1995 mit Entscheid vom 7. Februar 1995 ab. Hiegegen erhob der Versicherte Beschwerde und beantragte, es sei ihm bei einer Erwerbsunfähigkeit von 70 % mit Wirkung ab 1. Februar 1994 eine Invalidenrente sowie unter Anrechnung des Vorschusses von Fr. 10'000.- eine Integritätsentschädigung von Fr. 40'000.- zuzusprechen. Das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich hiess die Beschwerde in dem Sinne teilweise gut, dass es den Entscheid vom 7. Februar 1995 aufhob und die Sache an die SUVA zurückwies, damit sie nach Abklärungen im Sinne der Erwägungen über den Renten- und/oder Integritätsentschädigungsanspruch neu verfüge (Entscheid vom 8. Dezember 1997). Die hiegegen erhobene Verwaltungsgerichtsbeschwerde hiess das Eidgenössische Versicherungsgericht teilweise gut und hob den Entscheid auf, insoweit damit eine Leistungspflicht wegen Nacken-, Rücken- und Hüftschmerzen abgelehnt wurde; es wies die Sache an die SUVA zurück, damit sie, nach erfolgter Abklärung im Sinne der Erwägungen, über Leistungen wegen der genannten Beschwerden neu verfüge. Die SUVA wurde aufgefordert, ein Gutachten einer unabhängigen Fachperson hinsichtlich des natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfall und den Hüft-, Rücken- sowie Nackenbeschwerden einzuholen (Urteil vom 31. März 1999). Die SUVA zog ein zuhanden der Invalidenversicherung erstelltes Gutachten der Medizinischen Abklärungsstelle (MEDAS) vom 21. April 1999 sowie einen Bericht des Dr. med. A.________ vom 14. Januar 2000 bei. Mit Verfügung vom 22. März 2000 sprach sie dem Versicherten aufgrund des Unfalls vom 5. März 1986 ab 1. Februar 1994 eine Invalidenrente bei einer Erwerbsunfähigkeit von 50 % und eine Integritätsentschädigung von 45 % zu. Weiter stellte sie fest, zwischen dem Unfall und den Hüft-, Rücken- sowie Nackenbeschwerden bestehe kein Kausalzusammenhang. Auf Einsprache hin eröffnete sie dem Versicherten am 7. Juni 2000, die letztgenannte Feststellung werde aufgehoben und diesbezüglich ein neues Gutachten veranlasst. Nachdem die Expertise der Dres. med. W.________, Oberarzt, und R.________, Leitender Arzt, Rheumaklinik und Institut für Physikalische Medizin, Spital Q.________, am 26. September 2001 erstattet wurde, verneinte die SUVA erneut die Kausalität zwischen dem Unfall und den Hüft-, Rücken- sowie Nackenbeschwerden (Verfügung vom 31. Dezember 2001) und wies die dagegen erhobene Einsprache mit Entscheid vom 20. Juni 2002 ab.