Citation: 6B_552/2021 E. 2.7.3

2.7.3. Nachdem die Vorinstanz aufgrund der mangelnden Zumutbarkeit darauf schliesst, der Schutzbereich von Art. 8 Ziff. 1 EMRK sei betroffen, erscheint es widersprüchlich, wenn sie sich in der Interessenabwägung auf den Standpunkt stellt, der Ehefrau stehe es frei, den Beschwerdeführer für die beschränkte Dauer der Landesverweisung nach Slowenien zu begleiten, zumal sie keine unüberwindbaren Schwierigkeiten erwarten würden. Ihre Erwägungen sind nicht überzeugend, soweit sie diese damit begründet, die Ehefrau habe gemäss Protokoll der Berufungsverhandlung ausgesagt, den Beschwerdeführer nach Slowenien zu begleiten. Dem Protokoll ist zu entnehmen, dass die Ehefrau - die das Schweizer Bürgerrecht besitzt - auf die Frage, ob sie sich mit dem Ehemann darüber unterhalten habe, wie sich die Familie organisieren würde, wenn er die Schweiz verlassen müsse, mit "ich müsste mitgehen" antwortete. Daraus kann keineswegs geschlossen werden, sie sei bereit, ihren Ehemann für die Dauer der Landesverweisung mit den Töchtern nach Slowenien zu begleiten. Vielmehr ist im Lichte der vorgängig ausgeführten Rechtsprechung die Zumutbarkeit zu verneinen (vgl. Urteil des EGMR Boultif gegen Schweiz vom 2. August 2001, Nr. 54273/00, §§ 49 ff.; vgl. oben E. 2.7.1 mit Hinweisen). Die Ausführungen der Vorinstanz sind auch insoweit nicht stichhaltig, als sie zwar korrekt vorbringt, minderjährige Kinder würden bereits aus familienrechtlichen Gründen regelmässig das ausländerrechtliche Schicksal ihrer Eltern teilen und hätten das Land gegebenenfalls mit diesen zu verlassen, dabei jedoch übersieht, dass der Beschwerdeführer und seine Ehefrau das gemeinsame Sorgerecht über die minderjährigen Töchter haben, die über das Schweizer Bürgerrecht verfügen. Damit verfängt die Begründung, wonach die Töchter im anpassungsfähigen Alter seien und ihnen deshalb ein Umzug in das Heimatland des Vaters, Slowenien, zumutbar sei, nicht. Bei intakten familiären Verhältnissen mit gemeinsamem Sorge- und Obhutsrecht der Eltern führt die Landesverweisung zum Abbruch der eng gelebten Beziehung des Kindes zu einem Elternteil, wenn dem anderen, ebenfalls sorge- und obhutsberechtigten Elternteil ein Wegzug in das Heimatland des verurteilten Elternteils nicht zumutbar ist (vgl. E. 2.4.2 oben).