Citation: 1C_103/2021 E. 3.3

3.3. Dieser Auffassung kann nicht gefolgt werden. Wie dem angefochtenen Entscheid entnommen werden kann, hat die Vorinstanz einlässlich geprüft, ob die Organe des Brockenhauses eine Garantenstellung innegehabt hatten, aufgrund derer sie verpflichtet gewesen wären, allfällige Sicherheitsvorkehrungen in Bezug auf den Kaninchentöter zu treffen (vgl. E. 4.2 des angefochtenen Entscheids). Darauf kann verwiesen werden. Die Vorinstanz hat in Übereinstimmung mit der kantonalen Opferhilfestelle nachvollziehbar dargelegt, dass E.________ die Herrschaft über das zum Tode führende Geschehen innegehabt habe. Er habe jederzeit von der freiwilligen und ehrenamtlichen Reparatur bzw. Sichtung des Kaninchentöters Abstand nehmen können. Daran ändere auch nichts, dass er den Gegenstand allenfalls nicht als Waffe erkannt habe und es deshalb zum tragischen Ereignis gekommen sei. Er habe sich in freier Verantwortung einer Selbstgefährdung ausgesetzt. Die Organe des Brockenhauses seien jedenfalls nicht unmittelbar beteiligt und hätten ihn nicht gefährdet. Sie hätten folglich keine Garantenstellung innegehabt und es könne ihnen keine pflichtwidrige Untätigkeit vorgeworfen werden, die zum Tod von E.________ geführt habe. Dass die Vorinstanz das Vorliegen einer Straftat verneinte, ist nach dem Gesagten nicht zu beanstanden. Inwiefern die von den Beschwerdeführenden beantragte "Ergänzung/Präzisierung des Sachverhalts", wonach "der Verstorbene schon seit längerer Zeit für das Blaue Kreuz tätig war und für diese Organisation zuvor eingesammelte Gegenstände sichtete, prüfte und für einen späteren Verkauf wieder dem Brockenhaus aushändigte, was alles mit Wissen und Willen der Organe des Blauen Kreuzes geschehen sei", daran etwas ändern soll, ist nicht ersichtlich. Dies gilt umso mehr, als die Vorinstanz diese Tatsachen ohnehin berücksichtigte. Sie hielt fest, E.________ sei bereits seit 20 Jahren freiwillig und ehrenamtlich für das Blaue Kreuz tätig gewesen (vgl. E. 4.2 des angefochtenen Entscheids). Unbehelflich ist sodann auch der Einwand der Beschwerdeführenden, E.________ sei im Zeitpunkt des Ereignisses bereits über 70 Jahre alt gewesen. Anhaltspunkte, dass er nicht mehr in der Lage gewesen wäre, eigenverantwortlich zu handeln, werden von den Beschwerdeführenden nicht substanziiert geltend gemacht und sind auch nicht ersichtlich. Schliesslich steht die vorinstanzliche Schlussfolgerung in Übereinstimmung mit den Strafakten, insbesondere der Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft vom 6. August 2019. Darin wird festgehalten, die Untersuchung habe keinerlei Hinweise auf ein strafrechtlich relevantes Verhalten bzw. eine todesursächliche Fremdeinwirkung ergeben, weshalb das Verfahren einzustellen sei. Es sei davon auszugehen, dass E.________ in den Lauf des Kaninchentöters geschaut habe, als sich der Schuss gelöst habe. Der Schussverlauf spreche aus rechtsmedizinischer Sicht am ehesten für eine unfallmässige und nicht für eine suizidale Schussabgabe. Es kann den Vorinstanzen unter diesen Umständen auch nicht eine unvollständige Sachverhaltsfeststellung vorgeworfen werden, wenn sie auf die Anordnung weiterer Untersuchungsmassnahmen verzichtet haben. Aufgrund der vorinstanzlichen Feststellungen und der Strafakten ist davon auszugehen, dass es sich beim Tod von E.________ um einen tragischen, jedoch eigenverantwortlichen Unfall und nicht um eine Straftat gehandelt hat. Bei dieser Sachlage bestand folglich für die Vorinstanzen kein Anlass, weitere Untersuchungsmassnahmen anzuordnen, auch nicht im Zusammenhang mit einem allfälligen Organisationsverschulden seitens des Brockenhauses, wie von den Beschwerdeführenden vorgebracht. Die Vorinstanzen durften davon ausgehen, dass es an einer für den Nachweis der Opferstellung vorausgesetzten tatbestandsmässigen und rechtswidrigen Straftat fehlt. Der angefochtene Entscheid beruht weder auf einer unrichtigen noch auf einer ungenügenden Sachverhaltsfeststellung. Dass die Vorinstanzen das Gesuch um Gutsprache für die Übernahme der ungedeckten Kosten der anwaltlichen Vertretung abgewiesen haben, kann vorliegend daher nicht als unhaltbar bezeichnet werden.