Citation: 1C_497/2021 E. A

A.________ und B.________ führen Landwirtschaftsbetriebe und sind je Alleineigentümer der 167'809 m2 bzw. 95'540 m2 grossen Grundstücke Nr. 5017 bzw. Nr. 5016 des Grundbuchs der Gemeinde Gossau. Beide Grundstücke liegen in der Landwirtschaftszone, sind mit landwirtschaftlichen Gebäuden überbaut und teilweise als Fruchtfolgeflächen ausgeschieden. Südlich der beiden Grundstücke verläuft die Wilerstrasse (Kantonsstrasse) bzw. die Bergaustrasse (Gemeindestrasse 2. Klasse) sowie die Autobahn A1 (Nationalstrasse N1). Das Grundstück Nr. 5017 liegt zum grösseren Teil im Gewässerschutzbereich Au. Auf dem Grundstück sind gemäss kantonaler Gewässerschutzkarte die Quellen Nr. 204164T und Nr. 204164 erfasst. Die Wasserversorgung in der politischen Gemeinde Gossau erfolgt im Rahmen der öffentlichen Versorgung sowie mit kleineren privaten Versorgungen. Die Quelle Nr. 204164 ist auf dem Grundstück Nr. 5017 zu Gunsten des Grundstücks Nr. 5016 gefasst und in der kantonalen Gewässerschutzkarte eingetragen (Verwendungszweck: Trinkwasser für Privatgebrauch). An der Quelle Nr. 204164T, die ebenfalls in der kantonalen Gewässerschutzkarte eingetragen ist (Verwendungszweck: Wasserversorgung im öffentlichen Interesse), besteht gestützt auf eine Grunddienstbarkeit vom 14. Juli 1978 zugunsten der Grundstücke Nr. 5003 f., 2242, 2245 f., 2210, 2212, 2177, 2232 f. und 2237 ein Bezugsrecht. Für diese Quelle ist eine provisorische Gewässerschutzzone ausgeschieden. Die Eigentümer der berechtigten Grundstücke schlossen sich am 14. Dezember 2015 zum Verein Wasserversorgung Nutzenbuech-Rüeggetschwil zusammen. Die Gemeinde Gossau strebt für die Quelle 204164T seit mehreren Jahren die Ausscheidung einer definitiven (rechtsverbindlichen) Gewässerschutzzone an, nachdem sie zunächst eine provisorische Gewässerschutzzone ausgeschieden hat. Am 5. Juli 2017 erliess der Stadtrat Gossau für die Quellfassung Nutzenbuech-Rüeggetschwil ein Schutzzonenreglement (SZR) sowie einen Umgrenzungsplan. Der Plan sieht im Bereich der Quellfassung eine längliche, sechseckige Grundwasserschutzzone S1 vor, die gegen Süden von den Schutzzonen S2 und S3 umgeben wird. Das Schutzzonenreglement sieht in Art. 19 für die Schutzzone S2 vor, dass sich die Bodenbewirtschaftung und Düngung nach Anhang 4 Ziff. 222 der Gewässerschutzverordnung vom 28. Oktober 1998 (GSchV; SR 814.201) und ergänzenden, in der Beilage 3 lit. h genannten Vorgaben richtet. Offene Ackerflächen müssen demnach ab Mitte November mit Gründüngung bzw. Zwischenfutter bedeckt oder mit einer normal entwickelten Winterkultur bewachsen sein, welche bis spätestens Anfang September angesät wurde und bis Mitte Februar nicht gepflügt wird. Für ein im Umgrenzungsplan besonders gekennzeichnetes Gebiet ist Ackerbau unzulässig. Gegen die vom Stadtrat am 5. Juli 2017 beschlossene Ausscheidung der Grundwasserschutzzonen erhoben A.________ und B.________ während der Auflagefrist Einsprache mit dem Begehren, auf die Ausscheidung sei zu verzichten. Nach einer erfolglosen Einigungsverhandlung und einem Augenschein wies der Stadtrat Gossau die Einsprachen mit Beschluss vom 20. März 2018 ab.