Citation: 8C_694/2020 E. 5.3.1

5.3.1. Gemäss angefochtenem Entscheid ist gestützt auf das psychiatrische Gutachten mit Sicherheit davon auszugehen, dass eine emotional instabile Persönlichkeitsstörung vom Borderline Typ (ICD-10: F60.31) aufgrund von traumatischen Erfahrungen zwischen dem siebten und sechzehnten Lebensjahr bereits vordienstlich vorbestehend war. Insoweit führten die übereinstimmenden anamnestischen Angaben des Beschwerdeführers zu seinen traumatischen Erfahrungen im Kindes- und Jugendalter bereits anlässlich der stationären Behandlung in der Psychiatrischen Klinik F.________ (Bericht vom 12. Dezember 2005) und der psychiatrischen Exploration des Dr. med. J.________ im ersten Halbjahr 2005 zur identischen Diagnose. Laut psychiatrischem Gutachten sind diese konsistent geschilderten traumatischen Erfahrungen die Grundvoraussetzung der PTBS des Beschwerdeführers. Es fänden sich Intrusionen als ungewollte Gebundenheit an schreckliche Erlebnisse aus der Kindheit sowie von kriegerischen Ereignissen in Form von Bildern, die beim Beschwerdeführer in der Regel Ekel und Brechreiz auszulösen vermöchten. Gedächtnisstörungen im Sinne von erfundenen Ereignissen oder fehlerhaften Gedächtnisinhalten seien - wissenschaftlich belegt - zentrale, neurokognitive Merkmale der PTBS. Während des zweiten Aufenthalts in U.________ (Verlängerung des Swisscoy-Einsatzes vom April bis Oktober 2002) müsse es beim Beschwerdeführer zu dissoziativen Zuständen gekommen sein, die zu Erinnerungslücken geführt hätten. Als Auslöser dieser Dissoziationen während des Einsatzes in U.________ komme am ehesten der Empfang der Nachricht von der Schwangerschaft seiner damaligen Freundin in Frage. Nach Angaben des Beschwerdeführers habe die Geburt seiner Tochter seine eigenen traumatischen Kindheitserinnerungen reaktiviert respektive neu auftreten lassen. Klinisch werde nicht selten beobachtet, dass posttraumatische Belastungsstörungen anlässlich von Rollenveränderungen reaktiviert würden oder in der Ausprägung zunähmen. Diese ab 2002 - während der Dienstzeit - eingetretene Verschlimmerung des vordienstlichen Vorzustandes habe die Persönlichkeitsstörung schrittweise in den Hintergrund treten lassen, so dass diese aktuell nur noch als durchmischter Symptomenkomplex der KPTBS (ICD-10: F43.1) wahrnehmbar sei. Dementsprechend bejahte Dr. med. I.________ zwischen dem heutigen Beschwerdebild und der Dienstzeit des Beschwerdeführers - bei vordienstlich vorbestehendem psychischem Vorzustand - einen Teilzusammenhang. Der Anteil der dienstlichen Verschlechterung des Vorzustandes im Rahmen der KPTBS betrage aus fachärztlicher Sicht 25%.