Citation: 8C_273/2014 E. 3

Streitig und zu prüfen ist, ob der Versicherte aus psychischen Gründen ab 1. November 2011 weiterhin Anspruch auf eine Invalidenrente hat. Die Vorinstanz erwog, dass das MEDAS-Gutachten vom 13. Oktober 2005 sowie die Gutachten des Dr. med. C.________ vom 17. August 2011 und 10. Dezember 2013 die Anforderungen an eine rechtsgenügliche medizinische Beurteilungsgrundlage erfüllten. Gemäss dem erstgenannten Gutachten habe eine erhebliche psychische Komorbidität in Form einer mittelschweren bis schweren Depression mit posttraumatischer Anpassungsstörung bestanden, welche die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen ganz und in einer angepassten Tätigkeit zu 75 % eingeschränkt habe. Damit habe der Versicherte die attestierte Arbeitsunfähigkeit nicht mit einer zumutbaren Willensanstrengung zu überwinden vermocht. Dies habe zum Anspruch auf eine ganze Invalidenrente geführt. Gemäss dem Gutachten des Dr. med. C.________ vom 17. August 2011 sei neben der diagnostizierten anhaltenden somatoformen Schmerzstörung (ICD-19 F45.4) von einer chronifizierten Depression leichter Ausprägung und einer andauernden Persönlichkeitsänderung nach psychischer Erkrankung (ICD-10 F62) auszugehen, wobei Letztere als sogenannte Verbitterungsstörung zu deuten sei. Insgesamt erreichten diese beiden Diagnosen bei der Beurteilung der Komorbidität die nötige Erheblichkeit der Schwere, Intensität und Ausprägung und Dauer nicht mehr, um als einziges Kriterium die invalidisierende Wirkung des Gesundheitsschadens zu begründen. Eine chronische körperliche Begleiterkrankung liege nicht vor. Hingegen sei von einem mehrjährigen chronifizierten Krankheitsverlauf auszugehen, wobei nur teilweise eine unveränderte oder progrediente Symptomatik bestehe, da sich das ursprüngliche Schmerzgeschehen in eine sich im Verlauf in der Schwere ändernde Depression und Persönlichkeitsstörung gewandelt habe; insgesamt sei es aber nie zu einer länger dauernden Rückbildung gekommen. Ein sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens sei nicht ausgewiesen. Ein verfestigter, therapeutisch nicht mehr beeinflussbarer innerseelischer Verlauf einer an sich missglückten, psychisch aber entlastenden Konfliktbewältigung (primärer Krankheitsgewinn; "Flucht in die Krankheit") sei gemäss Dr. med. C.________ nicht prägend in der Entwicklung des Krankheitsbildes. Fragwürdig sei insbesondere die seit Jahren laufende Behandlung mit dem zentral wirkenden und abhängig machenden Opioid Tramal und zwei abhängig machenden Schlaf- bzw. Beruhigungsmitteln. Das Kriterium des Scheiterns einer konsequent durchgeführten ambulanten oder stationären Behandlung (auch mit unterschiedlichem therapeutischen Ansatz) sei mangels Therapiewilligkeit des Versicherten ebenfalls zu verneinen. Damit seien höchstens zwei Kriterien erfüllt, weshalb die zumutbare Willensanstrengung zur Überwindung der von Dr. med. C.________ attestierten 50%igen Arbeitsunfähigkeit zu bejahen und keine invalidisierende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit mehr ausgewiesen sei.