Citation: 6B_135/2020 E. 5.2

5.2. Die Vorinstanz geht von einem im mittleren Bereich liegenden mittelschweren objektiven Tatverschulden aus. Der Umstand, dass er mit einem Messer bewaffnet am Angriff teilgenommen und dieses eingesetzt habe, lasse auf die Bereitschaft schliessen, lebensgefährliche Verletzungen zu riskieren, und spreche damit für eine besondere Gefährlichkeit. Zugunsten des Beschwerdeführers sei davon auszugehen, dass es sich beim tödlichen Messerstich nicht um einen platzierten Stich gehandelt habe, sondern dass dieser im Rahmen der dynamischen Auseinandersetzung ungezielt erfolgt sei, wobei auf der Gegenseite auch in Rechnung zu stellen sei, dass die angegriffenen Brasilianer über keine Waffen oder als Waffen einsetzbare Gegenstände verfügt hätten. In subjektiver Hinsicht sei zu berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer über kein Motiv verfügt habe, gegen die Gruppe der Brasilianer vorzugehen. Es wäre ihm ohne weiteres möglich und zumutbar gewesen, sich rechtskonform zu verhalten. Gesamthaft liege ein Tatverschulden im untersten Bereich des mittelschweren Tatverschuldens vor. Die Vorinstanz setzt in Anbetracht dieser Umstände eine Einsatzstrafe für das Tötungsdelikt von 6 Jahren und 3 Monaten fest. Diese Strafe erhöht sie unter Berücksichtigung der Täterkomponenten, namentlich des Umstands, dass er sich mit seiner Flucht während Jahren dem Verfahren entzogen habe, obwohl er gewusst habe, dass bei der Auseinandersetzung eine der angegriffenen Personen tödlich verletzt worden sei, sowie der fehlenden Reue und Einsicht um 2 Monate auf 6 Jahre und 5 Monate. Dabei würdigt sie auf der anderen Seite zu seinen Gunsten, dass er sich im Jahre 2015 freiwillig den Behörden gestellt und danach mit ihnen kooperiert hat. Für den Angriff setzt die Vorinstanz die Strafe auf eine Freiheitsstrafe von 2 Jahren und 9 Monaten fest. Sie wertet das objektive und subjektive Verschulden des Beschwerdeführers in diesem Punkt als mittelschwer. Er sei zwar nicht der Auslöser für den ohne Provokation und ohne Vorankündigung auf die überraschten Opfer ausgeführten Angriff gewesen, habe sich aber aktiv daran beteiligt, im Wissen darum, dass seitens der Angreifer auch Waffen mitgeführt, die von ihm teilweise auch selbst eingesetzt worden seien. In Bezug auf die Bildung der Gesamtstrafe geht die Vorinstanz davon aus, dass sich die eventualvorsätzliche Tötung und der Angriff auf dieselbe Auseinandersetzung bezogen hätten. Sie erachtet daher das Tatunrecht des Angriffs weitgehend bereits durch die Tötung abgedeckt und erhöht die Strafe dementsprechend um lediglich 9 Monate, woraus sich eine Gesamtfreiheitsstrafe von 7 Jahren und 2 Monaten ergebe (angefochtenes Urteil S. 70 ff.).