Citation: 9C_154/2023 E. 2.3.6

2.3.6. Gestützt auf die freie Analyse der rechtserheblichen Sachverhaltselemente hat die Bundesverwaltungsbehörde in einer dritten Phase die rechtliche Würdigung des Sachverhalts zu treffen und ihn unter die gesetzlichen Tatbestände zu subsumieren (BGE 147 IV 409 E. 5.3.1; 144 I 234 E. 5.6.2). Wenn eine rechtserhebliche Tatsache trotz allen zumutbaren Untersuchungsaufwands seitens der Steuerbehörde beweislos bleibt, die Beweiswürdigung also zu keinem klaren Schluss führt, kommt die Frage nach der objektiven Beweislast auf (BGE 147 II 209 E. 5.1.3). Dabei gilt auch im öffentlichen Recht der Grundsatz, dass diejenige Person die (objektive) Beweislast trägt, die aus dem Vorhandensein der behaupteten Tatsache Rechte für sich ableitet (Art. 8 ZGB analog; vgl. BGE 142 II 433 E. 3.2.6). Im Abgaberecht hat die Praxis diesen Grundsatz dahingehend konkretisiert, dass abgabebegründende und abgabeerhöhende Tatsachen von der Steuerbehörde, abgabemindernde und abgabeausschliessende Tatsachen von der abgabepflichtigen Person nachzuweisen sind (sog. Normentheorie; BGE 149 II 27 E. 4.6; 148 II 285 E. 3.1.3; 144 II 427 E. 8.3.1; 143 II 661 E. 7.2; 142 II 488 E. 3.8.2).