Citation: 9C_384/2013 E. 4.2.4

4.2.4. Bei der Verrichtung der Notdurft benötigt ein Kind im Alter von zwei Jahren tagsüber mehrheitlich keine Windeln mehr. Mit vier Jahren sind nachts keine Windeln mehr erforderlich, da in der Regel nicht mehr genässt wird. Mit sechs Jahren kann sich das Kind selber reinigen (Kindergartenalter). Als zu berücksichtigender Mehraufwand werden anerkannt: manuelle Darmausräumung; regelmässiges Katheterisieren; tägliche Massagen der Bauchdecke, zeitaufwendige Einläufe, überaus häufiges Wechseln der Windeln aus medizinischen Gründen, erschwertes Wickeln bedingt durch hohe Spastizität (Urteil 9C_431/2008 vom 26. Februar 2009 E. 4.2.1, in: SVR 2009 IV Nr. 30 S. 85; Anhang III KSIH Ziff. 5 erstes bis drittes Lemma). Laut den Abklärungsberichten gehe der Beschwerdeführer selber auf die Toilette. Es sei eine altersmässige Hilfe notwendig, wobei bei der Körperreinigung ein grösserer Aufwand, veranschlagt auf täglich 15 bzw. 5 Minuten, bestehe (Bericht vom 2. Februar und 4. September 2012). Dieser geringe Mehraufwand begründet, wie die Vorinstanz zu Recht festgestellt hat, noch keine relevante, über das Altersbedingte hinausgehende Hilfsbedürftigkeit. Keine solche Hilfsbedürftigkeit lag auch im vorangehenden Zeitraum vor, in welchem der Beschwerdeführer noch auf Windeln angewiesen war. Diesbezüglich hielt die Abklärungsperson fest, der Beschwerdeführer kote mehr ein als gesunde Kinder. Vier bis fünf mal mehr (recte wohl: zusätzlich) habe er gewickelt werden müssen (Bericht vom 2. Februar 2012 Ziff. 3.5). Damit ist allenfalls die Notwendigkeit von "überaus häufigem Wechseln der Windeln" im Sinne von Anhang III KSIH Ziff. 5 drittes Lemma gegeben. Weitere erschwerende Umstände (tägliche Massage der Bauchdecke, zeitaufwendige Einläufe, erschwertes Wickeln bedingt durch die hohe Spastizität) lagen gemäss Abklärungsbericht jedoch nicht vor. Im Urteil I 151/88 vom 25. Oktober 1988, publ. in: ZAK 1989 S. 170, hat das Eidgenössische Versicherungsgericht einen erheblichen Mehraufwand bejaht, weil sämtliche erschwerenden Umstände vorlagen und ein erheblicher Zeitaufwand ausgewiesen war (E. 3b). Demgegenüber ist hier, wo höchstens ein überaus häufiges Wechseln der Windeln bejaht werden kann, verglichen mit einem gleichaltrigen gesunden Kind noch nicht von einem erheblichen Mehraufwand auszugehen (erwähntes Urteil 9C_431/2008 E. 4.2.2 und 4.2.3). Eine Hilflosigkeit im Bereich der Notdurftverrichtung ist folglich zu verneinen.