Citation: 5D_52/2022 E. 2.2.3

2.2.3. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers ist die Auslegung der Vorinstanz keineswegs schlechterdings unhaltbar (Art. 9 BV; vgl. zum Begriff: BGE 138 I 49 E. 7.1), dass sich dem von beiden Parteien unterzeichneten Kündigungsschreiben nach Treu und Glauben keine Willensäusserung des Beschwerdegegners dahingehend entnehmen lässt, dass er dem Beschwerdeführer auch den bereits bezahlten Mietzins betreffend den Zeitraum vom 22. Dezember 2020 bis 31. Januar 2021 erlassen wollte. Die vom Beschwerdeführer gewünschte Auslegung scheint schon deshalb als wenig plausibel, weil der Beschwerdegegner den offenen Mietzins berechnet und alsdann auf die Aufnahme des klarstellenden Zusatzes gedrängt hat, dass ihm der Beschwerdegegner noch 133 % von Fr. 680.-- bezahlen muss. Ob der Beschwerdeführer den Umfang des gewährten Mietzinserlasses tatsächlich missverstanden hat, ist unerheblich, weil es bei einer Auslegung nach dem Vertrauensprinzip einzig darauf ankommt, wie der jeweilige Erklärungsempfänger die Willensäusserung der andern Vertragspartei nach Treu und Glauben verstehen durfte und musste (BGE 144 III 43 E. 3.3; 138 III 659 E. 4.2.1). Willkür bei der Auslegung der im Kündigungsschreiben enthaltenen Textpassagen liegt damit - soweit überhaupt rechtsgenüglich gerügt - nicht vor. Im Übrigen stellt nicht nur der Mietvertrag vom 31. Oktober 2020, sondern auch der unstrittig ebenfalls vom Beschwerdeführer unterzeichnete handschriftliche Zusatz auf dem dem Beschwerdegegner überlassenen Exemplar des Kündigungsschreibens eine Schuldanerkennung im Sinne von Art. 82 Abs. 1 SchKG dar, was vorliegend indes ohne Belang ist.