Citation: 6B_1179/2021 E. 4.2.3

4.2.3. Der Beschwerdeführer belegt keine Willkür, wenn er eine offensichtlich unrichtige (unvollständige) Sachverhaltsfeststellung im Umstand erblickt, dass die Vorinstanz offengelassen habe, ob er zum Tatzeitpunkt nackt gewesen sei oder nicht (Beschwerde S. 35 Rz. 195 f.). Beim Übertretungstatbeststand des Art. 198 Abs. 2 StGB reichen bereits weniger intensive Annäherungsversuche oder Zudringlichkeiten mit sexueller Bedeutung aus. Dabei kann die Intensität des sexuellen Bezugs nur gering sein. Es genügt, dass ein Durchschnittsbetrachter die Handlung mit Sexualität im weitesten Sinn in Verbindung bringt (BGE 137 IV 263 E. 3.1 S. 266; Urteil 6B_1048/2022 vom 10. November 2022 E. 1.4; KATHRIN KUMMER, Sexuelle Belästigung nach Art. 198 StGB, 2001, S. 72 f.). Die Vorinstanz geht zutreffend davon aus, die von der Beschwerdegegnerin 2 beschriebenen Versuche des Beschwerdeführers, sie zu küssen und zu umarmen, seien bereits unzweifelhaft Ausdruck gewesen, dass diese Berührungen klar in sexueller Absicht erfolgt seien (angefochtenes Urteil S. 31). Wenn sie im Rahmen der Beweiswürdigung offenlässt, ob der Beschwerdeführer zum Tatzeitpunkt im Genitalbereich nackt gewesen sei oder nicht (angefochtenes Urteil S. 31), ist dies angesichts der dargestellten Anforderungen an die Intensität des sexuellen Bezugs nicht schlechterdings unhaltbar. Ebensowenig ist vor diesem Hintergrund - entgegen der Beschwerde (S. 33 Rz. 181) - unter Willkürgesichtspunkten zu beanstanden, wenn die Vorinstanz bei der Beweiswürdigung der zeitlichen Komponente bzw. der Dauer der Umarmungs- und Kussversuche die Bedeutung abspricht (angefochtenes Urteil S. 29).