Citation: 7B_664/2023 E. 4.3

4.3. Für die Zustellung von Durchsuchungs- und Beschlagnahmebefehlen gelten die allgemeinen Regeln (Art. 85 ff. in Verbindung mit Art. 241 und Art. 263 StPO). Sie erfolgt gemäss Art. 85 Abs. 2 StPO durch eingeschriebene Postsendung oder auf andere Weise gegen Empfangsbestätigung. Die Zustellung einer eingeschriebenen Postsendung, die nicht abgeholt worden ist, gilt gemäss Art. 85 Abs. 4 lit. a StPO am siebten Tag nach dem erfolglosen Zustellungsversuch als erfolgt, sofern die Person mit einer Zustellung rechnen musste. Bei eingeschriebenen Postsendungen gilt nach der Rechtsprechung eine widerlegbare Vermutung, dass der oder die Postangestellte die Abholungseinladung ordnungsgemäss in den Briefkasten oder in das Postfach des Empfängers gelegt hat und das Zustellungsdatum korrekt registriert worden ist. Es findet in diesem Fall eine Umkehr der Beweislast in dem Sinne statt, als bei Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten des Empfängers ausfällt, der den Erhalt der Abholungseinladung bestreitet. Diese Vermutung kann durch einen Gegenbeweis umgestossen werden. Sie gilt so lange, als der Empfänger nicht den Nachweis einer überwiegenden Wahrscheinlichkeit von Fehlern bei der Zustellung erbringt. Da die Nichtzustellung einer Abholungseinladung eine negative Tatsache ist, kann dafür zwar naturgemäss kaum je der volle Beweis erbracht werden. Die immer bestehende Möglichkeit von Fehlern bei den Verantwortlichen der Post genügt jedoch nicht, um die Vermutung zu widerlegen. Vielmehr müssten dafür konkrete Anzeichen für einen Zustellungsfehler vorhanden sein (BGE 142 IV 201 E. 2.3 mit Hinweisen; Urteil 6B_634/2019 vom 25. September 2019 E. 2.3). Dem Eintrag, den die Post bei der Versandmethode "A-Post Plus" in ihrem internen Erfassungssystem vornimmt, kommt nicht die Eigenschaft einer Empfangsbestätigung zu (BGE 144 IV 57 E. 2.3.1 mit Hinweis).