Citation: 6B_1385/2021 E. 2.4.1

2.4.1. Der Beschwerdeführer ist ein im Zeitpunkt der vorinstanzlichen Urteilsfällung 49-jähriger, seit 32 Jahren in der Schweiz lebender kosovarischer Staatsangehöriger, der eine Katalogtat gemäss Art. 66a Abs. 1 lit. e StGB begangen hat, was grundsätzlich zu einer obligatorischen Landesverweisung führt. Der Beschwerdeführer moniert zu Recht nicht und die Vorinstanz hält richtig fest, dass aus der langjährigen Anwesenheitsdauer allein noch keine Härtefallsituation folgt, sondern das Vorliegen einer solchen in Beachtung der konkreten Gesamtumstände zu prüfen ist (vgl. E. 2.3.2.1 oben). Die Vorinstanz verneint unter Würdigung der (rudimentären) Angaben des Beschwerdeführers zu seinem Privat- und Berufsleben, ohne in Willkür zu verfallen oder sonstwie gegen Recht zu verstossen, eine eigentliche Verwurzelung sowie besonders intensive, über eine normale Integration hinausgehende berufliche oder gesellschaftliche Beziehungen in der Schweiz. Unzutreffend ist dabei sein Einwand, die Vorinstanz schliesse in unzulässiger Weise aus seinem Schweigen zu seinen ausserberuflichen sozialen Beziehungen auf eine fehlende Verwurzelung in der Schweiz und verletze damit den strafrechtlichen Grundsatz "nemo tenetur se ipsum accusare" im Sinne von Art. 14 Ziff. 3 lit. g IPBPR (UNO-Pakt II; SR 0.103.2), Art. 6 Ziff. 1 EMRK und Art. 113 Abs. 1 StPO. Zwar darf nach dem besagten Grundsatz der aussagenden Person aus der Aussagenverweigerung als solcher kein Nachteil erwachsen (vgl. BGE 149 IV 9 E. 5.1 mit Hinweisen). Allerdings hindert das Schweigerecht den Richter nicht, im Rahmen der freien Beweiswürdigung gemäss Art. 10 Abs. 2 StPO das Aussageverhalten mitzuberücksichtigen und unter bestimmten Voraussetzungen, namentlich bei Vorliegen anderer unmittelbarer Beweise bzw. wenn die Umstände vernünftigerweise eine Erklärung erwarten lassen, daraus nachteilige Schlüsse zu ziehen (vgl. Urteile 6B_582/2021 vom 1. September 2021 E. 4.3.1; 6B_1009/2017 vom 26. April 2018 E. 1.4.2; 6B_825/2014 vom 30. Oktober 2014 E. 3.2; je mit Hinweisen). Entsprechend geht die Vorinstanz vor, wenn sie unter Beachtung des im beruflichen Umfeld festgestellten Umgangs des Beschwerdeführers nur mit Familien- bzw. Landsleuten und dem Schweigen zu darüber hinausgehenden sozialen Beziehungen folgert, sein Leben spiele sich scheinbar primär mit Familien- sowie Landsleuten ab. Wäre dem anders, ist vernünftigerweise zu erwarten, dass der Beschwerdeführer entsprechende weitere Bindungen auf Nachfrage angegeben hätte. Dass besonders intensive, über die normale Integration hinausgehende Beziehungen im beruflichen oder gesellschaftlichen Bereich vorliegen würden, welche die Vorinstanz übersehen hätte, behauptet und substanziiert der Beschwerdeführer davon abgesehen nicht. Indem er lediglich und ohne weitere Begründung die Frage aufwirft, ab wann von solchen intensiven Beziehungen überhaupt auszugehen sei, übergeht er die entsprechende Konstellationen ausweisende bundesgerichtliche Rechtsprechung (vgl. namentlich Urteile 2C_74/2017 vom 1. Juni 2017 E. 2.2; 2C_266/2009 vom 2. Februar 2010 E. 4) und vermag er die vorinstanzliche Beurteilung nicht als unrichtig darzustellen.