Citation: U 88/01 24.12.2002 E. 5.2

5.2.1 Den Überlegungen des kantonalen Gerichts kann aus mehreren Gründen nicht gefolgt werden. Zunächst enthält das MEDAS-Gutachten vom 23. Dezem-ber 1996 keine Aussage des Inhalts, die Arbeitsunfähigkeit von 40 % beruhe zu zwei Dritteln auf der somatischen und zu einem Drittel auf der psychischen Symptomatik. Die Bemerkung, der Gesundheitsschaden gehe zu einem Drittel auf unfallfremde Faktoren (Persönlichkeitsfaktoren) zurück, entstammt vielmehr dem psychiatrischen Konsilium von Dr. med. B.________ und bezieht sich nur auf die Entstehungsgründe der psychischen Problematik. Dementsprechend findet sich die entsprechende Aufteilung auch in der Zusammenfassung unter der Rubrik "Psychische Faktoren; Prognose". Abgesehen davon stellte die IV-Stelle im Rahmen der Festsetzung des Invaliditätsgrades gerade nicht auf das MEDAS-Gutachten vom 23. Dezember 1996 ab, sondern bestimmte die Arbeitsfähigkeit bzw. das Invalideneinkommen gestützt auf Arbeitsversuche beim Verein E.________. Eine Aussage im MEDAS-Gutachten kann daher nicht mit der auf vollkommen anderer Grundlage beruhenden Einschätzung durch die IV-Stelle kombiniert werden. Dies gilt umso mehr, wenn berücksichtigt wird, dass die Verwaltung deshalb von den Ergebnissen des MEDAS-Gutachtens abwich, weil sie die mit der neurotisch bedingten Schmerzverarbeitungsstörung, also dem psychischen Beschwerdebild, verbundenen Einschränkungen höher einschätzte und somit nicht von einer Aufteilung "zwei Drittel somatisch, ein Drittel psychisch" ausging. Die inhaltliche Differenz zwischen dem MEDAS-Gutachten einerseits und den Grundlagen des Entscheids der IV-Stelle andererseits betrifft demzufolge die erwerblichen Auswirkungen der nicht (adäquat) unfallkausalen psychischen Problematik, weshalb ihr für die unfall-versicherungsrechtliche Beurteilung keine Relevanz zukommen kann. 5.2.2 An Stelle der vom kantonalen Gericht gewählten Methode ist die hypothe-tische Arbeitsfähigkeit unter Berücksichtigung einzig der unfallkausalen Leiden zu bestimmen, und der Invaliditätsgrad ist auf dieser Grundlage festzusetzen. Im vorliegenden Fall ist demzufolge gestützt auf die Gutachten des Spitals G.________ vom 11. Mai 1995 und der MEDAS vom 23. Dezember 1996 von einer Arbeitsfähigkeit von 75 % in Bezug auf eine leichte, wechselbelastende Tätigkeit (mit der Notwendigkeit häufiger Pausen) auszugehen (Erw. 4.2 hievor).