Citation: 1C_458/2023 E. 3.3.2

3.3.2. Die Möglichkeit einer Offenlegung des Büttikerbachs im Siedlungsgebiet entlang des heutigen Gewässerverlaufs, wie vom Beschwerdeführer vorgeschlagen, durfte die Vorinstanz aufgrund der engen räumlichen Verhältnisse willkürfrei verneinen. Mit dem Hinweis auf das Grundstück Nr. 2620 kann der Beschwerdeführer nichts zu seinen Gunsten ableiten, handelt es sich dabei doch um eine bestehende Bachparzelle, deren Vorhandensein am Platzmangel für eine Renaturierung im übrigen überbauten Siedlungsgebiet nichts ändert. Wie das Departement in seiner Vernehmlassung nachvollziehbar darlegt, ermöglicht die Bachführung gemäss dem vorliegend streitigen Projekt ein offenes Gerinne auf rund drei Vierteln des Bachlaufs, wohingegen die vom Beschwerdeführer vorgeschlagene Variante der Bachführung entlang des heutigen Korridors eine Eindolung auf über der Hälfte der Strecke zur Folge hätte, wovon bloss auf einer Teilstrecke von 12 % eine naturnahe Ufergestaltung möglich wäre. Von einer gleichwertigen Variante im Sinne der wasserbau- bzw. gewässerschutzrechtlichen Anforderungen kann somit keine Rede sein. Der angefochtene Entscheid steht im Einklang mit Art. 37 ff. GSchG und Art. 4 Abs. 2 WBG, führt das genehmigte Projekt doch zur bestmöglichen naturnahen Gestaltung des Büttikerbachs. Dass die bestehende Eindolung zu einem gewissen Grad ersetzt wird - worunter auch die Verlegung und Wiedereindolung zu verstehen ist (vgl. Urteil 1C_573/2014 vom 29. April 2015 E. 3) - ändert daran nichts, hätte doch auch die vom Beschwerdeführer vorgeschlagene Variante eine Ersatzeindolung zur Folge. Ist eine offene Bachführung wie hier (teilweise) nicht möglich, weil die räumlichen Verhältnisse diese verunmöglichen oder unzumutbar erschweren, ist eine Ersatzeindolung gemäss Art. 38 Abs. 2 lit. e GSchG zulässig (vgl. CHRISTOPH FRITZSCHE, in: Kommentar zum Gewässerschutzgesetz und zum Wasserbaugesetz, 2016, N. 21 zu Art. 38 GSchG). Im Übrigen besteht auch keine gesetzliche Pflicht, den historischen bzw. natürlichen Verlauf des Gewässers in jedem Fall zu erhalten, wie das BAFU und das Departement in ihren Vernehmlassungen zu Recht ausführen. Gemäss Art. 37 Abs. 2 GSchG soll der natürliche Verlauf des Gewässers "möglichst" beibehalten oder wiederhergestellt werden. Diese Bestimmung verlangt gerade keine vollständige Wiederherstellung des früheren Gewässerverlaufs (vgl. Urteil 1A.62/1998 vom 15. Dezember 1998 E. 4d, publ. in ZBl 101/2000 S. 323 und URP 2000 S. 648; FRITZSCHE, a.a.O, N. 44 f. zu Art. 37 GSchG mit Hinweisen). Führt der historische Bachlauf durch bereits überbautes Gebiet und ist eine Revitalisierung ausserhalb des ursprünglichen Gewässerverlaufs daher besser möglich, spricht das öffentliche Interesse an der ökologischen Aufwertung für und nicht gegen eine Umlegung des betroffenen Gewässers.