Citation: 1B_427/2014 E. 4.4

4.4. Der Beschwerdeführer befindet sich nunmehr seit rund zehn Monaten in Haft. Mit der angefochtenen Haftverlängerung erreicht die Haftdauer ein Jahr. Angesichts der im Gesetz vorgesehenen Strafdrohung der dem Beschwerdeführer vorgeworfenen Taten sowie des konkret von der Staatsanwaltschaft in Betracht gezogenen Strafantrags einer Freiheitsstrafe von dreieinhalb Jahren erweist sich die Gefahr von Überhaft zurzeit als gering. Hingegen liegt der Entwurf für die Anklageschrift zumindest seit dem 23. Oktober 2014 vor. Anklage wurde bisher aber offenbar noch nicht erhoben. Das strafprozessuale Beschleunigungsgebot erweist sich damit zwar noch nicht als verletzt, denn immerhin wurde die Strafuntersuchung vorangetrieben. Es ist aber fraglich, ob die Haft nochmals verlängert werden dürfte, wenn es bis zum 6. März 2014 nicht zur Anklageerhebung kommt. Vielmehr erscheint es der Staatsanwaltschaft angesichts der heute bekannten Sachlage zumutbar, die Anklage demnächst einzureichen. Das korreliert damit, dass die Fluchtgefahr abnimmt, wenn nicht innert Kürze Anklage erhoben und damit zunehmend wahrscheinlicher wird, dass der Beschwerdeführer bei einer allfälligen Verurteilung keinen oder nur noch einen relativ kurzen Freiheitsentzug zu gewärtigen haben wird.