Citation: 1C_332/2023 E. 4.3.1

4.3.1. Die Vorinstanz verneinte die Baubewilligungspflicht: Die NISV sei technologieneutral. Ihre Bestimmungen, namentlich die Immissions- und Anlagegrenzwerte, gälten unabhängig davon, ob es sich bei der Mobilfunktechnologie um 3G (UMTS), 4G (LTE) oder 5G (New Radio) handle. Es sei auch für die Berechnung der elektrischen Feldstärke irrelevant, mit welcher Technologie eine Mobilfunkantenne strahle. Eine einfache Umrüstung einer Mobilfunkantennenanlage von 4G auf 5G habe auch keine Erhöhung der Sendeleistung zur Folge. 5G habe sodann ähnliche Eigenschaften in Bezug auf die Signalübertragung wie 3G und 4G. 5G sei gegenüber 4G keine ganz neue Technologie. Die Funktechnik bzw. Strahlung der Antennen sei im Bereich der heute verfügbaren Frequenzen mit 4G vergleichbar. Der Unterschied zu den anderen Technologiestandards bestehe im Grundsatz lediglich darin, dass die Daten anders verpackt und fokussiert übertragen würden (BAKOM, Fragen und Antworten zu 5G, Worin bestehen die Unterschiede zwischen 5G und 4G?). Längerfristigen Auswirkungen der 5G-Strahlung auf die Gesundheit sowie dem Vorsorgeprinzip werde mittels des Immissionsgrenzwerts (IGW) und des Anlagegrenzwerts (AGW) Rechnung getragen. Sodann seien die Qualitätssicherungssysteme der Mobilfunkbetreiber auch auf 5G anwendbar. Demgemäss habe die blosse Umstellung einer Antennenanlage auf 5G, ohne zusätzliche Änderung der Sendeleistung oder bauliche Massnahmen, keine genügend wichtigen Folgen hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf Umwelt und Planung, dass ein Interesse der Öffentlichkeit bzw. der Nachbarschaft an einer vorgängigen Kontrolle in einem ordentlichen Baubewilligungsverfahren bestehe.