Citation: 1B_206/2015 E. 5.3

5.3. Dass die Vorinstanz über einen Ermessensspielraum verfügte, räumen die Beschwerdeführerinnen ein. Wie die Vorinstanz darlegt, stehen einem jährlichen Einkommen des Beschwerdegegners von Fr. 54'804.-- Lebenshaltungskosten und Kosten zur Bedienung von Hypotheken von insgesamt Fr. 98'724.-- gegenüber. Das ergibt einen Fehlbetrag von Fr. 43'920.--. Diesen übersteigen die freigegebenen Fr. 50'000.-- um ca. Fr. 6'000.--, was monatlich einen Betrag von ca. Fr. 500.-- ausmacht. Die Vorinstanz ist der Auffassung, die Festsetzung der Höhe des freizugebenden Betrags sei im Ergebnis nicht zu beanstanden. Zu berücksichtigen sei, dass die Berechnung des Existenzminimums keiner exakten Wissenschaft folge, weshalb den entsprechenden Unsicherheiten durch grosszügige Rundungen Rechnung getragen werden könne. Angesichts der bisherigen und voraussichtlichen Dauer des Strafverfahrens sowie unter Berücksichtigung der Tatsache, dass der Beschwerdegegner noch nicht verurteilt worden sei, dränge sich dieses Vorgehen umso mehr auf. Die Vorinstanz nennt damit vertretbare Gründe dafür, weshalb sie die Freigabe der Fr. 50'000.-- geschützt hat. Mit Blick darauf kann ihr Entscheid entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerinnen nicht als offensichtlich unhaltbar und damit willkürlich bezeichnet werden, zumal Vermögenswerte nicht nur des Beschwerdegegners, sondern auch des Mitbeschuldigten in grossem Umfang nach wie vor beschlagnahmt bleiben. Ein Ermessensmissbrauch kann der Vorinstanz demnach nicht vorgeworfen werden. Ob sie nicht zweckmässigerweise einen etwas tieferen Betrag hätte freigeben sollen, ihr Entscheid also unangemessen ist, ist hier nach dem Gesagten nicht zu prüfen.