Citation: 5A_901/2017 E. 5.1

5.1. Der Beschwerdeführer rügt zu Recht, dass die Erwägungen der Vorinstanz zur Erziehungsfähigkeit der Kindsmutter (vgl. vorne E. 3.1) aktenwidrig und teilweise widersprüchlich sind: Zwar anerkennt das Obergericht eine Einschränkung der Erziehungsfähigkeit aufgrund der Einstellung der Beschwerdegegnerin gegenüber dem Kindsvater und ihrer Unfähigkeit, die Paar- bzw. Erwachsenenebene von der Ebene der Kinder klar zu trennen. Dennoch führt es aus, aufgrund der ansonsten zu bejahenden Erziehungskompetenz und dem scheinbar guten Entwicklungsstand der Kinder sei die Erziehungsfähigkeit der Mutter "grundsätzlich" gegeben. Diese Differenzen in seiner Würdigung vermag das Obergericht nicht mit dem Hinweis auf das Gutachten zu rechtfertigen, welches trotz Anerkennung erzieherischer Kenntnisse und Kompetenzen bei der Beschwerdegegnerin unzweideutig zum Schluss gelangt, deren Erziehungsfähigkeit sei eingeschränkt (vgl. Gutachten, S. 76 und 81). Wenig hilfreich ist sodann der Verweis darauf, die Kinder würden sich altersgerecht und gut entwickeln, nachdem im Gutachten ausgeführt wird, es liege bei beiden Kindern unter gleichbleibenden Bedingungen ein Entwicklungsrisiko und eine Kindeswohlgefährdung vor (vgl. Gutachten, S. 71). Hierbei bleibt der im Gutachten geäusserte Verdacht auf das Vorliegen eines sog. "Münchhausen-Stellvertreter-Syndroms" ausser Betracht, welches die Erziehungsfähigkeit der Beschwerdegegnerin gänzlich aufheben würde. Wie das Obergericht richtig erwägt, lässt sich dieser Verdacht gestützt auf die Akten nicht bestätigen (vgl. Gutachten, S. 76 und 81).