Citation: I 425/03 08.04.2004 E. 4

4.1 Dr. med. L.________ diagnostizierte am 18. Februar 2001 eine stark unterdurchschnittliche Intelligenz und Affektinkontinenz, wobei unklar sei, ob es sich dabei um ein Geburtsgebrechen handle. Daran hielt sie auch im Bericht vom 26. September 2002 fest. Dies äussere sich in einem Rückzugsverhalten, Ängstlichkeit mit zeitweise somatischen Beschwerden und grossen schulischen Schwierigkeiten. Die behandelnde Psychologin hielt im Bericht vom 12. Mai 2001 fest, die Versicherte leide unter einem sozialen Rückzug in der Schule, massiven Kontaktschwierigkeiten mit gleichaltrigen Kindern, Angstzuständen mit extremer Gebundenheit an die Mutter und grossen schulischen Lernblockaden. Sie sei unfähig, den Schulstoff altersgemäss zu bewältigen, habe emotionale Entwicklungsstörungen und sei nicht fähig, einfache Ereignisse sprachlich in nachvollziehbarer Weise auszudrücken. Nebst Sonderschulmassnahmen wurde daher eine psychotherapeutische Behandlung in die Wege geleitet. Obwohl dadurch einige der erwähnten Symptome in den Hintergrund traten, verblieben die schulischen Schwierigkeiten. Wegen der damit verbundenen Misserfolgserlebnisse traten immer wieder depressive Phasen auf. Das Selbstvertrauen hat sich gemäss Bericht von Dr. med. L.________ vom 26. September 2002 in der Zwischenzeit gebessert und auch die sozialen, psychischen und schulischen Schwierigkeiten seien weniger auffällig als zu Beginn der Therapie. 4.2 Diesen medizinischen Unterlagen lässt sich entnehmen, dass neben einer erschwerten Persönlichkeitsentwicklung eine unterdurchschnittliche Intelligenz vorliegt, wobei sich die beiden Problemkreise gegenseitig beeinflussen. Bei Misserfolgserlebnissen tauchen sehr schnell Ängste auf, welche zur Folge haben, dass das aufgebaute Selbstwertgefühl wieder zusammenbricht und in eine depressive Phase mündet. Die Therapie vermag zwar die Persönlichkeit etwas zu stärken und die schulischen Probleme zu verbessern. Da das Leiden der Versicherten von seiner Schwere her offenbar sogar an ein Geburtsgebrechen grenzt, dürfte es indessen sehr schwierig sein, an der Intelligenz und damit am schulischen und beruflichen Erfolg etwas zu ändern. Wie das Bundesamt für Sozialversicherung zutreffend bemerkt, liegt eine immer wieder auftretende Störung psychoreaktiver Natur vor. Von Bedeutung sei daher, dass im schulischen und beruflichen Alltag Überforderungssituationen vermieden würden. Wohl wird durch die Psychotherapie der Schulbesuch unterstützt. Aufgrund des Krankheitsbildes steht jedoch eine Behandlung zumindest über eine längere Zeit hinweg in Frage, wobei sich eine Heilung wegen der Minderintelligenz mit überwiegender Wahrscheinlichkeit gar nie vollständig einstellen dürfte. Die Prognose ist somit ungewiss bis ungünstig. Bei diesen Gegebenheiten ist - ohne dass ergänzende Abklärungen erforderlich sind - ein Leistungsanspruch aufgrund von Art. 12 IVG zu verneinen.