Citation: 9C_544/2020 E. 5.1

5.1. Wie die Beschwerdeführerin richtig einwendet, erkannte die Vorinstanz auf zahlreiche Mängel im psychiatrischen Teilgutachten der MEDAS-Expertise. Unter anderem seien darin erhebliche Inkonsistenzen und Aspekte der Selbstlimitierung nicht (genügend) kritisch beleuchtet worden. Weiter sei die von Dr. med. C.________, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, diagnostizierte posttraumatische Belastungsstörung nicht hinreichend begründet. Insbesondere aber schloss das kantonale Gericht explizit, das psychiatrische Teilgutachten überzeuge nicht und genüge den Anforderungen an ein strukturiertes Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 nicht. So enthalte es zwar Feststellungen zu einzelnen Standardindikatoren, diese seien aber nicht derart einer Würdigung zugeführt worden, dass sich die Arbeitsfähigkeit erschliessen lasse. Konkret genüge die Expertise dem Anspruch nicht, substantiiert darzulegen, aus welchen medizinisch-psychiatrischen Gründen die erhobenen Befunde das funktionelle Leistungsvermögen und die psychischen Ressourcen in qualitativer, quantitativer und zeitlicher Hinsicht schmälerten. Es gehe nicht hervor, inwiefern und inwieweit wegen der erhobenen Befunde die beruflich-erwerbliche Arbeitsfähigkeit (unter Einbezug der sonstigen persönlichen, familiären und sozialen Aktivitäten) eingeschränkt sei. Erlaubt die Gerichtsexpertise vom 23. Dezember 2019 keine schlüssige Beurteilung der Arbeitsfähigkeit auf objektivierter Grundlage im Lichte der massgeblichen Indikatoren gemäss BGE 141 V 281, kann darauf nicht abgestellt werden. Es fehlt damit an einer dem Untersuchungsgrundsatz (vgl. E. 2.2 hievor) genügenden Sachverhaltsabklärung.