Citation: U 14/05 29.05.2006 E. 5

Der Unfall vom 3. März 1995 hat sich nicht unter besonders dramatischen Begleitumständen ereignet noch war er - objektiv betrachtet (RKUV 1999 Nr. U 335 S. 209 Erw. 3b/cc; vgl. auch RKUV 2000 Nr. U 394 S. 314 Erw. 5) - von besonderer Eindrücklichkeit. Er hatte auch keine schweren Verletzungen oder Verletzungen besonderer Art zur Folge. Es bedarf hiezu einer besonderen Schwere der für das Schleudertrauma typischen Beschwerden oder besonderer Umstände, welche das Beschwerdebild beeinflussen können (Urteile C. vom 28. April 2005, U 386/04, D. vom 4. September 2003, U 371/02, T. vom 6. Februar 2002, U 61/00, und D. vom 16. August 2001, U 21/01). Diese können beispielsweise in einer beim Unfall eingenommenen besonderen Körperhaltung und den dadurch bewirkten Komplikationen bestehen (vgl. RKUV 2003 Nr. U 489 S. 361 Erw. 4.3 mit Hinweisen). Solche Umstände sind hier nicht gegeben. Es liegt auch keine besondere Schwere der für das Schleudertrauma typischen Beschwerden vor. Nicht erfüllt ist sodann das Kriterium der ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung. Im Anschluss an den Unfall wurde das Tragen eines Halskragens verordnet und eine Behandlung mit Analgetika vorgenommen; zudem unterzog sich die Versicherte einer chiropraktischen Behandlung. In der Folge wurden wiederholt physiotherapeutische Massnahmen durchgeführt, vom 4. bis 21. Dezember 1995 und 8. bis 21. Januar 1996 auch stationär, ohne dass damit eine dauerhafte Besserung der Beschwerden erreicht werden konnte. Während Dr. med. S.________ im April 1996 eine Akupunkturbehandlung als indiziert erachtete, empfahl Dr. med. C.________ im Gutachten vom 24. Juni 1996 eine weitere physikalische Behandlung und Mobilisierung der HWS, ergänzt durch eine Aktivierungstherapie sowie eine neuropsychologische oder psychologische Therapie. Vom 12. April bis 12. August 1996 fand eine Gesprächstherapie bei einer Psychologin statt. Eine ab 14. September 1998 durchgeführte medizinische Trainingstherapie wurde wegen Schwangerschaft der Versicherten vorzeitig abgebrochen. Für die Folgezeit fehlen Angaben über weitere Behandlungen. Im Gutachten vom 8. Januar 2001 gelangten die MEDAS-Ärzte zum Schluss, aus somatischer Sicht sei keine weitere ärztliche Behandlung erforderlich und aus neuropsychologischer Sicht sei keine Therapie indiziert. Eine erneute psychiatrische Behandlung sei an sich angezeigt, unter den gegebenen Umständen (fehlende Motivation wegen der von der Versicherten als rein körperlich eingeschätzten Beschwerden) jedoch nicht sinnvoll. Auch wenn später - ohne wesentlichen Erfolg - erneut physiotherapeutische Massnahmen sowie eine Kraniosakraltherapie durchgeführt wurden, handelt es sich insgesamt nicht um eine kontinuierliche, mit einer gewissen Planmässigkeit auf die Verbesserung des Gesundheitszustandes gerichtete ärztliche Behandlung von ungewöhnlich langer Dauer (Urteile N. vom 14. März 2005, U 82/04, P. vom 24. September 2003, U 361/02, und S. vom 8. April 2002, U 357/01). Von einer ärztlichen Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert hat, kann ebenso wenig gesprochen werden, wie von einem schwierigen Heilungsverlauf und erheblichen Komplikationen. Dass die Beschwerdeführerin laut MEDAS-Gutachten zu lange einen Halskragen getragen hat, genügt nicht, weil nicht erstellt ist, dass der Heilungsverlauf dadurch erheblich verzögert wurde (vgl. Ergänzungsgutachten vom 24. September 2002, S. 10). Nicht erfüllt ist sodann das Kriterium von Grad und Dauer der Arbeitsunfähigkeit (vgl. hiezu RKUV 2001 Nr. U 442 S. 544 ff.). Der Neurologe Dr. med. C.________ bestätigte am 5. August 1996 eine Arbeitsunfähigkeit von 50% bis Ende Mai 1996 und von 25% bis Ende Dezember 1996 mit der Feststellung, dass nachher eine volle Arbeitsfähigkeit zu erwarten sei. Im MEDAS-Gutachten vom Januar 2001 wird sowohl aus somatischer als auch aus psychiatrischer Sicht eine unfallbedingte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit verneint, woran im Ergänzungsgutachten vom September 2002 festgehalten wird. Zwar schloss die Klinik R.________ im Bericht vom 23. Mai 2003 auf eine volle Arbeitsunfähigkeit in der früheren Erwerbstätigkeit. Die Beurteilung erfolgte jedoch unabhängig von der Unfallkausalität und damit unter Einschluss unfallfremder Faktoren, deren Anteil Dr. med. C.________ bereits im Bericht vom 9. August 1996 auf 50% geschätzt hatte. Aufgrund allein der unfallkausalen Faktoren kann das Adäquanzkriterium von Grad und Dauer der Arbeitsunfähigkeit nicht als erfüllt gelten. Was schliesslich das Kriterium der Dauerbeschwerden betrifft, ist dieses jedenfalls nicht in besonders ausgeprägter Weise gegeben. Da somit weder einem der für die Adäquanzbeurteilung massgebenden Kriterien ausschlaggebendes Gewicht zukommt noch mehrere der zu berücksichtigenden Kriterien gegeben sind, ist die Unfalladäquanz der geltend gemachten Beschwerden zu verneinen. Der Einspracheentscheid vom 11. Juli 2003 besteht daher auch unter diesem Gesichtspunkt zu Recht.