Citation: 1C_50/2017 E. 4.3

4.3. Bestritten wird vom Beschwerdeführer, dass er durch die Verkehrsregelverletzungen eine (ernsthafte) Gefahr für andere Verkehrsteilnehmer hervorgerufen habe. Wie aus den Akten des Strafverfahrens hervorgeht und vom Beschwerdeführer nicht bestritten wird, fuhr der Beschwerdeführer am Lichtsignal vorbei, nachdem dieses mindestens seit fünf Sekunden auf Rot geschaltet hatte. Nach dem Lichtsignal verengte sich die Strasse im Bereich der ca. 100 Meter langen Baustelle auf eine Spur, wobei das Ende der Baustelle aufgrund der Rechtskurve nicht einsehbar und diese damit unübersichtlich war. Der Beschwerdeführer konnte somit nicht überblicken, ob ihm nicht auf der einspurig befahrbaren Strecke jemand entgegen kommt und durfte nicht darauf vertrauen, dass die Strecke frei ist. Daran ändert sein Einwand nichts, er habe ein Stück weit in die Kurve Einblick nehmen können und es hätten gute Strassen- sowie Wetterverhältnisse geherrscht (vgl. E. 2 hiervor). Es ist davon auszugehen, dass zum Tatzeitpunkt, um 11.55 Uhr, auf der Baustelle gearbeitet wurde. In der Nähe von Baustellen ist - wie der Beschwerdeführer selbst einräumt - allgemein besonders vorsichtiges Fahren notwendig und es werden hohe Anforderungen an das Verhalten und an die Aufmerksamkeit der passierenden Fahrzeuglenker gestellt, da in diesem Bereich mit allfälligen Hindernissen und mit Baustellenpersonal gerechnet werden muss. Dies trifft auch dann zu, wenn - wie der Beschwerdeführer vorbringt - die signalisierte Höchstgeschwindigkeit 80 km/h betragen hat (vgl. E. 2 hiervor). Die durch die deutlich zu späte Durchfahrt entstehende Lücke zu voranfahrenden Fahrzeugen konnte Baustellenarbeiter veranlassen, die Fahrbahn zu überschreiten oder Baustellenfahrzeuge in die eine oder andere Richtung zu verschieben. Da einzelne Arbeiter oder ein Baustellenfahrzeug nicht mit einem herannahenden Fahrzeug aus dieser Richtung hätten rechnen müssen, hat der Beschwerdeführer ein erhebliches Unfallrisiko geschaffen. Der Beschwerdeführer durfte nicht davon ausgehen, dass die Baustellenarbeiter vor jeder Überquerung der Fahrbahn oder Verschiebung eines Baustellenfahrzeugs zuerst die beiden Lichtsignalanlagen auf Rot schalten würden, dürfen sie doch aufgrund des Vertrauensgrundsatzes (Art. 26 SVG) grundsätzlich darauf vertrauen, dass Fahrzeuglenker das Fahrverbot bei rotem Lichtsignal beachten. Das zu späte Durchfahren durch eine mittels Lichtsignal gesicherte, einspurig befahrbare Baustelle erhöht sodann die Bereitschaft, schneller zu fahren, um noch rechtzeitig durchzukommen. So gibt der Beschwerdeführer an, er habe zu den das Lichtsignal vor ihm passierten Fahrzeugen aufschliessen wollen. Der Beschwerdeführer gefährdete durch sein deutlich zu spätes Durchfahren sodann auch allfällige entgegenkommende Fahrzeuge. Die Gefahr für entgegenkommende Fahrzeuge ergibt sich auch daraus, dass im Baustellenbereich eine Verzögerung der Durchfahrt aufgrund eines Hindernisses oder eines rangierenden Baustellenfahrzeugs nicht aussergewöhnlich ist, und damit die Rotphase der anderen Lichtsignalanlage enden könnte, während der Beschwerdeführer sich noch im einspurigen Baustellenbereich befindet. Daran ändert auch der Einwand nichts, die Lichtsignalanlage sei auf eine Geschwindigkeit von 10 km/h eingestellt gewesen (vgl. E. 2 hiervor). Allfällige entgegenkommende Verkehrsteilnehmer mussten nicht mit Gegenverkehr rechnen. Es bestand eine erhebliche Gefahr, dass ein entgegenkommender Fahrzeuglenker nicht mehr rechtzeitig hätte bremsen können oder wegen des unvermuteten Gegenverkehrs eine Fehlmanipulation vorgenommen hätte. Der Beschwerdeführer bewirkte mit seinem Verhalten somit eine erhöhte abstrakte Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer, da der Eintritt einer konkreten Gefährdung aufgrund seines Verhaltens nahe lag.