Citation: 9C_561/2021 E. 4.2.1

4.2.1. Im Gutachten der MGSG Medizinisches Gutachtenzentrum Region St. Gallen GmbH (nachfolgend: MGSG) vom 6. Juni 2016 wurde mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit einzig Angst und depressive Störung gemischt (ICD-10: F41.2) diagnostiziert und deswegen für leidensangepasste Tätigkeiten eine Arbeitsfähigkeit von 60 % ab September 2013 attestiert. Diesbezüglich hat das kantonale Gericht insbesondere festgestellt, der Regionale Ärztliche Dienst (RAD; vgl. Art. 59 Abs. 2bis IVG) habe die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit kritisiert. Er habe in seinen Stellungnahmen ausgeführt, die gestellte Diagnose stelle keinen dauerhaften Gesundheitsschaden dar und könne keine dauerhafte Arbeitsunfähigkeit begründen; zudem basiere die attestierte Arbeitsunfähigkeit auf dem von der Versicherten präsentierten Beschwerdebild, ohne dass eine mögliche Aggravation und die inkonsistente Beschwerdeschilderung berücksichtigt worden sei. Der RAD habe zur Beschwerdevalidierung ein neuropsychologisches Gutachten veranlasst, das aber nicht verwertbar sei, weil die Versicherte bei der Untersuchung durch Medikamente "massiv" sediert und verlangsamt gewesen sei. Auf das MGSG-Gutachten könne daher nicht abgestellt werden.