Citation: 2C_620/2023 E. 4.3

4.3. Die Beschwerdeführer ihrerseits bestreiten, dass die eingereichte Aufstellung von einem gehobenen Lebensstandard zeuge. Selbst wenn alle von der Vorinstanz beanstandeten Ausgabeposten von den geltend gemachten Grundbedürfnissen abgezogen würden, verbleibe immer noch eine Unterdeckung. Angesichts der Teuerungsannahmen der Vorinstanz deckten sich die im März 2021 ungefähr geschätzten Lebensmittelkosten und diejenigen von Dezember 2021 (unter Abzug der Luxuswaren). Es sei haltlos, die eingereichte Aufstellung als unglaubhaft zu bezeichnen. Die Argumentation der Vorinstanz sei auch insofern sachlich unbegründet, als die Eltern der Beschwerdeführerin weder ein Auto noch ein Motorrad besässen, keine Taxis benutzten, keine Kulturausgaben, keine Bücher und Geschenke und zudem auch keine Ausgaben für Sport, Friseur, Haustier oder Restaurants geltend gemacht hätten, obwohl Letztere mitunter anfielen. Schliesslich seien die von der Vorinstanz angeführten statistischen Angaben nicht glaubwürdig. Das offizielle Existenzminimum sei nicht realistisch, und die von der Vorinstanz angeführten Durchschnittswerte reichten zur Existenzsicherung kaum aus. Die Vorinstanz habe die verfügbaren Mittel der Eltern mit dem Existenzminimum bzw. den Mindestlöhnen von Einzelpersonen verglichen und damit offensichtlich unrichtige Folgerungen getätigt. Auch ein Abgleich mit den Angaben der Schweizerischen Flüchtlingshilfe zeige, dass die Annahmen der Vorinstanz unrealistisch tief angesetzt seien. Die statistischen Angaben offizieller Stellen in Belarus seien aus verschiedenen Gründen untauglich.