Citation: 6B_1470/2022 E. 2.2.3

2.2.3. Die Vorinstanz erwägt, der Beschwerdeführer habe ein persönliches Interesse daran, in der Schweiz zu bleiben und seine Beziehungen und familiären Kontakte weiterhin leben zu können. Zudem habe er ein Interesse daran, nicht in ein (abgesehen von der Sprache) fremdes Land ausreisen zu müssen, wo er sich Arbeit, eine Wohnung und ein Beziehungsumfeld suchen müsste. Im Lichte seines bisher vollständig in der Schweiz verbrachten Lebens sei sein persönliches Interesse an einem weiteren Aufenthalt als beträchtlich zu qualifizieren. Es sei jedoch festzuhalten, dass er beruflich nur mangelhaft integriert sei. Er sei immer wieder arbeitslos gewesen und habe keine Ausbildung abgeschlossen. Auch heute sei er arbeitslos und beziehe wirtschaftliche Sozialhilfe. Zudem konsumiere er Alkohol und Drogen in erheblichem Masse. Er habe zwar schon vor erster Instanz beteuert, dass er sein Leben in den Griff bekommen wolle, habe diesen Worten aber keine Taten folgen lassen. Weiter sei er während des grössten Teils seiner Kindheit bei seiner Mutter aufgewachsen. Daher seien ihm die sri-lankische bzw. die tamilische Kultur, Mentalität sowie die dortigen Gepflogenheiten nicht unbekannt. Auch wenn er lediglich einmal dort zu Besuch gewesen sei und keinen Kontakt zu dortigen Verwandten pflege, bestünden aufgrund seiner Sprachkenntnisse Chancen, sich in kultureller und gesellschaftlicher Hinsicht zu integrieren. Da er keine Lehre absolviert habe, seien seine Chancen auch auf dem schweizer Arbeitsmarkt nicht besonders gut und die Möglichkeit einer beruflichen Integration in Sri Lanka erschienen im Vergleich nicht wesentlich geringer. Die Gesundheit des Beschwerdeführers stehe einer Landesverweisung zudem nicht entgegen. Dieser leide zwar seit Geburt an einem Herzklappenfehler, befinde sich deswegen jedoch nicht in Behandlung und wolle sich auch nicht operieren lassen oder Medikamente einnehmen. Er lehne jegliche Behandlung ab. Sri Lanka verfüge zudem über ein funktionierendes Gesundheitssystem, das für alle Bewohner kostenlos sei. Der Beschwerdeführer habe zudem angegeben, dass er gesund sei und es ihm ausserhalb des Strafvollzugs gelungen sei, den Drogenkonsum abzubauen bzw. auf Drogen zu verzichten. Es sei daher davon auszugehen, dass ihm dies auch in Sri Lanka möglich wäre. Die Gefahr, dass ihm aufgrund seines Drogenkonsums der Tod drohen könnte, sei mithin nicht konkret genug und hindere die Landesverweisung nicht. Unbeachtlich sei sein Einwand, wonach er staatenlos sei. Vielmehr besitze er einen (einmal verlängerten) sri-lankischen Pass. Dass er keine erneute Verlängerung habe beantragen können, stehe der Anordnung einer Landesverweisung nicht entgegen. Solche allfälligen formellen Hindernisse würden ihn nicht zum Staatenlosen machen. Es werde sich beim Vollzug der Landesverweisung zeigen, ob Reisepapiere erhältlich und ein Vollzug möglich sei.