Citation: 9C_571/2007 16.10.2007 E. 3.2

3.2.1 Ob es einer Erfahrungstatsache entspricht, «dass eine Ehefrau unter gebotener Mithilfe des Ehemannes den gemeinsamen Haushalt, in dem keine Kinder leben, mit einem Aufwand von ca. 30 % ihrer Gesamtaktivität erledigen kann», wie das kantonale Gericht annimmt, lässt sich weder bestätigen noch verneinen. Die Vorinstanz bleibt denn auch den empirischen Nachweis für diese Aussage schuldig. Anderseits kann als Erfahrungstatsache gelten, dass Ehefrauen im Rahmen der familiären Pflichten ihre Arbeitskraft im Betrieb des Ehemannes maximal einsetzen, insbesondere wenn wie hier das Geschäft sich in der Aufbauphase befindet, oder allgemein in wirtschaftlich schwierigen Zeiten. Daraus allein lässt sich indessen nichts zu Gunsten der Beschwerdeführerin ableiten. 3.2.2 Im Weitern kommt den Angaben der versicherten Person gegenüber der Abklärungsperson Haushalt zu dem ohne gesundheitliche Beeinträchtigung geleisteten erwerblichen Arbeitspensum fraglos grosse Bedeutung zu. In diesem Zusammenhang steht fest und ist unbestritten, dass die Beschwerdeführerin sich dahingehend äusserte, sie wäre nach wie vor beim Ehemann zu 50 % als Büroangestellte und nebenbei zu 20 % als Schneiderin selbständig tätig. Es trifft zu, dass sie auch angab, nach Abschluss der Lehre zur Damenschneiderin im August 1994 aus gesundheitlichen Gründen ausserhäuslich nicht mehr als zu 70 % tätig gewesen zu, wobei dieses Pensum nebst dem Haushalt möglich gewesen sei. Die übrigen Akten bestätigen diese Angaben. Im Zeitraum September 1994 bis April 1995 arbeitete die Versicherte in der Firma X.________ AG als Schneiderin/Verkäuferin. Danach war sie bis Oktober 1995 in der Firma Y.________ AG ebenfalls als Verkäuferin/Schneiderin zu 70 % tätig. Als Grund für die Beendigung des Arbeitsverhältnisses gab sie gegenüber der Abklärungsperson an, sie sei intern in diese Firma versetzt worden. Sie habe dort hauptsächlich im Verkauf gearbeitet. Da der Arbeitgeber jedoch eine Person benötigt habe, die 100 % arbeiten konnte, habe er ihr die Stelle gekündigt. Dass die Beschwerdeführerin als Folge des Unfalles vom 13. März 1993 von den behandelnden und begutachtenden Ärzten als zu 30 % arbeitsunfähig betrachtet wurde, ergibt sich aus dem Aktenauszug im Gutachten der MEDAS vom 22. April 2004, erstellt im Auftrag des für den zweiten Unfall vom 23. März 2001 zuständigen obligatorischen Unfallversicherers. Diese Umstände sprechen für eine Vollerwerbstätigkeit im Gesundheitsfall. Indessen führte die Versicherte in der vorinstanzlichen Beschwerde aus, im Betrieb des Ehemannes wie auch in der Schneidertätigkeit seien nie genügend Kapazitäten vorhanden gewesen, um das Arbeitspensum zu steigern. Dass sie ihr Pensum nicht voll ausgeschöpft habe, habe am Ausmass der Haushaltarbeiten nichts geändert. Die restliche Zeit habe sie in erster Linie zur Freizeitgestaltung verwendet. Die Beschwerdeführerin arbeitete somit aus invaliditätsfremden Gründen (fehlende Kapazitäten) lediglich 70 % (50 % Büroangestellte und 20 % selbständige Schneiderin). Die angebliche Verwendung des nicht voll ausgeschöpften erwerblichen Pensums zu Freizeitzwecken widerspricht sodann dem Vorbringen in der letztinstanzlichen Beschwerde, die Versicherte könne sich nicht ein gemütliches Leben mit reduzierter Erwerbstätigkeit leisten. 3.3 Insgesamt lassen weder die allgemeine Lebenserfahrung noch die konkreten Umstände, insbesondere die berufliche Karriere seit dem ersten Unfall vom 13. März 1993, die vorinstanzliche Annahme einer Teilerwerbstätigkeit von 70 % (50 % Büroangestellte und 20 % selbständige Schneiderin) im Gesundheitsfall als offensichtlich unrichtig oder als Ergebnis qualifiziert unrichtiger oder sogar willkürlicher Beweiswürdigung erscheinen. Der im Übrigen nicht angefochtene Entscheid verletzt Bundesrecht nicht.