Citation: U 518/06 13.12.2007 E. 3

3.1 Der Beschwerdeführer leidet neben den chronischen, vom obersten Nacken über den Hinterkopf in die Scheitelgegend ausstrahlenden Kopfschmerzen links (Bericht der Dres. med. B.________ und H.________ vom 14. April 2005) auch an neuropsychologisch nachgewiesenen Hirnleistungsdefiziten (diskrete/leichte subkortikale und linkshemisphärische fronto-diencephale/fronto-dorsolaterale Hirnfunktionsstörungen; Bericht des lic. phil. R.________, Fachpsychologe für Neuropsychologie FSP, Fachpsychologe für Psychotherapie FSP, vom 3. November 2001). Fraglich und zu prüfen ist die (Unfall-)Ursächlichkeit der kognitiven Beeinträchtigungen. Nach Auffassung der SUVA stehen diese in Zusammenhang mit den Nacken-/Kopfschmerzen und sind bei der Bemessung des Integritätsschadens von 20 %, welche in Anlehnung an die Tabelle 7 (Integritätsentschädigung bei Wirbelsäulenaffektionen) erfolgte, berücksichtigt worden. Dagegen vertritt der Beschwerdeführer den Standpunkt, es handle sich um Folgen einer traumatisch bedingten Hirnverletzung, welche als eigenständiger Integritätsschaden zu beurteilen sei. 3.2 Mit dem kantonalen Gericht, auf dessen Erwägungen auch in tatbeständlicher Hinsicht verwiesen wird, ist festzustellen, dass die Neurologen weder klinisch, noch radiologisch objektive Befunde erheben konnten, die eine Hirnläsion belegten. Eine psychogene Ursache fiel nicht in Betracht. Entscheidend für die Diagnostizierung einer Hirnverletzung war deshalb, ob der Versicherte beim Unfall vom 2. November 1998 eine Amnesie erlitten hat. Weder dem Bericht des am Unfalltag aufgesuchten erstbehandelnden Arztes (Bericht des Dr. med. K.________, Arzt für Allg. Medizin FMH vom 30. November 1998), noch dem Rapport der Polizei Y.________, Verkehrsabteilung Verkehrsaufsicht, vom 3. November 1998 sind Anhaltspunkte für einen Kopfanprall oder einen Bewusstseinsverlust zu entnehmen. Gemäss Protokoll der SUVA vom 23. Dezember 2001 verneinte der Versicherte ausdrücklich, den Kopf andernorts als an der Nackenstütze angeschlagen zu haben oder bewusstlos geworden zu sein. Auch das planmässige Vorgehen des Versicherten unmittelbar im Anschluss an den Unfall (Anhalten des Fahrzeugs am rechten Strassenrand; telefonische Benachrichtigung der Polizei; Anruf beim Vater, damit dieser ihn abhole; vgl. Bericht des Dr. med. S.________, Neurologie FMH, vom 21. Dezember 1998) spricht gegen eine massgebende Bewusstseinsstörung. Daher bleibt eine für die Diagnose einer leichten traumatischen Hirnverletzung vorausgesetzte Amnesie fraglich. 3.3 In Anbetracht dieser Umstände kann, wie die Vorinstanz richtig erkannt hat, nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen werden, dass der Beschwerdeführer beim Unfall vom 2. November 1998 eine Hirnverletzung erlitten hat. Die neuropsychologisch dokumentierten Ergebnisse allein reichen für eine solche Annahme nicht aus. Vielmehr ist plausibel, dass die vorliegenden neuropsychologischen Befunde (diskrete Konzentrationsstörung; leichte mentale Ermüdbarkeit) auf die erlittene HWS-Distorsion mit Nacken-/ Kopfschmerzen zurückzuführen sind, zumal sie typische Symptome des Beschwerdebilds nach HWS-Schleudertrauma bilden können (vgl. Erw. 2.1 hievor). Damit besteht kein Anlass, den Anspruch auf Integritätsentschädigung in Anlehnung an die SUVA-Tabelle 8 (Integritätsschaden bei psychischen Folgen von Hirnverletzung) zu beurteilen. Das kantonale Gericht hat zu Recht eine Erhöhung der von der SUVA zugesprochenen Integritätsentschädigung abgelehnt. 3.4 Die in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde erhobenen Einwendungen sind nicht stichhaltig. Dr. med. B.________ hat im Bericht vom 9. März 2006 gestützt auf einschlägige Literatur nachgewiesen, dass die biomechanische Definition des Schleudermechanismus bei Heckauffahrkollisionen als "non-head-contact mechanism" den Kopfanprall an einer Nackenstütze miteinschliesst. Nach medizinischer Erfahrung ist die Annahme einer Hirnverletzung mit oder ohne Kopfanprall gegen die Nackenstütze (oder eine andere weiche Struktur) nur wahrscheinlich, wenn der Unfallpatient beim Unfall sofort bewusstlos geworden ist. Auf die beantragte Einholung eines biomechanischen Gutachtens zur Frage, ob der Versicherte den Kopf an einer festen Struktur im Fahrzeuginnern angeschlagen hat, ist zu verzichten. Sodann trifft das Vorbringen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde, die Vorinstanz habe die Angaben des Versicherten "negiert", nicht zu. Sie hat sich vielmehr mit dem Umstand auseinandergesetzt, dass in mehreren ärztlichen Berichten aufgrund der anamestischen Auskünfte des Versicherten eine Amnesie erwähnt wird, gelangte aber zum Schluss, dass sich diese, den initialen Angaben zum Unfallhergang gegenübergestellt, nicht zur Annahme einer dabei erlittenen Gedächtnislücke verdichteten. Im Übrigen wies Dr. med. B.________ (Berichte vom 14. April 2005 und 9. März 2006) auf unfallmedizinische Nachforschungen hin, wonach spätere Aussagen eines Patienten gegenüber Erstauskünften mit einem unvergleichlich höheren Risiko behaftet sind, durch Gespräche mit Aussenstehenden (wie ärztliche Befragung) oder andere Faktoren beeinflusst zu sein ("false memory theory"). Auf die beantragten beweismässigen Weiterungen in medizinischer Hinsicht ist zu verzichten. Der Gesundheitszustand des Versicherten ist umfassend exploriert worden, und es ist nicht zu erwarten, dass zusätzliche medizinische Untersuchungen zu neuen Erkenntnissen führen (antizipierte Beweiswürdigung; vgl. BGE 124 V 90 E. 4b S. 94, 122 V 157 E. 1d S. 162 mit Hinweis).