Citation: 1B_293/2010 30.09.2010 E. 4

Der Beschwerdeführer bestreitet den allgemeinen Haftgrund des dringenden Tatverdachts. 4.1 Die Vorinstanz hat hierfür auf den Entscheid des Haftrichters vom 6. August 2010 sowie auf den Antrag der Staatsanwaltschaft auf Fortsetzung von Untersuchungshaft vom 24. August 2010 verwiesen. Weiter hat sie ausgeführt, der Tatverdacht der Vergewaltigung stütze sich zwar praktisch ausschliesslich auf die Zeugenaussagen der Geschädigten, nämlich der Ehefrau des Angeschuldigten. Diese habe den Beschwerdeführer in der Zeugenbefragung vom 22. Juli 2010 indessen detailliert, anschaulich und differenziert belastet. Die Aussagen der Geschädigten würden sich nicht von vornherein als unglaubhaft erweisen. Was der Gesuchsteller angeführt habe, sei nicht geeignet, die Geschädigte als unglaubwürdig erscheinen zu lassen. 4.2 Der Beschwerdeführer macht geltend, die Beweislage sei äusserst dünn. Seiner Aussage lägen lediglich die Anschuldigungen der Ehefrau gegenüber. Gegen den Tatverdacht spreche zunächst, dass die Ehefrau die angeblich erfolgte Vergewaltigung nicht habe ärztlich feststellen lassen, mit niemandem darüber gesprochen habe, mit ihm nach dem angeblichen Vorfall gemäss eigener Aussage weiterhin zusammen geschlafen und dabei normalen Intimverkehr gehabt habe, erst nach über fünf Monaten Anzeige erstattet habe, den Zeitpunkt der angeblichen Tat nur ungefähr genannt habe und in der Konfrontationseinvernahme ohne jegliche Rührung, Verbittertheit oder Traumatisierung gesprochen, sondern im Gegenteil noch gelacht habe. Sodann habe die Einvernahme weiterer Zeugen die Anschuldigungen der Ehefrau nicht untermauert. 4.3 Das Bundesgericht hat bei der Überprüfung des allgemeinen Haftgrunds des dringenden Tatverdachts keine erschöpfende Abwägung sämtlicher belastender und entlastender Beweisergebnisse vorzunehmen. Macht ein Inhaftierter geltend, er befinde sich ohne ausreichenden Tatverdacht in Untersuchungshaft, ist vielmehr zu prüfen, ob aufgrund der bisherigen Untersuchungsergebnisse genügend konkrete Anhaltspunkte für eine Straftat und eine Beteiligung des Beschwerdeführers an dieser Tat vorliegen, die Justizbehörden somit das Bestehen eines dringenden Tatverdachts mit vertretbaren Gründen bejahen durften. Im Haftprüfungsverfahren genügt dabei der Nachweis von konkreten Verdachtsmomenten, wonach das inkriminierte Verhalten mit erheblicher Wahrscheinlichkeit die fraglichen Tatbestandsmerkmale erfüllen könnte (vgl. BGE 116 Ia 143 E. 3c S. 146). 4.4 Die mutmasslich geschädigte Ehefrau hat den Beschwerdeführer in der Untersuchung konkret belastet. Sie hat den Tatvorhergang anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 21. Mai 2010 detailliert geschildert. Ihre Aussagen in der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 22. Juli 2010 stimmen im Wesentlichen mit jenen in der polizeilichen Einvernahme überein. Demnach soll der Beschwerdeführer seine Ehefrau im Schlafzimmer auf das Bett geschmissen, ihr das T-Shirt weggerissen und sie mehrfach geohrfeigt haben, als diese begonnen habe, zu weinen, zu schreien und sich zu wehren. Hernach soll er gewaltsam mit seinem Penis in die Vagina seiner Ehefrau eingedrungen sein und schliesslich auf deren Bauch ejakuliert haben. Anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme hat die Ehefrau ausgeführt, sie habe keine andere Möglichkeit gehabt, als nach dem Vorfall mit dem Beschwerdeführer und seiner Familie weiterhin zusammen zu leben, da sie erst seit kurzem verheiratet gewesen und in die Schweiz gekommen sei. Ihre Eltern hätten ihre Probleme nicht verstanden und sie nicht zurück haben wollen. Dass die Ehefrau unter diesen Umständen erst fünf Monate später Strafanzeige gegen ihren Ehemann erhob, vermag die Glaubwürdigkeit ihrer Aussagen nicht zu schmälern. Der Haftrichter hat kein Bundesrecht verletzt, wenn er aufgrund der bisherigen Untersuchungsergebnisse im Ergebnis davon ausgegangen ist, dass genügend Anhaltspunkte für die Erfüllung des Straftatbestands der Vergewaltigung bestehen.