Citation: 9C_570/2020 E. 3.5.2

3.5.2. Weiter rügt die Beschwerdeführerin mit ihren Ausführungen zum vorprozessualen Verhalten und zur Behauptungspflicht der Beschwerdegegnerin sinngemäss eine Verletzung verfahrensrechtlicher Vorgaben. Die Beschwerdegegnerin beharrte seit der Betriebskontrolle vom 19. März 2008 stets auf einer (teilweisen) Unterstellung der Beschwerdeführerin unter den GAV FAR und auf entsprechenden Beitragsforderungen (vgl. Sachverhalt lit. A.b). Auch wenn sie zunächst von einem "unechten Mischbetrieb" ohne selbstständigen Betriebsteil ausging, lässt sich weder ihrem Beschluss vom 24. Februar 2009 noch einem anderen Dokument entnehmen, dass sie unmissverständlich darauf verzichtet hätte, diesbezüglich später einen abweichenden Rechtsstandpunkt (vgl. vorangehende E. 3.3) einzunehmen. Mangels eines verbindlich erklärten Zugeständnisses stellt es kein "venire contra factum proprium" dar, wenn die Vorsorgeeinrichtung ihre klageweise geltend gemachten Beitragsforderungen (zur Verjährungsproblematik der auf den Zeitraum vor dem 1. Oktober 2009 entfallenden Beiträge vgl. Urteil 9C_711/2017 vom 4. Juli 2018 E. 2 und 3.4) auf eine neue rechtliche Argumentation stützte (vgl. dazu E. 3.2 des soeben erwähnten Urteils). Weshalb dadurch die Unterstellungsabklärungen "zur Farce und unberechenbaren Belastung für die Unternehmen" werden sollen, leuchtet nicht ein. Einerseits dienen die Abklärungen in erster Linie der Feststellung des Sachverhalts und nicht dessen rechtlicher Einordnung; anderseits können die Parteien die Ergebnisse der Abklärungen und die sich daraus ergebenden Konsequenzen gerichtlich überprüfen lassen. Ohnehin gelten für das Berufsvorsorgegericht die Grundsätze der Sachverhaltsfeststellung und Rechtsanwendung von Amtes wegen (iura novit curia). Der Vorwurf, die Stiftung FAR habe für ihre "Kehrtwende" keine Sachverhaltsveränderung dargelegt, zielt somit ins Leere. Davon abgesehen richtet sich das Klageverfahren - trotz der zivilrechtlichen Natur der Vorfrage nach der (teilweisen) Unterstellung einer Arbeitgeberin unter den GAV FAR (vgl. Urteil 9C_211/2008 vom 7. Mai 2008 E. 4.4 und 4.6) - nach Art. 73 BVG (so bereits Urteil 9C_711/2017 vom 4. Juli 2018 E. 3.4), weshalb von vornherein nicht von einer Verletzung des zivilprozessualen Verhandlungsgrundsatzes (vgl. Art. 55 Abs. 1 und Art. 221 Abs. 1 lit. d ZPO) gesprochen werden kann. Im Übrigen kam die Beschwerdegegnerin ihren Substanziierungsobliegenheiten im Kontext der Untersuchungsmaxime von Art. 73 BVG nach, wie sich ebenfalls aus dem Urteil 9C_711/2017 vom 4. Juli 2018 (vgl. insbesondere dessen E. 3.2) ergibt. Dass die vorinstanzlichen Sachverhaltsfeststellungen (vgl. vorangehende E. 3.4) auf einer Rechtsverletzung anderer Art beruhen sollen, wird nicht geltend gemacht und ist auch nicht ersichtlich. Sie bleiben daher für das Bundesgericht verbindlich (vorangehende E. 1).