Citation: K 139/01 25.03.2002 E. 3

3.- Würde man bei grosszügigster Betrachtungsweise im Revisionsgesuch sinngemäss die Rügen der versehentlichen Nichtberücksichtigung einer in den Akten liegenden erheblichen Tatsache (Art. 136 lit. d OG) oder die Berufung auf neue erhebliche Tatsachen (Art. 137 lit. b OG) sehen, wären diese Revisionsgründe nicht gegeben. a) Versehentliche Nichtberücksichtigung einer in den Akten liegenden erheblichen Tatsache im Sinne von Art. 136 lit. d OG liegt vor, wenn der Richter oder die Richterin ein bestimmtes Aktenstück übersehen oder eine bestimmte wesentliche Aktenstelle unrichtig, insbesondere nicht mit ihrem wirklichen Wortlaut oder in ihrer tatsächlichen Tragweite wahrgenommen hat. Kein Revisionsgrund ist dagegen die rechtliche Würdigung der an sich richtig aufgefassten Tatsachen, auch wenn diese Würdigung irrtümlich oder unrichtig sein sollte; zur rechtlichen Würdigung gehört auch die Entscheidung der Frage, ob eine Tatsache rechtserheblich sei oder nicht (RSKV 1982 Nr. 479 S. 60 Erw. 2a und 1975 Nr. 210 S. 29 Erw. 1; vgl. auch BGE 122 II 18 Erw. 3, 115 II 399, 101 Ib 222, 96 I 280). Selbst wenn das Eidgenössische Versicherungsgericht demzufolge bei der Frage der Verlagerung der Weisheitszähne der Versicherten zu einem unrichtigen Schluss gekommen wäre, stellt dies keinen Revisionsgrund dar. b) Die Revision eines Urteils des Eidgenössischen Versicherungsgerichts gestützt auf Art. 137 lit. b wäre sodann zulässig, wenn der Gesuchsteller oder die Gesuchstellerin nachträglich neue erhebliche Tatsachen erfährt oder entscheidende Beweismittel auffindet, die im früheren Verfahren nicht beigebracht werden konnten. Als "neu" gelten Tatsachen, welche sich bis zum Zeitpunkt, da im Hauptverfahren noch tatsächliche Vorbringen prozessual zulässig waren, verwirklicht haben, jedoch der um Revision ersuchenden Person trotz hinreichender Sorgfalt nicht bekannt waren. Die neuen Tatsachen müssen ferner erheblich sein, d.h. sie müssen geeignet sein, die tatbeständliche Grundlage des angefochtenen Urteils zu verändern und bei zutreffender rechtlicher Würdigung zu einer andern Entscheidung zu führen. Beweismittel haben entweder dem Beweis der die Revision begründenden neuen erheblichen Tatsachen oder dem Beweis von Tatsachen zu dienen, die zwar im früheren Verfahren bekannt gewesen, aber zum Nachteil der gesuchstellenden Person unbewiesen geblieben sind. Sollen bereits vorgebrachte Tatsachen mit den neuen Mitteln bewiesen werden, so hat die Person auch darzutun, dass sie die Beweismittel im früheren Verfahren nicht beibringen konnte. Entscheidend ist ein Beweismittel, wenn angenommen werden muss, es hätte zu einem andern Urteil geführt, falls das Gericht im Hauptverfahren hievon Kenntnis gehabt hätte. Ausschlaggebend ist, dass das Beweismittel nicht bloss der Sachverhaltswürdigung, sondern der Sachverhaltsermittlung dient. Es genügt daher beispielsweise nicht, dass ein neues Gutachten den Sachverhalt anders bewertet; vielmehr bedarf es neuer Elemente tatsächlicher Natur, welche die Entscheidungsgrundlagen als objektiv mangelhaft erscheinen lassen. Für die Revision eines Entscheides genügt es nicht, dass die Gutachterin oder der Gutachter aus den im Zeitpunkt des Haupturteils bekannten Tatsachen nachträglich andere Schlussfolgerungen zieht als das Gericht. Auch ist ein Revisionsgrund nicht schon gegeben, wenn das Gericht bereits im Hauptverfahren bekannte Tatsachen möglicherweise unrichtig gewürdigt hat. Notwendig ist vielmehr, dass die unrichtige Würdigung erfolgt ist, weil für den Entscheid wesentliche Tatsachen nicht bekannt waren oder unbewiesen blieben (BGE 110 V 141 Erw. 2, 293 Erw. 2a, 108 V 171 Erw. 1; vgl. auch BGE 118 II 205). Bei den mit dem Revisionsgesuch aufgelegten Urkunden handelt es sich um Belege aus dem Jahr 1996, welche im Hauptverfahren bereits bekannt waren und beigebracht werden konnten. Die Berichte des Dr. med. Dr. med. dent. S.________ vom 30. Oktober 2001, 6. November 2001 und 11. März 2002 enthalten sodann keine neuen Elemente tatsächlicher Natur, sondern vielmehr eine andere Bewertung des Sachverhalts, andere Schlussfolgerungen und somit eine Kritik am Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts. Es liegen demnach weder neue Beweismittel noch neue Tatsachen im Sinne von Art. 137 lit. b OG vor.