Citation: U 153/05 01.03.2006 E. A

Der 1964 geborene W.________ arbeitete seit 1995 als Koch bei der Firma Z.________ und war damit bei den Winterthur Versicherungen (nachfolgend Winterthur) unfallversichert. Am 28. Juni 1996 warf ein Arbeitskollege mit einem zu einem Abfalleimer gehörenden Metallring von 50 cm Durchmesser und 830 g Gewicht nach dem Versicherten und traf ihn am Kopf. Die entstandene Platz(Riss-)wunde wurde im Universitätsspital U.________ notfallmässig versorgt. Am 15. September 1996 diagnostizierte Dr. med. T.________, Spezialarzt FMH für Innere Medizin, eine Schädelkontusion und eine Rissquetschwunde an Schädel und Lippe. Am 27. Dezember 1996 führte er aus, die Kopfschmerzen seien minimal; die Behandlung könne abgeschlossen werden. Eine Arbeitsunfähigkeit bestand bis anhin nicht. Ab 27. April 1998 wurde der Versicherte von Dr. med. T.________ wegen Leistungsschwäche bei Kopfschmerzen zu 50 % arbeitsunfähig geschrieben. Seit 3. Juni 1998 war er beim Neurologen Dr. med. H.________ in Behandlung, der am 29. September 1998 therapieresistente postkontusionelle Cephalea (Contusio capitis) diagnostizierte. Vom 20. Juli bis 10. August 1998 wurde er in der Psychiatrischen Poliklinik des Universitätsspitals U.________ behandelt, wo eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4) diagnostiziert wurde. Seit 9. September 1998 war er bei der Psychiaterin Frau Dr. med. S.________ in Behandlung, die am 3. Dezember 1998 einen starken Leidensdruck infolge Kopfschmerzen nach Trauma, in der Folge depressive Verstimmung mit starker Antriebsstörung sowie eine Hypertonie diagnostizierte; seit 9. September sei er als Koch zu 50 % arbeitsunfähig. Der beratende Arzt der Winterthur, Dr. med. Y.________, FMH Chirurgie, verneinte am 20. Oktober 1998 mangels Brückensymptomen eine Kausalität zwischen der Behandlung ab 3. Juni 1998 und dem Unfall vom 28. Juni 1996; die Beschwerden seien eventuell bedingt durch Hypertonie. Die Winterthur lehnte die Übernahme weiterer Behandlungen seit 3. Juni 1998 ab (Mitteilung vom 2. November 1998), stellte dann aber am 7. Dezember 1998 weitere Abklärungen in Aussicht. Am 8. Dezember 1998 erlitt der Versicherte einen Unfall, als ihn der Ehemann einer Arbeitskollegin, mit der er eine aussereheliche Beziehung unterhielt, mit dem Personenwagen verfolgte und dabei insgesamt viermal mit seinem Auto kollidierte. Tagsdarauf suchte er Dr. med. T.________ auf, der eine Distorsion der Halswirbelsäule (HWS) und der Lendenwirbelsäulen(LWS)-Gelenke sowie eine Kontusion mit Exkoriationen am linken Unterschenkel diagnostizierte und von 100%iger Arbeitsunfähigkeit ausging. Weiter beschrieb er eine vorbestehende ernsthafte Kopfwehproblematik (Bericht vom 1. Januar 1999). Im Röntgenbericht vom 4. Mai 1999 gab der Neurologe Dr. med. H.________ folgende Beurteilung ab: Einengung des rechten Foramens C5/6, kein Nachweis einer Diskushernie oder fokalen Protrusion, leichte rotatorische Fehlstellungen C4 bis C6 von rechts nach links, etwas vermehrte Hyperlordosierung und diskrete Retroposition C5 gegenüber C6, sowie diskrete linkskonvexe Skoliose mit Scheitelpunkt C6, wahrscheinlich Ausdruck der muskulären Dysbalance. Die Winterthur erbrachte für die nach diesem Unfall entstandene Arbeitsunfähigkeit ein Taggeld von 50 % und übernahm die Heilungskosten. Per Ende Januar 1999 kündigte die Firma Z.________ das Arbeitsverhältnis mit dem Versicherten. Die Winterthur holte weitere Arztberichte und ein unfallanalytisches Gutachten des Dipl. Ing. (FH) T.________, Unfallanalytiker, vom 25. Juni 1999 sowie eine biomechanische Beurteilung des Prof. Dr. med. A.________, FMH für Rechtsmedizin Forensische Biomechanik, vom 3. August 1999 ein. Weiter zog sie das im IV-Verfahren erstellte Gutachten des Zentrums für Medizinische Begutachtung (ZMB) vom 12. August 1999 mit Ergänzung vom 17. November 1999 bei. Mit Verfügung vom 19. Oktober 1999 stellte die Winterthur bezüglich des Unfalls vom 8. Dezember 1998 die Heilungskosten- und Taggeldleistungen per 31. Juli 1999 ein und verneinte mangels Kausalität weitere Ansprüche (Invalidenrente/Integritätsentschädigung). Sie führte aus, die Analgetika-Therapie stehe bis zu diesem Datum im natürlichen Kausalzusammenhang mit dem Ereignis, die antihypertensive Therapie und die antidepressive Behandlung hingegen nicht. Weiter sei die adäquate Kausalität zwischen dem Unfall und den psychischen bzw. psychosomatischen Beschwerden zu verneinen. Dagegen erhoben der Versicherte und die Helsana Versicherungen AG als Krankenversicherer Einsprache. In der Folge beauftragte die Winterthur die Rehaklinik B.________ mit einer Begutachtung, die am 26. März 2002 erstattet wurde. Weiter holte die Winterthur eine Stellungnahme ihres beratenden Psychiaters Dr. med. R.________ vom 28. August 2002 ein. Mit Verfügung vom 11. Oktober 2002 stellte sie die Heilkostenleistungen für den Unfall vom 28. Juni 1996 per 30. April 1998 ein, da kein natürlicher Kausalzusammenhang mit den geklagten Beschwerden mehr bestehe. Selbst wenn er zu bejahen wäre, mangelte es an der adäquaten Kausalität zu den psychischen Beschwerden. Deshalb leiste sie für die seit 27. April 1998 vorhandene Arbeitsunfähigkeit keine Taggelder mehr; es bestehe auch kein Anspruch auf Invalidenrente oder Integritätsentschädigung. Auf die Rückforderung bereits bezahlter Heilungskosten nach dem 30. April 1998 werde verzichtet. Mit weiterer Verfügung gleichen Datums stellte sie die Heilungskosten- und Taggeldleistungen für den Unfall vom 8. Dezember 1998 per 31. Juli 1999 ein, da seither kein natürlicher Kausalzusammenhang mit den Beschwerden mehr gegeben sei. Dies führe auch zur Verneinung des Anspruchs auf Heilkostenleistungen, Taggelder, Invalidenrente und Integritätsentschädigung. Die ohne Präjudiz vom 1. November 2000 bis 31. August 2002 erbrachten Taggelder würden soweit zurückgefordert, als sie zusammen mit erzielten Einkommen und jeglichen anderen Versicherungsleistungen per 31. August 2002 zu einer Überdeckung führten. Auf die gegen beide Verfügungen vom 11. Oktober 2002 erhobene Einsprache hin holte die Winterthur eine Stellungnahme ihres beratenden Psychiaters Dr. med. C.________ vom 2. Juli 2003 ein. Mit Entscheid vom 23. Juli 2003 wies sie die Einsprache ab. Am 6. April 2001 erlitt der Versicherte einen weiteren Unfall, bei dem er sich den Fuss vertreten hatte und bis 24. Juni 2001 arbeitsunfähig gewesen war. Dieser Unfall wurde vom Unfallversicherer des Alters- und Pflegeheims L.________ bearbeitet, wo der Versicherte vom 6. Dezember 2000 bis 15. April 2001 zu 50 % als Koch angestellt war.