Citation: 1B_480/2022 E. 5.4

5.4. Der Beschwerdeführer verkennt, dass in den Beschwerdeverfahren 6B_838/2021 und 6B_839/2021 die jeweiligen Privatklägerinnen beantragen, er sei zusätzlich zu den bereits ergangenen Schuldsprüchen auch wegen (mehrfacher) Vergewaltigung zu verurteilen und angemessen zu bestrafen. Art. 190 Abs. 1 StGB sieht für Vergewaltigung einen Strafrahmen von einem Jahr bis zu zehn Jahren Freiheitsstrafe vor, wobei das Höchstmass dieser Strafe nach den Grundsätzen von Art. 49 Abs. 1 StGB noch erhöht werden könnte. Damit ist zurzeit jedenfalls theoretisch nicht nur eine Strafminderung, sondern auch eine Erhöhung der mit Urteil vom 12. März 2021 vom Obergericht des Kantons Solothurn verhängten Freiheitsstrafe von 7 ½ Jahren möglich. Darüber hinaus durfte die Vorinstanz aufgrund der Vorakten und insbesondere der Verfügung des Amts für Justizvollzug vom 1. Juli 2022, mit welcher die ambulante Behandlung des Beschwerdeführers wegen Aussichtslosigkeit aufgehoben wurde, auch die sehr hohe Rückfallgefahr des Beschwerdeführers berücksichtigen. Wie die Vorinstanz zutreffend festhielt, kann aufgrund der negativen Prognose des zukünftigen Verhaltens des Beschwerdeführers in Freiheit nicht davon ausgegangen werden, dass dieser "mit grosser Wahrscheinlichkeit" bedingt entlassen wird. Dem Beschwerdeführer droht somit noch keine Überhaft.