Citation: 9C_55/2021 E. 3

Das kantonale Gericht erwog im Wesentlichen, gemäss beweiswertigem Gutachten der medexperts vom 5. Dezember 2019 habe sich der Gesundheitszustand der Versicherten seit der erstmaligen leistungsabweisenden Verfügung verschlechtert. Unbestritten bestehe nun eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % in der gegenwärtigen, weitgehend adaptierten, Tätigkeit. In konkreter Beweiswürdigung schloss die Vorinstanz auf ein hypothetisches Erwerbspensum von ca. 85 % im Gesundheitsfall, wobei sie der einzigen echtzeitlichen Aussage hierzu im Zeitpunkt der Erstdiagnose der Erkrankung im Jahr 2005 grosses Gewicht beimass (Bericht des Spitals B.________ vom 24. Juni 2005). Weiter stellte das kantonale Gericht fest, mit überwiegender Wahrscheinlichkeit habe die Versicherte mit dem Wechsel an die höhere Fachschule im Jahr 2008 ihr Erwerbspensum aus freien Stücken auf 56-64 % reduziert, nicht zuletzt angesichts der im Vergleich zu früheren Stellen besseren Entlöhnung, habe sie doch dort gemäss Auszug aus dem individuellen Konto bei einem kleineren Pensum mindestens gleich viel verdient wie zuvor. Auch die von ihr ausgeübten Zusatzaufgaben in Zusammenhang mit der Lehrtätigkeit (etwa: Diplomprüfungen, Exkursionsbegleitungen) liessen zusammen mit dem Grundpensum von 56-64 % nicht den Schluss auf ein hypothetisches Vollerwerbspensum zu, ebensowenig wie die - nicht weiter belegte - Tatsache, dass sie offenbar in der Vergangenheit ermuntert worden sei, sich für eine Stelle als Abteilungsleiterin zu bewerben. Die Ausübung eines Vollpensums erscheine umso weniger wahrscheinlich, als statistisch eine überwiegende Mehrheit der Lehrpersonen in der Schweiz Teilzeit arbeite; im Jahr 2019 hätten lediglich deren 26.5 % ein Vollpensum ausgeübt. Mit der IV-Stelle sei folglich von einem Status von 85 % Erwerb und 15 % Aufgabenbereich Haushalt auszugehen. In Bezug auf den Erwerbsbereich resultiere bei unveränderter Tätigkeit im bisherigen, weitgehend leidensadaptierten, Beruf ein Invaliditätsgrad von 42.5 % (50 % x 0.85). Damit Anspruch auf eine halbe Invalidenrente bestünde, müsste - so die Vorinstanz weiter - der gewichtete Invaliditätsgrad in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich 7 % betragen (49.5 % minus 42.5 %). Aufgrund der Gewichtung des Aufgabenbereichs mit 15 % müsste die Versicherte dazu im Aufgabenbereich Haushalt zu 46.7 % (7 % : 0.15) eingeschränkt sein, statt wie im Abklärungsbericht Haushalt/Erwerb vom 19. Februar 2020 festgehalten zu 10 %. Eine mit dem Erwerbsbereich vergleichbare Einschränkung im Aufgabenbereich sei mit Blick auf den sehr pflegeleichten Einpersonenhaushalt und die gutachterlich attestierten Defizite, die in dessen Bewältigung weit weniger zum Tragen kämen als im Erwerbsbereich, nicht überwiegend wahrscheinlich. Demnach habe es beim Anspruch auf eine Viertelsrente ab 1. Oktober 2019 sein Bewenden.