Citation: 4A_481/2019 E. 4.5.3

4.5.3. Es obliegt dem Arzt, die Auswirkungen eines schädigenden Ereignisses auf den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, welche Tätigkeiten verletzungsbedingt nicht mehr oder nur noch beschränkt möglich sind; die Frage nach der prozentualen Einbusse gehört jedoch letztlich in den Zuständigkeitsbereich des Richters, der die ärztlichen Feststellungen unter dem Aspekt der Zumutbarkeit zu würdigen hat (ROBERT GEISSELER, Der Haushaltschaden, in: Alfred Koller [Hrsg.], Haftpflicht- und Versicherungsrechtstagung, 1997, S. 59, 74). Die Beschwerdeführerin war daher nicht davor dispensiert, substanziierte Behauptungen zu ihrem Haushalt und der ihr darin zu fallenden Aufgaben zu machen. Etwas anderes ergibt sich - entgegen der Beschwerdeführerin - auch nicht aus dem zit. Urteil 4A_98/2008. In diesem Urteil wurde zwar einschränkend festgehalten, dass nicht eine systematische Liste darüber aufgestellt werden müsse, welche Arbeiten die geschädigte Person im Haushalt ausübe, und nicht für jede Tätigkeit darzulegen sei, in welchem genauen Ausmass eine Beeinträchtigung gegeben sei (zit. Urteil 4A_98/2008 E. 3.2.3); eine Abkehr vom Grundsatz, dass die Einschränkung im Haushalt so konkret wie möglich zu bemessen ist, lässt sich daraus aber nicht ableiten.