Citation: I 497/01 12.11.2001 E. 3

3.- a) Im Abklärungsbericht Haushalt vom 20. November 2000 wurden die anfallenden Tätigkeiten wie folgt gewichtet: Haushaltsführung 5 %, Einkauf und weitere Besorgungen 7 %, Ernährung 35 %, Wohnungspflege 20 %, Wäsche/Kleiderpflege 20 %, Kinderbetreuung 10 % und Verschiedenes 3 %. Im Bereich "Verschiedenes" wurde keine Einschränkung festgestellt, in den übrigen je eine solche von 20 %, was zu einer Arbeitsunfähigkeit von 19,4 % führt. Hierauf stellte auch die Vorinstanz ab. Die Versicherte macht diesbezüglich geltend, die Abklärerin habe ihr zu Unrecht alle mittelschweren Arbeiten als zumutbar erachtet. Gemäss dem Evaluationsbericht der Rheumaklinik X.________ sei sie nämlich bei Arbeiten, die vorgeneigtes Sitzen oder Stehen bedingten oder mit Rotationsbewegungen des Oberkörpers zusammenhingen, funktionell eingeschränkt. Inwiefern sich die psychischen Beeinträchtigungen negativ auf ihre Fähigkeiten auswirkten, sei für die Abklärerin ebenfalls nicht abschätzbar gewesen. Widersprüchlich sei zudem, dass sie einerseits die Haushaltsführung mit 5 % gewichtet, anderseits aber ausgeführt habe, die Planung des ganzen Haushalts obliege kulturell bedingt dem Ehemann. Im Übrigen bezweifle sie die letztere Aussage der Abklärerin. Schliesslich sei der Bericht insgesamt unbrauchbar, da er durchwegs von einer 20%igen Einschränkung ausgehe, anstatt den Sachverhalt konkret und vor Ort abzuklären. Klar sei jedoch, dass sie aufgrund der festgestellten Beeinträchtigungen bei den Putz- und Wäschearbeiten erheblich mehr eingeschränkt sei, da diese Tätigkeiten meistens vorgeneigte Haltungen oder zumindest eine Rotation des Oberkörpers bedingten. b) Diese Vorbringen sind nicht stichhaltig. aa) Die von der Abklärerin angenommene Arbeitsfähigkeit für mittelschwere Arbeiten stützt sich auf das Gutachten und den Evaluationsbericht der Rheumaklinik X.________ vom 18. Januar 2000 bzw. 23. Februar 2000. Im Weiteren beruht der Abklärungsbericht auf den Angaben der Beschwerdeführerin; diese äusserte sich zu ihrer Leistungsfähigkeit in den einzelnen Teilbereichen, und entsprechend wurde die Behinderung aufgrund einer Stellungnahme der Abklärerin festgelegt. Es lässt sich mithin nicht sagen, diese habe die Einschränkungen nicht konkret und vor Ort abgeklärt. Dass die Abklärerin eine niedrigere Arbeitsunfähigkeit als die MEDAS feststellte, lässt sich nicht beanstanden, da den ärztlichen Schätzungen der Arbeitsfähigkeit kein genereller Vorrang gegenüber den Abklärungen der Invalidenversicherung im Haushalt zukommt. So wenig wie bei der Bemessungsmethode des Einkommensvergleichs nach Art. 28 Abs. 2 IVG kann beim Betätigungsvergleich nach Art. 27 IVV auf eine medizinisch-theoretische Schätzung der Invalidität abgestellt werden. Massgebend ist vielmehr die Unmöglichkeit, sich im bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen, was unter Berücksichtigung der konkreten Verhältnisse im Einzelfall festzustellen ist (nicht veröffentlichtes Urteil S. vom 4. September 2001, I 175/01). Selbst wenn aufgrund des MEDAS-Gutachtens von einer 30%igen Arbeitsunfähigkeit in allen Haushaltstätigkeiten ausgegangen wird, resultiert (auch) bei Anwendung des Betätigungsvergleichs (Art. 27 IVV) kein rentenbegründender Invaliditätsgrad. Hieran ändert nichts, wenn entsprechend der Zuständigkeit des Ehemannes der Anteil des Aufgabenbereichs "Haushaltführung" an der gesamten Haushaltstätigkeit vermindert wird. bb) Die Vorinstanz weist im Übrigen zu Recht auf die der Beschwerdeführerin obliegende Schadenminderungspflicht (SVR 2001 IV Nr. 28 S. 88 Erw. 2b) hin, welche etwa die zweckmässige Arbeitseinteilung, die Anschaffung geeigneter Haushaltseinrichtungen und -geräte sowie die Inanspruchnahme der Mithilfe von Familienangehörigen umfasst. Unterbleiben solche Vorkehren zur Schadenminderung, so wird die daraus resultierende Leistungseinbusse im hauswirtschaftlichen Bereich bei der Invaliditätsbemessung nicht berücksichtigt. Kann ein Versicherter wegen seiner Behinderung gewisse Haushaltarbeiten nur noch mühsam und mit viel höherem Zeitaufwand erledigen, so muss er in erster Linie seine Arbeit einteilen und in üblichem Umfang die Mithilfe von Familienangehörigen in Anspruch nehmen. Der Mehraufwand ist für die Invaliditätsbemessung nur relevant, wenn der Versicherte während einer zumutbaren Normalarbeitszeit im Haushalt nicht mehr alle Arbeiten bewältigen kann und daher in wesentlichem Masse auf Fremdhilfe angewiesen ist (ZAK 1984 S. 135). Dies trifft nach dem Gesagten vorliegend nicht zu.