Citation: 4A_507/2015 E. 4.2

4.2. Die Beschwerdegegnerin verlangt von der Beschwerdeführerin die Erstattung der Kosten, die sie aufgrund einer Erhöhung der Stahlpreise hatte. Ihrer Ansicht nach ist die Auftragsvergabe auf der Basis eines Stahlpreises von Fr. 600.-- pro Tonne erfolgt, wobei ein allfälliger Mehrbetrag aufgrund höherer effektiver Stahlpreise zulasten der Beschwerdeführerin gehen und die Beschwerdegegnerin zudem zu einem Abrechnungsunkostenzuschlag von 8 % berechtigen sollte. Nach Ansicht der Beschwerdeführerin haben die Parteien demgegenüber vereinbart, die Stahlkosten seien im Pauschalpreis inbegriffen, ausser wenn F.________ (Delegierter des Verwaltungsrats der Beschwerdegegnerin) im Nachgang zum Vergabegespräch mitteilen würde, dass er nicht zu Fr. 600.-- pro Tonne mit seinem Stahllieferanten habe abschliessen können. Nach den vorinstanzlichen Feststellungen haben die Parteien folgende Dokumente als Grundlagen und Bestandteile ihres Vertrags angegeben: die Offerte der Beschwerdegegnerin vom 15. September 2009, überarbeitet am 7. Oktober 2009 bzw. am 5. Januar 2010, ein am 2. bzw. 5. Juli 2010 unterzeichnetes, einseitiges Dokument mit der Überschrift "Werkvertrag Nr. zzz vom 26.01.2010", einen am 2. bzw. 7. Juli 2010 unterzeichneten ausführlichen Werkvertrag, die Planunterlagen und die "Beilagen Vertragsordner" (u.a. der Leistungsbeschrieb "Baumeisterarbeiten G.________"). Im Dokument "Werkvertrag Nr. zzz vom 26.01.2010" ist festgehalten: "Preise fest bis Bauende (Stahlpreis gem. sep. Abmachung) ". Die Offerte betreffend Ortbetonbau vom 5. Januar 2010 enthält die Bemerkung: "Stahlpreis P.500ff indexiert Dezember 2009. Abrechnung mit einem Unkostenzuschlag von 8 % gemäss SIA 118. [...]". Im Leistungsbeschrieb ist unter dem Titel "Nicht in Pauschale enthalten" aufgeführt: "Teuerung Stahlprodukte über Index ca. CHF 600.00 pro Tonne (gem. objektspezifischen Verhandlungen C.________ AG) [...]". Die Beschwerdeführerin stützt sich u.a. auf ihr Schreiben vom 5. Juli 2010 an die Beschwerdegegnerin. Darin hat die Beschwerdeführerin - nachdem sie den von der Beschwerdegegnerin am 2. Juli 2010 unterzeichneten ausführlichen Werkvertrag zugestellt erhalten hatte - Folgendes ausgeführt: "Zum Vergabezeitpunkt (26.01.2010) wurde im Pauschalpreis der Stahlpreis für die gesamte Bauzeit festgelegt. Dieser wurde mit der Firma C.________ AG speziell für dieses Bauprojekt ausgehandelt."