Citation: 6B_33/2022 E. 2.4.2

2.4.2. Auch der Standpunkt des Beschwerdeführers verfängt nicht, die Schwelle zum Versuch sei nicht überschritten. Der Beschwerdeführer schrieb der minderjährigen "D.________" mehrfach und ausdrücklich, er wolle sie küssen und mit ihr Sex haben, fragte sie immer wieder nach einem Treffen und bot ihr Geld an, wobei er den Betrag erhöhte, als sie dies zunächst ablehnte. Schliesslich erklärte sich "D.________" einverstanden und bestätigte ihr Kommen auf erneutes Fragen des Beschwerdeführers hin. Der Beschwerdeführer begab sich zum vereinbarten Treffpunkt. Er war zur abgemachten Zeit physisch vor Ort. Dadurch manifestierte er objektiv die Absicht zur Vornahme sexueller Handlungen mit einem Kind, indem er die Anonymität des Internets verliess. Damit liegt sowohl in räumlicher/örtlicher als auch in zeitlicher Hinsicht ein tatnahes Handeln vor. Der Beschwerdeführer war entschlossen, unmittelbar nach dem Treffen, sei es im Freien oder in einer Wohnung, "D.________" zu küssen und/oder mit ihr Sex zu haben. Wie die Vorinstanz zu Recht erwägt, brauchte es keine weiteren Vorbereitungshandlungen. Solche waren auch nicht beabsichtigt. Der Beschwerdeführer schlug von sich aus und in unmittelbarem Zusammenhang mit der Verabredung Sex gegen Entgelt vor, zu ihm oder zu "D.________" zu gehen. Er stimmte alsdann dem Vorschlag von "D.________" zu, sich am Zürcher Hauptbahnhof zu treffen. In diesem Sinne stand der mögliche weitere Ablauf gemäss der Vorstellung des Beschwerdeführers fest. Wenn das minderjährige Mädchen tatsächlich zum Treffen erschienen wäre, hätte die Tat ungestört ihren Fortgang nehmen können und ohne weitere Zwischenschritte unmittelbar in die tatbestandsmässigen Handlungen eingemündet, auch wenn sich die beiden zunächst an einen anderen Ort begeben hätten. Die erforderliche Tatnähe ist gegeben. Um die Schwelle des Versuchs zu überschreiten, ist nicht relevant, ob "D.________" nach dem Treffen am Zürcher Hauptbahnhof auch effektiv mit dem Beschwerdeführer an einen anderen Ort mitgegangen oder seine Frau bei ihm zu Hause gewesen wäre. Dies betrifft nicht in seinem Einflussbereich liegende äussere Umstände. Durch das Erscheinen am vereinbarten Ort am Zürcher Hauptbahnhof hat der Beschwerdeführer unter den gegebenen Umständen nach seinen Vorstellungen den letzten entscheidenden Schritt auf dem Weg zur eigentlichen Ausführung der strafbaren Handlung getan und unmittelbar zur Tatbestandsverwirklichung angesetzt.