Citation: 9C_267/2020 E. 4.2.3

4.2.3. Dem Strafurteil des Kantonsgerichts vom 22. Oktober 2018 - insbesondere den von der Vorinstanz zitierten Stellen - kann nicht entnommen werden, wann eine Arbeitsunfähigkeit eingetreten sein soll. Es ging vielmehr im Wesentlichen um die Erkrankung (Zervikalsyndrom) als versichertes Risiko, das bereits vor der Versicherungsdeckung unter anderem durch die Beklagte 1 vorhanden gewesen sein soll. Damit ist jedoch noch nichts über den Eintritt einer Arbeitsunfähigkeit gesagt. Im Übrigen ist auch hier relevant, dass im Zeitpunkt der Erstattung des angefochtenen Entscheids mangels festgestellter Invalidität nicht feststand, ob überhaupt ein Gesundheitsschaden und wenn ja, welcher hinsichtlich des Eintritts der Arbeitsunfähigkeit relevant war. Damit hätte die Vorinstanz auch aus dem Umstand, dass im Strafurteil eine Arbeitsunfähigkeit im Zusammenhang mit dem Zervikalsyndrom festgehalten worden wäre, nichts ableiten können. Schliesslich hätte sich selbst bei Annahme des Zervikalsyndroms als relevantem Gesundheitsschaden und dem Eintritt der diesbezüglichen Arbeitsunfähigkeit vor der Versicherungsdeckung bei der Beklagten 1 mit Blick auf die Gründung der X.________ AG im April 2003 die Frage nach einem allfälligen Unterbruch des zeitlichen Zusammenhangs (vgl. vorinstanzliche Erwägung 2.4.3 S. 8 f.) gestellt. Dies wäre unter Berücksichtigung sämtlicher Unterlagen - insbesondere der umfassenden medizinischen Aktenlage - zu prüfen gewesen, was die Vorinstanz auch hier in Verletzung ihrer Untersuchungspflicht unterlassen hat.