Citation: U 91/99 22.02.2001 E. 5

5.- Weiter ist die von der Vorinstanz gutgeheissene Invaliditätsbemessung der SUVA betreffend die unfallbedingten Gesundheitsschäden zu überprüfen. a) Das kantonale Gericht hat die massgebenden Gesetzesbestimmungen über den Anspruch auf eine Invalidenrente und die Invaliditätsbemessung nach der Einkommensvergleichsmethode (Art. 18 Abs. 1 und 2 UVG; vgl. BGE 104 V 136 Erw. 2a und b) zutreffend dargelegt. Darauf kann verwiesen werden. Zu ergänzen bleibt, dass die Verwaltung - und im Beschwerdefall das Gericht - für die Bemessung des Invaliditätsgrades auf Unterlagen angewiesen ist, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 261 Erw. 4, 115 V 134 Erw. 2, 114 V 314 Erw. 3c, 105 V 158 Erw. 1). Die Beantwortung der Frage nach der prozentualen Erwerbseinbusse gehört hingegen nicht in den Zuständigkeitsbereich des Arztes (BGE 114 V 314 Erw. 3c). b) Da die SUVA in beweisrechtlicher Hinsicht ein zur Objektivität verpflichtetes gesetzesvollziehendes Organ ist, kann auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte Beweiswert beigemessen werden, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters allerdings ein strenger Massstab anzulegen (BGE 125 V 353 Erw. 3b/ee). c) Was die Arbeitsfähigkeit anbelangt, sind sich die Ärzte darin einig, dass dem Beschwerdeführer unter Berücksichtigung der somatischen Beschwerden die Tätigkeit als Bauarbeiter nicht mehr zumutbar ist. Hingegen sind das Steuern von Anlagen oder leichte Montagearbeiten ganztags zumutbar, soweit der rechte Arm nicht zu stark angehoben werden muss und auch das seitliche Ausgreifen nur etwa um die halbe Unterarmlänge erforderlich ist. Auch die Arbeit als Kranführer erscheint nach wie vor zumutbar, und zwar ebenfalls ganztags (Berichte des Dr. med. H.________ vom 22. Dezember 1992 und 15. August 1994, des Dr. med. B.________ vom 17. April 1993, Gutachten des Prof. Dr. med. P.________ und der Dres. med. R.________ und S.________ vom 22. Oktober 1997). Soweit Dr. med. B.________ die Arbeitsfähigkeit für leichte körperliche Tätigkeiten auf 50 % schätzte, berücksichtigte er auch die inzwischen aufgetretenen Nackenbeschwerden und die Verschlechterung der psychischen Situation (Bericht vom 29. Oktober 1993), welche nach dem in den Erw. 2b sowie 4c und d hievor Gesagten nicht unfallbedingt und daher vorliegend nicht zu berücksichtigen sind. d) Bei der Beurteilung der erwerblichen Auswirkungen der Leistungsbeeinträchtigung ist die Vorinstanz für das Jahr 1994 von einem Valideneinkommen von Fr. 54'163.- und von einem Invalideneinkommen von Fr. 39'000.- ausgegangen. Gestützt darauf hat sie einen Invaliditätsgrad von 28 % ermittelt und die von der SUVA angenommene Erwerbsunfähigkeit von 33,33 % geschützt. aa) Richtigerweise wären der Invaliditätsbemessung die Verhältnisse im Zeitpunkt des hier streitigen Einspracheentscheides (BGE 121 V 366 Erw. 1b mit Hinweisen), mithin im Jahre 1998 zu Grunde zu legen. Dies ändert vorliegend jedoch nichts an der Vergleichbarkeit der beiden Grössen aus dem Jahre 1994, darf doch angenommen werden, die beiden Einkommen hätten sich parallel zueinander entwickelt. Entgegen der Annahme der Vorinstanz beträgt indessen das Valideneinkommen für das Jahr 1994 nicht bloss Fr. 54'163.-, da bei einer jährlichen Arbeitszeit von 2033 Stunden (48 Wochen à ca. 42,5 Stunden) noch kein Lohn für bezahlte Ferien eingerechnet ist. Neben dem - vom kantonalen Gericht berücksichtigten - Zuschlag von 8,3 % für den 13. Monatslohn ist mithin ein weiterer Zuschlag von 8,3 % für Ferienentschädigung vorzunehmen, woraus sich ein hypothetisches Valideneinkommen von Fr. 58'659.- ergibt. bb) Für die Ermittlung des trotz unfallbedingter Gesundheitsschädigung zumutbarerweise noch realisierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) kann nach der Rechtsprechung auf die seit 1994 vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) abgestellt werden (BGE 126 V 77 Erw. 3b/bb, 124 V 322 Erw. 3b/aa). Auszugehen ist von den Tabellen der Zentralwerte der standardisierten monatlichen Bruttolöhne. Bei der Anwendung der Tabellengruppe A gilt es zu berücksichtigen, dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zu Grunde liegt, welcher Wert etwas tiefer liegt als die betriebsübliche durchschnittliche Arbeitszeit von wöchentlich 41,9 Stunden (vgl. LSE 1994 S. 42; BGE 126 V 77 Erw. 3b/bb, 124 V 323 Erw. 3b/aa). Laut Tabelle A 1.1.1. der LSE 1994 belief sich der Zentralwert für die mit einfachen und repetitiven Aufgaben (Anforderungsniveau 4) im privaten Sektor beschäftigten Männer (bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 40 Stunden) im Jahre 1994 auf Fr. 4127.- pro Monat, was bei Annahme einer betriebsüblichen durchschnittlichen Arbeitszeit von 41,9 Stunden ein Gehalt von monatlich Fr. 4323.- oder Fr. 51'876.- im Jahr ergibt. Ferner gilt es zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtige Personen, die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen (BGE 126 V 78 Erw. 5a/bb, 124 V 323 Erw. 3b/bb, je mit Hinweisen). Vorliegend erscheint die Annahme eines um 15 % verminderten Tabellenlohnes als angemessen, da der Beschwerdeführer in den Bewegungen des rechten Armes erheblich eingeschränkt ist (Bericht des Dr. med. H.________ vom 22. Dezember 1992). Daraus resultiert ein Invalideneinkommen von Fr. 44'095.-. Der von der SUVA angenommene und von der Vorinstanz bestätigte Invalidenlohn von Fr. 39'000.- berücksichtigt gar einen Abzug von rund 25 %, womit dem Beschwerdeführer der Maximalabzug zugestanden würde (BGE 126 V 75). Aus dem Vergleich des Valideneinkommens von Fr. 58'659.- mit dem hievor ermittelten Invalideneinkommen von Fr. 44'095.- resultiert eine Erwerbsunfähigkeit von 25 %. Erfolgte der Vergleich unter Berücksichtigung eines Invalideneinkommens von Fr. 39'000.-, ergäbe sich ein Invaliditätsgrad von 33,5 %. Die der Invalidenrente zu Grunde gelegte Erwerbseinbusse von 33,33 % ist demnach vom Beschwerdeführer nicht zu beanstanden.