Citation: 8C_823/2023 E. 5.2.2

5.2.2. Grundsätzlich zu Recht verweist das BSV in diesem Zusammenhang auf die Rechtsprechung, wonach eine Rente der IV vor Durchführung von Eingliederungsmassnahmen nur zugesprochen werden kann, wenn die versicherte Person wegen ihres Gesundheitszustands nicht oder noch nicht eingliederungsfähig ist, was auch für Integrationsmassnahmen gilt. Solange solche Massnahmen in Betracht fallen können, ist der Anspruch auf eine Rente deshalb nicht zu prüfen und kann eine Rente nicht zugesprochen werden. Dass der Rentenanspruch grundsätzlich erst nach Beendigung der Eingliederungsmassnahmen entstehen kann, gilt dabei selbst im Fall, dass diese nur einen Teilerfolg brachten oder scheiterten. Anders verhält es sich nach Abklärungsmassnahmen, die zeigen sollen, ob der Versicherte überhaupt eingliederungsfähig ist, und die dann ergeben, dass dies nicht zutrifft; diesfalls kann eine Rente rückwirkend zugesprochen werden (vgl. BGE 148 V 397 E. 6.2.4 mit Hinweisen). Genau davon ist auch im vorliegenden Fall auszugehen, wie das kantonale Gericht unter Hinweis auf die Mitteilung der IV-Stelle vom 3. Mai 2019 erkannt hat. Diese Massnahme musste gemäss vorinstanzlichen Feststellungen krankheitshalber vorzeitig per Ende Mai 2019 abgebrochen werden, wobei laut dem im angefochtenen Urteil zitierten Bericht der Durchführungsstelle (Spital D.________) vom 6. Juni 2019 der Beschwerdegegner vor seiner Krankschreibung (100 %) gerade mal drei Tage dort anwesend war. Weshalb vor diesem Hintergrund am 9. November 2022 keine rückwirkende Rente hätte gesprochen werden dürfen, bleibt unklar, zumal mit Blick auf die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit im Rahmen des beweiswertigen ASIM-Gutachtens. Daran ändert auch der Taggeldbezug nichts. Denn solche Taggeldleistungen wurden im vorliegenden Fall offenbar nicht durch die IV erbracht, sondern von Seiten der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (vgl. Vermerk auf der Mitteilung vom 3. Mai 2019 sowie Mail der IV-Stelle vom 28. Mai 2019). Ein solches Taggeld steht dem Rentenanspruch nicht von vornherein entgegen (vgl. Art. 68 ATSG).