Citation: 1B_168/2009 14.10.2009 E. A

Aufgrund einer Strafanzeige der A.________ AG vom 10. Februar 2009 führt die Staatsanwaltschaft des Kantons Zug eine Strafuntersuchung insbesondere gegen C.________ wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung und weiterer Delikte. Sie wirft ihm vor, er habe als damaliger alleiniger Verwaltungsrat der A.________ AG zusammen mit deren seinerzeitigem Geschäftsführer in Verletzung seiner Treuepflicht dafür gesorgt, dass die A.________ AG zum Vorteil der B.________ AG massiv geschädigt worden sei. So habe er insbesondere daran mitgewirkt, dass ein lukratives Weizengeschäft nicht durch die A.________ AG, sondern durch die B.________ AG, in welcher er nun alleiniger Verwaltungsrat sei, habe abgeschlossen werden können. Ausserdem habe er die A.________ AG mit zahlreichen Einzeltransaktionen geschädigt. Ferner habe er die A.________ AG handlungsunfähig gemacht und vertrauliche Unterlagen der Konkurrenz zugespielt. Auf Ersuchen der A.________ AG sperrte die Staatsanwaltschaft mit Verfügung vom 24. März 2009 zwei auf die B.________ AG lautende Konten bei der Bank D.________. Ausserdem forderte die Staatsanwaltschaft Letztere zur Herausgabe verschiedener Kontounterlagen auf. Mit Verfügung vom 29. April 2009 gab die Staatsanwaltschaft auf Antrag der B.________ AG eines der beiden gesperrten Konten im Betrag von rund 13 Millionen USD zwecks Bezahlung von Rechnungen der Firma E.________ frei und hielt die Sperre des restlichen Betrags auf dem Konto aufrecht. Auf die von der A.________ AG dagegen erhobene Beschwerde trat das Obergericht des Kantons Zug (Justizkommission) am 10. Juni 2009 nicht ein. Es verneinte die Beschwerdelegitimation. Es erwog, nach seiner Rechtsprechung müsse das zur Beschwerdeführung vorausgesetzte Interesse ein unmittelbares, rechtliches sein; ein lediglich tatsächliches Interesse genüge nicht (E. 1). Die A.________ AG habe als Privatklägerin kein Antragsrecht auf Anordnung einer Kontensperre. Damit könne ihr auch gegen die verfügte teilweise Aufhebung der Kontensperre kein Rechtsmittel zustehen (E. 2.1). Die A.________ AG sei auch nicht gestützt auf Art. 73 Abs. 1 StGB zur Beschwerde legitimiert. Bei der Kontensperre handle es sich lediglich um eine provisorische prozessuale Massnahme zur vorläufigen Sicherstellung von Vermögenswerten, die der Einziehung unterlägen. Erst bei Abschluss des Verfahrens werde über das Schicksal der beschlagnahmten Vermögenswerte definitiv entschieden. Der Geschädigte habe erst dann einen Rechtsanspruch auf Zusprechung der beschlagnahmten Vermögenswerte nach Art. 73 Abs. 1 StGB, wenn diese eingezogen worden seien. Das Interesse der A.________ AG an der Aufrechterhaltung der Kontensperre erweise sich damit als ein nur mittelbares, rein wirtschaftliches (E. 2.2.).