Citation: 5A_885/2015 E. 3

Angeführt wird der Ausstandsgrund von Art. 47 Abs. 1 lit. f ZPO, welcher im Sinn einer Generalklausel einen Auffangtatbestand darstellt (RÜETSCHI, Berner Kommentar, N. 37 zu Art. 47 ZPO). Dabei genügt, dass bei objektiver Betrachtungsweise der Anschein von Befangenheit besteht; rein subjektive Eindrücke einer Verfahrenspartei genügen hingegen nicht (Botschaft zur ZPO, BBl 2006 7272; BGE 138 IV 142 E. 2.1 S. 144 f.; 138 I 1 E. 2.2 S. 3; 137 I 227 E. 2.1 S. 229; 136 III 605 E. 3.2.1 S. 608). Gemäss der Sachverhaltserhebung der kantonalen Instanzen, auf welche das Obergericht verweist, verfolgt der Beschwerdeführer, was er selbst nicht bestreitet, das Ziel, dass seine Ehefrau nach Senegal zurückgeschafft wird. Er hat sie durch eine Detektei observieren lassen und ist mehrmals bei der Fremdenpolizei vorstellig geworden. Das Besuchsrecht klappt schlecht. Die Kinder konnten die Mutter in der letzten Zeit nur vereinzelt sehen, wobei klare Anzeichen bestehen, dass der Vater das Besuchsrecht zu hintertreiben und die Kinder gegen die Mutter aufzubringen versucht. Demgegenüber besteht der allgemein anerkannte Grundsatz, dass aufgrund des schicksalhaften Eltern-Kind-Verhältnisses die Beziehung der Kinder zu beiden Elternteilen wichtig ist und bei deren Identitätsfindung eine entscheidende Rolle spielen kann (BGE 130 III 585 E. 2.2.2 S. 590; 131 III 209 E. 4 S. 211 f.). Deshalb haben mit Blick auf das Wohl der Kinder beide Elternteile die Pflicht, eine gute Beziehung zum jeweils anderen Elternteil zu fördern; namentlich hat der hauptbetreuende Elternteil das Kind positiv auf Besuche und Kontakte beim oder mit dem anderen Elternteil vorzubereiten (Urteile 5A_505/2013 vom 20. August 2013 E. 6.3; 5A_202/2015 vom 26. November 2015 E. 3.4, zur Publ. vorgesehen). Was nun die vom Beschwerdeführer beanstandete Textpassage angeht, so beruht die Aussage, er setze alles daran, dass die Kindsmutter ohne ihre Kinder nach Senegal zurückkehren müsse, auf den verurkundeten Akten; die Tatsache als solche wird denn vom Beschwerdeführer auch nicht bestritten. Aus was für anderen als eigennützigen Motiven dies erfolgen könnte, ist nicht ersichtlich. Das Argument, er wolle die Kinder vor ihrer Mutter - mit welcher sie notabene jahrelang zusammengelebt haben - und deren "zweifelhaften Machenschaften" schützen, ist offensichtlich vorgeschoben, und es ist nicht ersichtlich, inwiefern es zum Wohl der Kinder gereichen könnte, wenn sie von ihrer Mutter vollends entfremdet werden, indem jeglicher Kontakt unterbunden wird. Wenn das Mitglied einer rechtsanwendenden Behörde diese entscheidrelevanten Sachumstände nennt und nicht einfach der entfremdenden Verfahrenspartei nach dem Mund spricht, so begründet dies keinen Anschein dafür, dass das betreffende Behördenmitglied negativ gegen die Verfahrenspartei eingestellt wäre, sondern vielmehr, dass sie unabhängig ist und sich objektiv von der Maxime des Kindeswohls leiten lässt. Das Obergericht hat im diesem Zusammenhang zutreffend festgehalten, dass eine sachliche Entscheidung eine wertende Auseinandersetzung mit den Positionen der Beteiligten voraussetzt. Der Standpunkt des Beschwerdeführers war, dass ein Kindesvertreter unnötig sei, weil er selbst die Kindesinteressen wahrnehmen könne. Gerade diese Behauptung des Beschwerdeführers machte es notwendig, dass sich das Behördenmitglied der KESB mit diesem Vorbringen auseinandersetzen musste. Dass es dies tat, begründet wie gesagt keinen Anschein von Befangenheit. Ein Ausstandsgrund ist mithin nicht gegeben und die Beschwerde ist abzuweisen.