Citation: 5P.27/2000 09.03.2000 E. 1

1.- C.________, geboren am ... Juli 1995, ist der gemeinsame Sohn der Ehegatten A.________ und B.________, die am 4. März 1994 im Alter von 21 bzw. 23 Jahren geheiratet hatten. Am 15. März 1999 reichte A.________ das Aussöhnungsgesuch ein und verlangte am 29. September 1999 klageweise die Scheidung der Ehe. Im Rahmen vorsorglicher Massnahmen stellte der Präsident II des Amtsgerichts Hochdorf den Sohn der Parteien unter die Obhut der Mutter und regelte die weiteren Kinderbelange. Für die Obhutsregelung war entscheidend, dass die persönliche Betreuung des Kindes bei der Mutter gewährleistet sein würde, beim Vater hingegen teilweise nicht. Der Amtsgerichtspräsident folgte damit der Empfehlung des zur Begutachtung beigezogenen KJPD, des Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienstes des Kantons Luzern (Entscheid vom 2. August 1999). Auf Rekurs von B.________ hin teilte das Obergericht (II. Kammer) des Kantons Luzern die Obhut über den Sohn dem Vater zu und ordnete die weiteren Kinderbelange neu. Ausschlaggebend für die Obhutsregelung war, dass B.________ mehr als A.________ Gewähr dafür bieten würde, den Kontakt des Kindes zum nichtobhutsberechtigten Elternteil nicht nur aufrechtzuerhalten, sondern ihn auch vertiefen und fördern zu können. Das Obergericht folgerte dies aus dem Beweisverfahren insgesamt (Entscheid vom 9. Dezember 1999). Mit staatsrechtlicher Beschwerde wegen Verletzung von Art. 8 und Art. 9 BV beantragt A.________ dem Bundesgericht, den obergerichtlichen Entscheid aufzuheben. Sie ersucht, der staatsrechtlichen Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu erteilen und ihr für das Verfahren vor Bundesgericht die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren. Unter Hinweis darauf, dass der Sohn C.________ sich gemäss den Angaben in der Beschwerdeschrift seit dem 8. Januar 2000 bei seinem Vater befinde, hat das Obergericht auf einen Antrag zum Gesuch um aufschiebende Wirkung verzichtet, währenddem B.________ auf Abweisung schliesst und seinerseits die Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege anträgt. Das Gesuch um aufschiebende Wirkung ist abgewiesen und der Entscheid über die Erteilung der unentgeltlichen Rechtspflege an beide Parteien auf Antrag des bundesgerichtlichen Referenten in Aussicht gestellt worden (Präsidialverfügungen vom 21. Januar und vom 8. Februar 2000). Vernehmlassungen zur Sache sind nicht eingeholt worden. Während des Massnahmenverfahrens eröffnete Strafuntersuchungen gegen A.________ und ihre Eltern wegen Verdachts der sexuellen Handlungen mit Kindern sowie gegen B.________ wegen sexueller Handlungen mit einem Kind und Entziehens von Unmündigen wurden eingestellt (Verfügungen der Amtsstatthalterämter Hochdorf bzw. Entlebuch in Schüpfheim vom 9. bzw. 15. September 1999). Die Einstellung des Strafverfahrens gegen seine Ehefrau und deren Eltern focht B.________ mit Rekurs an.