Citation: 4A_651/2024 E. 5.2

5.2. Das schliesst aber nicht aus, dass sich bei gegebenen Umständen im Einzelfall eine Sistierung des Verfahrens betreffend Krankentaggeld als zweckmässig erweisen kann und der gebotenen Beschleunigung nicht entgegensteht, ja dieser sogar dienlich sein kann. Ein solcher Ausnahmefall wird in der angefochtenen Verfügung aber in keiner Weise aufgezeigt. Die Vorinstanz rechtfertigt die Sistierung bloss mit der vagen Möglichkeit eines zusätzlichen Erkenntnisgewinns betreffend den Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin. Wenn sie anführt, es sei "nicht auszuschliessen [...], dass aus dem Verfahren betreffend die Invalidenversicherung ein zusätzlicher Aufschluss über den Gesundheitszustand der Klägerin im hier strittigen Zeitraum erwartet werden" könne, belegt sie keine konkreten Umstände des vorliegenden Einzelfalles, welche die Sistierung des Klageverfahrens bis zum rechtskräftigen Abschluss des IV-Verfahrens ausnahmsweise rechtfertigen könnten. Vielmehr beruft sie sich bloss auf Möglichkeiten eines zusätzlichen Erkenntnisgewinns, die sich allgemein in parallel geführten IV- und Krankentaggeldverfahren betreffend gemeinsame Beurteilungspunkte, wie den Gesundheitszustand des Betroffenen, ergeben können. Namentlich wird nicht konkretisiert und ist nicht ersichtlich, dass sich dank dem "nicht auszuschliessenden zusätzlichen Aufschluss über den Gesundheitszustand der Klägerin" im Verfahren auf Leistung von Krankentaggeld etwa umfangreiche Abklärungen erübrigten, so dass die Sistierung letztlich gar der Beschleunigung des Klageverfahrens dienen würde. Der angefochtenen Verfügung ist mithin nicht zu entnehmen, inwiefern die angeordnete Sistierung für das Klageverfahren zweckmässig bzw. vorteilhaft sein könnte. Ebenso wenig finden sich Hinweise, dass der Entscheid über die eingeklagten Krankentaggeldansprüche vom Ausgang des IV-Verfahrens im Sinne von Art. 126 Abs. 1 ZPO abhängig wäre.