Citation: 1P.638/2004 21.01.2005 E. 2.6

2.6.1 Weiter macht der Beschwerdeführer geltend, die Annahme des Obergerichts, dass sich die Anfahrt des als zweites in der Kolonne stehenden Fahrzeugs von Y.________ nach dem Lichtsignal um zwei Fahrzeuge verzögerte und der Beschwerdeführer just in dem Moment, als das Lichtsignal für die rechte Fahrspur auf grün schaltete, mit 32 km/h über die Kreuzung zufuhr, stütze sich nicht auf Beweise und sei "spekulativ". Ausserdem verfalle das Obergericht in Willkür, weil es den von der Abteilung für Verkehr der Stadtpolizei Zürich erstellten Amtsbericht über die Verkehrsregelungsanlage Kalkbreitestrasse/ Weststrasse, der Zweifel an der Darstellung des Unfallgeschehens durch das Polizeirichteramt aufkommen lasse, nicht stärker in die Beweiswürdigung einbezogen habe. 2.6.2 Gemäss dem angefochtenen Beschluss des Obergerichts sind die Experten des Wissenschaftlichen Dienstes der Stadt Zürich, die mit der Auswertung des Fahrtschreibers im Fahrzeug des Beschwerdeführers beauftragt wurden, zum Schluss gelangt, dass der Beschwerdeführer vor der Kollision mit dem Fahrzeug von Y.________ 83 Meter gefahren sein musste. Das Gutachten belege, dass das Fahrzeug des Beschwerdeführers in der ausgewerteten Fahrphase vom Stillstand auf ca. 19 km/h, dann auf ca. 30 km/h und anschliessend auf ca. 33 km/h beschleunigt und schliesslich auf ca. 32 km/h leicht verzögert worden sei. Weiter führt das Obergericht aus, Y.________ habe ausgesagt, als Zweiter in der Kolonne vor dem Lichtsignal gestanden zu haben. Dies habe zur Folge gehabt, dass die Anfahrt bei Grünlicht durch zwei Fahrzeuge verzögert worden sei. Selbst unter Berücksichtigung der Anfahrverzögerung auf der linken Fahrspur sei es zeitlich möglich gewesen, dass der Beschwerdeführer an den auf der linken Seite in einer Kolonne stehenden Fahrzeugen vorbeifuhr. Die Beschädigungen seines Fahrzeuges hätten nämlich gezeigt, dass der Beschwerdeführer viel schneller als Y.________ unterwegs war. Die im Amtsbericht beschriebene Tatsache der Phasenverschiebung habe das Gutachten nicht zu widerlegen vermocht. Unter Berücksichtigung der gesamten Begebenheiten sei es somit nicht willkürlich, wenn der Einzelrichter dem Amtsbericht nicht das Gewicht beimass, wie es der Beschwerdeführer anbegehrte. 2.6.3 Wie die Akten belegen, hat Y.________ unzweideutig ausgesagt, als Zweiter in der Fahrzeugkolonne vor dem Lichtsignal gestanden zu haben (Einvernahmeprotokoll der Stadtpolizei vom 2. November 2002, S. 10). Entgegen der Behauptung des Beschwerdeführers stützt sich die Annahme des Obergerichts, die Anfahrt bei Grünlicht sei durch zwei Fahrzeuge - durch dasjenige von Y.________ sowie das vor ihm stehende - verzögert worden, sehr wohl auf ein Beweismittel. Die weitere Annahme des Obergerichts, der Beschwerdeführer sei mit 32 km/h auf die Kreuzung Kalkbreitestrasse/Weststrasse zugefahren, basiert auf den Ausführungen auf Seite 6 und Seite 9 des Gutachtens. Sie ist somit ebenfalls nicht aus der Luft gegriffen. Soweit der Beschwerdeführer geltend machen will, entgegen dem Gutachten treffe es nicht zu, dass er mit 32 km/h auf die Kreuzung zufuhr, beruft er sich auf eine Einwendung, die er bereits im kantonalen Verfahren hätte vorbringen können. Es handelt sich dabei um ein unzulässiges neues Vorbringen, mit dem er nicht zu hören ist (BGE 128 I 354 E. 6c S. 357, mit Hinweisen). Im Übrigen zeigt der Beschwerdeführer nicht rechtsgenüglich auf, inwiefern sich aufgrund der Angaben des Amtsberichts zur Verkehrsregelungsanlage eine andere Gewichtung der Beweise betreffend sein Fahrverhalten aufdrängt. Die staatsrechtliche Beschwerde erweist sich in diesem Punkt ebenfalls als unbegründet, soweit darauf eingetreten werden kann.