Citation: 6B_941/2018 E. 1.3.2

1.3.2. Die Vorinstanz legt dem Beschwerdeführer im Rahmen der üblen Nachrede denselben Sachverhalt zur Last, wie er in der Anklage, d.h. im Strafbefehl, enthalten ist, mit der Ausnahme, dass sie das zusätzliche Sachverhaltselement "wider besseres Wissen" mangels diesbezüglicher Beweise verwirft. Es geht darum, dass der Beschwerdeführer einen ehrenrührigen Brief an eine lokale Bankfiliale geschickt haben soll, in welchem er einen Bankmitarbeiter beschuldigt habe, dieser sei kriminell und tische dem Richter unwahre Geschichten auf. Dem vor Vorinstanz gegenüber dem erstinstanzlichen Verfahren entfallenen Element, die Äusserungen "wider besseres Wissen" getätigt zu haben, kommt im Zusammenhang mit dem Anklagegrundsatz kein entscheidendes Gewicht zu. Vielmehr handelt es sich um eine blosse Ungenauigkeit, welche keine Zweifel aufwarf, wogegen sich der Beschwerdeführer zur Wehr setzen musste (Urteile 6B_253/2017 vom 1. November 2017 E. 1.4; 6B_1319/2016 vom 22. Juni 2017 E. 2.1.2, nicht publ. in BGE 143 IV 347). Der Strafbefehl, welcher als Anklageschrift gilt, enthält alle für den Tatbestand der üblen Nachrede erforderlichen Sachverhaltselemente. Durch die abweichende rechtliche Würdigung wird der Anklagegrundsatz nach Art. 9 StPO nicht verletzt.