Citation: 9C_431/2022 E. 4.3

4.3. Die Vorinstanz hat dem Strafurteil gebührend Rechnung getragen und zutreffend dargelegt, dass der Straf- und Sozialversicherungsprozess unterschiedliche Anforderungen an den Beweisgrad stellen, weshalb das auf dem Grundsatz "in dubio pro reo" beruhende (vgl. Art. 10 Abs. 3 StPO) strafgerichtliche Urteil im sozialversicherungsrechtlichen Verfahren, in dem regelmässig (so auch hier) der Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit gilt (vgl. BGE 144 V 427 E. 3.2), nicht verbindlich ist (Urteil 8C_78/2016 vom 26. August 2016 E. 3.2 mit Hinweisen). Entgegen der Darstellung in der Beschwerde wurde im Strafurteil weder die Verfügungsmacht der Versicherten über die Wohnung verneint noch der EL-Bezug als rechtmässig beurteilt. Es wurde darin lediglich als möglich erachtet, dass die Darstellung der Beschwerdeführerin zutrifft, und der EL-Bezug für diesen Fall als rechtmässig gehalten. Somit steht das Strafurteil auch nicht in unauflösbarem Widerspruch zum hier angefochtenen Urteil. Soweit die Beschwerdeführerin eine Verletzung der Untersuchungspflicht rügt, legt sie nicht dar und ist auch nicht ersichtlich, welche "näheren Nachforschungen anzustellen oder weiteren Belege einzufordern" angezeigt gewesen sein soll. Anders als die Beschwerdeführerin glauben machen will, war für das kantonale Gericht nicht entscheidend, ob der Kaufpreis (gemäss der entsprechenden Vertragsklausel) mittels Scheck beglichen wurde oder ob sie den Kaufpreis auch tatsächlich selbst resp. aus eigenen Mitteln geleistet hatte. Vielmehr war - auch wenn die Finanzierungsquelle im Dunkeln bleibt - für die Vorinstanz massgeblich, dass der Kauf- und der Schenkungsvertrag das unbelastete Eigentum der Versicherten ausweisen. Die vorinstanzliche Würdigung der Bestätigung ihres "Milchbruders" vom 10. April 2018 ist insbesondere angesichts des Umstandes, dass B.________ den Schenkungsvertrag als Notar beglaubigte, nicht willkürlich. Dass die Beschwerdeführerin (gemäss eigener Darstellung) die fragliche Wohnung nicht nutzte und dafür auch keine Hypothekar-, Strom- oder Unterhaltskosten trug, ändert nichts an ihrer Stellung als Eigentümerin. Ohnehin beschränkt sie sich auf weiten Strecken darauf, in appellatorischer Weise die vorinstanzliche Beweiswürdigung zu kritisieren resp. den Sachverhalt abweichend vom kantonalen Gericht darzulegen, was nicht genügt (vgl. vorangehende E. 4.2).