Citation: U 132/01 21.09.2004 E. 6

Dem Einspracheentscheid liegen zwei Verfügungen zu Grunde. In derjenigen vom 28. Februar 1987 wurde die Arbeitsfähigkeit ab 10. März 1997 auf 50 % festgesetzt und ein entsprechend reduziertes Taggeld ab dem genannten Datum ausgerichtet. In der Verfügung vom 4. August 1997 wurden die Leistungen per 11. August 1997 eingestellt. Bis zum Zeitpunkt des Einspracheentscheides vom 29. März 1999 war noch kein stabilisierter Gesundheitszustand eingetreten. Dr. M.________ empfahl weitere Abklärungen und eine Rehabilitationsbehandlung, um die Arbeitsfähigkeit wieder herzustellen. Auch in dem nach dem Einspracheentscheid erstellten MEDAS-Gutachten werden medizinische Massnahmen vorgeschlagen, und die Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit wird zumindest als Möglichkeit in Aussicht gestellt. Angesichts dieser ärztlichen Beurteilungen kann nicht gesagt werden, von einer Fortsetzung der Heilbehandlung sei im Sinne von Art. 19 Abs. 1 UVG keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes mehr zu erwarten gewesen; mindestens bis zum Zeitpunkt des Einspracheentscheides besteht deshalb Anspruch auf Taggelder. Die Höhe des Taggeldes hängt vom Grad der Arbeitsunfähigkeit ab. Dieser bemisst sich grundsätzlich im Hinblick auf die bisherige Tätigkeit des Versicherten, sofern von ihm vernünftigerweise nicht verlangt werden kann, seine Restarbeitsfähigkeit in einem anderen Tätigkeitsbereich zu verwerten (BGE 114 V 283 Erw. 1d mit Hinweisen). In beiden Gutachten wird dem Beschwerdeführer in der angestammten Tätigkeit eine volle Arbeitsunfähigkeit attestiert. Es stellt sich also lediglich die Frage, ob von ihm hätte verlangt werden können, dass er sich einem anderen Tätigkeitsbereich zuwendet. Dabei gilt es vorab zu beachten, dass er dazu offenbar nicht aufgefordert wurde. Während die SUVA in der ersten Verfügung vom 28. Februar 1997 davon ausging, dass er entsprechend der verbliebenen Arbeitsfähigkeit in seinem angestammten Beruf tätig sein würde, lehnte sie mit der zweiten Verfügung ihre Leistungspflicht mangels Kausalität ab, kümmerte sich also nicht mehr darum, ob und wie weit der Beschwerdeführer seine Restarbeitsfähigkeit verwerten würde. Nachdem zuerst Dr. M.________ und später die Gutachter der MEDAS die Notwendigkeit weiterer medizinischer Abklärungen und Therapien bejaht hatten, konnte vom Versicherten vor deren Abschluss vernünftigerweise nicht erwartet werden, dass er versuchen würde, eine andere Erwerbstätigkeit aufzunehmen. Mindestens bis zum Zeitpunkt des Einspracheentscheides ist deshalb der Grad der Arbeitsunfähigkeit im angestammten Beruf massgeblich. Weil in diesem Bereich eine volle Einschränkung der Einsatzfähigkeit vorliegt, hat der Versicherte Anspruch auf ein volles Taggeld bis zu diesem Zeitpunkt. Für die Zeit danach wird die SUVA über die gesetzlichen Leistungen neu verfügen.