Citation: 6B_344/2007 01.07.2008 E. 4.3

4.3.1 Die Vorinstanz nimmt zutreffend an, dass ein Vermögenserwerb von C.________ bzw. B.________ in eigener Person ausser Betracht fällt. Weder ist festgestellt noch auszumachen, dass ihnen ein dem Eigentumsrecht angenähertes Verfügungsrecht über die Kontoguthaben zustünde. Die Rechtszuständigkeit daran liegt allein bei der E.________. In Frage steht daher nur, ob die Treuhandgesellschaft die Vermögenswerte gestützt auf ein Rechtsgeschäft erworben hat. In dieser Hinsicht ist zunächst festzuhalten, dass sich die Überweisung jedenfalls nicht auf einen Rechtsgrund im Verhältnis zum Angeklagten zurückführen lässt. Anhaltspunkte dafür, dass zwischen ihm und der E.________ überhaupt ein vertragliches Verhältnis bestanden habe, sind dem angefochtenen Entscheid nicht zu entnehmen. Daher ist auch nicht ersichtlich, inwiefern die Treuhandgesellschaft gegen den Angeklagten einen Zahlungsanspruch gehabt hätte bzw. als Gegenleistung verpflichtet gewesen wäre, ihn von einer Verbindlichkeit zu befreien. Vielmehr war die E.________ aus der deliktischen Vermögensverschiebung Direktbegünstigte. Insoweit kann sie nicht Dritterwerberin im Sinne von Art. 59 Ziff. 1 Abs. 2 StGB sein. 4.3.2 Die Vorinstanz scheint die (Gegen-)Leistung für die Zuwendung allerdings in einem Dreiecksverhältnis zu sehen, jedenfalls was die Überweisung im Namen von C.________ betrifft. Im Rahmen etwa einer Anweisung auf Schuld (Art. 466 ff. OR) wäre grundsätzlich zwar denkbar, dass mit der Überweisung sowohl eine "Rückzahlungspflicht" des Angeklagten gegenüber C.________ als auch eine mögliche Verbindlichkeit dieser gegenüber der Treuhandgesellschaft hätten getilgt werden sollen. Die Anweisung ist jedoch blosses Mittel, auf Rechnung des Anweisenden eine (im Deckungs- oder Valutaverhältnis gründende) Leistung zu erbringen. Grund und Zweck der Leistung umfasst sie nicht (BGE 122 III 237 E. 1b S. 239 f.; 105 II 104 E. 2 S. 106). Im Deckungsverhältnis (zwischen C.________ und dem Angeklagten) lässt sich von vornherein kein Rechtsgrund finden, auf den sich der Erwerb der E.________ stützen könnte. An diesem Rechtsverhältnis war sie nicht beteiligt. Davon abgesehen hilft auch die Annahme nicht weiter, der Angeklagte sei ermächtigt gewesen, auf Rechnung von C.________ an die Treuhandgesellschaft zu leisten. Das hat er nicht getan. Vielmehr hat er zur Leistungserbringung über Konten unbeteiligter Bankkunden verfügt, wozu er nicht berechtigt war. Die Verbindlichkeit gegenüber C.________ blieb deshalb von der faktisch erbrachten Leistung an die E.________ unberührt und es kann keine Rede davon sein, dass er durch die Überweisung von seiner "Rückzahlungspflicht" befreit worden wäre. Was das Valutaverhältnis (zwischen C.________ und der E.________) anbelangt, so liesse sich allenfalls annehmen, dass durch die Überweisung eine Verbindlichkeit von C.________ gegenüber der Treuhandgesellschaft, so eine solche bestand, getilgt worden ist. Die Leistung im Rechtssinne wäre dann von der Treugeberin an die Treuhandgesellschaft E.________ erbracht worden. Ein Erwerbsgrund wäre zwar insoweit gegeben, doch fehlte es noch immer an einer angemessenen Gegenleistung im Sinne von Art. 59 Ziff. 1 Abs. 2 StGB. Entgegen der Auffassung der Vorinstanz kann eine solche in der blossen Verpflichtung, die Gelder für ein Investment zu verwenden, nicht erblickt werden (vgl. Schmid, a.a.O., Art. 59 N. 82). 4.3.3 Zusammenfassend ergibt sich, dass an den Kontoguthaben der Treuhandgesellschaft E.________ kein (schützenswerter) Dritterwerb erfolgte. Nachdem die E.________ von der deliktischen Herkunft der Gelder erfahren hatte, wollte sie damit nichts mehr zu tun haben, weshalb die Einziehung ihr gegenüber auch keine unverhältnismässige Härte darstellt. Der Verzicht der Vorinstanz, die beschlagnahmten Vermögenswerte einzuziehen, verletzt deshalb Bundesrecht. Nachfolgend bleibt zu prüfen, ob der Beschwerdeführerin der Weg über Art. 60 StGB offen steht und die eingezogenen Vermögenswerte allenfalls zu ihren Gunsten zu verwenden sind.