Citation: 6B_57/2024 E. 1.6.3

1.6.3. P.B.________ gab noch am Tattag anlässlich der polizeilichen Einvernahme zu Protokoll, dass sie am Nachmittag den Notfall aufgesucht und der Beschwerdeführer ihr dort gesagt habe, dass er von einem Messer verletzt worden sei (vgl. kantonale Akten, pagina 0816 ff., insbesondere Zeile 211 ff., pagina 820 f.). Darauf durfte die Vorinstanz willkürfrei abstellen. Gleiches gilt hinsichtlich des Arztberichtes vom 7. Januar 2019, dem unter dem Titel "aktuelle Anamnese" folgender Vermerk zu entnehmen ist: "Heute Nachmittag nach Auseinandersetzung Messerattacke durch einen Bekannten mit Verletzung am rechten Oberschenkel" (kantonale Akten, pagina 1160). Wenn der Beschwerdeführer aus dem Umstand, dass der Beschwerdegegner gemäss seinen tatnächsten Angaben zum Tatzeitpunkt kein Messer wahrgenommen hat, ableiten will, bei ihm sei dasselbe anzunehmen, verfängt auch dies nicht. Gemäss den vorinstanzlichen Feststellungen, die auf den gutachterlichen Erkenntnissen gründen (vgl. hierzu Urteil E. II. Ziff. 20 S. 25 und E. II. Ziff. 38 S. 60), versuchte der auf dem Lenkersitz positionierte Beschwerdegegner sich (auf die rechte Seite) abzuwenden bzw. abzudrehen, um sich auf diese Weise vor der (von der linken Seite) herkommenden Attacke zu schützen. Er wurde vom Messer hinten (an der linken Schulter und am linken Oberschenkel, rückseitig), linksseitig am Rumpf auf der Höhe des Brustkorbunterrandes und unten (am linken Knie) verletzt (vgl. Urteil E. II. Ziff. 38 S. 60, unten). Demgegenüber hielt der Beschwerdeführer stehend den Beschwerdegegner fest, richtete seinen Blick auf diesen aus und seine Jacke wurde von E.B.________ frontal (im Bereich des Bauches, vgl. hierzu kantonale Akten, pagina 2144) aufgeschlitzt. Die beiden Positionen und Blickwinkel wichen zum Tatzeitpunkt demnach in massgeblicher Weise voneinander ab, weshalb sich entgegen dem Vorbringen des Beschwerdeführers keine Analogie herstellen lässt. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers lässt sich in Anbetracht aller konkreten Umstände ohne unüberwindbare Zweifel und ohne Willkür erstellen, dass er während der Auseinandersetzung das Messer in der Hand seines Bruders gesehen hat.