Citation: 5C.218/2003 04.12.2003 E. 8

Die Berufungsklägerin macht schliesslich geltend, der mit der fürsorgerischen Freiheitsentziehung beabsichtigte Zweck der Wiedererlangung von Selbstständigkeit und Eigenverantwortung könne bei ihr nicht erreicht werden. Wie die vom Verwaltungsgericht berücksichtigten Gutachten zeigten, seien die Ärzte nicht sicher, dass ihre Persönlichkeitsstörung durch Medikamente behandelt werden könne. Der tatsächliche Zweck der fürsorgerischen Freiheitsentziehung bestehe mithin darin, sie (die Berufungsklägerin) unter Beobachtung zu halten, so dass die Wirksamkeit der Behandlung erforscht werden könne, und zu sehen, ob sich der Widerstand brechen lasse. Dem angefochtenen Urteil lassen sich keine tatsächlichen Feststellungen darüber entnehmen, dass der angestrebte Zweck der fürsorgerischen Freiheitsentziehung unerreichbar wäre. Insbesondere hat das Verwaltungsgericht aufgrund der Gutachten angenommen, die Persönlichkeitsstörung lasse sich zwar nicht medikamentös, aber stationär mit intensiven psychotherapeutischen, pädagogischen und verhaltenstherapeutischen Massnahmen behandeln, wobei die Schwierigkeit dieses Unterfangens nicht verheimlicht wird. Damit aber ist keineswegs ausgeschlossen, dass der Berufungsklägerin die nötige persönliche Fürsorge in Form der Behandlung der vorhandenen Persönlichkeitsstörung (vgl. dazu: Geiser, a.a.O., N. 4 zu Art. 397a ZGB) im Rahmen des fürsorgerischen Freiheitsentzugs zu Teil wird. Insoweit geht somit die Argumentation der Berufungsklägerin am angefochtenen Entscheid vorbei und ist daher auch nicht geeignet, eine Bundesrechtsverletzung darzutun.