Citation: 9C_287/2022 E. 4.3

4.3. Im Zeitpunkt der Verfügung vom 16. Februar 2021 lag der Ausgleichskasse noch keine definitive Steuerveranlagung vor, womit die Mitteilung vom 29. Januar 2019 betreffend Akontobeiträge 2019 damals aktuellste Beitragserhebung war. Indessen beendete erst der Erlass des Einspracheentscheids vom 15. November 2021 das Verwaltungsverfahren (BGE 131 V 407 E. 2.1.2.1). Zu diesem Zeitpunkt lagen die definitive Steuerveranlagung 2019 und die Steuermeldung AHV vom 28. April 2021 längst vor. Damit bestand für die Ausgleichskasse kein Anlass mehr, auf das offensichtlich zu tiefe beitragspflichtige Einkommen in der Höhe von Fr. 4'900.- gemäss Mitteilung vom 29. Januar 2019 abzustellen (Urteil 9C_442/2021 vom 17. März 2022 E. 6.2.1). Kommt hinzu, dass sich die Verwaltung insofern widersprüchlich verhielt, als sie selbst bereits mit Mitteilung vom 1. März 2021 und mit Verfügung vom 1. Juni 2021 Akontobeiträge bzw. definitiv Beiträge basierend auf einem beitragspflichtigen Einkommen von Fr. 34'800.- (gemäss Selbstangaben) bzw. Fr. 32'000.- (gemäss Steuermeldung AHV vom 28. April 2021) erhoben hatte (vgl. zum Ganzen: Urteil 9C_292/2022 vom 19. August 2022 E. 4.2 und 4.6 mit Hinweisen). Demnach hat das kantonale Gericht Bundesrecht verletzt, indem es den Einspracheentscheid vom 15. November 2021 geschützt hat. Daran ändert nichts, dass es der Beschwerdeführer seinerzeit in Kenntnis seiner diesbezüglichen Obliegenheit unterlassen hatte, ein wesentlich höheres beitragspflichtiges Einkommen 2019 als Grundlage zu melden und das kantonale Gericht deshalb den Anspruch auf Corona-Erwerbsersatz bis Ende 2020 mit Urteil vom 30. Juni 2021 verneint hatte. Darüber, ob der Beschwerdeführer damals seine Meldepflicht verletzte, was er bestreitet, ist im vorliegenden Verfahren ebenso wenig zu befinden wie über die Frage der Verhältnismässigkeit der Folgen einer solchen Verletzung.