Citation: 8C_170/2024 E. 5.1

5.1. Die Vorinstanz erwog zusammengefasst, obwohl in den Gutachten der Gutachterstelle B.________ vom 28. Januar 2010 und 21. Dezember 2011 ein Thalamusinfarkt vom 10. Februar 2008 diagnostiziert worden sei, bestünden Hinweise darauf, dass die Gutachter hieran gezweifelt hätten. Gemäss dem neurologischen Gutachten vom 28. Januar 2010 habe zwar das MRI des Kopfes vom 27. Februar 2008 eine 6 mm grosse Läsion im Thalamus rechts gezeigt, vereinbar mit einem subakuten Infarkt. Die MRI-Bilder (Magnetic resonance imaging) hätten jedoch laut dem Gutachter in "CD-Form" vorgelegen, weshalb die beschriebene Veränderung (möglicherweise auch aufgrund des "Datenformat[s] auf CD") nicht einfach nachzuvollziehen gewesen sei. Der Untersuchungsbefund der neurologischen KIinik des Spitals C.________ vom 11. März 2008 sei unauffällig und der Hirnarterien-Ultraschall sei ebenfalls normal gewesen. Das Spital C.________ habe im neurokardiologischen Kolloquium vom 5. Mai 2008 einen Thalamusinfarkt rechts als Folge einer paradoxen Embolie auf Grund einer Beinvenenthrombose links interpretiert. Im polydisziplinären Gutachten der Gutachterstelle B.________ vom 21. Dezember 2011 sei auf den "aktuell" und im Rahmen der neurologischen Voruntersuchungen (z.B. im Spital C.________) festgestellten, weitgehend normalen neurologisch-klinischen Untersuchungsbefund betreffend den thalamischen Insult hingewiesen worden. Es sei keine vorwiegend sensible Hemisymptomatik gefunden worden, die typischerweise zu erwarten wäre. Im MRI des Kopfes vom Februar 2008 habe sich retrospektiv keine relevante thalamische Läsion gezeigt. Dies schliesse eine thalamische Ischämie "durchaus nicht aus", deute aber doch darauf hin, dass diese nur klein und somit nicht von dauerhafter und erheblicher klinischer Relevanz gewesen sein dürfte. Nach dem Gesagten hätten die Gutachter der Gutachterstelle B.________ - so die Vorinstanz weiter - bereits aufgrund der bildgebenden MRI-Abklärungen allfällig vorliegende Verletzungen "nicht einfach" nachvollziehen können. Selbst die von ihnen festgestellte Läsion im rechten Thalamus hätten sie als "nicht sicher abnorm" gewertet. Auch in den sensitiven Flair-Sequenzen habe kein sicherer Infarkt erkannt werden können. Im Gutachten vom 21. Dezember 2011 sei nochmals explizit gefolgert worden, es habe retrospektiv keine relevante thalamische Läsion erkannt werden können. Somit hätte die AXA bei hinreichender Sorgfalt erkennen können, dass ein Thalamusinfarkt mit bleibenden funktionellen Beeinträchtigungen nicht überwiegend wahrscheinlich erstellt gewesen sei. Sie hätte daher weitere Abklärungen tätigen müssen. Hieran ändere nichts, dass ihr beratender Arzt in der Beurteilung vom 4. September 2013 das Gutachten der Gutachterstelle B.________ als nachvollziehbar erachtet habe. Zudem habe das Gericht mit Beschluss vom 25. März 2015, womit das ABI-Gutachten vom 30. Oktober 2015 angeordnet worden sei, dargelegt, inwiefern das Gutachten der Gutachterstelle B.________ vom 21. Dezember 2011 bezüglich der thalamischen Läsion widersprüchlich bzw. nicht nachvollziehbar sei. Somit stelle die Beurteilung der ABI-Gutachter vom 30. Oktober 2015, dass der Beschwerdegegner keinen thalamischen Infarkt mit bleibender Schädigung von Hirngewebe erlitten habe, keine neue Tatsache nach Art. 53 Abs. 1 ATSG dar. Die Voraussetzungen einer prozessualen Revision seien daher nicht erfüllt.