Citation: 9C_545/2023 E. 3.6.1

3.6.1. Für diesen Fall macht die Ehefrau geltend, dass die Ehe tatsächlich getrennt sei. Bei rechtlicher oder tatsächlicher Trennung wird das Einkommen der Ehegatten je selbständig besteuert und entfällt die solidarische (Mit-) Haftung nach dem Recht des Kantons Aargau auch für "alle noch offenen Steuerschulden" (§ 22 Abs. 2 StG/AG; zu Art. 13 Abs. 2 DBG bzw. Art. 3 Abs. 3 StHG: BGE 138 II 300 E. 2.1; 133 II 305 E. 4.1; Urteile 2C_354/2022 vom 20. März 2023 E. 3.1.2; 2C_498/2016 / 2C_499/2016 vom 3. Juni 2016 E. 6; 2A.353/2006 vom 18. Januar 2007 E. 4.1 und 4.2). Damit abgaberechtlich von einer rechtlich oder tatsächlich getrennten Ehe auszugehen ist, müssen nach konstanter bundesgerichtlicher Rechtsprechung folgende Voraussetzungen kumulativ erfüllt sein: a. beide Ehegatten haben einen je eigenen Wohnsitz bzw. verfügen über getrennte Wohnstätten; b. die Ehegatten haben die eheliche Gemeinschaft aufgehoben und c. die Ehegatten betreiben keine Gemeinschaftlichkeit der Mittel für Wohnung und Lebensunterhalt (Urteile 9C_249/2023 vom 2. August 2023 E. 2.2; 2C_952/2020 vom 6. Oktober 2021 E. 4.3; 2C_502/2015 vom 29. Februar 2016 E. 3.1). Dasselbe gilt sinngemäss für Personen in eingetragener Partnerschaft (Art. 3 Abs. 3 StHG) und in gleicher Weise für den nicht harmonisierten § 22 Abs. 2 StG/AG (vorne E. 3.2).