Citation: 4A_663/2018 E. 3.1

3.1. Die Vorinstanz bezeichnete das Verhalten von F.________ als "klarerweise unsorgfältig", habe dieser doch vor der Mandatannahme die Angaben über die Verfahrensparteien in unzulänglicher Weise in das elektronische Interessenkonfliktsystem von G.________ LLP eingegeben. Anders als das erstinstanzliche Gericht erachtete sie den Umstand, dass während der Schiedsgerichtsverfahren Honorarzahlungen von 6.5 Mio. USD von C.________ Solar, einer Gesellschaft der C.________-Gruppe, an G.________ LLP geflossen seien, als nicht unbedenklich. Gleichzeitig hielt sie fest, dass diese Zahlungen auf atypischen Honorarbeziehungen beruhten, sei doch nicht die Gesellschaft der C.________-Gruppe, sondern das amerikanische Energieministerium ( Department of Energy; nachfolgend DOE) der Mandant von G.________ LLP gewesen. Die C.________-Gesellschaft sei als "Gegenpartei" des DOE zu betrachten, die jedoch gestützt auf eine interne Vereinbarung in Zusammenhang mit der Gewährung von Kreditgarantien für die Honorare von G.________ LLP für die im Auftrag vom DOE geleistete Arbeit aufkam. Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers lasse sich nicht ganz generell sagen, dass Honorarzahlungen an eine Kanzlei ausserhalb eines Mandatverhältnisses eine "bedeutende wirtschaftliche Beziehung" im Sinne von Ziff. 2.3.6 der Richtlinien der International Bar Association zu Interessenkonflikten in der internationalen Schiedsgerichtsbarkeit ( IBA Guidelines on Conflicts of Interest in International Arbitration; nachfolgend IBA-Richtlinien) begründen würden. Ob der ehemalige Vorsitzende des Schiedsgerichts als befangen zu betrachten sei, sei vielmehr für jedes einzelne beanstandete Mandat zu entscheiden. In der Folge thematisierte die Vorinstanz die Beziehungen von G.________ LLP zu I.________ Corporation und J.________ S.E. Die Vorinstanz hielt fest, dass die I.________ Corporation ganz am Schluss des Schiedsverfahrens eine Beteiligung von 15.9% an der C.________ SA, Muttergesellschaft der C.________-Gruppe, erworben habe. G.________ LLP sei jedoch nicht die Kanzlei von I.________ Corporation in Zusammenhang mit dieser Beteiligung gewesen; sie beriet lediglich das DOE in Zusammenhang mit der geplanten Änderung der Aktionärsstruktur von C.________. Zwar sei es vor dieser Transaktion zu "vereinzelten Mandaten " gekommen, G.________ LLP sei jedoch nie die "Hauptkanzlei " von I.________ Corporation gewesen. Eine entscheidende Interessenkollision sei folglich nicht zu erkennen. In Bezug auf J.________ S.E. hielt die Vorinstanz fest, G.________ LLP habe diese im Jahre 2011 in Zusammenhang mit dem Erwerb der Tochtergesellschaft der C.________-Gruppe, K.________ SA, vertreten. Auch hier habe G.________ LLP nicht eine Gesellschaft der C.________-Gruppe, sondern deren "Gegenseite" beraten. Da das Mandat von G.________ LLP nicht "gegen den Beschwerdeführer" gerichtet gewesen sei, könne der Beschwerdeführer mangels Rechtsschutzinteresses aus diesem Umstand nichts für sich ableiten.