Citation: 1C_305/2018 E. 2

Gemäss Art. 31b Abs. 1 USG werden Siedlungsabfälle, Abfälle aus dem öffentlichen Strassenunterhalt und der öffentlichen Abwasserreinigung sowie Abfälle, deren Inhaber nicht ermittelt werden kann oder zahlungsunfähig ist, von den Kantonen entsorgt. Die übrigen Abfälle muss der Inhaber entsorgen (Art. 31c Abs. 1 USG). Dieser trägt nach Art. 32 auch die Kosten der Entsorgung (Abs. 1). Kann der Inhaber nicht ermittelt werden oder kann er die Pflicht nach Absatz 1 wegen Zahlungsunfähigkeit nicht erfüllen, so tragen die Kantone die Kosten der Entsorgung (Abs. 2). Vorliegend ist unbestritten, dass es sich bei den entsorgten Chemikalien um Abfälle im Sinne von Art. 7 Abs. 6 USG handelte, deren Entsorgung im öffentlichen Interesse geboten war; auch die Angemessenheit der Entsorgungskosten wird von der Beschwerdeführerin nicht in Zweifel gezogen. Sie macht indessen geltend, nicht sie, sondern die B.________ AG bzw. das Konkursamt sei Inhaberin der Abfälle i.S.v. Art. 31c Abs. 1 und Art. 32 Abs. 1 USG gewesen, weshalb nicht sie massnahme- und kostenpflichtig gewesen sei, sondern der Kanton (gemäss Art. 31b Abs. 1 und Art. 32 Abs. 2 USG). Zur Begründung macht sie geltend, sie habe die tatsächliche Herrschaft über die Abfälle vor dem Erlass der Verfügung der AfU vom 6. Juli 2015 nicht ausreichend lange inne gehabt (unten E. 3). Zudem habe sie dem Ablagern/Zwischenlagern von Abfällen auf ihrem Grundstück nie zugestimmt, weshalb ihre Inanspruchnahme dem Verursacherprinzip widerspreche (Art. 2 USG; vgl. unten E. 4).