Citation: 1C_57/2016 E. 2.2

2.2. Die Vorinstanz hat erwogen, das genehmigte Strassenbauprojekt nehme gemäss Richtplangesamtkarte Fruchtfolgeflächen im Abschnitt 1 und 2 in Anspruch. Die Planungsanweisung im Richtplan sei klar, nämlich, dass eine Verminderung der Fruchtfolgeflächen um mehr als 3 ha "pro Planung oder Vorhaben" einen Richtplanbeschluss voraussetze. Massgebend sei mithin eine Gesamtbetrachtung, was für das vorliegende Strassenbauvorhaben bedeute, dass 3,12 ha Fruchtfolgeflächen beansprucht würden (Abschnitt 1: 1,32 ha; Abschnitt 2: 1,8 ha). Das Vorhaben setze daher einen entsprechenden Richtplanbeschluss voraus. Ein solcher fehle indes. Der Beschluss des Grossen Rats vom 8. Januar 2008 habe zwar die Festsetzung der Umfahrung Mellingen im Richtplan betroffen. Der Botschaft des Regierungsrats vom 5. September 2007 könne jedoch entnommen werden, dass der Bedarf an Fruchtfolgeflächen noch nicht genau angegeben werden könne, jedenfalls aber unter dem Grenzwert von 3 ha liegen werde. Der Beschluss des Grossen Rats vom 16. November 2010 habe sodann den Grosskredit für die Umfahrung Mellingen und die Anpassung des Kantonsstrassennetzes betroffen. Bezüglich der Fruchtfolgeflächen sei in der Botschaft des Regierungsrats vom 1. September 2010 festgehalten worden, der Verbrauch betrage ca. 2,7 ha, wobei bei der weiteren Projektbearbeitung Optimierungen bzw. Massnahmen zur Verringerung der Beeinträchtigungen erarbeitet würden. Von einer Verminderung der Fruchtfolgeflächen im Umfang von über 3 ha sei somit in keinem der beiden genannten Beschlüsse ausgegangen worden. Gestützt auf das eingeholte ENHK-Gutachten sei zudem im Abschnitt 1 eine Verschiebung der Linienführung nach Osten in die Landwirtschaftszone geplant, weshalb es voraussichtlich zu einer weiteren Verminderung der Fruchtfolgeflächen kommen werde. Ein entsprechender Richtplanbeschluss erweise sich damit umso mehr als notwendig (vgl. zum Ganzen angefochtenes Urteil E. 3.2.2).