Citation: 9C_124/2015 E. 4.2

4.2. Soweit die Beschwerdeführerin geltend macht, das Bundesgericht habe mit Urteil 9C_65/2008 gestützt auf Art. 2 Abs. 2 ZGB einen neuen Barauszahlungsgrund für alle Fälle unrechtmässigen Leistungsbezugs geschaffen, kann ihr nicht gefolgt werden. Das Bundesgericht erwog im zitierten Urteil, die Normierung der Barauszahlungsgründe mit der Folge, dass bei deren Vorliegen die Zweckbindung der Vorsorgemittel preisgegeben werde, sei das Ergebnis der gesetzgeberischen Abwägung zwischen Aufrechterhaltung und Beendigung des Vorsorgeschutzes (BGer. a.a.O., E. 6.2.1). Einzig in der Konstellation erfüllter Barauszahlungsvorausssetzungen nach Art. 5 Abs. 1 FZG erachtete es das Weiterbestehen eines Wahlrechts des Versicherten gemäss Art. 3 und 4 FZG als rechtsmissbräuchlich, weil es sonst trotz grundsätzlich erfüllter Barauszahlungsvoraussetzungen gemäss Art. 5 Abs. 1 FZG - und damit verbundener Preisgabe der Zweckbindung der Vorsorgemittel - im Belieben der unrechtmässigen Leistungsbezüger stehen würde, ihr Guthaben zufolge Weiterbestehens des Vorsorgezwecks der Verrechnung mit der Rückforderung der Pensionskasse zu entziehen. Aus diesem Grund steht in solchen Konstellationen lediglich die Barauszahlung zur Verfügung, welche im retrospektiv bei Austritt aus der Vorsorgeeinrichtung eingetretenen Freizügigkeitsfall als fällig zu betrachten ist (BGer. a.a.O., E. 6.2.3). Von der Schaffung eines neuen Barauszahlungsgrundes, der nach den zutreffenden Erwägungen des kantonalen Gerichts mit Blick auf die abschliessende Normierung in Art. 5 Abs. 1 FZG allein in die Kompetenz des Gesetzgebers fiele, kann keine Rede sein.