Citation: 6B_954/2015 E. 1.1.1

1.1.1. Die Vorinstanz verweist auf das Gutachten von PD Dr. med. A.________, wonach der Art der Behandlung grundsätzlich auch bei gleichzeitigem oder vorherigem Strafvollzug Rechnung getragen werden könne. Dies könne aber den Erfolg der Behandlung etwas erschweren, zumal der Beschwerdegegner wegen einer chronifizierten posttraumatischen Persönlichkeitsstörung eine phobische Abneigung gegen Institutionen habe, wobei die Gefahr einer Verstärkung seiner posttraumatischen Symptomatik bestehe. Zudem würde eine Strafverbüssung eine Destabilisierung seines momentanen Gleichgewichts auslösen, da er in der Betreuung der Kinder den entscheidenden Halt und auch Lebensinhalt gefunden habe. Die damit verbundene Beeinträchtigung sei jedoch nicht absolut zu setzen. Nach dem Gutachter liege es in der Kompetenz der rechtsanwendenden Instanz, die Güterabwägung durchzuführen.