Citation: 6B_835/2020 E. 4

Nach den Feststellungen der Vorinstanz wurde der Beschwerdeführer in der dritten Vorladung vom 26. Februar 2020 für den 24. April 2020 ausdrücklich auf Art. 205 Abs. 2 StPO aufmerksam gemacht, wonach die Verhinderung, einer Vorladung Folge zu leisten, der vorladenden Behörde unverzüglich mitzuteilen ist. Der fraglichen Vorladung ist unter Hinweis auf Art. 355 Abs. 2 StPO auch zu entnehmen, dass die Einsprache als zurückgezogen gilt, wenn die Einsprache erhebende Person der Einvernahme trotz Vorladung unentschuldigt fernbleibt. Die Vorinstanz erwägt, der Beschwerdeführer vermöge auch nachträglich keine plausible Erklärung für seine Abwesenheit zu liefern. Dies erscheine bei näherer Betrachtung Teil seiner Taktik, indem er versuche, seine Kooperation im Strafverfahren von Bedingungen gegenüber den Strafbehörden abhängig zu machen (z.B. Kosten für Arztzeugnis übernehmen oder Anreisekosten bezahlen, Strafanzeige verfolgen, Rayon-Verbot aussprechen, Verfahren sistieren). Der Beschuldigte könne den Prozessgang indes nicht durch inadäquate Bedingungen steuern, die jenseits seiner Rechte lägen. Das Verfahren werde auch bei seiner Verweigerung fortgeführt. Das unentschuldigte Fernbleiben und die Voraussetzungen, an welche der Beschwerdeführer seine Teilnahme knüpfe, seien Ausdruck seines Unmuts über Privatklägerschaft und Strafbehörden und entsprängen nicht dem Interesse, den drohenden Schuldspruch zu verhindern. Die Staatsanwaltschaft habe daher ausgehend vom Nichterscheinen des Beschwerdeführers trotz Kenntnis der Vorladung, der Anwesenheitspflicht und der gesetzlichen Rechtsfolgen der Säumnis auf ein Desinteresse am ordentlichen Gang des Verfahrens schliessen dürfen.