Citation: 2C_830/2019 E. 12.1

12.1. Art. 46 Abs. 1 StG/BE bestimmt im Einklang mit Art. 13 Abs. 1 StHG, dass das gesamte Reinvermögen der Vermögenssteuer unterliegt. Steuerbar sind danach alle Aktiven, soweit sie nicht durch besondere gesetzliche Vorgabe von der objektiven Steuerpflicht ausgenommen sind. Es gilt somit ein Vermögensbegriff, der vom Grundsatz der Gesamtvermögenssteuer geprägt ist und dem Gedanken der Besteuerung nach der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit (Art. 127 Abs. 2 BV) entspricht; er umfasst sämtliche einer Person zivilrechtlich zustehenden und rechtlich realisierbaren geldwerten Rechte an Sachen sowie an Forderungen und Beteiligungen, seien sie dinglicher oder obligatorischer Natur, unabhängig davon, ob es sich um privates oder geschäftliches, bewegliches oder unbewegliches Vermögen handelt (vgl. BGE 136 II 256 E. 3.4 S. 260). Gemäss Art. 62 Abs. 1 StG/BE sind nachgewiesene Schulden (für die der Steuerpflichtige allein haftet), voll (vom rohen Vermögen) abziehbar. Haftet der Steuerpflichtige mit anderen, kann er nach Art. 62 Abs. 4 StG/BE den tatsächlich geschuldeten Anteil abziehen. Diese Regelung steht im Einklang mit Art. 46 Abs. 1 StG/BE und Art. 13 Abs. 1 StHG, wonach der Vermögenssteuer das gesamte Reinvermögen, d.h. der Überschuss der Aktiven über die Passiven, unterworfen ist. Der Pflichtige kann somit von den Aktiven seine Schulden abziehen (vgl. auch BGE 138 II 311 E. 3.3.1 S. 318, mit Hinweisen).