Citation: 2C_685/2014 E. 4.4.2

4.4.2. Der Beschwerdeführer ist zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 16 Monaten verurteilt worden. Das Strafmass liegt somit in jenem Bereich, in dem sich die Anwendungsbereiche von Art. 42 und 43 StGB überschneiden (BGE 134 IV 1 E. 5.3.2 S. 11). Die Einführung teilbedingter Strafen erlaubt dem Strafgericht insbesondere, im Bereich höchst ungewisser Prognosen dem Dilemma "Alles oder Nichts" zu entgehen (BGE 134 IV 1 E. 5.5.2 S. 15). Das Verschulden wird bei der Festsetzung des zu vollziehenden Strafteils berücksichtigt: Je günstiger die Prognose und je kleiner die Vorwerfbarkeit der Tat ist, desto grösser muss der aufgeschobene Strafteil sein; der unbedingte Strafteil darf das unter Verschuldensgesichtspunkten gebotene Mass nicht unterschreiten (BGE 134 IV 1 E. 5.6 S. 15). Die Höhe der Strafe steht jedoch bei der Wahl der Vollzugsart bereits fest, so dass die Verschuldensklausel von Art. 43 Abs. 1 StGB lediglich als Korrektiv einer in spezialpräventiver Hinsicht nicht angemessenen Vollzugsart erscheint. Das Strafmass, welches Ausgangspunkt der Auslegung von Art. 61 lit. b AuG sein muss, wird davon nicht berührt. Eine bedingt ausgesprochene Strafe ist somit in erster Linie Ausdruck einer eher günstigen bzw. nicht ungünstigen Legalprognose. Diese beschlägt den Widerrufsgrund als solchen nicht.