Citation: 6B_300/2020 E. 3.3.1

3.3.1. Das Bundesgericht hat sich im zur Publikation bestimmten Urteil 6B_40/2020 vom 17. August 2020 E. 3.3 anlässlich der Anfechtung einer Strafvollzugsverfügung durch eine wegen qualifizierter Betäubungsmitteldelinquenz zu einer langjährigen Freiheitsstrafe verurteilten alleinerziehenden Mutter mit der Tragweite der KRK näher auseinandergesetzt und festgehalten, sie sei nicht berechtigt, Rechte ihrer Kinder in eigenem Namen geltend zu machen. Es fehle ihr dazu das rechtlich geschützte Interesse gemäss Art. 81 Abs. 1 lit. b BGG. Nicht anders verhalte es sich nach der Rechtsprechung des EGMR: Verletzt im Sinne der Konvention und damit zur Beschwerde legitimiert sei einzig die direkt betroffene Person ("L'individu doit avoir subi directement les effets de la mesure litigieuse"), sodass beispielsweise Ehefrau und Kinder, die die Schweiz nicht verlassen müssen, nicht legitimiert seien, die Ausweisung des Ehemannes anzufechten (Urteil Bartholomew Uchenna DIALA et autres c. Suisse vom 10. Dezember 2019, Verfahren 35201/18, Ziff. 19 ff.). Einzig im Sinne einer Reflexwirkung könne sich die Beschwerdeführerin auf die KRK beziehen (a.a.O., E. 3.3.3 mit Hinweis auf BGE 145 IV 161 E. 3.3 S. 164 f. und E. 3.4 S. 166 f.; Pra 2019 128 1256). Gerichte haben Tendenzen entgegenzutreten, die KRK auf dem "Buckel" der Kinder zu instrumentalisieren (Urteil 6B_1314/2019 vom 9. März 2020 E. 2.3.8 mit Hinweisen). Weder die KRK noch andere menschenrechtliche Übereinkommen hindern den Vollzug gesetzmässig angeordneter Freiheitsstrafen und strafrechtlicher Massnahmen (Art. 5 Ziff. 1 EMRK).