Citation: 2C_216/2020 E. 2.7

2.7. Die Steuerpflichtige bringt schliesslich in kurzen Zügen vor, diese dargelegte Rechtslage setze insgesamt einen Verstoss gegen das Diskriminierungsverbot. Die von der Sichtweise der kantonalen Sozialhilfebehörde abweichende Behandlung für die Zwecke der direkten Bundessteuer empfinde sie als willkürlich. Sie fühle sich diskriminiert im Sinne von "Deine Lebensform wird anerkannt, wenn es dem Staat etwas nützt, sonst zählt sie jedoch nicht". Dies überzeugt nicht: Gemäss Art. 8 Abs. 2 BV darf niemand diskriminiert werden, namentlich nicht wegen der Herkunft, der Rasse, des Geschlechts, des Alters, der Sprache, der sozialen Stellung, der Lebensform, der religiösen, weltan-schaulichen oder politischen Überzeugung oder wegen einer körperlichen, geistigen oder psychischen Behinderung. Eine Diskriminierung liegt vor, wenn eine Person ungleich behandelt wird allein aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe, welche historisch oder in der gegenwärtigen sozialen Wirklichkeit tendenziell ausgegrenzt oder als minderwertig angesehen wird (BGE 143 I 129 E. 2.3.1 S. 133; 143 I 361 E. 5.1 S. 368). Wie schon im vorinstanzlichen Verfahren zeigt die Steuerpflichtige auch vor Bundesgericht nicht auf, welche Personen oder Personengruppen sich in einer vergleichbaren Situation befinden sollen und inwiefern sie, die Steuerpflichtige, im Vergleich zu diesen Personen oder Personengruppen qualifiziert ungleich behandelt werde. Dadurch verstösst sie gegen Art. 106 Abs. 2 BGG. Von einer Diskriminierung im rechtlichen Sinne, wie sie hiervor dargelegt wurde, kann aber ohnehin keine Rede sein. Mit der Unterscheidung in Personen, die in rechtlich und tatsächlich ungetrennter Ehe bzw. eingetragener Partnerschaft leben, und den übrigen Personen trifft der Bundesgesetzgeber für die Zwecke des Tarifs eine nachvollziehbare, weder direkt noch indirekt diskriminierende Regelung. Die Regelung in Art. 36 DBG ist für das Bundesgericht und alle übrigen rechtsanwendenden Behörden massgebend (Art. 190 BV). Es besteht zwar kein Prüfungsverbot, aber ein Anwendungsgebot (BGE 144 II 147 E. 7.2 S. 165).