Citation: 8C_307/2007 03.10.2007 E. 4

Der Versicherte arbeitete seit 14. Oktober 2002 für B.________ als diplomierter Physiotherapeut. Von Januar bis Mitte Februar 2006 befand er sich in der psychiatrischen Universitätsklinik X.________ in stationärer Behandlung und war vom 20. Januar bis 19. März 2006 zu 100 % arbeitsunfähig. Ab 20. März 2006 nahm er seine Arbeit wieder zu 50 % auf. Davor wurde ein dreimonatiger unbezahlter Urlaub vereinbart. Nach dem krankheitsbedingten Arbeitsausfall kam der Arbeitgeber auf die Bewilligung des Urlaubs zurück. Dennoch trat der Versicherte diesen an. Trotz schriftlicher Kündigungsandrohung vom 2. Mai 2006, mit welcher der Arbeitgeber den Versicherten aufforderte, innert den nächsten zehn Tagen wieder die Arbeit aufzunehmen, leistete er dem nicht Folge. Daraufhin kündigte der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis per 13. Mai 2006 fristlos. 4.1 Gemäss den kognitionsrechtlichen Grundsätzen über die Abgrenzung von Tat- und Rechtsfragen ergibt sich Folgendes: Als Ergebnis einer umfassenden, sorgfältigen Beweiswürdigung und unbestrittenen Sachverhaltsfeststellung hat das kantonale Gericht den Stellenverlust als Physiotherapeut als selbstverschuldet erachtet (Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG, Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIV) und ist dabei von einem schweren Verschulden ausgegangen (Art. 30 Abs. 3 AVIG, Art. 45 Abs. 2 AVIV). Dem vorinstanzlichen Entscheid ist zu entnehmen, die fristlose Kündigung des Arbeitsverhältnisses durch den Arbeitgeber sei auf ein nach den persönlichen Umständen und Verhältnissen vorsätzliches Verhalten des Beschwerdeführers im Sinne von Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIV zurückzuführen, für das die Arbeitslosenversicherung keine Haftung übernehme. Zum einen habe der Versicherte das Weisungsrecht des Arbeitgebers hinsichtlich des Ferienzeitpunktes im Wissen um die arbeitsrechtlichen Konsequenzen missachtet. Zum anderen habe er es unterlassen, seinem Arbeitgeber ein Arztzeugnis für seine Arbeitsabwesenheit einzureichen. Sodann gehe die Verwaltung zu Recht von einem schweren Verschulden aus, weshalb das kantonale Gericht die 35 Tage Einstellung in der Anspruchsberechtigung bestätigte. 4.2 In der Beschwerde wird eine Bundesrechtsverletzung gerügt, insofern die Vorinstanz zu Unrecht von einer selbstverschuldeten Arbeitslosigkeit ausgehe und den Verschuldensbegriff falsch ausgelegt und angewandt habe. Mit dem Ferienantritt sei ein Arbeitsverhältnis aufgelöst worden, welches für den Beschwerdeführer unzumutbar gewesen sei, weshalb nicht von einer selbstverschuldeten Arbeitslosigkeit ausgegangen werden könne oder wenn, dann nur im Rahmen eines leichten Verschuldens. 4.3 Im Lichte des offensichtlich nicht unrichtig oder unvollständig festgestellten Sachverhalts durfte die Vorinstanz von einem Fehlverhalten des Versicherten ausgehen. Wie in der Beschwerde anerkannt wird, bewirkte das Verhalten des Versicherten die fristlose Kündigung. Gerade unter dem Aspekt der psychiatrischen Betreuung und im Wissen, dass der Urlaub nicht mehr genehmigt war, wäre es ein leichtes gewesen, ein ärztliches Attest beizubringen. Dies wurde vom Versicherten unterlassen, wodurch die fristlose Kündigung erfolgte, welche ihm vorgängig sogar schriftlich angedroht wurde. Der Argumentation, es habe sich ohnehin um ein unzumutbares Arbeitsverhältnis gehandelt, kann nicht gefolgt werden, zumal der Beschwerdeführer selber ausführt, es habe die Hoffnung auf eine Fortführung des Arbeitsverhältnisses bestanden. Indem die Vorinstanz den Beschwerdeführer für 35 Tage in der Anspruchsberechtigung eingestellt hat, was einer Sanktion im unteren Bereich des schweren Verschuldens entspricht, hat sie den gesamten Umständen des vorliegenden Falles angemessen Rechnung getragen und dabei kein Bundesrecht verletzt (Seiler, a.a.O., Art. 95 N 10).