Citation: 1C_199/2016 E. 2.3

2.3. Vorliegend wurde eine 11-seitige Fotodokumentation mit Fotos vom Augenschein samt Kommentaren erstellt. Neben Fotos der Tankstelle, des vorhandenen Einlaufschachts mit Schlammsammler und Ölabscheider finden sich (auf S. 6-7) auch Fotos eines "Meteorwasserschachts" auf der angrenzenden Parzelle mit dem Kommentar, dieser liege tiefer als der Einlaufschacht mit Ölabscheider und entwässere in den unter dem Umschlagplatz durchfliessenden Bach. Werde der Ölabscheider mit einem selbsttätigen Verschluss ausgestattet, könne vom Umschlagplatz abfliessendes, mit Öl verschmutztes Wasser derzeit über diesen Meteorwasserschacht in den Bach gelangen. Um dies zu verhindern, habe das AfU in Ziff. 3 ein Ölrückhaltebecken bzw. geeignete Ersatzmassnahmen mit einem Auffangvolumen von 5000-6000 l Öl angeordnet. Diese Feststellungen finden sich auch in Abschnitt E (Sachverhalt) des angefochtenen Entscheids. Zu dieser Fotodokumentation und den darin enthaltenen Kommentaren konnte sich die Beschwerdeführerin vor Obergericht nicht mehr äussern, wurde sie ihr doch erst nach Urteilsfällung zugestellt. Entgegen der Auffassung des Obergerichts hatte die Beschwerdeführerin auf ihr Recht auf Stellungnahme zur Fotodokumentation nicht verzichtet: Zwar reagierte ihr Anwalt nicht auf die Verfügung vom 11. November 2014, in der angekündigt wurde, ohne Gegenbericht werde von einem Verzicht auf eine mündliche öffentliche Verhandlung ausgegangen. Dieser Verzicht bezog sich aber nur auf eine öffentliche Parteiverhandlung und nicht auf weitere Rechte im Zusammenhang mit einem Augenschein (der zum damaligen Zeitpunkt noch gar nicht angesetzt worden war). Nach dem Gesagten ist eine Verletzung des rechtlichen Gehörs der Beschwerdeführerin zu bejahen.