Citation: 6B_91/2022 E. 3.3.1

3.3.1. Die Vorinstanz erwägt, in einem ersten Schritt sei die Einsatzstrafe für die schwerste Straftat festzusetzen. Es handle sich aufgrund des Strafrahmens um die Misswirtschaft. Der Beschwerdeführer habe als faktisches Organ der B.________ AG (Verwaltungsrat und Geschäftsführer) durch ungenügende Kapitalausstattung sowie durch arge Nachlässigkeit in der Berufsausübung, indem er es trotz des bestehenden Kapitalverlusts unterlassen habe, eine Generalversammlung einzuberufen und Sanierungsmassnahmen zu beantragen, die Überschuldung und Zahlungsunfähigkeit der B.________ AG herbeigeführt respektive verschlimmert. Durch sein Verhalten habe er die Zugriffsrechte der Gläubiger auf das dem Zwangsvollstreckungsverfahren unterliegende Vermögen der B.________ AG konkret und in erheblichen Ausmass gefährdet. Bis zur Konkurseröffnung am 17. November 2015 habe die Gesellschaft einen beträchtlichen Schuldenberg in der Höhe von Fr. 89'403.82 angehäuft. Entsprechend hoch sei der Taterfolg bzw. die Gefährdung des Vermögens der Gläubiger zu werten. Das deliktische Verhalten des Beschwerdeführers habe sich über einen nicht unbeachtlichen Zeitraum von mehr als zwei Jahren hinweg gezogen. Dem Beschwerdeführer sei bewusst gewesen, dass die B.________ AG von Anfang an über völlig unzureichende finanzielle Mittel verfügt habe und aufgrund dessen eine Neuliberierung notwendig gewesen wäre. Er habe eine beachtliche Gleichgültigkeit gegenüber den Gläubigern der Aktiengesellschaft an den Tag gelegt und im Ergebnis den Konkurs über Jahre hinweg verschleppt. Gerade aufgrund dessen, dass der Beschwerdeführer zusammen mit C.________ von Anfang an beabsichtigt habe, die B.________ AG mit unzureichenden Aktiven auszustatten, sei das konkrete Verhalten des Beschwerdeführers bzw. die Verwerflichkeit seines Handelns deutlich über ein bloss tatbestandsbegründendes Verhalten hinausgegangen. Er habe seine eigenen finanziellen Interessen in egoistischer Art und Weise über diejenigen der Gläubiger gestellt bzw. das finanzielle Risiko vollumfänglich auf diese abgewälzt. Es sei ihm jedoch offen gestanden, auf die Übernahme des Aktienmantels zu verzichten bzw. die Aktiengesellschaft mit genügend Kapital auszustatten und sodann Sanierungsmassnahmen zu beantragen. Mithin habe er beim Entschluss, die Misswirtschaft zu begehen, über ein sehr hohes Mass an Entscheidungsfreiheit verfügt, was verschuldenserhöhend zu berücksichtigen sei. Insgesamt sei von einem mittelschweren Verschulden und einer Einsatzstrafe von 24 Monaten Freiheitsstrafe auszugehen.