Citation: 8C_52/2008 05.09.2008 E. 8

8.1 Beim Unfall vom 23. April 2005 wurde der Versicherte bei guten Strassenverhältnissen und einer Geschwindigkeit von 20 bis 30 km/h als Lenker eines Rollers von einem vortrittberechtigten Personenwagen seitlich angefahren und stürzte (vgl. Polizeibericht vom 30. Mai 2005). Dieser Unfall ist rechtsprechungsgemäss dem mittleren Bereich, jedoch nicht an der Grenze zu den schweren Fällen, zuzuordnen (Urteil U 78/07 vom 17. März 2008, E. 5.2 mit Hinweisen; vgl. auch Urteil U 40/00 vom 8. Februar 2001, E. 8b). Damit müssen für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs mehrere der massgebenden Kriterien oder eines in besonders schwerer oder auffälliger Weise gegeben sein (BGE 134 V 109 E. 10.1 S. 126 mit Hinweisen). 8.2 Besonders dramatische Umstände oder eine besondere Eindrücklichkeit des Unfalls sind zu verneinen. Ebenfalls nicht erfüllt ist das Kriterium der Schwere oder besonderen Art der erlittenen Verletzungen. Bezüglich der fortgesetzten spezifischen, belastenden ärztlichen Behandlung ist festzuhalten, dass die Rippenserienfraktur ohne besondere Behandlung ausheilte, der Lagerungsschwindel nachhaltig positiv beeinflusst werden konnte und die umfassenden Untersuchungen bei verschiedenen Fachärzten (einschliesslich des stationären Aufenthalts in der Klinik T.________) der Abklärung, nicht aber der Behandlung dienten. Physio- sowie eine medikamentöse Schmerztherapie erfüllen das Kriterium für sich allein nicht. Das ist - trotz vereinzelter nach der Rechtsprechungspräzisierung ergangenen Urteile - nicht mehr der massgebliche Zeitraum. Was die Behandlung der psychisch bedingten Leiden betrifft, so besuchte der Versicherte im Frühjahr 2006 während mehreren Wochen im Psychiatriezentrum A._______ halbtags die Tagesklinik, damit er in einer Tagesstruktur eingebunden war; darüber hinaus war er in psychiatrischer Einzeltherapie. Insgesamt kann somit von einer fortgesetzten und belastenden ärztlichen Behandlung gesprochen werden; das Kriterium ist jedoch nicht besonders ausgeprägt gegeben. Ebenfalls zu bejahen ist das Kriterium der erheblichen Dauerbeschwerden, das sich nach den glaubhaften Schmerzen und den Beeinträchtigungen im Lebensalltag beurteilt. Es liegt jedoch nicht in ausgeprägter Weise vor, da der Versicherte im massgebenden Zeitraum immer noch gewissen Aktivitäten (z.B. Teilnahme an der im Ausland stattfindenden Hochzeit der Tochter und später des Sohnes nachgehen konnte (vgl. Urteil 8C_57/2008 vom 16. Mai 2008, E. 9.4). Nicht gegeben sind hingegen die Kriterien der ärztlichen Fehlbehandlung sowie des schwierigen Heilungsverlaufs oder erheblicher Komplikationen. Denn aus der ärztlichen Behandlung und den erheblichen Beschwerden - welche eigene Kriterien darstellen - darf nicht auf einen schwierigen Heilungsverlauf und/oder erhebliche Komplikationen geschlossen werden; vielmehr bedarf es dazu besonderer Gründe, die die Heilung beeinträchtigt haben (vgl. Urteil 8C_57/2008 vom 16. Mai 2008, E. 9.6.1). Schliesslich ist das Kriterium der erheblichen Arbeitsfähigkeit trotz ausgewiesener Bemühungen zu verneinen. Zwar ist der Versicherte in grösserem Ausmass arbeitsunfähig und hat anfänglich drei Arbeitsversuche an der angestammten Stelle, welche als eine leichte Tätigkeit zu bezeichnen ist (vgl. Aktennotiz der SUVA mit Photos vom 5. Juli 2005), unternommen, diese jedoch nach kurzer Zeit abgebrochen, obwohl Dr. med. R.________ unter Berücksichtigung der damaligen Beschwerden diese Tätigkeit wiederholt als zumutbar erachtete (Berichte vom 16., 21. und 24. Juni 2005; vgl. auch den Bericht der Klinik T.________ vom 29. August 2005). Weitere Bemühungen um eine Wiedereingliederung in die Arbeitswelt sind den Akten nicht zu entnehmen. Nach dem Gesagten sind zwei Kriterien erfüllt. Somit liegen die massgebenden Kriterien weder gehäuft vor, noch ist eines davon in ausgeprägter Weise gegeben (vgl. Urteil 8C_252/2007 vom 16. Mai 2008, E. 8, und Urteil 8C_57/2008 vom 16. Mai 2008, E. 9.8). Vorinstanz und Verwaltung haben demnach den adäquaten Kausalzusammenhang im Ergebnis zu Recht verneint.