Citation: 6B_321/2021 E. 3.5.4

3.5.4. Das Verhältnismässigkeitsprinzip gilt es auch im Bezug auf die Dauer einer stationären Massnahme zu beachten (BGE 145 IV 65 E. 2.2, 2.6.1; 135 IV 139 E. 2.4; Urteile 6B_1172/2020 vom 21. Dezember 2020 E. 1.7.3; 6B_636/2018 vom 25. Juli 2018 E. 4.2.3; je mit Hinweisen). Die zeitliche Beschränkung der stationären Massnahme auf weniger als fünf Jahre ist bereits bei der Erstanordnung zulässig (BGE 145 IV 65 E. 2.6.1; Urteile 6B_1172/2020 vom 21. Dezember 2020 E. 1.7.3; 6B_636/2018 und 6B_649/2018 vom 25. Juli 2018 E. 4.2.3). Es ist daran zu erinnern, dass eine zeitliche Beschränkung der stationären Massnahme zu einer Verbesserung der Rechtsposition des Betroffenen führt. Denn deren Weiterführung wird von einem erneuten Tätigwerden der Vollzugsbehörde und einem neuerlichen gerichtlichen Entscheid abhängig gemacht und die Frist, innert welcher für die Weiterführung der Massnahme ein gerichtlicher Entscheid im Sinne von Art. 59 Abs. 4 Satz 2 StGB zu ergehen hat, verkürzt. Würde demgegenüber die stationäre Massnahme trotz zu erwartender kürzerer Behandlungsdauer für die gesetzliche Höchstdauer von fünf Jahren angeordnet, läge der Entscheid über die Weiterführung oder Beendigung der Massnahme bei der Vollzugsbehörde. Diesfalls wäre die betroffene Person gehalten, gegen einen negativen Entlassungsentscheid ein Rechtsmittel zu ergreifen und damit selbst tätig zu werden, wobei die Massnahme bis zum Ablauf der gesetzlichen Höchstdauer bzw. bis zum vollstreckbaren Entscheid über die (bedingte) Entlassung weiterlaufen würde (vgl. Urteile 6B_636/2018 und 6B_649/2018 vom 25. Juli 2018 E. 4.2.3).