Citation: 2P.103/2000 30.10.2000 E. A

A.- Mit Beschluss Nr. 340 vom 16. Februar 1866 erteilte der Regierungsrat (heute: Regierung) des Kantons St. Gallen dem Oberverwaltungsrat von X.________ eine Wasserrechtskonzession am B.________-Bach und C.________-Bach bei Y.________ (Wasserrecht Nr. III/17). In Ziff. 4 der Urkunde behält sich der Staat vor, "in beliebiger Zeit vom Konzessionär oder seinen Rechtsnachfolgern ein für allemal oder periodisch eine Konzessionsgebühr zu erheben, im letzteren Falle rückwirkend bis zum Tage der Konzessionserteilung". Nach Ziff. 5 erlischt die Konzession, "falls während einem vollen Jahre von der Erteilung an gerechnet, kein Gebrauch davon gemacht wird". Eine Bestimmung über die Konzessionsdauer fehlt. In der Folge wurde dieses Wasserrecht von der Ortsgemeinde X.________ auf die Weberei Y.________ AG übertragen. 1941 wurde die aus dem Jahr 1867 stammende Turbine durch eine neue mit höherer Leistungskraft ersetzt. Nach dem damals massgeblichen kantonalen Recht bedurften Umbau-ten und Erweiterungen von Wasserwerksanlagen der Genehmi-gung des Regierungsrats. Sofern durch dieselben ein Einfluss auf den Wasserstand, den Wasserlauf oder die Abflussverhältnisse ausgeübt oder die Fortleitung einer Wasserkraft beabsichtigt wurde, war eine besondere Konzession einzuholen. Am 22. Oktober 1946 teilte das "Wasserrechtswesen des Kantons St. Gallen" der Weberei Y.________ AG mit, die Konzession sei abgelaufen; für eine Erneuerung sei die Einreichung eines Gesuchs erforderlich. Sofern die Turbine ausgewechselt worden sei, müsse ein Plan mit Angaben über die Leistungsfähigkeit eingereicht werden. Die Weberei Y.________ AG ersuchte am 23. Oktober 1946 um Erneuerung der Konzession; am 26. November 1946 machte sie die Behörde ("Wasserrechtswesen des Kantons St. Gallen") darauf aufmerksam, das Recht zur Nutzung der Anlage sei zeitlich unbeschränkt erteilt worden. Soweit ersichtlich, sind diese Schreiben unbeantwortet geblieben, und es ist weder eine Bewilligung noch eine Konzession erteilt worden. Im Jahr 1975 stellte die Weberei Y.________ AG ihren Betrieb ein. Ein Jahr später nahm die D.________ AG (später umbenannt in E.________ AG, seit 1980 A.________ AG,) die Produktion von Kunststoffschäumen und Styropor auf. Das 1977 von den kantonalen Behörden eingeleitete Zustimmungsverfahren zur Übertragung der Verleihung wurde mit der Begründung abgebrochen, dass lediglich eine Aktienübertragung und eine Änderung des Geschäftszwecks stattgefunden habe; die Rechtspersönlichkeit der Y.________ AG bleibe bestehen. Am 9. April 1991 räumte der Regierungsrat des Kantons St. Gallen der Dorfkorporation F.________ das Recht zur Nutzung der G.________-Quelle in Z.________ für die Trink-, Brauch- und Löschwasserversorgung ein. Auf eine Einsprache der A.________ AG trat der Regierungsrat nicht ein (vgl. BGE 119 Ib 23), führte bei dieser Gelegenheit aber aus, es stelle sich die Frage, ob die Wasserrechtsverleihung aus dem Jahr 1866 nicht doch ein Ende habe oder bereits verfallen sei; ein Zurückkommen auf diese Frage behielt sich der Regierungsrat ausdrücklich vor (S. 7 und 8 des Einspracheentscheids). Bei einer nach einem Ölunfall durchgeführten Kontrolle der A.________ AG im Jahr 1992 wurde festgestellt, dass das Wasser der Kraftanlage nicht nur energetisch, sondern auch anderweitig genutzt wird. Die Druckleitung speist eine Hydrantenleitung und eine Brauchwasserleitung. Das Brauchwasser wird vorwiegend zur Dampferzeugung für die Styroporherstellung benötigt. Im B.________-Bach sind sodann immer wieder erhebliche Schäden am Fischbestand aufgetreten, was von den Behörden darauf zurückgeführt wird, dass die A.________ AG dem Gewässer in Niederwasserzeiten kein Restwasser belässt und beim Ausschwemmen, Ablassen und Wiederauffüllen des Stauweihers unsachgemäss vorgeht.