Citation: I 220/05 02.08.2005 E. 4

4.1 Das kantonale Gericht erwog, sowohl die behandelnde Augenärztin als auch die Ärzte des Spitals X.________ verträten die Auffassung, Kinder mit zerebralen Bewegungsstörungen würden häufiger unter Augenbewegungsstörungen und Strabismus leiden als Kinder ohne dieses Geburtsgebrechen. Doch genüge dies nicht für die Bejahung des geforderten qualifizierten adäquaten Kausalzusammenhangs. Zwar werde kein direkter Zusammenhang in dem Sinne verlangt, dass andere Ursachen zu 100 % ausgeschlossen werden könnten. Es müsse aber mit überwiegender Wahrscheinlichkeit feststehen, dass das Geburtsgebrechen das sekundäre Leiden im Wesentlichen verursacht habe. Dies sei vorliegend nicht der Fall. Es gehe hier um einen Ausnahmetatbestand, dessen Bejahung von der Rechtsprechung bewusst an strenge Voraussetzungen geknüpft werde. Für die Behandlung unmittelbarer Schäden des Geburtsgebrechens sei die Invalidenversicherung jedoch grundsätzlich ohne weiteres leistungspflichtig. Werde der Strabismus des Versicherten nicht behandelt, bestehe zwar die Gefahr einer dauernden Beeinträchtigung des Sehvermögens, indessen verschlimmere sich dadurch die Bewegungsstörung nicht. Fehle es am geforderten anspruchsbegründenden Kausalzusammenhang zwischen dem anerkannten Geburtsgebrechen und dem sekundären Augenleiden, habe die Invalidenversicherung für das Letztere nicht aufzukommen. 4.2 Demgegenüber macht der Beschwerdeführer geltend, für die Bejahung des Kausalzusammenhangs sei praxisgemäss (Urteil Z. vom 9. Dezember 2002, I 108/02, Erw. 1.2 mit Hinweis) nicht ausschlaggebend, ob das sekundäre Leiden unmittelbare Folge des Geburtsgebrechens sei. Auch mittelbare Folgen des angeborenen Grundleidens könnten zu diesem in einem qualifizierten adäquaten Kausalzusammenhang stehen. Das Spital X.________ verneine lediglich den direkten Kausalzusammenhang zwischen dem Geburtsgebrechen und dem Augenleiden. Aus dem Hinweis auf das gehäufte Auftreten von Strabismus bei Patienten mit dem Geburtsgebrechen im Sinne von Ziff. 390 GgV-Anhang sei demnach zu schliessen, dass der erforderliche qualifizierte adäquate Kausalzusammenhang zu bejahen sei. Dem Schreiben des Spitals X.________ vom 9. Dezember 2004 sei weiter zu entnehmen, dass sich bei Nichtbehandlung des Strabismus das Geburtsgebrechen nicht verschlimmern werde. Mit dieser Formulierung schlössen die Ärzte des Spitals X.________ jedoch nicht aus, dass die Behandlung des Strabismus positive Auswirkungen auf die Behandlung des Geburtsgebrechens haben könnte.