Citation: 9C_69/2023 E. 5.2

5.2. Bei Dr. med. B.________, auf deren Stellungnahme das kantonale Gericht entscheidwesentlich abgestellt hat, handelt es sich um die Vertrauensärztin der beschwerdeführenden Vorsorgeeinrichtung. Ihren Stellungnahmen, die sie im Rahmen ihrer vertrauensärztlichen Tätigkeit abgegeben hat, kommt daher nicht der gleiche Beweiswert wie einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten Administrativgutachten zu. Immerhin kann auf solche Berichte versicherungsinterner medizinischer Fachpersonen rechtsprechungsgemäss (abschliessend) abgestellt werden, wenn keine auch nur geringen Zweifel an der Richtigkeit ihrer Schlussfolgerungen bestehen (vgl. BGE 135 V 465 E. 4.7), wobei solche Zweifel insbesondere durch abweichende Stellungnahmen anderer medizinischer Fachpersonen begründet werden können (vgl. Urteil 8C_224/2020 vom 13. Mai 2020 E. 4.3). Auch wenn der Bericht des Dr. med. C.________ vom 22. Juni 2021 nicht ausreicht, die Stellungnahme der Dr. med. B.________, es liege keine Persönlichkeitsstörung vor, zu widerlegen, so genügt er doch, um mindestens geringe Zweifel an der Richtigkeit der Schlussfolgerungen der Vertrauensärztin zu begründen. Diese Zweifel lassen sich auch nicht durch gerichtseigene Mutmassungen, welche Diagnose mehr zu überzeugen vermag, ausräumen. Vielmehr ist bei einer solchen Ausgangslage das Einholen eines Gerichtsgutachtens angezeigt. Entsprechend ist die Beschwerde gutzuheissen, das kantonale Urteil ist aufzuheben und die Sache ist an das kantonale Gericht zurückzuweisen, damit dieses nach Einholen eines psychiatrischen Gerichtsgutachtens über den Versicherten über die Beschwerde der Vorsorgeeinrichtung neu entscheide. Dabei wird sich die psychiatrische Gutachtensperson auch mit dem Umstand auseinanderzusetzen haben, dass die Wiederaufnahme der bisherigen Tätigkeit des Versicherten im November 2020 - auf die Dr. med. B.________ in ihrem letzten Bericht vom 10. November 2020 noch grosse Hoffnung gesetzt hatte - gescheitert ist, weshalb die beschwerdeführende Vorsorgeeinrichtung (nach eigenen Angaben nach Rücksprache mit Dr. med. B.________) dem Versicherten ab Januar 2021 eine Berufsinvalidenrente zugesprochen hat.