Citation: 2C_318/2018 E. 2.2.3

2.2.3. Was insbesondere die Inventarisierung von Vorräten (Rohstoffe, Halbfabrikate, Fertigfabrikate, Handelswaren; Art. 960c Abs. 2 OR) betrifft, wie sie hier zur Diskussion steht, erfolgt die stichtagsnahe körperliche Aufnahme (KÄFER, a. a. O., N. 106 zu Art. 958 OR 1936) häufig nach der Detailhandels-Inventurmethode. Diese äussert sich in der "vereinfachenden Bestandesaufnahme (und Bewegungsrechnung) zu Verkaufspreisen und mit retrograder Rechnung (Prozentabzug für zugeschlagenen Bruttogewinn) zur Ermittlung des Inventarwerts" (KÄFER, a. a. O., N. 108 zu Art. 958 OR 1936). Bei umfangreichen Lagerbeständen können bestimmte Stichprobeverfahren am Platz sein (auch dazu KÄFER, a. a. O., N. 109 zu Art. 958 OR 1936). Letztlich bedarf es in allen Fällen aber einer ordnungsmässig erstellten Liste der Vorräte, aus welcher sich die Art, die Menge und die Kosten ergeben (MARKUS R. NEUHAUS/DANIEL SUTER, Basler Kommentar, OR II, 5. Aufl. 2016, N. 22 zu Art. 958c OR). Ausgangspunkt der Erstbewertung der Vorräte sind die tatsächlichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten; diese bilden den Höchstansatz (Art. 960a Abs. 1 OR). Diese Obergrenze setzt sich in der Folgebewertung fort (Art. 960a Abs. 2 OR), wobei ein niedrigerer Veräusserungswert vorbehalten bleibt (Art. 960c Abs. 1 OR).