Citation: U 36/04 13.09.2004 E. 4

Das kantonale Gericht brauchte im angefochtenen Entscheid den Invaliditätsgrad nicht zu überprüfen, da es die Sache wegen angeblich widersprüchlicher medizinischer Aktenlage zu ergänzender Abklärung der organischen Unfallfolgen und anschliessender Neuverfügung über den Anspruch auf eine Invalidenrente an die Verwaltung zurückwies. Weil die Versicherte schon im vorinstanzlichen Verfahren gegen die erwerbliche Seite der Ermittlung des Invaliditätsgrades gemäss Einspracheentscheid keine Einwände erhoben, sondern sich auf die Bestreitung der zugrunde gelegten Arbeitsfähigkeit beschränkt hatte, und weil die Frage nach den erwerblichen Auswirkungen der hievor (Erw. 3.3) festgestellten - trotz Unfallfolgen zumutbaren - Leistungsfähigkeit gestützt auf die vorliegenden Akten spruchreif ist und ohne Weiterungen beantwortet werden kann, ist nach dem Grundsatz der Verfahrensökonomie auf eine Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zu verzichten. Demnach bleibt nachfolgend zu prüfen, welche Erwerbseinbusse die Versicherte durch die unfallbedingten Einschränkungen erleidet. 4.1 Zu Recht unbestritten ist, dass die Beschwerdegegnerin im massgebenden Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns (hier: am 1. September 1995) ohne Unfallfolgen ein Jahreseinkommen (Valideneinkommen) von Fr. 41'335.- hätte realisieren können. 4.2 Nimmt die Versicherte wie vorliegend nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit auf, so können für die Ermittlung des hypothetischen Einkommens nach Eintritt der Invalidität (Invalideneinkommen) die so genannten Tabellenlöhne gemäss der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) herangezogen werden (BGE 126 V 76 f. Erw. 3b/bb). Hier ist wie üblich (vgl. z.B. BGE 126 V 81 Erw. 7a) von der Tabelle A1 ("Monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach Wirtschaftszweigen, Anforderungsniveau des Arbeitsplatzes und Geschlecht. Privater Sektor") der LSE auszugehen. Mit einfachen und repetitiven Tätigkeiten (LSE 1994 S. 53 TA1.1.1 Anforderungsniveau 4) beschäftigte Frauen verdienten bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 40 Stunden im Jahre 1994 monatlich Fr. 3325.-, was bei Annahme einer durchschnittlichen betriebsüblichen wöchentlichen Arbeitszeit von 41,9 Stunden (Die Volkswirtschaft 2003 Heft 7 S. 90 Tabelle B9.2 Zeile A-O "Total") einem Einkommen von monatlich Fr. 3483.- (= [Fr. 3325.- : 40] x 41,9) und jährlich Fr. 41'796.- (= Fr. 3483.- x 12) entspricht. Bezüglich der Anpassung an die Lohnentwicklung ist eine Differenzierung nach Geschlechtern vorzunehmen, weshalb auf den Nominallohnindex für Frauenlöhne abzustellen ist (BGE 129 V 410 Erw. 3.1.2). Dieser betrug im Jahr 1994 2051 und im Jahr 1995 2087 Punkte (Die Volkswirtschaft 2001 Heft 4 S. 85 Tabelle B10.3 Nominallohnindex total, Zeile "Frauen"), was einer Erhöhung um 1,76 Prozentpunkte (= [2087-2051] : 20,51) gleichkommt. Für das Jahr 1995 ist demnach von einem angepassten Tabellenlohn von Fr. 42'532.- (= Fr. 41'796.- x 1,0176) auszugehen. Um den besonderen Einschränkungen der Versicherten (insbesondere der Limitierung auf leichte manuelle Tätigkeiten ohne zu starke Belastung des linken Armes) Rechnung zu tragen, ist sodann unter Berücksichtigung der gesamten Umstände des Einzelfalles ein angemessener Abzug von 15 % (vgl. BGE 126 V 79 ff. Erw. 5b) vorzunehmen, sodass mit einer behinderungsadaptierten Tätigkeit ein Jahreseinkommen von Fr. 36'152.- (= Fr. 42'532.- x 0,85) erzielbar wäre. Da die Beschwerdegegnerin in einer solchen angepassten Tätigkeit aus unfallbedingten gesundheitlichen Gründen zu 25 % eingeschränkt ist, resultiert im Ergebnis ein trotz Gesundheitsschaden zumutbares Erwerbseinkommen (Invalideneinkommen) von Fr. 27'114.- (Fr. 36'152.- x 0,75). 4.3 Aus der Gegenüberstellung dieses Invalideneinkommens auf der einen und des Valideneinkommens von Fr. 41'335.- (Erw. 4.1 hievor) auf der andern Seite ergibt sich ein Mindereinkommen von Fr. 14'221.- und ein Invaliditätsgrad von 34 % (Fr. 14'221.- / Fr. 41'335.- x 100). Die Versicherte hat somit ab 1. September 1995 gestützt auf eine Erwerbseinbusse von 34 % Anspruch auf eine Invalidenrente nach UVG.