Citation: 8C_300/2017 E. 5.3

5.3. Im Rahmen der Indikatorenprüfung behalten die Ausführungen der Vorinstanz zur Therapieresistenz (vgl. BGE 141 V 281 E. 4.3.1.2 S. 299 ff.) ihre Gültigkeit. Zu den weiteren Indikatoren lässt sich den Akten Folgendes entnehmen: Mit Bezug auf den Gesundheitsschaden (vgl. BGE 141 V 281 E. 4.3.1.1 S. 298 f.) ist zunächst festzuhalten, dass sowohl die behandelnden Ärztinnen als auch der Gutachter einhellig von einer mittelgradigen depressiven Episode (ICD-10 F.32.1) ausgehen, die seit mittlerweile mehr als drei Jahren andauert, wobei die behandelnde Psychiaterin von einer anfänglich schweren depressiven Episode berichtet. Anzeichen für eine Aggravation oder Simulation stellte der Gutachter keine fest. Mit Blick auf die Entstehung der Krankheit ergibt sich aus den Unterlagen, dass die Beschwerdeführerin krankgeschrieben wurde, nachdem sie am 25. März 2014 die (ihrer Ansicht nach ungerechtfertigte) Kündigung des Arbeitsverhältnisses erhalten hatte. Hinsichtlich allfälliger Komorbiditäten spricht die behandelnde Ärztin von einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS; ICD-10 F43.1) nach körperlicher Gewalt und emotionaler Verwahrlosung in der Kindheit, und auch die Fachleute des Instituts D.________ und Dr. med. F.________ äusserten einen ähnlichen Verdacht. Jedoch fehlen weitere Angaben hierzu, so dass weder zu dieser Diagnose noch zu deren allfälligen Auswirkungen auf die Ressourcen der Beschwerdeführerin gesicherte Aussagen möglich sind (vgl. BGE 141 V 281 E. 4.3.1.3 S. 300 f.). Im Komplex Persönlichkeit diagnostizierten die Fachleute des Instituts D.________ eine Akzentuierung von Persönlichkeitszügen mit histrionischen Anteilen seit der Kindheit/Jugend (ICD-10 Z73.1). Dabei handelt es sich zwar, wie die Vorinstanz zutreffend ausführt, um eine Z-Kodierung, die als solche nicht unter den Begriff des rechtserheblichen Gesundheitsschadens fällt (vgl. Urteil 8C_588/2015 vom 22. Dezember 2015 E. 4.2.4). Allerdings kann ein solcher Faktor den Gesundheitszustand und das Leistungsvermögen ebenfalls beeinflussen. Auch hierzu lässt sich den Akten keine zuverlässige Aussage entnehmen (vgl. BGE 141 V 281 E. 4.3.2 S. 302). Weiter gilt es im sozialen Kontext (vgl. BGE 141 V 218 E. 4.3.3 S. 303) zu beachten, dass die Betreuung der drei Kinder, von denen das erste mit einem Sauerstoffmangel und das zweite als Frühgeburt zur Welt gekommen sei, während das dritte eine retardierte Entwicklung aufweise, die Beschwerdeführerin offenbar stark in Anspruch nimmt. Doch werde sie von ihren Familienangehörigen unterstützt. Unter dem Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4 S. 303 f.) lassen sich der Schilderung des Tagesablaufs gewisse Einschränkungen in der Haushaltsführung und in den Alltagsaktivitäten entnehmen. So sei sie schnell erschöpft und vergesse gelegentlich Termine. In diesem Zusammenhang ist sodann einerseits erneut darauf hinzuweisen, dass die Beschwerdeführerin nicht alle ihr zumutbaren und empfohlenen therapeutischen Möglichkeiten in Anspruch nimmt, was auch auf invaliditätsfremde Faktoren wie die Belastung durch Haushalt und Kinderbetreuung zurückzuführen ist. Andererseits zeugt der Umstand, dass sie sich immerhin im Wochenrhythmus psychiatrisch-psychotherapeutisch behandeln lässt und die verordneten Medikamente einnimmt, doch von einem gewissen Leidensdruck.