Citation: 1P.578/2005 17.02.2006 E. 2

2.1 Das Verwaltungsgericht hat in seinem Urteil an die Erwägungen des Bundesgerichts im Entscheid 1P.236/2004 vom 20. Dezember 2004 angeknüpft und geprüft, ob die Baubewilligungen gestützt auf den Nutzungsplan Baugebiet sowie die Bau- und Nutzungsordnung (BNO) vom 20. Juni 1986/22. September 1987 erteilt werden können. Nach Ausführungen zur bundesgerichtlichen Praxis in Bezug auf Baugebiete zweite Etappe kommt es in einem ersten Schritt zum Schluss, die in den Jahren 1986/1987 ausgeschiedene Bauzone in Unterlunkhofen sei nach strengen Massstäben nicht RPG-konform gewesen. Dieselbe Meinung habe das Baudepartement in einem Schreiben vom 24. Januar 1992 an den Gemeinderat Unterlunkhofen vertreten. Auch der Gemeinderat sei heute der Auffassung, die Bauzone sei wesentlich zu gross und entspreche nicht den Anforderungen von Art. 15 RPG. Vor diesem Hintergrund könne nicht zweifelhaft sein, dass die im Nutzungsplan 1986/87 ausgeschiedenen Zonen zweiter Etappe nicht dem Baugebiet zugerechnet werden dürften. 2.2 Die Beschwerdeführerinnen bestreiten, dass die Bauzone in Unterlunkhofen zu gross sei. Der Zonenplan 1986/87 habe Art. 15 RPG entsprochen. Bis zum Erschliessungsbaugesuch der Beschwerdeführerinnen hätten stets alle Instanzen diese Auffassung vertreten. Die Baubewilligungs- und Erschliessungspraxis in Unterlunkhofen belege dies deutlich. In keiner Beschlussakte finde sich ein Hinweis darauf, dass das Land in der zweiten Etappe nicht zum Baugebiet gehöre. Sie nennen verschiedene Beispiele für Bauprojekte, welche auch nach dem Bundesgerichtsentscheid 1P.608/1988 vom 12. Februar 1991 (Oberrohrdorf-Staretschwil) in der zweiten Etappe noch bewilligt worden seien. Insgesamt umfasse die seit 1987 überbaute zweite Etappe eine Fläche von mehr als 4 ha. Dafür sei nie ein Einzonungs- oder Umzonungsverfahren durchgeführt worden. Die Fälle Oberrohrdorf-Staretschwil und Lupfig (1P.611/2001 vom 25. Januar 2002, in ZBl 104/2003 S. 654) können nach Meinung der Beschwerdeführerinnen nicht unbesehen auf die vorliegende Streitsache angewendet werden, da für die damals umstrittenen Gebiete keine Erschliessungspläne vorhanden gewesen seien. In Unterlunkhofen seien gestützt auf die Erschliessungspläne "Hinterdorf-Breitenäcker" und "Ausserdorf" laufend Baubewilligungen erteilt worden. Bis anhin sei die Gemeinde von einer Erschliessungsetappierung ausgegangen. Indem das Verwaltungsgericht die Baulandqualität ihrer Grundstücke verneine, verletze es die Eigentumsgarantie der Beschwerdeführerinnen. Dass keine zu grosse Bauzone vorliege, belege auch der Zonenplan aus dem Jahr 2000, welcher lediglich eine Reduktion von 2 ha vorgenommen habe. Die 1987 angestellten Prognosen hinsichtlich der Bevölkerungsentwicklung träfen nicht zu. Ohne die zweite Etappe hätte die Bauzone nur noch 1.5 ha unüberbaute Fläche umfasst.