Citation: 7B_878/2023 E. 5.2.3

5.2.3. Gemäss dem Gutachten vom 14. Februar 2022 (S. 49) erreicht der Beschwerdeführer beim Prognoseinstrument Static-99 einen Summenwert von neun Punkten (S. 49; kritische Werte bzw. ein "hohes Risiko" besteht ab sechs bis zwölf Punkten). Zudem hat derselbe Gutachter einen Stable-2007-Wert von gesamt 17 Punkten ermittelt, welcher auch in Bezug auf die veränderbaren Risikofaktoren für ein hohes Risiko spreche (Gutachten vom 14. Februar 2022 S. 55). Ohne flankierende Massnahmen ist gemäss diesem Gutachten das Rückfallrisiko für erneute sexuelle Handlungen mit Kindern betreffend Hands-on-Delikte hoch (50 % innerhalb von fünf Jahren) und für Hands-off-Delikte sehr hoch (über 50 %). Als hoch (ca. 50 % in fünf Jahren) ist auch das Risiko für sexuelle Belästigungen, exhibitionistische Handlungen bis hin zu sexueller Nötigung einzuschätzen. Das Ergänzungsgutachten vom 10. November 2022 nennt einen Static-99-Wert von zehn Punkten (S. 61). Zudem verwendete der Gutachter den Basler-Kriterienkatalog, womit er dem integrativen Risikoeinschätzungsvorgang Rechnung trug (vgl. URWYLER/ENDRASS/HACHTEL/GRAF, Handbuch Strafrecht Psychiatrie Psychologie, 2022, Rz. 1868). Nach diesem Gutachten besteht ohne Strukturen und Kontrolle bei sofortiger Entlassung des Beschwerdeführers aus dem bisherigen Setting mittel- und langfristig ein massiv erhöhtes Risiko für erneute Hands-off- und Hands-on-Übergriffe auf Minderjährige (über 40 %) sowie für einen Rückfall in den Konsum von Kindsmissbrauchsdarstellungen. Gemäss dem Gutachter sind aufgrund der Lebensumstände sowie der Persönlichkeitsmerkmale, so der anhaltenden psychischen Beeinträchtigung des Beschwerdeführers (Hebephilie und hebephrene Schizophrenie), weitere Taten (insbesondere delinquente sexuelle Handlungen) im Sinne von Art. 64 Abs. 1 StGB ernsthaft zu erwarten. Wie aus diesen beiden Gutachten ergibt sich bereits aus der ROS-Risikoabklärung vom 28. Juni 2021, dass beim Beschwerdeführer ein hohes Risiko besteht, dass er zukünftig ohne eng kontrolliertes Setting die sexuelle Integrität von Jugendlichen verletzen wird und dies mindestens im mittleren Schweregrad.