Citation: 6B_902/2019 E. A

Die Staatsanwaltschaft Rheinfelden-Laufenburg (nachfolgend: Staatsanwaltschaft) erhob am 24. August 2016 Anklage gegen A.________ wegen versuchter vorsätzlicher Tötung seiner Ehefrau B.________. Sie wirft ihm stark zusammengefasst vor, er habe am Abend des 27. Januar 2015 seine Ehefrau beim Nachtessen mittels Trimipramin im eingeschenkten Wasserglas ruhig und müde machen wollen, um sie im Verlaufe der Nacht ohne grösseren Kraftaufwand mit einem Kopfkissen ersticken zu können. Das Wasser habe die Ehefrau nicht zu sich genommen, jedoch habe sie gegenüber A.________ so getan, als würde sie davon trinken. Nach dem Abendessen habe seine Ehefrau das komisch riechende Wasserglas in zwei Fläschchen gefüllt und diese in ihren Koffer getan. Nachdem sie eingeschlafen sei, sei sie mitten in der Nacht in Rückenlage erwacht und habe keine Luft bekommen. A.________ habe mit Tötungsvorsatz das Kissen auf ihr Gesicht gedrückt und nachdem beide zu Boden gefallen seien und seine Ehefrau schliesslich das Kissen habe wegdrücken können, habe er versucht, mit beiden Händen ihren Mund und ihre Nase zuzuhalten. Sie habe ihm gesagt, er solle aufhören, ihr Anwalt wisse alles und man würde ihn kriegen, wenn er sie umbringe. Schliesslich habe er langsam von ihr abgelassen und sie habe sich ins Badezimmer retten können, wo sie sich übergeben habe. A.________ habe anschliessend von Scheidung gesprochen und sie habe versucht, die Situation durch Reden mit ihm zu beruhigen. Währenddessen habe sie sich Kleider über das Nachthemd angezogen und ihren Rollkoffer gepackt, um das Haus zu verlassen. Sie habe ihm gesagt, dass sie zu ihrem Arbeitsplatz fahre, sei dann aber zur Familie C.________ gefahren. Die Ehefrau habe während des Vorfalls an Atemnot gelitten, sei aber nicht ohnmächtig geworden und habe im Anschluss Beschwerden beim Schlucken gehabt. Ausserdem habe sie frische Verletzungen an Kopf und Extremitäten aufgewiesen, die zeitlich dem gegenständlichen Vorfall zugeordnet werden könnten und Folgen stumpfer mechanischer Gewalteinwirkung seien. A.________'s Verletzungen am Kopf, der linken Schulter und dem linken Oberarm seien ebenfalls frisch gewesen und könnten zeitlich dem gegenständlichen Vorfall zugeordnet werden. A.________ habe von den Trennungsabsichten seiner Ehefrau gewusst, so dass er wegen finanzieller Konsequenzen einer Scheidung den Entschluss gefasst habe, seine Ehefrau zu töten.