Citation: 8C_193/2024 E. 6.1.2

6.1.2. Soweit das kantonale Gericht in der Folge - wohl im Sinne einer Eventualbegründung - eine Besserung des neuropsychologischen Beschwerdebilds verneinte, geschah dies ebenfalls in unhaltbarer und damit willkürlicher Beweiswürdigung. Es berücksichtigte hierbei nämlich nur das Verlaufsgutachten der ABI vom 18. Mai 2021, in welchem der neuropsychologische Gutachter aufgrund der festgestellten wahrscheinlichen negativen Antwortverzerrung von Seiten des Beschwerdegegners keine zuverlässige Aussage über die tatsächlich bestehenden Einschränkungen bzw. die Arbeitsfähigkeit machen konnte. Unbeachtet liess es hingegen das erste Gutachten der ABI vom 20. Dezember 2016, in welchem, wie die IV-Stelle geltend macht, auf Seite 35 ausdrücklich festgehalten und erläutert wurde, dass und inwiefern im Vergleich zu den früheren neuropsychologischen Einschätzungen vom 24. April 2008, vom 30. Januar 2009 und vom 31. Dezember 2015 eine deutliche Leistungsverbesserung eingetreten ist. Ob auf diese Beurteilung abzustellen und dementsprechend ein Revisionsgrund zu bejahen ist, soll im vorliegenden Verfahren indessen nicht vorausgenommen werden. Denn der Beschwerdegegner hat im Rahmen seiner vorinstanzlichen Beschwerdeschrift unter anderem den Beweiswert der neuropsychologischen Gutachten der ABI bestritten, dies auch unter Hinweis auf die abweichenden Einschätzungen der behandelnden Ärzte. Die Vorinstanz hat sich mit diesen Vorbringen und dem Beweiswert des Gutachtens der ABI vom 20. Dezember 2016 nicht auseinandergesetzt, was sie - da vorliegend auch über den Revisionsgrund in Form eines "früher nicht gezeigten Verhaltens" noch nicht entschieden werden kann (vgl. E. 6.2 sogleich) - nachzuholen haben wird. Mit dieser Vorgehensweise bleiben dem Beschwerdegegner alle Rechte, insbesondere der doppelte Instanzenzug, gewahrt (BGE 146 V 152 E. 10.3; Urteil 8C_247/2022 vom 24. März 2023 E. 5.2.2).