Citation: 8C_618/2020 E. 4

Die Vorinstanz erwog, nach der Rechtsprechung sei bei einer gestützt auf einen Vergleich erfolgten erstmaligen Rentenzusprechung eine Revision nach Art. 17 ATSG möglich. Das sei zudem im Vergleich vom August 2013 resp. in der Verfügung vom 26. August 2013 so festgehalten worden. Auch wenn die erstmalige Rentenfestsetzung im Rahmen der ausserordentlichen Bemessungsmethode zum damaligen Zeitpunkt ihre Berechtigung gehabt habe, sei die Suva frei, im Rahmen eines Revisionsverfahrens eine andere Bemessungsmethode anzuwenden. Das Gericht habe in seinem Entscheid vom 28. Februar 2013 die ausserordentliche Bemessungsmethode für anwendbar erklärt, was mit der damals fehlenden Möglichkeit eines zuverlässigen Einkommensvergleichs begründet worden sei. Im Gegensatz dazu sei nunmehr das ahv-pflichtige Einkommen 2009 bekannt und die Einkommenssituation gemäss einer Fünfjahresbetrachtung vor dem Unfall möglich. Unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung ergebe sich somit für das Jahr 2016 ein durchschnittliches jährliches Valideneinkommen von Fr. 131'503.35. Beim Invalideneinkommen könne auf die Einkommen der Jahre 2010 bis 2018, die der Beschwerdeführer als Inhaber einer Einzelfirma bzw. als Geschäftsführer und Gesellschafter mit Mehrheitsanteil der 2016 gegründeten GmbH erzielt habe, abgestellt werden. Abgesehen von einem einmaligen Ausreisser nach oben im Jahr 2015 würden sich diese Einkommen ab 2013 auf einem konstanten und hohen Niveau bewegen. Unter Ausserachtlassung des Jahres 2015 habe der Beschwerdeführer von 2012 bis 2016 ein durchschnittliches jährliches Einkommen von Fr. 171'175.00 und von 2014 bis 2018 ein solches von Fr. 184'375.00 erzielt. Nach dem Gesagten sei sowohl per 2016 als auch per 2019 ein Einkommensvergleich möglich, so dass für die Anwendung der ausserordentlichen Bemessungsmethode keine Veranlassung mehr bestehe. Da das Invalideneinkommen in beiden Vergleichszeitpunkten das Valideneinkommen bei weitem übersteige, bestehe keine unfallbedingte Erwerbseinbusse mehr. Angesichts der dargelegten Lohnentwicklung liege eine wesentliche Änderung in den erwerblichen Verhältnissen vor und es sei ein Revisionsgrund gegeben. Zwar sei der Beschwerdeführer in der Verfügung vom 26. August 2013 darauf hingewiesen worden, dass er wesentliche Verbesserungen in wirtschaftlicher und medizinischer Hinsicht zu melden habe, doch sei es für ihn als juristischen Laien nicht erkennbar gewesen, dass eine Änderung seines Einkommens überhaupt Auswirkungen auf seinen im Rahmen der ausserordentlichen Bemessungsmethode ermittelten Leistungsanspruch, bei welchem das Invalideneinkommen keine Rolle spiele, haben könne. Spätestens bei der Rentenüberprüfung im Jahr 2016 habe er sich aber zumindest einer leichten fahrlässigen Meldepflichtverletzung schuldig gemacht, indem er trotz Aufforderung der Suva, die letzten zwölf Lohnabrechnungen einzureichen, seine aktuellen Einkommensverhältnisse nicht offen gelegt habe. Demnach bestehe ein Rückforderungsanspruch der Suva ab 1. September 2016 und der Beschwerdeführer habe die zu viel bezogenen Renten in der Höhe von Fr. 46'080.- zurückzuerstatten.