Citation: 2A.453/2003 08.09.2004 E. 3

3.1 Eine Diskriminierung im Erwerbsleben liegt vor, wenn Arbeitnehmerinnen oder Arbeitnehmer aufgrund des Geschlechts direkt oder indirekt benachteiligt werden (Art. 3 Abs. 1 und 2 GlG). Die gesetzwidrige Diskriminierung wird vermutet, wenn aufgrund objektiver Anhaltspunkte eine gewisse Wahrscheinlichkeit für sie spricht, ohne dass die Möglichkeit bereits auszuschliessen sein müsste, dass eine solche letztlich doch nicht besteht (vgl. BGE 130 III 145 E. 4.2 S. 162). Ist die Diskriminierung in diesem Sinn glaubhaft gemacht, hat die Gegenpartei nachzuweisen, dass keine solche vorliegt. Kann sie dies nicht, gilt die geschlechtsspezifische Benachteiligung als erstellt (in BGE 126 III 395 ff. nicht veröffentlichte E. 2a; 125 III 368 E. 4 S. 372; Sabine Steiger-Sackmann, in: Margrith Bigler-Eggenberger/Claudia Kaufmann, Kommentar zum Gleichstellungsgesetz, Basel 1997, Rz. 57 ff. zu Art. 6; dieselbe, Der Beweis in Gleichstellungsprozessen, in: Schwander/ Schaffhauser, Das Bundesgesetz über die Gleichstellung von Frau und Mann, St. Gallen 1996, S. 81 ff., dort S. 118). Die Diskriminierung ist nicht schon dann glaubhaft gemacht, wenn eine Frau weniger verdient oder sonst wie schlechter gestellt ist als ein Mann, sondern nur, wenn sie unter gleichen oder ähnlichen Umständen schlechter gestellt erscheint als dieser (BGE 127 III 207 E. 3b; 125 III 368 E. 4). 3.2 Die Rekurskommission hat die Glaubhaftmachung der Diskriminierung damit begründet, dass der Beruf der Sekretärin ein typischer Frauenberuf sei. Sekretariatsarbeiten nach Weisung würden zu einem überwiegenden Teil von Frauen ausgeführt. Würden solche Arbeiten einer Mitarbeiterin zugewiesen, nicht aber ihren männlichen Kollegen in vergleichbarer Position, liege hierin eine Diskriminierung aufgrund des Geschlechts. Ob die behauptete Diskriminierung bereits gestützt hierauf glaubhaft gemacht ist, kann dahingestellt bleiben, da die Vermutung der Diskriminierung - jedenfalls im vorliegenden Zusammenhang - als widerlegt zu gelten hat; es braucht deshalb auch nicht geprüft zu werden, ob allenfalls weitere Umstände auf eine Diskriminierung deuten, etwa die Tatsache, dass die Beschwerdeführerin faktisch bis zur Restrukturierung Aufgaben wahrgenommen hat, welche in anderen Departementen ausschliesslich Männern mit Führungs- und Vorgesetztenfunktionen vorbehalten waren, und sie als einzige Frau insofern zurückversetzt erscheint, als sie die gleichen Arbeiten wie zuvor nunmehr (teilweise) weisungsgebunden ausführen soll.