Citation: 2C_213/2020 E. 4.2

4.2. Die Beschwerdeführerin macht geltend, dass die Stellung von Kurdinnen insbesondere im Osten der Türkei, wo sie herkomme, sehr schlecht sei und sie unter dem dort herrschenden, veralteten und patriarchalischen Gesellschaftssystem litten. Sie würden oft Opfer von häuslicher Gewalt, Unterdrückung und selbst Ehrenmorden. Für geschiedene oder verwitwete Frauen gelte dies noch vermehrt. So habe der Vater der Beschwerdeführerin ihr angedroht, sie mit einem älteren Mann zu verheiraten. Sie könne diese Drohung jedoch nicht beweisen, wie es die Vorinstanz verlange. Dadurch stelle die Vorinstanz auch bei diesen wichtigen persönlichen Gründen zu hohe Anforderungen an das Beweismass im Einzelfall. Im Weiteren drohten ihr bei einer Rückkehr in die Türkei auch viel eher Repressalien durch die Familie ihres Ehemannes, welche dort wesentlich stärker vernetzt sei.