Citation: 4A_196/2021 E. 3.1.1

3.1.1. Sie verglich mit Hinweis auf die erste Instanz den zu beurteilenden Fall der nicht eingereichten Klageantwort mit demjenigen einer unvollständigen Klageantwort, in welcher Tatsachenbehauptungen nicht bestritten würden. Sie hielt fest, nach einhelliger Auffassung komme in diesem Fall eine auf Art. 223 Abs. 2 ZPO gestützte Präklusionswirkung nicht zum Tragen, und könne die beklagte Partei die Bestreitungen in der Duplik nachholen und dazu auch neue Tatsachen und Beweismittel nennen. Die klagende Partei sei "Dupliknoven" aber nicht schutzlos ausgeliefert, sondern könne darauf reagieren (BGE 146 III 55). Angesichts des Systems der zweimaligen unbeschränkten Äusserungsmöglichkeit sei eine Partei nicht gezwungen, ihre Karten von Anfang an vollständig auf den Tisch zu legen, das schrittweise Einbringen des Prozessstoffs sei erlaubt. Die Beschwerdeführerin habe sich genau so verhalten, indem sie die Klage auf die Grundzüge beschränkt habe und die detaillierte Begründung erst mit dem schriftlichen ersten Parteivortrag nachgeliefert habe. Die Partei, die keine Klageantwort einreiche, riskiere zwar, dass das Gericht den Fall als spruchreif erachte und sogleich zu ihrem Nachteil entscheide. Im anderen Fall, wenn dieses Schnellverfahren nicht eingeschlagen werde, bestehe kein Anlass, ihre Rechte einzuschränken.