Citation: 2A.59/2000 20.04.2000 E. 5

5.- a) Den Akten zufolge und vom Beschwerdeführer im Wesentlichen nicht bestritten - im strafrechtlichen Ermittlungsverfahren legten er und weitere Tatbeteiligte umfassende Geständnisse ab -, hat er zwischen dem 4. und dem 21. April 1997 in 22 Fällen an Einbruchsdiebstählen teilgenommen. Gleichzeitig wurden regelmässig auch die Tatbestände der Sachbeschädigung und des Hausfriedensbruchs erfüllt. Diese vom Beschwerdeführer im Alter von 21 Jahren begangenen Straftaten können entgegen seinen Andeutungen nicht einfach gesamthaft als Bagatellen und Jugendsünden bezeichnet werden. Auch wenn die eine oder andere Tat weniger ins Gewicht fällt, so handelt es sich doch jedenfalls bei den Einbruchsdiebstählen als Verbrechen um grundsätzlich schwerwiegende Delikte, was unter anderem aus den darauf stehenden Strafdrohungen hervorgeht. Insbesondere lagen keine Gelegenheitsdelikte vor. Vielmehr verabredete sich der Beschwerdeführer mit weiteren Personen zu den Taten; abgeschlossene Räume und Behältnisse stellten kein Hindernis dar, sondern wurden mittels mitgeführter Werkzeuge aufgebrochen. Dass der Tatbeitrag des Beschwerdeführers in der Regel darin bestand, Schmiere zu stehen, führt nicht zu einer anderen Beurteilung. Laut Akten liess er sich nämlich einen gleich grossen Beuteanteil geben wie die anderen Tatbeteiligten. Zudem war er es, der wiederholt die anlässlich der Delikte benutzten Fahrzeuge besorgte. Auch kann keine Rede davon sein, dass er nur "einmalig" straffällig geworden sei. Immerhin nahm er über einen Zeitraum von zwei bis drei Wochen an 22 Einbruchsdiebstählen teil. Damit hat er einen beträchtlichen kriminellen Willen offenbart. Erst die Ergreifung des Beschwerdeführers auf frischer Tat und nicht dessen eigene Einsicht führte zu einem Ende dieser Deliktstätigkeiten. Dass es in acht Fällen bei Diebstahlsversuchen blieb, hing nur damit zusammen, dass kein Deliktsgut erbeutet werden konnte. Durch die Straftaten entstand ein erheblicher Schaden (Deliktsbetrag rund Fr. 39'000.--, Sachschaden rund Fr. 48'800.--). Folglich hat der Beschwerdeführer mehrfach und in schwerer Weise gegen gesetzliche Vorschriften verstossen. Dieses Verhalten erfüllt den Ausweisungsgrund des Art. 10 Abs. 1 lit. b ANAG, da es darauf schliessen lässt, dass der Beschwerdeführer weder gewillt noch fähig ist, sich in die in der Schweiz geltende Ordnung einzufügen. Nach dem Gesagten wiegt das Verschulden des Beschwerdeführers schwer und es besteht ein gewichtiges Interesse an dessen Fernhaltung, um die Ordnung und Sicherheit zu wahren. b) Der Beschwerdeführer erhielt die Niederlassungsbewilligung im Rahmen des Familiennachzugs und nicht wegen eigenen langjährigen Aufenthalts in der Schweiz. Insofern kann er entgegen seiner Ansicht aus dem Erwerbsgrund nichts zu seinen Gunsten ableiten. Die Einreise des Beschwerdeführers in die Schweiz lag im Zeitpunkt der erstinstanzlichen Verfügung vom 4. Mai 1999 jedoch rund acht Jahre zurück. Allerdings verliess er bereits Mitte 1997 die Schweiz, um in seiner Heimat, wo er sich seither aufhält, seinen Militärdienst zu leisten. Er hat demnach knapp sechseinhalb Jahre in der Schweiz gelebt. Dabei mag es sich um eine nicht unwesentliche Anwesenheitsdauer handeln. Als er 1991 in die Schweiz einreiste, war er 15 Jahre alt. Von 1993 bis 1995 absolvierte er eine Lehre als Automonteur. Seine Mutter lebt noch immer in der Schweiz. Nach den Feststellungen des Verwaltungsgerichts verliess der Beschwerdeführer den mütterlichen Haushalt jedoch spätestens im Oktober 1995. Es ist nicht ersichtlich, geschweige denn dargetan, dass der seit 1994 volljährige Beschwerdeführer in irgendeiner Weise der besonderen Betreuung durch seine Mutter bedarf. Er kann mit ihr in Jugoslawien Besuchskontakte pflegen. Ausserdem hielt er sich den überwiegenden Teil seines Lebens in seiner Heimat bei seinem Vater bzw. seiner Grossmutter auf. Die gesamte Schulzeit über ist er in Jugoslawien gewesen. Daher kann seiner Behauptung nicht beigepflichtet werden, er habe die für seine Entwicklung wichtigsten Jahre in der Schweiz verbracht. Denn gerade auch die Schulzeit als Jugendlicher gehört hierzu. Im Übrigen sind dem Beschwerdeführer die Verhältnisse in der Heimat vertraut, und er kann sich dort problemlos verständigen. Darüber hinaus war er während seines Aufenthaltes in der Schweiz zuletzt arbeitslos. Seit Mitte 1997 hält er sich wieder in Jugoslawien auf, wo er den in der Schweiz erlernten Beruf ausüben könnte. Demnach wird er durch die Ausweisung nicht aus einer stabilen Situation, in der er verwurzelt ist, herausgerissen. Bezeichnenderweise beging der Beschwerdeführer sämtliche Delikte ausschliesslich zusammen mit weiteren Angehörigen der ehemaligen Republik Jugoslawien. Es mag zutreffen, dass der Beschwerdeführer vor den ihm zur Last gelegten Verfehlungen in der Schweiz nicht straffällig geworden war und seitens der Behörden auch keine Verwarnung oder Ausweisungsandrohung ergangen war. Im Hinblick auf den geringen Integrationsgrad und die schwere und wiederholte Deliktstätigkeit des Beschwerdeführers kommt dem aber keine entscheidende Bedeutung zu. Bei dieser Sachlage vermag das private Interesse des Beschwerdeführers, in der Schweiz zu leben, die entgegenstehenden öffentlichen Interessen nicht aufzuwiegen. Daran ändert nichts, dass im Hinblick auf das (nicht rechtskräftige) Kontumazurteil des Kreisgerichts Chur vom 30. Oktober 1997 eine Freiheitsstrafe von weniger als zwei Jahren ausgefällt wurde. Die insofern vom Beschwerdeführer angerufene sog. Reneja-Praxis des Bundesgerichts (vgl. BGE 120 Ib 6 E. 4b S. 14; 110 Ib 201) greift hier nicht, da diese nur bei mit Schweizer Bürgern verheirateten Ausländern gilt. Bei dem ledigen Beschwerdeführer entfällt die Notwendigkeit, zusätzlich das Interesse des Ehepartners am Zusammenleben in der Schweiz zu berücksichtigen. Abschliessend ist anzumerken, dass eine etwaige strafrechtliche Landesverweisung nach Art. 55 StGB ohne Einfluss auf die Möglichkeit der fremdenpolizeilichen Ausweisung bleibt (BGE 125 II 105 E. 2b S. 107 ff.). Die Vorinstanz hat somit Bundesrecht nicht verletzt, wenn sie die Ausweisung im Lichte der Kriterien von Art. 11 Abs. 3 ANAG und Art. 16 Abs. 3 ANAV als verhältnis- und rechtmässig erachtete.