Citation: U 438/04 03.03.2005 E. 2

Streitig ist der Anspruch auf Leistungen der Unfallversicherung. Das kantonale Gericht stellt auf die in den Akten liegenden Arztberichte ab und geht davon aus, dass keine objektivierbaren organischen Unfallfolgen mehr vorliegen, während die geklagten psychischen Beschwerden nicht adäquat kausal auf den Unfall von Juli 2002 zurückzuführen seien. 2.1 Die Beschwerdeführerin bringt vor, die behandelnden Fachärzte in ihrer Heimat hätten ihr erzählt, beim Sturz im Juli 2002 sei die Tränendrüse verletzt worden, was zu sehr schweren Komplikationen und allenfalls sogar zu einer Schädigung des Gehirns führen könne. Diese Verletzung könne durch die Röntgenbilder nachgewiesen werden, jedoch seien diese Bilder heute verschwunden; die Praxis ihres verstorbenen Hausarztes habe sie aber an die SUVA geschickt. Es ist festzuhalten, dass die Versicherte durch Dr. med. M.________ (Bericht vom 4. November 2002), Dr. med. P.________ (Bericht vom 29. Januar 2003) sowie die Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten; Hals- und Gesichtschirurgie des Spitals X.________ (Bericht vom 14. Februar 2003) jeweils in fachärztlicher Hinsicht abgeklärt worden ist. Diese Ärzte haben keine Verletzung der Tränendrüse oder allfällige Folgen (auch nicht im Gehirn) festgestellt; so finden sich insbesondere im Bericht des Dr. med. P.________ vom 29. Januar 2003 keine entsprechenden Ausführungen, obwohl sich dieser Arzt auf zwei MRI-Abklärungen des Gehirns vom 29. Oktober 2002 und 20. Januar 2003 stützt. Dies deckt sich mit den weiteren in den Akten liegenden Arztberichten, welche ebenfalls keine derartigen Gesundheitsschäden - insbesondere keine Verletzung der Tränendrüse oder des Gehirns - erwähnen; so hat denn insbesondere auch Dr. med. U.________ in seinem Bericht vom 29. Dezember 2003 zwar festgehalten, dass die Versicherte beim Sturz "möglicherweise" eine milde traumatische Gehirnverletzung erlitten habe, jedoch führt der Arzt weiter aus, dass "sich keine sicheren organischen Unfallfolgen abgrenzen" und allfällige Folgen sich "allerhöchstens möglicherweise" dem Unfall zuordnen liessen (was für den Nachweis der natürlichen Kausalität nicht ausreicht, vgl. BGE 129 V 181 Erw. 3.1 mit Hinweisen). Wenn die von der Beschwerdeführerin erwähnten (schwerwiegenden) Leiden an Tränendrüse und/oder Gehirn tatsächlich bestehen würden, wären sie im Rahmen der umfangreichen und umfassenden spezialärztlichen Abklärungen entdeckt worden. Daran ändert nichts, dass die Röntgenbilder heute nicht mehr auffindbar sind; der Sachverhalt ist auch ohne Beizug dieser Beweismittel genügend abgeklärt. Gestützt auf die in den Akten liegenden übereinstimmenden Arztberichte ist deshalb davon auszugehen, dass in organischer Hinsicht keine Unfallfolgen mehr vorliegen. 2.2 Die Unfallversicherung hat für allfällige psychische Leiden nur bei Vorliegen eines adäquaten Kausalzusammenhanges zum Unfall von Juli 2002 einzustehen. Die Adäquanz dieser geklagten psychischen Beschwerden ist nach der Praxis gemäss BGE 115 V 133 zu beurteilen. Die Vorinstanz ist dabei zu Recht von einem mittelschweren Unfall im Grenzbereich zu den leichten Fällen ausgegangen (entgegen der Annahme in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde hat das kantonale Gericht also gerade keinen leichten und banalen Unfall angenommen). Bei psychischen Beeinträchtigungen nach einem mittleren Unfall sind gemäss Rechtsprechung weitere objektiv erfassbare Kriterien notwendig, um den adäquaten Kausalzusammenhang bejahen zu können (BGE 115 V 140 Erw. 6c). Das Vorliegen dieser Kriterien hat die Vorinstanz mit ausführlicher und überzeugender Begründung verneint. Es ist insbesondere darauf hinzuweisen, dass sich die Eindrücklichkeit des Unfalls - als eines der nach der Rechtsprechung notwendigen Kriterien zur Bejahung der Adäquanz - nach einem objektiven Massstab zu richten hat (BGE 115 V 140 Erw. 6c/aa) und mithin dem subjektiven Erleben durch die Versicherte in dieser Hinsicht keine Bedeutung zukommt. Da die gemäss Rechtsprechung bei einem mittleren Unfall notwendigen objektiven Kriterien weder gehäuft vorliegen, noch eines davon besonders ausgeprägt ist (BGE 115 V 140 Erw. 6c/bb), muss der adäquate Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall von Juli 2002 und den geklagten psychischen Beschwerden verneint werden. Dies hat zur Folge, dass der Unfall zwar unter Umständen eine natürlich kausale (Teil-)Ursache der psychischen Beschwerden darstellt, diese ihm aber rechtlich nicht zugerechnet werden können. Wenn in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde vorgebracht wird, die psychischen Probleme seien Folgen der Schmerzen und der Unmöglichkeit, eine Tätigkeit auszuüben, resp. vor dem Unfall hätten keinerlei Beschwerden bestanden, betrifft dies allein den natürlichen Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und den geklagten psychischen Beschwerden; diese natürliche Kausalität braucht jedoch mangels (zusätzlich notwendiger) Adäquanz nicht weiter geprüft zu werden.