Citation: I 714/01 17.09.2002 E. 3

Dr. med. M.________, Facharzt für Allgemeine Medizin, hält in seinem Bericht vom 25. November 1998 fest, dass er den Versicherten nicht mehr für in den Arbeitsprozess integrierbar erachte und begründet dies mit der Adipositas verbunden mit Dyspnoe, Rechtsherzinsuffizienz mit chronisch venöser Insuffizienz und Beinödemen, Psoriasis an diversen Gelenken sowie Gicht. Eine berufliche Umstellung sei versucht worden. In seinem Schreiben vom 28. Januar 2000 hält Dr. med. M.________ fest, dass die Adipositas therapieresistent sei; ein Gastric Banding sei vom Patienten mehrmals abgelehnt worden. Er habe grosse Zweifel, ob eine stationäre Behandlung den gewünschten Erfolg bringe. Die glaubwürdigen Schmerzen des Versicherten hätten trotz ange messener Therapie nicht gelindert werden können; der Patient sei praktisch gezwungen, wöchentlich einmal zu ihm in die Sprechstunde zu kommen. In Kenntnis des Gutachtens vom 24. September 1999 bekräftigt Dr. med. M.________ in seinem Schreiben vom 14. November 2001, es seien alle sinnvollen Massnahmen durchgeführt worden, insbesondere physikalische Therapie, diverse Reduktionsdiäten (u.a. auch in Italien), Ausschöpfung sämtlicher medikamentöser Möglichkeiten und intensiver Schmerzmitteleinsatz. Ein Arbeitsversuch im Rahmen der Arbeitslosenversicherung habe abgebrochen werden müssen. Soweit er vom Versicherten erfahren habe, habe sich dieser mehrmals im Arbeitsprozess zu integrieren versucht, so etwa im Gepäcktransport in Y.________. Entgegen dem Gutachten sei volle Arbeitsunfähigkeit auch in leichten Tätigkeiten gegeben. Es sei der Schmerzsymptomatik zu wenig Rechnung getragen worden. Die Adipositas sei therapeutisch nicht behandelbar; chirurgische Massnahmen lehne der Patient ab. Der Zustand habe sich seit Ende 1999 noch weiter verschlechtert. Die Dres. med. R.________, Chefarzt, und G._______, Oberarzt, Rheumaklinik, Spital X.________, diagnostizieren in ihrem Gutachten vom 24. September 1999 eine Polyarthrose mit symptomatischer medialer Gonarthrose, Omararthrose, Rhizarthrose, Coxarthrose, Fuss- und Zehengelenksarthrose beidseits, multiple lokalisierte weichteilrheumatische Beschwerden mit PHS tendopathica beidseits, Periarthropathie beider Ellenbogen, Periarthropathie coxae links bei leichter Coxarthrose beidseits, Periarthropathie genue beidseits bei medialer Gonarthrose beidseits, Gichtarthropathie mit aktuell Oligosynovitis MTP Dig. III bis V rechts, lumbalbetontes Panvertebralsyndrom mit intermittierend lumbospondylogenes Syndrom links bei Wirbelsäulenfehlform und Dekonditionierung, Adipositas per magna mit Dekonditionierung, Psoriasis vulgaris und Thalassämia minor. Differentialdiagnostisch bestünden keine Anhaltspunkte für ein entzündlich systematisch rheumatisches Leiden wie eine chronische Polyarthritis oder eine Psoriasisarthropathie. Trotz bekannter Gicht und anamnestisch rezidivierenden Gichtschüben müsse radiologisch keine tophös-zystische Gelenkdestruktion verzeichnet werden. Bei einem Vergleich des Gesundheitsschadens anlässlich der Begutachtung und der letzten Konsultation im Jahr 1996 liege die damalige Gonitis nun in Form von Gichtarthropathie vor; radiologisch sei keine Progredienz zu verzeichnen. Die angegebene Verschlechterung bezüglich der Knieschmerzen sei mit der Progredienz der Gonarthrose vereinbar. Neu seien die Ellenbogenschmerzen rechts sowie die ins linke Bein ausstrahlenden Kreuzschmerzen. Insgesamt bestehe ein vergleichbarer Gesundheitsschaden bezüglich der Gichtarthropathie und eine objektivierbare Progredienz von Seiten beider Knie, des rechten Ellenbogens und der Lendenwirbelsäule. Die extreme Adipositas (über 150 kg bei 173 cm) stelle einen prognostisch ungünstigen Faktor dar. Neben der ungünstigen Wirkung trage sie vor allem zur Beschwerdeverschlechterung und Chronifizierung sowie zur Dekonditionierung bei. Eine Gewichtsreduktion sei daher nötig und werde als möglich erachtet. Hiezu sei ein stationärer Aufenthalt sinnvoll. In Übereinstimmung mit dem Abklärungsbericht Appisberg von August 1996 sei der Versicherte in der angestammten Tätigkeit als Maurer bleibend arbeitsunfähig. Für körperlich leichte, gelenk- und rückenschonende Tätigkeiten mit Möglichkeit zur Wechselbelastung unter Einhaltung ergonomischer Prinzipien und unter Ausschluss von Heben und Tragen von Lasten über 15 kg sowie ohne vermehrte oder repetitive Kraftanwendung für Hände oder Armen bestehe ab sofort eine Arbeitsfähigkeit von 50 % und nach einer Einarbeitungszeit von 3 Monaten von 100 %. Günstig seien vorwiegend auf Tischhöhe ausgeführte Arbeiten oder körperlich nicht anstrengende Kontrollfunktionen.