Citation: 2P.102/2004 30.11.2004 E. 4

Im Weiteren rügt der Beschwerdeführer eine Verletzung von Rechtsgleichheitsgebot (Art. 8 BV; vgl. BGE 123 I 1 E. 6a S. 7) und Willkürverbot (Art. 9 BV; vgl. BGE 127 I 60 E. 5a S. 70), zumal zahlreiche Interessenvereinigungen Genossenschafter der SEVA seien, die nicht ausschliesslich gemeinnützige Ziele verfolgten. 4.1 Der Beschwerdeführer erwähnt in diesem Zusammenhang insbesondere "Tourismusverbände", die Pfadi Kanton Bern, den Bernischen Kantonal-Musikverband, die IG Velo des Kantons Bern sowie Pro Natura und Pro Senectute. Diese Organisationen seien Mitglieder der SEVA, obschon sie vorwiegend eigennützig tätig seien. Eine Begründung, inwiefern die Genannten eigennützige Ziele verfolgen, bleibt der Beschwerdeführer letztlich jedoch schuldig. Er begnügt sich damit, etwa die Vertretung der Anliegen von Velofahrern oder die "sinnvolle Freizeitbeschäftigung" der Pfadfinder als Verfolgung von Partikularinteressen zu bezeichnen. Diese Argumentation greift jedoch zu kurz: Nicht jede Organisation, in welcher sich Gleichgesinnte zusammenfinden, vertritt notwendigerweise Eigeninteressen. Dies zeigt sich gerade auch am Beispiel des Beschwerdeführers, der selbst unbestrittenermassen gemeinnützig tätig ist, soweit er sich der Pflege von Uferzonen und Gewässern widmet. Vorliegend bedürfte es demnach Ausführungen darüber, weshalb und inwieweit (auch) die bisherigen Mitglieder der SEVA eigennützige Ziele verfolgen. Weil die staatsrechtliche Beschwerde keine solchen enthält, ergibt sich aus ihr nicht in rechtsgenüglicher Weise (vgl. E. 1.3), dass andern Verbänden in einer mit dem Beschwerdeführer vergleichbaren Lage der Beitritt zur SEVA - sei es von deren Generalversammlung oder von den kantonalen Rechtsmittelinstanzen - gestattet worden wäre. Mithin ist auch nicht dargetan, dass die kantonalen Behörden den Begriff der "ausschliesslichen Gemeinnützigkeit" (vgl. oben E. 2) bisher grosszügiger gehandhabt haben und die Nichtaufnahme des Beschwerdeführers deswegen das Rechtsgleichheitsgebot verletzt. 4.2 Nach dem Wortlaut von Art. 57 lit. a aLG/BE können nur Organisationen Mitglied der SEVA werden, die "ausschliesslich gemeinnützige oder wohltätige Zwecke verfolgen". Die Tätigkeit des Beschwerdeführers ist, soweit sie auf die Erhaltung des Fischbestands ausgerichtet ist, nicht ausschliesslich gemeinnützig, sondern dient - wie der Regierungsrat richtig festgestellt hat - auch und vorab den Interessen der Mitglieder, welche den Fischereisport ausüben oder gar als Berufsfischer ihren Lebensunterhalt verdienen. Damit verstösst es offensichtlich nicht gegen das Willkürverbot, wenn die kantonalen Behörden die Voraussetzung der "ausschliesslichen Gemeinnützigkeit" vorliegend als nicht erfüllt betrachtet haben. Daran ändert nichts, dass die Pflege des Fischbestands als Teil der natürlichen Fauna zugleich im Interesse der Allgemeinheit liegt. 4.3 Nach dem Gesagten kann offen bleiben, ob die Aufnahme des Beschwerdeführers auch deshalb zu verweigern wäre, weil dieser zum Teil öffentlichrechtliche gesetzliche Verpflichtungen wahrnimmt (vgl. Art. 5 Abs. 2 LG) oder weil er über keinen ungedeckten finanziellen Aufwand im Sinne von Art. 57 Abs. 1 lit. d aLG/BE verfügt. Gleiches gilt für die Frage, ob allenfalls (auch) gewisse der bisherigen Mitglieder der SEVA öffentlichrechtliche gesetzliche Verpflichtungen erfüllen. 4.4 Schliesslich liegt auch nicht etwa deshalb eine Verfassungsverletzung vor, weil im angefochtenen Entscheid ausgeführt wird, es sei unklar, ob die Verhältnisse bei den Mitgliedern der SEVA mit jenen beim Beschwerdeführer vergleichbar seien. Der Regierungsrat hat diese Frage offen gelassen, weil er ihre Beantwortung nicht für entscheidend erachtete; er schloss nämlich eine Gleichbehandlung im Unrecht aus für den Fall, dass gewisse Genossenschafter der SEVA die Voraussetzungen für eine Aufnahme an sich nicht erfüllen würden. Es ist deshalb nicht ersichtlich, inwiefern es gegen Rechtsgleichheitsgebot und Willkürverbot verstossen sollte, wenn der Regierungsrat nicht untersucht hat, ob die Mitglieder der SEVA ihrerseits die Voraussetzungen für eine Aufnahme erfüllen würden. Im Übrigen macht der Beschwerdeführer weder geltend, entsprechende Nachforschungen beantragt zu haben, noch nennt er Bestimmungen des kantonalen Verfahrensrechts, welche den Regierungsrat von Amtes wegen zu einer derartigen Untersuchung verpflichten würden.