Citation: 2C_395/2017 E. 4.2.2

4.2.2. Das Vorbringen der Beschwerdeführerin, sie habe nicht arbeiten können, weil sie sich um ihre Kinder habe kümmern müssen, ist nur eingeschränkt zu hören, und es ist mit Blick auf die Dauer des Sozialhilfebezugs (seit 17 Jahren) auch nicht entscheidrelevant. Der Beschwerdeführerin wird nicht vorgeworfen, dass sie die Familie nicht allein zu ernähren vermochte, sondern, dass sie jahrelang untätig blieb und nichts zum finanziellen Unterhalt der Familie beitrug, trotz zweier Verwarnungen des Migrationsamts und mehrerer Integrationsangebote der Sozialhilfebehörde. Entgegen ihrem Vorbringen kann die Beschwerdeführerin nichts zu ihren Gunsten ableiten aus dem Umstand, dass die Sozialberatung von U.________ (Sozialhilfebehörde) dem Migrationsamt am 27. August 2013 mitgeteilt hatte, es seien ihr - der Beschwerdeführerin - "durch die Thematiken von ihrem Mann, Sucht und Gewaltvorfälle in der Familie einerseits sowie wiederkehrende Nachfrage von Vorschüssen und Bedrohungen auf dem Sozialamt von Herrn B. (dem Ehemann) andererseits keine Auflagen für die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit auferlegt" worden. Wenn die Beschwerdeführerin aus Sicht der Sozialhilfebehörde Anspruch auf Unterstützungsleistungen hatte, ohne erwerbstätig zu sein, bedeutet dies nicht, dass migrationsrechtlich der Widerrufsgrund der Sozialhilfeabhängigkeit ausgeschlossen wäre. Die Beschwerdeführerin war bereits am 24. April 2008 durch das Migrationsamt verwarnt worden und musste somit wissen, dass der fortgesetzte Sozialhilfebezug die Beendigung ihres Aufenthalts nach sich ziehen könnte. Fehl geht auch die Rüge, das Migrationsamt hätte die Beschwerdeführerin in den ersten drei Jahren nach der Geburt des jüngsten Kindes nicht verwarnen dürfen und die Verwarnung vom 24. April 2008 sei folglich rechtswidrig gewesen. Richtig ist, dass das jüngste Kind der Beschwerdeführerin bei der ersten Verwarnung knapp ein Jahr alt war und dass die Beschwerdeführerin spätestens bei Kenntnisnahme dieser Verwarnung Integrationsschritte hätte unternehmen müssen, um nach Abschluss der Kleinkindphase der Tochter E.A.________ fit für den Arbeitsmarkt zu sein. Wie in E. 4.2.1 erwähnt, hätte die junge und gesunde Beschwerdeführerin - insbesondere mit Blick auf den Gesundheitszustand ihres Gatten - auch vor der Geburt des dritten Kindes teilzeitlich einer Erwerbstätigkeit nachgehen können, was sie aber nicht tat. Das einzige relevante Einkommen, welches sie erzielte (2012 und 2013 hatte sie als Reinigungsangestellte ca. Fr. 3'000.-- pro Monat verdient), verschwieg sie der Sozialhilfebehörde, weshalb sie am 13. Oktober 2015 wegen Betrugs bestraft wurde. Der Verurteilung wegen Betrugs lag ausserdem zugrunde, dass die Beschwerdeführerin der Sozialhilfebehörde verschwiegen hatte, dass ihr Ehemann, dem die Behörde wegen ehelicher Schwierigkeiten eine eigene Wohnung bezahlte, wieder zu ihr gezogen war und die Wohnung einer Drittperson zur Verfügung gestellt hatte. Die Summe der unrechtmässig bezogenen Sozialhilfeleistungen betrug Fr. 37'535.--.