Citation: 6B_1038/2017 E. 2.6.2

2.6.2. Auf der Ebene des subjektiven Tatverschuldens stellt sich die Frage, wie weit dem Täter die objektive Tatschwere persönlich zugerechnet werden darf. Ausserdem spielen unter diesem Titel je nach Tatbestand etwa die Willensrichtung, mit welcher der Täter gehandelt hat, die Beweggründe und Motive des Schuldigen eine Rolle (BGE 129 IV 6 E. 6.1 S. 20; MATHYS, a.a.O., Rz. 101 ff.). Hier sind die einschlägigen Gesichtspunkte jedoch bereits weitestgehend in die Beurteilung der objektiven Tatschwere eingeflossen. Strafmindernd zu berücksichtigen bleibt nur noch die unter anderm im Zusammenhang mit einer mittelgradigen depressiven Episode stehende leicht verminderte Schuldfähigkeit (Steuerungsfähigkeit). Das Schuldprinzip verlangt, dass die Strafe für eine in verminderter Schuldfähigkeit begangene Tat niedriger sein muss als wenn der Täter - unter sonst gleichen Umständen - voll schuldfähig gewesen wäre (BGE 136 IV 55 E. 5.5-5.7 S. 59 ff.).