Citation: 6S.111/2004 04.06.2004 E. 3

Gemäss Art. 63 StGB misst der Richter die Strafe nach dem Verschulden des Täters zu; er berücksichtigt die Beweggründe, das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse des Schuldigen. Nach der Praxis des Bundesgerichts bezieht sich der Begriff des Verschuldens im Sinne von Art. 63 StGB auf den gesamten Unrechts- und Schuldgehalt der konkreten Straftat. Dem Richter steht bei der Gewichtung der einzelnen Strafzumessungskomponenten innerhalb des jeweiligen Strafrahmens ein erheblicher Ermessensspielraum zu. Das Bundesgericht kann daher auf Nichtigkeitsbeschwerde hin in das Ermessen des Sachrichters nur eingreifen, wenn dieser den gesetzlichen Strafrahmen über- oder unterschritten hat, wenn er von rechtlich nicht massgebenden Kriterien ausgegangen ist oder wenn er wesentliche Gesichtspunkte ausser Acht gelassen bzw. in Überschreitung oder Missbrauch seines Ermessens falsch gewichtet hat (BGE 129 IV 6 E. 6.1 S. 20 f. mit Hinweisen). Die kantonalen Richter haben die Beschwerdeführerin mit fünf Tagen Gefängnis und einer Busse von Fr. 600.-- bestraft. Die Vorinstanz geht unter Hinweis auf die bezirksgerichtlichen Erwägungen dabei davon aus, dass die Beschwerdeführerin bereits 1992, 1995 und 1998 wegen zu schnellen Fahrens mit einer Sanktion belegt werden musste. Mit der neuen Tat, für die eine notstandsähnliche Situation zu verneinen sei, habe die Beschwerdeführerin gezeigt, dass sie sich in diesem Bereich weiterhin nicht zu beherrschen vermöge (angefochtener Entscheid S. 7). Angesichts des oberen Strafrahmens von drei Jahren Gefängnis, die für eine grobe Verkehrsregelverletzung ausgesprochen werden können, ist die ausgefällte Strafe offensichtlich nicht zu beanstanden. Was die Beschwerdeführerin dagegen vorbringt, dringt nicht durch, ohne dass sich das Bundesgericht mit allen Vorbringen ausdrücklich befassen müsste. So ist ihre Behauptung, es sei nur eine geringe Gefährdung der übrigen Verkehrsteilnehmer entstanden (Beschwerde S. 8), unzulässig, da sie von den verbindlichen Feststellungen der kantonalen Richter abweicht (vgl. Urteil Bezirksgericht S. 8/9). Entgegen ihrer Ansicht (Beschwerde S. 8) durfte die Vorinstanz sehr wohl die früheren einschlägigen Vorfälle berücksichtigen, da sie zeigen, dass die Beschwerdeführerin aus zwei Verwarnungen und einem zweimonatigen Führerausweisentzug noch nicht die nötigen Lehren gezogen hat. Wie oben bereits gesagt, liegen keine Umstände vor, die das Verhalten der Beschwerdeführerin rechtfertigen könnten, so dass die entsprechenden Ausführungen in der Beschwerde (S. 9) auch bei der Strafzumessung nicht gehört werden können. Und schliesslich hat die Vorinstanz ausdrücklich festgestellt, dass die Strafbefehlsrichtlinien der Bezirksämter des Kantons Aargau für die Gerichte nicht verbindlich sind (angefochtener Entscheid S. 7), so dass die Rüge, es sei ein im Voraus festgelegter Richtstrafrahmen starr angewendet worden (Beschwerde S. 9), unbegründet ist. Die Beschwerde ist auch in Bezug auf die Strafzumessung abzuweisen.