Citation: 6B_1143/2013 E. 3.2.3

3.2.3. Die Beschwerdeführer machen geltend, der Beschwerdegegner 2 habe im Zeitpunkt des Erwerbs der beiden Stockwerkeigentümeranteile von der Löschungsklausel im Kaufvertrag zwischen der Beschwerdeführerin 2 und der F.________ AG gewusst. Er habe sich deshalb rechtsmissbräuchlich auf den Grundbucheintrag berufen und für sein Einverständnis zur Ablösung der Dienstbarkeiten in strafbarer Weise eine Nichtschuld durchsetzen wollen. Dieser Argumentation kann nicht gefolgt werden. Die Vereinbarung im Kaufvertrag zwischen der Beschwerdeführerin 2 und der F.________ AG ist rein obligatorischer Natur. Der Grundbucheintrag eines dinglichen Rechts wird nicht allein deshalb ungerechtfertigt, weil er dem obligatorischen Anspruch eines Dritten auf Eintragung bzw. Löschung eines dinglichen Rechts widerspricht. Wer in das Hauptbuch Einsicht nimmt, darf davon ausgehen, dass die Einträge vollständig und richtig sind. Auch die Kenntnis von bestehenden obligatorischen Ansprüchen Dritter auf Eintragung oder Löschung eines dinglichen Rechts vermag den guten Glauben nicht zu zerstören (vgl. JÜRG SCHMID, in: Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch, 4. Aufl. 2011, N. 7 zu Art. 974 und N. 31 zu Art. 973 ZGB). Demnach ist irrelevant, ob der Beschwerdegegner 2 beim Grundstückkauf von der vertraglichen Vereinbarung zwischen der Beschwerdeführerin 2 und der F.________ AG wusste. Er durfte sich auf den Grundbucheintrag verlassen und seine Zustimmung zur Löschung der zugunsten seiner Grundstückparzellen eingetragenen Dienstbarkeiten von einer Gegenleistung abhängig machen. Der Vorwurf, er habe eine Nichtschuld durchsetzen und sich unrechtmässig bereichern wollen, ist unbegründet. Damit entfällt der Tatbestand der Erpressung.