Citation: I 612/99 01.05.2000 E. 2

2.- a) Die Vorinstanz hat im Wesentlichen erwogen, die für den Anspruch auf Physiotherapie entscheidende Frage, welcher Teil der Therapie - die Behandlung sekundären pa- thologischen Geschehens oder die unmittelbare Beeinflussung motorischer Funktionen - überwiege, lasse sich auf Grund der zur Verfügung stehenden Akten nicht beantworten. Aus diesem Grunde wies das Gericht die Sache an die IV-Stelle zurück, damit diese abkläre, welche Massnahmen die verord- nete Physiotherapie umfasst, mit besonderem Augenmerk da- rauf, inwieweit die nicht gelähmten Körperteile einbezogen würden. b) Das Beschwerde führende Bundesamt wendet hiegegen zu Recht ein, diese Abklärung erübrige sich, weil ein An- spruch schon auf Grund der dauernden Notwendigkeit der an- begehrten Massnahme entfalle. Denn es steht fest und wird von keiner Seite bestritten, dass die therapeutischen Vor- kehren beim Beschwerdegegner voraussichtlich dauernd not- wendig sind, um der bestehenden grossen Rezidivgefahr vor- zubeugen und den Status quo einigermassen zu bewahren. Un- ter diesen Umständen ist die in Frage stehende Vorkehr nicht auf stabile Folgen der Lähmung und damit auch nicht auf einen zumindest relativ stabilisierten Zustand gerich- tet. Vielmehr geht es bei der Therapie primär darum, eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes zu verhindern, indem mit kontinuierlicher Behandlung zur Aufrechterhaltung des stationären Zustandes beigetragen wird. Bei diesen Ge- gebenheiten kann die Physiotherapie rechtsprechungsgemäss (vgl. Erw. 1 hievor) nicht als medizinische Eingliederungs- massnahme im Sinne von Art. 12 IVG in Verbindung mit Art. 2 Abs. 3 IVV qualifiziert werden. Soweit der Beschwerdegegner unter Hinweis auf das ihn betreffende Urteil vom 18. Okto- ber 1995, I 147/95, und das nicht veröffentlichte Urteil L. vom 21. August 1995, I 360/94, etwas anderes geltend macht, stützt er sich auf eine überholte Rechtsprechung (vgl. ins- besondere AHI 1999 S. 125). Zu keiner anderen Beurteilung gibt schliesslich Anlass, dass die vorgenommenen Behandlun- gen sich günstig auf die Arbeits- bzw. Erwerbsfähigkeit auswirken bzw. für die Erhaltung derselben wesentlich sind. Denn ein - in der Regel mit jeder Therapie verbundener - Eingliederungserfolg ist nicht entscheidend dafür, ob eine medizinische Vorkehr als Eingliederungsmassnahme im Sinne des Art. 12 Abs. 1 IVG anerkannt werden kann (BGE 120 V 279 Erw. 3a, 115 V 194 Erw. 3, 112 V 349 Erw. 2). Unter diesen Umständen muss es bei der Feststellung sein Bewenden haben, dass die Invalidenversicherung die anbegehrte, an sich zweckmässige und sinnvolle Physiotherapie gleichwohl nicht zu übernehmen hat, indem die Massnahme in den Bereich der Krankenversicherung gehört (BGE 104 V 81 Erw. 1; AHI 1999 S. 126 Erw. 2b).