Citation: 5A_520/2022 E. 2.4.4

2.4.4. Nach der klaren gesetzlichen Anordnung hat der Richter dem Schuldner für den Beweis der Tilgung den Urkundenbeweis aufzuerlegen (vgl. Art. 172 Ziff. 3 SchKG und Art. 174 Abs. 2 Ziff. 1 SchKG). Blosses Glaubhaftmachen wie im Rahmen des provisorischen Rechtsöffnungsverfahrens genügt nicht (Urteil 5A_965/2013 vom 3. Februar 2014 E. 4.1.1, in: SJ 2014 I 289; DIGGELMANN, Rechtsmittel gegen die Konkurseröffnung, ZZZ 2016 S. 102). Belege, die blosse Zahlungsaufträge beurkunden, vermögen einen solchen Nachweis im Allgemeinen nicht zu erbringen. Abgesehen davon, dass diese widerrufen werden können, ist darüber hinaus nicht sichergestellt, dass die Bank die Zahlungsaufträge ausführt. Damit kann der Vorinstanz keine Verletzung von Bundesrecht vorgeworfen werden, wenn sie zum Schluss gelangt ist, dass die Beschwerdeführerin den Nachweis der vollständigen Tilgung der Schuld innert der Beschwerdefrist nicht erbracht hat. Der Einwand der Beschwerdeführerin, dass einem Schuldner auch bei in der Praxis üblichen bargeldlosen Zahlungen mittels Anweisungen an die ein Konto des Schuldners führende Bank eine Möglichkeit zugestanden werden müsse, um die Zahlung zu beweisen, hilft ihr vorliegend nicht weiter. Ob, wie in der Lehre propagiert wird (vgl. GIROUD/ THEUS SIMONI, a.a.O., N. 16 zu Art. 172 SchKG), die Einreichung einer Belastungsanzeige im Rahmen von Art. 172 Ziff. 3 und Art. 174 Abs. 2 Ziff. 1 SchKG grundsätzlich als Nachweis der Tilgung zu gelten hat bzw. in Abweichung von der bundesgerichtlichen Praxis (vgl. zit. Urteil 5A_965/2013 E. 4.1.1) im Rahmen von Art. 172 Ziff. 3 und Art. 174 Abs. 2 Ziff. 1 SchKG grundsätzlich nicht der Zeitpunkt der Gutschrift auf dem Empfängerkonto, sondern der urkundlich belegte Zeitpunkt der Belastung des Senderkontos als massgeblich zu betrachten ist (so das Obergericht des Kantons Zürich in einem Urteil vom 8. August 2017 [Geschäfts-Nr.: PS170119 E. 4.b]), brauchte die Vorinstanz nicht zu entscheiden. Bei der zweiten Teilzahlung von Fr. 51'711.06 ist die Belastung des Kontos der Beschwerdeführerin unbestrittenermassen erst nach Ablauf der Beschwerdefrist erfolgt und die Beschwerdeführerin hat die Belastungsanzeige dementsprechend auch nicht innert der Beschwerdefrist einzureichen vermocht.