Citation: I 108/05 07.06.2005 E. 5

Zu prüfen sind ferner die erwerblichen Auswirkungen der festgestellten Leistungsverminderung. Massgeblich sind dabei mit dem kantonalen Gericht die Verhältnisse, wie sie sich im Zeitpunkt des möglichen Rentenbeginns im Jahre 2001 darstellen (vgl. Erw. 1.1 in fine hievor); allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen müssen bis zum Erlass des Einspracheentscheides (vom 26. August 2004) berücksichtigt werden (BGE 129 V 222; SVR 2003 IV Nr. 11 S. 33 Erw. 3.1.1). 5.1 Zu ermitteln ist zunächst das hypothetische Einkommen, welches die Beschwerdeführerin ohne Invalidität zu erzielen vermöchte (Valideneinkommen). 5.1.1 Zu beachten ist in diesem Zusammenhang, dass in Fällen, in welchen die versicherte Person wegen der Invalidität keine zureichenden beruflichen Kenntnisse erwerben konnte, das Erwerbseinkommen, das sie als Nichtinvalide erzielen könnte, den nach Alter abgestuften Prozentsätzen des statistischen Tabellenlohnes gemäss Art. 26 Abs. 1 IVV entspricht. Unter diese Regelung fallen Versicherte, die seit ihrer Geburt oder Kindheit einen Gesundheitsschaden aufweisen und deshalb keine zureichenden beruflichen Kenntnisse erwerben konnten. Als Erwerb von zureichenden beruflichen Kenntnissen gilt im Allgemeinen die abgeschlossene Berufsausbildung. Dazu gehören auch Anlehren, sofern sie auf einem besonders der Invalidität angepassten Bildungsweg ungefähr die gleichen Kenntnisse vermitteln wie eine eigentliche Lehre oder ordentliche Ausbildung und der versicherten Person praktisch die gleichen Verdienstmöglichkeiten eröffnen (Erw. 3b des in AHI 2000 S. 181 auszugsweise publizierten Urteils S. vom 22. März 2000, I 105/99; ZAK 1978 S. 32, 1974 S. 548). 5.1.2 Nach der medizinischen Aktenlage ist erwiesen, dass die Beschwerdeführerin an einer psychomotorischen Störung nach asphyktischem Geburtsschaden leidet, welche sich in einer retardierten Entwicklung und später während der Schulzeit auch in einer graphomotorischen Störung bemerkbar machte. Im Alter von 14 Jahren wurden fachärztlicherseits eine unterdurchschnittliche Intelligenz und schlechte rechnerische Fähigkeiten attestiert. Ohne Berufsausbildung arbeitete die Versicherte, nach mehrjähriger Tätigkeit als Fabrikarbeiterin, in den 80er-Jahren während vier Jahren als Schwesternhilfe, vermutungsweise mit entsprechender Anlehre, sowie daraufhin, ab Ende 1990, in einer Druckerei/Buchbinderei. Im Spital und Pflegezentrum W.________ verdiente sie im Jahre 1988 bei einem Vollpensum insgesamt Fr. 32'866.-, was bereits in Anbetracht eines durchschnittlichen Einkommens einer ungelernten Hilfsangestellten im Dienstleistungssektor von Fr. 35'040.- (vgl. die vom Bundesamt für Industrie, Gewerbe und Arbeit [BIGA; seit 1. Juli 1999: Staatssekretariat für Wirtschaft] herausgegebene Lohn- und Gehaltserhebung von Oktober 1988, Tabelle 17, Weibliche Angestellte, Kategorie 3, Dienstleistungen [Fr. 2920.- x 12]) zweifellos nicht als "praktisch gleiche Verdienstmöglichkeit" im Sinne der genannten Rechtsprechung betrachtet werden kann. In der Druckerei/Buchbinderei wurde ihr im Jahre 1994 - ebenfalls für eine Vollzeittätigkeit - ein jährliches Gehalt von Fr. 43'030.- ausbezahlt. Dies stellt zwar mit Blick auf den standardisierten Jahreslohn einer ungelernten Arbeitnehmerin von Fr. 43'060.- im Bereich "Papier und Papierwaren" (vgl. Die Schweizerische Lohnstrukturerhebung [LSE] 1994, S. 53, Tabelle A1.1.1, Klasse 27 [Papier und Papierwaren], Anforderungsniveau 4, aufgerechnet auf die betriebsübliche durchschnittliche Wochenarbeitszeit von 41,4 Stunden [Die Volkswirtschaft, 5/2005, S. 90, Tabelle B9.2, Abschnitt D "Industrie; Verarbeitendes Gewerbe"]) bzw. von Fr. 44'389.- im Bereich "Graphische Erzeugnisse" (vgl. LSE 1994, S. 53, Tabelle A1.1.1, Klasse 28 [Graphische Erzeugnisse], Anforderungsniveau 4, aufgerechnet auf die betriebsübliche durchschnittliche Wochenarbeitszeit von 41,4 Stunden [Die Volkswirtschaft, a.a.O.]), nicht aber in Bezug auf in den nämlichen Berufszweigen an fachqualifizierte weibliche Arbeitskräfte entrichtete Einkommen eine vergleichbare Verdienstbasis dar. Die von der Beschwerdeführerin absolvierten Anlehren sind folglich - jedenfalls in verdienstmässiger Hinsicht - nicht als eigentliche Berufsausbildung zu werten, weshalb die Versicherte als Frühinvalide einzustufen und das Valideneinkommen nach Massgabe des Art. 26 Abs. 1 IVV festzusetzen ist. Als Ausgangswert sind demzufolge bezüglich der 1963 geborenen Beschwerdeführerin für die erwerblichen Verhältnisse vom 1. Juli bis 31. Dezember 2001 (vgl. Erw. 1.1 in fine und 5 hievor) 100 % des für die Invaliditätsbemessung in derartigen Fällen massgebenden durchschnittlichen Einkommens von Fr. 66'500.- (Kreisschreiben des BSV über das durchschnittliche Einkommen der Arbeitnehmer für die Invaliditätsbemessung auf Grund von Art. 26 Abs. 1 IVV, gültig für 2001), vom 1. Januar bis 31. Dezember 2002 von Fr. 69'000.- (AHI 2001 S. 250 f.) sowie ab 2003 (bis jedenfalls zum Erlass des Einspracheentscheides [vom 26. August 2004]) von Fr. 69'500.- (AHI 2003 S. 58 f., S. 356 [für 2004 gleichbleibend]) einzusetzen, woraus sich angesichts einer ohne gesundheitliche Beeinträchtigungen zu 80 % ausgeübten Erwerbstätigkeit ein relevanter Validenlohn von Fr. 53'200.- (2001), Fr. 55'200.- (2002) sowie Fr. 55'600.- (2003 und 2004) ergibt. 5.2 Nicht in grundsätzlicher Weise beanstandet wird sodann - vorbehältlich der in Erw. 4.2 hievor entkräfteten Rüge bezüglich der verbliebenen Restarbeitsfähigkeit - zu Recht der im angefochtenen Entscheid der Bestimmung des Einkommens, welches trotz gesundheitlicher Beeinträchtigung zumutbarerweise noch realisierbar wäre (Invalideneinkommen), zu Grunde gelegte Betrag von Fr. 12'665.95 für das Vergleichsjahr 2001. In Anbetracht einer Nominallohnentwicklung auf den Gehältern von Arbeitnehmerinnen im Jahre 2002 von 2,2 % (Die Volkswirtschaft, a.a.O., S. 91, Tabelle B10.3; BGE 129 V 401) ergibt sich für das Jahr 2002 ein massgebliches Invalideneinkommen von Fr. 12'944.60, für das Jahr 2003 bei einer Nominallohnentwicklung von 1,6 % (Die Volkswirtschaft, a.a.O.) von Fr. 13'151.70 sowie für 2004 bei einer Nominallohnentwicklung von 0,8 % (Die Volkswirtschaft, a.a.O., Tabelle B10.2, Nominal total [Veränderungen der ersten drei Quartale des laufenden Jahres gegenüber den ersten drei Quartalen des Vorjahres]) von Fr. 13'256.90. In Gegenüberstellung mit dem Valideneinkommen resultiert daraus eine Invalidität im erwerblichen Bereich für das Jahr 2001 (Fr. 53'200.-/Fr. 12'665.95) von 76 %, für das Jahr 2002 (Fr. 55'200.-/Fr. 12'944.60) von 77 %, für das Jahr 2003 (Fr. 55'600.-/Fr. 13'151.70) von 76 % sowie für das Jahr 2004 (Fr. 55'600.-/Fr. 13'256.90) von 76 % (vgl. zu den Rundungsregeln: BGE 130 V 121).