Citation: I 45/05 21.09.2005 E. 4

Zu prüfen bleibt, ob den Schlussfolgerungen von Frau Dr. med. M.________ mit der Annahme einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit gefolgt werden kann. Deren Bericht vom 4. März 2002 erweist sich insofern als schlüssig, als sich aus den schwerwiegenden Befunden und Diagnose eine entsprechende Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit ergibt. Diagnose, Befunde und Einschätzung der Arbeitsfähigkeit mögen allerdings dadurch etwas beeinflusst sein, dass die (behandelnden) Ärzte des Therapiezentrums SRK den Fokus - wegen ihres therapeutischen Ansatzes - schwergewichtig auf die Folterproblematik legten und damit den Versicherten - therapeutisch wohl notwendig - in einem belasteten, insofern aber (auch) nicht repräsentativen Zustand erlebten. Schon deshalb kann diese Beurteilung nicht einfach übernommen werden. Ein weiterer Einwand gegen die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch das Therapiezentrum SRK ergibt sich aus der Tatsache, dass der Beschwerdeführer in der Zeit von Anfang Oktober 2000 bis Ende Januar 2001 - d.h. während knapp 3 Monaten - bei der Firma Q.________ AG in einem ein 50 %-Pensum zum Teil beträchtlich übersteigenden Umfange erwerbstätig war. Aus den Akten ergeben sich keinerlei Hinweise auf Probleme am Arbeitsplatz. Für die Annahme, dass die Kündigung aus anderen als den von der Arbeitgeberin gegenüber der IV-Stelle unterschriftlich bestätigten wirtschaftlichen Gründen erfolgte, besteht keine Veranlassung, wie sich auch aus der Stellungnahme der Vorinstanz gegenüber dem Eidgenössischem Versicherungsgericht ergibt, in welcher dargelegt wird, dass im gleichen Zeitraum bei derselben Arbeitgeberfirma andere Arbeitsverhältnisse aus wirtschaftlichen Gründen aufgelöst worden waren. Die Tatsache, dass der Versicherte anscheinend in der Lage war, während einer bestimmten Zeit eine Arbeitstätigkeit auszuüben, steht in einem gewissen Widerspruch zur Einschätzung durch das Therapiezentrum SRK, welches für die Zeit vom 1. Februar 1996 bis zum 27. Januar 1998 und wiederum ab dem 13. Februar 2002 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit annimmt. Dieser Widerspruch hat denn auch die IV-Stelle und die Vorinstanz an der Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit durch das Therapiezentrum SRK zweifeln lassen. Diese Zweifel erscheinen nicht unbegründet; tatsächlich ist nicht ersichtlich, inwiefern und weshalb sich der an sich als stationär bezeichnete Gesundheitszustand in dieser Zwischenphase gebessert haben könnte. Die ergänzende Stellungnahme des Ambulatoriums SRK vom 6. August 2004 bleibt eine Erklärung zu dieser Frage schuldig. Wenn die Vorinstanz deshalb feststellt, in der Beurteilung des Therapiezentrums bzw. des Ambulatoriums SRK seien nicht alle Fakten gewürdigt, ist ihr zuzustimmen. Aus den genannten Gründen erweisen sich die Beurteilungen der Arbeitsunfähigkeit im Bericht von Frau Dr. med. M.________ vom 4. März 2002 und in den weiteren Stellungnahmen des Ambulatoriums SRK vom 6. August 2004 und vom 4. Januar 2005 ebenfalls nicht als genügende Entscheidgrundlagen.