Citation: 4C.231/2006 18.12.2006 E. 3

3.1 Die Vorinstanz hielt mit Bezug auf die behaupteten Manipulationen an der Übernahmebilanz (nicht periodengerechte Verbuchung von Erträgen, Unterlassung notwendiger Abschreibungen) fest, mangels substanziierter Bestreitung sei davon auszugehen, der Kläger habe gewusst, dass die Übernahmebilanz eine Zwischenbilanz mit provisorischem Charakter sei, in der Wertberichtigungen, Abschreibungen und Rückstellungen nicht vorgenommen worden seien. Es könne deshalb in dieser Hinsicht keine absichtliche Täuschung vorliegen, womit sich die Anordnung eines gerichtlichen Gutachtens sowie die Durchführung einer Zeugeneinvernahme erübrigten. Der Kläger wirft der Vorinstanz vor, damit Art. 8 ZGB verletzt und den Sinn der Substanziierungspflicht verkannt zu haben. Sei die Behauptung der beweisbelasteten Partei so umfassend und klar dargelegt, dass darüber Beweis abgenommen werden könne, müsse es genügen, wenn die beweisbelastete Partei im Rahmen des zweiten Schriftenwechsels an ihrer Sachdarstellung festhalte, was vorliegend geschehen sei. Die Vorinstanz habe ausserdem das Recht des Klägers auf den Beweis verletzt, indem sie ohne Durchführung eines Beweisverfahrens festgehalten habe, seine Behauptungen seien nicht bewiesen. 3.2 Die Anforderungen an die Substanziierung einer Bestreitung sind Gegenstand des kantonalen Prozessrechts, solange dieses damit nicht in Widerspruch zu Art. 8 ZGB gerät. Nicht bundesrechtswidrig erscheint dabei von vorneherein das Erfordernis, eine Bestreitung so konkret zu halten, dass sich daraus bestimmen lässt, welche einzelnen Behauptungen der Gegenpartei damit bestritten werden sollen (BGE 117 II 113 E. 2 mit Hinweisen). Liegt keine nach kantonalem Prozessrecht genügende Bestreitung vor, so gilt eine Tatsache als unbestritten (Urteil 4C.153/1995 vom 14. September 1995, E. 3). 3.3 Der Kläger hat im Rahmen des zweiten Schriftenwechsels lediglich festgehalten, er halte an seiner Sachdarstellung fest; eine ausdrückliche Bestreitung der Vorbringen des Beklagten, der Kläger sei darüber informiert gewesen, dass die Zwischenbilanz provisorischen Charakter habe und Wertberichtigungen, Abschreibungen und Rückstellungen nicht vorgenommen worden seien, erfolgte nicht. Die Vorinstanz hielt deshalb die Voraussetzungen, die die Zivilprozessordnung des Kantons Zug für ein wirksames Bestreiten aufstellt, für nicht erfüllt. Nach dem Gesagten verstösst es nicht gegen Bundesrecht, wenn das kantonale Prozessrecht vorschreibt, die Bestreitung müsse konkret genug sein, um feststellen zu können, welche Behauptungen bestritten werden sollen. Es ist deshalb aus bundesrechtlicher Sicht nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz davon ausging, der Kläger sei im Vorfeld des Vertragsabschlusses über die Vorgehensweise bezüglich der Zwischenbilanz informiert worden, weshalb keine absichtliche Täuschung vorliegen könne. Bei diesem Ergebnis ist auch eine Verletzung des Rechts auf den Beweis mit Bezug auf die behaupteten Manipulationen an der Übernahmebilanz zu verneinen, da der Anspruch auf Abnahme von Beweisen nur für rechtserhebliche Tatsachen besteht (vgl. oben E. 2.2).