Citation: 5A_93/2022 E. 4.1

4.1. Die Beschwerdeführerin rügt sodann eine Verletzung von Art. 6 Ziff. 1 EMRK, weil das Obergericht entgegen ihrem Antrag keine öffentliche Verhandlung durchgeführt und keine Parteibefragung angeordnet habe. Die Vorinstanz habe in diesem Zusammenhang verkannt, wie einschneidend die streitbetroffenen Massnahmen seien, namentlich die Fremdplatzierung des Sohns. Der massgebende Sachverhalt sei entgegen dem Obergericht strittig und aus den in den Akten vorhandenen Dokumenten ergebe sich die Sichtweise der Beschwerdeführerin und des Sohns nicht hinreichend. Die persönliche Anhörung der Kindsmutter sei umso wichtiger, als die beurteilenden Instanzen bisher einen Eindruck von dieser und ihrer Erziehungsfähigkeit gewonnen hätten, der offensichtlich falsch sei und sich nicht mit ihrem tatsächlichen Erscheinungsbild decke. Dem (bestehenden) Schutzbedürfnis von B.A.________ könne sodann auf andere Weise Rechnung getragen werden, etwa durch eine separate Kinderanhörung unter Ausschluss der Öffentlichkeit.