Citation: 6A.26/2006 20.12.2006 E. 4

4.1 Der Beschwerdeführer wirft der Direktion zur Hauptsache vor, sie lege das Gutachten von Dr. A.________ vom 9. Dezember 2002 in zeitlicher Hinsicht willkürlich bzw. überspitzt formalistisch aus und weiche von den gutachterlichen Empfehlungen ohne zureichenden Grund ab. Die Direktion hält fest, das erwähnte Gutachten enthalte keine Empfehlung, wonach der Beschwerdeführer bereits vor einer Probephase mit Vollzugslockerungen in eine offene Anstalt zu versetzen wäre. Über die Dauer einer solchen Phase werde darin nichts gesagt, weshalb die Ablehnung des Versetzungsantrages nicht in Abweichung der gutachterlichen Empfehlungen ergehe. Zu berücksichtigen sei auch, dass die Fachkommission zur Überprüfung der Gemeingefährlichkeit in ihrer Stellungnahme vom 24. Januar 2005 sich ebenfalls für eine zurückhaltendere Form der Gewährung von Vollzugslockerungen ausspreche, als dies der Beschwerdeführer aus dem Gutachten abzulesen glauben könne, und dass ihm der Gutachter eine grundsätzlich schlechte Legalprognose stelle. 4.2 Gemäss Art. 9 BV hat jede Person Anspruch darauf, von den staatlichen Organen ohne Willkür behandelt zu werden. Willkürlich ist ein Entscheid nicht schon, wenn eine andere Lösung ebenfalls vertretbar erscheint oder gar vorzuziehen wäre, sondern erst, wenn er offensichtlich unhaltbar ist, zur tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft. Willkür liegt nur vor, wenn nicht bloss die Begründung eines Entscheids, sondern auch das Ergebnis unhaltbar ist (vgl. nur BGE 127 I 54 E. 2b, mit Hinweisen). Das Gericht würdigt ein Gutachten grundsätzlich frei (vgl. Art. 249 BStP). Doch darf es in Fachfragen nicht ohne triftige Gründe seine Meinung an Stelle derjenigen des Experten setzen; andernfalls würde es in Willkür verfallen (BGE 128 I 81 E. 2 S. 86; 101 IV 129 E. 3a, je mit Hinweisen.) 4.3 Wie die vom Beschwerdeführer genannten Stellen aus dem erwähnten Gutachten zeigen, trifft dieses keine konkreten Aussagen zum Zeitpunkt seiner Versetzung in den offenen Vollzug. So wird namentlich ausgeführt, nach "eine(r) stufenweisen Lockerung des Vollzugs, beginnend mit Beschäftigung ausserhalb der Anstalt und begleiteten Urlauben, (könnte) gelegentlich eine Verlegung in eine offene Anstalt folgen". In ähnlicher Weise hält der Gutachter fest, "dass unter der Voraussetzung, dass sowohl Arbeiten ausserhalb der geschlossenen Anstalt als auch begleitete Besuche ohne Probleme ablaufen, eine Versetzung in eine offene Anstalt durchaus ins Auge zu fassen wäre". Der psychiatrische Experte zeigt somit eine Versetzung lediglich als Perspektive im Rahmen einer sukzessiven Lockerung des Vollzugs auf, ohne sich auf einen zeitlichen Ablauf festzulegen. Wenn bei dieser Sachlage im angefochtenen Entscheid erklärt wird, das Gutachten treffe keine zeitlichen Vorgaben für die beantragte Versetzung, ist dies ohne weiteres vertretbar. Folglich ist auch nicht ersichtlich, inwiefern die Direktion in unhaltbarer Weise von den gutachterlichen Empfehlungen abgewichen wäre. Der Beschwerdeführer beschränkt sich darauf, der Würdigung des Gutachtens seine eigene Auslegung gegenüberzustellen. Damit vermag er Willkür nicht darzutun. Ebenso wenig kann von einer überspitzt formalistischen Betrachtungsweise gesprochen werden, zumal die Direktion verschiedene Stellungnahmen von mehreren Fachpersonen bei der Beurteilung beizieht.