Citation: 8C_246/2020 E. 3.3

3.3. Die Vorinstanz folgte bei der Beurteilung der Unfallkausalität im Wesentlichen der Einschätzung des Kreisarztes und bejahte einzig die Kausalität der Beschwerden im linken Unterschenkelstumpf und der Gonarthrose. Dabei äusserte sie sich allerdings nicht zum Umstand, dass den beiden genannten ärztlichen Berichten jeweils ein unterschiedlicher Beweiswert zukommt. Während es sich bei der kreisärztlichen Beurteilung um einen versicherungsinternen Bericht handelt, bildet das Teilgutachten des Prof. Dr. med. D.________ Bestandteil des versicherungsexternen Gutachtens der asim, das von einem Versicherungsträger im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholt wurde. Als solchem kommt ihm grundsätzlich eine höhere Beweiskraft zu als dem Bericht des Kreisarztes (s. oben E. 2.3). Zwar wurde diese Expertise im Auftrag der Invalidenversicherung erstellt, weshalb der Fokus des asim-Gutachters nicht auf der Kausalitätsfrage lag. Dennoch äusserte Prof. Dr. med. D.________ sich dazu, indem er die Beschwerden auf eine Fehlbelastung durch das Tragen der Prothese zurückführte (s. E. 3.1). Kreisarzt med. pract. B.________ schloss sich dieser Einschätzung nicht an (s. E. 3.2). Die kreisärztlichen Ausführungen vermögen die Schlussfolgerung des Prof. Dr. med. D.________ zwar nicht zu entkräften. Immerhin benennt der Kreisarzt aber - z.B. mit den Hinweisen auf seine eigenen Untersuchungsbefunde oder auf allfällige altersbedingte degenerative Veränderungen - konkrete Indizien, die gegen die Zuverlässigkeit der Darlegungen im orthopädischen Teilgutachten zur Kausalität sprechen. Vor dem Hintergrund dieser divergierenden Ansichten hätte die Vorinstanz mangels erforderlichen medizinischen Fachwissens nicht auf den kreisärztlichen Bericht abstellen dürfen, sondern wäre gehalten gewesen, zur Frage der Kausalität der weiteren geltend gemachten Beschwerden ergänzende Abklärungen im Sinn eines Gerichtsgutachtens zu tätigen. Die Angelegenheit ist daher an die Vorinstanz zurückzuweisen, damit sie zur Frage, ob der Unfall zumindest Teilursache für die geklagten Beschwerden ist, ein Gerichtsgutachten einhole und anschliessend über den Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente neu entscheide.