Citation: 1P.405/2001 14.12.2001 E. 5

Der Beschwerdeführer rügt im weiteren als Verletzung des rechtlichen Gehörs, dass Dr. med. H.________ nicht befragt worden ist. Er macht geltend, Dr. H.________ sei von Frau X.________ unmittelbar nach dem Streit kontaktiert worden, und er selbst sei von der Polizei nach dem Streit Dr. H.________ übergeben worden und von diesem betreut worden. Dr. H.________ könne daher glaubhafte Ausführungen über die Wahrnehmungen des Polizisten C.________ machen. Damit hat der Beschwerdeführer jedoch nicht dargelegt, inwiefern Aussagen von Dr. H.________ seiner Ansicht nach geeignet sein könnten, das Beweisergebnis zu seinen Gunsten zu verändern. Wie dargelegt, kann der Richter nach der Rechtsprechung das Beweisverfahren schliessen, wenn er aufgrund bereits abgenommener Beweise seine Überzeugung gebildet hat und ohne Willkür in vorweggenommener Beweiswürdigung annehmen kann, dass seine Überzeugung durch weitere Beweiserhebungen nicht geändert würde. Hinzu kommt, dass der Beschwerdeführer im Verfahren vor dem Obergericht seinen Antrag auf Einvernahme von Dr. H.________ (Strafakten Band III S. 1802) nicht erneuert hat, nachdem dieser Arzt wegen Terminschwierigkeiten an dem vom Kreisgericht vorgesehenen Termin nicht erscheinen konnte und das Kreisgericht in der Folge auf seine Einvernahme verzichtete (Strafakten Band IV S. 2641). Im weiteren Verlauf des erstinstanzlichen Verfahrens hat der Beschwerdeführer seinen Antrag auf Einvernahme von Dr. H.________ ebenfalls nicht wiederholt. Dem Protokoll der Verhandlung vor dem Obergericht (Strafakten Band V S. 3088) ist zu entnehmen, dass dem Beschwerdeführer zu Beginn der zweitinstanzlichen Verhandlung tatsächlich Gelegenheit geboten war, Beweisanträge zu stellen. Der damalige Vertreter des Beschwerdeführers beantragte lediglich, einen Auszug aus dem Familienbüchlein des Beschwerdeführers zu den Akten zu nehmen. Die 3. Strafkammer des Obergerichts bewilligte diesen Antrag, worauf das Beweisverfahren geschlossen wurde. Nachdem somit im kantonalen Verfahren der Antrag auf Einvernahme von Dr. H.________ nicht mehr gestellt worden war, und nicht ersichtlich ist, inwiefern eine solche in Bezug auf das Beweisergebnis neue Erkenntnisse hätte bringen können, durfte das Obergericht von einer Einvernahme von Dr. H.________ absehen, ohne den Gehörsanspruch des Beschwerdeführers zu verletzen.