Citation: C 123/06 13.07.2007 E. 5

5.1 Verwaltung und Vorinstanz nehmen an, die Beschwerdeführerin sei vom 1. bis zum 12. Februar 2003 zu 100 % und seit 13. Februar 2003 lediglich noch zu 50 % in der Arbeitsfähigkeit eingeschränkt gewesen. Sie stützen sich dabei auf ein Schreiben der Winterthur Schweizerische Versicherungs-Gesellschaft (nachfolgend: Winterthur) vom 15. Dezember 2003, welche ab 16. August 2002 bis auf weiteres Krankentaggelder ausgerichtet hat. In diesem Schreiben wird erwähnt, dass der Rheumatologe Dr. med. F.________ die Versicherte untersucht habe. Der Spezialarzt sei zur Auffassung gelangt, dass eine körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeit aus rheumatologischer Sicht teilzeitlich im Umfang eines mindestens 50 %igen Pensums zumutbar sei. Diese Beurteilung gelte "seit der Abklärung in X.________ am 13. 2. 2003". Weder die Kasse noch das kantonale Gericht haben die medizinischen Unterlagen beigezogen. Bei den Akten befinden sich lediglich die von der Versicherten im kantonalen Gerichtsverfahren eingereichten ärztlichen Zeugnisse der Dr. med. M.________, Allgemeine Medizin FMH, vom 4. Februar 2004 und des Dr. med. S.________, Psychiatrie/Psychotherapie FMH vom 8. April 2005. Beide behandelnden Ärzte gehen darin von einer 100 %igen Arbeitsunfähigkeit ab 16. August 2002 (Dr. med. M.________) bzw. 17. Oktober 2002 (Dr. med. S.________) bis 30. September 2004 und von einer 50 %igen Arbeitsunfähigkeit ab 1. Oktober 2004 bis auf weiteres aus. In der Rahmenfrist für die Beitragszeit vom 1. November 2002 bis 31. Oktober 2004 hätte die Versicherte gemäss diesen Attesten somit - nach Beendigung des letzten Arbeitsverhältnisses per 31. Januar 2003 - lediglich während eines Monates Gelegenheit gehabt, eine teilzeitliche Erwerbstätigkeit auszuüben. Sie wäre folglich innert der Rahmenfrist für die Beitragszeit während über zwölf Monaten krankheitshalber verhindert gewesen, einer beitragspflichtigen Beschäftigung nachzugehen und deshalb von der Erfüllung der Beitragszeit im Sinne von Art. 14 Abs. 1 lit. b AVIG befreit. 5.2 Die Vorinstanz misst den Angaben der behandelnden Ärzte schon deshalb keine Bedeutung bei, weil sie nicht begründet wurden. Im angefochtenen Gerichtsentscheid bleibt aber unbeachtet, dass die Erkenntnis der Winterthur in ihrem Schreiben vom 15. Dezember 2003, wonach seit 13. Februar 2003 eine 50 %ige Arbeitsfähigkeit bestehe, lediglich auf ihrer Interpretation der rheumatologischen Abklärung durch Dr. med. F.________ beruht. Es ist vollends ungeklärt, ob sich in der Rahmenfrist für die Beitragszeit allenfalls weitere organische oder auch psychische Beschwerden zusätzlich einschränkend auf die Arbeitsfähigkeit ausgewirkt haben. Die ärztlichen Zeugnisse des Hausarztes und des Psychiaters weisen in diese Richtung, sind aber tatsächlich nicht genügend aussagekräftig, weil sie keine Erklärung für die attestierte 100 %ige Arbeitsunfähigkeit enthalten. 5.3 Gemäss Art. 43 Abs. 1 Satz 1 ATSG prüft der Versicherungsträger die Begehren, nimmt die notwendigen Abklärungen von Amtes wegen vor und holt die erforderlichen Auskünfte ein. Vorliegend hat die Kasse lediglich auf die Schlussfolgerungen der Winterthur als Krankentaggeldversicherung abgestellt und daraus abgeleitet, dass es der Versicherten möglich gewesen wäre, während der Rahmenfrist für die Beitragszeit während über zwölf Monaten einer (teilzeitlichen) Erwerbstätigkeit nachzugehen, weshalb Art. 14 Abs. 1 lit. b AVIG nicht zur Anwendung komme. Mit diesem Vorgehen ist die Verwaltung ihrer Untersuchungspflicht nicht in genügendem Ausmass nachgekommen. Die Angelegenheit ist demnach an die Kasse zurückzuweisen, damit sie die notwendigen Abklärungen nachhole. Sie wird insbesondere die Akten der Invalidenversicherung beizuziehen haben sowie, falls nicht schon in diesen Unterlagen enthalten, die ärztlichen Berichte, auf welche sich die Winterthur in ihrem Schreiben vom 15. Dezember 2003 bezieht, und die Stellungnahmen der behandelnden Ärzte Dres. med. M.________ und S.________. Danach wird sie der Versicherten Gelegenheit einräumen, sich zu den eingeholten Aktenstücken zu äussern. Im Anschluss daran hat sie gestützt auf die vollständigen medizinischen Unterlagen neu zu prüfen, ob die Beschwerdeführerin im Sinne von Art. 14 Abs. 1 lit. b AVIG von der Erfüllung der Beitragspflicht befreit ist, und über ihren Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung entsprechend zu verfügen.