Citation: 4A_211/2023 E. 5.4.1

5.4.1. Soweit die Vorinstanz und auch der Beschwerdegegner mit dem Grundgedanken von Art. 200 OR argumentieren, übergehen sie, dass nach der Konzeption des Gesetzgebers der Verkäufer auch für Mängel haftet, welche die Gegenpartei hätte erkennen können, wenn er deren Nichtvorhandensein zugesichert hat. Der Zweck einer Zusicherung besteht nach dem Gesetz gerade darin, den Käufer von der Prüfung, ob sie zutrifft, zu entbinden. Sofern er nicht weiss, dass sie nicht zutrifft, kann er sich ohne weitere Abklärungen auf sie verlassen (BGE 81 II 56 E. 2c mit Hinweis). Die Auslegung der Vorinstanz widerspricht damit dem Grundgedanken einer Zusicherung nach Art. 200 OR.