Citation: 1C_348/2022 E. 4.2.5

4.2.5. Weiter ist zu prüfen, ob die Vorinstanz Art. 50 Abs. 3 (und 4) BZO 2020 in Bezug auf die Dachgestaltung bei Attikageschossen zu Unrecht eine negative Vorwirkung i.S.v. § 234 PBG/ZH abgesprochen hat. Gemäss Art. 50 Abs. 3 BZO 2020 müssen Attikageschosse auf den fiktiven Traufseiten um das Mass ihrer Höhe zurückversetzt sein. Bei Attikageschossen dürfen Dachaufbauten (mit Ausnahme von Geländern und Brüstungen sowie Dachvorsprüngen und Konstruktionen für Sonnenschutzelemente und dergleichen bis zu 0.8 m) das vorgeschriebene Mass der Rückversetzung auf maximal einem Drittel der betreffenden Fassadenlänge unterschreiten (Art. 50 Abs. 4 BZO 2020). 4.2.5.1. Die Vorinstanz erwog, dass es sich bei Art. 50 Abs. 3 BZO 2020, wie der Titel "Dachgestaltung" bereits ausdrücke, um eine gestalterische Vorgabe handle. Solche primär ästhetisch motivierten Vorschriften ohne entscheidwesentlichen planungsrechtlichen Gehalt würden keine negative Vorwirkung im Sinne von § 234 PBG/ZH entfalten. Abgesehen davon soll mit der Neuregelung der Status quo beibehalten werden. Die Beschwerdeführenden beanstanden, das projektierte Attikageschoss entspreche den Vorgaben von Art. 50 Abs. 3 und 4 BZO 2020 nicht. Der neuen Vorschrift komme ein eminent planungsrechtlicher Gehalt zu, da sie im Wesentlichen eine Reduzierung der Baumasse zur Folge habe. Sie hätte somit nicht negativ präjudiziert werden dürfen. 4.2.5.2. Der nicht näher begründete Einwand der Beschwerdeführenden betreffend reduzierter Baumasse ist nicht geeignet, die vom Verwaltungsgericht vorgenommene Auslegung und Anwendung des massgebenden kantonalen Rechts als willkürlich erscheinen zu lassen. Die Vorinstanz durfte Art. 50 Abs. 3 und Abs. 4 BZO 2020 primär ästhetische Bedeutung zusprechen, ohne in Willkür zu verfallen. Inwiefern mit der neuen Bestimmung im Verhältnis zum bisherigen Recht eine Reduzierung der Baumasse einhergehen soll, ist weder hinreichend substanziiert noch ersichtlich. Die gesamthaft zur Verfügung stehende Baumasse bleibt unverändert. So bringt die Baubehörde Meilen nachvollziehbar vor, dass die traufseitige Rückversetzung des Attikageschosses gemäss Art. 50 Abs. 3 BZO 2020 volumetrisch voll kompensiert werden könne, z.B. durch eine Vergrösserung der Gebäudelänge und/oder -breite oder durch Anbauten für Wohnzwecke. Im Übrigen ist festzuhalten, dass die Gestaltung der Attikageschosse gemäss den Bemerkungen zur gemeinderätlichen Revisionsvorlage analog den bisherigen gestalterischen Vorgaben geregelt wird. Die neue kantonale Regelung, wonach die Attikageschosse wesentlich grösser ausgebildet werden könnten, soll in Meilen mit den zahlreichen empfindlichen Hanglagen nicht gelten. Vor diesem Hintergrund ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz der Vorschrift über die Dachgestaltung einen planungsrechtlichen Gehalt und damit auch die negative Vorwirkung im Sinne von § 234 PBG/ZH abgesprochen hat. Die Beschwerde erweist sich auch in diesem Punkt als unbegründet.