Citation: 1C_446/2022 E. 6

Es bleibt noch zu prüfen, ob das Bauvorhaben der Beschwerdegegnerin 2 die rechtlichen Voraussetzungen nach Art. 22 RPG erfüllt. Im Gegensatz zur Beschwerdegegnerin 1 hat sich die Beschwerdegegnerin 2 zur beabsichtigten Nutzung geäussert: Die geplante Erschliessungsstrasse soll den nördlichen, abzuparzellierenden Teil des Grundstücks Nr. 414 (zukünftiges Grundstück Nr. 858) erschliessen, so dass in Zukunft ein Hightech-Produktionsbetrieb mit 60 bis maximal 100 Mitarbeitenden realisiert werden kann. Lärmrechtlich ist die Verlängerung der Erschliessungsstrasse als neue Anlage zu qualifizieren und hat als solche die Planungswerte einzuhalten (Art. 7 LSV). Zwar erzeugt die Strasse bis zur allfälligen Bewilligung eines Bauprojekts auf der Parzelle Nr. 858 a priori keine Lärmimmissionen. Da jedoch das Bauvorhaben auf der Parzelle Nr. 414 der Beschwerdegegnerin 1 und insbesondere die Verlängerung der Erschliessungsstrasse noch einmal neu beurteilt werden muss (vgl. oben E. 5), mangelt es der auf der Parzelle Nr. 858 zu bauenden Strasse - die eine weitere Verlängerung dieser Anlage darstellt - an der notwendigen Erschliessung und somit an einer Voraussetzung für die Baubewilligung nach Art. 22 RPG. Ausserdem sprechen auch Koordinationsüberlegungen dagegen, eine Erschliessungsstrasse zu bewilligen und zu bauen, wenn aus lärmrechtlichen oder anderen Gründen die beabsichtigte Anlage auf der Parzelle Nr. 858 gar nicht gebaut werden dürfte. Dabei ist insbesondere zu berücksichtigen, dass die Bahnhofstrasse, wie bereits erwähnt, sanierungsbedürftig ist und ein Produktionsbetrieb mit 60 bis 100 Mitarbeitenden zu einem Mehrverkehr führen wird, der von der Bahnhofstrasse aufgenommen werden muss. Der Bau der Zufahrtsstrasse im heutigen Zeitpunkt, in welchem nicht feststeht, ob der geplante Produktionsbetrieb über eine hinreichende Erschliessung verfügt, widerspräche insofern dem Grundsatz, wonach sich Verkehrsanlagen nach den Baumöglichkeiten des ganzen Gebiets zu richten haben, das sie erschliessen sollen (vgl. Urteil 1C_447/2015 vom 21. Januar 2016 E. 3.5). Aus den genannten Gründen kann dem Bauprojekt der Beschwerdegegnerin 2 somit zurzeit ebenfalls nicht eine genügende Erschliessung attestiert werden.