Citation: 1C_619/2017 E. 4.2

4.2. Reine Änderungen des Verwendungszwecks von nicht mehr benötigten Bauten ausserhalb des Baugebiets bedürfen nicht in jedem Fall einer Baubewilligung. Dennoch besteht allgemein ein Kontrollbedarf, damit nicht ausserhalb der Bauzone schleichend Nutzungen eingeführt werden, die mit einer Zunahme der Auswirkungen verbunden und im Nichtbaugebiet unerwünscht sind. Diese Kontrolle ist zwar einer kantonalen Behörde (Art. 25 Abs. 2 RPG) vorbehalten, sie soll aber in der Regel einfach und ohne besonderen Untersuchungsaufwand erfolgen können. Die Ausnahme nach Art. 24a RPG unterscheidet sich dadurch von anderen Ausnahmebewilligungen im Nichtbaugebiet, die oft detaillierte Unterlagen und Berechnungen sowie eingehende Abklärungen voraussetzen. Für den Fall veränderter Umstände, wozu wohl auch lücken- oder fehlerhafte Angaben zu den Auswirkungen zählen, erlaubt Abs. 2 der zuständigen kantonalen Behörde, von Amtes wegen auf die Ausnahmebewilligung zurückzukommen. Vor diesem Hintergrund erscheint es problematisch, für den Vergleich der Auswirkungen auf eine vor langer Zeit aufgegebene Nutzung abzustellen, deren Auswirkungen auf Raum, Erschliessung und Umwelt sich kaum mehr oder nur noch mit grösserem Beweisaufwand zuverlässig feststellen lassen. Naheliegend ist vielmehr, die zuletzt erlaubte Verwendung oder eine bisherige, zulässige Nutzung als Referenzmassstab heranzuziehen, auch wenn die Baute oder Anlage ursprünglich einen anderen Verwendungszweck hatte. Dies rechtfertigt sich jedenfalls dann, wenn die bisherige Nutzung während längerer Zeit ausgeübt wurde. Eine frühere, rechtmässig ausgeübte Nutzung kann dann berücksichtigt bzw. miteinbezogen werden, wenn sie nicht viele Jahre zurückliegt und sich einwandfrei, ohne besonderen Beweisaufwand, feststellen lässt.