Citation: 5C.239/2002 12.12.2002 E. 2.1

2.1.1 Die Klägerin macht geltend, entgegen der Auffassung des Obergerichts habe sie nicht gewusst, dass der Wasserstrom, der die Quelle speist, vom beklagtischen Grundstück ausgehe oder durch dieses führe. Überdies handle es sich beim Selbstverschulden um eine rechtshindernde Tatsache, die vom Ersatzpflichtigen, hier also von der Beklagten, nachzuweisen sei. Daher habe auch nicht sie (die Klägerin) ihre Unkenntnis über den Verlauf der Quelle nachzuweisen. Die Beklagte habe denn auch nie behauptet, die Klägerin habe darum gewusst. Indem die Vorinstanz sinngemäss davon ausgehe, sie (die Klägerin) habe ihre Unkenntnis über den Verlauf des Wasserstromes nachzuweisen, verletze sie Art. 8 ZGB. 2.1.2 Das Obergericht hat aus dem Stillschweigen der Klägerin geschlossen, diese habe gewusst, dass die Quelle durch einen Wasserstrom gespiesen wird, der vom beklagtischen Grundstück ausgeht oder durch dieses führt. Soweit die Klägerin nunmehr etwas anderes behauptet, richtet sie sich in unzulässiger Weise gegen verbindliche tatsächliche Feststellungen der Vorinstanz (Art. 63 Abs. 2 OG; BGE 115 II 484 E. 2a; 117 II 256 E. 2a); auf die entsprechenden Vorbringen ist demnach nicht einzutreten. Mit der obergerichtlichen Feststellung aber wurden die Fragen der Beweislastverteilung und der Verteilung der Behauptungslast gegenstandslos (BGE 114 II 289 E. 2 S. 291; Urteil 4C.93/1992 vom 20. Juli 1992, E. 2a, in: SJ 1993 p. 265). Unter diesen Umständen kann offen bleiben, ob und wenn ja , inwieweit die Frage der Behauptungslast überhaupt vom Bundesrecht beherrscht wird. Die Berufung ist demnach in diesem Punkt abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann.