Citation: 1C_187/2022 E. 5.1

5.1. Die Vorinstanz befasste sich in ihrem Entscheid mit der Verhältnismässigkeit der Wiederherstellungsverfügung. Sie führte aus, dass die Integration der unvollendeten Bauteile in ein neues Bauvorhaben im Hinblick auf das im öffentlichen Interesse angestrebte Ziel, den vorschriftswidrigen Zustand (Bauruine; Schutz von Ortsbild und Umwelt) zu beseitigen, nur dann als ebenso wirksam wie die Wiederherstellung zu beurteilen sei, wenn sie unverzüglich bzw. zeitnah erfolgen würde. Dies setze insbesondere voraus, dass hinsichtlich des neuen Bauvorhabens keine Finanzierungsprobleme bestünden. Die Beschwerdeführerinnen hätten zwar in ihrem Vorprojekt geschrieben, das Projekt würde fremdfinanziert und in den gesetzlichen Fristen realisiert. Da aber der vorschriftswidrige Zustand auf die Finanzierungsprobleme der Bauherrschaft zurückzuführen sei, sei nicht zu beanstanden, wenn die Gemeinde die erwähnte Erklärung als nicht hinreichend erachtet habe. Auch im Beschwerdeverfahren vor der Vorinstanz hätten die Beschwerdeführerinnen keine detaillierteren Angaben zur Finanzierung und Projektrealisierung gemacht. Der Umstand, dass die Beschwerdeführerinnen eine neue Bauherrschaft gefunden und ein neues Vorprojekt präsentiert hätten, schliesse Finanzierungsprobleme nicht aus. Somit liege keine Verletzung des Verhältnismässigkeitsgrundsatzes vor, und dies selbst wenn das neue Bauvorhaben bewilligungsfähig wäre.