Citation: 1P.140/2001 26.06.2001 E. 4

4.- a) Der Beschwerdeführer rügt, die Beweiswürdigung des Obergerichts sei in verschiedener Hinsicht willkürlich und verstosse gegen den Grundsatz der Unschuldsvermutung (Art. 9 BV und Art. 6 Ziff. 2 EMRK). Er macht im Wesentlichen geltend, das Obergericht sei in Willkür verfallen, indem es seinen Aussagen, die durch die Zeugenaussage seiner Frau und objektive Anhaltspunkte erhärtet seien, weniger Glauben geschenkt habe als den Anschuldigungen der Beschwerdegegnerin, die den Tathergang immer wieder etwas anders geschildert habe. Aufgrund der Akten hätte es Indizien erkennen müssen, dass die Verletzungen der Beschwerdegegnerin durchaus anderweitig entstanden sein konnten als durch die behaupteten Misshandlungen, insbesondere indem sie in der Küche hingefallen, die Treppe hinuntergefallen oder von ihrem Ehemann geschlagen worden sei. Es gebe auch durchaus Erklärungen dafür, weshalb die Beschwerdegegnerin hysterisch geworden sei, herumgetobt und sich dabei selber verletzt habe, als er ihren Ehemann angerufen habe, um sie wegen ihres nervlichen Zustands von der Arbeit abzuholen. Wie er dargetan habe, fürchte sie sich vor ihrem Ehemann, der nicht dulde, dass sie aus gesundheitlichen Gründen der Arbeit fernbleibe. Das Obergericht habe die Möglichkeit, dass der Ehemann der Beschwerdegegnerin zu Gewalt neige, seine Frau unter starken Druck gesetzt und ihr die Verletzungen beigebracht haben könnte, willkürlich ausgeschlossen. Das Bild der ärztlich festgestellten, relativ leichten Verletzungen decke sich nicht mit den Sachverhaltsschilderungen der Beschwerdegegnerin, nach denen die Verletzungen weit schwerwiegender hätten ausfallen müssen. Das Obergericht übersehe auch, dass die Beschwerdegegnerin in der Verhandlung vor Bezirksgericht kein Motiv dafür habe nennen können, weshalb er, der Beschwerdeführer, sie hätte schlagen sollen. Auch gelte er nicht als gewalttätig und sei er unbescholten. Die Beschwerdegegnerin habe dagegen ein Motiv, ihn zu belasten, indem sie daraus finanzielle Vorteile ziehen könne. b) Der Beschwerdeführer legt nicht im Einzelnen dar, inwiefern die Beschwerdegegnerin den umstrittenen Sachverhalt in verschiedenen Einvernahmen oder gegenüber ihrem Arzt jeweils so stark abweichend geschildert hätte, dass es willkürlich erschiene, auf ihre Aussagen abzustellen. Es lassen sich ihren Aussagen auch keine Widersprüche im Kerngehalt entnehmen, wonach der Beschwerdeführer sie in der Küche des Restaurants brutal gepackt, auf den Boden geworfen, mit dem Knie in den Rücken traktiert und auf den Kopf geschlagen habe. Es ist sodann nicht ersichtlich, weshalb sich das Bild der ärztlich festgestellten, jedenfalls nicht völlig harmlosen Verletzungen der Beschwerdegegnerin nicht mit deren Schilderungen der Tathandlungen vereinbaren lassen sollte und eine Misshandlung in der umschriebenen Weise schwerere Verletzungen hätte zur Folge haben müssen. Die Erwägungen der kantonalen Instanzen, dass die festgestellten Verletzungen der Beschwerdegegnerin durch den von ihr geschilderten Tatverlauf entstanden sein müssen, nicht aber durch blosses Hinfallen, erscheinen keineswegs als willkürlich. Die Vorbringen des Beschwerdegegners, wonach die Vorinstanz nicht hätte ausschliessen dürfen, dass die Beschwerdegegnerin aus Angst vor ihrem Ehemann hysterisch geworden, deshalb hingefallen und sich die Verletzungen selber zugezogen haben könnte, sind weitgehend appellatorischer Natur und nicht geeignet, den angefochtenen Entscheid als willkürlich erscheinen zu lassen. Der Beschwerdeführer nennt sodann keine zwingenden Gründe, weshalb das Obergericht seinen Aussagen grundsätzlich mehr Glauben hätte schenken müssen, als denjenigen der Beschwerdegegnerin. Solche können insbesondere weder darin gesehen werden, dass sich die Richtigkeit seiner Aussage insoweit mittels objektiven Beweisen erhärten lasse, als er zu Protokoll gab, der Ehemann der Beschwerdegegnerin habe während des umstrittenen Vorfalls zweimal im Restaurant angerufen, noch darin, dass seine Sachverhaltsdarstellung von seiner Ehefrau bestätigt wurde. Nicht klar ist, was der Beschwerdeführer daraus ableiten will, dass der Streit, wenn er so wie vom Obergericht angenommen stattgefunden haben sollte, sehr laut hätte sein müssen und von den Gästen im Restaurant hätte gehört werden müssen. Auch nach seiner Darstellung des Vorfalls, hätte dieser erheblichen Lärm verursachen müssen, macht er doch auch selber geltend, die Beschwerdegegnerin sei hysterisch geworden und habe herumgetobt, nachdem er sie von der Arbeit nach Hause habe schicken wollen. Nach den unbestrittenen Feststellungen des Obergerichts hatte der Ehemann der Beschwerdegegnerin, kurz nachdem die Beschwerdegegnerin nach dem umstrittenen Vorfall zu Hause eintraf, den Hausarzt bzw. den diensttuenden Notarzt angerufen. Aufgrund dieses zeitlichen Verlaufs zwischen der umstrittenen Tat und dem Telefonanruf schloss es das Obergericht aus, dass der Ehemann der Urheber der Verletzungen der Beschwerdegegnerin sein könnte. Es sei kein Motiv ersichtlich und nicht nachvollziehbar, weshalb dieser der Beschwerdegegnerin innert wenigen Minuten nach deren mutmasslichem Eintreffen zu Hause die festgestellten Verletzungen hätte beibringen und sogleich selber den Arzt anrufen sollen. Der Beschwerdeführer setzt sich mit diesen Ausführungen in keiner Weise auseinander und legt nicht dar, weshalb sie offensichtlich unhaltbar sein sollen. Er macht lediglich, und dies zu Unrecht, geltend, das Obergericht habe eine Täterschaft des Ehemannes "einfach so", ohne jegliche Begründung ausgeschlossen. Seine weiteren Vorbringen darüber, weshalb das Obergericht eine Täterschaft des Ehemanns der Beschwerdegegnerin aufgrund von dessen angeblicher Gewalttätigkeit nicht hätte ausschliessen dürfen, erscheinen als rein appellatorischer Natur, weshalb darauf nicht weiter einzugehen ist. Das Obergericht erklärte den Gewaltausbruch des Beschwerdeführers damit, es sei zumindest nachvollziehbar, dass er mit seiner ruppigen Art ungehalten reagiert habe, nachdem er die Beschwerdegegnerin auf der Terrasse der Nachbarin entdeckt habe, während Gäste auf die Bedienung warteten. Auch dies erscheint keineswegs als offensichtlich unhaltbar. Auf der anderen Seite sind die Vorbringen des Beschwerdeführers über mögliche Motive der Beschwerdegegnerin, ihn zu Unrecht zu belasten wie auch seine weiteren Ausführungen, die gegen seine Täterschaft sprächen, weitgehend appellatorischer Natur und nicht geeignet, den obergerichtlichen Entscheid als offensichtlich unhaltbar erscheinen zu lassen. Nach dem Dargelegten ist die Rüge, das Obergericht habe eine willkürliche Beweiswürdigung vorgenommen und damit den Grundsatz der Unschuldsvermutung verletzt, unbegründet, soweit darauf wegen der weitgehend appellatorischen Natur des zu ihrer Begründung Vorgebrachten überhaupt eingetreten werden kann.