Citation: 8C_239/2023 E. 6.1

6.1. Im bereits erwähnten BGE 148 V 217, worauf alle Verfahrensbeteiligten Bezug nehmen, präzisierte das Bundesgericht seine Rechtsprechung zum sog. "zweiten Anlass" (vgl. E. 4 hiervor). Der damaligen Rückforderung lag eine Zivilstandsänderung zugrunde: Mit der Wiederverheiratung eines Wittwers erlosch dessen Anspruch auf eine Wittwerrente, womit sein dennoch fortgeführter Rentenbezug nachträglich objektiv unrechtmässig wurde. Daraus ergab sich ein Rückforderungsanspruch der kantonalen Verwaltung, welche die Rentenleistungen ausgerichtet hatte. Da sich Zivilstandsänderungen offenkundig direkt auf den Rentenanspruch auswirken und ausserdem hinsichtlich des Wegfalls der Wittwerrente im konkreten Fall keine ungeklärten Aspekte (mehr) offen waren, erachtete das Bundesgericht die zumutbare Kenntnisnahme der Verwaltung für den Beginn der einjährigen relativen Verwirkungsfrist nach Art. 25 Abs. 2 erster Satz ATSG als massgeblich. Auf einen "zweiten Anlass" musste unter diesen Umständen nicht abgestellt werden.