Citation: 1C_201/2015 E. 2.2.3

2.2.3. Die vorliegende Konstellation ist insofern speziell, als sich die Beschwerdeführerin eine weitergehende Öffentlichkeit der Verhandlung vor dem Verwaltungsgericht gewünscht hätte; normalerweise wehren sich die Parteien gegen eine öffentliche Verhandlung an sich oder verlangen eine irgendwie geartete Beschränkung der Öffentlichkeit (vgl. statt vieler BGE 137 I 16). Weder die Bundesverfassung noch die EMRK enthalten Vorschriften über die Bekanntgabe von bevorstehenden Gerichtsverhandlungen. Nach der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte ist dem Gebot der Verhandlungsöffentlichkeit Genüge getan, wenn das interessierte Publikum frühzeitig Informationen über Zeit und Ort des Gerichtstermins erhalten kann, der Ort für die Öffentlichkeit leicht zugänglich ist und die Verhandlungsräume genügend Platz bieten (vgl. Jörg Paul Müller/Markus Schefer, Grundrechte in der Schweiz, 4. Auflage 2008, S. 970 f.; Jens Meyer-Ladewig, EMRK, 3. Auflage 2011, N. 184 zu Art. 6 EMRK, je mit Hinweisen auf die Rechtsprechung des EGMR). Diese Voraussetzungen waren vorliegend auch nach der Darstellung der Beschwerdeführerin erfüllt. Es trifft zwar zu, dass die Vorinstanz die Verhandlung über den Rechtsstreit der Beschwerdeführerin nicht offensiv publiziert hat. Es kann aber ohne weiteres davon ausgegangen werden, dass sich die interessierte Öffentlichkeit Kenntnis vom Gerichtstermin verschaffen konnte, namentlich allfällige Vertreter der Medien, welche die Praxis der Gerichte kennen und denen bei der praktischen Umsetzung des Öffentlichkeitsgrundsatzes eine wichtige Transmissionsfunktion zukommt. Sodann ist nicht zu sehen, weshalb die Vorankündigung der Verhandlung drei Wochen vor dem Termin ungenügend sein sollte. Die Kritik der Beschwerdeführerin ist unbegründet.