Citation: 6B_506/2024 E. 1.1

1.1. Der Beschwerdeführer bestreitet, den Beschwerdegegner anlässlich des Einbruchsdiebstahls vom 31. Oktober 2018 geschlagen, mit einem spitzen Gegenstand in den Brustbereich gestochen und schwer verletzt zu haben. Er rügt, die Vorinstanz verletze sein Recht auf Verteidigung (Art. 130 StPO), die Teilnahmerechte (Art. 147 StPO) sowie Art. 146 StPO und stelle bei der Beweiswürdigung auf absolut unverwertbare Beweismittel ab. Er macht zusammengefasst geltend, die in Frage stehende Tat sei von Beginn an klar ein Fall einer notwendigen Verteidigung gewesen. Das Strafverfahren sei formell mit Verfügung vom 20. Dezember 2018 eröffnet worden. Demgegenüber sei die Verteidigung erst am 17. August 2020, am Tag seiner Auslieferung aus Österreich, bestellt worden, obwohl den Strafverfolgungsbehörden sein Aufenthaltsort (Haft in Österreich) spätestens am 22. Januar 2019 bekannt gewesen sei. Spätestens bei der zweiten Einvernahme des Beschwerdegegners am 28. Mai 2019, bei der auch eine Fotokonfrontation durchgeführt und der Beschwerdegegner gefragt worden sei, wer ihn geschlagen und gestochen habe, hätte er (der Beschwerdeführer) notwendig verteidigt sein müssen, und ihm hätten seine Teilnahmerechte gewährt werden müssen. Die Durchführung der Einvernahme des Beschwerdegegners vom 28. Mai 2019 ohne Bestellung und Beizug einer Verteidigung verletze Art. 130 sowie Art. 146 Abs. 2 i.V.m. Art. 147 StPO und sei nicht verwertbar. Obwohl er die entsprechende Verwertungsproblematik der Vorinstanz als Vorfrage unterbreitet habe, habe diese darüber nicht im Vorfeld des Beweisverfahrens entschieden und schliesslich die Fotokonfrontation vom 28. Mai 2019 und die persönliche Gegenüberstellung vom 27. April 2021 relevant in die Beweiswürdigung einfliessen lassen. Ferner entspreche die Fotokonfrontation nicht den formellen Vorgaben von Art. 146 StPO, womit die Identifikation fehlerhaft durchgeführt worden sei.