Citation: 5A_252/2019 E. 2.1.1

2.1.1. Bei einer Zwangsverwertung ist der Steigerungspreis bar zu leisten. Erfolgt die Zahlung nicht rechtzeitig, so hat das Betreibungsamt den Zuschlag rückgängig zu machen und sofort eine neue Versteigerung anzuordnen (Art. 129 Abs. 3, Art. 143 Abs. 1, Art. 156 Abs. 1 SchKG, Art. 63 Abs. 1, Art. 102 VZG; BGE 109 III 69 E. 1). Der frühere Ersteigerer und seine Bürgen haften für den Ausfall und allen weiteren Schaden samt Zins zu 5 % (Art. 129 Abs. 1 und 3, Art. 143 Abs. 2, Art. 156 SchKG; Urteil 5C.222/2006 vom 14. Februar 2007 E. 3). Wird an der neuen Steigerung ein geringerer Erlös erzielt, so hat das Betreibungsamt die Ausfallforderung zunächst in ihrer Höhe festzustellen (und dem Erstersteigerer bzw. Schuldner mitzuteilen). Wird sie vom Schuldner innert angesetzter Frist nicht beglichen, so hat das Betreibungsamt den bei der Verwertung zu Verlust gekommenen betreibenden Gläubigern und Pfandgläubigern Anzeige zu machen (Formular VZG Nr. 14) mit der Aufforderung, ein allfälliges Begehren um Verwertung der Forderung gemäss Art. 130 Ziff. 1 und Art. 131 SchKG anzubringen, andernfalls die Forderung durch öffentliche Versteigerung verkauft werde (Art. 72 Abs. 1 VZG; Art. 22 Anleitung VZG, in: KREN KOSTKIEWICZ, Kommentar SchKG, 19. Aufl. 2016, Nr. 22). Hat der Schuldner der Ausfallforderung für die Erfüllung der Steigerungsbedingungen Sicherheiten bestellt, so sind diese denjenigen Gläubigern, welche die Forderung zur Eintreibung oder als Erwerber übernommen haben, oder dem Erwerber zu übergeben (Art. 72 Abs. 2 VZG i.V.m. Art. 170 Abs. 1 OR).