Citation: 2C_786/2018 E. 6.4.1

6.4.1. Unter diesen spezifischen Umständen ist der Sachverhalt hinsichtlich der Konsequenzen einer Ausreise des Beschwerdeführers in den Kosovo und der Annahme, dass er sich dort selbständig wieder eine Existenz wird aufbauen können, ungenügend erstellt: Die Vorinstanz wird abzuklären haben, ob für den Beschwerdeführer tatsächlich ein soziales Netzwerk in der Heimat besteht und ob im Kosovo lebende Angehörige sich seiner annehmen können. Mit einem Intelligenzalter von 9 bis 12 Jahren dürfte es ihm schwer fallen, sich in der Heimat, die er als Siebenjähriger verlassen hat, allein zurechtzufinden und sich eine neue Existenz aufzubauen. Die hier lebenden Familienangehörigen könnten ihm dabei nur punktuell zur Seite stehen. Ohne Klärung, ob und wie eine Aufnahme im Kosovo möglich ist und in welchen Verhältnissen der Beschwerdeführer dort tatsächlich leben würde, sind die Folgen der Wegweisung nicht derart erstellt, dass eine faire Interessenabwägung - wie sie die Rechtsprechung zu Art. 8 Ziff. 2 EMRK voraussetzt - vorgenommen werden kann. Die entsprechenden Umstände sind von Amtes wegen (Untersuchungsgrundsatz) unter Mithilfe des Beschwerdeführers und seiner Familie abzuklären und nicht allein - wie dies die Vorinstanz getan hat - vorauszusetzen.