Citation: 9C_332/2021 E. 4.4

4.4. Mit Bezug auf eine besonders intensive Überwachung hat das kantonale Gericht u.a. festgestellt, die Kinderärztin habe eine ununterbrochene Überwachungs- und Beaufsichtigungsnotwendigkeit während mehr als acht Stunden am Tag unter Hinweis auf eine Selbstgefährdung betont. Die bei der Sonderschule arbeitende Heilpädagogin habe Aggressionsausbrüche geschildert, die sich über kürzere und längere Zeitphasen erstrecken könnten. Das passe zu den Angaben im Abklärungsbericht vom 28. Januar 2020. Danach fehle es dem Versicherten an Feinfühligkeit, er werde anderen gegenüber auch aggressiv und schlage sie; er sei unberechenbar, kenne keine Gefahren und könne die Konsequenzen seines Handelns nicht einschätzen; auch könne er in Gefahrensituationen nicht adäquat reagieren. Diese vorinstanzlichen Feststellungen bleiben für das Bundesgericht verbindlich (vgl. vorangehende E. 1.2). Sie lassen sich indessen wie folgt weiter differenzieren: Nach den Schilderungen der Mutter des Versicherten benötigt dieser vor allem beim nach draussen Gehen eine erhöhte Aufmerksamkeit und Eins-zu-eins-Überwachung. Er kann aber sowohl in einem Veloanhänger als auch in einem Autokindersitz sicher transportiert werden. Im normalen Tagesablauf genügt während des Kochens (zwei mal täglich je 30 Minuten), nach dem Mittagessen (12.45 Uhr bis 14.30 Uhr) und nach dem Abendessen (17.45 Uhr bis 18.45 Uhr) eine Überwachung in regelmässigen Abständen und ein Eingreifen wenn nötig, was insgesamt 35 Minuten (von drei Stunden und 45 Minuten) in Anspruch nimmt. Dass - ausser beim Aufenthalt im Freien - schon bei einer kurzen Unachtsamkeit regelmässig mit lebensbedrohlichen Folgen oder mit einer massiven Schädigung von Personen oder Gegenständen gerechnet werden müsste, ergibt sich weder aus den Angaben der Mutter noch aus jenen der Kinderärztin oder der Schule.