Citation: 6B_678/2013 E. 2.3

2.3. Der bereits im kantonalen Verfahren anwaltlich vertretene Beschwerdeführer unterliess es, die Unverwertbarkeit des Durchsuchungsergebnisses rechtzeitig geltend zu machen. Spätestens nachdem er in der Einvernahme vom 12. August 2010 über die Durchsuchung vom 18. März 2009 und deren Ergebnis informiert worden war, hatte er Kenntnis vom behaupteten Mangel (kantonale Akten, act. 41/19 S. 48). Aufgrund des Vorhalts des Staatsanwalts, wonach die vom Beschwerdeführer geltend gemachte Entsorgung der vier Patronen als Lüge bezeichnet werden müsse (a.a.O.), war die Relevanz der Durchsuchung für den Beschwerdeführer erkennbar. Dennoch verzichtete er nach der Schlusseinvernahme vom 7. Juli 2011 auf weitere Beweisanträge (kantonale Akten, act. 41/30 S. 21). Der Beschwerdeführer hätte bereits vor Anklageerhebung oder im erstinstanzlichen Verfahren die Nichtverwertbarkeit rügen können. Jedenfalls hätte er diesen Einwand erheben müssen, nachdem das erstinstanzliche Gericht in der Urteilsbegründung auf das Ergebnis der Durchsuchung abstellte und den Müll zur Vernichtung freigab. Der Beschwerdeführer brachte die Rüge jedoch erstmals an der Berufungsverhandlung vor. Ein solches Zuwarten verstösst gegen den Grundsatz von Treu und Glauben. Dies auch deshalb, weil die Verfügung des erstinstanzlichen Gerichts, wonach der Spitalmüll vernichtet werden kann, mit Beschluss der Vorinstanz vom 13. August 2012 in Rechtskraft erwuchs (kantonale Akten, act. 261; vgl. Urteile 6B_22/2010 vom 8. Juni 2010 E. 2.3.1 und 6B_841/2009 vom 26. November 2009 E. 4.2). Dem Beschwerdeführer war zumutbar, die Unverwertbarkeit des Durchsuchungsergebnisses rechtzeitig (vor Anklageerhebung oder im erstinstanzlichen Verfahren) zu rügen. Ob der angebliche Mangel zu diesem Zeitpunkt noch heilbar gewesen wäre, kann rückblickend nicht abschliessend beurteilt werden. Zwar befand sich der Müll nach der ersten Durchsuchung nicht mehr im ursprünglich unberührten Zustand. Trotzdem wäre eine erneute Durchsuchung im Beisein des Beschwerdeführers möglich gewesen. Jedenfalls wäre ein Antrag auf Wiederholung der Durchsuchung nicht von vornherein sinnlos gewesen.