Citation: 1P.615/2001 15.10.2001 E. 2

2.-Die Anordnung und Fortdauer von Untersuchungshaft setzt nach zürcherischem Strafprozessrecht voraus, dass der Angeschuldigte eines Verbrechens oder Vergehens dringend verdächtig ist und ausserdem aufgrund bestimmter Anhaltspunkte das Vorliegen eines besonderen Haftgrundes (namentlich Flucht- oder Kollusionsgefahr) ernsthaft zu befürchten ist (§ 58 Abs. 1 StPO/ZH). a) Die kantonalen Behörden beschuldigen die Hauptverdächtigen der qualifizierten Geiselnahme und Erpressung. Der damals achtjährige Y.________ sei im Mai 2000 mit dem Ziel einer Lösegelderpressung in Zürich bzw. im Kanton Luzern entführt und festgehalten worden. Wie der Beschwerdeführer darlegt, wird ihm eine "Beteiligung an der Entführung" vorgeworfen. Er wird beschuldigt, die Hauptverdächtigen zwischen dem 16. und 20. Mai 2000 "mittels mehreren aktiven Tathandlungen unterstützt" zu haben. "Kurz nach Beginn der Entführung" habe er für zwei der Haupttäter "einen neuen Natel-Chip" besorgt, "diesen in das Haus überbracht, wo sich die Entführer mit dem Opfer aufhielten", und "letzteren auch ein Taxi organisiert, damit die beiden Haupttäter sich vom erwähnten Haus, wo sie das Entführungsopfer festhielten, unauffälig entfernen konnten". b) Der Beschwerdeführer räumt ein, er habe, "in Kenntnis der Entführung des Kindes auf entsprechende Aufforderung" eines der mutmasslichen Haupttäter "hin ein Taxi bestellt und dieses an den Aufenthaltsort des Kindes begleitet". Allerdings habe er das Taxi nicht "organisiert", um den Hauptangeschuldigten bei einer Straftat zu helfen, sondern "um das Kind freizulassen". Im Weiteren habe er den mutmasslichen Haupttätern "eine Chipkarte für ein Mobiltelefon überbracht", wobei er jedoch "zu diesem Zeitpunkt" noch nichts von der Entführung "gewusst" haben will. Zwar sei "klar, dass letztlich der Sachrichter über das Vorliegen bzw. Nichtvorliegen eines subjektiven Tatbestandes entscheiden muss". Es könne jedoch "nicht angehen, dass ein Angeschuldigter, dem im Rahmen einer äusserst umfangreichen Ermittlung in einem Entführungsfall allenfalls eine einzelne untergeordnete, allenfalls strafbare Handlung vorgeworfen" werde, "auch gestützt auf einen solchen nicht erhärteten Verdacht in Untersuchungshaft belassen wird". c) Der Beschwerdeführer führt mit Recht aus, dass aufgrund der bisherigen Beweisergebnisse "der dringende Tatverdacht" einer strafbaren Beteiligung an der untersuchten Kindesentführung "in Bezug auf das Bestellen bzw. das Organisieren eines Taxis", und "der objektive Tatbestand in Bezug auf den Ankauf und die Übergabe einer Mobiltelefon-Chipkarte" ausreichend "erstellt" erscheint. Die Frage, um welche Form der Beteiligung (Gehilfenschaft, allenfalls Mittäterschaft usw.) es sich im vorliegenden Fall handeln könnte, ist grundsätzlich nicht vom Haftrichter zu entscheiden, sondern (im Falle einer entsprechenden Anklageerhebung) vom erkennenden Strafrichter. Das Analoge gilt für die Frage, inwiefern aufgrund der Beweisergebnisse der subjektive Tatbestand erstellt sei. Zwar rügt der Beschwerdeführer die Erwägung des angefochtenen Entscheides als "willkürlich", wonach "vor allem aufgrund von Telefonaufzeichnungen sich deutliche Hinweise dafür" ergäben, "dass der Beschwerdeführer schon früher als vorgegeben von der Entführung gewusst habe". Er legt jedoch mit keinem Wort dar, inwiefern die betreffende Erwägung als unrichtig oder gar als sachlich unhaltbar anzusehen wäre. Insofern genügt die Willkürrüge den gesetzlichen Substanzierungsanforderungen nicht (vgl. Art. 90 Abs. 1 lit. b OG). Ebenso wenig ist vom Haftrichter das Vorbringen des Beschwerdeführers zu überprüfen, er habe das Taxi "organisiert (...), um das Kind freizulassen", und nicht, "damit die Täter sich bspw. unauffällig entfernen konnten". Dies ist umso weniger zu prüfen, als der Beschwerdeführer diesbezüglich den dringenden Tatverdacht ausdrücklich einräumt.