Citation: I 569/06 20.11.2006 E. 4

Zu prüfen bleibt, ob und gegebenenfalls wann der Rentenanspruch erneut entstanden ist. 4.1 Die Ärzte des Medizinischen Zentrums R.________ gelangten im Gutachten vom 4. Dezember 2003 zum Ergebnis, der Beschwerdeführer weise auf Grund der Zweietagenproblematik mit Schmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule und des linken Knies auch in einer leichten Tätigkeit mit Wechsel zwischen sitzender und stehender Position nur noch eine Restarbeitsfähigkeit von höchstens einem Drittel auf. Zudem weist der Explorand gemäss der Beurteilung des psychiatrischen Konsiliarius Dr. med. A.________ vom 20. Oktober 2003 besondere Persönlichkeitszüge auf, welche der Gutachter jedoch "nicht als arbeitsunfähigkeitsverursachend" einstuft. Insgesamt ist der Versicherte laut der Expertise zu 100% arbeitsunfähig. Das Gutachten wird in seiner Stellungnahme zur Arbeitsfähigkeit den von der Rechtsprechung entwickelten Anforderungen (BGE 125 V 352 Erw. 3a) gerecht und kann daher grundsätzlich der Anspruchsbeurteilung zu Grunde gelegt werden. Dementsprechend ist ein Invaliditätsgrad von 100% für den Begutachtungszeitpunkt (die Untersuchungen fanden im Oktober 2003 statt) ausgewiesen. Diesbezüglich besteht auch zwischen den Parteien Einigkeit. Umstritten ist demgegenüber, wann die entsprechende anspruchsrelevante Veränderung eingetreten ist. Diese besteht nach dem Gesagten darin, dass sich die durch das Knieleiden bewirkten Einschränkungen auf Grund verstärkter Rückenbeschwerden erheblich verschlimmerten. 4.2 Das kantonale Gericht setzte den Zeitpunkt der erheblichen Verschlechterung des Gesundheitszustands auf Juli 2002 fest. Es erwog, gemäss den Berichten des Dr. med. W.________, Spital T.________, vom 10. und 14. Januar 2000 (erstattet im Anschluss an einen vom 10. bis 23. Dezember 1999 dauernden Aufenthalt sowie zwei ambulante Untersuchungen vom 13. und 18. Januar 2000) hätten die Rückenbeschwerden im damaligen Zeitpunkt noch zu keiner wesentlichen Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit (wechselbelastend, ohne Heben und Tragen von Lasten über 15 kg, ohne repetitive Über-Kopf-Arbeiten, ohne Kälte- und Nässeexposition) geführt. Gleiches ergebe sich aus dem Bericht des Dr. med. Min, Universitätsklinik B.________, vom 17. Juni 2002. Den anders lautenden Aussagen des Hausarztes Dr. med. C.________, Innere Medizin FMH, könne nicht gefolgt werden, zumal dieser Arzt keine Begründung für die Reduktion der Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit angebe. 4.3 Entgegen der in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde vertretenen Auffassung lässt sich aus der im Gutachten des Medizinischen Zentrums R.________ vom 4. Dezember 2003 enthaltenen Bemerkung, die chronischen lumbovertebralen Schmerzen bestünden seit 1999, nicht ohne weiteres ableiten, das entsprechende Leiden habe damals auch bereits eine Intensität aufgewiesen, welche die Arbeitsfähigkeit erheblich beeinträchtigte. Dr. med. H.________ hatte (nachdem entsprechende Beschwerden schon in früheren Vorakten erwähnt worden waren) bereits in seinem Bericht vom 18. November 1998 auf ein rezidivierendes, leichteres Lumbovertebralsyndrom hingewiesen, dem er aber keine grössere Bedeutung beimass. In Übereinstimmung damit stufte Dr. med. O.________ in seiner Stellungnahme vom 6. Januar 1999 die Lumbalgieepisode vorerst als banal ein. Laut den Berichten des Hausarztes Dr. med. C.________ vom 10. August und 8. Oktober 2001 sowie 25. Januar 2003 traten im November 1999 lumbale Rückenschmerzen auf. Die deswegen veranlasste stationäre rheumatologische Behandlung im Spital T.________ im Dezember 1999 brachte nicht die erhoffte Symptomlinderung; die Ärzte gelangten jedoch - auch nach den beiden zusätzlichen ambulanten Konsultationen - zum Ergebnis, dieses Beschwerdebild führe zu keiner erheblichen Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit in einer geeigneten Tätigkeit, wobei deren Umschreibung mit dem seinerzeit durch den SUVA-Kreisarzt Dr. med. O.________ formulierten Profil vereinbar ist. Im ausführlichen Bericht des Dr. med. G.________, Chirurgie FMH, SUVA-Ärzteteam Unfallmedizin, vom 10. Oktober 2001 (erstattet gestützt auf die Akten sowie eine persönliche Untersuchung vom 4. September 2001) wird erklärt, der Patient leide an einem lumbospondylogenen Schmerzsyndrom rechts; es liege eine Osteochondrose L5/S1 vor, wobei ein Zusammenhang mit dem Vorfall vom 9. Februar 1997 und dessen Folgen nur möglich sei. Das durch Dr. med. O.________ formulierte Zumutbarkeitsprofil könne im Wesentlichen bestätigt werden, wobei auf Grund des rein organisch bedingten und erklärbaren Krankheitsbildes ein ganztägiger Einsatz möglich sei. Aus den anschliessenden Ausführungen zur praktischen Umsetzung der verbliebenen Arbeitsfähigkeit kann geschlossen werden, dass diese Einschätzung auch die Rückenbeschwerden einbezog. Im Bericht des Universitätsspitals B.________ vom 17. Juni 2002 wurde eine durch das Rückenleiden bedingte erhebliche Arbeitsunfähigkeit weiterhin verneint. Unter diesen Umständen lässt es sich nicht beanstanden, wenn die Vorinstanz den Eintritt der gesundheitlichen Verschlechterung - im Sinne einer zusätzlichen erheblichen Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit durch die Rückenbeschwerden - auf Juli 2002 festgesetzt hat. Da die Arbeitsfähigkeit in der seit Juli 1998 zumutbaren, leidensangepassten Tätigkeit vor diesem Zeitpunkt nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit um mindestens 20% reduziert war (vgl. AHI 1998 S. 124), konnte die einjährige Wartezeit gemäss Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG erst im Juli 2002 zu laufen beginnen (Art. 29bis IVV ist angesichts der bereits auf Ende Oktober 1998 vorzunehmenden Renteneinstellung nicht anwendbar). Dementsprechend besteht, wie die Vorinstanz zu Recht erkannt hat, Anspruch auf eine ganze Rente ab 1. Juli 2003.