Citation: U 238/05 31.05.2006 E. 2

In materieller Hinsicht zu beurteilen ist die Frage, ob die seit Oktober 2002 vorhandenen Beschwerden noch in einem natürlichen und adäquaten, also leistungsbegründenden Kausalzusammenhang mit dem Unfall vom 14. April 1992 stehen. 2.1 Das kantonale Gericht erkannte, aufgrund einer bei den Akten liegenden biomechanischen Beurteilung und wegen des fehlenden echtzeitlichen Nachweises von typischen Beschwerden innert der anerkannten Latenzzeit (symptomfreie Phase) könne nicht davon ausgegangen werden, es liege ein Schleudertrauma vor. Die geklagten Schulterschmerzen seien unfallfremd. Das nunmehr festgestellte chronische Schmerzsyndrom und die neuropsychologischen Funktionsstörungen seien Ausdruck einer psychischen Fehlentwicklung, die nach den Kriterien gemäss BGE 115 V 140 Erw. 6c nicht in adäquat kausaler Weise auf den Unfall zurückzuführen sei. Demgegenüber vertritt die Beschwerdeführerin die Auffassung, das medizinische Dossier lasse auf das Vorliegen eines Schleudertraumas schliessen; eine biomechanische Beurteilung sei in diesem Zusammenhang nicht massgeblich. Auch die Schulterbeschwerden seien unfallkausal. Insgesamt sei die adäquate Kausalität gestützt auf die Prüfungsvorgaben nach BGE 117 V 366 Erw. 6 zu bejahen. 2.2 Die umstrittene Leistungspflicht des Unfallversicherers ab dem 1. Oktober 2002 ist für die Zeit vor Inkrafttreten des ATSG am 1. Januar 2003 aufgrund der damals gültig gewesenen Bestimmungen des UVG zu beurteilen, während hinsichtlich einer allfällig fortbestehenden Leistungspflicht nach dem 1. Januar 2003 bis zum Zeitpunkt des Einspracheentscheids vom 17. Dezember 2003 (als zeitlicher Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis; BGE 121 V 366 Erw. 1b mit Hinweis; vgl. auch BGE 129 V 4 Erw. 1.2, 169 Erw. 1, 356 Erw. 1) die Rechtslage nach ATSG massgebend ist (vgl. zum Ganzen BGE 130 V 446 f. Erw. 1.2.1 und 1.2.2, mit Hinweis auf BGE 130 V 329). Diese intertemporalrechtlichen Grundsätze sind hier jedoch insoweit von untergeordneter Bedeutung, als das ATSG an den Begriffen des natürlichen (BGE 129 V 181 Erw. 3.1 mit Hinweisen) und adäquaten (BGE 129 V 181 Erw. 3.2, 405 Erw. 2.2, 127 V 102 Erw. 5b, 125 V 461 Erw. 5a) Kausalzusammenhangs als Voraussetzung der Leistungspflicht nach Art. 6 Abs. 1 UVG nichts geändert hat (siehe etwa Urteile E. vom 28. Juli 2005, U 74/05, Erw. 1, B. vom 7. April 2005, U 458/04, Erw. 1; vgl. Kieser, ATSG-Kommentar, Zürich/Basel/Genf 2003, S. 64 f. Art. 4 Rz 20). Die dazu ergangene Rechtsprechung - insbesondere zur Adäquanzbeurteilung bei psychischen Unfallfolgen (BGE 115 V 133) sowie bei Unfällen mit Distorsion der Halswirbelsäule (so genanntes Schleudertrauma), mit einem "äquivalenten Verletzungsmechanismus" (Kopfanprall mit Abknicken der Halswirbelsäule; SVR 1995 UV Nr. 23 S. 67 Erw. 2) oder einem Schädel-Hirn-Trauma (BGE 117 V 366 Erw. 6 und 382 Erw. 4; vgl. auch die in Erw. 4.1 hienach zitierte Praxis) und zum Dahinfallen eines einmal anerkannten (natürlichen und adäquaten) Kausalzusammenhangs (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 45 [U 355/98], 1994 Nr. U 206 S. 328 Erw. 3b [U 180/93]) - wird im vorinstanzlichen Entscheid zutreffend dargelegt. Darauf wird verwiesen.