Citation: 5P.247/2003 15.08.2003 E. 1

1.1 Das Obergericht hat im angefochtenen Entscheid unter anderem festgehalten, dass die Darstellung der Beschwerdeführerin, wonach sie ab 1981 ihre Erwerbstätigkeit im Hinblick auf eine gemeinsam vorgesehene Familiengründung eingeschränkt habe, vom Beschwerdegegner bestritten werde. In diesem Zusammenhang sei auch auf den Bericht von Dr. med. X.________, FMH Psychiatrie, hinzuweisen, wonach gemäss Angaben der Beschwerdeführerin die Trennung der Parteien darauf zurückzuführen sei, dass der Beschwerdegegner den Kinderwunsch der Beschwerdeführerin nicht geteilt habe. Die Beschwerdeführerin vermöge denn auch keine Umstände darzulegen, die ihre Behauptung als glaubhaft erscheinen liessen. Eine kinderlose Lebensgemeinschaft mache in der Regel keine Einschränkung der Erwerbstätigkeit notwendig; das Motiv der Familiengründung erscheine im Übrigen auch aufgrund des damaligen jugendlichen Alters der Beschwerdeführerin als unwahrscheinlich. Selbst bei einem gemeinsamen Kinderwunsch finde eine Reduzierung des Arbeitspensums regelmässig nicht statt, bevor zumindest über eine Schwangerschaft Gewissheit bestehe. Über medizinische Abklärungen bezüglich Familienplanung habe die Beschwerdeführerin vor Amtsgericht keine Aussagen machen wollen. Ebenso wenig sei mit Blick auf die sich widersprechenden Parteiaussagen vor dem Amtsgericht erstellt, dass aufgrund eines gemeinsamen Beschlusses der Parteien die Haushaltführung ausschliesslich der Beschwerdeführerin obgelegen habe. Damit sei mit der Erstinstanz davon auszugehen, dass die Einschränkung der Erwerbstätigkeit seit dem Jahre 1981 nicht "gemeinschaftsbedingt" sei. 1.2 Die Beschwerdeführerin macht geltend, die Schlussfolgerung, dass die Einschränkung der Erwerbstätigkeit nicht "gemeinschaftsbedingt" sei, gründe auf einer willkürlichen und einseitigen Beweiswürdigung. Sie führt zunächst aus, es treffe nicht zu, dass keine Familiengründung geplant gewesen sei. Auch der Beschwerdegegner habe ausgeführt, es sei geplant gewesen, eine Familie zu gründen, sonst hätten sie nicht geheiratet. Mit dieser einzigen Aussage vermag sie keine Willkür in der Beweiswürdigung nachzuweisen. Das Obergericht hat nämlich nicht ausgeschlossen, dass der Beschwerdegegner im Zeitraum rund um die Heirat mit einem gemeinsamen Kind einverstanden gewesen sein könnte. Es durfte aber aus dem jugendlichen Alter der Beschwerdeführerin und dem langjährigen Konkubinat vor der Heirat willkürfrei schliessen, dass der gemeinsame Kinderwunsch kaum von Anfang bestanden haben dürfte, und es durfte - gestützt auf Aussagen der Beschwerdeführerin selber - ebenso willkürfrei annehmen, dass im Vorfeld der Trennung Uneinigkeit über die Kinderfrage bestand. Im Übrigen ist fraglich, ob die streitige Sachverhaltsfeststellung für den angefochtenen Entscheid überhaupt erheblich ist. Das Obergericht hat für seine Schlussfolgerung, dass die Einschränkung der Erwerbsfähigkeit nicht auf die gemeinsame Familienplanung zurückzuführen sei, nämlich ein weiteres entscheidendes Argument angefügt. Es hat argumentiert, eine kinderlose Lebensgemeinschaft mache in der Regel keine Einschränkung der Erwerbstätigkeit nötig und selbst wenn eine Familienplanung bestanden hätte, hätte eine Reduzierung des Arbeitspensums kaum stattgefunden, bevor zumindest über eine Schwangerschaft Gewissheit bestanden hätte. Inwiefern diese - im Übrigen aus der allgemeinen Lebenserfahrung geschöpfte und damit der staatsrechtlichen Beschwerde nicht zugängliche (BGE 126 III 10 E. 2b S. 12 mit Hinweis) - Schlussfolgerung unzutreffend oder gar willkürlich sein könnte, legt die Beschwerdeführerin nicht dar, so dass ihrer Willkürrüge auch aus diesem Grund der Boden entzogen ist. Die Beschwerdeführerin hält weiter dafür, sie habe gemäss den Aussagen des Beschwerdegegners gewaschen, gekocht und geputzt und damit den Haushaltprimat innegehabt. Es habe daher eine abgesprochene Arbeitsteilung und damit eine ehebedingte Arbeitspensenreduktion vorgelegen. Auch deshalb sei die Schlussfolgerung, die Einschränkung der Erwerbstätigkeit sei nicht "gemeinschaftsbedingt" gewesen, willkürlich. Das Beweisergebnis des Obergerichts ist indessen nicht willkürlich, auch wenn es Gründe für die Darstellung der Beschwerdeführerin gibt. Willkür liegt nämlich lediglich vor, wenn die Würdigung des Obergerichts mit keinen sachlichen Gründen vertreten werden kann und nicht bereits dann, wenn eine andere Schlussfolgerung ebenso wahrscheinlich erscheint oder sogar vorzuziehen wäre (BGE 124 IV 86 E. 2a; 120 Ia 369 E. 3a; je mit Hinweisen). Der Beschwerdegegner hat nämlich auch ausgeführt, die Parteien hätten sich während des vorehelichen und ehelichen Zusammenlebens die Haushaltarbeit geteilt. Die Beschwerdeführerin habe bereits vor dem gemeinsamen Zusammenleben mit ihm nie zu 100 % gearbeitet, dies jedoch teilweise während des Zusammenlebens getan. Die Beschwerdeführerin habe aus freien Stücken teilzeitlich gearbeitet und habe nicht im gemeinsamen Interesse bzw. im Hinblick auf eine Familiengründung, sondern aufgrund ihrer schlechten schulischen Leistungen auf eine eigene Berufskarriere verzichtet. Angesichts dieser Aussagen ist die Schlussfolgerung des Obergerichts, es habe keine abgesprochene und daher auch keine "gemeinschaftsbedingte" Arbeitspensenreduktion gegeben, nicht willkürlich.