Citation: 8C_331/2022 E. 4

In psychischer Hinsicht mass die Vorinstanz dem psychiatrischen Gutachten der Dr. med. B.________ vom 14. März 2021 samt ergänzender Stellungnahme vom 18. Juni 2021 Beweiskraft bei. Die Sachverständige habe die von ihr diagnostizierte rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte bis mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F33.0/F33.1) nachvollziehbar begründet. Dennoch folgte die Vorinstanz der Einschätzung der Gutachterin nicht, wonach die Beschwerdeführerin im Zeitraum von September 2016 bis Juni 2017 überhaupt nicht und seit Therapiebeginn im Juni 2017 in einer leidensangepassten Tätigkeit lediglich im Umfang von 60 % arbeitsfähig war. Sie begründete dies damit, dass in der Gesamtbetrachtung die geltend gemachten funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten psychischen Beeinträchtigung anhand der Standardindikatoren nicht überwiegend wahrscheinlich erstellt seien. Es fehle an einem stimmigen Gesamtbild für die Annahme einer rechtlich relevanten psychischen Funktionseinbusse, weshalb das Vorliegen eines invalidisierenden psychischen Gesundheitsschadens zu verneinen sei.