Citation: 2C_128/2024 E. 8.4

8.4. Ausserdem bleibt die Kompetenz der Migrationsbehörden, eine Aufenthaltsbewilligung für nach dem 1. Oktober 2016 begangene Delikte zu widerrufen, unter anderem dann erhalten, wenn das Strafurteil (welches keine Landesverweisung ausgesprochen hat) ohne Urteilsbegründung erfolgte, auch der Anklageschrift keine Ausführungen zur Landesverweisung zu entnehmen sind und aufgrund der Geringfügigkeit des nach dem 1. Oktober 2016 begangenen Delikts davon auszugehen ist, dass auch eine fakultative Landesverweisung vom Strafgericht von vornherein nicht in Betracht gezogen wurde (BGE 146 II 321 E. 5.1; 146 II 49 E. 5.6; Urteil 2C_945/2019 vom 15. Januar 2020 E. 2.2.1 f. mit Hinweisen; zu den verschiedenen Konstellationen bezüglich Dualismusverbot und weiteren Details vgl. BGE 148 II 1; 146 II 321; 146 II 49; 146 II 1). Mittels Strafbefehl kann (für nach dem 1. Oktober 2016 begangene Delikte) keine Landesverweisung gestützt auf Art. 66a ff. StGB angeordnet werden (Art. 352 Abs. 2 StPO e contrario; Urteile 2C_728/2021 vom 4. März 2022 E. 5; 2C_532/2020 vom 7. Oktober 2020 E. 8; 2C_945/2019 vom 15. Januar 2020 E. 2.2.1).