Citation: 4A_176/2008 23.09.2008 E. 3

Die Beschwerdeführer rügen zunächst gestützt auf Art. 190 Abs. 2 lit. a IPRG die vorschriftswidrige Zusammensetzung des TAS, das den angefochtenen Entscheid gefällt hat. 3.1 Die Beschwerdeführer bringen zur Begründung ihrer Rüge vor, der Beschwerdegegner sei schon im Verfahren vor dem TAS von Rechtsanwalt Ibarrola vertreten gewesen. Dieser sei zwischen 2003 und Juni 2007 als hochrangiger Funktionär beim TAS angestellt gewesen und habe gemäss eigenen Angaben mehr als 400 Fälle geführt. Während seiner Tätigkeit beim TAS sei er bei jeder Audienz als Gerichtsschreiber tätig gewesen und habe an unzähligen Weiterbildungen teilgenommen, in denen die Schiedsrichter als Referenten aufgetreten seien und sei deshalb in ständigem Kontakt mit jedem einzelnen der TAS-Schiedsrichter gewesen. Seine langjährige Tätigkeit beim TAS habe zu einem weit über den normalen beruflichen Kontakt hinausgehenden Bezug zu den TAS-Schiedsrichtern geführt. Insbesondere habe der Rechtsvertreter des Beschwerdegegners, so die Beschwerdeführer weiter, einen starken persönlichen Bezug zu den Schiedsrichtern, zumal er vor und nach den Verhandlungen stets mit ihnen in kollegialer Weise den Fall besprochen habe. Dieser Umstand habe zu einer Befangenheit der am Schiedsverfahren beteiligten Schiedsrichter geführt, was der damalige Rechtsvertreter der Beschwerdeführer zu Beginn der mündlichen Verhandlung gerügt habe; die Rüge sei jedoch von den Schiedsrichtern überhört und die Verhandlung fortgesetzt worden. 3.2 Mit ihrer Behauptung, sie hätten die beteiligten Schiedsrichter wegen Befangenheit zu Beginn der mündlichen Verhandlung abgelehnt, weichen die Beschwerdeführer vom verbindlich festgestellten Sachverhalt des angefochtenen Entscheids ab (Art. 105 Abs. 1 BGG). Die Vorinstanz hielt nämlich hinsichtlich des Verfahrensverlaufs fest, dass keine der Parteien verfahrensrechtliche Einwendungen erhoben hätten. Soweit die Beschwerdeführer bezüglich dieser Sachverhaltsfeststellung sinngemäss eine Verletzung ihres rechtlichen Gehörs vorbringen (vgl. Art. 190 Abs. 2 lit. d IPRG), indem sie geltend machen, sie seien mit ihrer entsprechenden Rüge nicht gehört worden, so verfehlen sie die Begründungsanforderungen an eine gehörige Sachverhaltsrüge, da sie nicht mit Aktenhinweisen darlegen, dass sie entsprechende Tatsachenbehauptungen bereits vor der Vorinstanz prozesskonform vorgebracht haben. Darauf ist nicht einzutreten. 3.3 Fehlt es einem Schiedsgericht an Unabhängigkeit oder Unparteilichkeit, ist es als vorschriftswidrig zusammengesetzt im Sinne von Art. 190 Abs. 2 lit. a IPRG zu betrachten (BGE 129 III 445 E. 3.1 S. 449). Die Partei, die einen Schiedsrichter ablehnen will, hat den Grund der Ablehnung geltend zu machen, sobald sie von diesem Kenntnis erhält. Dieser Grundsatz, der in R34 des Code de l'arbitrage en matière de sport ausdrücklich festgehalten ist, bezieht sich sowohl auf Ablehnungsgründe, die der Partei tatsächlich bekannt waren als auch auf solche, von denen sie bei gehöriger Aufmerksamkeit hätte Kenntnis erlangen können (BGE 129 III 445 E. 4.2.2.1 S. 465 mit Hinweisen). Nach dem Grundsatz von Treu und Glauben verwirkt eine Partei ihren Anspruch auf Anrufung des Ablehnungsgrunds, wenn sie ihn nicht unverzüglich geltend macht; es geht nicht an, dass sie Ablehnungsgründe gleichsam in "Reserve" hält, um diese bei ungünstigem Prozessverlauf und voraussehbarem Prozessverlust nachzuschieben (BGE 129 III 445 E. 3.1 S. 449 mit Hinweisen). Vorliegend machen die Beschwerdeführer nicht geltend, sie hätten von den behaupteten Ablehnungsgründen nicht schon zu Beginn des Schiedsverfahrens Kenntnis erhalten bzw. erhalten können. Vielmehr berufen sie sich - wenn auch ohne die Anforderungen an eine gehörige Sachverhaltsrüge zu erfüllen - darauf, bereits zu Beginn der mündlichen Verhandlung den Ausstand der Schiedsrichter verlangt zu haben und geben damit zu, dass ihnen die Tatsachen, die sie nun vor Bundesgericht zur Rüge der vorschriftswidrigen Zusammensetzung des TAS veranlassen, bereits damals bekannt gewesen waren. Da eine Ablehnung der Schiedsrichter gemäss den für das Bundesgericht verbindlichen Feststellungen der Vorinstanz (Art. 105 Abs. 1 BGG) vor dem Schiedsgericht jedoch nicht prozesskonform verlangt wurde, und dessen vorschriftswidrige Zusammensetzung (Art. 190 Abs. 2 lit. a IPRG) erstmals vor Bundesgericht gerügt wird, sind die Beschwerdeführer mit diesem Einwand ausgeschlossen. Unabhängig davon, ob ihre Vorbringen überhaupt geeignet wären, eine Ablehnung der Schiedsrichter zu begründen, was vorliegend fraglich ist, stösst die Rüge der Verletzung von Art. 190 Abs. 2 lit. a IPRG daher ins Leere. Die Beschwerdeführer rügen in zweifacher Hinsicht eine Verletzung ihres Gehörsanspruchs (Art. 190 Abs. 2 lit. d IPRG).