Citation: 9C_436/2022 E. 3.1

3.1. Vorinstanzlich wurde erwogen, ein invalidisierender psychischer Gesundheitsschaden der Beschwerdeführerin sei nicht ausgewiesen. Insbesondere fände die vom behandelnden Psychiater Dr. med. C.________ bescheinigte Arbeitsunfähigkeit ihre Erklärung weitestgehend in psychosozialen Faktoren. Ein darauf beruhendes Beschwerdebild vermöge zwar medizinisch die Diagnose einer Anpassungsstörung, rechtlich indessen keine Invalidität zu begründen. Überdies spreche auch die Tatsache, dass sich die Beschwerdeführerin weder einer eigentlichen psychotherapeutischen noch einer psychopharmakologischen Behandlung unterziehe, gegen das Vorliegen einer invalidisierenden psychischen Störung. Soweit Dr. med. C.________ diesen Umstand auf eine herkunftsbedingte Introspektionsunfähigkeit zurückführe, überzeuge dies bei gleichzeitig beschriebenem quälendstem psychischem Leiden einerseits und dem Erfolg im Beruf mit Selbstbestimmung, Tüchtigkeit und Lebensbewährung anderseits nicht. Angesichts der klaren Aktenlage - so das kantonale Gericht abschliessend - könne der Beschwerdegegnerin keine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes vorgeworfen werden. Von weiteren Abklärungen seien keine neuen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb in antizipierter Beweiswürdigung von der eventualiter beantragten Rückweisung abzusehen sei. Dem hält die Beschwerdeführerin im Wesentlichen entgegen, die fachfremde Aktenbeurteilung des RAD-Facharztes Allgemeine Medizin FMH vom 21. Januar 2021 sei in verschiedener Hinsicht mangelhaft, sodass darauf nicht abgestellt werden könne. Indem die Vorinstanz, obwohl sie die Aktenbeurteilung des RAD ebenfalls als nicht beweiskräftig einstufe, weder ein Gerichtsgutachten eingeholt noch die Angelegenheit an die Beschwerdegegnerin zur Vornahme weiterer Abklärungen zurückgewiesen habe, stütze sie ihr Urteil auf einen unvollständig und unrichtig ermittelten Sachverhalt. Sie verstosse damit gegen den Untersuchungsgrundsatz sowie die Beweiswürdigungsregeln und folglich gegen Bundesrecht (Art. 43 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 61 lit. c ATSG). Zudem würden die bundesgerichtlichen Vorgaben betreffend den Beweiswert ärztlicher Berichte missachtet. Das kantonale Gericht habe ferner eine unzulässige eigene Korrektur/Interpretation des medizinischen Sachverhalts vorgenommen und sich dadurch willkürlich verhalten. Gestützt auf die Angaben des behandelnden Psychiaters Dr. med. C.________ zur bestehenden funktionellen Leistungseinschränkung sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass sie, die Beschwerdeführerin, an einer dauerhaften und erheblich limitierenden psychischen Erkrankung leide; sie sei deshalb seit Januar 2020 in ihrer bisherigen anspruchsvollen Tätigkeit bei der Pensionskasse zu 100 % arbeitsunfähig. In Bezug auf eine leidensangepasste Beschäftigung müsse eine 50 %ige Arbeitsfähigkeit angenommen werden, wobei selbst unter Zugrundelegung einer 100 %igen Arbeitsfähigkeit der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente resultiere.