Citation: 4A_132/2016 E. 3.2.3

3.2.3. Unter dem Titel "Verletzung des materiellen Ordre public im vorliegenden Fall" zitiert der Beschwerdeführer über mehrere Seiten aus dem Arbeitsvertrag vom 22. Juni 2011 und der Zusatzvereinbarung vom 23. Juni 2011 sowie der Begründung des angefochtenen Schiedsspruchs. Dabei verkennt er zunächst die Tragweite des Rechtsmissbrauchsverbots im Rahmen des Beschwerdegrunds von Art. 190 Abs. 2 lit. e IPRG, indem er den schiedsgerichtlichen Erwägungen zur rechtlichen Bedeutung der vereinbarten Schonfrist ("grace period") seine eigene Ansicht gegenüberstellt, wonach eine solche unzulässig sei bzw. nicht dazu führen könne, dass eine fristlose Kündigung infolge Zahlungsverzugs während dieser Frist ausser Betracht bleibe. Das Schiedsgericht hat die vom Beschwerdeführer vertretene Rechtsauffassung, wonach ein unabdingbares Recht auf sofortige fristlose Kündigung bestehe, sobald ein fälliger Lohnanspruch unbezahlt geblieben ist, nicht geteilt. Darin ist keine Missachtung des Rechtsmissbrauchsverbots zu erblicken. Der Beschwerdeführer führt zwar eine übermässige Bindung bzw. eine schwere Einschränkung der wirtschaftlichen Freiheit ins Feld, die ihn einer Zwangsarbeitssituation bzw. der Sklaverei ausgesetzt habe, vermag diese Behauptung jedoch durch keine schiedsgerichtlich festgestellten Sachverhaltselemente zu bekräftigen. Er bringt lediglich vor, er sei zur Deckung seines Lebensunterhalts auf seinen Lohn und die Spesenentschädigung angewiesen gewesen. Nachdem im Zeitpunkt der Kündigung die fälligen Lohn- und Spesenzahlungen bis auf die Monate Oktober bis Dezember 2012 bezahlt worden waren, konnten sich die vorgebrachten Liquiditätsprobleme einzig auf die anfängliche Verzögerung der Zahlungen beziehen. Auf den Umstand, dass ihm bereits für den Vertragsabschluss ein Einstiegsbonus ("signing-on fee") von EUR 30'000.-- und für die Saison 2012/2013 ein weiterer Bonus von EUR 20'000.-- ausbezahlt worden war, was annähernd fünf Monatslöhnen entsprach, geht der Beschwerdeführer mit keinem Wort ein. Seine weiteren Vorbringen sind zudem rein appellatorisch. Eine offensichtliche und schwerwiegende Persönlichkeitsverletzung, die zur Ordre public-Widrigkeit des entsprechenden Schiedsentscheids führen würde (BGE 138 III 322 E. 4.3.1 und 4.3.2), liegt entgegen der in der Beschwerde vertretenen Ansicht nicht vor.