Citation: 1C_143/2022 E. 2.3

2.3. Die Vorinstanz führte zu diesem Einwand zusammengefasst aus, gemäss Art. 21 Abs. 1 Satz 3 PBV/SG müsse das Baugesuch von der Bauherrschaft und den Grundeigentümern unterzeichnet werden. Nach der Rechtsprechung zu ähnlichen Bestimmungen in kommunalen Baureglementen handle es sich dabei um eine Ordnungsvorschrift. Damit solle den Baubehörden erspart werden, Bauvorhaben überprüfen zu müssen, deren Verwirklichung von vornherein am Widerstand der über das Grundstück verfügungsberechtigten Person scheitert. Zudem sollten die Baubehörden nicht zu einem Verfahren Hand bieten, das geeignet sei, Eigentumsrechte Dritter offensichtlich zu verletzen. Die Baubehörden seien (diesbezüglich) nur zu einer summarischen Prüfung der privatrechtlichen Verhältnisse verpflichtet. Gemäss Art. 21 Abs. 3 PBV/SG würden unvollständige Baugesuche zur Ergänzung oder Verbesserung zurückgewiesen. Die Bewilligungsbehörde trete auf das Gesuch bei Unterbleiben der Verbesserung innert der angesetzten Frist nicht ein. Zwar werde in einem Kommentar zum Planungs- und Baugesetz des Kantons St. Gallen die Meinung vertreten, Baugesuche seien im Sinne von Art. 21 Abs. 3 PBV/SG unvollständig, wenn die unterschriftliche Zustimmung der Grundeigentümerschaft zum Baugesuch fehle, da das Erfordernis dieser Zustimmung über eine blosse Ordnungsvorschrift hinausgehe. Dieser Meinung sei die Vorinstanz jedoch bereits in einem früheren Entscheid nicht gefolgt, in dem sie Art. 21 Abs. 1 PBV/SG als Ordnungsvorschrift qualifiziert und erkannt habe, die Baubehörde müsse auf ein Baugesuch auch ohne schriftliche Unterschrift der Grundeigentümerschaft eintreten, wenn deren Zustimmung sonst wie glaubhaft gemacht werden könne.