Citation: 6B_1315/2017 E. 1.4.2

1.4.2. Der Beschwerdeführer kritisiert unbegründet die zweimonatige Dauer nach der "Eruierung" der Täter bis zur vorsorglichen Unterbringung sowie die sechs Wochen bis zum Eintritt in das Massnahmenzentrum. Er bestreitet nicht, dass das Massnahmenänderungsverfahren bereits eingeleitet war und setzt sich weder mit der vorinstanzlich festgestellten jugendanwaltschaftlichen Prüfung des weiteren Vorgehens angesichts der erneuten (und zu untersuchenden) Delinquenz trotz laufender Massnahmen (oben Sachverhalt A i.f.) oder den gutachterlichen Empfehlungen auseinander noch erwähnt er die beauftragte Begutachtung, bestreitet jedoch die Voraussetzungen einer Krisenintervention. Wie in BGE 141 IV 172 E. 3.3 S. 175 f. ausgeführt wird, können Schutzmassnahmen gemäss Art. 12 ff. JStG während des Verfahrens vorsorglich angeordnet werden (Art. 5 JStG), da der Schutz und die Erziehung des Jugendlichen unter Umständen rasches Eingreifen gebieten. Nach Urteil 6B_85/2014 vom 18. Februar 2014 E. 4 kann sich eine vorsorgliche stationäre Massnahme als unumgänglich erweisen, etwa zur Planung und Einleitung der geeigneten Schutzmassnahmen gemäss dem übergeordneten Vollzugsziel der Sozialintegration und der Verhinderung eines Rückfalls. Die verbindlichen Feststellungen (Art. 105 Abs. 1 BGG) belegen die laufenden, erfolglosen Schutzmassnahmen und erneuten Abklärungen sowie die im Sinne der dringlichen nachhaltigen Intervention angeordnete geschlossene Unterbringung. Aufgrund des schweren Rückfalls blieb angesichts der Antezedenzien und des Gutachtens kaum eine andere Wahl als die vorsorgliche Unterbringung im Jugendgefängnis, bis ein Massnahmenzentrum den Beschwerdeführer aufnehmen würde (vgl. unten E. 1.7). Es ist gerichtsnotorisch, dass sich dieses Prozedere nicht in jedem Fall kurzfristig abschliessen lässt. Eine Verschleppung ist nicht dargelegt.