Citation: 2P.160/2002 04.09.2002 E. 3

Nach Art. 7 Abs. 1 Satz 1 des bernischen Volksschulgesetzes vom 19. März 1992 (VSG) besucht jedes Kind die öffentliche Schule an seinem Aufenthaltsort. Die Gemeinden können unter sich davon abweichende Vereinbarungen treffen (Art. 7 Abs. 1 Satz 2 VSG); eine solche Vereinbarung gibt es im folgenden Zusammenhang freilich unbestrittenermassen nicht. Aus wichtigen Gründen, insbesondere wenn der Schulweg dadurch wesentlich erleichtert wird, kann die Schule eines anderen Kreises oder einer anderen Gemeinde besucht werden (Art. 7 Abs. 2 Satz 1 VSG). Die Aufenthaltsgemeinde hat diesfalls, soweit verlangt, einen Schulkostenbeitrag zu entrichten (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 VSG). 3.1 Die Beschwerdeführerin rügt zunächst, die tatsächlichen Feststellungen der Erziehungsdirektion erwiesen sich als willkürlich im Sinne von Art. 9 BV. Die Erziehungsdirektion hat die Sachlage indessen fundiert und vertieft abgeklärt und zu den in Frage stehenden Schulwegen einen Augenschein durchgeführt. Die daraus abgeleiteten Feststellungen erscheinen nicht unhaltbar. Die Beschwerdeführerin beruft sich für ihren Standpunkt auf einzelne Feststellungen der Erziehungsdirektion, doch ist deren Entscheid aufgrund der gesamten Sachlage zu beurteilen. Gestützt darauf erweist sich die Feststellung, der Weg zum Schulhaus B.________ sei zwar etwas weniger beschwerlich als derjenige zum Schulhaus A.________, beide seien aber zumutbar, nicht als willkürlich. 3.2 In rechtlicher Hinsicht macht die Beschwerdeführerin eine Verletzung des Rechtsgleichheitsgebotes nach Art. 8 Abs. 1 BV geltend. Sie beruft sich auf einen Präzedenzfall aus dem Jahre 1989 und verweist indirekt auf ein weiteres Präjudiz aus dem Jahre 1964. Beide Entscheide sind indessen ergangen, als die neue Strasse nach A.________ noch nicht gebaut worden war. Sie erweisen sich daher als Vergleichsfälle von vornherein als ungeeignet, weil sie auf einer anderen tatsächlichen Ausgangslage als der vorliegende Fall beruhten. Selbst wenn sie aber vergleichbar wären, müsste in Betracht gezogen werden, dass die Kinder aus der Wohngegend der Beschwerdeführerin regelmässig in A.________ eingeschult worden sind und immer noch werden. Nachdem die Schulkommission A.________ erklärt hat, dies auch künftig so halten zu wollen, könnte sich die Beschwerdeführerin auch nicht auf das Recht auf Gleichbehandlung im Unrecht berufen. Immerhin ist die Schulkommission auf ihrer Aussage zu behaften. 3.3 Schliesslich rügt die Beschwerdeführerin, die Erziehungsdirektion habe Art. 7 Abs. 2 VSG willkürlich angewendet und damit gegen Art. 9 BV verstossen, indem sie das Vorliegen eines wichtigen Grundes verneint habe. Aus der nicht zu beanstandenden Sachverhaltsfeststellung der Erziehungsdirektion geht jedoch hervor, dass sowohl der Weg zum Schulhaus A.________ als auch derjenige nach B.________ gewisse - jeweils anders gelagerte - Gefahren aufweisen, dass insgesamt aber beide Schulwege zumutbar sind und nicht einer im Vergleich zum anderen als wesentlich einfacher oder ungefährlicher gelten kann. Damit erweist sich der angefochtene Entscheid nicht als unhaltbar, und er läuft auch nicht, wie die Beschwerdeführerin behauptet, dem Gerechtigkeitsgedanken zuwider.