Citation: 1P.73/2002 02.04.2002 E. 2

Als Anfechtungsobjekt kommt somit zum gegenwärtigen Zeitpunkt nur der Rekurszwischenentscheid vom 13. Februar 2002 in Betracht, mit dem die Gewährung der aufschiebenden Wirkung des Rekurses verweigert wurde. 2.1 Allerdings besteht an der Aufhebung dieses Zwischenentscheids kein aktuelles praktische Interesse mehr, nachdem die Obduktion der beiden Leichname bereits am 13. Februar 2002 durchgeführt worden ist. 2.2 Ausnahmsweise verzichtet das Bundesgericht auf das Erfordernis des aktuellen Rechtsschutzinteresses, wenn sich die aufgeworfenen grundsätzlichen Fragen jeweils unter gleichen oder ähnlichen Umständen wieder stellen könnten, ohne dass im Einzelfall rechtzeitig eine höchstrichterliche Prüfung stattfinden könnte (BGE 126 I 250 E. 1b S. 252 mit Hinweisen). Im vorliegenden Fall besteht jedoch die Möglichkeit, noch in der Hauptsache, d.h. gegen den kantonal letztinstanzlichen Entscheid über die Obduktionsverfügung, an das Bundesgericht zu gelangen und in diesem Verfahren die Zulässigkeit untersuchungsrichterlich angeordneter Obduktionen bei Suiziden mit Freitodbegleitung sowie Form und Begründung derartiger Verfügungen verfassungsgerichtlich prüfen zu lassen. Es ist allerdings nach dem heutigen Stand der Rechtsprechung zweifelhaft, ob Rechtsanwalt Minelli namens der Verstorbenen staatsrechtliche Beschwerde gegen den Rekursentscheid erheben kann: Gemäss Art. 31 Abs. 1 ZGB erlischt die Rechts- und Parteifähigkeit mit dem Tod; dies schliesst nach der bundesgerichtlichen Praxis Klagen oder Beschwerden im Namen des Verstorbenen aus (vgl. hierzu BGE 101 II 177 E. 5a S. 191; 104 II 225 E. 5b S. 235 f.; 127 I 115 E. 6a S. 122 f. mit Hinweisen; Esther Knellwolf, Postmortaler Persönlichkeitsschutz - Andenkensschutz der Hinterbliebenen; Diss. Zürich 1990, insbes. S. 80 f.; a.A. Walter Ott/Thomas Grieder, Plädoyer für den postmortalen Persönlichkeitsschutz, AJP 2001 S. 627 ff.). Zumindest die nächsten Angehörigen der Verstorbenen haben jedoch die Möglichkeit, die Anordnung der Obduktion nachträglich gerichtlich überprüfen zu lassen (BGE 127 I 115).