Citation: 4A_336/2014 E. 6.2

6.2. Ein Teilvorwurf zum Komplex "fehlende oder unrichtige Information im Zeitpunkt der Empfehlung", den die Beschwerdeführerin erst in der vorinstanzlichen Replik erhob, ging dahin, dass die Beschwerdegegnerin sie unrichtig über die Unterschiede zwischen dem B.________ ARB EUR und dem B.________ ARB CHF informiert habe. Die Vorinstanz verwarf dieses Vorbringen als zweifelhaften Standpunkt und prüfte es nicht vertieft, weil die Beschwerdeführerin keinen durch diese (angebliche) Pflichtverletzung verursachten Schaden behauptet habe. Hier setzt die Kritik der Beschwerdeführerin an. Sie macht geltend, mit der Anlageempfehlung seien ihr nur Informationen über die Gewichtung der Anlagesegmente des B.________ ARB CHF übermittelt worden, der zu 90 % in Investment Grade Anleihen investiert sein musste und zu höchstens 10 % in übrige Anlagen investiert sein durfte (90/10). Sie sei aber nicht über die Gewichtung der Anlagesegmente des B.________ ARB EUR aufgeklärt worden, der nur zu mindestens 60 % in Investment Grade Anleihen investiert sein musste und zu je 20 % in High Yield und Emerging Markets-Anleihen investiert sein durfte (60/20/20). Dass die Beschwerdegegnerin die Beschwerdeführerin nicht über die markant abweichende Gewichtung der Anlagesegmente des B.________ ARB EUR informiert habe, stelle eine Pflichtverletzung dar. Die Vorinstanz hielt diesen Standpunkt der Beschwerdeführerin für widersprüchlich und ohne Grundlage. Widersprüchlich sei er, weil die Beschwerdeführerin bzw. ihr Rechtsvertreter die Verwechslung erst nach der Analyse der Klageantwort bemerkt haben wolle, während aber bereits in der Klageschrift und im Privatgutachten mit den für den B.________ ARB EUR vorgesehenen Anlagebegrenzungen argumentiert worden sei. Offenbar hielt die Vorinstanz damit nicht für glaubhaft, dass die Beschwerdeführerin nicht um die unterschiedlichen Anlagebegrenzungen gewusst habe. Vor allem aber erachtete sie den Vorwurf als einer Grundlage entbehrend. Die Beschwerdeführerin stützte ihren Standpunkt auf Aussagen von C.________, der sie während der gesamten Kundenbeziehung für die Beschwerdegegnerin betreute und der ihr den B.________ ARB EUR als inhaltlich weitestgehend identisch mit dem B.________ ARB CHF angepriesen habe. Die Vorinstanz würdigte die behaupteten Aussagen von C.________ als vage; so sei darin offen geblieben, wann er sie gegenüber wem gemacht haben soll. Die Beschwerdeführerin habe keinerlei Erläuterungen beigefügt, warum die behaupteten Aussagen gegenüber den klaren gegenteiligen Angaben in den schriftlichen Unterlagen und im Anlagevorschlag bestand haben könnten. Die Vorinstanz ging mithin in Würdigung der schriftlichen Unterlagen, auf die sie verwies, und den Anlagevorschlag davon aus, dass die Beschwerdeführerin hinreichend über die Unterschiede namentlich bezüglich der Gewichtung der Anlagesegmente orientiert war, woran die behaupteten vagen Aussagen von C.________ nichts zu ändern vermochten. Dieser Schluss erscheint aufgrund eines Blicks in die angegebenen Unterlagen, in denen die Unterschiede zwischen zwei Absolute Return Bonds ("ARB [geratet]" und "ARB [ungeratet]") bzw. dem "B.________ (CH) Institutional Fund - Absolute Return Bond (geratet) " und einem "B.________ (Lux) Institutional Fund - Absolute Return Bond Euro in CHF (ungeratet) " erläutert und namentlich auch die Gewichtung der Anlagesegmente ersichtlich sind, ohne weiteres als gerechtfertigt. Zwar bestreitet die Beschwerdeführerin, die Präsentationen schriftlich erhalten zu haben. Es ist jedoch unwidersprochen festgestellt, dass ihr diese jedenfalls anlässlich der Treffen vom 19. April 2005 und 6. Juli 2006 mündlich vorgestellt worden sind und dass ihre Vertreter eine ergänzte Fassung der Slides vom Treffen vom 6. Juli 2006 verlangt haben, damit sie den Vorschlag dem Finanzausschuss präsentieren konnten. Die Beschwerdeführerin konnte mithin vom Inhalt dieser Informationen Kenntnis nehmen. Sodann spricht auch die zitierte Passage aus dem Anlagevorschlag klar für eine Orientierung über die Unterschiede, namentlich über das höhere Risiko des B.________ ARB EUR, wenn es heisst, im Gegensatz zum B.________ ARB CHF (mit einem Moody's Rating von A) habe der B.________ ARB EUR (gehedged in CHF) mit High Yield-Anlagen ein erweitertes Anlageuniversum und weniger Ratingrestriktionen bei den Anlagen und daher kein offizielles Fund-Rating. Angesichts dieser Aussage besteht in der Tat keine Grundlage für eine Annahme der sachkundigen und erfahrenen Vertreter der Beschwerdeführerin, der B.________ ARB EUR weise die tiefere Risikoexposition des B.________ ARB CHF auf. Der Schluss der Vorinstanz, dass der Standpunkt der Beschwerdeführerin ohne Grundlage sei, wird in der Beschwerde nicht hinlänglich angefochten. Die diesbezüglichen Entgegnungen in der Replik erfolgen zu spät und können nicht berücksichtigt werden (Erwägung 2.2). Damit trägt bereits diese Begründung der Vorinstanz für eine Verneinung des Vorwurfs der Beschwerdeführerin, sie sei über die unterschiedliche Gewichtung der Anlagesegmente nicht aufgeklärt worden.