Citation: 5A_164/2024 E. 6.4.2

6.4.2. Wohl trifft die Erwägung der Vorinstanz, wonach aufgrund der Interdependenz von Ehegatten- und Kindesunterhalt der Ehegattenunterhalt, obwohl er rechtskräftig feststehe, für die Berechnung des Kindesunterhalts nicht ausblendet werden kann, grundsätzlich zu. Sie übersieht allerdings, dass der vom Beschwerdeführer tatsächlich für die streitgegenständlichen Phasen geschuldete Ehegattenunterhalt (Fr. 5'297.-- bzw. Fr. 4'342.--) wesentlich tiefer ist als derjenige, den sie für die Berechnung der Steuerlast zugrunde gelegt hat (Fr. 10'800.-- bzw. Fr. 10'400.--). Dies führt dazu, dass im wirtschaftlich für die Beschwerdegegnerin bestimmten Betreuungsunterhalt in der Position Steuern ein Geldbetrag enthalten ist, der in dieser Höhe gar nicht anfällt. Dieses Vorgehen hält vor dem Willkürverbot (Art. 9 BV) nicht stand. Gleiches gilt spiegelbildlich für die Steuerlast des Beschwerdeführers, bei deren Berechnung wiederum von ihm nicht geschuldete, fiktive Ehegattenunterhaltsbeiträge abgezogen wurden. Richtigerweise wird er nur die tatsächlich bezahlten, d.h. tieferen Unterhaltsbeiträge von seinen Steuern abziehen können (vgl. ARNDT/BADER, Steuer- und Familienrecht - wenn verflossene Liebe Steuern kostet, in: FamPra.ch 2020 S. 651 und S. 666 f.), was zu einer höheren Steuerlast und damit einem höheren Grundbedarf des Beschwerdeführers führt, als wovon die Vorinstanz ausgegangen ist. Entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers kann, nachdem die Vorinstanz willkürfrei eine Sparquote verneint hat, nicht auf die von der Erstinstanz errechneten Bedarfszahlen abgestellt werden. Die Vorinstanz wird daher die Steuerlasten basierend auf den tatsächlich geschuldeten Unterhaltsbeiträgen und die entsprechend geschuldeten Kindesunterhaltsbeiträge neu zu berechnen haben. In diesem Rahmen kann es auch zu einer betragsmässig modifizierten Überschussverteilung kommmen (vgl. Urteil 5D_213/2021 vom 15. Juni 2022 E. 2.4).