Citation: 9C_347/2017 E. 6.2.3

6.2.3. An der Beweistauglichkeit des psychiatrischen Gutachtens ändern auch BGE 143 V 409 und 143 V 418 nichts, wonach sämtliche psychischen Leiden einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind. Zwar bedeutet dies für den vorliegenden Fall, dass in Bezug auf die von Dr. med. B.________ gestellten Diagnosen nicht bereits mit dem Argument der fehlenden Therapieresistenz oder des (mangelnden) Schweregrades eine invalidenversicherungsrechtlich relevante psychische Gesundheitsschädigung auszuschliessen ist. Vielmehr sind für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit systematisierte Indikatoren beachtlich, die erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2 S. 285 ff., E. 3.4-3.6 und 4.1 S. 291 ff.). Dabei verlieren gemäss altem Verfahrensstand eingeholte Gutachten nicht per se ihren Beweiswert. Es ist im Rahmen einer gesamthaften Prüfung des Einzelfalls mit seinen spezifischen Gegebenheiten und den erhobenen Rügen entscheidend, ob ein abschliessendes Abstellen auf die vorhandenen Beweisgrundlagen vor Bundesrecht standhält (BGE 141 V 281 E. 8 S. 309). Dies ist hier zu bejahen, hat Dr. med. B.________ doch weder dem nur knapp leichten depressiven Geschehen noch der (ebenfalls als leichtgradig bezeichneten) generalisierten Angststörung von vornherein jegliche invalidisierende Wirkung abgesprochen, sondern den Diagnosen unter korrekter Berücksichtigung der vorhandenen leistungshindernden äusseren Belastungsfaktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits - sofern sich diese in Anbetracht der häufigen Inkonsistenzen und Widersprüchlichkeiten in den Angaben der Beschwerdeführerin überhaupt eruieren liessen (vgl. E. 6.2.1 hievor) - funktionelle Auswirkungen zuerkannt. Seine Einschätzung der Arbeits (un) fähigkeit behält demnach auch im Lichte der aktuellen, vorerwähnten Rechtsprechung Gültigkeit.