Citation: C 177/00 17.01.2001 E. 3

3.- Die bisherige Rechtsprechung hat in der vorliegenden Problematik einen ausgesprochen restriktiven Kurs eingeschlagen. Ausgegangen wird vom allgemeinen Grundsatz, dass niemand Vorteile aus seiner eigenen Rechtsunkenntnis ableiten kann (BGE 124 V 220 Erw. 2b/aa mit Hinweisen). Zu prüfen ist, ob der Grundsatz von Treu und Glauben, welcher den Bürger und die Bürgerin in ihrem berechtigten Vertrauen auf behördliches Verhalten schützt, eine vom Gesetz abweichende Behandlung gebietet. Gemäss aus Art. 4 Abs. 1 der Bundesverfassung vom 29. Mai 1874 (aBV) abgeleiteter Rechtsprechung sind fünf Voraussetzungen für eine erfolgreiche Berufung auf den öffentlich-rechtlichen Vertrauensschutz erforderlich, u.a., dass die Verwaltung tatsächlich in einer konkreten Situation mit Bezug auf eine bestimmte Person eine falsche Auskunft erteilt hat (BGE 124 V 220 Erw. 2b/aa, 121 V 66 Erw. 2a, je mit Hinweisen). Auf den 1. Januar 2000 ist die neue Bundesverfassung vom 18. April 1999 (BV) in Kraft getreten (Art. 1 des entsprechenden Bundesbeschlusses vom 28. September 1999 [AS 1999 2555]). Die - im vorliegenden Zusammenhang interessierende - Grundrechtsgarantie, von den staatlichen Organen nach Treu und Glauben behandelt zu werden, wird nunmehr durch Art. 9 BV gewährleistet. Daneben wurde im zum Einleitungstitel (mit den allgemeinen Bestimmungen) zählenden Art. 5 Abs. 3 BV ein für die gesamte Rechtsordnung im Sinne einer grundlegenden Handlungsmaxime geltendes Prinzip von Treu und Glauben verankert (Botschaft über eine neue Bundesverfassung vom 20. November 1996, BBl 1997 I 134). Die hievor angeführte Rechtsprechung zum verfassungsrechtlichen Vertrauensschutz gilt auch unter der Herrschaft von Art. 9 BV, weshalb offen bleiben kann, ob im hier zu beurteilenden Fall bereits die neue oder noch die alte Bundesverfassung anwendbar ist (nicht veröffentlichtes Urteil S. vom 9. Mai 2000, K 23/98). Von sich aus brauchen die Organe der Arbeitslosenversicherung nicht tätig zu werden. Eine in ihrer Tragweite beschränkte Abweichung von diesem Grundsatz ergibt sich aus den gesetzlich einer Behörde zugewiesenen Informationspflichten. Deren Verletzung kann ebenfalls einen Vertrauensschutz begründen (vgl. BGE 124 V 220 Erw. 2b/aa). Ist die behauptete Auskunft oder ihr Inhalt nicht hinreichend erstellt, so trägt die Folgen der Beweislosigkeit derjenige, der sich auf den Vertrauensschutz beruft (BGE 117 V 264 Erw. 3b mit Hinweisen).