Citation: 4C.358/1999 03.01.2000 E. 2

2.- a) Ob ein bundesrechtlicher Anspruch durch die Sachvorbringen einer Partei materiell hinreichend substanziiert ist, entscheidet sich nach Bundesrecht, wobei dem kantonalen Prozessrecht insbesondere die Regelung vorbehalten bleibt, ob eine Ergänzung der Substanziierung im Beweisverfahren zugelassen ist oder diese bereits im Hauptverfahren in einer Weise erfolgen muss, welche die Überprüfung der Sachvorbringen im Beweisverfahren erlaubt (BGE 108 II 337 E. 2, 3). Der Beklagte anerkennt denn auch, dass er die Verrechnungseinrede bereits in seiner Eingabe an das Bezirksgericht erheben musste. b) Der Beklagte behauptet in seiner Eingabe an das Bezirksgericht, mit dem empfangenen Geld Forderungen getilgt zu haben, die ihm selbst oder der Piato AG gegen die Klägerin zustanden. Im Prozess genügt es jedoch nicht, die Existenz einer Forderung bloss zu behaupten. Vielmehr ist detailliert darzulegen, worauf sich die behauptete Forderung stützt, damit im Bestreitungsfall Beweis darüber abgenommen werden kann. Der Beklagte legt nicht dar, worauf sich die entsprechenden Forderungen abstützen. Weder zu den Hypothekarkrediten noch zu den angeblichen Forderungen aus strafbarer Handlung macht er irgendwelche näheren Angaben. Die Sachvorbringen zum Bestand der behaupteten Forderungen genügen damit den bundesrechtlichen Minimalanforderungen an die Substanziierung nicht, unabhängig davon, ob der Beklagte die ihm angeblich zustehende Forderung durch Verrechnung oder Bezahlung getilgt haben wollte. c) Auch in Bezug auf die Art der Tilgung kam der Beklagte seiner Substanziierungspflicht nicht hinreichend nach. Seine Eingabe an das Bezirksgericht enthält nämlich auch sinngemäss und unter Berücksichtigung der gesamten Umstände keine eindeutige Verrechnungserklärung. Seine Ausführungen können ebensogut dahingehend verstanden werden, dass er die Zahlungen gemäss speziellem Auftrag der Klägerin ausführte oder dass die Zahlungen notwendig gewesen seien, um den übernommenen Auftrag richtig erfüllen zu können. Die erste Variante setzt das Einverständnis der Klägerin voraus, nach der zweiten Variante mussten die Zahlungen im Interesse der Klägerin erfolgen. Die Verrechnungserklärung kann dagegen prinzipiell ohne Rücksicht auf die Interessen der Verrechnungsgegnerin erfolgen, sogar gegen deren Willen. Dafür ist sie an strengere Voraussetzung gebunden (Gleichartigkeit der Forderungen, Fälligkeit der Forderung des Verrechnenden). Um eine Beurteilung des Sachverhalts nach den bundesrechtlichen Bestimmungen zu ermöglichen, muss der Beklagte darlegen, woraus er das Recht zur Tilgung der von ihm behaupteten Forderungen herleitet. Dies ist aus der Eingabe an das Bezirksgericht nicht ersichtlich.