Citation: 2C_391/2022 E. 1.2.3

1.2.3. Dass die Rekurskommission des Kantons Thurgau mit Entscheid Nr. 3101 vom 2. Dezember 2020 den bodenrechtlichen Entscheid Nr. 294 vom 8. Dezember 2020 des Landwirtschaftsamts Thurgau aufgehoben hat, führt - entgegen den Vorbringen der Beschwerdegegnerin 1 - nicht dazu, dass kein zureichendes Interesse an der Beurteilung der aufgeworfenen Probleme mehr besteht. Mit jenem Entscheid wurden der Bodenrechtsentscheid Nr. 294 des Landwirtschaftsamts des Kantons Thurgau, mit dem mehrere Ausnahmen vom Realteilungsverbot gemäss Art. 60 BGBB bewilligt worden waren und die Bewilligung zum Erwerb eines landwirtschaftlichen Gewerbes im Sinne von Art. 61 BGBB erteilt worden war, aufgehoben und die Angelegenheit zur Neubeurteilung im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zurückgewiesen. Ausgangspunkt des vorliegenden Verfahrens ist dagegen der Entscheid Nr. 55 des Landwirtschaftsamts des Kantons Thurgau, mit dem gestützt auf Art. 120 LwG eine Ausnahme vom Zerstückelungsverbot bewilligt wurde. Der Entscheid der Rekurskommission des Kantons Thurgau vom 2. Dezember 2022 betraf somit einen anderen Ausgangsentscheid und andere Rechtsfragen als das vorliegende Verfahren. Da aufgrund des Rückweisungsentscheids der Rekurskommission des Kantons Thurgau vom 2. Dezember 2022 eine Abtrennung von Teilflächen in Betracht kommen kann, kann sich zudem auch die Frage des Zerstückelungsverbots weiterhin stellen. Der Entscheid der Rekurskommission des Kantons Thurgau vom 2. Dezember 2022 lässt das Interesse an der Beurteilung der vorliegenden Beschwerde daher nicht entfallen. Zudem ist das Zerstückelungsverbot gemäss Art. 102 LwG vom Realteilungsverbot gemäss BGBB unabhängig (DONZALLAZ, Traité de droit agraire suisse, Bd. I, Bern 2004, Rz. 1489 S. 563).