Citation: 5A_99/2020 E. 4.3.5

4.3.5. Klärungsbedürftig bleiben weiter die mit der alternierenden Obhut verbundenen Auswirkungen des Elternkonflikts auf das Kindeswohl. Die Ausführungen des Kantonsgerichts erschöpfen sich in pauschalen Aussagen darüber, dass die Eltern sich nicht im Sinne des Kindeswohls miteinander absprechen könnten, womit der Sohn dem elterlichen Konflikt und den ständigen Wechseln ausgesetzt sei. Inwiefern der Sohn bei Errichtung der alternierenden Obhut im Vergleich zur alleinigen Obhut stärkeren Belastungen ausgesetzt wäre, ist jedoch nicht ersichtlich. Dass die alternierende Obhut nicht zwingend zu mehr Übergaben führt, wurde bereits angemerkt (vgl. E. 4.3.3). Unbehelflich ist der Einwand der Beschwerdegegnerin, wonach das Kantonsgericht sehr wohl eine Prognose zum Kindeswohl gemacht habe, indem es ausdrücklich festgehalten habe, eine Kindeswohlgefährdung würde selbst bei Vorliegen "aller sonstigen Voraussetzungen" der alternierenden Obhut bestehen, zumal eine Erklärung, inwiefern es sich dabei um eine konkrete Prognose handeln sollte, fehlt.