Citation: 5A_28/2020 E. 3.2.7

3.2.7. Zuletzt thematisiert die Vorinstanz die Bindungstoleranz. Wie aus dem Schreiben des Beistands vom 16. Januar 2019 und den Protokollen der Besuchstreffen hervorgehe, hätten die begleiteten Besuche zwischen C.________ und ihrer Mutter in letzter Zeit, wenn auch unter gegenseitigen Vorwürfen der Parteien, mehrheitlich stattgefunden. Im Januar und Februar 2019 habe sich der Beschwerdegegner jedoch gegen Treffen gestellt und dies mit fortgesetzten Manipulationen des Kindes durch die Mutter begründet. Das Problem der Bindungstoleranz des Beschwerdegegners sei damit nach wie vor vorhanden; indes stünden beiderseits Vorwürfe im Raum und habe die Beschwerdeführerin eine gewisse Beziehung zu C.________ aufbauen können. "Gewichtiger" erscheint der Vorinstanz, dass die Verhältnisse in Nordmazedonien trotz des Einkommens der Beschwerdeführerin "mangelhaft" sind bzw. sie ihre Lebenskosten und diejenigen von C.________ nicht zu decken vermag, während die finanzielle Situation des Beschwerdegegners als stabil einzustufen sei, auch wenn er von der Sozialhilfe lebe. Im Vordergrund stehe des Weiteren, dass C.________ seit der Ausreise der Beschwerdeführerin aus der Schweiz am 5. März 2015, gut fünf Wochen nach ihrer Geburt, vom Beschwerdegegner betreut wurde bzw. wird, ihr ganzes bisheriges Leben mit dem Vater verbrachte und zur Mutter in den letzten Monaten in der Regel an zwei Sonntagen im Monat begleitet für drei Stunden Kontakt hatte. Ein Wechsel zur Mutter ins Ausland stünde nicht nur einem positiven Verlauf ihrer Sprachentwicklung entgegen, sondern würde sie auch ihrem gewohnten Umfeld, insbesondere ihren Bezugspersonen entreissen, ungeachtet der Frage, wie es zu diesen Umständen kam. Im Ergebnis habe das Bezirksgericht die elterliche Sorge zu Recht dem Beschwerdegegner zugeteilt; entsprechend sei C.________ unter dessen Obhut zu stellen, so der Entscheid des Kantonsgerichts.