Citation: 6B_1293/2021 E. 2.3.1

2.3.1. Mit therapeutischen Massnahmen sollen weitere Straftaten zum Schutz der Allgemeinheit verhindert bzw. vermindert werden. Sie dienen der Deliktsprävention. Ihr oberstes Ziel ist die Reduktion des Rückfallrisikos bzw. die künftige Straflosigkeit des Täters. Dessen Besserung interessiert das Strafrecht grundsätzlich nur insoweit, als sich diese im Erlöschen seiner Gefährlichkeit auswirkt, sich also auf den Schutz der Öffentlichkeit vor weiterer Delinquenz bezieht (vgl. BGE 146 IV 1 E. 3.5.3; 142 IV 105 E. 5.4; 141 IV 236 E. 3.7; 124 IV 246 E. 3b; Urteil 6B_486/2021 vom 21. Juli 2021 E. 1.4; je mit Hinweisen). Nach Art. 59 Abs. 1 lit. b StGB ist eine stationäre therapeutische Massnahme nur anzuordnen, wenn und soweit zu erwarten ist, dass sich dadurch der Gefahr weiterer Straftaten begegnen lässt. Die Massnahme muss mit andern Worten im Hinblick auf die Deliktsprävention Erfolg versprechen (BGE 141 IV 236 E. 3.7; 137 IV 201 E. 1.3; Urteil 6B_796/2019 vom 16. Oktober 2019 E. 3.2.2). Ihre Dauer hängt vom Behandlungsbedürfnis des Massnahmeunterworfenen und der Erfolgsaussicht der Massnahme (vgl. Art. 56 Abs. 1 lit. b StGB), letztlich also von den Auswirkungen der Massnahme auf die Gefahr weiterer Straftaten ab (vgl. BGE 142 IV 105 E. 5.4; 141 IV 49 E. 2.1; 136 IV 156 E. 2.3). Eine Massnahme, für welche die Voraussetzungen nicht mehr erfüllt sind, ist aufzuheben (Art. 56 Abs. 6 StGB).