Citation: 5A_555/2023 E. 7

In rechtlicher Hinsicht sieht der Beschwerdeführer das Willkürverbot primär dahingehend verletzt, dass er C.________ in der Schweiz vollzeitig selbst betreuen könnte, während die Mutter in Mexiko einem Vollzeiterwerb nachgehen wolle und auf Fremdbetreuung angewiesen wäre. Willkür ist in diesem Kontext allerdings nicht erkennbar: Während des Zusammenlebens haben die Eltern das Kind während den Arbeitszeiten der Mutter fremdbetreuen lassen. Die Eigen- und die Fremdbetreuung sind grundsätzlich als gleichwertig zu betrachten (Botschaft des Bundesrates vom 29. November 2013 zu einer Änderung des ZGB [Kindesunterhalt], BBl 2014 552 und 575; BGE 144 III 481 E. 4.4, 4.6 und 4.7.1) und der von den Eltern diesbezüglich gemeinsam getroffene Entscheid ist im Rahmen der Elternautonomie zu respektieren und nicht durch eine abweichende richterliche Wertung zu substituieren (BGE 144 III 481 E. 4.5). Das bedeutet aber gleichzeitig auch, dass sich die Eltern auf ihrer gemeinsamen Entscheidung behaften lassen müssen und nicht ein Elternteil im Zuge der Trennung plötzlich die Eigenbetreuung für sich in Anspruch nehmen kann (BGE 144 III 481 E. 4.5). Im Übrigen hat das Obergericht zu Recht auf die Anstrengungspflicht im Zusammenhang mit der Bestreitung des Kindesunterhaltes verwiesen; grundsätzlich ist ein unterhaltspflichtiger Elternteil diesbezüglich zur vollen Ausschöpfung seiner Erwerbskraft verpflichtet (BGE 137 III 118 E. 2.3 und 3.1; 144 III 481 E. 4.7.7; 147 III 265 E. 7.4) und es liegt nicht im Interesse eines Kindes, zugunsten einer Eigenbetreuung dauerhaft in Sozialhilfeabhängigkeit oder jedenfalls am Rand des Existenzminimums aufzuwachsen (BGE 144 III 481 E. 4.7.7). Während die Mutter sich in der ihr fremden Schweiz sofort im Arbeitsmarkt zu integrieren wusste und sie in Mexiko eine - aufgrund einer Anstellung bei einer amerikanischen Firma, wobei sie die Arbeit von Playa del Carmen aus erledigen könnte, weshalb die (ohnehin weitgehend appellatorischen) Vorbringen, mit einer Arbeit in einem mexikanischen Call-Center lasse sich bekanntermassen kaum Geld verdienen (Rz. 50) und die Mutter werde deshalb auch kein Geld für Logopädie, Privatkliniken oder eine Privatschule haben (Rz. 53 f.), an der Sache vorbeigehen - für mexikanische Verhältnisse überdurchschnittlich gut bezahlte Arbeit in Aussicht hat, will der Vater in der Schweiz weiterhin von der Sozialhilfe leben und höchstens Gelegenheitsjobs nachgehen, weil er fürchtet, ansonsten von seinen Gläubigern belangt zu werden. All dies lässt es nicht als willkürlich erscheinen, wenn das Obergericht die wirtschaftlichen Faktoren zugunsten einer Auswanderung und der damit verbundenen Obhutszuteilung an die Mutter gewertet hat.