Citation: 7B_1214/2024 E. 1.2.3

1.2.3. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist ein rechtlich geschütztes Interesse der Staatsanwaltschaft an der Aufhebung des angefochtenen Entscheids etwa dann zu bejahen, wenn sich die Beschwerde gegen ein aus einer angeblich verletzten Ausstandspflicht abgeleitetes Beweisverwertungsverbot richtet und diese damit einen legitimationsbegründenden Aufgabenbereich der Staatsanwaltschaft tangiert (vgl. Urteil 6B_215/2022 vom 25. August 2022 E. 1.4.3). Ein solches Interesse ist auch dann zu bejahen, wenn in einem Entscheid eine Staatsanwältin oder ein Staatsanwalt in den Ausstand versetzt und gleichzeitig gegen sie respektive ihn eine Disziplinarmassnahme ausgesprochen wird (vgl. BGE 149 IV 213 E. 2; 107 Ia 266). Indessen hat nach der bundesgerichtlichen Praxis ein Richter oder eine Richterin keinen eigenen Anspruch, an einem bestimmten Verfahren mitzuwirken (BGE 149 IV 213 E. 2 mit Hinweisen). Dasselbe gilt für einen Staatsanwalt oder eine Staatsanwältin. Das rechtlich geschützte Interesse der Generalstaatsanwaltschaft an der Aufhebung oder Änderung des angefochtenen Entscheids ist vorliegend nicht offensichtlich. Dieser Entscheid betrifft die verfahrensleitende Staatsanwältin einzig in ihrer amtlichen Eigenschaft (vgl. BGE 149 IV 213 E. 2). Eine Disziplinarmassnahme oder eine andere Anordnung, die sie in ihrer privaten Rechtssphäre treffen würde (vgl. BGE 149 IV 213 E. 2), wurde nicht erlassen. Konkrete Beweisverwertungsverbote stehen vorliegend ebenso wenig zur Diskussion. Das Bundesgericht hat bereits als fraglich bezeichnet, ob der Staatsanwaltschaft die Legitimation zur Anfechtung eines Entscheids, mit welchem eine Staatsanwältin oder ein Staatsanwalt in den Ausstand versetzt wird, nicht in genereller Weise abgesprochen werden muss, jedenfalls solange gleichzeitig - wie vorliegend - weder allfällige Disziplinarmassnahmen gegen die fehlbare Staatsanwältin respektive den fehlbaren Staatsanwalt noch konkrete Beweisverwertungsverbote zur Diskussion stehen. Diese Frage hat das Bundesgericht bisher offengelassen (vgl. Urteile 1B_462/2022 vom 27. Dezember 2022 E. 2.2; 1B_526/2020 vom 4. Februar 2021 E. 1; 1B_20/2014 und 1B_22/2014 vom 24. Januar 2014 E. 1.2). Eine Beantwortung dieser Frage drängt sich auch vorliegend aus nachfolgenden Gründen nicht auf.