Citation: 1C_478/2022 E. 2.5

2.5. Der vom Beschwerdeführer gelenkte Personenwagen kam ebenfalls auf der Überholspur einer Autobahn zum Stillstand. Seine vormalige Geschwindigkeit betrug etwa 110 km/h, weshalb bei einer Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h davon ausgegangen werden kann, dass am Unfallort andere Fahrzeuge mit ähnlichen oder sogar höheren Geschwindigkeiten unterwegs waren. Unter diesen Umständen durfte die Vorinstanz bei einem auf der Überholspur durch eine Kollision zum Stillstand gekommenen Fahrzeug eine erhöhte abstrakte Gefahr von Auffahrkollisionen bejahen. Daran vermag nichts zu ändern, dass das allmähliche Abdriften des vom Beschwerdeführer gelenkten Personenwagens auf den Pannenstreifen von einem Fahrlehrer im nachfolgenden Fahrzeug erkannt wurde und dieser seinen Fahrschüler anwies, die Geschwindigkeit zu reduzieren. So war nach der allgemeinen Lebenserfahrung auch bei mässigem Verkehr naheliegend, dass dem unter der Maximalgeschwindigkeit fahrenden Beschwerdeführer auch Fahrzeuge auf der Überholspur folgten, deren Lenkerinnen und Lenker sein Abdriften auf den Pannenstreifen und die damit verbundene Unfallgefahr namentlich im Bereich des "toten Winkels" nicht oder nur schlecht hätten erkennen können. Für diese Personen stellte das vom Pannenstreifen über die Normal- auf die Überholspur geschleuderte Fahrzeug des Beschwerdeführers ein unerwartetes Hindernis dar, das nur mit einem unverzüglichen Wechsel der Fahrspur umfahren werden konnte. Da ein solcher Wechsel durch Fahrzeuge auf der Normalspur verhindert werden und ein rechtzeitiges Abbremsen schwierig sein konnte, durfte die Vorinstanz bundesrechtskonform davon ausgehen, die Möglichkeit einer konkreten Gefahr von Auffahrkollisionen mit erheblichen Folgen für die Beteiligten habe unter den gegeben Umständen nahegelegen.