Citation: I 542/05 17.11.2006 E. 4

4.1 In körperlicher Hinsicht leidet der Beschwerdeführer an einer Femoropatellararthrose links mit leichter Quadrizepsatrophie und diskreter, schmerzbedingter Bewegungseinschränkung unter Belastung, einem chronischen lumbovertebragenen Syndrom und einem chronischen cervikothorakalen Schmerzsyndrom. Unmittelbar im Anschluss an den zweiten Auffahrunfall vom 5. Januar 2000 wurde der Beschwerdeführer am 28. Januar 2000 im Auftrag der Schweizerischen Mobiliar Versicherungsgesellschaft von Oberassistent Dr. med. D.________ von der Neurologischen Poliklinik des Universitätsspitals B.________ untersucht. In seinem Gutachten vom 19. April 2000 und Ergänzungsgutachten vom 12. Juli 2000 kam dieser neurologische Facharzt in umfassender Würdigung der von ihm selbst und von Dritten erhobenen medizinischen Befunde zum Schluss, das vom Versicherten geklagte, chronifizierte Beschwerdebild sei neurologisch nicht erklärbar und deshalb die Bejahung einer länger dauernden, signifikanten Einschränkung der Arbeitsfähigkeit als selbständiger Treuhänder aus neurologischer Sicht nicht zulässig. Die Ärzte der MEDAS Zentralschweiz, welche den Beschwerdeführer im Juni/Juli 2000 im Auftrag der Militärversicherung polydisziplinär begutachteten, erachteten eine Einschränkung seiner Arbeitsfähigkeit aufgrund des Knieleidens und des Lumbovertebralsyndroms als "schon seit mehreren Jahren" nicht mehr gegeben. Lediglich im Zusammenhang mit dem cervikothorakalen Schmerzsyndrom attestierten ihm die Ärzte der MEDAS Zentralschweiz noch eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit als Treuhänder, weil er sich damals noch in einer Subakutphase des am 5. Januar 2000 erlittenen HWS-Distorsionstraumas befand. Sie stellten aber auch mit Bezug auf die diesbezüglichen Beschwerden und Befunde eine günstige Prognose. In dem rund 1 ½ Jahre später im Auftrag der Krankenkasse Hermes erstatteten Gutachten des Rheumatologen Dr. med. A.________ vom 12. November 2001 wurde eine Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit aufgrund des diagnostizierten chronischen Cervikalsyndroms bei degenerativen Veränderungen der HWS wiederum verneint Weitere ärztliche Stellungnahmen zu der dem Beschwerdeführer aufgrund seiner körperlichen Gesundheitsstörungen und unter Berücksichtigung der beiden am 27. November 1995 und 5. Januar 2000 erlittenen HWS-Distorsionstraumata noch zumutbaren Arbeitsfähigkeit liegen nicht vor. Namentlich darf hiefür nicht auf die Ergebnisse der drei von lic. phil. C.________, Rheuma- und Rehabilitationsklinik L.________, Prof. Dr. phil. P.________ und Dr. phil. W.________, durchgeführten neuropsychologischen Untersuchungen vom 18. Januar 2000, 24. Mai 2000 und 16. August 2001 abgestellt werden. Denn die Neuropsychologie vermag es nach derzeitigem Wissensstand nicht, die hirnorganische Kausalität eines Beschwerdebildes selbst und abschliessend vorzunehmen. Die entsprechenden Untersuchungsergebnisse sind daher im Rahmen einer gesamthaften Beweiswürdigung nur insoweit bedeutsam, als sie überprüf- und nachvollziehbar sind und sich in die übrigen medizinischen Abklärungsergebnisse schlüssig einfügen (BGE 119 V 340 Erw. 2b/bb). Zwischen der von den erwähnten Neuropsychologen diagnostizierten leichten bis mittelschweren Hirnfunktionsstörung (neuropsychologische Funktionsstörung) und den fachärztlich festgestellten, vorstehend dargelegten körperlichen Gesundheitsstörungen des Beschwerdeführers besteht aber eine so auffällige Diskrepanz, dass der abweichenden Arbeitsfähigkeitsbeurteilung von Seiten der Neuropsychologie keine Beweiskraft beigemessen werden kann. 4.2 Zusammenfassend ergibt sich, dass durch die vorliegenden medizinischen Untersuchungsberichte und Gutachten ein somatischer Gesundheitsschaden mit dauerhafter Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit nicht ausgewiesen ist.