Citation: 4A_74/2024 E. 4.4.2

4.4.2. Gemäss den Feststellungen der Vorinstanz ist unbestritten, dass der Gegenstand der Verhandlungen sowie der Regelungszweck der Unterzeichnung des Protokolls darin bestand, den Verkauf der Aktien an E.E.________ zum Vorteil aller Aktionäre zu ermöglichen. In der Verhandlung war den Parteien bekannt, dass die Zustimmung zum Verkauf an E.E.________ im Widerspruch zum Vorvertrag mit H.B.________ bzw. der Beschwerdegegnerin steht, und letztere aus dieser "antizipierten Vertragsverletzung" einen Anspruch zu ihren Gunsten ableitet. Die Beschwerdegegner lehnten einen solchen Entschädigungsanspruch aber entschieden ab und drohten, ansonsten den Vertrag mit E.E.________ durch Verweigerung ihrer Zustimmung zu Fall zu bringen. Angesichts dieser festgestellten Umstände zur Sitzung vom 20. Oktober 2018 kann dem Standpunkt der Beschwerdeführerin nicht gefolgt werden. Im Gegenteil: Eine Unterteilung der Zustimmung im "Aussenverhältnis", die gleichzeitig die Verletzung des Vorvertrages ihr gegenüber im vorvertraglichen "Innenverhältnis" und damit einen Entschädigungsanspruch begründen soll, würde mit dem festgestellten Ablauf der Verhandlungen direkt kontrastieren. Dass die Beschwerdeführerin trotz der vehementen Ablehnung einer Entschädigung durch die Beschwerdegegner der "Stornierung" des Vorvertrags vorbehaltlos zustimmte, konnte und durfte nicht anders verstanden werden, als dass sie von ihrem vormals geltend gemachten Entschädigungsanspruch aus dem Vorvertrag Abstand genommen hatte. Diese Auslegung der Vorinstanz nach dem Vertrauensprinzip hält der bundesgerichtlichen Überprüfung stand.