Citation: I 339/04 07.12.2004 E. 4

4.1 Zu prüfen bleiben die für den Einkommensvergleich massgebenden Vergleichseinkommen. Die Invaliditätsbemessung hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen (Validen- und Invalideneinkommen) ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden. Die daraus sich ergebende Erwerbseinbusse bezogen auf das Einkommen ohne gesundheitliche Beeinträchtigung, ausgedrückt in Prozenten, entspricht dem Invaliditätsgrad (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 30 Erw. 1, 104 V 136 f. Erw. 2a und b). Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des (frühestmöglichen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend. Dabei sind Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu ermitteln. Allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen bis zum Einspracheentscheid sind zu berücksichtigen (BGE 129 V 222 und 128 V 174). 4.2 Nachdem der Beginn der Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit auf den 5. März 2001 festzusetzen ist, sind Verwaltung und Vorinstanz in Anwendung von Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG richtigerweise von einem Rentenbeginn per März 2002 ausgegangen. Demnach sind die hypothetischen Einkommen im Jahre 2002 zu vergleichen. 4.2.1 Verwaltung und Vorinstanz sind von einem Valideneinkommen von Fr. 56'680.-, entsprechend einem 13 Mal ausgerichteten Monatslohn von Fr. 4360.-, ausgegangen. Sie stützen sich dabei auf die Angaben gemäss Fragebogen Arbeitgeber vom 7. März 2002. Indessen ergibt sich aus der ebenfalls in diesem Fragebogen notierten Zusammenstellung für das letzte Jahr vor Eintritt der gesundheitsbedingten Arbeitsunfähigkeit - 2000 - ein tatsächlicher Jahresverdienst von Fr. 59'588.90. Aus der Unfallmeldung an die SUVA vom 28. September 2001 ist zu entnehmen, dass sich die Differenz aus einer Erfolgsbeteiligung von Fr. 327.-/Monat ergibt. Gemäss Auszug aus dem individuellen Konto (IK-Auszug) der Beschwerdeführerin ist ersichtlich, dass ihr Verdienst bei der letzten Arbeitgeberin seit ihrem Eintritt in den Betrieb im Jahre 1985 kontinuierlich gestiegen ist. Es ist daher davon auszugehen, dass dies - wäre sie gesund geblieben - auch weiterhin der Fall gewesen wäre. Rechnet man den im Jahre 2000 tatsächlich erhaltenen Lohn von Fr. 59'589.- mit den vom Bundesamt für Statistik ermittelten Nominallohnerhöhungen für Arbeiterinnen (Tabelle T1A.39) bis 2002 auf, resultiert ein Valideneinkommen von Fr. 62'554.-. 4.2.2 Die IV-Stelle hat ihrer Berechnung des Invalideneinkommens einen Lohn von Fr. 19'800.- zugrundegelegt. Obwohl sie sich dabei auf die statistischen Angaben gemäss den Lohnstrukturerhebungen (LSE) - unter Berücksichtigung eines Abzuges von 12 % - beruft, ergibt die tatsächliche Berechnung, wie die Vorinstanz richtig aufgezeigt hat, ein massgebendes Invalideneinkommen von Fr. 21'026.-. Der von der Verwaltung vorgenommene und vom kantonalen Gericht geschützte Abzug von 12 % ist auch letztinstanzlich nicht zu beanstanden. Er liegt im praxisgemässen Ermessensbereich. 4.2.3 Vergleicht man die so errechneten Validen- und Invalideneinkommen, resultiert ein Einkommensverlust von 66,39 %. Angesichts der bis zum 31. Dezember 2003 geltenden Fassung von Art. 28 Abs. 1 IVG, wonach die Grenze zwischen dem Anspruch auf eine halbe oder aber eine ganze Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von 66,66 % lag, ist die Bedeutung einer genauen Berechnung hoch. Es rechtfertigt sich demnach abzuklären, wie hoch das Einkommen der Beschwerdeführerin bei der Firma X.________ AG im Jahre 2002, inklusive aller Lohnbestandteile, für welche Sozialversicherungsprämien geschuldet würden, tatsächlich gewesen wäre, wenn sie aus gesundheitlichen Gründen an ihrem langjährigen Arbeitsplatz hätte verbleiben können. Dies umso mehr, als aus den Angaben der ehemaligen Arbeitgeberin errechnet werden kann, dass die Lohnerhöhungen in den Jahren 1999 (+ 4,56 %) und 2000 (+ 1,5 %) grösser ausfielen, als dies gemäss dem gesamtschweizerischen Durchschnitt laut Tabelle T1.2.93 des Nominallohnindexes 1997-2002 (Lohnstrukturerhebungen 2002, S. 33) zu erwarten gewesen wäre, welcher für die selben Jahre Erhöhungen von + 0,1 % bzw. 1,2 % ausweist. Die Sache wird zu diesem Zweck an die IV-Stelle zurückgewiesen, die auch über den Verzugszins entscheiden wird.