Citation: 1A.67/2002 05.06.2002 E. 4

Schliesslich beanstandet die Beschwerdeführerin, bei den Rechtshilfeersuchen handle es sich um ein "blosses Ausforschungsbegehren auf das Geratewohl". Die Rechtshilfemassnahmen seien unverhältnismässig und könnten genauso gut "gegenüber jedem anderen Vertragspartner der Philipp Holzmann AG oder einer ihrer Konzerngesellschaften" angeordnet werden. 4.1 Gemäss Art. 14 Ziff. 1 lit. b EUeR muss die ersuchende Behörde den Gegenstand und den Grund ihres Gesuches spezifizieren. Daraus leitet die Praxis ein Verbot der Beweisausforschung ab. Dieses richtet sich gegen Beweisaufnahmen "auf‘s Geratewohl". Es dürfen keine strafprozessualen Untersuchungshandlungen zur Auffindung von Belastungsmaterial zwecks nachträglicher Begründung eines Tatverdachtes (oder zur Verfolgung nicht rechtshilfefähiger Fiskaldelikte) durchgeführt werden. Eine hinreichend präzise Umschreibung der Verdachtsgründe soll möglichen Missbräuchen vorbeugen. Bei Ersuchen um Kontenerhebungen sind nach der Praxis des Bundesgerichtes grundsätzlich alle Aktenstücke zu übermitteln, welche sich auf den im Ersuchen dargelegten Verdacht beziehen können. Mithin muss ein ausreichender sachlicher Konnex zwischen dem untersuchten Sachverhalt und den fraglichen Dokumenten erstellt sein (BGE 122 II 367 E. 2c S. 371; 112 Ib 462 E. 2b S. 463 f., je mit Hinweisen; vgl. Peter Popp, Grundzüge der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen, Basel 2001, N. 400 ff., 407). 4.2 Wie sich aus den obigen Erwägungen (2.2 - 2.6) ergibt, bilden namentlich zwei Überweisungen an die Rechtsvorgängerin der Beschwerdeführerin (Fa. Y.________) Gegenstand der Strafuntersuchung. Am 6. Dezember 1995 habe die Fa. V.________ DEM 1,1 Mio. und am 27. Februar 1997 die Fa. M.________ DEM 2,5 Mio. an die Fa. Y.________ überwiesen. Es bestehe der Verdacht, dass diese Vergütungen zum Nachteil des Holzmann-Konzerns ohne Gegenleistung bzw. in ungetreuer Geschäftsführung erfolgt seien. Der Angeschuldigte M.________ sei an der Fa. Y.________ wirtschaftlich berechtigt gewesen. Nach dem Gesagten besteht eine ausreichend konkrete sachliche Konnexität zwischen dem Gegenstand der Strafuntersuchung und den streitigen Rechtshilfemassnahmen.