Citation: 4A_172/2022 E. 3.3.1

3.3.1. Vorliegend besteht ein schriftlicher Arbeitsvertrag auf bestimmte Zeit von zwei Monaten, und zwar vom 14. Oktober 2019 bis 14. Dezember 2019. Dieser Arbeitsvertrag enthält einen Schriftvorbehalt für Änderungen oder Ergänzungen. Für die Zeit nach dem 14. Dezember 2019 konnte - zunächst - aber kein schriftlicher Nachtrag oder eine schriftliche Verlängerung des Arbeitsvertrages beigebracht werden. Bereits dies spricht gegen den Bestand eines Arbeitsverhältnisses zum fraglichen Zeitpunkt. Das wird von der Vorinstanz beiseite geschoben mit dem Hinweis, auf eine vorbehaltene Schriftform könne konkludent verzichtet werden, was namentlich zutreffe, wenn wie vorliegend die vertraglichen Leistungen trotz Nichteinhaltung der Form vorbehaltlos erbracht und entgegengenommen worden seien. Diese Argumentation trägt jedoch von vornherein nicht, da vorliegend gerade kein Vollzug des angeblich verlängerten Arbeitsverhältnisses nachgewiesen ist, mithin dass Arbeit gegen Lohn über den 14. Dezember 2019 hinaus geleistet wurde. Es entbehrt daher der Grundlage, wenn die Vorinstanz einfach feststellt, das ursprünglich befristet auf zwei Monate eingegangene Arbeitsverhältnis sei "in der Folge aber über den 14. Dezember 2019 hinaus fortgeführt" worden. Mit dieser Feststellung beginnt sie ihre Beweiswürdigung und legt damit offen, auf welches Ergebnis diese hinauslaufen sollte.