Citation: U 197/99 24.09.2001 E. 6

6.- a) Nachdem sich aus den medizinischen Unterlagen verschiedentlich Anhaltspunkte für eine erhebliche psychische Störung ergeben, liesse sich angesichts des unklar umschriebenen Beschwerdebildes allenfalls noch die Frage aufwerfen, ob eine dominierende psychisch bedingte Beeinträchtigung für die geklagten Leiden verantwortlich ist. Eine umfassende psychiatrische Begutachtung, welche diesbezüglich die erforderlichen Aufschlüsse vermitteln könnte, ist bis anhin nicht erfolgt, weshalb insoweit der in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde gestellte Eventualantrag, wonach eine psychiatrische Expertise einzuholen sei, grundsätzlich berechtigt erscheint. Für die Belange des vorliegenden Verfahrens kann davon indessen abgesehen werden, da die von einer solchen Begutachtung zu erwartenden Erkenntnisse, wie sich aus den nachstehenden Erwägungen ergibt, auf die Anspruchsberechtigung der Beschwerdegegnerin zum Vornherein keinen Einfluss haben können. b) Auch eine gegebenenfalls medizinisch noch näher zu umschreibende psychische Gesundheitsschädigung müsste, um Leistungen der SUVA auslösen zu können, zunächst mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf ein versichertes Unfallereignis zurückgeführt werden können. Auf Grund des aus den Akten der Invalidenversicherung stammenden, diesbezüglich einzigen fachspezifischen Berichts der Kantonalen Psychiatrischen Klinik V.________ vom 18. Januar 1995, wo die Beschwerdegegnerin notfallmässig zur Krisenintervention eingewiesen worden war, erscheint dies zumindest fraglich, wird hier doch im Wesentlichen nur die sich zuspitzende Eheproblematik als Leidensursache genannt. Zudem zeigt dieser Bericht auch, dass es schon vor dem hier interessierenden Verkehrsunfall zu psychischen Schwierigkeiten gekommen war. Die Frage braucht indessen nicht abschliessend geklärt zu werden. Liesse sich tatsächlich ein natürlich kausal auf das Unfallereignis vom 20. Februar 1990 zurückführendes psychisches Beschwerdebild nachweisen, das die übrigen sich eher somatisch manifestierenden Störungen ganz in den Hintergrund drängt, wäre das weitere Anspruchserfordernis der adäquaten Kausalität nach der in BGE 115 V 138 ff. Erw. 6 dargelegten Methode zu prüfen (BGE 123 V 99 f. Erw. 2). Im Gegensatz zu der von der Vorinstanz nach Massgabe von BGE 117 V 366 Erw. 6 vorgenommenen Adäquanzprüfung könnten die einzelnen Kriterien dabei nur unter Ausklammerung der Auswirkungen psychischer Komponenten berücksichtigt werden (BGE 117 V 367 Erw. 6a). Wie die SUVA in ihrer Verwaltungsgerichtsbeschwerde zutreffend darlegt, müsste die Adäquanz der als Unfallfolge geltend gemachten Symptomatik diesfalls aber klar verneint werden. c) Da der erlittene Verkehrsunfall mit SUVA und Vorinstanz zwar im mittleren Bereich, hier aber eher an der Grenze zu den leichteren Unfällen anzusiedeln ist, müssten für eine Bejahung der Adäquanzfrage mehrere der massgebenden Kriterien in gehäufter oder auffallender Weise erfüllt sein, was indessen nicht zutrifft. Das Unfallereignis vom 20. Februar 1990 war weder von besonders dramatischen Begleitumständen geprägt noch zeichnete es sich durch besondere Eindrücklichkeit aus. Von besonderer Art oder Schwere der Verletzung kann angesichts der ärztlich erhobenen Befunde ebenfalls nicht gesprochen werden. Dass die Beschwerdegegnerin den Kopf im Unfallzeitpunkt nach rechts gedreht gehabt haben soll, ändert daran nichts, lag damit doch lediglich eine allenfalls gefahrenträchtige Ausgangsposition vor, was allein jedoch noch nicht zwangsläufig auf den Eintritt einer - qualifizierten - Verletzung schliessen lässt. Auf Grund rein körperlicher Beschwerden bestand sodann keine lang andauernde Arbeitsunfähigkeit. Ebenso wenig kann aus somatischer Sicht von Dauerschmerzen, schwierigem Heilungsverlauf oder gar ärztlicher Fehlbehandlung und dadurch bewirkten Komplikationen gesprochen werden.