Citation: I 801/06 05.10.2007 E. 6

6.1 Das kantonale Gericht hat nach ausführlicher Würdigung der umfangreichen Akten - insbesondere nach Kenntnisnahme der vom Beschwerdeführer im vorinstanzlichen Verfahren eingereichten neuen medizinischen Berichte - mit nachvollziehbarer und überzeugender Begründung für das Bundesgericht verbindlich festgestellt, dass dem Versicherten gestützt auf das MEDAS-Gutachten ab April 2004 unter Berücksichtigung aller gesundheitlichen Einschränkungen infolge einer Verschlimmerung der kardiologischen Beschwerden keine mittelschweren Tätigkeiten mehr, sondern nur - aber immerhin - noch körperlich leichte, behinderungsangepasste Beschäftigungen ohne besondere Stressbelastung bei einer Arbeitsfähigkeit von 50 % zumutbar waren. Der Beschwerdeführer legt nicht dar und es sind keine Anhaltspunkte dafür ersichtlich, dass die Vorinstanz den rechtserheblichen Sachverhalt diesbezüglich offensichtlich unrichtig, unvollständig oder unter Verletzung wesentlicher Verfahrensbestimmungen festgestellt hat. In medizinischer Hinsicht ist daher von der mit angefochtenem Entscheid festgestellten, dem Versicherten trotz seiner gesundheitlichen Beeinträchtigungen laut MEDAS-Gutachten zumutbarerweise verbleibenden 50%-igen Leistungsfähigkeit in Bezug auf eine körperlich leichte, behinderungsangepasste Tätigkeit ohne besondere Stressbelastung ab April 2004 auszugehen. 6.2 Das kantonale Gericht berücksichtigte zu Recht auch den im vorinstanzlichen Verfahren eingereichten Bericht des Universitätsspitals X.________ vom 1. April 2005, welcher den Zeitraum vor Erlass des Einspracheentscheides vom 28. April 2005 betrifft und somit zum hier massgebenden Sachverhalt gehört (BGE 130 V 445 E. 1.2 [mit Hinweisen] S. 446). 6.2.1 Das Verwaltungs- und das kantonale Gerichtsverfahren sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 Abs. 1, Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben IV-Stelle und Sozialversicherungsgericht den rechtserheblichen Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen. Diese Untersuchungspflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsachen hinreichende Klarheit besteht. Der Untersuchungsgrundsatz weist enge Bezüge zum - auf Verwaltungs- und Gerichtsstufe in gleicher Weise geltenden - Prinzip der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c in fine ATSG; Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, Zürich/Basel/Genf 2003, N 26 zu Art. 43) auf (einschliesslich die antizipierte Beweiswürdigung; vgl. BGE 124 V 90 E. 4b S. 94, 122 V 157 E. 1d S. 162): Führt die pflichtgemässe, umfassende und sachbezogene Beweiswürdigung (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352) den Versicherungsträger oder das Gericht zur Überzeugung, der Sachverhalt sei hinreichend abgeklärt, darf von weiteren Untersuchungen (Beweismassnahmen) abgesehen werden. Ergibt die Beweiswürdigung jedoch, dass erhebliche Zweifel an Vollständigkeit und/oder Richtigkeit der bisher getroffenen Tatsachenfeststellungen bestehen, ist weiter zu ermitteln, soweit von zusätzlichen Abklärungsmassnahmen noch neue wesentliche Erkenntnisse zu erwarten sind. 6.2.2 Soweit der Beschwerdeführer rügt, sein Gesundheitszustand habe sich seit April 2004 in kardialer Hinsicht objektiv verschlechtert, führte die Vorinstanz aus, die Schlussfolgerung, wonach es seit April 2004 zu einer weiteren erheblichen Verschlechterung des Gesundheitszustandes gekommen sei, lasse sich gestützt auf den Bericht des Universitätsspitals X.________ vom 1. April 2005 nicht ziehen. Zwar trifft es zu, dass sich laut kantonalem Entscheid in der invasiven kardiologischen Untersuchung vom 1. April 2005 gemäss Bericht des Universitätsspitals X.________ angeblich "eine stabile Situation im Vergleich zu 6/04" zeigte. Über die in demselben Bericht erwähnte Hospitalisierung im Kantonsspital Y.________ vom November 2004 bei akutem Koronarsyndrom wegen anämisierender oberer Gastrointestinal-Blutung unter Plavix, Aspirin und NSAR bei Ulkus duodeni und antralem Ulkus fehlen bei den Akten medizinische Unterlagen, welche über die festgestellten Befunde, deren Behandlung und die gegebenenfalls verbleibende (Erhöhung der) Arbeitsunfähigkeit Aufschluss geben. Ebenso liess das kantonale Gericht die seit Juli 2004 ausdrücklich festgestellte "progrediente Angina pectoris-Symptomatik (thorakales Druckgefühl ohne Austrahlung) mit zum Teil bestehender Ruheangina und Dyspnoe NYHA III-IV [bei] mittels PET nachgewiesener belastungsabhängiger Ischämie lateral und im mittleren Drittel der Vorderwand" unberücksichtigt. Diese Aussage des Berichts des Universitätsspitals X.________ steht in direktem Widerspruch zu der an gleicher Stelle formulierten Einschätzung, wonach sich anfangs April 2005 eine im Vergleich zum Zustand vom Juni 2004 stabile Situation gezeigt haben soll. Demgegenüber diskutierten die behandelnden Kardiologen des Universitätsspitals X.________ anlässlich der Hospitalisation vom 31. März bis 1. April 2005 auch eine "Revaskularisierung des RCX", welche eventuell eine Besserung der Symptomatik hätte zur Folge haben können. Im Herzkatheter vom 1. April 2005 fanden die Ärzte dann aber einen langstreckig verschlossenen RCX, welcher interventionell nicht angehbar war. Sie empfahlen daher primär ein konservatives Procedere in Verbindung mit einem "Ausbau der antianginösen Therapie", also eine Behandlungsintensivierung, welche auf eine Zunahme der Beschwerden schliessen lässt. Auch diese aktenmässig belegte Feststellung in tatsächlicher Hinsicht lässt zumindest bezüglich des sich kontinuierlich verschlechternden Gesundheitszustandes des Versicherten ab Juli 2004 auf einen weiteren medizinischen Abklärungsbedarf schliessen. Denn im Zeitpunkt der spezialärztlichen Untersuchung in der MEDAS vom Oktober 2004 waren den begutachtenden Ärzten die weitere gesundheitliche Entwicklung mit Hospitalisierung im Kantonsspital Y.________ vom November 2004 ebenso unbekannt wie der später erstellte Bericht des Universitätsspitals X.________ vom 1. April 2005. Soweit die Vorinstanz unter diesen Umständen in medizinischer Hinsicht trotz Anhaltspunkten auf einen sich verschlechternden Gesundheitszustand ausschlaggebend auf die Beurteilung gemäss MEDAS-Gutachten abstellte, verletzte sie den Untersuchungsgrundsatz. 6.2.3 Entgegen dem angefochtenen Entscheid lässt die vorhandene Aktenlage für den Zeitraum von Juli 2004 bis zum Erlass des Einspracheentscheides vom 28. April 2005 nicht mit dem im Sozialversicherungsrecht erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181 mit Hinweisen) darauf schliessen, über die ab April 2004 berücksichtigte anspruchsbeeinflussende Änderung in den tatsächlichen medizinischen Verhältnissen hinaus sei es ab Juli 2004 zu keiner weiteren erheblichen Verschlechterung des Gesundheitszustandes gekommen. Die vorhandenen ärztlichen Unterlagen hätten für die Vorinstanz vielmehr Anlass sein müssen, in Nachachtung des Untersuchungsgrundsatzes (E. 6.2.1 hievor) prüfen zu lassen, ob sich die Gesundheit des Beschwerdeführers im massgebenden Zeitpunkt des Einspracheentscheides (28. April 2005; BGE 129 V 167 E. 1 S. 169) verglichen mit der ab April 2004 berücksichtigten, aus medizinischen Gründen zusätzlich reduzierten Leistungsfähigkeit (E. 6.1 hievor) weiter in einem erheblichen Ausmass verschlechtert hatte und wie sich diese Änderung der tatsächlichen Verhältnisse bejahendenfalls auf den Rentenanspruch auswirkte (vgl. Urteil I 652/06 vom 25. Juli 2007 E. 8.2 mit Hinweisen). Die IV-Stelle, an welche die Sache zu ergänzenden Abklärungen zurückzuweisen ist, wird die medizinische Aktenlage mit Blick auf die im Zeitraum von Juli 2004 bis April 2005 durchgeführten Behandlungsmassnahmen (einschliesslich Hospitalisierungen) vervollständigen und sodann aus polydisziplinärer Sicht prüfen lassen, ob im fraglichen Zeitraum eine weitere erhebliche Verschlechterung des Gesundheitszustandes eingetreten ist. Dabei wird auch die Frage zu beantworten sein, welche Tätigkeiten dem Versicherten konkret in welchem Ausmass medizinisch noch zumutbar sind unter Berücksichtigung der Tatsache, dass er gemäss Bericht des Universitätsspitals X.________ vom 1. April 2005 nunmehr zum Teil auch unter einer bestehenden Ruheangina leidet.