Citation: 6B_1232/2021 E. 3.4.2

3.4.2. Der Beschwerdeführer kritisiert sodann die erstinstanzliche Kostenverteilung. Die absolute Höhe und die einzelnen Posten der Verfahrenskosten sind dem erstinstanzlichen Urteilsdispositiv vom 15. Mai 2020 zu entnehmen (kantonale Akten, act. 929), womit die Vorinstanz diese nicht weiter begründen musste, zumal der Beschwerdeführer diese - soweit ersichtlich - grundsätzlich nicht beanstandete, sondern einzig geltend machte, sie seien ihm (teilweise) zu erlassen. Damit erscheint fraglich, ob auf die neuen Vorbringen des Beschwerdeführers, die Gebühren der Staatsanwaltschaft von Fr. 9'000.-- und die Gebühr für das erstinstanzliche Verfahren von Fr. 9'500.-- seien nicht gerechtfertigt, und es erscheine fragwürdig, wenn ihm die Kosten für das Gutachten auferlegt würden, da er diese nicht verursacht habe, überhaupt einzutreten ist (vgl. Art. 80 Abs. 1 und Art. 99 Abs. 2 BGG). Jedenfalls legt er mit seinen pauschalen Ausführungen weder eine Verletzung von Bundesrecht noch eine willkürliche Anwendung von kantonalem Recht dar. Es liegt zweifelsohne innerhalb des sachrichterlichen Ermessens, wenn die Vorinstanz - wie bereits die erste Instanz - für den Freispruch vom Vorwurf der einfachen Körperverletzung eine Quote von 1/20 ausscheidet und die auf die Schuldsprüche entfallenden erstinstanzlichen Verfahrenskosten dem Beschwerdeführer auferlegt. Aus den Akten ergibt sich, dass der Aufwand bezüglich der Abklärungen in Zusammenhang mit dem Anklagepunkt, von dem der Beschwerdeführer freigesprochen wurde, relativ gering war, und der Freispruch insbesondere mangels Konfrontation des Beschwerdeführers mit dem angeblichen Geschädigten erfolgte (vgl. erstinstanzliches Urteil S. 33). Daran ändert auch nichts, dass die Vorinstanz in einem Anklagepunkt zu einer anderen rechtlichen Würdigung gelangt als die erste Instanz (versuchte schwere Körperverletzung anstatt vollendete schwere Körperverletzung); massgebend ist, dass es auch in diesem Anklagepunkt bei einer Verurteilung des Beschwerdeführers bleibt und - entgegen dessen Einschätzung - nicht zu einem Freispruch kommt (vgl. Urteil 6B_866/2016 vom 9. März 2017 E. 10.2.2). Auch hat die Vorinstanz ihre andere rechtliche Würdigung bei der Verlegung der Kosten für das Berufungsverfahren berücksichtigt (vgl. E. 3.4.3). Ebenso wenig ist unter Ermessensgesichtspunkten zu beanstanden, wenn die Vorinstanz den Beschwerdeführer gestützt auf Art. 135 Abs. 4 StPO verpflichtet, dem Kanton Bern die Entschädigung für seinen amtlichen Verteidiger für das erstinstanzliche Verfahren im Umfang von 19/20 zurückzuzahlen, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben.