Citation: 6B_1037/2023 E. 3.4

3.4. Die Vorinstanz erwägt, es sei am 19. September 2020 am deutschen Zollamt beim Grenzübergang Stein/Bad Säckingen zu einer Auseinandersetzung zwischen dem Beschwerdeführer und dem Beschwerdegegner gekommen. Der Beschwerdeführer sei dem Beschwerdegegner daraufhin auf den Parkplatz des Imbisses "C.________" in Stein (AG) gefolgt. Dort habe der Beschwerdegegner sein Fahrzeug parkiert und sei ausgestiegen. Der Beschwerdeführer, der mit seiner Ehefrau und seinen zwei Kindern unterwegs gewesen sei, habe sein Fahrzeug ebenfalls auf den genannten Parkplatz gelenkt. Gestützt auf das verkehrstechnische Gutachten von der D.________ Test Center AG vom 4. Januar 2021 sowie den damit übereinstimmenden Aussagen des Beschwerdegegners sei davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer in der Folge sein Fahrzeug beschleunigt und den Beschwerdegegner mit einer Geschwindigkeit von 27 bis 35 km/h erfasst habe. Im Anschluss an die Kollision habe der Beschwerdeführer, ohne dem Beschwerdegegner Hilfe zu leisten resp. die Polizei oder Ambulanz zu verständigen, die Unfallstelle verlassen und sei an seinen Wohnort gefahren. Der Beschwerdegegner habe nicht unerhebliche Verletzungen, u.a. am Kopf und im Gesicht erlitten, die jedoch weitgehend folgenlos bzw. unter Narbenbildung abgeheilt seien. Zum subjektiven Tatbestand hält die Vorinstanz zusammengefasst fest, dass es der allgemeinen Lebenserfahrung entspreche und dem Beschwerdeführer bekannt gewesen sein müsse, dass das Anfahren einer Person mit einem Fahrzeug bei einer Geschwindigkeit von 27 bis 35 km/h, das voraussehbare Aufladen und Wegschleudern vom Fahrzeug und sodann ein Aufprallen auf den harten Boden lebensgefährliche, wenn nicht gar tödliche Verletzungen zur Folge haben könne. Der Beschwerdeführer habe es letztlich dem Zufall überlassen, ob sich die naheliegende Gefahr einer lebensgefährlichen Verletzung beim Aufprall mit dem Fahrzeug bzw. Wegschleudern auf den Boden verwirklichen würde oder nicht. Aufgrund der vorgängigen Auseinandersetzung sei erstellt, dass der Beschwerdeführer den Beschwerdegegner bewusst habe anfahren wollen. Gemäss Gutachten des IRM vom 10. November 2020 stelle der Vorgang grundsätzlich eine lebensbedrohliche Handlung dar und es sei lediglich dem Zufall zu verdanken, dass keine entsprechenden Schädigungen eingetreten seien.