Citation: 4A_488/2023 E. 5.3

5.3. Ebenso wenig zeigt die Beschwerdeführerin eine Verletzung des Rechts auf Beweis durch das Schiedsgericht auf mit dem Vorbringen, die Beschwerdegegnerin 1 habe die Dopingproben zunächst selber als negativ gewertet und ihr am 24. Mai 2017 mitgeteilt, es werde auf eine Fortführung des Verfahrens betreffend möglichen Verstosses gegen die anwendbaren Anti-Doping-Regeln verzichtet. Weder der Umstand, dass die Beschwerdegegnerin 1 in der Folge aufgrund neuer Erkenntnisse im Jahr 2021 dennoch ein Verfahren gegen die Beschwerdeführerin eröffnete noch der bis dahin erfolgte Zeitablauf können dem Schiedsgericht als Verletzung garantierter Verfahrensrechte angelastet werden. Entsprechendes gilt für das Vorbringen, die Beschwerdegegnerinnen hätten keinerlei Beweismittel vorgelegt, die der Prüfung durch die Beschwerdeführerin zugänglich wären. Der in der Beschwerde hervorgehobene Umstand, dass im zu beurteilenden Fall keine direkten Beweise für die Verwendung einer verbotenen Substanz vorlagen, sondern verschiedene andere Beweise in Form von Dopingkontrollformularen, Untersuchungsberichten von Prof. McLaren, LIMS-Daten aus dem Moskauer Labor, eines Gutachtens zu diesen Daten sowie verschiedener E-Mails zu würdigen waren, bedeutet keine Verletzung des Rechts auf den Beweis. Mit dem Vorwurf, das Schiedsgericht habe sich bei der Verurteilung auf nicht authentische Daten gestützt und habe eine willkürliche (antizipierte) Beweiswürdigung vorgenommen, übt die Beschwerdeführerin unzulässige Kritik an der schiedsgerichtlichen Beweiswürdigung (vgl. BGE 142 III 360 E. 4.1.1). Fehl geht auch der nicht weiter begründete Vorwurf, das Schiedsgericht habe nicht ausgeführt, weshalb der Beizug der Originalunterlagen nicht zu einem anderen Ergebnis hätte führen können. Der Gehörsanspruch bedeutet nicht, dass sich das Schiedsgericht ausdrücklich mit jedem einzelnen Vorbringen der Parteien auseinandersetzen muss.