Citation: 2A.528/2005 20.04.2006 E. 4

Was die beschwerdeführende Steuerverwaltung in ihrer Erklärung vom 1. Dezember 2005 ausführt, gibt keinen Anlass für eine abweichende Beurteilung. Gewiss gewährleistet auch Art. 1 Abs. 3 Satz 2 StHG die Tarifautonomie der Kantone in allgemeiner Form. Indessen handelt es sich nur um eine allgemeine Bestimmung aus dem ersten Titel des Gesetzes, die unter dem Vorbehalt abweichender spezieller Regelungen steht. Um eine solche handelt es sich aber bei Art. 11 Abs. 1 Satz 2 StHG, wie sich aus dem Wortlaut und der weiteren Interpretation ergibt (BGE 131 II 697 E. 4.2-5). Insbesondere ist auch der Hinweis der Beschwerdeführerin auf das Votum des Kommissionssprechers Salvioni unbehelflich. In BGE 131 II 697 wurde dargelegt, in welchem Sinn dieses Votum (wie auch dasjenige des deutschsprachigen Referenten, Nationalrat Reichling) zu verstehen ist: Wenn die beiden Kommissionssprecher von einer vergleichbaren Ermässigung ausgingen und diesbezüglich auf eine "redaktionelle" Korrektur durch den Ständerat hofften, so folgte dieser gerade nicht, sondern gab dem engagierten Votum von Ständerat Piller statt, der die andere Seite vertrat (vgl. BGE 131 II 697 E. 5.4).