Citation: 6B_743/2010 13.12.2010 E. 2.1

2.1.1 Gemäss Art. 30 Abs. 1 BV, hat der Einzelne Anspruch darauf, dass seine Sache von einem unparteiischen und unbefangenen Richter ohne Einwirken sachfremder Umstände entschieden wird. Voreingenommenheit und Befangenheit werden angenommen, wenn Umstände vorliegen, die bei objektiver Betrachtung geeignet sind, Misstrauen in die Unparteilichkeit des Richters zu erwecken. Solche Umstände können entweder in einem bestimmten Verhalten des betreffenden Richters oder in gewissen äusseren Gegebenheiten begründet sein. Bei der Beurteilung ist nicht auf das subjektive Empfinden einer Partei abzustellen. Das Misstrauen in die Unvoreingenommenheit muss vielmehr in objektiver Weise begründet erscheinen. Es genügt, wenn Umstände vorliegen, die bei objektiver Betrachtung den Anschein der Befangenheit und Voreingenommenheit erwecken. Für die Ablehnung wird nicht verlangt, dass der Richter tatsächlich befangen ist (BGE 136 I 207 E. 3.1 S. 210; 134 I 238 E. 2.1 S. 240; je mit Hinweisen). Die persönliche Unbefangenheit des gesetzlichen Richters wird grundsätzlich vermutet (BGE 114 Ia 50 E. 3b S. 55; Urteil 1B_298/2010 vom 3. November 2010 E. 2.1; je mit Hinweisen). 2.1.2 Nach Art. 40 Ziff. 3 des Gesetzes über die Organisation und das Verfahren der Gerichte des Kantons Nidwalden vom 28. April 1968 (Gerichtsgesetz/NW; 261.1) kann eine Partei den Richter, Gerichts- oder Justizbeamten ablehnen, wenn dieser mit dem Rechtsanwalt einer Partei in einem Verwandtschaftsverhältnis steht. Ein Verwandtschaftsverhältnis liegt unter anderem bei Ehegatten vor (Art. 29 Ziff. 2 Gerichtsgesetz/NW). Ein weiterer Ablehnungsgrund besteht gemäss Art. 40 Ziff. 6 Gerichtsgesetz/NW, wenn eine der vorerwähnten Gerichtspersonen wegen persönlichen oder wirtschaftlichen Bindungen oder aus anderen Gründen in der Sache nicht unbefangen erscheint. Das Ausstandsbegehren ist schriftlich und begründet innert zehn Tagen ab Kenntnisnahme des Grundes einzureichen. Falls ein Unfähigkeits- oder Ablehnungsgrund erst an der Hauptverhandlung bekannt wird, kann es an der Verhandlung mündlich gestellt werden (Art. 42 Gerichtsgesetz/NW). 2.2 Auf das Vorbringen des Beschwerdeführers, wonach die vorinstanzlichen Richter befangen seien, weil sie dem Rechtsanwalt des Beschwerdegegners 2 zu hohe und unbegründete Entschädigungen zugesprochen hätten, ist mangels rechtsgenügender Begründung nicht einzutreten (Art. 42 Abs. 2 BGG; BGE 134 II 244 E. 2.1 und 2.2 S. 245 f.; 134 V 53 E. 3.3 S. 60; je mit Hinweisen). 2.3 Der Beschwerdeführer nahm in seinem Schlusswort anlässlich der Appellationsverhandlung zu einem im "O.________er" (3/2009) erschienen Zeitungsartikel Stellung. Er machte geltend, er werde dadurch vorverurteilt. Sein Einwand in der Beschwerdeschrift, seine Proteste gegen diesen Zeitungsartikel an der Verhandlung hätten weder im Protokoll noch im angefochtenen Urteil Eingang gefunden, ist unbegründet. Einerseits ist im Verhandlungsprotokoll unter "7. Schlusswort des Angeklagten" festgehalten, dass er dazu Stellung bezogen habe (Verhandlungsprotokoll vom 3. Dezember 2009 S. 12). Andererseits ist nicht zu beanstanden, dass diese Proteste im vorinstanzlichen Urteil nicht erwähnt werden, da es unter anderem die Anträge der Verfahrensbeteiligten und nur die wesentliche Wiedergabe des Verhandlungsablaufs zu enthalten hat [§ 146 Ziff. 4 und 5 i.V.m. § 157 Abs. 1 der Verordnung über den Strafprozess des Kantons Nidwalden vom 11. Januar 1989 (StPO/NW; 263.1)]. Damit ist auch die sinngemässe Rüge der Verletzung seines Anspruchs auf rechtliches Gehör unbegründet. Der Beschwerdeführer, welcher im vorinstanzlichen Verfahren noch anwaltlich vertreten war, machte indessen an der Appellationsverhandlung nicht geltend, dass die Mitglieder bzw. der Präsident des Obergerichts durch die Lektüre des vorerwähnten Zeitungsartikels beeinflusst worden und dadurch befangen seien. Da er trotz Kenntnis des angeblichen Ablehnungsgrundes nicht unverzüglich und gemäss dem kantonalen Ausstandsverfahren ein Ausstandsbegehren stellte und dies selbst an der Appellationsverhandlung unterliess, hat er insoweit sein Recht nach dem Grundsatz von Treu und Glauben verwirkt (BGE 136 I 207 E. 3.4 S. 211; 135 III 334 E. 2.2 S. 336; je mit Hinweisen). Es ist ohnehin fraglich, ob die Lektüre eines einzigen Zeitungsartikels, selbst wenn dieser vorverurteilend sein sollte, bereits den Anschein der Befangenheit zu erwecken vermag (BGE 116 Ia 14 E. 7b und 7c S. 22 ff. mit Hinweisen).