Citation: 4A_13/2023 E. 4.3

4.3. Das Schiedsgericht hat die Argumente der Beschwerdeführerin berücksichtigt, wonach die Diskussion über den Know-how Transfer bis kurz vor Erteilung des Schiedsverfahrens fortgeführt worden sei und sich die Parteien im Januar 2021 getroffen hätten, um das Thema des fehlenden Know-how zu besprechen. Es verweist im angefochtenen Schiedsentscheid (Rz. 203) denn auch ausdrücklich auf die nunmehr ins Feld geführte Stelle in der Widerklagebegründung der Beschwerdeführerin. Im Umstand, dass das Schiedsgericht dieser Argumentation nicht folgte, sondern im gewürdigten E-Mail-Austausch - so insbesondere der E-Mail von D.________ vom 11. September 2020 - eine der Beschwerdeführerin zurechenbare Bestätigung erblickte, dass der bis dahin offene Punkt der fehlenden Zeichnungen spätestens in diesem Zeitpunkt gelöst war, liegt keine Verletzung des Gehörsanspruchs begründet. Noch weniger ist eine Gehörsverletzung darin zu erblicken, dass das Schiedsgericht in seinen entsprechenden Erwägungen nicht ausdrücklich auf die an der fraglichen Stelle der Widerklagebegründung in Fussnote 44 aufgeführte Beilage R-50 oder den in Fussnote 46 erwähnten Absatz 30 der Zeugenaussage von D.________ verwies, wie die Beschwerdeführerin anzunehmen scheint. Ausserdem verwies das Schiedsgericht in Rz. 199 ausdrücklich auf das in der Beschwerde hervorgehobene Vorbringen der Beschwerdeführerin in Rz. 17 ff. ihres Schriftsatzes nach der mündlichen Verhandlung (Post-Hearing Brief), wonach verschiedene Zeugen die Unvollständigkeit des vertraglich vereinbarten Know-how Transfers bestätigt hätten. Dem Schiedsgericht ist keine Gehörsverletzung vorzuwerfen, wenn es in den nachfolgenden Erwägungen nicht mehr ausdrücklich auf diese Zeugenaussagen Bezug nahm. Keine Gehörsverletzung zeigt die Beschwerdeführerin zudem auf, indem sie dem Schiedsgericht vorwirft, seine Entscheidbegründung sei widersprüchlich bzw. unhaltbar. Das rechtliche Gehör in einem kontradiktorischen Verfahren nach Art. 182 Abs. 3 und Art. 190 Abs. 2 lit. d IPRG enthält nach ständiger Rechtsprechung keinen Anspruch auf einen materiell richtigen Entscheid, sondern sichert allein das Recht auf Beteiligung der Parteien an der Entscheidfindung (BGE 127 III 576 E. 2b und 2d). Auch indem sie die vom Schiedsgericht verwendete Unterscheidung zwischen "core documents" und "updates and other types of documents" in Frage stellt, übt sie lediglich unzulässige inhaltliche Kritik an der schiedsgerichtlichen Rechtsanwendung. Soweit sie im gleichen Zusammenhang ohne weitere Begründung anfügt, "[d]ie Begründung [sei] nicht nachvollziehbar, einseitig und begünstige die Beschwerdegegnerin", was "Ausfluss der Befangenheit des Schiedsrichters Herr Michele de Meo [sei]", vermag sie im Übrigen keine vorschriftswidrige Zusammensetzung des Schiedsgerichts (Art. 190 Abs. 2 lit. a IPRG) aufzuzeigen. Der Vorwurf, das Schiedsgericht habe entscheidrelevante Vorbringen und Beweise in Verletzung des rechtlichen Gehörs der Beschwerdeführerin ausser Acht gelassen, erweist sich insgesamt als unbegründet.