Citation: 4A_271/2013 E. 2.5

2.5. Zwar führte das Bundesgericht im angerufenen Urteil in E. 3.2.1 namentlich unter Verweis auf SCHUMACHER ( Die Haftung des Architekten aus Vertrag, in: Gauch/Tercier [Hrsg.], Das Architektenrecht, 3. Aufl. 1995, S. 113 ff. Rz. 748) aus: "Auch keine Information kann eine Information sein, nämlich diejenige, dass der Bauherr nicht mit Mehrkosten zu rechnen habe. Unterlässt der Architekt eine Aufklärung über Kostenrisiken, insbesondere über die Ungenauigkeit seiner Kostenprognosen, erweckt er grundsätzlich den Eindruck und damit das Vertrauen des Bauherrn, besondere Risiken bestünden nicht." Das damit aus der unterlassenen Information über die Genauigkeit eines Kostenvoranschlages grundsätzlich abgeleitete Vertrauen auf das Fehlen "besonderer" Risiken kann jedoch nicht so verstanden werden, dass keine Risiken vorliegen. Vielmehr muss sich der Bauherr die "üblichen", d.h. die ihm auch ohne Aufklärung durch den Architekten bekannten Risiken anrechnen lassen ( THOMAS SIEGENTHALER, Die Kosteninformation, in: Die Planerverträge, Stöckli/Siegenthaler [Hrsg.], 2013, S. 507 ff., 532 Rz. 10.56; vgl. auch: HANNES ZEHNDER, Über Prognosen, Toleranzen und die Haftung der Architekten, BR 2010, S. 48 ff., 49). Demnach ist bei fehlender Orientierung über die Genauigkeit eines Kostenvoranschlags im Einzelfall zu prüfen, welches Vertrauen der Bauherr nach Treu und Glauben in die Kosteninformationen des Architekten haben durfte (vgl. E. 2.1 hiervor). Dabei ist zu berücksichtigen, dass bereits der Wortbestandteil "Schätzung" darauf hindeutet, dass keine absolute Genauigkeit erwartet werden kann ( SIEGENTHALER, a.a.O., S. 532 Rz. 10.58).