Citation: 1A.65/2002 30.07.2002 E. 4

4.1 Der Beschwerdeführer erhebt sodann den Vorwurf der Verletzung von Art. 6 Ziff. 1 EMRK. Das Kantonsgericht habe den Entscheid des Staatsrates nur hinsichtlich einer Rechtsverletzung, nicht aber auf dessen Zweckmässigkeit überprüft. Somit habe im ganzen Verfahren keine Beschwerdeinstanz volle Überprüfungsbefugnis ausgeübt. 4.2 Die Auslegung und Anwendung der EMRK prüft das Bundesgericht frei (BGE 118 Ia 473 E. 6c S. 483 mit Hinweis). Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts verlangt Art. 6 Ziff. 1 EMRK zumindest eine freie richterliche Überprüfung des Sachverhalts und der Rechtsfragen, nicht dagegen eine Ermessenskontrolle (BGE 126 I 33 E. 2a; 120 Ia 19 E. 4c S. 30 mit Hinweisen). Allerdings muss sichergestellt sein, dass das Gericht auch Verwaltungsentscheide, die überwiegend auf Ermessen beruhen, wirksam überprüfen kann (Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte [EGMR] vom 28. Juni 1990 i. S. Obermeier c. Österreich, Serie A Band 179 Ziff. 69 f.; Mark Villiger, Handbuch der Europäischen Menschenrechtskonvention, 2. Auflage, Zürich 1999, Rz. 427 S. 271 f.). Ein Anspruch auf eine zweistufige richterliche Prüfung besteht nicht (BGE 124 I 255 E. 5b/aa S. 263 mit Hinweisen). 4.3 Das Kantonsgericht hat einen Augenschein durchgeführt und den Sachverhalt sowie die sich stellenden Rechtsfragen umfassend überprüft. Wie es zutreffend ausgeführt hat, war ihm aufgrund des kantonalen Verfahrensrechts eine Zweckmässigkeitsüberprüfung verwehrt; gemäss Art. 78 lit. a des Gesetzes des Kantons Wallis über das Verwaltungsverfahren und die Verwaltungsrechtspflege vom 6. Oktober 1976 hatte das Kantonsgericht den angefochtenen Staatsratsentscheid lediglich auf Rechtsverletzungen, einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Ermessens und unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts zu kontrollieren. Mit dieser Überprüfungsbefugnis wurde ein Art. 6 EMRK genügender, effektiver Rechtsschutz gewährleistet, weshalb die insoweit erhobene Kritik am Urteil des Kantonsgerichts als unbegründet abzuweisen ist.