Citation: 5A_44/2022 E. 1.2.3

1.2.3. Ein hinreichend schutzwürdiges Interesse an der Aufhebung des angefochtenen Entscheids vermögen die Beschwerdeführer grundsätzlich geltend zu machen, soweit sie sich gegen die Neuregelung ihres Besuchsrechts für die Dauer von 6 Monaten wenden. Diese Regelung ist spätestens mit der Eröffnung des angefochtenen Entscheids am 22. Dezember 2021 in Kraft getreten, da der Beschwerde in Zivilsachen nicht von Gesetzes wegen aufschiebende Wirkung zukam und ihr diese Wirkung auch nicht beigelegt wurde (vgl. Sachverhalt Bst. C.b; Art. 103 Abs. 1-3 BGG). Die streitgegenständliche Besuchsregelung ist daher bereits abgelaufen und die Beschwerdeführer haben kein aktuelles Interesse an deren Prüfung mehr. Hinzu kommt, dass die KESB in der Zwischenzeit neu über das Besuchsrecht entschieden hat und die Beschwerdeführer diese Verfügung - was sie anerkennen - nicht angefochten haben. Diese neue Verfügung ist daher in Rechtskraft erwachsen und es fehlt auch insoweit ein aktuelles und praktisches Interesse an der Beschwerde, könnte doch selbst eine Gutheissung durch das Bundesgericht die neue Verfügung der KESB nicht beseitigen. Dass die Beschwerdeführer die Verfügung vom 15. Juli 2022 angeblich nur deshalb nicht angefochten haben, weil sie dazu mangels Gewährung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung nicht in der Lage gewesen seien, ändert daran nichts. Soweit sich die Beschwerdeführer gegen die Nichtgewährung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung zur Wehr setzen, zielen ihre Ausführungen jedenfalls am Streitgegenstand vorbei. Dass das Bundesgericht mit Entscheid über die aufschiebende Wirkung die Behandlung in der Hauptsache in Aussicht gestellt haben soll und dazu fast 6 Monate Zeit gehabt hätte, tut nichts zur Sache und ändert nichts daran, dass erstens die streitgegenständliche Regelung abgelaufen und zweitens die KESB in der Zwischenzeit rechtskräftig neu verfügt hat. Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführer ist die neue Verfügung der KESB vom 15. Juli 2022 auch nicht nichtig: Nachdem die streitgegenständliche Regelung des Besuchsrechts abgelaufen war, lag dessen Neuregelung ausserhalb des Gegenstands des vorliegenden Verfahrens (vgl. zum Streitgegenstand BGE 142 I 155 E. 4.4.2) und war der KESB daher nicht untersagt (vgl. Urteil 5A_744/2020 vom 27. September 2021 E. 2.2). Die Beschwerdeführer haben demnach kein aktuelles und praktisches Interesse mehr an der Behandlung ihrer Beschwerde.