Citation: 4A_489/2014 E. 3

Nach wie vor umstritten ist, ob der Beschwerdegegnerin eine Verletzung der Verkehrssicherungspflicht zur Last gelegt werden kann, indem sie die zumutbaren Vorsichts- und Schutzmassnahmen zur Gefahrenabwehr für die Benützung der Schlittelpiste nicht getroffen hat. Die Vorinstanz (so wie auch die erste Instanz) verneinte dies. Sie hielt fest, der Unfall habe sich sieben Meter neben dem Pistenrand bzw. Schlittelweg zugetragen, womit sich dieser unbestrittenermassen ausserhalb des gemäss der Richtlinien (SKUS- und SBS-Richtlinien aus dem Jahre 2002) zu sichernden, zwei Meter breiten Randbereichs ereignet habe. Die Unfallstelle befinde sich aber in einer Entfernung, in welcher sich eine ausnahmsweise und punktuelle Erweiterung der Verkehrssicherungspflicht der Beschwerdegegnerin begründen liesse: Eine solche sei jedoch zu verneinen, da die Gesamtheit der Pistenanlage und der Stall zur Zeit des Unfallereignisses weder eine atypische noch eine besonders grosse Gefahr dargestellt haben. Vielmehr dürfe von einer vorsichtigen Schlittlerin erwartet werden, dass sie mit dem Befahren einer Kurve mit weitem Radius nicht so lange zuwarte, bis sie an den Pistenrand gerate und damit das Risiko eines Sturzes bzw. einer Kollision mit dem von weitem erkennbaren, sieben Meter neben der Piste gelegenen Hindernis auf sich nehme, sondern dass sie die Kurve vorausschauend und frühzeitig anfahre. Entsprechend könne der Beschwerdegegnerin keine Verletzung der Verkehrssicherungspflicht vorgeworfen werden, indem sie die Piste nicht über den engeren Pistenrandbereich hinaus gesichert habe.