Citation: 5A_1071/2020 E. 2

Das Obergericht hat mit Blick auf die zur Anerkennung vorgelegte englische Financial Remedy Order vom 20. Dezember 2016 nach den Aspekten des Güterrechts und denjenigen des Unterhaltsrechts unterschieden, um das nur auf die Unterhaltspflichten anwendbare LugÜ abzugrenzen. Es hat festgehalten, dass hierfür die Erwägungen des Approved Judgment vom 15. Dezember 2016, welches der High Court im Scheidungsverfahren erlassen hatte, beizuziehen seien. In der Folge hat die Vorinstanz für jede einzelne der vier Positionen, welche der High Court (als Teil der gesamten Pauschalsumme) als Unterhalt im Sinne des LugÜ erklärte, eine Qualifizierung vorgenommen. Das Obergericht ist zum Ergebnis gelangt, dass der vom High Court festgesetzte Betrag für den Kauf der Immobilie U.________ nicht als Unterhaltssache und die Position "Ausstehende Rechtsanwaltskosten" nicht schlüssig zugeordnet werden könnten, weshalb insoweit das LugÜ nicht anwendbar sei. Hingegen seien der vom High Court festgesetzte Betrag für den Kauf der Immobilie in V.________ (GBP 27'885'630.--) und die als Duxbury Fund kapitalisierten zukünftigen Lebenshaltungskosten (GBP 157'101'608.--) als Unterhalt im Sinne des LugÜ einzuordnen (insgesamt GBP 184'987'238.--). Den Einwand des Beschwerdeführers, dass der High Court durch seine Zuordnung der lump sum in einen Teil "Unterhalt" im Sinne des LugÜ eine "Umqualifizierung" vorgenommen habe, welche Ordre public-widrig sei, hat das Obergericht genauso verworfen wie die Kritik an der Aktivlegitimation und dem Rechtsschutzinteresse des Beschwerdegegnerin.