Citation: 4C.193/2000 26.09.2001 E. 2

2.- Das Handelsgericht hat die Klage im geschützten Teilbetrag mit einer doppelten Begründung gutgeheissen. Es bejahte zunächst eine Haftung der Beklagten für widerrechtliches Verhalten von G.________, den es als Organ betrachtete, nach den Grundsätzen der Haftung für unrichtige Auskunft- und Raterteilung. G.________ habe gegenüber dem Kläger den Anschein erweckt, dass er wisse, welche Geschäfte C.________ und Dr. D.________ tätigten, und dass diese Geschäfte seriös seien. Für G.________ sei erkennbar gewesen, dass der Kläger dies aus seinem Verhalten schliessen musste. Das Handelsgericht bejahte zudem eine Haftung der Beklagten nach den Grundsätzen der Vertrauenshaftung mit folgender Begründung. Anlässlich der Besprechung vom 16. November 1993 in den Räumlichkeiten der Bank sei eine rechtliche Sonderverbindung zwischen ihr und dem Kläger begründet worden. G.________ habe schutzwürdiges Vertrauen erweckt, insbesondere im Zusammenhang mit den bei der Besprechung gefallenen beruhigenden Äusserungen über die Sicherheit des Geldes. Er habe nicht darauf hingewiesen, dass die Beklagte einzig als Zahlstelle eingesetzt sei und sie entgegen dem erweckten Eindruck die Verwendung des Geldes nicht überwache. Dieses erweckte Vertrauen sei in der Folge treuwidrig enttäuscht worden. Unter beiden Gesichtspunkten bejahte das Handelsgericht auch, dass die Aussagen und das Verhalten von G.________ für den Anlageentscheid des Klägers bzw. dessen Geschäftsabschluss mit den Vertretern der Firma Y.________ kausal gewesen seien.