Citation: 2C_321/2024 E. 6.5

6.5. Die Beurteilung der Vorinstanz erweist sich als bundesrechtskonform. Zwar ist nicht jeder Verstoss gegen die auftragsrechtliche Sorgfaltspflicht auch disziplinarrechtlich relevant (vgl. BGE 144 II 473 E. 5.3.1; FELLMANN, Anwaltsrecht, N. 242). Vorliegend fällt aber ins Gewicht, dass die Beschwerdeführerin bereits im Jahr 2022 wegen mehrfacher Fristversäumnisse und einer damit einhergehenden mangelhaften Arbeitsorganisation diszipliniert werden musste. Wie das kantonale Gericht zutreffend hervorhebt, deuten die im Jahr 2023 verpassten Rechtsmittelfristen auf eine weiterhin ungenügende Organisation der Kanzlei der Beschwerdeführerin hin. Mit Blick auf die zentrale Bedeutung des Fristenmanagements für die Tätigkeit von Anwältinnen und Anwälte (E. 6.2 hiervor) ist das erneute Verpassen von zwei Rechtsmittelfristen sowie weiterer richterlicher Fristen disziplinarrechtlich relevant. Die Beschwerdeführerin bestreitet denn auch nicht die disziplinarrechtliche Relevanz ihres Verhaltens, sondern verweist auf den Grundsatz des einfachen und raschen Verfahrens im Sinn von Art. 61 lit. a ATSG. Sie legt aber nicht dar, weshalb die vorinstanzliche Beurteilung diesem Grundsatz widerspricht. Im Gegenteil dienen klare Fristen und Säumnisfolgen der Verfahrensstraffung und insofern auch dem einfachen und raschen Verfahren (Urteil 9C_51/2023 vom 11. April 2023 E. 4.3.2).