Citation: 7B_289/2022 E. 3.1

3.1. Mit dem Schuldspruch wegen qualifizierter Widerhandlung gegen das BetmG liegt eine Katalogtat vor, die grundsätzlich unabhängig von der Höhe der Strafe eine Landesverweisung nach sich zieht (Art. 66a Abs. 1 lit. o StGB). Von der Anordnung der Landesverweisung kann in einem solchen Fall nur "ausnahmsweise" unter den kumulativen Voraussetzungen abgesehen werden, dass sie (1.) einen schweren persönlichen Härtefall bewirken würde und (2.) die öffentlichen Interessen an der Landesverweisung gegenüber den privaten Interessen des Ausländers am Verbleib in der Schweiz nicht überwiegen (Art.66a Abs. 2 Satz 1 StGB; sog. Härtefallklausel). Das Bundesgericht hat wiederholt dargelegt, welche Kriterien bei der Prüfung des persönlichen Härtefalls und der Interessenabwägung zu berücksichtigen sind (BGE 146 IV 105 E. 3.4; 144 IV 332 E. 3.3; je mit Hinweisen). Ebenso hat es sich bei der Beurteilung der Landesverweisung bereits mehrfach zum Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens (Art. 13 BV und Art. 8 EMRK), namentlich zur Frage, wann dieses tangiert ist, und der diesbezüglichen Rechtsprechung des EGMR geäussert (BGE 147 I 268 E. 1.2.3; 146 IV 105 E. 4.2; 145 IV 161 E. 3.4; Urteil 6B_1144/2021 vom 24. April 2023 E. 1.2.5; je mit Hinweisen). Darauf kann verwiesen werden.