Citation: 1P.767/2003 14.01.2004 E. 2

2.1 Nach § 67 Abs. 1 und 2 der Aargauer Strafprozessordnung vom 11. November 1958 darf Untersuchungshaft u.a. angeordnet werden, wenn der Beschuldigte einer mit Freiheitsstrafe bedrohten Tat dringend verdächtig ist und die Fortsetzung der strafbaren Tätigkeit zu befürchten ist. Liegt ausser dem allgemeinen Haftgrund des dringenden Tatverdachts Fortsetzungsgefahr vor, steht einer Aufrechterhaltung der Untersuchungshaft auch unter dem Gesichtswinkel der persönlichen Freiheit von Art. 10 Abs. 2 BV grundsätzlich nichts entgegen. 2.2 Die Anordnung von Untersuchungshaft wegen Fortsetzungsgefahr ist nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung verhältnismässig, wenn einerseits die Rückfallprognose sehr ungünstig und anderseits die zu befürchtenden Delikte schwerer Natur sind. Die rein hypothetische Möglichkeit der Verübung weiterer Delikte sowie die Wahrscheinlichkeit, dass nur geringfügige Straftaten verübt werden, reichen dagegen nicht aus, um eine Präventivhaft zu begründen (BGE 125 I 60 E. 3; 123 I 268 S. 270 unten). 2.3 Der Vizepräsident der Beschwerdekammer hat im angefochtenen Entscheid Fortsetzungsgefahr bejaht, da der Beschwerdeführer bereits zwischen 1992 und 1995 eine Serie Einbruchdiebstähle mit einer Deliktssumme von rund einer halben Million Franken begangen hatte, wofür er vom Bezirksgericht Aarau am 21. Mai 1997 zu 18 Monaten Gefängnis bedingt verurteilt worden war. Mit seiner neuen Einbruchsserie habe er, wie er selber unumwunden zugegeben habe, "einfach schnell das grosse Geld" machen wollen; es habe ihm gefallen, dass sein Kapital immer grösser und vor allem sehr schnell immer grösser geworden sei. Als Folge seiner neuen, massiven Delinquenz stehe er wiederum vor einer finanziellen Krisensituation; da er damit offenbar nicht umgehen könne, sei zu befürchten, dass er in Freiheit weiter delinquieren könnte. Das Angebot der Mutter und des Stiefvaters, ihn bei sich aufzunehmen, biete keine Gewähr, ihn davon abzuhalten, zumal der heute 32-jährige Beschwerdeführer seit 1990 ausserhalb des Elternhauses lebe. 2.4 Der Beschwerdeführer bringt zwar vor, er habe die Deliktsserien aus Verzweiflung über den Verlust der langjährigen Freundin bzw. der Ehefrau begangen; da er nunmehr wieder eine Freundin habe, die er heiraten wolle, sei nicht zu befürchten, dass er weitere Einbrüche begehe. Dies überzeugt, wie der Vizepräsident im angefochtenen Entscheid nachweist (S. 3), schon aus chronologischen Gründen nicht. Vor allem aber fand der Beschwerdeführer in Y.________ bereits kurze Zeit nach seiner Scheidung eine neue Freundin, was ihn aber nicht vor weiteren Einbrüchen abhielt; die beiden führten im Gegenteil die Einbrüche ab etwa Mitte 2003 gemeinsam aus. Die Befürchtung des Vizepräsidenten, der Beschwerdeführer könnte in Freiheit versuchen, die (selbstverschuldete) Schuldenlast mit neuen Straftaten abzutragen, erscheint unter diesen Umständen durchaus konkret, weshalb er ohne Verfassungsverletzung Fortsetzungsgefahr annehmen und die Untersuchungshaft aufrecht erhalten konnte.