Citation: U 102/00 21.10.2003 E. 3.3

3.3.1 Im vorliegenden Fall hat die SUVA das hypothetische Invalideneinkommen auf Grund der Durchschnittseinkommen aus fünf DAP-Profilen ermittelt. Die Vorinstanz hielt vier der fünf DAP-Blätter für nicht verwendbar und das Abstützen auf ein einziges DAP-Blatt für nicht angängig. Trotzdem nahm sie das von der SUVA vorgeschlagene Invalideneinkommen als Ausgangsbasis und reduzierte dieses um 15 %. Ohne näher auf die Frage der vom Beschwerdegegner bestrittenen Geeignetheit der einzelnen Arbeitsplätze einzugehen, ist im Lichte von Erw. 3.2.2 hievor festzustellen, dass die von der SUVA verwendeten fünf DAP-Profile allein keine genügende Grundlage für die Festsetzung des Invalideneinkommens bilden. Erst recht können sodann nicht vier der fünf verwendeten DAP-Profile als nicht verwendbar erklärt und dann trotzdem auf das aus den fünf DAP-Profilen resultierende Durchschnittseinkommen abgestellt werden. Nicht angängig ist sodann - wie die SUVA zu Recht kritisierte - die Invaliditätsbemessung nach Massgabe eines in Vergleichsfällen ermittelten Invaliditätsgrades. Was schliesslich den Einwand der Vorinstanz und des Beschwerdegegners bezüglich der mangelnden Anlehre anbelangt, kann der Vollständigkeit halber darauf hingewiesen werden, dass es sich bei der in den DAP-Erfassungsblättern angegebenen Ausbildungsanforderung einer Anlehre nicht um eine solche im Sinne von Art. 49 des Bundesgesetzes über die Berufsbildung, sondern um eine in der Regel kurz dauernde Einarbeitung in den neuen Arbeitsbereich handelt. Nachdem sich jedoch die Repräsentativität der DAP im konkreten Fall und das Auswahlermessen der SUVA mangels der verlangten zusätzlichen Angaben und entsprechenden Unterlagen in diesem Verfahren nicht überprüfen lassen, ist das Invalideneinkommen gestützt auf die LSE zu ermitteln. 3.3.2 Gemäss Tabelle A1 der LSE 1998 belief sich der Zentralwert für die mit einfachen und repetitiven Arbeiten beschäftigten Männer (Anforderungsniveau 4) im privaten Sektor 1998 für eine 40-Stunden-Woche auf Fr. 4268.- (einschliesslich 13. Monatslohn), was umgerechnet auf die betriebsübliche durchschnittliche Arbeitszeit für das Jahr 1998 von 41,9 Stunden (Die Volkswirtschaft, 9/2003, S. 102, Tabelle B 9.2) ein Jahreseinkommen von Fr. 53'649.- ergibt. Was den Abzug vom Tabellenlohn betrifft, fällt ein solcher unter dem Titel der leidensbedingten Einschränkungen in Betracht, weil der Beschwerdegegner zufolge der gesundheitlichen Beeinträchtigung auch im Rahmen einer angepassten leichten Tätigkeit eingeschränkt ist, indem das Heben und Tragen, Knien, Treppensteigen und Gehen limitiert möglich oder ganz zu vermeiden sind. Diesbezüglich kann auch die Notwendigkeit vermehrter Pausen berücksichtigt werden. Dagegen entfällt ein Abzug wegen blosser Teilzeitbeschäftigung und auch die weiteren Merkmale dürften sich kaum auf den Lohn auswirken, war doch der Versicherte im Zeitpunkt des Unfalles erst 29jährig und als italienischer Staatsangehöriger in Frankreich wohnhaft und in der Schweiz als Grenzgänger berufstätig. Unter Berücksichtigung der gesamten Umstände rechtfertigt es sich, den Abzug auf insgesamt 15 % festzusetzen, was zu einem Invalideneinkommen von Fr. 45'602.- und im Vergleich zum Valideneinkommen von Fr. 64'736.- zu einem Invaliditätsgrad von 30 % führt. Auf dieser Grundlage hat der Versicherte mit Wirkung ab 1. November 1998 Anspruch auf eine Invalidenrente.