Citation: I 10/02 25.06.2002 E. 4

4.- Die Beschwerdeführerin rügt des Weiteren, die Haushaltabklärung sei unsorgfältig vorgenommen worden. a) Die in Art. 69 Abs. 2 IVV vorgesehene Abklärung an Ort und Stelle - im Haushalt nach den Verwaltungsweisungen des BSV (Kreisschreiben über Invalidität und Hilflosigkeit [KSIH] gültig ab 1. Januar 2000, Rz 3090 ff.) - ist die geeignete Vorkehr für die Ermittlung der Leistungsfähigkeit im Haushaltsbereich gemäss Art. 27bis Abs. 1 IVV (AHI 1997 S. 291 Erw. 4a; ZAK 1986 S. 235 Erw. 2d). Für den Beweiswert eines entsprechenden Berichtes sind - analog zur Rechtsprechung zur Beweiskraft von Arztberichten gemäss BGE 125 V 352 Erw. 3a mit Hinweis - verschiedene Faktoren zu berücksichtigen. Das Gericht greift, sofern der Bericht rechtsprechungsgemäss eine zuverlässige Entscheidungsgrundlage darstellt, in das Ermessen der die Abklärung tätigenden Person nur ein, wenn - etwa im Lichte der ärztlichen Stellungnahme zur Arbeitsunfähigkeit im Haushalt - klar feststellbare Fehleinschätzungen vorliegen. Das gebietet insbesondere der Umstand, dass die fachlich kompetente Abklärungsperson näher am konkreten Sachverhalt ist als das im Beschwerdefall zuständige Gericht (zur Publikation in der Amtlichen Sammlung vorgesehenes Urteil M. vom 16. April 2002, I 316/00). b) Die Schätzung der Arbeitsfähigkeit durch die Verwaltung ist insofern unzutreffend, als diese im Abklärungsbericht Haushalt vom 31. Oktober 2000 den Bereich "Verschiedenes" mit 25 % gewichtet hat, obwohl die Beschwerdeführerin keine Tätigkeiten nennen konnte, die darunter fallen würden. Bei dieser Ausgangslage hätte diesem Bereich ein Anteil von 0 % zugemessen werden müssen. Wenn die Versicherte in ihrer Stellungnahme vom 1. Dezember 2000 Krankenpflege, Haustierhaltung und Blumenpflege erwähnt, ist der Anteil dieser Tätigkeiten nach den konkreten, in der Sache zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz bei weitem noch nicht so bedeutend, rechtfertigt aber immerhin eine Gewichtung dieses Bereiches mit 10 %, was eine Anpassung der Anteile der übrigen Aufgabenbereiche erfordert. Den Verhältnissen angemessen erscheint eine Erhöhung des Bereichs "Ernährung" um 5 auf 45 % sowie der Bereiche "Wohnungspflege" sowie "Wäsche und Kleiderpflege" um je 5 auf 15 %. Im Bereich "Verschiedenes" ist sodann von einer Behinderung entsprechend dem Durchschnitt der Einschränkungen in den übrigen, körperliche Arbeit erfordernden Aufgabenbereichen ("Ernährung", "Wohnungspflege", "Einkauf und weitere Besorgungen" sowie "Wäsche und Kleiderpflege") von 35 % (140 % : 4) auszugehen. Hieraus resultiert eine Arbeitsunfähigkeit im Haushalt von 35,5 %. Bereits bei Annahme eines je hälftigen Anteils Erwerbs-/Haushaltstätigkeit ergibt sich damit angesichts der unbestrittenen und auf Grund der Akten nicht zu beanstandenden 100 %igen Arbeitsunfähigkeit im erwerblichen Bereich eine Gesamtinvalidität von 67,75 %, die zu einer ganzen Rente berechtigt. Damit kann die anbegehrte Überprüfung der Behinderung in den übrigen Haushaltsbereichen unterbleiben.