Citation: 2C_272/2024 E. 6.6

6.6. Die Vorinstanz verletzt kein Bundesrecht, wenn sie den geringfügigen Charakter der Abweichungen verneint und aus diesem Grund keine Ausnahmebewilligung erteilt. Quantitativ steht eine permanente und für jede Schicht geltende Verlängerung der Arbeitszeit um eine Stunde zur Diskussion. Die reine Präsenzzeit im Betrieb weicht um zwei Stunden vom zulässigen Maximum ab. Das Bundesgericht qualifizierte in seiner bisherigen Rechtsprechung eine dauerhafte Abweichung von den gesetzlichen Vorgaben von 30 Minuten pro Arbeitstag und von drei Stunden jeweils am Sonntag als nicht mehr geringfügig (Urteil 2C_535/2020 vom 24. März 2021, E. 7.3). In die Beurteilung einzubeziehen sind sodann die konkreten Arbeitsbedingungen. Wie das SECO zutreffend ausführt, handelt es sich um für die Arbeitnehmenden belastende Rahmenbedingungen. Gemäss den Feststellungen der Vorinstanz, welche die Beschwerdeführerin nicht substanziiert bestreitet, findet die Arbeit durchgehend in Schutzanzügen und in einem nicht natürlich beleuchteten Reinraum statt. Bei Arbeitspausen müssen sich die Arbeitnehmenden ein- bzw. ausschleusen. Unter Berücksichtigung dieser Umstände kann eine Arbeitszeitverlängerung von einer Stunde pro Arbeitstag bzw. eine Verlängerung der Präsenzzeit um zwei Stunden pro Arbeitstag nicht mehr als geringfügig qualifiziert werden. Damit fehlt es an einer der Voraussetzungen von Art. 28 ArG. Es erübrigt sich bei dieser Ausgangslage, auf die weitere Kritik der Beschwerdeführerin einzugehen.