Citation: 5A_310/2010 19.11.2010 E. 7.4

7.4.1 Die Beschwerdeführerin bestreitet demgegenüber die Höhe des vom Obergericht angewendeten BVG-Beitragssatzes. Das Obergericht hielt dazu fest, die Höhe der Beiträge werde gestützt auf Art. 66 Abs. 1 BVG durch die jeweilige Vorsorgeeinrichtung festgelegt. Wie sich aus den aktuellsten Kennzahlen zur beruflichen Vorsorge und dritten Säule des Bundesamtes für Sozialversicherungen ergebe, würden die Beitragssätze auf Seiten der Arbeitnehmer zwischen 4% - 13% und diese der Arbeitgeber zwischen 4% - 14% und mehr betragen. Damit sei die erstinstanzliche Annahme eines BVG-Beitragssatzes von insgesamt (Arbeitgeber- und Arbeitnehmerbeiträge) 16% nicht zu beanstanden. 7.4.2 Die Beschwerdeführerin rügt eine Verletzung von Art. 125 Abs. 1 ZGB und Art. 16 BVG, da das Obergericht für den BVG-Vorsorgeunterhalt einen zu tiefen Beitragssatz verwende. Auf dem koordinierten Lohn gemäss Art. 8 BVG seien die "Altersgutschriften" zu berechnen. Deren Höhe ergebe sich aus Art. 16 BVG. Für den Beitragssatz erscheine die Anlehnung an die dem Alter entsprechende Prozentzahl der Altersgutschrift als beste Lösung. Damit müsse vorliegend von einem Beitragssatz von 18% ausgegangen werden. Sofern im Übrigen das Obergericht auf die Kennzahlen des Bundesamtes für Sozialversicherungen abstelle, wende es diese falsch an. Zwar gebe das Obergericht die durchschnittlichen Arbeitnehmer- und Arbeitgeberbeiträgen von 4% - 13% beziehungsweise 4% - 14% und mehr richtig wieder. Die Kennzahlen enthielten aber auch einen Durchschnittsbeitragswert aus dem Total der Arbeitnehmer- und Arbeitgeberbeiträgen von zirka 17.40%. Wenn schon auf die Kennzahlen abgestellt werde, hätte das Obergericht diesen Durchschnittswert, der näher an 18% als an 16% liege, beiziehen müssen. 7.4.3 Das Bundesgericht hat festgehalten, dass auf einem fiktiven Bruttoeinkommen die Arbeitgeber- und Arbeitnehmerbeiträge zu berechnen sind, was - erweitert um eine allfällige Steuerbelastung - den Vorsorgeunterhalt ergibt (BGE 135 III 158 E. 4.4 S. 160 f.). In jenem Entscheid ist das Bundesgericht für den BVG-Vorsorgeunterhalt von einem (nicht angefochtenen) Beitragssatz von 16% ausgegangen (Urteil 5A_210/2008 vom 14. November 2008 E. 7.4, nicht publ. in: BGE 135 III 158). In einem unpublizierten Urteil hat das Bundesgericht für die Berechnung des BVG-Beitrags auf die Prozentsätze für Altersgutschriften gemäss Art. 16 BVG abgestellt und mit einem durchschnittlichen Satz von 15% gerechnet (Urteil 5A_615/2009 vom 20. Januar 2010 E. 6.4). 7.4.4 Die Altersgutschriften nach Art. 16 BVG dürfen nicht verwechselt werden mit den Beiträgen der Arbeitnehmer und Arbeitgeber gemäss Art. 66 Abs. 1 BVG, die im Reglement der jeweiligen Vorsorgeeinrichtung festgesetzt werden. Diese Gutschriften und Beiträge stehen aber in einem gewissen Abhängigkeitsverhältnis: Je höher die Altersgutschriften und Zinsen (Altersguthaben), desto höher die Vorsorge- und Freizügigkeitsleistungen und desto höher dann auch die notwendigen Beiträge; je niedriger andererseits die Altersgutschriften und Zinsen, desto niedriger sind die auszurichtenden Leistungen und die zu ihrer Finanzierung nötigen Beiträge (BRÜHWILER, Grundelemente und Grundstrukturen der beruflichen Vorsorge, in: Soziale Sicherheit, SBVR Bd. XIV, 2. Aufl. 2007, S. 2001 N. 18). 7.4.5 Vorliegend kann offen bleiben, ob für die Berechnung der Beiträge auf die Sätze der Altersgutschriften abgestellt werden kann oder muss. Wie bei der Berechnung der AHV-Beiträge, wo das Bundesgericht von "rund 10%" ausgeht (Urteil 5A_210/2008 vom 14. November 2008 E. 7.3, nicht publ. in: BGE 135 III 158), obwohl der konkrete Satz bei unselbständiger Erwerbstätigkeit tiefer wäre (8,4% gemäss Art. 5 Abs. 1 i.V.m. Art. 13 AHVG), sind bei der unterhaltsrechtlichen Altersvorsorge Vereinfachungen notwendig und zulässig, geht es doch dabei nicht um eine rein rechnerische Aufgabe, sondern um die Beurteilung der künftigen, allenfalls nur beschränkt vorhersehbaren Entwicklung der Lebensverhältnisse. Es bleibt eine Ermessensfrage, die das Sachgericht unter Berücksichtigung sämtlicher Umstände des konkreten Einzelfalls nach Recht und Billigkeit zu beantworten hat (BGE 135 III 158 E. 4.4 S. 161). Die Beschwerdeführerin führt denn zum soeben erwähnten AHV-Beitragssatz selbst aus, bei den 10% handle es sich um eine "Pauschale", welche den Verhältnissen in aller Regel angemessen sei. Einerseits ist sie deshalb mit der Berücksichtigung einer für sie eher günstigen Pauschale bei der Berechnung des AHV-Beitrages einverstanden, andererseits verlangt sie bei den BVG-Beiträgen eine genaue (und zu ihren Gunsten verlaufende) Berechnung. 7.4.6 Mit der Berücksichtigung eines Beitragssatzes von 16% (anstelle des von der Beschwerdeführerin um 2% erhöhten Satzes) kann damit aufgrund der vorstehenden Ausführungen von vornherein nicht von einer Ermessensverletzung gesprochen werden.