Citation: 2C_486/2023 E. 4.2.1

4.2.1. Der Beschwerdeführer beruft sich auf Art. 3 Anhang I FZA; er macht geltend, die Ehe habe weiterhin Bestand: Gemäss Art. 3 Abs. 1 Anhang I FZA haben die Familienangehörigen einer Person, die Staatsangehörige einer Vertragspartei ist und ein Aufenthaltsrecht hat, das Recht, bei ihr Wohnung zu nehmen. Es handelt sich dabei um ein abgeleitetes Aufenthaltsrecht des Ehegatten, das dazu bestimmt ist, durch Ermöglichung des gemeinsamen Familienlebens die Wirksamkeit der Freizügigkeit der EU-Angehörigen sicherzustellen und das nur so lange dauert, als das originäre Aufenthaltsrecht des EU-Angehörigen besteht (BGE 144 II 1 E. 3.1; 139 II 393 E. 2.1; BGE 137 II 1 E. 3.2). Zwar verlangt der in Art. 3 Abs. 1 Anhang I geregelte Familiennachzug kein Zusammenleben der Eheleute (Urteil des EuGH vom 13. Februar 1985 Rs. 267/83, Diatta, Slg. 1985 567 ff., N. 18 ff.), die Rechtsprechung schützt die Berufung auf eine inhaltsleer gewordene Ehe indessen nicht (BGE 139 II 393 E. 2.2; 130 II 113 E. 9; Urteile 2C_854/2022 vom 14. Februar 2022 E. 1.2; 2C_1002/2021 vom 9. Februar 2022 E. 3; 2C_682/2021 vom 3. November 2021 E. 1.2.1). Vorliegend ist in summarischer Prüfung nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz infolge der Trennung im März 2022 und des Auszugs der Ehefrau in eine eigene Wohnung in Winterthur schloss, der Beschwerdeführer könne aus Art. 3 Anhang I FZA keinen Aufenthaltsanspruch mehr ableiten. Zwei (gleichlautende) Bestätigungen von Bekannten des Beschwerdeführers (wonach das Ehepaar versuche, die Ehe zu retten) erscheinen in Abwesenheit anderer, konkreter Hinweise jedenfalls nicht ausreichend, um einen weiterbestehenden Ehewillen beider Eheleute aufzuzeigen, nachdem sie sich bereits knapp sechzehn Monate vor dem angefochtenen Entscheid getrennt haben, die Beschwerdeführerin anlässlich der Trennung klar machte, dass keine emotionale Bindung zwischen den Eheleuten mehr bestehe, und sie - gemäss den im Urteil der Vorinstanz wiedergegebenen Feststellungen des Migrationsamts - bei den Einwohnerdiensten Winterthur sogar eine Adresssperre hinterlegte, um zu verhindern, dass der Beschwerdeführer ihre Adresse erfährt. Unter diesen Umständen - und mangels (substantiierter) Hinweise auf eine effektive Wiederaufnahme der Ehe vor dem angefochtenen Urteil - durfte die Vorinstanz im Rahmen einer summarischen Prüfung davon ausgehen, dass die Ehe inhaltsleer geworden ist.