Citation: 2C_167/2023 E. 6.2

6.2. Es liegt in der Verantwortung der kantonalen Behörden, für angemessene Haftbedingungen zu sorgen, was auch die Gewährleistung der notwendigen medizinischen - und damit auch psychiatrischen - Versorgung beinhaltet. Gleichzeitig führt eine physische oder psychische Erkrankung nicht ohne weiteres zur Haftentlassung. Erst wenn die Haft aufgrund des Krankheitszustandes vollends unzumutbar wird, erweist sich die Haft als rechtswidrig (Urteil 2C_38/2022 vom 7. Juli 2022 E. 3; vgl. spezifisch zu Suizidgefahr: Urteil 2C_216/2022 vom 1. April 2022 E. 3.2 mit Hinweis; THOMAS HUGI YAR, in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser/Vetterli, Ausländerrecht, 3. Aufl. 2022, § 12 Zwangsmassnahmen im Ausländerrecht, N. 12.210). Gegebenenfalls können ausländerrechtlichen Zwangsmassnahmen in einer Klinik oder in einer anderen geeigneten Institution vollzogen werden, zumal die Ausschaffungshaft in erster Linie die Festhaltung der ausländischen Person im Hinblick auf den Vollzug der Wegweisung bezweckt (Urteil 2C_268/2018 vom 11. April 2018 E. 2.3.3; Urteil 2A.430/2002 vom 25. September 2002 E. 3.1).