Citation: 4A_78/2020 E. 4.4.1

4.4.1. Die Vorinstanz erwog, die Erstinstanz habe unangefochten und im Grundsatz zutreffend festgehalten, dass es sich bei den geltend gemachten Kosten nicht um Mangelfolgeschaden, sondern um Nachbesserungskosten handle. Massgebend sei in erster Linie das Interesse des Bestellers an einem mängelfreien Werk. Vorliegend sei der Nutzen der Beschwerdeführer an einer mängelfreien und gebrauchstauglichen Lichtanlage evident. Gebrauchsuntauglichkeit bzw. Unbrauchbarkeit sei indes nur gegeben, wenn das Werk gänzlich unbrauchbar sei und sich der Mangel auch nicht beheben lasse. Dem erstinstanzlich eingeholten Gutachten sei zu entnehmen, dass die verwendeten Niedervolt- bzw. Halogen-Leuchtmittel den offerierten entsprochen hätten und keine LED-Leuchtmittel offeriert und bemustert worden seien. Weiter ergebe sich aus dem Gutachten, dass zur Behebung der festgestellten Mängel die komplette Beleuchtung zu erneuern und dadurch auch die gesamten Deckenbereiche erneut zu verputzen und zu streichen wären. Von der Notwendigkeit, die Niedervolt-Beleuchtung durch LED-Spots zu ersetzen sowie die bestehenden Gipsdecken zu entfernen und neu zu erstellen, sei indes, wie dies auch der Beschwerdegegner erstinstanzlich geltend gemacht habe, im Gutachten nicht die Rede. Ob vor diesem Hintergrund die Nachbesserung vorliegend tatsächlich unmöglich und nur die Neuerstellung des Werkes (inkl. Verkabelung, Trafos, Dimmer etc.) möglich gewesen sei, erscheine fraglich. Gleiches gelte für die Richtigkeit der erstinstanzlichen Feststellung, wonach zu den Nachbesserungskosten auch die Kosten der Neuerstellung der Gipsdecke gehören würden. Gemäss der von der Erstinstanz beigezogenen Expertin hätten sich die Mängel durch den Ersatz der Leuchtmittel beheben lassen; die Decken hätten belassen werden können und hätten nur neu verputzt und gestrichen werden müssen. Die von den Beschwerdeführern geltend gemachten Nachbesserungskosten würden indes den Ersatz der Halogen-Leuchtmittel durch LED-Leuchtmittel inkl. Anpassung der Verkabelung und Wechseln der bestehenden Dimmer sowie Ersatz der Gipsdecken umfassen. Ob diese Kosten tatsächlich Nachbesserungskosten darstellen bzw. bei der Beurteilung des Nutzens der Beschwerdeführer an einer Mängelbeseitigung mitzuberücksichtigen seien, erscheine zumindest fraglich. Weiterungen würden sich indes erübrigen, da nach unangefochten gebliebener erstinstanzlicher Feststellung beide Parteien von Nachbesserungskosten im Betrag von Fr. 46'695.55 ausgehen würden. Ebenso unangefochten sei die erstinstanzliche Feststellung geblieben, wonach die Beschwerdeführer keine Bereitschaft geäussert hätten, im Umfang eines allfälligen Übermasses an die Nachbesserungskosten beizutragen. Die geltend gemachten Nachbesserungskosten von Fr. 46'695.55 hätten somit als Grundlage für die Prüfung einer allfälligen Übermässigkeit zu gelten. Die Erstinstanz habe die Übermässigkeit der geltend gemachten Nachbesserungskosten von Fr. 46'695.55 unter drei Aspekten geprüft und sie letztlich bejaht. Dabei habe sie nicht verkannt, dass das Verhältnis der Nachbesserungskosten zum Werklohn grundsätzlich nicht massgebend sei.