Citation: 2A.156/2006 20.10.2006 E. 5

5.1 Der Einkommenssteuer unterliegen nach bündnerischem Steuerrecht alle wiederkehrenden und einmaligen Einkünfte, insbesondere solche aus unselbständiger und selbständiger Erwerbstätigkeit (Art. 16 Abs. 1, Art. 17 und 18 des Steuergesetzes für den Kanton Graubünden vom 8. Juni 1986; StG/GR). Von den gesamten steuerbaren Einkünften sind gewisse Aufwendungen und allgemeine Abzüge abziehbar. Selbständigerwerbende können die geschäfts- oder berufsmässig begründeten Kosten abziehen, unter anderem die eingetretenen und verbuchten Verluste (Art. 32 Abs. 1 lit. d StG/GR). Diese Regelungen stimmen insbesondere mit Art. 7 Abs. 1 bzw. Art. 10 Abs. 1 lit. c StHG überein. Natürliche Personen mit Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit müssen der Steuererklärung die unterzeichneten Jahresrechnungen (Bilanz, Erfolgsrechnung und Anhang) der Steuerperiode oder, wenn eine kaufmännische Buchführung fehlt, Aufstellungen über Aktiven und Passiven, Einnahmen und Ausgaben sowie Privatentnahmen und -einlagen beilegen (Art. 127 Abs. 3 StG/GR; vgl. Art. 42 Abs. 3 StHG). Dabei gilt in Lehre und Rechtsprechung der allgemein anerkannte Grundsatz, dass die Steuerbehörde die Beweislast für die steuerbegründenden Tatsachen trägt, während den Steuerpflichtigen die Beweislast für Tatsachen trifft, welche die Steuerschuld mindern oder aufheben (Ernst Blumenstein/Peter Locher, System des schweizerischen Steuerrechts, 6. Aufl., Zürich 2002, S. 416, mit Hinweisen; statt vieler: Urteil 2A.561/2005 vom 22. Februar 2006, E. 2.3). 5.2 Der Beschwerdeführer hat für die Steuerperiode 2003 eine ursprünglich nur von ihm, später eine von beiden Ehegatten unterschriebene Steuererklärung eingereicht. Aufgrund der deklarierten Einkünfte wurden die Eheleute für die Kantons- und Gemeindesteuern 2003 veranlagt, und diese Einschätzung wurde im Rechtsmittelverfahren bestätigt. In der Steuererklärung wird nur ein Einkommen aus unselbständiger Erwerbstätigkeit der Ehefrau und kein Erwerbseinkommen des Ehemannes deklariert; anderseits werden auch keine Verluste aus selbständiger Erwerbstätigkeit geltend gemacht. Zwar wies der Beschwerdeführer bereits anlässlich seiner mündlichen Anhörung vom 20. September 2004 auf finanzielle Schwierigkeiten im Zusammenhang mit seiner freiberuflichen Tätigkeit hin und wiederholt dies in seinen Rechtsschriften. Allerdings brachte er bislang überhaupt keine sachdienlichen Unterlagen bei, welche die Verlustsituation belegen. Bei dieser Sachlage bestand für die Veranlagungsbehörde bzw. die Vorinstanz richtigerweise keine Veranlassung, irgendwelche ? bloss behauptete ? Verluste zu berücksichtigen (vgl. ASA 73, 656 E. 4 S. 662 f.). Damit erweisen sich auch die in diesem Zusammenhang erhobenen Rügen der Verletzung von Art. 29 Abs. 2 BV (Anspruch auf rechtliches Gehör) und Art. 127 Abs. 2 BV (Recht auf Besteuerung nach der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit bzw. auf Steuerbefreiung des Existenzminimums) als unbegründet. Im Übrigen liegt dem vorinstanzlichen Urteil entgegen der Behauptung des Beschwerdeführers keine Ermessens-, sondern die auf seiner Selbstdeklaration beruhende Einschätzung zugrunde. Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde betreffend die Kantons- und Gemeindesteuern ist dem Gesagten zufolge ebenfalls unbegründet und deshalb abzuweisen, soweit darauf eingetreten wird.