Citation: 5C.129/2005 09.08.2005 E. 4

4.1 Einen Verstoss gegen Art. 125 ZGB erblickt der Kläger auch darin, dass die Vorinstanz bei der Berechnung des nachehelichen Unterhalts von einer hälftigen Überschussbeteiligung ausgegangen sei. Dass er diese Berechnungsmethode akzeptiert habe, treffe entgegen den Ausführungen im angefochtenen Urteil nicht zu; nur gerade den vom Bezirksgericht festgesetzten Unterhaltsbeitrag habe er im Resultat anerkannt, keineswegs aber die zu diesem Betrag führende Berechnungsweise. Im angefochtenen Entscheid hat das Obergericht ausgeführt, die Höhe des massgebenden Einkommens des Ehemannes und die hälftige Teilung des nach Abzug der Existenzminima und der mutmasslichen Steuerbelastung der Parteien verbleibenden Überschusses sei im Appellationsverfahren unbeanstandet geblieben. Das Bezirksgericht hatte in seinem Urteil bemerkt, eine Abweichung vom Grundsatz der hälftigen Teilung des Überschusses sei nicht angezeigt, obwohl mit dem Sohn B.________ ein unterhaltsberechtigtes Kind im Haushalt der Beklagten lebe. Ein Abweichen von der hälftigen Überschussbeteiligung sei vor allem dann geboten, wenn gemeinsame Kinder vorhanden seien und deren Unterhalt nur einen minimalen, nicht aber den effektiven Bedarf decke; ferner auch dann, wenn besondere günstige Verhältnisse gegeben seien. Vorliegend sei bei einem monatlichen Unterhaltsbeitrag im Umfang von Fr. 900.--, zuzüglich einer Kinderzulage von Fr. 150.--, der effektive Bedarf eines 16 Jahre alten Jugendlichen gedeckt; diese Annahme korrespondiere mit den Empfehlungen des Obergerichts für die Bemessung von Unterhaltsbeiträgen für Kinder, weshalb vorliegend vom Grundsatz der hälftigen Überschussbeteiligung nicht abzuweichen sei. Der Kläger führt als Begründung im Wesentlichen an, die Beklagte erreiche ihren gebührenden Unterhalt, wenn sie einen eigenen zumutbaren Beitrag von Fr. 1'200.-- dazu leiste. Zudem könne die Beklagte mit zunehmenden Einkünften der Söhne von diesen auch höhere Beiträge verlangen und bei Auszug eines Sohnes auch dessen Zimmer vermieten. Mit diesen Einwänden wird nicht dargetan (Art. 55 Abs. 1 lit. c OG; BGE 116 II 745 E. 3 S. 748/49), inwiefern mit der Teilung des Überschusses Bundesrecht verletzt worden und der Ermessensentscheid des Obergerichts offensichtlich unbillig und stossend sein soll (zur Eigenversorgungskapazität und zum Ermessen: BGE 127 III 136 E. 2c und E. 3a S. 140/141; allgemein: BGE 131 III 26 E. 12.2.2 S. 31). Auf den Vorwurf kann somit nicht eingetreten werden. Im Übrigen hat das Bundesgericht befunden, eine Teilung des Überschusses rechtfertige sich dann nicht, wenn die wirtschaftlichen Verhältnisse besonders gut oder im Gegenteil sehr ungünstig seien (5C.23/2002 vom 21 Juni 2002, E. 2b, in: FamPra.ch 2002 S. 824). Gemäss dem angefochtenen Urteil liegt weder das eine noch das andere vor. 4.2 Zusammenfassend erweist die Berufung sich als unbegründet und muss abgewiesen werden, soweit darauf eingetreten werden kann.