Citation: 1A.176/2002 28.07.2003 E. 4

Nach Art. 24a Abs. 1 RPG kann die Zweckänderung von Bauten und Anlagen ausserhalb der Bauzone bewilligt werden, wenn sie keine baulichen Massnahmen im Sinne von Art. 22 Abs. 1 RPG erfordert, dadurch keine neuen Auswirkungen auf Raum, Erschliessung und Umwelt entstehen (lit. a) und sie nach keinem anderen Bundeserlass unzulässig ist (lit. b). 4.1 Das Kantonsgericht hat erwogen, die nachgesuchten Nutzungsänderungen seien zwar mit keinen baulichen Massnahmen verbunden. Sie hätten indessen Auswirkungen auf Raum, Erschliessung und Umwelt, führten sie doch zu mehr Verkehr und Lärm. Zudem sei die Umnutzung in eine Abbundhalle mit einer unerwünschten Ausdehnung der gewerblichen Tätigkeit in der Landwirtschaftszone verbunden. Ob die letztgenannte Erwägung in dieser Form zutrifft, kann dahingestellt bleiben. Jedenfalls ist die Feststellung des Kantonsgerichts, die angestrebte Umnutzung führe zu mehr Lärm und Verkehr, nicht offensichtlich unzutreffend: Unabhängig davon, ob die nachgesuchte Nutzung mit dem Betrieb der 1996 bewilligten Lagerhalle oder mit dem zuvor bestehenden Zustand verglichen wird, sind zusätzliche Immissionen zu erwarten. 4.2 Ausser Frage steht, dass der Betrieb einer Werkhalle, in der Holz bearbeitet wird, mehr Lärm verursacht als der Betrieb eines reinen Holzlagers. Aber auch im Vergleich mit dem vor 1996 bestehenden Zustand sind zusätzliche Belastungen zu erwarten. Wie schon die Standeskommission überzeugend darlegte, wäre in der Halle mit einer intensiveren Abbundtätigkeit deshalb zu rechnen, weil diese Arbeiten anders als bisher auch bei schlechter Witterung, insbesondere in den Wintermonaten, durchgeführt werden könnten. Dabei ist zu erwarten, dass die Möglichkeit, zusätzliche Abbundarbeiten durchzuführen, auch tatsächlich genutzt wird. Der Beschwerdeführer erklärt in der Antwort zur Stellungnahme des Bundesamtes für Raumentwicklung, früher seien Holzarbeiten im Betrieb vorbereitet, aber auf der Baustelle ausgeführt worden. Heute würden die Bauzeiten durch Vorgaben von Architekten und Bauherren immer kürzer, so dass vermehrt vorfabrizierte Holzelemente zu erstellen seien. Damit gesteht der Beschwerdeführer selbst zu, dass der Umfang der Holzbearbeitung im Betrieb zunimmt. Die Anzahl lärmiger Arbeiten würde daher steigen. 4.3 Hinzu kommt, dass die einfache Holzverschalung der Halle nur einen geringen Lärmschutz bietet, der wohl noch zusätzlich dadurch vermindert wird, dass eine Seite der Halle nicht verkleidet ist, sondern nur durch das gelagerte Holz abgegrenzt wird. Über die Schalldämmwirkung des (nicht bewilligten) Rolltors ist ebenfalls nichts bekannt; es besteht auch keine Auflage, dieses Tor während lärmiger Arbeiten geschlossen zu halten. 4.4 Durch die Einwände des Beschwerdeführers nicht widerlegt erscheint auch die Annahme des Kantonsgerichts, die dank der Halle gesteigerte Nutzung werde auch zu zusätzlichen Verkehrsbewegungen zwischen den beiden Betriebsparzellen führen. So erwähnt der Beschwerdeführer, er nehme die Arbeiten, die er künftig bei ungünstiger Witterung in der Halle auf Parzelle Nr. 454 ausführen möchte, heute auf dem Vorplatz der auf der Stammparzelle bestehenden Werkhalle vor. Das legt den Schluss nahe, dass die gewünschte Umnutzung der Lagerhalle mit einer Intensivierung des betriebsinternen, aber für die Nachbarn wahrnehmbaren Verkehrs, verbunden ist. 4.5 Die nachgesuchte Umnutzung bzw. Zweckänderung kann daher nicht gestützt auf Art. 24a RPG bewilligt werden. 4.6 Das Bundesamt für Raumentwicklung führt zudem aus, Art. 24a RPG würde unterlaufen, wenn die für eine geplante Zweckänderung nötigen baulichen Massnahmen vorgängig gestützt auf einen anderen Bewilligungstatbestand ausgeführt werden könnten, um kurz darauf eine (ohne bauliche Massnahmen durchführbare) Zweckänderung zu verlangen. Das Bundesamt vertritt angesichts der konkreten Umstände die Meinung, dass der 1996 bewilligte Hallenbau mit der jetzt zu beurteilenden Nutzungsänderung als einheitlicher Bewilligungstatbestand anzusehen sei, weshalb die Umnutzung auch aus diesem Grund nicht nach Art. 24a RPG bewilligt werden könne. Der Beschwerdeführer hält dem entgegen, die Halle hätte 1996 auch als reine Lagerhalle so gebaut werden müssen, wie sie ausgeführt wurde. Daher sei heute von einer echten Umnutzung auszugehen. Dieser Einwand ist insofern wenig überzeugend, als im 1996 bewilligten Bauprojekt keine Wände vorgesehen waren. Auch lässt sich den Ausführungen des Beschwerdeführers entnehmen, dass es im Wesentlichen nur der Auftragslage zu verdanken war, dass in den beiden Jahren nach dem Hallenbau darin keine Abbundarbeiten vorgenommen wurden. Es liesse sich daher wohl vertreten, hier die Betrachtungsweise des Bundesamtes für Raumentwicklung zu übernehmen. Die Frage kann aber offen bleiben, da eine Bewilligung gestützt auf Art. 24a RPG wie erwähnt ohnehin nicht in Frage kommt.