Citation: I 37/03 09.12.2003 E. 5.3

5.3.1 In Bezug auf die Frage, ob und welche Bedeutung dem Gesichtspunkt der Therapierbarkeit einer psychischen Störung für den Anspruch auf eine Invalidenrente oder andere Leistungen der Invalidenversicherung kommt, ist auf BGE 127 V 294 insb. Erw. 4b bb und cc S. 296 ff. zu verweisen. Kommt ein Versicherter von sich aus dem Grundsatz der Selbsteingliederung nicht nach und tut nicht alles ihm Zumutbare, was zur Verbesserung seiner Erwerbstätigkeit beitragen könnte - insbesondere durch Ausschöpfung sämtlicher medizinischen Behandlungs- und weiterer therapeutischen Möglichkeiten - kann dies im Rahmen von Art. 31 Abs. 1 IVG (BGE 122 V 218) zur ganzen oder teilweisen, vorübergehenden oder dauernden Ablehnung der Rente führen (Meyer-Blaser, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, Zürich 1997, S. 240 ff.). 5.3.2 Vorliegend ist aktenkundig, dass sich der Beschwerdeführer sowohl während seines Aufenthaltes in der Schweiz, als auch nach seiner Rückkehr nach Mazedonien in psychiatrische Behandlung begeben hatte. Die Experten der Medizinischen Begutachtungsstelle bezeichneten diese zwar als nicht ideal, weil zu wenig intensiv. Es ist jedoch nicht dem Patienten anzulasten, wenn ihm nicht die adäquate Therapie zukommt. Jedenfalls steht fest, dass die damals zuständige IV-Stelle des Kantons Zürich nicht gemäss Art. 31 Abs. 1 IVG vorgegangen war. Sie ordnete die Aufnahme der empfohlenen Behandlung unter Fristansetzung und Androhung der Säumnisfolgen nicht an. Vor Verfügungserlass im Dezember 2001 hat die IV-Stelle für Versicherte im Ausland ihrerseits nicht geprüft, ob die in Mazedonien durchgeführte Therapie dem entspricht, was dem Beschwerdeführer zumutbar ist, ob sich seine gesundheitlichen Verhältnisse inzwischen allenfalls gebessert haben und ob er seiner Schadenminderungspflicht nachkomme. Nach dem Gesagten kann den Ausführungen im angefochtenen Entscheid, es sei davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer der ihm obliegenden Schadenminderungspflicht nicht nachgekommen sei, nicht gefolgt werden. Vielmehr ist von der gutachterlichen Feststellung auszugehen, er sei "zum jetzigen Zeitpunkt" auch für leichtere Arbeiten nicht arbeitsfähig. 5.4 Zu prüfen bleibt, ab welchem Zeitpunkt sich die gesundheitlichen Verhältnisse, insbesondere die psychische Erkrankung des Beschwerdeführers in dem Masse manifestierte, dass sie seine Arbeitsfähigkeit beeinträchtigte. 5.4.1 Auffallend ist, wie sich die Beurteilungen der beruflichen Abklärung der Eingliederungsstätte P.________(BEFAS) vom 15. Juni 1994 und diejenige von den Zürcher Anlernwerkstätten X.________ vom 12. September 1995 unterscheiden. Bei letzterer konnte der Beschwerdeführer nur noch halbtags arbeiten und war überdies an über einem Viertel der Arbeitstage aus gesundheitlichen Gründen abwesend. Dagegen wird er im Bericht der BEFAS als ruhiger, williger, interessierter und umgänglicher Mensch geschildert, der immer pünktlich am Arbeitsplatz erschienen sei und die Arbeiten zuverlässig ausgeführt habe. Er sei kein "Jammeri" und möchte ganz klar wieder arbeiten. Dr. med. A.________, Arzt für allgemeine Medizin FMH, hält am 4. November 1995 fest, es liege ein chronifiziertes Leiden vor, das kaum eine vernünftige Rehabilitation in den Arbeitsprozess erhoffen lasse. Aus diesen Zeugnissen ist zu schliessen, dass die psychische Erkrankung des Beschwerdeführers spätestens ab Sommer 1995 seine Arbeitsfähigkeit beeinträchtigte. Dr. med. A.________ berichtet am 23. Juni 1998 denn auch, die Situation sei seit November 1995 unverändert. Er empfiehlt eine psychiatrische Begutachtung, die dann im Rahmen des MZR-Gutachtens auch durchgeführt wurde (vgl. Erwägung 5.1). 5.4.2 Aus den vorhandenen medizinischen Akten ergibt sich, dass der Beschwerdeführer ab November 1995 vollständig arbeitsunfähig war und demgemäss Anspruch auf eine ganze Invalidenrente hatte. In Bezug auf den Zeitraum nach der Begutachtung vom 5. März 1999 liegen keine aussagekräftige medizinische Unterlagen mehr vor. Die IV-Stelle für Versicherte im Ausland hat vor Erlass der angefochtenen Verfügung am 20. Dezember 2001 keine eigenen Sachverhaltsabklärungen mehr durchgeführt. Die vom Beschwerdeführer aufgelegten Zeugnisse über seine Behandlung in Mazedonien lassen keinen hinreichenden Schluss über den Verlauf des Gesundheitszustandes zu. Die IV-Stelle wird daher abzuklären haben, ob sich nach März 1999 die Verhältnisse in dem Masse geändert haben, dass sie eine Revision im Sinne von Art. 41 IVG rechtfertigten. Allenfalls wird sie dem Beschwerdeführer auch Auflagen für eine sachgerechte Behandlung zu machen haben.