Citation: 9C_546/2018 E. 4.3

4.3. Die Stellungnahmen des Prof. Dr. med. E.________, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin, RAD, vom 27. Juni 2017und 5. März 2018, worin sich dieser differenziert zu den Diagnosen geäussert hat, werden im vorinstanzlichen Entscheid zwar aufgeführt (1 S. 8. E. 4.2 und S. 10 E. 4.5), aber eine eigentliche Auseinandersetzung mit dessen Beweiswert fehlt. Berichten des RAD nach Art. 49 Abs. 2 IVV ist Beweiswert beizumessen, sofern sie den praxisgemässen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten genügen (BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232) und der Arzt bzw. die Ärztin über die notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügt (BGE 137 V 210 E. 1.2.1 S. 219). Auf das Ergebnis versicherungsinterner ärztlicher Abklärungen kann allerdings nicht abgestellt werden, und es sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen, wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit bestehen (BGE 139 V 225 E. 5.2 S. 229; 135 V 465 E. 4.4 S. 469 f. und E. 4.7 S. 471; Urteil 8C_197/2014 vom 3. Oktober 2014 E. 4). In summarischer Prüfung wirkt die Einschätzung des Prof. Dr. med. E.________ umfassend, insbesondere hat er die massgebenden Vorakten gewürdigt und sich mit den Befunden (und den diesbezüglichen Diskrepanzen) sowie den diagnostischen Kriterien auseinandergesetzt. Die Vorinstanz weist darauf hin, dass keine eigene Untersuchung stattfand. Dies allein vermag den Beweiswert der Einschätzung des RAD nicht zu erschüttern, ist doch eine solche nicht stets erforderlich (Urteil 9C_323/2009 vom 14. Juli 2009 E. 4.3.1). Entscheidend ist vorliegend jedoch, dass Prof. Dr. med. E.________ nicht Psychiater ist und seiner Einschätzung aufgrund der im Übrigen unklaren Aktenlage (E. 4.2 hiervor) aus diesem formalen Grund kein Beweiswert zuerkannt werden kann; eine vertiefte Auseinandersetzung mit seiner Einschätzung erübrigt sich daher. Indes ist notwendig, dass sich ein psychiatrischer Facharzt aufgrund einer eigenen Untersuchung mit einem vollständig erhobenen Befund zu den unterschiedlichen Diagnosen in diesem Dossier und zur RAD-Meinung, die immerhin geeignet ist, Zweifel am Vorliegen eines (psychiatrischen) Gesundheitsschadens aufkommen zu lassen, äussert.