Citation: 1P.11/2000 31.01.2000 E. I

I. Halbbd. S. 490; Sylva Fisnar, Ersatzanordnungen für Untersuchungshaft und Sicherheitshaft in zürcherischen Strafprozess, Diss. Zürich 1997, S. 75). Dies ist im Folgenden zu prüfen. c) Dem Beschwerdeführer werden qualifizierte Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz (Handel mit rund 8 kg Heroin und 2 kg Kokain) vorgeworfen. Ihm droht daher eine mehrjährige Freiheitsstrafe (vgl. Art. 19 Ziff. 1 und 2 BetmG mit einer Strafdrohung von mindestens einem bis zu 20 Jahren Zuchthaus oder Gefängnis). Der Beschwerdeführer ist mazedonischer Staatsangehöriger albanischer Muttersprache; er ist in Skopje geboren und aufgewachsen. Zwar wohnt der Beschwerdeführer schon seit April 1987 in der Schweiz; die Überweisungsbehörde hat jedoch im angefochtenen Entscheid festgestellt, dass er hier nicht verwurzelt sei: Er habe 1989 in Skopje geheiratet; seine Frau und seine beiden Kinder wohnen bei seinen Eltern in Bojane bei Skopje. Der Beschwerdeführer habe in den letzten Jahren keine feste Arbeitsstelle gehabt: Nach einem Verkehrsunfall 1997 habe er nicht mehr als Chauffeur arbeiten können; nachdem sein IV-Begehren 1997 abgewiesen worden sei, sei er von Oktober 1997 bis April 1998 stempeln gegangen. Aktuell verfüge er über keine Arbeitsstelle; auch das von ihm vorgelegte Schreiben der Firma F.________ spreche nur davon, dass er wieder eingestellt werden könne, "sobald eine Stelle frei geworden ist". Der Beschwerdeführer habe in den letzten Jahren häufig die Anschriften und die Freundinnen gewechselt. Er sei auch nicht in die hiesige albanische Gemeinschaft integriert. Nach diesen - vom Beschwerdeführer nicht bestrittenen - tatsächlichen Feststellungen muss von einer erheblichen Fluchtgefahr ausgegangen werden. Zwar hat der Beschwerdeführer nach eigenen Angaben kein Vermögen in der Schweiz (sondern etwa Fr. 20'000.-- Schulden). Dies würde einer Flucht nach Mazedonien jedoch nicht entgegenstehen, wo er auf die Unterstützung seiner Familie zählen könnte. Der Beschwerdeführer hat in seiner Beschwerdeschrift eine Kaution von Fr. 5'000.-- angeboten. Angesichts der oben geschilderten akuten Fluchtgefahr kann jedoch nicht angenommen werden, dass die Hinterlegung einer Kaution in dieser Höhe geeignet wäre, den Beschwerdeführer von der Flucht abzuhalten. Dies würde selbst bei Festlegung einer höheren Kaution gelten, die jedoch bei der Einkommens- und Vermögenslage des Beschwerdeführers kaum erbringbar wäre. d) Der Beschwerdeführer macht zu Recht nicht geltend, die bisher ausgestandene Untersuchungshaft überschreite die zulässige absolute Dauer. Da das Untersuchungsverfahren nach Auskunft des Statthalteramtes im Wesentlichen abgeschlossen ist, kann alsbald mit der Anklageerhebung gerechnet werden. e) Nach dem Gesagten verstösst die Aufrechterhaltung der Untersuchungshaft wegen Fluchtgefahr weder gegen das verfassungsmässige Recht der persönlichen Freiheit noch gegen Art. 5 Ziff. 3 EMRK.