Citation: 8C_483/2009 24.11.2009 E. 3

3.1 Das kantonale Gericht hat in Würdigung der medizinischen Aktenlage im Wesentlichen gestützt auf die Berichte des behandelnden Rheumatologen Dr. med. K.________ (vom 22. November 2006 und 18. Mai 2007) festgestellt, dass der Beschwerdeführer in der angestammten Tätigkeit als Schaler vollumfänglich arbeitsunfähig ist, dass ihm aber aus rein somatischer Sicht aufgrund des diagnostizierten chronischen rechtsspondylogenen lumbovertebralen Syndroms bei Fehlhaltung/Fehlform und degenerativen Veränderungen der Wirbelsäule mit Diskusprotrusionen eine dem Leiden angepasste, körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeit zu 100 % zumutbar ist. Was die psychische Seite anbelangt, hat die Vorinstanz erkannt, wegen den von Dr. med. W.________ im Gutachten vom 24. November 2003 festgehaltenen Verstimmungszuständen bei leichter Depressivität bestehe sodann eine Leistungseinschränkung von 20 %, wobei es hinsichtlich der ebenfalls diagnostizierten somatoformen Schmerzstörung an den rechtsprechungsgemäss geltenden Voraussetzungen (vgl. BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50 f. mit Hinweisen) fehlen würde, um ausnahmsweise auf mangelnde Überwindbarkeit einer solchen Störung und damit auf deren invalidisierende Wirkung schliessen zu können. Den von der IV-Stelle aufgrund dieser Einschätzung durch Einkommensvergleich (Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG) ermittelten Invaliditätsgrad von 32 % hat die Vorinstanz mangels substanziierter Bestreitung sowie fehlender Anhaltspunkte für Rechtsfehler bestätigt. 3.2 Der Beschwerdeführer bringt vor, die vorinstanzliche Feststellung einer 100 %igen Restarbeitsfähigkeit beruhe auf einem offensichtlich unrichtig festgestellten Sachverhalt. Das Gericht habe bezüglich der somatischen Beschwerden in bundesrechtswidriger Weise einzig auf die Angaben zur verbliebenen Arbeitsfähigkeit in den Berichten des Dr. med. K.________ abgestellt, obwohl die übrigen involvierten Ärzte lediglich von einer 50 %igen Restarbeitsfähigkeit für leichte, den Rücken nicht belastende Tätigkeiten ausgingen. Wegen der zusätzlichen Einschränkung in psychischer Hinsicht sei sodann mit Blick auf den vorzunehmenden Einkommensvergleich beim Invalideneinkommen nebst einem leidensbedingten Abzug von 20 % weitere 20 % abzuziehen. 3.3 Aus den vom Versicherten angerufenen Einschätzungen der Ärzte am Universitätsspital X.________ vom 27. Juni 2006 (Dres. med. M.________ und B.________) und 11. März 2008 (Dr. med. S.________), die den Beschwerdeführer aufgrund der bestehenden chronifizierten lumbovertebralen Beschwerden "zu mindestens 50 % arbeitsfähig" erachteten, zog die Vorinstanz den Schluss, der Gesundheitszustand des Versicherten habe sich (seit 2006) nicht wesentlich verändert und es sei davon auszugehen, dass ihm eine höhere als bloss 50 %ige Arbeitsfähigkeit zugemutet werden könnte. Die knappe ärztliche Formulierung ohne nähere Erläuterung, was unter "zu mindestens 50 % arbeitsfähig" zu verstehen ist, lässt indessen keine zuverlässigen und begründeten Rückschlüsse auf den Grad der Arbeitsunfähigkeit im Sinne der vorinstanzlichen Feststellung zu, zumal das Gericht seinerseits nicht nachvollziehbar dargelegt hat, weshalb diese Aussage ohne Weiteres auch mit der Annahme einer vollständigen Arbeitsfähigkeit vereinbar sein soll. Die Feststellung, bereits im Bericht des Spitals Y.________ vom 8. März 2006 sei ein Arbeitsversuch für leichte Tätigkeiten empfohlen worden und die am Universitätsspital erhobenen Befunde würden nicht wesentlich von denjenigen des Dr. med. K.________ abweichen, weshalb eine erhebliche Verschlechterung des Gesundheitszustands mit einhergehendem höheren Arbeitsunfähigkeitsgrad nicht anzunehmen sei, liefert diesbezüglich ebenso wenig eine Erklärung wie die Bemerkung des RAD-Arztes Dr. med. V.________ vom 11. Juli 2008. Dieser gab an, aus dem Bericht des Orthopäden Dr. med. S.________ (vom 11. März 2008) sei zu schliessen, dass er mit der vorbestehenden vollen Arbeitsunfähigkeit nicht einverstanden sei und daher die zumutbare Arbeitsfähigkeit höher einschätze. Im Weiteren sind auch die Darlegungen zur Restarbeitsfähigkeit des Dr. med. W.________ in seinem psychiatrischen Gutachten vom 17. November 2007 insofern nicht widerspruchsfrei, als er einerseits unter dem Titel "Diagnose" der anhaltenden somatoformen Schmerzstörung mit Verstimmungszuständen und der rezidivierenden depressiven Störung (gegenwärtig leichte Episode), Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit beimass und aufgrund der Verstimmungszuständen bei leichter Depressivität von einer um 20 % eingeschränkten Arbeitsfähigkeit ausging (S. 10), andererseits im Abschnitt "Beurteilung und Prognose" zum Schluss gelangte, dass aus psychiatrischer Sicht keine zusätzliche Arbeitsunfähigkeit begründet werden könne und bei einer leidensangepassten Tätigkeit vollständige Arbeitsfähigkeit bestünde; die Arbeitsfähigkeit müsse somatisch begründet werden, eine zusätzliche Verminderung der Arbeitsfähigkeit wegen einer psychiatrischen Erkrankung könne nicht ausgemacht werden. Angesichts dieser insgesamt nicht eindeutig geklärten, divergierenden Aussagen zur zentralen Frage der verbliebenen Arbeitsfähigkeit lassen die Arztberichte des Dr. med. K.________ und sein Attest vom 23. Juni 2008, worin er aufgrund der unterschiedlichen Einschätzung der verbliebenden Arbeitsfähigkeit des Dr. med. S.________ eine rheumatologisch-orthopädische gutachterliche Beurteilung für angezeigt hält, sowie die Expertise des Psychiaters Dr. med. W.________ hinsichtlich der Restarbeitsfähigkeit keine zuverlässigen Schlüsse zu, welche eine abschliessende Beurteilung des streitigen Rentenanspruchs erlauben würden. Unter diesen Umständen wäre das kantonale Gericht aufgrund des Untersuchungsgrundsatzes (Art. 61lit. c ATSG; E. 1.2 hiervor) gehalten gewesen, weitere Abklärungen zu veranlassen. Die Sache ist daher an die IV-Stelle zurückzuweisen, damit sie ergänzende Abklärungen in Form einer polydisziplinären Begutachtung vornehme und anschliessend über den Rentenanspruch neu entscheide. Damit erübrigen sich hinsichtlich der erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitsschadens Weiterungen zu den geltend gemachten Abzügen beim Invalideneinkommen.