Citation: 1C_188/2024 E. 6.4

6.4. Das Verwaltungsgericht hat sämtliche von der Beschwerdeführerin genannten Interessen berücksichtigt, sie jedoch anders gewichtet. Insbesondere verkannte es nicht, dass die Beschwerdeführerin ein wirtschaftliches Interessen an der Weiterführung des Betriebs hat. Den Vorwurf, sie sei ihrer Obliegenheit nicht nachgekommen, konkret darzulegen, welche Auswirkungen die Schliessung des Standorts für ihr Unternehmen habe, entkräftet die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde ans Bundesgericht nicht. Welche Anstrengungen sie bei der Suche nach einem alternativen Standort gemacht hat, und ob daraus Schlüsse auf die wirtschaftliche Bedeutung der Abfallsammelstelle Bärwis gezogen werden können, erscheint in dieser Hinsicht sekundär. Das Gleiche gilt für den Umstand, dass sie im vorinstanzlichen Verfahren zunächst kein Gesuch um vorsorgliche Massnahmen stellte, zumal dies auch auf ein prozessuales Versehen zurückzuführen sein könnte. Auffällig ist freilich, dass sie auch im bundesgerichtlichen Verfahren keine vorsorglichen Massnahmen beantragt hat, obwohl dies erforderlich gewesen wäre, um die angeblich existenziell bedeutsame Aufrechterhaltung des Betriebs einstweilen zu gewährleisten. Hinsichtlich des von der Vorinstanz ins Feld geführten Interesses an der Beseitigung rechtswidriger Bauten ist festzuhalten, dass dieses zwar hoch zu gewichten ist, insbesondere da unter den vorliegenden Umständen auch das für die Raumplanung zentrale Prinzip der Trennung des Baugebiets vom Nichtbaugebiet in Frage steht (vgl. BGE 147 II 309 E. 5.5 mit Hinweisen). Allerdings ist zu beachten, dass es nicht um eine Duldung illegaler Bauten, Anlagen und Nutzungen auf unabsehbare Zeit geht (vgl. Urteil 1C_272/2019 vom 28. Januar 2020 E. 7.4 mit Hinweisen), sondern einzig bis zum Entscheid in der Sache durch das Verwaltungsgericht. Dass während dieser kurzen Zeit raumplanerische Interessen in bedeutsamer und irreversibler Weise beeinträchtigt werden könnten, ist nicht erkennbar (vgl. auch Urteil 1C_344/2021 vom 14. Januar 2022 E. 2.6 mit Hinweisen). Das Interesse an der Beseitigung rechtswidriger Bauten allein vermöchte deshalb die Verweigerung der beantragten vorsorglichen Massnahmen nicht zu rechtfertigen. Von ungleich grösserer Bedeutung ist dagegen der Umstand, dass sich die Beschwerdeführerin über die Verfügung vom 25. August 2022 hinweggesetzt hat. In dieser Verfügung legte das AWEL dar, dass die vorschriftsgemässe Entwässerung nicht mit abschliessender Sicherheit aus dem vorliegenden Kanalisationsplan hervorgehe, weshalb auf dem Areal keine potenziell gefährlichen Abfälle und keine wassergefährdenden Stoffe mehr entgegengenommen dürften. Das AWEL hielt ausdrücklich fest, welche Abfälle von der Bewilligung ausgenommen seien. Gemäss dem angefochtenen Entscheid hörte die Beschwerdeführerin dessen ungeachtet nicht auf, solche Stoffe entgegenzunehmen und weiterzuleiten. Hinzu kommt, dass sie den Betrieb zweimal weiterführte, obwohl die Bewilligungsdauer abgelaufen war. Die Beschwerdeführerin hat somit wiederholt behördliche Anordnungen, die dem Schutz von Polizeigütern und insbesondere der Gewährleistung des Gewässerschutzes dienen, missachtet. Es ist vor diesem Hintergrund haltbar, wenn das Verwaltungsgericht diesen öffentlichen Interessen mehr Gewicht beimass als dem wirtschaftlichen Schaden, welcher der Beschwerdeführerin durch die Betriebseinstellung entsteht, und der temporären Verschlechterung des lokalen Angebots für die Abfallentsorgung. Ebensowenig ist angesichts der wiederholten Verletzung von Bewilligungsvorschriften willkürlich, wenn das Verwaltungsgericht das Gesuch auch für nicht kontrollpflichtige Abfälle ablehnte. Der angefochtene Entscheid hält einer Prüfung unter dem Gesichtspunkt von Art. 9 BV stand.