Citation: 2C_10/2022 E. 4.1

4.1. Im Weiteren macht der Beschwerdeführer 1 geltend, die Behandlung des zweiten Familiennachzugsgesuchs (vom 7. Juli 2016) durch die Behörden habe bis zum Abschluss rund zwei Jahre und vier Monate in Anspruch genommen, was entschieden zu lang sei. Nach Eingang dieses Gesuch seien alleine fünf Monate bis zu einer Reaktion des Migrationsamtes vergangen. Insgesamt sei dadurch fast die Hälfte der fünfjährigen Nachzugsfrist in Bezug auf die Ehegattin (vgl. Art. 47 Abs. 1 und Abs. 3 lit. b AIG) abgelaufen. Dies stelle eine Verletzung des Beschleunigungsgebots bzw. des Verbots der Rechtsverzögerung gemäss Art. 29 Abs. 1 BV dar. Aufgrund der überlangen Verfahrensdauer dürften dem Beschwerdeführer 1 keine Rechtsnachteile erwachsen. Entweder sei von einem Friststillstand (der Nachzugsfrist) auszugehen oder die Nachzugsfrist von Art. 47 Abs. 1 AIG sei wiederherzustellen. Als Konsequenz dieser Umstände sei zudem bezüglich anwendbarem, materiellem Recht auf das für das (zweite) Gesuch vom 7. Juli 2016 geltende Recht bzw. die bis zum 31. Dezember 2018 geltende Fassung des AIG (dannzumal noch: AuG) abzustellen, insbesondere auf Art. 43 AuG (zum anwendbaren Recht vgl. E. 7 unten).