Citation: I 313/04 11.10.2005 E. 3.2

3.2.1 Hat sich der Invaliditätsgrad nach Auffassung der Verwaltung nicht verändert, wird in der Praxis die bisherige Rente durch eine solche ersetzt, die dem früher festgestellten Invaliditätsgrad entspricht. Für die Festsetzung eines höheren Invaliditätsgrades müssen die Versicherten somit in der Regel nachweisen, dass seit dem Verfügungserlass eine erhebliche Änderung der tatsächlichen Verhältnisse eingetreten ist, die den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch beeinflusst. Versicherten, deren Invaliditätsgrad unter den bis 31. Dezember 2003 gültig gewesenen Bestimmungen allenfalls zu tief festgesetzt worden war, muss es hingegen insoweit, als der altrechtlich festgesetzte und zu einer ganzen Rente berechtigende Invaliditätsgrad neurechtlich nur noch eine Dreiviertelsrente zu begründen vermöchte, offen stehen, die entsprechende Rüge in den Revisionsverfahren vorzubringen, welche im Zuge der 4. IV-Revision nötig geworden sind. 3.2.2 Nachdem die IV-Stelle zwischenzeitlich den Anspruch auf eine Vollrente ab 1. August 2004 abgewiesen hat, hatte die Beschwerdeführerin somit die Möglichkeit, die Revisionsverfügung mit derselben Begründung, wie sie im Verfahren vor dem Eidgenössische Versicherungsgericht vorgebracht wird - d.h. unter Hinweis auf eine ihrer Ansicht nach zu tiefe Invaliditätsbemessung -, anzufechten. Gemäss Auskunft der IV-Stelle vom 3. Februar 2005 hat sie gegen die Verfügung vom 11. Juni 2004 denn auch Einsprache erhoben. Ob sie den Anspruch auf eine Vollrente nach den revidierten Bestimmungen zum jetzigen Zeitpunkt oder im neuen Verfahren durchzusetzen versucht, spielt dabei materiellrechtlich keine Rolle. 3.3 Die Beschwerdeführerin bringt vor, bei einem Invaliditätsgrad von mehr als 70 % sei nach den Bestimmungen der 4. IV-Revision keine Rentenrevision durchzuführen, weshalb es für sie von erheblicher Bedeutung sei, dass ihren Anträgen entsprochen werde. Dem ist entgegenzuhalten, dass Renten, denen ein IV-Grad von mehr als 70 % zu Grunde liegt, von den ordentlichen Rentenrevisionen nicht ausgenommen sind, so dass auch insoweit kein aktuelles Rechtsschutzinteresse besteht.