Citation: U 269/03 16.08.2004 E. 4.4

4.4.1 Gemäss Unfallmeldung vom 7. Januar 2000 (richtig: 7. Februar 2000) hat sich der Beschwerdeführer beim Heben eines Betonblocks von ca. 25 kg am Rücken verletzt. Diese Schilderung beruht auf Angaben des Bauführers, der beim Vorfall nicht zugegen war und der sich auf die Version von M.________ abstützte, erfolgte ohne Mitwirkung des Beschwerdeführers und vermag dessen Sachverhaltsdarstellung nicht in Zweifel zu ziehen. 4.4.2 In den medizinischen Berichten des Spitals X.________ vom 8. Februar 2000 und des Spitals Y.________ vom 9. März 2000 wird ein Ausrutschen des Beschwerdeführers nicht erwähnt, wobei im Bericht des Spitals Y.________ immerhin auch ein Fall auf die rechte Seite vermerkt wird. Diagnostiziert wurde jeweils eine akute Lumbalgie nach Verhebeereignis verbunden mit einer unklaren diffusen bzw. unspezifischen Hypästhesie. Diese medizinischen Berichte belegen zwar die Sachverhaltsdarstellung des Beschwerdeführers nicht, stehen aber anderseits auch nicht in einem unüberbrückbaren Widerspruch dazu und vermögen keine ernsthaften Zweifel an ihrer Richtigkeit zu wecken. Es ist zu beachten, dass beim notfallmässigen Eintritt in das Spital X.________ die Behandlung des Leidens im Vordergrund stand und der versicherungsrechtlichen Frage nach einer unfall- resp. krankheitsbedingten Verursachung der Schädigung untergeordnete Bedeutung beigemessen wurde (vgl. RKUV 1990 Nr. U 86 S. 53), was zusammen mit dem Umstand, dass der Beschwerdeführer nicht deutsch spricht, den fehlenden Hinweis auf ein Ausrutschen und die wenig detaillierte Beschreibung des Geschehens im Bericht vom 8. Februar 2000 erklären könnte. Im Bericht des Spitals Y.________ vom 9. März 2000 wird hingegen das Heben eines Betonblocks und ein Fall des Beschwerdeführers auf die rechte Seite erwähnt, was ein ursächliches Ausrutschen zumindest nicht ausschliesst; die trotz Dolmetscher-unterstützten Gesprächen mit dem Versicherten letztlich unklare Beschreibung des Ereignisses im Bericht des Spitals Y.________ kann jedenfalls nicht dem Beschwerdeführer angelastet werden und lässt dessen Sachverhaltsdarstellung nicht als unglaubwürdig erscheinen. Dies gilt auch für den Umstand, dass in den medizinischen Berichten keine spezifischen Sturzfolgen wie Hämatome erwähnt werden, denn ob der Beschwerdeführer diesbezüglich abgeklärt wurde, ist den Berichten nicht zu entnehmen, und Stürze verursachen erfahrungsgemäss nicht zwingend behandlungsbedürftige Hämatome. Die medizinischen Berichte können daher nicht als gewichtige Indizien für oder gegen das Vorliegen eines Unfalls gewertet werden und vermögen die Glaubwürdigkeit der Sachverhaltsdarstellung des Versicherten nicht zu erschüttern. 4.4.3 Bei der Befragung durch das kantonale Gericht am 8. September 2003 gab der Beschwerdeführer an, dass es am 4. Februar 2000 zunächst schneite, dann langsam wärmer wurde und der Schnee schmolz. Der Zeuge M.________ beschrieb die Arbeit auf der Baustelle als schwer und gefährlich; ob die Holzrampe bzw. die Bretter, auf denen die Arbeiter die Karretten mit Stücken von Abbruchbeton auf eine Mauer von etwa 1 m Höhe hochfahren mussten, schlüpfrig waren, wusste der Zeuge nicht mehr. Immerhin müssen die Verhältnisse auf der Baustelle auf Grund der Zeugenbefragung als unfallträchtig betrachtet werden und sprechen für die Möglichkeit eines Unfallgeschehens, was der Darstellung des Beschwerdeführers Glaubwürdigkeit verleiht. 4.5 Zusammenfassend ergibt sich, dass die Sachverhaltsdarstellung des Beschwerdeführers zumindest im Kerngeschehen widerspruchsfrei und glaubwürdig erscheint und keine gewichtigen Indizien vorliegen, die ernsthafte Zweifel an ihrer Richtigkeit zu begründen vermöchten. Entgegen der Auffassung des kantonalen Gerichts ist deshalb davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer beim Heben des Betonblocks ausgerutscht und gestürzt ist und einen Unfall im Sinne von Art. 9 Abs. 1 UVV erlitten hat. Dieser Beurteilung stehen die medizinischen Berichte, wonach der Versicherte seit mehreren Jahren an Rückenschmerzen litt, nicht entgegen. Dieser Punkt ist allenfalls von Bedeutung für die noch zu prüfende Frage der Kausalität zwischen Unfall, geklagten Beschwerden und ihren allfälligen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit als weiterer Voraussetzung der Leistungspflicht der Unfallversicherung. Die Sache ist diesbezüglich an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.