Citation: H 21/05 10.06.2005 E. 5

5.1 Nach Art. 3 AHVG sind grundsätzlich alle Versicherten beitragspflichtig, solange sie einer Erwerbstätigkeit nachgehen und keine Beitragsbefreiung gemäss Abs. 2 dieser Bestimmung geltend gemacht werden kann. Das ist auch für die im Jahre 2003 18-jährige Beschwerdegegnerin der Fall. Alle Erwerbseinkommen, die nicht aufgrund einer gesetzlichen Bestimmung davon befreit sind, unterstehen der Beitragspflicht. Mit ihrer Hauswartstätigkeit, welche monatlich offenbar mit Fr. 330.- entschädigt wurde, ging die Versicherte einer Erwerbstätigkeit nach. Dabei ist es irrelevant, ob das Entgelt als "Taschengeldaufbesserung" - wie sie sich ausdrückt - verstanden wird. 5.2 Laut Art. 10 AHVG sind auch Nichterwerbstätige beitragspflichtig. Die Höhe der Beiträge richtet sich dabei nicht nach der konkreten Einkommenssituation, sondern nach den sozialen Verhältnissen. Dabei ist im Minimum Fr. 353.- jährlich zu bezahlen. Die Bestimmung "Erwerbstätige, die im Kalenderjahr, gegebenenfalls mit Einschluss des Arbeitgeberbeitrages, weniger als 353 Franken entrichten, gelten als Nichterwerbstätige" (Satz 2 von Art. 10 Abs. 1 AHVG), besagt, dass auch Erwerbstätige mit einem sehr geringen Erwerbseinkommen einen Beitrag von Fr. 353.- bis 8'400.- zu entrichten haben; das heisst also, dass auch bei ihnen die sozialen Verhältnisse - nämlich Vermögen und Renteneinkommen (Art. 28 AHVV) - bei der Festsetzung der Beitragshöhe mitberücksichtigt werden. Die Erhebung der Nichterwerbstätigenbeiträge und jene der Beiträge aus Erwerbstätigkeit einer versicherten Person erfolgt unabhängig voneinander. Die Befreiung von der Bezahlung von Nichterwerbstätigenbeiträgen hat nicht die Beitragsbefreiung auf Erwerbseinkommen zur Folge. Die Erhebung von Beiträgen auf Erwerbseinkommen ist unabhängig vom Beitragsstatus. So werden gemäss Art. 30 Abs. 1 AHVV erst auf Ersuchen der versicherten Person hin Beiträge vom Erwerbseinkommen an die Beiträge angerechnet, die sie als Nichterwerbstätige zu entrichten haben. 5.3 Im Gegensatz zur Ansicht von Vorinstanz und Beschwerdegegnerin bedeutet die Qualifikation als Nichterwerbstätige gemäss Art. 10 Abs. 1 Satz 2 AHVG nicht, dass für die versicherte Person damit erst am 1. Januar nach Vollendung ihres 20. Altersjahres (Art. 3 Abs. 1 Satz 2 AHVG) die Beitragspflicht beginnt. Die gesetzliche Voraussetzung dafür, dass die Beschwerdegegnerin trotz ihrer Erwerbstätigkeit in kleinem Rahmen überhaupt als Nichterwerbstätige qualifiziert wird, liegt nach dem Wortlaut von Art. 10 Abs. 1 AHVG gerade in der Entrichtung von Beiträgen auf Erwerbseinkommen, die den Mindestbetrag nicht erreichen. Aus Art. 3 Abs. 1 Satz 2 in Verbindung mit Art. 10 Abs. 1 Satz 2 AHVG ergibt sich, dass für das Erwerbseinkommen der Beschwerdegegnerin zwar Beiträge zu bezahlen sind, dass sie aber bis am 1. Januar nach Vollendung ihres 20. Altersjahres die Differenz zwischen den auf dem Erwerbseinkommen geschuldeten Arbeitnehmer- und Arbeitgeberbeiträgen und dem Mindestbeitrag für Nichterwerbstätige nicht zu bezahlen hat. Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde des Bundesamtes für Sozialversicherung ist demnach gutzuheissen.