Citation: 2P.140/2002 18.10.2002 E. 3.4

3.4.1 Der Beschwerdeführer sieht in der Ablehnung seines Antrages, die Notengebungen und Korrekturen sämtlicher Aufsätze der Gymnasialprüfungen 3G durch einen anerkannten und aussenstehenden Deutsch-Experten unter dem Aspekt der einheitlichen und rechtsgleichen Korrektur begutachten zu lassen, eine Gehörsverletzung. Soweit er damit eine ungenügende Abklärung des Sachverhaltes geltend macht, erweist sich seine Rüge als unbegründet. Die Aufnahmeprüfung hat zum Zweck, die Eignung des jeweiligen Kandidaten für den Besuch einer Mittelschule zu beurteilen. Massgebend dafür ist, ob der einzelne Kandidat die entsprechende Eignung besitzt. Anders als bei Wettbewerben, bei denen es darum geht, aus einer Anzahl von Bewerbern die Geeignetsten herauszusuchen, ist bei Eignungsprüfungen nicht Gegenstand der Beurteilung, ob andere Kandidaten die Examensaufgaben besser oder schlechter erledigen. Zwar fliesst in eine Prüfungsbewertung auch eine vergleichende Beurteilung aller Kandidaten ein. Daraus kann aber nicht gefolgert werden, dass ein solcher Quervergleich die Grundlage sei für den Entscheid über die einzelnen Arbeiten. Im allgemeinen gehören die Arbeiten anderer Kandidaten somit nicht zu den Akten und bilden nicht Gegenstand einer erneuten Überprüfung durch einen aussenstehenden Experten. Mangels hinreichender konkreter Anhaltspunkte für rechtsungleiche Behandlung oder Bewertungspraxis war ein Beizug und eine erneute Korrektur sämtlicher Aufsätze der Mitbewerber nicht gerechtfertigt (BGE 121 I 225 E. 2c S. 228). Ebensowenig drängte sich eine ergänzende Stellungnahme des Experten betreffend Lehrplan-, Stoff- und Beurteilungsvoraussetzungen in Graubünden und in Zürich auf, zumal der Gutachter den fraglichen Aufsatz gemäss ausdrücklichem Hinweis im Instruktionsschreiben nach den Korrekturhinweisen der Bündner Mittelschulen, Aufnahme 2002, 3. Gymnasium, sowie der Bewertungstabelle/Notenskala Teil 1 zu beurteilen hatte. 3.4.2 Gesamthaft gesehen erweisen sich somit sämtliche Rügen betreffend Verletzung des rechtlichen Gehörs als unbegründet. Der gleichzeitig erhobenen Willkürrüge kommt - soweit sie überhaupt den Anforderungen an die Begründung genügt (Art. 90 Abs. 1 lit. b OG) - in diesem Zusammenhang keine eigenständige Bedeutung zu; sie fällt mit der Rüge der Verletzung des Anspruches auf rechtliches Gehör zusammen.