Citation: 2A.526/2000 19.02.2001 E. 3

3.- a) Der Beschwerdeführer ist in der Schweiz straffällig geworden und zu einer bedingten Gefängnisstrafe von 18 Monaten verurteilt worden. Damit hat er einen Auswei- sungsgrund im Sinne von Art. 10 Abs. 1 lit. a ANAG gesetzt und a fortiori gegen die öffentliche Ordnung verstossen. Ausgangspunkt und Massstab für die Schwere des Verschuldens und die fremdenpolizeiliche Interessenabwägung ist die vom Strafrichter verhängte Strafe. Die vom Beschwerdeführer verübten wiederholten und mengenmässig qualifizierten Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz (Transport harter Drogen) lassen das Fernhaltungsinteresse als erheblich erscheinen. Die bundesgerichtliche Praxis, wonach die Grenze, von der an in der Regel keine fremdenpolizeilichen Bewilligungen mehr erteilt werden, auf zwei Jahre Freiheitsstrafe festzusetzen ist (vgl. BGE 120 Ib 6 E. 4b S. 14, mit Hinweis auf BGE 110 Ib 201), findet im vorliegenden Fall, wo der Beschwerdeführer nicht mehr verheiratet ist und lediglich über ein Besuchsrecht betreffend seine Kinder verfügt, keine Anwendung. Bereits eine weniger schwere Straftat vermag daher die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung zu rechtfertigen. Der Umstand, dass das Gericht dem Beschwerdeführer den bedingten Strafvollzug gewährt und von einer Landesverweisung abgesehen hat, schliesst nicht aus, dass fremdenpolizeirechtlich gleichwohl die Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung verweigert werden kann. Nach der Rechtsprechung verfolgen strafrechtliche und fremdenpolizeiliche Massnahmen unterschiedliche Zwecke. Bei der Festsetzung der Strafe hat der Strafrichter die persönliche Situation des Verurteilten sowie seine Resozialisierungschancen zu berücksichtigen. Demgegenüber steht für die Fremdenpolizeibehörden das Interesse der öffentlichen Ordnung und Sicherheit im Vordergrund. Sie haben eine umfassende Interessenabwägung vorzunehmen, woraus sich ein im Vergleich mit der Straf- und Vollzugsbehörden strengerer Beurteilungsmassstab ergibt (BGE 120 Ib 132 E. 5b, mit Hinweisen). Daraus, dass die Fremdenpolizeibehörde von einer Ausweisung abgesehen hat, kann nicht abgeleitet werden, es bestünden schlechthin keine ernsthaften Fernhaltegründe. Die schweizerische Rechtsordnung erachtet die Mitwirkung an Drogendelikten als schwerwiegend, zumal dann, wenn diese nicht auf die Befriedigung eigener Suchtbedürfnisse abzielt. Bestehen gegen den dauernden Verbleib eines Ausländers in der Schweiz erhebliche, wenn auch nicht gerade schwerste Bedenken, kann der Verhältnismässigkeitsgrundsatz gebieten, eine bestehende Aufenthaltsbewilligung nicht mehr zu erneuern, auf das schärfere Mittel der Ausweisung aber zu verzichten, um dem Betroffenen in Würdigung privater Interessen wenigstens Besuche weiterhin zu ermöglichen. b) aa) Als privates Interesse fällt namentlich ins Gewicht, dass der Beschwerdeführer zu seinen unter der Obhut der Mutter stehenden Kindern auch nach der Trennung und nachfolgenden Scheidung seiner Ehe gemäss den Akten ein gutes Verhältnis pflegt, sie wöchentlich besucht, seine Freizeit mit ihnen verbringt und die ihm auferlegten Unterhaltsbeiträge offenbar anstandslos zahlt. Indes kann die Beziehung zu den Kindern schon seit 1996 nur besuchsweise gepflegt werden. Sie wiegt deshalb nicht gleich schwer, wie wenn der Beschwerdeführer mit den Kindern zusammenleben würde. Damit wird nicht verkannt, dass die Aufrechterhaltung der Beziehung stark erschwert würde, wenn der Beschwerdeführer wieder in den Libanon zurückkehren müsste. Gleichwohl würde sie nicht schlechthin verunmöglicht. Dem Beschwerdeführer steht nach dem angefochtenen Entscheid die Einreise in die Schweiz zu Besuchszwecken offen, und nach den Akten hat ihn sein älterer Sohn auch schon einmal in sein Heimatland begleitet. bb) Der Beschwerdeführer ist seit rund sechs Jahren an der gleichen Arbeitsstelle tätig. Die Heimleitung stellt ihm ein gutes Zeugnis aus. Zudem äussern verschiedene Mitangestellte Wertschätzung. Für ihn spricht auch, dass er sich beruflich erfolgreich weitergebildet hat. Eine überdurchschnittliche persönliche Integration des Beschwerdeführers in der schweizerischen Umgebung ist aber weder dargetan noch aus den Akten ersichtlich. Gemäss den persönlichen Befragungen von 1997 und 1998 beschränken sich die Kontakte des Beschwerdeführers im Wesentlichen auf seine Kinder und auf seinen Arbeitsplatz. c) Der Beschwerdeführer ist als libanesischer Staatsangehöriger teilweise im Libanon und teilweise in Kuwait aufgewachsen. Die Schulen hat er vorab in Kuwait besucht. Seine Eltern und Geschwister leben vorwiegend im Libanon, teils in Kuwait. In der Schweiz hat er mit Ausnahme seiner Kinder keine Verwandte. Nach Abschluss des Gymnasiums in Kuwait absolvierte er Ausbildungsaufenthalte in Jugoslawien, Ungarn sowie Syrien und kehrte schliesslich 1989 in seine libanesische Heimat zurück, bis er im Jahre 1990 in die Schweiz kam. Die prägenden Jugendjahre bis zum 19. Altersjahr hat er somit im nahen Osten verbracht und ist erst im Alter von 23 Jahren in die Schweiz eingereist. Die knapp elf Jahre, die er in der Schweiz verbracht hat, treten in ihrer Bedeutung hinter den im Ausland verbrachten Teil seines Lebens zurück. Wie der Beschwerdeführer 1998 darlegte, unterhält er mit seinen Verwandten in der Heimat nach wie vor Beziehungen und hat - wie erwähnt - sein Heimatland auch schon mit seinem älteren Sohn besucht. Er kann deshalb in seiner Heimat nicht als entwurzelt gelten. d) Zusammengefasst vermögen die privaten Interessen des Beschwerdeführers am Verbleib in der Schweiz das öffent- liche Interesse an seiner Fernhaltung nicht zu überwiegen. Zwar ist glaubhaft, dass dem Beschwerdeführer die Beziehung zu seinen Kindern viel bedeutet und er sich um sie bemüht. Für einen Aufenthaltsanspruch zur blossen Ausübung eines Besuchsrechts ist jedoch ein tadelloses Verhalten erforderlich. Diese Voraussetzung erfüllt der Beschwerdeführer eindeutig nicht. Im Übrigen hat die zuständige Fremdenpolizeibehörde sofort nach dem Bekanntwerden der Verurteilung des Beschwerdeführers die Aufenthaltsbewilligung nicht mehr verlängert. Soweit ihr sinngemäss Inkonsequenz vorgeworfen werden sollte, wäre dies unbegründet. Wenn die kantonalen Behörden vorliegend von den gesetzlichen Möglichkeiten strengen Gebrauch gemacht haben, haben sie damit das ihnen eingeräumte Ermessen weder überschritten noch missbraucht und demzufolge Bundesrecht nicht verletzt.