Citation: 5A_1021/2021 E. 5.4.1

5.4.1. Das Kantonsgericht führt aus, eine Zwangsernährung auf eine bestimmte, nicht klar begrenzte Zeit könne nicht als verhältnismässig betrachtet werden. In der Annahme, die angeordnete Therapie verlaufe plangemäss, könne mit den Ausführungen des KSSG davon ausgegangen werden, dass das Ziel in zwölf Wochen zu erreichen sei. Könne das Ziel eines BMI 13 kg/m2 nicht erreicht werden, sei in erster Linie zu klären, ob die Beschwerdeführerin einer weiteren Behandlung zustimme und ob sie dafür urteilsfähig sei. Stimme sie bei immer noch fehlender Urteilsfähigkeit nicht zu, liege es am Chefarzt bzw. seinem Stellvertreter, eine neue Anordnung für eine Behandlung ohne Zustimmung zu erlassen. Gestützt auf diese Überlegungen präzisierte das Kantonsgericht die streitgegenständliche Anordnung dahin, dass die Behandlung so lange daure, bis die Beschwerdeführerin einen BMI von 13 kg/m2 erreicht habe, maximal jedoch zwölf Wochen ab Beginn der Behandlung.