Citation: 6B_1029/2016 E. 2.4

2.4. Das Gericht würdigt die Beweise frei nach seiner aus dem gesamten Verfahren gewonnenen Überzeugung (Art. 10 Abs. 2 StPO). Es ist mithin weder an Beweisregeln noch an Gutachten gebunden. Es hat vielmehr zu prüfen, ob sich aufgrund der übrigen Beweismittel und der Vorbringen der Parteien ernsthafte Einwände gegen die Schlüssigkeit der gutachterlichen Darlegungen aufdrängen. Dennoch darf das Gericht in Fachfragen nach konstanter Rechtsprechung nicht ohne triftige Gründe vom Gutachten abweichen und muss Abweichungen begründen. Ein Gutachten stellt namentlich dann keine rechtsgenügliche Grundlage dar, wenn gewichtige, zuverlässig begründete Tatsachen oder Indizien seine Überzeugungskraft ernstlich erschüttern. Das Abstellen auf ein Gutachten kann sich als willkürlich erweisen, wenn es Mängel aufweist, die derart offensichtlich sind, dass sie auch ohne spezielles Fachwissen erkennbar sind (BGE 141 IV 369 E. 6.1), oder wenn bei Zweifeln an seiner Richtigkeit dennoch keine ergänzenden Abklärungen durchgeführt werden, um diese Zweifel zu beseitigen (BGE 130 I 337 E. 5.4.2). Die Regeln über den Einsatz von technischen Hilfsmitteln bei Geschwindigkeitskontrollen beschränken die freie Beweiswürdigung nicht (Urteil 6B_20/2014 vom 14. November 2014 E. 6.5).