Citation: 2C_879/2021 E. 8.3

8.3. Eine vom Gesetz abweichende Behandlung eines Rechtsuchenden als Folge des Vertrauensschutzes kann nur in Betracht fallen, wenn die Voraussetzungen des Vertrauensschutzes klar und eindeutig erfüllt sind. In Bezug auf mündliche und namentlich telefonische Zusicherungen und Auskünfte hat die Rechtsprechung erkannt, dass die blosse, unbelegte Behauptung einer telefonischen Auskunft oder Zusage nicht genügt, um einen Anspruch aus dem Grundsatz des Vertrauensschutzes zu begründen. Praxisgemäss ist eine nicht schriftlich belegte telefonische Auskunft zum Beweis von vornherein kaum geeignet (BGE 143 V 341 E. 5.3.1). Vor diesem Hintergrund ist die Länge des Telefonats nicht entscheidend. Selbst wenn es mehrere Minuten gedauert hätte, könnte keine Rede davon sein, dass die Voraussetzungen des Vertrauensschutzes klar und eindeutig erfüllt wären, weil nach wie vor unklar wäre, was genau die Beschwerdeführer gefragt und die Mitarbeiterin des Steueramts geantwortet haben. Weiter hat die Vorinstanz zu Recht erwogen, dass ein Telefongespräch von nur 101 Sekunden keinesfalls ausgereicht haben kann, um nur schon den Sachverhalt anhand der konkreten Situation der Beschwerdeführer zu schildern. Der Einwand, die Mitarbeiterin des Steueramts habe die Länge des Telefongesprächs zu vertreten, ist unzutreffend. Sie kann von vornherein nur dann gezielte Fragen stellen, wenn die Beschwerdeführer einen hinreichend konkreten Sachverhalt schildern und keine allgemeine Anfrage machen. Damit können die Beschwerdeführer aus dem Telefongespräch vom 6. Dezember 2018 nichts zu ihren Gunsten ableiten.