Citation: U 198/05 20.07.2005 E. 3

Wie die SUVA in ihrer Vernehmlassung vom 22. Juni 2005 mit Recht einwendet, wird in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde grösstenteils nur die bereits im vorinstanzlichen Verfahren geführte Argumentation erneut aufgegriffen, ohne dass sich entscheidrelevante neue Aspekte ergeben würden. 3.1 Nichts einzuwenden ist dagegen, dass die Beurteilung der Adäquanzfrage rund neun Monate nach dem Unfallereignis erfolgte. Der Hinweis auf das in HAVE 2004 S. 119 zusammengefasste Urteil K. vom 11. Februar 2004 (U 246/03) ändert daran nichts, wurde in jenem Urteil doch lediglich in einem konkreten Fall festgestellt, dass im Zeitpunkt des Einspracheentscheids (BGE 121 V 366 Erw. 1b mit Hinweisen) bezüglich der zufolge Verneinung der Adäquanzfrage erfolgten Leistungseinstellung der Endzustand noch nicht erreicht war. Nach der Rechtsprechung ist die Adäquanz erst nach Abschluss des normalen, unfallbedingt erforderlichen Heilungsprozesses zu prüfen, nicht aber, solange von einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch eine Besserung erwartet werden kann; auch kann nicht von einer für alle Schleudertraumata gleichen Heilungsdauer ausgegangen werden, sondern es ist jeweils auf Grund der Umstände des Einzelfalles zu entscheiden (HAVE 2004 S. 119 f. resp. Urteil K. vom 11. Februar 2004 [U 246/03], Erw. 2.4, mit Hinweisen). Anders als im erwähnten Urteil konnte, als die SUVA ihre Leistungen einstellte, angesichts der eindeutigen ärztlichen Stellungnahmen durchaus mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass keine behandlungsbedürftigen Unfallfolgen mehr vorlagen, sondern der Endzustand erreicht war und von weiteren medizinischen Massnahmen keine Besserung mehr zu erwarten war. Unter diesen Umständen ist die neun Monate nach dem Unfallereignis erfolgte Adäquanzprüfung im hier zu beurteilenden Fall nicht als verfrüht zu betrachten. 3.2 Soweit in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde geltend gemacht wird, eine 50%ige Arbeitsfähigkeit habe nach dem versicherten Unfall nicht schon ab 17. Oktober 2003, sondern erst ab dem 17. November 2003 bestanden, ist darauf hinzuweisen, dass bereits in der der Vorinstanz eingereichten Beschwerdeschrift vom 17. November 2004 ausdrücklich erwähnt wird, die Erwerbstätigkeit habe am 17. Oktober 2003 wieder aufgenommen werden können. Da dies nicht offensichtlich aktenwidrig ist, kann der Vorinstanz letztlich nicht zum Vorwurf gemacht werden, darauf abgestellt zu haben. Im Übrigen ist zwar einzuräumen, dass die Angaben in den Akten über den Zeitpunkt der Wiederaufnahme der Arbeit widersprüchlich sind. So ging sogar die SUVA unter Buchstabe G ihres Einspracheentscheids vom 17. August 2004 - wie heute vom Beschwerdeführer gefordert und anders als die Vorinstanz - vom 17. November 2003 als dem Zeitpunkt der Arbeitsaufnahme aus. Wie es sich diesbezüglich genau verhält, kann indessen dahingestellt bleiben, da die lediglich einen Monat ausmachende Differenz ohnehin zu gering ist, um einen entscheidrelevanten Einfluss auf die Beurteilung haben zu können. Im einen wie im andern Fall könnte jedenfalls nicht von einer nach einem Schleudertrauma der Halswirbelsäule unüblich lange dauernden Arbeitsunfähigkeit gesprochen werden. Aus der Verwaltungsgerichtsbeschwerde geht denn auch nicht klar hervor, inwiefern sich der gerügte Mangel für den Beschwerdeführer nachteilig ausgewirkt haben sollte. Der Behauptung, die vollständige Arbeitsunfähigkeit ab dem 16. Januar 2004 habe ununterbrochen bis im Januar 2005 angedauert und halte - zumindest teilweise - immer noch an, ist entgegenzuhalten, dass gemäss Austrittsbericht der Klinik B.________ vom 1. Juli 2004 rein unfallbedingt im früher ausgeübten Beruf keine Beeinträchtigung des Leistungsvermögens mehr bestand. Darauf ist mit SUVA und Vorinstanz abzustellen. 3.3 Der in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde erhobene Einwand, die Akten der SUVA seien unvollständig, stützt sich einzig auf eine Bemerkung des Beschwerdeführers anlässlich des im Rahmen der Abklärungen in der Klinik B.________ am 24. Juni 2004 durchgeführten psychosomatischen Konsiliums, wonach eine - nicht näher bezeichnete - "Testung" in der Klinik K.________ angeblich neuropsychologische Defizite "objektiviert" haben soll. Dass der mit der psychosomatischen Abklärung des Beschwerdeführers betraute Facharzt - wie später auch die SUVA - diesem Hinweis nicht weiter nachging und auf die Ergebnisse seiner eigenen Erhebungen abstellte, mag zwar als - geringfügiger - Mangel in der Aktenführung anerkannt werden. Dieser ist indessen keineswegs derart schwerwiegend, dass er die beantragte Rückweisung zur Vervollständigung der Unterlagen rechtfertigen könnte. Dass der die Untersuchung durchführende Spezialist der Klinik B.________ keine Veranlassung sah, diesem Hinweis seines Patienten weiter nachzugehen, lässt vielmehr zuverlässig darauf schliessen, dass seine Abklärungen keine Anzeichen ergeben hatten, welche den Beizug der erwähnten "Testung" noch als erforderlich hätten erscheinen lassen. 3.4 Die weiteren Einwände, wonach die medizinischen Akten inhaltlich unrichtig gewürdigt worden seien, die Adäquanzprüfung fälschlicherweise nach der in BGE 115 V 138 ff. Erw. 6 dargelegten Methode und selbst diese überdies fehlerhaft vorgenommen worden seien, sind nach dem in Erw. 2 hievor Gesagten nicht geeignet, das Eidgenössische Versicherungsgericht zu einer von der vorinstanzlichen Betrachtungsweise abweichenden Beurteilung zu führen. Insbesondere kann nicht gesagt werden, die Vorinstanz habe der auf eine organische Schädigung der Lendenwirbelsäule hinweisenden Beurteilung des Dr. med. F.________ vom 14. September 2004 nicht hinreichend Rechnung getragen, hat sie sich doch gegenteils eingehend auch damit auseinandergesetzt und schlüssig dargelegt, weshalb auf die mehrheitlich abweichende Darstellung der andern konsultierten Ärzte abzustellen ist. Dass ein von Dr. med. F.________ erwähntes Gutachten des Instituts Dr. G.________ vom 30. August 2004 von einer leichten konkaven Eindellung der Grund- und Deckplatten L5, "vereinbar mit Status nach Wirbelkörper Infraktur" spricht, lässt im Übrigen ohnehin noch nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf eine organische Schädigung schliessen. Daran ändern sämtliche Einwände des Beschwerdeführers nichts. 3.5 Dasselbe gilt für die mit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde eingereichte Stellungnahme der Medizinischen Abklärungsstelle X._______ (MEDAS X._______) vom 7. Januar 2005, wo ein bis Ende Januar 2005 vorliegendes ausführliches Gutachten in Aussicht gestellt wird, welches indessen bis heute nicht beigebracht worden ist.