Citation: 7B_73/2022 E. 2.3

2.3. Bei der Rüge der Verletzung von Art. 6 Abs. 2 StPO handelt es sich um eine Verfahrensrüge, die der Beschwerdeführer bereits im kantonalen Verfahren hätte erheben können und müssen. Dies scheint er zwar teilweise getan zu haben, wie sich aus Erwägung II.A.1 ff. des angefochtenen Entscheids ergibt. Allerdings hat der Beschwerdeführer vor der Berufungsinstanz offenbar nur pauschal geltend gemacht, die Staatsanwaltschaft habe den Privatkläger E.________ und die Zeugin F.________ verschiedentlich durch Suggestivfragen in ihren Darstellungen unterstützt (E. II.A.1 des angefochtenen Entscheids). Die Vorinstanz setzt sich mit diesem Einwand durchaus auseinander und weist ihn mit der Begründung ab, die Staatsanwaltschaft habe durch ihr Vorgehen die Vollständigkeit der Aussagen sowie die Klärung von Widersprüchen unter Berücksichtigung von Art. 143 Abs. 4 StPO sichergestellt. Wenn der Beschwerdeführer nun die Begründung seiner Rüge vor Bundesgericht mit einer ganzen Liste von Fragen (S. 8 - 10 der Beschwerdeschrift) ergänzen will, welche die angeblich verpönten Suggestionen belegen sollen, kann er damit mangels materieller Ausschöpfung des Instanzenzugs nicht gehört werden. Diese Einwände hätte er bereits vor der Erstinstanz, jedenfalls aber spätestens vor der Vorinstanz in dieser Ausführlichkeit vorbringen müssen.