Citation: 6B_39/2022 E. 1.3

1.3. Die Vorinstanz stellt in den Aussagen des Beschwerdeführers zahlreiche Widersprüche und erhebliche Aggravationstendenzen fest. Der Beschwerdeführer habe sich wegen wiederholt in seinen Briefkasten eingeworfenen Flyern des Hotel-Restaurants B.________ betreffend Ankauf von Goldgegenständen etc. enerviert. Er habe auf die Frage, ob er jemanden von der Familie C.________ (die damaligen Betreiber des Hotel-Restaurants B.________) vor dem Vorfall vom 27. September 2019 telefonisch kontaktiert habe, mehrere sich widersprechende Antworten zu Protokoll gegeben. So habe er zunächst ausgesagt, er habe zur Familie C.________ nie telefonischen Kontakt gehabt, habe dann präzisiert, es könne sein, dass er doch telefoniert habe und ein Herr C.________ abgenommen habe. Er habe lediglich einmal mit einer Person gesprochen, und zwar mit einem Mann. Später habe er ausgeführt, mit einer Frau gesprochen zu haben. Auch zum Inhalt der Telefonate habe sich der Beschwerdeführer in Widersprüche verstrickt. Zunächst habe er sich an den Inhalt nicht erinnern wollen, später habe er bestätigt, dass er am Telefon "hässig" gewesen sei. Er habe eingeräumt, dass er am Morgen, als er die nassen Flyer aus dem Briefkasten gezogen habe, der Person am Telefon wahrscheinlich "Arschloch" gesagt und er allenfalls die Familie C.________ als "Arschlöcher" betitelt habe. Ebenso habe der Beschwerdeführer seine Reaktion auf den Schlag durch den Privatkläger, welcher gemäss Angaben des Privatklägers die Folge der Beschimpfung gewesen sein soll, unterschiedlich geschildert. So habe er zunächst ausgesagt, er habe sich nach dem Schlag leicht gebückt, später wolle er ab dem Schlag in die Knie gegangen sein, in der Schlusseinvernahme habe er ausgeführt, er sei zu Boden gegangen und an der Berufungsverhandlung wolle er wegen des Schlags abgetaucht sein. Ebenso habe er unterschiedlich geschildert, worauf er gefallen sei bzw. sich abgestützt habe. Die Aussagen des Beschwerdeführers seien in hohem Masse unglaubhaft. Dementsprechend sei seiner Behauptung, er habe den Privatkläger am 27. September 2019 im Hotel-Restaurant B.________ nicht als "Arschloch" bezeichnet, bei der Würdigung mit grösster Zurückhaltung zu begegnen. Auch die Aussagen des Privatklägers seien mit Zurückhaltung zu werten, habe dieser doch anlässlich der ersten polizeilichen Einvernahme zwar ausgeführt, der Beschwerdeführer habe die anwesenden Personen der Familie C.________ als "Arschlöcher" tituliert, doch habe der Privatkläger in den späteren Einvernahmen keine weiteren Angaben machen wollen und auf das vor der Polizei Ausgeführte verwiesen. Hingegen wertet die Vorinstanz die Aussagen des Zeugen D.________ als sehr glaubhaft. Dieser sei mit dem Privatkläger nicht verwandt, er sei dessen Kollege und helfe manchmal im Hotel-Restaurant B.________ der Familie C.________ aus. Der Zeuge habe mit grosser Zurückhaltung, Detaillierungsgrad und Differenziertheit ausgesagt. Seine Aussagen wirkten weder einstudiert, noch mit dem Privatkläger abgesprochen. Er habe keine Schuldzuweisungen vorgenommen und ausgewogen ausgesagt. Entgegen der Darstellung der Verteidigung wiesen die Aussagen des Zeugen keine stereotypen Übereinstimmungen mit den Aussagen des Privatklägers auf. Das Wort "Mupf" sei im Kanton Bern, wo sowohl der Privatkläger als auch der Zeuge wohnen würden, das gebräuchliche Wort für einen Stoss. Der Zeuge habe wiederholt übereinstimmend ausgeführt, der Beschwerdeführer habe die im Raum anwesenden Mitglieder der Familie C.________, wozu auch der Privatkläger gehört habe, als "Arschlöcher" beschimpft, worauf der Privatkläger dem Beschwerdeführer den "Mupf" gegeben habe. An der Richtigkeit der glaubhaften Aussagen des Zeugen D.________ bestünden keine (rechtserheblichen) Zweifel, während die widersprüchlichen und mit Aggravationstendenzen gekennzeichneten Ausführungen des Beschwerdeführers unglaubhaft seien (angefochtenes Urteil S. 5 ff.).