Citation: 9C_293/2021 E. 5.4.4

5.4.4. Was die Persönlichkeit anbelangt, stellte die Vorinstanz zutreffend fest, dass gemäss Gutachten vom 22. Februar 2018 keine spezifische Persönlichkeitsstörung und auch (noch) keine anhaltende Persönlichkeitsänderung vorliegt. Soweit sie aus diesem Umstand und den hohen mentalen Fähigkeiten des Beschwerdeführers aber schloss, die Einschränkungen seien überwindbar, findet dies in den gutachterlichen Ausführungen keine Stütze. So zeigte Dr. med. D.________ auf, dass die überraschende Entlassung im August 2013 den Beschwerdeführer, der bis dahin über eine unauffällige Persönlichkeit verfügt habe und (sowohl beruflich als auch privat) äusserst belastbar gewesen sei, schwer und in bis heute anhaltender Weise erschüttert habe. Dass der Beschwerdeführer trotz seiner prämorbid unauffälligen Persönlichkeit dieses beschämende Erlebnis bis anhin nicht habe überwinden können und sein Gesundheitszustand seit der ersten Begutachtung im Mai 2014 weitgehend stationär sei, lasse sich auf verschiedene Faktoren zurückführen. Dazu beigetragen hätten die traumatisierende Wirkung der Entlassung, die ihn nach zwanzigjähriger Tätigkeit völlig unerwartet getroffen habe, die durch das Kränkungserleben ausgelöste massive Beschämung und Zerstörung des Selbstbildes sowie des Selbstwertgefühls, die fehlende Möglichkeit, sich mit allfälligen konkreten Vorwürfen auseinanderzusetzen, weil ihm die Gründe des Vertrauensentzuges nie eröffnet worden seien, weitere als demütigend und beschämend erlebte Vorkommnisse (wie die Infragestellung seiner Glaubwürdigkeit durch die Pensionskasse, wiederholte psychiatrische Begutachtungen durch die Taggeldversicherung und die Überwachung durch eine Privatdetektei im Auftrag der Pensionskasse), die Verunsicherung durch die Tatsache, dass die Entlassung und die Überwachung von seinen ehemaligen Kollegen, die er lange für Freunde hielt, veranlasst worden war und letztlich die dissoziative Abwehr, welche dem Zweck diene, ihn vor jeder weiteren neuen Beschämung bzw. Reaktivierung der Schamgefühle zu schützen, indessen dysfunktional sei, den Lebensvollzug einschränke und längerfristig die Persönlichkeit verändere.