Citation: U 141/05 21.09.2005 E. 5.3

5.3.1 Wie die Vorinstanz zutreffend erwog, kann von einer besonderen Eindrücklichkeit oder besonders dramatischen Begleitumständen des Sturzes vom 17. Dezember 1995 nicht gesprochen werden. Nach Darstellung der Versicherten im persönlichen Bericht vom 17. November 1997 fühlte sie sich nach dem Sturz etwas benommen und hatte Kopfschmerzen, nahm aber an, "das Ganze würde schnell vorbeigehen". 5.3.2 Die gesundheitlichen Beeinträchtigungen, leichtes postcommotionelles Syndrom ohne substantielle Hirnschädigung (Zeugnis des Dr. med. S.________ vom 12. Januar 1996 und Bericht des Dr. med. F.________ vom 6. Februar 1996), können nicht als schwer bezeichnet werden, und deren Auswirkungen waren nicht derart gravierend, dass das Kriterium der Schwere oder besonderen Art der erlittenen Verletzungen zu bejahen wäre. 5.3.3 Die erste Phase der ärztlichen Behandlung dauerte vom Unfallzeitpunkt bis 28. Juni 1996 (Bericht des Dr. med. S.________ vom 8. Juli 1996). Erst im Frühjahr 1998 wurde die Behandlung wieder aufgenommen (Bericht des Prof. Dr. med. B.________ vom 18. Mai 1998). Einer intensiven ärztlichen Behandlung unterzog sich die Versicherte im Sommer 1999 während eines vierwöchigen Aufenthaltes in der Klinik Y.________. In der Folge stand die Versicherte in Abständen bei ihrem Hausarzt und ab Sommer 2000 bei Frau T.________ in physiotherapeutischer Behandlung. Einige Zeit wurde sie auch psychiatrisch betreut. In diesem Zusammenhang ist allerdings zu erwähnen, dass die Versicherte bereits vor dem Unfall im Sommer 1995 auf Grund einer Zuweisung durch ihren Hausarzt wegen verschiedener Leiden an den Gelenken und am Nacken ärztliche Hilfe bei Dr. med. M.________, Spez. Arzt FMH Physikalische Medizin und Rehabilitation, spez. Rheumaerkrankungen, beanspruchen musste, wobei damals die Frage nach psychischen Ursachen des chronischen Schmerzgeschehens aufgeworfen wurde. Wenn die Beschwerdeführerin ausführen lässt, sie stehe seit neun Jahren in ärztlicher Behandlung, so trifft dies nur teilweise zu, weil einerseits relativ kurze Zeit nach dem Unfall eine längere behandlungsfreie Phase bestand und anderseits über längere Zeiträume nur von einer wenig intensiven, eher sporadischen ärztlichen Behandlung zu sprechen ist. Zudem erscheint zumindest fraglich, ob die ärztliche Behandlung (allein) wegen der Unfallfolgen durchgeführt werden musste, stand die Versicherte doch schon vor dem Unfall in Behandlung. Das Kriterium der ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung ist deshalb - wenn überhaupt - sicher nicht in ausgeprägtem Masse erfüllt. 5.3.4 Wie bereits die Vorinstanz zutreffend festhielt, ist das Kriterium der körperlichen Dauerschmerzen zu verneinen. Die Versicherte leidet zwar an verschiedenen Beschwerden - so insbesondere an einer Aufmerksamkeitsstörung sowie Schwindel und Übelkeit bei Belastungen -, sie steht aber nicht andauernd unter dem Eindruck von Schmerzen. Auch in ihrer eigenen Darstellung der Befindlichkeit sind Schmerzen kein zentrales Thema, was aus dem persönlichen Erlebnisbericht vom 17. November 1997 wie auch aus dem Gutachten des Dr. med. O.________ vom 19. November 2001 hervorgeht. 5.3.5 Anzeichen für eine die Unfallfolgen erheblich verschlechternde ärztliche Fehlbehandlung sind im Weiteren nicht vorhanden. 5.3.6 Von einem schwierigen Heilungsverlauf und erheblichen Komplikationen kann ebenfalls nicht gesprochen werden. Für die Bejahung dieses Kriteriums bedarf es besonderer Gründe, welche die Heilung beeinträchtigt haben (Urteil P. vom 31. Mai 2005 Erw. 3.3.6, U 329/03, mit Hinweis). Solche Gründe sind hier nicht ersichtlich. 5.3.7 Die Versicherte war gemäss dem Bericht des Dr. med. S.________ vom 8. Juli 1996 ungefähr ein halbes Jahr nach dem Unfall wieder voll arbeitsfähig. Wenn sie in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde ausführen lässt, sie habe ihre volle Leistungsfähigkeit nach dem Unfall nie mehr wiedererlangt, so steht diese Aussage in einem gewissen Widerspruch zu der von ihr selbst verfassten Darstellung im Bericht vom 17. November 1997, wonach sie sich nach den Sommerferien 1996 gesund und ihrem Pensum gewachsen gefühlt habe. In der Zeit zwischen Sommer 1996 und Sommer 1997 war sie denn auch im Rahmen ihrer Ausbildung zur Sozialarbeiterin in der Lage, die Diplomarbeit zu verfassen und die Vorprüfung abzulegen. Im Herbst 1997, als es ihr allerdings gesundheitlich wieder schlechter ging, konnte sie im Übrigen die Ausbildung erfolgreich abschliessen. Dem im Rahmen des kantonalen Beschwerdeverfahrens eingereichten Schreiben der ehemaligen Vorgesetzten der Versicherten vom 6. Mai 2004 lässt sich zwar entnehmen, dass es ihr nur mit grosser Willensanstrengung gelang, ihre Erwerbstätigkeit fortzuführen. Es ergibt sich daraus aber nicht, dass die Arbeitsfähigkeit bereits im Jahre 1996 erheblich eingeschränkt war; vielmehr wird davon gesprochen, die Beschwerden hätten sich im Laufe der Zeit, zwischen 1996 - 1999, verstärkt. Ärztlich ausgewiesene Arbeitsunfähigkeit trat erst wieder ab Mai 1998 zu 50 % und ab Februar 1999 zu 100 % auf. In Anbetracht dieser konkreten Umstände kommt dem Grad und der Dauer der Arbeitsunfähigkeit in Bezug auf die Adäquanzbeurteilung keine ausschlaggebende Bedeutung zu; das Kriterium ist in jedem Fall nicht in besonders ausgeprägter Weise erfüllt. 5.3.8 Da somit höchstens zwei der nach der Rechtsprechung für die Adäquanzbeurteilung massgebenden Kriterien in nicht ausgeprägter Weise als erfüllt gelten können, besteht kein Anspruch auf weitere Leistungen des Unfallversicherers. Die Beschwerdegegnerin hat ihre Leistungen deshalb zu Recht per Ende 2002 eingestellt.