Citation: 9C_220/2024 E. 6.1

6.1. Nach Art. 169 Abs. 1 StG/SH wird die nicht erhobene Steuer samt Zins als Nachsteuer eingefordert, wenn sich aufgrund von Tatsachen oder Beweismitteln, die der Steuerbehörde nicht bekannt waren, ergibt, dass eine Veranlagung zu Unrecht unterblieben oder eine rechtskräftige Veranlagung unvollständig ist, oder wenn eine unterbliebene oder unvollständige Veranlagung auf ein Verbrechen oder Vergehen gegen die Steuerbehörde zurückzuführen ist. Die Anwendung dieser durch Art. 53 Abs. 1 StHG harmonisierten Bestimmung überprüft das Bundesgericht ebenso wie jene von Art. 151 Abs. 1 DBG, der für die Durchführung eines Nachsteuerverfahren in gleicher Weise das Vorliegen neuer Tatsachen verlangt, frei (vgl. Urteil 9C_649/2022 vom 7. März 2023 E. 3.1).