Citation: 4A_647/2023 E. 4.3.1

4.3.1. Die Vorinstanz hat namentlich gestützt auf Ziff. II der Verpfändungserklärung 2018 abgeleitet, die Parteien hätten ein umfassendes Pfandrecht vereinbart, das auch allfällige Surrogate der Geschäftsanteile Nr. 1 und 3 umfasse. Die Beschwerdeführerin wendet dagegen ein, es sei kein umfassendes Pfandrecht vereinbart worden, vielmehr seien in Anwendung des Spezialitätsprinzips nur die in Ziff. II der Verpfändungserklärung 2018 einzeln genannten "Gegenstände" (d.h. die Geschäftsanteile Nr. 1 und 3) verpfändet worden. In Ziff. II Abs. 1 Satz 2 der Verpfändungserklärung 2018 werde klargestellt, dass sich die Verpfändung nicht auf den Geschäftsanteil Nr. 4 beziehe. Beim Geschäftsanteil Nr. 4 handle es sich auch nicht um ein Vermögensrecht, das mit den Geschäftsanteilen Nr. 1 und 3 verbunden sei oder aus ihnen resultiere. Vielmehr habe der Geschäftsanteil Nr. 4 als eigenständiger Geschäftsanteil bereits zum Zeitpunkt der Pfandbestellung bestanden. Mangels Veräusserung habe es auch keinen Erlös gegeben, der an die Stelle der ursprünglich verpfändeten Geschäftsanteile habe treten können. Es ist in der Tat fraglich, ob sich die vorinstanzliche Auslegung der Verpfändungserklärung 2018 (namentlich vor dem Hintergrund des Spezialitätsprinzips) aufrecht erhalten lässt. Darauf braucht aber vorliegend nicht weiter eingegangen zu werden, weil der Einwand der Beschwerdeführerin - wie nachfolgend dargelegt (vgl. hiernach E. 4.3.2 f.) - ohnehin als rechtmissbräuchlich zu qualifizieren ist.