Citation: 5A_28/2022 E. 4.1

4.1. Das Obergericht verweist auf den IV-Vorbescheid vom 29. Mai 2017, dem zufolge der Beschwerdeführerin eine Tätigkeit in ihrem angestammten Beruf als Pflegeassistentin nicht mehr zumutbar sei. In diesem Zusammenhang geht die Vorinstanz auf den ambulanten Bericht von Dr. med. D.________ vom 19. Juli 2021 ein. Dieser könne im Berufungsverfahren berücksichtigt werden, da die Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin für die Berechnung der Unterhaltsverpflichtungen gegenüber der Tochter relevant sei und folglich diesbezüglich die Untersuchungsmaxime (Art. 296 Abs. 1 ZPO) gelte. Dr. med. D.________ habe den Befund der IV insofern bestätigt, als er ausführe, dass der Beschwerdeführerin im Pflegeberuf aus gesundheitlicher Sicht eine Arbeitsfähigkeit von lediglich 40 % zumutbar sei. Soweit der Arzt zusätzliche Einschränkungen aufgrund der Betreuung von C.A.________ behaupte, sei ihm nicht zu folgen, weil es sich hierbei nicht um eine von einem Rheumatologen zu beurteilende Frage handle. Zudem werde dieser Befund auch nicht begründet, noch sei erstellt, dass Dr. med. D.________ C.A.________ je untersucht hätte. Da Dr. med. D.________s Bericht im Berufungsverfahren zu berücksichtigen sei, könne offenbleiben, ob das Bezirksgericht Dr. med. D.________ als Zeugen hätte einvernehmen müssen. Es sei nicht anzunehmen und werde von der Beschwerdeführerin auch nicht behauptet, dass Dr. med. D.________ als Zeuge etwas anderes ausgesagt hätte, als er in seinem Bericht vom 19. Juli 2021 festhielt. Damit stehe fest, dass die Beschwerdeführerin im Pflegeberuf lediglich eingeschränkt erwerbsfähig ist. In der Folge betont die Vorinstanz, dass nicht nur die Erwerbsfähigkeit im Pflegeberuf entscheidend sei, sondern auch eine andere berufliche Betätigung der Beschwerdeführerin in Frage komme. Die IV habe festgestellt, dass der Beschwerdeführerin eine angepasste Tätigkeit zumutbar und sie bereits zwei Monate nach ihrem Unfall vom Dezember 2013 aus versicherungsmedizinischer Sicht wieder zu 100 % arbeitsfähig geworden sei. Nichts anderes ergebe sich aus den zwei Arztberichten, welche die Beschwerdeführerin im erstinstanzlichen Verfahren am 8. Juni 2020 eingereicht habe. Zwar werde im ambulanten Bericht von Dr. med. D.________ vom 22. Juli 2019 ausgeführt, dass neu ein lumbospondylogenes Syndrom sowie eine Arthrose im MTP rechts diagnostiziert worden sei und sich diese beiden Beschwerdekomplexe zusätzlich zum bekannten zervikoradikulären Syndrom auf die Arbeitsfähigkeit auswirken würden. Das Obergericht stellt fest, dass diese Behauptung jedoch nicht begründet werde und sich aus dem ambulanten Bericht auch nicht ergebe, in welchem Umfang sich die Erwerbsfähigkeit durch diese neuen Diagnosen vermindere. Folglich sei dieser ambulante Bericht nicht geeignet, eine Erwerbsunfähigkeit zu beweisen. Im selben Zusammenhang erinnert das Obergericht unter Hinweis auf die erstinstanzlichen Akten schliesslich daran, dass die Beschwerdeführerin trotz der abgebrochenen Umschulung zur medizinischen Praxisassistentin am Ort, wo sie ihr Praktikum absolvierte, ein Stellenangebot erhalten habe und ihr auch von ihrem Hausarzt eine Stelle offeriert worden sei. Angesichts der grossen Nachfrage nach Arbeitskräften in der Gesundheitsbranche erscheine es realistisch, dass die Beschwerdeführerin in diesem Bereich eine ihren gesundheitlichen Beeinträchtigungen angemessene Stelle finden könnte, zumal sie als ausgebildete Pflegeassistentin über eine Grundausbildung im Gesundheitsbereich verfüge. Im Übrigen sei die Beschwerdeführerin anlässlich der erstinstanzlichen Verhandlung vom 12. März 2019 selbst davon ausgegangen, dass sie eine Stelle finden könnte, wenn sie sich darum bemühen würde.