Citation: 4A_194/2024 E. 4.3.2

4.3.2. Die Beschwerdeführerin trägt die Beweislast für diejenigen Tatsachen, die zur Aufhebung oder zum Verlust des Anspruchs des Beschwerdegegners führen (BGE 148 III 105 E. 3.3.1; 139 III 7 E. 2.2.). Die Erstinstanz hat zu Recht erwogen, dass sie den Tatsachenvortrag des behauptungsbelasteten Beschwerdegegners im Rahmen ihrer Bestreitungslast hinreichend in Zweifel gezogen hatte, indem sie mit Verweis auf die Abweichung zwischen GAV und Arbeitsvertrag einwendete, dass die Reisezeit von täglich 30 Minuten nicht als Arbeitszeit zu entschädigen sei. Die Beschwerdeführerin untermauerte dies in ihrer erstinstanzlichen Stellungnahme mit einzelnen Beispielen aus den Wochenrapporten, wie die Reisezeit bei der Berechnung der Arbeitszeit zu berücksichtigen sei. Die Beschwerdeführerin bestritt damit, ausgerichtet am pauschalen Grad der Behauptungen des Beschwerdegegners, dass dieser wirklich 43 Stunden pro Woche zu entschädigende Arbeitsleistung erbrachte, da mindestens 30 Minuten Reisezeit pro Tag angefallen seien. Insofern wurde das Tatsachenfundament, auf das sich der Beschwerdegegner für die Begründung der Forderung stützt, hinreichend konkret als strittig in Zweifel gezogen (vgl. BGE 144 III 519 E. 5.2.2.3; 141 III 433 E. 2.6).