Citation: 5A_310/2010 19.11.2010 E. 5.4

5.4.1 Aus materieller Sicht macht die Beschwerdeführerin sodann geltend, bereits im kantonalen Verfahren mehrmals ihre "Absicht geäussert" zu haben, das fragliche Vermögen von Fr. 1'000'000.-- für den Kauf einer Wohnung verwenden zu wollen. Der Kauf einer Wohnung sei denn zwischenzeitlich auch erfolgt (Kaufvertrag vom 30. März 2010). Erst mit dieser Wohnung erreiche sie den bisherigen (ehelichen) Wohnstandard, der auch demjenigen des Beschwerdeführers entspreche. Zudem sei bei sehr guten finanziellen Verhältnissen nicht jeder Vermögenswert zwingend ertragsbringend anzulegen. 5.4.2 Der Ende März 2010 abgeschlossene Kauf einer Wohnung und die dazu eingereichten Belege stellen neue Tatsachen und Beweismittel dar, die erst nach dem angefochtenen Entscheid entstanden sind (Art. 99 Abs. 1 BGG; vgl. E. 1.4 oben). Diese sind unzulässig und bleiben unberücksichtigt. Das Obergericht hat den Vermögensertrag aufgrund der Verhältnisse im Urteilszeitpunkt beurteilt. Allein gestützt auf die allgemeinen und - insbesondere bezüglich Erwerbszeitpunkt und Kaufpreis - in keiner Weise konkretisierten Kaufabsichten der Beschwerdeführerin (N. 39 des schriftlichen Parteivortrages an das Obergericht) musste das Obergericht nicht bereits davon ausgehen, dass die güterrechtliche Zahlung des Beschwerdeführers in Wohneigentum investiert würde. Auf die Frage, ob vorliegend bei einer Investition in eine Liegenschaft gegebenenfalls ein Vermögensertrag zu berücksichtigen wäre, braucht deshalb nicht eingegangen zu werden. Die Berücksichtigung eines Vermögensertrages aus der güterrechtlichen Ausgleichszahlung ist damit nicht zu beanstanden.