Citation: 2C_863/2021 E. 4.3

4.3. Die zehnjährige allgemeine Verjährungsfrist läuft von der Fälligkeit der Forderung an (Art. 130 OR), und zwar unabhängig davon, ob der Gläubiger seine Forderung kennt (BGE 137 III 16 E. 2.2). Fälligkeit bedeutet, dass der Gläubiger die Leistung fordern kann und der Schuldner erfüllen muss. Der Zeitpunkt der Fälligkeit wird in erster Linie durch die von den Parteien getroffene Vereinbarung bestimmt (BGE 129 III 535 E. 3.2.1). Ist die Zeit der Erfüllung weder durch Vertrag noch durch die Natur des Rechtsverhältnisses bestimmt, so kann die Erfüllung sogleich geleistet und gefordert werden (Art. 75 OR). Forderungen können auch fällig sein und verjähren, wenn ihre Höhe noch nicht mit Sicherheit beziffert werden kann (WILDHABER/DEDE, Berner Kommentar, 3. Aufl. 2021, N. 43 zu Art. 130 OR). Dass ein Schaden möglicherweise nachträglich wieder entfallen wird, schliesst die Fälligkeit eines Schadenersatzanspruchs nicht aus (ALFRED KOLLER, Schweizerisches Obligationenrecht, Allgemeiner Teil, 4. Aufl. 2017, Rz. 52.08).