Citation: 6B_1019/2023 E. 1.1

1.1. Der Beschwerdeführer moniert, die Vorinstanz hätte das Berufungsverfahren nicht infolge Rückzugs der Berufung gestützt auf Art. 407 Abs. 1 lit. c StPO als erledigt abschreiben dürfen. Er macht im Wesentlichen geltend, die Vorinstanz habe die Vorladung "freiwillig" amtlich publiziert, weshalb er "als vorgeladen zu gelten" habe. Damit und weil sein amtlicher Verteidiger an der Berufungsverhandlung anwesend gewesen sei, könne sein Nichterscheinen nicht als Rückzug seiner Berufung gewertet werden. Die Vorinstanz habe sich zu entscheiden, ob sie die Vorladung amtlich publiziere, womit diese als zugestellt gelte und Art. 407 Abs. 1 lit. a StPO zur Anwendung gelange, oder ob sie von einer amtlichen Publikation absehe und das Verfahren direkt gemäss Art. 407 Abs. 1 lit. c StPO abschreibe. Dies habe sie nicht getan und stattdessen mit ihrem widersprüchlichen und damit willkürlichen Verhalten den Grundsatz von Treu und Glauben gemäss Art. 9 BV verletzt. Dieser gebiete zudem, dass er sich auf die Richtigkeit der Angaben im Amtsblatt und damit darauf verlassen könne, dass die Vorladung als durch Publikation zugestellt gelte. Sollte der amtlichen Publikation keine Rechtswirkung zuerkannt werden, sei der angefochtene Beschluss wegen der Verletzung seines Anspruchs auf ein faires Verfahren i.S.v. Art. 6 Ziff. 1 EMRK aufzuheben. Er sei zu keinem Zeitpunkt über die Folgen seiner Flucht für das Berufungsverfahren aufgeklärt worden und habe nie unzweideutig zum Ausdruck gebracht, auf seine Rechte verzichten zu wollen. Überdies sei der besonderen Situation einer flüchtigen Person dahingehend Rechnung zu tragen, als aus der Flucht kein Verzicht auf eine Verfahrensteilnahme abgeleitet werden dürfe. Schliesslich erachtet der Beschwerdeführer seinen Anspruch auf effektive Verteidigung verletzt.