Citation: 1A.220/2002 10.02.2003 E. 3.3

Schliesslich machen die Beschwerdeführerinnen geltend, das Verwaltungsgericht habe die Annahme von Beweismitteln verweigert und damit ihr rechtliches Gehör verweigert. Insbesondere habe es sich geweigert, ihnen Frist zur Nachreichung des Gutachtens von W.D. Rose zu gewähren und eine mündliche Anhörung von Betroffenen, Zeugen und Gutachter durchzuführen. 3.3.1 Das Verwaltungsgericht lehnte die Fristgewährung zur Nachreichung eines ergänzenden Gutachtens ab, weil die Beschwerdeführerinnen nicht erläutert hätten, welche rechtserheblichen Tatsachen mit dem Gutachten bewiesen werden sollten und weil der Sachverhalt aufgrund der Akten genügend erstellt erscheine. In ihrer Beschwerde ans Verwaltungsgericht vom 10.Mai 2002 hatten die Beschwerdeführerinnen eine zusätzliche Frist von wenigstens 6 Wochen für die Nachreichung eines ergänzenden Gutachtens beantragt, ohne diesen Antrag näher zu begründen. Eine Begründung wurde mit Schreiben vom 29.Juni und 4.Juli 2002 nachgereicht: Danach sollte das Gutachten den Nachweis für die Toxizität der gepulsten Mikrowellen-Sendestrahlen erbringen, und zwar insbesondere im Bereich der am Wohnort der Beschwerdeführerinnen zu erwartenden zusätzlichen Feldbelastung von 0,05V/m. Diese Begründung erfolgte nach Abschluss des Schriftenwechsels. Ob sie aus diesem Grund unbeachtlich war, kann jedoch offen bleiben, weil jedenfalls die zweite Begründung des Verwaltungsgerichts den Anspruch auf rechtliches Gehör nicht verletzt: Aufgrund des eingeschränkten Streitgegenstands und der praktisch nicht mehr wahrnehmbaren Strahlung der geplanten Richtfunkantennen am Wohnort der Beschwerdeführerinnen durfte das Verwaltungsgericht annehmen, dass die Erhebung zusätzlicher Beweise im vorliegenden Fall nicht erforderlich sei. 3.3.2 Zur Ablehnung einer mündlichen Verhandlung führte das Verwaltungsgericht aus, es bestehe kein Anspruch auf eine mündliche Verhandlung gemäss Art. 6 EMRK. Dies wird von den Beschwerdeführerinnen auch nicht beanstandet. Dann aber stand es gemäss § 59 des Zürcher Verwaltungsrechtspflegegesetz vom 24. Mai 1959 (VRG) im Ermessen des Gerichts, eine Anhörung durchzuführen. Die Auffassung des Verwaltungsgerichts, die Akten böten eine hinreichende Entscheidungsgrundlage, ist nicht ermessensmissbräuchlich. 3.4 Damit liegt keine Verletzung des rechtlichen Gehörs vor.