Citation: 5A_292/2023 E. 6.5.1

6.5.1. In diesem Zusammenhang kritisiert er, die Unterhaltsbeiträge basierten auf der falschen Berechnungsmethode. 6.5.1.1. Die Vorinstanz erklärte, die einstufig-konkrete Methode angewandt zu haben. Der Beschwerdeführer bemängelt, sie hätte im Rückweisungsverfahren trotz Entscheid nach altem Kindesunterhaltsrecht die neuste bundesgerichtliche Rechtsprechung beachten müssen, welche für die Unterhaltsberechnung die zweistufig-konkrete Methode vorgibt (BGE 147 III 301 E. 4.3, 293 E. 4.5, 265 E. 6.6). In der Tat bestand der Methodenpluralismus bereits unter altem Recht, sodass die aktuelle Rechtsprechung, mit welcher dieser aufgegeben wurde, nicht bloss für nach neuem Kindesunterhaltsrecht festgelegte Alimente Geltung beansprucht. Eine neue Rechtsprechung gilt grundsätzlich nicht nur für künftige, sondern für alle im Zeitpunkt der Änderung noch hängigen Fälle (vgl. BGE 142 V 551 E. 4.1; Urteile 5A_933/2022 vom 25. Oktober 2023 E. 3.2; 5A_347/2019 vom 9. April 2020 E. 3.3.3; je mit Hinweisen), einschliesslich bei Rückweisung an die Vorinstanz, wenn die Unterhaltsberechnung erneut vorzunehmen ist (Urteil 5A_44/2020 vom 8. Juni 2021 E. 5.1.1 und E. 5.3, in: FamPra.ch 2021 S. 1138 und S. 1140). 6.5.1.2. Zwar ist der Beschwerdegegnerin beizupflichten, dass auch die neue Rechtsprechung nicht ausschliesst, in besonderen Situationen anders vorzugehen (BGE 147 III 301 E. 4.3, 293 E. 4.5 in fine, 265 E. 6.6 in fine). Vorliegend rechtfertigt sich grundsätzlich wohl ausnahmsweise die Wahl der einstufig-konkreten Methode, zumal mit der zweistufig-konkreten Methode mangels Einkommens bloss der familienrechtliche Grundbedarf ermittelt werden könnte, nicht aber ein Überschussanteil. Bei Aufrechterhaltung des (vom Beschwerdeführer zugestandenen) ehelich zuletzt gelebten Lebensstandards sind auch die vom Überschussanteil umfassten Positionen (Ferien, Hobbys usw.) zu decken. Dies gilt indessen lediglich für den Minderjährigenunterhalt. Zu Recht weist der Beschwerdeführer darauf hin, dass der Volljährigenunterhalt nach neuster Rechtsprechung auf das familienrechtliche Existenzminimum (einschliesslich Ausbildungskosten) begrenzt ist (BGE 147 III 265 E. 7.2 in fine). Auch die ausnahmsweise Anwendung der einstufig-konkreten Methode darf diesfalls nicht dazu führen, dass im Ergebnis Leistungen zugesprochen werden, die unter der zweistufig-konkreten Methode in den Überschussanteil fallen würden. 6.5.1.3. Nach dem Gesagten ist dem Beschwerdeführer zuzustimmen, dass unter diesem Titel die für Tennis und Schwimmen (Fr. 57.--), Musikschule und Kantorei (Fr. 220.--), Pfadi (Fr. 70.--), Segeln und Fechten (Fr. 55.--) sowie Ferien (Fr. 180.--) veranschlagten Beträge (gesamthaft Fr. 582.--) grundsätzlich aus dem Bedarf der Söhne zu streichen wären. Indessen gilt es zu beachten, dass der Volljährigenunterhalt auch die Ausbildungskosten umfasst. Die Vorinstanz hat bloss monatliche Schulgebühren für die Kantonsschule von je Fr. 42.-- berücksichtigt. Im Falle eines Studiums würden die Ausbildungskosten (Semestergebühren, Auslagen für Lehrbücher und weiteres Material, Prüfungsgebühren usw.) bereits unabhängig von der Studienwahl deutlich höher ausfallen und wäre im Übrigen ab dem auf das vollendete 20. Lebensjahr folgenden 1. Januar auch ein AHV-Beitrag zu leisten (Art. 3 Abs. 1bis AHVG [SR 831.10]), sodass die zu Unrecht in den Bedarf aufgenommenen Freizeitkosten wieder ausgeglichen wären. Damit erweist sich der angefochtene Entscheid in dieser Hinsicht lediglich für die Zeit, in welcher die Söhne noch die Kantonsschule besuchen, als im Ergebnis willkürlich. Die Freizeitkosten sind nur für diese Zeitperiode aus ihrem Bedarf zu streichen.