Citation: 9C_672/2017 E. 4.2.3

4.2.3. Daran ändert der Umstand nichts, dass bei Vorliegen psychischer Erkrankungen in Form einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung, eines damit vergleichbaren psychosomatischen Leidens (vgl. BGE 140 V 8 E. 2.2.1.3 S. 13 f.) oder - nunmehr auch (vgl. E. 3.3.2 hievor) - depressiver Störungen leicht- bis mittelgradiger Natur für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit systematisierte Indikatoren beachtlich sind, die erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen. Hervorzuheben ist hierbei, dass gemäss altem Verfahrensstandard (z.B. BGE 130 V 352) eingeholte Gutachten nicht per se ihren Beweiswert verlieren. Vielmehr ist im Rahmen einer gesamthaften Prüfung des Einzelfalls mit seinen spezifischen Gegebenheiten und den erhobenen Rügen entscheidend, ob ein abschliessendes Abstellen auf die vorhandenen Beweisgrundlagen vor Bundesrecht standhält (BGE 141 V 281 E. 8 S. 309). Dies ist hier zu bejahen. Der begutachtende Psychiater des MGSG hat den diagnostizierten psychischen Beschwerden (rezidivierende depressive Störung mit mittelgradigen depressiven Episoden bei einem Status nach Angst und depressiver Störung gemischt, anhaltende somatoforme Schmerzstörung, ängstlich vermeidende Persönlichkeitsstörung) in seiner Teilbegutachtung vom 9. Januar 2015 zum einen erhebliches Beeinträchtigungspotential in Bezug auf emotionale Belastbarkeit, geistige Flexibilität, Antrieb, Interessen, Motivation, Kontaktfähigkeit und Dauerbelastbarkeit attestiert. Zugleich wurde aber festgehalten, dass angesichts der vom Versicherten angegebenen (wenigen) Aktivitäten und (reduzierten) sozialen Kontakten auch noch Ressourcen bestünden, die dieser für die Ausübung einer Erwerbstätigkeit nutzen könne. Die Vorinstanz betont somit zu Recht, dass dem psychischen Krankheitsbild des Beschwerdegegners ärztlicherseits ausdrücklich ressourcenhemmende Wirkung beigemessen wird. Es komme zwar - so das kantonale Gericht in seinen Erwägungen - nur noch eine Hilfsarbeitertätigkeit in Frage, die definitionsgemäss keine hohen Anforderungen an die geistige Flexibilität und an die Konzentrationsfähigkeit stelle. Aber auch in einer Hilfsarbeit wirkten sich der reduzierte Antrieb, die herabgesetzte Motivation und insbesondere die erheblich beeinträchtigte Dauerbelastbarkeit naturgemäss wesentlich auf die Leistungsfähigkeit des Beschwerdegegners aus. Dies bedeute, dass dessen Arbeitsfähigkeit auch in einer ideal leidensadaptierten Hilfsbeschäftigung wesentlich reduziert sei.