Citation: 5A_504/2024 E. 4.2

4.2. Die Vorinstanz erwog, obschon die KESB praktisch seit Geburt des Kindes mit den Eltern intensiv befasst gewesen sei und mit verschiedenen unterstützenden Massnahmen versucht habe, den Konflikt der Eltern wegen der Regelung der Kinderbelange so weit zu befrieden, dass keine einschneidenderen Kindesschutzmassnahmen nötig würden, habe sich der Konflikt immer weiter zugespitzt. Im Januar 2023 sei die Situation untragbar geworden und das Kind habe vorsorglich fremdplatziert werden müssen. Nach wie vor sei der Konflikt zwischen den Eltern nicht genügend aufgearbeitet. Während die Beschwerdeführerin weiterhin darauf fixiert zu sein scheine, dass der Vater gegen das Kind gewalttätig ist bzw. werden könnte und er deshalb für das Kind schädlich sei, halte der Vater die Beschwerdeführerin aufgrund ihrer psychischen Auffälligkeiten als schädlich für das Kind. Die Erziehungsfähigkeit sei momentan bei beiden Elternteilen - bei der Beschwerdeführerin stärker als beim Vater - eingeschränkt und nicht ausreichend vorhanden, um das entsprechende Obhutskriterium zu erfüllen. Die Gefahr, dass bei der Obhutszuteilung an den einen oder anderen Elternteil mit Besuchsrecht des jeweils anderen Elternteils alte Muster zurückkehren würden und die Durchführung des Kontaktrechts wiederum zu unhaltbaren Zuständen für das Kind mit gegenseitigen Vorwürfen, Streitereien und Polizeieinsätzen führen würde, sei momentan gross, weshalb die KESB ihr Ermessen nicht verletzt habe, wenn sie dem Kriterium "Erziehungsfähigkeit (inkl. Bindungstoleranz) " trotz Gewährleistung der Grundbedürfnisse bei beiden Elternteilen aktuell ein erhöhtes Gewicht beimesse. Mit alternativen Massnahmen, wie einer sozialpädagogischen Familienbegleitung oder einer blossen Besuchsrechtsbeistandschaft, könne der Situation aktuell nicht beigekommen werden.