Citation: 4A_583/2021 E. 8.3.1

8.3.1. Die Vorinstanz erwog in einer Eventualbegründung, der Beschwerdeführerin gelänge der Nachweis der Mittelflüsse (entgegengenommene und weitergeleitete Gelder) mit den angerufenen Beweismitteln nicht. Sie berufe sich auf ein internes Schreiben der Beschwerdegegnerin vom 24. Dezember 2013 (act. 32/24), dessen Aushändigung an die Beschwerdeführerin unbestritten geblieben sei. Dieses Schreiben sei vom Leiter Finanzen der Beschwerdegegnerin verfasst sowie unterzeichnet und richte sich an deren Geschäftsführer (F.________), womit es als solches keine Wissenserklärung an die Adresse der Beschwerdeführerin darstelle. Eine solche könnte allenfalls in der Aushändigung des Schreibens an die Beschwerdeführerin erblickt werden, sofern diese durch einen dazu Ermächtigten erfolgt wäre. Den Vorbringen der Beschwerdeführerin lasse sich indes weder entnehmen, wer ihr das interne Schreiben der Beschwerdegegnerin übergeben habe, noch unter welchen Umständen dies erfolgt sei. Im Übrigen - so die Vorinstanz weiter - vermöchte das Schreiben vom 24. Dezember 2013 selbst dann, wenn von einer Vertretungswirkung kraft Gutglaubensschutz auszugehen wäre (Art. 33 Abs. 3 OR), den Nachweis der Mittelflüsse nicht zu erbringen. Hierzu wäre erforderlich, dass aus dem Schreiben mit hinreichender Klarheit hervorgehe, dass darin die tatsächlichen Mittelflüsse via die Beschwerdeführerin aus Sicht der Beschwerdegegnerin festgehalten worden seien. Für den Standpunkt der Beschwerdegegnerin, wonach das Schreiben vielmehr eine interne Zusammenfassung der Mittelflüsse gemäss Darstellung der Beschwerdeführerinenthalte, spreche sowohl die Bezugnahme auf die "Rechnungssituation", die dargestellt werde, als auch die anschliessenden Ausführungen zu den von der Beschwerdeführerin geltend gemachten Auslagen für Rechtsberatungskosten der Rechtsanwaltskanzlei G.________, somit eine Information der Beschwerdeführerin, die allerdings (da nicht den Mittelfluss betreffend) nicht Eingang in die tabellarische Aufstellung gefunden habe. In der Auflistung der Vorgänge werde lediglich eine Position, jene betreffend "Abrechnung geltend gemachter Kosten" in Höhe von rund AED 58 Mio. als "unbestritten" bezeichnet. Dazu, seitens welcher Partei dieser Betrag anerkannt worden sei, lasse sich den Parteivorbringen nichts entnehmen. Wollte man mit der Beschwerdeführerin davon ausgehen, dass die Beschwerdegegnerin ihre eigene Darstellung der Mittelflüsse zuhanden ihres Geschäftsführers festhalte, so wäre der Betrag von rund AED 58 Mio. demnach von der Beschwerdeführerin als "unbestritten" anerkannt worden. Dieser Betrag entspreche keiner im vorliegenden Verfahren vorgetragenen Summe und namentlich auch nicht dem von der Beschwerdeführerin anerkannten Rückbehalt von AED 60'929'968.--. Damit vermöge das Schreiben vom 24. Dezember 2013 die Höhe der Mittelflüsse nicht zu belegen.