Citation: 1C_274/2021 E. 6

Stellt die geplante Tiefgarage ein besonderes Gebäude nach § 273 Abs. 1 PBG dar, erweist sich auch die Rüge als unbegründet, das Bauprojekt halte die Grenzabstandsvorschriften nicht ein, weil der kommunalrechtlich vorgesehene Mehrlängenzuschlag unberücksichtigt geblieben sei. Es ist unter den Parteien unbestritten, dass der einzuhaltende kleine Grenzabstand in der Wohnzone W 2.5 4 m beträgt (Art. 5.1 BZO-Horgen) und dieser bei Fassaden von mehr als 15 m Länge um ¼ der Mehrlänge, jedoch höchstens um 5 m, zu erhöhen ist (vgl. Art. 5.2.2 BZO-Horgen). Ebenso sind sich die Parteien einig, dass besondere Gebäude bei der Berechnung des Mehrlängenzuschlags gemäss Art. 49 Abs. 3 PBG in der hier gemäss Anhang massgeblichen Fassung (vgl. Abs. 2 der Übergangsbestimmung zur Änderung des PBG vom 14. September 2015) und § 25 ABV in der hier gemäss Anhang 2 geltenden Fassung (vgl. Übergangsbestimmung zur Änderung der ABV vom 11. Mai 2016) ausser Betracht fallen, sofern das kommunale Recht nichts anderes bestimmt. Da die Gemeinde Horgen im Zusammenhang mit der Berechnung des Mehrlängenzuschlags keine von den kantonalrechtlichen Vorgaben abweichende Regelungen kennt, müssen die dem Hauptgebäude vorgelagerten Teile der Tiefgarage bei der Bestimmung des Grenzabstands nicht berücksichtigt werden. Massgebend für die Bestimmung des Grenzabstands ist damit einzig die Fassadenlänge des Hauptgebäudes, welche nach den Feststellungen der Vorinstanz eine Länge von 14.15 m aufweist. Wie die Vorinstanz richtig ausführte, waren die Behörden bei dieser Gebäudelänge gemäss Art 5.2.2 der BZO nicht zur Vornahme eines Mehrlängenzuschlags verpflichtet.