Citation: 2C_406/2021 E. 3.3.4

3.3.4. Entgegen den Ausführungen der Beschwerdeführer besteht auch unter teleologischen Gesichtspunkten kein Anlass, Alterskapitalleistungen vom Anwendungsbereich von Art. 24 lit. c DBG auszunehmen. Im Regelfall führt eine steuerpflichtige Person, die das reglementarische Rentenalter erreicht hat und deshalb ihre Arbeitsstelle aufgibt, keine Erwerbstätigkeit fort. Bezieht sie von einer Einrichtung der beruflichen Vorsorge eine Alterskapitalleistung, werden diese Mittel dem Vorsorgekreislauf deshalb endgültig entzogen. Ein Aufschub der Besteuerung via Art. 24 lit. c DBG kommt in diesem Fall nicht infrage (vgl. HUNZIKER/MAYER-KNOBEL, a.a.O., N. 14 zu Art. 24 DBG; LAFFELY MAILLARD, a.a.O., N. 24 zu Art. 24 DBG; vgl. auch Art. 2 Abs. 1bis FZG, wonach der Versicherte statt Altersleistungen eine Austrittsleistung beanspruchen kann, wenn das Arbeitsverhältnis zwischen dem frühestmöglichen und dem ordentlichen reglementarischen Rentenalter endet und die Erwerbstätigkeit nicht endgültig aufgegeben wird). Hingegen gibt es steuersystematisch betrachtet keinen Grund, die Steuerbefreiung gemäss Art. 24 lit. c DBG selbst dann nicht greifen zu lassen, wenn die steuerpflichtige Person die Erwerbstätigkeit nicht endgültig aufgibt, sondern die Stelle wechselt und es ihr deshalb gelingt, eine bezogene Alterskapitalleistung innert Jahresfrist wieder der beruflichen Vorsorge zuzuführen (vgl. zu Alterskapitalleistungen vor Erreichen des ordentlichen Rentenalters vor Inkrafttreten von Art. 2 Abs. 1bis FZG VUILLEUMIER/VON STRENG, Traitement fiscal des indemnités de départ et autres versement de capitaux de l'employeur, RDAF 2003 II S. 129 ff., S. 162). Entscheidend für die Anwendung von Art. 24 lit. c DBG kann also nicht sein, aus welchem Grund die Einrichtung der beruflichen Vorsorge der steuerpflichtigen Person eine Kapitalleistung ausrichtet (Austrittsleistung oder Vorsorgefall), sondern alleine, ob die steuerpflichtige Person einen Stellenwechsel vollzieht und innert Jahresfrist die bezogenen Mittel wieder der beruflichen Vorsorge zuführt.