Citation: 5A_463/2014 E. 8.2

8.2. Ergänzend zum - zulässigen (E. 8.1) - Verweis auf den erstinstanzlichen Entscheid orientiert sich das Obergericht daran, dass im Eheschutzverfahren eine Pflicht zur Aufnahme oder Ausdehnung einer Erwerbstätigkeit nur zu bejahen sei, wenn keine Möglichkeit besteht, auf eine während des gemeinsamen Haushalts gegebene Sparquote oder vorübergehend auf Vermögen zurückzugreifen, wenn die vorhandenen Mittel - allenfalls unter Rückgriff auf Vermögen - trotz zumutbarer Einschränkungen für zwei getrennte Haushalte nicht ausreichen und wenn die Aufnahme oder Ausdehnung der Erwerbstätigkeit unter den Gesichtspunkten der persönlichen Verhältnisse des betroffenen Ehegatten und des Arbeitsmarktes zumutbar ist. Inwiefern das Obergericht damit in verfassungswidriger Weise von einschlägigen bundesrechtlichen Vorgaben abgewichen ist, tut der Beschwerdeführer nicht dar. Insbesondere setzt er sich auch nicht mit der Überlegung auseinander, die schon dem erstinstanzlichen Entscheid zugrunde liegt, die sich auch das Obergericht zu eigen macht und der zufolge als Richtlinie gilt, dass dem betreuenden Elternteil eine Erwerbstätigkeit von 50 % ab dem 10. Altersjahr des jüngsten Kindes zumutbar ist und eine solche von 100 % ab dem 16. Altersjahr des jüngsten Kindes. Inwiefern es dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft, diese Regel im vorliegenden Fall anzuwenden, will der Beschwerdeführer nicht erklären. Namentlich protestiert er nicht dagegen, dass die kantonalen Instanzen diese Richtschnur auf einen Fall anwenden, in welchem nicht die Aufnahme oder Ausdehnung, sondern die Weiterführung einer Erwerbstätigkeit zur Diskussion steht. Die Zumutbarkeit und die Möglichkeit, ein Einkommen zu erzielen, sind zwei Voraussetzungen für die Anrechnung eines hypothetischen Einkommens, die kumulativ erfüllt sein müssen (zum Ganzen BGE 137 III 118 E. 2.3 S. 121 mit Hinweisen). Bleibt es aber dabei, dass der Beschwerdegegnerin die Ausübung einer Erwerbstätigkeit nicht zugemutet werden kann, so kann offenbleiben, ob eine bestimmte Erwerbstätigkeit möglich und ein bestimmtes Einkommen effektiv erzielbar ist. Nach dem Gesagten kommt den weiteren Vorwürfen des Beschwerdeführers keine eigenständige Bedeutung mehr zu: Das gilt nicht nur für die Rüge, das Obergericht verletze das Gleichbehandlungsgebot (Art. 8 BV), wenn es ihm eine "erhöhte Arbeitstätigkeit" auferlege und der Beschwerdegegnerin "in sachwidriger Weise" kein Erwerbseinkommen anrechne. Dasselbe gilt für die Unterstellung, die Beschwerdegegnerin verhalte sich rechtsmissbräuchlich, wenn sie während der Ehe einer Erwerbstätigkeit nachging und nun im Hinblick auf die Scheidung die gesamte Last ihm, dem Beschwerdeführer, auferlegen wolle.