Citation: 2C_412/2021 E. 2.2

2.2. Das Verwaltungsgericht hat erwogen, dass sich der Beschwerdeführer grundsätzlich auf Art. 50 AuG (SR 142.20; in der bis zum 31. Dezember 2018 gültigen Fassung) und wegen seiner Tochter auch auf Art. 8 EMKR und Art. 13 Abs. 1 BV berufen könne. Er erfülle allerdings den Widerrufsgrund von Art. 62 Abs. 1 lit. e AuG, weil er seit November 2012 (mit seiner Familie und mit Unterbrüchen) bzw. seit November 2017 ununterbrochen Sozialhilfe in beträchtlicher Höhe beziehe (vgl. E. 4 des angefochtenen Urteils). Auch wenn anzuerkennen sei, dass die gesundheitlichen Beschwerden und die Betreuungspflichten des Beschwerdeführers die Stellensuche erschwert haben, sei es ihm nicht gelungen, zumindest eine Teilzeitanstellung zu finden. Dabei sei weder ersichtlich noch dargetan, dass er sich intensiv um eine Stelle bemüht hätte; aktenkundig seien lediglich zwei Anmeldungen vom Oktober 2018 und September 2020 für ein Beschäftigungs- bzw. Integrationsprogramm. Damit sei von einer Mitverantwortung des Beschwerdeführers an seiner schlechten finanziellen Situation auszugehen und bestehe ein gewichtiges öffentliches Interesse an der Entfernungsmassnahme (vgl. E. 5 des angefochtenen Urteils). Der Beschwerdeführer halte sich seit fast neun Jahren in der Schweiz auf, wovon rund zweieinhalb Jahre auf die aufschiebende Wirkung der von ihm ergriffenen Rechtsmittel entfielen. Er sei nicht beruflich-wirtschaftlich integriert. Vertiefte Deutschkenntnisse seien nicht nachgewiesen worden und eine tiefgreifende soziale Integration sei nicht erkennbar. Er habe 47 Jahre lang im Herkunftsstaat gelebt, sei mit den dortigen Verhältnissen bestens vertraut und pflege dort soziale Kontakte. Die Wiedereingliederung sei möglich und zumutbar. Seine hier lebende Tochter könne er von vornherein nur im Rahmen des Besuchsrechts sehen. Zwar bestehe eine enge affektive Beziehung und eine hinreichende wirtschaftliche Beziehung, doch könne dem Beschwerdeführer wegen des Sozialhilfebezugs kein tadelloses Verhalten attestiert werden. Auch wenn die Trennung vom Vater für die Tochter einschneidend sei, überwiege das öffentliche Interesse an der Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung und Wegweisung (vgl. E. 6 und 7 des angefochtenen Urteils).