Citation: 1C_1/2024 E. 4.2.2

4.2.2. Der Beschwerdeführer scheint sodann weiterhin zu verkennen, dass der Beschwerdegegner in seiner (damaligen) amtlichen Eigenschaft als Leiter einer regionalen Dienststelle des kantonalen Konkursamtes gemäss Art. 31 EG-SchKG/SG, wonach die Betreibungs- und die Konkursbeamten Betreibungs- und Konkursdelikte der Staatsanwaltschaft anzuzeigen haben, gesetzlich verpflichtet war, allfällige strafrechtlich relevante Feststellungen der Staatsanwaltschaft zu melden. Es versteht sich von selbst, dass es dabei den meldepflichtigen Beamtinnen und Beamten weder obliegt, eigene strafrechtliche Untersuchungen - zu denen sie im Übrigen gar nicht in der Lage wären - durchzuführen, noch gar eine auswärtige Expertise über die allfällige Strafbarkeit bestimmter Handlungen einzuholen. Vielmehr haben sich die Beamtinnen und Beamten eines Konkursamtes bei der Frage, ob eine Strafanzeige einzureichen sei, nach ihren bei ihrer amtlichen Tätigkeit gemachten Wahrnehmungen und Feststellungen zu richten; darüber hinaus ist es Aufgabe der Staatsanwaltschaft, nach Eingang der Anzeige entsprechende (rechtliche) Abklärungen zu treffen und darüber zu befinden, ob eine Untersuchung zu eröffnen ist oder nicht; im ersten Fall ist eine Strafuntersuchung zu eröffnen, während sie im zweiten Fall die Nichtanhandnahme zu verfügen hat (vgl. Art. 309 f. StPO). Anzumerken bleibt, dass gemäss Art. 11 Abs. 2 SchKG in der Fassung vom 18. März 2022 (vom Bundesrat auf den 1. Januar 2025 in Kraft gesetzt [AS 2023 628]) die Konkursbeamten und -beamtinnen von Bundesrechts wegen verpflichtet sein werden, alle von Amtes wegen zu verfolgenden Verbrechen und Vergehen, die sie oder ihre unterstellten Personen im Rahmen ihrer amtlichen Tätigkeit feststellen oder die ihnen gemeldet werden und für die konkrete Verdachtsmomente vorliegen, den Strafverfolgungsbehörden anzuzeigen.