Citation: 5A_367/2022 E. 3.2

3.2. Die Beschwerdeführerin beantragte ihre Eintragung in das Handelsregister unstrittig vor Ablauf der Übergangsfrist. Nachdem das kantonale Handelsregisteramt die Eintragung vorgenommen hatte, verweigerte das EHRA hierfür die Genehmigung. Die Vorinstanz schützte dieses Vorgehen mit der Begründung, zwar sei die kirchliche Zweckverfolgung durch die Beschwerdeführerin nicht umstritten. Indessen erfülle die Beschwerdeführerin das Wesensmerkmal der organischen Verbindung mit einer Religionsgemeinschaft nicht, was die Voraussetzung der Unabhängigkeit der Aufsichtsbehörde betreffe. Aufgrund der Personalunion eines Mitglieds des Stiftungsrats und der Aufsichtsbehörde wäre die vorgesehene Aufsichtsbehörde nicht unabhängig, sondern würde sich teilweise selber beaufsichtigen, woran die vorgesehene Ausstandsregelung nichts zu ändern vermöge. Gegen eine unabhängige Aufsicht durch den Vereinsvorstand spreche zudem, dass die begünstigte Religionsgemeinschaft auf den Verein "Freie Evangelische Gemeinde U.________" beschränkt sei, ein Stiftungsratsmitglied als Vereinsvorstand amte und die Rolle des Hauptleiters und Leiter Finanzen des Vereins innehabe, der Stiftungsratspräsident als Pastor für den Verein tätig sei und der Vereinsvorstand selbst Destinatär der Beschwerdeführerin sei, da diese unter anderem direkt "zum materiellen Unterhalt der Inhaber der diversen Ämter" beitrage. Der Vereinsvorstand könne auch aus diesem Grund nicht als Aufsichtsbehörde amten.