Citation: 6B_267/2007 03.12.2007 E. 5

5.1 Der Beschwerdeführer wendet sich sodann gegen den Schuldspruch der Vergewaltigung gemäss Art. 190 Abs. 1 StGB. Er macht zunächst geltend, die Aussagen der Geschädigten hinsichtlich der näheren Umstände des Geschlechtsverkehrs seien nicht glaubhaft. Indem die Vorinstanz dennoch auf ihre Darstellung des Geschehens abstelle, verfalle sie in Willkür. Er verweist in diesem Zusammenhang insbesondere auf die Schilderung der Geschädigten, wonach er sie in seiner Wohnung zwischen dem Computer- und Schlafzimmer gepackt und an die Wand gedrückt haben soll. Er bringt in dieser Hinsicht vor, dass an dieser Stelle des Korridors seiner Wohnung ein halb hohes Schuhkästlein stehe, so dass die Geschädigte dort gar nicht habe an die Wand gedrückt werden können. Auf jeden Fall hätte sie die auf ca. einem Meter Höhe vorstehende Glasplatte als scharfe Kante in ihrem Rücken spüren müssen (angefochtenes Urteil S. 12 ff.). Weiter beanstandet er die Würdigung der Aussagen der Geschädigten bezüglich der Gewaltanwendung. Dabei weist er namentlich auf die Differenz in den Aussagen vor den kantonalen Gerichten und der ersten Aussage vor der Kantonspolizei hin (angefochtenes Urteil S. 14 f.). Schliesslich bringt der Beschwerdeführer vor, die Geschädigte sei auch als Person nicht glaubwürdig. Die Vorinstanz beachte im Hinblick auf ihre Aussagesituation namentlich nicht hinreichend, dass er wegen ihrem Gerede über eine angebliche Vergewaltigung eine Strafanzeige wegen falscher Anschuldigung gegen sie erhoben habe. Daraus ergebe sich für sie durchaus ein Grund für eine Falschbezichtigung (Beschwerde S. 15 ff.). 5.2 Die Vorinstanz nimmt an, die Schilderung der Geschädigten erscheine logisch konsistent, weise qualitativen Detailreichtum auf und enthalte verschiedene charakteristische Realkennzeichen. Für die Glaubhaftigkeit ihres Aussageverhaltens spreche sodann, dass keine Übertreibungen festzustellen seien, sondern dass die Geschädigte wiederholt angegeben habe, der Beschwerdeführer habe nicht gedroht und nicht direkt Gewalt angewendet, sie habe sich "gar nicht richtig" gewehrt, sei nur am Anfang ausgewichen, als er sie habe küssen wollen, und habe wie unter Schock gestanden. Im Weiteren habe sie Schritt für Schritt über den Vorfall berichtet, ohne aber Zweifel darüber aufkommen zu lassen, dass es sich dabei für sie um ein schlimmes Erlebnis gehandelt habe. Hinzu komme, dass sie sich bereits im Frühjahr 2001 - mithin lange vor der angeblich falschen Anschuldigung - ihren Eltern anvertraut habe, welche sie wegen der von ihr geschilderten Vergewaltigung bei der Opferhilfestelle angemeldet hätten. Schliesslich bestünden keine Anhaltspunkte für eine Falschbezichtigung (angefochtenes Urteil S. 14 ff.). 5.3 Der Schluss der Vorinstanz, am Wahrheitsgehalt der von der Geschädigten gemachten Aussagen bestünden keine begründeten Zweifel, ist mit sachlichen Gründen haltbar. Die Vorinstanz verkennt nicht, dass die Angaben, welche die Geschädigte in der erstinstanzlichen Verhandlung zum Ablauf des Geschehens machte, leicht von ihren ersten Aussagen vom 12. Juli 2003 vor der Kantonspolizei abweichen. Doch nimmt sie zu Recht an, die Geschädigte habe den fraglichen Vorfall im Kerngeschehen stets gleich geschildert. Wesentliche Unterschiede bestehen hier jedenfalls nicht. Insbesondere hat die Geschädigte in der erstinstanzlichen Verhandlung die Richtigkeit ihrer Darstellung vor der Kantonspolizei mehrfach bestätigt (vgl. Untersuchungsakten act. 56 ff., 208 ff.; angefochtenes Urteil S. 10 ff.). Die Vorinstanz führt denn auch mit Recht aus, auch wenn die Geschädigte in der erstinstanzlichen Verhandlung den Zwang bzw. die vom Beschwerdeführer ausgeübte Gewalt anfänglich etwas drastischer als bei der ersten Einvernahme geschildert habe, sei sie nicht wesentlich von den Aussagen vom 12. Juli 2003 abgewichen. Als Grund für die geringfügigen Differenzen nahm die Vorinstanz an, die Geschädigte habe sich aufgrund der Art der Befragung unter Druck gefühlt, liess die Frage aber letztlich offen. Denn sie stellt in erster Linie auf die Aussagen der Geschädigten ab, welche diese in ihrer ersten Einvernahme vor der Kantonspolizei gemacht hat (angefochtenes Urteil S. 14). Bei dieser Sachlage käme einer allfälligen Ermunterung einer Richterin der Vorinstanz an die Geschädigte, in einer bestimmten Art und Weise auszusagen, welche sich indes aus dem zweitinstanzlichen Verhandlungsprotokoll nicht ergibt, keinerlei Bedeutung zu. Hinsichtlich der Glaubhaftigkeit der Aussagen nimmt die Vorinstanz zutreffend an, diese seien im Kerngehalt konstant und es seien keine wesentlichen Widersprüche im Aussageverhalten feststellbar. Die Geschädigte habe den Übergriff nicht übertrieben geschildert und habe nur Schritt für Schritt darüber berichtet. Wesentlich ist ferner, dass entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers keine Hinweise für eine Falschbezichtigung oder dafür ersichtlich sind, die Geschädigte habe den wahren Täter schützen und eine andere Person grundlos falsch anschuldigen wollen (angefochtenes Urteil S. 15/16; vgl. hiezu auch Bender/Nack/Treuer, Tatsachenfeststellungen vor Gericht, 3. Aufl., München 2007, S. 68 ff.). Bei dieser Sachlage misst die Vorinstanz dem Umstand, dass die Geschädigte das Schuhkästlein, das nach den Angaben des Beschwerdeführers im Korridor zwischen Büro und Schlafzimmer stand, nicht speziell erwähnt hat, zu Recht keine Bedeutung bei. Zutreffend nimmt sie an, ob an dieser Stelle ein Kästchen stand, falle in einer solchen Situation nicht auf und sei nicht weiter relevant (angefochtenes Urteil S. 21; vgl. Beschwerde S. 12 f.). Der Beschwerdeführer rügt schliesslich, dass die Vorinstanz bei der Würdigung der Person der Geschädigten die Aussagen des ehemaligen Lehrers und einer ihrer Freundinnen nicht ausreichend berücksichtigt habe, wonach sie als Person unzuverlässig gewesen sei, man nie gewusst habe, woran man bei ihr gewesen sei, sie sich an keine Regeln gehalten habe und die Eltern jede Kontrolle und Übersicht über sie verloren gehabt hätten. Ausserdem habe sie regelmässig Marihuana konsumiert (Beschwerde S. 15 ff.). Soweit der Beschwerdeführer mit diesem Vorbringen die allgemeine Glaubwürdigkeit der Geschädigten in Zweifel ziehen will, geht seine Beschwerde an der Sache vorbei. Zunächst trifft nicht zu, dass die Vorinstanz von der Glaubwürdigkeit der Geschädigten auf die Glaubhaftigkeit der von ihr gemachten Aussagen schliesst. Vielmehr nimmt sie an, es bestehe auch von ihrer Person her gesehen kein Anlass, an der Wahrheit ihrer Aussagen zu zweifeln. Im Mittelpunkt steht die Glaubhaftigkeit der Aussagen, welche die Vorinstanz zu Recht bejaht. Ausserdem mag zutreffen, dass die Geschädigte im Zeitraum, in welchen die Tat gefallen ist, in Elternhaus und Schule erhebliche Schwierigkeiten bereitet hat und sich in einer persönlichen Krise befand. Doch genügt dies nicht, ihre Aussagen von vornherein als unglaubhaft abzutun und anzunehmen, dass sie in Bezug auf den zur Beurteilung stehenden Vorfall lüge (angefochtenes Urteil S. 16 a.E.). Im Übrigen erlaubt die Glaubwürdigkeit der Person ohnehin keine Rückschlüsse auf die Glaubhaftigkeit der konkreten Aussage derselben (BGE 128 I 81 E. 2 S. 86; vgl. auch Dittmann, Zur Glaubhaftigkeit von Zeugenaussagen, Plädoyer 2/1997, S. 32 f.). Die Beschwerde ist daher auch in diesem Punkt unbegründet.