Citation: 8C_142/2022 E. 4.3

4.3. Stichhaltig ist schliesslich auch die Rüge, im angefochtenen Urteil sei bei der Berechnung des versicherten Verdienstes die mit den monatlich erzielten Einkommen effektiv gebildete Beitragszeit (Art. 37 Abs. 1 AVIV) nicht beachtet worden. Gleich wie die anteilsmässige Anrechnungsweise der Boni nach dem Entstehungsprinzip werden auch die erzielten Einkommen denjenigen Beitragsmonaten angerechnet, auf die sie sich beziehen (vgl. Weisung des SECO gemäss AVIG-Praxis ALE, Rz. C2 vom Januar 2013). Wird, wie hier, im Monat November 2019 mit einer beitragspflichtigen Beschäftigung vom 16. bis 30. November 2019 kein ganzer Beitragsmonat generiert, sondern eine Beitragszeit von 0,487 Beitragsmonaten, ist der vereinbarte Monatslohn (Fr. 8500.-) mit diesem Faktor zu multiplizieren, was Fr. 4139.50 ergibt (Fr. 8500.- x 0,487). Die vorinstanzliche Berechnungsweise mit einer hälftigen Berücksichtigung des Monatslohnes nach Kalendertagen (Fr. 4250.-) ist bundesrechtswidrig. Gleiches gilt für die Berechnung der Boni in dem Sinne, als die Summe von Fr. 18'375.50 für das vierte Quartal (vorstehende E. 4.1) auf die betreffenden Monate November und Dezember 2019 anteilsmässig aufgeteilt wird (November 2019: Fr. 18'374.50 / 3 Beitragsmonate x 0,487; Dezember 2019: Fr. 18'374.50 / 3 Beitragsmonate). Hieraus resultieren die von der Beschwerdeführerin errechneten Bonuszahlungen von Fr. 2982.80 bzw. Fr. 6124.85. Damit erweist sich der von der Beschwerdeführerin im Einspracheentscheid vom 12. März 2021 ermittelte versicherte Verdienst von Fr. 11'194.- als korrekt. Die Beschwerde ist insgesamt begründet.