Citation: 2C_86/2018 E. 4.2

4.2. Da für den Beschwerdeführer 1 nachträglich um Nachzug ersucht wurde, kann dieser nur bewilligt werden, wenn wichtige familiäre Gründe geltend gemacht werden (Art. 47 Abs. 4 AuG). Das Verwaltungsgericht legt dar, warum solche Gründe nicht vorliegen würden, weshalb die Bewilligungsverweigerung rechtmässig sei. Es schützt die Bewilligungsverweigerung auch in Bezug auf den Beschwerdeführer 2, für den das Gesuch rechtzeitig gestellt wurde. Dazu beruft es sich auf das Kindswohl, das im vorliegenden Fall für den jüngeren Sohn (und übrigens auch für den älteren Sohn) gegen eine Übersiedelung zur Mutter in die Schweiz spreche. Es verweist dazu auf BGE 137 I 284 E. 2.3.1 zweiter Absatz S. 290 f. sowie E. 2.8 zweiter Absatz S. 295. Danach obliegt es zwar im Falle fristgerechter Nachzugsgesuche den Eltern, über den geeigneten Aufenthaltsort ihrer Kinder zu befinden. Voraussetzung ist aber dabei eine intakte Beziehung zwischen Eltern und Kindern. Dabei können die Ausländerbehörden den Nachzug von Kindern verweigern, wenn dieser offensichtlich und eindeutig gegen deren Interessen stattfinden soll ("manifestement contraire à l'intérêt de l'enfant", s. Urteil 2C_247/2012 vom 2. August 2012 E. 3.2 und 3.6). Für das Verwaltungsgericht ist diese Voraussetzung vorliegend erfüllt. Es führt einerseits in E. 4.2 aus, dass seit dem Jahr 2002, als die Mutter der Beschwerdeführer diese verliess, keine persönliche Beziehungen gepflegt wurden und auch durch den einmaligen Besuch der Mutter im Jahr 2012 keine nennenswerten Bindungen entstanden seien. In E. 4.3 stellt es fest, dass der Beschwerdeführer 2 aus sämtlichen sozialen bzw. familiären Bindungen herausgerissen würde, ohne solche in der Schweiz vorzufinden; dies sei mit Art. 3 KRK (SR 0.107) nicht vereinbar. Die Beschwerdeführer rügen die Verletzung von Art. 43 AuG, Art. 8 EMRK und Art. 13 BV sowie der KRK. Sie diskutieren auch über Art. 47 Abs. 4 AuG. Indessen fehlt jegliche Auseinandersetzung mit den für das Ergebnis des angefochtenen Urteils massgeblichen Erwägungen des Verwaltungsgerichts zum Fehlen einer Beziehung zu der den Nachzug beantragenden Mutter sowie zur konkreten Wertung des Kindeswohls. Weder mit dem Hinweis darauf, dass die Mutter alleinige Inhaberin der elterlichen Sorge sei, noch mit der Feststellung, dass die Beschwerdeführer in der Schweiz durch ihre Mutter unterstützt und eingerahmt werden könnten, lässt sich das vom Verwaltungsgericht festgestellte Fehlen einer minimal gelebten familiären Beziehung widerlegen. Ebenso wenig genügt die blosse Behauptung, die Beschwerdeführer hätten in ihrer Heimat immer in schwierigen Verhältnissen gelebt (Strassenkinder ohne Dach, Nahrung und andere Mittel), um eine Fehlerhaftigkeit von E. 4.3 des angefochtenen Urteils darzutun.