Citation: K 125/02 24.12.2004 E. 5

5.1 In den Zahnschadenformularen vom 1. März und 24. April 2001 diagnostizierte der behandelnde Arzt einen pericoronalen Infekt und Zyste bei verlagertem Weisheitszahn 38 und 28 bzw. 18 und 48. In den folgenden Berichten beschrieb er den Krankheitswert als rezidivierende pericoronale Infekte, follikuläre Zysten beidseits, Denudierung von Zahnhals und Wurzeln der angrenzenden Zähne, am deutlichsten im Oberkiefer rechts bei Zahn 17 sowie Ausbildung von Parodontaltaschen im Unterkiefer beidseits. 5.2 Nach Beizug ihres Vertrauenszahnarztes lehnte die KPT die Übernahme der Behandlungskosten ab mit der Begründung, die vier Weisheitszähne seien lediglich retiniert und nicht verlagert, weshalb es sich nicht um eine Pflichtleistung handle. 5.3 Die Vorinstanz würdigte die verschiedenen medizinischen Berichte und kam ebenfalls zum Schluss, dass nicht von einer Verlagerung gesprochen werden könne. 5.4 Im vorliegenden Verfahren räumt die KPT nach erneutem Beizug des Dr. med. dent. Z.________ sowie des Dr. med. Dr. med. dent. T.________ ein, dass der Weisheitszahn 18 als verlagert zu betrachten sei, da er ausserhalb der Zahnreihe eingekeilt hinter dem Zahn 17 gelegen habe und kaum mit einem normalen Durchbruch habe gerechnet werden können. Sie erklärte sich daher bereit, die Kosten für die Extraktion des Zahnes 18 unter Abzug der Kosten für die Assistenz zu übernehmen. Bei den Weisheitszähnen 28, 38 und 48 fehle, so die Krankenkasse, jedoch bereits die Verlagerung als erste Voraussetzung der Leistungspflicht. Ebenso seien die Gutachterkosten des Dr. med. Dr. med. dent. S.________ nicht ihr aufzuerlegen. 5.5 Was zunächst die Verlagerung der Weisheitszähne anbelangt, sind sich Dr. med. Dr. med. dent. S.________ einerseits und Dr. med. dent. Z.________ sowie Dr. med. Dr. med. dent. T.________ andrerseits über deren Vorhandensein bei Zahn 18 einig, nicht jedoch bei den Zähnen 28, 38 und 48. Die Frage der Verlagerung dieser drei Weisheitszähne kann indessen offen bleiben, weil deren Pathologie und die notwendigen Massnahmen zur Beseitigung oder Verringerung für das Vorliegen des erforderlichen qualifizierten Krankheitswertes nicht ausreichen. Die Behandlung bestand im Wesentlichen in der Entfernung der Weisheitszähne in zwei Etappen, zunächst der Zähne 28 und 38, rund zwei Monate später der Zähne 18 und 48. Zudem fanden eine Konsultation vor den Eingriffen und je drei Konsultationen nach den Eingriffen statt. Selbst wenn die vom behandelnden Arzt geltend gemachte Pathologie vorhanden war, konnte sie durch die Entfernung der Weisheitszähne 28, 38 und 48 behoben werden, ohne dass ein Ersatz der entfernten Zähne oder andere aufwändige Massnahmen notwendig geworden wären. Auch fehlen jegliche Anhaltspunkte für irgendwelche Schwierigkeiten oder besondere Komplikationen, sodass in Anbetracht der Rechtsprechung die Voraussetzungen für eine diesbezügliche Leistungspflicht der obligatorischen Krankenpflegeversicherung nicht erfüllt sind. Anders präsentiert sich die Situation bezüglich des Weisheitszahnes 18. Dieser Zahn war unbestrittenermassen hinter dem Zahn 17 eingekeilt und führte durch seinen Wachstumsdruck neben der üblichen Pathologie zu einem Abknicken der Wurzel des benachbarten Zahnes. Mit der Verursachung dieses erheblichen Schadens am Nachbarzahn ist - wie in Erwägung 3.2 dargelegt - das Erfordernis des qualifizierten Krankheitswertes in Form von pathologischem Geschehen trotz des sich im Rahmen haltenden Behandlungsaufwandes erfüllt. Nicht nachgewiesen ist die Notwendigkeit des Beizugs eines Assistenten, bestehen doch auch bezüglich Behandlung des Weisheitszahnes 18 keine Anhaltspunkte für irgendwelche Schwierigkeiten oder besondere Komplikationen. Die Behandlungskosten für den Zahn 18 sind demzufolge unter Abzug der Kosten bezüglich Assistenz von der obligatorischen Krankenpflegeversicherung zu übernehmen. Die Sache wird an die KPT zurückgewiesen, damit sie abklärt, welcher Anteil der gestellten Rechnungen (inkl. Rechnung des Dr. med. Dr. med. dent. S.________ vom 7. Januar 2002) auf die Behandlung des Zahnes 18, soweit der Leistungspflicht unterliegend, entfällt, und anschliessend über den Anspruch des Beschwerdeführers auf Übernahme der Kosten der zahnärztlichen Behandlung neu verfügt.