Citation: 6S.106/2006 16.10.2006 E. 1

Die Vorinstanz qualifiziert die Tötung von A.________ als Mord im Sinne von Art. 112 StGB. Sie gelangt zunächst aufgrund der Vorgeschichte der Tat zum Schluss, dass die Beweggründe und der Zweck der Tat für ein besonders skrupelloses Handeln des Beschwerdeführers sprächen. Über die Motive bestehe zwar keine völlige Klarheit. Doch ergebe sich aus den gesamten Umständen, dass der Beschwerdeführer entweder die Tat aus reiner Eifersucht und verletztem Stolz begangen habe, weil er es nicht ertragen konnte, dass sich das Opfer von ihm ab- und einem anderen Mann zugewandt hatte, oder aber eine reine Strafaktion gegenüber dem Opfer bezweckte, weil dieses von B.________ nicht habe ablassen und mit ihm nicht habe reden wollen. Beide Beweggründe stellten rein egoistische Motive dar und offenbarten eine krasse Geringschätzung fremden Lebens, woraus sich die von Art. 112 StGB vorausgesetzte besondere Skrupellosigkeit ergebe. Soweit der Beschwerdeführer gegen diese Beurteilung einwendet, die Tat sei in einem Zustand der Verzweiflung oder zumindest der affektiven Aufgeregtheit und aggressiven Enthemmung begangen worden, in dem irgendwelche rationale Überlegungen nicht mehr möglich gewesen seien, richtet er sich gegen die tatsächlichen Feststellungen der Vorinstanz, was im Verfahren der eidgenössischen Nichtigkeitsbeschwerde nicht zulässig ist (Art. 273 Abs. 1 lit. b BStP). Auf das Rechtsmittel ist in diesem Umfang nicht einzutreten. Im Übrigen findet die genannte Behauptung im Gutachten vom 4. Juli 2002 keine Stütze, wird darin doch lediglich die Darstellung des Beschwerdeführers wiedergegeben. Der Einwand, der vorinstanzlichen Argumentation zufolge müsste jedes Tötungsdelikt aus Eifersucht nach einer beendeten Beziehung als Mord qualifiziert werden, da damit ein "gewisser Egoismus" immer verbunden sei, ist unbehelflich. Die im angefochtenen Urteil dargestellten Umstände lassen das Tatmotiv auch nicht ansatzweise als einfühlbar oder als Ausdruck einer schweren Konfliktsituation erscheinen, sondern - wie die Vorinstanz zu Recht festhält - als rein egoistischen Akt. Bezüglich der Eifersucht des Beschwerdeführers steht fest, dass er nicht hinnehmen wollte, dass seine ehemalige Freundin sich einem anderen Mann zugewandt hatte, und vom Gedanken getragen war, wenn sie schon nicht ihm gehören will, soll sie auch keinem anderen gehören. Eine solche Haltung entspringt blankem Egoismus und ist bei der Qualifikation der Tat als besonders verwerflicher Beweggrund heranzuziehen. Gleiches gilt für das zweitgenannte Motiv, wonach der Beschwerdeführer das Opfer mit dem Tod bestrafen wollte, weil es von seinem neuen Freund nicht abliess und sich nicht erklärte. Das Nachtatverhalten lässt keinen anderen Schluss zu. Nach der Rechtsprechung ist es nur zu berücksichtigen, soweit es tatbezogen erscheint und ein Bild der Täterpersönlichkeit zu geben vermag (BGE 127 IV 10 E. 1a S. 14), was vorliegend nicht der Fall ist.