Citation: 2C_65/2023 E. 7.4.2

7.4.2. Aus den vorinstanzlichen Sachverhaltsdarstellungen ist die Umsetzung der Verhaltensabstimmung sodann ohne Weiteres zu erkennen. Einerseits ist unbestritten, dass die Verhaltensweisen der Beschwerdeführerin sowie der übrigen Mitglieder des "L1.________" zur Frage der Kommissionierung übereinstimmten. Sie alle verweigerten die Kommissionierung. In dieses Bild passt, dass die Beschwerdeführerin gegenüber den anderen Mitgliedern des "L1.________" auch kommunizierte, ihre Geschäftspolitik beizubehalten, wonach sie keine Kommissionen auf den Zuschlägen entrichte (vgl. E. 7.3.2.2 hiervor). Durch den Informationsaustausch sah sich die Beschwerdeführerin in ihrer Geschäftspolitik zumindest bestärkt und sie reduzierte mit ihrer Mitteilung die Ungewissheit über ihr Verhalten für die anderen Mitglieder des "L1.________". Überdies hatte die Beschwerdeführerin, auch wenn sie nicht plante, zukünftig Zuschläge zu kommissionieren, fortan die Gewissheit, dass sich die anderen Mitglieder gleich verhalten werden. Vor diesem Hintergrund ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz von der Beschwerdeführerin eine aktive Distanzierung vom Informationsaustausch betreffend die Nicht-Kommissionierung von Zuschlägen verlangt, aber im bundesrechtskonform ermittelten Sachverhalt eine solche nicht erkannt hat (vgl. E. 12.2.5 des angefochtenen Urteils; vgl. auch Urteil des EuG T-324/17 vom 30. März 2022 Rz. 363, wonach "zu beachten [ist], dass ein Unternehmen, wenn es solche Informationen erhält, ohne sich offen von der in Rede stehenden Initiative zu distanzieren oder sie bei den Verwaltungsbehörden anzuzeigen, die Fortsetzung der Zuwiderhandlung begünstigt und ihre Entdeckung verhindert"; Urteil 2C_64/2023 vom 26. November 2024 E. 8.4.1).