Citation: 4A_189/2018 E. 4.3.2

4.3.2. Die Beschwerdeführerin bestreitet einen Werkmangel mit der Begründung, es sei unbewiesen, dass die Tragfähigkeit des fraglichen Holzbretts nicht die erforderlichen 200 kg/m² erreicht habe. Sie wendet ferner ein, die Beschwerdegegnerin habe das Baugerüst nicht bestimmungsgemäss benutzt, weil sie aus einer Höhe von einem bis zwei Meter gesprungen sei. Damit vermengt die Beschwerdeführerin ihre rechtliche Rüge einmal mehr mit einer appellatorischen Kritik am sich als willkürfrei erwiesenen Ergebnis der Beweiswürdigung der Vorinstanz. Im Übrigen begründet sie eine angebliche Verletzung von Art. 58 OR einzig mit Tatsachenbehauptungen, die im Sachverhalt des angefochtenen Urteils keine Stütze finden. Werden die willkürfreien Feststellungen der Vorinstanz eines Sprunges von höchstens einem halben Meter dem Urteil des Bundesgerichts zugrunde gelegt (Art. 105 Abs. 1 BGG), ist nicht nachvollziehbar, inwiefern das Werk mängelfrei gewesen sein sollte, wenn es dem Körpergewicht der Beschwerdeführerin, welches an keiner Stelle als überdurchschnittlich bezeichnet wurde, nicht standhielt. Wenn die Beschwerdeführerin sodann in einer eventuellen Rüge behauptet, die Beschwerdegegnerin habe das Werk bereits mit einem Sprung von einem halben Meter bestimmungswidrig benutzt, verkennt sie, dass Gerüste von Bundesrechts wegen dynamischen Einwirkungen wie bei Sprüngen standhalten müssen (Art. 37 Abs. 2 lit. e BauAV). Insofern auch einwandfreies respektive nicht morsches Sperrholz diesen Anforderungen an die Trag- und Widerstandsfähigkeit nicht gerecht werden sollte, wäre bereits die Verwendung laminierten Sperrholzes an der durchgebrochenen Stelle als Werkmangel zu qualifizieren. Damit hält jedenfalls der Schluss der Vorinstanz, das Werk sei insoweit mangelhaft gewesen, als es bei der bestimmungsgemässen Nutzung durchbrach, vor Bundesrecht stand.