Citation: 2C_851/2017 E. 6.4

6.4. Zwar weist die Vorinstanz daraufhin, dass im Urteil des Amsterdamer Gerichts nicht festgestellt worden sei, dass tatsächlich eine unzulässige Tatprovokation vorlag; dies war aber auch nicht nötig: Aus dem Urteil - in Verbindung mit den wiederholt erfolglosen Bemühungen um Rechtshilfe bzw. Übernahme des Verfahrens durch die amerikanischen Behörden - folgt, dass eine Verurteilung in Respektierung der vom EGMR im Rahmen von Art. 6 EMRK entwickelten Grundsätze zum Einsatz von V-Leuten bzw. verdeckten Ermittlern im Hinblick auf das Verhalten der amerikanischen Behörden derzeit kaum absehbar erscheint. Der Grund für das Verbot der polizeilichen Tatprovokation besteht darin, dass es Aufgabe der Polizei ist, Straftaten zu verhindern oder zu untersuchen und nicht, sie zu provozieren (EGMR-Urteil 18. Dezember 2014 i.S. S. gegen Deutschland [Nr. 14212/10] § 78). Auch das Bundesgericht hat in seiner Rechtsprechung festgehalten, dass der rechtswidrige Einsatz eines V-Manns unter bestimmten Umständen die Straflosigkeit der provozierten Person zur Folge haben kann (BGE 124 IV 34 E. 3e S. 42 f.). Im entsprechenden Grundsatz ist ein Element des schweizerischen "Ordre public" zu sehen.