Citation: 6P.60/2004 20.09.2004 E. A

X.________ und Y.________ "gründeten" anfangs 1992 die Firma L.________ AG ohne Kapital, indem sie an einer AG, welche nur noch als Aktienmantel bestand, eine Namensänderung vornehmen liessen. Ins Handelsregister wurden Y.________ als Hauptaktionär und X.________ als Verwaltungsrat mit Einzelzeichnungsberechtigung eingetragen. Die genannte AG bezweckte, Fertighäuser zu erstellen und zu verkaufen. X.________ war für die finanziellen sowie kaufmännischen Belange und Y.________ für den Verkauf und Bau der Häuser zuständig. Die L.________ AG trat in der Folge als Generalunternehmerin auf. Sie vermittelte ihren Kunden Bauland im Hinblick auf die günstige und schnelle Erstellung schlüsselfertiger Fertighäuser durch die deutsche M.________ GmbH, mit der sie einen Rahmenvertrag über die Zusammenarbeit geschlossen hatte. Mit den Kunden wurde zunächst ein Vorvertrag abgeschlossen, in welchem das Grundstück, Haustyp, Preis und Bezugstermin festgelegt wurden. In diesem Vertrag verpflichteten sich die Käufer eine Anzahlung zu leisten, die bei Abschluss des Hauptvertrags hätte vollumfänglich angerechnet werden sollen. Die L.________ AG verpflichtete sich, das vereinbarte Objekt zum genannten Preis zum festgelegten Termin zu erstellen. Zu einem späteren Zeitpunkt wurde dann - sofern es soweit kam - zwischen den Grundeigentümern und den Kunden ein Kaufvertrag und zwischen der L.________ AG und den Kunden ein Werkvertrag abgeschlossen. Insgesamt schloss sie mit 24 Kunden Verträge über Fertighäuser ab. Tatsächlich gebaut wurde ein Doppeleinfamilienhaus. Die übrigen Projekte wurden nicht realisiert. Diese Kunden leisteten Anzahlungen von insgesamt Fr. 1,2 Mio., welche zum grossen Teil nicht zurückbezahlt wurden. Über die L.________ AG wurde am 1. Februar 1995 der Konkurs eröffnet. X.________ und Y.________ bezogen über den gesamten Zeitraum der Geschäftstätigkeit Fr. 708'634.90 aus der L.________ AG. X.________ liess sich von der L.________ AG ab März 1993 den Mietzins seines Hauses bezahlen, obwohl diese Liegenschaft zu keinem Zeitpunkt durch die AG genutzt wurde. Zudem belasteten sie der L.________ AG angebliche Spesenkosten (insgesamt Fr. 111'764.10) für nicht im Zusammenhang mit der Geschäftstätigkeit stehende Restaurantbesuche. Ferner wurden auch weitere private Rechnungen wie Beiträge an Sportvereine, an die Privatschule der Tochter, Badeferien etc. über das Konto der L.________ AG bezahlt. Ansonsten wurden mit den von den Kunden einbezahlten Geldern die laufenden Kosten der L.________ AG gedeckt. X.________ und Y.________ wird vorgeworfen, sie hätten spätestens ab Sommer 1993 gewusst, dass die L.________ AG nicht in der Lage sein würde, ihre vertraglichen Verpflichtungen zu erfüllen. Durch den Erhalt weiterer Anzahlungen von 14 Kunden hätten sie nur noch versucht, für eine gewisse Zeit den Schein eines funktionierenden Generalunternehmens aufrecht zu erhalten, um für sich weiter Geld aus der L.________ AG zu beziehen.