Citation: 9C_293/2023 E. 4.1

4.1. Es steht fest und ist unbestritten, dass die Beschwerdegegnerin von den deklarierten Einkommen ihrer angestellten Kinderbetreuerinnen und -betreuer pro Arbeitstag Fr. 5.- einbehält zur Finanzierung der von diesen während des Tags in der Einrichtung konsumierten Speisen und Getränke. Dabei steht aufgrund der für das Bundesgericht grundsätzlich verbindlichen vorinstanzlichen Sachverhaltsfeststellungen fest, dass um die Mittagszeit für die Kinder ein kindergerechtes Menü zubereitet wird. Die Angestellten betreuen die Kinder auch während des Essens und essen aus pädagogischen Gründen (Vorbildfunktion) auch einige Bissen mit, wobei dieses Mittagessen mit den Kindern zur Arbeitszeit (und nicht zur Pausenzeit) zählt. Die Portionen sind indessen nicht so berechnet, dass die Erwachsenen satt werden; es ist vielmehr üblich, dass diese während ihrer Mittagspause von ihnen selber organisierte und finanzierte Speisen einnehmen (E. 4.1 und 4.2 des vorinstanzlichen Urteils). Die beschwerdeführende Ausgleichskasse bestreitet diese Feststellungen nicht, macht jedoch geltend, gestützt auf Art. 11 Abs. 2 AHVV müsse für ein Mittagessen mindestens Fr. 10.- zum massgebenden Lohn hinzugerechnet werden. Aus Rechtsgleichheits- und Praktikabilitätsgründen könne es dabei nicht darauf ankommen, wie umfangreich ein vom Arbeitgeber gewährtes Mittagessen ausfalle - wesentlich sei alleine, dass ein vom Arbeitgeber finanziertes Mittagessen eingenommen werde.