Citation: 9C_441/2023 E. 3.2

3.2. Die Vorinstanz beantwortete die Frage nach der Notwendigkeit lebenspraktischer Begleitung im Wesentlichen gestützt auf die medizinischen Akten (einschliesslich Pflegedokumentation) sowie den Abklärungsbericht vom 2. März 2022, dem sie vollen Beweiswert zumass. Darin sei im Rahmen der Hilfeleistungen zur Ermöglichung des selbstständigen Wohnens (Art. 38 Abs. 1 lit. a IVV) für die Alltagsstrukturierung ein wöchentlicher Zeitaufwand von 60 Minuten angerechnet worden. Er umfasse insbesondere den Aufbau eines Netzes, welches das selbstständige Wohnen ermögliche, das durch die Pflegefachperson durchgeführte Expositionstraining und die Kontrolle der Gesundheit der Beschwerdeführerin (zur Aufrechterhaltung der Selbstsorge). Bei der Ernährung sei die IV-Stelle von einem wöchentlichen Zeitaufwand von zehn Minuten für die geleistete Dritthilfe beim gemeinsamen Kochen und Vorkochen ausgegangen. Für die Wohnungsreinigung, das Waschen und die Alltagsbewältigung/Administration habe man nichts angerechnet. Entgegen der Beschwerdeführerin sei dieser (für die Ermöglichung des selbstständigen Wohnens berücksichtigte) Aufwand nicht zu tief bemessen. Insbesondere sei bei der Reinigung korrekterweise nur die entsprechende Aufforderung dazu (und nicht auch die von der Pflegeperson der Psychiatrie-Spitex erbrachte Reinigungsarbeit) eingesetzt worden, denn die Beschwerdeführerin könne die Grundreinigung in Etappen alleine sicherstellen. Soweit in einzelnen Bereichen dennoch eine gesonderte Aufforderung nötig sein sollte, sei diese im Aufwand für die Alltagsstrukturierung enthalten. Mit dem im Bereich Ernährung angerechneten Aufwand von zehn Minuten werde angemessen berücksichtigt, dass die Beschwerdeführerin etwa alle zwei Wochen durch ihren Ex-Partner und wöchentlich durch die Pflegeperson der Psychiatrie-Spitex beim Kochen unterstützt werde. Davon abgesehen gebe die Beschwerdeführerin an, dass sie sich die vorgekochten Gerichte aufwärme und auch selber Pasta, Fertigmenüs sowie Suppen koche. Beim Essen sei sie selbstständig und brauche keine Aufforderung. Auch bei Ausbleiben einer weiteren als der angerechneten Unterstützung stehe somit keine Heimeinweisung wegen Unterernährung im Raum. In Bezug auf die Begleitung bei ausserhäuslichen Verrichtungen und Kontakten (Art. 38 Abs. 1 lit. b IVV) habe die Abklärungsperson einen Aufwand von 20 Minuten für die Begleitung an die wöchentlichen Therapiesitzungen sowie vier Minuten (eine Minute wöchentlich) für die monatlichen Termine beim Hausarzt angerechnet (d.h. insgesamt 21 Minuten). Angesichts der Distanz zwischen dem Wohnort und der Praxis sei dies nicht zu beanstanden. Die Notwendigkeit einer Begleitung zur Vermeidung dauernder Isolation (Art. 38 Abs. 1 lit. c IVV) sei sodann zu Recht verneint worden, denn die Beschwerdeführerin werde von verschiedenen Personen regelmässig besucht. Bei dieser Sachlage bestehe keine Hilflosigkeit im Sinne von Art. 37 Abs. 3 lit. e in Verbindung mit Art. 38 IVV. Die anspruchsablehnende Verfügung sei damit rechtens.