Citation: I 105/99 22.03.2000 E. 4

4.- a) Im vorliegenden Fall gelangte die IV-Regional- stelle nach Abschluss der Anlehre des Beschwerdeführers zum Ergebnis, dass dieser im angelernten Beruf als Holzbearbei- ter wie auch in anderen handwerklichen Tätigkeiten ungeeig- net sei. Trotz Nichterreichens des Ausbildungsziels habe sich der Lehrmeister entgegenkommenderweise indes bereit erklärt, den Versicherten, welcher auch in intellektueller Hinsicht wenig Voraussetzungen mit sich bringe, befristet zu einem Monatsgehalt von Fr. 800.- in seiner Schreinerei weiterzubeschäftigen. Der Beschwerdeführer habe das Angebot jedoch abgelehnt (Bericht vom 17. August 1994). Hierauf holte die Verwaltung einen Arztbericht der Kinder- und Jugendpsychiatrischen Klinik X.________ ein, welche eine schwere, seit der Kindheit des Beschwerdeführers bestehende psychische Störung autistischer Symptomatik mit möglicher hirnorganischer Komponente feststellte. Der Patient, den sie seit 1978 kenne, sei sozial vordergründig gut ange- passt, aber wenig belastbar. Es bestehe bei ihm ein rigides System von Angstabwehr, das eine flexible Anpassung an un- gewohnte Forderungen extrem erschwere oder gar ausschliesse (Bericht vom 26. November 1994). Gestützt auf diese Beur- teilungen erliess die IV-Stelle ihre ursprünglichen Renten- verfügungen vom 28. Juni und 17. Juli 1995. b) Im Rahmen des vorinstanzlichen Beschwerdeverfahrens erfuhr die Verwaltung, dass der Versicherte von September 1994 bis Mai 1995 in einem Beschäftigungsprogramm für Ar- beitslose tätig war und von Mai bis Oktober 1995 mehrere Temporärstellen als Hilfsarbeiter versah. Gemäss Angaben der Gemeindeverwaltung Y.________ und der Firma O.________ erzielte er im fraglichen Zeitraum ein Erwerbseinkommen von insgesamt Fr. 34'663.85. Aufgrund der neuen Sachlage und in der Annahme, dass der Versicherte diese Erwerbsfähigkeit bewahren könne, erliess die IV-Stelle am 12. Dezember 1996 pendente lite die streitige Verfügung. Darin legte sie den Invaliditätsgrad ab 1. Februar 1992 auf 79 % und ab 1. De- zember 1994 auf 41 % fest. Dieser Ermittlung lag ein Ein- kommensvergleich gemäss Art. 26 Abs. 1 IVV zugrunde. Dabei stellte die Verwaltung bezüglich des Invalideneinkommens bis August 1994 auf das damalige Lohnangebot des Lehrbe- triebs und danach auf den vom Beschwerdeführer tatsächlich erzielten Verdienst ab. Diesen auf ein Jahr umgerechneten Beträgen stellte sie den für 1995 massgebenden Tabellenlohn von Fr. 50'000.- gegenüber (AHI-Praxis 1995 S. 6). Das Vorgehen der Verwaltung ist aus der Sicht des Be- schwerdeführers, der um Reduktion seines Invaliditätsgrades ersucht, für die Zeit bis August 1994 nicht zu beanstanden, ist doch dem Bericht der Regionalstelle vom 17. August 1994 zu entnehmen, dass das von der Schreinerei B.________ ange- botene Monatsgehalt von Fr. 800.- bereits eine Soziallohn- komponente beinhaltete. Dieses nach abgeschlossener Anlehre gemachte Lohnangebot ist zudem bereits ab 1992 als Invali- deneinkommen berücksichtigt worden, obwohl der Beschwerde- führer damals noch über keine beruflichen Kenntnisse und Fertigkeiten verfügte. Die Invaliditätsbemessung der Ver- waltung ab September 1994 ist hingegen zu berichtigen. Denn aus den Arbeitgeberfragebögen der Gemeindeverwaltung Y.________ und der Firma O.________ geht hervor, dass der Versicherte den Verdienst von insgesamt Fr. 34'663.85 nicht in 14, sondern in 12 Arbeitsmonaten erzielt hat. Aus der Gegenüberstellung dieses Betrags und des hypothetischen Valideneinkommens von Fr. 50'000.- ergibt sich ab September 1994 eine rentenausschliessende Erwerbseinbusse von knapp 31 %. In Anwendung der Revisionsbestimmungen von Art. 88a Abs. 1 und 88bis Abs. 2 lit. b IVV steht dem Beschwerde- führer ab 1. Dezember 1994 somit keine Rente mehr zu.