Citation: 1B_252/2018 E. 2.3

2.3. Die aus Haiti stammende Beschwerdeführerin lebt seit Jahren in der Schweiz und verfügt über das Schweizer Bürgerrecht. Sie ist dementsprechend mit den hiesigen Verhältnissen vertraut und kennt aufgrund ihrer (auch einschlägigen) Vorstrafen den Ablauf eines Strafverfahrens. Der dem Verfahren zugrunde liegende Sachverhalt - eine tätliche und verbale Auseinandersetzung mit zwei Polizeibeamten - weist ebenso wenig wie die anwendbaren Straftatbestände - Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte bzw. Beschimpfung - erheblichen Schwierigkeiten auf; es braucht keine besonderen Rechtskenntnisse, sich dazu zu äussern und sachgerecht zu verteidigen. Dass an der Auseinandersetzung ihr Sohn (auf ihrer Seite) und zwei Polizisten (auf der Gegenseite) beteiligt waren, verkompliziert die Sache nicht wesentlich: sie muss ihren Sohn nicht belasten, und den Polizisten kommen im Strafverfahren nicht mehr Rechte zu als allen anderen Beteiligten. Zusammenfassend ergibt sich, dass ein Bagatellfall im Sinne von Art. 132 Abs. 3 StPO vorliegt und keine besonderen Umstände ersichtlich sind, die ausnahmsweise die Beiordnung eines amtlichen Verteidigers rechtfertigen könnten. Mangelnde Deutschkenntnisse der Beschwerdeführerin erfordern gegebenenfalls den Beizug eines Übersetzers, nicht eines Anwalts. Das Obergericht hat kein Bundesrecht verletzt, indem es der Beschwerdeführerin die Beigabe eines amtlichen Verteidigers verweigerte, die Beschwerde ist offensichtlich unbegründet.