Citation: 8C_322/2017 E. 5.1

5.1. Das kantonale Gericht erwog, werde eine Anmeldung nicht formgerecht oder bei der zuständigen Stelle eingereicht, sei für die Einhaltung der Fristen und für die an die Anmeldung geknüpften Rechtswirkungen dennoch der Zeitpunkt massgebend, in dem sie der Post übergeben oder bei der unzuständigen Stelle eingereicht werde. Alle mit der Sozialversicherung betrauten Stellen müssten versehentlich an sie gelangte Anmeldungen, Gesuche und Eingaben entgegennehmen und sie unter Festhaltung des Einreichedatums an die zuständige Stelle weiterleiten (Art. 30 ATSG). Im Kanton Solothurn habe die Anmeldung zum Leistungsbezug bei Arbeitslosigkeit beim Gemeindearbeitsamt der jeweiligen Wohngemeinde zu erfolgen. Im Falle der Gemeinde C.________ sei dies - entgegen der Annahme des Versicherten - nicht (mehr) die AHV-Zweigstelle. Seit dem 30. Juni 2014 sei das RAV in Solothurn für die persönliche Entgegennahme der Anmeldung zuständig (vgl. Art. 17 AVIG). Mit Anmeldeschreiben vom 4. Januar 2016 (mit Eingang am 6. Januar 2016) habe er sich demnach nicht korrekt angemeldet. Die AHV-Zweigstelle habe ihrerseits insoweit fehlerhaft gehandelt, als sie die eingegangene Anmeldung nicht an das zuständige RAV weitergeleitet habe. Da jedoch hinsichtlich der Rechtswirkungen auf die mangelhafte Anmeldung vom 6. Januar 2016 abzustellen sei, erleide der Versicherte hieraus keinen Rechtsnachteil. Er sei aber nach dem Grundsatz von Treu und Glauben gehalten gewesen, sich innert nützlicher Frist korrekt anzumelden. Dies habe er getan, indem er angegeben habe, in der Woche vom 4. Januar 2016 in D.________ gewesen zu sein, um sich um seine Kinder zu kümmern, und er in dieser Woche auch nicht mehr nach C.________ zurückgekehrt sei, weshalb er erst am 11. Januar 2016 Kenntnis vom Antwortschreiben der AHV-Zweigstelle vom 6. Januar 2016 erhalten und sich Tags darauf persönlich beim RAV Solothurn angemeldet habe.