Citation: 6B_1114/2023 E. 1.3

1.3. Die Vorinstanz erwägt, der erste vom Beschwerdeführer alleine begangene Einschleichdiebstahl datiere bereits von März 2019 und damit - ebenso wie der kurz darauf am 20. April 2019 erstmals zusammen mit D.B.________ begangene Diebstahl - vor Ausbruch der Corona-Pandemie. Deshalb vermöge die vorgebrachte Erklärung, die fehlende Ablenkung in der Corona-Zeit habe mitverursachend gewirkt, nicht zu überzeugen. Sodann habe der Beschwerdeführer - obwohl er während der gesamten Dauer der Delinquenz über gut bezahlte Anstellungen als Kranführer verfügt habe - während eines Jahres (November 2019 bis November 2020) an weiteren 40 Diebstählen mitgewirkt, vier Mal in Kombination mit Hausfriedensbruch. Dabei sei Deliktsgut im Wert von insgesamt ca. Fr. 110'000.-- erbeutet worden. In 18 Fällen seien gleichzeitig Sachbeschädigungen angerichtet worden, wobei sich der Sachschaden auf insgesamt rund Fr. 1'800.-- belaufe. Damit habe der Beschwerdeführer die Vermögensrechte einer Vielzahl von Personen angegriffen; dabei sei er situativ auch nicht davor zurückgeschreckt, deren Hausrecht zu verletzen. Durch sein gewerbs- und teilweise bandenmässiges Vorgehen bei den Diebstählen ab November 2019 habe der Beschwerdeführer somit eine besondere Sozialgefährlichkeit gezeigt. Ferner habe er mit den sich auf eine Vielzahl von Einzelfällen und über mehrere Monate erstreckenden kriminellen Aktivitäten, darunter auch weitere Delikte wie ein versuchter Betrug (samt gleichzeitiger Irreführung der Rechtspflege) und Strassenverkehrsdelikte, seine generelle Bereitschaft bzw. Neigung zu weitgefächerter Delinquenz zum Ausdruck gebracht; dies indiziere per se eine gewisse Rückfallgefahr. Hinzu komme, dass bis heute nicht nachvollziehbar erscheine, aufgrund welcher Motivation es zu den überaus zahlreichen Straftaten gekommen sei. Die finanziellen Verhältnisse des Beschwerdeführers seien jedenfalls jederzeit gesichert gewesen. Mithin müsse davon ausgegangen werden, dass er auch ohne besonderen Anlass schnell bereit sei, bei strafbaren Tätigkeiten mitzumachen. Dies habe er bereits im März 2019 ein erstes Mal unter Beweis gestellt, als er alleine einen ebenfalls als Katalogdelikt qualifizierenden Einschleichdiebstahl begangen habe. Ab November 2019 habe er dann in hoher Frequenz im Zusammenspiel mit seinen Brüdern delinquiert; dabei seien sie nicht davor zurückgeschreckt, auch ihren minderjährigen Neffen in ihre kriminellen Aktivitäten einzubinden. Die vom Beschwerdeführer begangenen Delikte stellten zwar keine Taten gegen Leib und Leben dar. In ihrer Kumulation handle es sich aber gleichwohl um schwerwiegende Delikte und damit einhergehend um eine schwere Störung der öffentlichen Ordnung; dies zeige sich auch an der ausgefällten Strafhöhe von 32 Monaten Freiheitsstrafe zuzüglich 90 Tagessätze Geldstrafe. Damit genüge auch ein geringes Rückfallrisiko - wie es hier dem Beschwerdeführer zu attestieren sei - für eine aufenthaltsbeendende Massnahme im Sinne von Art. 5 Abs. 1 Anhang I FZA. Deshalb stehe das Freizügigkeitsabkommen vorliegend einer Verweisung des Beschwerdeführers aus dem Hoheitsgebiet der Schweiz nicht entgegen (angefochtenes Urteil E. 3.4.1 S. 17 ff.).