Citation: 5P.108/2000 08.06.2000 E. 2

2.- Der Beschwerdeführer rügt, das Obergericht sei in Verletzung des Gehörsanspruchs und des Willkürverbots zum Schluss gelangt, die Voraussetzungen zur Aufhebung des gemeinsamen Haushalts seien erfüllt. a) Da der Beschwerdeführer keine Verletzung kantonaler Verfahrensvorschriften rügt, ist einzig und zwar mit freier Kognition zu prüfen, ob das rechtliche Gehör wie es Art. 29 Abs. 2 BV als Verfahrensgarantie festschreibt, verletzt worden ist (vgl. die bundesgerichtliche Rechtsprechung zu Art. 4 aBV: BGE 114 Ia 98 f. E. 2; 113 Ia 82 f. E. 3a, je mit Hinweisen). Aufgrund der formellen Natur des Anspruchs auf rechtliches Gehör führt seine Verletzung ungeachtet der Erfolgsaussichten der Beschwerde in der Sache selbst zur Aufhebung des angefochtenen Entscheids. Die entsprechende Rüge ist deshalb vorweg zu prüfen (BGE 111 Ia 166 E. 2a mit Hinweisen). b) Das rechtliche Gehör dient einerseits der Sachaufklärung, andererseits stellt es ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass eines Entscheids dar, welcher in die Rechtsstellung des Einzelnen eingreift. Dazu gehört insbesondere das Recht des Betroffenen, sich vor Erlass eines in seine Rechtsstellung eingreifenden Entscheides zur Sache zu äussern, erhebliche Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen Beweisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung wesentlicher Beweise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen (BGE 115 Ia 11 E. 2b mit Hinweisen; 116 Ia 99 E. 3b; 118 Ia 17 E. 1c; 126 I 7 E. 2b S. 10 f. mit Hinweisen). Wie bereits aus Art. 4 aBV (BGE 111 Ia 3) lässt sich auch aus Art. 29 Abs. 2 BV ein Recht auf Replik ableiten, sofern in der Beschwerdeantwort neue und erhebliche Gesichtspunkte geltend gemacht werden, zu denen der Beschwerdeführer noch keine Stellung nehmen konnte. c) Die Verletzung des Gehörsanspruchs ist offensichtlich. Das Obergericht stellt fest, dem Protokoll der erstinstanzlichen Verhandlung zufolge habe die Beschwerdegegnerin damals im Wesentlichen geltend gemacht, es gehe nicht mehr in der Ehe; ob sie dies näher umschrieben habe, sei nicht ersichtlich. Erst in der Stellungnahme zum Rekurs des Beschwerdeführers sei sie konkreter geworden, indem sie behauptet habe, die Ehe sei nur aus aufenthaltsrechtlichen Gründen eingegangen worden, der Beschwerdeführer gegen sie gewalttätig gewesen, und er habe die Vaterschaftsvermutung gegenüber Z.________ unverzüglich nach der Geburt (erfolgreich) angefochten. Wenn diese Ausführungen für sich allein betrachtet die angebliche Gefährdung der Persönlichkeit auch nicht zu beweisen vermöchten, erschienen sie im Gesamtzusammenhang jedoch durchaus plausibel, bringe der Beschwerdeführer doch nichts vor, was die Darstellung der Beschwerdegegnerin als unglaubwürdig erscheinen liesse; vielmehr deute einiges darauf hin, dass seine Liebeserklärung ein blosses Lippenbekenntnis darstelle. Die Parteien lebten nach eigenen Angaben nun bereits seit mehr als zwei Jahren getrennt. Der Beschwerdeführer weise mit keiner Silbe auf irgendwelche Bemühungen hin, die Beschwerdegegnerin zurückzugewinnen; seine einzige aktenkundige Aktivität habe darin bestanden, die Vaterschaft von Z.________ vor Bezirksgericht anzufechten. Unter diesen Umständen habe die Beschwerdegegnerin glaubhaft gemacht, dass es in der Ehe nicht mehr gehe und ihr ein weiteres Zusammenleben mit dem Beschwerdeführer nicht mehr zumutbar sei. Wie aus diesen Erwägungen zweifelsfrei hervorgeht, gründet das Obergericht seine Erkenntnis einerseits auf Vorbringen der Beschwerdegegnerin in der Stellungnahme zum Rekurs des Beschwerdeführers, zu denen sich dieser freilich nicht hat äussern können. Anderseits wirft das Obergericht dem Beschwerdeführer vor, nichts vorgetragen zu haben, was die Darstellung der Ehefrau unglaubwürdig erscheinen liesse, wozu er freilich nur in der Lage gewesen wäre, wenn er die Darstellungen der Beschwerdegegnerin vorher gekannt hätte. Vermag das angefochtene Urteil demnach den Anforderungen von Art. 29 Abs. 2 BV nicht zu genügen, so ist der angefochtene Entscheid wie beantragt aufzuheben, ohne dass die Willkürrüge noch zu prüfen wäre.