Citation: 9C_280/2023 E. 3.3

3.3. Der Beweis der Tatsache und des Datums der Zustellung von Verfügungen und Entscheiden obliegt den Behörden (BGE 124 V 400 E. 2a). Bedienen sie sich dabei der Post und ist - infolge Unmöglichkeit der direkten Übergabe - eine Abholungseinladung auszustellen, gilt rechtsprechungsgemäss die Vermutung, dass das Postpersonal die nach einem ersten erfolglosen Zustellungsversuch auszustellende Abholungseinladung ordnungsgemäss in den Briefkasten oder das des Empfängers gelegt hat und das Zustellungsdatum korrekt registriert worden ist (vgl. auch Urteil 1C_131/2020 vom 17. Dezember 2020 E. 1.2). Der Adressat kann indessen diese Vermutung durch Nachweis von Fehlern in der Zustellung nach dem Beweismass der überwiegenden Wahrscheinlichkeit widerlegen (Urteile 2C_38/2009 vom 5. Juni 2009 E. 3.2 und 4.1 sowie 9C_753/2007 vom 29. August 2008 E. 3, je mit Hinweisen). Behauptet ein Adressat ohne weitere Darlegungen, keine Abholungseinladung erhalten zu haben, so genügt dies nicht, um die Vermutung mit dem geforderten Beweismass zu widerlegen (vgl. Urteil 8C_374/2014 vom 13. August 2014 E. 3.2).