Citation: U 450/06 04.10.2007 E. 4

Das in einer leidensangepassten Tätigkeit erzielbare Einkommen (Invalidenverdienst) bestimmte die Vorinstanz, indem sie den der betriebsüblichen wöchentlichen Arbeitszeit angepassten, tabellarisch ausgewiesenen Durchschnittslohn eines Mannes für einfache und repetitive Tätigkeiten im Jahr 2004 heranzog (Fr. 57'258.-) und davon einen Abzug von 5 % gewährte, woraus der Betrag von Fr. 54'395.- resultierte. Für das hypothetische Einkommen ohne Invalidität (Valideneinkommen) stellte die Vorinstanz auf den zuletzt als Gesunder tatsächlich erzielten, der mutmasslichen Lohnentwicklung bis ins Jahr 2004 angepassten Verdienst von Fr. 58'370.- ab. Aus der Gegenüberstellung dieser Beträge ergab sich ein Invaliditätsgrad von aufgerundet 7 % (BGE 130 V 121), womit der für einen Rentenanspruch geforderte Mindestinvaliditätsgrad von 10 % (Art. 18 Abs. 1 UVG) nicht erreicht wurde. Der Beschwerdeführer bemängelt bei dieser Vorgehensweise einzig die Höhe des auf dem tabellarischen Einkommen gewährten Abzugs von 5 %. 4.1 Die Ansetzung eines höheren Abzugs durch das Bundesgericht setzt Gegebenheiten voraus, welche eine abweichende Ermessensausübung als näher liegend erscheinen lassen (Art. 132 lit. a OG; vgl. zur Ermessenskontrolle BGE 126 V 75 E. 6 S. 81, 353 E. 5d S. 362, je mit Hinweis). 4.2 Das Ausmass des Abzugs begründet die Vorinstanz mit dem Hinweis darauf, der Versicherte sei im Vergleich zu einem gesunden Hilfsarbeiter insofern (lohnwirksam) benachteiligt, als er keine schweren Gewichte mehr heben und tragen könne, eine mässige Belastungsintoleranz der rechten Schulter aufweise und für gewisse repetitive Arbeiten leicht eingeschränkt sei. Der Beschwerdeführer macht seinen Ausländerstatus, seine mangelhaften Deutschkenntnisse, die fehlende Berufsausbildung und -erfahrung und die Möglichkeit einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes als weitere einkommensmindernde Faktoren geltend; darüber hinaus sei unzureichend berücksichtigt, dass er als Rechtshänder von den Einschränkungen in der rechten Schulter in besonderem Ausmass betroffen sei. 4.3 Das Aufenthaltsrecht des portugiesischen Staatsangehörigen in der Schweiz war auf Grund des Umstandes, dass sich seine Ehefrau bereits seit 1989 in der Schweiz aufhielt, als zum massgeblichen Zeitpunkt des Einspracheentscheids vom 17. Juni 2005 (BGE 121 V 362 E. 1b S. 366) gesichert anzusehen, so dass dem Ausländer- bzw. Aufenthaltsstatus keine besondere Lohnwirksamkeit zuzusprechen ist (näheres dazu siehe Urteil U 420/04 vom 25. Juli 2005, E. 2.5.2). Sodann sind zwar gewisse Defizite in der deutschen Sprache auszumachen; eine hinreichende Verständigung im (Arbeits-)Alltag ist indessen offenkundig. Ferner verlangen einfache und repetitive Tätigkeiten keine besondere Berufserfahrung, weshalb sich das Fehlen einer qualifizierten Ausbildung - immer im Vergleich zum Durchschnitt - auch nicht besonders lohnmindernd auswirkt. Dies wird durch den Vergleich des zuletzt tatsächlich erzielten, um die mutmassliche Lohnentwicklung bis 2004 erhöhten Validenverdienstes von Fr. 58'370.- mit dem in "Die Schweizerische Lohnstrukturerhebung 2004" in der Tabelle TA1, Zeile 45, ausgewiesenen, auf die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit (Die Volkswirtschaft 9/2007, Tabelle B9.2 S. 98) umgerechneten durchschnittlichen Jahresverdienst eines einfache und repetitive Arbeiten im Baugewerbe ausübenden Mannes von Fr 60'411.- bestätigt (4829x41.7/40x12=60'411): Die Differenz von rund 3,5 % liegt im Rahmen des Üblichen (zur Berücksichtigung von invaliditätsfremden Faktoren bei der Invaliditätsbemessung siehe Urteil U 231/05 vom 13. März 2006, E. 4). 4.4 Die angesprochenen Nachteile als Rechtshänder fallen ferner angesichts der weitgehend verbliebenen Einsatzmöglichkeiten der rechten Hand nicht besonders ausgeprägt ins Gewicht. Zuletzt ist die blosse Möglichkeit einer künftigen Verschlechterung des Gesundheitszustandes bei der Invaliditätsbemessung von vornherein ausser Acht zu lassen. Tritt eine solche später einmal tatsächlich ein, ist im Rahmen eines Revisionsverfahrens (Art. 17 ATSG in Verbindung mit Art. 22 UVG) zu prüfen, ob und gegebenenfalls inwieweit sich dadurch der Invaliditätsgrad verändert hat. 4.5 Insgesamt gesehen fehlt es an hinreichenden Gesichtspunkten, die ein Abweichen von der vorinstanzlichen Ermessensausübung rechtfertigen würden.