Citation: 1P.497/2005 02.09.2005 E. 2.5

2.5.1 Der Vizepräsident der Beschwerdekammer fasst im angefochtenen Entscheid zunächst zusammen, der Beschwerdeführer habe am 8. Juni 2005 dargelegt, er kaufe in der Schweiz mit Schweizerfranken Euros, fahre mit diesen Euros in die Türkei und wechsle sie dort in türkische Lira um. Mit den Lira kaufe er in verschiedenen Devisenbüros in der Türkei Schweizerfranken, um dann diese Schweizerfranken umgehend in der Schweiz oder in Deutschland wiederum zu wechseln. Der Ertrag aus diesen Wechseltransaktionen komme ihm zugute. Mit dieser Methode habe er zusammen mit einem Kollegen rund 5 Millionen Schweizerfranken gewechselt. Der Beschwerdeführer habe bis heute keine plausible Erklärung dafür gegeben, wie er in den Besitz der grossen Geldbeträge gekommen sei, die er für seine Wechseltätigkeit benötigt habe. Auch wenn er zu Recht festhalte, dass der Besitz grosser Geldmengen allein nicht ausreiche, einen dringenden Tatverdacht zu begründen, würden im vorliegenden Fall derart viele Umstände darauf hinweisen, dass grosse Geldbeträge aus verbrecherischen Quellen herrühren könnten, dass der Tatverdacht zu bestätigen sei. Die beim Beschwerdeführer anlässlich der Hausdurchsuchung vom 25. Mai 2005 gefundenen Fr. 44'000.-- in Noten seien im Institut für Rechtsmedizin in Bern untersucht worden und hätten eine lückenlose Kontamination mit Kokain ergeben. Damit sei der dringende Verdacht, dass das vom Beschwerdeführer gewechselte Geld aus dem Drogenhandel stamme, nachgewiesen. Hinzu komme, dass die grossen beim Beschwerdeführer vorgefundenen Geldmengen kaum erklärt werden könnten. Der Umstand, dass der mitverdächtigte Kollege sich einer Verhaftung im Kanton Zürich durch Flucht entzogen habe (dazu sogleich E. 2.5.2), weise jedenfalls nicht auf legalen Devisenhandel hin. 2.5.2 Weiter befürchtet der Vizepräsident der Beschwerdekammer eine erhebliche Fluchtgefahr. Im Zusammenhang mit der Verhaftung des Beschwerdeführers sei gemäss Bericht der Kantonspolizei Aargau vom 20. Juli 2005 geplant gewesen, den mit dem Beschwerdeführer zusammenarbeitenden türkischen Kollegen im Kanton Zürich ebenfalls zu verhaften. Aufgrund einer schlechten Koordination dieser Verhaftung sei dieser Kollege gewarnt worden und seither flüchtig. Diese Flucht sei nur schwierig begründbar, wenn es sich bei der Tätigkeit des Beschwerdeführers und seines Kollegen tatsächlich um legalen Devisenhandel handle. Gleichzeitig sei auch beim Beschwerdeführer, welcher ebenfalls türkischer Staatsangehöriger sei, von einer erheblichen Fluchtgefahr auszugehen. 2.5.3 Aus dem Bericht der Kantonspolizei Aargau vom 20. Juli 2005 ergebe sich weiter, dass ein Teil der beim Beschwerdeführer vorgefundenen Gelder von einem weiteren Kollegen stamme. Dieser sei Asylbewerber und habe nur über ein geringes Einkommen verfügt, weshalb auch bei diesem schwerlich erklärbar sei, wie er in den Besitz von mehreren Fr. 10'000.-- habe kommen können. Im Zusammenhang mit einer Schiesserei vom 8. Juli 2005 sei dieser Kollege verhaftet worden. Auslöser der Schiesserei sei nach ersten Erkenntnissen die Ausleihe von grösseren 5-stelligen Geldbeträgen gewesen. Auch in dieser Hinsicht bestehe ein zusätzlicher dringender Tatverdacht, dass das vom erwähnten Kollegen an den Beschwerdeführer weitergereichte Geld aus verbrecherischen Handlungen herrühren könnte, weshalb die entsprechenden Ermittlungen weiter geführt werden müssten und beim Beschwerdeführer diesbezüglich eine erhebliche Kollusionsgefahr bestehe. 2.6 Diese Argumentation ist durchaus nachvollziehbar und schlüssig. Entgegen der Behauptung des Beschwerdeführers waren die bei ihm vorgefundenen Geldscheine nicht nur vereinzelt mit Kokain kontaminiert, sondern allesamt. Auch ist nicht willkürlich, wenn die kantonalen Behörden das Verhalten des mitverdächtigten, flüchtigen Kollegen - der unbestrittenermassen mit dem Beschwerdeführer zusammenarbeitete - als Indiz dafür werten, dass das zu wechselnde Geld aus einer strafbaren Vortat stammte, um welche die Beteiligten zu wissen scheinen. Aufgrund der vom Vizepräsidenten der Beschwerdekammer aufgeführten Verdachtsmomente ist den kantonalen Strafverfolgungsbehörden kein Vorwurf zu machen, wenn sie sowohl den allgemeinen Haftgrund des dringenden Tatverdachts wie auch die besonderen Haftgründe der Kollusions- und Fluchtgefahr bejaht haben. Indem der Beschwerdeführer lediglich pauschal bestreitet, dass die beträchtlichen investierten Geldsummen verbrecherischen Ursprungs seien, zeigt er nicht auf, inwiefern der angefochtene Entscheid verfassungswidrig sein soll. Wie sich aus der Vernehmlassung des Bezirksamtes Rheinfelden vom 22. August 2005 ergibt, wurde inzwischen offenbar ein weiterer Bekannter des Beschwerdeführer, welcher bei dessen Geschäften mitgewirkt haben soll, am 19. August 2005 einer polizeilichen Kontrolle unterzogen, anlässlich welcher 3 kg Marihuana in dessen Auto sichergestellt wurden. Dieser arbeitslose Kollege, welcher aktiv mit dem Beschwerdeführer zusammen gearbeitet habe, habe nachweislich Fr. 90'000.-- gewechselt und verweigere zu dieser Transaktion die Aussage. Das Bezirksamt führt überdies einen weiteren Zwischenfall auf: Bei der Anhaltung des inzwischen flüchtigen Kollegen (siehe E. 2.5.2) und eines weiteren Verdächtigen wurden am 31. Oktober 2004 in deren Auto ca. 400 g Haschisch sichergestellt. Der beim einen Kollegen vorgefundene Geldbetrag in der Höhe von 30'175 Euro stammte vom Beschwerdeführer. Das Auto sei vom Beschwerdeführer mit dessen Kreditkarte gemietet worden. Das Bezirksamt bringt diese zusätzlichen Verdachtsmomente zwar erst im bundesgerichtlichen Vernehmlassungsverfahren vor, indes konnte der Beschwerdeführer im Rahmen des zweiten Schriftenwechsels dazu Stellung nehmen. Er bestreitet diese Annahmen als vage und unsubstantiiert, legt jedoch nicht dar, weshalb die Ausführungen des Bezirksamtes den dringenden Tatverdacht der strafbaren Vortat nicht nahe legen sollen. Insgesamt vermögen die Rügen des Beschwerdeführers, soweit sie den Anforderungen von Art. 90 Abs. 1 lit. b OG überhaupt genügen, keine Verfassungswidrigkeit der Untersuchungshaft darzutun. Im Rahmen der dem Bundesgericht zustehenden Kognition (E. 2.4), sind die Schlussfolgerungen der kantonalen Strafbehörden nicht zu beanstanden.