Citation: 6B_544/2023 E. 1.3.2

1.3.2. Die Beschwerdeführerin macht geltend, sie habe aus Sorge um das finanzielle Fortkommen ihres Ehemannes die Schuld auf sich genommen und auf eine Einsprache gegen den Strafbefehl verzichtet. Eine Schuldigsprechung ist oftmals mit einer gewissen Härte verbunden und hat für die verurteilte Person (und ihre Angehörigen) regelmässig über die ausgefällte Sanktion hinausgehende Konsequenzen. Der blosse Wunsch, eine nahestehende Person vor den üblichen (z.B. finanziellen und/oder migrationsrechtlichen) Folgen einer drohenden Verurteilung zu bewahren, rechtfertigt nicht die Übernahme der Verantwortung für fremdes strafbares Verhalten wider besseres Wissen. Es liegt darin in casu kein schutzwürdiger Grund für das Verschweigen bekannter Tatsachen im Sinne obiger Erwägung. Sodann handelt es sich bei der Beschwerdeführerin zwar um einen juristischen Laien, der im Raum stehende Vorwurf erwies sich jedoch als einfach. Die Klärung der Eigentümerschaft der Waffen wäre, soweit ersichtlich, ohne Aufwand möglich gewesen, macht die Beschwerdeführerin doch insbesondere nicht geltend, dass ihr Ehemann (anders als heute) nicht kooperiert hätte. Eine generelle Überforderung mit dem Strafbefehlsverfahren ist nicht erkennbar. Vergleichbares gilt in Bezug auf die Bedenken der Beschwerdeführerin hinsichtlich der Kosten eines durch Einsprache gegen den Strafbefehl ausgelösten ordentlichen Verfahrens. Nachvollziehbar ist zwar, dass sie unter einem gewissen Existenzdruck stand. Sie hatte sich jedoch offensichtlich schon in der (vor Erlass des Strafbefehls durchgeführten) polizeilichen Einvernahme vom 2. Juni 2021 dazu entschieden, die Eigentümerschaft der Waffen anzuerkennen. Die Kosten eines allfälligen durch eine Einsprache ausgelösten ordentlichen Verfahrens können mithin nicht der massgebliche Grund für ihre Entscheidung gewesen sein. Ohnehin wäre in casu auch eine während der Einsprachefrist bestehende Unsicherheit in Bezug auf anfallende Kosten nicht geeignet, ein späteres Revisionsgesuch zu begründen. Die Beschwerdeführerin hätte sich bei diesbezüglichen Zweifeln vielmehr über die bestehenden Chancen und Risiken beraten lassen können und müssen. Es liegt demnach kein schützenswerter Grund dafür vor, dass die Beschwerdeführerin, ihrer Ansicht nach fälschlicherweise, die Schuld für die Einfuhr der inkriminierten Waffen auf sich nahm. Sie muss sich ihr Untätigbleiben nach Erlass des Strafbefehls und das unbenutzte Verstreichen der Einsprachefrist anrechnen lassen.