Citation: 1C_59/2023 E. 4.2

4.2. Es trifft zu, dass die Verwaltungsbehörden, die nach dem abgeschlossenen Strafverfahren über eine strassenverkehrsrechtliche Administrativmassnahme entscheiden, gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung frei sind in ihrer rechtlichen Würdigung des Sachverhalts. Eine Ausnahme besteht dann, wenn die rechtliche Würdigung stark von der Würdigung von Tatsachen abhängt, welche die Strafbehörden besser kennen (BGE 136 II 447 E. 3.1; Urteile 1C_156/2020 vom 15. April 2021 E. 5.2; 1C_453/2018 vom 22. August 2019 E. 2.1; je mit Hinweisen). Ob eine solche Ausnahme hinsichtlich der Würdigung der drei Geschwindigkeitsexzesse als mehrfache Tat oder als Einheitsdelikt zu machen ist und die Behörden im Administrativverfahren somit frei waren in ihrer rechtlichen Würdigung, kann jedoch offenbleiben (zur Abgrenzung zwischen mehrfacher Tat und Einheitsdelikt s. BGE 133 IV 256 E. 4.5.3; Urteil 6B_368/2020 vom 24. November 2021 E. 1.3.4; je mit Hinweisen). Ob ein Fahrzeuglenker oder eine -lenkerin dreimal unabhängig voneinander die Geschwindigkeit nur kurz, aber massiv überschreitet oder ob er bzw. sie auf einer Fahrt, die eine natürliche Handlungseinheit darstellt, dreimal massiv zu schnell fährt, ist für die Beurteilung der Gefährdung der Verkehrssicherheit und des Verschuldens (s. Art. 16 Abs. 3 SVG) nicht ausschlaggebend. Das Ausmass und die Dauer der Gefährdung der übrigen Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer ist in beiden Fällen identisch und auch das Wissen um das gefährliche Zu-schnell-Fahren während der einzelnen Phasen bleibt dasselbe. Einzig der Umstand, dass im einen Fall die Geschwindigkeitsüberschreitungen auf einem einzigen und im andern Fall auf mehreren Entschlüssen beruhen, rechtfertigt keine andere Festsetzung der Dauer des Ausweisentzugs (vgl. Urteil 6S.134/1998 vom 2. Juli 1998 E. 2c). Das Verwaltungsgericht hat deshalb kein Bundesrecht verletzt, indem es auf das Vorbringen des Beschwerdeführers nicht weiter einging.