Citation: 6B_116/2024 E. 2.4

2.4. Die Kritik des Beschwerdeführers an der rechtlichen Würdigung der Vorinstanz ist unbegründet. Es ist nicht erforderlich, dass die Tat ohne die Unterstützungshandlung des Gehilfen ausgeblieben wäre. Mit anderen Worten setzt die Beihilfe nicht voraus, dass die Realisierung der Straftat vom Beitrag des Gehilfen geradezu abhinge. Die Hilfeleistung braucht keine "conditio sine qua non" (im Sinne der "Äquivalenztheorie") zu sein und der untergeordnete Tatbeitrag des Gehilfen muss auch nicht die "adäquat-kausale" Ursache eines strafrechtlichen Erfolgs (im Sinne der "Adäquanztheorie") darstellen (MARC FORSTER in: Basler Kommentar, Strafrecht, Bd. I, 4. Aufl. 2019, N. 8 zu Art. 25 StGB). Die sog. "Förderungskausalität" verlangt nur, dass das Verhalten des Gehilfen tatsächlich zur Straftat beiträgt, ihre praktischen Erfolgschancen erhöht und sich in diesem Sinne als "kausal" erweist (MARC FORSTER, a.a.O., N. 8 zu Art. 25 StGB). Entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers ist dieses Erfordernis vorliegend erfüllt. Wie die Vorinstanz zutreffend erwägt, ging das Verhalten des Beschwerdeführers deutlich über eine blosse innere Billigung der Tat hinaus. Er positionierte sich am Tatort in unmittelbarer Nähe zu seinen Söhnen, sodass diese ohne Zweifel seinen Zuruf, wonach sie den Beschwerdegegner töten und nicht zuwarten sollten, hörten. Mit diesen Worten brachte er unmissverständlich zum Ausdruck, dass er jegliches Zweifeln und Zögern missbilligte und von seinen Söhnen die entschlossene Fortsetzung der Messerattacke erwartete. Damit nahm er einen entscheidenden Einfluss auf die Gruppendynamik. Seine Handlungsanweisung wirkte auf D.B.________ und E.B.________ enthemmend und bestärkte sie in ihrer Bereitschaft, den Tatentschluss weiterzuverfolgen. Er förderte auf diese Weise, ohne selbst physisch gegen den Beschwerdegegner vorzugehen, die Tat und erhöhte die Erfolgschancen der tatbestandserfüllenden Handlung. Wenn der Beschwerdeführer dagegen einwendet, D.B.________ habe sich bereits in einem "Rausch" befunden bzw. "einen mentalen Kurzschluss" erlitten, und daraus folgert, sein Zuruf habe bei diesem nichts (mehr) bewirken können, ist dies nicht stichhaltig. Dessen Einsichts- und Steuerungsfähigkeit war zum Tatzeitpunkt weder aufgehoben noch herabgesetzt. Mit seinen Ausführungen zur angeblichen Verfassung von D.B.________ entfernt sich der Beschwerdeführer vom Beweisergebnis, ohne aber Willkür darzutun. Darauf ist nicht einzugehen. Auch blendet er mit seiner Argumentation aus, dass seine Tötungsanweisung nicht nur an D.B.________, sondern ebenso an E.B.________ gerichtet war.