Citation: 8C_378/2009 01.10.2009 E. 3.4

3.4.1 Die Beurteilung von Dr. med. F.________ im Rahmen der MEDAS-Begutachtung aus dem Jahr 2008 erweist sich in Bezug auf die Bestimmung des Beginns der von ihm bescheinigten Arbeitsunfähigkeit als nicht schlüssig. Er verweist hierzu auf das MEDAS-Gutachten aus dem Jahr 2003. Einerseits führt er die Arbeitsunfähigkeit auf die von ihm diagnostizierte leicht- bis mittelgradige Merkfähigkeitsstörung zurück, während die zusätzlich bescheinigte leichtgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom, nach seinen Angaben, für sich keine Arbeitsunfähigkeit begründet (vgl. dazu auch Urteil I 251/06 vom 4. April 2007 E. 3.3.1), andererseits diagnostizierten die Ärzte im MEDAS-Gutachten aus dem Jahr 2003 gerade keine Merkfähigkeitsstörung. Im Gegenteil hielt der damalige Gutachter Dr. med. B.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, fest, im untersuchenden Gespräch habe er beim Beschwerdeführer keine Anhaltspunkte für das Bestehen mnestischer, ins Gewicht fallender intellektueller oder gar psychotischer Störungen feststellen können. 3.4.2 Die Beschwerdegegnerin hat zu Recht weitere Abklärungen zur Bestimmung des Zeitpunkts eines relevanten Auftretens der Merkfähigkeitsstörung vorgenommen. Dr. med. G.________ gab hierzu am 17. Juni 2008 eine Beurteilung ab. Diese begründete er mit dem Hinweis auf die Berichte der Psychiatrischen Klinik Z.________ anlässlich der stationären Aufenthalte vom 25. November 2004 bis 26. Februar 2005 und vom 3. März bis 15. April 2006, in denen die psychiatrischen Fachärzte ausdrücklich "keine Konzentrationsstörungen, keine Gedächtnisstörung" bzw. "keine Hinweise auf Störung der Konzentration, Merkfähigkeit, Auffassung oder des Gedächtnisses" angaben. Hingegen stellten die Ärzte erstmals bei der Hospitalisation vom 28. Februar bis 26. April 2007 eine deutlich unter der Norm liegende kognitive Leistungsfähigkeit fest, weshalb Dr. med. G.________ den Beginn der Arbeitsunfähigkeit überwiegend wahrscheinlich auf Februar 2007 festlegte. 3.4.3 Bei der Beurteilung von Dr. med. G.________ handelt es sich nicht um eine aktenwidrige, unbegründete Mutmassung, wie eingewendet wird, sondern um eine durch medizinische Akten gestützte, schlüssig begründete Beurteilung. Soweit Dr. med. F.________ anlässlich des MEDAS-Gutachtens im Jahr 2008 angibt, aufgrund der Aktenlage gehe er davon aus, dass die Merkfähigkeitsstörung schon 2003 bestanden habe, findet diese Aussage hingegen nach dem Dargelegten keine Stütze in den Akten und sie widerspricht sowohl den Angaben der MEDAS aus dem Jahr 2003 als auch den später erhobenen Befunden der Psychiatrischen Klinik Z.________ in den Jahren 2005 und 2006. Das MEDAS-Gutachten aus dem Jahr 2008 entspricht in Bezug auf die Frage des Beginns der Merkfähigkeitsstörung nicht den von der Rechtsprechung gestellten Anforderungen an einen Arztbericht (BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 E. 3a S. 352), da die Schlussfolgerung in diesem Punkt nicht begründet ist und den übrigen Akten widerspricht. Im Urteil I 251/06 vom 4. April 2007 wurde dem psychiatrischen Teilgutachten der MEDAS aus dem Jahr 2003 nicht gefolgt. Dies lag zum einen am Widerspruch zwischen der damals gestellten Diagnose und den bescheinigten Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit sowie am Widerspruch zur Beurteilung der Psychiatrischen Klinik Z.________. Die Erhebungen der Befunde durch den MEDAS-Gutachter Dr. med. B.________ aus dem Jahr 2003 waren hingegen nicht der Grund für die Rückweisung zur erneuten Abklärung durch das Bundesgericht. Die damalige Befunderhebung, insbesondere die ausdrückliche Feststellung, dass keine mnestischen Störungen vorlagen, kann daher bei einer späteren Beurteilung berücksichtigt werden. Dr. med. G.________ gab in seiner Beurteilung vom 17. Juni 2008 auch die Gründe an, weshalb bei den jeweiligen Klinikaufenthalten der Status bei Austritt massgebend ist. So sollen nicht die kognitiven Beeinträchtigungen während eines laufenden Alkoholmissbrauchs gemessen werden, was beim Beschwerdeführer beim Eintritt in die Psychiatrische Klinik Z.________ in den Jahren 2004 und 2006 jeweils der Fall war. Durch den Alkoholmissbrauch könnten die Beeinträchtigungen ziemlich ausgeprägt, jedoch auch teilweise reversibel sein. Erst nach durchgeführtem Entzug könne das Ausmass des irreversiblen Folgeschadens quantifiziert werden. Auch in diesem Punkt erweist sich die Beurteilung von Dr. med. G.________ als begründet und schlüssig. Mit der Beurteilung des Eintritts der Arbeitsunfähigkeit durch Dr. med. G.________ ist die Beschwerdegegnerin damit der hinreichenden Abklärung des Sachverhaltes im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes nachgekommen. Die Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz erweist sich nicht als offensichtlich unrichtig. Die Beschwerde ist demgemäss abzuweisen.