Citation: 1P.716/2004 22.12.2004 E. 1

Der kantonal letztinstanzliche Entscheid der Anklagekammer erging auf eine Rechtsverweigerungsbeschwerde hin, mit welcher, nebst Rechtsverweigerung und -verzögerung sowie Amtsmissbrauch, einzig Willkür gerügt werden kann (Art. 254 Abs. 1 der Strafprozessordnung des Kantons St. Gallen vom 1. Juli 1999; StPO). Eine solche Willkürrüge brachte der Beschwerdeführer allerdings nicht vor, sondern machte bloss geltend, die Haftrichterin habe zu Unrecht Fluchtgefahr angenommen. Damit rügte er sinngemäss, die Voraussetzungen für die Fortsetzung der Untersuchungshaft seien nicht mehr gegeben, weshalb ihre Fortsetzung mit der in Art. 10 Abs. 2 und Art. 31 Abs. 1 BV garantierten persönlichen Freiheit unvereinbar sei. Die Anklagekammer prüfte diese Rüge auch frei (angefochtener Entscheid E. 5). Unter diesen Umständen steht einem Eintreten auf die gleiche Rüge, es bestehe keine Fluchtgefahr, unter dem Gesichtspunkt der Letztinstanzlichkeit nichts entgegen. Da diese und die übrigen Sachurteilsvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf die Beschwerde, unter dem Vorbehalt gehörig begründeter Rügen (Art. 90 Abs. 1 lit. b OG; BGE 127 I 38 E. 3c; 125 I 492 E. 1b), einzutreten. 1.1 Mit einer staatsrechtlichen Beschwerde gegen die Aufrechterhaltung von Untersuchungshaft kann, ausser der Aufhebung des angefochtenen Entscheids, auch die sofortige Entlassung aus der Haft verlangt werden (BGE 115 Ia 293 E. 1a). Der entsprechende Antrag des Beschwerdeführers ist daher zulässig. 1.2 Bei staatsrechtlichen Beschwerden, die gestützt auf das verfassungsmässige Recht der persönlichen Freiheit gegen die Aufrechterhaltung von Haft erhoben werden, prüft das Bundesgericht die Auslegung und die Anwendung des kantonalen Rechts grundsätzlich frei (BGE 117 Ia 72 E. 1; 114 Ia 281 E. 3)