Citation: 8C_791/2023 E. 2.2

2.2. Gemäss angefochtenem Urteil steht fest, dass es sich beim Ereignis vom 2. März 2021 um eine Selbsttötung handelte. Die letzte Viertelstunde im Leben des Verstorbenen zeichnete die Filmkamera einer polizeilichen Überwachungsdrohne auf. Laut Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz ist unbestritten, dass der Hausarzt und Allgemeinmediziner Dr. med. F.________, dem Verstorbenen anlässlich der Konsultation vom 3. November 2020 ab 2. November 2020 bis auf Weiteres wegen einer Anpassungsstörung eine volle Arbeitsunfähigkeit attestierte, nachdem die Beschwerdegegnerin Letzterem drei Tage zuvor mitgeteilt hatte, sich von ihm trennen zu wollen. Am 4. November 2020 ersuchte der Verstorbene seinen Hausarzt telefonisch um Überweisung in eine Psychotherapie. Vom 8. bis 11. November 2020 war er infolge einer depressiven Symptomatik mit Wahnsymptomen stationär in der Psychiatrie G.________ hospitalisiert. Anschliessend verblieb er zur stationären Behandlung einer schweren depressiven Episode mit psychotischen Symptomen bis zum 18. Dezember 2020 in der Klinik H.________ in I.________. Die Klinik H.________ betonte gemäss Austrittsbericht die dringende Indikation einer weiterführenden Behandlung zur nachhaltigen Zustandsbesserung, während der Verstorbene die Notwendigkeit einer ambulanten psychiatrisch-psychotherapeutischen Anschlussbehandlung hinterfragte. Am 21. Dezember 2020 folgte das Erstgespräch in der hausärztlichen Gemeinschaftspraxis beim Psychotherapeuten lic. phil. J.________. Im Januar 2021 bezog der Verstorbene eine eigene Wohnung. Am 28. Februar 2021 fuhr die Beschwerdegegnerin ferienhalber mit ihren drei Kindern zu ihrer Grossmutter nach K.________ (Kanton L.________). Unvermittelt tauchte dort vor der Haustüre am Abend des 1. März 2021 der Verstorbene auf. Er klagte, seine Haut brenne ihn wegen des Lichtes. Um 17.54 Uhr alarmierte die Beschwerdegegnerin den Notruf (144), wonach die Ambulanz um 18.27 Uhr in K.________ eintraf. Die anschliessende Nacht verbrachte der Verstorbene im Spital in D.________. Der Vater des Verstorbenen kündigte am Morgen des 2. März 2021 dem Spital telefonisch an, seinen Sohn im Spital in D.________ abholen zu kommen, damit Letzterer seinen nächsten psychotherapeutischen Termin in Zürich wahrnehmen könne. Bevor im Spital in D.________ die geplante fachärztlich-psychiatrische Evaluation durchgeführt werden konnte, ergriff der Verstorbene kurz nach 10 Uhr die Flucht. Nach Einleitung der polizeilichen Suchaktion erkannten Zeugen den Verstorbenen in der Nähe der Firma M.________ SA in D.________ beim Hochsteigen über einen felsigen Steilhang hinauf. Die dort am Fusse des Steilhanges um etwa 10.40 Uhr eintreffenden Polizisten versuchten, mit dem Verstorbenen Kontakt aufzunehmen, doch dieser setzte seinen Aufstieg unaufhaltsam fort. Die polizeiliche Überwachungsdrohne filmte den Suizid um 12.20 Uhr aus einer Distanz von 440 Metern. Im Rahmen der gerichtsmedizinischen Autopsie ergab die toxikologische Expertise, dass weder Alkohol noch sonstige Fremdsubstanzen von forensischem Interessen nachgewiesen werden konnten.