Citation: 1C_172/2022 E. 5

Der Gebäudeabstand zwischen dem im Jahr 1960 errichteten Einfamilienhaus an der U.________strasse xxx und dem im Jahr 1958 erstellten Zweifamilienhaus der Beschwerdeführenden an der U.________strasse yyy beträgt 4,75 m. Zur Unterschreitung des damals vorgeschriebenen Gebäudeabstands von 10 m wurde im Jahr 1959 eine Ausnahmebewilligung erteilt. Dies in Anbetracht der Umstände, dass durch die kleine Bauhöhe und die tiefe Lage des Neubaus (U.________strasse xxx) der Lichtfall für das bestehende Gebäude (U.________strasse yyy) praktisch nicht beeinträchtigt werde und der damalige Baugesuchsteller auch Besitzer des bestehenden Gebäudes war. Nach der insoweit unbestrittenen Feststellung der Vorinstanz hält die geplante Aufstockung des Gebäudes an der U.________strasse xxx den erforderlichen kleinen Grenzabstand von 5 m (§ 38 Abs. 1 der Bauordnung der Gemeinde Cham vom 21. Mai 2006 [BO Cham]) gegenüber dem Grundstück der Beschwerdeführenden an der U.________strasse yyy exakt ein, indem es innerhalb der bestehenden Fassadenfluchten des Erdgeschosses um 1,42 bzw. 2,42 m zurückversetzt wird. Wie die Vorinstanzen festhalten, wird der Grenzabstand gegenüber dem Grundstück Nr. 1458 somit nicht weiter unterschritten. Dies stellen denn auch die Beschwerdeführenden nicht in Frage. Zu prüfen ist jedoch, wie sich der Gebäudeabstand bestimmt und ob die Aufstockung diesbezüglich zu einer stärkeren Abweichung vom geltenden Recht führt.