Citation: 7B_177/2022 E. 4.3.1

4.3.1. Betreffend die Reduktion der Spesen für eine Kopie handelt es sich um eine Praxisänderung, welche keine Verwirkung von Rechten (namentlich betreffend Fristwahrung) zur Folge hat. Die Änderung der zu entschädigenden Höhe der Auslagen war demzufolge nicht anzukündigen. Die Rückwirkung der Praxisänderung auf den seit 2014 hängigen Fall erweist sich unter Willkürgesichtspunkten, welche bei der Frage der Höhe der Entschädigung nach kantonalem Recht massgebend sind, sodann als zulässig. Der Beschwerdeführer behauptet nicht, das Verfahren hätte aufgrund behördlichen Verschuldens ungebührlich lange gedauert. Nichts ableiten kann er aus dem Umstand, dass ihm die Vorinstanz vor der Praxisänderung in einem Zwischenentscheid einen höheren Spesenansatz für Kopien zugebilligt hat oder aus der Behauptung, die frühere vorinstanzliche Praxis habe entgegen der Vorinstanz bei Fr. 2.-- pro Kopie und nicht bei Fr. 1.-- pro Kopie gelegen. Daraus ergibt sich keine Zusicherung, auf deren Fortdauer der Beschwerdeführer vertrauen durfte. Dass der technische Fortschritt, welchen die Vorinstanz zur Begründung heranzieht, nicht bereits im Jahr 2014 eingetreten wäre, ist sodann nicht ersichtlich, zumal die Computerisierung und Informatisierung der gesamten Bürotechnologie bereits ab Beginn der 1990er Jahre, d.h. viel früher begonnen hat. Im Übrigen erhebt der Beschwerdeführer in Bezug auf die zeitlichen Feststellungen im vorinstanzlichen Entscheid keine Rüge der willkürlichen Sachverhaltsfeststellung. Vielmehr ist es mit den vom Beschwerdeführer angerufenen Rechten vereinbar, wenn die Vorinstanz davon ausgeht, der geltend gemachte Ansatz von Fr. 2.-- pro Kopie enthalte verstecktes Honorar und der Beschwerdeführer zeige nicht auf, dass ihm höhere Kosten angefallen sein sollen. Diese Ausführungen untermauert die Vorinstanz mit einem interkantonalen Vergleich, wobei sie die Regelungen in elf von 26 (Halb) Kantonen zitiert. Zudem weist sie zutreffend darauf hin, dass in einem gewinnorientierten Kopiercenter üblicherweise viel weniger als Fr. 1.-- pro Kopie verlangt wird (vgl. angefochtener Entscheid S. 12 ff.). Die von der Vorinstanz vorgenommene Praxisänderung ist in Bezug auf die Entschädigung für Kopien sowohl in inhaltlicher wie auch in zeitlicher Hinsicht nicht zu beanstanden.