Citation: 8C_190/2022 E. 3

Die Vorinstanz erwog im Wesentlichen, im Rahmen der ursprünglichen Rentenzusprache vom 4. März 2009 sei die IV-Stelle davon ausgegangen, der Beschwerdeführer sei vollständig arbeitsunfähig gewesen. Zudem folge aus den Akten, dass er vor der Rentenzusprache infolge seines damaligen psychischen Zustands nicht habe Auto fahren können. Demgegenüber ergebe sich aus dem von Juni bis August 2016 erlangten Observationsmaterial, dass er ein deutlich verbessertes Aktivitäts- und Ressourcenniveau aufgewiesen habe. So habe der psychiatrische ZVMB-Gutachter Dr. med. B.________ in einer mit dem Observationsmaterial zu vereinbarenden Weise die Auffassung vertreten, der Beschwerdeführer habe abgesehen von einem mürrischen Gesichtsausdruck keine Hinweise auf Auffälligkeiten gezeigt. Auch das Autofahren scheine ihm uneingeschränkt möglich. In seinen normalen Alltagsaktivitäten erscheine er nicht eingeschränkt. Soziale Ängste und ein sozialer Rückzug hätten nicht beobachtet werden können. Auch die Neurologin Dr. med. C.________, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD) der IV-Stelle, habe in der Stellungnahme vom 19. Oktober 2016 das Observationsmaterial dahingehend gewürdigt, dass der Beschwerdeführer - abgesehen von einem (teilweise) niedergestimmten Eindruck - ohne signifikante Auffälligkeiten an verschiedenen Alltagsaktivitäten und am Sozialleben teilnehme. Die beim routinierten Fahrzeuglenken erforderliche Aufmerksamkeit und Konzentrationsfähigkeit sei mit der Diagnose einer über Jahre anhaltenden schweren Depression nicht vereinbar. Des Weiteren ergäben sich weder aus dem ZVMB-Gutachten noch aus den übrigen Akten Anhaltspunkte für selbstverletzende Handlungen. Dr. med. B.________ habe die ursprüngliche Anpassungsreaktion des Beschwerdeführers nach Arbeitsplatzverlust und familiärer Konfliktsituation als remittiert bezeichnet. Dass Dr. med. B.________ die früher bescheinigte Arbeitsunfähigkeit bzw. die vormals angenommene hochgradige psychische Störung für nicht belegt halte, ändere nichts daran, dass sich unabhängig davon die tatsächlichen Verhältnisse (Funktions- und Ressourcenniveau) des Beschwerdeführers seit der ursprünglichen Rentenzusprache geändert hätten. Hieran vermöchten die Stellungnahmen des Psychiaters Dr. med. D.________ vom 2. April 2019 und 8. Juni 2020 nichts zu ändern. Gestützt auf das beweiswertige ZVMB-Gutachten vom 11. Dezember 2017 sei davon auszugehen, dass im Zeitpunkt der Begutachtung eine krankheitsbedingte Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit aus objektiver Sicht nicht mehr ausgewiesen gewesen sei. Deshalb sei die IV-Stelle zu Recht davon ausgegangen, dass kein rentenbegründender Invaliditätsgrad mehr vorliege. Weiter habe die IV-Stelle schlüssig dargelegt, dass bereits zu Beginn der Observation bzw. am 15. Juni 2016 dasjenige erhöhte Funktionsniveau des Beschwerdeführers vorgelegen haben müsse, wie es auch der gutachterlichen Beurteilung zugrunde liege. Es sei somit davon auszugehen, dass sich sein Gesundheitszustand (spätestens) seit Juni 2016 verbessert habe. Eine vor Verfügungserlass am 28. Mai 2020 eingetretene Verschlechterung des Gesundheitszustandes sei zu verneinen. Weitere Abklärungen erübrigten sich und der Beweisantrag auf eine mündliche Parteibefragung sei abzuweisen.