Citation: 8C_96/2010 03.05.2010 E. 4

4.1 Dr. med. O.________ legt in seinem Gutachten vom 17. Mai 2004 dar, die insbesondere patellofemoral ausgeprägte Gonarthrose (beginnend auch im medialen Kompartiment) sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das Unfallereignis im Jahre 1976 zurückzuführen. Nach jahrelangem beschwerdearmem Verlauf sei es durch das Unfallereignis am 15. Oktober 2001 zu einer erneuten Traumatisierung des vorgeschädigten rechten Kniegelenkes gekommen. Wenngleich das im Zeitpunkt der Begutachtung aktuelle MRI nur eine unwesentliche Progredienz der arthrotischen Veränderungen zeige, müsse doch bei dem zuvor beschwerdearmen Versicherten von einer richtungsgebenden Verschlimmerung durch diesen Unfall ausgegangen werden. Es sei somit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit von einer durch diesen Unfall aktivierten posttraumatischen Gonarthrose auszugehen; der Vorzustand sei nicht erreicht. Dr. med. M.________ hält im Gutachten vom 21. August 2008 dafür, das Fortschreiten (vgl. Bericht der Klinik B.________ vom 25. Juni 2006) der sekundären Gonarthrose rechts sei nicht als Spätfolge aus dem Jahre 2001 zu betrachten. Vielmehr stelle die aktuelle Schädigung den schicksalsmässigen Verlauf der bereits am 15. Oktober 2001 vorhandenden Arthrose dar. Der Versicherte beklage seit Jahren nicht mehr die Folgen der Meniskusläsion, sondern die Beschwerden von Seiten der fortschreitenden Patellofemoralarthrose und medialen Femorotibialarthrose. 4.2 Auf den ersten Blick widersprechen sich diese zwei Gutachten. Es gilt indessen zu berücksichtigen, dass Dr. med. O.________ auf die Frage nach dem Status quo ante/sine antwortete, der Unfall vom 15. Oktober 2001 habe zu einer richtungsgebenden Verschlimmerung geführt, so dass ein Vorzustand im Sinne eines Status quo ante nicht erreicht worden sei. Die Frage, wie der Verlauf der unbestreitbar vorbestehenden massiven arthrotischen Veränderungen im Kniegelenk ohne den Schlag auf dieses Knie im Rahmen eines Fussballspieles gewesen wäre (Status quo sine), lässt dieser Arzt damit aber unbeantwortet. Die "richtunggebende Verschlimmerung" begründet er lediglich mit der vor dem Unfall bestehenden Beschwerdearmut, nicht aber mit dem Vergleich objektiver Daten wie beispielsweise Röntgenbildern. Dr. med. M.________ andererseits macht in Bezug auf den Heilungsverlauf vor allem theoretische Ausführungen. Bei einem sonst arthrosefreien Kniegelenk benötige eine arthroskopische Meniskussanierung rund 3 bis 4 Wochen für die Abheilung; bei gleichzeitig vorhandenem Knorpelschaden im Sinne einer vorbestehenden Arthrose könne der Verlauf verzögert sein und 2 bis 3 Monate betragen. Dieser Arzt macht seinerseits also keine Angaben darüber, ob ein Schlag (gegnerischer Spieler mit Stollenschuhen) auf ein arthrotisch vorgeschädigtes Knie eine Teilursache für dauerhafte Schmerzen sei. Von der beantragten Rückweisung zur weiteren Abklärung der Frage, ob sich der Vorzustand durch den Unfall richtunggebend verschlimmert hat, oder ob der Status quo sine bis spätestens Ende März 2007 erreicht war, kann indessen abgesehen werden, wenn davon auszugehen ist, dass die Kniebeschwerden keinen Einfluss auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit haben, was nachfolgend zu prüfen ist.