Citation: 4A_165/2020 E. 2.3.2

2.3.2. Mit diesen Voraussetzungen setzt sich die Beschwerde nicht rechtsgenüglich auseinander. Der blosse Hinweis auf vereinzelte Literaturmeinungen reicht dazu nicht aus. Denn an den von der Beschwerdeführerin zitierten Stellen wird lediglich ausgeführt, die Beschränkung der Kognition nach Art. 98 BGG solle verhindern, dass sich das Bundesgericht in derselben Angelegenheit mehrmals mit identischen Fragen befassen müsse. Die Beschränkung der Kognition sei daher nur gerechtfertigt, wo eine spätere Überprüfung der Anordnung durch das Bundesgericht unter dem Rügespektrum der Art. 95-97 BGG gewährleistet sei (FELLMANN, a.a.O., N. 44e zu Art. 158 ZPO; SCHWEIZER, a.a.O., S. 29 f.). Damit wird jedoch nur einer der Aspekte angesprochen, mit denen im Gesetzgebungsverfahren die Kognitionsbeschränkung nach Art. 98 BGG begründet wurde. Namentlich auf den Aspekt, dass keine Ausweitung der Prüfungsbefugnis des Bundesgerichts hinsichtlich vorsorglicher Massnahmen erfolgen sollte, wird nicht eingegangen. Bei Schaffung des BGG war die eidgenössische Zivilprozessordnung indessen bereits in Entstehung begriffen (Botschaft BGG BBl 2001 4221 Ziff. 1.3.1 und 4311 Ziff. 4.1.3.1 zu Art. 71 Abs. 2 E-BGG). Deren Einführung (vor Inkrafttreten der ZPO unterstanden die vorsorglichen Massnahmen weitgehend kantonalem Recht; vgl. zum Unterschied zwischen einer vorsorglichen Beweisabnahme nach kantonalem Recht und Art. 367 Abs. 2 OR: BGE 96 II 266 E. 1 S. 268) sowie die mit dem BGG einhergehenden Änderungen (der Anwendungsbereich der eidgenössischen Berufung, die für Bundesrecht eine freie Prüfung erlaubte, war - mit Ausnahme der tieferen Streitwertgrenze - enger als derjenige einer heutigen Beschwerde in Zivilsachen; vgl. BGE 127 III 474 E. 1a S. 475 f. mit Hinweisen sowie BGE 96 II 266 E. 1 S. 269) hätten im Vergleich zum bisherigen Recht aber zu einer Ausweitung der Prüfungsbefugnis geführt, wenn man Art. 98 BGG im Sinne der von der Beschwerdeführerin zitierten Lehrmeinungen verstehen wollte. Auf diesen Aspekt geht die Beschwerde nicht ein und erscheint insoweit in Bezug auf die Voraussetzungen für eine Änderung der Rechtsprechung als nicht hinreichend begründet.