Citation: 9C_558/2013 E. 3.2.2

3.2.2. Was die Beschwerdegegnerin gegen die Anrechnung der indexierten Unterhaltsbeiträge vorbringt, hält nicht Stand. Dass sich - nach jahrelanger Unterlassung entsprechender Massnahmen - die Indexierung der Unterhaltsbeiträge mittlerweile kaum oder gar nicht mehr durchsetzen lässt, ist Folge des Verzichts und schliesst nicht die Annahme eines solchen aus. Weiter ist, auch wenn die Beschwerdeführerin bereits im Zeitpunkt der Scheidung unter ernsthaften gesundheitlichen Beeinträchtigungen gelitten haben sollte, eine Urteils- und Handlungsunfähigkeit im Sinne von Art. 16 und 17 ZGB erst im Zusammenhang mit der 2005 errichteten Vormundschaft aktenkundig; die Untätigkeit betreffend Indexanpassung ist ihr daher anzurechnen. Zudem ist der Verzicht auf Indexanpassungen nicht erst im Nachhinein inadäquat zur Gegenleistung des geschiedenen Ehemannes geworden: Wäre - entgegen der vorinstanzlichen Annahme - von einem einmaligen, 1982 auf Lebenszeit erfolgten Verzicht auszugehen, ist die zeitlich absehbare Wochenendbetreuung des Sohnes dazu nicht adäquat; ist hingegen ein fortlaufender, faktischer Verzicht nach Volljährigkeit des Sohnes anzunehmen, fehlt es überhaupt an einer Gegenleistung. Schliesslich liegt in der Anrechnung des Verzichtseinkommens keine Unverhältnismässigkeit, ist sie doch gesetzlich vorgesehen und entspricht ihre Dauer jener des Anspruchs, auf den verzichtet wurde.