Citation: 8C_553/2017 E. 2.2.2

2.2.2. Art. 17 Abs. 1 ATSG bezieht sich in erster Linie auf die Neufestsetzung des Rentenanspruchs für die Zukunft, indessen ist im invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren bei der erstmaligen Rentenfestsetzung bereits in diesem Zeitpunkt den davor eingetretenen Tatsachenänderungen Rechnung zu tragen. Auch diese rückwirkende (abgestufte und/oder befristete) Rentenzusprechung unterwirft die Praxis dem Revisionsrecht nach Art. 17 ATSG, was bedeutet, dass sich die rückwirkend festgelegten Invaliditätsgrade auf entsprechende Tatsachenänderungen stützen müssen (vgl. MEYER/REICHMUTH, Rechtsprechung zum Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Aufl. 2014, S. 423 mit Hinweisen). Nichts anderes hat zu gelten, wenn die versicherte Person nach abgelehntem Anspruch auf Invalidenrente der obligatorischen Unfallversicherung einen Rückfall meldet, aufgrund dessen eine revisionsrechtlich erhebliche Veränderung des unfallbedingten Gesundheitszustands seit der letzten rechtskräftigen Verfügung oder dem letzten rechtskräftigen Einspracheentscheid geltend gemacht wird (vgl. RUMO-JUNGO/HOLZER, Rechtsprechung zum Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl. 2012, S. 156 mit Hinweis auf RKUV 1994 Nr. U 189 S. 138, U 119/92 E. 3a).