Citation: 5A_464/2015 E. 2.4

2.4. Der Standpunkt des Beschwerdeführers ist unbegründet. Der Beschwerdeführer stützt sich in erster Linie auf einen Satz in Absatz 4 seiner Eingabe ("Deshalb wird von klägerischer Seite bis der neue Kautionsbetrag unter Berücksichtigung der oberwähnten Anerkennungen und der Problematik der Gesamtbeträge unter einer Geschäftsnummer berechnet sein wird, vorerst eine Akontozahlung von CHF 200'000.-- an die Gerichtskasse leisten"). Diesem kann nicht mit letzter Klarheit entnommen werden, bis wann er die Summe von Fr. 200'000.-- zu zahlen gedachte und was das Verhältnis dieser Absichtserklärung zu den - nicht klar auseinander gehaltenen - Sistierungsgesuchen (hinsichtlich der Kollokationsklagen) und Fristerstreckungsgesuchen (hinsichtlich der Zahlung der Sicherstellungen) sein soll. Aus dem 7. Absatz seiner Eingabe ergibt sich dann jedoch vom Wortlaut her unmissverständlich, dass der Betrag von Fr. 200'000.-- von allen Sistierungs- oder Fristerstreckungsgesuchen ausgeschlossen sein sollte ("Eine solche Sistierung oder Fristerstreckung würde auch sämtliche gegebenenfalls noch zu leistenden Kautionen [natürlich mit Ausnahme der erwähnten CHF 200'000.--] beinhalten."). Nach Treu und Glauben durfte das Kantonsgericht davon ausgehen, dass dieser klare Wortlaut des 7. Absatzes den Sinn des Beantragten treffend wiedergibt und die Eingabe nicht so zu verstehen ist, wie sie der Beschwerdeführer nunmehr verstanden wissen will. Wie das Obergericht zu Recht erwogen hat, wäre nicht mehr klar gewesen, bis wann die Akontozahlung zu leisten wäre, wenn man der nunmehr vom Beschwerdeführer vertretenen Interpretation seiner Eingabe folgen würde. Der Beschwerdeführer stellt sich als Endpunkt der Zahlungsfrist zwar den Zeitpunkt vor, zu dem die Sicherstellungen neu berechnet worden wären. Dies läuft aber darauf hinaus, dass er den Zahlungszeitpunkt (innerhalb der von ihm gewünschten Suspendierungszeit bis 31. Dezember 2014) frei hätte bestimmen können. Den Zeitpunkt der Neuberechnung oder der diesbezüglichen Verfügung hätte er nämlich selber zum Voraus gar nicht genau kennen können, da es sich dabei um eine Handlung des Gerichts gehandelt hätte. Durch die Behauptung, immer noch Vergleichsverhandlungen über weitere Klageanerkennungen zu führen, hätte er zudem die Neuberechnung hinauszögern können. Nach Erlass der Verfügung über die Neuberechnung hätte er schliesslich auch einfach den neuen Gesamtbetrag bezahlen können. Bereits das Obergericht hat festgehalten, dass er somit gar nicht verpflichtet gewesen wäre, eine Akontozahlung zu leisten, weil er damit bis zur Neuberechnung hätte zuwarten und erst dann die gesamte Kaution auf einmal hätte zahlen können. Es ist zwar nicht ausgeschlossen, dass der Beschwerdeführer diese ungewöhnliche und umständliche Regelung tatsächlich gewollt hat. Er hat sie aber im Wortlaut seiner Eingabe vom 26. September 2014 nicht ausgedrückt. Den Sinn einer solchen Regelung kann der Beschwerdeführer zudem auch vor Bundesgericht nicht überzeugend erklären: Er tönt an, dass er die Summe von Fr. 200'000.-- offenbar vor dem 30. September 2014 zur Verfügung hatte und demnach auch hätte zahlen können (unten E. 2.5.1). Wieso er dies dann nicht einfach gemacht hat und stattdessen eine nicht genauer bestimmte Zeit zuwarten wollte, leuchtet nicht ein. Es leuchtet auch deswegen nicht ein, weil er bereits in der Eingabe vom 26. September 2014 behauptet hatte, die offerierte Akontozahlung solle die Zahlungsbereitschaft signalisieren und klarstellen, dass es mit dem Sistierungsantrag nicht darum gehen könne, die Verfahren oder die Kautionsleistung zu verzögern (Absatz 4). Seine Zahlungsbereitschaft hätte er aber am deutlichsten dadurch ausdrücken können, dass er den offenbar vorhandenen Betrag sofort zahlt. Der in Absatz 7 verwendete Begriff "Ausnahme" bedeutet also, dass der Betrag von Fr. 200'000.-- vom Fristerstreckungsantrag ausgenommen sein soll. Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers sagt der Begriff in diesem Kontext nicht aus, dass der Betrag von Fr. 200'000.-- vom Antrag zwar grundsätzlich erfasst sein soll, vom (unklaren) Endzeitpunkt der Fristerstreckung aber dann doch nicht, und zwar in dem Sinne, dass der Beschwerdeführer anbiete, zu irgendeinem (ebenfalls unklaren) früheren Zeitpunkt zu zahlen. Der vom Sinngehalt her eher dunkle Absatz 4, auf den sich der Beschwerdeführer primär stützt, muss im Lichte des klaren Absatzes 7 gelesen werden. Es bleibt demnach dabei, dass das Kantonsgericht zu Recht angenommen hat, dass der Beschwerdeführer den Betrag von Fr. 200'000.-- von seinen Gesuchen ausnehme, d.h. die Frist bis 30. September 2014 einzuhalten gedenke, und dass er nicht eine unnötig komplizierte Regelung wünsche, deren Sinn nicht klar zutage tritt und die sich nicht deutlich aus dem Wortlaut seiner Eingabe ergibt. Der Beschwerdeführer hat damit im Ergebnis bloss die Fristerstreckung für den Betrag von Fr. 181'460.-- beantragt. Dass dieser Betrag in der Eingabe vom 26. September 2014 nicht ausdrücklich genannt wird - wie der Beschwerdeführer als Sachverhaltsrüge vorbringt - spielt keine Rolle, denn er ergibt sich aus der Subtraktion der ausgenommenen Akontozahlung von Fr. 200'000.-- von der Gesamtkaution von Fr. 381'460.--. Wie schon vor Obergericht beruft sich der Beschwerdeführer schliesslich auf ein Versehen: Statt "Ausnahme" habe er "Anrechnung" schreiben wollen. Dabei setzt er sich weder mit der vorinstanzlichen Erwägung auseinander, dass dies keinen Sinn ergebe, noch geht er darauf ein, dass er diesfalls auf die Verfügung vom 1. Oktober 2014 hätte reagieren müssen, wo der Betrag von Fr. 200'000.-- ausdrücklich von der Abnahme der Frist zur Sicherheitsleistung ausgenommen wurde.