Citation: I 374/01 26.11.2001 E. 4

4. Auflage, Bern et al. 2000, S. 366, welche im Index für den Begriff "psychosomatische Störung" - je nach Ausgestaltung - auf die somatoformen Störungen nach F45. 0, F45. 9 und F45. 1 verweist). Solche Störungen werden jedoch klarerweise verneint. Der Bericht beruht auf einer kurzen, aber allseitigen psychiatrischen Untersuchung, berücksichtigt die geklagten Beschwerden und ist in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden, wobei zu berücksichtigen ist, dass der untersuchende Arzt schon den Ehemann der Beschwerdeführerin behandelt hat und deswegen die Familiengeschichte gut kennt. Die Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen Situation durch Dr. med. R.________ leuchtet ein, wie auch der Bericht begründete Schlussfolgerungen aufweist. Da die inhaltlichen Vorgaben an einen Arztbericht erfüllt sind, kann auf die Äusserungen des Dr. med. R.________ abgestellt werden; daran ändert auch die Kürze des Berichtes nichts, denn wo - wie hier - nach Ansicht des Experten klarerweise keine psychischen Störungen vorliegen, erübrigen sich lange Ausführungen. Für den Beweiswert ist ebenfalls nicht schädlich, dass der Psychiater im Bericht festhält, er könne mit dem Begriff der funktionellen Überlagerung nicht viel anfangen, weil es sich dabei - entgegen der Aussage in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde - insofern nicht um einen anerkannten Begriff der ärztlichen Fachkunde handelt, als dieser Terminus so nicht in der Internationalen Klassifikation psychischer Störungen aufgeführt ist. Es spricht vielmehr für Dr. med. R.________, wenn er sich an die üblichen deskriptiven Formulierungen hält. Dazu steht auch nicht im Widerspruch, dass er am Schluss seiner Ausführungen das Vorliegen einer funktionellen Überlagerung verneint, da es seine Aufgabe war, zu dieser in Fachkreisen umstrittenen, aber nichtsdestotrotz häufig verwendeten Bezeichnung eines unspezifischen Beschwerdebildes Stellung zu beziehen. c) Für die somatische Seite der geklagten Beschwerden hat das kantonale Gericht auf das Gutachten des Dr. med. T.________ vom 1. April 1999 abgestellt und eine Arbeitsfähigkeit für wechselbelastende, leichte Tätigkeiten angenommen. Eine praxisgemäss freie, pflichtgemässe und umfassende Beweiswürdigung (BGE 125 V 352 Erw. 3a) zeigt allerdings gewisse Mängel dieser Expertise auf: aa) Es ist zweifelhaft, ob dieser Bericht in voller Kenntnis der Vorakten erstellt worden ist, da weder der Bericht des Hausarztes Dr. med. S.________ vom 7. März 1998 noch der Bericht des Dr. med. G.________ vom 18. September 1998 zuhanden der Krankenkasse erwähnt und behandelt werden. Eine Expertise hat jedoch derart von der eigenen Einschätzung abweichende Befunde zu diskutieren, um umfassend und überzeugend zu sein. bb) Die Expertise berücksichtigt die Computertomographie des Spitals Z.________ von Februar 1997 ungenügend, da die im Kurzbericht der Rheuma-Abteilung des Spitals Z.________ vom 25. September 1997 an den Hausarzt Dr. med. S.________ erwähnten "degenerativen LWS-Veränderungen" nicht diskutiert werden. cc) Dr. med. T.________ schätzt die Magnetresonanzuntersuchung vom 22. Februar 1999 durch das Spital Z.________ falsch ein: während die Computertomographie der Röntgendiagnostik und Nuklearmedizin des Spitals J.________ am 16. Dezember 1997 noch eine ausgeprägte Osteochondrose ergeben hatte, zeigte die Magnetresonanzuntersuchung vom 22. Februar 1999 eine hochgradige Osteochondrose und es wurde von einem progredienten Gesamtverlauf gesprochen. Damit ist - entgegen der Annahme im Gutachten - im Rahmen des rechtlich massgebenden Sachverhalts ein neu zu berücksichtigender Aspekt aufgetaucht. dd) Schliesslich sind die Schlussfolgerungen des Experten teilweise widersprüchlich, da er einerseits nur Arbeiten ohne Manipulation schwerer Gewichte und ohne Verharren in einer bestimmten Körperposition während längerer Zeit für möglich erachtet, aber auf der anderen Seite die Tätigkeit als Raumpflegerin zu 66 % als möglich einschätzt - diese Tätigkeit beinhaltet jedoch gerade die Manipulation schwerer Gewichte (z.B. mit Wasser gefüllte Eimer) und das Verharren in bestimmten Positionen während längerer Zeit (z.B. Abstauben an unzugänglichen Stellen). ee) Damit kann für die körperlichen Beschwerden nicht auf das Gutachten des Dr. med. T.________ abgestellt werden; die Verwaltung wird in dieser Hinsicht eine neue Expertise einzuholen haben. d) Die Beschwerdeführerin beantragt ein Gutachten einer unabhängigen Gutachterstelle, da die Gutachten der Dres. med. T.________ und R.________ mangelhaft seien und ein multiples Beschwerdebild vorliege, das nur interdisziplinär behandelt werden könne. Wie in Erw. 2b und c hievor ausgeführt, ist der Bericht des Psychiaters Dr. med. R.________ nicht zu beanstanden, während das Gutachten des Dr. med. T.________ nicht in jeder Hinsicht zu überzeugen vermag. Damit ist die psychiatrische Seite des Beschwerdebildes genügend abgeklärt, sodass nur noch die somatische Seite der Beschwerden zu untersuchen ist. Zu diesem Zweck ist eine Untersuchung durch einen Spezialarzt oder ein Spital ausreichend. Nach Einholen dieser Expertise wird es Aufgabe des Arztes der IV-Stelle sein, die Synthese der eingehenden Untersuchungen zu erarbeiten. e) Über den Antrag der Versicherten auf Abklärung in einer beruflichen Abklärungsstelle der Invalidenversicherung (BEFAS) wird die IV-Stelle nach Eingang des ausstehenden Gutachtens zu befinden haben.