Citation: 1C_900/2013 E. 2.3

2.3. Art. 25a RPG Abs. 1-3 stellt Mindestanforderungen an die materielle und formelle Koordination, wenn die Errichtung oder die Änderung einer Baute oder Anlage Verfügungen mehrerer Behörden erfordert. Diese Grundsätze sind auf das Nutzungsplanverfahren sinngemäss anwendbar (Abs. 4). Vorliegend ist fraglich, was als "eine Anlage" i.S.v. Art. 25a RPG zu betrachten ist. Die Bachkorrektur im Bereich des neuen Kreisels ist einerseits für das Strassenbauvorhaben erforderlich; andererseits ist sie Teil des aus Gründen des Hochwasserschutzes gebotenen Ausbaus des Dorfbachs. Das Vorhaben weist daher einen engen Bezug zu zwei Projekten auf, die ansonsten als separate Projekte mit unterschiedlichen Bau- und Kostenträgern zu qualifizieren wären. Die kantonalen Behörden unterteilten deshalb das Vorhaben "Bachausbau" in zwei Etappen: die erste Etappe (Dorfbachdurchlass Kreisel Zentrum) wurde in das Strassenbauprojekt integriert, während die zweite Etappe als Wasserbauprojekt konzipiert und getrennt aufgelegt wurde. Dieses Vorgehen hat zur Folge, dass der Kanton die gesamten Kosten der Bachverlegung und -korrektur im Bereich des Strassenprojekts trägt und insofern keine Perimeterkosten für die Anrainer anfallen; zudem werden zumindest im Bereich des geplanten Kreisels die Grundstücke nicht zweimal (für den Strassenbau und dann für den Bachausbau), sondern nur einmal aufgegraben. Insofern entsteht der Beschwerdeführerin durch die Teilintegration des Bachausbaus in das Strassenprojekt kein Nachteil.