Citation: 1B_339/2022 E. 3.2

3.2. Zusammengefasst erwog die Vorinstanz, vorbehältlich einer abweichenden Anordnung der Verfahrensleitung komme der Revision gemäss Art. 387 i.V.m. Art. 410 ff. StPO von Gesetzes wegen keine aufschiebende Wirkung zu. Beim Entscheid über die ausnahmsweise Erteilung der aufschiebenden Wirkung seien im Rahmen einer summarischen Prüfung insbesondere die Erfolgsaussichten des Revisionsbegehrens sowie die Folgen einer sich nachträglich (im Falle der Gutheissung der Revision) als ungerechtfertigt erweisenden Vollstreckung des angefochtenen Entscheids zu berücksichtigen. Vorliegend gingen die dem Revisionsgesuch neu beigelegten Unterlagen (SMS-Ausdrucke mutmasslicher Drohungen seitens des verurteilten Mittäters D.________; Geldflussrechnungen der vom Beschwerdeführer geführten Unternehmen) und die damit einhergehenden Vorbringen (Abhängigkeitsverhältnis zu D.________, Beziehungen zur PVS seien für den Beschwerdeführer ein Verlustgeschäft gewesen, Zurückbehaltung von Informationen zum Schutz des Sohnes) bei summarischer Prüfung nicht über eine abweichende Beweiswürdigung hinaus, die bereits auf dem ordentlichen Rechtsweg hätte geltend gemacht werden können. So sei insbesondere die Frage des Verhältnisses zwischen dem Beschwerdeführer und D.________ und die damit einhergehende Rollenverteilung bei den betrügerischen Geschäften bereits im ordentlichen Strafvefahren von zentraler Bedeutung gewesen. Dabei habe das Obergericht nach umfassender Beweiswürdigung namentlich die These, wonach D.________ dem Beschwerdeführer intellektuell überlegen und die dominierende Figur hinter den betrügerischen Machenschaften gewesen sei, ausdrücklich verworfen. Weiter sei im Strafurteil vom 14. November 2019 auch bereits berücksichtigt worden, dass das Aussageverhalten des Beschwerdeführers möglicherweise dem Schutze seines Sohnes dienen könnte. Wieso der Schutz des Sohnes nun kein Thema mehr sein soll, werde nicht begründet und sei auch nicht nachvollziehbar. Weiter gehe aus den dem Revisionsgesuch beigelegten Unterlagen vorderhand nicht hervor, inwiefern die Geschäftsbeziehungen der dem Beschwerdeführer gehörenden Unternehmen zur PVS für diese ein Verlustgeschäft gewesen sein sollen. Die neu eingereichten SMS-Nachrichten von D.________ enthielten zudem lediglich pauschale Bemerkungen, die prima vista nicht als Drohungen gedeutet werden könnten. Eine vorläufige Prüfung der Prozessaussichten führe bei dieser Sachlage deshalb zum Ergebnis, dass die im Revisionsgesuch geltend gemachte Argumentation insgesamt wenig schlüssig erscheine und ein Erfolg der angestrebten Revision als unwahrscheinlich zu taxieren sei, weshalb der Antrag auf Erteilung der aufschiebenden Wirkung abzuweisen sei.