Citation: 1C_224/2016 E. 2.4

2.4. Unbestritten und auch unbestreitbar ist, dass die Fahrt vom Neujahr unter Alkohol- und Drogeneinfluss vor dem Hintergrund des unter E. 2.2 dargestellten automobilistischen Leumunds Zweifel an der Fahreignung des Beschwerdeführers erweckt. Dieser leidet nach seiner eigenen Darstellung an einer verkehrsmedizinisch relevanten Kokainsucht (Beschwerde N. 14). Keineswegs fest steht dagegen, dass die Fahreignung ausschliesslich durch eine allfällige Alkohol- und/oder Drogensucht beeinträchtigt wird, was durch eine verkehrsmedizinische Untersuchung zu klären ist. Es ist nicht auszuschliessen, dass beim Beschwerdeführer auch charakterliche Mängel vorliegen, die ihn unabhängig von einer allfälligen Suchterkrankung dazu verleiten könnten, die Wirkung von Drogen und Alkohol auf seine Leistungsfähigkeit zu bagatellisieren und sich in fahrunfähigem Zustand ans Steuer zu setzen; der Beschwerdeführer bietet möglicherweise keine Gewähr dafür, den Konsum von Alkohol und Drogen und die Teilnahme am motorisierten Strassenverkehr zuverlässig zu trennen. Die Anordnung einer verkehrsmedizinischen und einer verkehrspsychologischen Untersuchung zur Abklärung beider Aspekte ist offensichtlich nicht willkürlich. Sinnvoll wäre es allenfalls, mit der letzteren zuzuwarten, bis die Fahreignung aus medizinischer Sicht bejaht werden kann. Dies wird wegen der bei Drogensucht regelmässig auferlegten Abstinenzverpflichtung frühestens in einigen Monaten der Fall sein, zu einem Zeitpunkt, in welchem eine umgehend durchgeführte verkehrspsychologische Begutachtung möglicherweise nicht mehr ausreichend aktuell wäre. Keine Rolle spielt, ob der Beschwerdeführer mit dem Auto an die Silvesterparty fuhr und dort Drogen und Alkohol konsumierte im Bewusstsein, sich anschliessend wieder ans Steuer zu setzen, oder ob er - wie er behauptet - sich zu Fuss dorthin begab und erst später, als er wegen der Wirkung von Drogen und Alkohol nicht mehr (voll) zurechnungsfähig war, von seinen Kollegen zum Autofahren überredet wurde. So oder anders gibt der Vorfall vom Neujahr Anlass zu Zweifeln an seiner Fahrfähigkeit, die den vorsorglichen Entzug des Führerausweises rechtfertigen, bis sie unter allen Aspekten gutachterlich bestätigt oder verworfen werden. Selbstverständlich sind die genauen Umstände der umstrittenen Fahrt bzw. deren unmittelbare Vorgeschichte für den weiteren Verlauf des Administrativ-, aber insbesondere des Strafverfahrens von erheblicher Bedeutung; für die Anordnung des vorsorglichen Entzugs brauchten sie dagegen noch nicht abschliessend geklärt zu werden.