Citation: 5A_875/2017 E. 3.2

3.2. Der Beschwerdeführer verweist auf die Bedeutung des Kindeswohls für die Ausgestaltung des persönlichen Verkehrs. Eine Verweigerung des persönlichen Verkehrs setze jedenfalls voraus, dass einer bestehenden Kindeswohlgefährdung nicht durch andere geeignete Massnahmen begegnet werden könne (Grundsatz der Verhältnismässigkeit). Entgegen der Ansicht des Obergerichts sei nicht alles unternommen worden, um den Rechten von Vater und Tochter Nachachtung zu verschaffen. Insbesondere hätten der Beschwerdegegnerin schon früher Weisungen erteilt und sie unter Strafandrohung zur Kooperation angehalten werden sollen. Nur wenn dies erfolgt wäre, könnte heute auch beurteilt werden, ob der Ablehnung des Vaters durch die Tochter - diese habe ihren Ursprung ohnehin in der Haltung der Mutter - entgegengewirkt werden könne. Nicht einzusehen sei sodann, inwieweit die vom Beschwerdeführer beantragten begleiteten Besuchskontakte der Tochter mehr schaden sollten als die verfügten Erinnerungskontakte, welche nach Ansicht des Obergerichts unproblematisch seien. Ganz im Gegenteil sei zu erwarten, dass das enge Setting der Erinnerungskontakte für ein siebenjähriges Mädchen anstrengender und herausfordernder sei als ungezwungene Kontakte im Rahmen eines begleiteten Besuchskontakts, bei dem anfänglich auch die Mutter zugegen sein könne. Die Erinnerungskontakte würden sich denn auch nicht wesentlich von den beantragten Besuchskontakten unterscheiden; jedenfalls müsse die Mutter zur Kooperation gezwungen bzw. davon überzeugt werden, zu kooperieren. Unklar sei weiter, ob der Tochter tatsächlich nur alle drei Monate ein Treffen zumutbar sei. Da seit drei Jahren kein Kontakt stattgefunden habe, wisse man dies nicht. Dem Umstellungsbedarf der Beteiligten werde mit Sicherheit auch mit dem vom Beschwerdeführer beantragten Kontaktrhythmus Rechnung getragen. Ohnehin würden die Erinnerungskontakte einzig dazu dienen, eine theoretische Chance zur Wiederaufnahme der Eltern-Kind-Beziehung aufrechtzuerhalten. Die Erwartung, dass die Kontakte tatsächlich wieder aufgenommen werden könnten, sei damit nicht verbunden. Dies stehe in einem klaren Widerspruch zum erklärten Ziel des angefochtenen Entscheids, den Kind-Vater-Kontakt wieder in einem normalen Rahmen zu ermöglichen. Anstatt eine Wiederannäherung zuzulassen, erschwere das vorgeschlagene Setting die Möglichkeit, die negativen Assoziationen zum Vater abzubauen. Die bestehende Blockierung werde damit zementiert. Angesichts der Verweigerungshaltung der Mutter jedenfalls richtig sei aber die erfolgte Strafandrohung. Die Beschwerdegegnerin wirft dem Beschwerdeführer vor, nicht auszuführen, was seiner Meinung nach ansonsten noch für Massnahmen hätten getroffen werden können. Ohnehin seien mehrere Anläufe begleiteter Besuche sowie eine Mediation gescheitert. Der Beschwerdeführer suche die Schuld an der Situation bei allen anderen, nicht aber bei sich. Tatsächlich sei es die Tochter, die ihn ablehne, und zwar trotz aller gegenteiliger Motivationsversuche durch die Beschwerdegegnerin. Es gehe um das Kindeswohl und ein Kontakt zur Tochter könne nicht erzwungen werden. Ein Kontaktrecht des Beschwerdeführers rechtfertige sich nach all dem Vorgefallenen nicht mehr. Mit seinem Vorschlag missachte der Beschwerdeführer sodann alle Empfehlungen der Fachpersonen und beweise seine fehlende Einsicht. Alles in allem habe die Vorinstanz mit ihrem Entscheid kein geltendes Recht verletzt, selbst wenn die Anordnung der Erinnerungskontakte dem Gutachten widerspreche.