Citation: 5A_53/2020 E. 3.6.1

3.6.1. Der vorliegende Widerspruchsprozess ist ein Bestandteil (Zwischenverfahren) des Vollstreckungsverfahrens (BGE 57 III 12 E. 2 [S. 18]) : Gegenstand ist einzig die Abklärung, ob ein bestimmter Gegenstand in die Zwangsvollstreckung gegen den Schuldner einbezogen wird oder nicht (E. 3.5.1). Das Verfahren ergibt sich gerade aus der Inanspruchnahme von Zwangsmitteln bei der Pfändung bzw. Verarrestierung (vgl. KREN KOSTKIEWICZ, a.a.O.). Der enge Konnex zum Vollstreckungsverfahren wird nicht dadurch aufgehoben, dass bei der Klage des betreibenden Gläubigers der zu pfändende Gegenstand im Gewahrsam des Dritten bzw. seine Berechtigung an der zu pfändenden Forderung wahrscheinlicher ist als jene des Schuldners (vgl. Art. 108 Abs. 1 SchKG). Grund dafür ist, dass eine Widerspruchsklage gegen einen im Ausland domizilierten Dritten nur denkbar ist, wenn er über pfändbare Vermögenswerte in der Schweiz verfügt, worunter auch Forderungen gegen einen Drittschuldner mit Wohnsitz in der Schweiz (wie Guthaben bei einer Bank in der Schweiz) gehören (BGE 31 I 198 E. 3; 140 III 512 E. 3.2). Zutreffend hat die Vorinstanz darauf hingewiesen, dass die Pfändung von im Ausland gelegenen Vermögenswerten nicht möglich ist (vgl. BGE 41 III 291 E. 1; 140 III 512 E. 3.1). Die Belegenheit ermöglicht erst den Vollstreckungsbeschlag. Damit wird der vollstreckungsrechtliche Bezug genügend gewahrt (BRUNNER/REUTTER/SCHÖNMANN/TALBOT, Kollokations- und Widerspruchsklagen, 3. Aufl. 2019, S. 100).