Citation: 2C_312/2018 E. 4.2.3

4.2.3. Der Beschwerdeführer unterlässt es - entgegen seiner Begründungs- und Mitwirkungspflicht - darzulegen, inwiefern ihm persönlich eine konkrete Gefahr im Norden Iraks drohen würde. Er stammt aus Dohuk und würde nur über Bagdad einreisen müssen um in den Norden Iraks gelangen zu können. Im Übrigen sind heute die Flughäfen im Nordirak (Erbil & Suleymaniah) wieder direkt anfliegbar. Der Beschwerdeführer hat sich bereits von Ende November 2013 bis Ende Dezember 2014 dort aufgehalten und in den Reihen der "Peschmerga"-Truppen gekämpft. Angehörige von ihm halten sich noch im kurdischen Norden des Iraks auf, womit er dort nicht ohne Beziehungsnetz wäre. Die Verhältnisse im Nordirak sind ihm im Hinblick auf seinen freiwilligen Aufenthalt im Jahr 2014 nicht unbekannt. Zwar behauptet er, von den "Peschmerga" verfolgt zu werden und allenfalls wieder Dienst leisten zu müssen, doch belegt er dies nicht weiter. Er begnügt sich diesbezüglich mit Behauptungen, ohne diese auch nur ansatzweise glaubhaft zu machen bzw. sie konkret auf ihn und seine Situation bezogen zu begründen. Dasselbe gilt bezüglich des Hinweises, bei einer Rückkehr eine Blutrache befürchten zu müssen. Der Beschwerdeführer substanziiert diese Gefahr nicht; er erklärt nicht, wie es zu dieser Fehde gekommen sein soll und worum es dabei geht. In seiner Replik weist der Beschwerdeführer neu darauf hin, dass gegen ihn ein Haftbefehl wegen Mordes bestehe; er könne in der Provinz Kurdistan-Irak nicht mit einem fairen Verfahren rechnen, zudem drohe ihm eine drakonische Strafe. Es erstaunt, dass der Beschwerdeführer dies erstmals in seiner Eingabe vom 3. Mai 2018 geltend macht und den Haftbefehl im Haftverfahren bisher nie erwähnt hat. Zwar reicht er eine Kopie des Haftbefehls vom 10. Dezember 2014 ein, dessen Echtheit jedoch nicht erstellt ist. Seine Einwände sind auch diesbezüglich nicht derart konkretisiert (Umstände, Zeitpunkt und Ort der Tat), dass sie durch den Haftrichter in seinem Verfahren bezüglich der Sicherstellung des Vollzugs der Wegweisung hätten geprüft werden können und müssen. In seiner Stellungnahme legt der Beschwerdeführer mit keinem Wort dar, wie und unter welchen Umständen er in den Besitz des Haftbefehls gekommen ist und warum er ihn erst jetzt einreicht. Es kann unter diesen Umständen nicht gesagt werden, dass der Wegweisungsentscheid als offensichtlich unzulässig zu gelten hätte und dessen Vollzug nicht mit einer Ausschaffungshaft sichergestellt werden dürfte (vgl. HUGI YAR, a.a.O., N. 10.28 mit Hinweisen).