Citation: 4A_350/2020 E. 4.3.2

4.3.2. Die Vorinstanz begründete ausführlich und schlüssig, weshalb sie (nur) mit Bezug auf ein pharmazeutisches Produkt von einer Minderbestellmenge ausging und der Beschwerdegegnerin unter diesem Titel eine Forderung in erwähnter Höhe zusprach. Was die Beschwerdeführerinnen dagegen vorbringen, belegt weder Willkür in der Sachverhaltsfeststellung und Beweiswürdigung noch sonst eine Verletzung von Bundesrecht. Zunächst ist es unter Willkürgesichtspunkten nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz die zu beziehenden Mengen in Übereinstimmung mit der Behauptung der Beschwerdegegnerin über die gesamte Vertragsperiode von knapp drei Jahren ermittelte und nicht, wie die Beschwerdeführerinnen vorbrachten, pro Kalenderjahr. Die vorinstanzliche Begründung hierfür ist nachvollziehbar. Sodann irren die Beschwerdeführerinnen, wenn sie aus dieser Berechnungsmethode sowie dem Umstand, dass die Vorinstanz für das Jahr 2017 gestützt auf den "forecast" von einer Bestellmenge von 15'000 ml. des Produkts "X.________" ausging, ableiten wollen, demnach sei für die Berechnung des Vertragsschadens von der entsprechenden Liefermenge auszugehen. Es ist unbestritten, dass die Beschwerdeführerinnen in ihren Rechtsschriften mit Bezug auf das Jahr 2017 lediglich die Bestellung von 12'000 ml. des Produkt "X.________" behauptet hatten. Wenn die Vorinstanz sie darauf behaftete, ist dies mit Blick auf die Behauptungs- und Substanziierungslast nach Art. 55 Abs. 1 ZPO nicht zu beanstanden und stellt keinen überspitzten Formalismus dar. Daran ändert nichts, dass die Beschwerdeführerinnen insgesamt eine Bestellmenge von 43'482 ml. geltend machten, und die Vorinstanz für die Berechnung der Mindermenge den gesamten Vertragszeitraum als massgebend bezeichnete. Dennoch durfte sie gestützt auf die Behauptungen der Beschwerdeführerinnen selbst für 2017 lediglich 12'000 ml. des Produkts "X.________" berücksichtigen, zumal sie nicht über die jeweiligen (Teil) vorbringen der Parteien hinausgehen darf (zur detaillierten Behauptungs- und Substanziierungslast vgl. Urteil 4A_323/2019 vom 24. April 2020 E. 3.4 mit Hinweisen). Eine insoweit willkürliche Sachverhaltsfeststellung und Beweiswürdigung liegt, entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerinnen, nicht vor. Soweit die Beschwerdeführerinnen geltend machen, die Vorinstanz habe ihnen mit Bezug auf das Bestelljahr 2015 zu Unrecht die Beweislast hinsichtlich einer bestellten Menge von 16'485 ml. "X.________" auferlegt, da dies der von der Beschwerdegegnerin selbst verfassten Übersicht entspreche und somit unbestritten sei, ist unerfindlich, was sie aus der behaupteten Rechtsverletzung für sich ableiten wollen. Die Vorinstanz äussert sich hierzu soweit ersichtlich nicht. Dass ihre Mengenberechnung deshalb willkürlich wäre, ist nicht erkennbar. Auch leuchtet nicht ein, dass die Zusprechung einer Vertragsstrafe durch die Vorinstanz stossend sein soll, weil die Beschwerdegegnerin insgesamt weit weniger "X.________" geliefert habe als bestellt. Die Beschwerdeführerinnen behaupten denn auch zu Recht nicht, dass in diesem Verhalten der Gegenpartei ein Verzicht auf vertragliche Ansprüche zu erblicken wäre. Ebenso wenig bringen sie rechtsgenügend vor, dass sie die Beschwerdegegnerin vertragskonform gemahnt hätten oder weshalb deren Beharren auf der Vertragsstrafe trotz Minderlieferung rechtsmissbäuchlich sein soll. Sie können daher aus diesen Umständen nichts für sich ableiten.