Citation: 5P.76/2002 14.11.2002 E. 3

Aus denselben Überlegungen scheitert auch die weitere Rüge, das Kassationsgericht habe gegen die Rechtsgleichheit verstossen. Die Rechtsgleichheit ist verletzt, wenn Gleiches nicht nach Massgabe seiner Gleichheit gleich oder Ungleiches nicht nach Massgabe seiner Ungleichheit ungleich behandelt wird; dieser Massstab gilt grundsätzlich auch bei Rechtsänderungen (BGE 122 II 113 E. 2b S. 118). Die von der Beschwerdeführerin zur Untermauerung ihrer These herangezogenen Entscheide betreffen allesamt Fälle, in denen die Scheidungsklage wegen Gesetzesänderung abgewiesen werden musste. Hier verhält es sich aber gerade anders, weil das Gericht nicht eine Scheidungsklage abgewiesen, sondern im Gegenteil dem gemeinsamen Scheidungsbegehren der Gatten entsprochen hat und im Sinne dieses Antrages aktiv geworden ist. Ein Verstoss gegen den Gleichheitssatz liegt nicht vor.