Citation: I 112/07 25.01.2008 E. 5

5.1 Die aufgrund von medizinischen Untersuchungen gerichtlich festgestellte Arbeits(un)fähigkeit ist eine Entscheidung über eine Tatfrage. Dazu gehört auch die Prüfung, in welchem Umfang eine versicherte Person vom funktionellen Leistungsvermögen und vom Vorhandensein bzw. von der Verfügbarkeit psychischer Ressourcen her eine (Rest-) Arbeitsfähigkeit aufweist und ihr die Ausübung entsprechend profilierter Tätigkeiten zumutbar ist, es sei denn, andere als medizinische Gründe stünden der Bejahung der Zumutbarkeit im Einzelfall in invalidenversicherungsrechtlich erheblicher Weise entgegen. Soweit hingegen die Beurteilung der Zumutbarkeit von Arbeitsleistungen auf die allgemeine Lebenserfahrung gestützt wird, geht es um eine frei überprüfbare Rechtsfrage (BGE 132 V 393 E. 3.2 S. 398). 5.2 Soweit die Vorinstanz die Eingliederungsfähigkeit von Tetraplegikern generell bejaht und sich dabei auf die in den Berichten und Angaben der Fachpersonen der Institution O.________ (Berichte vom 28. Juni 2001, 22. Juli 2002, 6. Juni 2003 und 13. Juli 2004; Schlussbericht vom 28. Juni 2005; Zeugenbefragung des Herrn F.________ vom 3. Oktober 2005) und in den Stellungnahmen der RAD-Ärztin Dr. med. B.________ (vom 28. Juli 2005 und 11. April 2006) enthaltenen allgemeinen Erfahrungswerte stützt, ist der angefochtene Entscheid somit frei überprüfbar. Dem Versicherten ist darin zuzustimmen, dass generelle Aussagen zur beruflichen Wiedereingliederung von Tetraplegikern in Anbetracht der spezifischen Einschränkungen im Einzelfall schwierig sind. Auch kann die Wiedereingliederung nicht als problemlos bezeichnet werden, zumal diese nur einem Teil der Querschnittgelähmten gelingt. Immerhin entspricht es aber der mehrjährigen Erfahrung von Fachpersonen, dass ungefähr ein Drittel der Behinderten nach entsprechender Umschulung in der freien Wirtschaft platziert werden kann. In der auch vom Versicherten besuchten Institution O.________ war der Wiedereingliederungserfolg unlängst sogar höher: Von den Absolventen im Jahre 2005 konnten sieben von neun Personen eingegliedert werden (Zeugenbefragung des Herrn F.________ vom 3. Oktober 2006). Dass es in der jüngeren Vergangenheit tendenziell mehr Behinderten gelingt, ins Erwerbsleben zurückzukehren, bestätigt auch der Bericht zur Beruflichen Wiedereingliederung des Instituts für Berufsbildung (IBF) am Schweizer Paraplegiker-Zentrum Nottwil (5/04; abrufbar unter http://www.spv.ch/publikationen/merkblaetter [Website besucht am 13. Januar 2008]). Daraus geht hervor, dass in den letzten Jahren bei 95 % aller frisch verunfallten Personen nach Beendigung der Erstrehabilitation konkrete Anschlusslösungen eingeleitet wurden und dieser Anteil in den Jahren 2002 und 2003 sogar auf 98 % gesteigert werden konnte (vgl. auch Karl Emmenegger, Berufliche Wiedereingliederung von Querschnittgelähmten - das Modell des IBF, in: Managed Care 2/2004, S. 18 ff., insbesondere S. 20). Selbst wenn das Einleiten einer konkreten "Anschlusslösung" noch nicht bedeutet, dass allen diesen Behinderten auch tatsächlich eine dauerhafte Eingliederung auf dem freien Arbeitsmarkt gelang, ist mit der Vorinstanz festzuhalten, dass die Eingliederungsfähigkeit von Tetraplegikern jedenfalls nicht generell verneint werden kann.