Citation: U 221/04 07.04.2005 E. A

A.a S.________, geboren 1960, war als Bauarbeiter bei der Firma L.________ AG, angestellt und bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen sowie Berufskrankheiten versichert. Am 30. Januar 1993 stürzte er beim Skifahren und zog sich eine leichte Läsion des medialen Seitenbandes des linken Kniegelenks sowie eine Distorsion des linken oberen Sprunggelenks (OSG) zu. Am 23. Oktober 1993 fiel er beim Hochdruck-Waschen einer Unterlagsbodenpumpe auf den Rücken sowie den Hinterkopf und war während einiger Minuten bewusstlos. Im Spital I.________, wo er sich bis 3. November 1993 aufhielt, wurden eine Commotio cerebri, eine toxische Reizung des Gehörgangs und des Trommelfells links (durch Zement) sowie eine am fünften Tag der Hospitalisation aufgetretene akute Lumbalgie diagnostiziert. Der behandelnde Arzt Dr. med. J.________, Arzt für Allgemeine Medizin, bestätigte eine Arbeitsfähigkeit von 50 % ab 15. November 1993 und 100 % ab 6. Dezember 1993. Nach zwei weiteren Unfallereignissen vom 2. September 1994 und 20. Juli 1995, welche den rechten Arm und die rechte Hand bzw. den rechten Arm und das linke Handgelenk betrafen, kam es am 15. Mai 1996 zu einem erneuten Unfall, wobei der Versicherte laut Unfallmeldung vom 21. Mai 1996 beim Tragen einer schweren Kiste über am Boden liegende Gegenstände stolperte und mit dem Becken aufschlug. Im Arztzeugnis UVG des Dr. med. J.________ vom 30. Mai 1996 wird das Ereignis vom 15. Mai 1996 demgegenüber als "Hebetrauma bei der Arbeit" bezeichnet und ein weiterer Unfall vom 17. Mai 1996 mit akuter Blockierung des linken IIliosakralgelenkes (ISG) erwähnt. Danach ist der Versicherte beim Tragen einer Motorsäge auf abschüssigem Gelände im Wald ausgeglitten, wobei es beim Auffangen des Sturzes zu stichartigen Schmerzen in der linken Gesässgegend kam. Ab 10. Juni 1996 bestand wieder volle Arbeitsfähigkeit. Am 3. Dezember 1996 meldete der Arbeitgeber, S.________ sei am 2. Dezember 1996 beim Tragen eines Zementsackes auf einem Schnee-/Sandgemisch ausgerutscht und auf die linke Körperseite gestürzt. Dr. med. J.________ stellte eine Zerrung der Glutealmuskulatur links fest und zog eine traumatische Diskushernie L5/S1 in Betracht. Eine MRI-Untersuchung der Lendenwirbelsäule (LWS) im Spital N.________ ergab indessen keine Hinweise für eine traumatische Läsion. Während die LWS und das ISG zunächst indolent waren (Bericht Dr. med. J.________ vom 5. Dezember 1996), kam es in der Folge zu einem akuten ISG-Syndrom, welches trotz intensiver physiotherapeutischer und chiropraktischer Behandlung nicht gebessert werden konnte. Wegen Beschwerden im Bereich des linken Hüftgelenks wurden weitere diagnostische und therapeutische Massnahmen durchgeführt. Die Poliklinik für Hüftchirurgie des Spitals E.________ schloss am 5. August 1998 auf eine Impingement-Symptomatik der linken Hüfte mit Labrumläsion, wobei mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Trauma nicht die Ursache, sondern der Auslöser der Beschwerden sei. Die Orthopädische Klinik des Spitals T.________ diagnostizierte eine Labrumpathologie links bei beginnender Coxarthrose und vertrat die Auffassung, die Impingement-Symptomatik sei heute gering und vermöge das massive Beschwerdebild mit Arbeitsunfähigkeit nicht hinreichend zu erklären (Untersuchung vom 16. März 1999). Am 30. April 1999 berichtete Dr. med. R.________, Arzt für Allgemeine Medizin, der Versicherte sei am 29. Oktober 1998 von einem Anhänger, den er an ein Fahrzeug ankoppeln wollte, von hinten an der linken Beckenseite erfasst und gegen die Rückseite des Fahrzeuges gedrückt worden. Er habe daher wieder zu 100 % arbeitsunfähig geschrieben werden müssen. Der Kreisarzt der SUVA Dr. med. K.________ gelangte am 26. Mai 1999 zum Schluss, spätestens aufgrund der Untersuchung vom 16. März 1999 im Spital T.________ sei davon auszugehen, dass den bestehenden Beschwerden und der Arbeitsunfähigkeit die Hüftgelenksaffektion zugrunde liege, welche nicht unfallbedingt sei. Mit Verfügung vom 11. Juni 1999 schloss die SUVA den Fall per 14. Juni 1999 mit der Feststellung ab, dass die Hüftbeschwerden krankheitsbedingt seien. Die dagegen erhobene Einsprache, mit welcher S.________ geltend machte, die heutigen Beschwerden seien im Anschluss an den Unfall vom 23. Oktober 1996 aufgetreten, wies sie mit Einspracheentscheid vom 16. September 1999 ab. A.b In Gutheissung der gegen den Einspracheentscheid eingereichten Beschwerde hob das Verwaltungsgericht des Kantons Bern den angefochtenen Entscheid auf und wies die Sache an die SUVA zurück, damit sie zur Unfallkausalität der Beschwerden ein medizinisches Gutachten einhole und hierauf über den Leistungsanspruch neu verfüge. Dabei berücksichtigte das Gericht, dass sich der Versicherte am 23. Januar 2001 in der Klinik O.________ einer Totalprothesen-Operation der linken Hüfte unterzogen hatte (Entscheid vom 4. September 2001). A.c Nachdem die SUVA Kenntnis davon erhalten hatte, dass im Anschluss an die Hüftoperation auf Veranlassung von Dr. med. R.________ und Dr. med. O.________, Facharzt für orthopädische Chirurgie, eine stationäre Abklärung durch Prof. Dr. med. G.________, Chefarzt der Klinik für Orthopädische Chirurgie am Spital A.________, vorgesehen war, unterbreitete sie dem Gutachter am 8. Oktober 2001 Ergänzungsfragen. Gestützt auf das am 21. November 2001 erstattete Gutachten lehnte sie die Ausrichtung von Leistungen über den 14. Juni 1999 hinaus ab (Verfügung vom 30. Mai 2002). Daran hielt sie mit Einspracheentscheid vom 29. Januar 2003 fest, wobei sie ergänzend feststellte, aufgrund eines in der Zwischenzeit eingegangenen Berichts des Spital E.________ sei davon auszugehen, dass der Versicherte an einer psychischen Alteration leide. Dafür habe die SUVA nicht aufzukommen, da es jedenfalls an einem adäquaten Kausalzusammenhang mit den Unfallereignissen fehle.