Citation: 2P.137/2004 19.10.2004 E. 4.3

4.3.1 Die Beschwerdeführerin macht geltend, es verstosse gegen das Willkürverbot, dass der Regierungsrat die Bewertung ihrer ersten Aufgabe nicht verbessert habe. Der Umstand, dass die von der Prüfungskommission vorgenommene Korrektur des Pfandbegehrens fehlerhaft sei (vgl. E. 3.2.1), hätte ohne weiteres zu einer höheren Benotung führen müssen. Bei der fünften Aufgabe habe der Regierungsrat denn auch ihre Note darum von 4 auf (maximal) 5 verbessert, weil die Korrektur fehlerhaft gewesen sei. Diese Rüge ist unbegründet: Es ist keineswegs unhaltbar, wenn sich nicht jede Verringerung der Fehlerquote direkt in einer Erhöhung der entsprechenden Note niederschlägt. Dies gilt umso mehr, wenn die fehlerhafte Korrektur der Examinatoren - wie hier - einen ausdrücklich nur schwach bzw. gar nicht gewichteten Teil der Aufgabe (vgl. E. 4.2.2) betrifft. Aus dem Umstand, dass der Regierungsrat bei der fünften Aufgabe eine Erhöhung der Note für angezeigt hielt, ergibt sich nichts anderes; es ist weder dargetan noch ersichtlich, wieso in beiden Fällen zwingend gleich zu verfahren wäre. Mithin verstösst es nicht gegen die Verfassung, wenn der Regierungsrat das Vorliegen eines qualifizierten Ermessensfehlers bei der Bewertung der ersten Aufgabe verneint hat. 4.3.2 Am Gesagten ändert nichts, dass der Regierungsrat in den Korrekturbemerkungen der Prüfungskommission neben der fehlerhaften Korrektur des Pfandbegehrens noch weitere kleinere Unstimmigkeiten bemerkt hat: Aus den Erwägungen des Beschlusses vom 24. September 2003 ergibt sich klar, dass er die Lösung der Beschwerdeführerin zur ersten Aufgabe einer Gesamtbetrachtung unterzogen hat. Er verglich sie zudem mit jenen der übrigen Kandidaten und kam dabei zum Schluss, dass die Prüfungskommission ihr Ermessen nicht rechtswidrig ausgeübt habe. Die Kritik der Beschwerdeführerin, die verschiedenen Mängel seien in unzulässiger Art und Weise je für sich alleine für unwesentlich beurteilt und nie gesamthaft betrachtet worden (vgl. auch oben E. 3.2.2), ist damit unbegründet. 4.3.3 Ähnliche, ebenfalls unbegründete Rügen erhebt die Beschwerdeführerin bezüglich der Bewertung der dritten Aufgabe, doch kann aufgrund der insoweit klaren Erwägungen des Regierungsrats (vgl. oben E. 3.4.2) keine Rede von einer "Summe von unzutreffenden Korrekturen" sein. 4.4 Das Willkürverbot sieht die Beschwerdeführerin weiter insoweit verletzt, als der Regierungsrat mit der Prüfungskommission die Regelung, welche sie für die im Erbvertrag der zweiten Aufgabe geforderte Abgeltung eines Wohnrechts gewählt hat, als "zu rudimentär" bezeichnete; die betreffende Abgeltung hätte nicht umfassender definiert werden können, als sie dies getan habe. Eine Verletzung von Art. 9 BV kann insoweit jedoch bereits deshalb ausgeschlossen werden, weil die Lösung der Beschwerdeführerin - worauf in den Korrekturbemerkungen der Prüfungskommission hingewiesen wird - weder Angaben zum verwendeten Kapitalisierungssatz noch zur Lebenserwartung des Betroffenen enthält. 4.5 Bezüglich der sechsten Aufgabe (vgl. oben E. 3.6) hat der Regierungsrat festgehalten, die Lösung, welche die Beschwerdeführerin für die Bestellung des Schiedsgerichts vorgesehen habe, dürfe zu keinem Notenabzug führen. Weil die Prüfungskommission jedoch nur bemängelt habe, die Regelung sei "unüblich", ohne sie als falsch zu bezeichnen, sei davon auszugehen, dass diese Frage die Bewertung nicht stark beeinflusst habe; er sah sich deshalb zu keiner Korrektur der Benotung veranlasst. Diese Auslegung der Korrekturbemerkungen mag zwar etwas gewagt erscheinen, ist aber entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin nicht geradezu unhaltbar. Unbegründet ist ferner die Rüge, es verstosse gegen das Willkürverbot, wenn der Regierungsrat die Aufzählung der im "Konsortialvertrag" zu regelnden Elemente als nicht abschliessend betrachtet habe: Die betreffende Formulierung der Aufgabe lässt sich ohne weiteres im Sinne der kantonalen Behörden verstehen.