Citation: 2C_369/2018 E. 2.2

2.2. Anhang I FZA vermittelt in diesen Fällen kein Aufenthaltsrecht des getrennt lebenden Ehegatten mehr, so dass diese Situation an sich nicht mehr im Anwendungsbereich des FZA und dessen Art. 2 liegt. Bei den weitergehenden landesrechtlichen Ansprüchen nach Art. 50 AuG handelt es sich aber um solche, die aus dem früheren Familienleben abgeleitet werden und insofern noch einen Bezug zum freizügigkeitsrechtlichen Familiennachzug aufweisen, aufgrund dessen der Aufenthalt ursprünglich bewilligt wurde. Es geht gewissermassen um Nachwirkungen des Familiennachzugsanspruchs des EU-Angehörigen. Auch wenn für die früheren Ehegatten kein freizügigkeitsrechtlicher Aufenthaltsanspruch mehr besteht, rechtfertigt es sich daher, Art. 2 FZA auf solche Situationen anzuwenden und in diesem Sinne die ehemaligen Ehegatten von EU-Angehörigen gleich zu behandeln wie die ehemaligen Ehegatten von Schweizer Bürgern, mithin Art. 50 AuG auch dann anzuwenden, wenn der Ex-Ehegatte nur eine Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA und nicht eine Niederlassungsbewilligung besass. Indessen ist der Anwendungsbereich von Art. 2 FZA in jedem Fall abhängig von einem Aufenthaltsanspruch des EU-angehörigen Ex-Gatten; hat dieser kein Anwesenheitsrecht in der Schweiz mehr, entfällt logischerweise auch das Diskriminierungsverbot für die Regelung seiner familiären Beziehungen (BGE 144 II 1 E. 4.7 S. 10 f.). Angesichts dessen, dass die vom Beschwerdeführer getrennt lebende Ehefrau deutscher Staatsangehörigkeit gemäss der Aktenlage im Zeitpunkt des angefochtenen Urteils über eine EU/EFTA-Aufenthaltsbewilligung verfügte, ist nachfolgend zu prüfen, ob dem Beschwerdeführer rügegemäss ein Anspruch auf Verlängerung seiner Aufenthaltsbewilligung gestützt auf Art. 50 Abs. 1 lit. a AuG zusteht.