Citation: 1C_330/2021 E. 3.2

3.2. Anders als die meisten Kantone kennt der Kanton Zürich kein förmliches Einspracheverfahren (vgl. § 315 Abs. 3 des Planungs- und Baugesetzes des Kantons Zürich vom 7. September 1975 (PBG/ZH; LS 700.1). Das Rekursrecht der Nachbarn hängt nur (aber immerhin) davon ab, dass sie rechtzeitig die Zustellung des baurechtlichen Entscheids verlangen (§§ 315 ff. PBG/ZH). Mit ihrem Begehren um Zustellung des baurechtlichen Entscheids können die Nachbarn bereits Einwendungen gegen ein Bauvorhaben erheben, müssen aber nicht (vgl. Urteil 1C_53/2013 vom 7. Mai 2013 E. 5.3; FRITZE/BÖSCH/ WIPF/KUNZ, Zürcher Planungs- und Baurecht, Bd. 1, 6. Aufl. 2019, Ziff. 6.7.7.1, S. 401). Diese kantonalrechtliche Gesetzeskonzeption führt dazu, dass die Gewährung des rechtlichen Gehörs und die Begründung eines Bauentscheids zum Teil in das Rekursverfahren verlagert werden (vgl. Urteile 1C_115/2018 vom 22. Oktober 2018 E. 2.4; 1C_53/2013 vom 7. Mai 2013 E. 5.3). Die (vollständige) Begründung eines Bauentscheids durch die Gemeinde kann somit auch erst im Verfahren vor dem Baurekursgericht - aber spätestens dann - erfolgen, was gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zum zürcherischen Baubewilligungsverfahren mit Art. 29 Abs. 1 und Abs. 2 BV vereinbar ist (vgl. Urteile 1C_466/2019 vom 31. August 2020 E. 3.2; 1C_617/2018 vom 24. Juni 2019 E. 4.2; 1C_53/2013 vom 7. Mai 2013 E. 5).