Citation: U 500/05 27.03.2006 E. 4

4.1 Uneinig sind sich die Parteien hinsichtlich der Interpretation der gutachterlichen Ausführungen zur Kausalität und einer eventuellen unfallbedingten weiteren Behandlungsnotwendigkeit. Vorinstanz und Beschwerdegegnerin halten dafür, dass die auslegungsbedürftige Antwort der Experten "Der Status quo ante ist mit dem Abschluss der Begutachtung bzw. der empfohlenen stationären Rehabilitation erreicht", so zu interpretieren ist, wie die Gutachter es in ihrer Erläuterung vom 12. Januar 2004 ausführen, nämlich, dass der Status quo ante mit dem Abschluss der empfohlenen stationären Rehabilitation mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erreicht werden dürfte. Dementsprechend kam das kantonale Gericht in Gutheissung der Beschwerde zur Erkenntnis, die Beschwerdeführerin habe Kostengutsprache für eine stationäre Rehabilitation zu leisten und über die (weitere) Leistungspflicht gestützt auf die (anlässlich des Rehabilitationsaufenthaltes vorzunehmende) Abschlussbeurteilung neu zu entscheiden. 4.2 Unbestritten ist, dass die Beschwerdegegnerin im Unfallzeitpunkt an einem erheblichen Vorzustand litt, für dessen erwerbliche Folgen sie eine Viertelsrente der Invalidenversicherung bezog. Da es sich dabei unter anderem um degenerative Veränderungen der Wirbelsäule handelte, stellt sich bei der Beurteilung der Leistungspflicht der Unfallversicherung beziehungsweise der Kausalität von festgestellten Gesundheitsschäden mit einem versicherten Unfall weniger die Frage, ob der Status quo ante, als vielmehr, ob der Status quo sine erreicht ist. Diesbezüglich gibt das Gutachten vom 12. August 2003 eindeutige Antworten. So wird bereits in der Gesamtbeurteilung ausgeführt, die Spontanschmerzen im Bereich des Sacrums hätten sich unter der durchgeführten Behandlung vollständig zurückgebildet. Der Bandapparat in diesem Bereich sei nur noch leicht druckdolent. Hingegen persistierten die tieflumbalen Rückenschmerzen, welche auf aktivierte, mässige Spondylarthrosen am lumbosacralen Übergang sowie auf eine schwach ausgebildete Rumpfmuskulatur zurückzuführen seien. Auf die Frage nach dem ursächlichen Zusammenhang zwischen dem festgestellten Gesundheitsschaden und dem Unfall vom 28. Januar 2000 führen die Experten explizit aus, die tieflumbalen Rückenschmerzen seien nicht mehr auf das genannte Ereignis zurückzuführen. An diesem habe die Versicherte schon vor dem ersten Unfall im Jahre 1991 gelitten. Im Untersuchungszeitpunkt spielten nur noch unfallfremde Faktoren eine Rolle; durch den Sturz vom 28. Januar 2000 sei es zu einer vorübergehenden Verschlimmerung dieser vorbestehenden lumbalen Rückenschmerzen gekommen. Damit steht fest, dass der Status quo sine, also der Zustand, wie er auch ohne den Sturz auf das Steissbein bestanden hätte, spätestens im Zeitpunkt der letzten Untersuchung durch die Gutachter am 2. Juli 2003 erreicht war. Die nachfolgende Diskussion zwischen den Parteien drehte sich nur noch um den Status quo ante, also um die Frage, ob wieder der gleiche Gesundheitszustand vorliege, wie er vor dem 28. Januar 2000 bestanden habe (vgl. Erwägung 2 hievor). Deren Beantwortung ist aber für die Leistungpflicht der Unfallversicherung nicht mehr relevant, nachdem bereits feststeht, dass keine Folgen des Unfalles mehr vorliegen. Entgegen der Darstellung der Beschwerdegegnerin wurde diese unmissverständliche Aussage im Gutachten vom 12. August 2003 im Schreiben vom 12. Januar 2004 weder zurückgenommen noch präzisiert. Zusammenfassend kann auf das einleuchtende Gutachten vom 12. August 2003 abgestellt werden. Die Beschwerdeführerin hat ihre Leistungspflicht für einen Rehabilitationsaufenthalt daher zu Recht verneint.