Citation: 6B_372/2010 02.07.2010 E. 2

2.1 Der Beschwerdeführer bringt vor, sein Sohn sei auf der Fahrt vom 14. Juli 2008 nicht Fahrgast, sondern Mitglied der Fahrzeugbesatzung gewesen. Dieser habe den Transport aus Sicherheits- oder Betriebsgründen begleitet. Das Europäische Übereinkommen vom 30. September 1957 über die internationale Beförderung gefährlicher Güter auf der Strasse (ADR; SR 0.741.621) sehe kein Mindestalter für ein Mitglied der Fahrzeugbesatzung vor. Indem die Vorinstanz unter Hinweis auf das für die Erteilung des Führerausweises festgesetzte Mindestalter von 18 Jahren abstelle, ziehe sie einen unzulässigen Analogieschluss. Darüber hinaus sei ein Mindestalter von 18 Jahren unangemessen. Dass sein Sohn nicht in der Lage gewesen wäre, Notfallmassnahmen zu ergreifen, sei eine blosse und widersprüchliche Mutmassung. Die Mitfahrt sei eine nicht entlöhnte Freizeitbeschäftigung seines Sohnes, weshalb arbeitsrechtliche Bestimmungen nicht herangezogen werden dürften. Ob ein Mindestalter bei der Besatzung eines Fahrzeugs vorliegen müsse, würden die Verordnung vom 29. November 2002 über die Beförderung gefährlicher Güter auf der Strasse (SDR; SR 741.621) und das ADR abschliessend regeln (Beschwerde S. 7 ff.). 2.2 Die Vorinstanz erwägt, der Sohn des Beschwerdeführers sei grundsätzlich Teil der Fahrzeugbesatzung. Er sei auf seine Tätigkeit vorbereitet und mit den Sicherheitsvorschriften vertraut gewesen. Seine Aufgaben hätten darin bestanden, dem Beschwerdeführer beim Einweisen des Fahrzeugs zu helfen sowie gewisse Kabel einzustecken. Für diese Verrichtungen sei er kompetent gewesen. Deshalb sei davon auszugehen, dass er seinen Vater aus Sicherheits- oder Betriebsgründen begleitet habe. Hingegen sei er körperlich und geistig nicht in der Lage gewesen, Notfallmassnahmen zu ergreifen und die Feuerlöschgeräte zu bedienen. Mit Blick auf diese Tätigkeiten sei von einem Mindestalter von 18 Jahren auszugehen. Dass das Gerichtspräsidium Aarau in diesem Zusammenhang arbeitsrechtliche Bestimmungen heranziehe, sei nicht zu beanstanden (angefochtener Entscheid S. 5 ff.). 2.3 Gemäss Art. 1 Abs. 1 SDR ("Gegenstand und Geltungsbereich") regelt die SDR die Beförderung von gefährlichen Stoffen und Gegenständen (gefährliche Güter) mit Motorfahrzeugen und ihren Anhängern oder anderen Transportmitteln auf den für Motorfahrzeuge geöffneten Strassen. Nach Sinn und Zweck der Verordnung soll ein lückenloser Schutz im Umgang mit gefährlichen Gütern und deren Transport sichergestellt werden. Das erhellt auch daraus, dass die Strafbestimmungen (Art. 19 - 24 SDR) als abstrakte Gefährdungsdelikte ausgestaltet sind. Nach Art. 21 lit. c SDR wird mit Busse bestraft, wer unter anderem ein Fahrzeug mit gefährlichen Gütern führt und dabei das Verbot der Beförderung von Personen missachtet. Gemäss Art. 4 Abs. 1 SDR gelten für die Beförderung gefährlicher Güter auf der Strasse auch im nationalen Verkehr die Bestimmungen inkl. Anlagen des ADR. Dieses schreibt vor, dass abgesehen von den Mitgliedern der Fahrzeugbesatzung Fahrgäste in Beförderungseinheiten mit gefährlichen Gütern nicht befördert werden dürfen (Anlage B, Ziffer 8.3.1). Mitglied der Fahrzeugbesatzung ist der Fahrer oder jede andere Person, die den Fahrer aus Sicherheits-, Sicherungs-, Ausbildungs- oder Betriebsgründen begleitet (Anlage A, Ziffer 1.2.1).