Citation: 5A_667/2021 E. 4.2

4.2. Die Beschwerdeführerin sieht die Nichtigkeit der Abtretungsvereinbarung vom 14. September 2015 als Folge von diversen Verletzungen von Anwalts- und Standesrecht durch den Beschwerdegegner im Mandatsverhältnis gegenüber der Zedentin - namentlich von Art. 12 lit. a, c und e sowie Art. 12 BGFA. So habe der Beschwerdegegner mit der Abtretung zur Sicherung seiner Honorarforderung einen Interessenkonflikt geschaffen. Er habe es auch unterlassen, seine Klientin über die Bindungswirkung einer solchen Abtretung aufzuklären. Die Abtretung gefährde die wirtschaftliche Existenz der Klientin, binde sie über Gebühr und vereitle ihr jederzeitiges Widerrufsrecht. Eine Entbindung vom Anwaltsgeheimnis für die Geltendmachung der zedierten Forderung liege nicht vor. Schliesslich bestehe "der dringende Verdacht", dass die Abtretungsvereinbarung "eine verkappte, dissimulierte Erfolgshonorarvereinbarung" darstelle.