Citation: 4A_102/2017 E. 3.2

3.2. Am 9. Dezember 2010 habe die Beschwerdeführerin der Beschwerdegegnerin sodann aktuelle Bilder von der Feuchtigkeitssituation geschickt und gefragt, ob sie immer noch an "Schwitzwasser" glaube. Diese Bilder hätten bei der Beschwerdegegnerin offenbar zu einem Sinneswandel geführt, habe diese doch am selben Tag per E-Mail geantwortet, an "Schwitzwasser" glaube sie nicht - entweder sei der Keller tatsächlich undicht oder eine Wasserleitung sei schadhaft. Weiter habe die Beschwerdegegnerin festgehalten, die C.________ GmbH werde sich dieser Angelegenheit annehmen. Gleichentags habe sie die C.________ GmbH zur Abdichtung des Kellers und zur Mängelbeseitigung aufgefordert. Am 15. Dezember 2010 hätten Vertreter der C.________ GmbH, der D.________ GmbH und der Beschwerdegegnerin sowie der damalige Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin einen Augenschein des undichten Kellers vorgenommen. Der diesbezügliche Rapport von C.________ vom 16. Dezember 2010 halte fest, vierzehn Rohrdurchführungen in der Bodenplatte seien nicht mit den dafür vorgesehenen Dichtmanschetten versehen gewesen, das Fugenband sei erst (zu) spät in den frischen Beton eingetaucht worden und weder der Übergang zur Weissen Wanne noch der Wand-/Sohlenanschluss noch die Fensterelemente seien fachgerecht abgedichtet worden. Die C.________ GmbH habe für all dies nicht verantwortlich sein wollen. Zum weiteren Vorgehen heisse es im Rapport: "Es wurde vereinbart, dass sich die [Beschwerdegegnerin] um die Beseitigung der Undichtigkeiten kümmert. Witterungsbedingt ist zu erwarten, dass diese Arbeiten jedoch erst im Frühjahr 2011 ausgeführt werden können." Die Beschwerdegegnerin habe sich am 16. Dezember 2010 an die E.________ AG, welche die Bodenplatte erstellt habe, gewandt und die fehlenden Abdichtungen der Rohre und Bodendurchführungen bemängelt. Weiter habe sie festgehalten "Die Arbeiten sollen im März [2011] beginnen, wir melden aber schon heute Kosten an. [...] Wir werden uns zu gegebener Zeit wieder bei Ihnen melden." Eine Kopie dieser E-Mail habe sie der Beschwerdeführerin und deren damaligem Rechtsvertreter zukommen lassen. Per E-Mail vom 20. Januar 2011, 8.51 Uhr, habe die Beschwerdegegnerin die D.________ GmbH daran erinnert, dass diese ihr ein Angebot für die Abdichtungsarbeiten im Bereich der Vollwände habe zukommen lassen wollen, und habe sie erneut darum gebeten. Eine Kopie dieser E-Mail habe sie auch an den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin gesandt. Am 28. Januar 2011 habe sie sodann bei der D.________ GmbH nachgehakt. Diese habe geantwortet, die Beschwerdeführerin habe ihr bereits am 20. Januar 2011, 13.22 Uhr, eine E-Mail geschrieben und darin festgehalten, "Ich habe Kenntnis von dem Mail der [Beschwerdegegnerin] an Sie von heute Morgen via Anwalt (08:51 Uhr). Die [Beschwerdegegnerin] ist draussen, Sie müssen da keine Offerte zusenden. Gestern ging das Schreiben an die [Beschwerdegegnerin] raus - Wir sind federführend und nicht mehr [die Beschwerdegegnerin]". Daraufhin habe die Beschwerdegegnerin gegenüber der D.________ GmbH ungehalten reagiert: "Ich weiss nicht, was [die Beschwerdeführerin] glaubt, aber [S]ie kann sicherlich nicht die Sanierungsarbeiten nach ihren Vorstellungen durchführen lassen und uns die Rechnungen zusenden. So wird das sicherlich nicht laufen. Wir hatten vereinbart, mit den Sanierungsarbeiten bis März [2011] zu warten". Am 14. Februar 2011 habe die Beschwerdegegnerin die Beschwerdeführerin alsdann mit deren E-Mail vom 20. Januar 2011 an die D.________ GmbH konfrontiert und ihr mitgeteilt, damit habe sie, die Beschwerdeführerin, erklärt, dass eine bisher als geschuldet behauptete Nachbesserung durch die Beschwerdegegnerin nicht mehr gewünscht werde. Die Beschwerdeführerin habe sich anschliessend an dieses Schreiben nicht etwa von ihrer E-Mail distanziert, sondern sie habe sich nicht mehr dazu vernehmen lassen. In ihrem in der E-Mail erwähnten Schreiben vom 19. Januar 2011, das von ihrem damaligen Rechtsvertreter verfasst worden sei, habe sie zwar bloss "offeriert", anstelle der Nacherfüllung die Arbeiten durch Drittunternehmen auf Kosten der Beschwerdegegnerin ausführen zu lassen. Doch habe sie sich in diesem Zeitpunkt längst entschieden gehabt, ohne die Antwort der Beschwerdegegnerin abzuwarten, wie ihre E-Mail vom 20. Januar 2011 zeige.