Citation: 4A_100/2014 E. 3.2

3.2. Die Beschwerdeführerin stützt sich auf die Stellungnahmen eines Internisten, des Vertrauensarztes ihres Anwaltes, wonach es zu Verletzungen des Gallenweges nur bei komplizierten anatomischen Verhältnissen kommen könne, die im zu beurteilenden Fall nicht gegeben gewesen seien. Sie rügt, die Vorinstanz habe sich damit mit dem formalen Hinweis, es handle sich um ein Parteigutachten von einem Allgemeinpraktiker, inhaltlich nicht auseinandergesetzt. Ebenso sei die Vorinstanz nicht auf die Ausführungen der Beschwerdeführerin zur deutschen Lehre und Rechtsprechung eingegangen, welche die Durchtrennung der Gallenwege als Kunstfehler beurteilten. Für diese Auffassung beruft sich die Beschwerdeführerin auch auf ein Gutachten, das in einem von der Strafkammer des Obergerichts des Kantons Solothurn beurteilten Fall eingeholt wurde. In diesem Fall hatten die Ärzte den Gallenblaseneingang mit dem Hauptgallengang verwechselt. Die Ärzte hatten in diesem Fall trotz während der Operation aufgetretener Indizien, die für eine Verwechslung sprachen, und trotz Bedenken, ob sie den Gallengang richtig identifiziert hatten, statt die (in diesem Fall vorhandenen) ERPC-Bilder zu konsultieren oder eine interoperative Cholangiographie zu erstellen, als einzige Massnahme den Notfallarzt hinzugezogen, der die Gänge auch falsch identifizierte. Diese Massnahme erachteten die Gutachter als inadäquat. Die Beschwerdeführerin ist der Auffassung, die Vorinstanz hätte ihrem Antrag, bei einer der Personen, die dieses Gutachten verfasst hatten, auch für den hier zu beurteilenden Fall ein Gutachten einzuholen, stattgeben müssen ebenso wie dem Antrag auf Herausgabe der Stellungnahme des beratenden Arztes der "F.________ Versicherung". Das Gutachten, auf das die Vorinstanz abgestellt habe, sei in einem anderen Prozess erstellt worden. Die Beschwerdeführerin beziehungsweise ihrem Rechtsvertreter sei mithin keine Gelegenheit eingeräumt worden, sich zur Person des Gutachters zu äussern oder Ergänzungsfragen zu stellen. Insoweit sieht sie ihren Anspruch auf rechtliches Gehör als verletzt an.