Citation: U 94/99 21.01.2000 E. 4

4.- a) Ist die Unfallkausalität für die ursprünglichen Beschwerden, wie im vorliegenden Fall, einmal mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit nachgewiesen, entfällt die deswegen anerkannte Leistungspflicht des Unfallversicherers erst, wenn der Unfall nicht die natürliche und adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darstellt, wenn also letzterer nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht (Maurer, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, Bern 1985, S. 474). Dies trifft dann zu, wenn entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (status quo sine), erreicht ist (Morger, Zusammentreffen verschiedener Schadensursachen [Art. 36 UVG] in: Versicherungskurier 42/1987 S. 133). Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang (BGE 117 V 360 Erw. 4a und 376 Erw. 3a, je mit Hinweisen) muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalles genügt nicht (BGE 117 V 360 Erw. 4a und 376 Erw. 3a, 115 V 142 Erw. 8b mit Hinweisen). Da es sich hierbei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast - anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist - nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 329 Erw. 3b, 1992 Nr. U 142 S. 76 Erw. 4b). b) Ein Wegfall der Gesundheitseinschränkungen in der vorliegend massgeblichen Zeit (vgl. Erw. 1 hiervor) ist weder gestützt auf die Stellungnahmen des Kreisarztes vom 8. und 15. Dezember 1995 noch auf Grund des ZMB-Gutachtens vom 18. Dezember 1997 erstellt. In seinem neusten Bericht vom 20. Dezember 1996 meldete Dr. med. A.________ immerhin Zweifel an der fortbestehenden gänzlichen Arbeitsunfähigkeit an und äusserte den Verdacht auf eine teilweise psychische Überlagerung. Die Sache ist daher an die SUVA zurückzuweisen, damit sie vom Hausarzt nähere Auskünfte hinsichtlich des allfälligen Anteils der psychischen Leiden am Gesundheitsschaden sowie des Ausmasses der allfälligen Arbeitsunfähigkeit einhole. Sollte dieser keine präziseren Angaben machen können als bisher, wird für den massgeblichen Zeitraum vom Fortbestehen einer 100 %igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen sein, welche durch in natürlichem Kausalzusammenhang mit dem Unfall stehende gesundheitliche Störungen verursacht wird. Gestützt auf die Auskunft des Dr. med. A.________ wird die SUVA eine Adäquanzbeurteilung vorzunehmen und über den Taggeldanspruch für die Zeit nach dem 1. Januar 1996 neu zu verfügen haben. Dabei wird sie beachten müssen, dass die von den Ärzten angegebene, durch den Unfall verursachte Flexion/Hyperextension der HWS das Wesen des so genannten Schleudertraumas ausmacht. Falls sich bei der vorzunehmenden Abklärung herausstellt, dass die zum typischen Beschwerdebild eines Schleudertraumas der HWS gehörenden Beeinträchtigungen zwar teilweise gegeben sind, im Vergleich zu einer allenfalls vorliegenden ausgeprägten psychischen Problematik aber ganz in den Hintergrund treten, erfolgt die Beurteilung der Adäquanz unter dem Gesichtspunkt einer psychischen Fehlentwicklung nach Unfall gemäss den in BGE 115 V 140 Erw. 6c/aa festgelegten Grundsätzen (BGE 123 V 98); andernfalls ist anhand der Kriterien vorzugehen, wie sie in BGE 117 V 359 ff. entwickelt wurden.