Citation: I 150/03 30.09.2003 E. 3

Das kantonale Gericht vertrat die Auffassung, das Tätigkeitsspektrum des Versicherten bedürfe keiner weiteren Abklärung, da gestützt auf dessen Angaben gegenüber der HELSANA gemäss Bericht vom 10. Juni 2002 davon auszugehen sei, dass er in erheblichem Ausmass Bildschirmarbeiten zu verrichten habe und insbesondere bei CAD-Anwendungen (Computer Aided Design) auf räumliches Sehen angewiesen sei. Dagegen wendet das Beschwerde führende BSV ein, obwohl CAD-Programme dreidimensionale Eindrücke von körperlichen Gegenständen vermitteln könnten, würden solche mit Hilfe des Computers erzeugte Bilder auf dem Bildschirm zweidimensional dargestellt, weshalb zur Wahrnehmung dieser Darstellungen gerade kein räumliches Sehvermögen erforderlich sei. Der Versicherte sei nicht auf Binokularsehen angewiesen und auch der Blendeffekt habe keine wesentliche Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit zur Folge. Aus medizinischer Sicht habe die Indikation zur Durchführung der Kataraktoperation zweifellos bestanden. Zu prüfen ist demnach, ob gestützt auf die vorliegenden Akten die Frage nach der Notwendigkeit des Binokularsehens in Bezug auf die konkret ausgeübte Tätigkeit des Versicherten beantwortet werden kann. 3.1 Das Eidgenössische Versicherungsgericht präzisierte seine Rechtsprechung zur Übernahme der Kataraktoperation am zweiten Auge (vgl. AHI 2000 S. 294) im Urteil D. vom 24. Juli 2003 (I 29/02) dahingehend, dass die Staroperation am zweiten Auge (nach erfolgter Übernahme am ersten Auge) - bei Erfüllung der übrigen Voraussetzungen nach Art. 12 Abs. 1 IVG - nur dann als medizinische Eingliederungsmassnahme durch die Invalidenversicherung zu übernehmen ist, wenn aufgrund detaillierter Ermittlung der Tätigkeiten im Rahmen des ausgeübten Berufes für die visuell anspruchvollste dieser Tätigkeiten die Notwendigkeit des Binokularsehens aus augenärztlicher Sicht bejaht wird. In denjenigen Berufen, in welchen besondere medizinische Mindestanforderungen an die Sehfähigkeit ausdrücklich normiert sind, ist auf diese Visusgrenzwerte abzustellen, so dass sich in erwerblicher Hinsicht eine detaillierte Ermittlung der verschiedenen Tätigkeitsanteile erübrigt. 3.2 Den Akten ist nicht mit dem im Sozialversicherungsrecht geltenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 360 Erw. 5b, 125 V 195 Erw. 2, je mit Hinweisen) zu entnehmen, welche konkreten Tätigkeiten H.________ im Rahmen seiner Berufsausübung zu verrichten hat. Alle aktenkundigen Hinweise auf die einzelnen Aufgaben im Rahmen seiner Anstellung bei der Arbeitgeberin beruhen ausschliesslich auf seinen eigenen Beschreibungen gegenüber der HELSANA. Die Bystronic Laser AG äusserte sich bisher nicht zur Art der Beschäftigung. Unklar ist auch, ob - und gegebenenfalls in welchem Ausmass - der Versicherte einzelne Aufgaben an Mitarbeiter delegieren kann. Die Angaben des H.________ vom 10. Juni 2002, auf welche die Vorinstanz abstellte, bedürfen in dieser Hinsicht ergänzender Abklärungen. Die Verwaltung, an welche die Sache vorweg zu diesem Zweck zurückzuweisen ist, wird deshalb in geeigneter Form - z.B. durch Einholung eines Pflichtenheftes und Befragung der Arbeitgeberin - das Tätigkeitsspektrum des Versicherten abklären.