Citation: 1C_173/2022 E. 7.1

7.1. Gemäss Art. 22 Abs. 2 RPG werden Nutzungspläne überprüft und nötigenfalls angepasst, wenn sich die Verhältnisse erheblich geändert haben. Dabei ist in zeitlicher Hinsicht zu berücksichtigen, dass Bauzonen nach Ablauf des in Art. 15 lit. b RPG vorgesehenen Planungshorizonts von 15 Jahren grundsätzlich einer Überprüfung zu unterziehen und nötigenfalls anzupassen sind. Je näher eine Planungsrevision dieser Frist kommt, desto geringer ist das Vertrauen auf die Beständigkeit des Plans (BGE 140 II 25 E. 5.1 mit Hinweisen). So kommt der Planbeständigkeit nach Ablauf von 10 Jahren häufig kein grosses Gewicht mehr zu (PETER KARLEN, Stabilität und Wandel in der Zonenplanung, PBG-aktuell 4/1994, S. 14). Eine Zonenplanänderung fünf Jahre nach deren Festsetzung darf dagegen nicht allein auf eine gewandelte Einstellung der Bevölkerung gegenüber der Nutzung von nicht überbautem Land gestützt werden. Hierfür müssen gewichtige Gründe tatsächlicher oder rechtlicher Art gegeben sein (BGE 128 I 190 E. 4.2; Urteil 1A.167/2002 vom 14. Januar 2003 E. 3.7; je mit Hinweisen). Jedoch dürfen nach der Rechtsprechung offensichtliche Planungsfehler auch kurze Zeit nach Erlass eines Zonenplanes behoben werden, da den Behörden nicht zugemutet werden kann, mit der Behebung solcher Fehler ein Jahrzehnt oder noch länger zuzuwarten (Urteil P.347/1980 vom 15. Oktober 1980 E. 4, nicht publ. in BGE 106 Ia 329; bestätigt in den Urteilen 1A.139/1998 vom 8. April 1999 E. 5b; 1P.499/1994 vom 2. Februar 1995 E. 6b; vgl. auch BGE 121 I 245 E. 6a; Urteile 1A.56/1999 vom 31. März 2000 E. 4b; 1A.167/2002 vom 14. Januar 2003 E. 3.7.1 und 3.7.2). Ein Planungsfehler kann darin bestehen, dass eine Gemeinde ein Berggasthaus nicht der Kurzone zuwies, weil sie im Zeitpunkt des Erlasses des Zonenplans irrtümlich davon ausging, dieses Gasthaus dürfe auch erweitert werden, wenn es im übrigen Gemeindegebiet liege (Urteil P.347/1980 vom 15. Oktober 1980 E. 4, nicht publ. in BGE 106 Ia 329).