Citation: 5A_332/2024 E. 3

Vorab ist festzuhalten, dass sich der Beschwerdeführer nirgends zu Art. 61 Abs. 3 lit. b VRPG/BGE äussert und schon gar nicht darlegt, inwiefern diese Bestimmung willkürlich angewandt worden sein könnte. Bereits daran scheitert die Beschwerde. Der Beschwerdeführer behauptet vielmehr einzig eine Verletzung der persönlichen Freiheit nach Art. 10 Abs. 2 BV. Er macht geltend, bei einem Erziehungsfähigkeitsgutachten werde die Persönlichkeit der Eltern eingeschätzt und rigoros beurteilt. Dabei sei jeweils von "narzisstischen, zwangshaft anmutenden und akzentuierten Persönlichkeitszügen" und von "unterschwelliger Aggression" zu lesen, wie etwa im seinerzeitigen Gutachten vom 7. Mai 2015. Es sei wahrscheinlich, dass solche Aussagen auch im vorliegend angeordneten Gutachten erfolgen würden, zumal im obergerichtlichen Entscheid in Bezug auf seine Person von einem "höchst problematischen, renitenten und unkooperativen Verhalten des Beschwerdeführers gegenüber Behörden, Fachpersonen und Mitbeteiligten" die Rede sei. Mithin stehe bei der Begutachtung nicht primär das Kind im Fokus, sondern die Persönlichkeit der Eltern. Entsprechend werde unwiderruflich in das Grundrecht der persönlichen Freiheit eingegriffen, was einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil bedeute. Mit Art. 10 Abs. 2 BV macht der Beschwerdeführer zwar eine Verfassungsverletzung geltend. Indes läuft sein Vorbringen darauf hinaus, dass die Anordnung eines Erziehungsfähigkeitsgutachtens unabhängig von der konkreten Situation generell unstatthaft wäre, weil bei einem solchen zwangsläufig Grundrechte der Eltern tangiert sind. Dabei übersieht er, dass für die Anordnung eines Erziehungsfähigkeitsgutachtens (abgesehen vom vorliegend zur Anwendung gelangenden kantonalen Prozessrecht) mit Art. 314 Abs. 1 i.V.m. Art. 446 Abs. 2 ZGB bereits von Bundesrechts wegen eine gesetzliche Grundlage für die Einschränkung von Grundrechten im Sinn von Art. 36 Abs. 1 BV und im Übrigen gestützt auf Art. 314 Abs. 1 i.V.m. Art. 448 Abs. 1 ZGB auch eine Mitwirkungspflicht der Eltern bei der Erstellung des Gutachtens besteht. Vor diesem Hintergrund gehen die Ausführungen an der Sache vorbei und bleibt die Verfassungsrüge somit unsubstanziiert, denn im Weiteren begründet der Beschwerdeführer seine Rüge ausschliesslich mit dem (möglicherweise durchaus zutreffenden) Vorbringen, er werde im Gutachten nicht nur Schmeichelhaftes zu lesen bekommen. Darin liegt aber kein nicht wiedergutzumachender Nachteil im Sinn von Art. 61 Abs. 3 lit. b VRPG/BE. In Bezug auf die weitere obergerichtliche Erwägung, der Beschwerdeführer habe nie etwas gegen die ihm seit langem bekannten Gutachterinnen vorgebracht, hält der Beschwerdeführer fest, er habe am 5. März 2024 gegen diese ein Ausstandsbegehren gestellt, auf welches die KESB nicht eingetreten sei und wogegen er beim Obergericht eine separate, dort noch hängige Beschwerde erhoben habe. Allerdings leitet er daraus nichts in Bezug auf den angefochtenen Entscheid ab, sondern einzig, dass auch die Akten jenes Verfahrens beizuziehen seien.