Citation: 2C_417/2018 E. 4.2

4.2. Gemäss Art. 62 Abs. 1 lit. b AuG kann die zuständige Behörde Bewilligungen, ausgenommen die Niederlassungsbewilligung, und andere Verfügungen nach diesem Gesetz widerrufen, wenn die Ausländerin oder der Ausländer zu einer längerfristigen Freiheitsstrafe verurteilt wurde oder gegen sie eine strafrechtliche Massnahme im Sinne der Art. 59-61 oder 64 StGB angeordnet wurde. Als längerfristig im Sinne von Art. 62 Abs. 1 lit. b AuG gilt eine Freiheitsstrafe, wenn ihre Dauer ein Jahr überschreitet (BGE 137 II 297 E. 2.1 S. 299; 135 II 377 E. 4.2 und E. 4.5 S. 379 ff.). Dabei spielt es keine Rolle, ob die Strafe bedingt, teilbedingt oder unbedingt ausgesprochen wurde (BGE 139 I 16 E. 2.1 S. 18; 139 I 31 E. 2.1 S. 32). Aufgrund der Verurteilung vom 3. Juni 2015 zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von 22 Monaten erfüllt der Beschwerdeführer vorliegend ohne Weiteres den Widerrufsgrund von Art. 62 Abs. 1 lit. b AuG. Unbeachtlich in diesem Zusammenhang ist der Umstand, dass das einzige Opfer seine Ex-Ehefrau ist oder, dass die der Verurteilung zugrunde liegenden Taten teilweise im Ausland begangen wurden (vgl. Urteil 2C_641/2013 vom 17. Dezember 2013 E. 2.3 und 3.4.1). Ob der Widerruf der Aufenthaltsbewilligung rechtmässig ist, entscheidet sich aufgrund einer Verhältnismässigkeitsprüfung. Dies ergibt sich aus Art. 5 Abs. 2 BV und Art. 96 AuG sowie aus Art. 8 Abs. 2 EMRK und Art. 13 Abs. 1 i.V.m. Art. 36 Abs. 3 BV, soweit sich der Beschwerdeführer auf den Schutz seines Familienlebens beruft (vgl. E. 6 und 7 hiernach).