Citation: U 157/06 19.12.2006 E. 3

Es ist von folgendem Sachverhalt auszugehen: Der Beschwerdegegner litt u.a. an starken linksseitigen Unterbauchschmerzen (Status nach einer im September 2002 notfallmässig behandelten Sigmadivertikulitis perforata). Zur genauen Diagnose wurde am 20. August 2003 eine Abdominalsonographie durchgeführt. Diese ergab einen blanden Befund. Am 29. August 2003 wurden ileo-coloskopisch die Darmverhältnisse untersucht. Dabei wurde eine konzentrisch deutlich stenosierte narbige Anastomosenstriktur endeckt, die endoskopisch nicht durchquert werden konnte. Mittels Ballondilatation sollte die fragliche Stelle passierbar gemacht werden. Dazu führte der behandelnde Arzt Dr. med. M.________ in seinem Fax-Schreiben vom 29. August 2003 an den Hausarzt Dr. med. O.________ Folgendes aus: «Unter fluoroskopischer Kontrolle wird ein Ballonkatheter initial mit einem Durchmesser von 1,5 cm, anschliessend mit 1,6 cm Durchmesser eingeführt und mit 7 Bar während je zwei Minuten dilatiert. Bei der Dilatation mit dem zweiten Ballon kommt es zu einer Ballonruptur. Die Anastomose kann nun problemlos durchquert werden. (...) Ca. 15 Minuten nach durchgeführter Ballondilatation (...) starke linksseitige Unterbauchschmerzen (...), sodass wir den Patienten notfallmässig ins Spital Y.________ überweisen mussten. Es wird dort mittels Gastrografineinlauf nach einer allfälligen Perforation im Strikturbereich gesucht.» Für die Dilatation wurde zunächst ein Ballon des Typs «CRETM» eingesetzt. Da das Coloskop die Anastomosenstriktur auch nach dem zweiten Versuch weiterhin nicht durchqueren konnte, wurde ein Ballon vom Typ «Anastomotic 25/240» eingesetzt. Die erwähnten Modelle des selben Herstellers unterscheiden sich in Bezug auf Inflationsdruck und Durchmesser, für die sie ausgelegt sind (CRETM: 1,7 atm/21 mm, Anastomotic 25/240: 6,9 atm/15 oder 18 mm [1 atm=1,01325 Bar]). Der «Anastomotic 25/240» ist das Vorgängermodell des «CRETM» und wird gemäss Vorinstanz nicht mehr vertrieben. Im Schreiben vom 3. Februar 2004 an den Beschwerdegegner und seine Ehefrau hielt Dr. med. M.________ fest, der zulässige Inflationsdruck von 1,7 atm beim «Anastomotic 25/240» sei vermutlich überschritten worden, «da wir der Meinung waren, es handle sich um einen Ballon der neuen Generation, die für einen Druck bis zu 7 Bar ausgelegt sind».