Citation: 7B_287/2022 E. 4

Die Beschwerdeführerin ist der Ansicht, die Vorinstanz gehe zu Unrecht davon aus, dass der Tatbestand der Tätlichkeit nicht erfüllt sei. Eine rechtliche Einordnung des angezeigten Sachverhalts nimmt die Vorinstanz nur in Bezug auf den zweiten Vorfall vor, nachdem sie den ersten Vorfall in tatsächlicher Hinsicht als nicht erstellt erachtet. Dazu erwägt sie, inwiefern das körperliche Wohlbefinden der Beschwerdeführerin massgeblich beeinträchtigt gewesen sei, lasse sich vorliegend nicht hinreichend ersehen, zumal zu bedenken sei, dass bei "Tangierungen" im täglichen Leben eine gewisse Toleranzschwelle gelten müsse, um nicht jeden Partnerschaftsstreit in eine strafrechtliche Verurteilung münden zu lassen. Es falle zudem auf, dass die Folgen des Schlages für die Beschwerdeführerin in der Anklage mit keinem Wort umschrieben seien. Dies deute darauf hin, dass bereits die Anklägerin gewisse Schwierigkeiten bekundet habe, das Verhalten des Beschwerdegegners 2 als geeignet zu erachten, bei der Beschwerdeführerin strafrechtlich relevante Folgen zu bewirken. Darüber hinaus sei in subjektiver Hinsicht davon auszugehen, dass der Beschwerdegegner 2 die Beschwerdeführerin nicht tätlich habe angehen wollen, als er selbst sein Mobiltelefon hervorgezogen habe und dieses in der Folge mit jenem der Beschwerdeführerin kollidiert sei. Vielmehr stehe ein angestrebtes Wegdrücken des unerwünschten Aufnahmegerätes im Vordergrund, was keine Strafbarkeit nach sich ziehe. Die Beschwerdeführerin ist zwar der Ansicht, das Verhalten des Beschwerdegegners 2 erfüllte den Tatbestand der Tätlichkeit. Sie legt ihre Auffassung jedoch nicht substantiiert dar. Insbesondere äussert sie sich nicht dazu, inwiefern die Auffassung der Vorinstanz unzutreffend sein sollte, wonach das Wegdrücken des Mobiltelefons und nicht ein tätlicher Angriff im Vordergrund gestanden habe, weshalb der Tatbestand nicht erfüllt sei. Inwiefern ausgehend vom festgestellten Sachverhalt das für die Bejahung einer Tätlichkeit allgemein übliche und gesellschaftlich geduldete Mass der physischen Einwirkung (vgl. BGE 134 IV 189 E. 1.2 mit Hinweisen) überschritten worden wäre und die vorinstanzliche Würdigung Bundesrecht verletzen könnte, ist zudem auch nicht ersichtlich. Damit bleibt es beim vorinstanzlichen Freispruch.