Citation: 2C_584/2015 E. 4.8

4.8. Hingegen kann nicht als nachgewiesen betrachtet werden, dass der Lehrgang der Beschwerdeführerin der vollzeitlichen Ausbildung von fünf Jahren im Sinne von Art. 11 Abs. 2 lit. b PR/GDK entspricht: Dafür wären, wie dargelegt (vorne E. 3.3), 300 Kreditpunkte erforderlich. Die Beschwerdeführerin macht zwar in ihrer Beschwerde (S. 4 oben) geltend, ihre Ausbildung sei mit 300 ECTS-Credits bewertet. Diese Aussage wird aber nirgends belegt. In ihrem Curriculum hat die Beschwerdeführerin selber bloss 200 Kreditpunkte ausgewiesen, die zudem eher zu hoch bemessen sind; der Lehrgang kann wie dargelegt mit ca. 180 Kreditpunkten bewertet werden (vorne E. 4.4). Die Beschwerdeführerin bezeichnet ihren Abschluss denn selber auch als "Bachelor". Der Lehrgang kann für sich allein jedenfalls nicht als "Master-äquivalent" betrachtet werden. Die Beschwerdeführerin begründet die Äquivalenz mit dem fünfjährigen Vollzeitstudium damit, dass es sich bei ihrer Ausbildung um eine Zweitausbildung handelt, die auf einer Erstausbildung als Arzt oder Physiotherapeut aufbaut. Eine solche Erstausbildung kann in gewisser Hinsicht zweifellos nützlich sein für das Studium der Osteopathie und allenfalls ein geringes Stundendefizit kompensieren (vorne E. 4.5). Wenn jedoch die Vorinstanz festgestellt hat, es handle sich dabei um getrennte Ausbildungen, die sich nur sehr teilweise ergänzen, kann das nicht beanstandet werden, zumal es sich dabei um eine Sachverhaltsfeststellung handelt, welche das Bundesgericht nur eingeschränkt überprüfen kann (E. 1.2), und die Beschwerdeführerin nicht dargelegt hat, dass diese Feststellung offensichtlich unrichtig wäre. Es wäre zwar vielleicht denkbar, für ausgebildete Ärzte und Physiotherapeuten reduzierte Anforderungen an eine Osteopathie-Ausbildung zu stellen, aber das müsste durch die für die Ausgestaltung der Prüfungsreglemente zuständigen Behörden so festgelegt werden. Es kann nicht Aufgabe der Justiz sein, auf dem Wege der Auslegung eine Erstausbildung als Arzt oder Physiotherapeut den fehlenden 120 Kreditpunkten für eine Osteopathie-Ausbildung gleichzusetzen. Hinzu kommt, dass die in Art. 11 Abs. 2 lit. b PR/GDK verlangte Ausbildung nicht nur einem fünfjährigen Vollzeitstudium entsprechen, sondern auch an einer Ausbildungsstätte mit Poliklinik erworben worden sein muss. Dass das beim Lehrgang der Beschwerdeführerin der Fall wäre, ist jedenfalls nicht dargetan.