Citation: 1P.843/2006 11.01.2007 E. 4

4.1 Weiter bestreitet der Beschwerdeführer in genereller Weise das Vorliegen sämtlicher besonderer Haftgründe (siehe E. 2.3 hiervor). 4.2 Vorab ist dazu festzuhalten, dass der Strafgerichtspräsident - welcher bei seiner Haftprüfung nicht an die Einschätzungen vorgängiger Verfahrensleitungen gebunden war - den angefochtenen Entscheid im Wesentlichen mit Kollusionsgefahr begründet. Die Fluchtgefahr findet keine Erwähnung. Was die Fortsetzungsgefahr anbelangt, verweist der Strafgerichtspräsident auf die Ausführungen des Verfahrensgerichts in den Beschlüssen vom 26. Juli 2006 und vom 26. September 2006. Er hält dem Beschwerdeführer indes zugute, dass Veränderungen der Umstände festzustellen seien und sich die Fortsetzungsgefahr zumindest hinsichtlich der Einkommensfrage zu verringern scheine. Jedoch bejaht der Strafgerichtspräsident die Kollusionsgefahr bis zur Hauptverhandlung, da die vorhandenen Geständnisse der mutmasslichen Täter nicht vollständig übereinstimmen würden und insbesondere über die jeweilige Tatrolle und Tatinitative der einzelnen Angeschuldigten noch offene, zum Teil sehr gewichtige Fragen beständen. Dieser Kollusionsgefahr ist seiner Meinung nach durch eine Schriftensperre oder andere Massnahmen ausserhalb der Haft nicht beizukommen. 4.3 Kollusion bedeutet insbesondere, dass sich der Angeschuldigte mit Zeugen, Auskunftspersonen, Sachverständigen oder Mitangeschuldigten ins Einvernehmen setzt oder sie zu wahrheitswidrigen Aussagen veranlasst, oder dass er Spuren und Beweismittel beseitigt. Die strafprozessuale Haft wegen Kollusionsgefahr soll verhindern, dass der Angeschuldigte die Freiheit oder einen Urlaub dazu missbrauchen würde, die wahrheitsgetreue Abklärung des Sachverhaltes zu vereiteln oder zu gefährden. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtes genügt indessen die theoretische Möglichkeit, dass der Angeschuldigte in Freiheit kolludieren könnte, nicht, um die Fortsetzung der Haft oder die Nichtgewährung von Urlauben unter diesem Titel zu rechtfertigen. Es müssen vielmehr konkrete Indizien für die Annahme von Verdunkelungsgefahr sprechen. Das Vorliegen des Haftgrundes ist nach Massgabe der Umstände des Einzelfalles zu prüfen (BGE 123 I 31 E. 3c S. 35; 117 Ia 257 E. 4b S. 261, je mit Hinweisen). Konkrete Anhaltspunkte für Kollusionsgefahr können sich nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts namentlich ergeben aus dem bisherigen Verhalten des Angeschuldigten im Strafprozess (Aussageverhalten, Kooperationsbereitschaft, Neigung zu Kollusion usw.), aus seinen persönlichen Merkmalen (Leumund, allfällige Vorstrafen usw.), aus seiner Stellung und seinen Tatbeiträgen im Rahmen des untersuchten Sachverhaltes sowie aus den persönlichen Beziehungen zwischen ihm und den ihn belastenden Personen (Art der beruflichen, freundschaftlichen, familiären oder sozialen Kontakte). Bei der Frage, ob im konkreten Fall eine massgebliche Beeinträchtigung der Strafuntersuchung wegen Verdunkelung droht, ist auch der Art und Bedeutung der von Beeinflussung bedrohten Aussagen bzw. Beweismittel, der Schwere der untersuchten Straftaten sowie dem Stand des Verfahrens Rechnung zu tragen (vgl. BGE 123 I 31 E. 3c S. 35; 117 Ia 257 E. 4b S. 261, je mit Hinweisen). 4.4 Im Lichte dieser Rechtsprechung hält die rechtliche Würdigung durch den Strafgerichtspräsidenten vor der Verfassung stand. Auch wenn sämtliche Mitangeschuldigten grundsätzlich geständig sind, widersprechen sie sich doch in ihren Aussagen, was ihre jeweilige Tatbeteiligung anbelangt (vgl. die dazu die ausführlichen Erwägungen im Beschluss des Verfahrensgerichts vom 26. Juli 2006, act. 555 ff.). Die Strafzumessung hängt indessen massgeblich von der Rolle ab, welche der Beschwerdeführer bei der Ausführung der Delikte eingenommen hat. Er hat mithin ein erhebliches Interesse daran, seinen Tatbeitrag so gering wie möglich erscheinen zu lassen. Dem Strafgerichtspräsidenten ist darin zuzustimmen, dass es unmöglich scheint, ausserhalb der Haft eine gegenseitige Kontaktaufnahme und Absprache unter den Beteiligten zu verhindern. Zu berücksichtigen ist ferner, dass es teilweise um den Vorwurf schwerer Straftaten geht. So soll beispielsweise der Tankwart, welcher in Dornach mit den Tageseinnahmen der Coop Tankstelle Arlesheim überfallen wurde, niedergeschlagen und daraufhin mit sieben Stichwunden verletzt worden sein (Anklageschrift vom 7. November 2006 S. 7). An der Wahrheitsfindung besteht deshalb ein erhebliches öffentliches Interesse. Entsprechend wichtig ist die Vermeidung von Kollusionsgefahr. 4.5 Da nach dem Gesagten nicht nur die theoretische Möglichkeit einer Einflussnahme auf Zeugen besteht, sondern dafür konkrete Indizien vorliegen, ist es verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden, wenn der Strafgerichtspräsident Kollusionsgefahr bejaht hat. Eine Verletzung der persönlichen Freiheit ist zu verneinen. Mit § 77 Abs. 1 lit. b StPO/BL besteht für die Inhaftierung eine hinreichende gesetzliche Grundlage.