Citation: 1C_365/2023 E. 1.3

1.3. Zwar verlangt das Übermassverbot grundsätzlich, nicht über die im Rechtshilfeersuchen gestellten Begehren hinauszugehen. Wie die Vorinstanz jedoch zutreffend dargelegt hat (E. 5.2 des angefochtenen Entscheids), kann das Rechtshilfeersuchen nach Massgabe des Zwecks der angestrebten Rechtshilfe weit ausgelegt werden, solange alle Voraussetzungen für die Gewährung der Rechtshilfe erfüllt sind; auf diese Weise kann eine andernfalls notwendige Ergänzung des Rechtshilfeersuchens vermieden werden (vgl. BGE 136 IV 82 E. 4.1; 121 II 241 E. 3a; ständige Rechtsprechung). Die Beschwerdekammer hat das Rechtshilfeersuchen, gestützt auf den darin geschilderten Sachverhalt (E. 4 des angefochtenen Entscheids), anhand seines Wortlauts und Zwecks ausgelegt (in E. 5.3.1). Es führte aus, dass zwischen dem 1. Juli und dem 15. Oktober 2019 insgesamt zehn Gutschriften der im Rechtshilfeersuchen ausdrücklich genannten Zahlungsdienstleister auf dem Konto der Beschwerdeführerin eingegangen seien, weshalb die Bankbeziehung für die deutsche Strafuntersuchung potenziell erheblich sei (E. 5.3.2). Es begründete sodann (in E. 5.3.3), weshalb neben den im Rechtshilfeersuchen ausdrücklich erwähnten Postenauszügen vom 1. Juli 2019 bis 15. Oktober 2019 auch die weiteren erhobenen Unterlagen erforderlich seien, um die Verantwortlichen zu eruieren, die wirtschaftlichen Zusammenhänge einzuordnen, die Herkunft der Unterlagen zu dokumentieren und herauszufinden, wohin die Gelder vom Konto abgeflossen seien. Auch wenn sich die Vorinstanz nicht zu jedem einzelnen Dokument äusserte, sondern diese gruppierte (z.B. Eröffnungsunterlagen, Kontakte zwischen Bank und Kunde, Kontoabflüsse), war damit für die Beschwerdeführerin erkennbar, weshalb die herauszugebenden Unterlagen für die deutsche Strafuntersuchung relevant und vom Rechtshilfeersuchen abgedeckt sind, auch soweit sie vor dem 1. Juli 2019 oder nach dem 15. Oktober 2019 datieren. Weshalb dies für einzelne Dokumente nicht zutreffen soll bzw. insoweit eine Begründung fehle, wird von der Beschwerdeführerin nicht substanziiert dargelegt. Eine allfällige Verletzung der Begründungspflicht durch die Staatsanwaltschaft konnte von der Beschwerdekammer geheilt werden.