Citation: 4A_338/2020 E. 3.1

3.1. Die Beschwerdeführerin rügt eine Verletzung von Art. 8 ZGB durch eine falsche Beweislastverteilung. Die Beschwerdegegnerin als Versicherung treffe die Beweislast für Tatsachen, die sie zur Kürzung oder Verweigerung der vertraglichen Leistung berechtigen würden. In BGE 141 III 241 habe das Bundesgericht erwogen, für den Fall, dass sich die relevanten Umstände änderten, habe der Anspruchsberechtigte zu beweisen, dass er weiterhin Anspruch auf Taggelder wegen Erwerbsausfall habe. Ab dem 19. November 2016 habe die Beschwerdegegnerin anstandslos Taggelder bezahlt und zwar bis am 28. Februar 2018. Wenn die Beschwerdegegnerin ihre Leistung per 28. Februar 2018 einstellen wolle, könne sie das nur, wenn sie beweisen könne, dass sich die relevanten Umstände geändert hätten. Die Beschwerdegegnerin habe den Beweis hierfür aber nicht erbracht, zumal sich die relevanten Umstände im vorliegenden Fall gar nicht geändert hätten. Das Problem im vorliegenden Fall sei also nicht, dass die rechtsbegründenden Tatsachen von der Beschwerdeführerin nicht vorgebracht worden seien, sondern dass die Beschwerdegegnerin - trotz entsprechender Beweislast - mit der Beurteilung von Dr. C.________ nicht diejenigen neuen Umstände vorgebracht habe, die sie zu einer Verweigerung der fraglichen Leistungen berechtigt hätten.