Citation: 5A_747/2020 E. 4.1.3

4.1.3. Die Parteien stören sich nicht daran, dass die kantonalen Instanzen den nachehelichen Unterhalt der Beschwerdegegnerin anhand der bisherigen Lebenshaltung ermittelten und ihre Einkommensverhältnisse nicht in die Berechnung mit einbezogen, den Unterhalt also nach der einstufigen Methode (vgl. etwa Urteil 5A_198/2012 vom 24. August 2012 E. 8.3.2) berechneten. Ungeachtet dessen ist klarzustellen, dass nach der neuesten Rechtsprechung des Bundesgerichts im Bereich des nachehelichen Unterhalts schweizweit verbindlich nach der zweistufig-konkreten Methode vorzugehen, zur Unterhaltsberechnung also das Einkommen und der gebührende Unterhalt eines jeden Ehegatten festzustellen ist, um die verfügbaren Mittel in einem zweiten Schritt vor dem Hintergrund des ermittelten Bedarfs zu verteilen (Urteil 5A_891/2018 vom 2. Februar 2021 E. 4, zur Publikation vorgesehen). Eine Ausnahme von dieser Regel kann namentlich bei aussergewöhnlich günstigen finanziellen Verhältnissen in Betracht fallen; dabei ist im Unterhaltsentscheid stets zu begründen, aus welchen Gründen ausnahmsweise von der als Regel vorgegebenen Methodik abgewichen wird (zit. Urteil 5A_891/2018 E. 4.5). Dass die hier vor Gericht stehenden Eheleute in überdurchschnittlich begüterten Verhältnissen leben, bedarf angesichts der vorstehenden Erwägungen keiner weiteren Erläuterung mehr. Von daher kann die Anwendung der einstufigen Unterhaltsberechnung auch unter der Herrschaft der neuen Praxis im Sinne einer Ausnahme akzeptiert werden. Den angefochtenen Entscheid - ohne entsprechende Beanstandungen der Parteien - allein deshalb zu kassieren, weil er den nachehelichen Unterhalt nicht nach der zweistufig-konkreten Methode berechnet, erscheint umso weniger angebracht, als im hiesigen Verfahren in der Unterhaltsberechnung lediglich eine einzelne Bedarfsposition der Beschwerdegegnerin umstritten ist. Nachdem der angefochtene Entscheid noch vor dem zitierten Grundsatzentscheid des Bundesgerichts erging, ist auch nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz nicht eigens begründet, weshalb sie hier anstatt der zweistufig-konkreten die einstufige Methode anwendet.