Citation: 6B_1107/2020 E. 3.2

3.2. Mit seinen Vorbringen vermag der Beschwerdeführer keine willkürliche Beweiswürdigung aufzuzeigen. Selbst wenn, wie von ihm behauptet, die Wendung "Ti amo" im Italienischen nicht dieselbe Intensität wie ein "Ich liebe dich" im Deutschen aufweisen sollte, zeigt die Vorinstanz anhand anderer Nachrichten zwischen D.________ und dem Beschwerdeführer (u.a. die Verwendung der Anrede "Amore") überzeugend auf, dass sie eine Beziehung unterhalten haben. Daran ändert nichts, dass die Nachrichten aufgrund angeblicher Synchronisierung mit iCloud potenziell von den Mitarbeitern der Arztpraxis hätten eingesehen werden können, zumal der Beschwerdeführer nicht bestreitet, Nachrichten mit den von der Vorinstanz zitierten Inhalten geschrieben und empfangen zu haben. Nicht zu beanstanden und jedenfalls nicht willkürlich ist ebenfalls die Feststellung, wonach der Beschwerdeführer ein ausweichendes und schuldzuweisendes Aussageverhalten gezeigt habe und er bei seinen Aussagen auf Nebenschauplätze abgeschwenkt sei. Der Beschwerdeführer gibt die Aussagen von F.________ und D.________ selektiv wieder und legt sie sich damit zu seinen Gunsten zurecht. Zwar haben beide Patientinnen zu Protokoll gegeben, die Sexualkontakte mit dem Beschwerdeführer seien einverständlich erfolgt. Allerdings schilderten beide übereinstimmend - indes ohne den Beschwerdeführer über Gebühr zu belasten -, dass die Initiative jeweils von ihm ausgegangen sei, indem er ihnen Massagen angeboten und sie dabei im Intimbereich berührt hätte. An der vom Beschwerdeführer zitierten Stelle (act. 5/2 F. 52) bejahte F.________ die Frage zwar, ob sie dem Beschwerdeführer in einer SMS geschrieben habe, sie wolle mit ihm schlafen. Sie gab aber auch an, der Beschwerdeführer habe das vorher schon gewollt. Deshalb habe er bei ihr auch einen Bluttest (HIV und Hepatitis C; a.a.O. F. 23) gemacht. Sie habe nachgegeben (a.a.O. F. 54). Auch D.________ gab an, dass die Initiative vom Beschwerdeführer ausgegangen sei. Der Beschwerdeführer habe sie in den Behandlungen mehrmals massiert und dabei - gemäss seinen Angaben ihr gegenüber - versehentlich an den Brüsten und der Vagina berührt (act. 4/2 F. 18 ff.). Das habe sie überrascht; sie habe das nicht gewollt (a.a.O. F. 37). Mit dem, was später passiert sei (u.a. Geschlechtsverkehr), sei sie jedoch einverstanden gewesen (a.a.O. F. 38). Er habe ihr gesagt, er sei in sie verliebt (a.a.O. F. 40). Rückblickend denke sie, sie sei auch in ihn verliebt gewesen (a.a.O. F. 46). Mit Blick auf diese Aussagen durfte die Vorinstanz das Aussageverhalten des Beschwerdeführers, ohne in Willkür zu verfallen, als schuldzuweisend werten. Wenn der Beschwerdeführer darauf hinweist, seine Antwort auf Frage 138 in der Hafteinvernahme (act. 3/2), wonach er für D.________ einmal Geld bei einem Albaner habe eintreiben sollen, sei nicht als ein Ausweichen auf einen Nebenschauplatz zu werten, sondern sei bloss eine Konkretisierung seiner Antwort zu Frage 134, überzeugt dies nicht. Die Staatsanwältin erkundigte sich in Frage 138 bei ihm danach, ob es zu den von ihm angegebenen Annäherungen und dem Petting mit F.________ und D.________ in der Praxis gekommen sei. Diese Frage verneinte er und schob nach, er wolle noch sagen, dass D.________ gewollt habe, dass er die Rechnung von 2015 auf das Jahr 2016 nehme und sie ebenfalls gewollt habe, dass er Geld bei einem Albaner eintreibe. Es ist nicht willkürlich, wenn die Vorinstanz daraus schloss, der Beschwerdeführer habe ein ausweichendes und schuldzuweisendes Aussageverhalten gezeigt. Entgegen dem Beschwerdeführer ist es auch nicht willkürlich, wenn die Vorinstanz aus seiner Antwort auf die Frage 141 ("Ist es richtig, dass Sie D.________ in Ihrer Praxis mal Blut nach dem Januar abgenommen hatten?") ableitete, er versuche den Fokus auf die Probleme anderer zu richten ("Ja, doch sicher. Sie hatte Gedächtnisstörungen und musste starke Medis nehmen"). Dem Gesagten zufolge ist auch die vorinstanzliche Würdigung der Aussagen des Beschwerdeführers nicht willkürlich.