Citation: 6B_888/2024 E. 3.4

3.4. Sodann rügt die Verteidigung, dass die Vorinstanz die Messerstiche des Beschwerdeführers in den Oberschenkel von A.B.________ als versuchte Tötung qualifiziert. Messerstiche gegen die Beine führen nach Ansicht der Verteidigung "schon objektiv kaum zum Tode". Vor allem habe es dem Beschwerdeführer an einem Eventualvorsatz gefehlt. Wer jemanden nur in die Beine steche, nehme in der Regel keine Tötung in Kauf. Die Beinverletzungen von A.B.________ seien "auch gerade nicht so schlimm". Die Vorinstanz habe willkürlich nicht beachtet, dass der Beschwerdeführer konsequent ausgesagt habe, dass er niemanden habe töten wollen. Der Beschwerdeführer habe nur deshalb mit dem Klappmesser auf die Beine von A.B.________ eingestochen, weil er angenommen habe, dass dieser eine Waffe aus dem Auto hole. Deshalb habe er zumindest in Putativnotwehr gehandelt. Die Rüge ist unbegründet. Die Vorinstanz hält fest, die Angriffe hätten verhältnismässig tiefe Stichwunden bewirkt, welche sowohl bei A.B.________ als auch bei A.C.________ zu einem hohen Blutverlust mit der nahen Gefahr eines Verblutens geführt hätten. Dank rascher ärztlicher Hilfe sei der Tod trotz akuter Lebensgefahr verhindert worden. Die Vorinstanz erwägt, der vom Beschwerdeführer unkontrolliert geführte Messerstich in den linken Oberbauch von A.C.________ sei für sich allein objektiv geeignet, den Tod herbeizuführen. Der Beschwerdeführer habe in die Nähe der Herzgegend gestochen. Auch die mehrfachen Stiche des Beschwerdeführers in den Oberschenkel von A.B.________ hätten wegen der dort befindlichen grossen Beinschlagader zum Tod führen können, zumal der Beschwerdeführer in Rage gewesen sei und mehrmals unkontrolliert auf A.B.________ eingestochen habe. Angesichts der Heftigkeit der Stiche in körperlich überaus sensible Regionen mit einem Messer von erheblicher Klingenlänge müsse dem Beschwerdeführer die Gefährlichkeit für Leib und Leben derart klar bewusst gewesen sein, dass sich ihm insbesondere der grosse Blutverlust mit potenzieller Todesfolge geradezu aufgedrängt habe. Der Beschwerdeführer habe sich dabei in einen derartigen Gewaltexzess gesteigert, dass er die Messerstiche in keiner Weise mehr habe kontrollieren können. Es sei erstellt, dass er ernsthaft mit schweren Folgen für Leib und Leben bis hin zum Tod habe rechnen müssen. Unter diesen Umständen habe er die Tötung der nicht bewaffneten und sich teilweise auf dem Rückzug befindlichen Kontrahenten eventualvorsätzlich in Kauf genommen. Dass sich das Risiko nicht verwirklicht habe, sei einzig dem schnellen Eingreifen der Rettungskräfte zu verdanken.