Citation: I 805/02 01.09.2003 E. 4

4.1 In der Verwaltungsgerichtsbeschwerde macht die IV-Stelle geltend, aus der vorstehend in Erw. 2 zitierten Rechtsprechung lasse sich die Bezahlung des Dolmetschers durch die IV-Stelle nicht ableiten. Danach sei ein Anspruch auf Abklärungsmassnahmen in der Sprache des Exploranden nur im Zusammenhang mit der Gewährung des rechtlichen Gehörs bejaht worden, nicht hingegen im Sinne der Übernahme von Dolmetscherkosten. Dabei stützt sich die Beschwerdeführerin auf Rz. 1047 des Kreisschreibens über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung [KSIH], wonach die IV-Stelle bei Abklärungen grundsätzlich nur invaliditätsbedingte Kosten sowie solche für Abklärungsmassnahmen, die von der IV-Stelle angeordnet wurden, zu tragen habe. Hingegen bestehe kein Anspruch darauf, sich im Verkehr mit den Behörden oder mit von Behörden beauftragten Gutachterinnen und Gutachter einer anderen als der Amtssprache zu bedienen. Bei Abklärungen der IV-Stelle handle es sich um eine behördliche Massnahme und die mit der Abklärung beauftragten Ärzte seien hinsichtlich ihrer Abklärung als Hilfspersonen der IV-Stelle zu betrachten. Was bezüglich Amtssprache im Verkehr mit der IV-Stelle gelte, müsse sich somit auch auf die Gutachterinnen und Gutachter erstrecken. 4.2 Dieser Betrachtungsweise kann nicht beigepflichtet werden. Übersetzungskosten im Zusammenhang mit psychiatrischen Abklärungen sind als Kosten der Abklärungsmassnahmen gemäss Art. 69 Abs. 2 IVV zu qualifizieren, wenn eine psychiatrische Exploration auf beiden Seiten vertiefte Sprachkenntnisse voraussetzt. Der Anspruch auf Abklärungsmassnahmen in der eigenen Muttersprache und die Übernahme deren Kosten durch die Invalidenversicherung kann demzufolge nicht mit der Begründung verweigert werden, im Verkehr mit einer Behörde dürfe sich der Versicherte einzig einer Amtssprache bedienen (vgl. SVR 2000 IV Nr. 5 S. 11). Schliesslich hat die Vorinstanz auch zutreffend ausgeführt, Verwaltungsweisungen seien für das Gericht nicht verbindlich, soweit sie mit den anwendbaren gesetzlichen Bestimmungen nicht vereinbar sind (BGE 118 V 210 Erw. 4c).