Citation: C 283/98 23.11.2000 E. 2

2.- a) Während das KIGA die Vermittlungsfähigkeit des Beschwerdeführers verneint hat, kam die Vorinstanz zum Schluss, dass dieser zwar vermittlungsfähig, jedoch wegen ungenügender Arbeitsbemühungen in der Anspruchsberechtigung einzustellen sei. Damit hat die Vorinstanz das Verfahren auf die Frage einer allfälligen Einstellung in der Anspruchsberechtigung ausgedehnt. Sie erachtet diese Ausdehnung als zulässig, da bei der Prüfung Vermittlungsunfähigkeit und der Einstellung von einer Tatbestandsgesamtheit ausgegangen werden könne, die Verwaltung zweimal, nämlich in der Vernehmlassung vom 7. März 1997 und in der Duplik vom 10. April 1997, die Bemühungen des Beschwerdeführers als ungenügend bezeichnet habe und die Frage spruchreif sei. Der Beschwerdeführer hingegen rügt das Vorgehen des kantonalen Gerichts als unzulässige Ausdehnung des Streitgegenstandes. b) Zwar trifft zu, dass sich die Verwaltung zweimal zur Frage geäussert hat, ob die Arbeitsbemühungen des Beschwerdeführers ausreichten. Sowohl in der Vernehmlassung vom 7. März 1997 als auch in der Duplik vom 10. April 1997 bezeichnete das KIGA die Stellensuche des Versicherten als ungenügend. Dabei betrachtete es dies jeweils bloss als Argument für die Verneinung der Vermittlungsfähigkeit. Bei der Einstellung in der Anspruchsberechtigung handelt es sich um eine Sanktion und damit um ein grundsätzlich anderes Rechtsverhältnis. Diese Eventualfrage einer Einstellung ist in keinem Verfahrenszeitpunkt explizit aufgeworfen worden. Demzufolge hatte der Beschwerdeführer im kantonalen Prozess auch keine Veranlassung, sich zu dieser alternativen Rechtsfolge zu äussern. Insofern war diese Frage entgegen der Annahme der Vorinstanz nicht spruchreif, weshalb die Voraussetzungen dafür nicht gegeben waren, das Verfahren auf die Einstellungsfrage auszudehnen. Die Vorinstanz hätte sich deshalb damit begnügen müssen, die kantonale Beschwerde vollumfänglich gutzuheissen, die angefochtene Verfügung des KIGA aufzuheben und die Sache an die Verwaltung zurückzuweisen, damit sie nach Prüfung der übrigen Voraussetzungen über den Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung neu befinde (nicht veröffentlichtes Urteil T. vom 22. Oktober 1998, C 356/97). c) Nach dem Gesagten ist die Verwaltungsgerichtsbeschwerde unter Aufhebung des kantonalen Entscheides und der streitigen KIGA-Verfügung gutzuheissen, und die Sache wird zur Prüfung der übrigen Anspruchsvoraussetzungen an die Verwaltung zurückgewiesen. Seit die Prüfung der Anspruchsvoraussetzungen grundsätzlich - und vorbehältlich der Durchführung des Zweifelsfallsverfahrens (Art. 81 Abs. 2 lit. a AVIG) - Aufgabe der Kassen ist, wird die Sache an diese zurückgewiesen. Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der Beschwerdeführer für das letztinstanzliche Verfahren AnspruchaufeineParteientschädigungvonFr. 2489. 30(gemässKostennoteseinesRechtsvertretersvom13. Oktober1998)zuLastendesKIGA.