Citation: U 474/05 23.06.2006 E. 5

5.1 Das kantonale Gericht erwog, entgegen der Auffassung der SUVA könne der Arbeitsfähigkeitsschätzung des Kreisarztes nicht gefolgt werden. Die unfall- und krankheitsbedingten Rückenbeschwerden seien nicht klar zu trennen, weshalb die Sache an die Unfallversicherung zurückzuweisen sei, damit sie abkläre, in welchem Ausmass sich die im gesamten Rückenbereich bestehenden Beschwerden auf die Arbeitsfähigkeit auswirkten. Gegen diese Beurteilung richtet sich die Verwaltungsgerichtsbeschwerde der SUVA. Sie macht geltend, im Kantonsspital Winterthur hätte klinisch nur eine Druckdolenz im Bereich des thorako-lumbalen Übergangs, mithin der Fraktur am 12. Brustwirbelkörper, festgestellt werden können, wogegen die Ärzte der Rehaklinik B.________ ein halbes Jahr später eine die gesamte Wirbelsäule umfassende Schmerzausweitung diagnostiziert hätten, welche sie als "Panvertebralsyndrom" bezeichneten. Dieser Krankheitsverlauf spreche gegen eine unfallbedingte Ursache der gesamten Symptomatik. Die Folgen der Brustwirbelkörperkompression und der degenerativen Veränderungen an der Wirbelsäule könnten klar auseinandergehalten werden. 5.2 Es ist unbestritten, dass der Unfall vom 26. Oktober 2000 eine (natürliche und adäquate) Teilursache für die somatischen Beschwerden des Versicherten und die darauf zurückzuführende Einschränkung der Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit bildet (vgl. BGE 121 V 329 Erw. 2a mit Hinweisen). Die SUVA hat denn auch den Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente anerkannt. Zu prüfen ist hingegen, ob und inwieweit ein krankhafter Vorzustand bei der Rentenfestsetzung zu berücksichtigen ist. Fest steht, dass der Beschwerdeführer vor dem Unfall vom 26. Oktober 2000 wegen der degenerativen Veränderungen an der Wirbelsäule (Halswirbelsäule [HWS]; mediolaterale Diskushernie in der Lendenwirbelsäule [LWS] auf Höhe L5/S1; lumbo-sakrale Beschwerden) in der Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt gewesen war. Unter diesen Umständen fällt eine Kürzung der Invalidenrente nach Art. 36 Abs. 2 Satz 2 UVG von vornherein ausser Betracht. In den Akten finden sich keine Anhaltspunkte, wonach sich die krankhaften Veränderungen an HWS und LWS auch ohne den Unfall vom 26. Oktober 2000 schon sechs Monate später manifestiert hätten. Die SUVA übersieht, dass der natürliche Kausalzusammenhang auch dann zu bejahen ist, wenn die Folgen vorbestehender degenerativer Veränderungen nicht gleichzeitig mit dem Unfall, sondern (möglicherweise) erst später eintreten (vgl. BGE 113 V 57 Erw. 2). Der vorinstanzliche Entscheid, auf welchen im Übrigen verwiesen wird, ist weder in der Begründung noch im Ergebnis zu beanstanden.