Citation: U 14/06 05.03.2007 E. 6

6.1 Bei der Kollision mit dem nach einem Halt in der Einspurstrecke eben erst anfahrenden Personenwagen zog sich die Beschwerdeführerin, die sich auf der Motorhaube festhalten konnte bis das Auto hielt, verschiedene Kontusionen, insbesondere beider Knie, des Kinns, des linken Handgelenks und am Gesäss zu. Der erstbehandelnde Arzt riet zur Schonung und attestierte vorerst während einer Woche eine volle, darauf während eines Monats eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit. Infolge persistierender Beschwerden, insbesondere im Steissbeinbereich und am Beckenkamm wurde die Arbeitsfähigkeit ab Anfang April 2003 wieder reduziert. Dr. med. L.________, stellte am 25. Juli 2003 die Diagnose eines chronifizierten lumbosakralen Schmerzsyndroms beidseits bei Status nach Anfahrkollision im Dezember 2002, bei einer muskulären Dysbalance posttraumatisch und einer ISG-Dysfunktion beidseits. Eine Ursache für die in der klinischen Untersuchung gefundene Dysfunktion im Bereich der unteren Lendenwirbelsäule und der Iliosakralgelenke (ISG) rechts mehr als links, gab er nicht an. Das Röntgenbild zeige normale Verhältnisse. Denkbar sei eine durch den Autounfall verursachte radiologisch nicht fassbare Verletzung in den genannten Bereichen im Sinne einer Distorsion. Hinweise für eine relevante Diskuspathologie und/oder eine Kompression neuronaler Strukturen lägen klinisch nicht vor. In der Folge wurde die Beschwerdeführer von verschiedenen Spezialärzten untersucht. Es wurde eine Computertomographie angefertigt und eine Szintigraphie durchgeführt. Keine der Untersuchungsmethoden zeigten Befunde, welche die Beschwerden erklären konnten. Im Bericht vom 20. Juli 2004 äusserte Dr. med. L.________ den Verdacht, dass auch gewisse psychische Belastungen mit Stressoren vorhanden seien, welche die Weichteilbeschwerden unterhalten könnten. Dr. med. K.________, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie stellte in seinem Bericht vom 18. Dezember 2004 denn auch die Diagnose einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung mit teils somatogener, teils psychogener Ursache. 6.2 Entgegen der Darstellung in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde haben die verschiedenen Ärzte nach der Erstbehandlung keine somatischen Befunde mehr erhoben, welche ihre Ursache im versicherten Unfall vom 9. Dezember 2002 haben. Das gilt insbesondere auch für den Rheumatologen Dr. L.________. Wenn er ein "lumbospondylogenes Schmerzsyndrom" diagnostiziert, ist dies nicht ein "somatischer, organischer Unfallbefund", sondern lediglich die Umschreibung der von der Patientin geäusserten Beschwerden. Auch dieser Arzt stellte keine eigentliche Weichteilverletzung fest, sondern äussert lediglich die Vermutung ("es ist denkbar"), dass eine solche vorliegen könnte. Hingegen ist der psychiatrischen Diagnose einer somatoformen Schmerzstörung zu entnehmen, dass gerade keine die Schmerzen erklärenden somatische Befunde hatten erhoben werden können. Gemäss ICD-10 F45.4 ist diese definiert als: "anhaltend, schwerer und quälender Schmerz, der durch einen physiologischen Prozess oder eine körperliche Störung nicht vollständig erklärt werden kann". Auf Grund der medizinischen Aktenlage unter Berücksichtigung der ganzen Entwicklung vom Unfall bis zum Beurteilungszeitpunkt ist von einer sehr untergeordneten Rolle der physischen Anteile bei den Beschwerden der Versicherten auszugehen. Es gibt keine Anhaltspunkte dafür, dass solche behandlungsbedürftig wären oder die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigen würden. Damit hat die SUVA für körperliche Unfallfolgen keine Leistungen mehr zu erbringen.