Citation: 2C_482/2022 E. 5.6

5.6. Hinzu kommt, dass die Vorinstanz die erste Ehe des Beschwerdeführers 1 - entgegen den Ausführungen der Beschwerdeführer - als Scheinehe qualifiziert hat. Sie hat erwogen, die Ehe habe bis zur Scheidung nur wenige Monate gehalten und es bestünden zahlreiche Indizien für eine Scheinehe, weshalb die Berufung auf die Ehe nach bundesgerichtlicher Praxis rechtsmissbräuchlich erscheine (E. 4.1.1 des angefochtenen Entscheids). Im Zusammenhang mit der Frage der Falschangaben hat die Vorinstanz sodann festgehalten, schliesslich bestünden zahlreiche Indizien dafür, dass bereits die erste Aufenthaltsbewiligung des Beschwerdeführers 1 auf einer Scheinehe beruht habe. Die von der Vorinstanz angeführten Indizien sind in sachverhaltlicher Hinsicht unbestritten geblieben. Dass der Beschwerdeführer angesichts dieser gewichtigen Indizien für eine Scheinehe substantiiert Umstände vorgebracht hätte, die einen echten Ehewillen bezüglich der ersten Ehe glaubhaft zu machen vermöchten (vgl. vorne E. 4.6), ergibt sich aus dem vorinstanzlich festgestellten Sachverhalt nicht. Es ist deshalb davon auszugehen, dass es sich bei der ersten Ehe um eine Scheinehe handelte. Die falschen Angaben zum Charakter der ersten Ehe waren wesentlich im Zusammenhang mit der Erteilung der vorzeitigen Niederlassungsbewilligung, zumal der Beschwerdeführer 1 im Zeitpunkt, als ihm diese erteilt wurde (27. Januar 2020), noch nicht fünf Jahre im Besitz einer Aufenthaltsbewilligung aufgrund der am 7. Februar 2015 geschlossenen zweiten Ehe war (vgl. Art. 34 Abs. 4 AIG). Die Vorinstanz ist insofern zu Recht zum Schluss gelangt, die vorzeitige Erteilung der Niederlassungsbewilligung sei unter falschen Angaben durch den Beschwerdeführer 1 erfolgt (vgl. E. 4.2.6 des angefochtenen Entscheids). Die Niederlassungsbewilligung ist auch aus diesem Grund zu widerrufen.