Citation: U 421/04 08.07.2005 E. 2

Die Vorinstanz hat es abgelehnt, abschliessend zu prüfen, ob zwischen den ab September 2001 geltend gemachten Beschwerden und dem Unfallereignis vom 1. Juni 2000 ein natürlicher Kausalzusammenhang bestehe und hat statt dessen die fehlende Leistungspflicht der SUVA mit der fehlenden Adäquanz zwischen Ereignis und Gesundheitszustand begründet. Diese Vorgehensweise bemängelt die Beschwerdeführerin. 2.1 Tatsächlich kann die Frage nach dem natürlichen Kausalzusammenhang unbeantwortet bleiben, wenn jene nach der Adäquanz ohnehin zu verneinen ist (SVR 1995 UV Nr. 23 S. 68 Erw. 3c). Zu beachten ist dabei allerdings, dass bei in einem natürlichen Zusammenhang zum Unfall stehenden organischen Beschwerden der Adäquanzfrage praktisch keine selbstständige Bedeutung zukommt. Vielmehr ist sie diesfalls ohne weiteres zu bejahen (BGE 118 V 291 Erw. 3a, 117 V 365 Erw. 5d/bb mit Hinweisen; RKUV 2004 Nr. U 505 S. 249 Erw. 2.1; vgl. BGE 128 V 172 Erw. 1c). Ob ein natürlicher Kausalzusammenhang vorliegt, ist somit sinnvollerweise nur dann offen zu lassen, wenn das Beschwerdebild kein mit dem Unfall in Zusammenhang zu bringendes organisches Korrelat aufweist. Bei einem vorbestehenden Krankheitsbild ist daher selbst dann, wenn dieses bisher nicht zu einer Arbeitsunfähigkeit geführt hat, zu prüfen, inwieweit der Unfall zu einer klinisch klar fassbaren objektivierbaren Veränderung geführt hat und falls ja, ob diese noch vorliegt. Lässt sich diesbezüglich nichts feststellen, kommt der Adäquanzprüfung eine eigenständige Bedeutung zu und kann dergestalt vorgezogen werden. 2.2 Wenn das kantonale Gericht zum Schluss gelangt, die Einschätzung des Dr. med. B.________ vom 18. März 2003, wonach die vorbestehenden Nacken- und Schulterbeschwerden durch den Unfall zeitlich nur vorübergehend während ca. 6 Wochen verschlimmert worden seien, überzeuge nicht, weil einerseits gemäss Dr. med. C.________ (Bericht vom 25. März 2002) durch Forschungsergebnisse bekräftigte Anhaltspunkte vorlägen, dass bei vorbestehenden degenerativen Veränderungen der HWS die Heilung der Beschwerden nach einem erlittenen Distorsionstrauma der HWS signifikant verzögert werden könne, und weil andererseits die Beschwerden nach dem Unfall tatsächlich nie mehr völlig abgeklungen seien, so bezieht sich dies auf die Beschwerden im Nacken- und Schulterbereich ganz allgemein. Damit ist nichts darüber ausgesagt, ob der Unfall zu einer organisch nachweisbaren Veränderung des vorbestehenden Gesundheitszustands geführt hat und falls ja, ob diese noch vorliegt. In den Akten finden sich keinerlei Anhaltspunkte für eine vom Unfall herrührende HWS-Veränderung. Keiner der die Versicherte untersuchenden Ärzte konnte eine durch den Unfall verursachte Veränderung der bereits vorgeschädigten Wirbelsäule objektivieren. Auch neurologisch konnten keine Auffälligkeiten festgestellt werden, womit auf das Fehlen eines mit dem Unfall in Verbindung zu bringenden organischen Substrats für die geltend gemachten Leiden zu schliessen ist. Entgegen der von der Beschwerdeführerin vertretenen Auffassung lag übrigens auch der polydisziplinären Expertise des Medizinischen Zentrums R.________ vom 11. Februar 2004 ein neurologisches Teilgutachten der Frau Dr. med. V.________ vom 31. Dezember 2003 zu Grunde, welches indessen ebenso wenig etwas zu Tage brachte, was auf eine organische Unfallschädigung hindeuten würde. 2.3 Zusammengefasst ist die Vorgehensweise der Vorinstanz, die Adäquanzfrage zu beantworten, ehe sie weitere Abklärungen zum natürlichen Kausalzusammenhang befürwortete, nicht zu beanstanden.