Citation: 9C_511/2024 E. 3.2

3.2. Wie bereits im vorinstanzlichen Verfahren machen die Beschwerdeführer geltend, der Nichteintretensentscheid vom 17. Januar 2023 verletze zahlreiche Verfahrensgarantien, so insbesondere ihr Recht auf Prüfung der ihrer Auffassung nach offensichtlich fehlerhaften Veranlagung bzw. auf Behandlung der Einsprache (als Ausfluss des Anspruchs auf rechtliches Gehör), das Verbot des überspitzten Formalismus und den Grundsatz von Treu und Glauben. Sie scheinen damit nicht akzeptieren zu wollen, dass eine steuerpflichtige Person, die gegen eine Veranlagung nach pflichtgemässem Ermessen Einsprache erheben will (wobei sie lediglich offensichtliche Unrichtigkeit vorbringen kann), innerhalb der gesetzlichen Einsprachefrist den Antrag stellen, die von Gesetzes wegen erforderliche Begründung abgeben und die Beweismittel nennen muss (vgl. Art. 132 Abs. 1 und 3 DBG [SR 642.11]; Art. 48 Abs. 2 Satz 2 StHG [SR 642.14] und § 140 Abs. 2 des Steuergesetzes des Kantons Zürich vom 8. Juni 1997 [StG/ZH; LS 631.1]; Urteil 2C_36/2017 / 2C_37/2017 vom 30. Januar 2017 E. 2.2.3) und dass beim Fehlen der Begründung als Gültigkeitserfordernis auf die Einsprache ohne Ansetzung einer Nachfrist nicht eingetreten wird (Urteile 2C_404/2019 vom 29. Januar 2020 E. 2.3; 2C_42/2017 / 2C_43/2017 vom 20. Januar 2018 E. 2.2). Entgegen diesen Erfordernissen enthielt die innert der 30-tägigen Frist erfolgte Eingabe vom 20. Dezember 2022 auch nicht ansatzweise eine inhaltliche Auseinandersetzung mit der angefochtenen Verfügung; vielmehr beschränkten sich die Beschwerdeführer auf die Ankündigung, sie nähmen zu einem späteren Zeitpunkt materiell Stellung, was nicht genügt (Urteile 2C_30/2017 / 2C_31/2017 vom 10. Mai 2017 E. 2.2.3 mit weiteren Hinweisen; 2C_36/2017 / 2C_37/2017 vom 30. Januar 2017 E. 2.2.2). Angesichts der erheblichen formellen Mängel war die Steuerbehörde auch nicht verpflichtet, den Beschwerdeführern eine Nachfrist zur Fehlerbehebung anzusetzen, fällt doch ein solches (aus dem Verbot des überspitzten Formalismus abgeleitetes) Vorgehen nur bei geringfügigen Versehen (wie etwa beim Fehlen einer Unterschrift oder einer Vollmacht) in Betracht (BGE 142 V 152 E. 4.3; 134 II 244 E. 2.4.2). Daran ändert auch nichts, dass die Beschwerdeführer darauf hinweisen, sie seien "steuerliche Laien" und durch das passive Verhalten ihres Buchhalters an der rechtzeitigen Einspracheerhebung gehindert worden, denn eine gewisse Formstrenge ist im Prozessrecht unabdingbar und die genannte organisatorische Unzulänglichkeit wäre jedenfalls kein Grund für eine Fristwiederherstellung (Art. 133 Abs. 3 DBG bzw. § 15 Abs. 1 und 2 der Verordnung des Kantons Zürich vom 1. April 1998 zum Steuergesetz [StV/ZH; LS 631.11]; Urteile 2C_896/2021 vom 19. November 2021 E. 2.2; 2C_788/2021 vom 27. Oktober 2021 E. 3.4.1). Angesichts der Tatsache, dass die 30-tägige Frist bereits wenige Tage nach dem Eingang der (formungültigen) Eingabe ablief, verletzt es auch nicht den Grundsatz von Treu und Glauben, dass das Steueramt auf diese nicht reagierte, umso weniger als rechtzeitiges Handeln ohnehin nicht mehr möglich gewesen wäre (vgl. zum Ganzen auch: ZWEIFEL/BEUSCH/HUNZIKER/SEILER, Schweizerisches Steuerverfahrensrecht, 3. Aufl. 2024, § 21 Rz. 20).