Citation: 6B_539/2019 E. 2.4

2.4. Die Rüge erweist sich als unbegründet. Es ist nicht ersichtlich, inwiefern die Vorinstanz vorliegend ihren Ermessensspielraum überschritten haben sollte (Urteil 6B_1314/2016 vom 10. Oktober 2018 E. 9.2 mit Hinweis nicht publ. in BGE 145 IV 114). Das Verfahren gegen die Beschwerdeführerin wegen Hinderung einer Amtshandlung wurde eingestellt, da der Beschwerdeführerin keine strafbaren Handlungen nachgewiesen werden konnten. Hingegen stellt die Vorinstanz fest, die Beschwerdeführerin sei bis zum Schluss in der demonstrierenden Gruppe verblieben und habe der Anhaltung entgegengewirkt. Zwar stehen Kundgebungen auf öffentlichem Grund unter dem Schutz der Meinungs- und Versammlungsfreiheit. Es besteht aber grundsätzlich nur ein bedingter Anspruch, öffentlichen Grund für Kundgebungen mit Appellwirkung zu benutzen (vgl. BGE 132 I 256 E. 3 S. 258 ff.). Trotz der fehlenden Bewilligung nahm die Beschwerdeführerin an der fraglichen Kundgebung im Zentrum der Stadt Bern teil und verblieb gemäss vorinstanzlichen Feststellungen in der Einkesselung, obwohl die Polizei die Demonstranten mittels Lautsprecherdurchsagen wiederholt dazu aufforderte, die Kundgebung freiwillig zu verlassen. Die Beschwerdeführerin hat sich behördlichen Anweisungen widersetzt, was aus den kantonalen Akten, namentlich den Videoaufnahmen der besagten Kundgebung, hervorgeht. Dadurch hat sich die Beschwerdeführerin in zivilrechtlich vorwerfbarer Weise verhalten und das Strafverfahren adäquat kausal verursacht. Die Verweigerung einer Entschädigung und Genugtuung ist nicht zu beanstanden.