Citation: I 331/04 29.11.2004 E. 3.1

3.1.1 Gemäss Vorinstanz bestand zumindest bis zur MEDAS-Begutachtung im September 2002 kein Anspruch auf eine Invalidenrente. Der den Prüfungszeitraum begrenzende Einspracheentscheid vom 13. August 2003 (BGE 129 V 4 Erw. 1.2, 116 V 248 Erw. 1a) wurde weniger als ein Jahr später erlassen. Dies schliesst nicht aus, dass bis zu diesem Zeitpunkt ein Rentenanspruch entstanden war. Die Eröffnung der einjährigen Wartezeit nach Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG setzt praxisgemäss lediglich eine Verminderung des funktionellen Leistungsvermögens im bisherigen Beruf oder im Aufgabenbereich nach Art. 5 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 Abs. 3 ATSG von mindestens 20 % voraus (AHI 1998 S. 124 Erw. 3c; vgl. auch BGE 130 V 99 Erw. 3.2, 129 V 419 unten). Im Rahmen der gemischten Methode ist analog zur Ermittlung des Invaliditätsgrades auf den gewichteten Durchschnitt der Arbeitsunfähigkeit in beiden Teilbereichen abzustellen (BGE 130 V 102 Erw. 3.4). Insofern ist der angefochtene Rückweisungsentscheid nicht zu beanstanden. 3.1.2 Nach den zutreffenden Erwägungen des kantonalen Gerichts kann ohne Abklärung des Status als im Gesundheitsfall Voll-, Teil- oder Nichterwerbstätiger (vgl. dazu BGE 125 V 150 Erw. 2c) indessen nicht beurteilt werden, ob bis zum Erlass des Einspracheentscheides vom 13. August 2003 ein Rentenanspruch entstanden ist. Die Vorbringen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde geben zu keiner anderen Beurteilung Anlass. Die von der IV-Stelle angenommene Vollerwerbstätigkeit ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erscheint schon deshalb nicht gesichert, weil das Arbeitspensum bei der letzten regelmässig ausgeübten Tätigkeit als Raumpfleger von April 1994 bis Juni 1998 durchschnittlich blosse 40 % betragen hatte. Abgesehen davon könnte ein Rentenanspruch selbst dann nicht ohne weiteres, insbesondere nicht ohne Durchführung eines Einkommensvergleichs, verneint werden, wenn der Beschwerdeführer als hypothetisch voll Erwerbstätiger zu betrachten wäre und dem MEDAS-Gutachten vom 5. November 2002 mindestens bis zum Erlass des Einspracheentscheides vom 13. August 2003 Beweiswert zuerkannt würde. Die Verwaltung begründete den Verzicht auf einen Einkommensvergleich damit, der Versicherte erzielte «in der Tätigkeit als Journalist mit einem Arbeitspensum von 80 % mehr Erwerbseinkommen (...) als ein Raumpfleger mit einem Arbeitspensum von 100 %». Es bestehe somit keine Erwerbseinbusse (Einspracheentscheid vom 13. August 2003). Diese Invaliditätsbemessung überzeugt schon deshalb nicht, weil die Tätigkeit als Journalist im Spektrum der gemäss MEDAS in Betracht fallenden körperlich leichten, vorwiegend sitzenden Tätigkeiten ein viel zu enges Berufsfeld darstellt. Beim Invalideneinkommen sind jedoch grundsätzlich alle nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen zumutbaren Tätigkeiten bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage zu berücksichtigen (Art. 16 ATSG). Im Übrigen ist höchst fraglich, ob überhaupt ein Arbeitsmarkt für türkisch sprechende Journalisten besteht. Gemäss Angaben der Rechtsvertreterin des Versicherten in der Einsprache vom 27. Januar 2003 gibt es in der Schweiz praktisch nur eine solche Stelle. 3.2 Entgegen der Vorinstanz bestehen jedoch auf Grund der gesamten medizinischen Unterlagen auch für die Zeit vor der Begutachtung im September 2002 rechtserhebliche Zweifel an der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit der MEDAS. Der Beschwerdeführer musste am 24. April 2001 wegen einer Femurkopfnekrose Stadium II an der linken Hüfte operiert werden. Bereits in jenem Zeitpunkt wurde die selbe Diagnose auch für die rechte Hüfte gestellt. Im Bericht der Orthopädischen Klinik A.________ vom 19. September 2001 über die Sprechstunde vom 13. September im Rahmen der Verlaufskontrolle wurde festgehalten, der Befund habe gegenüber der letzten Konsultation vom 19. Juli 2001 nicht geändert. Die Schmerzen seien nun ausgeprägter, Flexions- und Rotationsbewegungen lasse der Patient auf Grund starker Schmerzen kaum zu. Der chirurgische Eingriff links (Hüftluxation mit Nekrosektomie und Zementaugmentation) bedeute keinerlei Zeitgewinn. Es komme lediglich noch eine Hüft-TP in Betracht. Im Arztbericht vom selben Tag zu Handen der IV-Stelle wurde eine volle Arbeitsunfähigkeit sowohl für körperlich schwere Arbeiten als auch für sitzende Tätigkeiten angegeben. Sodann wurde im Bericht der Klinik vom 9. Oktober 2001 über das Arthro-MRI der rechten Hüfte vom Vortag eine Femurkopfnekrose Stadium III-IV nach Ficat beidseits diagnostiziert. Der Femurkopf rechts sei zu 90 % von der Nekrose betroffen. Ein gelenkserhaltendes Vorgehen wie bei der linken Hüfte sei nicht mehr indiziert. Das kantonale Gericht hat diesen ärztlichen Berichten im Wesentlichen mit der Begründung keinen Beweiswert zuerkannt, der Versicherte habe sowohl anlässlich der Begutachtung durch die MEDAS, als auch noch in der Notfallsprechstunde der Klinik A.________ am 20. Januar 2003 angegeben, keine Schmerzmittel zu konsumieren. Diese Argumentation überzeugt schon deshalb nicht, weil sie dem Umstand nicht Rechnung trägt, dass der Beschwerdeführer regelmässig und offenbar in grösserem Ausmass Alkohol konsumiert. Im MEDAS-Gutachten vom 5. November 2002 wird denn auch die Diagnose Äthylabusus gestellt. Laut Dr. med. S.________ vom Medizinischen Dienst der IV-Stelle ist nun aber die Schmerzwahrnehmung bei regelmässigem Alkohol-Konsum reduziert (interne Stellungnahme vom 5. August 2003). Die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit im MEDAS-Gutachten vom 5. November 2002 erscheint somit zumindest für die Zeit nach der Operation der Hüfte links am 24. April 2001 nicht hinreichend schlüssig. 3.3 Die Frage der Zumutbarkeit einer Hüftgelenks-TP links oder beidseits stellt sich in diesem Verfahren nicht. 3.4 Im Sinne des Vorstehenden besteht Abklärungsbedarf und ist Dispositiv-Ziffer 1 des angefochtenen Entscheides zu präzisieren. Im Übrigen ist die Verwaltungsgerichtsbeschwerde unbegründet.