Citation: 5A_872/2022 E. 3.1

3.1. Das Obergericht ist auf das entsprechende Begehren mit der Begründung nicht eingetreten, dass die Beschwerdeführerin die beantragte Parteientschädigung nicht beziffert habe. Dies wäre nach Auffassung des Obergerichts aber erforderlich gewesen, da es bei Gutheissung einer kantonalen Beschwerde reformatorisch entscheiden könne, wenn die Sache spruchreif sei. Das Bezifferungserfordernis, das sich aus Art. 321 ZPO ergebe, gelte auch bei Rechtsbegehren betreffend die erstinstanzlichen Prozesskosten. Ohnehin wäre die Beschwerdeführerin, so das Obergericht weiter, aber nicht für alle geltend gemachten Aufwendungen zu entschädigen gewesen: Zwar habe sie im Schutzschriftverfahren obsiegt und seien die Prozesskosten dieses Verfahrens von dem mit der Hauptsache befassten Gericht zu verlegen. Der Beschwerdegegner habe indes mit der superprovisorischen Vollstreckung des Besuchsrechts etwas rechtlich nicht Mögliches verlangt. Daher sei eine Eingabe von 20 Seiten, wie die Beschwerdeführerin sie eingereicht habe, nicht erforderlich gewesen. Es hätte vielmehr ausgereicht, auf die Unmöglichkeit des Gesuchs zu verweisen, was für die anwaltlich vertretene Beschwerdeführerin auch erkennbar gewesen sei. Entsprechend hätte auch dann nicht der gesamte Zeitaufwand entschädigt werden können, wenn auf die Beschwerde einzutreten gewesen wäre. Die Entschädigung würde aber jedenfalls die Gerichtskosten des Schutzschriftverfahrens umfassen.