Citation: 5A_346/2023 E. 3

Soweit vorweg - offenkundig zur Stimmungsmache - das Verhalten des Vaters im Vorfeld der Geburt des Kindes geschildert wird, geschieht dies in appellatorischer und damit in unzulässiger Weise; ohnehin fand dies im angefochtenen Entscheid Erwähnung. Inwiefern sodann die (rechtliche) Erwägung, sein damaliges Verhalten sei für die Frage der heutigen Ausgestaltung des Besuchsrechts nicht relevant, gegen Recht verstossen könnte, wird nicht dargelegt. Für willkürlich hält die Mutter die Sachverhaltsfeststellung, "der Kindsvater sei gegenüber C.________ nicht gewalttätig geworden [und] er habe auch gegenüber Erwachsenen keine physische Gewalt ausgeübt". Indem sie hierfür aus dem Bericht der Besuchsrechtsbegleiterin zitiert, wiederholt sie die (u.a. auf diesem Bericht bauenden) Feststellungen des angefochtenen Entscheides, wonach der Umgang mit dem Vater herausfordernd ist, er Drohungen und Beschimpfungen ausstösst, ferner dass er emotional geladen ist, die Glastüre zugeschlagen und sich nicht verabschiedet hat. Wenn sie daraus ableitet, der Vater "üb[e] eindeutig verbale und physische Gewalt aus, und zwar auch gegenüber Erwachsenen und indirekt auch gegenüber der anwesenden Tochter", so zieht sie andere Schlussfolgerungen als das Obergericht. Dies allein lässt jedoch dessen Beweiswürdigung nicht als willkürlich erscheinen. Vielmehr hat das Obergericht gerade ausdrücklich das aufbrausende und drohende Verhalten des Vaters gewürdigt. Es hat dabei aber auch festgestellt, dass es nie zu tatsächlicher Gewalttätigkeit gegenüber Erwachsenen oder gar dem Kind gekommen wäre; inwiefern es sich anders verhalten hätte, zeigt die Mutter nicht auf. Entsprechend ist keine willkürliche Sachverhaltsfeststellung dargetan. Weiter hält die Mutter fest, weder sie noch die Grossmutter könnten die Tochter ermuntern, keine Angst vor dem Vater zu haben. Sie (Mutter) habe grosse Angst vor ihm und es sei nur eine Frage der Zeit, bis der Vater aufgrund des dringenden Verdachts einer Persönlichkeitsstörung auch gegenüber der Tochter verbal und physisch gewalttätig werde. Aus diesem Grund und wegen der bereits stattgefundenen Entfremdung sei das Kindeswohl gefährdet; die Fortsetzung des begleiteten Besuchsrechts liege eindeutig nicht im Kindeswohl, zumal das Kind spüre, dass sie (Mutter) berechtigterweise in Sorge sei. Die Tochter wolle die Besuche nicht und weigere sich konstant, diese überhaupt wahrzunehmen. Mit diesen Ausführungen verquickt die Mutter Sachverhaltsbehauptungen und rechtliche Vorbringen. Sie werden durchwegs appellatorisch vorgetragen und sind entsprechend nicht zu hören, soweit sie den Sachverhalt beschlagen (namentlich die Behauptung, die Tochter wolle die Kontakte nicht und weigere sich, sowie die Mutmassung, der Vater werde in Zukunft ganz bestimmt auch gegenüber der Tochter gewalttätig werden). Vor dem Hintergrund, dass in Bezug auf die im angefochtenen Entscheid enthaltene Tatsachenbasis keine Willkürrügen erfolgen, ist eine falsche Rechtsanwendung, insbesondere eine Verletzung von Art. 273 und 274 ZGB nicht ersichtlich. Es wäre erforderlich, dass sich die Mutter beschwerdeweise mit den ausführlichen rechtlichen Erwägungen im angefochtenen Entscheid und mit den Voraussetzungen von Art. 274 ZGB im Einzelnen auseinandersetzen würde (vgl. E. 1). Dies tut sie nicht, sondern sie hält einzig fest: "Das angefochtene Urteil verletzt Art. 274 ZBG [gemeint: ZGB]." Damit ist keine Rechtsverletzung dargetan. Wenn die Mutter schliesslich festhält, angesichts des negativen Verlaufes des begleiteten Besuchsrechts sei das Beharren des Vaters auf dessen Fortsetzung rechtsmissbräuchlich, so behauptet sie das Gegenteil dessen, was im angefochtenen Entscheid festgestellt wurde. Weil jedoch die Behauptung des angeblich negativen Verlaufs appellatorisch und nicht in Form einer Willkürrüge erfolgt, ist sie nicht zu hören (vgl. E. 1). Damit ist der Rechtsmissbrauchsdiskussion von vornherein der Boden entzogen. Die ganz am Schluss der Beschwerde erfolgende Gehörsrüge bleibt unsubstanziiert. Die Beschwerdeführerin beschränkt sich auf die Aussage, "sicher ist der Sachverhalt unter Verletzung des rechtlichen Gehörs festgestellt: Es benötigt es [sic] vorab ein Gutachten über die Umgangsfähigkeit". Dass der Vater aufbrausend ist und teils Drohungen gegen die Mutter ausspricht, hat wie gesagt beweiswürdigend Eingang in die Erwägungen des angefochtenen Entscheides gefunden. Inwiefern darüber hinaus zur Ausübung eines engmaschig begleiteten Besuchsrechts eine psychiatrische Begutachtung nötig wäre, ist nicht ersichtlich.