Citation: 6B_194/2023 E. 3.4.2

3.4.2. Die Vorinstanz verletzt kein Bundesrecht, wenn sie gestützt auf den erstellten Sachverhalt einen Betrug annimmt. Es steht fest, dass die Parteien hinsichtlich der Fr. 1,5 Mio. zum Erwerb der Liegenschaft "W._________" ein Darlehen vereinbarten und dass die Beschwerdeführerin die Beschwerdegegnerin 2 über ihren Rückzahlungswillen täuschte, indem sie diese Glauben machte, sie würde den vorgeschossenen Geldbetrag durch weitere Investoren und/oder den Betrieb des Guesthouse beschaffen und das Darlehen innert ein bis zwei Jahren zurückzahlen. Der Vorinstanz ist zuzustimmen, dass das Verhalten der Beschwerdeführerin arglistig war. Dies gilt umso mehr angesichts des erstellten Vertrauens- und Abhängigkeitsverhältnisses, welches die Beschwerdeführerin gezielt aufbaute und ausnutzte. Die Vorinstanz erwägt zu Recht, dass die Beschwerdeführerin damit eine Überprüfung der Täuschung durch die Beschwerdegegnerin 2 unterlaufen resp. nach den Umständen vorausgesehen hat, dass eine Überprüfung ihrer Angaben unterbleiben würde. Ebenso steht gestützt auf deren Aussagen fest, dass die Beschwerdegegnerin 2 irrumtsbedingt über ihr Vermögen verfügte, indem sie die Fr. 1,5 Mio. im Glauben hingab, es handle sich um ein Darlehen zum Erwerb der Liegenschaft "W._________". Mangels eines Rückzahlungswillens der Beschwerdeführerin ist auch ein Schaden zu bejahen. Dass die von ihr beherrschten Firmen zum Zeitpunkt der Vermögensverfügung der Beschwerdegegnerin 2 über genügend finanzielle Mittel zur Rückerstattung des Darlehens verfügten, wie sie erneut vorbringt, ist daher ohne Belang. Die Vorinstanz bejaht auch den subjektiven Tatbestand im Ergebnis zu Recht. Die Beschwerdeführerin hat die Beschwerdegegnerin 2 vorsätzlich getäuscht, indem sie einen Rückzahlungswillen vorgab, der nicht bestand. Entgegen ihrer Auffassung ändert am Vorsatz nichts, dass sie zum Tatzeitpunkt beabsichtigte, mit dem Geld der Beschwerdegegnerin 2 wie vereinbart die Liegenschaft "W._________" zu erwerben. Entscheidend ist, dass die Beschwerdeführerin nach dem zum Sachverhalt Gesagten von Anfang an nicht die Absicht hatte, das Geld zurückzuerstatten und auch nichts vorkehrte, um dies zu ermöglichen. Auf ihre Ausführungen, wonach sie einen Rückzahlungswillen gehabt habe, ist nicht neuerlich einzugehen. Solches verneint die Vorinstanz ohne Willkür (oben E. 3.2 f.). Schliesslich ist die unrechtmässige Bereicherungsabsicht gegeben, wobei die Bereicherung angesichts der Darlehensgewährung an die Stiftung D.________ bei dieser eintrat. Zwar geht die Vorinstanz anscheinend von einer Bereicherung der Beschwerdeführerin selbst aus, da sie erwägt, diese habe das Geld überwiegend für private Zwecke verwendet. Sie stellt aber auf den für den Betrugsvorwurf nicht massgebenden Zeitpunkt der Mittelverwendung anstatt auf den Tatzeitpunkt ab. Da der Beschwerdeführerin dannzumal aber klar sein musste, dass die Zahlung zugunsten der Stiftung D.________ erfolgen sollte, hatte sie zum Tatzeitpunkt ebenso eine Bereicherungsabsicht zum Vorteil der Stiftung D.________. Insofern ist auch der Anklagegrundsatz - die Staatsanwaltschaft geht von einer Bereicherung der Stiftung D.________ aus - nicht verletzt, was die Beschwerdeführerin im Übrigen nicht rügt.