Citation: 6B_307/2022 E. 2.2.3

2.2.3. Weiter berücksichtigt die Vorinstanz den Gesundheitszustand des Beschwerdeführers. Sie hält fest, dass die ärztlichen Belege aus dem Jahr 2012 datieren. Der damals geschilderte Gesundheitszustand habe den Beschwerdeführer nicht daran gehindert, im Jahr 2013 nach Griechenland zu flüchten und sich dem Strafvollzug zu entziehen. Gemäss Vorinstanz liegen keine Anhaltspunkte für einen ausserordentlich schlechten oder lebensbedrohlichen Gesundheitszustand vor. Sie verweist auf eine E-Mail der Leitung der Strafanstalt Saxerriet vom 7. Dezember 2021. Demnach trifft es nicht zu, dass der Beschwerdeführer einfachste Alltagsverrichtungen wie Ankleiden, Duschen oder Einkaufen nicht selbständig meistern kann. Auch in der JVA Pöschwies habe der Beschwerdeführer nur wenige Krankheitstage aufgewiesen und sei zuverlässig bei der anstaltsinternen Arbeit erschienen. In der Strafanstalt Saxerriet führe er täglich in einem Vollpensum leichte Montagearbeiten aus. Dass der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers schlecht ist, stellt die Vorinstanz nicht in Abrede. Sie stützt sich aber auf die Angaben der Leitung der Strafanstalt Saxerriet und verneint einen lebensbedrohlichen Zustand. Schliesslich verweist sie auf die Begutachtung im Jahr 2012, wonach beim Beschwerdeführer Somatisierungsstörungen diagnostiziert wurden. Zudem setzt sie sich mit dem Vorbringen auseinander, dass bereits seit 1987 gesundheitliche Beschwerden aufgetreten seien. Dem hält sie allerdings entgegen, dass dies den Beschwerdeführer nicht an den Delikten in den Jahren 1997 bis 2004 gehindert habe. Die Vorinstanz verwirft den Einwand des Beschwerdeführers, dass er aufgrund seines Gesundheitszustandes keine sexuellen Handlungen mehr vornehmen könne. Sie erwägt, bereits im Strafverfahren habe er geltend gemacht, er sei wegen fehlender Erektion und enormen Schmerzen seit Jahren nicht mehr zu Geschlechtsverkehr fähig. Zudem sind sexuelle Handlungen gemäss Vorinstanz auch ohne Erektion denkbar. Die Vorinstanz berücksichtigt den Befund auf Verdacht von Prostatakrebs vom 7. Dezember 2021. Dazu erwägt sie, es werde sich zeigen, welche medizinischen Massnahmen nötig seien und welchen Einfluss diese Massnahmen auf die Planung der Vollzugsöffnungen haben. Die empfohlene Behandlung könne im Rahmen des Strafvollzugs sichergestellt werden. Im Entscheidzeitpunkt könne nicht zweifelsfrei auf das Stadium der Erkrankung geschlossen werden. Auch die Behandlungsaussichten und die Lebenserwartung seien noch offen. Unklar sei auch, ob der Beschwerdeführer einer Behandlung überhaupt zustimme. Konkrete Anhaltspunkte, wonach die Strafanstalten Pöschwies und Saxerriet nicht in der Lage wären, sich um die medizinische Versorgung des Beschwerdeführers zu kümmern, liegen gemäss Vorinstanz nicht vor. In der Strafanstalt Saxerriet seien medizinische Abklärungen veranlasst worden. Verlegungen in das Inselspital Bern seien an der Mitwirkung des Beschwerdeführers gescheitert. Die Vorinstanz kommt zum Schluss, dass der angeschlagene Gesundheitszustand des 65-jährigen Beschwerdeführers weder für sich allein noch insgesamt eine bedingte Entlassung aus dem Strafvollzug rechtfertigen könne. Zumindest im Entscheidzeitpunkt liegen gemäss Vorinstanz keine ausserordentlichen, in der Person des Beschwerdeführers liegende Umstände gemäss Art. 86 Abs. 4 StGB vor. Es ist nicht ersichtlich, was an den vorstehenden Erwägungen bundesrechtswidrig sein soll. Was der Beschwerdeführer dagegen vorbringt, erschöpft sich weitgehend in einer unzulässigen appellatorischen Kritik am angefochtenen Entscheid. Darauf ist nicht einzutreten. Der Beschwerdeführer macht geltend, der Gesundheitszustand habe "eine absolut zentrale, ja entscheidende Bedeutung". Dies lässt sich so absolut nicht sagen. Die Vorinstanz gibt dem Gesundheitszustand das gebührende Gewicht, lässt aber auch die anderen prognoserelevanten Faktoren nicht ausser Acht. Der Beschwerdeführer behauptet, dass die Vorinstanz eine "schablonenhafte Beurteilung" vorgenommen hätte. Davon kann keine Rede sein.