Citation: I 246/02 07.11.2003 E. 7.1

7.1.1 Die MEDAS stellte im Gutachten vom 13. Oktober 2000 folgende Diagnosen mit wesentlicher Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit: chronisches Lumbovertebralsyndrom, wahrscheinlich mit spondylogener Ausstrahlung rechts, multiple Osteochondrosen, wahrscheinlich diffuse idiopathische skelettale Hyperostose, Status nach lumbaler Diskushernienoperation 1986 (Höhenlokalisation unbekannt); Zustand nach Implantation einer Totalendoprothese am rechten (recte: linken) Kniegelenk wegen massiver Varusgonarthrose 02/99, leichtgradige Gonarthrose links; radiologisch fortgeschrittene Coxarthrose links, Status nach traumatischer Hüftluxation links ca. 1957; leichtgradige Agoraphobie ohne Panikstörung (ICD-10: F40.00) bei einem leicht unterdurchschnittlich intelligenten, wenig gebildeten Mann mit multiplen Schmerzen im Bereich des Rückens, der Hüft- und Kniegelenke. Für die bisherige Tätigkeit im Gebäudeunterhalt werde die Arbeitsfähigkeit auf 50 % geschätzt; limitierend seien die rheumatologischen Befunde. In einer angepassten, körperlich leichten, wechselbelastenden Tätigkeit betrage die Arbeitsfähigkeit schätzungsweise 70 % der Norm: limitierend seien die psychopathologischen Befunde. Zumutbar seien Arbeiten an eingestellten Maschinen, die eine gewisse Wechselbelastung zuliessen, einfache Lagermitarbeit, Hauswarttätigkeiten im leichten Bereich, Taxifahren, sowie körperlich leichte, wechselbelastende Fabrikarbeiten. Der Versicherte sei nicht in der Lage, Arbeiten auf Leitern, Gerüsten, unebenem Boden, im Kauern und in der Hocke vorzunehmen. Er sollte keine positionsmonotonen Verrichtungen vornübergeneigt tätigen müssen. Gewichte könnten - ausser repetitiv - bis 15 kg gehoben und getragen werden, selten, rückenergonomisch auch auf Tischhöhe. Verschieben und kurzes Tragen von Gewichten bis 20 kg sei denkbar. Empfohlen werde zusätzlich eine BEFAS-Abklärung zwecks Abklärung der Arbeitsfähigkeit. 7.1.2 Die BEFAS, wo der Versicherte am 13. März 2001 sowie vom 23. April bis 4. Mai 2001 weilte, legte im Bericht vom 15. Mai 2001 dar, aus medizinischer Sicht betrage die Arbeitsfähigkeit 50 %. Arbeitspositionen im Knien und in der Hocke seien ebenso zu vermeiden wie stehende oder sitzende Positionsmonotonien über 20 Minuten sowie das Heben von Lasten ab Boden; Lastenheben ab Tischhöhe im Bereich von 10 bis 15 kg sei möglich. Dadurch könne der Versicherte auch bei angepassten Arbeiten nicht eine vollzeitige Arbeitspräsenz einhalten. Zusammen mit einer behinderungsbedingten Leistungsverminderung durch Positionswechsel, Schonhaltungen etc. resultiere eine 50%ige Arbeits- und Erwerbsfähigkeit. In Frage kämen mittel- bis grobmotorische Arbeiten im industriellen Sektor, die den Beschwerdeführer nicht zu stark forderten. Gegenüber der Einschätzung der MEDAS sei nur eine 50%ige Arbeitsfähigkeit in sehr leichten wechselbelastenden Tätigkeiten möglich und nicht die 70 %, die damals medizinisch-theoretisch angenommen worden seien. 7.2 Verwaltung und Vorinstanz gingen gestützt auf den BEFAS-Bericht von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit in einer der Behinderung angepassten Tätigkeit aus. Der Versicherte macht geltend, bei den Einschätzungen durch die MEDAS und BEFAS sei die 30%ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus psychischen Gründen vergessen gegangen, so dass eine zusätzliche Reduktion vorzunehmen sei. 7.3 Die MEDAS gab im Rahmen ihrer Begutachtung eine rheumatologische und eine psychiatrische Abklärung in Auftrag. Der Rheumatologe Dr. med. J.________ ging im Konsilium vom 15. September 2000 von 50%iger Arbeitsunfähigkeit in der langjährigen Tätigkeit als Hauswart sowie in einer anderen körperlich leichten Tätigkeit aus. Der Psychiater Dr. med. K.________ legte im Bericht vom 19. September 2000 die Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischen Gründen auf 30 % fest. Die BEFAS zog bei ihrer Abklärung keinen Psychiater bei. Mit Stellungnahme vom 12. September 2003 legte die MEDAS dar, die im Gutachten festzulegenden Arbeitsunfähigkeiten bezögen sich immer auf die ursprüngliche Tätigkeit und zusätzlich auch auf jene Tätigkeiten, die den Folgen von Krankheit oder Unfall angepasst seien. Somit sei es durchaus möglich, dass in angestammten Tätigkeiten eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit resultieren könne, während in angepassten Tätigkeiten graduell verschiedene Arbeitsfähigkeits-Prozente möglich blieben. Schon hieraus ergebe sich, dass von einzelnen Konsiliarärzten angegebene Arbeitsunfähigkeiten nicht unbedingt zusammenzuzählen seien. Denn beim einfachen Addieren prozentualer Arbeitsunfähigkeiten könnte der Wert von 100% weit überschritten werden. Weiter sei es Aufgabe des Gutachters und des Chefarztes, eine Gewichtung der prozentualer Arbeitsunfähigkeiten vorzunehmen und allenfalls deren Kumulation oder eine gegenseitige Beeinflussung mit einzubeziehen. Dies geschehe im Rahmen eines MEDAS-Gutachtens nach Diskussion, Gewichtung und Absprache mit dem Chefarzt und nicht selten nach Rücksprache mit den Konsiliarärzten. Bezüglich des Beschwerdeführers sei keine Kumulation der Arbeitsunfähigkeiten anzunehmen, wenn in körperlich angepassten Tätigkeiten von einer gesamten Arbeitsfähigkeit von 50 % auszugehen sei. Die Einschätzungen der MEDAS und der BEFAS genügen inhaltlich den von der Rechtsprechung formulierten Anforderungen an eine medizinische Expertise als Beweismittel (Erw. 3.2.3 hievor). Es sind keine Gründe ersichtlich, weshalb hierauf nicht abgestellt werden sollte. Demnach steht fest, dass der Beschwerdeführer nur noch für körperlich sehr leichte wechselbelastende Tätigkeiten ohne Arbeitspositionen im Knien und in der Hocke, ohne Lastenheben ab Boden sowie ohne stehende oder sitzende Positionsmonotonien über 20 Minuten zu 50 % arbeitsfähig ist (Erw. 7.1.2 hievor). Hieraus folgt, das er in der früheren Arbeit als Hauswart und in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit bei der Firma E.________ SA, wozu unter anderen die Warenannahme und der Personaltransport mit einem Kleinbus gehörten (Erw. 8.2.2. hienach), gänzlich arbeitsunfähig ist. 7.4 Weitere Abklärungen in medizinischer Hinsicht erübrigen sich, da hievon keine neuen Erkenntnisse zu erwarten sind (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 124 V 94 Erw. 4b; SVR 2001 IV Nr. 10 S. 28 Erw. 4b).