Citation: 5P.367/2006 21.03.2007 E. 2

Bei der Ermittlung der Leistungsfähigkeit ist das Obergericht davon ausgegangen, der Beschwerdegegner sei derzeit zu 70 % arbeitsfähig und der gesamte Arbeitsaufwand in seinem landwirtschaftlichen Betrieb entspreche ungefähr diesem Umfang. Unbestritten geblieben sei sodann die Annahme des Bezirksgerichts, dass die Lebensgefährtin des Beschwerdegegners ohne Entgelt ungefähr 30 % der im landwirtschaftlichen Betrieb anfallenden Arbeiten verrichte. Da der Beschwerdegegner gut 40 % dieser Arbeiten übernehme, verbleibe ihm eine freie Kapazität von knapp 30 %. Angesichts der bestehenden Unterhaltspflicht sei er verpflichtet, seine Leistungsfähigkeit bis zur Deckung der Ansprüche der Unterhaltsberechtigten voll auszuschöpfen. Allerdings dürften die Erwartungen an die - ausserberuflichen - Erwerbsmöglichkeiten eines 55-jährigen Bauern nicht zu hoch angesetzt werden. Es sei anzunehmen, dass der Beschwerdegegner den Durchschnittslohn für einfache Männerarbeiten von monatlich brutto Fr. 1'391.-- (Vollpensum Fr. 4'637.--) auch unter dem Aspekt der Einsatzmöglichkeiten im Jahresdurchschnitt nicht erreichen werde, so dass ein Betrag von monatlich netto Fr. 900.-- einzusetzen sei. Der von der Beschwerdeführerin errechneten Möglichkeit, Direktzahlungen von Fr. 65'000.-- im Jahr auszulösen, hält das Kantonsgericht entgegen, es werde nicht dargetan, welche Voraussetzungen dafür erfüllt sein müssten und wie diese Voraussetzungen verwirklicht werden könnten. Im Gegensatz zum Bezirksgericht hat das Kantonsgericht davon abgesehen, für die Lebensgefährtin des Beschwerdegegners und deren Mutter, die beide bei ihm leben, Wohnkostenbeiträge als weiteres Einkommen anzurechnen.