Citation: 6B_887/2016 E. 4.4.2

4.4.2. Vorauszuschicken ist, dass eine Einziehung auch bei verjährter Tat möglich sein kann (siehe Urteil 6S.477/2001 vom 9. Oktober 2001 E. 2). Dies kann insbesondere im Falle von Übertretungen vorkommen. Das Recht der Einziehung verjährt nach sieben Jahren; ist jedoch die Verfolgung der Straftat einer längeren Verjährungsfrist unterworfen, findet diese Frist auch auf die Einziehung Anwendung (Art. 70 Abs. 3 StGB). Aus Art. 70 StGB ergibt sich nicht, wann die Verjährung des Einziehungsrechts beginnt. Insoweit ist Art. 98 StGB analog anwendbar. Die Verjährung beginnt demnach mit dem Tag, an dem der Täter die strafbare Tätigkeit ausführt, durch welche er den Vermögenswert erlangt. Die Verjährungsfrist für die Einziehung beginnt somit mit jener für die Anlasstat zu laufen (n.p. E. 3.1 von BGE 129 IV 305; NIKLAUS SCHMID, a.a.O., N. 221 f. zu Art. 70 - 72 StGB). Bei Straftaten mit einer Verjährungsfrist von sieben Jahren verjährt somit das Einziehungsrecht gleichzeitig mit der Strafverfolgung, ist in diesem Sinne die Einziehung bei verjährter Tat ausgeschlossen.