Citation: 7B_611/2024 E. 4.3.3

4.3.3. Weiter bringt der Beschwerdeführer vor, die Vorinstanz berücksichtige die am 6. November 2023 gerügte Verletzung der Waffengleichheit und des rechtlichen Gehörs nicht. Die Beschwerdegegnerin habe sich monatelang auf seine Inhaftierung respektive auf die Haftverhandlung vom 3. November 2023 vorbereiten können und habe dort wie an einer Hauptverhandlung plädiert. Hingegen habe seine Verteidigung nicht ausreichend Zeit gehabt, die Haftakten zu studieren, und zu wenig Zeit zur Vorbereitung gehabt. Diese krasse Gehörsverletzung während des Haftanordnungsverfahrens, die bundesgerichtlich festgestellt worden sei (Urteil 7B_1028/2023 vom 12. Januar 2024 E. 3.4), blende die Vorinstanz zu Unrecht vollständig aus. Die Gehörsverletzung hätte in der Gesamtschau der geltend gemachten Ausstandsgründe berücksichtigt werden müssen. Dies gelte umso mehr, als eine weitere Beschwerde betreffend die wiederholte krasse Gehörsverletzung im Rahmen des Haftprüfungsverfahrens derzeit beim Bundesgericht hängig sei (Verfahren 7B_429/2024). Es trifft zwar zu, dass die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid nicht auf die im Rahmen des Haftanordnungsverfahrens erfolgte Gehörsverletzung Bezug nimmt. Zu berücksichtigen ist jedoch, dass diese Gehörsverletzung im damaligen Beschwerdeverfahren geheilt wurde. Der Beschwerdeführer konnte nach erfolgter Akteneinsicht seine Beschwerde vor der kantonalen Beschwerdeinstanz erheben, die sowohl Sachverhalt wie Rechtslage mit gleicher Kognition wie das Zwangsmassnahmengericht prüfte (Urteil 7B_1028/2023 vom 12. Januar 2024 E. 3.4). Es ist vorliegend weder rechtsgenüglich dargetan noch ersichtlich, dass die im Haftanordnungsverfahren erfolgte Gehörsverletzung zu einer Ausstandspflicht der Beschwerdegegnerin hätte führen müssen. Zu berücksichtigen ist, dass der Anspruch auf rechtliches Gehör trotz seiner formellen Natur (vgl. oben E. 4.2.2) kein Selbstzweck ist (vgl. BGE 150 III 238 E. 4.5; Urteil 6B_297/2024 vom 13. Mai 2024 E. 3 mit Hinweisen), weshalb die im Verfahren 7B_1028/2023 bundesgerichtlich festgestellte Gehörsverletzung aufgrund der erfolgten Heilung nicht zur Aufhebung des angefochtenen Entscheids führte. Hinzu kommt, dass die Befangenheit einer staatsanwaltlichen Untersuchungsleiterin oder eines Untersuchungsleiters nur zur bejahen ist, wenn bei objektiver Betrachtung besonders krasse oder ungewöhnlich häufige Fehlleistungen der zuständigen Untersuchungsleitung vorliegen, welche bei gesamthafter Würdigung eine schwere Verletzung der Amtspflichten darstellen und sich einseitig zulasten einer der Prozessparteien auswirken (vgl. unten E. 5.2.2). Im weiteren vom Beschwerdeführer genannten Verfahren verneinte das Bundesgericht eine Gehörsverletzung und eine Verletzung der Waffengleichheit im Haftprüfungsverfahren (Urteil 7B_429/2024 vom 24. Mai 2024 E. 2). Eine "ungewöhnlich häufige Fehlleistung" der Beschwerdegegnerin hinsichtlich der Wahrung des rechtlichen Gehörs im Haftverfahren ist folglich zu verneinen. Bei dieser Sachlage ist der Vorinstanz nicht vorzuwerfen, wenn sie im vorliegenden Ausstandsverfahren nicht besonders darauf eingeht.