Citation: 8C_345/2022 E. 6

Dennoch hat das Bundesgericht von einer Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheids und der Rentenverfügung, verbunden mit einer Rückweisung der Angelegenheit an die IV-Stelle zur Einleitung der geeigneten Eingliederungsmassnahmen, abzusehen. Eine solche eingreifende Korrektur könnte durch den - allenfalls nur vorübergehenden - Wegfall der bereits zugesprochenen halben Invalidenrente insgesamt in einer Schlechterstellung des Beschwerdeführers resultieren. Deshalb hat sie zufolge des Verbots einer reformatio in peius (vgl. Art. 107 Abs. 1 BGG) zu unterbleiben (vgl. Urteile 8C_150/2019 vom 19. August 2019 E. 6.3; 8C_419/2018 vom 11. Dezember 2018 E. 4.1 und 4.5; vgl. auch JOHANNA DORMANN, in: Basler Kommentar, Bundesgerichtsgesetz, 3. Aufl. 2018, N. 2 zu Art. 107 BGG). Damit muss es beim angefochtenen Entscheid sein Bewenden haben. Immerhin sei angemerkt, dass die IV-Stelle trotzdem Gelegenheit haben wird, den Beschwerdeführer als Rentenbezüger bei der Wiedereingliederung ins Erwerbsleben zu unterstützen. Denn eine rentenbeziehende Person mit Eingliederungsressourcen hat - unabhängig davon, ob ein Revisionsgrund im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG vorliegt - nicht nur einen Anspruch, sondern auch eine Pflicht, an zumutbaren Eingliederungsmassnahmen teilzunehmen (BGE 145 V 2 E. 4.3.1). Dabei bildet die subjektive Eingliederungsfähigkeit der rentenbeziehenden Person keine Voraussetzung für die Durchführung solcher Massnahmen (BGE 145 V 2 E. 4.3.3). Die IV-Stelle kann die Absolvierung von zumutbaren Eingliederungsmassnahmen, falls notwendig, mittels eines Mahn- und Bedenkzeitverfahrens durchsetzen (vgl. E. 5.4.3).