Citation: 6B_1120/2018 E. 3.4.3

3.4.3. Als Sachverhaltsirrtum im Sinne von Art. 13 StGB gilt nicht nur der Irrtum über beschreibende (deskriptive) Merkmale, sondern auch die falsche Vorstellung über Tatbestandsmerkmale rechtlicher (normativer) Natur (BGE 129 IV 238 E. 3.2 S. 241; Urteile 6B_804/2018 vom 4. Dezember 2018 E. 3.1.1; 6B_96/2018 vom 16. August 2018 E. 2.4.2; 6B_187/2016 vom 17. Juni 2016 E. 3.2). Der Irrtum über das Vorliegen eines gültigen Beschlusses wäre daher als Sachverhaltsirrtum im Sinne von Art. 13 StGB zu qualifizieren. Hätte der Täter den Sachverhaltsirrtum bei pflichtgemässer Vorsicht vermeiden können, so ist er wegen Fahrlässigkeit strafbar, wenn die fahrlässige Begehung der Tat mit Strafe bedroht ist (Art. 13 Abs. 2 StGB). Die fahrlässige Sachentziehung oder Sachbeschädigung ist nicht strafbar (oben E. 3.2.3). Selbst wenn der Beschluss vom 14. November 2017 nichtig gewesen wäre, hätten sich die für die Beschwerdegegnerin 2 handelnden Personen daher nur strafbar gemacht, wenn sie um die Nichtigkeit gewusst hätten. Dies macht der Beschwerdeführer nicht geltend. Ob die Beschwerdegegnerin 2 den Beschwerdeführer vorgängig hätte mahnen und ob sie vor der Räumung und Entsorgung seiner Gegenstände Kontakt mit diesem hätte aufnehmen müssen, braucht ebenfalls nicht beantwortet zu werden. Auch dies wäre für die strafrechtliche Beurteilung höchstens von Bedeutung, wenn Gegenstände des Beschwerdeführers im Wissen darum entsorgt worden wären.