Citation: 5A_45/2024 E. 5.2.2

5.2.2. Angesichts der soeben skizzierten gesetzlichen Vorgaben kann dem Obergericht nicht gefolgt werden, wenn es das von der Beschwerdeführerin angerufene Stellvertretungsrecht mit dem blossen Hinweis auf Art. 5 IPRG als nicht massgeblich beiseite stellt. Die in Art. 5 IPRG statuierten Voraussetzungen haben nichts mit der Frage zu tun, ob die Beschwerdegegnerin die Nutzungs- und Gerichtsstandsvereinbarung, die ein ohne entsprechende Ermächtigung handelnder Dritter bei der Eröffnung des fraglichen Kontos bei der C.________. Ltd. in ihrem Namen akzeptierte, durch die spätere Nutzung des Kontos nachträglich rechtswirksam genehmigte. Mit seiner pauschalen Erklärung, dass Art. 5 IPRG als Sachnorm die formelle Gültigkeit einer Gerichtsstandsvereinbarung autonom und abschliessend regle, vermengt das Obergericht auf unzulässige Weise Fragen der formellen Gültigkeit der Gerichtsstandsvereinbarung, der diesbezüglichen materiellen Willenseinigung und der Stellvertretung. Es übersieht, dass eine Gerichtsstandsvereinbarung formgültig im Sinne von Art. 5 IPRG auch durch einen Stellvertreter abgeschlossen werden kann. Ob und gegebenenfalls auf welche Weise diesfalls eine Vertretungswirkung zustande kommt, ist - wie die Beschwerdeführerin zutreffend beobachtet - nach den Regeln des Stellvertretungsrechts zu klären. Die Beschwerdeführerin bringt in diesem Zusammenhang Art. 38 OR ins Spiel, weil auf die Stellvertretung nach Massgabe von Art. 126 IPRG das schweizerische Recht anwendbar sei (s. vorne E. 4.1 a.E.). Ob Letzteres tatsächlich zutrifft, kann hier nicht erörtert werden. Das ergibt sich aus den nachfolgenden Erwägungen.