Citation: 5A_1038/2020 E. 5.3.1

5.3.1. Bezüglich des Nachweises der "Umstände", die der Wegfall einer testamentarischen Disposition nach § 57 Abs. 2 Satz 2 NEG voraussetzt, reklamiert der Beschwerdeführer, dass die Vorinstanz im Unklaren lasse, von welchem Beweismass sie ausgeht. Sie erkläre, dass das Vorliegen von Umständen "unzweifelhaft" bzw. "mit annähernder Sicherheit" zu beweisen sei, und weise darauf hin, dass dies nach einem Teil der Lehre einem Beweisgrad von rund 80 % entspreche. Damit impliziere das Kantonsgericht, dass "in Tat und Wahrheit" ein Beweisgrad von bloss 80 % genüge. Zugleich führe es aus, dass § 57 Abs. 2 Satz 2 NEG eine enge und restriktiv auszulegende Ausnahmeregel sei, was einem Beweismass von 80 % "per se" widerspreche. Auch das SIR-Gutachten stelle fest, dass der Umstand einen derart hohen Grad an Wahrscheinlichkeit haben müsse, dass er "sicher" sei. Sollte sich die Vorinstanz mit einem Beweismass von 80 % begnügen, so würde sie sich in Widersprüche verstricken und in Willkür verfallen und ausserdem Art. 16 IPRG verletzen, weil sie sich über das SIR-Gutachten hinweggesetzt und das norwegische Recht nicht wie ein norwegisches Gericht angewendet hätte. Die Befürchtungen des Beschwerdeführers sind unbegründet. Der angefochtene Entscheid ist von der Erkenntnis getragen, dass an den Beweis der Umstände im Sinne von § 57 Abs. 2 Satz 2 NEG strenge Massstäbe anzulegen seien und für die Sachverhaltsvoraussetzungen dieser Norm ein "deutlich strengeres Beweismass" gelte, dies im Unterschied zum "blossen Wahrscheinlichkeitsübergewicht", wie es das norwegische Zivilprozessrecht als Regelbeweismass kenne. Laut Vorinstanz ist in einem ersten Schritt zu prüfen, ob in tatsächlicher Hinsicht "zweifellos bzw. mit annähernder Sicherheit feststeht", dass der Beschwerdeführer nach der Errichtung des Testaments "Umstände" im Sinne von Art. § 57 Abs. 2 Satz 2 NEG gesetzt hat. Gewiss erwähnt der angefochtene Entscheid einen "Teil der Lehre", dem zufolge von einem "Beweisgrad von rund 80 %" auszugehen sei (s. E. 5.1.1). Konkrete Hinweise, dass die Vorinstanz diese Lehrmeinung ihren Sachverhaltsfeststellungen zugrunde legt, sind der Beschwerde aber nicht zu entnehmen und auch nicht ersichtlich. Darüber hinaus äussert sich der Beschwerdeführer nicht zur Frage, welcher (höhere) Beweisgrad (in Prozenten) für die Erstellung von "Umständen" im Sinne von § 57 Abs. 2 Bst. b NEG massgeblich wäre. Er macht auch nicht geltend, dass das norwegische Zivilprozessrecht dafür im Sinne einer Wahrscheinlichkeit von 100 % ein Beweismass der absoluten Sicherheit verlange. Allein mit seinen Mutmassungen vermag der Beschwerdeführer keine Bundesrechtsverletzung darzutun.