Citation: 4C.82/2002 21.06.2002 E. A

Die B.________ AG (Klägerin) kam im Rahmen einer Geschäftsbeziehung mit der deutschen C.________ GmbH in den Besitz von zwei am 22. Juli 1996 von dieser an eigene Order ausgestellten Wechseln über SFr. 205'750.-- bzw. US$ 264'000.--, welche als Bezogene die A.________ SA (Beklagte) aufführen. Beide Wechsel tragen die Unterschrift der einzigen Verwaltungsrätin der Beklagten, D.________ . Verfalltag ist der 22. Oktober 1996. Vor der Diskontierung des ersten Wechsels verlangte die Klägerin von der Beklagten am 30. Juli 1996 die Bestätigung, dass die Unterschrift "korrekt" und die unterzeichnende Person zur Einzelzeichnung befugt sei. Die Verwaltungsrätin der Beklagten teilte der Klägerin mittels eines Faxschreibens mit, dass ein Wechsel über DM 205'750.-- vorhanden und sie zur Einzelzeichnung befugt sei. Sie unterzeichnete das Schreiben mit dem Hinweis, dass es sich dabei um ihre Original-Unterschrift handle, die für die Akten der Klägerin bestimmt sei. Da die im Faxschreiben angegebene Währung mit derjenigen auf dem Wechsel nicht übereinstimmte, erkundigte sich die Klägerin telefonisch bei der Verwaltungsrätin der Beklagten, die in einem vom 31. Juli 1996 datierten Faxschreiben bestätigte, dass der Wechsel auf Schweizer Franken lautete. Beide Antworten der Beklagten gingen zuerst an die C.________ GmbH und von dieser weiter an die Klägerin. Die Wechsel wurden in der Folge fristgerecht, jedoch erfolglos zur Zahlung bei der vorgesehenen Zahlstelle vorgelegt. Am 23. Oktober 1996 erfolgte die Protestaufnahme. Am 9. Dezember 1996 bestätigte die Klägerin im Rahmen einer mit dem Inhaber der C.________ GmbH (Aussteller) abgeschlossenen Vereinbarung, von diesem "24 Wechsel à DM 23'000.-- monatlich fällig vom 27.12.1996" erhalten zu haben, und präzisierte Folgendes: "Die Wechsel dienen der Regulierung der Forderungen der B.________ AG gegen A.________ S.A. aus Wechsel SFr. 205'750.-- per 22.10.96 und US$ 264'000.-- p. 22.10.96". In der Folge konnte die Klägerin nur neun der zehn vorgelegten Wechsel einlösen, was einem Betrag von insgesamt DM 207'000.-- entsprach. Da die Beklagte die Echtheit der Unterschrift auf den beiden strittigen Wechseln bestritt, ordnete die Vorinstanz eine Expertise an. Der Gutachter kam zum Schluss, dass die Unterschriften von D.________ auf beiden Wechseln mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit gefälscht seien.