Citation: 6P.28/2003 26.08.2003 E. 3

Der Beschwerdeführer macht weiter geltend, das Wort "hang up" am Ende der elektronischen Post, die Prof. D.________ dem Sicherheitsdienst nach seinem Gespräch mit dem Beschwerdeführer am 27. April 1999 sandte, sei unklar. Es dürfe daher insgesamt nicht auf diese Notiz abgestellt werden. Es sei folglich zweifelhaft, ob der Tatbestand der Drohung in diesem Gespräch erfüllt sei. Die Annahme des Tatbestands der Drohung mit der Begründung, es sei kein Grund ersichtlich, weshalb Prof. D.________ die Drohung erfunden haben sollte, sei willkürlich und verletze den Grundsatz "in dubio pro reo". 3.1 Prof. D.________ setzt in seiner elektronischen Post die Aussage, auf Grund derer der Beschwerdeführer wegen Drohung verurteilt wurde, in Anführungszeichen. Der Zusatz "and hang up" am Schluss seines Schreibens gehört nicht mehr zu den Aussagen, die dem Beschwerdeführer zugeschrieben werden und bildet daher nicht Bestandteil der dem Beschwerdeführer zur Last gelegten Vorwürfe. Die Frage, ob "hang up" richtig übersetzt wurde, ist somit ohne Belang. Der Beschwerdeführer legt nicht dar, inwiefern die Übersetzung in den entscheidrelevanten Passagen ungenau oder falsch wäre und dadurch seine verfassungsmässigen Rechte verletzt worden wären. Insoweit kann auf seine Rüge mangels hinreichender Begründung (vgl. E. 1) nicht eingetreten werden. 3.2 Prof. D.________ schrieb in seiner elektronischen Post an den Sicherheitsdienst des C.________ Instituts, der Beschwerdeführer habe ihm am 27. April 1999 am Telefon gesagt, er werde eine Pistole nehmen und Leute erschiessen, wenn der Arzt ihm mitteile, dass er Krebs habe (act 1B 26). Prof. D.________ bestätigte den Inhalt seines Schreibens während des Untersuchungsverfahrens (act. 1B 83). Der Beschwerdeführer bestritt die ihm zur Last gelegte Aussage vehement (act. 1B 37). Das Obergericht hält fest, es seien keinerlei Gründe ersichtlich, weshalb Prof. D.________ das Telefongespräch erfunden hätte. Es könne nicht angenommen werden, dass dieser den Vorfall tatsachenwidrig geschildert habe, um A.________ einen Gefallen zu erweisen, weil er sich davon einen wirtschaftlichen oder beruflichen Vorteil erhofft hätte. Prof. D.________ sei wegen der Drohung beunruhigt gewesen, habe A.________ als Direktor des C.________ Instituts in Gefahr gesehen und daher die Drohung dem Sicherheitsdienst gemeldet. Seine Weigerung, im Verfahren direkt mit dem Beschwerdeführer konfrontiert zu werden, ändere nichts an der Glaubwürdigkeit seiner Aussage vor Gericht. Diese Beweiswürdigung ist nicht willkürlich. Das Obergericht hat die vom Beschwerdeführer bestrittene Aussage von Prof. D.________ auf ihre Glaubwürdigkeit geprüft und keine Elemente gefunden, die daran Zweifel aufkommen liessen. Es war daher nicht offensichtlich unhaltbar, den Inhalt des von Prof. D.________ beschriebenen Telefongesprächs für nachgewiesen zu erachten. Im Übrigen leitet das Obergericht entgegen der Meinung des Beschwerdeführers die Erfüllung des Tatbestandes der Drohung nicht daraus ab, dass es keine offensichtlichen Gründe gebe, den Beschwerdeführer zu Unrecht zu beschuldigen. Die angesprochene Passage im angefochtenen Urteil (S. 19) bezieht sich auf die Erstellung des Sachverhalts und nicht auf dessen Subsumtion unter den Tatbestand der Drohung. Ob das Obergericht auf Grund des festgehaltenen Sachverhalts Art. 180 StGB richtig anwendete, kann im Verfahren der staatsrechtlichen Beschwerde ohnehin nicht geprüft werden (vgl. Art. 84 Abs. 2 OG, Art. 269 Abs.1 BStP). Die Rüge ist unbegründet, soweit darauf einzutreten ist.