Citation: 5A_360/2013 E. 3.2

3.2. Die Beschwerdeführerin hat gerade nicht im Rahmen des Scheidungsverfahrens um Akteneinsicht ersucht (was in Form eines entsprechenden Editionsbegehrens beim für die Scheidung zuständigen Gericht möglich gewesen wäre), sondern sie liess bei der Vormundschaftsbehörde ein unabhängiges Gesuch einreichen. Der negative Entscheid vom 27. November 2012 erwähnt denn auch keinen allfälligen Zusammenhang mit einem Scheidungsverfahren. In der Beschwerde vom 10. Dezember 2012 gegen diesen Entscheid bezieht sich auch die Beschwerdeführerin selbst nicht auf Scheidungsverfahrensrecht, sondern stützt sich für die Beschwerdeberechtigung explizit auf Art. 420 ZGB i.V.m. Art. 65 Abs. 1 und Art. 55 Abs. 2 Satz 1 EG ZGB (je in der bis zum 31. Dezember 2012 geltenden Fassung). Gemäss Art. 420 Abs. 1 aZGB konnte der urteilsfähige Bevormundete, sowie jedermann, der ein Interesse hatte, gegen die Handlungen des Vormundes bei der Vormundschaftsbehörde Beschwerde führen. Gegen die Beschlüsse der Vormundschaftsbehörde konnte binnen zehn Tagen nach deren Mitteilung bei der Aufsichtsbehörde Beschwerde geführt werden (Art. 420 Abs. 2 aZGB). Die Beschwerdeführerin selbst entnahm die Legitimation für ihr Akteneinsichtsgesuch somit nicht ihrer Parteistellung im Scheidungsverfahren, sondern dem Vormundschaftsrecht.