Citation: 4A_593/2024 E. 4.3

4.3. Damit vermag die Beschwerdeführerin keine Bundesrechtsverletzung zu begründen. Die Vorinstanz hat in Übereinstimmung mit Bundesrecht geprüft, ob nicht zurechenbare Ursachen die Beschwerdeführerin daran gehindert hätten, ihre Obliegenheit gemäss Art. 16.2. AVB zu erfüllen. Sie hat die medizinische Vorgeschichte der Beschwerdeführerin und den Behandlungsplan des Spital D.________ bei der Beurteilung, ob ihr zumindest eine leichte Fahrlässigkeit zum Vorwurf gemacht werden kann, berücksichtigt. Sie stellte insbesondere darauf ab, dass gestützt auf die Akten nichts darauf hindeute, dass die vom Spital D.________ angebotene Behandlung unzureichend gewesen sei. Das Spital D.________ habe die vordringlichen Abklärungen umgehend getätigt und die Progredienz im Verlauf Ende Dezember 2021 kontrolliert. Die Vorinstanz erwog gestützt darauf zu Recht, dass der Beschwerdeführerin das Warten auf den nächsten Untersuchungstermin in der Schweiz zwar erschwert gewesen ist. Es ist aber auch unter Berücksichtigung ihrer medizinischen Vorgeschichte nicht unzumutbar, einige Wochen in dieser Ungewissheit zu leben. Die Vorbringen der Beschwerdeführerin zu ihren medizinischen Umständen erheischen keine andere Beurteilung des Verschuldens. Letztlich stellt sie auch vor Bundesgericht einzig darauf ab, dass das Zuwarten auf die weiteren Untersuchungen am Spital D.________ am 7. bzw. 9. Februar 2022 im Vergleich zur (explorativen) Operation in Griechenland am 4. Februar 2022 unzumutbar gewesen sei und sie deshalb die Sache in die eigenen Hände habe nehmen müssen. Allein das subjektive Gefühl, dass das Wissen um einen zeitnahen Operationstermin die zwischenzeitlich ohnehin vorhandene Ungewissheit in ihrer individuellen gesundheitlichen Lage erleichterte, entschuldigt indes nicht, dass sie die Zustimmung der Beschwerdegegnerin ohne Weiteres vorgängig hätte einholen können.