Citation: 8C_452/2023 E. 3.1

3.1. Das kantonale Gericht erwog, aus handchirurgischer Sicht sei der Beschwerdegegner nur noch zu 15 % arbeitsfähig (volles Pensum mit 85 % reduzierter Leistung). Ihm sei die Tätigkeit als Schreiner im Anstellungsverhältnis nicht mehr möglich. Daher sei eine berufliche Neuorientierung unumgänglich. Der Beschwerdegegner sei seit 1984 ausschliesslich als Schreiner selbstständig erwerbstätig gewesen, mithin sei er mit beruflichen Umstellungen nicht vertraut. Weiter vermöge er laut Gutachten der asim nur noch leichte bis zeitweise mittelschwere Arbeiten mit sehr geringer Anforderung und Belastung für die Handgelenke zu verrichten (zu vermeiden seien hohe Kraftanwendung, repetitive Bewegungen, grössere Bewegungsauslenkungen, Arbeiten in Zwangshaltung der Hände, Schläge, Erschütterungen und Vibrationen sowie Exposition zu Kälte und Nässe). Dadurch sei das Feld möglicher Tätigkeiten stark eingeschränkt. Sodann könnten aus handchirurgischer Sicht keine spezifischen Massnahmen genannt werden, die zu einer Verbesserung der Handgelenkssituation und zu einer höheren Leistungsfähigkeit führen würden. Zudem wären chirurgische Eingriffe (Arthrodesen oder Prothesen als mögliche Interventionsmassnahmen) mit einer mehrmonatigen Ausheilphase verbunden, sodass vor dem Erreichen des Pensionsalters nicht mit einer Genesung zu rechnen wäre. Insgesamt, so das kantonale Gericht abschliessend, sei unter Berücksichtigung des fortgeschrittenen Alters (verbleibende Aktivitätsdauer von 1 1/2 Jahren), der ausgeprägten Handgelenksproblematik und des engen Zumutbarkeits- und Belastbarkeitsprofils nicht zu erwarten, dass der Beschwerdegegner die Restarbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten vermöge. Folglich sei er vollständig invalid im Sinn von Art. 8 Abs. 1 ATSG und habe daher ab 1. Juli 2020 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente.