Citation: 4P.169/2000 14.11.2000 E. 2

2.- Die Beschwerdeführerin führt dagegen an, es sei ihr unmöglich gewesen die Postsendung noch am 31. Oktober 1997 abzuholen, da sie den ganzen Tag ausser Haus gewesen sei. Sie habe die Abholungseinladung erst am Abend zur Kenntnis genommen. Aufgrund des darauffolgenden Feiertages und Wochenendes habe sie das Einschreiben erst am 3. November 1997 abholen können. In diesem Zeitpunkt habe ein überjähriges Arbeitsverhältnis bestanden, weshalb die Kündigung frühestens auf Ende Januar 1998 zulässig gewesen sei. Zudem sei die Kündigung damit während der Sperrfrist von 90 Tagen (Art. 336c Abs. 1 lit. b OR) erfolgt und daher nichtig. Willkürlich sei auch die faktische Vermutung, kranke Personen könnten eingeschriebene Sendungen am ersten Tag abholen, an dem diese auf der Poststelle bereitliegen. Zudem habe das Kantonsgericht Art. 8 ZGB willkürlich angewendet, indem es der Beschwerdeführerin die Beweislast dafür auferlegt habe, dass sie das Einschreiben nicht habe abholen können. Es wäre vielmehr Sache der Beschwerdegegnerin gewesen, die Rechtzeitigkeit der Kündigung nachzuweisen.