Citation: 1C_22/2023 E. 3.6.2

3.6.2. Soweit die Vorinstanz aus einer geografischen Perspektive argumentiert, die betreffende Parzelle sei als Baugebiet zu betrachten, kann ihrer Beurteilung nicht gefolgt werden. Die Mobilfunkantenne ist im äussersten nordwestlichen Teil der Parzelle, jedoch südlich der Bahnlinie, geplant. Die Bauparzelle grenzt zwar in nordöstlicher Richtung an ein Wohnquartier, ist ansonsten aber in keine Richtung von Baugebiet umgeben. Wie das ARE zu Recht festhält, ist das genannte Wohnquartier zudem tiefer gelegen und stellen der Eisenbahndamm und die Verkehrsanlage eine Zäsur zwischen der Bauzone und der südlich gelegenen Landwirtschafts- und Landschaftsschutzzone dar. Dass sich auf der anderen Seite des südwestlich der angrenzenden Landschaftsschutzzone gelegenen Waldes eine Bauzone befindet, kann nicht als Anhaltspunkt für die Zuordnung des streitgegenständlichen Grundstücks zum Baugebiet gewertet werden. Vielmehr ist der Wald selbst als natürliche Grenze zwischen Siedlungsgebiet und Nichtbauzone zu betrachten. In Anbetracht dieser parzellenübergreifenden und gebietsbezogenen Sichtweise kann das Grundstück Nr. 2677 der Gemeinde Kreuzlingen nicht als Baugebiet betrachtet werden. Daran ändert auch der Umstand nichts, dass ein Vertreter des Amtes für Raumentwicklung des Kantons Thurgau anlässlich des Augenscheins ohne weitere Begründung seine persönliche Einschätzung kundgetan hat, die gesamte Gleisanlage bis Lengwil sei Bauzone.