Citation: H 195/99 08.05.2000 E. 4

4.- Soweit die Beschwerdeführerin 1 die Schadenersatz- pflicht für im Jahre 1994 unbezahlt gebliebene bundesrecht- liche Sozialversicherungsbeiträge mit dem Argument bestrei- tet, sie sei erst ab 1995 Mitglied des Verwaltungsrates gewesen, kann dem nicht beigepflichtet werden. Nach der Rechtsprechung des Eidgenössischen Versicherungsgerichts beginnt die Haftung des Verwaltungsrates für den der Aus- gleichskasse verursachten Schaden mit dem effektiven Ein- tritt in den Verwaltungsrat, und zwar unabhängig vom Datum der Eintragung ins Handelsregister (BGE 123 V 174 Erw. 3b). Mit der Mandatsübernahme tritt das Verwaltungsratsmitglied in die Verantwortung sowohl für die laufenden als auch für die verfallenen, von der Firma in früheren Jahren schuldig gebliebenen Sozialversicherungsabgaben ein. Es ist seine Pflicht, nicht nur für die Bezahlung der laufenden Beiträ- ge, sondern und gerade für die Begleichung verfallener, seit Jahren geschuldeter Abgaben besorgt zu sein (ZAK 1992 S. 254 Erw. 7b). Sofern auf im Jahr 1994 ausgerichteten Löhnen gestützt auf die Nachzahlungsverfügung vom 24. Sep- tember 1997 Sozialversicherungsbeiträge geschuldet sind - worauf nachstehend noch zurückzukommen sein wird (vgl. Erw. 5c) - kann sich die Beschwerdeführerin somit nicht zum Vornherein mit dem Hinweis entlasten, diese seien in einem Zeitpunkt entstanden, als sie noch keine Organstellung innehatte. Ebensowenig zu exkulpieren vermag sich die Be- schwerdeführerin 1 - wie im Übrigen auch der Beschwerdefüh- rer 3 - mit der Begründung, nichts mit der Geschäftsführung zu tun gehabt zu haben. Denn wer sich in den Verwaltungsrat einer Firma wählen lässt, nimmt Organstellung ein mit den damit verbundenen gesetzlichen Pflichten (Art. 716 f. OR), welche die Überwachung der mit der Geschäftsführung betrau- ten Personen und das regelmässige sich Unterrichtenlassen über den Geschäftsgang beinhalten.