Citation: 1P.509/2002 25.06.2003 E. 3

Zusammenfassend erweist sich der angefochtene Entscheid, mit welchem das Strafgericht von einem unentschuldigten Fernbleiben des Beschwerdeführers anlässlich der zweiten Berufungsverhandlung und damit von der Verwirkung des Berufungsrechts ausgegangen ist, als verfassungswidrig. Die Beschwerde ist daher gutzuheissen und der angefochtene Beschluss der Berufungskammer des Strafgerichts aufzuheben. Dies wäre auch nicht anders, wenn man von der genauen Kenntnis des Verjährungstermins durch den Beschwerdeführer und der Zulässigkeit der Fiktion einer gültigen Vorladung aufgrund der prozessualen Pflicht, so kurzfristig für den Erhalt einer Gerichtsurkunde zu sorgen, ausgehen wollte. Selbst unter diesen Voraussetzungen fehlte es am Nachweis, dass der Beschwerdeführer gebührend auf die Folgen des Ausbleibens an der zweiten Berufungsverhandlung hingewiesen worden ist (E. 2.2.4 hiervor). Demnach braucht die ebenfalls erhobene Rüge, der Anspruch auf rechtliches Gehör gemäss Art. 29 Abs. 2 BV sei verletzt, nicht näher erörtert zu werden.