Citation: 5P.477/1999 27.01.2000 E. 3

3.- Die Beschwerdeführerin wirft sodann dem Obergericht hinsichtlich des für sie zumutbaren Erwerbseinkommens in zweifacher Hinsicht eine Verfassungsverletzung vor. Zum einen macht sie geltend, das Obergericht habe den Sachverhalt willkürlich festgestellt, indem es von ihrer vollen Arbeitsfähigkeit ausgegangen sei und über die aus gesundheitlichen Gründen gebotene und tatsächlich vorgenommene Beschränkung ihres Arbeitspensums nicht Beweis geführt habe. Zum anderen habe das Obergericht sein Ermessen willkürlich ausgeübt, wenn es ein monatliches Erwerbseinkommen als zumutbar erachtet habe, das ihrer früheren vollen Erwerbstätigkeit entspreche. a) Das Obergericht ist von einem Monatseinkommen der Beschwerdeführerin von Fr. 4'623. -- ausgegangen und hat hierzu auf den Lohnausweis vom 2. März 1999 verwiesen, in dem die Einkünfte der Beschwerdeführerin aus der damaligen vollen Erwerbstätigkeit aufgelistet worden sind. Es hat dazu ausgeführt, die Beschwerdeführerin habe zwar behauptet, sie könne nicht mehr voll arbeiten; sie habe den Beweis dafür aber nicht erbracht, weil sie kein Arztzeugnis vorgelegt habe. Die Beschwerdeführerin hat für ihre Vorbringen in der Anschlussbeschwerde, sie sei aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in der Lage, zu 100% zu arbeiten, in der Tat weder Beweise eingereicht noch angeboten. Unter diesen Umständen ist nicht ersichtlich, inwiefern das Obergericht die Beweise willkürlich gewürdigt oder Tatsachen aktenwidrig festgestellt haben sollte, wenn es von einer unbewiesenen Behauptung ausgegangen ist. Im Weiteren nennt die Beschwerdeführerin keine kantonale Vorschrift (BGE 118 Ia 112 E. 2c S. 118), die das Obergericht willkürlich angewendet haben sollte, indem es sie nicht zum Einreichen bestimmter Beweise aufgefordert oder von sich aus Beweismassnahmen angeordnet hat. Daher hat sie die Rüge, es sei ihr die Möglichkeit zur Beweisführung verwehrt worden, nicht rechtsgenüglich erhoben (Art. 90 Abs. 1 lit. b OG; BGE 122 I 70 E. 1c S. 73); abgesehen davon müsste die Rüge, so wie sie vorgebracht worden ist, auch als offensichtlich unbegründet bezeichnet werden, wenn sie in der Sache zu beurteilen wäre. b) Soweit die Beschwerdeführerin schliesslich vorbringt, das Obergericht sei von einem fiktiven Einkommen ausgegangen, erweist sich die Beschwerde als unbegründet. Da das Obergericht die Notwendigkeit einer gesundheitsbedingten Reduktion der Erwerbstätigkeit als unbewiesen betrachten durfte, hat es sein Ermessen klarerweise nicht willkürlich ausgeübt, wenn es für die Beschwerdeführerin ein volles Arbeitspensum als zumutbar erachtet und deren finanzielle Leistungsfähigkeit entsprechend bemessen hat.