Citation: 2C_624/2020 E. 4.2

4.2. Die Beschwerdeführenden bringen vor, wegen der gesundheitlichen Probleme der Grossmutter der Beschwerdeführerinnen 2 und 3 und des dadurch erhöhten Pflegeaufwands ihres Onkels liege eine veränderte Betreuungssituation vor. Aufgrund des "Kanuns" könne die Betreuung der Beschwerdeführerinnen 2 und 3 nur durch ein "männliches Familienoberhaupt" wahrgenommen werden. Weder der leiblichen Mutter der Beschwerdeführerinnen 2 und 3 noch den beiden Schwestern des Beschwerdeführers 1, die in der Republik Kosovo leben, sei es deshalb möglich, Betreuungsaufgaben wahrzunehmen. Da überdies die beiden Brüder des Beschwerdeführers 1 entweder "verhindert" seien oder aufgrund ihrer Invalidität nicht für die Betreuung in Frage kämen, habe der Beschwerdeführer 1 durch den Familiennachzug für seine Töchter zu sorgen. Eine Missachtung des "Kanuns" würde eine gesellschaftliche Ächtung bzw. Ausgrenzung nach sich ziehen, was für das Kindeswohl nicht als förderlich angesehen werden könne.