Citation: 4A_196/2021 E. 4.2.4

4.2.4. Nicht stichhaltig ist die Beschwerde auch, soweit die Beschwerdeführerin die Beweiskraft der neu eingereichten Krankengeschichte mangels formell und materiell ordnungsgemässer ärztlicher Dokumentation in Abrede stellt. Es geht nicht um die Frage, ob die eingereichte Krankengeschichte allgemein für die darin enthaltenen Angaben beweiskräftig ist, sondern um die Frage, ob die Beschwerdegegnerin die in der Krankengeschichte vermerkten Informationen tatsächlich erhalten hat. Hier ist die Begründung zu beachten, die für den prozessrelevanten Punkt festgehalten wird: der Hinweis auf den anderen Partner. Dabei handelt es sich um eine (objektiv unzutreffende) Information. Dass diese der Beschwerdegegnerin gegeben wurde, sah die Vorinstanz aber aufgrund anderer Beweismittel als erstellt an, und dies verleiht der Urkunde - unter der Annahme, der Eintrag sei echtzeitlich erfolgt - eine gewisse Überzeugungskraft, zumal die Beschwerdeführerin keinen überzeugenden Grund darlegt, weshalb die Beschwerdegegnerin echtzeitlich, den ersten Teil der Information "Will 2. SS unbedingt, auch wenn erneut cystische Fibrose, [...]" hätte erfunden haben sollen. Dass sich die neu eingereichte Krankengeschichte inhaltlich nicht vom bereits im Verfahren 2008 eingereichten Schwangerschaftskontrollblatt unterscheidet, ist nicht entscheidend, da dieses unstrittig nicht echtzeitlich ausgefüllt wurde, sondern zu einem Zeitpunkt, in dem die Abklärung nicht mehr vorgenommen werden konnte und die Beklagte für die fehlende Aufklärung zur Verantwortung gezogen werden sollte. Dies bildete ein Motiv für einen wahrheitswidrigen Eintrag, das echtzeitlich - als Abklärungen noch möglich waren - nicht bestand.