Citation: 4P.102/2001 31.05.2002 E. 8

8.- Sollte die Beschwerdeführerin mit ihrer Behauptung, das Vorhandensein einer Schiedsabrede sei zu vermuten, gel- tend machen wollen, das Obergericht habe eine Beweislastregel des NYÜ missachtet, weil es nicht von der Vermutung des Vor- liegens einer gültigen Schiedsabrede ausging, wäre ihre erst- mals vor Bundesgericht vorgebrachte Rüge zwar nicht von vorn- herein unzulässig, da das Obergericht im Rekursverfahren den erstinstanzlichen Entscheid im Rahmen der Anträge unter allen Aspekten frei prüft und das Recht von Amtes wegen anzuwenden hat (Frank/Sträuli/Messmer, a.a.O., N. 1 zu § 279 ZPO; N. 17 zu § 57 ZPO; E. 6c hievor). Die Rüge wäre jedoch offensicht- lich unbegründet. Die Beschwerdeführerin verkennt, dass eine Umkehr der Beweislast erst im Rahmen von Art. V NYÜ zum Zuge kommt, welcher die Gründe umschreibt, aus denen die Anerken- nung und Vollstreckung ausnahmsweise zu versagen ist. Nach Art. IV Ziff. 1 lit. b NYÜ ist es indessen Sache des Anerken- nungsklägers, nebst dem Schiedsspruch eine den formalen An- forderungen von Art. II Ziff. 2 NYÜ entsprechende Schiedsver- einbarung beizubringen (Andreas Bucher, Die neue internatio- nale Schiedsgerichtsbarkeit der Schweiz, Basel 1989, Rz. 438; van den Berg, The New York Arbitration Convention of 1958, Deventer 1981, S. 181 f.). Das Obergericht hat daher mangels formgültiger Schiedsvereinbarung die Anerkennung zu Recht verweigert.