Citation: 4A_360/2017 E. 5.3

5.3. Nach Art. 229 Abs. 2 ZPO haben die Parteien (nur) zweimal das Recht, unbeschränkt Tatsachen und Beweise vorzutragen (BGE 143 III 297 E. 6.6 S. 312; 141 III 481 E. 3.2.4 S. 486). Wird das Streitobjekt während des Prozesses veräussert, so kann die Erwerberin nach Art. 83 Abs. 1 ZPO an Stelle der veräussernden Partei in den Prozess eintreten. Die eintretende Partei nimmt den Prozess so auf, wie er sich gerade darbietet (Botschaft vom 28. Juni 2006 zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, BBl 2006 7286; vgl. auch TANJA DOMEJ, in: Oberhammer/Domej/Haas [Hrsg.], Kurzkommentar ZPO, 2. Aufl. 2014, N. 8 zu Art. 83 ZPO; MICHAEL GRABER, in: Basler Kommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, 3. Aufl. 2017, N. 23 zu Art. 83 ZPO; BALZ GROSS/ROGER ZUBER, in: Berner Kommentar, 2012, N. 11 zu Art. 83 ZPO; DANIEL SCHWANDER, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 3. Aufl. 2016, N. 10 zu Art. 83 ZPO). Sie kann neue Tatsachen und Beweismittel in den Schranken von Art. 229 ZPO geltend machen (SCHWANDER, a.a.O., N. 10 zu Art. 83 ZPO; vgl. auch GROSS/ZUBER, a.a.O., N. 12 zu Art. 83 ZPO). Ein Parteiwechsel ändert mithin nichts am Zeitpunkt des Aktenschlusses. Die Vorinstanz hat somit kein Bundesrecht verletzt, indem sie die als Grundlage für die Verrechnungserklärung nach Aktenschluss neu vorgebrachten Tatsachen und Beweismittel als verspätet qualifiziert hat. Da die Beschwerdeführerin weder im vorinstanzlichen Verfahren dargelegt hat noch im bundesgerichtlichen Verfahren darlegt, inwiefern die Voraussetzungen nach Art. 229 Abs. 1 ZPO für ein nachträgliches Einbringen neuer Tatsachen und Beweismittel erfüllt wären, hat die Vorinstanz die Verrechnungserklärung zu Recht nicht berücksichtigt.