Citation: 8C_247/2017 E. 2.4.4

2.4.4. Entgegen der Auffassung der IV-Stelle handelt es sich bei den von ihr aufgeworfenen Fragen nicht um solche von allgemeiner Tragweite, deren Entscheidung für die Praxis mit Blick auf eine einheitliche Anwendung und Auslegung des Bundesrechts wegleitend sein können. Mit den von der Vorinstanz zu klärenden Fragen betreffend Vorliegen der Voraussetzungen von Art. 78 Abs. 1 ATSG hatte sich das Bundesgericht bereits mehrfach zu befassen. Dies gilt insbesondere auch mit Bezug auf die Frage des Beginns der einjährigen Verwirkungsfrist gemäss Art. 20 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 14. März 1958 über die Verantwortlichkeit des Bundes sowie seiner Behördemitglieder und Beamten (Verantwortlichkeitsgesetz, VG; SR 170.32), der gestützt auf Art. 78 Abs. 4 ATSG sinngemäss anwendbar ist (vgl. u.a. BGE 133 V 14 E. 6. S. 18; in BGE 126 II 63 nicht veröffentlichte E. 2 des Urteils 5A.3/1999 vom 18. Januar 2000 = Pra 2000 Nr. 184 S. 1126; BGE 108 Ib 97 E. 1b S. 98; Urteil 8C_194/2012 vom 21. Januar 2013 E. 7; Urteil 2C_640/2011 vom 1. Februar 2012 E. 2). Dasselbe gilt hinsichtlich der Umschreibung des Schadens, wie sich aus den von der IV-Stelle selbst zitierten Urteilen ergibt (BGE 133 III 462 E. 4.4.2 S. 470; 127 III 73 E. 4a S. 75). Die aufgeworfene Frage der Beweislast bedarf ebenfalls keiner grundsätzlichen Klärung. Die notwendigen Abklärungen sind von Amtes wegen vorzunehmen (Art. 78 Abs. 4 i.V.m Art. 43 Abs. 1 ATSG). Die Untersuchungsmaxime sowie der Grundsatz der Rechtsanwendung von Amtes wegen werden durch die Mitwirkungspflichten des Geschädigten eingeschränkt, der seine Forderung substantiieren und belegen muss. Bei ihm liegt grundsätzlich auch die Beweislast (TOBIAS JAAG, Staats- und Beamtenhaftung, SBVR Band I/3, 3. Aufl. 2017, N. 186). Die Beweislast für das Bestehen der geltend gemachten Haftungsgrundlagen trägt somit die geschädigte Person. Bei den übrigen Fragen handelt sich um spezielle fallbezogene Konstellationen und nicht um solche von grundsätzlicher, den Einzelfall übersteigender Bedeutung. Diese sind zwar für die IV-Stelle von Relevanz, eine darüber hinausgehende, allgemeine Tragweite kommt ihnen indessen nicht zu.