Citation: 8C_379/2019 E. 5.1.2

5.1.2. Dr. med. E.________ sah aufgrund einer occipitalen Brandmarke in der Grösse eines Fünffrankenstücks einen Kausalzusammenhang zwischen dem Stromunfall vom 7. Oktober 1999 und der geklagten Sehstörung, den Oszillopsien, der gestörten visuellen Signalverarbeitung sowie der neuropsychologischen Defizite (vgl. Bericht vom 11. Juni 2018). Die Vorinstanz sprach seiner Beurteilung indessen die Beweiskraft ab, weil die Annahme einer occipitalen Brandmarke nach Aktenlage falsch sei. Sie verwies dabei auf Berichte des Spitals F.________ vom 8. November 1999, des Dr. med. G.________, Facharzt FMH für Neurologie, vom 21. Oktober 1999 und des Untersuchungsrichteramtes Berner Oberland vom 26. November 1999 sowie auf die persönlichen Schilderungen der Beschwerdeführerin vom 7. Oktober 1999 zum Unfallhergang. Eine Brandwunde am Kopf sei nirgends erwähnt worden. Diese Feststellung der Vorinstanz wird von der Beschwerdeführerin zu Recht nicht in Frage gestellt. Sie bringt jedoch vor, Dr. med. E.________ habe auch auf die Untersuchungsergebnisse des Prof. Dr. phil. C.________ verwiesen. Dieser habe seinerseits die neuropsychologischen Defizite mittels Testungen und einer klinischen Untersuchung objektivieren können. Das kantonale Gericht führte hierzu aus, die Beurteilung des Dr. med. E.________ sei nicht geeignet, um ein pathologisches Korrelat für die von der Beschwerdeführerin geklagten Oszillopsien zu objektiveren resp. Zweifel an der neurologischen Beurteilung des ABI-Gutachters Dr. med. B.________ aufkommen zu lassen, wonach aufgrund der bis anhin erfolgten multiplen neurologischen, neuroophthalmologischen und MRI-bildgebenden Untersuchungen kein fassbares Korrelat habe festgestellt werden können. Für die von Dr. med. E.________ getroffene Annahme, die Beschwerdeführerin könne keine Gegenstände mehr fixieren, gebe es weder ein neurologisch noch ophthalmologisch nachweisbares Korrelat. Folglich könnten auch die von Prof. Dr. phil. C.________ festgestellten neuropsychologischen Befunde nicht mit einer gesundheitlichen Schädigung erklärt werden. Die Vorinstanz verwies dabei auf die Beurteilung des neurologischen ABI-Gutachters. Dieser hielt in seinem Teilgutachten fest, die Angaben des Prof. Dr. phil. C.________ zur Arbeitsfähigkeit seien aus neurologischer Sicht nicht nachvollziehbar, da kein objektivierbares neurologisches Korrelat für die deutlichen Einschränkungen der kognitiven Leistungsfähigkeit bestehe. Das kantonale Gericht setzte sich demnach hinreichend mit den Berichten des Dr. med. E.________ und des Prof. Dr. phil. C.________ auseinander und legte dar, weshalb sich daraus keine konkreten Indizien gegen die Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der neurologischen Teilexpertise ergaben. Es hat demnach weder die Begründungspflicht noch den Grundsatz der freien Beweiswürdigung verletzt.