Citation: 1C_348/2021 E. 3.3

3.3. Die Festlegung einer Gestaltungsplanpflicht hat zur Folge, dass Grundeigentümerinnen und Grundeigentümer vor der Einreichung eines Baugesuchs erst einen entsprechenden (Sondernutzungs-) Plan erwirken müssen. Zwischen die bauliche Grundordnung und die Baubewilligung wird somit eine zusätzliche Planungsstufe eingeschoben. Nach der Rechtsprechung der Vorinstanz ist mit dem wesentlichen öffentlichen Interesse, welches in § 48 Abs. 3 PBG/ZH für die Festlegung einer Gestaltungsplanpflicht verlangt wird, ein qualifiziertes öffentliches Interesse gemeint, das den Gemeinden die Festsetzung eines öffentlichen Gestaltungsplans erlaubt (vgl. § 84 Abs. 1 PBG/ZH; zum öffentlichen und privaten Gestaltungsplan vgl. §§ 84 ff. PBG/ZH). Gemäss der vorinstanzlichen Rechtsprechung wird den Gemeinden mit dem unbestimmten Rechtsbegriff des wesentlichen öffentlichen Interesses im Weiteren zwar ein erheblicher Beurteilungs- und Ermessensspielraum eingeräumt, den sie im Rahmen ihrer kommunalen Planungsautonomie ausschöpfen dürfen. Sie müssen im Streitfall aber ein ausreichendes Interesse konkret darlegen können. Dafür genügt nicht, dass eine Gestaltungsplanpflicht planerisch und städtebaulich sinnvoll ist; die Pflicht muss vielmehr auch einer Verhältnismässigkeitsprüfung unter dem Blickwinkel der Eigentumsgarantie der betroffenen Grundeigentümerinnen und Grundeigentümer standhalten.