Citation: U 328/06 25.07.2007 E. 7

7.1 Die Versicherte macht geltend, gemäss der Internationalen Klassifikation von Kopfschmerzerkrankungen (ICHD II) der International Headache Society seien Kopfschmerzen nach einem Schleudertrauma klassifiziert worden. Vorliegend seien die Kriterien sowohl für den akuten Kopfschmerz nach einem HWS-Beschleunigungstrauma wie auch für den chronischen Kopfschmerz, der über drei Monate nach dem Trauma persistiere, gegeben (ICHD-II Ziff. 5.3 f). Gemäss dieser Klassifizierung sei somit von somatisch-organisch bedingten Kopfschmerzen auszugehen. Wenn fachärztliche Diagnosen auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützt sein müssten (BGE 130 V 396), müsse auf der anderen Seite anerkannt werden, dass bei einer Diagnosestellung entsprechend der Klassifikation eben nicht nur psychiatrische, sondern zumindest teilweise echte somatisch-organische Befunde vorlägen. Damit erübrige sich die Adäquanzprüfung. 7.2 Das typische Beschwerdebild nach einem HWS-Distorsionstrauma (vgl. E. 8 hienach) zeichnet sich gerade dadurch aus, dass die Beschwerden oft organisch nicht oder nicht hinreichend nachweisbar sind (BGE 117 V 359 E. 5d/aa S. 363; Urteile des Eidgenössischen Versicherungsgerichts U 360/05 vom 21. August 2006, E. 3.3, und U 279/04 vom 20. Mai 2005, E. 2.2). Dies trifft auf Grund der Akten auch für die Kopfschmerzen der Beschwerdeführerin zu. Der Umstand allein, dass die ICHD-II den Kopfschmerz nach HWS-Beschleunigungstrauma erfasst, erlaubt es nicht, ihn unbesehen der ärztlichen Feststellungen im konkreten Fall als klar fassbares, somatisches Korrelat des Beschwerdebildes zu qualifizieren.