Citation: 2C_746/2020 E. 6.3

6.3. In Bezug auf die privaten Interesse am Verbleib des Beschwerdeführers in der Schweiz hielt die Vorinstanz (in E. 5.1 des angefochtenen Urteils) vorab fest, dass noch von keiner langen Aufenthaltsdauer in der Schweiz auszugehen sei, insbesondere weil rechtsprechungsgemäss die blosse Anwesenheit während der Dauer eines erfolglos verlaufenden Asylverfahrens nicht als rechtmässiger Aufenthalt gelte (vgl. dazu BGE 137 II 10 E. 4.6; Urteil 2C_258/2019 vom 18. März 2019 E. 2.3) und einem illegalen oder allein auf der aufschiebenden Wirkung von Rechtsmitteln basierenden Aufenthalt kein besonderes Gewicht beizumessen sei (vgl. dazu BGE 137 II 1 E. 4.3; Urteile 2C_413/2020 vom 24. August 2020 E. 3.1; 2C_417/2018 vom 19. November 2018 E. 7.2). Die Vorinstanz führte weiter aus, gegen eine erfolgreiche Integration des Beschwerdeführers spreche schon seine erhebliche Straffälligkeit (E. 5.2.1 des angefochtenen Urteils). Namentlich in wirtschaftlicher Hinsicht könne die Integration nicht als gelungen bezeichnet werden, weil der Beschwerdeführer mit seiner Ehefrau und den gemeinsamen Kindern bis am 3. Oktober 2016 Sozialhilfeleistungen von insgesamt Fr. 113'800.-- bezogen habe, Rückzahlungen seitens des Beschwerdeführers bislang nur im Umfang von Fr. 1'000.-- belegt seien und der Beschwerdeführer per 4. November 2016 mit Betreibungen in der Höhe von Fr. 24'496.95 sowie Verlustscheinen von Fr. 49'940.35 im Betreibungsregister verzeichnet gewesen sei (E. 5.2.2 des angefochtenen Urteils). Es bestünden zwar Hinweise auf das Vorhandensein gewisser sozialer Kontakte zur schweizerischen Bevölkerung, doch seien keine intensiven sozialen Bindungen dargetan, deren Abbruch den Beschwerdeführer besonders hart treffen würde (E. 5.2.3 des angefochtenen Urteils). Auch wenn bei einer Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung (und der Wegweisung) gewichtige familiäre Nachteile drohen würden, falle ins Gewicht, dass sich der Beschwerdeführer diese familiären Konsequenzen selbst zuzuschreiben habe, zumal ihn seine Verantwortung als Vater nicht von schwerer Gewaltdelinquenz abgehalten habe, das jüngste eheliche Kind erst nach dem Strafurteil vom 20. Dezember 2013 geboren worden sei und das mit der neuen Partnerin gezeugte Kind erst nach dem die Wegweisung bestätigenden Entscheid der Polizei- und Militärdirektion vom 12. November 2018 zur Welt gekommen sei. Die familiären Beziehungen könnten mittels der üblichen Kommunikationsmittel oder gelegentlicher Besuche in Sri Lanka bzw. in der Schweiz in bescheidenem Rahmen auch über die Distanz gelebt werden. Auch sei es dem Beschwerdeführer unbenommen, um Neuerteilung einer Bewilligung zu ersuchen, wenn er sich in seiner Heimat bewähre, von ihm keine Gefahr für die Sicherheit und Ordnung mehr ausgehe und dannzumal ein Bewilligungsanspruch bestehe (E. 5.3.8 des angefochtenen Urteils). Die Rückkehr nach Sri Lanka sei dem Beschwerdeführer - so die Vorinstanz - überdies zumutbar, auch wenn er dort über keine tragende soziale Verankerung mehr verfüge, an einer posttraumatischen Belastungsstörung, einer Persönlichkeitsstörung sowie einer Alkoholabhängigkeit leide und im Fall einer Rückkehr nach Angaben seines Therapeuten retraumatisiert würde. Es sei angesichts der in Sri Lanka bestehenden Behandlungsmöglichkeiten (mit 23 Spitälern mit psychiatrischen Abteilungen und über 300 Kliniken für ambulante Behandlungen psychisch kranker Patienten) nicht erstellt, dass die Rückkehr des Beschwerdeführers in sein Heimatland zu einer raschen und lebensgefährdenden Beeinträchtigung seines Gesundheitszustandes führen würde. Die allgemeine Sicherheits- und Menschenrechtslage in Sri Lanka habe sich nach zwischenzeitlichen innenpolitischen Wirren und Machtkämpfen im Jahr 2018 wieder beruhigt, so dass nicht von einer generell erhöhten Gefährdung für Staatsangehörige Sri Lankas auszugehen sei. Eine konkrete Gefährdung vermöge der Beschwerdeführer - wie schon im Asylverfahren - nicht darzutun, zumal das von ihm geltend gemachte exilpolitische Engagement nur marginal sei und ausser einigen, im kantonalen Verfahren eingereichten Fotos keine Belege für Verbindungen des Beschwerdeführers zu den B.________ bestehen würden (siehe zum Ganzen E. 5.3 des angefochtenen Urteils). Die Vorinstanz kam mit den genannten Erwägungen zum Schluss, dass das öffentliche Interesse an der Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung und der Wegweisung des Beschwerdeführers die privaten Interessen an dessen Verbleib in der Schweiz überwiegen und damit die Verhältnismässigkeit der ausländerrechtlichen Massnahme gegeben sei (E. 6.1 des angefochtenen Urteils).