Citation: H 89/01 04.09.2001 E. 3

3.- a) Die Vorinstanz hat für das Eidgenössische Versicherungsgericht in verbindlicher Weise (Erw. 1 hievor) festgestellt, dass dem Beschwerdeführer die Buchführung der am 19. August 1997 in Konkurs gefallenen Firma oblag. Der Betrieb gewährte trotz finanzieller Probleme einer anderen Unternehmung ein Darlehen von über 2 Mio Fr., bezahlte aber in der Zeitspanne von März bis August 1997 keine Sozialversicherungsbeiträge mehr. Verschiedene offenbar vorgesehene Restrukturierungsmassnahmen beruhten lediglich auf Fax-Schreiben des Verwaltungsratspräsidenten, wogegen verbindliche schriftliche Zusicherungen fehlten und ein angeblich in Aussicht gestellter Betrag von Fr. 835'000.- sowie die von einem S.________ zugesagten finanziellen Mittel nicht erhältlich gemacht werden konnten. b) Auf Grund der ihm obliegenden Chargen musste der Beschwerdeführer um die Zahlungsausstände gegenüber der Ausgleichskasse gewusst haben. Insbesondere für die Periode März bis August 1997, als keine Beiträge mehr bezahlt wurden, bringt er keinerlei konkrete Massnahmen vor, mit welchen er im Verwaltungsrat auf die Zahlung der Sozialversicherungsabgaben gedrängt hätte. Vielmehr begnügt er sich mit der pauschalen und durch keine Beweise untermauerten Erklärung, er habe G.________ auf diese Pflicht hingewiesen. Gerade wegen seiner Verantwortung im Finanz- und Rechnungswesen hätte der Beschwerdeführer sich erheblich aktiver bemühen müssen, die Sozialversicherungsbeiträge zu begleichen, dies auch dann, wenn er die Zahlungen mangels Einzelzeichnungsberechtigung nicht allein hätte auslösen können. Der Beschwerdeführer bestreitet denn auch nicht, dass er die Beitragsausstände erkannt hat. Bei einer solchen Erkenntnis hätte er aber rechtzeitig konkrete Massnahmen zur Beitragszahlung in die Wege leiten müssen. Falls er vom Präsidenten des Verwaltungsrates die zur Zahlung notwendige Unterschrift nicht erhalten hätte, standen ihm weitere Möglichkeiten offen. So hätte er unter Berufung auf Art. 20 der Firmenstatuten zu diesem Traktandum eine Sitzung des Verwaltungsrates verlangen können. Der Beschwerdeführer blieb aber passiv und vertraute offenbar darauf, dass die ausstehenden Sozialversicherungsbeiträge durch eine erhoffte, wie erwähnt (Erw. 3a), aber nirgends verbindlich festgehaltene Zuführung von zusätzlichem Kapital beglichen werden könnten. Sodann waren die Ausstände an Sozialversicherungsbeiträgen auch an der Sitzung des Verwaltungsrates vom 3. Juli 1997 kein besonderes Thema, obwohl der Beschwerdeführer, der daran teilnahm, auf diese Pendenz hätte hinweisen können und müssen. An der Verwaltungsratssitzung vom 14. August 1997 sodann wurde keine Zahlung von Sozialversicherungsbeiträgen mehr veranlasst, da die dafür notwendigen Mittel fehlten. Ob die von G.________ abgegebene Erklärung, "die, laut Gesetz, ausstehenden Sozialleistungen per Ende Juli, bis Ende August 1997, zu bezahlen" für den Beschwerdeführer eine Grundlage bildet, auf den Genannten Regress zu nehmen, ist in diesem Verfahren nicht zu entscheiden. Jedenfalls vermag sich der Beschwerdeführer durch eine solche Erklärung eines anderen Verwaltungsratsmitglieds nicht von seiner Verpflichtung gegenüber der Beschwerdegegnerin, als Organ der Firma X.________ AG für die Zahlung der Sozialversicherungsbeiträge besorgt zu sein, zu entledigen. Die Kausalität zwischen dem Fehlverhalten des Beschwerdeführers und den nicht beglichenen Sozialversicherungsbeiträgen ist somit erstellt. Demnach ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer die ihm übertragenen Pflichten als Organ der Firma X.________ AG nicht richtig wahrgenommen hat. Ihm ist eine zu passive Haltung und damit eine grobfahrlässige Missachtung von Vorschriften vorzuwerfen (ZAK 1989 S. 104), sodass er den dadurch entstandenen Schaden gemäss Art. 52 AHVG der Beschwerdegegnerin zu ersetzen hat.