Citation: 8C_951/2008 03.06.2009 E. 5

5.1 Die Beschwerdegegnerin weist unbestrittenermassen keine unfallkausalen gesundheitlichen Beeinträchtigungen auf, welche sich organisch nachweisen lassen. Das kantonale Gericht ging gestützt auf die medizinischen Unterlagen davon aus, es könne als erstellt gelten, dass die Versicherte anlässlich des Auffahrunfalles vom 24. November 2000 eine Distorsion der Halswirbelsäule erlitten habe. Zudem seien überwiegend wahrscheinlich innerhalb von 72 Stunden nach dem Unfallereignis die ersten Beschwerden in Form von Nackenschmerzen mit Ausstrahlung in Schulter und Arm aufgetreten. Anlässlich der Erstbehandlung seien eine eingeschränkte Beweglichkeit der Halswirbelsäule, Nacken- und Kopfschmerzen erhoben worden und in der Folge weitere Symptome in Form von Schwindel, Konzentrations- sowie Sprachstörungen hinzugetreten, Beschwerden mithin, wie sie oftmals nach Schleudertraumen der Halswirbelsäule beobachtet würden. Im MEDAS-Gutachten vom 30. März 2004 würden das nach einer Distorsion der Halswirbelsäule zu beobachtende komplexe und vielschichtige Beschwerdebild bestätigt und die eine depressive Reaktion beinhaltende Anpassungsstörung als Teil davon betrachtet. Unfallfremde Ursachen oder ein Vorzustand, der mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zur gleichen Symptomatik geführt hätte, lägen nicht vor. 5.2 Die Beschwerdeführerin macht geltend, die vorinstanzliche Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs beruhe auf einer offensichtlich unrichtigen Feststellung des Sachverhalts und verletze Bundesrecht. Aufgrund der Akten stehe weder mit überwiegender Wahrscheinlichkeit fest, dass die ersten Beschwerden in Form von Nackenschmerzen mit Ausstrahlung in Schulter und Arm innerhalb von 72 Stunden nach dem Unfallereignis aufgetreten seien, noch dass das typische Beschwerdebild mit einer Häufung von Beschwerden wie diffusen Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rascher Ermüdbarkeit, Visusstörungen, Reizbarkeit, Affektlabilität, Depression und Wesensveränderungen vorliege. Zudem sei die erste Arztkonsultation erst nach vier Tagen erfolgt und erst nach 15 Tagen sei eine Arbeitsunfähigkeit attestiert worden. 5.3 Die ärztlich wiederholt bestätigte Diagnose einer HWS-Distorsion wird von der Beschwerdeführerin nicht in Frage gestellt. Der am 28. November 2000 aufgesuchte Dr. med. K.________ gab im Zusatzfragebogen bei Halswirbelsäulenverletzungen vom 13. Dezember 2000 mit einer Latenzzeit von dreiviertel Stunden nach dem Unfall aufgetretene Nackenschmerzen und eine bei der Erstkonsultation festgestellte Bewegungseinschränkung der Halswirbelsäule an. Dies lässt darauf schliessen, dass innerhalb von höchstens 72 Stunden nach dem Unfall Beschwerden und medizinische Befunde in der Halsregion oder an der HWS aufgetreten sind. Dass innert einer dreitägigen Latenzzeit nach dem Unfall erst ein Teil der schleudertraumatypischen Beschwerden auftritt, schliesst die Annahme einer natürlich unfallkausalen Verletzung, welche die Anwendung der Schleudertrauma-Praxis rechtfertigt, nicht aus (SVR 2007 UV Nr. 23 S. 75, U 215/05, E. 5 mit Hinweisen; vgl. auch RKUV 2000 Nr. U 359 S. 29, U 264/97, E. 5e). Das MEDAS-Gutachten vom 30. März 2004 bestätigt das Vorliegen der für eine Distorsion der Halswirbelsäule typischen Symptomatik, eine psychische Problematik als Teil des für solche Verletzungen typischen, einer Differenzierung kaum zugänglichen somatisch-psychischen Beschwerdebildes und den natürlichen Kausalzusammenhang mit dem Unfallereignis. Die Stellungnahme der Ärzte der MEDAS deutet darauf hin, dass sie von einem einwandfrei gesicherten Schleudertrauma der Halswirbelsäule mitsamt typischem Beschwerdebild ausgingen. Von einer vertieften Auseinandersetzung mit der Argumentation der Beschwerdeführerin und abschliessenden Beurteilung der Frage kann abgesehen werden, wenn die Adäquanzfrage nach BGE 134 V 109 negativ zu beantworten ist (vgl. E. 3.4.2 hievor). In diesem Sinne ist die Beschwerdeführerin in ihrem Einspracheentscheid vom 12. Juni 2007 bei der Adäquanzprüfung nach BGE 117 V 359 - die in BGE 134 V 109 erfolgte Weiterentwicklung der Rechtsprechung war damals noch nicht bekannt - vorgegangen. Weil sie dabei zur Verneinung sämtlicher Adäquanzkriterien gelangte, liess sie die Frage der natürlichen Kausalität offen. Da nach Auffassung der Ärzte der MEDAS kein eigenständiges psychisches Leiden auszumachen ist und dieses Bild überdies durch das Gutachten vom 9. Juli 2007 bestätigt wird, sind die Voraussetzungen nicht gegeben, unter welchen trotz Vorliegens eines Schleudertraumas die Regeln zur Adäquanzprüfung bei psychischen Fehlentwicklungen nach Unfall (BGE 115 V 133) Anwendung finden, zumal weder die beiden Gutachterstellen noch die Klinik Y.________ (vgl. Austrittsbericht vom 7. Februar 2002) eine somatoforme Schmerzstörung diagnostiziert haben.