Citation: 9C_389/2022 E. 6.1

6.1. Die Mitarbeitenden der B.________ Genossenschaft, in welcher die Beschwerdeführerin im Zeitraum vom 23. April bis 5. Juli 2019 ein Belastbarkeitstraining absolviert hatte, waren zum Schluss gelangt, die Probandin sei bei einem Pensum von maximal 2,5 Stunden an vier Tagen pro Woche, vorzugsweise ohne Zeit- und Leistungsdruck sowie in reizarmer Umgebung, an einem angepassten Arbeitsplatz (Nischenarbeitsplatz) integrierbar. Mit der Kadenz im ersten Arbeitsmarkt und einem höheren Pensum sei sie derzeit überfordert (Bericht vom 16. Juli 2019). Die im weiteren Verlauf von der Beschwerdegegnerin gutachterlich beigezogenen Dres. med. D.________ und E.________ stellten im Rahmen ihrer Expertise vom 20. Dezember 2019 ihrerseits konsensual fest, auf Grund der erhobenen Befunde und des gesundheitlichen Verlaufs sowie unter Berücksichtigung der Ressourcen- und Funktionsfähigkeitsdefizite der Explorandin müsse von einer 80 %igen Arbeits- und Leistungsunfähigkeit sowohl im angestammten als auch im zuletzt ausgeübten Beruf ausgegangen werden. Als kaufmännische Angestellte vermöge sie noch während zwei Stunden täglich vier Mal pro Woche eine 100 %ige Leistung zu erbringen. Die Beeinträchtigung allein bezogen auf die häuslichen Verrichtungen wurden anlässlich des Abklärungsberichts Haushalt/Erwerb vom 15. Juni 2020 auf 25.5 % veranschlagt. In der Folge gewährte die Beschwerdegegnerin mit Verfügung vom 15. Januar 2021 eine Hilflosenentschädigung für Hilflosigkeit leichten Grades (lebenspraktische Begleitung zu Hause). Auf Empfehlung des RAD vom 4. November 2020 hin erfolgte eine erneute Begutachtung der Beschwerdeführerin durch die Dres. med. D.________ und F.________ (Gutachten vom 28. Mai 2021) sowie lic. phil. G.________ (Gutachten vom 29. März 2021) mit der abschliessenden Einschätzung, dass die Explorandin seit dem im Februar 2018 erlittenen Hirninfarkt in keiner Weise mehr belastbar, verlangsamt und schnell erschöpfbar sei und Pausen einlegen müsse. Sie könne einfache Routinetätigkeiten in einem klar begrenzten Zeitraum und unter Vorgabe erledigen, wenn sie keine Verantwortung übernehmen müsse und nicht unter Zeitdruck stehe. Es sei deshalb seit Februar 2018 eine 80 %ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit für eine kaufmännische Tätigkeit und jede andere Art von Beschäftigung als erstellt anzusehen. Die allein bezogen auf die Haushaltsarbeit ermittelte Beeinträchtigung von 25.5 % könne nachvollzogen werden.