Citation: 8C_441/2024 E. 5.2

5.2. Die IV-Stelle macht geltend, die vorinstanzliche Schlussfolgerung, wonach die Überprüfung des Gutachtens des Prof. Dr. med. C.________ anhand des "Standardindikatoren-Kataloges" ergebe, dass die Arbeitsunfähigkeitsschätzung unter Beachtung der massgebenden Indikatoren (Beweisthemen) hinreichend und nachvollziehbar begründet sei, sei offensichtlich unrichtig und bundesrechtswidrig. In der Gesamtbetrachtung liessen nämlich die dargelegten Feststellungen zu den Indikatoren unter Berücksichtigung der zahlreich vorhandenen psychosozialen Belastungsfakten bloss eine leichte Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde und Symptome mit bestehendem therapeutischen Potential erkennen, und es fehle diesbezüglich an einem erheblichen Leidensdruck. In Anbetracht dessen könne den von Prof. Dr. med. C.________ diagnostizierten psychischen Leiden keine rechtlich relevante Einschränkung auf die Arbeitsfähigkeit zugeschrieben werden. Somit sei beim Beschwerdegegner der Beweis für eine Arbeitsunfähigkeit - auch retrospektiv - nicht geleistet und nicht zu erbringen, was sich nach den Regeln über die (materielle) Beweislast zu seinen Ungunsten auswirke (vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3). Damit liege ein triftiger Grund vor, der ein Abweichen von der gutachterlichen Einschätzung gebiete, wobei das Abweichen von der ärztlichen Arbeitsfähigkeitsschätzung unter den dargelegten Umständen keine unzulässige juristische Parallelüberprüfung darstelle (vgl. BGE 148 V 49 E. 6; 145 V 361 E. 4; Urteile 9C_224/2021 vom 29. November 2021 E. 3.2.2; 9C_330/2021 vom 6. September 2021 E. 4). Die anders lautende Schlussfolgerung der Vorinstanz stütze sich auf eine unvollständige und insgesamt qualifiziert unrichtige Würdigung der massgeblichen Beweisthemen.