Citation: 5A_432/2017 E. 2

Gemäss den Feststellungen des Obergerichts leidet die Mutter an ADHS mit Asperger-Syndrom und wird diesbezüglich psychiatrisch und medikamentös begleitet. Die Grossmutter fiel in der Vergangenheit durch übermässigen Alkoholkonsum auf, den sie mittlerweile durch die Einnahme von Antabus besser im Griff hat. Zwischen Mutter und Grossmutter kam es in den letzten Jahren wiederholt zu intensiven Konflikten, insbesondere betreffend die Betreuungsverantwortung für B.________. Bereits im Sommer 2014 war es aufgrund einer Gefährdungsmeldung der Kantonspolizei zu einem Kindesschutzverfahren gekommen, nachdem B.________ in Begleitung der stark alkoholisierten und kaum ansprechbaren Grossmutter aufgegriffen worden war. Nach einem ambulanten Alkoholentzug und der Installation einer Familienbegleitung stabilisierte sich die familiäre Situation, so dass das Kindesschutzverfahren im Januar 2015 geschlossen wurde. Im August 2016 wandte sich das Amt für Erwachsenen- und Kindesschutz erneut an die KESB mit dem Antrag auf Errichtung einer Beistandschaft, weil es Mutter und Grossmutter nach wie vor nicht ausreichend gelinge, B.________ vor den Konflikten zu schützen. Das Obergericht erwog zusammengefasst, dass die schwierige Zusammenarbeit und Kommunikation bzw. die intensiven Auseinandersetzungen zwischen Mutter und Grossmutter aktenkundig seien und der Konflikt angesichts des noch bestehenden Klärungsbedarfes im Zusammenhang mit dem Pflegevertrag, der finanziellen Situation und dem persönlichen Verkehr jederzeit wieder ausbrechen könnte. B.________ habe sich dahingehend geäussert, dass der Konflikt zwischen Mutter und Grossmutter sie belaste. Der Kindesschutz erfordere ein vorausschauendes, vorbeugendes Handeln und nicht eine Intervention erst im Krisenfall. Sodann stelle der teilweise problematische Suchtmittelkonsum beider Frauen (Alkohol, Mutter zusätzlich Drogen) weiterhin latent eine Gefährdung für B.________ dar, auch wenn es seit Sommer 2016 zu keinem weiteren aktenkundigen Vorfall gekommen sei. Zu berücksichtigen sei ferner, dass der Eintritt des Kindes in die Pubertät die Anforderungen an die Erziehungsqualität nochmals erhöhe und von den Betreuungspersonen zusätzliche Ressourcen erfordere. Aufgrund des fortgeschrittenen Alters der Grossmutter (Jahrgang 1951) sei eine längerfristige Perspektive mit ihr als hauptverantwortlicher Betreuungsperson ungewiss und die Mutter sei zur Zeit nicht in der Lage, eine kindswohlgerechte Betreuung zu gewährleisten.