Citation: 8C_86/2015 E. 4.2

4.2. Beschwerdeweise wird im Wesentlichen geltend gemacht, bereits geringe Zweifel an der Evidenz eines Gutachtens genügten, um eine neue Begutachtung erforderlich zu machen. Einzig der psychiatrische Experte der MEDAS, Dr. med. B.________, vertrete in seinem (versicherungs-) psychiatrischen Teilgutachten vom 17. Mai 2013 die Auffassung, eine ausserhäusliche Tätigkeit sei im Rahmen einer Präsenzzeit von achteinhalb Stunden lediglich im Umfang von 20 bis 30 % eingeschränkt. Alle anderen involvierten Ärzte erachteten eine Arbeitsfähigkeit auf dem freien Arbeitsmarkt aus psychiatrischer Sicht als nicht gegeben. Eine vertiefte Auseinandersetzung mit diesen abweichenden Beurteilungen finde im Rahmen des Gutachtens nicht bzw. nur ungenügend statt. Die Einschätzung des Dr. med. B.________ erweise sich insgesamt als nicht aussagekräftig und trage namentlich - auch mit Blick auf die lediglich zwei Stunden dauernde Untersuchung - der besonderen Persönlichkeitsstruktur der Versicherten als Kriegs- und Folteropfer keine Rechnung. Es sei deshalb ein psychiatrisches Obergutachten bei einer auf Folteropfer spezialisierten ärztlichen Fachperson einzuholen.