Citation: 8C_828/2023 E. 5.4

5.4. Nach dem Gesagten sind sich die Dres. med. F.________ und E.________ zwar darin einig, dass ein Anpralltrauma nicht geeignet ist, einen Riss der Supraspinatussehne zu verursachen, wie die Suva zutreffend vorbringt. Daraus kann sie aber nichts zu ihren Gunsten ableiten. Denn Dr. med. F.________ äusserte sich nicht zum Unfallmechanismus eines versuchten Auffangens einer schweren Last (vgl. E. 4.3.3 hiervor). Wie die Vorinstanz zutreffend erwogen hat, bestehen bereits aus diesem Grund zumindest geringe Zweifel an seiner Beurteilung. Diese Zweifel werden zudem durch die Stellungnahme des Dr. med. E.________ begründet (E. 5.3.2 hiervor), indem dieser ausführte, dass er beim hier relevanten Unfallhergang (Auffangen einer schweren Last) von einer Unfallkausalität ausgehe und der degenerative Vorzustand den Riss der Supraspinatussehne nicht habe bewirken können. Es bleibt unklar, wie die Beurteilung des Dr. med. F.________ bei dem im bundesgerichtlichen Verfahren festgestellten Unfallhergang ausgefallen wäre. Entgegen der Auffassung der Vorinstanz kann jedoch nicht ohne Weiteres auf die Einschätzung des behandelnden Arztes abgestellt werden, wie die Suva zu Recht konstatiert. Denn nicht nur in der Schilderung des Unfallherganges, sondern auch in der Interpretation der nach dem Ereignis durchgeführten Bildgebung (MRT) sowie in Bezug auf den degenerativen Vorzustand gehen die Meinungen zwischen dem Suva-Arzt und dem behandelnden Arzt auseinander. Indem das kantonale Gericht unbesehen dieser Unklarheiten auf den Bericht des Dr. med. E.________ abgestellt hat, hat es Bundesrecht verletzt. Vielmehr hätte es die aufgezeigten Unstimmigkeiten und Widersprüche näher abklären müssen. Indem es dies unterlassen hat, hat es den Sachverhalt in Verletzung der Beweiswürdigungsregeln und des Untersuchungsgrundsatzes unvollständig festgestellt. Die Sache ist im Sinne des Eventualantrages der Suva weiter abzuklären und zu diesem Zweck an diese zurückzuweisen.