Citation: 6B_478/2022 E. 4.2

4.2. Die Vorinstanz erwägt hinsichtlich der Frage des anwendbaren Rechts zusammengefasst, die COVID-19-Verordnung 2 habe kraft expliziter Regelung und nach ihrem Inhalt sowie Zweck nur für eine begrenzte Dauer Geltung. Sie sei per 22. Juni 2020 aufgehoben worden. Deshalb sei sie als Zeitgesetz im Sinne der Rechtsprechung zu qualifizieren (Urteil S. 12 E. 17.3). Weiter gelangt die Vorinstanz zum Schluss, der Bundesrat habe im konkreten Fall auf Verordnungsstufe Übertretungstatbestände schaffen dürfen (Art. 10f Abs. 2 lit. a COVID-19-Verordnung 2). Die fragliche Verordnung sei verfassungsrechtlich abgestützt und bilde eine genügende gesetzliche Grundlage (Urteil S. 12 ff. E. 17.4). Ferner hält die Vorinstanz im Wesentlichen fest, der in Art. 7c Abs. 1 COVID-19-Verordnung 2 enthaltene Begriff der Menschenansammlung und das damit verbundene Verbot in Art. 10f Abs. 2 lit. a COVID-19-Verordnung 2 seien insgesamt und mit Rücksicht auf die massgebenden Kriterien gemäss Rechtsprechung genügend bestimmt, damit Bürgerinnen sowie Bürger und somit auch die Beschwerdeführerin ihr Verhalten danach richten und die Folgen eines bestimmten Verhaltens hätten bzw. habe erkennen können (Urteil S. 15 f. E. 17.5).