Citation: 6B_73/2020 E. 1

Das Untersuchungsamt Altstätten sprach gegen den Beschwerdegegner mit Strafbescheid vom 26. Februar 2004 eine bedingte Freiheits-strafe von drei Monaten und eine Busse von Fr. 1'000.- wegen mehrfacher fahrlässiger Körperverletzung, grober Verkehrsregelverletzung und Nichttragens der Sicherheitsgurte aus. Der Strafbescheid erwuchs in Rechtskraft. Die Vorinstanz trat am 13. November 2019 auf ein von der Beschwerdeführerin erhobenes "Revisionsbegehren" nicht ein. Sie erwägt, der Strafbescheid sei vor Inkraftreten der StPO ergangen, weshalb das Gesuch der Beschwerdeführerin gemäss Art. 453 Abs. 1 StPO nach damaligem Recht von der Anklagekammer zu behandeln sei. Nach aArt. 249 des Strafprozessgesetzes des Kantons St. Gallen vom 1. Juli 1999 (StP/SG; sGS 962.1) könne die Wiederaufnahme vom Beschuldigten und vom Staatsanwalt beantragt werden, hingegen sei die Beschwerdeführerin als "Kläger" - im Unterschied zu anderen [ehemaligen] kantonalen Prozessordnungen oder zur Regelung des Bundes - insoweit nicht legitimiert. Auch könne der Beschwerdeführerin gestützt auf aArt. 8 Abs. 1 lit. c OHG die Berechtigung zur Stellung eines Wiederaufnahmegesuchs nicht zuerkannt werden, da sie weder im damaligen Strafverfahren noch mit dem Wiederaufnahmegesuch Zivilansprüche geltend gemacht habe.