Citation: 6B_904/2015 E. 1.1

1.1. Die Vorinstanz erwägt, die erste Instanz habe eine Rückweisung an die Beschwerdegegnerin im Sinne von Art. 329 Abs. 2 StPO für notwendig erachtet, weil der Sachverhalt in der Anklageschrift - insbesondere hinsichtlich der Stelle, an der das Überholmanöver begonnen worden sein soll - nicht mit dem Beweisergebnis übereingestimmt habe. Diese Ungenauigkeit habe die Beschwerdegegnerin in der Folge beheben können. Eine solche Rückweisung sei auch noch anlässlich der Hauptverhandlung zulässig. Vorliegend handle es sich sodann weder um eine Änderung noch um eine Erweiterung der Anklage nach Art. 333 StPO, sondern um eine Ergänzung bzw. Berichtigung im Sinne von Art. 329 Abs. 2 StPO. Die erste Instanz sei unter den gegebenen Umständen befugt gewesen, das Verfahren zu sistieren und die Anklage zwecks Berichtigung an die Beschwerdegegnerin zurück zu weisen (Urteil S. 26 f. E. 11.b). Auch sonst sei keine Verletzung des Immutabilitätsprinzips auszumachen. Sowohl aufgrund der ersten als auch aufgrund der zweiten Anklageschrift habe der Beschwerdeführer wissen können bzw. müssen, welcher konkrete Sachverhalt ihm vorgeworfen werde. Aus den Anklageschriften gehe ohne weiteres hervor, dass er nach der Tunnelausfahrt in einer unübersichtlichen Rechtskurve rechtswidrig überholt haben soll. Der Anklagesachverhalt sei so genau umschrieben, dass ihm eine effektive Verteidigung problemlos möglich gewesen sei (Urteil S. 27 f. E. 11.c).