Citation: 2C_584/2015 E. 4.5

4.5. Selbst wenn man je nach Rechnung von einem geringen Stundendefizit ausgeht, könnte dieses dadurch kompensiert werden, dass die Ausbildung an der Schule auf einer abgeschlossenen Erstausbildung als Arzt oder Physiotherapeut aufbaut. Zwar hat die Rekurskommission EDK/GDK erwogen, dass Osteopathie eine getrennte Ausbildung sei und nicht auf einem gemeinsamen Stamm mit Medizin oder Physiotherapie aufbaue; dennoch ist offensichtlich, dass gewisse Kenntnisse aus einer Arzt- oder Physiotherapieausbildung für die Osteopathie ebenfalls von Nutzen sind; anders wäre die Übergangsbestimmung im PR/GDK nicht verständlich, wonach übergangsrechtlich für die Zulassung zur praktischen Prüfung ein Ausbildungslehrgang von 1'800 Unterrichtsstunden ausreicht, sofern er auf einem anerkannten Physiotherapiediplom aufbaut (Art. 25 Abs. 3 lit. b PR/GDK). Zudem bezweckt der erste Teil der Prüfung gemäss Art. 10 PR/GDK, sicherzustellen, dass die Kandidaten über die notwendigen naturwissenschaftlichen und medizinischen Grundlagen für den klinischen Abschnitt der Ausbildung verfügen. Ganz offensichtlich besteht ein gewisser inhaltlicher Bezug zwischen Medizin- und Osteopathie-Ausbildung. Die Rekurskommission hat denn auch erwogen, die in der Medizin- oder Physiotherapieausbildung erworbenen Kenntnisse könnten ein Stundendefizit (nur, aber immerhin) "sehr teilweise" füllen. Insgesamt ist davon auszugehen, dass die Ausbildung der Beschwerdeführerin quantitativ mit derjenigen eines Bachelor-Ausbildungsgangs äquivalent ist.