Citation: 9C_255/2014 E. 3.1

3.1. Die in der Beschwerde angerufene Rechtsprechung (BGE 139 V 349; 137 V 210 f.) bedeutet nicht, dass in einem Fall wie dem vorliegenden zwingend ein multidisziplinäres Gutachten eingeholt werden muss. So kann in begründeten Fällen von einer polydisziplinären Begutachtung abgesehen und eine mono- oder bidisziplinäre durchgeführt werden, sofern die medizinische Situation offenkundig ausschliesslich ein oder zwei Fachgebiete beschlägt. Diese Voraussetzungen sind vor allem bei Verlaufsbegutachtungen erfüllt (BGE 139 V 349 E. 3.2 in fine S. 352). Um eine solche handelt es sich hier, nachdem Frau Dr. med. L.________, Fachärztin für Neurochirurgie FMH, am 21. Juni 2003 bereits ein Gutachten erstattet hatte und mit der Expertise der MEDAS vom 27. März 2006 ein polydisziplinäres Gutachten eingeholt worden war. Zusätzliche Abklärungen in orthopädischer und neuro (physio) logischer Hinsicht wären dann erforderlich gewesen, wenn sich Anhaltspunkte für Veränderungen ergeben hätten. Solche sind mit der Vorinstanz zu verneinen (radiologische und klinische Verhältnisse am Bewegungsapparat unverändert, Neurokompression weiterhin auszuschliessen). Auch der RAD verlangte nicht explizit eine polydisziplinäre MEDAS-Begutachtung, sondern eine "Nachbegutachtung" aufgrund einer gemeldeten erheblichen Verschlechterung in Form einer schweren depressiven Episode durch die behandelnde Psychiaterin (Stellungnahme RAD-Arzt Dr. med. B.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 25. Januar 2012).