Citation: 4A_222/2024 E. 6.1

6.1. Die Vorinstanz erwog, das Arbeitsverhältnis habe schon seit dem 25. September 2017 gedauert und es hätten regelmässig Arbeitseinsätze der Beschwerdegegnerin stattgefunden. Diese habe von einem Grundpensum ausgehen dürfen, was auch die Beschwerdeführerin nicht mehr bestreite. Strittig sei hingegen, in welchem Ausmass der Beschwerdegegnerin in den Monaten Oktober bis Dezember 2020 zu wenig Arbeit zugewiesen worden sei und ob die Erstinstanz den Lohnersatz methodisch korrekt berechnet habe. Betreffend Oktober 2020 fehle es an einer massiven Reduktion des Pensums, weshalb die Erstinstanz zutreffend davon ausgegangen sei, der Beschwerdegegnerin stehe für diesen Monat kein Lohnersatz zu. Im Monat November 2020 sei der Beschwerdegegnerin hingegen massiv weniger Arbeit zugewiesen worden, was grundsätzlich einen Lohnersatzanspruch rechtfertige. Die erstinstanzlichen Erwägungen zur Festlegung des Ersatzanspruchs basierten ausschliesslich auf einem Vergleich der einzelnen von Oktober auf November 2020 bzw. von November auf Dezember 2020 wegfallenden Kurse gemäss Kursplan der Beschwerdeführerin. Die Beschwerdeführerin wäre aber gehalten gewesen, der Beschwerdegegnerin zu unterrichtende Ersatzkurse für wegfallende Kurse zu offerieren. Es sei daher von der einzelkursbezogenen Betrachtungsweise der Erstinstanz abzuweichen. Stattdessen sei auf den Durchschnittslohn der Monate September 2017 bis und mit Oktober 2020 abzustellen. Dieser betrage Fr. 5'849.-- brutto und gewährleiste am besten, dass Schwankungen im Laufe des Arbeitsverhältnisses berücksichtigt seien. Die Beschwerdeführerin bringe im Berufungsverfahren neu vor, der Beschwerdegegnerin seien aufgrund der Corona-Pandemie keine Kurse mehr zugeteilt worden. Dieses Vorbringen sei verspätet. Ohnehin seien ab August 2020 Corona-bedingte Ausfälle nicht mehr dokumentiert und der volle Stundenplan belege, dass die Sprachschule auch im Pandemiejahr 2020 gut gebucht gewesen sei. Es wäre an der Beschwerdeführerin gelegen, rechtzeitig nachzuweisen, dass in den fraglichen Monaten Corona-bedingt viele Kurse abgesagt worden seien. Zu beachten bleibe, dass die Beschwerdegegnerin am 22. September 2020 eine Pensumsreduktion im Hinblick auf ihre geplante Selbstständigkeit beantragt habe, was zwischen den Parteien an sich unstrittig sei. Uneinigkeit bestehe darüber, in welchem Ausmass und ab wann diese Reduktion habe stattfinden sollen. Die Beschwerdeführerin habe nach Treu und Glauben von einer Reduktion des Pensums innert angemessener Frist ausgehen dürfen, sodass sich bereits bezüglich des Lohnersatzanspruchs für November 2020 ein Abschlag rechtfertige. Es erscheine als angemessen von einer Reduktion des Pensums in der Grössenordnung von 30 Stunden pro Monat auszugehen. Bei einem geschätzten durchschnittlichen Stundenansatz von Fr. 52.-- ergebe dies einen Abschlag von Fr. 1'560.-- brutto. Der Lohnersatzanspruch für den November 2020 betrage demnach Fr. 1'611.50 brutto (d.h. Fr. 5'849.-- [durchschnittlicher Bruttolohn] - Fr. 2'677.50 [Bruttolohn gemäss Lohnabrechnung November 2020] - Fr. 1'560.-- [hypothetische Pensumsreduktion]). Im Dezember 2020 seien der Beschwerdegegnerin sodann lediglich Fr. 2'302.50 brutto ausbezahlt worden. Selbst unter Berücksichtigung, dass im Dezember der Lohn jeweils unterdurchschnittlich gewesen sei, erscheine der Lohn vom Dezember 2020 als massiv tiefer, was einen Lohnersatzanspruch rechtfertige. Bei dessen Berechnung seien die Betriebsferien zu berücksichtigen. Auch falle auf, dass sämtliche Dezemberlöhne unterdurchschnittlich gewesen seien. Entsprechend sei nicht vom Gesamtdurchschnittslohn, sondern vom durchschnittlichen Dezemberlohn der Beschwerdegegnerin in der Höhe von Fr. 4'308.-- brutto, auszugehen. Davon sei wiederum ermessensweise ein Abschlag von Fr. 1'170.-- (75 % des Abschlags des Monats November 2020) zu berücksichtigen. Es resultiere somit ein Lohnersatzanspruch von Fr. 835.50 brutto (d.h. Fr. 4'308.-- [Durchschnittslohn Dezember] - Fr. 2'302.50 [Bruttolohn gemäss Lohnabrechnung Dezember 2020] - Fr. 1'170.-- [hypothetische Pensumsreduktion]). Der Lohnersatzanspruch für die Monate November und Dezember 2020 betrage somit Fr. 2'447.-- brutto, was unter Berücksichtigung der Abzüge von insgesamt 8.919 % einen Lohnersatzanspruch von Fr. 2'228.75 netto ergebe.