Citation: I 2/06 23.05.2006 E. 2

2.1 Zum Anfechtungsgegenstand gehören nicht nur diejenigen Rechtsverhältnisse, über welche die Verwaltung tatsächlich eine Anordnung getroffen hat. Vielmehr bilden auch jene Rechtsverhältnisse Teil des Verfahrensgegenstandes, hinsichtlich deren es die Verwaltung zu Unrecht - in Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes sowie des Prinzips der Rechtsanwendung von Amtes wegen - unterlassen hat zu befinden, obwohl dazu nach der Aktenlage oder den Parteivorbringen hinreichender Anlass bestanden hätte (vgl. Urteil B. vom 18. August 2003, I 848/02, Erw. 3.2 mit Hinweisen). 2.2 Dem kantonalen Gericht ist darin beizupflichten, dass der Anspruch auf berufliche Massnahmen geprüft werden muss. Die Beurteilungen des Dr. H.________ und des Hausarztes Dr. S.________ lassen - jedenfalls im Gesamtzusammenhang - erkennen, dass die grundsätzlich zumutbaren leichteren Tätigkeiten der Versicherten nicht voraussetzungslos offenstehen und dass ein "stufenweiser Arbeitsaufbau" vor einer "langfristig" zu erreichenden hundertprozentigen Arbeitsfähigkeit nicht allein im Sinne eines schrittweisen Ausbaus des zeitlichen Pensums verstanden werden darf. Der eingetretene Gesundheitsschaden (Lumbovertebralsyndrom mit Diskusprotrusion und Bandscheibenvorfall) ist seiner Natur nach - namentlich bei einer versicherten Person, die bisher körperlich belastende Tätigkeiten verrichtet hat - geeignet, das Vertrauen in die eigene physische Belastbarkeit erheblich zu beeinträchtigen. Das Verlaufsprotokoll der IV-Stelle dokumentiert denn auch, dass die Beschwerdegegnerin offenkundig nicht in der Lage ist, das ihr gegebene Leistungsvermögen richtig zu erfassen. Bei dem als dominant erlebten Gesundheitsschaden bedarf es der Eingliederungsmassnahmen, etwa in Form eines Arbeitstrainings, damit die trotz der gesundheitlichen Einschränkungen prinzipiell verfügbaren Betätigungsmöglichkeiten auch mit zumutbarer Willensanstrengung umsetzbar werden. Die Verwaltung wollte zunächst entsprechende Schritte unternehmen, wie sich aus dem Verlaufsprotokoll der IV-Stelle ergibt. Der IV-interne Regionale Ärztliche Dienst hielt mit Eintrag vom 1. Juli 2004 fest, es könne die Arbeitsvermittlung "eingeschaltet werden mit Arbeitsaufbau und dem Ziel einer angepassten körperlich-leichten Tätigkeit zu 100 %". Die Notwendigkeit eines eigentlichen Arbeitstrainings bestätigte sich, indem die mit der Arbeitsvermittlung betraute Stelle am 21. September 2004 ihrerseits zum Schluss kam, die Versicherte fühle sich aufgrund der gesundheitlichen Situation nicht in der Lage zu arbeiten. Unter diesen Umständen genügte es nicht, der Beschwerdegegnerin Beratung und Unterstützung bei der Stellensuche anzubieten (Mitteilungen vom 19. November 2003 und 8. Juli 2004) und die Arbeitsvermittlung im Einverständnis mit der Versicherten ohne weitere Abklärungen abzuschliessen (Verfügung vom 7. Oktober 2004). Die Sache ist an die Verwaltung zurückzuweisen, damit sie das im Sinne des Gesagten Notwendige veranlasse. 2.3 Wie schon die Vorinstanz angemerkt hat, kommt neben dem Arbeitstraining (bzw. an dessen Stelle) allenfalls auch eine Umschulung in Betracht. Diesbezüglich wird vorausgesetzt, dass die versicherte Person objektiv und subjektiv eingliederungsfähig ist; massgebend sind die medizinischen und erwerblichen Rahmenbedingungen (Gesundheitszustand, Leistungsvermögen, Bildungsfähigkeit, Motivation usw.; AHI 1997 S. 172 Erw. 3a; ZAK 1963 S. 37 Erw. 2; Urteil B. vom 19. März 2002, I 529/01). Weiter muss die Umschulung eingliederungswirksam sein (vgl. BGE 122 V 214 Erw. 2c in Verbindung mit 79 f. Erw. 3b/bb und cc, 108 V 213 Erw. 1d, 107 V 88 Erw. 2). Eingliederungswirksamkeit ist nicht erst dann gegeben, wenn die Vorkehr den für den Rentenanspruch massgebenden Invaliditätsgrad bzw. das Ausmass des Rentenanspruchs beeinflusst (BGE 108 V 213 Erw. 1d). Die IV-Stelle wird diese Anspruchsvoraussetzungen noch zu klären haben. 2.4 Die Entwicklung des Gesundheitszustandes nach Erlass des Einspracheentscheids macht die nachträgliche Prüfung und gegebenenfalls Anordnung der bereits im Jahr 2004 angezeigten beruflichen Massnahmen nicht hinfällig. Die ab Februar 2005 ausgewiesene Arbeitsunfähigkeit (vgl. den Bericht des Dr. H.________ vom 2. März 2005) ist im Zusammenhang mit der Rekonvaleszenz und Rehabilitation nach einem operativen Eingriff zu sehen (vgl. Erw. 3 hienach) und lässt keine Schlüsse zu im Hinblick auf das voraussichtlich bleibende, aber durch entsprechende Massnahmen zu realisierende Leistungspotential der Beschwerdegegnerin.