Citation: 6B_1385/2021 E. 2.2.1

2.2.1. Die Vorinstanz erwägt zur persönlichen Situation des Beschwerdeführers, der im Urteilszeitpunkt 49-jährige, Deutsch sprechende Beschwerdeführer sei im Kosovo aufgewachsen und vor gut 32 Jahren am 29. Januar 1989 mit 16½ Jahren in die Schweiz eingereist. Er habe damit die ersten zwei Drittel der prägenden Jugend- und Adoleszenzphase (zwischen dem vollendeten 10. und 20. Altersjahr) in seiner Heimat verbracht. Die Vorinstanz betont, aus der langen Aufenthaltsdauer in der Schweiz allein lasse sich noch kein für die Annahme eines Härtefalls genügend gewichtiges persönliches Interesse an einem Verbleib in der Schweiz ableiten. Nachdem er - angeblich da er eine Kontaktaufnahme der Behörden und deshalb ein Bekanntwerden seines Strafverfahrens befürchte - keine näheren Informationen zu angeblichen Freunden oder engen Beziehungen zu Personen in der Schweiz preisgeben wolle, sei ein tatsächliches Bestehen solcher Beziehungen zumindest sehr zweifelhaft und könne eine eigentliche Verwurzelung in der Schweiz insoweit nicht angenommen werden. Das werde auch durch die beruflichen Anstellungen bzw. den damit einhergehenden Umgang des Beschwerdeführers vornehmlich mit Landsleuten bestätigt (was die Vorinstanz separat würdigt, vgl. unten). Sein Leben spiele sich damit trotz der längeren Aufenthaltsdauer scheinbar primär mit Familienangehörigen und Angehörigen seines Landes ab, was - auch in Anbetracht der jahrzehntelangen Anwesenheit in der Schweiz - gegen eine gute Integration spreche. Daneben erwähnt die Vorinstanz, von einer wesentlichen gesundheitlichen Beeinträchtigung oder notwendigen "Behandlungsmöglichkeiten" des Beschwerdeführers sei nichts bekannt (angefochtenes Urteil E. 5.3 S. 19 und 20 f.). Zum strafrechtlichen Leumund des Beschwerdeführers hält die Vorinstanz fest, er sei nicht vorbestraft, in der Gesamtbetrachtung seien indes auch gelöschte Straftaten zu berücksichtigen. Der Beschwerdeführer sei mitunter mit Strafbefehl des Bezirksamts Lenzburg vom 19. Mai 1992 wegen Fahrens ohne Berechtigung zu einer Haftstrafe von zehn Tagen sowie einer Busse von Fr. 100.--, mit Strafbefehl des Bezirksamts Baden vom 26. Oktober 1994 wegen Widerhandlung gegen das Bundesgesetz über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer (Erleichtern des rechtswidrigen Verweilens der Ehefrau in der Schweiz) zu einer Busse von Fr. 200.-- und mit Strafbefehl des Bezirksamts Bremgarten vom 19. Juli 2007 erneut wegen Widerhandlung gegen das Bundesgesetz über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer (Erleichtern des rechtswidrigen Verweilens des Bruders in der Schweiz) zu einer Geldstrafe von 15 Tagessätzen sowie einer Busse von Fr. 300.-- verurteilt worden. Gestützt auf diese letzte Verurteilung sei er vom zuständigen Migrationsamt ermahnt und darauf hingewiesen worden, dass er sich künftig wohl zu verhalten habe und bei weiteren Verurteilungen die Anordnung von weitergehenden ausländerrechtlichen Massnahmen geprüft werde. Nachdem der Beschwerdeführer bisher zugunsten seiner Ehefrau sowie seines Bruders gegen das Rechtsgut der ausländerrechtlichen Interessen der Schweiz gehandelt habe, habe er mit den zugunsten seiner Schwägerin verübten Betrugshandlungen in das Rechtsgut der sozialen Sicherheit der Schweiz eingegriffen. Sein Verhalten "lasse eine Geringschätzung der hiesigen Ordnung als nicht unwesentlich erscheinen", habe er sich doch, um Familienangehörigen zu helfen, über geltendes Recht hinweggesetzt. Die Vorinstanz hebt hervor, dass sie für das inkriminierte Handeln des Beschwerdeführers, das richtigerweise als mehrfacher Betrug zu qualifizieren wäre, eine erheblich höhere Strafe ausgesprochen hätte, als die in Beachtung des Verschlechterungsgebots wegen einfachen Betrugs festgesetzten 240 Tagessätze. Sie schliesst, für ein künftiges Wohlverhalten des Beschwerdeführers lägen nicht unerhebliche Zweifel vor. Von einer gelungenen Integration in die Schweizer Werte- und Rechtsordnung könne nicht gesprochen werden (angefochtenes Urteil E. 5.3 S. 19 f.). Des Weiteren führt die Vorinstanz an, der Beschwerdeführer habe keine Schulden, in der Vergangenheit keine Sozialhilfe bezogen und gegen ihn liefen keine Betreibungen. In beruflicher Hinsicht stellt sie unter Darlegung der sich aus den Akten und (auch insoweit) nur oberflächlichen Angaben des Beschwerdeführers ergebenden bisherigen Arbeitstätigkeiten von ihm in der Schweiz fest, er sei als Maler und Gipser mit jeweils kürzeren Unterbrüchen stets in Unternehmen tätig gewesen, die Landsleuten oder Personen aus seinem Familienkreis, oder dann ihm selbst (die D.________ GmbH, über die am 9. September 2019 der Konkurs eröffnet worden sei), gehört hätten. Gesamthaft, so folgert die Vorinstanz, spreche unter den dargelegten Aspekten nichts für einen hohen Grad an Integration des Beschwerdeführers in der Schweiz. Es lägen zumindest keine besonders intensiven, über eine normale Integration hinausgehenden Beziehungen beruflicher oder gesellschaftlicher Natur vor. Diese seien vielmehr, wenn überhaupt, maximal als durchschnittlich zu bezeichnen (angefochtenes Urteil E. 5.3 S. 20 f.).