Citation: 2C_108/2025 E. 5.3.3

5.3.3. Der Beschwerdeführer vermag ferner nichts zu seinen Gunsten daraus abzuleiten, dass ein tunesischer Staatsangehöriger in einem anderen Verfahren im Dezember 2024 im Kanton Luzern aus der Ausschaffungshaft entlassen worden war, weil dort - nach Aussage des Luzerner Migrationsamts - seitens der tunesischen Behörden "praktisch alle" Laissez-Passer blockiert worden seien und "zum aktuellen Zeitpunkt keine Rückführung nach Tunesien absehbar erschein[e]". Das Zuger Migrationsamt klärte die Umstände des "Luzerner"-Falls ab, nachdem der Beschwerdeführer darauf hingewiesen hatte. Die dortige Haftentlassung erfolgte nach den am 22. Januar 2025 bei der Vorinstanz nachgereichten Informationen gestützt auf eine Abwägung verschiedener Faktoren. So habe sich die dort betroffene Person bereits seit drei Monaten in Ausschaffungshaft befunden, sei immer zu Vorladungen erschienen und nie straffällig geworden (angefochtenes Urteil, lit. D und E. 3.3.1). Demgegenüber war der vorliegende Beschwerdeführer nach den verbindlichen Feststellungen der Vorinstanz (Art. 105 Abs. 1 BGG) im Zeitpunkt des Haftentlassungsgesuchs seit rund zwei Monaten in Ausschaffungshaft, leistete behördlichen Aufforderungen teilweise keine Folge, verhielt sich gemäss der Festnahmeverfügung vom 25. November 2024 zunehmend renitent und trat in der Vergangenheit mehrfach mit Betäubungsmitteldelikten in Erscheinung. Ein Direktvergleich mit dem "Luzerner"-Fall ist somit nicht möglich. Zudem belegen die ergänzenden Informationen des Zuger Migrationsamtes hinreichend deutlich, dass sich im Fall aus dem Kanton Luzern keine generellen Vollzugsprobleme mit Tunesien ergaben. Daher verbieten sich verallgemeinernde Rückschlüsse auf die Rückführungspraxis im Verhältnis Schweiz-Tuniesen.