Citation: 1P.708/2000 08.12.2000 E. 5

5.- Der Beschwerdeführer bringt schliesslich vor, dass bei einer allfälligen Verurteilung von einem bedingten Strafvollzug ausgegangen werden dürfte. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung darf der Haftrichter die Haft nur so lange erstrecken, als sie nicht in grosse zeitliche Nähe der konkret zu erwartenden Dauer der Strafe rückt. Dabei wird die Möglichkeit der Ausfällung einer lediglich bedingt vollziehbaren Freiheitsstrafe grundsätzlich nicht berücksichtigt (BGE 124 I 208 E. 6 S. 215 mit Hinweisen). Im vorliegenden Fall wird der Beschwerdeführer der Gehilfenschaft zur Entführung eines Kindes bzw. zur Geiselnahme verdächtigt. Es handelt sich dabei um schwerwiegende Delikte und der Beschwerdeführer hat bei einer allfälligen Verurteilung mit einer empfindlichen Freiheitsstrafe zu rechnen. Unter diesen Umständen kann nicht gesagt werden, die Untersuchungshaft von 5 1/2 Monaten, gerechnet von der Verhaftung bis zum Erlass des angefochtenen Entscheides, übersteige die mutmassliche Dauer der zu erwartenden Freiheitsstrafe oder rücke in grosse Nähe.