Citation: H 172/05 29.06.2006 E. 5

5.1 Der Umstand, dass die Abrechnung mit den Sozialversicherungen an den Mitverwaltungsrat B.________ delegiert war, vermag den Beschwerdeführer nicht zu entlasten. Denn die Oberaufsicht, zu welcher auch die sich auf das Beitragswesen erstreckende Aufsicht gehört, bleibt bestehen, und es gilt bei einem aus wenigen Personen bestehenden Verwaltungsrat ein strenger Massstab (vgl. Urteil Z. vom 11. Mai 2004, H 296/03, mit Hinweisen). So hat sich ein Verwaltungsrat in einer schwierigen finanziellen Lage des Betriebs über die bestehenden Verbindlichkeiten und deren korrekte Erfüllung zu informieren und nötigenfalls Massnahmen für deren ordnungsgemässe Zahlung zu treffen (AHI 2002 S. 52 Erw. 3a mit Hinweisen). Zudem darf in einer finanziell schwierigen Lage nur soviel Lohn ausbezahlt werden, als dass die darauf von Gesetzes wegen geschuldeten Beiträge gedeckt sind (SVR 1995 AHV Nr. 70 S. 214 Erw. 5). Wie sich aus dem Verwaltungsratsprotokoll vom 14. März 2002 ergibt, war sich der Verwaltungsrat der Problematik der Sozialversicherungsbeiträge bewusst, nahm aber trotz dieser Erkenntnis nicht die von der Rechtsprechung geforderten Handlungen vor.