Citation: 1P.726/2004 07.01.2005 E. B

Nachdem diverse gerichtsmedizinische und psychiatrische Gutachten eingeholt worden waren, schloss der Untersuchungsrichter die Strafuntersuchung gegen die Beschuldigte wegen Mordes, eventuell vorsätzlicher Tötung, eventuell fahrlässiger Tötung, Irreführung der Rechtspflege und Diebstahl am 21. Mai 2004 ab und überwies die Beschuldigte an das Bezirksstrafgericht Sense. Die Eltern des Opfers waren dem Verfahren am 18. Dezember 2002 als Strafkläger beigetreten. Gegen die Überweisungsverfügung erhob die Beschuldigte Beschwerde, welche von der Strafkammer des Kantonsgerichts Freiburg am 30. August 2004 teilweise gutgeheissen wurde. Die Überweisungsverfügung vom 21. Mai 2004 wurde aufgehoben und die Angelegenheit im Sinne der Erwägungen an den Untersuchungsrichter zurückgewiesen. Gleichzeitig stellte die Strafkammer das Verfahren wegen Diebstahls ein. In der Begründung wurde der Untersuchungsrichter angehalten, die Angelegenheit "vordringlich" zu behandeln. Mit Schreiben vom 6. September 2004 ersuchte die Strafkammer den Untersuchungsrichter sodann, die neue Überweisungsverfügung bis spätestens 17. September 2004 zu erlassen. Bereits am 6. September 2004 erliess der Untersuchungsrichter eine neue Überweisungsverfügung, mit welcher die Untersuchung wegen Mordes, eventuell vorsätzlicher Tötung, eventuell fahrlässiger Tötung und Irreführung der Rechtspflege abgeschlossen und die Beschuldigte an das Bezirksstrafgericht Sense überwiesen wurde. Offensichtlich war der Berichterstattung der Medien am 7. September 2004 zu entnehmen, die Strafkammer habe den Untersuchungsrichter schon am 1. September 2004 wissen lassen, unter "vordringlicher Behandlung" sei eine Frist von zehn Tagen zu verstehen. Der Untersuchungsrichter selber hatte sich am 6. September 2004 in einem Pressecommuniqué geäussert, welches den Inhalt der erwähnten Berichterstattung offenbar bestätigte.