Citation: 5C.107/2006 17.07.2006 E. 2

Anlass der Berufung bildet die Höhe der Unterhaltsrente, welche der Vater an seine beiden mündigen Kinder zu leisten hat. 2.1 Gemäss Art. 277 Abs. 2 ZGB haben die Eltern für den Unterhalt ihres mündigen Kindes aufzukommen, sofern es noch keine angemessene Ausbildung abgeschlossen hat und es ihnen nach den gesamten Umständen zuzumuten ist. Unter dem Gesichtspunkt der Zumutbarkeit sind nicht nur die wirtschaftlichen Verhältnisse der Eltern, sondern auch die persönliche Beziehung zwischen ihnen und ihrem Kind zu beachten (BGE 129 III 375 E. 3). Strittig sind im vorliegenden Fall der Unterhaltsbedarf der beiden Kinder, ihre eigene Leistungsfähigkeit und diejenige ihrer Mutter. 2.2 Die Vorinstanz stellte fest, dass die beiden mündigen Kinder sich noch in der Ausbildung befinden und bei ihrer Mutter wohnen. Die genauen wirtschaftlichen Verhältnisse der Mutter müssten nicht abgeklärt werden, zumal der Berufungskläger keine entsprechenden Anträge gestellt habe. Aus den Akten ergebe sich immerhin, dass die Mutter im Jahre 1998 einen Bruttojahreslohn von Fr. 78'000.-- erzielt und Hypothekarschulden von Fr. 515'000.-- habe. Überdies genügten diese wenigen Anhaltspunkte, da der Berufungskläger sich über seine finanzielle Situation in Schweigen hülle und seine wirtschaftliche Leistungsfähigkeit im Hinblick auf ein vernünftiges Mass an Unterhaltsbeiträgen nicht bestreite. Gestützt auf diese Erkenntnisse bestätigte die Vorinstanz den erstinstanzlichen Unterhaltsbeitrag von je Fr. 1'200.-- pro Monat, erstmals geschuldet am 1. März 2005 und längstens bis zum Abschluss der ersten ordentlichen Ausbildung. 2.2.1 Der Berufungskläger sieht Art. 8 ZGB verletzt, da der genaue Unterhaltsbedarf der beiden Kinder nicht nachgewiesen sei. Zudem habe die Vorinstanz die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Mutter nicht abgeklärt. 2.2.2 Art. 8 ZGB regelt zunächst die Verteilung der Beweislast. Darüber hinaus kommt dieser Norm die Bedeutung einer allgemeinen bundesrechtlichen Beweisvorschrift zu. Demnach steht der beweisbelasteten Partei des Recht zu, für rechtserhebliche Tatsachen zum ihr obliegenden Beweis zugelassen zu werden, falls sie im kantonalen Verfahren frist- und formgerechte Beweisanträge gestellt hat. Hingegen schreibt Art. 8 ZGB nicht vor, mit welchen Mitteln der Sachverhalt abzuklären ist und wie die Beweise zu würdigen sind. Die Schlüsse, die das kantonale Gericht aus den vorhandenen Beweisen zieht, sind im Berufungsverfahren nicht überprüfbar (BGE 129 III 18 E. 2.6; 127 III 519 E. 2a je mit Hinweisen). 2.2.3 Die erste Instanz hat offen gelassen, ob der Unterhaltsbedarf der beiden Kläger höher als Fr. 1'510.-- anzusetzen sei, da der beantragte Unterhaltsbeitrag bloss auf Fr. 1'200.-- laute. Die Vorinstanz hat im Hinblick auf den Unterhaltsbedarf der beiden Kläger keine Feststellungen getroffen. Daraus erwächst ihr kein Vorwurf, da der Berufungskläger in der kantonalen Berufung selber festhält, dass mit einem durchschnittlichen Unterhaltsbedarf der beiden Kläger von Fr. 1'510.-- abzüglich Fr. 180.-- Kinderzulagen, mithin Fr. 1'330.-- gerechnet werden könne. Hingegen hat der Berufungskläger gegenüber der Vorinstanz den Verdienst der Kindsmutter in Frage gestellt. Dieser dürfte sich seiner Ansicht nach auf mindestens Fr. 8'000.-- pro Monat belaufen. Wenn die Vorinstanz nun gestützt auf die Akten von einem jährlichen Bruttoeinkommen von Fr. 78'000.-- ausgeht, hat sie die vorhandenen Beweise gewürdigt, was im vorliegenden Verfahren nicht als Verletzung von Art. 8 ZGB gerügt werden kann. 2.3 Die Vorinstanz ist auf den Hinweis des Berufungsklägers in der kantonalen Begründung, die beiden Kinder könnten mit einem Ferienverdienst von Fr. 2'000.-- bis Fr. 3'000.-- an den eigenen Unterhalt beitragen, mangels rechtsgenüglicher Begründung nicht eingetreten. Was die Abmachung des Berufungsklägers mit der Grossmutter der beiden Kinder bzw. die daraus folgenden Leistungen betrifft, finden sich dazu im angefochtenen Urteil kaum Ausführungen. Dies gilt auch für den Vorwurf des Rechtsmissbrauchs. Die Vorinstanz hält lediglich fest, dass die diesbezüglichen Vorbringen des Berufungsklägers nicht relevant seien, soweit die Unterhaltsklage für die Zeit vor dem Monat März 2005 abgewiesen worden sei. Im Übrigen ist sie auf die Unterhaltsberechnungen des Berufungsklägers mangels hinreichender Begründung auch hier nicht eingetreten. Ob die kantonale Berufung in den genannten Punkten eingehender hätte begründet werden müssen, wie die Vorinstanz festhält, beschlägt eine Frage des kantonalen Rechts und kann daher in der Berufung nicht überprüft werden.