Citation: 1C_518/2021 E. 3.8

3.8. Die Umnutzung der Scheune zum Wohngebäude würde vorliegend auch äusserlich deutlich in Erscheinung treten: Während die Scheune praktisch fensterlos ist, wäre der an ihrer Stelle geplante Gebäudeteil grosszügig befenstert. Am unterschiedlichen Erscheinungsbild dieses neuen Gebäudeteils im Vergleich zum bestehenden ändert auch der Umstand nichts, dass die hier geplanten grossflächigen Fenster in den Bauplänen teilweise von verschiebbaren Blenden überdeckt sind, zumal die Blenden im bewohnten Zustand nicht ständig geschlossen bleiben würden. Mittels geeigneter baulicher Massnahmen bei den im Bereich der bestehenden Scheune geplanten Fenstern könnte das Ausmass der Änderung des Erscheinungsbilds zwar reduziert werden. In diese Richtung geht denn auch die von der Baubewilligungsbehörde verfügte Auflage, wonach die Fenster im Bereich des Stallteils mit Holzleisten zu überspielen seien, wobei nicht klar ist, ob sich diese Auflage auf den gesamten im Bereich der bestehenden Scheune gelegenen neuen Gebäudeteil bezieht. Aber selbst wenn man davon ausginge, dass dem so sei, bliebe die Umnutzung der Scheune zum Wohnbereich mit Garage und Loggia nach aussen hin deutlich sichtbar. Hinzu kommt, dass sich das proportionale Verhältnis zwischen dem Wohngebäude und dem Scheunenteil von der bestehenden zur neu geplanten Baute stark verändern würde. Während der bestehende Wohnteil hinsichtlich Grundriss und Höhe deutlich kleiner wieder aufgebaut werden soll, würde der bestehende Scheunenteil nur unwesentlich verkleinert. Die Höhendifferenz zwischen den Gebäudeteilen wäre zwar noch sichtbar, aber viel weniger deutlich. Zudem würde sich auch die äussere Erscheinung des bestehenden Wohngebäudes stark verändern und zwar nicht nur wegen seiner Verkleinerung, sondern insbesondere wegen der auch hier geplanten, stark vom bestehenden Gebäude abweichenden Befensterung. Im Rahmen der geforderten Gesamtbetrachtung mitzuberücksichtigen ist, dass das streitbetroffene Grundstück gemäss kantonalem Richtplan bzw. kommunalem Zonenplan einem Landschaftsschutzgebiet zugewiesen ist. Nach Art. 60 der Bauordnung der Stadt St. Gallen vom 29. August 2000 sind die im Zonenplan bezeichneten Landschaftsschutzgebiete in ihrem Charakter zu erhalten (Abs. 1). Massnahmen, welche das Landschaftsbild oder den Landschaftshaushalt nachteilig verändern, sind hier unzulässig (Abs. 2). Sodann sind Bauten im Landschaftsschutzgebiet besonders gut zu gestalten und besonders gut in die Landschaft einzufügen (Abs. 3). Die Zuweisung des streitbetroffenen Grundstücks zum Landschaftsschutzgebiet hat zur Folge, dass bei der Prüfung des Identitätserfordernisses ein strenger Massstab Platz greifen muss.