Citation: 1C_687/2020 E. 4.2

4.2. Weiter zweifelt die Beschwerdeführerin am prognostizierten Abbauvolumen, dies insbesondere in Bezug auf die im Perimeter liegende Grundmoräne. Sie verweist dazu auf das Gutachten der A.________ AG vom 27. Mai 2019 und den Grundlagenbericht des kantonalen Amts für Umweltschutz vom 24. November 2017. Ob die Moräne technisch und wirtschaftlich gesehen nutzbar sei, müsse als fraglich bezeichnet werden. Es seien nur vier Probebohrungen durchgeführt worden. Obwohl der Perimeter nach der Erstellung der Prognose reduziert worden sei, sei zudem die damit einhergehende Reduktion des abbaubaren Kiesvolumens in den Richtplangrundlagen nicht korrigiert worden. Problematisch scheine auch, dass Schätzungen einer privaten Kiesbauunternehmung verwendet worden seien. Im raumplanerischen Bericht wird eingeräumt, dass die Umrechnung von "Material lose" zu "Material fest" unterblieben sei. Das totale Ablagerungsvolumen betrage 7 bis 7,7 Mio. m³ fest. Auf die Interessenabwägung wirke sich diese Korrektur allerdings nicht aus. Der Kritik im von der Beschwerdeführerin angeführten Gutachten und im Grundlagenbericht des Amts für Umweltschutz wurde also insoweit Rechnung getragen. Dass Unsicherheiten an der technischen und wirtschaftlichen Nutzbarkeit nicht restlos ausgeräumt werden können, ist auf der Stufe der Richtplanung zudem hinzunehmen. Hinsichtlich der Reduktion des Perimeters lässt sich dem raumplanerischen Bericht weiter entnehmen, dass diese ca. 5 ha betrage (von ca. 60 ha auf ca. 55 ha) und keine namhafte Verringerung des Kiesvolumens bewirke. In Bezug auf die Nutzbarkeit der Grundmoräne wird im Bericht dargelegt, es müsse neben der Kies- auch die Sandfraktion eingerechnet werden, weshalb sich nicht - wie von der Gemeinde Cham befürchtet - eine Nutzbarkeit von 30 %, sondern eine solche von 60 % ergebe. Allerdings geht aus dem Dokument "Berechnung der Kubatur für das mögliche Abbaugebiet Hatwil/Hubletzen" hervor, dass sich die Annahme von 60 % auf den nutzbaren Anteil Kies der Grundmoräne bezieht. Der Vorwurf der Beschwerdeführerin wurde damit nicht in nachvollziehbarer Weise entkräftet. Auch der Kantonsrat geht in seiner Vernehmlassung nicht direkt auf die Frage ein. Immerhin hält er fest, dass auch Sand verwertbar sei und der Wert des Standorts als Deponie für Aushubmaterial nicht tangiert werde. Insgesamt erscheinen die Angaben zum nutzbaren Kies aus der Grundmoräne im raumplanerischen Bericht nicht als schlüssig. Gemäss den Berechnungen der A.________ AG würde bei einem nutzbaren Kiesanteil der Grundmoräne von 30 % ein Kiesvolumen von 5,5 Mio. m³ (fest) resultieren. Es handelt sich dabei um erhebliche Differenzen in einem für die planerische Beurteilung wesentlichen Punkt. Auf die Bedeutung dieses Umstands wird zurückzukommen sein.