Citation: 5A_463/2010 20.08.2010 E. 3

Der Beschwerdeführer beschränkt sich auf appellatorische Ausführungen und legt nicht mit der nötigen Substanziierung (dazu E. 1) dar, inwiefern das Obergericht gegen welche verfassungsmässigen Rechte verstossen haben soll: Von vornherein nicht eingetreten werden kann auf die Beschwerde insofern, als der Beschwerdeführer die Amtsführung diverser beteiligter Behörden kritisiert und ihnen vorwirft, mit der komplexen Situation überfordert zu sein, das Kindeswohl zu missachten und schlecht mit den ausländischen Behörden zu kooperieren: Diesbezüglich werden weder verfassungsmässige Rechte angerufen noch wird auf die Erwägungen des angefochtenen Entscheides Bezug genommen; im Übrigen ist das Bundesgericht nicht Aufsichts- und Disziplinarinstanz über kantonale und kommunale Behörden. Nicht einzutreten ist auf die Beschwerde auch insoweit, als der Beschwerdeführer auf mehreren Seiten seine Lebenslage schildert (Arbeit und laufende Ausbildung; wie er Opfer von Einbrüchen und häuslicher Gewalt geworden sei, aber ihm niemand glauben wolle; wie die Mutter die Behörden mit gefälschten Urkunden manipuliere und sich den Verfahren durch Absetzen nach Wien entzogen habe), ohne in diesem Zusammenhang verfassungsmässige Rechte als verletzt anzurufen und einen konkreten Bezug zu den Erwägungen des angefochtenen Entscheides herzustellen. Nicht Thema des angefochtenen Entscheides und des vorliegenden Verfahrens ist sodann die angebliche Entführung der Kinder nach Österreich. Für eine Rückführung nach dem Haager Kindesentführungsabkommen (HKÜ, SR 0.211.230.02) sind die österreichischen Gerichte zuständig; der Beschwerdeführer hat vor den dortigen Instanzen denn auch entsprechende Anträge gestellt, die jedoch am 30. September 2008 letztinstanzlich vom Obersten Gerichtshof mangels Widerrechtlichkeit des Verbringens abgewiesen worden sind. Keine Verfassungsrügen liegen vor, soweit der Beschwerdeführer direkt eine Verletzung verschiedener Gesetzesnormen geltend macht, namentlich von Art. 144 ZGB (Anhörung der Kinder) und Art. 146 ZGB (Bestellung eines Prozessbeistandes). Ohnehin stünde die betreffende Kritik auch in keinem Zusammenhang mit dem angefochtenen Entscheid. Mit Bezug auf den Sachverhalt beschränkt sich der Beschwerdeführer auf die Behauptung, dieser sei offensichtlich nicht (richtig) festgestellt und die nötigen Abklärungen zu den Kinderbelangen seien nicht gemacht, was gegen Art. 307 ZGB verstosse; die Gerichte des Kantons Thurgau seien immer den Weg des geringsten Widerstandes gegangen und hätten insbesondere keine Abklärungen betreffend die Erziehungsfähigkeit der Eltern veranlasst. Mit dieser Pauschalkritik ist nicht im Ansatz substanziiert, inwiefern die obergerichtlichen Sachverhaltsfeststellungen in einer entscheidrelevanten Weise offensichtlich unrichtig und damit willkürlich sein sollen. In der Sache selbst erwähnt der Beschwerdeführer zwar verschiedene verfassungsmässige Rechte; so beruft er sich auf Art. 11 BV, wonach Kinder und Jugendliche Anspruch auf Schutz ihrer Unversehrtheit und Förderung ihrer Entwicklung haben, auf das Kindeswohl gemäss der UN-Kinderrechtskonvention, auf das Willkürverbot nach Art. 9 BV und auf Art. 14 BV, welcher das Recht auf Ehe und Familie gewährleistet. Soweit er aber im Zusammenhang mit der Erwägung dieser Verfassungsnormen überhaupt Ausführungen macht, beziehen sich diese nicht auf konkrete Erwägungen im angefochtenen Entscheid, sondern sind sie rein appellatorisch (infolge des Wegzuges finde kein Familienleben mehr statt; er habe seine Kinder seit langem nicht mehr gesehen; die Kinder würden lieber bei ihm und dem Familienhund als bei der Mutter leben) und damit zur Begründung von Verfassungsrügen ungenügend. Der Beschwerdeführer macht sodann geltend, die Gegenpartei habe sich auf alle Verfahren in der Schweiz eingelassen und der Obergerichtspräsident habe sogar zwei Referentenaudienzen durchgeführt. Es sei absolut unverständlich, weshalb das Obergericht plötzlich nicht mehr entscheiden, sondern sich elegant des Verfahrens entledigen wolle. Der Beschwerdeführer müsste in diesem Zusammenhang im Einzelnen darlegen, gegen welche Verfassungsnormen und inwiefern das Obergericht dagegen verstossen haben soll, wenn es trotz Einlassung - aus welcher der Beschwerdeführer sinngemäss eine schweizerische Zuständigkeit auch für die Fragen der Obhutszuteilung und des persönlichen Verkehrs ableitet - eine diesbezügliche Zuständigkeit verneint hat. Nicht einzutreten ist auf die Beschwerde auch insoweit, als der Beschwerdeführer dem Obergericht im Zusammenhang mit dem Vorliegen eines internationalen Sachverhaltes eine Verletzung des rechtlichen Gehörs vorwirft. Das Obergericht hat umfassend ausgeführt, weshalb der Beschwerdeführer mit entsprechenden Erwägungen rechnen musste (Offensichtlichkeit der Internationalität: beide Parteien sind ausländische Staatsangehörige; die Wohnsitznahme von Mutter und Kindern in Österreich ist vor zwei Jahren erfolgt; in Österreich sind diverse Verfahren hängig; das Landesgericht St. Pölten hat sich in seinen Urteilen mehrmals einlässlich zu den internationalen zivilprozessualen und privatrechtlichen Fragen geäussert) und er deshalb die betreffenden Zuständigkeitsfragen in seinem Rekurs von sich aus hätte thematisieren müssen. Mit diesen Ausführungen setzt sich der Beschwerdeführer nicht auseinander, weshalb seine Kritik unsubstanziiert bleibt und die Anforderungen an Verfassungsrügen nicht erfüllt. Nicht einzutreten ist auf die Beschwerde schliesslich auch insofern, als der Beschwerdeführer das seiner Anwältin kantonal zugesprochene Honorar als zu tief kritisiert: Diesbezüglich ist er nicht beschwert und hat demnach auch kein schutzwürdiges Interesse (Urteil 9C_951/2008 vom 20. März 2009 E. 1), weil das Honorar der Rechtsvertreterin direkt zugesprochen worden ist und diese bei einem allfällig zu tief festgesetzten Honorar dem Mandanten nicht zusätzlich Rechnung stellen darf (BGE 122 I 322 E. 3b S. 325 f.). Sie hat folglich die Differenz zwischen dem von ihr geforderten und dem ihr zugesprochenen Honorar selbst zu tragen und sie wäre mit Bezug auf die Honorarhöhe in eigenem Namen zur Erhebung einer Beschwerde legitimiert (BGE 131 V 153 E. 1 S. 155).