Citation: I 960/06 31.05.2007 E. 4.3

4.3.1 Die Begründungspflicht ist wesentlicher Bestandteil des verfassungsrechtlichen Gehörsanspruchs (Art. 29 Abs. 2 BV). Sie soll verhindern, dass sich die Behörde von unsachlichen Motiven leiten lässt, und dem Betroffenen ermöglichen, einen Entscheid gegebenenfalls sachgerecht anzufechten. Dies ist nur möglich, wenn sowohl er wie auch die Rechtsmittelinstanz sich über die Tragweite des Entscheides ein Bild machen können. In diesem Sinn müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf welche sich ihre Verfügung stützt. Dies bedeutet indessen nicht, dass sie sich ausdrücklich mit jeder tatbeständlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzen muss. Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (BGE 124 V 180 E. 1a S. 181; SVR 2006 IV Nr. 27 S. 93 E. 3.1.3, I 3/05). 4.3.2 Die in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde als "hauptsächliche Begründung" für den Standpunkt der IV-Stelle bezeichnete Argumentation, es liege ein labiles Geschehen vor, das einer Therapie zumindest über längere Zeit hinweg bedürfe, deren Prognose sich nicht zuverlässig stellen lasse, wird im vorinstanzlichen Entscheid durchaus berücksichtigt. Das kantonale Gericht folgte ihr, wie sich seinem Entscheid ohne weiteres entnehmen lässt, deshalb nicht, weil es zum Ergebnis gelangte, die Fragen nach der voraussichtlichen Dauer der Therapie und nach der Prognose bedürften ergänzender Abklärung. Die vorinstanzliche Begründung wird damit den Anforderungen von Verfassung und Gesetz (Art. 61 lit. h ATSG) gerecht. 4.4 Wie dargelegt (E. 3.2 am Ende), beurteilen sich die Voraussetzungen des Anspruchs auf Psychotherapie auch bei einer hyperkinetischen Störung nach Massgabe der Gegebenheiten des Einzelfalls, wobei die medizinisch-prognostische Beurteilung eine erhebliche Rolle spielt. Wenn das kantonale Gericht diesbezüglich zum Ergebnis gelangt ist, die vorhandenen Akten bildeten keine hinreichende zuverlässige Entscheidgrundlage, handelt es sich dabei um eine Tatsachenfeststellung (BGE 132 V 393 E. 3.2 S. 398; Urteil I 818/06 vom 24. Januar 2007, E. 3.2). Diese lässt sich mit Blick auf die im letztinstanzlichen Verfahren geltende Überprüfungsbefugnis (E. 2 hiervor) auch unter Berücksichtigung der Argumentation in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde nicht als offensichtlich unrichtig bezeichnen. Eine Verletzung wesentlicher Verfahrensvorschriften liegt ebenfalls nicht vor; vielmehr war das kantonale Gericht, da es die Voraussetzungen einer antizipierten Beweiswürdigung (BGE 124 V 90 E. 4b S. 94; SVR 2005 MV Nr. 1 S. 2 E. 2.3, M 1/02, mit Hinweisen; vgl. auch BGE 131 I 153 E. 3 S. 157) als nicht erfüllt ansah, auf Grund des Untersuchungsgrundsatzes (Art. 61 lit. c ATSG) gehalten, weitere Abklärungen anzuordnen. Unter dem Aspekt einer Rechtsverletzung (vgl. BGE 132 V 393 E. 4.1 S. 400) ist festzuhalten, dass die vorinstanzliche Würdigung der medizinischen Unterlagen den durch die Rechtsprechung entwickelten Anforderungen (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352) gerecht wird. Der kantonale Entscheid lässt sich daher nicht beanstanden. Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde ist abzuweisen.