Citation: 6B_239/2022 E. 6.3

6.3. Die Vorinstanz wirft dem Beschwerdeführer vor, er habe den ca. 50 cm auf der Strasse stehenden Beschwerdegegner 2 rechtzeitig bemerkt und die Situation richtig interpretiert (angefochtenes Urteil S. 18). Dennoch sei er auf diesen zu- und in der Folge mit einem Abstand von höchstens 50 cm und einer Geschwindigkeit von 30 bis 35 km/h an diesem vorbeigefahren (angefochtenes Urteil S. 22 f.). Der Beschwerdegegner 2 habe im Bestreben, sich in Sicherheit zu bringen bzw. Abstand zum vorbeifahrenden Fahrzeug des Beschwerdeführers zu gewinnen, mit seinem linken Fuss einen Schritt nach vorne in Richtung Trottoir gemacht. Dabei sei sein rechter Fuss, der beim Schritt des linken Fusses nach vorne etwas zurückgerückt sei, vom Hinterrad des Fahrzeugs des Beschwerdeführers erfasst worden (angefochtenes Urteil S. 17 und 22 f.). Die Vorinstanz geht davon aus, der Unfall bzw. die Verletzung des Beschwerdegegners 2 sei vermeidbar gewesen, da der Beschwerdeführer hätte stoppen können, bis der Beschwerdegegner 2 seinen Kollegen ganz auf die Strasse gelotst hätte, oder er zumindest abbremsen und im Schritttempo sowie mit grösserem Abstand an diesem hätte vorbeifahren können, zumal gemäss seinen Angaben wenig Verkehrsaufkommen geherrscht habe (angefochtenes Urteil S. 23). Dem Beschwerdegegner 2 könne kein Mitverschulden bzw. keine "eigenverantwortlich gewollte Selbstgefährdung", welche den Kausalverlauf unterbrechen würde, vorgeworfen werden. Dessen Verhalten - seinen Kollegen im Lieferwagen auf die Strasse zu lotsen - habe im Gegenteil vielmehr der Verkehrssicherheit gedient (angefochtenes Urteil S. 21).