Citation: 9C_615/2018 E. 3.2

3.2. Die Beschwerdeführerin stellt sich demgegenüber auf den Standpunkt, sie sei im Jahre 2015 während mehr als neun Monaten in einem Arbeitsverhältnis gestanden, so dass Art. 10 AHVG i.V.m. Art. 28 bis AHVV gar nicht zur Anwendung komme. Die beitragsrechtliche Erfassung als erwerbstätige oder nichterwerbstätige Person hänge davon ab, ob diese den Minimalbeitrag erbringe, was hier geschehen sei. Ob eine versicherte Person aber überhaupt erwerbstätig sei, beurteile sich nicht in Funktion der Beitragshöhe, sondern nach den tatsächlichen wirtschaftlichen Gegebenheiten. So dürfe nach der Rechtsprechung die Qualifizierung einer selbstständig erwerbenden Person nicht einfach aufgrund einer Gegenüberstellung der erzielten Jahresgewinne mit dem Durchschnittsverdienst einer entsprechenden unselbstständigen Erwerbstätigkeit vorgenommen werden. Eine gleiche Betrachtung müsse auch bei krankheitsbedingten Erwerbseinbussen Platz greifen. Auch wenn eine versicherte Person in einer vollen Anstellung stehe und einen Erwerb erzielen wolle, könne es sich so verhalten, dass sie aufgrund einer Erkrankung eine Lohneinbusse erleide, weil sie nicht oder nur eingeschränkt arbeiten könne. Zudem ergebe sich aus der Rechtsprechung, dass bei der Gleichstellung von Erwerbstätigen mit Nichterwerbstätigen der Gedanke der Missbrauchsverhinderung von Bedeutung sei. Im vorliegenden Fall spiele die Frage einer Umgehung der Statusfestlegung aber unbestrittenermassen keine Rolle.