Citation: 6B_630/2018 E. 2.2

2.2. Gemäss Art. 285 Ziff. 1 Abs. 1 StGB wird bestraft, wer eine Behörde, ein Mitglied einer Behörde oder einen Beamten durch Gewalt oder Drohung an einer Handlung, die innerhalb ihrer Amtsbefugnisse liegt, hindert, zu einer Amtshandlung nötigt oder während einer Amtshandlung tätlich angreift. Wird die Tat aus einem zusammengerotteten Haufen begangen, so wird jeder, der an der Zusammenrottung teilnimmt, mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft (Art. 285 Ziff. 2 Abs. 1 StGB). Der Begriff des "zusammengerotteten Haufen" entspricht der Definition der Zusammenrottung beim Landfriedensbruch, wobei die Zusammenrottung nicht öffentlich zu sein braucht (BGE 103 IV 241 E. I.2.a S. 246; STEFAN HEIMGARTNER, in: Basler Kommentar, Strafrecht II, 4. Aufl. 2019, N. 18 zu Art. 285 StGB). Im Unterschied zum Landfriedensbruch richtet sich der Aufruhr jedoch nicht gegen Menschen und Sachen im Allgemeinen, sondern gegen Amtshandlungen bzw. die ausführenden Amtsträger (BGE 108 IV 176 E. 3a und 3b S. 178 f.; 103 IV 241 E. I.2.a S. 246; STEFAN HEIMGARTNER, a.a.O., N. 18 zu Art. 285 StGB). Ob eine strafbare Beteiligung vorliegt, ist nach denselben Regeln wie beim Tatbestand des Landfriedensbruch zu entscheiden (BGE 103 IV 241 E. I.2.a S. 246; STEFAN HEIMGARTNER, a.a.O., N. 20 zu Art. 285 StGB; STRATENWERTH/BOMMER, a.a.O., Rz. 31 S. 344). In subjektiver Hinsicht ist Vorsatz erforderlich, wobei Eventualvorsatz genügt. Der Täter muss sich nach der Parallelwertung in der Laiensphäre bewusst sein, dass er an einer Zusammenrottung teilnimmt und dies auch wollen bzw. in Kauf nehmen. (STEFAN HEIMGARTNER, a.a.O., N. 24 zu Art. 285 StGB). Die Gewalttätigkeit ist nur Strafbarkeitsbedingung, braucht also vom Vorsatz nicht erfasst zu werden (BGE 98 IV 41 E. 6 S. 48; STEFAN HEIMGARTNER, a.a.O., N. 25 zu Art. 285 StGB).