Citation: 5C.154/2005 24.11.2005 E. 5

5.1 Ebenfalls aus Art. 8 ZGB leitet der Berufungskläger weiter sein Recht auf Gegenbeweis ab, welches ihm durch Abweisung seiner Anträge auf Erstattung eines neuen Gutachtens seitens der beiden unteren Instanzen verweigert worden sei, zumal der angebotene Gegenbeweis nicht als untauglich erachtet werden könne. 5.2 Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts ergibt sich aus Art. 8 ZGB nicht nur das Recht zum Beweis, sondern auch das Recht zum Gegenbeweis. Der Gegner der beweisbelasteten Partei hat einen Anspruch darauf, zum Beweis von Umständen zugelassen zu werden, die beim Richter Zweifel an der Richtigkeit der Gegenstand des Hauptbeweises bildenden Sachbehauptungen wach halten und diesen dadurch vereiteln sollen. Für das Gelingen des Gegenbeweises ist mithin bloss erforderlich, dass der Hauptbeweis erschüttert wird, nicht aber auch, dass der Richter von der Schlüssigkeit der Gegendarstellung überzeugt wird (BGE 120 II 393 E. 4b S. 397; BGE 129 III 18 E. 2.6 S. 24/25; je mit Hinweisen). Soweit die Rüge auch hinsichtlich der Weigerung der ersten Instanz, ein neues Gutachten einzuholen, verstanden werden sollte, könnte auf sie von vornherein nicht eingetreten werden, da gemäss Art. 48 Abs. 1 OG die Berufung in der Regel erst gegen die Endentscheide der oberen kantonalen Gerichte zulässig ist. Anfechtungsobjekt bildet vorliegend nur der Entscheid des Obergerichts. 5.3 Der Entscheid der Vorinstanz, auf weitere Beweise zu verzichten - namentlich auf ein neues Gutachten eines anderen Institutes -, stellt eine vorweggenommene Beweiswürdigung dar (BGE 96 II 314 E. 7 S. 324 mit Bezug auf die Einholung eines anthropologisch-erbbiologischen Gutachtens [AEG]). Eine beschränkte Beweisabnahme verletzt Art. 8 ZGB jedoch nicht; eine andere Frage ist, ob die Beschränkung allenfalls gegen das Willkürverbot von Art. 9 BV verstösst (BGE 114 II 289 E. 2a S. 291 mit Hinweis auf Art. 4 aBV). Der Vorwurf des Beklagten, Art 8 ZGB sei verletzt worden, geht somit fehl, und es kann offen gelassen werden, ob das Vorbringen überhaupt hinreichend im Sinne von Art. 55 Abs. 1 lit. c OG begründet wird (dazu BGE 116 II 745 E. 3 S. 748/749). 5.4 Die Berufung ist somit in diesem Punkt abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann.