Citation: U 362/05 06.03.2006 E. 3

3.1 Aufgrund der medizinischen Akten steht fest, dass die Beschwerdeführerin an einer hochgradigen, links an Taubheit grenzenden, überwiegenden Perzeptionsschwerhörigkeit mit wahrscheinlich leichtem Schallleitungsanteil und Innenohr-Otosklerose leidet. Aus ärztlicher Sicht des Dr. med. W.________ besteht eine Arbeitsunfähigkeit im Umfang von 100 % hinsichtlich einer Tätigkeit in gehörschädigendem Lärm; ansonsten erachtet er die Versicherte als voll arbeitsfähig (Arztzeugnis vom 27. August 2002). 3.2 Mit dem kantonalen Gericht ist gestützt auf die übereinstimmenden Angaben der Dres. med. W.________ und G.________ (Bericht vom 20. Juni und Arztzeugnis vom 27. August 2002 sowie Stellungnahme vom 4. November 2002) davon auszugehen, dass der Gehörschaden beider Ohren nicht mit dem nach der Rechtsprechung (BGE 119 V 200 f. Erw. 2a mit Hinweis) zur Bejahung von Art. 9 Abs. 1 UVG erforderlichen Ursachenanteil von mehr als 50 % auf die Hilfsarbeit bei der Firma A.________ zurückzuführen ist. Dr. med. W.________ hat - wenn auch in knapper, so doch schlüssiger Weise - dargelegt, dass mit grosser Wahrscheinlichkeit keine berufsbedingte Schwerhörigkeit vorliegt, da das audiometrische Bild (Audiogramm vom 12. April 2002) bei positiver beruflicher Lärmanamnese atypisch für ein chronisches Lärmtrauma ist. Auch wenn Dr. med. W.________ in seinem Bericht vom 20. Juni 2002 festhielt, die Ursache der Schwerhörigkeit bleibe unklar und sie "eher" auf heredo-degenerative Prozesse zurückführte, konnte er dennoch eine lärmbedingte Schwerhörigkeit mit praktischer Sicherheit ausschliessen. Dr. med. G.________ wies in seiner Stellungnahme vom 4. November 2002 zudem auf die Untersuchungen am Arbeitsplatz des Bereichs Akustik der SUVA hin. Die SUVA ermittelte einen äquivalenten Dauerschalldruckpegel pro Jahr von Leq 84 ± 1 dB (A), wobei eine Schallbelastung von Leq 88 dB (A) und mehr als gehörgefährdend gelten, während 85 - 87 dB im Grenzbereich der Gehörgefährdung liegen (Schallmessungsprotokoll vom 30. September 2002). Dr. med. G.________ führte aus, dass - unter Berücksichtigung der Expositionszeit von sieben Jahren - diese Lärmbelastung mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht geeignet gewesen sei, die vorliegende Schädigung des Gehörs zu verursachen; denn auch unter Berücksichtigung der Ungenauigkeit der Messgeräte sei die Versicherte höchstens gegenüber grenzwertig gehörgefährdetem Lärm am Arbeitsplatz exponiert gewesen. Auch die an Taubheit grenzende linksseitige Innenohrschwerhörigkeit sowie die ausgeprägte Gehörsasymmetrie würden nicht zu einer Berufslärmschwerhörigkeit passen, wobei er die Feststellungen des Dr. med. W.________ bestätigte. Die vorliegende Schädigung des Gehörs wurde demnach zumindest nicht vorwiegend durch Arbeiten im Lärm verursacht, weshalb der vorinstanzliche Entscheid rechtens ist. 3.3 Die Vorbringen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde vermögen daran nichts zu ändern. Da die Vorinstanz sämtliche entscheidwesentlichen Tatbestandselemente berücksichtigt (BGE 99 V 188; vgl. auch BGE 124 V 181 Erw. 1a, 118 V 58 Erw. 5b, 117 Ib 492 Erw. 6b/bb, je mit Hinweisen) und ihren Entscheid umfassend und nachvollziehbar begründet hat (BGE 124 V 181 Erw. 1a mit Hinweisen), geht die diesbezügliche Rüge der Gehörsverletzung fehl. Das Gleiche gilt hinsichtlich des bereits vor kantonalem Gericht gestellten Antrags auf zusätzliche Sachverhaltsabklärungen. Weitere Beweismassnahmen, insbesondere die beantragte Einholung eines (Privat-)Gutachtens über Ursachen und Ausmass der Gehörschädigung erübrigen sich, da der Sachverhalt hinreichend geklärt ist und ergänzende Untersuchungen nichts am fehlenden Nachweis einer mehr als 50%igen beruflichen Einwirkung zu ändern vermögen (antizipierte Beweiswürdigung; vgl. BGE 124 V 94 Erw. 4b), womit auch das kantonale Gericht darauf verzichten durfte. Sodann vermag der Einwand, Dr. med. G.________ habe sie nie untersucht, seine Stellungnahme (vom 4. November 2002) nicht in Zweifel zu ziehen, da es nur um die Beurteilung eines an sich feststehenden Sachverhalts ging und, worauf das kantonale Gericht bereits hinwies, kein Anlass bestand, die Schallmessungen der Abteilung Akustik oder die audiometrische Befunderhebung des Dr. med. W.________ in Frage zu stellen. Entgegen der Beschwerdeführerin ist schliesslich nicht relevant, ob sie an ihrem damaligen Arbeitsplatz tatsächlich einen Gehörschutz getragen hat oder nicht; denn aus einhelliger fachärztlicher Sicht war der erhobene Befund mit den gemessenen, grenzwertig gehörgefährdenden Lärmbelastungen nicht in Einklang zu bringen. Entgegen dem Vorbringen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde, von der gesamten Lärmexpositionszeit (acht Jahre) entfalle der überwiegende Teil auf den früheren Arbeitsort in X.________, wo die Versicherte "in einem weit lärmigeren Umfeld" tätig gewesen sei, ist eine höhere Lärmbelastung als die am letzten Arbeitsplatz gemessene eher unwahrscheinlich, jedenfalls aber nicht konkret zu beweisen. Es besteht daher letztlich kein Anlass zu einer von SUVA und Vorinstanz abweichenden Betrachtungsweise.