Citation: 6B_610/2024 E. 1.3.2

1.3.2. Unbegründet ist die Beschwerde nach dem vorstehend Gesagten sodann, soweit der Beschwerdeführer eine Strafreduktion damit begründet, dass die Deliktsdauer und -häufigkeit geringer gewesen seien als von der Vorinstanz angenommen. Selbst wenn dem Beschwerdeführer insoweit gefolgt würde, wäre indes nicht nachvollziehbar, weshalb der von ihm angenommene Deliktssachverhalt zu einer Reduktion der Einsatzstrafe auf 3 Jahre anstelle von 6 Jahren führen müsste. Der Beschwerdeführer legt auch sonst nicht dar, dass die Vorinstanz ihr Ermessen rechtsfehlerhaft ausüben würde, indem sie für die mehrfache sexuelle Nötigung eine Einsatzstrafe von 5 Jahren, anstatt der von ihm geforderten höchstens 4 Jahre, für angemessen erachtet. Die vorinstanzliche Einsatzstrafe korrespondiert im Gegenteil mit dem nachvollziehbar als mittelschwer beurteilten Verschulden innerhalb des bis zu 10 Jahren Freiheitsstrafe reichenden Strafrahmens. Die Vorinstanz verletzt ihr Ermessen auch nicht, indem sie der leicht erhöhten Strafempfindlichkeit lediglich im Umfang von 3 Monaten, nicht wie gefordert von 8 Monaten, Rechnung trägt. Wie sie zu Recht erwägt, ist eine erhöhte Strafempfindlichkeit nach der Rechtsprechung grundsätzlich nur bei aussergewöhnlichen Umständen anzunehmen, wenn der Betroffene besonders empfindlich ist. Dies ist etwa der Fall bei Gehirnverletzungen, Schwerkranken, Taubstummen oder unter Haftpsychose Leidenden (Urteil 7B_454/2023 vom 27. März 2024 E. 3.1.2). Solches behauptet der Beschwerdeführer nicht. Die von ihm aufgezählten Beschwerden wie Schwerhörigkeit, Gleichgewichtsstörungen und Gedächtnisverlust sind keine Konsequenzen des Freiheitsentzugs, sondern seines Alters. Sie begründen, wie dieses, keine Umstände, die über das hinausgehen, was als unvermeidbare Konsequenz einer freiheitsentziehenden Sanktion zu gelten hat. Es ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz derlei Umstände verneint und der gesundheitlichen Situation des Beschwerdeführers gleichwohl strafmindernd - und angemessen - Rechnung trägt. Im Übrigen weist sie zutreffend darauf hin, dass seine gesundheitliche Situation auch im Rahmen des Vollzugs Berücksichtigung finden kann. Soweit der Beschwerdeführer zur Untermauerung der erhöhten Strafempfindlichkeit auf die für ihn haltlose Situation in der Untersuchungshaft verweist, kann er daraus mit Bezug auf den ordentlichen Strafvollzug nichts für sich ableiten. Gleichfalls vom vorinstanzlichen Ermessen gedeckt ist sodann die Strafreduktion um weitere 3 Monate aufgrund der seit den Taten vergangenen Zeitdauer. Daran ändert nichts, dass nach der Darstellung des Beschwerdeführers 94% seiner Taten mehr als 10 Jahre zurückliegen und manche davon fast verjährt sind. Es ist unbestritten, dass zwei Drittel der Verjährungsfrist verstrichen sind und Art. 48 lit. e aStGB anwendbar ist. Die Vorinstanz weist im Rahmen der Strafzumessung nachvollziehbar darauf hin, dass die jahrelangen Übergriffe des Beschwerdeführers der psychischen und sexuellen Entwicklung des Geschädigten in hohem Mass geschadet haben und er trotz mehrjähriger psychotherapeutischer Behandlung nachhaltig unter den Folgen des erlebten Missbrauchs leidet. Nicht zuletzt vor diesem Hintergrund ist eine weitergehende Strafreduktion als von der Vorinstanz gewährt, nicht angezeigt. Jedenfalls liegt kein Ermessensmissbrauch vor. Schliesslich legt der Beschwerdeführer nicht dar, dass die Vorinstanz ihr Ermessen verletzt hätte, indem sie seiner Kooperation im Verfahren nicht Rechnung trug. Er erblickt solches darin, dass er trotz seiner erheblichen gesundheitlichen Einschränkungen eigene Darstellungen zu den einzelnen ihm vorgehaltenen Themenkomplexen verfasst und auch anlässlich der Berufungsverhandlung zusätzliche Angaben gemacht habe. Es ist nicht einzusehen, weshalb ihn dies entlasten oder zu einer Strafminderung führen müsste. Der Beschwerdeführer bestreitet nicht, dass er zwar mehrere äussere Sachverhalte anerkannte, ihnen jedoch keine sexuelle Komponente beimass. Die Vorinstanz attestiert ihm daher zu Recht weder Einsicht noch Reue und wertet sein Nachtatverhalten neutral (oben E. 1.2.4). Im Übrigen liegt die ausgefällte Gesamtfreiheitsstrafe von 5 Jahren ohne Weiteres innerhalb des gesetzlichen Strafrahmens und des festgestellten mittelschweren Verschuldens. D ie Strafzumessung erweist sich damit, unbesehen der Einwände des Beschwerdeführers, im Ergebnis als bundesrechtskonform, sodass für das Bundesgericht kein Anlass besteht, darin einzugreifen (oben E. 1.1.1).