Citation: 6P.194/2001 03.12.2002 E. 7

Die Vorinstanz verschärfte die erstinstanzlich ausgefällte Strafe von 18 Monaten Zuchthaus bedingt auf zweieinhalb Jahre Zuchthaus. Sie bestätigte die bedingte Landesverweisung von fünf Jahren bei einer Probezeit von vier Jahren. Strafe und Nebenstrafe werden mit Nichtigkeitsbeschwerde angefochten. 7.1 Die Vorinstanz geht zutreffend von einem Strafrahmen von Zuchthaus bis zu zehn Jahren aus. Sie berücksichtigt, dass der Beschwerdeführer völlig rücksichtslos und grob vorgegangen und dass er den Willen der Beschwerdegegnerin brutal missachtet habe, indem er deren von ihm verursachte enorme Schmerzen nicht beachtete. Sein Verschulden sei deshalb schwer. Straferhöhend wirke sich aus, dass er aus niedrigen, rein egoistischen Beweggründen, nämlich zur Befriedigung seiner sexuellen Lust gehandelt und keine Rücksicht auf die Situation und den kulturellen Hintergrund der Beschwerdegegnerin genommen habe. Strafmindernd sei zu berücksichtigen, dass sich die beiden vorgängig in einer einvernehmlichen sexuellen Stimmung befunden hätten und dass der Beschwerdeführer einen guten Leumund habe und nicht vorbestraft sei. Seine Strafempfindlichkeit sei auf Grund seiner inzwischen erfolgten Eheschliessung leicht erhöht. Unter Würdigung aller Umstände erscheine eine Zuchthausstrafe von zweieinhalb Jahren angemessen. 7.2 Dagegen wendet der Beschwerdeführer ein, die Vorinstanz widerspreche ihren eigenen Sachverhaltsfeststellungen und missbrauche damit ihr Ermessen, wenn sie ihm vorwerfe, völlig rücksichtslos und grob vorgegangen zu sein und den Willen der Beschwerdegegnerin brutal missachtet zu haben. Sein deliktisches Verhalten habe allein darin gelegen, ohne Vorwarnung mit einem kraftvollen und gewaltsamen Stosse in die Beschwerdegegnerin eingedrungen zu sein und anschliessend in Anwendung eines grösseren Masses an Kraft, als es unter normalen Umständen hätte aufgewendet werden müssen, den Geschlechtsakt mit fünf bis sechs Stössen vollendet zu haben. Die festgestellten Verletzungen beträfen allein die äussere Scheide und seien wenigstens teilweise darin begründet, dass die Beschwerdegegnerin noch Jungfrau war. Es gäbe keine Hinweise darauf, dass er die Beschwerdegegnerin absichtlich verletzte, dass er ihr Schmerzen bereiten oder sie erniedrigen wollte. Das angeblich rücksichtslose, grobe und brutale Vorgehen werde nicht näher begründet; der daraus gezogene Schluss auf schweres Verschulden beruhe auf bundesrechtswidrigem Ermessensmissbrauch. Dasselbe gelte für die straferhöhende Berücksichtigung des Umstandes, nur zur Befriedigung seiner sexuellen Lust und deshalb aus niederem Beweggrund gehandelt zu haben. Ein solcher läge allenfalls vor, wenn er das Opfer etwa hätte erniedrigen wollen; dies sei aber gerade nicht der Fall gewesen. In bundesrechtswidriger Weise habe die Vorinstanz sodann nicht berücksichtigt, dass er von der Beschwerdegegnerin im Sinne von Art. 64 al. 5 StGB in Versuchung geführt worden sei. 7.3 Die Beschwerdegegnerin hält die Beschwerde auch in diesem Punkt nicht für begründet. Das Obergericht weist in seiner Vernehmlassung darauf hin, dass der Beschwerdeführer die Anwendung von Art. 64 al. 5 StGB im kantonalen Verfahren nicht verlangt habe, weshalb die diesbezügliche Rüge zu spät erfolge.