Citation: 2C_681/2020 E. 5.4.1

5.4.1. Zu bedauern ist in diesem Zusammenhang vorweg, dass es die St. Galler Behörden gemäss dem angefochtenen Urteil seit rund zwanzig Jahren nicht geschafft haben, eine Verkehrswertstatistik zu führen oder führen zu lassen. Dieses Versäumnis verunmöglicht dem Steueramt nicht nur, das eigene kantonale Recht umzusetzen und die Vermögenssteuerwerte für alle Grundeigentümer entsprechend anzupassen, wenn sich die Marktpreise um zehn Prozent verändert haben (Art. 30bis Abs. 1 Satz 2 StV/SG; vgl. oben E. 4.2). Der Kanton St. Gallen riskiert damit überdies, mangels Kenntnis der Marktentwicklung auch dann nicht korrigierend einschreiten und den harmonisierungsrechts- und verfassungskonformen Zustand wiederherstellen zu können, wenn sich die wirklichen Verkehrswerte aufgrund rapide steigender Immobilienpreise schon vor Ablauf des regulären Schätzungsturnus systematisch und erheblich von den Vermögenssteuerwerten entfernt haben.