Citation: 2C_69/2019 E. 2.1

2.1. Streitgegenstand im System der nachträglichen Verwaltungs-rechtspflege ist das Rechtsverhältnis, welches - im Rahmen des durch die Verfügung bestimmten Anfechtungsgegenstandes - den auf Grund der Beschwerdebegehren effektiv angefochtenen Verfügungsgegen-stand bildet. Anfechtungs- und Streitgegenstand sind danach iden-tisch, wenn die Verwaltungsverfügung insgesamt angefochten wird; bezieht sich demgegenüber die Beschwerde nur auf einzelne der durch die Verfügung bestimmten Rechtsverhältnisse, gehören die nicht beanstandeten - verfügungsweise festgelegten - Rechtsverhält-nisse zwar wohl zum Anfechtungs-, nicht aber zum Streitgegenstand (BGE 131 V 164 E. 2.1 S. 165; 136 II 457 E. 3.2 S. 461 f.; Urteile 2C_918/2015, 2C_919/2015 vom 20. Juli 2016 E. 4.3.3; 2C_875/2016 E. 1.2.1). Nicht zum Streitgegenstand zählt hingegen die rechtliche Begründung (Urteile 2C_699/2017 vom 12. Oktober 2018 E. 4.2; 2C_827/2017 vom 17. April 2018 E. 5.2; 2C_471/2017 vom 22. Dezember 2017 E. 2.3); insofern der Grundsatz der Rechtsan-wendung von Amtes wegen Anwendung findet (Art. 110 BGG), ist auf den in dessen Lichte rechtserheblichen Sachverhalt das Recht von Amtes wegen anzuwenden und fehlt eine Bindung an die von den Par-teien vorgetragene rechtliche Begründung. Der dem zu beurteilenden Rechtsverhältnis zu Grunde liegende und im Lichte des anwendbaren Rechts rechtserhebliche Sachverhalt kann nach Massgabe des an-wendbaren Verfahrensrechts unter Berücksichtigung der Vorgaben von Art. 110 BGG (BGE 135 II 369 E. 3.3 S. 374; Urteil 2C_961/2013 vom 29. April 2014 E. 3.4) im Laufe des Verfahrens ergänzt werden (Urteile 2C_461/2016 vom 6. April 2017 E. 2.1; 2C_1140/2015 vom 7. Juni 2016 E. 2.2.1). Bei der Frage jedoch, ob die materielle Rechtskraft eines Urteilseinem erneuten Verfahren entgegensteht, ist die rechtliche Begründung des betreffenden Urteils in diesem Sinne zu berücksichtigen, als eine abgeurteilte Sache (res iudicata) vorliegt, wenn der streitige Anspruch mit einem schon rechtskräftig beurteilten identisch ist; eine solche Identität ist zu bejahen, wenn der Anspruch dem Gericht aus dem-selben Entstehungsgrund, d.h. denselben rechtlichen Umständen und Tatsachen (BGE 144 I 11 E. 4.2 S. 14; 139 III 126 E. 3.2.3 S. 131; 123 III 16 E. 2a S. 19), erneut zur Beurteilung unterbreitet wird und sich wiederum die gleichen Parteien gegenüber stehen (BGE 144 I 11 E. 4.2 S. 13 f.; 139 II 404 E. 8.2 S. 434; 139 III 126 E. 3.2.3 S. 130; Urteile 2C_865/2018 vom 13. Mai 2019 E. 3.1; 2C_774/2018 vom 13. Mai 2019 E. 3.1).