Citation: 2C_114/2020 E. 2.2.1

2.2.1. Gemäss § 40 Abs. 1 BeurG/AG verjährt die disziplinarische Verfolgung der Urkunds- oder Beglaubigungsperson ein Jahr nachdem die Notariatskommission vom beanstandeten Vorfall Kenntnis erhalten hat. Die Frist wird durch jede Untersuchungs- oder Prozesshandlung über den beanstandeten Vorfall unterbrochen (§ 40 Abs. 2 BeurG/AG). Die disziplinarische Verfolgung verjährt in jedem Fall zehn Jahre nach dem beanstandeten Vorfall (§ 40 Abs. 3 BeurG/AG). Das Gesetz enthält keine Hinweise darüber, welche Untersuchungs- bzw. Prozesshandlungen als verjährungsunterbrechend gelten. Gemäss der den Akten beigelegten Botschaft des Regierungsrates des Kantons Aargau an den Grossen Rat vom 17. März 2010 betreffend die Totalrevision des Beurkundungs- und Beglaubigungsgesetzes (nachfolgend: Botschaft BeurG/AG) sollte mit § 40 BeurG/AG jedoch eine Verjährungsregelung eingeführt werden, wie sie in anderen Erlassen des Bundes, so namentlich in Art. 19 des Bundesgesetzes über die Freizügigkeit der Anwältinnen und Anwälte (BGFA; SR 935.61), und der Kantone bereits bestand (vgl. Botschaft BeurG/AG, S. 52). Daher können vergleichbare Regelungen anderer Kantone oder des Bundes für die Auslegung von § 40 BeurG/AG herangezogen werden.