Citation: 6B_1149/2020 E. 2.4.5

2.4.5. Der Beschwerdeführer wehrt sich allerdings dagegen, dass ihm das erpresserische und nötigende Vorgehen gegen C.________ über die Regeln der Mittäterschaft zugerechnet wird. 2.4.5.1. Zur Begründung seiner an der mittäterschaftlichen Zurechnung geübten Kritik macht der Beschwerdeführer geltend, die Vorinstanz begründe mit keinem Wort, in welcher Form ihm die erforderliche Tatherrschaft zugekommen sei und welche Tatbeiträge derart wesentlich gewesen sein sollen, dass die Tat mit ihnen stehe oder falle. Die Vorinstanz gehe einzig und zu Unrecht von einer Auftragserteilung durch ihn aus, wobei sie auch diesen angeblichen Auftrag nicht näher konkretisiere. Es sei weder eine gemeinsame Planung, Entschlussfassung noch Ausführung der Tat erstellt. Dem von der Vorinstanz als erwiesen erachteten Sachverhalt sei als Beteiligungsform höchstens eine Anstiftung zu entnehmen, die aber mangels Erwähnung in der Anklage und mangels Haupttat - A.________ und E.________ seien beide wegen Gehilfenschaft zur Erpressung und Nötigung verurteilt worden - ausscheide. Er sei aus diesem Grund von den Vorwürfen der Erpressung und Nötigung freizusprechen. 2.4.5.2. Als Mittäter gilt, wer bei der Entschliessung, Planung oder Ausführung eines Delikts vorsätzlich und in massgebender Weise mit anderen Tätern zusammenwirkt, sodass er als Hauptbeteiligter dasteht. Dabei kommt es darauf an, ob der Tatbeitrag nach den Umständen des konkreten Falls und dem Tatplan für die Ausführung des Delikts so wesentlich ist, dass die Tat "mit ihm steht oder fällt". Der Mittäter muss bei der Entschliessung, Planung oder Ausführung der Tat auch tatsächlich mitwirken. Daraus folgt aber nicht, dass Mittäter nur ist, wer an der eigentlichen Tatausführung beteiligt ist oder sie zu beeinflussen vermag. Tatbestandsmässige Ausführungshandlungen sind nicht notwendige Voraussetzung für die Annahme von Mittäterschaft (vgl. BGE 143 IV 361 E. 4.10; 135 IV 152 E. 2.3.1; 130 IV 58 E. 9.2.1; je mit Hinweisen). Das mittäterschaftliche Zusammenwirken setzt einen gemeinsamen Entschluss voraus, der jedoch nicht ausdrücklich bekundet werden muss; es genügt, wenn er konkludent zum Ausdruck kommt. Dabei ist nicht erforderlich, dass der Mittäter bei der Entschlussfassung mitwirkt, sondern es reicht aus, dass er sich später den Vorsatz seiner Mittäter zu eigen macht (vgl. BGE 130 IV 58 E. 9.2.1; 125 IV 134 E. 3a; 120 IV 265 E. 2c/aa; je mit Hinweisen). In Mittäterschaft begangene Tatbeiträge werden jedem Mittäter zugerechnet (BGE 143 IV 361 E. 4.10; Urteil 6B_665/2022 vom 14. September 2022 E. 5.4; je mit Hinweisen). 2.4.5.3. Soweit der Beschwerdeführer unter diesem Titel eine durch ihn erfolgte Auftragserteilung in Abrede stellt, ohne Willkür in der diesbezüglichen Sachverhaltsfeststellung darzutun, entfernt er sich erneut in unzulässiger Weise vom vorinstanzlich verbindlich festgestellten Sachverhalt, der von einer entsprechenden Auftragserteilung ausgeht (vgl. E. 2.3.3.2 und 2.3.4 oben). Darauf ist nicht weiter einzugehen. Im Übrigen trifft es nicht zu, dass die Vorinstanz nicht begründe, in welcher Form dem Beschwerdeführer die erforderliche Tatherrschaft zugekommen sei und welche relevanten Tatbeiträge er geleistet habe. Als solche Tatbeiträge nennt die Vorinstanz seine massgebliche Beteiligung an der Entschlussfassung und Beauftragung sowie die von ihm vorgenommene Konkretisierung einerseits der Geldforderungen anlässlich der Treffen in der Bar J.________ und andererseits der Modalitäten des Aussagenrückzugs über F.________. Die Vorinstanz befindet zu Recht, dass diese Tatbeiträge für die Annahme von Mittäterschaft genügten und eine direkte Beteiligung an der Deliktsausführung nicht erforderlich sei (angefochtener Entscheid E. 3.5.1 S. 27; E. 4.3.3 S. 33). Durch den vorausgegangenen Entschluss des Beschwerdeführers, die Taten zu verüben, und den anschliessenden Entscheid der Drittpersonen, beim Überbringen der Drohung und Forderungen mitzuwirken bzw. dies zu übernehmen, womit sie sich (konkludent) dem Tatentschluss des Beschwerdeführers anschlossen, liegt ein gemeinsamer Tatentschluss vor. Als Auftraggeber und Person, die im Nachgang an das Treffen vom 17. Januar 2015 die Forderungen und deren Erfüllung in wechselseitiger Kommunikation über F.________ weiter konkretisierte, kam dem Beschwerdeführer ausserdem Tatherrschaft zu. Dass die Vorinstanz die Tatausführungen dem Beschwerdeführer nach den Regeln der Mittäterschaft zurechnet, verletzt demgemäss kein Bundesrecht. Die Rüge des Beschwerdeführers ist unbegründet. Anzumerken bleibt, dass die Annahme eines mittäterschaftlichen Handelns des Beschwerdeführers ein mittäterschaftliches Handeln mindestens einer weiteren Person voraussetzt. Mittäterschaft bedeutet gleichwertiges koordiniertes Zusammenwirken mehrerer Personen bei der Begehung einer strafbaren Handlung (vgl. Urteil 6B_1034/2021 vom 3. März 2022 E. 3.3 mit Hinweisen). Dies ist nach der vorinstanzlichen Begründung gegeben: Die Vorinstanz rechnet mit separatem Entscheid vom 1. September 2020 A.________ in jener Angelegenheit ebenfalls die Rolle eines Mittäters zu mit der Begründung, dieser habe zwar am Treffen vom 17. Januar 2015 nicht erstelltermassen C.________ bedroht, er sei aber derjenige gewesen, der als Beauftragter des Beschwerdeführers seinerseits erst E.________ mit der wesentlichen Tatausführung, d.h. dem Drohen und erstmaligen Überbringen der Forderungen, beauftragt habe. Zwar hält diese Annahme einer mittäterschaftlichen Beteiligung von A.________ der bundesgerichtlichen Prüfung nicht stand (vgl. Urteil 6B_1137/2020 heutigen Datums); einer Verurteilung des Beschwerdeführers als Mittäter steht dies allerdings nicht entgegen. Denn richtigerweise ist jedenfalls E.________, der in Ausführung des ursprünglichen Auftrags des Beschwerdeführers letztlich die wesentlichen Tathandlungen am 17. Januar 2015 vornahm, sich insoweit den Tatentschluss des Beschwerdeführers zu eigen machte und als unmittelbar ausführende Person ebenfalls Tatherrschaft inne hatte, als Mittäter zu qualifizieren. Dieser leistete einen unabdingbaren und nicht bloss untergeordneten, eine Gehilfenschaftshandlung ausmachenden Tatbeitrag (zu den Voraussetzungen der Gehilfenschaft vgl. BGE 129 IV 124 E. 3.2). Dass E.________ mit rechtskräftigem Strafbefehl vom 9. Juni 2017 wegen Gehilfenschaft zur Erpressung und Nötigung verurteilt wurde, steht dieser anderen rechtlichen Qualifikation im vorliegenden Verfahren nicht entgegen (vgl. Art. 106 Abs. 1 BGG).