Citation: 5P.210/2006 06.10.2006 E. 3

Der Beschwerdeführer rügt zunächst, das Kantonsgericht habe seine Vorbringen zur Herkunft der fraglichen Gelder sinnentstellend wiedergegeben und willkürlich interpretiert. Es habe verkannt, dass er nie behauptet habe, die Gelder stammten aus dem Nachlass seines Vaters; vielmehr habe er nur vorgebracht, er habe die Gelder von seinem Vater (als Erbe) erhalten. Schon die Formulierung "von seinem Vater erhalten" bedeute klarerweise, dass ihm die Gelder zu Lebzeiten des Vaters zugegangen seien. Mit der Präzisierung "als Erbe" habe er lediglich verdeutlichen wollen, dass er die Gelder in Anrechnung an seinen Erbteil, und nicht etwa als Darlehen, als Rückzahlung einer Schuld, als Treuhandvermögen oder ähnliches, bekommen habe. Es sei Wortklauberei, ihm anzulasten, dass er von "Erbe" gesprochen habe, und es gestützt darauf als unmöglich zu erklären, dass er die Gelder bereits vor dem Tod seines Vaters erhalten habe. Es sei nämlich durchaus üblich, dass Kinder zu Lebzeiten ihrer Eltern von diesen Zuwendungen erhielten, die an das spätere "Erbe" anzurechnen seien. In der Rückschau müssten solche Zuwendungen richtigerweise als "Erbe" bezeichnet werden. Wenn das Kantonsgericht eine solche Bedeutung ausgeschlossen habe, laufe dies auf überspitzten Formalismus und Willkür hinaus. 3.1 Das aus Art. 29 Abs. 1 BV fliessende Verbot des überspitzten Formalismus wendet sich gegen prozessuale Formstrenge, die als exzessiv erscheint, durch kein schutzwürdiges Interesse gerechtfertigt ist, zum blossen Selbstzweck wird und die Verwirklichung des materiellen Rechts in unhaltbarer Weise erschwert oder gar verhindert (BGE 128 II 139 E. 2a S. 142 mit Hinweisen). Inwiefern das Kantonsgericht dadurch, dass es ein Vorbringen des Beschwerdeführers anders ausgelegt hat, als dieser es verstanden wissen will, die dargelegten Grundsätze missachtet haben soll, bleibt unerfindlich. Die Rüge stösst ins Leere. 3.2 In der von ihm angerufenen Berufungsschrift an das Kantonsgericht hatte der Beschwerdeführer wörtlich ausgeführt: "Der Berufungskläger hatte diese Gelder als Erbe von seinem Vater Z.________, Canada, erhalten, der im Jahre 1994 verstorben ist. Deklariert wurden diese Gelder in der Steuererklärung 1997/1998, die am 02.10.1997, mithin vor der Trennung der Parteien, von beiden Ehegatten, also insbesondere auch von der Berufungsbeklagten, rechtsverbindlich unterzeichnet worden ist. Damit ist erstellt, dass es sich bei dem Betrag von CHF 238'614.--, der in der Steuererklärung 1997/1998 im Wertschriftenverzeichnis aufgeführt worden ist, um Eigengut des Berufungsklägers handelte, das dieser als Erbe von seinem Vater erhalten hat, Art. 198 lit. 2 [gemeint: Ziff. 2] ZGB." Mit dem Wort "Erbe" wird nach allgemeinem Sprachgebrauch entweder die Person des Universalsukzessors oder aber der Nachlass bezeichnet. Es ist daher sachlich vertretbar, wenn das Kantonsgericht aus der fraglichen Passage geschlossen hat, der Beschwerdeführer mache geltend, er habe die Gelder aus dem Nachlass seines Vaters erhalten, zumal im gleichen Satz explizit auf dessen Tod Bezug genommen wurde. Gestützt wird diese Auslegung im Übrigen durch den Schlusssatz des betreffenden Abschnitts in der Berufungsschrift, wo steht: "Ausgehend von der Unterschrift der Berufungsbeklagten unter die Steuererklärung 1997/1998, wonach die Erbschaft der kanadischen Gelder durch den Berufungskläger bestätigt worden ist, ist es unerklärlich, dass sich die Berufungsbeklagte hieran vor Vorinstanz nicht erinnert haben will." Dagegen enthält die fragliche Stelle keinerlei gegenteilige Hinweise oder Anhaltspunkte. Mit der Annahme, der Beschwerdeführer habe vorgebracht, die fraglichen Gelder seien ihm aus dem Nachlass seines Vaters zugeflossen, ist das Kantonsgericht nach dem Gesagten nicht in Willkür verfallen. Soweit der Beschwerdeführer der kantonalen Instanz ein (offensichtliches) Versehen vorwirft, ist auf die Beschwerde nicht einzutreten, da diese Rüge im vorliegenden Fall mit eidgenössischer Berufung erhoben werden kann (vgl. Art. 63 Abs. 2 und Art. 84 Abs. 2 OG).