Citation: 7B_130/2022 E. 3.1

3.1. Die Vorinstanz hält in ihrer Eventualbegründung zusammengefasst fest, allein die Tatsache der Zugehörigkeit zur gleichen Behörde und ein darauf basierendes kollegiales Verhältnis begründeten noch keinen Ausstandsgrund, solange das sozial übliche Mass nicht überstiegen werde und keine stichhaltigen und konkreten Befangenheitsgründe im Sinne eines besonders gearteten Bezugs zwischen Angehörigen einer gleichen Organisationseinheit vorlägen. Es sei daher ganz allgemein zu erwarten, dass zumindest die heutigen (Leitenden) Staatsanwälte und Staatsanwältinnen der - neben der vormaligen Abteilung BM/OK (heute: Hauptabteilung Besondere Delikte) - übrigen Hauptabteilungen der Beschwerdegegnerin, aber vor allem auch die Erste Staatsanwältin, in der Lage seien, unvoreingenommen und unbefangen die eingangs erwähnte Strafanzeige zu behandeln. Daran vermöge auch der Hinweis der Beschwerdegegnerin nichts zu ändern, dass gleich mehrere bei ihr tätige Personen angezeigt worden seien und davon mindestens eine Person in der Geschäftsleitung tätig gewesen sei. Zusätzlich sei zu berücksichtigen, dass die heutige Hauptabteilung Besondere Delikte, mit der sich der Beschwerdeführer in einer Auseinandersetzung sehe, in örtlicher Hinsicht von den übrigen Hauptabteilungen der Beschwerdegegnerin getrennt sei, was umso mehr gegen die Annahme von Befangenheit bei den in den übrigen Hauptabteilungen der Beschwerdegegnerin tätigen Personen spreche. Stichhaltige und konkrete Befangenheitsgründe im Sinne eines besonders gearteten Bezugs zwischen der angezeigten und innerhalb der heutigen Hauptabteilung Besondere Delikte tätigen Staatsanwältin sowie deren damaliger Vorgesetzter einerseits und allen übrigen Staatsanwältinnen und Staatsanwälten innerhalb der Beschwerdegegnerin andererseits oder gar der Ersten Staatsanwältin, würden seitens des Beschwerdeführers nicht substanziiert geltend gemacht und seien auch nicht erkennbar. Im Ergebnis sei es daher mindestens der Ersten Staatsanwältin selbst möglich, das Strafverfahren unvoreingenommen und unbefangen zu führen.