Citation: 1P.111/2001 09.03.2001 E. 3

3.- a) Der Kantonsgerichtsausschuss hält den Beschwerdeführer aufgrund der Radarfoto als Täter überführt. Der liechtensteinische Polizeibeamte M.________, der den Beschwerdeführer nach seiner Aussage persönlich kennt, hat als Zeuge ausgesagt, dass es sich beim auf der Radarfoto erkennbaren Lenker "ganz klar" um den Beschwerdeführer handle. Zum gleichen Schluss gelangten die Kantonsrichter, welche den Beschwerdeführer an der Berufungsverhandlung kennen lernten, auch aus eigener Anschauung. b) Unbestritten ist, dass mit dem von der Ehefrau des Beschwerdeführers gehaltenen Porsche am 23. Oktober 1998 auf der A13 bei Roveredo die zulässige Höchstgeschwindigkeit massiv überschritten wurde. Der Beschwerdeführer bestreitet einzig, den Wagen seiner Frau bei dieser Gelegenheit gelenkt zu haben. Er macht geltend, die Foto sei sehr undeutlich, weshalb der Lenker nicht zweifelsfrei erkennbar sei; die Mitlieder der Vorinstanz - "nota bene alles Brillenträger und ehemalige bzw. praktizierende Anwälte, keine Spezialisten für die Analyse von Fotos" - seien daher in Willkür verfallen, indem sie ihn anhand der Foto als Lenker identifiziert hätten. Er habe Brüder, welche ihm sehr ähnlich sehen würden. Zudem habe er in der fraglichen Zeit einen Bart getragen und Kontaktlinsen verwendet, währenddem der Fahrer auf der Foto eine Brille trage und glatt rasiert sei. Der Zeuge N.________ habe ihn auf der Foto nicht erkennen können. Der Zeuge M.________ sei unglaubhaft, weil seine Aussage falsch sei: es stimme nicht, dass sie persönlich bekannt seien. c) Diese Einwände sind offensichtlich nicht geeignet, die Beweiswürdigung des Kantonsgerichtsausschusses als willkürlich erscheinen zu lassen. Die Radarfoto ist ausreichend scharf, um den Lenker zu identifizieren, und dies haben denn auch der Polizeibeamte M.________ und die Mitglieder des Kantonsgerichtsausschusses getan, ohne dass einem von ihnen auch nur der geringste Zweifel gekommen wäre. Die Einwände des Beschwerdeführers gegen seine Identifikation sind geradezu trölerisch. Ob er zur Tatzeit glatt rasiert war oder allenfalls einen Bartansatz - der Zeuge N.________ spricht von einem "Wochenbart" - trug, kann offen bleiben, die Radarfoto lässt beides zu. Er behauptet auch nicht, zu diesem Zeitpunkt ausschliesslich Kontaktlinsen als Sehhilfe verwendet und gar nicht über eine passende Brille verfügt zu haben. In der Zeugenaussage M.________ ist keine Unstimmigkeit erkennbar, er hat nur ausgesagt, den in seiner Nachbarschaft wohnenden Beschwerdeführer persönlich, d.h. wenigstens vom Sehen her, zu kennen, nicht, dass sie näheren Umgang pflegen würden. Vollends schleierhaft ist, inwiefern die Mitglieder des urteilenden Kantonsgerichtsausschusses als Brillenträger nicht in der Lage gewesen sein sollen, den Beschwerdeführer, der sich an der Berufungsverhandlung in unmittelbarer Nähe der Richterbank aufgehalten hat, zu identifizieren, zumal sie, wie der Kantonsgerichtsausschuss in der Vernehmlassung ausführt, allesamt ihre Brillen getragen und daher scharf gesehen haben. Die Zeugenaussage von N.________, der seinen Onkel auf der Radarfoto nicht erkennen konnte und "meinte", es handle sich um eine andere Person, vermag diese Identifikation nicht in Frage zu stellen, schliesst doch auch er nicht ausdrücklich aus, dass es sich beim auf der Radarfoto abgebildeten Lenker um den Beschwerdeführer handelt. d) Bei diesem klaren Beweisergebnis konnte der Kantonsgerichtsausschuss ohne Gehörsverletzung auf die Abnahme weiterer Beweise verzichten. Die Einvernahme seiner Ehefrau M.H.________ beantragte der Beschwerdeführer nur im Zusammenhang mit dem Vorfall vom 19. Mai 1998, in Bezug auf welchen er freigesprochen worden ist. Es ist daher keineswegs so, dass dem Kantonsgerichtsausschuss in Bezug auf die hier zur Diskussion stehende Verurteilung ein Beweisantrag des Beschwerdeführers vorlag, den er stillschweigend übergangen hätte. Die Gehörsverweigerungsrüge ist unbegründet.