Citation: 9C_242/2009 30.04.2009 E. 4

4.1 Die auf pflichtgemässer Beweiswürdigung beruhende vorinstanzliche Feststellung, wonach die Arbeitsfähigkeit massgeblich durch die Drogensucht und nicht durch die Persönlichkeitsstörung (paranoide Persönlichkeitsstörung mit emotional instabilen und schizotypen Anteilen [ICD-10 F60.0]; vgl. Bericht der Psychiatrischen Klinik B.________-Ärzte Dres. med. N.________ und J._________ vom 6. Juni 2006) geschmälert werde, weshalb eine dauernde, konsequente Entzugsbehandlung die Arbeitsfähigkeit "vermutlich in anspruchsrelevantem Ausmass" verbessern könne, ist nicht offensichtlich unrichtig. Es ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer schon seit Jahren unter psychischen Problemen litt (so unterzog er sich bereits während seiner teilweise - von 1982 bis 1989 - in einem Heim verbrachten Kinder- und Jugendjahre einer psychiatrischen Behandlung). Indes zeigen die medizinischen Unterlagen, dass einerseits der Suchtmittelmissbrauch zur Verstärkung und teilweise sogar zur Eskalation der (psychischen) Schwierigkeiten führt (beispielsweise verletzte sich der Versicherte am 22. November 2005 im Anschluss an exzessiven Alkoholkonsum durch tiefe Schnittverletzungen). Anderseits konnte in Phasen konsequenter Behandlung (wie etwa in der Psychiatrischen Klinik B.________ vom 23. November 2005 bis 7. Februar 2006; Austrittsbericht vom 14. Februar 2006) eine Verbesserung der Situation (Stabilisierung; Rückgang der Einschränkungen) erreicht werden. Dr. med. M.________ erachtete in seinem (ersten) Gutachten vom 30. Mai 2005 den Kokain-Konsum denn auch als "Auslöser und Mitunterhalter" der Psychose. 4.2 Das Vorliegen einer (fach-) ärztlich schlüssig festgestellten Psychose allein genügt für eine Anspruchsberechtigung in der Invalidenversicherung nicht. Vorausgesetzt wird zudem, dass die (psychische) Störung nachgewiesenermassen die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt (vgl. etwa Urteil I 568/06 vom 22. November 2006 E. 5.3.1). Ob und inwieweit die (paranoide) Persönlichkeitsstörung die Arbeitsfähigkeit vermindert, kann wegen der diese Problematik überlagernden Drogensucht (Bericht der Frau Dr. med. A.________ vom 20. Dezember 2004) erst beurteilt werden, nachdem sich der Beschwerdeführer einer länger dauernden, ärztlich kontrollierten Entzugsbehandlung unterzogen hat. In eine auf die sowohl von den Ärzten an der Psychiatrischen Klinik B.________ als auch von Dr. med. M.________ im Gutachten vom 30. Mai 2005 (nachdrücklich) geforderte Drogenabstinenz abzielende, nach den zutreffenden Erwägungen im angefochtenen Entscheid zumutbare Massnahme hat der Versicherte indes nach den verbindlichen Feststellungen der Vorinstanz nicht eingewilligt. Die wiederholten, meist kurzzeitigen stationären Behandlungen vermögen einen Drogenentzug nicht zu ersetzen und waren bezüglich der Abstinenz auch nicht erfolgreich; der Beschwerdeführer konsumierte nach der Entlassung aus der Psychiatrischen Klinik B.________ im Februar 2006 weiterhin Drogen (gelegentlich Kokain und unverändert die Kaudroge "Kath"; vgl. psychiatrisches Gutachten des Dr. med. M.________ vom 15. Januar 2007). Schliesslich stützt sich die vorinstanzliche Beweiswürdigung keineswegs nur auf die Stellungnahmen des RAD-Arztes Dr. med. E.________. Insbesondere die Ärzte an der Psychiatrischen Klinik B.________ erklärten explizit, die paranoide Persönlichkeitsstörung spreche nicht (grundsätzlich) gegen die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit; im Gegenteil könnte sich die psychopathologische Situation bei Wiedereingliederung in den Arbeitsprozess sogar günstig entwickeln. Inwieweit eine längerfristige Medikation notwendig sein werde, zeige erst der Verlauf, insbesondere unter Drogenabstinenz (Bericht vom 21. Juli 2006). Die vorinstanzliche Sachverhaltsfeststellung, im Vordergrund stehe der Drogenmissbrauch, ist auch im Lichte des Gutachtens M._______ nicht offensichtlich unrichtig und daher für das Bundesgericht verbindlich (E. 1). Was der Beschwerdeführer vorbringt, erschöpft sich weitestgehend in einer letztinstanzlich unzulässigen appellatorischen Kritik am angefochtenen Entscheid (hiezu Urteile 9C_688/2007 vom 22. Januar 2008 E. 2.3 und 4A_28/2007 vom 30. Mai 2007 E. 1.3 [in BGE 133 III 421 nicht publiziert]). Der vorinstanzlich geschützte Entscheid der Beschwerdegegnerin, das Leistungsbegehren wegen Verletzung der Schadenminderungspflicht abzuweisen, ist daher nicht zu beanstanden. Für die eventualiter verlangte Rückweisung an die Vorinstanz oder die IV-Stelle bleibt damit kein Raum.