Citation: 4A_100/2014 E. 2.2

2.2. Die Beschwerdeführerin rügt den Schluss auf ihre hypothetische Einwilligung als willkürlich. Sie macht geltend, wenn man ihr gesagt hätte, dass es in den öffentlichen Spitälern im Kanton Solothurn in den letzten Jahren wiederholt vorgekommen sei, dass bei einer laparoskopischen Cholezystektomie der Hauptgang durchgetrennt worden sei und dass dieses Risiko bei der Operation mit einem Schnitt in der Bauchdecke wesentlich geringer sei, hätte sie sich wahrscheinlich für die Operation mit dem Schnitt in der Bauchdecke entschieden. Hinzu komme, dass das Risiko einer Verletzung gesenkt werden könne, wenn vorgängig eine ERCP (endoskopische retrograde Cholangiopankreatikographie) zur Darstellung der Gallenwege gemacht werde, was in manchen Spitälern der Fall sei, nicht aber im Spital C.________. Darauf hätte die Beschwerdeführerin aufmerksam gemacht werden müssen. Sie hätte sich dann die Sache noch einmal überlegen können und hätte sich in einem anderen Spital operieren lassen. Die Vorinstanz begründe die hypothetische Einwilligung mit dem niedrigen Risiko der Verletzung des Gallenganges, der Tatsache, dass eine Operation mit Bauchschnitt eine Narbe hinterlassen hätte, und dem Allgemeinwissen um das mit einer Operation verbundene Risiko. Diese Argumentation müsse als Abstellen auf eine Normhypothese angesehen werden, nicht als Schluss aus anderweitigen konkreten Umständen. Der Schluss müsse aber jedenfalls als willkürlich bezeichnet werden.