Citation: 1P.517/2005 23.11.2005 E. 3

3.1 Der Beschwerdeführer macht geltend, er habe Y.________ auf dem Parkplatz der Tankstelle am 25. März 2002 nicht nach telefonischer Absprache, sondern zufällig getroffen. An dem anders lautenden, von Y.________ und dem beobachtenden Polizisten dargestellten Sachverhalt bestünden nicht zu unterdrückende Zweifel, womit der Grundsatz "in dubio pro reo" verletzt sei. 3.2 Als Beweiswürdigungsregel besagt der aus der Unschuldsvermutung (Art. 32 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 2 EMRK) abgeleitete Grundsatz "in dubio pro reo", dass sich der Strafrichter nicht von einem für den Angeklagten ungünstigen Sachverhalt überzeugt erklären darf, wenn bei objektiver Betrachtung Zweifel bestehen, ob sich der Sachverhalt so verwirklicht hat. Die Maxime ist verletzt, wenn der Strafrichter an der Schuld des Angeklagten hätte zweifeln müssen. Dabei sind bloss abstrakte und theoretische Zweifel nicht massgebend, weil solche immer möglich sind und absolute Gewissheit nicht verlangt werden kann. Es muss sich um erhebliche und nicht zu unterdrückende Zweifel handeln, d.h. um solche, die sich nach der objektiven Sachlage aufdrängen. Bei der Frage, ob angesichts des willkürfreien Beweisergebnisses erhebliche und nicht zu unterdrückende Zweifel hätten bejaht werden müssen und sich der Sachrichter vom für den Angeklagten ungünstigen Sachverhalt nicht hätte überzeugt erklären dürfen, greift das Bundesgericht nur mit Zurückhaltung ein, da der Sachrichter diese in Anwendung des Unmittelbarkeitsprinzips zuverlässiger beantworten kann (Urteil 1P.428/2003 vom 8. April 2004, E. 4.2; BGE 127 I 38 E. 2a S. 41). 3.3 Den Beschwerdeführer belasten verschiedene Gesichtspunkte: - Er war am 25. März 2002 an der Tankstelle zugegen. Diese zeitlich-räumliche Tatnähe ist nicht bestritten. Die damalige Anwesenheit des Beschwerdeführers, insbesondere auch seine Einfahrt auf den Parkplatz, ist durch die Polizeibeobachtung belegt. - Die Abgabe und Rücknahme des Heroins durch den Beschwerdeführer sind durch die Aussagen von Y.________ belegt. Wie erwähnt durften die kantonalen Gerichte auf diese Aussagen, mit denen sich Y.________ selber belastet hat, abstellen. - Der Beschwerdeführer hat mit einem Mobiltelefon am 6. April 2002 Absprachen betreffend Rücknahme des Heroins getroffen. Er bestreitet zwar den Besitz dieses Mobiltelefons wie auch die Beteiligung an den Telefonaten. Der Gutachter hat jedoch von blossem Gehör die Stimme des Beschwerdeführers erkannt. Ohne auf die Einzelheiten des Gutachtens einzugehen, kann diese akustische Übereinstimmung als Indiz dafür gelten, dass der Beschwerdeführer die Telefongespräche geführt hat. - Mit dem erwähnten Mobiltelefon sind mehrmals Telefonate in der Nähe der Wohnung und des Arbeitsortes des Beschwerdeführers geführt worden. - Die Glaubwürdigkeit des Beschwerdeführers beeinträchtigt, dass er seinen durch eine Haaruntersuchung nachgewiesenen Kokainkonsum bestreitet. - Dieser Kokainnachweis zeigt zudem, dass der Beschwerdeführer mit Drogen in Berührung war. Würdigt man diese Gesichtspunkte gesamthaft, verletzt es den Grundsatz "in dubio pro reo" nicht, wenn die kantonalen Gerichte erhebliche und nicht zu unterdrückende Zweifel an der Schuld des Beschwerdeführers verneint haben.