Citation: 4A_325/2021 E. 4.4.3

4.4.3. Im Übrigen resultiert die von ihr als Widerrufsgrund angegebene wesentliche Vermögensverschlechterung ohnehin gerade aus der Einräumung des Kaufrechts an den Beklagten und bestand als solche grundsätzlich unmittelbar nach dessen Einräumung; jedenfalls nicht erst zum Zeitpunkt des Urteils des Kantonsgerichts vom 26. März 2020. Im bundesgerichtlichen Verfahren betreffend Irrtumsanfechtung bzw. Übervorteilung (zit. Urteil 4A_254/2020) hielt das Bundesgericht denn auch fest, die Beschwerdeführerin habe im kantonalen Verfahren im Zusammenhang mit der Unerfahrenheit geltend gemacht, ihr sei gesagt worden, bei einem höheren Kaufpreis verliere sie den Anspruch auf Ergänzungsleistungen. Dadurch sei sie in Angst versetzt worden und habe dem tiefen Verkaufspreis zugestimmt. Nun sei die Praxis der Ausgleichskasse aber anders und sie verliere ihren Anspruch auf Ergänzungsleistungen trotzdem. Der Verlust der Ergänzungsleistungen sei gravierend, da diese neben der AHV-Rente beinahe die Hälfte ihres Einkommens ausmache (zit. Urteil 4A_254/2020 E. 4.4). Vor diesem Hintergrund wäre ohnehin nicht ersichtlich, weshalb die Beschwerdeführerin den Widerrufsgrund einer wesentlichen Vermögensverschlechterung nicht bereits im ersten Verfahren hätte geltend machen können. Die Vorinstanz hält in ihrer Prüfung der Erfolgsaussichten der Klage diesbezüglich zu Recht fest, sie könne prozessuale Schranken hinsichtlich allenfalls verpasster tatsächlicher und rechtlicher Argumente nicht mit einem zweiten Prozess umgehen (vgl. Urteil 4A_449/2020 vom 23. März 2021 E. 3, zur Publ. vorgesehen). Nichts an den Erfolgsaussichten der Klage ändert prima facie ihr Einwand, ihre Vermögensverhältnisse hätten sich aufgrund der Auferlegung der Kosten für das (erste) Verfahren betreffend Irrtumsanfechtung bzw. Übervorteilung weiter verschlechtert, stellt dies doch nicht die eigentliche wesentliche Vermögensverschlechterung dar.