Citation: 2C_113/2021 E. 6.3.2

6.3.2. Die Schadenermittlung unterliegt in casu einerseits dem Untersuchungsgrundsatz (vgl. Art. 59 Abs. 1 aKGVG FR, wonach eine amtliche Schadenermittlung vorgenommen wird). Andererseits hält Art. 60 AVaKGVG FR unter anderem fest, dass die KGV vom Versicherten alle genauen Angaben bezüglich des Zustands des Gebäudes und seiner wesentlichen Teile unmittelbar vor dem Schadenfall verlangt (Abs. 1) und Personen einvernimmt, welche Angaben über den Zustand des Gebäudes vor dem Schadenfall machen können (Abs. 2). Zumindest in Art. 60 Abs. 1 AVaKGVG FR kommt die Mitwirkungspflicht des Versicherten zum Ausdruck, welche vom Beschwerdeführer im Übrigen nicht bestritten wird. Ohne Mitwirkung des Versicherten bzw. Gebäudeeigentümers ist eine Schadenermittlung in der Praxis gerichtsnotorischerweise kaum machbar (vgl. allgemein zur Mitwirkungspflicht BGE 140 I 285 E. 6.3.1). Die Mitwirkungspflicht dient der Verwirklichung des Untersuchungsgrundsatzes und relativiert diesen gleichzeitig (vgl. Urteil 2C_562/2020 vom 21. Mai 2021 E. 5.2.4.1 mit Hinweisen). Der Untersuchungsgrundsatz führt nicht zu einer Änderung der Beweislastregel von Art. 8 ZGB, welche auch im öffentlichen Recht gilt (Urteil 9C_221/2020 vom 25. Februar 2021 E. 6.2; vgl. Urteil 2C_562/2020 vom 21. Mai 2021 E. 5.2.6.1). Gemäss dieser trägt jene Partei den Nachteil der Beweislosigkeit, die aus dem zu beweisenden (aber nicht bewiesenen) Sachverhalt einen Vorteil für sich ableitet (objektive Beweislast; Urteil 2C_562/2020 vom 21. Mai 2021 E. 5.2.6.1). Im Versicherungsrecht hat demzufolge der Versicherte die Tatsachen, die zur Begründung des Versicherungsanspruchs führen, namentlich das Versicherungsverhältnis, den Eintritt des Versicherungsfalls und den Umfang des Anspruchs (bzw. die Schadenhöhe) zu beweisen - und trägt damit den Nachteil der Beweislosigkeit, wenn die entsprechenden Tatsachen nicht bewiesen werden - während den Versicherer die Beweislast für die Tatsachen, die zur Kürzung oder Verweigerung der Versicherungsleistung führen, trifft (BGE 141 III 241 E. 3.1; 130 III 321 E. 3.1). Diese Grundsätze gelten auch im Bereich der öffentlich-rechtlichen Gebäudeversicherung. Art. 8 ZGB bzw. die Beweislastverteilung ist nicht verletzt, wenn das Gericht aufgrund einer antizipierten, willkürfreien Beweiswürdigung seine Überzeugung gebildet hat und deshalb auf eine Abnahme von angebotenen Beweisen verzichtet (E. 4.2.2 oben; Urteil 4A_250/2021 vom 11. Juni 2021 E. 2.4 mit Hinweisen).