Citation: I 406/02 20.02.2003 E. 2

Streitig und zu prüfen ist der Invaliditätsgrad, wobei in erster Linie die Frage im Raum steht, ob die Versicherte als ganztägig oder teilzeitlich Erwerbstätige mit einem Aufgabenbereich nach Art. 5 Abs. 1 IVG einzustufen ist. 2.1 Vorinstanz und Verwaltung gingen davon aus, dass die Beschwerdeführerin als Gesunde im Rahmen von 60 % einer Erwerbstätigkeit nachgehen sowie ergänzend im Haushalt tätig wäre und ihre - im Verfügungszeitpunkt zehn und elf Jahre alten - Töchter betreuen würde. Sie stützten sich dabei auf den Abklärungsbericht Haushalt vom 20. Juli 2001. Darin wird unter Ziffer 3.5 ausgeführt: "Frau W.________ erklärt, dass sie ohne gesundheitliche Beeinträchtigung seit der Trennung im Juni 1997 einer ausserhäuslichen Erwerbstätigkeit von 60 bis 70 % nachgehen würde. Es hänge davon ab, was sie für Arbeitszeiten zu leisten hat. Es ist für sie wichtig, dass sie für die Kinder da ist. Die Kindererziehung steht ihr eindeutig im Vordergrund. Die Kinder sind heute allerdings schon recht selbständig. In Anbetracht dieser Situation, muss davon ausgegangen werden, dass das heutige Arbeitspensum eher bei 60 % als bei 70 % liegt. Frau W.________ erklärt, dass sie als Schwesternhilfe während ein Jahr gearbeitet hat, so dass sei heute ohne gesundheitliche Beeinträchtigung wieder in der Pflege arbeiten würde. Am idealsten wäre zur Zeit eine Tätigkeit im Spitexdienst. Sie kann sich vorstellen, dass sie evtl. Pflegekurse oder allenfalls eine Ausbildung gemacht hätte." Die Beschwerdeführerin macht geltend, es seien ihr eigentliche Suggestivfragen gestellt worden, sodass nicht auf die zitierten Aussagen abgestellt werden könne. Als Gesunde würde sie heute voll erwerbstätig sein, weil sie unter anderem finanziell auf ein entsprechendes Einkommen angewiesen sei und ihre Kinder auch von ihrer im selben Dorf wohnenden ältesten Tochter betreut werden könnten. Mindestens sei aber vom oberen von ihr angegebenen Wert von 70 % auszugehen. Das kantonale Gericht hat erwogen, dass nebst der ihr obliegenden Betreuung und Erziehung der beiden jüngeren Kinder auch der im Scheidungsurteil zugesprochene Unterhaltsbeitrag von Fr. 450.- im Monat gegen eine volle Erwerbstätigkeit der Beschwerdeführerin spreche. Im Übrigen zeige auch der Auszug aus den individuellen Konten, dass sie bisher nie zu 100 % erwerbstätig gewesen sei. 2.2 Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin kommt nicht ein Einkommensvergleich, sondern die gemischte Methode zur Anwendung, weil nicht erstellt ist, dass sie aufgrund der Kriterien von BGE 125 V 150 Erw. 2c ganztägig einer Erwerbstätigkeit nachgehen würde. Das Abstellen auf bloss glaubhaft gemachte Sachverhaltsbehauptungen ist im Lichte des Beweismasses der überwiegenden Wahrscheinlichkeit grundsätzlich nicht gerechtfertigt (vgl. BGE 121 V 209 Erw. 6b und Erwägung 1.2 hiervor). Aus den relativ detaillierten Ausführungen im Abklärungsbericht vom 20. Juli 2001 kann gefolgert werden, dass sich die Beschwerdeführerin und die Abklärungsperson intensiv über das Ausmass einer ausserhäuslichen Erwerbstätigkeit ohne Behinderung unterhalten haben. Sie legt in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde zwar dar, dass sie beruflich immer sehr aktiv und engagiert gewesen sei und sich ständig weitergebildet habe. Bis zu ihrer Verheiratung im Jahre 1990 habe sie im Vollpensum gearbeitet. Für diese Behauptung fehlen hingegen jegliche Nachweise. Die Anmerkung, das geleistete Arbeitspensum habe sich aus steuertechnisch nachvollziehbaren Gründen leider nicht entsprechend im IK-Auszug niedergeschlagen, genügt nicht. Es wäre Sache der Beschwerdeführerin, andere Indizien vorzulegen, welche ihre Sachverhaltsdarstellung untermauern würden. Solche sind jedoch nicht ersichtlich. Damit ist von einer Erwerbstätigkeit im Rahmen von 60 bis 70 % gemäss Haushaltsabklärung auszugehen. Verwaltung und Vorinstanz haben ihrer Invaliditätsschätzung den unteren Wert von 60 % zu Grunde gelegt. Da es sich dabei ebenfalls um eine unbelegte blosse Vermutung der Abklärungsperson handelt ("In Anbetracht der Situation muss davon ausgegangen werden, dass das heutige Arbeitspensum eher bei 60 % als bei 70 % liegt"), rechtfertigt es sich vom mittleren Wert und damit einer Erwerbstätigkeit im Gesundheitsfall von 65 % auszugehen.