Citation: 8C_476/2018 E. 4.1

4.1. Bei vorvertraglichen Verhandlungen und während eines Arbeitsverhältnisses bestehen Offenbarungs- und Auskunftspflichten. Wie die Vorinstanz bereits festhielt, betrifft die Informationspflicht Umstände, die das Arbeitsverhältnis unmittelbar betreffen. Dazu gehören gemäss Lehre persönliche Eigenschaften, die die Eignung zur Ausfüllung der betreffenden Stelle ernsthaft in Frage stellen (ULLIN STREIFF/ADRIAN VON KAENEL/ROGER RUDOLPH, Arbeitsvertrag, Praxiskommentar zu Art. 319-362 OR, 7. Aufl. 2012, N. 11 zu Art. 328b OR). Die Tätigkeit einer Berufsbeiständin beinhaltet die Verwaltung und die mündelsichere Anlage des Vermögens der verbeiständeten Person. Dass die persönliche und fachliche Eignung hierzu (Art. 400 Abs. 1 Satz 1 ZGB) in der Regel fehlt, wenn die Beiständin ihre eigenen Finanzen nicht in Ordnung hält und über kein einwandfreies Betreibungsregister verfügt, was jedoch unter Beachtung des Verhältnismässigkeitsprinzips im Einzelfall zu entscheiden ist, ist unbestritten.