Citation: 4P.229/2005 29.11.2005 E. C

Im vorliegenden, zweiten Verfahren stehen sich die A.________ AG und B.________ als Parteien gegenüber. Erstere betrieb Letzteren über Fr. 10'000.-- nebst Zins zu 5% seit dem 14. Juli 1995. Gestützt auf die undatierte Vereinbarung (vgl. oben sub A.) erhielt sie die provisorische Rechtsöffnung. B.________ beantragte daraufhin dem Kantonsgericht Wallis, die genannte Forderung sei abzuerkennen. Er machte geltend, die in Betreibung gesetzte Forderung sei als bezahlt quittiert worden, was aus der "Vereinbarungs-Quittung" vom 24. April 1996 hervorgehe. Dort sei festgehalten worden: "Herr B.________ schuldet aus dem Geschäft Studio G.________, der A.________ AG - C.________ nichts mehr." Die A.________ AG bestritt die Echtheit dieser "Vereinbarungs-Quittung". Das Kantonsgericht hielt zunächst fest, es sei unbestritten, dass B.________ aus dem Kauf eines Studios auf der R.________ der A.________ AG zum Zeitpunkt der undatierten Vereinbarung noch Fr. 10'000.-- schuldete. Sodann stellte es fest, dass das Original der "Vereinbarungs-Quittung" vom 24. April 1996 nie beigebracht worden sei. Auch liege keine beglaubigte Kopie in den Akten, nachdem sich im Rahmen des Strafverfahrens herausgestellt hatte, dass dem Notar das Original nie vorgelegen hatte, sondern dass dieser lediglich die (beglaubigte) Kopie einer Kopie angefertigt hatte, wofür er strafrechtlich zur Rechenschaft gezogen worden sei. Im Folgenden liess das Kantonsgericht offen, ob es sich bei der Unterschrift auf der "Vereinbarungs-Quittung" um diejenige von C.________ handelte. Denn es kam - wie schon in seinem Urteil vom 28. April 1999 (vgl. oben sub B.b) - zum Schluss, dass die Schuldanerkennungserklärung vom 1. Mai 1996, in welcher der Saldo festgehalten wurde, der sich nach Verrechnung der gegenseitigen Forderungen zugunsten von B.________ ergab, auch das Geschäft betreffend den Verkauf des Studios in G.________ umfasse. Demnach schulde B.________ der A.________ AG den Betrag von Fr. 10'000.-- schon aus diesem Grund nicht mehr. In diesem Sinne hiess das Kantonsgericht die Aberkennungsklage am 5. Juli 2005 gut.