Citation: 6B_607/2021 E. 1.4.3

1.4.3. Aus den vom Beschwerdeführer kritisierten Aussagen der Beschwerdegegnerin 2 zu den Umständen des Zusammentreffens und zum Öffnen ihrer Seitenscheibe sowie aus ihren fehlenden Angaben zum genauen Inhalt ihrer im Streit getätigten Beschimpfung musste die Vorinstanz ferner ebenfalls nicht auf einen eingeschränkten Beweiswert der Schilderungen der Beschwerdegegnerin 2 schliessen. Wenn auch die besagten Aussagen weniger stimmig erscheinen mögen, ändert dies nichts daran, dass die Beschwerdegegnerin 2 den tatrelevanten Handlungsablauf kongruent und schlüssig geschildert hat. Daneben ist einerseits zu beachten, dass die Beschwerdegegnerin 2 das Anspucken bereits gegenüber der von ihr zeitnah kontaktierten Notfallzentrale erwähnt hat (vgl. angefochtener Entscheid E. 4.4 S. 16 mit Hinweis auf die Untersuchungsakten) und ihr dabei kein grosser Überlegungszeitraum für eine allfällige Falschmeldung blieb. Willkürfrei wertet die Vorinstanz dies als weiteren Faktor, der gegen ein Erfinden des Anspuckens spricht. Andererseits ist zu berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer anerkannte, im Streit die Brille der Beschwerdegegnerin 2 weggerissen zu haben. Es ist nicht unhaltbar, wenn die Vorinstanz schliesst, es sei nicht ersichtlich, weshalb die Beschwerdegegnerin 2 zusätzlich zum (anerkannten) Vorfall des "Brillewegreissens" das Anspucken, aber auch das "Haarereissen" erfunden haben sollte. Das "Haarereissen" stellt der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde im Übrigen nicht (mehr) explizit in Abrede; er ficht den diesbezüglichen Schuldspruch wegen Tätlichkeit nicht an. Ein Erfinden (lediglich) des Anspuckens erscheint angesichts dessen umso unwahrscheinlicher.