Citation: C 145/06 22.09.2006 E. 3.2.1

3.2.2 Hinsichtlich des Zeitraums ab 7. Februar 2005 gilt es zunächst festzuhalten, dass eine objektive Vermittlungsunfähigkeit nicht ausgewiesen ist. So hat Dr. med. S.________ noch am 4. Februar 2005, unmittelbar vor Beginn der Periode, für welche die Vorinstanz auf Vermittlungsunfähigkeit erkannt hat, leidensangepasste Tätigkeiten (in Wechselposition, ohne Treppensteigen und ohne Gehen über längere Strecken sowie ohne längeres Sitzen) als zumutbar erachtet. Des Weiteren ging auch die SUVA wiederholt von voller Arbeitsfähigkeit aus. So erliess sie am 11. März 2005 eine Verfügung, mit der sie einen Rentenanspruch verneinte, den Beschwerdeführer demnach zu mindestens 90 % erwerbsfähig einschätzte (vgl. Art. 18 Abs. 1 UVG). 3.2.3 Mit Bezug auf die Vermittlungsbereitschaft, verstanden als Vermittlungsfähigkeit in subjektiver Hinsicht, fällt ins Gewicht, dass der Beschwerdeführer - wie bereits im Zeitraum ab Juni 2004 - durchgehend genügend Arbeitsbemühungen getätigt und diese nachgewiesen hat. Das RAV sah sich denn auch nie veranlasst, ihn wegen quantitativ oder qualitativ ungenügender Arbeitsbemühungen in der Anspruchsberechtigung einzustellen (Art. 30 Abs. 1 lit. c AVIG), wie dies bei erheblichen Zweifeln an der subjektiven Vermittlungsfähigkeit regelmässig der Fall ist, handelt es sich doch bei einer Einstellungsverfügung bei fraglicher Vermittlungsbereitschaft einer versicherten Person um eine Sanktion, die zunächst aus Gründen der Verhältnismässigkeit angezeigt ist. Des Weiteren trifft es zwar zu, dass der Beschwerdeführer das Beschäftigungsprogramm "Reprofil" am Tag des Antritts (7. Februar 2005) wieder abbrach, weil das Gebäude über keinen Lift verfügte. Indessen war dem Versicherten Treppensteigen aus ärztlicher Sicht unzumutbar, hielt doch Dr. med. S.________ in einem Zeugnis vom 4. Februar 2005 fest, die Belastbarkeit des linken Beines inklusive Fuss sei deutlich herabgesetzt. Und betreffend (nicht) mögliche Tätigkeiten führte er u.a. aus: Absolut kein Treppensteigen. Da medizinische Gründe für den Nichtantritt des Beschäftigungsprogramms ausgewiesen sind, kann aus diesem einmaligen Vorfall nicht geschlossen werden, dem Beschwerdeführer habe generell die Vermittlungsbereitschaft gefehlt. Sodann finden sich in den Akten der SUVA, vor allem im Verlaufsprotokoll der Berufsberatung, vereinzelte Hinweise darauf, dass der Beschwerdeführer nicht übermässig an einer Wiedereingliederung interessiert war. Bei den Feststellungen des Berufsberaters der Invalidenversicherung (24. Januar 2005: "Nicht wirklich an Anstellung interessiert"; 4. April 2005: "Fühlt sich subjektiv nicht vermittelbar;") handelt es sich eher um Momentaufnahmen denn um eindeutige Aussagen, die den Schluss auf definitiv fehlende Vermittlungsbereitschaft zulassen würden. Schliesslich berief sich das KIGA im Einspracheentscheid vom 9. August 2005 unter Hinweis auf einen Bericht der SUVA vom 11. März 2005 darauf, der Beschwerdeführer hätte aufgrund der Bemühungen des externen Stellenvermittlers der Anstalt eine zumutbare Tätigkeit zu einem Anfangslohn von Fr. 65'000.- aufnehmen können, habe dies jedoch aus nicht nachvollziehbaren Gründen verweigert. Wie es sich diesbezüglich verhält, kann aufgrund der Akten nicht überprüft werden. Namentlich ist nicht klar, ob und inwieweit die dem Versicherten angebotene (Vollzeit-)Stelle mit Rücksicht auf seinen Gesundheitsschaden zumutbar gewesen wäre und ob auch die Zumutbarkeitskriterien des Art. 16 Abs. 2 AVIG erfüllt gewesen wären. 3.2.4 Eine gesamthafte Würdigung zeigt, dass verschiedene Umstände für, andere eher gegen das Vorliegen der subjektiven Vermittlungsfähigkeit sprechen. Von offensichtlicher Vermittlungsunfähigkeit kann jedoch nicht die Rede sein, weshalb der Beschwerdeführer nach Art. 15 Abs. 3 AVIV entgegen der Auffassung von Verwaltung und Vorinstanz über den 7. Februar 2005 hinaus für eine Teilzeittätigkeit von 50 % als vermittlungsfähig zu gelten hat.