Citation: 5C.101/2001 23.07.2001 E. 9

9. Auflage Zürich 2000, § 7 N. 40 f.). In tatsächlicher Hinsicht hat die Vorinstanz Folgendes festgehalten: Vordringliches Ziel der kinderlosen Eheleute A.R.________ und B.R.________ bei Abschluss ihres Ehevertrages vom 15. März 1956 sei zweifelsfrei gewesen, sich gegenseitig soweit als möglich zu begünstigen und wirtschaftlich abzusichern. Hiefür hätten sie den im damaligen Ehegüterrecht noch vorgesehenen Güterstand der Gütergemeinschaft gemäss aArt. 215 ff. ZGB vorgesehen. Dieser Schritt habe ihnen nicht nur ermöglicht, ihr gesamtes Vermögen zum Gesamtgut zu vereinigen, sondern habe ihnen überdies gestattet, dem überlebenden Ehegatten nach aArt. 226 Abs. 1 ZGB auch mehr als die Hälfte des Vermögens zukommen zu lassen. Das Obergericht fährt fort, gleichwohl sei bei der Würdigung des ganzen Vertrags nicht zu übersehen, dass es den Eheleuten A.R.________ und B.R.________ ein ebenso wesentliches Anliegen gewesen sei, dass die von ihnen in die Ehe eingebrachten Grundstücke nach ihrer beider Ableben wieder an den je eigenen Familienstamm zurückfallen sollten. Gerade weil sie kinderlos gewesen seien, hätten sie es nicht der Zufälligkeit des Vorversterbens überlassen wollen, ob die Grundstücke dereinst auf diese oder die andere verwandtschaftliche Seite gehen würden. Darum sei davon auszugehen, dass sie in ihrem Ehevertrag im Wissen um die Ungültigkeit der erbrechtlichen Verfügung die je eigenen Liegenschaften nicht zum Gesamtgut erklärt hätten.