Citation: 6P.153/2002 14.03.2003 E. 2

Der Beschwerdeführer rügt Willkür in der Beweiswürdigung und eine Verletzung des Grundsatzes "in dubio pro reo". Entgegen der Auffassung des Obergerichts ergebe sich aus den Fotoaufnahmen nicht, dass sich das auf der Gegenfahrbahn befindende Fahrzeug schon in Bewegung gesetzt habe, als der Beschwerdeführer losfuhr und ein Unfall nur dank des Abbremsmanövers des anderen Lenkers vermieden worden sei. 2.1 Der Beschwerdeführer beruft sich auf die Unschuldsvermutung als Beweiswürdigungsregel. Insofern hat seine Rüge keine selbständige Tragweite gegenüber der Willkürrüge, die er ebenfalls geltend macht (vgl. BGE 127 I 38 E. 2a S. 41, 120 Ia 31 E. 2c S. 37). Der Begriff der Willkür ist kürzlich in BGE 128 I 177 E. 2.1 S. 182 erneut dargelegt worden; es kann auf diesen Entscheid verwiesen werden. 2.2 Die als willkürlich beanstandeten Feststellungen waren für das Obergericht nicht entscheiderheblich. Dieses hält fest, dass die Kreuzung unübersichtlich und stark frequentiert war [Urteil S. 3], was der Beschwerdeführer nicht bestreitet. In dem vom Obergericht zitierten BGE 118 IV 285 wird ausführlich dargelegt, dass die Missachtung des Rotlichts bei einer übersichtlichen Kreuzung bereits eine erhöhte abstrakte Gefährdung darstellt. Eine solche Gefährdung besteht umso mehr bei einer unübersichtlichen Kreuzung mit regem Verkehr, wie sie vorliegend zu beurteilen ist. Die Annahme des Obergerichts, der Beschwerdeführer habe eine erhöhte abstrakte Gefährdung geschaffen, lässt sich daher auf Sachverhaltsfeststellungen stützen, die nicht willkürlich sind.