Citation: 8C_696/2023 E. 4.3.2

4.3.2. Als Teil des Anspruchs auf rechtliches Gehör steht der versicherten Person das Recht zu, sich zum Beweisergebnis zu äussern und erhebliche Beweisanträge zu stellen. Hält es ein Versicherungsträger bei Vorliegen eines externen Gutachtens für notwendig, Erläuterungs- oder Ergänzungsfragen zu stellen, ist der versicherten Person ebenfalls Gelegenheit zu bieten, Ergänzungsfragen an die Expertin oder den Experten zu richten (BGE 136 V 113 E. 5.4; Urteil 8C_811/2021 vom 27. April 2022 E. 4.1). Es trifft zu, dass die Beschwerdegegnerin im Rahmen der an die ABI-Gutachter gerichteten Ergänzungsfragen der Beschwerdeführerin keine explizite Gelegenheiten gab, ebenfalls solche zu stellen. Hieraus kann diese letztlich jedoch nichts zu ihren Gunsten ableiten. Einerseits informierte die IV-Stelle die Beschwerdeführerin über die Ergänzungsfragen sowie über die entsprechenden Antworten der Sachverständigen. Die Beschwerdeführerin hatte somit ab diesem Zeitpunkt Gelegenheit zur Stellungnahme, wie bereits die Vorinstanz dargelegt hat. In den jeweiligen Eingaben der Beschwerdeführerin an die Beschwerdegegnerin bemängelte sie nie, dass ihr keine Gelegenheit zum Formulieren von Ergänzungsfragen gegeben wurde und brachte auch keine solchen vor. Hinzu kommt, dass sie weder vor Vorinstanz noch vor Bundesgericht aufgezeigt hat, in welcher Hinsicht zwingender Bedarf an Ergänzungsfragen ihrerseits bestanden hätte (vgl. Urteil 8C_150/2022 vom 7. November 2022 E. 7.2, in: SVR 2023 IV Nr. 17 S. 57).