Citation: 2C_957/2018 E. 2

Die Beschwerdeführerin rügt, sie lebe seit elf Jahren in der Schweiz, habe jeweils ihren eigenen Lebensunterhalt bestritten und sei vorbildlich integriert. Gegen sie würden keine Betreibungen vorliegen und sie habe sich keine strafbaren Handlungen zu Schulden kommen lassen. Die Vorinstanz habe sachverhaltswidrig festgestellt, dass sie nicht unzumutbarer häuslicher Gewalt ausgesetzt gewesen sei. Aus den im Recht liegenden, von Psychiatern erstellten Unterlagen gehe hervor, dass es während der Ehe zu massiven Kontrollen gekommen und die Beschwerdeführerin durch ihren Ehemann sozial isoliert worden sei. Die psychische Oppression könne auch von Drittpersonen bestätigt werden und habe den Rahmen zumutbarer häuslicher Gewalt überschritten. Die Vorinstanz habe somit den Sachverhalt betreffend häusliche Gewalt offensichtlich unrichtig, mithin willkürlich, festgestellt. Hinsichtlich der Zumutbarkeit der Wegweisung habe die Vorinstanz pauschal darauf verwiesen, dass die medizinische Versorgung in Russland gewährleistet sei, und sei auf das Vorbringen der Beschwerdeführerin, die zur Behandlung ihrer Depression notwendigen Medikamente seien in Russland nicht erhältlich, nicht eingegangen, wodurch sie den Anspruch der Beschwerdeführerin auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV) verletzt habe. Dem Bericht der Schweizerischen Flüchtlingshilfe könne entnommen werden, dass in Russland die meisten Patientinnen und Patienten insbesondere in ambulanter Behandlung oft keinen Zugang zu teuren und wirksamen Medikamenten hätten. Die Vorinstanz habe sodann, ungeachtet der Feststellung, dass sich weder das Amt für Migration noch der Regierungsrat zur Verhältnismässigkeit der Wegweisung geäussert hätten, lediglich eine summarische Verhältnismässigkeitsprüfung durchgeführt, ohne auf die Vorbringen der Beschwerdeführerin einzugehen, womit sie ihren Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV) verletzt habe.