Citation: 4A_517/2023 E. 3.4.2

3.4.2. Weiter rügt die Beschwerdeführerin, sie habe in Rz. 34 ihrer erstinstanzlichen Replik Beweis dafür angeboten, dass die Arbeiten tatsächlich erbracht worden seien, indem sie die Zeugenbefragung zweier Mitarbeiter der L.________ AG namens M.________ und N.________ angeboten habe. Im Ergebnis macht die Beschwerdeführerin geltend, die Vorinstanz habe ihren Anspruch auf rechtliches Gehör nach Art. 29 Abs. 2 BV verletzt, indem sie auf die Befragung der beiden Zeugen verzichtet habe. Der Beschwerdeführerin kann nicht gefolgt werden. Unter Geltung des Verhandlungsgrundsatzes haben die Parteien die Tatsachen, auf die sie sich stützen, darzulegen und die entsprechenden Beweismittel frist- und formgerecht anzugeben (Art. 55 Abs. 1 ZPO). Von Amtes wegen wird nur Beweis erhoben, wenn an der Richtigkeit einer nicht streitigen Tatsache erhebliche Zweifel bestehen (Art. 153 Abs. 2 i.V.m. Art. 55 Abs. 2 ZPO). Die Parteien sind grundsätzlich gehalten, erstinstanzlich gestellte Beweisanträge, denen nicht entsprochen wurde, vor der zweiten Instanz zu wiederholen (Urteile 4A_496/2016 vom 8. Dezember 2016 E. 2.2.2; 4A_258/2015 vom 21. Oktober 2015 E. 2.4.2; 5A_660/2014 vom 17. Juni 2015 E. 4.2). Daran ändern die Ausführungen der Beschwerdeführerin nichts. Sie macht geltend, aufgrund der erstinstanzlichen Feststellungen habe kein Anlass zur Wiederholung der Beweisofferten bestanden. Denn die Erstinstanz habe ausdrücklich festgestellt, dass die Beschwerdeführerin ihrer Behauptungs- und Substantiierungspflicht bei der Schadensposition L.________ AG nachgekommen sei. Ihre Berufung habe sich nur gegen die Reduktion des Stundensatzes und die Zusprechung einer Ferienentschädigung gerichtet. Mit diesem Vorbringen übergeht die Beschwerdeführerin die soeben zitierte bundesgerichtliche Rechtsprechung, wonach eine Partei ihre erstinstanzlich abgelehnten Beweisanträge auch dann wiederholen muss, wenn die Erstinstanz in diesem Punkt zu ihren Gunsten entschieden hat. Es kann aus praktischen Gründen nicht vom Berufungsgericht verlangt werden, dass es die oft umfangreichen erstinstanzlichen Akten nach erstinstanzlich erhobenen, vor zweiter Instanz jedoch nicht erneuerten Beweisanträgen durchforscht. Zudem entspräche dies nicht der Natur des Berufungsverfahrens als eigenständiges Verfahren (vgl. BGE 144 III 394 E. 4.2; 142 III 413 E. 2.2.1 mit Hinweis auf die Botschaft vom 28. Juni 2006 zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, BBl 2006 7221, 7374 zu Art. 313 E-ZPO). Die Vorinstanz hat weder Beweisvorschriften verletzt noch den Anspruch der Beschwerdeführerin auf rechtliches Gehör missachtet, indem sie keine Beweise abnahm.