Citation: 6B_509/2019 E. 2.3

2.3. Die Vorinstanz gelangt aufgrund der Umstände der Anhaltung des Beschwerdeführers und des Mitbeschuldigten, der objektiven Tatspuren, der Natelauswertung sowie der widersprüchlichen Aussagen des Beschwerdeführers und des Mitbeschuldigten Y.________ zum Schluss, der Beschwerdeführer habe wissentlich und willentlich zusammen mit dem Mitbeschuldigten das im Fahrzeug unter seinem Sitz versteckte Kokainpaket in die Schweiz transportiert. Als weiteres Indiz für die Täterschaft des Beschuldigten zieht die Vorinstanz die früheren Strafverfahren gegen den Beschwerdeführer unter dem Aspekt der Persönlichkeitsadäquanz bei. Nach ihren Erwägungen sind Delikte der Art, wie sie Verfahrensgegenstand bilden, der Persönlichkeit des Beschwerdeführers nicht fremd. Dieser Schluss der Vorinstanz erweist sich als bundesrechtskonform. Er ergibt sich bereits aus dem im Strafregister eingetragenen Urteil des Obergerichts des Kantons Solothurn, welches berücksichtigt werden darf. Weiter - ebenfalls in zulässiger Weise - beachtet die Vorinstanz in ihrer Beweiswürdigung, dass der Beschwerdeführer seinen Kontakt in Amsterdam unter dem Spitznamen "B.________" gespeichert hat, und dieses Vorgehen dem früheren, mit Urteil des Obergerichts des Kantons Solothurn vom 20. Juni 2012 festgestellten Verhalten entspricht, wo die Kontaktperson "C.________" hiess. Hingegen durfte die Vorinstanz das gleichgelagerte Tatvorgehen (Einfuhr von Drogen mittels eines Fahrzeugs, welches ein Versteck aufweist) und die Prozessstrategie (gegenseitige Belastung durch einen Mitbeschuldigten) nicht zu Lasten des Beschwerdeführers in ihre Beweiswürdigung einbeziehen, weil sich diese Elemente ausschliesslich aus den beiden nicht (mehr) im Strafregister eingetragenen Urteilen ergeben. Jenes vom 25. November 1998 wurde gelöscht, jenes vom 24. Juni 1997 führte hinsichtlich der angeklagten Betäubungsmitteldelikte zu einem Freispruch und war diesbezüglich nie im Strafregister eingetragen. Soweit der gelöschte Strafregistereintrag aus dem Jahr 1998 betroffen ist, darf dieser dem Beschwerdeführer ganz grundsätzlich nicht entgegengehalten werden und nicht zur Begründung des Schuldspruchs dienen (BGE 136 IV 1 E. 2.6.3; 135 IV 87 E. 2.4 und 2.5; je mit Hinweisen). Betreffend das freisprechende Urteil aus dem Jahr kann aus dem dort angeklagten Tatvorgehen und der früheren Verteidigungsstrategie nichts zur Täterpersönlichkeit des Beschuldigten abgeleitet werden, da sich daraus keine Straftaten ergeben haben. Bei den Elementen, die die Vorinstanz diesen Urteilen aus den Jahren 1997 und 1998 entnimmt, handelt es sich, anders als im von der Vorinstanz zitierten Entscheid 6B_877/2014 vom 5. November 2015 (E. 8.4, nicht publ. in BGE 141 IV 465, dort betreffend die Kenntnis des Täters um die aggressionsbegünstigende Wirkung von Alkohol) nicht um blosse Persönlichkeitsmerkmale, sondern es geht um das konkrete Tatvorgehen und die Prozessstrategie und damit um Sachverhalts- und Verfahrenselemente, aus welchen die Vorinstanz Parallelen zum aktuellen Verfahren zieht und daraus Schlüsse hinsichtlich der Täterschaft des Beschwerdeführers ableitet. Dass die Vorinstanz die Analogie zu Sachverhaltselementen aus den Urteilen der Jahre 1997 und 1998 zusammen mit dem Aussageverhalten des Beschwerdeführers im vorliegenden Verfahren hinsichtlich der Persönlichkeitsadäquanz als "stark belastend" wertet und unter anderem damit ihren Schuldspruch im vorliegenden Verfahren begründet, ist nicht statthaft. Ein solches Vorgehen zu Lasten des Beschwerdeführers verletzt Bundesrecht (im Fall des gelöschten Urteils Art. 369 Abs. 7 StGB, im Fall des nie im Strafregister eingetragenen freisprechenden Urteils Art. 9 BV). Indessen wirkt sich dieses unzulässige Vorgehen der Vorinstanz gesamthaft gesehen nicht auf das Ergebnis der Beweiswürdigung aus und ist nicht ausschlaggebend, führt doch bereits die Vorinstanz aus, ihre Erwägungen zum Teil der Persönlichkeitsadäquanz (inkl. jene zum modus operandi und zur Prozessstrategie in früheren Verfahren) fügten sich lediglich "in das durch die übrigen Beweismittel bereits konturierte Bild mit ein". Die Vorinstanz stellt im Rahmen ihrer Beweiswürdigung in korrekter Art und Weise auf die konkreten Tatumstände, die Spuren und würdigt die Aussagen des Beschuldigten und des Mitbeschuldigten umfassend. Bereits daraus gelangt sie zum Schluss, die Indizien für die Täterschaft des Beschwerdeführers verdichteten sich derart, dass eine andere Sachverhaltsversion (ein anderes "Bild") auszuschliessen sei. Auch wenn die Vorinstanz die Täterpersönlichkeit als zusätzliches, "stark belastendes" Element gewichtet, so ist dies nur eines von mehreren Elementen in der umfassenden vorinstanzlichen Beweiswürdigung und kann unter anderem auf die einschlägige Vorstrafe des Obergerichts des Kantons Solothurn vom 20. Juni 2012 zu elfeinhalb Jahren Freiheitsstrafe zurückgeführt werden. Die Vorinstanz schöpft ihre Überzeugung, der Beschwerdeführer habe wissentlich und willentlich Betäubungsmittel in die Schweiz transportiert, insgesamt nur zu einem geringen Teil aus der gelöschten Vorstrafe bzw. einem Analogieschluss aus früheren Deliktsvorwürfen. Der vom Beschwerdeführer zu Recht beanstandete Teil des angefochtenen Urteils nimmt wenig Raum in der Urteilsbegründung ein (vgl. angefochtenes Urteil, betroffen sind eineinhalb von dreizehneinhalb Seiten der Beweiswürdigung, S. 18 bis S. 31 des angefochtenen Urteils). Die Erwägungen der Vorinstanz zum Freispruch aus dem Jahr 1997 und zur Vorstrafe von 1998 könnten als Mosaiksteine im ganzen Gefüge der Beweiswürdigung ohne Folgen für das Beweisergebnis denn auch gänzlich weggelassen werden. Für sich genommen führt der Mangel des vorinstanzlichen Urteils nicht zu dessen Aufhebung, da dieser am Verfahrensausgang nichts ändert.