Citation: 6B_881/2009 19.01.2010 E. 1.2

1.2.1 Das Bundesgericht gelangte in seinem Entscheid 6S.490/2002 vom 9. Januar 2004 in Bestätigung des Urteils der Berufungskammer des Strafgerichts Zug zum Schluss, der in der Strafanzeige vom 22. September 1998 gegen den Beschwerdegegner erhobene Vorwurf der eventualvorsätzlichen schweren Körperverletzung sei ehrverletzend. Die beanstandeten Äusserungen gingen über das Notwendige hinaus und seien nicht sachbezogen (Urteil des Bundesgerichts 6S.490/2002 vom 9.1.2004 E. 3.2.3). Der Wahrheitsbeweis habe nicht erbracht werden können, weil mangels Ermächtigung des EJPD zur Strafverfolgung des Beschwerdegegners wegen eventualvorsätzlicher schwerer Körperverletzung kein Strafverfahren durchgeführt werden konnte und der Beschwerdeführer die Verfügung des EJPD nur in Bezug auf die Strafverfolgung wegen fahrlässiger schwerer Körperverletzung mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Bundesgericht angefochten hatte (Urteil des Bundesgerichts 6S.490/2002 vom 9.1.2004 E. 3.2.3 und E. 5.2; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 2A.257/1999 vom 15.8.2000 E. 1d). Die Berufungskammer des Strafgerichts Zug war im Urteil vom 23. August 2004 an den Rückweisungsentscheid des Bundesgerichts gebunden und überprüfte den erfolglos angefochtenen Schuldspruch nicht mehr (Urteil der Berufungskammer des Strafgerichts Zug vom 23.8.2004, BK 2004 17, GD 24 S. 6). 1.2.2 In Bezug auf den Gutglaubensbeweis hatte die Berufungskammer des Strafgerichts Zug in ihrem Urteil vom 19. September 2002 angenommen, der Beschwerdeführer habe keine ernsthaften Gründe gehabt, seine Äusserungen in guten Treuen für wahr zu halten. Es habe ihm bewusst sein müssen, dass das dem Beschwerdegegner in der Strafanzeige vorgeworfene Verhalten unter keinerlei ernsthaften Gesichtspunkten als vorsätzlich bezeichnet werden könne (Urteil der Berufungskammer des Strafgerichts Zug vom 19.9.2002, Akten der Berufungskammer, BK 2002 17, Ordner 6, act. GD 3/43, S. 30; vgl. auch erstinstanzliches Urteil des Einzelrichteramtes des Kantons Zug vom 27.6.2002, BK 2002 17, Ordner 3 act. 5/1 S. 21 ff., 25). In der hiegegen geführten eidgenössischen Nichtigkeitsbeschwerde gelangte das Bundesgericht zum Schluss, der Beschwerdeführer habe nicht dargelegt, auf Grund welcher Umstände er davon ausgegangen sei, dass dem Beschwerdegegner in Bezug auf die behauptete schwere Körperverletzung nicht bloss Fahrlässigkeit, sondern gar Eventualvorsatz vorzuwerfen sei. Aus dem Umstand, dass bewusste Fahrlässigkeit und Eventualvorsatz hinsichtlich der "Wissenskomponente" übereinstimmen und sich einzig in Bezug auf die "Willenskomponente" unterscheiden, ergebe sich noch kein ernsthafter Grund, den Vorwurf, der Beschwerdegegner habe die angebliche schwere Körperverletzung in Kauf genommen, in guten Treuen für wahr zu halten (Urteil des Bundesgerichts 6S.490/2002 vom 9.1.2004 E. 3.2.3 und E. 6.2.1).