Citation: 4A_294/2022 E. 3.2.3

3.2.3. Bei Statutenbestimmungen fallen je nach Art der juristischen Person unterschiedliche Auslegungsmethoden in Betracht. Für die Auslegung von Statuten grosser juristischer Personen wird eher auf die Methoden der Gesetzesauslegung zurückgegriffen. Die Auslegung von Statutenbestimmungen kleiner juristischer Personen erfolgt eher nach den Methoden der Vertragsauslegung, mithin nach dem Vertrauensprinzip (BGE 140 III 349 E. 2.3 mit Hinweisen). Diese Grundsätze hat das Bundesgericht auch in Fällen angewendet, in denen es Statuten oder andere bedeutsame Bestimmungen grosser Sportverbände wie der UEFA oder der FIFA auszulegen hatte, so insbesondere - wie dies auch im konkreten Fall zutrifft - bei Statutenbestimmungen betreffend Fragen der Zuständigkeit (Urteile 4A_406/2021 vom 14. Februar 2022 E. 4.3.1; 4A_564/2020 vom 7. Juni 2021 E. 6.4; 4A_490/2017 vom 2. Februar 2018 E. 3.3.2). Dieselben Grundsätze wendete es bei der Auslegung von verbandsrechtlichen Regeln unterhalb der Ebene der Statuten an, die von einem Sportverband dieser Grössenordnung erlassen wurden (Urteile 4A_406/2021 vom 14. Februar 2022 E. 4.3.1; 4A_600/2016 vom 29. Juni 2017 E. 3.3.4.1). Der angefochtene Schiedsentscheid äussert sich nicht zur konkret angewendeten Auslegungsmethode. Der Einzelschiedsrichter des TAS hat seiner Beurteilung der Zuständigkeit implizit eine objektive Auslegung zugrunde gelegt, wie sie der Gesetzesauslegung eigen ist. Dies wird von den Parteien nicht grundsätzlich in Frage gestellt. Der Beschwerdeführer macht auch nicht etwa geltend, dass sich aus einer anderen anwendbaren Rechtsordnung abweichende Auslegungsgrundsätze ergeben würden.