Citation: 8C_722/2016 E. 4.3.3

4.3.3. Streitig und zu prüfen ist im Kontext, ob der Hilfebedarf gestützt auf die Stufe 3 statt 4 des standardisierten Abklärungsinstruments FAKT2 zu ermitteln sei (vgl. KSAB Rz. 4013 f.). 4.3.3.1. Das kantonale Gericht hat festgehalten, im FAKT2 seien unter der Stufe 4 folgende Vergleichstatbestände hinterlegt: "Die versicherte Person kann keinen Moment alleine gelassen werden, d.h. es ist permanent die Anwesenheit einer Drittperson im selben Raum erforderlich, da eine überdurchschnittlich hohe Aufmerksamkeit und ständige Interventionsbereitschaft notwendig ist. Die versicherte Person kann nie alleine im Zimmer gelassen werden." Hiezu hat es erwogen, die Mutter des Versicherten habe in ihrer schriftlichen Stellungnahme beispielsweise ausgeführt, er erledige bei der Wohnungspflege manchmal auch kleinere Arbeiten und er dusche weitgehend allein, sie müsse aber immer in Hörweite sein; er gehe allein zum Metzger ins Dorf und bewältige kleinere Strecken allein mit dem Fahrrad. Es sei offensichtlich nicht erforderlich, dass jemand permanent im selben Raum mit dem Versicherten anwesend sein müsse, andernfalls nicht einzusehen sei, dass er beispielsweise selber beim Metzger einkaufen gehen könne. Daraus hat das kantonale Gericht geschlossen, der Bedarf an persönlicher Überwachung sei geringer als in den genannten Vergleichstatbeständen. Namentlich sei nicht erforderlich, dass jemand permanent im selben Raum sein müsse. Weiter hat die Vorinstanz erwogen, im FAKT2 seien unter der Stufe 3 unter anderem folgende Vergleichstatbestände hinterlegt: "Die versicherte Person kann nicht verbal kommunizieren und gerät bereits bei verhältnismässig geringen Anlässen in grossen Stress/Angst/Panik (z.B. schreit er dann laut); es muss daher viertelstündlich nachgesehen und gegebenenfalls beruhigt werden; eine permanente Anwesenheit von Drittpersonen im selben Zimmer ist jedoch nicht erforderlich." "Die versicherte Person hat gelegentlich Absenzen und es besteht die Gefahr von Fehlhandlungen; sie kann nicht um Hilfe rufen; der Umgang mit fremden Personen muss immer überwacht/ angeleitet werden, sie kann aber kurz alleine im Zimmer gelassen werden." Unter Berücksichtigung der zitierten Aussagen der Mutter hat das kantonale Gericht erkannt, beim Versicherten sei von einer ähnlichen Situation auszugehen, wie sie in den Vergleichstatbeständen der Stufe 3 von FAKT2 beschrieben würden. Dies begründe einen anzuerkennenden Hilfebedarf von 120 Minuten pro Tag bzw. von 60 Stunden pro Monat (mit Hinweis auf Art. 39e Abs. 2 lit. c IVV, der im Bereich Überwachung während des Tages von 30 Tagen pro Monat ausgehe). 4.3.3.2. Was der Beschwerdeführer dagegen vorbringt, vermag keine rechtsfehlerhafte Tatsachenfeststellung zu begründen. Er legt im Wesentlichen gestützt auf die im Gutachten des Prof. Dr. D.________ vom 31. Mai 2016 einlässlich zitierte medizinische Literatur dar, dass er an einer Autismus-Spektrum-Störung des höchsten Schweregrades 3 leide. Daher sei der Hilfebedarf aufgrund der Stufe 4 von FAKT2 festzulegen. Bei der Prüfung des Hilfebedarfs sind die konkreten Auswirkungen der ärztlichen Befunde, nicht aber die dazu gestellten medizinischen Diagnosen massgeblich (vgl. dazu auch SVR 2015 IV Nr. 30 S. 92, 9C_598/2014 E. 5.2.6 Abs. 3). Der Beschwerdeführer übersieht, dass die diagnostische Einteilung in Schweregrade in erster Linie der Beurteilung der Frage dient, wie die aus ärztlicher Sicht kranke Person therapiert werden soll. Im Übrigen ist nicht einzusehen, inwiefern aus dem zitierten Urteil 9C_825/2014 vom 23. Juni 2015 E. 4.1.1 für den vorliegenden Fall hergeleitet werden könnte, der Hilfebedarf des Beschwerdeführers sei im Bereich der Überwachung in die Stufe 4 von FAKT2 einzuteilen. Der im letztinstanzlichen Verfahren erstmals vorgebrachte Einwand des Beschwerdeführers, er habe einmal versucht, selbstständig ein Ladengeschäft aufzusuchen, welches Experiment gescheitert sei, widerspricht den Angaben der Mutter in den erwähnten schriftlichen Auskünften.