Citation: 6B_1069/2023 E. 1.2.4

1.2.4. Letztlich könne aber offenbleiben, ob im Falle des Beschwerdeführers ein schwerer persönlicher Härtefall im Sinne von Art. 66a Abs. 2 StGB vorliege, da zweifellos erhebliche öffentliche Interessen an einer strafrechtlich motivierten Wegweisung bestünden, welche die mit einem allfälligen persönlichen Härtefall einhergehenden privaten Interessen überwögen. Der Beschwerdeführer sei bereits sechs Mal vorbestraft, unter anderem auch wegen Betäubungsmitteldelikten. Nichtsdestotrotz habe er sich noch während einer ihm auferlegten Bewährungsphase zu einem Gewaltdelikt hinreissen lassen, das deutlich schwerer als die bisher begangenen Straftaten wiege und eine legalprognostisch negative Tendenz in seiner Entwicklung erkennen lasse. Die damit offenbarte Gleichgültigkeit gegenüber der hiesigen Rechtsordnung lasse den Beschwerdeführer als nachhaltige Gefahr für die öffentliche Ordnung und Sicherheit erscheinen, zumal er im vorliegenden Fall auch nicht geständig sei, sondern auf einer wenig überzeugenden Version der Tatgeschehnisse beharre. Dies lasse nicht auf Einsicht schliessen. Trotz nochmals grosszügig gewährtem teilbedingtem Vollzug verbleibe beim Beschwerdeführer ein nicht wegzudiskutierendes Potential für den Rückfall in kriminelle Verhaltensmuster, das mittlerweile auch Gewaltdelikte umfasse. Das Interesse der hiesigen Bevölkerung am Vollzug der strafrechtlichen Sicherungsmassnahme erscheine damit grösser als das Interesse des Beschwerdeführers und seiner Familie, sich hierzulande zu integrieren.