Citation: 1P.302/2006 20.07.2006 E. 3

Mit der angefochtenen Verfügung wird nicht definitiv über den Honoraranspruch des amtlichen Verteidigers entschieden, sondern lediglich eine Akontozahlung bestätigt. Dabei handelt es sich um eine vorläufige Zahlung; die Festlegung der angemessenen Entschädigung des amtlichen Verteidigers erfolgt erst durch das Strafgericht im verfahrensabschliessenden Entscheid (vgl. § 21 Abs. 1 StPO/BL). Die angefochtene Verfügung ist deshalb als Zwischenentscheid zu qualifizieren. 3.1 Abgesehen von Entscheiden über die Zuständigkeit oder Ausstandsbegehren (Art. 87 Abs. 1 OG) können selbständig eröffnete Vor- und Zwischenentscheide nur dann selbständig mit staatsrechtlicher Beschwerde angefochten werden, wenn sie einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil bewirken können (Art. 87 Abs. 2 OG). Dabei muss es sich um einen Nachteil rechtlicher Natur handeln, der auch mit einem späteren günstigen Entscheid nicht gänzlich behoben werden kann (BGE 127 I 92 E. 1c S. 94 f. mit Hinweisen). 3.2 Im vorliegenden Fall wird das Strafgericht in seinem verfahrensabschliessenden Entscheid über den Entschädigungsanspruch des amtlichen Verteidigers entscheiden. Dagegen kann an das Kantonsgericht appelliert werden (vgl. Beschluss des Kantonsgerichts vom 30. Mai 2006, E. 1.1 S. 5 oben). Gegen den kantonal letztinstanzlichen Entscheid steht schliesslich die Beschwerde wegen Verletzung verfassungsmässiger Rechte ans Bundesgericht offen. 3.3 Die Befürchtung des Beschwerdeführers, der Offizialverteidiger werde aufgrund der gekürzten Akontozahlungen seine Bemühungen drastisch reduzieren, so dass eine effektive und effiziente Verteidigung nicht mehr gewährleistet sei, erscheint unbegründet: Advokat Y.________ ist aufgrund seiner fortgeltenden Bestellung zum Offizialverteidiger verpflichtet, die Interessen seines Mandanten nach bestem Wissen und Gewissen wahrzunehmen; falls er seine Pflichten vernachlässigt, hat er aufsichtsrechtliche Konsequenzen zu gewärtigen (BGE 126 I 207 E. 2b S. 211). Das Strafgericht ist verpflichtet, dafür zu sorgen, dass der Angeklagte seine Rechte auf ein faires Verfahren und auf wirksame Verteidigung auch wirklich wahrnehmen kann (BGE 113 Ia 218 E. 3c S. 222 f.) und muss notfalls geeignete Massnahmen zu deren Sicherung ergreifen (vgl. Urteil des EGMR vom 10. Oktober 2002 i.S. Czekalla c. Portugal, publ. in Recueil CourEDH 2002-VIII S. 43, §§ 60 mit Hinweisen zur EGMR-Rechtsprechung). 3.4 Nach dem Gesagten hat der angefochtene Zwischenentscheid keinen nicht wiedergutzumachenden Nachteil zur Folge, soweit er gekürzte Akontozahlungen an den amtlichen Verteidiger bewilligt. Insoweit kann auf die staatsrechtliche Beschwerde nicht eingetreten werden.