Citation: 5A_194/2022 E. 4.1

4.1. Soweit der Gesuchsteller dem Bundesgericht vorwirft, es hätte die Kostenvorschussverfügung ein zweites Mal und die Nachfristverfügung von Anfang an an die Privatadresse zustellen müssen, beruft sich der Gesuchsteller sinngemäss auf die mangelhafte Eröffnung der betreffenden Verfügungen. Die mangelhafte Eröffnung wird durch Art. 49 BGG geregelt und ist in Art. 50 Abs. 1 BGG als Wiederherstellungsgrund ausgeschlossen. In der Lehre wird vertreten, dass sich Art. 49 BGG auch auf Verfügungen im bundesgerichtlichen Verfahren bezieht (JEAN-MAURICE FRÉSARD, in: Commentaire de la LTF, 2. Aufl. 2014, N. 4 zu Art. 49 BGG). Art. 49 BGG sieht zwar vor, dass aus mangelhafter Eröffnung den Parteien keine Nachteile erwachsen dürfen, äussert sich aber nicht konkret zu den Rechtsfolgen und den zu ergreifenden Rechtsbehelfen, wenn der angebliche Eröffnungsfehler durch die betroffene Partei erst nach Ergehen des bundesgerichtlichen Urteils festgestellt wird. Wie es sich damit genau verhält, kann offen bleiben. Ein Eröffnungsfehler liegt nicht vor. Wer dem Gericht verschiedene Adressen nennt, hat nicht Anspruch darauf, dass die Zustellung an alle aufgeführten Adressen erfolgen muss, sondern nur, dass sie an eine derselben vorzunehmen ist. Der Adressat hat dafür zu sorgen, dass ihn die Sendungen über die angegebenen Adressen erreichen und die Behörden dürfen sich darauf verlassen, dass er die hiefür erforderlichen Vorkehren trifft (BGE 101 Ia 332 E. 3). Wie der Gesuchsteller selber zugesteht, hat er in seiner Beschwerde vom 12. Januar 2022 seine Kanzleiadresse in C.________ angegeben. Dabei hat er sogar angeführt, durch die B.________ AG an jener Adresse vertreten zu werden. Eine Vertretung durch eine juristische Person ist vor Bundesgericht in Zivilsachen nicht möglich (Art. 40 Abs. 1 BGG). Allerdings hat das Bundesgericht die Kanzleidresse in C.________ als Zustelladresse erfasst, damit die Sendungen des Bundesgerichts an die vom Gesuchsteller gewünschte Adresse gelangen. Eine Änderung der Zustelladresse und insbesondere der Kanzleiadresse hat der Gesuchsteller dem Bundesgericht im Verfahren 5A_23/2022 nicht mitgeteilt. Letzteres tut er im Übrigen auch im vorliegenden Verfahren nicht; er behauptet bloss, seine Kanzlei neu in E.________ zu führen, ohne die neue Adresse jedoch zu nennen. Zwar erwähnt er E.________ im Wiederherstellungsgesuch bei der Datumsangabe, doch bezeichnet er sowohl auf dem Gesuch wie dem zugehörigen Couvert eine Adresse in F.________ (Kanton Tessin) als Absenderadresse, wobei es sich - abermals - um eine neue Privatadresse handeln dürfte. Als Beschwerdeführer im Verfahren 5A_23/2022 war der Gesuchsteller gehalten, jederzeit sicherzustellen, dass ihm gerichtliche Sendungen zugestellt werden können, sei es durch die Mitteilung einer neuen Zustelladresse, sei es durch geeignete Vorkehren gegenüber der Post. Dies gilt in besonderem Masse, wenn der Gesuchsteller seine eigene Anwaltskanzlei als Zustelladresse bezeichnet, muss diese doch ohnehin jederzeit für gerichtliche Sendungen erreichbar sein. Demgegenüber war das Bundesgericht nicht gehalten, nach dem ersten, gescheiterten Zustellversuch die Kostenvorschussverfügung nochmals an die Privatadresse zuzustellen sowie auch die weiteren Zustellungen an die Privatadresse vorzunehmen und damit von sich aus eine andere als die vom Gesuchsteller gewünschte Zustelladresse zu verwenden. Insbesondere ergab sich aus der durch die Post nach Ablauf der Abholfrist zurückgesendeten Kostenvorschussverfügung nicht, dass die Kanzleiadresse nicht mehr gültig gewesen wäre, sondern bloss, dass die Sendung nicht abgeholt wurde, was in den Risikobereich des Empfängers fällt und die Erwartung der Behörden nicht verändert, dass Sendungen weiterhin an diese Adresse zugestellt werden können. Damit musste das Bundesgericht die Kostenvorschussverfügung dem Gesuchsteller kein zweites Mal in D.________ zustellen und es konnte für die weiteren Sendungen des Verfahrens 5A_23/2022 die Kanzleiadresse in C.________ weiterverwenden. Die in C.________ nicht abgeholten Verfügungen gelten - wie im Urteil 5A_23/2022 vom 24. Februar 2022 E. 2 bereits erläutert - aufgrund der Zustellfiktion von Art. 44 Abs. 2 BGG als zugestellt.