Citation: 9C_104/2016 E. 3.2

3.2. Es trifft wohl zu, dass ein fixer versicherter Verdienst betraglich regelmässig nicht dem tatsächlich erzielten AHV-Einkommen abzüglich des jeweils gültigen Koordinationsabzuges entspricht. Dies bedeutet indessen nicht, dass sich auch der mutmasslich entgangene Verdienst automatisch auf gleichem Niveau wie der versicherte Verdienst bewegt. Denn es ändert sich nichts daran, dass mutmasslich entgangener und versicherter Verdienst rechtlich zu unterscheiden sind. Zum einen bezieht sich das mutmasslich entgangene Einkommen, seinem wörtlichen Sinn entsprechend, auf das hypothetische Einkommen, das die versicherte Person ohne Invalidität erzielen könnte resp. würde, was nicht zwingend gleich hoch wie das erzielte AHV-Einkommen vor der Invalidität ist (BGE 122 V 154 E. 3c S. 154). Zum andern ist der gesamte mutmasslich entgangene Verdienst zu berücksichtigen, unabhängig davon, ob es sich um versichertes oder nicht versichertes Einkommen handelt (BGE 126 V 93). Dazu kommt, dass hinsichtlich des mutmasslich entgangenen Verdienstes in jedem Fall die konkreten Verhältnisse im Einzelfall massgeblich sind (vgl. BGE 129 V 150 E. 2.3 S. 155; Urteil 9C_34/2011 E. 4.1 mit weiteren Hinweisen), während die hier gewährte "Besitzstandsgarantie" eine abstrakte Grösse darstellt. Schliesslich ist bei dessen Festlegung auf denjenigen Zeitpunkt abzustellen, in welchem sich die Kürzungsfrage stellt (BGE 123 V 193 E. 5a S. 197). Der (zugesicherte) versicherte Verdienst kann demgegenüber um einiges "älter" sein; in concreto basiert er auf dem Stand vom 1. Januar 1996. In Anbetracht dieser (rechtlichen) Gegebenheiten schafft die betragliche Fixierung des versicherten Verdienstes keine Vertrauensgrundlage für einen "stabilen" mutmasslich entgangenen Verdienst in gleicher Höhe.