Citation: 1B_554/2021 E. 3.2

3.2. Wie bereits vor der Vorinstanz vertritt der Beschwerdeführer dagegen den Standpunkt, dass Art. 115 StPO so auszulegen sei, dass eine Person auch dann als geschädigt zu betrachten sei, wenn ihre Interessen als Folge der Missachtung einer im öffentlichen Interesse liegenden Norm in erheblicher Weise tangiert worden seien. Diese Person sei mithin auch dann als geschädigt anzuerkennen, wenn ihre Interessen mittelbar bzw. als Reflex erheblich beeinträchtigt worden seien. Geschädigt sei mit anderen Worten auch diejenige Person, welcher ein gleichartiges rechtlich geschütztes Interesse zukomme wie der in ihren individuellen Rechtsgütern unmittelbar geschützten Person. Als geschädigt gelte demnach unter anderem diejenige Person, in deren Rechtskreis die Tat unmittelbar eingreife sowie diejenige Person, der im Sinne einer Garantenstellung eine besondere Verantwortung für die Erhaltung der Sache oder des Vermögens obliege. Der Beschwerdeführer sei für die Beaufsichtigung der Anlage des Stiftungsvermögens verantwortlich gewesen. Er sei vom Beschuldigten mittels unwahrer Urkunden arglistig getäuscht worden. Der Beschuldigte habe durch sein Verhalten unmittelbar in den Rechtskreis des Beschwerdeführers eingegriffen, weil dieser infolge seines Pflichtenhefts als Garant für den Erhalt und die Mehrung des Vermögens der C.________ Privatstiftung zu sorgen gehabt habe. Diese Interessen seien durch mutmasslichen Betrug, mutmassliche Veruntreuung und mutmassliche ungetreue Geschäftsbesorgung in einer Weise tangiert worden, die es rechtfertige, den Beschwerdeführer als Privatkläger anzuerkennen. Zudem sei der Beschwerdeführer durch das strafbare Verhalten des Beschuldigten auch deshalb in seinen Rechten unmittelbar betroffen, weil er gegenüber der C.________ Privatstiftung bzw. deren Nachfolgerin unmittelbar schadenersatzpflichtig geworden sei. Der Umstand, dass der Beschwerdeführer aufgrund seiner Garantenstellung betreffend den Vorwurf der Privatbestechung strafantragsberechtigt sei, zeige ebenfalls, dass seine zu wahrenden Interessen in einem Ausmass tangiert worden seien, dass er als Privatkläger anzuerkennen sei. Aus den vorstehenden Ausführungen lasse sich ganz allgemein die Regel ableiten, dass geschäftsleitende Organe einer juristischen Person, die für das betreffende Gesellschaftsvermögen eine Garantenstellung mit entsprechender persönlicher Haftung einnähmen, im Falle von Betrug, Veruntreuung und ungetreuer Geschäftsbesorgung zulasten der betreffenden juristischen Person als geschädigt im Sinne von Art. 115 Abs. 1 StPO zu betrachten seien.