Citation: 6B_600/2017 E. 2.2

2.2. Zum Verfahrensgang und Umfang der Berufung hält die Vorinstanz Folgendes fest. Mit Berufungserklärung vom 10. Juni 2014 habe die Verteidigung einen vollumfänglichen Freispruch beantragt. Am 6. April 2015, zwei Tage vor der Berufungsverhandlung, habe die Verteidigung die Berufung beschränkt und Dispositiv-Ziffer 1 des erstinstanzlichen Urteils (den Schuldspruch wegen versuchter Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte) nicht angefochten. Diese Berufungsbeschränkung habe die damalige Verteidigung anlässlich der Berufungsverhandlung vom 8. April 2015 bestätigt und begründet. Auch die Beschwerdeführerin habe den entsprechenden Schuldspruch ausdrücklich akzeptiert. Am 24. Mai 2015 habe die Beschwerdeführerin die Berufungsbeschränkung "zurückgezogen". Auch der mit Wirkung ab 5. August 2015 neu bestellte amtliche Verteidiger habe vorgebracht, die Beschwerdeführerin sei nicht in ihrem Sinne verteidigt gewesen. An der Fortsetzung der Hauptverhandlung am 8. Februar 2017 habe die Verteidigung hingegen trotz Aufforderung mit keinem Wort zur Berufungsbeschränkung Stellung genommen und die Beschwerdeführerin habe von ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch gemacht. Es sei nicht erkennbar, inwiefern die auch von der Beschwerdeführerin abgegebene Erklärung mit einem zu beachtenden Willensmangel behaftet gewesen sein soll. Ebenso wenig sei ersichtlich, inwiefern eine fehlerhafte anwaltliche Beratung vorliegen sollte (Entscheid S. 8 ff.).