Citation: 5A_994/2018 E. 5.2

5.2. Die Vorinstanz hat dem Beschwerdeführer in Bestätigung des erstinstanzlichen Entscheides ein Ferienrecht von drei Wochen zugestanden, wovon ab dem vollendeten 6. Altersjahr des Sohnes zwei davon zusammenhängend verbracht werden können. Im Rahmen der vorinstanzlich durchgeführten Anhörung hätten beide Kinder ausgesagt, gerne zu ihrem "Papi" zu gehen, sich aber für eine Reduktion der Ferienbesuche auf zwei Wochen ausgesprochen. Als Grund gab der Sohn auf Nachfrage hin an, der "Papi" schimpfe manchmal laut. Die Tochter meinte, sie wolle mehr Zeit für ihre Freunde haben. Unter Berücksichtigung des jungen Alters der Kinder (5.5 bzw. 7 Jahre im Zeitpunkt der Anhörung) sei es jedoch fraglich, ob sie die zeitliche Dimension richtig einzuschätzen vermögen. Weiter sei auch die Authentizität der Willenskundgebungen zweifelhaft. Die Kinder würden sich in einem Loyalitätskonflikt befinden. In einer Gesamtbetrachtung zeige sich, dass keine Gründe ersichtlich seien, das Ferienrecht des Vaters zu reduzieren (wie von der Beschwerdeführerin beantragt) oder zu erhöhen (wie vom Beschwerdeführer beantragt). Die erstinstanzliche Regelung von drei Ferienwochen pro Jahr entspreche dem in der Praxis üblichen Umfang und ermögliche mit Blick auf die geographische Distanz - verglichen mit einem zweiwöchigen Ferienbesuchsrecht - genügend Zeit miteinander zu verbringen. Die Kinder hätten mit dieser Regelung immer noch ausreichend Zeit, einen Grossteil der Ferien in ihrer Umgebung und mit Freunden zu verbringen. Dieser Wunsch werde mit zunehmendem Alter der Kinder grösser, und es komme je nach Hobbies und Vereinszugehörigkeit ein bis drei Wochen Lager etc. dazu. Somit sei die erstinstanzliche Regelung zu bestätigen. Einer einvernehmlichen Regelung auf Ausdehnung oder Änderung der Ferien beim Vater, insbesondere auf Wunsch der Kinder, stehe die Anordnung nicht entgegen.