Citation: 6B_1338/2019 E. 3.2

3.2. Der Beschwerdeführer bringt nichts vor, was die Landesverweisung als bundes- oder völkerrechtswidrig erscheinen liesse. Es ist unbestritten und erstellt, dass er eine - resp. nach dem vorstehend Gesagten mehrere - Katalogtaten begangen hat, die grundsätzlich eine Landesverweisung nach sich ziehen müssen. Entgegen seiner Auffassung ist nicht ersichtlich, dass die Vorinstanz das ihr zustehende Ermessen überschritten, oder die sich entgegenstehenden öffentlichen und privaten Interessen falsch gewichtet hätte. Mit Blick auf die Interessen des 1989 geborenen Beschwerdeführers selbst ist ein Härtefall nicht ansatzweise erkennbar. Er macht geltend, seit knapp 10 Jahren in der Schweiz wohnhaft zu sein. Daraus erhellt, dass er die meiste Zeit seines Lebens, insbesondere die prägenden Kinder- und Jugendjahre, in seiner Heimat Guinea verbracht hat. Er ist daher mit der dortigen Kultur bestens vertraut. Demgegenüber ist eine weitgehende Integration in der Schweiz weder auszumachen noch dargetan. So behauptet der Beschwerdeführer nicht, je einer festen Arbeit nachgegangen zu sein oder hier eine Ausbildung absolviert zu haben. Auch eigene Freundschaften oder anderweitige Verbindungen zur hiesigen Gesellschaft bestehen nicht. Dass der Beschwerdeführer nie von der Sozialhilfe abhängig war, genügt zur Annahme einer besonderen Integration klarerweise nicht. Er macht letztlich einzig geltend, eine Ausreise resp. Trennung sei seiner Familie, der Schweizer Ehefrau und zwei Söhnen, wovon der ältere fünf Jahre alt sei, nicht zumutbar. Soweit er hierfür die in Guinea herrschende Religion anführt, legt der Beschwerdeführer nicht rechtsgenügend dar, weshalb diese einem gemeinsamen Leben in seiner Heimat entgegenstehen soll. Auch behauptet er nicht, bisher hauptsächlich für die Kindererziehung zuständig gewesen zu sein. Aus seinen Ausführungen erhellt vielmehr, dass seine Ehefrau neben einem 50-60% Arbeitspensum die Betreuung der Kinder übernommen hatte resp. inne hat. Wenn er geltend macht, die Familie sei auf ein Zusatzeinkommen seinerseits angewiesen, so ist ebenfalls offen, wie der Beschwerdeführer dies mangels Ausbildung und angesichts seiner Vorstrafen in Zukunft bewerkstelligen will. Ferner trifft es zwar zweifellos zu, dass ein Leben in der Schweiz v.a. wirtschaftlich komfortabler sein dürfte als eines in Guinea. Dies begründet jedoch keinen Härtefall, nachdem der Gesetzgeber mit Art. 121 Abs. 3-6 BV und Art. 66a ff. StGB eine Verschärfung der zuvor geltenden ausländerrechtlichen Rechtsprechung anstrebte (BGE 145 IV 55 E. 4.3; 144 IV 332 E. 3.3.3; Urteil 6B_736/2019 vom 3. April 2020 E. 1.2.2), und der Verzicht auf eine Landesverweisung wegen eines persönlichen Härtefalls nurmehr ausnahmsweise in Frage kommt (oben E. 3.1.1). Der Beschwerdeführer macht insbesondere nicht geltend, in Guinea akut an Leben oder Gesundheit bedroht zu sein. Auch eine Integration der noch sehr jungen Kinder im Heimatland des Beschwerdeführers ist ohne Weiteres möglich. Abgesehen davon ist gestützt auf dessen Angaben davon auszugehen, dass die Kinder das Schweizer Bürgerrecht besitzen, mithin hier ein Bleiberecht haben, zumal ihre Mutter Schweizerin ist. Schliesslich scheint der Beschwerdeführer zu verkennen, dass der Anspruch auf Achtung des Privat- und Familienlebens gemäss Art. 8 EMRK nicht absolut gilt. Dies gilt ebenso für das Recht des Kindes auf beide Elternteile (vgl. dazu Urteil 6B_742/2019 vom 23. Juni 2020 E. 1.2.2). Nicht zu beanstanden ist ferner, wenn die Vorinstanz annimmt, es sei den Beteiligten zumutbar, die familiären Beziehungen während der Dauer der Fernhaltung des Beschwerdeführers gegebenenfalls auf telefonischem oder elektronischem Weg aufrecht zu erhalten. Auch eine Verletzung von Bundes- oder Völkerrecht durch die höhere Gewichtung des öffentlichen Fernhalteinteresses gegenüber den privaten Interessen des Beschwerdeführers und seiner Familie legt dieser nicht rechtsgenügend dar. Die vom ihm zur Stützung seines Standpunkts angeführten Entscheide des Bundesgerichts führen zu keinem anderen Ergebnis. Im Urteil 6B_209/2018 vom 23. November 2018 ging es um einen in der Schweiz geborenen und aufgewachsenen Ausländer, sodass dem Interesse an einem Verbleib von Gesetzes wegen erhöht Rechnung zu tragen war. Vergleichbares besteht hier nicht. Auch der Sachverhalt, welcher BGE 139 I 145 zugrunde lag, ist mit dem vorliegenden nicht vergleichbar. Namentlich kann der Beschwerdeführer aus dem Umstand, dass das Bundesgericht in jenem Fall die Nichtverlängerung einer Aufenthaltsbewilligung angesichts einer zweijährigen Freiheitsstrafe als unangemessen beurteilt hatte, nichts für sich ableiten. Bereits die gegen ihn ausgesprochene Strafe ist mit 41 /4 Jahren ungleich höher. Vergleichbare Parallelen zu jenem Fall legt der Beschwerdeführer nicht dar. Mit Blick auf die erhöhte Begründungspflicht (Art. 42 Abs. 1 und 2, Art. 106 Abs. 2 BGG) kann es zudem nicht genügen, lediglich auf das Urteil des EGMR in Sachen Udeh gegen die Schweiz zu verweisen, worin der Gerichtshof den Entzug der Aufenthaltsbewilligung eines zu 42 Monaten Gefängnis verurteilten Familienvaters als Verstoss gegen Art. 8 EMRK beurteilt hatte. Wie der Beschwerdeführer im Übrigen selber ausführt, wurde das Urteil in Sachen Udeh gegen die Schweiz durch BGE 139 I 325 stark relativiert. Die Dauer der Landesverweisung von 7 Jahren, welche der Beschwerdeführer ebenfalls nicht substanziiert rügt, ist angesichts der gesetzlichen Mindestdauer von 5 Jahren sowie der Schwere der Tatvorwürfe nicht zu beanstanden.