Citation: 5D_213/2015 E. 4.9

4.9. Sie, die Beschwerdeführerin, habe in grundsätzlicher Hinsicht Verständnis dafür, dass die Vorinstanz ihrem Klienten vorwerfe, keine Vergleichsbereitschaft gezeigt zu haben. Eine solche Vergleichsbereitschaft sei aber zufolge des Verhaltens der Gerichtsleitung und der Frau nicht zu erwarten gewesen, selbst wenn sie als Anwältin etwas anderes gewollt hätte. Es seien unglückliche Umstände gewesen. Wohl könne man sagen, dass die Frau Einbussen in Kauf genommen und nachgegeben habe. Dieses Nachgeben sei aber bloss die Folge ihres eigenen Verhaltens und bedingt durch die Fakten und die unverblümte Lüge vor Gericht in Bezug auf die Mahr gewesen. Die Vorinstanz unterlasse es zu prüfen, weshalb die Vergleichsbereitschaft auf der Gegenseite anders (höher) gewesen sei. Sie hätte in die Waagschale legen müssen, dass von der Frau angesichts ihres Verhaltens eher mehr Vergleichsbereitschaft als vom Mann zu erwarten gewesen wäre. Das tue die Vorinstanz nicht, sondern sie schaue nur darauf, was ihr Klient getan und auf wie viel die Frau verzichtet habe.