Citation: 2C_1018/2013 E. 3.2

3.2. Der Beschwerdeführer hat sich ein erstes Mal bereits 2004 von seiner Gattin getrennt, was er nicht bestreitet und sich aus seiner Landesabwesenheit zwischen 2008 und 2011 ergibt. In der Folge will er sich mit seiner Ehefrau wieder versöhnt haben; er macht indessen nicht geltend, mit dieser dauernd zusammenzuleben, sondern weist lediglich daraufhin, mit ihr immer noch (formell) verheiratet zu sein und ab und zu sexuelle Kontakte zu pflegen. Hierin liegt, wie die Vorinstanz zu Recht festgestellt hat, keine relevante, fortbestehende eheliche Gemeinschaft (vgl. THOMAS HUGI YAR, Von Trennungen, Härtefällen und Delikten - Ausländerrechtliches rund um die Ehe- und Familiengemeinschaft, in: Alberto Achermann et al. [Hrsg.], Jahrbuch für Migrationsrecht 2012/2013, 2013, S. 31 ff., dort 48 ff. u. insbesondere 54 f.). Das Bundesgericht anerkennt das "gemeinsame Getrenntleben" ("Living apart together") nicht als wichtigen Grund im Sinne von Art. 49 AuG. Die Bestimmungen über den Familiennachzug setzen voraus, dass die Eheleute zusammenwohnen und die eheliche Beziehung als Lebens- und Schicksalsgemeinschaft anhaltend und nicht bloss punktuell bzw. während kurzer Zeit gelebt wird, im Übrigen aber jeder Partner seinen eigenen Interessen und Bedürfnissen nachgeht ( HUGI YAR, a.a.O., 55). Nachdem der Beschwerdeführer lediglich vereinzelte fortbestehende sexuelle Kontakte mit seiner Gattin behauptet, indessen nicht, dass die Partner nach wie vor auch eine Lebens- und Schicksalsgemeinschaft bilden würden, durfte die Vorinstanz ohne Verletzung von Verfassungsrecht in antizipierter Beweiswürdigung auf eine Anhörung der Gattin verzichten. Die Wichtigkeit der vom Beschwerdeführer angerufenen Gründe für das Getrenntleben (Abhängigkeit der Frau von den Eltern, psychische Labilität der Partnerin) braucht unter diesen Umständen nicht weiter geprüft zu werden, da nach Art. 49 AuG sowohl wichtige Gründe als auchein Fortbestehen der Gemeinschaft erforderlich ist, wobei es hier an Letzterem fehlt. Dies ergibt sich auch daraus, dass sich der Beschwerdeführer nach eigenen Angaben zurzeit wieder in Brasilien aufhält, wo er sich um den Erwerb der italienischen Staatsbürgerschaft bemüht. Es ist schliesslich nicht ersichtlich, inwiefern bei ihm ein Härtefall vorliegen könnte, der ihm einen Bewilligungsanspruch nach Art. 50 AuG verschaffen würde.