Citation: 9C_282/2020 E. 5.3.2

5.3.2. Soweit der Versicherte eine willkürliche Sachverhaltsfeststellung resp. eine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes nach Art. 61 lit. c ATSG rügt, weil die Vorinstanz den Bericht des Dr. med. C.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 18. Juli 2018 nicht berücksichtigt habe, kann ihm nicht gefolgt werden. Denn einerseits hat die Vorinstanz (zutreffend) dargelegt, dass dieser nach Verfügungserlass ergangen ist und sich somit auf einen Zeitraum bezieht, der im vorliegenden Verfahren unbeachtlich ist (BGE 144 V 224 E. 6.1.1 S. 232). Selbst wenn er ausnahmsweise zu berücksichtigen wäre, wäre er nicht geeignet, die Feststellungen der Vorinstanz in Zweifel zu ziehen oder als unhaltbar erscheinen zu lassen. Denn Dr. med. C.________ gibt keine einlässliche und überzeugende Begründung für seine Beurteilung (dasselbe gilt auch für seinen Bericht vom 2. März 2018). Diese beruht auf der blossen Wiedergabe der Angaben des Versicherten und beschränkt sich auf das Verneinen psychosozialer Belastungsfaktoren. Letzteres steht jedoch in nicht erklärbarem Widerspruch zu den Angaben der IPW in ihren Austrittsberichten vom 29. März 2017, vom 29. August 2017 und vom 19. Dezember 2017, die alle eine aktuelle (z.T. ausgeprägte) psychosoziale Belastungssituation festhalten. So ergibt sich denn auch weder aus den Berichten des Dr. med. C.________ noch aus dem MGSG-Gutachten eine nachvollziehbare und überzeugende fachärztliche Begründung für die Annahme des Versicherten, es liege ein von den - nach der gesamten Aktenlage klarerweise unverändert anhaltenden - psychosozialen Belastungsfaktoren verselbstständigtes Leiden vor. In diesem Zusammenhang ist auf die Ausführungen des psychiatrischen Teilgutachters zu verweisen, wonach die psychosozialen Belastungen negative funktionelle Folgen zeigen würden, indem sie sich ungünstig und verstärkend auf die depressive Störung auswirken würden. Im Rahmen der Gesamtbeurteilung wird im Gutachten zweimal festgehalten, trotz der therapeutischen Massnahmen habe keine anhaltende Besserung des psychischen Zustandes erreicht werden können, wobei vor allem die anhaltenden psychosozialen Probleme einer Besserung entgegen wirken würden. Unter Berücksichtigung der drei erwähnten Austrittsberichte sowie der dargelegten Ausführungen im MGSG-Gutachten vom 17. Mai 2017 sind die vorinstanzlichen Schlussfolgerungen, die psychosozialen Belastungsfaktoren würden sich weiterhin leistungsmindernd auswirken sowie unter Ausserachtlassung der psychosozialen Faktoren fehle es an einem stimmigen Gesamtbild für die Annahme einer rechtlich relevanten Funktionseinbusse, jedenfalls nicht als willkürlich zu qualifizieren. Auch die gerügte Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes ist zu verneinen. Denn die Einholung eines weiteren fachärztliches Gutachtens würde nichts am Umstand ändern, dass der Rechtsanwender die fachärztlichen Schlussfolgerungen auf ihre rechtliche Relevanz mittels Durchführung eines strukturierten Beweisverfahrens zu überprüfen hätte (vgl. oben E. 5.2).