Citation: 8C_287/2024 E. 3.2.2

3.2.2. Weiter macht die Beschwerdeführerin geltend, keines der Gutachten zeige mit Sicherheit auf, dass die Beeinträchtigung des rechten Auges eine reine Folge der Kriegsverletzung aus dem Jahr 2009 sei. Dabei verkennt sie, dass im Sozialversicherungsrecht - sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht - der Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit gilt (BGE 144 V 427 E. 3.2). Gemäss ophthalmologischem Gutachten vom 24. April 2023 ist der Gesundheitsschaden am rechten Auge am ehesten Folge der Kriegsverletzung 2009. Die Beschwerdeführerin habe aufgrund der Bombenverletzung das linke Auge und in Bezug auf das rechte Auge fast die vollständige Funktion verloren. Die in der Schweiz durchgeführten Operationen hätten keinen Einfluss auf die Sehleistung gehabt. Der Gutachter attestierte in einer leidensangepassten Tätigkeit eine 70%ige Arbeitsunfähigkeit. Die Beschwerdeführerin zeigt nicht auf, inwiefern das kantonale Gericht das Beweismass falsch angewendet oder Beweise willkürlich gewürdigt haben soll, indem es gestützt auf die gutachterlichen Angaben feststellte, sie sei bei ihrer Einreise in die Schweiz bereits zu mindestens 40 % invalid gewesen (vgl. zur willkürlichen Beweiswürdigung: BGE 148 IV 356 E. 2.1). Zu betonen ist in diesem Zusammenhang, dass es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag der therapeutisch tätigen (Fach-) Person einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits rechtsprechungsgemäss nicht zulässt, ein Administrativgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Arztpersonen zu anderslautenden Einschätzungen gelangen (vgl. Urteil 8C_156/2023 vom 26. Januar 2024 E. 4.3.2 mit Hinweisen).