Citation: 8C_509/2022 E. 5.1

5.1. Gemäss Vorinstanz ist die Beschwerdeführerin gestützt auf das voll beweiskräftige Gutachten des Dr. med. C.________ wegen einer schweren kombinierten Persönlichkeitsstörung und einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig leichte Episode mit somatischem Syndrom, sowohl in den angestammten Tätigkeiten als Hilfsmitarbeiterin in der Gastronomie und als Reinigungskraft wie auch in anderen leidensangepassten Tätigkeiten nur noch zu 50 % arbeitsfähig. Anhand ihrer Angaben zuhanden der Haushaltsabklärungsperson sei davon auszugehen, dass sie als Gesunde zu 60 % erwerbstätig und zu 40 % im Haushalt beschäftigt wäre. Die von der Beschwerdeführerin geltend gemachte vollzeitliche Berufstätigkeit als Gesunde, an der sie früher wegen Erziehungs- und Betreuungsaufgaben beziehungsweise später aus gesundheitlichen Gründen gehindert worden sei, erachtete das kantonale Gericht als nicht erstellt. Dies gelte zunächst, so die Vorinstanz, für die Zeit vor der Geburt ihres ersten Kindes im Jahr 1992. Im Individuellen Konto (IK) seien für die Jahre 1989 bis zur Scheidung 2004 stark schwankende Einkommen verzeichnet. Ab 2005 bis 2019 habe die Beschwerdeführerin wiederholt kein oder lediglich sehr geringe Erwerbseinkommen erzielt, wobei der AHV-Mindestbeitrag jeweils durch das Gemeinwesen bezahlt worden sei. Was ihren Gesundheitszustand betreffe, sei ausgewiesen, dass zwischen Februar 2014 und April 2015 eine ambulante psychiatrische Behandlung mit insgesamt 18 Konsultationen erfolgt sei. Dass bereits seit 2005 eine psychiatrisch bedingte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestanden habe, wie die Beschwerdeführerin geltend mache, sei echtzeitlich nicht dokumentiert. Eine psychiatrische Therapie, zunächst durch die Psychiatrischen Dienste des Spitals D.________, sei ab Februar 2014 ausgewiesen. Eine (vollständige) Arbeitsunfähigkeit sei erst ab 12. August 2015 vom behandelnden Psychiater bescheinigt worden (Bericht vom 22. Dezember 2020). Der Gutachter gehe von einer 50%-igen Arbeitsunfähigkeit ab Beginn der psychiatrischen Therapie am 26. Februar 2014 aus. Bis zu diesem Zeitpunkt vermochte das kantonale Gericht keine nachvollziehbaren medizinischen Gründe auszumachen, welche einer vollzeitlichen Erwerbstätigkeit entgegengestanden hätten, und auch danach seien trotz gegebener Zumutbarkeit einer 50%igen Erwerbstätigkeit keine namhaften Anstrengungen zu erkennen. Daran könne auch der Einwand der Beschwerdeführerin, dass sie als Gesunde schon wegen des drohenden Entzugs ihrer Niederlassungsbewilligung zufolge fortgesetzter Sozialhilfeabhängigkeit vollzeitlich erwerbstätig gewesen wäre, nichts ändern. In erwerblicher Hinsicht sei, so die Vorinstanz, sowohl beim Lohn, den die Beschwerdeführerin als Gesunde verdienen würde (Valideneinkommen), wie auch beim Verdienst, den sie nach Eintritt der Gesundheitsschädigung zumutbarerweise noch erzielen könnte (Invalideneinkommen), auf denselben statistischen Wert abzustellen. Die Gewährung eines leidensbedingten Abzuges vom Invalideneinkommen sei nicht gerechtfertigt.