Citation: BGE 130 III 97 E. 3.1

Nach einhelliger Lehre gilt die amtliche Liquidation als privatrechtliches Institut. Obwohl der Erbschaftsliquidator von der Behörde ernannt wird und unter ihrer Aufsicht steht (Art. 595 Abs. 1 und 3 ZGB), bekleidet er ein privatrechtliches und nicht ein staatliches Amt (ESCHER/ESCHER, Zürcher Kommentar, N. 21 zu Art. 595 ZGB; MARTIN KARRER, a.a.O., N. 10 zu Vorbem. BGE 130 III 97 S. 101 Art. 593-597 ZGB; PAUL PIOTET, in: Schweizerisches Privatrecht, Bd. IV/2, 1981, S. 826; JEAN NICOLAS DRUEY, Grundriss des Erbrechts, 2002, § 14 N. 47; FRIEDRICH DÜRING, a.a.O., S. 45; THOMAS HUX, a.a.O., S. 164; BRUNO DERRER, Die Aufsicht der zuständigen Behörde über den Willensvollstrecker und den Erbschaftsliquidator, Diss. Zürich 1985, S. 40; CAROLINE SCHULER-BUCHE, L'exécuteur testamentaire, l'administrateur officiel et le liquidateur officiel, Diss. Lausanne 2003, S. 49). So ist er insbesondere zur Übernahme des Amtes nicht verpflichtet und kann dieses auch wieder niederlegen (TUOR/ PICENONI, a.a.O., N. 4a und 11 zu Art. 595 ZGB; ESCHER/ESCHER, a.a.O., N. 14 und 19 zu Art. 595 ZGB). Zudem haftet der Staat - abweichendes kantonales Recht vorbehalten - grundsätzlich nicht für die Handlungen des Erbschaftsliquidators (BGE 47 II 38 E. 4 S. 42; TUOR/PICENONI, a.a.O., N. 12 zu Art. 595 ZGB; PAUL PIOTET, a.a.O., S. 826).