Citation: 6B_432/2023 E. 1.4.1

1.4.1. Der Beschwerdeführer trägt vor, er habe in der Berufungserklärung ein Glaubhaftigkeitsgutachten zu den Aussagen der Beschwerdegegnerin 2 beantragt. Art. 182 StPO bestimmt, dass die Staatsanwaltschaft und die Gerichte eine oder mehrere sachverständige Personen beiziehen, wenn sie nicht über die besonderen Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen, die zur Feststellung oder Beurteilung eines Sachverhalts erforderlich sind. Die Prüfung der Glaubhaftigkeit von Aussagen ist primär Aufgabe des Gerichts. Eine aussagepsychologische Begutachtung drängt sich nur unter besonderen Umständen auf (vgl. etwa Urteil 6B_1451/2022 vom 3. März 2023 E. 2.2). Der Antrag des Beschwerdeführers auf ein Glaubhaftigkeitsgutachten wurde mit prozessleitender Verfügung abgewiesen. Die Vorinstanz erwägt, er habe seinen Antrag an der Berufungsverhandlung nicht wiederholt. Inwiefern die Vorinstanz damit Bundesrecht verletzt haben sollte, legt der Beschwerdeführer nicht dar. Insbesondere macht er nicht geltend, dass bruchstückhafte oder schwer interpretierbare Äusserungen zu beurteilen wären oder dass ernsthafte Anzeichen geistiger Störungen bestünden, welche die Aussageehrlichkeit beeinträchtigen könnten. Auch Anhaltspunkte für eine Einflussnahme durch Drittpersonen behauptet er nicht (vgl. zum Ganzen BGE 129 IV 179 E. 2.4; 128 I 81 E. 2). Ohnehin steht dem Gericht bei der Beantwortung der Frage, ob aufgrund der konkreten Umstände des Einzelfalls der Beizug einer sachverständigen Person notwendig ist, ein Ermessensspielraum zu (Urteile 6B_1451/2022 vom 3. März 2023 E. 2.2; 6B_1009/2021 vom 17. Januar 2022 E. 2.1.3 mit Hinweis). Dass die Vorinstanz dieses Ermessen überschritten hätte, ist nicht ersichtlich.