Citation: 5A_872/2023 E. 3.2

3.2. Für die Beschwerdeführerin steht fest, dass schon vor dem 1. April 2023 gegenüber dem Eheschutzentscheid vom 30. Juni 2014 veränderte Verhältnisse vorlagen. Die alleinige Obhut wirke sich in der Unterhaltsberechnung signifikant aus, was einer "erheblichen Veränderung der Rechtslage" gleichkomme. Nachdem die Zwillinge seit geraumer Zeit und auch künftig unter ihrer Obhut leben, sei die Dauerhaftigkeit der veränderten Verhältnisse zu bejahen. Der Vorinstanz wirft die Beschwerdeführerin vor, mit keinem Wort auf die Phase ab April 2023 einzugehen. Damit verletze sie in krasser Weise ihr rechtliches Gehör. "Durch das Schweigen" stütze das Kantonsgericht das Bezirksgericht, das für die Zeit von April 2023 bis Januar 2024 für die minderjährigen Zwillinge überhaupt keinen Unterhaltsbeitrag zugesprochen habe. Die Argumentation des Kantonsgerichts gehe "diametral auseinander", wenn es vor dem 1. Februar 2024 veränderte Verhältnisse verneine und zugleich den erstinstanzlichen Entscheid schütze, der für die Zeit von April 2023 bis Januar 2024 von veränderten Verhältnissen ausging. Das Kantonsgericht hätte daher auch für diesen Zeitabschnitt - ohne Anrechnung hypothetischer Einkommen - für D.________ und E.________ neue Unterhaltsbeiträge festsetzen oder den Entscheid des Bezirksgerichts für diese Periode gänzlich aufheben und den Eheschutzentscheid vom 30. Juni 2014 bis zur Abänderung belassen müssen. Die Ausführungen im angefochtenen Entscheid seien "nicht nachvollziehbar und absolut willkürlich". Die Vorinstanz ziehe die angepasste Obhutszuteilung nicht in Betracht und verletze die klare Rechtsprechung, wonach derjenige Elternteil, der das Kind nicht oder nicht wesentlich betreut, grundsätzlich alleine für den Barunterhalt aufkomme, während der hauptbetreuende Elternteil seinen gleichwertigen Unterhaltsbeitrag durch Pflege und Erziehung erbringe und sich nur ausnahmsweise am Barunterhalt beteiligen müsse, wenn er leistungsfähiger sei als der andere Elternteil. Diese Konzeption des Gesetzes und die dazugehörige Rechtsprechung werde mit ihrer alleinigen Beteiligung am Barbedarf der Zwillinge und mit der Befreiung des Beschwerdegegners von jeglichen Unterhaltspflichten von April 2023 bis Januar 2024 klar verletzt. Auch das Ergebnis sei willkürlich, wenn sie für die fragliche Periode sowohl für den Natural- als auch für den Geldunterhalt der Zwillinge aufzukommen habe und der Beschwerdegegner überhaupt keinen Unterhalt leisten müsse. Was C.________s Unterhalt betrifft, erinnert die Beschwerdeführerin an ihr Vorbringen, wonach dem Sohn erst ab September 2023 ein eigenes Einkommen von monatlich Fr. 500.-- angerechnet werden könne. Die Vorinstanz habe dieses Vorbringen zwar gehört, aber nicht berücksichtigt, was einer weiteren Gehörsverletzung gleichkomme. Gestützt auf die Zahlen, die das Kantonsgericht der Unterhaltsberechnung für die Phase von Februar 2024 bis März 2025 zugrunde legt, rechnet die Beschwerdeführerin vor, dass der Beschwerdegegner mit seinem monatlichen Überschuss von Fr. 2'391.-- (Einkommen von Fr. 8'325.-- abzüglich Auslagen von Fr. 5'934.--) den Barunterhalt der Zwillinge von Fr. 2'392.-- (Fr. 1'334.-- für D.________ und Fr. 1'058.-- für E.________) in der Phase von April 2023 bis Januar 2024 decken könne. An den Volljährigenunterhalt von C.________ könne der Beschwerdegegner keinen Beitrag mehr leisten, weshalb sie, die Beschwerdeführerin, in dieser Phase im Betrag von Fr. 1'970.-- mit ihrem Überschuss dafür aufzukommen habe. Sollte das Bundesgericht der Ansicht sein, dass sie sich im umstrittenen Zeitabschnitt am Barunterhalt der Zwillinge beteiligen muss, sei ausgehend von den aktuellen Erwerbseinkünften der Parteien und ohne Berücksichtigung eines von C.________ erzielten Einkommens die vorinstanzliche Berechnung für die Phase von Februar 2024 bis März 2025 "analog" anzuwenden. Im Ergebnis anerkennt die Beschwerdeführerin für diesen Fall, von April 2023 bis Januar 2024 insgesamt Fr. 2'516.-- (je Fr. 880.-- für D.________ und E.________ sowie Fr. 755.-- für C.________) des Barunterhalts zu tragen; auf den Beschwerdegegner entfielen insgesamt Fr. 2'135.-- (Fr. 600.-- für D.________, Fr. 320.-- für E.________ und Fr. 1'215.-- für C.________).