Citation: U 116/98 02.03.2001 E. 3

3.- a) Der Versicherte hat Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen, insbesondere auf die ambulante ärztliche Behandlung und die ärztlich verordneten Arzneimittel (Art. 10 Abs. 1 lit. a und b UVG). Der Anspruch besteht so lange als von der Fortsetzung der Behandlung eine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann. Alsdann entsteht, soweit die entsprechenden weiteren Voraussetzungen erfüllt sind (Art. 18 UVG), ein Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 19 Abs. 1 UVG). Nach der Rentenfestsetzung hat die Versicherung Heilbehandlung noch im Rahmen von Art. 21 UVG zu gewähren. Die Pflegeleistungen sind grundsätzlich in natura, auf Kosten des Unfallversicherers, zur Verfügung zu stellen (Naturalleistungsprinzip; Maurer, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, S. 274). Indem Art. 48 Abs. 1 UVG den Versicherer ermächtigt, im Einzelfall die diagnostischen und therapeutischen Massnahmen festzulegen, überbindet das Gesetz diesem die Verantwortung für die Heilbehandlung (RKUV 1995 Nr. U 227 S. 190 Erw. 2a mit Literaturhinweisen). b) Wie in der Expertise der Poliklinik vom 20. August 1997 überzeugend dargelegt wird, erlitt der Beschwerdegegner durch den Unfall vom 19. April 1991 und dessen unmittelbare und mittelbare Folgen eine psychische Störung, die sich auch in einem somatischen Syndrom ausdrückt, das die im Rahmen der organisch bedingten Behinderung mögliche Genesung verzögert, allenfalls gar verhindert. Es steht auf Grund der medizinischen Akten fest und ist zu Recht unbestritten, dass die gesundheitliche Störung psychotherapeutisch behandlungsbedürftig ist und von dieser Behandlung eine namhafte Verbesserung des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit erwartet werden kann.