Citation: 1B_416/2020 E. 2.1

2.1. Der Beschwerdeführer beruft sich auf das Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte Nr. 72939/16 I.L. gegen die Schweiz vom 3. Dezember 2019. Gemäss diesem Entscheid fehle es in der schweizerischen Strafprozessordnung an einer ausreichenden gesetzlichen Grundlage für strafprozessuale Sicherheitshaft nach rechtskräftiger Verurteilung im selbstständigen gerichtlichen Nachverfahren. Mit diesem Urteil hat sich das Bundesgericht indessen schon wiederholt auseinandergesetzt. Danach beruht die Anordnung von Sicherheitshaft im fraglichen Zusammenhang inzwischen auf einer lang andauernden und konstanten Rechtsprechung. Diese geht zurück auf ein in BGE 137 IV 333 publiziertes Urteil vom 15. August 2011 und wurde seither unzählige Male bestätigt (vgl. das Urteil des Bundesgerichts 1B_24/2020 vom 3. Februar 2020 sowie die dort in E. 3.3 zitierten weiteren Urteile). Die entsprechende bundesgerichtliche Rechtsprechung vermag die allenfalls fehlende ausdrückliche Gesetzesgrundlage nach der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte zu ersetzen (vgl. etwa die Urteile des Bundesgerichts 1B_111/2020 vom 31. März 2020, zur Publ. vorgesehen; 1B_290/2020 und 1B_311/2020 vom 4. August 2020; 1B_207/2020 vom 26. Mai 2020; 1B_160/2020 vom 28. April 2020; 1B_121/2020 vom 24. März 2020). Die Vorinstanz stützte sich ebenfalls auf diese Rechtsprechung, die im Übrigen spätestens seit dem angefochtenen Entscheid auch dem Beschwerdeführer bekannt ist, deren Kenntnis von seinem Rechtsvertreter erwartet werden kann und die er gemäss seiner Beschwerdeschrift auch kennt und im Übrigen als unzulässig kritisiert. Der Beschwerdeführer bringt keine nachvollziehbaren Gründe dafür vor, im vorliegenden Fall davon abzuweichen, und dafür besteht auch kein Anlass. Die entsprechende Rüge des Beschwerdeführers stösst demnach ins Leere.