Citation: I 439/02 26.11.2002 E. 2

Streitig und zu prüfen ist zunächst der Rentenbeginn. 2.1 Die Vorinstanz erwog, für die Zeit bis Ende 1999 erachte der damalige Hausarzt Dr. med. S.________, Innere Medizin FMH, den Beschwerdeführer in Bezug auf eine den Rücken und die Gelenke schonende Tätigkeit zu 100% und in Bezug auf eine körperlich stärker belastende Tätigkeit zu 70% arbeitsfähig. Die durch den im November 2000 verstorbenen Dr. med. B.________, Allgemeine Medizin FMH, für die Zeit von Februar 2000 bis Juli 2000 attestierte 100%-ige Arbeitsunfähigkeit könne der gerichtlichen Beurteilung nicht zu Grunde gelegt werden, da die entsprechenden Zeugnisse keine Begründung enthielten und daraus zudem nicht hervorgehe, ob sich die Arbeitsunfähigkeit nur auf den bisherigen Beruf oder auch auf eine andere Erwerbstätigkeit beziehe. Für die Zeit ab August 2000 sei auf Grund der damals erfolgten Hospitalisation in der Klinik Y.________ gestützt auf die Stellungnahme des IV−internen ärztlichen Dienstes vom 14. August 2001 sowie die Aussagen des Dr. med. D.________ (Bericht vom 10. März 2001) von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit in einer körperlich belastenden Arbeit und einer Restarbeitsfähigkeit von 25% (zwei mal eine Stunde täglich) in einer leichten, anspruchslosen, wechselbelastenden Arbeit auszugehen. Eine vor August 2000 eingetretene Arbeitsunfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit sei somit nicht nachgewiesen. Diese Beweislosigkeit wirke sich in dem Sinne zu Ungunsten des Beschwerdeführers aus, als die für den Beginn des Wartejahres nach Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG massgebende Arbeitsunfähigkeit erst ab August 2000 ausgewiesen sei. Der Rentenanspruch sei somit am 1. August 2001 entstanden. 2.2 Die Argumentation des kantonalen Gerichts übersieht, dass für das Bestehen der Wartezeit gemäss Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG einzig die Arbeitsunfähigkeit im bisherigen Beruf relevant ist (Erw. 1.2. hievor; Urteil G. vom 8. April 2002, I 305/00). Daher ist nicht entscheidend, ob der Beschwerdeführer während des entsprechenden Zeitraums auch in einer leidensangepassten Tätigkeit arbeitsunfähig war, sofern am Ende des Wartejahres die für den Rentenanspruch erforderliche Erwerbsunfähigkeit vorlag. Wie in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde mit Recht geltend gemacht wird, ist gestützt auf die Aussagen des Dr. med. S.________ und des Dr. med. B.________ sowie unter Berücksichtigung der Stellungnahmen des ärztlichen Dienstes der IV und des Dr. med. D.________ als mit dem massgebenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 360 Erw. 5b mit Hinweisen) erstellt anzusehen, dass der Beschwerdeführer im bisherigen Beruf ab 1. Dezember 1999 zu 30% und ab 1. Februar 2000 zu 100% arbeitsunfähig war. Die für die Eröffnung des Wartejahres vorausgesetzte Arbeitsunfähigkeit im bisherigen Beruf von mindestens 20% (AHI 1998 S. 124 Erw. 3c) war somit ab Dezember 1999 gegeben, und bis zum Ablauf der Wartezeit im Dezember 2000 hatte die durchschnittliche Arbeitsunfähigkeit mehr als 66 2/3% betragen. Der Anspruch auf eine ganze Rente konnte somit ab diesem Zeitpunkt entstehen, falls eine Erwerbsunfähigkeit von mindestens 66 2/3 % gegeben war. Dr. med. D.________ attestiert dem Beschwerdeführer für die Zeit ab 13. November 2000 (Behandlungsbeginn) eine Arbeitsunfähigkeit von 100% in Bezug auf eine körperlich belastende oder geistig anstrengende Arbeit. Eine leichte, anspruchslose, wechselbelastende Arbeit könne der Patient möglicherweise im Umfang von ca. 25% (zum Beispiel zwei Mal eine Stunde täglich) ausüben. Gestützt auf diese medizinische Beurteilung sowie die Stellungnahme des IV−Arztes vom 14. August 2001 gelangten Verwaltung und Vorinstanz mit Recht zum Ergebnis, der Versicherte habe im Dezember 2000 durch zumutbare Verwertung seiner Restarbeitsfähigkeit kein Einkommen erzielen können, welches einen Drittel des im Gesundheitsfall erreichbaren Verdienstes übersteigt. Die erforderliche Erwerbsunfähigkeit von 66 2/3% bei Ablauf des Wartejahres ist daher gegeben. Dementsprechend ist dem Beschwerdeführer für die Zeit ab 1. Dezember 2000 eine ganze Rente auszurichten (Art. 29 Abs. 2 IVG).