Citation: 6B_460/2021 E. 5.4

5.4. Unbehelflich ist auch der Verweis des Beschwerdeführers auf die Landesverweisung, sind doch bei der dortigen Härtefallprüfung andere Kriterien und Massstäbe entscheidend als bei der Prüfung der Bewährungsaussichten. Es ist deshalb nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz gewisse Faktoren allenfalls anders gewichtet als das Gericht, welches über die Landesverweisung entschieden hat. Soweit der Beschwerdeführer sodann geltend macht, von seinen Eltern in Gambia erwartet zu werden und dort einer positiven Zukunft entgegenzublicken, stellt er der vorinstanzlichen Würdigung lediglich seine eigene Sicht der Dinge gegenüber, ohne Willkür darzutun. So begründet die Vorinstanz überzeugend, dass eine Rückkehr in den Alltag in seiner Heimat, der damit verbundene teilweise Abbruch sozialer Beziehungen und das Fussfassen auf dem dortigen Arbeitsmarkt Schwierigkeiten mit sich bringen werden, die geeignet sind, problematische Verhaltensweisen wie Drogenkonsum und Gewaltdelikte zu triggern. Insbesondere geht sie berechtigterweise davon aus, dass mit der Trennung von seinem Sohn ein bedeutender sozialer Kontakt und damit protektiver Faktor wegfällt. Diese Einschätzung deckt sich im Übrigen mit derjenigen der Gutachterin, die das Rückfallrisiko für ein erneutes Gewaltdelikt, wenn die Abhängigkeitsproblematik nicht behandelt wird, erneuter Konsum auftritt und innere und äussere Belastungsfaktoren hinzukommen, als moderat bis hoch einschätzt. Inwiefern er entgegen der Auffassung der Vorinstanz geeignete Copingstrategien entwickelt hat und sein Umfeld in Gambia in der Lage wäre, in kritischen Situationen deeskalierend einzugreifen, zeigt der Beschwerdeführer nicht auf. Insgesamt bewertet die Vorinstanz die soziale Situation, die ihn bei einer Entlassung erwartet, zu Recht als schwierig und im Hinblick auf die Legalprognose als bedenklich. Auch durfte sie berücksichtigen, dass aufgrund des Landesverweises die Anordnung von Bewährungshilfe oder die Erteilung von Weisungen (Art. 87 Abs. 2 StGB) nicht möglich sein wird (vgl. Urteile 6B_119/2018 vom 22. Mai 2018 E. 4.5 mit Hinweisen; 6B_93/2015 vom 19. Mai 2015 E. 5.7), was die Legalprognose zusätzlich belastet. Im Übrigen ist die Vorhersage über künftiges Verhalten zwangsläufig mit Unsicherheiten behaftet (vgl. BGE 125 IV 113 E. 2a). Dass sich die Vorinstanz dabei von sachfremden Kriterien hätte leiten lassen, ist jedoch nicht ersichtlich, weshalb die Rüge des Beschwerdeführers, sie beschränke sich auf Spekulationen, ebenfalls unbegründet ist.