Citation: U 206/02 07.02.2003 E. 3

Zu prüfen ist der Invaliditätsgrad. Dabei ist das hypothetische Valideneinkommen im Betrag von Fr. 58'000.- nicht streitig. In Übereinstimmung mit der Vor-instanz, auf deren Erwägungen insoweit verwiesen wird, ist auf die ärztlichen Berichte der Rehabilitationsklinik X.________ und nicht auf das Privatgutachten des Dr. med. I.________, Facharzt FMH für Neurologie, vom 28. Juni 2001 abzustellen. Die Auseinandersetzungen zwischen den Parteien drehen sich um die Frage, wie die Akten der Rehabilitationsklinik X.________ zu würdigen sind, und welches hypothetische Invalideneinkommen dem Beschwerdegegner noch zuzumuten ist. 3.1 Gemäss Abschlussbericht der berufsorientierten Ergotherapie an der Rehabilitationsklinik vom 30. März 2000 kann der Versicherte leichte industrielle Tätigkeiten oder eine Anstellung im Dienstleistungsbereich versehen. Er habe jedoch Mühe, an einem Arbeitsplatz mit hoher Kadenz mitzuhalten. Die Arbeitsgeschwindigkeit bei einer Ganztagespräsenz sei, bezogen auf eine leichte Arbeit, um 40 % vermindert. Laut Austrittsbericht vom 12. April 2000 sei die Einsatzfähigkeit der ganzen rechten oberen Extremität deutlich eingeschränkt. Zumutbar seien leichte Arbeiten mit Lastenheben bis 5 kg, vereinzelt bis 10 kg. Die rechte Hand sei als Zudien- und Hilfshand einsetzbar. Feinmotorische Tätigkeiten seien nur eingeschränkt möglich. Überkopfarbeiten, Schläge oder Vibrationen auf die rechte Hand seien zu vermeiden. Es sei ein ganztägiger Einsatz zumutbar. Beim Austritt werde zunächst die vorbestehende Arbeitsunfähigkeit von 50 % weiterhin attestiert. Da die Angaben zur Arbeitsfähigkeit in diesen zwei Berichten voneinander abzuweichen schienen, holte die SUVA eine Erläuterung von Dr. med. T.________, FMH Orthopädische Chirurgie an der Rehabilitationsklinik X.________, vom 21. Februar 2001 ein. Demnach beziehe sich die 40 %ige Reduktion der Leistungsfähigkeit gemäss Bericht der Ergotherapie auf einen leichten Arbeitsplatz mit hoher Kadenz, die Einschätzung im Austrittsbericht hingegen auf eine Stelle, an welcher der Versicherte ganztags ohne Einschränkung arbeiten könne. 3.2 Auf Grund dieser Angaben ist erstellt, dass dem Beschwerdegegner an sich ein ganztägiger Einsatz zuzumuten ist. Fraglich ist einzig, welche Leistung er dabei zu erbringen vermag. Die Passage über die Einschränkung von 40 % gemäss Bericht der Ergotherapie ist im Kontext mit dem gesamten Abschnitt des Berichts zu lesen. Daraus erhellt, dass sie sich lediglich auf Arbeiten mit hoher Kadenz bezieht. Ob und inwieweit der Versicherte an einem konkreten Arbeitsplatz eingeschränkt wird, hängt demnach davon ab, wie stark eine Tätigkeit die beeinträchtigte rechte Hand beansprucht. Je besser die betreffende Arbeit den dem Beschwerdegegner verbliebenen Möglichkeiten angepasst ist, desto weniger fällt seine Leistung im Vergleich zu gesunden Arbeitskollegen ab; je höher umgekehrt die Kadenz an einem Arbeitsplatz ist, desto eher zeigt sich seine Benachteiligung. Bei hoher Kadenz kann das Leistungsvermögen im schlechtesten Fall bis zu 40 % hinter demjenigen eines Gesunden zurückbleiben. Demzufolge kann der Vorinstanz nicht gefolgt werden, welche die genannte Einschränkung bei sämtlichen in Frage kommenden Tätigkeiten in Anschlag stellte. Solches ginge nur an, wenn der Versicherte in allen zumutbaren Tätigkeiten, und nicht bloss in solchen mit hoher Kadenz, zu 40 % weniger leistungsfähig wäre. Dies ist jedoch nicht der Fall. Auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt existieren eine Vielzahl leichter Tätigkeiten, bei welchen die rechte Hand nicht mit hoher Kadenz belastet wird, beispielsweise bei Kontrollarbeiten. Vom Beschwerdegegner darf im Rahmen der ihm obliegenden Schadenminderungspflicht erwartet werden, dass er eine Arbeit ausübt, in welcher die Einschränkung in Bezug auf die Kadenz möglichst wenig ins Gewicht fällt. Daher rechtfertigt es sich nicht, beim hypothetischen Invalideneinkommen generell eine Leistungsfähigkeit von nur 60 % anzunehmen und die Löhne in allen Verweisungstätigkeiten gleichermassen um 40 % zu reduzieren. 3.3 Nach dem Gesagten ist der von der Vorinstanz ermittelte Invaliditätsgrad von 55 % zu hoch. Dies erhellt im Übrigen auch aus einem Vergleich mit den Tabellenlöhnen gemäss den Schweizerischen Lohnstrukturerhebungen (LSE): Das von der Vorinstanz noch als zumutbar erachtete hypothetische Valideneinkommen liesse sich nur dadurch errechnen, dass in den Verweisungstätigkeiten eine leistungsbedingte Einschränkung von 40 % angenommen und zusätzlich der Maximalabzug von 25 % gewährt würde. Dies geht jedoch zu weit, nachdem das Leistungsvermögen von 60 % bei hoher Kadenz bereits dem für den Versicherten ungünstigsten Fall entspricht und sich somit keine darüber hinausgehende Reduktion rechtfertigt. In besser angepassten Arbeiten kann der Beschwerdegegner mehr leisten. Daher ist der von der SUVA ermittelte Invaliditätsgrad von 33 1/3 % zu bestätigen, da dieser den gesundheitlichen Einschränkungen des Versicherten angemessen Rechnung trägt: er geht von einer vollen Leistungsfähigkeit in einer den Leiden des Versicherten angepassten Tätigkeiten aus, berücksichtigt aber mit einem Abzug von 10 % eine allfällige behinderungsbedingte Minderleistung. Hiezu kann auf die zutreffenden Erwägungen im Einspracheentscheid verwiesen werden.