Citation: 4A_588/2023 E. 4.2

4.2. Die Vorinstanz hat geprüft, ob die Berufungsbegründung des Beschwerdegegners den Anforderungen von Art. 311 ZPO standhält. Sie bemängelte an dieser Begründung, dass der Beschwerdegegner bei seinen einzelnen Vorbringen zuweilen nicht oder zu wenig Bezug auf das angefochtene Urteil nehme und er sich frei zum Sachverhalt äussere. Völlig ohne Bezug zum angefochtenen Urteil sei die Kritik des Beschwerdegegners jedoch nicht. Namentlich sei seine Kritik an der Beweiswürdigung ausreichend, da er darin hinreichend Bezug auf das angefochtene Urteil nehme. Als Berufungsinstanz komme die Vorinstanz nicht umhin, die in der Berufung genannten Aussagen einzeln zu prüfen und dann in eigener Kognition eine Gesamtwürdigung vorzunehmen. Vom Beschwerdegegner zu verlangen, hinsichtlich jeder Aussage zu behaupten, weshalb diese einen Einfluss auf das Beweisergebnis als Ganzes habe, sei überspitzt und widerspräche Treu und Glauben. Darüber hinaus erwog die Vorinstanz, dass sie als Berufungsinstanz auch ohne spezielle Rüge offensichtliche Mängel des angefochtenen Urteils prüfen könne. Das angefochtene Urteil leide hinsichtlich der Beweislastverteilung an einem offensichtlichen Mangel, der sich nicht nur in den einzelnen Punkten, sondern auch im Ergebnis der erstinstanzlichen Gutheissung der Klage auswirke.