Citation: 1B_453/2018 E. 3

Die Vorinstanz erwägt, die Beschwerdeführerin habe auch im zurückgewiesenen Verfahren nochmals vorgebracht, die versiegelten Berichte (samt Beilagen) seien der "klassischen Anwaltstätigkeit" zuzurechnen und enthielten ausnahmslos anwaltliche Rechtsberatung. Dies widerspreche allerdings den Erwägungen des Bundesgerichtes in dessen konnexem Urteil 1B_433/2017. Dort sei bereits verbindlich festgestellt worden, dass die fraglichen Berichte deutliche Elemente eines nicht anwaltsspezifischen bankenrechtlichen Controlling und Auditing enthielten. Berichtsteile und Unterlagen, die sich nicht auf rechtsberatende juristische Analyse erstreckten, sondern der compliancespezifischen Sachverhaltsermittlung über die Geschäftsbeziehung der Beschwerdeführerin zur B.________ AG dienten, könnten nicht ohne weiteres unter das Anwaltsgeheimnis fallen. Zu den Inhalten der beiden Berichte (samt Beilagen) erwägt die Beschwerdekammer Folgendes: Der Zwischenbericht vom 3. Juli 2012 sei in fünf Kapitel gegliedert (A: Stand der Untersuchung, B: Aufbau des Zwischenberichts, C: Das EVV-Geschäft der Bank im Allgemeinen, D: Das EVV-Geschäft der Bank mit der B.________ AG im Besonderen, E: Empfohlener Gegenstand der weiteren Untersuchungen). Ihm angehängt seien diverse Beilagen, nämlich Aktennotizen bzw. Kommentare und Anträge, Berichte, E-Mails, Unterlagen zur Entwicklung der Geschäftsbeziehungen der Beschwerdeführerin zur B.________ AG, eine Rubrik "Protokolle/Gesprächsgeheimnisse/Besuchsrapporte" sowie Weisungen und Reglemente. Die Kapitel A-B enthielten allgemeine Informationen zum Untersuchungsablauf und zum Aufbau des Zwischenberichts und damit keine dem Anwaltsgeheimnis unterliegenden Informationen. In Kapitel C (Rz. 23-69) würden die Geschäftsbeziehungen der Beschwerdeführerin mit sogenannten "externen Vermögensverwaltern" (EVV) im Allgemeinen dargestellt. Insbesondere würden die Organe der Bank und deren Aufgaben geschildert und die bankinterne Weisung betreffend Geschäfte mit EVV hinsichtlich der Bekämpfung von Geldwäscherei einer Würdigung unterzogen. Dabei handle es sich im Wesentlichen um eine Darstellung des Sachverhalts, die grundsätzlich nicht vom Anwaltsgeheimnis geschützt sei. Analog verhalte es sich mit Bezug auf die Sachverhaltsdarstellung in Kapitel D (Rz. 70-203) zum EVV-Geschäft mit der B.________ AG. Die sich anschliessende vorläufige Würdigung hinsichtlich der Kredit-, Rechts- und Reputationsrisiken (Rz. 204-214) und die daraus resultierenden Empfehlungen hinsichtlich des weiteren Untersuchungsgegenstandes in Kapitel E (Rz. 215-224) fielen ebenfalls unter die gesetzlichen Controlling- und Auditing-Aufgaben der Bank. Was die Beilagen zum Zwischenbericht betrifft, handle es sich (mit Ausnahme einer Aktennotiz vom 11. Juni 2012) bei sämtlichen Unterlagen um sogenannte "vorbestehende" Bankdokumente, d.h. um solche, die vor der bankinternen Untersuchung durch die Anwaltskanzlei erstellt worden und daher nicht vom Berufsgeheimnis geschützt seien. Die Aktennotiz vom 11. Juni 2012 habe ein Bankmitarbeiter zuhanden der (mit der internen Untersuchung betrauten) Anwaltskanzlei erstellt. Sie enthalte Informationen zur bankinternen Aufbewahrung von E-Mails und falle nicht unter das Anwaltsgeheimnis. Der Schlussbericht vom 27. September 2012 sei in die Kapitel A-K unterteilt und enthalte zwei Anhänge (I und II). Ihm beigefügt seien diverse Beilagen, nämlich Unterlagen zur Organisation der bankinternen Untersuchung, Organigramme, Regelwerke, Dokumente zu den Geschäftsbeziehungen mit der B.________ AG, E-Mails, Protokolle über durchgeführte Interviews, Aktennotizen zu Informationsgesprächen sowie Aufzeichnungen von Telefongesprächen. Weder fielen die allgemeinen Ausführungen zum Ablauf der bankinternen Untersuchung und zum Aufbau des Schlussberichts (Kapitel A-C) unter das Anwaltsgeheimnis, noch die bankenspezifischen Controlling- und Auditing-Aufgaben betreffend Sachverhaltsdarstellung und Bericht über Rechts- und Reputationsrisiken im Fall B.________ AG (Kapitel D-J, mit Empfehlung von bankinternen Massnahmen in Kapitel K und Übersichten über die gesichteten Unterlagen und Dateien, inklusive Befragungen und Organigramme, in den Anhängen I-II). Bei den Beilagen zum Schlussbericht handle es sich grösstenteils um "vorbestehende" Bankunterlagen, darunter auch öffentlich zugängliche Dokumente. Von den Unterlagen, die nach der Mandatierung zur bankinternen Untersuchung erstellt worden seien, weise keines geheimnisgeschützte Inhalte auf. In zwei Aktennotizen vom 15. und 29. Mai 2012 (Beilagen, pag. 1038-41) hätten bankinterne Mitarbeiter Wertpapiergeschäfte der B.________ AG beschrieben. Eine weitere Aktennotiz vom 11. Juni 2012 (pag. 1051) sei identisch mit der bereits oben erwähnten Beilage (gleichen Datums) zum Zwischenbericht. In einer weiteren Beilage vom 21. September 2012 (pag. 1054) werde die Geschäftsbeziehung eines Kunden der B.________ AG ("Kundengeschichte") chronologisch dargelegt. Eine E-Mail vom 16. Mai 2012 (pag. 1894 f.) enthalte bankinterne Anweisungen zur Aktenaufbewahrung im Hinblick auf die bankinterne Untersuchung. Bei zwei E-Mails vom 6. Juni und 28. August 2012 (pag. 1896 f.) handle es sich um Konversationen zwischen Bankmitarbeitern und der mit der Untersuchung beauftragten Kanzlei betreffend Fragen zum E-Banking. Die Befragungsprotokolle enthielten Aussagen von Bankmitarbeitern zu deren Tätigkeiten und Funktionen und zu den Geschäften der B.________ AG. Auch die Befragungen fielen nicht unter die Anwaltsprivilegien. Die betroffenen Personen seien denn auch jeweils zu Beginn der Anhörung ausdrücklich darauf hingewiesen worden (insbes. pag. 1917), dass eine (anwaltliche) Beratung der Bankmitarbeiter im Rahmen der internen Untersuchung nicht möglich sei. Die sichergestellten Berichte samt Beilagen enthielten - soweit aufgrund der Vorbringen der Beschwerdeführerin nachvollziehbar und überschaubar - keine durch das Anwaltsgeheimnis geschützten Inhalte. Auch die übrigen Entsiegelungsvoraussetzungen (hinreichender Tatverdacht, Untersuchungsrelevanz und Verhältnismässigkeit) seien laut Vorinstanz erfüllt (vgl. angefochtener Entscheid, E. 9, S. 15-21).