Citation: I 226/02 03.02.2004 E. 3.1

3.1.1 Das kantonale Gericht hat mit Hinweis auf BGE 127 V 299 Erw. 5a erwogen, aus den ärztlichen Berichten, insbesondere der Fachstelle für Sozialpsychiatrie und Psychotherapie und der Höhenklinik X.________, sei zu schliessen, dass bedeutsame Ursachen für die psychische Verfassung der Beschwerdeführerin, die ausserhalb psychosozialer und -kultureller Umstände gründeten, nicht vorlägen. Die Ärzte der Fachstelle für Sozialpsychiatrie und Psychotherapie hätten die Arbeitsfähigkeit gestützt auf regelmässig während längerer Zeit durchgeführte Gesprächssitzungen eingeschätzt, weshalb kein Anlass bestehe, von dieser Beurteilung abzugehen. 3.1.2 Die Versicherte macht geltend, auf den Bericht der Fachstelle für Sozialpsychiatrie und Psychotherapie vom 13. März 2001 könne nicht abgestellt werden, da in wesentlichen Punkten nicht zu übersehende Widersprüche zu demjenigen vom 19. September 2000 bestünden. Während im früheren Bericht eine undifferenzierte Somatisierungsstörung (ICD-10: F45.1) und eine depressive Entwicklung leicht- bis mittelgradigen Ausmasses mit Schmerzsyndrom (ICD-10 F32.01) diagnostiziert und die Arbeitsfähigkeit längerfristig auf 70 % bis 80 % festgelegt worden sei, gebe die Fachstelle später, ohne die abweichende Beurteilung zu erörtern, nurmehr eine depressive Entwicklung leichtgradigen Ausmasses mit Schmerzsyndrom bei uneingeschränkter Arbeitsfähigkeit an. Sodann habe die Höhenklinik X.________, in welcher sich die Versicherte vom 18. Oktober bis 8. November 2001 zur Rehabilitation aufgehalten habe, eine Anpassungsstörung mit längerdauernder Depression (reaktive Depression) gemäss ICD-10: F43.202 und eine somatoforme Schmerzstörung mit Schmerzhemisyndrom links nach ICD-10: F45.4 diagnostiziert und eine erneute psychiatrische Beurteilung der Arbeitsfähigkeit empfohlen. Dr. med. S.________, bei welcher die Beschwerdeführerin seit 24. Januar 2002 in Behandlung stehe, bestätige im letztinstanzlich aufgelegten Bericht vom 19. April 2002 eine schwere depressive Störung mit chronifiziertem Schmerzsyndrom und eine Arbeitsunfähigkeit von 70 %. 3.2 Die Frage, ob der geltend gemachte psychische Gesundheitsschaden von belastenden soziokulturellen Faktoren oder psychosozialen Schwierigkeiten herrühre (BGE 127 V 299 Erw. 5a), kann im vorliegenden Fall offen gelassen werden. Nach der überzeugenden Einschätzung der Ärzte der Fachstelle für Sozialpsychiatrie und Psychotherapie (Bericht vom 13. März 2001) war die Beschwerdeführerin im für die Beurteilung massgeblichen Zeitpunkt des Erlasses der strittigen Verfügung vom 31. Oktober 2001 (BGE 121 V 366 Erw. 1b) aus psychiatrischer Sicht vollständig arbeitsfähig. Die zu diesem Bericht vorgebrachten Einwände sind nicht stichhaltig. Die Ärzte legen die Gründe ausführlich dar, weshalb sie gegenüber der früher gestellten Diagnose (Bericht vom 19. September 2000) eine somatoforme Schmerzstörung nunmehr ausgeschlossen haben. In der Stellungnahme vom 19. September 2000 an die kollektive Krankentaggeldversicherung wurde auf Grund der Fragestellung ("In welchen beruflichen Bereichen und Tätigkeiten und mit welchem prozentualen Pensum ist Frau C.________ Ihrer Meinung nach noch einsetzbar?") die Arbeitsfähigkeit ausschliesslich bezogen auf Tätigkeiten, in welchen die Versicherte beeinträchtigt ist, festgelegt. Die bisherige Beschäftigung als Hilfsschwester wurde aus psychologischen Gründen als ungünstig angegeben. Demgegenüber umschrieb die Fachstelle für Sozialpsychiatrie und Psychotherapie im Bericht vom 13. März 2001 an die Verwaltung Tätigkeiten, für welche die Versicherte in Anbetracht der psychiatrischen Befunde (Schlaf- und Antriebsstörung, Reizbarkeit, hohes Ruhebedürfnis, Atembeschwerden) vollumfänglich einsetzbar ist. Dabei handle es sich um Beschäftigungen ohne hohe emotionale oder kognitive Anforderungen wie zum Beispiel Kontroll-, Mess- oder Versandarbeiten. Die Beschwerdeführerin wirke etwas deprimiert und besorgt und es bestehe eine deutliche Tendenz zu Regression und psychischer Rigidität, Affektmodulationen mit humoristischen Zügen seien aber durchaus vorhanden und die Beschwerden würden mit einer gewissen Theatralik geschildert. Daher lasse das Ausmass des Beschwerdebildes weder die Diagnose einer somatoformen Schmerzstörung zu, noch rechtfertige sich aus psychiatrischer Sicht eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Die Höhenklinik X.________ hat weder den Schweregrad der angegebenen psychiatrischen Diagnosen noch deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit beurteilt, sondern die Einschätzung ausdrücklich der Hausärztin oder einer psychiatrischen Fachperson überlassen (Bericht vom 6. November 2001). Frau Dr. med. V.________ hat in ihren beiden Berichten vom 27. Oktober 2000 und 25. Januar 1999 festgehalten, dass ihr keine sicheren Angaben möglich sind, und die Beurteilung durch einen Rheumatologen empfohlen. Schliesslich betrifft die von Dr. med. S.________ bescheinigte Arbeitsunfähigkeit (letztinstanzlich aufgelegter Bericht vom 19. April 2002 sowie Arztzeugnisse vom 24. Januar und 16. Februar 2002) einen Zeitraum nach Verfügungserlass, weshalb darauf nicht abzustellen ist (BGE 121 V 366 Erw. 1b mit Hinweisen). 3.3 Zusammengefasst ist der Bericht der Fachstelle für Sozialpsychiatrie und Psychotherapie vom 13. März 2001 nicht zu beanstanden. Er beruht auf eigenen therapeutischen Erfahrungen der Ärzte, einer ergänzenden Untersuchung vom 12. März 2001, ist für die streitigen Belange umfassend, berücksichtigt die geklagten Beschwerden und überzeugt in den Schlussfolgerungen, womit die für den Beweiswert medizinischer Gutachten geltenden Anforderungen erfüllt sind (BGE 125 V 352 Erw. 3a mit Hinweisen). Auszugehen ist daher hinsichtlich des psychischen Gesundheitszustandes von einer depressiven Entwicklung leichtgradigen Ausmasses mit Schmerzsyndrom (ICD-10: F32.01) ohne wesentliche Einschränkung in der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit. Von der beantragten psychiatrischen Begutachtung ist abzusehen.