Citation: 8C_344/2016 E. 4.1

4.1. Die IV-Stelle geht in der Verfügung vom 20. Februar 2015 davon aus, dass die vorhandenen gesundheitlichen Einschränkungen überwindbar seien, weshalb die angestammte Tätigkeit mit einer zumutbaren Willensanstrengung ohne Einschränkungen ausgeübt werden könne. Das kantonale Gericht vertritt ebenfalls die Ansicht, es bestehe keine invalidenversicherungsrechtlich relevante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Auf das MEDAS-Gutachten könne nicht abgestellt werden. Hinsichtlich der ausschliesslich von den MEDAS-Gutachtern diagnostizierten somatoformen Schmerzstörung sei darauf hinzuweisen, dass der für die Annahme eines derartigen Leidens verlangte andauernde, schwere und quälende Schmerz nicht gegeben sei. Das schlechte Ergebnis des von den MEDAS-Gutachtern durchgeführten PACT-Tests (kein verwertbares Arbeitspotential) stehe in deutlichem Widerspruch zur im Alltag effektiv gezeigten physischen Leistungsfähigkeit. So sei die Beschwerdeführerin namentlich - jedenfalls mit Pausen - in der Lage, die im Haushaltsbereich anfallenden Arbeiten zu verrichten, sie führe regelmässig während 20 Minuten Körperübungen am Gerät durch und erledige infolge der Rückenschmerzen ihres Ehemannes sämtliche Gartenarbeiten allein. Auch das Bestehen einer ebenfalls einzig von den MEDAS-Gutachtern festgestellten posttraumatischen Belastungsstörung erscheine mit Blick auf das Fehlen jeglicher Anhaltspunkte für ein derartiges Leiden in sämtlichen im Laufe der Jahre ergangenen weiteren medizinischen Berichten als unwahrscheinlich. Die von weiteren Ärzten ebenfalls festgestellte Angst- und depressive Symptomatik werde wesentlich durch grundsätzlich invaliditätsfremde und daher bei der Beurteilung des Leistungsanspruchs auszuklammernde psychosoziale Belastungsfaktoren ausgelöst und sei seither von solchen geprägt. Zu erwähnen sei dabei das kardiale Leiden der Tochter, die schwere Herzerkrankung der Mutter, der vom Vater erlittene Schlaganfall, der Verlust der Stelle, das invalidenversicherungsrechtliche Verfahren der Versicherten wie auch der Tochter und des Ehemannes, finanzielle Probleme, die unsichere Zukunft sowie die erfolglose Stellensuche der Tochter. Es sei daher davon auszugehen, dass die psychische Störung bei Wegfall der Belastungsfaktoren mit überwiegender Wahrscheinlichkeit wieder verschwinden würde. Gegen die Symptomatik der im Gutachten diagnostizierten mittelschweren depressiven Episode (bzw. der rezidivierenden depressiven Störung, aktuell mittelgradige Episode, gemäss Bericht des Spitals D._________, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 1. Oktober 2013) spreche im Übrigen bereits das Aktivitätsniveau und das familiäre Engagement (gut strukturierter Tagesablauf, tägliche Erledigung sämtlicher im Haushalt anfallender Arbeiten zusammen mit Ehemann und Tochter, soziale Kontakte auch ausserhalb der Familie, fast tägliche Spaziergänge, Lesen, Musik hören, Filme im Fernsehen und im Kino ansehen, Unterstützung der Tochter bei der Stellensuche). Zudem verneine das Bundesgericht die invalidisierende Wirkung derartiger depressiver Störungen regelmässig. Hinsichtlich der Agoraphobie mit Panikstörung vermöge nicht einzuleuchten, dass die MEDAS-Gutachter daraus eine einschränkende Auswirkung auf das Leistungsvermögen ableiten würden. Die Versicherte sei imstande, die alle zwei Wochen stattfindenden Konsultationen bei ihrer Psychiaterin selbstständig wahrzunehmen und dementsprechend den Weg zwischen ihrem Wohnort und der Praxis allein mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu bewältigen. Folglich sei sie auch in der Lage, sich ohne Begleitung an einen Arbeitsplatz und wieder nach Hause zu begeben sowie bei der Arbeit zumindest zeitweise allein zu sein. Eine relevante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit sei auch deshalb zu verneinen, weil die - durchaus über Ressourcen verfügende - Versicherte sozial gut integriert sei, häufige Kontakte zu Kollegen und Kolleginnen sowie zu ihren Nachbarn pflege und fähig sei, ein- bis zweimal pro Jahr (in der Regel) mit dem Zug oder Flugzeug nach Kroatien zu reisen und Freizeitaktivitäten, wie etwa Kinobesuche, wahrzunehmen. Selbst unter der Annahme, dass die psychischen Beschwerden lediglich teilweise durch ungünstige psychosoziale Faktoren bedingt seien, liege keine invalidenversicherungsrechtlich relevante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit vor. Die von der IV-Stelle verfügte Leistungsverweigerung sei daher rechtens.