Citation: M 4/01 13.09.2002 E. 2.3

Wesentlicher ist jedoch, dass die MV für diese Arbeitsplätze eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit angenommen hat, was auf Grund der ärztlichen Stellungnahmen nicht einleuchtet. Die Beurteilungen des Grades der Arbeitsunfähigkeit durch die medizinischen Fachleute lassen sich nicht dahingehend zusammenfassen, dass für leichtere Arbeiten keine Einschränkungen bestünden. Vielmehr sind sie sehr uneinheitlich. Zwar wird die Arbeitsunfähigkeit in einigen Arztberichten quantifiziert; die Angaben widersprechen sich aber. Verschiedentlich wird darauf aufmerksam gemacht, die Frage sei schwierig zu beurteilen. Infolgedessen verzichten einige Berichte bzw. Gutachten ganz auf genaue Angaben, andere wählen offene Formulierungen. Gemäss der Rechtsprechung (siehe Erw. 1.2) hat die Beurteilung der medizinischen Fachleute nicht nur die Art der Tätigkeiten, für die eine versicherte Person arbeitsunfähig ist, sondern auch den Umfang dieser Arbeitsunfähigkeit zu umfassen. Solche Angaben stehen hier nicht zur Verfügung, weshalb eine korrekte Berechnung des hypothetischen Invalideneinkommens und damit des Invaliditätsgrades nicht möglich ist. Die Verwaltung wird die notwendigen Abklärungen nachzuholen haben. Diese werden ihr auch ermöglichen, die bisher vorliegende Berechnung des Invalideneinkommens auf Grund von DAP-Lohnangaben durch eine solche, die sich auf die Tabellenlöhne der vom Bundesamt für Statistik herausgegebene Schweizerische Lohnstrukturerhebung (LSE) abstützt, zu ergänzen (vgl. BGE 124 V 321; RKUV 2000 Nr. U 405 S. 399). 2.4 Die körperlichen Beeinträchtigungen, die sich aus dem Unfall vom 9. Mai 1994 ergaben, waren offenbar schon früh überlagert von einer psychischen Problematik. So wurde der Versicherte schon am 4. August 1994, also keine drei Monate nach dem Sturz, von Dr. med. B.________ als depressiv beschrieben. Dr. med. U.________beobachtete unter anderem posttraumatische Persönlichkeitsveränderungen, die er ausdrücklich als "typisch" und nicht auf individuelle Merkmale zurückgehend bezeichnete (Schreiben vom 3. August 1999). Das lässt es als notwendig erscheinen, auch die psychischen Aspekte in die Abklärung des Gesundheitszustandes und dessen Entwicklung einzubeziehen. Die Beschwerdegegnerin wird demnach die in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde eventualiter beantragte gesamtmedizinische Abklärung vornehmen lassen und auf Grund der Ergebnisse neu über die Ansprüche des Beschwerdeführers verfügen.