Citation: 5A_267/2016 E. 7.1

7.1. Der Nacherbe geniesst den gleichen Schutz wie der Vorerbe. Ist er pflichtteilsgeschützter Erbe des Erblassers, so genügt es nicht, dass der Pflichtteil ihm bloss als Nacherbe hinterlassen und erst im Zeitpunkt der Auslieferung der Erbschaft (Art. 489 ZGB) ausgerichtet wird. Er muss den Pflichtteil wenigstens dem Werte nach erhalten (Art. 522 Abs. 1 ZGB) und hat daran auch ein Interesse, zumal er als Nacherbe die Erbschaft gemäss Art. 492 Abs. 1 ZGB nur erwirbt, wenn er den für die Auslieferung massgebenden Zeitpunkt erlebt hat (ADOLPH SUTER, Die Nacherbschaft nach dem schweizerischen Zivilgesetzentwurfe, 1908, S. 58 f.; TUOR, Berner Kommentar, 1952, N. 6 zu Art. 531 ZGB). Es verhält sich nicht anders als im Fall der Anordnung einer Willensvollstreckung auf Lebenszeit des Erben (Urteil 5A_914/2013 vom 4. April 2014 E. 3.4). Wie dort können Vor- und auch Nacherbe ihren Pflichtteil geltend machen, so dass sich die Nacherbeneinsetzung auf die verfügbare Quote beschränkt (Urteil 5C.18/1997 vom 1. Dezember 1997 E. 7b, zit. bei FORNI/PIATTI, a.a.O., N. 3, und D. PIOTET, a.a.O., N. 2, je zu Art. 531 ZGB).