Citation: 6B_131/2019 E. 2.5.2

2.5.2. Die Vorinstanz prüft anschliessend gestützt auf das Urteil 6B_506/2017 vom 14. Februar 2018 E. 2.2 und die dort zitierte Rechtsprechung des EGMR, ob die EMRK oder die UNO-Kinderrechtskonvention (KRK) einer Landesverweisung entgegenstehen. Handle es sich um einen Ausländer, welcher erst im jugendlichen oder erwachsenen Alter in die Schweiz gekommen sei, seien für die Beurteilung im Sinne von Art. 8 Ziff. 2 EMRK, ob der Eingriff in seine Rechte in einer demokratischen Gesellschaft notwendig und gegenüber dem verfolgten Ziel verhältnismässig sei, die folgenden Kriterien heranzuziehen (mit Hinweis auf das Urteil 6B_506/2017 vom 14. Februar 2018 E. 2.2, publiziert in: SJ 2018 I 397, sowie auf das Urteil des EGMR in Sachen Üner c. Niederlande vom 18. Oktober 2006, Req. 46410/99, in: Rec.CourEDH 2006-XII S. 177, Ziff. 57) : - die Art und Schwere der begangenen Straftat, - die Dauer des Aufenthalts im Land, aus dem er ausgewiesen werden soll, - die seit der Tatzeit verstrichene Zeit und sein Verhalten in dieser Zeit, - die Festigkeit der sozialen, kulturellen und familiären Bindungen zum Gaststaat und zum Bestimmungsland. Diese Kriterien würden nicht gegen die Landesverweisung sprechen. Die Anlasstat sei eine schwere Straftat und sein Verhalten in den letzten Jahren mit sieben, zum Teil einschlägigen Vorstrafen sei strafrechtlich als gravierend zu bezeichnen. Die serbische Ehefrau sei nicht in der Schweiz geboren, habe ihre Aufenthaltsbewilligung nur durch die Heirat mit dem Beschwerdeführer und lebe erst seit 2016 mit diesem in der Schweiz; es wäre ihr und ihrem noch ungeborenen Kind zumutbar, zusammen mit ihm in der Türkei zu leben. Zum weiteren in der Schweiz wohnenden Kinde habe er keine besonders enge Beziehung, welche über ein normales Verhältnis zu einem Kind hinausginge, das beim andern Elternteil lebe. Das Migrationsamt könne auch bei Landesverweisungen temporäre Einreisebewilligungen zur Wahrung des Besuchsrechts gewähren. Die erstinstanzlich festgesetzte Dauer der Landesverweisung für sieben Jahre könne wegen des Verschlechterungsverbots (Art. 391 Abs. 2 StPO) nicht erhöht werden. Für die SIS-Ausschreibung sei auf das erstinstanzliche Urteil zu verweisen; auch die Verteidigung bringe dagegen nichts vor.