Citation: I 494/99 31.03.2000 E. 2

2.- Nicht bestritten sind vorliegend die gesundheitli- che Beeinträchtigung (Arbeitsfähigkeit von 50 % in einer dem Leiden angepassten Tätigkeit mit alternierendem Sitzen, Stehen und Gehen ohne Heben oder Tragen von schweren Las- ten) sowie das der Invaliditätsbemessung zugrundegelegte Valideneinkommen von Fr. 53'040.- für das Jahr 1996. Strei- tig hingegen sind die Höhe des Invalideneinkommens und der aus dem Einkommensvergleich resultierende Invaliditätsgrad. a) Für die Bezifferung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung sogenannte Tabellenlöhne beigezogen werden. Dies gilt insbesondere dann, wenn der Versicherte nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihm an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenom- men hat (BGE 124 V 322 Erw. 3b/aa mit Hinweisen). Gemäss Tabelle A1 der Schweizerischen Lohnstrukturer- hebung 1996 des Bundesamtes für Statistik (LSE 96) belief sich der monatliche Bruttolohn (Zentralwert) für die mit einfachen und repetitiven Aufgaben (Anforderungsniveau 4) beschäftigten Männer im privaten Sektor im Jahre 1996 auf Fr. 4294.-. Indes gilt es zu beachten, dass dieser stand- ardisierte Lohn generell auf einer Arbeitszeit von 40 Wo- chenstunden beruht, welcher etwas tiefer liegt als die ge- mäss Statistik durchschnittliche Arbeitszeit im Jahre 1996 von 41,9 Stunden (Die Volkswirtschaft, 1998 Heft 12, Anhang S. 27, Tabelle B9.2). Bei einer solchen Arbeitszeit resul- tiert daher ein Gehalt von Fr. 4498.- im Monat oder von Fr. 53'976.- im Jahr (Fr. 4498.- x 12). Entgegen der Auf- fassung des Beschwerdeführers ist bei den Löhnen nach der LSE auf die durchschnittliche und nicht auf die beim bis- herigen Arbeitgeber geleistete Arbeitszeit (42,5 Stunden) abzustellen. Bei Ausschöpfung der dem Beschwerdeführer noch zumutbaren Arbeitsfähigkeit von 50 % beträgt das erzielbare mögliche Einkommen somit Fr. 26'988.- pro Jahr oder Fr. 2249.- monatlich. b) Der Beschwerdeführer macht geltend, er habe 1996 ein monatliches Einkommen erzielt (Fr. 4080.-), das 13,6 % unter dem Tabellenlohn für das Baugewerbe gelegen habe (LSE 96, Tab. TA1, Anforderungsniveau 4, Ziff. 45). Deshalb müsse ein entsprechender Anzug vorgenommen werden. Der Beschwerdeführer übersieht zunächst, dass es sich beim Betrag von Fr. 4080.- gar nicht um ein 1996 tatsäch- lich erzieltes Monatseinkommen handelt, sondern um den Lohn, den der Beschwerdeführer seit 1. Januar 1996 erzielt hätte, wenn der Gesundheitsschaden nicht eingetreten wäre. Dies ergibt sich klar aus den Angaben des letzten Arbeitge- bers im Fragebogen vom 30. Mai 1996 (Ziff. 16). Sodann ver- kennt der Beschwerdeführer, dass dieser Lohn 13 x im Jahr ausbezahlt worden wäre, während in den Löhnen der LSE 96 der 13. Monatslohn schon anteilig enthalten ist (LSE 96 S. 7). Richtigerweise wäre somit von einem Betrag von Fr. 4420.- statt von Fr. 4080.- auszugehen. Wird er mit dem Tabellenwert für das Baugewerbe (Fr. 4442.-) verglichen und zudem berücksichtigt, dass statistische Zahlen immer nur Annäherungswerte sind, ergäbe sich selbst dann keine ins Gewicht fallende Abweichung, wenn der erwähnte Tabellenlohn entsprechend der durchschnittlichen Wochenarbeitszeit hoch- gerechnet würde. Für den von Beschwerdeführer verlangten Abzug besteht somit kein Anlass. Anders verhält es sich - wie nachfolgend darzustellen sein wird - mit dem soge- nannten leidensbedingten Abzug. c) Der Beschwerdeführer bringt des Weitern vor, vom Tabellenlohn sei ein leidensbedingter Abzug von über 25 % vorzunehmen. Für die Ermittlung der Invalideneinkommens können - wie erwähnt - Tabellenlöhne beigezogen werden. Dabei kann dem Umstand, dass insbesondere gesundheitlich beeinträch- tigte Personen, die bisher körperliche Schwerarbeit ver- richtet haben und nun selbst bei leichten Hilfsarbeiten behindert sind, im Vergleich zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern lohnmässig benach- teiligt sind und deshalb in der Regel unterdurchschnittlich entlöhnt werden, mit einem Abzug von bis zu 25 % Rechnung getragen werden (nicht publizierte Erw. 4b des Urteils BGE 114 V 310; AHI 1998 S. 291 f.). Der Abzug beläuft sich nicht generell auf 25 %, sondern ist in jedem konkreten Einzelfall aufgrund der tatsächlichen Behinderung im noch möglichen Tätigkeitsbereich zu bestimmen (AHI 1998 S. 177 Erw. 3a). Vorliegend erscheint die Annahme eines um 25 % vermin- derten Tabellenlohnes als angemessen, nachdem der Beschwer- deführer auch bei den ihm noch zumutbaren Tätigkeiten ein- geschränkt ist. Kommt hinzu, dass der Beschwerdeführer nur noch eine Teilzeitstelle verrichten kann, welchem Umstand mit dem erwähnten Abzug ebenfalls Rechnung getragen wird (AHI 1998 S. 178 Erw. 4b). d) Nach dem Gesagten ergibt sich ein hypothetisches Invalideneinkommen von Fr. 20'241.- (Fr. 26'988.- abzügl. 25 %). Aus dem Vergleich mit dem hypothetischen Einkommen ohne Invalidität (Fr. 53'040.-) resultiert eine Erwerbs- einbusse von rund 62 %, womit sich die zugesprochene halbe Invalidenrente als rechtens erweist.