Citation: 6B_1133/2023 E. 2.2

2.2. Die Vorinstanz erwägt, es sei nicht daran zu zweifeln, dass der Beschwerdeführer Kenntnis von den Betreibungen gehabt habe. In diesem Zusammenhang verweist die Vorinstanz auf die Akten und Schreiben der Ehefrau des Beschwerdeführers, woraus hervorgehe, dass seine Ehefrau über die zahlreichen Betreibungsverfahren und später über das Strafverfahren stets im Bilde gewesen sei. Exemplarisch für ihre Beteiligung sei auf das "Pfändungsprotokoll Vollzug" vom 13. Januar 2015 zu verweisen, wonach seine Ehefrau bei der Pfändung anwesend gewesen sei. Das Ehepaar sei sich sehr nahe gestanden und habe zur fraglichen Zeit die Zahnarztpraxis gemeinsam betrieben, weswegen davon auszugehen sei, dass der Beschwerdeführer Kenntnis der gegen ihn laufenden Betreibungsverfahren gehabt habe. Hinsichtlich der angeblich fehlenden Zustellung der Pfändungsankündigungen erwägt die Vorinstanz, dies habe höchstens die Anfechtbarkeit zur Folge. Dementsprechend könne unberücksichtigt bleiben, ob die Pfändungsankündigungen tatsächlich zugestellt worden seien. In Bezug auf die Pfändungsurkunden stellt die Vorinstanz fest, diese seien dem Beschwerdeführer in den vier betroffenen Pfändungsgruppen per Einschreiben geschickt worden, wobei der Beschwerdeführer die Sendungen jeweils nicht abgeholt habe und sie retourniert worden seien. Die Pfändungsurkunden enthielten unmittelbar nach der Rechtsmittelbelehrung einen Auszug aus dem Strafgesetzbuch, wobei insbesondere Art. 163 StGB jeweils abgedruckt gewesen sei. In Anwendung der Zustellfiktion erachtet die Vorinstanz die Pfändungsurkunden allesamt als zugestellt. Dem Beschwerdeführer seien die Zahlungsbefehle in den betroffenen Pfändungsgruppen jeweils zugestellt worden. Dementsprechend habe der Beschwerdeführer Kenntnis über die jeweils laufenden Betreibungsverfahren gehabt und habe mit der Zustellung einer Pfändungsurkunde rechnen müssen. So sei deswegen ein Verfahrensverhältnis entstanden, welches den Beschwerdeführer dazu verpflichtet habe, sich nach Treu und Glauben zu verhalten. Indem der Beschwerdeführer die Sendungen mit den betroffenen Pfändungsurkunden nicht entgegengenommen habe und diese jeweils auch nach Erhalt der Abholungseinladung nicht am Postschalter abgeholt habe, habe er sich nicht nach Treu und Glauben verhalten.