Citation: 8C_615/2023 E. 3.2.3

3.2.3. 3.2.3.1. Schliesslich macht der Beschwerdeführer geltend, er habe zwar am 9. Februar 1991 Rupturen des medialen Seiten- und des vorderen Kreuzbandes am linken Knie erlitten. Er habe jedoch das gleiche Aktivitätsniveau wie davor erreicht und während zwanzig Jahren bis zum Unfall vom 25. August 2010 beschwerdefrei gearbeitet. Er habe an keinen für eine Kniearthrose typischen Schmerzen gelitten. Die medizinische Diagnose einer beginnenden Gonarthrose werde in den medzininschen Akten nicht näher spezifiziert. Soweit eine posttraumatische laterale und Femoropatellararthrose diagnostiziert worden sei, werde nicht angegeben, welches Trauma dafür ursächlich sei. Dr. med. D.________, auf dessen Aktengutachten die Vorinstanz abstelle, spreche von mehreren Operationen nach dem Unfall 1991 und nicht nach demjenigen von 2010, was offensichtlich sachverhaltswidrig sei. Dasselbe gelte für seine Feststellung, die posttraumatische Gonarthrose wegen des Unfalls von 1991 sei bereits im Jahr 2010 aktenkundig gewesen. Das Gegenteil sei der Fall. Der Kreisarzt Dr. med. E.________ habe am 11. März 2011 festgehalten, dass 2010 wahrscheinlich eine Kniekontusion beziehungsweise leichte "Diskursion" (richtig wohl: Distorsion) vorgelegen habe, dass aber offenbar eine beginnende, degenerative Knieveränderung feststellbar gewesen sei (also gerade keine posttraumatische). Daraus hätten die Vorinstanzen weder rechtslogisch noch medizinisch korrekt folgern dürfen, dass der Unfall von 1991 invalidisierender Natur gewesen sei. Selbst wenn mit der Auffassung des kantonalen Gerichts davon ausgegangen werden müsse, dass Hausärzte eher zugunsten der Patienten aussagten, folge daraus gerade nicht, dass gegenüber solchen Urkunden Zweifel am Beweiswert begründet seien. Die pauschale Aussage, dass beispielsweise der Bericht des Dr. med. F.________ nur einen geringen Beweiswert aufweise und daher keine Zweifel an der Aktenbeurteilung des Dr. med. D.________ zu rechtfertigen vermöge, begründe die Vorinstanz nicht. Aus all diesen Gründen hätte sie den Sachverhalt weiter abklären und ein Gerichtsgutachten einholen müssen. 3.2.3.2. Dem Beschwerdeführer ist zunächst zu entgegnen, dass sich Dr. med. F.________ im Bericht vom 21. März 2022 mit keinem Wort zur Ursächlichkeit der Kniegelenksarthrose äusserte. Er nahm einzig Stellung zur Einschätzung der Arbeitsfähigkeit in angepassten Tätigkeiten. Allerdings legte er weder qualitativ noch quantitativ dar, weshalb von der Beurteilung des Dr. med. D.________ vom 11. Februar 2022 abzuweichen sei. Daher ist die vorinstanzliche Beweiswürdigung in Bezug auf die Kausalität insoweit nicht zu beanstanden. Sodann ist nicht ersichtlich, inwieweit die Feststellungen des Dr. med. D.________ in Widerspruch zu den kreisärztlichen Untersuchungsbefunden des Dr. med. E.________ vom 11. März 2011 stehen sollen. Dieser Arzt hielt fest, während die Wunde am linken Oberschenkel reizlos abgeheilt sei, persistiere noch ein Knieschmerz links medial. Wahrscheinlich sei es anlässlich des Unfalls vom 25. August 2010 lediglich zu einer Kniekontusion beziehungsweise zu einer leichten Distorsion des linken Knies gekommen. Falls dabei keine sturkturellen Läsionen entstanden seien, wäre diese Knieprellung demnächst zu terminieren, da offenbar bei Status nach Kreuzband- und Seitenbandriss 1990 (richtig: 1991) beginnende degenerative Veränderungen links festgestellt worden seien. Aus diesen Darlegungen ist mit der Vorinstanz einzig zu schliessen, dass Dr. med. E.________ annahm, die beginnenden degenerativen Veränderungen seien auf den Unfall vom 9. Februar 1991 zurückzuführen. Dass nach der Untersuchung des Dr. med. E.________ vom 11. März 2011 Befunde erhoben worden wären, gemäss welchen auf eine durch den Unfall vom 25. August 2010 verstärkte, aber von den Folgen des Unfalls vom 9. Februar 1991 unabhängige, krankheitsbedingte Gonarthrose zu schliessen wäre, zeigt der Beschwerdeführer nicht auf und ist auch den Akten nicht zu entnehmen. Sein Vorbringen, die Gonarthrose sei nicht spezifiziert, entbehrt der Grundlage und ist rein spekulativ.