Citation: 6B_870/2024 E. 3.2

3.2. Die Vorinstanz äussert sich in den Urteilserwägungen und im Beschluss vom 2. Juli 2024 zur Frage der vom Beschwerdeführer am 1. Juli 2024, d.h. vor der Urteilseröffnung, geltend gemachten Verhandlungsunfähigkeit. Sie hält fest, der Beschwerdeführer sei nach der Mittagspause zu der auf 14.30 Uhr angesetzten Fortsetzung der Berufungsverhandlung (Parteivorträge) nicht erschienen und habe durch seinen Verteidiger einen Antrag auf Dispensation gestellt, weil er sich wegen Unwohlseins ins Spital zur Untersuchung begeben habe. In der Folge sei er von der Teilnahme an der Fortführung der Berufungsverhandlung dispensiert worden. Die Kammer habe sich anlässlich der Befragung des Beschwerdeführers ein eigenes Bild seines Aussageverhaltens machen können. Dieses habe sich in der Berufungsverhandlung nicht wesentlich von demjenigen in der früheren Einvernahme unterschieden. Es seien weder Verwirrung noch sonstige kognitive Einschränkungen auszumachen gewesen. Im Gegenteil sei der Beschwerdeführer mit ausführlichen und komplexen Gegenfragen aufgefallen und habe die Fragen zwar weitausholend, aber stets zusammenhängend beantwortet. Zur Sache seien seine Ausführungen wenn auch nicht überzeugend, so doch präzise, sprachlich kohärent, frei von formeller Denkstörung und ohne kognitive Desorientierung gewesen. Den Vorhalt von Widersprüchen zu seinen früheren Aussagen und anderen Beweismitteln habe er stets gekontert, wenn auch diesbezüglich nicht überzeugend, so doch zielgerichtet und mit Strategie. Sodann liessen sich dem eingereichten ärztlichen Attest vom 28. Juni 2024 keine Hinweise auf eine tatsächlich erfolgte ischämische Attacke (auch Streifung genannt) und schon gar nicht auf eine Verhandlungsunfähigkeit anlässlich der Berufungsverhandlung entnehmen.