Citation: C 300/05 09.02.2006 E. 2.1

2.1.1 Im Rahmen der Gewährung des rechtlichen Gehörs gab der Versicherte dem Amt am 25. August 2004 an, ab Anfang des Vorstellungsgesprächs mit Herrn S.________ vom 22. Juli 2004 habe er ein ungutes Gefühl gehabt. Er habe ablehnend und arrogant gewirkt sowie einladend und freundlich, alles in einem. Er habe ihm kein Prozent Hoffnung vermittelt, dazu gehören zu können und die Stelle zu erhalten. Es sei deutlich gewesen, dass die Chemie nicht stimme. Herr S.________ habe ihm die Firma vorgestellt und gesagt, die neue Person würde in allen Bereichen der Buchhaltung eingesetzt und seine Stellvertretung übernehmen. Er habe ihn auch gefragt, wo er sich in den nächsten fünf Jahren sehe. Er habe ihm geantwortet, das komme ganz darauf an, wo er seine nächste Chance erhalte. Eine weitere Ausbildung sei nicht geplant. Falls er aber eine Stelle in einer Steuer- oder Revisionsunternehmung erhielte, könnte er sich noch die Ausbildung zum dipl. Steuerexperten oder zum dipl. Wirtschaftsprüfer vorstellen. Er habe aber betont, dies sei alles offen. Herr S.________ habe ihn gefragt, was er von einer Fortsetzung seiner Karriere in der Schule halte. Er habe ihm erklärt, diese Stelle sofort anzunehmen; er könnte damit seine Erfahrung bereichern, erstmals in der Praxis in einer Betriebsbuchhaltung tätig sein und seine Englischkenntnisse täglich gebrauchen. Er habe aber auch die Nachteile auf den Tisch gelegt, wie z.B. die fehlenden Beförderungsmöglichkeiten, wobei er die Vorteile als wichtiger habe gelten lassen. Dann habe er vorgeschlagen, zuerst temporär ("try an hire"-Methode) zu arbeiten, worauf ihm Herr S.________ keine klare Antwort gegeben habe. Sie hätten abgemacht, dass er (der Versicherte) sich nächste Woche melden würde. Am 26. Juli 2004 habe er Herrn S.________ angerufen, ihm mitgeteilt, er bewerbe sich weiter für die Stelle, seine Bedenken an einer sofortigen Festanstellung geäussert und wieder vorgeschlagen, sofort temporär zu starten, um später einen unbefristeten Vertrag zu unterzeichnen. Herr S.________ habe ihm entgegnet, nicht nach diesem Prinzip vorgehen zu wollen. Dann habe er sich bereit erklärt, fest und auf unbestimmte Zeit anzufangen. Herr S.________ habe danach seine Begeisterung beim Vorstellungsgespräch bemängelt, wo er geäussert habe, dass es eben nur eine Schule sei, die doch einfach und zu schnell zu überblicken sei. Er (der Versicherte) habe gekontert, dass das für ihn ein Nachteil sei, dass aber die Vorteile überwögen. Er habe vorgeschlagen, temporär zu arbeiten, weil er erstmals in einer Schule arbeiten würde und nicht wisse, was ihn erwarte. Schliesslich habe Herr S.________ gesagt, er wolle noch andere Kandidaten anschauen und sich später melden. 2.1.2 Einspracheweise legte der Versicherte unter anderem dar, nachdem sie am Vorstellungsgespräch diskutiert hätten, seien sie in die Verhandlungsphase gekommen. Er habe vorgeschlagen, nach der "try and hire"-Methode vorzugehen. Jemand, der sofort, wenn auch nur temporär beginne, zeige eine 100%ige Bereitschaft. Bedenken zu haben sei völlig normal; solche "Neigungen" sollten positiver gewertet werden, nicht nur vom RAV oder vom Amt, sondern auch von Herrn S.________. Wenn er (der Versicherte) allgemein über Vorteile spreche, müsse er auch über etwaige Nachteile argumentieren. Das habe er sich zur Gewohnheit gemacht. Damit wolle er einen guten Eindruck hinterlassen. Zudem habe er auch (mit einem Schmunzeln) sehen wollen, wie Herr S.________ darauf reagieren würde. Dieser habe darauf jedoch keine spontane Reaktion gezeigt. Vorinstanzlich hielt der Versicherte an seinem Standpunkt fest, alles für den Erhalt der Stelle getan zu haben. 2.2 Im E-Mail an das Amt vom 4. Oktober 2004 gab Herr S.________ an, bei der Vorstellung habe der Versicherte verlauten lassen, eine Anstellung bei einer Schule gehöre nicht zu seinen Traumjobs. Er strebe eine Weiterbildung zum Wirtschaftsprüfer an. Am 5. Oktober 2004 gab Herr S.________ dem Amt telefonisch Auskunft über das Vorstellungsgespräch mit dem Versicherten. Den darüber vom Amt verfassten Bericht bestätigte er am 1. Februar 2005 schriftlich. Demgemäss gab er an, der Versicherte habe einfach den Eindruck hinerlassen, dass er nicht wirklich an einer Anstellung in einer Schule interessiert sei, sondern sich bewerbe, weil er das müsse. Seine Ambitionen seien seines Erachtens nach eher auf die Anstellung in einer grossen Treuhandfirma hinaus gelaufen. Er habe auf ihn sehr ehrgeizig gewirkt, was er ihm nicht zum Vorwurf machen könne. Aber er habe niemanden einstellen und einarbeiten wollen mit dem Risiko, dass nach ein paar Monaten wieder Schluss sei. In der zusätzlichen schriftlichen Auskunft vom 1. Februar 2005 gab Herr S.________ dem Amt an, bei der Vakanz habe es sich um eine Vollzeitstelle (100 %) mit Teamleader-Funktion gehandelt. Hiebei hätten sie sich nicht auf einen "Versuch" einlassen können, dass der Versicherte vielleicht doch Gefallen am Rechnungswesen einer Schule finden würde, nachdem er sich zum Ziel gesetzt habe, nach einer Stelle im Wirtschaftsprüfungs- und Revisionsbereich Ausschau zu halten. Da sie gegen vierzig Bewerbungen gehabt hätten, hätten sie sich für einen anderen Kandidaten entschieden.