Citation: 2C_891/2022 E. 6.1

6.1. Die Vorinstanz erwog diesbezüglich, dass im FZA keine Bewilligungen mit einer Gültigkeitsdauer von weniger als zwei Jahren vorgesehen seien, weshalb die Voraussetzungen nach Art. 24 Abs. 1 Anh. I FZA für mindestens zwei Jahre erfüllt sein müssten. Entsprechend könne auch der Nachweis von ausreichenden finanziellen Mitteln für mindestens zwei Jahre verlangt werden. Aus dem Umstand, dass die Aufenthaltsbewilligung jederzeit widerrufen werden könne, lasse sich nicht ableiten, dass eine Aufenthaltsbewilligung auch zu erteilen sei, wenn finanzielle Mittel nur für kürzere Zeiträume zur Verfügung stünden. Der Widerruf solle eine Ausnahme bleiben, und nur dann ausgesprochen werden, wenn die Mittel wider Erwarten nicht ausreichten. Weil die Unterhaltsvereinbarung eine Kündigungsfrist von sechs Monaten vorsehe, sei diese nicht für den Nachweis genügender Mittel für mindestens zwei Jahre geeignet, zumal die Eigenmittel der Beschwerdeführerin (namentlich ihre IV-Rente in der Höhe von Fr. 1'197.--) die Schwelle der SKOS-Richtlinie nicht erreichten und die Behörden ohne Mitteilung durch die Beschwerdeführerin bzw. ihren Garanten erst durch den effektiven Bezug von Fürsorgeleistungen von einer allfälligen Beendigung des Unterhaltsvertrags erfahren würden. Die eingereichte Unterhaltsvereinbarung erfülle deshalb die Anforderungen von Art. 24 Abs. 1 Anh. I FZA nicht.