Citation: 8C_720/2023 E. 5

Das kantonale Gericht begründete einlässlich, dass sich aus der Stellungnahme des vormals behandelnden Psychiaters Dr. med. E.________ vom 8. September 2022 keine objektiven Aspekte ergäben, die von der psychiatrischen Gutachterin unberücksichtigt geblieben wären. Dies betrifft insbesondere die sexuelle Traumatisierung der Beschwerdeführerin in der Kindheit und Jugendzeit. Die psychiatrische Gutachterin habe, so die Vorinstanz, eine dadurch bedingte anhaltende Beeinträchtigung unter Prüfung der Schwere des psychischen Leidens nach den praxisgemäss massgeblichen Standardindikatoren (BGE 141 V 281) verworfen. Gemäss der Gutachterin sei im Verlauf der psychologisch-psychiatrischen Behandlung eine Stabilisierung bis hin zur Teilremission eingetreten. Es ist nicht erkennbar, inwiefern das kantonale Gericht offensichtlich unrichtige Feststellungen zum Sachverhalt getroffen oder die massgeblichen Beweiswürdigungsregeln verletzt haben sollte, indem es auf das psychiatrische Teilgutachten des ABI abstellte. Aus dem Schreiben des Dr. med. F.________, Facharzt FMH Psychiatrie und Psychotherapie, vom 30. Mai 2019 lässt sich nichts zu Gunsten der Beschwerdeführerin ableiten. Er war damals mit einer Untersuchung zuhanden des Krankentaggeldversicherers betraut, die indessen wegen ausgeprägter Agitation und psychomotorischer Unruhe abgebrochen werden musste. Es liegen somit keine Abklärungsergebnisse vor, die konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit des psychiatrischen Teilgutachtens zu begründen vermöchten. Dass Dr. med. F.________ damals eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bescheinigte, kann daran nichts ändern, zumal die Gutachterin wie bereits erwähnt von einer deutlichen Verbesserung im Behandlungsverlauf ausging. Gleiches gilt für die verhaltensneurologisch-neuropsychologische Abklärung durch Dr. med. G.________, FMH Neurologie, Zentrum für Verhaltensneurologie/Neuropsychologie, zuhanden des Krankentaggeldversicherers im Oktober 2019 (Bericht vom 8. November 2019). Dass die Beschwerdeführerin damals in den Testungen Kognitionsdefizite zeigte, kann an der Beurteilung des psychischen Gesundheitszustandes durch die ABI-Gutachterin, die gemäss Vorinstanz unter Einhaltung der diesbezüglichen Vorgaben nach BGE 141 V 281 erfolgte, nichts ändern. Dies muss umso mehr gelten, als Dr. med. G.________ selber von einer Verbesserung im Rahmen der weiteren psychiatrischen Behandlung ausging.