Citation: 1C_462/2022 E. 5.4

5.4. Unbehelflich ist auch der Einwand der Beschwerdeführerin, die Vorinstanz habe hinsichtlich der Standortwahl die erforderliche Interessenabwägung unterlassen, namentlich in Bezug auf die Einhaltung der Mindestabstände gemäss LRV, die Interessen des Ortsbild- und Denkmalschutzes sowie die Erschliessung. Die Vorinstanz legte im angefochtenen Entscheid eingehend dar, weshalb sie die Anforderungen an eine hinreichende Erschliessung als erfüllt erachtete (vgl. dazu E. 6 hiernach). Zudem wies sie im Rahmen der Interessenabwägung explizit darauf hin, dass mit dem Pouletmaststall am vorgesehenen Standort nicht mit übermässigen Geruchsimmissionen zu rechnen sei. Sie ging folglich davon aus, die Mindestabstände gemäss Luftreinhalte-Verordnung seien eingehalten (vgl. aber E. 7 hiernach zur abweichenden rechtlichen Würdigung). Die Vorinstanz liess diese beiden Aspekte in ihrer Interessenabwägung somit nicht unberücksichtigt, auch wenn sie die Mindestabstandsvorschriften anders beurteilte. Zusätzlich trug sie auch dem Schutz der Fruchtfolgeflächen (Art. 3 Abs. 2 lit. a RPG und Art. 26 ff. RPV) Rechnung. Inwiefern Interessen des Ortbild- und Denkmalschutzes bezüglich des schützenswerten Doppelbauernhauses, das sich zur einen Hälfte im Eigentum der Beschwerdeführerin (Gebäude Nr. 1411, Grundstück Nr. 1635) und zur anderen Hälfte im Eigentum des Beschwerdegegners (Gebäude Nr. 310b, Grundstück Nr. 97) befindet, verletzt sein sollten, wird von ihr nicht näher dargelegt und ist auch nicht ersichtlich. Das schützenswerte Bauernhaus befindet sich 68 m vom geplanten Maststall entfernt. Ausserdem soll der Stall gemäss verbindlicher Feststellung der Vorinstanz in einer kleinen Senke zu liegen kommen. Sie kam damit nachvollziehbar zum Schluss, dieser füge sich somit in die Umgebung ein.