Citation: I 643/00 23.10.2001 E. 3

3.- a) Auf Grund der Akten, namentlich der IV-Abklärungsberichte vom 9. November 1999 und 17. März 2000, ist mit Vorinstanz und Beschwerdeführer davon auszugehen, dass medizinische Massnahmen zu Hause durchgeführt werden (Physiotherapie [vgl. hiezu auch das vom BSV herausgegebene IV-Rundschreiben Nr. 162 vom 23. Oktober 2000], Sammeln des Urins), womit die Grundvoraussetzung für die Übernahme von Betreuungskosten in Hauspflege gegeben ist. Es gilt demnach nicht nur den zeitlichen Mehraufwand gegenüber gleichaltrigen, nicht behinderten Minderjährigen zu entschädigen, der durch die invaliditätsbedingt zu Hause durchgeführten medizinischen Massnahmen an sich (Behandlungspflege) verursacht wird, sondern auch den Betreuungsaufwand abzugelten, welcher auf die bei Durchführung einer medizinischen Massnahme erforderliche reine Grundpflege zurückzuführen ist (Erw. 2a hievor; BGE 120 V 284 f. Erw. 3b; AHI 2000 S. 24 f. Erw. 2b; ZAK 1991 S. 302). Wie in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde zutreffend ausgeführt wird, umfasst die Grundpflege grundsätzlich auch Massnahmen der Körperhygiene sowie Massnahmen zur Erhaltung der täglichen Verrichtungen und Funktionen wie beispielsweise Esshilfe (ZAK 1991 S. 302; vgl. auch Rz 9 des Anhangs 3 zum bundesamtlichen Kreisschreiben über die medizinischen Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung [KSME]). Fehl geht der Beschwerdeführer indessen in der Annahme, der im Abklärungsbericht vom 17. März 2000 ab Juni 1999 ausgewiesene invaliditätsbedingte Mehraufwand in den (Grundpflege-)Bereichen Essen (zehn Minuten täglich) und Verrichtung der Notdurft (Wechseln der Windeln; zwanzig Minuten pro Tag) sei bereits zufolge des Umstands, dass Massnahmen der Behandlungspflege vorgenommen werden, anrechenbar. Dem kantonalen Gericht ist darin beizupflichten, dass der besagte (Grundpflege-)Betreuungsaufwand zwar nicht mehr entwicklungsbedingten Charakter aufweist, sondern im Zusammenhang mit dem Geburtsgebrechen steht, für welches medizinische Massnahmen erbracht werden, dieser aber seinen Ursprung nicht in einer "bei Durchführung einer medizinischen Massnahme erforderlichen Grundpflege" hat. Wie bereits in Erw. 2a hievor dargelegt, beschlägt Art. 4 IVV - wie bisher - nur die in Hauspflege durchgeführten medizinischen Massnahmen (im Sinne von Art. 12 und 13 IVG), worauf die bis Ende Juni 1991 in Kraft gestandene Fassung ("Erfordert die Durchführung medizinischer Massnahmen in Hauspflege eine intensive Betreuung, [...]") noch ausdrücklich hingewiesen und an deren Kerngehalt insoweit nichts geändert hat (ZAK 1992 S. 88 Erw. 2a). Nach Art. 14 Abs. 3 IVG in Verbindung mit Art. 4 IVV ist somit nur derjenige, die Grundpflege betreffende Mehraufwand zu entschädigen, welcher - unmittelbar - wegen der Durchführung medizinischer Massnahmen entsteht (vgl. ZAK 1992 S. 88 Erw. 2a). Die in BGE 120 V 284 Erw. 3b enthaltene Formulierung, eine "Ausscheidung dieser beiden Pflegebereiche (Behandlungs- und Grundpflege) ist entbehrlich, weil (...) eine der mit Art. 4 IVV in der jüngsten Fassung verfolgten Regelungsabsichten gerade darin lag, nicht nur die Behandlungs-, sondern auch die bei Durchführung einer medizinischen Massnahme erforderliche Grundpflege entschädigen zu können", zielt demnach lediglich auf die direkt im Zusammenhang mit der Behandlungspflege stehenden Vorkehren der Grundpflege ab. Dem Mehraufwand an Hilfeleistung und persönlicher Überwachung, welchen ein invalider Minderjähriger im Vergleich zu einem nichtbehinderten Altersgenossen benötigt, ist bei der Bemessung der Hilflosigkeit im Rahmen der Zusprechung von Pflegebeiträgen nach Art. 20 IVG in Verbindung mit Art. 13 IVV Rechnung zu tragen, wobei als hilflos gilt, wer wegen Invalidität für die alltäglichen Lebensverrichtungen dauernd der Hilfe Dritter oder der persönlichen Überwachung bedarf (Meyer-Blaser, a.a.O., S. 151 f.). b) Die Abklärungsberichte vom 9. November 1999 und 17. März 2000 veranschlagten den Betreuungsaufwand in den - nach dem Gesagten - vorliegend anrechenbaren Bereichen der Behandlungs- (Sammeln von Urin: zehn Minuten täglich; Physiotherapie: eine Stunde pro Tag) und Grundpflege (Begleitung zu diversen Arzt- und Therapiebesuchen: 28 Minuten täglich; vgl. hiezu auch das erwähnte IV-Rundschreiben Nr. 162) übereinstimmend und unbestrittenermassen auf eine Stunde und 42 Minuten, womit eine auf Art. 4 IVV gestützte Hauspflegebeitragsberechtigung entfällt. Hieran ändert der Umstand nichts, dass der Beschwerdeführer einmal wöchentlich durch eine Krankenschwester betreut wird, handelt es sich dabei auf Grund der Akten doch um einen Hütedienst und nicht um eine medizinisch indizierte Betreuungsaufgabe. Seitens des Versicherten wird denn auch in keiner Weise dargetan, inwiefern diese ganztägige Betreuung unter therapeutischen Aspekten notwendig wäre. Ebenso wenig kann davon ausgegangen werden, dass das zumutbare Mass an Betreuungsaufwand insofern überschritten wäre, als der Beschwerdeführer dauernder Überwachung im Sinne von Art. 4 Abs. 2 IVV bedürfte. Wie bereits im angefochtenen Entscheid korrekt erkannt wurde, benötigen Kleinkinder im Alter von drei Jahren generell einer gewissen Überwachung, welche indes im Regelfall keine Leistungen der Invalidenversicherung auszulösen vermag. Vorinstanz und Verwaltung haben einen Anspruch auf Hauspflegeentschädigung demnach zu Recht verneint.