Citation: 6B_57/2024 E. 3.4.2

3.4.2. Anders als dies der Beschwerdeführer behauptet, schreibt die Vorinstanz die psychischen Beschwerden des Beschwerdegegners nicht allein dem Tatvorfall zu, sondern berücksichtigt, dass dieser im Jahr 2018 und somit bereits vor dem Tötungsversuch an einer depressiven Verstimmung litt, die eine medikamentöse Behandlung mit einem Antidepressiva erforderte. Sie hält denn auch fest, die Stichverletzungen hätten die depressiven Verstimmungen und Angstzustände des Beschwerdegegners (bloss) "verstärkt" und nicht verursacht (vgl. Urteil E. IV. Ziff. 41.1.1 S. 71). Wenn sie im Weiteren festhält, die Tat habe beim Beschwerdegegner zu Verhaltensänderungen im Alltag und zu einem Verlust des Sicherheitsgefühls geführt, so ist dies in Anbetracht des Tatgeschehens ohne Weiteres nachvollziehbar. Auch hinsichtlich der Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdegegners geht die Kritik des Beschwerdeführers fehl. Die Vorinstanz zeichnet diesbezüglich ein hinreichend differenziertes Bild. Sie hält zum einen - in Übereinstimmung mit dem aktenkundigen Arztbericht von Dr. med. Q.________ vom 29. November 2019 (vgl. kantonale Akten, pagina 1932 f.) - fest, dass der Beschwerdegegner aufgrund der Ereignisse vom 7. Januar 2019 für mehrere Monate vollständig arbeitsunfähig gewesen ist. Zum anderen weist sie darauf hin, dass der vom Beschwerdegegner anlässlich der vorinstanzlichen Verhandlung geltend gemachte Fortbestand einer teilweisen Arbeitsunfähigkeit Gegenstand eines Verfahrens bei der Krankentaggeldversicherung [recte: bei den Strafbehörden] bildet. Sie berücksichtigt ausdrücklich, dass das Ausmass und die Dauer der Arbeitsunfähigkeit bestritten (bzw. "nicht unbestritten") sind (vgl. Urteil E. IV. Ziff. 41.1.1 S. 71 f.). Demzufolge kann von einer falschen Gewichtung der Tatfolgen nicht die Rede sein.