Citation: 9C_189/2023 E. 5.4.3

5.4.3. In seinem Urteil traf das kantonale Gericht (abgesehen von der Wiedergabe der Korrespondenz, wie sie sich zwischen der Ausgleichskasse und den Beschwerdegegnern bis Ende Juni 2018 entwickelt hatte) keine Feststellungen zu den (hier in E. 5.4.2 zusammengefasst wiedergegebenen) Umständen, anhand derer die Kasse aufzeigte, weshalb sie den Standpunkt vertrat, dass nicht auf die eingereichten Arbeitsverträge abgestellt werden könne und die Erwerbstätigkeit als vorgeschoben betrachtet werden müsse. Ohne sich auch nur ansatzweise mit dem von der Ausgleichskasse - zur Begründung des ihrer Auffassung nach evidenten Rechtsmissbrauchs - sorgfältig zusammengetragenen Sachverhalt auseinanderzusetzen, erblickte die Vorinstanz lediglich "Anzeichen" für eine Beitragsumgehung, wobei sie nicht angab, auf welche Tatsachen sie sich stützte, und jedenfalls das von der Kasse gezeichnete detaillierte Bild ungenügend würdigte. Hinzu kommt, dass die vorinstanzliche Argumentation, die Kasse gehe selber bei einem durchschnittlichen Pensum von 62.5 % von einer dauernd vollen Erwerbstätigkeit aus, am dergestalt einlässlich begründeten Vorwurf des Rechtsmissbrauchs vorbeizielt. Indem das kantonale Gericht darauf verzichtete, die von der Ausgleichskasse zur Stützung der zweifellosen Unrichtigkeit bzw. zum Vorwurf rechtsmissbräuchlichen Verhaltens ausführlich und klar angeführten Umstände zu prüfen, und sich auf die pauschale Feststellung entsprechender Anzeichen beschränkte, stellte es nicht nur den Sachverhalt lückenhaft fest, sondern berücksichtigte es auch die Vorbringen der Ausgleichskasse unzureichend, was eine Verletzung ihres Gehörsanspruchs darstellt. Eine Heilung im letztinstanzlichen Verfahren fällt angesichts der eingeschränkten Kognition des Bundesgerichts in tatsächlicher Hinsicht (Art. 105 BGG; vgl. auch Art. 97 Abs. 1 BGG) von vornherein ausser Betracht. Aus diesem Grund ist das angefochtene Urteil aufzuheben und die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen, damit sie sich mit der Argumentation der Ausgleichskasse auseinandersetze, den diesbezüglichen Sachverhalt in Nachachtung des Untersuchungsgrundsatzes vollständig feststelle und anschliessend über die Beschwerde neu befinde.