Citation: 4A_588/2023 E. 3.3.3

3.3.3. Im vorliegenden Fall hat der Beschwerdegegner Behauptungen zu einer Vereinbarung einer einfachen Gesellschaft hinsichtlich des Kaufs und des Um- und Ausbaus der Alp X.________ aufgestellt und Beweismittel bezeichnet. Er leitet daraus keinen direkten Anspruch ab, sondern stützt sich darauf, dass die einfache Gesellschaft bisher nicht liquidiert sei. Die Vorinstanz qualifizierte diesen Standpunkt zu Recht als Gegenbeweis, der nicht erst dann glückt, wenn das Gericht nach objektiven Gesichtspunkten von der Richtigkeit der Sachbehauptung überzeugt ist, die Parteien hätten die Alp mit gemeinsamen Kräften und Mitteln zum Zweck kaufen, ausbauen und nutzen wollen. Der Beschwerdegegner stellte vielmehr als Thema des Gegenbeweises Behauptungen zum Inhalt einer (anderen) Vereinbarung auf, die für die Geldhingabe infrage kommt, und der Vereinbarung einer Rückzahlungsverpflichtung entgegensteht. Dieser Gegenbeweis zielt mithin darauf ab, den Hauptbeweis der Rückzahlungsverpflichtung insofern zu erschüttern, als sich die Geldhingabe vernünftigerweise nicht einzig mit einem Darlehensverhältnis erklären lässt. Dass ausnahmsweise die Geldhingabe für den Nachweis der Vereinbarung einer Rückzahlungsverpflichtung und der Qualifikation als Darlehensvertrag genügt, führt entgegen den Vorbringen des Beschwerdeführers nicht zu einer Umkehrung der Beweislast; der Beschwerdegegner hat folglich für die Umstände eines allfälligen gesellschaftsrechtlichen Bindungswillens nicht den vollen Beweis zu erbringen, um den Beweis einer Rückzahlungsvereinbarung zu erschüttern. Thema des dem Beschwerdeführer obliegenden Hauptbeweises bleibt, ob er als Gläubiger einen Sachverhalt behauptet und im Falle einer Bestreitung beweist, aus dem sich der tatsächliche oder sekundär der normativ zurechenbare Wille (normativer Konsens) zur Vereinbarung einer Rückerstattungspflicht ergibt (vgl. zit. Urteil 4A_441/2019 E. 2.4.1 mit Hinweisen). Die Vorinstanz hat zu Recht erkannt, dass die Erstinstanz das Beweismass des Gegenbeweises des Beschwerdegegners überspannte, indem es dem Beschwerdegegner vorhielt, den Beweis für einen gesellschaftsrechtlichen Rechtsbildungswillen nicht erbracht zu haben und als Folge dieser Beweislosigkeit auf den Beweis einer Rückzahlungsverpflichtung schloss. Die Vorinstanz hat kein Bundesrecht verletzt, indem sie einzig prüfte, ob vernünftigerweise auch eine einfache Gesellschaft der Hingabe des Geldes zugrunde liegen könnte und dem Beschwerdeführer gemäss Art. 8 ZGB die Beweislast für die strittige Vereinbarung der Rückzahlungsverpflichtung auferlegte. Die Rüge einer Verletzung von Art. 8 ZGB erweist sich als unbegründet.