Citation: 2C_339/2017 E. 3.2

3.2. Art. 67 Abs. 1 lit a VRG/GR statuiert - wie etwa Art. 66 Abs. 2 lit. aVwVG oder Art. 123 Abs. 2 lit. a BGG - den klassischen Revisionsgrund des Vorliegens von (unecht) neuen erheblichen Tatsachen und Beweismittel, die unverschuldet nicht früher in das Verfahren eingebracht werden konnten (ausdrücklich zum [auch unter der Voraussetzung der fehlenden Sorgfaltspflichtverletzung anwendbaren] Art. 66 Abs. 2 lit. a VwVG SCHERRER REBER, Praxiskommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren, 2. Aufl. 2016, N. 30 zu Art. 66 VwVG; zu Art. 123 Abs. 2 lit. a BGG YVES DONZALLAZ, Loi sur le Tribunal fédéral, Commentaire, 2008, N. 1696 ff.; zur inhaltlich mit Art. 123 Abs. 2 lit. a BGG übereinstimmenden Bestimmung von Art. 137 lit. b des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 1943 über die Organisation der Bundesrechtspflege [OG; BS 3 531] BGE 108 V 170 E. 1 S. 171 f.) und grenzt ihn von der so genannten "Versehensrüge" gemäss Art. 67 Abs. 1 lit. d VRG/GR (ebenso Art. 66 Abs. 2 lit. b VwVG, siehe dazu SCHERRER REBER, a.a.O., N. 32 zu Art. 66 VwVG; Art. 121 lit. d BGG; siehe dazu DONZALLAZ, a.a.O., N. 1669 zu Art. 121 BGG) ab. Die umstrittenen Stromrechnungsverfügungen beruhen unbestrittenermassen auf einem falschen Faktor der Wandlerzumessung und damit auf einem ursprünglich unrichtig erhobenen Sachverhaltselement. Der zutreffende Faktor der Wandlerzumessung war jedoch im Zeitpunkt des Erlasses der Stromrechnungsverfügungen unbestrittenermassen noch nicht aktenkundig, sondern wurde erst nach Erlass der Stromrechnungsverfügungen durch einen eigens beauftragten Fachmann eruiert. Der vorliegend zu beurteilende Sachverhalt ist demnach ausschliesslich in Anwendung von Art. 67 Abs. 1 lit. a VRG/GR zu beurteilen; eine Beurteilung nach Art. 67 Abs. 1 lit. d VRG/GR, wie die Vorinstanz sie durchgeführt hat (angefochtenes Urteil, E. 10/f, E. 10/g, E. 10/h, E. 10/j), setzt sich grundlos über den klaren Wortlaut der Vorschrift hinweg, wonach eine aktenkundige Tatsache versehentlich nicht berücksichtigt worden sein muss, verstösst gegen die einhellig anerkannte Systematik von Revisionsgründen (unverschuldet nicht vorgebrachte unechte Noven bzw. Versehensrüge) und zielt nur darauf ab, der Beschwerdegegnerin den Widerruf bzw. die Wiedererwägung von Gebührenverfügungen zu ermöglichen, die nach einer zutreffenden Gewichtung der auf dem Spiel stehenden Interessen (Rechtssicherheit, Interesse an der richtigen Durchsetzung des objektiven Rechts) zudem praxisgemäss unabänderlich wären (oben, E. 2.1). Die Rüge, die Vorinstanz habe Art. 67 Abs. 1 lit. d VRG/GR willkürlich ausgelegt und angewendet, ist begründet.