Citation: U 611/06 12.03.2007 E. 5

5.1 Das Fussballspiel ist ein Geschehen mit einem gesteigerten Gefährdungspotenzial, indem eine Vielzahl von nicht alltäglichen Bewegungen (wie abruptes Beschleunigen und Stoppen, seit- und rückwärts Laufen, Drehen, Strecken, Schiessen des Balls, Hochspringen beim Kopfball etc.), die den gesamten Körper mannigfach belasten, ausgeführt werden. Es stellt auch für einen geübten Fussballer nicht eine alltägliche Lebensverrichtung wie etwa das blosse Bewegen im Raum dar. Das Eidgenössische Versicherungsgericht hat denn auch das Vorliegen einer unfallähnlichen Körperschädigung bejaht bei einem Fussballspieler, der im Kampf um den Ball ins Leere schlug und sich dabei ein Hyperextensionstrauma des rechten Kniegelenkes zuzog (RKUV 1990 Nr. U 112 S. 373). Gleich hat es entschieden bei einem Fussballer, der im Rahmen eines Trainings eine Zerrung der Adduktorenmuskeln erlitt (Urteil des Eidg. Versicherungsgerichts U 20/00 vom 10. Dezember 2001, E. 2; vgl. auch BGE 129 V 466 E. 4.1 S. 468 f.). Die vom Beschwerdegegner erlittene Muskelzerrung im rechten Oberschenkel - eine Körperschädigung nach Art. 9 Abs. 2 lit. e UVV - ist demnach auf eine plötzliche sowie heftige körpereigene Bewegung (Ballschuss; vgl. E. 4.1 hievor) und somit auf ein objektiv feststellbares, sinnfälliges Ereignis anlässlich der Ausübung einer erhöht risikogeneigten Sportart zurückzuführen. Das gesteigerte Gefährdungspotenzial hat sich realisiert. Nach dem Gesagten ist vorliegend das Erfordernis des äusseren schädigenden Faktors bei Änderungen der Körperlage (vgl. E. 2.2 hievor) erfüllt, weshalb mit der Vorinstanz auf ein unfallähnliches Ereignis zu erkennen ist. 5.2 Die Einwendungen der Vaudoise vermögen an diesem Ergebnis nichts zu ändern. Soweit sie geltend macht, bei der Schussabgabe des Versicherten sei nichts Besonderes passiert, ist festzuhalten, dass im Rahmen der unfallähnlichen Körperschädigung die "Ungewöhnlichkeit" des äusseren Faktors nicht vorausgesetzt wird (BGE 129 V 466 E. 2.2 S. 467). Der Umstand, dass der Versicherte beim Ballschuss keinen eigentlichen Fehltritt beging, führt lediglich zum Ausschluss eines Unfalls im Rechtssinne (E. 4.2 hievor; vgl. auch Urteil des Eidg. Versicherungsgerichts U 398/06 vom 21. November 2006, E. 3.2.2). Die Vaudoise ist somit dem Grundsatz nach für die vom Versicherten am 9. April 2005 erlittene Muskelzerrung im rechten Oberschenkel leistungspflichtig, weshalb der angefochtene Entscheid rechtens ist.