Citation: 1C_155/2021 E. 5.4.2

5.4.2. Nach der Rechtsprechung kann überdies eine sehr kurze, namentlich eine dreitägige, Beschwerdefrist unzulässig sein, wenn dadurch aufgrund der konkreten, insbesondere zeitlichen Verhältnisse, etwa wegen des dazwischen liegenden Wochenendes, eine Beschwerdeerhebung praktisch verunmöglicht wird (vgl. vorne E. 3.2 sowie das Urteil des Bundesgerichts 1C_577/2013 vom 2. Oktober 2013 E. 2 und 3 in: ZBl 115/2014 S. 512). Im vorliegenden Fall erschien der Zeitungsartikel am Freitag, dem 27. März 2020, womit die dreitägige Frist am darauf folgenden Montag, dem 30. März 2020, abgelaufen wäre. Wer sich also aufgrund des Zeitungsartikels den Entscheid des Gemeinderats oder wenigstens die Medienmitteilung im Originaltext beschaffen wollte, um über eine allfällige Beschwerdeerhebung zu befinden, wäre vor grösseren zeitlichen Problemen gestanden. Die fragliche Medienmitteilung findet sich zwar heute auf dem Internet; ob und wann sie damals von der Gemeinde öffentlich zugänglich hochgeladen worden wäre, ist aber unbekannt. Unter diesen Umständen kann nicht davon ausgegangen werden, der Entscheid über die Ungültigerklärung der Doppelspur-Initiative sei korrekt in der Weise amtlich publiziert worden, dass die Beschwerdefrist für alle Stimmberechtigten vor dem 30. März 2020 zu laufen begonnen hätte.