Citation: 5P.467/2001 23.01.2002 E. 3

3.-a) Unbestritten ist, dass einem monatlichen Nettoeinkommen der Beschwerdeführerin von mindestens Fr. 4'090.-- ein Bedarf von Fr. 3'190.-- gegenübersteht. Es verbleibt somit ein freier Betrag von ungefähr Fr. 900.-- im Monat. Allerdings hat die Beschwerdeführerin an die drei Kinder einen monatlichen Unterhaltsbeitrag von je Fr. 200.-- und an den invaliden Ehemann einen solchen von Fr. 310.-- zu leisten. Die kantonalen Behörden haben ihr diese Verpflichtung von insgesamt Fr. 910.-- im Monat indessen nicht angerechnet, weil sie ihr nur ungenügend nachgekommen sei. b) Nach konstanter Rechtsprechung des Bundesgerichts werden bei der Berechnung des Bedarfs nur diejenigen Beträge berücksichtigt, welche die betroffene Person auch tatsächlich benötigt und bezahlt. Dies gilt insbesondere für die Unterhaltsbeiträge an Familienmitglieder (BGE 121 III 20 E. 3a S. 22 mit zahlreichen Hinweisen). Der erstinstanzliche Richter hatte ausgeführt, bis zum massgeblichen Zeitpunkt der Gesuchseinreichung sei die Beschwerdeführerin in keinem einzigen Monat der angeführten Unterhaltspflicht vollumfänglich nachgekommen. Bis Juli 2001 seien denn auch Rückstände im Umfang von Fr. 12'540.-- aufgelaufen. Auch wenn daher die Aussage im kantonsgerichtlichen Entscheid, die Beschwerdeführerin habe während des Scheidungsverfahrens keine Unterhaltsbeiträge geleistet, nicht zutrifft, ist doch unbestritten, dass sie bis zum Einreichen des Gesuchs ihrer Leistungspflicht in keinem einzigen Monat vollumfänglich nachgekommen ist. Die Beschwerdeführerin hat die Zahlungen erst nach Einreichen des Gesuchs in vollem Umfang aufgenommen. Da grundsätzlich auf die Verhältnisse im Zeitpunkt der Gesuchseinreichung abzustellen ist, haben die kantonalen Instanzen Art. 29 Abs. 3 BV nicht verletzt, wenn sie erklärten, sie berücksichtigten nur Beiträge, die regelmässig bezahlt worden seien und diese Voraussetzung sei hier nicht erfüllt. Der Einzelrichter am Kantonsgericht hat die Gegebenheiten bis zu seinem Entscheid in Betracht gezogen und ausgeführt, die Beschwerdeführerin habe in den Monaten August und September 2001 Beiträge von je Fr. 910.-- überwiesen. Wenn er unter Hinweis auf die erheblichen Ausstände trotz dieser beiden Überweisungen dafür gehalten hat, es lägen nach wie vor keine regelmässigen Zahlungen vor, ist dies aus verfassungsrechtlicher Sicht nicht zu beanstanden. Soweit die Beschwerdeführerin weitere Überweisungen (Valuta 28. Septem-ber und 30. Oktober 2001) geltend macht, handelt es sich um ein unzulässiges neues Vorbringen tatsächlicher Natur, das nicht zu hören ist (dazu BGE 119 II 6 E. 4a S. 7 mit Hinweis; Marc Forster, in: Thomas Geiser/Peter Münch [Hrsg. ], Prozessieren vor Bundesgericht, 2. Auflage, Rz 2.50). Dass der kantonale Rekursrichter verfassungswidrig unvollständige tatsächliche Feststellungen getroffen hätte, bringt die Beschwerdeführerin nicht vor (vgl. BGE 118 Ia 20 E. 5a S. 26). c) Die Beschwerde ist mithin abzuweisen. Falls die Beschwerdeführerin nachzuweisen vermag, dass sie ihren Unterhaltspflichten regelmässig nachkommt, steht es ihr frei, ein neues Armenrechtsgesuch zu stellen.