Citation: 4C.463/2004 16.03.2005 E. 3

Eine weitere Herabsetzung des Honoraranspruchs kommt auch mit Blick auf die Schadensminderungspflicht nicht in Frage (vgl. von Tuhr/Peter, Allgemeiner Teil des schweizerischen Obligationenrechts 3. Aufl., Zürich 1979, Bd. 1, S. 112; vgl. auch Stephan Weber, Schadenminderungspflicht - eine metamorphe Rechtsfigur, in: Alfred Koller (Hrsg.), Haftpflicht- und Versicherungsrechtstagung 1999, St. Gallen 1999, S. 133 ff.). Sobald eine Partei erkennen kann, dass ihr Vertragspartner vertragliche Pflichten verletzt, darf sie nicht einfach zu dessen Nachteil untätig bleiben. 3.1 Das Obergericht nahm unter Berücksichtigung der zu Beginn der Zusammenarbeit geforderten Vorschüsse und der seit der letzten Tranche geleisteten Arbeiten an, der Beklagte habe nicht davon ausgehen dürfen, die geleisteten Arbeiten seien durch den Kostenrahmen der nächsten Tranche von Fr. 3'000.-- noch gedeckt. Dieser Schluss, den das Obergericht in Würdigung der tatsächlichen Gegebenheiten gezogen hat, ist bundesrechtlich nicht zu beanstanden. Musste der Beklagte aber erkennen, dass die Beauftragten ihre vertragliche Pflicht zur Information über die laufenden Kosten vernachlässigten, hätte er sich in diesem Zeitpunkt über das tatsächliche Ausmass der Kosten vergewissern und alsdann die ihm notwendig erscheinenden Massnahmen treffen müssen. 3.2 Dass der Beklagte die Beauftragten auf die aufgelaufenen Kosten angesprochen hätte, vermochte er nicht nachzuweisen. Damit ist davon auszugehen, dass der Beklagte die Beauftragten weiterarbeiten liess, obwohl er wissen musste, dass die vereinbarte Kostentranche bereits überschritten war. Die Überschreitung war allerdings für den Beklagten erst erkennbar, nachdem sie ein gewisses Ausmass angenommen hatte und der Aufwand vernünftigerweise nicht mehr von Fr. 3'000.-- gedeckt sein konnte. Diesem Umstand trägt im Ergebnis die Reduktion des Honorars um fast das Doppelte der vereinbarten Tranche hinreichend Rechnung.