Citation: 5A_35/2024 E. 5.5

5.5. In diesem Zusammenhang ist zu berücksichtigen, dass sich der Beschwerdeführer nicht nur über die Frage seiner Abstammung, sondern auch über die Risiken und Folgen einer Klage und der Herstellung eines rechtlichen Kindesverhältnisses zu dem ihm bisher völlig unbekannten Beschwerdegegner klar werden musste, weshalb nicht von ihm erwartet werden konnte, innert Monatsfrist zu klagen. Indem die Vorinstanz dem Beschwerdeführer vorhält, nach der Kenntnisnahme des Namens des Beschwerdegegners im Juli 2021 diesen nicht " umgehend " auf das Thema angesprochen und nach dessen Bestreiten nicht "sofort" geklagt zu haben, hat sie Gesichtspunkte berücksichtigt, die jedenfalls in dieser Schärfe keine Rolle hätten spielen dürfen bzw. hat sie die Umstände des Einzelfalls, die sie hätte berücksichtigen müssen, nicht in ihre Prüfung einbezogen und insofern von dem ihr in solchen Angelegenheiten zukommenden Ermessen (E. 3.4 oben) falschen Gebrauch gemacht. Insgesamt lassen es die konkreten Umstände als entschuldbar erscheinen, dass der Beschwerdeführer seine Vaterschaftsklage erst am 21. März 2022 eingereicht hat. Bei diesem Ergebnis erübrigt es sich, auf die Sachverhaltsrügen des Beschwerdeführers betreffend die Feststellung, er sei im Juli 2021 von der sehr wahrscheinlichen biologischen Realität ausgegangen, der Beschwerdegegner sei sein Vater, einzugehen.