Citation: 4A_516/2014 E. 7.2.2

7.2.2. Obgleich die Beschwerdegegnerin mehrmals schriftlich zur Einreichung von die Arbeitsunfähigkeit bescheinigenden ärztlichen Attesten aufgefordert worden war, hat sie es nachweislich unterlassen, zwischen dem 16. Dezember 2011 und 4. April 2012 monatlich entsprechende Zeugnisse beizubringen. Auch wenn im fraglichen Zeitraum anderweitige, der Beschwerdeführerin bekannte Anhaltspunkte bestanden hatten, welche für eine eingeschränkte berufliche Einsatzfähigkeit der Versicherten sprachen, kann ihr die damalige Einstellung ihrer Taggeldleistungen infolge mangelnder Mitwirkung der Versicherten nach Massgabe von Art. 12 Ziff. 14 AVB nicht vorgeworfen werden. Spätestens nach Erhalt der von ihr selber veranlassten, die bereits vorhandenen Anzeichen für eine dauerhafte vollständige Arbeitsunfähigkeit bestätigenden psychiatrischen Expertise des Dr. med. D.________ vom 5. April 2012 wäre sie indessen nach dem vorstehend Ausgeführten gehalten gewesen, entsprechende Nachzahlungen in die Wege zu leiten. Dies hat umso mehr zu gelten, als die Erläuterungen des Dr. med. D.________ keine stichhaltige Begründung dafür enthalten, weshalb in den vorangegangenen Monaten ein beschwerdefreies Intervall hätte vorgelegen haben sollen. Im Gegenteil war der Beschwerdegegnerin arbeitgeberseitig fristlos per 16. November 2011 gekündigt worden, was auf eine sich noch verstärkende psychische Destabilisierung schliessen lässt. In diesem Sinne hatte Dr. med. E.________ in seinem Bericht vom 10. Dezember 2011, nachdem er von der Versicherten am 22. November 2011 in seiner Sprechstunde aufgesucht worden war, denn auch angeführt, die Patientin sei schwer traumatisiert. Es bestünden Anzeichen einer posttraumatischen Störung wie Angstattacken, schwere Schlafstörungen, Paranoia und Gedankenkreisen. Zusätzlich hege er den Verdacht einer beginnenden Psychose. Mit dem kantonalen Gericht ist die Leistungsverweigerung für den Zeitraum vom 16. Dezember 2011 bis 4. April 2012 somit nicht gerechtfertigt. Zu Recht hat es daher festgestellt, dass der Klägerin ein - in betraglicher Hinsicht unbestrittener - Anspruch auf Krankentaggelder im Gesamtbetrag von Fr. 16'133.85 (111 x Fr. 145.35) zuzüglich Zins zu 5 % seit 9. Februar 2012 zusteht.