Citation: 8C_545/2019 E. A

A.a. A.________ war als Betriebsleiter Landwirtschaft bei der Landgasthof F.________ GmbH angestellt und dadurch über seine Arbeitgeberin bei der SWICA Versicherungen AG (SWICA) obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert. Am 21. Februar 2016 besuchte er als Zuschauer ein Fussballspiel der Super League in der Swissporarena in Luzern, als kurz nach Anpfiff des Spiels B.________ aus dem gegnerischen Gästesektor zwei Rauch- und Feuerwerkskörper in Richtung Spielfeld warf. Bei der Detonation des zweiten Feuerwerkskörpers ("Kreiselblitz mit Silberperlenschweif") verliessen mehrere Personen das Stadion, darunter A.________, der sich in einer Distanz von 20.3 Metern zum detonierenden Knallkörper befand. Er gab später an, dass unmittelbar nach dem Knall ein lautes Pfeifen, ein Druck im Kopf und ein Benommenheitsgefühl aufgetreten seien. Nachdem A.________ einige Minuten später seine Familie wiedergefunden hatte, bemerkte er, dass er auf der linken Seite weniger hörte und ein unangenehmer Druck im linken Ohr persistierte. Seine Jacke wies aufgrund des Funkenwurfs des Feuerwerkskörpers Brandlöcher auf. Am 29. Februar 2016 liess er den Vorfall der SWICA melden. A.b. Mit Entscheid des Bundesstrafgerichts vom 9. August 2017 (SK.2017.17) wurde B.________ u.a. der schweren Körperverletzung zum Nachteil von A.________ (Art. 122 Abs. 2 StGB) schuldig gesprochen. Dieser Entscheid wurde vom Bundesgericht bezüglich der Verurteilung wegen schwerer Körperverletzung bestätigt (6B_1248/2017 / 6B_1278/2017 vom 21. Februar 2019 E. 5.4). A.c. Im Rahmen des strafrechtlichen Verfahrens holte die Bundesanwaltschaft ein akustisches Gutachten bei Dr. sc. techn. ETH C.________, Suva, Bereich Physik, ein, das am 28. Oktober 2016 erstattet wurde. Aus medizinischer Sicht wurde A.________ von Prof. Dr. med. D.________, Facharzt FMH für Oto-Rhino-Laryngologie, begutachtet (Gutachten vom 30. Juni 2017). Dieser diagnostizierte nebst einer beginnenden beidseitigen Altersschwerhörigkeit eine hochgradige Innenohrschwerhörigkeit und einen Tinnitus zweiten Grades links. In psychiatrischer Hinsicht stellte med. pract. E.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, den Befund einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS, Bericht vom 10. September 2017). Die SWICA klärte ihre Leistungspflicht ab und zog insbesondere die Akten aus dem strafrechtlichen Verfahren bei. Mit Verfügung vom 16. November 2017 teilte sie dem Versicherten mit, dass sie für das Ereignis vom 21. Februar 2016 nicht leistungspflichtig sei. Zur Begründung führte sie aus, dass gestützt auf das Gutachten des Dr. sc. techn. ETH C.________ vom 28. Oktober 2016 der verwendete Sprengkörper bei einer Distanz von 20.3 Metern einen Schallexpositionspegel von 112,2 dB mit einer Unsicherheit ± 4 dB aufgewiesen habe. Zwar liege ein äusserer Faktor vor, doch sei dieser nicht als ungewöhnlich zu betrachten, weshalb der Unfallbegriff nicht erfüllt sei. Daran hielt die SWICA mit Einspracheentscheid vom 9. März 2018 fest, wobei sie ihre Leistungspflicht auch unter dem Titel einer unfallähnlichen Körperschädigung verneinte.