Citation: 5A_71/2020 E. 6.1

6.1. Zu den der Akteneinsicht entgegenstehenden Interessen bemerkt das Obergericht vorab, dass die Beschwerdeführerin allein überwiegende private Interessen an der Geheimhaltung der Akten geltend mache. Sie bringe vor, ihr Vermögen sei in unmittelbarer Gefahr, wenn die Beschwerdegegnerin Akteneinsicht erhalte, und sie, die Be-schwerdeführerin, müsse sich vor ihrer Familie schützen. Aufgrund der Akten lasse sich jedoch nicht im Einzelnen klären, was dem Streit in V.________, der Heimat der Beschwerdeführerin, zugrunde liege. Jedenfalls seien jahrelange gerichtliche Auseinandersetzungen bei hohen Erbschaften nichts Aussergewöhnliches. Der weitere (wenig konkrete) Vorwurf, die Beschwerdegegnerin versuche mit der Akteneinsicht Schwachpunkte zu finden, um gegen die Beschwerdeführerin vorgehen zu können, sei zur Einschränkung der Akteneinsichtsrecht nicht geeignet. Dazu hätte die Beschwerdeführerin konkret aufzeigen müssen, welche ihrer vom Persönlichkeitsschutz erfassten Rechtsgüter, insbesondere die seelische und geistige Integrität, das Akteneinsichtsrecht überwiegen. Dies habe sie nicht mit der nötigen Klarheit getan.