Citation: 4C.23/2007 13.03.2007 E. 3

3.1 Die Beklagte macht mit der Berufung ausschliesslich eine Verletzung von Art. 8 ZGB geltend. Sie rügt, die Vorinstanz habe trotz der klaren Zugabe der Klägerin, dass mindestens eine Zahlung zu Gunsten der Arbeitgeberin auf ein gemeinsames Konto der Eheleute geflossen sei, von der von ihr beantragten Edition der Kontoauszüge abgesehen und damit ihren Beweisführungsanspruch verletzt. Es sei unerfindlich, was an den Ausführungen der Beklagten hätte "vage" sein sollen. 3.2 Art. 8 ZGB regelt nach der Rechtsprechung einerseits für den Bereich des Bundeszivilrechts die Beweislastverteilung und gibt anderseits der beweispflichtigen Partei einen bundesrechtlichen Anspruch darauf, für rechtserhebliche Vorbringen zum Beweis zugelassen zu werden, sofern ihr Beweisantrag nach Form und Inhalt den Vorschriften des kantonalen Prozessrechts entspricht (BGE 130 III 591 E. 5.4 S. 601, 129 III 18 E. 2.6 S. 24 f., 114 II 289 E. 2a S. 290). Gleichfalls Bundesrecht bestimmt darüber, wie weit ein Sachverhalt zu substanziieren ist, damit er unter die Bestimmungen des materiellen Rechts subsumiert werden kann (BGE 127 III 365 E. 2b S. 368, 123 III 183 E. 3e S. 188, 108 II 337 E. 2b-d S. 339 f.). Eine Tatsachenbehauptung braucht dabei nicht alle Einzelheiten zu enthalten. Es genügt, wenn die Tatsache in einer den Gewohnheiten des Lebens entsprechenden Weise in ihren wesentlichen Zügen oder Umrissen behauptet worden ist (Max Guldener, Schweizerisches Zivilprozessrecht, 3. Auflage, Zürich 1979, S. 163). Immerhin muss die Tatsachenbehauptung jedenfalls so konkret formuliert sein, dass ein substanziiertes Bestreiten möglich ist oder der Gegenbeweis angetreten werden kann (BGE 117 II 113 E. 2; Guldener, a.a.O., S. 164). Bestreitet der Prozessgegner das schlüssige Vorbringen der behauptungsbelasteten Partei, kann diese gezwungen sein, die rechtserhebliche Tatsache nicht nur in den Grundzügen, sondern so umfassend und klar darzulegen, dass darüber Beweis abgenommen werden kann (Vogel/Spühler, Grundriss des Zivilprozessrechts, 8. Auflage, Bern 2006, Kapitel 10 Rz. 55, S. 264 f.; Jürgen Brönnimann, Die Behauptungs- und Substanziierungslast im Schweizerischen Zivilprozessrecht, Diss. Bern 1989, S. 149). 3.3 Nach dem Gesagten gehen die Vorbringen der Beklagten an der Sache vorbei, hat die Vorinstanz doch deren Standpunkt nicht mangels Beweises bestimmter relevanter Sachvorbringen verworfen, sondern mangels substanziierter Behauptungen betreffend das Verhalten der Klägerin, aus dem die Beklagte im nachhinein auf das Vorliegen eines wichtigen Grundes zur fristlosen Entlassung hätte schliessen dürfen. Inwiefern die Annahme, der Geldfluss auf ein privates Konto der Klägerin als solcher belege noch keine strafbare Handlung, gegen Bundesrecht verstossen soll, legt die Beklagte nicht dar und ist nicht ersichtlich. Die Beklagte setzt sich mit der Begründung des angefochtenen Urteils auch im Übrigen nicht auseinander und zeigt namentlich mit Blick auf die Bestreitung der Klägerin nicht auf, inwiefern die Vorinstanz die bundesrechtlichen Anforderungen an die Substanziierung des rechtserheblichen Sachverhalts überspannt haben soll.