Citation: 4C.348/2006 17.01.2007 E. 6

Die Klägerin macht weiter geltend, das Obergericht habe zu Unrecht einen normativen Konsens angenommen. Darüber hinaus habe es Bundesrecht verletzt, indem es verneinte, dass der von ihm festgestellte Irrtum der F.________ AG wesentlich war. Zur Begründung führt die Klägerin aus, die Mitarbeiter der F.________ AG seien davon ausgegangen, nur B.________ aus der Schuld entlassen zu wollen, und ihnen sei nicht bewusst gewesen, dass die beiden Quittungen noch weitere Personen einschlossen. Hätten sie von den tatsächlichen Umständen Kenntnis gehabt, hätten sie der vorgeschlagenen Erklärung niemals zugestimmt. Die Vorinstanz kam auf Grund der Auslegung der beiden Quittungen und der Aussagen von K.________ und I.________ zum Schluss, dass der Wille beider Parteien darauf gerichtet war, mit der Entgegennahme des Geldbetrags, der Quittierung des Verlustscheins und der Herausgabe desselben auch den Beklagten zu befreien. Für die F.________ AG gelte das insbesondere deshalb, weil den Mitarbeitern K.________ und I.________ bewusst war, dass es sich bei der im Verlustschein verkörperten Forderung um eine Solidarschuld handelte. Das Obergericht stellte mit anderen Worten in dieser Hinsicht zwischen den Parteien einen tatsächlichen Konsens fest, was einen Irrtum der F.________ AG mit Bezug auf die Befreiung des Beklagten von vorneherein ausschliesst. Weiter kam es zur Überzeugung, dass es für die Mitarbeiter der F.________ AG keine Rolle spielte, aus welcher Motivation heraus Dr. H.________ den Verlustschein erwerben wollte. Soweit sich die Klägerin gegen diese für das Bundesgericht verbindlichen Feststellungen wendet, kann sie nicht gehört werden (Art. 63 Abs. 2 OG). Die Vorinstanz schloss zwar nicht aus, dass sich die F.________ AG über den Beweggrund des Dr. H.________ bezüglich des Verlustscheinkaufs geirrt hat. Da die Motivation des Dr. H.________ nach dem Gesagten aber für die F.________ AG nicht von Bedeutung war, hat die Vorinstanz diesen (eventuellen) Irrtum zu Recht als unbeachtlich bezeichnet.