Citation: 6B_854/2009 01.02.2010 E. 2

2.1 Die Beschwerdeführer rügen eine willkürliche Sachverhaltsfeststellung. Die Vorinstanz stelle zumindest implizit fest, dass ein einteiliger Seitenschutz angebracht gewesen sei, und gehe folglich von der falschen Vorstellung aus, die Absturzstelle sei wenigstens behelfsmässig gesichert gewesen. Nicht ersichtlich sei, was die Vorinstanz aus den Angaben des Sicherheitsexperten der SUVA schliesse, die nicht entscheidrelevant seien. 2.2 Das Bundesgericht legt seinem Urteil den Sachverhalt zugrunde, den die Vorinstanz festgestellt hat (Art. 105 Abs. 1 BGG). Die Feststellung des Sachverhalts kann nur gerügt werden, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruht und wenn die Behebung des Mangels für den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein kann (Art. 97 Abs. 1 BGG, vgl. auch Art. 105 Abs. 2 BGG). Eine Sachverhaltsfeststellung ist willkürlich im Sinne von Art. 9 BV, wenn sie offensichtlich unhaltbar ist, zur tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch steht, auf einem offenkundigen Versehen beruht, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft. Das Bundesgericht hebt einen Entscheid jedoch nur auf, wenn nicht bloss die Begründung, sondern auch das Ergebnis unhaltbar ist. Dass eine andere Lösung oder Würdigung ebenfalls vertretbar erscheint oder gar vorzuziehen wäre, genügt für die Annahme von Willkür nicht (BGE 134 I 140 E. 5.4 S. 148 mit Hinweisen). 2.3 Gemäss dem Polizeirapport vom 9. Juli 2008 (vorinstanzliche Akten Dossier S, act. S1) wurde die Öffnung des Liftschachts nach dem Unfall unfachmännisch mit Schaltafeln abgedeckt und eine Abschrankung vor der Öffnung platziert. Der Arbeiter B.________ gab anlässlich seiner polizeilichen Befragung vom 9. Juni 2008 an, die Schaltafeln und das Geländer seien noch nicht dort gewesen, als er den Verunfallten vom 3. Stock aus gesehen habe. Es seien lediglich die Dielen an der Seite und ein H20-Träger vorhanden gewesen (vorinstanzliche Akten, Dossier D act. D4 S. 3). Der Sicherheitsexperte bezeichnete die Abdeckung über der Unfallstelle als sehr auffallend und absolut anormal (vorinstanzliche Akten, Dossier D act. D8 S. 3). Die Beschwerdeführer rügen die Ausführungen der Vorinstanz hinsichtlich der Sicherungsvorkehren beim Liftschacht zu Recht. Aus dem angefochtenen Entscheid ist nicht ersichtlich, ob nach den Feststellungen der Vorinstanz zum Zeitpunkt des Sturzes ein gemäss Art. 15 f. der Verordnung über die Sicherheit und den Gesundheitsschutz der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bei Bauarbeiten (Bauarbeitenverordnung, BauAV; SR 832.311.141) erforderlicher Seitenschutz vorhanden war oder nicht. Falls die Vorinstanz davon ausgeht, es habe ein Seitenschutz bestanden, stünde diese Feststellung im Widerspruch zu den bisher erhobenen Fakten. Die Frage, ob und wie die Absturzstelle gesichert war, kann für den Ausgang des Verfahrens von Bedeutung sein. Nur nach Abklärung der Gegebenheiten und entsprechender Würdigung der Beweise kann die Grundlage für die Entscheidung geschaffen werden, ob und durch wen eine fahrlässige Tötung begangen wurde. Die Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz hinsichtlich der Sicherung des Liftschachts vor dem Sturz des Verunglückten muss als willkürlich bezeichnet werden. Unklar ist auch, welche Schlüsse die Vorinstanz aus den verschiedenen im angefochtenen Entscheid wiedergegebenen Äusserungen des Sicherheitsexperten der SUVA zieht. Soweit sie aus dessen Angaben folgern sollte, dass keine (weiteren) Sicherheitsvorkehren hätten getroffen werden müssen und niemand für eine diesbezügliche Überwachung verantwortlich gewesen sei bzw. kein Verantwortlicher eruiert werden könne, kann ihr nicht gefolgt werden. Denn dabei handelt es sich überwiegend um Rechtsfragen, zu deren Beantwortung die Vorinstanz nicht kurzerhand auf die - im Übrigen ohnehin teilweise spekulativen - Aussagen des Sicherheitsspezialisten abstellen durfte. Vielmehr hätte die Vorinstanz diese Fragen aufgrund der bereits erhobenen und noch zu ermittelnden Tatsachen selbst entscheiden müssen. Nach den zutreffenden Einwänden der Beschwerdeführer ist es für die Frage der Sicherung nicht massgeblich, ob es sich bei den vom Verstorbenen ausgeführten Arbeiten um "Routinearbeiten" handelte. Es ist aber relevant, ob der Polier die Befolgung der Sicherheitsvorschriften kontrollierte. Unerheblich ist, dass die Arbeitgeberin des Verstorbenen im Allgemeinen über ein sehr gutes Sicherheitssystem verfügte und der Sicherheitsexperte schon jahrelang mit diesem Unternehmen zusammenarbeitete. Die verschiedenen Aussagen der am fraglichen Tag anwesenden Personen hätten gewürdigt und die geltenden gesetzlichen Vorgaben sowie die auf der konkreten Baustelle geltenden Verantwortlichkeiten und Kontrollpflichten betreffend Sicherheitsfragen abgeklärt werden müssen.