Citation: 1C_648/2017 E. 2.4

2.4. Die Beschwerdeführerin bringt vor, als "Erker" gelte allgemein ein der Fassade oder Ecke eines Gebäudes vorgelagerter, geschlossener, überdachter, über ein oder mehrere Geschosse reichender Ausbau. Ein Erker bilde daher definitionsgemäss einen durch Fassaden umbauten Raum bzw. eine Ausstülpung der Fassade und unterscheide sich damit von den anderen in Art. 75 Abs. 3 KRG aufgeführten vorspringenden Gebäudeteilen, d.h. Dachvorsprünge, Vordächer, Vortreppen, offene Balkone. Die im letzten Satz von Art. 75 Abs. 3 KRG genannte Bildung einer Wand könne daher auf Erker grundsätzlich nicht zugeschnitten sein, zumal es nach der Lehre bezüglich des Abstandsprivilegs keine Rolle spiele, wie die Erker im Detail ausgestaltet seien, soweit sie die Eigenart als "Gebäudevorsprung" bewahrten. Da dies für die strittigen Gebäudevorsprünge zutreffe und sie alle charakterisierenden Eigenschaften eines Erkers aufwiesen, schliesse die Vorinstanz mit dem Argument, dass sie eine Wand gemäss dem letzten Satz Art. 75 Abs. 3 KRG bildeten, das im ersten Satz dieser Bestimmung begründete Abstandsprivileg für Erker willkürlich aus.