Citation: 1P.255/2000 22.05.2000 E. A

A.- X.S.________ wird beschuldigt, zusammen mit seinem Cousin E.________ am 12. Dezember 1996 A.A.________ in Gretzenbach erschossen zu haben. Dabei soll es sich um einen Fall von Blutrache nach der Gewohnheit "Kanoun" handeln, welche unter den Beteiligten gelten soll, die aus einer an Kosovo angrenzenden Gegend Serbiens mit einer starken albanischen Minderheit stammen. Diese Blutrache soll von Y.S.________, dem Vater von X.S.________, angeordnet worden sein und auch Z.S.________, ein Bruder von X.S.________, soll beteiligt gewesen sein. Als Grund für die Tötung von A.A.________ fällt in Betracht, dass dessen Sohn B.A.________ am 6. Februar 1995 in Serbien Y.S.________s dritten Sohn Q.S.________ erschossen hat. Y.S.________ und Z.S.________ wurden am 12. Dezember 1996 in Untersuchungshaft genommen, im Laufe des Jahres 1997 jedoch gegen Kaution freigelassen, nachdem sich herausgestellt hatte, dass sie nicht die Schützen gewesen sein konnten. X.S.________ und E.________ konnten nach der Tat nicht mehr in der Schweiz angetroffen werden und sie wurden daher mit internationalem Haftbefehl gesucht. Während E.________, der sich in Kosovo aufhalten soll, weiterhin flüchtig ist, wurde X.S.________ am 30. Mai 1999 in Mazedonien verhaftet und am 11. Oktober 1999 an die Schweiz ausgeliefert, wo er sich seither in Untersuchungshaft befindet. Auf Antrag des Untersuchungsrichteramts des Kantons Solothurn, Geschäftsstelle Olten, bewilligte die Strafkammer des Obergerichts des Kantons Solothurn mit Beschluss vom 10. April 2000 die Fortdauer der Haft bis zum 10. Juli 2000.