Citation: 8C_824/2008 30.01.2009 E. 4

Nach Lage der medizinischen Akten kann als überwiegend wahrscheinlich angenommen werden, dass der Unfall zumindest eine Teilursache für die weiterhin anhaltenden Gesundheitsstörungen darstellt (zum Genügen einer Teilursächlichkeit für das Bejahen der natürlichen Kausalität: BGE 134 V 109 E. 9.5 in fine S. 125 f. mit Hinweisen). Die im Weiteren vorzunehmende Beurteilung der Adäquanz hat nach den in BGE 134 V 109 (insb. E. 10.1 - 10.3 S. 126 ff.) formulierten Kriterien zu erfolgen. 4.1 Auf Grund des Unfallgeschehens sowie der am Fahrzeug der Beschwerdeführerin festgestellten, eher geringfügigen Beschädigungen (Schaden am Kofferraumboden sowie an der Stossstange hinten [vgl. die aktenkundigen Photos des Unfallwagens] in Höhe von EUR 1670.-; zur Relevanz des augenfälligen Geschehensablaufs bei der Prüfung der Unfallschwere: BGE 134 V 109 E. 10.1 S. 126; Urteile [des Bundesgerichts] U 2/07 vom 19. November 2007 E. 5.3.1, in: SVR 2008 UV Nr. 8 S. 26, und [des Eidg. Versicherungsgerichts] U 503/05 vom 17. August 2006, zusammengefasst wiedergegeben in: SZS 2008 S. 183) ist davon auszugehen, dass die Wucht des Aufpralls, von dem der in einer Kolonne vor einem Fussgängerstreifen stehende Personenwagen der Versicherten erfasst wurde, nicht sehr stark war. Diese Annahme wird bestätigt durch das Ergebnis der von der Beschwerdegegnerin in Auftrag gegebenen "Biomechanischen Kurzbeurteilung (Triage)" des Prof. Dr. med. W.________, Facharzt FMH für Rechtsmedizin, speziell Forensische Biomechanik, und des Dr. sc. techn. U.________, dipl. Ing. ETH, Arbeitsgruppe für Unfallmechanik, vom 8. September 2004, welche eine kollisionsbedingte Geschwindigkeitsänderung (Delta-v) in Vorwärtsrichtung unterhalb oder knapp innerhalb eines Bereiches von 10-15 km/h ergab. 4.2 Auffahrkollisionen vor einem Fussgängerstreifen oder einem Lichtsignal werden rechtsprechungsgemäss regelmässig als mittelschweres, im Grenzbereich zu den leichten Unfällen liegendes Ereignis eingestuft (Urteil [des Eidg. Versicherungsgerichts] U 193/01 vom 24. Juni 2003 E. 4.2 mit diversen Hinweisen, in: RKUV 2003 Nr. U 489 S. 357). In einzelnen Fällen hat das Eidgenössische Versicherungsgericht demgegenüber einen leichten Unfall angenommen, so insbesondere bei einer niedrigen kollisionsbedingten Geschwindigkeitsveränderung (Delta-v unter 10 km/h; Urteil [des Eidg. Versicherungsgerichts] U 33/01 vom 7. August 2001 E. 3a) und - zusätzlich - weitgehendem Fehlen von unmittelbar im Anschluss an den Unfall auftretenden Beschwerden (Urteil [des Eidg. Versicherungsgerichts] U 22/01 vom 29. Oktober 2002 E. 7.1). Im vorliegenden Fall ist die Auffahrkollision vom 26. Februar 2004 auf Grund der Gegebenheiten mit der Vorinstanz eher den mittelschweren im Grenzbereich zu den leichten Ereignissen liegenden Unfällen zuzuordnen. Die Frage kann indessen letztlich offen bleiben, da auch bei einem als leicht zu qualifizierenden Unfall der adäquate Kausalzusammenhang - als Ausnahme zur Regel - dann zu prüfen ist, wenn er unmittelbare Unfallfolgen zeitigt, die sich nicht offensichtlich als unfallunabhängig erweisen (z.B. Komplikationen durch die besondere Art der erlittenen Verletzung, verzögerter Heilungsverlauf, erhebliche Arbeitsunfähigkeit); dabei sind die Kriterien, welche für Unfälle im mittleren Bereich gelten, heranzuziehen (Urteile [des Eidg. Versicherungsgerichts] U 193/01 vom 24. Juni 2003 E. 4.2, in: RKUV 2003 Nr. U 489 S. 357, und U 16/97 vom 16. Januar 1998 E. 3b, in: RKUV 1998 Nr. U 297 S. 243). Diese Voraussetzung ist in casu erfüllt, wurde die Beschwerdeführerin doch unmittelbar im Anschluss an das Unfallereignis von Schwindel befallen und verspürte sie wenige Stunden später Nackenschmerzen mit Schmerzausstrahlung, Kopfschmerzen sowie Übelkeit (vgl. "Dokumentationsbogen für Erstkonsultation nach kranio-zervikalem Beschleunigungstrauma" vom 13. März 2004). Bereits bei der ersten ärztlichen Konsultation am Folgetag diagnostizierte der Hausarzt zudem eine HWS-Distorsion (Zeugnis UVG des Dr. med. J.________ vom 13. März 2004); im Übrigen besteht - bei im Wesentlichen unverändert gebliebenem Beschwerdebild - seit dem Unfall durchgehend ganze oder teilweise Arbeitsunfähigkeit. Unter diesen Umständen muss unabhängig davon, ob der Unfall als leicht oder mittelschwer zu qualifizieren ist, eine besondere Adäquanzbeurteilung (nach Massgabe der in BGE 134 V 109 E. 10.2.1 - 10.3 S. 127 ff. definierten Kriterien) Platz greifen.