Citation: 8C_101/2021 E. 6.3.1

6.3.1. Ob und inwieweit der Heilungsprozess nach der Operation vom 24. Januar 2019 planmässig verlaufen würde, konnte Dr. med. B.________ am 14. Juni 2019 nur anhand der von der IV-Stelle letztmals am 29. März 2019 einverlangten Suva-Akten prognostisch einschätzen. Ergänzend nahm die IV-Stelle damals in medizinischer Hinsicht einzig den Operationsbericht vom 24. Januar 2019, den Austrittsbericht des Spitalzentrums C.________ vom 30. Januar 2019 und die hausärztliche Hilfsmittelverordnung vom 8. Februar 2019 zu den IV-Akten. Dass der Beschwerdeführer - wie vom RAD-Arzt am 14. Juni 2019 unter den Voraussetzungen eines erfolgreichen operativen Eingriffs und eines postoperativ komplikationslosen Heilungsverlaufs eingeschätzt - drei Monate nach der Knie-TEP Implantation (also ab 23. April 2019) tatsächlich in dauerhaft verbessertem Gesundheitszustand bezüglich einer leidensangepassten Tätigkeit wieder anhaltend zu 100% arbeitsfähig sein würde, konnte Dr. med. B.________ damals mangels aussagekräftiger echtzeitlicher Berichte der behandelnden Ärzte und insbesondere ohne eigene Untersuchung des Beschwerdeführers (vgl. dazu E. 5.2 hievor) nur vermuten. Schon im Vorbescheidverfahren liess der Beschwerdeführer am 17. Oktober 2019 gegen den RAD-Bericht einwenden, die Feststellung des Dr. med. B.________ treffe nicht zu. Er sei nach wie vor zu 100% krankgeschrieben. Die Suva richte ihm weiterhin ein volles Taggeld aus. Ohne ergänzenden Beizug der aktuellsten Suva-Akten holte die IV-Stelle daraufhin bei ihrem RAD-Arzt Dr. med. B.________ nochmals eine Aktenbeurteilung ein, mit welcher er am 25. November 2019 an seinen Einschätzungen vom 14. Juni 2019 festhielt. Gestützt darauf verneinte die Beschwerdegegnerin sodann am 27. Januar 2020 einen Leistungsanspruch.