Citation: 1A.155/2002 20.08.2002 E. 2

2.1 Der Beschwerdeführer macht in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde geltend, der dem Nachauslieferungsbegehren zu Grunde liegende Sachverhalt sei nach schweizerischem Recht nicht strafbar. Da die beidseitige Strafbarkeit nicht gegeben sei, hätte dem Nachauslieferungsbegehren nicht stattgegeben werden dürfen. 2.2 Somit ist zu prüfen, ob die dem Beschwerdeführer vorgeworfenen Taten sowohl nach schweizerischem wie auch nach deutschem Recht strafbar sind (Art. 2 Ziff. 1 EAUe). Dabei ist zunächst festzuhalten, dass das Auslieferungserfordernis der beidseitigen Strafbarkeit nach ständiger Rechtsprechung nicht bedeutet, dass die verfolgte Tat im ersuchenden und im ersuchten Staat unter gleich lautende Strafbestimmungen fallen müsse. Sie muss nur nach dem Recht beider Staaten überhaupt strafbar sein (BGE 124 II 184 E. 4b/cc S. 188; 117 Ib 337 E. 4a S. 342, je mit Hinweisen). Auf das deutsche Recht bezogen trifft dies zu, indem die dem Beschwerdeführer gemäss Auslieferungsbegehren angelasteten strafbaren Handlungen als Betrug gemäss § 263 des deutschen Strafgesetzbuches (dStGB) zu erachten sind. Aber auch nach schweizerischem Recht lässt sich das dem Auslieferungsbegehren zu Grunde liegende Vorgehen des Beschwerdeführers ohne Weiteres unter den Tatbestand des Betruges nach Art. 146 StGB bzw. der Urkundenfälschung nach Art. 251 StGB subsumieren. Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers ist es auch in der Schweiz nicht erlaubt, mit Hilfe täuschender Machenschaften und gegen Bezahlung von erheblichen Geldbeträgen totalgefälschte Dissertationsurkunden abzugeben und die Geschädigten im Glauben zu bestärken, sie hätten die Doktorwürde erlangt (vgl. im Übrigen BGE 108 Ib 296, 106 IV 269). Das Erfordernis der beidseitigen Strafbarkeit nach Art. 2 EAUe ist damit erfüllt. Weitere Gründe, die der Auslieferung allenfalls entgegenstehen, hat der Beschwerdeführer nicht vorgebracht.