Citation: 6B_305/2022 E. 1.3

1.3. Dem Beschwerdeführer ist zwar insofern beizupflichten, als dass die Vorinstanz so oft - teilweise bestätigend, manchmal lediglich einleitend - auf das erstinstanzliche Urteil verweist, dass nicht nur die Lesbarkeit des angefochtenen Entscheids darunter leidet, sondern es mitunter nur schwer nachvollziehbar ist, welchen Sachverhalt sie letztlich als erstellt erachtet. Es ist daher daran zu erinnern, dass die Rechtsmittelinstanz grundsätzlich zurückhaltend auf die Begründung ihrer Vorinstanz verweisen sollte. Verweise erscheinen vor allem bei nicht strittigen Sachverhalten und abstrakten Rechtsausführungen sinnvoll. Vorliegend vermag der angefochtene Entscheid den Begründungsanforderungen aber dennoch zu genügen, weil sich gerade noch feststellen lässt, was die massgebenden tatsächlichen und rechtlichen Erwägungen der Vorinstanz sind. Der Einwand des Beschwerdeführers, die vorinstanzlichen Verweise auf den Entscheid der ersten Instanz beim Vorwurf zum Nachteil von C.________ seien widersprüchlich bzw. würden inhaltlich nicht übereinstimmen (Beschwerde S. 10), ist unbegründet. Im Rahmen ihrer Vorbemerkungen verweist die Vorinstanz bezüglich des Anklagevorwurfs hinsichtlich des objektiven Sachverhalts (betreffend den Vorwurf zum Nachteil von C.________) auf die diesbezügliche Zusammenfassung der ersten Instanz (Urteil S. 7 E. II. 1.1). Danach habe der Beschwerdeführer u.a. dreimal mit dem rechten Fuss gegen den Kopf und den Gesichtsbereich des auf dem Boden liegenden C.________ getreten (erstinstanzliches Urteil S. 6 E. II.1). Da es hier neben der Anzahl der dem Beschwerdeführer vorgeworfenen Tritte lediglich noch um deren Richtung und nicht auch noch darum geht, ob bzw. wo er sein Opfer getroffen hat, besteht kein Widerspruch zum weiteren Verweis der Vorinstanz auf die erstinstanzliche Feststellung, wonach aus den Videoaufnahmen hervorgehe, dass der Beschwerdeführer C.________ bei seinen drei Fusstritten zweimal mitten ins Gesicht [...] getroffen habe (Urteil S. 11 E. II. 2.1.2; erstinstanzliches Urteil S. 15 E. II. 6.1.1). Entgegen der Kritik des Beschwerdeführers ist insofern auch nicht unklar (z.B. Beschwerde S. 11, S. 14 und S. 23), von welchem Sachverhalt die Vorinstanz in Bezug auf den objektiven Sachverhalt beim Vorwurf zum Nachteil von C.________ tatsächlich ausgeht. Wenn der Beschwerdeführer im Weiteren darauf hinweist (Beschwerde S. 11), die Vorinstanz lasse es offen, ob D.________ zu Beginn der Auseinandersetzung seinen Freund B.________ angerempelt bzw. weggedrückt und ob D.________ B.________ bzw. ihn selber beleidigt habe (Urteil S. 10 E. II.1.4), scheint der Beschwerdeführer zu übersehen, dass die Vorinstanz hierzu auch erwägt, selbst eine anfängliche Beleidigung seitens D.________ würde eine solche Gewalteskalation in keiner Weise rechtfertigen. Schliesslich führt die Vorinstanz der Vollständigkeit halber aus, die erste Instanz habe zutreffend dargetan, dass der Beschwerdeführer nicht glaubhaft ausgesagt habe, als er die (angeblichen) Beleidigungen von D.________ zu Protokoll gegeben habe (Urteil S. 10 E. II.1.4). Insgesamt besteht somit kein Widerspruch zur Schlussfolgerung der Vorinstanz, der Beschwerdeführer habe die Situation der körperlichen Auseinandersetzung selbst geschaffen (Beschwerde S. 11). Schliesslich kann diesem nicht gefolgt werden, soweit er behauptet, die vorinstanzlichen Verweise im Zusammenhang mit dem Vorwurf zum Nachteil von D.________ seien unzulässig und widersprüchlich (Beschwerde S. 12). Nachdem die Vorinstanz diesbezüglich zunächst auf die erstinstanzliche Beweiswürdigung und Zusammenfassung verweist, denen sie beipflichtet (Urteil S. 15 E. II. 3.1.1; erstinstanzliches Urteil S. 16 ff. E. II. 6.2.1 und E. II. 6.2.4 ff.), hält sie präzisierend fest (Urteil S. 15 E. II. 3.1.2), es lasse sich nicht erstellen, dass der Beschwerdeführer beim zweiten Faustschlag D.________ am Kopf getroffen habe, wie es in der Anklage heisse. Festzuhalten sei, dass beide Schläge von hinten erfolgt seien - mit hoher Energie, grosser Ausholbewegung und dynamischem Einsatz des eigenen Körpers. Dieses Vorgehen der Vorinstanz ist nicht zu beanstanden. Insgesamt zeigt die Vorinstanz in ihrem Urteil die für sie wesentlichen Überlegungen auf, von denen sie sich leiten lässt und auf welche sie ihr Urteil stützt. Sie beurteilt den angeklagten Sachverhalt auch in tatsächlicher Hinsicht unabhängig und umfassend. Die Beschwerde ist in diesem Punkt abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann.