Citation: 8C_326/2018 E. 4.3.1

4.3.1. Zwar macht die Beschwerdeführerin zu Recht geltend, dass sie als Pflegefachfrau zu den Berufsgruppen gehört, die einem besonderen Risiko für Infektionskrankheiten ausgesetzt sind (vgl. Anhang 1 der UVV). Allerdings setzt die rechtliche Anerkennung als Berufskrankheit im Sinn von Art. 9 Abs. 1 UVG einen qualifizierten Kausalzusammenhang voraus. Nach der Rechtsprechung muss der in Anhang 1 der UVV genannte schädigende Listenstoff oder die krankmachende Arbeit die vorwiegende Ursache sein, mithin im gesamten Ursachenspektrum einen Anteil von mehr als 50 % ausmachen (BGE 119 V 200 E. 2a S. 200 f.; Urteil U 410/05 vom 3. April 2007 E. 2 in: SVR 2007 UV Nr. 27 S. 91). Ob dies im Einzelfall so ist, muss mit der hinreichenden Wahrscheinlichkeit dargetan werden (ALEXANDRA RUMO-JUNGO/ANDRÉ PIERRE HOLZER, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl. 2012, S. 93). In diesem Zusammenhang gilt es allerdings wiederum zu beachten, dass der Gutachter u.a. die Möglichkeit einer sexuellen Übertragung erwogen und - trotz der fehlenden Testergebnisse des Lebenspartners - als sehr gering eingeschätzt hatte, und dennoch nur von einer möglichen bzw. naheliegenden, nicht aber überwiegend wahrscheinlichen Ansteckung während der Berufsausübung ausging.