Citation: 1B_165/2008 10.07.2008 E. 2

Der Beschwerdeführer rügt eine Verletzung des Rechts auf persönliche Freiheit. Die vorliegende Sicherheitshaft wegen Fortsetzungsgefahr sei unverhältnismässig. Der Beschwerdeführer habe sich seit seinem Eintritt in die Anstalt A.________ vom 17. Juli 2006 nichts zuschulden kommen lassen und daher extensive Vollzugslockerungen genossen (unbegleitetes Verlassen der Anstalt am Wochenende und an zwei Abenden pro Woche). Er habe sich während knapp zwei Jahren bewährt, trotz unzähliger Möglichkeiten, rückfällig zu werden. Das zur Begründung der Fortsetzungsgefahr angeführte psychiatrische Gutachten vom 30. November 2007 und die Zwischenberichte der Anstalt A.________ reichten zur Begründung der Fortsetzungsgefahr nicht aus. Der Zwischenbericht vom 24. April 2008 enthalte eine unqualifizierte Diagnose der Psychopathie und sei daher hinsichtlich der Äusserungen zur Rückfallgefahr nicht nachvollziehbar. Überdies hätten die Verantwortlichen der Anstalt A.________ dem Beschwerdeführer auch noch nach Abfassung dieses Zwischenberichts unbegleiteten Ausgang gewährt. Die Sicherungshaft sei zudem unverhältnismässig, weil gemäss psychiatrischem Gutachten vom 30. November 2007 eine stationäre Massnahme zur Behandlung von psychischen Störungen (Art. 59 StGB) empfohlen werde und der Strafvollzug nach Ansicht des Gutachters einen negativen Einfluss auf den Beschwerdeführer hätte. Das Haftgericht hätte daher eine stationäre Massnahme als mildere Massnahme anordnen müssen. Indem es sich zur Möglichkeit einer stationären Ersatzmassnahme in einem anderen Massnahmezentrum nicht und zur Frage der Überhaft nur ungenügend äussere, habe das Haftgericht zudem den Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt.