Citation: 5C.31/2002 15.05.2002 E. B

B.- Durch die Presseäusserung sahen sich Clovis Défago, Inhaber und Verwaltungsratspräsident der CD-Holding AG und Verwaltungsratspräsident der SenioRigi AG, die CD-Holding AG, Alleinaktionärin der SenioRigi AG, und die SenioRigi AG, Betreiberin des gleichnamigen Alters- und Pflegeheims, in ihrer Persönlichkeit unmittelbar betroffen und widerrechtlich verletzt. Sie verlangten eine Gegendarstellung, die in der Ausgabe Nr. 8 vom 17. April 1992 der Zeitschrift veröffentlicht wurde, und erhoben gegen die Curti Medien AG, Herausgeberin der Zeitschrift "Beobachter", sowie gegen die beiden Redaktoren Hans Caprez und Fredi Lüthin Klage mit folgendem Feststellungsbegehren: "1. Es sei festzustellen, dass die Beklagten die Persönlichkeitsrechte der Kläger 1 bis 3 widerrechtlich verletzt haben, indem sie in Nummer 4 vom 21. Februar 1992 der Zeitschrift 'Der schweizerische Beobachter' unter den Titeln 'Heimaffäre; die Not der Alten', respektive 'Die Würde der alten Leute wird verletzt' einen Artikel mit Hinweisen auf der Titelseite, im Editorial und im Inhaltsverzeichnis publiziert haben, welche folgende Textstellen und verschiedene Bilder enthalten: 1) 'Heimaffäre: Die Not der Alten' (Titelseite). 2) 'Meine Redaktionskollegen Hans Caprez und Fredi Lüthin haben sich in dieser Titelgeschichte dem Thema "alte Menschen" zugewandt; jenen (...) die in fragwürdig geführten Altersheimen vor sich hin kümmern müssen' (Editorial S. 3). 3) 'Dramatische Ereignisse rund um die Einweisung einer todkranken Frau, Personal ohne Fachausbildung, ungeeignetes Essen - Vorwürfe an die Adresse des Alters- und Pflegeheims "SenioRigi"' (Inhaltsverzeichnis S. 5). 4) Schilderung des Pflegeheimeintrittes einer schwerkranken Betagten, die ohne intensive menschliche und medizinische Betreuung verstorben sei (Seiten 15 und 16). 5) 'Allein 1990 gab es einen Personalwechsel von sage und schreibe 96 Leuten. Kein Wunder, denn das Heim befindet sich schon seit langem in der Krise. Trotz Pensionspreisen von rund 6000 Franken monatlich wird gespart - sogar beim Essen für die Pensionärinnen und Pensionäre. 'Die Kost ist für alte Leute völlig ungeeignet. Betagte brauchen frische, leichte Speisen und qualitativ gutes Fleisch - nicht billige Büchsen- und Fertigware', kritisiert ein früherer Angestellter' (Seite 16). 6) 'Die pflegerischen und fachlichen Mängel blieben nicht ohne Folgen. In einem Fall musste ein Patient die ganze Nacht bei offenem Fenster ausharren. Sein verzweifeltes Läuten nützte nichts. (...) 'Mein Vater war nach diesem Schock körperlich und psychisch in einem schlechten Zustan'", bestätigt die Tochter' (Seite 17). 7) 'Auch der frühere Heimarzt (...) übt harte Kritik. (...) Ein mehrseitiger, ausführlicher Bericht liegt seit langem bei den kantonalen Aufsichtsinstanzen. Darin steht auch, dass Leute wegen Betreuungsmangel manchmal stundenlang im eigenen Kot liegen mussten' (Seite 17). 8) 'Zamarian stellt dem "SenioRigi" ein schlechtes Zeugnis aus: "Da stimmte vieles nicht. Mit dem knappen und zum Teil unqualifizierten Personal kann man keine gute Arbeit leisten. "' (Seite 18). 9) 'Im christlich geführten Heim traut offenbar niemand dem andern über den Weg. Alle ehemaligen Angestellten berichten von Bespitzelungen' (Seite 18). 10) 'In einem solchen Klima entstehen Spannungen und Aggressionen. Darunter leidet auch der Umgang mit den Patienten' (Seite 18). 11) 'Schon vor der Übernahme durch Clovis Défago herrschten dort chaotische Verhältnisse' (Seite 18). 12) '"In einer vom Departement des Innern verlangten Personalliste gab Heimleiter Sackmann Leute an, die zu diesem Zeitpunkt nicht im Hause arbeiteten", bezeugen mehrere Angestellte' (Seite 21). 13) 'Im Herbst beschwerten sich der Leiter des Pflegedienstes (...) und zehn weitere Angestellte über die Zustände im Heim. Clovis Défago und Roland Sackmann reagierten rasch. Molnar wurde fristlos beurlaubt und mit Hausverbot belegt' (Seite 21). 14) Schilderung 'Der steile Aufstieg des Clovis Défago' mit Darstellung über die Schliessung des Alters- und Pflegeheimes "Zur Heuwaage" in Basel, wo Pensionäre über die Weihnachtszeit in einer Blitzaktion verlegt worden seien und wo sich Clovis Défago nicht um das Personal gekümmert habe (Seite 21).. " Nebst Genugtuungs- und Schadenersatzforderungen stellten die Kläger ferner nachstehende Publikationsbegehren: "5. Es seien die Beklagten zu verpflichten, innert 30 Tagen nach Eintritt der Rechtskraft des Urteils in der Zeitschrift 'Der schweizerische Beobachter' einen berichtigenden Text in gleicher oder ähnlicher Form wie der Artikel vom 21. Februar 1992 zu veröffentlichen, aus dem sich ergibt, dass der vermittelte Gesamteindruck und die in Ziffer 1 genannten Textstellen unzutreffend sind. Der Artikel sei mit mindestens 3 Bildern aus dem 'SenioRigi' zu versehen. Eventuell sei die Beklagte 1 zu verpflichten, einen solchen von den Klägern verfassten Artikel zu veröffentlichen.