Citation: 8C_202/2023 E. 3.1.1

3.1.1. Das kantonale Gericht hat zunächst erwogen, wenn in einem Verwaltungsverfahren die rechtliche Relevanz von ärztlichen Berichten zu beurteilen sei, seien dazu in der Regel zwar medizinische Kenntnisse und juristischer Sachverstand erforderlich. Über beides verfügten die versicherten Personen gemeinhin nicht. Trotzdem könne allein deswegen noch nicht von einer komplexen Fragestellung gesprochen werden, die eine anwaltliche Vertretung gebieten würde. Die gegenteilige Auffassung liefe darauf hinaus, dass der Anspruch auf unentgeltliche Rechtsverbeiständung in praktisch allen Verwaltungsverfahren bejaht werden müsste, in denen medizinische Unterlagen zur Diskussion stünden, was der Konzeption von Art. 37 Abs. 4 ATSG als einer Ausnahmeregelung widerspräche. Es bedürfe mithin weiterer Umstände, welche die Sache als nicht (mehr) einfach und eine anwaltliche Vertretung als notwendig beziehungsweise sachlich geboten erscheinen liessen.