Citation: 2C_319/2023 E. 5.5.2

5.5.2. Es wäre der Beschwerdeführerin jedoch möglich und zumutbar gewesen, trotz ihrer gesundheitlichen Probleme einer Erwerbstätigkeit nachzugehen, mindestens in einem Teilzeitpensum. Ihre IV-Anträge wurden sowohl 2012 als auch 2018 abgelehnt. Sie ist unbestrittenermassen zu mindestens 40 Prozent arbeitsfähig (angefochtenes Urteil E. 2.5; E. 5.3.1). Auch die Kinderbetreuung stand einer Erwerbstätigkeit seit 1998 nicht entgegen (angefochtenes Urteil E. 5.2). Dennoch war die Beschwerdeführerin seit ihrer vorläufigen Aufnahme im Jahr 1994 nur im Jahr 2000 und 2004 während ein paar Monaten zwischen 15 und 20 Prozent erwerbstätig; hernach nur noch im Rahmen von Arbeitsintegrationsprogrammen in den Jahren 2010, 2014, 2019. Dazwischen war sie arbeitslos und auch im Zeitpunkt des vorinstanzlichen Entscheids ging sie keiner Erwerbstätigkeit nach (angefochtenes Urteil E. 2.3). Dies, obschon sie 2018 auf die ausländerrechtlichen Konsequenzen des Sozialhilfebezugs aufmerksam gemacht wurde. Dass die Beschwerdeführerin sich nach der Verwarnung vermehrt um eine Arbeit bemüht hätte, wie sie geltend macht, ist nicht belegt. Auch dass sie mittlerweile 53-jährig ist, nicht gut Deutsch spricht und weder Ausbildung noch Arbeitserfahrung hat, rechtfertigt den Sozialhilfebezug nicht, hat sie sich diese Umstände doch selbst zuzuschreiben. Inwiefern die Umstände, dass die Sozialhilfe bis 2016 zusammen mit dem Ehemann bezogen wurde und die Ehe geprägt von Differenzen war, den andauernden Sozialhilfebezug rechtfertigen sollen, wie sie geltend macht, ist nicht ersichtlich.