Citation: 4A_474/2021 E. A

Die IV-Stelle des Kantons Aargau sprach A.________ (Klägerin, Beschwerdeführerin) mit Verfügung vom 11. April 2006 eine halbe IV-Rente ab 1. September 2004 zu. Dagegen erhob die Klägerin, vertreten durch Rechtsanwalt B.________ (Beklagter, Beschwerdegegner), Einsprache. Sie beantragte, es sei ihr eine ganze IV-Rente nebst Zusatzrente für ihre Tochter zuzusprechen. In der Folge wurde im Auftrag der IV-Stelle ein rheumatologisch-psychiatrisches Gutachten erstellt. Darin wurde ein Invaliditätsgrad der Klägerin von nur 20% ermittelt und die Klägerin neu für voll arbeitsfähig erachtet. Mit Schreiben vom 29. Mai 2008 kündigte die IV-Stelle der durch den Beklagten vertretenen Klägerin eine "reformatio in peius" an. Sie bot der Klägerin die Gelegenheit an, die Einsprache zurückzuziehen. Bei der IV-Stelle ging jedoch keine Antwort ein. Mit Entscheid vom 5. August 2008 wies die IV-Stelle die Einsprache ab. Zugleich nahm sie die Verfügung vom 11. April 2006 zurück und erklärte diese für ungültig. Die dagegen von der Klägerin, vertreten durch den Beklagten, erhobene Beschwerde wies das Versicherungsgericht des Kantons Aargau mit Urteil vom 22. Oktober 2009 ab. Die zuständige AHV-Ausgleichskasse forderte in der Folge zunächst die gegenüber der Klägerin bis August 2008 geleisteten IV-Renten zurück, erliess später der Klägerin jedoch die Forderung.