Citation: I 472/01 21.02.2002 E. 3

3.- a) Das kantonale Gericht stellte in zutreffender Würdigung der medizinischen Aktenlage und insbesondere gestützt auf das polydisziplinäre Gutachten der MEDAS (vom 18. August 1999) fest, der Beschwerdeführerin sei eine leichte, in wechselnder Körperstellung zu vollziehende Arbeit im Umfang von 100 % zuzumuten (psychosomatisches Konsilium vom 2. August 1999 und rheumatologisches Gutachten, erstattet am 8. Juli 1999), wobei im Rahmen der Gesamtbeurteilung aus internistischer, rheumatologischer und psychiatrischer Sicht in der angestammten Tätigkeit als Betriebsmitarbeiterin und Hausfrau mit Ausnahme für schwere, den Rücken belastende Arbeit von einer vollen Arbeitsfähigkeit ausgegangen wurde. Weiter solle die Versicherte repetitives Bücken, das Heben und Tragen von mehr als 20 kg schweren Lasten sowie längeres Sitzen oder Stehen vermeiden. b) Was die Beschwerdeführerin hiegegen vorbringt ist nicht stichhaltig. Sie bemängelt insbesondere die Wissenschaftlichkeit des psychosomatischen Teilgutachtens der MEDAS. Zum einen werde von einer aktenwidrigen Angabe über die Dauer, seit welcher sie ausserhalb eines Arbeitsprozesses stehe, ausgegangen. Weiter werde einem subjektiven Eindruck über die Bereitschaft zur Teilnahme an einer beruflichen Wiedereingliederung unverhältnismässiges Gewicht verliehen, wie auch der gutachterlichen Beobachtung über die Fähigkeit der Beschwerdeführerin, während des stündigen Explorationsgesprächs problemlos sitzen zu können. aa) Die Beschwerdeführerin kritisiert die kurze Dauer des Gesprächs anlässlich der psychosomatischen Untersuchung der MEDAS. Wesentlich erscheint aber, entgegen der beschwerdeführerischen Ansicht, der nicht bestrittene Unterschied zwischen den objektiven Beobachtungen des Experten und den subjektiven Angaben der Versicherten. Der Gutachter hielt fest, ihre Äusserung bezüglich der körperlichen Einschränkung, lediglich ca. 15 Minuten sitzen zu können, würde nicht sehr glaubwürdig erscheinen, da sie dies bei der Untersuchung mühelos während einer Stunde habe tun können. Das Festhalten solcher Erkenntnisse über das Verhalten der Beschwerdeführerin, welches diametral von ihren Schilderungen abweicht, kann eine ärztliche Beurteilung stützen und ist nicht als unwissenschaftlich zu bezeichnen, weshalb ihr Einwand ins Leere geht. Auch der diesbezügliche Verweis der Vorinstanz auf einschlägige Literatur (Foerster, Begutachtung der Erwerbsfähigkeit bei Patienten mit psychogenen Störungen, in: SZS 1996, S. 491 ff.) ist keineswegs abwegig, da sich bei der Erstellung des psychosomatischen Teilgutachtens die darin beschriebenen auffallenden Diskrepanzen zwischen der subjektiven Beschwerdeschilderung und des beobachteten Verhaltens in der Untersuchungssituation ergaben. bb) Nach nur drei Tagen Präsenzzeit wurde die berufliche Abklärung abgebrochen. Gemäss den Angaben ihres damaligen Hausarztes, Dr. med. F.________ (Schreiben vom 27. November 1998), verlangte die Versicherte ein Zeugnis für vollständige Arbeitsunfähigkeit. Der Abbruch der Massnahme erfolgte nicht zuletzt deswegen, weil sowohl der Verantwortliche der Stiftung für Behinderte T.________ wie auch Dr. med. F.________ den Eindruck hatten, die innere Bereitschaft fehle, den Abklärungsaufenthalt zu Ende zu führen. Dies deckt sich mit der Feststellung im psychosomatischen Teilgutachten, worin Prof. I.________ und Dr. med. K.________ ausführten, die Bereitschaft, erneut eine berufliche Abklärung vornehmen zu lassen, erscheine im Zeitpunkt des Explorationsgesprächs äusserst gering. Ein solches Verhalten, das den Grundsätzen der Schadenminderungspflicht (vgl. Meyer-Blaser, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, Zürich 1997, Seite 16) wie auch dem Grundsatz "Wiedereingliederung vor Rente" widerspricht, kann ohne weiteres auch in einem polydisziplinären Gutachten Berücksichtigung finden. Selbst wenn sich die Versicherte tatsächlich schon länger ausserhalb des Erwerbsprozesses befindet, als dies in der psychosomatischen Expertise angegeben wurde (wobei die Angabe "September 1998" von der Beschwerdeführerin selber stammen soll), heisst dies nicht, dass die Schlussfolgerungen der Gutachter ihre Glaubwürdigkeit verlieren. Vielmehr sind es schwergewichtig die objektiven Beobachtungen, die von den subjektiven Angaben abweichen, und die mangelnde Bereitschaft eine berufliche Abklärung vornehmen zu lassen, die die Gutachter veranlassten, auf eine Arbeitsfähigkeit im Umfang von 100 % für leichte und in wechselnder Körperstellung zu vollziehende Tätigkeiten zu schliessen. c) Weiter vermögen auch die Ergebnisse der medizinischen Abklärung des externen psychiatrischen Dienstes T.________ die Schlussfolgerungen im MEDAS-Gutachten nicht zu erschüttern, zumal sie ebenfalls nicht im Widerspruch zum Gutachten der MEDAS stehen. Der psychiatrische Dienst äusserte sich nicht zur dauernden Arbeitsunfähigkeit im generellen Sinn; vielmehr wurde lediglich eine Stellungnahme zur Arbeitsunfähigkeit bezüglich der bis dahin ausgeübten Akkordtätigkeit abgegeben, wobei Dr. V.________ und Dr. med. M.________ ebenfalls von einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung (ICD-10 F45. 4) ausgingen. In diesem Bericht wurde zudem festgehalten, dass die Versicherte - obwohl zu einem Wiedereingliederungsversuch bereit - von dessen Scheitern im voraus überzeugt gewesen sei, was sich wiederum mit der ärztlichen Einschätzung im Rahmen der psychosomatischen Untersuchung deckt. d) Frau Dr. med. S.________ und Dr. med. A.________, medizinische Abteilung am Spital Y.________, äussern sich in ihrem Bericht vom 10. August 2000 ebenfalls nur über die Arbeitsunfähigkeit in der bis anhin ausgeübten Tätigkeit als Fabrikarbeiterin mit repetitiven Arbeitsabläufen. Insoweit Dr. med. A.________ in seinem Schreiben vom 19. Juli 2001 ausführt, es bestehe mittlerweile eine Chronifizierung der Schmerzen, ist festzuhalten, dass der sich bis zum Verfügungserlass (18. April 2000) verwirklichte Sachverhalt massgeblich ist (BGE 121 V 366 Erw. 1b mit Hinweisen). Überdies erscheint fraglich, ob aufgrund seiner Ausführungen im Verfügungszeitpunkt überhaupt eine Arbeitsunfähigkeit bestand. e) Hinsichtlich der im psychosomatischen Teilgutachten (vom 8. Juli 1999) diagnostizierten anhaltenden somatoformen Schmerzstörung (ICD-10 F 45.4) ist schliesslich auch zur Beurteilung des Dr. med. B.________ vom 26. Mai 2000, welcher das Leiden als chronisches Schmerzsyndrom beurteilt, kein Widerspruch zu sehen, wobei sein Bericht nur insoweit beachtlich ist, als er sich auf den bis zum Verfügungserlass verwirklichten Sachverhalt bezieht (Erw. 3d). Ebenso deckt sich seine Ansicht, dass sich chronische Schmerzpatienten nicht in einer fixen Position einer Aufgabe zuwenden können, mit der Stellungnahme der MEDAS zur Arbeitsfähigkeit, welche ebenfalls von einer wechselnden Körperstellung ausgeht. Unklar ist zudem, ob Dr. med. B.________ als behandelnder Arzt zu gelten hat. Immerhin bezeichnet dieser die Beschwerdeführerin als "Patientin" und auch die Wortwahl in seinen Ausführungen lässt darauf schliessen, dass seine Feststellungen ähnlich jenen eines Hausarztes zu werten sind (BGE 125 V 353 Erw. 3b/cc). Die Vorinstanz setzte sich mit dessen Bericht rechtsprechungsgemäss auseinander, womit der diesbezügliche Einwand fehl geht. Vielmehr finden sich gerade im Bericht von Dr. med. B.________ Äusserungen über das MEDAS-Gutachten, welche eine objektive Wertung vermissen lassen. f) Zusammenfassend ist festzuhalten, dass das MEDAS-Gutachten somit als frei von inneren Widersprüchen zu qualifizieren ist und sich im Ergebnis als nachvollziehbar, schlüssig und überzeugend erweist, sodass sowohl von der beantragten zusätzlichen Abklärung in psychosomatischer Hinsicht, wie auch von einem ergänzenden Bericht der medizinischen Abteilung am Spital Z.________ abgesehen werden kann (BGE 122 V 162 Erw. 1d mit Hinweisen).