Citation: 4A_62/2023 E. 4.1

4.1. Sie erwog betreffend den Bezug von Bonitätsdaten, im Vertrag 2018 liessen sich keine Hinweise finden, dass über das Online Tool Bonitätsdaten bezogen werden könnten. Die Beschwerdegegnerin habe in den Vertragsverhandlungen ein entsprechendes Angebot ausdrücklich abgelehnt. Folglich habe sie zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses nicht davon ausgehen müssen, dass über das Online Tool kostenpflichtig Bonitätsdaten bezogen werden könnten. Die Parteien seien sich einig, dass die von der Beschwerdegegnerin erlangten Bonitätsdaten nicht vom Vertrag 2018 gedeckt seien. Das Zustandekommen eines von der Beschwerdeführerin behaupteten (zusätzlichen) Vertrags vom 8. Mai 2019 sei nicht erstellt. Einen vertraglichen Schadenersatzanspruch unter dem Vertrag 2018 (Verletzung der Nebenpflicht zur Wahrung der Integrität der Rechts- und Vermögenssphäre der Beschwerdeführerin) erachtete die Vorinstanz mangels eines schlüssigen Tatsachenvortrags nicht als erstellt. Die Vorinstanz prüfte sodann einen ausservertraglichen Schadenersatzanspruch (Art. 41 Abs. 1 OR). Sie erwog betreffend den Schaden, die Beschwerdeführerin behaupte zwar, die Datenabfrage habe ihr externe Kosten verursacht, sie habe es aber unterlassen, Beweismittel für diese Behauptung ins Recht zu legen. Auch ein entgangener Gewinn sei nicht erwiesen. Es sei fraglich, dass die Beschwerdegegnerin bei der Beschwerdeführerin Bonitätsdaten zu 32'051 Unternehmen bezogen hätte, wenn sie diese nicht über das Online Tool erlangt hätte. Dies gelte umso mehr, als sie über keine Systeme oder Applikationen zur Verarbeitung solcher Daten verfüge, diese nur vereinzelt im Vorfeld strategisch bedeutsamer Transaktionen beziehe und dafür seit Jahren auf die Dienste eines Drittanbieters zurückgreife. Die Vorinstanz prüfte weiter einen Anspruch aus ungerechtfertigter Bereicherung (Art. 62 Abs. 1 OR). Sie erwog, deren Rechtsfolgen seien auf die Wiederherstellung des ursprünglichen Zustands gerichtet, weshalb die Rückerstattung in erster Linie in natura zu erfolgen habe. Da die Beschwerdegegnerin angesichts der umfangreichen Menge der erlangten Daten zu deren Verwertung auf eine Speicherung angewiesen wäre, liesse sich der ursprüngliche Zustand mittels einer Datenlöschung wiederherstellen. Eine solche sei indessen nicht verlangt worden, weshalb die Beschwerdegegnerin dazu nicht verpflichtet werden könne (Art. 58 Abs. 1 ZPO). Dass die Beschwerdegegnerin mit Hilfe der erlangten Bonitätsdaten einen Gewinn erwirtschaftet habe, werde nicht behauptet, womit sich die Prüfung eines Gewinnherausgabeanspruchs (Art. 423 Abs. 1 OR) erübrige.