Citation: 8C_239/2023 E. 6.2

6.2. Der hier zu beurteilende Sachverhalt ist davon zu unterscheiden. Wie das BSV in seiner Vernehmlassung grundsätzlich zu Recht vorbringt, steht im konkreten Fall keine Zivilstandsänderung zur Diskussion. Ebenso wenig kann von einer Meldepflichtverletzung die Rede sein. Vielmehr richtete die Verwaltung irrtümlicherweise eine betragsmässig zu hohe Rente aus, weil sie die von der Beschwerdeführerin im Fürstentum Liechtenstein absolvierten Erwerbszeiten bei der Rentenberechnung nicht (vollständig) ausgeklammert hatte (vgl. auch: Art. 11 Abs. 3 lit. a der Verordnung (EG) Nr. 883/2004 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 29. April 2004 zur Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit [SR 0.831.109.268.1; Beschäftigungsland- oder Erwerbsortprinzip]). Der Rückforderungsanspruch ergab sich aber weder dem Grundsatz nach noch in seinem Ausmass ohne Weiteres aus den Akten (vgl. BGE 139 V 106 E. 7.2.2). Vielmehr waren dafür seitens der Verwaltung weitergehende Abklärungen und Berechnungen notwendig (vgl. BGE 148 V 217 E. 5.2.1 mit Hinweisen). Dies gilt umso mehr, als vorliegend die betragsmässige Überprüfung der bereits laufenden Invalidenrente der Beschwerdeführerin untrennbar mit dem Rentenanspruch ihres Ehemannes gekoppelt war (vgl. Art. 29quinquies Abs. 3 lit. a und Abs. 4 AHVG). Anhand dieser konkreten Umstände bedarf es folglich eines "zweiten Anlasses" (vgl. E. 4.1 hiervor), um die relative einjährige Verwirkungsfrist nach Art. 25 Abs. 2 erster Satz ATSG auszulösen.