Citation: 5A_400/2023 E. 4.3.1

4.3.1. Der Vorwurf, dass die schon in der Berufung erhobene Gehörsrüge im angefochtenen Entscheid nicht zur Sprache komme, läuft ins Leere. Die aus Art. 29 Abs. 2 BV folgende Verpflichtung der Behörde, ihren Entscheid zu begründen (BGE 134 I 83 E. 4.1), bedeutet nicht, dass sie sich mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzen und jedes einzelne Vorbringen widerlegen muss (BGE 135 III 670 E. 3.3.1). Die Begründung muss so abgefasst sein, dass sich die betroffene Person über die Tragweite des Entscheids Rechenschaft geben und in voller Kenntnis der Sache ein Rechtsmittel ergreifen kann (BGE 148 III 30 E. 3.1 mit Hinweisen). Ob diese Anforderungen erfüllt sind, beurteilt sich anhand des Ergebnisses des Entscheids, das im Urteilsspruch zum Ausdruck kommt und das allein die Rechtsstellung der betroffenen Person berührt. Die Begründung ist also nicht an sich selbst, sondern am Rechtsspruch zu messen (BGE 145 III 324 E. 6.1). Im konkreten Fall äussert sich der angefochtene Entscheid zwar nicht explizit zum Vorwurf der Verletzung der Begründungspflicht, den die Beschwerdeführerin in Ziffer 39 (S. 11) ihrer Berufungsschrift erhob. Das Obergericht verweist jedoch auf die vom Bezirksgericht "dargelegte Notwendigkeit der Androhung einer Ungehorsamsstrafe" (s. oben E. 4.1). Damit bringt es unmissverständlich zum Ausdruck, dass es den erstinstanzlichen Entscheid hinsichtlich der Anordnung der Ungehorsamsstrafe als hinreichend begründet ansieht. Wie sowohl die in der Berufung als auch die vor Bundesgericht erhobenen Beanstandungen in der Sache zeigen, war die Beschwerdeführerin denn auch in der Lage, die kantonalen Entscheide gehörig anzufechten. Im Übrigen erhellt aus der erstinstanzlichen Urteilsbegründung ohne Weiteres (Art. 105 Abs. 2 BGG), dass sich das Bezirksgericht keineswegs mit der von der Beschwerdeführerin zitierten allgemeinen Aussage begnügte, sondern auf knapp einer halben Seite darlegt, weshalb Vollstreckungsanordnungen zu treffen sind.