Citation: 6A.10/2005 19.10.2005 E. 3

Nach Auffassung des Beschwerdeführers hätte vor dem Entscheid über die probeweise Entlassung ein neues psychiatrisches Gutachten eingeholt werden müssen, nachdem das letzte bald vier Jahre alt sei und die Therapieberichte nicht genügten. Ausserdem seien weniger einschneidende Massnahmen nicht geprüft worden. Verschiedene Feststellungen der Experten würden auf falschen Interpretationen beruhen. Nur durch ein Gutachten (une contre-expertise) oder durch eine kontradiktorische Befragung des Experten hätten die Zweifel behoben werden können. Der Beschwerdeführer legt aber nicht dar, welche Feststellungen der Experten auf falschen Interpretationen beruhen und welche Zweifel behoben werden sollten. Es ist somit von dem vorinstanzlich festgestellten Sachverhalt auszugehen (oben E. 1). Gemäss Art. 43 Ziff. 4 StGB beschliesst die zuständige Behörde die Aufhebung der Massnahme, wenn ihr Grund weggefallen ist (Abs. 1 ). Ist der Grund der Massnahme nicht vollständig weggefallen, so kann sie eine probeweise Entlassung aus der Anstalt oder der Behandlung anordnen (Abs. 2). Gemäss Art. 45 Ziff. 1 StGB prüft sie von Amtes wegen, ob und wann die bedingte oder probeweise Entlassung anzuordnen ist (Abs. 1). Sie hat in Bezug auf die bedingte oder probeweise Entlassung aus einer Anstalt nach Art. 43 StGB mindestens einmal jährlich Beschluss zu fassen (Abs. 2). Das Gesetz schreibt bei dieser jährlichen Überprüfung nicht die Einholung eines psychiatrischen Gutachtens vor. Vielmehr ist der zu Entlassende oder sein Vertreter anzuhören und von der Anstaltsleitung ein Bericht einzuholen (Art. 45 Ziff. 1 Abs. 3 StGB). Allerdings kann bei besonderen Umständen der Beizug eines Psychiaters geboten sein (BGE 128 IV 241 E. 3.2; 121 IV 1 E. 2). Jedoch kann auf ein älteres Gutachten abgestellt werden, wenn sich die Verhältnisse seit dessen Erstellung nicht verändert haben (BGE 128 IV 241 E. 3.4). Wie die Vorinstanz feststellt (angefochtenes Urteil S. 10 f.), stammt das Gutachten Villazán vom 7. Juni 2001 und war somit zum Zeitpunkt der erstinstanzlichen Ablehnung der probeweisen Entlassung rund drei Jahre alt. Die hauptsächlich gestellte Diagnose des Gutachtens Villazán stimmt mit derjenigen des Gutachtens Rhyner überein. Nachdem in den später verfassten Therapieberichten diese Diagnose ebenfalls bestätigt wurde, sich im Therapieverlauf kein Fortschritt zeigte, es dem Beschwerdeführer weiterhin an einer Krankheitseinsicht mangelt und er sich nach wie vor weigert, die paranoide Schizophrenie mit Neuroleptika behandeln zu lassen, sind keinerlei Änderungen seit dem Gutachten Villazán auszumachen. Der aktuelle Therapiebericht des behandelnden Psychologen vom 23. März 2004 (neben dem Bericht vom 17. Juni 2003; angefochtenes Urteil S. 8) bildet unter diesen Umständen zusammen mit dem Gutachten Villazán eine genügende Entscheidgrundlage. Es musste daher kein neues Gutachten eingeholt werden. Aufgrund dieses Sachverhalts kommt keine andere oder mildere Massnahme in Betracht, so dass die Fortdauer der angeordneten Massnahme auch unter dem Gesichtspunkt der Verhältnismässigkeit nicht zu beanstanden ist. Die Beschwerde ist unbegründet.