Citation: 5P.291/2005 13.01.2006 E. 3

Die Beschwerdeführerin macht weiter geltend, die Aussagen der Zeugen V.________ und W.________ seien widersprüchlich. 3.1 Das Kassationsgericht ist auf diese bereits im Verfahren der Nichtigkeitsbeschwerde geltend gemachte Rüge nicht eingetreten, da eine eigentliche Auseinandersetzung mit den Erwägungen des obergerichtlichen Urteils fehle. Es hat ausgeführt, die Beschwerdeführerin kritisiere zwar, das Obergericht negiere sämtliche von ihr aufgezeigten Widersprüche in den Zeugenaussagen. Dies jedoch ohne auf einzelne Erwägungen einzugehen und aufzuzeigen, inwiefern die angebliche Negierung von Widersprüchen zu willkürlichen Tatsachenfeststellungen oder andern Nichtigkeitsgründen geführt habe. Die Einwände, welche die Beschwerdeführerin in diesem Punkt vorbringt, richten sich nicht gegen die Nichteintretenserwägung des Kassationsgerichts. Vielmehr versucht sie, die angeblichen Widersprüche in den Zeugenaussagen aufzuzeigen, indem sie - wie im kantonalen Verfahren - Auszüge aus den Einvernahmeprotokollen zitiert. Sie kritisiert damit die Beweiswürdigung des Obergerichts, welche aber im vorliegenden Verfahren vom Bundesgericht nicht überprüft werden kann. Hingegen bezeichnet sie die Feststellung des Kassationsgerichts, sie nehme keine eigentliche Auseinandersetzung mit den Erwägungen des obergerichtlichen Urteils vor, lediglich pauschal als unzutreffend und willkürlich und wirft dem Kassationsgericht eine Verletzung des rechtlichen Gehörs vor. Darauf kann nicht eingetreten werden (Art. 90 Abs. 1 lit. b OG). Soweit die Beschwerdeführerin zudem ihren Vorwurf wiederholt, auf die Aussagen der Zeugen V.________ und W.________ könne überhaupt nicht abgestellt werden, weil sie durch die gegnerische Rechtsvertreterin beeinflusst worden seien, kann auf die obige Erwägung verwiesen werden (vgl. E. 2). 3.2 Eingetreten ist das Kassationsgericht in Zusammenhang mit der angeblichen Widersprüchlichkeit der Zeugenaussagen einzig auf die Kritik an der obergerichtlichen Feststellung, die Bahnangestellten V.________ und W.________ seien "in der Nähe" jener Türe gestanden, zu welcher die Beschwerdeführerin habe hinrennen wollen. 3.2.1 Die Beschwerdeführerin hatte in ihrer kantonalen Nichtigkeitsbeschwerde vorgebracht, V.________ habe ausgesagt, er und W.________ seien beim Gepäckwagen gestanden, bzw. in dessen Mitte. Der Gepäckwagen sei 23 m lang. Die Mitte dieses Wagens sei damit von der Türe, zu welcher die Beschwerdeführerin hingerannt sei, 11 - 12 m entfernt. Somit könne man nicht sagen, dass die beiden Bahnangestellten "in der Nähe" jener Tür gestanden haben. Das Kassationsgericht hat dazu erwogen, der Begriff der "Nähe" sei ein relativer: Das Obergericht habe festgestellt, W.________ und V.________ seien bei der Abfertigung des Zuges am Zugsende, etwa auf Höhe der Mitte des letzten Wagens, des Gepäckwagens, gestanden. Das Obergericht sei sich also des Standortes der beiden bewusst gewesen, was entscheidend sei. Wenn das Obergericht eine Distanz von einer halben Wagenlänge, oder eben 11 - 12 m, als "in der Nähe" der fraglichen Türe bezeichne, sei dies vertretbar und jedenfalls keine willkürliche tatsächliche Annahme. 3.2.2 Die Beschwerdeführerin wirft dem Kassationsgericht Willkür vor und führt im Wesentlichen aus, mit dem Begriff "Nähe" suggeriere das Gericht, die Bahnangestellten seien ihrer Überwachungspflicht bezüglich dieser Türe nachgekommen. Aus einer Distanz von 11 - 12 m hätten diese einen an der offenen Türe stehenden Passagier nicht anweisen können, die Türe zuzumachen, während eine solche Anweisung eher denkbar sei, wenn sie "in der Nähe" der Türe gestanden hätten. Dass mit der Angabe "in der Nähe" eine unter 11 - 12 m liegende Distanz gemeint ist oder auch nur suggeriert wird, findet im angefochtenen Beschluss keine Stütze. Vielmehr hat das Kassationsgericht ausdrücklich festgehalten, das Obergericht wolle mit dem strittigen Begriff gerade diese Entfernung umschreiben. Inwiefern es willkürlich sein soll, eine Distanz von dieser Länge als "in der Nähe" zu bezeichnen, zumal die genaue Position den Beteiligten bewusst gewesen ist, legt die Beschwerdeführerin nicht nachvollziehbar dar (Art. 90 Abs. 1 lit. b OG). Soweit sie in diesem Punkt zudem erneut die Beweiswürdigung des Obergerichts sowie des Bezirksgerichts kritisiert, kann auf die Rüge ebenfalls nicht eingetreten werden.