Citation: 9C_10/2014 E. 4

Nachdem die vom Versicherten geklagten Beschwerden zunächst auf eine psychiatrische Erkrankung zurückgeführt wurden, erfolgte die ursprüngliche Rentenzusprechung (Verfügung vom 25. September 2001) massgeblich gestützt auf die von Prof. D.________ erhobene Diagnose (Merkfähigkeits- und Wortfindungsstörungen bei Verdacht auf Morbus Alzheimer) bzw. wegen der Einschränkungen durch die "gravierenden Störungen der mentalen Leistungsfähigkeit und der raschen Ermüdbarkeit" (Zusammenfassung der Fachperson Leistung vom 11. April 2001). Bereits am 9. August 2002 zweifelten die Neuropsychologen im C.________ indes daran, dass der Versicherte tatsächlich an einem demenziellen Syndrom leide und warfen die Frage auf, ob eine nicht-authentische neuropsychologische Störung, am ehesten im Sinne einer Konversionsstörung (Differenzialdiagnose: Aggravation) vorliege. Nach einer zweijährigen Verlaufsüberwachung rückte die initial erhobene Vermutung einer psychiatrischen Erkrankung wieder in den Vordergrund (Bericht des Dr. med. Q.________, Allgemeine Medizin FMH, vom 23. April 2004). Am 28. Oktober 2005 hielt Dr. med. E.________ fest, neuropsychologische Untersuchungen vom 8. Dezember 2004 und 20. Januar 2005 hätten eine derart niedrige kognitive Leistung (Gedächtnis- und Frontalhirnfunktionen) ergeben, dass eine Aggravations-Tendenz nicht auszuschliessen sei. Eine weitergehende Psychodiagnostik in Bezug auf die Konversionsstörung habe nicht stattgefunden. Es stelle sich die Frage, ob die verschiedenen auf Selbstangaben gestützten Fragebogen-Verfahren zu gültigen Ergebnissen kämen. Der Versicherte habe angegeben, als Quereinsteiger in der Versicherungsbranche sehr erfolgreich gewesen zu sein und gut verdient zu haben (gemäss IK-Einträgen erzielte der Beschwerdeführer zuletzt Jahreseinkommen von Fr. 133'365 [1997], Fr. 171'307 [1998] und Fr. 231'570 [1999]), aber zunehmend überfordert gewesen zu sein, als sich die ökonomischen Bedingungen geändert hätten. Erst bei der aktuellen Evaluation habe sich gezeigt, dass er damals eine schwere suizidale Krise durchgemacht habe. Diagnostisch könne die Verdachtsdiagnose aus dem Jahr 2002 bestätigt werden. Es liege eine schwere Konversionsstörung vor. Als Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit gab er sodann eine mittelgradige Depression sowie eine schwere dissoziative Störung mit ausgeprägten kognitiven Beeinträchtigungen (Gedächtnis und Frontalhirn) an. Die Fachpersonen der IV legten ihrer Revisionsverfügung vom 28. November 2005 eine schwere dissoziative Störung mit ausgeprägten kognitiven Beeinträchtigungen (Gedächtnis und Frontalhirnfunktion) sowie eine mittelgradige Depression zu Grunde, welche eine Arbeitsunfähigkeit von 80 % bewirkten (Protokolleintrag vom 25. November 2005). An der ursprünglichen Diagnose einer hirnorganischen Erkrankung wurde somit nicht mehr festgehalten und nunmehr insbesondere von einer dissoziativen Störung ausgegangen.