Citation: 6B_642/2023 E. 1.5.2

1.5.2. Auch diese Rügen der Beschwerdeführerin erweisen sich als unbegründet, soweit darauf überhaupt eingetreten werden kann. Die Vorinstanz stellt fest, dass die Beschwerdeführerin wiederholt unzweideutig formulierte Formulare unterschrieben hat, in denen sie das bei C.________ erzielte Einkommen verschwiegen und auch in den diversen Vorsprachen bei der Sozialhilfe wahrheitswidrig das bei C.________ Erzielte nicht gemeldet hat. Diese Feststellungen der Vorinstanz bleiben unangefochten, ebenso wie die Schlussfolgerung der Vorinstanz, aus der Tatsache, dass die Beschwerdeführerin ihren Verdienst bei der D.________ AG der Sozialbehörde gemeldet hat, ergebe sich, dass sie um die Deklarationspflicht wusste. Die Täuschung über die Erzielung eines Zusatzeinkommens, begangen durch die wahrheitswidrigen Angaben in den entsprechenden Formularen sowie durch die mündlichen Angaben gegenüber der Sozialhilfebehörde, ist nach der zutreffenden Auffassung der Vorinstanz arglistig. Entgegen der Meinung der Beschwerdeführerin ist der Sozialhilfebehörde nicht im Sinne der Opfermitverantwortung vorzuwerfen, dass sie von sich aus nach einem allfälligen Zusatzverdienst der Beschwerdeführerin hätte nachforschen müssen. Wer Sozialhilfeleistungen beansprucht, muss alle Auskünfte erteilen, die zur Abklärung des Anspruchs und zur Festsetzung der Versicherungsleistungen erforderlich sind. Bestehende Formulare sind vollständig und wahrheitsgetreu auszufüllen (vgl. in diesem Sinne Art. 28 Abs. 2 und Art. 29 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Die Sozialhilfebehörde durfte grundsätzlich darauf vertrauen, dass die Angaben der mitwirkungspflichtigen Beschwerdeführerin, welche diese mündlich geäussert und überdies unterschriftlich bestätigt hat, wahrheitsgetreu sind. Die Sozialhilfebehörde hätte nur dann weitere Abklärungen treffen müssen, wenn klare, konkrete Anhaltspunkte dafür bestanden hätten, denen nachzugehen sich aufgedrängt hätte (vgl. Urteile 6B_1358/2021 vom 21. Juni 2023 E. 2.5; 6B_932/2015 vom 18. November 2015 E. 3.4). Dass vorliegend solche Anhaltspunkte vorgelegen hätten, oder dass die Sozialhilfebehörde Hinweise auf unvollständige oder wahrheitswidrige Angaben der Beschwerdeführerin gehabt hätte, zeigt diese nicht auf und ist auch nicht ersichtlich. Insbesondere behauptet die Beschwerdeführerin nicht, dass sich ihre angeblich widersprüchlichen Angaben auf das bei C.________ erzielte Einkommen bezogen hätten, vielmehr war dieses Einkommen gemäss der unangefochten gebliebenen Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz weder Gegenstand der Gespräche bei der Behörde noch in den unterzeichneten Formularen. Selbst wenn die Sozialhilfebehörde nicht alles unternommen hätte, was zur Aufdeckung der Täuschung möglich gewesen wäre, könnte ihr somit nicht angelastet werden, sie habe grundlegendste Vorsichtsmassnahmen missachtet (vgl. Urteile 6B_1358/2021 vom 21. Juni 2023 E. 2.5; 6B_338/2020, 6B_357/2020 vom 3. Februar 2021 E. 3.4.3 mit Hinweisen).