Citation: 9C_393/2017 E. 3.3.2

3.3.2. Dem kantonalen Gericht ist auch darin beizupflichten, dass es für die Frage des Zeitpunktes der Einleitung des Revisionsverfahrens nicht darauf ankommt, ob die IV-Stelle das Verfahren unter dem Titel einer ordentlichen Revision oder einer Revision gemäss den Schlussbestimmungen einleitete. Wie die Vorinstanz unter Hinweis auf die Rechtsprechung zur Motivsubstitution (vgl. BGE 125 V 368 E. 3 S. 369 f.) zutreffend festhielt, ist es möglich, dass zuerst eine Revision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorgenommen und diese später durch eine Revision nach den Schlussbestimmungen ersetzt wird. In BGE 140 V 15 E. 5.3.4.1 S. 19 hat das Bundesgericht zwar ausdrücklich festgehalten, die Wendung "im Zeitpunkt, in dem die Überprüfung eingeleitet wird" bezieht sich ausschliesslich auf Neubeurteilungen des Rentenanspruchs gemäss den Schlussbestimmungen. Es folgert daraus, dass die Einleitung eines Revisionsverfahrens nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vor dem 1. Januar 2012 (Inkrafttreten der Schlussbestimmungen der 6. IV-Revision) für die Berechnung der 15-Jahresfrist gemäss lit. a Abs. 4 SchlB IVG ausser Betracht zu bleiben hat. Grund dafür ist, dass nur bei Revisionsverfahren, welche die Verwaltung zwischen dem 1. Januar 2012 und dem 31. Dezember 2014 eröffnete, die Schlussbestimmungen zur Anwendung gelangen (BGE 140 V 15 E. 5.3.4.2 S. 19 f.). Allerdings bildet bei früher eingeleiteten Verfahren der 1. Januar 2012 den fiktiven Anknüpfungspunkt für die Ermittlung der massgebenden Rentenbezugsdauer (BGE 140 V 15 E. 5.3.5 S. 21). Eine neue Einleitung des Revisionsverfahrens gemäss SchlB IVG wird nicht verlangt; es genügt vielmehr, dass ein (ordentliches) Revisionsverfahren eröffnet worden ist, damit der 1. Januar 2012 zum Zeitpunkt wird, der für die Überprüfung massgeblich ist. Wenn die IV-Stelle das Revisionsverfahren während der Geltungsdauer der Schlussbestimmungen einleitet, ist dieser Zeitpunkt für die Überprüfung massgeblich. Bei einem nach den Schlussbestimmungen eingeleiteten Revisionsverfahren sind betreffend den Nachweis der Eröffnung des Überprüfungsverfahrens keine einschränkenderen Voraussetzungen abzuleiten als beim Revisionsverfahren nach Art. 17 Abs. 1 ATSG (Urteil 8C_82/2016 vom 9. Mai 2016 E. 3.1). Im vorliegenden Fall markiert die Einleitung der Revision, welche spätestens auf den Zeitpunkt der Versendung des Revisionsfragebogens am 26. Juni 2012 zu situieren ist, den Endpunkt der massgebenden Rentenbezugsdauer (vgl. dazu auch Urteil 9C_872/2014 vom 17. März 2015 E. 4).