Citation: 4A_441/2019 E. 2.5

2.5. Die Erstinstanz hat sich massgeblich auf die E-Mail des Beschwerdegegners vom 1. August 2015 gestützt, in welcher er selber die zwei Darlehen bestätigt habe. Sinngemäss ging sie damit von einem tatsächlichen Konsens aus, kann doch nachträgliches Parteiverhalten nur im Rahmen eines tatsächlichen Konsenses berücksichtigt werden (BGE 144 III 93 E. 5.2.2 und E. 5.2.3 S. 98 f.). Der Beschwerdegegner erachtet "die Echtheit der E-Mail [als] höchst fragwürdig". Das ist nicht nachvollziehbar. Die Vorinstanz stellte mit Hinweis auf die Beurteilung der Noven durch die Erstinstanz fest, einzig die Echtheit der E-Mail des Beschwerdeführers an den Beschwerdegegner vom 14. Juni 2015 sei rechtzeitig bestritten worden. Im Ergebnis decke sich dies mit den eigenen Vorbringen des Beschwerdegegners in der Berufung. In der Tat hatte der Beschwerdegegner dort ausgeführt, er habe nie geltend gemacht, die E-Mail vom 1. August 2015 sei gefälscht. Der Beschwerdegegner wendet darüber hinaus ein, selbst wenn die E-Mail tatsächlich verschickt worden sein sollte, was er in Abrede stelle, sei damit noch lange kein Darlehensvertrag bewiesen. Sie enthalte wirre Angaben über Zahlungen und Darlehensbeträge. Die hier zur Diskussion stehenden Zahlungen (Fr. 150'000.-- [recte: Fr. 175'000.--] und Fr. 300'000.--) im Oktober 2014 seien auf jeden Fall nicht erwähnt. Auch dieser Einwand ist nicht nachvollziehbar. Es ist unerfindlich, wie der Beschwerdeführer diese E-Mail als Beweisstück hätte einreichen können, wenn sie ihm nicht vom Beschwerdegegner zugestellt worden wäre. Die E-Mail hält sodann fest, dass der Beschwerdegegner die beiden Beträge am 3. November 2014 erhalten habe. Auch dies ist angesichts der auf den Überweisungsaufträgen erwähnten Ausführungsdaten vom 27. und 30. Oktober 2014 ohne weiteres möglich, zumal der 3. November 2014 ein Montag war. Der Beschwerdegegner legt denn auch nicht dar, welche anderen Darlehen der Beschwerdeführer - über die genau gleichen Beträge und praktisch gleichzeitig - gewährt haben sollte. Schliesslich verweist der Beschwerdegegner noch auf seine Ausführungen in der Duplik, Rz. 34 ff., zu denen sich die Erstinstanz (dort E. 2.3.2 und 2.3.3) überzeugend geäussert hat und worauf verwiesen werden kann. Eine Auslegung der E-Mail vom 1. August 2015 führt somit zum Ergebnis, dass die Parteien tatsächlich einen Darlehensvertrag schlossen, was der Beschwerdegegner bestätigte.