Citation: 9C_48/2022 E. 4.1

4.1. Dass Ziff. 1.01 Anhang HVI keine Einschränkung gemäss Art. 2 Abs. 2 HVI (*) vorsieht, bedeutet nicht, dass für den hier umstrittenen Anspruch die Berufstätigkeit der versicherten Person keine Rolle spielt. Es leuchtet ohne Weiteres ein, dass bei der Beurteilung der Verhältnismässigkeit (vgl. vorangehende E. 2.3) mit Blick auf die gesamten tatsächlichen Umstände insbesondere dem individuellen Eingliederungszweck und damit auch der beruflichen Situation Rechnung zu tragen ist. Das Bundesgericht erwog in BGE 143 V 190 E. 7.3.2 Folgendes: "Die einfache und zweckmässige Hilfsmittelversorgung muss zeitgemäss sein. Die Invalidenversicherung kann sich der fortlaufenden Entwicklung im Bereich der technisch-orthopädischen Versorgungsmöglichkeiten, die in einzelnen bestimmten Fällen eine erheblich bessere Eingliederung gewährleisten, nicht verschliessen (BGE 132 V 215 E. 4.3.3 S. 227). Das Eidgenössische Versicherungsgericht hatte im soeben zitierten Entscheid jedoch in E. 4.3.4 erkannt, den Einsatz des C-Leg-Kniegelenksystems auf jene Fälle zu beschränken, in denen ein besonders gesteigertes Eingliederungsbedürfnis nachgewiesen ist. Es wird folglich verlangt, dass die Versorgung mit einem C-Leg-Kniegelenk im konkreten Fall berufsbedingt notwendig ist (vgl. auch BGE 141 V 30 E. 3.2.3 S. 34 f.; bereits zitiertes Urteil 9C_457/2016 E. 2.2). Daran ist auch in Bezug auf die Genium-Prothese festzuhalten." Ernsthafte Gründe für eine Abkehr von dieser Rechtsprechung (vgl. zu den Voraussetzungen für eine Praxisänderung BGE 145 V 304 E. 4.4; 141 II 297 E. 5.5.1) sind nicht ersichtlich.