Citation: 4A_379/2024 E. 2.2

2.2. Der Beschwerdeführer hält dem entgegen, die Parteien hätten in ihrem Aktionärsbindungsvertrag ein Vorhandrecht vereinbart. Dieses Rechtsinstitut verpflichte die verkaufswillige Partei, ihre Aktien zunächst den vorhandberechtigten Personen anzubieten. Im Gegensatz zum Vorkaufsrecht werde das Vorhandrecht bereits dann ausgelöst, wenn der Verpflichtete die blosse Absicht hege, seine Aktien zu veräussern. Vorliegend hätten die Aktionäre E.________, F.________ und G.________ der Beschwerdegegnerin am 26. September 2019 mitgeteilt, dass sie ihre Aktien für Fr. 55'000.-- erwerben wollten. Die Beschwerdegegnerin habe diese Aufforderung ignoriert. Folglich habe sie damals noch keine Verkaufsabsicht gehabt. Weiter führt der Beschwerdeführer aus, erst am 26. Januar 2021, mithin 16 Monate später, hätten die genannten drei Aktionäre der Beschwerdegegnerin ein neues Angebot über Fr. 52'250.-- unterbreitet. Die Beschwerdegegnerin habe dieses Angebot am 4. Februar 2021 angenommen und den drei Aktionären ihre Aktien verkauft. Folglich habe die Beschwerdegegnerin ihre Veräusserungsabsicht, die den Vorhandfall ausgelöst habe, erst zwischen dem 26. Januar und dem 4. Februar 2021 gebildet. Die Beschwerdegegnerin habe diese Veräusserungsabsicht dem Beschwerdeführer nicht mitgeteilt, obwohl sie gemäss Ziff. 3.2 ABV zu einer solchen schriftlichen Mitteilung verpflichtet gewesen wäre. Bedeutungslos sei dabei, ob die Beschwerdegegnerin damals eine Verkaufspflicht getroffen habe. Wer verkaufspflichtig sei, hege bekanntlich nicht zwingend auch eine Verkaufsabsicht.