Citation: 9C_726/2022 E. 3.2.1

3.2.1. Die Vorinstanz hat zunächst erwogen, die Einbringung der beiden Gesellschaften in die B.________ Holding AG sei separat zu betrachten. Ob die Übernahme eines Nonvaleurs bei der B.________ Holding AG auch eine geldwerte Leistung an die Beschwerdeführer als Anteilsinhaber darstelle, hänge unter anderem von der Entwicklung der finanziellen Beziehungen zwischen Aktionären und Gesellschaft als Folge des Aktienverkaufs an die Holding ab. Ende 2012 habe die D.________ AG unter den Passiven eine Darlehensschuld gegenüber ihren Aktionären, den Beschwerdeführern, von Fr. 285'000.- bilanziert, auf welcher diese einen Rangrücktritt erklärt gehabt hätten. Dieses Geld bzw. zumindest die Erhöhung des Darlehens im Jahr 2012 um Fr. 200'000.- sei nicht etwa 2012 von den Beschwerdeführern eingeschossen worden, sondern auf dem Aktionärskontokorrent sei eine entsprechende Forderung gegenüber den Aktionären (Erhöhung im Jahr 2012 um Fr. 200'000.- auf Fr. 278'660.-) verbucht worden. Zwecks Vermeidung des drohenden Konkurses der D.________ AG zufolge Überschuldung, bei dem die Beschwerdeführer mit ihrem privaten Vermögen für die Schulden der Gesellschaft gehaftet hätten, hätte mindestens das Darlehen von Fr. 285'000.- von den Beschwerdeführern ohne Aussicht auf Rückzahlung eingeschossen werden müssen. Stattdessen habe die B.________ Holding AG mit dem Erwerb der Aktien offenbar auch das Darlehen übernommen. In der Bilanz der D.________ AG per. 31. Dezember 2013 sei jedenfalls bei den Aktiven kein Darlehen der Beschwerdeführer mehr aufgeführt gewesen, sondern ein solches der neuen Aktionärin B.________ Holding AG in der Höhe von mittlerweile Fr. 710'000.-. Auch in der Steuererklärung 2013 der Beschwerdeführer sei die vormals bestehende Darlehensschuld gegenüber der D.________ AG mit Fr. 0.- aufgeführt. Gemäss Anhang zur Jahresrechnung 2013 der D.________ AG hätten sich die Aktionäre, also die B.________ Holding AG, dazu verpflichtet, die Verbindlichkeit gegenüber der Bank von Fr. 552'082.10 zu übernehmen. Wie die Darlehensforderung der D.________ AG gegenüber ihren Aktionären in der Höhe von Fr. 285'000.- unter- bzw. auf die B.________ Holding AG übergegangen sei, gehe aus den Akten nicht hervor. Die Übernahme der sanierungsbedürftigen Gesellschaft inklusive der Darlehensschuld der Beschwerdeführer von Fr. 285'000.-, welche zur Beseitigung der Überschuldung ohne Aussicht auf Rückzahlung hätte geleistet werden müssen, lasse sich nur damit erklären, dass beide Gesellschaften in gleichem Masse von den gleichen Aktionären beherrscht seien; sie halte einem Drittvergleich nicht stand, womit objektive Gesichtspunkte für eine geldwerte Leistung vorlägen. Die Beschwerdeführer hätten es unterlassen, im Nachsteuerverfahren die inneren Werte der beiden Beteiligungen zum Zeitpunkt der Einbringung in die B.________ Holding AG nachzuweisen und zur Problematik des Aktionärsdarlehens Stellung zu nehmen. Gestützt auf die mitwirkungsorientierte Beweislast hätte es indessen den Beschwerdeführern oblegen, die Sachdarstellung der beschwerdeführenden Steuerverwaltung detailliert zu bestreiten. Da sie dies auch im verwaltungsgerichtlichen Verfahren unterlassen hätten, sei ihnen der Gegenbeweis misslungen; dem Antrag der beschwerdeführenden Steuerverwaltung entsprechend sei daher von einer geldwerten Leistung von Fr. 285'000.- an die Beschwerdeführer auszugehen.