Citation: 4A_386/2018 E. 4.2

4.2. Das Schiedsgericht erwog im Wesentlichen, ob eine gültige Schiedsvereinbarung vorliege, beurteile sich nach türkischem Recht. Art. 504 des türkischen Obligationenrechts ("TCO") bestimme (in nicht bestrittener englischer Übersetzung) : "The agent needs a special authority to (...) consent to arbitration". Dass C.________ beim Abschluss des Agenturvertrages über eine solche Spezialvollmacht verfügt habe, sei nicht nachgewiesen. Entgegen der Beschwerdeführerin verstosse die Berufung der Beschwerdegegnerin auf das Fehlen einer speziellen Vollmacht auch nicht gegen Treu und Glauben. So könne sich die Beschwerdegegnerin ohne Weiteres gleichzeitig auf die Gültigkeit des Agenturvertrags berufen und die Gültigkeit der Schiedsvereinbarung als Teil des Agenturvertrags bestreiten. Dies ergebe sich aus dem Grundsatz der Autonomie der Schiedsvereinbarung im Verhältnis zum Hauptvertrag. Auch aus der Tatsache, dass die Beschwerdegegnerin die Gültigkeit der Schiedsvereinbarung nicht bestritten habe im von der Beschwerdeführerin eingeleiteten ersten Schiedsverfahren, das zum Vergleich vom 24. Januar 2010 geführt habe, lasse sich nichts ableiten. Denn dieses sei in einem sehr frühen Verfahrensstadium abgebrochen worden - bevor die Beschwerdegegnerin eine Antwort zum Gesuch der Beschwerdeführerin um Einleitung eines Schiedsverfahrens abgegeben hatte. Daher habe für die Beschwerdegegnerin keine Veranlassung bestanden, auf das Verfahren bezogene Einwände vorzubringen. Das Schiedsgericht verwarf sodann den Einwand der Beschwerdeführerin, mit der Unterzeichnung des Vergleichs vom 24. Januar 2010 habe die Beschwerdegegnerin die Gültigkeit des Agenturvertrages im Nachhinein bestätigt. Die Beschwerdegegnerin habe sich auch im Verfahren vor den katarischen Gerichten nicht widersprüchlich verhalten. Vielmehr habe sie im Gegenteil der Klage der Beschwerdeführerin auf Zahlung zusätzlicher Provisionen gestützt auf den Vergleich vom 24. Januar 2010 nicht die Unzuständigkeit der katarischen Gerichte entgegengehalten. Das türkische Recht verlange eine spezielle Vollmacht; die Beschwerdeführerin könne sich daher auch nicht auf eine Anscheinsvollmacht oder etwas Vergleichbares berufen.