Citation: 4A_412/2019 E. 5.2

5.2. Dagegen bringt die Beschwerdeführerin vor, die Vorinstanz habe Art. 55 und 221 ZPO verletzt. Weshalb die Sockelabdichtung mangelhaft sei, habe sie detailliert ausgeführt und mit den Untersuchungsergebnissen der F.________ AG sowie von D.________ belegt. Das Gutachten E.________ habe gezeigt, dass die Sockelabdichtung der Filiale S.________ nur eine leicht abdichtende Wirkung aufweise und dass bei der Filiale R.________ gar keine Sockelabdichtung bestehe. Entgegen der Auffassung der Vorinstanz habe die Beschwerdeführerin substanziiert dargelegt, dass und inwiefern die Beschwerdegegnerin die Regeln der Baukunde nicht berücksichtigt habe. Indem sie zwei Gutachten von kompetenten Experten eingeholt habe, die beide zum Schluss gekommen seien, dass die Regeln der Baukunde betreffend die Sockelabdichtung nicht eingehalten worden seien, sei sie ihrer Behauptungs- und Substanziierungspflicht nachgekommen. Den technischen Hintergrund des Verstosses gegen die Regeln der Baukunde habe sie gar nicht noch detaillierter darlegen müssen oder können. Zudem habe sie bestritten, dass die von der Beschwerdegegnerin in Bezug auf einzelne Filialen behaupteten Abdichtungsmassnahmen an den jeweiligen Fassadensockeln mittels eines Bitumenanstrichs ausreichend seien und den Regeln der Baukunde entsprächen. Die Vorinstanz verlange zu Unrecht von ihr, dass sie konkrete Ausführungen im Hinblick auf die Detailpläne der Systemhersteller mache und die konkreten Massnahmen angebe, welche erforderlich gewesen wären. Dies könne jedoch von einem Laien, der über dieses technische Wissen nicht verfüge, nicht verlangt werden. Hinsichtlich der angeblichen zusätzlichen Abdichtung in Form eines Bitumenanstrichs führt die Beschwerdeführerin weiter aus, ein allenfalls geplanter und ausgeführter Bitumenanstrich könne an der Mangelhaftigkeit der Sockelabdichtungen nichts ändern. Im Übrigen habe die Beschwerdegegnerin eine allfällige Aufklärung bzw. Abmahnung betreffend die mangelhafte Sockelabdichtung nicht nachweisen können. Da die Vorinstanz ihres Erachtens die Durchsetzung ihrer Forderung faktisch verunmöglichte, rügt die Beschwerdeführerin ebenfalls eine Verletzung von Art. 6 EMRK. In diesem Zusammenhang rügt die Beschwerdeführerin auch eine Verletzung ihres Rechts auf Beweis (Art. 152 ZPO), eine willkürliche Beweiswürdigung (Art. 157 ZPO) sowie Verletzungen von Art. 369 OR und Art. 183 Abs. 3 ZPO. Ihrer Auffassung nach hätte ein vom Gericht beizuziehender Gutachter die Angaben der beiden von ihr beauftragten Experten zur Mangelhaftigkeit der Sockelabdichtung überprüfen können. Indem die Vorinstanz ihrem Antrag auf Anordnung einer Expertise nicht entsprochen habe, habe sie ihr Recht auf Beweis verletzt. Willkürlich sei die Beweiswürdigung der Vorinstanz insofern, als diese davon ausging, dass unklar sei, inwiefern ein Bitumenanstrich eine mangelhafte Sockelabdichtung darstelle, dass der Bitumenanstrich an der Filiale S.________ trotz seiner nur leicht abdichtenden Wirkung mängelfrei sei, dass die Beschwerdegegnerin ihrer Aufklärungspflicht nachgekommen sei, und dass diese die Regeln der Baukunde eingehalten habe. Eine Verletzung von Art. 369 OR erblickt die Beschwerdeführerin darin, dass die Vorinstanz zu Unrecht davon ausging, dass eine Abmahnung seitens der Beschwerdegegnerin erfolgt sei. Zuletzt bringt die Beschwerdeführerin vor, dass die Vorinstanz Art. 183 Abs. 3 ZPO deshalb verletzt habe, indem sie eigenes Fachwissen für die Beurteilung des relevanten Sachverhalts angewendet habe, ohne dies der Beschwerdeführerin offenzulegen. In der Tat sei das Handelsgericht davon ausgegangen, dass der Bitumenanstrich "leicht abdichtend" wirke, ohne eine sachverständige Person beizuziehen.