Citation: 4A_490/2017 E. 3.3.3

3.3.3. Zunächst lässt sich die angebliche Unzuständigkeit des TAS entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin nicht aus Artikel R47 des TAS Code ableiten. Wie das Schiedsgericht im angefochtenen Entscheid zutreffend festhält, ist Absatz 1, nach dem eine Berufung an das TAS unter anderem voraussetzt, dass der Berufungskläger die ihm nach den betreffenden Verbandsregeln vorgesehenen Rechtsmittel ausgeschöpft hat ("[...] and if the Appellant has exhausted the legal remedies available to it prior to the appeal, in accordance with the statutes or regulations of that body."), im zu beurteilenden Fall nicht einschlägig. Bei der Voraussetzung von Artikel R47 Abs. 1 TAS Code geht es um die Anfechtung eines Entscheids eines Sportverbands mit Berufung beim TAS ( "An appeal against the decision of a federation, association or sports-related body may be filed with CAS if [...]"). Im konkreten Fall wurde das Verfahren vor dem Einzelschiedsrichter des TAS jedoch eingeleitet, ohne dass ein Verbandsentscheid vorlag, der hätte angefochten werden können; vielmehr wurde beim TAS unmittelbar ein (ordentliches) Schiedsverfahren eingeleitet. Mangels eines anfechtbaren Entscheids einer Sportorganisation ist Artikel R47 Abs. 1 schon nach dessen Wortlaut nicht anwendbar. Zudem ist die Bestimmung auch nach ihrem Zweck auf das Berufungsverfahren gegen einen bereits ergangenen Entscheid und nicht auf das ordentliche Schiedsverfahren zugeschnitten, wie das Schiedsgericht zutreffend erkannt hat. Selbst wenn Artikel R47 Abs. 1 TAS Code auf das einzelrichterliche Schiedsverfahren anwendbar wäre, wie die Beschwerdeführerin vorbringt, würde sich daraus nicht die angebliche Unzuständigkeit ergeben, zumal die Bestimmung hinsichtlich der Voraussetzung der Ausschöpfung verbandsinterner Rechtsmittel auf die anwendbaren Statuten und Richtlinien des jeweiligen Sportverbands verweist. Der Einwand der Beschwerdeführerin verfängt daher nicht und das Schiedsgericht hat zutreffend geprüft, ob nach den massgebenden Verbandsbestimmungen zunächst ein verbandsinterner Entscheid zu ergehen hatte oder unmittelbar ein ordentliches Schiedsverfahren beim TAS eingeleitet werden konnte.