Citation: 2C_853/2015 E. 5.3.3

5.3.3. Auch unter dem Aspekt der Wiedereingliederung des Beschwerdeführers im Heimatland erweist sich das vorinstanzliche Urteil als verhältnismässig. Die Vorinstanz berücksichtigte sehr wohl, dass der zum Zeitpunkt des vorinstanzlichen Urteils 58-jährige Beschwerdeführer zwar die ersten 19 Lebensjahre in Chile verbracht hat, diese Zeit aber auch mit traumatischen Erlebnissen verbunden war. Dem ihr vorliegenden Gutachten vom 11. August 2011 zufolge habe der Beschwerdeführer seine posttraumatische Belastungsstörung überwunden, weise jedoch eine andauernde, nicht ausgeprägte Persönlichkeitsstörung auf. Die Foltererlebnisse habe er nicht gänzlich überwinden können, begebe sich jedoch in psychotherapeutische Behandlung. Wie schon vor der Vorinstanz bringt der Beschwerdeführer im vorliegenden Verfahren erneut vor, eine Rückkehr nach Chile würde zu einer Retraumatisierung und damit zu einer rapiden Verschlimmerung seines Gesundheitszustands führen. Entsprechende Belege für die behauptete Gefährdung vermag er allerdings nicht vorzulegen. Auch geht er nicht weiter auf die Feststellung der Vorinstanz ein, wonach sich aus den aktenkundigen Therapieberichten keine Hinweise ergäben, dass seine psychische Gesundheit einer Rückkehr in sein Herkunftsland entgegenstehen würde. Im Übrigen war der Beschwerdeführer offenbar wiederholt nach Südamerika (u.a. ab November/ Dezember 1997 während fast zwei Jahren) und Chile gereist, letztmals im Mai/Juni 2014. Es kann daher mit der Vorinstanz davon ausgegangen werden, dass er nach wie vor mit den sprachlichen, kulturellen und gesellschaftlichen Gepflogenheiten vertraut ist. Weiter leben - wenn auch seine Geschwister und Kinder mehrheitlich in der Schweiz wohnen - immerhin seine Mutter und ein Bruder in Chile. Soweit er geltend macht, wegen seiner indigenen Herkunft und seines Alters bei der Stellensuche diskriminiert zu werden und zwingend keine Arbeitsstelle finden zu können, kann er immerhin in der Schweiz gesammelte Berufserfahrungen und seine Deutschkenntnisse vorweisen. Zudem steht ihm, wie von der Vorinstanz festgehalten und unbestritten geblieben, als ehemaligem Folteropfer in Chile staatliche Unterstützung in Form von Renten und Vergünstigungen bei der Gesundheitsvorsorge zu. Eine Rückkehr in sein Herkunftsland wird nach einer derart langen Abwesenheit sicherlich mit Schwierigkeiten verbunden sein; eine Reintegration erscheint aber jedenfalls nicht unmöglich.