Citation: 9C_720/2017 E. 6.1

6.1. Der psychiatrische Gutachter des ZVMB hielt im Rahmen der Beurteilung des objektivierbaren medizinischen Sachverhalts u.a. fest, retrospektiv sei in Bezug auf die gegenwärtige Situation davon auszugehen, dass beim Versicherten auf dem Boden einer narzisstischen Persönlichkeit damals aufgrund der Kündigung des Arbeitsverhältnisses durch den Arbeitgeber im Jahre 2002 eine depressive Episode auftrat, auch als Folge der Verunsicherung in Bezug auf seine berufliche Zukunft, zumal er zu dem Zeitpunkt im Begriff war, seine berufliche und soziale Position in der Schweiz zu festigen. Es sei auch von einer Anpassungsstörung zu diesem Zeitpunkt auszugehen, ohne dass angenommen werden könne, dass diese dauerhaft funktionelle Einschränkungen und ein schweres anhaltendes subjektives Leiden verursacht hatte. Es könne nicht bewiesen werden, dass der Versicherte schon vorher an Depressionen oder anderen psychischen Symptomen gelitten hatte. Gegenwärtig bestünden weder eine affektive Störung noch eine PTBS, ein kognitives Defizit, eine psychotische Störung, eine somatoforme Störung oder eine versicherungspsychiatrisch relevante Persönlichkeitsstörung gemäss ICD, abgesehen von einer narzisstischen Persönlichkeitsakzentuierung, welche die Leistungsfähigkeit nicht einschränke. Es würden jedoch psychosoziale Faktoren überwiegen. Aus retrospektiver Sicht ergebe sich, dass spätestens seit dem Untersuchungszeitpunkt die früher beschriebene versicherungsmedizinisch relevante psychische Symptomatik nicht mehr bestehe. "Möglicherweise besteht auch retrospektiv bereits seit 2004 eine bessere als die damals angegebene Arbeitsfähigkeit".