Citation: 8C_489/2021 E. 7.4.2

7.4.2. Relevant für die Arbeitsfähigkeitseinschätzung der asim-Experten war somit der Zeitraum der gutachtlichen Untersuchungen, die vom 22. bis 25. Oktober 2018 dauerten. Dass keine sichere Prognose hinsichtlich des im Gutachten als Wiedereinstiegsversuch in der Funktion eines KV-Angestellten beschriebenen Anstellung bei der B._______ AG ab 1. November 2018 abgegeben werden konnte, steht der Zuverlässigkeit der Angaben zur Arbeitsfähigkeit nicht entgegen. Denn die Gutachter haben klar gemacht, dass bei einer zeitlichen Präsenz von 70 % am Arbeitsplatz lediglich in einer sehr einfachen Tätigkeit eine 80%ige Leistung (somit insgesamt eine 50%ige Arbeitsfähigkeit) erwartet werden könne. Ob die Beschäftigung bei der B.________ AG diese Voraussetzung erfüllen würde, konnten die Gutachter nicht wissen. Durch die retrospektive Feststellung der Experten, wonach durch die Heilbehandlung seit 1. August 2017 kein namhafter Fortschritt mehr erzielt worden sei, werden allfällige gesundheitliche Rückschläge bis zur gutachtlichen Exploration im Oktober 2018 nicht ausgeschlossen. Damit ist mit der Vorinstanz gesichert erst ab Oktober 2018 von einem stabilen Gesundheitszustand auszugehen. Das kantonale Gericht übersieht nun aber, dass gleichzeitig ab demselben Zeitpunkt verlässlich eine 50%ige Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Beschäftigung (bei 70%iger Präsenz mit 20%iger Leistungseinschränkung) attestiert wird. Es ist nicht nachvollziehbar und im angefochtenen Urteil werden auch keine Gründe genannt, weshalb dieser Einschätzung für die Bemessung der Taggelder nicht gefolgt werden könnte, namentlich auch, nachdem die Vorinstanz das Gutachten "in allen Teilen" als genügend beweiskräftig taxiert hat. Damit steht fest, dass der für eine berufliche Neuorientierung vorausgesetzte stabile Gesundheitszustand ab 25. Oktober 2018 (letzter Tag der gutachtlichen Explorationen) vorlag.