Citation: 4P.200/2000 02.03.2001 E. 3

3.- a) Die Beschwerdeführerin rügt, das Kantonsgericht sei aktenwidrig und unter Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör davon ausgegangen, ein Beweisantrag dazu fehle, dass die allfälligen Zusicherungen zur Wirkung der Filterelemente wahr seien. b) Das Kantonsgericht hielt fest, mit dem ihm anlässlich des Verkaufsgesprächs im Jahre 1996 gezeigten Werbefilm wolle der Beschwerdegegner beweisen, dass ihm im Gegensatz zum Gesprächsprotokoll zugesichert worden sei, die Wirksamkeit der strittigen Filter sei wissenschaftlich erprobt. Das Kantonsgericht hielt ausdrücklich fest, die Vorführung des Videofilms diene nicht dazu nachzuweisen, dass die allfälligen Zusicherungen der Beschwerdeführerin wahr seien, da ihrerseits ein entsprechender Beweisantrag fehle. Damit wurde lediglich gesagt, dass die Beschwerdeführerin nicht beantragt hat, es sei mit dem Film der Nachweis zu erbringen, dass die in Frage stehenden Zusicherungen wahr seien. Nicht gesagt wurde damit hingegen, die Beschwerdeführerin hätte keine anderen Beweisanträge gestellt. Die Nichtabnahme eines Beweises fällt nur insoweit unter den verfassungsrechtlich geschützten Gehörsanspruch (Art. 29 Abs. 2 BV), als dieser Beweis nach den massgeblichen kantonalen Bestimmungen form- und fristgerecht angeboten worden ist (BGE 124 I 241 E. 2). Ferner liegt eine Verletzung des rechtlichen Gehörs nur dann vor, wenn Beweisanträge nicht abgenommen werden, welche eine erhebliche Tatsache betreffen und nicht offensichtlich untauglich sind, über die streitige Tatsache Beweis zu erbringen (BGE 124 I 208 E. 4a; 119 Ib 492 E. 5b bb). Dies ist hier nicht der Fall. Der von der Beschwerdeführerin beanstandete, in der Klageantwort gestellte Beweisantrag einer gerichtlichen Expertise bezüglich der "hohen Qualität" ihrer Produkte betraf nach ihrer eigenen Darstellung nicht die Icleen-1- und -2-Filter, sondern nur den HEPA-Filter, dessen Qualität und Wirkung für die Beurteilung der Frage der Zusicherungen im Film nicht ausschlaggebend war. Soweit die Beschwerdeführerin erneut geltend macht, das Kantonsgericht habe ihren zusätzlichen Beweisantrag zu beiden Filterprodukten anlässlich der Hauptverhandlung vom 18. Mai 2000 zu Unrecht nicht berücksichtigt, ist eine Verletzung des rechtlichen Gehörs ebenfalls nicht ersichtlich. Denn dieser Beweisantrag war wiederum verspätet. Gemäss st. gallischem Zivilprozessrecht sind neue Tatsachenbehauptungen und weitere Beweisanträge, insbesondere der Antrag, ein Gutachten zu erstellen, in der Berufungsantwort vorzubringen. Später sind solche Vorbringen nur noch gemäss Art. 164 ZPO St. Gallen zulässig. Es wäre daher an der Beschwerdeführerin gelegen darzutun, dass sie den Antrag einer Gerichtsexpertise trotz zumutbarer Sorgfalt nicht früher vorbringen konnte.