Citation: 2C_1014/2022 E. 1.4.2

1.4.2. Die Beschwerdeführerin vertritt in ihrer Replik primär den Standpunkt, sie verfüge weiterhin über ein schutzwürdiges Interesse an der Beschwerdeführung. Zwar räumt sie ein, dass an der Beschwerdeführung zwecks Schutzes des Wohlergehens des Hundes C.________ nach dessen Hinschied kein aktuelles Rechtsschutzinteresse mehr bestehe. Allerdings macht sie geltend, ihr schutzwürdiges Interesse liege nunmehr darin abzuklären, inwiefern sich die kantonalen Behörden verantwortlich gemacht hätten für nicht rechtzeitig unterbundene Verstösse gegen das Tierschutzgesetz und die mit diesen Unterlassungen verursachten zusätzlichen Leiden des Hundes C.________. Grundsätzlich ist es die Aufgabe des Gesundheits- und Sozialdepartements des Kantons Luzern, die Aufsicht über den Veterinärdienst auszuüben (vgl. § 2 i.V.m. § 4 Abs. 1 der Kantonalen Tierschutzverordnung des Kantons Luzern vom 18. Mai 2010 [TSchV/LU; SRL 728]). Privaten steht diesbezüglich die Aufsichtsbeschwerde oder die aufsichtsrechtliche Anzeige zur Verfügung (§§ 180 ff. des Gesetzes des Kantons Luzern vom 3. Juli 1972 über die Verwaltungsrechtspflege [VRG/LU; SRL 40]). Um eine Überprüfung der Aktivitäten des Veterinärdienstes herbeizuführen und gegen eine allfällige den öffentlichen Tierschutzinteressen (vgl. Art. 1 des Tierschutzgesetzes vom 16. Dezember 2005 [TSchG; SR 455]) zuwiderlaufende Untätigkeit der Behörde vorzugehen, hätte die Beschwerdeführerin diesen Weg beschreiten müssen. Zur Verfolgung ihrer privaten Interessen könnte die Beschwerdeführerin einerseits ein Staatshaftungsverfahren gegenüber dem Kanton Luzern anstrengen, in dessen Rahmen sie womöglich auch die anbegehrte Akteneinsicht erlangen könnte. Falls das Ersuchen um Akteneinsicht im veterinärdienstlichen Verfahren der Vorbereitung eines solchen Haftungsverfahrens dienen sollte, vermag dies indes kein aktuelles Rechtsschutzinteresse zu begründen (vgl. Urteil 8C_450/2022 vom 30. März 2023 E. 3.3). Andererseits stünde es der Beschwerdeführerin frei, auf Grundlage des Leihvertrags mit zivilrechtlichen Mitteln gegen die Entlehnerin vorzugehen (vgl. BGE 132 II 250 E. 4.4). Angesichts der zur Verfügung stehenden Möglichkeiten, den angestrebten Erfolg auf anderem Weg zu erreichen, hat die Beschwerdeführerin seit dem Tod des Hundes C.________ kein eigenes, unmittelbares schutzwürdiges Interesse an der Akteneinsicht im veterinärdienstlichen Verfahren mehr (vgl. BGE 145 II 259 E. 2.3; 142 II 451 E. 3.4.2; 139 II 279 E. 2.3).