Citation: 2C_216/2019 E. 5.2.2

5.2.2. Die Beschwerdegegnerin teilt den Standpunkt der Vorinstanz, wonach bundesrechtlich nur die Pflicht besteht, im innerkantonalen Verhältnis Grundstücksverluste bei der Grundstückgewinnbesteuerung von (ansonsten) steuerbefreiten juristischen Personen anzurechnen. Die Verweigerung des Abzuges der ausserkantonalen Grundstücksverluste rechtfertigt sich ihrer Ansicht nach vorliegend auch mit Blick auf den Charakter der Grundstückgewinnsteuer als Objektsteuer. Art. 143 Abs. 1 StG/BE schliesse einen entsprechenden Abzug, welcher systemfremd sei, in bundesrechtskonformer Weise aus. Hinzu komme, dass die Grundstückgewinnsteuer kaum harmonisiert sei, beispielsweise in Bezug auf den massgebenden Zeitraum für die Anrechenbarkeit von Vorjahresverlusten, den Besitzesdauerabzug und die Ermittlung der Anlagekosten. Mangels Vereinheitlichung der Regelungen durch den Gesetzgeber sei davon auszugehen, dass sich die bestehenden Vorgaben des Harmonisierungsrechts und des Bundesgerichts nur auf die Ordnung für innerkantonal erzielte Verluste beziehen würden. Die Rechtsprechung zum Verbot der interkantonalen Doppelbesteuerung sei im Übrigen nicht relevant, weil vorliegend kein interkantonaler Sachverhalt im Sinne dieser Rechtsprechung vorliege, indem es beim Fonds B.________ nicht um eine periodische Gesamtgewinnbesteuerung nach der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit gehe und keine periodische Steuer zur Diskussion stehe. Vorliegend sei bezeichnenderweise auch der Progressionsvorbehalt, welcher ein wesentliches Merkmal bei der Besteuerung eines interkantonalen Sachverhalts bilde, nicht zu beachten. Die Beschwerdegegnerin ist sodann der Auffassung, die Frage nach einem allfälligen Ausscheidungsverlust stelle sich vorliegend gar nicht, weil bezüglich der Grundstücke der Beschwerdeführerin mangels interkantonalen Sachverhalts im Sinne der Rechtsprechung zum Verbot der interkantonalen Doppelbesteuerung gar keine interkantonale Steuerausscheidung vorzunehmen sei, aus welcher ein solcher Verlust resultieren könne. Richtigerweise sehe denn auch das Kreisschreiben der Schweizerischen Steuerkonferenz (SSK) Nr. 27 zur Vermeidung von Ausscheidungsverlusten vom 15. März 2007 (nachfolgend: KS-SSK Nr. 27) die Verlustanrechnung an Gewinne aus der Veräusserung von Grundstücken ausschliesslich in denjenigen Fällen vor, in welchen für eine bestimmte Steuerperiode eine interkantonale Einkommens- bzw. Gewinnausscheidung vorzunehmen sei. Das Schlechterstellungsverbot lasse sich nicht in der Weise anwenden, dass in verschiedenen Kantonen unterschiedlichen kantonalen Objektsteuern unterliegende Sachverhalte so beurteilt werden, wie wenn sie alle im gleichen Kanton verwirklicht worden wären. Die Beschwerdegegnerin hält sodann dafür, dass sich die streitbetroffene Anrechnung ausserkantonaler Verluste vorliegend auch nicht mit dem sozialpolitischen Zweck der Gewinnsteuerbefreiung des Fonds B.________ rechtfertigen lasse. Eine interkantonale Verlustverrechnung wäre nach Meinung der Beschwerdegegnerin besonders in Konstellationen stossend, bei welchen in einem Kanton ausreichend steuerbefreiter Ertrag aus Kapitalanlageliegenschaften vorhanden sei, um diesen mit einem Verlust aus der Veräusserung von Liegenschaften im gleichen Kanton zu verrechnen.