Citation: 2C_860/2017 E. 7.2

7.2. Praxisgemäss ist für die Einsetzung eines oder einer Untersuchungsbeauftragten im Unterstellungsverfahren nicht erforderlich, dass eine bestimmte Gesetzesverletzung bereits feststeht; es genügt, dass hierfür objektive Anhaltspunkte sprechen, wobei der Sachverhalt nur durch eine Kontrolle vor Ort bzw. durch die Einsetzung eines Untersuchungsbeauftragten mit den entsprechenden Befugnissen umfassend abgeklärt werden kann. Der durch die FINMA zu beseitigende Missstand im Sinne von Art. 36 FINMAG liegt in diesem Fall in der unklaren Ausgangslage, die es zu bereinigen gilt (vgl. BGE 137 II 284 E. 4.2.1 S. 286 f. und 130 II 351 E. 2.2 S. 355; ANDRÉ TERLINDEN, Der Untersuchungsbeauftragte der FINMA als Instrument des Finanzmarktenforcements, Zürich/St. Gallen 2010, S. 160 ff.; MAURENBRECHER/TERLINDEN, in: BSK Börsengesetz/Finanzmarktaufsichtsgesetz, a.a.O., N. 16 und 38 zu Art. 36 FINMAG). Je weniger die von einem Aufsichtsverfahren betroffenen natürlichen oder juristischen Personen bereit sind, bei der Sachverhaltsabklärung mitzuwirken, um so eher rechtfertigt es sich, dass die Aufsichtsbehörde sich die nötigen Informationen über einen Untersuchungsbeauftragten beschafft. Dessen Einsetzung muss - wegen der damit verbundenen Konsequenzen - indessen verhältnismässig bleiben, d.h. zum Schutz der Gläubiger und des Finanzmarkts geeignet und erforderlich erscheinen sowie das Übermassverbot respektieren (vgl. Urteil 2C_929/2010 vom 13. April 2011 E. 4.1).