Citation: 2C_65/2023 E. 7.1

7.1. Die Beschwerdeführerin macht geltend, die Vorinstanz hätte berücksichtigen müssen, dass sie in der EU mit Urteil des EuG T-341/17 vom 20. März 2022 von der Abrede über die Verweigerung von Kommissionen auf Zuschlägen entlastet worden sei. Die vorinstanzliche Sachverhaltsermittlung zum diesbezüglichen, angeblich wettbewerbswidrigen Verhalten beschränke sich auf einen einzigen E-Mail-Austausch vom 6. Juni 2005. Am 6. Juni 2005 habe der "L1.________" an seine Mitglieder eine E-Mail mit dem Vorschlag versendet, am 17. Juni 2005 eine Besprechung zur Anfrage von O1.________ durchzuführen, wonach auf den Zuschlägen Kommissionen zu zahlen seien. In rechtlicher Hinsicht werfe die Vorinstanz der Beschwerdeführerin zu Unrecht vor, sich nicht genügend von dieser Korrespondenz distanziert zu haben. Die Beschwerdeführerin macht geltend, es sei hinlänglich bekannt und ihre konstante Geschäftspolitik gewesen, dass sie Zuschläge generell nicht kommissioniert habe. Entsprechend könne von vornherein keine abgestimmte Verhaltensweise vorliegen. Im Übrigen fehle es auch an den Voraussetzungen des koordinierten Marktverhaltens sowie des Kausalzusammenhangs zwischen der Abstimmung und dem Marktverhalten. Letztlich habe diese Korrespondenz auch keine Wettbewerbsbeschränkung auf den vorliegend fünf relevanten Flugstrecken bewirkt. Eine allfällige Abrede, so die Beschwerdeführerin weiter, stelle keine Preisabrede im Sinne von Art. 5 Abs. 3 lit. a KG dar, da die Kommission keinen Preisbestandteil der Frachtrate bilde, die die Luftfahrtunternehmen ihren Kunden in Rechnung stellten. Vielmehr werde die Kommission den Spediteuren für ihre Vermittlungsdienstleistung bezahlt.