Citation: 1C_245/2021 E. 4

Die Vorinstanzen gingen davon aus, die Terrassenhäuser seien 1978 oder früher, somit vor dem Inkrafttreten des USG am 1. Januar 1985, bewilligt worden, d.h. es handle sich nicht um neue Gebäude. Allerdings sei der Boden des Ess- und Wohnzimmers des oberliegenden Terrassenhauses (ein Trennbauteil i.S.v. Art. 33 Abs. 2 LSV) im Jahr 2002 durch die Verlegung von Feinsteinplatten geändert worden. Dies habe als Umbau eines Trennbauteils i.S.v. Art. 32 Abs. 3 LSV die Anwendbarkeit der damals geltenden Mindestanforderungen an den Trittschallschutz gemäss SIA-Norm 181, Ausgabe 1988, ausgelöst (55 dB im fraglichen Bereich). Diese seien gemäss dem nachvollziehbaren und schlüssigen Bericht Strobel eingehalten. Die strengeren Anforderungen der SIA-Norm 181, Ausgabe 2006 (53 dB gemäss Ziff. 3.2.2.2., Tabelle 5) seien nicht anwendbar, weil bei den 2017/2018 vorgenommenen Renovationen keine bauakustisch relevanten Umbauarbeiten an massgeblichen Trennbauteilen durchgeführt worden seien. Im Übrigen würde die Anwendung der SIA-Norm 181, Ausgabe 2006, auch zu keinem anderen Ergebnis führen, weil bei Umbauten (gemäss Ziff. 3.2.2.4) ein um 2 dB erhöhter Wert einzuhalten sei, d.h. im streitigen Bereich wiederum 55 dB.