Citation: 1P.160/2004 27.01.2005 E. 2

2.1 Die Beschwerdeführerin macht geltend, auf Grund der kantonalen und kommunalen Bauordnung stehe ihr das Recht zu, in der Kirchstrasse in Liebefeld eine Videothek in der Wohnzone zu betreiben. Sie rügt, der Entscheid des Verwaltungsgerichts, wonach der dem Sexgewerbe zugeordnete Videobetrieb infolge ideeller Immissionen in der Wohnzone generell als zonenwidrig bezeichnet wird, verletze die Wirtschaftsfreiheit im Sinne von Art. 27 BV. 2.2 Die Wirtschaftsfreiheit gemäss Art. 27 BV garantiert insbesondere die freie Wahl einer selbstständigen oder unselbstständigen privatwirtschaftlichen Erwerbstätigkeit. Zudem wird eine freie Wahl des Ortes der Geschäftsniederlassung oder der Berufsausübung gewährleistet. Das Grundrecht der Wirtschaftsfreiheit gilt jedoch nicht uneingeschränkt. Beschränkungen der Wirtschaftsfreiheit halten vor Art. 27 BV stand, wenn sie auf einer gesetzlichen Grundlage beruhen, ein öffentliches Interesse verfolgen, welches einen Eingriff in diese Freiheit zu rechtfertigen vermag, und verhältnismässig sind (Art. 36 BV). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zur Handels- und Gewerbefreiheit (Art. 31 der Bundesverfassung vom 29. Mai 1874, aBV), die auch auf die Wirtschaftsfreiheit gemäss Art. 27 BV anwendbar ist, steht eine raumplanerisch bedingte Massnahme, die zu einer Einschränkung der gewerblichen Betätigungsmöglichkeit führt, nicht im Widerspruch zu diesem Grundrecht, es sei denn, es würde unter dem Deckmantel der Raumplanung ein Eingriff in den wirtschaftlichen Wettbewerb bezweckt oder die Handels- und Gewerbefreiheit würde durch die in Frage stehende Massnahme ihres Gehalts entleert (BGE 119 la 378 E. 4b S. 381; Urteile des Bundesgerichts 1P.77112001 vom 5. Mai 2003, E. 6.2; 1P.191/1997 vom 26. November 1997, E. 2c).