Citation: 1C_573/2019 E. 4.2

4.2. Nach Ansicht der Beschwerdeführerin stehen dagegen vorliegend keine Enteignungstatbestände im Sinne von Art. 20 Abs. 2 lit. c GSchG zur Diskussion. Vielmehr gehe es vorliegend um die Umsetzung und die Verteilung der mit der Ausscheidung von Gewässerschutzzonen verbundenen Massnahmekosten des planerisch bereits festgelegten Quellschutzes. Solche dem planerischen Schutz nachgelagerten Kosten würden vom Art. 20 GSchG nicht erfasst. Die Verteilung solcher Kosten müsse vielmehr der kommunale Gesetzgeber durch eine Konkretisierung des umweltschutzrechtlichen Verursacherprinzips nach Art. 74 BV und Art. 2 Abs. 2 USG (SR 814.01) festlegen, was er mit der Verabschiedung von Art. 40a EGG Churwalden getan habe. Es handle sich bei der X.________-Quelle zwar um eine private Quelle, diese gelte aufgrund der festgestellten Trinkwasserqualität aber als schützenswert im Sinne des GSchG. Dass es sich rechtfertige, die Quellinhaberin als Zweckveranlasserin und Verursacherin bei der Verteilung der Kosten für die quellschutzbedingten Massnahmen zu behandeln, begründet sie mit dem besonderen geschichtlichen Hintergrund der Fassung der X.________-Quelle: Vor der Fassung der X.________-Quelle durch die Beschwerdegegnerin im Jahre 1991 sei weder bei der Gemeinde noch bei der Beschwerdegegnerin - die damals noch gar nicht vor Ort gewesen sei - bekannt gewesen, dass es in diesem Gebiet schützenswerte Trinkwasservorkommen geben könnte. Lange vor der Fassung der X.________-Quelle sei in diesem Gebiet eine Bauzone ausgeschieden und seien Wohnhäuser erstellt worden. Als die Beschwerdegegnerin die X.________-Quelle im Jahr 1991 fasste, sei deren Umgebung bereits überbaut gewesen. Allein die Fassung der vormals unbekannten X.________-Quelle durch die Beschwerdegegnerin habe das Schutzbedürfnis geschaffen. Folglich müssten schon aufgrund dieses Kausalzusammenhanges auch die Kosten, die durch den Vollzug von Quellschutzmassnahmen entstünden, bei der privaten Quellinhaberin erhoben werden können. P rivate Grundeigentümer, die ihre Grundstücke schon lange überbaut hätten, seien nicht verpflichtet, plötzlich aufgrund des einseitigen Entscheids eines Mineralwasserunternehmens, mitten im Baugebiet eine neue Quelle zur kommerziellen Nutzung zu erschliessen, Kosten für die Umsetzung von Quellschutzmassnahmen für diese Quelle auf sich zu nehmen.