Citation: 1A.128/2000 11.05.2000 E. 5

5.-In der Beschwerde wird sodann vorgebracht, hinter dem Rechtshilfegesuch stünden "reine Fiskalinteressen". Das Ersuchen erfolge "im Rahmen eines Ermittlungsverfahrens wegen Abgabenverkürzung und Beihilfe zur Steuerhinterziehung, welches sich unter anderem gegen die auf der Karibikinsel Anguilla ansässige Bank A.________" richte, "deren deutsche Kunden wiederum der Abgabenverkürzung verdächtigt" würden. Soweit die Beschwerdeführerin geltend macht, es werde gegen sie ausschliesslich wegen Steuerhinterziehung ermittelt, sind ihre Vorbringen aktenwidrig. Wie dem Rechtshilfeersuchen und dem Haftbefehl des Amtsgerichtes Bochum vom 21. Juli 1999 zu entnehmen ist, wird gegen die Beschwerdeführerin wegen Betrugsverdachtes und strafbaren Verstössen gegen die deutsche Bankengesetzgebung untersucht. Dass im Zusammenhang mit der fraglichen Geschäftstätigkeit zusätzlich auch noch wegen Steuerhinterziehung ermittelt werde, stellt kein Rechtshilfehindernis für die untersuchten gemeinrechtlichen Delikte dar (vgl. Art. 5 EAUe; BGE 125 II 250 E. 2 S. 251 f.). Daher sind auch die Vorbringen unbehelflich, M.________ sei als Zeuge in einem Ermittlungsverfahren wegen Steuerhinterziehung vorgeladen worden und auch Medienberichte liessen auf hängige Fiskaluntersuchungen schliessen. Die Beschwerdeführerin setzt sich mit den entsprechenden Erwägungen im Urteil der Anklagekammer des Bundesgerichtes vom 10. Februar 2000 (Seite 5) nicht auseinander. Im Übrigen ist die ersuchende Behörde an den in Art. 14 EAUe verankerten Grundsatz der Spezialität gebunden. Die Beschwerdeführerin dürfte in Deutschland somit nur wegen (den dem Auslieferungsentscheid zugrunde liegenden) gemeinrechtlichen Straftaten verfolgt werden. Dementsprechend hat der zuständige Leitende Oberstaatsanwalt mit Schreiben vom 3. September 1999 auch noch ausdrücklich versichert, "dass Erkenntnisse, die durch die erbetenen Rechtshilfehandlungen gewonnen werden, nicht bei etwaigen Fiskaldelikten Verwendung finden werden".