Citation: 9C_360/2019 E. 5.2.2

5.2.2. Im Weitern sind Beiträge der Versicherten an die Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung Abgaben im Sinne von Art. 164 Abs. 1 lit. d BV (Art. 112 Abs. 3 lit. a BV; vgl. BGE 138 V 32 E. 3.2 S. 36 mit Hinweisen auf die Lehre; Meret Baumann, Das Solidaritätsprinzip im schweizerischen Sozialversicherungsrecht, 2008, S. 132 f.; ferner Ueli Kieser, Alters- und Hinterlassenenversicherung, in: Soziale Sicherheit, SBVR Bd. XIV, 3. Aufl. 2016, S. 1248 ff.). Nach dieser Verfassungsvorschrift sind die grundlegenden Bestimmungen über den Kreis der Abgabepflichtigen sowie den Gegenstand und die Bemessung von Abgaben in der Form eines Bundesgesetzes zu erlassen. Soweit Art. 10 Abs. 1 AHVG, welcher den Mindest- und Höchstbeitrag festlegt, den Nichterwerbstätige zu bezahlen haben (Satz 2), den Anforderungen gemäss Art. 164 Abs. 1 lit. d BV nicht genügen sollte, ist Art. 190 BV zu beachten, wonach Bundesgesetze (und Völkerrecht) für das Bundesgericht und die anderen rechtsanwendenden Behörden massgebend sind. Selbst wenn Art. 10 Abs. 1 (und Abs. 3) AHVG verfassungswidrig wäre, ist diese Bestimmung dennoch anzuwenden (Urteil 9C_618/2018 vom 26. November 2018 E. 6.1 mit Hinweisen).