Citation: U 316/99 05.11.2001 E. 4

4.- Im Weiteren ist der Umfang der Invalidität streitig. a) Das Einkommen ohne Invalidität (Valideneinkommen) für das Jahr 1996 ist unbestritten und beträgt Fr. 56'370.-. b) aa) Bezüglich des trotz der gesundheitsbedingten Behinderung in einer leidensangepassten Tätigkeit zumutbarerweise noch erzielbaren Verdienstes (Invalideneinkommen) sind SUVA und Vorinstanz von sogenannten DAP-Lohnangaben (vgl. hiezu RKUV 1999 Nr. U 343 S. 412) ausgegangen. Danach könnte der Beschwerdeführer - unter Ausklammerung der Tätigkeiten, bei denen Gewichte bis zu 25 Kilogramm und mehr zu heben sind - einen Lohn von jährlich durchschnittlich Fr. 46'542.- erzielen. In der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird die Zumutbarkeit der Verweisungstätigkeiten mit dem Argument bestritten, sie trügen den gesundheitlichen Beeinträchtigungen nicht angemessen Rechnung, seien beidhändig auszuführen und setzten zum Teil eine Anlehre voraus. Wie es sich damit im Einzelnen verhält, braucht nicht weiter abgeklärt zu werden, weil mit einem Invalideneinkommen von Fr. 46'542.- den Umständen des vorliegenden Falles nicht genügend Rechnung getragen wird. Insbesondere bleibt damit unberücksichtigt, dass der Beschwerdeführer bisher Schwerarbeit verrichtete, welche in der Regel besser bezahlt ist als die ihm leidensbedingt noch zumutbare leichtere Tätigkeit. Lohnmässig ebenfalls ins Gewicht fällt sein bereits vorgerücktes Alter und die Tatsache, dass er eine langjährige Tätigkeit aufgeben musste und in einem anderen Betrieb neu anzufangen hat. Zudem ist er als Ausländer auf dem Arbeitsmarkt bei der Stellensuche benachteiligt. bb) Aufgrund der vorstehenden Ausführungen ist somit auf die sogenannten Tabellenlöhne abzustellen, welche rechtsprechungsgemäss für die Ermittlung des Invalideneinkommens herangezogen werden können, wenn eine versicherte Person - wie der Beschwerdeführer - nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine neue Erwerbstätigkeit im zumutbaren Umfang mehr aufgenommen hat (BGE 126 V 76 f. Erw. 3b/bb, 124 V 322 Erw. 3b/aa). Ausgehend von Tabelle A 1 der vom Bundesamt für Statistik für das Jahr 1996 durchgeführten Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) betrug der standardisierte monatliche Bruttolohn (Zentralwert, Median) für die im privaten Sektor mit einfachen und repetitiven Aufgaben (Anforderungsniveau 4) beschäftigten Männer im Jahr 1996 Fr. 4'294.- (LSE 1996, S. 17). In Berücksichtigung einer betriebsüblichen wöchentlichen Arbeitszeit von 41,9 Stunden (LSE 1994, S. 42) resultiert ein monatlicher Verdienst von Fr. 4'498.- oder Fr. 53'976.- im Jahr. cc) Nach der Rechtsprechung ist beim Einkommensvergleich unter Verwendung statistischer Tabellenlöhne zu beachten, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen (BGE 124 V 323 Erw. 3b/bb mit Hinweisen; vgl. auch BGE 126 V 77 ff. Erw. 4 und 5). Sodann ist dem Umstand Rechnung zu tragen, dass weitere persönliche und berufliche Merkmale einer versicherten Person, wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (AHI 2000 S. 81 Erw. 2b; vgl. auch BGE 124 V 323 Erw. 3b/aa). In BGE 126 V 75 hat das Eidgenössische Versicherungsgericht die bisherige Praxis dahingehend präzisiert, dass die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalls (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad) abhängig ist. Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalideneinkommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wobei der Abzug auf höchstens 25 % zu begrenzen ist (BGE 126 V 80 Erw. 5b/cc). Mit Bezug auf den Beschwerdeführer fällt ein Abzug unter dem Titel der leidensbedingten Einschränkung in Betracht, weil er zufolge der gesundheitlichen Beeinträchtigungen, welche ihn im Gebrauch des linken Armes einschränken, selbst im Rahmen einer angepassten Hilfsarbeit behindert ist und daher mit einer zusätzlichen Lohneinbusse zu rechnen hat. Ferner ist zu berücksichtigen, dass ausländische Arbeitnehmer nicht immer ein dem Durchschnittsgehalt aller Arbeitnehmer (Ausländer und Schweizer) entsprechendes Einkommen erreichen (vgl. Tabelle 4.4.1 der LSE 1994, S. 99, ferner Tabelle TA 12 der LSE 1996, S. 31; AHI 2000 S. 82 Erw. 2b). Weiter ins Gewicht fallen das bereits fortgeschrittene Alter des Beschwerdeführers und der Umstand, dass er in einem anderen Betrieb neu anfangen muss (AHI 1999 S. 181 Erw. 3b). Unter Berücksichtigung aller Umstände erscheint damit ein Abzug vom Tabellenlohn in der Höhe von 25 % als angemessen. Daraus resultiert bei einer Arbeitsfähigkeit von 100 % in einer leidensangepassten Tätigkeit ein hypothetisches Invalideneinkommen von Fr. 40'482.- für das Jahr 1996. c) Die Gegenüberstellung des Valideneinkommens von Fr. 56'370.- und des Invalideneinkommens von Fr. 40'482.- ergibt einen Invaliditätsgrad von 28.18 %. Der Beschwerdeführer hat demnach Anspruch auf eine Invalidenrente auf der Basis einer Erwerbsunfähigkeit von 28.18 % (zur Frage der Genauigkeit des aus der Gegenüberstellung von Validen- und Invalideneinkommen resultierenden Invaliditätsgrades vgl. das zur Publikation in der Amtlichen Sammlung vorgesehene Urteil E. vom 8. August 2001, I 32/00).