Citation: 2C_693/2018 E. 2.5

2.5. Die Steuerpflichtige bringt in ihrer Eingabe im Wesentlichen vor, sie habe mit Schreiben an die Belegenheitsgemeinde vom 18. Januar 2018 durchaus um Erlass einer anfechtbaren Verfügung ersucht. Eine solche sei ihr aber nicht zugestellt worden, zumal es nicht angehen könne, die Verfügung kostenpflichtig zu erlassen. Zudem sei die Erbengemeinschaft faktisch handlungsunfähig und sei sie, die Steuerpflichtige, selber mittellos. Mit Blick auf diese Ausführungen in der Eingabe vom 18. Januar 2018 durfte die Vorinstanz verfassungsrechtlich haltbar feststellen, die Steuerpflichtige habe nicht um eine anfechtbare Verfügung ersucht. Was die Kostenpflicht betrifft, hätte die Steuerpflichtige in detaillierter Auseinandersetzung mit dem Verfassungsrecht aufzuzeigen gehabt, dass und inwiefern sie durch die Kostenpflicht in ihren verfassungsmässigen Individualrechten (aus Bundesverfassung oder EMRK) verletzt werde. Dies ist unterblieben. Ohnehin ist fraglich, ob sie damit den Anforderungen der "Star-Praxis" genügen könnte. Zu Art. 6 EMRK ist festzuhalten, dass dieser im Veranlagungsverfahren, welchem das Erlassverfahren zuzuordnen ist, von vornherein nicht zum Tragen kommt (Urteile des EGMR Chambaz gegen die Schweiz vom 5. April 2012 [11663/04] § 38; Ferrazzini gegen Italien vom 12. Juli 2001 [44759/98] § 25 ff.).