Citation: 6B_908/2021 E. 4.2

4.2. Aus diesen Bestimmungen ergibt sich, dass bei der Neubeurteilung grundsätzlich das AIG massgebend war. Indessen nimmt die Vorinstanz an, "materiell" habe sich für das vorliegende Verfahren nichts geändert, weshalb weiterhin die Bestimmungen des AuG anwendbar seien (mit Hinweis auf Art. 126 Abs. 4 AIG), wovon auch die Verteidigung ausgehe (Urteil S. 10). Ob dies zutrifft und ob Art. 115 Abs. 4 AuG oder Art. 115 Abs. 5 AIG zu prüfen sind, kann hier offengelassen werden. Denn im strafrechtlich begründeten Aus- und Wegweisungsverfahren war bereits bisher das Schengener Rückführungsverfahren anzuwenden (Urteil 6B_173/2013 vom 19. August 2013 E. 1.4), unbesehen der Tatsache, dass Art. 115 Abs. 4 AuG novelliert wurde, um das Gesetz mit der aktuellen Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) in Übereinstimmung zu bringen (BGE 147 IV 232 E. 1.2; Urteile 6B_669/2021 vom 11. April 2022 E. 4.1; 6B_1365/2019 vom 11. März 2020 E. 2.3.3). Die Gesetzesänderung beeinflusst den Ausgang des Verfahrens nicht.