Citation: 1C_368/2019 E. 9.4

9.4. Im Einzelnen wendet die Beschwerdeführerin bezüglich der Anwendung von § 203 Abs. 1 lit. c PBG ein, das strittige Doppelwohnhaus könne die Blüte der Heimindustrie nicht bezeugen, da seine Bewohner keine Heimarbeiter gewesen seien und es keine typischen Fensterbänder aufweise, die zur Erhellung der Arbeitsräume (Webkeller, Spinn- oder Webstuben) dienten. Ein helvetisches Doppelwohnhaus sei auch nicht ablesbar, weil das Gebäude als Vielzweckbauernhaus konzipiert und erst nachträglich zu einem Doppelwohnhaus umgebaut worden sei. Zudem sei seine Doppelstruktur untypisch und die ursprüngliche Erschliessung der Wohnteile ungeklärt. Auch das Äussere des Gebäudes könne das frühe 19. Jahrhundert nicht dokumentieren, da die Aussenmauern und das Dach nicht aus dieser Zeit stammten. Daran ändere nichts, dass unterhalb der Fenster des Erdgeschosses Mauerteile vorhanden sein könnten, die teilweise aus dem frühen 19. Jahrhundert stammen. Selbst wenn das streitbetroffene Haus dieser Epoche zuzuordnen wäre, könnte es diese nicht besonders aussagekräftig und qualitätsvoll dokumentieren, da unklar sei, für welche soziale Schicht das Haus Zeugnis ablegen soll, es keine für helvetische Doppelwohnhäuser typische Raumeinteilung und Fensterbänder aufweise und es ursprünglich nicht als freistehendes Doppelwohnhaus erstellt worden sei. Die anderslautende Schlussfolgerung der Vorinstanz sei völlig unhaltbar und damit willkürlich.