Citation: U 6/04 31.01.2005 E. 2.4

2.4.1 Wie die Beschwerdegegnerin im vorinstanzlichen Verfahren zu Recht bemerkt, fällt hierbei auf, dass die Ärzte der Neurologisch-Neurochirurgischen Poliklinik am Spital X.________ von einem wesentlich schwereren Unfallgeschehen ausgingen als der erstbehandelnde Arzt der Chirurgischen Poliklinik am Spital. Den anfänglichen Schilderungen gemäss, fielen dem Versicherten ein oder zwei (und nicht mehrere) schwere Pakete auf Kopf und Schulter; er war benommen und blutete leicht aus der Nase, wobei ihm ein Arbeitskollege aufhalf. Dass er von Paketen begraben wurde und mehrere Minuten bewusstlos war sowie an einer retrograden Amnesie litt, steht im Widerspruch zu den "Aussagen der ersten Stunde", welchen vorrangiger Beweiswert zukommt (BGE 121 V 47 Erw. 2a mit Hinweisen). Im Rahmen der für die Belange der Adäquanzbeurteilung vorzunehmenden Einteilung (BGE 115 V 138 Erw. 6) ist das Geschehen vom 3. April 2002 aufgrund des Unfallhergangs und der erlittenen Verletzungen den mittleren, allerdings im Grenzbereich zu den leichten Unfällen zuzuordnen (vgl. hiezu die Übersicht ähnlich gelagerter Unfälle im Urteil R. vom 29. September 2004, Erw. 5.2). Die Adäquanz des Kausalzusammenhangs wäre praxisgemäss daher zu bejahen, wenn ein einzelnes der in die Beurteilung einzubeziehenden Kriterien (besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls; Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzung; ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung; Dauerbeschwerden; ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert; schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen; Grad und Dauer der Arbeitsunfähigkeit; BGE 115 V 140 Erw. 6c/aa) in besonders ausgeprägter Weise erfüllt wäre oder die zu berücksichtigenden Kriterien insgesamt in gehäufter und auffallender Weise gegeben wären (BGE 115 V 141 Erw. 6c/bb). 2.4.2 Der Unfall vom 3. April 2002 ereignete sich weder unter dramatischen Begleitumständen noch war er von besonderer Eindrücklichkeit. Die dabei erlittenen Verletzungen sind nicht als schwer zu bezeichnen. Ebenso wenig waren sie aufgrund ihrer besonderen Art erfahrungsgemäss geeignet, psychische Fehlentwicklungen auszulösen. Die ärztliche Behandlung dauerte zwar lange, wurde aber zu einem wesentlichen Teil wegen der Folgen der psychischen Unfallfehlverarbeitung notwendig, wie das kantonale Gericht zu Recht erkannte. Aus demselben Grund kann auch nicht von einem schwierigen Heilungsverlauf und erheblichen Komplikationen gesprochen werden. Eine ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert hätte, liegt nicht vor. Ebenso sind die Kriterien der körperlichen Dauerschmerzen sowie einer nach Grad und Dauer erheblichen physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit zu verneinen. Die über den 31. Juli 2002 hinaus andauernden Beschwerden stehen daher in keinem adäquaten Zusammenhang mit dem Unfallereignis vom 3. April 2002, sodass die Beschwerdegegnerin ihre Taggeldleistungen zu Recht einstellte.