Citation: 4A_511/2023 E. 3.2.2

3.2.2. Die Vorinstanz erwog, der Beschwerdegegnerin sei zuzustimmen, dass die Materialisierung der Gewindebolzen im Detailkatalog, welchen sie der Beschwerdeführerin am 10. März 2022 zugestellt habe, nicht definiert worden sei. Definiert seien lediglich die Dimensionen ("M6-Gewindebolzen, I = 15 mm", bzw. "Schweissbolzen M6x15"). Die von der Beschwerdeführerin angeführte Beschreibung in den Plänen der D.________ AG mit dem Wortlaut "D.________ Stahlbolzen FBZ 8/10 GS Fischer, rostfrei A4; VPE 50 für gerissenen oder ungerissenen Beton" beziehe sich nicht auf die streitgegenständlichen Gewindebolzen, sondern auf Betonanker, womit die gesamte Tragkonstruktion an der Betonwand befestigt werde. Bereits der Wortlaut der Artikelbeschreibung zeige, dass die genannten Stahlbolzen im Beton befestigt würden, womit sie nicht zum Werkumfang der Beschwerdegegnerin gehörten. Dies habe die Beschwerdeführerin denn auch nicht bestritten. Ebenso würden die Ausführungen zum Musterblech zeigen, dass die streitgegenständlichen Gewindebolzen nicht direkt im Beton befestigt würden. Der Zweck der auf dem Musterblech angebrachten Schweissbolzen habe darin bestanden, dass die Beschwerdeführerin das Gegenstück habe ausprobieren können. In der Folge seien die streitgegenständlichen Schweissbolzen im April 2022 Gegenstand des E-Mail-Verkehrs der Parteien gewesen. Darin habe die Beschwerdegegnerin die potenziellen Gewindebolzen mit Bild unter Angabe des Herstellers, der Materialisierung (Stahl 4.8 verkupfert) sowie der lieferbaren Grössen präsentiert. Die Beschwerdeführerin habe sich für die Grösse M6 x 15 mm entschieden, nachdem ihr die Beschwerdegegnerin mitgeteilt habe, dass die Grösse M6 x 13 mm nicht erhältlich sei. Somit hätten die Parteien die von der Beschwerdegegnerin verwendeten Gewindebolzen klar und umfassend definiert und in dieser Form vertraglich vereinbart. Hätte die Beschwerdeführerin ein anderes Material gewünscht, bzw. wäre sie mit den vorgeschlagenen Gewindebolzen nicht einverstanden gewesen, hätte sie dies entsprechend kommunizieren müssen. Ihr könne zudem nicht gefolgt werden, wenn sie geltend mache, ihre Antwort habe sich nur auf die Dimensionen der Bolzen bezogen. Ob zu einem früheren Zeitpunkt über eine andere Materialisierung gesprochen worden sei, könne angesichts des späteren E-Mail-Verkehrs offen bleiben, sodass auf eine Zeugenbefragung verzichtet werden könne. Hinzu komme, dass offenbar auch die C.________ AG verkupferte Stahlbolzen vorgeschlagen habe. Da die Beschwerdeführerin kein anderes Material gewünscht bzw. sich nicht entsprechend geäussert habe, stelle die Lieferung der verkupferten Stahlbolzen keinen Werkmangel dar. Dies müsse umso mehr gelten, als die Beschwerdeführerin ein geschäfts- und bauerfahrenes Unternehmen sei, welches unter anderem die Projektierung und Ausführung von Fassadenbauten sowie Abdichtungen im Hoch- und Tiefbau bezwecke. Entsprechend könne von ihr erwartet werden und gehe auch aus den Akten hervor, dass sie sich mit der Thematik auskenne und gegebenenfalls mit Nachdruck hätte Widerspruch erheben können und müssen, wenn die Beschwerdegegnerin Gewindebolzen aus einem nicht erwünschten Material vorgeschlagen hätte.