Citation: 6B_492/2018 E. 2.4.3

2.4.3. Aus dem vorinstanzlichen Urteil ergibt sich, dass die Vorinstanz zwar formell davon ausging, die Berufung beschränke sich auf die Bemessung der Strafe, sie jedoch faktisch den Sachverhalt, welcher der rechtlichen Würdigung und der Strafzumessung zu Grunde liegt, selbst feststellt, indem sie sich mit der vom Beschwerdeführer vorgebrachten Kritik an den tatsächlichen Feststellungen der ersten Instanz im Rahmen der Strafzumessung ausführlich auseinandersetzt. Sie geht detailliert auf seine Vorbringen im Zusammenhang mit seinem Motiv für die Tat ein, verwirft seinen Einwand, es habe sich um eine Notwehrsituation gehandelt, und gelangt zum Schluss, das Tatmotiv sei im Zusammenhang mit der sexuellen Dienstleistung, die das Opfer erbracht beziehungsweise nicht erbracht haben solle, zu werten. Ob dabei die sexuelle Frustration des Beschwerdeführers oder Meinungsverschiedenheiten über die Bezahlung der bezogenen Liebesdienste den Ausschlag für die Tötung des Opfers gegeben hätten, spiele letztlich keine Rolle; in jedem Fall stehe das Motiv in krassem Missverhältnis zum Wert eines Menschenlebens. In der Folge geht die Vorinstanz im Rahmen der Prüfung einer allenfalls verminderten Schuldfähigkeit auf den Einwand des Beschwerdeführers ein, die Tatsache, dass er derart ausgerastet sei, lasse sich nur mit dem Konsum von Betäubungsmitteln erklären. Sie gelangt zum Schluss, dass insbesondere angesichts des äusserst zielgerichteten Nachtatverhaltens für die Variante eines Konsums von das Bewusstsein verändernden Substanzen kein Platz sei. Sie ergänzt, der Beschwerdeführer habe anlässlich der Berufungsverhandlung wie auch im Strafvollzug gezeigt, dass er auch ohne Einnahme von Betäubungsmitteln und aus nichtigem Anlass ausserordentlich aggressiv reagieren könne. Das Verhalten des Beschwerdeführers erscheine persönlichkeitsadäquat und lasse gerade nicht darauf schliessen, dass er zum Zeitpunkt der Tat unter bewusstseinsverändernden Betäubungsmitteln gestanden sei. Damit setzt sich die Vorinstanz mit allen tatsächlichen Vorbringen des Beschwerdeführers auseinander (Urteil S. 13 ff.). In rechtlicher Hinsicht ergibt sich aus dem vorinstanzlichen Urteil, dass auch die Vorinstanz das Verhalten des Beschwerdeführers als Mord im Sinne von Art. 112 StGB qualifiziert. Zwar nimmt sie aufgrund der von ihr angenommenen Beschränkung der Berufung keine eigentliche rechtliche Qualifikation des erstellten Sachverhalts vor, führt jedoch mehrfach aus, dass das Verhalten des Beschwerdeführers besonders grausam und skrupellos im Sinne von Art. 112 StGB gewesen sei. Dies ergibt sich einerseits aus ihren Erwägungen zu Art. 404 Abs. 2 StPO, worin sie erwägt, das erstinstanzliche Urteil sei weder unbillig noch gesetzeswidrig, da nicht zu beanstanden sei, dass die erste Instanz die Tat des Beschwerdeführers in objektiver und subjektiver Hinsicht als Mord qualifiziere (Urteil S. 7). Andererseits führt die Vorinstanz im Rahmen der Bemessung des objektiven Tatverschuldens unter anderem aus, die erste Instanz sei zu Recht davon ausgegangen, dass sich das skrupellose Handeln des Beschwerdeführers vorliegend bereits aus der grausamen Tatausführung erschliesse und somit die Mordqualifikation primär auf der Art der Ausführung beruhe. Die Vorinstanz setzt sich mit den Vorbringen des Beschwerdeführers auseinander, weshalb nicht von einem skrupellosen und grausamen Vorgehen auszugehen sei, und verwirft diese. Mit der ersten Instanz nimmt sie an, da keiner der 37 Stiche für sich alleine tödlich gewesen sei, sei der Todeskampf des Opfers besonders grausam gewesen und dieses habe einen nicht nachvollziehbaren langen Leidensweg gehen müssen (Urteil S. 12 f.). Aus dem Gesagten ergibt sich, dass die Vorinstanz faktisch sowohl den Schuldspruch als auch die Bemessung der Strafe überprüft beziehungsweise selbst vornimmt. Folglich erlitt der Beschwerdeführer durch die formelle Beschränkung des Berufungsverfahrens auf die Frage der Bemessung der Strafe keinen Nachteil. Es erübrigt sich daher auch, auf seinen Einwand, die Urteilsbegründung des erstinstanzlichen Gerichts sei mangelhaft, näher einzugehen. Jedoch ist nachfolgend die Kritik des Beschwerdeführers an der vorinstanzlichen Sachverhaltsfeststellung und an der rechtlichen Qualifikation seiner Tat als Mord zu prüfen.