Citation: 1B_378/2022 E. 4.3

4.3. Der Beschwerdeführer macht dagegen geltend, eine drohende mehrjährige Freiheitsstrafe und eine im Affekt ergriffene Flucht, für die er Reue gezeigt habe, reichten bei Weitem nicht aus, um von einer konkreten Fluchtgefahr auszugehen. Ausgehend von einer zu erwartenden empfindlichen Freiheitsstrafe habe sich die Vorinstanz auch auf deutlich "überhöhte" Straftatbestände gestützt. So würden die versuchte vorsätzliche Tötung und die versuchte schwere Körperverletzung "in aller Vehemenz" bestritten. Auch habe die Vorinstanz nicht berücksichtigt, dass es sich bei den Vorstrafen des Beschwerdeführers allesamt um Bagatellstrafen handelte. Zu seiner Wohnsituation bringt der Beschwerdeführer vor, er sei zu seiner Schwester an die Adresse D.________ in Zürich gezogen, er habe dies der Einwohnerkontrolle gemeldet und seine Schwester habe ihre Verwaltung darüber informiert. Dass bei seiner Verhaftung kein Hausschlüssel gefunden wurde, liege daran, dass seine Schwester jeden Abend ab etwa 18.00 Uhr zu Hause sei und er deshalb nicht immer einen Schlüssel auf sich getragen habe. Die Wohnungsübertragung auf ihn sei überdies lediglich geplant, aber noch nicht vollzogen worden. Es sei nicht ersichtlich, welche weiteren Angaben er gegenüber den Strafbehörden zu seiner Wohnsituation noch hätte machen können. Die Vorinstanz hätte nach Ansicht des Beschwerdeführers auch nicht von fehlenden beruflichen und finanziellen Zukunftsperspektiven ausgehen dürfen. Es sei notorisch, dass beim Einstieg in die Selbstständigkeit die berufliche Situation einer Person selten als gefestigt erachtet werden könne. Der Beschwerdeführer habe aber durch die Bestätigung seines Geschäftspartners aufzeigen können, dass sich die beiden zu Recht ein gut laufendes Geschäft versprächen. Es sei dagegen absurd, einen Auslandbezug über einen anderen Geschäftspartner herzustellen. Die Vorinstanz habe in dieser Hinsicht ihre eigene Feststellung, wonach sich das soziale Umfeld des Beschwerdeführers in der Schweiz bzw. in Zürich befinde, in unzulässiger Weise ausgeblendet. Auch das Argument der Mehrsprachigkeit des Beschwerdeführers verfange nicht.