Citation: 4A_660/2020 E. 3.2.1

3.2.1. Die Beschwerdeführerin bringt vor, Artikel 16 des Arbeitsvertrags vom 19. November 2015 gelange nur zur Anwendung, wenn sie den Vertrag ohne triftigen Grund kündige. Die 45-tägige Frist könne somit erst zu laufen beginnen, wenn eine ungerechtfertigte Kündigung entweder durch die Beschwerdeführerin anerkannt oder durch ein Gericht festgestellt worden sei. Zum ersten Teilsatz von Artikel 16 habe der Einzelschiedsrichter keinerlei Ausführungen gemacht und diesen somit nicht ausgelegt. Er habe den ersten Teilsatz vielmehr komplett ignoriert; mit anderen Worten habe er diesen Teil der Vertragsklausel nicht angewendet. Die Nichtanwendung des ersten Teilsatzes habe zur Folge gehabt, dass die 45-tägige Frist zu einem Zeitpunkt zu laufen begonnen habe, als eine ungerechtfertigte Kündigung weder eingestanden noch gerichtlich festgestellt worden sei. Die Auslegung des Einzelschiedsrichters von Artikel 16 des Arbeitsvertrags stelle eine Missachtung des Prinzips pacta sunt servanda dar, die den materiellen Ordre public im Sinne von Art. 190 Abs. 2 lit. e IPRG verletze.