Citation: 4A_409/2024 E. A

Gestützt auf die Klagebewilligung der Schlichtungsbehörde Bern-Mittelland vom 13. Dezember 2022 klagte A.________ (Klägerin, Beschwerdeführerin) am 23. März 2023 beim Regionalgericht Bern-Mittelland gegen B.________ (Beklagter, Beschwerdegegner). Sie beantragte, der Beklagte sei zu verpflichten, ihr Fr. 38'851.45 nebst Zins zu bezahlen, und in der entsprechenden Betreibung sei der Rechtsvorschlag zu beseitigen. Gleichzeitig stellte sie ein "Gesuch um Fristerstreckung zur Einreichung der Klagebegründung" und beantragte, es sei ihr zur Einreichung der Klageschrift eine Frist von 20 Tagen einzuräumen. Mit Verfügung vom 29. März 2023 setzte das Regionalgericht der Klägerin eine "Nachfrist" bis am 5. Mai 2023, "um eine Klagebegründung samt allfälligen Beilagen einzureichen". Am 25. April 2023 reichte die Klägerin ihre "Klagebegründung" ein. Mit Verfügung vom 10. Oktober 2023 setzte das Regionalgericht dem Beklagten Frist zur Einreichung der Klageantwort. Am 26. Oktober 2023 beantragte der Beklagte, die "Klagebegründung" vom 25. April 2023 sei aus den Akten zu weisen, da sie wegen Verspätung unbeachtlich sei. Die Klageantwort reichte der Beklagte am 17. Januar 2024 ein. Mit Verfügung vom 30. Januar 2024 lud das Regionalgericht die Parteien zur Hauptverhandlung vor. Es wies darauf hin, dass an der Verhandlung mit der Abhaltung der Schlussvorträge und der Beurteilung zu rechnen sei. An der Hauptverhandlung vom 23. April 2024 beschränkte das Regionalgericht das Verfahren auf die Frage der Rechtzeitigkeit der Einreichung der Klage. Die Parteien konnten sich dazu äussern. Das Regionalgericht schloss die Verhandlung und stellte den Parteien einen schriftlichen Entscheid in Aussicht. Mit Entscheid vom 29. April 2024 trat das Regionalgericht auf die Klage nicht ein, da die Klägerin im ordentlichen Verfahren eine unbegründete Klage eingereicht habe und die "Klagebegründung" vom 25. April 2023 erst nach Ablauf der dreimonatigen Klagebewilligungsfrist eingereicht wurde und damit verspätet sei. Die Gerichtskosten von Fr. 2'000.-- auferlegte das Regionalgericht der Klägerin und verpflichtete diese zu einer Parteientschädigung von Fr. 6'213.55 an den Beklagten. Die schriftliche Begründung datiert vom 31. Mai 2024. In der Rechtsmittelbelehrung steht, dieser Entscheid könne innerhalb von 30 Tagen seit Zustellung mit Berufung angefochten werden.