Citation: 4A_7/2024 E. A

A.a. Die A.________ AG (Versicherte, Beschwerdeführerin) bezweckt namentlich die Herstellung und den Handel mit Lebensmitteln und Getränken. Zudem führt sie Restaurationsbetriebe und verkauft ihre Produkte im Catering. Sie betreibt die Messe-, Kongress- und Eventgastronomie C.________ St. Gallen. Die Versicherte schloss mit der B.________ AG (Versicherung, Beschwerdegegnerin) eine "Geschäftsversicherung All Risks" mit Versicherungsbeginn am 1. Juli 2017. Die Versicherung umfasste unter anderem eine sogenannte Hygieneversicherung. Versichert waren insbesondere Ertragsausfälle, die infolge "Betriebsschliessung, Teilschliessung, Quarantäne oder Einschränkung der betrieblichen Tätigkeit" aufgrund behördlicher Massnahmen zur Verhinderung der "Gefährdung der menschlichen Gesundheit" entstehen. Die maximale Versicherungssumme für die Hygieneversicherung betrug Fr. 1'000'000.--. Zudem wurde vereinbart, dass die Versicherung während der Dauer der behördlichen Massnahme gilt, maximal 90 Tage ab Eintritt des versicherten Ereignisses. Am 14. Februar 2020 übernahm die Versicherte das Hotel-Restaurant D.________ in U.________, das ebenfalls in die Versicherungsdeckung aufgenommen wurde. A.b. Am 28. Februar 2020 erliess der Bundesrat die Verordnung über Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus (COVID-19) und setzte sie gleichentags in Kraft (Covid-19-Verordnung 1; SR 818.101.24). Diese Verordnung enthielt im Wesentlichen ein Verbot öffentlicher und privater Veranstaltungen mit mehr als 1'000 Personen sowie Einschränkungen für öffentliche und private Veranstaltungen mit weniger als 1'000 Personen. Sie war befristet bis zum 15. März 2020. Am 2. März 2020 meldete die Versicherte der Versicherung ein Schadenereignis. Sie teilte mit, wegen des Coronavirus seien sämtliche Veranstaltungen bis Mitte März sowie 80 % der Veranstaltungen bis 23. März 2020 abgesagt worden. A.c. Am 16. März 2020 stufte der Bundesrat die Situation als ausserordentliche Lage gemäss dem Bundesgesetz vom 28. September 2012 über die Bekämpfung übertragbarer Krankheiten des Menschen (Epidemiengesetz, EpG, SR 818.101) ein. Alle Läden, Restaurants, Bars, Unterhaltungs- und Freizeitbetriebe wurden geschlossen. Ab dem 11. Mai 2020 konnten Gastrobetriebe unter Auflagen wieder öffnen. Per 1. Oktober 2020 hob der Bundesrat das Verbot von Grossveranstaltungen mit mehr als 1'000 Personen auf. Nach einer Zunahme der Infektionen und Hospitalisationen verbot er per 29. Oktober 2020 Veranstaltungen mit mehr als 50 Personen. Die Versicherte meldete der Versicherung am 30. Oktober 2020 ein weiteres Schadenereignis. Die Versicherung antwortete mit Schreiben vom 18. November 2020, es gebe kein neues Schadenereignis. Sie erklärte, mehrere auf derselben Ursache beruhende Schäden gälten als ein Schadenereignis. Die behördlichen Anordnungen seien zur Eindämmung des Coronavirus erfolgt und damit auf dieselbe Ursache zurückzuführen. Sie betrachte die maximale Versicherungssumme von Fr. 1'000'000.-- als Grenze für sämtliche Schäden, die mit dem Coronavirus in Zusammenhang stünden. A.d. Am 27. April 2021 gab die Versicherung der Versicherten bekannt, der ermittelte Betriebsausfall betrage Fr. 905'448.--. Unter Berücksichtigung eines Selbstbehalts von Fr. 2'000.-- und nach Abzug der Akontozahlungen von Fr. 750'000.-- belaufe sich die Schlusszahlung auf Fr. 153'448.--. Am 7. September 2021 wehrte sich die Versicherte gegen die Ablehnung des zweiten Schadenereignisses und stellte der Versicherung eine Klage in Aussicht. Zudem führte sie aus, die Versicherung habe unter Berücksichtigung des Selbstbehalts bloss Fr. 905'448.-- ausbezahlt. Damit ergebe sich eine Differenz von Fr. 94'552.-- zur maximalen Versicherungssumme von Fr. 1'000'000.--. Am 18. November 2020 habe die Versicherung schriftlich anerkannt, diesen Differenzbetrag zu schulden, weshalb sie dessen Bezahlung fordere.