Citation: 9C_156/2023 E. 4.2

4.2. Der Beschwerdeführer gesteht zu, sich nicht gegen die Verfügung vom 31. Januar 2019 gewehrt zu haben. Damit räumt er implizit auch ein, seiner Meldepflicht (vgl. Art. 31 ATSG) nicht nachgekommen zu sein. Indem er nunmehr vorbringt, auf das Einkommen gemäss dieser Verfügung könne deshalb nicht abgestellt werden, weil dieses offenkundig und krass zu tief angesetzt wurde, macht er sinngemäss geltend, diese formell rechtskräftige Verfügung sei aus inhaltlichen Gründen nichtig gewesen. Auf Nichtigkeit alleine aus inhaltlichen Gründen erkennt die Rechtsprechung aus Gründen der Rechtssicherheit nur mit äusserster Zurückhaltung, mithin etwa dann, wenn der Inhalt der Verfügung zu Gunsten des Staates geradezu abenteuerlich wirklichkeitswidrig ist (vgl. Urteile 2C_164/2019 vom 18. April 2019 E. 3.2 und 2C_679/2016, 2C_680/2016 vom 11. Juli 2017 E. 3.1 und E. 5.3.5). Vorliegend ist kein Interesse der Verwaltung ersichtlich, bei Erlass einer Akonto-Verfügung das Einkommen zu tief anzusetzen, vergrösserte sie doch durch eine solche Vorgehensweise ihr Delkredererisiko. Gleichzeitig ist festzuhalten, dass bei Selbstständigerwerbenden aus den in den Vorjahren erzielten Einkommen nicht ohne weiteres auf den Geschäftsgang im neuen Jahr geschlossen werden kann. Niemand ist besser als der Beitragspflichtige selber in der Lage, das voraussichtliche Einkommen für das laufende Jahr abzuschätzen. Zudem hat auch dieser aufgrund der Verzugszinspflicht kein Interesse an zu tiefen Akonto-Beiträgen. Damit erscheint die Vorgehensweise der Verwaltung, der Akonto-Verfügung ein eher tiefes Einkommen zu Grunde zu legen und den Beitragspflichtigen gleichzeitig auf seine Meldepflicht aufmerksam zu machen, jedenfalls nicht als vollständig abwegig. Zudem durfte die Ausgleichskasse davon ausgehen, dass der Beschwerdeführer das System der Akonto-Verfügungen bereits aus den Vorjahren kennt. Dass vorliegend das erwartete Einkommen für das Jahr 2019 offenkundig sehr tief angesetzt wurde, führt damit nicht zu einer Nichtigkeit der Akonto-Verfügung aus inhaltlichen Gründen.