Citation: 1C_568/2021 E. 8.3.1

8.3.1. Flüssige Brennstoffe dürfen gemäss Art. 21 LRV i.V.m. Anh. 5 Ziff. 132 LRV keine höheren und keine anderen Schadstoffe hervorrufen als dies bei der Verbrennung von Heizöl "Extra leicht" der Fall wäre (Abs. 1) und dürfen die in Abs. 2 definierten Werte nicht überschreiten. Die Anforderungen an Feuerungen, die mit Heizöl "Extra Leicht" betrieben werden, sind in Anh. 3 Ziff. 41 LRV geregelt. Das Verwaltungsgericht ging davon aus, die bestehende Feuerung der C.________ halte alle massgeblichen Emissionsgrenzwerte ein. Dies ergebe sich aus dem UVB für die WKK-Anlage (S. 10 Ziff. 5.1). Zudem werde die bestehende Feuerungsanlage der C.________ alle zwei Jahre kontrolliert; es sei davon auszugehen, dass allfällige Überschreitungen festgestellt würden. Im Unterschied zur zitierten Studie durchlaufe das in der Wärmezentrale der C.________ verbrannte Tierfett eine Reinigungsstufe; diese sei für die Einhaltung der Emissionsgrenzwerte zentral. Das BAFU teilt diese Auffassung und weist ergänzend darauf hin, dass auch die in der Wärmezentrale eingesetzten Kessel nicht mit dem in der Studie FHNW verwendeten Brenner übereinstimmten. Es gibt für das Bundesgericht keine Veranlassung, von der Einschätzung des BAFU als Umweltfachbehörde des Bundes abzuweichen. Zwar macht der Beschwerdeführer geltend, trotz Vorreinigung des Tierfetts blieben die Feinstaubemissionen 10- bis 15-fach höher als beim Einsatz von Heizöl Extra leicht, unter Hinweis auf einen (undatierten) Bescheid der Regierung in Niederbayern zur Tierkörperbeseitigungsanstalt in Plattling. Es fehlen jedoch Angaben zu den dort verwendeten Vorreinigungsverfahren und Kesseln, was einen Vergleich mit der WKK-Anlage verunmöglicht. Entscheidend ist, dass die Wärmezentrale der C.________ verpflichtet ist, bei der Verbrennung von Tierfett die Grenzwerte nach Anh. 5 Ziff. 132 einzuhalten, d.h. die Staubemissionen nicht höher sein dürfen, als wenn im selben Kessel Heizöl "Extra Leicht" verbrannt würde. Es ist Sache der Berner Vollzugsbehörden, die Einhaltung dieser Vorgaben periodisch zu überprüfen, insbesondere wenn in Zukunft wieder vermehrt Tierfett als Brennstoff verwendet werden soll (vgl. unten E. 8.4). Auf die beantragte Edition von Messdaten kann unter diesen Umständen verzichtet werden.