Citation: 6B_826/2017 E. 1.4.1

1.4.1. Der Beschwerdeführer macht geltend, es fehle bereits am Tatbestandselement der Gewaltausübung im Sinne von Art. 189 StGB und damit am Nötigungsmittel. Die Bedeutung des Begriffs Gewalt sei in Lehre und Rechtsprechung umstritten, und zumindest sei ein gewisses Ausmass erforderlich, um als Nötigungsmittel qualifiziert werden zu können. Die Vorinstanz habe in Ziffer 12.3.2. festgehalten, dass von einer Tatdauer im Sekundenbereich auszugehen sei und der Beschwerdeführer das Opfer zwar zu Boden gebracht habe, dieses dadurch jedoch nicht wehrlos geworden sei. Das Opfer selbst sei der Auffassung, dass der Beschwerdeführer "nicht richtig Kraft angewendet" habe. Nach der neuesten Rechtsprechung seien bei der Beurteilung des Ausmasses der Gewaltanwendung auch Opfergesichtspunkte mit zu berücksichtigen. Vorliegend habe das Opfer sich zwar gegen das Umstossen zur Wehr gesetzt, jedoch in den Handlungen des Beschwerdeführers keinerlei sexuelle Absichten erkennen können. Im Tatzeitpunkt habe es den Eindruck gehabt, der Beschwerdeführer wolle es beissen. Somit habe das Opfer auch nicht klar und unmissverständlich dargetan, sexuelle Handlungen nicht zu wollen. Weder Täter noch Opfer hätten im Tatzeitpunkt sexuelle Handlungen im Sinne von Art. 189 StGB überhaupt in Betracht gezogen. Die Handlungen des Beschwerdeführers seien nicht als Gewaltausübung im Sinne von Art. 189 StGB zu qualifizieren, weshalb entgegen der vorinstanzlichen Auffassung schon gar kein geeignetes Nötigungsmittel vorliege. Der Beschwerdeführer habe das Opfer zwar überrumpelt und damit zu Boden gebracht, jedoch selbst nach der Auffassung der Vorinstanz nicht wehrlos gemacht und "nicht richtig Gewalt angewendet".