Citation: 4P.235/2005 10.11.2005 E. 5

Damit stellt sich nur noch die Frage, ob die Vorinstanz zu Recht davon ausgegangen ist, dass die Beschwerdeführerin mit der Ablehnung des angebotenen Nachmieters ihr Recht, die Entfernung des roten Bodens zu verlangen, verwirkt hat. Dabei handelt es sich um eine Frage des Bundesrechts. Da der für eine eidgenössische Berufung erforderliche Streitwert nicht erreicht wird, steht der Beschwerdeführerin kein anderes Rechtsmittel offen, um dem Bundesgericht diese Frage zu unterbreiten. Insoweit erweist sich die Beschwerde als zulässig. Allerdings prüft das Bundesgerichts im Rahmen der staatsrechtlichen Beschwerde die Anwendung von Bundesrecht nicht umfassend. Eine Verletzung verfassungsmässiger Rechte liegt nur vor, wenn sich die Rechtsauffassung des Obergerichts als geradezu willkürlich erweist. 5.1 Willkürlich ist ein Entscheid nach konstanter Rechtsprechung nicht schon dann, wenn eine andere Lösung ebenfalls vertretbar erscheint oder gar vorzuziehen wäre. Das Bundesgericht hebt einen kantonalen Entscheid wegen Willkür vielmehr nur auf, wenn er offensichtlich unhaltbar ist, mit der tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft (BGE 129 I 8 E. 2.1 S. 9; 127 I 54 E. 2b S. 56; 126 III 438 E. 3 S. 440; 125 I 166 E. 2a, je mit Hinweisen). Dabei genügt es nicht, wenn sich nur die Begründung des angefochtenen Entscheides als unhaltbar erweist. Eine Aufhebung rechtfertigt sich nur dann, wenn der Entscheid auch im Ergebnis verfassungswidrig ist (BGE 129 I 8 E. 2.1 S. 9; 128 I 177 E. 2.1 S. 182; 127 I 38 E. 2a S. 41 mit Hinweisen). 5.2 Ein Mieter, der eine Wohnung vorzeitig kündigt, wird von seinen vertraglichen Verpflichtungen befreit, wenn er dem Vermieter einen zumutbaren Mieter vorschlägt, welcher bereit ist, den Mietvertrag zu den gleichen Bedingungen zu übernehmen (Art. 264 Abs. 1 OR). Die Frage, ob der Vermieter bei Ablehnung eines zumutbaren Nachmieters das Recht verliert, die vertraglich vorgesehene Wiederherstellungen des Mietobjekts zu verlangen, ist im Rahmen der staatsrechtlichen Beschwerde nicht abschliessend zu beurteilen. Solange durch das Stellen solventer Nachmieter gewährleistet ist, dass bei einer Fortsetzung des Mietverhältnisses die vom ursprünglichen Mieter übernommenen Verpflichtungen vom Nachmieter erfüllt werden, führt die Auffassung des Obergerichts jedenfalls nicht zu stossend ungerechten Ergebnissen und ist im Rahmen einer Willkürprüfung nicht zu beanstanden, zumal diese Auffassung auch in der Lehre vertreten wird (Higi, Zürcher Kommentar, N. 44 zu Art. 260a OR). 5.3 Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin verletzt der angefochtene Entscheid damit weder die Eigentumsgarantie noch den Grundsatz "pacta sunt servanda". Hätte die Beschwerdeführerin den Vertrag mit dem Nachmieter fortgesetzt, wäre sie im Wesentlichen so gestellt worden, wie wenn der Beschwerdegegner den Vertrag ordnungsgemäss beendet hätte. Von dieser Möglichkeit hat sie keinen Gebrauch gemacht. Eine Verletzung verfassungsmässiger Rechte ist unter diesen Umständen weder dargetan noch ersichtlich.