Citation: 1P.747/2004 27.01.2005 E. 1

Mit Überweisungsbeschluss vom 6. Februar / 22. März 2004 wurde X.________ dem Kreisgericht VIII Bern-Laupen zur Beurteilung wegen Mordes, evtl. vorsätzlicher Tötung, begangen am 28. Dezember 2002 zum Nachteil seiner Ehefrau, überwiesen. Die Hauptverhandlung wurde auf den 11. bis 15. Oktober 2004 angesetzt. Mit Schreiben vom 22. April 2004 ersuchte X.________ um Wechsel seines amtlichen Verteidigers. Der Präsident des Kreisgerichts VIII Bern-Laupen wies dieses Gesuch mit Verfügung vom 17. Mai 2004 ab. Eine dagegen von X.________ erhobene Beschwerde wies die Anklagekammer des Obergerichts des Kantons Bern mit Beschluss vom 25. Juni 2004 ab. Mit Entscheid vom 1. September 2004 trat das Bundesgericht auf eine von X.________ erhobene staatsrechtliche Beschwerde mangels einer genügenden Begründung nicht ein (Verfahren 1P.395/2004). Am 11. Oktober 2004, zu Beginn der Hauptverhandlung vor dem Kreisgericht VIII Bern-Laupen, stellte X.________ erfolglos ein weiteres Gesuch um Verteidigerwechsel. Am 4. November 2004 ersuchte der amtliche Verteidiger von X.________ um Entbindung von seinem Mandat, und am 5. November 2004 verlangte X.________ zum dritten Mal die Auswechslung des amtlichen Verteidigers. Der Präsident der Strafabteilung des Obergerichts des Kantons Bern wies die beiden Gesuche mit Verfügung vom 3. Dezember 2004 ab. Zur Begründung führte er zusammenfassend aus, dass von einem sachlich nicht vertretbaren bzw. offensichtlich fehlerhaften Prozessverhalten des Verteidigers im konkreten Fall nicht die Rede sein könne. Im Vorgehen des Verteidigers, vor Kreisgericht nicht den vom Angeschuldigten verlangten Schuldspruch wegen fahrlässiger, sondern einen Schuldspruch wegen vorsätzlicher Tötung zu beantragen, könne keine fehlerhafte Mandatsführung gesehen werden. Denn bereits die offenkundig lege artis erhobenen rechtsmedizinischen Befunde seien mit einer unfallbedingten Todesursache gemäss Darstellung des Angeschuldigten schlicht nicht vereinbar. Die Verteidigung müsse die aktenmässigen Grundlagen zur Kenntnis nehmen und dürfe nicht bloss ein Sprachrohr des Angeschuldigten sein. Eine solche Mandatsführung läge nicht im Interesse des Angeschuldigten.