Citation: I 479/04 08.02.2005 E. 4.3

4.3.1 In Bezug auf das Invalideneinkommen stützt sich die IV-Stelle auf die Lohnempfehlungen des Kaufmännischen Verbandes. Der Minimallohn für einen Angestellten im Alter des Beschwerdeführer im Jahre 2000 habe Fr. 52'143.- betragen. Da gemäss MEDAS-Gutachten nur noch eine 50%ige Arbeitsfähigkeit bestehe und ein Abzug von 10 % gerechtfertigt sei, ermittelte die Verwaltung ein noch mögliches Einkommen von Fr. 25'835.- für das Jahr 2003. 4.3.2 Das genannte Salär entspricht der Funktionsstufe B der KV-Empfehlungen. Es beruht demnach auf dem Ausbildungsniveau einer zweijährigen Bürolehre mit eher einseitigen als vielseitigen Aufgaben und einer begrenzten Autonomie, die allerdings zusammen mit der Berufserfahrung breiter werde. Der Beschwerdeführer hat nur eine einjährige Handelsschule besucht. In praktischer Hinsicht konnte er in der neuen Tätigkeit kaum Erfahrungen sammeln, da er nie in einer Festanstellung oder einem längerdauernden Praktikum stand. Der "Alterstabelle" in den Richtlinien ist zu entnehmen, dass das empfohlene Salär zu Beginn der Berufskarriere relativ schnell ansteigt, um dann ab einem mittleren Alter von ca. 40 Jahren nur noch unwesentlich zu wachsen. Daher kann nicht auf einen Lohn abgestellt werden, der für einen 54-Jährigen mit entsprechender Erfahrung vorgesehen ist. Das Invalideneinkommen ist vielmehr aufgrund der LSE-Tabellen (Schweizerische Lohnstrukturerhebungen des Bundesamtes für Statistik) des Jahres 2002 zu ermitteln, weil trotz Umschulung nicht gesagt werden kann, dass für den Beschwerdeführer leidensangepasst einzig eine Bürotätigkeit in Frage kommt. Da er nicht nur eine Lehre als Bauschlosser aufweisen kann, sondern auch die Umschulung im kaufmännischen Bereich erfolgreich abgeschlossen hat, ist für die Ermittlung des Invalideneinkommens grundsätzlich auf das Anforderungsniveau 3 abzustellen. Dabei ist aber gebührend zu berücksichtigen, dass er nur noch körperlich leichte Arbeiten in Teilzeit verrichten kann, in einer angepassten Tätigkeit über keinerlei Erfahrung verfügt und im hier relevanten Zeitpunkt des Rentenbeginns im Herbst 2002 (vgl. dazu BGE 129 V 222) bereits knapp 57 Jahre alt war. Es rechtfertigt sich daher ein Abzug von 20 % vom Tabellenlohn. Das Invalideneinkommen beträgt damit Fr. 27'487.- (Fr. 5'493.- x 12 : 40 x 41,7 x 50 % x 0,8). Die IV-Stelle wird es mit dem noch zu ermittelnden Valideneinkommen (vgl. Erwägung 4.2.3 hievor) vergleichen und den Invaliditätsgrad neu zu verfügen haben.