Citation: I 859/05 10.05.2006 E. 2

Streitig und zu prüfen ist, ob die Voraussetzungen für eine Wiedererwägung der Verfügung vom 5. April 2000 erfüllt sind. 2.1 Die Durchsicht der medizinischen Akten, welche der ursprünglichen Rentenzusprechung gemäss Verfügung vom 18. August 1997 zu Grunde lagen, ergibt, dass Dr. med. H.________, prakt. Arzt, im Bericht vom 1. August 1996 eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % in der bisherigen Tätigkeit als Fabrikarbeiter bescheinigt. Die subjektiven Beschwerden seien nicht vorgetäuscht, auch wenn objektive Befunde kaum vorhanden seien. Es bestehe noch Hoffnung auf eine Verbesserung mittels medizinischer Massnahmen. Das Rheumatologische und Institut für Physikalische Therapie am Spital A.________ sah im Bericht vom 14. August 1995 objektiv keinen Grund für eine längere Arbeitsunfähigkeit, obwohl der Patient über ständig spürbare Schmerzen klage. Es werde eine physikalische Therapie empfohlen. Die Rheuma- und Rehabilitationsklinik U.________ hielt den Versicherten im Bericht vom 11. April 1996 aus rheumatologischer Sicht in leichten bis mittelschweren Tätigkeiten für 100 % arbeitsfähig. Dr. med. V.________, Spezialarzt FMH für Anästhesie, konnte laut Bericht vom 11. Juli 1996 bei diesem Patienten in sehr gutem Allgemeinzustand keine Korrelation zwischen den subjektiven Beschwerden und den objektiven Befunden feststellen. Dr. med. R.________, Spezialarzt FMH für Innere Medizin und Rheumaerkrankungen, vermochte gemäss Bericht vom 27. September 1995 bei allen Labor- und radiologischen Abklärungen keine Befunde zu erheben, weshalb er es abgelehnt habe, den Versicherten voll arbeitsunfähig zu schreiben. 2.2 Gemäss diesen Berichten war der Versicherte trotz der verschiedenen Diagnosen in einer zumutbaren Tätigkeit voll arbeitsfähig. Soweit Hausarzt Dr. med. L.________ von einer 50 %-igen Arbeitsunfähigkeit sprach, bezog er sich auf die bisherige Tätigkeit, wogegen er in angepassten Verweisungsarbeiten eine höhere Leistungsfähigkeit sah. Alle andern initial mit der Sache befassten Spezialärzte der beteiligten Fachrichtungen hielten eine angepasste Tätigkeit für vollzeitlich zumutbar. Daher hätte die IV-Stelle Aargau klarerweise auf Grund der Einschätzung des Dr. med. L.________ eine Rente nicht zusprechen dürfen. Die berufliche Abklärung gemäss Bericht vom 1. April 1997, auf welche sich der Beschwerdeführer beruft, ging offensichtlich von falschen Voraussetzungen aus, wenn darin in Verkennung der medizinischen Aktenlage unkritisch eine vom Versicherten angegebene 50 %-ige Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit angenommen wurde. Dass die IV-Stelle Bern die halbe Rente mit Verfügung vom 5. April 2000 weiterhin ausrichtete, ist wiedererwägungsrechtlich unerheblich (BGE 105 V 30 Erw. 1c). Die Weiterführung der Rentenauszahlung muss nach dem Gesagten als offensichtlich unrichtig bezeichnet werden. Da überdies deren Berichtigung betragsmässig erheblich ins Gewicht fällt, sind die Voraussetzungen für eine Wiedererwägung erfüllt. 2.3 Die wiedererwägungsweise Aufhebung ist nur zulässig, wenn ausgewiesen ist, dass bis zum verfügten Rentenende nicht wieder eine Invalidität eintrat (nicht veröffentlichtes Urteil H. vom 7. November 1984, I 183/84). Das kann auf Grund des neurologisch-psychiatrischen Gutachtens der Institution Z.________ vom 26. Oktober 2004, ausgeschlossen werden: die Experten hielten den Versicherten in einer angepassten Tätigkeit für nahezu voll arbeitsfähig und vermochten keine wesentlichen Unterschiede zwischen den verschiedenen Untersuchern und seit 1997 keine Verschlechterung des Gesundheitszustandes festzustellen.