Citation: 7B_262/2022 E. 2.1

2.1. Die Beschwerdeführerin macht geltend, sie habe entgegen der Auffassung der Vorinstanz Art. 3a Abs. 1 der Covid-19-Verordnung besondere Lage nicht verletzt und dürfe daher auch nicht für einen Verstoss gegen Art. 83 Abs. 1 lit. j Bundesgesetz über die Bekämpfung übertragbarer Krankheiten des Menschen (Epidemiengesetz, EpG; SR 818.101; Stand am 25. Juni 2020) bestraft werden. Denn auch in der besonderen Lage nach Art. 6 EpG seien bundesrätliche Notverordnungen zwingend auf maximal sechs Monate zu befristen. Es handle sich hierbei in strafprozessualer Hinsicht um eine Gültigkeitsvorschrift, deren Verletzung per se dazu führe, dass eine Verletzung einer unbefristeten Notverordnungsbestimmung zu keiner strafrechtlichen Verurteilung führen könne.