Citation: 1C.2/1999 01.10.2002 E. 3.2.1

3.2.1. In seiner Haftverfügung begründete der Untersuchungsrichter die Kollusionsgefahr mit drei Argumenten: Erstens seien bei den Hausdurchsuchungen vom 2. und 4. Juli 1998 Unterlagen sichergestellt worden, die man zuerst habe sichten müssen; möglicherweise seien aufgrund der Sicherstellungen weitere Hausdurchsuchungen angezeigt. Zweitens würden in den nächsten Tagen mehrere Personen polizeilich und untersuchungsrichterlich befragt werden; es müsse sichergestellt werden, dass es vorgängig dieser Einvernahmen zu keinen Absprachen komme und diese Personen, deren Stellung im Strafverfahren mitunter unklar sei, unbeeinflusste Aussagen machen könnten. Drittens wichen die 1997 gemachten Angaben des Klägers in wesentlichen Punkten von Ermittlungsergebnissen im deutschen Verfahren ab, in dem zahlreiche Zeugen und Auskunftspersonen zwar von den Untersuchungsbehörden, noch nicht aber vor Gericht einvernommen worden seien. Der Kläger hält das erste und dritte Argument für völlig unhaltbar. Wie es sich damit verhält kann offen bleiben. Der Untersuchungsrichter begründete im Haftprüfungsverfahren eine Kollusionsgefahr einzig mit dem Hinweis auf die noch ausstehende Befragung beteiligter Personen in der Schweiz; dass dies der ausschlaggebende Grund war, hat der Untersuchungsrichter als Zeuge bestätigt. In gleicher Weise begründete der Haftprüfungsrichter in seiner Verfügung vom 8. Juli 1998 die Kollusionsgefahr. Darum beschränken sich die folgenden Erwägungen auf die Frage, ob es mit Blick auf die damals geplanten Befragungen gerechtfertigt war, eine Verdunkelungsgefahr anzunehmen.