Citation: 2A.486/2005 23.02.2006 E. 4

Was die Beschwerdeführer weiter vorbringen, vermag zu keinem anderen Ergebnis zu führen. 4.1 Sie machen geltend, die Versicherungsleistungen hätten allenfalls im Rahmen einer Zwischentaxation per 5. August 1990 (dem Tag nach dem Tod des Erblassers) wegen Aufnahme einer selbständigen Erwerbstätigkeit erfasst werden müssen; dies sei nicht geschehen und könne nicht mehr nachgeholt werden. Indessen war die den Eltern zugeschriebene selbständige Erwerbstätigkeit nur vorübergehender Natur, weshalb eine Zwischenveranlagung nicht in Betracht fiel (vgl. StR 58/2003 S. 611, 2A.486/2002, E. 4.1; Urteil 2A.100/2004 vom 9. Juni 2004, E. 2.1, je mit Hinweisen; Locher, a.a.O., N. 23 zu Art. 45 DBG). Diese Tätigkeit dauerte nur bis zum 26. Juni 1991, als der Praxisanteil veräussert wurde, und galt damit nicht als voraussichtlich dauerhafte Veränderung von in der Regel mindestens zwei Jahren. Dass der Verkaufspreis zum Teil erst später fällig und bezahlt wurde, hat mit der Liquidation nichts mehr zu tun und verlängerte die Dauer der selbständigen Erwerbstätigkeit nicht. Unerheblich ist auch, dass per 5. August 1990 tatsächlich eine Zwischenveranlagung vorgenommen wurde; denn Anlass für diese Taxation war nur der Vermögensanfall von Todes wegen, nicht die Aufnahme einer selbständigen Erwerbstätigkeit; sie durfte nicht um diesen - nach dem Gesagten nicht gegebenen - Tatbestand der Zwischenveranlagung erweitert werden. Die Zwischentaxation schloss daher die Besteuerung des während der selbständigen Erwerbstätigkeit erzielten Einkommens nicht aus. 4.2 Die Beschwerdeführer sind ferner der Auffassung, die Versicherungsleistungen hätten eventuell beim Erblasser besteuert bzw. in die Geschäftsbilanz per Todestag aufgenommen werden müssen. Jedoch entstanden die streitigen Versicherungsansprüche erst mit dem Tod des Erblassers. Zu dessen Lebzeiten hatten sie bloss anwartschaftlichen Charakter, zumal die Versicherungen keinen Rückkaufswert hatten (vgl. E. 2.1). Sie konnten daher in der Buchhaltung nicht aktiviert werden, was auch nicht geschehen ist; eine Besteuerung als Einkommen des Erblassers fiel ausser Betracht. Im Übrigen ist insofern für das vorliegende Verfahren unerheblich, nach welcher Methode der Erblasser sein Geschäftseinkommen ermittelt hatte; entscheidend ist vielmehr, dass die Beschwerdeführer mit dessen Tod in Bezug auf die Zahnarztpraxis selbständig erwerbstätig wurden und die in dieser Hinsicht erfolgten Kapitalleistungen Einkünfte aus selbständiger Erwerbstätigkeit bildeten.