Citation: U 414/04 12.12.2005 E. 5

Hinsichtlich der unfallbedingten HWS- und Schulterbeschwerden ist mit Unfallversicherer und Vorinstanz anzunehmen, dass der Status quo sine spätestens im Februar 2001 erreicht war. Vom 11. Dezember 2000 bis 5. Februar 2001 hatte sich der Beschwerdeführer in der Klinik S.________ aufgehalten, welche am 5. März 2001 berichtete, nach Abklingen der Depression sei es zunächst zu einer Exazerbation der Schmerzen im Rahmen des zerviko-spondylogenen Syndroms gekommen. Die durchgeführte Physiotherapie und medikamentöse Behandlung habe eine für den Versicherten befriedigende Schmerzfreiheit gebracht. Dafür, dass in der Folge wieder eine wesentliche Verschlechterung eingetreten ist, fehlen konkrete Anhaltspunkte. Laut Gutachten der Klinik R.________ besteht im bisherigen Tätigkeitsbereich aus orthopädischer Sicht lediglich eine leichte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bei Tätigkeiten, die eine anhaltende protrahierte Kopfhaltung ohne Pause erfordern. In leidensangepassten Tätigkeiten äussert der Gutachter einen Vorbehalt nur insofern, als von einer anhaltenden vorgeneigten Sitzhaltung von über einer Stunde abzuraten sei. Der Versicherte könne ohne Einschränkung heben und tragen, sich beugen und fortbewegen sowie Treppen steigen. Der Orthopäde Dr. med. Z.________, welcher den Beschwerdeführer schon kurz nach dem Unfall untersucht hatte, diagnostizierte am 29. April 2002 nebst einem chronischen zervikovertebralen Syndrom eine posttraumatische subakromiale Impingement-Symptomatik und hielt fest, der Versicherte sei voll arbeitsfähig. Selbst wenn davon auszugehen wäre, dass Ende Februar 2001 noch eine gewisse Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus orthopädischer Sicht bestanden hat, so schliesst dies die Annahme des Status quo sine nicht aus. Die Vorinstanz weist in diesem Zusammenhang zu Recht darauf hin, dass bereits im initialen Röntgenbefund degenerative Veränderungen festgestellt worden waren und auch die späteren Untersuchungen Diagnosen ergaben, die auf degenerative Veränderungen in Zusammenhang mit dem zerviko-spondylogenen Syndrom hinwiesen. Festgestellt wurden auch Diskusschädigungen C5/6 und C6/7, welche schon vor dem Unfall bestanden haben und nicht als unfallkausal zu betrachten sind (vgl. RKUV 2000 Nr. U 379 S. 192 Erw. 2a). Dass der Vorzustand bis zum Unfall zu keiner Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit geführt hatte, steht der Annahme nicht entgegen, dass allenfalls noch vorhandene Beschwerden im Nacken- und Schulterbereich mit den vorbestandenen degenerativen Veränderungen zu erklären sind und per Ende Februar 2001 ein Zustand erreicht war, wie er auch ohne Unfall eingetreten wäre. Unzutreffend ist die Behauptung des Beschwerdeführers, die vorinstanzliche Feststellung, wonach der Status quo sine spätestens im Februar 2001 erreicht gewesen sei, stütze sich allein auf die Beurteilung von Dr. med. H.________, Spezialarzt für Chirurgie, welcher bezüglich der psychischen und neuropsychologischen Beeinträchtigungen nicht Fachmann sei. Zum einen stellt sich die Frage nach dem Erreichen des Status quo sine nach dem Gesagten lediglich bezüglich der unfallkausalen Nacken- und Schulterbeschwerden. Zum andern hat sich auch der beratende Arzt Dr. med. C.________ in der Stellungnahme vom 14. März 2002 dafür ausgesprochen, dass der Status quo sine spätestens Ende Februar 2001 erreicht war. Im Übrigen trifft zu, dass die Beweislast für das Erreichen des Status quo sine beim Unfallversicherer liegt, da es sich um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 45, 1994 Nr. U 206 S. 328). Weil es dabei um einen hypothetischen Sachverhalt geht, welcher Mutmassungen darüber voraussetzt, wie sich der Gesundheitszustand ohne den Unfall entwickelt hätte, dürfen jedoch nicht allzu strenge Beweisanforderungen gestellt werden. Von wesentlicher Bedeutung ist, dass die Unfallbehandlung abgeschlossen ist und die Beeinträchtigung der Arbeits- bzw. Erwerbsfähigkeit, soweit unfallbedingt, behoben ist. Dies war mit der erforderlichen überwiegenden Wahrscheinlichkeit spätestens Ende Februar 2001 der Fall, woran nichts ändert, dass im Gutachten der Klinik R.________ vom 30. Juli 2001 als weitere Behandlung der Schulterschmerzen eine Botulintoxin-Injektion des Musculus levator scapulae in Erwägung gezogen wurde. Wie dem Gutachten zu entnehmen ist, handelte es sich um einen Versuch mit einer für diese Indikation nicht offiziell anerkannten Behandlungsmethode, nachdem physiotherapeutische Massnahmen und lokale Infiltrationen zu keiner dauerhaften Besserung geführt hatten.