Citation: I 251/05 11.07.2005 E. 2

Unbestritten ist, dass der Versicherte seit Jahren an Rückenbeschwerden leidet. Seit 2002 werden diese als bleibend beschrieben, sodass er den gelernten Beruf als Zimmermann wie auch jede andere körperlich schwere Tätigkeit nicht mehr ausüben kann. Während Vorinstanz und Verwaltung aber eine rückenschonende, wechselbelastende Tätigkeit, ohne häufiges Heben und Tragen von schweren und mittelschweren Lasten als voll zumutbar erachten, sieht sich der Beschwerdeführer für jegliche Tätigkeit vollständig arbeitsunfähig, zumal er nebst dem Rücken auch Probleme mit einem Magengeschwür, mit der Lunge sowie mit der Psyche habe. 2.1 In Bezug auf den Gesundheitszustand hat das kantonale Gericht zutreffend festgestellt, dass die medizinische Aktenlage hinsichtlich der Diagnosestellung widerspruchsfrei ist. Die behandelnden Ärzte am Spital X.________, Rheumaklinik und Institut für Physikalische Medizin und Rehabilitation, stellten folgende Diagnosen (Bericht vom 7. Oktober 2003 [samt Beiblatt]): Chronisches cerviko-/thorako-vertebrales und lumbovertebrales Schmerzsyndrom mit degenerativen Veränderungen HWK 6/7 und LWK 4/5, Status nach thorakolumbalem Morbus Scheuermann, bei Verdacht auf ein rechtsseitiges lumboradikuläres sensibles Ausfallsyndrom L5 bei multifaktorieller beginnender Spinalstenose sowie bei Verdacht auf intermittierende cervikospondylogene, differentialdiagnostisch: radikuläre Ausstrahlung in den rechten Arm bei rechtsseitiger Osteochondrose und Foraminalstenose C6/C7. Der Versicherte sei daher seit April 2002 für schwere körperliche Tätigkeiten zu 100 % arbeitsunfähig. Bei einer für HWS und LWS mit Vermeidung von vermehrtem Bücken, häufigem Heben von schweren oder mittelschweren Lasten, Vermeiden in Zwangshaltungen, Möglichkeit von Wechselbelastung seien andere Tätigkeiten zumutbar. Die Dauer der Zumutbarkeit einer Tätigkeit könne vom jeweiligen Beschwerdegrad abhängig sein. Da keine wesentlichen Ausfallerscheinungen und keine intermittierende Symptomatik vorliege, sei die zeitliche Belastung nicht eingeschränkt. Einen hievon abweichenden Schluss auf die Arbeitsfähigkeit ist dem im Einspracheverfahren ins Recht gelegten Bericht (vom 25. Februar 2004) des Dr. med. R.________, Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabilitation, Reumatologie, zu entnehmen, welcher auch für leichte Arbeiten von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit ausging. Wie das kantonale Gericht zutreffend darlegte, worauf verwiesen wird, überzeugt aber seine Einschätzung der Arbeitsfähigkeit nicht, da er nicht ausführte, weshalb er bei gleicher Diagnose eine vollständige Arbeitsunfähigkeit attestierte und nicht begründete, warum leichte, leidensangepasste Tätigkeiten nicht mehr zumutbar sein sollten. Seine Aussagen sind daher nicht beweiskräftig (BGE 125 V 352 f. Erw. 3 mit Hinweisen). Soweit der Arzt die Arbeitsunfähigkeit "bis auf Weiteres" auf 100 % einschätzte, ist dies nach den Grundsätzen über den zeitlich massgebenden Sachverhalt (Erw. 1 hievor) zudem für die Zeit nach dem 14. Juni 2004 unbeachtlich. Gleiches gilt für die im vorinstanzlichen Verfahren eingebrachten Berichte des Dr. med. R.________ vom 17. Juni 2004 und des Spitals X.________ vom 22. Juli 2004. 2.2 Auch seitens des Hausarztes Dr. med. M.________ wurden keine zusätzlichen Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt (Bericht vom 13. Januar 2003). Da zudem Hausärzte eher bereit sind, zu Gunsten ihrer Patienten auszusagen (BGE 125 V 353 Erw. 3b/cc) ist unwahrscheinlich, dass Dr. med. M.________ weitere sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirkende Gesundheitschäden nicht aufgeführt hätte. Ein Hinweis auf eine psychische Überlagerung der somatischen Leiden findet sich zwar im Bericht der Klinik Y.________ vom 23. Juli 2002, im nach einer vom 19. November bis 10. Dezember 2002 dauernden stationären Behandlung in derselben Klinik erstellten Bericht vom 20. Januar 2003 wurde aber kein psychisches Leiden mehr erwähnt. Ausserdem holte die IV-Stelle hinsichtlich der Frage, ob ein die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigender psychischer Gesundheitsschaden besteht und dieser im Hinblick auf den geltend gemachten Rentenanspruch als invalidisierend zu qualifizieren ist, einen Bericht des den Versicherten behandelnden Dr. med. S.________, Spezialarzt FMH für Neurologie und für Psychiatrie und Psychotherapie ein. Dieser stellte zwar ein psychisches Leiden in Form einer Anpassungsstörung mit Angst (mässigen Grades) und depressiver Reaktion (im Grenzbereich) gemischt, sowie Sorgen, Anspannung und Ärger (ICD-10 F43.22 und 23) fest, verneinte aber ausdrücklich eine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Bericht vom 17. Januar 2004). Vor diesem Hintergrund durften Vorinstanz und Verwaltung ohne Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes von der Einholung ergänzender Berichte absehen, sodass auch letztinstanzlich von weiteren Beweiserhebungen in medizinischer Hinsicht keine neuen Erkenntnisse zu erwarten sind (antizipierte Beweiswürdigung; SVR 2001 IV Nr. 10 S. 28 Erw. 4b mit Hinweis auf BGE 124 V 94 Erw. 4b und 122 V 162 Erw. 1d). Von der beantragten Überweisung an eine Medizinische Abklärungsstelle (MEDAS) der Invalidenversicherung ist daher abzusehen. Sollte sich der Gesundheitszustand oder dessen erwerbliche Auswirkungen seit dem Einsprachezeitpunkt erheblich verschlechtert haben, bleibt es dem Beschwerdeführer unbenommen, um revisionsweise Neubeurteilung des Leistungsanspruchs zu ersuchen.