Citation: 2C_994/2022 E. 5.4

5.4. Die vorinstanzlichen Erwägungen bezüglich mutwilliger Verschuldung sind nicht zu beanstanden. Der Beschwerdeführer hat trotz einer ausländerrechtlichen Verwarnung im Jahr 2017 und der im Jahr 2019 verweigerten Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung stetig weitere Schulden angehäuft. Gemäss den unangefochten gebliebenen Feststellungen der Vorinstanz hat der Beschwerdeführer laufende Betreibungen von über Fr. 160'000.--, davon allein Fr. 17'085.70 den Zeitraum Januar bis Mai 2022 betreffend, sowie 15 Konkursandrohungen gegen seine Einzelunternehmung. Dazu kommen Verlustscheine von Fr. 42'477.70, deren Total sich im Laufe des Verfahrens auf diesen Betrag erhöht hat. Zudem hat er Schulden beim Sozialamt, beim Steueramt und beim Sozialversicherungszentrum Thurgau. Schliesslich bevorschusste das Gemeinwesen den gesamten Kindesunterhalt seit 1. Oktober 2019 und zahlte seine Krankenversicherungsprämien, unter anderem ab Oktober 2021 bis März 2022, weil er beides unterliess. Wenn, wie vorliegend, bereits ein beträchtlicher Schuldenberg besteht und die Schulden stetig weiter anwachsen, eine erfolglose, selbständige Erwerbstätigkeit weitergeführt wird, entlastet dies den Beschwerdeführer nicht. Vielmehr stellt dies eine mutwillige Verschuldung dar. Der Umstand, dass der Beschwerdeführer kontinuierlich weitere Schulden angehäuft hat, ist umso stossender, als in der Zeit sowohl seine Krankenversicherungsprämie als auch der Unterhalt für seine Kinder vom Gemeinwesen bezahlt werden mussten. Bei einer solchen Ausgangslage wäre es geboten gewesen, dass der Beschwerdeführer eine bezahlte, unselbständige Erwerbstätigkeit aufnimmt. Konstante und effiziente Bemühungen um Schuldenrückzahlung hat die Vorinstanz nicht festgestellt. Sporadische geringfügige Rückzahlungen reichen dafür nicht aus (Urteile 2C_20/2022 vom 7. Juli 2022 E. 6.4; 2C_145/2022 vom 6. April 2022 E. 6.4; 2C_834/2021 vom 24. Februar 2022 E. 3.4, 3.6; 2C_384/2021 vom 22. November 2021 E. 5.4.3). Etwas anderes lässt sich den Akten entgegen der Behauptung des Beschwerdeführers jedenfalls nicht entnehmen. Der Ausstand der Krankenversicherungsprämien und bevorschussten Alimente wurde zudem nicht infolge ernsthafter Sanierungsbemühungen des Beschwerdeführers beseitigt. Stattdessen wurde er dadurch getilgt, dass die Alimente rückwirkend für die gesamte Dauer der Bevorschussung von Fr. 2'225.-- auf Fr. 900.-- reduziert wurden, wodurch sich der Betrag, der hätte bevorschusst werden müssen, nachträglich reduzierte und unter dem lag, was der Beschwerdeführer bereits bezahlt hatte. Eine geänderte Zahlungsmoral und damit positive Zukunftsprognose hat die Vorinstanz zu Recht verneint. Der Beschwerdeführer bringt nichts vor, das den vorinstanzlichen Schluss der mutwilligen Verschuldung entkräften könnte. Das vorinstanzliche Urteil erweist sich als bundesrechtskonform, indem das Kriterium der Beachtung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung und damit die wirtschaftliche Integration verneint wird.