Citation: 9C_586/2022 E. 5.2

5.2. Zu prüfen ist, ob der Ausdruck vom Beschwerdeführer in guten Treuen (E. 2.2 hiervor) in dem Sinne verstanden werden musste, den ihm die Vorinstanz zugrunde legt, nämlich dass darunter auch eine Tätigkeit im "Hintergrund" (etwa administrativer Art) mit Delegation der praktischen Arbeiten fällt, bei welcher der Beschwerdeführer weder das bisherige Arbeitsvolumen noch dieselbe Eigenverantwortung trägt wie bei Vertragsschluss. Hierzu ist, teils in Ergänzung des vorinstanzlich festgestellten Sachverhalts (Art. 105 Abs. 2 BGG), auf Folgendes hinzuweisen: Der Beschwerdeführer war seit 1995 selbständig erwerbender Sanitär-Installateur. Er hatte gemäss eigenen Angaben nie Angestellte und führte sämtliche anfallenden Tätigkeiten selbst aus, auch die gesamte Administration und Büroarbeit. Sein Unternehmen war überaus erfolgreich. Er hatte Mühe, Aufträge abzulehnen und arbeitete weit über 100 %, was bereits früher zu einer Überbelastungssituation geführt hatte. In qualitativer Hinsicht war der Beruf des Beschwerdeführers somit gekennzeichnet von einer sehr hohen Eigenverantwortung, von praktischen, aber auch von administrativen Arbeiten. Diesen Beruf in seiner Gesamtheit liess er bei der Beschwerdegegnerin versichern. Unbestritten bleibt, dass der Beschwerdeführer für Hintergrundarbeiten, etwa administrativer Art, weiterhin zu 100 % arbeitsfähig ist. Hierbei handelt es sich um einen Teilbereich seiner angestammten Tätigkeit respektive "seines Berufs". Beinhaltet ein Berufsbild - wie bei alleine tätigen Selbständigerwerbenden - verschiedenste Tätigkeiten, so ist unter dem Begriff "Ihren Beruf" gemäss Ziffer 15 in Verbindung mit Anhang A3 AB (vgl. E. 3 hiervor) die Vielzahl dieser Tätigkeiten zu verstehen. Dies scheint auch der Beschwerdeführer zuzugestehen. Der Ausdruck kann in guten Treuen nicht derart eng verstanden werden, dass eine Erwerbsunfähigkeit im Sinne der AB vorliegt, wenn der bisherige Beruf in qualitativer Hinsicht nicht mehr exakt in der gleichen Weise wie vor Eintritt des Gesundheitsschadens weitergeführt werden kann, insbesondere, wenn nachgerade das ausserordentliche Engagement zur Gesundheitsschädigung geführt hat. Solange es einem Versicherten daher zumutbar ist, einen (wenn auch bisher untergeordneten) Teil seiner Tätigkeiten trotz Gesundheitsschadens vollzeitlich auszuüben, kann - unbesehen einer Schadenminderungspflicht - nicht auf eine Erwerbsunfähigkeit im "Beruf" im Sinne von Ziffer 15 in Verbindung mit Anhang A3 AB geschlossen werden. Weiterungen - insbesondere zur Beurteilung bei anderen, mit dem Beruf des Beschwerdeführers nicht vergleichbaren Berufsbildern - erübrigen sich. Die Vorinstanz hat kein Bundesrecht verletzt.