Citation: 9C_765/2019 E. 4.4.1

4.4.1. In Bezug auf die Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.1 S. 298) hielt die psychiatrische Sachverständige im Verlaufsgutachten vom 17. August 2018 fest, der Zustand der Beschwerdeführerin habe sich gegenüber der Voruntersuchung vom November 2016 deutlich verschlechtert. Die depressive Symptomatik habe zugenommen, es bestehe eine latente Suizidalität, sodass insbesondere von einer mindestens mittelgradigen depressiven Episode mit somatischem Syndrom ausgegangen werden müsse. Der Schweregrad der psychischen Erkrankung habe sich vom leichten bis zum mindestens mittelschweren verschoben. In Bezug auf den Verlauf seit der stationären Behandlung der Beschwerdeführerin in der Psychiatrischen Klinik E.________ vom 15. August bis 1. Oktober 2017 stellte Dr. med. B.________ fest, die dort zwischenzeitlich erreichte Verbesserung habe keine Stabilität gezeigt. Die Beschwerdeführerin wurde demnach über mehrere Wochen stationär behandelt, ohne dass sich ein dauerhafter Behandlungserfolg eingestellt hätte. Labormässig ist zumindest die Einnahme des Antidepressivums Duloxetin-Mepha belegt. Vom Fehlen einer konsequenten und zielgerichteten Behandlung kann vor diesem Hintergrund nicht ausgegangen werden (Behandlungserfolg bzw. -resistenz; vgl. BGE 141 V 281 E. 4.3.1.2 S. 299 f.). Daran ändert die von der Vorinstanz erhobene, im Durchschnitt alle zwei bis drei Wochen erfolgte psychotherapeutische Behandlung nichts. Sodann muss insbesondere mit Blick auf die ärztlich belegte latente Suizidalität auf einen behandlungsanamnestisch ausgewiesenen Leidensdruck (BGE 141 V 281 E. 4.4.2 S. 304) geschlossen werden.