Citation: K 119/98 26.01.2000 E. 3

3.- Streitig ist, ob der Beschwerdegegner Anspruch auf Entschädigung der von Dr. med. A.________ am 2. April 1996 durchgeführten Behandlung nach Privattarif hat, obwohl dieser Arzt keine Ausstandserklärung im Sinne von Art. 44 Abs. 2 KVG abgegeben hatte. Dabei ist unbestritten, dass das Reglement in der vorliegend massgebenden, 1996 gültig gewesenen Fassung dem neuen Recht noch nicht angepasst war (siehe auch Erw. 1 hievor). Die Vorinstanz geht davon aus, Art. 102 Abs. 2 Satz 2 KVG schliesse die Anwendung von Art. 44 KVG auf nach bis- herigem Recht weitergeführte Zusatzversicherungen aus, wes- halb die Visana dem Beschwerdegegner gestützt auf Art. 4 des Reglementes den auf Privattarif beruhenden Zuschlag zu 90 % bezahlen müsse. Demgegenüber argumentieren Beschwerde- führerin und BSV, eine aufschiebende Anwendung des in Art. 44 KVG vorgesehenen Tarifschutzes sei durch Art. 102 Abs. 2 Satz 2 KVG nicht gedeckt; Art. 4 des Reglementes käme nur dann zum Tragen, wenn ein Arzt den Ausstand nach Art. 44 Abs. 2 KVG erklärt und den Versicherten auf diesen Umstand vor der Behandlung aufmerksam gemacht habe.