Citation: 1P.42/2000 15.02.2000 E. 2

2.- a) Untersuchungshaft kann im Kanton Basel-Landschaft (u.a.) angeordnet werden, wenn die angeschuldigte Person eines Vergehens oder Verbrechens dringend verdächtig ist und "aufgrund konkreter Indizien ernsthaft zu befürchten ist, sie werde die Freiheit benützen: a. .. b. zur Erschwerung oder Vereitelung der Untersuchung, namentlich durch Beeinflussung anderer Personen oder durch Beseitigung von Beweismitteln; c. .." (§ 77 Abs. 1 der Strafprozessordnung vom 3. Juni 1999, in Kraft seit dem 1. Januar 2000; StPO). Liegt ausser dem allgemeinen Haftgrund des dringenden Tatverdachts Kollusionsgefahr als besonderer Haftgrund vor, steht einer Inhaftierung auch unter dem Gesichtswinkel der persönlichen Freiheit grundsätzlich nichts entgegen. b) Vorliegend nicht umstritten ist, dass der Beschwerdeführer aufgrund der Belastungen seiner Tochter dringend verdächtig ist, die ihm vorgeworfenen Straftaten begangen zu haben. Der Beschwerdeführer bestreitet einzig, dass Kollusionsgefahr bestehe. Weder habe er subjektiv die Absicht, die Untersuchung zu erschweren, noch objektiv die Möglichkeit dazu. c) Kollusion bedeutet, dass sich der Angeschuldigte mit Zeugen, Auskunftspersonen, Sachverständigen oder Mitbeschuldigten ins Einvernehmen setzt oder sie zu wahrheitswidrigen Aussagen veranlasst. Die Untersuchungshaft wegen Kollusionsgefahr soll verhindern, dass ein Angeschuldigter die Freiheit dazu missbraucht, die wahrheitsgetreue Abklärung des Sachverhaltes zu vereiteln oder zu gefährden. Dabei genügt nach der Rechtsprechung die theoretische Möglichkeit, dass der Angeschuldigte in Freiheit kolludieren könnte, nicht, um die Fortsetzung der Haft unter diesem Titel zu rechtfertigen, vielmehr müssen konkrete Indizien für eine solche Gefahr sprechen. Diese Gefahr kann auch nach Abschluss der Untersuchung noch fortbestehen, besonders dann, wenn wie im Strafverfahren des Kantons Basel-Landschaft im Hauptverfahren grundsätzlich das Unmittelbarkeitsprinzip gilt (§ 165 StPO) und auch im Appellationsverfahren noch neue Beweise erhoben werden können (§§ 188 f. StPO; zum Ganzen: BGE 123 I 31 E. 3c; 117 Ia 257 E. 4b,c; vgl. auch EuGRZ 1998 676 E. 2c).