Citation: 6B_760/2015 E. 1.4

1.4. Der Gutachter diagnostizierte beim Beschwerdeführer eine schwere kombinierte Persönlichkeitsstörung mit paranoiden, narzisstischen, emotional instabilen und dissozialen Zügen (ICD-10 F61.0; Gutachten S. 50, 53, 55, kant. Akten p. 253, 259, 263). Zur Problematik der Alkoholabhängigkeit hielt der Experte fest, es liege nur das Kriterium "Toleranzentwicklung" vor, das sich auch unter Berücksichtigung des vom Beschwerdeführer anlässlich der ihm zur Last gelegten Tat erreichten hohen Promillewerts von deutlich über 2 o/oo zeige. Weitere Kriterien könnten insbesondere in Anbetracht der nur sehr spärlichen Angaben des Beschwerdeführers zu seinem Alkoholkonsum nicht als ausreichend gesichert angenommen werden. Daher könne die Diagnose einer Alkoholabhängigkeit derzeit nicht gestellt werden (Gutachten S. 55 f., kant. Akten p. 263 f.). Beim Beschwerdeführer liege aber ein schädlicher Gebrauch von Alkohol (ICD-10: F10.1) vor (Gutachten S. 56 f., kant. Akten p. 265 f.). Die für die Tatzeit festgestellte kombinierte Persönlichkeitsstörung einerseits und der schädliche Alkoholmissbrauch andererseits stehen laut Gutachten mit der inkriminierten Tat im Zusammenhang und bestehen weiterhin. Das Risiko, dass der Beschwerdeführer in der Zukunft nach Art und Umfang ähnliche Taten begehen könnte, sei hoch. Für die festgestellten Störungen gebe es eine Behandlung, und dadurch könne der Gefahr weiterer Straftaten begegnet werden. Es komme nur eine stationäre Behandlung in einer spezialisierten Einrichtung in Betracht, wie etwa die Forensisch-Psychiatrische Abteilung der JVA Pöschwies oder allenfalls das Massnahmenzentrum St. Johannsen beziehungsweise das Therapiezentrum Schachen. Die Behandlung bestünde in einer integrierten forensisch-psychiatrischen und deliktorientierten Therapie, einschliesslich einzel- und gruppentherapeutischer Angebote. Ziel sei, die deliktfördernde Einstellung des Beschwerdeführers positiv zu beeinflussen und alternative Handlungsstrategien für künftige Konfliktsituationen zu erarbeiten. Ein weiteres Ziel sei eine dauerhafte und tragfähige Alkoholabstinenz. Der Experte erachtete die Anordnung einer stationären therapeutischen Massnahme im Sinne von Art. 59 StGB als zweckmässig. Von einer stationären Massnahme gemäss Art. 60 StGB ist im Gutachten nicht die Rede (Gutachten S. 66 ff., kant. Akten p. 285 ff.).