Citation: 6B_1212/2017 E. 2

Das Obergericht führt aus, die Post arbeite erfahrungsgemäss sorgfältig, wenn sie Abholungseinladungen für eingeschriebene Briefe deponiere. Dem Beschwerdeführer gelinge es nicht, aufzuzeigen, dass im konkreten Fall mit grosser Wahrscheinlichkeit ein Fehler der Post vorliege. Es möge zwar sein, dass die Postsituation an seinem Wohnort optimiert werden könnte. Es möge auch sein, dass die vom Beschwerdeführer namentlich genannten Personen diesen Umstand - in einer grundsätzlichen Weise - bestätigen könnten. Die immer bestehende Möglichkeit von Fehlern bei der Poststelle genüge jedoch nicht, um die Vermutung der korrekten Zustellung zu widerlegen. Es müssten konkrete Anzeichen für einen Fehler vorhanden sein, was hier nicht der Fall sei. Fassbare Anzeichen für eine mangelbehaftete Zustellung für die Sendung vom 27. Oktober 2016 fehlten. Wenn der Beschwerdeführer ausführe, niemand könne mit Sicherheit sagen, dass er den Abholschein erhalten habe, verkenne er die hier geltende Beweislastumkehr.