Citation: U 23/03 09.05.2003 E. 3

Streitig ist jedoch, ob die Beschwerdeführerin ohne Gesundheitsschaden ihr Pensum bereits im September 1996 auf 80 % erhöht hätte. Das kantonale Gericht verneinte dies unter Verweis auf die einschlägige Praxis und fehlende, bereits vor dem Unfall erkennbare konkrete Vorkehren im Hinblick auf eine Ausweitung des Beschäftigungspensums, während die Versicherte schon im vorinstanzlichen Verfahren den Beweis für diese hypothetische Tatsache durch die Einvernahme von drei Zeugen anbot. Zu prüfen bleibt demnach, ob das kantonale Gericht zu Recht auf die Einvernahme der Zeugen verzichtete und eine Erhöhung des Pensums in der angestammten Tätigkeit erst per 1. November 1999 anerkannte. 3.1 Nach Art. 23 Abs. 7 UVV wird - bei der Taggeldbemessung - der massgebende Lohn für die Zukunft neu bestimmt, sofern die Heilbehandlung wenigstens drei Monate gedauert hat und der Lohn des Versicherten in dieser Zeit um mindestens 10 Prozent erhöht worden wäre. Diese Bestimmung ist nicht nur bei Lohnerhöhungen, sondern auch bei Erhöhungen der Arbeitszeit anwendbar (nicht publizierte Erw. 3b des Urteils BGE 127 V 491 [= Urteil H. vom 26. September 2001, U 5/00]; RKUV 1994 Nr. U 195 S. 210). Entscheidend ist, ob die Versicherte ohne den Unfall effektiv im behaupteten Ausmass erwerbstätig gewesen wäre, was mit dem im Sozialversicherungsrecht geltenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 125 V 150 Erw. 2c, 117 V 194 Erw. 3b, je mit Hinweisen) darzutun ist. Zur Vermeidung des Missbrauchs sowie aus beweisrechtlichen Gründen versteht sich, dass die im Rahmen von Art. 23 Abs. 7 UVV beachtliche Änderung des Arbeitspensums schon vor dem Unfall konkret voraussehbar gewesen sein muss. Weder der blosse Wunsch nach einer Ausdehnung der Arbeitszeit noch dahingehende einseitige Absichtserklärungen der Versicherten vermögen hiefür zu genügen. Erforderlich ist vielmehr, dass die Änderung bereits vor dem Unfall arbeitsvertraglich vereinbart worden war - sei es mit dem aktuellen oder einem künftigen Arbeitgeber, sei es auf Grund gesamtarbeitsvertraglicher Absprachen - oder dass sie sich sonstwie zuverlässig erkennen liess. Einzig dort kann auf dieses Erfordernis verzichtet werden, wo die Ausdehnung der Arbeitszeit auf schicksalshafte Gründe - etwa wegen Todes, Invalidität oder Konkurses des Ehepartners oder zufolge Scheidung - zurückgeht (RKUV 1994 Nr. U 201 S. 271 f. Erw. 3a). 3.2 Die Beschwerdeführerin macht geltend, sie habe mit Blick auf den Schulwechsel ihrer Tochter (Eintritt in die Sekundarschule ab Herbst 1996) auf diesen Zeitpunkt hin eine Pensenerhöhung von 50 % auf 80 % geplant, weshalb der versicherte Verdienst bereits per September 1996 entsprechend anzupassen sei. Demgegenüber ist festzuhalten, dass es sich bei diesem Übertritt in die Sekundarstufe nicht um ein unvorhersehbares Ereignis handelte. Die Versicherte hätte vielmehr die Änderung des Arbeitspensums schon vor dem Unfall - z.B. durch Absprachen mit einem aktuellen oder künftigen Arbeitgeber - arbeitsvertraglich vereinbaren müssen, um in den Genuss des höheren versicherten Verdienstes zu gelangen. Nach eigenen Angaben anlässlich der Parteibefragung im vorinstanzlichen Verfahren traf die Beschwerdeführerin keine solche Vereinbarung. Sie beabsichtigte statt dessen, die Arbeitsstelle, welche sie zum Zeitpunkt des Unfalles innehatte, zu verlassen und sich wieder in einem Krankenhaus oder an einer anderen Stelle zu bewerben. Indessen traf sie vor dem Unfall hiezu keine konkreten Vorkehren, weil sie - wie sie vor dem kantonalen Gericht ausdrücklich zu Protokoll gab - nicht wusste, dass sie einen Unfall haben würde. Diese Aussage belegt, dass sie vor dem Unfall noch keine fassbaren Schritte zur Pensenerhöhung oder zum Berufswechsel eingeleitet hatte. In Übereinstimmung mit diesen Tatsachen bringt auch das Gutachten des Spitals Q.________ vom 18. April 1997 deutlich zum Ausdruck, dass die Versicherte "in den letzten Jahren auch bei voller Gesundheit nie mehr als 50 % gearbeitet" habe und "dieses Pensum auch nicht übersteigen" wollte. 3.3 Nach dem Gesagten schloss die Vorinstanz zutreffend darauf, dass die Beschwerdeführerin nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit eine Pensumserhöhung im Jahre 1996 darzulegen vermochte, sonderen erst mit der Ehescheidung (vgl. RKUV 1994 Nr. U 201 S. 272 Erw. 3a in fine) ab November 1999 von einem höheren versicherten Verdienst auf der Grundlage eines auf 100 % ausgeweiteten Arbeitspensums an der angestammten Arbeitsstelle auszugehen war. Was die Versicherte im Übrigen hiegegen vorbringt, ist nicht stichhaltig. Insbesondere legt sie keine Gründe dar, welche ein Abweichen von RKUV 1994 Nr. U 201 S. 271 rechtfertigen würden. 3.4 Nach Auffassung der Beschwerdeführerin können drei Personen (ihr Bruder, ihr Ex-Ehemann sowie ihre beste Freundin) bezeugen, dass die Versicherte "bereits zum Zeitpunkt des Unfalles ihr näheres Umfeld über diese gewollte Pensumssteigerung informiert" hat. Die Vorinstanz verzichtete in antizipierter Beweiswürdigung (BGE 124 V 94 Erw. 4b, 122 V 162 Erw. 1d m Hinweis; SVR 2001 IV Nr. 10 S. 28 Erw. 4b) zu Recht auf die beantragte Zeugeneinvernahme. Hiedurch hätten nicht mehr als eine einseitige Absichtserklärung der Beschwerdeführerin im Familien- und Freundeskreis, nicht aber die erforderlichen, vor dem Unfall konkret vorhersehbaren arbeitsvertraglichen Vereinbarungen (vgl. Erw. 3.1 hievor) bewiesen werden können, weshalb diese Zeugeneinvernahme am versicherten Verdienst nichts zu ändern vermocht hätte.