Citation: 7B_13/2021 E. 5.3

5.3. Dem Beschwerdeführer kann nicht gefolgt werden. Der Angriff mit der Mistgabel auf den Beschwerdeführer begründet keine Notwehrlage für dessen spätere Schussabgabe (siehe E. 3.4 oben), weshalb dieser bei der Anwendung von Art. 16 Abs. 1 StGB unberücksichtigt zu bleiben hat. Die Freiheitsberaubung erfolgte alsdann nicht in Notwehr (siehe E. 4.4 oben), womit eine Anwendung von Art. 16 Abs. 1 StGB ausscheidet. Die Vorinstanz trägt dem bei der Strafzumessung Rechnung. Sie erwägt, bei der versuchten schweren Körperverletzung sei die objektive Tatschwere "gut mittelschwer" und für das vollendete Delikt wäre eine hypothetische Freiheitsstrafe von 48 Monaten angemessen. Aufgrund des eventualvorsätzlichen Handelns sei die Einsatzfreiheitsstrafe auf 42 Monate zu reduzieren. Dass es beim vollendeten Versuch geblieben ist, wird mit einer Strafreduktion von einem Drittel berücksichtigt, woraus eine Einsatzfreiheitsstrafe von 28 Monaten resultiert. Der Notwehrexzess wird mit einer Strafreduktion von 5 Monaten berücksichtigt. Das Durchstehen der Hand sei "heftig" und der Beschwerdeführer "entsprechend emotional aufgewühlt" gewesen. Dennoch habe er die Grenzen der Notwehr "massiv" überschritten. Es resultiert eine Einsatzfreiheitsstrafe von 23 Monaten. Bei der Freiheitsberaubung berücksichtigt die Vorinstanz unter dem Gesichtspunkt der objektiven Tatschwere die Umstände der Festnahme und, dass der Beschwerdegegner 2 während zwei Stunden gefesselt und vom Regen durchnässt unbeaufsichtigt im Keller habe ausharren müssen, wobei er Schüsse und Lärm gehört und nach seinen eigenen, gut nachvollziehbaren, Aussagen vor Angst gezittert habe. Er habe nicht gewusst, wie es weitergehen würde, wohl aber, dass seine Peiniger bewaffnet seien. Der Beschwerdeführer habe einer Helferin verboten, dem Beschwerdegegner 2 Wasser zu geben. Als er schliesslich aus dem Keller geführt worden sei, waren der Beschwerdeführer sowie zwei Helfer anwesend, was beim Beschwerdegegner 2 die Unsicherheit über sein Schicksal erhöht habe. Einzelne Elemente einer grausamen Behandlung lägen vor. Das objektive Verschulden könne insgesamt nicht mehr als leicht qualifiziert werden, eine Freiheitsstrafe von 16 Monaten sei angemessen. In subjektiver Hinsicht habe der Beschwerdeführer direktvorsätzlich gehandelt. Es sei ihm nicht nur um die Verteidigung seines Hanfs gegangen, sondern auch darum, einem Nordafrikaner, der Hanf stehlen wollte, eine Lektion zu erteilen. Art. 16 StGB finde keine Anwendung, da keine Notwehrlage bestand. Angemessen sei für die Freiheitsberaubung insgesamt eine Asperation im Umfang von 10 Monaten Freiheitsstrafe. Damit bewegt sich die Vorinstanz im Rahmen des ihr bei der Strafzumessung zustehenden Ermessens. Dass sie sich dabei von sachfremden Kriterien leiten lässt oder das ihr zustehende Ermessen überschreitet, ist weder ausreichend begründet noch ersichtlich. Die vorinstanzliche Strafzumessung hält vor Bundesrecht stand.