Citation: 6B_911/2023 E. 1.2

1.2. Die Vorinstanz erachtet das Revisionsgesuch des Beschwerdeführers als offensichtlich unzulässig, weshalb sie in Anwendung von Art. 412 Abs. 2 StPO nicht darauf eintritt. Im Wesentlichen erwägt die Vorinstanz, am Vorgehen der Staatsanwaltschaft, bei der damals vorliegenden Beweislage einen Strafbefehl zu erlassen, sei nichts auszusetzen. Durch die Aussagen der Beteiligten sei der Sachverhalt hinreichend klar gewesen. Dem Beschwerdeführer sei denn auch freigestanden, Einsprache gegen den Strafbefehl zu erheben und allenfalls weitere Beweisanträge zu stellen. Betreffend den Fahrtenschreiber des Beschwerdeführers erwägt die Vorinstanz, er hätte diesen in einem Einspracheverfahren einbringen müssen und begründe auch nicht, weshalb die entsprechenden Daten erst im Zeitpunkt des Revisionsgesuchs vorgelegen hätten. Er habe den Fahrtenschreiber bereits anlässlich der Einvernahme vom 30. April 2022 erwähnt. Offensichtlich wären die Daten demnach damals bereits verfügbar gewesen. Das Beweismittel sei nicht neu. Sein Revisionsgesuch erscheine als Mittel, um den ordentlichen Rechtsmittelweg zu umgehen. Da das Revisionsgesuch zeitgleich mit einer Beschwerde gegen einen Führerausweisentzug eingereicht worden sei, mache es den Anschein, der Beschwerdeführer versuche nachträglich, dem Führerausweisentzug zu entgehen. Das Revisionsgesuch sei diesbezüglich als rechtsmissbräuchlich zu qualifizieren und es sei darauf nicht einzutreten. Der Vollständigkeit halber hält die Vorinstanz fest, die Daten des Fahrtenschreibers seien auch materiell nicht geeignet, den Strafbefehl umzustossen. Da das Beweismittel keinen Freispruch des Beschwerdeführers oder einen wesentlich milderen Entscheid zu begründen vermöge, liege selbst bei Zulässigkeit kein Revisionsgrund vor. Die Vorinstanz setzt sich mit der Zeugenaussage von B.________ auseinander und führt aus, es sei unklar, weshalb diese erst jetzt vorliege. Der Beschwerdeführer behaupte pauschal, vor Oktober 2022 nicht vom angeblichen Zeugen gewusst zu haben. Jedoch hätten im Strafverfahren weder er noch der damalige Privatkläger einen anderen Autofahrer erwähnt, der im fraglichen Zeitpunkt auf derselben Strecke unterwegs gewesen wäre. Zumindest vom Beschwerdeführer wäre zu erwarten gewesen, dass er zu möglichen Zeugen Aussagen mache. Der Beschwerdeführer und B.________ würden sich offenbar kennen, da Letzterer das Fahrzeug des Beschwerdeführers angeblich erkannt habe. Entsprechend hätte wohl auch der Beschwerdeführer B.________ erkennen und diesen als Zeugen benennen können. Das so viel später eingereichte Schreiben von B.________ wirke unter dem Gesichtspunkt des laufenden Administrativverfahrens wie ein Gefälligkeitsschreiben. Die Vorinstanz erwägt zudem, sollte B.________ das Manöver des Beschwerdeführers tatsächlich beobachtet haben, so hätte der Beschwerdeführer dies - analog zum Fahrtenschreiber - im ordentlichen Einspracheverfahren geltend machen müssen. Auch in dieser Hinsicht sei das Revisionsgesuch rechtsmissbräuchlich, weshalb sich eine Befragung des angeblichen Zeugen erübrige.