Citation: 2C_241/2018 E. 4.4

4.4. Die Vorinstanz ist nach Würdigung der verschiedenen medizinischen Berichte, Aussagen der Ehegatten und Fotos zum Schluss gekommen, dass die Beschwerdeführerin nicht glaubhaft gemacht hat, dass sie in dem von Art. 50 Abs. 2 AuG verlangten Ausmass in der Schweiz Opfer ehelicher Gewalt geworden ist. Insbesondere wurden die Beschimpfungen durch den Ehemann als zu wenig systematisch mit dem Ziel, Macht und Kontrolle auszuüben, qualifiziert. Entgegen der Beschwerdeführerin hat die Vorinstanz damit den rechtserheblichen Sachverhalt festgestellt. Die Differenzen zur Beschwerdeführerin sind inhaltlicher Natur. Letztere gab am 13. April und 8. November 2012 zu Protokoll, von ihrem Ehemann beschimpft, aber nicht geschlagen worden zu sein. Ihr Ehemann gab am 19. November 2012 zu Protokoll, die Beschwerdeführerin provoziere ihn jeweils und er sage ihr dann schlechte Dinge. Geschlagen habe er sie nie, sei jedoch von ihr geschlagen worden. Jedenfalls wurden zwei Mal Massnahmen wegen häuslicher Gewalt gegen die Beschwerdeführerin und nicht den Ehemann angeordnet (letzterer wies nach dem ersten Vorfall am 12. April 2012 einen Schnitt am Finger und ein Hämatom am Hinterkopf auf und wurde vor Ort von der Sanität verarztet), auch wenn über den Hergang der Ereignisse die Positionen der Ehegatten diametral auseinandergehen. Anlässlich der Einvernahme vom 3. Mai 2013 gab die Beschwerdeführerin schliesslich zu Protokoll, ganz am Anfang zwei Mal von ihrem Ehegatten geschlagen worden zu sein, was widersprüchlich ist. Der Sohn der Beschwerdeführerin sagte am 19. Februar 2014 aus, es habe verbale Angriffe des Ehemannes gegeben, beide kämen überhaupt nicht miteinander aus. Die angeblichen Drohungen konnte er grösstenteils nicht bezeugen. Einmal habe der Ehemann die Beschwerdeführerin von hinten mit einem Handbesen geschlagen und einmal getreten, als sie am Boden lag, wobei es diesbezüglich Unstimmigkeiten in den Aussagen und Widersprüche zu Aussagen der Beschwerdeführerin gab. Bezüglich der Fotos, welche von der Beschwerdeführerin zum Nachweis der angeblichen Verschmutzung durch den Ehemann eingereicht wurden, ist nicht klar, von wem, wann und unter welchen Umständen diese aufgenommen wurden. Auf den Polizeifotos vom 12. April und 26. Oktober 2012 sind ausserdem keine Verschmutzungen ersichtlich. Die Würdigung der Vorinstanz, wonach die Abgabe eines Teils des Lohnes zugunsten der Lebenshaltungskosten der Familie keine systematische Unterdrückung darstellt, ist nicht offensichtlich unhaltbar und damit nicht willkürlich. Dasselbe trifft auf die Qualifizierung der Begründung der Beschwerdeführerin bezüglich Anschwärzung durch den Ehemann als unsubstanziiert zu. In der entsprechenden Verwaltungsgerichtsbeschwerde wurde diesbezüglich ohne konkrete Begründung auf die Akten verwiesen, was den Anforderungen an die Substanziierung nicht genügt (BGE 139 I 229 E. 2.2 S. 232). Vor diesem Hintergrund ist die Beweiswürdigung der Vorinstanz, wonach die Beschwerdeführerin in der Schweiz erlittene häusliche Gewalt durch den Ehemann nicht glaubhaft gemacht hat, nicht offensichtlich unhaltbar und damit nicht willkürlich, sondern bundesrechtskonform. Im Übrigen erwähnt die Vorinstanz in ihren Erwägungen das genannte Urteil des Bezirksgerichts Hinwil vom 27. Januar 2015 (E. 3.2 des angefochtene Urteils), wobei nicht klar ist, ob sie letzteres als Teil ihrer Sachverhaltsfeststellung betrachtet oder nicht. Wenn, dann würden die Schlussfolgerungen dieses Urteils jedoch ein gewichtiges Indiz gegen das Vorliegen häuslicher Gewalt darstellen, denn das Bezirksgericht kam zum Schluss, dass der Sachverhalt bezüglich angeblicher Tätlichkeiten und Drohungen durch den Ehemann klar nicht erstellt ist und der Freispruch damit nicht in dubio pro reo, sondern wegen fehlender Sachverhaltsbasis erfolgt.