Citation: 2C_631/2014 E. 4.1.1

4.1.1. Nach der unbestritten gebliebenen und für das Bundesgericht verbindlichen vorinstanzlichen Sachverhaltsfeststellung (Art. 105 Abs. 1 BGG) wohnte der Beschwerdeführer zumindest bis kurz vor Erlass des angefochtenen vorinstanzlichen Urteils nicht mehr mit seiner niederlassungsberechtigten Ehegattin zusammen. Er kümmerte sich jedoch während des Getrenntlebens um seine psychisch kranke Ehefrau und nahm ihr gegenüber faktisch die Rolle des Beistandes oder Vormundes ein, dessen sie ohne ihn bedurft hätte. Das Bundesgericht verkennt keineswegs, dass der Beschwerdeführer für seine Ehefrau eine gewichtige Bezugsperson darstellt. Personen, welche anderen hilfsbedürftigen Personen eine wichtige Unterstützung bieten - wie der Beschwerdeführer vorliegend als faktischer Beistand oder Vormund - kommt jedoch unter dem Aspekt des Familienlebens, dessen Garantie (Art. 13 Abs. 1 BV und Art. 8 Ziff. 1 EMRK) vorliegend angerufen wird, nicht die Bedeutung eines eigentlichen Ehepartners zu; die eheliche Beziehung charakterisiert sich nach der Rechtsprechung nicht über eine faktische Beistand- oder Vormundschaft, sondern über eine Lebens- und Schicksalsgemeinschaft, die nicht bloss punktuell gelebt wird (Urteil 2C_48/2014 vom 9. Oktober 2014 E. 3.2.5; Hugi Yar, Von Trennungen, Härtefällen und Delikten - Ausländerrechtliches rund um die Ehe- und Familiengemeinschaft, in: Alberto Achermann et al. [Hrsg.], Jahrbuch für Migrationsrecht 2012/2013, 2013, S. 31 ff., dort insbesondere 54 f.). Selbst falls sich der Beschwerdeführer mit Bezug auf seine Ehefrau auf Art. 8 EMRK berufen könnte - was vorliegend angesichts der Ausführungen in E. 4.1.2 nicht weiter zu prüfen ist - würde sich eine Ausreise des Beschwerdeführers demnach mit Bezug auf seine Ehefrau nicht auf eine eigentlich gelebte Lebens- und Schicksalsgemeinschaft, sondern bloss auf eine faktische Beistand- oder Vormundschaft auswirken.