Citation: 6B_137/2022 E. 1.5

1.5. Es steht ausser Frage, dass der Beschwerdeführer, der die Videoaufnahme selbst erstellt hat, mit deren Anfertigung einverstanden war, und somit jedenfalls von seiner Seite eine Einwilligung vorlag. Daraus, dass die zwei Mitbeschuldigten mit der Erstellung der Videoaufnahme allenfalls nicht einverstanden waren, kann er bei dieser Sachlage nichts zu seinen Gunsten ableiten. Diejenige Person, die in das ihre Persönlichkeitsrechte (potentiell) verletzende Verhalten einwilligt, gibt ihren diesbezüglichen Schutzanspruch bewusst auf. Sie verzichtet darauf, eine mögliche Rechtswidrigkeit des betreffenden Verhaltens und damit verbundene Folgen geltend zu machen. Eine Berufung darauf, das fragliche Verhalten sei aus anderen Gründen rechtswidrig, namentlich weil weitere betroffene Personen in das Verhalten nicht eingewilligt hätten, erweist sich vor diesem Hintergrund als zweckwidrig. Ein solcher Einwand verdient keinen Rechtsschutz, sondern ist als missbräuchlich zu qualifizieren. Das gilt umso mehr, wenn - wie vorliegend - die einwilligende Person durch ihr eigenes Verhalten für die geltend gemachte Persönlichkeitsverletzung der weiteren Personen verantwortlich ist. Der Beschwerdeführer, der die Videoaufnahme selbst erstellt hat und mit dieser einverstanden war, kann sich demgemäss nicht auf die fehlende Einwilligung der im Film ebenfalls vorkommenden, in den inkriminierten Vorfall involvierten zwei Mitbeschuldigten berufen. Dass die Verwertbarkeit der Videoaufnahme als Beweismittel in den gegen ihn und die zwei Mitbeschuldigten geführten Verfahren bei diesem Ergebnis gegebenenfalls unterschiedlich ausfallen kann, ändert hieran nichts und ist hinzunehmen (zur möglichen Relativität der Verwertbarkeit von Beweisen vgl. etwa auch Art. 147 Abs. 4 StPO). Gleichermassen unerheblich für die Frage der Verwertbarkeit ist ferner, dass vorliegend das Verhalten des Beschwerdeführers als ihm vorgeworfenes Gehilfenschaftshandeln vom Verhalten abhängt, das den zwei Mitbeschuldigten als Haupttäter angelastet wird. Dieser Umstand ist nicht in Bezug auf die Verwertbarkeit, sondern bei der Sachverhaltsfeststellung und rechtlichen Würdigung von Bedeutung. Die Videoaufnahme stellt folglich bereits aus diesem, von der Vorinstanz nicht thematisierten Grund ein gegen den Beschwerdeführer verwertbares Beweismittel dar. Die Rüge des Beschwerdeführers ist damit unbegründet. Auf die Darlegungen der Vorinstanz zum Vorliegen einer Einwilligung (auch) der zwei Mitbeschuldigten und auf die dagegen erhobene Kritik des Beschwerdeführers braucht hier nicht weiter eingegangen zu werden.