Citation: 8C_167/2018 E. 6.2.2

6.2.2. Sodann ortet der Beschwerdeführer eine Gehörsverletzung darin, dass sich die Vorinstanz in der Begründung auf weitere, nicht aktenkundige medizinische Literatur stützte, namentlich auf die S2e-Leitlinie "Rotatorenmanschette" (Registernummer: 033-041, Version März 2017) der deutschen Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AMWF; www.awmf.org, im Folgenden "S2e-Leitlinie") sowie auf das Werk von Harald Hempfling und Veit Krenn (HARALD HEMPFLING/VEIT KRENN, Schadenbeurteilung am Bewegungssystem, Band 1: Grundlagen, Gelenkflächen, Osteonekrosen, Epiphysen, Impingement, Synovalis, Berlin/Boston 2016, Band 2: Meniskus, Diskus, Bandscheiben, Labrum, Ligamente, Sehnen, Berlin/Boston 2017). Dabei handle es sich um eine substituierte Begründung, zu der er vorgängig hätte angehört werden sollen. Dem kann jedoch nicht gefolgt werden. Nach der Rechtsprechung besteht ein Anspruch auf vorgängige Anhörung, wenn die Verwaltungs- oder Gerichtsbehörde ihren Entscheid mit einer Rechtsnorm oder einem Rechtsgrund zu begründen beabsichtigt, die oder der im bisherigen Verfahren nicht herangezogen wurde, auf die sich die beteiligten Parteien nicht berufen haben und mit deren Erheblichkeit im konkreten Fall sie nicht rechnen konnten (BGE 128 V 272 E. 5b/bb S. 278; 126 I 19 E. 2c/aa S. 22; Urteil 9C_417/2017 vom 19. April 2018 E. 4.4.1; je mit Hinweisen). Auch und vor allem gebietet der Anspruch auf rechtliches Gehör, dass die Behörde die Parteien über neue, dem Dossier beigefügte Beweismittel informiert, welche für die Entscheidfindung massgebend sind (BGE 128 V 272 E. 5b/bb S. 278 mit Hinweisen). Beides ist hier nicht erfüllt. Erstens bilden die erwähnten medizinischen Abhandlungen keine neuen Beweismittel, zumal es sich um theoretische Darstellungen handelt, die öffentlich zugänglich sind. Zweitens verwendete sie die Vorinstanz, um die Richtigkeit der kreisärztlichen Beurteilung zu bekräftigen. Damit traf sie weder eine neue Tatsachenfeststellung noch nahm sie eine neue oder abweichende rechtliche Begründung vor, welche eine vorgängige Anhörung erfordert hätte. Folglich liegt auch keine Gehörsverletzung vor.