Citation: 5P.115/2006 12.04.2006 E. 3

Weiter hat das Obergericht geprüft, ob sein Entscheid vom 12. Juli 2004 gemäss kantonalem Prozessrecht in Revision gezogen werden könne: Es hat ausgeführt, nach § 273 ZPO/LU sei die Revision zulässig gegen Endentscheide, welche nach der Zivilprozessordnung formell und materiell rechtskräftig seien. Revisionsfähig seien Urteile in der Sache, mit denen ein Recht oder ein Rechtsverhältnis im Rahmen eines materiell-rechtlichen, kontradiktorischen Verfahrens geprüft und die Streitsache für die Parteien verbindlich entschieden worden sei. Wie bei den vollstreckungsrechtlichen Entscheiden nach SchKG liege auch bei den Entscheiden betreffend Kindsrückführung nach Haager Entführungsübereinkommen keine Zivilsache vor. Beim Verfahren betreffend Rückführung eines Kindes handle es sich nicht um eine Zivilrechtsstreitigkeit, vielmehr stelle es eine Art administrative Rechtshilfe zwischen den Vertragsstaaten zur Verfügung. Damit sei der Rückführungsentscheid vom 12. Juli 2004 nicht revisionsfähig im Sinne der §§ 273 ff. ZPO/LU. Mit den Voraussetzungen der kantonalen Revision setzt sich die Beschwerdeführerin nur ungenügend auseinander. Ihre Ausführungen in diesem Punkt erschöpfen sich im Wesentlichen in der generellen Bestreitung der obergerichtlichen Erwägungen sowie im Aufwerfen von rhetorischen Fragen. Dass das Obergericht kantonales Prozessrecht geradezu willkürlich angewendet hat, vermag sie damit nicht darzutun. Im Übrigen ist ein Entscheid wegen Willkür nur aufzuheben, wenn nicht bloss die Begründung, sondern auch das Ergebnis unhaltbar ist (BGE 127 I 54 E. 2b S. 56; 129 I 8 E. 2.1 S. 9). Die Beschwerdeführerin geht in der staatsrechtlichen Beschwerde mit keinem Wort auf die Voraussetzungen der kantonalen Revision ein und legt auch nicht dar, inwiefern vorliegend ein Revisionsgrund gegeben ist. Auf die Rüge kann damit mangels rechtsgenüglicher Begründung nicht eingetreten werden (Art. 90 Abs. 1 lit. b OG).