Citation: 8C_492/2020 E. 1.2

1.2. Verfahrensrechtliche Einwendungen sind praxisgemäss so früh wie möglich, das heisst nach Kenntnisnahme eines Mangels bei erster Gelegenheit, vorzubringen. Es verstösst gegen Treu und Glauben, Mängel dieser Art erst in einem späteren Verfahrensstadium oder sogar erst in einem nachfolgenden Verfahren geltend zu machen, wenn der Einwand schon vorher hätte festgestellt und gerügt werden können. Wer sich auf das Verfahren einlässt, ohne einen Verfahrensmangel bei erster Gelegenheit vorzubringen, verwirkt in der Regel den Anspruch auf spätere Anrufung der vermeintlich verletzten Verfahrensvorschrift. So sind etwa verspätet vorgebrachte Ausstandsgründe nicht zu berücksichtigen resp. verwirkt (BGE 143 V 66 E. 4.3 S. 69 mit Hinweisen). Mit der Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten vom 15. August 2020 brachte die Beschwerdeführerin keinen Ausstandsgrund gegen die kantonalen Richter vor. Ihr Ausstandsbegehren vom 26. Oktober 2020 ist somit verspätet und damit verwirkt.