Citation: 6B_760/2022 E. 5.3.3

5.3.3. Der Beschwerdeführer weist auf seine in den Akten verzeichnete Krankheitsgeschichte hin und stuft aufgrund dessen sein Gesundheitszustand als katastrophal ein. Das Gesundheitswesen in Ägypten sei sehr schlecht. So würden Gesundheitseinrichtungen eine finanzielle Garantie verlangen und es sei empfohlen, eigene Spritzen und Verbandsmaterial mitzunehmen. Für ihn käme eine Landesverweisung mittelfristig einem Todesurteil gleich. Erleide er einen Herzinfarkt mit Diabeteskomplikation, müsse er sich sofort behandeln lassen und könne sich nicht nach Ungarn begeben, wie es die Vorinstanz vorgeschlagen habe. Die Vorinstanz berücksichtigt in der Härtefallprüfung den Gesundheitszustand des Beschwerdeführers und anerkennt, dass dieser diverse gesundheitliche Probleme hat. Zum Gesundheitszustand des Beschwerdeführers stellt die Vorinstanz fest, dass er im Jahr 2005 bei der Arbeit einen Unfall erlitten habe, weshalb er stets Schmerzen am Fuss habe. Mitte Dezember 2019 habe er einen Herzinfarkt mit sechstägiger Hospitalisation erlitten. Gemäss seinen Angaben sei ein zweiter Herzinfarkt gefolgt. Zudem sei bei ihm im Mai 2020 Diabetes Mellitus Typ Il diagnostiziert worden, was der Grund für seine Erektionsprobleme sei. Er habe Probleme mit der Schilddrüse und sei an seinem Bein operiert worden. Er nehme insgesamt 14 Sorten von Medikamenten. Auch würden weitere Erkrankungen bestehen (angefochtenes Urteil S. 17). Sie kommt indes zum nachvollziehbaren Ergebnis, dass diese den Beschwerdeführer in seiner Lebensführung oder bei der beruflichen Tätigkeit nicht besonders einschränken würden. Auch sei sein Gesundheitszustand nicht dahingehend einzuschätzen, dass eine gute ärztliche Versorgung ausschliesslich in der Schweiz gewährleistet wäre und deshalb eine Landesverweisung eine besondere Härte für ihn darstellen würde. Seine Beschwerden seien vielmehr auch im Ausland weit verbreitet und therapierbar. Für gewisse spezielle Behandlungen könne er sich in ein anderes Land begeben, wenn eine angemessene Behandlung in Ägypten nicht möglich wäre. Diese vorinstanzlichen Ausführungen sind nicht zu beanstanden. Mit der Vorinstanz ist von ausreichenden Behandlungsmöglichkeiten im Heimatland des Beschwerdeführers auszugehen. Inwiefern die Praxis der ägyptischen Gesundheitsrichtungen, vor einer Behandlung von Patienten eine finanzielle Garantie einzufordern, für ihn den Zugang zu medizinischen Dienstleistungen einschränken würde, legt der Beschwerdeführer nicht dar. Auch macht er keine Ausführungen dazu, inwiefern er angesichts seines Krankheitsbildes eigenes Verbandsmaterial oder Spritzen besorgen müsste. Zwar leuchtet ein, dass dem Beschwerdeführer im Falle eines erneuten Herzinfarkts nicht zumutbar wäre, sich für die Behandlung unverzüglich ins Ausland zu begeben. Allerdings versäumt er es aufzuzeigen, inwiefern in Ägypten Notfalldienste nicht erhältlich seien und eine Erstbehandlung in einem solchen Fall für ihn nicht zur Verfügung stünde.