Citation: 5A_76/2023 E. 3

Das Obergericht hat (soweit vorliegend noch interessierend) erwogen, es sei nicht einsichtig, inwiefern der mit der Gutachtenserstellung beauftragte KJPD W.________ als breit tätige und über die nötige Kompetenz verfügende Fachstelle für familienrechtliche Gutachten in Bezug auf die Begutachtung des Kindes (verlangt wurde von der Beschwerdeführerin eine Begutachtung durch das Institut F.________) oder auf die erwachsenenpsychiatrische Begutachtung (verlangt wurde eine Begutachtung durch eine andere geeignete Institution) nicht geeignet sein sollte. Zur Person des hauptverantwortlichen Gutachters Dr. E.________, leitender Arzt des KJPD, würden keine konkreten Einwände erhoben und es werde nicht substanziiert behauptet, inwiefern er oder sein Team nicht über die notwendigen fachlichen Anforderungen verfügen würden; Dr. E.________ erfülle alle notwendigen fachlichen Voraussetzungen und sei in der Lage, den Auftrag (nötigenfalls unter Beizug einer Hilfsperson) zu übernehmen. Zu den verlangten Zusatzfragen in Bezug auf den Beschwerdegegner hat das Obergericht erwogen, es bestünden keine hinreichenden Anhaltspunkte, dass dieser an psychischen Problem leiden würde und das Kindeswohl dadurch gefährdet wäre. Entgegen der Behauptung der Beschwerdeführerin gehe solches auch nicht aus dem im Zusammenhang mit ihrer psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung erstellten Bericht der Klinik D.________ vom 17. November 2022 hervor. Sodann komme vorliegend nicht das "Prinzip der Waffengleichheit" zum Tragen. Allein der Umstand, dass bezüglich der Beschwerdeführerin erwachsenenpsychiatrische Fragen gestellt würden, rechtfertige für sich genommen keine analoge Fragestellung in Bezug auf den Beschwerdegegner. Mangels konkreter Anhaltspunkte für mögliche Beeinträchtigungen würde eine dahingehende Fragestellung gegen den Verhältnismässigkeitsgrundsatz verstossen.