Citation: 6B_825/2024 E. 2.2.2

2.2.2. Gestützt auf das Gutachten stehe zunächst fest, dass die Operation indiziert gewesen und dass die Strecksehnen nicht während der Operation gerissen seien. Zu prüfen sei daher, ob die Rupturen auf eine Ursache - ein Handeln des Beschwerdegegners 2 - vor, während oder nach der Operation zurückzuführen seien. Wie es im konkreten Fall zu einer Beschädigung der Strecksehnen gekommen sei, bleibe indes gestützt auf die Begutachtung offen, zumal der Experte diese Frage nicht abschliessend habe beantworten können. Ihm sei es aufgrund der vorliegenden Akten unmöglich gewesen, einen Kausalzusammenhang zwischen der Operation und der Strecksehnenverletzung schlüssig zu beweisen. Eine Verletzung während der Operation sei ebenso gut denkbar wie eine zusätzliche Gewalteinwirkung zwischen der Operation und der ersten dem Experten bekannten Dokumentation der Wunde bzw. der Strecksehnenverletzung. Aufgrund der Fotodokumentation der nachbehandelnden Ärztin sei der Experte nachvollziehbar von einer glatten Verletzung, mithin einer solchen durch ein Instrument, und nicht von einer Zerreissung der Sehnen ausgegangen. Entgegen der Erstinstanz, die auf die Ausführungen von Dr. med. D.________ abstellte, spreche nicht gegen die Schlüssigkeit des Gutachtens, dass der Experte gleichwohl Varianten diskutiert habe, wie es zur Verletzung gekommen sein könnte. Vielmehr sei auch die Möglichkeit, dass sich eine Frage nicht klären lasse, als Beweisergebnis hinzunehmen. Zudem habe der Experte den Operationsbericht von Dr. med. D.________ sehr wohl gekannt und sich damit schlüssig auseinandergesetzt.