Citation: 5D_213/2015 E. 3.8

3.8. Die Beschwerdeführerin betone weiter die zentrale Bedeutung des Scheidungsverfahrens für ihren Klienten. Sie mache aber nicht geltend, dass der Prozessausgang für ihn von grösserer Wichtigkeit als für seine Frau gewesen sei. Der angeblich massiv höhere Arbeitsaufwand lasse sich demzufolge auch nicht mit der Bedeutung des Verfahrens für den Klienten begründen, zumal beide Parteien gleichermassen Anspruch auf sorgfältige anwaltliche Vertretung hätten. Soweit die Beschwerdeführerin die erstmals an der Hauptverhandlung gestellten Rechtsbegehren zur Begründung ihrer Honorarforderung heranziehe, sei ihr in Übereinstimmung mit der Vorinstanz entgegenzuhalten, dass das Gericht auf diese Anträge mehrheitlich nicht eingetreten sei und sie deshalb zum Prozessausgang nichts Wesentlich beigetragen hätten. Ebenso wenig verfange ihre Argumentation, wonach das Bezirksgericht keine klare rechtliche Linie verfolgt habe, denn darunter hätte die Gegenanwältin gleichermassen gelitten. Als unbeachtlich erweise sich auch der Einwand, die Bemühungen zum Nachweis der Mahr nach iranischem Recht seien komplex gewesen, da sämtliche Dokumente in arabischer Sprache ausgestellt gewesen seien und ins Englische hätten übersetzt werden müssen. Die Beschwerdeführerin weise in ihrer detaillierten Kostenauflistung keine Position aus, die den Schluss nahelegen würde, dass sie diese Übersetzungen selbst veranlasst hätte. Im Übrigen wären derartige Aufwendung unter dem Titel der Auslagen und nicht des Anwaltshonorars zu verbuchen.