Citation: 5A_373/2021 E. 4

Die Beschwerdeführerinnen vertreten sodann die Auffassung, die Bank Y.________ und die Beschwerdegegnerin hätten die Baurechtszinsen vertraglich von den gemeinschaftlichen Kosten der Stockwerkeigentümergemeinschaft ausgenommen, weshalb keine 'legale' Schuldübernahme habe stattfinden können und BGE 117 II 40 vorliegend nicht einschlägig sei (Ziff. IV/3, Rz 48 bis 59 der Beschwerde). Sie beziehen sich zur Untermauerung ihres Standpunktes auf Ziff. 11 des Kaufvertrags vom 22. Februar 1988, Ziff. 2.5 des Verwaltungsvertrags vom 29. März 1988 (Sachverhalt Bst. A.b) sowie auf Ziff. 18 des Stockwerkeigentümerreglements. Die Argumentationslinie der Beschwerdeführerinnen ist nicht zielführend. Zum einen erläutern sie nicht, gestützt auf welche gesetzliche Grundlage Stockwerkeigentümer einseitig, d.h. ohne Mitwirkung der Beschwerdeführerinnen als Grundeigentümerinnen berechtigt sein sollen, die Baurechtszinsen für diese als Dritte verbindlich von den gemeinschaftlichen Kosten der Stockwerkeigentümergemeinschaft auszunehmen. Zum anderen legen sie nicht dar, inwiefern konkret von einem echten Vertrag zugunsten Dritter auszugehen wäre, denn nur in einem solchen Fall könnten sie sich auf eine allein unter Stockwerkeigentümern abgeschlossene Vereinbarung berufen und würden sie über ein direktes Forderungsrecht diesen gegenüber verfügen (vgl. BGE 115 III 11 E. 2b und 16 E. 2a; statt vieler: BUCHER, Schweizerisches Obligationenrecht, Allgemeiner Teil, 2. Aufl. 1988, S. 474 f.). Auch inhaltlich sind die Ausführungen der Beschwerdeführerinnen unbegründet. Sie ziehen aus der Formulierung der Ziff. 2.5 des Verwaltungsvertrags den Schluss, der Baurechtszins gehöre nach dem Willen der Vertragsparteien nicht zu den gemeinschaftlichen Kosten und Lasten (Rz 53 der Beschwerde). Mit der Erwägung des Obergerichts, wonach die Parteien mit dem genannten Vorbehalt bloss die Bezahlung des Baurechtszinses von der Verwaltung ausgenommen hätten, setzen sich die Beschwerdeführerinnen nicht per se auseinander. Zu Unrecht unterstellen sie dem Obergericht, es sei nur deshalb zu diesem Schluss gekommen, weil allein die Bank Y.________ den Baurechtszins bezahlt habe. Dies trifft offensichtlich nicht zu. Vielmehr erwog das Obergericht diesbezüglich, letzterer Umstand stehe im Einklang mit der Regelung, wonach die Bezahlung des Baurechtszinses von der Verwaltung ausgenommen sei. Offenbar wollten die Bank Y.________ und die Beschwerdegegnerin den Baurechtszins abweichend vom gesetzlichen Konzept nicht über Stockwerkeigentümerbeiträge bzw. nicht via die Gemeinschaft bezahlen, was angesichts der einfachen Verhältnisse von je 50/100 einer für die Vertragsparteien zweckmässigen Lösung entsprach. Ebenso falsch liegen die Beschwerdeführerinnen bei der Auslegung von Ziff. 18 des Stockwerkeigentümerreglements. Sie übersehen das den ersten Absatz der Ziff. 18 abschliessende Wort "insbesondere". Dieses bringt zum Ausdruck, dass die daran anschliessende Aufzählung gerade nicht abschliessend gemeint ist. Aus dem Verzicht auf ausdrückliche Nennung der Baurechtszinsen in der fraglichen Reglementsbestimmung können die Beschwerdeführerinnen daher nichts für ihren Standpunkt ableiten, umso weniger als Art. 712h Abs. 2 ZGB die Lasten des gemeinschaftlichen Eigentums auch nur "namentlich" aufzählt und die Baurechtszinsen nicht erwähnt, diese aber rechtsprechungsgemäss ex lege zu den gemeinschaftlichen Lasten gehören (vgl. E. 3.3.2). Schliesslich hat auch Ziff. 11 des Kaufvertrags vom 22. Februar 1988 nicht jene Bedeutung, welche die Beschwerdeführerinnen ihr zumessen (dazu E. 5).