Citation: 2C_797/2020 E. 2.1

2.1. Gewinn und Kapital einer Kapitalgesellschaft sind praxisgemäss am Ort zu versteuern, an dem sich deren Hauptsteuerdomizil befindet; vorbehalten bleiben sekundäre Steuerdomizile in anderen Kantonen, die sich aufgrund von dort unterhaltenen Betriebsstätten ergeben (BGE 134 I 303 E. 2.2; Urteil 2C_463/2010 vom 1. Juli 2011 E. 4.1, nicht publ. in: BGE 137 I 273). Das Steuerharmonisierungsgesetz enthält keine Definition des Betriebsstättenbegriffs (Urteile 2C_110/2018 vom 28. Februar 2019 E. 3.3 und 2C_707/2016 vom 23. März 2018 E. 2.4.5; vgl. auch Urteil 2C_537/2007 vom 17. Juni 2008 E. 1.2, nicht publ. in: BGE 134 I 303 sowie Daniel de Vries Reilingh, in: Zweifel/Beusch/Mäusli-Allenspach [Hrsg.] Interkantonales Steuerrecht, 2011, § 11 Rz. 3 S. 125 und Marc Vogelsang, Der Begriff der Betriebsstätte im schweizerischen und internationalen Steuerrecht, 2015, S. 354 f.). Damit ist, jedenfalls soweit es um die Abgrenzung interkantonaler Steuerhoheiten zur Verhinderung einer von Art. 127 Abs. 3 BV verbotenen Doppelbesteuerung geht, für die Beantwortung der Frage, ob in einem Kanton eine Betriebsstätte vorliegt, auf die Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Doppelbesteuerungsverbot abzustellen (vgl. BGE 134 I 303 E. 1.2; Urteil 2C_463/2010 vom 1. Juli 2011 E. 4.1, nicht publ. in: BGE 137 I 273). Danach setzt eine Betriebsstätte eine ständige körperliche Anlage (installation fixe et permanente) voraus, die einen Teil des ausserkantonalen Unternehmens bildet und in der dieses eine qualitativ und quantitativ erhebliche Tätigkeit entfaltet (une partie qualitativement et quantitativement importante de l'activité technique et commerciale de l'entreprise; BGE 134 I 303 E. 2.2, Urteil 2C_110/2018 vom 28. Februar 2019 E. 3.3; vgl. dort sowie auch Urteil 2C_708/2011 vom 5. Oktober 2012 E. 3.1.2 zur Abgrenzung gegenüber dem Betriebsstättenbegriff gemäss Art. 6 Abs. 1 in fine des Bundesgesetzes vom 14. Dezember 1990 über die direkte Bundessteuer [DBG; SR 642.11]). Auch wenn § 4 Abs. 1 des Steuergesetzes des Kantons Luzern vom 22. November 1999 (StG/LU; SRL 620) die beiden zuletzt genannten Anforderungen - jedenfalls dem Wortlaut nach - nicht enthält, unterliegt die Beschwerdeführerin der Steuerhoheit des Kantons Luzern somit nur, wenn sie im Kanton Luzern eine qualitativ und quantitativ erhebliche Tätigkeit entfaltet.