Citation: 2C_314/2019 E. 4.2

4.2. Trotz Auflösens bzw. definitiven Scheiterns der Ehe besteht der Bewilligungsanspruch fort, wenn das Zusammenleben mindestens drei Jahre gedauert und die betroffene Person sich hier erfolgreich integriert hat ("Integrationsklausel"; Art. 50 Abs. 1 lit. a AuG in der bis zum 31. Dezember 2018 gültig gewesenen, vorliegend noch massgebenden Fassung [das AIG ist per 1. Januar 2019 an die Stelle des AuG getreten; zum Intertemporalrecht vgl. Art. 126 Abs. 1 AIG analog]; siehe zur Integrationsklausel BGE 140 II 289 E. 3 S. 291 ff.; 138 II 229 E. 2 S. 230; 136 II 113 E. 3.3.3 S. 119). Anders als vor der Vorinstanz macht die Beschwerdeführerin 1 zu Recht keinen Aufenthaltsanspruch gestützt auf die Integrationsklausel (Art. 50 Abs. 1 lit. a AuG) geltend. Für einen entsprechenden Bewilligungsanspruch fehlt es schon an der Voraussetzung der dreijährigen Ehegemeinschaft: Nach den insoweit bindenden Feststellungen der Vorinstanz lebten die Eheleute längstens vom 23. November 2012 bis und mit 8. Juni 2015 sowie vom 6. Mai 2016 bis am 28. Juni 2016, also weniger als drei Jahre zusammen. Für das Getrenntleben vom 9. Juni 2015 bis zum 5. Mai 2016 sind keine wichtigen Gründe im Sinne von Art. 49 AIG ersichtlich, so dass lediglich die erwähnten Phasen des Zusammenlebens massgebend sind und die eheliche Gemeinschaft während weniger als drei Jahren bestand.