Citation: 1B_48/2016 E. 2.5.1

2.5.1. Das Bundesgericht hat die Frage offen gelassen, ob die vom Beschwerdeführer in der Befragung als Auskunftsperson gemachten Angaben im gegen ihn als Beschuldigten geführten Verfahren verwertet werden können. Im Urteil 6B_208/2015 vom 24. August 2015 erübrigte es sich, im Einzelnen darauf einzugehen, da der Beschwerdeführer sich dort in der fraglichen Einvernahme nicht selbst belastet hatte (vgl. E. 1.4). Immerhin führte das Bundesgericht darin aus, dass sich die Lehre zu dieser Frage in Bezug auf die Auskunftsperson im Sinne von Art. 178 lit. d StPO nicht einheitlich äussere. Zum einen werde vertreten, die früheren, als Auskunftsperson gemachten Aussagen seien weiterhin verwertbar, zumal der Auskunftsperson ein Aussageverweigerungsrecht zugestanden habe (ROLAND KERNER, in: Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, 2. Aufl. 2014, Art. 178 N. 17; JEANNERET/KUHN, Précis de procédure pénale, 2013, N. 12015). Ein anderer Teil der Literatur halte dafür, die Aussagen dürften nicht zu Lasten des später Beschuldigten verwertet werden, da die Auskunftsperson die dem Beschuldigten zustehenden Verteidigungsrechte bei der Einvernahme nicht habe wahrnehmen können (vgl. Art. 158 Abs. 2 StPO; ANDREAS DONATSCH, in: Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, Donatsch/Hansjakob/Lieber (Hrsg.), 2. Aufl. 2014, Art. 178 N. 19; NIKLAUS SCHMID, Handbuch des schweizerischen Strafprozessrechts, 2. Aufl. 2013, N. 928; vgl. auch GUNHILD GODENZI, in: Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, Donatsch/Hansjakob/Lieber (Hrsg.), 2. Aufl. 2014, Art. 158 N. 43; NIKLAUS RUCKSTUHL, in: Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, 2. Aufl. 2014, Art. 158 N. 5; SABINE GLESS, in: Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, 2. Aufl. 2014, Art. 141 N. 36; CAMILLE PERRIER, in: Commentaire romand CPP, 2011, Art. 178 N. 34; FRANK PETERMANN, Auskunftsperson oder Beschuldigter, AJP 2012 S. 1059).