Citation: 9C_637/2022 E. 4.4.2

4.4.2. Wie das Verwaltungsgericht aber in Übereinstimmung mit der bundesgerichtlichen Rechtsprechung erwogen hat, mag zwar zutreffen, dass vorliegend weder ein absolut gleicher Anspruch der Destinatäre noch eine Jahresquote besteht, die zwingend ausbezahlt werden müsste. Im besagten Urteil - wie hier - ist jedoch einzig ausschlaggebend, dass das vom Stifter auf die Stiftung übergegangene Eigentum am Stiftungsvermögen es verbietet, steuerrechtlich eine Schenkung des Stifters an die Destinatäre anzunehmen. Gerade dadurch, dass die Stiftung eine eigene Rechtspersönlichkeit aufweist, ist für die rechtliche Qualifikation der an die Destinatäre ausgerichteten Erträge der Familienstiftung nach der Eigentumsübertragung allein auf das zwischen ihr und den Destinatären und gerade nicht auf das zwischen dem Stifter und den Destinatären bestehende Verhältnis abzustellen. Zwar sieht die Stiftungsurkunde vorliegend keine zwingende Auszahlung einer Jahresquote der Stiftung an die Destinatäre vor. Dies ändert nichts am Umstand, dass die Stiftung bei der Festlegung der Zuwendungen und der Destinatäre lediglich im Rahmen der ihr nach Massgabe einer durch die Statuten auferlegten Rechtspflicht handeln kann. Wenn die Zuwendungen nach Massgabe des statutarischen Zwecks der so verselbständigten Rechtspersönlichkeit und in Übereinstimmung mit den vorgesehenen Regelungsmechanismen erbrachten werden, dann scheidet ein Schenkungswille namentlich angesichts der rechtlich-zwingend ausgestalteten Reglementserfordernisse (mit Einschluss eines präzis formalisierten Verfahrensprozederes) aus.