Citation: I 724/04 30.03.2005 E. 2.5

2.5.1 Mit Blick auf die gesamte Aktenlage und aufgrund des Grundsatzes, dass bei sich widersprechenden Angaben der versicherten Person auf die Beweismaxime abzustellen ist, wonach die so genannten spontanen "Aussagen der ersten Stunde" in der Regel unbefangener und zuverlässiger sind als spätere Darstellungen, die bewusst oder unbewusst von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art beeinflusst sein können (BGE 121 V 47 Erw. 2a mit Hinweisen; vgl. auch Urteile P. vom 29. August 2003, I 90/03, Erw. 4 und G. vom 19. August 2002, I 160/02, Erw. 2.3), ist davon auszugehen, dass der Versicherte sich vor dem Unfall zum Ingenieur HTL hat ausbilden wollen und diesen Beruf heute als Gesunder im Rahmen eines Vollzeitpensums auch ausüben würde. Daran ändert auch die letztinstanzlich beigebrachte (im Übrigen nicht unterzeichnete) Bestätigung des früheren Arbeitskollegen des Versicherten (vom 9. November 2004) nichts, wonach beide im Frühjahr 1991 den ersten Teil des Vorkurses zur Aufnahme des Studiums am Technikum in L.________ absolviert haben und er überzeugt sei, dass sein Kollege den gleichen beruflichen Weg eingeschlagen hätte und ebenfalls Architekt geworden wäre. Zum einen legte der Besuch des ersten Kursteils die Studienrichtung noch nicht fest, zum andern hängt die berufliche Laufbahn von persönlichen Qualifikationen und weiteren nicht beeinflussbaren äusseren Umständen ab. Daher kann der Leistungsansprecher ebenso wenig etwas zu seinen Gunsten aus einem Vergleich mit früheren Arbeitskollegen, welche heute als Architekt FH oder bei der Firma L.________ AG als technische Leiter tätig sind, ableiten. Für einen beruflichen Aufstieg über die fachliche Weiterbildung hinaus im Sinne einer Führungsposition bestehen überdies keine hinreichend konkreten Anhaltspunkte. Letztendlich, wie sich aus den nachstehenden Erwägungen ergibt, spielt hier für die Ermittlung des Invaliditätsgrades ohnehin keine Rolle, ob der Versicherte Ingenieur HTL oder Architekt HTL geworden wäre. 2.5.2 Die Lohnangaben der Firma L.________ AG zur beruflichen Weiterentwicklung des Versicherten sind widersprüchlich. Gegenüber dem Unfallversicherer machte sie am 5. Dezember 2002 Angaben zur Lohnsteigerung als Ingenieur HTL, welche sie am 28. Mai 2003 nochmals mit einer Lohnnennung für das Jahr 2003 bestätigte. Im Rahmen einer vorinstanzlichen Beweisauskunft führte sie am 19. August 2004 jedoch aus, keine Ingenieure HTL, sondern nur Architekten HTL zu beschäftigen, weshalb sie keine seriösen Angaben über das Lohnniveau (im Jahr 2003) eines Ingenieurs HTL machen könnte. Schon deshalb kann hierauf nicht zweifelsfrei zur Ermittlung des Einkommens, welches der Versicherte erzielen könnte, wenn er nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen) abgestellt werden. Überdies entliess die Firma den Versicherten aus wirtschaftlichen Gründen und nicht gesundheitsbedingt im Jahr 1997 (Bericht der SUVA vom 15. November 1997). Der Beschwerdeführer gab sodann am 15. Oktober 1992 gegenüber der SUVA an, er wäre auch ohne den Unfall aus der Firma L.________ AG ausgeschieden. Die jetzige Arbeitgeberin des Beschwerdeführers, die Firma H.________, nennt einen Verdienst für einen Ingenieur HTL im Jahr 1995 von Fr. 6'800 bzw. Fr. 7'200 x 13, wobei die Firma Teppiche, Bodenbeläge und Vorhänge verkauft und den Versicherten im Bereich Kundenakquirierung/Verkauf beschäftigt, sodass diese Angaben auch nicht vorbehaltlos zu übernehmen sind. Zur Ermittlung des Valideneinkommens ist deshalb auf die standardisierten Durchschnittswerte der schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) abzustellen. Ausgehend vom monatlichen Bruttolohn gemäss Tabelle TA7 im Tätigkeitsbereich "planen, konstruieren, zeichnen, gestalten" verdienten Männer im Jahr 2002 bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 40 Stunden, im Anforderungsniveau 2 (Verrichtung selbstständiger und qualifizierter Arbeiten) im Monat Fr. 7'150.-. Umgerechnet auf die durchschnittliche betriebsübliche Arbeitszeit von 41,9 Stunden (Die Volkswirtschaft, Ausgabe 3-2005, Tabelle B9.2; 2002 [Die Angaben für das Jahr 2003 sind noch nicht erhältlich] und in Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung 2002/2003 im Baugewerbe von 1 % (Die Volkswirtschaft, a.a.O., Tabelle B10.2), resultiert für das Jahr 2003 ein Verdienst von Fr. 90'774.25. In Gegenüberstellung mit dem zu Recht unbestritten gebliebenen Invalideneinkommen von Fr. 68'696.90 (Fr. 5'400.- x 12 + 3'896.90) ergibt sich ein Invaliditätsgrad von 24 %. Selbst wenn man zu Gunsten des Versicherten von einem Verdienst von Fr. 8'233.- (Anforderungsniveau 1 = Verrichtung höchst anspruchsvoller und schwierigster Arbeiten) und somit von einem Jahreseinkommen von Fr 104'523.- (Fr. 8'233.- x 12 : 40 x 41, 9 + 1% Nominallohnentwicklung) ausginge, resultierte lediglich ein Invaliditätsgrad von 34 %. Der vorinstanzliche Entscheid ist demnach im Ergebnis zu bestätigen.