Citation: 9C_578/2024 E. A

A.a. Am 8. und 9. Oktober 2020 führte die Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV) in Bezug auf die A.________ AG eine Mehrwertsteuerkontrolle betreffend die Steuerperioden 2015 bis 2019 (1. Januar 2015 bis 31. Dezember 2019) durch. Dabei hielt die ESTV unter anderem fest, dass im Inland erbrachte Dienstleistungen der Steuerpflichtigen an die Firma B.________ Ltd. nicht deklariert worden seien. Mit Einschätzungsmitteilung vom 13. Januar 2021, Veranlagungsverfügung vom 27. Oktober 2022 und Einspracheentscheid vom 10. Mai 2023 forderte die ESTV von der Gesellschaft für den kontrollierten Zeitraum Mehrwertsteuern im Betrag von Fr. 1'271'586.- zuzüglich Verzugszins seit dem 13. September 2018 (mittlerer Verfall) nach. A.b. Die ESTV stellte sich in ihrem Einspracheentscheid auf den Standpunkt, bei den von der A.________ AG an die Firma B.________ Ltd. erbrachten Leistungen handle es sich nicht um Dienstleistungen gemäss Art. 8 Abs. 1 MWSTG (SR 641.20). Auch sei die Gesellschaft nicht gewillt, der Veranlagungsbehörde nähere Angaben über die Art der weiterfakturierten Leistungen zu machen bzw. entsprechende Informationen und Unterlagen zur Verfügung zu stellen, so dass völlig offen bleibe, welche Art von Leistungen erbracht worden seien. Somit sei der Steuerpflichtigen der für die Steuerbefreiung erforderliche Nachweis des ausländischen Leistungsortes nicht gelungen, weshalb die Mehrwertsteuer auf dem Umsatz zu Recht aufgerechnet worden sei. Dabei könne offenbleiben, ob es sich bei der Firma B.________ Ltd. um eine passive Investmentgesellschaft handle.