Citation: 6B_542/2023 E. 2.2.2

2.2.2. Insofern sich der Beschwerdeführer auf sein Recht auf Achtung seines Familienlebens gemäss Art. 8 EMRK beruft, übersieht er mit seiner Argumentation, dass bei Drittpersonen eintretende Folgen einer Landesverweisung im Sinne von härtefallbegründenden Aspekten für den Betroffenen zwar berücksichtigt werden, dies aber nur indirekt, konkret bei der im Rahmen von Art. 8 Ziff. 2 EMRK vorzunehmenden Interessenabwägung (BGE 145 IV 161 E. 3; 143 I 21 E. 5.5.2; Urteile 6B_139/2022 vom 24. November 2022 E. 5.4; 6B_1275/2020 vom 4. März 2021 E. 1.3.1). Auch die Kinderrechtskonvention verschafft kein absolutes Recht darauf, in der Schweiz verbleiben zu können; sie verleiht praxisgemäss keine über Art. 8 EMRK bzw. Art. 13 Abs. 1 BV hinausgehenden Ansprüche und das Kindeswohl bildet im Rahmen der Interessenabwägung lediglich ein Element unter anderen, wenn auch ein gewichtiges (BGE 143 I 21 E. 5.5; Urteil 2C_738/2022 vom 6. Februar 2023 E. 4.3.2 und 6.3.2). Primäre Voraussetzung einer Interessenabwägung gemäss Art. 8 Ziff. 2 EMRK ist indes, dass sich der von der Landesverweisung Betroffene überhaupt auf das Recht auf Achtung des Familienlebens berufen kann. Dies ist nur dann der Fall, wenn eine staatliche Entfernungs- oder Fernhaltemassnahme eine nahe, echte und tatsächlich gelebte familiäre Beziehung einer in der Schweiz gefestigt anwesenheitsberechtigten Person beeinträchtigt (vgl. oben. E. 1.3.2 2. Absatz). Letzteres ist vorliegend nicht gegeben, nachdem zufolge der vom SEM abgewiesenen Asylgesuche und des am Bundesverwaltungsgericht hängigen Beschwerdeverfahrens - nebst dem Beschwerdeführer selbst - auch dessen Ehefrau und Kinder über kein eigenes und gefestigtes Aufenthaltsrecht in der Schweiz verfügen (vgl. BGE 144 I 266 E. 3.3; 144 II 1 E. 6.1 f.; Urteil 2C_766/2022 vom 12. Juli 2023 E. 1.2).