Citation: 1P.648/2004 14.03.2005 E. 2.2

2.2.1 Die Beschwerdeführerin bringt vor, die Vorladung sei ihr nur sechs Tage und ihrem Verteidiger nur sieben Tage vor der Berufungsverhandlung zugestellt worden. Das Gericht habe zudem bei der Ansetzung des Termins nicht Rücksprache mit ihnen genommen, so dass keine Gewähr bestanden habe, ob namentlich der Verteidiger den Termin wahrnehmen könne. Die kurzen Fristen würden die feststehende Praxis verletzen, wonach eine Vorbereitungszeit von mindestens neun Tagen zu gewähren sei. Dabei beruft sich die Beschwerdeführerin auf die Lehrmeinung von Robert Hauser/Erhard Schweri (Schweizerisches Strafprozessrecht, 5. Aufl., Basel 2002, § 55 Rz. 4a), die seinerseits ein Urteil des Bündner Kantonsgerichts vom 7. Oktober 1993 (Praxis des Kantonsgerichts Graubünden [PKG] 1993 Nr. 27 E. 2a = RS 1997 Nr. 262) anführt. Bereits aus diesem Grund hätte das Verschiebungsgesuch bewilligt werden müssen. 2.2.2 Das Strafgericht hat die kurzfristige Ansetzung der Berufungsverhandlung mit der drohenden Verjährung gerechtfertigt, die knapp drei Wochen nach Eingang der Berufung bevorgestanden sei. Der Verteidiger habe daher nicht annehmen dürfen, dass das Gericht die Verhandlung terminlich so ansetzen werde, dass die Sache zufolge Verjährung materiell gar nicht mehr beurteilt werden könnte. Das Gericht habe sich in dringenden Fällen stets vorbehalten, Verhandlungstermine ohne Rückfragen festzulegen. Im Übrigen seien dem Verteidiger nachträglich Ersatztermine angeboten worden, die er abgelehnt habe.