Citation: 8C_228/2022 E. 4.2

4.2. Die Beschwerdeführer machen im Westlichen geltend, der Streitwert im Verfahren vor der Beschwerdestelle SPG habe entgegen der Vorinstanz nicht Fr. 38'652.- (12 x Fr. 3221.-), sondern gemäss Art. 92 Abs. 2 ZPO Fr. 773'040.- betragen (Fr. 3221.- x 12 x 20). Die Vorinstanz sei in Willkür gemäss Art. 9 BV verfallen, weil sie von Art. 92 Abs. 2 ZPO abgewichen sei, ohne diese Abweichung zu begründen. Die Vorinstanz verweise auf eine kantonale Rechtsprechung (AGVE 2007 S. 191), welche den Beschwerdeführern nicht bekannt und nicht publiziert sei. Die Vorinstanz könne nicht von Art. 92 Abs. 2 ZPO abweichen, da diese Norm gestützt auf Art. 5 Abs. 1 BV und Art. 191 BV für sie verbindlich sei bzw. Bundesrecht und kantonalem Recht sowie kantonaler Rechtsprechung vorgehe. Im Übrigen sei im Zeitpunkt des Beschlusses des kantonalen Verwaltungsgerichts AGVE 2007 S. 191 vom 29. März 2007 die neue eidgenössische ZPO noch gar nicht in Kraft gewesen. Bereits deswegen sei es offensichtlich willkürlich, im Jahre 2021 auf einen kantonalen Entscheid zu verweisen, um eine Abweichung von Bundesrecht (ZPO) zu rechtfertigen, das im Zeitpunkt des Beschlusses noch gar nicht in Kraft gewesen sei. Der Beschluss AGVE 2007 S. 191 verweise offensichtlich auf die damals geltende ZPO des Kantons Aargau und könne deshalb heute, über zehn Jahre nach Inkrafttreten der eidgenössischen ZPO, nicht mehr massgebend sein. Pro memoria sei darauf hingewiesen, dass der aargauische Gesetzgeber nicht untätig geblieben sei. Aus der Änderungstabelle zum AnwT gehe hervor, dass jene Bestimmung, die auf die ZPO verweise (§ 4 Abs. 1 AnwT) am 23. März 2010 per 1. Januar 2011 (also per Inkrafttreten der eidgenössischen ZPO) geändert worden sei. Die Absätze zwei bis fünf seien aufgehoben worden. Auch daraus ergebe sich, dass der Beschluss AGVE 2007 S. 191 nicht massgebend sein könne. Somit betrage der korrekte Streitwert nach Art. 92 Abs. 2 ZPO Fr. 773'040.-, womit in der Konsequenz der Kostenrahmen gemäss § 8a Abs. 1 lit. a Ziff. 5 AnwT zur Anwendung gelange, welcher von Fr. 7000.- bis Fr. 22'000.- reiche. Der von der Vorinstanz für den Streitwert angewandte Kostenrahmen von Fr. 1500.- bis Fr. 6000.- gemäss § 8 Abs. 1 lit. a Ziff. 2 AnwT sei falsch. Gemäss dem anwendbaren Kostenrahmen betrage die Grundentschädigung Fr. 14'500.-. Die geltend gemachte Entschädigung von Fr. 3875.75 unterschreite diesen Kostenrahmen um ein Mehrfaches, weshalb sie ungekürzt hätte zugesprochen werden müssen.