Citation: 5C.90/2003 29.08.2003 E. 1

In tatsächlicher Hinsicht hat die Vorinstanz für das Bundesgericht verbindlich festgestellt (Art. 63 Abs. 2 OG), dass der Beklagte unter Fälschung der Unterschrift der Klägerin die Auszahlung des Freizügigkeitsguthabens aus der Personalvorsorge, die Kündigung der Familienwohnung sowie die Abmeldung bei der Einwohnerkontrolle erwirkt hat. In Vervollständigung des Sachverhaltes ist festzuhalten (Art. 64 Abs. 2 OG), dass die vom Beklagten nach Kroatien mitgenommene Freizügigkeitsleistung Fr. 434'489.80 betrug. In rechtlicher Hinsicht hat das Obergericht erwogen, die Beeinträchtigung güterrechtlicher Ansprüche begründe in der Regel keinen Scheidungsanspruch nach Art. 115 ZGB, weil diese nicht zwingend eine psychische Belastung ausserhalb der üblichen Unannehmlichkeiten bei einer strittigen Scheidung verursache. Die Enttäuschung der Klägerin über das verwerfliche Verhalten des Beklagten sei verständlich und eine gewisse, nicht näher begründete psychische Belastung nachvollziehbar. Objektiv handle es sich dabei aber um Unannehmlichkeiten, wie sie bei jeder Scheidung aufträten und die keine solche Beeinträchtigung oder Belastung des Privatlebens mit sich brächten, dass das Abwarten der Vierjahresfrist unerträglich wäre. Die Kündigung der Wohnung und die Abmeldung der Klägerin bei der Einwohnerkontrolle bedeuteten keinen krassen Eingriff in deren Persönlichkeitsrechte, habe sie doch zu jenem Zeitpunkt bereits in B.________ gewohnt.