Citation: 8C_199/2019 E. 8.1.1

8.1.1. Soweit ersichtlich, hat sich das Bundesgericht bzw. das frühere Eidgenössische Versicherungsgericht bislang nie eingehender mit der Bedeutung und Tragweite des in Art. 100 Abs. 2 UVV verankerten Verursacherprinzips befasst. Das ist insbesondere auch mit BGE 135 V 333 nicht erfolgt, wo es namentlich um die Bestimmung des (gegenüber dem Versicherten) pflichtigen Unfallversicherers bei Rückfall und darauf folgendem neuen Unfall ging. Was sodann das Schrifttum angeht, finden sich nähere Erörterungen namentlich bei Alfred Maurer (Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, Bern 1985, S. 71 f.). Demnach bestehe eine Ausgleichspflicht der anderen Versicherer deshalb, weil der leistungspflichtige Träger für die früheren Unfälle keine Prämien bezogen habe. Eine Aufteilung erfolge nach Massgabe der Verursachung, mithin nach hypothetischen Ursachen bzw. dem Anteil am Gesamtschaden; es sei dies das Prinzip der kausalen Aufteilung (vgl. MAURER, a.a.O., S. 72 Fn. 84a mit Hinweis auf Fn. 918b sowie daselbst, S. 367). Dabei empfehle es sich, zunächst festzulegen, welche Leistungen der neue Unfall für sich allein ausgelöst hätte, wenn die früheren Unfälle ganz abgeklungen gewesen wären. Diese Leistungen seien vom letzten Versicherer allein zu tragen; den Rest könne er von den früheren Versicherern zurückfordern. Für den Versicherten bringe das den Vorteil, dass er sich an einen einzigen - den letzten Versicherer - halten könne (MAURER, a.a.O., S. 72). Andere gewichtige Werke enthalten keine spezifischen Ausführungen zum besagten Verursacherprinzip (Jean-Maurice Frésard/Margit Moser-Szeless, L'assurance-accidents obligatoire, in: Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht [SBVR], Soziale Sicherheit, 3. Aufl. 2016, Rz. 712, S. 1090; André Ghélew/Olivier Ramelet/Jean-Baptiste Ritter, Commentaire de la loi sur l'assurance-accidents [LAA], 1992, S. S. 227 sowie - wenn auch zu Art. 100 UVV in der seit 2017 geltenden Fassung - Mosimann, a.a.O., N. 7 ff. zu Art. 77 UVG).