Citation: 6B_1088/2022 E. 5.2.2

5.2.2. Bezüglich des Tatmotivs hält die Vorinstanz fest, B.A.________ habe der Beschwerdeführerin Schenkungen an seine Geliebte in Aussicht gestellt und die Beschwerdeführerin habe versucht, dies zu verhindern. Die Tat der Beschwerdeführerin und somit ihr Motiv habe allerdings sicherlich auch in ihrem verletzten Stolz gegründet ob der Tatsache, dass B.A.________ sie nach einem langjährigen, von ihr als schwierig erlebten Eheleben kurzerhand für eine Konkurrentin habe verlassen wollen. Die Beschwerdeführerin habe mit ihrer Tat auch gerade versucht, dies zu verhindern. Ihr Tatmotiv habe somit wohl aus mehreren Komponenten bestanden. Die Beseitigung von B.A.________ zur Erhaltung des Familienvermögens erscheine dabei hab- und raffgierig und mithin tatsächlich besonders verwerflich. Dies gelte gemäss Praxis auch für die Absicht, einen sich abzuwendenden Lebenspartner einer Nebenbuhlerin schlicht vorzuenthalten (angefochtenes Urteil S. 28 f.). Die pauschale Vermutung der ersten Instanz, "dass nicht vollends ausgeschlossen werden kann, dass die Beschuldigte [d.h. die Beschwerdeführerin] auch im Vorfeld der Tat noch unter Übergriffen des Privatklägers [B.A.________] zu leiden hatte", genüge nicht, um bei einer Gesamtwürdigung der Umstände von einer Mordqualifikation abzusehen (angefochtenes Urteil S. 29 f.).