Citation: 2C_293/2014 E. 5.3.2

5.3.2. Ferner macht die Beschwerdeführerin geltend, sie habe die Ehe nicht aus freiem Willen geschlossen, sondern sei Opfer einer Zwangsverheiratung durch ihre Eltern. Bei einer Rückkehr nach Mazedonien wäre sie gezwungen, in ihr islamisch geprägtes Heimatdorf zurückzukehren, wo Frauen keine Rechte hätten und die Ausübung einer Arbeitstätigkeit ausgeschlossen sei. Damit drohe ihr die Gefahr, von den Eltern erneut zwangsverheiratet zu werden. Die soziale Wiedereingliederung im Herkunftsland sei somit stark gefährdet. Nach den verbindlichen Feststellungen der Vorinstanz sei die Ehe zwar durch die Familien arrangiert worden, die Beschwerdeführerin hatte jedoch nach eigener Darstellung zugestimmt. Wohl möge sie sich auch dem Willen ihrer Eltern gefügt haben, hingegen sei damit nicht objektiv erhärtet, dass sie ihren eigenen Willen nicht hätte frei bilden können. Die Vorinstanz ging somit zu Recht davon aus, dass keine Zwangsheirat vorlag. Auch die Behauptung der Beschwerdeführerin, bei einer Rückkehr nach Mazedonien müsste sie damit rechnen, von ihren Eltern mit einem älteren Mann zwangsverheiratet zu werden, ist nicht stichhaltig. Es ist aktenkundig, dass die Beschwerdeführerin angegeben hat, ihre Familie werde sie nach der Scheidung unterstützen, und sie nicht glaube, dass es Probleme geben werde. Angesichts der offensichtlich intakten Beziehung zwischen der Beschwerdeführerin und ihrer Familie bestehen keine hinreichenden Anhaltspunkte dafür, dass die Eltern der Beschwerdeführerin sie im Herkunftsland zu einer Ehe mit einem älteren Mann zwingen würden. Auch aus der von der Vorinstanz zitierten Einschätzung des Bundesamtes für Migration (BFM) vom 16. März 2012 lässt sich nichts anderes ableiten. Das BFM räumt zwar ein, dass für eine geschiedene Frau in Mazedonien eine erneute Heirat nicht einfach sei; dass sie nur noch einen älteren Mann heiraten könnte, sei möglich, aber nicht in jedem Fall zwingend. Kulturell bedingte, auf gesellschaftlichen Wertvorstellungen gründende Einschränkungen bei den Heiratsmöglichkeiten sind nicht mit einer Zwangsverheiratung gleichzusetzen. Allein die Tatsache, dass es für die Beschwerdeführerin nicht leicht sein wird, bei der Rückkehr nach Mazedonien einen Mann in ihrem Alter zu heiraten, vermag nicht einen nachehelichen Härtefall im Sinne von Art. 50 Abs. 1 lit. b AuG zu begründen.