Citation: 9C_312/2016 E. 6.5

6.5. Schliesslich lässt sich auch aus der Regelung in Art. 21 Abs. 1 ELG nichts anderes ableiten. Die letzterer Norm zugrunde liegenden gesetzgeberischen Intentionen, weshalb der Aufenthalt in einem Heim an der interkantonalen Zuständigkeit für die Festsetzung und Auszahlung der Ergänzungsleistung nichts ändert, lassen sich nicht auf die Frage übertragen, die Krankenversicherungspauschale welchen Kantons Anwendung findet: Im Rahmen des Art. 21 Abs. 1 ELG ging es dem Gesetzgeber darum, sich an der Wohnsitzfrage kristallisierende Streitigkeiten der Kantone bezüglich EL-rechtlicher Zuständigkeit bei Heimbewohnern möglichst zu vermeiden und gleichzeitig die Benachteiligung der Standortkantone von Heimen und vergleichbaren Institutionen zu verringern (BGE 142 V 67 E. 3.2 S. 72 f.). Es liegt auf der Hand, dass diese beiden Argumente im Zusammenhang mit Art. 10 Abs. 3 lit. d ELG keinerlei Bedeutung haben, weil diese Norm nicht auf eine Koordination unter den Kantonen im Sinne einer gerechten Lastenverteilung abzielt. Im Rahmen des Art. 10 Abs. 3 lit. d ELG ging es dem Gesetzgeber einzig darum, für den Abzug der Krankenversicherungsprämie eine praktikable, sachgerechte Lösung zu statuieren, indem zwar nicht (mehr) auf die im Einzelfall tatsächlich geschuldete Prämie, aber auch nicht auf eine schweizweit gültige Pauschale abgestellt wird, sondern über das Instrument der kantonalen Durchschnittsprämie auf einen der von der versicherten Person effektiv geschuldeten Krankenversicherungsprämie nahe kommenden Wert. Dafür nahm er offensichtlich den ohnehin bedeutungslosen (vgl. E. 6.4) Nachteil in Kauf, dass der für die Festsetzung und die Auszahlung der Ergänzungsleistungen zuständige Kanton unter Umständen die Krankenversicherungspauschale eines anderen Kantons zu berücksichtigen hat.