Citation: 1C_451/2020 E. 4.2

4.2. Im vorliegenden Fall gaben die Eheleute ihre Erklärung, wonach ihre Beziehung intakt sei, am 8. Februar 2012 ab und am 4. April 2012 wurde der Beschwerdeführer erleichtert eingebürgert. Gemäss den verbindlichen Feststellungen der Vorinstanz erfolgte die Trennung der Eheleute am 1. Juni 2014, wobei der Beschwerdeführer die eheliche Wohnung unbestrittenermassen bereits am 21. Mai 2014 verliess. Die Zeitspanne zwischen der Erklärung bzw. Einbürgerungsentscheid und der Auflösung der ehelichen Gemeinschaft betrug demnach deutlich mehr als zwei Jahre. Wie die Vorinstanz zutreffend erwogen hat, greift deshalb die vorgenannte tatsächliche Vermutung nicht, wonach bereits aufgrund der kurzen Zeitspanne zwischen der erfolgten Einbürgerung und der späteren Trennung angenommen werden kann, die Eheleute hätten im Zeitpunkt der Erklärung und der erleichterten Einbürgerung nicht mehr in einer stabilen ehelichen Gemeinschaft gelebt (E. 11.1 des angefochtenen Urteils). Vielmehr widerspricht es bei dieser Ausgangslage nicht der allgemeinen Lebenserfahrung, dass eine Ehe scheitert, obwohl diese im einbürgerungsrechtlich massgebenden, mehr als zwei Jahre zurückliegenden Zeitpunkt noch intakt war (vgl. vorne E. 3.4). Infolgedessen ist der Vorinstanz zuzustimmen, dass das SEM im vorliegenden Fall gehalten war, den vollen Nachweis zu erbringen, dass bereits im Einbürgerungszeitpunkt keine intakte Ehe mehr vorlag und der Beschwerdeführer die Behörden über diesen Umstand getäuscht hat (E. 11.1 des angefochtenen Urteils). Dieser Beweis ist erbracht, wenn der betreffende Umstand mit Gewissheit feststeht und nicht bloss überwiegend wahrscheinlich ist (BGE 142 V 389 E. 2.2 mit Hinweisen). Das Bundesgericht überprüft in solchen Fällen, in denen die Beweislast gänzlich den Behörden obliegt, ob diese ihren Ermessensspielraum überschritten und damit Art. 41 Abs. 1 aBüG verletzt haben (vgl. zum Ganzen Urteil 1C_377/2017 vom 12. Oktober 2017 E. 2.1.2 und E. 2.2).