Citation: 1C_415/2023 E. 4

Die Vorinstanz befasste sich im angefochtenen Urteil im Wesentlichen mit folgenden Fragen: Zum einen beurteilte sie, ob Massnahmen zur Wiederherstellung des bewilligten Zustands anzuordnen sind. Damit zusammenhängend klärte sie ab, ob die in die Abferkelställe im Gebäude Nr. 327 eingebaute Unterdrucklüftung so funktioniert, wie es in der Baubewilligung vorgesehen war, d.h. insbesondere, ob sie den anerkannten Regeln der Lüftungstechnik entspricht. Zum anderen prüfte sie, ob die Gerüche des Schweinehaltungsbetriebs bei den Wohnungen der Beschwerdeführenden übermässige Immissionen verursachen, was zur Anordnung von verschärften Emissionsbegrenzungen führen könnte (vgl. Art. 11 Abs. 3 USG; Art. 5 LRV). Von den Beschwerdeführenden nicht gerügt und deshalb durch die Vorinstanz nicht im Besonderen behandelt wurde die Frage nach zusätzlichen, zu den von den kantonalen Vorinstanzen als hinreichend erachteten vorsorglichen Emissionsbegrenzungen (vgl. Art. 11 Abs. 2 USG und Art. 4 Abs. 1 LRV). Hinsichtlich der Funktionstüchtigkeit der Lüftung gelangte das Verwaltungsgericht zum Schluss, dass keine Anhaltspunkte vorlägen, wonach die kantonalen Vorinstanzen diese falsch oder nicht gemäss den geltenden juristischen Standards abgeklärt hätte. Ebenso wenig gebe es konkrete Hinweise, die darauf hindeuteten, dass die Lüftung nicht dem Stand der Technik entsprechen würde. Mit der Bau- und Verkehrsdirektion gelangte die Vorinstanz zusammenfassend zum Schluss, dass die baulichen Abweichungen von den bewilligten Plänen bei der Lüftungsanlage der Abferkelställe als geringfügig und damit baubewilligungsfrei zu betrachten seien, zumal diese von aussen nicht sichtbar seien und sich nichts an der ursprünglichen Nutzung oder der Funktionsfähigkeit der Lüftungsanlage ändere. Es seien daher durch die kantonalen Vorinstanzen keine Massnahmen zur Wiederherstellung des bewilligten Zustands zu verfügen gewesen. Was die Anordnung von verschärften Emissionsbegrenzungen anbelangt, gelangte die Vorinstanz zum Ergebnis, solche würden sich vorliegend nicht aufdrängen. Insbesondere könne gestützt auf das Geruchsgutachten der F.________ GmbH vom Juni 2016 (nachfolgend: Geruchsgutachten) davon ausgegangen werden, der Schweinehaltungsbetrieb des Beschwerdegegners verursache bei den Wohnungen der Beschwerdeführenden keine übermässigen Immissionen.