Citation: 5A_86/2023 E. 6.2.6

6.2.6. Tatsächlich muss sich die Vorinstanz den Vorwurf der Willkür entgegenhalten lassen: Sie behauptet, ohne aber über entsprechende Fachkenntnisse zu verfügen (mindestens weist sie solche nicht aus), auch ein Experte könne den Kausalzusammenhang nicht feststellen. Dies untermauert sie einzig mit dem vagen Hinweis auf die Möglichkeit "anderer möglicher Ursachen". Welche anderen möglichen Ursachen konkret in Frage kommen, erläutert die Vorinstanz nicht. Sollte sie sich auf ihre Ausführungen im Zusammenhang mit dem Augenschein beziehen, wo sie ausgeführt hat, es dürfe als allgemein bekannte Tatsache angenommen werden, dass verschiedenste Örtlichkeiten als Bruthabitate in Frage kommen, wie beispielsweise mit Restwasser gefüllte Untersetzer von Blumentöpfen, so stellt sie jedenfalls nicht fest, dass solche alternativen Bruthabitate vorliegend überhaupt bestehen. Ausserdem ist es schlicht unhaltbar, einem Experten mit vagen Hinweisen auf mögliche andere Ursachen jegliche Kompetenz in Bezug auf die Feststellung des Kausalzusammenhangs zwischen einer behaupteten Ursache (nämlich die Teichanlage des Beschwerdegegners) und dem behaupteten Mückenaufkommen abzusprechen. Hatte die Vorinstanz diesbezüglich Zweifel, so hätte sie diese auch damit ausräumen können, dass sie zunächst einen Experten um Beantwortung der Frage ersucht, ob dieser die Ursache des (behaupteten) Mückenaufkommens beurteilen kann. Zutreffend weisen die Beschwerdeführer darauf hin, dass es jedenfalls nicht an ihnen lag, darzulegen, wie eine Expertise den Kausalitätsnachweis erbringen könnte. Schliesslich haben sie - gestützt auf das Privatgutachten besonders substanziiert (BGE 141 III 433 E. 2.6; vgl. auch Urteil 4A_247/2020 vom 7. Dezember 2020 E. 4) - behauptet, dass ein Experte einen solchen Zusammenhang erstellen kann. Darauf geht die Vorinstanz jedoch gar nicht erst ein. Das Gutachten erscheint folglich mangels entgegenstehender sachlicher Gründe als objektiv taugliches Beweismittel (vgl. Art. 168 Abs. 1 lit. d ZPO), die gegenteiligen Schlussfolgerungen der Vorinstanz erweisen sich als willkürlich. Die vom Beschwerdegegner genannten weiteren Gründe, weswegen seine Teichanlage nicht Ursache des behaupteten Mückenaufkommens sein könne, ändern an dieser Einschätzung nichts: Zum einen stützen sie sich teilweise auf Sachverhaltsschilderungen, die sich nicht aus dem angefochtenen Entscheid ergeben (insbesondere betreffend Übernachtung des Beschwerdegegners auf seiner Terrasse). Zum anderen hat sich die Vorinstanz zu gewissen, vom Beschwerdegegner erneut aufgeworfenen Argumenten (so insbesondere, dass Fische im Teich die Mückenlarven fressen würden) explizit nicht geäussert, weswegen das Bundesgericht diese daher nicht überprüfen kann.