Citation: 9C_291/2013 E. 4.2

4.2. Aus den aufgeführten Berichten erhellt, dass die Beschwerdeführerin - nebst den sehr ungünstigen psychosozialen Verhältnissen - aufgrund der bereits früh dokumentierten unterdurchschnittlichen kognitiven Fähigkeiten, der allgemeinen Lernschwäche mit vermuteter kongenitaler Dyskalkulie sowie verschiedener somatischer Beschwerden (v.a. Epilepsie mit Grand-mal-Anfällen, massive Adipositas mit stark eingeschränkter Mobilität und orthopädischen Folgeschäden), welche über Jahre andauerten, bis anhin nicht in der Lage war, hinreichende berufliche Kenntnisse zu erwerben. Folglich zu Recht hat die Beschwerdegegnerin sie bei der Festsetzung des Valideneinkommens als Frühinvalide (Art. 26 Abs. 1 IVV) eingestuft (Verfügung vom 12. Oktober 2011 S. 1). Die Annahme von Beschwerdegegnerin und kantonalem Gericht, die Beschwerdeführerin könne bei dieser Ausgangslage ein rentenausschliessendes Einkommen auf dem ersten Arbeitsmarkt erzielen, lässt die besonderen Umstände dieses Falles sowie die Auswirkungen der seit Ende der Schulzeit bestehenden, langjährigen Arbeitsabstinenz zu Unrecht ausser Betracht. Diese zeichnen sich dadurch aus, dass die Beschwerdeführerin zeitlebens noch nie in einen Arbeitsprozess integriert war, somit auf keinerlei berufliche Erfahrungen zurückgreifen kann, und emotional-belastungsmässig (mit Auftreten von Blockaden bei Stress) sowie körperlich erheblich dekonditioniert bzw. eingeschränkt ist. Hinzu kommt, dass sie im kognitiven Bereich nur über ein schwaches Leistungsprofil (u.a. mit unterdurchschnittlicher Auffassung, Arbeitsplanung, Konzentration und Mühe mit Multitasking) verfügt und die schulischen Erfahrungen sowie die gesundheitlichen Beschwerden, namentlich die massive Adipositas (BMI 44,1) sowie die damit einhergehenden Folgeprobleme das Vertrauen in die eigene Belastbarkeit erheblich beeinträchtigt haben. Sowohl die Gutachter des EZ als auch die Fachleute der M.________ GmbH erachteten die Verwertbarkeit des prinzipiell vorhandenen erwerblichen Potenzials nur für gegeben unter der Bedingung, dass begleitende Massnahmen stattfänden bzw. eine längere Einarbeitungszeit und erhöhte Betreuung gewährleistet wären. Auch zeigte die Potentialabklärung, dass eine adaptierte Tätigkeit vorwiegend im Sitzen und ohne Zeitdruck ausgeführt werden können sollte. Mit dieser Beurteilung steht im Einklang, dass der IV-Berufsberater die Verwertbarkeit des Leistungsvermögens auf dem ersten Arbeitsmarkt - zumindest im hier zu beurteilenden Zeitraum - als nicht realistisch einstufte und einen Arbeitsplatz im geschützten Bereich als den Fähigkeiten und Ressourcen entsprechend bezeichnete. Unter diesen Umständen kann nicht davon ausgegangen werden, die Beschwerdeführerin wäre in der Lage gewesen, auf dem ersten Arbeitsmarkt ein (Invaliden-) Einkommen von über Fr. 50'000.- zu erzielen. Vielmehr ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, dass die Beschwerdeführerin einem durchschnittlichen Arbeitgeber kaum zumutbar sein dürfte, womit die medizinisch attestierte Arbeitsfähigkeit bis zum Zeitpunkt der Verfügung vom 12. Oktober 2011 sozialpraktisch nicht verwertbar ist.