Citation: I 218/02 10.10.2002 E. 2

Hinsichtlich der Bemessung des hypothetischen Einkommens ohne Invalidität (Valideneinkommen) sind die verfügbaren Angaben der letzten Arbeitgeberin in mehrfacher Hinsicht unvollständig und widersprüchlich. Im Arbeitgeberfragebogen zuhanden der Invalidenversicherung vom 6. Juli 1998 gab sie an, die normale Arbeitszeit im Betrieb betrage 49,3 Wochenstunden (9,86 Stunden pro Tag). In der Rubrik "Arbeitszeit der versicherten Person vor Eintritt des Gesundheitsschadens" findet sich derselbe Wert. Ebenfalls 49,3 Stunden je Woche soll der Beschwerdeführer gemäss Unfallmeldung der betreffenden Firma zuhanden der SUVA vom 23. Juli 1997 gearbeitet haben. In Abweichung davon betrug die Zahl der betriebsüblichen wöchentlichen Arbeitsstunden nach diesem Formular hingegen lediglich 43 (8,6 Stunden pro Tag). Da dem Valideneinkommen die tatsächlich geleistete Arbeitszeit zu Grunde zu legen ist, kommt den im Arbeitgeberfragebogen enthaltenen konkreten Angaben zu den in den Jahren 1996 und 1997 erzielten monatlichen Löhnen an sich vorrangige Bedeutung zu. Bei Betrachtung dieser Daten werden aber weitere Widersprüche deutlich, da jene weder unter sich noch mit den erwähnten Normalarbeitszeiten auch nur annähernd vereinbar sind. 1996 arbeitete der Beschwerdeführer insgesamt während 1'681.05 Stunden. Daraus errechnet sich (unter der Annahme eines Arbeitsausfalls infolge Ferien und Feiertagen sowie krankheitsbedingter Absenz von insgesamt zwei Monaten) ein tägliches Mittel von ungefähr 7 ¾ Stunden (1'681.05 Stunden : 10 Monate : 21,75 [durchschnittliche Zahl von Arbeitstagen pro Monat; AHI 2000 S. 302 Erw. 3a mit Hinweisen]). Dieser tatsächliche Wert liegt erheblich unter der als Normalarbeitszeit des Beschwerdeführers angegebenen Zahl von 9,86 Stunden täglich. Möglicherweise hat dieser 1997 zeitweise tatsächlich in entsprechendem Umfang gearbeitet. Unter Berücksichtigung zweier Arbeitsunterbrüche (vom 16. Januar bis 5. März und vom 20. März bis 14. April 1997) ergibt sich jedenfalls aber wiederum ein Arbeitsaufkommen, das deutlich unter dem erwähnten Mass liegt. Unter diesen Umständen kann dahingestellt bleiben, ob die Anrechnung einer wöchentlichen Arbeitszeit von 49,3 Stunden überhaupt mit der Rechtsprechung vereinbar wäre, wonach nur Einkünfte in die Vergleichsrechnung eingestellt werden, die bei einem normalen Arbeitspensum zu erzielen sind (Urteile L. vom 10. Juli 1962 [I 273/61] und Ch. vom 19. November 1962 [I 59/62]). Ferner bestehen keinerlei Hinweise darauf, dass - in der Invalidenversicherung grundsätzlich im Rahmen eines Durchschnittswertes in die Berechnung des hypothetischen Einkommens ohne Unfall einzubeziehende (AHI 2002 S. 157 Erw. 3b in fine) - regelmässige Überstunden geleistet worden wären. Unter diesen Umständen ist nicht zu beanstanden, dass das kantonale Gericht vom statistischen Normalpensum ausgegangen ist. Im Weiteren ist auch nicht gesichert, welcher Stundenlohnansatz dem Valideneinkommen zu Grunde zu legen ist. Die von der Arbeitgeberin deklarierten Fr. 24.- stimmen nicht überein mit dem Verhältnis zwischen den ausgewiesenen Jahresverdiensten von 1996 und 1997 und den in den entsprechenden Zeiträumen geleisteten Arbeitsstunden; daraus ergibt sich nämlich ein effektiver Lohn von Fr. 26.70 (1996) bzw. Fr. 27.90 (1997). Gegen die Annahme, dieser Unterschied widerspiegle eine entsprechende Reallohnentwicklung, sprechen jedenfalls die Angaben im Arbeitgeberfragebogen, wonach der Stundenansatz von Fr. 24.- seit Mai 1994 bis zum Zeitpunkt der Bescheinigung (Juli 1998) unverändert geblieben ist. Die Differenz im Lohnansatz erscheint immerhin dadurch erklärbar, dass die Ferien- und Feiertagsentschädigung im Betrag von Fr. 24.- noch nicht enthalten sein dürfte. Wird auf die beschriebenen Vorgaben abgestellt, errechnet sich unter Berücksichtigung der bis zum Jahr 2000 eingetretenen Teuerung ein Valideneinkommen von Fr. 53'366.- (Fr. 24.- x 41,8 x 52 Wochen + 2,3 %) bzw. Fr. 57'266.- (Fr. 27.90 x 41,8 x 48 Wochen + 2,3 Prozent). Wie noch zu zeigen sein wird (Erw. 3), ist eine präzisere Festsetzung des Valideneinkommens nicht erforderlich.