Citation: 6B_1424/2019 E. 3.1.1

3.1.1. Die Beschwerdeführerin macht geltend, die Vorinstanz habe das Vorliegen eines schweren persönlichen Härtefalls zu Unrecht verneint. Zusammengefasst bringt sie vor, sie lebe seit 28 Jahren in der Schweiz. Diese lange Anwesenheit dürfe nicht einfach dadurch relativiert werden, dass sie die prägenden Kinder- und Jugendjahre in ihrem Heimatland, der Dominikanischen Republik, verbracht habe. Sie fühle sich in der Schweiz zu Hause und gut integriert. Ihr Anspruch auf Privatleben nach Art. 8 Abs. 1 EMRK werde durch die Landesverweisung schwer tangiert. Dass sie in der Schweiz kaum über familiäre Bindungen verfüge, vermöge nichts daran zu ändern, zumal es im Lichte des Rechts auf Privatleben auf die persönlichen Beziehungen, Freundschaften und Sozialkontakte ankomme. Die Vorinstanz habe ihr fälschlicherweise keine besonders schutzwürdigen Beziehungen zugestanden. Es würden durchaus Anhaltspunkte für ein tragfähiges Sozialnetz in der Schweiz vorliegen. So habe sie wiederholt festgehalten, dass sie hier viele Freunde habe. Massgebend sei im Übrigen nicht die Tragfähigkeit, sondern die Intensität und Qualität der Beziehung. Diese sei von der Vorinstanz weder widerlegt noch bestritten worden. Des Weiteren sei sie mindestens neun Jahre mit einem Schweizer verheiratet gewesen. Durch ihn habe sie ihre Verwurzelung in der Schweiz vertiefen können. Sie habe Deutsch und die hiesige Kultur besser kennen und schätzen gelernt. Durch diese lebensprägende Ehe werde ihr Anspruch auf Verbleib in der Schweiz weiter potenziert. Zudem sei zu berücksichtigen, dass sie sich stets rechtmässig in der Schweiz aufgehalten habe. Sie habe während 28 Jahren weitestgehend ein rechtstreues und selbstständiges Leben geführt, sei während insgesamt 15 Jahren selbstständig erwerbstätig gewesen, habe Steuern und Abgaben entrichtet, Freundschaften geschlossen, Kontakt zu ihrem Cousin, der in der Schweiz lebe, gepflegt und zu dessen Sohn eine enge Beziehung entwickelt. Dies alles werde von der Vorinstanz ignoriert. Ihr Abdriften in die Sozialhilfe sei unverschuldet, da dies auf ihre Drogensucht und Depression zurückzuführen sei. Entgegen den Ausführungen der Vorinstanz sei sie gegenwärtig jedoch durchaus erwerbstätig. So arbeite sie zu 60 % als Serviceangestellte im Amtsstadthaus. Dass sie diese Tätigkeit im Rahmen eines Arbeitsintegrationsprogramms ausübe, bedeute nicht, dass es sich nicht um Erwerbsarbeit handle. Bei einer Landesverweisung hätte sie mit dem Verlust ihrer Arbeitsstelle zu rechnen, was für einen Härtefall spreche. Im Übrigen sei sie intensiv darum bemüht, auf dem freien Arbeitsmarkt eine Stelle zu finden, was positiv gewürdigt werden müsse. Schliesslich zeige auch die Tatsache, dass sie Weiterbildungs- und Deutschkurse besucht habe, dass ihre Integration in der Schweiz gut sei (vgl. Beschwerde Ziff. 7.2 S. 8 ff.). Sodann führt die Beschwerdeführerin aus, es werde für sie als alleinstehende Frau in ihrem Alter praktisch unmöglich sein, in der Dominikanischen Republik wirtschaftlichen Anschluss zu finden. Dies lasse sich nicht dadurch relativieren, dass der berufliche Wiedereinstieg auch in der Schweiz mit gewissen Schwierigkeiten verbunden wäre. Auch sei die Resozialisierung im Sinne der sozialen Wiedereingliederung in der Schweiz deutlich besser gewährleistet als in ihrem Heimatland, was die Vorinstanz stärker hätte gewichten müssen und was für die Annahme eines schweren persönlichen Härtefalls spreche. Ebenso gehe die Vorinstanz zu Unrecht davon aus, dass ihre medizinische Versorgung in ihrem Heimatland gewährleistet sei. Entgegen der Auffassung der Vorinstanz könne sie sich nicht bei einer privaten Krankenkasse anmelden. Es sei notorisch, dass sie ohne Arbeit kaum über die notwendigen finanziellen Mittel verfügen werde, um Beitragszahlungen an eine private Versicherung in der Dominikanischen Republik zu leisten. Ohnehin würde eine private Krankenkasse sie bei bestehender depressiver Erkrankung nicht aufnehmen. Ihre seit mehreren Jahren laufende Therapie, die sie in eine stabile Verfassung gebracht habe und sie beinahe wieder voll arbeitsfähig habe werden lassen, erscheine bei einer Landesverweisung akut gefährdet. Im Falle einer Ausweisung in die Dominikanische Republik sei ihr Privatleben derart betroffen, dass ein schwerer persönlicher Härtefall anzunehmen sei. (vgl. Beschwerde Ziff. 7.2 S. 12 ff.).