Citation: 2P.26/2001 15.04.2002 E. 3

3.1 Die Beschwerdeführerin macht weiter geltend, sie habe im Rahmen des Baukonsortiums "F.________" den Auftrag erhalten, die Baumeister- und Bauingenieurarbeiten durchzuführen. Nach Abschluss der Arbeiten hätte die am Konsortium beteiligte Firma "E.________" ihr Fr. 380'000.-- als zuviel verrechneten Betrag für den Grundausbau der "F.________" und Fr. 450'000.-- als zuviel verrechneten Betrag für den Mieterausbau "F.________" in Rechnung gestellt. Sie habe daher unter der Position "Transitorische Passiven" für diese zwei Forderungen aufgrund der handelsrechtlichen Vorschriften einen Betrag von Fr. 830'000.-- zurückstellen müssen. Demgegenüber ging das Verwaltungsgericht davon aus, dass diese zwei Rückstellungen bereits im Folgejahr im gleichen Umfang wieder aufgelöst worden seien, da die "E.________" auf die Forderungen verzichtet habe. Die Steuerpflichtige habe selber angenommen, diese Beträge seien nicht geschuldet, und sie habe in keiner Weise begründet, weshalb im Folgejahr auf die Forderungen vollständig verzichtet worden sei; sie habe die geschäftsmässige Begründetheit der Rückstellung damit nicht hinreichend dargetan. 3.2 Diese Ausführungen des Verwaltungsgerichts sind nicht zu beanstanden: Mit der Bildung von Wertberichtigungen kann eine Wertverminderung, welche in der Steuerperiode eingetreten ist, ausgeglichen werden. Abschreibungen, Wertberichtigungen und Rückstellungen werden berücksichtigt, soweit sie geschäftsmässig begründet sind. Dies ist der Fall, falls die Berichtigungen einem angemessenen Ausgleich der in der Steuerperiode eingetretenen vorübergehenden Wertverminderung entsprechen. Sind Wertberichtigungen und Abschreibungen nicht mehr geschäftsmässig begründet, werden sie dem steuerbaren Reinertrag zugerechnet. Nach Art. 669 Abs. 1 OR sind Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften vorzunehmen. Derartige Berichtigungen sind handelsrechtlich aber nur geboten, wenn mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit davon auszugehen ist, dass aus den schwebenden Geschäften tatsächlich ein Verlust resultiert (vgl. Handbuch der Wirtschaftsprüfung, a.a.O., S. 217 ff.). Im vorliegenden Fall fällt auf, dass die Rechnungen pauschale Beträge enthalten ohne Spezifikation oder Detaillierung, H.A.________ die Berechtigung der beiden Forderungen sofort in Abrede gestellt hat, Prozesshandlungen zur Eintreibung der behaupteten Forderungen nicht eingeleitet worden sind und die "E.________" kurz nach Rechnungstellung auf ihre Forderung wieder verzichtet hat. Auch unter Berücksichtigung des handelsrechtlich gebotenen Vorsichtsprinzips (Art. 959 f. OR) kann deshalb nicht davon ausgegangen werden, dass im Zeitpunkt der Bilanzierung ein hinreichend konkretisiertes Verlustrisiko im Umfang von Fr. 830'000.-- bestanden hat; zumindest ist die entsprechende Annahme des Verwaltungsgerichts nicht willkürlich.