Citation: 9C_604/2019 E. 3.3.2

3.3.2. Wie bereits die Vorinstanz festgehalten hat, hat die Verwaltung das polydisziplinäre Gutachten des MGSG nicht wegen Mängeln der Beurteilung des ABI-Psychiaters Dr. med. B.________ eingeholt, sondern weil das Bundesgericht unmittelbar nach dessen Gutachten (vom 5. Mai 2015) mit Urteil vom 3. Juni 2015 die Rechtsprechung zum Vorliegen einer rentenbegründenden Invalidität bei psychosomatischen Leiden geändert hat (BGE 141 V 281), indem nunmehr eine Prüfung verschiedener Indikatoren als erforderlich erklärt wurde; diese hat der Experte des MGSG denn auch vorgenommen. Dadurch verlor das ABI-Gutachten seinen Beweiswert jedoch nicht. Hinsichtlich (fehlender) invalidisierender Diagnosen und des Grades der Arbeitsfähigkeit konnte gleichwohl darauf abgestellt werden. Ob andere Mediziner, vor allem auch behandelnde Ärzte, zu einem anderen Schluss gelangt sind als die beiden Administrativgutachter Dr. med. B.________ vom ABI und Dr. med. C.________ vom MGSG, ist nicht entscheidend, da die beiden psychiatrischen Teilgutachten die Anforderungen an eine medizinische Expertise erfüllen und ihnen daher Beweiswert zukommt, während Stellungnahmen behandelnder Ärzte entsprechend deren Behandlungsauftrag eine andere Perspektive zeigen und gelegentlich, so auch hier, die von der versicherten Person vertretene Position übernehmen.