Citation: 4A_600/2014 E. 4.3.1

4.3.1. Die Beschwerdeführerin rügt schliesslich eine Verletzung des Grundsatzes von Treu und Glauben nach Art. 2 ZGB. Ihre Beraterin habe die Leistungspflicht mit der Beschwerdegegnerin abgeklärt. Die Beschwerdegegnerin habe unmissverständlich erklärt, dass die weiteren Zahlungen von 100 % der Versicherungsleistungen rechtens seien. Wenn die Beschwerdegegnerin im Nachhinein die nach ihren eigenen Aussagen korrekten Zahlungen zurückfordere, widerspreche dieses Verhalten dem Grundsatz von Treu und Glauben und erweise sich als rechtsmissbräuchlich, zumal das Verschulden allein bei der Beschwerdegegnerin liege. Zusätzlich habe die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin im Schreiben vom 15. November 2010 bestätigt, dass sie über einen Vertrag mit Vorzugskonditionen verfüge. Soweit sich die Beschwerdeführerin in ihrer Argumentation auf angebliche mündliche Aussagen der Sachbearbeiterin der Beschwerdegegnerin stützt, zu denen die Vorinstanz keine Feststellungen traf, kann darauf nicht abgestellt werden (vgl. Erwägung 4.1). Fraglich bleibt, ob die Beschwerdegegnerin durch das Schreiben vom 15. November 2010 legitime Erwartungen geweckt hat, die sie anschliessend enttäuschte.