Citation: 4A_87/2018 E. 3

Die Vorinstanz führte aus, das von H.________ erstellte Gutachten genüge den Anforderungen an ein gerichtliches Gutachten und könne deshalb verwertet werden. Da die Ausführungen des Gutachters an sich schlüssig seien und eine Würdigung der Sachlage zuliessen, könne auf die Anordnung eines Obergutachtens verzichtet werden. Hinsichtlich der Frage, ob dem Berater der Beschwerdeführerin, G.________, bei der Bewertung des Garagenbetriebes Fehler unterlaufen sind, beschränkte sich die Vorinstanz auf die Wiedergabe der gutachterlichen Feststellung, wonach G.________ sowohl methodische als auch grundsätzliche Fehler begangen habe. Ob diese Fehler für die Willensbildung der Beschwerdeführerin relevant waren, könne hingegen offenbleiben. Diese Frage sei nur dann relevant, wenn die Wertvorstellung der Beschwerdeführerin vom tatsächlichen Wert des Betriebes wesentlich abweiche. Die Vorinstanz erwog, es sei bei der Bewertung des Unternehmens ausschliesslich vom sog. Fortführungswert auszugehen. Die Ausführungen des Gutachters, wonach aus betriebswirtschaftlicher Sicht eher die Liquidation des Garagenbetriebes hätte eingeleitet werden sollen, habe er selber mit seiner Aussage relativiert, eine diesbezügliche Beurteilung sei ohne Kenntnis der damals bestehenden Absichten, Möglichkeiten und Potenziale der Käuferschaft nicht möglich. Dem Inhalt ihrer Kaufofferte sei zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin die Absicht gehabt habe, den Betrieb neu zu organisieren. Weiter könne die Garage nach der Einschätzung des Gutachters durch eine Fusion mit einem anderen Betrieb rentieren. Zuletzt spreche der Umstand, dass die Garage heute noch betrieben werde, ebenfalls für die Fortführungsfähigkeit Ende 2012. Folglich berücksichtigte die Vorinstanz nicht den vom Gutachter auf höchstens Fr. 40'000.-- ermittelten Liquidationswert. Vielmehr ermittelte sie für den Wert des Garagenbetriebes eine Bandbreite zwischen Fr. 65'620.50 und Fr. 104'992.80 Dabei ging sie von der Bewertung des Gerichtsgutachters zum Fortführungswert (Fr. 80'000.--) aus, korrigierte ihn jedoch in zweierlei Hinsicht. Erstens wurde, um die von der Beschwerdeführerin gemäss dem Kaufvertrag nicht zu übernehmenden Aktiven und Passiven nicht zu berücksichtigen, statt des im Gutachten ermittelten Wertes von Fr. 160'000.-- ein Nettosubstanzwert von Fr. 131'241.-- eingesetzt. Zweitens wurde der vom Gutachter wegen der schlechten Ertragslage vorgenommene Abzug von 50% des Nettosubstanzwerts auf eine Bandbreite von 20% bis 50% reduziert.