Citation: 6S.198/2005 31.07.2006 E. 2

Der Beschwerdeführer beanstandet die vorinstanzliche Strafzumessung in verschiedener Hinsicht: 2.1 Er bemängelt, bei der objektiven Tatschwere habe die Vorinstanz ausser Acht gelassen, dass die Verletzungen des Opfers zu keinem Zeitpunkt lebensgefährlich und die Folgen für den Geschädigten nicht sonderlich schwer gewesen seien. Die Vorinstanz hat dem Beschwerdeführer strafmindernd angerechnet, dass es beim vollendeten Tötungsversuch geblieben ist (angefochtener Entscheid S. 70 Ziff. 3.4). Wollte man diesen Umstand auch noch bei der objektiven Tatschwere zugunsten des Beschwerdeführers berücksichtigen, würde das zu einer unzulässigen Doppelverwertung desselben Strafzumessungsmerkmals führen. Der Beschwerdeführer bringt vor, sein Angriff sei für das Opfer nicht völlig überraschend erfolgt. Damit widerspricht er den verbindlichen Feststellungen der Vorinstanz, was unzulässig ist. 2.2 Im Rahmen des subjektiven Verschuldens macht der Beschwerdeführer geltend, als er seine persönlichen Effekten in der (noch) gemeinsamen ehelichen Wohnung habe abholen wollen, habe ihn die angetroffene Situation angesichts des Nebenbuhlers mit einer Landsfrau nicht nur überrascht. Vielmehr sei er masslos überfordert gewesen, was die Vorinstanz zuwenig berücksichtigt habe. Der Beschwerdeführer lebte zu diesem Zeitpunkt bereits von seiner Frau getrennt und hatte selbst wieder eine neue Beziehung (angefochtener Entscheid S. 69 Ziff. 3.2 a). Wenn ihm die Vorinstanz bei dieser Ausgangslage (lediglich) zugute hält, dass er von der angetroffenen Situation offensichtlich überrascht worden sei, ist dies von Bundesrechts wegen nicht zu beanstanden. 2.3 Der Beschwerdeführer verweist auf seine Aussagen vor Schranken, er habe bei diesem Kampf nie die Vorstellung gehabt, jemanden zu verletzen. Er habe auch nie die Absicht gehabt, den Geschädigten zu stechen. Damit widerspricht er den verbindlichen Feststellungen der Vorinstanz, wonach sich unter Berücksichtigung der Intensität, mit welcher er die Messerstiche geführt haben müsse, klar ergebe, dass er dem Geschädigten die Stiche offensichtlich gewollt versetzt habe (angefochtener Entscheid S. 61 Ziff. 5.3). Ist davon auszugehen, sind die erwähnten Aussagen des Beschwerdeführers sowohl bei der Beurteilung des Eventualvorsatzes als auch im Zusammenhang mit der versuchten Tatbegehung unbeachtlich. 2.4 Die Vorinstanz hat leicht strafmindernd gewürdigt, dass sich der Beschwerdeführer nach der Tat erfolglos bei der Polizei gemeldet und sich anlässlich der ersten polizeilichen Einvernahme nach dem Gesundheitszustand des Geschädigten erkundigt habe (angefochtener Entscheid S. 70 Ziff. 4.1). Inwiefern sie dieses Nachtatverhalten nicht ausreichend berücksichtigt haben soll, ist nicht ersichtlich. 2.5 Der Beschwerdeführer macht geltend, er sei Ersttäter und habe sich seit seiner Ankunft 1999 in der Schweiz nichts zuschulden kommen lassen, weshalb er besonders strafempfindlich sei. Die Vorinstanz hat die Vorstrafenlosigkeit des Beschwerdeführers und die untadelige Beurteilung in persönlicher und beruflicher Hinsicht durch dessen Personalberater zu Recht geringfügig strafmindernd berücksichtigt. Inwiefern diese Elemente eine besondere Strafempfindlichkeit begründen sollten, legt der Beschwerdeführer nicht dar und ist auch nicht ersichtlich. 2.6 Nach dem Gesagten ging die Vorinstanz von den zutreffenden Beurteilungsmerkmalen aus und gewichtete sie richtig. Indem sie das Strafmass auf 9 Jahre Zuchthaus bestimmte, blieb sie auch im Rahmen ihres Ermessens. Wie der Beschwerdeführer zutreffend bemerkt, hat die Vorinstanz im Rahmen der Strafzumessung die zusätzlich angeordnete Landesverweisung nicht erwähnt. Letztere führt aber nicht zu einer Strafminderung. Vielmehr dürfen das Strafmass und der pönale Charakter der Landesverweisung zusammen die schuldangemessene Strafe im Einzelfall nicht übersteigen. Im Fall des Beschwerdeführers bewegen sich das Strafmass zusammen mit dem pönalen Charakter der Landesverweisung eher im oberen Bereich des vorinstanzlichen Ermessens. Eine Verletzung von Bundesrecht liegt aber nicht vor. Damit erweist sich die Nichtigkeitsbeschwerde als unbegründet.