Citation: 5A_414/2024 E. 2.8

2.8. Soweit die Beschwerdeführerin schliesslich die Beurteilung des Kindesinteresses durch die Vorinstanz beanstandet, ist darauf hinzuweisen, dass es einen Grundsatz, wonach die Übereinstimmung von rechtlicher und biologischer Vaterschaft regelmässig im Interesse des Kindes liegt, nicht gibt (vgl. Urteil 5C.130/2003 vom 14. Oktober 2003 E. 2, in: FamPra.ch 2004 S. 142). Im konkreten Fall kann aus den Feststellungen im angefochtenen Entscheid denn auch nur der Schluss gezogen werden, dass die Aufhebung der bestehenden Vaterschaft nicht den Interessen der Beschwerdegegnerin 2 dient. Die Beschwerdegegnerin 2 lebt zusammen mit ihren beiden Geschwistern beim Beschwerdegegner 1. Der Beschwerdegegner 1 hat die Vaterschaft seit der Geburt der Beschwerdegegnerin 2 unbestrittenermassen tatsächlich gelebt und im Alltag Pflege- und Erziehungsverantwortung für das Kind übernommen. Diese gewachsenen sozialen Strukturen nach Jahren aufzuheben, entspricht nach der zutreffenden Einschätzung der Vorinstanz nicht dem Kindeswohl. Als nicht hinreichend begründet erweist sich in diesem Zusammenhang der an die Vorinstanz gerichtete Vorwurf einer Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes (Art. 296 Abs. 1 ZPO). Die Untersuchungsmaxime schliesst eine vorweggenommene Beweiswürdigung nicht aus: Verfügt das Gericht über genügende Grundlagen für eine sachgerechte Entscheidung, kann es auf weitere Beweiserhebungen verzichten (BGE 130 III 734 E. 2.2.3; Urteil 5A_361/2010 vom 10. September 2010 E. 4.2, in: FamPra.ch 2011 S. 218). Die Beschwerdeführerin führt lediglich aus, dass sich die Situation seit dem Entscheid der KESB vom 25. Januar 2022 allenfalls verändert haben könnte. Wirkliche Gründe, welche - obschon für die Beschwerdegegnerin 2 eine Beistandschaft nach Art. 306 Abs. 2 ZGB angeordnet wurde, um ihre Interessen im vorliegenden Verfahren betreffend Anfechtung der Vaterschaft zu wahren - weitere Abklärungen als erforderlich hätten erscheinen lassen, zeigt sie entgegen ihrer qualifizierten Rüge- und Substanziierungspflichten im Zusammenhang mit der Sachverhaltsfeststellung (dazu vorne E. 1.3) nicht auf. Damit kann das Bundesgericht auf die Rüge der Verletzung der Untersuchungsmaxime nicht eintreten.