Citation: 4A_55/2022 E. A

A.a. Die A.________ AG (Klägerin 1, Beschwerdegegnerin 1) mit Sitz in Neuenburg und Verwaltungssitz (Headquarter) in Biel ist die Dachholding des Konzerns X.________ und bildet zusammen mit den von ihr kontrollierten Tochtergesellschaften die Gruppe X.________. Die B.________ SA (Klägerin 2, Beschwerdegegnerin 2) mit Sitz in Grenchen ist eine hundertprozentige Tochter der Klägerin 1. Sie stellt Uhrwerke in der Schweiz her (insbesondere einen Grossteil der Uhrwerke für die Schweizer Gruppe X.________-Marken), alle Uhren der Marken "Y.________" und "Z.________" sowie Ersatzteile für Uhren und Uhrwerke. Die Ersatzteile vertreibt sie sowohl an interne Kunden als auch an Drittkunden. Die C.________ Limited (Klägerin 3, Beschwerdegegnerin 3) mit Sitz in London, ist eine hundertprozentige englische Tochtergesellschaft der Klägerin 1. Sie ist im Vereinigten Königreich und in Irland ausschliesslich für den Vertrieb der Produkte der Gruppe X.________ zuständig und verkauft diese an autorisierte Händler und Serviceanbieter sowie in ihren eigenen Verkaufsstellen. Die D.________ Limited (Beklagte, Beschwerdeführerin) mit Sitz in W.________, bietet als Grosshändlerin Uhrenersatzteile an. Bis am 31. Dezember 2015 vertrieb sie auch Ersatzteile für Uhren der Gruppe X.________. A.b. Am 26. November 2013 entschied die erweiterte Konzernleitung der Gruppe X.________, keine (reinen) Grosshändler mehr mit Ersatzteilen zu beliefern. Die Grosshändler hätten die Möglichkeit, sich als autorisierte Serviceanbieter zu qualifizieren und in dieser Funktion weiterhin beliefert zu werden. Die Beklagte wurde durch die Klägerin 3 mit Schreiben vom 4. März 2014 über die Implementierung des selektiven Vertriebssystems informiert und auf die Möglichkeit hingewiesen, sich als autorisierte Serviceanbieterin zu qualifizieren. Ein erneuter Hinweis erfolgte mit Schreiben vom 20. Juni 2014, nun mit der Ergänzung, andernfalls werde die Belieferung per 31. Dezember 2015 eingestellt. Die Qualifikation als Serviceanbieter erfolgt gestützt auf das "V.________-Konzept) ", das die Gruppe X.________ im Rahmen des selektiven Vertriebssystems entwickelt hat. Die einzelnen Marken werden analog der Markenhierarchie in verschiedene Segmente eingegliedert. Im Prestigesegment sind Service- und Vertriebsvereinbarungen für Ersatzteile vorgesehen. Für alle übrigen Segmente des Sortiments werden die Serviceanbieter in drei verschiedene Stufen eingeteilt, welche verschiedene (abgestufte) Servicearbeiten umfassen. Ein Serviceanbieter kann sich pro Marke für die Stufe 1, 2 oder 3 autorisieren lassen. Diese Kriterien gelten für alle Serviceanbieter gleichermassen, unabhängig davon, ob diese gleichzeitig autorisierte Händler für die entsprechende Marke sind. Die Serviceanbieter verpflichten sich durch Vereinbarungen, auf Lieferungen von Ersatzteilen ausserhalb des selektiven Vertriebsnetzes zu verzichten, bleiben aber frei, andere autorisierte Serviceanbieter zu beliefern (sog. Querlieferungen). A.c. Die Beklagte wurde in der Folge ab dem 1. Januar 2016 nicht mehr mit Ersatzteilen durch die Klägerinnen 2 und 3 beliefert.