Citation: 2C_863/2021 E. 1.1.2

1.1.2. Nach Art. 39 Abs. 1 lit. b des vorherigen Bundesgesetzes vom 8. Oktober 1982 über die wirtschaftliche Landesversorung (aLVG; AS 1983 931) bestimmte der Bundesrat die Pflichtlagerkommission, die Streitigkeiten zwischen Eigentümern von Pflichtlagern und ihren Organisationen entscheidet. Diese Zuständigkeit ging schliesslich auf das Bundesverwaltungsgericht über. Art. 39 lit. b aLVG in der vor Inkrafttreten des LVG geltenden Fassung vom 1. Januar 2013 sah vor, dass das Bundesverwaltungsgericht auf Klage Streitigkeiten zwischen Pflichtlagerhaltern und Pflichtlagerorganisationen entscheidet. In der Botschaft zum aLVG war ausgeführt worden, die meisten Streitsachen, die der Pflichtlagerkommission zugewiesen seien, würden Auseinandersetzungen über Statuten und Reglemente darstellen (Botschaft vom 9. September 1981 zu einem Bundesgesetz über die wirtschaftliche Landesversorgung, BBl 1981 III 405, 442 f.). Gemäss Art. 41 aLVG beurteilten die Zivilgerichte Streitigkeiten über das Aussonderungssrecht, das Pfandrecht des Bundes an Pflichtlagern und allfällige Ersatzansprüche des Bundes sowie Anfechtungsklagen im Sinne von Art. 13-15 aLVG (französische Fassung: "[...] litiges relatifs au droit de disjonction ou de gage de la Confédération sur les réserves obligatoires et à d'autres prétentions éventuelles de la Confédération, ainsi que des actions révocatoires (art. 13 à 15) "; italienische Fassung: "[...] controversie concernenti il diritto della Confederazione di separarsi dalla massa, il suo diritto di pegno sulle scorte obbligatorie nonché eventuali pretese di risarcimento della Confederazione e circa l'azione revocatoria (art. 13 a 15) "). Aus der Botschaft zum totalrevidierten LVG ergeben sich keine Anhaltspunkte, dass bezüglich der Zuständigkeit zur Beurteilung von Streitigkeiten zwischen Pflichtlagerhaltern und Pflichtlagerorganisationen eine Änderung gegenüber der vorherigen Rechtslage beabsichtigt gewesen wäre. Zur Zuständigkeit der Zivilgerichte hält die Botschaft fest, dass Klagen und Beschwerden nach Schuldbetreibungs- und Konkursrecht, die sich aus dem Aussonderungs- oder Pfandrecht des Bundes an Pflichtlagern und an Transportmitteln ergeben, von den zuständigen Zivilgerichten zu beurteilen sind. Das gilt nach der Botschaft auch für Ersatzforderungen und Anfechtungsklagen des Bundes im Zusammenhang mit Konkurs-, Nachlass- und Notstundungsverfahren. Damit soll vermieden werden, dass in einem Zwangsvollstreckungsverfahren verschiedene Gerichte tätig werden (Botschaft vom 3. September 2014 zur Totalrevision des Landesversorgungsgesetzes, BBl 2014 7119, 7162).