Citation: 8C_399/2013 E. 4.3

4.3. Dass bei wahnhaften Störungen grundsätzlich fremdanamnestische Abklärungen im Sinne der vom Beschwerdeführer verlangten Befragung von Angehörigen angezeigt wären, findet insbesondere etwa in den Qualitätsleitlinien der Schweizerischen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie SGPP für psychiatrische Gutachten in der Eidgenössischen Invalidenversicherung (2012) keine Stütze. Während beispielsweise der Verdacht auf neurokognitive Beeinträchtigungen als begründete Indikation erwähnt wird, um den Einsatz testpsychologischer Untersuchungen zu prüfen, finden sich keine ausdrücklichen Empfehlungen zur Einholung von Auskunft gebenden Drittpersonen (vgl. auch Urteil 6P.40/2001 vom 14. September 2001 E. 4d/bb; Urteil 8C_808/2012 vom 21. Dezember 2012 E. 3.3.3 zur Einholung von Auskünften der behandelnden Ärzte und Therapeuten). Auch besteht hier kein Anlass zum Vorwurf einer nur unzureichenden Aktenanalyse, welche gemäss den erwähnten Leitlinien nicht medizinische Dokumente einzuschliessen hat, und entsprechend ungenügender Berücksichtigung relevanter Hinweise zum Verhalten des Versicherten (vgl. dazu auch: Academy of Swiss Insurance Medicine Basel asim/Züricher Hochschule für Angewandte Wissenschaften zhaw, Winterthurer Institut für Gesundheitsökonomie WIG, Medizinische Gutachtensituation in der Schweiz MGS, Studie zur Einschätzung der Marktsituation und zur Schaffung von Markttransparenz und Qualitätssicherung, Schlussbericht vom 6. Mai 2011, S. 49 [Beurteilung der Gutachtenqualität aus Sicht der Auftraggeber], S. 97 f. [Qualitative Beschreibung der Gutachtensmängel, die zur ungenügenden Bewertung geführt haben]). Dies gilt auch mit Blick auf das vom Beschwerdeführer genannte Interview mit Prof. Dr. med. Urbaniok im "Tagesanzeiger" vom 23. Mai 2013 und dessen Hinweis auf die erforderliche Sorgfalt bei der Begutachtung (abrufbar unter: www.tagesanzeiger.ch/wissen/medizin-und-psycho logie/Herausforderung-Gutachten/story/28941012).