Citation: H 139/99 28.11.2000 E. 5

5.- Der Beschwerdeführer macht geltend, er hafte nicht für die Differenz zwischen den im Jahr 1996 geschuldeten Akontozahlungen und den genauen Beiträgen. Dabei stützt er sich auf das in ZAK 1992 S. 246 publizierte Urteil, gemäss welchem der Arbeitgeber für die Differenz zwischen den geleisteten Akontozahlungen und den genauen Beiträgen nicht haftbar gemacht werden kann, es sei denn, er bezwecke auf Grund von finanziellen Schwierigkeiten die Fälligkeit seiner Schulden durch deutlich ungenügende Akontozahlungen weitmöglichst hinauszuschieben (ZAK 1992 S. 247 Erw. 3b). Weder die Ausgleichskasse noch die Vorinstanz wirft dem Beschwerdeführer indessen vor, die X.________ AG als damalige Arbeitgeberin habe versucht, auf diese Weise eine Verzögerung zu erreichen. Im Weitern übersieht der Beschwerdeführer bei seiner Argumentation, dass die Ausgleichskasse zwar dem Arbeitgeber auf Grund von Art. 34 Abs. 3 AHVV bewilligen kann, für die Zahlungsperiode statt der genauen Beiträge einen diesen ungefähr entsprechenden Betrag zu entrichten, wobei aber der Ausgleich am Ende des Kalenderjahres zu erfolgen hat. Art. 35 Abs. 3 AHVV präzisiert dazu, dass der Arbeitgeber die Angaben für die definitive Abrechnung innert eines Monats nach Ablauf der Abrechnungsperiode zu liefern hat. Zudem sind gemäss Art. 34 Abs. 4 AHVV die für die Zahlungsperiode geschuldeten Beiträge mit deren Ablauf fällig und innert 10 Tagen zu bezahlen. Dies gilt auch für die gemäss Art. 34 Abs. 3 AHVV vorgesehene Ausgleichszahlung am Ende des Kalenderjahres. Diesen Pflichten ist die X.________ AG offensichtlich nicht nachgekommen, hat sie doch im Januar 1997 weder eine Lohnbescheinigung für die 1996 effektiv ausbezahlten Löhne eingereicht noch die sich gestützt auf diese Bescheinigung ergebende Nachzahlung geleistet. Somit war die entsprechende Ausgleichszahlung bereits fällig gewesen, als sich der Beschwerdeführer im Februar und März 1997 um die Sanierung der X.________ AG bemühte, also Monate vor Konkurseröffnung. Dass der geschuldete Restbetrag nicht unverzüglich entrichtet worden ist, muss als grobe Fahrlässigkeit betrachtet werden (vgl. ZAK 1992 S. 247 Erw. 4). Der Beschwerdeführer kann deshalb auch nichts zu seinen Gunsten aus der Tatsache ableiten, dass im privaten Schuldenruf vom 16. Februar 1997 nur die für das Jahr 1996 ausstehenden Akontozahlungen als Schulden aufgeführt sind, und dies selbst dann nicht, wenn die Organpersonen der X.________ AG damals davon ausgingen, dass keine weiteren Beitragsschulden für das Jahr 1996 bestünden. Es wäre deren Pflicht gewesen, im Januar 1997 die definitive Lohnbescheinigung zu erstellen und der Beschwerdegegnerin einzureichen sowie die sich daraus ergebende Ausgleichszahlung zu leisten. Die Beschwerdegegnerin selber war zu diesem Zeitpunkt noch nicht in der Lage, eine Nachtragsrechnung zu stellen, weil die X.________ AG ihrer Pflicht zur Einreichung einer Lohnbescheinigung für das Jahr 1996 nicht nachgekommen war. Offensichtlich konnte diese Lohnbescheinigung erst im August 1997 durch den Revisor der Ausgleichskasse erstellt werden. Soweit der Beschwerdeführer daraus ableitet, er sei für die resultierende Ausgleichszahlung nicht haftbar, kann ihm mit Blick auf die erwähnten Pflichtverletzungen durch die X.________ AG nicht gefolgt werden.