Citation: 5A_749/2016 E. 6

Schliesslich beklagt sich die Beschwerdeführerin darüber, dass schon das Bezirksgericht ihre Editionsbegehren zum Einkommen und Vermögen des Beschwerdegegners nicht beachtet habe. Damit sei ihr Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt worden, was sie schon in der Berufung bemängelt habe, von der Vorinstanz aber nicht berücksichtigt worden sei. Die Rüge ist unbegründet. Gewiss verschafft der in Art. 29 Abs. 2 BV verfassungsmässig garantierte Gehörsanspruch einer Partei (unter anderem) das Recht, mit ihren Beweisanträgen gehört zu werden. Die formelle Natur des Gehörsanspruchs (BGE 135 I 187 E. 2.2 S. 190 mit Hinweisen) ist aber nicht Selbstzweck (Urteil 4A_453/2016 vom 16. Februar 2017 E. 4.2.3 f.; 5A_425/2015 vom 5. Oktober 2015 E. 3.2). Wie sich aus dem Wortlaut von Art. 125 Abs. 1 ZGB ergibt, ist die nacheheliche Unterhaltspflicht im Verhältnis zur Eigenversorgung nachrangiger Natur (BGE 134 III 145 E. 4 S. 146). Entsprechend werden die wirtschaftlichen Verhältnisse des auf Unterhalt belangten Ehegatten - und damit auch diesbezügliche Beweisanträge - im Unterhaltsprozess nur und erst dann überhaupt zum Thema, wenn erstellt ist, dass die klagende Partei für ihren nachehelichen Unterhalt nicht selbst aufzukommen vermag. Solange darüber keine Klarheit herrscht oder die klagende Partei - wie hier - die Tatsache ihrer Eigenversorgungskapazität nicht einmal behauptet, besteht für den Richter kein Anlass, Beweise über die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des andern Ehegatten abzunehmen und/oder sich sonst wie zu dieser Frage zu äussern. Von einer Gehörsverletzung kann nicht die Rede sein.