Citation: 6B_145/2019 E. 5.5.2

5.5.2. Ob unter den von der Vorinstanz festgestellten und sich aus der Anklageschrift ergebenden Umständen von einer freiwilligen Prostitution oder vielmehr von der Ausnutzung eines Abhängigkeitsverhältnisses auszugehen ist, ist eine Rechtsfrage, welche das Bundesgericht im Verfahren der Beschwerde in Strafsachen frei prüft (oben E. 4.4.2). Die Beschwerdegegnerin 2, welche sich mit dem Beschwerdeführer in einer Liebesbeziehung wähnte, war gemäss den verbindlichen Feststellungen der Vorinstanz emotional instabil und dem Beschwerdeführer emotional unterlegen. Hinzu kommt, dass sie drogenabhängig sowie ohne Arbeit und mittellos war. Sie war daher dringend auf finanzielle Mittel angewiesen, was der Beschwerdeführer wusste. Dieser lockte die Beschwerdegegnerin 2 mit dem falschen Versprechen in die Prostitution, sie könne damit schnell viel Geld verdienen. Gleichzeitig versorgte er sie mit Kokain. Dies ist als Ausnutzen einer Abhängigkeit im Sinne von Art. 195 lit. b StGB zu würdigen. Daneben handelte der Beschwerdeführer offensichtlich aus finanziellen Motiven, da er selber durch die Prostitution der Beschwerdegegnerin 2 zu Geld kommen wollte. Die Beschwerdegegnerin 2 gab zwar an, der Beschwerdeführer sei nicht ihr Zuhälter gewesen und sie habe sich freiwillig prostituiert bzw. sie sei vom Beschwerdeführer dazu nicht gezwungen worden (erstinstanzliches Urteil S. 54, auf welches die Vorinstanz verweist; kant. Akten, pag. 839 f.). Auf die Frage, wie es dazu gekommen sei, dass sie sich durch den Beschwerdeführer dazu habe bewegen lassen, der Prostitution nachzugehen, sagte sie allerdings auch aus, sie habe gedacht, er und sie seien ein Paar. Sie "habe eine Scheisssituation gehabt" und nicht gewusst, auf was sie sich einlasse. Sie habe gedacht, sie könne so zu Geld kommen. Wie heftig das Ganze sei, habe sie erst erlebt, als sie es gemacht habe. Sie sei öfters auch unter Betäubungsmitteln gestanden, um das zu ertragen (kant. Akten, pag. 915). Daraus geht hervor, dass sich die Beschwerdegegnerin 2 aus einer (finanziellen) Not heraus und weil der Beschwerdeführer ihr falsche finanzielle Versprechungen machte, bereit erklärte, sich zu prostituieren. Davon, dass der Beschwerdeführer Druck auf die Beschwerdegegnerin 2 ausübte, geht auch die Vorinstanz aus, da sie diesem vorwirft, er habe die Beschwerdegegnerin 2 bei ihrer Tätigkeit als Prostituierte überwacht. Letztlich anerkennt auch der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde an das Bundesgericht, "die Beschwerdegegnerin 2 sei durch Liebe und/oder Drogen in gewisser Weise von ihm abhängig gewesen" (vgl. Beschwerde Ziff. 83 S. 21). Dass die Beschwerdegegnerin 2 selber angab, sie habe sich freiwillig in die Prostitution begeben bzw. sie sei vom Beschwerdeführer dazu nicht gezwungen worden, steht einem Schuldspruch wegen Förderung der Prostitution nicht entgegen. Das Verhalten des Beschwerdeführers ist als Zuführen zur Prostitution nach Art. 195 lit. b StGB zu qualifizieren. Der Beschwerdeführer machte sich daher der Förderung der Prostitution im Sinne von Art. 195 StGB strafbar. Der vorinstanzliche Schuldspruch verstösst nicht gegen Bundesrecht.