Citation: 4A_295/2022 E. A

Nach einer Flugreise im Februar 2013 stellten sich bei der im Jahr 1955 geborenen A.________ (Patientin, Beschwerdeführerin) Rücken- und Beinschmerzen ein. Sie konsultierte am 25. und 28. Februar 2013 ihren Hausarzt, B.________ (Hausarzt, Beschwerdegegner). Dieser veranlasste eine Infiltration, die am 5. März 2013 im Spital D.________ in U.________ durchgeführt wurde. Am Morgen des 11. März 2013 erwachte die Patientin mit erheblich verstärkten Schmerzen und stellte beim Ankleiden fest, dass ihr rechtes Bein Lähmungserscheinungen zeigte. Sie meldete sich telefonisch beim Hausarzt und nahm den angebotenen Termin am Nachmittag desselben Tags wahr. Der Hausarzt veranlasste sofort eine MRI-Untersuchung, die am 13. März 2013 im Spital D.________ stattfand. Dieses stellte eine zunehmende Gehschwäche rechts bei Diskusprolaps auf der Höhe LWK 4/5 respektive LWK 5/SWK 1 fest und erwähnte einen klinisch deutlich schwächeren Dorsalreflex im rechten Fuss. Als Befunde erhob das Spital D.________ eine nach kranial umgeschlagene, sequestrierte Bandscheibenhernie auf der Höhe LWK 4/5 mit einer Wurzelkompression auf der Höhe LWK 4. Noch am 13. März 2013 überwies der Hausarzt die Patientin ins Spital C.________ (nachfolgend: Nebenpartei), wo die Diskushernie am 25. März 2013 operativ entfernt wurde. Gemäss den Angaben der Patientin kam es trotz der Operation zu keiner Erholung und sie leidet seither an einer persistierenden Fussheberschwäche. Nach Auffassung der Patientin versäumte es der Hausarzt, sie am 11. März 2013 zeitnah einem Spezialisten zur operativen Entlastung des Nervs zu überweisen.