Citation: 2A.292/2002 19.03.2003 E. 3

Von diesen Urteilen erhielt auch die Beschwerdeführerin Kenntnis. Sie wurden ihr zugestellt mit der Möglichkeit, die Beschwerde zurückzuziehen. Die Beschwerdeführerin hielt an der Beschwerde fest. Sie macht geltend, anders als in den beiden Urteilen sei sie Adressatin des Schreibens der Abteilung Mehrwertsteuer vom 2. März 1995 gewesen. Sie habe wie die an der gleichen Adresse betriebene AHV-Ausgleichskasse C.________ ein gleichlautendes Schreiben erhalten. Würde sie die Beschwerde zurückziehen, hätte dies zur Folge, dass die Verwaltung weiterhin Auskünfte erteilen könnte, an die sie später nicht gebunden sei. Dieser Einwand ist näher zu prüfen, zumal er bereits in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde erhoben wurde. Das Schreiben der Eidgenössischen Steuerverwaltung vom 2. März 1995, auf das sich die Beschwerdeführerin beruft, hat folgenden Inhalt: "Nach Ihren Auskünften sind bei Ihnen die Voraussetzungen der Steuerpflicht zur Zeit nicht gegeben. Wir tragen Sie deshalb nicht in das Register der Steuerpflichtigen ein. (...) Sollten bei Ihnen die Voraussetzungen der Steuerpflicht in einem späteren Zeitpunkt zutreffen, müssen sie sich innert 30 Tagen nach deren Eintritt schriftlich bei uns melden." Im Einspracheentscheid (S. 8) führte die Eidgenössische Steuerverwaltung in Bezug auf dieses Schreiben aus: "Es handelt sich um ein Standard-Absageschreiben der Sektion Eintragungen und Löschungen, welches in der Regel Unternehmen zugeschickt worden ist, nachdem sie der ESTV den ausgefüllten Fragebogen für Mehrwertsteuerpflichtige, allenfalls gewisse weitere Unterlagen über ihre Geschäftstätigkeit haben zukommen lassen. Was im vorliegenden Fall der ESTV vorgelegt worden ist, ist nicht mehr eruierbar. Die Auskunft lässt jedoch darauf schliessen, dass die ESTV nicht über die Tätigkeit der Einsprecherin im Auftrage einer Drittinstitution hingewiesen worden ist, ansonsten die Frage der Steuerbarkeit bereits dannzumal dem Rechtsdienst unterbreitet worden wäre. Letzteres war ganz klar nicht der Fall. Mit Sicherheit fand auch - entgegen der Behauptung der Einsprecherin - nie eine Kontrolle gemäss Art. 50 MWSTV statt..." Es steht somit nicht fest, auf welche Angaben (Auskünfte) der Steuerpflichtigen das Schreiben der Eidgenössischen Steuerverwaltung vom 2. März 1995 sich bezog. Es ist anzunehmen, dass es damals um die Frage der Steuerpflicht der Beschwerdeführerin im Allgemeinen ging. Es fehlen jegliche Anhaltspunkte, dass die Beschwerdeführerin die Eidgenössische Steuerverwaltung um eine Auskunft für die steuerliche Behandlung von Umsätzen im übertragenen Wirkungskreis der AHV-Ausgleichskassen ersuchte. Auch die Beschwerdeführerin macht etwas Derartiges nicht geltend. In ihrer Beschwerde an die Vorinstanz vom 18. Oktober 2001 (Ziff. 2.2.3, 1. Absatz) führte sie aus, die Eidgenössische Steuerverwaltung habe ihr Schreiben vom 2. März 1995 aufgrund einer Prüfung der Verhältnisse bei der AHV-Ausgleichskasse C.________ und bei der an der gleichen Adresse domizilierten Beschwerdeführerin verfasst. Das wird jedoch von der Eidgenössischen Steuerverwaltung bestritten und ist auch nicht zu vermuten, nachdem das Schreiben vom 2. März 1995 sich ausdrücklich nur auf "Auskünfte" der Steuerpflichtigen und nicht auf die Ergebnisse einer Kontrolle (Art. 50 MWSTV) bezieht. Diese Tatsachen lassen nicht darauf schliessen, dass der Eidgenössischen Steuerverwaltung damals schon die Frage der steuerlichen Behandlung der Umsätze im übertragenen Wirkungskreis von AHV-Ausgleichskassen unterbreitet wurde oder dass sich die Eidgenössische Steuerverwaltung im fraglichen Schreiben zur Frage der Besteuerung solcher Umsätze äusserte. Der Einwand der Beschwerdeführerin erscheint daher als nicht begründet.