Citation: 2C_478/2023 E. 4.3.2

4.3.2. Mit Blick auf die Rückfallgefahr ist festzuhalten, dass die das ausländerrechtliche Verfahren auslösende Straftat ein hochwertiges Rechtsgut (Leib und Leben) betrifft. Die Anforderungen an die Wahrscheinlichkeit eines Rückfalls sind daher nicht hoch anzusetzen (vgl. E. 4.2.2 i.f. hiervor). Die Vorinstanz wirft dem Beschwerdeführer angesichts der Vielzahl von Verurteilungen zu Recht vor, dass sein deliktisches Verhalten von einer Unbelehrbarkeit sowie Gleichgültigkeit gegenüber der Rechtsordnung im Allgemeinen und einer Geringschätzung gegenüber der Unversehrtheit anderer im Besonderen zeugt. Dass sich der Beschwerdeführer, wie er vorträgt, seit der Heirat im Jahr 2018 und der Geburt seines Sohnes im Jahr 2020 rechtskonform verhalten habe, trifft nicht zu (vgl. E. A.c hiervor). Überdies kommt dem Wohlverhalten während eines hängigen Strafverfahrens, des Strafvollzugs und der strafrechtlichen Probezeiten oder unter dem Druck eines hängigen ausländerrechtlichen Verfahrens praxisgemäss nur eine untergeordnete Bedeutung zu (vgl. Urteil 2C_568/2021 vom 17. August 2022 E. 5.2.5). Die Ausführungen des Beschwerdeführers zu seiner "biografischen Kehrtwende" stossen in diesem Lichte ins Leere, zumal das strafrechtliche Verfahren seit 2016 sowie das ausländerrechtliche Verfahren seit dem Jahr 2021 läuft und er sich seit dem 26. Juli 2021 im Strafvollzug befindet (zur "biografischen Kehrtwende" siehe auch Urteil 2C_71/2020 vom 28. April 2020 E. 5.2.1). Wie die Vorinstanz zu Recht erwägt, liegen folglich keine Umstände vor, aufgrund derer ohne erhebliches Restrisiko ausgeschlossen werden kann, dass der Beschwerdeführer in absehbarer Zukunft erneut straffällig wird.