Citation: 8C_106/2008 05.09.2008 E. 4.3

4.3.1 Der Umstand, dass das polydisziplinäre Gutachten des Zentrums X.________ vom 10. Januar 2006 bezüglich der Darlegung der medizinischen Situation und Lebensumstände der Versicherten unstrittig voll beweiskräftig ist, bedeutet nicht, dass auch die dortige Einschätzung der Restarbeitsfähigkeit für die Belange der Invalidenversicherung ohne weiteres massgeblich ist (BGE 130 V 352 E. 2.2.4 und 2.2.5 S. 355; vgl. auch Urteil 9C_636/2007 vom 28. Juli 2008, E. 3.3.1). Invalidenversicherungsrechtlich ist bei der Beurteilung der Frage, ob eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung oder ein sonstiger vergleichbarer pathogenetisch (ätiologisch) unklarer syndromaler Zustand (BGE 132 V 393 E. 3.2 S. 399; Urteil I 683/06 vom 29. August 2007, E. 2.2) mit invalidisierender Wirkung vorliegt, zunächst die - aufgrund der medizinischen Aktenlage zu prüfende - Tatfrage entscheidend, ob respektive inwieweit bei der versicherten Person nebst der allein nicht invalidisierenden (BGE 130 V 352 E. 2.2.3 S. 354) anhaltenden somatoformen Schmerzstörung zusätzliche psychische Beeinträchtigungen im Sinne des rechtsprechungsgemässen Kriterienkatalogs (s. BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50 f. mit Hinweisen) vorliegen, welche einer adäquaten Schmerzbewältigung objektiv entgegenstehen. Alsdann ist zu beurteilen, ob eine allenfalls festgestellte psychische Komorbidität hinreichend erheblich ist und einzelne oder mehrere der festgestellten weiteren Kriterien in genügender Intensität und Konstanz vorliegen, um gesamthaft den Schluss auf eine nicht mit zumutbarer Willensanstrengung überwindbare Schmerzstörung und somit auf eine invalidisierende Gesundheitsschädigung zu gestatten. Die abschliessende Beantwortung dieser Frage ist rechtlicher Natur (vgl. Urteile 9C_636/2007 vom 28. Juli 2008, E. 3.3.1 und I 683/06 vom 29. August 2007, E. 2.2) und obliegt damit nicht den Ärztinnen und Ärzten, sondern den rechtsanwendenden Behörden. 4.3.2 Das kantonale Gericht hat das tatsächliche Vorliegen der rechtsprechungsgemäss relevanten Umstände einer (ausnahmsweise) unzumutbaren Schmerzüberwindung richtigerweise im Wesentlichen gestützt auf die allseits anerkannten Darlegungen zur medizinischen Situation im polydisziplinären Gutachten vom 10. Januar 2006 sowie auch auf die Berichte des behandelnden Arztes Dr. S.________ vom 14. Juni 2004 und der SUVA-Ärzte Dr. C.________ vom 17. März 2003 sowie Dr. O.________ vom 7. Mai 2002 geprüft. Dabei hat es in Übereinstimmung mit diesen Unterlagen und damit weder offensichtlich unrichtig noch in rechtsfehlerhafter Beweiswürdigung festgestellt, dass neben der somatoformen Schmerzstörung keine die Arbeitsfähigkeit einschränkende psychiatrische Diagnose und somit keine hinreichend ausgeprägte Psychopathologie vorliegt, um eine eigenständige psychische Komorbidität von erheblicher Schwere, Dauer und Intensität bejahen zu können. Unter dem Blickwinkel von Art. 105 Abs. 2 BGG ist diese Feststellung umso weniger zu beanstanden, als im Gutachten des Zentrums X.________ auf das im Vordergrund stehende subjektive Schmerzerleben des Versicherten, auf die von seiner Persönlichkeit her wenig günstigen Voraussetzungen zum Umgang mit den Schmerzen sowie auf die seit langem bestehenden psychosozialen Konflikte hingewiesen wurde. Auch die weiteren kriterienspezifischen Tatsachenfeststellungen des kantonalen Gerichts - konkret: es könne nicht von einem mangelnden sozialen Rückzug aus allen Belangen des Lebens gesprochen werden, es lägen weder chronische körperliche Begleiterkrankungen im geforderten Ausmass noch ein therapeutisch nicht mehr beeinflussbarer Krankheitsverlauf sowie in jeder Hinsicht gescheiterte Behandlungen vor und es bestehe kein Grund zur Annahme eines ausgeprägten, therapeutisch nicht mehr angehbaren primären Krankheitsgewinns im Sinne einer körperlichen Reaktion auf einen innerseelischen Konflikt - stützen sich allesamt auf die sachbezüglichen Aussagen in den oben erwähnten medizinischen Akten und werden in der Beschwerde inhaltlich zu Recht nicht in Frage gestellt. In zutreffender Anwendung der Rechtsprechung zu somatoformen Schmerzstörungen hat die Vorinstanz erwogen, dass die im polydisziplinären Gutachten aus psychiatrischer Sicht attestierte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit im Lichte der medizinischen Tatsachenfeststellungen nicht zu überzeugen vermag und ein invalidisierendes psychisches Geschehen aus rechtlicher Sicht verneint werden muss. Dem kantonalen Gericht kann insbesondere auch keine bundesrechtswidrige, den Untersuchungsgrundsatz verletzende antizipierte Beweiswürdigung vorgeworfen werden, indem es keinen Zusatzbericht beim ZMB eingeholt habe. Die für die Prüfung einer ausnahmsweise invalidisierenden Wirkung der somatoformen Schmerzstörung relevanten medizinischen Fakten und persönlichen Umstände (Diagnosen, Begleiterkrankungen, Therapiebestrebungen, soziale Rückzugstendenzen, Krankheitsgewinn usw.) sind nach dem unter E. 4.3.1 hievor Gesagten rechtsgenüglich erstellt und im Übrigen unbestritten. Bei diesem verbindlich feststehenden Sachverhalt vermöchte auch eine weitere fachärztliche Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung nichts daran zu ändern, dass es an einem hinreichend ausgeprägten (psycho)pathologischen Substrat fehlt, um einen invalidisierenden psychischen Gesundheitsschaden bejahen zu können. Entgegen dem Eventualstandpunkt des Beschwerdeführers besteht mithin kein Anlass für eine Rückweisung der Streitsache zwecks weiterer medizinischer Abklärungen. 4.4 Was die somatisch bedingte Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit in einer Verweisungstätigkeit anbelangt, hat das kantonale Gericht dargelegt, dass weder das Gutachten des Zentrums X.________ vom 10. Januar 2006 noch der Bericht des Dr. S.________ vom 14. Juni 2004 hinsichtlich der im Entscheid des Sozialversicherungsgerichts vom 18. November 2003 noch als ungenügend abgeklärt bezeichneten Schulterbeschwerden eine die Arbeitsfähigkeit beeinflussende Diagnose ergeben hat. Es stellte daher in Würdigung sämtlicher, auch der bereits dem Entscheid vom 18. November 2003 zu Grunde gelegten medizinischen Akten fest, dass der Beschwerdeführer aus somatischen Gründen in einer leidensangepassten Tätigkeit voll und in einer weniger optimal angepassten Beschäftigung 70 % arbeitsfähig ist, wobei er im Rahmen der Schadenminderungspflicht gehalten sei, die Resterwerbsfähigkeit bestmöglich auszunutzen. Diese Feststellung tatsächlicher Art wird in der Beschwerde nicht bestritten und ist nach Gesagtem für das Bundesgericht verbindlich. Sie ist der Invaliditätsbemessung zu Grunde zu legen.