Citation: 8C_791/2023 E. 5.1

5.1. Die Beschwerdeführerin stützte sich mit Einspracheentscheid vom 23. Juni 2022 in medizinischer Hinsicht auf ihren beratenden Psychiater Dr. med. O.________, welcher in seiner knapp vier A4-Seiten umfassenden Aktenbeurteilung vom 3. September 2021 zur Einschätzung gelangte, der Verstorbene habe lediglich im Herbst 2020 an einer schweren depressiven Episode mit psychotischen Symptomen gelitten. Diese Psychose sei jedoch bei Austritt aus der Klinik H.________ abgeklungen gewesen. In der ambulanten Nachbetreuung sei der Befund zuletzt (im Februar 2021) nur noch als Anpassungsstörung interpretiert worden. Im Zeitpunkt des Suizids habe der Verstorbene weder an einer Geisteskrankheit noch an einer Geistesschwäche und auch nicht an Verhaltensstörungen gelitten. Er habe entschlossen gehandelt und gewusst, was er tat. Unter Berücksichtigung seiner allgemeinen psychischen Verfassung und der konkreten äusseren Umstände habe er sich mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht in einem Zustand befunden, in welchem er gänzlich unfähig gewesen sei, vernunftgemäss zu handeln.