Citation: 2C_108/2025 E. 5.3.2

5.3.2. Die Schweiz hat mit Tunesien das Abkommen über die Zusammenarbeit im Migrationsbereich zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Tunesischen Republik vom 11. Juni 2012 (SR 0.142.117.589, in Kraft seit 16. August 2014, nachfolgend "Migrationsabkommen Tunesien") geschlossen. Dieses regelt unter anderem die Rückkehr von Personen auf den Hoheitsgebieten der Vertragsparteien (Art. 1 Migrationsabkommen Tunesien). Jede Vertragspartei übernimmt auf schriftlichen Antrag der anderen Vertragspartei und ohne andere als die in diesem Abkommen vorgesehenen Förmlichkeiten alle Personen zurück, welche die auf dem Hoheitsgebiet der ersuchenden Vertragspartei anwendbaren Einreise- oder Aufenthaltsvoraussetzungen nicht oder nicht mehr erfüllen, sofern angenommen wird oder fest steht, dass sie Staatsangehörige der ersuchten Vertragspartei sind (Art. 6 Abs. 1 Migrationsabkommen Tunesien). Im konkreten Fall liegen keine Anhaltspunkte vor, dass Tunesien die Rückreise des Beschwerdeführers entgegen den staatsvertraglichen Verpflichtungen blockieren würde. Vielmehr ist gestützt auf die Auskünfte des SEM davon auszugehen, dass die bestehenden Rückübernahmemechanismen aktuell und im vorliegenden Fall grundsätzlich funktionieren und die benötigten Papiere innert angemessener Frist ausgestellt werden. Bei einer Verzögerung von wenigen Wochen kann denn auch nicht von einer Blockierung "seit einem längeren Zeitraum" gemäss der Rechtsprechung ausgegangen werden (vgl. 2C_585/2024 vom 20. Dezember 2024 E. 5.4.1), sodass - entgegen dem Beschwerdeführer - die schweizerischen Behörden (noch) nicht glaubhaft zu machen haben, dass im Rahmen der Verhandlungen über die Rückübernahme realistische Erfolgsaussichten bestehen. Allein der Umstand, dass die Rückführung des Beschwerdeführers mit den zuständigen tunesischen Behörden noch verhandelt werden muss, führt entgegen dem Beschwerdeführer nicht zur Annahme der Undurchführbarkeit der Ausschaffung. Entsprechende Verhandlungen dürfen eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen. Hinweise dafür, dass die tunesischen Behörden die schweizerischen Behörden lediglich hinhalten, sind vorliegend nicht ersichtlich. Gemäss der Stellungnahme des SEM vom 4. März 2025 sei die Verzögerung auf einen Personalwechsel auf der tunesischen Botschaft zurückzuführen. Das SEM habe bei den tunesischen Behörden interveniert.