Citation: 2C_506/2019 E. 5.1.1

5.1.1. Die Interkantonale Vereinbarung zum Abbau technischer Handelshemmnisse (IVTH; SAR 950.050) ist am 23. Oktober 1998 von der Konferenz der Kantonsregierungen beschlossen worden und für den Kanton Aargau am 4. Februar 2003 in Kraft getreten. Gemäss Art. 6 Abs. 1 IVTH erlässt das Interkantonale Organ (Interkantonales Organ Technische Handelshemmnisse, IOTH) Vorschriften über die Anforderungen an Bauwerke, soweit der Erlass dieser Vorschriften nicht in den Kompetenzbereich des Bundes fällt und es sich zum Abbau technischer Handelshemmnisse als notwendig erweist. Diese Vorschriften sind für die Kantone verbindlich, wobei die kantonalen oder kommunalen Vorschriften über den Orts- und Landschaftsschutz sowie die Denkmalpflege vorbehalten bleiben (vgl. Art. 6 Abs. 3 und Abs. 4 IVTH). Das IOTH hat am 10. Juni 2004 unter anderem die Brandschutzrichtlinie "Brandverhütung, Sicherheit in Betrieben und auf Baustellen" (Fassung vom 26. März 2003, 11-03d; VKF-Brandschutzrichtlinie; vgl. E. 4.2.1 hiervor) für verbindlich erklärt und sie auf den 1. Januar 2005 in Kraft gesetzt. Die VKF-Brandschutzrichtlinie ist folglich direkt anwendbar - unabhängig davon, ob das kantonale Recht darauf verweist. Ist im Folgenden die Verletzung einer Pflicht gemäss der VKF-Brandschutzrichtlinie zu beurteilen, liegt von einem interkantonalen Organ erlassenes Recht vor. Dieses gilt als interkantonales Recht, welches das Bundesgericht frei prüft (vgl. Art. 95 lit. e BGG; Urteile 1C_328/2018 vom 12. April 2019 E. 1.2; 1C_340/2015 vom 16. März 2016 E. 7.1 und E. 7.2.1; 2C_301/2015 vom 3. November 2015 E. 2.2; 1C_303/2010 vom 28. September 2010 E. 2.1), soweit dessen Verletzung hinreichend geltend gemacht wird (vgl. E. 2 hiervor; Art. 106 Abs. 2 BGG).