Citation: 6B_780/2010 13.01.2011 E. 5.6

5.6.1 Der Beschwerdeführer rügt, die Vorinstanz würdige die Aussagen des Opfers willkürlich. Es könne nicht angenommen werden, er habe bei den angeblichen Penetrationen und sonstigen sexuellen Handlungen stets erst mit der Zeit eine Erektion gehabt, ohne dass das Opfer eine solche beschrieben habe. Zudem habe es den auf seinem Penis gut sichtbaren Pickel nicht erwähnt. Trotz Widersprüchen in den Aussagen des Opfers (z.B. zwischen der grossen Anzahl der Übergriffe und der Aussage, es habe den Penis des Beschwerdeführers nur an zwei aufeinanderfolgenden Tagen gesehen, Beschwerde S. 21; der Frage betreffend Benutzen eines Kondoms, welche es einmal bejaht und einmal verneint habe, Beschwerde S. 22 f.; der fast täglichen Besuche des Opfers trotz des angeblichen Missbrauchs, Beschwerde S. 23 f.) gelange die Vorinstanz zum unhaltbaren Schluss, dessen Aussagen seien glaubhaft. 5.6.2 Angesichts des kindlichen Alters des Opfers, welches bei den Vorfällen ungefähr siebeneinhalb bis neun Jahre alt war, führen ungenaue Schilderungen sexueller Handlungen nicht zur fehlenden Glaubhaftigkeit der Aussagen. Insbesondere konnte das Opfer beschreiben, dass und wohin der Beschwerdeführer ejakulierte. Ungereimten, ob er überhaupt oder jeweils schon zu Beginn der sexuellen Handlungen eine Erektion hatte, ob er ein Kondom benutzte und ob das Opfer Hautveränderungen an seinem Penis bemerkte, sind nicht nur mit der fehlenden sexuellen Erfahrung, sondern auch mit dem Zeitablauf von über einem halben Jahr zwischen dem Grossteil der Handlungen und der Erstbefragung zu erklären (Taten zwischen April 2006 und dem 31. März 2007, letzte Tat am 28. Oktober 2007, Erstbefragung am 8. November 2007). Die Einwendungen des Beschwerdeführers vermögen den Kern der Aussagen des Opfers, wonach es vom Beschwerdeführer missbraucht worden ist (vgl. zu den einzelnen Handlungen E. 5.2.1), nicht zu erschüttern. Nichts zu seinen Gunsten abzuleiten vermag der Beschwerdeführer aus dem Umstand, dass das Opfer die Ereignisse bruchstückhaft erzählte, gewisse Fragen betreffend den Missbrauch zunächst verneinte und sich später korrigierte. Es fiel diesem schwer, über die peinlichen Vorfälle zu sprechen, weil es sich vor der Reaktion seiner Mutter fürchtete (angefochtenes Urteil S. 64). Nicht nur die Aussagen des Opfers deuten nach den willkürfreien vorinstanzlichen Feststellungen auf die Täterschaft des Beschwerdeführers. Auch die nachweisbaren Wunden im Vaginal- und Analbereich des Opfers, die an der Unterwäsche festgestellte DNA des Beschwerdeführers, die Infektion mit demselben Typ Papillomaviren, welcher beim Beschwerdeführer nachgewiesen werden konnte, die stimmigen Aussagen der Freundin des Beschwerdeführers bzw. von Mutter und Bruder des Opfers sowie die wechselhaften Aussagen des Beschwerdeführers selbst weisen auf ihn als Täter hin. Er versuchte die DNA-Spuren mit unterschiedlichen Annahmen zu erklären (z.B. Toilettengang, Anfassen eines gebrauchten Kondoms, Sitzen auf dem Motorrad bzw. auf dem Bett; vgl. zur umfassenden Beweiswürdigung angefochtenes Urteil S. 27 bis 73) und verdächtigte sogar den Bruder des Opfers, selbst nachdem dieser aufgrund eines wissenschaftlichen Gutachtens als Spurengeber der DNA und somit als Täter ausgeschlossen werden konnte (angefochtenes Urteil S. 41). Willkür ist in dieser umfassenden vorinstanzlichen Beweiswürdigung keine ersichtlich. 5.7 Soweit der Beschwerdeführer sich mit dem vorinstanzlichen Urteil nicht auseinandersetzt bzw. von Tatsachen ausgeht, welche die Vorinstanz nicht feststellt oder der vorinstanzlichen Würdigung seine eigene Würdigung der Tatsachen entgegensetzt, ohne Willkür darzutun, ist auf seine Rügen nicht einzutreten (vgl. BGE 136 I 65 E. 1.3.1 S. 68 mit Hinweisen; z.B. Beschwerde S. 18 Ziff. 5; Beschwerde S. 19 f. Ziff. 6; Beschwerde S. 22 f. Ziff. 10 zur Verwendung des Kondoms; Beschwerde S. 23 f. Ziff. 11; Beschwerde S. 24 f. Ziff. 13). Dies gilt insbesondere für den Einwand des Beschwerdeführers, das am Slip vorgefundene DNA-Mischprofil sei kein Indiz für weitere Missbräuche. Denn die Vorinstanz schliesst in ihrer ausgewogenen und umfassenden Beweiswürdigung nicht bloss aufgrund des DNA-Profils auf weitere sexuelle Handlungen (vgl. angefochtenes Urteil S. 27 bis 73). Auf den Einwand ist nicht einzutreten (vgl. E. 3.1.2 zu den Anforderungen an eine Rüge betreffend die Verletzung von Grundrechten).