Citation: 1P.876/2005 29.03.2006 E. 3

Der Beschwerdeführer rügt eine Verletzung des Grundsatzes "in dubio pro reo". Das Obergericht habe sich zu Unrecht von der Existenz eines für den Beschwerdeführer ungünstigen Sachverhalts überzeugt erklärt. 3.1 Als Beweiswürdigungsregel besagt der aus der Unschuldsvermutung (Art. 32 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 2 EMRK) abgeleitete Grundsatz "in dubio pro reo", dass sich der Strafrichter nicht von einem für den Angeklagten ungünstigen Sachverhalt überzeugt erklären darf, wenn bei objektiver Betrachtung Zweifel bestehen, ob sich der Sachverhalt so verwirklicht hat. Die Maxime ist verletzt, wenn der Strafrichter an der Schuld des Angeklagten hätte zweifeln müssen. Dabei sind bloss abstrakte und theoretische Zweifel nicht massgebend, weil solche immer möglich sind und absolute Gewissheit nicht verlangt werden kann. Es muss sich um erhebliche und nicht zu unterdrückende Zweifel handeln, d.h. um solche, die sich nach der objektiven Sachlage aufdrängen. Bei der Frage, ob angesichts des willkürfreien Beweisergebnisses erhebliche und nicht zu unterdrückende Zweifel hätten bejaht werden müssen und sich der Sachrichter vom für den Angeklagten ungünstigen Sachverhalt nicht hätte überzeugt erklären dürfen, greift das Bundesgericht nur mit Zurückhaltung ein, da der Sachrichter diese in Anwendung des Unmittelbarkeitsprinzips zuverlässiger beantworten kann (Urteil 1P.428/2003 vom 8. April 2004, E. 4.2; BGE 127 I 38 E. 2a). 3.2 Der Beschwerdeführer bestreitet nicht, dass er gegenüber dem Bezirksamt gedroht hat, seine geschiedene Frau "auseinander zu nehmen". Wie gezeigt durften die kantonalen Instanzen willkürfrei davon ausgehen, dass er die Schreckung der Frau in Kauf nahm. Er nennt keine Tatsachen, die daran vernünftige Zweifel begründen würden. Aus dem angefochtenen Urteil (Ziffer 4.2.2 und 7.2.2) ist zudem ersichtlich, dass der Beschwerdeführer schon zuvor mehrmals vorsätzlich Drohungen ausgesprochen hat: Er ist dreifach vorbestraft wegen Beschimpfungen, Drohungen und Handgreiflichkeiten an seiner geschiedenen Ehefrau und weiteren Personen und hat drei Wochen vor dem hier behandelten Vorfall mit dem "Abmorgsen" der Frau gedroht. Es sind keine Gründe für erhebliche und nicht zu unterdrückende Zweifel an der Schuld des Beschwerdeführers ersichtlich, weswegen die Rüge der Verletzung des Grundsatzes "in dubio pro reo" unbegründet ist.