Citation: 2C_927/2020 E. 7.4

7.4. Ist nach dem massgebenden Handänderungssteuergesetz die Abgabe durch den neuen Erwerber zu entrichten, so können die auf Grund gemeinsamer Abrede handelnden Erwerber ohne Willkür für die Steuerforderung solidarisch haftbar erklärt werden (ASA 31 S. 47; PETER RUF, Kommentar zum Gesetz [des Kantons Bern] betreffend die Handänderungs- und Pfandrechtsabgaben, 1985, N. 20 zu Art. 2 aHPAG/BE). Indem die Vorinstanz diesen Grundsatz für die Übertragung der wirtschaftlichen Verfügungsmacht auch für den vorliegenden Tatbestand der Übertragung von Minderheitsbeteiligungen an Immobiliengesellschaften verwendet, liegt ebenfalls keine offensichtlich unhaltbare Anwendung von Art. 10 Abs. 1 HG/VS vor. Die Beschwerdeführer sind von der Vorinstanz willkürfrei als Steuersubjekt bestimmt worden und es ist unbestritten, dass ihrem Vertreter die Steuerrechnung vom 10. Oktober 2017 zugestellt worden ist. Die Abgabesolidarität bewirkt auch eine Verfahrenssolidarität (BLUMENSTEIN/LOCHER; System des Schweizerischen Steuerrechts, 7. Auflage 2016, S. 494; RUF, a.a.O., N. 13 zu Art. 2 aHPAG). Danach kann jeder Abgabepflichtige einzeln den Verfahrenspflichten unterliegen und kann diese auch für die anderen vornehmen. Die Veranlagungsbehörde kann sich nach ihrer Wahl an jeden von ihnen wenden, sofern das Steuergesetz nicht eine andere Ordnung trifft (BLUMENSTEIN/LOCHER; a.a.O., S. 494). Die Frage, ob die Veranlagungsverfügung der C.________ AG korrekt zugestellt worden ist, ist für die hier strittige Steuerpflicht der Beschwerdeführer nicht relevant. Das Gleiche gilt für die Frage, ob die Steuerforderung gegenüber der C.________ AG verjährt ist.