Citation: 6B_205/2023 E. 1.4.4

1.4.4. Zur persönlichen Situation des Beschwerdegegners zum Zeitpunkt der Versicherungsbetrüge führt die Vorinstanz aus, er habe sich damals beruflich umorientieren und hierzu in Zürich ein mehrjähriges Informatikstudium absolvieren wollen, das er im September 2020 auch angetreten sei. Er habe sich grosse Sorgen um seine finanzielle Zukunft gemacht, habe aber seine Eltern nicht belangen wollen. In dieser speziellen, sein kriminelles Handeln selbstredend nicht entschuldigenden Situation sei es zu den Betrügen gekommen, deren Ziel gewesen sei, die nötigen Mittel für die Bestreitung des Lebensunterhalts während des Studiums erhältlich zu machen. Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin zeigt die Vorinstanz kein "Verständnis" für das Handeln des Beschwerdegegners. Sie nimmt vielmehr eine nicht zu beanstandende Einzelfallwürdigung vor und zeigt auf, wie es zu den Versicherungsbetrügen gekommen ist. Die Beschwerdeführerin scheint zu übersehen, dass die Vorinstanz zudem selbst ausführt, das kriminelle Verhalten werde dadurch selbstredend nicht entschuldigt. Zudem erweist sich die Kritik der Beschwerdeführerin in dieser Hinsicht teilweise als appellatorisch, wenn sie blosse Spekulationen über die Absichten des Beschwerdegegners vornimmt und der vorinstanzlichen Darstellung lediglich ihre eigene Sicht der Dinge gegenüberstellt (Art. 42 Abs. 2, Art. 106 Abs. 2 BGG). Dies beispielsweise, wenn die Beschwerdeführerin geltend macht, wären die Sorgen des Beschwerdegegners um seine finanzielle Zukunft tatsächlich derart gross gewesen, wie die Vorinstanz vermute, so hätte er das Studium wieder abbrechen oder gar nicht antreten können, um einer (legalen) Erwerbstätigkeit nachzugehen. Gleiches gilt für den Einwand der Beschwerdeführerin, er hätte auch nebst dem Studium ein gewisses Einkommen erzielen können und es wäre ihm vollkommen freigestanden, seine finanzielle Lage anders zu organisieren und dafür zu sorgen, dass er auf legale Weise den Lebensunterhalt und das Zweitstudium hätte finanzieren können. Ebenso wenn die Beschwerdeführerin annimmt, der Beschwerdegegner hätte seine Betrügereien nicht freiwillig eingestellt, sondern eher ausgebaut, und sich mit dem erlangten Geld einen hohen Lebensstandard geleistet. Soweit die Beschwerdeführerin schliesslich gestützt auf ihre Ausführungen die Schlussfolgerung zieht, es sei von einer dauernden, sich auch weiterhin in der Skrupellosigkeit steigernden deliktischen Tätigkeit auszugehen, zumal dem Beschwerdegegner auch das Vorhandensein einer Habgier nachgesagt werden dürfe und keine Anzeichen dafür zu erkennen seien, dass er auch ohne Kontosperrung und Eröffnung eines Strafverfahrens von seinen Handlungen zurückgetreten wäre, legt sie der vorinstanzlichen Würdigung erneut lediglich ihre eigene Auffassung gegenüber. Damit vermag die Beschwerdeführerin die vorinstanzliche Einschätzung der Rückfallgefahr indes nicht in Frage zu stellen.