Citation: 8C_10/2007 28.08.2007 E. 3

Streitig und zu prüfen ist, ob die Allianz für die Folgen des Unfalls vom 22. Mai 1992 über den 30. September 2004 hinaus leistungspflichtig bleibt. 3.1 Das kantonale Gericht gelangte zum Ergebnis, die Beschwerdeführerin habe am 22. Mai 1992 neben der folgenlos abgeheilten Oberschenkelkontusion ein Schleudertrauma bzw. eine diesem äquivalente Verletzung erlitten. Für die fortbestehenden Beschwerden (insbesondere Kopfschmerzen und Konzentrationsstörungen) liege kein eindeutig objektivierbarer somatischer Befund vor. Der natürliche Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und diesen Symptomen sei mindestens im Sinne einer Teilkausalität zu bejahen. Im Rahmen der Adäquanzbeurteilung habe das Ereignis vom 22. Mai 1992 als leichter Unfall zu gelten, weshalb die Adäquanz zu verneinen sei; auch bei einer Qualifikation als mittelschwerer, im Grenzbereich zu den leichten liegender Unfall ändere sich diese Beurteilung nicht. 3.2 Die Beschwerdeführerin lässt demgegenüber geltend machen, auf Grund der massiven Verletzungsfolgen sei zumindest auf ein mittelschweres, wenn nicht gar ein schweres Unfallereignis zu erkennen. Da mehrere der von der Rechtsprechung entwickelten unfallbezogenen Kriterien erfüllt seien, müsse die Adäquanz des Kausalzusammenhangs bejaht werden. 3.3 Nach Lage der Akten ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, dass die Versicherte am 22. Mai 1992 ein Schleudertrauma der HWS oder eine äquivalente Verletzung erlitten hat, wobei innerhalb relativ kurzer Zeit Nackenschmerzen auftraten, welche am nächsten Tag zur Konsultation des Hausarztes führten. Für die Folgezeit sind verschiedene Symptome des für eine spezifische HWS-Verletzung typischen Beschwerdebildes dokumentiert. Die Adäquanzbeurteilung hat daher nach der mit BGE 117 V 359 respektive BGE 117 V 369 begründeten Praxis zu erfolgen. Dies ist denn auch unbestritten. 3.4 Zum Hergang des Unfalls vom 22. Mai 1992 ist den Akten zu entnehmen, dass die Versicherte als Mitfahrerin im Personaltransportbus der Arbeitgeberin unterwegs war. Weil der Fahrer unverhofft abrupt bremsen musste, wurde sie innerhalb des Wagens nach vorne geschleudert, wobei sie gemäss ihren im Neurologischen Gutachten vom 18. September 2000 festgehaltenen Angaben mit dem rechten Arm und dem rechten Bein gegen eine Kiste prallte, ohne den Kopf anzuschlagen. Mit Blick auf den augenfälligen Geschehensablauf ist dieses Ereignis im Rahmen der für die Adäquanzbeurteilung vorzunehmenden Einteilung (BGE 117 V 359 E. 6a S. 366) höchstens als mittelschwerer Unfall im Grenzbereich zu den leichten zu qualifizieren. Diese Beurteilung bliebe unverändert, wenn man entsprechend den Angaben in der Unfallmeldung und der letztinstanzlichen Beschwerdeschrift annehmen wollte, es habe sich nicht um eine Kiste, sondern einen Stapel von Schachteln gehandelt und die Versicherte habe den Kopf angeschlagen. Die Adäquanz des Kausalzusammenhangs ist demzufolge zu bejahen, wenn entweder ein einzelnes der von der Rechtsprechung entwickelten Kriterien (BGE 117 V 359 E. 6a S. 367) besonders ausgeprägt vorliegt oder die Kriterien insgesamt in gehäufter oder auffallender Weise erfüllt sind (BGE 117 V 359 E. 6b S. 368 oben). 3.5 Das Unfallereignis vom 22. Mai 1992 war weder von besonderer Eindrücklichkeit noch ereignete es sich unter dramatischen Begleitumständen. Die Beschwerdeführerin erlitt keine Verletzungen von besonderer Art oder Schwere. Die letztinstanzlich erneut vorgebrachte Behauptung, sie habe am Unfalltag den Notfallarzt Dr. med. K.________ aufgesucht, wird durch den als Beweismittel angerufenen Bericht des Dr. med. X.________ vom 26. Juni 1996 nicht gestützt, denn dieser bezieht sich auf ein anderes, hier nicht zur Diskussion stehendes Ereignis vom 3. Mai 1996, welches keine längerfristigen Folgen zeitigte. Zu bejahen sind dagegen, wie die Vorinstanz mit Recht erkannt hat, die Kriterien der körperlichen Dauerschmerzen und einer nach Grad und Dauer erheblichen Arbeitsunfähigkeit (vgl. zur diesbezüglichen Praxis RKUV 2001 Nr. U 442 S. 544 f., U 56/00), wobei jedoch beide Merkmale nicht in einem Ausmass vorliegen, welches für sich allein genommen die Adäquanz zu begründen vermöchte. Zu einer ärztlichen Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert hätte, kam es nicht. Gleiches gilt, wie die Vorinstanz zutreffend dargelegt hat, bezüglich der Dauer der ärztlichen Behandlung: Nach dem Aufenthalt in der Rehaklinik M.________, welcher bis Mitte September 1993 dauerte, fand nach Lage der Akten keine kontinuierliche, mit einer gewissen Planmässigkeit auf die Verbesserung des Gesundheitszustandes gerichtete ärztliche Behandlung (vgl. Urteil U 479/05 vom 6. Februar 2007, E. 8.3) mehr statt. Die Kontrolluntersuchungen bei Dr. med. X.________, die Verabreichung von Schmerzmitteln sowie gelegentliche Physio- und Ergotherapie genügen für die Bejahung des Kriteriums nicht (vgl. RKUV 2005 Nr. U 549 S. 236 E. 5.2.4 S. 238 f., U 380/04, mit Hinweisen). Ebenso wenig kann unter den gegebenen Umständen von einem schwierigen Heilungsverlauf oder erheblichen Komplikationen gesprochen werden, da die hierfür über das Fortbestehen der Beschwerden hinaus verlangten besonderen Gründe (Urteil U 479/05 vom 6. Februar 2007, E. 8.5) nicht gegeben sind. 3.6 Bei nur zwei erfüllten Kriterien und einem Unfall, welcher höchstens als mittelschwer im Grenzbereich zu den leichten Ereignissen zu qualifizieren ist, haben Allianz und Vorinstanz die Adäquanz des Kausalzusammenhangs mit Recht verneint. Die Beschwerde ist abzuweisen.