Citation: 1P.456/2000 24.10.2000 E. 2

2.- Der Beschwerdeführer rügt, das Appellationsgericht hätte die Frage nach der ursprünglichen Existenz von Videoaufnahmen und nach den Gründen für eine Überspielung von allfälligen Aufnahmen nicht offen lassen dürfen. Bei willkürfreier Würdigung der vorgenommenen Abklärungen hätte das Appellationsgericht davon ausgehen müssen, dass ursprünglich Videoaufnahmen vorhanden gewesen und nachträglich wieder gelöscht worden seien. Das Appellationsgericht hätte sich nach dem Urteil des Bundesgerichts vom 31. Mai 1999 ohne Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör auch nicht darauf beschränken dürfen, die Auswirkungen von noch vorhandenen Videoaufnahmen auf das Beweisergebnis zu prüfen. Vielmehr hätte es, davon ausgehend, es seien ursprünglich Videoaufzeichnungen angefertigt worden, auch in seine Würdigung einbeziehen müssen, dass und aus welchen Gründen diese vernichtet worden seien. Dies sei für die Würdigung der Glaubwürdigkeit der Aussagen des Hauptbelastungszeugen V.________ von wesentlicher Bedeutung. So sei es undenkbar, dass dieser, wie auch die weiteren Verantwortlichen der Bank, von den Überwachungskameras und den Aufzeichnungen in den Schalterhallen keine Kenntnis gehabt hätten. Sodann sei V.________ nach dem bestrittenen Geldbezug von Beginn weg an der Identifikation des unbekannten Geldbezügers beteiligt gewesen und habe sich somit der Bedeutung vorhandener Videoaufnahmen in diesem Zusammenhang bewusst sein müssen. Er hätte verhindern müssen, dass es - wie aus der schriftlichen Bankauskunft vom 13. Juli 1999 zu entnehmen sei - nach 31 Tagen zur routinemässigen Überspielung der Videoaufzeichnungen kam, zumal die Strafanzeige am 30. September 1994, also innerhalb von 31 Tagen seit dem Geldbezug vom 6. September 1994 eingereicht worden sei. Da er weder dies getan noch die Aufzeichnungen von sich aus im Strafverfahren aktenkundig gemacht habe, erscheine seine Glaubwürdigkeit als Zeuge in einem völlig anderen Licht und hätte für die Verurteilung nicht mehr willkürfrei auf seine Aussagen abgestellt werden dürfen. Zu berücksichtigen sei, dass V.________s Interessen nicht ohne weiteres, wie dies das Appellationsgericht willkürlich mache, mit denjenigen der Bank an einer einwandfreien Aufklärung der Identität des Geldbezügers gleichgesetzt werden könnten. Vielmehr habe er ein eminentes Interesse daran gehabt, dass nicht an den Tag komme, dass er eine Auszahlung an eine unberechtigte Drittperson getätigt habe. Das Appellationsgericht habe deshalb eine unzulässige antizipierte Beweiswürdigung vorgenommen, indem es die Fragen, ob ursprünglich Videoaufnahmen bestanden hatten und weshalb allfällige Aufnahmen vernichtet worden seien, offen gelassen und die zu deren Klärung gestellten Beweisanträge abgewiesen habe. Weiter macht der Beschwerdeführer geltend, er habe bereits zwei Tage nach dem umstrittenen Geldbezug in einem Telefongespräch mit H.________ von der Bank die Auswertung der Aufzeichnungen verlangt. Trotzdem hätten weder der Bankkassier noch die weiteren Verantwortlichen der Bank, die ihren Kollegen damit gedeckt hätten, die Überspielung der Videoaufnahmen als wichtigstes Beweismittel zu seiner Entlastung verhindert. Die Unterlassung der rechtzeitigen Sicherstellung der Videoaufnahmen durch die anzeigeerstattende Bank sei gleich zu behandeln wie eine Unterlassung der Strafuntersuchungsbehörden, welcher der Schuldbeweis obliege und die das Risiko eines nicht durch den Angeschuldigten verursachten Beweisnotstandes trage. Eine Verurteilung trotz des Umstandes, dass der Anspruch des Beschwerdeführers auf Abnahme eines Entlastungsbeweises vereitelt worden sei, erscheine als stossend und verletze die Unschuldsvermutung als Beweislastregel. Es sei vom hypothetischen Beweisergebnis auszugehen, dass die Videoaufnahmen zu seiner Entlastung geführt hätten.