Citation: 6B_1028/2023 E. 4.3.1

4.3.1. Zunächst verletzt die Vorinstanz ihr Ermessen nicht, indem sie hinsichtlich der üblen Nachrede von einem leichten und nicht sehr leichten Verschulden des Beschwerdeführers ausgeht. Dabei erwägt sie zu Recht, dass der Vorwurf strafbaren Verhaltens eine erhebliche Verletzung des Ehrgefühls darstellt. Ferner berücksichtigt sie auch hinreichend, dass die ehrverletzende Äusserung in einer E-Mail getätigt wurde, die sich an eine einzelne Person, die Beiständin der Mutter des Beschwerdeführers, richtete, diese als Rechtsanwältin in Kenntnis der Erbstreitigkeit zwischen dem Beschwerdeführer und dem Geschädigten in der Lage war, die inkriminierte Äusserung in einen Gesamtkontext einzuordnen, und sie kein Interesse an der Weiterverbreitung der ehrverletzenden Äusserung hatte, weshalb die Gefahr, dass weitere Kreise davon Kenntnis erhalten könnten, gering war (vgl. Urteil S. 16 f.; Beschwerde S. 20). Es ist nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz festhält, der Beschwerdeführer habe vorsätzlich und ohne unmittelbare Provokation oder zeitliche Dringlichkeit gehandelt. Soweit der Beschwerdeführer einwendet, dies sei willkürlich, da eine jahrelange Provokation und auch eine zeitliche Dringlichkeit vorliege (Beschwerde S. 21), ist ihm mit der Vorinstanz entgegen zu halten, dass es ihm ohne weiteres möglich gewesen wäre, das Verhalten des Geschädigten, das er gegenüber der Beiständin kritisieren und diese zum Einschreiten bewegen wollte, sachlich darzulegen. Auch berücksichtigt die Vorinstanz zu Gunsten des Beschwerdeführers genügend, dass die Äusserung vor dem Hintergrund einer sehr belasteten familiären Situation und einer strittigen erbrechtlichen Auseinandersetzung erfolgte, die von den beiden Brüdern (Beschwerdeführer und Geschädigter) erbittert geführt wird, und der Beschwerdeführer bei der Beiständin seiner Mutter um Hilfe ersuchen wollte. Diesen Umständen trägt die Vorinstanz mit der hypothetische Einsatzstrafe von 20 Tagessätzen angemessen Rechnung (Urteil S. 17).