Citation: I 67/04 13.01.2005 E. 3.3

3.3.1 Den Nichteinbezug der Entschädigung für den Deutschunterricht hat die Vorinstanz u.a. damit begründet, dass dieser Zusatzverdienst weder durch die Auszüge aus dem individuellen Konto noch durch die unter Hinweis auf die Mitwirkungspflicht von Seiten des Gerichts mit Verfügung vom 4. August 2003 eingeforderten Belege wie Lohnabrechnungen, Lohnbescheinigungen oder Steuerunterlagen in Bestand und Höhe gehörig nachgewiesen werden konnte und sich die Beweislosigkeit zu Ungunsten der Beschwerdeführerin auswirke. 3.3.2 Mit der Beschwerdeführerin gilt dazu festzustellen, dass die Beweisregel, wonach im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte, erst dann Platz greift, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes auf Grund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (vgl. Erw. 1.2 hievor). Zwar lässt sich aus den IK-Auszügen, wie auch aus den von der Beschwerdeführerin auf Aufforderung des Gerichts beigebrachten Lohnabrechnungen sowie Bank- und Postkontoauszügen nicht schlüssig entnehmen, ob und gegebenenfalls in welcher Höhe sie bei der Primarschule X.________ ein Zusatzeinkommen erzielt hat. Mit Bezug auf das in den Akten liegende Bestätigungsschreiben der Primarschule X.________ vom 23. September 2003 konnte das Gericht jedoch nicht davon ausgehen, dass mit überwiegender Wahrscheinlichkeit der Beweis betreffend Bestand und Höhe des jährlichen Einkommens im Zusammenhang mit Fremdsprachenunterricht nicht erbracht werden konnte. Vielmehr geht aus diesem offiziellen Schreiben der Präsidentin der Primarschule X.________ hervor, dass die Beschwerdeführerin in den Jahren 1989 bis 1997 als Kindergärtnerin zusätzlich zu ihrer regulären Anstellung auch Deutschlektionen erteilt hatte. Das Pensum wurde mit 2 bis 3 Lektionen wöchentlich im Durchschnitt beschrieben. Dazu wurde ergänzt, dass eine genaue Auflistung der Lektionen mit Datum und Auszahlung mit sehr viel zeitlichem Aufwand verbunden wäre, da in der Zwischenzeit die Behördemitglieder und die Gutsverwaltung mehrmals gewechselt hätten. Sollte eine genaue Belegauflistung noch erforderlich sein, würde dies auf schriftlichen Antrag hin erstellt. Unter diesen Umständen wäre das Gericht gehalten gewesen, in Nachachtung des Untersuchungsgrundsatzes eine entsprechende Nachfrage zu tätigen, ist doch die Beschwerdeführerin bis dahin ihrer Mitwirkungspflicht den Umständen entsprechend genügend nachgekommen. Indem die Vorinstanz auf zusätzliche Abklärungen verzichtete und von Beweislosigkeit ausging, verletzte sie einerseits die ihr durch den Untersuchungsgrundsatz auferlegte Pflicht zur vollständigen Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts und anderseits den Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Daran ändert auch die Zusatzbegründung im angefochtenen Entscheid nichts, wonach dieses Einkommen auch beim Invalideneinkommen hätte berücksichtigt werden müssen, womit sich dies nicht erhöhend auf den Invaliditätsgrad auswirken würde. Dazu gilt es festzustellen, dass die Arbeitsfähigkeit unbestrittenermassen auch nach der Umschulung ab Juli 2002 in einer behinderungsangepassten Tätigkeit nur noch 50 % betrug. Wie die Beschwerdeführerin zutreffend argumentiert und durch die Akten erstellt ist, wäre es ihr aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr möglich gewesen, zusätzlich zu ihrem Pensum als Heilpädagogin in Y.________ weiterhin Fremdsprachenunterricht zu erteilen. Wie sie zudem zu Recht anführt, hat der weitere Verlauf der gesundheitlichen Entwicklung dies denn auch bestätigt, bezieht sie doch seit 1. März 2003 eine ganze Rente. Dass sie dieses Zusatzeinkommen bis 1999, also auch nach Eintritt der Invalidität, erzielte und auch während der Umschulung Deutschunterricht erteilte, ist entgegen der Vorinstanz hier nicht relevant.