Citation: 1C_10/2021 E. 4.4

4.4. Die Beschwerdeführerin will die von der Vorinstanz aus der Lebenserfahrung gezogene Wahrscheinlichkeitsfolgerung entkräften. Es sei notorisch, dass auch durch einen einzigen Gewaltausbruch alles Geschirr zerschlagen werde und dadurch eine Ehe zerstört werden könne. Sie gibt an, ein tätlicher Angriff des Ehemanns vom 30. Juli 2016, d.h. nach der Einbürgerung, habe sie veranlasst, die gemeinsame Wohnung zu verlassen. Die Vorinstanz erachtete es hingegen nicht als nachvollziehbar, dass der mit diesem Konflikt einhergehende Streit als plötzliches und unerwartetes Ereignis das Ende der Ehe bedeutet haben soll. Aufgrund der Schilderungen der Ehegatten sei vielmehr davon auszugehen, dass die Ehe seit längerem belastet war. Diese hätten übereinstimmend ausgeführt, im Laufe der Ehe sei es vermehrt sowie stetig wachsend zu Auseinandersetzungen gekommen, welche sich massiv zugespitzt und sich Wochen vor der Trennung weiter verschlimmert hätten. Diese Erläuterungen zeugen nach der Vorinstanz von einem länger dauernden Zerrüttungsprozess. Dies werde im Übrigen durch die Umstände gestützt, dass die Beschwerdeführerin bereits im Juni 2015 vom Ehemann tätlich angegriffen worden sei und sie im November 2015 gemeinsam ein Seminar besucht hätten, um an ihrer Ehe zu arbeiten. Insgesamt hat die Vorinstanz einen fortgeschrittenen Entfremdungsprozess bereits zum Zeitpunkt der erleichterten Einbürgerung angenommen, weshalb nicht auf eine intakte und stabile eheliche Gemeinschaft geschlossen werden könne. Der Beschwerdeführerin sei es nicht gelungen, die natürliche Vermutung zu widerlegen.