Citation: 1C_462/2022 E. 4.3.1

4.3.1. Für die Beurteilung, ob die Tierhaltung bodenabhängig erfolgt, ist zu prüfen, ob auf dem Betrieb des Beschwerdegegners genügend Flächen als Futterbasis für die Ernährung des Tierbestands bestehen. Diese Beurteilung kann nicht wie bei der inneren Aufstockung aufgrund des in der Regel mittels Standardwerten (Art. 36 Abs. 2 RPV) ermittelten Trockensubstanzpotenzials des gesamten Betriebs vorgenommen werden. Vielmehr ist im Zusammenhang mit der bodenabhängigen Nutztierhaltung abzuklären, ob das von den Tieren benötigte Futter auch tatsächlich zum überwiegenden Teil auf dem Betrieb selbst produziert wird. Dazu erscheint es erforderlich, dass aufgrund der auf dem Betrieb herrschenden konkreten Verhältnisse ermittelt wird, welcher Landanteil als Futterbasis für die Tierhaltung dient und wie viele Tiere damit ernährt werden können (vgl. zum Ganzen: BGE 133 II 370 E. 4.4 mit Hinweisen).