Citation: 6B_776/2022 E. 1.5.1

1.5.1. Der Entscheid, ob evident sei, dass ein schwerer, im Berufungsverfahren nicht heilbarer Mangel des erstinstanzlichen Verfahrens gegeben ist, erfordere eine materielle Beurteilung eben dieser Frage. Nur wenn ein schwerer und nicht heilbarer Mangel vorliege, könne dessen Evidenz bejaht werden. Wenn das Eintreten gestützt auf Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG von der Evidenz eines Verfahrensmangels abhänge, setze dies stets eine materielle Beurteilung der aufgeworfenen Fragen voraus. Es sei nur schwer nachvollziehbar und führe zu Rechtsunsicherheit, wenn die Eintretensfrage unterschiedlich gehandhabt wird, je nachdem, ob der fragliche Verfahrensmangel evident ist oder nicht (BGE 148 IV 155 E. 2.1).