Citation: 4C.131/2000 24.04.2001 E. 5

5.-Die Beklagte rügt schliesslich als Verletzung von Art. 8 ZGB, dass das Kantonsgericht ihre Vorbringen zu den Kassenentnahmen der Klägerin als nicht genügend substanziiert bezeichnete. a) Inwiefern das angefochtene Urteil Bundesrecht verletzt, ist in der Berufungsschrift selber darzulegen (Art. 55 Abs. 1 lit. c OG). Soweit die Beklagte daher bloss auf ihre Eingaben im kantonalen Verfahren verweist, sind ihre Ausführungen unbeachtlich (BGE 116 II 92 E. 2). b) Ob ein nach dem Bundesprivatrecht zu beurteilender Anspruch durch die Sachverhaltsvorbringen einer Partei ausreichend substanziiert ist, richtet sich nach Bundesrecht (BGE 112 II 181; 109 II 234). Demgegenüber bestimmt das kantonale Recht, wann und in welcher Form die Parteien ihre anspruchsbegründenden Tatsachen vorzubringen haben, und ob das Gericht auch auf nicht vorgebrachte Tatsachen abstellen darf (Frank/Sträuli/Messmer, Kommentar zur zürcherischen Zivilprozessordnung, Zürich 1997, N 1a zu § 113 ZPO ZH). c) Von Bundesrechts wegen kann der Beklagten nicht vorgeworfen werden, dass sie den genauen Betrag nicht genannt habe, den die Klägerin der Geschäftskasse entnommen habe. Es konnte von ihr aber sehr wohl verlangt werden, dass sie Beweismittel nennt, um ihre Behauptung zu stützen, wonach überhaupt Gelder aus der Kasse entnommen worden seien. Dass sie dem Kantonsgericht entsprechende Beweise beantragt habe, welche von diesem nicht abgenommen worden wären, lässt sich der Berufungsschrift jedoch nicht entnehmen. Aus dem Bundesrecht ergibt sich indessen keine Verpflichtung der kantonalen Gerichte, selber nach entsprechenden Beweismitteln zu suchen. Soweit die Beklagte sich dabei auf Art. 42 OR beruft, ist eine Verletzung von Bundesrecht ebenfalls nicht ersichtlich. Gemäss Art. 42 Abs. 2 OR ist der ziffernmässig nicht nachweisbare Schaden nach Ermessen des Gerichts abzuschätzen. Dabei müssen aber zumindest Anzeichen vorliegen, die den annähernd sicheren Eintritt eines Schadens nahelegen (BGE 122 III 219 E. 3a; Brehm, Berner Kommentar, N 52 zu Art. 42 OR; Schnyder, Basler Kommentar, 2. Aufl. 1996, N 11 zu Art. 42 OR). Dem angefochtenen Urteil sind keinerlei Anzeichen dieser Art zu entnehmen.