Citation: U 317/05 13.03.2006 E. 2

Die in der Orthopädie der Klinik X.________ am 15. Oktober 2003 angefertigten Röntgenbilder vom Becken und der LWS zeigen weder Läsionen noch Auffälligkeiten. Wenn der untersuchende Arzt, Dr. med. B.________, eine beim Unfall erlittene, schwere Quetschung der Gesässmuskulatur, insbesondere des Nervus ischiadicus, vermutet und gestützt darauf auf ein Ausstrahlen dieser Vernarbungen in den Unterschenkel schliesst, so stellt dies den Versuch dar, trotz des unauffälligen organischen Befundes eine mögliche Verbindung zwischen den geltend gemachten Beschwerden und dem Unfall aufzuzeigen. In der Krankengeschichte finden sich indessen keinerlei echtzeitlich erfasste ärztliche Aussagen oder Bilder, welche die Mutmassung zum Unfallhergang stützen würden. Einzig nachträglich führte der Hausarzt am 13. Januar 2004 aus, der Versicherte habe anlässlich der ersten Konsultation vom 2. Mai 2001 neben Schmerzen in der linken Schulter auch über solche im Gesäss geklagt, diese habe er (der Arzt) aber wegen der damals deutlich im Vordergrund gestandenen Schulterschmerzen in keinem der damals erstellten Berichte erwähnt. Zusätzlich wird in der von der Arbeitgeberin des Versicherten ausgefüllten Unfallmeldung vom 3. Mai 2001 als von Verletzungen betroffener Körperteil neben der Schulter auch das Gesäss erwähnt. Auf der anderen Seite lässt die ausgebliebene Erwähnung dieser Verletzung in einem der Arztberichte auf das Fehlen einer Behandlungsbedürftigkeit schliessen, was die am 30. Juli 2003 anlässlich einer Besprechung am Arbeitsplatz rückblickend getätigte Aussage des Versicherten zur Schmerzintensität - die ersten zwei Wochen nach dem Unfall kaum sitzen gekonnt zu haben - in Frage stellt. Insgesamt bleibt die von Dr. med. B.________ getroffene Annahme einer Gesässkontusion erheblicher Schwere im Bereich des bloss möglichen. Der erforderliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ist damit nicht erreicht. Ein auf den Unfall zurückzuführendes organisches Substrat für die Hüftbeschwerden ist demnach ungeachtet weiterer spezialärztlicher Abklärungen auszuschliessen.