Citation: 7B.75/2002 24.07.2002 E. 3

Ein Kollokationsplan ist stets auch im summarischen Verfahren zu erstellen (Art. 70 der Verordnung über die Geschäftsführung der Konkursämter [KOV; SR 281.32]; vgl. auch Art. 231 Abs. 3 SchKG). Gehört zur Masse ein Grundstück, hat das Konkursamt ausserdem das entsprechende Lastenverzeichnis zu errichten, das seinerseits Bestandteil des Kollokationsplanes bildet (Art. 247 Abs. 2 SchKG). Der Kollokationsplan soll darüber Auskunft geben, wie die geltend gemachten bzw. in den öffentlichen Büchern vermerkten dinglichen Rechte an den Vermögenswerten des Gemeinschuldners nach Auffassung des Konkursamtes hinsichtlich Bestand, Betrag und Rang behandelt werden sollen (vgl. Jaeger/ Walder/Kull/Kottmann, Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs, 4. Auflage, N 5 zu Art. 247; Amonn/Gasser, Grundriss des Schuldbetreibungs- und Konkursrechts, 6. Auflage, § 46 Rz 18; Fritzsche/Walder, Schuldbetreibung und Konkurs nach schweizerischem Recht, II. Band, 3. Auflage, § 49 Rz 13). Dem Kollokationsplan muss mit andern Worten entnommen werden können, welche an der Konkursmasse berechtigten Personen - zu denen auch die Träger von vorgemerkten persönlichen Rechten zählen (vgl. Dieter Hierholzer, in: Kommentar zum SchKG, Basel 1998, N 22 zu Art. 250) - aus dem Verwertungserlös befriedigt werden sollen und in welchem Umfang (vgl. Pierre-Robert Gilliéron, Commentaire de la loi fédérale sur la poursuite pour dettes et la faillite, N 21 zu Art. 247). Der endgültige Entscheid über diese Frage ist nicht der Aufsichtsbehörde, sondern dem Richter vorbehalten (Kollokationsklage nach Art. 250 SchKG). In seiner in Rechtskraft erwachsenen Fassung bildet der Kollokationsplan dereinst Grundlage für die Verteilung des Verwertungserlöses (vgl. Art. 261 SchKG sowie Art. 83 Abs. 1 und Art. 85 am Ende KOV; BGE 97 III 39 E. 1 S. 41; 65 III 28 E. 1 S. 30; Hierholzer, a.a.O., N 5 zu Art. 247).