Citation: I 84/02 21.02.2003 E. 3

Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Versicherten auf Abgabe von Spezialschuhen für Einlagen. 3.1 Gemäss den Berichten des Hausarztes Dr. med. C.________, vom 25., 29. und 30. März 2001 hat die Versicherte wegen der massiven Adipositas zunehmende Hüftschmerzen, Gehschwierigkeiten und übermässig beanspruchte, sehr aufgetriebene Füsse. Konfektionsschuhe mit zusätzlich auswechselbaren Einlagen genügten nicht, da solche Schuhe zu eng seien. Die Schuhversorgung könne auch nicht durch Konfektionsschuhe mit verschiedenen Grössen oder orthopädischen Änderungen gelöst werden. Um die volle Arbeitsfähigkeit zu erhalten, brauche sie Spezialschuhe mit Absatzerhöhung, Dämpfung und Abrollhilfe. Im Weiteren sei neben einer Gewichtsreduktion aktuell eine Hüftprothese beidseitig geplant. 3.2 Das kantonale Gericht vertritt die Auffassung, Spezialschuhe für Einlagen seien unter den Begriff Orthopädische Spezialschuhe gemäss Ziff. 4.03 HVI-Anhang zu subsumieren, weshalb die IV-Stelle deren Kosten abzüglich der vorgeschriebenen Kostenbeteiligung der Versicherten zu übernehmen habe. Der Vorinstanz ist darin beizupflichten, dass Spezialschuhe für Einlagen grundsätzlich als Hilfsmittel im Sinne von Ziff. 4.03 HVI-Anhang zu qualifizieren sind. Diese Schuhart wird denn auch in Rz 4.05.2* des vom BSV herausgegebenen Kreisschreibens über die Abgabe von Hilfsmitteln durch die Invalidenversicherung (KHMI) sowie in Rz **520.00 des Tarifs UV MV IV betreffend Orthopädie-Schuhtechnische Arbeiten (nachfolgend Tarif) als Hilfsmittel aufgeführt. Allerdings stellt sich die Frage nach dem Verhältnis zu den Fusseinlagen, deren Kosten nur übernommen werden, wenn sie eine wesentliche Ergänzung medizinischer Eingliederungsmassnahmen bilden (Art. 21 Abs. 1 Satz 2 IVG; Ziff. 4.05* HVI-Anhang). Es ist nicht folgerichtig, die Abgabe von Spezialschuhen für Einlagen anders zu behandeln als jene von Einlagen und im ersten Fall von der Voraussetzung vorausgegangener medizinischer Massnahmen abzusehen (vgl. auch AHI 1974 S. 371 ff. und Urteil B. vom 29. November 2002 Erw. 2.4, I 621/02 betreffend sog. "Einlageschuhe"). Soweit im Tarif angeführt wird, Spezialschuhe für Einlagen würden von der Invalidenversicherung zur Berufsausübung selbst dann übernommen, wenn sie keine wesentliche Ergänzung einer medizinischen Massnahme darstellen, ist dies nach dem Gesagten nicht korrekt.