Citation: 6B_1236/2022 E. 3.2.2

3.2.2. Zum Sachverhalt "Dreiegg" hält die Vorinstanz fest, der Beschwerdeführer habe gewusst, dass der Schlag mit dem Stuhl gegen den Oberkörper von B.________ eine schwere Körperverletzung herbeiführen könne. So habe er ausgesagt, es könne viel passieren, wenn man jemanden mit einem Stuhl schlage. Es könnten grosse Verletzungen resultieren, man könne mit einem Stuhl jemandem das Genick brechen oder jemanden töten. Die Vorinstanz berücksichtigt, dass der Beschwerdeführer diese Aussagen insoweit relativierte, als es darauf ankomme, wo man schlage. Auch unter Berücksichtigung dieser Relativierung schliesst die Vorinstanz aus den Aussagen des Beschwerdeführers schlüssig auf sein Wissen, dass ein Schlag mit einem Stuhl auf den Rücken eines Menschen schwere Verletzungen nach sich ziehen kann. Die Vorinstanz weist zutreffend darauf hin, dass die Annahme von Vorsatz keine sichere Voraussicht des genauen Geschehensablaufs voraussetzt. Vielmehr genügt es, wenn der Täter die Tatbestandsverwirklichung, hier die Herbeiführung der schweren Körperverletzung, ernsthaft für möglich hält (BGE 130 IV 58 E. 9.1.2; 125 IV 242 E. 3; vgl. statt vieler Urteil 6B_789/2020 vom 31. Januar 2022 E. 2.4). Was die Willensseite betrifft, ist gemäss Vorinstanz fraglich, ob der Beschwerdeführer zumindest in Kauf genommen habe, B.________ schwer zu verletzen. Die Vorinstanz beurteilt diese Frage auf der Grundlage der konkreten Umstände. Demnach ist erstellt, dass der Beschwerdeführer einen Stuhl aus Holz und Metall behändigte und mit Wucht auf den Oberkörper von B.________ schlug. Dieser stürzte zu Boden und blieb verletzt liegen. Die Vorinstanz berücksichtigt die Angaben des Beschwerdeführers, wonach er alkoholisiert gewesen sei und den Stuhl bewusst gegen den Oberkörper von B.________ geschlagen habe. Sie gelangt zum Schluss, dass der alkoholisierte Beschwerdeführer nicht in der Lage gewesen sei, seinen Schlag genau zu dosieren oder zu kontrollieren. Sowohl er als auch B.________ seien in Bewegung gewesen. Dem Beschwerdeführer sei es nicht möglich gewesen, den Schlag dosiert und kontrolliert auszuführen. Aufgrund des Verletzungsbilds geht die Vorinstanz ausserdem davon aus, dass eine Kante oder Ecke des Stuhls mit Wucht auf die beiden Rippen getroffen sei, sodass diese gebrochen seien. Die Situation sei für den Beschwerdeführer absolut unberechenbar gewesen. Die Abwehrchancen von B.________ seien eingeschränkt gewesen, weil der Beschwerdeführer ihn von hinten getroffen habe. Der Beschwerdeführer habe auch wissen müssen, dass eine Person nach einem solchen Schlag unkontrolliert stürzen kann. B.________ hätte gemäss Vorinstanz auch deswegen schwere Verletzungen erleiden können. Dass heftige Schläge mit einem harten Gegenstand gegen den Rumpf geeignet sind, schwere innere Verletzungen zu verursachen, folge auch aus dem rechtsmedizinischen Gutachten.