Citation: 5C.271/2006 09.05.2007 E. 3.6

3.6.1 Nach Meinung der Berufungsklägerin verstösst der angefochtene Entscheid insofern gegen das Verhältnismassigkeitsgebot von Art. 310 ZGB und Art. 14 BV, als die Vorinstanz nicht angeordnet habe, sie solle zusammen mit dem Kinde "im Rahmen einer längeren Beobachtungsphase für ein paar Wochen in eine Mutter-Kind-Institution untergebracht werden, wo eine umfassend[e] Überwachung garantiert wäre". Eine weitere Möglichkeit hätte darin bestanden, ihr einen "erweiterten Beistand" zu bestellen, der auf ihre individuellen Bedürfnisse eingehe und allfällige Gefährdungssituationen sofort erkenne und darauf reagiere. 3.6.2 Ob die Vorinstanz angesichts eines bestehenden Sachverhaltes Massnahmen getroffen hat, die mit dem Verhältnismässigkeitsgebot in Einklang stehen, ist eine Rechtsfrage, die das Bundesgericht frei prüft, wenn auch mit Zurückhaltung (E. 2.3 hiervor). Die erhobene Rüge ist daher an sich prinzipiell zulässig. 3.6.3 Das Verwaltungsgericht hat auf die Begründung des Regierungsrates verwiesen und dieselbe sich zu Eigen gemacht, wonach zwar eine derart umfassende und an die konkreten Umstände angepasste Überwachung eine Gefährdung des Kindes weitgehend verhindern würde, wodurch letztlich ein Obhutsentzug nie absolut notwendig wäre. Es hat aber auch angefügt, dass eine solche Lösung die Möglichkeiten der öffentlichen Hand sprengen würde. Die Berufungsklägerin hält dem entgegen, eine solche Lösung könnte für eine längere Beobachtungsphase angeordnet werden, was die Möglichkeiten der öffentlichen Hand nicht sprengen würde. Auf diese Weise lassen sich aber allenfalls nähere Abklärungen treffen; eine definitive Lösung wäre damit selbst in den Worten der Berufungsklägerin nicht gefunden. Diese Rüge ist deshalb unbegründet. 3.6.4 Was sich dann die Berufungsklägerin unter einem "erweiterten Beistand" vorstellt, ist unklar und wird von ihr auch kaum begründet. Das Verwaltungsgericht hält in diesem Zusammenhang fest, dass keine Lösung gewährleisten kann, dass die Berufungsklägerin keinen Augenblick alleine mit ihrem Kinde bleibt, was aber dessen Gefährdung impliziert. Und der Regierungsrat hatte gleich argumentiert, als er darauf hinwies, dass selbst die Hilfsbereitschaft der pensionierten Mutter der Berufungsklägerin keine Lösung darstellen konnte. Indem die Berufungsklägerin sich mit der Begründung der Vorinstanz überhaupt nicht auseinandersetzt und insbesondere nicht aufzeigt, worin sich dieser "erweiterte Beistand" von den Personen unterscheiden soll, die gemäss dem angefochtenen Entscheid und dem Entscheid des Regierungsrates sowieso keine umfassende Betreuung hätten garantieren können, kann auf ihre Rüge nicht eingetreten werden (E. 2.4 hiervor).