Citation: 5A_28/2020 E. 3.3.7

3.3.7. Die Beschwerdeführerin beklagt sich weiter darüber, dass die Vorinstanz die Versäumnisse des Bezirksgerichts im Zusammenhang mit der Ermittlung der Lebenshaltungskosten in Mazedonien als heilbare Gehörsverletzung qualifiziert. Die eigenen Recherchen des Bezirksgerichts hätten den Ausschlag dafür gegeben, dass insbesondere ihre wirtschaftlichen Verhältnisse als negativ und ihre Erziehungsfähigkeit als eingeschränkt beurteilt wurde. Das Bezirksgericht habe nur für sie, die Beschwerdeführerin, ungünstige Aussagen gesammelt und "entlastende" Hinweise ausser Acht gelassen. Welche Informationen den Vorinstanzen vorlagen, lasse sich nicht zweifelsfrei eruieren, da sich die Quellen nicht in den Verfahrensakten befänden. Der Internetlink zum Bericht des Flüchtlingsrates Baden-Württemberg könne "notabene verändert werden"; für die Pressemitteilung der Hans-Böckler-Stiftung, die mutmasslich ebenfalls aus dem Internet stamme, sei nicht einmal ein Link angegeben. Angesichts von alledem liege eine unheilbare Gehörsverletzung vor und sei eine Rückweisung entsprechend unumgänglich. Auch dass eine Rückweisung einem formalistischen Leerlauf gleichkäme, bestreitet die Beschwerdeführerin. Die Tatsache, dass sie während des laufenden Verfahrens nach Mazedonien zurückgekehrt sei, spreche vielmehr für eine Rückweisung, da sich die aktuellen und tatsächlichen Umstände in Mazedonien erstrichterlich klären liessen und ein Scheidungsurteil erwirkt werden könne, das längere Zeit Bestand hat. Nach der Rechtsprechung, die der angefochtene Entscheid zutreffend wiedergibt, kann eine nicht besonders schwerwiegende Verletzung des rechtlichen Gehörs ausnahmsweise als geheilt gelten, wenn die betroffene Person die Möglichkeit erhält, sich vor einer Rechtsmittelinstanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt wie auch die Rechtslage frei überprüfen kann. Unter dieser Voraussetzung ist darüber hinaus - im Sinn einer Heilung des Mangels - selbst bei einer schwerwiegenden Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör von einer Rückweisung der Sache an die Vorinstanz abzusehen, wenn und soweit die Rückweisung zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem (der Anhörung gleichgestellten) Interesse der betroffenen Partei an einer beförderlichen Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren wären (BGE 142 II 218 E. 2.8.1 S. 226; 137 I 195 E. 2.3.2 S. 197 f.). Ausgangspunkt für die Erkenntnis der Vorinstanz, weshalb dem Bezirksgericht jedenfalls keine schwerwiegende Gehörsverletzung vorzuwerfen sei, ist die Feststellung, dass sich die Beschwerdeführerin im erstinstanzlichen Verfahren mit pauschalen Vorbringen begnügt habe (s. E. 3.2.6). Letzteres bestreitet die Beschwerdeführerin nicht, noch äussert sie sich dazu, weshalb die Vorgehensweise des Bezirksgerichts trotzdem als schwerwiegender und deshalb nicht heilbarer Mangel gelten muss. Insofern genügt sie den Anforderungen an die Begründung der Beschwerde an das Bundesgericht (E. 2.1) nicht. Im Übrigen stellt die Beschwerdeführerin nicht in Abrede, dass dem Kantonsgericht hinsichtlich der Frage ihrer Erziehungsfähigkeit die gleiche Überprüfungsbefugnis zusteht wie dem Bezirksgericht. Stattdessen behauptet sie pauschal, die vom Bezirksgericht berücksichtigten Angaben seien nicht überprüfbar. Soweit die Beschwerdeführerin dem Kantonsgericht darüber hinaus vorwirft zu übersehen, dass das Bezirksgericht den Sachverhalt einseitig zu ihren Ungunsten ermittelt habe, verkennt sie, dass damit nicht das rechtliche Gehör, sondern die Sachverhaltsfeststellung bzw. die Beweiswürdigung in Frage steht. Diesbezüglich steht im hiesigen Verfahren nicht der Entscheid des Bezirksgerichts, sondern allein derjenige des Kantonsgerichts zur Beurteilung. Bleibt es nach dem Gesagten dabei, dass dem Bezirksgericht jedenfalls kein schwerwiegender Mangel zur Last fällt, so kann auch dahingestellt bleiben, ob eine Rückweisung einem formalistischen Leerlauf gleichkäme.