Citation: U 227/05 16.01.2006 E. 4

Zu prüfen ist weiter, ob am 30. Mai 2003 eine unfallähnliche Körperschädigung im Sinne des Art. 9 Abs. 2 lit. f UVV eingetreten ist, hat doch Dr. med. S.________ mit Bericht vom 18. Juli 2003 eine Bicepssehnenruptur rechts diagnostiziert. Das kantonale Gericht geht in dieser Hinsicht davon aus, es könne nicht festgestellt werden, wann der fragliche Sehnenriss eingetreten sei. Aufgrund der Angaben des verantwortlichen Arztes des Spitals X.________ sei jedoch nicht überwiegend wahrscheinlich, dass dies "während des Vorfalls am 30. Mai 2003 erfolgte". 4.1 Wie der Versicherte zu Recht vorbringt, diagnostiziert die Rheumaklinik des Spitals Y.________ mit Bericht vom 26. April 2005 unter anderem eine "Periarthropathia humeroscapularis chronica tendinotica re mit Impingement-Symptomatik" bei rupturierter langer Bicepssehne und subacromialem Engpass sowie arthroskopischem "Débridement intraartikulär und subacromial Sommer 2003". Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers ist es gerade nicht "unbestritten", dass diese "Defizite" auf das am 30. Mai 2003 Vorgefallene zurückzuführen sind, sondern dies ist zentraler Streitpunkt dieses Verfahrens. 4.2 Dr. med. S.________ diagnostiziert im Formularbericht vom 18. Juli 2003 eine Bicepssehnenruptur rechts, die er offenbar als während der Arbeit am 30. Mai 2003 eingetreten erachtete. Dem gegenüber steht jedoch die Auffassung des leitenden Arztes der Chirurgischen Klinik des Spitals X.________, der im Bericht vom 11. Juli 2003 ausführt, dass der Versicherte "nach der letzten Kontrolle" zusammen mit seiner Ehefrau eine Vitrine angehoben und dabei einen akuten Schmerz in der rechten Schulter und am rechten Oberarm bemerkt habe, was vor der MRI-Untersuchung vom 2. Juli 2003 geschehen sei; entsprechend dieser Anamnese finde sich in der MRI-Untersuchung eine Ruptur der Bicepssehne. Da der letzte Bericht des Spitals X.________ vor demjenigen vom 11. Juli 2003 am 18. Juni 2003 ergangen ist und die MRI-Untersuchung vom 2. Juli 2003 datiert, müsste die Ruptur in dieser Zeit erfolgt sein. Der Versicherte bestreitet aber, dass es einen "Vitrinenvorfall" gegeben habe, was die Ehefrau schriftlich bestätigt. Ob die Ausführungen der Ehefrau - eingereicht nach Ablauf der Rechtsmittelfrist und ohne dass ein zweiter Schriftenwechsel angeordnet worden wäre - hier überhaupt zu berücksichtigen sind (BGE 127 V 353), kann offen bleiben, da ihnen wegen des engen Verhältnisses zwischen der Ehefrau und dem Versicherten ohnehin keine Beweiskraft zukommt. Im Bericht des Dr. med. W.________ vom 3. Juli 2003 über das am 2. Juli 2003 durchgeführte Arthro-MRI der rechten Schulter findet sich die Beurteilung, dass die Bicepssehne nicht identifizierbar sei, "entsprechend einer bereits alten Ruptur." Dies steht in einem gewissen Widerspruch zu den - auf anamnestischen Angaben beruhenden - Ausführungen des leitenden Arztes der Chirurgischen Klinik des Spitals X.________ vom 11. Juli 2003, welcher wohl annimmt, die Ruptur sei "nach der letzten Kontrolle" erfolgt. Jedoch gibt der Arzt klar an, dass "seither", d.h. seit der letzten Konsultation Mitte Juni 2003, ein Hämatom am Oberarm sowie eine Distalisierung des Bicepsbauches bestehe, was klar auf einen Sehnenriss in diesem Zeitraum - und nicht bereits Ende Mai 2003 - hindeutet. Dies deckt sich schliesslich auch mit der Einschätzung "einer bereits alten Ruptur" durch Dr. med. W.________, da seit diesem Vorfall bereits längere Zeit verflossen ist und damit keine frische Verletzung vorlag. Schliesslich wird im Bericht der Chirurgischen Klinik des Spitals X.________ vom 21. Juli 2003 über den Verlauf berichtet, es bestünden seit "einem Monat" Schmerzen in der rechten Schulter "nach Druck an einem schweren Gegenstand", was ebenfalls darauf schliessen lässt, dass sich die Ruptur erst nach dem 30. Mai 2003 ereignet hat. Aufgrund der medizinischen Akten ist somit nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass sich die Ruptur der Bicepssehne - welche grundsätzlich als unfallähnliche Körperschädigung in Betracht fallen kann (Art. 9 Abs. 2 lit. f UVV) - am 30. Mai 2003 ereignet hat. Ob dies anlässlich des bestrittenen Vorfalls mit der Vitrine oder nach Druck an einen schweren Gegenstand geschehen ist, kann hier offen bleiben. Damit besteht aus dem Vorfall vom 30 Mai 2003 kein Anspruch gegenüber der "Basler" wegen unfallähnlicher Körperschädigung.