Citation: C 256/04 15.04.2005 E. 1.2

1.2.1 Zu ergänzen ist, dass die Arbeitslosigkeit unter anderem dann als selbstverschuldet gilt, wenn der Versicherte das Arbeitsverhältnis von sich aus aufgelöst hat, ohne dass ihm eine andere Stelle zugesichert war, es sei denn, dass ihm das Verbleiben an der Arbeitsstelle nicht zugemutet werden konnte (Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV; vgl. ARV 2000 Nr. 8 S. 42). Nach Art. 45 Abs. 3 AVIV liegt in solchem Verhalten - vorbehältlich eines entschuldbaren Grundes - ein schweres Verschulden, das zu einer Einstellung in der Anspruchsberechtigung zwischen 31 und 60 Tagen führt (Art. 45 Abs. 2 lit. c AVIV). Hat die versicherte Person hingegen aus entschuldbarem Grund die zumutbare Arbeitsstelle aufgegeben, ohne dass ihr eine neue zugesichert worden wäre, findet Art. 45 Abs. 3 AVIV keine Anwendung, weshalb in solchen Fällen nicht zwingend ein schweres Verschulden vorliegt. Ein entschuldbarer Grund im Sinne von Art. 45 Abs. 3 AVIV kann darin liegen, dass die objektiven oder subjektiven Umstände des Einzelfalles das Verschulden leichter als schwer erscheinen lassen (BGE 130 V 130 Erw. 3.5). In der Rechtsprechung wurden hinsichtlich der subjektiven Situation der betroffenen Person etwa gesundheitliche Probleme (RJJ 1999 S. 57 Erw. 4), auf der objektiven Seite die Befristung einer Stelle (ARV 2000 Nr. 9 S. 49 Erw. 4b/aa) berücksichtigt. 1.2.2 Ebenso wie die verschuldete Auflösung eines zumutbaren Anstellungsverhältnisses verletzt auch die verschuldete Auflösung eines Zwischenverdienstarbeitsverhältnisses die in Art. 17 Abs. 1 AVIG statuierte Schadenminderungspflicht. Denn der Versicherte ist verpflichtet, eine zumutbare Zwischenverdienstarbeit beizubehalten, solange ihm keine andere Stelle zugesichert ist und ihm ein Verbleiben an der Arbeitsstelle, an welcher er den Zwischenverdienst erzielt, im Sinne von Art. 44 lit. b AVIV zugemutet werden kann. Eine Verletzung dieser Pflicht hat grundsätzlich eine Einstellung in der Anspruchsberechtigung gestützt auf Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG in Verbindung mit Art. 44 lit. b AVIV zur Folge (ARV 1998 Nr. 9 S. 45). Wie die Vorinstanz zutreffend erwägt, ist bei der Bemessung der Einstellungsdauer im Falle der Ablehnung oder Aufgabe einer zumutbaren Zwischenverdienstarbeit der gleiche Verschuldensmassstab (Art. 30 Abs. 3 AVIG in Verbindung mit Art. 45 AVIV) anzulegen, wie im Falle der Ablehnung einer nach Art. 16 Abs. 1 AVIG zumutbaren Arbeit (ARV 1998 Nr. 9 S. 47). 1.3 Das seit 1. Januar 2003 geltende Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) mit der zugehörigen Verordnung (ATSV) und die auf den 1. Juli 2003 erfolgte Teilrevision von AVIG und AVIV modifiziert diese Rechtslage nicht (Urteil S. vom 30. November 2004, C 151/04).