Citation: 6P.55/2001 26.06.2001 E. 2

2.- Der Beschwerdeführer rügt sodann eine willkürliche Tatsachenfeststellung und willkürliche Anwendung kantonalen Rechts bei der Bestätigung des erstinstanzlichen Kostenspruchs. Das Obergericht habe offensichtlich falsch festgestellt, er sei mit seinen Anträgen vollumfänglich unterlegen, weshalb ihm die Erstinstanz zu Recht keine Entschädigung zugesprochen habe. Damit habe das Obergericht Art. 9 BV sowie § 58 Abs. 2 StPO/TG verletzt (Beschwerde, S. 7). a) aa) Ein Entscheid ist willkürlich im Sinne von Art. 9 BV bzw. Art. 4 aBV, wenn er offensichtlich unhaltbar ist, mit der tatsächlichen Situation in klarem und offensichtlichem Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft. Willkür liegt nicht schon vor, wenn eine andere Lösung ebenfalls vertretbar erscheint oder gar vorzuziehen wäre (BGE 123 I 1 E. 4a S. 5; 125 II 10 E. 3 S. 15, 129 E. 5b S. 134, je zu Art. 4 aBV). Es genügt zudem nicht, dass bloss die Begründung des angefochtenen Entscheids unhaltbar ist. Dessen Aufhebung rechtfertigt sich nur, wenn er auch im Ergebnis verfassungswidrig ist (BGE 120 Ia 222 E. 3d S. 226; 125 II 129 E. 5b S. 134, je zu Art. 4 aBV). bb) Gemäss § 58 Abs. 1 StPO/TG (312. 1) hat der Angeschuldigte die Verfahrenskosten ganz oder teilweise zu tragen, sofern er einer strafbaren Handlung schuldig erklärt wird oder durch Verletzung gesetzlicher Pflichten Anlass für ein Strafverfahren gegeben oder dessen Durchführung erschwert hat. Nach Abs. 2 der Norm hat der Angeschuldigte in den Fällen des Abs. 1 auch die notwendigen Kosten des Geschädigten in angemessenem Umfang zu ersetzen und seine eigenen zu tragen. b) Das Obergericht führt aus, der Beschwerdeführer sei im erstinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträgen vollumfänglich unterlegen, weshalb die erste Instanz ihm zu Recht keine Entschädigung zugesprochen habe (angefochtenes Urteil, S. 17). Diese Begründung ist insofern unrichtig, als die Bezirksgerichtliche Kommission Bischofszell die Haftung des Beschwerdegegners dem Grundsatze nach feststellte, womit der Beschwerdeführer teilweise durchdrang. Der Beschwerdeführer legt jedoch nicht dar, dass und gegebenenfalls inwiefern er überhaupt relevante, entschädigungspflichtige Aufwendungen im Verfahren gehabt habe, weshalb der angefochtene Entscheid auch im Ergebnis unhaltbar sei; dies ist im Übrigen auch nicht ersichtlich. Der Aufwand des Beschwerdeführers im erstinstanzlichen Verfahren beschränkte sich auf die zweizeilige Strafanzeige vom 21. April 1999 (kt. act. 15) sowie auf die etwas mehr als eine Seite umfassende Begründung der Zivilforderungen vom 3. Mai 1999. Darin machte der Beschwerdeführer Fr. 10'000.-- Genugtuung, Fr. 3'000.-- Erwerbsausfall durch vorübergehende Arbeitsunfähigkeit sowie Fr. 600.-- Erwerbsausfall infolge medizinischer Behandlung geltend, ohne eine Parteientschädigung zu Lasten des Angeklagten zu fordern (kt. act. 21). An der Hauptverhandlung vor Bezirksgericht Bischofszell nahm der Beschwerdeführer gar nicht erst teil. Unter diesen Umständen hätte der Beschwerdeführer zumindest ansatzweise aufzeigen müssen, dass und inwiefern der angefochtene Entscheid, der das Urteil der Bezirksgerichtlichen Kommission Bischofszell schützte, dem Beschwerdeführer keine Parteientschädigung auszurichten, auch im Ergebnis willkürlich sei. Damit vermag die Beschwerde den Anforderungen des Art. 90 Abs. 1 lit. b OG nicht zu genügen. Es kann auf sie nicht eingetreten werden.