Citation: 6B_1421/2021 E. 2.2.2

2.2.2. Die erste Instanz, auf deren Begründung die Vorinstanz in diesem Anklagepunkt in Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO verweist (vgl. angefochtener Entscheid E. II.2.1 S. 7), hält zur Frage der Täterschaft fest, der Beschwerdeführer gebe zwar an, nicht zu wissen, wen er geschlagen habe, gebe jedoch zu, mit der Faust zumindest zwei Personen ins Gesicht geschlagen zu haben. Er schliesse also nicht aus, dass er den Beschwerdegegner 2 geschlagen haben könnte, lasse aber auch vorbringen, dass anhand des Überwachungsvideos die Tat nicht eindeutig ihm zugeordnet werden könne und überdies angesichts des Verletzungsbildes beim Beschwerdegegner 2 unter dem rechten Auge es nicht plausibel erscheine, dass er als Rechtshänder solche Kraft mit der linken Faust aufgebracht haben könne. Der Beschwerdegegner 2 gebe an, sich zu 100 % sicher zu sein, vom Beschwerdeführer geschlagen worden zu sein. Aus seinen Aussagen ergebe sich aber auch, dass er dies aus den Erzählungen von seinen Freunden und dem Video ableite, er sich im Übrigen an die Geschehnisse aber nicht mehr erinnern könne. Auf seine Aussagen - so die Folgerung der ersten Instanz - könne nicht direkt zur Erstellung dieses Sachverhaltes abgestellt werden. Immerhin lasse sich festhalten, dass sie mit den Aussagen von E.________ übereinstimmten, welchem ebenfalls erzählt worden sei, dass der Beschwerdegegner 2 vom Beschwerdeführer geschlagen worden sei. Den glaubhaften Aussagen von E.________ lasse sich zudem entnehmen, dass der Beschwerdegegner 2 zusammen mit seiner Gruppe bestehend aus F.________, G.________, H.________ und E.________ sich zum Tatzeitpunkt ganz in der Nähe des Beschwerdeführers auf der Tanzfläche aufgehalten haben müsse, zumal die Auseinandersetzung ihren Lauf damit genommen habe, dass G.________ vom Beschwerdeführer geschubst worden sei. Letzteres - so die erste Instanz weiter - sei überdies aus dem Video ersichtlich. Nachdem erstellt sei, dass der Beschwerdegegner 2 als Teil der von der Auseinandersetzung betroffenen Gruppe sich in der Nähe des Beschwerdeführers auf der Tanzfläche aufgehalten habe, sei in einem zweiten Schritt das Überwachungsvideo zu berücksichtigen, welches klar zeige, dass es ausschliesslich der Beschwerdeführer gewesen sei, der mehrfach zugeschlagen habe. Dass er zugeschlagen habe, gebe der Beschwerdeführer selbst ebenfalls zu. Daraus ergebe sich, dass niemandem sonst als dem Beschwerdeführer die Urheberschaft des Schlages gegen den Beschwerdegegner 2 zugeschrieben werden könne. Dass der Beschwerdegegner 2 von jemand anderem als dem Beschwerdeführer geschlagen worden sei, ergebe sich überdies aus keiner der Aussagen der übrigen Aussagepersonen. Zwar habe der Beschwerdeführer konstant angegeben, mit der rechten Faust geschlagen und in die linke Gesichtshälfte seiner Opfer gezielt zu haben. Hierbei sei jedoch zu beachten, dass es sich um ein sehr dynamisches und rasches Geschehen gehandelt habe, bei dem laute Musik und schummrige Lichtverhältnisse geherrscht hätten. Unter diesen Umständen sei es gut denkbar, dass der Beschwerdeführer zwar in die linke Gesichtshälfte gezielt habe, dabei jedoch auch die rechte Gesichtshälfte des Beschwerdegegners 2 getroffen habe. So habe der Beschwerdeführer selbst eingeräumt, dass er nicht genau wisse, wo er wen getroffen habe. Aus dem Bericht des Universitätsspitals ergebe sich zudem, dass der Beschwerdegegner 2 unter anderem eine Wunde unter dem rechten Auge, aber auch einen Nasenbeinbruch linksseitig aufgewiesen habe. Das Verletzungsbild beim Beschwerdegegner 2 spreche mit anderen Worten nicht dagegen, dass der Beschwerdeführer ihn mit der rechten Faust geschlagen habe. Selbst wenn man aber entgegen den konstanten und insoweit glaubhaften Aussagen des Beschwerdeführers aus dem Verletzungsbild ableiten sollte, dass der Beschwerdegegner 2 mit links geschlagen worden sei, sei alleine hieraus, entgegen der Ansicht der Verteidigung, nicht zwingend zu schliessen, dass derartige Verletzungen mit links von einem Rechtshänder nicht zugefügt werden könnten. Gerade unter der vom Beschwerdeführer glaubhaft gemachten Stresssituation sei es gut denkbar, dass der Beschwerdeführer auch mit links eine solche Wucht beim Schlagen habe aufbringen können. Aufgrund des sehr raschen, dynamischen Tatgeschehens sei aber eine genaue Rekonstruktion, ob der Beschwerdeführer mit links oder rechts geschlagen habe, ohnehin nicht mit letzter Sicherheit möglich. Dies sei auch nicht nötig, weil sich aus dem Überwachungsvideo ergebe, dass nur der Beschwerdeführer als möglicher Urheber des Schlages in Betracht falle (vgl. erstinstanzlicher Entscheid E. 3.7.3 S. 15-17). Wie bereits die erste Instanz gelangt auch die Vorinstanz zum Schluss, dass keinerlei Zweifel an der Täterschaft des Beschwerdeführers bestünden. Im angefochtenen Entscheid geht sie ihrerseits ergänzend auf die berufungsweise erhobenen Einwände des Beschwerdeführers ein, insbesondere denjenigen, es könne ebenso ein unbekannter Dritter zugeschlagen und den Beschwerdegegner 2 verletzt haben, und entkräftet diesen. Sie erwägt, der Beschwerdeführer habe sich in Begleitung von drei Kollegen (I.________, J.________ und ein anderer K.________) am Tatort befunden, sie seien auf der Tanzfläche zusammen gewesen. Wenn der Beschwerdeführer zwischenzeitlich angegeben habe, er sei nicht der einzige gewesen, der geschlagen habe, habe sich dies eindeutig nicht auf seine Begleiter, sondern auf seine - behaupteten - Kontrahenten bezogen: Dass einer seiner Begleiter, I.________, J.________ oder der andere K.________, je ebenfalls zugeschlagen hätten, habe der Beschwerdeführer nie auch nur ansatzweise behauptet. J.________ habe den Beschwerdeführer vielmehr zurückhalten und beruhigen wollen, wobei er vom Beschwerdeführer ebenfalls - wenn auch unabsichtlich - verletzt worden sei, was der Beschwerdeführer unumwunden zugebe. Die Verteidigung - so die Vorinstanz weiter - stütze sich bei ihrer Behauptung eines zweiten Schlägers im Übrigen auf die Aussagen des Augenzeugen L.________. Dieser habe als Auskunftsperson jedoch geschildert, der Beschwerdeführer und eine andere Person hätten sich einen Schlagabtausch geliefert. Unabhängig davon, dass L.________s Aussage, eine Person habe gegen den Beschwerdeführer eigentlich zugeschlagen, aufgrund der Videoaufzeichnung nicht wirklich überzeuge, gelte: Dass nebst dem Beschwerdeführer eine weitere Person gegen die Gruppe der späteren Verletzten geschlagen hätte, habe L.________ nicht geschildert. Dass gar eine Person aus der eigenen Gruppe des Beschwerdegegners 2 oder ein unbeteiligter Dritter den Beschwerdegegner 2 - unvermittelt und offensichtlich ohne jegliches Motiv - geschlagen hätte, könne die Verteidigung schliesslich nicht ernsthaft behaupten (vgl. angefochtener Entscheid E. II.2.2 f. S. 7 ff.).