Citation: 1B_106/2022 E. 4.4

4.4. Indem den Behörden aufgrund der engen zeitlichen Verhältnisse die Möglichkeit zusteht, sich abzusprechen, ist es ihnen auch nicht verwehrt, dies schon vor der Eröffnung des Haftentlassungsentscheids zu tun, wenn sich dessen Ergebnis ausreichend abzeichnet. Es steht in diesem Sinne dem Zwangsmassnahmengericht wie hier ebenfalls offen, die Staatsanwaltschaft um Ankündigung der Beschwerde schon vor der formellen Entscheideröffnung zu ersuchen. Allerdings ersetzt die damit verbundene Vorinformation, dass voraussichtlich die Haftentlassung angeordnet wird, die formelle Eröffnung des Entscheids nicht. Die Staatsanwaltschaft ist an das Anliegen des Zwangsmassnahmengerichts nicht strikte gebunden, sondern kann die Beschwerde immer noch erst nach der Entscheideröffnung ankündigen, es sei denn, sie würde sich auch dem Beschuldigten gegenüber zu einer früheren Ankündigung verpflichten. Es steht ihr aber jedenfalls frei, dem Ersuchen des Zwangsmassnahmengerichts um vorzeitige Ankündigung zu folgen. Das bringt den Vorteil mit sich, dass diesem bereits bei der Eröffnung seines Entscheids klar ist, mit der Freilassung des Beschuldigten noch mindestens drei Stunden zuwarten zu müssen, bis die Frist für die Staatsanwaltschaft für die Beschwerdeeinreichung abgelaufen ist, und die Vollzugsbehörden allenfalls entsprechend zu instruieren. Überdies wird die ohnehin schon kurze Bedenkzeit für die Staatsanwaltschaft etwas verlängert. Auf der anderen Seite mindert ein solches Vorgehen die Rechte des Beschuldigten nicht, bleibt doch jedenfalls die Voraussetzung bestehen, dass die Beschwerde spätestens unverzüglich nach Eröffnung des Haftentlassungsentscheids angekündigt und in der Folge auch innert drei Stunden schriftlich eingereicht wird.