Citation: 4A_547/2022 E. 5.5

5.5. Die Beschwerde erweist sich als begründet. Da das Bundesgericht weder den Inhalt noch die Anwendung des französischen Rechts frei prüft (Art. 96 lit. b BGG), ist die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Dabei hat die Vorinstanz den Beschwerdegegner anzuhören und ihm damit das bisher nicht gewährte rechtliche Gehör zu gewähren. Die Vorinstanz wird neu zu beurteilen haben, ob dem Kassationsurteil nach französischem Recht und unter Berücksichtigung der Tenorierungsgewohnheiten der Cour de Cassation eine mit den Massnahmen des schweizerischen Zwangsvollstreckungsrechts durchsetzbare Leistungspflicht zukommt. Sofern diese Frage bejaht wird, weist das Kassationsurteil einen vollstreckungsfähigen Inhalt auf und ist für vollstreckbar zu erklären. In diesem Zusammenhang ist die mit der Vollstreckbarkeitsbescheinigung begründete Vermutung für das Bestehen einer nach französischem Recht vollstreckbaren Leistungspflicht zu berücksichtigen. Die Behauptungs- und Beweislast dafür, dass das Kassationsurteil nach französischem Recht keine vollstreckbare Leistungspflicht begründet, trägt daher der Beschwerdegegner.