Citation: C 335/99 26.07.2000 E. 3

3.- Entscheidend für die in Frage stehende Vermittlungsfähigkeit sind nicht die Arbeitsbemühungen als solche sondern - wie in Erw. 1 dargelegt - vielmehr die Aussichten, in der noch zur Verfügung stehenden Zeit von einem Arbeitgeber eingestellt zu werden. Diesbezüglich haben AWA und Vorinstanz zu Recht auf die Aussagen der Beschwerdeführerin gegenüber der Arbeitslosenkasse der Gewerkschaft Bau & Industrie GBI vom 16. Januar 1997 und in der persönlichen Stellungnahme vom 16. Juni 1997 abgestellt. Daraus geht klar und unmissverständlich hervor, dass die Versicherte bereits im Oktober 1996 - in der Kündigungszeit - den Entschluss gefasst hatte, eine Ausbildung zur Krankenschwester zu absolvieren. Integrierender Bestandteil des vierjährigen Lehrganges sei ein dreimonatiges Spitalpraktikum, wobei die Versicherte sich im Hinblick auf den Ausbildungsbeginn im November 1997 zu einem neunmonatigen Vollpraktikum entschlossen habe. Wegen dieser Pläne sei die Annahme einer Dauerstelle nicht möglich gewesen. Vielmehr habe sie sich aufgrund ihres festen Entschlusses bei der Arbeitsvermittlung bis zum Finden eines Praktikumsplatzes für eine Temporärbeschäftigung zur Verfügung gestellt und auch nur eine solche gesucht. Seit ca. Dezember 1997 (recte: 1996) sei sie nicht mehr bereit gewesen, ihre Dispositionen hinsichtlich der Ausbildung zu Gunsten eines Stellenantritts zu verschieben oder darauf zu verzichten; der Lehrgang sei für sie im Vordergrund gestanden. Am 10. Januar 1997 habe sie sich bei der Klinik Y.________ um eine Praktikumsstelle beworben, am 29. Januar 1997 habe das Vorstellungsgespräch stattgefunden und am 7. Februar 1997 habe sie den Arbeitsvertrag mit Beginn des Praktikums per 12. Februar 1997 erhalten. Aus diesem Grund habe sie Ende Januar 1997 die Stempelkontrolle abgebrochen. Mit Verwaltung und Vorinstanz ist insbesondere aus den deutlichen Aussagen in der persönlichen Stellungnahme vom 16. Juni 1997, welche die Beschwerdeführerin nach Vornahme kleiner Korrekturen unterzeichnet hatte, zu schliessen, dass die Versicherte aufgrund ihrer festen Absicht, die Ausbildung zur Krankenschwester zu absolvieren, für eine neue Beschäftigung nur während rund zwei Monaten zur Verfügung stand und somit geringe Aussichten auf eine Anstellung hatte. Ergänzend kann sodann darauf hingewiesen werden, dass der Stellenantritt bei einem Praktikum, das - wie hier - vor allem der Weiterbildung und somit ungeachtet der dabei ausgerichteten Entlöhnung nicht Erwerbszwecken dient, nicht in erster Linie zur Beendigung der Arbeitslosigkeit erfolgt (vgl. ARV 1997 Nr. 35 S. 195). Zusammenfassend ist demzufolge die Verneinung der Vermittlungsfähigkeit für die in Frage stehende kurze Zeit zu bestätigen.