Citation: 4P.200/2000 02.03.2001 E. 2

2.- a) Die Beschwerdeführerin rügt, das Kantonsgericht habe ihre anlässlich der Hauptverhandlung am 18. Mai 2000 angebotenen Beweisunterlagen zu schriftlichen Kommentaren von Filter-Benutzern in überspitzt formalistischer Weise wegen angeblich verspäteter Eingabe aus dem Recht gewiesen. b) Das aus Art. 29 Abs. 1 BV (Art. 4 aBV) fliessende Verbot des überspitzten Formalismus wendet sich gegen prozessuale Formstrenge, die als exzessiv erscheint, durch kein schutzwürdiges Interesse gerechtfertigt ist, zum blossen Selbstzweck wird und die Verwirklichung des materiellen Rechts in unhaltbarer Weise erschwert oder gar verhindert. Das Bundesgericht prüft frei, ob eine solche Rechtsverweigerung vorliegt (BGE 125 I 166 E. 3a; 120 II 425 E. 2a, je mit Hinweisen). c) Es ist nicht überspitzt formalistisch, erst anlässlich der Hauptverhandlung vor Kantonsgericht eingereichte umfangreiche Beweismaterialien mit der Begründung aus dem Recht zu weisen, sie hätten bereits früher eingebracht werden können, da die betroffene Partei bereits dreieinhalb Monate zuvor von der angeblichen Relevanz dieser Beweismittel wusste oder wissen musste und die entsprechenden Beweisurkunden bereits zu diesem Zeitpunkt vorhanden waren. Die von der Beschwerdeführerin nunmehr vorgebrachte Begründung, das mit den angebotenen Beweismitteln zu widerlegende Beweisthema habe noch vor Bezirksgericht keine Rolle gespielt und die betreffenden Daten seien Geschäftsgeheimnisse, ist zur Rechtfertigung der Verspätung nicht stichhaltig. Kantonale Vorschriften, die den geordneten Verfahrensablauf regeln, sind vom Bundesgericht stets als notwendig und zweckmässig erachtet worden (BGE 114 Ia 34 E. 3). Verfahrensvorschriften, die den Parteien in zeitlicher und formeller Hinsicht Beschränkungen auferlegen, sind für die Gewährleistung eines geordneten Verfahrensablaufs sowie für die Gleichbehandlung der Parteien unerlässlich und daher gerechtfertigt. Die Beschwerdeführerin hätte daher gemäss Art. 164 ZPO St. Gallen darlegen müssen, weshalb diese Beweise dennoch im letzten Augenblick zuzulassen seien, obwohl eine vorzeitige Eingabe für sie möglich und zumutbar war.