Citation: 7B_236/2022 E. 2.2.4

2.2.4. Während härtefallbegründende Aspekte beim Beschwerdeführer aufgrund seiner sozialen und wirtschaftlichen Integration in der Schweiz, seiner mehrjährigen Missachtung der hiesigen Rechtsordnung und der äquivalenten Resozialisierungschancen in seiner Heimat insgesamt nicht auszumachen seien, ist die Situation seiner Kinder gemäss Vorinstanz "weniger eindeutig". Die Tochter und der Sohn seien hier geboren und hätten in der Schweiz die Schule besucht. Für sie beide - insbesondere für die 15-jährige Tochter - würde ein Umzug eine durchaus einschneidende Veränderung bedeuten. Schwerwiegende Konsequenzen hätte ein Umzug nach Nordmazedonien allerdings nicht. Auch bei Kindern, deren Eltern freiwillig das Land verliessen, führe die Ausreise zu einer erheblichen Umstellung der Lebensgewohnheiten, ohne dass eine Gefährdung des Kindeswohls anzunehmen wäre. Vorliegend stammten beide Elternteile aus Nordmazedonien und sprächen mazedonisch, so dass die Kinder mit dem Heimatland nicht unvertraut seien. Die Kinder sprächen mit ihrer Mutter ausschliesslich mazedonisch. In Nordmazedonien sei ebenfalls eine angemessene schulische und berufliche Ausbildung gewährleistet. Die Ex-Frau und die Kinder verfügten über ein selbständiges Aufenthaltsrecht in der Schweiz. Sollten die Ex-Frau und die Kinder dem Beschwerdeführer nicht nach Nordmazedonien folgen, wie dieser betont habe, würde der persönliche Kontakt schwerer fallen, wäre jedoch über die modernen Kommunikationsmittel und allenfalls im Rahmen von Kurzaufenthalten und Ferienbesuchen in Nordmazedonien möglich (angefochtenes Urteil S. 42 f.). Eine Gefährdung des Kindeswohls liegt gemäss Vorinstanz auch nicht mit Blick auf das vom Beschwerdeführer erwähnte Tourette-Syndrom des Sohnes vor. In diesem Zusammenhang werde nicht geltend gemacht, dass der Sohn in der Schweiz behandelt würde und dass eine Behandlung in Nordmazedonien nicht möglich wäre. Mithin werde nicht behauptet, die genannte Krankheit könne nur in der Schweiz erfolgreich behandelt werden. Vielmehr darf gemäss Vorinstanz davon ausgegangen werden, dass auch in Nordmazedonien eine angemessene Therapie und eine kindsgerechte Unterstützung gewährleistet seien (angefochtenes Urteil S. 43).