Citation: I 258/02 02.05.2003 E. 4.2

4.2.1 Die Zusprechung einer Invalidenrente setzt zunächst Arbeitsunfähigkeit voraus. Wer nicht mindestens teilweise arbeitsunfähig ist, kann auch nicht invalid und erwerbsunfähig im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sein (BGE 115 V 133 Erw. 2). Es ist Aufgabe des Arztes, den Gesundheitszustand des Versicherten zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten der Versicherte arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen dem Versicherten noch zugemutet werden können (BGE 125 V 261 Erw. 4, 115 V 134 Erw. 2). 4.2.2 Hinsichtlich des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers ist auf den Bericht des Dr. R.________, Chefarzt der Orthopädischen Klinik am Spital X.________, vom 24. August 2000 abzustellen, der den nach ständiger Praxis geltenden Beweiskriterien entspricht (vgl. BGE 125 V 352 Erw. 3a). Nach dieser Beurteilung wurde bei der operativen Rekonstruktion des linken Unterschenkels ein ausgezeichnetes Resultat erzielt. Als Restzustand verbleibe namentlich eine Behinderung infolge Fusshebeschwäche und rascher Ermüdbarkeit. Am linken vorderen Becken bestehe ein belastungsabhängig leicht schmerzhafter Zustand infolge eines Lappenhebedefektes. Die verminderte Fähigkeit, das linke Knie zu beugen, werde - beispielsweise beim Jäten - durch entsprechende Trickbewegungen kompensiert. Der Patient bewältige erstaunlicherweise ein praktisch volles Pensum als Landwirt, könne aber keinerlei Freizeitaktivitäten, insbesondere keinen Sport ausüben, mindestens soweit dabei das linke Bein beansprucht werde. Dr. R.________ nennt keine landwirtschaftlichen Arbeiten, die der Beschwerdeführer gesundheitsbedingt nicht ausführen kann. Jedoch werden verschiedene Arbeiten beschrieben, die Schmerzen verursachen (Heben von schwereren Gewichten), die zu rascherer Ermüdung führen (Arbeiten in unebenem Gelände und auf Leitern), oder die nur verlangsamt ausgeführt werden können (Ankuppeln und Abhängen von Maschinen und Anhängern). Hinsichtlich der Beurteilung des Gesundheitszustandes und der invaliditätsbedingten Einschränkungen des Beschwerdeführers ist der Bericht überzeugend, weshalb darauf abzustellen ist. Dr. R.________ schätzt die Arbeitsfähigkeit auf 66 2/3 %; diese Kennzahl bleibt im vorliegenden Zusammenhang des erwerblich gewichteten Betätigungsvergleichs indes ohne selbständige Bedeutung (Erw. 4.3.1 in fine hienach). Soweit der Mediziner darüber hinaus vermutet, bei einer regulären Anstellung vermöge der Versicherte kaum eine Entlöhnung von über 50 % zu erzielen, ist dies vorliegend nicht entscheidwesentlich; die Beurteilung der erwerblichen Auswirkungen eines Gesundheitsschadens gehört nicht zu den Aufgaben des Arztes (Hans-Jakob Mosimann, Zum Stellenwert ärztlicher Beurteilungen, in: Aktuelles im Sozialversicherungsrecht, Zürich 2001, S. 262 ff.). 4.2.3 Da die vom Arzt zu beantwortenden Fragen - hinsichtlich des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers sowie nach nicht mehr oder nur noch eingeschränkt ausführbaren Arbeiten - nicht umstritten sind, ist dem Eventualantrag, es seien in der gegebenen Sache weitere Abklärungen zu tätigen, keine Folge zu leisten, soweit diese medizinischer Natur sein sollten. Eine erneute ärztliche Einschätzung der Behinderungen bei den im Rahmen der erwerblichen Betätigung anfallenden Verrichtungen braucht auch nicht vorgenommen zu werden, da sich dies nach der Rechtsprechung nur in Ausnahmefällen rechtfertigt, bei welchen die Aussagen der versicherten Person nicht mit den Feststellungen des medizinischen Gutachtens übereinstimmen (AHI 2001 S. 161 Erw. 3c). Vorliegend bestehen Differenzen nur im Zusammenhang mit der erwerblich-praktischen Umsetzung der medizinischen Vorgaben.