Citation: 1B_377/2022 E. 6.4.5

6.4.5. Weiter kritisiert der Beschwerdeführer, dass die Vorinstanz sich auf das psychiatrische Gutachten vom 4. November 2021 abgestützt hat, ohne dieses auf Schlüssigkeit und Verwertbarkeit zu prüfen. Dieses sei nämlich aus mehreren Gründen unverwertbar. Zunächst sei das Gutachten im Rahmen des Massnahmenvollzugs und nicht zur Feststellung der von ihm ausgehenden Wiederholungsgefahr erstellt worden. Zudem habe der Gutachter in Verletzung von Art. 187 Abs. 1 StPO die Arbeitsteilung zwischen ihm und seiner Mitarbeiterin nicht deklariert. Sodann begründe der Gutachter seine Schlussfolgerungen nicht oder nur ungenügend. Das Gutachten enthalte auch "offensichtliche Lügen"; so sei etwa eine Einvernahme von 2015 fälschlicherweise auf 2017 datiert worden. Die vom Gutachter verwendeten Prognoseinstrumente seien überdies nach den eigenen Angaben des Gutachters nicht für den deutschen Sprachraum kalibriert. Er begründe jedoch weder, weshalb er diese trotzdem verwende, noch wie sie genau angewendet würden. Im Gutachten werde auch seine Unschuldsvermutung verletzt, da der Gutachter darin den Vorwurf des angeblichen sexuellen Übergriffs im Schwimmbad in U.________ als erstellt erachte, obschon das entsprechende Strafverfahren noch hängig sei. Dieser Vorwurf dürfe ohnehin in der Rückfallprognose nicht berücksichtigt werden, da die Vorinstanz den dringenden Tatverdacht einzig bezüglich der angeblich am 19. Februar 2022 begangenen Verbreitung von Kinderpornografie bejaht habe. Indem die Vorinstanz im angefochtenen Beschluss das Gutachten berücksichtigt habe, ohne dieses auf seine "Plausibilität" hin zu prüfen, sei sie in Willkür verfallen.