Citation: 2C_740/2017 E. 5.2.4

5.2.4. Die kantonalen Behörden haben sich dieser Auffassung angeschlossen. Die entsprechende Einschätzung ist indessen problematisch: Der Beschwerdeführer stammt nicht aus dem Nordirak, sondern - was nicht bestritten ist - aus Sharaban in der Provinz Diyala, d.h. aus dem Zentralirak. Nach der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts ist ein Wegweisungsvollzug in die kurdischen Provinzen dann zumutbar, wenn die betreffende Person ursprünglich aus der Region stammt oder eine längere Zeit dort gelebt hat und über ein soziales Netz (Familie, Verwandtschaft oder Bekanntenkreis) oder aber über Beziehungen zu den herrschenden Parteien verfügt (vgl. BVGE 2008/5 E. 7.5.1 und 7.5.8). In neueren Entscheiden hat das Bundesverwaltungsgericht an dieser Einschätzung grundsätzlich festgehalten, aber ausdrücklich darauf hingewiesen, dass "den begünstigenden individuellen Faktoren - insbesondere denjenigen eines tragfähigen familiären Beziehungsnetzes - [...] angesichts der Belastung der behördlichen Infrastrukturen durch im Irak intern Vertriebene [...] ein besonderes Gewicht beizumessen" sei (Urteile des Bundesverwaltungsgerichts E-6954/2017 vom 17. Januar 2018 E. 8.2 und 8.3; D-3994/2016 vom 22. August 2017 E. 6.3.3; E-3737/2015 vom 14. Dezember 2015 E. 7.4). Der Beschwerdeführer hat nie im Nordirak gelebt und verfügt dort über kein Beziehungsnetz. Die Kontakte mit seiner Familie in der Region Diyala, wo es zwischen den Kräften des IS und den kurdischen Peschmerga zu Kämpfen gekommen ist (vgl. das Urteil D-7841/2016 des Bundesverwaltungsgerichts vom 6. September 2017 E. 7.2), sind abgebrochen; über den Verbleib seiner Angehörigen bestehen keine genaueren Informationen.