Citation: 5C.236/2006 30.11.2006 E. 4

Der Beklagte beanstandet sodann verschiedene Posten der Bedarfsrechnung als bundesrechtswidrig. 4.1 An Arbeitswegskosten wurden der Klägerin Fr. 555.-- angerechnet. Nach Auffassung des Beklagten sind höchstens die Kosten des öffentlichen Verkehrs einzusetzen. Das Obergericht begründete den Betrag von Fr. 555.-- als realistische Gewinnungskosten im Sinne von Mehrauslagen für auswärtige Verpflegung und Arbeitsweg unter Hinweis auf die zumutbare Ausdehnung der Erwerbstätigkeit auf ein 100%-Pensum. Mit dieser Erwägung setzt sich der Beklagte überhaupt nicht auseinander. Insoweit ist auf die Berufung nicht einzutreten (Art. 55 Abs. 1 lit. c OG). 4.2 Der Beklagte kritisiert ferner, die Vorinstanz habe die Steuerlast der Klägerin nicht aufgrund des Einkommens berechnet, was einen Steuerbetrag von Fr. 420.-- ergäbe, sondern habe in bundesrechtswidriger Weise bereits die nachehelichen Unterhaltsansprüche der Klägerin berücksichtigt. Die Vorinstanz hat die Unterhaltsansprüche der Klägerin für sechs Zeitabschnitte berechnet und bei der letzten Periode (ab Februar 2008) den vom Beklagten beanstandeten Betrag von Fr. 760.-- eingesetzt. Was die Berechnung der einzelnen (unterschiedlichen) Steuerbetreffnisse und namentlich den beanstandeten Betrag anbelangt, berücksichtigte die Vorinstanz die Berufsauslagen (offenbar jene des Beklagten) von Fr. 2'000.-- bei beiden Parteien und auf Seiten der Klägerin die Kinderabzüge (E. 3.8, S. 22). Ob die (unterschiedlichen) Unterhaltsansprüche der Klägerin bei ihrem Einkommen jeweils in Betracht gezogen wurden, lässt sich den Ausführungen der Vorinstanz nicht entnehmen. Selbst wenn sie berücksichtigt worden sein sollten, wäre das nicht bundesrechtswidrig, sind doch im Bedarf die effektiv anfallenden Aufwendungen und somit auch die Steuern aufzunehmen, die auf das Unterhaltseinkommen zu entrichten sein werden.