Citation: 1P.143/2002 20.06.2002 E. 2

In verfahrensrechtlicher Hinsicht beanstandet der Beschwerdeführer, dass das Appellationsgericht seinen Antrag abgelehnt habe, V.________ "in der zweiten Instanz nochmals als Zeugen einzuvernehmen". Der Inhalt des rechtlichen Gehörs bestimmt sich zunächst nach kantonalem Recht und sodann gestützt auf Art. 29 Abs. 2 BV (vgl. BGE 126 I 97 E. 2 S.102f.; 119 Ia 136 E. 2c S. 138 f., je mit Hinweisen). 2.1 Der Beschwerdeführer macht geltend, die Ablehnung des Beweisantrages verletze das im kantonalen Strafprozessrecht verankerte "Unmittelbarkeitsprinzip". Die Rüge erweist sich als offensichtlich unbegründet (vgl. Art. 36a Abs. 1 lit. b OG), soweit sie überhaupt ausreichend substanziiert erscheint. Aus dem strafprozessualen Unmittelbarkeitsprinzip folgt nicht, dass die Berufungsinstanz automatisch nochmals sämtliche Zeugen zu befragen hätte. Das baselstädtische Strafverfahrensrecht schreibt denn auch ausdrücklich vor, dass das Appellationsgericht Beweiserhebungen nur insoweit vornimmt, "als das Gericht sie zur Ermittlung der Wahrheit als erforderlich erachtet" (§ 180 Abs. 2 Satz 2 StPO/BS). Die Anwendung des kantonalen Strafprozessrechtes durch das Appellationsgericht ist willkürfrei. 2.2 Gemäss der Rechtsprechung des Bundesgerichtes dient das in Art. 29 Abs. 2 BV verankerte Gehörsrecht der Sachaufklärung. Es gewährt dem Betroffenen ein Mitwirkungsrecht, das ihm namentlich den Anspruch gibt, sich vor Erlass eines in seine Rechtsstellung eingreifenden Entscheids zu äussern, erhebliche Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen Beweisanträgen gehört zu werden, und an der Erhebung wesentlicher Beweise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen (BGE 126 I 7 E. 2b S. 10 f., 97 E. 2 S. 102 f.; 118 Ia 17 E. 1c S. 19, je mit Hinweisen). Nach ständiger Praxis kann jedoch das Beweisverfahren geschlossen werden, wenn die gestellten Beweisanträge eine nicht erhebliche Tatsache betreffen oder offensichtlich untauglich sind, oder wenn der Richter, ohne dabei geradezu in Willkür zu verfallen, annehmen darf, die verlangten zusätzlichen Beweisvorkehren würden am relevanten Beweisergebnis voraussichtlich nichts mehr ändern (sogenannte "antizipierte" oder "vorweggenommene" Beweiswürdigung, vgl. BGE 125 I 127 E. 6c/cc S. 135; 124 I 208 E. 4a S. 211; 121 I 306 E. 1b S.308 f.; 119 Ib 492 E. 5b/bb S. 505 f., je mit Hinweisen). Willkür liegt vor, wenn der angefochtene kantonale Entscheid offensichtlich unhaltbar ist, mit der tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stos sender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft (BGE 127 I 38 E. 2a S. 41; 125 II 10 E. 3a S. 15, 129 E. 5b S. 134; 124 I 208 E. 4a S. 211; 124 IV 86 E. 2a S. 88, je mit Hinweisen). 2.3 Im vorliegenden Fall legt der Beschwerdeführer nicht dar, inwiefern die nochmalige Befragung des Zeugen V.________ sachlich geboten sei. Ebenso wenig setzt er sich mit den diesbezüglichen willkürfreien Erwägungen des angefochtenen Entscheides auseinander (vgl. Seite 3, Erw. II/1). Es ist nicht ersichtlich, inwiefern von einer nochmaligen Befragung des Zeugen zusätzliche entscheiderhebliche Erkenntnisse zu erwarten wären. Der Verzicht auf eine nochmalige Befragung erweist sich als verfassungskonform.