Citation: 5A_516/2023 E. 3

Der Entscheid über die aufschiebende Wirkung ist eine vorsorgliche Massnahme im Sinn von Art. 98 BGG (BGE 134 II 192 E. 1.5; 137 III 475 E. 2), weshalb nur verfassungsmässige Rechte als verletzt gerügt werden können, wofür das strikte Rügeprinzip gemäss Art. 106 Abs. 2 BGG gilt und bloss appellatorische Ausführungen ungenügend sind (zu den diesbezüglichen Begründungsvoraussetzungen namentlich BGE 142 III 364 E. 2.4; 149 III 81 E. 1.3). Der Beschwerdeführer äussert sich weitschweifig zu zahlreichen verfassungsmässigen Rechten (Art. 8 i.V.m. 13 EMRK, Art. 17 UNO-Pakt II, Art. 29a BV, Art. 9 Ziff. 4 und Art. 14 Abs. 1 UNO-Pakt II, Art. 5 Ziff. 4 EMRK, Art. 9 BV, Art. 13 BV, Art. 6 Ziff. 1 EMRK, Art. 29 Abs. 2 BV). Die Ausführungen scheinen sich - was jedoch nicht klar wird, weil sie abstrakt bleiben und einfach die Teilgehalte der angerufenen Bestimmungen dargestellt werden - auf die Hauptsache und überdies auch eher auf den erstinstanzlichen (als den noch gar nicht vorhandenen zweitinstanzlichen) Sachentscheid zu beziehen. Eine den Substanziierungsanforderungen im Anwendungsbereich des Rügeprinzips genügende konkrete und nachvollziehbare Darlegung, inwiefern die angefochtene obergerichtliche Verfügung, welche einzig die Frage der aufschiebenden Wirkung im Berufungsverfahren betrifft, gegen verfassungsmässige Rechte verstossen soll, ist nicht auszumachen. Es ist hierfür jedenfalls ungenügend, das erstellte Gutachten pauschal zu kritisieren und geltend zu machen, es sei nicht ersichtlich, inwiefern das Kindeswohl verletzt sein könnte, wenn das Kind nicht noch ein paar Monate bei der Mutter verbleibe, sondern vielmehr sei die vorübergehende Umplatzierung für das Kind sinnlos und schädlich. Indem der Beschwerdeführer eine Dringlichkeit mit dem Argument abstreitet, das Gutachten sei bereits vor fünf Monaten erstellt worden, übergeht er, dass die Beteiligten verschiedene Ergänzungsfragen gestellt haben, und im Übrigen zielt seine Kritik auf den (immerhin gut einen Monat nach Eingang des Ergänzungsgutachtens gefällten und äusserst umfangreichen) erstinstanzlichen Entscheid, während nicht in sachgerichteter Weise dargetan wird, inwiefern ein weiteres Zuwarten mit der Platzierung während des Berufungsverfahrens im Kindesinteresse liegen soll. Wenn geltend gemacht wird, dem Kind sei eine mehrmalige Umteilung zu ersparen und es sei sofort unter seine Obhut zu stellen, so war hierfür die aufschiebende Wirkung nach den zutreffenden Erwägungen in der angefochtenen Verfügung nicht das geeignete Instrument: Wenn schon wäre im Rahmen des Berufungsverfahrens ein Gesuch um vorsorgliche Obhutszuteilung zu stellen gewesen, wobei diesem schon deshalb nicht hätte entsprochen werden können, weil dies auf die unstatthafte Vorwegnahme eines gutheissenden Berufungsentscheides hinausgelaufen wäre und ohnehin zuerst der Kontakt zwischen dem Vater und dem Kind aufgebaut werden muss, bevor weitere Schritte überhaupt zur Debatte stehen könnten. Was vor diesem Hintergrund an der angefochtenen Verfügung verfassungsverletzend sein soll, geht aus den langatmigen Ausführungen trotz erneuter Nennung einer Vielzahl verfassungsrechtlicher Bestimmungen nicht in nachvollziehbarer Weise hervor.