Citation: 6B_505/2016 E. 1.1

1.1. Die Vorinstanz führt aus, die Anklage werfe dem Beschwerdeführer im Wesentlichen gestützt auf die Aussagen des Beschwerdegegners vor, von der Wiese vor der Hütte seiner Jagdgruppe innert weniger Sekunden zweimal in den Wald auf der anderen Hangseite geschossen zu haben, wobei seine Schüsse nicht mehr als zwei Meter unter dem Beschwerdegegner im Waldboden eingeschlagen seien, wodurch Steine und Erdreich auf dessen Jacke und Hose gespritzt seien. Der Beschwerdeführer habe die doppelte Schussabgabe eingestanden, jedoch behauptet, auf einen Fuchs im freien Gelände rund 150 Meter vom Wald entfernt gefeuert zu haben. Die Vorinstanz erwägt, der Beschwerdegegner habe im Wald Wildtiere aufgescheucht, indem er mindestens einen Schuss abgab, während seine Jagdkollegen B.________ und C.________ auf den darüber liegenden Hochsitzen lauerten. Nach seinen Aussagen seien plötzlich zwei Schüsse in seiner unmittelbaren Nähe eingeschlagen. Er habe sich hinter einem Baum verborgen, ohne den Schützen zu sehen, bevor er sich zu seinen Jagdkollegen begeben und ihnen den Vorfall geschildert habe. B.________ habe den Beschwerdegegner als bleich und aufgewühlt beschrieben, C.________ habe ihn als sehr erschrocken, aufgewühlt und «nicht mehr wohl» bezeichnet. C.________ wolle überdies von seinem Hochsitz aus beobachtet haben, wie ein Mann in rotem Pullover aus der gegenüberliegenden Jagdgruppe im Stehen und ohne richtig zu zielen in den Wald geschossen habe, wobei der Schuss aufgrund der Richtung des Gewehrlaufs in den Wald gegangen sein müsse. Demgegenüber habe der Beschwerdeführer ausgesagt, er habe sich mit D.________ und E.________ vor der Jagdhütte aufgehalten, als er auf der gegenüberliegenden Hangseite mehrere Treibschüsse vernommen habe. Er habe sofort sein Gewehr genommen, nach fliehendem Wild Ausschau gehalten, einige Meter zurückgelegt und schliesslich aus dem Stand zwei Schüsse auf einen Fuchs abgegeben, den er in sicherer Entfernung zum Wald auf einem Geröllfeld erspäht habe. B.________ habe in der Folge D.________ angerufen und ihm vorgeworfen, jemand aus dessen Jagdgruppe habe auf den Beschwerdegegner geschossen. Schliesslich habe D.________ den Beschwerdeführer als Schützen bezeichnet. Dieser habe später den Beschwerdegegner angerufen. B.________ habe das Gespräch per Lautsprecher mitverfolgt. Laut dem Beschwerdegegner und B.________ habe der Beschwerdeführer am Telefon gesagt, er habe den Beschwerdegegner mit dem Zielfernrohr anvisiert und danach rund 20 Meter tiefer in den Boden geschossen. Er sei ein guter Schütze, was er dem Beschwerdegegner im Schiessstand beweisen könne. Der Beschwerdeführer habe dazu ausgesagt, er habe den Beschwerdegegner auf seine Schiesskünste hingewiesen und in den Schiesstand eingeladen. Hingegen bestreite er die übrigen Aussagen am Telefon. Die Vorinstanz erwägt, der Beschwerdeführer und der Beschwerdegegner hätten als Parteien des Strafverfahrens ein Interesse an dessen Ausgang. Bei den Zeugen handle es sich um ihre jeweiligen Jagdkollegen, was bei der Beweiswürdigung zu berücksichtigen sei. Entscheidend sei allerdings weder die prozessuale Stellung der Parteien noch die Nähe der Zeugen zu ihnen, sondern der Wahrheitsgehalt jeder einzelnen Aussage. Kleinere Ungenauigkeiten wie etwa die Farbe des Pullovers des Schützen seien dabei ohne Belang, solange die Aussage in sich stimmig bleibe. Die Beschreibung des Beschwerdegegners als «bleich», «aufgewühlt» und «sehr erschrocken» passe zum behaupteten Erlebnis.