Citation: 1B_455/2020 E. 3.4

3.4. Zur Frage der Verhältnismässigkeit der Deckungsbeschlagnahme erwog die Vorinstanz Folgendes: In die vorliegende Strafuntersuchung seien 148 ungarische Geschädigte und mehrere Beschuldigte involviert. Nach den Darlegungen der Staatsanwaltschaft habe der Beschwerdeführer bisher jegliche Aussage verweigert und diverse Rechtsmittel gegen Untersuchungshandlungen ergriffen. Angesichts der komplexen Untersuchung mit Auslandbezügen bzw. Rechtshilfeersuchen und der vom Beschwerdeführer erwirkten strafprozessualen Nebenverfahren sei mit erheblichen Prozesskosten zu rechnen. Seitdem er nicht mehr bloss Auskunftsperson sondern Mitbeschuldigter sei, habe sich das Risiko, dass er "Geld verschwinden lassen" könnte, massiv erhöht. Dabei sei auch seiner vorübergehenden Inhaftierung und den Festnahmen von zwei Mitbeschuldigten Rechnung zu tragen. Einer von ihnen, bei dem es sich - wie beim Beschwerdeführer - um einen österreichischen Staatsangehörigen handle, sei auf Begehren der Schweizer Strafbehörden in Italien in Auslieferungshaft gesetzt worden und während der Haft nach Österreich geflüchtet. Die Vorinstanz erwägt, der Beschwerdeführer habe diese Darlegungen der Staatsanwaltschaft weder widerlegt, noch konsequent bestritten. Sein blosser Einwand, er hätte nötigenfalls bereits genügend Zeit gehabt, um Vermögenswerte beiseite zu schaffen, lasse die Weiterdauer der Kontosperre nicht als unverhältnismässig bzw. überflüssig erscheinen (vgl. angefochtener Entscheid, E. 5 S. 10 f.). Was der Beschwerdeführer dagegen vorbringt, begründet - im Lichte von Art. 197 Abs. 1 lit. c-d, Art. 197 Abs. 2 und Art. 268 StPO - keinen Vorwurf der Bundesrechtswidrigkeit. Er behauptet nicht, dass das vorläufig gesperrte Kontenguthaben, soweit nicht ohnehin eine Ausgleichseinziehung (Art. 70 StGB) zugunsten zahlreicher mutmasslicher Geschädigter in Frage kommt, die voraussichtlichen Kosten des komplexen Verfahrens sowie allfällige Entschädigungen, Geldstrafen oder Bussen (Art. 268 StPO) deutlich überstiege. Zwar macht der Beschwerdeführer geltend, obschon er Österreicher sei, bestehe bei ihm keine "Fluchtgefahr", da er seinen Lebensmittelpunkt in der Schweiz habe. Auch ohne Fluchtgefahr - im Sinne des strafprozessualen Haftrechts - und bei einem aktuellen Lebensmittelpunkt in der Schweiz wäre es für den Beschwerdeführer jedoch einfach, sein Kontenguthaben zu transferieren bzw. abzuheben. Insofern droht hier ein empfindlicher Verlust von gesetzlichem Einziehungs- und Haftungssubstrat. Die diesbezüglichen Erwägungen des Obergerichtes zur vorinstanzlich erhobenen Rüge fehlender Verhältnismässigkeit halten vor dem Bundesrecht stand. Auf unzulässige Noven ist auch in diesem Zusammenhang nicht einzutreten (Art. 99 Abs. 1 BGG).