Citation: 5A_299/2024 E. 3.2

3.2. Das Obergericht hat dazu einerseits erwogen, dass die von der Beschwerdeführerin geltend gemachte Stundung gestützt auf Art. 2 Abs. 2 lit. b Covid-19-SBüG auf Gesetz beruhe und ein auf Gesetz beruhender Stundungseinwand im Verfahren nach Art. 85 SchKG generell unzulässig sei. Andererseits hat es - unter Hinweis auf den Entscheid des Kantonsgerichts Zug A3 2021 2 vom 24. Januar 2022, in: GVP 2022 S. 89 - dafürgehalten, dass die Frage, ob die Rückzahlung von Darlehen von Gesellschaftern oder von nahestehenden Personen während der Dauer der Solidarbürgschaft ausgeschlossen ist, im Rahmen eines materiellrechtlichen Prozesses über die Rückzahlung des Darlehens (z.B. Aberkennungsklage nach Art. 83 Abs. 2 SchKG oder Anerkennungsklage nach Art. 79 SchKG) beurteilt werde. Im vorliegenden Fall stehe der Geltendmachung des Einwands im Verfahren nach Art. 85 SchKG auch das rechtskräftige obergerichtliche Urteil vom 23. November 2022 bzw. 1. Dezember 2022 entgegen. Der Beschwerdegegner habe im Oktober 2018 beim Kantonsgericht Zug die Rückzahlung des im Jahr 2015 gewährten und per 20. September 2017 gekündigten Darlehens von Fr. 92'606.40 verlangt. Der Covid-19-Kredit sei dem Beschwerdeführer am 26. März 2020 gewährt worden. Der Teilentscheid des Kantonsgerichts Zug sei am 22. Juni 2021 ergangen. Die Beschwerdeführerin hätte den Einwand, die Rückzahlung des Darlehens sei aufgrund von Art. 2 Abs. 2 lit. b Covid-19-SBüG ausgeschlossen, im Forderungsprozess vor Kantonsgericht Zug als echtes Novum einbringen können. Sie habe jedoch weder im erstinstanzlichen noch später im zweitinstanzlichen und auch nicht zuletzt im bundesgerichtlichen Verfahren den Einwand der Stundung der Darlehensforderung gestützt auf Art. 2 Abs. 2 lit. b Covid-19-SBüG vorgebracht. Mittlerweile liege ein rechtskräftiges und vollstreckbares Urteil des Obergerichts Zug vom 23. November 2022 bzw. 1. Dezember 2022 vor, mit welchem die Beschwerdeführerin verpflichtet worden sei, dem Beschwerdegegner das gewährte Darlehen von Fr. 92'606.40 nebst Zins zurückzuzahlen. Auch der Beschwerdegegner ist der Auffassung, dass die Frage, ob die Darlehensforderung fällig gewesen sei, bereits rechtskräftig und abschliessend beurteilt sei. Versäumnisse aus vorangegangenen Erkenntnisverfahren im Rahmen des nachfolgenden Vollstreckungsverfahrens nachzuholen, entspreche nicht der ratio legis von Art. 85 SchKG.