Citation: U 120/00 09.01.2001 E. 2

2.- a) Die Vorinstanz hat zutreffend dargelegt, dass die von der Winterthur in Form von de-facto-Verfügungen erlassenen Taggeldabrechnungen nach Ablauf einer (nach den Umständen) angemessenen Überlegungsfrist in Rechtskraft erwachsen sind (BGE 122 V 369 Erw. 3 mit Hinweisen). Nach Eintritt der Rechtskraft sind sie nur noch unter den Voraussetzungen der Wiedererwägung und der prozessualen Revision abänderbar. Gemäss einem allgemeinen Grundsatz des Sozialversicherungsrechts kann die Verwaltung eine formell rechtskräftige Verfügung, welche nicht Gegenstand materieller richterlicher Beurteilung gebildet hat, in Wiedererwägung ziehen, wenn sie zweifellos unrichtig und ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist (BGE 122 V 21 Erw. 3a, 173 Erw. 4a, 271 Erw. 2, 368 Erw. 3, 121 V 4 Erw. 6, je mit Hinweisen). Von der Wiedererwägung ist die so genannte prozessuale Revision von Verwaltungsverfügungen zu unterscheiden. Danach ist die Verwaltung verpflichtet, auf eine formell rechtskräftige Verfügung zurückzukommen, wenn neue Tatsachen oder neue Beweismittel entdeckt werden, die geeignet sind, zu einer andern rechtlichen Beurteilung zu führen (BGE 122 V 21 Erw. 3a, 138 Erw. 2c, 173 Erw. 4a, 272 Erw. 2, 121 V 4 Erw. 6, je mit Hinweisen). b) aa) Die Winterthur hat in ihren Taggeldabrechnungen von Anfang an den versicherten Verdienst mit "Jahreslohn Fr. 37'120.-" festgehalten. Für die Beschwerdeführerin war ohne weiteres erkennbar, dass es sich dabei nur um den von ihrer Arbeitgeberfirma im Jahr vor dem Unfall ausgerichteten Bruttolohn handeln konnte und das von ihr im elterlichen Betrieb/Haushalt erzielte, zusätzliche Einkommen darin nicht enthalten war. Die Nichtberücksichtigung dieses Einkommens hat sie nie beanstandet, sondern erstmals mit Eingabe ihres Rechtsvertreters vom 6. April 1998 dessen Aufrechnung sowie die rückwirkende Abänderung der Taggeldabrechnungen verlangt. Die Vorinstanz hat zu Recht erkannt, dass nach rund vierjähriger, unwidersprochener Entgegennahme von Taggeldabrechnungen und Taggeldzahlungen, die hinsichtlich des für die Taggeldbemessung massgebenden versicherten Verdienstes immer gleich lauteten, deren Rechtsbeständigkeit eingetreten ist. bb) Ein Anspruch, dass die Winterthur mittels Wiedererwägung ihrer Taggeldabrechnungen darauf zurückkommt, steht der Beschwerdeführerin nicht zu. Denn nach der Rechtsprechung des Eidgenössischen Versicherungsgerichts kann die Verwaltung weder vom Betroffenen noch vom Gericht zur Wiedererwägung einer Verfügung, welche nicht Gegenstand materieller, richterlicher Beurteilung gebildet hat, verpflichtet werden. Es besteht daher kein gerichtlich durchsetzbarer Anspruch auf Wiedererwägung (BGE 117 V 12 Erw. 2a; vgl. auch BGE 119 V 479 Erw. 1b/cc). cc) Im Rahmen einer prozessualen Revision ist die Verwaltung nur verpflichtet, auf eine formell rechtskräftige Verfügung zurückzukommen, wenn neue Tatsachen oder Beweismittel entdeckt werden, welche zur Zeit der rechtskräftigen Entscheidung schon bestanden haben und welche der Betroffene aus nicht von ihm zu vertretenden Gründen nicht in das Verfahren einbringen konnte (BGE 112 V 371 Erw. 2a, 110 V 393 ff. Erw. 2a; Gygi, Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Aufl., Bern 1983, S. 262). Der von der Beschwerdeführerin ab September 1994 bis zum Unfall vom 2. März 1994 im elterlichen Betrieb/Haushalt erzielte Zusatzverdienst von Fr. 1130.- monatlich hätte von ihr bereits im Anschluss an die erste Taggeldabrechnung vom 30. März 1994 geltend gemacht werden können. Dass sie damit bis im April 1998 zugewartet und das entsprechende Beweismittel erst mit Eingabe ihres Rechtsvertreters vom 30. September 1998 vorgelegt hat, hat sie selbst zu vertreten. Zufolge selbstverschuldeter Verspätung der diesbezüglichen Sachvorbringen und Beweismittel steht ihr daher auch kein Anspruch darauf zu, dass die Winterthur auf dem Wege der prozessualen Revision auf ihre Taggeldabrechnungen zurückkommt.