Citation: 6S.62/2000 24.10.2000 E. 2

2. Zirka eine Woche nach der Generalprobe vom 1. April1996 beschlossen X. und die beiden Mittäter, dieVerantwortlichen der Sendung "Risiko" zu täuschen, um dieSendung vom 22. April 1996 zu manipulieren. Sieentschlossen sich, mit einem Kniff zu spielen, um denSpielverlauf und -ausgang zu ihren Gunsten zu bestimmen, die Gewinnchancen der beiden Mitkandidaten weitestgehend zubeschneiden und einen in der Höhe noch unbestimmten, abermöglichst hohen Spielgewinn zu erlangen, von welchem X. undZ. einen Anteil von zirka 10-20 Prozent und Y. den Resterhalten sollten. Sie fassten den Plan, X. und Z. in dieGeneralprobe vom 22. April 1996 einzuschleusen, um so dieLösungen für die Live-Sendung in Erfahrung zu bringen unddiese anschliessend Y. heimlich und unter gezielterAusnützung einer von ihnen ausgeforschten Lücke imSicherheitsdispositiv von SF DRS zu übermitteln. DasSicherheits- und Betreuungskonzept der Sendung "Risiko"hatte einerseits den Sicherheitsaspekten und anderseits denbesonderen technischen Voraussetzungen einer Live-SendungRechnung zu tragen, aber auch zu berücksichtigen, dass dieIntimsphäre der Kandidaten gewahrt und eine Atmosphäregegenseitigen Vertrauens aufgebaut werden musste, damit dieTV-unerfahrenen Kandidaten adäquat auf ihren Live-Auftrittvorbereitet werden konnten und nicht völlig verunsichertvor der Kamera auftraten. Dieses Konzept sah vor, dass dieKandidaten ab Betreten des Geländes von SF DRS dauerndabgeschirmt und von Mitarbeitern der Sendung "Risiko"begleitet und beaufsichtigt werden, ausser beim Besuch derToilette und beim Umziehen in der (persönlichen) Garderobe.