Citation: 5A_367/2022 E. 3.8

3.8. Das EHRA hat also in zweifacher Weise seine Prüfungskompetenzen überschritten, sodass der seine Verfügung bestätigende angefochtene Entscheid Bundesrecht verletzt. Damit erweist sich die Beschwerde als teilweise begründet und der angefochtene Entscheid ist aufzuheben. Verfolgt die Stiftung zwar einen kirchlichen Zweck, erfüllt sie aber die Anforderungen der organischen Verbindung mit einer Religionsgemeinschaft nicht, untersteht sie als "gewöhnliche" Stiftung der staatlichen Aufsicht. Wie bereits ausgeführt (E. 3.5.1), entscheidet die Aufsichtsbehörde bei Zweifeln darüber, ob Art. 87 Abs. 1 ZGB auf eine bestimmte Stiftung Anwendung findet. In der Praxismitteilung des EHRA 3/15 vom 23. Dezember 2015 meint dieses, im Zweifelsfall sei das Eintragungsverfahren zu suspendieren und die Frage, ob die Stiftung den Anforderungen an eine kirchliche Stiftung genüge, der nach den Umständen zuständig erscheinenden Aufsichtsbehörde zu unterbreiten. Diese pragmatische Lösung scheint angemessen, weshalb sie übernommen werden kann. Die Sache ist daher an das EHRA zurückzuweisen (Art. 107 Abs. 2 Satz 2 BGG), damit es das Eintragungsverfahren suspendiere und die Frage, ob den Anforderungen an eine kirchliche Aufsicht Genüge getan ist, der nach den Umständen zuständig erscheinenden Aufsichtsbehörde unterbreite.