Citation: 1C_740/2013 E. 5.2

5.2. Der Widerruf ist aufgrund der ursprünglichen Fehlerhaftigkeit der Baubewilligung erfolgt und kann daher als Rücknahme bezeichnet werden (Martin Bertschi, in: Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich, Alain Griffel [Hrsg.], 3. Aufl. 2014, N. 16 der Vorbem. zu § 86a-86d VRG; HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 6. Aufl. 2010, S. 231 Rz. 1035). Die Vorinstanz zieht zur Auslegung von § 22 VRG die allgemeinen Grundsätze bei, welche die bundesgerichtliche Rechtsprechung zum Widerruf von Verfügungen aufgestellt hat. Danach kann eine materiell unrichtige Verfügung nach Eintritt der Rechtskraft nur zurückgenommen werden, wenn das Interesse an der richtigen Anwendung des objektiven Rechts jenes am Vertrauensschutz überwiegt. Diesem kommt in der Regel der Vorrang zu, und die fehlerhafte Verfügung ist nicht widerrufbar, wenn durch diese ein subjektives Recht begründet worden oder die Verfügung in einem Verfahren ergangen ist, in dem die gegenüberstehenden Interessen allseitig zu prüfen und gegeneinander abzuwägen waren, oder wenn der Private von einer ihm durch die Verfügung eingeräumten Befugnis bereits Gebrauch gemacht hat. Diese Regel gilt allerdings nicht absolut; auch in diesen drei Fällen kann ein Widerruf in Frage kommen, wenn er durch ein besonders gewichtiges öffentliches Interesse geboten ist (BGE 137 I 69 E. 2.3 S. 71 f. und E. 2.6. S. 74 mit Hinweisen). Dem Vertrauensschutz kommt somit in der Regel dann eine vorrangige Bedeutung zu, wenn eine Person gutgläubig, d.h. im berechtigten Vertrauen auf eine Verfügung, erhebliche Investitionen getätigt und Werte geschaffen hat, die mit dem Widerruf der Verfügung vernichtet würden (Urteil 1C_14/2008 25. Februar 2009 E. 5.2, in: URP 2009 S. 185; vgl. auch Urteil 1C_573/2014 vom 29. April 2015 E. 2.3).