Citation: 9C_190/2023 E. 4.3

4.3. Aus dem Wortlaut genannter Bestimmung geht in Bezug auf die Zulässigkeit des Abzugs weder hervor, dass es auf die Einkommens- und Vermögensverhältnisse der steuerpflichtigen Person ankommt, die sich um den Unterhalt des in Ausbildung stehenden Kindes sorgt und die den Abzug geltend machen will, noch dass die Einkommens- und Vermögensverhältnisse des unterstützten Kindes, das den Beitrag erhält, relevant sind. Hierzu hat sich in der Rechtsprechung für volljährige Kinder herausgebildet, dass der Kinderabzug nicht bereits deswegen ausgeschlossen ist, weil ein mündiges Kind in Ausbildung ein eigenes Einkommen erzielt und die Eltern für weniger als 50 % der Kosten des Unterhalts und der Ausbildung des Kindes aufkommen. Hingegen ist vorausgesetzt, dass die Eltern mindestens Beiträge in der Höhe des Sozialabzuges erbringen und das mündige Kind auf den Unterhaltsbeitrag angewiesen ist (auch Unterstützungsbedürftigkeit; BGE 94 I 231 E. 1; Urteil 2A.323/2003 vom 30. Januar 2004 E. 4.2). Letzteres ist nicht der Fall, wenn das mündige Kind trotz seiner Ausbildung in der Lage ist, seinen Unterhalt aus seinem Arbeitserwerb oder anderen Mitteln selbst zu bestreiten (Urteile 2C_516/2013 / 2C_517/2013 vom 4. Februar 2014 E. 2.1, in: StR 69/2014 S. 302; 2C_357/2010 vom 14. Juni 2011 E. 2.1, in: StR 66/2011 S. 676). Dem folgend sind die Einkommens- und Vermögensverhältnisse des Kindes für die Zulässigkeit des Kindesabzugs mit zu berücksichtigen.