Citation: 6B_1280/2022 E. 6.2.1

6.2.1. Mit Bezug auf das schwerste zu beurteilende Delikt, die qualifizierte Widerhandlung gegen das BetmG, beurteilt die Vorinstanz die objektive Tatschwere als leicht. Dass der Beschwerdeführer den Grenzwert zum qualifizierten Delikt um das zweieinhalbfache überschritten habe, wirke innerhalb des qualifizierten Tatbestands nur leicht erschwerend. Ihm werde ein einmaliges Geschäft zur Last gelegt, er habe in eher untergeordneter Rolle und nicht besonders raffiniert gehandelt. Gleichwohl habe er eine nicht unerhebliche kriminelle Energie offenbart, indem er das Kokain zum Zweck des Weiterverkaufs erworben habe. Mit Blick auf die Täterkomponente geht die Vorinstanz gestützt auf ein forensisches Gutachten von einer erhaltenen Einsichts- und Steuerungsfähigkeit aus. Die mangels Mitwirkung des Beschwerdeführers aktenanamnestisch diagnostizierte emotional instabile, impulsive und dissoziale Persönlichkeitsakzentuierung, Kokainabhängigkeit und der multiple schädliche Substanzgebrauch sowie weitere Faktoren hätten die Taten indes begünstigt. Der Gutachter untermaure seine Diagnosen schlüssig mit den Schilderungen des Beschwerdeführers zum Betäubungsmittelkonsum, den Beschreibungen früherer Therapeuten, Klinikberichten, Vorakten zu früheren Betäubungsmitteldelikten und einer Haaranalyse. Die Vorinstanz berücksichtigt die Persönlichkeitsakzentuierung und Suchtmittelabhängigkeit des Beschwerdeführers leicht strafmindernd und beurteilt sein Verschulden innerhalb des Strafrahmens von 1 bis 20 Jahren Freiheitsstrafe insgesamt als leicht. Sie setzt die hypothetische Einsatzstrafe auf 16 Monate fest.