Citation: 1C_244/2020 E. 4.4.1

4.4.1. Für die Lärmprognose vom 5. Oktober 2018 wurde eine Referenzmessung am bisherigen Zustellort in Gstaad über den Lärm von Rangieremissionen eines Lastwagens durchgeführt. Das Messergebnis wurde rechnerisch auf das streitbetroffene Areal übertragen. Die Vorinstanz sah keinen Anlass zur Annahme, dass die Planungswerte wegen unzulänglich prognostizierten Rangiergeräuschen nicht eingehalten sein könnten. Die Beschwerdeführerinnen erblicken einen Mangel im Umstand, dass die Lärmprognose nicht auf Lärmmessungen auf dem Baugrundstück beruht. Zudem hätten Messungen an sämtlichen drei bisherigen Standorten vorgenommen werden müssen. Beim Messort habe es sich um flaches Gelände gehandelt. Demgegenüber sei die Steigung des Vorplatzes am umstrittenen Standort im Hinblick auf den Lärm der Rangierbewegungen nicht berücksichtigt worden. Unter Hinweis auf den vor Bundesgericht eingereichten Geländeplan eines Vermessungsbüros vom 12. Mai 2020 mit Höhenkurven behaupten die Beschwerdeführerinnen, diese Neigung bewege sich zwischen 6,53 % und 11,07 % und betrage im Mittel deutlich über 7 %. Es sei falsch, wenn die Vorinstanz von einem Gefälle unter 7 % ausgehe. Gemäss dem vom BAFU und vom Bundesamt für Strassen (ASTRA) im Jahr 2006 herausgegebenen Leitfaden Strassenlärm (Ziff. 4.2, S. 27) sei bereits eine Steigung von mehr als 3 % als massgebliche Emissionsgrundlage zu berücksichtigen. Nach dem erwähnten Technischen Bericht der hessischen Umweltfachbehörde seien die erhöhten Rangiergeräusche bei einer Steigung von mehr als 7 % mit einem Zuschlag von 3 dB (A) zu berücksichtigen (a.a.O., S. 16). Ausserdem gehe aus der Lärmprognose der eingesetzte Lastwagentyp nicht hervor. Da bei einer Messung allgemein eine Ungenauigkeit von +/- 2 dB (A) zu erwarten sei und die Grenzwerte teilweise nur um 1 dB (A) eingehalten seien, seien die kritisierten Mängel entscheidend.