Citation: H 51/04 13.11.2006 E. 4

4.1 Die Eingabe vom 19. Dezember 2002 erfolgte unbestrittenermassen innerhalb der Anfechtungsfrist der Verfügung vom 28. November 2002. Der Beschwerdeführer argumentiert, dass sie - wenn davon ausgegangen wurde, dass kein Einspracheentscheid zu fällen war - in Anwendung von Art. 30 des sankt gallischen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege in Verbindung mit Art. 84 Abs. 3 des sankt gallischen Gerichtsgesetzes als Beschwerde hätte an das Versicherungsgericht weitergeleitet werden müssen. Im besagten Schreiben wurde was folgt ausgeführt: Die Verfügungen "stellen das Erlöschen des Anspruchs auf die Waisenrente zufolge Adoption fest. Ich ersuche Sie, dies nochmals zu überprüfen. Tatsache ist doch, dass S.________ sowohl den (Pflege-)Vater als auch die leibliche Mutter durch Tod verloren hat. Zwar trifft es zu, dass er inzwischen, per Ende August 2001, durch seine Tante, Frau B.________, adoptiert worden ist. Damit ist ihm aber nur ein Elternteil ersetzt. Korrekterweise dürfte also nur eine Rente erlöschen. Wollen Sie dies bitte in Wiedererwägung ziehen und mir möglichst rasch das Ergebnis mitteilen, da ja eine Rechtsmittelfrist läuft." Es folgen weitere materielle Argumente. 4.2 Der Vorinstanz ist weder eine Verletzung von Bundesrecht noch ein Überschreiten oder ein Missbrauch des Ermessens oder eine offensichtlich unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhaltes (vgl. Erwägung 1.1 hievor) vorzuwerfen, wenn sie das Schreiben vom 19. Dezember 2002 nicht als - an die richtige Instanz weiterzuleitende - Beschwerde interpretiert hat. Den Worten "Wiedererwägungsgesuch" und "es läuft eine Rechtsmittelfrist" ist klar zu entnehmen, dass der rechtskundige Verfasser des Schreibens nicht der Ansicht war, dieses stelle selbst ein Rechtsmittel dar. Ebenso wenig hat er irgendeinen Vorbehalt angebracht oder die Adressatin darum ersucht, das Begehren als Beschwerde weiterzuleiten, falls auf das Wiedererwägungsgesuch nicht eingetreten werde. Insbesondere durfte der durch einen Rechtsanwalt vertretene Beschwerdeführer die Rechtsmittelfrist nicht einfach in der Hoffnung verstreichen lassen, sein Wiedererwägungsgesuch werde gutgeheissen. Dank dem Fristenstillstand über die Weihnachtsfeiertage blieb ihm auch nach dem Jahreswechsel noch genügend Zeit, sich darüber zu erkundigen, ob die Verfügung zurückgenommen oder ob seine Eingabe als Einsprache behandelt werde. Als ihm Anfang Januar 2003 noch keine Antwort auf sein Wiedererwägungsgesuch mit der erhofften raschen Korrektur zugegangen war, hätte der Beschwerdeführer vorsorglich mit einer kurz begründeten Beschwerde an das zuständige Versicherungsgericht gelangen und so die Ausgleichskasse zu einer Antwort zwingen können. Dabei gilt es zu berücksichtigen, dass der Zweck von - nicht erstreckbaren - Rechtsmittelfristen darin liegt, für alle Parteien Rechtssicherheit zu schaffen. Müsste sofort auf Wiedererwägungsgesuche geantwortet werden, hätten diese Fristen keinen Sinn mehr. Es besteht vorliegend kein Anlass, von der vorinstanzlichen Interpretation abzuweichen. Die Verfügung vom 28. November 2002 ist damit in formelle Rechtskraft erwachsen.