Citation: 9C_88/2021 E. 4.1

4.1. Der Beschwerdeführer macht zunächst geltend, das Ergebnis der Observation dürfe ihm nicht entgegengehalten werden. In der Tat erfolgte die Observation ohne hinreichende gesetzliche Grundlage und damit grundsätzlich rechtswidrig (BGE 143 I 377 E. 4). Indessen ist nach demselben Urteil das Beweismaterial, das im Rahmen einer rechtswidrig angeordneten Observation im öffentlich frei einsehbaren Raum gewonnen wurde, im Invalidenversicherungsverfahren gestützt auf eine Interessenabwägung zwischen privaten und öffentlichen Interessen verwertbar (BGE 143 I 377 E. 5.1.1). Dies gilt rechtsprechungsgemäss unabhängig von der Frage, ob die Observation objektiv geboten war oder nicht (vgl. Urteile 9C_561/2018 vom 8. Februar 2019 E. 5.2.2; 8C_244/2019 vom 4. Juli 2019 E. 5.1 und 9C_308/2019 vom 16. Dezember 2019 E. 2.1). Im Lichte dieser Rechtsprechung muss die vom Beschwerdeführer aufgeworfene Frage, aufgrund welcher Erwägungen die Beschwerdegegnerin eine Observation in Auftrag gegeben hat, nicht näher geprüft werden. Weiter stellt der Umstand, dass die Beschwerdegegnerin den Ermittler darüber informierte, dass der Versicherte am 7. Juli 2017 einen Termin in St. Gallen wahrzunehmen habe, keinen Grund dar, welcher zu einem absoluten Verwertungsverbot des Observationsergebnisses führen würde. Somit hat das kantonale Gericht nicht gegen Bundesrecht verstossen, als es aufgrund einer dieser Rechtsprechung entsprechenden Interessenabwägung zum Schluss kam, das Observationsergebnis dürfe bei der Feststellung des Sachverhaltes mitberücksichtigt werden.