Citation: U 251/00 23.01.2003 E. 4.3

4.3.1 Mit dem kantonalen Gericht ist der Unfall vom 23. März 1995 dem mittleren Bereich zuzuordnen. Daran ändert entgegen den Vorbringen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde nichts, dass der Beschwerdeführer durch die herabfallenden Bretter (auch) am Kopf getroffen wurde und nicht etwa bloss an Schulter oder/und Rücken. Es kann in diesem Zusammenhang auch nicht von besonders dramatischen Begleitumständen oder einer besonderen Eindrücklichkeit des Unfalles gesprochen werden. Von den weiteren Kriterien sodann hat die Vorinstanz zu Recht diejenigen der ärztlichen Fehlbehandlung mit Verschlimmerung der Unfallfolgen sowie der ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung verneint. 4.3.2 Hingegen ist das Kriterium der Dauerbeschwerden gegeben. Davon geht richtig an sich auch das kantonale Gericht aus. Entgegen der Vorinstanz ist aber nicht von Bedeutung, dass die geklagten Beschwerden sich nicht objektivieren liessen (Erw. 3.2). Im Übrigen ist nicht ersichtlich, inwiefern psychosoziale und damit unfallfremde Ursachen für das Anhalten der Schmerzen eine wesentliche Rolle gespielt haben. Die vereinzelten Hinweise in den medizinischen Berichten zu den familiären Verhältnissen des Beschwerdeführers jedenfalls können entgegen dem kantonalen Gericht nicht dahingehend verstanden werden. Sodann ist auch der Heilungsverlauf in dem Sinne als schwierig zu bezeichnen, als die Medikamente nicht die erwartete Wirkung zeigten und daher immer wieder umgestellt werden mussten. Gemäss Hausarzt machten sie trotz ihrer zum Teil antidepressiven Wirkung den Versicherten noch depressiver (vgl. Erw. 4.2 zweiter Abschnitt). In diesem Zusammenhang fallen auch die zahlreichen spezialärztlichen Untersuchungen ins Gewicht. Dass sie vorwiegend darauf gerichtet waren, «eine somatisch fassbare Ursache für die geklagten Beschwerden zu finden bzw. eine solche positiv ausschliessen zu können», ist entgegen der Vorinstanz nicht von Belang. Anderseits ist auf Grund der Akten nicht anzunehmen, dass die fraglichen Untersuchungen zu einer (verstärkten) Fixierung auf die geklagten Schmerzen führten oder eine psychische Fehlentwicklung begünstigten und deren Chronifizierung förderten. Als erfüllt zu betrachten ist schliesslich das Kriterium der lang dauernden erheblichen Arbeitsunfähigkeit. Entgegen der Vorinstanz ist hier nicht nach körperlichen oder psychischen Ursachen zu unterscheiden (Erw. 3.2). Der Versuch der Wiederaufnahme der Arbeit während ein paar Stunden im Tag im Magazin der Firma Ende Oktober/Anfang November 1995 blieb erfolglos. Und der Einsatz im Schreinereibetrieb der Firma S.________ AG vom 19. Januar bis Mitte Mai 1996 wurde auf Grund der schlechten Leistung von der SUVA als Arbeitstherapie ohne Auswirkung auf die Höhe des Taggeldes betrachtet. Danach wurde ärztlicherseits keine Arbeitsfähigkeit mehr attestiert, und der Versicherte war auch nicht mehr erwerbstätig. 4.3.3 Auf Grund einer Gesamtwürdigung kommt dem Unfall vom 23. März 1995 eine massgebende Bedeutung für die gesundheitlichen Beeinträchtigungen und die damit zusammenhängende Arbeitsunfähigkeit im Sinne der adäquaten Kausalität zu. Besonders ins Gewicht fallen die Kriterien der Dauerbeschwerden sowie der langen Dauer und des hohen Grades der Arbeitsunfähigkeit. Bei dieser Rechtslage kann offen bleiben, ob bei Bejahung des im Hinblick auf den Anspruch auf Integritätsentschädigung noch abzuklärenden Kausalzusammenhanges zwischen dem Gehörschaden links und dem Unfall vom 23. März 1995 das Kriterium der Schwere oder besonderen Art der Verletzung als gegeben zu betrachten wäre. Die SUVA hat somit über die bis 31. August 1997 erbrachten Leistungen hinaus für die gesundheitlichen und erwerblichen Folgen des Unfalles vom 23. März 1995 aufzukommen. Mit Bezug auf den allfälligen Anspruch auf eine Invalidenrente im Besonderen wird sie Art und Ausmass der unfallbedingten Arbeitsunfähigkeit zu ermitteln sowie den Leistungsbeginn festzusetzen und darüber eine Verfügung zu erlassen haben.