Citation: I 786/06 29.05.2007 E. 3

3.1 Der Beschwerdeführer leidet an Kniebeschwerden links und Rückenschmerzen. Gemäss Urteil vom 6. März 2006 betreffend Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung sind die Beschwerden am linken Knie teilweise unfallbedingt, wogegen das Rückenleiden aufgrund der medizinischen Akten nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit unfallkausal ist (U 366/04 E. 3.2). Dem Einspracheentscheid der SUVA vom 19. August 2003 kann für die Invaliditätsbemessung in der Invalidenversicherung daher keine Bindungswirkung beigemessen werden (vgl. BGE 126 V 288). Die im Verfahren betreffend Leistungen der Unfallversicherung erfolgte Beurteilung ist aber insofern von Bedeutung, als sie Feststellungen zum unfallbedingten Gesundheitsschaden (Kniebeschwerden) und dessen Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit enthält. 3.2 In Bezug auf das Knieleiden hat das Eidgenössische Versicherungsgericht mit dem erwähnten Urteil vom 6. März 2006 die Ergebnisse der SUVA und des kantonalen Gerichts bestätigt, wonach dem Versicherten die Ausübung einer geeigneten leichteren Tätigkeit ohne wesentliche Einschränkung ganztags zumutbar war. Zu prüfen war in zeitlicher Hinsicht der Sachverhalt, wie er beim verfügten Fallabschluss (31. Dezember 2002) und bis zu dem für die gerichtliche Beurteilung massgebenden Zeitpunkt des Einspracheentscheids (19. August 2003) bestanden hatte. Laut Austrittsbericht der Rehaklinik Y.________ vom 26. Juni 2002 war der Versicherte beim Zurücklegen langer Wegstrecken, beim Besteigen von Leitern und Gerüsten sowie bei Arbeiten in kniender oder kauernder Stellung noch limitiert. In der Tätigkeit als Hilfschauffeur und Speditionsmitarbeiter sei eine Leistungsfähigkeit von 50 % gegeben, welche sukzessive bis zum ganztägigen Arbeitseinsatz zu steigern sei. Der SUVA-Kreisarzt Dr. med. F.________ gelangte am 30. September 2002 zum Schluss, eine ganztägige Arbeit falle lediglich noch bei einer wechselbelastenden Tätigkeit mit überwiegend sitzender Beschäftigung in Betracht. Nicht mehr möglich seien länger dauernde Verrichtungen in ungünstiger Stellung (insbesondere kniend und in der Hocke) sowie Tätigkeiten mit häufigem Treppensteigen. Für das regelmässige Heben und Tragen von Gewichten bestehe eine Limite von 10 kg, für das sporadische Heben eine solche von 15 bis 20 kg. Unter Berücksichtigung dieser Einschränkungen sei ein ganztägiger und leistungsmässig voller Arbeitseinsatz denkbar. In Frage kämen leichte Komplementier-, Sortier- und Montagearbeiten in der Industrie, Arbeiten bei der Produktion von Kleinteilen, beispielsweise an Automaten, Halbautomaten und Stanzmaschinen sowie eine Tätigkeit als Chauffeur, sofern schwere Lade- und Entladearbeiten entfielen. Demgegenüber hatte der behandelnde Arzt Dr. med. S.________, Spezialarzt FMH für Orthopädische Chirurgie, die Arbeitsfähigkeit im Rahmen angepasster Aufgaben im bisherigen Beruf auf 50 % festgelegt (Bericht vom 15. Februar 2002); auch Dr. med. K.________, Facharzt FMH für Anästhesiologie, kam zum Schluss, der Versicherte vermöge eine leichte, vorwiegend sitzend zu verrichtende Beschäftigung ohne Heben und Tragen schwerer Lasten zu etwa 50 % zu bewältigen (Bericht vom 17. September 2003). Unter Hinweis darauf, dass dabei die unfallfremden Rückenschmerzen berücksichtigt wurden und das Spital Z.________ eine leichte bis mittelschwere, vorwiegend sitzend zu verrichtende Tätigkeit als ganztags (mit vermehrten Pausen) zumutbar bezeichnete (Berichte vom 5. April und 9. September 2004), ist das Gericht der Beurteilung von SUVA und Vorinstanz gefolgt, wonach der Versicherte imstande war, geeignete leichtere Arbeiten ohne wesentliche Einschränkung ganztags auszuüben. Aus den Akten, insbesondere den erwähnten Berichten des Spitals Z.________, ergeben sich keine Anhaltspunkte dafür, dass sich der medizinische Sachverhalt in der Zeit zwischen Erlass des Einspracheentscheids der SUVA vom 19. August 2003 bis zu demjenigen der IV-Stelle vom 27. Oktober 2004 wesentlich geändert hätte, weshalb die Feststellungen im Urteil vom 6. März 2006 auch für den Leistungsanspruch in der Invalidenversicherung massgeblich sind. 3.3 Was die nicht unfallbedingten Rückenschmerzen betrifft, ist davon auszugehen, dass im März 2002 eine Diskushernie L5/S1 mit Sensibilitätsstörungen im linken Bein und ischialgieformen Beschwerden bestanden (Bericht des Dr. med. C.________, Spezialarzt FMH für Orthopädie und Sportmedizin, vom 4. April 2002). Bei der Abschlussuntersuchung vom 30. September 2002 gelangte SUVA-Kreisarzt Dr. med. F.________ zum Ergebnis, es bestünden Rückenschmerzen im Sinne einer Lumbalgie, verursacht durch eine lumbale Diskushernie. Die vom Rechtsvertreter des Beschwerdeführers mit einer medizinischen Beurteilung beauftragten Dr. med. K.________ (Bericht vom 17. September 2003) und Prof. Dr. med. A.________, Facharzt FMH für Anästhesiologie (Bericht vom 24. September 2003) diagnostizierten eine Lumboischialgie links. Dr. med. S.________ hielt am 21. November 2003 fest, dass die ischialgieformen Beschwerden zurzeit im Vordergrund stünden und der Versicherte inadäquate Schmerzäusserungen zeige. Wegen zunehmender Rückenbeschwerden ordnete der behandelnde Arzt eine stationäre Abklärung im Spital Z.________ an, wo sich der Versicherte vom 16. bis 26. März 2004 aufhielt. Im Bericht dieses Spitals vom 5. April 2004 wurde ein chronisches lumbospondylogenes Schmerzsyndrom links bei mediolateraler, nach caudal luxierter Diskushernie sowie ausgeprägter Osteochondrose L5/S1 diagnostiziert und eine möglichst rasche Wiedereingliederung in den Arbeitsprozess mit einer rückenschonenden, vorwiegend sitzend zu verrichtenden Tätigkeit (ganztags mit vermehrten Pausen) empfohlen. Im Anschluss an eine weitere stationäre Abklärung vom 19. August bis 3. September 2004 bestätigten die Ärzte des Spitals Z.________ die diagnostizierten Befunde und stellten in Zusammenhang mit der im März 2004 eingetretenen Exazerbation der Beschwerden deutliche Hinweise auf eine Schmerzausweitung fest. Aus rheumatologischer Sicht sei dem Versicherten eine leichte bis mittelschwere Arbeit zumutbar; eine Reintegration in den Arbeitsprozess sei anzustreben, vorerst während zwei Wochen zu einem Pensum von 50 %, anschliessend zu 100 % (Bericht vom 9. September 2004). Angesichts dieser Aktenlage ist der Vorinstanz beizupflichten, dass dem Beschwerdeführer auch seitens des Rückenleidens die Ausübung einer angepassten leichteren Tätigkeit jedenfalls unter der Voraussetzung vermehrter Pausen vollzeitlich zumutbar war.