Citation: 4A_312/2023 E. 3.4

3.4. Diese Rügen sind nicht nur unzureichend begründet (vgl. Erwägung 2.1), sondern gehen an der Sache vorbei. Wie ihr schon die Vorinstanz erklärte, blendet die Beschwerdeführerin mit ihrer Argumentation den Prüfungsbescheid ihrer Bauleitung aus. Dass sie die erstinstanzliche Beurteilung, wonach mit dem Prüfungsbescheid der von der Bauleitung ausgewiesene Restbetrag von Fr. 62'270.-- als beidseitig anerkannt gelte und gemäss Art. 155 SIA-Norm 118 fällig geworden sei, in ihrer Berufungsschrift rechtsgenüglich angefochten hätte, kann der Beschwerde nicht entnommen werden. Die Beschwerdeführerin rügt zwar angeblich überspitzte Anforderungen an die Berufungsbegründung, verkennt aber den Gehalt der erstinstanzlichen Erwägungen betreffend die Qualifikation des Dokuments vom 8. Juli 2020 als Prüfungsbescheid der Bauleitung im Sinne von Art. 155 Abs. 1 SIA-Norm 118 und der damit eingetretenen Fälligkeit, wenn sie weiterhin darauf beharrt, dass für die Fälligkeit der Forderung nach der Vereinbarung der Parteien eine unterzeichnete Schlussabrechnung hätte vorliegen müssen. Sie verweist auf Ziffer 4 Seite 6 der Berufungsbegründung. Dort finden sich aber keine konkreten Rügen gegen die Qualifikation als Prüfungsbescheid und die daraus vom Regionalgericht gezogenen Schlüsse. Es ist daher der Vorinstanz beizupflichten, wenn sie der Berufung keine sachdienliche Auseinandersetzung mit den auschlaggebenden Erwägungen des Regionalgerichts entnehmen konnte und mangels einer solchen Auseinandersetzung die Berufungsbegründung als ungenügend beurteilte. Die Beschwerdeführerin kann dem Begründungsmangel auch nicht dadurch abhelfen, dass sie nun in der Beschwerde an das Bundesgericht versucht, eine solche sachdienliche Anfechtung nachzuliefern und ausführt, der Prüfungsbescheid vermöge gemäss der Vereinbarung der Parteien eine unterzeichnete Schlussabrechnung nicht zu ersetzen. Ohnehin wird auch mit dieser Behauptung die rechtliche Würdigung als Prüfungsbescheid und die Annahme einer beidseitigen Genehmigung des von der Bauleitung ausgewiesenen Betrags trotz fehlender Unterschrift nicht entkräftet. Im Weiteren unterbreitet sie dem Bundesgericht bloss ihre eigene Lesart der Berufungsbegründung und meint, aufgrund der dortigen Ausführungen hätte der Vorinstanz klar sein müssen, dass gerade beanstandet werde, dass die Forderung mit dem Prüfungsbescheid fällig geworden sei. Die Begründung sei leicht verständlich. Trotzdem sei sie von der Vorinstanz "einfach ignoriert" worden, obwohl sie die Monierungen der Beschwerdeführerin an anderer Stelle wiedergegeben habe. Dadurch habe sie Art. 29 Abs. 2 BV und Art. 311 ZPO verletzt. Mit dieser Argumentation wirft die Beschwerdeführerin der Vorinstanz letztlich vor, den Entscheid des Regionalgerichts nicht selbst auf mögliche Schwachstellen untersucht und ihre "einfach verständlichen" Vorbringen in der Berufung nicht in ihrem Sinne weitergehend interpretiert zu haben. Dazu war die Vorinstanz aber gerade nicht gehalten (vgl. Erwägung 3.2). Vielmehr oblag es der Beschwerdeführerin, sich mit den beanstandeten Erwägungen des Regionalgerichts im Einzelnen sachdienlich auseinanderzusetzen. Sie vermag jedoch nicht aufzuzeigen, dass sie dieser Begründungsobliegenheit in der Berufungsschrift rechtsgenüglich nachgekommen ist.