Citation: B 9/06 21.11.2006 E. 3

3.1 Gemäss Art. 23 BVG in der bis 31. Dezember 2004 gültig gewesenen Fassung haben Anspruch auf Invalidenleistungen Personen, die im Sinne der Invalidenversicherung zu mindestens 50 % invalid sind und bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität geführt hat, versichert waren. Am 1. Januar 2005 ist Art. 23 in seiner neuen Fassung in Kraft getreten (Änderung vom 3. Oktober 2003 [1. BVG-Revision]) . Danach haben Anspruch auf Invalidenleistungen unter anderem Personen, die im Sinne der Invalidenversicherung zu mindestens 40 % invalid sind und bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität geführt hat, versichert waren (lit. a). Der gerichtlichen Beurteilung in vorsorgerechtlichen Streitigkeiten sind die Verhältnisse zu Grunde zu legen, wie sie sich bis zum Erlass des kantonalen Klageentscheides (hier: 15. November 2005) verwirklicht haben (BGE 130 V 79 Erw. 1.2 mit Hinweis). Es ist hier somit teilweise ein Sachverhalt zu beurteilen, der sich vor dem In-Kraft-Treten der Neufassung von Art. 23 BVG verwirklicht hat. Da der Rechtsstreit eine Dauerleistung betrifft, über welche berufsvorsorgerechtlich noch nicht rechtskräftig entschieden wurde, ist entsprechend den allgemeinen intertemporalrechtlichen Regeln für die Zeit bis Ende 2004 auf den damals gültig gewesenen Art. 23 BVG und ab diesem Zeitpunkt auf Art. 23 lit. a BVG abzustellen (vgl. BGE 130 V 445 ff.; Urteile K. vom 24. August 2006 [B 14/06] Erw. 3.1.1 und 3.1.2 [mit Hinweis] und A. vom 30. November 2005 [B 41/05] Erw. 2). 3.2 Im vorinstanzlichen Entscheid werden das Erfordernis eines engen zeitlichen und sachlichen Zusammenhangs zwischen einer nach Beendigung des Vorsorgeverhältnisses eingetretenen Invalidität und einer während des Vorsorgeverhältnisses eingetretenen Arbeitsunfähigkeit (BGE 123 V 264 f. Erw. 1c, 120 V 117 f. Erw. 2c/aa und bb, je mit Hinweisen: vgl. auch BGE 130 V 275 Erw. 4.1), insbesondere der Begriff der Arbeitsunfähigkeit (vgl. dazu BGE 130 V 345 f. Erw. 3.1 mit Hinweisen; SZS 2003 S. 521 [Urteil X./Y. gegen T. vom 7. Januar 2003, B 49/00]), ferner die Bestimmungen über den Umfang (Art. 24 Abs. 1 BVG) und den Beginn des Anspruchs auf eine Invalidenrente (Art. 26 Abs. 1 BVG in Verbindung mit Art. 29 Abs. 1 lit. a IVG) sowie die Rechtsprechung zum Beweiswert medizinischer Gutachten und Berichte (BGE 125 V 352 ff. Erw. 3, 122 V 158 ff. Erw. 1b und 1c, je mit Hinweisen) zutreffend dargelegt. Darauf wird verwiesen. Zu präzisieren bleibt, dass der erwähnte sachliche Zusammenhang nur zu bejahen ist, wenn der der Invalidität zu Grunde liegende Gesundheitsschaden im Wesentlichen derselbe ist, der während des Versicherungsverhältnisses zur Arbeitsunfähigkeit geführt hat (vgl. BGE 123 V 264 f. Erw. 1c, 120 V 117 f. Erw. 2c/aa und bb mit Hinweisen). 3.3 Ergänzend ist festzuhalten, dass die Vorsorgeeinrichtungen im Bereich der gesetzlichen Mindestvorsorge (Art. 6 BVG) rechtsprechungsgemäss an die Feststellungen der IV-Organe, insbesondere auch hinsichtlich des Eintritts der invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit (Eröffnung der Wartezeit; Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG in Verbindung mit Art. 26 Abs. 1 BVG) gebunden sind, sofern sie vom gleichen Invaliditätsbegriff wie die Invalidenversicherung ausgehen und soweit die invalidenversicherungsrechtliche Betrachtungsweise aufgrund einer gesamthaften Prüfung der Akten nicht als offensichtlich unhaltbar erscheint (BGE 126 V 311 Erw. 1 in fine und 2a, mit Hinweisen; SVR 2003 BVG Nr. 8 S. 23 Erw. 2.1 [Urteil K. vom 29. November 2002 [B 26/01]; auszugsweise publiziert in BGE 129 V 73]). Keine Bindungswirkung besteht unter anderem, wenn die Vorsorgeeinrichtung nicht spätestens im Vorbescheidverfahren (Art. 73bis IVV in der vom 1. Juli 1987 bis 31. Dezember 2002 in Kraft gestandenen Fassung; AS 1987 456 und AS 2000 3721) und - nach dessen Ersetzung durch das Einspracheverfahren ab 1. Januar 2003 (Art. 52 ATSG) - angelegentlich der Verfügungseröffnung in das IV-Verfahren einbezogen worden ist (BGE 129 V 73 ff.; vgl. auch BGE 132 V 4 f. Erw. 3.2 und 3.3, 130 V 273 f. Erw. 3.1, mit Hinweisen).