Citation: 8C_723/2019 E. 4.4

4.4. Der Begriff der einem Unfall gleichgestellten Körperschädigung bezweckt - zu Gunsten der versicherten Person - die oft schwierige Unterscheidung zwischen Krankheit und Unfall zu vermeiden. Zudem müssen die UVG-Unfallversicherer aufgrund der getroffenen Unterscheidung auch ein Risiko abdecken, welches grundsätzlich von der Krankenversicherung zu tragen wäre. Die in aArt. 9 Abs. 2 UVV erwähnten Körperschädigungen werden selbst dann einem Unfall gleichgestellt, wenn sie ihren Ursprung im Wesentlichen in einer Krankheit oder einer Degeneration haben, sofern eine äussere Einwirkung zumindest die Symptome ausgelöst hat, unter welchen die versicherte Person leidet (BGE 139 V 327 E. 3.1 S. 328; SVR 2016 UV Nr. 44 S. 145, 8C_358/2016 E. 3.3). Ein degenerativer oder pathologischer Vorzustand schliesst daher eine unfallähnliche Körperschädigung nicht aus, sofern ein unfallähnliches Ereignis den vorbestehenden Gesundheitsschaden verschlimmert oder manifest werden lässt (BGE 123 V 43 E. 2b S. 44 f.). Es ist nicht abzuklären, ob eine "eindeutige" krankheits- oder degenerativ bedingte Verursachung vorliegt (BGE 129 V 466 E. 2.1 S. 466 f.; Urteil 8C_802/2011 vom 2. Februar 2012 E. 5.5 i.f.).