Citation: 1P.503/2001 03.12.2001 E. 2

Der Beschwerdeführer bestritt vor Obergericht, überhaupt etwas mit Drogengeschäften zu tun gehabt zu haben. Die ihm in einer Liste der Anklageschrift zur Last gelegten Handlungen bzw. Vorgänge hätten allesamt keinen Zusammenhang mit Betäubungsmitteln. Die Dokumentation der Vorgänge durch Telefonabhörprotokolle, Berichte über polizeiliche Beobachtungen usw. erbrächten keinen Beweis für die entsprechenden Vorwürfe. 2.1 Das Obergericht führte aus, die Polizei sei aufgrund der Beobachtung und Telefonüberwachung eines Drogenrings im Raum Bern und Burgdorf allmählich darauf gekommen, dass ein gewisser R.D. und ein gewisser E.O. von einem in B.________ wohnhaften S.D. Heroin bezogen hatten. Die darauf folgende Observation von S.D. habe auf die Spur und zur persönlichen Identifikation des Beschwerdeführers als Lieferant von S.D. geführt. Während der gesamten Zeit der strikten Beobachtung von S.D. hätten sich keinerlei Anhaltspunkte dafür ergeben, dass S.D. das von ihm weiterverkaufte Heroin aus anderer Quelle als aus einem Lager in Z.________ bezogen habe, das dem Beschwerdeführer von seinem Schwager, H.P., überlassen worden sei, bevor dieser nach Deutschland ausreiste. Es sei möglich, dass S.D. das Rauschgift vor der Ausreise von H.P. teilweise nicht vom Beschwerdeführer, sondern von H.P. bezogen habe. Dies habe das Strafgericht bereits berücksichtigt und den Beschwerdeführer von verschiedenen Anklagepunkten freigesprochen. Soweit der Beschwerdeführer einwende, es sei in den aufgezeichneten Telefongesprächen zwischen den Beteiligten bei der Erwähnung von Geldbeträgen in verschiedenen Währungen wie DM, SFR oder Lek tatsächlich über Geld gesprochen worden und nicht über Drogenmengen, könne ihm nicht geglaubt werden. Die aufgezeichneten Gespräche und der von den Beteiligten angeblich getätigte Zahlungsverkehr ergäben überhaupt keinen Sinn, wenn nicht effektiv von Drogen die Rede gewesen wäre. Diese Interpretation werde durch zahlreiche weitere Beweismittel bestätigt. Es sei auch als erstellt zu betrachten, dass sich der Beschwerdeführer an der Organisation einer Einfuhr von weiterem Rauschgift beteiligt habe, nachdem das Lager in Z.________ aufgebraucht gewesen sei. Dies ergäbe sich unter anderem aus dem Inhalt verschiedener abgehörter Telefongespräche. Der Beschwerdeführer habe aufgrund der Abhörungen am 14. September 1998 am Flughafen Basel-Mulhouse zusammen mit S.D. verhaftet werden können. Er und S.D. hätten, wie aufgrund der abgehörten Gespräche erwartet, zusammen einen Betrag von Fr. 120'000.-- auf sich getragen, der als Anzahlung für eine Drogenlieferung hätte nach Istanbul gebracht werden sollen. Das Bargeld, das der Beschwerdeführer auf sich trug, habe zudem Spuren von Heroin und von Kokain aufgewiesen. Am selben Abend hätten in der Wohnung des Beschwerdeführers zwei Aktenkoffer mit Fr. 221'400.-- bzw. mit Fr. 65'850.-- beschlagnahmt werden können. Auch dieses Geld sei mit Heroin- und Kokainspuren kontaminiert gewesen.