Citation: 4A_588/2021 E. 4.4

4.4. Es ist der Beschwerdeführerin zuzugestehen, dass unklar ist, ob die Vorinstanz mit diesen Erwägungen eine subjektive oder eine objektivierte Vertragsauslegung vornahm. Für Ersteres spricht, dass sie den späteren Umstand berücksichtigte, dass die Kaufvertragsparteien im Aufhebungsvertrag vom 16. Dezember 2009 die "Beträge der Gebäudeversicherung" wieder an die Verkäuferschaft zurück zedierten, ist nachträgliches Parteiverhalten doch ausschliesslich bei der Ermittlung des tatsächlichen Parteiwillens beachtlich. Indessen nahm die Vorinstanz keine Beweiswürdigung vor und folgerte lediglich aus dem Wortlaut von Ziffer 5 des Kaufvertrags und in Berücksichtigung anderer Bestimmungen des Kaufvertrags, dass "nach Treu und Glauben" angenommen werden müsse, dass der Vertrag entsprechend seinem Wortlaut bestimme, dass die Abtretung tatsächlich erfolgen solle. Mit der Beschwerdeführerin ist die vorinstanzliche Interpretation demnach als objektivierte Vertragsauslegung aufzufassen, die vom Bundesgericht frei überprüft werden kann.