Citation: 1A.38/2006 31.05.2006 E. 2

2.1 Der Beschwerdeführer macht geltend, die Bedingungen zur Ausrichtung eines Vorschusses nach Art. 15 OHG seien erfüllt. Insbesondere sei die Kausalität des Unfallereignisses für den erlittenen Schaden ausgewiesen. Entgegen der Auffassung des Verwaltungsgerichts setze das Opferhilfegesetz nicht voraus, dass Vorschussleistungen in engem zeitlichem Zusammenhang mit der Straftat stehen. Die Abweisung seines Vorschussgesuchs infolge Verneinung eines solchen Zusammenhangs sei daher bundesrechtswidrig. 2.2 Das Verwaltungsgericht erwog, entgegen der Ansicht des Amtes für soziale Sicherheit könne gestützt auf die im Recht liegenden medizinischen Gutachten nicht der Schluss gezogen werden, dass zwischen der gesundheitlichen Situation resp. dem daraus resultierenden Schaden des Beschwerdeführers und dem Unfallereignis überhaupt kein Kausalzusammenhang bestehe. Die Frage der Unfallkausalität sei vorliegend aber nicht relevant und könne deshalb offen bleiben. Die Ausrichtung eines Vorschusses auf eine vorläufig noch ungewisse Entschädigungsleistung nach Art. 11 ff. OHG müsse in einem engen zeitlichen Zusammenhang zur Straftat stehen. Der Sinn eines gestützt auf Art. 15 OHG ausgerichteten Vorschusses liege in der Gewährleistung sofortiger finanzieller Hilfe an Opfer, die unmittelbar im Anschluss an eine Straftat in finanzielle Schwierigkeiten geraten und deshalb zur Deckung ihrer materiellen Bedürfnisse auf eine möglichst schnelle Unterstützung angewiesen seien. Im vorliegenden Fall liege das Unfallereignis aber über fünf Jahre zurück. Die Finanzierung der beruflichen Wiedereingliederung resp. des Lebensunterhalts des Beschwerdeführers stehe nicht mehr in engem zeitlichem Zusammenhang mit der Straftat. Der Beschwerdeführer habe daher keinen Anspruch auf Vorschussleistungen.