Citation: U 410/00 14.02.2002 E. 2

2.- Die Vorinstanz hat bei der Bestimmung der Restarbeitsfähigkeit auf die Einschätzung des SUVA-Kreisarztes Dr. J.________ vom 22. Oktober 1998 abgestellt, wonach der Beschwerdeführer in seiner aktuell ausgeübten Tätigkeit zu 75 % arbeitsfähig sei. Der Versicherte macht geltend, der SUVA-Arzt habe bei dieser Einschätzung psychische Beschwerden unberücksichtigt gelassen, welche mit dem Unfall in Verbindung zu bringen und somit zu berücksichtigen seien. Zusätzliche Abklärungen über die psychische Störung seien angezeigt. a) Bereits am 9. Oktober 1997 hatte der Kreisarzt-Stellvertreter Dr. M.________ auf eine erhebliche psychogene Komponente hingewiesen, die den Einsatz des rechten Armes verhindern würde; eine sinnvolle Festlegung der Arbeitsfähigkeit sei unter diesen Umständen nicht möglich, da die Leistung ohnehin nicht erbracht würde. Deshalb ordnete Dr. M.________ zunächst eine Erhöhung der Präsenzzeit ab 13. Oktober 1997 auf 75 % und ab 3. November 1997 auf 100 % an, in der Hoffnung, die psychische Blockade könne auf diese Weise durchbrochen werden. Nachdem die Arbeitgeberin am 11. November 1997 über eine effektiv gezeigte Leistung von etwas über 50 % der Norm berichtete, die neurologischen Abklärungen vom 5. Dezember 1997 keinen pathologischen Befund der zwischenzeitig aufgetretenen Konvulsionen ergaben und Dr. J.________ weitere medizinische Abklärungen getätigt hatte, führte er im Bericht vom 16. Dezember 1997 unter Hinweis auf das sehr ängstliche und leicht depressive Verhalten des Versicherten aus, der Arbeitsfähigkeitsgrad werde bis Ende des Jahres bei 50 % belassen; ab dem 5. Januar 1998 bestehe aber eine 75%ige Arbeitsfähigkeit bei ganztägigem Einsatz. Die Körperkonvulsionen betitelte Dr. J.________ mangels pathologischen Befunds als funktioneller Natur. In der Folge blieb der Gesundheitszustand des Versicherten im Wesentlichen gleich, weshalb Dr. J.________ am 22. Oktober 1998 den Grad der Arbeitsfähigkeit unverändert bei 75 % beliess. b) Daraus ist zu schliessen, dass die SUVA-Ärzte den bekannten psychischen Problemen keinen Krankheitswert beimassen und dem Versicherten zumuteten, bei Aufbietung allen guten Willens im Umfang der geschätzten Leistungsfähigkeit arbeiten zu können (BGE 102 V 165; AHI 2001 S. 228 Erw. 2b mit Hinweisen). Ob dies tatsächlich zutreffend ist oder ob angesichts der psychischen Auffälligkeiten nicht zumindest psychiatrische Abklärungen vor einer abschliessenden Einschätzung hätten vorgenommen werden müssen, kann dahingestellt bleiben. Denn selbst wenn von einer im natürlichen Kausalzusammenhang mit dem Unfall stehenden psychogenen Störung mit Krankheitswert auszugehen wäre, würde eine Leistungspflicht der SUVA für diese psychische Beschwerden an der fehlenden Adäquanz scheitern, wie sich aus dem Folgenden ergibt. c) Der Unfall ist angesichts des augenfälligen Geschehensablaufs der Kategorie der mittelschweren Unfälle zuzuordnen, wobei nach der Praxis (dargestellt in RKUV 1999 Nr. U 33 S. 122; vgl. auch BGE 115 V 144, wo ein Ereignis, bei dem eine versicherte Person über eine 2 m hohe Böschung rückwärts auf ein Betonstück stürzte und sich dabei eine Kompressionsfraktur eines Thorakalwirbels zuzog, als mittelschwer, im Grenzbereich zu den leichten Unfällen liegend, eingestuft wurde) nicht von einem Grenzfall zu einem schweren Ereignis gesprochen werden kann. Der Unfall vom 15. Juli 1996 ereignete sich weder unter besonders dramatischen Begleitumständen, noch war er objektiv gesehen von besonderer Eindrücklichkeit. Selbst wenn der erlittenen Verletzung am Gebrauchsarm eine gewisse Schwere nicht abzusprechen ist, kann deswegen nicht von einer erfahrungsgemässen Eignung dieses Traumas, psychische Fehlentwicklungen auszulösen, gesprochen werden. Von einem schwierigen Heilungsverlauf mit erheblichen Komplikationen kann ebenso wenig die Rede sein wie von einer ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung. Zu beachten ist hiebei, dass der Genesungsverlauf der somatischen Unfallfolgen gegen Ende des Jahres 1997 weitestgehend abgeschlossen war und die nachfolgende Behandlung im Zeichen der psychischen Problematik stand (Erw. 2a hievor) und ein allfälliger psychischer Gesundheitsschaden in die Adäquanzbeurteilung nicht einbezogen werden darf (RKUV 1999 Nr. U 341 S. 409 Erw. 3b). Was die körperlichen Dauerschmerzen betrifft, ist dieses Kriterium jedenfalls nicht in besonders ausgeprägter Weise erfüllt. Schliesslich ist der Beschwerdeführer zwar wegen organischer Unfallfolgen zunächst während achteinhalb Monaten zu 100 % arbeitsunfähig gewesen, anschliessend während zwei Monaten zu 50 %, danach wiederum während gut zweieinhalb Monaten zu 100 %. Anschliessend war die weitere Leistungsbeeinträchtigung jedoch, soweit sie 25 % überstieg, durch unfallfremde Faktoren beeinflusst (Erw. 2a), sodass Dauer und Grad der Arbeitsunfähigkeit nicht derart ins Gewicht fallen, dass deswegen gesamthaft die Adäquanz des Kausalzusammenhangs zu bejahen wäre.