Citation: 8C_402/2007 23.04.2008 E. 5.1.2

5.1.2.1 Was unter einer namhaften Besserung des Gesundheitszustandes im Sinne von Art. 19 Abs. 1 UVG zu verstehen ist, hat das Bundesgericht im Urteil BGE U 394/06 näher umschrieben. Danach bestimmt sich dies namentlich auf Grund der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, soweit unfallbedingt beeinträchtigt, wobei die durch weitere Heilbehandlung zu erwartende Besserung ins Gewicht fallen muss. Unbedeutende Verbesserungen genügen nicht (besagtes Urteil, E. 4.3 mit Hinweisen; Urteil U 291/06 vom 4. März 2008, E. 4.2). 5.1.2.2 Den medizinischen Akten kann diesbezüglich entnommen werden, dass sich die physiotherapeutisch lockernden Massnahmen im HWS-/Rückenbereich teilweise symptomlindernd auswirkten, während manualtherapeutische Behandlungen keine Verbesserung gebracht hatten, sodass der gesundheitliche Status des Versicherten bereits im Mai 2004 als am sich chronifizieren bezeichnet wurde (Bericht der Frau Dr. med. T.________ vom 11. Mai 2004). Der Sozialpsychiatrische Dienst W.________ hielt in seinem Bericht vom 9. Juli 2004 fest, neben der Entspannungs- komme insbesondere die Schmerzgruppe in Frage, ferner Methoden der Schmerzbeeinflussung. Therapeutisch fühle der Patient sich augenblicklich bei der Physiotherapeutin gut aufgehoben. In der Folgezeit wurde sodann durch Dr. med. O.________ eine Farbtherapie durchgeführt (vgl. u.a. Schreiben der SUVA vom 18. Januar 2005). Der vom Beschwerdeführer beigezogene Dr. med. H.________ hielt seinerseits im Rahmen seines Gutachtens vom 26. Juli 2005 dafür, dass durch eine weitere medizinische Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes mehr zu erreichen sei; er riet zur Aufrechterhaltung der bestehenden Verhältnisse mittels einer myotonolotyschen Therapie sowie zu gezielten physiotherapeutischen Vorkehren zur Korrektur der Fehlstellungen der oberen HWS. Daraus ergibt sich, dass die von den Fachärzten empfohlenen therapeutischen Massnahmen primär dazu dienen sollten, die Schmerzen zu lindern und eine Stabilisierung des Erreichten zu bewirken. Eine namhafte Verbesserung des Gesundheitszustandes konnte davon aber, jedenfalls ab dem hier massgeblichen Zeitpunkt, übereinstimmend nicht mehr erwartet werden. Aus der letztinstanzlich exemplarisch zitierten Rechtsprechung vermag der Beschwerdeführer, da es sich dabei um jeweils andersgelagerte Sachverhalte handelt, nichts zu seinen Gunsten abzuleiten. 5.2 Ausgehend vom augenfälligen Geschehensablauf (zur diesbezüglichen Relevanz bei der Prüfung der Unfallschwere: SVR 2008 UV Nr. 8 S. 26, U 2/07; Urteil U 503/05 vom 17. August 2006, zusammengefasst wiedergegeben in SZS 2008 S. 183) ist der am 20. November 2003 erlittene Sturz im Rahmen der für die Adäquanzbeurteilung vorzunehmenden Einteilung (BGE U 394/06, E. 10.1, 117 V 369 E. 4b S. 383) mit dem kantonalen Gericht als mittelschweres Ereignis im Grenzbereich zu den leichten Unfällen einzustufen (vgl. die in SZS 2001 S. 431 ff. erwähnte Rechtsprechung; ferner auch RKUV 2005 Nr. U 548 S. 228, U 306/04, 1999 Nr. U 330 S. 122, 1998 Nr. U 307 S. 448, E. 3a). Die Adäquanz des Kausalzusammenhangs wäre daher zu bejahen, wenn die in E. 10.2 und 10.2.1-10.2.7 des Urteils BGE U 394/06 überarbeiteten und nunmehr in ihrer Fassung gemäss E. 10.3 relevanten Kriterien gehäuft gegeben wären oder eines der Kriterien in besonders ausgeprägter Weise vorliegen würde (BGE 117 V 369 E. 4c S. 384). 5.2.1 Das - unverändert gebliebene (vgl. BGE U 394/06, E. 10.2.1) - Kriterium der besonders dramatischen Begleitumstände oder besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls kann vorliegend ohne weiteres verneint werden. 5.2.2 Was die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen anbelangt, hat das Bundesgericht in E. 10.2.2 (mit Hinweisen) des Urteils BGE U 394/06 präzisiert, dass es zur Bejahung dieses Kriteriums einer besonderen Schwere der für die gegebene Verletzung typischen Beschwerden oder besonderer Umstände, welche das Beschwerdebild beeinflussen können, bedarf. Davon kann in casu nicht ausgegangen werden, da die für ein leichtes Schädel-Hirn- bzw. HWS-Distorsionstrauma charakteristischen Beschwerden - im Gegensatz zu den Gegebenheiten, welche dem vom Beschwerdeführer angeführten Urteil U 287/04 vom 17. März 2005, E. 11, publiziert in RKUV 2005 Nr. U 550 S. 242, zugrunde gelegen haben - nicht in akzentuierter Form vorliegen, sondern im Wesentlichen auf, wenn auch starke Kopfschmerzen beschränkt sind, die indessen, wie bereits ausgeführt wurde, zusätzlich durch unfallfremde Faktoren "genährt" werden dürften (vgl. E. 4.2.2 hievor in fine). Ebenfalls nicht ausgewiesen sind in diesem Kontext schliesslich erhebliche Verletzungen, welche sich der Versicherte neben dem Schädel-Hirntrauma (bzw. der HWS-Distorsion) zugezogen hat. 5.2.3 Für das Kriterium der ärztlichen Behandlung entscheidwesentlich ist (vgl. E. 10.2.3 des Urteils BGE U 394/06), ob nach dem Unfall fortgesetzt spezifische, die versicherte Person belastende ärztliche Behandlung bis zum Fallabschluss notwendig war. Der Beschwerdeführer unterzog sich zwar bis Ende September 2004 regelmässig physio- und - darüberhinaus - farbtherapeutischen Massnahmen. Gestützt darauf rechtfertigt sich jedoch noch nicht die Bejahung des zu prüfenden Kriteriums, resultiert daraus doch keine erhebliche - im Sinne einer sich allein daraus ergebenden zusätzlichen - Mehrbelastung, zumal eine Behandlungsbedürftigkeit (in Form medikamentöser Schmerz- und Physiotherapie) während zwei bis drei Jahren nach einem Schleudertrauma der HWS respektive äquivalenten Verletzungen mit ähnlichem Beschwerdebild durchaus üblich ist (RKUV 2005 Nr. U 549 S. 236, E. 5.2.4 in fine, U 380/04; Urteil U 5/06 vom 23. Mai 2006, E. 4.2 mit diversen Hinweisen). 5.2.4 Ebenfalls zu verneinen sind schliesslich mit der Vorinstanz die - unverändert übernommenen - Kriterien der ärztlichen Fehlbehandlung sowie des schwierigen Heilungsverlaufs und erheblicher Komplikationen (E. 10.2.5 und 10.2.6 des Urteils BGE U 394/06). Zwar mutet das anfängliche Verhalten des Unfallversicherers (Einstellung der Versicherungsleistungen auf 13. April 2004 [Schreiben der SUVA vom 8. April und 18. Mai 2004], Nichteintreten auf das vom Beschwerdeführer gestellte Wiedererwägungsgesuch, Verneinung eines Rückfalls [Verfügung vom 3. Februar 2005], Rücknahme des "Entscheids" vom 3. Februar 2005 und 8. April 2004, Zusprechung der Leistungen bis Ende September 2004 [Verfügung vom 1. Juli 2005]) verwirrlich an, lässt sich jedoch vor dem Hintergrund der medizinischen (insbesondere in der Klinik N.________ im August/September 2004 erfolgten) Abklärungen weitgehend nachvollziehen und war jedenfalls nicht geeignet, die Beschwerden des Versicherten im Sinne eines Nichternstnehmens durch den Unfallversicherer wesentlich (mit-)zuverschlimmern bzw. diese gleichsam aufrechtzuerhalten (vgl. dazu SVR 1996 UV Nr. 58 S. 193, E. 4e). Ebenso wenig lässt sich der Heilungsverlauf als schwierig und von erheblichen Komplikationen geprägt qualifizieren. 5.2.5 Adäquanzrelevant können sodann nur in der Zeit zwischen dem Unfall und dem Fallabschluss nach Art. 19 Abs. 1 UVG ohne wesentlichen Unterbruch bestehende erhebliche Beschwerden sein. Die Erheblichkeit beurteilt sich nach den glaubhaften Schmerzen und nach der Beeinträchtigung, welche die verunfallte Person durch die Beschwerden im Lebensalltag erfährt (E. 10.2.4 des Urteils BGE U 394/06). Dieses Kriterium kann mit dem kantonalen Gericht in Anbetracht der andauernden Kopfschmerzen als grundsätzlich erfüllt angesehen werden. Dies aber, da es dem Beschwerdeführer immer noch möglich ist, gewisse Freizeitaktivitäten auszuüben (Schwimmen, Spaziergänge in den Bergen etc.), nicht in besonders ausgeprägter Form. 5.2.6 Was schliesslich das Kriterium der Arbeitsunfähigkeit anbelangt, ist dem Umstand Rechnung zu tragen, dass bei leichten bis mittelschweren Schleudertraumen der HWS (und punkto Adäquanzbeurteilung gleich zu behandelnden Verletzungen) ein längerer oder gar dauernder Ausstieg aus dem Arbeitsprozess vom medizinischen Standpunkt aus als eher ungewöhnlich erscheint. Nicht die Dauer der Arbeitsunfähigkeit ist daher massgebend, sondern eine erhebliche Arbeitsunfähigkeit als solche, die zu überwinden die versicherte Person ernsthafte Anstrengungen unternimmt. Darin liegt der Anreiz für die versicherte Person, alles daran zu setzen, wieder ganz oder teilweise arbeitsfähig zu werden. Gelingt es ihr trotz solcher Anstrengungen nicht, ist ihr dies durch Erfüllung des Kriteriums anzurechnen. Konkret muss ihr Wille erkennbar sein, sich durch aktive Mitwirkung raschmöglichst wieder optimal in den Arbeitsprozess einzugliedern. Solche Anstrengungen der versicherten Person können sich insbesondere in ernsthaften Arbeitsversuchen trotz allfälliger persönlicher Unannehmlichkeiten manifestieren. Dabei ist auch der persönliche Einsatz im Rahmen von medizinischen Therapiemassnahmen zu berücksichtigen. Sodann können Bemühungen um alternative, der gesundheitlichen Einschränkung besser Rechnung tragende Tätigkeiten ins Gewicht fallen. Nur wer in der Zeit bis zum Fallabschluss nach Art. 19 Abs. 1 UVG in erheblichem Masse arbeitsunfähig ist und solche Anstrengungen auszuweisen vermag, kann das Kriterium erfüllen (E. 10.2.7 [mit Hinweisen] des Urteils BGE U 394/06). In den Akten dokumentiert sind ab 18. März 2004 ca. einmal monatlich durchgeführte Arbeitsversuche beim ehemaligen Arbeitgeber, welche der Beschwerdeführer indessen jeweils erst auf Aufforderung hin (seitens seiner Ärzte bzw. der SUVA) antrat und stets bereits nach rund zwei Stunden infolge starker, migräneartiger Kopfschmerzen wieder abbrach (vgl. Bericht des Dr. med. K.________ vom 10. September 2004, S. 4 oben). Ob vor diesem Hintergrund das vorliegend zu prüfende Kriterium als gegeben eingestuft werden kann, scheint zumindest zweifelhaft, braucht jedoch, da selbst bei Bejahung desselben - wenn auch nicht in besonders auffälliger Weise - nach dem Ausgeführten ein adäquater Kausalzusammenhang zu verneinen ist. Der vom Unfallversicherer auf Ende September 2004 vorgenommene - vorinstanzlich bestätigte - Fallabschluss erfolgte daher zu Recht.