Citation: 6P.10/2003 03.04.2003 E. 6

Die Vorinstanz verweist den Beschwerdeführer für zwölf Jahre des Landes. Der Beschwerdeführer wirft ihr die Verletzung von Art. 55 i.V.m. Art. 41 Ziff. 1 Abs. 1 StGB vor, weil sie den Vollzug der Landesverweisung nicht bedingt aufschiebt. 6.1 Gemäss Art. 41 Ziff. 1 Abs. 1 StGB kann der Richter den Vollzug der Landesverweisung aufschieben, wenn Vorleben und Charakter des Verurteilten erwarten lassen, er werde dadurch von weiteren Verbrechen oder Vergehen abgehalten. Ob die Landesverweisung bedingt aufgeschoben oder vollzogen werden soll, hängt einzig von der Prognose über das zukünftige Verhalten des Verurteilten in der Schweiz ab. Ob der bedingte Vollzug geeignet sei, den Angeklagten von der Begehung weiterer Straftaten abzuhalten, muss aufgrund einer Gesamtwürdigung entschieden werden. In die Beurteilung miteinzubeziehen sind neben den Tatumständen das Vorleben und der Leumund sowie alle weiteren Tatsachen, die gültige Schlüsse auf den Charakter des Täters und die Aussichten seiner Bewährung zulassen. Es ist unzulässig, unter den nach Art. 41 Ziff. 1 Abs. 1 StGB zu berücksichtigenden Umständen einzelnen eine vorrangige Bedeutung beizumessen und andere zu vernachlässigen oder überhaupt ausser Acht zu lassen (BGE 123 IV 107 E. 4a mit Hinweisen). 6.2 Die Vorinstanz verweigert dem Beschwerdeführer den bedingten Vollzug mit der Begründung, er habe während seiner gesamten kurzen illegalen Aufenthaltszeit in der Schweiz massiv delinquiert, was nicht darauf hoffen lasse, der bedingte Vollzug der Landesverweisung werde ihn von der Begehung weiterer Verbrechen und Vergehen abhalten. Er habe keinerlei Bindungen und Beziehungen zur Schweiz oder zu hier ansässigen Menschen; seine Familie und seine Verwandten hielten sich vielmehr in Albanien auf. Die in seinem letzten Wort vor dem Kreisgericht geäusserte Reue und Entschuldigung seien weniger echt als vielmehr berechnend gewesen. Erst im Hinblick auf das oberinstanzliche Verfahren habe er die erstinstanzlich ausgesprochenen Schuldsprüche akzeptiert. Dass dies mit neuerdings eingekehrter ernsthafter Einsicht und Reue gleichzusetzen sei, müsse angesichts seines bisherigen Verhaltens im Strafverfahren und insbesondere des noch anlässlich der Verhandlung vor erster Instanz trotz erdrückender Beweise fortgeführten Bestreitens seiner Tat bezweifelt werden. Es sei im Übrigen auch bemerkenswert, dass die bis zur erstinstanzlichen Hauptverhandlung verbüssten 552 Tage Untersuchungshaft nicht zu ernsthafter Einsicht und Reue des Beschwerdeführers geführt hätten (angefochtenes Urteil S. 15 f.). 6.3 Soweit sich der Beschwerdeführer auch in diesem Punkt gegen tatsächliche Feststellungen der Vorinstanz richtet, ist auf seine Vorbringen nicht einzutreten. Dies ist z.B. dann der Fall, wenn er sich gegen die von der Vorinstanz geäusserten Zweifel an seiner Einsicht und Reue wendet, ferner, wenn er Ausführungen der Vorinstanz als aktenwidrig bezeichnet. 6.4 Die Vorinstanz nimmt eine Gesamtwürdigung vor und lässt insbesondere nicht unbeachtet, dass der Beschwerdeführer die in erster Instanz ausgesprochenen Schuldsprüche schliesslich akzeptiert hat und keine grösseren Vorstrafen bekannt sind (angefochtenes Urteil S. 14/15; Kreisgericht S. 42). Wenn sie den Umständen, die gegen eine günstige Prognose sprechen - insbesondere dem fortwährenden Delinquieren während des kurzen illegalen Aufenthalts in der Schweiz, dem Fehlen von Bindung und Beziehungen zur Schweiz oder zu hier ansässigen Menschen sowie dem weitgehenden Mangel an Einsicht und Reue -, grösseres Gewicht zumisst, ist dies aus Sicht des Bundesrechts nicht zu beanstanden. Die Nichtigkeitsbeschwerde ist somit auch in diesem Punkt abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.