Citation: 8C_38/2021 E. A

A.a. Die 1981 geborene A.________ war ab 1. November 2009 als Pflegefachfrau bei der Klinik B.________ AG zu einem Pensum von circa 70 % angestellt. Mit Schreiben vom 8. August 2011 löste die Arbeitgeberin das Arbeitsverhältnis auf den 30. November 2011 auf. Am 19. Oktober 2011 meldete sich A.________ wegen einer Erschöpfungsdepression und eines Burnouts zum Leistungsbezug bei der Invalidenversicherung an. Mit unangefochten gebliebener Verfügung vom 12. Juni 2012 verneinte die IV-Stelle Luzern einen Anspruch auf berufliche Massnahmen und auf eine Invalidenrente mangels eines invalidenversicherungsrechtlich relevanten Gesundheitsschadens. A.b. Auf das Neuanmeldegesuch vom 18. Juni 2012 trat die IV-Stelle ein. Sie gewährte verschiedene berufliche Eingliederungsmassnahmen. Vom 12. Januar bis 10. April 2015 absolvierte die Versicherte beim Hilfswerk C.________ ein Belastbarkeitstraining (Abschlussbericht vom 21. Mai 2015). Anschliessend war sie vom 11. Mai bis 9. August 2015 beim Zentrum D.________ zur "Beruflichen Abklärung Büro" arbeitstätig (Abschlussbericht vom 18. August 2015). Danach war sie ab 5. Oktober bis Ende Dezember 2015 in einer Akupunkturpraxis und vom 4. April bis 30. Juni 2016 in einer dermatologischen Arztpraxis als Assistentin tätig (Berichte Jobcoaching der Gemeinschaft E.________ vom 7. Januar und 23. Juni 2016). Sodann befand sich die Versicherte ab 2011 mehrere Male in stationärer und ambulanter psychiatrischer Behandlung, zuletzt in der Psychiatrischen Klinik des Spitals F.________ (Austrittsbericht vom 9. November 2018). Gemäss Protokolleintrag der Berufsberatung der IV-Stelle vom 2. August 2016 konnte die Versicherte bei einer geschätzten Leistung von 20 % nicht in die Privatwirtschaft eingegliedert werden. Es könnten keine weiterführenden beruflichen Massnahmen angeboten und die medizinischen Grundlagen müssten überprüft werden. Die IV-Stelle holte unter anderem das Gutachten des Dr. med. G.________, Spezialarzt Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 1. Oktober 2019 ein. Der Sachverständige gelangte zum Schluss, die Explorandin leide an einer kombinierten Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F61.0) mit narzisstischen, histrionischen, ängstlichen/selbstunsicher-vermeidenden und hypochondrischen Anteilen sowie mit gegenwärtig remittierter depressiver Störung (F32.4/F33.4). Sie sei im angestammten Beruf als Pflegefachfrau seit dem Jahre 2011 mit Unterbrüchen (Aufenthalte in Kliniken) stets zu 80 % leistungsfähig gewesen, wobei die verminderte Belastbarkeit auf den Defiziten in den Bereichen Durchhalte- und Selbstbehauptungsfähigkeit beruhe. In einer diesen Einschränkungen besser angepassten Erwerbstätigkeit sei die Explorandin uneingeschränkt arbeitsfähig. In der von der Versicherten eingeholten, ins Vorbescheidverfahren eingebrachten Stellungnahme vom 16. April 2020 hielt der behandelnde Dr. med. H.________, Arzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie, fest, die Expertise des Dr. med. G.________ sei nicht lege artis erstellt worden und daher nicht beweiskräftig. Mit Verfügung vom 13. Mai 2020 eröffnete die IV-Stelle der Versicherten, sie habe keinen Anspruch auf eine Invalidenrente. Die diagnostizierte Persönlichkeitsstörung habe nur geringen Einfluss auf die Tätigkeit als Krankenschwester (Leistungsfähigkeit von 80 % bei voller Präsenz). Die für einen Rentenanspruch erforderliche einjährige Wartezeit mit einer durchschnittlichen Arbeitsunfähigkeit von 40 % sei nicht gegeben.