Citation: 4P.195/2003 17.02.2004 E. 3.3

Die Beschwerdeführerin bringt sodann vor, das Obergericht habe aufgrund einer willkürlichen (antizipierten) Beweiswürdigung geschlossen, es sei nicht erwiesen, dass die Beschwerdegegnerin vom Erfordernis der öffentlichen Beurkundung des Reservationsvertrags Kenntnis hatte. Willkürlich ist ein Entscheid nicht schon dann, wenn eine andere Lösung ebenfalls in Betracht zu ziehen oder gar vorzuziehen wäre, sondern nur dann, wenn er offensichtlich unhaltbar ist (BGE 129 I 8 E. 2.1 S. 9). Eine antizipierte Beweiswürdigung ist zulässig, wenn das Gericht ohne Willkür annehmen durfte, eine weitere Beweiserhebung würde seine Überzeugung nicht beeinflussen (BGE 122 II 464 E. 4a S. 469). Das Obergericht vertritt den Standpunkt, dass allein gestützt auf die Tatsache, dass die Beschwerdegegnerin in ihrer Branche geschäftstüchtig sei, nicht geschlossen werden dürfe, sie habe Kenntnis vom Formerfordernis des Grundstückkaufvertrags. Dagegen sei die im Baugewerbe tätige Beschwerdeführerin über das gesetzliche Formerfordernis des Reservationsvertrags im Bilde gewesen und daher ihrerseits als bösgläubig zu betrachten, weshalb der an die Beschwerdegegnerin gerichtete Vorwurf des Rechtsmissbrauchs nicht angebracht sei. Die hiegegen erhobenen Rügen der Beschwerdeführerin genügen den Begründungsanforderungen gemäss Art. 90 Abs. 1 lit. b OG nicht. Die Beschwerdeführerin zeigt nicht auf, inwiefern das angefochtene Urteil angesichts der ihr zugeschriebenen Bösgläubigkeit auch im Ergebnis willkürlich ist. Auf die Beschwerde ist insoweit nicht einzutreten. Selbst wenn auf die Beschwerde einzutreten wäre, müsste sie abgewiesen werden. Jedenfalls ist der von der Beschwerdeführerin gezogene Schluss nicht zwingend, dass die Beschwerdegegnerin um das gesetzliche Formerfordernis wusste, weil sie das Grundstück zusammen mit ihrem Ehemann dreimal besichtigte, den Reservationsvertrag einem befreundeten Juristen unterbreitet hatte und die Form der öffentlichen Beurkundung für den Hauptvertrag ausdrücklich im Reservationsvertrag vorgesehen wurde. Auch legt die Beschwerdeführerin nicht dar, vor Obergericht prozesskonform beantragt zu haben, dass der mit der Beschwerdegegnerin befreundete Jurist befragt wird.