Citation: 5C.216/2004 19.11.2004 E. 2

Neue Tatsachen und Beweismittel sind im Berufungsverfahren grundsätzlich unzulässig (Art. 55 Abs. 1 lit. c OG), weshalb die Berufungsklägerin von vornherein nicht zu hören ist, soweit sie den Entzug der Obhut über S.________ und T.________ mit solchen Vorbringen in Frage stellen will. Neue Beweismittel in diesem Sinn sind die Schreiben der beiden Söhne, sie möchten wieder zur Berufungsklägerin zurück und es tue ihnen leid, was geschehen sei. Keine Stütze in den für das Bundesgericht verbindlichen Sachverhaltsfeststellungen des Obergerichts (Art. 63 Abs. 2 OG) findet sodann die Behauptung, der Vater habe den Kindern vor der obergerichtlichen Verhandlung versprochen, er würde sie bei sich aufnehmen, weshalb deren Aussagen zu relativieren seien. Gleiches gilt für die Behauptung der Berufungsklägerin, seit der Scheidung von X.________ im Jahr 1996 habe sie ohne grössere Probleme mit ihren vier Kindern zusammengelebt und diese betreut; solche Feststellungen lassen sich dem angefochtenen Urteil nicht entnehmen, im Gegenteil: Das Obergericht hat erwähnt, dass 1997 schon einmal Kindesschutzmassnahmen zur Diskussion standen und auch hätten angeordnet werden sollen, dass sich die Vormundschaftsbehörde aber durch den Widerstand der Berufungsklägerin von der Anordnung habe abhalten lassen. Keine Bundesrechtsverletzung ist schliesslich darzutun mit dem Verweis auf die Aufhebung des Obhutsentzuges betreffend R.________ und U.________; daraus lässt sich nicht der Schluss ziehen, dass dem Kindeswohl auch bei S.________ und T.________ mit einer Rückkehr zur Berufungsklägerin am besten gedient wäre. Das Obergericht hat vielmehr für jedes Kind eine Einzelbetrachtung vorgenommen und eine differenzierte Lösung getroffen, die insbesondere auch dem Umstand Rechnung trägt, dass die Berufungsklägerin mit der gleichzeitigen Erziehung aller vier Kinder überfordert ist. Deshalb kann sie auch aus dem allgemeinen Hinweis, ein Kind müsse bei seinen Eltern in stabilen, durch Zuwendung und Verantwortung geprägten Beziehungen aufwachsen, nichts für sich ableiten, sind doch diese Voraussetzungen für die Gesamtheit der Kinder und insbesondere für die verhaltensauffälligen Söhne S.________ und T.________ nicht gegeben. Von vornherein nicht einzutreten ist auf die Kritik am Vorgehen der Vormundschaftsbehörde. Anfechtungsobjekt ist allein der Entscheid des Obergerichts, das - wie bereits das Bezirksamt Kulm - sowohl die Berufungsklägerin als auch die Kinder persönlich angehört hat und sich eine eigene Meinung bilden konnte; im Übrigen wäre die - sinngemäss behauptete - Verletzung des rechtlichen Gehörs ohnehin mit staatsrechtlicher Beschwerde zu rügen (Art. 43 Abs. 1 i.V.m. Art. 84 Abs. 1 lit. a OG). Insgesamt ergibt sich, dass die Berufungsklägerin mit Bezug auf den Obhutsentzug und die Fremdplatzierung von S.________ und T.________ nichts vorzubringen vermag, was geeignet wäre, die begründet und sachgerecht erscheinenden Anordnungen des Obergerichts als bundesrechtswidrig erscheinen zu lassen.