Citation: 6B_802/2015 E. 5.2

5.2. Am 1. Januar 2011 ist die Schweizerische Strafprozessordnung (StPO; SR 312.0) in Kraft getreten. Zu prüfen ist zunächst, ob sich die Entschädigungsfrage nach der StPO oder dem früheren Strafprozessrecht des Kantons Freiburg beurteilt. Vorliegend datiert das erstinstanzliche Urteil vom 20. November 2009. Sowohl das Untersuchungsverfahren als auch das erst- und zweitinstanzliche Gerichtsverfahren (vgl. Art. 453 Abs. 1 StPO) richteten sich daher nach dem früheren kantonalen Strafprozessrecht. Das Entschädigungsgesuch reichte die Beschwerdeführerin am 15. September 2010 ein. Das Bundesgericht ging im ähnlich gelagerten BGE 137 IV 352 E. 1.2 S. 354 f., der ebenfalls den Kanton Freiburg betraf, davon aus, der Strafappellationshof habe zu Recht die StPO für anwendbar erklärt. In seiner späteren Rechtsprechung kam es zwar - ausser was die Verteidigungskosten anbelangt - darauf zurück (vgl. Urteile 6B_184/2013 vom 1. Oktober 2013 E. 8.2; 6B_668/2012 vom 11. April 2013 E. 2.4.1, nicht publ. in: BGE 139 IV 206; 6B_618/2011 vom 22. März 2012 E. 1.2; 6B_428/2011 vom 21. November 2011 E. 2.2). Es akzeptierte allerdings auch, dass aus Gründen der Vereinfachung des Verfahrens die Bestimmungen der StPO zur Anwendung gelangen, wenn sich sowohl die kantonale Behörde als auch der freigesprochene Beschuldigte darauf berufen und das neue Recht für diesen nicht ungünstiger scheint (vgl. Urteil 6B_184/2013 vom 1. Oktober 2013 E. 8.2 mit Hinweisen). Dies ist vorliegend der Fall. Es rechtfertigt sich daher, mit der Vorinstanz und der Beschwerdeführerin auf die StPO abzustellen.