Citation: U 129/98 18.05.2000 E. 4

4.- a) Nach ständiger Rechtsprechung beurteilt das Sozialversicherungsgericht die Gesetzmässigkeit der angefochtenen Verfügungen in der Regel nach dem Sachverhalt, der zur Zeit des Verfügungserlasses gegeben war (BGE 121 V 366 Erw. 1b mit Hinweisen). Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither verändert haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Verwaltungsverfügung sein (BGE 121 V 366 Erw. 1b mit Hinweis). b) Die Vorinstanz hat die ärztlichen Berichte umfassend und korrekt dargestellt. Darauf wird verwiesen. Im polydisziplinären Gutachten der MEDAS vom 8. Januar 1997 werden die folgenden Diagnosen mit Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit erhoben: - Chronisches zervikozephales und zervicobrachiales Syndrom beidseits mit radiologisch nachweisbarer segmentaler Instabilität C3/C4/C5 bei Status nach Sturz mit Commotio cerebri und Distorsion der HWS am 14. August 1985 und Status nach Treppensturz mit anamnestischer Kopfkontusion im November 1985 sowie Status nach Verkehrsunfall mit HWS-Distorsion und Commotio cerebri am 29. September 1995 - Chronische Periarthrosis humeroscapularis beidseits bei Status nach Kontusion von rechter Schulter und rechtem Arm am 10. Januar 1993 - Chronisches lumbospondylogenes Syndrom mit pseudo- radikulärer Symptomatik links bei Status nach Sturz am 10. Januar 1993, Diskushernie L5/S1, Status nach Verkehrsunfall am 29. September 1995 (gemäss Rheu- matologischem Konsilium) Fehlhaltung/Fehlform der Wirbelsäule mit muskulärer Dysbalance, leichter Segementdegeneration L4/5 und L5/S1 und Assimila- tionswirbel - Leichtgradige Somatisierungsstörung und leichtgra- dige Anpassungsstörung begleitet von massiver Aggravation, Antirheumatika- und Schmerzmittel- abusus. Für die bisherige Tätigkeit als Bauarbeiter wird daraus eine vollständige Arbeitsunfähigkeit bestätigt, wobei sich limitierend die orthopädisch-rheumatologischen Befunde auswirken. Für leichte, aber auch mittelschwere Tätigkeiten, letztere wechselbelastend und ohne Überkopfarbeiten sowie ohne gehäuft vorgeneigte und abgedrehte Haltung, wird eine Arbeitsfähigkeit von 80 % attestiert. Diese Arbeitsfähigkeit gilt ab 18. Dezember 1996, während die volle Arbeitsunfähigkeit als Maurer zurückzudatieren sei auf den Beginn der Lumboischialgie im Januar 1994. Die Beschwerden werden zu 40 % als Folge der Unfälle und der degenerativen Wirbelsäulen-Beschwerden sowie zu 60 % als unfallfremde Aggravation betrachtet. Die Unfallfolgen werden zu 30 % dem Fahrradunfall von 1985 und zu 70 % demjenigen von 1995 zugeordnet, während das Ereignis im Jahre 1993 als irrelevant beurteilt wird. Die psychischen Unfallfolgen hätten wohl Krankheitswert, jedoch könne daraus keine invalidisierende Folge abgeleitet werden. Im Ergänzungsgutachten vom 24. November 1997 verdeutlicht die MEDAS, dass der Beschwerdeführer aus somatischen Gründen in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Maurer zu 100 % arbeitsunfähig zu betrachten sei. Der unfallbedingte Anteil betrage insgesamt 40 %, wovon wiederum 30 % auf die Unfälle in den Jahren 1985 und 1993 zurückzuführen seien. Diese machten damit 12 % der totalen Arbeitsunfähigkeit aus. Die festgestellte Aggravation beziehe sich nur auf eine körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeit, welche im beschriebenen Rahmen zu 80 % zumutbar sei. Die Aufteilung des körperlichen Gesundheitsschadens auf Unfall- und Krankheitsursachen sei gleich vorzunehmen wie bezüglich der Maurer-Tätigkeit. Die Arbeitsunfähigkeit von 12 % werde nicht als massgebliche Einschränkung erachtet.