Citation: 2C_474/2018 E. 3.3

3.3. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers ist auch die vorinstanzliche Verhältnismässigkeitsprüfung nicht zu beanstanden. Der Beschwerdeführer übergeht, dass Delikte gegen die sexuelle Integrität ausländerrechtlich als eine schwer wiegende Rechtsgutsverletzung zu qualifizieren sind, die ein hohes öffentliches Interesse an der Ausreise des Sexualtstraftäters begründen (oben, E. 2.2). Zum Verschulden hat die Vorinstanz erwogen, der Beschwerdeführer habe anlässlich der Straftat nach Auffassung des Strafgerichts alles Notwendige unternommen, um den Widerstand der Geschädigten zu brechen. Dabei habe er teils erheblich Gewalt angewendet - er habe den Kopf der Geschädigten gegen den Boden geschlagen, ihr mehrere Ohrfeigen gegeben, sie beinahe bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt und sie anschliessend zu verschiedenen sexuellen Handlungen gezwungen. Aufgrund dieser Umstände ging der Strafrichter von einem mittelschweren objektiven Verschulden im unteren mittelschweren Bereich aus, welches wertmässig jedoch etwas schwerer wiege als der Regelfall bei einer Vergewaltigung, weshalb eine Einsatzstrafe von rund drei Jahren als angemessen erscheine. Die zusätzliche einfache Körperverletzung sei offenbar aus geringfügigem Anlass erfolgt, und das objektive Tatverschulden sei als leicht anzusehen. Straferhöhend berücksichtigt wurden die einschlägigen Vorstrafen und der Umstand, dass die Taten während einer Probezeit begangen worden sind. Diese vorinstanzlichen Erwägungen stützen sich auf das rechtskräftige Strafurteil vom 17. November 2014, weswegen von einer nicht nachvollziehbaren eigenen Interpretation der Vorinstanz keine Rede sein kann. Der Beschwerdeführer hat die in der Nacht vom 21./22. September 2011 begangene Sexualstraftat des Weiteren nicht als Jugendlicher, sondern als Erwachsener begangen, weshalb diese nicht etwa als jugendliche Delinquenz eingestuft werden kann. Im Übrigen zielt das Argument der ungerechtfertigten Berücksichtigung von Jugendsünden schon deswegen an der Sache vorbei, weil selbst bei Jugendlichen der Art und Schwere der begangenen Rechtsgutsverletzung ein bedeutendes Gewicht zugemessen wird (zit. Urteil des EGMR Bouchelkia gegen Frankreich vom 29. Januar 1997 [Nr. 23078/93], § 51 f.). Angesichts dessen, dass nach der Rechtsprechung bereits eine einmalige Straftat eine aufenthaltsbeendende Massnahme zu rechtfertigen vermag, wenn sie so schwer wiegt wie das vom Beschwerdeführer begangene Sexualdelikt, ist die Rüge, die Vorinstanz habe unter Einbezug von Delikten mit Bagatellcharakter unzutreffenderweise auf eine kriminelle Tendenz beim Beschwerdeführer geschlossen, völlig haltlos. Der Beschwerdeführer ist unverheiratet und kinderlos. Das durch die Schwere des im Erwachsenenalter begangenen Sexualdelikts und dem Verschulden daran begründete öffentliche Interesse an der Ausreise des Beschwerdeführers, der im Kindesalter unbestrittenermassen gerade deswegen in seinem Heimatstaat eingeschult wurde, um mit seiner Muttersprache und der Kultur vertraut zu bleiben, überwiegt sein durch den langen Aufenthalt in der Schweiz und durch die Verwurzelung im familiären Umfeld ausgewiesenes privates Interesse an einem weiteren Aufenthalt in der Schweiz. Der Widerruf seiner Niederlassungsbewilligung beruht auf einer gesetzlichen Grundlage (oben, E. 2.1, 3.1), liegt im öffentlichen Interesse und erweist sich als verhältnismässig, weshalb keine Verletzung von Art. 5 Abs. 2 BV und Art. 96 AuG vorliegt und eine Einschränkung seines Anspruches auf Privatleben für den Fall, dass der Schutzbereich von Art. 8 EMRK und Art. 13 BV eröffnet sein sollte, als rechtmässig anzusehen ist. Die Beschwerde erweist sich als vollumfänglich unbegründet und ist abzuweisen.