Citation: 1C_267/2014 E. 4.5

4.5. In Bezug auf das erforderliche überwiegende öffentliche Interesse an der Unterschutzstellung des Ochsen (§ 25 Abs. 1 lit. b DMSG) hat das Verwaltungsgericht einerseits ausgeführt, dass das konkurrierende öffentliche Interesse der Verkehrssicherheit - die Lage des Gebäudes lässt die Erstellung eines Fussgängerstreifens nicht zu - vorliegend zurückzutreten habe. Dies insbesondere auch deshalb, weil der Gemeinderat überzeugend dargelegt habe, dass er mit geeigneten Massnahmen sicherstellen wolle, dass sich die Gestaltung des Strassenraums in Zukunft den historischen Bauten im Dorfkern unterzuordnen habe und ein Nebeneinander von Fussgänger- und Fahrzeugverkehr ermöglichen solle. Im Erläuternden Bericht zur Richtplanung 2010 habe er aufgezeigt, dass im Bereich der Hauptstrasse verkehrsberuhigende Massnahmen - namentlich Geschwindigkeitsbeschränkungen - vorgesehen seien (angefochtener Entscheid E. 3c/bb S. 38 f.). Die Beschwerdeführer führen dazu im Wesentlichen bloss aus, es sei schwer verständlich, dass die Verkehrssicherheit bzw. deren Verbesserung nicht stärker zu gewichten sei. Bei einem Neubau stünden alle Möglichkeiten zur Verbesserung der Verkehrssicherheit - und damit zur Einhaltung der neuen Baulinie - offen. Es liegt auf der Hand, dass der Ochsen nach einem Abriss ohne denkmalpflegerische Auflagen nicht an der gleichen Stelle wiederaufgebaut werden könnte, sondern entsprechend der neuen Baulinie zurückversetzt werden müsste, um den Bau eines Trottoirs zu ermöglichen. Selbst die Beschwerdeführer (und ihr Gutachter) sprechen dem Gebäude indessen eine Standortqualität zu, welche durch das in der Kernzonenbestimmung formulierte Ziel - die Wahrung der Volumetrie, der Ausrichtung und der Materialisierung - ausreichend geschützt sei. Mit diesem Ziel offensichtlich nicht vereinbar wäre ein von der Strasse zurückversetzter Neubau, da dadurch die den sehr hohen Situationswert begründende torähnliche Wirkung, die der Ochsen mit der gegenüberliegenden Gebäudegruppe erzeugt, zerstört würde. Dessen Unterschutzstellung liegt damit im öffentlichen Interesse. Dieses ist grundsätzlich geeignet, die entgegenstehenden privaten, insbesondere finanziellen Interessen zu überwiegen; ob es das effektiv tut, ist eine Frage der Verhältnismässigkeit.