Citation: 6B_1176/2021 E. 2.4

2.4. Vorab kann der Beschwerdeführer nichts zu seinen Gunsten aus dem Umstand ableiten, dass die Vorinstanz die Beschwerdegegnerin 2 nochmals persönlich befragte. Das Berufungsgericht erhebt im Vorverfahren ordnungsgemäss erhobene Beweise nochmals, wenn die unmittelbare Kenntnis des Beweismittels für die Urteilsfällung notwendig erscheint (Art. 343 Abs. 3 i.V.m. Art. 405 Abs. 1 StPO; BGE 143 IV 288 E. 1.4.1; Urteile 6B_541/2021 vom 3. Oktober 2022 E. 1.3.3; 6B_735/2020 vom 18. August 2021 E. 2.2.3; je mit Hinweisen). Dies ist etwa dann der Fall, wenn es in besonderem Masse auf den unmittelbaren Eindruck einer Aussage ankommt, so wenn diese das einzige direkte Beweismittel (Aussage gegen Aussage-Konstellation) darstellt (BGE 140 IV 196 E. 4.4.2; Urteile 6B_541/2021 vom 3. Oktober 2022 E. 1.3.3; 6B_735/2020 vom 18. August 2021 E. 2.2.3; je mit Hinweisen). Das Vorgehen der Vorinstanz entspricht damit der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zur unmittelbaren Beweisabnahme im Berufungsverfahren und sagt nichts über die Notwendigkeit einer sachverständigen Begutachtung der Beschwerdegegnerin 2 aus.