Citation: 6B_933/2023 E. 12.4.5

12.4.5. Die Vorinstanz befasst sich ausführlich mit der Vollzugsform der Massnahme. Sie setzt sich eingehend sowie überzeugend mit der fachlichen Einschätzung von Dr. med. I.________ auseinander. Wie bereits festgehalten, gibt es nach Dr. med. I.________ wirksame Behandlungskonzepte für Pädophilie und lässt sich dadurch der Gefahr neuerlicher Straftaten begegnen. Einen Behandlungserfolg hält sie selbst im Falle einer Therapie gegen den Willen des Beschwerdeführers nicht für ausgeschlossen. Aufgrund seiner fehlenden Massnahmewilligkeit spricht die Gutachterin von einer Motivationsphase. Die Motivation wiederum könne auch von externen Faktoren, wie einem rechtskräftigen Urteil und dem Wissen, ohne erfolgreiche Therapie lange nicht in Freiheit entlassen zu werden, abhängen. Realistischerweise müsse mit einer mehrjährigen Behandlung gerechnet werden, zumal sich die kognitiven Verzerrungen beim Beschwerdeführer bereits derart gefestigt hätten, dass er ohne intensive Therapie in zeitlicher wie auch inhaltlicher Hinsicht nicht mehr zu einem gesetzeskonformen Umgang gelangen könne. Aus der Haft entlassen würde sich der Beschwerdeführer nicht mehr in einem gesicherten Setting befinden, weshalb die von ihm dringend benötigte intensive Behandlung nicht mehr sichergestellt wäre. Dies wäre mit einem nach wie vor bestehenden hohen Risiko verbunden, weitere schwerwiegende Straftaten zu begehen. Richtig ist, dass laut Gutachten vom 28. Dezember 2020 die Behandlung einer Pädophilie grundsätzlich in einem ambulanten wie auch stationären Massnahmesetting durchgeführt werden könne. Dr. med. I.________ stellte die Vollzugsart der Massnahme in das Ermessen des Gerichts mit der Begründung der Verhältnismässigkeit sowie des Sicherheitsaspekts. Ein stationäres Setting ermögliche bei einer hohen Rückfallgefahr evt. über einen längeren Zeitraum die Verhinderung eines Rückfalls. In der Gesamtschau komme am ehesten ein ambulanter, vollzugsbegleitender Behandlungsversuch in Frage. Im Zusatzgutachten vom 9. Dezember 2022 stellte sich Dr. med. I.________ auf den Standpunkt, zusammen mit der Behandlungsunfähigkeit vor Vorliegen eines rechtskräftigen Urteils sei eine längere vollzugsbegleitende Behandlungsphase im Rahmen einer Massnahme nach Art. 63 StGB nicht umsetzbar. Angesichts dessen, dass der Beschwerdeführer die Strafe bald verbüsst habe, könne eine solche Massnahme nicht mehr hinreichend lange (mindestens länger als ein Jahr nach Rechtskraft des Urteils) vollzugsbegleitend durchgeführt werden und damit das Risiko weiterer mit der psychischen Störung in Zusammenhang stehender Taten nicht gesenkt werden. Die Gutachterin begründet schlüssig, weshalb sie die konkrete Empfehlung der Vollzugsform im Zusatzgutachten im Vergleich zum Gutachten anpasst, zumal sie bereits im Gutachten zwar eine ambulante, jedoch vollzugsbegleitende - und damit gesicherte - Massnahme für angezeigt hielt. Darauf stützt sich die Vorinstanz zu Recht. Im Übrigen lässt die Vorinstanz nicht unberücksichtigt, dass die Vollzugsform einer stationären therapeutischen Massnahme angesichts des damit verbundenen mehrjährigen Freiheitsentzugs einen überaus schweren Eingriff in die Persönlichkeitsrechts des Beschwerdeführers darstellt. Zu Recht weist die Vorinstanz auf die hohe Rückfallgefahr des Beschwerdeführers in Bezug auf schwerwiegende Delikte und hochwertige Rechtsgüter wie insbesondere die sexuelle Integrität von Kindern und Jugendlichen hin.