Citation: 6B_936/2019 E. 7.4.1

7.4.1. Der frühere Verteidiger und Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat in seinem Plädoyer vor erster Instanz dem Gericht gegenüber erklärt, die Beschwerdeführerin anerkenne in denjenigen Fällen, in denen sie geständig sei, die Zivilforderungen der Kunden, und zwar in Höhe der Verluste, wie sie von dem von der Staatsanwaltschaft beigezogenen Revisor berechnet worden seien. Soweit die Kunden höhere Forderungen geltend gemacht hätten, würden diese im Mehrbetrag bestritten. In jenen Fällen schliesslich, in denen die Beschwerdeführerin einen Freispruch beantrage, würden die Forderungen mangels Haftungsgrundlage nicht anerkannt (Akten des Obergerichts act. 202 S. 34 f.; Beschwerde S. 43 f.). Wie die Vorinstanz zutreffend annimmt, hat die Beschwerdeführerin im zu beurteilenden Fall nicht die Klage bzw. das Rechtsbegehren der Privatkläger im Sinne von Art. 241 ZPO anerkannt, wodurch der Rechtsstreit unmittelbar beendet worden wäre, wohl aber - jedenfalls bis zu einer bestimmten Höhe - deren Schadenersatzforderungen; im Mehrbetrag wurden die Zivilforderungen auf den Zivilweg verwiesen. Dass insofern keine Abschreibung durch einen Erledigungsbeschluss erfolgt (angefochtenes Urteil S. 96), sondern formell ein Entscheid ergangen ist, ist eine blosse prozessuale Folge der Auslegung der Anerkennung. Nicht halten lässt sich die Auffassung der Beschwerdeführerin, die Anerkennung sei lediglich im Sinne eines Zugeständnisses zu verstehen, welches sich auf einzelne Tatsachen und nicht auf das Rechtsbegehren des Prozessgegners beziehe, die aufgrunddessen nicht mehr bewiesen werden müssten (Beschwerde S. 44 f.; Urteile 5A_774/2017 vom 12. Februar 2018 E. 4.4.1; 4A_255/2015 vom 1. Oktober 2015 E. 1.2; je mit Hinweisen; ferner PASCAL LEUMANN LIEBSTER, in: Sutter-Somm et al. [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO], 3. Aufl., 2016, N 10 zu Art. 241; DANIEL STECK, in: Spühler et al. [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, 3. Aufl. 2017, N 28 zu Art. 241; vgl. auch VIKTOR LIEBER, in: Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, hrsg. von Donatsch et al., 2. Aufl. 2014, N 10 zu Art. 124). Bei dieser Sachlage lässt sich die Anerkennung der Schadenersatzforderungen entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin (Beschwerde S. 45, 56) nicht mit einem Geständnis im Strafverfahren gleichsetzen, das jederzeit widerrufen werden kann, mit der Folge, dass die Berufungsinstanz das erstinstanzliche Urteil umfassend zu überprüfen hat (Art. 398 Abs. 2 StPO). Die Vorinstanz durfte die Beschwerdeführerin angesichts des Umstands, dass sie die fraglichen unrechtmässigen Geschäfte eingestanden hatte und diese nach denn zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz den Tatbestand der ungetreuen Geschäftsbesorgung erfüllen, ohne Weiteres auf ihrer Anerkennung der Schadenersatzforderungen behaften und musste nicht selbst prüfen, inwiefern zivilrechtlich ein Schaden eingetreten war und ob die Anspruchsgrundlagen im Urteilszeitpunkt vorlagen. Dies gilt auch in Bezug auf die Höhe der Forderungen im Umfang der Verluste, wie sie vom Revisor berechnet worden sind, welche zum Teil wesentlich tiefer liegen als die von den Privatklägern eingeklagten Beträge (vgl. erstinstanzliches Urteil S. 5 ff.). Dass in strafrechtlicher Hinsicht für den objektiven Tatbestand der ungetreuen Geschäftsbesorgung bereits ein Gefährdungsschaden genügt, steht diesem Ergebnis ebenfalls nicht entgegen, zumal sich die Vermögensgefährdung im vorliegenden Fall in den Vermögensverlusten der Kunden tatsächlich realisiert hat. Ebenfalls nicht ersichtlich ist, inwiefern sich die Beschwerdeführerin bzw. ihr früherer Verteidiger bei der Abgabe der Erklärung in einem Irrtum befunden haben sollten (Beschwerde S. 55 f.). Schliesslich kann die Beschwerdeführerin auch nichts aus den kantonalen und bundesgerichtlichen Urteilen in den von den Kunden gegen die Bank C.________ als Beklagte geführten Zivilverfahren ableiten, in denen die Gerichte zum Schluss gelangt sind, der Schaden sei nicht genügend substantiiert (Beschwerde S. 47; Akten des Obergerichts 249; insb. BGE 144 III 155 [ad Kunde Nr. 24 bzw. Privatkläger 18; vgl. hiezu]; DAMIAN FISCHER, Urteilsbesprechung, AJP 2018, S. 1145 ff.; SCHMID/PESCHKE, Urteilsbesprechung, ZBLV 2019, S. 432 ff.; Urteile 4A_357/2018 vom 11. September 2018 [Kunde Nr. 25 bzw. Privatkläger 19]; 4A_374/2018 vom 12. September 2018 [Kundin Nr. 3 bzw. Privatkläger 2]).