Citation: 6B_565/2022 E. 1.4.3

1.4.3. Laut dem insoweit unbeanstandeten und daher verbindlichen Sachverhalt bewirkten die Schwester des Beschwerdeführers und deren Komplizin, dass Mitarbeiter des Beschwerdegegners 2 diesem gehörende Gelder irrtumsbedingt unter anderem direkt auf die Konten des Beschwerdeführers überwiesen haben (vgl. angefochtenes Urteil E. III.3.2 S. 15 und Sachverhalt lit. A oben). Die fraglichen Überweisungen auf die Konten des Beschwerdeführers stellen demnach die zum Betrugstatbestand gehörenden Vermögensdispositionen des geschädigten Beschwerdegegners 2 dar. Wohl trifft zu, dass - wie die Vorinstanz festhält - mit Vornahme dieser Überweisungen der Beschwerdegegner 2 geschädigt war, illegale Vermögenswerte angefallen und die Betrugshandlungen jeweils vollendet waren. Indes erfolgte das dem Beschwerdeführer von der Vorinstanz zur Last gelegte Zurverfügungstellen seiner Konten noch vor den Überweisungen und damit vor dem Entstehen von aus den Betrugshandlungen stammenden illegalen Vermögenswerten. Das gleichermassen vorgeworfene Empfangen der deliktischen Gelder auf den zwei Konten geht sodann mit dem Überweisen der Gelder und damit dem Entstehen illegaler Vermögenswerte untrennbar einher: Mit dem Eingang, und somit Empfangen, der Gelder auf den Konten des Beschwerdeführers entstanden die illegalen Vermögenswerte erst - Ersteres erfolgte mithin zeitgleich mit Letzterem. Dass der Überweisungsbetrag (technisch betrachtet) zuerst auf dem Belastungskonto abgebucht wird, bevor er auf dem Begünstigtenkonto gutgeschrieben werden kann, wie der Beschwerdegegner 2 in seiner Vernehmlassung anführt, ändert daran nichts. Hinsichtlich beider potentieller Tathandlungen - dem Zurverfügungstellen der Konten und Empfangen der darauf überwiesenen Gelder - fehlt es folglich an illegalen Vermögenswerten, die zum Zeitpunkt des Tathandelns bereits vorhanden gewesen wären. Das betreffende Verhalten des Beschwerdeführers vermag deshalb keine Geldwäschereihandlungen zu begründen. Es stellt vielmehr noch Teil des Vorgangs dar, der zum Anfall der illegalen Vermögenswerte geführt hat, und gehört als solcher noch zum Betrugshandeln. Richtigerweise wäre es daher unter dem Gesichtspunkt einer allfälligen Mittäter- oder Gehilfenschaft zu den betrügerischen Handlungen zu würdigen gewesen, was denn auch die Vorinstanz im Berufungsverfahren thematisiert, wegen der fehlenden Ergänzung der Anklageschrift durch die Staatsanwaltschaft jedoch nicht weiterverfolgt hat (vgl. dazu angefochtenes Urteil E. II.2 S. 8 ff.).