Citation: 2P.252/2003 03.11.2003 E. 6

6.1 Die Beschwerdeführerin rügt zunächst, die Nichtberücksichtigung ihrer Fremdsprachigkeit - ihre Muttersprache sei Vietnamesisch und sie habe bis zum 18. Altersjahr in Vietnam gelebt - bei der Korrektur und Bewertung verletze Art. 8 Abs. 1 (Gleichbehandlungsgebot) und Abs. 2 (Diskriminierungsverbot) sowie Art. 9 BV (Willkürverbot). Die Examinatoren seien bei der Korrektur ihrer Arbeiten praktisch immer wie bei denjenigen von deutschsprachigen Kandidaten vorgegangen. Auch bei Nicht-Fremdsprachigen sei es üblich, formal ungenaue Antworten zu deren Gunsten auszulegen. Dass sprachliche Ungenauigkeiten in ihrem Fall grosszügig interpretiert und nicht allzu viel Wert auf ihren sprachlichen Ausdruck gelegt worden seien, genüge nicht, um ihre Fremdsprachigkeit genügend zu berücksichtigen (Beschwerdebeilage 3B, S. 1). Es sei zudem durch Prüfungsauszüge anderer Kandidaten zu belegen, dass bei Nicht-Fremdsprachigen ein anderer Massstab angelegt worden sei (Beschwerdebeilage 3b, S. 1). Die Rekurskommission hat dazu ausgeführt, fremdsprachige Studierende der Universität hätten schon auf Grund von § 23 des Reglements über die Zulassung zum Studium an der Universität Zürich ausreichende Deutschkenntnisse nachzuweisen. Daraus ergebe sich, dass sie grundsätzlich auch in der Lage sein müssen, Prüfungen in deutscher Sprache abzulegen. Es dürften deshalb an sie prinzipiell nicht geringere Prüfungsanforderungen gestellt oder Prüfungsleistungen milder beurteilt werden. Es deute nichts darauf hin, dass nicht in korrekter Weise einzig die fachlichen Kenntnisse und Fähigkeiten der Beschwerdeführerin geprüft und bewertet worden seien. Was die Beschwerdeführerin dazu vorbringt, ist nicht geeignet, die von ihr behauptete Verfassungsverletzung darzutun. Insbesondere ergibt sich kein verfassungsrechtlicher Anspruch auf bessere Bewertung mangels ausreichender Sprachkenntnisse, da diese nach der Universitätsordnung bereits für die Zulassung zum Studium vorausgesetzt werden. Ein solcher wäre insbesondere mit dem Gleichbehandlungsgebot nicht zu vereinbaren, das in diesem Fall für alle Prüfungskandidaten gleichermassen gelten muss (vgl. BGE 122 I 130 E. 3c/aa S. 136). Dass im Übrigen ihre Fremdsprachigkeit für die ungenügenden Noten kausal war, vermag sie nicht aufzuzeigen. Wie die Beschwerdeführerin zudem selber ausführt, wurde ihre Fremdsprachigkeit für die gesamte Prüfung mit einem zusätzlichen Punkt bewertet, womit ihres Erachtens allerdings das "sprachliche Problem" unzureichend berücksichtigt worden sei (Beschwerdebeilage 1b, S. 2). 6.2 Die Rekurskommission hat den Antrag der Beschwerdeführerin, Professoren nach ihrer Praxis der Bewertung von sprachlichen Ungenauigkeiten zu befragen und Prüfungsauszüge anderer Kandidaten vorzulegen, abgelehnt. Dies mit der Begründung, der Sachverhalt sei genügend abgeklärt und die sprachlichen Ungenauigkeiten seien sogar grosszügig interpretiert worden. Die Rekurskommission durfte diese Anträge in antizipierter Beweiswürdigung, ohne in Willkür zu verfallen, abweisen, nachdem das Studium an der Universität Zürich ausreichende Kenntnisse der deutschen Sprache voraussetzt und jegliche Anhaltspunkte für eine Ungleichbehandlung der Beschwerdeführerin gegenüber anderen Studierenden fehlen. Denn auf den Antrag auf Beizug der Prüfungsarbeiten anderer Kandidaten hätte die Rekurskommission nur eingehen müssen, wenn konkrete Anhaltspunkte für eine rechtsungleiche Behandlung aufgezeigt worden wären (BGE 121 I 225 E. 2c S. 228). Die entsprechenden vagen Ausführungen der Beschwerdeführerin genügen dazu nicht. Auch die Sachverhaltsfeststellung der Rekurskommission erweist sich damit nicht als willkürlich. Sie wäre ohnehin nicht im vorliegenden Verfahren zu ergänzen.