Citation: 5A_834/2017 E. 4.1

4.1. Die Klinik geht davon aus, der Beschwerdeführer werde nicht zwangsmediziert. Das Kantonsgericht äussert sich seinerseits im angefochtenen Urteil in allgemeiner Weise dahingehend, es sei bisweilen ein gewisser Druck nötig, um die Patienten zur Einnahme der Medikamente zu bewegen. Es sieht darin allerdings keine Zwangsbehandlung, da dieser Druck nicht jenem entspreche, der mit einer Fixierung des Betroffenen verbunden sei. Mit dieser Auffassung wird die Vorinstanz freilich dem Begriff der Zwangsbehandlung nicht gerecht. Was darunter zu verstehen ist, hat das Bundesgericht bereits mehrfach definiert: Als Zwangsbehandlung gilt in erster Linie der Fall, in dem einem Betroffenen gegen seinen Willen unter Anwendung physischer Gewalt Medikamente verabreicht werden. Von einer Zwangsbehandlung ist ferner auszugehen, wenn der Patient unter dem Druck bevorstehenden unmittelbaren Zwangs in die ärztliche Behandlung einwilligt (Urteil 5P.366/2002 vom 26. November 2002 E. 4) oder nach einer tatsächlich vorgenommenen zwangsweisen Verabreichung von Medikamenten diese im weiteren Verlauf des Aufenthalts "ohne Druck" bzw. "freiwillig" einnimmt (Urteil 5A_353/2012 vom 19. Juni 2012 E. 3.4.1; zum Ganzen Urteil 5A_666/2013 vom 7. Oktober 2013 E. 3.2). In einem weiteren Entscheid hat das Bundesgericht schliesslich in einer Zweitbegründung den Fall als Zwangsbehandlung in Form eines Realaktes bezeichnet, in dem die betroffene Person mit einer Verlegung in das Isolierzimmer rechnen muss, wenn sie die verordneten Medikamente nicht einnimmt (BGE 143 III 337 E. 2.7 S. 343). In diesem Zusammenhang hat es allerdings nur festgehalten, dass der Rechtsweg gegeben sein muss, da der Realakt in geschützte Positionen des Betroffenen eingreift (BGE 143 III 337 E. 2.7 S. 343). Unbeantwortet blieb indes die Frage, ob eine Zwangsbehandlung in Form eines Realaktes im Lichte des geltenden Bundesrechts überhaupt noch zulässig ist. Im konkreten Fall stellt sich diese Frage und sie muss klar verneint werden: