Citation: 5A_996/2017 E. 3.3.1

3.3.1. Im vorliegenden Fall gehen die strittigen Grundpfandforderungen den Forderungen der betreibenden Grundpfandgläubigerin im Range nach. Sie sind per 31. Dezember 2012 gekündigt worden und daher fällig. Damit werden sie nicht überbunden, sondern sind vorweg aus dem Verwertungserlös zu bezahlen (Art. 135 Abs. 1 SchKG). Werden sie durch den Verwertungserlös nicht oder nur zum Teil gedeckt, so müssen die Pfandrechte in diesem Umfang gelöscht werden. Soweit die Gläubiger einen Verlust erlitten haben, wird ihnen eine Bescheinigung ausgestellt, dass ihre Forderungen ungedeckt geblieben sind (Art. 158 Abs. 1 SchKG, Art. 120 VZG). Diese Folge drängt sich hier wie bei der Verwertung auf Antrag des Pfandgläubigers auf, da ebenso ein Fall von Realisierung des Pfandrechts vorliegt (BGE 125 III 252 E. 2a; BGE 106 II 183 E. 2; KREN KOSTKIEWICZ, Kurzkommentar VZG, 2011, N. 4 zu Art. 110; PIOTET, in: Commentaire romand, Poursuite et faillite, 2005, N. 2 zu Art. 135; KÄSER/HÄCKI, in: Kurzkommentar SchKG, 2. Aufl. 2014, N. 26 zu Art. 156). Das Betreibungsamt ist aus diesem Grunde verpflichtet, die Titel über die durch die Versteigerung ganz oder teilweise untergegangenen Grundpfandrechte vor der Verteilung einzufordern (Art. 69 Abs. 1 i.V.m. Art. 102 VZG). Damit ist die Aufforderung des Betreibungsamtes an die Beschwerdeführerin, die beiden Inhaberschuldbriefe abzuliefern im Hinblick auf die spätere Erstellung des Kollokationsplans und die anschliessende Verteilung nicht zu beanstanden.