Citation: B 51/05 07.09.2006 E. 5

5.1 Bei der Würdigung des Sachverhalts, die mit aller Sorgfalt zu erfolgen hat, muss dem Wesen einer Schubkrankheit wie der Schizophrenie besonders Rechnung getragen werden, bei der sich Perioden der Arbeitsfähigkeit und solche der vollen oder teilweisen Arbeitsunfähigkeit oft kurzfristig ablösen (vgl. BGE 99 V 100 f. Erw. 2). Typisch für die Krankheit ist zudem das mangelnde Bewusstsein derselben (Urteil S. vom 20. Juli 2005, B 30/04), wie es auch beim Beschwerdegegner in Erscheinung trat, weshalb ihm dieser Umstand nicht zum Vorwurf gemacht werden kann. Ein allzu strenger Massstab bei der Beurteilung der zeitlichen Konnexität im Falle einer Schubkrankheit würde sodann dazu führen, dass regelmässig jene Vorsorgeeinrichtung, die bei Ausbruch der Krankheit leistungspflichtig war, bei späteren invalidisierenden Schüben Rentenleistungen zu bezahlen hätte, selbst wenn unter Umständen längere Abschnitte mit wiederhergestellter und in mehreren, wenn auch kurzen, Anstellungsverhältnissen verwerteter Arbeitsfähigkeit dazwischen liegen. Ein solches Ergebnis wäre unter dem Gesichtspunkt des Versicherungsschutzes in der beruflichen Vorsorge in jenen Fällen unerwünscht und gar als stossend zu bezeichnen, in welchen die Schubkrankheit zu einem Zeitpunkt ausbricht, in welchem eine Versicherungsdeckung fehlt. Den gesamten Umständen des Einzelfalles kommt daher besondere Bedeutung zu (Urteil B. vom 12. November 2003, B 12/03). 5.2 Im Rahmen von Art. 23 BVG ist grundsätzlich auf jene Verhältnisse abzustellen, die sich auch arbeitsrechtlich offenbaren. Die vertraglich festgesetzte Pflicht zur Erbringung von Arbeit und die dafür vorgesehene Entlöhnung sowie weitere im Rahmen des Arbeitsverhältnisses getroffene Vereinbarungen sind in der Regel als den realen Gegebenheiten entsprechend zu werten. Nur bei Vorliegen besonderer Umstände darf die Möglichkeit einer von der arbeitsrechtlich zu Tage tretenden Situation in Wirklichkeit abweichenden Lage - etwa in dem Sinne, dass ein Arbeitnehmer zwar zur Erbringung einer vollen Arbeitsleistung verpflichtet war und auch entsprechend entlöhnt wurde, tatsächlich aber eben doch keine volle Arbeitsleistung hat erbringen können - in Betracht gezogen werden, wobei gegebenenfalls äusserste Zurückhaltung geboten ist. Andernfalls bestünde die Gefahr, in Spekulationen zu verfallen mit der Folge, dass der Versicherungsschutz vereitelt würde (bereits erwähntes Urteil B. vom 12. November 2003). 5.3 Unter relevanter Arbeitsunfähigkeit ist eine Einbusse an funktionellem Leistungsvermögen im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zu verstehen (BGE 114 V 286 Erw. 3c). Auszugehen ist daher von der bisher ausgeübten Hilfsarbeitertätigkeit und nicht von jener Tätigkeit, die der Beschwerdegegner aufgrund seiner Ausbildung auszuüben allenfalls in der Lage wäre. Die arbeitsrechtlichen Vereinbarungen (Vollzeitpensum, branchenüblicher Lohn) sprechen im vorliegenden Fall dafür, dass er bei der W.________ AG wie auch bei Stellenantritt bei der T.________ AG am 9. November 1998 voll leistungsfähig war. Gemäss Bearbeitungsblatt des Berufsberaters der IV-Stelle vom 28. Oktober 1996 war die W.________ AG mit den Leistungen zufrieden. Der Versicherte sei im Betrieb voll integriert. Nach Ansicht des Berufsberaters war er entsprechend seinem Leistungsvermögen beruflich genügend eingegliedert. Langfristig sei die Notwendigkeit einer Unterstützung durch die IV-Stelle indessen nicht auszuschliessen. Der Grund für die Auflösung des Arbeitsverhältnisses bei der W.________ AG Ende September 1998 ist nicht aktenkundig, braucht aber auch nicht näher abgeklärt zu werden. Bereits am 9. November 1998 konnte der Beschwerdegegner bei der T.________ AG eine neue Stelle antreten. Laut Auskunft dieser Firma zuhanden der Invalidenversicherung entsprach der Monatslohn von Fr. 4080.- der erbrachten Arbeitsleistung. Er lag mit Fr. 20.- nur unwesentlich tiefer als beim vorausgegangenen Arbeitsverhältnis, weshalb diese Differenz keine Rückschlüsse auf die Leistungsfähigkeit zulässt. Ausser zwei unfallbedingten Arbeitsunfähigkeiten im Februar und August 1999 und einer mehrtägigen nicht näher spezifizierten krankheitsbedingten Absenz im November/Dezember 2000 wurden von der Arbeitgeberin keine Einschränkungen in der Arbeitsfähigkeit vermerkt. Die von Dr. med. O.________ im Bericht zuhanden der IV-Stelle vom 13. September 2001 und im Schreiben an die Vorinstanz vom 1. November 2004 nachträglich bescheinigte, angeblich seit Jahren bestehende Arbeitsunfähigkeit von rund 30% vermag die seitens der Arbeitgeberfirma bestätigte Annahme, dass der Versicherte bei Antritt der Stelle bei der T.________ AG für längere Zeit voll leistungsfähig war, nicht umzustossen. Die Vorinstanz hat unter den gegebenen Umständen die Leistungspflicht der Beschwerdeführerin zu Recht bejaht.