Citation: I 373/03 20.11.2003 E. 4

4.1 Für den zur Bestimmung des Invaliditätsgrades vorzunehmenden Einkommensvergleich (Art. 28 Abs. 2 IVG) ist auf die Verhältnisse im Zeitpunkt des (eventuellen) Rentenbeginns, vorliegend jene im Juni 1999, abzustellen. Ausserdem sind gegebenenfalls bis zum Erlass der Rentenverfügung (hier: 4. Mai 2002) eingetretene Veränderungen zu berücksichtigen, indem, falls diesbezügliche Hinweise bestehen, auf den entsprechenden Zeitpunkt hin ein weiterer Einkommensvergleich vorgenommen wird. In jedem Fall sind das Validen- und das Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu ermitteln (BGE 129 V 223 f. Erw. 4.1 und 4.2 mit Hinweisen). 4.2 Die IV-Stelle hat bereits im vorinstanzlichen Verfahren erklärt, sie anerkenne den Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Rente, die einem Invaliditätsgrad von 48 % entspreche. In der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird die konkrete Berechnung der Vergleichseinkommen, welche dieser Beurteilung zu Grunde liegen nicht beanstandet, während Beanstandungen prinzipieller Art erhoben werden. Entgegen dem entsprechenden Einwand des Beschwerdeführers steht ihm trotz der gesundheitlichen Einschränkungen und der mangelnden Kenntnisse der deutschen Sprache der Arbeitsmarkt bezüglich einfacher und repetitiver Tätigkeiten offen. Hinsichtlich der Bestimmung des Invalideneinkommens bleibt anzumerken, dass die Verwaltung ihrer Berechnung eine Arbeitsfähigkeit von 70 % zu Grunde legte und somit innerhalb der durch die MEDAS genannten Bandbreite von 70 bis 100 % nicht den Mittel-, sondern den Minimalwert wählte. Den Faktoren, welche geeignet sein könnten, die behinderungsbedingte Verdiensteinbusse über die Verminderung der Arbeitsfähigkeit hinaus zu erhöhen (gesundheitlich bedingte Einschränkungen bezüglich gewisser Tätigkeiten; mangelnde Sprachkenntnisse; Hörbehinderung), hat die Verwaltung durch die Vornahme des maximal möglichen prozentualen Abzugs von 25 % (BGE 126 V 80 Erw. 5b/cc; AHI 2002 S. 62) in einem Ausmass Rechnung getragen, welches angesichts der weiteren Umstände (Niederlassungsbewilligung, Jahrgang 1961) in dieser Höhe nicht als gerechtfertigt erscheint, zumal, wie erwähnt, bereits die Arbeitsfähigkeit sehr zurückhaltend beziffert wurde (vgl. zur Bemessung des Abzugs BGE 126 V 79 Erw. 5b und zu deren Überprüfung im Rechtsmittelverfahren BGE 126 V 81 Erw. 6). Anlass, das Invalideneinkommen, wie gefordert, mit Rücksicht auf invaliditätsfremde Gründe zusätzlich zu reduzieren, bestünde allenfalls dann, wenn dargetan wäre, dass der Beschwerdeführer wegen dieser Faktoren bereits ohne Behinderung einen wesentlich unter dem branchenüblichen Verdienst liegenden Lohn erzielt hätte, sodass diesem das Valideneinkommen beeinflussenden Umstand nach dem Grundsatz der Parallelität der Bemessungsfaktoren auch beim Invalideneinkommen Rechnung zu tragen wäre (vgl. BGE 129 V 225 Erw. 4.4 mit Hinweisen). Das durch die Verwaltung in den Verfügungen vom 13. August 2001 und 4. Mai 2002 ermittelte Valideneinkommen von Fr. 50'393.- bzw. Fr. 54'971.- liegt (bezogen auf den jeweiligen Rentenbeginn) rund 8 % unter dem Zentralwert des Jahreseinkommens der im Baugewerbe im Anforderungsniveau 4 beschäftigten Männer, welcher sich 1999 auf etwa Fr. 54'590.- und 2002 auf ca. Fr. 59'800.- belief (Berechnung für 1999: 12 x Fr. 4344.- [Schweizerische Lohnstrukturerhebung (LSE) 1998, S. 25 Tabelle A1] x 42,1 [betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit im Baugewerbe 1999, Die Volkswirtschaft 11/2003 S. 98 Tabelle B9.2] : 40 - 0,5 % [Lohnentwicklung von 1998 auf 1999 im Baugewerbe, Die Volkswirtschaft 11/2003 S. 99 Tabelle B10.2]; Berechnung für 2002: 12 x Fr. 4544.- [LSE 2000 S. 31 Tabelle A1] x 42,0 [Die Volkswirtschaft 11/2003 S. 98 Tabelle B9.2] : 40 + 2,8 % + 1,6 % [Lohnentwicklung im Baugewerbe von 2000 bis 2002; Die Volkswirtschaft 11/2003 S. 99 Tabelle B10.2]). Selbst wenn jedoch diese Differenz als wesentlich zu gelten hätte, sodass ein zusätzlicher Abzug unter dem Titel "invaliditätsfremde Gründe" prinzipiell angebracht wäre - was als fraglich erscheint, vorliegend jedoch nicht näher zu prüfen ist -, erwiese sich die Bemessung des Invaliditätsgrades durch die Vorinstanz im konkreten Fall nicht als bundesrechtswidrig, wäre doch diesem Umstand durch die Gewährung des maximalen Prozentabzugs von 25 %, welcher sich bei ausschliesslicher Berücksichtigung der die behinderungsbedingte Verdiensteinbusse erhöhenden Faktoren nicht rechtfertigen würde, hinreichend Rechnung getragen worden. Es ist daher nicht zu beanstanden, dass das kantonale Gericht in seinen Erwägungen die dem Beschwerdeführer durch die Verwaltung in Aussicht gestellte Zusprechung einer Rente auf Grund eines Invaliditätsgrades von 48 % für die Zeit ab 1. Juni 1999 bestätigt hat.