Citation: 6B_163/2022 E. 2.2.2

2.2.2. Es sei fraglich, ob der Beschwerdeführer einer unselbständigen Arbeitstätigkeit in der Schweiz nachgehe. So habe er dem Departement einen Arbeitsvertrag mit der B.________ AG in U.________ mit Arbeitsbeginn am 1. Dezember 2020 eingereicht, der aber erst am 16. Dezember 2020 unterzeichnet worden sei. Gemäss den Lohnabrechnungen sei der Beschwerdeführer zudem bereits im Juli 2020 für diese Firma tätig gewesen, sodass Vertrag und Lohnabrechnungen insoweit nicht übereinstimmten. Die Abrechnungen seien auch sonst wenig aussagekräftig, da sie nebst einer für die Monate Juli bis Dezember 2020 völlig identischen Abrechnung nur die Adresse des Beschwerdeführers enthielten. Der Arbeitgeber gehe daraus ebenso wenig hervor, wie die Person, die sie erstellt haben soll oder eine entsprechende Kontaktadresse. Wie das Departement zu Recht erwogen habe, handle es sich letztlich um Dokumente, die auf jedem Textverarbeitungsprogramm selbst produziert werden könnten. Zwar würden die Angaben in den Lohnabrechnungen teilweise mit denjenigen in der Anmeldung bei der Ausgleichskasse des Kantons Thurgau übereinstimmen. Letztere Dokumente seien aber acht Monate nach dem behaupteten Arbeitsbeginn verfasst worden. Im Übrigen werde gegenüber der Ausgleichskasse ein Arbeitsort in der Schweiz genannt, wohingegen im Arbeitsvertrag als Arbeitsort die Schweiz, Deutschland und Österreich vermerkt seien. Die Angaben des Beschwerdeführers und die im Recht liegenden Akten würden sich mithin mehrfach widersprechen. Insbesondere aber hätte der Beschwerdeführer in Beachtung seiner Mitwirkungspflicht Belege einreichen müssen, die unzweifelhaft ein tatsächlich bestehendes Arbeitsverhältnis in der Schweiz bestätigen könnten. Hierzu wären etwa Bankauszüge über monatliche Lohneingänge oder Lohnüberweisungsauszüge der Arbeitgeberin im Original in Frage gekommen. Über solche Dokumente scheine der Beschwerdeführer teilweise zu verfügen. Für die Monate ab Mai 2020 würden aber jegliche Belege fehlen. Ferner stellten sich weitere Fragen mit Bezug auf die Tätigkeit des Beschwerdeführers für die B.________ AG mit Sitz in V.________, so die Vorinstanz. Dabei handelt es sich offenbar um die Muttergesellschaft der B.________ AG in U.________, für die der Beschwerdeführer als Verkaufsleiter arbeiten soll. Gemäss Handelsregisterauszug der B.________ AG in V.________ seien der Beschwerdeführer als Präsident des Verwaltungsrats und seine Ehefrau als Mitglied, je mit Einzelunterschrift, eingetragen. Ferner habe der Beschwerdeführer angegeben, in V.________ werde ein Lager für die Geschäftstätigkeit der liechtensteinischen Muttergesellschaft in der Schweiz aufgebaut. Dies kontrastiere indes mit dem Gesellschaftszweck gemäss Handelsregister, wonach die B.________ AG in V.________ den Handel mit und die Produktion von Mineralölprodukten und verwandten Erzeugnissen, und nicht die Lagerung derselben betreibe. Es bleibe somit unklar, welche Aufgaben der Beschwerdeführer für die B.________ AG in U.________ und V.________ ausübe. Ferner erhelle aus den Geschäftsbüchern der B.________ AG in V.________, dass diese dem Beschwerdeführer ein Darlehen von knapp Fr. 90'000.-- gewährt habe, was angesichts dessen erst seit kurzem erfolgten, angeblich weisungsgebundenen Anstellung Fragen aufwerfe. Bemerkenswert sei in diesem Zusammenhang auch, dass Bankauszüge der B.________ AG in U.________ direkt an eine Adresse des Beschwerdeführers versandt worden seien, wozu er sich nicht äussere. Schliesslich habe der Beschwerdeführer replicando ausgeführt, er sei aufgrund eines Unfalls seit Januar 2021 arbeitsunfähig und werde voraussichtlich ab August 2021 wieder ein 50%-Pensum aufnehmen. Indes fehlten Angaben zum Verlauf der Arbeitsunfähigkeit. Der Nachweis einer Arbeit, Ausbildung oder Beschäftigung sei allerdings zwingend für die Gewährung des Strafvollzugs in Halbgefangenschaft. Ausnahmen seien auch dann nicht zu gewähren, wenn ein Verurteilter unverschuldet nicht arbeitsfähig sei. Wäre der Beschwerdeführer tatsächlich arbeitsunfähig, könnte er seine Strafe demnach nicht in Halbgefangenschaft verbüssen. Im Übrigen seien keine näheren Umstände der Arbeitsunfähigkeit bekannt. Namentlich fehlten auch Angaben dazu, ob der Beschwerdeführer Leistungen aus der Unfallversicherung beziehe, zumal er gemäss Arbeitsvertrag unfallversichert sei. Auch diesbezüglich fänden sich somit keine Belege für eine unselbständige Tätigkeit. Ebenso wenig habe der Beschwerdeführer mitgeteilt, ob er nunmehr die Arbeitstätigkeit wieder aufgenommen habe. Zusammenfassend sei somit das Bestehen einer geregelten Arbeit nicht überzeugend belegt, wobei der Beschwerdeführer seiner diesbezüglichen Mitwirkungspflicht nicht nachgekommen sei. Auch mangels Nachweises einer geregelten Arbeit könne der Vollzug in Halbgefangenschaft nicht gewährt werden.