Citation: U 530/06 25.10.2007 E. 4

4.1 Aufgrund der umfassenden medizinischen Aktenlage steht fest und ist unbestritten, dass beim Beschwerdeführer keine posttaumatischen strukturellen Verletzungen im Bereich der Lendenwirbelsäule vorliegen. Zudem bestanden bereits im Zeitpunkt des Unfalles mit überwiegender Wahrscheinlichkeit leichte lumbale Degenerationen im Sinne einer leichten Spondylose und einer minimalen Spondylarthrose. Während die Beschwerden an den Schultern und im rechten oberen Sprunggelenk (OSG) im Heilungsverlauf abgeklungen waren, hielten die tieflumbal lokalisierten lumbovertebralen Beschwerden an. Gemäss den übereinstimmenden Feststellungen der Fachärzte der Rheumaklinik des Spitals X.________ (vom 26. Februar und vom 14. September 2004) und des SUVA-Kreisarztes Dr. med. W.________ (vom 25. November 2004) liegt seit dem Frühjahr 2004 ein chronisches lumbovertebrales bis lumbospondylogenes Syndrom beidseits, bei Wirbelsäulenfehlform/-fehlhaltung mit lumbalem Flachrücken und leichten degenerativen Veränderungen lumbal bei deutlicher muskulärer Insuffizienz (der Rumpfmuskulatur/Stabilisierung sowie im Brustwirbelsäulenbereich und lumbal) vor, wodurch die Arbeitsfähigkeit des Versicherten in der angestammten Tätigkeit erheblich einschränkt ist. Zudem besteht eine Chronifizierungstendenz mit Verdacht auf Symptomausweitung. 4.2 Nach geltender Rechtsprechung betreffend Kausalzusammenhang zwischen Unfall und degenerativen Rückenbeschwerden ist eine signifikante und damit dauernde Verschlimmerung einer vorbestandenen degenerativen Schädigung der Wirbelsäule, hervorgerufen durch einen Unfall, nur dann überwiegend wahrscheinlich, wenn die Radioskopie ein plötzliches Zusammensinken der Wirbel sowie das Auftreten und Verschlimmern von Verletzungen aufgrund eines Traumas aufzeigt (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 45 mit Hinweisen). Medizinisch ist lediglich von einer vorübergehenden Verschlimmerung auszugehen, wenn nach einer unfallbedingten Kontusion der Wirbelsäule eine bisher stumme, vorbestehende Spondylarthrose, Spondylose oder eine andere degenerative Wirbelsäulenerkrankung symptomatisch wird (Debrunner/Ramseier, Die Begutachtung von Rückenschäden in der schweizerischen sozialen Unfallversicherung, Bern 1990, S. 52). Die zeitliche Dauer, während welcher eine vorbestehende Wirbelsäulenerkrankung durch einen Unfall - bei Fehlen unfallbedingter Wirbelkörperfrakturen oder struktureller Läsionen an der Wirbelsäule - im Sinne einer vorübergehenden Verschlimmerung beeinflusst wird, beträgt nach unfallmedizinischer Erfahrung sechs bis neun Monate, längstens jedoch ein Jahr (Morscher/Chapchal, Schäden des Stütz- und Bewegungsapparates nach Unfällen, in: Baur/Nigst, Versicherungsmedizin, 2. Aufl., Bern 1985, S. 192; Debrunner/Ramseier, a.a.O., S. 52; vgl. auch Bär/Kiener, Prellung, Verstauchung oder Zerrung der Wirbelsäule, Medizinische Mitteilungen der SUVA [Schweizerische Unfallversicherungsanstalt] Nr. 67 von Dezember 1994, S. 45 f.). Es handelt sich dabei um einen unfallmedizinisch allgemein anerkannten Verlauf vorbestehender Wirbelsäulenerkrankungen nach einem Unfallereignis ohne strukturelle Verletzungen der Wirbelsäule (Urteil R. vom 11. Juni 2007 U 290/06 E. 4.2.1). Wenn der Kreisarzt Dr. med. W.________ in seiner Kausalitätsbeurteilung vom 25. November 2004 festhält, der Unfallmechanismus und der Verlauf erklärten die persistierende Symptomatologie nicht, stimmt dies mit den allgemein anerkannten Erkenntnissen der Unfallmedizin überein. 4.3 Vor diesem Hintergrund ist mit Blick auf die gezeigte medizinische Ausgangslage der natürliche Kausalzusammenhang zwischen den anhaltenden Beschwerden und dem Unfall vom 17. März 2003 nicht mehr mit überwiegender Wahrscheinlichkeit gegeben. Die Einstellung der Leistungen der Unfallversicherung per 28. Februar 2005 ist damit im Ergebnis nicht zu beanstanden. 4.4 Die Einwendungen des Beschwerdeführers vermögen nicht zu einer anderen Betrachtungsweise zu führen. Insbesondere kann er aus der Feststellung der Vorinstanz, dass der Unfall zumindest eine Teilursache der Dekonditionierung der Muskulatur und der Stabilität der Wirbelsäule sei, nichts zu seinen Gunsten ableiten. Auch wenn die Dekonditionierung teilweise unfallkausal ist, vermag dies in Anbetracht der geltenden Rechtsprechung keine weitergehende Leistungspflicht des Unfallversicherers zu begründen. Es handelt sich überdies nicht um eine Diagnose mit Krankheitswert. Mithin ist entgegen der Vorinstanz die Frage der Verletzung der Schadenminderungspflicht, welche dem Versicherten nach Lage der Akten allerdings nicht vorgehalten werden kann, vorliegend nicht relevant.