Citation: 8C_123/2018 E. 4.2.1

4.2.1. Gestützt auf die medizinischen Akten hielt die Vorinstanz im Wesentlichen fest, es lägen keine echtzeitlichen Befunde vor, die den Schluss nahelegten, dass der Beschwerdegegner innert der von der Rechtsprechung geforderten Latenzzeit von sechs bis acht Wochen nach dem Unfall unter CRPS-typischen Symptomen gelitten hätte. Immerhin gelte es zu beachten, dass die Fraktur noch am Unfalltag mit einem Ganzbeingips versorgt worden und eine weitere Befunderhebung erst nach der Rückkehr in die Schweiz bei Abnahme des Gipsverbands im April 2002, also rund 15 Wochen später erfolgt sei. Damals habe der Operateur, Dr. med. D.________, eine massive Schwellung und Schmerzen am Unterschenkel dokumentiert, und gemäss PD Dr. med. J.________ würden sowohl das Unfallereignis vom 29. Dezember 2001 als auch die Operation vom 16. April 2002 formal als potenziell auslösende Ereignisse qualifizieren. Vorliegend könne ein CRPS somit nicht allein mangels früh- und echtzeitiger Befunderhebung verneint werden. In der Folge sei der Versicherte seit dem Unfall nie beschwerdefrei gewesen, vielmehr habe er stets - auch nach den späteren Verletzungen in den Jahren 2010 und 2012 - über Schmerzen im linken Unterschenkel/OSG geklagt. Neben den persistierenden Schmerzen seien seit dem Unfall relevante Einschränkungen der Beweglichkeit dokumentiert. Ebenso habe der Versicherte stets das Vorhandensein von Schwellungen betont, was ärztlicherseits aber nicht immer habe bestätigt werden können. Die Diagnose eines CRPS sei erstmals von Dr. med. I.________ im Jahr 2015 gestellt worden. PD Dr. med. J.________ habe diese Verdachtsdiagnose im Rahmen eines Konsiliums 2015 bestätigt und ein unfallkausales CRPS I in partieller Remission für überwiegend wahrscheinlich erachtet. Gemäss dem Untersuchungsbericht des SPZ vom 18. November 2015 seien die Diagnosekriterien eines CRPS jedoch nicht erfüllt gewesen. Auch im MEDAS-Gutachten vom 25. Oktober 2016 habe der Orthopäde ausgeführt, dass das auswärts diagnostizierte CRPS anlässlich der gutachterlichen Untersuchung orthopädisch weder klinisch noch radiologisch nachgewiesen werden könne.