Citation: 8C_440/2024 E. 4.1

4.1. Die Vorinstanz erwog, gemäss höchstrichterlichem Urteil 8C_122/2024 vom 26. Februar 2024 E. 2.3 rechtfertigten es die Feststellungen der EKQMB, bei der (erstmaligen) Würdigung bereits eingeholter Gutachten der PMEDA strengere Anforderungen an die Beweiswürdigung zu stellen und bereits bei relativ geringen Zweifeln an der Zuverlässigkeit der gutachterlichen Beurteilung ein neues Gutachten einzuholen. Die von der EKQMB festgestellten Mängel hätten daher weder zur Folge, das sämtliche Gutachten der PMEDA einfach ihren Beweiswert verlören, noch die Konsequenz, dass auf solche Gutachten gestützte Entscheide unbesehen in Revision zu ziehen seien. Angezeigt sei vielmehr eine Prüfung des Einzelfalls mit seinen spezifischen Gegebenheiten. Vorliegend sei von gewichtiger Bedeutung, dass dem in Frage stehenden Gutachten vom 13. Januar 2022 im Rahmen einer gerichtlichen Überprüfung im Urteil vom 31. März 2023 Beweiswert zuerkannt worden sei und das Bundesgericht festgestellt habe, dass die Beschwerdeführerin nicht aufzeigen könne, inwiefern das kantonale Gericht zu offensichtlich unrichtigen Tatsachenfeststellungen gelangt sein könnte. Die von der Beschwerdeführerin unter Bezugnahme auf den Überprüfungsbericht konkret gerügten Mängel erweckten keine auch nur geringen Zweifel am sie betreffenden Gutachten und führten hinsichtlich dessen Beweiskraft somit auch zu keinem anderen Schluss als bereits im Urteil vom 31. März 2023. Der Umstand, dass in 56.7 % der von der EKQMB analysierten PMEDA-Gutachten eine volle Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit attestiert worden sei, während dies bei allen anderen polydisziplinären Gutachterstellen nur in 26.4 % der Fälle zutraf, möge eine vertiefte Überprüfung der PMEDA-Gutachten durch die EKQMB gerechtfertigt haben; er führe aber für sich allein nicht dazu, dass die begründete Beurteilung der Arbeitsfähigkeit im PMEDA-Gutachten vom 13. Januar 2022 in Frage gestellt werden müsse. Sodann sei zwar in den einzelnen Fachgutachten des PMEDA-Gutachtens auf die der Konsensbeurteilung angefügte Aktenzusammenfassung verwiesen worden. Dies sei jedoch unproblematisch, da die Aktenzusammenfassung dort - anders als in den von der EKQMB beanstandeten Gutachten - tatsächlich dargestellt sei. Dass die EKQMB die Verlässlichkeit einer Anamneseerhebung mittels schriftlicher Selbstauskünfte insbesondere bei fremdsprachigen Versicherten als fraglich beurteilt habe, falle hier nicht wesentlich ins Gewicht, weil die Beschwerdeführerin deutscher Muttersprache sei und sich neben ihren Selbstauskünften weitere anamnestische Angaben aus den einzelnen Fachgutachten entnehmen liessen. Soweit die EKQMB das Fehlen von Unterschriften psychologischer Sachverständiger bemängelt habe, sei darauf hinzuweisen, dass anlässlich der Begutachtung der Beschwerdeführerin kein psychologischer Sachverständiger hinzugezogen worden sei. Ein neuropsychologisches Testverfahren sei nicht durchgeführt worden, weshalb die von der EKQMB diesbezüglich festgestellten Mängel in den überprüften Gutachten im Fall der Beschwerdeführerin nicht relevant seien. Was schliesslich die Kritik der EKQMB an der Konsistenzbeurteilung anbelange, sei festzuhalten, dass die diesbezüglichen Ausführungen im Gutachten betreffend die Beschwerdeführerin zwar ebenfalls rudimentär und knapp seien. Dies ändere aber nichts daran, dass das Gutachten insgesamt den von der Rechtsprechung aufgestellten Anforderungen an den Beweiswert eines medizinischen Gutachtens genüge, zumal aufgrund der Diagnose einer nur leichtgradigen depressiven Störung ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit auf die Durchführung eines strukturierten Beweisverfahrens nach BGE 141 V 281 hätte verzichtet werden können. Eine vertiefte Auseinandersetzung mit dem beweisrechtlich ausschlaggebenden Aspekt der Konsistenz hätte sich damit ohnehin erübrigt. Zuletzt könne die Beschwerdeführerin auch aus dem von ihr zitierten BGE 144 V 258 nichts zu ihren Gunsten ableiten, da der diesem Urteil zugrunde liegende Sachverhalt mit dem vorliegenden nicht vergleichbar sei. Während dort die Möglichkeit einer bewussten Abänderung der Entscheidgrundlage durch eine nicht an der Begutachtung beteiligte Person im Raum gestanden habe, sei vorliegend von einem beweiskräftigen und mangels gegenteiliger Anhaltspunkte unverfälschten Gutachten auszugehen, auf welches zur Beurteilung des Leistungsanspruchs der Beschwerdeführerin habe abgestellt werden dürfen. Insgesamt seien die vorgebrachten neuen Beweismittel, namentlich der Überprüfungsbericht der EKQMB, daher nicht geeignet, das PMEDA-Gutachten vom 13. Januar 2022 als objektiv mangelhaft darzutun. Damit seien keine neuen Tatsachen dargetan, die geeignet wären, die tatbestandliche Grundlage des Urteils vom 31. März 2023 zu verändern und bei zutreffender rechtlicher Würdigung zu einer anderen Entscheidung zu führen.