Citation: I 144/01 16.05.2002 E. 3

3.- Damit liegen insgesamt sieben ärztliche Berichte vor, wovon einer nach Erlass der streitigen Verfügung verfasst wurde. Vier stammen vom behandelnden Arzt, Dr. med. W.________, zwei vom Gutachter Dr. med. H.________ und einer von den Dres. med. K.________ und R.________ von der psychiatrischen Klinik A.________, in welcher der Patient zeitweise hospitalisiert war. Die Diagnosen, wenn auch im einzelnen differierend, stimmen insofern überein, als eine sich während längerer Zeit auswirkende psychische Störung bei vorbestehenden Fehlentwicklungen der Psyche festgehalten wird. Die Aussagen zur Arbeitsunfähigkeit sind uneinheitlich und reichen von voller Erwerbsfähigkeit über eingeschränkte Arbeitsfähigkeit bis zu vollständiger Unfähigkeit zur Erwerbstätigkeit. Von Dr. H.________ wird auf eine Stellungnahme zu dieser Frage verzichtet, weil sich dazu keine gesicherten Aussagen machen liessen. a) Die Vorinstanz hat ihre Entscheidung wesentlich auf das von ihr als umfassend und schlüssig bezeichnete Gutachten von Dr. med. H.________ vom 15. Mai 2000 gestützt. Diese Würdigung vermag nicht zu überzeugen. Die Zuschreibung einer vollen Erwerbsfähigkeit wird im fraglichen Gutachten nicht begründet. Des Weitern liegt ein Widerspruch darin, dass der berufliche Misserfolg des Beschwerdeführers im ersten Gutachten "mit grösster Wahrscheinlichkeit" auch als Auswirkung der Persönlichkeitsstörung betrachtet wurde, während im zweiten Gutachten der Ursache-Wirkungs-Zusammenhang ausschliesslich so gesehen wird, dass die Schwierigkeiten im Beruf zu psychischen Problemen geführt hätten. Sodann ist die Auseinandersetzung mit der Diagnose einer chronifizierten schweren Depression, die von den Dres. med. K.________ und R.________ gestellt worden war, ungenügend, wird sie doch einfach als "etwas unverständlich" bezeichnet. Der Gutachter verweist auf die allerdings tatsächlich widersprüchlichen Aussagen dieser Ärzte zur Arbeitsunfähigkeit und nimmt zur Diagnose nicht weiter Stellung. Schliesslich ist zu sagen, dass es für den Krankheitswert einer psychischen Störung auf deren Genese (zumindest im Bereich der Invalidenversicherung) nicht ankommen kann. Entscheidend ist allein, ob die Erwerbsfähigkeit während längerer Zeit in bedeutendem Umfang eingeschränkt ist (BGE 127 V 298 Erw. 4c mit Hinweisen). Die Aussage, dass eindeutig eine Reaktion (nämlich auf wirtschaftliche Verhältnisse) vorliege, hilft daher nicht weiter. Damit ist dem Gutachten von Dr. med. H.________ vom 15. Mai 2000 im Rahmen der Beweiswürdigung kein spezielles Gewicht zuzumessen. Es bleiben gleichgewichtig mehrere Stellungnahmen medizinischer Fachleute zu beachten, aus denen sich bezüglich der Erwerbsfähigkeit des Beschwerdeführers keine klaren Schlüsse ziehen lassen. Der Sachverhalt muss als in diesem Punkt nicht genügend geklärt bezeichnet werden. b) In der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird geltend gemacht, die Vorinstanz sei zu Unrecht von einer Übereinstimmung zwischen den Dres. med. H.________ und W.________ in Bezug auf die Erwerbsfähigkeit des Beschwerdeführers ausgegangen. Dieser Einwand trifft zu. Auch wenn Dr. W.________ in seinem vom kantonalen Gericht angeführten Schreiben vom 10. Juni 2000 eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit unter günstigen Umständen als möglich erachtet, ist es nicht statthaft, dadurch die Aussage von Dr. H.________ bestätigt zu sehen, der Beschwerdeführer könnte als selbstständiger Architekt wieder uneingeschränkt arbeiten, würden ihm nur die nötigen Mittel zur Verfügung gestellt. c) Die IV-Stelle wird, entsprechend dem Eventualantrag in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde, eine fachärztliche Begutachtung des Beschwerdeführers durchführen lassen und gestützt auf die Ergebnisse über dessen Leistungsanspruch neu verfügen.