Citation: 6B_295/2007 13.11.2007 E. 3

Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts darf die Wahrnehmung verfassungsmässiger Rechte dem Angeschuldigten nicht als prozessuales Verschulden angerechnet werden, mit dem die Auferlegung von Verfahrenskosten und die Verweigerung einer Entschädigung gerechtfertigt werden kann. Der Angeschuldigte darf sowohl von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch machen als auch die Tat abstreiten; blosses Leugnen der Tatvorwürfe ist der Aussageverweigerung gleichzusetzen. Ein prozessuales Verschulden in diesem Sinn ist ihm nur vorzuwerfen, wenn er durch krass wahrheitswidrige oder wiederholt widersprüchliche Aussagen die Untersuchungsbehörden auf falsche Fährten führt und sie zwingt, unnötige Verfahren zu eröffnen oder unnütze Nachforschungen anzustellen und dadurch das Verfahren erschwert oder verlängert (BGE 116 Ia 162 E. 2d/aa S. 172; 112 Ib 446 E. 4b/bb S. 456; Entscheide 1P.277/2005 vom 8. Juni 2005 E. 2.4 und 1P.186/2000 vom 3. Juli 2000 E. 4). Die Rechtsauffassung des Verwaltungsgerichts (angefochtener Entscheid S. 19), wonach eine Entschädigung grundsätzlich nur nicht verweigert werden könne, wenn die Angeschuldigte "von Anfang an bereits bei den Befragungen vom 1. und 3. Juli 2004 vollumfänglich kooperiert und ausschliesslich wahrheitsgetreue Angaben gemacht hätte", ist zu streng und lässt sich mit der dargelegten Bundesgerichtspraxis nicht vereinbaren.