Citation: 2C_338/2024 E. 5.3.2

5.3.2. Das jahrelange - wenn auch konfliktbeladene - Zusammenleben der Beschwerdeführerinnen mit ihrem Vater und Grossvater, so die Vorinstanz weiter, spreche aber gegen die Annahme, dass dieser seine in den Nachrichten und Mitteilungen formulierten (Gewalt-) Drohungen effektiv in die Tat umsetzen würde. Wohl sei davon auszugehen, dass sich die Situation ab September 2018 zusätzlich verschlechtert habe. Dennoch seien die Beschwerdeführerinnen immerhin noch weitere rund sechs Monate im Elternhaus (bis April 2019) verblieben und es sei nicht zu Anzeigen bei der Polizei wegen Taten gegen Leib und Leben oder Drohungen gekommen. Es falle denn auch auf, dass im Gesuch um Familiennachzug vom 16. August 2019 zwar von einem "gewaltbereiten Umfeld" und von "Gewalt" die Rede sei. Thematisiert würden diese Aspekte aber nur im Zusammenhang mit einer Rückkehr in das "frühere Zuhause", nicht aber für ein Leben in Kosovo an sich. Es sei nicht nachvollziehbar, weshalb die Drohungen eine konkrete Gefährdung bedeuten sollten, da der Vater respektive Grossvater seine Tochter und sein Enkelkind im Frühjahr 2019 selber angewiesen habe, sein Haus zu verlassen. In der Folge habe er wiederholt, es "interessiere" ihn nicht mehr, was die Beschwerdeführerinnen machten, und er wolle nichts mehr von ihnen wissen. Vor diesem Hintergrund sei nicht davon auszugehen, dass der Vater und Grossvater seine Drohungen umsetzen werde (vgl. E. 3.5.2 des angefochtenen Urteils).