Citation: U 208/06 06.03.2007 E. 4

4.1 Die Vorinstanz unterbreitete Dr. med. K.________, Spital Y.________, welcher den Beschwerdeführer am 19. Januar 2005 operiert hatte, Fragen insbesondere zu den aktuellen Unfallfolgen und deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit. Mit Schreiben vom 15. September 2005 nahm Dr. med. A.________ als Nachfolger des nicht mehr am Spital Y.________ tätigen Dr. med. K.________ Stellung und legte dar, der Versicherte berichte über starke Schmerzen in Ruhe und bei Belastung sowie daraus resultierende Schlafstörungen. Zur Frage nach der Objektivierbarkeit der geltend gemachten Beschwerden hielt dieser Arzt fest, grundsätzlich bestehe kein kausaler Zusammenhang zwischen Funktion (somatische Unfallfolgen) und Schmerz als subjektivem Empfinden. Eine Schlaflosigkeit aufgrund von Schmerzen sei hingegen objektivierbar. Aus rein somatischer Sicht vermöge der Versicherte eine leichte bis mittelschwere Tätigkeit in wechselnder Position deutlich unterhalb der Horizontalen und mit einer Traglimite für die rechte Schulter von 5 kg ganztätig zu verrichten. Wegen der schmerzbedingten Schlaflosigkeit sei der Tag/Nacht-Rhythmus deutlich gestört. Entsprechend sei der Versicherte tagsüber häufig müde, hingegen nachts häufig wach. Eine Untersuchung in einer Schmerzklinik sei sinnvoll. Aus diesen Feststellungen, welche sich auf die Krankengeschichte des Spitals Y.________ und eine klinische Untersuchung vom 8. September 2005 stützen, ist zu schliessen, dass dem Beschwerdeführer aus somatischer Sicht auch nach der Operation vom 19. Januar 2005 und bis zu dem für die Beurteilung massgebenden Zeitpunkt des Einspracheentscheids vom 21. März 2005 die Ausübung einer angepassten leichteren Tätigkeit ganztags zumutbar war. Davon ist umso weniger abzugehen, als dem Beschwerdeführer nach den kreisärztlichen Berichten vom 9. September 2002 und 21. Juni 2004 bereits vor dem erneuten Eingriff eine leichte wechselbelastende Tätigkeit bis zur Horizontalen (ohne Überkopfarbeiten sowie Arbeiten mit vibrierenden Maschinen, monotonen repetitiven Bewegungen mit der rechten oberen Extremität, dauerndem Herumgehen in unebenem Gelände sowie repetitives Treppen- und Leiternsteigen) ganztags zumutbar war und in der vorinstanzlichen Beschwerde eingeräumt wurde, dass sich die Beweglichkeit der Schulter nach der dritten Operation nochmals verbessert habe. Fraglich ist, inwieweit sich wegen der geltend gemachten schmerzbedingten Schlafstörungen eine zusätzliche, in Zusammenhang mit dem Unfall vom 31. Mai 2000 und dessen Folgen stehende Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit ergibt. 4.2 Die Vorinstanz ging davon aus, dass die Schmerzen nicht objektivierbar seien. Sie verneinte die Unfallkausalität mit der Begründung, die für die Adäquanz des Kausalzusammenhangs bei psychischen Unfallfolgen geltenden Voraussetzungen (BGE 115 V 133) seien nicht erfüllt. Der Beschwerdeführer wendet ein, es liege eine schmerzbedingte psychische Beeinträchtigung vor, welche als Unfallfolge zu gelten habe. Den medizinischen Akten sind keine Anhaltspunkte für eine Einschränkung der Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit aus psychischen Gründen zu entnehmen. Insbesondere fehlt es an Hinweisen für das Vorliegen der in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde postulierten anhaltenden somatoformen Schmerzstörung (vgl. Weltgesundheitsorganisation, Internationale Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch-diagnostische Leitlinien, Dilling/Mombour/Schmidt [Hrsg.], Bern/Göttingen/Toronto/Seattle 2005, F45.4, S. 171 f.). Zu weiteren Abklärungen besteht entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers kein Anlass. Selbst wenn eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung anzunehmen wäre, führte dies zu keiner anderen Beurteilung des Sachverhalts. Nach der Rechtsprechung ist von der Vermutung auszugehen, dass somatoforme Schmerzstörungen und ihre Folgen grundsätzlich keine Invalidität zu begründen vermögen, wenn nicht besondere Umstände vorliegen, die eine Überwindung der Schmerzproblematik unzumutbar erscheinen lassen (BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50). Solche Gründe sind hier nicht ersichtlich. Die Schmerzen und die damit verbundenen Schlafstörungen sind in der ärztlichen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit berücksichtigt worden, und es spricht nichts dafür, dass sich daraus eine wesentliche zusätzliche Einschränkung der Leistungsfähigkeit ergibt. Die geltend gemachten gesundheitlichen Beeinträchtigungen haben den Beschwerdeführer jedenfalls nicht daran gehindert, eine Umschulung im kaufmännischen Bereich zu absolvieren und im September 2003 eine selbstständige Erwerbstätigkeit aufzunehmen. Laut Bericht des Spitals Y.________ vom 19. August 2004 war er den eigenen Angaben zufolge nicht mehr auf Schmerzmittel angewiesen. Mit der vorab auf eine Reduktion der Schmerzen gerichteten Operation vom 19. Januar 2005 konnte eine weitere wesentliche Besserung des Gesundheitsschadens erreicht werden. Im Bericht vom 1. März 2005 stellt Dr. med. K.________ fest, sechs Wochen postoperativ zeige sich ein hervorragend guter Verlauf. Er habe den Versicherten sogar "bremsen" müssen, weil er keine Schmerzen mehr habe und die Funktion schon jetzt besser sei als präoperativ. In der mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde eingereichten Stellungnahme vom 21. März 2006 bestätigt Dr. med. T.________, der Beschwerdeführer sei bis im November 2005 bei einer sehr guten Funktion der verletzten Schulter "weitgehend beschwerdearm" gewesen. Die von diesem Arzt erwähnte Verschlechterung des Gesundheitszustandes mit erneuter Schmerzhaftigkeit und Funktionseinbusse des rechten Schultergelenks ist in der Zeit nach Erlass des Einspracheentscheids vom 21. März 2005 eingetreten und im vorliegenden Verfahren nicht zu berücksichtigen (BGE 116 V 246 E. 1a S. 248). Es wird allenfalls Sache der SUVA sein, näher zu prüfen, ob die Verschlechterung des Gesundheitszustandes zu erneuten bzw. weitergehenden Leistungen Anlass gibt.