Citation: 4A_488/2023 E. 6.2

6.2. Keinen Verstoss gegen den formellen Ordre public zeigt die Beschwerdeführerin mit der blossen Behauptung auf, das Schiedsgericht habe den Grundsatz "negativa non sunt probanda" verletzt. Entgegen der in der Beschwerde vertretenen Ansicht handelt es sich dabei nicht um einen fundamentalen und allgemein anerkannten Verfahrensgrundsatz, der dem Ordre public angehört (vgl. bereits Urteil 4A_530/2013 vom 2. Mai 2014 E. 6.1). Eine weitere Verletzung des verfahrensrechtlichen Ordre public begründet die Beschwerdeführerin damit, der Grundsatz des Vertrauensschutzes sei verletzt worden, indem die Beschwerdegegnerin 1 das Verfahren im Jahr 2017 eingestellt und ohne neue Analyse der Urinproben vier Jahre später wieder eingeleitet habe. Der Vorwurf zielt bereits deshalb ins Leere, weil er sich an die Gegenpartei im Schiedsverfahren richtet; inwiefern dem Schiedsgericht eine Missachtung fundamentaler Verfahrensgrundsätze vorzuwerfen wäre, zeigt die Beschwerdeführerin nicht auf.