Citation: 1C_371/2022 E. 5.2.2

5.2.2. Da von einer genügenden Erschliessung der beiden Parzellen Nrn. 383 und 390 über die Via Maistra auszugehen ist, kann vorliegend keine Bewilligung nach Art. 24 RPG erteilt werden. Bezüglich der strassenmässigen Erschliessung von Land verlangt Art. 19 Abs. 1 RPG, dass eine für die betreffende Nutzung hinreichende Zufahrt besteht (BGE 136 III 130 E. 3.3.2; Urteil 1C_163/2016 vom 8. Juli 2016 E. 2.3). Für den Wohnungsbau präzisiert sodann Art. 4 WEG den Begriff der Erschliessung. Eine hinreichende Zufahrt ist zu bejahen, wenn die Zugänglichkeit sowohl für die Benützerinnen und Benützer der Bauten als auch für Fahrzeuge der öffentlichen Dienste gewährleistet ist. Die befahrbare Strasse muss nicht bis zum Baugrundstück oder gar zu jedem einzelnen Gebäude reichen; aus bundesrechtlicher Sicht genügt es vielmehr, wenn Benützerinnen und Benützer sowie Besuchende mit dem Motorfahrzeug (oder einem öffentlichen Verkehrsmittel) in hinreichende Nähe gelangen und von dort über einen Weg zum Gebäude gehen können (BGE 136 III 130 E. 3.3.2; Urteile 1C_271/2011 vom 27. September 2011 E. 3.2; 1C_376/2007 vom 31. März 2008 E. 4.4). Die Festlegung des Ausmasses der Erschliessungsanlagen und die Umschreibung der genügenden Zugänglichkeit ist Sache des kantonalen Rechts (BGE 123 II 337 E. 5b; BGE 112 Ia 119 E. 3). Bei der Beurteilung, ob eine hinreichende Zufahrt gegeben ist, steht den zuständigen kantonalen und kommunalen Behörden ein erhebliches Ermessen zu (BGE 121 I 65 E. 3a; Urteil 1C_147/2015 vom 17. September 2015 E. 6.1.1). Es ist somit nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz von einer genügenden Erschliessung der beiden Parzellen Nrn. 383 und 390 ausgegangen ist. Dass die bestehende Erschliessung für die Beschwerdeführer weniger komfortabel ist, da sie mit ihrem Auto nicht direkt an ihr Grundstück fahren können, vermag daran nichts zu ändern. Der nächstgelegene öffentliche Parkplatz befindet sich direkt hinter dem Flussübergang des Beverins und liegt rund 300 m (gemessen ab Plan) von den Grundstücken der Beschwerdeführer entfernt. Die Vorinstanz durfte somit davon ausgehen, dass die Erschliessungssituation den bundesrechtlichen Anforderungen entspricht. Dass eine willkürliche Anwendung der kantonalen Erschliessungsvorschriften vorliegen würde, wird von den Beschwerdeführern nicht geltend gemacht und ist nicht ersichtlich. Es ist im Übrigen darauf hinzuweisen, dass die Parzellen Nrn. 383 und 390 der Beschwerdeführer auch nach der zentralen Geodatendrehscheibe des Kantons Graubünden, welche von der GeoGR im Auftrag des Kantons Graubünden betrieben wird, als erschlossen gelten.