Citation: 8C_631/2018 E. 4.3

4.3. Es steht fest, dass die Invalidenversicherung mit Verfügung vom 16. Oktober 2015 den Anspruch der Beschwerdeführerin auf Versicherungsleistungen verneint hat. Nach Abklärung der medizinischen Verhältnisse und Durchführung eines Gesprächs mit der Berufsberaterin ist sie zum Ergebnis gekommen, die Versicherte leide an keiner invalidisierenden Erkrankung, die eine bleibende oder längere Zeit dauernde Erwerbsunfähigkeit und damit eine Invalidität im Sinne der Invalidenversicherung auszulösen vermöge. Mit dieser Verfügung endete gleichwohl der Schwebezustand, in der eine allfällige Erwerbsunfähigkeit abgeklärt wird, und für dessen Dauer die Arbeitslosenversicherung im Umfang von ungekürzten Taggeldleistungen vorleistungspflichtig ist (vgl. dazu E. 2.2). Ebenso wenig kann zweifelhaft sein, dass die leistungsablehnende Verfügung der Invalidenversicherung hinsichtlich der formlos - im Rahmen der Vorleistungspflicht im Sinne von Art. 70 Abs. 2 lit. b ATSG und Art. 15 Abs. 2 AVIG i.V.m. Art. 15 Abs. 3 AVIV (E.2.1 hiervor) - erbrachten Taggeldleistungen der Arbeitslosenversicherung vom 1. November 2015 bis 29. Februar 2016 eine neue erhebliche Tatsache darstellt, weshalb ein Zurückkommen auf die ausgerichteten Leistungen auf dem Wege der prozessualen Revision zulässig war (BGE 136 V 195 E. 4 S. 200; 132 V 357 E. 3.1 mit Hinweisen). Ferner ist erstellt, dass die Beschwerdeführerin in den massgeblichen Monaten November 2015 bis Februar 2016 im Nachgang zur Verfügung der IV-Stelle vom 16. Oktober 2015 zwar nicht in ihrer Erwerbsfähigkeit, jedoch gestützt auf die Bescheinigungen ihres Hausarztes teilweise in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt war. Übereinstimmend hiermit ergibt sich zudem aus den Akten, dass sie zuhanden der Beschwerdegegnerin unterschriftlich bestätigte, Arbeit (nur) in entsprechend reduziertem Pensum zu suchen. Zur Vermittlungsfähigkeit gehört nicht nur die Arbeitsfähigkeit im objektiven Sinne, sondern subjektiv auch die Bereitschaft, die Arbeitskraft entsprechend den persönlichen Verhältnissen während der üblichen Arbeitszeit einzusetzen. Bei arbeitslosen Neubehinderten hat sich die Vermittlungsbereitschaft auf ein Pensum zu beziehen, das ihrer ärztlich attestierten (Rest-) Arbeitsfähigkeit entspricht (BGE 136 V 95 E. 7.3, S. 103; ebenfalls publiziert in SVR 2010 ALV Nr. 12 S. 35 und ARV 2010 214). Zu beachten gilt allerdings, dass bei arbeitslosen Neubehinderten, die sowohl den Höchstanspruch der 44 Taggelder der Arbeitslosenversicherung (Art. 28 Abs. 1 AVIG), wie auch jene der Krankenversicherung ausgeschöpft haben (Art. 28 Abs. 4 AVIG), für die darüber hinaus zu leistenden Taggelder der Arbeitslosenversicherung der versicherte Verdienst im Umfang der effektiven Arbeitsfähigkeit anzupassen ist (vgl. dazu E. 2.2).