Citation: 8C_239/2023 E. 7.1

7.1. In tatsächlicher Hinsicht (zur bundesgerichtlichen Sachverhaltsergänzung: BGE 136 V 362 E. 4.1) ist den unbestrittenen Angaben der Ausgleichskasse zu entnehmen, dass sich der Ehemann der Beschwerdeführerin im März 2014 (ebenfalls) zum Bezug einer Invalidenrente anmeldete. Aus der Anmeldung war zu ersehen, dass sowohl er selber wie auch seine Ehefrau früher im Fürstentum Liechtenstein gearbeitet hatten. Deshalb holte die Verwaltung im Mai 2015 bei der Ausgleichskasse Liechtenstein (Liechtensteinische AHV-IV-FAK, Vaduz) die Auszüge aus den individuellen Konten (nachfolgend: IK) ein. Die folgende Leistungsberechnung liess die ausländischen Beitragszeiten, wenn auch nur unvollständig (Januar 1981 bis April 1984), zwar richtigerweise unberücksichtigt. Dabei übersah die Ausgleichskasse jedoch, dass dieser Umstand nicht in die Berechnung der laufenden Invalidenrente der Beschwerdeführerin miteinbezogen worden war. Daher wurde ihre Invalidenrente nach wie vor anhand der unrichtigen Rentenskala 44, gleichbedeutend mit einer vollständigen Beitragsdauer, ermittelt. Anfang Juni 2016 ging - so die Angaben der Ausgleichskasse weiter - ein Antrag zur provisorischen Rentenberechnung für beide Ehepartner ein. Im Antragsformular wurde die Arbeitstätigkeit der Beschwerdeführerin im Fürstentum Liechtenstein erneut offen gelegt. Daraufhin forderte die Ausgleichskasse einen aktualisierten IK-Auszug an. Bei der anschliessenden Neuberechnung wiederholte sich der bereits im Jahr 2014 unterlaufene Fehler, wurde bei der Beschwerdeführerin doch trotz vorhandener Berechnungsgrundlagen abermals auf eine vollständige Beitragszeit geschlossen. Im Juli 2018 erfolgte schliesslich eine dritte umfassende Renten (neu) berechnung, nachdem sich der Ehemann der Beschwerdeführerin zum (vorgezogenen) Bezug einer Altersrente per 1. September 2018 angemeldet hatte. Auch dabei blieb der vorhandene Berechnungsfehler unbemerkt (zum Ganzen: "Stellungnahme Fachbereich" vom 15. Februar 2021).