Citation: 8C_119/2023 E. 5.3.3

5.3.3. Sodann sind leistungsansprechenden Personen im Rahmen der Schadenminderungspflicht grundsätzlich Massnahmen zuzumuten, die ein vernünftiger Mensch in der gleichen Lage ergreifen würde, wenn er keinerlei Entschädigung zu erwarten hätte. Für die im Haushalt tätigen Versicherten bedeutet dies, dass sie Verhaltensweisen zu entwickeln haben, welche die Auswirkungen der Behinderung im hauswirtschaftlichen Bereich reduzieren und ihnen eine möglichst vollständige und unabhängige Erledigung der Haushaltarbeiten ermöglichen. Kann die versicherte Person wegen ihrer Behinderung gewisse Haushaltarbeiten nur noch mühsam und mit viel höherem Zeitaufwand erledigen, so muss sie in erster Linie ihre Arbeit einteilen und in üblichem Umfang die Mithilfe von Familienangehörigen in Anspruch nehmen (BGE 133 V 504 E. 4.2; Urteil 8C_748/2019 vom 7. Januar 2020 E. 5.3). Es trifft zwar zu, dass sich die Frage der zumutbaren Mithilfe von Familienangehörigen bei Einpersonenhaushalten nicht in gleicher Weise stellt und deshalb die für die Bemessung des Invaliditätsgrades massgebende Einschränkung im Haushalt bei Alleinstehenden allenfalls höher ausfällt. Da diese Personen nicht die Mithilfe von Familienangehörigen in Anspruch nehmen können, sind sie aber faktisch gezwungen, die Aufgaben, welche sie nicht mehr selber erfüllen können, durch Drittpersonen gegen Entlöhnung verrichten zu lassen (vgl. BGE 133 V 504 E. 4.2). Insofern rechtfertigt sich eine unterschiedliche Behandlung der verschiedenen Haushaltsformen. Eine Verletzung des Gleichbehandlungsgebots liegt damit nicht vor.