Citation: 8C_543/2023 E. 4.4.2

4.4.2. Ein Revisionsgrund nach aArt. 17 ATSG kann von vornherein nur bei Veränderungen in den tatsächlichen Verhältnissen bejaht werden. Die Beschwerdeführerin bringt in Bezug auf die Intelligenzminderung nicht vor, dass sich die gesundheitliche Situation in anspruchsrelevanter Weise verbessert hätte. Ihr Standpunkt, es liege kein invalidisierender Gesundheitsschaden vor, ist im hier interessierenden revisionsrechtlichen Kontext daher nicht stichhaltig, soweit diese neue Behauptung novenrechtlich überhaupt zulässig ist (Art. 99 Abs. 1 BGG). Immerhin sei das Folgende festgehalten: Es trifft zwar zu, dass nach konstanter Rechtsprechung heute bei einem IQ von 70 und mehr ein invalidenversicherungsrechtlich massgeblicher Gesundheitsschaden verneint wird. Demgegenüber führt ein IQ unterhalb dieses Werts in der Regel zu einer relevanten verminderten Arbeitsfähigkeit. Auch diesfalls ist jedoch stets eine objektive Beschreibung der Auswirkungen der festgestellten Intelligenzminderung der versicherten Person auf ihr Verhalten, die berufliche Tätigkeit, die normalen Verrichtungen des täglichen Lebens und das soziale Umfeld erforderlich (Urteile 9C_413/2022 vom 30. Mai 2023 E. 2.3.2.1 und 9C_5/2021 vom 6. Mai 2021 E. 3.3 mit Hinweisen). Zudem kommt es nicht nur auf die Höhe des IQ an, sondern ist immer der Gesamtheit der gesundheitlichen Beeinträchtigungen Rechnung zu tragen (Urteile 8C_302/2020 vom 24. Juni 2020 E. 5.1 und 9C_601/2019 vom 7. Januar 2020 E. 3.5.2). Anders als die Beschwerdeführerin anzunehmen scheint, ist auch bei knapp im (untersten) Normalbereich liegender Intelligenz eine Invalidität nicht ausnahmslos ausgeschlossen, wie sich etwa aus den Urteilen 8C_189/2018 vom 25. Mai 2018 E. 4.2.3 und 9C_611/2014 vom 19. Februar 2015 E. 5 ergibt. Somit stellt sich in jedem Einzelfall die Frage, inwiefern sich der Intelligenzmangel (mit allenfalls weiteren gesundheitsbedingten Einbussen) konkret auf die zumutbarerweise mögliche Leistungserbringung auswirkt. Weiterungen hierzu erübrigen sich.