Citation: 2C_445/2024 E. 4.4

4.4. Die Beschwerdeführer bringen keinen entschuldbaren Grund für die Neuverschuldung vor. Der Beschwerdeführer 1 ist keiner regelmässigen Erwerbstätigkeit nachgegangen, obwohl er dazu in der Lage gewesen wäre. Die von ihm geltend gemachte Arbeitsunfähigkeit ist nicht erstellt und überdies nicht plausibel. Im Jahr 2022 erhielt er Arbeitslosentaggelder, was eine Vermittlungsfähigkeit, mithin eine Arbeitsfähigkeit, voraussetzt. Ausserdem ist die IV-Stelle am 22. September 2022 nicht auf seine IV-Anmeldung eingetreten. Schliesslich reichte er selbst diverse Arbeitsverträge ins Recht, darunter auch einen im Vollzeitpensum. Seit 2014 verfügte der Beschwerdeführer 1 nicht über eine stabile Erwerbssituation. Er war mehrheitlich erwerbslos; wenn er arbeitete, dann nur in einem Teilpensum. Unter Druck des ausländerrechtlichen Verfahrens reichte er zwar in hoher Kadenz Arbeitsverträge bei verschiedenen Arbeitgebern ein. Allerdings behielt er keine Anstellung für längere Zeit. Dies legt den Schluss nahe, dass er entweder wiederholt in der Probezeit bzw. nach kurzer Anstellungsdauer gekündigt wurde oder die Stelle gar nicht angetreten oder nach kurzer Zeit wieder verlassen hat (angefochtener Entscheid E. 6.1). Die Beschwerdeführerin 2 ist bis September 2023 ebenfalls keiner Erwerbstätigkeit nachgegangen, obwohl die Kinderbetreuung dieser schon lange nicht mehr entgegenstand (angefochtener Entscheid E. 6.2). Andere Gründe für ihre Erwerbsuntätigkeit bringt sie nicht vor. Indem die Beschwerdeführer keine Erwerbstätigkeit aufgenommen haben, obwohl es ihnen möglich und zumutbar war, und stattdessen weiterhin Schulden anhäuften, haben sie die in der Verfügung vom 15. November 2021 gestellte Bedingung der Schuldenfreiheit offensichtlich nicht erfüllt. Ein solches Verhalten stellt zudem eine mutwillige Verschuldung dar, welche den Widerrufsgrund von Art. 62 Abs. 1 lit. c AIG erfüllt (vgl. Urteil 2C_499/2022 vom 23. März 2023 E. 7.2).