Citation: 6B_542/2023 E. 2.3.2

2.3.2. Die Vorinstanz erachtet die Ausführungen des Beschwerdeführers eines gegen ihn, seinen ehemaligen Vorgesetzten und seine Familie gerichteten, politisch motivierten Komplotts "samt dadurch drohender Folter und Lebensgefahr" als konstruiert und unglaubhaft. Sie gelangt stattdessen zum Schluss, dass es sich bei den gegen den Beschwerdeführer und seinen ehemaligen Vorgesetzten erhobenen Vorwürfen des Amtsmissbrauchs und der Korruption um solche handle, deretwegen ein "legitimes strafrechtliches Verfahren" angehoben worden sei. Dabei stützt sie sich im Wesentlichen auf die Migrationsakten sowie die vom SEM in ihren Asylentscheiden vom 28. Oktober 2020 und vom 17. Juni 2021 zitierten, mehrheitlich von unabhängigen Drittstellen stammenden Informationen bzw. Internetquellen. Ergänzend schliesst sie eine unlautere politische Motivation bereits deswegen aus, weil der Beschwerdeführer gemäss eigenen Angaben zu keinem Zeitpunkt je politisch oder religiös aktiv gewesen sei. Im Folgenden erkennt die Vorinstanz keine Hinweise darauf, dass dem Beschwerdeführer im Rahmen der pakistanischen Strafuntersuchung konkret Folter und/oder Lebensgefahr drohe. Im Gegenteil habe das bisherige Verfahren gezeigt, dass offensichtlich kein solches Risiko bestehe, andernfalls er mit Sicherheit nicht mehrfach gegen Leistung von Kautionszahlungen auf freiem Fuss geblieben wäre und unbehelligt mit seinem richtigen Pass aus Pakistan hätte ausreisen können. Auch die geltend gemachten Folterungen seines ehemaligen Vorgesetzten seien in keiner Weise belegt. Im Gegenteil sprächen dessen schon seit Jahrzehnten angeschlagene Gesundheit, die im Jahr 2016 aus gesundheitlichen Gründen erfolgte Haftentlassung und sein erst zwei Jahre später eingetretener Tod gegen eine irgendwie geartete unmenschliche Behandlung während der Haft. Schliesslich habe der Beschwerdeführer selbst mehrfach zu Protokoll gegeben, mit seinen Anliegen regelmässig gerichtlich obsiegt zu haben, was ebenfalls zeige, dass er in seinem Heimatland mit einem rechtsstaatlich korrekten Verfahren und unabhängigen Gerichten rechnen dürfe.