Citation: I 393/03 21.07.2004 E. 3.4.2

3.4.2.1 Hinsichtlich der mit einer selbstständigen Erwerbstätigkeit regelmässig verbundenen Fixkosten ist dem Beschwerdeführer beizupflichten, dass diese bei der Prüfung der wirtschaftlichen Auswirkungen einer verminderten Leistungsfähigkeit grundsätzlich zu berücksichtigen sind (vgl. Urteile Y. vom 11. März 2002 [I 493/01] Erw. 4, J. vom 14. Oktober 1996 [I 254/96] Erw. 3e). Dies war im Abklärungsbericht der IV-Stelle vom 15./22. Februar 2002 unter Hinweis auf das Fehlen verwertbarer Geschäftszahlen und hinreichender betrieblicher (Vergleichs-)Grundlagen nicht geschehen. Mit im Wesentlichen derselben Begründung sah sich Vorinstanz zu keiner diesbezüglichen Korrektur veranlasst. Im Rahmen einer Eventualbegründung erwog das kantonale Gericht indessen, dass selbst dann, wenn die Fixkosten entsprechend der ärztlich ausgewiesenen Arbeitsunfähigkeit von 25 % zu einem Viertel (d.h. Fr. 2'320.-) angerechnet würden, eine rentenbegründende Invalidität zu verneinen wäre. 3.4.2.2 Die Berücksichtigung der fixen Geschäftsunkosten soll der Tatsache Rechnung tragen, dass eine selbstständige Tätigkeit nur aufgenommen bzw. aufrecht erhalten werden kann, wenn eine gewisse Infrastruktur zur Verfügung steht, für welche unabhängig vom Umsatz Kosten anfallen. Dabei sind - in Abweichung von der vorinstanzlichen Eventualbegründung - die gesamten Fixkosten in Anschlag zu bringen und nicht nur der dem Grad der Arbeitsunfähigkeit entsprechende Anteil; es liegt im Wesen von fixen Kosten, dass sie unabhängig vom Umsatz und damit auch unabhängig vom Grad der Arbeitsunfähigkeit anfallen, mithin sich nicht linear zur Reduktion des Beschäftigungsgrades verringern. Die Frage, auf welche Weise die fixen Geschäftsunkosten - für deren Berücksichtigung die unter Erw. 3.2. hievor dargelegte Formel des Eidgenössischen Versicherungsgericht kein Raum lässt - bei der Invaliditätsbemessung konkret in Rechnung zu stellen sind, bedarf im hier zu beurteilenden Fall keiner abschliessenden Klärung. Denn soweit der Beschwerdeführer in der im Vorbescheidverfahren eingereichten Abrechnung betreffend Büro-Fixkosten für das Jahr 2001 solche Kosten geltend macht, sind sie nicht hinlänglich ausgewiesen. So fehlen für die unter den Positionen "Kontokorrentkosten", "Versicherung", "Büromiete" und "Heizung" angegebenen Fixkosten von insgesamt Fr. 9'280.- (bei einem Jahresumsatz von Fr. 80'938.- und einem Geschäftsaufwand von 38'946.50), welche der Beschwerdeführer zusammen mit Autokosten von Fr. 4'800.- als Abzug beim Invalidenlohn berücksichtigt haben will, jegliche Belege. Gerade die gewichtigsten, je anteilsmässig an dem vom Beschwerdeführer bewohnten und gleichzeitig als Büro dienenden Einfamilienhaus anfallenden Positionen "Büromiete" und "Heizung" sind gar nicht belegbar, weil es sich um rechnerische Festlegungen handelt, denen keine entsprechend separierten und ausweisbaren Zahlungen zugrunde liegen. Im Übrigen aber erscheint es zumindest als fraglich, ob für ein kleines Büro von 12 m² und für ein Lager 22,5 % der Hypothekar- bzw. Heizungskosten als Bürounkosten anzurechnen sind. Überhaupt nicht als Geschäftsunkosten berücksichtigt werden können schliesslich die in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde angeführten Autokosten. Die Berufstätigkeit des Beschwerdeführers - namentlich auch der Postversand und die Beschaffung von Drucksachen und Büromaterial - kann grundsätzlich von zu Hause ausgeübt werden, sodass für die Benutzung eines Autos keine Notwendigkeit besteht. Da der Gebrauch eines Autos bzw. die vom Beschwerdeführer angegebene Beteiligung am Fahrzeug der Lebenspartnerin mit einer fixen Pauschale von Fr. 400.- mithin nicht als beruflich bedingt zu betrachten sind, fällt die Anrechnung von Autokosten ausser Betracht. Der Beschwerdeführer selbst bezeichnete die Fahrzeugkosten gegenüber der Verwaltung und der Vorinstanz denn auch nicht als Fixkosten; dies geschah erstmals in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde. 3.4.2.3 Sind die geltend gemachten (fixen) Geschäftsunkosten in der behaupteten Höhe nicht rechtsgenüglich ausgewiesen, bleibt die Frage nach deren Schätzung. Eine solche aber ist, wie die Vorinstanz zutreffend erwogen hat, angesichts der Singularität des beschwerdeführerischen Betriebs und mangels verlässlicher Erfahrungszahlen kaum möglich. Von zusätzlichen Sachverhaltsermittlungen ist diesbezüglich keine Klärung zu erwarten, was durch den Umstand bekräftigt wird, dass der Beschwerdeführer mit Bezug auf die Geschäftsunkosten nicht nur mangelhafte, sondern bezeichnenderweise während des ganzen Verfahrens keinerlei Beweisstücke eingereicht hat. Selbst wenn man aber die im Verwaltungsverfahren und im Verfahren vor der Vorinstanz behaupteten Fixkosten (exklusiv Autokosten) berücksichtigen würde, ergäbe sich daraus keine rentenbegründende Erwerbseinbusse. Wird nämlich das im Gesundheitsfall erzielbare Jahreseinkommen von Fr. 65'698.- einer unter Berücksichtigung der Fixkosten ermittelten Erwerbseinbusse von Fr. 25'704.50 (Fr. 16'424.50 [=Erwerbseinbusse bei 25 %iger Arbeitsunfähigkeit in sämtlichen Aufgabenbereichen; Erw. 3.2 hievor] + Fr. 9'280.- [Fixkosten / ohne Autokosten; vgl. Erw. 3.4.2.2 hievor]) gegenüber gestellt, resultiert ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von 39,1%. Der vorinstanzliche Entscheid hält damit stand.