Citation: 8C_325/2024 E. 4.2.1

4.2.1. Das kantonale Gericht erwog, dass die Verfügung der Allianz vom 14. Oktober 1993 jedenfalls mangels Prüfung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen den Gesundheitsbeeinträchtigungen der Beschwerdeführerin und dem Unfall vom 10. September 1985 zweifellos unrichtig im Sinne von Art. 53 Abs. 2 ATSG sei. Vor diesem Hintergrund könne offenbleiben, ob die Wiedererwägung der Verfügung auch aus den weiteren von der Allianz im Einspracheentscheid geltend gemachten Gründen zulässig wäre. Zur Begründung hat es im Wesentlichen festgehalten, aus dem Gutachtensbericht des Dr. med. B.________, den Angaben der Beschwerdeführerin vor der Rentenzusprache und der Verfügung ergebe sich, dass die Rentenzusprache wegen Nackenschmerzen, verminderter Konzentrations- und Leistungsfähigkeit sowie schnellerer Ermüdbarkeit erfolgt sei. Da es sich entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin nicht um objektiv organisch ausgewiesene Unfallfolgen handle, hätte die Allianz eine Adäquanzprüfung nach der Schleudertraumapraxis gemäss der damals geltenden Praxis nach BGE 117 V 359 vornehmen müssen. Weder aus der Verfügung vom 14. Oktober 1993 noch aus den übrigen damaligen Akten ergäben sich Anhaltspunkte für eine solche Prüfung. Dies mache die Verfügung im Sinne der Rechtsprechung zweifellos unrichtig. Da angesichts der Periodizität der Rentenleistungen die Berichtigung auch von erheblicher Bedeutung sei, seien die Voraussetzungen der Wiedererwägung erfüllt. Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin stehe der Wiedererwägung nicht im Wege, dass die Rentenzusprache gemäss den Akten, wenn auch in Verfügungsform, auf einem Vergleich beruht habe, da die Verwaltung auch im Rahmen eines solchen keine rechtswidrige Vereinbarung treffen dürfe. Gleiches gelte für das Alter der Beschwerdeführerin. Der von ihr zitierte Art. 22 UVG, wonach eine Rente der Unfallversicherung spätestens ab dem Monat nicht mehr revidiert werden könne, in dem die berechtigte Person das Rentenalter gemäss AHVG erreiche, betreffe nach seinem klaren Wortlaut nicht die Wiedererwägung nach Art. 53 Abs. 2 ATSG, sondern nur die materielle Revision einer Invalidenrente nach Art. 17 Abs. 1 ATSG. Die Beschwerdeführerin sei im Zeitpunkt der Rentenaufhebung mit Verfügung vom 25. März 2021 im Übrigen ohnehin noch nicht 64 Jahre alt gewesen.