Citation: 7B.86/2005 18.07.2005 E. 2

2.1 Die Vorinstanz führt einleitend aus, die Entschädigung der ausseramtlichen Konkursverwaltung und des Gläubigerausschusses bestimme sich nach der Gebührenverordnung zum SchKG (Art. 1 und Art. 43 ff. GebV SchKG). Für anspruchsvolle Verfahren setze die Aufsichtsbehörde das Entgelt für die amtliche und ausseramtliche Konkursverwaltung fest; ferner könne sie in solchen Verfahren die in der Verordnung vorgesehenen Entschädigungsansätze für die Mitglieder des Gläubigerausschusses erhöhen (Art. 47 GebV SchKG). Dass es sich vorliegend um ein anspruchsvolles Verfahren im Anwendungsbereich von Art. 47 GebV SchKG handle, sei vom Bezirksgericht zu Recht bejaht worden. Ohne die grossen Insolvenzen der letzten Jahre rangieren zu wollen, stehe auch fest, dass jene bezüglich der Erbgruppe zu den bedeutendsten gehöre. Davon sei im Folgenden auszugehen. Ebenfalls unstreitig sei, dass die einschlägigen Qualifikationen des Konkursverwalters und auch jene der Mitglieder des Gläubigerausschusses gerichtsnotorisch seien und dass ihre Eignung für die Mandate ausser Frage stehe. 2.2 Nach den Honoraransätzen des Zürcher Anwaltsverbandes betrage der Stundenansatz bei einem Interessenwert von über Fr. 4 Mio. Fr. 280.-- bis Fr. 480.--. Lasse sich der Interessenwert nicht ziffernmässig bestimmen, sei ein Stundenansatz von Fr. 180.-- bis Fr. 280.-- vorgesehen. Bei besonderen Schwierigkeiten (z.B. Fremdsprachigkeit, internationale Tatbestände, Beanspruchung von Spezialkenntnissen) könnten diese Ansätze bis auf das Doppelte erhöht werden (Art. 3 und 4 der Honoraransätze Zürcher Anwaltsverband). Die Treuhand-Kammer (Schweizerische Kammer der Wirtschaftsprüfer, Steuerexperten und Treuhandexperten) empfehle bei anspruchsvolleren Arbeiten für Betriebsinhaber, Partner, Direktoren sowie entsprechend qualifizierte Berater mit langjähriger Erfahrung einen Stundenansatz von Fr. 260.-- bis Fr. 420.--, für Mandatsleiter von grösseren Mandaten, Abteilungsleiter, stellvertretende Direktoren, Vizedirektoren sowie entsprechend qualifizierte Berater mit mehrjähriger Erfahrung Fr. 220.-- bis Fr. 340.--, Mandatsleiter, Prokuristen sowie entsprechend qualifizierte Mitarbeiter Fr. 180.-- bis Fr. 280.-- und Assistenten, Sachbearbeiter, Sekretariatsmitarbeiter Fr. 100.-- bis Fr. 160.-- als Stundenansatz. Auch hier sei in besonderen Fällen (z.B. besondere Verantwortung, bedeutende Interessen oder Erfordernis spezieller Kenntnisse und Erfahrung) eine Erhöhung der Ansätze bis maximal auf das Doppelte vorgesehen (Ziff. 2.1 und 2.2 der Honorarempfehlung der Treuhand-Kammer). 2.3 Die obere Aufsichtsbehörde bemerkt dazu, diese Ansätze könnten nach dem Gesagten vorliegend nur sehr bedingt Berücksichtigung finden. Das müsse jedem Privaten, der freiwillig die öffentlich-rechtliche Funktion des ausseramtlichen Konkursverwalters oder des Gläubigerausschusses übernehme, bewusst sein (so auch ZR 98 Nr. 44 mit Verweis auf BGE 103 III 65 E. 2 S. 67). Gleich verhalte es sich damit, was die Rekurrenten bezüglich branchenüblicher Tarife für anwaltliche Dienstleistungen im Bereich des internationalen Wirtschaftsrechts vorbrächten. Diese Ansätze bezögen sich auf privatrechtliche Mandate. Nicht näher einzugehen sei auf das von den Rekurrenten geltend gemachte "unerklärliche Spannungsfeld" zwischen staatlicher Reglementierung (Honorierung) und Gläubigerautonomie (Einsetzung und Wahl), da das Gesetz diesbezüglich eine klare Regelung enthalte. Immerhin bleibe anzumerken, dass die Einsetzung und Wahl der ausseramtlichen Konkursverwaltung und des Gläubigerausschusses (lediglich) mit Mehrheitsbeschluss erfolge. Dem Bezirksgericht sei sodann - zumindest im Grundsatz - auch darin zuzustimmen, dass besondere Fach- und Sprachkenntnisse nicht bzw. jedenfalls nicht generell als Erhöhungsfaktor gewertet werden könnten. In Bezug auf gewisse spezielle Kenntnisse verstehe sich das teilweise von selbst: So seien zum Beispiel für die Übernahme eines internationalen Mandates englische Sprachkenntnisse eine Grundvoraussetzung. Diese könnten deshalb nicht zu einer Erhöhung des Ansatzes führen. Die Entschädigungsansätze bestimmten sich aber auch sonst grundsätzlich nicht nach den Qualifikationen der Amtsträger, sondern nach der Schwierigkeit und Bedeutung der übernommenen Aufgabe. Zwar könnten im Einzelfall gewisse besondere Qualifikationen wohl Berücksichtigung finden, so zum Beispiel wenn dadurch der Beizug von Hilfspersonen entfalle oder eine erhöhte Effizienz zu erwarten sei; dem seien aber sogleich auch wieder enge Grenzen gesetzt: So lasse sich zum Beispiel nicht sagen, ein Stundenansatz von Fr. 220.-- sei deshalb nicht angebracht, weil es sich (bei den Mitgliedern des Gläubigerausschusses) um erfahrene, ausgewiesene Spezialisten handle. Der Ansatz bestimme sich nach der Aufgabe; den Mitgliedern des Gläubigerausschusses komme aber keine eigentliche geschäftsleitende Funktion zu, sondern sie seien - als Gläubigervertretung - in Kontroll- und Aufsichtsfunktion tätig. Es rechtfertige sich daher ohne weiteres - und zwar unbesehen darum, dass die Mitglieder des Gläubigerausschusses über gleichwertige Qualifikationen wie der Konkursverwalter verfügten - einen tieferen Ansatz als beim Konkursverwalter festzusetzen.