Citation: 6B_164/2020 E. 2.2

2.2. Die Beschwerdeführerin bringt dagegen zusammengefasst vor, die Vorinstanz habe den subjektiven Tatbestand zu Unrecht verneint. Aufgrund der tatsächlichen Begebenheiten sei erstellt, dass sich der Beschwerdegegner der Gefährlichkeit seiner Fahrweise bewusst gewesen sei und sich darüber hinweggesetzt habe. Folglich sei grobe Fahrlässigkeit anzunehmen, womit der Tatbestand einer groben Verletzung der Verkehrsregeln auch in subjektiver Hinsicht erfüllt sei. Selbst wenn davon auszugehen wäre, dass der Beschwerdegegner die Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer lediglich nicht bedacht habe, halte die Verurteilung wegen einfacher Verletzung der Verkehrsregeln vor Art. 90 Abs. 2 SVG nicht stand. Ein hohes Verkehrsaufkommen erhöhe das Risiko von Unfällen und fordere deshalb mehr Aufmerksamkeit und eine peniblere Einhaltung der Verkehrsregeln. Dies müsse zudem gerade dann gelten, wenn trotz starkem Verkehrsaufkommen auf den Überholspuren der Autobahn immer noch mit an die erlaubte Höchstgeschwindigkeit angenäherten Geschwindigkeiten gefahren werde, wie es vorliegend der Fall gewesen sei. Diese Geschwindigkeiten würden die Gefahr von schweren Unfällen erhöhen. Entgegen der Ansicht der Vorinstanz dürfe die Verkehrsdichte nicht zu Gunsten des Beschwerdegegners ins Gewicht fallen, zumal dieser ohne weiteres die Möglichkeit gehabt habe, einen grösseren Abstand einzuhalten und durch keine anderen Verkehrsteilnehmer in irgendeiner Form bedrängt worden sei. Der Beschwerdegegner sei nicht unverschuldet in eine verkehrsregelwidrige Situation geraten, sondern habe aktiv zu nahe auf das Vorderfahrzeug aufgeschlossen. Die vor ihm fahrende Person durfte weder schneller fahren, noch habe sie durch einen Spurenwechsel nach rechts Platz machen können. Dass der Beschwerdegegner unter den gegebenen Umständen keine Gedanken an die von ihm selbst geschaffte Gefahrensituation verschwendet habe, offenbare eine schwer nachvollziehbare, gleichgültige Haltung gegenüber den Gefährdeten und deren Rechtsgütern, insbesondere Leib und Leben. Das Verhalten sei damit gewissenlos bzw. besonders verwerflich im Sinne der Rechtsprechung zu Art. 90 Abs. 2 SVG. Besondere Umstände, aufgrund welcher grobe Fahrlässigkeit zu verneinen wäre, lägen nicht vor. Dass sich der Beschwerdegegner durch die Polizei bedrängt gefühlt habe, sei als Schutzbehauptung zu werten. Aber selbst wenn dem so wäre, hätte er keinerlei Anlass hierfür gehabt und trotz dieser angeblichen Falschannahme nicht so nahe an das vordere Fahrzeug aufschliessen dürfen. Zudem sei es widersprüchlich, sich zum einen durch einen zu nahe aufschliessenden Verkehrsteilnehmer bedrängt zu fühlen, um dann selbst dem Vorderfahrzeug viel zu nahe aufzuschliessen und damit dieselbe Gefährdung nach vorne hin, mithin auch für sich selbst, zu verursachen. Für die deutliche Unterschreitung des Sicherheitsabstands habe kein Grund bestanden - schon gar keiner, welcher die Gedankenlosigkeit des Beschwerdegegners als weniger vorwerfbar erscheinen liesse. Dessen Verhalten sei als rücksichtslos zu werten.