Citation: 2C_883/2021 E. 5.4

5.4. Die Vorinstanz erwog, dass bei schriftlichen Prüfungsarbeiten, die zu Hause erarbeitet werden, Prüfungsgegenstand auch der Nachweis sei, dass der Prüfling imstande ist, innerhalb eines limitierten Zeitraums eine wissenschaftliche Aufgabenstellung zu bewältigen. Diese Fähigkeit könne nicht hinreichend sicher beurteilt werden, wenn eine sehr weit greifende Fristverlängerung zu einer übermässigen Ausdehnung eines Prüfungszeitraumes führe. Es widerspreche insofern dem Grundsatz der rechtsgleichen Prüfungsbedingungen, wenn einzelnen Kandidatinnen und Kandidaten angesichts der Gesamtdauer der Prüfung wesentlich mehr Zeit zur Lösung der Aufgaben gelassen werde als anderen. Vorliegend habe der Beschwerdeführer die Studienleitung der BFH nicht rechtzeitig über den Hinderungsgrund an der rechtzeitigen Fertigerstellung seiner Masterarbeit informiert, insofern er erst zwei Tage vor dem Abgabetermin dem Rektor der BFH ein Gesuch um Fristerstreckung gestützt auf gesundheitliche Probleme unterbreitet habe, die schon seit November 2018 bestünden. Zudem müsse er sich entgegenhalten lassen, dass die beiden, dem Rektor am 4. Januar 2019 eingereichten Arztzeugnisse, lediglich eine Arbeitsunfähigkeit vom 19. Dezember 2018 bis zum 6. Januar 2019 aufwiesen und keine Angaben zu den krankheitsbedingten Einschränkungen enthielten, welche den Beschwerdeführer an der Weiterbearbeitung seiner Masterarbeit hinderten. Schliesslich habe der Beschwerdeführer seinen Krankheitszustand auch dem Studienleiter nicht rechtzeitig und hinreichend dokumentiert gemeldet. Unbehelflich seien schliesslich auch die Vorbringen des Beschwerdeführers zur Übermittlung des dritten, am 26. Januar 2019 ausgestellten Arztzeugnisses. Da dieses ohnehin verspätet erfolgt sei, sei nicht entscheidend, ob im Verantwortungsbereich der BFH stehende technische Probleme den Beschwerdeführer am Versand des Arztzeugnisses per Fax gehindert hätten. Der Beschwerdeführer gehe schliesslich fehl in der Annahme, dass die Vorlage eines Arztzeugnisses vor Ablauf der verlängerten Abgabefrist ausgereicht hätte, um die Abgabefrist für seine Masterarbeit "auf unbestimmte Zeit" aussetzen zu lassen. Insgesamt sei deshalb festzuhalten, dass unter diesen Umständen eine Fristverlängerung der Abgabefrist der Masterarbeit nicht mit dem Grundsatz der Gleichbehandlung aller Prüflinge zu vereinbaren sei.