Citation: 6B_1384/2021 E. 1.2.2

1.2.2. Bezüglich der familiären Verhältnisse stellt die Vorinstanz fest, die Beschwerdeführerin lebe mit ihrem aus dem Kosovo stammenden, am 11. Juli 2009 ebenfalls von Deutschland in die Schweiz eingereisten Ehemann und den drei gemeinsamen (zehn, fast neun sowie sechs Jahre alten) Kindern zusammen. Das gegen den Ehemann bis am 10. Mai 2010 aufgrund grober Zuwiderhandlung gegen fremdenpolizeiliche Vorschriften bestandene Einreiseverbot sei infolge ihres Gesuchs um Familiennachzug aufgehoben und ihm sei eine B-Bewilligung erteilt worden. Die Kinder verfügten aufgrund der Niederlassungsbewilligung der Beschwerdeführerin ebenfalls über eine Niederlassungsbewilligung. Der Umstand, dass die Kinder in der Schweiz bereits die Schule besuchten, lasse noch nicht auf eine vertiefte selbständige Integration in der Schweiz schliessen, die eine Übersiedlung nach Deutschland - ein Land mit vergleichbaren Lebensverhältnissen und vergleichbarer Kultur - unzumutbar machen würde, zumal sie sich in einem Alter befänden, in dem die Kernfamilie der primäre und prägende Bezugspunkt sei. Die mit der Adoleszenz einsetzende Ablösung von den Eltern und vermehrte Orientierung an Bezugspersonen ausserhalb der Familie habe bei den Kindern noch nicht bzw. kaum begonnen. Das gelte unabhängig von einer Mitgliedschaft im FC U.________. Die Kinder seien insofern hinsichtlich der ausserfamiliären Situation als anpassungsfähig zu bezeichnen, zumal es sich um fröhliche normale Kinder ohne bekannte gesundheitliche oder schulische Probleme handle und sie sich auch nach Ansicht der Beschwerdeführerin schnell in Deutschland integrieren würden. Minderjährige Kinder würden nach der Rechtsprechung schon aus familienrechtlichen Gründen regelmässig das ausländerrechtliche Schicksal der Eltern teilen und hätten das Land gegebenenfalls mit diesen zu verlassen; für Kinder im anpassungsfähigen Alter sei der Umzug in das Heimatland zumutbar. Die Kinder sprächen mit Deutsch die Landessprache und mit ihren Eltern blieben die für ihre persönliche Entwicklung und Stabilität wichtigsten Faktoren grundsätzlich unverändert. Der Ehemann habe bereits vor der Einreise in die Schweiz in Deutschland gewohnt. Eine Ausreise der gesamten Familie nach Deutschland sei insgesamt zumutbar. Dem Ehemann stünde es aber bei gegebenen ausländerrechtlichen Voraussetzungen auch offen, mit den Kindern zusammen in der Schweiz zu bleiben und den Kontakt zur Beschwerdeführerin mit elektronischen Kommunikationsmitteln oder Besuchen aufrecht zu erhalten. Dies gälte selbstredend auch umgekehrt, falls die Kinder mit der Beschwerdeführerin mitgehen sollten und der Ehemann, soweit möglich, in der Schweiz bleiben würde. Vor diesem Hintergrund befindet die Vorinstanz, dass die Auswirkungen einer Landesverweisung für die Kinder und den Ehemann der Beschwerdeführerin zwar mit gewissen Beeinträchtigungen des Familienlebens verbunden seien, diese jedoch nicht derart gravierend wögen, dass sie einen schweren persönlichen Härtefall begründen würden, zumal die Landesverweisung zeitlich beschränkt sei (angefochtenes Urteil E. 5.3 S. 22 f.). Schliesslich erachtet die Vorinstanz eine Reintegration in das Heimatland auch für die Beschwerdeführerin selbst als mit zumutbaren Anstrengungen möglich. Nachdem sie dort während 23 Jahren aufgewachsen sei, sei sie mit der betreffenden Kultur vertraut und sei eine gesellschaftliche Wiedereingliederung realisierbar. Dabei würden ihr auch die noch im Heimatland wohnhaften Verwandten, umfassend ihre "ganze Familie", behilflich sein können (angefochtenes Urteil E. 5.3 S. 23). Die Vorinstanz verneint zusammenfassend das Vorliegen eines schweren persönlichen Härtefalls ebenso unter Beachtung des Rechts auf Familie gemäss Art. 8 EMRK und verweist die Beschwerdeführerin daher des Landes (angefochtenes Urteil a.a.O.).