Citation: 7B_468/2023 E. 2.5

2.5. Diese von der Vorinstanz vorgenommene Interessenabwägung gibt keinerlei Anlass zur Kritik. Die Vorinstanz berücksichtigt die von der Rechtsprechung des Bundesgerichts und des EGMR entwickelten gängigen Kriterien (vgl. oben E. 2.2 und die dortigen Referenzen). So würdigt sie die Schwere der von ihm begangenen Delikte, die seit den Delikten vergangene Zeit sowie sein Verhalten seit den Taten. Sodann ergeben sich die relevanten Ausführungen zur Dauer des Aufenthalts im Gastland sowie seiner familiären Situation aus den vorinstanzlichen Erwägungen zur Frage, ob ein Härtefall vorliegt. Die letzten beiden Punkte fliessen in die Interessenabwägung mit ein, denn das vorinstanzliche Urteil ist als Ganzes zu lesen. Nachdem der Sohn, den der Beschwerdeführer als Hauptargument anführt, im vorinstanzlichen Urteilszeitpunkt mit nahezu 14.5 Jahren kurz vor dem Eintritt ins Berufsleben steht ("Bürojob"), zunehmend selbständig ist und eigenen Interessen (Freunden, Fussball) nachgeht, eweist sich die vorinstanzliche Würdigung treffend, wonach das Kontaktrecht bei einer Landesverweisung auch mittels moderner Kommunikationsmittel aufrecht erhalten werden kann. Dies gilt umso mehr, als es sich um einen jungen Erwachsenen handelt, der mit der Nutzung moderner Kommunikationsmittel aufgewachsen und vertraut ist. Sodann geht die Vorinstanz richtig davon aus, dass der persönliche Kontakt weiterhin im Rahmen gemeinsamer Ferien im Heimatland des Beschwerdeführers stattfinden könne. Mit ihren Erwägungen zum Alter, zur beruflichen Zukunft und zu den privaten Interessen des Sohnes trägt die Vorinstanz der zunehmenden Selbständigkeit und Unabhängigkeit vom Elternhaus Rechnung, welche jungen Erwachsenen in diesem Lebensabschnitt zukommt. Nachdem die Landesverweisung in den Kosovo, ein Land innerhalb Europas, erfolgt, welches mit dem Flugzeug in kurzer Zeit erreichbar ist, erscheint sogar die Wahrnehmung regelmässiger Besuche realistisch, wenn auch nicht in bisherigem Ausmass (d.h. 14-täglich). Nicht zu beanstanden ist die von der Vorinstanz bejahte Rückfallgefahr, die sie in jeder längeren Partnerschaft sieht, dies angesichts der uneinsichtigen Haltung des Beschwerdeführers gegenüber seinen Delikten. Dass der Beschwerdeführer dies anders wahrnimmt, ändert daran nichts.