Citation: 4A_180/2023 E. 4.1

4.1. Unter dem Titel "Keinerlei Ansprüche des Beschwerdegegners gegen die Beschwerdeführerin" übt die Beschwerdeführerin unzulässige inhaltliche Kritik am angefochtenen Schiedsentscheid, indem sie vorbringt, sie habe "keinerlei vertraglichen Pflichten gegenüber dem Beschwerdegegner verletzt" und schulde diesem "weder irgendwelche Lohnzahlungen noch Schadenersatz". Sie verkennt mit ihren Ausführungen, mit denen sie dem Schiedsgericht eine "offensichtlich falsche" Anwendung von Art. 337b Abs. 1 OR sowie Art. 337c Abs. 3 OR vorwirft, dass nach der gesetzlichen Regelung von Art. 190 Abs. 2 IPRG die materiellrechtliche Überprüfung eines internationalen Schiedsentscheids durch das Bundesgericht auf die Frage beschränkt ist, ob ein Schiedsspruch mit dem Ordre public (Art. 190 Abs. 2 lit. e IPRG) vereinbar ist (BGE 127 III 576 E. 2b; 121 III 331 E. 3a). Gegen den Ordre public verstösst die materielle Beurteilung eines streitigen Anspruchs nur, wenn sie fundamentale Rechtsgrundsätze verkennt und daher mit der wesentlichen, weitgehend anerkannten Wertordnung schlechthin unvereinbar ist, die nach in der Schweiz herrschender Auffassung Grundlage jeder Rechtsordnung bilden sollte (BGE 144 III 120 E. 3.2 und E. 5.1). Eine solche Verletzung vermag die Beschwerdeführerin nicht aufzuzeigen. Sie räumt selber ein, dass das Schweizer Recht in Art. 337c Abs. 3 OR eine zivilrechtliche Strafzahlung ausdrücklich vorsieht (dazu BGE 133 III 567 E. 3.4). Indem sie dem Schiedsgericht vorwirft, die Voraussetzungen dieser Bestimmung seien im zu beurteilenden Fall offensichtlich nicht erfüllt gewesen, übt sie unzulässige inhaltliche Kritik an der schiedsgerichtlichen Rechtsanwendung (vgl. auch Urteile 4A_458/2009 vom 10. Juni 2010 E. 4.4.3.4; 4A_320/2009 vom 2. Juni 2010 E. 4.5).