Citation: 6B_388/2021 E. 1.2.2

1.2.2. Im Weiteren begründet der Beschwerdeführer seine Kritik wie folgt: Er rügt, die Vorinstanz habe die Schwelle für das Tatbestandsmerkmal des unter (psychischen) Druck Setzens zu tief angesetzt, indem sie dieses bereits dadurch erfüllt sehe, dass er die alkoholisierte 14-jährige Beschwerdegegnerin 3 nach (an dieser Stelle auch von ihm angenommenem) erzwungenem gegenseitigen Anfassen gefragt habe, ob sie seinen Penis in den Mund nehmen wolle, und er dann, als sie dies verneint habe, zu ihr gesagt habe, man mache dies unter Kollegen so, sie habe ihn doch gern und solle sich nicht so anstellen. Laut Anklageschrift seien einzig und allein diese von ihm gemachten Aussagen der Grund, weshalb sie sich derart habe unter Druck setzen lassen, dass sie den Penis in den Mund genommen habe. Etwas anderes stelle auch die Vorinstanz nicht fest. Alter, Zustand und bereits erfolgte sexuelle Handlungen (gegenseitiges Anfassen) trotz versuchter Abwehr spielten in der Begründung der Vorinstanz nur bei der Frage des zu erwartenden Widerstands eine Rolle. Davon, dass nur wegen seiner entsprechenden Äusserungen eine intensive Zwangslage vorgelegen habe, in der kein Widerstand erwartet werden könne, sei nicht auszugehen in Anbetracht, dass die Beschwerdegegnerin 3 nicht mit weiterem körperlichen Zwang gerechnet habe bzw. habe rechnen müssen, sich keine weitere Ausweglosigkeit der Situation oder Aussichtslosigkeit weiteren Widerstands ergeben habe, ihr kein Nachteil in Aussicht gestellt worden sei und sie sich zuvor trotz konsumierten Alkohols noch habe körperlich wehren können. Darüber hinaus bemängelt der Beschwerdeführer, dass die Staatsanwaltschaft in ihrer Anklageschrift die rechtliche Schlussfolgerung betreffend das Kriterium des zumutbaren Widerstands bei einem Unter-Druck-Setzen gerade selbst vorwegnehme, indem sie behaupte, die Beschwerdegegnerin 3 sei aufgrund des Alkoholkonsums wehrunfähig gewesen.