Citation: 4A_512/2009 26.01.2010 E. 3

Die Vorinstanz erwog, unbezifferte Rechtsbegehren auf Geldzahlung seien zulässig, wo erst das Beweisverfahren die Grundlage für die Bezifferung der Forderung abgibt. Sie hielt fest, die Beschwerdegegner hätten sich ausdrücklich vorbehalten, nach Abschluss des Beweisverfahrens die Widerklagebegehren zu beziffern, was sie in der Widerklagedenkschrift zulässigerweise getan hätten und wozu sich die Beschwerdeführerin habe äussern können. Ebenso habe diese zu den in den Rechtsschriften erhobenen Tatsachenbehauptungen Stellung nehmen können. Die Beschwerdegegner hätten neben Schadenersatzforderungen ausdrücklich Mängel geltend gemacht und daraus die Berechtigung des Werkpreisrückbehalts abgeleitet. Darüber hinaus hätten sie vorgebracht, das Objekt weise einen Minderwert auf, der die Werklohnforderung übersteige, und es hätten wegen nicht ausgeführter Sanierungsarbeiten Drittfirmen beigezogen werden müssen, was mit Kosten verbunden gewesen sei. Daraus habe die Beschwerdeführerin ersehen können, dass die Beschwerdegegner entgegen dem Wortlaut der Rechtsbegehren, die in der Klageantwort auf Schadenersatz und in der Schlussdenkschrift zusätzlich auf Minderung des Werkpreises und Übernahme der Sanierungskosten gelautet hätten, nicht lediglich Schadenersatzansprüche im engeren Sinne geltend gemacht hätten. Aus diesen Gründen trat die Vorinstanz auf die Widerklagebegehren ein. 3.1 Die Beschwerdeführerin beantragt erneut, auf die Widerklage nicht einzutreten. Nach der einschlägigen kantonalen Rechtsprechung seien Geldforderungen zu Beginn des Prozesses zu beziffern, es sei denn, erst das Beweisverfahren gebe die Grundlage für die Konkretisierung der Forderung ab. Die Beschwerdeführerin behauptet, diese Voraussetzung sei nicht gegeben und rügt eine willkürliche Anwendung des kantonalen Prozessrechts. Sie zeigt aber nicht rechtsgenüglich auf, dass in tatsächlicher Hinsicht die Voraussetzungen für die Zulässigkeit einer Bezifferung nach Abschluss des Beweisverfahrens nicht gegeben waren. Dies wäre aber notwendig, um das unbezifferte Begehren vor dem Hintergrund der von der Beschwerdeführerin zitierten Rechtsprechung als unzulässig auszuweisen. Eine willkürliche Anwendung von Art. 130 lit. g ZPO/VS in Verbindung mit Art. 126 Abs. 1 lit. b und c ZPO/VS ist mithin auch vor dem Hintergrund von BGE 131 III 243, auf den die Beschwerdeführerin verweist, nicht auszumachen. 3.2 Die Beschwerdeführerin rügt einen Verstoss gegen Art. 66 Abs. 2 ZPO/VS und macht geltend, die Beschwerdegegner hätten die Herabsetzungsbeträge wegen Minderwerts spätestens 10 Tage nach Abschluss der Untersuchung geltend machen müssen und nicht bis zur Einreichung der Schlussdenkschrift zuwarten dürfen. Mit dem Beweisverfahren werden indessen zwischen den Parteien strittige Behauptungen geklärt. Wenn die Vorinstanz das Ergebnis des Beweisverfahrens nicht als Tatsache behandelt, die den Parteien erst während des Verfahrens bekannt geworden ist (Art. 66 Abs. 2 ZPO/VS), ist dies nicht zu beanstanden.