Citation: 9C_990/2012 E. 3

Die IV-Stelle bringt vor, das kantonale Gericht habe übersehen, dass beim Versicherten mangels relevanter organischer Befunde in somatischer Hinsicht eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bei auf Schmerzen beruhender Diagnose (chronisches rechtsbetontes zervikozephales Schmerzsyndrom) in einer Verweisungstätigkeit nicht dargetan sei; damit habe es laut Beschwerde den rechtserheblichen Sachverhalt unvollständig erhoben oder qualifiziert unrichtig gewürdigt. Das Versicherungsgericht habe bundesrechtswidrig darauf verzichtet, gemäss BGE 136 V 279 die Frage nach der invalidisierenden Wirkung (Art. 4 i.V.m. Art. 8 ATSG) der diagnostisch im Vordergrund stehenden Verletzung der HWS (Schleudertrauma) ohne organisch nachweisbare Funktionsausfälle zu prüfen. Was die im Gutachten der ärztlichen Abklärungsstelle X.________aus psychiatrischer Sicht festgestellte Arbeitsunfähigkeit von 35% anbelangt, so habe sich die Vorinstanz nicht zur Rechtsfrage geäussert, ob die von Dr. med. S.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH am 30. November 2006 gestellte Diagnose "depressive Störung verbunden mit einem chronischen Schmerzsyndrom nach einem Unfall mit HWS-Distorsionstrauma" eine erhebliche psychische Komorbidität, d.h. einen vom psychogenen Schmerzsyndrom losgelösten invaliditätsrechtlich relevanten psychischen Gesundheitsschaden darstellt. Die IV-Stelle vertritt den Standpunkt, dass in casu nicht von einem invalidisierenden psychischen Gesundheitsschaden gesprochen werden könne.