Citation: 6B_321/2023 E. 4.4.7

4.4.7. Sofern der Beschwerdeführer eine Verletzung von Art. 6 Ziff. 2 EMRK darin erblickt, dass die Begutachtung vorliegend im Vorverfahren angeordnet worden sei, obwohl er nicht geständig gewesen sei (Beschwerde S. 18), kann ihm nicht zugestimmt werden. Wie bereits dargelegt, ist die Befugnis der Staatsanwaltschaft zur Ernennung einer sachverständigen Person im Vorverfahren gesetzlich vorgesehen (vgl. oben E. 4.4.3). Diese Befugnis hängt nicht vom Geständnis der beschuldigten Person ab. Inwiefern im vorliegenden Fall sich ein "Vorgehen mit einem Tatinterlokut" aufdrängen sollte (Beschwerde S. 18), ist nicht ersichtlich. Die Vorinstanz hätte zwar die Verhandlung zweiteilen und zunächst die Tatfrage beurteilen und in einem zweiten Verfahrensteil die Schuldfrage sowie die Folgen eines Schuld- oder Freispruchs behandeln können (Art. 342 Abs. 1 lit. b StPO; Tatinterlokut). Sie war zu diesem Vorgehen aber nicht verpflichtet, abgesehen davon, dass der Beschwerdeführer auch keinen entsprechenden Antrag gestellt hat (vgl. Urteil 1B_151/2017 vom 14. Juni 2017 E. 4.4; Hauri/Venetz, in: Basler Kommentar, Strafprozessordnung, 2. Aufl. 2014, N. 5 zu Art. 342 StPO).