Citation: 7B_150/2023 E. 3.2

3.2. Die Vorinstanz stellt fest, sie (die Beschwerdekammer des Obergerichts) habe in ihrem Beschluss BK 19 41 vom 20. Juni 2019 einen Kausalzusammenhang zwischen der verspäteten Lieferung der B.________ an die C.________ AG im Dezember 2014 und den angeordneten Zwangsmassnahmen bejaht und festgehalten, dass der Kanton Bern grundsätzlich für einen entstandenen Schaden hafte, über dessen Höhe jedoch noch nichts gesagt sei. Sowohl aus der angefochtenen Verfügung als auch der Beschwerde gehe hervor, dass aus dieser verspäteten Lieferung kein Schaden entstanden sei, da die Lieferung habe nachgeholt werden können. Es sei daher unbestritten, dass ein Schaden in diesem Zusammenhang nicht vorliege. Ein solcher werde auch nicht geltend gemacht und sei daher nicht Gegenstand des Beschwerdeverfahrens. Klarzustellen sei weiter, dass sie im vorerwähnten Beschluss weder das Vorliegen eines (anderen) Schadens noch einen Kausalzusammenhang zwischen den Zwangsmassnahmen und dem Umsatzrückgang (der Firma B.________) festgestellt habe. Konkret mache der Beschwerdeführer geltend, die verzögerte Lieferung im Dezember 2014 habe dazu geführt, dass die C.________ AG weitere Lieferanten in die Lieferkette aufgenommen habe (Intensivierung der Second Source Strategie, wodurch sich die Geschäftsbeziehung zwischen der C.________ AG und der B.________ mengenmässig massgeblich verändert habe). Dies habe - so weiter gemäss dem Beschwerdeführer - zur Folge gehabt, dass die Firma B.________ weniger APL-Teile an die C.________ AG habe verkaufen können (weniger Aufträge) und ihr Umsatz dadurch zurückgegangen sei, womit ihr ein Schaden entstanden sei. Die Vorinstanz erwägt, es gelte daher in einem ersten Schritt zu prüfen, ob das Strafverfahren gegen den Beschwerdeführer adäquat kausal für den Umsatzrückgang bei der B.________ gewesen sei. Der Beschwerdeführer vertrete dabei die Auffassung, es sei notorisch, dass es aufgrund einer Intensivierung der Second Source Strategie zu weniger Aufträgen komme, was keinen weiteren Beweis erfordere. Diesen Ausführungen bzw. der vom Beschwerdeführer skizzierten Kausalkette ("Umsatzrückgang, als Folge von weniger APL Teilen, als Folge von Massnahmen C.________ AG, als Folge von Lieferschwierigkeiten, als Folge von verlorener Information, als Folge von Verhaftung und Beschlagnahmung PC") könne sie (die Beschwerdekammer) aber nicht folgen. Der Umstand, dass es aufgrund der Untersuchungshaft und der Beschlagnahme des EDV-Systems zu einer verzögerten Lieferung im Dezember 2014 gekommen sei, bedeute nicht zwingend, dass auch die Intensivierung der Second Source Strategie adäquat kausale Folge des Strafverfahrens sei, zumal diese Strategie der C.________ AG nicht als unmittelbare Reaktion auf das Strafverfahren erscheine und auch nicht gesagt sei, dass der Umsatzrückgang der Firma des Beschwerdeführers die Folge der Intensivierung dieser Strategie sei. Nach eingehender Würdigung der abgenommenen Beweise hält die Vorinstanz zusammenfassend fest, selbst wenn die Lieferverzögerung 2014 zu einer Intensivierung der bereits bestehenden Second Source Strategie geführt habe, gebe es gestützt auf die Aussagen von D.________ und E.________ keine konkreten Hinweise dafür, dass diese Strategie massgebliche und direkte Auswirkungen auf die Geschäftsbeziehungen und den Lieferumfang bzw. Umsatz der Firma des Beschwerdeführers gehabt habe. Allfällige Lieferungsrückgänge ab 2017 könnten nicht auf die Lieferverzögerung aufgrund des Strafverfahrens im Dezember 2014 zurückgeführt werden. So habe auch die C.________ AG weniger Umsatz generiert. Jedenfalls könne bei dieser Ausgangslage nicht mehr von einem adäquaten Kausalzusammenhang zwischen dem Strafverfahren und dem Umsatzrückgang bei der Firma des Beschwerdeführers ausgegangen werden. Entgegen den Vorbringen des Beschwerdeführers sei aufgrund der Umsatzzahlen und der Aussagen der involvierten Personen bei der C.________ AG nicht davon auszugehen, dass noch während der Untersuchungshaft des Beschwerdeführers die Weichen neu gestellt worden seien und sich die Gewichte dramatisch verschoben hätten. Eine Expertise zur Problematik in Bezug auf die Lieferverzögerung erscheine bei dieser Ausgangslage nicht angezeigt. Zudem sei die Strafbehörde nicht verpflichtet, alle für die Beurteilung des Entschädigungsanspruchs bedeutsamen Tatsachen von Amtes wegen abzuklären.