Citation: 1B_80/2007 04.06.2007 E. 5

5.1 Gemäss Art. 31 Abs. 3 BV und Art. 5 Ziff. 3 EMRK hat eine in strafprozessualer Haft gehaltene Person Anspruch darauf, innerhalb einer angemessenen Frist richterlich abgeurteilt oder während des Strafverfahrens aus der Haft entlassen zu werden. Eine übermässige Haftdauer stellt eine unverhältnismässige Beschränkung dieses Grundrechts dar. Sie liegt dann vor, wenn die Haftfrist die mutmassliche Dauer der zu erwartenden freiheitsentziehenden Sanktion übersteigt. Bei der Prüfung der Verhältnismässigkeit der Haftdauer ist namentlich der Schwere der untersuchten Straftaten Rechnung zu tragen. Der Richter darf die Haft nur so lange erstrecken, als sie nicht in grosse zeitliche Nähe der (im Falle einer rechtskräftigen Verurteilung) konkret zu erwartenden Dauer der freiheitsentziehenden Sanktion rückt. Im Weiteren kann eine Haft die zulässige Dauer auch dann überschreiten, wenn das Strafverfahren nicht genügend vorangetrieben wird, wobei sowohl das Verhalten der Justizbehörden als auch dasjenige des Inhaftierten in Betracht gezogen werden müssen. Nach der übereinstimmenden Rechtsprechung des Bundesgerichts und des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte ist die Frage, ob eine Haftdauer als übermässig bezeichnet werden muss, aufgrund der konkreten Verhältnisse des einzelnen Falles zu beurteilen (BGE 132 I 21 E. 4.1 S. 27; 128 I 149 E. 2.2 S. 151; 126 I 172 E. 5a S. 176 f., je mit Hinweisen). 5.2 Im vorliegenden Fall hat der einschlägig vorbestrafte Beschwerdeführer (er wurde gemäss Auszug aus dem Strafregister [act. 01.01.001] u.a. am 21. August 2001 vom Strafgericht Basel-Stadt der qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz und des mehrfachen Konsums von Betäubungsmitteln für schuldig erklärt und in eine Arbeitserziehungsanstalt eingewiesen) aufgrund der Schwere der ihm vorgeworfenen Delikte (qualifizierte Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, Gefährdung von Leben, mehrfache Freiheitsberaubung, etc.) mit einer empfindlichen Freiheitsstrafe zu rechnen. Zwar ist er bereits seit 8. November 2005 in Untersuchungshaft. Dennoch dürfte die bisher aufgelaufene Zeit in Haft die Dauer einer allenfalls auszusprechenden Freiheitsstrafe noch nicht erreicht haben. Aus den Akten ergeben sich jedenfalls keine Anhaltspunkte dafür, dass der Beschwerdeführer mit einer milden Sanktion respektive einer Mindeststrafe zu rechnen hätte. 5.3 Bezüglich etwaiger Ersatzmassnahmen ist dem Verfahrensgericht darin zuzustimmen, dass eine Schriftensperre den Beschwerdeführer aufgrund der Höhe der zu erwartenden Strafe nicht am Untertauchen in der Schweiz oder im Ausland hindern dürfte. Zu den Erwägungen hinsichtlich des Electronic Monitorings (vgl. E. 3.2.1 hiervor) äussert sich der Beschwerdeführer nicht. Er legt insbesondere nicht dar, dass er irgendwelche Bemühungen im Sinne der Empfehlungen des Verfahrensgerichts unternommen hätte. Electronic Monitoring ist zwar im Kanton Basel-Landschaft als Vollzugsform vorgesehen (siehe Verordnung über den Vollzug von Freiheitsstrafen in der Form des Electronic Monitoring vom 3. August 1999 [SGS 261.42]); es ist dem Verfahrensgericht jedoch nicht vorzuwerfen, wenn es die Tauglichkeit dieser Methode zur Unterbindung der Fluchtgefahr in Zweifel gezogen hat. Genauso wenig kann der Fluchtgefahr mit einer schriftlichen Erklärung des Beschwerdeführers, am Prozess zugegen zu sein, begegnet werden.