Citation: 1A.79/2000 10.07.2000 E. 3

3.- a) Der Beschwerdeführer rügt, das Verwaltungsgericht habe den Ursprung der ganzen Auseinandersetzung vernachlässigt. Der im Jahre 1992 projektierte Umbau sei die direkte Folge der vom Kanton beabsichtigten Strassenverbreiterung gewesen. Infolge dieser Verbreiterung habe der strassenseitige Treppenhausanbau umgestaltet werden müssen. Die Baudirektion habe mit Verfügung vom 5. Juni 1992 verlangt, den Treppenhausanbau mit der Verlängerung des bestehenden Quergiebels zu überdecken. Bei der Ausführung dieser Arbeiten habe sich herausgestellt, dass die Dachstruktur teilweise verfault und morsch gewesen sei. Er habe sich daher entschlossen, die gesamte Dachstruktur zu erneuern und den Quergiebel auch Richtung Süden zu verlängern. Der erste markante Eingriff in das Kreuzgiebelgebäude habe somit im Jahre 1992 als direkte Folge des Staatsstrassenbaus stattgefunden, wodurch die ursprüngliche Symmetrie des Gebäudes verändert worden sei. Es sei unhaltbar, nun bei geringfügigen Änderungen wieder auf die herkömmliche Bauart und das Einordnungsgebot zu verweisen. b) Die sachverhaltsmässigen Vorbringen des Beschwerdeführers ergeben sich im Wesentlichen aus den Akten und stellen daher keine unzulässigen Noven dar. c) Aufgrund der Akten trifft es zu, dass die Umgestaltung des Treppenhausanbaus eine direkte Folge des Strassenbaus darstellt und die Verlängerung des nordwestlichen Quergiebels sogar auf eine ausdrückliche Anordnung des Kantons zurückgeht. Fehl geht jedoch der Einwand des Beschwerdeführers, der 1992 bewilligte markante Eingriff in das Kreuzgiebelgebäude sei überwiegend durch die Korrektion der Staatsstrasse initiiert worden, weshalb es unverhältnismässig sei, den streitigen Balkonanbau am Zustand des Hauses vor 1992 zu messen. Direkte Folge des Strassenbaus war nur die Anpassung des Treppenhausanbaus. Die übrigen Elemente des Umbaus, namentlich die 1992 bewilligte Einstellhalle, die Terrasse mit Treppenaufgang sowie der vorliegend streitige Balkonanbau waren hingegen nicht notwendige Folge der Strassenkorrektion. Es ist zwar verständlich, dass der Beschwerdeführer diesen Umbau zugleich mit den durch die Strassenverbreiterung verursachten Arbeiten ausführte. Das ändert aber nichts daran, dass kein direkter Zusammenhang zwischen diesen Umbauten und dem Strassenbau besteht. d) Es kann auch nicht gesagt werden, dass die von der Baudirektion 1992 verlangte Verlängerung des nordwestlichen Quergiebels einen so markanten Eingriff in das Gebäude verursacht hätte, dass die jetzt streitige Balkonanbaute nur noch eine weitere geringfügige Änderung des Erscheinungsbildes darstellen würde. Aus den bei den Akten liegenden Fotos geht hervor, dass die Verlängerung des nordwestlichen Quergiebels zwar die vorher bestehende Symmetrie des Daches aufhob, dafür aber den Giebel bis zur Fassade des Treppenhausanbaus erweiterte und insofern das Erscheinungsbild demjenigen des klassizistischen Kreuzgiebelgebäudes annäherte. Demgegenüber stellt der streitige Balkonanbau auf der südöstlichen Seite ein eindeutig stilfremdes Element dar, welches das Erscheinungsbild der Fassade wesentlich verändert. Der verlängerte Quergiebel stellt zwar die Symmetrie des Daches wieder her, kragt jedoch deutlich über die Hausfassade hervor, was dem herkömmlichen Erscheinungsbild des Appenzeller Hauses nicht entspricht. e) Einzuräumen ist, dass das ursprüngliche Erscheinungsbild der südöstlichen Fassade bereits durch die 1992 bewilligte Einstellhalle wesentlich verändert wurde. Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, dass diese im Gegensatz zu den Wohnungen zonenkonform ist. Zudem hat sie zumindest das Erscheinungsbild des Hauses oberhalb der Terrasse im Wesentlichen unverändert gelassen. Aus dem Umstand, dass dem Beschwerdeführer die Einstellhalle bewilligt wurde, kann nicht ein Anspruch auf Bewilligung zusätzlicher stilfremder Elemente abgeleitet werden. Gesamthaft lässt sich die Verweigerung der nachträglichen Baubewilligung willkürfrei und ohne Verletzung des Verhältnismässigkeitsprinzips auf Art. 77 Abs. 2 EG zum RPG stützen.