Citation: 1C_471/2021 E. 3.6.2

3.6.2. Art. 8a RPG präzisiert den Richtplaninhalt im Bereich Siedlung. Dieser legt u.a. fest, wie gross die Siedlungsfläche insgesamt sein soll, wie sie im Kanton verteilt sein soll und wie ihre Erweiterung regional abgestimmt wird (lit. a), wie Siedlung und Verkehr aufeinander abgestimmt und eine rationelle sowie flächensparende Erschliessung sichergestellt werden (lit. b), wie eine hochwertige Siedlungsentwicklung nach innen bewirkt wird (lit. c), wie sichergestellt wird, dass die Bauzonen den Anforderungen von Art. 15 RPG entsprechen (lit. d) und wie die Siedlungserneuerung gestärkt wird (lit. e). Diese Themen sind Gegenstand der Kapitel S1 und S2 des Aargauer Richtplans. Dieser enthält überdies in S 1.9 Festsetzungen zu Wohnschwerpunkten (WSP). Dabei handelt es sich um Standorte mit Potenzial für eine qualitativ hochwertige, dichte Wohnraumentwicklung von überregionaler Bedeutung. In den Erläuterungen (S 1.9 S. 1) wird darauf hingewiesen, dass sich das Wohnraumangebot in den bestehenden Siedlungsgebieten und den WSP ergänzten und die Bestrebungen zur qualitativ hochwertigen Siedlungsentwicklung nach innen auch in den übrigen, nicht als WSP festgesetzten Räumen wichtig seien. Daraus lässt sich schliessen, dass Standorte für schwerpunktmässiges Wohnen auch ausserhalb der festgelegten WSP zulässig sind, zumal Aarau (als Kernstadt) nicht zu den festgelegten Standorten zählt. Nichts anderes ergibt sich aus Ziff. 1.3 der Planungsanweisungen: Diese enthalten Standortkriterien für die Festlegung weiterer WSP, darunter auch zur Grösse (in der Regel mindestens 400 bis 1'000 zusätzliche Einwohnerinnen und Einwohner). Dabei handelt es sich um eine Mindestanforderung und nicht um ein Kriterium zur Festlegung eines Richtplanvorbehalts.