Citation: I 614/04 29.12.2004 E. 2

Streitig und zu prüfen ist, ob im massgeblichen Zeitraum zwischen der erstmaligen Rentenzusprechung (Verfügung vom 3. Juni 2002) und dem den Anspruch auf eine halbe Rente bestätigenden Einspracheentscheid vom 10. Februar 2004 eine Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, namentlich eine wesentliche Verschlechterung des Gesundheitszustandes eingetreten ist, die eine revisionsweise Heraufsetzung der Rente rechtfertigt, und ob der Sachverhalt zur Beantwortung dieser Frage genügend abgeklärt worden ist. 2.1 Die ursprüngliche Rentenverfügung beruhte in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen auf einem Bericht des Dr. med. W.________ vom 26. April 1999 und den ergänzenden Angaben vom 15. November 1999, welcher die Diagnose einer Morbus Hodgkin-Erkrankung, noduläre Sklerose, aktuell in vierter Remission, stellte. Er schätzte die Versicherten im bisherigen Beruf als Serviceangestellte - bei stationärem Gesundheitszustand - seit anfangs 1998 im Umfang von 50 % arbeitsfähig. Bezüglich der geistigen und körperlichen Beeinträchtigungen stünden die mangelnde körperliche Belastbarkeit, die rasche Erschöpfung bei körperlicher Anstrengung sowie eine eingeschränkte Konzentrationsfähigkeit im Vordergrund, wobei die Versicherte vor dem dritten Rückfall und dessen intensiver Therapie voll arbeitsfähig gewesen sei. Präzisierend führte er am 15. November 1999 aus, das Leistungsdefizit, welches oftmals nach langdauernder und wiederholter Chemotherapie beobachtet werde, sei als definitiv zu betrachten, sodass mit keiner Steigerung der 50%igen Arbeitsfähigkeit gerechnet werden könne. Sofern die Remission anhalte, sei aber ebenso wenig mit einer erneuten Einschränkung der Arbeitsfähigkeit oder unmittelbar drohenden Arbeitsunfähigkeit zu rechnen. Dementsprechend war die Beschwerdeführerin bis 30. März 2003 auch in einer kleinen Gaststätte im Service im Umfang von 50 % tätig, welche Arbeit an die gesundheitlichen Bedürfnisse angepasst schien. 2.2 In der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird vorgebracht, die attestierte 50%ige Arbeitsfähigkeit trage dem verschlechterten Gesundheitszustand nicht Rechnung, sodass auch der Hausarzt eine Heraufsetzung der Rente unterstütze. Dementgegen lässt sich eine solche Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse gerade nicht gestützt auf den Bericht des Dr. med. W.________ vom 22. April 2003 erkennen, welcher die Versicherte als Onkologe betreut, wie die Vorinstanz einlässlich und schlüssig dargelegt hat. Dieser bejaht zwar eine Rentenerhöhung, da ein Arbeitsversuch fehlgeschlagen habe und er auch weitere Wiedereingliederungsversuche als wenig sinnvoll erachte. Zum einen vermischt er damit die durch ihn zu schätzende Arbeitsfähigkeit mit der Aufgabe der Verwaltung, die ärztliche Stellungnahme in zumutbaren Verweisungstätigkeiten erwerblich umzusetzen (BGE 125 V 261 Erw. 4, 115 V 134 Erw. 2, 114 V 314 Erw. 3c, 105 V 158 Erw. 1); vor allem aber stellt er selber keine Verschlechterung des Gesundheitszustandes fest. Die medizinisch begründete Arbeitsunfähigkeit schätzt er wie schon in seinem der ursprünglichen Verfügung zu Grunde gelegten Bericht vom 26. April 1999 auf 50 %, wobei er insbesondere auf lit. e des Beiblatts zum Arztbericht (vom 15. November 1999) verweist, wonach er der Versicherten für ihre angestammte Tätigkeit im Gastgewerbe wie auch für jegliche andere leidensangepasste Arbeit eine 50%ige Leistungsfähigkeit attestiert. Wie das kantonale Gericht zu Recht betonte, hat der Arzt hierbei die rasche körperliche Ermüdbarkeit und die verminderte Konzentrationsfähigkeit bereits berücksichtigt, welche, wie auch die mangelnde Belastbarkeit, als Spätfolgen der multiplen Behandlungen gelten. Neue objektivierte Befunde liegen nicht vor. Daran ändert auch der letztinstanzlich nachgereichte Bericht des Dr. med. C.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 22. September 2004 nichts, welcher nicht den hier massgebenden Zeitraum beschlägt (vgl. Erw. 2), sondern nur zur Arbeitsfähigkeit im Berichtszeitpunkt Stellung nimmt; die Versicherte steht zudem erst seit 21. Mai 2004 in psychiatrischer Behandlung. Ob und wann sich in psychischer Hinsicht die Verhältnisse zwischen 2002 und Februar 2004 verändert haben, kann die derzeit behandelnde Fachperson demnach lediglich aufgrund anamnestischer Angaben beurteilen, die aber nach Lage der Akten keine hinreichenden Anhaltspunkte für eine erhebliche psychische Fehlentwicklung darstellen, so dass von der Einholung weiterer Berichte abzusehen ist. Hinsichtlich der somatischen Befunde gibt es keinen Anhaltspunkt für eine tatsächliche Veränderung des Zustandes. Die Differenzen in den Stellungnahmen des Dr. med. W.________ beruhen lediglich auf einer anderen Beurteilung des gleichen Sachverhaltes, was keinen Revisionstatbestand darstellt (BGE 112 V 37 unten mit Hinweisen). Die Voraussetzungen für eine revisionsweise Erhöhung der Invalidenrente sind demzufolge nicht gegeben. Sollte sich der Gesundheitszustand oder dessen erwerblichen Auswirkungen seit dem massgebenden Einsprachezeitpunkt erheblich verschlechtert haben - es bestehen Anzeichen einer Erweiterung des Beschwerdebildes um eine psychische Komponente -, bleibt es der Beschwerdeführerin unbenommen, um erneute Revision der verfügten Invalidenrente zu ersuchen.