Citation: 6P.55/2001 26.06.2001 E. 1

1.- Der Beschwerdeführer rügt eine Verletzung des Anspruches auf rechtliches Gehör, weil das Obergericht auf sein Vorbringen, wonach das erstinstanzliche Urteil im Entschädigungspunkt nicht begründet sei, mit keinem Wort eingehe (Beschwerde, S. 6 ff.). a) Der in Art. 29 Abs. 2 BV garantierte (vormals aus Art. 4 aBV abgeleitete) Anspruch auf rechtliches Gehör gibt dem Betroffenen das Recht, sich vor Erlass eines in seine Rechtsstellung eingreifenden Entscheids zur Sache zu äussern, erhebliche Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen Beweisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung von wesentlichen Beweisen mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen (BGE 126 I 15 E. 2a/ aa S. 16; 124 I 49 E. 3a S. 51, 241 E. 2 S. 242). Aus Art. 29 Abs. 2 BV folgt die grundsätzliche Pflicht der Behörden, ihre Entscheide zu begründen. Die Begründung muss so abgefasst sein, dass sich der Betroffene über die Tragweite des Entscheids Rechenschaft geben und ihn in voller Kenntnis der Sache an die höhere Instanz weiterziehen kann. In diesem Sinne müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf welche sie ihren Entscheid stützt. Diese darf sich aber auf die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken und muss sich nicht ausdrücklich mit jeder tatsächlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinander setzen (BGE 125 II 369 E. 2c; 124 II 146 E. 2a). b) Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts gilt eine Verletzung des rechtlichen Gehörs als "geheilt", wenn die Prüfungsbefugnis der Rechtsmittelinstanz nicht enger ist als diejenige der Vorinstanz und dem Betroffenen durch die nachträgliche Anhörung kein Nachteil entsteht (BGE 126 I 68 E. 2 S. 72; 125 I 209 E. 9; 125 V 368 E. 4c/aa; 124 V 389 E. 5a, 180 E. 4a; 124 II 132 E. 2d S. 138 f.; 124 V 180 E. 4a; 122 II 274 E. 6 S. 285). Das ist hier der Fall. Das Obergericht hatte im Berufungsverfahren keine engere Prüfungsbefugnis als die Bezirksgerichtliche Kommission Bischofszell (§ 202 ff. StPO/TG), was der Beschwerdeführer auch nicht ernsthaft in Frage stellt (Beschwerde, S. 9). Das Obergericht hat seinen Entscheid zur Frage der Parteientschädigung auf fast einer Seite begründet (angefochtenes Urteil, S. 16 f.) und sich inhaltlich hinreichend mit der Rüge des Beschwerdeführers in seiner Berufungsschrift auseinander gesetzt. Art. 29 Abs. 2 BV gibt nur Anspruch darauf, dass eine Behörde materiell auf ein wesentliches Vorbringen eingeht, nicht aber darauf, dass sie ausdrücklich auf eine Rüge Bezug nimmt. Im Übrigen legt der Beschwerdeführer nicht dar, dass und inwiefern ihm durch die nachträgliche Begründung des Entscheides zur Frage der Parteientschädigung ein (entschädigungspflichtiger) Nachteil entstanden sei. Er macht namentlich auch nicht geltend, eine sich selbst vertretende Partei habe nach thurgauischem Recht Anspruch auf Parteientschädigung. Aus dem Gesagten ergibt sich, dass eine allfällige Gehörsverletzung durch die Bezirksgerichtliche Kommission Bischofszell im Verfahren vor dem Obergericht als geheilt zu gelten hat.