Citation: 4C.86/2002 01.07.2002 E. 2

Die Vorinstanz kam zum Schluss, es sei ein Vertrag darüber zustande gekommen, dass die defekte Heizung nach Klärung der Schadensursache zu reparieren sei; dies ist zwischen den Parteien nicht mehr streitig. Diesen Vertrag hat die Vorinstanz als Auftrag mit werkvertraglichen Elementen qualifiziert, was vom Kläger nicht bestritten wird. Hingegen macht der Kläger mit Berufung geltend, das Obergericht habe bundesrechtswidrig eine mangelnde Sorgfalt der Beklagten bei der Auftragsausführung verneint. Zudem rügt er, die Vorinstanz habe Bundesrecht verletzt, indem sie ihm fälschlicherweise anlastete, es sei heute nicht zwingend zu beweisen, dass die für den zweiten Schaden erwiesene Ursache auch den ersten Schaden bewirkt habe. 2.1 Das Obergericht hat festgestellt, die Beklagte habe davon ausgehen dürfen, mit der Auswechslung des mangelhaften Heizkessels sei nicht nur der Schaden, sondern auch dessen Ursache behoben. Offenbar habe sie, wie von der Y.________ AG verlangt, bei der Auswechslung einen Anlagetemperaturregler eingebaut, welcher der Verhinderung zu tiefer Temperaturen diene. Somit habe die Beklagte die notwendigen Massnahmen zur Behebung des damals festgestellten Schadens ergriffen. Auch der im Beweisverfahren beigezogene Energieberater und die Expertise der EMPA bestätigten, dass die Reparaturarbeiten fachgerecht ausgeführt worden seien und der neue Schaden weder durch eine mangelhafte Kesselmontage noch durch Reparaturschweissungen verursacht worden sei. Angesichts der Mitteilung der Y.________ AG, der Heizkessel weise einen Materialfehler auf, sei die Beklagte nicht veranlasst gewesen weitere Abklärungen bzw. Massnahmen zu treffen oder dem Kläger andere Massnahmen zu empfehlen. Weiter hat die Vorinstanz als nicht nicht erwiesen angesehen, dass die beim Schadensfall von 1995 festgestellte Ursache, nämlich sauerstoffhaltiges Wasser, auch die Ursache des Schadens von 1991 gewesen sei. Es könne daher der Beklagten nicht vorgeworfen werden, sie habe die im Merkblatt der Vereinigung der Kessel- und Radiatoren-Werke betreffend Korrosionsschäden in Heizungsanlagen vorgesehen Massnahmen nicht ergriffen, da kein Grund dazu bestand. 2.2 Der Beauftragte haftet dem Auftraggeber für sorgfältige und getreue Ausführung, wobei sich das Mass der Sorgfalt nach objektiven Kriterien bestimmt. Es ist die Sorgfalt erforderlich, welche ein gewissenhafter Beauftragter in der gleichen Lage bei der Besorgung der ihm übertragenen Geschäfte anwenden würde, wobei nach der Art des Auftrages zu unterscheiden und den besonderen Umständen des Einzelfalles Rechnung zu tragen ist. Bei berufsmässiger Tätigkeit gegen Entgelt sind höhere Anforderungen zu stellen. Die allenfalls für ein bestimmtes Gewerbe bestehenden und generell zu befolgenden Verhaltensregeln oder Usanzen können bei der Bestimmung des Sorgfaltsmasses herangezogen werden. Aus der Treuepflicht des Beauftragten ergibt sich, dass er die Interessen des Auftraggebers umfassend wahren muss und alles zu unterlassen hat, was diesem schaden könnte, insbesondere muss er den Auftraggeber beraten und informieren (BGE 115 II 62 E. 3a; 127 III 328 E. 3, je mit Hinweisen). Im Werkvertrag hat der Unternehmer die Pflicht, alle Umstände, die für die Werkausführung von Bedeutung sein können, auf die Werktauglichkeit zu überprüfen, denn er muss dem Besteller Verhältnisse, die eine gehörige Ausführung des Werkes gefährden, anzeigen (Art. 365 Abs. 3 OR; Koller, Berner Kommentar, N. 65 und N. 70 zu Art. 365 OR). Es würde jedoch zu weit gehen, wenn jeder Unternehmer, der mit der Abklärung von Schadensursachen und deren Beseitigung beauftragt ist, auch verpflichtet wäre, sämtliche weiteren möglichen Schadensursachen abzuklären. Gemäss Art. 8 ZGB hat, wo das Gesetz nichts anderes bestimmt, derjenige das Vorhandensein einer Tatsache zu beweisen, der aus ihr Rechte ableitet. Grundsätzlich hat daher der Geschädigte die Schadenursache zu beweisen, es sei denn, das Gesetz sehe eine andere Verteilung der Beweislast vor. Der Besteller hat zu beweisen, dass der Unternehmer Anlass zur Äusserung von Bedenken hatte (Koller, a.a.O., N. 82 zu Art. 365 OR). 2.3 Aufgrund der tatsächlichen Feststellungen ist die Vorinstanz zutreffend zum Schluss gekommen, die Beklagte habe den ihr übertragenen Auftrag getreu und sorgfältig ausgeführt. Die Beklagte traf alle für die Behebung des Schadens und der Schadensursache erforderlichen Massnahmen, die ein gewissenhafter Beauftragter in derselben Lage getroffen hätte. Es kann der Beklagten nicht vorgeworfen werden, dass sie nicht nach weiteren Ursachen geforscht hat, nachdem sie den Materialfehler des Heizkessels entdeckte, der ihr vom Hersteller zudem auch bestätigt wurde. Der Kläger hat nicht nachweisen können, dass die Ursache, welche zum zweiten Schaden führte, schon vorhanden war, als der erste Schaden eintrat und von der Beklagten behoben wurde. Nur falls konkrete Hinweise auf weitere Schadensursachen vorgelegen wären, was wiederum der Kläger zu beweisen hätte, wäre die Beklagte als fachkundige Beauftragte oder Unternehmerin verpflichtet gewesen, den Kläger zumindest über die Möglichkeit weiterer Schadensursachen aufzuklären, damit der Kläger allenfalls die Beklagte oder eine andere Fachperson mit der Abklärung weiterer Ursachen hätte beauftragen können. Da jedoch nicht erwiesen ist, dass zum Zeitpunkt des ersten Schadens Hinweise auf weitere Ursachen ersichtlich waren, kann der Beklagten keine Sorgfaltspflichtverletzung vorgeworfen werden.