Citation: 1P.160/2004 27.01.2005 E. 5

5.1 Die Beschwerdeführerin bringt weiter vor, das Verwaltungsgericht habe die Gemeindevorschriften willkürlich angewendet, da das Sexgewerbe ein nicht störendes Gewerbe sei. Der angefochtene Entscheid sei willkürlich, weil er sowohl gegen den klaren Wortlaut als auch gegen den Sinn und Zweck von Art. 41 Abs. 2 GBR verstosse. Zu berücksichtigen sei ferner, dass sich vor der Liegenschaft der Beschwerdeführerin kein idyllisches Wohnquartier, sondern ein Quartier an einer stark befahrenen Strasse befinde. Gegenwärtig würden zudem Bestrebungen der Gemeinde Köniz bestehen, die Kirchstrasse als Geschäftszentrum zu gestalten. Die Beschwerdeführerin rügt somit die Verletzung des Willkürverbots bei der Auslegung und Anwendung des Gemeindebaurechts. 5.2 Das Bundesgericht hebt einen kantonalen Entscheid wegen Missachtung des Willkürverbots nur auf, wenn er offensichtlich unhaltbar ist, mit der tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft. Dabei genügt es nicht, dass die Begründung unhaltbar ist, der Entscheid muss sich vielmehr im Ergebnis als willkürlich erweisen (BGE 127 I 38 E. 2a S. 41, 60 E. 5a S. 70, je mit Hinweisen). 5.3 Die Vorinstanz hat ihren Entscheid nicht mit konkreten unzulässigen Immissionen wie z. B. einem überhöhten Verkehrsaufkommen, Schul- oder Heimnähe begründet, sondern vielmehr ausdrücklich darauf hingewiesen, dass sie den von der EG Köniz erteilten Bauabschlag und die verfügte Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes gestützt auf eine abstrakte Immissionsbeurteilung bestätige. 5.4 Die Auslegung und die Anwendung von Art. 41 Abs. 2 GBR durch das Verwaltungsgericht ist im Lichte von Art. 9 BV nicht zu beanstanden. Art. 41 Abs. 1 GBR legt klar fest, dass die Wohnzone W in erster Linie für Wohnbauten bestimmt ist. In diesem Sinne sind Arbeitsaktivitäten in der Wohnzone nur zulässig, wenn sie das gesunde und ruhige Wohnen nicht stören. Die funktionale Betrachtungsweise der Vorinstanz, wonach in der Wohnzone nur Gewerbe zugelassen werden, die dem Bedarf der Bewohner dienen, entspricht durchaus den Zielen und dem Zweck des Gesetzes; hingegen kann die Betrachtungsweise der Beschwerdeführerin, wonach nur solche Betriebe, die von der ansässigen Bevölkerung täglich aufgesucht werden, einen funktionalen Bezug zur Wohnzone haben sollen, nicht zutreffend sein. Das Sexgewerbe unterscheidet sich hinsichtlich der Bedeutung für die Versorgung der Bevölkerung klarerweise etwa von Bäckereien, Arztpraxen und Coiffeursalons. In der Tat beeinträchtigen Betriebe wie Tankstellen, Büros und Kleinbetriebe das gesunde und ruhige Wohnen nicht, weil der funktionale Bezug zur Wohnzone offensichtlich ist. Daran ändert auch der nicht weiter spezifizierte Hinweis der Beschwerdeführerin auf Bauvorhaben der Stadt nichts, zumal die von ihr erwähnten Projekte vorwiegend der verkehrsmässigen Erschliessung dienen dürften. Namentlich bringt die Beschwerdeführerin nicht vor, welche Nutzvorschriften in diesen Fällen angewendet werden sollten. Demgegenüber ist den Ausführungen der Vorinstanz in ihrer Stellungnahme vom 24. März 2004 zu entnehmen, dass sich Teile des Gebietes "Steinhölzli" auf beiden Seiten der Kirchstrasse in der Gemischten Zone AW im Sinne von Art. 42 GBR befinden, welche weitergehend gewerblich genutzt werden dürfen. Indem das Verwaltungsgericht diesen unterschiedlichen Nutzungsvorschriften Rechnung getragen hat, ist es nicht in Willkür verfallen; umgekehrt wäre es willkürlich gewesen, die verschiedenen Nutzungsvorschriften ausser Acht zulassen.