Citation: 1B_80/2015 E. 3.2

3.2. Der Beschwerdeführer soll nach Begehung der ersten Tat die mutmassliche Hauptzeugin derselben bedroht und zum Schweigen aufgefordert haben. Dabei handelt es sich um eine Folgetat im Anschluss an die erste Tathandlung, die massgeblich von der Aussage des mutmasslichen Opfers abhängt, das bereits eine wesentliche Zeugin der ersten bereits beurteilten Tat ist. Allerdings ist nicht bekannt, welchen Stellenwert das Bezirksgericht Affoltern bei der Beurteilung der als Mord angeklagten Tathandlung der Aussage der Zeugin, des mutmasslichen Opfers der Zweittat, beigemessen hat, weil die entsprechende Urteilsbegründung noch nicht vorliegt. Darauf kommt es aber nicht an. Trotz des zeitlichen und sachlichen Zusammenhangs von Haupt- und Folgetat handelt es sich um zwei verschiedene Tatvorwürfe. Wie auch immer das Bezirksgericht Affoltern in seinem Teilurteil vom 11. Dezember 2013 die Glaubwürdigkeit der Zeugin und zugleich des mutmasslichen Opfers der Nachfolgetat eingeschätzt hat, bleiben die Richter für die Beurteilung der Folgetat frei. Es geht um zwei verschiedene Tatvorwürfe, bei denen grundsätzlich davon ausgegangen werden kann, dass die Richter fähig und willens sind, die Tatumstände auch separat nach der jeweils vorliegenden Beweislage zu prüfen und zu beurteilen, sofern es nicht besondere Anhaltspunkte dafür gibt, dass dem nicht so ist. Der Sachzusammenhang für sich allein genügt für die Annahme von Vorbefassung oder Voreingenommenheit nicht. Massgebliche besondere Hinweise für eine solche Ausnahme werden jedoch nicht geltend gemacht und sind auch nicht ersichtlich. Der Beschwerdeführer begründet den angeblichen Anschein von Befangenheit einzig mit dem engen Zusammenhang der beiden mutmasslichen Straftaten. Das genügt zur Rechtfertigung des Ausstandes der beteiligten Richter nicht. Vielmehr erscheint der Verfahrensausgang für den Vorwurf der Zweittat weiterhin offen.