Citation: 5C.216/2004 19.11.2004 E. 1

Das Obergericht hat erwogen, R.________ habe während der Dauer des Obhutsentzugs zur Berufungsklägerin Kontakt gehabt und primär wegen der mit der Überforderung der Berufungsklägerin verbundenen Streitereien nicht zu dieser zurückkehren wollen. Anlässlich der Anhörung vor Obergericht habe sie sich denn auch nicht absolut gegen die Unterbringung bei der Berufungsklägerin gewehrt, weshalb eine Rückkehr möglich und angesichts der angeordneten Beistandschaft auch zumutbar sei. Demgegenüber habe S.________ während der Dauer des Obhutsentzugs jeglichen Kontakt mit der Berufungsklägerin strikt abgelehnt und sie anlässlich der Einvernahme keines Blickes gewürdigt. Ungerührt und bestimmt habe er erklärt, mit dieser wegen der ihm früher zugefügten Schläge nichts mehr zu tun haben und nicht mehr bei ihr wohnen zu wollen. Gleiches gelte für T.________, der die Berufungsklägerin ebenfalls keines Blickes gewürdigt habe und jeglichen Kontakt, auch telefonischen, strikt ablehne. Eine gedeihliche Mutter-Kind-Beziehung erscheine vor diesem Hintergrund verunmöglicht, zumal die Söhne altersbedingt von ihrem Unterbringungsort weglaufen könnten. Zudem zeigten sie Verhaltensauffälligkeiten (Zerstörung des Zimmermobiliars bei der Pflegefamilie W.________, Ladendiebstahl von S.________, POS-Syndrom und massivste Verhaltensauffälligkeiten am neuen Schulort bei T.________), die eine professionelle Betreuung gebieten würden. Umgekehrt habe U.________, das jüngste Kind, nach der Fremdplatzierung ausdrücklich Kontakt zur Berufungsklägerin gewünscht und diese anlässlich der Einvernahme auch angestrahlt; er habe ausgesagt, gern bei ihr gewesen zu sein und sie lieb zu haben. Zwar habe er sich anfänglich auch gegen eine Rückkehr geäussert, weil er befürchtete, von S.________ und T.________ geschlagen zu werden. Die Frage, ob er zurückkehren möchte, wenn die beiden Brüder nicht (mehr) im Haushalt der Berufungsklägerin leben würden, habe er klar bejaht. Offensichtlich habe U.________ eine normale, gute Beziehung zur Berufungsklägerin, und seine ordnungsgemässe Erziehung und Betreuung könne mit der Anordnung einer Erziehungsbeistandschaft hinreichend gewährleistet werden.