Citation: 6B_1137/2020 E. 1.4.4

1.4.4. Dieser Beurteilung der Vorinstanz kann nicht gefolgt werden: 1.4.4.1. Die Vorinstanz legt ihrer Sachverhaltsfeststellung die Zeugenaussagen von C.________ im erst- und zweitinstanzlichen Gerichtsverfahren, die Aussagen von E.________ in seinen drei Einvernahmen und die RTI-Daten des Mobiltelefons des Beschwerdeführers zugrunde. Gestützt auf die Aussagen von C.________ und die RTI-Daten kommt sie zum Schluss, dass der Beschwerdeführer und E.________ am 17. Januar 2015 nach U.________ gefahren seien, dort C.________ aufgesucht hätten und Letzterer an diesem Treffen mit der Anwendung massiver Gewalt an ihm und seiner Familie bedroht worden sei, sollte er nicht einen hohen Geldbetrag zahlen. Die konkrete Rolle des Beschwerdeführers bei diesem Vorhaben leitet die Vorinstanz massgeblich aus den Aussagen von E.________ in seiner Einvernahme vom 2. Oktober 2015 ab. Daraus ergebe sich, dass der Beschwerdeführer von den Haupttätern beauftragt worden sei und für die Ausführung seines Auftrags seinerseits E.________ beigezogen habe. Der Beschwerdeführer sei nicht nur Begleiter und Chauffeur von E.________ gewesen, sondern auch dessen Auftraggeber (vgl. angefochtener Entscheid E. 5.1 f. S. 20 f.). Ausgehend von dieser Sachverhaltsfeststellung erwägt die Vorinstanz in ihrer anschliessenden rechtlichen Würdigung, mit der Beauftragung und Begleitung von E.________ werde klar, dass sich der Beschwerdeführer den Vorsatz seiner Auftraggeber zu eigen gemacht habe. Durch die Beauftragung sei er in massgeblicher Weise am Delikt beteiligt und erscheine er deshalb als Hauptbeteiligter. Der Beschwerdeführer und E.________ hätten die Tat gemeinsam ausgeführt, sodass sie als Gemeinschaftswerk erscheine. Infolge seiner Stellung als Auftraggeber von E.________ rechnet die Vorinstanz die von Letzterem verübte Erpressung daher - ohne dass der Beschwerdeführer selber die Drohungen ausgesprochen haben müsse, was nicht erstellt sei - dem Beschwerdeführer nach den Regeln der Mittäterschaft zu (angefochtener Entscheid E. 6.3 f. S. 26 f.). 1.4.4.2. Wenn die Vorinstanz im Rahmen ihrer Beurteilung der Verwertbarkeit der Aussagen von E.________ festhält, es handle sich bei den Aussagen von E.________ nicht um den einzigen und ausschlaggebenden Beweis für einen Schuldspruch, und dies mit den von ihr herangezogenen weiteren Beweisen der Aussagen von C.________ und der RTI-Daten begründet (vgl. angefochtener Entscheid E. 2.5.4.3 S. 16 f.), vermag dies - jedenfalls soweit sie damit den von ihr als richtig erachteten Schuldspruch wegen in Mittäterschaft begangener Erpressung meint, was anzunehmen ist, nachdem sich die Frage der Verwertbarkeit der Aussagen von E.________ nur dann stellt - mit Blick auf das Gesagte nicht zu überzeugen: Laut der Begründung im angefochtenen Entscheid ist die vom Beschwerdeführer vorgenommene Beauftragung von E.________ das entscheidende Element, um das Verhalten des Beschwerdeführers als mittäterschaftliches Handeln zu qualifizieren. Dass eine entsprechende Beauftragung erfolgte, lässt sich nur aus den Aussagen von E.________ ableiten. Weitere Anhaltspunkte aus anderen Beweismitteln, die ebenfalls auf eine Beauftragung oder auf allfällige andere Umstände hindeuten würden, die ein mittäterschaftliches Handeln annehmen liessen, liegen nicht vor. Die Vorinstanz bezeichnet die Aussagen von E.________ denn auch selber als "ausschlaggebend" für ihre Feststellung einer Beauftragung (vgl. angefochtener Entscheid E. 5.2 S. 20) und sie würdigt sie nur in Bezug auf sich selbst, ohne Einbezug anderer Beweismittel (vgl. angefochtener Entscheid E. 2.5.4.2 S. 14 ff.). Zu bemerken ist, dass eine Verurteilung wegen mittäterschaftlichen Handelns gemäss der vorinstanzlichen Begründung zwar nicht allein gestützt auf die Aussagen von E.________ möglich ist, sondern hierzu die erwähnten weiteren Beweise der Aussagen von C.________ und der RTI-Daten nötig sind, nämlich um die von E.________ ohne konkrete Namensangabe beschriebene "Person im Hintergrund", die ihn beauftragte und am Tattag begleitete, erst als Beschwerdeführer zu identifizieren. So sehr auch diese weiteren Beweismittel für eine Verurteilung erforderlich sind, so wenig vermögen sie zusätzliche Anhaltspunkte für eine vom Beschwerdeführer ausgegangene Beauftragung von E.________ oder für andere Umstände zu liefern, die den Schluss auf ein mittäterschaftliches Handeln zuliessen. Die von der Vorinstanz angeführten weiteren Beweise erlauben mithin in keiner Weise, das gestützt auf die nichtkonfrontierten Aussagen dem Beschwerdeführer angelastete relevante Tathandeln, d.h. die Beauftragung von E.________ mit der Vornahme von Erpressungshandlungen, zu verifizieren (anders etwa als im Fall, in dem neben den unkonfrontierten Aussagen der Belastungszeugin Aussagen einer weiteren Person herangezogen werden konnten, der die Belastungszeugin das Tatgeschehen geschildert hatte, vgl. Urteil 6B_249/2021 vom 13. September 2021 E. 2.3, oder im Fall, in dem zusätzlich zu den Aussagen des Belastungszeugen zahlreiche weitere Beweismittel bedeutsam bzw. gar entscheidend für das Tathandeln und damit den Schuldspruch waren, vgl. Urteile 6B_173/2022 vom 27. April 2022 E. 1.4.3 f. und 6B_75/2013 vom 10. Mai 2013 E. 3.3.3). Den Aussagen von E.________ ist bei dieser Sachlage entgegen der Beurteilung der Vorinstanz ausschlaggebende Bedeutung im Sinne der Rechtsprechung für die Verurteilung des Beschwerdeführers als Mittäter zuzumessen. Der Verweis der Vorinstanz auf die weiteren, ebenfalls notwendigen Beweise ist unbehelflich, um das Fehlen einer solchen ausschliesslichen Bedeutung zu begründen.