Citation: 7B_17/2021 E. 2.6

2.6. Die Vorinstanz wertet das vom Beschwerdeführer mehrfach im Versuch begangene Delikt der harten Pornografie im Sinne von Art. 197 Abs. 4 Satz 2 StGB zu Recht als hinreichend schwere Gefährdung der öffentlichen Ordnung im Sinne von Art. 5 Abs. 1 Anhang I FZA. Sie stellt willkürfrei fest, dass nicht von besonders günstigen Umständen ausgegangen werden könne und beim Beschwerdeführer eine grosse Unbelehrbarkeit und Renitenz bestehe. Zwar sei dem Beschwerdeführer zu attestieren, dass er sich nach seiner letzten Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr von den Konsequenzen eines Strafverfahrens beeindruckt gezeigt und sich bei der angeordneten Bewährungshilfe aktiv beteiligt habe, was insgesamt positiv zu werten sei. Ferner sei zu begrüssen, das der Beschwerdeführer nun wieder arbeitstätig sei. Dennoch würden, entgegen den Vorbringen des Beschwerdeführers, begründete Zweifel an einer günstigen Legalprognose verbleiben. Der Beschwerdeführer sei auch im Zeitpunkt seines vergangenen delinquenten Verhaltens im Bereich des SVG jeweils sozial eingebettet gewesen und habe bei seiner ehemaligen Pflegefamilie bzw. -mutter gelebt. Dies habe ihn indessen nicht davon abgehalten, weitere Straftaten zu begehen. Dem Schlussbericht über den Verlauf der Bewährungshilfe könne sodann entnommen werden, dass der mehrfach vorbestrafte Beschwerdeführer - trotz Auseinandersetzung mit Handlungsstrategien im Umgang mit Kontakten zu Minderjährigen im Rahmen der Bewährungshilfe - im Dezember 2020 während einer Phase von Kurzarbeit zum Zeitvertreib Fussballtrainings von Junioren zugeschaut habe. Trotz umgehend getroffener Vereinbarung, dies künftig zu unterlassen, und Einsicht seitens des Beschwerdeführers, wiesen diese Vorkommnisse weiterhin auf ein bestehendes problematisches Verhaltensmuster hin. Zudem tangiere die Pornographie mit Minderjährigen die sexuelle Integrität, die Selbstbestimmung sowie den Schutz der Jugend generell und damit hohe Rechtsgüter. Das Vorbringen des Beschwerdeführers, dass neben der schweren Gefährdung der öffentlichen Sicherheit im Sinne des FZA, welche eine Landesverweisung rechtfertigen würde, eben auch eine schwere Verletzung hoher Rechtsgüter Anwendungsvoraussetzung von Art. 66a Abs. 1 StGB bilde, verfängt nicht. Die Beurteilung im Einzelfall nach Art. 5 Abs. 1 Anhang I FZA beschlägt vordergründig das Risiko einer (wiederholten) Rechtsgüterverletzung und nicht die allenfalls im Einzelfall ausgebliebene Verwirklichung der Gefährdung als solche. Dem Beschwerdeführer mag zwar als Ersttäter bezüglich der Anlasstat in erster Instanz keine gravierendes Delikt sowie ein objektiv und subjektiv noch leichtes Verschulden mit geringer krimineller Energie attestiert worden sein. Die wiederholte Straffälligkeit gehe jedoch mit einer Gleichgültigkeit gegenüber dem Rechtsstaat einher (vgl. angefochtenes Urteil E. 8.3 sowie erstinstanzliches Urteil E. IV.4 ff., IV.4.5, IV.6.2 f.). Die vorinstanzliche Beurteilung nach Art. 5 Abs. 1 Anhang I FZA erweist sich als verhältnismässig, wenn sie die Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung durch die Rückfallgefahr des Beschwerdeführers im Sinne von Art. 197 Abs. 4 Satz 2 StGB im Beurteilungszeitpunkt als schwerwiegend und gegenwärtig erachtet.