Citation: 8C_118/2020 E. 6.1

6.1. Der Beschwerdeführer rügt weiter, die Praxisänderung der Suva-MV sei unzulässig, da sie gegen Art. 5 Abs. 3 und Art. 9 BV verstosse. Er bringt im Wesentlichen vor, die Vorinstanz sehe die ernsthaften und sachlichen Gründe für die Praxisänderung in der Angleichung an die aktuellen Regelungen bei der Invaliden- und Unfallversicherung. Damit verkenne sie, dass die gesetzlichen Vorgaben bei der Invaliden-, Unfall- und Militärversicherung bezüglich Amortisationsbeitrag grundsätzlich verschieden seien. Bei der Invalidenversicherung sei der Amortisationsbeitrag für Autos auf Fr. 3000.- begrenzt (Ziff. 10.04 Anhang HVI), während die Militärversicherung keine solche Begrenzung kenne. Die Unfallversicherung kenne überhaupt keine Amortisationsbeiträge für Fahrzeuge. Die Praxisänderung der Militärversicherung führe nicht zu einer Gleichbehandlung der Versicherten. Vielmehr erhalte er gestützt hierauf weniger als halb so viel wie ein Versicherter der Invalidenversicherung. Von einer Angleichung der Regelungen könne keine Rede sein. Während die neue Weisung Nr. 43 der Militärversicherung eine kilometerabhängige Zulage vorsehe, werde der Amortisationsbeitrag der Invalidenversicherung pauschal ausgerichtet. Es bestünden somit keine ernsthaften Gründe für eine Praxisänderung. Dies gelte um so weniger, als weder Vorinstanz noch Suva-MV dargelegt hätten, die neue Praxis entspreche einer besseren Erkenntnis des Gesetzestextes. Ebenso wenig lägen veränderte äussere Verhältnisse oder geänderte Rechtsanschauungen vor, welche die Praxisänderung rechtfertigten. Das Gebot der Rechtssicherheit sei umso höher zu gewichten, als er die PW-Zulage seit beinahe zwanzig Jahren gestützt auf die frühere Verwaltungspraxis bezogen habe und sie im Jahr 2015 sogar von ca. Fr. 360.- um rund Fr. 100.- erhöht worden sei. Auch wenn die PW-Zulage jeweils befristet gewesen sei, habe er nicht damit rechnen müssen, dass sie bei unveränderter Sach- und Rechtslage aufgrund einer Praxisänderung auf einen Bruchteil gekürzt und er deutlich schlechter gestellt würde als Versicherte der Invalidenversicherung. Zudem sei ihm die Praxisänderung nicht angekündigt worden. Obwohl die neue Weisung Nr. 43 seit 1. Januar 2016 in Kraft gewesen sei, sei er darüber erst am 22. September 2017 orientiert worden. Sie sei zudem weder publiziert worden noch öffentlich zugänglich.