Citation: 9C_287/2010 11.06.2010 E. A

H.________, geboren 1993, wurde von seinen Eltern am 7. August 2007 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug (medizinische Massnahmen: "Visualtraining" zur Behandlung eines versteckten Schielens) angemeldet. Am 3. September 2007 teilten die Eltern des H.________ der IV-Stelle des Kantons Aargau mit, ihr Sohn befinde sich seit Frühjahr 2007 bei Frau G.________ in Abklärung respektive im Visualtraining. Die IV-Stelle ersuchte den Hausarzt Dr. med. B.________, FMH für Allgemeinmedizin, am 11. September 2007 um einen Arztbericht für Kinder/Jugendliche. Mit Schreiben vom 26. Oktober 2007 an die IV-Stelle erklärten die Eltern des H.________, Dr. med. B.________ könne den Fragebogen nicht komplett ausfüllen, da er Hausarzt sei und ihren Sohn an die betreffenden Fachstellen überwiesen habe; auch handle es sich bei Dr. med. B.________ nicht um einen Spezialisten für verstecktes Schielen. Dr. med. B.________ teilte der IV-Stelle am 30. Oktober 2007 mit, es sei ihm erst nach längerer Zeit gelungen, mit der Mutter des H.________ Kontakt aufzunehmen. Diese habe ihm berichtet, dass er "hausärztlicherseits nicht betroffen sei", weshalb er den Bericht leer zurücksende. Auf entsprechende Anfrage erhielt die IV-Stelle von der Augenklinik am Spital X.________ am 9. November 2007 telefonisch die Auskunft, dass H.________ dort aufgrund einer Anmeldung durch die Eltern vor fünf Jahren vorstellig geworden sei; entsprechende Berichte existierten nicht. Auch eine Nachfrage der IV-Stelle bei Dr. med. J.________, FMH für Ophtalmologie, vom 12. November 2007, verlief ergebnislos, indem ihr am 23. Januar 2008 ebenfalls telefonisch mitgeteilt wurde, H.________ sei dort im Jahre 1998 letztmals in Behandlung gewesen; es könne daher weder ein Bericht angefertigt noch eine ärztliche Verordnung für das Visualtraining ausgestellt werden. Nachdem die IV-Stelle den Eltern des H.________ am 15. Februar 2008 mitgeteilt hatte, eine Prüfung des Gesuchs könne ohne ärztliche Verordnung nicht erfolgen, bestätigte Dr. med. B.________ am 11. März 2008, dass H.________ an einem versteckten Schielen leide, weshalb er ihn zur Abklärung sowie zum Visualtraining an Frau G.________ überwiesen habe. Hierauf holte die IV-Stelle einen Bericht der Frau G.________ vom 2. April 2008 ein. Nach Stellungnahme des Regionalen Ärztlichen Dienstes (Frau Dr. med. L.________) vom 10. April 2008, durchgeführtem Vorbescheidverfahren und nochmaliger Stellungnahme der RAD-Ärztin Dr. med. L.________ vom 30. Juli 2008 verfügte die IV-Stelle am 29. August 2008 die Abweisung des Leistungsbegehrens.