Citation: 2C_468/2020 E. 7.2.2

7.2.2. Anders als nach der Beschwerde ist auch das Alter des Beschwerdeführers im Zeitpunkt der Begehung seiner Straftaten bei der vorliegend vorzunehmenden Verhältnismässigkeitsprüfung nicht ausschlaggebend: Rechtsprechungsgemäss bleibt zwar bei jugendlichen Straftätern, welche im Aufnahmestaat sozialisiert wurden, im Falle überwiegend nicht gewalttätiger Delikte grundsätzlich nur wenig Raum für die Rechtfertigung einer Aufenthaltsbeendigung (vgl. Urteil 2C_833/2015 vom 24. März 2016 E. 3.5 mit Hinweis). Indessen war der Beschwerdeführer im Tatzeitpunkt unbestrittenermassen nicht mehr minderjährig; auch hat er jedenfalls seine Kindheitsjahre nicht in der Schweiz verbracht. Zudem kann im Fall von Gewaltdelikten (wie der vorliegenden versuchten schweren Körperverletzung) je nach Gewichtung der übrigen, ebenfalls bei der Interessenabwägung zu berücksichtigenden Elemente das öffentliche Interesse an einer Ausreise des Straftäters dessen privates Interesse an einem Verbleib im Aufnahmestaat überwiegen (vgl. Urteil 2C_431/2016 vom 9. Januar 2017 E. 3.3 mit Hinweisen).