Citation: 8C_396/2022 E. 5.1

5.1. Die Vorinstanz hielt diesbezüglich zunächst fest, es erscheine an sich richtig, dass die IV-Stelle die im IK-Auszug des Beschwerdegegners aufgeführten Einkommen der Jahre 2010 (Fr. 29'400.-) und 2011 (Fr. 9'094.-) nicht berücksichtigt habe, da sich das Geschäft in diesen Jahren noch im Aufbau befunden habe. Weiter stimme grundsätzlich auch mit der Rechtsprechung überein, dass die IV-Stelle infolge der grossen Einkommensunterschiede von Fr. 32'300.- im Jahr 2012, von Fr. 32'700.- im Jahr 2013 und von Fr. 46'200.- im Jahr 2014 auf den entsprechenden Durchschnittswert abgestellt habe. Aufgrund des massiven Einbruchs des Einkommens im Jahr 2015 auf Fr. 9'333.- - welchen die IV-Stelle zugunsten des Beschwerdegegners nicht in die Berechnung des Durchschnittswerts habe einfliessen lassen - stelle sich jedoch die Frage, ob er, relativ wenige Jahre nach dem Aufbau des Geschäfts, auch im Gesundheitsfall an dieser Tätigkeit festgehalten hätte. So falle auf, dass er in den fünf Jahren seit der Eröffnung seines Geschäfts bis zum Beginn der Symptome der multiplen Sklerose im Januar 2016 jeweils nur ein relativ tiefes Einkommen erzielt habe. Es sei denkbar, dass der Beschwerdegegner aufgrund des Aufwärtstrends ab dem Jahr 2012 und des 2014 erzielten Einkommens auf eine deutliche Verbesserung gehofft habe. Jedoch erscheine nicht überwiegend wahrscheinlich, dass er die selbstständige Tätigkeit nach dem massiven Einkommensrückgang im Jahr 2015 als Gesunder weiterhin ausgeübt hätte, zumal mangels entsprechender Hinweise auch nicht angenommen werden könne, dass sich das Geschäft erholt hätte. Vielmehr sei davon auszugehen, dass der Beschwerdegegner die selbstständige Erwerbstätigkeit aufgegeben hätte, da mit einem so tiefen Einkommen auf Dauer kein Auskommen gewesen wäre.