Citation: 1C_37/2023 E. B

Bei der Baukontrolle vom 19. November 2019 stellte der kommunale Baukontrolleur fest, dass der Abluftkamin ("Abzug Küche") des neuen Restaurants abweichend von der Baubewilligung nicht um die Traufe herum und dem Dach entlang zum First gezogen worden war. Mit Beschluss vom 26. November 2019 erwog die kommunale Hochbaukommission, dass der Abluftkamin in der bewilligten Ausführung und in Kupfer ausgeführt weniger stark in Erscheinung getreten wäre. Weiter rage der Kamin im Bereich der Dachtraufe auf das Nachbargrundstück, da die Ausführung ohne Dachdurchdringung erfolgt sei. Die Abweichung wurde jedoch akzeptiert, nachdem sich die vom Abluftkamin tangierte Grundeigentümerin am 13. Februar 2020 damit einverstanden erklärte, dass die Leitungsabführungen des Abluftkamins im realisierten Ausbaustand belassen werden. Für die Nutzung des Grundstückes Nr. 862 zur Leitungsführung des Abluftkamins schlossen die Eigentümerin von Nr. 862 und E.________ am 2. Februar 2020 einen Mietvertrag ab. Im Januar 2020 und mit Schreiben vom 7. Februar 2020 beklagte sich A.________, die auf dem südlich des Baugrundstücks liegenden und von diesem nur durch die Eisengasse getrennten Grundstück Nr. 875 wohnt, erfolglos über Geruchsimmissionen aus dem Betrieb des Grillhauses B.________ sowie des Take-Away-Lokals der C.________ GmbH, das sich im gleichen Gebäude, jedoch auf dem Grundstück Nr. 864 (südwestlicher Teil des Gebäudes), befindet. Eine Kontrolle des Amts für Umwelt und Energie ergab Gerüche von Imbissen in der ganzen Umgebung, ohne dass diese angesichts verschiedener Restaurants und Imbisse eindeutig zugeordnet werden konnten. Mit Schreiben vom 21. Oktober 2020 ans Amt für Umwelt und Energie machte die nunmehr anwaltlich vertretene A.________ erneut die Bau- und Umweltschutzrechtswidrigkeit des Kamins geltend und ersuchte um Einsicht in die Bauakten. Hierzu äusserte sich das Amt für Umwelt und Energie mit Schreiben vom 28. Oktober 2020. Unter Verweisung auf eine Betriebskontrolle vom 2. September 2020 hielt es an der Rechtskonformität des Kamins fest und stellte weitergehende Schritte nur in Aussicht, falls mehr als 25 % der Anwohner die Abluft aus dem Kamin als übermässige Immission taxierten. Mit Eingabe vom 5. März 2021 an den Gemeinderat Ingenbohl beantragte A.________, die B.________ GmbH (Grillhaus) und die C.________ GmbH (Take-Away) als Verhaltensstörer seien im Rahmen der Baukontrolle seitens der Gemeinde Ingenbohl (als primäre Bewilligungsbehörde) innert 40 Tagen zu verpflichten, Kamin und Fortluftanlagen fachgerecht zu sanieren bzw. sanieren zu lassen, damit die umweltrechtlichen Vorgaben erfüllt sind und störende Geruchsimmissionen verhindert werden. Sollte eine Sanierung nicht innert Frist möglich sein, sei der B.________ GmbH und der C.________ GmbH der Betrieb des Grills bzw. des Kamins zu verbieten. Eine allfällige Koordination mit dem Amt für Umwelt und Energie als weitere Bewilligungsbehörde sei unter Federführung der Gemeinde Ingenbohl vorzunehmen. Sollte die Gemeinde Ingenbohl wider Erwarten keine Sanierungsverfügung erlassen wollen, sei eine anfechtbare Verfügung zu erlassen. Gestützt auf eine Stellungnahme des Amts für Umwelt und Energie vom 22. April 2021 wies der Gemeinderat das Gesuch um Erlass einer Sanierungsverfügung mit Beschluss Nr. 547 vom 17. Mai 2021 ab. Dagegen erhob A.________ mit Eingabe vom 10. Juni 2021 Beschwerde beim Regierungsrat des Kantons Schwyz. Mit Beschluss (RRB) Nr. 470/2022 vom 8. Juni 2022 hiess der Regierungsrat die Beschwerde gut und hob den Beschluss Nr. 547 des Gemeinderats Ingenbohl vom 17. Mai 2021 auf. Weiter wies er die Sache im Sinne der Erwägungen zur vertieften Sachverhaltsabklärung und zu neuem Entscheid an die Vorinstanzen zurück. Dagegen erhoben die B.________ GmbH, die C.________ GmbH sowie D.________ am 28. Juni 2022 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz. Mit Entscheid vom 25. November 2022 hiess das Verwaltungsgericht die Beschwerde gut, hob den angefochtenen RRB Nr. 470/2022 vom 8. Juni 2022 auf und bestätigte den Beschluss Nr. 547 des Gemeinderates Ingenbohl vom 17. Mai 2021.