Citation: 4A_135/2024 E. A

Die A.________ GmbH (Schweiz) und ihre deutsche Schwestergesellschaft die B.________ GmbH (Klägerinnen, Beschwerdeführerinnen) sowie die C.________ GmbH (Schweiz) (Beklagte, Beschwerdegegnerin) sind in der Softwareentwicklung, im Softwarevertrieb und in der Softwarepflege tätig. Im vorliegenden Verfahren geht es um Komponenten der "X.________" bzw. in "Y.________" umbenannten Software, wobei für die hier betroffene Automobilbranche die Fabrikplanungssoftware einerseits ("Fabrikplanung") und die Gebäudeplanungssoftware andererseits ("TGA") im Vordergrund stehen. Die A.________ GmbH und die B.________ GmbH stehen auf dem Standpunkt, die Rechte an der streitgegenständlichen Software stünden ausschliesslich ihnen zu. Die C.________ GmbH benutze sie unter Verletzung ihrer Urheberrechte und verstosse aufgrund der Verwendung einer fremden Leistung gegen Art. 5 UWG (kurz: "Softwareklau"). Die C.________ GmbH bestreitet den "Softwareklau". Sie sei infolge "Abtretung" berechtigt, die Software zu nutzen. Die Entwicklung der Software sei von der D.________ AG (vormals E.________ AG), der F.________ AG, der G.________ AG sowie der H.________ AG, alle Mitglieder des "Verbands der Automobilindustrie" ("VDA") in Auftrag gegeben worden. Die Fabrikplanung gehöre aufgrund der in den Aufträgen stets enthaltenen Allgemeinen Vertrags- oder Geschäftsbedingungen ("AGB") ausschliesslich den genannten VDA-Mitgliedern. Diesen Unternehmen stünden ausschliessliche Rechte an der Fabrikplanung zu, die sie an die C.________ GmbH abgetreten bzw. unterlizenziert hätten. In Bezug auf die TGA sei es zwischen der A.________ GmbH und E.________ AG zum Abschluss der Lizenzvereinbarung vom 13. August 2020 gekommen, wonach die Rechte an der TGA beiden Parteien, mithin auch E.________ AG zustünden. Die A.________ GmbH habe E.________ AG mit der Lizenzvereinbarung umfassende Nutzungsrechte an der TGA eingeräumt, die E.________ AG der C.________ GmbH habe überlassen dürfen.