Citation: 9C_637/2022 E. 4.2

4.2. Die Beschwerdeführer vertreten dagegen die Auffassung, bei den aufgerechneten Zuwendungen handle es sich ausnahmslos um Vergabungen, die dem Sinn und Zweck von Art. 335 ZGB entsprechen würden, d.h. um solche, die der Erziehung dienten (insbesondere Schulgelder) oder aber der Finanzierung von ergänzenden erzieherischen Massnahmen. Der Schenkungswille gehe schon aus der Stiftungsurkunde hervor und entspreche allgemein dem Sinn sowie dem Zweck von Familienstiftungen. Ziel des Stifters sei es, seinen Nachkommen über mehrere Generationen die bestmögliche Ausbildung zu ermöglichen. Genau zu diesem Zweck habe der Gesetzgeber das Institut der Familienstiftung geschaffen, damit ein Stifter seinen Nachkommen eine Schenkung zukommen lassen könne, ohne dass es den Zwischengenerationen ermöglicht werde, dies zu verhindern. Somit handle die A.________ Familienstiftung durchaus freiwillig. Die Vergabungen erfolgten - wie für eine Schenkung gefordert - mit dem Schenkungswillen des Stifters und ohne Gegenleistung. Es gebe für die Stiftung keine ihr durch die Statuten auferlegte Rechtspflicht, ebenso wenig ein Recht der Destinatäre, Vergabungen vorzunehmen bzw. zu fordern.