Citation: 4A_525/2018 E. 2.1

2.1. So setzt sich die Beschwerdeführerin im Zusammenhang mit der von der Vorinstanz bejahten Sorgfaltspflichtverletzung nicht, jedenfalls nicht auf genügend konkrete Weise mit den vorinstanzlichen Erwägungen auseinander, wonach D.________ seine Sorgfaltspflicht verletzte, indem er die Liegenschaft vom Privat- in das Gesellschaftsvermögen überführte, ohne nähere Auskünfte einzuholen oder sich eingehend mit der Beurteilungspraxis der Steuerbehörden zu beschäftigen. Damit ist die von der Beschwerdeführerin in diesem Zusammenhang vorgebrachte Kritik nicht zu berücksichtigen. Doch wäre der Schluss der Vorinstanz auch nicht zu beanstanden, wenn die Beschwerdeführerin rechtsgenügliche Rügen erhoben hätte. D.________ sicherte nach den Erwägungen der Vorinstanz ohne Weiteres zu, es handle sich bei der Übertragung der diversen Vermögenswerte vom Privatvermögen der beteiligten Personen in das Gesellschaftsvermögen um einen reinen "Asset-Deal", bei dem keine Steuern anfallen würden. Die Beschwerdeführerin wendet hiergegenein, D.________ habe im ersten Gespräch ohne fundierte Kenntnisse der Akten mögliche Vorgehensweisen skizziert. Es sei klar gewesen, dass keine Aussagen darüber gemacht werden können, wie hoch die Steuerlast zukünftig ausfallen würde. Insofern die Beschwerdeführerin mit diesen Vorbringen die vorinstanzliche Feststellung in Frage stellt, D.________ habe zugesichert, es würden hierbei keine Steuern anfallen, stellt sie lediglich dem festgestellten Sachverhalt im angefochtenen Ur teil ihre eigene Darstellung des Sachverhalts gegenüber, ohne eine willkürliche Feststellung zu behaupten, geschweige denn zu begründen ("offensichtlich unrichtig" nach Art. 105 Abs. 2 BGG bedeutet "willkürlich" [BGE 140 III 115 E. 2 S. 117; 135 III 397 E. 1.5]). Damit ist die Feststellung der Vorinstanz, es sei insoweit Steuerfreiheit zugesichert worden, dem Urteil des Bundesgerichts zugrunde zu legen (Art. 105 Abs. 1 BGG). Inwiefern die Beschwerdeführerin bei angefallenen Grundstück- und Handänderungssteuern entgegen dem Schluss der Vorinstanz trotz zugesicherter Steuerfreiheit keine Sorgfaltspflicht verletzt haben sollte, legt sie nicht dar und ist auch nicht ersichtlich. Der unsubstanziierte Einwand, die Steuerverwaltung Thurgau habe ihre Praxis geändert, entlastet die Beschwerdeführerin jedenfalls nicht. Als beauftragte Steuerberaterin wäre sie nach Art. 398 Abs. 2 OR zur umfassenden Wahrung der Interessen ihrer Auftraggeberin verpflichtet gewesen und hätte mit grösster Sorgfalt alles vorzukehren gehabt, was nach den Verhältnissen und bei verständiger Würdigung der gegebenen Situation als geboten erschien, wozu - sollte es sich denn um eine unklare Rechtslage gehandelt haben - mitunter soweit erforderlich und tunlich die Einholung von Auskünften bei Behörden über ihre Praxis gehört (vgl. Urteil 4C.316/2001 vom 7. Februar 2002 E. 2b mit Hinweisen). Sodann wäre die Sorgfaltspflichtverletzung auch zu bejahen, falls C.________ - wie die Beschwerdeführerin behauptet - als erfahrener Liegenschaftenverwalter ebenfalls hätte erahnen können, dass Grundstückgewinn- und Handänderungssteuern anfallen. Denn die Beschwerdeführerin behauptet selbst nicht, C.________ sei in Steuersachen auf eine mit ihrer Expertise vergleichbare Art und Weise fachkundig. Wenn C.________ aber bereits aufgrund seiner angeblichen Erfahrung als Liegenschaftenverwalter die Möglichkeit des Steueranfalls hätte erahnen können, auf die Steuerfreiheit aber zufolge der Zusicherung seiner Steuerberaterin vertraute, erscheint die begangene Sorgfaltspflichtverletzung als umso schwerwiegender. Mangels Auswirkung dieser behaupteten Steuerkenntnisse von C.________ auf den Ausgang des Verfahrens (vgl. Art. 97 Abs. 1 BGG) ist es auch irrelevant, ob das Obergericht in diesem Zusammenhang - wie die Beschwerdeführerin weiter kritisiert - Zeugen- und Parteiäusserungen unberücksichtigt gelassen hat.