Citation: 2P.369/1998 21.03.2000 E. 3.-

a) Der Beschwerdeführer rügt eine Verletzung der Rechtsgleichheit. Besoldungskürzungen dürften nicht ohne besondere Rechtfertigung einseitig zu Lasten einzelner Be- rechtigter oder bestimmter Gruppen erfolgen. Die vom Kanton vorgebrachten Gründe für die Tieferstufung der Ärzte seien unsachlich. Eine im Jahre 1995 durchgeführte analytische Ar- beitsbewertung habe ergeben, dass Assistenzärzte in die Lohnklassen 17 und 19, Oberärzte in die Klassen 21 und 22 einzustufen seien. Die angefochtene Reduktion widerspreche dieser Bewertung; für eine Neubewertung lägen keine Gründe vor. Zudem habe das Sanitätsdepartement gegenüber dem Re- gierungsrat das Ergebnis der 1995 durchgeführten Bewertung verschwiegen. Die vom Kanton angestellten Vergleiche mit an- deren Kantonen und anderen Praktikantenstellen seien unhalt- bar. Es bestehe somit keine besondere Rechtfertigung, um einseitig bei Assistenz- und Oberärzten die Besoldung zu kürzen. b) Die Verfassung enthält keine besonderen Anfor- derungen an die Unterlagen, welche ein antragstellendes De- partement dem über eine Verordnungsänderung entscheidenden Regierungsrat unterbreiten muss. Auch Lehre und Rechtspre- chung haben bisher keine diesbezüglichen Regeln entwickelt. Aus allgemeinen Grundsätzen des staatlichen Handelns ist zu folgern, dass derartige Anträge nicht irreführend oder krass lückenhaft sein dürfen. Umgekehrt können aber daran nicht allzu hohe Anforderungen gestellt werden. Es ist zu berück- sichtigen, dass die übrigen Mitglieder des Regierungsrates in der Regel über die zu entscheidenden Fragen ebenfalls ei- nigermassen informiert sind und zudem an der Regierungsrats- sitzung oder in einem verwaltungsinternen Vorverfahren vom antragstellenden Departement weitere Informationen verlangen können. Der Antrag des Sanitätsdepartements vom 31. August 1998 an den Regierungsrat wies ausdrücklich darauf hin, dass durch die vorgesehene Verordnungsänderung der Lohn der As- sistenz- und Oberärzte gesenkt werde. Das Ausmass dieser Senkung war aus einem Vergleich mit der geltenden Verordnung ersichtlich. Ausdrücklich begründet wurde zudem, weshalb bei Assistenzärzten im Hinblick auf die Ausbildungssituation die Bewertung nach dem Basler Arbeitsbewertungssystem nicht kor- rekt durchführbar sei. Eine irreführende Information kann in diesen Unterlagen nicht erblickt werden. c) Das öffentliche Dienstrecht wird durch die je- weilige Gesetzgebung bestimmt; es macht deshalb, auch was die vermögensrechtliche Seite betrifft, grundsätzlich die Entwicklung mit, welche die Gesetzgebung erfährt. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts kommt den finanziellen Ansprüchen der Beamten in der Regel nicht der Charakter wohlerworbener Rechte zu, sofern nicht das Gesetz die ent- sprechenden Beziehungen ein für alle Mal festlegt und von den Einwirkungen der gesetzlichen Entwicklung ausnimmt oder bestimmte, mit einem einzelnen Anstellungsverhältnis verbun- dene Zusicherungen abgegeben worden sind. Soweit die ver- mögensrechtlichen Ansprüche keine wohlerworbenen Rechte darstellen, sind sie gegenüber Rechtsänderungen nur nach Massgabe des Willkürverbots und des Gebots der Rechtsgleich- heit geschützt; der Beamte kann sich aufgrund von Art. 4 aBV bzw. Art. 8 Abs. 1 und Art. 9 BV dagegen zur Wehr setzen, dass solche Ansprüche willkürlich abgeändert, nachträglich entzogen oder im Wert herabgesetzt werden und dass Eingriffe ohne besondere Rechtfertigung einseitig zu Lasten einzelner Berechtigter oder bestimmter Gruppen erfolgen (BGE 118 Ia 245 E. 5b S. 255 f.; Pra 1998 31 227, E. 3b; Pra 1997 1 E. 3b; je mit Hinweisen; Regula Kägi-Diener, Beamte zwischen Recht und Finanzen, in: recht 1995 S. 10 ff., 15 f.; Müller, a.a.O., S. 841 f.). d) Das bedeutet nicht, dass es unzulässig wäre, Be- soldungskürzungen nur für einzelne Funktionen oder Bereiche vorzunehmen. Die zuständigen Behörden haben von Verfassungs wegen einen grossen Ermessensspielraum in Organisations- und Besoldungsfragen. Art. 4 aBV bzw. Art. 8 Abs. 1 BV ist ver- letzt, wenn gleichwertige Arbeit ungleich entlöhnt wird. Ob verschiedene Tätigkeiten als gleichwertig zu betrachten sind, hängt jedoch von Beurteilungen ab, die unterschiedlich ausfallen können. Innerhalb der Grenzen des Willkürverbots und des Rechtsgleichheitsgebots sind die Behörden befugt, aus der Vielzahl denkbarer Anknüpfungspunkte die Tatbe- standsmerkmale auszuwählen, die für die Besoldung von Beam- ten massgebend sein sollen (BGE 125 I 71 E. 2c/aa S. 79; 124 II 409 E. 9b S. 426 f.; 123 I 1 E. 6b S. 8; 121 I 102 E. 4a/c S. 104 f.). Das Bundesgericht übt eine gewisse Zu- rückhaltung und greift von Verfassungs wegen bloss ein, wenn der Kanton mit den Unterscheidungen, die er trifft, eine Grenze zieht, die sich nicht vernünftig begründen lässt, die unhaltbar und damit in den meisten Fällen auch geradezu willkürlich ist (BGE 123 I 1 E. 6a S. 7 f., mit Hinweisen; Ulrich Häfelin/Walter Haller, a.a.O., S. 514 ff.). Das Bundesgericht hat deshalb den politischen Be- hörden einen grossen Spielraum in der Ausgestaltung von Besoldungsordnungen zugestanden. So wurden beispielsweise bereits innerhalb verschiedener Kategorien von Lehrkräften folgende Lohndifferenzen als verfassungsrechtlich haltbar anerkannt: - fast 22% zwischen Primar- und Orientierungsschul- lehrern (BGE 121 I 49 E. 4c S. 53 f.); - rund 6,6% bzw. 12% zwischen Hauptlehrern und Lehrbeauftragten (BGE 121 I 102 E. 4d S. 106 f.; unveröf- fentlichtes Urteil i.S. B. vom 10. Dezember 1993, E. 5a/bb); - rund 20-26% zwischen zwei Lehrerkategorien, die sich in der Ausbildung unterschieden (dreijährige Lehreraus- bildung gegenüber Matura und anschliessendes Lizentiat), aber teilweise an der gleichen Schule unterrichteten (nicht veröffentlichtes Urteil vom 27. September 1996 i.S. W., E. 2); - fast 10% zwischen Logopädinnen mit Grundausbil- dung Matur und solchen mit Lehrerpatent (BGE 123 I 1 E. 6h S. 11); - 6,73% Besoldungsunterschied und zusätzlich 7,41% Unterschied in der Zahl der Pflichtstunden zwischen kauf- männischen und gewerblich-industriellen Berufsschullehrern (nicht veröffentlichtes Urteil vom 10. August 1998 i.S. A., E. 4); - rund 18% zwischen Mittelschullehrern und Berufs- schullehrern trotz gleicher Ausbildung (nicht veröffentlich- tes Urteil vom 6. Oktober 1999 i.S. F., E. 3c). Dieser grosse Ermessensspielraum besteht umso mehr, wenn nicht ein Vergleich zwischen verwandten, sondern zwi- schen unterschiedlichen Tätigkeiten zur Diskussion steht. Ob beispielsweise die Arbeit von Ärzten mehr oder weniger wert ist als diejenige von Lehrern, Psychologen, Juristen oder anderen Berufsgattungen, lässt sich nicht nach feststehenden Bewertungskriterien objektiv feststellen, sondern hängt ab von der gesellschaftlichen Wertschätzung, die einer bestimm- ten Tätigkeit entgegengebracht wird (BGE 125 II 385 E. 5b S. 390; ZBl 98/1997 S. 210, E. 2b; nicht veröffentlichtes Urteil vom 19. November 1998 i.S. B., E. 2e). Dementspre- chend ist der verfassungsrechtliche Spielraum hier grösser als innerhalb verschiedener Kategorien desselben Berufs. e) Der Beschwerdeführer stellt unter Berufung auf ein vom ihm vorgelegtes Rechtsgutachten die zurückhaltende Praxis des Bundesgerichts in Frage. Es sei nicht gerechtfer- tigt, im Rahmen des allgemeinen Rechtsgleichheitsgebots an- dere Prüfungsmassstäbe anzuwenden als bei der Beurteilung einer Geschlechtsdiskriminierung, da das Diskriminierungs- verbot nichts anderes sei als eine Konkretisierung des all- gemeinen Gleichbehandlungsgebots (ebenso Paul Richli, AJP 1995 S. 1202 f.; Vincent Martenet, L'égalité de rémunération dans la fonction publique, in: AJP 1997 S. 825 ff., 838 f.). Für eine fundierte Beurteilung der geltenden Besoldungsre- gelungen müsste vorab mittels analytischer Arbeitsplatzbe- wertungen Klarheit geschaffen werden, welche Berufssparten vergleichbare Anforderungen stellten. Erst auf einer solchen Basis könnten Quervergleiche erfolgen. Dieser Auffassung kann nicht gefolgt werden: Im Be- reich der Lohngleichheit zwischen Mann und Frau (Art. 4 Abs. 2 Satz 3 aBV bzw. Art. 8 Abs. 3 Satz 3 BV) ist der Er- messensspielraum der zuständigen Behörden eingeschränkt. Das Bundesgericht stellt erhöhte Anforderungen an die Rechtfer- tigung von Besoldungsunterschieden und hebt ungeachtet der Auswirkungen auf das bestehende Lohngefüge Besoldungsrege- lungen auf, die eine unbegründete Ungleichbehandlung der Ge- schlechter darstellen (BGE 124 II 436 E. 11b/c S. 457 f.; 123 I 1 E. 6b S. 8; 118 Ia 35 E. 2d/e S. 38 f.; 117 Ia 262 E. 3c S. 267). Dies ist aber nur darauf zurückzuführen, dass nach ausdrücklicher Verfassungsvorschrift die Geschlechtszu- gehörigkeit weder direkt noch indirekt ein Kriterium für Be- soldungsunterschiede sein darf (BGE 125 I 71 e. 2c/aa S. 79 f.; 125 II 385 E. 5b S. 390; 124 II 409 E. 9b S. 427). Wird eine geschlechtsbedingte Besoldungsdiskriminierung geltend gemacht, muss daher eingehend überprüft werden, ob ein Be- soldungsunterschied nicht in Wirklichkeit eine - verdeckte - Diskriminierung darstellt. Einzig darauf bezieht sich die Einschränkung des Ermessensspielraums der Behörden (BGE 125 I 71 E. 3b S. 81; 125 II 385 E. 5b und d S. 390 ff.). Abge- sehen von der Geschlechtszugehörigkeit (und allenfalls wei- teren Diskriminierungstatbeständen, Art. 8 Abs. 2 BV; vgl. ZBl 98/1997 S. 210, E. 2c) enthält jedoch die Verfassung keine Vorschrift darüber, welche Kriterien für die Lohnein- reihung herangezogen werden dürfen. Es fehlt insoweit an verfassungsrechtlichen Vorgaben, anhand deren das Bundesge- richt als Verfassungsgericht in der Lage wäre, gewisse Be- wertungen als zulässig, andere hingegen als unzulässig zu bezeichnen. Es gelten daher diesbezüglich die allgemeinen Regeln, wonach alle Differenzierungskriterien erlaubt sind, die sich mit sachlichen Überlegungen begründen lassen (ZBl 98/1997 S. 210, E. 2c; nicht veröffentlichtes Urteil vom 19. November 1998 i.S. B., E. 2g). f) Unzutreffend ist auch die in der Lehre teilweise geäusserte Kritik, das Bundesgericht nehme mit seiner zu- rückhaltenden Praxis aktuelle Rechtsungleichheiten in Kauf, um hypothetische zu vermeiden (so Martenet, a.a.O., S. 837 f.). Die Formulierung, der Verfassungsrichter laufe Gefahr, neue Ungleichheiten zu schaffen, wenn er im Hinblick auf zwei Kategorien von Bediensteten Gleichheit erzielen wolle (BGE 123 I 1 E. 6b S. 8), bedeutet nicht, dass bestehende Rechtsungleichheiten zu tolerieren wären, um künftige zu vermeiden. Diese Feststellung ergibt sich ganz einfach da- raus, dass es keine verfassungsrechtlichen Kriterien gibt, um zu beurteilen, ob diejenigen Lohnunterschiede, die infol- ge einer Neuregelung entstünden, besser zu rechtfertigen wä- ren als die bisherigen. g) Arbeitsplatzbewertungen können deshalb von Ver- fassungs wegen für die Besoldungseinstufung öffentlicher Bediensteter nicht die Bedeutung haben, die ihnen der Be- schwerdeführer beimisst. Solche Bewertungen beruhen darauf, dass Kriterien festgelegt und mit einer bestimmten Gewich- tung versehen werden. Die zu beurteilenden Funktionen werden alsdann anhand dieser Kriterien in eine Skala eingestuft. Die gewichtete Summe der Skalenpunkte ergibt einen gesamten Arbeitswert der betreffenden Funktion (vgl. BGE 125 II 385 E. 4 S. 387 ff.; 124 II 409 E. 10 S. 429 ff.). Die quantita- tiv präzisen Ergebnisse solcher Analysen können aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Auswahl und Beschreibung der Kriterien und insbesondere deren Gewichtung nicht objek- tiv sind, sondern bestimmte Wertungen reflektieren (BGE 125 II 385 E. 5b S. 390; 124 II 409 E. 9b S. 426 f.). Es gibt denn auch verschiedene arbeitswissenschaftliche Verfahren, die sich je in der Aufgliederung, Gewichtung und Bewertung der Anforderungen voneinander unterscheiden (BGE 125 I 71 E. 2c/aa S. 79; 125 II 385 E. 5c S. 391; 124 II 409 E. 9b S. 427). Eine Änderung in diesen Wertungen kann zu starken Veränderungen in der Gesamtbeurteilung der Funktionen füh- ren. Dass eine analytische Arbeitsplatzbewertung zu einer bestimmten Einreihung einer gewissen Funktion führt, kann daher von vornherein nicht bedeuten, dass einzig diese Ein- stufung verfassungsmässig haltbar ist und jede andere ver- fassungswidrig wäre (BGE 125 II 385 E. 5d S. 391 f.; nicht veröffentlichtes Urteil vom 19. November 1998 i.S. B., E. 2g). Es besteht deshalb von Verfassungs wegen kein An- spruch darauf, dass Lohneinstufungen auf der Basis von ana- lytischen Arbeitsplatzbewertungen vorgenommen werden müssen (BGE 121 I 49 E. 4b S. 52 f.; nicht veröffentlichtes Urteil vom 6. Oktober 1999 i.S. F. E. 3a). Die angefochtene Verordnung wird deshalb nicht schon dadurch verfassungswidrig, dass sie von einer früher erstellten Arbeitsbewertung abweicht. Der Beschwerdeführer bringt auch nicht vor, inwiefern die frühere Analyse korrek- ter sein soll als diejenige, auf die sich der Regierungsrat stützte. h) Hinzu kommt, dass Arbeitsplatzbewertungen die zu bewertende Funktion unabhängig von der Situation am Arbeits- markt beurteilen. Nach marktwirtschaftlichen Überlegungen ergibt sich der Wert eines Gutes aus dem Verhältnis von Angebot und Nachfrage. Demgegenüber gehen analytische Ar- beitsplatzbewertungen von einem grundsätzlich anderen Wer- tigkeitsbegriff aus. Sie stellen nicht auf den Marktwert, sondern auf die zu erfüllenden Anforderungen ab und stehen damit in der Tradition eines "pretium iustum", welche davon ausgeht, dass es für ein bestimmtes Gut einen "richtigen" Preis gebe. Diese Auffassung unterscheidet sich fundamental von der marktwirtschaftlichen Überlegung. Auch der Beschwer- deführer und das von ihm eingeholte Privatgutachten gehen offensichtlich davon aus, es gebe eine "korrekte" Arbeits- platzbewertung, die für die Einstufung massgebend sein soll. Verfassungsrechtlich trifft das jedenfalls nicht zu. Die Verfassung verlangt einzig sachlich haltbare Bewer- tungskriterien, legt aber nicht fest, welche Kriterien als sachlich haltbar zu betrachten sind. Anders als im Verhält- nis zwischen Mann und Frau, wo eine ungleiche Entlöhnung auch dann, wenn sie sich nach Marktgesichtspunkten rechtfer- tigen liesse, nur eingeschränkt zulässig ist (BGE 125 III 368 E. 5c S. 376 ff.; 125 I 71 E. 4d/aa S. 85), ist im Rah- men des allgemeinen Rechtsgleichheitsgebots das Abstellen auf den Marktwert einer Arbeit und auf die konjunkturelle Lage ein sachlich haltbares und verfassungsrechtlich zuläs- siges Kriterium (BGE 125 I 71 E. 4d/aa S. 84 f.; zur Publi- kation bestimmtes Urteil vom 17. Mai 2000 i.S. B., E. 9; nicht veröffentlichtes Urteil vom 19. November 1998 i.S. B., E. 2h; Eichenberger, a.a.O., S. 108 f.). Zwar richtet sich die Besoldung im öffentlichen Dienstrecht nicht direkt nach Marktüberlegungen, sondern nach rechtssatzmässigen gesetzli- chen Grundlagen (BGE 123 I 1 E. 4c S. 6). Doch ist es dem Gemeinwesen unbenommen, seinerseits bei der Ausgestaltung dieser Grundlagen Marktgesichtspunkte zugrunde zu legen ( Manfred Rehbinder/Alexander Krausz, Öffentlicher Dienst und New Public Management, Mitteilungen des Instituts für schweizerisches Arbeitsrecht, Bern 1997, S. 87 ff., 114 f.; Richli, a.a.O., S. 75 ff.). Zwar kann und darf der Staat auch gerade Leistungen erfüllen und Aufgaben wahrnehmen, die nicht lohnend sind und daher nach wirtschaftlichen Kriterien nicht erfüllt würden. Dem Staat ist indessen nicht verwehrt, seine Aufgaben auf eine marktkonforme Weise wahrzunehmen. Das gilt namentlich für die staatliche Besoldungspolitik: Der Kanton steht als Arbeitgeber im Wettbewerb mit privaten Arbeitgebern und mit anderen Gemeinwesen. Es ist deshalb verfassungsrechtlich zu- lässig, eine kantonale Besoldungspolitik auf den Arbeits- markt auszurichten und Löhne zu bezahlen, die dort üblich sind (BGE 125 I 71 E. 4d/aa S. 85). So hat das Bundesgericht unter Hinweis auf die Verhältnisse auf dem Arbeitsmarkt eine Regelung geschützt, nach welcher Schulärzte rund 30-40% mehr verdienten als Schulpsychologen (nicht veröffentlichtes Ur- teil vom 19. November 1998 i.S. B., E. 2i). Es gibt mit an- deren Worten keinen verfassungsmässigen Grundsatz, wonach die Besoldungen im öffentlichen Dienst massgeblich auf Grund von analytischen Arbeitsbewertungen festzulegen sind. Es ist daher nicht zu beanstanden, dass der Regie- rungsrat auch einen Vergleich mit den Kantonen Bern und Zürich angestellt hat. Umgekehrt verlangt das Rechtsgleich- heitsgebot nicht, dass ein Kanton gleich hohe Löhne bezahlt wie ein anderer Kanton (BGE 121 I 49 E. 3c S. 51 f.; 120 Ia 126 E. 6a S. 143). Daher ist nicht entscheidend ob - wie der Beschwerdeführer vorbringt - dieser Vergleich alle Lohnbe- standteile und die Arbeitsbedingungen vollständig einbezog. Ebenso ist unerheblich, ob bei anderen staatlichen Funktio- nen ausdrücklich ein Vergleich mit anderen Kantonen ange- stellt wurde. Gerichtsnotorisch ist der Andrang zum Medizin- studium ungebrochen hoch (vgl. BGE 125 I 173 E. 6c S. 178 f.). Es liegt in der Natur der Sache, dass der Marktwert eines Berufes sinkt, je grösser die Zahl der ihn Ausübenden ist. Es kann nach dem Gesagten dem Kanton nicht verwehrt werden, Vergleiche mit anderen Arbeitgebern vor allem dort anzustellen, wo sich das auf Grund der arbeitsmarktlichen Situation rechtfertigen lässt. i) Insgesamt ist somit an der bisherigen Rechtspre- chung festzuhalten, wonach dem Gemeinwesen bei der Ausge- staltung seiner Besoldungspolitik ein erheblicher Ermessens- spielraum offen steht. Demzufolge kann dem Gemeinwesen auch nicht verwehrt werden, seine Besoldungspolitik im Laufe der Zeit zu ändern und die relative Bewertung unterschiedlicher Funktionen anders vorzunehmen als bisher (nicht veröffent- lichte Urteile des Bundesgerichts vom 15. Januar 1999 i.S. K., E. 4c; vom 24. August 1998 i.S. Z., E. 3c). Der Ermes- sensspielraum in der Lohnfestsetzung kann im Rahmen von Neu- einstufungen nicht kleiner sein als bei einer anfänglichen Lohneinreihung. Anders zu entscheiden hiesse, diejenigen Wertvorstellungen, die zur Zeit der ursprünglichen Bewertung zufälligerweise vorherrschten, zu zementieren und gegenüber geänderten Wertvorstellungen zu bevorzugen (nicht veröffent- lichtes Urteil des Bundesgerichts vom 22. Dezember 1997 i.S. A., E. 2d; vgl. auch BGE 118 Ia 245 E. 5d S. 257 f.). Es ist daher nicht unzulässig, für bestimmte Funktionen Lohnreduk- tionen vorzunehmen, für andere aber nicht, soweit sich das mit sachlich haltbaren Gründen rechtfertigen lässt. So hat es das Bundesgericht als zulässig erachtet, eine bestimmte Kategorie von Bediensteten gegenüber dem früheren Zustand um 1-2 Besoldungsklassen zurückzustufen (nicht veröffentlichtes Urteil vom 24. August 1998 i.S. Z., E. 3d). Vorliegend ist zudem zu beachten, dass den bisheri- gen Stelleninhabern der frankenmässige Besitzstand gewahrt wird. Sie haben somit keine Einbusse ihres bisherigen Lohnes zu gewärtigen, sondern nur eine reduzierte Aussicht auf zu- künftige Lohnerhöhungen. Indessen besteht kein verfassungs- rechtlicher Anspruch darauf, dass ein einmal festgelegter Besoldungsanstieg aufrechterhalten bleibt (nicht veröffent- lichte Urteile des Bundesgerichts vom 22. Dezember 1997 i.S. A., E. 5b; vom 16. Mai 1994 i.S. V., E. 4b). Hinzu kommt, dass für die dem Lohngesetz unterstellten Staatsangestellten der Stufenaufstieg per 1. Januar 1996 sowie 1. Januar 1998 sistiert wurde. Es kann somit nicht gesagt werden, dass ein- seitig und ausschliesslich zu Lasten der Assistenz- und Oberärzte Sparmassnahmen ergriffen worden seien. k) Der Kanton rechtfertigt die Rückstufung der As- sistenzärzte um zirka eine Lohnklasse gegenüber der Arbeits- bewertung damit, dass es sich um eine Weiterbildungsfunktion handle; auch Assistenten an der Universität seien in Anbe- tracht ihres Weiterbildungscharakters tiefer bezahlt als ih- rer Qualifikation entsprechen würde. Dieser Vergleich kann nicht als sachlich unhaltbar betrachtet werden. Wenn der Be- schwerdeführer vorbringt, die Tätigkeit der Assistenzärzte habe weit überwiegend nicht Weiterbildungs-, sondern Dienst- leistungscharakter, so übersieht er, dass auch die prakti- sche Berufsausübung Ausbildungscharakter haben kann. l) Bei den Oberärzten rechtfertigt der Kanton die Rückstufung damit, dass die leitenden Ärzte, welche den Oberärzten hierarchisch übergeordnet seien, nach dem neuen Lohngesetz ein Anfangsgehalt von rund Fr. 150'000.-- erziel- ten (Lohnklasse 23 Stufe 1). Die bisherige Regelung habe da- zu geführt, dass die Oberärzte unter Umständen ein höheres Gehalt erreichten als die ihnen vorgesetzten leitenden Ärz- te. Mit der neuen Regelung könne eine angemessene Harmoni- sierung im gesamten Gefüge der Arztlöhne erreicht werden. Dies kann nicht als unsachlich betrachtet werden. Dass hierarchische Leitungsfunktionen besser besoldet werden als Untergebene, ist allgemein üblich und jedenfalls nicht verfassungswidrig (vgl. BGE 124 II 529 E. 4c S. 532, mit Hinweisen). Dass allenfalls eine andere Lösung als die vom Kanton getroffene auch möglich gewesen wäre, lässt die ange- fochtene Regelung nicht als verfassungswidrig erscheinen. m) Der Beschwerdeführer verneint schliesslich eine Rechtfertigung für die Besoldungskürzung, weil nicht zu- gleich auch die im Vergleich mit anderen Funktionen hohe Ar- beitszeit der Assistenz- und Oberärzte reduziert worden sei. Er führt - gestützt auf das von ihm eingeholte Privatgutach- ten - aus, diese höhere Arbeitszeit müsse sich in einer hö- heren Besoldung niederschlagen. Im Rahmen der Beurteilung von Lohnverhältnissen zwischen Mann und Frau hat das Bundesgericht wiederholt die Arbeitszeit als massgebliches Kriterium betrachtet. Der An- spruch auf gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit bezieht sich grundsätzlich auf ein auch quantitativ gleiches Ar- beitspensum (BGE 125 II 530 E. 4 S. 533; 124 II 409 E. 11f S. 434 f., 436 E. 8 und 9 S. 442 ff.). Das rechtfertigt sich aber mit der besonderen Lage im Bereich des Lohndiskriminie- rungsverbots, in welchem eben Marktgesichtspunkte weitgehend ausgeschlossen sind. Diese Überlegungen gelten jedoch im Rahmen des allgemeinen Rechtsgleichheitsgebots nicht glei- chermassen. Es besteht kein verfassungsmässiger Anspruch darauf, dass alle öffentlichen Bediensteten die gleiche Ar- beitszeit haben (nicht veröffentlichte Urteile des Bundesge- richts vom 15. Januar 1999 i.S. K., E. 4d; vom 12. August 1998 i.S. F., E. 3c; vom 10. August 1998 i.S. A., E. 4c). Demgemäss muss der Lohn auch nicht von Verfassungs wegen zwingend bei einer längeren Arbeitszeit entsprechend höher sein, jedenfalls bei unterschiedlichen Funktionen. Gerichts- notorisch sind die Präsenz- und Arbeitszeiten der Spital- ärzte traditionell hoch, was denjenigen, die diesen Beruf wählen, bekannt sein muss. Der blosse Umstand, dass die Ar- beitszeit bisher nicht gesenkt wurde, kann noch nicht zur Folge haben, dass eine Besoldungsreduktion unzulässig wäre.