Citation: 1B_485/2022 E. 3.3

3.3. Die grundsätzlich nicht zu beanstandenden Erwägungen der Vorinstanz zur Fluchtgefahr gilt es insofern etwas zu relativieren, als die finanzielle Abhängigkeit des Beschwerdeführers von den staatlichen Unterstützungsleistungen, wie er vor Bundesgericht nachvollziehbar vorbringt, eine Flucht erschweren würde (vgl. Urteil 1B_334/2018 vom 30. Juli 2017 E. 5.2.4). Würde er sich in einen Nachbarstaat der Schweiz begeben, müsste er als Asylsuchender zudem mit einer Rücküberstellung rechnen (Urteil 1B_150/2015 vom 12. Mai 2015 E. 3.4). Trotzdem hält die vorinstanzliche Bejahung des besonderen Haftgrunds der Fluchtgefahr vor Bundesrecht stand. Den mit einer Flucht verbundenen finanziellen Schwierigkeiten stehen die komplett fehlenden sozialen Bezugspunkte zur Schweiz, die im Falle einer Verurteilung mutmasslich zu erwartende Freiheitsstrafe sowie die insgesamt schlechten Perspektiven auf ein Bleiberecht gegenüber. Neben einer Flucht ins Ausland fällt zudem auch ein Untertauchen in der Schweiz in Betracht. Schliesslich besteht angesichts der Schwere der zu untersuchenden Körperverletzung auch ein erhöhtes öffentliches Interesse an der Strafverfolgung. Insoweit unterscheidet sich der vorliegende Fall auch entscheidend von dem Sachverhalt, der dem Urteil 1B_150/2015 des Bundesgerichts zugrunde lag, in welchem bei einem sich erst seit wenigen Monaten in der Schweiz befindlichen marokkanischen Asylbewerber die Fluchtgefahr verneint wurde. Ausschlaggebend war damals insbesondere die Tatsache, dass die damals im Raum stehenden Delikte - anders als vorliegend - nicht besonders schwerwiegend waren (vgl. Urteil 1B_150/2015 vom 12. Mai 2015 E. 3.4 f.).