Citation: 4A_575/2023 E. 3.5.2

3.5.2. Was den beigezogenen Substituten anbelangt, kann darin ebenfalls kein Grund für die Befangenheit des Einzelschiedsrichters erblickt werden. Wie dieser in seiner Vernehmlassung darlegt, wurde der Substitut im Rahmen seines Volontariats für die damalige Kanzlei des Einzelschiedsrichters auch im vorliegenden Schiedsverfahren eingesetzt, jedoch nur für untergeordnete Arbeiten (Zusammenfassung der Akten und der Parteivorbringen, Lektorat) und stets unter der Aufsicht des Einzelschiedsrichters. Auch der ICC Gerichtshof ist zum Schluss gekommen, dass keinerlei Hinweise dafür bestünden, dass die Hilfstätigkeiten des Substituts die Verfahrensführung oder die Entscheidungen des Einzelschiedsrichters in irgend einer Weise beeinflusst hätten. Der Umstand, dass seine spätere Anstellung durch Schellenberg Wittmer AG in Betracht stand, vermag keine "heikle Verbindung" zwischen dem Einzelschiedsrichter und Schellenberg und Wittmer AG zu begründen, die zu einer Befangenheit des Einzelschiedsrichters führen würde. In der Tat kommt es häufig vor, dass ein Substitut nacheinander in mehreren Anwaltskanzleien tätig ist. Dieser Umstand allein führt ohne besondere Anhaltspunkte nicht zur Befangenheit eines früheren Arbeitgebers. Vorliegend kommt hinzu, dass die Anstellung durch Schellenberg Wittmer AG offenbar bloss beabsichtigt war, dann aber nicht zustande kam, wie die Beschwerdegegnerin in ihrer Beschwerdeantwort richtigstellt.