Citation: 5C.165/2003 30.09.2003 E. 1

1.1 Der Berufungskläger erblickt einen Verstoss gegen Art. 8 ZGB darin, dass die von ihm beantragten Beweise nicht abgenommen wurden. Mit diesen sollte bewiesen werden, dass er wegen der Lüge der Kindsmutter, das Kind sei tot geboren worden, davon abgehalten worden sei, zu diesem Kontakt aufzunehmen. Dieser Umstand sei bedeutsam für die Beurteilung der Frage, ob ihm (im Sinne von Art. 265c Ziff. 2 ZGB) angelastet werden könne, sich nicht um das Kind gekümmert zu haben. Statt die Beweise abzunehmen, habe die Vorinstanz die von ihm vorgetragene entscheidrelevante Behauptung für unbewiesen erklärt und damit seinen Beweisführungsanspruch verletzt. 1.2 In seinem Entscheid vom 12. August 2002 hatte der Appellationshof offen gelassen, ob der Berufungskläger - auf Grund einer Lüge der Kindsmutter - seit der Geburt des Kindes davon ausgegangen sei, dieses sei tot, oder ob er von dessen angeblichem Tod erst an Weihnachten 1998 erfahren habe, in welchem Fall er sich fast zwei Jahre lang nicht um X.________ gekümmert hätte. Die kantonale Instanz hatte aber dafür gehalten, dass, wenn Y.________ tatsächlich unmittelbar nach der Geburt des Kindes wahrheitswidrig erklärt haben sollte, dieses sei tot, die Lüge auf das Verhalten des Berufungsklägers ihr gegenüber zurückzuführen gewesen wäre; deshalb träfe auch in diesem Fall den Berufungskläger die Schuld dafür, dass zum Kind keine Beziehung habe aufgebaut werden können. Nachdem die erkennende Abteilung in ihrem Urteil vom 13. März 2003 (5P.337/2002) erkannt hatte, die Feststellungen zum Verhalten des Berufungsklägers gegenüber der Kindsmutter beruhten auf unbewiesenen, mithin willkürlichen Unterstellungen, geht der Appellationshof in seinem neuen Entscheid davon aus, dass sich in den Akten keine Anhaltspunkte finden liessen, auf Grund derer dem Berufungskläger angelastet werden könnte, zum Kind keine Beziehung aufgebaut zu haben; es könne deshalb auch nicht der Schluss gezogen werden, er habe sich im Sinne von Art. 265c Ziff. 2 ZGB nicht um das Kind gekümmert. Hat aber die Vorinstanz (verbindlich) festgestellt, dass dem Berufungskläger nicht vorgeworfen werden könne, sich nicht ernstlich um das Kind gekümmert zu haben, ist den Beweisanträgen, die darauf abzielen, den Berufungskläger von einem solchen Vorwurf zu entlasten, die Grundlage entzogen. Die Rüge der Verletzung von Art. 8 ZGB stösst deshalb ins Leere.