Citation: 5A_156/2022 E. 3.5

3.5. Schliesslich beruft sich die Beschwerdeführerin auf Art. 98 ZPO. Bei der Einforderung eines Kostenvorschusses handle es sich um eine Kann-Vorschrift. Es liege im pflichtgemässen Ermessen des Gerichts, auf die finanzielle Leistungsfähigkeit und Liquidität bei der Festlegung des Vorschusses Rücksicht zu nehmen. Auf die Einforderung eines Vorschusses sei zu verzichten. Die Beschwerdeführerin erläutert nicht, weshalb das Obergericht auf ihre finanzielle Leistungsfähigkeit und ihre Liquidität hätte Rücksicht nehmen müssen, nachdem es zuvor im Rahmen der unentgeltlichen Rechtspflege von einer Verletzung der Mitwirkungsobliegenheit und mangelnder Glaubhaftmachung ihrer Prozessarmut ausgegangen ist. Art. 98 ZPO ist zwar als Kann-Vorschrift formuliert, doch dient sie nicht dazu, auf anderem Wege (aber mit inhaltlich identischen Argumenten) dasjenige Ziel zu erreichen, das auf dem Wege des Gesuchs um unentgeltliche Rechtspflege nicht erreicht werden konnte, nämlich keinen Gerichtskostenvorschuss bezahlen zu müssen. In Bezug auf die obergerichtliche Entscheidung, überhaupt einen Gerichtskostenvorschuss einzufordern, bringt die Beschwerdeführerin keine konkreten Hinweise auf einen Ermessensmissbrauch vor. Die Höhe des Kostenvorschusses kritisiert sie zwar insofern, als er dem siebenfachen ihres Jahreseinkommens entspreche und die Vermögensanrechnung ein Hohn sei. Nach dem Gesagten hat es jedoch mit der obergerichtlichen Beurteilung sein Bewenden, wonach die Vermögensverhältnisse nicht genügend offengelegt bzw. glaubhaft gemacht worden sind. Verletzungen des - ohnehin kantonalen - Tarifrechts (Art. 96 ZPO) oder sonstiger, bei der Gebührenerhebung zu beachtender Grundsätze werden nicht geltend gemacht.