Citation: 2C_1055/2019 E. 2.2.2

2.2.2. Zur hier interessierenden steueraufschiebenden Veräusserung infolge Erbgangs (Erbfolge, Erbteilung, Vermächtnis) ist folgendes zu sagen: Mit dem Tatbestand der Erbfolge zielt der Harmonisierungsgesetzgeber auf die Universalsukzession ab, die im Todeszeitpunkt von Gesetzes wegen eintritt (Art. 560 ZGB). Diese äussert sich zivilrechtlich darin, dass alle Aktiven und Verbindlichkeiten, aber auch die Rechte und Pflichten der verstorbenen Person uno actu auf die Erbengemeinschaft übergehen (Art. 602 Abs. 1 und 2 ZGB; BGE 136 III 461 E. 4 S. 463; 133 III 664 E. 2.5 S. 667; siehe auch BGE 144 II 352 E. 5.1 S. 357 f.; 142 II 232 E. 6.3 S. 240), soweit diese nicht höchstpersönlicher Natur sind (Verfügung 2C_140/2012 vom 2. August 2012 E. 3.2). Dieser Rechtsübergang soll nach dem Willen des Gesetzgebers keine Grundstückgewinnsteuer auslösen, zumal es sich insofern um eine reine (unentgeltliche) Rechtsnachfolge handelt. Dass der Gesetzgeber hier einen Steueraufschub anordnet, hat mithin keinen konstitutiven Charakter. Dieser Aufschub ist vielmehr deklaratorischer Natur (Felix Richner/Walter Frei/Stefan Kaufmann/Hans Ulrich Meuter, Kommentar zum Zürcher Steuergesetz, 3. Aufl. 2013, N. 166 zu § 216 StG/ZH), da gar keine Realisation eintritt.