Citation: 6B_23/2021 E. 2.1

2.1. In der Sache macht der Beschwerdeführer die Verletzung verfahrensrechtlicher Garantien im kantonalen Untersuchungs- und Gerichts- bzw. Rechtsmittelverfahren geltend. Zunächst rügt er eine Verletzung seines Anspruchs auf rechtliches Gehör und der Garantie auf ein faires Verfahren im Sinne von Art. 29 Abs. 2 BV und Art. 6 EMRK, weil die diversen, von der albanischen in die deutsche Sprache übersetzten verschrifteten Abhörprotokolle der geheimen Überwachungen des Fernmeldeverkehrs nicht den bundesgerichtlichen Vorgaben bezüglich Transparenz und Fairness entsprächen. Er moniert, den Akten lasse sich zwar entnehmen, dass die Übersetzer belehrt worden seien; die auf den Abhörprotokollen vermerkten Personenkürzel der Übersetzer könnten jedoch keinen konkreten Übersetzerpersonen zugeordnet werden, welche die Übersetzung zu verantworten hätten. Dies verstosse gegen die bundesgerichtliche Rechtsprechung zur Transkription von Telefonüberwachungen, sodass die Abschriften nicht zu seinem Nachteil verwertet werden dürften. Die von der Vorinstanz erwähnte, durch die Kürzel sichergestellte "hypothetische Nachvollziehbarkeit" ändere daran nichts. Das Einhalten der Vorgaben betreffend die Aktenführungs- und Dokumentationspflicht gehöre zu den zentralen Grundsätzen der Justizförmigkeit des Strafverfahrens und müsse zwingend von Amtes wegen verwirklicht werden. Als ureigene Aufgabe eines funktionierenden Justizwesens könne dies nicht an die Parteien delegiert werden und könnten letztere darauf nicht verzichten. Die Aktenführungs- und Dokumentationspflicht könne insbesondere nicht mit den Teilnahmerechten der beschuldigten Person (Art. 147 StPO) gleichgesetzt werden, hinsichtlich welcher ein Verzicht durch die beschuldigte Person möglich sei. Die Korrektur entsprechender (verfahrensrechtlicher) Missstände könne daher auch nicht von einer Rügeobliegenheit abhängen.