Citation: 6P.140/2005 06.04.2006 E. 3

Nach Ansicht des Beschwerdeführers vermitteln die Akten in den acht Fällen, in denen ein Schuldspruch wegen Betrugs erfolgt ist, ein unvollständiges und widersprüchliches Bild. Es sei offensichtlich, dass die Polizei grosse Mengen korrekt beschrifteten Sekts beschlagnahmt habe. Ausserdem sei in der Untersuchung ständig Sekt bzw. Schaumwein und Champagner verwechselt worden. Berücksichtige man überdies, dass nicht einmal alle acht Abnehmer befragt worden seien bzw. dass den vorhandenen Aussagen angesichts der unterbliebenen Konfrontation nur eine nebensächliche Bedeutung zukommen könne, sei die Feststellung willkürlich, die acht im angefochtenen Entscheid genannten Abnehmer hätten Champagner und nicht bloss Sekt bestellt. Willkürlich ist eine Tatsachenfeststellung, wenn der Richter den Sinn und die Tragweite eines Beweismittels offensichtlich verkennt, wenn er ein solches ohne ernsthafte Gründe ausser Acht lässt, obwohl es erheblich ist, und schliesslich wenn er aus getroffenen Beweiserhebungen unhaltbare Schlüsse zieht (BGE 129 I 8 E. 2.1). Art und Menge der beim Beschwerdeführer bestellten Getränke liessen sich nicht mehr in allen Fällen genau feststellen. Manche Kunden bestellten nicht nur den Champagner "Le Duc", sondern teilweise auch Sekt ("Le Duc. Grand vin mousseux" oder "Agata"). Das Obergericht übersieht nicht, dass auch korrekt beschrifteter Sekt beschlagnahmt wurde, sondern trägt diesem Umstand gerade dadurch Rechnung, dass es die erhobenen Vorwürfe auf die Flaschen beschränkt, die mit der Etikette "Champagne Le Duc" versehen waren und ausserdem eine LOT-Nummer aufwiesen und deshalb von der Firma B.________ SA bezogenen Sekt enthielten. Der Einwand, es sei nicht genügend erwiesen, dass die Abnehmer Champagner und nicht Sekt beziehen wollten, überzeugt unter diesen Umständen nicht. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass in den einzig zur Diskussion stehenden Fällen, in denen der Beschwerdeführer Flaschen mit Champagner-Etiketten lieferte, die Kunden lediglich Sekt bestellt hatten und zudem bei der Auslieferung realisierten und bereit waren, nicht Champagner, sondern den falsch etikettierten Sekt zu übernehmen. Vielmehr sprechen die beschlagnahmten Werbeprospekte und - soweit vorhanden - die Bestellungen, aber auch die Aussagen der Abnehmer eindeutig dafür, dass Letztere Champagner beziehen wollten und sie auch glaubten, in den entsprechend etikettierten Flaschen befinde sich Champagner. Jedenfalls ist es nicht unhaltbar, die vorhandenen Beweismittel in diesem Sinne zu würdigen, selbst wenn nicht in allen Fällen die Bestellformulare beigebracht werden konnten und den Aussagen der Abnehmer angesichts der unterbliebenen Konfrontation kein erhebliches Gewicht beigemessen wird. Die Rüge der willkürlichen Beweiswürdigung ist daher in diesem Punkt unbegründet.