Citation: 5A_530/2022 E. 2.4.2

2.4.2. 2.4.2.1. Was den Bericht von Dr. F.________ betrifft, so ist darauf hinzuweisen, dass dieser sich nicht konkret zur Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin äussert. Anderes behauptet auch die Beschwerdeführerin nicht. Die Vorinstanz ist daher nicht in Willkür verfallen, wenn sie diesen Bericht nicht explizit erwähnt, sondern generell festgehalten hat, es seien keine weiteren, aktuellen und aussagekräftigen ärztlichen Beurteilungen der Arbeitsfähigkeit aktenkundig. 2.4.2.2. Was die diversen Berichte von Dr. D.________ anbelangt, so ist zunächst darauf hinzuweisen, dass es sich bei Dr. D.________ um den die Beschwerdeführerin behandelnden Psychiater handelt. Dessen Berichte sind folglich nicht als Beweismittel, sondern als blosse Parteibehauptungen zu qualifizieren (vgl. BGE 141 III 433 E. 2.6; Urteil 5A_1040/2020 vom 8. Juni 2021 E. 3.1.2). Der Richter darf und soll im Zusammenhang mit Berichten von behandelnden Ärzten der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3 b/cc; Urteil 5A_799/2021 vom 12. April 2022 E. 3.2.2). Kommt die Feststellung der Vorinstanz hinzu, dass die von Dr. D.________ zwischen 2017 und 2019 ausgestellten Arbeitsunfähigkeitszeugnisse im Widerspruch stehen zum Bericht vom 10. Juni 2020. Unter Willkürgesichtspunkten ist es daher nicht zu beanstanden, den Berichten von Dr. D.________ einen geringen Beweiswert zuzumessen (siehe auch Urteil 5A_239/2017 vom 14. September 2017 E. 2.4). Die Vorinstanz durfte willkürfrei zum Schluss gelangen, die Beschwerdeführerin habe mit diesen Berichten eine Einschränkung ihrer Arbeitsfähigkeit zum Zeitpunkt des Eheschutzgesuchs bzw. aktuell nicht glaubhaft machen können und ihr sei daher eine 100 %ige Erwerbstätigkeit zumutbar. Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin hätte die Vorinstanz ausgehend von den - widersprüchlichen - Berichten ihres behandelnden Psychiaters auch nicht, um nicht in Willkür zu verfallen, annehmen müssen, es liege mindestens eine 80 %ige Arbeitsunfähigkeit vor. Die von der Vorinstanz angeblich nicht beachteten Berichte vom 2. September 2021 und vom 8. Januar 2021 vermögen daran nichts zu ändern. Dies gilt bereits deshalb, weil die Beschwerdeführerin nicht geltend macht, diese Berichte - die lediglich zum von der IV in Auftrag gegebenen Gutachten Stellung nehmen - würden sich explizit zur Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin äussern.