Citation: 6S.728/1999 06.03.2001 E. 2

2.- a) Die Vorinstanz verweist zunächst auf Erwägungen des Bezirksgerichts, das zum Schluss gelangt war, dem Beschwerdegegner sei keine Sorgfaltspflichtverletzung vorzuwerfen, weil er sich vom Grill mit der glühenden Holzkohle entfernt und sich in den Keller bege- ben habe. Wohl habe er als Betreiber eines Grills, einer Anlage mit offenem Feuer bzw. offener Flamme und damit einer Einrichtung mit einem gewissen Gefährdungspotential, grundsätzlich dafür besorgt zu sein, dass die Sicherheit von Personen und Sachen gewährleistet sei (mit Hinweis auf § 1 Abs. 2 und § 2 der Verordnung über den allgemeinen Brandschutz des Kantons Zürich, LS 861. 12). Zu Recht habe das Bezirksgericht aber festgehalten, dass die Anforderung an die Sorgfaltspflicht zu hoch gesteckt würde, wenn von einem Betreiber eines Grills an einer privaten Grillparty verlangt würde, dass er sich ununterbrochen für die Dauer des Betriebes neben dem Grill aufzuhalten hätte, selbst wenn erwachsene Eingeladene sich in der Nähe des Grills aufhielten. Dies gelte zumal dann, wenn diese erwachsenen Personen sich wie vorliegend nicht nur zufällig in der Nähe des Grills befunden, sondern unmittelbar darum herum gestanden hätten. Selbst wenn jedoch eine Sorgfaltspflichtverletzung des Beschwerdegegners durch das Sichentfernen vom Grill bejaht würde, so wäre die Adäquanz dieses Verhaltens für den eingetretenen Erfolg zu verneinen (mit Hinweis auf BGE 121 IV 10 E. 3 S. 15). So habe der Beschwerdegegner nicht damit rechnen müssen, dass ein Erwachsener in seiner Abwesenheit Anzündflüssigkeit auf die Kohle schütten würde, da allgemein bekannt sei, dass dies eine höchst gefährliche Handlung sei. Insbesondere sei nicht vorhersehbar gewesen, dass sich ein Erwachsener zu solch gefahrvollem Tun verleiten liesse, ohne sich zumindest zu vergewissern, dass keine Kinder dadurch gefährdet werden könnten. Sein Verhalten würde als Ursache für den Erfolg durch das höchst leichtsinnige und gefährliche Handeln derjenigen Person, welche die Flüssigkeit in den Grill mit den glühenden Kohlen geschüttet habe, völlig in den Hintergrund gedrängt. Nicht von entscheidender Bedeutung sei hierbei, welche Art von brennbarer Flüssigkeit verwendet worden sei (angefochtenes Urteil S. 21 und 22). b) Der Beschwerdeführer macht geltend, dem Beschwerdegegner sei vorzuwerfen, dass er die Aufsicht über den Grill für die Zeit, in der er sich im Keller aufgehalten habe, nicht einer erwachsenen Person übertragen habe. Dieser habe während rund einer Viertelstunde alleine beim Grill gestanden, bevor er sich in den Keller begeben habe, nachdem er den Grill in Betrieb genommen habe. Zwar hätten sich tatsächlich erwachsene Personen in der Nähe des Grills, ca. 4 - 5 Meter entfernt, befunden. Diese seien aber in ein Kartenspiel vertieft gewesen und hätten dem Grill daher keine Aufmerksamkeit geschenkt. Der Beschwerdegegner hätte nicht darauf vertrauen dürfen, dass sich diese während seiner Abwesenheit um den Grill kümmern würden, weil sie seine Abwesenheit infolge des Kartenspiels höchstwahrscheinlich gar nicht bemerkt hätten. Es sei höchst gefährlich, Anzündflüssigkeit auf heisse Kohle zu schütten. Es liege indes nicht ausserhalb der allgemeinen Lebenserfahrung, dass sich ein Erwachsener zu einer solchen Handlung hinreissen lasse, auch wenn Kinder da seien, was bei Grillfesten ja häufig der Fall sei. Dies gelte umso mehr, wenn es sich bei den Erwachsenen um Gäste aus dem Kosovo handle, die den Umgang mit Anzündflüssigkeit nicht gewohnt seien und mangels genügender Sprachkenntnisse die Warnhinweise auf der Flasche gar nicht hätten lesen können. Beides hätte der Beschwerdegegner wissen und seine Gäste entsprechend instruieren müssen, was er nicht getan habe. Es sei objektiv voraussehbar, dass es zu einem Unfall wie dem vorliegenden kommen könne, wenn eine Anzündflüssigkeit ins offene Feuer oder auf glühende Kohle gegossen werde. Es sei auch objektiv vorhersehbar, dass es zu einem Unfall wie dem vorliegenden kommen könne, wenn ein sich in Betrieb befindlicher Grill verlassen werde, ohne dass die Aufsicht an eine erwachsene Person übertragen werde.