Citation: 5A.12/2005 07.07.2005 E. A

A.a Der 1963 in J.________ (Türkei) geborene X.________ gelangte im Januar 1990 in die Schweiz und ersuchte hier um Asyl. Das Bundesamt für Flüchtlinge (BFF) lehnte das Asylgesuch am 29. März 1993 ab und verfügte die Wegweisung aus der Schweiz bis zum 15. Juli 1993. Auf Beschwerde hin wurden sowohl der negative Asylentscheid wie auch die Wegweisung von der Schweizerischen Asylrekurskommission bestätigt (Urteil vom 19. Mai 1993). Am 23. Juli 1993 heiratete X.________ in K.________ die 1934 geborene Schweizer Bürgerin E.________ In der Folge erteilte ihm der Kanton Solothurn eine ordentliche Aufenthaltsbewilligung. Am 19. Dezember 1996 stellte X.________ ein Gesuch um erleichterte Einbürgerung. Im Rahmen dieses Verfahrens hatte er zusammen mit seiner Ehefrau am 15. August 1998 eine Erklärung unterzeichnet, wonach sie beide in einer tatsächlichen, ungetrennten ehelichen Gemeinschaft an derselben Adresse leben würden und zur Kenntnis nähmen, dass "die erleichterte Einbürgerung nicht möglich ist, wenn vor oder während des Einbürgerungsverfahrens einer der Ehegatten die Trennung oder Scheidung beantragt hat oder keine tatsächliche eheliche Gemeinschaft mehr besteht". X.________ erhielt am 14. Januar 1999 gestützt auf Art. 27 BüG das Schweizer Bürgerrecht. Am 1. November 1999 zog er von seiner Ehefrau weg nach L.________ in eine von ihm neu gemietete Wohnung, und am 27. März 2000 reichten die Eheleute beim zuständigen Zivilgericht in Biel gemeinsam das Scheidungsbegehren ein. Am 11. September 2000 wurde die Ehe geschieden. A.b Am 15. Dezember 2000 verheiratete sich X.________ in der Türkei mit der 1975 geborenen türkischen Staatsangehörigen F.________. Die mit der Weitergabe dieses Faktums betraute Schweizer Botschaft in M.________ vermerkte auf dem entsprechenden Formular, dass weder der Eheschluss mit noch die Scheidung von der Schweizer Bürgerin E.________ in der Türkei gemeldet worden seien. Erst mit der Eintragung der neuen Ehe in das schweizerische Zivilstandsregister Ende August 2001 wurde bekannt, dass aus dieser Verbindung schon ein gemeinsames, am 2. Oktober 1997 in der Türkei geborenes Kind hervorgegangen war. A.c Mit Schreiben vom 24. Januar 2003 teilte das IMES (heute Teil des BFM) X.________ mit, es erwäge die Einbürgerung gestützt auf Art. 41 Abs. 1 BüG nichtig zu erklären. In einer Stellungnahme vom 26. Februar 2003 liess X.________ durch seinen Rechtsvertreter beantragen, es sei von einem Widerruf der Einbürgerung abzusehen. Nach Einsichtnahme in die Akten des Scheidungsverfahrens veranlasste das IMES beim kantonalen Zivilstands- und Bürgerrechtsdienst eine Befragung der schweizerischen Ex-Ehefrau. Der Auftrag wurde durch die Kantonspolizei Bern ausgeführt. X.________ nahm dazu am 17. November 2003 abschliessend Stellung. Die Antwort war begleitet von einem persönlichen Schreiben von E.________ vom 28. Oktober 2003 an den Sachbearbeiter des IMES und einem Antrag auf Einvernahme dreier Personen als Zeugen. In einem Schreiben vom 19. November 2003 lehnte das Amt die beantragten Zeugeneinvernahmen ab. Dies in erster Linie deshalb, weil der wesentliche Sachverhalt aufgrund der vorliegenden Akten als genügend erstellt betrachtet werde und dem Antrag auch nicht zu entnehmen sei, inwiefern die Einvernahmen zu neuen Erkenntnissen führen könnten. A.d Am 24. November 2003 erteilte die Abteilung Zivilstandsaufsicht und Bürgerrecht des Kantons Solothurn (Heimatkanton) die Zustimmung zur Nichtigerklärung der erleichterten Einbürgerung. Mit Verfügung vom 28. November 2003 erklärte das IMES die erleichterte Einbürgerung nichtig. Die von X.________ dagegen eingereichte Verwaltungsbeschwerde wurde vom Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartement mit Entscheid vom 4. März 2005 abgewiesen.