Citation: U 176/00 05.11.2003 E. 2.2

2.2.1 Von psychischen Beeinträchtigungen ist in den Akten erstmals in dem vom Ärztlichen Dienst des kantonalen Gesundheitsamtes veranlassten Bericht des PD Dr. med. L.________ vom 8. November 1994 über eine psychosomatische Abklärung im Spital X.________ die Rede. Es wird die Diagnose einer Major Depression (DSM-III-R 296.53) schweren Grades gestellt und die Auffassung vertreten, dass ein (Teil-) Zusammenhang mit dem Unfall anzunehmen sei, indem die immer deutlicher werdende Irreversibilität der Behinderung und die Ehetrennung, welche ebenfalls in einem Zusammenhang mit dem Unfall und dessen Folgen stehe, zu einer Depression geführt hätten. Die stationäre Abklärung in der Klinik Z.________ vom 11. Mai bis 6. Juni 1995 führte zur Diagnose einer Anpassungsstörung in Form einer längeren depressiven Reaktion (ICD-10 F43.21). Im Bericht dieser Klinik vom 15. August 1995 wird ausgeführt, bei der Behandlung sei rasch klar geworden, dass beim Versicherten in erster Linie eine Überforderungssituation bestehe. Dazu gehörten die Problematik als Immigrant, die schwierige Situation im Zusammenhang mit der Ehescheidung sowie der Unfall mit seinen Folgen und die damit verbundenen Abklärungen. In dem von der IV-Stelle eingeholten Gutachten vom 30. Juli 1997 äussert Dr. med. A.________ Zweifel an der Diagnose einer Anpassungsstörung und vertritt die Auffassung, in der bisherigen Beurteilung seien die Unfallfolgen als Ursache der Depressivität zu stark in den Vordergrund gestellt worden. Ganz wesentlich mitbeteiligt sei die Entwurzelung des Versicherten. Er sei nicht besonders motiviert in die Schweiz gekommen und unter seinem Niveau beschäftigt gewesen; schliesslich sei seine Ehe gescheitert, für die er ursprünglich widerwillig die Übersiedlung in die Schweiz auf sich genommen habe. Dass die ehelichen Spannungen im Zusammenhang mit den Unfallfolgen gestanden hätten, sei nicht erstellt; immerhin seien der Ehe nach dem Unfall zwei Kinder entsprossen. Die Depressivität bestehe nicht mehr im Ausmass, wie sie 1994 und 1995 beschrieben worden sei. Diagnostisch handle es sich um eine leichte bis mässige depressive Episode. Obschon Dr. med. A.________ die Unfallkausalität der psychischen Beeinträchtigung teilweise anders beurteilt, geht auch er davon aus, dass der Unfall zumindest teilursächlich für die bestehenden Störungen ist. Nachdem schon PD Dr. med. L.________ und die Ärzte der Klinik Z.________ zu diesem Schluss gelangt sind, ist als überwiegend wahrscheinlich zu betrachten, dass die vorhandenen psychischen Beeinträchtigungen im Sinne einer Teilkausalität auf das Unfallereignis vom 28. Juni 1990 zurückzuführen sind, was für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs genügt (BGE 119 V 337 Erw. 1, 118 V 289 Erw. 1b, je mit Hinweisen). Im Einspracheentscheid vom 28. August 1998 ist im Übrigen auch die SUVA davon ausgegangen, dass eine Teilkausalität anzunehmen ist.