Citation: 6P.45/2002 07.11.2002 E. A

Am 23. April 1997, um 07.55 Uhr rief der Hotelier X.________ Dr. med. E.________ ins Hotel L.________. Der Arzt fand bei seiner Ankunft um 08.10 Uhr die seitlich gelagerte Z.________, Praktikantin im Hotelbetrieb im Alter von 18 Jahren, vollständig bekleidet und in tiefer Bewusstlosigkeit im Putzraum vor. Zuvor war die bewusstlose Z.________ von C.________, einer ehemaligen Krankenschwester und Gast des Hotels, betreut worden. Diese war um ca. 07.50 Uhr von der Ehefrau X.________s zu Z.________ geführt worden. C.________ erklärte, D.________, der Sohn X.________s, habe ihr erzählt, dass er gesehen habe, wie Z.________ wacklig auf den Beinen gewesen sei. Sie habe sich zunächst irgendwo festgehalten und sei dann umgefallen. C.________ bestätigte ebenso wie die Notfallärztin Dr. F.________, welche um 08.35 Uhr im Hotel eingetroffen war, dass die Klägerin angezogen gewesen sei. Weder C.________ noch Dr. E.________ noch Dr. F.________ waren sich im Klaren über die Ursache der Bewusstlosigkeit. Hingegen hatten diese drei Personen bei der Beschwerdegegnerin eine auffallend starke Nasensekretion festgestellt. Sie schlossen deshalb auf möglichen Drogenkonsum, was ein Labortest vom 23. April 1997 zunächst zu bestätigen schien, da das Testergebnis für Kokain positiv ausfiel. Eine Kontrolluntersuchung in einem luxemburgischen Referenzlabor ergab dann allerdings keine Hinweise auf den Konsum von Kokain. Dieses Ergebnis stimmte mit den Angaben der Beschwerdegegnerin überein. Dr. E.________, C.________, Dr. F.________ und K.________, welche Z.________ nach der Einlieferung ins Spital auf der Intensivstation betreute, war nichts aufgefallen, was auf eine Vergewaltigung hätte schliessen lassen. Vier Tage nach der Einlieferung ins Spital ging Z.________ wieder zur Arbeit. Im Mai beziehungsweise Juni 1997 unterzeichneten sie, X.________ und die Amtsvormundschaft den Lehrvertrag für die Ausbildung von Z.________ zur Hotelfachassistentin. Mit Schreiben vom 21. Juni 1997 teilte X.________ der Amtsvormundschaft mit, dass er auf kein neues Ausbildungsverhältnis mit Z.________ eintreten werde; sie habe das Vertrauen so oft missbraucht, dass er die daraus entstehenden Folgen und Kosten nicht mehr zu tragen bereit sei.