Citation: H 142/05 16.01.2006 E. 3

Letztinstanzlich ist allein streitig, ob die Frist zur Einspracheerhebung wiederherzustellen ist. Die Beschwerdeführerin bestreitet dagegen zu Recht nicht, dass die Einsprache verspätet erhoben worden ist. 3.1 Dass der bisherige Treuhänder wegen nicht zu erwartender Bezahlung nicht weiter tätig sein wollte und die Beschwerdeführerin deshalb einen neuen unentgeltlich handelnden Treuhänder suchen musste, stellt für die Vorinstanz keinen Grund für die Wiederherstellung der Frist dar. Dies gelte umso mehr, als die Beschwerdeführerin selber - allenfalls sogar durch mündliche Vorsprache - hätte Einsprache erheben können. Die Beschwerdeführerin bringt demgegenüber vor, sie habe mit der Ausgleichskasse telefoniert, was jedoch nicht hilfreich gewesen sei und sie veranlasst habe, "fachmännische Unterstützung zu suchen". Mangels entsprechender Ausbildung und nötigem Mindestwissen sei sie auf fachmännische Hilfe angewiesen; sie habe sich in dieser Hinsicht in ihrer Stellung als Organ der juristischen Person immer auf ihren Treuhänder verlassen können. Wegen der schlechten finanziellen Situation habe sie sich einen unentgeltlich tätigen Treuhänder suchen müssen, was sehr schwierig gewesen sei. 3.2 Als Grund für die Wiederherstellung der Frist beruft sich die Beschwerdeführerin letztlich auf ihre Rechtsunkenntnis, da sie geltend macht, es fehle ihr das notwendige Mindestwissen und sie sei deshalb auf einen Treuhänder angewiesen (vgl. Erw. 3.1 hievor). Nach einem auch im Sozialversicherungsrecht geltenden Grundsatz kann jedoch niemand Vorteile aus seiner eigenen Rechtsunkenntnis ableiten (BGE 124 V 220 Erw. 2b/aa mit Hinweisen), sodass in dieser Hinsicht eine Wiederherstellung der verpassten Frist nicht möglich ist. Dies hat umso mehr zu gelten, als - wie das kantonale Gericht zu Recht erwogen hat - an Einsprachen nur minimale formelle Anforderungen gestellt werden und sie sogar mündlich durch Vorsprache erhoben werden können (Art. 10 Abs. 3 ATSG), auf welch letztere Möglichkeit in den Rechtsmittelbelehrungen der Schadenersatzverfügungen explizit hingewiesen worden ist. So hätte die Beschwerdeführerin - auch wenn sie im Verkehr mit Behörden nicht geübt sein sollte - bei der Ausgleichskasse persönlich vorsprechen und ihre Einsprache zu Protokoll geben können; anlässlich dieser Vorsprache hätte ein Mitarbeiter der Verwaltung ihre Gründe für die Bestreitung der Schadenersatzpflicht sinngemäss aufnehmen können. Offen bleiben kann, ob eine Einsprache auch telefonisch erhoben werden kann (was eher zu verneinen ist), da die Beschwerdeführerin nicht einmal behauptet (geschweige denn belegt), sie habe dies getan. Weil die versäumte Frist nicht wiederherzustellen ist, erweist sich die Einsprache als verspätet erhoben; die Schadenersatzverfügungen von Februar 2005 sind deshalb in Rechtskraft erwachsen.