Citation: 6B_1048/2016 E. 1.2.1

1.2.1. Urkundendelikte, wie sie der Behauptung wahrheitswidriger Angaben zum wirtschaftlich Berechtigten im Formular A anlässlich der Kontoeröffnungen zugrunde liegen, schützen in erster Linie das besondere Vertrauen der Allgemeinheit in (öffentliche) Urkunden als Beweismittel im Rechtsverkehr (BGE 137 IV 167 E. 2.3.1 S. 169). Daneben können zwar auch private Interessen unmittelbar verletzt werden, falls die Urkundenfälschung auf die Benachteiligung einer bestimmten Person abzielt (BGE 119 Ia 342 E. 2b; 140 IV 155 E. 3.3.3 S. 159; Urteil 6B_890/2014 vom 29. Januar 2015 E. 5.1; zur Urkundenqualität des Formulars A Urteil 6B_988/2015 vom 8. August 2016 E. 4.2, nicht publ. in BGE 142 IV 378; je mit Hinweisen). Da jedoch die strittigen Kontoeröffnungen durch den Erblasser selbst oder dessen Vertreter zu Lebzeiten erfolgten, ist die Beschwerdeführerin von den behaupteten Urkundenfälschungen nicht unmittelbar in eigenen Rechten betroffen. Gleiches gilt hinsichtlich des Verdachts der Veruntreuung sowie des Betrugs, welche die Beschwerdeführerin darin erblickt, dass ihr Vater durch die Verschleierung seiner Vermögensstrukturen mittels Urkundenfälschung den künftigen Erben Vermögenswerte habe entziehen bzw. vorenthalten wollen. Wie die Vorinstanz zutreffend erwägt, ist nicht ersichtlich und wird von der Beschwerdeführerin nicht dargetan, inwiefern sie durch dieses Verhalten in eigenen Rechten geschädigt worden sein soll. Weder der Erblasser noch seine Vermögensverwalter hatten irgendwelche Treuepflichten gegenüber den künftigen Erben. Die für eine Veruntreuung erforderliche Ausgangslage im Zusammenhang mit der Errichtung der undurchsichtigen Vermögensstrukturen durch den Erblasser selbst ist nicht erkennbar. Zwar macht die Beschwerdeführerin nunmehr geltend, der vorinstanzliche Ansatz greife zu kurz; als Täter kämen auch Bankmitarbeiter, Vermögensverwalter oder Treuhänder in Frage. Zur Begründung der angeblichen Schädigung des Nachlasses verweist sie jedoch wiederum auf die vom Erblasser selbst errichteten Vermögensstrukturen, womit die damit vertrauten Personen nach dessen Tod entsprechend dem Willen des Erblassers Vermögenswerte zum Nachteil der Erben hätten beiseite schaffen können. Wie und durch wen - ausser den Erblasser selbst - die Beschwerdeführerin konkret an eigenen Rechten geschädigt worden sein soll, zeigt sie weiterhin nicht auf. Soweit sie den Betrugsverdacht damit begründet, dass sie sich aufgrund der durch die Vermögensverschleierung herbeigeführten Zwangslage auf die Erbteilungsvereinbarung eingelassen habe, genügt dies für die Legitimation zur Beschwerde nicht. Die in diesem Zusammenhang geltend gemachten Auskunftspflichten der Erben untereinander oder der Vermögensverwalter diesen gegenüber sind lediglich zivilrechtlicher Natur. Die Staatsanwaltschaft weist zutreffend darauf hin, dass es nicht ihre Aufgabe ist, der Beschwerdeführerin im Hinblick auf den angestrengten Zivilprozess um die Anfechtung der Erbteilungsvereinbarung die Mühen und das Kostenrisiko der Sammlung von Beweisen abzunehmen. Das Strafverfahren darf nicht nur als Vehikel zur Durchsetzung allfälliger zivilrechtlicher Ansprüche missbraucht werden (vgl. BGE 137 IV 246 E. 1.3.1 S. 247 f.). Nicht direkt in eigenen Interessen betroffen ist die Beschwerdeführerin auch mit Bezug auf die beanzeigte mangelnde Sorgfalt bei Finanzgeschäften nach Art. 305ter StGB. Diese Bestimmung schützt als abstraktes Gefährdungsdelikt nur die Rechtspflege vor Verhaltensweisen, die den Zugriff auf einzuziehende Vermögenswerte erschweren können (vgl. BGE 125 IV 139 E. 3a und b S. 141 f.). Anders als bei Art. 305bis StGB ist das Rechtsgut des Vermögens allfälliger im Gefolge mangelhafter Identifizierung geschädigter Personen bei Art. 305ter StGB nicht (mit) geschützt. Entsprechend gibt es bei diesem Straftatbestand keine privaten Geschädigten (Urteil 4A_21/2008 vom 13. Juni 2008 E. 5; nicht publ. in BGE 134 III 529, mit Hinweisen). Soweit mit Blick auf die geltend gemachten Verletzungen von Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Bekämpfung der Geldwäscherei und der Terrorismusfinanzierung (Geldwäschereigesetz; SR 955.0), insbesondere dessen Artikel 4, auch Privatinteressen betroffen sein können (vgl. dazu BGE 129 IV 322 E. 2.2.4 S. 325 ff.), begründet die Beschwerdeführerin nicht, inwiefern dies auf sie zutrifft. Sie ist daher unter Vorbehalt formeller Rügen nicht zur Beschwerde legitimiert.