Citation: 7B_269/2022 E. 8.2

8.2. Unter Verweis auf verschiedene Lehrmeinungen bringt die Beschwerdeführerin vor, indem die Vorinstanz die Abweisung der Entschädigung an die angeblich fehlende sachliche Gebotenheit der rechtlichen Verbeiständung knüpfe, wende sie Art. 433 Abs. 1 lit. a StPO falsch an. Die Kostentragung im Strafprozess folge in erster Linie dem Prinzip des Obsiegens bzw. Unterliegens. Im Geltungsbereich von Art. 433 Abs. 1 StPO bestehe demnach kein Raum für eine Differenzierung nach der sachlichen Gebotenheit der rechtlichen Verbeiständung. Auf diese dürfte nur beim Entscheid über die unentgeltliche Rechtspflege, wo es auch um die Prüfung der Prozesschancen gehe, abgestellt werden. Der Begriff der "notwendigen Aufwendungen" gemäss Art. 433 Abs. 1 StPO sei folglich primär "im Lichte des Umfangs der Entschädigungspflicht" zu verstehen. Andernfalls läge eine nicht erklärbare Ungleichbehandlung gegenüber einem freigesprochenen Beschuldigten vor.