Citation: 4C.105/2005 17.06.2005 E. 3

Die Klägerin rügt, die Vorinstanz habe ihr das Recht auf den Gegenbeweis dafür, dass die Beklagte die behaupteten Auslagen in Tat und Wahrheit nicht getätigt habe, verweigert und dadurch Art. 8 ZGB verletzt. Die Klägerin verkennt, dass die Beweislastverteilung gegenstandslos ist und Beweiswürdigung vorliegt, wo das Gericht in Würdigung von Beweisen eine Tatsachenbehauptung als bewiesen oder widerlegt erachtet. Art. 8 ZGB schreibt dem Richter nicht vor, mit welchen Mitteln der Sachverhalt abzuklären und wie das Ergebnis zu würdigen ist. Bundesrechtlich ist auch eine antizipierte Beweiswürdigung nicht ausgeschlossen (BGE 128 III 22 E. 2d S. 25 mit Hinweisen). Mithin gibt Art. 8 ZGB keinen Anspruch auf Weiterungen eines erfolgreichen Beweisverfahrens, weil die Bestimmungen stets an den Begriff und die Folgen der Beweislosigkeit anknüpft. Die Würdigung der Beweise ist nicht im Berufungsverfahren, sondern im Verfahren der staatsrechtlichen Beschwerde zu rügen (Art. 55 Abs. 1 lit. c OG; BGE 130 III 321 E. 5 S. 327 mit Hinweisen). Da die Vorinstanz die den Forderungen der Beklagten zugrunde liegenden Behauptungen gestützt auf die Akten als erwiesen betrachtet hat, liegt insoweit Beweiswürdigung vor. Von einer Verletzung von Art. 8 ZGB kann nicht die Rede sein.