Citation: 9C_244/2023 E. 4.2

4.2. Die Kasse wendet ein, im angefochtenen Urteil werde mit der Prüfung der Angemessenheit des Lohnes auf ein hier nicht massgebendes Kriterium abgestellt. Die Vorinstanz habe zu Unrecht Anhaltspunkte dafür verneint, dass die Mietzinszahlungen aufgrund der geleisteten Arbeit erfolgt seien: Stelle man den 2015 bis 2019 abgerechneten, von Jahr zu Jahr tiefer werdenden Lohn den in dieser Zeit verbuchten, von Jahr zu Jahr höher ausfallenden Mietzinsaufwendungen gegenüber, spreche dies klar für einen Zusammenhang mit dem Arbeitsverhältnis. Zu dieser auffälligen Entwicklung habe das kantonale Gericht nicht Stellung genommen und damit seine Begründungspflicht bzw. das rechtliche Gehör verletzt. Weiter beanstandet die Kasse, die Vorinstanz habe die Umqualifikation in verdeckte Gewinnausschüttungen ohne Auseinandersetzung mit den vom Revisor anlässlich der Arbeitgeberkontrolle geprüften Unterlagen vorgenommen. Angesichts der aufgezeigten Lohnentwicklung sei - entgegen der Vorinstanz - unerheblich, dass es sich bei den gemieteten Liegenschaften um grosszügige Zweit- oder Ferienwohnungen handle. Es gebe keinen nachvollziehbaren Grund für Lohnkürzungen und sei offensichtlich, dass die A.________ GmbH ihrer Geschäftsführerin in den fraglichen Jahren einen Teil des Lohnes in der Form von übernommenen Wohnauslagen ausgerichtet habe. Würden Lohnzahlungen kontinuierlich gesenkt und gleichzeitig immer höhere private Auslagen als geschäftsmässig begründeter Aufwand verbucht, liege eine rechtsmissbräuchliche Beitragsumgehung vor. Im Übrigen habe die A.________ GmbH selbst nie geltend gemacht, dass es sich bei den Mietzinszahlungen um Kapitalertrag handle. Indem sie mit der Aufrechnung der Mietzinsauszahlungen im Umfang von 50 % stets einverstanden gewesen sei, habe sie den Lohncharakter anerkannt.