Citation: 1P.371/2003 10.07.2003 E. 2

Der Beschwerdeführer bringt vor, der Haftrichter verweise zur Begründung seines Entscheids auf den Haftantrag des Untersuchungsrichters. Dieser äussere sich nur vage über Verdachtsmomente. Der Antrag des Untersuchungsrichters vermöge keinen dringenden Tatverdacht zu begründen. Genügend konkrete Anhaltspunkte für eine Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz fehlten. 2.1 Gemäss Art. 176 Abs. 2 StPO/BE kann die angeschuldigte Person in Untersuchungshaft versetzt werden, wenn sie eines Verbrechens oder Vergehens dringend verdächtig ist und Flucht-, Kollusions- oder Wiederholungsgefahr besteht. Der Beschwerdeführer stellt die Annahme von Flucht- und Kollusionsgefahr nicht in Frage. Er richtet sich einzig gegen die Bejahung des dringenden Tatverdachts. Nach der Rechtsprechung ist es bei der Prüfung des dringenden Tatverdachts nicht Sache des Bundesgerichts, dem Sachrichter vorgreifend eine erschöpfende Abwägung sämtlicher belastender und entlastender Umstände vorzunehmen. Zu prüfen ist vielmehr, ob genügend konkrete Anhaltspunkte für eine Straftat und eine Beteiligung des Beschwerdeführers daran vorliegen, die Untersuchungsbehörden somit das Bestehen eines dringenden Tatverdachts mit vertretbaren Gründen bejahen durften (BGE 116 Ia 143 E. 3c). Bei Beginn der Strafuntersuchung sind die Anforderungen an den dringenden Tatverdacht noch geringer. Im Laufe des Strafverfahrens ist ein immer strengerer Massstab an die Erheblichkeit und Konkretheit des Tatverdachts zu stellen (Urteile 1P.255/2000 vom 22. Mai 2000 E. 3b; 1P.464/1999 vom 31. August 1999 E. 3a; 1P.662/1995 vom 11. Dezember 1995 E. 3; Urteil des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrecht i. S. Murray, Série A vol. 300-A, Ziff. 55 mit Hinweisen). Muss nach Durchführung der in Betracht kommenden Untersuchungshandlungen eine Verurteilung als wahrscheinlich erscheinen, so können am Anfang der Untersuchung noch wenig genaue Verdachtsmomente - die sich z.B. aus Lügen des Angeschuldigten oder Abweichungen in seinen Aussagen ergeben - als ausreichend angesehen werden (Urteil 1P.137/1991 vom 25. März 1991 E. 2c). 2.2 Der Untersuchungsrichter hat mit seinem Haftantrag vom 13. Juni 2003 dem Haftrichter verschiedene Aktenstücke eingereicht, so unter anderem das Protokoll über die untersuchungsrichterliche Einvernahme des Beschwerdeführers vom 12. Juni 2003. Aus den dabei gemachten Aussagen des Beschwerdeführers, die dieser in der haftrichterlichen Verhandlung ausdrücklich als richtig bestätigt hat, ergeben sich folgende Verdachtsmomente: Der Beschwerdeführer räumt ein, sich schon in der Drogenszene aufgehalten zu haben. In der Asylantenunterkunft, wo er festgenommen wurde, wurden überdies Drogen sichergestellt. Der Beschwerdeführer hielt sich in dieser Asylantenunterkunft - wo Drogen vorhanden waren - am Morgen des 12. Juni 2003 um 6.30 Uhr auf, obwohl er nicht dort wohnte. Er gibt ferner zu, die beiden Hauptverdächtigen Y.________ und Z.________ zu kennen und mit ihnen Kontakt gehabt zu haben. In Anbetracht dieser Umstände ist die Bejahung des dringenden Tatverdachts durch den Haftrichter vertretbar. Das gilt jedenfalls dann, wenn man berücksichtigt, dass die Strafuntersuchung gegen den Beschwerdeführer mit Verfügung vom 12. Juni 2003 eröffnet wurde und sich somit im Zeitpunkt des angefochtenen Entscheids noch am Anfang befand. Der Untersuchungsrichter verweist in der Vernehmlassung auf die Einvernahme des Beschwerdeführers vom 24. Juni 2003. Dabei wurden dem Beschwerdeführer Telefonabhörprotokolle vorgelegt, die ihn erheblich belasten. Das sich aus diesen Telefonabhörprotokollen ergebende zusätzliche Verdachtsmoment hatte der Untersuchungsrichter im Haftantrag vom 13. Juni 2003 aus ermittlungstechnischen Gründen noch nicht erwähnt. Die Einvernahme vom 24. Juni 2003 fand nach dem angefochtenen Entscheid statt. Sie stellt somit im vorliegenden Verfahren der staatsrechtlichen Beschwerde ein Novum dar und ist deshalb unbeachtlich (vgl. BGE 128 I 354 E. 6c). Das sich aus den Telefonabhörprotokollen ergebende zusätzliche Verdachtsmoment wird für die Frage von Bedeutung sein, ob der dringende Tatverdacht auch im weiteren Verlauf der Strafuntersuchung - in dem insoweit zunehmend strengere Anforderungen gelten - noch bejaht werden kann. Da die Einvernahme vom 24. Juni 2003 hier unbeachtlich ist, stösst der vom Beschwerdeführer in der Replik vorgebrachte Einwand ins Leere, es sei insoweit sein Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt worden. Wäre die Einvernahme vom 24. Juni 2003 beachtlich, so wäre im Übrigen der Anspruch des Beschwerdeführers auf rechtliches Gehör gewahrt worden, da er mit der Replik Gelegenheit hatte, zu den Ausführungen des Untersuchungsrichters in der Vernehmlassung Stellung zu nehmen.