Citation: 6B_775/2020 E. A

Im Strafbefehl vom 24. Mai 2017, der nach Einsprache zur Anklage erhoben worden ist, warf die Staatsanwaltschaft des Kantons Aargau A.________ (Beschwerdeführer) zusammengefasst vor, als Geschäftsinhaber, Geschäftsführer und Verwaltungsratspräsident der B.________ AG in Liquidation Misswirtschaft im Sinne von Art. 165 in Verbindung mit Art. 29 StGB betrieben zu haben. Die B.________ AG, die unter ständigen Liquiditätsproblemen gelitten habe, habe ab 6. Februar 2013 drei Doppeleinfamilienhäuser, also insgesamt sechs (als A-F bezeichnete) identische Wohneinheiten erstellt und diese ab Plan an verschiedene Käufer veräussert. Diesen gegenüber habe sie sich im Rahmen von separaten Totalunternehmerverträgen verpflichtet, die einzelnen Wohneinheiten schlüsselfertig zu erstellen. Planung und Bauleitung habe die B.________ AG selber vorgenommen, für die Ausführung hingegen habe sie Drittunternehmer als Subunternehmer beauftragt. Im Rahmen dieses Projekts habe A.________ diverse Unregelmässigkeiten begangen, welche die finanzielle Lage der B.________ AG noch verschlimmert und schliesslich zum Konkurs derselben geführt hätten. Im Einzelnen unterschied die Staatsanwaltschaft die folgenden Sachverhalte: "1.2.2. Falsche Budgetierung (Verschleudern von Vermögenswerten, arge Nachlässigkeit in der Berufsausübung) ", "1.2.3 Zu günstiger Privatkauf der Wohneinheiten C und D (Verschleudern von Vermögenswerten) " und "1.2.4 Provisionsbezug über die C.________ GmbH". Der Anklagepunkt 1.2.3 ist untergliedert in die Ziffern 1.2.3.1 ("Übersicht"), 1.2.3.2 ("Zu grosser Honorarbezug") und 1.2.3.3 ("Falsche Aufteilung der Baumeisterarbeiten"). Der Vorwurf lautet im Kern, A.________ habe die Wohneinheiten C und D selber "unter dem Marktwert" erworben, dazu aber weder (wie die anderen Parteien) einen Kaufvertrag abgeschlossen noch ein separates GU-Konto geführt, noch eine detaillierte Abrechnung gemacht. Er habe die beiden Wohneinheiten "unter dem Erstehungspreis" erworben, wodurch er der B.________ AG Einnahmen von total Fr. 218'178.68 entzogen habe. Dadurch habe er die bereits sehr angespannte Liquiditätslage der B.________ AG weiter verschärft, und die Gelder hätten für die Bezahlung von Handwerkerrechnungen gefehlt. Diese Handlungen hätten zur Zahlungsunfähigkeit und schliesslich zum Konkurs der B.________ AG geführt. Weil er der B.________ AG für seine zwei Einheiten kein Honorar bezahlt habe, habe er den GU-Konten der anderen Käufer zu hohe Honorare der B.________ AG in Rechnung gestellt. Zudem habe er die Baumeisterarbeiten falsch aufgeteilt und den GU-Konten der vier anderen Bauherren zu viel belastet.