Citation: 1C_562/2023 E. 3.3

3.3. In verfahrensrechtlicher Hinsicht gilt bei der erleichterten Einbürgerung der Untersuchungsgrundsatz, wonach die Behörde den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen hat (Art. 12 VwVG). Mithin ist von der Behörde zu untersuchen, ob die Ehe im massgeblichen Zeitpunkt der Gesuchseinreichung und des Entscheids über die Einbürgerung tatsächlich gelebt wurde. Da es dabei im Wesentlichen um innere Vorgänge geht, die der Verwaltung oft nicht bekannt und schwierig zu beweisen sind, darf sie von bekannten Tatsachen (Vermutungsbasis) auf unbekannte (Vermutungsfolge) schliessen. Es handelt sich dabei um Wahrscheinlichkeitsfolgerungen, die aufgrund der Lebenserfahrung gezogen werden (BGE 135 II 161 E. 3 mit Hinweisen). Die betroffene Person ist bei der Sachverhaltsabklärung gemäss Art. 13 Abs. 1 lit. a VwVG mitwirkungspflichtig. Diese dem Verwaltungsrecht eigene Verpflichtung gilt auch in Einbürgerungsverfahren und besteht selbst dann, wenn sich der von der einbürgerungswilligen Person zu erbringende Beitrag zu ihrem Nachteil auswirken kann (vgl. Urteil 1C_238/2020 vom 21. Oktober 2020 E. 6.4 mit Hinweis). Lässt sich nicht nachweisen, dass die Voraussetzungen von Art. 27 Abs. 1 aBüG erfüllt sind, erfolgt keine Einbürgerung. Somit trifft die (objektive) Beweislast die gesuchstellende Person (vgl. Urteil 1C_171/2022 vom 24. August 2022 E. 3.2 mit Hinweis).