Citation: C 205/02 12.02.2003 E. 5

5.1 Aus den Akten ergibt sich, dass die Beschwerdeführerin ab 17. August 2000 bis 27. April 2001 bei der Post tätig war und ein Arbeitspensum von bis zu 95 % absolvierte. Ab 3. bis 28. September 2001 besuchte sie eine arbeitsmarktliche Massnahme jeweils vormittags und an sechs Nachmittagen. Ab 3. Oktober 2001 schliesslich ging die Beschwerdeführerin jeweils nachmittags ab ca. 13.00 Uhr einer Berufstätigkeit nach. Mit Schreiben vom 14. Februar 2002 teilte sie dem AWA mit, dass sie ihr Arbeitspensum sehr wahrscheinlich in ein bis zwei Monaten auf ca. 80 % bis 100 % erweitern könne. Wie die Beschwerdeführerin dann im vorinstanzlichen Verfahren geltend machte, wurde ihr Pensum nicht auf 100 % erhöht, doch musste sie teilweise auch vormittags oder ganztags arbeiten, wobei die Aufsicht über die Kinder von ihrem Mann und ihrer Schwägerin wahrgenommen würden. Auch in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde beruft sich die Versicherte auf ein Missverständnis wegen der Kinderbetreuung. Sie könne auch vormittags arbeiten; die Kinderbetreuung sei entsprechend geregelt. 5.2 Was zunächst die Frage der zeitlichen Verfügbarkeit anbelangt, ist nicht zu beanstanden, dass Verwaltung und Vorinstanz davon ausgegangen sind, die Beschwerdeführerin betreue jeweils vormittags ihre Kinder und sei ab 13.00 Uhr bereit und in der Lage, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. Massgebend sind nämlich die Verhältnisse im Zeitpunkt des Verfügungserlasses (BGE 121 V 366 Erw. 1b; zur Publikation in der Amtlichen Sammlung vorgesehenes Urteil B. vom 10. Januar 2003, K 98/01, Erw. 1). Am 14. Februar 2002 gab die Beschwerdeführerin gegenüber dem AWA an, es sei ihr nicht möglich, das Beschäftigungsprogramm am Morgen zu absolvieren, da sie jeweils ihre beiden Kinder versorgen müsse. Aus der Obhutserklärung vom 25. Februar 2002 sodann geht hervor, dass montags bis freitags jeweils ab 13.00 Uhr der Ehemann der Beschwerdeführerin die Kinderbetreuung übernimmt. Dem Schreiben vom 24. März 2002 an das AWA ist zu entnehmen, dass die Versicherte weiterhin eine 100 %-Stelle sucht, zur Zeit nachmittags arbeitet, jedoch eine zweite Tätigkeit abends ab 18.00 Uhr sucht. Die Vorbringen im vorinstanzlichen Verfahren, wonach die Beschwerdeführerin gemäss Bestätigung der P.________ GmbH vom 22. April 2002 in den kommenden Wochen nach Bedarf auch vormittags arbeite und die Kinderbetreuung durch Ehemann und Schwägerin gewährleistet sei, ändern daran nichts, betreffen sie doch - wie die Vorinstanz zutreffend festhält - nicht den zu beurteilenden Zeitraum. Der Frage der zeitlichen Verfügbarkeit, insbesondere was die Vormittage anbelangt, braucht indessen nicht weiter nachgegangen zu werden. Aktenkundig und unbestritten ist nämlich, dass die Beschwerdeführerin jeweils ab 13.00 Uhr bereit und in der Lage ist, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. Von nicht normalen Arbeitszeiten kann dabei nicht gesprochen werden. Für die Versicherte kommen in erster Linie Tätigkeiten im Dienstleistungsbereich oder als Hilfsarbeiterin, Betriebsarbeiterin oder Reinigungsarbeiten in Frage, bei welchen sowohl Schichtarbeiten wie abendliche Einsätze häufig sind. Mit Blick auf diesen Arbeitsmarkt in der Umgebung des Wohnortes bleibt der Beschwerdeführerin deshalb trotz ihrer familiären Verpflichtungen eine genügend grosse Auswahl an Erwerbsmöglichkeiten. Zu berücksichtigen ist in diesem Zusammenhang auch, dass der Ehemann der Versicherten nicht wechselnde Schichtarbeit leistet, sondern regelmässig täglich ab 13.00 Uhr für die Kinderbetreuung zur Verfügung steht. Entgegen den Ausführungen der Vorinstanz ist es sodann nicht unüblich, dass Versicherte bis in die Nacht arbeiten und am Morgen Betreuungsaufgaben wahrnehmen. Auch kann aus dem Verhalten der Beschwerdeführerin nicht geschlossen werden, dass sie ihr Arbeitspensum nicht erhöhen möchte. Allenfalls quantitativ oder qualitativ nicht in jeder Hinsicht genügende Arbeitsbemühungen wären sodann - nach dem auch im Arbeitslosenversicherungsrecht geltenden Verhältnismässigkeitsprinzip - nicht mit der Verneinung der Vermittlungsfähigkeit, sondern vielmehr mit einer Einstellung in der Anspruchsberechtigung (Art. 30 Abs. 1 lit c AVIG) zu sanktionieren (SVR 1997 ALV Nr. 81 S. 246 Erw. 3b/bb mit Hinweisen). Nach dem Gesagtem haben Vorinstanz und AWA die Vermittlungsfähigkeit der Beschwerdeführerin ab 30. April 2001 zu Unrecht nur für eine Teilzeitstelle im Umfang von 50 % bejaht.