Citation: 5A_574/2007 11.03.2008 E. 2

2.1 Die Beschwerdeführer rügen vorab eine Verletzung ihres rechtlichen Gehörs (Art. 29 Abs. 2 BV). Die vier Pächter M.________, N.________, O.________ und P.________, die im Jahre 2006 noch über einen Pachtvertrag über die genannten - im Gesamteigentum der Erbengemeinschaft stehenden - landwirtschaftlichen Grundstücke verfügten, hätten im Frühjahr 2007 mit deren Bewirtschaftung begonnen. Diese hätten sie aus eigener Entscheidung und somit weder im Auftrag noch unter Gutheissung der Beschwerdeführer aufgenommen. Die diesbezüglichen Beweisanträge (Bestätigungsschreiben der vier Pächter, deren Anrufung als Zeugen sowie das Bestätigungsschreiben des Erbschaftsliquidators W.________) seien im angefochtenen Entscheid jedoch nicht berücksichtigt worden. 2.2 Der Anspruch auf rechtliches Gehör umfasst die Rechte der Parteien auf Teilnahme am Verfahren und auf Einflussnahme auf den Prozess der Entscheidfindung (BGE 127 III 576 E. 2c S. 578 mit Hinweisen). Die Rechtsprechung leitet daraus insbesondere das Recht der Parteien ab, sich über alle für das Urteil wesentlichen Tatsachen zu äussern, ihren Rechtsstandpunkt zu vertreten, erhebliche Beweisanträge zu stellen, an den Verhandlungen teilzunehmen, sowie das Recht, in die Akten Einsicht zu nehmen (BGE 131 I 153 E. 3 S. 157 mit Hinweisen). Dies bedeutet jedoch nicht, dass sich eine Gerichtsinstanz ausdrücklich mit jeder tatbeständlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinander setzen muss. Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (BGE 112 Ia 107 E. 2b S. 109 mit Hinweisen; 130 II 530 E. 4.3 S. 540). Wohl hat die Vorinstanz nicht zu allen Vorbringen der Beschwerdeführer Stellung genommen (vgl. kantonaler Rekurs S. 6 f.). Der verfassungsmässige - wie auch der zivilrechtliche - Beweisführungsanspruch bedingt nun aber Beweisanträge, die nach Form und Inhalt den Vorschriften des kantonalen Rechts entsprechen (BGE 119 Ib 492 E. 5 b/bb S. 505; 117 Ia 262 E. 4a S. 268). Dass die Beschwerdeführer nicht dartun, inwiefern sie die angeführten Beweisanträge innert der vom kantonalen Recht geforderten Frist gestellt hätten, kann vorliegend jedoch offen bleiben, da die Beschwerdeführer der Vorinstanz keine Verletzung von kantonalen Verfahrensrechten vorwerfen und somit nicht von einer Gehörsverletzung gesprochen werden kann. Dass ein kantonales Gericht sich mit (mehreren) Beweisanträgen in keiner Weise auseinander setzt und sie einfach mit Stillschweigen übergeht, ist mit dem Anspruch auf rechtliches Gehör dem Grundsatz nach nicht vereinbar (BGE 101 Ia 545 E. 4d S. 552; 126 II 63 nicht veröffentlichte E. 6). Im Falle vorweggenommener Beweiswürdigung muss sich aus dieser zumindest implicite ergeben, weshalb das Gericht dem nicht abgenommenen Beweismittel jede Erheblichkeit oder Tauglichkeit abspricht (BGE 128 III 4, nicht publizierte Erwägung 3c mit Hinweisen). Diese Voraussetzung kann hier als erfüllt betrachtet werden: Bei den angeblich eigenmächtig handelnden Pächtern handelt es sich unter anderem um den Ehemann einer Beschwerdeführerin sowie um zwei Schwiegersöhne einer weiteren Beschwerdeführerin. Das Obergericht durfte demnach ohne Verletzung des Willkürverbots annehmen, die beantragten Beweismittel vermöchten seine Überzeugung, die Beschwerdeführer hätten die Macht gehabt, die von ihren Verwandten ausgeübte Eigenmacht einzudämmen, nicht zu ändern. Auch durfte es die Passivlegitimation der Beschwerdeführer stillschweigend bejahen und die Beweisanträge somit willkürfrei und ohne Verletzung des rechtlichen Gehörs verwerfen (vgl. zum Ganzen die Darstellung und die Nachweise bei Michele Albertini, Der verfassungsmässige Anspruch auf rechtliches Gehör im Verwaltungsverfahren des modernen Staates, Diss. Bern 1999, S. 378).