Citation: 1C_265/2022 E. 2.2

2.2. Soweit keine Bundesaufgabe in Frage steht, wird der Schutz von Ortsbildern vorab durch kantonales Recht gewährleistet (Art. 78 Abs. 1 BV). Die Kantone müssen das ISOS jedoch in ihrer Richt- und Nutzungsplanung berücksichtigen (vgl. Art. 11 VISOS; grundlegend BGE 135 II 209 E. 2.1; vgl. aus jüngerer Zeit BGE 147 II 351 E. 4.2; Urteil 1C_459/2020 vom 27. Oktober 2022 E. 3-5). Die vom ISOS verkörperten öffentlichen Interessen sind auch bei der Auslegung unbestimmter Begriffe des Baurechts sowie bei im Einzelfall erforderlichen Interessenabwägungen zu berücksichtigen; dies gilt namentlich bei der Anwendung von ästhetischen Generalklauseln (vgl. z.B. Urteile 1C_635/2018 vom 31. März 2020 E. 3.2; 1C_334/2020 vom 27. Juli 2021 E. 4.4). Dabei handelt es sich um die Anwendung von kantonalem (bzw. kommunalem) Recht, welche das Bundesgericht grundsätzlich nur unter Willkürgesichtspunkten überprüfen kann (Urteile 1C_16/2021 vom 1. März 2022; 1C_643/2020 vom 7. Januar 2022 E. 4.2). Es gelten das Rügeprinzip gemäss Art. 106 Abs. 2 BGG und die damit einhergehenden qualifizierten Begründungsanforderungen (vgl. z.B. Urteil 1C_350/2021 vom 17. Juni 2022 E. 3.1).