Citation: 6B_331/2020 E. 1.4

1.4. Soweit die Beschwerdeführerin geltend macht, die Vorinstanz erachte verschiedene Realkennzeichen in den Aussagen von B.________ zu Unrecht als nicht gegeben, verfängt ihre Argumentation nicht. Selbst wenn die Aussagen von B.________ noch verschiedene weitere Realkennzeichen aufweisen würden, würde dies an der vorinstanzlichen Beweiswürdigung kaum etwas zu ändern vermögen, zumal auch die Vorinstanz zum Schluss gelangt, die Aussagen von B.________ könnten auf tatsächlich erlebten Ereignissen basieren und seien grundsätzlich von hoher Qualität. Weiter gelangt die Vorinstanz zum Schluss, die Zweifel an der Verlässlichkeit der Aussagen von B.________ liessen sich nicht ausräumen, da die Entstehungsgeschichte der Aussagen nicht lückenlos rekonstruierbar sei und eine Beeinflussung nicht augeschlossen werden könne. Die Annahme der Suggestion stellt dabei lediglich eine These dar. Die Vorinstanz befasst sich auch mit den Aussagen des Beschwerdegegners. Sie bezeichnet dessen Aussagen zwar als detailarm, was im Allgemeinen gegen die Glaubhaftigkeit seiner Aussagen spreche. Gleichzeitig legt die Vorinstanz aber auch die Gründe dar, auf die das detailarme Aussageverhalten zurückgeführt werden könne. Diese lägen unter anderem darin, dass seine Ausdrucksweise generell, d.h. nicht nur in Bezug auf die Tat, wenig reflektiert und wortkarg sei. Die Gründe für das detailarme Aussageverhalten seien daher in der Persönlichkeit des Beschwerdegegners angelegt. Insgesamt nimmt die Vorinstanz damit eine detaillierte Aussagewürdigung vor. Dabei gelangt sie zum Schluss, dass sich die Aussagen beider Beteiligter nicht eindeutig als unwahr erwiesen. Dass die Vorinstanz in diesem Fall in dubio pro reo zugunsten des Beschwerdegegners entschied, ist nicht zu beanstanden. Des Weiteren durfte sie auch annehmen, dass sich aus den übrigen Beweismitteln nichts Wesentliches für den vorliegenden Fall ableiten lässt. Der von der Beschwerdeführerin genannte Arztbericht stammt vom 4. April 2016 und wurde somit mehrere Jahre nach der vermeintlichen Tat erstellt. Zwar werden darin eine Hautveränderung an der Klitoris und eine Narbe an der Brust erwähnt. Der Arztbericht stellt dennoch keinen direkten Beweis dafür dar, dass die genannten Verletzungen auf den von B.________ behaupteten sexuellen Übergriff zurückzuführen sind. Gleiches gilt für die von der Beschwerdeführerin erwähnte WhatsApp-Nachricht. Auch diese stellt keinen Beweis für die Tat dar. Nach dem Gesagten erweist sich die vorinstanzliche Beweiswürdigung nicht als willkürlich.