Citation: 6B_93/2022 E. 2.2

2.2. Die Vorinstanz nimmt einerseits an, die unreife Persönlichkeitsakzentuierung stelle für sich alleine keine schwere psychische Störung im Sinne des Gesetzes dar. Andererseits geht sie davon aus, ob die beim Beschwerdegegner diagnostizierte Hebephilie die notwendige Schwere erreiche, könne - ebenso wie die Frage nach den Erfolgsaussichten einer stationären Massnahme, die aufgrund der Kehrtwende des Gutachters vor der Vorinstanz noch nicht eingehend geklärt worden sei - offenbleiben, da die Anordnung einer stationären Massnahme im vorliegenden Fall nicht verhältnismässig wäre (Urteil S. 85 f.). Anschliessend führt die Vorinstanz aus: "Zu erwarten sind gemäss Gutachter Sexualdelikte wie die bisher gezeigten. Beim schwersten Delikt wurde nach den vorstehenden Ausführungen zur Strafzumessung ein leichtes Verschulden im mittleren Bereich festgestellt. Ob diese Delikte die Anordnung einer stationären Massnahme und den damit verbundenen schwerwiegenden Eingriff in die Freiheitsrechte des Beschuldigten rechtfertigen würden, ist fraglich, kann aber ebenfalls offengelassen werden" (Urteil S. 86). Die Vorinstanz ordnet erneut eine ambulante forensische Psychotherapie an.