Citation: 9C_234/2021 E. 3.2

3.2. Was der Beschwerdeführer gegen die Beweiskraft des ABI-Gutachtens vorbringt, hält nicht stand. Der regelmässige Beizug eine s Experten durch den Versicherungsträger führt für sich allein genommen nicht zum Ausstand ( vgl. BGE 137 V 210 E. 1.3.3; Urteil 9C_135/2021 vom 27. April 2021E. 3.3.2). Abgesehen davon kann eine Institution als solche nicht befangen sein (BGE 137 V 210 E. 1.3.3; SVR 2016 IV Nr. 8 S. 23, 8C_599/2014 E. 3.3), wie das kantonale Gericht richtig ausgeführt hat. Das gilt erst recht, wenn der Gutachtensauftrag - wie hier - gemäss Art. 72bis IVV (SR 831.201) nach dem Zufallsprinzip erfolgte. Die ABI-Expertise beruht auf den Disziplinen Allgemeine Innere Medizin, Kardiologie, Neurologie, Psychiatrie und Rheumatologie. Die Gutachterstelle begründete den Umstand, dass es für die Begutachtung anstelle eines Orthopäden eine Rheumatologin beizog, mit "äquivalenter medizinischer Indikation", was die IV-Stelle dem Versicherten mit Schreiben vom 14. Oktober 2019 zur Kenntnis brachte. Die Vorinstanz hat zutreffend erkannt, dass es keine strikte Bindung der Abklärungsstelle an die Disziplinenwahl der IV-Stelle resp. des Regionalen Ärztlichen Dienstes gibt (BGE 139 V 349 E. 3.3), und dass eine Rheumatologin kompetent ist, die funktionellen Auswirkungen von Rückenbeschwerden zu beurteilen (Urteile 9C_93/2019 vom 10. April 2019 E. 4.1.2 Abs. 2; 8C_325/2018 vom 11. September 2018 E. 4.1). Auch wenn am Vorgutachten der MEDAS Bern vom 24. Januar 2014 eine Neurochirurgin (Dr. med. D.________) beteiligt gewesen war, leuchtet nicht ein, weshalb die ABI-Ärzte neben der neurologischen und rheumatologischen eine zusätzliche neurochirurgische Untersuchung hätten durchführen müssen. Weiter hat die Vorinstanz richtig dargelegt, dass die ABI-Experten Dres. med. E.________ und F.________ - selbst wenn es sich bei Ihnen nach der Terminologie des Beschwerdeführers um "Gutachter-Touristen" handeln sollte - über einen in der Schweiz anerkannten Weiterbildungstitel in Rheumatologie resp. Neurologie und damit über die nötige Fachkompetenz verfügen (SVR 2020 IV Nr. 64 S. 224, 8C_767/2019 E. 3.3 mit Hinweisen; Urteil 8C_28/2021 vom 9. April 2021 E. 5.1). Sodann fehlt ein konkreter Hinweis darauf, dass die ABI-Experten das MEDAS-Gutachten oder das vom Versicherten beim Spital G.________ in Auftrag gegebene neurochirurgische/neurologische Aktengutachten vom 21. Juni 2016 nur ungenügend berücksichtigt haben sollten. Daran ändert nichts, dass das ABI-Gutachten diesbezüglich nicht zu jedem Punkt explizite Ausführungen enthält. Insbesondere stimmen die Diagnosen im rheumatologischen resp. neurologischen ABI-Teilgutachten mit jenen überein, die beim Spital G.________ gestellt worden waren. Die abweichende Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch die ABI-Experten beruht auf der eigenen klinischen Untersuchung und Befunderhebung (was bei Gesundheitsschäden im Bereich der Wirbelsäule die wichtigste und feinste Prüfung darstellt; Urteil 8C_839/2019 vom 12. Mai 2020 E. 3.2.1) und liegt im Ermessensspielraum der Experten (vgl. BGE 137 V 210 E. 3.4.2.3). Nach dem Gesagten genügt das ABI-Gutachten den Anforderungen an die Beweiskraft (vgl. BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).