Citation: 6B_779/2020 E. 3.3

3.3. Der Beschwerdeführer argumentiert, sein Verhalten erfülle den objektiven Tatbestand von Art. 286 StGB nicht. Nach Art. 286 Abs. 1 StGB macht sich strafbar, wer eine Behörde, ein Mitglied einer Behörde oder einen Beamten an einer Handlung hindert, die innerhalb ihrer Amtsbefugnisse liegt. Nach ständiger bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist der objektive Tatbestand dieser Strafbestimung erfüllt, wenn der Täter eine Amtshandlung ohne Ge walt beeinträchtigt, sodass diese nicht reibungslos durchgeführt werden kann. Dabei ist nicht erforderlich, dass er die Handlung einer Amtsperson gänzlich verhindert. Vielmehr genügt, dass er deren Ausführung erschwert, verzögert oder behindert (BGE 133 IV 97 E. 4.2 S. 100; 127 IV 115 E. 2 S. 118; Urteile 6B_539/2019 vom 10. Dezember 2019 E. 2.3; 6B_20/2018 vom 10. April 2018 E. 3.3). Durch sein Verhalten hat der Beschwerdeführer die Amtshandlungen der Polizei zumindest verzögert. Dass er, wie er in der Beschwerde argumentiert, "objektiv gesehen keine Flucht" vorgenommen habe, ändert daran nichts. Im Übrigen ergänzt der Beschwerdeführer in diesem Zusammenhang die Sachverhaltsfeststellungen der Vorinstanz, ohne aufzuzeigen, dass die dafür geltenden Voraussetzungen (Erwägung 1) gegeben sind. Weiter macht der Beschwerdeführer geltend, sein Verhalten stelle eine straflose Selbstbegünstigung dar. Nach Art. 286 StGB bleibt straflos, wer die Flucht ergreift, bevor sich ihm die Polizei mit ihren Absichten entgegenstellt. Der Flüchtige kommt der Amtsgewalt lediglich zuvor, ohne in den Ablauf einer amtlichen Handlung einzugreifen. Wenn der Täter hingegen in eine Amtshandlung eingreift, die sich bereits in Gang befindet und sich in klar erkennbarer Weise gegen ihn richtet, erschöpft sich sein Verhalten nicht mehr in blosser Selbstbegünstigung und vermag ihn die entsprechende Absicht nicht von Strafe nach Art. 286 StGB zu befreien (BGE 133 IV 97 E. 6.2.3 S. 105; Urteil 6B_783/2018 vom 6. März 2019 E. 2.6.1). Die gegen den Beschwerdeführer gerichtete Amtshandlung der Polizei war offensichtlich im Gang, womit sich auch diese Rüge als unbegründet erweist.