Citation: 4A_42/2007 13.07.2007 E. 7

Weiter wirft der Beschwerdeführer dem TAS vor, sein rechtliches Gehör im Sinne von Art. 190 Abs. 2 lit. d IPRG verletzt zu haben. Das TAS habe auch darauf abgestellt, dass eine unmittelbar wirksame Kündigung bezüglich Publizität, Medienecho und direkte sowie indirekte Folgen viel grössere Auswirkungen habe als eine Kündigung auf Saisonende. Die Beschwerdegegner (und der Beschwerdeführer) hätten sich jedoch gar nicht auf diesen Umstand berufen. Sie hätten nie ausgeführt, dass die Kündigungen vom 27. Januar 2005 deshalb nicht als Ausübung der Option qualifiziert werden könnten, weil solche Kündigungen ein grösseres Medienecho und mehr Publizität auslösten. Dass das TAS die Ausführungen durch Umstände ergänze, welche die Beschwerdegegner gar nie vorgebracht hätten, und daraus auch noch Schlussfolgerungen ziehe, komme für den Beschwerdeführer überraschend. Das TAS hätte ihm daher Gelegenheit geben müssen, zu diesem Punkt Stellung zu nehmen. 7.1 Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung besteht kein verfassungsrechtlicher Anspruch der Parteien, zur rechtlichen Würdigung der durch sie in den Prozess eingeführten Tatsachen noch besonders angehört zu werden. Ebenso wenig folgt aus dem Gehörsanspruch, dass die Parteien vorgängig auf den für den Entscheid wesentlichen Sachverhalt hinzuweisen wären. Eine Ausnahme besteht namentlich dann, wenn ein Gericht seinen Entscheid mit einem Rechtsgrund zu begründen beabsichtigt, auf den sich die beteiligten Parteien nicht berufen haben und mit dessen Erheblichkeit sie vernünftigerweise nicht rechnen mussten (BGE 130 III 35 E. 5 S. 39; 126 I 19 E. 2c/aa S. 22). Bei der Frage, ob die Rechtsanwendung des Schiedsgerichts als überraschend im Sinne der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu qualifizieren ist, handelt es sich um eine Ermessensfrage, bei deren Beurteilung sich das Bundesgericht auf dem Gebiet der internationalen Schiedsgerichtsbarkeit Zurückhaltung auferlegt. Damit soll den Besonderheiten des Verfahrens - namentlich dem übereinstimmenden Willen der Parteien, ihren Streit nicht vor staatlichen Gerichten auszutragen sowie der Tatsache, dass die Schiedsrichter unterschiedlichen Rechtstraditionen entstammen können - Rechnung getragen sowie verhindert werden, dass das Argument der überraschenden Rechtsanwendung dazu missbraucht wird, eine materielle Überprüfung des Schiedsurteils durch das Bundesgericht zu erwirken (BGE 130 III 35 E. 5 S. 39 f.; 4P.260/2000 vom 2. März 2001 E. 6b). 7.2 Vorliegend haben die Beschwerdegegner sehr wohl vorgebracht, dass eine Kündigung während der Saison das berufliche Image des Betroffenen ungleich mehr schädigen würde als eine ordentliche Kündigung auf Ende der Saison. Entsprechende Ausführungen finden sich namentlich in ihrer Klagschrift (Statement of claim Rzn. 4 und 24). Auch haben die Beschwerdegegner vorgebracht, dass just wegen dieses Umstands die FIFA Regeln eine Kündigung während der Saison ausschliessen (Statement of claim Rzn. 24 und 32). Bei dieser Sachlage kann keine Rede davon sein, das TAS habe einen Umstand angefügt, den die Parteien gar nicht vorgebracht hätten. Ebenso wenig kann als überraschend gelten, dass das TAS diesen Umstand bei der Beurteilung der Frage, ob der Beschwerdeführer mit seinen Kündigungen sein vertragliches Optionsrecht ausgeübt habe oder nicht, herangezogen hat. Dieser Punkt war in den Streit eingeführt worden, und die Parteien mussten daher ohne weiteres damit rechnen, dass er in die Beurteilung einfliessen würde. Das TAS war daher nicht verpflichtet, den Beschwerdeführer dazu noch besonders anzuhören. Die Rüge der Verletzung des rechtlichen Gehörs erweist sich als unbegründet.