Citation: 2C_834/2022 E. 4.4.1

4.4.1. In wirtschaftlicher Hinsicht geht der Beschwerdeführer seit seiner Einreise in die Schweiz einer Erwerbstätigkeit als (selbständiger) Automechaniker nach (Art. 105 Abs. 2 BGG). Bislang hatte er jedoch Schwierigkeiten, damit ein existenzsicherndes Einkommen zu erzielen, was der Sozialhilfebezug und seine Verschuldung zeigen. Soweit der Beschwerdeführer vorbringt, dass sein Sozialhilfebezug nicht als negatives Integrationskriterium herangezogen werden dürfe, weil der Betrag verhältnismässig gering und inzwischen eine Ablösung von der Sozialhilfe erfolgt sei, kann ihm nicht gefolgt werden: Die Vorinstanz hat den Sozialhilfebezug, der zwar mit Fr. 28'647.50 nicht sehr hoch erscheint, in der Gesamtbeurteilung lediglich als einen unter mehreren negativen Integrationsindikatoren herangezogen. Die Loslösung von der Sozialhilfe hat sie ausdrücklich zugunsten des Beschwerdeführers gewürdigt, gleichzeitig aber aufgrund der ansteigenden Verschuldung relativiert. Dies ist nicht zu beanstanden. Zudem ist die vom Beschwerdeführer in diesem Zusammenhang angeführte Rechtsprechung zum Umfang und der Dauer des Sozialhilfebezugs auf den vorliegenden Fall nicht unmittelbar anwendbar: Sie betrifft insbesondere den Widerruf der Aufenthaltsbewilligung wegen Sozialhilfeabhängigkeit (Art. 62 Abs. 1 lit. e AIG), während es vorliegend um die Frage geht, ob die Voraussetzungen der Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung nach Art. 50 Abs. 1 lit. a AIG vorliegen bzw. die Integrationskriterien erfüllt sind. Betreffend die Verschuldung wendet der Beschwerdeführer ein, dass diese nicht mutwillig im Sinne eines schwerwiegenden Verstosses gegen die öffentliche Ordnung sei (Art. 63 Abs. 1 lit. b AIG) und er sich um den Abbau seiner Schulden bemühe. Auch diese Ausführungen des Beschwerdeführers überzeugen nicht: Seine Verschuldung kann im Rahmen von Art. 50 Abs. 1 lit. a AIG als Indiz gegen eine erfolgreiche wirtschaftliche Integration herangezogen werden, ohne dass damit ein schwerwiegender Verstoss gegen die öffentliche Ordnung (im Sinne eines Widerrufgrundes) einhergehen muss. Nach der Rechtsprechung genügt eine nennenswerte Verschuldung, wobei die Bemühungen einer Person, bestehende Schulden abzubauen, zu berücksichtigen sind (hievor E. 4.2.3). Die Vorinstanz hat in dieser Hinsicht in verbindlicher Weise festgestellt, dass der Beschwerdeführer den Grossteil seiner Schulden inzwischen abbezahlen konnte. Dieser Schuldenabbau ist zwar sehr positiv zu würdigen, doch verbleiben dennoch offene Betreibungen von immerhin über Fr. 10'000.-- (vorinstanzliches Urteil E. 2.5). In diesem Zusammenhang können die erst nach dem vorinstanzlichen Urteil datierenden Betreibungsregisterauszüge nicht berücksichtigt werden (hiervor E. 2.3). Die Schulden des Beschwerdeführers betreffen bzw. betrafen unter anderem Steuern, Krankenkassenprämien und Sozialversicherungsbeiträge, d.h. rechtliche Verpflichtungen, die allen Personen in der Schweiz obliegen (vgl. Urteil 2C_145/2022 vom 6. April 2022 E. 6.4). Als Grund dafür führt der Beschwerdeführer die Corona-Pandemie an, was allerdings nicht überzeugend erscheint, da seine Verschuldung bereits vor Ausbruch derselben im Jahr 2017 begann (Art. 105 Abs. 2 BGG). Die Vorinstanz verstiess nicht gegen Bundesrecht, indem sie die noch bestehende Verschuldung des Beschwerdeführers trotz seiner anzuerkennenden Bemühungen zum Schuldenabbau als weiteres Indiz gegen eine erfolgreiche wirtschaftliche Integration wertete.