Citation: 7B_467/2023 E. 4.6

4.6. Auch inhaltlich durfte die Vorinstanz willkürfrei auf das Gutachten abstellen. Dass der Gutachter die einzelnen Delikte anlässlich der erst- und zweitinstanzlichen Verhandlung jeweils nicht mehr im Detail präsent hatte, räumte er an der erstinstanzlichen Verhandlung ein. Dies liefert angesichts der Anzahl Gutachten, die er jährlich erstellt, und der seither vergangenen Zeit keinen Hinweis auf die fehlende Fachgerechtigkeit des Gutachtens. Dass der Gutachter im Zusammenhang mit dem Vorwurf der Amtsanmassung untechnisch von "raffiniertem Betrugsdelikt" gesprochen hat, lässt nicht auf eine fehlende Qualität schliessen, zumal der Amtsanmassung eine Täuschungshandlung über die Identität zugrunde liegt und der Gutachter gleichzeitig den Deliktsvorwurf korrekt benannte. Ebenso wenig ist zu beanstanden, dass der Gutachter den kulturellen Hintergrund und die Herkunft des eingebürgerten Beschwerdeführers in seine Überlegungen einbezieht. Weiter trifft es nicht zu, dass der Gutachter bei der Frage der Schuldfähigkeit nicht zwischen den verschiedenen Delikten differenziert. Vielmehr hat sich dieser im Rahmen der mündlichen Befragung vor erster Instanz und Vorinstanz zu den einzelnen Delikten geäussert. Schliesslich begründete der Gutachter seine Diagnose, die Einschätzung der Schuldfähigkeit und die Präzisierungen nach zweimaliger Wahrnehmung des Beschwerdeführers an der erstinstanzlichen Verhandlung und der Berufungsverhandlung so überzeugend, dass der Vorinstanz keine Willkür vorgeworfen werden kann, wenn sie darauf abstellt. Der Gutachter geht im schriftlichen Gutachten von einer erhaltenen Schuldfähigkeit hinsichtlich sämtlicher Taten aus und präzisiert anlässlich der Verhandlung auf eine bestenfalls geringfügig verminderte Schuldfähigkeit bei den Delikten, welche affektgesteuert sind. Die erhaltene Schuldfähigkeit begründete der Gutachter mit der mentalen Fitness, welche bei allen Delikten erkennbar vorhanden gewesen sei. Hierzu kann auf die vorinstanzlichen Erwägungen verwiesen werden.