Citation: I 644/03 24.06.2004 E. 2

Streitig ist zunächst der Anspruch auf eine ganze Rente der Invalidenversicherung und in diesem Zusammenhang insbesondere die Frage der zumutbaren Arbeitsfähigkeit. 2.1 Das kantonale Gericht hat auf die diversen Berichte der Rehabilitationsklinik X.________ sowie denjenigen des SPD vom 5. November 2001 abgestellt und eine Arbeitsfähigkeit von 50 % in einer leidensangepassten Tätigkeit angenommen. Die Beschwerdeführerin ist demgegenüber der Auffassung, ihr stehe schon aufgrund der somatischen Leiden eine ganze Rente zu, attestiere ihr doch der Hausarzt eine volle Arbeitsunfähigkeit. Zudem habe sich ihr Zustand in psychischer Hinsicht verschlechtert und sie sei nicht genügend psychiatrisch abgeklärt worden. 2.2 Die Rehabilitationsklinik X.________ geht sowohl im Bericht über das Ergonomie-Trainingsprogramm vom 8. Februar 2001 wie auch im Austrittsbericht vom 2. Februar 2001 davon aus, dass eine leichte Arbeit ganztags zumutbar sei, wenn die Tätigkeit wechselbelastend sei und längere Arbeiten über Kopfhöhe, in vorgeneigten und/oder rotierten Rumpfpositionen sowie in der Hocke vermieden werden könnten. Eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ergibt sich weiter aus dem psychosomatischen Konsilium vom 24. Januar 2001, worin vorgeschlagen wird, die Versicherte mit "einer Arbeitsfähigkeit von mindestens 50 %" aus der Rehabilitation zu entlassen. Diese Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus psychischen Gründen wird im Gutachten des SPD vom 5. November 2001 bestätigt. Die Berichte der Rehabilitationsklinik X.________ und das Gutachten des SPD sind für die streitigen Belange umfassend, beruhen auf allseitigen Untersuchungen, berücksichtigen die geklagten Beschwerden und sind in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden; zudem sind die Ausführungen in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sowie der medizinischen Situation einleuchtend und enthalten begründete Schlussfolgerungen (BGE 125 V 352 Erw. 3a). Die Zeugnisse des (neuen) Hausarztes Dr. med. K.________ vom 16. August, 13. September und 11. Dezember 2002 sprechen nicht gegen die Zuverlässigkeit der Einschätzungen der Rehabilitationsklinik X.________ und des SPD (vgl. BGE 125 V 353 Erw. 3b/bb), da mangels Begründung nicht nachvollziehbar ist, weshalb die Auffassung der beigezogenen ärztlichen Berichte auf falschen Tatsachen beruhen oder nicht korrekte Einschätzungen enthalten sollten. Für weitere Abklärungen bieten sie deshalb ebenfalls keinen Anlass (antizipierte Beweiswürdigung; SVR 2001 IV Nr. 10 S. 28 Erw. 4b; zu Art. 4 Abs. 1 aBV ergangene, weiterhin geltende Rechtsprechung: BGE 124 V 94 Erw. 4b). Im Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass der Sachverhalt - entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin - auch in psychiatrischer Hinsicht genügend abgeklärt worden ist: Einerseits wurden während der Dauer des Aufenthalts in der Rehabilitationsklinik X.________ am 15. und 22. Januar 2001 zwei psychosomatische Konsiliaruntersuchungen durchgeführt, andererseits wurde die Versicherte vom SPD psychiatrisch begutachtet. Damit ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin in einer leidensangepassten Tätigkeit 50 % arbeitsfähig ist. Nach der Rechtsprechung bildet der Zeitraum bis zum Verfügungserlass Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis (BGE 121 V 366 Erw. 1b; hier Dezember 2002), so dass die in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde geltend gemachte Verschlechterung des psychischen Zustandes für das vorliegende Verfahren nicht massgebend ist. Es steht der Beschwerdeführerin jedoch offen, gestützt auf die behauptete Verschlechterung eine Revision zu beantragen (Art. 17 Abs. 1 ATSG). 2.3 Die Versicherte macht geltend, es sei angesichts ihres Alters und ihrer Herkunft unmöglich, eine behinderungsangepasste Tätigkeit auszuüben; auch wenn es sich um invaliditätsfremde Faktoren handle, müssten sie im Rahmen der Zumutbarkeit berücksichtigt werden. Referenzpunkt für die Verwertung der Restarbeitsfähigkeit ist der hypothetische ausgeglichene Arbeitsmarkt (Art. 28 Abs. 2 IVG). Nach der Rechtsprechung handelt es sich dabei um einen theoretischen und abstrakten Begriff, der dazu dient, den Leistungsbereich der Invalidenversicherung von demjenigen der Arbeitslosenversicherung abzugrenzen. Der Begriff umschliesst einerseits ein bestimmtes Gleichgewicht zwischen dem Angebot von und der Nachfrage nach Stellen; anderseits bezeichnet er einen Arbeitsmarkt, der von seiner Struktur her einen Fächer verschiedenartiger Stellen offen hält und zwar sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes; Letzteres gilt auch im Bereich der un- und angelernten Arbeitnehmer. Nach diesen Gesichtspunkten bestimmt sich im Einzelfall, ob die invalide Person die Möglichkeit hat, ihre restliche Erwerbsfähigkeit zu verwerten und ob sie ein rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen vermag oder nicht (BGE 110 V 276 Erw. 4b; ZAK 1991 S. 320 f. Erw. 3b). Daraus folgt, dass für die Invaliditätsbemessung nicht darauf abzustellen ist, ob ein Invalider unter den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen vermittelt werden kann, sondern einzig darauf, ob er die ihm verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen könnte, wenn die verfügbaren Arbeitsplätze dem Angebot an Arbeitskräften entsprechen würden (AHI 1998 S. 291). Für die Beschwerdeführerin (mit Jahrgang 1963) stehen - trotz ihrer gesundheitlichen Einschränkungen - auf diesem hypothetischen ausgeglichenen Arbeitsmarkt genügend leichte Hilfs-, Kontroll- und Überwachungstätigkeiten offen, so dass nicht von realitätsfremden und in diesem Sinne unmöglichen oder unzumutbaren Einsatzmöglichkeiten ausgegangen wird. Denn die zumutbare Tätigkeit ist vorliegend nicht nur in so eingeschränkter Form möglich, dass sie der allgemeine Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers ausgeübt werden kann (ZAK 1989 S. 322 Erw. 4a). Damit ist der Versicherten die Verwertung ihrer Restarbeitsfähigkeit (vgl. Erw. 2.2 hievor) auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zumutbar; der vorinstanzliche Entscheid ist diesbezüglich nicht unangemessen (Art. 132 lit. a OG). 2.4 Zu Recht nicht bestritten sind die für die Bemessung des Invaliditätsgrades herbeizuziehenden Einkommen vor und nach Eintritt des Gesundheitsschadens. Damit ist der vom kantonalen Gericht auf (maximal) 62 % festgesetzte Invaliditätsgrad nicht zu beanstanden, wobei anzumerken ist, dass die Vorinstanz die effektive Höhe des behinderungsbedingten Abzuges (dazu BGE 126 V 78 Erw. 5) letztlich offen gelassen hat. Die Versicherte hat damit Anspruch auf eine halbe Rente der Invalidenversicherung.