Citation: 1B_205/2018 E. 4.1

4.1. Der Beschwerdeführer ist weiter der Auffassung, es liege Überhaft vor. In vergleichbaren Fällen seien wesentlich tiefere Freiheitsstrafen ausgesprochen worden (Urteil 6B_507/2016 vom 9. August 2016). Der Grundsatz der Verhältnismässigkeit werde daher verletzt, wenn eine beschuldigte Person eineinhalb Jahre in Untersuchungshaft gelassen werde, obwohl es sich um eine klassische "Aussage-gegen-Aussage-Konstellation" handle, deren Ausgang völlig offen scheine. Die weiteren ihm zur Last gelegten Delikte seien zudem nicht geeignet, zu einer unbedingten Freiheitsstrafe bzw. einem Widerruf der bereits ausgesprochenen bedingten Freiheitsstrafe zu führen. Zu berücksichtigen sei schliesslich auch, dass er während der Haftdauer von seiner Familie entfremdet und dass seine wirtschaftliche Existenz zerstört werde.