Citation: 6S.62/2000 24.10.2000 E. 3

3.- a) Der Beschwerdeführer macht geltend, dieVorinstanz habe den "Vermögensbegriff verletzt". Entgegenihrer Ansicht habe es sich bei der Sendung um ein Spiel imSinne von Art. 513 Abs. 1 OR gehandelt. Aus Spiel entstehekeine Forderung. Ein Vermögensschaden im Sinne von Art. 146Abs. 1 StGB sei zu verneinen. b) Nach der Rechtsprechung ist unter "Vermögen" im Sinnevon Art. 146 StGB Vermögen zu verstehen, das zivilrechtlichgeschützt ist. Das Strafrecht als "ultima ratio" kann nichtVermögen schützen, welches zivilrechtlich nicht geschütztist. Ein Vermögensschaden gemäss Art. 146 StGB ist nurinsoweit gegeben, als der arglistig Getäuschte einenrechtlich geschützten Anspruch auf Ausgleich des erlittenenNachteils hat (BGE 117 IV 139 E. 3d/aa). c) Beim Spielvertrag versprechen sich die Parteien ohnewirtschaftlichen Grund gegenseitig und unter einerentgegengesetzten Bedingung eine bestimmte Leistung, sodass es notwendig einen Gewinner und einen Verlierer gibt, welcher bestimmt wird durch den Eintritt oder dasAusbleiben der Bedingung (BGE 77 II 45 E. 3). Gemäss Art. 513 Abs. 1 OR entsteht aus Spiel und Wette keine Forderung. Daraus ergibt sich, dass der Gewinner die ihm versprocheneSumme weder verlangen noch einklagen noch auch insonstiger Weise (z.B. durch Verrechnung) gegen den Willendes Verlierers sich verschaffen kann. Wenn aber derVerlierer sein Wort hält und freiwillig zahlt, so sieht dasGesetz darin ein korrektes Verhalten. Daher verbietet dasGesetz grundsätzlich die Rückforderung des gezahltenSpielverlustes (VON TUHR/PETER, Allgemeiner Teil desSchweizerischen Obligationenrechts, 1. Band, 3. Aufl. ,Zürich 1979, S. 33). Gemäss Art. 514 Abs. 2 OR kann einefreiwillig geleistete Zahlung aber dann zurückgefordertwerden, wenn die planmässige Ausführung des Spieles durchZufall oder durch den Empfänger vereitelt worden ist, oderwenn dieser sich einer Unredlichkeit schuldig gemacht hat. Letzteres trifft im vorliegenden Fall offensichtlich zu. Deshalb kann hier offen bleiben, ob ein Spiel im Sinne vonArt. 513 OR gegeben ist. Selbst wenn das so wäre, hätte derVeranstalter der Sendung einen zivilrechtlich geschütztenAnspruch auf Ausgleich des erlittenen Nachteils gestütztauf Art. 514 Abs. 2 OR. Der Veranstalter der Sendung hatdeshalb bei der ersten Sendung einen Vermögensschaden imSinne von Art. 146 StGB erlitten bzw. hätte bei der zweitenSendung einen solchen erlitten, wenn es zur Auszahlunggekommen wäre. d) Die Beschwerde ist auch in diesem Punkt unbegründet.