Citation: 6B_1115/2022 E. 1.3.2

1.3.2. Diese von der Vorinstanz zu eigen gemachte erstinstanzliche Beweiswürdigung und die darauf basierende Feststellung der Vorinstanz, es sei ein von oben herab geführter heftiger Tritt im Sinne eines "Stampfens" gegen die Kopf- bzw. Halspartie des Opfers und anschliessend ein weniger kräftiger Kick in den gleichen Bereich erfolgt (angefochtenes Urteil E. III.3.2 S. 11), steht mit der Beweislage bzw. der einschlägigen Videoaufnahme nicht in haltlosem Widerspruch (vgl. Untersuchungsakten D1/11, Videoaufnahme: xxx, konkrete Tathandlung ab 04:03). Zwar wird bei einer Einzelbildbetrachtung der Videoaufnahme deutlich, dass - wie der Beschwerdeführer geltend macht - die weisse seitliche Sohle des Schuhs des Beschwerdeführers zwischenzeitlich nicht mehr zu sehen und der Kopf des Opfers in diesem Moment weder von einem Schuh noch von einem sonstigen Gegenstand bzw. Körperteil verdeckt ist. Erkennbar ist allerdings auch, dass sich in diesem Zeitpunkt der Kopf und ebenso der übrige Körper des regungslosen Opfers noch in keiner Weise zu bewegen beginnen. Mit guten Gründen kann daher angenommen werden, dass es dann noch nicht zu einem Aufprall des Schuhs des Beschwerdeführers auf den Körper des Opfers gekommen sein kann, und die in jenem Moment nicht sichtbare seitliche Schuhsole nicht durch ein Auftreffen bzw. "Wegkippen" des Schuhs an der Schulter bedingt, sondern einem zur Kamera hin veränderten Fuss- bzw. Beinwinkel geschuldet ist. Diesen Eindruck bestärkt der weitere Videoverlauf: Im unmittelbar folgenden Einzelbild ist die weisse seitliche Schuhsohle wieder sichtbar; der Schuh befindet sich nun oberhalb der Schultern des Opfers mindestens im Bereich von dessen Halspartie. Zugleich setzt - erstmals - eine in die Trittrichtung verlaufende Bewegung bei Kopf und Oberkörper des Opfers ein. Aus den weiteren Einzelbildern lässt sich alsdann ersehen, dass sich diese Bewegung im Kopfbereich stärker ausbildet als im Bereich des Oberkörpers. In Beachtung dieser Umstände, mithin der Tatsachen, dass sich der Schuh des Beschwerdeführers mitsamt weisser Seitensohle zuletzt deutlich im Bereich des Halses des Opfers (wieder) zeigt, erst dann - und vorher nie - eine Bewegung von Kopf und Oberkörper des Opfers einsetzt und sich diese Bewegung zudem beim Kopf stärker als beim Oberkörper ausprägt, lässt sich willkürfrei folgern, der erste Tritt sei direkt mindestens gegen die Halspartie des Opfers und nicht gegen dessen Schultergürtel gegangen. Wenn die Vorinstanz von einem gegen die "Kopf- bzw. Halspartie" und nicht gegen den Schultergürtel abgegebenen ersten Tritt ausgeht, ist dies nach dem Gesagten nicht haltlos und kann ihr insofern keine Willkür in der Beweiswürdigung vorgeworfen werden. Die beschwerdeführerischen Hinweise betreffend die Sichtbarkeit der Schuhsohle und die Art des Zurückweichens von Kopf- und Körper des Opfers sind ungeeignet, um Willkür zu belegen. Gleiches gilt für die vom Beschwerdeführer angeführte Motivlage, es sei ihm um das Verhindern eines vom Opfer ausgehenden neuen "Angriffs" gegangen. Dieser Beweggrund ist mit dem von der Vorinstanz festgestellten Tatverhalten des Beschwerdeführers ohne Weiteres vereinbar und lässt folglich ebenfalls keine Willkür erkennen. Die weiteren Feststellungen der Vorinstanz, wonach es sich beim ersten Tritt um einen heftigen und im Sinne eines "Stampfens" ausgeführten Tritt gehandelt habe und in unmittelbarer Folge ein zweiter, weniger kräftiger Kick in den gleichen Körperbereich ergangen sei, bemängelt der Beschwerdeführer nicht konkret. Eine willkürliche Beweiswürdigung ist damit auch insoweit nicht ausgewiesen.