Citation: 8C_128/2022 E. 7.1

7.1. Soweit der Beschwerdeführer vor Bundesgericht geltend macht, über die Rentenfrage könne nur befunden werden, wenn vorgängig berufliche Eingliederungsmassnahmen durchgeführt worden seien, verkennt er, dass sich solches nicht aus dem Prinzip "Eingliederung vor Rente" ergibt. Eine Invalidenrente soll zwar erst und nur dann gesprochen werden, wenn die Möglichkeiten ausgeschöpft sind, welche Eingliederungsmassnahmen zur Verbesserung der gesundheitsbedingt beeinträchtigten Erwerbsfähigkeit bieten (vgl. dazu zur Publikation vorgesehenes Urteil 8C_326/2022 vom 13. Oktober 2022 E. 6.2.4; Urteil 9C_380/2021 vom 31. Januar 2022 E. 5.1, in: SVR 2022 IV Nr. 40 S. 130). Falls ein Rentenanspruch indes durch allenfalls noch vorzunehmende berufliche Eingliederungsmassnahmen nicht mehr beeinflusst werden kann, etwa weil ein rentenbegründender Invaliditätsgrad bereits jetzt nicht gegeben ist, kann der Rentenentscheid unabhängig von allfälligen Eingliederungsmassnahmen gefällt werden (Urteil 8C_204/2021 vom 26. Mai 2021 E. 4.2.2). Hinzu kommt, dass insbesondere der vom Beschwerdeführer anbegehrte Anspruch auf Umschulung grundsätzlich eine Mindesterwerbseinbusse von rund 20 % voraussetzt, die zuerst ermittelt werden muss (BGE 130 V 488 E. 4.2; 124 V 108 E. 3; Urteil 9C_623/2020 vom 8. März 2021 E. 2). Indem die Vorinstanz im angefochtenen Urteil zuerst eine Invaliditätsgradbemessung vorgenommen und anschliessend einen Anspruch auf berufliche Massnahmen geprüft hat, hat sie weder den Grundsatz "Eingliederung vor Rente" noch das rechtliche Gehör verletzt.