Citation: 4C.291/2003 04.02.2004 E. 5

Alsdann machte der Kläger vor Obergericht geltend, der Beklagte habe die aus dem Architekturvertrag folgenden Sorgfalts- und Treuepflichten - welche auch nach Abschluss der Bauarbeiten für die Gartenhalle weiterbestanden hätten - verletzt, weil er bei der Abgabe seiner Empfehlungen bzw. Erläuterungen für die Gartengestaltung den Kläger bzw. dessen Ehefrau oder aber den Gartenbauer nicht über die in der Baubewilligung auferlegte Pflicht zur Sondierung informiert habe. Das Obergericht führte dem Sinne nach aus, der Beauftragte hafte dem Auftraggeber gemäss Art. 398 Abs. 2 OR für getreue und sorgfältige Ausführung des ihm übertragenen Geschäfts. Daraus folge eine allgemeine Treuepflicht aus welcher sich eine Aufklärungs- und Benachrichtigungspflicht ergebe. Diese Warnpflicht bestehe auch nach Erlöschen der Hauptleistungspflicht. Da im vorliegend zu beurteilenden Fall sowohl der Kläger durch die Baubewilligung als auch der Gartenbauer gemäss seiner Aussage vor Bezirksgericht Zürich von der Existenz und Gefährlichkeit der Wasserleitung gewusst hätten, habe sich eine entsprechende Auskunftspflicht jedoch gar nie aktualisiert. Der Kläger macht geltend, es sei unklar, was das Obergericht mit der fehlenden Aktualisierung der Aufklärungspflicht gemeint habe. Aus der Feststellung, des Obergerichts, dass sowohl der Kläger als auch der Gartenbauer um die Gefährlichkeit der Wasserleitung wussten, ergibt sich, dass das Obergericht mit der fehlenden Aktualisierung meinte, es habe in tatsächlicher Hinsicht kein Aufklärungsbedarf, bzw. keine Wissenslücke bestanden, die der Beklagte hätte schliessen müssen. Damit entfällt - wie die Vorinstanz zu Recht annahm - eine Aufklärungspflicht. Der Kläger macht in diesem Zusammenhang dem Sinne nach geltend, das Obergericht habe übersehen, dass der Beklagten nicht bloss eine Information unterlassen, sondern ein aktives, beschwichtigendes Verhalten gezeigt habe, das den Gartenbauer von einer Sondierung der ihm grundsätzlich bekannten Wasserleitung abgehalten habe. Auf diesen Einwand ist nicht einzutreten, weil ein solches aktives Verhalten im angefochtenen Urteil keine Stütze findet (vgl. E. 3 hievor).