Citation: 4A_27/2021 E. 6.2

6.2. Die Beschwerdeführerin vermag mit ihren Ausführungen keine Verletzung des verfahrensrechtlichen Ordre public aufzuzeigen. Vielmehr übt sie unter Hinweis auf verschiedene Aktenstücke des Schiedsverfahrens appellatorische Kritik an der schiedsgerichtlichen Verfahrensführung, bezeichnet das Vorgehen der Beschwerdegegnerin als rechtsmissbräuchlich und behauptet, das Schiedsgericht habe mittels vorsorglicher Massnahmen einer Vereitelung der Vollstreckung des zuvor ergangenen Schiedsentscheids Hand geboten. Damit ist sie nicht zu hören. Ohnehin ist unbestritten, dass der erwähnte Entscheid im Februar 2019 vollstreckt wurde. Ihr Vorbringen, das Schiedsgericht habe die Rechtskraft eines vorangehenden Schiedsspruchs missachtet, lässt im Übrigen keinen Zusammenhang mit den Erwägungen des angefochtenen Entscheids erkennen, wurde diese Frage darin doch gar nicht beurteilt. Die Beschwerdeführerin wiederholt zudem verschiedene Einwände gegen die Zuständigkeit des Schiedsgerichts, die sich als unbegründet erwiesen haben, wobei sie auch in diesem Zusammenhang zu Unrecht davon ausgeht, das Schiedsgericht habe sich für die Rechtsbegehren der Beschwerdegegnerin in der Einleitungsanzeige vom 10. Mai 2018 und der Klageschrift vom 18. Januar 2019 (implizit) für zuständig erklärt. Auch mit ihren weiteren Vorbringen zum Verfahrensablauf und zu verschiedenen Verfügungen des Schiedsgerichts vermag die Beschwerdeführerin keine Verletzung des formellen Ordre public aufzuzeigen. Insbesondere kann ein solcher auch nicht darin erblickt werden, dass das Schiedsgericht zunächst auf eine Aufteilung des Verfahrens verzichtete und mit einem separaten Entscheid über die Zuständigkeit zuwartete, ist ein solcher Entscheid doch nicht zwingend vorgeschrieben (vgl. Art. 186 Abs. 3 IPRG, wonach das Schiedsgericht über seine Zuständigkeit "in der Regel" durch Vorentscheid entscheidet). Mit ihren Vorbringen zur Höhe der entstandenen Prozesskosten erhebt die Beschwerdeführerin keine nach Art. 190 Abs. 2 IPRG zulässigen Rügen. Insgesamt vermag die Beschwerdeführerin die Verpflichtung zur Zahlung des Kostenvorschusses nicht als Ordre public-widrig auszuweisen.