Citation: 2C_650/2019 E. 5.3

5.3. Sodann macht der Beschwerdeführer geltend, für die Beurteilung, ob den Zahlungen der Vereinsmitglieder der Charakter des Mitgliederbeitrags zukomme, müsse auf den mehrwertsteuerlichen Leistungsbegriff zurückgegriffen werden. Die Annahme eines solchen Leistungsverhältnisses setze voraus, dass zwischen der Leistung und des Entgelts eine innere wirtschaftliche Verknüpfung vorliege. Vorliegend stünden die Leistungen des Vereins allen Mitgliedern offen. Auch ohne Stimmrecht könnten allfällige Änderungswünsche der Vereinsstatuten zur Diskussion gebracht werden. Es liege gerade kein Fall vor, bei dem die Leistungen des Vereins nur an einzelne Mitglieder gingen. Die Unterteilung der Mitgliedschaften in die Standard-Mitgliedschaft und B.________-Mitgliedschaft diene lediglich der unterschiedlichen Intensität, mit welcher sich die Vereinsmitglieder dem Vereinszweck widmen würden. Die Mitglieder zahlten nicht in erster Linie, um Leistungen des Vereins zu erhalten, sondern um den gemeinsamen Zweck des Vereins im Interesse aller Mitglieder voranzutreiben. Der Umstand, dass der Vereinspräsident bei der Wissensvermittlung eine zentrale Rolle einnehme, beeinträchtige den Vereinszweck nicht. Die Wissensvermittlung sei nicht auf einzelne Teilnehmer zugeschnitten. Vielmehr richte sie sich immer an die Allgemeinheit. Das einzelne Vereinsmitglied könne die an die Allgemeinheit der Vereinsmitglieder gerichteten Inhalte individuell oder in einer Gruppe mit anderen Mitglieder erfahren und sich individuell oder in einer Gruppe mit anderen Mitgliedern damit auseinandersetzen. Die Vorinstanz wende Art. 66 Abs. 1 DBG, Art. 26 Abs. 1 StHG und Art. 83 Abs. 1 lit. d StG SG unrechtmässig an, wenn sie einen Leistungsaustausch zwischen dem Verein und seinen Mitglieder annehme und die Zahlung der Mitgliederbeiträge nicht als einen erfolgsneutralen Vorgang betrachte.