Citation: U 94/06 10.11.2006 E. 3

3.1 Aus den in den Akten enthaltenen Lohnabrechnungen geht hervor, dass der Beschwerdeführer bis Januar 1999 einen Bruttolohn von Fr. 5200.- und ab Februar 1999 einen solchen von Fr. 3120.- bezogen hat. Im Mai 1999 belief sich der Lohn auf Fr. 5200.-, ab Juni 1999 wieder auf Fr. 3120.- und ab September 1999 erneut auf Fr. 5200.-. Der volle Lohn für Mai 1999 ist im Sinne der getroffenen Vereinbarung auf Militärdienst und der Bezug des vollen Lohnes ab September 1999 auf eine krankheits- bzw. unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit zurückzuführen. Nach den übereinstimmenden Angaben des Beschwerdeführers und des Arbeitgebers bestand ab 7. September 1999 und bis zum Unfall vom 25. September 1999 eine krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit. Gemäss Lohnbuchhaltung sind für den Monat September indessen nur 18 geleistete Arbeitsstunden bei 176 Ausfallstunden ausgewiesen. Dies entspricht bei vier Arbeitstagen (Mittwoch, 1. September bis Freitag, 3. September und Montag, 6. September 1999) einer durchschnittlichen Arbeitszeit von lediglich 4½ Stunden im Tag, was klar für die Angaben des Arbeitgebers und gegen die Behauptung des Beschwerdeführers spricht, es sei ab 1. September 1999 wieder ein volles Arbeitspensum vereinbart worden. Es muss daher bei der Feststellung bleiben, dass der Beschwerdeführer im Zeitpunkt des Unfalls weiterhin zu einem Pensum von 60 % und einem Lohn von Fr. 3120.- angestellt war. Dass ihm aufgrund der mündlichen Vereinbarung ab 1. September 1999 - und damit schon für die Zeit vor dem Unfall - der volle Lohn ausbezahlt wurde, vermag zu keiner anderen Bemessung des Taggeldes zu führen. Die Vertragsparteien gingen offenbar von der Meinung aus, dass der Arbeitsausfall vom jeweils zuständigen Versicherer auf der Grundlage eines Lohnes bei vollem Arbeitspensum entschädigt werde und die entsprechenden Ersatzleistungen an den Arbeitgeber gingen. Eine derartige Überlegung kann unter den hier massgebenden sozialversicherungsrechtlichen Gesichtspunkten keinen Rechtsschutz finden. Auszugehen ist von dem der effektiven Arbeitsleistung entsprechenden Lohn und nicht von einer allenfalls hievon abweichenden Vereinbarung unter den Vertragsparteien. Zu einer anderen Bemessung des Taggeldes vermögen auch die Vorbringen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde nicht zu führen. Es ist zudem widersprüchlich, wenn der Beschwerdeführer den Angaben des Arbeitgebers den Beweiswert abspricht, gleichzeitig aber aus einer Aktennotiz über ein Gespräch mit der Mitarbeiterin des Arbeitgebers einen anderen Schluss ableiten will. Unerheblich ist schliesslich, dass das vom Beschwerdeführer im Zeitpunkt des Unfalls bezogene Krankentaggeld auf einem vollen Arbeitspensum beruhte. 3.2 Mit der Verfügung vom 4. März 2004 und dem Einspracheentscheid vom 12. Oktober 2004 hat die SUVA das Taggeld "entgegenkommenderweise" auf dem Gesamtverdienst im Jahr vor dem Unfall bemessen und damit auch den Umstand berücksichtigt, dass der Beschwerdeführer bis Ende Januar 1999 sowie im Mai und September 1999 den vollen Lohn bezogen hat. Die Vorinstanz hat dieser Berechnungsweise beigepflichtet mit der Feststellung, dass sich eine - zumindest analoge - Anwendung von Art. 23 Abs. 3 UVV rechtfertige. Gemäss dieser Bestimmung ist auf einen angemessenen Durchschnittslohn pro Tag abzustellen, wenn der Versicherte keine regelmässige Erwerbstätigkeit ausübt oder der Lohn starken Schwankungen unterliegt. Die Bestimmung zielt darauf ab, dort einen Ausgleich zu schaffen, wo eine versicherte Person einen Unfall zufälligerweise in einer Tief- oder eventuell gar einer Nichtlohnphase erleidet. Das Kriterium der starken Lohnschwankungen ist erfüllt, wenn der Lohn vom erzielten Umsatz oder andern mehr oder weniger unbestimmten Faktoren abhängig ist (vgl. die in BGE 128 V 300 f. Erw. 2b/aa und cc erwähnte Rechtsprechung). Im hier zu beurteilenden Fall fehlt es an vergleichbaren Umständen, weshalb es als fraglich erscheint, ob sich der Entscheid der SUVA auf Art. 23 Abs. 3 UVV stützen lässt. Auch die Art. 23 Abs. 6 und 9 bilden hiefür keine Grundlage. Zu einer Abänderung des Entscheids zu Ungunsten des Beschwerdeführers besteht indessen kein Anlass. Nach der Rechtsprechung ist von der Möglichkeit einer reformatio in peius zurückhaltend Gebrauch zu machen (BGE 119 V 249 Erw. 5 mit Hinweisen; Urteile S. vom 18. März 2005, I 791/03, und H. vom 10. Oktober 2003, U 340/00). Zudem stünde dem Beschwerdeführer die Möglichkeit offen, die Verwaltungsgerichtsbeschwerde zurückzuziehen, womit es bei der von der SUVA verfügten und vorinstanzlich geschützten Bemessung des Taggeldes bliebe.