Citation: 1B_228/2021 E. 3.2

3.2. Die Vorinstanz führte aus, in den Richtlinien für die Strafzumessung des Verbands Bernischer RichterInnen und StaatsanwältInnen werde bei einem Betrug (Art. 146 StGB) mit einem Deliktsbetrag von Fr. 20'000.-- ein Strafmass von 120 Strafeinheiten empfohlen. Deshalb und weil der Betrug unter eine massiv höhere Strafdrohung als der unrechtmässige Bezug von Leistungen einer Sozialversicherung oder der Sozialhilfe (Art. 148a StGB) gestellt sei, drohe dem Beschwerdeführer eine Strafe von weniger als 120 Strafeinheiten, mithin eine die Grenzwerte von Art. 132 Abs. 3 StPO unterschreitende Strafe. Die Vorinstanz erklärte zugleich, eine amtliche Verteidigung müsse vorliegend aufgrund besonderer Umstände angezeigt sein. Die Strafandrohung bei unrechtmässigem Bezug von Leistungen einer Sozialversicherung oder der Sozialhilfe ist in leichten Fällen Busse (Art. 148a Abs. 2 StGB) und im Übrigen Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe (Art. 148a Abs. 1 StGB). Es bestehen keine Anhaltspunkte, dass es sich vorliegend - insbesondere mit Blick auf den Deliktsbetrag und das Verschulden des Beschwerdeführers reduzierende Elemente - um einen leichten Fall gemäss Art. 148a Abs. 2 StGB handeln könnte (vgl. dazu Urteil 6B_1161/2019 vom 13. Oktober 2020 E. 1.2). Das Obergericht hat sodann zu Recht nicht die abstrakte Strafdrohung von Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe (Art. 148a Abs. 1 StGB) als massgebend erachtet. Ausschlaggebend ist eine konkrete Betrachtungsweise (vgl. BGE 143 I 164 E. 3 mit Hinweisen auf die Rechtsprechung des EGMR). Angesichts des mutmasslichen Deliktsbetrages von rund Fr. 22'000.-- erscheint die vorinstanzliche Einschätzung, wonach dem Beschwerdeführer eine Freiheitsstrafe von ungefähr 120 Tagen droht, plausibel (vgl. dazu auch E. II.1 und IV.7 des Urteils des Obergerichts des Kantons Zürich SB190570 vom 10. Juli 2020). Somit steht fest, dass dem Beschwerdeführer eine Strafe droht, die an der Grenze zum Bagatellfall liegt. Entsprechend sind für die Annahme von tatsächlichen und/oder rechtlichen Schwierigkeiten, denen der Beschwerdeführer allein nicht gewachsen wäre, erhöhte Anforderungen zu stellen.