Citation: U 376/01 23.12.2003 E. 2

Während der Beschwerdeführer die zugesprochene Integritätsentschädigung von 45 % ausdrücklich bestätigt, beanstandet er den von SUVA und Vorinstanz angenommenen Invaliditätsgrad von 50 % und die dem Taggeld zugrunde gelegte Arbeitsunfähigkeit von 50 %. 2.1 Weil der Invaliditätsbegriff in der Invalidenversicherung mit demjenigen in der obligatorischen Unfallversicherung (und in der Militärversicherung) grundsätzlich übereinstimmt, hat die Bemessung der Invalidität, auch wenn sie für jeden Versicherungszweig grundsätzlich selbständig vorzunehmen ist, mit Bezug auf den gleichen Gesundheitsschaden im Regelfall zum gleichen Ergebnis zu führen (BGE 119 V 470 Erw. 2b mit Hinweisen; vgl. auch BGE 123 V 271 Erw. 2a). Während nach früherer Rechtsprechung der Invaliditätsbemessung der SUVA gegenüber derjenigen der Invalidenversicherung der Vorrang eingeräumt wurde (BGE 106 V 88 Erw. 2b mit Hinweisen), hat das Gericht diese Koordinationsregel in der Folge wiederholt eingeschränkt (BGE 109 V 23, 112 V 175, 119 V 468) und in Einzelfällen auch der Invaliditätsbemessung der Invalidenversicherung den Vorrang gegenüber derjenigen der SUVA eingeräumt (RKUV 1995 Nr. U 220 S. 107 f.; nicht publizierte Erw. II/1b und c des Urteils BGE 122 V 157). In BGE 126 V 288 ist das Gericht zum Schluss gelangt, dass es sich nicht weiter rechtfertigen lässt, der Invaliditätsbemessung des einen Sozialversicherungsträgers ungeachtet der diesem im Rahmen seiner Abklärungen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten und deren effektiven Ausnutzung im konkreten Fall generell mehr Gewicht beizumessen. Es geht indessen auch nicht an, dass die Invalidität in den einzelnen Sozialversicherungszweigen völlig unabhängig von allenfalls schon getroffenen Entscheiden anderer Versicherer festgelegt wird. Zumindest rechtskräftig abgeschlossene Invaliditätsschätzungen dürfen nicht einfach unbeachtet bleiben. Vielmehr müssen sie als Indiz für eine zuverlässige Beurteilung gewertet und als solches in den Entscheidungsprozess erst später verfügender Versicherungsträger mit einbezogen werden. Wo die später verfügende Versicherung die Möglichkeit hat, den ihr ordnungsgemäss eröffneten Entscheid des andern Versicherers anzufechten (Art. 129 Abs. 1 UVV), und hievon nicht Gebrauch macht, hat sie diesen grundsätzlich gegen sich gelten zu lassen. Zumindest hat sie sich die Vermutung der Richtigkeit der bereits vorhandenen Invaliditätsbemessung entgegenhalten zu lassen. Eine abweichende Festlegung der Invalidität kann in solchen Fällen nur noch ausnahmsweise in Frage kommen, wobei an die Begründung strenge Anforderungen zu stellen sind. Anlass für ein Abweichen von einer bereits rechtskräftigen Invaliditätsschätzung eines andern Versicherers können, nebst den von der Rechtsprechung bereits bisher anerkannten Gründen (BGE 119 V 471 Erw. 2b mit Hinweisen), äusserst knappe und ungenaue Abklärungen sowie kaum überzeugende oder nicht sachgerechte Schlussfolgerungen geben (BGE 126 V 291 Erw. 2). 2.2 Im Zeitpunkt, in welchem die SUVA den Einspracheentscheid vom 8. September 2000 erliess und damit den Invaliditätsgrad auf 50 % festsetzte, lag noch keine rechtskräftige Invalidiätsschätzung der Invalidenversicherung vor. Die Verfügung der IV-Stelle vom 7. Mai 1999, welche auch der SUVA zugestellt wurde, ist vom Versicherten beim kantonalen Verwaltungsgericht und anschliessend beim Eidgenössischen Versicherungsgericht angefochten worden. Unter diesen Umständen konnte der von der IV-Stelle ermittelte Invaliditätsgrad keine verbindliche Wirkung entfalten. Die SUVA war demnach im Zeitpunkt, als sie die streitige Einspracheverfügung erliess, nicht an einen von einem andern Sozialversicherungsträger bereits rechtskräftig bestimmten Invaliditätsgrad gebunden. Die SUVA macht nunmehr geltend, der Invaliditätsgrad von 63.1 % basiere auf einer falschen Annahme bezüglich des Valideneinkommens und auf einem aufgrund einer reinen Angemessenheitskontrolle viel zu tief geschätzten Invalideneinkommen. Es ist daher zu prüfen, ob triftige Argumente gegen eine Übernahme des für die Belange der Invalidenversicherung ermittelten Invaliditätsgrades sprechen.