Citation: 5A_399/2007 04.03.2008 E. 4

Das Kantonsgericht hat für seinen Entscheid, in Bestätigung des erstinstanzlichen Urteils den Beschwerdeführer weiterhin zur Leistung von monatlichen Beiträgen in Höhe von Fr. 1'500.-- zu verpflichten, folgende Umstände berücksichtigt. 4.1 Hatte die erste Instanz dem Beschwerdeführer Passivität in der Stellensuche vorgeworfen, führt das Kantonsgericht ins Feld, der Beschwerdeführer habe den ihm obliegenden Beweis für die Unmöglichkeit, die frühere Erwerbssituation wiederherzustellen, nicht angetreten. Indem er nach Einstellung der Taggelder die Stellensuche aufgegeben und sich dazu entschlossen habe, gewissermassen vorzeitig in den Ruhestand zu treten, habe der Beschwerdeführer die Folgen seines Handelns grundsätzlich selber zu tragen und könne sie nicht auf die geschiedene Ehepartnerin abwälzen. 4.1.1 Anhand dieser Ausführungen kann entgegen dem Beschwerdeführer nicht gesagt werden, das Kantonsgericht habe das Argument, der Beschwerdeführer könne in die Schweiz zurückkehren und hier wieder arbeiten, fallen gelassen. Die tatsächliche Feststellung, der Beschwerdeführer habe den Beweis der Unmöglichkeit, eine neue Arbeitsstelle zu finden, gar nicht angetreten, bleibt aufrecht. Was der Beschwerdeführer dagegen einwendet, vermag keine willkürliche Sachverhaltsfeststellung darzutun: Dass er sich während der letzten Arbeitsphase und während der Arbeitslosigkeit ernsthaft um eine neue Anstellung bemüht habe, ist eine Behauptung, die im angefochtenen Entscheid keine Stütze findet und durch die erste Instanz bestritten wurde; zudem ändert sie nichts am Umstand, dass er nach seiner Ausmusterung einfach ins Ausland fuhr und damit faktisch jede Stellensuche aufgab. 4.1.2 Der Beschwerdeführer bemängelt, dass das Kantonsgericht zu diesem Thema von ihm angebotene Beweise nicht abgenommen habe. Was den Amtsbericht des RAV anbelangt, verweist er lediglich auf seine Klageschrift vom 29. November 2004. Damit ist nicht dargetan, dass dieser Antrag vor Vorinstanz aufrecht gehalten wurde: Die entsprechende Rüge muss folglich als nicht letztinstanzlich und daher unzulässig gelten (Art. 75 Abs. 1 BGG). Was dieser Bericht allenfalls hätte bekräftigen können, darüber kann der Beschwerdeführer übrigens nur spekulieren. Was sodann die angeblich in der kantonalen Berufungsschrift beantragte Expertise über den Arbeitsmarkt und der Cash-Artikel vom 15. März 2007 für neue Erkenntnisse gebracht hätten, erhellt aus der Beschwerdeschrift nicht: Damit ist die wohl auf antizipierte Beweiswürdigung zurückzuführende Ausserachtlassung dieser Beweise seitens des Kantonsgerichts nicht zu beanstanden, und schon gar nicht als Verletzung des Rechts auf Beweis gestützt auf Art. 8 ZGB zu ahnden. Zwar behauptet der Beschwerdeführer apodiktisch eine unrichtige Würdigung der ins Recht gelegten Unterlagen, doch bezeichnet er sie selber nicht als willkürlich und begründet den Vorwurf auch mit keinem Wort, weshalb auf die Rüge gar nicht einzutreten ist (E. 2.2 vorne). 4.2 Als Alternativbegründung hat das Kantonsgericht sodann dafür gehalten, selbst in der Annahme, der Beschwerdeführer könne heute keine neue Anstellung mehr finden, erwüchsen ihm in Thailand Lebenskosten, die rund 40% der schweizerischen entsprächen, mithin rund Fr. 1'000.-- pro Monat ausmachten; diese Kosten könne er aus dem laufenden Vermögensertrag - geschätzt auf 3% von rund Fr. 400'000.-- Freizügigkeitsguthaben - bestreiten. Für die auf Fr. 1'500.-- monatlich herabgesetzte Unterhaltsrente müsse er schlimmstensfalls das Kapital anzehren. Solches werde in Lehre und Rechtsprechung vertreten und gelte vorliegend als angemessen, insbesondere wenn die lange und für die Beschwerdegegnerin lebensprägende Ehe sowie der Umstand berücksichtigt würden, dass der Beschwerdeführer anlässlich der Scheidung eine hälftige Teilung seiner damaligen Freizügigkeitsanprüche auf Anrechnung an den Unterhaltsanspruch abgelehnt und sich stattdessen zu einem höheren und unbefristeten Unterhaltsbeitrag verpflichtet hatte: Wenn der Beschwerdeführer, der zunächst eine Beteiligung an der gemeinsam erarbeiteten Vorsorge verweigert hatte, der Beschwerdegegnerin hernach auch noch die daraus finanzierte Unterhaltsrente entziehen dürfte, wäre sie doppelt benachteiligt. "Die Vorstellung, nach der leichtsinnigen Preisgabe des früheren Lebensplans sei das vorzeitig in bar bezogene Alterskapital für ihn allein bestimmt und sollte als eiserne Reserve bis zu seinem statistisch zu erwartenden Tod reichen, weshalb die Unterhaltspflicht gewissermassen schon auf Vorrat aufgehoben werden müsse, läuft dem Grundgedanken der nachehelichen Solidarität offensichtlich zuwider". 4.2.1 Der Beschwerdeführer beanstandet die von der Vorinstanz angenommenen Lebenskosten in Thailand als willkürlich und beruft sich auf andere Erhebungen als jene, die das Kantonsgericht seinen Berechnungen zugrunde gelegt hat. Er zeigt aber nicht auf, diese alternativen Zahlen bereits vor Kantonsgericht vorgetragen zu haben; sie sind damit neu und unzulässig, zumal der Beschwerdeführer zwar behauptet, aber nicht begründet, warum er ausnahmsweise zu ihrer Anrufung berechtigt sein müsse (Art. 99 Abs. 1 BGG). Abgesehen davon, ergibt sich aus dem angefochtenen Entscheid, dass die Erhebungen der UBS durch die Vorinstanz regelmässig verwendet werden und deshalb erhöhte Relevanz besitzen, was der Beschwerdeführer nicht in Abrede stellt. Überdies hatte das Bundesgericht bereits Gelegenheit zu betonen, dass in der Praxis vorab diese Erhebungen Verwendung finden (Urteil 5C.6/2002, vom 11. Juni 2002, E. 3a, nicht veröffentlicht in BGE 128 III 257). Schliesslich stehen die Billigkeitserwägungen, die das Kantonsgericht dazu bewogen haben, auf die besonderen Umstände Rücksicht zu nehmen, unter welchen die Beschwerdegegnerin anlässlich der Scheidung eine unbefristete Rente an Stelle einer Aufteilung der Vorsorgeguthaben des Beschwerdeführers hinnahm, mit der Rechtsprechung des Bundesgerichtes durchaus im Einklang (Urteil 5C.163/2001 vom 18. Oktober 2001, E. 2d). Soweit auf sie eingetreten werden kann, ist die Rüge unbegründet. 4.2.2 Der Beschwerdeführer kritisiert sodann das Kantonsgericht dafür, dass es keine Verrentung vornahm, also entgegen dem Kreisgericht aus der ausbezahlten Freizügigkeitsleistung keine rückkapitalisierte monatliche Rente errechnete. Damit scheint er die Ansicht vertreten zu wollen, die von der ersten Instanz errechneten Fr. 1'800.-- monatlich würden das Maximum darstellen, das er aus dem erhaltenen Freizügigkeitskapital erwirtschaften könne, soll dieses aus versicherungsmathematischer Sicht ausreichen; daraus könne er unmöglich seine eigenen Lebenskosten bestreiten und darüber hinaus noch die festgelegte Rente von monatlich Fr. 1'500.-- ausrichten. So verstanden, ist die Frage aber eine Rechts- und keine Tatfrage, denn es geht darum, in welchem Ausmass ein Vermögensverzehr zumutbar (und nicht objektiv möglich) sei. Der Beschwerdeführer nennt jedoch keine Rechtsnorm, welche durch die kritisierte Lösung verletzt worden wäre, sondern begnügt sich mit einem allgemein gehaltenen und unergiebigen Vorwurf der Verletzung klaren Bundesrechts: Damit ist das Bundesgericht ausser Stande, die korrekte Rechtsanwendung im Sinne von Art. 95 BGG zu überprüfen. Auf die Rüge ist folglich nicht einzutreten (E. 2.1 vorne). 4.2.3 Schliesslich verweist der Beschwerdeführer auf das minimale monatliche Einkommen, das für die Erteilung eines Visums für Thailand heute und in naher Zukunft vorzuweisen sei. Soweit darin überhaupt eine Rüge erblickt werden kann, stützt sie sich auf neue Tatsachen, was ohne Nachweis, dass erst der Entscheid der Vorinstanz dazu Anlass gab, unzulässig ist (Art. 99 Abs. 1 BGG).