Citation: 8C_264/2015 E. 4

Das kantonale Gericht hat sich zum Einwand der Beschwerdeführerin eingehend und zutreffend geäussert. Das psychiatrische Gutachten sei voll beweiskräftig und insbesondere die Verwertung der bescheinigten Restarbeitsfähigkeit zumutbar. Die psychiatrische Gutachterin interpretierte die von den behandelnden Ärzten der Beschwerdeführerin festgestellte depressive Verstimmung, die Agoraphobie mit Panikstörung, die emotionale Instabilität sowie die zwischenzeitlich kontrollierte Suchterkrankung (Opiatabhängigkeit und Alkoholmissbrauch) als Komorbiditäten einer Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung (ADHS). Bereits in der Klinik E.________ war am 13. Januar 2011 nach psychologischen beziehungsweise neuropsychologischen Abklärungen eine entsprechende Verdachtsdiagnose gestellt worden. Die psychiatrische Gutachterin führte dazu aus, dass die Beschwerdeführerin durch mangelnde Impulskontrolle, fehlende Reizfilterung und -verarbeitung sowie die dadurch bedingte rasche kognitive Ermüdbarkeit, vermindertes Durchhaltevermögen, verminderte Fähigkeit zu planen, Vermeidungsverhalten (Angst vor der Angst) und sozialen Rückzug sowie Antriebsschwierigkeiten nur beschränkt belastbar sei. In der zuletzt ausgeführten Tätigkeit bei B.________ mit hektischem Betrieb und unregelmässigen Arbeitszeiten sei sie zu 100 Prozent arbeitsunfähig. Die seit 2009 verfolgten therapeutischen Massnahmen mit hausärztlicher, psychiatrischer, ergotherapeutischer und soziotherapeutischer Betreuung hätten jedoch zu einer Stabilisierung geführt. Die psychiatrische Gutachterin empfahl deren Weiterführung und zusätzlich die Vorstellung in einer ADHS-Sprechstunde, wenn auch der medikamentösen Behandlung Grenzen gesetzt seien wegen der Suchtanamnese und einer Lebererkrankung. Die Beschwerdeführerin bringt vor, dass ihre von der Psychiaterin zutreffend dargelegten Einschränkungen im Widerspruch stünden zu der von ihr bescheinigten Arbeitsfähigkeit. Dass sie sich selber als nicht im Stande sieht, einer 50-prozentigen Erwerbstätigkeit nachzugehen, vermag die Einschätzung der Psychiaterin jedoch nicht zu entkräften. Im Gutachten wurde zur Zumutbarkeit insbesondere auch nachvollziehbar dargelegt, dass ein hektischer Arbeitsplatz und unregelmässige Arbeitszeiten mit den Einschränkungen der Beschwerdeführerin nicht vereinbar seien. Dank der Stabilisierung, die seit dem Verlust der letzten Stelle durch die therapeutischen Massnahmen erreicht werden konnte, und ohne solch belastende arbeitsklimatische Faktoren vermöchte die Beschwerdeführerin jedoch eine dem Leiden angepasste Tätigkeit mit einem Halbtagspensum auszuüben, dies allenfalls auch mit einer etwas höheren Präsenzzeit zu Beginn, um vermehrt Pausen einlegen zu können. Die dafür erforderlichen Ressourcen schienen der Gutachterin als gegeben, denn die Beschwerdeführerin habe den Wunsch geäussert, vermehrt arbeiten zu können, sie sei fähig zu spontanen häuslichen und kreativen Aktivitäten, und es sei die Krankheitseinsicht und der Wille, an sich zu arbeiten, vorhanden. Es sind keine hinreichend konkreten Indizien ersichtlich, die an der Zuverlässigkeit der einlässlichen und umsichtigen Ausführungen der psychiatrischen Gutachterin und ihrer Einschätzung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit zweifeln liessen. Insbesondere liegen keine davon abweichenden neueren ärztlichen Stellungnahmen vor, und es wird auch nicht geltend gemacht, dass medizinische Gründe die Eingliederung an einem neuen Arbeitsplatz verhindert hätten (RKUV 2005 Nr. U 560 S. 398, U 3/04 E. 2.2).