Citation: 2C_72/2023 E. 7.4

7.4. Wie eingangs erwähnt waren die B.________ Tabletten ursprünglich der Abgabekategorie A zugeteilt (vgl. Bst. A.c). Dabei handelte es sich um die strengste Abgabekategorie. B.________ Tabletten waren damit in einer höheren Abgabekategorie als die übrigen hormonellen Verhütungsmittel, welche der Abgabekategorie B angehören, eingeteilt. Hormonelle Verhütungsmittel sind verschreibungspflichtig, da der Arzt die Chancen und Risiken der verschiedenen auf dem Markt erhältlichen Produkte im Hinblick auf die konkrete Anwendung abzuwägen und diese mit seiner Patientin zu diskutieren hat (vgl. Urteil 4A_365/2014 vom 5. Januar 2015 E. 9.2). Nach einer Nutzen-/Risiko-Abwägung wurden B.________ Tabletten den D.________-haltigen Präparaten gleichgestellt, welche aufgrund ihrer Natur als Verhütungsmittel für den Notfall zu Gunsten der rascheren Verfügbarkeit den nicht verschreibungspflichtigen Arzneimitteln in der Abgabekategorie C zugeteilt waren, sodass für den Erhalt keine ärztliche Konsultation notwendig war. Eine Einteilung in die Abgabekategorie D stand nie zur Debatte (angefochtener Entscheid E. 4.4.4.1). Bei dem zur Auflage erklärten Beratungsgespräch stand nicht die Fachberatung als solche im Vordergrund. Ziel dieses Gesprächs war es vielmehr, etwaige Risiken und die Eignung des Präparates für die jeweilige Patientin abzuklären, um die Sicherheit der Anwenderin zu gewährleisten. Nur unter diesen Umständen bzw. mit diesen Auflagen wurde die Sicherheit des Präparates bei dessen Einteilung in die Abgabekategorie C als gewährleistet erachtet (angefochtener Entscheid E. 4.4.3.1 mit Hinweisen auf die Verfügungen der Swissmedic vom 15. Januar 2016 und 14. Dezember 2018).