Citation: 6P.146/2003 22.03.2004 E. 3

Die Vorinstanz prüft eingehend die Frage, ob für den Beschwerdeführer die Möglichkeit voraussehbar war, dass ein Verkehrsteilnehmer versuchen könnte, aus der verdeckten Ausfahrt zwischen den stehenden Fahrzeugen hindurch auf die bis anhin freie Fahrbahn des Beschwerdeführers hinauszufahren, und ob der Beschwerdeführer nicht mit einer diese Möglichkeit berücksichtigenden Geschwindigkeit hätte fahren müssen (angefochtenes Urteil S. 8 f.). Sie bejaht diese Frage: Der Beschwerdeführer hätte seine Geschwindigkeit darauf ausrichten müssen, auf einen nach rund 100 m von links einmündenden Verkehrsteilnehmer noch rechtzeitig reagieren zu können. Statt dessen habe er verzugslos auf die signalisierte Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h beschleunigt. Mit dieser Geschwindigkeit sei er auch knapp 40 m vor dem Kollisionspunkt gefahren, als der Beschwerdegegner in sein Blickfeld gekommen sei. Wäre er zu diesem Zeitpunkt 6 km/h weniger schnell unterwegs gewesen, wäre die Kollision, bei grundsätzlich gleicher Aufmerksamkeit, vermeidbar gewesen (angefochtenes Urteil S. 13). Die Vorinstanz wirft dem Beschwerdeführer das Fahren mit einer nicht den Umständen angepassten, zu hohen Geschwindigkeit im Sinne von Art. 32 Abs. 1 SVG vor. Er hätte sein Motorrad nicht auf 60 km/h beschleunigen dürfen. Diese den konkreten Umständen nicht angepasste Geschwindigkeit sei voraussehbare (Mit-) Ursache der Kollision gewesen. Deshalb sei der Beschwerdeführer der fahrlässigen schweren Körperverletzung schuldig (angefochtenes Urteil S. 14). Der Beschwerdeführer macht im Wesentlichen geltend, die Vorinstanz gehe von einem viel zu strengen Fahrlässigkeitsbegriff aus, sie habe den Vertrauensgrundsatz verletzt und den adäquaten Kausalzusammenhang zu Unrecht bejaht (Beschwerde S. 6).