Citation: 8C_305/2022 E. 5.3.2

5.3.2. Die Beschwerdeführerin beruft sich des Weiteren auf das Ausmass und die Bedeutung der Verfettung der betroffenen Muskeln, welche von den Ärzten unterschiedlich interpretiert worden seien. Der behandelnde Arzt Prof. Dr. med. E.________ äusserte sich in seinem Bericht vom 2. November 2020 dahingehend, dass eine gut rekonstruierte Rotatorenmanschette über einen Zeitraum von zwei, fünf und zehn Jahren intakt bleibe, im Verlauf dann eine leichte Zunahme der fettigen Infiltration zeige, dass diese Verfettung bei einer früheren degenerativen Reruptur aber deutlich stärker zugenommen hätte. Mit der Vorinstanz lässt sich daraus keine zuverlässige Erkenntnis hinsichtlich der Schadensursache gewinnen und damit auch kein hinreichender Zweifel an der versicherungsinternen Stellungnahme begründen. Es braucht daher auch nicht abschliessend beurteilt zu werden, ob der Grad von Atrophie und Verfettung generell ein schlüssiges Kriterium für die Beurteilung der natürlichen Kausalität darstellt (vgl. Urteil 8C_43/2022 vom 24. Mai 2022 E. 5.2). Dem Argument des behandelnden Arztes setzte Dr. med. D.________ immerhin entgegen, dass 1994 lediglich die Supraspinatussehne rekonstruiert worden, die Infraspinatussehne jedoch intakt geblieben sei. Nun aber sei auch der Infraspinatusmuskel verfettet, was sich nicht mit einem postoperativen Zustand erklären lasse. Zudem waren gemäss Dr. med. D.________ neben dem Grad der Verfettung, den er als erheblich bezeichnete, auch weitere Kriterien zu berücksichtigen, die seiner Auffassung nach gegen eine traumatische Ursache der Schädigung sprechen. Er erwähnte unter anderem insbesondere eine gemäss den intraoperativen Beobachtungen sogar hochgradige Sehnenretraktion, die sich jedenfalls nicht innerhalb von lediglich drei Wochen zwischen dem Ereignis vom 7. Juli 2020 und der MRI-Untersuchung vom 29. Juli 2020 hätte einstellen können. Inwiefern anderslautende ärztliche Stellungnahmen oder wissenschaftliche Studien auch nur geringe Zweifel an diesen Erkenntnissen des Vertrauensarztes zur konkreten Situation der Schulter der Beschwerdeführerin zu begründen vermöchten, lässt sich nicht ersehen.