Citation: 6B_1085/2023 E. 2.3

2.3. Strittig ist das Ausmass der Schuldfähigkeit der Beschwerdeführerin im Zusammenhang mit den am 19. März 2016 begangenen Delikte. Zusammengefasst hat die Beschwerdeführerin an diesem Datum um circa 4:40 Uhr nach dem Konsum von Marihuana auf einem Parkplatz wiederholt mehrere Sekunden die Hupe ihres Fahrzeuges betätigt und lautstark Musik gehört. Als sich D.________ zu ihrem Fahrzeug begeben hat und sie aufgefordert hat, dies zu unterlassen, betätigte sie mehrmals das Gaspedal und fuhr daraufhin bei einer Distanz von circa drei bis fünf Metern und einer Geschwindigkeit von circa 10 km/h bis 15 km/h um D.________ herum. D.________ begab sich zum Empfang eines Gebäudes, woraufhin die Beschwerdeführerin ihren Personenwagen massiv beschleunigte und mit ihrem Personenwagen mit circa 20 km/h bis 30 km/h direkt auf D.________ zufuhr und ihn bedrohte. D.________ fiel bei einem Sprung zur Seite zu Boden und fügte sich eine oberflächliche Schürfwunde zu. In der Folge fuhr A.________ fort, missachtete das Haltezeichen der Polizei und überholte stattdessen das Polizeifahrzeug. Sie ignorierte das sogleich eingeschaltete Blaulicht und Martinshorn und es kam zu mehreren Überhol- und Abbremsmanövern gegenüber dem Polizeifahrzeug. Dabei zwang die Beschwerdeführerin insbesondere einen entgegenkommenden Fahrzeuglenker, stark abzubremsen und ins angrenzende Wiesland auszuweichen, um eine Frontalkollision zu verhindern. Daraufhin kam es erneut zu abrupten Abbremsmanövern gegenüber dem Polizeifahrzeug. Schliesslich fuhr die Beschwerdeführerin trotz Kenntnis der innerorts gültigen Geschwindigkeit von 50 km/h circa 30 km/h schneller als erlaubt. Bei der Beurteilung der Schuldfähigkeit der Beschwerdeführerin stützt sich die Vorinstanz auf das Gutachten vom 15. Januar 2020 von Dr. E.________, Psychiatrische Dienste Thurgau, dessen Ergänzungsgutachten vom 18. Juni 2020 und 8. Februar 2023 und dessen Befragung an der Berufungsverhandlung. Die Vorinstanz erwägt, der Gutachter habe erklärt, dass weder die Einsichts- noch die Steuerungsfähigkeit der Beschwerdeführerin zur Tatzeit am 19. März 2016 völlig aufgehoben gewesen sei. Die Beschwerdeführerin sei grundsätzlich noch in der Lage gewesen, das Unrecht ihrer Taten einzusehen, wenngleich es ihr offensichtlich schwergefallen sei. Der Gutachter habe eine leichte bis mittelgradige Minderung der Schuldunfähigkeit in Bezug auf die Delikte vom 19. März 2016 attestiert, die zu berücksichtigen sei.