Citation: 9C_448/2008 02.09.2008 E. 4.4

4.4.1 Validen- und Invalideneinkommen einer Tagesmutter lassen sich unter Umständen weder ziffernmässig genau ermitteln noch hinreichend genau schätzen. Denn sie hat für die Betreuung nicht nur ihre Arbeitszeit, sondern auch geeignete Räumlichkeiten und Einrichtungen zur Verfügung zu stellen. Weiter ist das Einkommen in der Regel von der Anzahl betreuter Kinder und daher von der unregelmässigen Nachfrage nach Tagesbetreuung abhängig, weshalb es grosse Schwankungen aufweisen kann. Der tatsächliche Arbeitsaufwand verläuft nicht linear zur Anzahl betreuter Kinder resp. dem Einkommen. Schliesslich wirkt sich eine allfällige Mithilfe von Angehörigen - welche nur, aber immerhin, im Rahmen der privaten Haushaltführung zu berücksichtigen ist (BGE 133 V 504 E. 4.2 S. 509) - aufgrund der Verflechtung mit dem privaten Haushalt zumindest indirekt auf das Einkommen aus. Je nachdem wie die konkreten Verhältnisse liegen, ist im Bereich der Erwerbstätigkeit einer Tagesmutter der Invaliditätsgrad daher nach der ausserordentlichen Methode zu bemessen (E. 3.3). 4.4.2 Der angefochtene Entscheid bemisst (im Bereich der Erwerbstätigkeit) die Invalidität nicht nach der ausserordentlichen Methode, obwohl die Vorinstanz selber feststellt, die von 2001 bis 2006 erzielten Einkommen seien "grossen Schwankungen" unterworfen, welche sich nur durch verschiedene (invaliditätsfremde) Faktoren (Arbeitsauslastung, Nachfrage) erklären liessen. Indessen liegt darin deswegen keine Bundesrechtswidrigkeit, weil die Vorinstanz, aufgrund der effektiven Verhältnisse mit Recht, in den Jahren 2002 bis 2006, trotz der medizinisch attestierten Arbeitsunfähigkeit, ein an sich rentenausschliessendes Einkommen festgestellt hat. Unberücksichtigt ist hiebei allerdings geblieben, ob und inwieweit das effektiv erzielte Einkommen auf die Mithilfe durch Familienangehörige zurückzuführen ist (vgl. Art. 25 Abs. 2 IVV). Insoweit ist der entscheiderhebliche Sachverhalt unvollständig festgestellt (E. 1). Die Verwaltung wird daher diesen Aspekt überprüfen, den Anteil des Einkommens, welcher auf die Mithilfe Dritter zurückgeht, zu quantifizieren und den Einkommensvergleich ausgehend von den der Beschwerdeführerin verbleibenden Einkünften und des vorher tatsächlich erzielten Einkommens durchzuführen haben. Ist eine solche Ausscheidung nicht zuverlässig zu bewerkstelligen, ist die anhand eines Betätigungsvergleichs festgestellte leidensbedingte Behinderung im Hinblick auf ihre erwerbliche Auswirkung besonders zu gewichten (BGE 104 V 135 E. 2c S. 138). In beiden Eventualitäten ist der Invaliditätsgrad neu zu bemessen und über den Rentenanspruch erneut zu verfügen.