Citation: 2C_830/2019 E. 8.1

8.1. Stehen dem Steuerpflichtigen in der Schweiz mehrere Liegenschaften zur Verfügung, ist nach Ziff. 2.1 aKS ESTV Nr. 9 für die Berechnung des Minimalaufwandes das Wohnobjekt mit dem höchsten Mietzins bzw. höchsten Mietwert heranzuziehen (ebenso RICHNER/FREI/KAUFMANN/MEUTER, a.a.O., N. 32 zu Art. 14 DBG; PETER LOCHER, Kommentar zum Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer, I. Teil, Art. 1-48 DBG, 2. Aufl. 2019, N. 20 zu Art. 14 DBG). Das aKS ESTV Nr. 9 stellt als Verwaltungsverordnung gegenüber Rechtsunterworfenen und Gerichten eine standardisierte (generell-abstrakte), jedoch rechtsunverbindliche Ansichtsäusserung der Verwaltungsbehörde über die Auslegung und Anwendung der einschlägigen gesetzlichen Bestimmungen dar. Das Bundesgericht weicht von einer rechtmässigen Verwaltungsverordnung nicht ohne triftigen Grund ab, sofern die generell-abstrakte Ansichtsäusserung eine dem individuell-konkreten Fall angepasste und gerecht werdende Auslegung der gesetzlichen Bestimmungen zulässt und überdies eine überzeugende Konkretisierung der gesetzlichen Vorgaben enthält (BGE 141 III 401 E. 4.2.2 S. 404 f., mit weiteren Hinweisen).