Citation: 9C_261/2023 E. 5.4

5.4. Ist im Bereich der direkten Bundessteuer oder einer anderen Steuer des Bundes zur Ermittlung des Verkehrswerts eines Vermögenswerts eine Bewertung erforderlich, kann das Bundesgericht die Bestimmung der Bewertungsmethode als Frage des Bundesrechts grundsätzlich frei prüfen. Nichtsdestotrotz billigt das Bundesgericht den Steuerbehörden und den gerichtlichen Vorinstanzen einen gewissen Beurteilungsspielraum zu und auferlegt es sich insoweit in der Überprüfung eine gewisse Zurückhaltung (Urteile 2C_403/2022 vom 12. Dezember 2022 E. 6.2.3 [MWST]; 2C_27/2021 vom 5. Oktober 2021 E. 3.1.3 [MWST]; 2C_548/2020 vom 3. Mai 2021 E. 3.2.3 [direkte Bundessteuer]). Jedenfalls vor dem Hintergrund dieser praxisgemässen Zurückhaltung ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz die Beteiligung an der G.________ AG nach der Substanzwertmethode bewertet respektive die Bewertung der Steuerverwaltung geschützt hat. Die G.________ AG wurde zwar gemäss ihrem Handelsregisterauszug bereits 1981 erstmals in das Handelsregister des Kantons Luzern eingetragen, hatte jedoch vor Dezember 2013 einen völlig anderen Zweck verfolgt und eine Unterbilanz sowie noch keine (nennenswerten) Erträge verzeichnet. Ihre Situation per Dezember 2013 ist also mit derjenigen einer neu gegründeten Gesellschaft vergleichbar. Die von der Beschwerdeführerin geltend gemachten Erträge, anhand derer die Beschwerdeführerin die Beteiligung an der G.________ AG mittels DCF-Methode bewertet haben möchte, basieren auf dem Management-Dienstleistungsvertrag zwischen dieser Gesellschaft und der C.________ AG. Es ist notorisch, dass solche Dienstleistungsverträge unter unmittelbar oder mittelbar verbundenen Gesellschaften leicht angepasst und nötigenfalls kurzfristig oder sogar rückwirkend gekündigt werden können, was vorliegend schliesslich denn auch geschehen ist (vgl. angefochtenes Urteil E. 3.3.4). Die vertraglich versprochenen Zahlungen von Fr. 50'000.- pro Monat waren damit von Beginn weg und insbesondere mittel- bis langfristig mit einiger Unsicherheit behaftet, weshalb sie nicht unbesehen einer Bewertung mittels der DCF-Methode oder einer anderen Methode, die auf die erwarteten Erträge fokussiert, zugrunde gelegt werden können. Was sodann die Ereignisse im Frühjahr 2014 angeht, die laut der Beschwerdeführerin das Geschäft der C.________ AG stark beeinträchtigt und mittelbar auf den Wert ihrer Beteiligung an der G.________ AG gedrückt haben sollen, ist der Beschwerdeführerin zwar zuzugestehen, dass für die Bewertung grundsätzlich eine Ex Ante-Perspektive einzunehmen ist. Die Ereignisse im Frühjahr 2014 (Milliardenstrafe gegen BNP Paribas im Januar 2014, Beginn der Ukraine-Krise Ende Februar 2014) und die Einstellung der Zahlungen der C.________ AG in diesem Zeitraum sind demnach nicht direkt relevant für die Bewertung der Aktien an der G.________ AG per Dezember 2013, jedenfalls solange sie sich nicht bereits zu diesem früheren Zeitpunkt abgezeichnet hatten. Immerhin sind sie aber Indizien dafür, dass die von der Beschwerdeführerin geltend gemachten Ertragserwartungen möglicherweise bereits im Dezember 2013 wenig realistisch waren. In diesem Sinne sind sie ein weiterer Anhaltspunkt dafür, dass die Substanzwertmethode den Verhältnissen per Dezember 2013 angemessener ist als die von der Beschwerdeführerin präferierte Methode.