Citation: 5A_889/2017 E. 5.2

5.2. Nach Art. 684 ist jedermann verpflichtet, bei der Ausübung seines Eigentums, wie namentlich bei dem Betrieb eines Gewerbes auf seinem Grundstück, sich aller übermässigen Einwirkung auf das Eigentum der Nachbarn zu enthalten (Abs. 1). Verboten sind insbesondere alle schädlichen und nach Lage und Beschaffenheit der Grundstücke oder nach Ortsgebrauch nicht gerechtfertigten Einwirkungen durch Luftverunreinigung, üblen Geruch, Lärm, Schall, Erschütterung, Strahlung oder durch den Entzug von Besonnung oder Tageslicht. Entgegen dem, was der Beschwerdeführer anzunehmen scheint, hat sich das Bundesgericht in BGE 101 II 248 E. 6 nicht dahingehend geäussert, dass nachts jede unnötige störende Immission als übermässig zu taxieren ist. Vielmehr ist dies nur in der Regel so. Das Bundesgericht hat mithin Raum dafür gelassen, dass sich ein Nachbar auch nachts jene Immissionen gefallen lassen muss, die ein durchschnittlich sensibler Nachbar als nicht übermässig wahrnimmt (vgl. auch BGE 126 III 223 E. 4a S. 227; Urteil 5C.269/2004 vom 16. Juni 2005 E. 4.1, nicht publ. in: BGE 131 III 505). Die Vorinstanz hat im vorliegenden Fall die vom nächtlichen Kuhglockengeläut ausgehenden Immissionen als eindeutig nicht übermässig bezeichnet. Sie hat damit kein Bundesrecht verletzt, sondern von dem ihr zustehenden Ermessen (E. 2.1) einen pflichtgemässen Gebrauch gemacht. Dass sich der Beschwerdeführer (und seine Ehefrau) am nächtlichen Viehglockengeläut stört (und deshalb nur noch bei geschlossenem Fenster schlafen können soll), ändert daran nichts. Steht fest, dass die vom Beschwerdeführer beanstandeten Immissionen nicht übermässig im Sinn von Art. 684 ZGB sind, braucht sich das Bundesgericht nicht näher mit der Frage zu befassen, ob das Tra gen der Glocken sachlich begründet ist bzw. ob es dafür allenfalls Alternativen gibt. Ohne Bedeutung ist schliesslich, dass der Beschwerdegegner die beiden Grundstücke, auf denen die Kühe weiden, verpachtet hat. Die Übermässigkeit einer Immission beurteilt sich losgelöst davon, von wem sie ausgeht. Auch die Frage der Passivlegitimation des Beschwerdegegners stellt sich damit nicht (vgl. dazu BGE 132 III 689 E. 2.3 S. 693 ff.).