Citation: 6B_239/2022 E. 8.3.2

8.3.2. Mit der Einreichung der Kostennote hat der Beschwerdegegner 2 seine Entschädigungsforderung im Sinne von Art. 433 Abs. 2 StPO beziffert und begründet (Urteil 6B_979/2017 vom 29. März 2018 E. 5.2). Die Vorinstanz trat auf das Entschädigungsbegehren des Beschwerdegegners 2 daher zu Recht ein. Hingegen wurde der Anspruch des Beschwerdeführers auf rechtliches Gehör im kantonalen Verfahren verletzt. Der Beschwerdegegner 2 hat seine Entschädigungsforderung wie dargelegt nicht parteiöffentlich beziffert. Dem Beschwerdeführer wurde die Kostennote zudem nicht vorgelegt und der Betrag der Kostennote wurde ihm soweit ersichtlich auch nicht anderweitig kommuniziert. Weiter kann weder dem Verfahrensprotokoll (vgl. kant. Akten, pag. 330) noch der Stellungnahme der Vorinstanz oder des Beschwerdegegners 2 vor Bundesgericht entnommen werden (vgl. act. 15 und 21), dass der Beschwerdeführer vorgängig über die von der Vorinstanz erfolgte Hinzurechnung der 2,75 Stunden für die Hauptverhandlung informiert worden wäre. Damit hatte der Beschwerdeführer keine Gelegenheit, sich zur Höhe der an den Beschwerdegegner 2 zu bezahlenden Parteientschädigung zu äussern. Auch musste er nicht damit rechnen, dass die Kostennote des Beschwerdegegners 2 fast doppelt so hoch ausfällt wie diejenige seines eigenen Verteidigers für das Berufungsverfahren. Die Beschwerde ist in Bezug auf die gerügte Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör daher begründet. Im bereits erwähnten Urteil 6B_979/2017 vom 29. März 2018 verneinte das Bundesgericht eine Verletzung des Anspruchs auf rechtlichen Gehör (Urteil, a.a.O., E. 5.2). Der Fall war allerdings insofern anders gelagert, als damals auch die Parteientschädigung für das erstinstanzliche Verfahren strittig war, welche Gegenstand des kantonalen Berufungsverfahrens bildete.