Citation: 1C_206/2023 E. 5.2

5.2. Die Beschwerdeführerin vertritt demgegenüber die Auffassung, der Vorbehalt gemäss Art. 4 Abs. 1 lit. b KGÖ/GR dürfe nicht auf die Akten von ehemaligen Strafverfahren ausgedehnt und diese dadurch der Anwendung des kantonalen Öffentlichkeitsgesetzes entzogen werden. Dies führte zu Rechtsunsicherheit und damit zu unhaltbaren Zuständen in der Praxis der Verwaltungsöffentlichkeit, verstosse gegen das Willkürverbot und entbehre einer klaren gesetzlichen Grundlage. Könnte eine Akteneinsicht nur unter Berufung auf Art. 29 Abs. 2 BV erreicht werden, widerspräche dies zudem dem Zweck und Ziel des KGÖ/GR.