Citation: 8C_173/2009 22.07.2009 E. 4

Die Beschwerdegegnerin hat die gesetzlichen Leistungen aus obligatorischer Unfallversicherung bis zum Ablauf der Rechtsmittelfrist der Verfügung vom 11. Mai 2006 (zugestellt am 15. Mai 2006) - somit bis zum 14. Juni 2006 - erbracht. Streitig und zu prüfen ist, ob die über diesen Zeitpunkt hinaus geklagten Beschwerden weiterhin in einem rechtsgenüglichen Zusammenhang zum Unfall vom 3. Juli 2001 stehen. 4.1 Offen gelassen wurde durch die Vorinstanz die Frage, ob die betreffenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen in natürlich kausaler Weise auf das Unfallereignis zurückzuführen sind. Die Beschwerdeführerin macht einen derartigen Konnex insbesondere unter Hinweis darauf geltend - und wirft der Beschwerdegegnerin diesbezüglich ungenügende Sachverhaltsabklärung vor -, dass es anlässlich des Vorfalles vom 3. Juli 2001 auf Grund des Anpralls des geknoteten Sprungseils an ihren Kopf zu einem Sturz und dadurch zu einem weiteren Anschlagen des Kopfes gekommen sei. Dafür besteht gemäss den Akten jedoch keine ausreichende Grundlage, da selbst im Bericht der erstbehandelnden, seitens der Versicherten angerufenen Frau Dr. med. F.________ vom 21. August 2001 zwar von einem durch den Aufprall des Seils verursachten Sturz auf die Gegenseite (und einem "verdrehte etwas den Kopf") die Rede ist, nicht aber von einem Anschlagen des Kopfes auf den Boden. Auch würden aus einer Befragung der Ärztin als Zeugin heute - knapp acht Jahre nach der Konsultation - wohl keine sachdienlichen Anhaltspunkte mehr resultieren. In antizipierter Beweiswürdigung kann deshalb auf weitere Erhebungen zum Hergang des Unfallereignisses verzichtet und namentlich von der Einholung eines biomechanischen Gutachtens abgesehen werden, zumal ein solches keine hinreichende und notwendige Basis für die Beurteilung des natürlichen Kausalzusammenhangs darstellt (Urteil [des Eidg. Versicherungsgerichts] U 193/01 vom 24. Juni 2003 E. 3.2 mit Hinweisen, in: RKUV 2003 Nr. U 489 S. 357). Wie sich aus den nachstehenden Erwägungen ergibt, erweist sich eine abschliessende Beurteilung der Frage nach der natürlichen Unfallkausalität der noch vorhandenen Einschränkungen ohnehin als obsolet. 4.2 Umstritten ist ferner, ob die Beschwerdeführerin durch den versicherten Vorfall auch eine Commotio cerebri erlitten hat. Obgleich sich eine entsprechende Diagnose - neben einer HWS-Distorsion - sowohl im Austrittsbericht des Spitals Z.________ vom 9. Juli 2001, in welchem die Versicherte vom 4. auf den 5. Juli 2001 hospitalisiert war, wie auch im Bericht der Frau Dr. med. F.________ vom 21. August 2001 findet, erachteten die Ärzte des Spitals Z.________ eine Amnesie als fraglich. Nach allgemein anerkannter Lehrmeinung setzt die Diagnose einer milden traumatischen Hirnverletzung (mild traumatic brain injury [MTBI]) entweder eine Episode von Bewusstlosigkeit, einen Gedächtnisverlust für Ereignisse unmittelbar vor oder nach dem Unfall oder eine Bewusstseinstrübung (z. B. Benommenheitsgefühl, Desorientierung) im Zeitpunkt der Verletzung voraus (Adrian M. Siegel, Neurologisches Beschwerdebild nach Beschleunigungsverletzung der Halswirbelsäule, in: Die neurologische Begutachtung, 2004, S. 166 Tabelle 9, mit bibliographischen Hinweisen; Urteil [des Eidg. Versicherungsgerichts] U 14/05 vom 29. Mai 2006 E. 3.1). Ein Gedächtnisverlust ist bei der Beschwerdeführerin auf Grund ihrer eigenen Angaben indessen nicht auszumachen. Zwar gab sie im Rahmen der Schilderung des Unfallhergangs gegenüber den begutachtenden Ärzten an, dass sie am darauffolgenden Tag in den falschen Bus zur Arbeit gestiegen sei und sich anschliessend, bei der Begrüssung der Kinder, nicht mehr an deren Namen habe erinnern können (Expertisen des Dr. med. A.________ vom 20. März 2004, S. 8, und des Dr. med. G.________ vom 19. Juli 2004, S. 1). In der am 18. April 2002 bei Dr. med. N.________ durchgeführten Exploration wurden aber sowohl hinsichtlich des EEG-Befundes wie auch der neurologischen Untersuchungen normale Verhältnisse festgestellt (Bericht vom 22. April 2004) und auch von Seiten der Beschwerdeführerin werden letztinstanzlich einzig noch die Auswirkungen einer HWS-Distorsion beschrieben. Somit kann nach der Aktenlage wie auch der eigenen Darstellung der Versicherten als erstellt angesehen werden, dass entweder gar keine Commotio cerebri vorlag oder diese lediglich als traumatisch bedingte, reversible funktionelle Schädigung des Gehirns ohne morphologisch fassbares Substrat aufgetreten ist, welche keine dauerhaften Folgen zeitigte (vgl. Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, 261. Auflage, S. 362). Darauf hinzuweisen bleibt, dass, wie die nachfolgenden Ausführungen zeigen, selbst die Annahme eines eigentlichen - adäquanzrechtlich nach den Grundsätzen der HWS-Distorsionsverletzung zu beurteilenden (BGE 134 V 109 E. 9.1 S. 122 in fine) - Schädel-Hirntraumas (vgl. dazu u.a. Urteil U 587/06 vom 8. Februar 2008 E. 3.2) kein anderes Ergebnis zu bewirken vermöchte.