Citation: 7B_1083/2024 E. 4.5.3

4.5.3. Betreffend die Austrittssituation im Falle der bedingten Entlassung bestreitet der Beschwerdeführer nicht, dass er sich in der Schweiz illegal aufhält, weshalb er nach dem Vollzug der Freiheitsstrafe die Schweiz wird verlassen müssen. Im Zusammenhang mit der Würdigung der zu erwartenden Lebensumstände im Falle der bedingten Entlassung rügt der Beschwerdeführer - wie bereits vor der Vorinstanz - eine Verletzung des Diskriminierungsverbots. Die Rüge ist unbegründet. Die Vorinstanz nimmt in Übereinstimmung mit der bundesgerichtlichen Rechtsprechung an, dass der künftige Aufenthaltsort bei der Beurteilung der nach der Entlassung zu erwartenden Lebensumstände von Bedeutung ist. In diesem Zusammenhang kann auch die Möglichkeit der Anordnung von Bewährungshilfe oder der Erteilung von Weisungen (Art. 87 Abs. 2 StGB) miteinbezogen werden (vgl. Urteile 7B_308/2023 vom 28. Juli 2023 E. 2.4.6; 6B_460/2021 vom 9. Juni 2021 E. 5.4; 6B_119/2018 vom 22. Mai 2018 E. 4.5). Die Vorinstanz berücksichtigt zutreffend, dass in Anbetracht der Rückkehrpläne des Beschwerdeführers in die Türkei nach einer allfälligen bedingten Entlassung aus dem Strafvollzug die Anordnung von Bewährungshilfe oder die Erteilung von Weisungen nicht möglich wäre. Eine stufenweise Entlassung des Beschwerdeführers in die Freiheit scheint somit ausgeschlossen. Eine Verletzung des Diskriminierungsverbots ist bei dieser Sachlage weder rechtsgenüglich dargetan noch ersichtlich. Der Beschwerdeführer bestreitet nicht, dass er vor der Vorinstanz bloss sehr allgemein gehaltene Ausführungen betreffend das (angebliche) Vorhandensein eines Verwandtschaftsnetzes in der Türkei gemacht habe, die sich nicht verifizieren liessen. Die Vorinstanz verweist in diesem Zusammenhang auf das Gutachten. Demnach würden für die Zeit nach der Entlassung tragfähige Bindungen und gesicherte Wohn- und Arbeitsverhältnisse fehlen. Die finanzielle Absicherung des Beschwerdeführers in der Türkei sei unklar. Kontrollmöglichkeiten bestünden dort nicht. Zu erwarten sei, dass der Beschwerdeführer auch in der Türkei Kontakte zum kriminogenen Milieu suchen werde. Eine langfristige soziale oder therapeutische Nachsorge in der Türkei könne nicht etabliert werden. Wenn die Vorinstanz gestützt auf diese Feststellungen zum Ergebnis gelangt, dass das Kriterium der Austrittssituation und des sozialen Empfangsraums legalprognostisch als sehr ungünstig zu werten sei, verletzt diese Würdigung kein Bundesrecht.