Citation: 6B_657/2022 E. 1.2

1.2. Die Vorinstanz erwägt im angefochtenen Entscheid, der Beschwerdeführer spreche gemäss eigenen Angaben Dari, ein bisschen Paschtu und ein bisschen Englisch. Er habe anlässlich der Befragung vom 17. August 2021 auf Nachfrage des einvernehmenden Polizisten angegeben, es gehe, wenn er mit ihm auf Englisch spreche. Am 18. August 2021 habe er unterschriftlich bestätigt, dass ihm der Inhalt des Strafbefehls vom gleichen Tag übersetzt worden sei und er den Inhalt verstanden habe. Ausserdem habe er ausdrücklich den Verzicht erklärt, gegen den Strafbefehl Einsprache oder anderweitige Rechtsmittel einzulegen. Er habe verstanden, dass der Strafbefehl damit sofort zum rechtskräftigen und vollstreckbaren Urteil werde. Bestätigt werde vom Übersetzer schliesslich, dass der Strafbefehl dem Beschwerdeführer übersetzt und die Übersetzung in englischer Sprache unter Hinweis auf Art. 307 StGB korrekt vorgenommen worden sei. Im Bericht der Zuger Polizei vom 20. Oktober 2021 halte der zuständige Sachbearbeiter zudem fest, dass er dem Beschwerdeführer sowohl den Strafbefehl als auch die Verzichtserklärung auf Englisch übersetzt habe. Eine Übersetzung in die Muttersprache des Beschwerdeführers sei nicht erforderlich gewesen, zumal der Beschwerdeführer ausdrücklich angegeben habe, ein bisschen Englisch zu verstehen, was sich auch aus seinen Antworten zu den verschiedenen Fragen des Einvernehmenden ergebe. Der einvernehmende Polizist sei dem Anspruch des Beschwerdeführers auf Übersetzung nachgekommen, indem er diesem den Strafbefehl auf Englisch übersetzt habe. Ausserdem sei dem Beschwerdeführer nach den Akten auch die Verzichtserklärung auf Englisch übersetzt worden. Dem Einvernahmeprotokoll vom 17. August 2021 sei darüber hinaus nicht zu entnehmen, dass Verständigungsprobleme aufgetaucht wären. Es bestünden auch keine Anhaltspunkte dafür, dass der einvernehmende Polizist nicht über ausreichende Englischkenntnisse verfügt hätte, um die Einvernahme durchzuführen und dem Beschwerdeführer den Strafbefehl und die Verzichtserklärung zu übersetzen. Art. 68 Abs. 1 StPO setze kein Sprachzertifikat oder eine Registrierung des Übersetzers im kantonalen Dolmetscherverzeichnis voraus (angefochtener Entscheid E. 3 S. 4 f.). Zusammenfassend bestünden keine Anhaltspunkte dafür, dass der Beschwerdeführer aus sprachlichen Gründen nicht in der Lage gewesen sei, dem Verfahren adäquat zu folgen und seine Verteidigungsrechte gebührend wahrzunehmen. Er habe am 18. August 2021 daher gültig auf die Einsprache gegen den Strafbefehl vom gleichen Datum verzichtet (angefochtener Entscheid E. 4 S. 5).