Citation: 8C_824/2023 E. 9.2

9.2. Hinsichtlich des vom kantonalen Gericht vorgenommenen Abzugs vom Invalideneinkommen in Höhe von 10 % weist die IV-Stelle zu Recht darauf hin, dass ein solcher Abzug stets unter Würdigung der Umstände im Einzelfall festzusetzen ist (BGE 148 V 174 E. 6.3 mit Hinweisen). Das Vorgehen des kantonalen Gerichts, einen Abzug von 10 % zu gewähren mit der Bemerkung, ein höherer Abzug komme hier praxisgemäss nicht in Frage, läuft - neben einer Verletzung der Begründungspflicht (vgl. BGE 126 V 75 E. 5b/dd am Ende) - auf einen automatischen Abzug hinaus, was der Rechtsprechung widerspricht. Daran ändert entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin auch nichts, dass nach der ab 1. Januar 2024 gültigen Fassung von Art. 26bis Abs. 3 IVV vom statistisch ermittelten Invalideneinkommen zehn Prozent abgezogen werden, da diese Bestimmung im Verfügungszeitpunkt noch nicht in Kraft war (vgl. vorne E. 4).