Citation: U 172/00 27.08.2002 E. 4

4.1 Die "Zürich" und das kantonale Gericht haben die Adäquanz anhand der Rechtsprechung zu den psychischen Unfallfolgen geprüft. Im angefochtenen Entscheid wurde diesbezüglich ausgeführt, die bei der Beschwerdeführerin nach dem Schleudertrauma der HWS aufgetretenen, für eine solche Verletzung typischen Beschwerden hätten sich schon bald durchwegs therapieresistent gezeigt und bereits in den Berichten der Rheuma- und Rehabilitationsklinik Y._______ vom 31. Juli 1995 sowie des Hausarztes Dr. P._______ vom 11. August 1995 sei (u.a.) eine (schwere) reaktive Depression diagnostiziert worden. In der Folge sei die Beschwerdeführerin denn auch insbesondere auf psychotherapeutischer Ebene weiterbehandelt worden, während die somatischen Folgen des Unfalls weitgehend in den Hintergrund getreten seien. Entsprechend den erwähnten ärztlichen Berichten sei davon auszugehen, dass das nach dem Unfall durch die Schleuderverletzung geprägte Beschwerdebild bereits nach einigen Monaten in eine psychische Überlagerung umgeschlagen habe, welche schliesslich eindeutige Dominanz aufgewiesen habe. Unter diesen Umständen sei die Adäquanz des Kausalzusammenhangs nicht auf Grund der Kriterien, wie sie für Schleudertraumen der HWS entwickelt wurden, sondern unter dem Ge sichtspunkt einer psychischen Fehlentwicklung zu prüfen. 4.2 Der vorinstanzlichen Betrachtungsweise kann nicht gefolgt werden. Abgesehen davon, dass eine Depression rechtsprechungsgemäss ebenfalls zum typischen ("bunten") Beschwerdebild eines Schleudertraumas der HWS zu zählen ist (BGE 117 V 360 Erw. 4b), wurde dieses Leiden bei der Beschwerdeführerin erst rund ein halbes Jahr nach dem versicherten Unfall vom 15. Dezember 1994 erstmals diagnostiziert, somit nicht "unmittelbar" nach diesem Ereignis im Sinne der unter Erw. 3.1 hievor dargelegten Rechtsprechung. Von einer eindeutigen Dominanz der psychischen Problematik gegenüber den übrigen Beschwerden kann ebenfalls nicht die Rede sein. Wenn im Bericht der Rheuma- und Rehabilitationsklinik Y._______ vom 31. Juli 1995 ausgeführt wurde, die Ungewissheit, ob die bisherige Erwerbstätigkeit wieder aufgenommen werden könne, trage nebst der Schmerzsymptomatik ebenfalls zur Verstärkung der Depression bei, kommt das bei der Versicherten (damals) nach wie vor bestehende, vielschichtige somatisch-psychische Beschwerdebild, welches einer Differenzierung an sich kaum zugänglich ist, deutlich zum Ausdruck. Die (eher) somatischen Beeinträchtigungen spielten denn auch im Vergleich zur psychischen Problematik zu keinem Zeitpunkt eine völlig untergeordnete Rolle. So besuchte die Beschwerdeführerin während ihres vom 22. Juni bis 20. Juli 1995 dauernden Aufenthaltes in der Rheuma- und Rehabilitationsklinik Y._______ lediglich vier Gesprächstherapie-Sitzungen bei einem Psychologen; der weit überwiegende Teil des Klinikaufenthaltes war der intensiven Physiotherapie gewidmet. Auch in der Folge unterzog sich die Versicherte neben der regelmässigen ambulanten Psychotherapie immer wieder ausgedehnten physikalischen Behandlungen, die sich in erster Linie gegen die schmerzbedingten Bewegungseinschränkungen der HWS richteten. Vom 27. März bis 22. Mai 1996 sowie vom 20. August bis 2. Oktober 1997 absolvierte sie in der Rehaklinik Z._______ interdisziplinäre Therapieprogramme, welche einerseits aus Physiotherapie mit Schwergewicht Entspannung der hypertonen Nackenmuskulatur und Haltungsschulung sowie analgesierenden physikalischen Therapien bestanden und anderseits psychotherapeutische Gespräche zur Verbesserung der Schmerzverarbeitung und zur Entwicklung von Coping-Strategien umfassten (Klinikberichte vom 19. April und 17. Juni 1996 sowie 12. September 1997). Anlässlich der erstgenannten Hospitalisation wurde überdies ein kognitives Aufbautraining durchgeführt. Unter diesen Umständen lässt sich die vom kantonalen Gericht sinngemäss vertretene Auffassung nicht halten, wonach sich die weitere medizinische Behandlung im Anschluss an die im Sommer 1995 erfolgte Diagnose einer schweren reaktiven Depression zur Hauptsache auf dieses psychische Leiden beschränkt habe. Kann demnach auch mit Blick auf den gesamten Entwicklungsverlauf vom Unfall bis zum Einspracheentscheid vom April 1998 keineswegs von einem gänzlichen In-den-Hintergrund-Treten der physischen Beschwerden im Sinne von Erw. 3.2 hievor gesprochen werden, ist die Adäquanzbeurteilung anhand der in BGE 117 V 359 entwickelten Grundsätze vorzunehmen.