Citation: 7B_416/2023 E. 4.2

4.2. Der Beschwerdeführer hält diesen Ausführungen der Vorinstanz zu Recht entgegen, er sei der ihm obliegenden Substanziierungspflicht bereits anlässlich der Einreichung seines Siegelungsgesuchs an die Staatsanwaltschaft nachgekommen. In dieser Eingabe hat der Beschwerdeführer den Namen seines Anwalts und Arztes offengelegt und angegeben, Kommunikation mit diesen Personen sei per E-Mail und WhatsApp geführt worden. Inwiefern diese Angaben der Vorinstanz keine sachgerechte und gezielte Triage der sich auf dem sichergestellten Mobiltelefon befindlichen geschützten Korrespondenz erlauben sollten, wird nicht dargelegt und ist auch nicht ersichtlich. Die Vorinstanz ist diesbezüglich daran zu erinnern, dass die prozessuale Obliegenheit, angerufene Geheimhaltungsinteressen ausreichend zu substanziieren, kein Selbstzweck ist, sondern dem Zwangsmassnahmengericht eine sachgerechte und gezielte Triage ermöglichen soll. Angesichts des in Art. 6 StPO für den Strafprozess normierten Untersuchungsgrundsatzes dürfen die Anforderungen an die Mitwirkungs- und Substanziierungspflicht im Entsiegelungsverfahren nicht übertrieben hoch angesetzt werden. Im Zusammenhang mit der Anrufung des Anwaltsgeheimnisses ist es deshalb nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ausreichend, wenn der Speicherort der geheimnisgeschützten Dateien und die Namen der Anwältinnen und Anwälte bekannt sind. Dadurch ist es mittels Suchfunktion ohne Weiteres möglich, nach der geschützten Anwaltskorrespondenz zu suchen und diese ohne grossen Aufwand bzw. aufwändige Nachforschungen auszusondern (statt vieler Urteil 7B_106/2022 vom 16. November 2023 E. 3.2 mit Hinweis). Etwas anderes gilt allenfalls betreffend den Einwand des Beschwerdeführers, auf den sichergestellten Mobiltelefonen würden sich auch abfotografierte Dokumente befinden, die durch das Anwalts- oder Arztgeheimnis geschützt seien. Sollte eine Triage nicht ebenfalls mittels Suchfunktion und Texterkennung möglich sein, ist das Zwangsmassnahmengericht mangels genauerer Angaben jedenfalls nicht gehalten, sämtliche Fotos nach entsprechenden Dokumente zu durchforsten (vgl. Urteil 1B_563/2022 vom 19. Januar 2023 E. 3.3.2).