Citation: 6B_194/2023 E. 5.1.2

5.1.2. Die Vorinstanz erachtet den Anklagesachverhalt als erstellt. Gemäss den Aussagen der Beschwerdegegnerin 2 sowie weiteren im Jahr 2011 mit dem Kauf der Liegenschaft "V.________" befassten Personen (F.________ und G.________) habe die Beschwerdeführerin, namentlich zur Steuervermeidung, einen Erwerb durch die Stiftung D.________ angestrebt. Von einem Darlehen an diese sei nie die Rede gewesen. Abgesehen von der Willenserklärung der Beschwerdegegnerin 2 vom 18. September 2011, wonach sie das Geld der Beschuldigten "als Mensch" gebe, damit diese das Haus kaufen könne, und es "aus neutralem Grund" an die Stiftung gebe, bestünden keine objektiven Anhaltspunkte dafür, dass die Beschwerdeführerin im Zeitpunkt der Zuwendungen darüber frei hätte verfügen können, oder dass sie der Stiftung D.________ in der Folge ein Darlehen gewährt hätte. Die durch Unterschrift bestätigte Erklärung der Beschwerdegegnerin 2 ändere nichts daran, dass der Darlehens- und Schenkungsvertrag vom 5. November 2012 nicht den tatsächlichen Gegebenheiten entsprochen hätten. Die Beschwerdegegnerin 2 habe sich damals in einem massiven Abhängigkeitsverhältnis zur Beschwerdeführerin befunden und sei über die wirtschaftlichen Vorgänge sowie Sinn und Zweck der Vertragsunterzeichnungen nicht aufgeklärt worden, was aus ihren wiederholten und widerspruchsfreien Aussagen hervorgehe. Demnach habe sie die Erklärungen auf Anweisung der Beschwerdeführerin erstellt und unterzeichnet. Diese hätten nicht ihrem Willen und nicht dem entsprochen, was die Beschwerdegegnerin 2 mit der Beschwerdeführerin besprochen habe. Entgegen deren Darstellung habe auch F.________ bestätigt, dass er die Beschwerdegegnerin 2 bei der Vertragsunterzeichnung weder über den Inhalt der Verträge aufgeklärt noch nach ihrem Willen gefragt habe. Er sei davon ausgegangen, dass die Aufklärung durch die Beschwerdeführerin erfolgen würde. Auch aus weiteren Akten, etwa einem Vertragsentwurf von G.________ vom 29. August 2011, gehe hervor, dass die Stiftung D.________ Begünstigte der Schenkung sein sollte. Dies, "damit die Liegenschaft nachhaltig für die Erreichung des Zwecks der Stiftung erhalten bleibt." Dass die Schenkung direkt an die Beschwerdeführerin hätte gehen sollen, sei nie Thema gewesen. Es stehe im Gegenteil fest, dass auch nach der damaligen Auffassung der Beschwerdeführerin selbst die Stiftung D.________ Beschenkte gewesen sei. Die Schenkung sei denn auch auf deren Konto erfolgt und von dieser zunächst als Spendenguthaben verbucht worden. In der Buchhaltung für das Rechnungsjahr 2011 (Druckdatum 17. April 2015) seien die Vermögensbeträge dann als "Schenkung H.________ an I.________" mit einem neuen Gegenkonto deklariert und darauf als Darlehensforderung der Beschwerdeführerin gegenüber der Stiftung D.________ verbucht worden. Eine nachvollziehbare Begründung für diese Buchungsänderung liege jedoch nicht vor. Vielmehr habe die Beschwerdeführerin nach Aussagen der Beteiligten ihre Meinung hinsichtlich des ursprünglich Begünstigten erst geändert, als sie realisiert habe, dass die Stiftung der staatlichen Aufsicht unterstehen würde, eine Steuerbefreiung nicht möglich war und als auf Drängen der Bank für Zahlungen der Stiftung eine Kollektivzeichnungsberechtigung vorgesehen wurde. Daher seien nachträglich schriftliche Verträge erstellt worden, zumal der Revisor solches angesichts der Schenkungssumme verlangt habe. Diese Verträge hätten die jedoch nicht dem tatsächlichen Willen der Parteien zum Zeitpunkt der Schenkung entsprochen. Nachdem feststehe, dass der Schenkungs- und Darlehensvertrag nicht den tatsächlichen Gegebenheiten entsprochen hätten, sei auch die Wahrheitswidrigkeit der vom Treuhänder erstellten Buchhaltung und Jahresrechnung 2011 erstellt.