Citation: 6B_784/2022 E. 1.3.2

1.3.2. Sodann wendet sich die Beschwerdeführerin gegen die vorinstanzliche Würdigung des Gutachtens von Dr. med. C.________. Die Vorinstanz erklärt, die Beschwerdeführerin habe das Gutachten in Auftrag gegeben, um dem Kindsvater die elterliche Sorge abzusprechen. Aus dem Gutachten gehe nicht explizit hervor, dass der Kindsvater das Kindeswohl gefährde. Stattdessen werde dort festgehalten, dass der Sohn ein starkes Bedürfnis nach einem guten Kontakt mit einer männlichen Bezugsperson habe. Die Kontakte zum Kindsvater seien nicht zu erzwingen, jedoch wolle der Sohn gewiss über seinen Vater auf dem Laufenden gehalten werden und möglicherweise später wieder Kontakt herstellen. Das Gespräch zwischen Dr. med. C.________ und der Beschwerdeführerin habe am 16. Juni 2011 stattgefunden, während das Schreiben der Kindergärtnerin vom 21. Juni 2011 datiere. Damit bestehe ein Widerspruch zwischen der Aussage der Beschwerdeführerin vom 16. Juni 2011, wonach das Schreiben im Anhang beiliege, und der tatsächlichen Erstellung des Schreibens am 21. Juni 2011. Es sei davon auszugehen, dass Dr. med. C.________ das Schreiben erst später erhalten habe, da es vorher gar nicht existiert habe. Gemäss Dr. med. C.________ müsse der Sohn tatsächlich etwas erlebt haben, was ihn dazu gebracht habe, die Besuche beim Kindsvater abzulehnen. Dr. med. C.________ führe jedoch nicht aus, dass dies mit dem Kindsvater selbst in Zusammenhang stehe, geschweige denn, dass vom Kindsvater eine Kindesgefährdung ausgehe. Ausserdem beschreibe Dr. med. C.________ den Kindsvater als "komisch", obwohl er diesen nie getroffen oder befragt habe. Die Vorinstanz verweist zudem auf den negativen Einfluss der Mutter auf das Vaterbild des Sohnes, wie er bereits vom Obergericht des Kantons Zürich beschrieben worden sei. Die Vorinstanz gelangt zum Schluss, dass das Gutachten lediglich die einseitigen Behauptungen der Beschwerdeführerin widerspiegle. Dr. med. C.________ habe den Kindsvater nie getroffen. Damit könne sein Gutachten die Schlussfolgerung des vom Obergericht des Kantons Zürich eingeholten Gutachtens nicht umstossen. Daraus gehe hervor, dass der Kindsvater geeignet sei, den Sohn zu erziehen.