Citation: 6B_457/2019 E. 2.1

2.1. Erstens dürfe das objektive und subjektive Tatverschulden bei der zu beurteilenden Tat nicht als bloss mittelschwer eingestuft werden. Der Beschwerdegegner habe sich während rund acht Stunden an dem durch ihn betäubten Opfer vergangen und an ihm unzählige sexuelle Handlungen jeglicher Art vorgenommen. Es erschliesse sich kaum, mit welchen Handlungen der Beschwerdegegner die sexuelle Integrität und Freiheit von A.________ noch gravierender hätte angreifen können. Dies wäre wohl nur dann der Fall gewesen, wenn sie bei Bewusstsein gewesen wäre. Es müsse daher von einem schweren Tatverschulden ausgegangen werden, welches angesichts der leicht verminderten Schuldfähigkeit höchstens auf ein mittelschweres Tatverschulden im oberen Bereich herabzustufen sei. Bei der Gewichtung der verschiedenen Strafzumessungsfaktoren und bei der Bestimmung des konkreten Strafmasses steht dem Sachgericht ein erheblicher Ermessensspielraum zu. Das Bundesgericht überprüft auf Beschwerde hin nur, ob die Vorinstanz den gesetzlichen Strafrahmen über- oder unterschritten hat, ob sie von rechtlich nicht massgebenden Kriterien ausgegangen ist oder wesentliche Gesichtspunkte ausser Acht gelassen resp. falsch gewichtet und dadurch ihr Ermessen überschritten oder missbraucht hat (BGE 136 IV 55 E. 5.6 S. 61; 134 IV 17 E. 2.1 S. 19 f.). Der von der Beschwerdeführerin hervorgehobene Kontrast zwischen der objektiv sehr ausgeprägten Tatschwere und der Qualifikation des Tatverschuldens als "mittelschwer" relativiert sich, wenn man sich mit der Vorinstanz (angefochtenes Urteil, S. 96 oben) vergegenwärtigt, dass die grausame Art der Tatbegehung in den qualifizierten Tatbeständen von Art. 189 Abs. 3 und Art. 190 Abs. 3 StGB vorausgesetzt wird. Wenn die Vorinstanz bezogen auf das besondere Spektrum des jeweils qualifizierten Tatbestandes von einem grundsätzlich (vor Einbezug der leicht verminderten Schuldfähigkeit) mittelschweren Tatverschulden ausgeht, so liegt darin jedenfalls keine Verletzung von Bundesrecht.