Citation: 1B_377/2021 E. 1.3

1.3. Der Beschwerdeführer macht geltend, aufgrund der Umstände stehe ohne Weiteres fest, dass die Ersteinvernahme rechtswidrig gewesen sei, da er nicht gehörig vertreten gewesen sei, obwohl ein Fall notwendiger Verteidigung vorgelegen habe. Die Einvernahme sei denn auch wiederholt worden, ohne dass indessen die eindeutig unverwertbare Ersteinvernahme aus den Akten entfernt worden wäre. Sein amtlicher Verteidiger habe rechtzeitig und konsequent alle Rechtsmittel ausgeschöpft um zu verhindern, dass die absolut unverwertbare Erstaussage dem Sachgericht zur Kenntnisnahme zur Verfügung stehe und damit unterschwellig in die Urteilsfindung einfliessen könne. Aus diesen Gründen könne der angefochtene Entscheid nach der (oben in E. 1.2 dargelegten) Bundesgerichtspraxis einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil rechtlicher Natur bewirken. Dem kann nicht gefolgt werden. Zum einen steht keineswegs ohne Weiteres fest, dass die Ersteinvernahme unverwertbar ist. Der Beschwerdeführer war dabei durch Advokatin Vogel anwaltlich vertreten. Der Beschwerdeführer macht nicht einmal geltend, diese habe ihr Mandat mangelhaft wahrgenommen, und dafür sind auch keine Hinweise ersichtlich. Vom objektiv bestehenden Interessenkonflikt - ihre Büropartnerin hatte die Vertretung des Opfers übernommen - hatte sie im Zeitpunkt der Einvernahme keine Kenntnis, weshalb ausgeschlossen werden kann, dass ihre Mandatsführung durch ihn beeinträchtigt wurde. Ob unter diesen Umständen davon auszugehen ist, der Beschwerdeführer sei bei seiner Ersteinvernahme nicht gehörig vertreten gewesen, steht damit entgegen seiner Einschätzung keineswegs eindeutig fest. Dies erscheint vielmehr fraglich. Der Entscheid über die Verwertbarkeit der Erstaussage kann damit dem Sachgericht überlassen werden. Von diesem kann erwartet werden, dass es sie bei der Urteilsfällung unberücksichtigt lässt, falls es sie für unverwertbar erklärt. Damit erweist sich auch die Forderung des Beschwerdeführers, den Spruchkörper des Sachgerichts vollständig auszutauschen, weil die bisherige Besetzung durch die Kenntnisnahme der angeblich unverwertbaren Erstaussage befangen sei, als unbegründet. Der anfangs März 2020 amtlich mandatierte Anwalt des Beschwerdeführers hat im Übrigen erst am 2. Oktober 2020, mithin über ein halbes Jahr später und kurz vor der Überweisung der Anklage ans Strafgericht vom 3. November 2020, die Entfernung des Protokolls der Ersteinvernahme aus den Akten verlangt. Seine Behauptung, er habe "alles dafür getan, dass diese Erstaussage dem Gericht nicht zur Kenntnis gebracht wird und rechtzeitig und konsequent alle Rechtsmittel ausgeschöpft", trifft jedenfalls in zeitlicher Hinsicht nicht zu.