Citation: 2C_176/2015 E. 5.1

5.1. Die Vorinstanz hat im angefochtenen Entscheid festgestellt, dass der 12-jährige Sohn der Beschwerdeführerin die ersten fünf Lebensjahre bei einer Pflegefamilie verbracht hat und seither mit seiner Halbschwester bei deren 64-jährigen Grossmutter väterlicherseits in Thailand lebt. Diese soll aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in der Lage sein, die gebotene Betreuung des Sohnes zu gewährleisten. Die Vorinstanz ist indes der Auffassung, dass aus den eingereichten Arztberichten keine eigentliche Betreuungsunfähigkeit ersichtlich sei. Seit ihrer Einreise in die Schweiz halte die Beschwerdeführerin den Kontakt zu ihrem Sohn einzig durch jährliche Ferienbesuche und elektronische Kommunikationsmittel aufrecht. Zudem seien diverse von der Beschwerdeführerin gemachte Angaben widersprüchlich und unvollständig. So seien weder die Betreuungsverhältnisse in den ersten Lebensjahren noch die finanzielle Unterstützung geklärt. Die Beschwerdeführerin habe es auch unterlassen, der Vorinstanz detaillierte Angaben über ihre thailändische Verwandtschaft und bisherige Betreuungspersonen zu machen. Ebenso unklar geblieben seien die Angaben zum Kindsvater. Insgesamt sei die Beschwerdeführerin ihrer Mitwirkungspflicht nach Art. 90 AuG nicht ausreichend nachgekommen und habe sich in zahlreiche Widersprüche verwickelt. Die Beschwerdeführerin habe es unterlassen, Angaben zu den angeblich fehlenden Betreuungsalternativen in Thailand zu machen, weshalb ihr Nachzugsgesuch bereits aus diesem Grund abzuweisen sei. Das Kindswohl gebiete keinen nachträglichen Nachzug des in Thailand verbliebenen Sohnes und der Eingriff in das Recht auf Achtung des Familienlebens erscheine zulässig. Die Vorinstanz verneint damit zusammengefasst wichtige Gründe im Sinne von Art. 47 Abs. 4 AuG, weil einerseits keine wesentlichen Änderungen der Bereuungsverhältnisse vorlägen und andererseits das Kindswohl in der Heimat besser gewährleistet sei als in der Schweiz.