Citation: U 205/03 15.06.2005 E. 6

Auf Grund des Polizeirapports vom 23. Oktober 1995, des Fotobogens 2657/1995 des Unfalltechnischen Dienstes der Polizei sowie der fotografierten Schäden an den beiden Fahrzeugen ist erwiesen, dass es sich beim Zusammenstoss vom 23. Oktober 1995 um einen Unfall handelte, den die Vorinstanz zu Recht als mittelschweres Ereignis im Grenzbereich zu den leichten Unfällen eingestuft hat. Es steht auch fest, dass den ärztlichen Berichten und Gutachten seit rund einem Jahr nach dem Ereignis eine zum Teil unzutreffende und im Effekt gravierendere Unfallversion zu Grunde gelegt worden ist. So schilderte Frau Dr. med. A.________ im Bericht vom 1. Oktober 1996 irrigerweise einen Auffahrunfall, bei dem das Auto des Beschwerdeführers von vorne links angefahren worden sei, worauf es zu einem Aufprall am Trottoir gekommen und der Wagen auf dem Trottoir gedreht stehen geblieben sei. Nicht erhärtete Darstellungen des Unfallherganges legten auch der Vertrauensarzt Dr. med. N.________ seiner Expertise vom 1. März 1999 ("... der Versicherte war anscheinend zur Sekunde Unfall dabei gewesen, nach links zu blicken ..."; "... ganz kurz war der Patient benommen ..."; "... es kam zu einer plötzlichen Blockierbewegung am Trottoirrand ...") und die Ärzte der Neurologischen Klinik des Spitals Z.________ ihrem Gutachten vom 13. Dezember 1999 ("... une voiture l'a heurté et a poussé son véhicule contre le trottoir, ... avec un arrêt brutal ...") zu Grunde. Es gibt keine gesicherten medizinischen Berichte darüber, dass die gesundheitlichen Störungen des Beschwerdeführers in der Hals- und Nackenregion tatsächlich innert 24 bis 72 Stunden nach dem Unfall aufgetreten sind (oder bereits vorher, wie der Versicherte im Januar 1997 gegenüber den Ärzten der Rheuma- und Rehabilitationsklinik Y.________ angab). Der Hausarzt attestierte zunächst lediglich für einige Wochen eine Arbeitsunfähigkeit von 25 %. Beeinträchtigungen, welche zum typischen ("bunten") Beschwerdebild nach HWS-Traumen gehören, wurden erstmals gut ein Jahr nach dem Unfall geschildert. Frau Dr. med. A.________ hielt diese nach Befragung des Versicherten in ihrem Bericht vom 1.Oktober 1996 fest. Nach dem Gesagten ist der Nachweis nicht nach dem notwendigen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erbracht, dass der Beschwerdeführer beim Unfall vom 23. Oktober 1995 ein Schleudertrauma oder äquivalente Verletzungen erlitten hat.