Citation: 4C.398/1999 08.02.2000 E. 2

2.- a) Nach Art. 55 Abs. 1 lit. c OG ist in der Berufungsschrift kurz darzulegen, welche Bundesrechtssätze der angefochtene Entscheid verletzt und inwiefern er gegen sie verstösst. Nicht zu hören sind dagegen Rügen, die sich gegen die tatsächlichen Feststellungen und gegen die Beweiswürdigung der Vorinstanz richten (BGE 125 III 368 E. 3 S. 372, 120 II 97 E. 2b S. 99; 119 II 84 E. 3; 116 II 92 E. 2 S. 93, 480 E. 3d S. 489, 745 E. 3 S. 749 mit Hinweisen), es sei denn, es werde zugleich ein offensichtliches Versehen, eine Verletzung bundesrechtlicher Beweisvorschriften (Art. 63 Abs. 2 OG) oder eine unvollständige Ermittlung des Sachverhaltes vorgeworfen (Art. 64 OG). Wer sich auf solche Ausnahmen von der Bindung des Bundesgerichts an die tatsächlichen Feststellungen der letzten kantonalen Instanz beruft und den Sachverhalt gestützt darauf berichtigt oder ergänzt wissen will, hat darüber genaue Angaben mit Aktenhinweisen zu machen (Art. 55 Abs. 1 lit. d OG; BGE 115 II 484 E. 2a S. 485 f.). b) Ein offensichtliches Versehen liegt vor, wenn das Gericht eine bestimmte, für den Entscheid wesentliche Aktenstelle übersieht oder falsch versteht, oder wenn es den offensichtlichen Zusammenhang dieser Aktenstelle mit anderen Dokumenten oder Äusserungen übersieht (BGE 121 IV 104 E. 2b S. 106, 115 II 399 E. 2 mit Hinweis). Das Handelsgericht hat erkannt, dass sich die Nebenintervenientin die Bestellungsänderung wegen der drohenden Verzögerung der Fertigstellung nicht gefallen lassen musste. Die Klägerin macht sinngemäss geltend, das Handelsgericht habe übersehen, dass in der letzten Bauphase ein Gerüst nur an den oberen Stockwerken notwendig gewesen wäre, und die Nebenintervenientin sich überdies das Recht zu einer Teilinbetriebnahme im Vertrag ausdrücklich vorbehalten habe. Daher wäre eine Teilinbetriebnahme zumutbar gewesen. Für das Handelsgericht war die Verwendung des Baugerüsts nicht allein ausschlaggebend. Es berücksichtigte vielmehr allgemein die drohenden Immissionen und die möglichen Verzögerungen im Baubewilligungsverfahren. In welchen Stockwerken das Baugerüst verwendet wird, ist damit für den Entscheid nicht wesentlich. Aus der Tatsache, dass sich die Nebenintervenientin ein Recht auf eine Teilinbetriebnahme vorbehalten hat, kann nicht auf eine Pflicht zur Duldung der Teilinbetriebnahme wegen Änderungswünschen der Klägerin geschlossen werden. Auch diesbezüglich liegt eindeutig kein Versehen im Sinne der bundesgerichtlichen Rechtsprechung vor. c) Die Klägerin übt über weite Strecken unzulässige Kritik an den tatsächlichen Feststellungen und der Beweiswürdigung der Vorinstanz. Auch ist die Begründung der Berufung teilweise ungenügend. Die Klägerin stützt ihren Anspruch auf die Zusatzvereinbarung vom 4. Dezember 1996 und das ihr dort eingeräumte Recht, am Bauobjekt Veränderungen vorzunehmen. Jedoch bleibt teilweise unklar, welche Pflichten oder Zusicherungen der Beklagten die Klägerin aus dieser Vereinbarung ableiten zu können glaubt. Da das Handelsgericht diesbezüglich indes keinen tatsächlichen übereinstimmenden Willen der Parteien festgestellt, sondern den Vertrag nach dem Vertrauensprinzip ausgelegt hat, kann das Bundesgericht in der Berufung die Auslegung dieser Vereinbarung überprüfen (BGE 123 III 165 E. 3a S. 168).