Citation: 6P.113/2005 25.03.2006 E. 4.1

Die Beschuldigten, unter ihnen der Beschwerdeführer, fuhren am Abend des 4. November 2001 in zwei oder drei Personenwagen zur Discothek in Pont-de-Thielle, um dort den Sicherheitsmann A.________, der tags zuvor X.________ am Kopf verletzt hatte, und den Sicherheitsmann B.________ zu verprügeln, wobei einzelne Beschuldigte zu diesem Zweck als Schlagwerkzeuge geeignete Gegenstände mitführten. Da die beiden Sicherheitsleute nicht anwesend waren, kehrten die Beschuldigten unverrichteter Dinge wieder nach Biel zurück. Das Kreisgericht sprach in diesem Punkt die beiden Beschuldigten Y.________ und V.________ des unvollendeten Versuchs der schweren Köperverletzung (Art. 122 i.V.m. Art. 21 StGB) schuldig. Die übrigen Beschuldigten, unter anderen den Beschwerdeführer, sprach es frei mit der Begründung, in Anwendung des Grundsatzes "in dubio pro reo" sei zu ihren Gunsten davon auszugehen, sie hätten damals nicht gewusst, dass Schlagwerkzeuge mitgeführt wurden (siehe angefochtenes Urteil S. 103/104). Das Obergericht sprach den Beschwerdeführer in diesem Punkt des unvollendeten untauglichen Versuchs der einfachen Körperverletzung mit einem gefährlichen Gegenstand (Art. 123 Ziff. 2 Abs. 1 i.V.m. Art. 21 und 23 StGB) schuldig, gemeinsam begangen mit X.________, Y.________, V.________ und W.________ sowie weiteren Beschuldigten zum Nachteil von zwei anvisierten Türstehern (angefochtenes Urteil S. 100 ff., 136; Urteilsdispositiv Ziff. E. 2.1, angefochtenes Urteil S. 244 f.). 4.2 Das Obergericht stellt im Wesentlichen gestützt auf die Aussagen des Beschuldigten Y.________ in der Untersuchung fest, dass dieser selbst am Abend des 4. November 2001 eine Dachlatte in den Kofferraum seines VW Golf und der Beschuldigte V.________ einen halben Billardstock in diesem Wagen verstaut hatten, welche bei der geplanten Schlägerei eingesetzt werden sollten (siehe angefochtenes Urteil S. 113 ff.). Auf die Frage des Untersuchungsrichters in der Einvernahme vom 27. März 2002, ob noch weitere Gegenstände verladen worden seien, antwortete der Beschuldigte Y.________ bejahend, es sei ein Fahrradbestandteil (ein verchromtes, gebogenes Stahlrohr mit Kunststoffgriff) verladen worden, wobei er spontan Folgendes beifügte (siehe angefochtenes Urteil S. 116; kant. Akten Bd. 4 p. 1182): "Ja, (...Z....) (d.h. der Beschwerdeführer) hat mir gesagt, dass er diesen Gegenstand in der Hand hatte. Nach der Schlägerei hat er diesen Gegenstand dem Securitas-Mann nachgeworfen". Anlässlich derselben Einvernahme vom 27. März 2002 sagte Y.________ im Rahmen seiner Befragung zum Vorfall vom 10./11. November 2001 auf die Frage, ob abgemacht worden sei, dass Schlagwerkzeuge mitgebracht würden, Folgendes aus (siehe kant. Akten Bd. 4 p. 1191; angefochtenes Urteil S. 116): "Die Schlagwerkzeuge waren immer noch bei mir im Kofferraum, dies seit Sonntag vor einer Woche". Aufgrund dieser Aussagen des Beschuldigten Y.________ in der untersuchungsrichterlichen Einvernahme durfte das Obergericht ohne Willkür die Feststellung treffen, dass sich im Wagen des Beschuldigten Y.________ am Abend des 4. November 2001 während der Fahrt nach Pont-de-Thielle unter anderem eine Velostange befand, welche der Beschwerdeführer zwecks Verwendung als Schlagwerkzeug dort deponiert hatte. Was in der Beschwerde (S. 15/16) dagegen vorgetragen wird, ist appellatorische Kritik, die zur Begründung der Rüge willkürlicher Beweiswürdigung nicht genügt. Die Beweiswürdigung durch das Obergericht (angefochtenes Urteil S. 116/117), auf die verwiesen werden kann, ist vertretbar. Die Kognition des Bundesgerichts auf dem Gebiet der Beweiswürdigung ist im Verfahren der staatsrechtlichen Beschwerde auch auf Willkür beschränkt, wenn sich der Beschuldigte auf den Grundsatz "in dubio pro reo" beruft. 4.3 Das Obergericht durfte im Weiteren ohne Willkür zur Überzeugung gelangen, dass alle im Appellationsverfahren noch zu beurteilenden fünf Beschuldigten am 4. November 2001 spätestens während der Fahrt zur Discothek in Pont-de-Thielle in insgesamt drei Autos im Rahmen von Gesprächen über die geplante Attacke auch Kenntnis davon erhielten, dass der eine oder andere Beteiligte ein Schlagwerkzeug mitführte, zumal es, wie allen Beteiligten klar war, darum ging, die Körperverletzung zu vergelten, welche der Türsteher A.________ tags zuvor mit einem Schlaginstrument dem Beschuldigten X.________ zugefügt hatte (siehe angefochtenes Urteil S. 117-120). Was in der Beschwerde (S. 16 unten) dagegen vorgetragen wird, ist appellatorische Kritik, die zur Begründung der Willkürrüge nicht genügt. 4.4 Das Obergericht hat die Feststellung, der Beschwerdeführer habe gewusst, dass bei der Fahrt nach Pont-de-Thielle am Abend des 4. November 2001 Schlagwerkzeuge mitgeführt wurden, entgegen einem weiteren Einwand in der Beschwerde (S. 17 oben) nicht auch auf die dort zitierte Aussage des Beschwerdeführers (kant. Akten Bd. 5 p. 1444) gestützt, welche sich zweifellos auf das Ereignis vom 10./11. November 2001 bezieht. Vielmehr hat das Obergericht unter anderem unter Hinweis auf jene Aussage festgestellt, dass dem Beschwerdeführer der Zweck der Fahrt vom 4. November 2001 klar gewesen war (angefochtenes Urteil S. 123). 4.5 Die staatsrechtliche Beschwerde ist daher auch in diesem Punkt abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.