Citation: 6B_354/2022 E. 4.3.2

4.3.2. Der Beschwerdeführer macht geltend, die Vorinstanz gehe von einem mittelschweren Verschulden aus. In dieser Hinsicht berücksichtige sie die gutachterlich festgestellte psychische Erkrankung ungenügend und gehe von einer leichtgradig verminderten Schuldfähigkeit aus, obwohl im Gutachten von einer in mittelgradigem Masse verminderten Schuldfähigkeit die Rede sei. Das Abweichen vom Gutachten begründe die Vorinstanz nicht. Die Rüge ist unbegründet. Die Vorinstanz lässt nicht ausser Acht, dass die Schuldfähigkeit des Beschwerdeführers zum Tatzeitpunkt leichtgradig vermindert war, weil seine Steuerungsfähigkeit wegen der Ephebophilie eingeschränkt war, wobei seine Einsichtsfähigkeit vorhanden gewesen sei. Die Vorinstanz setzt sich mit der Einschätzung der Sachverständigen auseinander. Diese hatte anfänglich festgehalten, dass die psychische Störung des Beschwerdeführers seine Schuldfähigkeit leicht einschränke. An der Berufungsverhandlung habe sie korrigiert, die psychische Störung sei deutlich schwerer als ursprünglich angenommen, weshalb von einer mittelgradig verminderten Schuldfähigkeit auszugehen sei und nicht bloss von einer leicht verminderten Schuldfähigkeit. Die Vorinstanz betont, dass es sich dabei lediglich um eine medizinische Einschätzung handelt.