Citation: 8C_213/2022 E. 3.2.1

3.2.1. Hinsichtlich der psychischen Beschwerden hätten von 2011 bis Sommer 2017 psychosoziale Belastungsfaktoren wesentlich im Vordergrund gestanden. Ab Eintritt in das Sanatorium B.________ im Oktober 2017 sei aber von einem verselbstständigten Gesundheitsschaden auszugehen. Wenngleich sich zur dort diagnostizierten chronischen posttraumatischen Belastungsstörung mit verspätetem Beginn (ICD-10 F43.1) Fragen stellten, sei der Beschwerdeführer aufgrund der stationären Behandlung vom 26. Oktober bis 21. Dezember 2017 vollständig arbeitsunfähig gewesen. Die Arbeitsunfähigkeit habe in der Folge angedauert, da er sich anschliessend in einer Tagesklinik und vom 9. bis 30. Mai 2018 in der Privatklinik für Psychiatrie und Psychotherapie C.________ wiederum stationär habe behandeln lassen (Austrittsbericht vom 1. Juni 2018). Unabhängig von der Diagnose sei bei zwei kurz aufeinander folgenden stationären Behandlungen eine wesentliche Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit anzunehmen. Für den Verlauf ab Beginn des Jahres 2019 stellte die Vorinstanz sodann auf das bidisziplinäre Gutachten vom 8. Januar 2021 von Prof. Dr. med. D.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, und Dr. phil. E.________, Fachpsychologin für Neuropsychologie FSP, ab. Danach leide der Beschwerdeführer an einer Anpassungsstörung im Sinne einer länger dauernden depressiven Reaktion mit Angst gemischt (ICD-10 F43.22), wobei das ängstlich-depressive Syndrom leicht ausgeprägt sei. Die neuropsychologische Untersuchung habe verschiedene Inkonsistenzen und Diskrepanzen ergeben. Die Resultate seien dermassen auffällig gewesen, dass der Beschwerdeführer überwiegend wahrscheinlich aggraviere. Gemäss Prof. Dr. med. D.________ stünden die psychosozialen Gegebenheiten im Vordergrund. Die verordneten Medikamente würden nicht oder nur unregelmässig eingenommen. Unter Beachtung der einschlägigen Standardindikatoren habe der Gutachter eine volle Arbeitsfähigkeit in einer leidensadaptierten Tätigkeit seit Juli 2019 angenommen. Von Oktober 2017 bis Sommer 2018 sei der Beschwerdeführer gestützt auf die Arbeitsfähigkeitsschätzung des Prof. Dr. med. D.________ in jeder Tätigkeit vollständig arbeitsunfähig gewesen. Ab Sommer 2018 bis Juni 2019 habe eine 50%-ige Arbeitsunfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit bestanden.