Citation: I 454/02 17.02.2004 E. 3

IV-Stelle und Rekurskommission haben zu Recht sowohl in somatischer als auch in psychischer Hinsicht auf die Expertise und das Zusatzgutachten des Medizinischen Zentrums Y.________ abgestellt, welche die von der Rechtsprechung (BGE 125 V 352 Erw. 3a mit Hinweis) an die Beweiskraft von Arztberichten gestellten Anforderungen ohne weiteres erfüllen und in jeder Hinsicht zu überzeugen vermögen. 3.1 Den MZ-Ärzten ist darin beizupflichten, dass sich ihre Beurteilung der psychischen Situation mit derjenigen des Externen Psychiatrischen Dienstes (EPD) wohl weitestgehend deckt. Dieser diagnostizierte nämlich im Arztbericht vom 19. Oktober 2000 (bloss) einen "Verdacht" auf ein chronifiziertes depressives Zustandsbild (Dysthymia), "wahrscheinlich" im Rahmen einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung (F45.4 ICD-10). Soweit im EPD-Bericht eine Arbeitsunfähigkeit von "70-100 % von unbestimmt bis anhaltend" bescheinigt und hiezu die Annahme geäussert wird, dass "sich dieser Patient aufgrund verschiedener Faktoren beruflich nicht mehr integrieren lässt und längerfristig keine verwertbare Arbeitsfähigkeit mehr erreichen wird", ergibt sich anhand der übrigen Ausführungen deutlich, dass die zitierte Einschätzung der verbliebenen Leistungsfähigkeit in erster Linie auf der Berücksichtigung psychosozialer und soziokultureller Faktoren beruht. Mangels einer fachärztlich schlüssig festgestellten psychischen Störung von Krankheitswert kann indessen eine invalidisierende Einschränkung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit rechtsprechungsgemäss von vornherein nicht angenommen werden (BGE 127 V 299 Erw. 5a). 3.2 Die Stellungnahme des behandelnden Psychiaters Dr. S.________, wonach in rein psychischer Hinsicht wegen einer schweren depressiven Störung (F32.2 ICD-10) eine vollständige Arbeitsunfähigkeit vorliege (Schreiben an den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers vom 26. Juni 2002; vgl. auch die entsprechenden Zuschriften vom 25. September 2001 und 8. Januar 2002) vermag ebenfalls nicht durchzudringen. Dabei fällt entscheidend ins Gewicht, dass Dr. S.________ ein auf Grund der Feststellungen der MZ-Ärzte zweifelsfrei vorliegendes aggravatorisches Verhalten des Versicherten in wenig überzeugender Weise kategorisch verneint: Während der behandelnde Psychotherapeut im Schreiben vom 8. Januar 2002 angibt, er habe während der gesamten Therapiedauer "keine Zeichen für eine Aggravation gefunden", ist eine solche mit Blick auf die Befunde der begutachtenden Ärztinnen und Ärzte des Medizinischen Zentrums Y.________ anlässlich der Untersuchungen vom 31. Januar 2000 bzw. 26. und 27. September 2001 unverkennbar ("etwas breitbeiniger, schwankender Gang, [...] insbesondere im unbeobachteten Zustand in jeder Hinsicht normaler Gang"; "bei Prüfung der Wirbelsäulen- und Gelenksbeweglichkeit aktive Versteifung und Abwehrspannung"; "unmotiviertes [mit objektivierbaren Befunden inkonsistentes] Abstützen auf Möbeln, Hyperventilation, Schnaufen, Stöhnen und so weiter", wogegen "der Versicherte, wenn er sich unbeobachtet fühlt, sämtliche Extremitäten ganz normal bewegen, auch den linken Arm über Kopfhöhe anheben [kann], er muss auch nicht stöhnen"; "er höre sehr schlecht [man kann sich mit dem Versicherten problemlos in Zimmerlautstärke unterhalten]"; sitzen könne er eine viertel Stunde [bei Aufnahme der Anamnese ist dies problemlos eine Stunde möglich]"). Den Angaben des Externen Psychiatrischen Dienstes vom 19. Oktober 2000 zufolge stellte auch der Hausarzt Dr. W.________ beim Versicherten eine "Tendenz zur Aggravation seiner Beschwerden" fest. Aggravierendes Verhalten als solches gilt jedoch als nicht krankheitswertig und damit als invaliditätsfremder Faktor; Aggravation vermag keine Unzumutbarkeit der Willensanstrengung zu begründen (Meyer-Blaser, Der Rechtsbegriff der Arbeitsunfähigkeit und seine Bedeutung in der Sozialversicherung, namentlich für den Einkommensvergleich in der Invaliditätsbemessung, in: Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.], Schmerz und Arbeitsunfähigkeit, St. Gallen 2003, S. 27 ff., S. 91 f. mit Hinweisen auf das unveröffentlichte Urteil R. vom 2. Dezember 2002 [I 53/02], AHI 2002 S. 149 und SVR 2003 IV Nr. 1 S. 2 Erw. 3b/bb). 3.3 In der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird sodann geltend gemacht, dass der Versicherte kaum Deutsch verstehe; die von Verwaltung und Vorinstanz vertretene Auffassung, wonach die im Medizinischen Zentrum Y.________ in deutscher Sprache durchgeführten psychiatrischen Explorationen zuverlässige Resultate geliefert hätten, sei unhaltbar. Die beiden MZ-Psychiaterinnen Dr. G.________ und Dr. T.________ stellten in ihren gutachtlichen Konsiliarberichten vom 31. Januar 2000 bzw. 27. September 2001 tatsächlich fest, dass der Beschwerdeführer des Deutschen nur teilweise mächtig sei. Dennoch gelangten beide Fachärztinnen zum Schluss, dass die Verständigung hinreichend gewesen sei, "wenn auch gelegentlich (...) eine Frage anders formuliert werden muss(te)". Angesichts der in beiden MZ-Gutachten überaus detailliert und differenziert erhobenen psychiatrischen Befunde verbieten sich denn auch jegliche mit mangelnden Sprachkenntnissen begründeten Zweifel an der Aussagekraft der Expertisen. Dieselben Überlegungen gelten mit Bezug auf die Dauer der psychiatrischen Untersuchungen vom 31. Januar 2000 bzw. 27. September 2001: Die an Einzelheiten reichen Befunderhebungen setzen - entgegen der in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde vertretenen Auffassung - auch in zeitlicher Hinsicht genügende Begutachtungen geradezu voraus. 3.4 IV-Stelle und Rekurskommission gingen gestützt auf das Haupt- und das Zusatzgutachten des Medizinischen Zentrums Y.________ vom 7. Februar 2000 bzw. 7. November 2001 sowie mit Blick auf die übrigen ärztlichen Unterlagen zu Recht davon aus, dass der Beschwerdeführer Mitte Dezember 1996 (d.h. im Zeitpunkt des Ablaufs der einjährigen Wartezeit gemäss Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG) bei Ausübung einer leidensangepassten Erwerbstätigkeit (in körperlicher Hinsicht leicht bis mittelschwer, keine starke Belastung des Bewegungsapparates) bereits wieder über eine volle Leistungsfähigkeit verfügte. Dies ergibt sich insbesondere auf Grund der Stellungnahme des SUVA-Kreisarztes Dr. J.________, Spezialist für Chirurgie, vom 7. März 1997, wonach von Seiten des am 15. Dezember 1995 verletzten linken Knies ein "absolut blander Befund" vorlag. Es bestünden am linken Bein keine Schonungszeichen gegenüber rechts (die Umfangmasse der beiden unteren Extremitäten waren denn auch wieder auf sämtlichen Höhen identisch). Zum gleichen Schluss gelangten offenbar auch die Ärzte der Orthopädischen Klinik am Spital Z.________, die in ihrem Bericht vom 30. Mai 1997 zwar differentialdiagnostisch (auf Grund einer am 15. Mai 1997 am Radiologischen Institut C.________ durchgeführten Kernspintomographie des linken Kniegelenkes) eine "straffe Pseudarthrose/Knochenmarködem im Bereiche der Eminentia intercondylaris lateral" erwähnten, im Übrigen aber im Kniebereich eine "weiterhin absolut reizlose Situation" feststellten und keine objektivierbaren Befunde erheben konnten, welche den "eindrücklich" geklagten "chronischen anterioren Knieschmerz links" erklärt hätten (vgl. auch den Bericht der Klinik H.________ vom 16. Januar 1998, worin für körperlich leichte Tätigkeiten von einer vollen Leistungsfähigkeit seit September 1996 ausgegangen wurde). An dieser Betrachtungsweise ändert der Umstand nichts, dass die Ärzte der Klinik X.________ in ihrem Austrittsbericht vom 11. September 1996 für den vorgesehenen Arbeitsversuch bei der bisherigen Arbeitgeberfirma erst eine 50%ige Arbeitsfähigkeit bescheinigt hatten und der Hausarzt Dr. W.________ in seinen Stellungnahmen vom 21. Mai und 2. Juni 1997 sowie vom 7. Dezember 1998 eine vollständige Leistungseinbusse im angestammten Maurerberuf attestierte. Von den in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde verlangten ergänzenden medizinischen Abklärungen in somatischer und psychischer Hinsicht wären - wenigstens für den hier massgebenden Zeitpunkt der streitigen Verfügung vom 14. Dezember 2001 - keine relevante neue Erkenntnisse zu erwarten, weshalb sie unterbleiben können.