Citation: 2C_111/2023 E. 6.5.1

6.5.1. Aus dem angefochtenen Urteil geht in einer für das Bundesgericht verbindlichen Weise (Art. 105 Abs. 1 BGG) hervor, dass der Beschwerdeführer zunächst in Syrien lebte, bevor er in den Irak ging. Er war auf der Suche nach einem sicheren Land für seine Kinder, reiste 2017 wieder nach Syrien ein und blieb dort drei Jahre, bevor er das Land im Jahr 2020 wieder verliess. Nachdem er gerade erst auf der Flucht aus einem anderen Staat nach Syrien eingereist ist, kann ihm nicht vorgeworfen werden, dass er nicht unverzüglich Schritte unternommen hat, um die syrische Staatsangehörigkeit zu erwerben. In diesem Sinn unterscheidet sich seine Situation von derjenigen, der BGE 147 II 421 zugrunde lag, da der Beschwerdeführer im dortigen Fall bereits in Syrien ansässig war, als das besagte Dekret im Jahr 2011 in Kraft trat. Darüber hinaus ist notorisch, dass sich Syrien in dem Zeitraum, in dem sich der Beschwerdeführer dort aufhielt, im Krieg befand, was auch seine vorläufige Aufnahme belegt, sodass ihm auch nicht vorgeworfen werden kann, auf Schritte zur dauerhaften Niederlassung in Syrien verzichtet zu haben. Ferner birgt die syrische Staatsangehörigkeit das Risiko, in die Armee eingezogen zu werden, was die Vorinstanz nicht bestreitet.