Citation: 6A.14/2005 24.09.2005 E. 4

Der Beschwerdeführer macht geltend, die Vorinstanz wende Art. 16 Abs. 2 SVG falsch an. Wenn überhaupt, müsste von einem äusserst leichten Verschulden ausgegangen werden. Zudem liege der Grund des früheren Führerausweisentzugs in völlig anderen Umständen (erhöhte Geschwindigkeit und Missachtung eines Rotlichts), so dass dieser Vorfall für den automobilistischen Leumund nicht berücksichtigt werden dürfe (Beschwerde S. 10 ff.). Gemäss Art. 16 Abs. 2 SVG kann der Führerausweis entzogen werden, wenn der Führer Verkehrsregeln verletzt und dadurch den Verkehr gefährdet oder andere belästigt hat (Satz 1); in leichten Fällen kann eine Verwarnung ausgesprochen werden (Satz 2). Art. 16 Abs. 2 Satz 1 regelt den mittelschweren Fall. Auf einen Führerausweisentzug kann grundsätzlich nur verzichtet werden, wenn der Fall leicht im Sinne von Art. 16 Abs. 2 Satz 2 SVG ist. Bei einem mittelschweren Fall kommt ein Verzicht nur bei besonderen Umständen in Betracht. Der leichte Fall beurteilt sich seit der Änderung der Rechtsprechung in BGE 125 II 561 gemäss Art. 16 Abs. 2 SVG i.V.m. Art. 31 VZV (SR 741.51) nach dem Verschulden des Fahrzeuglenkers und seinem automobilistischen Leumund. Die Schwere der Verkehrsgefährdung ist nur insoweit von Bedeutung, als sie auch verschuldensmässig relevant ist (vgl. BGE 126 II 202 E. 1a, 192 E. 2b; ferner BGE 128 II 282 E. 3.5 zur vorliegend nicht anwendbaren neuen Gesetzgebung). Es kann angesichts des Verschuldens (Verursachung eines Schleuderunfalls bei rund 120 km/h und regem Verkehr auf der Autobahn) sowie des getrübten Leumunds nicht ein leichter Fall im Sinne der erwähnten Rechtsprechung angenommen werden. Die Vorinstanz hält zu Recht fest, dass der automobilistische Leumund "in keiner Weise ungetrübt" ist (angefochtener Entscheid S. 9). Der hier zu beurteilende Vorfall ereignete sich nur einen Monat nach Ablauf des früheren Führerausweisentzugs. Diese Tatsache ist selbstverständlich zu berücksichtigen, auch wenn jenem Führerausweisentzug ein anderer Sachverhalt zu Grunde lag. Es ist daher auch ein klar über der Mindestdauer liegender Entzug gerechtfertigt. Die mit drei Monaten festgesetzte ursprüngliche Entzugsdauer verletzt kein Bundesrecht (vgl. angefochtener Entscheid S. 11).