Citation: 5A_588/2023 E. 4.2.1

4.2.1. Gestützt auf § 29 Abs. 1 der thurgauischen Verordnung des Obergerichts vom 22. Oktober 2012 zum Kindes- und Erwachsenenschutz (KESV; RB 211.24) hat dieses die Bestimmungen der ZPO, namentlich Art. 118 Bst. c ZPO angewandt. Diese finden als subsidiäres kantonales Recht Anwendung und deren Anwendung kann vom Bundesgericht nur auf ihre Verfassungsmässigkeit hin geprüft werden (BGE 144 I 159 E. 4.2; 140 III 385 E. 2.3; je mit Hinweisen). Da die Voraussetzungen der unentgeltlichen Rechtspflege gemäss Art. 117 ff. ZPO aber mit denjenigen der Minimalgarantie von Art. 29 Abs. 3 BV übereinstimmen (BGE 142 III 131 E. 4.1), eine Verletzung von Art. 118 ZPO zugleich eine Verletzung von Art. 29 Abs. 3 BV darstellt (vgl. Urteil 4A_384/2015 vom 24. September 2015 E. 3) und das Bundesgericht die Einhaltung von Art. 29 Abs. 3 BV frei prüft (BGE 142 III 131 E. 4.1), ist auf die Rüge (ausschliesslich unter dem Blickwinkel von Art. 29 Abs. 3 BV) einzugehen (siehe auch Urteile 5A_164/2023 vom 13. Juni 2023 E. 1.2; 5A_1045/2021 vom 18. August 2022 E. 2; 5A_216/2022 vom 20. Juni 2022 E. 2.1.1).