Citation: I 287/05 09.08.2005 E. 4

Strittig und vorweg zu prüfen ist die Statusfrage. Während Verwaltung und Vorinstanz davon ausgingen, die Beschwerdeführerin würde im Gesundheitsfall eine Erwerbstätigkeit mit einem Pensum von 50 % ausüben, macht die Versicherte geltend, ohne Gesundheitsschaden wäre sie voll erwerbstätig. 4.1 Die IV-Stelle und das kantonale Gericht stellten auf die Angaben gemäss dem am 27. August 2003 von der Versicherten unterschriebenen "Fragebogen zur Rentenabklärung betreffend Erwerbstätigkeit / Haushalt" ab und schlossen daraus, dass die Beschwerdeführerin im hypothetischen Gesundheitsfall mit dem im Sozialversicherungsrecht geltenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 360 Erw. 5b, 125 V 195 Erw. 2, je mit Hinweisen) wieder mit einem Pensum von 50 % erwerbstätig wäre. Die Vorinstanz hielt dazu fest, den Selbstangaben und dem Auszug aus dem individuellen Konto (IK-Auszug) vom 18. Juli 2003 sei zu entnehmen, dass die Versicherte ihre Erwerbstätigkeit erst im Jahre 1994 aufgenommen habe, als ihre Tochter das sechzehnte Altersjahr erreicht hatte. Seither habe sie immer ein 50%-Pensum ausgeübt, zuletzt als Spitex-Angestellte. Dieses Beschäftigungsverhältnis sei seitens der Arbeitgeberin per Ende Juni 1999 unbestritten aus nicht gesundheitsbedingten Gründen aufgelöst worden. In der Folge habe sie keine Erwerbstätigkeit mehr aufgenommen. Auch wenn sie den Fragebogen nicht selber ausgefüllt habe, spreche diese Aussage der ersten Stunde dafür, dass sie als Gesunde zu 50 % erwerbstätig wäre. 4.2 Die nach Erkenntnissen aus der Haushaltabklärung nicht Deutsch sprechende Beschwerdeführerin liess in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde zu Recht darauf hinweisen, dass die Antworten auf dem von ihr am 27. August 2003 unterschriebenen Fragebogen nicht von ihr selber verfasst, sondern offensichtlich in zwei verschiedenen anderen Handschriften aufgezeichnet worden seien. Sie habe die Bedeutung dieser Fragestellung verkannt. Zudem wurde die Frage nach dem als Gesunde ausgeübten Pensum mit "ca. 50 %" beantwortet. Entgegen der Vorinstanz ist weder aus dem IK-Auszug noch aus der Anmeldung zum Leistungsbezug vom 10. Juli 2003 zu schliessen, dass die Beschwerdeführerin zwischen 1994 und 1999 ausschliesslich mit einem Pensum von 50 % als Mitarbeiterin der Spitex erwerbstätig war. Zum einen verzeichnet der IK-Auszug für die Spitex-Tätigkeit in den entsprechenden Monaten der Periode von 1997 bis 1999 eine Steigerung des durchschnittlichen AHV-beitragspflichtigen Einkommens von knapp Fr. 1'900.- auf mehr als Fr. 2'200.-, was nicht nur auf eine entsprechende Lohnerhöhung schliessen lässt, sondern gegebenenfalls auch mit einer geringfügigen Ausweitung des Arbeitspensums zusammenhängen könnte. Zum anderen ist dem IK-Auszug zu entnehmen, dass die Versicherte von 1994 bis Januar 2001 ununterbrochen ein weiteres AHV-beitragspflichtiges Erwerbseinkommen erzielte. Zudem findet sich bei den Akten weder mit Blick auf das Arbeitsverhältnis bei der Spitex noch in Bezug auf das zusätzliche, auf Grund des IK-Auszuges dokumentierte Erwerbseinkommen der üblicherweise von den IV-Stellen zur Abklärung der erwerblichen Verhältnisse eingeholte "Fragebogen für den Arbeitgeber". Gerade aus diesen von Arbeitgeberseite zu deklarierenden Angaben zur betriebsüblichen Normalarbeitszeit und zu dem im Vergleich dazu von der versicherten Person effektiv geleisteten Arbeitspensum wären zur Beantwortung der Statusfrage wichtige Aufschlüsse zu erwarten gewesen. Indem die Verwaltung auf eine genaue Abklärung der vor Eintritt des Gesundheitsschadens bestandenen erwerblichen Verhältnisse verzichtete, verletzte sie den Untersuchungsgrundsatz. Die Durchführung dieser Abklärungen war um so mehr geboten, als die Beschwerdeführerin schon vor Erlass der hier strittigen Verfügung vom 7. April 2004 mit Schreiben vom 10. März 2004 geltend machte, bereits vor dem Unfall vom 23. April 2002 mit Unterstützung des Sozialamtes der Gemeinde Y.________ auf der Stellensuche gewesen zu sein, und mit der Einsprache vom 18. Mai 2004 zudem eine Kopie der E-Mail vom 18. Mai 2004 eines Mitarbeiters des Gemeindearbeitsamtes Y.________ einreichte, womit dieser bestätigte, dass die Versicherte zwischen 29. November 2001 und dem 23. April 2002 "intensiv eine 100%-Stelle" gesucht habe. Zu Recht wird mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde auf eine Bestätigung der Firma "P.________ AG" verwiesen, wonach die Beschwerdeführerin zwischen 1994 bis Januar 2000 eine Hauswartstätigkeit im Umfang von etwa dreizehn Arbeitsstunden pro Monat ausgeübt habe, was einem zusätzlichen Erwerbspensum von rund 7,5 % entspreche, weshalb von einem Anteil der ausserhäuslichen Tätigkeit von mindestens 57,5 % auszugehen sei. Angesichts des von der Verwaltung vernachlässigten Untersuchungsgrundsatzes konnte unter den gegebenen Umständen weder die IV-Stelle noch die Vorinstanz mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit darauf schliessen, dass die Versicherte im Gesundheitsfall nur zu 50 % erwerbstätig wäre. 4.3 Nach dem Gesagten ist die Sache zu ergänzenden Abklärungen sowie zur neuen Festlegung des mutmasslich ausgeübten Aufgabenbereichs und anschliessenden Neuverfügung über das Rentengesuch an die Verwaltung zurückzuweisen. Diese wird in geeigneter Form die vor Eintritt des Gesundheitsschadens gegebenen erwerblichen Verhältnisse umfassend untersuchen und hernach unter Berücksichtigung der gesamten Umstände (BGE 130 V 396 Erw. 3.3 mit Hinweisen) das Ausmass der hypothetisch im Gesundheitsfall ausgeübten Erwerbstätigkeit neu festlegen. Dabei wird sie entgegen dem bisherigen Verlauf des Verfahrens auch ausdrücklich zur Bestätigung des Gemeindearbeitsamtes Wettingen vom 18. Mai 2004 sowie zur offensichtlich zusätzlich zur Arbeit für die Spitex ausgeübten weiteren Teilerwerbstätigkeit als Hauswartin Stellung zu nehmen haben. Mit Blick auf den mit angefochtenem Entscheid bei der Invaliditätsbemessung im Rahmen des Einkommensvergleichs veranschlagten maximal zulässigen Tabellenlohnabzug von 25 % werden bei der Neuermittlung des Invaliditätsgrades unter Würdigung der Umstände des Einzelfalles alle in Betracht fallenden Merkmale zu berücksichtigen sein (BGE 126 V 80 Erw. 5b/cc), also auch die Tatsache, dass sich Teilzeitarbeit bei Frauen mit einem Pensum zwischen 50 und 89 % auf allen Anforderungsniveaus proportional berechnet zu einer Vollzeittätigkeit sogar tendenziell lohnerhöhend auswirkt (vgl. vom Bundesamt für Statistik herausgegebene Lohnstrukturerhebung [LSE] für das Jahr 2002 S. 28 Tabelle 8*; Urteil C. vom 26. November 2004 Erw. 4.2, I 383/04, mit Hinweisen), weshalb zumindest dieses Kriterium keinen Abzug von dem anhand der Tabellenlöhne ermittelten Invalideneinkommen rechtfertigt.