Citation: 9C_315/2022 E. 1.4

1.4. Dr. med. B.________, Facharzt für Neurologie sowie für Psychiatrie und Psychotherapie, attestierte der Beschwerdeführerin als Mitarbeiterin im Treuhandbüro bezogen auf das zuletzt ausgeübte Arbeitspensum von 70 % eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit und bezogen auf ein hypothetisches Arbeitspensum von 100 % vorübergehend eine 30 %ige Arbeitsunfähigkeit. Er bezeichnete sowohl die letzte als auch jede andere Tätigkeit ohne hohes Mass an Dauerkonzentration, Daueraufmerksamkeit und Kreativität als leidensangepasst. Das kantonale Gericht hat dem entsprechenden (durch die Krankentaggeldversicherung veranlassten) Gutachten vom 7. Juli 2020 Beweiskraft beigemessen. Sodann hat es erwogen, die Beschwerdeführerin wäre als Naturheilpraktikerin (resp. Ayurvedatherapeutin) mit ähnlichen Stressfaktoren wie als selbstständige oder angestellte Treuhänderin konfrontiert. Die Tätigkeit würde ein hohes Mass an Dauerkonzentration und Kreativität erfordern, um auf dem Markt bestehen zu können. Nach Angaben der Behandler und der Beschwerdeführerin selbst verhindere das subjektive Schmerzerleben eine Arbeitswiederaufnahme. Inwiefern sich dieses durch berufliche Massnahmen verbessern sollte, sei nicht nachvollziehbar. Hinzu komme, dass die Einnahmen nach Abzug der Ausgaben jedenfalls gar unter dem Einkommen einer Sachbearbeiterin im Treuhand liegen würden, wonach die Gleichwertigkeit nicht gegeben wäre. Somit erscheine die Umschulung zur Ayurvedatherapeutin weder als geeignet noch als zweckmässig (im Sinne von Art. 8 Abs. 1 IVG). Folglich hat die Vorinstanz den umstrittenen Anspruch verneint.