Citation: 8C_231/2010 12.07.2010 E. 2

2.1 Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet die Beurteilung des Invalideneinkommens. Die Beschwerdeführerin rügt den hypothetischen Umfang der Erwerbstätigkeit im Gesundheitsfall (sog. Statusfrage), von welchem das kantonale Gericht ausgegangen ist. Es müsse eine Erwerbstätigkeit der Beschwerdeführerin von 100 % als Gesunde angenommen werden. 2.2 Das kantonale Gericht kam hingegen, wie zuvor schon die Verwaltung, zum Schluss, die Beschwerdeführerin würde ohne gesundheitliche Beeinträchtigung zu 20 % der Besorgung des Haushaltes und daneben einer Teilerwerbstätigkeit von 80 % nachgehen. Es wendete zur Ermittlung des Invalideneinkommens daher die gemischte Methode der Invaliditätsbemessung an (BGE 130 V 393 und 125 V 146, je mit Hinweisen; vgl. BGE 134 V 9). 2.3 Aus den Angaben der Beschwerdeführerin im Zusammenhang mit einer von ihr beantragten Arbeitsvermittlung, wonach sie eine 100 %-Stelle in einem nicht so hektischen Betrieb suche, kann nichts zur Statusfrage abgeleitet werden. Hierbei handelte es sich gerade nicht um eine Aussage zur Erwerbstätigkeit im Gesundheitsfall. Die erste Aussage der Beschwerdeführerin zur Statusfrage findet sich als Antwort auf die schriftliche Anfrage der Beschwerdegegnerin vom 8. November 2001 in den Akten. Die Beschwerdeführerin gab an, im Gesundheitsfall würde sie als getrennt Lebende im Umfang von ca. 80-90 % und als Verheiratete ca. 60 % einer ausserhäuslichen Erwerbstätigkeit nachgehen. Diese Antwort steht im Einklang mit ihrer späteren Präzisierung auf 80 % im ersten Haushaltsabklärungsbericht vom 18. Dezember 2003, auf den die Vorinstanz verwies. Bei dieser Haushaltsabklärung führte die Beschwerdeführerin aus, bei guter Gesundheit würde sie nach wie vor in der Firma Y.________ arbeiten. Sie stelle sich einen Beschäftigungsgrad von 80 % vor, bevorzugt als Kassiererin. Auf diese Aussagen zur Statusfrage bei der ersten Haushaltsabklärung wurde in den folgenden Haushaltsabklärungsberichten zu Recht ebenfalls abgestellt. Aus dem Umstand, dass die Sache zunächst an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen wurde, weil die erste Haushaltsabklärung zu weit zurücklag und in den neuen Abklärungsberichten gewisse Bereiche in der Beurteilung nicht aktualisiert worden waren, kann nicht gefolgert werden, dem Abklärungsbericht vom 18. Dezember 2003 komme auch in Bezug auf die Statusfrage kein Beweiswert zu. Praxisgemäss sind die erstmalig gemachten Aussagen zur hypothetischen Frage der Erwerbsfähigkeit im Gesundheitsfall stärker zu gewichten als spätere, anderslautende Erklärungen, welche von Überlegungen sozialversicherungsrechtlicher Natur beeinflusst sein können (Urteil 8C_352/2008 vom 9. Oktober 2008 E. 3.2.2 mit Hinweisen; vgl. auch BGE 121 V 45 E. 2a S. 47). In den persönlichen und familiären Verhältnissen sind seit 2003 keine relevanten Veränderungen eingetreten, wie der Abklärungsdienst der Beschwerdegegnerin im Haushaltsabklärungsbericht vom 27. August 2008 und in der Stellungnahme vom 1. Dezember 2008 festhielt. Damit ist das Abstellen auf die erstmalig gemachten Aussagen nicht zu beanstanden. In Übereinstimmung mit dieser Aussage stehen sodann die effektiv ausgeübten verschiedenen Teilzeiterwerbstätigkeiten der Beschwerdeführerin, die sie nach dem Arbeitsunterbruch durch Heirat und Kinderbetreuung zwischen 1990 und vor Eintritt des Gesundheitsschadens ausübte. Auch diesen Umstand würdigte die Vorinstanz zu Recht. Die von der Vorinstanz angenommene Erwerbstätigkeit von 80 % im Gesundheitsfall erweist sich daher in Würdigung dieser Gegebenheiten nicht als bundesrechtswidrig.