Citation: U 308/05 29.03.2006 E. 3

Die Unfallversicherung hat für allfällige psychische Leiden nur bei Vorliegen eines adäquaten Kausalzusammenhanges zum Unfall vom 22. Juli 2001 einzustehen. Die Prüfung der Adäquanz hat bei der vorliegenden Konstellation (Erw. 2 hiervor) nach den in BGE 115 V 138 Erw. 6 für Unfälle mit psychisch bedingten Folgeschäden aufgestellten Grundsätzen zu erfolgen. 3.1 Gemäss Polizeirapport vom 13. August 2001 kollidierte die Beschwerdeführerin als Lenkerin eines fast neuen Personenwagens auf einer Kreuzung mit einem mit einer Geschwindigkeit von ungefähr 30 km/h von links kommenden Personenwagen frontal/seitlich. Die Mitfahrerin dieses Personenwagens und die Beschwerdeführerin erlitten dabei eine Nackenprellung. Aufgrund des augenfälligen Geschehensablaufs ist der Unfall mit der Vorinstanz damit als mittelschweres Ereignis zu beurteilen. 3.2 Bei psychischen Beeinträchtigungen nach einem Unfall mittleren Grades sind gemäss Rechtsprechung weitere Kriterien notwendig, um den adäquaten Kausalzusammenhang bejahen zu können (BGE 115 V 140 Erw. 6c). Beim Unfall vom 22. Juli 2001 kann nicht davon ausgegangen werden, dass die Eindrücklichkeit des Ereignisses objektiv besonders ausgeprägt war. Die erlittenen Verletzungen (eine HWS-Distorsion ohne ossäre Läsionen, keine morphologisch fassbare Traumafolge und keine fassbare disco-ligamentäre posttraumatische Pathologie) als solche waren nicht besonders schwer, und damit erfahrungsgemäss auch nicht geeignet, psychische Fehlentwicklungen auszulösen. Hinsichtlich der Kriterien körperliche Dauerschmerzen, schwieriger Heilungsverlauf sowie ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung hat das kantonale Gericht zutreffend festgehalten, dass aufgrund der medizinischen Unterlagen die Genesung rasch und immer stärker durch die psychische Fehlentwicklung überlagert wurde (vgl. BGE 123 V 99 Erw. 2a), wobei der die ärztlichen Massnahmen schon bald allein bestimmende psychische Gesundheitsschaden in die Adäquanzbeurteilung nicht einbezogen werden darf. Damit fallen auch Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit kaum ins Gewicht. Schliesslich ist eine ärztliche Fehlbehandlung, die die Unfallfolgen erheblich verschlimmert hätte, nicht ersichtlich. Demzufolge liegen die gemäss Rechtsprechung bei einem mittleren Unfall notwendigen objektiven Kriterien weder gehäuft vor, noch ist entgegen den Ausführungen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde eines davon besonders ausgeprägt (BGE 115 V 140 Erw. 6c/bb), weshalb der adäquate Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und den geklagten Beschwerden zu verneinen ist. Dies hat zur Folge, dass der Unfall zwar eine natürlich kausale Teilursache der persistierenden Gesundheitsstörungen darstellt, diese ihm aber rechtlich nicht zugerechnet werden können. Unter diesen Umständen hatte die SUVA nach dem 9. November 2003 für die weiterhin gegebene Erwerbseinbusse keine Leistungen mehr zu erbringen.