Citation: 1C_483/2021 E. 5.3

5.3. Zur Beurteilung, ob es sich bei der hier umstrittenen Anpassung der Nutzungsplanung um eine geringfügige Änderung im Sinne von Art. 122 BauV/BE handelt, stellte die Vorinstanz einerseits auf das Verhältnis zwischen dem betroffenen Planperimeter und der gesamten Siedlungsfläche der Stadt Bern ab. Andererseits erwog sie, dass die Nutzungsart im Planperimeter unverändert bleibe. Die Änderung des Zonenplans wirke sich zudem lediglich auf die unmittelbaren Nachbarinnen und Nachbarn aus, sodass bloss ein marginaler Anteil der Bevölkerung in der Einwohnergemeinde Bern betroffen sei. Auch die Auswirkungen auf die gesamte Planordnung und die ihr zugrunde liegenden Ziele blieben unmerklich. Die neue Regelung weiche daher nicht so stark von der bisher geltenden Ordnung ab, dass sie die Schwelle der geringfügigen Änderung im Sinne von Art. 122 BauV/BE überschreite (vgl. angefochtenes Urteil, E. 3.3). Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführenden verfiel die Vorinstanz mit dieser Argumentation nicht in Willkür. Die Vorinstanz stellte zur Auslegung von Art. 122 BauV/BE auf sachlich haltbare und nachvollziehbare Kriterien ab. Dass der strittige Zonenplan die Zone für öffentliche Nutzungen (ZöN) betrifft, führt nicht dazu, dass das Verfahren zur geringfügigen Änderung von Nutzungsplänen unter dem Gesichtspunkt der Willkür ausgeschlossen ist, zumal die beabsichtigte Nutzungsart im konkreten Fall unverändert bleibt. Weiter stellte die Vorinstanz nicht bloss auf das Verhältnis zwischen dem Planungsperimeter und der gesamten Siedlungsfläche der Stadt Bern ab, sondern berücksichtigte zusätzlich die Zahl der betroffenen Grundeigentümerinnen und Grundeigentümer sowie das Mass ihrer Betroffenheit. Eine willkürliche Anwendung von Art. 122 BauV/BE liegt demnach nicht vor. Ebenso wenig hat die Vorinstanz ihre Begründungspflicht verletzt, zumal sie sich entgegen der Darstellung der Beschwerdeführenden ausführlich mit der Frage auseinandersetzt, ob und aus welchen Gründen sich trotz Vorliegen einer ZöN das Verfahren der geringfügigen Änderung gemäss Art. 122 BauV/BE als zulässig erweist (vgl. angefochtenes Urteil, E. 3).