Citation: 1P.295/2002 14.06.2002 E. A

Das Bezirksamt Lenzburg ermittelt gegen X.________ wegen Widerhandlungen gegen die sexuelle und körperliche Integrität seiner Ehefrau. Am 9. Mai 2002 wurde er aufgrund der Anzeige seiner Gattin verhaftet. Mit Verfügung vom 13. Mai 2002 setzte der Bezirksamtmann-Stellvertreter als amtlichen Verteidiger Rechtsanwalt Pascal Veuve ein, der den Beschwerdeführer auch im Eheschutzverfahren vor Bezirksgericht Lenzburg vertritt. Nachdem er dem Angeschuldigten eröffnet hatte, dass er die Verlängerung der Untersuchungshaft bis zum Eingang der Anklage beim Gericht beantrage, überwies er diesen Antrag mit Fax vom 22. Mai 2002 an den Vizepräsidenten der Beschwerdekammer des Obergerichts des Kantons Aargau; der Vertreter des Beschwerdeführers erhielt "im Sinne des rechtlichen Gehörs" - ebenfalls per Fax - eine Kopie des Antrags sowie des Protokolls über die Eröffnung des Antrags. Der Vizepräsident der Beschwerdekammer verfügte noch am 22. Mai 2002 die Haftverlängerung wie beantragt, ohne dem amtlichen Verteidiger Gelegenheit zu schriftlicher Stellungnahme gegeben zu haben. Mit Verfügung vom 23. Mai 2002 bezeichnete er die Eingabe vom gleichen Tage, mit welcher Rechtsanwalt Pascal Veuve um Akteneinsicht und Ansetzung einer kurzen Frist zur Stellungnahme ersuchte, als gegenstandslos.