Citation: 9C_141/2015 E. 3

Der Beschwerdeführer erklärt, ein Grund für eine Wiedererwägung der ursprünglichen Rentenverfügung vom 12. Juli 2007 sei nicht gegeben. Im MEDAS-Gutachten sei lediglich eine andere Fachmeinung vertreten worden; es sei aber keine Aussage darüber gemacht worden, dass die frühere Fachmeinung offensichtlich oder zweifellos unrichtig gewesen sei. Aus der angefochtenen Verfügung werde klar, dass sie sich inhaltlich und materiell nicht in erster Linie auf eine Wiedererwägung der früheren Verfügung berufe, sondern das MEDAS-Gutachten zum Anlass für eine Revision der Rente ex nunc nehme. Sozialversicherungsgerichte seien nicht Versicherungsträger. Sie hätten in erster Linie Verfügungen von Sozialversicherungen dort zu korrigieren, wo sich solches zugunsten der Versicherten auswirke. Hingegen sei grundsätzlich Zurückhaltung geboten, wenn Gerichte Gründe sehen würden, Verwaltungsakte zulasten der Versicherten zu korrigieren. Auch sei es eine schwer wiegende Anschuldigung, dem Versicherten vorzuhalten, er habe in den Jahren 2002 bis 2007 lediglich subjektive Symptome vorgetragen und so die Rente quasi erschlichen. Damals sei der Sachverhalt ermessensweise gewürdigt worden. Eine unzutreffende Ermessensbetätigung schliesse jedoch eine zweifellose Unrichtigkeit als Voraussetzung einer Wiedererwägung klar aus.