Citation: 4C.68/2005 29.04.2005 E. C

Tags darauf stellte die Beklagte den Kläger per sofort frei und erklärte dazu am 7. Januar 2002 schriftlich, das Austrittsdatum vom 31. März 2002 gemäss Kündigung vom 27. Dezember 2001 habe nach wie vor Geltung. Nachdem der Kläger freigestellt worden war, wandte er sich mit einem Schreiben vom 6. Januar 2002 an neun Angestellte der Beklagten. Er schilderte zunächst, wie es aus seiner Sicht zum Zerwürfnis zwischen ihm und der Beklagten kam. Alsdann kritisierte er seinen Vorgesetzten und erwähnte, dass er eine Verleumdungsklage gegen diesen prüfen werde. Im Schreiben findet sich insbesondere folgender Passus: " ... Es entzieht sich deshalb meinem Verständnis vollkommen, wenn ein Kadermitarbeiter aus Eigensucht und um seine Führungsschwäche zu verbergen einen Amoklauf unternimmt, der in so frappanter Weise den Interessen des Unternehmens entgegenläuft. Ich bitte Euch aber nichtsdestotrotz erst recht, Euch weiterhin für die Interessen der Y.________ einzusetzen, ohne Euch als Instrument zur Profilierung einzelner missbrauchen zu lassen. Es mag scheinen, als hätte sich diese Haltung für mich persönlich nicht gelohnt, aber ich bin heute froh und stolz, mit gutem Gewissen aufrecht gehen und mir am Morgen im Spiegel auch noch in die Augen sehen zu können, ohne mich vor mir selber schämen zu brauchen." Aufgrund der 'Briefaktion' und der E-Mails an die Mitarbeiter(innen) "mit absolut haltlosen Vorwürfen und sehr subjektiven Informationen" kündigte die Beklagte dem Kläger am 11. Januar 2002 fristlos.