Citation: 6B_820/2009 12.11.2009 E. 5

5.1 Der Beschwerdeführer rügt, die Verweigerung des bedingten Strafvollzugs verletze Bundesrecht. Diese dürfe nicht damit begründet werden, dass auf den Widerruf der Vorstrafe (Urteil des Bezirksgerichts Winterthur vom 15. März 2006) verzichtet werde. Die Vorstrafe sei nicht einschlägig und beeinflusse die Prognose somit nicht. Er sei in seiner 28-jährigen Fahrpraxis nie negativ aufgefallen und seit über drei Jahren nicht mehr strafrechtlich in Erscheinung getreten. Die Vorinstanz verweise zudem ohne weitere Begründung auf das Urteil des Strafgerichts Zug. Insgesamt sei von einer günstigen Prognose auszugehen und eine bedingte Geldstrafe auszusprechen. 5.2 Die Vorinstanz führt aus, der Beschwerdeführer verfüge über eine Vorstrafe aus dem Jahr 2000, deren Vollzug nachträglich habe angeordnet werden müssen. Auch wenn er keine einschlägigen Vorstrafen aufweise, führten die vom Strafgericht Zug angeführten Umstände zu einer ungünstigen Prognose. Sie verweist im Übrigen auf das Urteil des Strafgerichts Zug. Der Einzelrichter des Strafgerichts Zug erwog, der Beschwerdeführer sei nur gerade vier Monate nach der Eröffnung des Urteils des Bezirksgerichts Winterthur wieder straffällig geworden. Dort sei er zu einer achtmonatigen Gefängnisstrafe verurteilt worden. Zudem weise er eine weitere Vorstrafe von 14 Tagen Gefängnis, bedingt, aus dem Jahr 2000 auf, deren nachträglicher Vollzug ihm ebenfalls keine Warnung gewesen sei. Beim aktuell zu beurteilenden Vorfall handle es sich keineswegs um eine Bagatelle. Auch wenn beide Vorstrafen einem anderen Bereich entstammten, brauche der Beschwerdeführer eine direkt spürbare Sanktion, um künftig keine Straftaten mehr zu begehen. Sein deutlich getrübter Leumund, die gesamten Tatumstände und der sich daraus abzeichnende Charakter führten zu einer ungünstigen Prognose. Hinzu komme, dass der Vollzug der Geldstrafe unter anderem notwendig erscheine, um vom Vollzug der Vorstrafe des Bezirksgerichts Winterthur abzusehen. 5.3 Wenn eine Verurteilung von einer gewissen Tragweite aus den letzten fünf Jahren vor der Tat im Sinne von Art. 42 Abs. 2 StGB vorliegt, d.h. eine Freiheitsstrafe von mindestens sechs Monaten oder eine Geldstrafe von mindestens 180 Tagessätzen, setzt der Aufschub des Vollzugs für die neue Strafe "besonders günstige Umstände" voraus. Anders als beim nicht rückfälligen Täter nach Art. 42 Abs. 1 StGB ist die günstige bzw. das Fehlen einer ungünstigen Prognose nicht zu vermuten. Der Aufschub kann nur gewährt werden, wenn Umstände vorliegen, die ausschliessen, dass der Rückfall die Prognose verschlechtert. Das trifft etwa zu, wenn die neuerliche Straftat mit der früheren Verurteilung in keinerlei Zusammenhang steht, oder bei einer besonders positiven Veränderung in den Lebensumständen des Täters (BGE 134 IV 1 E. 4.2.3 S. 6 f. mit Hinweisen). In die Beurteilung der Bewährungsaussichten ist miteinzubeziehen, ob die neue Strafe bedingt oder unbedingt ausgesprochen wird. Der Richter kann zum Schluss kommen, dass vom Widerruf des bedingten Vollzugs für die frühere Strafe abgesehen werden kann, wenn die neue Strafe vollzogen wird (BGE 134 IV 140 E. 4.5 S. 144 mit Hinweisen). 5.4 Der Beschwerdeführer wurde am 15. März 2006 vom Bezirksgericht Winterthur zu einer achtmonatigen Freiheitsstrafe verurteilt, d.h. innert der letzten fünf Jahre vor der Tat. Es sind, wie erwähnt, besonders günstige Umstände nach Art. 42 Abs. 2 StGB erforderlich, um den bedingten Strafvollzug zu gewähren. Zwar ist dem Beschwerdeführer insoweit beizupflichten, dass die zu beurteilende Verkehrsregelverletzung keinen sachlichen Zusammenhang zu seinen Vorstrafen aufweist und sein bisheriger automobilistischer Leumund ungetrübt ist. Es besteht aber ein enger zeitlicher Konnex zu den Vorstrafen, welcher eine besonders günstige Prognose ausschliesst. Der Beschwerdeführer war nur gerade vier Monate vor der neuerlichen Straftat zu acht Monaten Gefängnis, bedingt, verurteilt worden. Dabei hatte das Bezirksgericht Winterthur die am 25. Januar 2000 von der Bezirksanwaltschaft Winterthur bedingt ausgesprochene Gefängnisstrafe von 14 Tagen widerrufen und für vollziehbar erklärt. Nach zutreffender Auffassung der Vorinstanz zeigt die Straftat des Beschwerdeführers kurze Zeit später, dass er sich weder vom Widerruf der einen Strafe noch von der weiteren, bedingt ausgesprochenen, eher hohen Gefängnisstrafe beeindrucken lässt. Die Verweigerung des bedingten Strafvollzugs für die neu ausgesprochene Geldstrafe erweist sich als bundesrechtskonform.