Citation: 5A_998/2015 E. 3.3

3.3. Der Beschwerdeführer äussert sich sodann zur Eignung der Beschwerdegegnerin für das neu begonnene Studium. Das Biologiestudium habe schlechte Berufsaussichten, vor allem für Studienabgänger mit mittelmässigen Noten. Es müsse von der Beschwerdegegnerin deshalb zumindest erwartet werden, dass sie eine Vorstellung habe, was sie mit dem Biologiestudium anfangen wolle und wie sie ihre zukünftige Karriere sehe. Dies habe sie nicht dargelegt. Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers stellt dies jedoch keinen entscheidenden Gesichtspunkt dar, selbst wenn die Berufsaussichten als Biologe derzeit nicht ganz einfach sein sollten. Zunächst ist es spekulativ, Aussagen über die künftigen Beschäftigungsmöglichkeiten nach Abschluss des Studiums zu treffen. Dass die Beschwerdegegnerin nur mittelmässige Noten erziele, hat die Vorinstanz sodann nicht festgestellt und diesbezüglich fehlt eine genügende Sachverhaltsrüge. Dasselbe gilt für die Behauptung, die Beschwerdegegnerin habe zum grössten Teil Prüfungswiederholungen abgelegt. Im Übrigen deutet das Erzielen mittelmässiger Prüfungsleistungen noch nicht ohne weiteres darauf hin, dass sie für das Studium nicht geeignet wäre. Bereits nach den Gesetzen der Statistik kann es nicht nur Spitzenstudenten geben. Schliesslich gilt für zahlreiche Studiengänge, dass eine Stelle im Fachbereich selber mitunter schwer zu finden ist und das Studium als Sprungbrett in mehr oder weniger fachfremde Bereiche dient. Dies ändert nichts an der Angemessenheit eines Studiums als Erstausbildung, wenn die entsprechenden Fähigkeiten und Interessen vorhanden sind, denn die erworbenen allgemeinen Kenntnisse akademischen Arbeitens können in zahlreichen Bereichen - auch ausserhalb des Gegenstands des Studiums - in eine Erwerbstätigkeit umgesetzt werden. Der Beschwerdeführer bringt ausserdem allgemein zum Ausdruck, er vertraue dem Urteil seiner Tochter bei der Studienwahl nicht mehr blind, zumal sie früher Veterinärin als Traumberuf bezeichnet habe, den Anforderungen aber nicht gewachsen gewesen sei. Er übergeht dabei, dass die Leistungen im Biologiestudium besser sind als in Veterinärmedizin und sie Biologie bereits früher als Alternative zur Veterinärmedizin gesehen hat. Letzteres anerkennt er sogar, doch steht dies entgegen seiner Ansicht nicht mit der vorinstanzlichen Feststellung in Widerspruch, dass der Studiengangswechsel nach einem Gespräch mit einem Studienberater und folglich nicht mutwillig erfolgt ist. Auch wenn man sich schon lange für ein Fachgebiet interessiert, kann das Aufsuchen eines Studienberaters dabei helfen, sich auf gefestigter Grundlage für das eine oder andere Studium zu entscheiden. Als willkürlich erachtet der Beschwerdeführer die kantonsgerichtliche Einschätzung, dass die Beschwerdegegnerin ihre Ausbildung mit dem benötigten Eifer anstrebe. Er erklärt nicht, wie er diesen "Eifer" anders abklären will als anhand seiner äusseren Ergebnisse, nämlich den Prüfungsresultaten, auf die sich das Kantonsgericht für seine Einschätzung stützt (FO/12, Beilagen, bekl. act. 27; FO/16, Beilagen, bekl. act. 30). Ausserdem macht der Beschwerdeführer geltend, die Offizialmaxime (genauer: der Untersuchungsgrundsatz) hätte geboten, den gesamten akademischen Leistungsausweis der Beschwerdegegnerin anzufordern. Daraus wäre hervorgegangen, dass sie bereits im Juni 2013 keine Chance mehr gehabt habe, das Veterinärmedizinstudium innerhalb der Regelstudienzeit zu beenden. Sodann habe sie sich im August 2013 in psychiatrische Behandlung begeben. Die Relevanz dieser Behauptungen für die vorliegend sich stellenden Fragen erschliesst sich nicht. Der Beschwerdeführer verfügt sodann offenbar über den gesamten akademischen Leistungsausweis der Beschwerdegegnerin, da er damit die soeben wiedergegebenen Behauptungen begründet. Er hätte den Leistungsausweis somit selber dem Gericht vorlegen können.