Citation: 1C_647/2020 E. 5.3

5.3. Wie die Vorinstanz erwog, wird das Baugebiet längsseitig von befahrenen Verkehrsträgern (der W.________strasse und mehrspurigen Geleisen auf der östlichen und der U.________strasse auf der westlichen Seite) geprägt und befindet sich in einiger Entfernung zum See und zur Hangbebauung bzw. zum über 50 m entfernten Wohnquartier am Hang. Es ist folglich nicht schlechterdings unhaltbar, wenn die kantonalen bzw. kommunalen Behörden das Baugebiet aufgrund seiner besonderen Lage in der Ebene des Gleisfeldes zwischen U.________strasse und S-Bahngleis, entgegen der Ansicht der Beschwerdeführenden, nicht mit dem Gebiet am Hang verglichen haben, auch wenn beide Gebiete der W4 zugeteilt sind. Wenn sich die kommunale Baubehörde am grobkörnigen benachbarten Areal und nicht am relativ kleinteiligen Volumen der Hangbebauung orientiert hat, liegt dies, wie von der Vorinstanz festgehalten, in ihrem Ermessen. Dies gilt umso mehr, als das Bauland angesichts der abgesetzten, besonderen Lage weder dem Uferbereich noch der Hangbebauung zugehörig erscheint und zudem bereits heute zu Gewerbezwecken genutzt wird. Wenn die Beschwerdeführenden dagegen vorbringen, weder die zur Hangbebauung dazwischen liegenden Bahngeleise noch die seeseitig dazwischen liegende W.________strasse hebe den Bezug auf, zeigen sie damit nicht auf, inwiefern die gegenteilige Auffassung der Vorinstanz geradezu willkürlich sein soll. Mit der Vorinstanz ist festzuhalten, dass sich die Gebiete sowohl bezüglich Parzellenstruktur, Topographie als auch Nutzung unterscheiden. Mitunter ist im Baugebiet der Wohnanteil auf 0 % festgesetzt worden, was ausschliesslich Büro- und Gewerbenutzung ermöglicht. Dass diese Nutzung eine möglichst zusammenhängende grosse Fläche erfordert, die flexibel unterteilbar und erschliessbar ist, leuchtet ein. Die Orientierung an der etwas weiter entfernten Mühle Tiefenbrunnen und dem Stadtquartier Seefeld kann unter diesen Umständen jedenfalls nicht als geradezu willkürlich bezeichnet werden. Daran ändert auch der Einwand der Beschwerdeführenden nichts, wonach die Mühle Tiefenbrunnen ein historischer, atypischer Gebäudekomplex sei und das Quartier Seefeld in einer anderen Zone (Quartiererhaltungszone) sei und ein charakteristisches, ausgeprägtes Blockrandbebauungsmuster aufzeige. Wie den Akten und der Stellungnahme der Bausektion entnommen werden kann, führt der geplante Neubau ein Bebauungsmuster fort, das aus städtebaulichen Gesichtspunkten plausibel ist und dem Ort gerecht wird. Die Vorinstanz erwog zudem, das Projekt halte die Grundmasse der Regelbauweise der relevanten Bauzone W4 ein. Dies bestreiten die Beschwerdeführenden nicht, jedenfalls nicht substanziiert. Ein Verzicht auf die Realisierung des auf dem betreffenden Grundstück zulässigen Volumens könne gemäss der ständigen Rechtsprechung nur aufgrund ausserordentlicher Umstände durchgesetzt werden. Solche seien vorliegend nicht ersichtlich. Diese Auffassung ist nicht zu beanstanden. Es ist insofern unerheblich, dass allenfalls auch eine andere Gestaltung und Verteilung des Gebäudevolumens möglich wäre. Dass die Vorinstanz die Ansicht der kommunalen Baubewilligungsbehörde teilt, wonach durch die gestaffelte Silhouette mit drei unterschiedlichen Höhen erreicht werde, dass der langgestreckte Baukörper nicht als eigentlicher Riegel zum See hin in Erscheinung trete und sich gemäss § 238 PBG/ZH in die bauliche und landschaftliche Umgebung einordne, ist nachvollziehbar. Die gegenteilige Annahme der Beschwerdeführenden lässt die vorinstanzliche Beurteilung nicht als geradezu willkürlich erscheinen. Nach dem Gesagten ist weder dargetan noch ersichtlich, dass die Vorinstanz die Gesamtwirkung des Bauvorhabens in sachlich nicht mehr vertretbarer, d.h. in offensichtlich unhaltbarer Weise beurteilt hat. Die Vorinstanz hat dementsprechend eine den Anforderungen gemäss § 238 PBG/ZH genügende Einordnung in die bauliche und landschaftliche Umgebung des Bauprojekts zu Recht bejaht. Schliesslich kann den Beschwerdeführenden auch nicht gefolgt werden, soweit sie eine Verletzung ihres Anspruchs auf rechtliches Gehör geltend machen, da sich die Vorinstanz nicht mit der Masterplanung bzw. Testplanung "Marina Tiefenbrunnen" als fundierte Fachmeinung und Analyse der ortsbaulichen Gegebenheiten und Erfordernisse auseinandergesetzt habe. Wie dem angefochtenen Entscheid entnommen werden kann, trifft dies nicht zu. Die Vorinstanz hat sich dazu geäussert und festgehalten, dass es sich bei diesem Masterplan um ein strategisches Instrument handle, welchem keine Behördenverbindlichkeit zukomme (vgl. E. 5.3.3 des angefochtenen Entscheids). Eine Verletzung des Gehörsanspruchs der Beschwerdeführenden ist folglich zu verneinen.