Citation: 5A_637/2022 E. 3.2.5

3.2.5. Willkür erblickt die Beschwerdeführerin schliesslich in der vorinstanzlichen Einschätzung, wonach C.________ in der Schweiz ihr soziales Umfeld habe und hier den Kindergarten besuche. Die Vorinstanz habe Kenntnis davon, dass der Beschwerdegegner umziehen will, ansonst er nicht das Begehren gestellt hätte, mit C.________ in einem Umkreis von dreissig Kilometern Distanz von V.________ (ZH) Wohnsitz zu nehmen. Die Beschwerdeführerin folgert daraus, dass C.________ ihr soziales Umfeld im Falle eines Verbleibs beim Beschwerdegegner etwas später wechseln müsste, als wenn die Obhut ihr, der Beschwerdeführerin, zugeteilt würde. Mit Blick auf das Alter von C.________ sei es entgegen der Vorinstanz im Sinne des Kindeswohls, wenn der Wechsel jetzt in einer Phase stattfinde, wo C.________ noch personenbezogen ist. Richtig ist, dass im Zusammenhang mit dem wichtigen Zuteilungskriterium der Stabilität und Kontinuität die Beurteilungselemente je nach Lebensalter des Kindes variieren können. Während bei älteren Kindern zunehmend die Wohn- und Schulumgebung sowie der sich ausbildende Freundeskreis wichtig werden, sind kleinere Kinder noch stärker personenorientiert (BGE 142 III 481 E. 2.7). Im konkreten Fall ist dem angefochtenen Entscheid zu entnehmen, dass der Beschwerdegegner in seiner Berufung den besagten Antrag stellte, in der Folge jedoch bestätigte, seine Wohnung in V.________ (ZH) zurzeit nicht verlassen zu wollen. Das Obergericht wies den Antrag ab, weil Art. 301a Abs. 2 ZGB keine Umzugsregelungen "auf Vorrat" vorsehe. Stattdessen nahm es Vormerk von der Erklärung der Beschwerdeführerin, damit einverstanden zu sein, dass der Beschwerdegegner mit C.________ in einem Radius von dreissig Kilometern Distanz um V.________ (ZH) Wohnsitz nimmt. Dies alles stellt die Beschwerdeführerin nicht in Abrede. Ist ein Umzug des Beschwerdegegners in der Region aber nicht abzusehen, so ist allein mit der Behauptung, ein sofortiger Wechsel nach U.________ (Deutschland) sei einem späteren Umzug in der Region vorzuziehen, hinsichtlich der vorinstanzlichen Beurteilung der Stabilität und Kontinuität nichts gewonnen.