Citation: 2C_545/2019 E. 4.5

4.5. Personen, deren Informationen an ausländische Behörden übermittelt werden sollen, haben einen auf Art. 8 und Art. 13 EMRK gestützten Anspruch, sich gegen eine ohne gesetzliche Grundlage bzw. im Widerspruch zum Gesetz (Art. 4 Abs. 3 StAhiG) erfolgende Datenübermittlung zu wehren (Urteil des EGMR M.N. g. San Marino [28005/12] vom 7. Juli 2015 § 78 ff.). Daraus folgt aber nicht zwingend, dass alle diese Personen im Amtshilfeverfahren Parteistellung und Beschwerdeberechtigung erhalten müssen. Der Rechtsschutz kann auch auf andere Weise erfolgen, wenn diese gleichermassen wirksam ist (zit. Urteil EGMR § 81 f.; vgl. unten E. 4.6). Jedenfalls ist die ESTV nicht verpflichtet, alle Dritten, deren Namen in den zu übermittelnden Unterlagen vorkommen, gemäss Art. 14 Abs. 2 StAhiG zu informieren. Gemäss Gesetzeswortlaut der letztgenannten Bestimmung besteht die Informationspflicht nur gegenüber jenen Personen bzw. Dritten, von deren Beschwerdeberechtigung die ESTV "aufgrund der Akten ausgehen muss". Diese Formulierung lässt darauf schliessen, dass die ESTV nur diejenigen Personen über das Amtshilfeverfahren in Kenntnis zu setzen hat, deren Legitimation im Sinne von Art. 19 Abs. 2 StAhiG aufgrund der Akten evident ist (Urteil 2C_376/2019 vom 13. Juli 2020 E. 7.2). Die in BGE 143 II 506 E. 5.1 S. 512 gemachte Aussage, wonach einer gemäss Art. 19 Abs. 2 StAhiG i.V.m. Art. 48 VwVG beschwerdeberechtigten Person namentlich das Recht auf Information nach Art. 14 Abs. 2 StAhiG zustehe, ist dementsprechend zu präzisieren (Urteil 2C_687/2019 vom 13. Juli 2020 E. 6.2).