Citation: 2C_972/2018 E. 11.4.2

11.4.2. Die bei der Betriebsstätte der Beschwerdeführerin im Kanton Zürich verbuchten Vermögenswerte in Form von Forderungen gegen andere Gruppengesellschaften als der C.________ S.A.S sind für die Ermittlung des massgebenden Eigenkapitals ebenfalls der Betriebsstätte zuzuordnen. Für diese Zuordnung spricht, dass die mit diesen Forderungen in Zusammenhang stehenden Lizenzen - wie an einer Stelle des angefochtenen Urteils in verbindlicher Weise festgehalten ist - in der Betriebsstättebuchhaltung verbucht waren und sie der Tätigkeit der Betriebsstätte dienten sowie zur Erzielung der Lizenzeinnahmen unabdingbar waren (vgl. E. 3.2.3 des angefochtenen Urteils). Die genannte Zuordnung der erwähnten (Lizenz- bzw. Franchisegebühren-) Forderungen zur Betriebsstätte steht im Übrigen auch im Einklang mit der abkommensrechtlichen Ordnung zur Ausscheidung des Vermögens zwischen Stammhaus und Betriebsstätte: Gemäss Art. 22 Abs. 2 DBA CH-LUX kann im Betriebsstättestaat bewegliches Vermögen, welches Betriebsvermögen einer dort gelegenen Betriebsstätte ist, besteuert werden. Für die Ausscheidung von Vermögen zwischen Stammhaus und Betriebsstätte gelten dabei im Wesentlichen die gleichen Grundsätze wie bei der entsprechenden Einkünftezuordnung (vgl. SCHAUMBURG, a.a.O., N. 16.496) : Analog zu Art. 7 DBA CH-LUX hat nämlich die Vermögensausscheidung zwischen Stammhaus und Betriebsstätte so zu erfolgen, wie wenn es sich bei der Betriebsstätte um ein vom Stammhaus unabhängiges Unternehmen handeln würde (vgl. auch zum Folgenden PHILIPP BETSCHART, in: Zweifel/Beusch/Matteotti [Hrsg.], a.a.O., N. 31 zu Art. 22 OECD-Musterabkommen; zur Zugehörigkeit von Wirtschaftsgütern zur Betriebsstätte im Zusammenhang mit Lizenzen MÜLLER/LINDER, in: Zweifel/Beusch/Matteotti [Hrsg.], a.a.O., N. 114 zu Art. 12 OECD-Musterabkommen). Dabei bildet die Erfassung in der Betriebsstättebuchhaltung ein Indiz dafür, dass ein Vermögenswert zur Betriebsstätte zählt. Der Betriebsstätte zuzuordnen ist ein Vermögenswert, welcher der Betriebsstätte dient, d.h. in einem funktionalen Zusammenhang mit der von der Betriebsstätte ausgeübten Tätigkeit steht. Die genannten Ausscheidungsregeln sind auch massgebend für die Vor- und Nachteile, welche aus den jeweiligen Wirtschaftsgütern resultieren (vgl. dazu auch E. 3.2.3 des angefochtenen Urteils). Die vorliegenden, aus der Verwertung von der Betriebsstätte zuzuweisenden Vermögenswerten (wie beispielsweise Lizenzen) entstandenen Forderungen gegen Gruppengesellschaften können folglich auch unter Berücksichtigung des internationalen Doppelbesteuerungsrechts als Teil des Eigenkapitals der Betriebsstätte qualifiziert werden.