Citation: 8C_335/2022 E. 4.2

4.2. Der Verfügung vom 14. November 2001 hat mithin ein fachärztlich abgeklärter Sachverhalt zugrunde gelegen. Das kantonale Gericht ist diesbezüglich zu Recht davon ausgegangen, dass von weiteren Untersuchungen keine neuen Erkenntnisse mehr zu erwarten gewesen wären. In Anbetracht des Gesagten wie auch mit Blick darauf, dass die Würdigung der medizinischen Unterlagen damals mit einem gewissen Ermessen verbunden war, kann bei der Rentenzusprache im Jahr 2001 unter Berücksichtigung der gebotenen Zurückhaltung weder eine klare Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes noch eine sonstige Rechtsverletzung ausgemacht werden (vgl. E. 2.2 oben). Soweit die Allianz auf die Stellungnahme ihres beratenden Arztes, Dr. med. D.________, vom 29. Januar 2019 hinweist, kann sie daraus nichts zu ihren Gunsten ableiten. Einerseits ist dessen Kritik nicht derart, dass sie die Rentenzusprache als qualifiziert unrichtig erscheinen lässt, wie dies für eine Wiedererwägung erforderlich wäre. Anderseits hat Dr. med. D.________ zwar Zweifel an einer richtunggebenden Verschlimmerung durch das Ereignis vom 28. September 1995 geäussert; allerdings hat er dies aus heutiger medizinisch-rheumatologischer Sicht getan. Selbst wenn angenommen wird, dass das Gutachten des Prof. Dr. med. C.________ vom 8. Februar 2000 (inkl. Stellungnahme vom 22. Mai 2000) aus heutiger Sicht nicht in allen Teilen zu überzeugen vermag, wie die Allianz rügt, ist die Rentenzusprache nicht zweifellos unrichtig gewesen. Das Vorgehen der Allianz im Rahmen der Wiedererwägung kommt einer unzulässigen voraussetzungslosen Neuprüfung des Rentenanspruchs gleich. Zusammenfassend hat die Vorinstanz einen Wiedererwägungsgrund verneint und den Einspracheentscheid vom 15. Juni 2021 aufgehoben, ohne dabei Bundesrecht zu verletzen.