Citation: U 155/98 15.02.2000 E. 2

2.- Zunächst ist zu entscheiden, ob nebst dem anerkannten organischen Befund an der rechten Hand, der indessen das Ausmass der geklagten Beschwerden und der Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit nicht zu erklären vermag, eine Leistungspflicht der SUVA für weitere Gesundheitsschädigungen besteht. a) Mit der Vorinstanz ist die Dekompensation des vorbestehenden Diabetes lediglich als mögliche, nicht aber als überwiegend wahrscheinliche Folge des Unfalles vom 11. Mai 1992 anzusehen, was Dr. med. S.________, Abteilung Unfallmedizin der SUVA, in der ärztlichen Beurteilung vom 28. Februar 1995 nachvollziehbar und schlüssig begründet festhielt. Was der Beschwerdeführer dagegen vorbringt, vermag nicht zu überzeugen. Wenn Dr. med. L.________, Spital X.________, Abteilung für Stoffwechsel und Endokrinologie, im Bericht vom 4. Januar 1995 zur Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhanges auf den Stress und die Schmerzen und ihre Bedeutung hinweist, so ist zunächst festzustellen, dass er diesbezüglich in erster Linie die Schwierigkeit der Einstellung des Diabetes erwähnt, somit eine Schwierigkeit der Behandlung und nicht des Verlaufs der Krankheit. Weiter hat die Rehabilitationsklinik am 24. Juli 1992 - damit schon in einem frühen Zeitpunkt - auf die knappe Einstellung des Diabetes (ohne Insulin) aufmerksam gemacht. Zu diesem Zeitpunkt war indessen der Stress zu einem guten Teil auf das Verhalten des Beschwerdeführers zurückzuführen, der sich auflehnte und nicht bereit war, ordentlich zu arbeiten, ehe er gänzlich wieder hergestellt war (Austrittsbericht Bellikon vom 14. Dezember 1992; Berichte des Spitals Y.________ vom 1. April und 5. Mai 1993). Was schliesslich die Schmerzen anbetrifft, liessen sich diese aufgrund des organischen Befundes in diesem Umfang nicht erklären, sodass von die Diabeteseinstellung beeinflussbaren aussergewöhnlich starken Schmerzen nicht die Rede sein kann. b) Für die psychische Fehlentwicklung besteht mangels adäquatem Kausalzusammenhang ebenfalls keine Leistungspflicht der SUVA. Die an sich überzeugende vorinstanzliche Begründung, auf die verwiesen wird, ist indessen in einigen Punkten zu präzisieren. Mit der Vorinstanz ist das Unfallereignis vom 11. Mai 1992 dem mittleren Bereich, allerdings weder im Grenzbereich zu den leichten noch zu den schweren Unfällen, zuzuordnen. Die Adäquanz der Unfallfolgen ist daher praxisgemäss zu bejahen, wenn eines der nach der Rechtsprechung für die Adäquanzbeurteilung als massgebend bezeichneten Kriterien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist oder die genannten Kriterien in gehäufter oder auffallender Weise erfüllt sind (BGE 115 V 141 Erw. 6c/bb). Entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers hat die Vorinstanz nicht drei Kriterien als erfüllt angesehen, sondern nur deren zwei, nämlich körperliche Dauerschmerzen sowie schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen, bilden doch die letzteren beiden Elemente ein einziges Kriterium. Dabei ist zu präzisieren, dass auch das Kriterium der Dauerschmerzen nicht ausgeprägt erfüllt ist, weil die Schmerzsymptomatik medizinisch nicht in dem Masse ausgewiesen ist, wie es der Beschwerdeführer wahrhaben will, und demnach in der psychischen Überlagerung zu suchen ist. Mit der Vorinstanz sind die Kriterien der ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung und der Arbeitsunfähigkeit nicht erfüllt. Davon, dass eine Fehlbehandlung vorliegt, kann keine Rede sein. Die Ärzte haben sich sehr wohl um den Diabetes des Beschwerdeführers gekümmert. So hat beispielsweise das Spital Y.________ bereits im Sommer 1992 dem Patienten eine Ernährungsberatung zuteil werden lassen und ihm bei der Entlassung nach Griechenland ein in englischer Sprache abgefasstes Begleitschreiben an den nachbehandelnden Arzt bezüglich der Diabetesproblematik mitgegeben. Im Frühjahr 1993 hat es den Hausarzt um Überprüfung der Einstellung des Diabetes ersucht. Sind nach dem Gesagten nur die zwei genannten Kriterien erfüllt, wovon keines besonders ausgeprägt, hat das kantonale Gericht die Adäquanz zu Recht verneint.