Citation: 5A_1028/2020 E. 4.4

4.4. Das Obergericht hat im Zusammenhang mit der Prüfung des Anspruchs des Beschwerdeführers nur auf wenige Beweismittel abgestellt, nämlich die Darlehensverträge (Klagebeilagen 2 und 3), die Aktennotiz vom 25. Mai 1998 mit handschriftlicher Ergänzung (Replikbeilage 30 [abgedeckte bzw. geschwärzte Fassung] und Beilage 30u zur Eingabe vom 7. April 2017 [vollständige Fassung]), einzelne Fragen und Antworten aus der Einvernahme vom 16. Dezember 2014 (Duplikbeilage 9; Fragen 8, 13 und 14) sowie auf das prozessuale Verhalten des Beschwerdeführers. Das Obergericht hat bei seiner Beweiswürdigung damit nur einen Bruchteil der eingereichten Dokumente berücksichtigt. Selbst die vom Beschwerdeführer nunmehr vor Bundesgericht ausdrücklich angerufenen Unterlagen stellen nur einen kleinen Teil aller dem Bezirksgericht von den Parteien eingereichten Beilagen dar. Sodann hat das Obergericht die vom Bezirksgericht in Form einer Zeugeneinvernahme und einer Parteibefragung vorgenommene Beweisabnahme mit keinem Wort in die Beweiswürdigung einbezogen. Gestützt auf diese wenigen Unterlagen ist das Obergericht zum Schluss gekommen, das Beweisergebnis bleibe offen und es liege Beweislosigkeit zulasten des Beschwerdeführers vor. Es hat nicht erläutert, weshalb es keine weiteren Beweismittel abgenommen hat. Es hat keine bestimmten Beweismittel aus prozessualen (z.B. novenrechtlichen) Gründen für unzulässig erklärt. Es hat sich weder auf eine echte antizipierte Beweiswürdigung berufen, die angesichts des offenen Beweisergebnisses ohnehin unzulässig wäre, noch auf eine unechte antizipierte Beweiswürdigung, d.h. auf die Untauglichkeit oder Unerheblichkeit bestimmter weiterer Beweismittel. Damit hat das Obergericht den Beweisführungsanspruch des Beschwerdeführers offenkundig verletzt. Der Beschwerdeführer beruft sich vor Bundesgericht auf Beweismittel, die einen Bezug zu seiner Behauptung aufweisen, über eine - mit Schuldbriefen gesicherte - Darlehensforderung gegen C.________ zu verfügen. Ob sie alle nach Form und Inhalt ordnungsgemäss in das Verfahren eingeführt wurden, kann mangels entsprechender Feststellungen zum Prozesssachverhalt nicht abschliessend beurteilt werden. Dies beschlägt insbesondere die Frage, ob alle angerufenen Beweismittel unter novenrechtlichen Gesichtspunkten zulässig sind (Art. 229 ZPO). Selbst wenn diesbezüglich Vorbehalte bestehen sollten, erklärt dies jedoch nicht, weshalb nicht weitere mit der Klage, der Replik und Duplik eingereichte Unterlagen gewürdigt wurden, und weshalb die Beweisabnahme anlässlich der Hauptverhandlung vollständig ausser Acht gelassen wurde. Vielmehr hätte das Obergericht auch die weiteren zulässigen und erheblichen Beweismittel würdigen müssen, bevor es zum Schluss hätte kommen dürfen, der Beschwerdeführer habe den ihm obliegenden Beweis nicht erbracht. Die Beschwerde erweist sich insoweit als begründet. Entgegen Ziff. 1 der Rechtsbegehren kann das Bundesgericht bei dieser Ausgangslage allerdings nicht selber einen Endentscheid fällen. Es kann die unterbliebene Beweiswürdigung insbesondere nicht selber nachholen, da diese weit über eine blosse Berichtigung bzw. Ergänzung im Sinne von Art. 105 Abs. 2 BGG hinaus gehen müsste. Die Beschwerde ist im Hinblick auf Ziff. 1 der Rechtsbegehren demnach abzuweisen. Entsprechend dem Eventualantrag (Ziff. 3 der Rechtsbegehren) ist sie teilweise gutzuheissen, soweit im Übrigen überhaupt auf sie eingetreten werden kann (vgl. oben E. 2 und 3.1). Das angefochtene Urteil des Obergerichts des Kantons Aargau vom 30. Oktober 2020 ist demnach aufzuheben. Die Angelegenheit ist zu neuer Entscheidung an das Obergericht zurückzuweisen. Demgemäss besteht kein Interesse mehr daran, die Einwendungen des Beschwerdeführers hinsichtlich der tatsächlich vorgenommenen Würdigung zu prüfen. Insbesondere braucht auf die obergerichtliche Beurteilung des Prozessverhaltens des Beschwerdeführers bzw. auf die Gründe für die Schwärzungen nicht eingegangen zu werden. Soweit das Obergericht an den diesbezüglichen Würdigungen festhält, werden sie in eine umfassendere Beurteilung einfliessen. Sollte das Ergebnis für den Beschwerdeführer nach wie vor negativ ausfallen, kann er die entsprechenden Punkte im Kontext des neuen Urteils anfechten.