Citation: 8C_290/2023 E. 4.4.3

4.4.3. Der psychiatrische Sachverständige beurteilte die Ängste der Beschwerdeführerin wie auch die Panikstörung mit Agoraphobie einleuchtend als geringgradig ausgeprägt. Er wies darauf hin, dass die Beschwerdeführerin erst im Jahr 2019 eine ambulante psychiatrische Behandlung aufgenommen habe, obwohl die Ängste bereits seit 2016 bestünden. Angststörungen hätten zudem eine gute Prognose, wenn sie entsprechend behandelt würden. Die Beschwerdeführerin nehme die verschriebenen Antidepressiva gemäss Laborkontrolle aber gar nicht ein. Der RAD-Arzt Dr. med. B.________ hielt in diesem Zusammenhang fest, das verschriebene Psychopharmakon Sertralin werde bei Depressionen, Angst- und Zwangszuständen eingesetzt. Aufgrund der bekannten Halbwertszeit müsse bei dem hier gezeigten Wert Null davon ausgegangen werden, dass das Medikament sicher viele Tage nicht eingenommen worden sei. Soweit die Beschwerdeführerin die Aussagekraft der Blutanalyse aufgrund eigener medizinischer Überlegungen in Zweifel zieht, ist ihr entgegenzuhalten, dass auch die behandelnde Psychiaterin unmissverständlich festhielt, der kaum nachweisbare Medikamentespiegel könne lediglich durch eine Nichteinnahme der Medikamente oder einen Laborfehler erklärt werden. Für letzteres bestehen keine Anhaltspunkte. Selbst wenn der Beschwerdeführerin die Ressourcen für einen früheren Beginn der psychiatrischen Behandlung gefehlt haben sollten, wie sie geltend macht, liesse sich damit die spätere Nichteinnahme der Medikamente nicht erklären. Der Schluss des Gutachters, die Angststörung sei nicht schwergradig ausgeprägt, erscheint nachvollziehbar.