Citation: 1C_504/2022 E. 5.2

5.2. Wie bereits dargelegt (E. 4.3 hiervor), kam die Vorinstanz zum Schluss, dass die erste Voraussetzung gemäss § 67a BauG/AG nicht erfüllt sei, wonach für "untergeordnete" Bauten und Anlagen eine erleichterte Ausnahmebewilligung im Unterabstand von Strassen oder Baulinien erteilt werden kann. Nach der Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts seien bei der Beurteilung, ob eine Baute untergeordneter Natur sei, sowohl die Beseitigungskosten als auch andere mit der Beseitigung einhergehende wirtschaftliche Nachteile der Bauherrschaft zu berücksichtigen und nicht nur die Charakterisierung als Klein- und Anbaute. Gemessen an den Aufwendungen für die Errichtung des zu beseitigenden Bauwerks, die mit der Beseitigung nutzlos würden, könnten die Beseitigungskosten relativ bescheiden ausfallen und in den Hintergrund treten. In diesem Fall seien es vor allem die nutzlos werdenden Aufwendungen für die Errichtung des Bauwerks, die den Widerstand der Bauherrschaft gegen eine Beseitigungsanordnung begründeten, und nicht in erster Linie die Beseitigungskosten. Die Vorinstanz erachtete die Auffassung des Gemeinderats Schafisheim und des BVU, Abteilung für Baubewilligungen, wonach bei mehreren untergeordneten Bauten auf einer Parzelle grundsätzlich eine Gesamtwürdigung zu erfolgen habe, mit Blick auf den Sinngehalt von § 67a BauG/AG als folgerichtig und konsequent. Andernfalls hätte es die Bauherrschaft in der Hand, zeitlich etappiert eine untergeordnete Baute an die andere zu reihen und so im Laufe der Zeit aus einzelnen untergeordneten Vorhaben eine gewichtige Baute bzw. Anlage im Unterabstand zu verwirklichen. Dies führte letztlich zu einer Aushöhlung von § 67a BauG/AG, was zu vermeiden sei. Eine Gesamtwürdigung sei dann vorzunehmen, wenn mehrere, für sich alleine betrachtet zwar je untergeordnete Bauten ein untrennbares Ganzes bildeten und im Bedarfsfall unweigerlich gemeinsam zu beseitigen wären. Eine Gesamtwürdigung sei auch dann angezeigt, wenn nicht ausgeschlossen werden könne, dass von einem allfälligen künftigen Strassenbauprojekt mehrere untergeordnete Bauten bzw. Anlagen auf einer Parzelle, die zwar kein untrennbares Ganzes bildeten, gemeinsam betroffen sein könnten. Von den 54 erstellen Parkfeldern hielten 28 Parkfelder den Kantonsstrassenabstand (zur Aarauer- und Seetalstrasse) und/oder die Baulinie entlang des Dammwegs nicht ein. Für die Beurteilung von Bedeutung sei vorab, dass mit der Baubewilligung vom 30. Oktober 2017 gestützt auf § 67a BauG/AG bereits zwölf Parkfelder im Unterabstand zu den Kantonsstrassen bewilligt worden seien. Über § 67a BauG/AG seien auch die Hartflächen zwischen den Längsparkfelder entlang der Seetalstrasse und der internen Erschliessung bewilligt worden. Bei einer Gesamtwürdigung seien bereits diese am 30. Oktober 2017 im Kantonsstrassenabstand bewilligten baulichen Vorkehrungen - zwölf Parkfelder sowie weitere Hartflächen - als grosszügig zu bezeichnen; sie reizten das zulässige Mass von § 67a BauG/AG ("untergeordnete" Bauten bzw. Anlagen) vollumfänglich aus, wenn man die gesamten Beseitigungskosten, die mit einer Beseitigung einhergehenden wirtschaftlichen Nachteile der Bauherrschaft (wie der nutzlos gewordenen Baukosten der zwölf Parkfelder sowie der weiteren Hartflächen) sowie die von den baulichen Vorkehrungen im Kantonsstrassenabstand beanspruchten Flächen vor Augen halte. Vor diesem Hintergrund sei es nur folgerichtig, dass die Vorinstanzen im Kantonsstrassenabstand keine (zwölf) weiteren Parkfelder, keine ausgedehnteren Hartflächen und auch keine zusätzliche Stützbaute (Steinquader) gestützt auf § 67a BauG/AG bewilligt haben.