Citation: 1P.186/2002 30.07.2002 E. 2

2.1 Der Beschwerdeführer rügt eine willkürliche Rechtsanwendung. Er macht geltend, selbst wenn die Sachdarstellung der kantonalen Behörden zuträfe, sei zu bemerken, dass nicht der Beschwerdeführer, sondern B.________ zum erlegten Tier hinaufgestiegen sei und dieses ohne vorgängige Markierung aus der Verhängung gelöst habe; dass nicht der Beschwerdeführer, sondern C.________ das erlegte Tier hinter einem Steinhaufen ausgenommen und die Eingeweide vorschriftswidrig entsorgt habe. Den Beschwerdeführer treffe somit kein Verschulden. Die gegenteilige Auffassung des Kantonsgerichts sei willkürlich. 2.2 Die Rüge ist unbegründet. Gemäss Art. 30 des Gesetzes des Kantons Freiburg vom 14. November 1996 über die Jagd sowie den Schutz wildlebender Säugetiere und Vögel und ihrer Lebensräume (JaG) muss jeder Jäger die Statistik- und Kontrollformulare vollständig ausfüllen. Er muss die Kontrollmarken korrekt anbringen. Nach dem Reglement des Kantons Freiburg vom 20. Juni 2000 über die Ausübung der Jagd, in Kraft seit 1. August 2000 (im Folgenden: Reglement), müssen Gämse unmittelbar nach dem Abschuss an Ort und Stelle mit der entsprechenden Kontrollmarke versehen werden (Art. 36 Abs. 1). Der Jäger muss noch im Jagdgebiet und bevor er die Gämse verschiebt, auf das Kontrollformular den Namen, den Vornamen und den Wohnort des Jägers, die Nummer der Kontrollmarke, das Datum, die Zeit und den Wildsektor, wo das Tier erlegt wurde, die Tierart (Geschlecht) und gegebenenfalls die Erlegungsart (Schrotschuss oder Kugelschuss) eintragen (Art. 37 Abs. 1 Satz 1 Reglement). Der Jäger muss noch im Jagdgebiet und bevor er ein Tier in irgendeiner Art verschiebt, die Tierart sowie den Abschusstag und den Ort oder den Wildsektor, in dem das Tier erlegt wurde, in seinem Kontroll- und Statistikheft unauslöschlich eintragen (Art. 38 Reglement). Die Eingeweide, die nicht in eine Sammelstelle für tierische Abfälle gebracht werden können, dürfen nicht in einer Entfernung von weniger als 20 Meter von Strassen, Waldwegen, Fusswegen, Seen, Wasserläufen, Mooren, Brunnen oder Höhlen liegen gelassen werden; sie müssen mit Laub oder anderen natürlichen Stoffen bedeckt werden. Oberhalb der Waldgrenze genüg es grundsätzlich, die Eingeweide mit Steinen zu bedecken (Art. 35 Abs. 2 Reglement). Wie das Kantonsgericht (S. 7) ausführt, gehören diese Handlungspflichten nach dem ausdrücklichen Willen des Gesetzgebers zum persönlichen Aufgaben- und Verantwortungsbereich des Jägers. Der Beschwerdeführer könne sich nicht dadurch dieser Verantwortung entledigen, indem er vorbringe, andere hätten nicht richtig gehandelt. Als Jäger, der den Gämsbock erlegt habe, sei es seine Aufgabe gewesen, dafür zu sorgen, dass die ihn treffenden Pflichten eingehalten werden. Diese Auffassung ist nicht schlechthin unhaltbar. Sie stützt sich auf den Wortlaut von Art. 30 JaG, wonach jeder Jäger die Statistik- und Kontrollformulare vollständig ausfüllen und die Kontrollmarken korrekt anbringen muss. Ausserdem umschreiben die angeführten Art. 35-38 des Reglements die Pflichten des Jägers, was die Überschrift von Art. 34 ff. des Reglements deutlich macht. Es ist damit nicht willkürlich, wenn das Kantonsgericht angenommen hat, dass die entsprechenden Verhaltenspflichten den Beschwerdeführer als Jäger, der den Gämsbock erlegt hat, persönlich trafen. Gemäss Art. 54 Abs. 1 JaG ist strafbar, wer unter anderem gegen die Bestimmung von Art. 30 JaG verstösst (lit. a); ebenso, wer gegen die Bestimmungen der Ausführungsgesetzgebung verstösst (lit. b). Da der Beschwerdeführer den ihm persönlich obliegenden Pflichten nicht bzw. zumindest nicht rechtzeitig nachgekommen ist, ist die Verurteilung nach kantonalem Strafrecht nicht willkürlich. Wäre er, wie er geltend macht, am Tag des Abschusses wegen eines Muskelrisses tatsächlich gehbehindert gewesen und hätte er deshalb seinen Jägerpflichten teilweise nicht selber nachkommen können, wäre er verpflichtet gewesen, dafür zu sorgen, dass die Jagdbegleiter als Hilfspersonen an seiner Stelle die ihm gesetzlich obliegenden Handlungen ausführen. Die Gehbehinderung ist im Übrigen wenig glaubhaft, da der Beschwerdeführer nicht darlegt, wie er damit überhaupt ins Jagdgebiet gekommen und in der Lage gewesen wäre, sich nach dem Abschuss zu einer Alphütte zu begeben.