Citation: 5A_105/2024 E. 3.5

3.5. Es trifft wohl zu, dass eine (ausländische) Partei, die ein schweizerisches Gericht anruft, für dieses erreichbar sein muss (vgl. Urteil 5A_825/2022 vom 7. März 2023 E. 4.4). Die Erreichbarkeit muss indes im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben sichergestellt werden. Aufgrund der vorstehenden Erwägungen steht allerdings nicht fest, dass der Beschwerdeführer an der angegebenen Adresse nicht erreichbar war und muss eine Partei ohne ihr Einverständnis nicht elektronisch erreichbar sein. Folglich kann die Untätigkeit des Beschwerdeführers nicht als Bekundung eines Desinteresses am Verfahren als solches verstanden werden (vgl. dazu WEBER, in: Kurzkommentar ZPO, Oberhammer/Domej/Haas [Hrsg.], 3. Aufl. 2021, N. 4 zu Art. 140 ZPO). Insgesamt erweist sich der Vorwurf des Obergerichts, der Beschwerdeführer habe treuwidrig gehandelt, indem er einerseits eine Berufung eingereicht habe, andererseits - wegen Angabe einer falschen Adresse und fehlender Reaktion auf eine vom Obergericht ihm zugestellte E-Mail - nicht erreichbar war, als bundesrechtswidrig. Daran würde sich nichts ändern, falls der Vorwurf des treuwidrigen Handels in der Sache - wie die Beschwerdegegnerin ausführt - tatsächlich begründet wäre, was aufgrund der Vorgeschichte nicht gänzlich auszuschliessen ist. Bei diesem Ergebnis braucht die Frage, ob das Vorgehen des Obergerichts mit Bundesrecht vereinbar gewesen wäre, wenn es die Verfügung vom 20. November 2023 regelkonform zuzustellen versucht hätte, nicht beantwortet zu werden.