Citation: 6B_429/2021 E. 3.2

3.2. Der Schluss der Vorinstanz, dass die öffentlichen Interessen an einer Fernhaltung des Beschwerdeführers als hoch einzustufen und ihnen gegenüber dessen privaten Interessen an einem Verbleib in der Schweiz der Vorrang zu geben ist, ist im Ergebnis nicht zu beanstanden. Der Beschwerdeführer wird zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von 36 Monaten verurteilt. Die Vorinstanz geht nachvollziehbar von einem mittelschweren bzw. schweren Verschulden aus. Sie erwägt (vgl. angefochtenes Urteil S. 24 ff.), er habe mit seiner Tat die öffentliche Sicherheit in schwerwiegender Weise gefährdet. Angesichts seiner Vorstrafen und insbesondere der begangenen Strassenverkehrsdelikte und seines offensichtlich immer noch vorhandenen und charakterbedingten Hanges, sich durch massive Geschwindigkeitsüberschreitungen zu brüsten, sei von einer aktuell und auch künftig weiter bestehenden Gefahr für die öffentliche Sicherheit auszugehen. Die Verbüssung der Freiheitsstrafe vermöge an dieser Prognose nichts zu ändern, zu verfestigt schienen seine Unbeherrschtheit und emotional instabilen Charakterzüge, die immer wieder zu Straftaten führten. Schliesslich dokumentiere auch seine ausländerrechtliche Vergangenheit das öffentliche Interesse an der Landesverweisung. Mit Blick auf die privaten Interessen des Beschwerdeführers an einem Verbleib in der Schweiz erwägt die Vorinstanz, dass dieser türkischer Staatsangehöriger und der türkischen Sprache mächtig sei. Er sei zwar in der Schweiz geboren und habe mit einem Unterbruch von drei Jahren immer hier gelebt. Eine Integration in der Schweiz sei aber nie wirklich geglückt. Er zeige fortwährend Probleme, sich an die hiesige Rechtsordnung zu halten und es sei ihm nicht gelungen, wirtschaftlich und beruflich richtig Fuss zu fassen. Er lebe von einer halben IV-Rente, sei ledig und kinderlos. Seit einem halben Jahr habe er eine Freundin, mit welcher er nicht zusammenlebe. Seine Kollegen könne er an einer Hand abzählen. Zu seiner Mutter und seinem Cousin habe er ein gutes Verhältnis bzw. sei seine Mutter "das Einzige, das er habe"; sein Cousin sei wie ein Sohn für ihn. Das Verhältnis zum Rest der Familie in der Schweiz sei weniger gut und mit der Familie in der Türkei habe er nichts zu tun. Bis zum Tod seines Vaters, der im Jahr 2000 des Landes verwiesen worden sei, habe er diesen regelmässig in der Türkei besucht. Seit dem Jahr 2016 sei er noch zweimal in die Türkei gereist, einmal zu einer Hochzeit. Zusammenfassend sprächen einzig der Umstand, dass der Beschwerdeführer in der Schweiz geboren und hier aufgewachsen sei und die Anwesenheit seiner Mutter und seines Cousins gegen die Zumutbarkeit einer Rückkehr in die Türkei. Er sei in der Schweiz nur wenig verwurzelt. Auch wenn sein Vater nicht mehr lebe, spreche nichts gegen eine erfolgreiche Integration in seinem Heimatland. Beim Beschwerdeführer handle es sich offensichtlich um einen unbelehrbaren Wiederholungstäter; weder ausländerrechtliche Verwarnungen, noch strafrechtliche oder aber administrativrechtliche Massnahmen und letztlich auch nicht der Umstand, dass sein Vater die Schweiz wegen strafrechtlichen Verhaltens habe verlassen müssen, hätten "etwas gefruchtet". Angesichts der Schwere der vorliegenden Straftat, der damit zusammenhängenden ernstlichen Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und seiner Vergangenheit erscheine die Landesverweisung unumgänglich.