Citation: 4A_343/2024 E. 3.4.2

3.4.2. Die Onlineausgabe des Dudens (www.duden.de) und das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache (www.dwds.de) sind über Internetseiten aus Deutschland (".de") abrufbar. Soweit die Beschwerdeführerin diesen Onlinewörterbüchern alleine wegen ihrer Domainendung jede Relevanz für den schweizerhochdeutschen Sprachraum abspricht, kann ihr nicht gefolgt werden: Domainendungen wie ".ch", ".de" und ".at" begrenzen keine Sprachräume. Vielmehr dienen sie der fernmeldetechnischen Zuordnung von Internetseiten zu einzelnen Ländern. Über welche Domain ein Verlag seine Publikationen der Öffentlichkeit zugänglich macht, ist ein unternehmerischer Entscheid, der keine Rückschlüsse auf die darin verwendete Sprache erlaubt. Gleiches gilt für den Erscheinungsort einer Publikation. Der Duden beruht auf einem grossen Textkorpus, in den auch Schweizer Publikationen, wie die Artikel der Berner Zeitung, einfliessen (www.duden.de -> Über uns -> Dudenredaktion -> Das Dudenkorpus [besucht am 7. Oktober 2024]). Zudem verfügt die Dudenredaktion über ein Fachgremium für den Schweizer Sprachraum, das der Redaktion beratend zur Seite steht (vgl. den Dank der Dudenredaktion an die Mitglieder österreichischen und schweizerischen Dudenausschusses im Vorwort des Dudens Band 1, Die deutsche Rechtschreibung, 29. Aufl. 2024). Entscheidend ist vor allem, dass der Duden Helvetismen ausdrücklich kennzeichnet. Dies gilt nicht nur für Einträge, die wie "Traktandum" (= "Verhandlungsgegenstand") einzig in der Schweiz vorkommen. Vielmehr weist er auch auf einen (teilweise) abweichenden Gebrauch eines Wortes in der Schweiz hin. Während etwa "Anlass" in Deutschland einen "äusseren Beweggrund" oder eine "Gelegenheit" bezeichnet, versteht die Deutschschweiz darunter zusätzlich eine Veranstaltung (www.duden.de -> Lemmata "Traktandum" und "Anlass" [besucht am 7. Oktober 2024]).