Citation: 4A_110/2016 E. A

A.a. Die A.________ AG mit Sitz in U.________ (Schiedsklägerin, Widerbeklagte und Beschwerdeführerin) bezweckt die Übernahme und die Verwaltung von Beteiligungen an anderen Gesellschaften. Sie wird durch Dr. C.________ beherrscht. Die B.________ Holding AG mit Sitz in V.________ (Schiedsbeklagte, Widerklägerin und Beschwerdegegnerin) bezweckt das Halten und Verwalten von sowie den Handel mit Beteiligungen aller Art, insbesondere im Stahlbereich. Sie wird indirekt von der D.________ GmbH & Co. KG mit Sitz in W.________ beherrscht und ist damit eine Gesellschaft der D.________-Gruppe (nachfolgend: KG-Gruppe). Zu dieser gehört u.a. auch die E.________ AG. A.b. Im Jahre 2003 gründeten die E.________ AG und die Schiedsklägerin mit Beteiligungen von 80 % bzw. 20 % die F.________ Holding AG mit Sitz in X.________ und umschrieben ihre diesbezüglichen Rechte und Pflichten in einem ersten Aktionärsbindungsvertrag vom 19. Dezember 2003 (nachfolgend: "ABV I"). Hauptzweck der F.________ Holding AG war der Erwerb von Aktien der heute als G.________ AG firmierenden H.________ AG in Y.________. Die F.________ Holding AG erwarb in der Folge 7'524'981 (rund 55 %) der insgesamt 13'773'094 Namenaktien der H.________ AG (nachfolgend: "G.________-Aktien"). Unter Bezugnahme auf eine Empfehlung der Übernahmekommission vom 20. April 2007 betreffend die Pflicht zur Unterbreitung eines Kaufangebots nach Art. 32 BEHG bezüglich der restlichen Aktien der H.________ AG schlossen die Schiedsbeklagte, die Schiedsklägerin, die E.________ AG und Dr. C.________ sowie die F.________ Holding AG am 23. Juni 2008 eine Entflechtungsvereinbarung ab. Ebenfalls am 23. Juni 2008 schlossen die F.________ Holding AG (später mittels Fusion durch die Schiedsklägerin absorbiert) und die Schiedsbeklagte mit Zustimmung des mitunterzeichnenden Herrn C.________ einen neuen Aktionärsbindungsvertrag (nachfolgend: "ABV lI") und am 27. Oktober 2010 einen Nachtrag hierzu ab. Mit der Durchführung der einzelnen Entflechtungsschritte und nachdem die KG-Gruppe die Mehrheit ihrer operativen Gesellschaften in die G.________ AG eingebracht hatte, blieb zu Gunsten der Schiedsbeklagten und zu Lasten der Schiedsklägerin eine Restkaufpreissumme im Betrag von Fr. 10'676'187.-- übrig. Hinsichtlich dieses sog. "Entbündelungsentgelts" sieht Ziff. 1.3 Abs. 2 der Entflechtungsvereinbarung folgende Bestimmung vor: "Der Restkaufpreis von CHF 10'676'187.00 wird fällig, sobald der ABV II aufgehoben wird. Der Restkaufpreis wird allerdings nicht fällig und die entsprechende Forderung fällt dahin, wenn der ABV II aufgehoben wird, ohne dass dadurch eine Pflicht zur Unterbreitung eines öffentlichen Übernahmeangebots ausgelöst wird, es sei denn die entsprechende Empfehlung der Übernahmekommission oder der Entscheid der Eidgenössischen Bankenkommission oder eines übergeordneten Gerichts, wonach die Aufhebung des ABV II keine Pflicht zur Unterbreitung eines öffentlichen Übernahmeangebots auslöst, wurde im wesentlichen durch ein Verhalten der G.________ oder einer mit G.________ direkt oder indirekt verbundenen Person oder Gesellschaft ermöglicht, z.B. durch die Unterbreitung eines öffentlichen Übernahmeangebotes durch G.________. Nicht als solches Verhalten gilt die blosse Gesuchstellung an die vorgenannte Behörde und die Mitwirkung bei der Schaffung der entsprechenden Begleitdokumente." Am 28. Juni 2013 verkaufte die KG-Gruppe eine Beteiligung von insgesamt 25.29 % an der G.________ AG an Dritte. Am 1. Juli 2013 kündigte die Schiedsbeklagte den ABV II mit sofortiger Wirkung. Tags darauf ersuchte sie die Übernahmekommission um Feststellung, dass keine Pflicht zur Unterbreitung eines öffentlichen Übernahmeangebots bestehe. Mit Verfügung vom 7. August 2013 trat die Übernahmekommission auf das Gesuch mangels Feststellungsinteresses nicht ein, hielt aber fest, dass infolge des Verkaufs einer Beteiligung im Umfang von 25.29 % an der G.________ AG die alleinige Beteiligung der KG-Gruppe von zuvor 40.46 % auf 15.17 % und die gemeinsame Beteiligung der KG-Gruppe und der Schiedsklägerin von zuvor 46.46 % auf 21.17 %, also unter den Schwellenwert von 33 1/3 % gemäss Art. 32 Abs. 1 BEHG gesunken sei. Die Auflösung des ABV II führe also offensichtlich nicht dazu, dass für eine der beiden Vertragsparteien eine Angebotspflicht entstehe. In der Folge entzündete sich zwischen den Parteien ein Streit hinsichtlich mehrerer Punkte, darunter auch der Frage, ob die Schiedsklägerin der Schiedsbeklagten die Zahlung des Entbündelungsentgelts gemäss Ziff. 1.3 Abs. 2 der Entflechtungsvereinbarung im Umfang von Fr. 10'676'187.-- schuldet.