Citation: I 609/00 18.12.2002 E. A

A.a Der 1958 geborene W.________ leidet an einem spastischen Hemisyndrom links mit Hemianopsie und Hemihypotrophie links bei Status nach zerebro-vaskulärem Insult im Schulalter. Als funktionelle Defizite zeigen sich neben der Hemianopsie vor allem eine Störung der Feinmotorik links sowie die Schwierigkeit, von einem motorischen Programm rasch auf ein anderes zu wechseln. Wegen seiner Behinderung konnte er den Anforderungen des erlernten Berufes eines Uhrmachers, welchen er bis März 1989 ausübte, nicht genügen. Nach einer vorübergehenden Anstellung als Aufseher in der Strafanstalt Y.________ von September 1989 bis August 1990 erfolgte von 1992 bis 1995 eine Umschulung zum Schuhmacher, worauf der Versicherte im Frühling 1996 das Schuhmachergeschäft seines Vaters übernahm. Am 11. Juni 1996 beantragte W.________ die Zusprechung einer Rente der Invalidenversicherung. Im neurologischen Gutachten des Dr. med. V.________, Klinik für Neurologie des Spitals X.________, vom 20. August 1996 wurde die Arbeitsfähigkeit als Schuhmacher auf 66 % geschätzt. Gemäss Abklärungsbericht für Selbstständigerwerbende vom 11. September 1996 ergab der erwerblich gewichtete Betätigungsvergleich für die Tätigkeit als selbstständig erwerbender Schuhmacher eine Einschränkung von 23,1 % (voller Einsatz für die Betriebsleitung bei einem Anteil am gesamten Aufgabenbereich von 5 %; 66%iger Einsatz in Bezug auf Schuhreparaturen und leichte Sattlerarbeiten bei einem Anteil von 70 %; voller Einsatz im Bereich der Bedienung bei einem Anteil von 25 %). Gestützt auf diese Unterlagen verneinte die IV-Stelle des Kantons Appenzell Ausserrhoden mit Verfügung vom 1. Oktober 1996 einen Rentenanspruch, weil sich die Einschränkungen laut Betätigungsvergleich - konkrete Einkommenszahlen lägen nach der Geschäftsübernahme im Frühjahr 1996 noch nicht vor - auf unter 40 % beliefen. A.b Im August 1999 teilte der Versicherte der IV-Stelle mit, die auf einem Betätigungsvergleich beruhende Verfügung vom 1. Oktober 1996 erweise sich aufgrund der Steuerakten als unrichtig, und ersuchte um eine Neuberechnung des Invaliditätsgrades aufgrund eines Einkommensvergleichs sowie um rückwirkende Zusprechung einer Rente. Es sei ihm damals zugesichert worden, die (provisorische) Verfügung vom 1. Oktober 1996 würde materiell überprüft, sobald die Steuerveranlagung vorliege. Eventualiter sei eine prozessuale Revision, subeventualiter eine Wiedererwägung vorzunehmen. Mit Verfügung vom 13. September 1999 erklärte die IV-Stelle, erstens fehle es an einer Zusage für eine Neubeurteilung nach Vorliegen der Steuerveranlagung. Zweitens seien die Voraussetzungen für eine prozessuale Revision nicht erfüllt. Drittens sei die Verfügung vom 1. Oktober 1996 nicht offensichtlich falsch, sodass auch kein Wiedererwägungsgrund gegeben sei, wobei zudem kein Rechtsanspruch auf Wiedererwägung bestehe. Somit sei das Gesuch als Neuanmeldung zu betrachten, auf die indessen mangels Veränderung der Situation nicht eingetreten werden könne.