Citation: I 868/02 21.03.2003 E. 3

Die Beschwerdeführerin bestellte die Anwältin nach Erhalt des Vorbescheids zur Rechtsvertreterin. Jene teilte dies der IV-Stelle sofort mit und reichte die Vollmacht ein, wobei sie gleichzeitig um Akteneinsicht ersuchte und die Abgabe einer Stellungnahme zum Vorbescheid ankündigte. Wie aus der Begründung der Rentenverfügung hervor geht (Anrede: "Guten Tag Frau Dr. Schiavi"), hat sie dann im Anhörungsverfahren Einwände zum Vorbescheid eingebracht. Offenbar versäumte es die IV-Stelle, die für die Eröffnung der Verfügung zuständige Ausgleichskasse über das Vertretungsverhältnis zu informieren oder ihr die Vollmacht zu übermitteln. Der Vorgang ist durch die Vorinstanz nicht geklärt worden, es ist aber erstellt, dass der Rechtsvertreterin die Verfügung nicht - oder zumindest nicht mangelfrei - direkt eröffnet worden ist. Die Beschwerdeführerin setzte sich bereits am vierten Tag nach der bei ihr mit normaler Briefpost erfolgten Eröffnung mit ihrer Anwältin in Verbindung, welche sich nach unbestrittener Darstellung noch am gleichen Tage und dann während einer ganzen Woche mehrfach bei der IV-Stelle und der Ausgleichskasse um die Zustellung der Verfügung bemühte. Die Beschwerdeführerin und die Anwältin haben damit ihre Sorgfaltspflicht unzweifelhaft erfüllt, und der von der Vorinstanz unter Verweis auf ARV 2002 S. 66 gezogene Schluss auf den vorliegend zu beurteilenden Sachverhalt ist gerade unter diesem Gesichtspunkt nicht angängig.