Citation: 4A_42/2019 E. 3.2

3.2. Der Rahmenvertrag 2015 enthält in Art. 10 eine Gerichtsstandsklausel zugunsten des Handelsgerichts von Paris. Die AVB 2015 der Beschwerdeführerin enthalten in Art. 10 eine Gerichtsstandsklausel zugunsten der Gerichte am Sitz der Beschwerdeführerin. Es ist ausgeschlossen, dass beide Gerichtsstände Anwendung finden. Die Formulierung, der Rahmenvertrag solle "en complément des conditions générales de vente du Fournisseur" Anwendung finden, ist - soweit es den Gerichtsstand betrifft - unmöglich. Es gibt keinen "ergänzenden Gerichtsstand" im Sinn der vorinstanzlichen Auslegung. Sinn macht die Klausel nur, weil unmittelbar zuvor die Formulierung "par dérogation ou" gestrichen worden ist. Die Vorinstanz weist zutreffend darauf hin, dass handschriftlichen Abänderungen für die Auslegung erhöhte Bedeutung zukommt. Durch diese Streichung erhält die Klausel einen eindeutigen Sinn: Die Bestimmungen des Rahmenvertrages 2015 können nicht von den AVB der Beschwerdeführerin ("Fournisseur") abweichen, sondern diese nur ergänzen. Die Rangfolge ist also gerade umgekehrt als wie von der Vorinstanz angenommen, wie die Beschwerdeführerin zu Recht geltend macht: die AVB 2015 gehen dem Rahmenvertrag 2015 vor. Nachdem es die Beschwerdegegnerin war, welche dieses Exemplar des Rahmenvertrages 2015 eingereicht hat, besteht auch kein Anlass anzunehmen, die Streichung von "par dérogation ou" könnte allenfalls einseitig und im Nachhinein erfolgt sein. Das wird von der Beschwerdegegnerin denn auch nicht behauptet. Vielmehr geht sie in der Beschwerdeantwort überhaupt nicht auf diese Streichung ein und wiederholt nur die Begründung der Vorinstanz.