Citation: 1C_40/2007 06.11.2007 E. 4

Das Verwaltungsgericht vertritt die Auffassung, der Umfang der (Gesamt-)Anlage dürfe nicht davon abhängen, von welchem Teil der Anlage bei der Betrachtung ausgegangen werde oder in welcher Reihenfolge die Teilanlagen erstellt werden. Um diesen Widerspruch zu vermeiden, hielt das Verwaltungsgericht zwei Lösungen für denkbar: - Erste Lösung: Im Bewilligungsverfahren für eine neue Mobilfunk-Basisstation werden die Emissionen benachbarter Sendeeinrichtungen - wie bisher - nur dann berücksichtigt, wenn sich diese im Anlageperimeter der zu beurteilenden neuen Basisstation befinden. Dafür muss die bestehende Einrichtung u.U. nachträglich angepasst werden, um die Einhaltung des Anlagegrenzwerts durch die kumulierte Strahlung aller Antennen innerhalb ihres Anlageperimeters zu gewährleisten. - Zweite Lösung: Die zuerst bewilligte Basisstation erhält den Vorrang und braucht auf nachträglich erstellte Sendeantennen in ihrer Umgebung keine Rücksicht zu nehmen. Bei einer später bewilligten Basisstation werden dafür auch die Emissionen der vorbestehenden Antennen mitgerechnet, wenn der Anlageperimeter der einen oder der anderen Basisstation beide umfasst. Für die zweite Basisstation kann sich daher eine Pflicht zur Anpassung auch dann ergeben, wenn sie selber infolge ihrer geringeren Sendeleistung einen kleinen Anlageperimeter aufweist, welche die Antennen der ersten Basisstation nicht erfasst, die erste Basisstation aber einen grösseren Perimeter besitzt, in den die Antennen der zweiten zu liegen kommen. Das Verwaltungsgericht entschied sich für die zweite Lösung, d.h. es räumte der bestehenden Basisstation den Vorrang ein. Bei zwei Basisstationen, die gleichzeitig das Bewilligungsverfahren durchlaufen, sei derjenigen der Vorrang zu erteilen, für die zuerst eine erstinstanzliche Baubewilligung vorliege.