Citation: 7B_984/2023 E. 3.2.2

3.2.2. Der vom Beschwerdeführer angerufene Anspruch auf rechtliches Gehör ist Teilgehalt des allgemeinen Grundsatzes des fairen Verfahrens von Art. 6 Ziff. 1 EMRK und Art. 29 Abs. 1 BV. Er wird auch durch Art. 29 Abs. 2 BV geschützt (zum Ganzen BGE 134 I 140 E. 5.2; vgl. Urteil 6B_259/2009 vom 10. Juli 2009 E. 1.3). Der Anspruch auf rechtliches Gehör ist formeller Natur. Seine Verletzung führt zwar - ungeachtet der Frage der materiell-rechtlichen Begründetheit der Beschwerde - zur Gutheissung der Beschwerde und zur Aufhebung des angefochtenen Entscheides, nicht aber zur Haftentlassung des Beschwerdeführers (BGE 125 I 113 E. 3; vgl. Urteil 1B_633/2022 vom 10. Januar 2023 E. 2.7). Nach konstanter Rechtsprechung fällt die Haftentlassung wegen formeller Verfahrensmängel ausser Betracht, wenn die materiell-rechtlichen Haftvoraussetzungen gegeben sind (BGE 142 IV 245 E. 4.1; 139 IV 41 E. 2.2 und 3.4; 137 IV 118 E. 2.1 f. mit Hinweis; Urteile 1B_420/2022 vom 9. September 2022 E. 4.1.1, nicht publ. in: BGE 149 I 14, mit Hinweisen; 1B_146/2022 vom 6. April 2022 E. 2.3.2 mit zahlreichen Hinweisen; vgl. Urteil 1B_250/2023 vom 8. Juni 2023 E. 4.3). Zwingend zu einer Haftentlassung führt hingegen der Ablauf gesetzlicher oder richterlicher Haftfristen ohne rechtzeitige Haftverlängerung oder neue Haftanordnung durch ein Gericht (Art. 212 Abs. 2 lit. b i. V. m. Art. 226 Abs. 4 lit. a sowie Art. 227 Abs. 1 und Abs. 7 StPO; Botschaft vom 21. Dezember 2005 zur Vereinheitlichung des Strafprozessrechts, BBl 2006 1232 Ziff. 2.5.3.5).