Citation: 5A_323/2013 E. 3.2

3.2. Das Obergericht kommt zum Schluss, der von der Erblasserin hinterlassene Satz "Die Liegenschaften in E.________ sollen Y.________ und Z.________ erhalten bleiben" sei nicht klar. Dies schliesse eine Auslegung nicht aus, sondern mache sie erst nötig. Zur Klärung der Frage, ob aus dem Schriftstück vom 7. Januar 2007 "wenigstens andeutungsweise" ein Testierwille hervorgehe, geht das Obergericht auf die Begleitumstände und die Entstehungsgeschichte des Schriftstücks ein und stellt das Dokument in den Kontext der öffentlichen letztwilligen Verfügung vom 16. März 2006, in der die Erblasserin die Beschwerdeführerin als Alleinerbin eingesetzt hatte. Insbesondere stellt das Obergericht darauf ab, dass die Erblasserin wie die Beschwerdegegnerin 1 Dressurreiterin war und der Beschwerdegegnerin 1 im Zusammenhang mit dieser geteilten Leidenschaft schon vor dem 7. Januar 2007 einen Reitstall vermacht und sie mit einem Barlegat von Fr. 2 Mio. bedacht hatte (s. Sachverhalt Bst. A), was die Vermächtnisnehmerin gewusst habe. Der Sachverhaltsschilderung der Beschwerdegegner zufolge hätten die Beschwerdegegnerin 1 und die Erblasserin am 7. Januar 2007 über die enormen Kosten des Reitstalls gesprochen; eine Einsicht in diese Problematik habe die Erblasserin dazu veranlasst, ein zusätzliches Legat auszurichten.