Citation: 4A_371/2023 E. 6.16.1

6.16.1. Die Vorinstanz erwog, zur Verlusttragung im Innenverhältnis bringe die Beschwerdeführerin lediglich vor, der Beschwerdegegner habe eine solche strikte abgelehnt. Dies leite sie daraus ab, dass er im Zusammenhang mit dem Verkauf der ersten Etappe nicht bereit gewesen sei, das Risiko eines Verlusts von maximal Fr. 5'000'000.-- einzugehen. Dazu sei anzumerken, dass das Zitat, auf das sie sich zum Beweis dieser Behauptung stütze (entgegen dem erweckten Anschein) nicht vom Beschwerdegegner, sondern von ihrem eigenen Geschäftsführer stamme, was die Beweiskraft der Aussage bereits erheblich beeinträchtige. Der Beschwerdegegner selbst habe die Richtigkeit dieser Aussage nicht bestätigt. Zudem sei sie aus dem Kontext gerissen und bei vollständiger Betrachtung betreffend eine allfällige interne Verlusttragung ohnehin nicht aussagekräftig. Es sei nämlich darum gegangen, was das Motiv der Beschwerdeführerin für den Kauf der Grundstücke gewesen sei und wie sie sich auf den Kaufpreis von Fr. 9 Mio. geeinigt hätten. Der Geschäftsführer der Beschwerdeführerin habe wie folgt geantwortet: "Ich bin im Herbst 2007 an [den Beschwerdegegner] herangetreten, da ich einen Investor [...] hatte. Der Investor beharrte jedoch darauf, dass er eine Mietzinsgarantie von Fr. 5 Mio erhält über 5 Jahre. Bei der Frage nach dem Risiko erklärte ich [dem Beschwerdegegner], dass es maximal diese CHF 5 Mio. Verlust sind für den Fall, dass das Objekt nicht vermietet werden kann. Dann entgegnete [der Beschwerdegegner], dass er nicht bereit sei, dieses Risiko einzugehen. Er würde mir das Land verkaufen, damit ich es selbst vermieten kann und somit das Risiko trage. So kam es vorzeitig zu diesem Kaufvertrag. Zum Preis von CHF 9 Mio. kam es, [...]." Selbst wenn diese Aussage als wahr unterstellt würde, könne ihr nur entnommen werden, dass das vorgeschlagene Geschäft dem Beschwerdegegner zu riskant erschienen sei. Stattdessen habe er der Beschwerdeführerin offenbar angeboten, ihr das Land zu verkaufen. Dass er eine interne Verlusttragung grundsätzlich "strikte abgelehnt" hätte, sei der Aussage hingegen nicht zu entnehmen. Damit könne sie auch nichts daraus ableiten, dass aus dem Verkauf der Geschäftstürme 1 und 2 offenbar ein Verlust von Fr. 2'478'041.85 resultiert habe. Die Parteien hätten betreffend diesen Verlust eine besondere Abrede getroffen.