Citation: 1C_370/2022 E. 2.3

2.3. Wie bereits erwähnt (E. 2.1 hiervor), steht die Genehmigung des Regierungsrates gestützt auf § 45 Abs. 3 StrG/ZH noch aus. Es liegt auch keine Ausnahme vor, die es dem Bundesgericht erlauben würde, sich vor der kantonalen Genehmigung mit dem Strassenbauprojekt Albisriederstrasse materiell zu befassen. Die Genehmigung stellt mithin auch keine reine Formalität dar. Im Unterschied zum Rechtsmittelverfahren, welches sich auf umstrittene Teile des angefochtenen Nutzungsplans konzentriert, erfolgt im kantonalen Genehmigungsverfahren eine ganzheitliche Überprüfung des gesamten zu genehmigenden Plans. Wenn das Bundesgericht über einzelne umstrittene Teile des Nutzungsplans entscheiden würde, bevor die Plangenehmigung vorliegt und diese kantonal letztinstanzlich überprüft wurde, käme es in der Regel zu einem unzulässigen Eingriff in die von grosser Autonomie geprägte Aufgabe der kantonalen Genehmigungs- und Rechtsmittelbehörden (vgl. Art. 75 BV, Art. 26 und 33 RPG; BGE 135 II 22 E. 1.3). Der Einwand des Stadtrats, wonach mit der Genehmigung nach § 45 Abs. 3 StrG/ZH praxisgemäss zugewartet werde, bis die Projektfestsetzung in Rechtskraft erwachsen sei, ist somit unbehelflich. Das Bundesgericht tritt auf Beschwerden gegen Nutzungsplaninhalte grundsätzlich nur ein, wenn die erforderliche kantonale Genehmigung vorliegt und von der letzten kantonalen Instanz auch mitbeurteilt werden konnte. Dass dies mitunter dazu führen kann, dass genehmigte Nutzungspläne aufgrund von späteren Rechtsmittelentscheiden im Rahmen eines weiteren Festsetzungsverfahrens wieder geändert werden müssen, vermag an dieser Beurteilung nichts zu ändern (vgl. BGE 135 II 22 E. 2 mit Hinweis). Der Regierungsrat hat sich im Rekursentscheid vom 10. November 2021 sowohl zu den Anträgen betreffend den überkommunalen Strassenabschnitt als auch auch zu denjenigen betreffend die kommunalen Abschnitte geäussert. Der Stadtrat leitet daraus ab, dass auch für den kommunalen Abschnitt ohne Weiteres vom Vorliegen einer kantonalen Genehmigung ausgegangen werden könne. Wie es sich damit verhält, kann vorliegend offenbleiben. Zumindest in Bezug auf den überkommunalen Strassenabschnitt fehlt es an einer nach § 45 Abs. 3 StrG/ZH notwendigen kantonalen Genehmigung. Ob dies aus Koordinationsgründen auch in Bezug auf die kommunalen Strassenabschnitte gilt, muss vorliegend nicht beurteilt werden. Ebenso wenig braucht vorliegend darüber entschieden zu werden, ob kommunale Strassenprojekte generell als Sondernutzungspläne zu qualifizieren sind und ob gestützt auf Art. 26 Abs. 1 RPG in jedem Fall eine Genehmigung durch eine kantonale Behörde notwendig ist (vgl. Urteil 1C_477/2021, 1C_479/2021 vom 3. November 2022 E. 4.3.2; MAJA SAPUTELLI, Kommentar zum Urteil 1C_477/2021, 1C_479/2021 vom 3. November 2022, in: PBG aktuell 2023/1, S. 50 ff.).