Citation: 4A_312/2023 E. 3.1

3.1. Die Vorinstanz erwog, die Beschwerdeführerin setze sich in ihrer Berufungsschrift nicht mit der erstinstanzlichen Entscheidbegründung auseinander. Das Regionalgericht habe ausgeführt, die Beschwerdeführerin müsse sich das Handeln der von ihr beigezogenen Bauleitung als ihre Vertretung anrechnen lassen. Diese habe ihr auf der Grundlage der Schlussabrechnung der Beschwerdegegnerin am 16. Juli 2020 ein als "Unternehmerschlussabrechnung vom 08.07.2020" bezeichnetes Dokument übermittelt und darin einen offenen Betrag von Fr. 62'270.-- ausgewiesen. Es handle sich dabei um einen Prüfungsbescheid i.S.v. Art. 155 Abs. 1 SIA-Norm 118. Dieser unterliege keiner speziellen Form und sei auch ohne Unterschrift gültig. Nachdem die Bauleitung gestützt auf die Schlussabrechnung und die Rechnungen für Regiearbeiten einen Kostenabschluss erstellt habe, gelte der ermittelte Betrag von Fr. 62'270.-- als beidseitig anerkannt und sei gemäss Art. 155 SIA-Norm 118 mit dem Prüfungsbescheid der Bauleitung fällig geworden. Die Vorinstanz konnte in der Berufungsschrift keine sachbezogenen Einwände gegen diese Begründung des Regionalgerichts erkennen. Durch eine pauschale Verweisung auf die erstinstanzlichen Rechtsschriften halte die Beschwerdeführerin daran fest, dass die Klageforderung noch nicht fällig sei, da es an einer unterzeichneten Schlussabrechnung fehle. Damit gehe sie an den Erwägungen des Regionalgerichts vorbei, habe dieses doch gerade festgehalten, dass eine Unterzeichnung der Schlussabrechnung mit der Ausstellung des Prüfungsbescheids obsolet geworden sei. Die Vorinstanz trat daher mangels rechtsgenüglicher Begründung der Berufung nicht darauf ein.