Citation: 1B_609/2021 E. 2

Muss das Gericht das Urteil begründen, so stellte es gemäss Art. 84 Abs. 4 StPO innert 60 Tagen, ausnahmsweise 90 Tagen, der beschuldigten Person und der Staatsanwaltschaft das vollständige begründete Urteil zu. Nach der Rechtsprechung handelt es sich dabei um eine Ordnungsvorschrift. Vorliegend ist das motivierte Urteil dem Beschwerdeführer am 22. November 2021, und damit rund zwei Wochen über der Frist von 60 Tagen, aber noch innert der Frist von 90 Tagen, zugestellt worden. Mit der Urteilszustellung ist das aktuelle Rechtsschutzinteresse an der Rechtsverzögerungsbeschwerde dahingefallen (vgl. BGE 125 V 373 E. 1; Urteil 1B_264/2021 vom 19. August 2021 E. 1.2), zumal der Beschwerdeführer die behauptete Rechtsverzögerung nun direkt mit Beschwerde in Strafsachen gegen das Urteil der Strafkammer des Obergerichts des Kantons Solothurn vom 7. September 2021 geltend machen kann. Die Rechtsverzögerungsbeschwerde ist mit der Zustellung des obergerichtlichen Urteils gegenstandslos geworden. Die Voraussetzungen, unter welchen das Bundesgericht auf eine Beschwerde ausnahmsweise trotz weggefallenem aktuellem Rechtsschutzinteresse eintreten könnte, sind vorliegend nicht erfüllt.