Citation: 6P.131/2004 10.01.2005 E. 1

Mit staatsrechtlicher Beschwerde wird an erster Stelle geltend ge-macht, der angefochtene Entscheid verletze den Anspruch auf rechtli-ches Gehör gemäss Art. 9 BV. Das Obergericht begründe nicht näher, warum es den Vorsatz des Beschwerdeführers bejahe. Insbesondere ziehe es überhaupt nicht in Erwägung, dass dieser irrtümlich geglaubt haben könnte, das Opfer sei mit dem Geschlechtsverkehr einverstan-den. Die Begründung des Obergerichts konzentriert sich auf die Frage, ob der unbestrittene Geschlechtsverkehr vom 4. August 2000 mit Gewalt und gegen den Willen des Opfers erfolgt sei. Dabei prüft das Gericht sowohl die Sicht des Opfers als auch jene des Beschwerdeführers, und es würdigt die gesamten Tatumstände. Zum Vorsatz nimmt der angefochtene Entscheid, wie der Beschwerdeführer zutreffend bemerkt, nur kurz explizit Stellung. Indessen dient die gesamte Auseinandersetzung mit dem Hergang der Tat ebenfalls - wenn auch nicht ausschliesslich - dazu, das Wissen und den Willen des Beschwerdeführers zu ergründen. Die Begründung zum Vorsatz erstreckt sich daher nicht auf die wenigen in der Beschwerde zitierten Worte. Das Obergericht war im Übrigen nicht gehalten, sich mit allen Einwänden und denkbaren Sachverhaltsvarianten auseinanderzusetzen. Nach der Rechtsprechung genügt vielmehr, dass die Überlegungen angeführt werden, von denen sich die Behörde leiten lässt, und der Rechtssuchende den Entscheid sachgerecht anfechten kann (BGE 126 I 97 E. 2b S. 102 f.). Das angefochtene Urteil erfüllt diese Voraussetzungen. Die eingereichte Rechtsschrift belegt, dass eine sachgerechte Anfechtung ohne weiteres möglich war.