Citation: 4A_281/2021 E. 3.3

3.3. Die Beschwerdeführerin macht zu Recht geltend, dass die Vorinstanz das erstinstanzliche Urteil nur scheinbar bestätigte. In Dispositiv-Ziffer 1a des erstinstanzlichen Urteils war die Beschwerdeführerin ohne Vorbehalt oder Bedingung dazu verurteilt worden, der Beschwerdegegnerin Fr. 108'625.-- nebst Zins zu 5 % seit 13. April 2015 zu bezahlen. Die Vorinstanz reduzierte diesen Betrag auf Fr. 44'005.-- nebst Zins zu 5 % seit 13. April 2015. Entsprechend verringerte sich der Gesamtbetrag, den die Beschwerdeführerin der Beschwerdegegnerin zu bezahlen hat, von Fr. 174'091.70 gemäss erstinstanzlichem Urteil auf Fr. 109'471.70 gemäss vorinstanzlichem Urteil. Damit obsiegte die Beschwerdeführerin mit ihrer Berufung teilweise, denn der Betrag, den sie der Beschwerdegegnerin gemäss Dispositiv zu bezahlen hat, wurde um Fr. 64'620.-- reduziert. Daran ändert nichts, dass die Vorinstanz gleichzeitig festhielt, die Berufung werde abgewiesen. Die vorinstanzliche Intervention diente nicht bloss der Klarheit. Es war nötig, dass die Vorinstanz das erstinstanzliche Dispositiv korrigiert. Denn die Erstinstanz hatte versäumt, den Honorarvorschüssen der Beschwerdeführerin im Dispositiv Rechnung zu tragen. Die Erstinstanz hatte nirgends festgehalten, dass die Honorarvorschüsse abzuziehen waren von den Beträgen, die es in sein Dispositiv aufgenommen hatte. Ganz im Gegenteil hatte die Erstinstanz in der Urteilsbegründung darauf hingewiesen, dass die Beschwerdeführerin den Betrag von Fr. 161'196.-- zuzüglich MWST von Fr. 12'895.70 an die Beschwerdegegnerin zu bezahlen habe. Dass die Erstinstanz die Honorarvorschüsse versehentlich übergangen hatte, legen auch ihre Erwägungen zur Verteilung der Prozesskosten nahe. Sie hatte nämlich festgehalten, die Beschwerdegegnerin obsiege mit ihrer Klage zu 65 %. Die Beschwerdegegnerin hatte ursprünglich Fr. 275'227.95 eingeklagt und diese Summe nachträglich auf Fr. 267'448.95 reduziert. Nimmt man 65 % der eingeklagten Summe, dann landet man ungefähr beim Betrag von Fr. 174'091.70, den die Beschwerdeführerin gemäss Dispositiv-Ziffer 1a des erstinstanzlichen Urteils der Beschwerdegegnerin hätte zahlen müssen. Daraus lässt sich schliessen, dass die Erstinstanz der Beschwerdegegnerin Fr. 174'091.70 zusprechen wollte und nicht den Betrag von Fr. 109'471.70, den die Vorinstanz der Beschwerdegegnerin zusprach. Dass die Erstinstanz die Honorarvorschüsse schlicht vergessen hatte, zeigt sich auch daran, dass sie anscheinend übersah, dass man einen Schuldner nicht unbesehen zur Bezahlung von Schuldzinsen verurteilen kann, soweit dieser bereits Honorarvorschüsse geleistet hat. Indem die Vorinstanz die erstinstanzliche Dispositiv-Ziffer 1a korrigierte, änderte sie die Rechtslage. Es ist daher unhaltbar, wenn die Vorinstanz erklärt, am Ergebnis ändere sich nichts, weshalb die Berufung vollumfänglich abzuweisen sei. Das Urteil der Erstinstanz war falsch und die Vorinstanz hat es teilweise korrigiert. Trotzdem auferlegte die Vorinstanz die gesamten Prozesskosten der Berufung der Beschwerdeführerin. Damit verletzte sie Bundesrecht.