Citation: 4A_633/2020 E. 3.3.3

3.3.3. Die Beschwerdeführerin übernimmt über weite Strecken die erstinstanzliche Beweiswürdigung. Damit zeigt sie nicht rechtsgenüglich auf, inwiefern die abweichende Einschätzung der Vorinstanz offensichtlich unzutreffend wäre, zumal das Bezirksgericht die E-Mail an den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin nicht in seine Beweiswürdigung einbezogen hatte. Zudem vermögen die Vorbringen der Beschwerdeführerin grundsätzlich nicht zu überzeugen: Sie führt selbst aus, sie habe in einer E-Mail vom 11. August 2016 deutlich gemacht, dass sie nur noch bereit gewesen sei, von künftigen Provisionen maximal 25 % leistungsunabhängig an die übrigen Partner abzugeben. Dies spricht dafür, dass die gegenseitige Beteiligung auch in Bezug auf allfällige Provisionen zum Geschäftsmodell der Zusammenarbeit gehörte und lässt sich mit jeweils freiwillig und auf blosses Zusehen hin erfolgten Zahlungen nicht in Einklang bringen. Die Annahme der Beschwerdeführerin, mit "künftigen Provisionen" seien sämtliche Provisionen ab dem 11. August 2016 gemeint, ist keineswegs zwingend, zumal sich die E-Mail vom 11. August 2016 auch an die übrigen Partner richtete. Willkür ist insoweit nicht dargetan. Selbst wenn sich der Beschwerdegegner im Oktober 2016 auf Diskussionen über seinen Provisionsanteil aus einer Immobilientransaktion vom 30. September 2016 eingelassen haben sollte, folgt daraus nicht unbedingt, dass vorgängig keine mündliche Vereinbarung geschlossen wurde, wonach ihm bis Ende 2016 ein genereller Anteil von 40 % an sämtlichen Provisionen der Beschwerdeführerin zugestanden hätte. Denn nach den Ausführungen der Beschwerdeführerin selbst machte er seine Zustimmung zu der abweichenden Aufteilung von der Bedingung abhängig, dass es zu einer schriftlichen Vereinbarung zwischen ihm, E.________ und F.________ komme, wonach er von den Provisionen der Beschwerdeführerin vorab den gesamten Anteil von 25 % erhalte, bis ein Totalbetrag von Fr. 3'200'000.-- erreicht sei. Es wäre durchaus denkbar, dass er auf die Übergangslösung zurückkommt, wenn er dafür eine ihm genehme Regelung für die Zukunft erreichen kann.