Citation: 6B_658/2021 E. 3.2

3.2. Die Vorinstanz nimmt an, die Beschwerdeführerin habe die neu zu beurteilenden Delikte während der (verlängerten) laufenden Probezeiten für die beiden Vorstrafen aus den Jahren 2012 und 2016 begangen. Bei der Frage des Widerrufs des (teil-) bedingten Strafvollzugs falle ins Gewicht, dass die Beschwerdeführerin einschlägig delinquiert und erneut Drogendelikte begangen habe. Sie habe mithin die ihr in der Vergangenheit gewährten Chancen mehrfach nicht genutzt. Zudem hätten sich die Lebensumstände der Beschwerdeführerin nicht grundlegend verändert, auch wenn diese mittlerweile aufgrund migrationsrechtlicher Bestimmungen aus der Schweiz weggewiesen worden sei und im Raum W.________ in X.________ lebe. Sie habe bereits in den Jahren 2016 und 2017 finanziell auf eigenen Beinen gestanden, sei von der Sozialhilfe losgekommen und habe dennoch im September 2017 wieder delinquiert. Sie habe überdies auch im Tatzeitpunkt für ihre - mittlerweile neun und zwanzig Jahre alten - Söhne zu sorgen gehabt. Ihre Bewährungsaussichten seien daher stark getrübt und es sei von einer ungünstigen Prognose auszugehen. Es sei demnach nicht anzunehmen, dass sich die Beschwerdeführerin allein durch den Vollzug der neu auszufällenden Strafe vor weiterer Delinquenz abhalten liesse. Sie habe im Anschluss an das Urteil vom 6. November 2012 bereits 10 Monate Freiheitsstrafe verbüsst. Trotz diesem Vollzug und der in den früheren sowie dem vorliegenden Verfahren ausgestandenen Untersuchungshaft sei sie im September 2017 erneut straffällig geworden. Angesichts dieser Umstände sei nicht zu erwarten, dass sich der Vollzug der für die in diesem Verfahren zu beurteilenden Taten auszufällenden Freiheitsstrafe von 28 Monaten in genügendem Masse abschreckend auf die Beschwerdeführerin auswirken werde. Umgekehrt lasse sich auch nicht annehmen, dass für die neue Strafe eine Schlechtprognose zu verneinen sei, wenn bloss der für die früheren Strafen gewährte (teil-) bedingte Vollzug widerrufen werde. Bereits mit der im Jahre 2012 ausgesprochenen teilbedingten Freiheitsstrafe von 24 Monaten sei der Beschwerdeführerin gegenüber zum Ausdruck gebracht worden, dass der Aufschub eines Teils der Strafe aus spezialpräventiver Sicht den Vollzug des anderen Teils erfordere. Die der Beschwerdeführerin damit und wiederholt zugebilligten positiven Bewährungsaussichten hätten sich gleichermassen wiederholt nicht erfüllt. Es sei daher nicht davon auszugehen, dass diese Variante eine genügende Warnwirkung erzielen würde. Der (teil-) bedingt aufgeschobene Vollzug der früheren Freiheitsstrafen sei daher zu widerrufen und eine Gesamtfreiheitsstrafe auszusprechen (angefochtenes Urteil S. 26, 28 ff.; vgl. auch erstinstanzliches Urteil S. 49 ff.).