Citation: 5A_363/2022 E. 3.1

3.1. Die Beschwerdeführerin macht eine Verletzung von Art. 6 Ziff. 1 EMRK geltend, weil das Kantonsgericht keine öffentliche und mündliche Verhandlung durchgeführt habe. Wie sich dem angefochtenen Entscheid entnehmen lässt und nicht bestritten ist, hat die Beschwerdeführerin im Laufe des vorinstanzlichen Verfahrens insgesamt zweimal um Durchführung einer entsprechenden Verhandlung ersucht. Das Kantonsgericht wies diese Anträge ab und führte ein ausschliesslich schriftliches Verfahren durch (vgl. vorne Bst. B.a). Aus dem Entscheid der Vorinstanz ergibt sich weiter zwar, dass die KESB die Parteien mehrfach angehört hat und diese an verschiedenen Behördensitzungen teilgenommen haben, nicht jedoch, dass im erstinstanzlichen Verfahren eine öffentliche und mündliche Verhandlung stattgefunden hätte (vgl. vorne Bst. A.b). Damit stellt sich die Frage von vornherein nicht, ob der Konventionsgarantie vor der KESB bereits Rechnung getragen wurde (vgl. in diesem Zusammenhang BGE 142 III 732 E. 3).