Citation: 2C_99/2020 E. 3.3.1

3.3.1. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers erlauben es die Bestimmungen über den Familiennachzug den Ehegatten nicht, ihre Ehe völlig frei zu gestalten. Der Anspruch auf Nachzug des Ehegatten setzt voraus, dass die Eheleute zusammenwohnen (Art. 42 Abs. 1 AuG). Getrennte Wohnorte bedürfen wichtiger Gründe (Art. 49 AuG). Der Beschwerdeführer beruft sich für seinen damaligen Wohnort in U.________ pauschal auf seine Arbeitsstelle in W.________ ab Februar 2014, ohne sich mit den vorinstanzlichen Erwägungen auseinanderzusetzen, wonach er eine gleichwertige Arbeitsstelle ohne Weiteres im Raum V.________ hätte antreten können und ent-sprechenden Suchbemühungen weder behauptet worden noch ersichtlich seien. Der Verweis auf das Urteil 2C_50/2010 vom 17. Juni 2010 geht offensichtlich fehl, weil in jenem Fall der Ehemann in der Verbundsicherheitsglasbranche tätig war und deshalb von vornherein nur in den Kantonen St. Gallen oder Bern arbeiten konnte mit Arbeitszeiten teilweise vor 6 Uhr bis nach 19 Uhr, während seine Ehefrau in Zürich einen Betrieb führte. Ein zwingender Grund für den Arbeitsort W.________ fehlt im vorliegenden Fall, unabhängig davon, dass eine tägliche oder zumindest gelegentliche Rückkehr aufgrund der Arbeitszeiten und der Länge des Arbeitsweges möglich gewesen wäre. Folglich bestehen keine wichtigen Gründe für getrennte Wohnsitze und hat die eheliche Gemeinschaft lediglich bis Ende Januar 2014 und damit knapp zwei Monate gedauert. Daran ändert die pauschale Behauptung nichts, wonach der Ehewille noch bis Ende 2016 bestanden haben soll. Was sodann den Freispruch vom "Vorwurf der Scheinehe" betrifft, hat die Vorinstanz ausführlich dargelegt, weshalb der Beschwerdeführer daraus nichts für die Dauer der ehelichen Gemeinschaft ableiten kann (vgl. E. 3.1.1 des angefochtenen Urteils). Damit setzt sich die Beschwerde nicht auseinander. Keine Rolle spielt schliesslich die formelle Ehedauer von über fünf Jahren. Die Voraussetzung einer dreijährigen ehelichen Gemeinschaft in der Schweiz ist offensichtlich nicht erfüllt. Der Beschwerdeführer kann aus Art. 50 Abs. 1 lit. a AuG keinen Aufenthaltsanspruch ableiten.