Citation: 2C_632/2022 E. C

Daraufhin gelangte die Steuerpflichtige am 2. März 2021 an die Steuerrekurskommission des Kantons Thurgau. Mit Entscheid vom 24. August 2021 gelangte diese zur Gutheissung der Rechtsmittel (unter Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheids und Rückweisung der Sache zur neuen Veranlagung). Die Steuerrekurskommission erwog, dass die Steuerpflichtige durchwegs, also nicht nur am Jahresende, die erbrachten Arbeiten jeweils im Folgemonat fakturiere. Die Verbuchung erfolge einstweilen auf den Konti "Angefangene Arbeiten" und "Bestandesänderungen an angefangenen Arbeiten". Die Bezeichnung "Angefangene Arbeiten" greife zwar zu kurz, gehe es doch auch um die Verbuchung bereits erbrachter, aber noch nicht fakturierter Leistungen. Da aber eine erfolgswirksame Verbuchung erfolge, liege kein Verstoss gegen die Abgrenzungsregeln ("matching of cost and revenue") vor. Das gewählte Vorgehen bewege sich insgesamt im Rahmen des Ermessensspielraums, welcher der Steuerpflichtigen von Handelsrechts wegen zukomme. Die Darstellung erfolge transparent, neben der Stetigkeit seien auch die Grundsätze der Vorsicht, der Bilanzwahrheit und Bilanzklarheit erfüllt, zumal die Jahresrechnung von der Revisionsstelle genehmigt worden sei.