Citation: U 357/06 28.02.2007 E. 4

Zu prüfen ist, ob zum Zeitpunkt des Einspracheentscheides weiterhin unfallkausale Beschwerden bestanden und wie sich diese allenfalls auf die Arbeitsfähigkeit auswirkten. 4.1 Aus den Unterlagen geht hervor und es ist unbestritten, dass die HWS der Versicherten bereits vor dem Unfall erheblich vorgeschädigt war. Ebenfalls ist erstellt, dass sich die Beschwerdeführerin bei der Auffahrkollision vom 22. April 2001 ein HWS-Distorsionstrauma (nebst einer Ellbogenkontusion) zuzog (Bericht des Dr. med. C.________ vom 11. Juli 2001). Entgegen ihren Vorbringen war sie vor dem Unfall nicht beschwerdefrei. Anlässlich der Untersuchung durch Dr. med. S.________ vom 14. Februar 2005 gab sie an, schon vor dem Unfall unter Nackenschmerzen gelitten und sich aus diesem Grund (physio-) therapeutischer Behandlung unterzogen zu haben. Diese Schmerzen waren nach Angaben der Beschwerdeführerin indessen bedeutend weniger ausgeprägt als die nach dem Unfall aufgetretenen und hätten auf die Therapie gut angesprochen. 4.2 Die Ärzte, welche die Beschwerdeführerin untersuchten, konnten mit Ausnahme unfallfremder arthrotischer und degenerativer Veränderungen der HWS keine pathologischen somatischen Befunde ausmachen (kreisärztliche Untersuchungen vom 31. August 2001, 5. Juni 2002 und 26. Mai 2003; neurologische Exploration durch Dr. med. W.________ vom 12. Oktober 2002; Bericht des Hausarztes Dr. med. C.________ vom 25. April 2002; 3-Phasenszintigraphie durch Dr. med. L.________, FMH für Radiologie, Medical Imaging, vom 15. Juli 2002). In der Analyse dieser Befunde führte Dr. med. H.________ aus, die im MRI sichtbar gemachten, mehrere Segmente betreffenden Störungen sprächen weit eher gegen als für eine traumatische Einwirkung. 4.3 Dass die Ausführungen des Dr. med. H.________ nicht auf eigenen Untersuchungen beruhen, stellt deren Beweistauglichkeit nicht zum Vornherein in Frage. Auch Aktengutachten kann voller Beweiswert zukommen, sofern es im Wesentlichen nur um die ärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichtes U 492/00 vom 31. Juli 2001, E. 3d, auszugsweise publ. in: RAMA 2001 Nr. U 438 S. 345). Im Rahmen der Beurteilung durch Dr. med. H.________ ging es um eine kritische Würdigung der bereits vorhandenen Berichte, nachdem die Versicherte in ihrer Einsprache verschiedene Einwände gegen die kreisärztliche Beurteilung hatte erheben lassen. Dr. med. H.________ durfte in Anbetracht der bereits erfolgten umfassenden Untersuchungen, die im Wesentlichen zu übereinstimmenden Ergebnissen geführt hatten, von eigenen Explorationen absehen. Seine Einschätzungen entsprechen den weiteren Anforderungen, welche praxisgemäss erfüllt sein müssen, damit einem Arztbericht volle Beweiskraft zuerkannt werden kann (vgl. BGE 125 V 351 E. 3a S. 352). Wenn Dr. med. H.________ - in Übereinstimmung mit dem Kreisarzt - zum Schluss kam, die Versicherte könne theoretisch ganztägig eine (alters-) angepasste Erwerbstätigkeit ausüben, kann darauf grundsätzlich abgestellt werden. 4.4 Zu prüfen ist, ob der Bericht des Dr. med. S.________ zu einem anderen Schluss führt. In seinem Bericht vom 14. Februar 2005 hielt der Neurologe fest, die Beschwerdeführerin leide an einem HWS-Distorsionstrauma mit chronischem myofaszialem Zervikalsyndrom und Verdacht auf Traumatisierung der degenerativ veränderten HWS. Bezugnehmend auf sich nicht bei den Akten befindliche HWS-Funktionsaufnahmen, ein Computertomogramm (CT) der HWS sowie eine Magnetresonanzuntersuchung (MRI) der HWS (alle am 7. Februar 2005 im Institut X.________ für Radiologie angefertigt) stellte er folgende Diagnosen: "1. Erhebliche, mehrsegmentale degenerative Veränderungen der HWS, am stärksten ausgeprägt in den Bewegungssegmenten C4/C5 bis C6/C/7