Citation: 6B_442/2019 E. 1.3.3

1.3.3. Die Frage nach einem Wechsel in einen Beruf, der besser auf die körperliche Beeinträchtigung Rücksicht nimmt und in welchem deswegen die Leistungsfähigkeit nicht oder weniger stark eingeschränkt ist (vgl. Art. 6 Satz 2 ATSG), stellt sich hier nicht. Zur Annahme einer schweren Körperverletzung genügt es, wenn die verletzte Person in ihrer angestammten Tätigkeit arbeitsunfähig ist, zumal die in Art. 122 StGB vorausgesetzte Schwere der Körperverletzung auch aufgrund des Umstandes gegeben wäre, dass der verletzten Person dadurch ein Berufswechsel aufgezwungen wird (Urteil 6B_26/2011 vom 20. Juni 2011 E. 2.4.2; vgl. BERNARD CORBOZ, Les infractions en droit suisse, Vol. I, 2010, S. 125 Rz. 10, der bei möglicher Umschulung von einer Arbeitsunfähigkeit ausgeht, wenn der Berufswechsel mit erheblichen Opfern [" sacrifices "] verbunden ist). Somit ist unerheblich, ob sich die Einschränkung auf alle Tätigkeiten erstreckt, die für die betroffene Person infrage kommen, sie also auch in einer bestmöglich auf die Beeinträchtigung abgestimmten Arbeit eingeschränkt bleibt. Zudem reicht eine teilweise Arbeitsunfähigkeit (Urteil 6P.54/2002 vom 22. November 2002 E. 2.1.1; vgl. auch Urteil 6S.341/2005 vom 27. Oktober 2005 E. 1.4 [Erwerbsunfähigkeit von 30 %]). Als "andere schwere Schädigung des Körpers oder der (...) Gesundheit" im Sinne von Art. 122 Abs. 3 StGB kommt eine Beeinträchtigung in Frage, die mit den in Abs. 2 genannten Sachlagen von der Schwere her vergleichbar ist. Dies trifft u.a. auf eine (nicht bleibende) Arbeitsunfähigkeit zu, wenn sie von langer Dauer ist (BGE 124 IV 53 E. 2 S. 57; erwähntes Urteil 6B_26/2011 E. 2.4.2). Steht nach dem Gesagten eine nicht unerhebliche bleibende Verminderung der Arbeitsfähigkeit im Sinne von Abs. 2 fest, bedarf es keines Rückgriffs auf die Generalklausel von Abs. 3. Was den subjektiven Tatbestand angeht, kann der Beschwerdeführer aus dem Umstand, dass der Angriff in erster Linie auf den Kopf gerichtet war, die bleibenden Schädigungen aber an Hand und Schulter eintraten, nichts für sich ableiten. Diese Folgen sind vom Eventualvorsatz gleichermassen erfasst, zumal es in der Natur der Sache liegt, dass eine Person, welcher mit der Faust ins Gesicht geschlagen wird, stürzt und sich dabei Folgeverletzungen zuzieht. Im Übrigen stellt der Beschwerdeführer den subjektiven Tatbestand (angefochtenes Urteil S. 25) zu Recht nicht infrage.