Citation: 6B_116/2023 E. A

A.a. Am 15. September 2018, um ca. 02.15 Uhr, kam es auf der U.________strasse in V.________ zu einem tödlichen Verkehrsunfall. Nach ersten Erkenntnissen war davon auszugehen, dass B.________ mit einem Personenwagen auf der U.________strasse in V.________ mit massiv übersetzter Geschwindigkeit in Richtung Kieswerk fuhr. In einer langgezogenen Rechtskurve schleuderte das Fahrzeug und geriet links von der Strasse ab. Es kollidierte mit einem Stromverteilkasten, wurde total beschädigt und die Türe hinten links abgerissen. Der auf der Rücksitzbank links aussen sitzende C.________ geriet dabei aus dem Fahrzeug und landete im Wiesland. Die alarmierte Notärztin stellte seinen Tod fest. Im Fahrzeug befanden sich drei weitere Personen. Eine weitere Gruppe bestehend unter anderem aus D.________ hielt sich mit einem weiteren Fahrzeug bei den dortigen Kiesparkplätzen auf. A.b. Im Rahmen des gegen B.________ eröffneten Strafverfahrens wegen eventualvorsätzlicher Tötung, qualifizierter grober Verletzung der Verkehrsregeln etc. beauftragte die Staatsanwaltschaft Graubünden gestützt auf Art. 312 StPO am 17. September 2018 die Kantonspolizei mit der Ermittlung des Sachverhaltes. Im entsprechenden Ermittlungsauftrag wurde unter anderem angeordnet, das Mobiltelefon von D.________ sicherzustellen und hinsichtlich allfälliger Videos und Bilder der Unfallfahrt oder dieser vorangegangenen Fahrten auszuwerten. Gemäss Sicherstellungsprotokoll vom 15. September 2018 willigte D.________ der Auswertung seines Mobiltelefons ein. Soweit ersichtlich hat D.________ nie eine Siegelung beantragt bzw. Einsprache gegen die Durchsuchung seines Mobiltelefons erhoben. Im Rahmen der Auswertung seines Mobiltelefons wurden Videoaufzeichnungen vom 29. April 2018, vom 19. Juni 2018, vom 5. September 2018 sowie vom 3., 15. und 17. Mai 2018 gesichtet, die auf ein mögliches strafbares Verhalten von A.________ hindeuteten, weshalb die Staatsanwaltschaft Graubünden die Strafuntersuchung mit Verfügung vom 21. März 2019 auf ihn ausdehnte. A.c. Die Staatsanwaltschaft Graubünden wirft A.________ vor, am 29. April 2018 frühmorgens in Chur die erlaubte Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h um 49-54 km/h überschritten zu haben (Anklageziffer 1.1). Weiter habe er am 19. Juni 2018 auf der Deutschen Strasse zwischen Chur und Trimmis die geltende Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h um netto 58 km/h überschritten. Kurze Zeit später habe er auf dem Churweg die geltende Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h um netto 25 km/h überschritten (Anklageziffer 1.2, Absatz 1 und 2). Am 5. September 2018 soll A.________ ein Fahrzeug auf der Bondastrasse gelenkt haben und dabei während der Fahrt zum Seitenfenster hinausgestiegen sein, sich auf die Fahrertür gesetzt und das Fahrzeug mit dem Fuss gelenkt haben (Anklageziffer 1.3). Schliesslich habe A.________ am 3. Mai 2018, 15. Mai 2018 und 17. Mai 2018 E.________ bzw. D.________ sein Fahrzeug zur Benutzung überlassen, die beide über keinen gültigen Führerausweis verfügt haben (vgl. Anklageziffer 1.4).