Citation: 1B_79/2019 E. A

A.________ wurde am 25. März 2017 um 5.15 Uhr von der Polizei in seiner Wohnung festgenommen und vom Zwangsmassnahmengericht des Kantons Wallis mit Verfügung vom 27. März 2017 in Untersuchungshaft versetzt. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, bei seiner Verhaftung ein Gewehr und Munition auf sich getragen und die Waffe direkt gegen die Polizisten gerichtet zu haben. Zuvor habe er im Streit zwei Türen innerhalb der Wohnung eingetreten und seiner Familie gedroht, zuerst die beiden Kinder im Alter von zwei und vier Jahren, dann seine Ehefrau und schliesslich sich selbst zu erschiessen. Er sei jedoch betrunken gewesen und habe mit dem Gewehrverschluss Probleme gehabt, sodass er von den eintreffenden Polizisten habe überwältigt werden können. Das Zwangsmassnahmengericht bejahte Kollusionsgefahr und erwog, dass auch gewichtige Gründe für die Annahme von Ausführungsgefahr bestünden. A.________ wurde am 11. August 2017 zur stationären Behandlung und Begutachtung in eine psychiatrische Klinik eingewiesen und am 1. September 2017 wieder zurück ins Untersuchungsgefängnis gebracht. In der Folge hob das Zwangsmassnahmengericht gestützt auf einen Antrag der Staatsanwaltschaft mit Verfügung vom 17. Oktober 2017 die Haft auf und ordnete stattdessen Ersatzmassnahmen an. Es verpflichtete A.________, sich mindestens einmal pro Woche einer ambulanten therapeutischen Massnahme zu unterziehen, verbot ihm, Alkohol, Cannabis und andere Betäubungsmittel zu konsumieren, was mindestens einmal wöchentlich amtlich zu kontrollieren sei, und wies ihn an, einer regelmässigen, sinnvollen und mindestens halbtägigen Tagesstruktur (z.B. bei der Stiftung Atelier Manus in Brig) nachzugehen. Zur Begründung führte es an, dass gemäss dem Austrittsbericht der Universitären Psychiatrischen Dienste Bern (UPD Bern) vom 5. September 2017 und dem forensisch-psychiatrischen Gutachten vom 2. Oktober 2017 eine Ausführungsgefahr für Drohungen oder andere impulsive Handlungen nicht ausgeschlossen werden könne. Obwohl keine Hinweise auf eine schwere affektive Erkrankung ersichtlich seien und eine Psychose als sehr unwahrscheinlich erscheine, bestünden nach wie vor Gründe für die Annahme von Ausführungsgefahr, insbesondere bei Konsum von Alkohol und Cannabis. Diese Gefahr sollte jedoch zukünftig durch Ersatzmassnahmen gebannt werden können. Das Zwangsmassnahmengericht bestätigte die Ersatzmassnahmen in der Folge mehrfach, letztmals mit Verfügung vom 7. August 2018. Es erwog, A.________ habe sich in den letzten Monaten offensichtlich mehrfach nicht an die gerichtlichen Anordnungen gehalten. Die Therapeutin habe erklärt, die Therapiesitzungen seien zwar in Ordnung gewesen, doch habe er immer wieder mit gesuchten Ausreden Termine abgesagt. Von einer eigentlichen Therapie könne man nicht sprechen. Zudem habe A.________ mehrfach das Abstinenzgebot missachtet, da die CDT-Werte vom 13., 22. und 30. Juni 2018 auf einen übermässigen Alkoholkonsum hindeuteten und die THC-Kontrolle vom 31. Januar 2018 positiv ausgefallen sei. Die Ersatzmassnahmen hielt das Zwangsmassnahmengericht dennoch weiterhin für hinreichend, wobei es A.________ mahnte, diese würden widerrufen, wenn er sich weiterhin nicht daran halte. Das Kreisgericht I für die Bezirke Brig, Östlich-Raron und Goms sprach A.________ mit Urteil vom 10. Oktober 2018 der mehrfachen versuchten vorsätzlichen Tötung, der Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte und der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz für schuldig und verurteilte ihn zu einer Freiheitsstrafe von 39 Monaten sowie einer Busse. Insgesamt rechnete es ihm 300 Tage auf die Strafe an (213 Tage für die ausgestandene Untersuchungshaft und 87 Tage für die Ersatzmassnahmen). Die Freiheitsstrafe schob es zu Gunsten einer ambulanten Massnahme auf (Art. 63 Abs. 1 und 2 StGB). Gleichzeitig verlängerte es die bisherigen Ersatzmassnahmen. Gegen das Urteil erhob A.________ am 21. November 2018 Berufung ans Kantonsgericht Wallis. Am 8. Januar 2019 erliess das Kantonsgericht einen Festnahmebefehl. Tags darauf wurde A.________ von der Polizei festgenommen. Mit Entscheid vom 16. Januar 2019 hob das Kantonsgericht die Ersatzmassnahmen auf und ordnete Sicherheitshaft an.