Citation: 2C_861/2018 E. 2

Der Beschwerdeführer rügt, die Vorinstanz habe sich im angefochtenen Urteil wiederholt auf alte, längst verjährte strafrechtliche Verurteilungen bezogen, was Art. 13 BV verletze und gegen Art. 369 Abs. 3 des Schweizerischen Strafgesetzbuches vom 21. Dezember 1937 (StGB; SR 311.0) verstosse, wonach eine gerichtlich zu einer Busse, Geldstrafe oder bedingten Freiheitsstrafe verurteilte Person mit Ablauf von zehn Jahren als nicht vorbestraft gelte. Nach Art. 367 Abs. 7 und Abs. 8 StGB müssten die Daten nach Ablauf der besagten Frist vernichtet und dürften nicht mehr gegen die betroffene Person verwendet werden. Entsprechend würde die Verwertung solcher Daten einem absoluten Verbot unterliegen und könnten die im Strafregister gelöschten Verurteilungen nicht mehr im Verfahren gegen den Beschwerdeführer verwendet werden. Bei den im Strafregister noch ersichtlichen Verurteilungen des Beschwerdeführers handle es sich um Bagatelldelikte im Sinne von Art. 132 Abs. 3 Schweizerische Strafprozessordnung vom 5. Oktober 2007 (StPO; SR 312.0), aus welchen keine genügend schwere Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung durch den Beschwerdeführer hervorgehe, sei doch der Beschwerdeführer zu Bussen in der Höhe von Fr. 150.-- und Geldstrafen bis zu 30 Tagessätzen, mit einer einmaligen Ausnahme einer Geldstrafe von 100 Tagessätzen, verurteilt worden. Im Strafmass würde auch das sehr geringe Verschulden des Beschwerdeführers zum Ausdruck kommen. Die strafrechtlichen Verurteilungen, welche noch berücksichtigt werden könnten, seien keinesfalls mit den Fällen vergleichbar, in welchen das Bundesgericht einen Widerruf der Niederlassungsbewilligung geschützt habe. Auch die private Verschuldung des Beschwerdeführers müsse stark relativiert werden, habe er doch seine Schulden von insgesamt Fr. 124'401.-- (Stand: 10. Januar 2013) innert nur gerade viereinhalb Jahren auf gut einen Drittel, Fr. 46'000.-- (Stand: Juli 2017), reduzieren können, und müsse dieser Umstand positiv gewertet werden. Im Übrigen erweise sich der Widerruf seiner Niederlassungsbewilligung angesichts des langen Aufenthalts von fast 30 Jahren, seiner vollständigen Integration, seiner Familienverhältnisse, der ständigen Erwerbstätigkeit und der fehlenden Sozialhilfeabhängigkeit als unverhältnismässig, zumal die vorrangig zu berücksichtigenden Kindesinteressen (Art. 3 Abs. 1 und Art. 9 Abs. 4 des Übereinkommens vom 20. November 1989 über die Rechte des Kindes [KRK; SR 0.107]) und das verfassungsmässig geschützte Familienleben (Art. 13 BV und Art. 8 EMRK) einen Entscheid zu Gunsten des Beschwerdeführers nahe legen würden. Gegen eine Ausweisung des Beschwerdeführers würde auch sprechen, dass er der religiösen Minderheit der Torbschen angehöre, im Kosovo noch immer gewalttätige Auseinandersetzungen aus religiösen Gründen stattfinden würden und entsprechende Personen stets gefährdet seien. Gesamthaft betrachtet würden die privaten Interessen des Beschwerdeführers das öffentliche Interesse an seiner Ausreise überwiegen.