Citation: 9C_568/2020 E. 6.2.2

6.2.2. Der vorinstanzliche Schluss, wonach die therapeutischen Möglichkeiten bisher nicht ausgeschöpft seien und diesbezüglich Optimierungspotenzial bestehe (angefochtener Entscheid E. 4.2 S. 17), entspricht der Beurteilung der asim-Psychiaterin. So führte diese aus, es könne anhand der Aktenlage nicht genau abgeschätzt werden, inwieweit in der Therapie eine Auseinandersetzung mit den dysfunktionalen Bewältigungsmustern beziehungsweise die Erarbeitung alternativer Umgangsstrategien der Schmerzwahrnehmung und Dekonditionierung stattfinde. Auch fänden sich keine Angaben der Verwendung psychoedukativer Methoden oder einer psychotherapeutisch begleiteten körperlichen Exposition, was im Sinne einer leitliniengerechten Behandlung der chronischen Schmerzstörung stattfinden sollte. Ebenfalls erscheine nicht ganz nachvollziehbar, warum bei der Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung von der Etablierung einer antidepressiven Medikation mit der Begründung vermeintlicher "allergischer Reaktionen" abgesehen worden sei (Psychiatrisches Teilgutachten Ziff. 7.4 S. 15). Aus dieser Schilderung geht zum einen hervor, dass die Expertin grundsätzlich (auch hinsichtlich der dysfunktionalen Bewältigungsmuster), insbesondere aber im Zusammenhang mit der depressiven Symptomatik, weitere Behandlungsmöglichkeiten sah. Sodann beurteilte sie diese Möglichkeiten zumindest hinsichtlich der Depression explizit als nicht ausgeschöpft und ging damit - entgegen der Vorbringen - nicht von einer lege artis durchgeführten Behandlung aus. Dass die Vorinstanz in konkreter Beweiswürdigung der Gutachterin gefolgt ist, ist nicht offensichtlich unrichtig.