Citation: 9C_651/2016 E. 3.2

3.2. Wie die IV-Stelle sinngemäss zu Recht einwendet, verhält es sich nicht ohne weiteres so, dass die gutachterliche Arbeitsunfähigkeitsschätzung weiterhin Bestand hat, wenn einzelne, zu ihrer Begründung angeführte Diagnosen wegfallen. Wenn die Vorinstanz nun allerdings das SMAB-Gutachten vom 22. Mai 2014 dahingehend interpretiert, dass vor allem die schwere Somatisierungsstörung die attestierte Arbeitsunfähigkeit begründet, und daraus sinngemäss schliesst, die Arbeitsunfähigkeitsschätzung behalte auch bei geänderter Befundung ihre Gültigkeit, ist dies nicht offensichtlich unrichtig. Denn den Ausführungen des Dr. med. E.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, im SMAB-Teilgutachten vom 19. März 2014) lässt sich entnehmen, dass es vor allem die schwere Somatisierungsstörung ist, welche die Versicherte in ihrer Leistungsfähigkeit massgeblich einschränkt, indem sich ihr gesamter fast wahnhafter Gedankengang nur noch um ihre Beschwerden drehe und andere Denkinhalte kaum mehr möglich seien. Der Gutachter schloss denn auch aus dieser maximalen gedanklichen Fixierung, dass die Flexibilität und Umstellungsfähigkeit sowie die Entscheidungs- und Urteilsfähigkeit der Versicherten stark limitiert und auch ihre Fähigkeiten zur Anwendung fachlicher Kompetenzen und die Durchhaltefähigkeit beeinträchtigt seien. Es ist nachvollziehbar, dass die davon ausgehenden Einschränkungen ausschlaggebend und auch allein ausreichend waren für die gutachterliche Einschätzung, der Versicherten sei die bisher ausgeübte Tätigkeit als Buchhalterin in leitender Stellung nicht mehr zumutbar und sie könne lediglich noch eine Tätigkeit mit klar vorgegebener Struktur in einem Pensum von 50 % ausüben. Aus diesen Gründen kann dem von der Vorinstanz daraus gezogenen Schluss, die von Dr. med. E.________ festgestellte Einschränkung um 50 % habe auch bei im erwähnten Sinne geänderter Diagnosestellung weiterhin Bestand, ohne weiteres gefolgt werden.