Citation: 6B_663/2019 E. 1.2

1.2. Die Vorinstanz erwägt, der Strafantrag nenne zwei verschiedene Tatsachverhalte (verbaler Streit, Faustschläge). Für einen Strafantrag allein der Faustschläge wegen hätte es der Nennung des verbalen Streits nicht bedurft. So sei die Strafverfolgungsbehörde gehalten gewesen, beide Sachverhalte abzuklären (angefochtenes Urteil E. 2.5). Nach der Rechtsprechung bringt der Strafantragsteller in der Regel einen bestimmten Sachverhalt zur Anzeige, während die rechtliche Würdigung der Handlung Sache der Behörde ist. Das Tatgeschehen "Beschimpfung" ist ausreichend umschrieben und der Strafantrag gültig, wenn festgehalten wird, der Antragsteller sei vom Verletzer beschimpft worden (BGE 131 IV 97 E. 3.1 S. 98 und E. 3.3 S. 99). Der Antrag ist somit gültig, wenn er konkrete Tatsachen nennt, die auf ihre Strafbarkeit hin geprüft werden sollen. Bei Verwendung eines genormten Antragsformulars, in welchem einzig eine bestimmte Straftat (z.B. "Drohung") genannt wird, hängt die Gültigkeit des Strafantrags davon ab, ob die polizeiliche Behörde, bei welcher er eingereicht wird, in der Lage ist, die betreffende Angabe im Hinblick auf die Einleitung des Vorverfahrens (vgl. Art. 303 Abs. 1 StPO) einem bestimmten Sachverhalt zuzuordnen (Urteile 6B_1340/2018 vom 15. Februar 2019 E. 2.5 und 6B_1297/2017 vom 26. Juli 2018 E. 1.1 [publ. in: SJ 2019 I 282] mit Hinweisen auf die Doktrin; vgl. auch Urteil 6B_942/2017 vom 5. März 2018 E. 1.2). Sinngemäss anzuwenden ist diese Rechtsprechung in Fällen wie dem vorliegenden, wo nicht eine bestimmte Straftat genannt, sondern stichwortartig auf einen Sachverhalt Bezug genommen wird. Die Voraussetzung, dass die polizeiliche Behörde in der Lage ist, die betreffende Angabe einem bestimmten Sachverhalt zuzuordnen, ist hier erfüllt: Beide Parteien der Auseinandersetzung meldeten den Vorfall unmittelbar danach an die Einsatzzentrale der Polizei. Im Bericht der Regionalpolizei Wettingen-Limmattal vom 10. Juni 2016 ist zwar von der Prügelei und nicht auch von der Beschimpfung die Rede. Im Rahmen der folgenden weiteren Untersuchungen hat die Kantonspolizei dann aber den Beschwerdeführer und A.________ zur Sache einvernommen. Bei beiden Befragungen ging es auch um die gegenseitigen Beschimpfungen (Einvernahmeprotokolle vom 7. Juni und 1. Juli 2016). Damit erschloss sich, auf welche Tatsachen sich der Strafantrag bezieht. Die betreffenden Sachverhalte müssen nicht notwendigerweise bereits zum Zeitpunkt der Antragstellung aktenmässig erfasst sein; es genügt, wenn zu diesem Zeitpunkt feststeht, dass sachbezügliche Erhebungen folgen werden.