Citation: 6B_94/2024 E. 2.3.3

2.3.3. Die Vorinstanz zeigt auf, dass die Ausführungen des Beschwerdeführers zu den Geschehnissen am Tatort ständig änderten. Dieser habe einmal kein Messer, ein anderes Mal ein von C.________ aus der Jackentasche behändigtes Messer gesehen und gemäss einer dritten Variante beobachtet, wie Letzterer etwas - vermutlich eine Waffe - im Handschuhfach des Autos gesucht habe. Vor Vorinstanz habe er abermals einen neuen Tatablauf geschildert, gemäss welchem C.________ ein Messer dem Handschuhfach entnommen habe, worauf er (Beschwerdeführer) eingegriffen habe und in der Folge das Messer zu Boden gefallen sei. Im Kampf habe er es behändigen können und damit auf C.________ eingestochen. Anschliessend habe er sich schnellen Schrittes entfernt und das Messer von C.________ auf ein Dach bzw. einen Überstand geworfen (vgl. Urteil E. II. Ziff. 23 S. 29-34 und E. II. Ziff. 37 S. 54 f.). Die Vorinstanz stellt fest, der Beschwerdeführer habe erstmals in seiner dritten Einvernahme das Handschuhfach thematisiert (vgl. Urteil E. II. Ziff. 22 S. 31 und Ziff. 37 S. 51). Es entziehe sich einer Erklärung, weshalb sich C.________ diesem vom Fahrersitz aus hätte zuwenden sollen, zumal er zum Tatzeitpunkt ein Klappmesser auf sich getragen habe, das er hätte benutzen können. Dieses habe sichergestellt werden können, jedoch keine (DNA-) Spuren des Beschwerdeführers aufgewiesen, weshalb es als Tatwaffe ausscheide (vgl. Urteil E. II. Ziff. 37 S. 51 f.). Von einem Kampf und der "Entsorgung" der Tatwaffe sei bis zur vorinstanzlichen Hauptverhandlung nie die Rede gewesen. Es sei offensichtlich, dass der Beschwerdeführer sein Aussageverhalten der Aktenlage angepasst habe und eine Erklärung habe finden müssen, um C.________ nach wie vor als Auslöser (bzw. Aggressor) der Auseinandersetzung erscheinen zu lassen (Urteil E. II. Ziff. 23 S. 34 und E. II. Ziff. 37 S. 58). Es sei indessen kein Grund ersichtlich, weshalb C.________ den Beschwerdeführer hätte angreifen sollen (Urteil E. II. Ziff. 37 S. 52). Initiant des Treffens sei der Beschwerdeführer gewesen und das von C.________ am Tattag (teilweise) aufgezeichnete Gespräch bestätige, dass dieser nicht mit dem Beschwerdeführer habe reden wollen (Urteil E. II. Ziff. 21 S. 26, E. II. Ziff. 22 S. 28 und E. II. Ziff. 37 S. 50 mit Verweis auf die kantonalen Akten, pagina 0443: "Du bist zu mir gekommen. Verschwinde. Ich habe nichts mit dir zu reden."). Ferner setzt sich die Vorinstanz eingehend mit dem Verletzungsbild von C.________ auseinander: Gemäss dem rechtsmedizinischen Ergänzungsgutachten habe dieser Stich- und keinerlei Schnittverletzungen aufgewiesen. Die Verletzungen insbesondere an der Rückseite der Schulter und der Rückseite des linken Oberschenkels könnten damit erklärt werden, dass sich C.________ durch Hochheben der Beine und Abdrehen des Oberkörpers von der Gewalteinwirkung habe schützen wollen. Die Verletzungen an der Rumpfseite liessen sich damit erklären, dass er zum Schutz die Arme und Hände vor den Kopf genommen und damit die Verletzungsorte freigegeben habe. Die Verletzungen am linken Oberschenkel seien sodann nicht plausibel, wenn eine auf dem Fahrersitz positionierte Person versuchen würde, eine ausserhalb des Autos befindliche Person anzugreifen. In einer solchen Situation würde nämlich das Gewicht des Angreifers auf Gesäss und Oberschenkel liegen, womit diese Region am wenigsten wahrscheinlich zugänglich wäre (Urteil E. II. Ziff. 20 S. 25). Die Vorinstanz gelangt zum Ergebnis, die gutachterlichen Erkenntnisse stützten die nachvollziehbaren Aussagen von C.________, wonach er zu keinem Zeitpunkt eine Stichwaffe hervor genommen habe. Sie verdeutlichten, dass der vom Beschwerdeführer vorgebrachte Kampf nicht zutreffen könne (Urteil E. II. Ziff. 37 S. 52).