Citation: 5P.21/2000 09.06.2000 E. 5

5.- a) Das Kantonsgericht hat sich eingehend mit der Auffassung der Beschwerdeführer befasst, die Erblasserin habe das strittige Testament unter dem massiven Druck der anwesenden Beschwerdegegnerin G.________ verfasst, der sie keinen Widerstand entgegenzusetzen vermocht habe. Es weist auf die Möglichkeit hin, dass sich jemand beim Abfassen seines Testaments assistieren lässt, um bei Bedarf Daten nachfragen oder sich bei Unsicherheiten in der Formulierung beraten lassen zu können. Die beigezogene Person brauche dies nicht dazu auszunützen, auf den Inhalt der letztwilligen Verfügung Einfluss zu nehmen. Im Übrigen sei zu bedenken, dass die vorangegangenen Testamente Wort für Wort von einem Notar (dem Beschwerdeführer F.________) entworfen worden seien. Die kantonale Berufungsinstanz hält schliesslich dafür, der von der Graphologin S.________ als stressbedingt bezeichnete Unterschied zwischen der Unterschrift der Erblasserin auf dem strittigen Testament vom 25. Dezember 1996, die als weniger gut gesteuert erscheine, und derjenigen auf der am 14. Feb-ruar 1997 (zu Gunsten der Beschwerdegegnerin G.________) ausgestellten Vollmacht lasse sich auch dadurch erklären, dass die Unterschrift im ersten Fall den Abschluss eines sich über eineinhalb Seiten erstreckenden handgeschriebenen Textes gebildet habe, während sie im zweiten Fall lediglich auf einem weitgehend fertig erstellten Dokument angebracht worden sei. Die Beschwerdeführer setzen sich mit diesen Erwägungen des Kantonsgerichts nicht eigentlich auseinander. In erster Linie tragen sie ihre eigene Sicht der Dinge vor, wonach die Erblasserin das strittige Testament nach Vorlage oder gemäss Diktat von G.________ gefertigt habe und sich des Inhalts dessen, was sie geschrieben habe, nicht bewusst gewesen sei. Dieser Schluss dränge sich einerseits deshalb auf, weil die Erblasserin nach Aussage der Zeugin P.________ schon zwei Tage später nur noch gewusst habe, dass sie etwas unterschrieben habe, nicht aber was. Auffällig seien andererseits auch der im Testament enthaltene Nachsatz, wonach die Anordnungen von der Erblasserin persönlich stammten und aus deren eigenem Willen handschriftlich getroffen und unterschrieben worden seien, und die Tatsache, dass im Testament beispielsweise die genauen Adressen samt den Postleitzahlen der Bedachten angegeben worden seien. Die Vermutungen der Beschwerdeführer sind nicht als unmöglich von der Hand zu weisen. Indessen drängt sich der Schluss, die Dinge müssten sich tatsächlich so zugetragen haben, nicht mit einer Intensität auf, die die Auffassung des Kantonsgerichts als vollkommen unhaltbar erscheinen liesse. Die Anwesenheit von G.________ beim Abfassen der strittigen letztwilligen Verfügung durch die Erblasserin spricht nicht zwingend dafür, dass diese auf entsprechenden Druck das Testament so und nicht anders formuliert hat. Dass die Erblasserin schon sehr kurze Zeit nach dessen Errichtung nicht mehr gewusst haben soll, was sie unterschrieben habe, kann durchaus mit der vom Kantonsgericht festgehaltenen Abnahme der Leistungsfähigkeit ihres Gedächtnisses hinsichtlich neuer Eindrücke erklärt werden und führt nicht zwingend zur Annahme, sie sei im massgeblichen Zeitpunkt urteilsunfähig gewesen. In diesem Punkt erscheint die Willkürrüge mithin als unbegründet. b) Willkürlich sind die tatsächlichen Feststellungen des Kantonsgerichts nach Ansicht der Beschwerdeführer ferner auch deshalb, weil der Inhalt des Testaments vom 25. Dezember 1996 unmöglich dem freien Willen der Erblasserin entsprungen sein könne. So habe die Erblasserin ihre beste Freundin A.________ (die Beschwerdeführerin Nr. 1), die sie in ihren vorangegangenen letztwilligen Verfügungen stets berücksichtigt habe, nicht mehr bedacht, ohne dass sie in diesem Punkt die früheren Anordnungen ausdrücklich widerrufen hätte. Gegen einen klaren Sinn der Erblasserin im Zeitpunkt der Testamentsabfassung spreche ausserdem die Einsetzung von H.________, zu dem sie seit langem keinen Kontakt mehr gepflogen habe und der übrigens nicht zu ihrer Beerdigung erschienen sei, als hälftigen Universalerben. Auch diese Umstände zeigten, dass es G.________, die das Testament sofort eingesteckt habe, gelungen sein müsse, auf die Erblasserin einzuwirken. Diese weitgehend appellatorischen Vorbringen sind wiederum nicht geeignet, den Willkürvorwurf zu begründen: Der Testamentsinhalt kann nur in einem ganz extremen Fall Indiz für die fehlende Urteilsfähigkeit des Verfügenden sein (vgl. BGE 43 II 739 E. 3 S. 744). Eine solche Situation ist hier nicht dargetan: Die Erklärung, zwischen der im strittigen Testament übergangenen A.________ und der Erblasserin habe eine enge Freundschaft bestanden, findet in den Feststellungen des Kantonsgerichts ebenso wenig eine Stütze wie der Hinweis, G.________ habe das Testament gleich nach seiner Errichtung behändigt. Die Beschwerdeführer machen nicht geltend, dass sie im kantonalen Verfahren auf diese Umstände aufmerksam gemacht hätten. Die Vorbringen sind mithin neu und hier daher unbeachtlich (dazu BGE 119 II 6 E. 4a S. 7; 118 III 37 E. 2a S. 38 f.). Der Ansicht, für die Begünstigung von H.________ seien keine Motive ersichtlich, stehen die Ausführungen des Kantonsgerichts gegenüber, wonach die Erblasserin im Zeitpunkt, da sie und ihr Ehemann sich in einem Ehevertrag gegenseitig möglichst begünstigt hätten, für den Fall des Nachversterbens letztwillig verfügt habe, dass ihr ganzes Vermögen den beiden Stiefsöhnen zukommen solle. Die kantonale Berufungsinstanz hebt ausserdem hervor, dass das gute Einvernehmen zwischen diesen und der Erblasserin in den Jahren 1981/82, nach dem Tod von K.________, zwar gestört worden sei, dass die Missstimmung bei einer verlässlicheren Rechtsberatung bezüglich der erwähnten ehevertraglichen Abmachung jedoch gar nicht hätte aufkommen müssen. Von willkürlichen Annahmen des Kantonsgerichts kann unter den dargelegten Umständen auch aus dieser Sicht nicht die Rede sein. c) Die Beschwerdeführer bringen des Weitern vor, die Erblasserin habe P.________, die für sie seit Jahren die laufenden Angelegenheiten samt Bankverkehr besorgt habe, noch am Tage nach Weihnachten 1996 erklärt, sie wolle keine andere Vollmachtträgerin als sie. Im Widerspruch dazu und trotz der Einsetzung eines Willensvollstreckers in der Person von F.________ habe sie dann am 15. Februar (richtig: 14. Februar) 1997 der Beschwerdegegnerin G.________ eine Vollmacht ausgestellt. Deren Rechtsvertreter habe die Vollmacht ohne Notwendigkeit beglaubigt und in der Beglaubigungsformel ausserdem überflüssigerweise darauf hingewiesen, dass sich die Vollmachtgeberin im Zustand der Verfügungsfähigkeit befunden habe. Es ist nicht klar, ob die Beschwerdeführer mit diesen Ausführungen den Verdacht eines erbschleicherischen Verhaltens von G.________ zu erhärten suchen oder ob es ihnen darum geht, ein zusätzliches Indiz für die von ihnen geltend gemachte Desorientiertheit der Erblasserin vorzutragen. Soweit die Vorbringen aus novenrechtlicher Sicht überhaupt zu hören sind, sind sie auf jeden Fall rein appellatorischer Natur und unbehelflich. d) In ihren Ausführungen über die Zeugenaussagen zu den intellektuellen Fähigkeiten der Erblasserin und zu deren Fähigkeit, nach freiem Willen zu handeln, setzen sich die Beschwerdeführer mit der eingehenden Würdigung im angefochtenen Urteil in keiner Weise auseinander. Sie wiederholen denn auch fast wörtlich das in der Verhandlung der kantonalen Instanz appellatorisch Vorgetragene. Es fehlt mit andern Worten auch in diesem Punkt eine den gesetzlichen Anforderungen genügende Begründung.