Citation: 9C_299/2022 E. 3.1

3.1. Die Vorinstanz hat hinsichtlich der ab 1. Dezember 2019 von der Beschwerdegegnerin bezogenen und mit der Pensionierung per 1. Januar 2020 weiter ausgerichteten Rentenleistung darauf geschlossen, dass es sich dabei materiell betrachtet um die in "Altersrente" umbenannte Invalidenrente handle. Ein neuer Versicherungsfall (Alter) sei jedenfalls nicht eingetreten. Daran änderten insbesondere weder die missverständliche und unglückliche Wortwahl der Beschwerdegegnerin im Schreiben vom 26. Februar 2020 noch die neue Überentschädigungsberechnung etwas. Dem vom Beschwerdeführer erhobenen Anspruch auf eine AHV-Ersatzrente fehle es aber insbesondere auch an einer inneren Rechtfertigung. So diene die Ersatzrente dem Ausgleich der Einkommenslücke, die durch den unterschiedlichen Beginn der Leistungen der ersten und zweiten Säule (im Falle einer Pensionierung) entstehe (ordentliches Pensionsalter bei der C.________: 64 Jahre). Im vorliegenden Fall habe eine solche Einkommenslücke allerdings zu gar keinem Zeitpunkt vorgelegen, der Beschwerdeführer habe nämlich stets die halbe Rente der IV ausgerichtet bekommen. Die Zusprechung einer AHV-Ersatzrente würde bei ihm deshalb nicht zur bezweckten Schliessung einer Einkommenslücke, sondern zu einem Zusatzeinkommen führen. Eine wörtliche Auslegung der Bestimmung betreffend die AHV-Ersatzrente stehe offensichtlich nicht im Einklang mit dem Sinn und Zweck der Rente, Einkommenslücken abzumildern. Nach Treu und Glauben habe der Beschwerdeführer nicht davon ausgehen dürfen, dass die Bestimmung auch auf Bezüger einer Invalidenrente, die in eine Altersrente umbenannt worden sei, Anwendung finde. Es bestehe kein Anspruch auf eine AHV-Ersatzrente.