Citation: 5A_894/2013 E. 4.2

4.2. Der Beschwerdeführer interpretiert § 26 Abs. 2 und 4 EGBGB dahingehend, dass der Widerruf bzw. die Aufhebung einer Verfügung von Todes wegen nur in Form einer neuen Verfügung von Todes wegen möglich sei und sich diese Bestimmungen gerade nicht auf alle Aufhebungshandlungen und -arten erstrecke, was das Kantonsgericht willkürlich verkannt habe. Nicht willkürlich ist zunächst, wenn das Kantonsgericht befunden hat, die in § 26 Abs. 1 EGBGB aufgestellten Formerfordernisse gälten gemäss § 26 Abs. 4 EGBGB nicht nur für Testamente, sondern für alle Verfügungen von Todes wegen, namentlich auch für Erbverträge, entspricht dies doch der übereinstimmenden Aussagen in den gängigen Kommentaren zum BGB ( DÖRNER, in: J. von Staudingers Kommentar zum Bürgerlichen Gesetzbuch, Rz. 29 zu § 26 EGBGB; SCHURIG, in: Soergels Kommentar zum Bürgerlichen Gesetzbuch, Rz. 4 zu § 26 EGBGB; THORN, in: Palandts Kurzkommentar zum Bürgerlichen Gesetzbuch, Rz. 1 zu § 26 EGBGB). Hingegen erscheint die Interpretation des Beschwerdeführers von § 26 Abs. 2 EGBGB, wonach der Widerruf bzw. die Aufhebung wiederum als letztwillige Verfügung erfolgen müsse und deren Formerfordernissen zu genügen habe, bei der blossen Gesetzeslektüre nicht abwegig. Willkür in der Rechtsanwendung liegt indes nicht schon vor, wenn eine andere Lösung ebenfalls vertretbar oder sogar vorzuziehen wäre, sondern erst, wenn die gewählte Lösung offensichtlich unhaltbar ist (BGE 134 II 124 E. 4.1 S. 133; 136 I 316 E. 2.2.2 S. 318 f.). Das Kantonsgericht hat erwogen, dass eine systematische und teleologische Auslegung der Bestimmung einzig den Schluss zulassen könne, dass mit dem "Widerruf" nicht nur das einseitige Rechtsgeschäft gemeint sein könne, sondern die gemeinsame Aufhebung zweiseitiger Rechtsgeschäfte umfasst sein müsse, zumal es widersinnig wäre, die gültige Begründung eines Erbvertrages nach den Formen eines ausländischen Rechtes zuzulassen, das Gleiche aber für die Aufhebung zu verneinen. Die Aufhebung könne deshalb nach den Formvorschriften des schweizerischen Rechts erfolgen, welches in Art. 513 ZGB nur die einfache Schriftlichkeit verlange. Das Kantonsgericht hat sich bei diesen Überlegungen auf die übereinstimmende Meinungsäusserung in den gängigen Kommentaren gestützt, wonach der zur Beseitigung einer Verfügung von Todes wegen erforderliche actus contrariusebenfalls an der erleichterten Formanknüpfung teilhaben soll, weshalb davon auszugehen sei, dass die in Abs. 1 berufenen Rechtsordnungen alternativ auch für die Formgültigkeit von Aufhebungsverträgen massgebend seien ( DÖRNER, a.a.O., Rz. 39 zu § 26 EGBGB; SCHURIG, a.a.O., Rz. 16 zu § 26 EGBGB; THORN, a.a.O., Rz. 5 zu § 26 EGBGB). Das Kantonsgericht hat sich demnach von sachlichen Kriterien leiten lassen und kann sich dabei auf die einschlägigen Kommentare berufen; somit ist keine Willkür in der Rechtsanwendung ersichtlich.