Citation: 6A.37/2002 21.08.2002 E. 3

3.1 Im Zusammenhang mit dem Kriterium der Massnahmeempfindlichkeit verweist die Vorinstanz auf ihre eigene Praxis. Danach kann eine mittelgradig erhöhte Massnahmeempfindlichkeit nur angenommen werden, wenn der Fahrzeuglenker auf das Auto nicht nur als Fortbewegungsmittel angewiesen ist, sondern die Benützung eines Motorfahrzeugs für den Transport von Material und Werkzeugen, die ihrerseits eine unabdingbare Voraussetzung für die Berufsausübung darstellen, unumgänglich beziehungsweise erforderlich ist. Dem Beschwerdeführer werde die Durchführung seiner Kundenbesuche durch den Führerausweisentzug weder verunmöglicht noch in unzumutbarer Weise erschwert. Die Besuche könnten durchaus auf andere Art und Weise organisiert und sichergestellt werden. Die Vorinstanz erwägt überdies, eine Sanktionsempfindlichkeit falle in erster Linie bei unbescholtenen Fahrzeugführern ins Gewicht, nicht aber bei Lenkern, bei denen sich bisherige Massnahmen als wirkungslos erwiesen hätten. Derjenige, dessen automobilistischer Leumund bereits belastet sei, könne sich weniger auf seine besondere Massnahmeempfindlichkeit berufen als ein Fahrer, gegen den bisher noch keine Massnahmen verhängt worden seien. Die Umtriebe im vorliegenden Fall vermöchten höchstens eine leicht überdurchschnittliche Massnahmeempfindlichkeit zu begründen, die leicht massnahmemindernd zu berücksichtigen sei (Urteil Verwaltungsgericht, S. 11 ff. lit. dd). 3.2 Der Beschwerdeführer macht geltend, die Auffassung der Vorinstanz, eine Sanktionsempfindlichkeit falle in erster Linie bei unbescholtenen Fahrzeugführern ins Gewicht, sei bundesrechtswidrig. Der nochmalige Vorwurf des Rückfalls bei der beruflichen Angewiesenheit führe dazu, dass diesem ein übermässiges Gewicht zugemessen werde, was unzulässig sei (Beschwerde, S. 11 f. Ziff. 20). Im Übrigen sei die Feststellung der Vorinstanz, er bedürfe des Fahrzeuges nur als Fortbewegungs- und nicht als Transportmittel, offensichtlich unrichtig. Schon in der Eingabe vom 27. Oktober 2000 an das Strassenverkehrsamt des Kantons Aargau habe er dargetan, dass er als Geschäftsführer seiner Glückwunschkartenfirma persönlich im Aussendienst tätig sei. Dabei müsse er auf Abruf zur Verfügung stehen und selber Karten ausliefern. Er habe für die Auffüllung des Warenlagers beim Kunden besorgt zu sein. Bei seinen Kundenbesuchen (täglich vier bis fünf Kunden im Raum Basel/Aargau/Innerschweiz/Zürich mit einem Zeitaufwand von 2 bis 2,5 Stunden pro Kunde) führe er daher umfangreiches Material mit sich. Die Vorinstanz sei willkürlich, gänzlich unbegründet und erstmals von einem andern Sachverhalt ausgegangen, ohne darüber trotz des in der Beschwerde beantragten Beweismittels der Parteibefragung Beweis zu erheben. Es sei nun schlechterdings nicht ersichtlich, wie er ohne Fahrzeug seine berufliche Tätigkeit ausführen solle. Er sei daher in erheblichem Masse massnahmeempfindlich (Beschwerde, S. 10 f. Ziff. 18 und 19).