Citation: 5A_560/2023 E. 3.1

3.1. Anlass zur Beschwerde gibt vorab der Entscheid der Vorinstanz, im kantonalen Rechtsmittelverfahren unter Hinweis auf Art. 322 Abs. 1 ZPO von der Einholung einer Beschwerdeantwort abzusehen. Die Beschwerdeführerin findet, dass das Obergericht die zitierte Norm willkürlich anwende. Nachdem es die Beschwerde ausdrücklich als zulässig erachte, könne von einer qualifizierten Unzulässigkeit, wie sie Art. 322 Abs. 1 ZPO voraussetze, nicht die Rede sein. Eine offensichtliche Unbegründetheit sei nur sehr zurückhaltend anzunehmen, etwa wenn gar keine Begründung vorgebracht werde oder sich diese klarerweise als unberechtigt erweise. Weiter reklamiert die Beschwerdeführerin, dass aus der Urteilsbegründung nicht nachvollziehbar hervorgehe, weshalb die Beschwerde offensichtlich unbegründet sein soll und auf ein kontradiktorisches Beschwerdeverfahren verzichtet wurde. Damit sei ihr Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 53 ZPO, Art. 29 Abs. 2 BV und Art. 6 Ziff. 1 EMRK) verletzt. Im selben Zusammenhang will die Beschwerdeführerin wegen fehlender Unabhängigkeit und Unparteilichkeit sowie wegen ungleicher und ungerechter Behandlung der Parteien ausserdem eine Verletzung von Art. 29 Abs. 1 und Art. 30 Abs. 1 BV sowie Art. 6 Ziff. 1 EMRK ausgemacht haben. Anstatt einen Schriftenwechsel durchzuführen, habe das Obergericht seine "schützende Hand" über die Beschwerdegegnerin gehalten, ihre Perspektive eingenommen und sich ihre Standpunkte zu eigen gemacht. Die ungleiche Behandlung erblickt die Beschwerdeführerin darin, dass sie ihre Position in ihrer kantonalen Beschwerde ausführlich habe begründen, während die Beschwerdegegnerin die Beschwerde nicht einmal habe lesen und sich nur kursorisch zur Frage der aufschiebenden Wirkung habe äussern müssen; daraus habe das Obergericht ihre Standpunkte für die materielle Beurteilung dann "imaginiert".