Citation: 8C_919/2014 E. 4.6

4.6. Die Anspruchsvoraussetzungen nach Art. 8 Abs. 1 AVIG und damit der Versicherungsschutz gegen Unfälle gemäss Art. 2 UVAL hängen nach der Meldung beim Arbeitsamt nicht von der Geltendmachung des Anspruchs auf Arbeitslosenentschädigung ab. Bei der Geltendmachung des Entschädigungsanspruchs für jede Kontrollperiode im Sinne von Art. 20 AVIG in Verbindung mit Art. 29 Abs. 2 AVIV handelt es sich nicht um eine Anspruchsvoraussetzung im Sinne von Art. 8 Abs. 1 AVIG, auf welche Bestimmung Art. 2 und Art. 3 UVAL verweisen. Beginn und Ende der Versicherung richten sich vielmehr nach der erstmaligen (Art. 3 Abs. 1 UVAL) bzw. der letztmaligen (Art. 3 Abs. 2 UVAL) Erfüllung der Anspruchsvoraussetzungen nach Art. 8 AVIG. Es wäre auch nicht praktikabel, wenn die Versicherungsdeckung der Unfallversicherung während der Einstellung der Leistungen ruhen würde. Die Betroffenen müssten während dieser Zeit jeweils eine Abredeversicherung abschliessen. Waren die Voraussetzungen von Art. 8 Abs. 1 AVIG erfüllt, erlischt der Versicherungsschutz der SUVA nach Wegfall der Arbeitslosigkeit (zufolge Aufnahme einer neuen Arbeitsstelle, Abmeldung bei der Arbeitslosenversicherung usw.) oder bei dauernder Vermittlungsunfähigkeit (vgl. dazu SVR 2011 UV Nr. 2 S. 5). Um die Rechtssicherheit zu gewährleisten, muss dieser Umstand eingestanden oder durch Verfügung festgestellt worden sein. Dies war vorliegend nicht der Fall. Erst mit Schreiben vom 22. April 2005 und damit nach dem Unfallereignis teilte das RAV der Versicherten mit, dass sie per 22. April 2005 (wohl infolge unfallbedingter Arbeitsunfähigkeit) von der Arbeitsvermittlung abgemeldet worden sei.