Citation: 1C_668/2021 E. 3.3

3.3. Die Beschwerdeführerin macht in erster Linie geltend, es gehe nicht an, die Einsprachelegitimation auf den LRV-Mindestabstand zu reduzieren. Sie beruft sich auf ein Kurzgutachten von Prof. Arnold Marti, das empfehle, für die Abgrenzung der Legitimation vom doppelten Mass des vorsorglichen Mindestabstands auszugehen. Damit würden einerseits Popularbeschwerden wirksam vermieden, andererseits der Tatsache Rechnung getragen, dass die Beschwerdelegitimation im Zusammenhang mit Umweltbeeinträchtigungen nicht erst dann gegeben sei, wenn Belastungsgrenzwerte erreicht werden. Der vom Amt für Umwelt berechnete LRV-Mindestabstand betrage im vorliegenden Fall 162 m. Wer im Umkreis von 324 m wohne, müsse folglich einspracheberechtigt sein. Im Übrigen seien bei einem Geflügelstall mit 12'500 Aufzuchthennen gemäss zwei kürzlich publizierten Studien je nach Wind- und Wetterverhältnissen bis zu einem Abstand von 400 m mit zwar möglicherweise nicht übermässigen, aber doch sehr unangenehmen Gerüchen zu rechnen, dies insbesondere bei Föhn- und Schönwetterlagen, bei denen man sich gerne im Freien aufhalte. Die Beschwerdeführerin verweist auf verschiedene Entscheide des Bundesgerichts, die eine grosszügigere Abgrenzung der Legitimation bei Geruchsimmissionen vorgenommen bzw. geschützt hätten (Urteile 1A.254/1999 vom 17. Juli 2000 E. 2d/bb; 1C_ 198/2012 vom 26. November 2012 E. 1).