Citation: 1P.309/2003 17.07.2003 E. B

Gegen das obergerichtliche Urteil meldete der amtliche Verteidiger, Rechtsanwalt C.________, in Absprache mit der Angeklagten, fristgerecht kantonale Nichtigkeitsbeschwerde an. Mit Schreiben vom 17. Februar 2003 stellte die Angeklagte beim Kassationsgericht des Kantons Zürich ein Gesuch um Wechsel des amtlichen Verteidigers. Sie begründete dies damit, das Vertrauensverhältnis zu Rechtsanwalt C.________ sei zerstört, dieser verweigere den persönlichen Kontakt zu ihr, beschränke sich auf schriftlichen Kontakt und habe zwei Unterlassungen begangen, welche zu ihrer Verurteilung geführt hätten. Mit Schreiben vom 7. März 2003 hielt die Angeklagte an ihrem Gesuch fest und führte zusätzlich aus, im Jahre 2001 habe Rechtsanwalt C.________ selber vom Mandat entbunden werden wollen, doch habe das Bezirksgericht Horgen den entsprechenden Antrag abgelehnt. Im Übrigen wiederholte sie im Wesentlichen die bereits erwähnten Vorwürfe an ihren amtlichen Verteidiger. Am Ende des Schreibens hielt die Angeklagte ausdrücklich fest, sie wünsche unbedingt, dass Rechtsanwalt C.________ die kantonale und die eidgenössische Nichtigkeitsbeschwerde an die Kassationsinstanzen "ausführe". Mit Verfügung vom 11. März 2003 stellte der Vizepräsident des Kassationsgerichts dem amtlichen Verteidiger Kopien der beiden Schreiben der Angeklagten zur Stellungnahme zu. Mit Schreiben vom 24. März 2003 äusserte sich dieser zum Begehren der Angeklagten und wies deren Vorwürfe gegen seine Mandatsführung zurück. Überdies führte er aus, als er die Verfügung vom 11. März 2003 erhalten habe, habe er den Entwurf für die kantonale Nichtigkeitsbeschwerde praktisch vollständig ausgearbeitet und diktiert gehabt. Den Entwurf habe er der Angeklagten zukommen lassen, so dass sie genügend Zeit gehabt habe, ihm Korrekturwünsche durchzugeben, was sie mit Fax vom 20. März 2003 getan habe. Ebenso habe er ihr mitgeteilt, dass er die Eingabe am 24. März 2003 einreichen werde. Gleichzeitig mit seinem Schreiben vom 24. März 2003 reichte Rechtsanwalt C.________ denn auch die kantonale Nichtigkeitsbeschwerde beim Zürcher Kassationsgericht ein. Drei Tage zuvor, am 21. März 2003, hatte die Angeklagte ihrem amtlichen Verteidiger sowie dem Kassationsgericht per Fax sinngemäss mitgeteilt, dass sie nicht wolle, dass dieser, ohne sich mit ihr abzusprechen, am 24. März 2003 die kantonale Nichtigkeitsbeschwerde einreiche. Am 27. März 2003 erhob die Angeklagte, vertreten durch Rechtsanwalt Raffael J. Weidmann, beim Kassationshof des Bundesgerichts eidgenössische Nichtigkeitsbeschwerde gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich vom 5. Dezember 2002. Wegen Hängigkeit der kantonalen Nichtigkeitsbeschwerde wurde das bundesgerichtliche Verfahren einstweilen sistiert.