Citation: 1P.82/2003 30.05.2003 E. 5

5.1 Zunächst macht die Beschwerdeführerin sinngemäss geltend, das angefochtene Urteil verstosse gegen den Grundsatz "in dubio pro reo" als Beweislastregel, indem das Obergericht nur festhalte, es könne "mit genügender Sicherheit" davon ausgegangen werden, dass sie den Beschwerdegegner unter Waffendrohung vom Wegtransport der Möbel abgehalten habe. Das klinge, als ob es ihr zu wenig gelungen sei, ihre Unschuld zu beweisen. Im angefochtenen Urteil wird die Verurteilung nicht mit dem Argument begründet, die Angeklagte habe ihre Unschuld nicht nachgewiesen. Ebenso wenig ergibt sich aus dem Urteil, das Obergericht sei von der falschen Meinung ausgegangen, die Beschwerdeführerin hätte ihre Unschuld zu beweisen. Vielmehr liegt dem Schuldspruch eine ganze Indizienkette zugrunde. Die blosse Feststellung, gestützt auf die Erwägungen der Vorinstanz und die eigenen Überlegungen des Obergerichtes könne mit genügender Sicherheit davon ausgegangen werden, dass die Beschwerdeführerin den Beschwerdegegner unter Vorhaltung einer Waffe am Möbeltransport gehindert habe, drückt lediglich aus, dass das Obergericht keine ernsthaften Zweifel an der Schuld der Angeklagten hat. Dies stellt keinen Verstoss gegen den Grundsatz "in dubio pro reo" als Beweislastregel dar. Analoges gilt für den Umstand, dass das Obergericht die Sachverhaltsschilderung der Beschwerdeführerin für nicht überzeugend erachtet. Wägt das Obergericht zwischen der Glaubwürdigkeit der Beschwerdeführerin einerseits und jener von Drittpersonen (Ärzte, mittelbare Zeugen) andererseits ab, kann darin keine Umverteilung der Beweislast erblickt werden.