Citation: 2P.135/2002 20.06.2002 E. 4

Ist die Verwaltungsgerichtsbeschwerde mangels Anspruch auf Aufenthaltsbewilligung ausgeschlossen, kommt subsidiär die staatsrechtliche Beschwerde in Betracht (Art. 84 Abs. 2 OG). Mangels Rechtsanspruchs fehlt es aber in Bezug auf die Verweigerung einer Anwesenheitsbewilligung am rechtlich geschützten Interesse und damit an der Legitimationsvoraussetzung (nach Art. 88 OG) für die Ergreifung der staatsrechtlichen Beschwerde (BGE 122 II 186 E. 2 S. 192; 121 I 267 E. 2 S. 268 f.; 118 Ib 145 E. 6 S. 153). Deshalb ist vorliegend auf die staatsrechtliche Beschwerde nicht einzutreten, soweit die Verweigerung der Aufenthaltsbewilligung materiell angefochten wird. Unabhängig vom Vorliegen eines Rechtsanspruchs und damit auch ohne Legitimation in der Sache selbst (Art. 88 OG) kann mit staatsrechtlicher Beschwerde die Verletzung von Verfahrensgarantien gerügt werden, deren Missachtung eine formelle Rechtsverweigerung darstellt (sog. "Star-Praxis"; BGE 114 Ia 307 E. 3c S. 312 f.; 127 II 161 E. 3b S. 167, mit Hinweisen). Einzutreten ist daher auf die Vorbringen der Beschwerdeführerinnen, im kantonalen Verfahren sei Art. 29 Abs. 3 BV verletzt worden, weil das Wirtschaftsdepartement ihnen die unentgeltliche Rechtspflege verweigert habe. Die genannte Verfassungsbestimmung verschafft einer bedürftigen Partei Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege und - wenn sie eines solchen bedarf - auf Ernennung eines unentgeltlichen Rechtsbeistands, sofern das in Frage stehende Verfahren für sie nicht aussichtslos ist (vgl. BGE 124 I 1 E. 2a S. 2). Als aussichtslos sind nach der Rechtsprechung Prozessbegehren anzusehen, bei denen die Gewinnchancen beträchtlich geringer sind als die Verlustgefahren und die deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet werden können (BGE 124 I 304 E. 2c S. 306). Dies ist vorliegend der Fall: Es wurde bereits dargelegt, dass die Beschwerdeführerinnen klarerweise keinen Anspruch auf eine Aufenthaltsbewilligung mehr hatten, nachdem die Beschwerdeführerin 1 nicht mehr mit ihrem Ehemann zusammenwohnte (E. 3.1). Getrennten Ehegatten wird sodann nach der im angefochtenen Entscheid dargelegten (im Ermessensbereich liegenden) kantonalen Praxis die Aufenthaltsbewilligung, welche im Rahmen des Familiennachzugs erteilt worden ist, nur dann erneuert, wenn sie mindestens fünf Jahre in der Schweiz als Eheleute zusammengelebt haben. Da diese Voraussetzung hier offensichtlich nicht erfüllt war, durfte das Wirtschaftsdepartement die Eingabe der Beschwerdeführerinnen zulässigerweise als aussichtslos einstufen und die unentgeltliche Rechtspflege verweigern. Die staatsrechtliche Beschwerde erweist sich mithin als offensichtlich unbegründet, soweit auf sie einzutreten ist.