Citation: 9C_696/2022 E. 3.2.1

3.2.1. Werde der ganze Kinderabzug nur demjenigen Elternteil zugestanden, der die Unterhaltsbeiträge erhalte, so sei dieser rechts- und systemwidrig begünstigt, während der Alimente bezahlende Elternteil dadurch benachteiligt werde, dass ihm sein Anteil des Kinderabzugs nicht gewährt werde, obwohl er zusätzlich zu den gezahlten Alimenten noch anteilig die Lasten der Obhut mittrage. Wenn unter Umständen wie den hier gegebenen der Kinderabzug bei alternierender Obhut (zu je 50%) den Eltern je hälftig gewährt werde, so werde dieser Abzug je Kind nur einmal zugestanden, weshalb eine Kumulation insoweit nicht stattfinde. Der Abzug sei weiter notwendig, um zu berücksichtigen, dass der Alimenten zahlende Elternteil zusätzlich zur Ausgleichsleistung in Form von Unterhaltsbeiträgen die Hälfte der direkten Betreuungsleistungen für seine Kinder trage. Diese zusätzlichen Unterhaltsleistungen würden sich von den Alimentenzahlungen unterscheiden, so dass ihnen durch den möglichen Abzug der Unterhaltsbeiträge nicht Rechnung getragen werde. Wenn die Vorinstanz all dies ausser Acht lasse, so liege darin nebst einer Verletzung von Art. 127 Abs. 2 BV ein Verstoss gegen das Rechtsgleichheitsgebot und das Diskriminierungsverbot von Art 8 Abs. 3 BV.