Citation: I 72/03 09.09.2003 E. 2

Streitig und zu prüfen ist vorab, inwieweit die Beschwerdeführerin gesundheitsbedingt in der Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist. 2.1 Verwaltung und Vorinstanz stellen hiebei auf das MEDAS-Gutachten vom 28. Februar 2001 ab. Darin wird aus rheumatologischer Sicht einerseits ein Cervicobrachialsyndrom rechts und anderseits ein tendomyotisches Panvertebralsyndrom diagnostiziert, wobei eine starke psychogene Komponente gegeben scheine. Letzteres wird im psychiatrischen Konsilium bestätigt. Danach leidet die Versicherte an einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung mit depressiven Anteilen, aber auch mit einer Tendenz zur Ausgestaltung, letztere als Ausdruck regressiver Tendenzen der Explorandin. Der begutachtende Neurologe schliesslich beschreibt ebenfalls eine chronische Cervicobrachialgie rechts im Rahmen eines ausgedehnten Schmerzsyndroms ohne zugrunde liegendes oder begleitendes hartes neurologisches Substrat. Zusammenfassend wird in der Expertise auf eine Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit aufgrund einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung und eines chronischen Cervicobrachialsyndroms geschlossen. Nach Einschätzung der MEDAS-Fachärzte ist die Versicherte aus medizinischer Sicht - die psychosozialen Faktoren ausgeklammert - in allen körperlich leichten bis mittelschweren Tätigkeiten unter Vermeidung von Zwangshaltungen und häufigen Überkopfarbeiten zu 50 % arbeitsfähig. Diese Beurteilung gilt für die zuletzt ausgeübte mittelschwere Tätigkeit in der Fabrikation wie auch für alle anderen körperlich adaptierten Betätigungen. Die Feststellungen im MEDAS-Gutachten beruhen auf eingehenden polydisziplinären Abklärungen und sind in Kenntnis der wesentlichen medizinischen Vorakten sowie unter Berücksichtigung der geklagten Beschwerden getroffen worden. Die von den Experten gezogenen Schlussfolgerungen zu Gesundheitszustand und Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin werden eingehend und, insbesondere auch hinsichtlich der fachübergreifenden Zusammenhänge, nachvollziehbar begründet. Verwaltung und Vorinstanz haben daher zu Recht den Beweiswert des Gutachtens für die sich stellende Frage der Restarbeitsfähigkeit bejaht (vgl. BGE 125 V 352 Erw. 3a mit Hinweis) und auf weitere medizinische Abklärungen verzichtet. An dieser Beurteilung vermögen die Vorbringen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde nichts zu ändern. 2.2 Im Wesentlichen wird eingewendet, dass die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin aufgrund eines Fibromyalgiesyndroms nur noch 25 % für körperlich ausgesprochen leichte Tätigkeiten betrage. Dieses in mehreren Arztberichten bestätigte Leiden sei im MEDAS-Gutachten fälschlicherweise und ohne Begründung verneint worden. Gemäss dem rheumatologischen Konsiliararzt liegt ein eigentliches Fibromyalgiesyndrom nicht vor. Zusammenfassend führen die MEDAS-Experten sodann aus, das bestehende chronische Schmerzsyndrom entspreche diagnostisch einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung. Rein klinisch imponiere dieses vorwiegend unilaterale Schmerzsyndrom weniger als Fibromyalgie im engeren Sinn denn als tendomyotisches Panvertebralsyndrom. Typisch seien für die somatoforme Schmerzstörung auch die damit verbundene Neurasthenie und die depressiven Anteile, welche im konkreten Fall ebenfalls nachzuweisen seien. Die MEDAS-Experten schliessen ein Fibromyalgiesyndrom also nicht etwa kategorisch aus. Sie führen das die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigende, sich vorwiegend durch Schmerzen in der rechten Körperhälfte manifestierende Beschwerdebild der Versicherten aber nicht auf dieses Leiden zurück, sondern machen hiefür ein chronisches Cervicobrachialsyndrom in Verbindung mit einer psychischen Komponente im Sinne einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung verantwortlich. Dies wird, insbesondere auch in den interdisziplinären medizinischen Zusammenhängen, entgegen der in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde vertretenen Auffassung schlüssig begründet. Die von der Beschwerdeführerin genannten Arztberichte führen zu keinem anderen Ergebnis, zumal sich darin zwar die Diagnose eines Fibromyalgiesyndroms findet, nicht aber eine Aussage zu der für die Beurteilung entscheidenden Frage, ob und inwieweit die Arbeitsfähigkeit deswegen eingeschränkt sein soll. Die besagte Diagnosestellung durch andere Ärzte vermag daher ebenso wenig wie die nicht näher begründeten Arbeitsunfähigkeits-Bescheinigungen der Hausärztin in den rechtserheblichen Gesichtspunkten die Auffassungen und Schlussfolgerungen der MEDAS-Gutachter derart zu erschüttern, dass davon abzuweichen ist (vgl. BGE 125 V 354 Erw. 3c in fine) oder ein weiterer Abklärungsbedarf bejaht werden kann.