Citation: 1B_254/2007 29.11.2007 E. 4

Der Beschwerdeführer bestreitet sodann das Bestehen eines besonderen Haftgrundes, namentlich von Fluchtgefahr. 4.1 Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtes braucht es für die Annahme von Fluchtgefahr eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass sich der Angeschuldigte, wenn er in Freiheit wäre, der Strafverfolgung und dem Vollzug der Strafe durch Flucht entziehen würde. Die Schwere der drohenden Strafe darf als ein Indiz für Fluchtgefahr gewertet werden. Sie genügt jedoch für sich allein nicht, um den Haftgrund zu bejahen. Vielmehr müssen die konkreten Umstände des betreffenden Falles, insbesondere die gesamten Lebensverhältnisse des Angeschuldigten, in Betracht gezogen werden (BGE 125 I 60 E. 3a S. 62; 117 Ia 69 E. 4a S. 70, je mit Hinweisen). So ist es zulässig, die familiären und sozialen Bindungen des Häftlings, dessen berufliche Situation und Schulden sowie Kontakte ins Ausland und Ähnliches mitzuberücksichtigen. Auch bei einer befürchteten Ausreise in ein Land, das den Angeschuldigten grundsätzlich an die Schweiz ausliefern bzw. stellvertretend verfolgen könnte, ist die Annahme von Fluchtgefahr nicht ausgeschlossen (BGE 123 I 31 E. 3d S. 36 f.). 4.2 Das Vorbringen, der Beschwerdeführer sei verheiratet und habe drei Töchter, lässt die Annahme von Fluchtgefahr im vorliegenden Fall nicht als verfassungswidrig erscheinen. Seine Ansicht, er habe stets über korrekt geregelte Wohn- und Meldeverhältnisse verfügt, findet in den Akten keine Stütze. Die kantonalen Strafjustizbehörden legen dar, dass der Beschwerdeführer keinen geregelten Wohnsitz in der Schweiz habe. Laut Register des Personenmeldeamtes der Stadt Zürich sei er am 8. Dezember 2005 mit unbekanntem Ziel weggezogen. Tatsächlich habe er jedoch an mehrfach wechselnden Adressen in Zürich gewohnt. An der Adresse seiner Ehefrau in Wattwil habe er sich erst am 9. Oktober 2007 anmelden lassen. Gemäss den bisherigen Ermittlungen verfüge der Beschwerdeführer ausserdem über geschäftliche Beziehungen nach Kamerun (Gold- und Diamantenförderung, Tourismus). Er sei an einem dort ansässigen Unternehmen beteiligt, habe Geld auf afrikanische Konten überwiesen und sich am 10. Juni 2007 offiziell nach Kamerun abgemeldet. Anlässlich seiner Einvernahme im Haftanordnungsverfahren habe er ausgesagt, er verfolge seit mehr als sieben Jahren namhafte geschäftliche Projekte in Afrika und verfüge seit vier Jahren über eine Arbeits- und Aufenthaltsbewilligung in Kamerun. Wie sich weiter aus den Akten ergibt, hat der Beschwerdeführer in der Schweiz hohe Schulden bzw. zahlreiche hängige Betreibungen. Im Falle einer Verurteilung wegen Urkunden- und Wirtschaftsdelikten sowie weiteren mutmasslichen Straftaten droht ihm überdies eine empfindliche Freiheitsstrafe sowie der Widerruf des bedingten Strafvollzuges für eine bereits ausgefällte Freiheitsstrafe von sechs Monaten (wegen mehrfachen Betruges, Sachbeschädigung und Hausfriedensbruches gemäss Urteil des Obergerichtes des Kantons Aargau vom 5. April 2001). 4.3 Bei dieser Sachlage hält die Annahme von Fluchtgefahr vor der Verfassung stand. Es kann offenbleiben, ob darüber hinaus noch weitere besondere Haftgründe (etwa Fortsetzungsgefahr) erfüllt wären. Auch die Ansicht der kantonalen Behörden, der dargelegten Fluchtgefahr lasse sich im gegenwärtigen Verfahrensstadium mit weniger einschneidenden Ersatzmassnahmen für Haft nicht ausreichend begegnen, erscheint grundrechtskonform.