Citation: 5A_938/2023 E. 6.5.3

6.5.3. Zunächst ist an dieser Stelle festzuhalten, dass sich aus dem angefochtenen Entscheid ergibt, dass die Vorinstanz (lediglich) die erste Vergleichsverhandlung als mit der Grundentschädigung abgegolten erachtete (oben E. 6.2). In Bezug auf die zweite Vergleichsverhandlung bleibt letztlich unklar, weshalb die Vorinstanz diese nicht (zusätzlich) entschädigte. Sie bezog sich im angefochtenen Entscheid jedenfalls nicht auf § 2 AnwT, sondern erwog einerseits, es werde (weil zwei Vergleichsgespräche stattgefunden hätten) auf den praxisgemässen Abzug wegen einer fehlenden Verhandlung verzichtet, andererseits monierte sie die geltend gemachte Dauer der Vergleichsverhandlungen in Bezug auf die Reisezeit. Was Letzteres anbelangt, erweist sich die Willkürrüge (Art. 9 BV) in Bezug auf den Sachverhalt durch den Beschwerdeführer jedenfalls als begründet: Wie von diesem ausgeführt, ergibt sich aus der Kostennote ohne Weiteres, dass er bei seinen Auslagen zwei Mal 60 Kilometer geltend gemacht hat. Offensichtlich kann es sich dabei nicht um die Strecke zwischen W.________ und U.________ handeln. Wie bereits erwähnt, hat die Vorinstanz das zweite Vergleichsgespräch nicht separat entschädigt und dabei insbesondere ihre Überlegungen zur geltend gemachten Dauer dieser Gespräche auf den weiten (und wohl gemeint: langen) Weg zwischen W.________ und U.________ gestützt (siehe oben E. 6.2). Zwar argumentiert sie in Bezug auf beide Vergleichsgespräche auch damit, dass auf den Abzug für die im Berufungsverfahren normalerweise fehlende Verhandlung verzichtet werde. Allerdings basiert sie diese Überlegungen wohl auf die geltend gemachte Dauer der Gespräche, die sie wiederum - implizit - als übersetzt erachtet, da der Beschwerdeführer eine zu lange Anfahrt einbezogen habe. Diese Sachverhaltsfeststellung erweist sich aber als willkürlich, womit die Grundlage für die vorinstanzliche Argumentation entfällt und sich die Beschwerde auch in diesem Punkt als begründet erweist. Die Vorinstanz wird zu dieser Frage erneut Stellung nehmen müssen. Damit erübrigt sich (vorerst) eine Auseinandersetzung mit der Frage, ob für das zweite Vergleichsgespräch zu Recht kein Zuschlag gewährt worden oder damit unter Umständen auch Art. 29 Abs. 3 BV verletzt worden ist.