Citation: 6B_103/2022 E. 4.3.2

4.3.2. In einem ersten Schritt legt die Vorinstanz die Einsatzstrafe für die qualifizierte Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz fest. Sie erwägt zusammengefasst, der Beschwerdeführer habe im Zeitraum von Frühling 2014 bis Mitte 2015 als Mitglied einer Bande an insgesamt vier Standorten professionelle Hanf-Indooranlagen betrieben. Massgebend für die Bestimmung der objektiven Tatschwere und dem damit einhergehenden Verschulden seien zunächst Art und Menge der Drogen. Zwar handle es sich bei Cannabis bzw. Marihuana (getrocknete Blüten der weiblichen Hanfpflanzen) nicht um eine harte Droge. Dennoch beeinträchtige Cannabis die Gesundheit der Konsumenten, namentlich der sich mitten in ihrer physischen und psychischen Entwicklung befindlichen Jugendlichen und jungen Erwachsenen, und der regelmässige und/oder in grossen Mengen erfolgende Konsum könne zu einer Sucht und zu physischen oder psychischen Störungen führen. In den Anlagen in P.________, Q.________ und W.________ (Y.________) habe der Beschwerdeführer von Frühling 2014 bis Mitte 2015 gemeinsam mit seiner Ehefrau D.A.________, C.________ und B.________ insgesamt rund 27 kg Marihuana hergestellt. In W.________ (Z.________) habe er sodann spätestens ab Anfang Juni 2014 bis Mitte Juli 2014 gemeinsam mit G.________ eine weitere Hanf-Indooranlage betrieben, mit welcher er weitere 5 kg Marihuana produziert habe. Die dem Beschwerdeführer anzulastende Drogenmenge betrage damit über 30 kg. Entsprechend hoch sei die davon ausgehende Gefährdung der Gesundheit der Drogenkonsumenten, zumal der THC-Gehalt der angebauten Pflanzen zwischen 5.5 bis 14 % gelegen und damit den strafrechtlich relevanten Grenzwert von 1 % teilweise massiv überschritten habe (angefochtenes Urteil S. 23). Die Vorinstanz erwägt weiter, hinsichtlich der bandenmässigen Tatbegehung sei die Art und Weise und das Ausmass des qualifizierten Tatbestandes zu berücksichtigen. Diese Umstände würden sich verschuldenserhöhend auswirken. Der Beschwerdeführer habe als Teil einer gut organisierten Bande delinquiert, in welcher eine klare Rollenverteilung geherrscht habe. Während der Beschwerdeführer für den Aufbau der Anlagen zuständig gewesen sei und sich zusammen mit seiner Ehefrau D.A.________ um den Kauf der Setzlinge und den Verkauf des Marihuanas gekümmert habe, hätten sich B.________ und C.________ vorwiegend um die Pflege der Pflanzen gekümmert. Die Bande sei zudem äusserst versiert vorgegangen. Fahrten zu Entsorgungsanlagen oder zum Zwecke der Veräusserung des Marihuanas hätten aus Vorsichtsgründen in getrennten Fahrzeugen stattgefunden. Das Vorgehen der Bande zeuge damit von einer erheblichen kriminellen Energie und sei entsprechend mittelgradig verschuldenserhöhend zu gewichten. Der Beschwerdeführer sei der Kopf der Bande gewesen, womit sich dessen hierarchische Stellung zusätzlich verschuldenserhöhend auswirke. Verschuldenserhöhend würden sich auch die monetären und somit egoistischen Beweggründe sowie das sehr grosse Mass an Entscheidungsfreiheit des Beschwerdeführers auswirken. Er selbst sei nicht von Betäubungsmitteln abhängig gewesen. Es sei auch nicht ersichtlich, dass er aus einer grossen finanziellen Not heraus, aufgrund einer subjektiv als aussichtslos empfundenen Situation oder bloss unter dem Druck anderer Personen gehandelt hätte. In einer Gesamtbetrachtung sei von einem nicht mehr leichten bis mittelschweren Verschulden auszugehen. Unter Berücksichtigung des weiten Strafrahmens von 1 bis 20 Jahren Freiheitsstrafe und den davon erfassten Handlungsweisen, Arten und Mengen von Drogen, erweise sich eine Freiheitsstrafe von vier Jahren als angemessen (angefochtenes Urteil S. 23 f.). Die Täterkomponente wirke sich neutral aus. Infolge der festgestellten Verletzung des Beschleunigungsgebots sei eine Strafreduktion von sechs Monaten zu gewähren und die Strafe auf 3 ½ Jahre Freiheitsstrafe festzusetzen. Darüber hinaus wäre für die Gehilfenschaft zu einer nicht qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz eine Geldstrafe auszusprechen gewesen. Da jedoch nur der Beschwerdeführer gegen das erstinstanzliche Urteil Berufung erhoben habe, könne dieses nicht zu seinem Nachteil abgeändert werden (Art. 391 Abs. 2 StPO), womit es bei der erstinstanzlichen Strafe von drei Jahren Freiheitsstrafe sein Bewenden habe (angefochtenes Urteil S. 25 f.).