Citation: U 328/06 25.07.2007 E. 9.2

9.2.1 Im Bericht vom 25. März 2004 legte die Psychologin Frau G.________ dar, seit März 2003 sei die Versicherte bei ihr in Behandlung. Sie habe auf den Verlust einer langjährigen Beziehung mit länger dauernder depressiver Verstimmung reagiert. Die damalige Diagnose habe Anpassungsstörung mit länger dauernder depressiver Reaktion (ICD-10: F43.21) gelautet. Die Therapie habe sich vor allem auf die Bewältigung des Verlusts und im späteren Verlauf auf die darunter liegende Selbstwertproblematik konzentriert. Leider habe sie (Frau G.________) dann aus gesundheitlichen Gründen ihre Arbeit für mehrere Monate niederlegen müssen. Bis zu diesem Zeitpunkt seien der Unfall und seine Folgen nie Thema der Therapie gewesen. Ende Februar 2004 habe die Versicherte den Kontakt zu ihr wieder aufgenommen. Die psychotherapeutische Behandlung ziele auf eine umfassendere kognitiv-affektive Umstrukturierung und werde hoffentlich ebenfalls positive Auswirkungen auf die Schmerzproblematik haben. Das Spital Z.________, Abteilung für Neuropsychologische Rehabilitation, stellte am 2. August 2004 lediglich noch eine psychische Befindlichkeit grenzwertig zu einer leichten Depression fest, wobei es diese der diagnostizierten HWS-Distorsion zuordnete (E. 3.1.3 hievor). Der Kreisarzt Dr. med. K.________ ging im Bericht vom 21. Januar 2005 von psychischen Beschwerden aus, die das Schmerzerleben negativ beeinflussten. Eine psychiatrische Exploration mache keinen Sinn, da die Versicherte zur Psychologin Frau G.________ einen guten Draht und ihm erklärt habe, die anlässlich der neuropsychologischen Untersuchung festgestellte Depression sei auf Schwierigkeiten am Arbeitsplatz zurückzuführen gewesen. Auf Grund dieser Beurteilung ging Dr. med. K.________ mithin von keiner abklärungsbedürftigen wesentlichen psychischen Beeinträchtigung mehr aus. Der dipl. Heilpraktiker R.________ gab im Bericht vom 11. September 2005 an, auf der psychischen Ebene habe die Versicherte vor allem in den letzten Monaten sehr grosse Fortschritte in der Persönlichkeitsentwicklung gemacht; er erlebe sie heute in keiner Weise als depressiv. 9.2.2 Auf Grund der Aktenlage lagen bei der Versicherten vor dem Unfall keine relevanten psychischen Beschwerden vor, die durch diesen verstärkt worden wären (RKUV 2002 Nr. U 397 S. 327). Im Weiteren kam den psychischen Beschwerden unmittelbar nach dem Unfall keine eindeutige Dominanz zu. Es kann auch nicht gesagt werden, dass die physischen Beschwerden im Verlaufe der ganzen Entwicklung vom Unfall bis zum Beurteilungszeitpunkt gesamthaft nur eine sehr untergeordnete Rolle gespielt haben und damit ganz in den Hintergrund getreten sind (RKUV 2002 UV Nr. 465 S. 437). Zudem kann nicht davon ausgegangen werden, dass im massgebenden Zeitpunkt (31. März bzw. 20. Juni 2005; E. 2 Ingress hievor) noch eine massgebliche nicht unfallkausale psychische Beeinträchtigung vorlag. Unter diesen Umständen kommt auch die Rechtsprechung gemäss RKUV 2001 Nr. U 412 S. 79 nicht zur Anwendung (vgl. E. 2.2 hievor). Nach dem Gesagten hat die Adäquanzprüfung - entgegen dem vorinstanzlichen Vorgehen - nach der für HWS-Schleudertraumen bzw. äquivalente Verletzungen geltenden Rechtsprechung zu erfolgen, d.h. ohne Differenzierung zwischen physischen und psychischen Komponenten der unfallbezogenen Merkmale (BGE 117 V 359 E. 6a S. 366 f.; SVR 2007 UV Nr. 1 S. 1 E. 3.3.1, U 39/04). Im Rahmen der Prüfung der einzelnen Adäquanzkriterien ist allerdings - soweit relevant - zu berücksichtigen, dass die psychischen Beschwerden und deren Folgen auf Grund des Berichts der Psychologin Frau G.________ vom 25. März 2004 (E. 9.2.1 hievor) teilweise unfallfremd waren.