Citation: 7B_829/2023 E. 4.3

4.3. Der Beschwerdeführer argumentiert, er habe die Berufung bereits ein Jahr vor der Berufungsverhandlung zurückgezogen. Folglich habe er keine Kosten im Berufungsverfahren generiert, weshalb ihm auch keine Kosten auferlegt werden dürften. Dieser Einwand ist teilweise berechtigt. Zwar führt der Rückzug eines Rechtsmittels nach dem klaren Wortlaut von Art. 428 Abs. 1 StPO zur Kostenpflicht. Auch ist vorliegend nicht die in der Literatur erwähnte Konstellation gegeben, in der die Berufung innerhalb der zwanzigtägigen Berufungserklärungsfrist nach Art. 399 Abs. 3 StPO zurückgezogen wird, weshalb keine Kosten zu erheben seien (vgl. THOMAS DOMEISEN, Basler Kommentar Strafprozessordnung, 3. Aufl. 2023, N. 5 zu Art. 428 StPO; IRENE ARNOLD, Die Verfahrenskosten gemäss Schweizerischer Strafprozessordnung, 2018, S. 165). Die Vorinstanz durfte zudem berücksichtigen, dass die Bearbeitung in Bezug auf den vom Beschwerdeführer angefochtenen Hauptanklagevorwurf der qualifizierten Widerhandlung gegen das BetmG im Zeitpunkt seines Rückzugs bereits fortgeschritten war. Jedoch wurde der Aufwand des Berufungsverfahrens nach dem (dennoch) relativ frühen Rückzug der Berufung (rund vier Monate nach der Berufungserklärung und rund zehn Monate vor der ersten Berufungsverhandlung) durch den Beschwerdeführer hauptsächlich durch die Staatsanwaltschaft verursacht. Deren selbstständige Berufung erforderte nämlich einen Entscheid über zusätzliche Schuldsprüche sowie eine Überprüfung der Strafzumessung, der Ersatzforderung sowie der Kostenverteilung im erstinstanzlichen Verfahren. Es ist daher nicht gerechtfertigt, die ursprünglichen Anträge des Beschwerdeführers, die nach entsprechendem Rückzug nur einen geringen Überprüfungsaufwand verursachten, bei der Kostenverteilung gleich oder ähnlich zu gewichten wie diejenigen der Staatsanwaltschaft. Vielmehr hat sich die Kostenverteilung nach Art. 428 Abs. 1 StPO in der vorliegenden Konstellation in erster Linie nach den Anträgen der Staatsanwaltschaft zu richten. Die vorinstanzliche Verlegung der Kosten des Berufungsverfahrens verletzt demnach Bundesrecht, weshalb die Vorinstanz darüber neu zu entscheiden haben wird. Es liegt in deren Ermessen, darüber zu befinden, wie stark sie das Obsiegen der Staatsanwaltschaft bezüglich der Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens im Verhältnis zu ihren übrigen Anträgen gewichtet.