Citation: H 386/01 11.03.2003 E. 5

5.1 Nach Rz 1260 f. der Wegleitung des BSV über die Beiträge der Selbstständigerwerbenden und Nichterwerbstätigen in der vom 1. Januar 1995 bis 31. Dezember 2000 gültig gewesenen Fassung (WSN) lässt der Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung allein noch nicht auf eine dauernde Änderung der Einkommensgrundlagen schliessen; anderseits kann auch bei fehlendem Rentenanspruch Erwerbsunfähigkeit in einem Masse gegeben sein, dass dadurch eine dauernde Änderung der Einkommensgrundlagen bewirkt wird. Zwar ist es in erster Linie Sache der beitragspflichtigen Person, die wesentliche Änderung ihrer Einkommensgrundlagen im Sinne von altArt. 25 Abs. 1 AHVV zu melden, und sie trägt auch die Beweislast für die eine Zwischentaxation begründenden Tatsachen, vorliegend also für eine massgebende Erwerbsunfähigkeit (Urteil G. vom 28. September 2001, H 115/01). Indes sind im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes in Bezug auf den rechtserheblichen Sachverhalt Abklärungen vorzunehmen, wenn dazu auf Grund der Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebender Anhaltspunkte hinreichender Anlass besteht (BGE 117 V 282 Erw. 4a; AHI 1994 S. 212 Erw. 4a; SVR 1999 IV Nr. 10 S. 28 Erw. 2c). 5.2 Im vorliegenden Fall lassen die gesamten Umstände vermuten, dass die Beschwerdeführerin im November 1999 eine (Teil-)Arbeitsfähigkeit nur bezüglich der Beschäftigung als angestellte Ärztin erlangt hat. Die knappen Angaben der Frau Dr. med. S.________ vom 15. Januar 2000 weisen darauf hin, dass die vor dem Krankheitseintritt ausgeübte selbstständige Erwerbstätigkeit als Ärztin mit eigener Praxis auch nach Besserung des Gesundheitszustandes im November 1999 nicht mehr zumutbar war. Die im ärztlichen Schreiben attestierte "aktuelle" Arbeitsfähigkeit von 80 % bezieht sich offensichtlich auf die Anstellung als Teamärztin in der HMO-Praxis. Unter diesen Umständen hätte sich die Verwaltung nicht auf die Annahme beschränken dürfen, dass die verbesserte gesundheitliche Situation für die Beschwerdeführerin nun wohl keinen Anlass mehr biete, eine Invalidenrente zu beantragen. Die Sache geht deshalb an die Ausgleichskasse zurück, damit sie auch das Ausmass und die Dauer der Arbeitsunfähigkeit, bezogen auf die von der Beschwerdeführerin vor der Erkrankung ausgeübte Tätigkeit als Ärztin mit eigener Praxis abklären lasse. Erst nach Vervollständigung des offensichtlich lückenhaft abgeklärten Sachverhalts wird sich der Grad und die Dauer der Erwerbsunfähigkeit bestimmen lassen. Gestützt auf die Abklärungsergebnisse wird die Verwaltung neu verfügen müssen. Sollte sich herausstellen, dass die Voraussetzungen für eine Gegenwartsbemessung nicht erfüllt sind, ist darauf hinzuweisen, dass die Kriterien für eine Herabsetzung der persönlichen Beiträge nach den zutreffenden Ausführungen von Verwaltung und Vorinstanz, denen das Eidgenössische Versicherungsgericht nichts beizufügen hat, nicht erfüllt sind.