Citation: U 150/00 15.10.2001 E. 2

2.- In materieller Hinsicht ist streitig, ob die Beschwerdegegnerin für die Folgen des im Anschluss an das Geschehen vom 13. April 1997 festgestellten Bandscheibenvorfalls aufzukommen hat. a) Über den Ablauf des Ereignisses vom 13. April 1997 finden sich in den Akten folgende Angaben: aa) In der Bagatell-Unfallmeldung vom 9. Mai 1997 wird ausgeführt, der Beigeladene habe ein Auto aus der Federung heben müssen, da sein Kollege darunter eingeklemmt gewesen sei. Dabei sei der Rücken überlastet worden. bb) Gemäss der Schilderung im Arztzeugnis des Dr. med. A.________ vom 2. Juni 1997 hat der Mitinteressierte beim Befreien eines unter dem Auto verklemmten Tennisballes das Fahrzeug aus den Federn gehoben und dabei einen "Zwick" im Rücken verspürt. cc) Anlässlich der Befragung durch den Schadeninspektor der Zürich vom 1. Juli 1997 sagte der Beigeladene aus, beim Fussballspielen mit einem Tennisball sei dieser hinter ein an der Wand stehendes Auto geraten. Der mitspielende Kollege sei beim Versuch diesen hervorzuholen unter dem Fahrzeug stecken geblieben. Der Mitinteressierte sei herbeigeeilt. Er habe in gebückter Haltung an der Stossstange des Fahrzeuges gerissen, um dieses (bei einem Gewicht von ca. 700 bis 800 kg) hochzuheben und dabei einen plötzlichen "Zwick" im Rücken verspürt. Das Auto sei nicht zu bewegen gewesen, der Kollege habe sich aber wieder selbst befreien können. b) Das kantonale Gericht hat gestützt auf die ersten beiden Sachverhaltsdarstellungen vom 9. Mai und 2. Juni 1997 mit einlässlicher Begründung richtig erkannt, dass der Vorfall vom 13. April 1997 nicht als Unfall im Sinne von Art. 9 Abs. 1 UVV und der hiezu ergangenen Rechtsprechung zu qualifizieren ist, weil die Verletzung, welche sich der Beigeladene am Rücken zuzog, nicht der Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors zuzuschreiben ist. c) Die Beschwerdeführerin bringt in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde zu Recht nicht vor, dass das für den Unfallbegriff wesentliche Merkmal des ungewöhnlichen äusseren Faktors in einer unkoordinierten Bewegung bestand (RKUV 1994 Nr. U 180 S. 38 Erw. 2 mit Hinweisen). Denn die Bewegung wurde nicht durch eine Programmwidrigkeit gestört, was etwa dann zutrifft, wenn die Person stolpert, ausgleitet oder an einem Gegenstand anstösst, oder wenn sie, um ein Ausgleiten zu verhindern, eine reflexartige Abwehrhaltung ausführt oder auszuführen versucht (vgl. Maurer, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, Bern 1985, S. 176 f.). Die Beschwerdeführerin begründet ihren Rechtsstandpunkt vielmehr damit, dass bei fehlender sinnfälliger Störung des Bewegungsablaufs durch einen äusseren Faktor im Sinne einer Programmwidrigkeit die Aussergewöhnlichkeit auch dann gegeben sein könne, wenn beim Heben oder Schieben einer Last zufolge ausserordentlichen Kraftaufwandes, d.h. einer sinnfälligen Überanstrengung, eine Schädigung eintritt. Soweit ist der SWICA zuzustimmen (RKUV 1994 Nr. 180 S. 38 Erw. 2; Maurer, a.a.O., S. 178 oben). d) Zur Klärung der Frage, ob der ausserordentliche Kraftaufwand mit der Beschwerdeführerin hier zu bejahen ist, muss - unter Berücksichtigung aller Umstände des Ablaufs - geprüft werden, ob die Anstrengung im Hinblick auf Konstitution und berufliche oder ausserberufliche Gewöhnung der betreffenden Person ausserordentlicher Art war (BGE 116 V 139 Erw. 3b mit Hinweisen). Es ist zwar nicht zu verkennen, dass der Mitinteressierte als Kinderbetreuer und auch aufgrund seiner früheren Tätigkeiten als technischer Zeichner und Konstrukteur nicht gewohnt war, schwere Gegenstände zu tragen oder zu verschieben. Mit dem kantonalen Gericht ist jedoch davon auszugehen, dass es nicht seine Absicht gewesen sein kann, ein ca. 700 kg schweres Fahrzeug an der Stossstange durch Reissen hochzuheben. Zudem befand sich der Mitinteressierte nicht in Zeitnot, da er aufgrund des Geschehensablaufs davon ausgehen durfte, dass kein Gewicht auf dem eingeklemmten Kollegen lastete und dieser beim Unters-Auto-Kriechen unverletzt blieb. Der Beigeladene konnte sich demnach ohne Eile in die richtige Position bringen, um das Fahrzeug anzuheben. Dies deckt sich auch mit den "Aussagen der ersten Stunde", wonach nicht von einem "Reissen an der Stossstange" berichtet wird. Schliesslich ist jedoch, wie das kantonale Gericht richtig festhielt, der tatsächlich erbrachte Kraftaufwand nicht feststellbar. Die vorinstanzlich angenommene Beweislosigkeit zu Lasten der Beschwerdeführerin ist demzufolge nicht zu beanstanden (BGE 117 V 264 Erw. 3b mit Hinweisen).