Citation: 8C_193/2024 E. 4.2

4.2. Im Rahmen eines eingehenden Vergleichs der bei der Rentenzusprache vorliegenden Akten mit dem Verlaufsgutachten der ABI gelangte das kantonale Gericht schliesslich zum Ergebnis, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdegegners aus internistischer, gastroenterologischer, rheumatologischer, neurologischer und psychiatrischer Sicht nicht verändert habe. Insbesondere die Ausführungen des psychiatrischen Sachverständigen liessen nur darauf schliessen, dass er einen im Wesentlichen unveränderten Gesundheitszustand lediglich anders beurteile. Aus neuropsychologischer Sicht liesse sich sodann keine Verbesserung des Gesundheitszustands feststellen, da der entsprechende Gutachter eine wahrscheinliche negative Antwortverzerrung diagnostiziert habe, die keine zuverlässige Aussage über die tatsächlich vorliegenden Einschränkungen bzw. die Arbeitsfähigkeit zulasse. Da bei der Rentenzusprache ein aggravatorisches Verhalten des Beschwerdegegners nicht zur Diskussion gestanden habe, komme zwar in Betracht, dass diesbezüglich eine relevante Tatsachenänderung im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG vorliegen könnte. Dies könne letztlich jedoch offen bleiben. Denn zum einen habe der neuropsychologische Sachverständige der ABI im Rahmen des Gutachtens vom 20. Dezember 2016 aufgrund der deutlichen Beeinträchtigung der geteilten Aufmerksamkeit eine Reduktion der Arbeitsfähigkeit um 10 % attestiert, hiervon sei er im Verlaufsgutachten vom 18. Mai 2021 aber ohne Begründung abgewichen. Zum anderen sei für die Rentenzusprache ohnehin nicht die neuropsychologische Beurteilung, sondern ein ausgeprägtes hirnorganisches Psychosyndrom massgebend gewesen, weshalb sich eine allfällige Aggravation der neuropsychologischen Beeinträchtigungen nicht auf den Rentenanspruch auswirken könne. Insgesamt sei daher eine anspruchserhebliche Änderung des Sachverhalts nicht erstellt, weshalb es beim bisherigen Rechtszustand bleibe. Da die Voraussetzungen für eine revisionsweise Aufhebung der Invalidenrente nicht erfüllt seien, erübrige sich die Durchführung eines Einkommensvergleichs.