Citation: 1B_416/2016 E. 2.2.1

2.2.1. Nach dem Gutachten der Arbeitsgruppe für Unfallmechanik Zürich (AGU) vom 31. Mai 2016 zum Vorfall vom 17./18. Dezember 2012 sind weder die Verletzungen noch die Endlage von +B.A.________ mit einem Sturz aus dem Fenster der Finca vereinbar. Die Verletzungen seien dagegen vereinbar mit einem Anfahren durch den Personenwagen der Marke Ford, den die Familie gemietet hatte; anhand der dokumentierten Beschädigungen des Fahrzeugs vermutungsweise durch Anfahren mit dem Heck des Fahrzeugs. Die Kopfverletzungen seien eher nicht durch den Aufprall entstanden, sondern einem anderen Ereignis, z.B. einem Faustschlag, zuzuordnen. Da der Aufprall nicht mit hoher Geschwindigkeit erfolgt sein müsse, seien nicht zwingend äusserlich sichtbare Beschädigungen am Fahrzeug zu erwarten; die äusserlich sichtbaren Beschädigungen stammten von einer Kollision mit einem harten Objekt. Zur Beurteilung der Gerichtsmedizinerin vor Ort sei zu bemerken, dass sie sich lediglich auf die medizinischen Unterlagen gestützt und die Verletzte nicht selber untersucht habe. Da es sich um eine komplexe, lebensbedrohliche Situation gehandelt habe, sei für die behandelnden Ärzte offensichtlich die kurative Tätigkeit im Vordergrund gestanden und nicht deren Dokumentation. Die spanische Gerichtsmedizinerin habe angeführt, ein Aufprall, der ausreiche, um die festgestellten Frakturen zu erzeugen, führe normalerweise auch zu äusserlich sichtbaren Läsionen an der Körperoberfläche, welche gefehlt hätten. Nach den Angaben der Intensivpflegestation des Universitätspitals Zürich seien jedoch solche Verletzungen an der Körperoberfläche sichtbar gewesen, welche indessen in dem der spanischen Gerichtsmedizinerin vorliegenden Bericht nicht oder nur teilweise dokumentiert gewesen seien. Entgegen der Behauptung des Beschwerdeführers (Beschwerde S. 10) liefern die Gutachter damit eine prima vista nicht unplausible Erklärung dafür, weshalb für die spanische Gerichtsmedizinerin die Hypothese, die Verletzungen könnten durch Anfahren mit einem Personenwagen, nicht durch einen Sturz aus dem Fenster verursacht worden sein, nicht im Vordergrund stand. Entgegen seiner Auffassung erhärtet sich durch das AGU-Gutachten der Tatverdacht gegen ihn erheblich, weil es einen Sturz aus dem Fenster praktisch ausschliesst und damit als zurzeit vorrangige Hypothese für die Verursachung der Verletzungen seiner damaligen Ehefrau ein Anfahren durch einen Personenwagen verbleibt. Da Hinweise auf eine aussenstehende Täterschaft soweit ersichtlich fehlen, fällt als möglicher Täter in erster Linie der Beschwerdeführer in Betracht. Dass die Staatsanwaltschaft eine Forensikerequipe vor Ort schickte, bedeutet entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers keineswegs, dass sie das AGU-Gutachten nicht für belastend hält, sondern nur, dass sie das reine Aktengutachten durch die erstmalige direkte Untersuchung des Tatortes überprüfen lassen will.