Citation: I 528/00 16.01.2002 E. 2

2.- a) Das für eine Wiedererwägung notwendige Erfordernis der Erheblichkeit der von der Verwaltung vorgenommenen Berichtigung der im Oktober 1995 erfolgten Leistungsgewährung ist angesichts der zur Diskussion stehenden Dauerleistungen ohne weiteres gegeben (vgl. BGE 119 V 480 Erw. 1c mit Hinweisen). Fragen lässt sich deshalb einzig noch, ob die ursprüngliche Rentenzusprache als zweifellos unrichtig qualifiziert werden muss. b) Von einer hälftigen Arbeitsunfähigkeit in der gewohnten beruflichen Tätigkeit ausgehend, hat die Verwaltung in der ursprünglichen Verfügung vom 8. Oktober 1995 einen Invaliditätsgrad von 50 % angenommen. Sie stützte sich damals - neben den Unterlagen des Unfallversicherers - auf den Bericht und die medizinischen Vorakten des Hausarztes Dr. med. H.________ vom 17. Februar 1995, dessen Einschätzung durch den Arzt der IV-Stelle geteilt worden ist. Im Rahmen der bereits Ende Oktober 1995 an die Hand genommenen ersten Rentenrevision zog die IV-Stelle ein Gutachten der Klinik und Poliklinik für Otorhinolaryngologie, Hals- und Gesichtschirurgie des Spitals X.________ vom 13. Februar 1996 sowie ein Teilgutachten der Neuropsychologischen Abteilung der Neurologischen Klinik und Poliklinik des Spitals X.________ vom 30. Oktober 1995 bei, welche beide die Arbeitsfähigkeit auf 50 % schätzten. Nachdem die berufliche Abklärung ergeben hatte, dass der Versicherte an seinem bisherigen Arbeitsplatz "bestmöglichst eingegliedert" ist, wurde dem Beschwerdeführer mitgeteilt, dass sich keine rentenbeeinflussende Änderung ergeben habe. Aufgrund dieser Sachlage ist festzuhalten, dass die 1995 vorgenommene Invaliditätsbemessung (resp. die erste Revision 1995/96) nachträglich nicht als zweifellos unrichtig bezeichnet werden kann. c) Daran ändert auch das Gutachten der MEDAS vom 29. Januar 1999 nichts, denn dieses stellt in seiner Gesamtheit eine Momentaufnahme dar und geht nicht darauf ein, weshalb und in welchem Umfang die seinerzeitige Rentenzusprechung auf falschen medizinischen Grundlagen beruht haben sollte. Auch die Einschätzung des Neuropsychologen Dr. phil. G.________, dass weitere und generelle Leistungsverschlechterungen im Vergleich zur Untersuchung von Oktober 1995 vorlägen, führt zu keiner anderen Auffassung: einerseits macht der Experte keine Aussagen zum Umfang der Verschlechterung und andererseits stellt er seine Diagnose explizit im Hinblick auf den Zeitpunkt des Gutachtens. Unbeachtlich ist im Übrigen, dass gemäss Dr. phil. G.________ die vorliegenden Befunde nicht mit dem Unfall von Februar 1994 in Zusammenhang stehen, handelt es sich bei der Invalidenversicherung doch um eine finale Versicherung (AHI 1999 S. 81 Erw. 2a). Insgesamt zeigt sich deshalb schon aufgrund des Sachverhalts, wie er zur Zeit der Wiedererwägungsverfügung im Dezember 1999 vorgelegen hatte, dass die leistungszusprechende Verfügung von Oktober 1995 nicht offensichtlich unrichtig gewesen sein kann. Das nachträglich eingereichte - und nicht auf Kenntnis aller Akten beruhende - Privatgutachten des Dr. med. I.________ bringt deshalb keine neuen Elemente in den rechtserheblichen Sachverhalt ein. d) Mangels zweifelloser Unrichtigkeit der rentenzusprechenden Verfügung vom 8. Oktober 1995 fehlt eine der beiden Voraussetzungen für das wiedererwägungsweise Aufheben dieser Verfügung. Offen bleibt jedoch die Frage, ob sich seit der letzen Revisionsverfügung vom 17. Oktober 1997 der Sachverhalt - insbesondere aufgrund des Gutachtens der MEDAS vom 29. Januar 1999 - in anspruchsbeeinflussendem Umfang geändert hat, sodass sich die Frage einer Revision der Rente im Sinne des Art. 41 IVG (nach oben oder unten) stellen könnte. Im Übrigen ist zu berücksichtigen, dass sich der Versicherte am 4. Januar 2000 erneut zum Leistungsbezug angemeldet und während des letztinstanzlichen Verfahrens mit Eingabe vom 31. Mai 2001 die Ausrichtung einer ganzen Rente der Invalidenversicherung ab dem 11. Februar 1998 beantragt hat. Die Verwaltung wird in der Folge abzuklären haben, ob dem Beschwerdeführer eine andere als die mit der wiederauflebenden Verfügung vom 8. Oktober 1995 zugesprochene halbe Rente zusteht, wobei sich die IV-Stelle nicht nur auf das Privatgutachten des Dr. med. I.________ abzustützen hat, sondern den Sachverhalt im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes von Amtes wegen feststellen muss.