Citation: 8C_283/2023 E. 4.2

4.2. Grundsätzlich ist es Sache der verfahrensleitenden Behörde zu entscheiden, ob der Sachverständige mit allfälligen Ergänzungsfragen und/oder Stellungnahmen einer Partei (mündlich oder schriftlich) zu bedienen ist, soweit der verfassungsrechtliche Minimalanspruch, sich zumindest nachträglich zum Gutachten äussern zu können, gewahrt bleibt. Ein solches Vorgehen erscheint regelmässig angezeigt, wenn substanziierte fachliche Einwände gegen die Beweiskraft der Expertise vorgebracht werden. Grund dafür ist, dass die rechtsanwendenden Behörden mangels ausreichender Fachkenntnisse allfällige objektiv-fachliche Mängel im Gutachten nicht immer erkennen und diese daher aufgrund ihrer Fachspezifität faktisch vorentscheidenden Charakter haben (vgl. BGE 137 V 210 E. 2.5; Urteil 2C_487/2013 vom 5. September 2013 E. 2.5.3). Im dargelegten Sinn sind jedoch lediglich für den Einzelfall erhebliche Fragen weiterzuleiten, zielt doch diese Mitwirkungsmöglichkeit darauf ab, eine einzelfalladäquate Fragestellung zu gewährleisten, welche zur Qualität des Gutachtens wesentlich beiträgt. Im Umkehrschluss darf von der Beantwortung der Ergänzungsfragen durch den Experten abgesehen werden, wenn davon keine neuen Erkenntnisse zu erwarten sind (SVR 2017 IV Nr. 5 S. 10, 9C_634/2015 E. 4.1; ebenso: Urteile 8C_811/2021 vom 27. April 2022 E. 4.1; 9C_429/2017 vom 30. August 2017 E. 3.4.2; 8C_386/2014 vom 6. Oktober 2014 E. 4.3 mit Hinweisen).