Citation: 5A_671/2022 E. 2

In der Sache geht es einzig um die vom Vater behauptete Entführungsgefahr. Das Kantonsgericht hat erwogen, dass die Mutter mit ihrem brasilianischen Ehemann, welcher auf verschiedenen Kontinenten Häuser besitze, ein internationales Leben führe, so wie sie es bereits mit dem Beschwerdeführer getan habe. Sie habe mit ihrem Ehemann zwei gemeinsame Kinder (Halbgeschwister von C.________) und plane, ihr viertes Kind gegen Ende des Jahres in den USA zur Welt zu bringen, so wie sie dies auch bei C.________ gemacht habe; ihr Visum erlaube ihr dort einen dreimonatigen Aufenthalt. Es sei davon auszugehen, dass sich der Lebensmittelpunkt der Mutter aufgrund der Wohnsitzbestätigungen heute in der Schweiz befinde, wo auch die Kinder eingeschult seien. Es treffe zu, dass sich ihr Aufenthalt in Brasilien im Herbst 2021 verlängert habe; sie habe das aber glaubhaft damit begründet, dass es coronabedingt zu einer Verzögerung ihres beruflichen Engagements gekommen sei und sie sich zudem einer Zahnbehandlung habe unterziehen müssen, was aktenmässig belegt sei. Mithin sei nicht von einer Absicht auszugehen, sich in Brasilien niederlassen zu wollen. Daran ändere nichts, dass für die Firma des Ehemannes möglicherweise eine Sitzverlegung nach Brasilien geplant sei, weil die Geschäftsführung nicht zwingend eine dauerhafte Anwesenheit verlange. Es sei weiter davon auszugehen, dass sich die Parteien an die Vereinbarung, wonach C.________ beim Vater leben solle, gebunden fühlten. Der Umstand, dass die Mutter im Jahr 2015 ohne Absprache mit C.________ nach Belgien ausgewandert sei, begründe heute bzw. für die Zukunft keine konkrete Entführungsgefahr, zumal seither nie mehr Ähnliches vorgefallen sei; nicht relevant sei ferner, wie das diesbezügliche noch nicht rechtskräftige Strafverfahren ausgehen werde. Schliesslich sei zu berücksichtigen, dass im Urteil des Berufungsgerichtes Brüssel vom 28. Juni 2019, mit welchem die hauptsächliche Unterbringung von C.________ beim Vater angeordnet worden sei, das Besuchsrecht der Mutter im Grundsatz nicht beschränkt worden sei. Insgesamt rechtfertige sich vor dem Hintergrund des ausgeprägt internationalen Lebensstils und der bloss abstrakten Vorbringen des Vaters keine örtliche Beschränkung des Besuchs- und Ferienrechts.