Citation: 2C_219/2021 E. D

D.a. Mit neuen Einspracheentscheiden vom 31. Juli 2018 setzte die Veranlagungsbehörde die ausstehenden Quellensteuern für die Steuerjahre 2009 und 2010 auf Fr. 18'471.75 bzw. Fr. 41'416.55 fest. Die Steuerpflichtige focht dies bei der Steuerrekurskommission des Kantons Bern an. Dabei brachte sie erstmals vor, erstens habe A.B.________ die Franchisegebühren im Jahr 2013 an die Steuerpflichtige zurückbezahlt und zweitens befinde der Arbeitsort sich diesbezüglich ohnehin im Ausland, nämlich in Spanien. Für eine Besteuerung in der Schweiz bleibe daher kein Raum. Die Rechtsmittel blieben erfolglos (Entscheide vom 17. September 2019). D.b. Die Steuerpflichtige rief das Verwaltungsgericht des Kantons Bern an. Die Begründung der Steuerpflichtigen ging im Wesentlichen dahin, zum einen habe A.B.________ die Franchisegebühren bereits zurückbezahlt, zum andern habe er seine Tätigkeit ohnehin in Spanien ausgeübt. Mit Entscheid 100.2019.365/366U vom 8. Februar 2021 wies das Verwaltungsgericht die Beschwerden ab. Das Verwaltungsgericht erwog, was die als Franchisegebühren bezeichneten Leistungen betreffe, werde im verwaltungsgerichtlichen Verfahren die Qualifikation als Einkunft aus unselbständiger Erwerbstätigkeit "nicht mehr substantiiert begründet bestritten". Auch die Höhe der Leistungen und die Bemessung der Quellensteuern würden "nicht weiter infrage gestellt" (angefochtener Entscheid E. 3.3). Was den Arbeitsort betreffe, der sich gemäss Ansicht der Steuerpflichtigen im Ausland (Spanien) befinde, erscheine diese erst spät vorgebrachte Behauptung als "unglaubwürdig". Vielmehr zeige sich, dass A.B.________ diese Arbeiten - wie auch die übrigen Tätigkeiten für die Steuerpflichtige und eine weitere hiesige Gruppengesellschaft - grundsätzlich in der Schweiz erbracht habe. Die gegenteiligen Darstellungen seitens der Steuerpflichtigen seien pauschaler Natur und in keiner Weise durch Urkunden (Spesenabrechnungen, Auszüge aus der Agenda, Geschäftskorrespondenz, Verträge, ausländische Veranlagungsverfügungen) untermauert. Das blosse Anbieten von Parteiverhör und Zeugenbefragung reiche nicht aus, zumal nicht ersichtlich sei, dass und inwiefern die offerierten Beweismittel geeignet und erforderlich sein könnten, einen anderen Schluss aufzuzeigen. In antizipierter Beweiswürdigung sei von den Einvernahmen abzusehen (angefochtener Entscheid E. 3.4 und 3.5). In Bezug auf die Rückerstattung der Franchisegebühren, die A.B.________ im Jahr 2013 vorgenommen habe, rufe die Steuerpflichtige, so das Verwaltungsgericht weiter, einen Irrtum über die Steuerbarkeit der Franchisegebühren an. Irrtümliche Vorstellungen über die steuerlichen Folgen eines Rechtsgeschäfts hätten aber praxisgemäss unerheblich zu bleiben. Anders könne es sich nur verhalten, wenn das Rechtsgeschäft ungültig gewesen wäre, sodass der Steuertatbestand gar nicht hätte eintreten können (angefochtener Entscheid E. 4). Weiter sei zu berücksichtigen, schliesst das Verwaltungsgericht, dass A.B.________ in Spanien ansässig sei und dass aufgrund von Art. 15 Abs. 1 DBA CH-ES das Arbeitsortsprinzip herrsche. Da A.B.________ seine unselbständige Erwerbstätigkeit nach geführter Beweiswürdigung in der Schweiz erbracht habe, stehe das Besteuerungsrecht im internationalen Verhältnis der Schweiz zu. Die unilaterale Rechtslage stimme folglich mit dem Staatsvertragsrecht überein (angefochtener Entscheid E. 5), weshalb die streitbetroffenen Zahlungen aus den Jahren 2009 und 2010 mit der Quellensteuer zu erfassen seien (angefochtener Entscheid E. 6).