Citation: I 749/06 23.02.2007 E. 2

Streitig und zu prüfen ist einzig der Rentenbeginn. Verwaltung und Vorinstanz haben diesen auf den 1. Juni 2005 festgesetzt, während der Beschwerdeführer die Auffassung vertritt, ihm stehe bereits für einen früheren Zeitraum eine Rente zu. 2.1 Wie das kantonale Gericht zutreffend dargelegt hat, entsteht der Rentenanspruch frühestens in dem Zeitpunkt, in dem der Versicherte entweder mindestens zu 40 Prozent bleibend erwerbsunfähig geworden ist (Art. 29 Abs. 1 lit. a IVG; Dauerinvalidität) oder während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens zu 40 Prozent arbeitsunfähig gewesen war (Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG; langdauernde Krankheit). Ein wesentlicher Unterbruch im Sinne der letztgenannten Norm liegt vor, wenn der Versicherte an mindestens 30 aufeinanderfolgenden Tagen voll arbeitsfähig war (Art. 29ter IVV). Die Arbeitsunfähigkeit entspricht der Einbusse an funktionellem Leistungsvermögen, welche im Rahmen von Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG einzig mit Bezug auf den bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zu beurteilen ist (BGE 130 V 97 E. 3.2 S. 99 mit Hinweisen; diese Rechtsprechung gilt auch nach dem am 1. Januar 2003 erfolgten Inkrafttreten des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG] weiterhin [statt vieler Urteil I. vom 12. September 2006, I 892/05, Erw. 1.4]). Die Wartezeit wird eröffnet, wenn die Arbeitsunfähigkeit mindestens 20 % beträgt (AHI 1998 S. 124 E. 3c). Liegt eine langdauernde Krankheit gemäss Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG vor, setzt der Rentenanspruch überdies voraus, dass bei Ablauf des Wartejahres eine im Sinne von Art. 28 Abs. 1 IVG rentenbegründende Erwerbsunfähigkeit vorliegt (BGE 121 V 264 E. 6b/cc S. 274). 2.2 Das kantonale Gericht gelangte zum Ergebnis, vor Juni 2004 habe keine erhebliche Arbeitsunfähigkeit bestanden. Diese Feststellung ist tatsächlicher Natur (BGE 132 V 393 E. 3.2 S. 395). Sie lässt sich mit Blick auf die demzufolge eingeschränkte Überprüfungsbefugnis des Bundesgerichts (E. 1.2 hiervor) weder als offensichtlich unrichtig noch als unvollständig bezeichnen. Ebenso wenig kam sie unter Verletzung wesentlicher Verfahrensvorschriften zustande. Insbesondere hat die Vorinstanz nicht gegen den Untersuchungsgrundsatz (Art. 61 lit. c ATSG) verstossen, wenn sie auf weitere Abklärungen verzichtete. Denn die bis 1992 zurückgehende Krankengeschichte des Hausarztes weist vor Juni 2004 lediglich vereinzelte Konsultationen in den Jahren 1992, 1996 und 1999 aus; andere Ärzte hatte der Versicherte nach Lage der Akten - abgesehen von der Augenoperation im Jahr 1999 und der damit zusammenhängenden Behandlung - während des interessierenden Zeitraums nicht aufgesucht. Unter diesen Umständen wären von weiteren Untersuchungen keine zusätzlichen relevanten Ergebnisse zu erwarten gewesen (antizipierte Beweiswürdigung; vgl. BGE 124 V 94 Erw. 4b, 122 V 162 Erw. 1d; SVR 2005 MV Nr. 1 S. 2 Erw. 2.3 [= Urteil T. vom 17. Juni 2004, M 1/02] mit Hinweisen; vgl. auch BGE 131 I 157 Erw. 3). Die Erwägungen des kantonalen Gerichts werden auch den rechtsprechungsgemässen Anforderungen an die gerichtliche Würdigung medizinischer Berichte und Gutachten (dazu BGE 125 V 351 E. 3a S. 352), deren Verletzung eine Rechtsfrage beschlagen würde (BGE 132 V 393 E. 4.1 S. 400), gerecht. 2.3 Seit dem am 21. Juni 2004 erlittenen Hirnschlag besteht unbestrittenermassen eine Arbeitsunfähigkeit im für den Anspruch auf eine ganze Rente vorausgesetzten Ausmass. Ein Hirnschlag bewirkt jedoch in aller Regel keine bleibende Erwerbsunfähigkeit im Sinne von Art. 29 Abs. 1 lit. a IVG (EVGE 1964 S. 108). Besondere Umstände, welche im vorliegenden Fall eine von diesem Grundsatz abweichende Beurteilung rechtfertigen würden, ergeben sich weder aus den vorinstanzlichen Feststellungen noch aus den übrigen Akten. Das kantonale Gericht hat daher den Rentenbeginn in bundesrechtskonformer Anwendung von Art. 29 Abs. 1 lit. b und Abs. 2 Satz 1 IVG auf den 1. Juni 2005 festgesetzt.