Citation: U 395/06 05.10.2007 E. 3

3.1 Der erstbehandlende Dr. med. B.________ diagnostizierte ein Zervikalsyndrom und hielt eine Aggravation fest. Er verordnete physiotherapeutische Behandlung und attestierte eine vollständige Arbeitsunfähigkeit vom 16. bis 29. September 2003. Am 7. Oktober 2003 schloss er die Behandlung ab (Arztzeugnis vom 7. Oktober 2003). 3.2 Med. pract. H.________ meldete am 1. Dezember 2003, der Versicherte leide seit dem Unfall an Dauerschmerzen im Bereich der Halswirbelsäule, einer eingeschränkten Beweglichkeit der Halswirbelsäule sowie an Problemen beim Weiterbildungskurs im Rahmen des Arbeitslosenprogramms. Die Konzentration und Arbeit am PC sei erschwert bis unmöglich. Eine Umschulung in sitzender Position sei nicht mehr zumutbar. 3.3 Dr. med. B.________ berichtete am 23. Dezember 2003 über die vorbestehenden Leiden des Versicherten in Form von rezidivierenden, invalidisierenden rechtsseitigen Flankenschmerzen unklarer Ätiologie und eines chronischen vertebralen Schmerzsyndroms mit segmentaler Funktionsstörung und muskulärer Dysbalance. Das Schmerzsyndrom bedeute chronische Rückenschmerzen im Bereich der Brustwirbelsäule, welche mit konservativer Therapie kompensiert werden könnten. 3.4 Das Röntgeninstitut X.________ hielt anlässlich des CT der Halswirbelsäule vom 16. Januar 2004 eine leichte Rotationsfehlstellung in der Lagerung sowie auf der Höhe C5/6 eine angedeutete mediane Protrusion ohne wesentliche Kompressionszeichen fest. 3.5 Anlässlich der Untersuchung vom 16. Februar 2004 fand der Kreisarzt-Stellvertreter abgesehen von der motorischen Einschränkung des Nackens keine Auffälligkeiten, auch keine Hinweise auf Gang- oder Vestibulärstörungen. Zur Verhinderung einer Chronifizierung werde er den Versicherten zu einem stationären Aufenthalt einweisen, damit durch intensive physikalische und Schmerztherapie eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit erreicht und eine Beurteilung der Belastbarkeit und Zumutbarkeit durchgeführt werden könne. 3.6 Gemäss der biomechanischen Kurzbeurteilung der Arbeitsgruppe für Unfallmechanik vom 23. Februar 2004 sind die Beschwerden im Anschluss an den Unfall vom 15. September 2003 durch die Kollisionseinwirkung eher nicht erklärbar. Bei Berücksichtigung der vorbestehenden Beschwerden seien sie aber eher erklärbar. 3.7 Die Klinik Z.________, wo sich der Versicherte vom 7. April bis 19. Mai 2004 aufhielt, diagnostizierte in ihrem Austrittsbericht vom 24. Mai 2004 ein Zervikalsyndrom nach einer Heckauffahrkollision vom 15. September 2003. Zudem hielt sie fest, dass der Versicherte sich am 19. Oktober 2000 bei der Arbeit infolge eines Verhebetraumas ein akutes Thorakovertebralsyndrom zugezogen hatte. Es bestehe ein nicht wesentlich regredientes zerviko-okzipitales und zerviko-thorakales Schmerzsyndrom ohne Hinweise auf eine radikuläre Reiz- oder Ausfallsymptomatik mit persistierenden Schwankschwindelsensationen bei ruckartigen Kopfbewegungen und Lagewechsel ohne Hinweis auf eine vestibuläre Störung. Im Vordergrund stehe die aus psychosomatischer Sicht festgestellte Anpassungsstörung. Eine leichte bis mittelschwere wechselbelastende Tätigkeit ohne Monotonie für die Halswirbelsäule und ohne Überkopfarbeiten sowie repetitives Heben und Tragen von Lasten bis 10 kg sei ohne zeitliche Einschränkung zumutbar. Eine ambulante psychotherapeutische Weiterbetreuung sei indiziert. 3.8 Am 1. Juni 2004 meldete pract. med. H.________ den Versicherten gestützt auf das psychosomatische Konsilium der Klinik Z.________ vom 30. April 2004 beim Externen Psychiatrischen Dienst zur weiteren Behandlung an. In seinem Bericht vom 1. Juli 2004 hielt er fest, der Versicherte gebe an, während der intensiven Behandlung in Z.________ eine progrediente Verbesserung verspürt zu haben. Nach wie vor bestünden Schmerzen, ein Hartspann sowie eine schmerzhaft eingeschränkte Beweglichkeit der HWS bei voller Arbeitsunfähigkeit. Er empfehle deshalb als "Luftveränderung" einen Aufenthalt bei der Mutter in Italien und eventuell einen zweiten Aufenthalt in Z._________. Im Rahmen des kantonalen Beschwerdeverfahrens legte der Versicherte einen Bericht des pract. med. H.________ vom 19. August 2005 auf, gemäss welchem das Beschwerdebild auf den Unfall vom 15. September 2003 zurückzuführen sei, die psychischen Beschwerden nicht im Vordergrund stünden und die Behandlung noch nicht abgeschlossen sei. 3.9 Mit seiner Verwaltungsgerichtsbeschwerde lässt der Versicherte ein Gutachten des Dr. med. M.________, Facharzt für Otorhinolaryngologie, Hals- und Gesichtschirurgie vom 15. August 2006, den provisorischen Austrittsbericht der Klinik Y.________ vom 28. Juli 2006 sowie einen Bericht des pract. med. H.________ vom 28. August 2006 einreichen. Dr. med. M.________ kritisierte das biomechanische Gutachten, das Vorgehen des Dr. med. B.________, die Beurteilung des Kreisarztes sowie die Verneinung weiterer Abklärungen und stellte beim Versicherten verschiedene Funktionsstörungen fest. Er empfahl die Durchführung eines diagnostisch-therapeutischen Verfahrens nach O.________ mit anschliessender neuro-otometrischer Verlaufskontrolle und einem visuo-vestibulären Habituationstraining. Nach pract. med. H.________ war der Versicherte im Mai 2005 und August 2006 voll arbeitsunfähig; eine Restarbeitsfähigkeit sei nur in geschütztem Rahmen gegeben. Er behandle ihn seit Dezember 2003, kenne seinen Gesundheitszustand genau und könne ihn besser beurteilen als ein Gutachter. 3.10 Die SUVA legte im Rahmen des Schriftenwechsels die Beurteilung des Dr. med. T.________, Facharzt für Ohren, Nasen- und Halskrankheiten, Hals- und Gesichtschirurgie sowie Arbeitsmedizin, Abteilung Arbeitsmedizin, SUVA, vom 16. Oktober 2006 und den Austrittsbericht der Klinik Y.________ vom 15. August 2006 auf. Gemäss Dr. med. T.________ kann gestützt auf die Ergebnisse der neurootologischen Untersuchung der Nachweis von organisch-strukturellen Läsionen als Folge des erlittenen HWS-Traumas nicht erbracht werden. Schwindelbeschwerden seien ein unspezifisches, meistens durch verschiedenste sonstige Störungen verursachtes Symptom, welches in aller Regel degressiv sei. Eine zunehmende Symptomatologie sei für eine posttraumatische Genese absolut atypisch. Die Klinik Y.________ attestierte volle Arbeitsunfähigkeit während des Klinikaufenthaltes und den zwei folgenden Wochen, enthielt sich jedoch wegen Unkenntnis der Vorakten einer Einschätzung der allfälligen langfristigen Arbeitsunfähigkeit.