Citation: 1C_553/2020 E. 5.5.2

5.5.2. Der beschwerdeführerische Vorwurf, die kantonalen Behörden hätten die von ihm eingereichte alternative Hochwasserschutzvariante Schilliger nicht genügend geprüft, erweist sich ebenfalls als unbegründet. Die Dienststelle vif hat die Machbarkeit der Variante Schilliger im Rahmen einer detaillierten Aktennotiz vom 6. Juni 2016 (nachfolgend Aktennotiz vif) untersucht und deren Realisierung erst danach verworfen. Im angefochtenen Entscheid würdigte die Vorinstanz die Aktennotiz vif einlässlich und verglich die Eignung der Massnahmen der Variante Schilliger mit jenen des zur Diskussion stehenden Teilprojekts 1. Zusammengefasst erwog sie, in der Aktennotiz vif werde nachvollziehbar aufgezeigt, dass die in der Variante Schilliger vorgeschlagenen zwei Rückhaltebecken beim Golfpark Oberkirch sowie beim Standort der Kiesgrube auf dem Grundstück Nr. 93, GB Oberkirch, nur eine geringe Drosselwirkung auf den Hofbach hätten. Infolgedessen sei fraglich, ob damit überhaupt auf das geplante Hochwasserrückhaltebecken beim Standort in Münigen verzichtet werden könne. Der Bau von zwei oder gar drei Rückhaltebecken wäre zudem aus Sicht des Natur- und Landschaftsschutzes nachteilig. Überdies seien Massnahmen entlang des Hofbachs gemäss der Einschätzung der Dienststelle vif mit dem Nachteil behaftet, dass dessen Einzugsgebiet landwirtschaftlich geprägt sei und deshalb im Hochwasserfall ein hoher Eintrag von Jauche und damit Nitrat in den Hofbach zu erwarten sei. Dies sei aus ökologischer Sicht negativ zu werten. Insgesamt weise die Variante Schilliger somit im Vergleich zum strittigen Teilprojekt 1 mehrere Nachteile auf und stelle damit keine gleich geeignete, mildere Massnahme für die Erreichung der angestrebten Hochwasserschutz- Revitalisierungsziele dar. Diese Beurteilung der Vorinstanz überzeugt. Der Beschwerdeführer setzt sich auch insoweit nicht näher mit der Argumentation im angefochtenen Entscheid auseinander. Im Wesentlichen macht er einzig geltend, die Schlussfolgerungen in der Aktennotiz der Dienststelle vif fussten auf unbelegten Annahmen und hinsichtlich der Beurteilung der Wirtschaftlichkeit fehle es an einer entsprechenden Kostenberechnung. Mit seinen Vorbringen verkennt er, dass es auch ohne konkrete Berechnungen bzw. weitreichende Abklärungen naheliegend und damit nicht willkürlich ist, dass die Kosten des Baus von zwei oder gar drei Rückhaltebecken anstelle von bloss einem ein Vielfaches betragen würden. Gleich verhält es sich mit der Beurteilung der Landschaftsverträglichkeit der Variante Schilliger. Auch insoweit ist es plausibel, dass der Bau von mehreren Rückhaltebecken zu grösseren Eingriffen in die Natur und Landschaft führt. Hinzu kommen die ökologischen Nachteile aufgrund des landwirtschaftlich geprägten Einzugsgebiets des Hofbachs, zu welchen sich der Beschwerdeführer nicht äussert. Nachdem Hochwasserschutzvarianten, die gewichtige Nachteile oder zumindest keine wesentlichen Vorteile aufweisen, praxisgemäss bereits aufgrund einer summarischen Prüfung ausgeschlossen werden dürfen, hält es folglich vor Bundesrecht stand, wenn die Vorinstanz die Variante Schilliger gestützt auf die Aktennotiz vif als weniger geeignet erachtete, um die angestrebten Ziele des Hochwasserschutzes und der Renaturierung zu erreichen (vgl. BGE 139 II 499 E. 7.3.1; Urteil 1C_183/2017 vom 31. Oktober 2017 E. 5.4 mit Hinweisen).