Citation: 5A_993/2020 E. 4.3.2

4.3.2. Der Beschwerdeführer bestreitet, dass er um die Vorstellungen der Erblasserin gewusst habe (S. 11 f. Ziff. 24-25 der Beschwerdeschrift). Das Obergericht hat indessen festgestellt, dass sich auch aus den Aussagen des Beschwerdeführers erschliessen lasse, es sei ihm die ausserordentliche Abhängigkeit der Erblasserin und die Überschreitung gewisser Grenzen, die zwischen einer Person und deren Pfleger oder Beistand zu erwarten wären, nicht entgangen. Den verwiesenen Aussagen (S. 12 Fn. 45 des angefochtenen Entscheids) kann willkürfrei entnommen werden, dass der Beschwerdeführer um die Motivationslage der Erblasserin und der daraus herrührenden Abhängigkeit von ihm wusste. Er hat ausgesagt, dass die Erblasserin von der Familie aus in ein Altersheim hätte gehen müssen, und jemanden gesucht habe, der sie persönlich betreuen würde, damit sie zu Hause bleiben könnte; in ihrer Angst, dass sie im Alters- und Pflegeheim oder in der Psychiatrie landen könnte, habe die Erblasserin dafür sorgen wollen, dass er bei ihr wirklich mitreden könne (act. 61, Protokoll auf S. 37 f. und S. 40). In den vom Bezirksgericht zitierten Briefen an den Beschwerdeführer schreibt die Erblasserin von "Treue" (act. 26: Brief vom 20. Dezember 2012), "Freundschaft", "Verbundenheit", "Wertschätzung" (act. 25: Brief vom 1. Januar 2012) und "fachmännischer Liebe" (act. 13: Brief vom 16. Dezember 2013). Willkürfrei durfte daraus einerseits auf eine Vorstellung der Erblasserin geschlossen werden, die sich nicht in einem entgeltlichen Pflege- und Betreuungsvertrag mit dem Beschwerdeführer erschöpft, sondern in einer von Freundschaft und Zuneigung geprägten Beziehung zum Beschwerdeführer bestanden hat. Dass die Erblasserin den Beschwerdeführer mitunter auch als Pflegefachmann gelobt und insoweit dessen Funktion richtig eingeordnet hat (so S. 7 Ziff. 14 der Beschwerdeschrift), ändert unter Willkürgesichtspunkten nichts an ihrem Gedankenbild, der Beschwerdeführer erbringe seine Dienstleistungen nicht (nur) des Geldes wegen, sondern aus einem Gefühl der Freundschaft und Zuneigung ihr gegenüber. Willkürfrei durfte daraus andererseits geschlossen werden, dass der Beschwerdeführer um die Vorstellung der Erblasserin gewusst hat, finden sich doch deren Schilderungen über ihr Verhältnis in Briefen an ihn selbst.