Citation: 2C_626/2023 E. 3.1

3.1. Nach Art. 43 Abs. 1 AIG haben ledige Kinder unter 18 Jahren von Personen mit Niederlassungsbewilligung Anspruch auf Erteilung und Verlängerung einer Aufenthaltsbewilligung. Das Gesuch für den Nachzug von Kindern über 12 Jahren muss innerhalb von 12 Monaten eingereicht werden (Art. 47 Abs. 1 AIG; Art. 73 Abs. 1 der Verordnung vom 24. Oktober 2007 über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit [VZAE; SR 142.201]). Diese Fristen beginnen gemäss Art. 47 Abs. 3 lit. b AIG i.V.m. Art. 73 Abs. 2 VZAE mit der Erteilung der Aufenthaltsbewilligung oder der Entstehung des Familienverhältnisses zu laufen (Urteil 2C_50/2023 vom 31. Juli 2023 E. 3.1 mit Hinweisen). Ein sog. Statuswechsel von der Aufenthalts- zur Niederlassungsbewilligung begründet nur dann eine neue Frist für den Familiennachzug, sofern bereits fristgerecht, aber erfolglos ein Nachzugsgesuch gestellt wurde (BGE 145 II 105 E. 3.10; 137 II 393 E. 3.3; Urteile 2C_505/2023 vom 18. Juni 2024 E. 6.5; 2C_10/2022 vom 21. September 2022 E. 3.1). Die Tochter B.A.________ wurde am 20. März 2016 12 Jahre alt. Der Beschwerdeführer erhielt am 24. Mai 2016 die Aufenthaltsbewilligung. Das Gesuch um Familiennachzug stellte er erst am 20. Dezember 2021. Die einjährige Frist war zu diesem Zeitpunkt lange abgelaufen. Daran ändert nichts, dass der Beschwerdeführer am 1. Dezember 2021 die Niederlassungsbewilligung erhielt; deren Erteilung löste keine neue Frist aus, nachdem er zuvor kein Gesuch gestellt hatte. Dass die Fristen für den Familiennachzug gemäss Art. 47 Abs. 1 und 3 AIG verstrichen sind, ist unstrittig. Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens ist somit einzig, ob die Voraussetzungen für einen nachträglichen Familiennachzug der Tochter wegen wichtiger familiärer Gründe gemäss Art. 47 Abs. 4 AIG gegeben sind.