Citation: 1P.445/2004 13.09.2004 E. A

X.________ wurde am 29. April 2004 vom Kreisgericht Rheintal wegen qualifizierter Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz vom 3. Oktober 1951 (BetmG, SR 812.121) zu einer Zuchthausstrafe von 3 ½ Jahren, unter Anrechnung von 361 Tagen Untersuchungshaft, verurteilt. Zudem wurde er für 10 Jahre des Landes verwiesen und zur Bezahlung der Verfahrenskosten verpflichtet. Der amtliche Verteidiger wurde vom Staat entschädigt. Am 5. August 2004 erklärte der Verteidiger von X.________ Berufung gegen bestimmte Teile des Urteils des Kreisgerichts und beantragte die Gewährung der amtlichen Verteidigung sowie den Erlass der Einschreibgebühr. Mit Schreiben vom 11. August 2004 teilte der Präsident der Strafkammer des Kantonsgerichts St. Gallen dem Verteidiger mit, die Berufung erscheine aufgrund einer vorläufigen Beurteilung als aussichtslos, weshalb ihm eine Notfrist von 10 Tagen zur Bezahlung der Einschreibgebühr von Fr. 800.-- angesetzt werde. Bei Nichtbeachtung dieser Frist gelte die Berufung als nicht eingelegt.