Citation: 9C_434/2024 E. 7.3.2

7.3.2. Der Beschwerdeführer rügt auch die vorinstanzlichen Erwägungen zum objektiven Element, d.h. zur physischen Präsenz an einem Ort, als unhaltbar. 7.3.2.1. Ins Leere geht vorab seine Kritik, wonach die Vorinstanz den auf Papier vorgenommenen Kalendereinträgen zu Unrecht nur geringen Beweiswert zugestanden habe mit der Begründung, deren Richtigkeit sei nicht überprüfbar und ihr Erstellungsdatum mangels Verwendung digitaler Hilfsmittel unklar. Es handelt sich bei diesen Unterlagen um nachträglich angefertigte Monatsübersichten, in welchen der Beschwerdeführer die einzelnen Tage entweder V.________ oder U.________ oder weiteren (Ferien-) Orten (in W.________) zuwies. Die so erstellten Kalendereinträge kommen über einseitige Parteibehauptungen nicht hinaus, da sich die Angaben anhand der übrigen Unterlagen nicht verifizieren lassen (wie dies beispielsweise anhand von Bankomatbezügen, Kreditkartenbelastungen etc. möglich wäre; vgl. zum Fehlen entsprechender Belege E. 7.3.2.2). Entgegen dem Beschwerdeführer trifft es im Übrigen auch nicht zu, dass die Vorinstanz die entsprechenden Einträge willkürlich, nämlich einseitig und extensiv zugunsten von U.________ gewichtet hätte, stellte sie doch darauf überhaupt nicht ab. 7.3.2.2. Unbehelflich ist sodann das Vorbringen des Beschwerdeführers, er gehöre zur Generation Bargeldnutzer, weshalb die von ihm eingeforderten, aber nicht beigebrachten Belege über Bankomat- bzw. Bankbezüge sowie Kreditkartenbelastungen von vornherein kein aussagekräftiges Beweismittel wären, so dass sich deren Beizug erübrigt habe. Selbst wenn der Beschwerdeführer, wie von ihm behauptet, überwiegend bar bezahlt, hätten die entsprechenden Unterlagen (mit der Information über den Ort der Bargeldbezüge) Rückschlüsse auf seinen Aufenthaltsort im Jahr 2019 erlaubt. Bei dieser Sachlage durfte die Vorinstanz seine mangelnde Mitwirkung als gegen ihn sprechendes Indiz bewerten (vgl. dazu E. 6.3). 7.3.2.3. Entgegen der vom Beschwerdeführer vertretenen Auffassung lässt sich auch nicht beanstanden, dass die Vorinstanz im Rahmen ihrer Würdigung des sozialen Umfeldes ein Indiz für den Fortbestand des Lebensmittelpunktes in U.________ darin sah, dass der Beschwerdeführer auch nach der Pensionierung im Jahr 2019 das Mietverhältnis betreffend das Einfamilienhaus in U.________ nicht auflöste (wenn auch mit einer Anpassung seines Mietzinsanteiles auf diesen Zeitpunkt; vgl. Bestätigung von B.________ vom 4. März 2024) und sich weiterhin regelmässig in der gemeinsam mit B.________ bewohnten Liegenschaft in U.________ aufhielt. Insbesondere kann der Vorinstanz nicht vorgeworfen werden, sie hätte die Fotodokumentation berücksichtigen müssen, die der Beschwerdeführer auflegte zum Beweis der von ihm behaupteten Tatsache, dass seine Wohnsituation in V.________ viel gehobener sei als in U.________, denn viel entscheidender als der Vergleich der abstrakten Wohnverhältnisse sind die von der Vorinstanz zu Recht höher gewichteten persönlichen Beziehungen und Lebensumstände, die den Beschwerdeführer mit den beiden Orten verbanden. Dabei durfte die Vorinstanz seinem Verhältnis zu B.________ trotz der angeblichen Trennung Gewicht beimessen und diese Tatsache zugunsten eines Lebensmittelpunkts im Kanton Zürich würdigen. Es wäre am Beschwerdeführer gewesen, die Umstände der Trennung (rechtzeitig) zu substanziieren (vgl. dazu auch E. 3.2). Da er diesbezüglich ungenügend mitwirkte, muss er sich gefallen lassen, dass die Vorinstanz daraus für ihn nachteilige Schlüsse zog (vgl. E. 6.3). 7.3.2.4. Beizupflichten ist der Vorinstanz sodann auch insoweit, als sie erkannte, die vom Beschwerdeführer eingereichten Bestätigungen von Bekannten, Verwandten und anderen persönlichen Kontakten stellten keinen Nachweis für die Begründung eines steuerrechtlichen Wohnsitzes in Graubünden dar. Gegen ihre Beweiskraft spricht dabei insbesondere, dass sie nur punktuell über Aufenthaltszeiten des Beschwerdeführers in V.________ Auskunft zu geben und insofern lediglich ein sehr unvollständiges bzw. ungenaues Bild zu vermitteln vermögen. Gänzlich unbrauchbar sind sie zudem, soweit darin pauschal bestätigt wird, der Beschwerdeführer habe seinen Lebensmittelpunkt nach V.________ bzw. ins Engadin verlagert, weil die Bestimmung des Lebensmittelpunktes eine Rechtsfrage betrifft, welche nicht von Zeugen zu beantworten ist. Diesen obliegt es lediglich, Angaben zu von ihnen beobachtbaren Tatsachen zu machen, auf deren Grundlage alsdann die juristische Würdigung erfolgen kann (vgl. dazu auch E. 5.3). 7.3.2.5. Was schliesslich die vom Beschwerdeführer geltend gemachten hohen Stromkosten für das Haus in V.________ im Jahr 2019 anbelangt, ist mit der Vorinstanz zu entgegnen, dass diese für sich allein betrachtet, d.h. ohne die Möglichkeit eines Vergleichs mit den Stromkosten für das Haus in U.________ im selben Zeitraum (wozu keine Angaben vorliegen), wenig aussagekräftig sind. Allenfalls hätte auch eine Entwicklung der Stromkosten in V.________ über einen längeren, weitere Jahre als nur 2019 erfassenden Zeitraum Aufschluss über den tatsächlichen dortigen Aufenthalt geben können, doch fehlen auch dazu Unterlagen. Ebenso wenig ergibt sich aus den in den Jahren 2019 und 2020 vorgenommenen Renovationsarbeiten etwas zu Gunsten des Beschwerdeführers. Auch wenn die entsprechenden baulichen Massnahmen möglicherweise im Hinblick auf eine Wohnsitzverlegung in den Kanton Graubünden vorgenommen wurden, wie die Vorinstanz anerkannte, so fehlen in den Akten doch Anhaltspunkte dafür, dass der Beschwerdeführer eine solche tatsächlich bereits im Jahr 2019 vorgenommen hätte. 7.3.2.6. Einer Grundlage entbehrt im Übrigen auch der in der Beschwerde erhobene Vorwurf, im angefochtenen Urteil werde aus dem Steuerhoheitsentscheid 2015 (und/oder beispielsweise der Steuerveranlagung 2018) abgeleitet, dass derselbe Steuerwohnsitz auch 2019 noch bestanden habe. Wie sich aus den vorstehenden Erwägungen (E. 7.2-7.3.2.5) ergibt, stellte die Vorinstanz die hier relevanten, sich auf das Jahr 2019 beziehenden Tatsachen fest, ohne sich auf einen früheren, eine andere Steuerperiode betreffenden Entscheid abzustützen. Dieses Vorgehen ist korrekt, denn ein Steuerdomizilentscheid entfaltet keine Rechtskraft für die Zukunft, da im Zeitpunkt, in dem er ergeht, die Tatsachen, die der subjektiven Steuerpflicht in künftigen Steuerperioden dereinst zugrunde zu legen sein werden, noch gar nicht feststehen (vgl. Urteil 9C_133/2023 vom 22. Juni 2023 E. 4.3; 2C_211/2019 vom 6. April 2022 E. 7.3).