Citation: 1C_223/2024 E. 3.5

3.5. Wie das Strassenverkehrsamt des Kantons Zürich in seiner Beschwerdeantwort im verwaltungsgerichtlichen Verfahren zu Recht betonte, kann die Angabe eines Zustelldomizils ein Indiz für die Bestimmung des Aufenthaltsorts darstellen. Für Verfahrensbeteiligte mit Wohnsitz in der Schweiz erscheint eine Zustelladresse nämlich insbesondere dann von Bedeutung, wenn sie sich nicht oder nur selten an dem Ort aufhalten, wo sie offiziell angemeldet sind, bzw. wenn sie sich neu an einem anderen Ort mit der Absicht dauernden Verbleibens aufhalten. Entgegen dem, was der Beschwerdeführer im Zusammenhang mit seiner Anmeldung in V.________, die erst im Juni 2022 und damit nach der Verfahrenseinleitung durch das Strassenverkehrsamt Graubünden erfolgt sei, geltend macht, ist für den Zeitpunkt des Erwerbs eines neuen Wohnsitzes (vgl. Art. 24 Abs. 1 ZGB) nicht allein auf die An- und Abmeldung im Einwohnerregister einer Gemeinde abzustellen (vgl. BGE 133 V 309 E. 3.3; Urteil 1C_135/2017 vom 7. Juni 2017 E. 2.2). Eine Person kann sich mit der Absicht dauernden Verbleibens an einem Ort aufhalten, ohne offiziell angemeldet zu sein bzw. ihre Papiere hinterlegt zu haben. Der Umstand, dass sich der Beschwerdeführer in V.________ anmeldete, nachdem er bereits Wochen zuvor den Behörden gegenüber V.________ als Zustellungsdomizil angab, stellt - auch vor dem Hintergrund des Scheidungsverfahrens, in dem sich der Beschwerdeführer in diesem Zeitraum befand - vielmehr ein zusätzliches Indiz dafür dar, dass er sich schon vor der Anmeldung mit der Absicht dauernden Verbleibens in V.________ aufgehalten hat. Zu Recht würdigte die Vorinstanz sodann die vom Beschwerdeführer behauptete spätere Wohnsitznahme im Kanton Tessin und seine geltend gemachten Auswanderungsabsichten nicht als Indizien gegen die Begründung eines Wohnsitzes in V.________. Die Absicht, einen Ort zu einem späteren Zeitpunkt wieder zu verlassen, schliesst eine Wohnsitznahme rechtsprechungsgemäss nicht aus, wie die Vorinstanz zutreffend festhält (vgl. BGE 127 V 237 E. 2c mit Hinweis).