Citation: 8C_717/2023 E. 3.3

3.3. Im vorliegenden Verfahren geht es um den Anspruch auf berufliche Massnahmen und auf eine Rente der Invalidenversicherung aufgrund einer Neuanmeldung der Beschwerdeführerin vom 23. August 2022. Die Beschwerdegegnerin trat mit Verfügung vom 1. Dezember 2022 auf das neue Leistungsbegehren nicht ein, weil sich aus den eingereichten medizinischen Berichten keine Hinweise für eine dauerhafte anspruchsrelevante Verschlechterung des Gesundheitszustands ergeben hätten. Die Beschwerdeführerin machte vor Vorinstanz geltend, das Glaubhaftmachen einer gesundheitlichen Verschlechterung müsste bereits daher bejaht werden, weil mit der Neuanmeldung erstmals auch psychische Gründe für eine Erwerbsunfähigkeit geltend gemacht worden seien und die IV-Stelle die psychische Gesundheitslage zuvor nicht untersucht habe, weder im Rahmen des PMEDA-Gutachtens noch durch sonstige Abklärungen. Mit den eingereichten medizinischen Berichten, namentlich demjenigen des Psychiaters Dr. med. B.________, FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, sowie des Psychotherapeuten C.________ vom 13. August 2022 sei eine Verschlechterung mit möglicher Auswirkung auf den Leistungsanspruch gegenüber der Invalidenversicherung glaubhaft gemacht worden. Dies sei von der Beschwerdegegnerin implizit anerkannt worden, indem sie dazu Stellungnahmen des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) vom 13. September 2022 und 1. Dezember 2022 eingeholt habe. Den im kantonalen Verfahren vorgebrachten Einwänden kann nicht von vornherein jegliche Bedeutung abgesprochen werden. Die Argumente waren sachbezogen und für die zu beurteilende Streitfrage grundsätzlich relevant. Wenn die Vorinstanz nach Würdigung der Sach- und Rechtslage zusammenfassend festhielt, die Beschwerdegegnerin sei mangels Glaubhaftmachung einer anspruchsrelevanten Veränderung des Gesundheitszustands zu Recht auf die Neuanmeldung nicht eingetreten und die Beschwerde sei offensichtlich unbegründet, entschied sie damit bereits über die Streitsache, die Gegenstand der öffentlichen Verhandlung hätte bilden sollen. Selbst wenn das kantonale Gericht den entsprechenden Antrag unter Hinweis auf die offensichtliche Unbegründetheit der Beschwerde abwies, ist eine solche im Sinne von E. 3.2.1 hiervor in Anbetracht seiner vorgängigen materiellen Erwägungen jedenfalls nicht so eindeutig, dass deswegen auf die Durchführung einer beantragten öffentlichen Verhandlung verzichtet werden könnte.