Citation: 1C_123/2023 E. 6.4.2

6.4.2. Die Beschwerdeführenden bringen zunächst vor, ihnen sei eine E-Mail-Nachricht vom 10. Juni 2022 der kantonalen Dienststelle für Landwirtschaft zu Handen des Staatsrats weder vor der Plangenehmigung vom 22. Juni 2022 noch im vorinstanzlichen Verfahren zur Kenntnis gebracht worden, weshalb sie sich zu dieser Eingabe nicht hätten äussern können. Die Beschwerdeführenden verlangten im Projektgenehmigungsverfahren unter anderem, es sei mit der Projektgenehmigung anzuordnen, dass ein wegen des Strassenbauprojekts abzubrechender Stall an anderer Stelle wieder aufgebaut werde. Unter anderem gestützt auf eine E-Mail-Nachricht der kantonalen Dienststelle für Landwirtschaft vom 10. Juni 2022 kam der Staatsrat als Genehmigungsbehörde zum Schluss, es bestehe kein Anspruch, dass der abzubrechende Stall vom Kanton im Rahmen des Strassenbauprojekts an anderer Stelle wieder aufgebaut werde. Darüber, ob den Beschwerdeführenden als Enteignungsentschädigung Realersatz geleistet werden könne, sei erst im Rahmen des noch durchzuführenden Enteignungsverfahrens zu befinden. Der Staatsrat stützte sich in der Plangenehmigung ausdrücklich auf die genannte E-Mail-Nachricht vom 10. Juni 2022 ab, ohne dass er diese den Beschwerdeführenden vorgängig zugestellt oder sie über den Eingang der Nachricht informiert hätte. Damit hat er das aus Art. 29 Abs. 2 BV fliessende Äusserungsrecht der Beschwerdeführenden verletzt. Die nicht besonders schwerwiegende Verletzung von Art. 29 Abs. 2 BV wurde jedoch im vorinstanzlichen Verfahren geheilt (vgl. E. 6.1 hiervor). Der Staatsrat hat den Inhalt der genannten E-Mail-Nachricht im Plangenehmigungsentscheid als wörtliches Zitat vollständig wiedergegeben. Demzufolge war die Nachricht den Beschwerdeführern bekannt. Sodann konnten sich die Beschwerdeführenden im vorinstanzlichen Verfahren zur Aussage der Dienststelle für Landwirtschaft äussern, hatte die Vorinstanz sowohl Rechtsverletzungen als auch die korrekte Feststellung des Sachverhalts frei zu prüfen (vgl. Art. 78 Abs. 1 lit. a VVRG/VS) und stellte sich die Frage nach der Zweckmässigkeit des Entscheids nicht, soweit zu beurteilen war, ob der abzubrechende Stall an anderer Stelle wieder aufzubauen sei.