Citation: 5A_202/2021 E. 3.4

3.4. Auf die Anhörung der Kinder konnte im Rahmen einer antizipierten Beweiswürdigung verzichtet werden (vgl. hinten E. 4). Im Fall einer solchen liegt es geradezu in der Natur der Sache, dass sich die entscheidenden Personen bereits vorher bis zu einem gewissen Grad eine Meinung gebildet haben und der Auffassung sind, dass sich diese durch eine zusätzliche Beweiserhebung - vorliegend eine mündliche Kindesanhörung - nicht beseitigen lässt. Basiert eine solche Meinungsbildung allenfalls auch zum Teil auf fehlerhaften Tatsachen (z.B. in einem Bericht einer Drittperson), lässt sich daraus keine Befangenheit ableiten. Ebenso wenig lässt sich eine Befangenheit daraus ableiten, dass gewisse Ausführungen in einer Stellungnahme (9. September 2019) unpräzise sind (z.B. dass die Kinder aktuell [ohne: unter Mitwirkung von KESB oder Gericht] nicht am Kontakt zum Vater interessiert seien). Soweit Fehler oder mangelnde Präzision dazu führten, dass auf eine Kindesanhörung gänzlich, d.h. in jeder Form, verzichtet wurde, wurde dieser Rechtsfehler im Übrigen oberinstanzlich korrigiert. Im Ergebnis ist dem Kantonsgericht deshalb beizupflichten, dass keine Befangenheit von G.________ vorlag.