Citation: U 236/00 16.07.2002 E. 4

4.- a) Für die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs ist nach den in BGE 117 V 366 ff. und 382 ff. umschriebenen Grundsätzen zu verfahren. Gestützt auf die Gutachten des Dr. med. H.________ vom 12. März 1997 und des Dr. med. G.________ vom 7. April 1998 handelt es sich nicht um bereits vor dem Unfallereignis vom 11. Mai 1989 bestehende psychische Beschwerden, die durch den Unfall in der Weise verstärkt wurden, dass nicht von einem vielschichtigen somatisch-psychischen Beschwerdebild gesprochen werden kann, welches einer Differenzierung kaum zugänglich ist (vgl. RKUV 2000 Nr. U 397 327); ebenso wenig liegt, entgegen der Beschwerdeführerin, eine ausgeprägte psychische Problematik vor (vgl. BGE 123 V 99 Erw. 2a). b) Tritt im Anschluss an zwei oder mehrere Unfälle eine psychische Fehlentwicklung ein, ist die Adäquanz des Kausalzusammenhangs insbesondere dann, wenn diese verschiedene Körperteile betreffen und zu völlig unterschiedlichen Verletzungen führen, grundsätzlich für jeden Unfall gesondert gemäss der Rechtsprechung zu den psychischen Unfallfolgen (BGE 115 V 138 ff. Erw. 6) zu prüfen (RKUV 1996 Nr. U 248 177 Erw. 4b mit Hinweis). Wie zu verfahren ist, wenn die Adäquanzbeurteilung nach zwei oder mehreren Unfallereignissen Platz greift, bei denen jeweils ein Schleudertrauma, eine schleudertraumaähnliche Verletzung und/oder ein Schädel-Hirntrauma erlitten wurde, kann, entgegen der Vorinstanz, offen bleiben. Der Beschwerdeführerin ist darin beizupflichten, dass die Folgen des Unfallereignisses vom 26. September 1994 bereits nach kurzer Zeit wieder abgeklungen waren und diesem zweiten Unfallgeschehen im gesamten Beschwerdebild keine wesentliche Bedeutung zukam. c) Mit dem kantonalen Gericht ist das Unfallereignis vom 11. Mai 1989 dem mittleren Bereich zuzuordnen. Da drei der rechtsprechungsgemässen Kriterien gemäss BGE 117 V 366 ff. und 382 ff. (Dauerbeschwerden, ungewöhnliche lange Dauer der ärztlichen Behandlung sowie Grad und Dauer der Arbeitsunfähigkeit) erfüllt sind, ist der adäquate Kausalzusammenhang zu bejahen. Die Einstellung der Taggeldleistungen ab 1. Juni 1998 erfolgte damit zu Unrecht. Entgegen der Beschwerdeführerin geht es nicht an, in zeitlicher Hinsicht einzig die bis März 1991 eingetretenen Verhältnisse zu berücksichtigen. Ebenso wenig ist es statthaft, danach zu differenzieren, ob die behandelten Beschwerden psychischer oder physischer Natur waren. Der Umstand schliesslich, dass zwischen dem Unfallereignis (11. Mai 1989) und dem durch den Unfallversicherer im Einspracheentscheid (10. September 1998) bekräftigten Fallabschluss ein langer Zeitraum liegt, führt für sich allein nicht zur Bejahung der Adäquanz.