Citation: 8C_713/2020 E. 4

Die Vorinstanz erwog, streitig sei die Weiterausrichtung der mit Urteil 8C_575/2018 vom 30. Januar 2019 ab 1. September 2013 zugesprochenen halben Invalidenrente. Den mit dem Revisionsfragebogen vom 8. April 2019 eingereichten Lohnausweisen sei für 2018 ein Einkommen von Fr. 6000.- und für 2017 ein solches von Fr. 10'242.- für das Verwaltungsratsmandat zu entnehmen. Seit der Rentenzusprache mit Wirkung ab September 2013 habe sich damit das Invalideneinkommen erheblich geändert, wobei die Erheblichkeitsgrenze von Fr. 1500.- nach Art. 31 IVG erreicht sei. Somit liege ein Revisionsgrund vor. In der Folge nahm die Vorinstanz einen Einkommensvergleich vor. Dazu legte sie dem Valideneinkommen den Betrag gemäss dem Urteil 8C_575/2018 zugrunde und berücksichtigte die Nominallohnentwicklung. Da davon auszugehen sei, dass die Beschwerdeführerin das Verwaltungsratsmandat auch im Gesundheitsfalle angetreten hätte, sei das Honorar ebenfalls zu berücksichtigen. Beim Invalideneinkommen stellte die Vorinstanz auf das in den Jahren 2017 und 2018 tatsächlich erzielte Einkommen bei der B.________ AG ab und addierte das jeweilige Verwaltungshonorar. Bei einem Vergleich des Valideneinkommens mit dem Invalideneinkommen errechnete die Vorinstanz für 2017 einen Invaliditätsgrad von 33 %, für 2018 einen solchen von 40 % und für 2019 einen von 42 %. In der Folge bejahte sie eine Meldepflichtverletzung der Beschwerdeführerin, da letztere auch während eines laufenden Rentenverfahrens zur Mitteilung von geänderten wirtschaftlichen Verhältnissen verpflichtet sei. Angesichts der Meldepflichtverletzung bestätigte das kantonale Gericht die rückwirkende Aufhebung der Rente für das Jahr 2017. Abschliessend verneinte es die Verwirkung der zurückgeforderten Rentenbetreffnisse, da die IV-Stelle mit Eingang des Revisionsfragebogens vom 8. April 2019 Kenntnis des zusätzlichen Einkommens gehabt habe und damit die einjährige Verwirkungsfrist mit Verfügung vom 6. Februar 2020 gewahrt sei. Auch die fünfjährige Verwirkungsfrist seit tatsächlichem Bezug sei eingehalten, so dass die für den Zeitraum vom 31. Dezember 2016 bis 31. Dezember 2017 ausgerichteten Leistungen zurückgefordert werden könnten.