Citation: 1C_484/2014 E. 4.2

4.2. Der Vorinstanz ist darin zuzustimmen, dass der Kauf einer Sache, die später enteignet wird, nicht von Vornherein als missbräuchlich qualifiziert werden kann. Dies gilt auch dann, wenn der Kauf mit Gewinnabsicht getätigt wurde, wie dies im Übrigen bei einem Kauf durch eine Gesellschaft mit wirtschaftlichem Zweck geradezu typisch ist. Auch die Vorhersehbarkeit der Enteignung kann in dieser Hinsicht nicht ausschlaggebend sein, wäre ansonsten doch jeder Verkauf der Sache bis zum Zeitpunkt der Enteignung mit einem vollständigen Verlust des Entschädigungsanspruchs verknüpft und damit faktisch ausgeschlossen. Eine derartige Auslegung von § 24 kEntG stünde zur Eigentumsgarantie nach Art. 26 BV im Widerspruch und drängt sich nach Wortlaut und Zweck der kantonalen Bestimmung auch nicht auf. Es sind denn auch anders gelagerte Konstellationen, welche die Literatur zur weitgehend gleich lautenden bundesrechtlichen Bestimmung von Art. 25 EntG (SR 711) als Beispiele für potenziell missbräuchlich begründete Rechte anführt. Es handelt sich dabei etwa um Baurechte und andere Dienstbarkeiten sowie vertragliche Benützungsrechte von Mietern oder Pächtern ( HEINZ HESS/HEINRICH WEIBEL, Das Enteignungsrecht des Bundes, 1986, N. 3 zu Art. 25 EntG). Hieraus geht hervor, dass die im Hinblick auf die Enteignung erfolgte Begründung eines (dinglichen oder obligatorischen) Rechts und nicht dessen Übertragung im Vordergrund steht. Auch die weiteren von der Beschwerdeführerin genannten Umstände lassen die Auslegung von § 24 kEntG durch das Kantonsgericht nicht als willkürlich erscheinen. Nicht massgebend erscheint in diesem Zusammenhang insbesondere, wie der Strassenbau finanziert wurde, welchen Preis die Beschwerdegegnerin für die beiden Strassenparzellen bezahlte und welche Entschädigungsforderung sie im Schätzungsverfahren stellte. Eine allenfalls überhöhte Forderung ist zu reduzieren, sie führt jedoch nicht zum Ausschluss jeglicher Entschädigung. Unbehelflich ist auch die erstmals im bundesgerichtlichen Verfahren vorgebrachte Tatsache (Art. 99 Abs. 1 BGG), dass die Beschwerdegegnerin mit einer Kette die Durchfahrt von der alten zur neuen Wilgutstrasse verunmöglicht habe. Dass darin ein widerrechtliches oder missbräuchliches Verhalten der Grundeigentümerin der Strassenparzelle zu erblicken wäre, legt die Beschwerdeführerin nicht dar und würde am Entschädigungsanspruch auch nichts ändern. Die sinngemässe Rüge, das Kantonsgericht habe § 24 kEntG willkürlich angewendet, ist somit unbegründet, soweit darauf eingetreten werden kann.