Citation: 1A.112/2006 19.09.2006 E. A

A.a X.________ wurde am 4. Oktober 1995 von Y.________ anlässlich eines Streits geschlagen und zu Boden geworfen. Als Folge der durch die Straftat erlittenen Verletzungen entwickelte sich ein Schmerzsyndrom im Bereich von Nacken, Schulter und Arm. Mit Verfügung der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Aargau, IV-Stelle, vom 4. Juni 1998 wurde X.________ eine volle IV-Rente ab 1. Oktober 1996 zugesprochen. A.b Das Bezirksgericht Baden sprach Y.________ am 18. Juni 1997 unter anderem der vorsätzlichen einfachen Körperverletzung (Art. 123 Ziff. 1 StGB) schuldig. Dieser Entscheid erwuchs in Rechtskraft. Mit Urteil vom 7. Oktober 1998 verpflichtete es den Straftäter in teilweiser Gutheissung der Zivilklage, dem Opfer als Genugtuung den Betrag von Fr. 15'000.-- nebst Zins zu bezahlen. Ferner stellte es fest, der Straftäter sei gegenüber dem Opfer zu 75% schadenersatzpflichtig. Dieser Entscheid wurde ans Obergericht des Kantons Aargau und ans Bundesgericht weitergezogen. Mit Urteil vom 22. Februar 2000 verpflichtete das Bundesgericht Y.________, X.________ eine Genugtuung in der Höhe von Fr. 20'000.-- zuzüglich Zins zu bezahlen, und es stellte fest, dass der Straftäter gegenüber dem Opfer zu 100% schadenersatzpflichtig ist. Die Beurteilung der Höhe der Schadenersatzforderung verwies es auf den Zivilweg. In der Folge verzichtete X.________, wohl mangels Aussicht, von Y.________ tatsächlich Schadenersatz zu erhalten, auf die Einleitung eines Zivilprozesses. A.c Am 28. Juni 2000 zahlte der Kantonale Sozialdienst X.________ die gerichtlich zugesprochene Genugtuung aus. A.d Gestützt auf Art. 15 des Bundesgesetzes vom 4. Oktober 1991 über die Hilfe an Opfer von Straftaten (Opferhilfegesetz, OHG; SR 312.5) beantragte X.________ die Ausrichtung eines Entschädigungsvorschusses in der Höhe von Fr. 50'000.--. Mit Verfügung vom 7. November 2000 hiess der Kantonale Sozialdienst das Gesuch in der Höhe von Fr. 1'000.-- monatlich und maximal Fr. 25'000.-- gut. Eine dagegen gerichtete Beschwerde wies das Verwaltungsgericht am 27. März 2001 ab. A.e Mit Eingaben vom 6. April 2000 und 25. Mai 2001 ersuchte X.________ um Ausrichtung einer opferhilferechtlichen Entschädigung im gesetzlichen Höchstbetrag von Fr. 100'000.-- (vgl. Art. 4 Abs. 1 der Verordnung vom 18. November 1992 über die Hilfe an Opfer von Straftaten [Opferhilfeverordnung, OHV; SR 312.51]). Zur Abklärung des Verdienstausfalls wurde ein Gutachten über den hypothetischen Netto- und Bruttogewinn des von der Beschwerdeführerin betriebenen Floristengeschäfts eingeholt. Mit Verfügung vom 28. April 2005 wies der Kantonale Sozialdienst das Gesuch um Entschädigung ab und verpflichtete die Gesuchstellerin, den gewährten Entschädigungsvorschuss zurückzuerstatten. Die dagegen erhobene Beschwerde wies das Verwaltungsgericht des Kantons Aargau, 2. Kammer, mit Urteil vom 22. März 2006 ab, soweit es darauf eintrat. Zur Begründung führte das Gericht aus, gemäss der vom Kantonalen Sozialdienst eingeholten Expertise könne der mutmassliche Gewinn des Blumengeschäfts der Beschwerdeführerin nicht höher eingeschätzt werden als die der Beschwerdeführerin ausbezahlten Leistungen der Sozialversicherungen. Der Schaden der Beschwerdeführerin sei damit gedeckt, weshalb sie aufgrund der Anrechnung dieser Leistungen gestützt auf Art. 14 Abs. 1 OHG nicht zusätzlich eine Opferhilfe-Entschädigung für Erwerbsausfall beanspruchen könne.