Citation: U 66/02 02.11.2004 E. 2.2

2.2.1 Sind sämtliche Beeinträchtigungen als unfallkausal zu qualifizieren, müsste die Invaliditätsbemessung im Unfall- und im Invalidenversicherungsbereich grundsätzlich zum selben Ergebnis führen (vgl. BGE 126 V 291 f. Erw. 2a mit Hinweisen). SUVA und IV-Stelle hatten sich jeweils gegenseitig über die Ergebnisse ihrer Abklärungen in Kenntnis gesetzt und einander die verfügbaren Unterlagen zukommen lassen. Aus koordinationsrechtlicher Sicht trachtete die Vorinstanz denn auch zu Recht danach, einen für beide mit dem Fall befassten Versicherungsträger identischen Invaliditätsgrad zu erhalten (vgl. BGE 126 V 293 f. Erw. 2d). Nachdem das kantonale Gericht den für die Invalidenversicherung massgebenden Invaliditätsgrad in seinem Entscheid vom 20. Dezember 2001 auf 81 % festgesetzt hat und das Eidgenössische Versicherungsgericht auf die hiegegen von der SUVA erhobene Verwaltungsgerichtsbeschwerde mit Urteil vom heutigen Tag (I 95/02) nicht eingetreten ist, liegt nunmehr eine für den Invalidenversicherungsbereich rechtskräftig gewordene Invaliditätsbemessung vor, welche grundsätzlich auch im Unfallversicherungsbereich nicht unbeachtet bleiben darf, sondern als Indiz für eine zuverlässige Beurteilung in die vom Unfallversicherer resp. im Beschwerdefall vom Richter gleichwohl selbstständig vorzunehmende Invaliditätsbemessung mit einbezogen werden muss (vgl. BGE 126 V 294 ff. Erw. 3; Urteil M. vom 17. August 2004 [I 106/03] Erw. 4) 2.2.2 Zu beachten ist vorliegend allerdings, dass der Rentenbeginn unbestrittenermassen für die Invalidenversicherung auf den 1. März 1997 und für die Unfallversicherung auf den 1. Januar 2000 fällt. Da im Rahmen der Invaliditätsbemessung auf die Einkommensverhältnisse im Zeitpunkt der Entstehung des Rentenanspruchs abzustellen ist (BGE 129 V 222, 128 V 174), kann sich aus dem für die beiden Versicherungsträger unterschiedlichen Rentenbeginn eine (minime) Abweichung des massgebenden Invaliditätsgrades ergeben, welche jedoch dem koordinationsrechtlichen Grundsatz, wonach der Invaliditätsgrad in den beiden Sozialversicherungszweigen bei gleichem Gesundheitsschaden identisch zu sein hat, nicht entgegensteht. 2.2.3 Ein Abweichen von dem für den einen Sozialversicherungszweig rechtskräftig festgesetzten Invaliditätsgrad kann in einem ebenfalls betroffenen andern aber auch angezeigt sein, wenn die - obschon in Rechtskraft erwachsene - Invaliditätsbemessung eines von mehreren Versicherungsträgern - oder im Beschwerdefall einer Rechtsmittelinstanz - schwerwiegende Mängel aufweist, die sich nicht mehr bloss mit der dem jeweiligen Durchführungsorgan zustehenden Ermessensausübung erklären lassen. Eine Überprüfung des die Invalidenversicherung betreffenden kantonalen Entscheids vom 20. Dezember 2001 fördert vorliegend tatsächlich gleich mehrere gravierende Unzulänglichkeiten zu Tage, wie sich aus nachstehenden Erwägungen ergibt. Schon von daher ist jegliche Verbindlichkeit des die Invalidenversicherung betreffenden kantonalen Entscheids für die SUVA von vornherein abzulehnen. Angesichts der Häufung korrekturbedürftiger Gesichtspunkte ist die vorinstanzliche Invaliditätsbemessung in ihrer Gesamtheit kaum mehr vertretbar, weshalb die für die Unfallversicherung massgebende Bestimmung des Invaliditätsgrades im Folgenden weitestgehend losgelöst von der vom kantonalen Gericht für die Invalidenversicherung durchgeführten zu erfolgen hat. 2.3 Weil es dabei um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen im Sinne von Art. 132 OG geht, steht dem Eidgenössischen Versicherungsgericht die erweiterte Kognition zu (BGE 128 V 233 Erw. 1b, 126 V 470 Erw. 1b). Die Überprüfungsbefugnis ist daher nicht auf die Verletzung von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Ermessens beschränkt, sondern sie erstreckt sich auch auf die Angemessenheit der angefochtenen Verfügung; das Gericht ist dabei nicht an die vorinstanzliche Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gebunden und kann über die Begehren der Parteien zu deren Gunsten oder Ungunsten hinausgehen (Art. 132 OG).