Citation: 8C_890/2017 E. 4

Die Vorinstanz hat die medizinische Aktenlage umfassend wiedergegeben und sorgfältig gewürdigt. Sie stellte fest, zwischen dem ABI-Gutachten und der estimed-Expertise beständen zunächst Abweichungen in diagnostischer Hinsicht. In der Folge setzte sich das kantonale Gericht mit den diagnostischen Abweichungen auseinander. Dabei gelangte es zur Erkenntnis, dass eine Vielzahl der im Gutachten estimed genannten Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nur invalidisierend seien, wenn eine Indikatorenprüfung in Anwendung der Rechtsprechung gemäss BGE 141 V 281 entsprechend ausfalle. In der Folge nahm die Vorinstanz eine entsprechende Prüfung vor und stellte fest, der Beschwerdeführer leide zwar an verschiedenen Störungen, welche sich wohl auch in Wechselwirkung gegenseitig beeinflussten. Ausser der otorhinolaryngologischen Störung komme jedoch keiner der anderern Beeinträchtigungen für sich genommen Krankheitswert zu. Der Versicherte verfüge zudem über beachtliche persönliche Ressourcen. Die funktionellen Auswirkungen der von den estimed-Gutachtern festgestellten 50%igen Arbeitsunfähigkeit sei nicht schlüssig und widerspruchsfrei. Diese sei nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen. Die Folgen der Beweislosigkeit habe der Beschwerdeführer zu tragen. Bezüglich der von der neuropsychologischen Teilgutachterin der estimed bescheinigten Arbeitsunfähigkeit aufgrund einer 50%igen Funktionseinschränkung stellte das kantonale Gericht fest, es sei anhand der blanden Befunde nicht nachvollziehbar, wie sie die angeführte Aufmerksamkeits- und Konzentrationseinbusse begründe. Da der Beschwerdeführer ohne Einschränkungen Auto fahre, sei eine entsprechende Störung auch fraglich. Auf die Einschätzung der Neuropsychologin sei nicht abzustellen. Zusammenfassend bestehe aufgrund der klaren Aktenlage kein Anlass für weitere Beweismassnahmen. Aus rechtlicher Sicht bestehe eine 10%ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit, weshalb kein Anspruch auf eine Rente bestehe.