Citation: 1P.213/2000 06.09.2000 E. 2

2.-Der Beschwerdeführer wirft dem Verwaltungsgericht vorerst eine Verletzung seines Anspruchs auf rechtliches Gehör vor, weil es keinen Augenschein vorgenommen habe und auf gewisse von ihm erhobene Einwände nicht eingegangen sei. a) Der Umfang des Gehörsanspruchs wird zunächst durch die kantonalen Verfahrensvorschriften bestimmt. Deren Anwendung prüft das Bundesgericht unter dem Gesichtswinkel der Willkür. Hingegen prüft es mit freier Kognition, ob der aus Art. 29 BV fliessende Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt sei (BGE 126 I 15 E. 2a, mit Hinweisen). b) Der Beschwerdeführer macht geltend, das Verwaltungsgericht habe dadurch, dass es keinen Augenschein vorgenommen hat, den Sachverhalt nicht richtig abgeklärt und nicht richtig abklären können. Er beruft sich hierfür auf Art. 37 des Gesetzes über die Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton Graubünden (Verwaltungsgerichtsgesetz, VGG). Danach hat das Verwaltungsgericht den Sachverhalt von Amtes wegen zu ermitteln. Art. 38 VGG sieht den Augenschein als ordentliches Beweismittel vor. Der Beschwerdeführer hat im kantonalen Verfahren keinen Augenschein beantragt. Die in Art. 37 VGG vorgeschriebene Ermittlung des Sachverhalts von Amtes wegen setzt zwar keinen solchen Antrag voraus, falls die Durchführung eines Augenscheins für die Ermittlung des Sachverhalts erforderlich ist. Das Verwaltungsgericht hatte sich jedoch mit der vorliegend zur Diskussion stehenden Erschliessungsstrasse bereits in einem früheren Verfahren (Verfahren VGE 551/ 93) zu befassen und hatte damals einen Augenschein vorgenommen. Im angefochtenen Entscheid hat es auf dieses Verfahren Bezug genommen. Der Beschwerdeführer hat diesen Entscheid im vorliegenden Verfahren vor Verwaltungsgericht selbst als Beweismittel eingereicht. Das Verwaltungsgericht durfte im jetzigen Verfahren ohne Willkür davon ausgehen, durch den früheren Augenschein und die vorliegenden Photos und Pläne sei der Sachverhalt genügend abgeklärt, und demnach von der Durchführung eines nochmaligen Augenscheins absehen. Wäre der Beschwerdeführer der Ansicht gewesen, durch die Profile hätten sich für das vorliegende Verfahren konkrete neue Erkenntnisse gewinnen lassen, hätte es an ihm gelegen, dem Verwaltungsgericht einen konkreten Antrag auf Wiedererrichtung der Profile zu stellen. Der Beschwerdeführer hat im kantonalen Verfahren nur erklärt, trotz der in Art. 99 Abs. 3 Baugesetz Gemeinde Scuol vorgesehenen Verpflichtung für die Bauinteressenz, die Profile bis zum Vorliegen einer rechtskräftigen Baubewilligung stehen zu lassen, seien diese vor geraumer Zeit entfernt worden. Damit hat der Beschwerdeführer weder die Entfernung der Profile konkret gerügt noch hat er einen Antrag auf Wiedererrichtung der Profile gestellt. Der Beschwerdeführer legt darüber hinaus nicht dar, welche Umstände genau in Anbetracht der bereits entfernten Bauprofile hätten bewiesen werden sollen. Bei dieser Sachlage kann dem Verwaltungsgericht nicht vorgeworfen werden, in willkürlicher Anwendung der Bestimmungen des Verwaltungsgerichtsgesetz von einem Augenschein abgesehen zu haben. c) Der Anspruch auf rechtliches Gehör umfasst u.a. das Recht, mit erheblichen Beweisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung wesentlicher Beweise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen (BGE 126 I 15 E. 2a/aa S. 16, mit Hinweisen). Daraus folgt für die entscheidende Behörde die Pflicht, rechtzeitig und formrichtig angebotene Beweismittel abzunehmen, soweit diese für die Entscheidung erheblich und tauglich sind. Vorliegend hat der Beschwerdeführer im kantonalen Verfahren keinen Augenschein beantragt. Die Nichtdurchführung eines Augenscheins durch das Verwaltungsgericht stellt daher keine Verletzung des Gehörsanspruchs des Beschwerdeführers dar. d) Aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör folgt ferner die grundsätzliche Pflicht der Behörden, ihren Entscheid zu begründen. Die Begründung eines Entscheids muss so abgefasst sein, dass der Betroffene ihn gegebenenfalls sachgerecht anfechten kann (BGE 123 I 31 E. 2c S. 34, mit Hinweisen). Da der Beschwerdeführer im kantonalen Verfahren auf die Entfernung der Profile nur hingewiesen und diese nicht konkret gerügt hatte, hat das Verwaltungsgericht seine Begründungspflicht nicht verletzt, indem es sich mit der Entfernung der Profile nicht auseinander setzte. Der Beschwerdeführer war auch ohne diesbezügliche Ausführungen in der Lage, den Entscheid des Verwaltungsgerichts sachgerecht anzufechten. Die in der Begründung der Beschwerde erhobene Behauptung, dass die Profile nicht mit den Baueingabeunterlagen übereinstimmten, ist neu und daher im staatsrechtlichen Beschwerdeverfahren unzulässig. e) Der Beschwerdeführer beantragt im bundesgerichtlichen Verfahren die Durchführung eines Augenscheins. Die Akten enthalten indessen alle notwendigen Sachverhaltselemente, weshalb ein Augenschein nicht erforderlich ist.