Citation: 1P.150/2001 15.03.2001 E. 3

3. Aufl. , Zürich 1997, N. 701b, S. 210). Die Mindestzahl kann nicht in genereller Weise festgelegt werden. Sie hängt von der Schwere der verübten Straftaten ab (Donatsch, a.a.O., N. 50 zu § 58 StPO). Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts ist Fortsetzungsgefahr zu bejahen, wenn einerseits die Rückfallprognose sehr ungünstig ist und anderseits die zu befürchtenden Delikte von schwerer Natur sind. Die rein hypothetische Möglichkeit der Verübung weiterer Delikte sowie die Wahrscheinlichkeit, dass nur geringfügige Straftaten verübt werden, reichen dagegen nicht aus (BGE 123 I 268 E. 2c S. 270). Der Beschwerdeführer wurde mit Strafbescheid des Bezirksamts See vom 30. September 1997 wegen Gehilfenschaft zu Freiheitsberaubung und weiterer Delikte zu einer Gefängnisstrafe von 6 Wochen verurteilt, wobei ihm der bedingte Strafvollzug gewährt und die Probezeit auf 2 Jahre angesetzt wurde. Das Bezirksamt hielt in der Begründung fest, der Beschwerdeführer sei Anfang Juni 1997 dem Haupttäter behilflich gewesen, zwei minderjährige Mädchen während ca. 6 Stunden festzuhalten, indem er sie eingeschüchtert und die Drohungen des Haupttäters durch Androhung von Schlägen mit einem Ledergurt unterstrichen habe. Mit einem weiteren Strafbescheid des Bezirksamts See vom 30. April 1999 wurde der Beschwerdeführer der vorsätzlichen einfachen Körperverletzung, der Beschimpfung sowie der Gewalt und Drohung gegen Beamte schuldig erklärt und mit 10 Wochen Gefängnis, bedingt vollziehbar unter Ansetzung einer Probezeit von drei Jahren, bestraft. In den Erwägungen wurde ausgeführt, der Beschwerdeführer habe dem Geschädigten in einem Restaurant vorsätzlich und grundlos einen Faustschlag auf das rechte Auge versetzt. Nachdem er durch die Polizei in Gewahrsam genommen worden sei, habe er die Polizeibeamten mit Schimpfwörtern tituliert; ausserdem habe er gegen sie Drohungen ("Ich bringe Euch alle um") ausgestossen und sei ihnen gegenüber tätlich geworden. Hinsichtlich des noch pendenten, auf Anzeige von B.________ hin eröffneten Strafverfahrens wurde in der (am 13. Dezember 2000 zwecks Vereinigung mit dem hängigen Verfahren und Wiedereinreichung zurückgezogenen) Anklage ausgeführt, der Beschwerdeführer habe B.________ am 26. Januar 2000 vor einer Liegenschaft im Verlaufe einer vornehmlich verbalen Auseinandersetzung gedroht, er bringe ihn, seine Mutter und sein Baby um und werde seine Frau vergewaltigen und umbringen; diese Drohungen habe der Beschwerdeführer dadurch unterstützt, dass er erklärt habe, er werde ein Messer holen; in der Folge habe er B.________ rückwärts in den Hauseingang der Liegenschaft gedrängt und ihn gestossen, so dass B.________ auf die ansteigende Treppe gefallen sei und sich dabei Verletzungen zugezogen habe. Im hier zur Diskussion stehenden Strafverfahren wird dem Beschwerdeführer zur Last gelegt, er habe am Abend des 20. November 2000 A.________ auf offener Strasse mit einem Messer lebensgefährlich verletzt. Mit Rücksicht auf dieses Verhalten des Beschwerdeführers hat die Haftrichterin mit Grund erwogen, seine Gewaltbereitschaft sei im Laufe der letzten 3 bis 4 Jahre immer mehr angestiegen. Im hier in Frage stehenden Strafverfahren geht es um den Vorwurf einer schweren Körperverletzung, die bei der Geschädigten lebensgefährliche Verletzungen zur Folge hatte. Der Beschwerdeführer hat zugegeben, mit einem Messer auf A.________ eingestochen zu haben. Wer mit einem Messer so auf eine Person einsticht, dass diese lebensgefährlich verletzt wird, begeht ein schweres Gewaltdelikt. Bei solchen Delikten dürfen an die Annahme von Wiederholungsgefahr keine allzu hohen Anforderungen gestellt werden, ansonst die potentiellen Opfer allfälliger neuer Gewalttaten des Beschwerdeführers einem nicht verantwortbaren Risiko ausgesetzt wären (vgl. BGE 123 I 268 E. 2e S. 271). Was die Rückfallprognose angeht, so ist zu berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer die mit Strafbescheid vom 30. April 1999 beurteilten Delikte während der ihm im Entscheid vom 30. September 1997 angesetzten Probezeit beging, und dass auch die ihm in den beiden pendenten Strafverfahren zur Last gelegten Delikte in die ihm mit Strafbescheid vom 30. April 1999 angesetzte Probezeit fallen. In Anbetracht all dieser Umstände hat die Haftrichterin die Vorschrift von § 58 Abs. 1 Ziff. 3 StPO nicht unrichtig ausgelegt, wenn sie annahm, es bestünden klare Anhaltspunkte, die ernsthaft befürchten liessen, der Beschwerdeführer werde erneut gewalttätig. Sie verletzte daher das Grundrecht der persönlichen Freiheit nicht, wenn sie zum Schluss gelangte, der Haftgrund der Fortsetzungsgefahr sei im vorliegenden Fall zu bejahen. d) Da es für die Fortdauer der Haft genügt, wenn ein einziger besonderer Haftgrund (neben der allgemeinen Haftvoraussetzung des dringenden Tatverdachts) vorliegt, kann dahingestellt bleiben, ob auch die Annahme der Haftrichterin, es bestehe zudem Fluchtgefahr, vor der Verfassung standhält. e) Ob Ersatzmassnahmen wie Pass- und Schriftensperre angeordnet werden können, sind Fragen, die auf den Haftgrund der Fluchtgefahr zugeschnitten sind. Im Zusammenhang mit der Wiederholungsgefahr kommt ihnen keine entscheidende Bedeutung zu. Angesichts der Drohungen und des bisherigen Verhaltens des Beschwerdeführers lässt sich der Gefahr für Leib und Leben von Menschen bei der heutigen Aktenlage mit dem blossen Anordnen von Ersatzmassnahmen nicht ausreichend begegnen. Nach dem Gesagten ist die staatsrechtliche Beschwerde abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann.