Citation: 5A_223/2023 E. 3.2.6

3.2.6. Daran ändere der Einwand der Beschwerdeführerin, Zweck der Betreibung sei die Unterbrechung einer allfälligen Verjährung der Ansprüche gewesen, weil der Beschwerdegegner keine Verjährungsverzichtserklärung abgegeben habe, nichts. Eine Betreibung über einen exorbitant hohen Fantasiebetrag bleibe auch dann nichtig, wenn sie einer vermeintlichen Verjährungsunterbrechung dienen würde. Zudem mache die Beschwerdeführerin selbst geltend, dass nicht klar sei, an welchen Handlungen der Beschwerdegegner im Einzelnen beteiligt gewesen sei. Davon abgesehen, dass die Beschwerdeführerin nach dem bisher Gesagten noch keine Kenntnis des Vorhandenseins und namentlich der Höhe eines Schadens zu haben scheine, hätte sie damit offenkundig auch keine sichere Kenntnis über die Person des Haftpflichtigen. Sollte es sich tatsächlich so verhalten, habe die (relative) Verjährungsfrist - die zumindest unter altem Recht bloss ein Jahr betragen hätte - noch nicht zu laufen begonnen. Allfällige schädigende Handlungen des Beschwerdegegners würden frühestens ab dem Jahr 2017 behauptet. Die absolute Verjährungsfrist betrage zehn Jahre und wäre mithin noch lange Zeit nicht abgelaufen. Analoges träfe auch auf einen auf Art. 756 ff. OR gestützten Anspruch zu. Wieso bereits im Frühjahr 2022 eine Verjährungsunterbrechung notwendig gewesen sein soll, sei somit nicht ersichtlich. Dies mache die Betreibung für sich genommen zwar nicht missbräuchlich, spreche aber entgegen der Argumentation der Beschwerdeführerin auch nicht dafür, dass die Betreibung legitime Zwecke verfolgt hätte.