Citation: U 450/06 04.10.2007 E. 3

Die Vorinstanz hat das Ausmass der medizinisch-theoretisch verbliebenen Leistungsfähigkeit in Würdigung der im Recht liegenden Arztberichte und in Auseinandersetzung mit den Parteivorbringen im Wesentlichen gestützt auf die Berichte des Kreisarztes Dr. med. W.________ vom 25. Juli 2003 und 11. August 2004 festgelegt. Danach ist dem Beschwerdeführer eine körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeit mit einer mässigen Belastung der rechten Schulter, einer maximalen Belastung bis knapp Schulterhöhe von 20 kg, darüber vereinzelt von 10 bis 15 kg, und einer leicht eingeschränkten repetitiven Zug- und Stossbelastung zu 100 % zuzumuten. 3.1 Die vom Beschwerdeführer gegen die Stichhaltigkeit der Einschätzungen des Kreisarztes Dr. med. W.________ vom 25. Juli 2003 und 11. August 2004 vorgebrachten Einwände dringen nicht durch. 3.1.1 Die Schlussfolgerungen vom 25. Juli 2003 stehen nicht nur im Einklang mit jenen des Hausarztes Dr. med. F.________ vom 8. November 2002 wie auch von Dr. med. N.________ und cand. med. S.________ der Orthopädischen Universitätsklinik X.________ vom 10. Februar und 8. April 2003, wonach dem Versicherten eine dem Leiden angepasste Tätigkeit uneingeschränkt zumutbar sei. Sie schliesst zusätzlich die bis zu diesem Zeitpunkt aus der Wiedereingliederung gewonnenen Erkenntnisse mit ein. Sie deckt sich mit den von den Vorgesetzten des Beschwerdeführers gleichentags gegenüber der Schadensinspektorin der SUVA wiedergegebenen Eindrücken zur Leistungsfähigkeit des Versicherten. 3.1.2 Eine angebliche Verschlechterung der Arbeitsfähigkeit ist erst ab dem 6. August 2003 aktenkundig, als der Versicherte unerträgliche Schmerzen geltend machte, die ein Fortführen der Arbeit verunmöglichten. Ein oder zwei Tage zuvor hatte er der Arbeitgeberin und der SUVA gedroht, die Arbeit niederzulegen, falls die Taggelder nicht (früher) ausgerichtet würden. In der Folge übernahmen die Dres. C.________ und J.________ der Orthopädischen Universitätsklinik X.________, in welcher der Beschwerdeführer wegen belastungsabhängiger Schmerzen im Bereich der rechten Schulter am 29. Oktober 2003 untersucht worden war, am 5. November 2003 die neue Einschätzung des Hausarztes vom 30. August 2003, wonach die Arbeitsfähigkeit wegen belastungsabhängiger Schmerzen um 50 % reduziert sei und repetitive Bewegungen in Form von Schraubenzieherbewegungen im rechten Arm zu vermeiden seien. 3.1.3 Dass der Kreisarzt im Bericht vom 12. August 2004 dennoch an der bisherigen Einschätzung der Restarbeitsfähigkeit festhielt, begründete er hinlänglich. Er berücksichtigte dabei das seit der letzten Untersuchung Geschehene, stützte sich auf eine am 14. Januar 2004 neu erstellte Röntgenaufnahme der rechten Schulter und kam zum Schluss, an der medizinischen Situation habe sich seit dem 25. Juli 2003 nichts verändert. Der Widerspruch zu den jüngeren Einschätzungen des Hausarztes und der Universitätsklinik erklärte der Kreisarzt mit der Diskrepanz zwischen subjektiver und objektiver Leistungsfähigkeit. Die aktuell vorhandene Arbeitslosigkeit wertete er als mögliche Ursache. 3.1.4 Mit dem Hinweis auf die Arbeitslosigkeit liefert er dabei lediglich eine Erklärung für die subjektiven Beschwerden. Daraus auf gegenüber dem Beschwerdeführer bestehende Vorurteile schliessen zu wollen, geht genau so fehl wie der Hinweis auf das vom Kreisarzt der Ehefrau zugeordnete Attribut "zackig". Damit ist in üblichen Worten lediglich umschrieben, wie die Ehegattin vom Explorator wahrgenommen worden ist. Auch kann nicht von einem, den Beweiswert des Berichts vom 12. August 2004 allenfalls beschränkenden Versuch der Sachbearbeiterin der SUVA, die Stellungnahme des Kreisarztes in eine bestimmte Richtung zu beeinflussen, gesprochen werden. Richtig ist zwar, dass sie in der Auftragsnotiz vom 11. Juli 2006 ihre Überzeugung von einem seit dem 25. Juli 2003 unveränderten Zustandsbild zum Ausdruck bringt und dem Rechtsvertreter Vorhaltungen macht. Es trifft aber nicht zu, dass sie darüber hinaus den Kreisarzt gedrängt hat, "in einem Kurzbericht noch einmal das Ergebnis seiner Untersuchung vom 25. Juli 2003" zu "wiederholen". Sie bat ihn vielmehr darum, eine neuerliche kreisärztliche Untersuchung (KU) vorzunehmen, da seit der letzten Untersuchung beinahe ein Jahr vergangen sei. Gleichzeitig erklärte sie, sich bei unverändertem Ergebnis mit einer Kurzfassung (des Berichts) zufrieden zu geben. Dies erscheint sachgerecht. 3.1.5 Sodann ist zur Bestimmung des Invaliditätsgrades unbeachtlich, ob die vom Beschwerdeführer wegen Schmerzen aufgegebene Tätigkeit bei der Firma A.________ AG tatsächlich in allen Teilen den Anforderungen an eine dem Leiden angepasste Tätigkeit entsprochen hat oder nicht. Entscheidend ist die Beantwortung der Frage nach der medizinisch-theoretisch zumutbaren Arbeitsfähigkeit. Diese hat der Kreisarzt losgelöst vom tatsächlichen Stellenprofil der Firma A.________ AG in generell abstrakter Weise beantwortet. Dr. med. W.________, Facharzt für Chirurgie des Instituts Y.________, bestätigte übrigens gegenüber dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers am 17. Februar 2004, das vom Kreisarzt angegebene (medizinische) Zumutbarkeitsprofil sei nachvollziehbar. 3.2 Ist der medizinische Sachverhalt hinreichend festgestellt, bedarf es keiner Rückweisung der Angelegenheit für weitere Abklärungen. Aus demselben Grund durfte die Vorinstanz darauf verzichten (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 124 V 90 E. 4b S. 94 mit Hinweisen).