Citation: 2C_306/2018 E. 2.3

2.3. Der Beschwerdeführer bestreitet, dass der Widerruf seiner Niederlassungsbewilligung verhältnismässig bzw. im Interesse einer demokratischen Gesellschaft erforderlich sei (Art. 8 Ziff. 2 EMRK). Zu Unrecht: Der Beschwerdeführer ist erst im Alter von rund 19 Jahren in die Schweiz eingereist. Er wurde mehrfach strafrechtlich verurteilt und ausländerrechtlich verwarnt, insbesondere weil er im Jahr 2012 30 offene Verlustscheine im Gesamtbetrag von Fr. 112'000.-- ausstehend hatte. Mit Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich vom 13. September 2016 wurde er wegen Geldwäschereihandlungen und Betäubungsmittelhandels im Sinne einer Gesamtstrafe zu einer Freiheitsstrafe von 30 Monaten verurteilt. Betäubungsmittelhandel wertet das Bundesgericht - in Übereinstimmung mit der Rechtsprechung des EGMR (vgl. oben, E. 2.2) - als schwere Rechtsgutverletzungen. Zum Verschulden hat das Obergericht erwogen, der Beschwerdeführer sei im Jahr 2009 während rund eines Monats am professionellen Handel mit rund 330 Gramm Heroin (Reinsubstanz) beteiligt gewesen, in dessen Rahmen er in der Schweiz die Rolle eines Kuriers eingenommen habe. Seine Beteiligung am Drogenhandel habe zwar nicht besonders lange gedauert, sich aber auf elf Transaktionen und eine Drogenmenge bezogen, welche die Grenze zum schweren Fall deutlich übersteige und zu einer sehr erheblichen Gefährdung Dritter geführt habe sowie ohne Eingreifen der Polizei zur weiteren Gefährdung Dritter geführt hätte. Ferner habe der Beschwerdeführer bei jeder zweiten Transaktion einem Reisebüro Bargeld in der Grössenordnung von Fr. 10'000.--, insgesamt mindestens Fr. 33'000.--, überbracht. Die objektive Tatschwere sei in Anbetracht dieser Umstände innerhalb des zur Verfügung stehenden Strafrahmens als nicht mehr leicht einzustufen. In subjektiver Hinsicht sei festzuhalten, dass der Beschwerdeführer selbst nicht drogensüchtig sei und somit nur aus finanziellen Gründen und mit dem Wunsch gehandelt habe, seinem Bruder zur Einreise in die Schweiz zu verhelfen. Insgesamt sei das Verschulden des Beschwerdeführers - innerhalb des schweren Falles - als nicht mehr leicht zu qualifizieren. Angesichts der auf eine Untätigkeit der Untersuchungsbehörde zurückzuführenden Verfahrensdauer von rund sieben Jahren liege eine erhebliche Verletzung des Beschleunigungsgebots vor, welche eine Reduktion der Strafe um einige Monate rechtfertige. Im Ergebnis erachtete das Obergericht die unterinstanzlich ausgesprochene Freiheitsstrafe von 30 Monaten als wohlwollend und sah von einer Erhöhung einzig wegen des Verschlechterungsgebots ab. Für das ausländerrechtliche Verschulden lässt sich aus dem rechtskräftigen Strafurteil ableiten, dass der aus rein finanziellen Motiven begangene Betäubungsmittelhandel als schwerwiegend und das Verschulden an diesem schweren Verstoss gegen die Rechtsordnung als nicht mehr leicht zu qualifizieren ist. In der Interessenabwägung zu berücksichtigen ist weiter, dass der Beschwerdeführer den Betäubungsmittelhandel im Alter von über 30 Jahren und damit als Erwachsener beging. Der Umstand, dass der Beschwerdeführer seit dem Jahr 2009 aktenkundig nicht mehr straffällig geworden ist, kann deswegen nicht massgeblich zu seinen Gunsten berücksichtigt werden, weil er bis zu seiner rechtskräftigen strafrechtlichen Verurteilung am 13. September 2016 unter dem Eindruck des Strafverfahrens stand. Die im Erwachsenenalter an den Tag gelegte Delinquenz des Beschwerdeführers, die als schwerwiegende Rechtsgutverletzung zu werten ist, sein als nicht mehr leicht einzustufendes ausländerrechtliches Verschulden wie auch seine private Verschuldung begründen ein erhebliches öffentliches Interesse an seiner Ausreise aus der Schweiz. Dieses öffentliche Interesse wird durch sein privates Interesse an einem weiteren Verbleib in der Schweiz nicht aufgewogen. Der Beschwerdeführer hält sich zwar seit rund 18 Jahren in der Schweiz auf und hat dabei über zehn Jahre in der Baubranche gearbeitet; er hat nie Sozialhilfe bezogen und seine private Verschuldung ist gemäss den unbestritten gebliebenen Vorakten, welche im bundesgerichtlichen Verfahren berücksichtigt werden können (Art. 105 Abs. 2 BGG), auf die Zeit nach der Haftentlassung zurückzuführen, während der er sich für nichts mehr interessiert, viel Alkohol konsumiert und einfach keine Rechnungen mehr bezahlt habe. Die lange Aufenthaltsdauer und die grundsätzlich erfolgreiche berufliche Integration des Beschwerdeführers sind positiv zu seinen Gunsten zu werten. Eine Rückkehr in seinen Heimatstaat ist ihm dennoch zuzumuten, spricht er doch die Landessprache und hat dort begonnen, als Bauarbeiter zu arbeiten. Des Weiteren unterhält er nach wie vor einen engen Kontakt zu seinen dort lebenden Familienangehörigen, seiner Mutter und vier Brüdern, die ihn nach eigenen Aussagen im Falle einer Rückkehr bei sich aufnehmen würden. Zu berücksichtigen ist zwar das Interesse an der Aufrechterhaltung seiner unbestrittenermassen engen Verbindung in affektiver und finanzieller Hinsicht zu seinem von ihm getrennt lebenden niederlassungsberechtigten Sohn. In der Interessenabwägung überwiegt aber aus den oben genannten Gründen das öffentliche Interesse an einer Ausreise des für Betäubungsmitteldelikte rechtskräftig verurteilten Beschwerdeführers gegenüber seinem durch den langen Aufenthalt, seiner beruflichen Integration und dem engen Kontakt zum (bei der Mutter aufwachsenden) Sohn begründeten privaten Interesse an einem weiteren Verbleib in der Schweiz, zumal der Beschwerdeführer nach wie vor enge Bindungen zu seinem Heimatstaat und seinen dort lebenden Familienangehörigen unterhält. Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich unbegründet und ist mit summarischer Begründung abzuweisen (Art. 109 Abs. 2 lit. a BGG).