Citation: 6B_1130/2021 E. 5.2

5.2. Diesen Anforderungen vermag die Beschwerde nicht zu genügen. Die Vorinstanz begründet ihren Entscheid in Bezug auf alle Schuldsprüche ausführlich. Hinsichtlich der Tatbestände der mehrfachen Vergewaltigung und sexuellen Nötigung hält sie für erstellt, dass der Beschwerdeführer mehrfach sexuelle Handlungen gegen den ihm ausreichend deutlich gemachten entgegengesetzten Willen der Beschwerdegegnerin 2 erzwungen habe. Die Vorinstanz gelangt zu diesem Schluss aufgrund einer umfassenden Aussagenwürdigung, in deren Rahmen sie sich mit den Aussagen der Beschwerdegegnerin 2 sowohl bezüglich der Umstände des Tatgeschehens als auch im Lichte des kulturellen Rollenverständnisses ausführlich auseinandersetzt; sie beurteilt die Schilderungen der Beschwerdegegnerin 2 als im Kerngeschehen hinreichend detailliert, differenziert, in sich stimmig und insgesamt glaubhaft. Die Aussagen des Beschwerdeführers erachtet die Vorinstanz unter Hinweis auf verschiedene Passagen seiner Ausführungen dagegen als mitunter ausweichend und nicht nachvollziehbar. Seine Hinweise auf angebliche Widersprüche in den Aussagen der Beschwerdegegnerin 2 und seine Ausführungen zum Beziehungsbild seien nicht geeignet am Beweisergebnis etwas zu ändern, d.h. an den schlüssigen Aussagen der Beschwerdegegnerin 2 zu dem von ihr erkennbar gezeigten fehlenden Einverständnis und dem gewaltsamen Darüberhinweggehen des Beschwerdeführers ernsthafte Zweifel zu begründen. Unter sorgfältiger Auseinandersetzung insbesondere mit dem sich verändernden Rollenbild der Beschwerdegegnerin 2 hält die Vorinstanz allerdings entgegen der Anklage lediglich für erwiesen, dass die Beschwerdegegnerin 2 ihr fehlendes Einverständnis in der Zeit ab dem Jahr 2016 (anstatt schon ab 2013) hinreichend deutlich zum Ausdruck gebracht habe und es nur alle zwei bis drei Monate (anstatt mehrmals wöchentlich) zu Übergriffen gekommen sei. Insoweit aber habe der Beschwerdeführer die Tatbestände der Vergewaltigung und sexuellen Nötigung mehrfach erfüllt (angefochtener Entscheid E. 2 S. 4 ff.). Auch hinsichtlich der Tätlichkeiten verweist die Vorinstanz auf die Aussagen der Beschwerdegegnerin 2 und stuft diese als glaubhaft ein. Vor allem das beschriebene Schlagen mit einem Ladekabel wirke glaubhaft, da es bei den gegebenen Umständen als ungewöhnlich erscheine und nicht anzunehmen sei, eine solche Aussage sei nicht erlebnisbasiert. Daneben nennt die Vorinstanz weitere Umstände (Aussage einer Drittperson; Polizeirapport betreffend häusliche Gewalt; Notfall- bzw. Arztbericht), mit denen die Aussagen der Beschwerdegegnerin 2 im Einklang stünden. Trotz des fehlenden Eingeständnisses des Beschwerdeführers verblieben daher ebenso hinsichtlich der Tätlichkeiten keine unüberwindbaren Zweifel, dass sich die Vorfälle wie in der Anklage beschrieben zugetragen hätten (angefochtener Entscheid E. 4 S. 17 ff.). Betreffend das Entziehen von Minderjährigen befindet die Vorinstanz alsdann, der Beschwerdeführer, dem mit der Beschwerdegegnerin 2 die gemeinsame elterliche Sorge über ihre zwei Kinder zugekommen sei, habe durch das Verbringen der Kinder zu seiner Familie in Afghanistan faktisch allein über deren Aufenthaltsort entschieden, da er über deren Pässe verfügt habe. Er habe dadurch die Beschwerdegegnerin 2 von den gemeinsamen Kindern separiert und sie wissentlich an der (Mit-) Bestimmung ihres Aufenthaltsorts und der sonstigen erzieherischen Belange gehindert. Die Vorinstanz beschreibt detailliert, dass der Beschwerdeführer ebenfalls die Wiederherstellung des Rechts zur (Mit-) Bestimmung habe verhindern wollen, indem er sich geweigert habe, die für die Rückführung nötige Einverständniserklärung zu unterzeichnen, und weil ebenso sein übriges Verhalten ernsthafte Rückführungsbestrebungen habe vermissen lassen. Der Beschwerdeführer habe dadurch den Tatbestand des Entziehens von Minderjährigen zumindest zeitweise erfüllt. Gleichzeitig habe er sich auch des Ungehorsams gegen amtliche Verfügungen schuldig gemacht, da er der bezirksgerichtlichen Verfügung, die Kinder bis spätestens 20. Juli 2019 in die Schweiz zurückzuführen, keine Folge geleistet habe. Trotz seiner damaligen Inhaftierung habe er es mit dem Kauf von Flugtickets nicht bewenden lassen können, sondern hätte er ebenfalls den Antritt des Flugs durch die Kinder sicherstellen müssen (angefochtener Entscheid E. 5 f. S. 20 ff.).