Citation: 1C_567/2022 E. 4.1.2

4.1.2. Die Vorinstanz stützte sich wesentlich auf den im Verfahren vor dem DIV eingeholten Amtsbericht des Amts für Umwelt (AfU) vom 12. Mai 2021 und stufte die Ausführungen dieser mit der Projektleitung betrauten Fachstelle als nachvollziehbar und überzeugend ein. Gemäss AfU genüge es nicht, nur an einer Stelle Hochwasserschutzmassnahmen zu ergreifen. Da sich die vier Bäche gegenseitig beeinflussten und zusammen ein Gewässernetz bildeten, seien auch die Massnahmen auf alle Bäche auszudehnen bzw. gemeinsam zu ergreifen. Das HWS Region Wil sehe nur Massnahmen in denjenigen Bachabschnitten vor, die ein Hochwasserschutzdefizit aufwiesen. Die Massnahmen beschränkten sich auf ein Minimum und gäben den Bächen nur ein Mindestmass an Eigendynamik zurück. Die Schwierigkeit bestehe darin, dass sich die vier Bäche in unterschiedlichen Gemeinden befänden und teilweise sogar in den Kanton St. Gallen ragten. Die Abstimmung und Umsetzung der geplanten Hochwasserschutzmassnahmen setzten voraus, dass alle betroffenen Gemeinden dem Projekt zustimmten und bereit seien, sich daran zu beteiligen. Während elf Jahren sei das Projekt optimiert worden, wobei grossräumige alternative Linienführungen und Ableitungen geprüft worden seien. Diese hätten ergeben, dass im betreffenden Perimeter nur eine einzige mögliche und technisch umsetzbare Lösung bestehe, um die Ziele eines effektiven Hochwasserschutzes zu erreichen. Aufgrund der geographischen, topographischen sowie demographischen Gegebenheiten sei jedoch nur ein gemeinsamer Hochwasserschutz für die vier Bäche möglich. Die gegenseitige Beeinflussung der vier Bäche und das dadurch begründete Gewässernetz liessen keine gesonderte Ergreifung von Massnahmen zu; diese seien als Gesamtprojekt zu ergreifen, anders könne der Hochwasserschutz nicht gewährleistet werden. Nach Auffassung der Vorinstanz folge aus diesen überzeugenden Ausführungen des AfU, dass betreffend das "Wie" kein Handlungsspielraum mehr bestehe. Auch wenn das AfU in seiner Stellungnahme ausgeführt habe, es könne nicht ausgeschlossen werden, dass andere, abstrakte Lösungen möglich seien, solle nun nach elfjähriger Projektierungs- und Planungsphase ein in Übereinstimmung mit den betroffenen Gemeinden und Kantonen sowie dem ASTRA entwickeltes Gesamtpaket der Realisierung zugeführt werden; dies in Nachachtung der längst überfälligen gesetzlichen Pflicht zur Verbesserung des Hochwasserschutzes in der Region Wil. In diesem speziellen Einzelfall, wo es um den Kredit für eine Verbundaufgabe zwischen Gemeinden und Kantonen sowie dem Bund gehe, könne es keine Rolle spielen, ob für einen einzelnen Teil des Projektperimeters eine andere Lösung (Variante 1.1 betreffend Huebbach) denkbar wäre, wie dies der Beschwerdeführer behaupte. Jedenfalls käme dieser aufgrund der Grösse des Projektperimeters bei Weitem nicht eine Wichtigkeit zu, welche die Mitsprache des Volkes rechtfertigen würde. Namentlich genüge eine einzelne Massnahme innerhalb eines Systems von insgesamt 50 sich gegenseitig beeinflussenden Einzelmassnahmen nicht, um eine gebundene Ausgabe zu verneinen, zumal in der Gesamtschau lediglich ein geringer Einfluss auf das unausweichliche Gesamtprojekt bestehe.