Citation: 2C_68/2017 E. 5.2

5.2. Für den konkreten Fall hat die Vorinstanz festgestellt, die aktenmässig dokumentierte physische Gewalterreiche die geforderte Intensität bzw. Konstanz nicht; es handle sich um einen einzigen Vorfall vom August 2014, bei dem die Beschwerdeführerin eine Rötung der linken Gesichtshälfte aufgewiesen habe, jedoch keine Würgemale festgestellt worden seien. Die übrigen geltend gemachten Ereignisse (Schläge) seien nicht belegt. Ferner sei zwar anzunehmen, dass die Beschwerdeführerin psychische Probleme im Zusammenhang mit ihrem Eheleben gehabt habe, doch könne daraus nicht der Schluss gezogen werden, der Ehegatte habe psychische Gewalt ausgeübt. Auch die behaupteten Drohungen seien nicht belegt. Es entstehe der Eindruck, dass die Erwartungen der Beschwerdeführerin an ihre Ehe enttäuscht worden seien, dass aber die geltend gemachte psychische Gewalt nicht derart schlimm gewesen sei, dass sie sich ein Zusammenleben nicht mehr hätte vorstellen können. Dafür spreche auch, dass die Initiative, die Beziehung aufrechtzuerhalten, von der Beschwerdeführerin ausgegangen sei, während der Ehemann keinerlei Interesse an einer Weiterführung der Ehe bekundet habe. Auch fehlten Anhaltspunkte für eine ökonomische Unterdrückung, auch wenn der Ehemann hinsichtlich seiner finanziellen Verhältnisse eingeschränkter gewesen sei als sich die Beschwerdeführerin aus ihrem wohlhabenden Elternhaus gewohnt gewesen sei. Die Auseinandersetzung Ende Dezember 2014 habe sich nach der Aufhebung der ehelichen Gemeinschaft ereignet und sei daher für die Beurteilung eines Anspruchs gestützt auf Art. 50 Abs. 1 lit. b AuG nicht direkt massgebend. Schliesslich liege auch keine starke Gefährdung der Wiedereingliederung im Heimatland vor: Die Beschwerdeführerin habe über allgemein gehaltene Aussagen und Analysen des iranischen Gesellschaftssystems hinaus keine konkreten Umstände des Einzelfalls geltend gemacht, weshalb sie als geschiedene Frau im Iran mit gesellschaftlicher Ächtung und Arbeitslosigkeit zu rechnen habe. Der von der Beschwerdeführerin eingereichte Bericht der schweizerischen Flüchtlingshilfe vom 2. August 2006 und der sich darauf stützende Entscheid des österreichischen Asylgerichtshofes vom 14. Oktober 2008 seien nicht aktuell. Gemäss einem Urteil des Verwaltungsgerichts München vom 29. September 2011, das sich auf einen Bericht des auswärtigen Amtes vom 27. Februar 2011 stütze, stelle eine Rückkehr in den Iran für eine geschiedene Frau auch ohne Unterstützung ihrer Familie keine besondere Härte dar. Die Schwierigkeiten, die sie zu erwarten habe, gehe nicht in besonderem Masse über das hinaus, was andere Ausländer in einer vergleichbaren Situation zu befürchten hätten. Im Übrigen seien keine konkreten Anhaltspunkte ersichtlich, wonach die Wiedereingliederung der Beschwerdeführerin im Iran gefährdet wäre. Es sei davon auszugehen, dass sie ein gutes Verhältnis zu ihrem Vater pflege, auch wenn dieser geäussert habe, dass die geschiedene Tochter nicht im väterlichen Haus leben könne. Es erscheine daher nicht glaubhaft, dass sie nicht auf die Unterstützung durch ihren Vater und ihre übrige Familie zählen könne. Die Beschwerdeführerin sei zudem gut ausgebildet und habe bis vor ihrer Ausreise als psychologische Beraterin gearbeitet. Eine Rückkehr sei nicht unzumutbar.