Citation: 9C_726/2022 E. 5.3.2

5.3.2. Indessen ergibt es aus der Perspektive der Übernehmerin wirtschaftlich keinen Sinn, sich dazu bereit zu erklären, unmittelbar nach dem Beteiligungserwerb von den bisherigen Aktionären deren Schulden bei der übernommenen Gesellschaft (d.h. Forderungen der Gesellschaft gegen die Aktionäre) zu übernehmen und sich gleichzeitig deren mit einem Rangrücktritt belastete Forderungen gegenüber der Gesellschaft (d.h. Schulden der Gesellschaft beim Aktionär) abtreten zu lassen. Im Ergebnis läuft dies aus Sicht der Übernehmerin auf eine ungerechtfertigte Entlastung der bisherigen Aktionäre hinaus. Diese müssen nach der Schuldübernahme mit gleichzeitiger Forderungsabtretung ihre Schulden gegenüber der Gesellschaft nicht mehr "einschiessen", weil diese von der Übernehmerin mittels (privativer) Schuldübernahme übernommen wurden, während die Übernehmerin dafür lediglich ein mit einem Rangrücktritt belastetes - nur unter der Bedingung, dass das Kaufobjekt sich sanieren lässt, werthaltiges - Guthaben gegen ihre Tochtergesellschaft erhält. Ein solches Vorgehen, auf welches sich hier gemäss zutreffender Feststellung der Vorinstanz aus dem Vergleich der Bilanzen der D.________ AG per Ende 2012 und 2013 schliessen lässt, da per 31. Dezember 2013 in der Bilanz der D.________ AG keine Forderungen bzw. Schulden mit Rangrücktritt gegenüber den Beschwerdeführern als den bisherigen Aktionären erscheinen, hält einem Drittvergleich offensichtlich nicht stand.