Citation: H 384/98 26.05.2000 E. 6

6.- Auch die Vorbringen des Beschwerdeführers T.________ ändern, soweit sie nicht bereits im Zusammenhang mit dem Beschwerdeführer H.________ behandelt worden sind, allesamt nichts daran, dass weder die tatsächlichen Feststellungen der Vorinstanz mangelhaft im Sinne von Art. 105 Abs. 2 OG sind noch sich die rechtliche Würdigung als bundesrechtswidrig erweist. a) Zunächst kann der Beschwerdeführer T.________ - wie bereits ausgeführt (vorne Erw. 4b) - nichts zu seinen Gunsten aus dem Umstand ableiten, dass die Vorinstanz die Klage gegen die andern von der Ausgleichskasse ins Recht gefassten Organe abgewiesen hat. Im Verhältnis zum andern solidarhaftpflichtigen H.________ ist dem kantonalen Gericht beizupflichten, dass beide Beschwerdeführer ihre spezifischen Pflichten grobfahrlässig verletzt haben, sodass eine Haftungsdifferenzierung zwischen ihnen nicht in Frage kommt (AHI 1996 S. 291). Die Bemühungen um Kapitalerhöhungen zeigen, dass die Beschwerdeführer um die drohende Illiquidität wussten. In einer solchen Situation sind - wie bereits ausgeführt (vorne Erw. 4b) - zusätzliche Vorkehren zu treffen, um die Beitragsschuld nicht ansteigen zu lassen. Aus diesem Grund entlasten den Beschwerdeführer T.________ weder die Bemühungen um Nachlassstundung und Sanierung (einschliesslich der Gründung der Auffanggesellschaft L.________ SA und die in diesem Zusammenhang geltend gemachten Vorkommnisse) noch die Einsetzung eines Sanierungsfachmannes oder die erheblichen aus dem privaten Vermögen erbrachten Zahlungen zu Gunsten der Gesellschaft. Sodann kann auch in diesem Zusammenhang offen bleiben, ob im Januar 1993 die Gesellschaft tatsächlich überschuldet gewesen ist und eine Pflicht zur Hinterlegung der Bilanz bestanden hat. b) Soweit gerügt wird, das kantonale Gericht habe den Zeitpunkt der Kenntnisnahme der fehlenden Beitragszahlungen unrichtig festgelegt, geht der Einwand fehl. Anlässlich der Verwaltungsratssitzung vom 8. Dezember 1992, an welcher auch der Beschwerdeführer T.________ teilgenommen hatte, war eine Betreibung der Ausgleichskasse Gegenstand einer Anfrage eines andern Verwaltungsrates. Abgesehen davon musste die Ausgleichskasse ab April 1992 wiederholt ausstehende Beiträge mahnen und betreiben. Unter diesen Umständen kann von einer kurzfristigen Verletzung der Beitragspflicht nicht die Rede sein (vgl. BGE 121 V 243). Offengelassen werden kann, ob das kantonale Gericht - wie gerügt - nicht festgestellt hat, der Beschwerdeführer T.________ habe darauf bestanden, das Rechnungswesenmüsserichtigerstelltwerden. DenndiesesArgumententlastetihnnicht, wiebereitsausgeführtwordenist(Erw. 4bamEndehievor). c) Der Einwand, allein der zweite Beschwerdeführer H.________ habe die Finanzgeschicke der konkursiten Gesellschaft gesteuert, ist ebenfalls unbehelflich. Wie das kantonale Gericht zutreffend ausgeführt hat, reichen die vom Beschwerdeführer T.________ für die Gesellschaft wahrgenommenen Verantwortlichkeiten und Aufgaben aus, um eine Haftung für die unbezahlt gebliebenen Sozialversicherungsbeiträge zu begründen. d) Das kantonale Gericht ist sodann zu Recht in seinem Entscheid davon ausgegangen, dass im vorliegenden Fall der Schaden nicht bereits mit der Bewilligung der Nachlassstundung, sondern erst im Zeitpunkt der Konkurseröffnung über die Gesellschaft am 11. Oktober 1993 eingetreten ist (BGE 123 V 12, SVR 1995 AHV Nr. 62 S. 185). Soweit die beiden Beschwerdeführer in diesem Zeitpunkt Kenntnis vom Schadenseintritt hatten, fehlte diese Kenntnis bei der aussenstehenden Ausgleichskasse. Angesichts von BGE 119 V 89 erweisen sich die am 10. Oktober 1994 erlassenen Schadenersatzverfügungen selbst dann als rechtzeitig, wenn der Zeitpunkt der Schadenskenntnis mit dem Zeitpunkt des Eintritts des Schadens (hier am 11. Oktober 1993) zusammenfällt, wie das kantonale Gericht zutreffend erwogen hat. Schliesslich kann der Beschwerdeführer T.________ aus der Aufhebung der Schadenersatzverfügung durch eine andere Ausgleichskasse nichts zu seinen Gunsten ableiten. Die Auffassung einer kantonalen Ausgleichskasse ist für die Sozialversicherungsgerichte nicht verbindlich. Da es sich zudem um unterschiedliche Ausgleichskassen handelt, stellt sich auch nicht die Frage der rechtsgleichen Behandlung.