Citation: 2C_402/2018 E. 2.2

2.2. Während der Ehe sorgen die Ehegatten gemeinsam, ein jeder nach seinen Kräften, für den gebührenden Unterhalt der Familie (Art. 163 Abs. 1 ZGB). Sie verständigen sich über den Beitrag, den jeder von ihnen leistet, namentlich durch Geldzahlungen, Besorgen des Haushaltes, Betreuen der Kinder oder durch Mithilfe im Beruf oder Gewerbe des andern (Art. 163 Abs. 2 ZGB), wobei sie die Bedürfnisse der ehelichen Gemeinschaft und ihre persönlichen Umstände berücksichtigen (Art. 163 Abs. 3 ZGB). Der Unterhalt wird durch Pflege, Erziehung und Geldzahlung geleistet (Art. 276 Abs. 1 ZGB). Die Eltern sorgen gemeinsam, ein jeder Elternteil nach seinen Kräften, für den gebührenden Unterhalt des Kindes und tragen insbesondere die Kosten von Betreuung, Erziehung, Ausbildung und Kindesschutzmassnahmen (Art. 276 Abs. 2 ZGB). Im Zusammenhang mit der zum Besuchsrecht entwickelten ausländerrechtlichen Rechtsprechung stellt das Bundesgericht auf das tatsächlich ausgeübte Besuchsrecht ab und hat namentlich Anträge abgelehnt, das Verfahren bis zur Erledigung des Scheidungsverfahrens zu sistieren, weil zwischen dem ehe- und dem ausländerrechtlichen Verfahren im Regelfall kein derart enger Konnex in dem Sinn bestehe, dass das Scheidungsurteil zwingend abzuwarten wäre (Urteil 2C_123/2015 vom 30. September 2015 E. 2.7, mit zahlreichen Hinweisen auf die Rechtsprechung). Dies ergibt sich auch daraus, dass Art. 42 Abs. 1 AuG den Aufenthaltsanspruch des ausländischen Ehegatten von Schweizer Bürgern an das Zusammenwohnen knüpft; bereits wenn das Zusammenleben eheschutzrichterlich aufgelöst wurde, beurteilt sich somit die Frage nach einem Weiterbestehen des Aufenthaltsanspruches nicht mehr nach Art. 42 AuG, sondern nach Art. 50 AuG. Dementsprechend gilt die zitierte Rechtsprechung zum Fortbestand des Bewilligungsanspruches zur Ausübung des Besuchsrechts nicht erst bei Auflösung der Ehe durch Scheidung, sondern bereits bei der eheschutzrechtlichen Trennung. Massgeblich ist jedoch ausländerrechtlich nicht die im Urteil des Eheschutzrichters festgelegte Besuchsberechtigung des nicht obhutsberechtigten Elternteils, sondern das tatsächlich ausgeübte Besuchsrecht.