Citation: I 323/01 26.11.2001 E. 3

3.- a) In medizinischer Hinsicht gelangte die Vorinstanz gestützt auf die Berichte der Rheumaklinik des Spitals X.________ vom 24. Juni 1998 und der Psychiatrischen Poliklinik des Spitals X.________ vom 11. März 1999 zum Ergebnis, der Beschwerdeführer könne seine angestammte Tätigkeit als Fassadenarbeiter nicht mehr ausüben; eine abwechslungsreiche Tätigkeit in vorwiegend stehender Position, ohne Heben schwerer Lasten und ohne gefährliche Arbeiten, sei ihm jedoch in einem Halbtags-Pensum zumutbar. b) Gemäss dem Bericht des Instituts für Physikalische Medizin des Spitals X.________ vom 24. Juni 1998 über die vom 27. April bis 19. Juni 1998 durchgeführte arbeitsbezogene Rehabilitation ist dem Versicherten die angestammte, sehr schwere Tätigkeit als Fassadenbauer nicht mehr zumutbar, während er eine adaptierte, leichte bis mittelschwere Tätigkeit mit Gewichtsbelastungen beim Heben bis max. 20 kg zu 100 % ausüben kann. Dieser Bericht, welcher auf einer Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit beruht und die geklagten Rückenbeschwerden (Diagnose eines chronischen lumbospondylogenen Schmerzsyndroms mit/bei Wirbelsäulenfehlhaltung/-fehlform [Flachrücken] und degenerativen Veränderungen [Osteochondrose, mediane Diskushernie L5/S1]) in die Beurteilung einbezieht, wobei die begutachtenden Ärzte auf dieser Grundlage zu schlüssigen und nachvollziehbaren Folgerungen gelangten, ist geeignet, für das somatische Beschwerdebild und dessen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit den erforderlichen Beweis zu erbringen. c) In Bezug auf das psychische Beschwerdebild liegen folgende ärztliche Stellungnahmen vor: aa) Die Ärzte der Psychiatrischen Poliklinik des Spitals X.________ diagnostizieren in ihrem Bericht vom 11. März 1999 eine längere depressive Reaktion im Rahmen von psychosozialen Belastungssituationen. Seit der Schmerzexazerbation im September 1997 habe sich ein agitiert-depressives Zustandsbild entwickelt, was möglicherweise die Chronifizierung der Rückenbeschwerden unterstütze. Letztere und das depressive Zustandsbild des Patienten hätten in ihrer gegenseitigen Verstärkung einen erheblichen Krankheitswert und schränkten die Arbeitsfähigkeit beträchtlich ein. In welchem Ausmass eine Arbeitsunfähigkeit bestehe, könne nicht abschliessend beurteilt werden. Eine weitere Arbeitsunfähigkeit von 100 % würde Rehabilitationsmassnahmen verunmöglichen, welche unbedingt notwendig seien, um eine bleibende Invalidität abzuwenden. Längerfristig sei der Versicherte als zu 50 % arbeitsunfähig zu betrachten. Ein Arbeitstraining in einer den Beschwerden angepassten Tätigkeit (abwechslungsreiche Arbeit in vorwiegend stehender Position, ohne Heben schwerer Lasten und Arbeit im Gerüst) solle ab sofort durchgeführt werden. In einer behinderungsangepassten Tätigkeit bestehe ab sofort eine Arbeitsfähigkeit im zeitlichen Umfang von 4 ½ Stunden pro Tag. bb) Frau Dr. med. O.________, welche den Versicherten seit dem 21. Juli 1999 behandelt, diagnostiziert in ihrem Zeugnis vom 11. Mai 2000 Anpassungsstörungen nach einem belastenden Lebensereignis mit vorwiegender Beeinträchtigung von anderen Gefühlen, hauptsächlich Angst, mit depressiver Grundstimmung (ICD 10 F 43.23). Im Verlauf der Therapie habe sich der Zustand leicht gebessert. Die Arbeitsfähigkeit betrage seit Frühjahr 1999 bis auf weiteres "nicht mehr als 25 bis 30 %". Prognostisch könne eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit erwartet werden. d) aa) Aus dem Bericht des Instituts für Physikalische Medizin des Spitals X.________ vom 24. Juni 1998 geht hervor, dass der Versicherte in seiner bisherigen Tätigkeit als Fassadenbauer seit dem 13. September 1997 zu 100 % arbeitsunfähig ist. Der Anspruch auf eine ganze Rente entstand daher frühestens im September 1998, falls eine Erwerbsunfähigkeit von mindestens 66 2/3 % gegeben war. bb) Gemäss der soeben zitierten ärztlichen Stellungnahme besteht auf Grund des somatischen Beschwerdebildes hinsichtlich einer adaptierten, leichten bis mittelschweren Tätigkeit mit Gewichtsbelastungen beim Heben bis maximal 20 kg eine 100 %ige Arbeitsfähigkeit. Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit ergeben sich somit in erster Linie aus dem psychischen Beschwerdebild. Diesbezüglich stellten Verwaltung und Vorinstanz auf den Bericht der Psychiatrischen Poliklinik des Spitals X.________ vom 11. März 1999 ab. Dieser enthält jedoch widersprüchliche Aussagen, wird doch einerseits erklärt, das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit könne nicht abschliessend beurteilt werden, andererseits aber die Zumutbarkeit einer angepassten Tätigkeit mit einem Halbtages-Pensum bejaht. Selbst wenn mit dem kantonalen Gericht angenommen wird, die Unschlüssigkeit beziehe sich nur auf die frühere Arbeitsunfähigkeit (also jene vor März 1999), erwiese sich der Sachverhalt als nicht hinreichend geklärt, da bereits der Zeitraum ab September 1998 relevant ist. Die Stellungnahme von Frau Dr. med. O.________ vom 11. Mai 2000 ist von geringer Aussagekraft, bezieht sich ebenfalls nur auf den Zeitraum ab Frühjahr 1999 und weicht zudem in Bezug auf die Bezifferung der Restarbeitsfähigkeit vom Bericht der Psychiatrischen Poliklinik vom 11. März 1999 ab. Eine Stellungnahme des Psychiaters Dr. med. J.________, der den Versicherten offenbar vor Frau Dr. med. O.________ behandelt hatte, wurde nicht eingeholt. Unter diesen Umständen ist der medizinische Sachverhalt in Bezug auf das psychische Beschwerdebild und dessen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit nicht hinreichend geklärt, liegen doch über die Entwicklung bis März 1999 keine und über die damalige Situation sowie die weitere Entwicklung einander widersprechende Aussagen vor. Die Sache ist zur Ergänzung der entsprechenden Abklärungen an die IV-Stelle zurückzuweisen.