Citation: 4A_235/2018 E. 2

Der Beschwerdeführer rügt eine willkürliche Beweiswürdigung und dadurch eine unrichtige Sachverhaltsfeststellung. Das Kantonsgericht habe willkürlich das Kündigungsformular, den Katasterauszug und das Lastenverzeichnis unberücksichtigt gelassen. Es ist nicht ersichtlich, inwiefern diese Beweismittel entscheidwesentlich im Sinn der oben (E. 1.2) dargelegten Grundsätze wären. Im Übrigen hat die Vorinstanz den vom Beschwerdeführer zum Beweis des Mietvertrages eingereichten Katasterauszug sowie die Steuererklärung, gemäss welcher er jährliche Mieteinnahmen von Fr. 8'000.-- als Einkommen bzw. die Liegenschaft als Vermögen versteuert habe, sehr wohl berücksichtigt. Sie hat daraus einfach nicht die vom Beschwerdeführer geltend gemachten Schlüsse gezogen. Ebensowenig ist es willkürlich, wenn die Vorinstanz folgerte, die vom Beschwerdegegner getätigten Investitionen in die Wohnung und die Tatsache, dass er die Wohnung an Feriengäste vermietete und sich im Ferienwohnungsverzeichnis von U.________ als Vermieter aufführen liess, würden für die Darstellung eines bloss fingierten Mietvertrages sprechen. Im Gegenteil: Zwar trifft zu, wie der Beschwerdeführer geltend macht, dass gemäss Art. 260a Abs. 1 OR auch ein Mieter Erneuerungen und Änderungen an einem Mietobjekt vornehmen kann, wenn der Vermieter schriftlich zustimmt. Dass ein solches schriftliches Einverständnis vorgelegen hätte, behauptet der Beschwerdeführer jedoch selber nicht. Vielmehr konnte er nach den Feststellungen der Vorinstanz keine Angaben machen zu den getätigten Renovationen; und dies, obwohl es sich bei diesen nicht um Kleinigkeiten gehandelt hatte (Küchenumbau Fr. 2'270.--; neue Teppiche Fr. 6'801.50). Dass auch dem Mieter die Untermiete mit Einwilligung des Vermieters grundsätzlich erlaubt ist (Art. 262 OR; vgl. auch den Mietvertrag vom 6. März 1993 Ziff. 8), ist ebenfalls kein stichhaltiger Einwand. Denn während es üblich ist bzw. häufig vorkommt, dass Eigentümer ihre Ferienwohnungen zwecks Amortisation der Kosten an Feriengäste vermieten, besteht ein gewichtiger Unterschied zwischen einer gewöhnlichen Untermiete an einen bestimmten Untermieter und der regelmässigen Untervermietung an wechselnde Dritte (z.B. über Buchungsplattformen, Vermieterverzeichnisse von Ferienorten), da bei dieser Art von Untervermietung die Abnutzung stärker und das Risiko grösser ist, dass kurzfristige Gäste dem Mietobjekt weniger Sorge tragen und mehr Lärm verursachen (FLORIAN ROHRER, in: Das Schweizerische Mietrecht, 4. Aufl. 2018, N. 6 und N. 44 zu Art. 262 OR). Auch die Untervermietung an wechselnde Feriengäste wurde daher von der Vorinstanz zu Recht als klares Indiz für die Simulation des Mietvertrages gewürdigt. Schliesslich hat die Vorinstanz aus der Tatsache, dass die Rechnungen des Stromanbieters auf den Namen des Beschwerdegegners lauteten und dieser eine Hausrats- und Haftpflichtversicherung abgeschlossen hatte, (zu Recht) nichts Entscheidendes abgeleitet. Vor allem aber wäre bei einem tatsächlich gewollten Mietvertrag unerklärlich, weshalb der Beschwerdeführer in den Jahren nach Vertragsschluss den Betrag von Fr. 8'000.-- (abzüglich der Nebenkosten) wieder an den Beschwerdegegner zurückbezahlt und damit letztlich die Wohnung - abgesehen von den Nebenkosten - unentgeltlich überlassen hätte. War kein Mietvertrag gewollt und ist eine unentgeltliche Überlassung der Wohnung ohne weiteres auszuschliessen, konnte die Vorinstanz willkürfrei annehmen, dass tatsächlich ein Kauf beabsichtigt war. Daran ändern die Einwände des Beschwerdeführers nichts, der Beschwerdegegner habe nach Ablauf von zehn Jahren keine zielführenden Schritte zur Beurkundung unternommen und der Mietvertrag habe eine Mietdauer von fünf und nicht von zehn Jahren vorgesehen. Dass willkürfrei von einem Kauf ausgegangen werden durfte, bedeutet aber noch nicht, dass die Vorinstanz auch ohne Weiteres den vom Beschwerdegegner behaupteten Kaufpreis von Fr. 220'000.-- als bewiesen erachten durfte. Diesbezüglich stellte die Vorinstanz unter Hinweis auf die Würdigung durch das Bezirksgericht, welches die Befragungen durchgeführt hatte, entscheidend auf die Parteiaussage des Beschwerdegegners und die Zeugenaussage seiner Ehefrau ab, welche lebendiger und inhaltsvoller gewesen seien als jene des Beschwerdeführers, der den Fragen mehrheitlich ausgewichen sei und undifferenzierte Antworten geliefert habe. Diese Würdigung vermag der Beschwerdeführer nicht als willkürlich auszuweisen, zumal sich das Bezirksgericht als einvernehmende Instanz einen persönlichen Eindruck verschaffen konnte. Hinzu kommt, dass sich die Schilderung des Beschwerdegegners und seiner Frau hinsichtlich der vorgeschobenen "Miete" mit den bewiesenen objektiven Indizien (vgl. vorstehend) deckte, was insgesamt für die Glaubwürdigkeit der Schilderungen spricht. Richtig ist, dass man sich üblicherweise die Zahlung eines Betrages von Fr. 220'000.-- quittieren lässt. Dem entsprechenden bereits im kantonalen Verfahren vorgebrachten Einwand hielt die Vorinstanz aber entgegen, das vom Beschwerdegegner behauptete Vorgehen sei keineswegs so abwegig, wie es der Beschwerdeführer darstelle. Aus der kantonalen Gerichtspraxis seien mehrere vergleichbare Fälle zwecks Umgehung des Bundesgesetzes über den Erwerb von Grundstücken durch Personen im Ausland bekannt. Zutreffend ist allerdings, wie der Beschwerdeführer geltend macht, dass wenigstens ein Beleg über die Abhebung des Betrages von der Bank bzw. über den Umtausch von DM in Schweizer Franken bestehen müsste. Dazu äusserte sich die Vorinstanz nicht, sondern zitierte nur in anderem Zusammenhang die Aussage des Beschwerdegegners "Wir mussten trotz der Erbschaft alles Geld zusammenkratzen ". Dies allein macht die Beweiswürdigung der Vorinstanz aber nicht willkürlich, zumal zu bedenken ist, dass die Zahlung vor über zwanzig Jahren erfolgt ist.