Citation: 6B_968/2021 E. 3.4

3.4. Die Jugendanwaltschaft hat den Antrag der Beschwerdeführerin auf die Erstellung eines medizinisch-psychiatrischen Gutachtens zur Abklärung ihrer allfälligen Urteils- und/oder Widerstandsunfähigkeit mit der Begründung abgewiesen, es lägen keine Hinweise für eine kognitive Einschränkung vor. Die Vorinstanz geht davon aus, dass die Geschwister aufgrund ihres Alters und einer gutachterlich festgestellten Entwicklungsverzögerung des Beschwerdegegners 2 im Tatzeitpunkt vergleichbar entwickelt gewesen seien. Sollte die Beschwerdeführerin urteilsunfähig gewesen sein, müsse dies entsprechend auch für den Beschwerdegegner 2 angenommen werden, woraus sich dessen Schuldunfähigkeit ergebe. Die Einstellungsverfügung erweise sich demnach auch vor diesem Hintergrund als richtig und erübrigten sich weitere Abklärungen bzw. eine Begutachtung der Beschwerdeführerin.