Citation: 5A_361/2022 E. 2.1

2.1. Das Obergericht stellte bei der Berechnung des Barunterhalts auf den unangefochten gebliebenen Bedarf der drei gemeinsamen Kinder von insgesamt Fr. 13'357.--, der Beschwerdeführerin von Fr. 11'959.-- und des Beschwerdegegners von Fr. 3'715.-- ab. Die effektive Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin liess es offen. Dazu erwog es, die Beschwerdeführerin habe selbst dargelegt, sie habe in den Jahren 2016 und 2017 ein Einkommen von durchschnittlich monatlich Fr. 25'300.-- bzw. Fr. 25'655.75 erzielt. Damit betrage ihre Leistungsfähigkeit ungefähr Fr. 13'500.-- (ca. 25'500 - 11'959), womit sie grundsätzlich in der Lage sei, den gesamten Barbedarf der Kinder selber zu decken. Für den Beschwerdegegner ging das Obergericht vom erstinstanzlich ermessensweise festgesetzten Nettoeinkommen von monatlich Fr. 4'700.-- aus und errechnete eine Leistungsfähigkeit von Fr. 985.-- (4'700 - 3'715). Sodann erwog das Obergericht, ein erhebliches Gefälle in der Leistungsfähigkeit der Eltern führe nicht dazu, dass sich der nicht obhutsberechtigte Elternteil, das heisst in casu der Beschwerdegegner, überhaupt nicht am Kindesunterhalt zu beteiligen hätte, womit es in Abweichung der erstinstanzlichen Entscheidung den Beschwerdegegner zu monatlichen Barunterhaltsbeiträgen von Fr. 200.-- pro Kind, d.h. insgesamt Fr. 600.--, verpflichtete. Den Überschuss von Fr. 385.-- (985 - 600) beliess es dem Beschwerdegegner.