Citation: 8C_203/2018 E. 8.1

8.1. Wie die vorstehenden Erwägungen zeigen, bestehen divergierende Einschätzungen hinsichtlich der Fragen, ob die Dezentrierung/Subluxation der Hüfte der Beschwerdegegnerin zum Symptomenkreis des von der IV-Stelle anerkannten Geburtsgebrechens Ziff. 485 GgV-Anhang gehört oder zumindest ein sekundäres Leiden bildet, das damit in einem qualifizierten adäquaten Kausalzusammenhang steht (vgl. E. 5.2 hiervor). Diese Fragen können nicht ohne zusätzliche fachärztliche Abklärung beantwortet werden. Denn obwohl die Argumente des RAD-Arztes G.________ nicht von der Hand zu weisen sind, sind die Ausführungen der Dres. med. D.________ und F.________ durchaus geeignet, mindestens geringe Zweifel an seiner Beurteilung zu wecken (BGE 139 V 225 E. 5.2 S. 229). Entgegen der Vorinstanz kann indessen auch die Einschätzung der Dres. med. D.________ und F.________ nicht als alleinige Beurteilungsgrundlage dienen, zumal behandelnde Arztpersonen mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zugunsten ihrer Patienten aussagen, weshalb ihre Berichte mit Vorbehalt zu würdigen sind (BGE 135 V 465 E. 4.5 S. 470 f.). Somit hat die IV-Stelle aufgrund des Untersuchungsgrundsatzes (Art. 43 ATSG) ein klärendes medizinisches Gutachten nach Art. 44 ATSG zu veranlassen und danach über den Leistungsanspruch der Beschwerdegegnerin gemäss Art. 13 IVG erneut zu verfügen.