Citation: 8C_391/2023 E. 6.2

6.2. Was die Beschwerdeführerin in letzter Instanz dagegen einwendet, ist unbehelflich. Soweit die Ärzte der Psychiatrischen Klinik F.________ bei ihr eine PTBS diagnostizierten und von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit ausgingen, legte das kantonale Gericht überzeugend dar, weshalb sich den Berichten vom 9. März 2022 und vom 20. April 2022 keine Aspekte entnehmen lassen, die von der Gutachterin der ABI nicht erkannt oder nicht berücksichtigt worden wären und die ihre Einschätzungen somit in Frage stellen könnten. Dies gilt umso mehr, als die Ärzte der Psychiatrischen Klinik F.________, die irrtümlich von einer erstmaligen psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung im Jahr 2019 ausgingen, von Seiten der Beschwerdeführerin bzw. ihrer Rechtsvertreterin offenbar weder über die Existenz des aktuellen Gutachtens der ABI noch darüber informiert worden waren, dass die (von den behandelnden Ärzten bereits im Jahr 2013 gestellte) Diagnose einer PTBS schon im ersten Administrativgutachten vom 7. Juli 2014 verworfen worden war. Die beiden Gutachten werden in den Berichten der Psychiatrischen Klinik F.________ denn auch mit keinem Wort erwähnt, geschweige denn die davon abweichende Meinung begründet. Vor diesem Hintergrund erscheint die Schlussfolgerung der Vorinstanz, es handle sich bei der Beurteilung der Psychiatrischen Klinik F.________ um eine rein auf subjektiver Interpretation beruhende abweichende Meinung der behandelnden Ärzte, die das eingeholte Gutachten nicht in Frage stellen könnten, weder willkürlich noch sonstwie bundesrechtswidrig. Daran vermag nach dem Gesagten und mit Blick auf die Möglichkeit und Zulässigkeit unterschiedlicher medizinisch-psychiatrischer Interpretationen (BGE 145 V 361 E. 4.1.2 mit Hinweisen) auch der Umstand nichts zu ändern, dass die Ärzte der Psychiatrischen Klinik F.________ bei der Beschwerdeführerin neben weiteren Befunden, die sie im Rahmen einer PTBS interpretierten, auch die von der ABI-Gutachterin ausdrücklich verneinte Schreckhaftigkeit erkannten. Nicht zuletzt nahm die Gutachterin am 5. Mai 2022 denn auch ergänzend zu den Berichten der Psychiatrischen Klinik F.________ Stellung und bekräftigte ihre Auffassung, dass die Diagnose einer PTBS nicht mit hinreichender Sicherheit gestellt werden könne und die Ärzte der Psychiatrischen Klinik F.________ bei der Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit offenbar erheblich auf die Angaben der Beschwerdeführerin abgestellt hätten.