Citation: 1P.240/2001 18.06.2001 E. 3

3.- Im Weiteren macht der Beschwerdeführer geltend, für den ablehnenden Entscheid des Grossen Rates seien keine sachlichen Gründe angeführt worden, womit er sinngemäss eine Verletzung der Begründungspflicht rügt. Aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör folgt in der Regel die grundsätzliche Pflicht der Behörden, ihren Entscheid zu begründen (BGE 126 I 97 E. 2b S. 102 mit Hinweisen). Gemäss Art. 394 Abs. 3 StPO/SH wird der Entscheid des Grossen Rates über das Begnadigungsgesuch dem Gesuchsteller, dem urteilenden Gericht und der Vollstreckungsbehörde schriftlich ohne Begründung mitgeteilt. Der Beschwerdeführer setzt sich mit dieser Bestimmung nicht auseinander und macht insbesondere auch nicht geltend, dieser vom kantonalen Recht vorgesehene Verzicht auf eine Begründung verstosse gegen die aus dem verfassungsrechtlich geschützten Gehörsanspruch abgeleitete Begründungspflicht. Das Bundesgericht hat sich in BGE 107 Ia 103 E. 3 S. 104 ff. eingehend mit der Frage auseinandergesetzt, ob (ablehnende) Begnadigungsentscheide einer Begründung bedürfen und ist in Bestätigung seines Urteils BGE 95 I 542 ff. zum Ergebnis gelangt, dass aus Art. 4 aBV (Art. 9 bzw. 29 Abs. 2 BV) keine Pflicht zur Begründung von Entscheiden in Begnadigungssachen abzuleiten ist. In BGE 118 Ia 104 E. 2b S. 107 hat das Bundesgericht dies erneut bestätigt und hierzu erklärt, der Gnadenakt entferne sich von der normalen Funktion des Strafrechts und breche mit dessen Prinzipien. Er mildere aus Billigkeitsgründen die strafrechtliche Sanktion, indem ein Akt ausserhalb der Gesetze, die einen solchen vorsehen, geschaffen werde. Aus diesem Grund müsse ein solcher Entscheid, der auf öffentlichem Recht und nicht auf dem Strafrecht beruhe, nicht begründet werden. Der Beschwerdeführer hat sich mit dieser Rechtsprechung nicht auseinandergesetzt und bringt nichts vor, was es als angezeigt erscheinen lassen würde, sich erneut mit dieser Frage zu befassen. Im Umstand, dass der Grosse Rat seinen ablehnenden Beschluss nicht begründet hat, liegt somit keine Gehörsverletzung des Beschwerdeführers.