Citation: 6P.52/2005 20.01.2006 E. 2.2

2.2.1 Der Führer, der sein Fahrzeug in den Verkehr einfügen, wenden oder rückwärts fahren will, darf andere Strassenbenützer nicht behindern; diese haben den Vortritt (Art. 36 Abs. 4 SVG). Der Beschwerdeführer fuhr in der letzten Phase seines Wendemanövers auf den rechten Fahrstreifen der Gegenfahrbahn, obschon auf diesem Streifen ein Personenwagen nahte. Dessen Lenker konnte trotz Vollbremsung eine Kollision nicht verhindern. Durch sein Verhalten hat der Beschwerdeführer in Verletzung von Art. 36 Abs. 4 SVG das Vortrittsrecht des Unfallbeteiligten missachtet. Er hat es allerdings entgegen der Auffassung der kantonalen Instanzen nicht beim Einfügen in den Verkehr, sondern beim Wenden missachtet, woran nichts ändert, dass er während des Wendemanövers auf der Sperrfläche beziehungsweise auf dem linken Fahrstreifen der Gegenfahrbahn sicherheitshalber kurz anhielt. Das ist indessen im Ergebnis unerheblich. 2.2.2 Die Vorinstanz hat die dem Beschwerdeführer angelastete Missachtung des Vortrittsrechts als grobe Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Ziff. 2 SVG qualifiziert. Inwiefern dies bundesrechtswidrig sei, legt der Beschwerdeführer nicht substantiiert dar und ist nicht ersichtlich. Dass der Unfallbeteiligte die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h allenfalls überschritt, ist gemäss den zutreffenden Erwägungen im angefochtenen Entscheid (S. 7 E. 2.3) unerheblich, zumal der Beschwerdeführer auf der übersichtlichen Fahrbahn den Unfallbeteiligten herannahen sah. Der Beschwerdeführer fuhr los in der Meinung, dass es reichen würde, was offenkundig auf einer falschen Einschätzung der Entfernung und/oder der Geschwindigkeit des herannahenden Fahrzeugs beruhte.