Citation: U 99/06 25.04.2007 E. 6

6.1 Streitig ist weiter, ob die Prüfung des adäquaten Kausalzusammenhangs nach der Rechtsprechung zu Unfällen mit einem Schleudertrauma der Halswirbelsäule (117 V 359) oder nach jener bei psychischen Fehlentwicklungen nach Unfällen (BGE 115 V 133) zu erfolgen hat. Mit der Vorinstanz ist das Vorliegen eines Schleudertraumas der Halswirbelsäule im Sinne der Rechtsprechung zu verneinen. Daran ändert auch der Einwand in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde, im Anschluss an den Unfall - und noch in der Latenzzeit - seien Nacken- und auch Kopfschmerzen namhaft gemacht worden, nichts, da diese für sich allein das fehlende typische Beschwerdebild nicht begründen: Mit Nacken- und Kopfschmerzen sind zwar zwei wichtige Beschwerden gegeben, was aber für das für solche Verletzungen typische bunte Beschwerdebild nicht ausreicht; denn die übrigen Merkmale (Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen, Ein- und Durchschlafstörungen, Reizbarkeit, etc.) finden sich erst Monate nach dem Unfall erstmals in den Arztberichten. Daran würde auch das beantragte medizinische Gutachten nichts ändern. Zudem äusserte Dr. med. U.________ bereits drei Monate nach dem Unfall den Verdacht einer funktionellen Überlagerung (Bericht vom 17. Dezember 2003). Der Kreisarzt sprach ein halbes Jahr nach dem Ereignis vom 16. September 2003 von einer erheblichen psychischen Mitbeteiligung bei den geklagten Beschwerden. Dr. med. W.________ hielt in seinem Gutachten eine Schmerzfehlverarbeitung nach Auffahrunfall sowie die Entwicklung körperlicher Symptome aus psychischen Gründen (ICD-10 F 68.0) fest. Gestützt auf diese Beurteilungen ist davon auszugehen, dass die psychischen Beschwerden schon kurz nach dem Unfall im Vordergrund standen und die an sich schon nicht schweren somatischen Folgen des Unfalls nebensächlich wurden. Die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs hat daher - selbst wenn eine Schleudertrauma der Halswirbelsäule zu bejahen wäre - nach den für psychische Unfallfolgen geltenden Regeln zu erfolgen (BGE 123 V 98). 6.2 Das Ereignis vom 16. September 2003 ist als typischer Auffahrunfall als mittelschwer im Grenzbereich zu den leichten Fällen zu qualifizieren (vgl. statt vieler RKUV 2005 Nr. U 549 S. 236 E. 5.1.2, U 380/04). Der adäquate Kausalzusammenhang ist demnach nur zu bejahen, wenn ein einzelnes der massgebenden Kriterien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist oder die Kriterien in gehäufter oder auffallender Weise gegeben sind (BGE 117 V 359 E. 6b S. 367). 6.3 Der Unfall vom 16. September 2003 hat sich weder unter besonders dramatischen Begleitumständen ereignet noch war er - objektiv betrachtet - besonders eindrücklich. Die zugezogenen Verletzungen sind erfahrungsgemäss nicht geeignet, psychische Fehlentwicklungen auszulösen, sodass das Kriterium der Art und Schwere der erlittenen Verletzungen nicht gegeben ist. Sowohl eine ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung der somatischen Folgen wie auch körperliche Dauerschmerzen sind zu verneinen; denn die vom Versicherten angegebenen Schmerzen sind auf eine funktionelle Überlagerung (Bericht des Dr. med. U.________ vom 17. Dezember 2003) zurückzuführen bzw. gründen auf der Entwicklung körperlicher Symptome aus psychischen Gründen (Gutachten des Dr. med. W.________ vom 15. Januar 2006). Es liegt auch keine ärztliche Fehlbehandlung vor. Ebenfalls zu verneinen sind ein schwieriger Heilungsverlauf oder erhebliche Komplikationen. Schliesslich sind Grad und Dauer der physisch begründeten Arbeitsunfähigkeit nicht als besonders ausgeprägt zu bezeichnen, da der Versicherte bereits eine Woche nach dem Unfall seine Arbeit wiederaufgenommen hatte (Bericht des Dr. med. O.________ vom 12. Oktober 2003), ihm spätestens nach dem Aufenthalt in der Rehaklinik X.________ eine leichte, wechselbelastende Tätigkeit voll zumutbar war (Austrittsbericht vom 25. Juni 2004) und die in der Folge geklagten Beschwerden nicht somatisch, sondern psychisch begründet sind. Nach dem Gesagten ist weder ein Kriterium in besonders ausgeprägter Weise gegeben noch liegen sie in gehäufter und auffälliger Weise vor, so dass der adäquate Kausalzusammenhang nicht gegeben ist. Daran ändert auch der Einwand des zu frühen Abschlusses nichts. Denn im Abschlusszeitpunkt, dem 30. September 2004, bestanden nach Lage der Akten keine behandlungsbedürftigen somatischen Unfallfolgen mehr (vgl. dazu insbesondere den Austrittsbericht der Rehaklinik X.________ vom 25. Juni 2004, aber auch schon den Bericht des Dr. med. U.________ vom 17. Dezember 2003) und von einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung konnte keine Besserung mehr erwartet werden (HAVE 2004 S. 119 mit Hinweisen), sodass einer Beurteilung der Adäquanz für psychische Unfallfolgen nichts entgegenstand.