Citation: 1C_581/2023 E. 4.4.2

4.4.2. Nach der neueren bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist nun die Rechtmässigkeit von Verwaltungsakten (mangels einer speziellen übergangsrechtlichen Regelung) grundsätzlich nach der Rechtslage im Zeitpunkt ihres Ergehens zur beurteilen. Später eingetretene Rechtsänderungen sind nur ausnahmsweise zu berücksichtigen, wenn zwingende Gründe (d.h. erhebliche öffentliche Interessen) für die sofortige Anwendung des neuen Rechts sprechen (BGE 141 II 393 E. 2.4; 139 II 243 E. 11.1; je mit Hinweisen). Zwingende Gründe für eine sofortige Anwendung des neuen Rechts hat das Bundesgericht insbesondere im Bereich des Gewässer-, Natur-, Heimat- und Umweltschutzrechts als gegeben erachtet (BGE 139 II 243 E. 11.1; 135 II 384 E. 2.3). Vorbehalten bleiben besondere Situationen des Vertrauensschutzes und es ist auf das alte, für die Bauherrschaft günstigere Recht abzustellen, wenn die Baubehörde den Entscheid unnötig verzögert oder ein Nachbar bzw. eine Nachbarin in querulatorischer Weise Verfahrensverzögerungen herbeiführt haben, um so die Anwendung strengeren Rechts zu erwirken (BGE 139 II 263 E. 8.2) Diese Grundsätze gelten jedoch nur, wenn nicht eine spezielle Übergangsbestimmung vorliegt. Diese ist für die rechtsanwendenden Behörden verbindlich, soweit sie nicht - generell oder im konkreten Anwendungsfall - mit übergeordnetem Recht und namentlich den Grundrechten unvereinbar ist (Urteil 1C_23/2014 vom 24. März 2015 E. 7.4.3 mit Hinweisen).