Citation: 6S.858/1999 16.08.2001 E. 4

4.- a) Der Beschwerdeführer macht wie im Berufungsverfahren geltend, für die Interpretation von Äusserungen in Zeitungsartikeln sei die Kunstfigur des "Durchschnittslesers" zu Gunsten des "erheblichen Teils der Leser" der fraglichen Zeitung aufzugeben. Es sei als Tatfrage zu behandeln, wie der erhebliche Teil der Leser die inkriminierten Äusserungen verstanden habe. Darüber sei Beweis zu führen, etwa durch demoskopische Umfragen (Nichtigkeitsbeschwerde S. 14 Ziff. 2.3, S. 27 - 35). b) Der Kassationshof hat in seinem Entscheid vom 3. Juli 1998 ausgeführt, es möge zutreffen, dass es den unbefangenen Durchschnittsleser in der Wirklichkeit nicht gebe und er eine "Kunstfigur" sei. Dies ändere indessen nichts daran, dass der Richter die inkriminierten Äusserungen in einem Zeitungsartikel interpretieren und dabei auf das Verständnis eines Lesers abstellen müsse (E. 4a S. 23). Damit hat der Kassationshof an seiner Auffassung festgehalten, dass die Interpretation von Äusserungen in einem Zeitungsartikel als Rechtsfrage zu behandeln ist (siehe auch E. 3b/bb S. 19). An diese Auffassung war die Vorinstanz im neuen Verfahren gebunden. Sie kann daher in der eidgenössischen Nichtigkeitsbeschwerde gegen das zweite vorinstanzliche Urteil nicht zur Diskussion gestellt werden. Im Übrigen besteht kein Grund zur Änderung der diesbezüglichen Rechtsprechung.