Citation: 4A_553/2022 E. 6.2.1

6.2.1. Aus den Ausführungen der Vorinstanz (vgl. hiervor E. 6.1.2) ergibt sich, dass sie hauptsächlich auf die Zeugenbefragung von Dr. med. C.________ abgestellt hat. Sie erachtete die Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdegegners im strittigen Zeitraum primär gestützt auf die Befragung von Dr. med. C.________ als erstellt. Auf die Arztzeugnisse von Dr. med. D.________ (die den Zeitraum vom 28. August 2019 bis zum 22. Oktober 2019 abdecken) hat sie bloss ergänzend verwiesen. Bereits vor diesem Hintergrund ist nicht ersichtlich, inwiefern die Vorinstanz in Willkür verfallen sein soll, indem sie in antizipierter Beweiswürdigung auf eine erneute Befragung von Dr. med. D.________ verzichtete. Soweit die Beschwerdeführerin geltend macht, die Figur der antizipierten Beweiswürdigung setze nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung namentlich voraus, dass unterstellt werden müsse, dass das Beweismittel zugunsten der Partei ausfalle, die es angerufen habe (mit Verweis auf das Urteil 4A_640/2020 vom 9. September 2021 E. 3.1.1), übergeht sie zudem, dass es gerade der Beschwerdegegner war, der in seiner Replik Dr. med. D.________ als Zeugen für seine Arbeitsunfähigkeit angerufen hat. Die Beschwerdeführerin tut nicht dar, dass sie selbst Dr. med. D.________ als Zeugen aufgerufen hätte.