Citation: 6B_138/2022 E. 2.2.2

2.2.2. Die Vorinstanz verletzt kein Bundesrecht, wenn sie zum Schluss gelangt, dass der Beschwerdeführer mit der ihm zur Last gelegten Weitergabe von mindestens 253 Gramm Kokaingemisch (143 + 110 Gramm) die Gesundheit vieler Menschen gefährdet und damit mehrfach Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG erfüllt hat. Insbesondere betrachtet sie die vorgenannten Handlungen im Fall 1 sowie im Fall 2 gemäss Anklage jeweils zu Recht als Einheit und rechnet die Betäubungsmittelmengen zusammen. Es ist nicht ersichtlich, dass der Beschwerdeführer, wie er geltend macht, im fraglichen Zeitraum jeweils von neuem den Vorsatz zur Weitergabe von Kokain an Dritte gefasst hätte. Vielmehr hat er sich in der gesamten Zeit regelmässig - praktisch wöchentlich - als Veräusserer sowie mehrmals als Vermittler betätigt. Im Fall 1 gemäss Anklage sind nach dem Gesagten 62 Treffen mit B.________ zum Betäubungsmittelerwerb zwecks Partys und im Fall zwei sind ebenfalls mehrere Treffen erstellt. Die Vorinstanz erwägt zu Recht, dass das Verhalten des Beschwerdeführers nicht den Schluss auf unabhängig voneinander verübte Delikte zulässt. Ebenso geht sie mangels Kenntnis des genauen Reinheitsgrads des Kokains nachvollziehbar von einem Reinheitsgrad von 33.3%, somit von 47.6 Gramm reinem Kokain im Fall 1 und 36.6 Gramm im Fall 2 (143 x 0.33 resp. 110 x 0.33), aus. Mit Bezug auf Fall 3 gemäss Anklage beträgt die Menge 629 Gramm (850 x 0.74) reines Kokain. Die dem Beschwerdeführer zuzurechnende, nicht für den Eigenkonsum bestimmte Menge überschreitet den Grenzwert von 18 Gramm für die Annahme eines schweren Falls somit in allen angeklagten Fällen erheblich. Dies gilt selbst unter Ausserachtlassen der vom Kurier beförderten Menge. Unter den gegebenen Umständen geht der Einwand des Beschwerdeführers, wonach er einen beschränkten Abnehmerkreis gehabt und mit dem Drogenhandel in erster Linie seinen Eigenkonsum finanziert habe, ins Leere. Entgegen der Auffassung der Verteidigung führt dieser Einwand praxisgemäss nicht dazu, dass kein qualifizierter Betäubungsmittelhandel vorliegen würde (vgl. dazu Urteil 6B_149/2021 vom 3. Februar 2022 E. 2.5.2). Das Bundesgericht geht wie erwähnt ab einem Schwellenwert von 18 Gramm Kokain von einer Gefährdung der Gesundheit vieler Menschen aus (vgl. oben E. 2.1.1). Diesen Wert erreicht das dem Beschwerdeführer vorgeworfene Handeln ohne Weiteres. Im Übrigen erwägt die Vorinstanz zu Recht, dass der Beschwerdeführer angesichts der Abgabe des Kokains an Kollegen in wechselnder Zusammensetzung während Partys nicht sicher sein konnte, dass weniger als 20 Leute, namentlich allein die Kollegen, das Kokain konsumieren würden. Er hat damit den Konsum durch weitere Personen mindestens in Kauf genommen. Ebenso ist der Vorinstanz zuzustimmen, dass sich der vorliegende Fall klar von der Konstellation unterscheidet, in welcher eine qualifizierte Menge Betäubungsmittel an eine bereits süchtige nahestehende Person mit der Gewissheit abgegeben wird, dass nichts davon an Dritte weitergegeben wird. Zudem hat der Beschwerdeführer, anders als im von ihm zitierten Fall (BGE 110 IV 99) trotz Eigenkonsums eine qualifizierte Menge an Dritte abgegeben.