Citation: 9C_626/2023 E. 5.2.2

5.2.2. Ebenso wenig verfängt die Rüge, auf die Schlussfolgerungen des Gutachtens der ABI könne nicht abgestellt werden, da es, wie das kantonale Gericht selber einräume, keine Konsensbesprechung der involvierten Experten enthalte. Im Gegenteil fand durchaus eine entsprechende gutachtliche Konsensbeurteilung statt (vgl. ABI-Expertise, S. 8 ff. Ziff. 4). Was im betreffenden Rahmen nicht vorgenommen wurde, ist - so die vorinstanzlichen Feststellungen - eine gesamthafte Konsistenzprüfung. Die grundsätzliche Beweiswertigkeit der gutachtlichen Erörterungen erschüttert dieser Umstand jedoch nicht, äusserten sich die Gutachter in ihren jeweiligen Teilexpertisen doch auch dazu, inwieweit sie die von der Beschwerdeführerin monierten Beschwerden für authentisch befanden und aus welchen Gründen nicht, ohne dass der Versicherten direkt eine Aggravation oder Simulation sämtlicher Beschwerden vorgeworfen wurde. In diesem Sinne kam der psychiatrische Begutachter unter dem Titel "Würdigung von Fähigkeiten, Ressourcen und Belastungen (psychiatrische Gesamtbeurteilung) " zum Schluss, als die Explorandin sehr belastend und die depressive Symptomatik weiterhin triggernd sei sicherlich der Umstand des schwerkranken und pflegebedürftigen Sohnes zu werten. Die Explorandin habe auch auf Grund einer nicht suffizienten ambulanten fachpsychiatrischen Behandlung keine ausreichenden Ressourcen entwickelt, den häuslich-familiären Belastungsfaktoren angemessen zu begegnen. Es habe sich "im Gefolge" eine mittelgradige depressive Symptomatik eingestellt, welche durch die beschriebenen Belastungsfaktoren weiter aufrechterhalten würde. Als Reinigungskraft resultiere daraus eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit von 30 % infolge einer verminderten Gesamtbelastbarkeit bei rascher Ermüdbarkeit und negativ fokussierten Gedanken.