Citation: 2C_967/2021 E. 7.6.3

7.6.3. Das Migrationsamt hat die Niederlassungsbewilligung des Beschwerdeführers am 15. April 2020 widerrufen und damit rund sechs Jahre vor einer frühest möglichen bedingten Entlassung nach Verbüssung von zwei Dritteln der Strafe (vgl. Art. 86 Abs. 1 StGB). Dieser Zeitpunkt scheint relativ früh, nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist eine solch frühe Ausweisung aber unter gewissen Voraussetzungen grundsätzlich möglich (vgl. BGE 137 II 233 E. 5.2.3), welche auch hier erfüllt sind. Aufgrund der Art seines Delikts und der Schwere seines Verschuldens stand schon im Zeitpunkt der erstinstanzlichen Verfügung fest, dass bei einer umfassenden Interessenabwägung ein Wohlverhalten des Beschwerdeführers im Strafvollzug allein nicht reichen würde, um die gegen ihn bestehenden Bedenken auszuräumen. Zudem waren im Zeitpunkt der erstinstanzlichen Verfügung keine erkennbaren Anzeichen dafür vorhanden, dass sich die für die Anordnung der Ausweisung massgebenden Verhältnisse bis zu deren Vollzug entscheidend verändern würden (vgl. Urteil 2C_201/2007 vom 3. September 2007 E. 5.1). Dies gilt insbesondere für die geltend gemachten gesundheitlichen Probleme des Beschwerdeführers und die mögliche Entwicklung der Gefährdungslage im Kosovo. Der Beschwerdeführer begnügt sich diesbezüglich mit reinen Mutmassungen und vermag keine konkreten Anhaltspunkte dafür beizubringen, dass sich seine Situation bei der Entlassung aus dem Strafvollzug wesentlich anders präsentieren könnte als zum Zeitpunkt des Entscheids durch das Migrationsamt des Kantons Thurgau (vgl. Urteil 2C_68/2020 vom 30. April 2020 E. 5.6.2). Eine Sistierung des Verfahrens ist deshalb nicht angebracht.