Citation: I 276/03 22.01.2004 E. 4

Zur Klärung der Frage, welche Betätigungsmöglichkeiten der Beschwerdeführerin noch bleiben, holte die IV-Stelle lediglich bei Dr. med. H.________ den Arztbericht vom 9. Januar 2002 ein. Dieser äusserte sich dahingehend, dass "eine sitzende Tätigkeit im Büro oder eine ähnliche Tätigkeit" voll zumutbar wäre, wobei er dies allerdings in Anbetracht der Möglichkeiten der Versicherten und ihrer bisherigen Ausbildung nicht für möglich hielt. Der Arzt grenzte den der Beschwerdeführerin auf Grund ihrer vererbten sensomotorischen Polyneuropathie noch als körperlich zumutbar erachteten Tätigkeitbereich möglicherweise bewusst relativ eng auf eine sitzende Büro- oder ähnliche Tätigkeit ein. Die Verwaltung interpretierte diese Aussage dagegen so, dass es der Beschwerdeführerin aus medizinischer Sicht zumutbar sei, einer lediglich vorwiegend sitzend auszuübenden Beschäftigung nachzugehen. Auch sei dies nicht auf einen Büro- oder büroähnlichen Arbeitsplatz eingeschränkt. Es finden sich in den Akten für den vorliegend massgebenden Zeitraum keine weiteren medizinischen oder erwerblichen Abklärungen. Das Fehlen solcher Berichte ist schwerwiegend. Wenn wie hier erheblich von der Stellungnahme des behandelnden Arztes abgewichen wird, ohne dass andere ärztliche Stellungnahmen vorliegen, ist eine zuverlässige Ermittlung des Invaliditätsgrades nicht gewährleistet. Es liegt eine Verletzung der Untersuchungsmaxime und der Beweisvorschriften durch die IV-Stelle vor. Die Sache wird an die IV-Stelle zurückgewiesen, damit sie bei Dr. med. H.________ einen zusätzlichen Bericht dazu einholt, ob bei der Beschwerdeführerin allenfalls für jede vorwiegend sitzende Tätigkeit eine 100-prozentige Arbeitsfähigkeit besteht, und nicht lediglich für eine ausschliesslich sitzende Büro- oder büroähnliche Tätigkeit. Die IV-Stelle wird gegebenenfalls weitere medizinische sowie erwerbliche und bei Bedarf auch berufsberaterische Abklärungen tätigen und der Beschwerdeführerin Gelegenheit zur Stellungnahme einräumen. Anschliessend wird sie über den Anspruch auf berufliche Eingliederungsmassnahmen resp. eine Invalidenrente neu verfügen.