Citation: U 232/06 06.03.2007 E. 3.3

3.3.1 Zum Einwand des Beschwerdeführers hinsichtlich der Bestimmung des Valideneinkommens ist zunächst auf Art. 18 Abs. 2 UVG hinzuweisen, wonach der Bundesrat die Bemessung des Invaliditätsgrades in Sonderfällen zu regeln hat (Satz 1). Er kann dabei auch von Art. 16 ATSG abweichen (Satz 2). Laut dem mit In-Kraft-Treten des ATSG am 1. Januar 2003 unverändert gebliebenen Art. 28 Abs. 2 UVV ist bei Versicherten, die gleichzeitig mehr als eine unselbstständige Erwerbstätigkeit ausüben, der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in sämtlichen Tätigkeiten zu bestimmen (Satz 1). Übt er neben der unselbstständigen eine nicht nach dem Gesetz versicherte oder eine nicht entlöhnte Tätigkeit aus, wird die Behinderung in diesen Tätigkeiten nicht berücksichtigt (Satz 2). 3.3.2 Der Beschwerdeführer erwirtschaftete ausweislich der im Verwaltungs- und kantonalen Verfahren eingereichten Unterlagen neben dem bei der Firma X.________ AG erzielten Gehalt auch noch namhafte Einkünfte aus selbstständiger Erwerbstätigkeit als Automechaniker. Das kantonale Gericht erwog, diese seien bei der Bestimmung des Valideneinkommens nicht zu berücksichtigen, da es sich um nicht versicherten Lohn handle. Der Beschwerdeführer bringt vor, von der Invaliditätsbeurteilung sei die Rentenberechnung zu unterscheiden, wo allein der versicherte Verdienst massgebend sei. Er sei in beiden von ihm ausgeübten Tätigkeiten als Automechaniker gleichermassen behindert, weshalb der Validenlohn gestützt auf die gesamten als Gesunder vereinnahmten Erwerbseinkünfte festzulegen sei. Art. 28 Abs. 2 UVV komme nur in Fällen zum Tragen, in welchen die versicherte Person im selbstständig, nicht aber im unselbstständig ausgeübten Erwerbsbereich beeinträchtigt sei. 3.3.3 Gemäss Rechtsprechung (U 110/94 vom 12. Dezember 1997 E. 2b [vgl. auch Urteil U 253/96 vom 14. September 1998 E. 2 mit Hinweisen, publ. in: RKUV Nr. U 329 S. 119]) betrifft Art. 28 Abs. 2 UVV dem Gegenstand nach die Bestimmung des Invaliditätsgrades. Dessen Abs. 2 Satz 2 bezieht sich auf Versicherte, die neben einer unselbstständigen noch eine nicht nach dem Unfallversicherungsgesetz versicherte Tätigkeit ausüben. In diesem Fall ist nur die Behinderung in der versicherten unselbstständigen Tätigkeit zu berücksichtigen. Aufgrund des Wortlautes "eine nicht nach dem Gesetz versicherte oder eine nicht entlöhnte Tätigkeit" schliesst Art. 28 Abs. 2 UVV nicht zum vornherein jede selbstständige Erwerbstätigkeit aus. Dies ergibt sich auch aus den Kommissionsprotokollen, gemäss welchen anstelle des Ausdrucks selbstständige Tätigkeit der schliesslich in den Verordnungstext eingeflossenen, einschränkenderen Formulierung der Vorzug gegeben wurde (Protokoll der Sitzung der Kommission zur Vorbereitung der Verordnung über die obligatorische Unfallversicherung vom 30. April 1981 und vom 29. März 1982). Dass nicht die selbstständige Tätigkeit schlechthin gemeint sein kann, ergibt sich auch aus dem Wortlaut der französischen Fassung, gemäss welcher "une activité lucrative indépendante non assuré en vertu de la loi" unberücksichtigt zu bleiben hat. Um eine nicht versicherte Tätigkeit im Sinne dieser Bestimmung handelt es sich dann, wenn ein Arbeitnehmer nebenbei eine selbstständige Tätigkeit verrichtet, für welche er sich nicht freiwillig nach Art. 4 UVG versichert hat. Tätigkeiten, die unter die freiwillige und solche, die unter die obligatorische Versicherung fallen, sind bei der Bemessung der Invalidität somit zu berücksichtigen (Maurer, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, Bern 1985, S. 360). Mit der in Art. 28 Abs. 2 Satz 2 UVV getroffenen Regelung soll verhindert werden, dass die Unfallversicherer für Tätigkeiten Leistungen zu erbringen haben, für welche keine Prämien entrichtet wurden. Bei Versicherten, die teilweise eine selbstständige nicht versicherte und teilweise eine unselbstständige versicherte Tätigkeit ausüben, sind daher die unfallbedingten Behinderungen bei der selbstständigen Tätigkeit ebenso unbeachtlich, wie bei nicht entlöhnten Tätigkeiten (Omlin, Die Invalidität in der obligatorischen Unfallversicherung, Diss. Freiburg 1995, S. 179). 3.3.4 Im Lichte der dargelegten Rechtslage bleibt für die Auslegung des Beschwerdeführers von Art. 28 Abs. 2 Satz 2 UVV kein Raum. Aus den Akten und den Rechtsschriften ergeben sich keine Anhaltspunkte, dass er im Zeitpunkt des Unfalles der freiwilligen Unfallversicherung nach Art. 4 Abs. 1 UVG angeschlossen war. Die Vorinstanzen haben daher zu Recht bei der Bemessung des Valideneinkommens einzig die aus unselbstständiger Erwerbstätigkeit erzielten Einkünfte berücksichtigt.