Citation: 6S.418/2006 21.02.2007 E. 5

Der Beschwerdeführer rügt die Verletzung der Art. 11, Art. 13, Art. 43 f. und Art. 64 letzter Absatz StGB. Er stamme aus schwierigen familiären Verhältnissen. Beide Elternteile seien Alkoholiker und hätten ihn geschlagen. Er selbst habe seit seinem 13. Lebensjahr übermässig dem Alkohol zugesprochen und werde unter Alkoholeinfluss aggressiv. Das alles seien Indizien für eine möglicherweise schwer wiegende Entwicklungsstörung. Zur Tatzeit sei er nach eigenen Aussagen zwar "nicht besoffen" aber gleichwohl alkoholisiert gewesen. Dieser Umstand, die Hinweise für eine Entwicklungsstörung, die wirren und wenig greifbaren Tatmotive sowie weitere Faktoren wie die im Jahre 2002 begangenen ähnlich sinnlosen Gewalttaten und sein jugendliches Alter hätten Zweifel an seiner Zurechnungsfähigkeit zur Tatzeit wecken müssen. Eine entsprechende Abklärung wäre auch erforderlich gewesen, um beurteilen zu können, ob der Strafmilderungsgrund von Art. 64 letzter Absatz StGB gegeben war. Jedenfalls hätten die Umstände Anlass für die Abklärung der Massnahmebedürftigkeit sein müssen. 5.1 Die Vorinstanz legt dar, dass der Beschwerdeführer vor der Tat zwar Alkohol getrunken hatte, diesen aber nach eigenen Angaben nur leicht gespürt habe. Auch wenn sie gleichzeitig auf den regelmässigen Alkoholkonsum des Beschwerdeführers seit seinem 13. Altersjahr und seine entsprechende "gewisse Alkoholverträglichkeit" verweist (angefochtenes Urteil, S. 79 f.), musste sie seine volle Zurechnungsfähigkeit weder aufgrund der verhältnismässig geringen Alkoholisierung im Tatzeitpunkt noch seiner gewissen Alkoholgewöhnung ernsthaft anzweifeln. Keinen Anlass zu derartigen Zweifeln gaben ferner die vom Beschwerdeführer geltend gemachten weiteren Umstände, insbesondere das jugendliche Alter und die schwierigen familiären Verhältnisse. Die Vorinstanz hat dies sowie den altersbedingten Nachahmungstrieb und die Beeinflussbarkeit strafmindernd berücksichtigt (angefochtenes Urteil, S. 80 f., 88, 97). Sie legt überzeugend dar, dass und weshalb sich aus der Gruppentat keine erhebliche psychische Normabweichung ableiten lässt und die Tat auch nicht im Widerspruch zur Persönlichkeit des Beschwerdeführers steht (angefochtenes Urteil, S. 78, 86 ff.). Es ist nicht erkennbar, inwiefern der Beschwerdeführer aufgrund seines familiären Hintergrunds und seines jugendlichen Alters an einer qualifizierten Schwäche der Einsichts- und Steuerfähigkeit gelitten haben soll. Zusammenfassend ergibt sich, dass die Vorinstanz vorliegend nicht nach Art. 13 Abs. 1 StGB verpflichtet war, eine psychiatrische Begutachtung des Beschwerdeführers zu seiner Zurechnungsfähigkeit im Zeitpunkt der Tat anzuordnen (vgl. nur BGE 119 IV 120 E. 2a; 116 IV 273 E. 4a; 106 IV 241 E. 1a mit Hinweisen). -:- 5.2 Gemäss Art. 64 letzter Absatz StGB kann der Richter die Strafe mildern, wenn der Täter im Alter von 18 bis 20 Jahren noch nicht die volle Einsicht in das Unrecht seiner Tat besass. Ob jemand die volle Einsicht in das Unrecht der Tat besass, ist eine Tatfrage, die im Rahmen der eidgenössischen Nichtigkeitsbeschwerde nicht zur Diskussion gestellt werden kann (BGE 115 IV 180 E. 3c). Die Vorinstanz stellt für das Bundesgericht verbindlich (Art. 277bis Abs. 1 BStP) fest, dass der Beschwerdeführer volle Einsicht in das Unrecht der Tat hatte (angefochtenes Urteil, S. 80 f.). Ausgehend davon durfte die Vorinstanz zutreffend annehmen, eine Strafmilderung gemäss Art. 64 letzter Absatz StGB falle ausser Betracht. 5.3 Es fehlen vorliegend sowohl Anhaltspunkte für eine Trunksucht des Beschwerdeführers im Sinne von Art. 44 Ziff. 1 StGB als auch eines ärztlich zu behandelnden abnormen Geisteszustandes gemäss Art. 43 Ziff. 1 StGB. Die Vorinstanz war deshalb nicht verpflichtet, Gutachten einzuholen (vgl. Art. 13 Abs. 1 StGB i.V.m. Art. 43 Ziff. 1 StGB und Art. 44 Ziff. 1 Abs. 2 StGB). Der angefochtene Entscheid verletzt auch insoweit kein Bundesrecht.