Citation: 6B_603/2024 E. 1.2.2

1.2.2. Demgegenüber gewichtet die Vorinstanz die öffentlichen Interessen an einer Landesverweisung höher als die Interessen des Beschwerdeführers an einem Verbleib. Negativ auf eine nachhaltige Integration wirkten sich insbesondere die zahlreichen Vorstrafen aus. Der Beschwerdeführer wurde mehrfach wegen Betäubungsmittel- und Strassenverkehrsdelikten verurteilt, dies 2013, 2015, 2016, 2017, 2019 und 2023. Am 31. Januar 2024 wurde er wegen mehrfachen Diebstahls, Hehlerei, mehrfacher Sachbeschädigung, mehrfachen Hausfridensbruchs, Misswirtschaft und Unterlassung der Buchführung zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von 16 Monaten verurteilt. Das Verhalten des Beschwerdeführers weise auf einen grundsätzlich fehlenden Respekt gegenüber der Rechtsordnung hin, so die Vorinstanz. Zudem habe er während laufendem Strafverfahren und in Kenntnis der drohenden Landesverweisung weiterdelinquiert. Er sei ein unbelehrbarer Wiederholungstäter. Die Integrationschancen des Beschwerdeführers im Kosovo seien intakt. Er sei mit der dortigen Kultur bestens vertraut, was sich etwa darin zeige, dass die Hochzeit im Kosovo stattgefunden und dass er in den letzten Jahren wiederholt seine Ferien bei den Schwiegereltern verbracht habe. Ein Unterkommen bei Verwandten oder deren Unterstützung in der Anfangsphase der Integration könne diese zwar erleichtern, sei aber für das Aussprechen einer Landesverweisung ohnehin nicht erforderlich. Zudem könne dem Beschwerdeführer der in der Schweiz erlernte Beruf im Kosovo von Nutzen sein. Eine soziale und berufliche Integration im Heimatland sollte ihm unter Würdigung der gesamten Umstände mit zumutbaren Anstrengungen möglich sein. Dies auch unter Berücksichtigung der Tatsache, dass der Beschwerdeführer gesund sei und albanisch spreche. Seiner Frau und seinen Kindern stehe es frei, ihn für die Dauer der Landesverweisung in den Kosovo zu begleiten, zumal sie ebenfalls die kosovarische Staatsangehörigkeit besässen. Eine Ausreise sei ihnen grundsätzlich zumutbar. Die Ehefrau und die Kinder könnten aber auch in der Schweiz bleiben und den Kontakt zum Beschwerdeführer mit modernen Kommunikationsmitteln und allenfalls - nebst Treffen im Heimatland - über bewilligungsfähige Kurzaufenthalte aufrechterhalten. Im Übrigen werde sich aufgrund der zu verbüssenden mehrjährigen Freiheitsstrafe ohnehin eine gewisse Entfremdung einstellen, da die tatsächlich gelebte familiäre Beziehung stark erschwert sein werde. Zudem sei zu beachten, dass die drohende Landesverweisung und deren Folgen für das Familienleben den Beschwerdeführer nicht von weiterer Delinquenz abgehalten habe. Auch sei er vom Migrationsamt bereits 2018 aufgrund seiner zahlreichen Vorstrafen und unter Androhung des Widerrufs seiner Niederlassungsbewilligung verwarnt worden. Durch die Begehung der Katalogtaten habe der Beschwerdeführer eine hohe kriminelle Energie an den Tag gelegt. Insbesondere der Raub beschlage neben dem Vermögen auch die persönliche Freiheit, wobei es sich um ein sehr hochwertiges Rechtsgut handle, welches der Beschwerdeführer schwerwiegend verletzt habe. Er sei vorliegend zu einer Freiheitsstrafe von 6 Jahren und 4 Monaten verurteilt worden. Ausländerrechtlich sei bereits ab einer Strafe von zwei Jahren von einem schweren Verstoss gegen die Rechtsordnung auszugehen. Bei der Interessenabwägung der Landesverweisung sei zudem ein strengerer Massstab anzuwenden als bei der Beurteilung der Bewährungsaussichten. Aufgrund der gesamten Umstände, insbesondere der zahlreichen Vorstrafen, bestünden ganz erhebliche Zweifel an der künftigen Legalbewährung des Beschwerdeführers. Vielmehr seien ähnliche Straftaten wie die bereits begangenen zu erwarten, namentlich solche gegen das Vermögen, die persönliche Freiheit und die öffentliche Gesundheit. Es sei von einer hohen Gefährlichkeit für die öffentliche Sicherheit und einer ungünstigen Legalprognose auszugehen, womit ein sehr hohes Interesse an einer Landesverweisung bestehe. Dieses überwiege das persönliche Interesse des Beschwerdeführers an einem Verbleib.