Citation: 5P.435/2005 15.03.2006 E. 3

3.1 In der Tatsache, dass das Obergericht bei ihm von einem Arbeitspensum von 80 % ausgegangen ist, der Beschwerdegegnerin aber ein solches von nur 50 % zugestanden hat, erblickt der Beschwerdeführer einen Verstoss gegen Art. 8 Abs. 1 und 3 BV. Die Ungleichbehandlung sei angesichts der gegebenen Verhältnisse in keiner Weise gerechtfertigt: Einerseits sei sein Aufwand für die persönliche Betreuung und Erziehung von B.________, der das jüngere der beiden Kinder sei, aus zeitlicher Sicht sogar grösser als der Aufwand der Beschwerdegegnerin für die Betreuung von A.________, und andererseits stehe es der Beschwerdegegnerin frei, mit einer Rückkehr in die Gegend, wo ihre Eltern lebten, die gleichen Betreuungsverhältnisse zu schaffen, wie sie auf seiner Seite vorhanden seien. 3.2 Nach der Rechtsprechung entfaltet die in Art. 8 BV verankerte Garantie der allgemeinen Gleichstellung (von Mann und Frau) keine unmittelbare Wirkung zwischen Privatpersonen (sog. Horizontalwirkung); die aus ihr abgeleiteten Ansprüche richten sich ausschliesslich gegen den Staat; in einer staatsrechtlichen Beschwerde gegen einen zwischen zwei Privatpersonen ergangenen Entscheid kann die genannte Verfassungsbestimmung daher nicht direkt angerufen werden (BGE 114 Ia 329 E. 2b S. 331 mit Hinweisen). Indessen sind die Normen des Zivilrechts unter Berücksichtigung der besonderen sich aus den Grundrechten ergebenden Erfordernissen auszulegen (vgl. Art. 35 Abs. 3 BV; Bernhard Pulver, L'interdiction de la discrimination, Diss. Neuenburg 2003, S. 165 Rz. 229; Jörg Paul Müller, Die Diskriminierungsverbote nach Art. 8 Abs. 2 der neuen Bundesverfassung, in: Ulrich Zimmerli [Hrsg.], Die neue Bundesverfassung, Bern 2000, S. 129 Ziff. VI lit. b; Rainer J. Schweizer, in: Die schweizerische Bundesverfassung, St. Galler Kommentar, 2002, S. 111 f., N. 56 und 57 zu Art. 8). Wie der Beschwerdeführer mit seinen Hinweisen auf Art. 276 Abs. 1 und Art. 285 Abs. 1 ZGB selbst zeigt, betreffen seine Ausführungen denn auch im Grunde genommen die Anwendung von Bundesrecht. So ist insbesondere eine nicht im Verfahren der staatsrechtlichen Beschwerde zu beurteilende Rechtsfrage (vgl. Art. 84 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 43 OG), ob der Beschwerdegegnerin unter den gegebenen tatsächlichen Verhältnissen zuzumuten sei, ihre Erwerbstätigkeit auszudehnen und hierzu allenfalls in die Nähe ihrer Eltern zu ziehen. Insofern ist auf die Beschwerde daher nicht einzutreten. Das Gleiche gilt bezüglich des Vorbringens, das Obergericht sei bei der Rechtsanwendung in Willkür verfallen, indem es bei der Bemessung der Leistungsfähigkeit der Parteien auch die frankenmässige Äquivalenz des Unterhalts in Form von persönlich erbrachter Pflege und Erziehung berücksichtigt habe.