Citation: 1P.63/2002 09.07.2002 E. 3

3.1 In tatsächlicher Hinsicht bestreitet der Beschwerdeführer nicht, sich zu besagter Zeit im fraglichen Gebiet aufgehalten zu haben, sondern macht geltend, er habe sich am 6. März 2000 nicht nach Abwurfstangen umgesehen. Er wirft den kantonalen Behörden vor, der angefochtene Entscheid stütze sich ausschliesslich auf Beobachtungen des anzeigenden Polizeibeamten, wobei dieser nicht behaupte, zum besagten Zeitpunkt seien im fraglichen Gebiet Hirsche beobachtet worden, welche durch sein Durchlaufen hätten gestört werden können. Das Obergericht legt demgegenüber überzeugend dar, das Gebiet sei bekannt für grosse Hirschbestände und es sei sowohl unter Einheimischen wie auch unter Jägern, zu welchen zwei Gruppen der Beschwerdeführer gehöre, nachgerade notorisch, dass der "Föhnen" ein Wintereinstandsgebiet für Hirsche sei. Zudem sei die Bevölkerung am 17. Februar und 2. März 2000 im kantonalen Amtsblatt angewiesen worden, das Wild in den Einstandsgebieten nicht zu stören. Die Argumentation des Beschwerdeführers vermag nicht zu überzeugen. Denn es steht fest, dass er zum besagten Zeitpunkt in einem als Einstandsgebiet sich auszeichnenden Waldgebiet abseits von Wegen mit zwei an der Leine geführten Hunden herumlief. Die Rüge der willkürlichen Beweiswürdigung erweist sich somit als unbegründet. 3.2 Der Beschwerdeführer rügt ausserdem, das kantonale Gericht hätte massgebende Jagdvorschriften willkürlich ausgelegt und damit Art. 9 BV verletzt. Art. 33 Abs. 1 der kantonalen Jagdverordnung hat folgenden Wortlaut: "Jede unnötige Beunruhigung und Störung des Wildes in den Einständen, Brut- und Futterstellen ist verboten, insbesondere auch das Suchen von Abwurfstangen sowie das Aufsuchen von Wild mit künstlichen Lichtquellen". Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers ist die Anwendung von Art. 33 Abs. 1 JV GL auf den einschlägigen Sachverhalt ohne weiteres vertretbar. Die Verordnung verlangt lediglich, dass das Wild nicht gestört werden darf, wobei es unerheblich ist, ob der Beschwerdeführer Abwurfstangen gesucht hat. Durch sein Verhalten nahm er eine Störung des Wildes zumindest in Kauf und handelte damit jedenfalls eventualvorsätzlich, was der vorsätzlichen Tatbegehung gleichgestellt ist. Diese Auslegung der Verordnung erscheint einleuchtend. Auch für den Beschwerdeführer musste es als Ortskundiger angesichts der hier gegebenen Tatumstände in ausreichender Weise einsichtig sein, dass sein Verhalten als strafbares Jagdvergehen geahndet werden könnte. Dazu kommt, dass er bereits auf Grund einer früheren Verurteilung wegen des gleichen Tatbestandes wissen konnte, dass das freie Herumlaufen in Waldgebieten abseits von herkömmlichen Wegen insbesondere im Winter bzw. Vorfrühling im Zweifelsfall zu unterlassen ist. Bei dieser Sachlage ist es nicht willkürlich, eine Verletzung von Art. 33 Abs. 1 JV GL anzunehmen, welche mit einer Busse von Fr. 150.-- bestraft werden kann. Darin ist keine Verletzung der Bundesverfassung ersichtlich.