Citation: 7B_695/2023 E. 2.5

2.5. Von einer derart exzeptionellen Konstellation kann vorliegend nicht ausgegangen werden. Zwar ist die gesamte Verfahrensdauer von mittlerweile bald 17 Jahren seit der ersten Anzeigeerstattung auch hier aussergewöhnlich (zu) lang. Auffallend ist insbesondere, dass die Staatsanwaltschaft bis zur Anklageerhebung über acht Jahre benötigte und in dieser Zeit zweimal von der Beschwerdeinstanz wegen Rechtsverzögerung gerügt wurde. Die Dauer der Untersuchung und die darin feststellbaren Zeitlücken sind in der Tat problematisch. So verstrichen etwa bis zur ersten Befragung durch die Staatsanwaltschaft fast fünf Jahre. Nachdem am 7. Mai 2015 ein ausführlicher Schlussbericht der Kantonspolizei Obwalden eingegangen war, vergingen bis zur Anklageerhebung weitere drei Jahre. Auch danach dauerte es nochmals mehr als eineinhalb Jahre, bis die erste Instanz am 28. November 2019 zur Hauptverhandlung vorlud, was nicht nachvollziehbar ist. Im Folgenden waren es dann aber unbestrittenermassen die vom Beschwerdeführer geltend gemachte Verhandlungsunfähigkeit und die damit verbundenen Verschiebungsgesuche, die dazu führten, dass die erstinstanzliche Hauptverhandlung erst am 26. Juli 2021 durchgeführt werden konnte. Am 28. Januar 2022 versandte die Erstinstanz ihr begründetes Urteil. Im Berufungsverfahren wurde auf Ersuchen des Beschwerdeführers ein Gutachten zu seiner Verhandlungsfähigkeit eingeholt und am 6., 7. und 8. Februar 2023 die Berufungsverhandlung durchgeführt. Das vorinstanzliche Urteil erging am 23. Februar 2023. Den Verfahrensgang seit der ersten erstinstanzlichen Vorladung bis zum Erlass des vorinstanzlichen Urteils beanstandet der Beschwerdeführer nicht. Mit Blick auf die gesamte Verfahrensdauer einzuräumen ist hingegen, dass das Verfahren vor Bundesgericht seit Eingang der Beschwerde wiederum bald zwei Jahre ruhte und damit ein weiteres Mal über Gebühr verzögert wurde. Die feststellbaren Verfahrensunterbrüche und die daraus resultierende deutlich zu lange Verfahrensdauer sind jedoch unter Beachtung der Gesamtumstände nicht dergestalt, dass sie eine Verfahrenseinstellung zur Folge haben müssten. So kann immerhin festgehalten werden, dass die Verfolgungsverjährung der qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesorgung, der Urkundenfälschung und teils auch der Erschleichung einer falschen Beurkundung im Zeitpunkt des angefochtenen Urteils - anders als im Verfahren 6B_1031/2016 - noch nicht abgelaufen war. Weiter ist zwar durchaus gut vorstellbar, dass das Verfahren und die von der Staatsanwaltschaft verfügten Kontosperren dem beruflichen Ansehen des Beschwerdeführers als Treuhänder geschadet haben. Den behaupteten Verlust von Mandaten und den "grossen wirtschaftlichen Schaden" belegt er aber in keiner Art und Weise. Er beschränkt sich auf unsubstanziierte und unbelegte Behauptungen, weshalb er der Vorinstanz nicht vorwerfen kann, diesen Aspekt ungenügend berücksichtigt zu haben. Ein durch das Strafverfahren verursachter Schaden von aussergewöhnlicher Schwere ist somit nicht dargetan. Hinzu kommt, dass der Beschwerdeführer ohne die festgestellte Verletzung des Beschleunigungsgebots zu einer Freiheitsstrafe von 18 Monaten und einer Geldstrafe von 170 Tagessätzen verurteilt worden wäre. Angesichts dieses Strafmasses kann nicht gesagt werden, dass ein Ausgleich des begangenen Unrechts durch Bestrafung nicht mehr notwendig scheint. Schliesslich waren im vorliegenden Verfahren bis zum heutigen Zeitpunkt Geschädigte involviert. Deren unerledigten Schadenersatzansprüche stehen einer Einstellung ebenfalls entgegen (siehe dazu BGE 117 IV 124 E. 4e). Insgesamt verletzt die Vorinstanz ihr Ermessen nicht, wenn sie den Ausgleich der Verletzung des Beschleunigungsgebots nur über die Feststellung im Dispositiv und eine Strafminderung vornimmt.