Citation: 1C_282/2021 E. 8.5

8.5. Zu überprüfen ist zuerst die Prognose zu den (künftigen) Zuliefermengen und dem damit verbundenen Zubringerverkehr. Gemäss den Feststellungen des Verwaltungsgerichts im Entscheid vom 24. Oktober 2019 wurden ca. 138'000 m³ Bodenmaterial während des bisherigen Deponiebetriebs eingebracht. Die jährlichen Mengen hätten sich zwischen 15'600 m³ und 33'900 m³ bewegt. Für die Auffüllung des Restvolumens von ca. 162'000 m³ unter Ausschöpfung der Deponie-Erweiterung ging das Verwaltungsgericht von einem Zeitraum von acht bis zehn Jahren aus. Dabei stützte es sich auf entsprechende Angaben im Technischen Bericht vom 23. August 2017. Es nahm an, die mittlere jährliche Zuliefermenge werde sich bei der Erweiterung in einem vergleichbaren Umfang wie bisher bewegen (ca. 15'000 m³ bis 20'000 m³). Im Entscheid vom 13. April 2021 bezog das Verwaltungsgericht die Lärmprognose vom 9. März 2020 ein. Dieser liege eine durchschnittliche Anlieferung von 80 m³ Bodenmaterial pro Tag bzw. ca. 8 Lastwagenladungen während 225 Tagen pro Jahr zugrunde. Daraus folge ein Jahresvolumen von 18'000 m³ bzw. eine Auffüllzeit von neun Jahren für das Restvolumen von ca. 162'000 m³. Entsprechend der Lärmprognose ist das Verwaltungsgericht somit von 16 Lastwagenfahrten pro Tag ausgegangen. Dem halten die Beschwerdeführer entgegen, die Baubewilligung sehe keine Einschränkung bei der jährlichen Zufuhrmenge an Deponiematerial vor. Eine Jahresmenge von 33'900 m³ sei in der Vergangenheit vorgekommen und realistischerweise auch zukünftig zu erwarten. Unter Einbezug des Umstands, dass der Betrieb der (erweiterten) Deponie für fünf Jahre bewilligt worden ist, leiten die Beschwerdeführer eine doppelt so hohe Zufuhrmenge pro Jahr wie das Verwaltungsgericht ab. Die Lärmprognose vom 9. März 2020 hat sich nicht nur zum Verkehrslärm, sondern auch zum Industrie- und Gewerbelärm auf dem Gelände geäussert. Dabei wurde insbesondere der Lärm aus dem Einsatz von Kettendozer und Raupenbagger auf der Deponie ermittelt (vgl. oben E. 1.3 und unten 9.2). Den Ergebnissen der Lärmprognose folgend wurde in der Baubewilligung vom 19. Oktober 2020 auflageweise eine zeitliche Höchstbeschränkung pro Tag für den Einsatz von Kettendozer und Raupenbagger festgelegt. Daran hat das Verwaltungsgericht im Entscheid vom 13. April 2021 erinnert. Ausserdem sind die Anlieferzeiten der Deponie zur Verbesserung der Schulwegsicherheit beschränkt worden (vgl. oben E. 8.2 und unten E. 8.10). Dies wirkt sich auf die periodische Annahmekapazität der Deponie aus. Auch das BAFU erachtet in der Stellungnahme ans Bundesgericht eine Erhöhung der jährlichen Materialzuführung im Rahmen der Erweiterung der Deponie als unwahrscheinlich. Unter diesen Umständen konnte das Verwaltungsgericht auf die jährliche Zufuhrmenge gemäss Lärmprognose abstellen, ohne dass diesbezüglich eine behördliche Auflage notwendig gewesen wäre. Insbesondere schliesst die Befristung der Betriebsbewilligung für eine Deponie auf fünf Jahre gemäss Art. 40 Abs. 4 VVEA eine Erneuerung nach Fristablauf nicht aus. Vielmehr bezweckt diese Regelung, dass periodisch überprüft wird, ob die Deponie noch alle Bewilligungsvoraussetzungen einhält (vgl. BAFU, Erläuterungen vom Juli 2014 zur Totalrevision der [früheren] Technischen Verordnung über Abfälle vom 10. Dezember 1990, S. 32). Demzufolge ist die Prognose des Verwaltungsgerichts zum Zubringerverkehr der Deponie im Rahmen der Erweiterung nicht zu beanstanden. Die dagegen gerichteten Rügen dringen nicht durch.