Citation: 6B_941/2019 E. 1.1

1.1. Der Beschwerdeführer beantragt, das Verfahren sei hinsichtlich sämtlicher Antragsdelikte (Drohung, Verletzung des Geheim- und Privatbereichs durch Aufnahmegeräte und der Tätlichkeiten) mangels Strafantrags einzustellen. Die Vorinstanz sei mit keinem Wort auf seine diesbezüglichen Rügen im Berufungsplädoyer sowie die Hinweise auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung eingegangen und begnüge sich weitestgehend mit einem Verweis auf die Begründung im erstinstanzlichen Urteil. Weiter werde übersehen, dass ein Strafantrag kumulativ zur Mitteilung von belastenden Fakten erfordere, dass der bedingungslose Wille zur Bestrafung des Täters zum Ausdruck gebracht werde. Ein solcher Wille gehe aus der Strafanzeige nicht hervor. Die Beschwerdegegnerin selbst habe explizit nur von einer Anzeige wegen Vergewaltigung gesprochen. Zwar treffe es zu, dass von der Beschwerdegegnerin keine rechtliche Qualifikation des Sachverhalts zu erwarten sei. Allerdings lasse sich im vorliegenden Fall aus der blossen Schilderung der Geschehnisse kein bedingungsloser Wille der Beschwerdegegnerin zur Strafverfolgung des Beschwerdeführers wegen den genannten Antragsdelikten ableiten. Erfülle ein geschilderter Sachverhalt mehrere Tatbestände und handle es sich dabei sowohl um Offizial- als auch um Antragsdelikte, sei es ohne eine ausdrückliche Erklärung praktisch ausgeschlossen, dass sich der bedingungslose Strafverfolgungswille für die einzelnen Delikte hinreichend konkret aus der Strafanzeige ergebe. Der antragstellenden Person stehe es gemäss Bundesgericht frei, beim Zusammentreffen von verschiedenen Tatbeständen auf eine Verfolgung von Antragsdelikten zu verzichten, die nebst einem angezeigten Offizialdelikt im Raum stünden. Werde nebst der Bestrafung für ein Offizialdelikt auch die Verfolgung eines Antragsdelikts gefordert, müsse sicherheitshalber stets ein Strafantrag gestellt werden. Schliesslich habe die protokollierende Polizistin in ihrem Rapport vom 12. November 2015 sogar explizit darauf hingewiesen, dass der Strafantrag mit der Beschwerdegegnerin noch nicht ausgefüllt worden sei, was bei der ersten schriftlichen Befragung nachzuholen wäre. Die Kantonspolizei habe einen solchen Strafantrag erst am 30. Dezember 2015 nachträglich bei der Beschwerdegegnerin schriftlich eingeholt. Die dreimonatige Antragsfrist sei zu diesem Zeitpunkt allerdings bereits abgelaufen gewesen.