Citation: 8C_850/2015 E. 3.3

3.3. Für die Annahme der schädigenden Einwirkung eines äusseren Faktors auf den menschlichen Körper ist ein Geschehen erforderlich, das sich in einer allgemein gesteigerten Gefahrenlage abspielt und welchem überdies ein erhöhtes Gefährdungspotenzial innewohnt (vgl. BGE 129 V 466 E. 4.2.2 S. 470). Ein solches Geschehen kann auch in einer körpereigenen Bewegung gesehen werden, sofern diese eine physiologisch normale und psychologisch beherrschte Beanspruchung übersteigt. Beizupflichten ist der Beschwerdeführerin einerseits darin, dass allein das Ziehen einer rund 200 kg schweren Kühltruhe, welche auf Rädern steht resp. rollt, zumindest auf ebenem Boden, also ohne dass eine Steigung zu überwinden wäre (etwas Derartiges wurde nie behauptet), noch keine allgemein gesteigerte Gefahrenlage schafft; dies schon gar nicht bei einem Versicherten, welcher - wie hier - eigenen Angaben zufolge solche Manöver mindestens ein Mal wöchentlich durchzuführen hat. Dieser Vorgang kann nicht als mit einem besonderen Risiko behaftet betrachtet werden, sondern ist als durchaus übliche Alltagsverrichtung im Rahmen seiner gewohnten beruflichen Tätigkeit einzustufen. So konnte er die Kühltruhe bewegen, nötigenfalls auch jederzeit zum Stoppen bringen, ohne sich dabei physiologisch in eine ungewöhnliche Position begeben zu müssen. Andererseits ist einem blossen "Blick zurück" - entgegen der im angefochtenen Entscheid zum Ausdruck gebrachten vorinstanzlichen Ansicht - auch kein erhöhtes Gefährdungspotenzial beizumessen. Die dadurch bedingte Drehung des Kopfes und allenfalls eines Teils des Oberkörpers ändert daran nichts. Insoweit ist der Beschwerdeführerin ebenfalls vollumfänglich zuzustimmen. Ein unfallähnlicher Vorfall, für dessen Folgen der Unfallversicherer gestützt auf Art. 9 Abs. 2 UVV in Verbindung mit Art. 6 Abs. 2 UVG Leistungen zu erbringen hätte, liegt demnach nicht vor. Dahingestellt bleiben kann, ob - wie der Versicherte nachträglich geltend gemacht hat - tatsächlich von einer Ruckartigkeit des damaligen Bewegungsablaufes - sei es beim Ziehen der Truhe selbst, sei es beim "Blick zurück" - auszugehen ist, was von der Beschwerdeführerin unter Berufung auf die Massgeblichkeit der "Aussage der ersten Stunde" (BGE 115 V 133 E. 8c S. 143) bestritten wird. Ein erhöhtes Gefährdungspotenzial liesse sich daraus ohnehin nicht ableiten.