Citation: 8C_705/2008 01.05.2009 E. 3

Streitig und zu prüfen ist, ob sich die für den Invaliditätsgrad massgeblichen Verhältnisse seit Zusprechung einer Rente basierend auf einem Invaliditätsgrad von 31 % (Verfügung vom 5. September 2003) bis zum angefochtenen Einspracheentscheid vom 8. Februar 2007 in revisionserheblicher Weise geändert haben. Aus den Akten geht hervor und ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer seit März 2001 keinem Erwerb mehr nachgegangen ist, weshalb eine Revision zufolge wesentlicher Änderung der erwerblichen Verhältnisse ausser Betracht fällt. Zu prüfen ist daher, ob sich im massgeblichen Zeitraum der Gesundheitszustand entscheidend geändert hat. Der Beschwerdeführer macht geltend, dass ihm gemäss dem zuhanden der IV-Stelle erstellten polydisziplinären Gutachten des medizinischen Zentrums X.________ vom 18. Januar 2007 sowie dem von ihm veranlassten Gutachten des Prof. Dr. med. S.________ vom 9. Mai 2005 nunmehr nur noch ein 50 %-Pensum zuzumuten sei. 3.1 In ihrer Verfügung vom 5. September 2003 hat die SUVA eine Haftung für die Rücken- und psychischen Beschwerden ausdrücklich abgelehnt. 3.1.1 Was die Rückenbeschwerden anbetrifft, ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer darunter schon zum Zeitpunkt der ursprünglichen Verfügung vom 5. September 2003 gelitten hat; gemäss Angaben des damaligen Hausarztes Dr. med. G.________, Allgemeine Medizin FMH, waren deshalb seit 1997 immer wieder ärztliche Behandlungen erforderlich (Bericht vom 18. August 2001). Dass seit dem 5. September 2003 eine eigentliche Verschlechterung des Rückenleidens eingetreten sei, wird indessen nicht geltend gemacht. Somit ist der Einwand, dass die heute geklagten Rückenbeschwerden erst später durch schmerzbedingte Fehlhaltung zufolge des Fussleidens verursacht worden seien, nicht stichhaltig. Zu prüfen ist damit, ob die SUVA diese Problematik damals zweifellos zu Unrecht ausgeschlossen hat. Für eine zweifellose Unrichtigkeit der damaligen Ablehnung der Leistungspflicht hinsichtlich der Rückenbeschwerden im Sinne von Art. 53 Abs. 2 ATSG bestehen jedoch keine Anhaltspunkte, wurden diese doch in den der SUVA im September 2003 vorliegenden ärztlichen Unterlagen nie in Zusammenhang mit den erlittenen Unfällen gebracht. Aber auch aufgrund der neuen ärztlichen Stellungnahmen kann nicht darauf geschlossen werden, dass die damalige Annahme, die Rückenbeschwerden seien unfallfremd, zweifellos unrichtig gewesen wäre. So finden sich im Gutachten des medizinischen Zentrums X.________ keine diesbezüglichen Hinweise. Prof. Dr. med. S.________ geht zwar davon aus, dass die Fehl- bzw. Minderbelastung des linken Fusses zu einer Akzentuierung der Kreuz- und Rückenbeschwerden geführt habe; auch seiner Meinung nach wurden diese jedoch durch die Fehlform bzw. -haltung der Wirbelsäule verursacht. Letztlich ist indessen unbestritten, dass es durch die Rückenbeschwerden bis zum Erlass der Verfügung vom 5. September 2003 zu keinen erheblichen Arbeitsunfähigkeiten gekommen ist; aktenkundig sind einzig die Ausfälle vom 24. Januar bis zum 10. Februar 2001 sowie vom 5. bis zum 16. März 2001 (Bericht des Dr. med. G.________ vom 18. August 2001). Somit ist bezüglich der Rückenbeschwerden weder eine Verschlechterung seit dem 5. September 2003 dargetan noch bestehen Hinweise für eine zweifellose Unrichtigkeit der damaligen Annahme, dass diese Beschwerden unfallfremd seien. Der Unfallversicherer hat daher nicht dafür einzustehen. 3.1.2 In Bezug auf das psychische Leiden hat sich die Vorinstanz einlässlich dahingehend geäussert, dass dieses gemäss ursprünglicher Verfügung vom 5. September 2003 wohl möglicherweise in natürlichem, nicht aber in adäquatem Kausalzusammenhang mit den erlittenen Unfällen gestanden habe. Diesbezügliche Einwände seien vom Beschwerdeführer nie geltend gemacht worden und es bestünden auch keine Hinweise auf eine offensichtliche Unrichtigkeit dieser Beurteilung. Auf diese zutreffenden Erwägungen des kantonalen Gerichts kann vollumfänglich verwiesen werden (vgl. auch Urteil U 210/00 vom 22. Oktober 2003 E. 3), zumal der Beschwerdeführer auch letztinstanzlich zwar eine Verschlechterung des psychischen Leidens (von leichter zu mittelgradig depressiver Episode) geltend macht, sich hingegen zur rechtskräftig beurteilten Adäquanzfrage nicht äussert. 3.2 Zu prüfen bleibt, wie es sich mit den Beschwerden am linken Fuss und an der rechten Hand verhält. 3.2.1 Die SUVA stützte sich in ihrer Verfügung vom 5. September 2003 auf die ärztliche Abschlussuntersuchung des Dr. med. A.________ vom 21. März 2003. Dieser stellte als Unfallfolgen eine verminderte Belastbarkeit des linken Fusses sowie eine Gefühlsstörung, insbesondere der linken Grosszehe, fest. An der rechten Hand bestand, nebst Wetterfühligkeit und Kälte-Empfindlichkeit, eine verminderte Kraft beim Zupacken. Mit Rücksicht darauf waren dem Beschwerdeführer Tätigkeiten mit Verletzungsrisiko für die Hand sowie Tätigkeiten mit expliziter Kälte-Exposition nicht mehr zumutbar. Bei feinmotorischen Tätigkeiten bestehe eine leichte Verlangsamung. Mit Blick auf die Fussbeschwerden seien Tätigkeiten mit Schlägen und Vibrationen auf den Fuss sowie Verletzungsrisiko nicht mehr zumutbar. Die Gehstrecke sei auf eine halbe bis eine Stunde beschränkt, das Begehen von unebenem Gelände sowie von Leitern und Treppen sei höchstens ausnahmsweise zumutbar. Beim Tragen von Lasten bestehe eine Limite von 10-15 kg. Günstig seien wechselbelastende Tätigkeiten, vor allem mit sitzenden Komponenten. Unter Einhaltung dieser Einschränkungen sei keine zeitliche Limitierung gegeben. Andere unfallbedingte Beschwerden wurden nicht genannt. 3.2.2 Zum weiteren Verlauf bis zum hier zu überprüfenden Einspracheentscheid vom 8. Februar 2007 liegen ein Bericht über die kreisärztliche Untersuchung des Dr. med. M.________ vom 22. Juni 2005 sowie die beiden Gutachten des Prof. Dr. med. S.________ und des medizinischen Zentrums X.________ vor. Zunächst ist bezüglich des Gutachtens des medizinischen Zentrums X.________ festzuhalten, dass dieses zuhanden der Invalidenversicherung erstellt wurde. Wie auch schon im Zusammenhang mit den Rückenbeschwerden erwähnt, wird darin insbesondere bei der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit nicht zwischen Unfallfolgen und krankheitsbedingten Beschwerden differenziert. Es lässt sich gestützt darauf daher nicht schlüssig beurteilen, inwiefern der Versicherte durch die hier allein zu berücksichtigenden Beschwerden am linken Fuss und an der rechten Hand eingeschränkt ist. Aus dem Bericht des Dr. med. M.________ geht hervor, dass eine Verschlechterung der Unfallfolgen im Vergleich zur Abschlussuntersuchung vom 21. März 2003 nicht eingetreten sei. So habe die Kraft im Bereich der rechten Hand eher etwas zugenommen. Am linken Fuss finde sich eine verminderte Zehenbeweglichkeit und reduzierte Sensibilität. Ansonsten sei die Beweglichkeit beidseits gleich, eine Schmerzhaftigkeit bestehe lediglich beim Druck auf die Metatarsaleköpfchen. Damit könne eine Verschlechterung nicht erkannt werden. Dem steht die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch Prof. Dr. med. S.________ gegenüber, der nur noch ein 50 %-Pensum als zumutbar erachtet. Dabei ist indessen zu berücksichtigen, dass auch er die unfallfremden Rückenbeschwerden in seine Schätzung mit einbezieht und keine Differenzierung vornimmt bezüglich der einzelnen Leiden. Im Übrigen stellt er ein schmerzhaftes Defizit der Faustschlusskraft rechts fest sowie eine auf eine halbe Stunde beschränkte Steh- und Gehfähigkeit, welche allerdings nicht nur durch die Beschwerden am linken Fuss bedingt ist, sondern auch durch die Rückenbeschwerden. Die so geschilderten Einschränkungen zufolge der Fuss- und Handbeschwerden stimmen - selbst unter Miteinbezug des Rückenleidens - weitestgehend überein mit den von Dr. med. M.________, aber auch schon von Dr. med. A.________ im März 2003 genannten. Nimmt Prof. Dr. med. S.________ gestützt darauf eine Limitierung in der Arbeitsfähigkeit um 50 % an, so handelt es sich dabei um eine andere Wertung eines im Wesentlichen gleichen Sachverhalts. Das Vorliegen einer erheblichen Sachverhaltsänderung als Voraussetzung für eine Rentenrevision ist damit nicht dargetan. 3.2.3 Somit ist auch unter Berücksichtigung der vom Beschwerdeführer angerufenen Gutachten eine Verschlechterung der hier allein massgeblichen Unfallfolgen - Beschwerden am linken Fuss und an der rechten Hand - nicht ausgewiesen, weshalb die SUVA die Erhöhung der mit Verfügung vom 5. September 2003 gewährten, auf einem Invaliditätsgrad von 31 % basierenden Invalidenrente zu Recht abgelehnt hat.