Citation: 9C_476/2023 E. 4.3

4.3. Keinen Sinn macht der Beizug statistischer Werte für die Festsetzung des Invalideneinkommens indessen bei versicherten Personen, die mit Erfolg auf einen neuen Beruf umgeschult worden sind (Urteil des Eidg. Versicherungsgerichts [EVG] I 171/04 vom 1. April 2005 E. 4.2 [zusammengefasst in HAVE 2005 S. 240]; vgl. MEYER/REICHMUTH, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Bundesgesetz über die Invalidenversicherung [IVG], 4. Aufl. 2022, Rz. 81 zu Art. 28a IVG). Praxisgemäss ist in einer solchen Situation auf den tatsächlich erzielten Verdienst abzustellen, wenn eine versicherte Person ihre verbliebene Leistungsfähigkeit in der neuen Tätigkeit voll ausschöpft. Tut sie dies nicht, ist das hochgerechnete tatsächliche Einkommen und nicht ein statistischer Durchschnittslohn massgebend (Urteile 8C_579/2009 vom 6. Januar 2010 E. 2.3.2; I 171/04 vom 1. April 2005 E. 4.2). Demgegenüber ist bei Versicherten, welche ihre Restarbeitsfähigkeit in einer weder dem angestammten noch dem umgeschulten Beruf entsprechenden Tätigkeit verwerten, als Ausgangspunkt für die Bemessung des Invalideneinkommens nicht zwingend der zuletzt effektiv erzielte Lohn zu wählen; vielmehr kann in diesem Fall der Beizug von Tabellenlöhnen gerechtfertigt sein (Urteil 9C_762/2015 vom 26. Januar 2016 E. 4.2).