Citation: 6B_1245/2021 E. 2.3.1

2.3.1. Das Gericht verweist den Ausländer, der wegen eines qualifizierten Betäubungsmitteldelikts verurteilt wird, unabhängig von der Höhe der Strafe für 5-15 Jahre aus der Schweiz (Art. 66 Abs. 1 lit. o StGB). Die obligatorische Landesverweisung wegen einer Katalogtat im Sinne von Art. 66a Abs. 1 StGB greift grundsätzlich unabhängig von der konkreten Tatschwere (BGE 146 IV 105 E. 3.4.1; 144 IV 332 E. 3.1.3 mit Hinweis). Sie muss zudem unabhängig davon ausgesprochen werden, ob es beim Versuch geblieben ist und ob die Strafe bedingt, unbedingt oder teilbedingt ausfällt (BGE 146 IV 105 E. 3.4.1 mit Hinweisen; 144 IV 168 E. 1.4.1). Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin ist demnach nicht massgebend, dass sie nicht mit Drogen gehandelt, sondern einzig im Besitz von Methamphetamin war. Sie wurde unstrittig in Anwendung von Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG - mithin wegen einer Tat, welche geeignet ist, die Gesundheit vieler Menschen zu gefährden - verurteilt. Das Verschuldensprädikat "sehr leicht" betrifft die Einordnung innerhalb dieses Tatbestandes und ändert nichts daran, dass die Beschwerdeführerin eine grundsätzlich die Landesverweisung nach sich ziehende Katalogtat im Sinne von Art. 66a Abs. 2 lit. o StGB begangen hat.