Citation: I 646/05 23.05.2006 E. 2.3

2.3.1 Bei einer Restarbeitsfähigkeit von 50 % (Erw. 2.2 hievor) haben Vorinstanz und Beschwerdegegnerin das trotz Gesundheitsschadens zumutbarerweise erzielbare Einkommen (Invalideneinkommen) gestützt auf die Tabellenlöhne der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebungen (LSE) ermittelt, was nach der Rechtsprechung zutreffend (BGE 129 V 475 Erw. 4.2.1, 126 V 76 Erw. 3b, mit Hinweisen) und auch in Würdigung der konkreten Umstände nicht zu beanstanden ist. Namentlich ist dem kantonalen Gericht beizupflichten, dass sich ein Abstellen auf den nach Eintritt des Gesundheitsschadens und nach Auflösung des Arbeitsverhältnisses mit der Firma H.________ AG im Rahmen persönlicher Arbeitsversuche im väterlichen Gastronomiebetrieb erzielten Verdienst von angeblich rund Fr. 12'000.- jährlich nicht rechtfertigt; auf die diesbezüglich zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz, insbesondere zur Zumutbarkeit der zeitweisen Arbeitseinsätze im Gastgewerbe und zur Stabilität der aushilfsweisen Anstellung im Familienbetrieb (vgl. BGE 126 V 76 f. Erw. 3b/aa und bb, mit Hinweisen), wird verwiesen. Korrekturbedürftig - entgegen den Einwänden der Versicherten nicht aber willkürlich (Art. 9 BV) - ist der von der Beschwerdegegnerin gewählte und vorinstanzlich bestätigte tabellarische Ausgangslohn: Bei der Festsetzung des Invalideneinkommens aufgrund der A-Tabellen im Anhang der LSE ist bei Versicherten, die nach Eintritt des Gesundheitsschadens lediglich noch leichte und intellektuell nicht anspruchsvolle Arbeiten verrichten können - was auf die Versicherte, bedingt durch den weitgehenden Ausschluss kaufmännischer Arbeiten am Computer, zutrifft - vom durchschnittlichen monatlichen Bruttolohn («Total») für Männer oder Frauen im Anforderungsniveau des Arbeitsplatzes 4 auszugehen, wobei in erster Linie die Lohnverhältnisse im gesamten privaten Sektor massgebend sind (vgl. RKUV 2001 Nr. U 439 S. 347 ff. Erw. 3c/cc [= Urteil K. vom 7. August 2001, U 240/99]). Letzteres hat auch hier zu gelten, da das der Versicherten zumutbare Stellenprofil nicht derart eingeschränkt ist, dass - wie vorinstanzlich angenommen - von vornherein nur noch Tätigkeiten im Dienstleistungssektor in Betracht fallen. Für das Jahr 2002, d.h. dem Zeitpunkt des von der Beschwerdegegnerin ermittelten Rentenbeginns (Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG; vgl. BGE 129 223 f. Erw. 4.1 und 4.2; siehe auch nachfolgende Erw. 2.4), ergibt dies unter Berücksichtigung der betriebsüblichen wöchentlichen Arbeitszeit von 41.7 Stunden (Tabelle B 9.2/Total, in: Die Volkswirtschaft, Heft 12/2005, S. 94) sowie der bloss 50%igen Arbeitsfähigkeit ein Invalideneinkommen von Fr. 23'894.10, für das Jahr des Verfügungserlasses/Einspracheentscheids (2004) ein solches von Fr. 24'519.- (vgl. T1.2.93 Nominallohnindex Frauen 1999-2003, 2003/Total [plus 1.7%], in: Bundesamt für Statistik, Lohnentwicklung 2003, Neuenburg 2004, S. 39; für 2003-2004: Tabelle B.10.2/2004/Total [plus 0.9 %], in: Die Volkswirtschaft, Heft 12/2005, S. 95). Gründe, die einen leidensbedingten Abzug von den vorangehend ermittelten Werten rechtfertigen (vgl. BGE 129 V 481 Erw. 4.2.3, 126 V 78 ff. Erw. 5; AHI 2002 S. 67 ff. Erw. 4 [Urteil D. vom 27. November 2001, I 82/01]), sind mit der Vorinstanz zu verneinen; namentlich der Umstand "Teilzeitarbeit" fällt - wie Alter, Nationalität Sprachschwierigkeiten, wenig Dienstjahre und fehlende Berufsbildung - als lohnmindernder Faktor ausser Betracht (vgl. LSE 1998, Tabelle 6*, S. 20). 2.3.2 Das ohne Gesundheitsschaden hypothetisch erzielbare Einkommen (Valideneinkommen) haben Vorinstanz und Verwaltung gestützt auf den letzten Lohnausweis der Firma H.________ AG für das Jahr 1998 auf Fr. 52'000.- festgesetzt, was den dasselbe Jahr betreffenden Angaben im Arbeitgeberbericht vom 22. März 2004 sowie im Lohnausweis 1998 entspricht und von der Beschwerdeführerin als Ausgangsbasis zu Recht nicht beanstandet wird. Die für die Folgejahre zu berücksichtigende Lohnentwicklung von in der Handelsbranche (vgl. Zweck der Firma H.________ AG gemäss Handelsregisterauszug und Anschluss der Firma an die "Ausgleichskasse Grosshandel") tätigen Frauen ergibt für das Jahr 2002 (Rentenbeginn; vgl. Erw. 2.3.1 hievor und Erw. 2.4 hernach) ein Valideneinkommen von Fr. 55'505.36 und für das Jahr 2004 (Verfügung und Einspracheentscheid) ein solches von Fr. 57'013.- (vgl. T1.2.93 Nominallohnindex Frauen 1999-2003, 2003/Abschnitt G,H, in: Bundesamt für Statistik, Lohnentwicklung 2003, Neuenburg 2004, S. 39; für 2003-2004: Tabelle B.10.2/2004/ Abschnitt G,H, in: Die Volkswirtschaft, Heft 12/2005, S. 95 ). 2.3.3 Aus dem Vergleich von Validen- und Invalideneinkommen resultiert für das Jahr 2002 ebenso wie für das Jahr 2004 ein Invaliditätsgrad von aufgerundet 57 % (zur Rundung vgl. BGE 130 V 123 Erw. 3.2 und 3.3; vgl. auch nicht publizierte Erw. 5.2 des Urteils BGE 130 V 393 [I 634/03]). Demnach hat es bei der Zusprechung einer halben Invalidenrente für den hier massgebenden Zeitraum bis zum Einspracheentscheid vom 13. Juli 2004 sein Bewenden. 2.4 Nach Lage der Akten zu Recht hat die Beschwerdegegnerin den Beginn der einjährigen Wartezeit (Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG) auf 1. Januar 1999 (Beginn einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit ohne wesentlichen Unterbruch gemäss Bericht des Hausarztes Dr. med. Z.________ vom 28. Januar 2004; zuvor lediglich vereinzelte Arbeitsunfähigkeiten) und die Entstehung des Anspruchs auf eine halbe Invalidenrente auf 1. Januar 2000 festgesetzt. Dementsprechend erfolgte die Anmeldung zum Leistungsbezug im Februar 2003 nach den zutreffenden Erwägungen von Vorinstanz und Verwaltung verspätet, weshalb sich der Anspruch auf Nachzahlung der Invalidenrente lediglich auf die letzten zwölf der Anmeldung vorangehenden Monate erstreckt (Art. 48 Abs. 2 Satz 1 IVG). Entgegen den Einwänden in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde kommt die Ausnahmeregelung nach Art. 48 Abs. 2 Satz 2 IVG hier nicht zum Zuge, wonach weitergehende Nachzahlungen erbracht werden, wenn die versicherte Person den anspruchsbegründenden Sachverhalt nicht kennen konnte und die Anmeldung innert zwölf Monaten nach Kenntnisnahme vornimmt. Unter "Kenntnis des anspruchsbegründenden Sachverhalts" ist der körperliche, geistige oder psychische Gesundheitsschaden zu verstehen, der eine voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde Erwerbsunfähigkeit verursacht oder eine Unmöglichkeit bewirkt, sich im bisherigen Aufgabenbereich zu bestätigen; entscheidend ist dabei nicht das subjektive Einsichtsvermögen der versicherten Person; vielmehr geht es darum, ob der anspruchsbegründende Sachverhalt objektiv feststellbar sei oder nicht (BGE 108 V 228 Erw. 3, 102 V 113 Erw. 1a, 100 V 119 f. Erw. 2c; ZAK 1984 S. 404 f. Erw. 1). Mit Blick darauf, dass die Beschwerdeführerin bereits ab Februar 1998 an rezidiverenden und zunehmenden Schmerzen im Schulter- und Armbereich litt und nach ihren eigenen Angaben (Anmeldung zum Leistungsbezug) ab Mai 1998 in ärztlicher Behandlung stand, sie sodann ihre bisherige Stelle in der Firma H.________ AG trotz intensiver physiotherapeutischer Massnahmen auf Ende 1998 gesundheitsbedingt verlor und die Beschwerden auch danach persistierten, liegt die Kenntnisnahme des anspruchsbegründenden Sachverhalts jedenfalls mehr als zwölf Monate vor der Anmeldung zum Leistungsbezug im Februar 2003 zurück, womit die Tatbestandsvoraussetzungen des Art. 48 Abs. 2 Satz 2 IVG nicht erfüllt sind.