Citation: 5A_409/2020 E. 4.1

4.1. Im Hinblick auf die vom Beschwerdegegner vorgebrachte Einrede der nicht erfüllten Gegenleistung bzw. des nicht erfüllten Vertrags hat das Obergericht erwogen, die Verhältnisse rund um die Parteien (gegen innen wie gegen aussen) seien undurchsichtig, ebenso der Inhalt der vertraglichen Pflichten im Grundverhältnis und insbesondere der Leistungspflicht der Beschwerdeführerin. Zwar könnten zwei Schreiben des Beschwerdegegners (Gesuchsbeilage 5 [das bereits erwähnte Schreiben vom 31. Mai 2019] und Gesuchsbeilage 7 [Schreiben vom 4. Juni 2019]) dahingehend interpretiert werden, dass der genannte Betrag von EUR 2,7 Mio. unabhängig von einer Gegenleistung geschuldet sei. Der Umstand, dass der Beschwerdegegner im Juli 2019 und damit nach Durchführung des Festivals eine Schuldanerkennung unterzeichnet habe, decke sich mit einer solchen Interpretation. Nachdem der Beschwerdegegner jedoch die Einrede der nicht erbrachten Gegenleistung aus dem Grundverhältnis behauptet habe, wozu er einzig verpflichtet sei, und dies nicht in offensichtlich haltloser Weise erfolgte, sei es an der Beschwerdeführerin, nachzuweisen, dass sie ihre Gegenleistung erbracht habe. Dem komme sie nur unzureichend nach. Es bleibe unklar, ob - und falls ja - welche Gegenleistung konkret zur Diskussion stand (blosser "Nachweis" von Künstlern?, konkrete Vertragsabschlüsse?), zumal dem Gericht kein schriftlicher Vertrag vorliege und z.B. die Rechnung vom 20. Mai 2019 keine nähere Erkenntnis bringe, sondern weitere Verwirrung stifte. Keiner der genannten Künstler sei im Festivalprogramm erschienen und unbestrittenermassen sei keiner von ihnen aufgetreten. Dies lasse den Schluss zu, dass die Beschwerdeführerin ihre Gegenleistung nicht erbracht habe. Die bereits vom Regionalgericht gezogene Schlussfolgerung, wonach glaubhaft gemacht bzw. nicht offensichtlich haltlos sei, dass die Beschwerdeführerin ihre Gegenleistung nicht vollbracht habe, sei nicht willkürlich.