Citation: 2C_489/2023 E. 9.6

9.6. Die Vorinstanz verneinte den Verfügungscharakter des Schreibens vom 8. Juni 2018 im Wesentlichen mit der Begründung, es sehe keine Rechtswirkungen im Sinn des Verfügungsbegriffs vor. Diese Begründung erweist sich mit Blick auf das kantonale Recht nicht als willkürlich: Gemäss Art. 32 Abs. 1 GVG/BE verliert die Hauseigentümerin oder der Hauseigentümer jeglichen Entschädigungsanspruch, wenn sie oder er den Schaden absichtlich herbeigeführt hat. Zur Ermittlung der Schadensursache und allfälliger Verantwortlichkeiten ist eine amtliche Untersuchung durchzuführen (Art. 37 Abs. 1 GVG/BE). Die GVB hat das Recht, die Untersuchungsakten einzusehen, sobald es der Stand der Untersuchung erlaubt (Art. 37 Abs. 2 GVG/BE). Die Strafverfolgungsbehörden haben der GVB die Untersuchungsakten unentgeltlich zuzustellen (Art. 24 Abs. 3 GVV/BE [Gebäudeversicherungsverordnung; BSG 873.111]). Diese kantonalen Bestimmungen schreiben nicht vor, in welchem Zeitpunkt eine Verfügung über den Entschädigungsanspruch zu ergehen hat. Weiter steht dieser Anspruch unter dem Vorbehalt der absichtlichen Schadensherbeiführung im Sinn von Art. 32 Abs. 1 GVG/BE. Es ist nicht willkürlich, wenn die Vorinstanz daraus im Ergebnis ableitet, eine Verfügung werde erst nach abschliessender Klärung der Schadensursache erlassen. Die Gebäudeversicherung Bern hatte den Beschwerdeführer vorliegend denn auch bereits mit Schreiben vom 6. September 2016, auf welches das Schreiben vom 8. Juni 2018 Bezug nimmt, darauf hingewiesen, dass die Festsetzung der Entschädigung in der Regel vor Abschluss einer allfälligen amtlichen Untersuchung über die Schadensursache erfolge, eine Kürzung der Entschädigung aufgrund von Art. 32 GVG jedoch vorbehalten bleibe. Es ist nicht willkürlich, wenn die Vorinstanz davon ausgeht, dass nach kantonalem Recht eine Verfügung nur dann ergeht, wenn eine "Streitigkeit" zwischen der GVB und dem Hauseigentümer besteht (Art. 43 Abs. 1 GVG/BE; angefochtenes Urteil, E. 2.3). Eine Streitigkeit lag zum Zeitpunkt des Schreibens vom 8. Juni 2018 unbestrittenermassen nicht vor. Es ist somit nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz das Schreiben vom 8. Juni 2018 nicht als verbindliche Verfügung qualifizierte, von der - nach Ansicht des Beschwerdeführers - aus prozessualen Gründen nicht mehr hätte abgewichen werden können. Eine andere Frage ist indes, ob das Schreiben vom 8. Juni 2018 eine behördliche Zusicherung darstellt und sich der Beschwerdeführer auf den Schutz seines Vertrauens berufen kann (Art. 9 BV, E. 10 hiernach).