Citation: 7B_8/2021 E. 5.4.8

5.4.8. Als unbegründet erweist sich zudem der Einwand, wonach durch die dem Beschwerdeführer auferlegte Substantiierungspflicht sein Recht auf Privatsphäre gemäss Art. 8 Ziff. 1 EMRK und Art. 13 Abs. 1 BV verletzt worden sei. Soweit seine Vorbringen den qualifizierten Begründungsanforderungen nach Art. 106 Abs. 2 BGG (vgl. E. 5.3.3 hiervor) überhaupt genügen, verkennt er, dass es an ihm liegt, glaubhaft zu machen, dass ihn an der Säumnis kein Verschulden trifft. Kommt er dieser Obliegenheit nicht nach, hat er die Konsequenzen zu tragen. Mit Blick auf das öffentliche Interesse an einem ordnungsgemässen Ablauf des Strafverfahrens bzw. einer gut funktionierenden Justiz, der Rechtssicherheit sowie der Rechtsgleichheit erscheint es nicht als unverhältnismässig, vom säumigen Beschwerdeführer sachdienliche Informationen und Belege zu seinen konkreten gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu verlangen, mithin zu den behaupteten Nebenwirkungen, welche zu seiner angeblichen Verhandlungsunfähigkeit am 13. Juni 2019 geführt haben sollen. Inwiefern diese Informationen einem unbeschränkten Personenkreis zur Verfügung gestellt werden sollten, ist nicht ersichtlich. Daran vermag sein Vorbringen, es könne ein Leck bei der Privatklägerseite bzw. bei ihrer Rechtsvertretung oder bei der Staatsanwaltschaft, dem Bezirksgericht oder bei der Vorinstanz selbst nicht ausgeschlossen werden (vgl. Beschwerde Ziff. 3.2.5.2 S. 24), nichts zu ändern, zumal der Beschwerdeführer keinerlei Anhaltspunkte zur Untermauerung seiner Befürchtung nennt. Sein Vorwurf, die Vorinstanz versuche ihn zur Schau zu stellen und ihn dem Risiko, dass sensible medizinische Informationen gegen ihn im Alltag verwendet werden, auszusetzen, wie auch seine Behauptung, die Vorinstanz bediene sich einer verbotenen Beweisausforschungsmethode (fishing expedition) (vgl. Beschwerde Ziff. 3.2.5.2 S. 24 f.), entbehrt jedweder Grundlage. Darauf ist nicht einzugehen. Schliesslich ist es selbstredend nicht möglich, dem Beschwerdeführer vorzuwerfen, er sei am abgesagten Ersatztermin vom 9. Juli 2019 säumig gewesen bzw. an diesem Termin unentschuldigt ferngeblieben (vgl. dazu Beschwerde Ziff. 3.3 S. 26 f., Ziff. 3.4.2.3 S. 43 f.). Dass die Vorinstanz dem Beschwerdeführer solches vorgehalten hätte, ist jedoch nicht ersichtlich. Die vom Beschwerdeführer angeführten vorinstanzlichen Erwägungen, wonach es zutreffen möge, dass für den 9. Juli 2019 ein Ersatztermin vorgesehen war, dies jedoch noch nicht bedeute, dass der Beschwerdeführer zu dieser Verhandlung auch tatsächlich erschienen wäre (vgl. angefochtenes Urteil Ziff. 4.2.1 S. 10) bzw. nicht davon auszugehen sei, dass der Beschwerdeführer tatsächlich zu einer Verhandlung vor Eintritt der Verjährung erschienen wäre (vgl. angefochtenes Urteil Ziff. 4.2.1 S. 10), ergingen im Zusammenhang mit der Frage des Rechtsmissbrauchs (vgl. E. 6 hiernach) und lassen einen solchen Schluss nicht zu.