Citation: U 346/05 20.02.2007 E. 3.2

3.2.1 Die Vorinstanz geht gestützt auf die Darstellung des Versicherten gemäss protokollarischem Bericht der SUVA vom 18. Mai 2004 und die Aussagen des Zeugen M.________ davon aus, dass am 3. September 2003 ein Sturz und dementsprechend ein Unfall erfolgt sei. Sie begründet ihren Standpunkt insbesondere damit, die SUVA habe es versäumt, den Sachverhalt rechtzeitig abzuklären. Implizit nimmt sie demnach an, der Beschwerdegegner habe den Beweis aus Gründen nicht (rechtzeitig) erbringen können, die nicht von ihm, sondern von der SUVA zu verantworten sind. Dieser Auffassung ist nicht beizupflichten. Aufgrund der bis zum Zeitpunkt der Ablehnungsverfügung vorgelegenen Unterlagen bestand kein Anlass, einen Sturz anzunehmen. Vielmehr ergaben sich aus der Unfallmeldung vom 9. September 2003, dem Fragebogen des Versicherten vom 22. September 2003 und dem Bericht "Arztzeugnis UVG" des Dr. med. A.________ vom 12. November 2003, dass beim Tragen eines Parkettcolis plötzlich ein Schmerz auftrat. Dieser fand in der ärztlich diagnostizierten Diskusprotrusion L5/S1 eine plausible Erklärung. Zudem stellte Dr. med. A.________ keine Prellungen an Gesäss oder Rücken fest (vgl. auch Stellungnahme des Dr. med. B.________ vom 6. Februar 2004). Unter diesen Umständen lag vor dem Zeitraum des Erlasses der Verfügung vom 16. Dezember 2003 und der dagegen erhobenen Einsprache kein Grund zu ergänzenden Abklärungen des Sachverhalts vor. 3.2.2 Der Beschwerdegegner bringt in der Vernehmlassung zur Verwaltungsgerichtsbeschwerde vor, er habe erst nach der Ablehnungsverfügung vom 16. Dezember 2003 Kenntnis von den zuvor erstellten schriftlichen Belegen erhalten. Es könne daher mangels Authentizität nicht von Aussagen der ersten Stunde gesprochen werden. Erst am 4. Februar 2004 habe er anlässlich der Vorsprache bei der SUVA den Unfallhergang, wie er sich tatsächlich zugetragen habe, schildern können. Richtig ist, dass die Arbeitgeberin den Fragebogen "Unfallmeldung UVG" vom 9. September 2003 selber ausfüllte und im vorinstanzlich eingereichten Schreiben vom 15. September 2004 bestätigte, dass sie den Fragebogen der SUVA vom Versicherten blanko unterzeichnen liess (22. September 2003) und danach gestützt auf dessen per Telefon durchgegebenen Angaben beantwortete. Indessen ist zum einen angesichts der in der zweitgenannten Stellungnahme enthaltenen, klar abgefassten Passage "Beim Tragen der Pakete in die Wohnung verspürte ich einen plötzlichen Schmerz im Rücken, welcher mich zur sofortigen Einstellung der Arbeiten zwang" ein Missverständnis zwischen dem Versicherten und der Arbeitgeberin nicht wahrscheinlich. Der Verfasser des Schreibens vom 15. September 2004 räumt zwar ein, dass er allenfalls nicht alles richtig verstanden und möglicherweise etwas unklar formuliert habe; er distanziert sich aber nicht von den gemachten Angaben und gibt auch nicht zu bedenken, der Vorfall könnte sich wesentlich anders als von ihm dargelegt ereignet haben. Insbesondere fehlt ein Hinweis auf einen erfolgten Sturz. Zum anderen ist festzuhalten, dass der ärztlichen Anamnese zum Vorfall vom 3. September 2003, welche mit der Berichterstattung der Arbeitgeberin im Wesentlichen übereinstimmt, ebenfalls die Aussagen des Versicherten zugrunde liegen. Auch den ärztlichen Unterlagen, insbesondere dem Eintrag vom 4. September 2003 in der Krankengeschichte des Dr. med. A.________, ist kein Anhaltspunkt zu entnehmen, welcher darauf schliessen liesse, der Versicherte sei ausgeglitten und gestürzt. Darauf angesprochen gab dieser Arzt der SUVA zur Antwort, ein konkretes Unfallereignis wie einen Sturz oder ein Anschlagen des Körpers habe der Patient ihm gegenüber nie geschildert. Er nehme erstmals zur Kenntnis, dass der Versicherte mit dem linken Bein ausgerutscht und auf den Rücken gefallen sei (Aktennotiz der Besprechung vom 18. Mai 2005). Die divergenten Darstellungen des Ereignisses vom 3. September 2003 vor und nach der Ablehnungsverfügung vom 16. Dezember 2003 legen nach dem Gesagten die Annahme nahe, dass die späteren Angaben des Beschwerdegegners von Überlegungen versicherungsrechtlicher Art beeinflusst waren. Daran ändern die Aussagen des Zeugen M.________ nichts, welcher den am Boden liegenden Versicherten, nicht aber dessen geltend gemachten Sturz gesehen hat. Entgegen der vorinstanzlichen Auffassung kann zur Beurteilung des Sachverhalts nicht auf die Darstellung des Beschwerdegegners vom 18. Mai 2004 abgestellt werden. Vielmehr ist aufgrund seiner vor Erlass der Ablehnungsverfügung vom 16. Dezember 2003 aktenkundig gewordenen Aussagen anzunehmen, dass er beim Heben oder Tragen einer schweren Last ein Verhebetrauma erlitt, ohne dabei durch etwas "Programmwidriges" gestört worden zu sein (Erw. 2.1). Eine unfallähnliche Körperschädigung liegt nicht vor, was unbestritten ist.