Citation: 5A_984/2023 E. 4.3

4.3. Das Obergericht hielt fest, die Parteien hätten die früher gelebte Betreuungsregelung, wie sie auch von der Erstinstanz angeordnet worden ist (vgl. vorne Bst. A.b), zuletzt nicht mehr praktiziert. Das Verhalten der Tochter habe sich geändert und diese sei seit dem 24. Mai 2023 nicht mehr durch den Beschwerdeführer, sondern ausschliesslich durch die Beschwerdegegnerin betreut worden. Die zuständigen Behörden hätten aufgrund der Umstände von einer Durchsetzung der geltenden Regelung abgesehen, zumal das Kind darauf bestanden habe, bei der Mutter zu verbleiben. Gemäss dem Zwischenbericht des Spitals D.________ könne der Kontaktabbruch indes nicht auf ein Verhalten des Vaters zurückgeführt werden und sei die Haltung der Tochter wohl durch die konfliktbehaftete Erwachsenenebene veranlasst. Der vom Kind geäusserte Wille sei nach Einschätzung der Experten wahrscheinlich stark von aussen beeinflusst. Die Frage nach dem besten Aufenthaltsort der Tochter könne nicht kategorial beantwortet werden. Gemäss dem Zwischenbericht könnten die Beteiligten den Kontakt zwischen Vater und Tochter nicht ohne Hilfe wieder aufbauen. Es würden daher kurze regelmässige Besuchskontakte in Begleitung der Beiständin empfohlen, die mit der Zeit auszudehnen seien. Längerfristig könne die von der Erstinstanz vorgesehene Regelung umgesetzt werden. Das Kind dürfe aber nicht mehr in den Elternkonflikt einbezogen werden und den Eltern (insbesondere der Mutter) müssten zentrale Aspekte der elterlichen Verantwortung (Wohlverhalten, Bindungstoleranz, Bindungsfürsorge) vermittelt werden. Aufgrund des eindrücklich geschilderten, wenn möglicherweise auch beeinflussten Kindeswillens und der konfliktbehafteten Situation besteht nach Dafürhalten des Obergerichts derzeit keine andere Möglichkeit, als die Tochter bei der Mutter zu belassen. Diese Betreuungslösung wahre das Kindeswohl am besten. Allerdings sollte entsprechend dem gutachterlichen Vorschlag der Kontakt zum Vater wieder aufgebaut werden. Die entsprechende Koordination sei der Erstinstanz zu überlassen. Auch habe diese wie von den Gutachtern empfohlen allenfalls eine Mediation zwischen den Eltern zu veranlassen.