Citation: 8C_194/2024 E. 3.6

3.6. Die Vorinstanz hat die Eingliederungsfähigkeit erst ab Dezember 2015 geprüft, da sie - fälschlicherweise (vgl. E. 3.4 hiervor) - davon ausging, es handle sich dabei um den frühestmöglichen Rentenbeginn. Sie stellte dabei fest, die Beschwerdeführerin sei vom 1. bis 31. Dezember 2015 zu 100 % arbeitsunfähig gewesen und ab 1. Januar 2016 habe eine 40%ige Arbeitsfähigkeit in jeglicher leidensangepassten Tätigkeit bestanden. Gleichzeitig folgte sie der Beurteilung der IV-Stelle gemäss Verfügung vom 19. April 2023, wonach von März bis Dezember 2015 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden habe. Gemäss Stellungnahme des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) vom 14. Februar 2022, auf die die Beschwerdeführerin verweist, bestand gar ab Dezember 2014 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit, da sie in diesem Zeitraum unter anderem am Programm einer Tagesklinik teilgenommen habe und wegen der Schwangerschaft die antidepressive Medikation nicht habe einnehmen können. Vor diesem Hintergrund muss davon ausgegangen werden, dass die Beschwerdeführerin bereits im April 2015 (noch) nicht eingliederungsfähig war. Jedenfalls deutet nichts darauf hin, dass sich die Eingliederungsfähigkeit im Zeitraum zwischen April und Dezember 2015 verändert hätte. Im Übrigen hätte es die IV-Stelle nach Eingang des Schreibens der Beschwerdeführerin vom Juni 2015 in der Hand gehabt, deren Eingliederungsfähigkeit zu prüfen, nachdem das Kind im März 2015 zur Welt gekommen war. Nach dem Gesagten steht einer rückwirkenden Rentenzusprache ab April 2015, d.h. sechs Monate nach der Anmeldung vom Oktober 2014 (vgl. Art. 29 Abs. 1 IVG), nichts entgegen (vgl. E. 3.5 hiervor). Die Beschwerde ist insoweit begründet.