Citation: 8C_600/2021 E. 5.1.2

5.1.2. Das kantonale Gericht hielt demgegenüber zutreffend fest, dass auch ein somatischer Gutachter in der Lage und verpflichtet sei, ein verdeutlichendes und aggravierendes Verhalten der zu explorierenden Person zu beschreiben und in seine Beurteilung einzubeziehen. Dr. med. F.________ begründete die Aggravation ausführlich und nachvollziehbar. Er verwies dazu einerseits auf seine eigenen Beobachtungen und Feststellungen in der Untersuchung (z.B. ausführliche Schilderung der Schmerzen durch den Exploranden mit eindeutiger Verdeutlichung bis hin zur Aggravation, Aus- und Anziehen der Kleider demonstrativ eingeschränkt und unter ständiger verbaler Schmerzbekundung sowie aktive Gegenspannung anlässlich der Untersuchung der betroffenen Gelenke). Andererseits wies er aber auch auf eine aktenkundige klare Tendenz zur Aggravierung und offensichtlichen Selbstlimitation hin. Beispielsweise gehe (bezüglich des rechten Knies) die geschätzte Schmerzintensität in Anbetracht der objektivierbaren Befunde weit über das empirisch zu erwartende Mass hinaus, und es lasse sich mit den somatischen Befunden nicht erklären, dass es im Rahmen der natürlich eintretenden Heilung nicht zu einer Schmerzreduktion, sondern zu einer Verstärkung der Schmerzen gekommen sei.