Citation: 6B_286/2024 E. 1.4.3

1.4.3. Die Beschwerdeführerin bringt vor, die Vorinstanz würdige das Gutachten willkürlich, indem sie eine unzureichende Massnahmewilligkeit des Beschwerdegegners annehme. Dem ist nicht so. Der Sachverständige hält wörtlich fest, dass er beim Beschwerdegegner von einer unzureichenden Behandlungsmotivation bzw. einer unzureichenden Massnahmewilligkeit bzw. einer mangelnden Behandlungsbereitschaft ausgeht (kantonale Akten, act. D1/16/15, forensisch-psychiatrisches Gutachten vom 10. März 2020 [nachfolgend Gutachten] S. 85 unten, S. 86 unten und S. 88). In dieser Hinsicht ist die vorinstanzliche Feststellung frei von Willkür. Eine andere Frage ist hingegen, ob die Vorinstanz willkürfrei eine minimale Motivierbarkeit des Beschwerdegegners für eine therapeutische Behandlung verneint (vgl. Urteil S. 18). Wie die Beschwerdeführerin zutreffend vorbringt und das Bundesgericht bereits im Rückweisungsentscheid festgehalten hat, ist von der Anordnung einer stationären therapeutischen Massnahme nach der Rechtsprechung nicht bereits deshalb abzusehen, weil der Betroffene diese kategorisch ablehnt. Entscheidend ist vielmehr, ob beim Betroffenen eine minimale Motivierbarkeit für eine therapeutische Behandlung erkennbar ist (vgl. Urteil 6B_387/2023 vom 21. Juni 2023 E. 4.4.2; vorstehende E. 1.3.3; Beschwerde S. 9 f.). Die Beschwerdeführerin weist ferner zu Recht darauf hin, dass sich das Bundesgericht regelmässig wenig beeindruckt von einer fehlenden Motivation der betroffenen Person zeigt (vgl. HEER/HABERMEYER, in: Basler Kommentar, Strafrecht, Bd. I, 3. Aufl. 2019, N. 80 zu Art. 59 StGB mit Hinweisen); daran ist auch weiterhin festzuhalten. Der Sachverständige äussert sich nicht ausdrücklich zu der Motivierbarkeit des Beschwerdegegners, jedoch führt er aus, dass eine gegen den Willen des Beschwerdegegners angeordnete Massnahme nur im Falle einer stationären Massnahme nach Art. 59 StGB allenfalls aussichtsreich sei, soweit sich dann durch ein Behandlungsbündnis eine konstruktive Therapie erarbeiten liesse. Aus gutachterlicher Sicht sei bei Skepsis zur generellen Behandelbarkeit des Beschwerdegegners allenfalls eine stationäre Massnahme nach Art. 59 StGB erfolgversprechend und daher zu empfehlen. Die Erfolgsaussichten seien aber auch bei dieser günstigsten Variante limitiert (Gutachten S. 86). Daraus ergibt sich einerseits, dass eine stationäre therapeutische Behandlung allenfalls erfolgversprechend ist, sofern ein Behandlungsbündnis bzw. eine Behandlungsbereitschaft erarbeitet werden kann. Andererseits könnte der Umstand, dass der Sachverständige - mit Skepsis, aber immerhin - eine stationäre therapeutische Behandlung empfiehlt, so interpretiert werden, dass dieser von einer gewissen minimalen Motivierbarkeit des Beschwerdegegners ausgeht. Demgegenüber führt die Vorinstanz aus, der Beschwerdegegner lehne eine therapeutische Massnahme nach wie vor kategorisch ab, habe die Mitwirkung an der Begutachtung verweigert und auch den Akten sei gemäss der gutachterlichen Feststellung nicht entnehmbar, dass sich der Beschwerdegegner einer deliktrelevanten Therapie stellen würde. Die Vorinstanz erwägt weiter, seit der Erstellung des Gutachtens seien mehr als drei Jahre vergangen, in denen der Beschwerdegegner die Freiheitsstrafe verbüsst habe, ohne sich auf therapeutische Massnahmen einzulassen. Er habe an der Berufungsverhandlung geltend gemacht, er sei nie psychisch auffällig gewesen und es gebe keinen Bericht, der bestätige, was der Gutachter schreibe (Urteil S. 18 f.). Angesichts dieser Ausführungen ist es zumindest nicht willkürlich, wenn die Vorinstanz die Erkennbarkeit einer minimalen Motivierbarkeit für eine therapeutische Behandlung beim Beschwerdegegner verneint. Jedoch kommt dieser Frage vorliegend keine ausschlaggebende Bedeutung zu: Anders als noch in ihrem ersten Urteil (vgl. Urteil 6B_387/2023 vom 21. Juni 2023 E. 4.4.2) und entgegen dem Vorbringen der Beschwerdeführerin (vgl. Beschwerde S. 10) nimmt die Vorinstanz nicht mehr an, es sei von einer stationären therapeutischen Massnahme kein Erfolg zu erwarten, sondern geht nun von einer "schlechte[n] gutachterliche[n] Prognose hinsichtlich des Massnahmeerfolges" bzw. von "gutachterlich festgestellten geringen Erfolgsaussichten einer Massnahme" aus, was angesichts der gutachterlichen Ausführungen nicht zu beanstanden ist. Damit weicht die Vorinstanz nicht in willkürlicher Weise vom Gutachten ab, womit sich die entsprechende Rüge der Beschwerdeführerin als unbegründet erweist. Ferner ergibt sich aus ihrer Begründung, dass die Vorinstanz nicht alleine wegen der fehlenden Massnahmewilligkeit des Beschwerdegegners von der Anordnung einer stationären therapeutischen Behandlung absieht, womit auf die diesbezüglichen Ausführungen der Beschwerdeführerin nicht weiter einzugehen ist.