Citation: 2C_34/2023 E. 6.2

6.2. Bei der Ausgangslage kann die Tochter der Beschwerdeführerin ihr einen Bewilligungsanspruch vermitteln, wenn die vorstehend in E. 5.5 genannten Voraussetzungen vorliegen. Unbestrittenermassen hat der Vater eine besonders enge affektive Beziehung zur Tochter. Sie wohnen im selben Haus und sehen sich täglich mehrere Stunden, auch wenn die Tochter stets in der Wohnung der Beschwerdeführerin übernachtet (angefochtenes Urteil E. 7.4). Gerügt ist aber die Verneinung der engen wirtschaftlichen Beziehung. Die wirtschaftliche Beziehung ist dann besonders eng, wenn die nicht obhutsberechtigte Person für das Kind jene finanziellen Leistungen erbringt, welche die Zivilgerichtsinstanzen festgelegt haben (BGE 144 I 91 E. 5.5.2). Die Tochter erhält abgeleitet vom Vater eine AHV-Kinderrente von Fr. 49.-- pro Monat, der restliche Bedarf wird über Ergänzungsleistungen in Höhe von Fr. 1'411.-- finanziert (angefochtener Entscheid E. 6.1). Da der Vater bereits im Ruhestand ist (angefochtener Entscheid E. 7.4), ersetzen die Sozialversicherungsleistungen sein Erwerbseinkommen und vermindert sich der geschuldete Unterhaltsbeitrag in dem Umfang (Art. 285a Abs. 3 ZGB). Dass der Vater Unterhaltsbeiträge schuldig geblieben wäre, geht aus dem vorinstanzlichen Urteil nicht hervor. Anders als die Vorinstanz annimmt (angefochtener Entscheid E. 7.4), ist die wirtschaftlich besonders enge Beziehung zwischen Vater und Tochter daher gegeben, da es dem Vater aufgrund der Pensionierung weder möglich noch zumutbar ist, mehr an den Kindesunterhalt beizutragen.