Citation: 8C_288/2017 E. 6.5

6.5. Vorinstanz und Verwaltung haben das streitbetroffene Unfallereignis dem mittelschweren Bereich im eigentlichen Sinne zugeordnet, während die Versicherte von einem schweren Unfall ausgeht. Gemäss den vorinstanzlichen Feststellungen war sie damals auf ihrem Arbeitsweg mit dem Wagen in einer Rechts-Links-Kurve von der Fahrbahn abgekommen und frontal gegen eine Mauer geprallt. Die dabei erlittenen Verletzungen bestanden im Wesentlichen in einer Gehirnerschütterung, einer Rissquetschwunde an der Stirn, einer Fraktur des rechten Unterschenkels sowie diversen Verletzungen am rechten Knie. Dieser Hergang und dessen Folgen werden beschwerdeweise weder bestritten noch mit weiteren Angaben konkretisiert. Daher und mit Blick auf die in dieser Hinsicht bestehende umfangreiche Rechtsprechung besteht für das Bundesgericht kein Anlass, von der vorinstanzlichen Wertung abzuweichen (vgl. dazu die Kasuistik bei Rumo-Jungo/Holzer, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl. 2012, S. 65 sowie Urteil 8C_291/2007 vom 14. Januar 2008 E. 6.1). Damit müssen für die Bejahung der Adäquanz mindestens drei der massgebenden Kriterien oder eines in besonders ausgeprägter Weise vorliegen (SVR 2010 UV Nr. 25 S. 100 E. 4.5, 8C_897/2009). Der Unfall war weder besonders eindrücklich noch ereignete er sich unter dramatischen Begleitumständen; daran vermag auch der Unfallhergang nichts zu ändern, da die beim Unfall entwickelten Kräfte bereits bei der Einteilung in die Kategorien leicht, mittelschwer und schwer berücksichtigt werden (vgl. Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 61). Das Kriterium der Schwere oder besonderen Art der Verletzungen ist ebenfalls nicht erfüllt, bedarf es dazu doch besonderer Umstände (vgl. etwa Urteil 8C_484/2007 vom 3. September 2008 E. 6.3.1), welche hier nicht vorliegen. Ob wegen der in den ersten beiden Jahren nach dem Unfall durchgeführten operativen Eingriffe am Knie- und Sprunggelenk eine fortgesetzte spezifische, besonders belastende ärztliche Behandlung gegeben ist, kann offen bleiben. Jedenfalls wäre das Kriterium nicht in besonders ausgeprägter Weise erfüllt. Dabei haben blosse Abklärungen, Kontrollen beim Hausarzt mit Verschreibung von Medikamenten sowie manualtherapeutische Behandlungen keine spezifische Behandlung im Sinne des Kriteriums ohnehin ausser Betracht zu fallen (vgl. Urteile 8C_57/2008 vom 16. Mai 2008 E. 9.3 und 8C_970/2008 vom 30. April 2009 E. 5.4). Das Kriterium der erheblichen Beschwerden kann bejaht werden, wobei es nicht besonders ausgeprägt vorliegt. Eine ärztliche Fehlbehandlung wird weder geltend gemacht noch ergibt sich eine solche aus den Akten. Das Kriterium des schwierigen Heilungsverlaufs oder erheblicher Komplikationen ist nicht gegeben, da es dazu besonderer Umstände bedarf und selbst bei Bejahung der Kriterien der ärztlichen Behandlung und der erheblichen Beschwerden nicht automatisch vorliegt; ebenso wenig genügt es, wenn trotz regelmässiger Therapie keine Beschwerdefreiheit erreicht wird (vgl. Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 72 f. und 76). Schliesslich ist auch das Erfordernis der erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen zu verneinen; dabei kann offen bleiben, ob überhaupt eine ausreichende Arbeitsunfähigkeit zu bejahen wäre, fehlt es doch offensichtlich an irgendwelchen Anstrengungen der Versicherten, wenigstens teilweise einer Arbeit nachzugehen. Damit sind höchstens zwei der Kriterien und nicht in besonders ausgeprägter Weise gegeben, so dass die Adäquanz zu verneinen ist.