Citation: 1C_266/2009 12.03.2010 E. 5

Unsubstanziiert ist sodann die Rüge, wonach das Kantonsgericht einen völlig unangemessenen und unverhältnismässigen Entscheid gefällt habe, indem es das Beschwerdeverfahren nicht bis zum rechtskräftigen Nutzungsrichtplan sistiert habe. Der II. Verwaltungsgerichtshof hat erwogen, dass Baugesuche gestützt auf Art. 85 Abs. 1 RPBG/FR grundsätzlich nach den Vorschriften zu beurteilen seien, welche im Zeitpunkt der Prüfung durch die zuständigen Behörden gegolten hätten, bzw. nach dem zur Zeit der Errichtung der Baute massgebenden Recht. Die erste öffentliche Auflage der Ortsplanungsrevision der Gemeinde Wünnewil-Flamatt habe vom 6. Juni bis zum 6. Juli 2008 gedauert. Die Frage, ob die neue Ordnung hinsichtlich der Baute günstiger sein werde bzw. ob damit die Remise sogar planungs- und baurechtskonform werden sollte, könne offen bleiben. Es bleibe dabei, dass das Gericht allein zu prüfen habe, ob aufgrund des bei der Errichtung der Baute geltenden Rechts nachträglich eine Baubewilligung erteilt werden könne. Würde dem Sistierungsgesuch stattgegeben, müssten praktisch alle Verfahren betreffend Bauten, die ohne die erforderlichen Bewilligungen erstellt worden seien, im Hinblick auf eine allfällige Revision der Nutzungsplanung ausgesetzt werden. Immerhin sei bei der Beurteilung der Frage, ob die widerrechtlich erstellte Remise abzubrechen sei (Wiederherstellungsverfahren), das neue Recht nicht ausser Acht zu lassen. Der Beschwerdeführer bringt vor, die verwaltungsgerichtliche Behauptung, wonach das Recht ex tunc massgebend sei, sei mit Rücksicht auf den in Bearbeitung stehenden Nutzungsplan unzutreffend, unverhältnismässig und unangemessen. Ein rechtskäftiger Nutzungsrichtplan, in welchem die Parzelle Nr. 607 von der Landwirtschaftszone in die Bauzone umgezont werden soll, beeinflusse die vorliegende Beschwerdesache grundlegend. Die Vorinstanz verkenne, dass es sich um eine ausserordentliche Baugesuchssache handle und nicht um ein normales Baugesuchsverfahren. Der rechtskräftige Erlass des Nutzungsrichtplanes sei deshalb abzuwarten und das vorliegende Beschwerdeverfahren bis dann zu sistieren. Den Akten lässt sich entnehmen, dass der im Rahmen der Ortsplanrevison der Gemeinde Wünnewil-Flamatt öffentlich aufgelegte Nutzungsrichtplan lediglich vorsieht, die Parzelle Nr. 607 dem Richtplangebiet zuzuweisen. Mithin wird dies an der Bebaubarkeit der Parzelle nichts ändern, zumal diese nach wie vor in der Landwirtschaftszone verbleiben wird. Unter diesen Umständen durfte das Kantonsgericht ohne Willkür von einer Sistierung des Beschwerdeverfahrens absehen, da auch das vom Beschwerdeführer vorgetragene Argument, dass es sich um eine Ausnahmesache handle, nicht geeignet ist, die von der Vorinstanz dargelegten Gründe (angefochtenes Urteil E. 4a-4f) als unhaltbar erscheinen zu lassen. Dies umso mehr, als schon das Bundesgericht im Urteil 1C_376/2008 vom 18. März 2009 (E. 4.2) erwogen hat, dass, auch wenn der Nutzungsplan der Gemeinde Wünnewil-Flamatt rechtskräftig sei, sich dadurch noch keine parzellenscharfen Aussagen hinsichtlich der Zonenzuweisung eines bestimmten Grundstücks ableiten liessen. Dazu bedürfe es des weiteren Aktes der Zonennutzungsplanung, die zwar den Richtplan zur Grundlage habe, aber doch eine eigenständige raumplanerische Aufgabe darstelle, in deren Rahmen die massgebenden öffentlichen und privaten Interessen umfassend gegeneinander abgewogen würden.