Citation: U 236/98 03.01.2000 E. 3

3.- a) Streitig ist zunächst, ob das Ereignis vom 3. November 1992 das Merkmal der Ungewöhnlichkeit erfüllt und mithin ein Unfall im Sinne von Art. 9 Abs. 1 UVV vorliegt. b) In der Bagatellunfall-Meldung vom 10. November 1992 wurde ausgeführt, am 3. November 1992 habe der Beschwerdegegner beim Treppensteigen plötzlich einen starken Schmerz im linken Fuss verspürt. Da die diesbezügliche Behandlung bloss zwei Tage dauerte und nicht zu einem Arbeitsausfall führte, holte die SUVA keinen Arztbericht ein. Aus dem mit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde aufgelegten Bericht des Dr. W.________ vom 29. Mai 1997 geht hervor, dass der Beschwerdegegner am Tag nach dem fraglichen Ereignis als Ursache seiner Schmerzen am linken Fussrücken einen Misstritt mit Distorsion auf einer Treppe angab. Rund ein Jahr danach hielt der Beschwerdegegner gegenüber dem SUVA-Inspektor fest, er erinnere sich nicht mehr, ob er damals den Fuss angeschlagen habe oder ein Misstritt erfolgt sei. Die Schmerzen im linken Fuss seien aber erstmals am 3. November 1992 vorgekommen (Inspektorenbericht vom 10. November 1993). Der im Rahmen des Rückfalls konsultierte Dr. D.________ hielt im Zeugnis vom 2. Juli 1993 fest, der Beschwerdegegner habe vorgebracht, vor ca. einem Jahr sei beim Heben eines schweren Sackes ein plötzlicher Schmerz im linken Fuss aufgetreten. Nach Angaben des Beschwerdegegners ist diese Aussage dahin gehend zu verstehen, dass der Schmerz im Zusammenhang mit dem Heben eines Sackes ein Jahr vor dem Ereignis vom 3. November 1992 und nicht ein Jahr vor der Behandlung durch Dr. D.________ aufgetreten sei (letztinstanzliche Vernehmlassung vom 13. Oktober 1998). Indes scheint so oder anders - entgegen den Erklärungen gegenüber dem SUVA-Inspektor - ein Schmerz bereits vor dem 3. November 1992 aufgetreten zu sein, nämlich entweder im Juni 1992 (ein Jahr vor der Konsultation bei Dr. D.________) oder aber im November 1991 (ein Jahr vor dem Ereignis vom 3. November 1992). Ferner ist erstaunlich, dass der Beschwerdegegner gegenüber Dr. D.________ das Ereignis vom 3. November 1992 mit keinem Wort, dagegen jenes ein Jahr zuvor erwähnt hat. Schliesslich erhellt aus der von Dr. W.________ aufgezeichneten Krankengeschichte, dass ihn der Beschwerdegegner auch am 25. Februar 1993 wegen spontan aufgetretener Beschwerden im linken Fuss aufgesucht hatte. Diese Ungereimtheiten in den Aussagen des Beschwerdegegners lassen Zweifel über die erste Aussage vom 4. November 1992 gegenüber dem damals behandelnden Arzt Dr. W.________ aufkommen. Würde ihr indessen als spontaner "Aussage der ersten Stunde" grundsätzlich erhöhte Glaubwürdigkeit beigemessen, so wäre die Wahrscheinlichkeit nicht auszuschliessen, dass sich der Beschwerdegegner am 3. November 1992 infolge eines Misstrittes beim Treppensteigen eine Distorsion des linken Fusses zugezogen hat. Ein Misstritt wäre zweifellos ein ungewöhnlicher äusserer Faktor, weshalb ein Unfall im Sinne von Art. 9 Abs. 1 UVV angenommen werden müsste. Letztlich kann diese Frage aber offen bleiben. Denn auch bei Bejahung eines Unfallereignisses am 3. November 1992 müsste jedenfalls - wie Erwägung 4 nachfolgend zeigt - der natürliche Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und den seither geltend gemachten Beschwerden verneint werden.