Citation: 1C_591/2021 E. 4.7

4.7. Gemäss der vorgenannten Erwägung können die ideellen Immissionen einer Mobilfunkanlage durch die erhebliche Erhöhung ihrer Sendeleistung verstärkt werden, was namentlich zutreffen kann, wenn sich damit ihre Grössenordnung ändert. Ob die mit dem vorliegenden Bauprojekt verbundene Erhöhung der Sendeleistung in diesem Sinne erheblich ist, erscheint fraglich. Die Frage kann jedoch offen bleiben, da das Bauprojekt zusätzlich zur Erhöhung der Sendeleistung den Austausch von Antennen sowie die Neuinstallation adaptiver 5G-Antennen vorsieht und solche Antennen, die das Signal in die Richtung des Mobilfunkgerätes des Nutzers fokussieren können, geeignet sind, in der Bevölkerung zum Teil Ängste und damit erhöhte ideelle Immissionen zu bewirken. Zudem durfte die BVD in vertretbarer Weise davon ausgehen, diese Immissionen würden auch dadurch verstärkt, dass die bestehende Anlage trotz der Verringerung der Höhe durch das Anbringen von drei zusätzlichen Antennen (und 10 cm breiterer Ersatzantennen) eine grösseren Ausladung hat und damit insgesamt massiver in Erscheinung tritt. Die Vorinstanz verfiel demnach nicht in Willkür, wenn sie in Übereinstimmung mit der BVD die Voraussetzungen der Besitzstandsgarantie gemäss Art. 3 Abs. 2 BauG verneinte, weil sie annahm, die streitbetroffene Erneuerung und Erweiterung einer bestehenden Mobilfunkanlage verstärke deren ideellen Immissionen und damit deren Rechtswidrigkeit. Da diese Eventualbegründung der Vorinstanz vor dem verfassungsrechtlichen Willkürverbot standhält, ist nicht entscheiderheblich, ob dies auch bezüglich ihrer Hauptbegründung zutrifft, die von einer "neubauählichen Umgestaltung" ausgeht. Auf die dagegen erhobenen Einwände der Beschwerdeführerin braucht daher nicht eingegangen zu werden.