Citation: U 105/00 15.12.2000 E. 2

2.- Die Vorinstanz geht aufgrund der medizinischen Akten davon aus, dass der Versicherte beim Unfall vom 18. Oktober 1993 ein Schleudertrauma der HWS sowie ein leichtes Schädel-Hirntrauma erlitten hat und dieser Unfall mit überwiegender Wahrscheinlichkeit die entscheidende Ursache für die bestehenden Leiden darstellt. Die Beschwerdeführerin stellt das Vorliegen eines Schleudertraumas in Frage und verneint den natürlichen Kausalzusammenhang zwischen den geklagten Beschwerden und dem Unfallereignis. a) Nach den Arztberichten hat der Versicherte beim Unfall vom 18. Oktober 1993 ein Distorsionstrauma der HWS erlitten. Ob es sich dabei um ein sog. Schleudertrauma gehandelt hat, ist fraglich, kann jedoch offen bleiben, weil jedenfalls eine schleudertraumaähnliche Verletzung vorliegt und die für die Unfallkausalität von Schleudertraumen der HWS geltende Rechtsprechung auch auf solche Verletzungen anwendbar ist (SVR 1995 UV Nr. 23 S. 67 Erw. 2). b) Fraglich ist des Weitern, ob der Beschwerdegegner beim Unfall vom 18. Oktober 1993 ein Schädel-Hirntrauma erlitten hat. Im Bericht des Kantonsspitals Z.________ vom 11. Januar 1994 wird keine Kopfverletzung erwähnt. Auch hat der Versicherte gegenüber den erstbehandelnden Ärzten nie Angaben über ein Anschlagen des Kopfes gemacht. Erst bei der Beantwortung des Fragebogens bei HWS-Verletzungen am 18. Mai 1994 gab er an, den Kopf wiederholt angeschlagen zu haben und kurz benommen gewesen zu sein. Organische Befunde für eine traumatische Hirnschädigung konnten bei den medizinischen Untersuchungen nicht gefunden werden. Eine neuropsychologische Abklärung im Spital X.________ vom 28. Februar 1994 ergab eine Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörung bei grosser und andauernder Belastung sowie frontale Minderleistungen im konzeptuellen Denken und neurovegetative Störungen ohne erhebliche Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit. Untersuchungen in der Klinik A.________ vom 7. und 21. November 1996 zeigten leichte bis mittelschwere Defizite in den Aufmerksamkeits-, Lern- und Gedächtnisfunktionen sowie den Frontalhirnfunktionen, wobei darauf hingewiesen wurde, dass die neuropsychologische Interpretation der Befunde offen bleiben müsse, da von erheblichen Interferenzen durch die Schmerzsymptomatik, die Medikamente und die Schlafstörungen (Müdigkeit) ausgegangen werden müsse. Dennoch nahm die Rehabilitationsklinik in ihrem Bericht vom 17. Januar 1997 an, dass der Versicherte beim Unfall vom 18. Oktober 1993 eine leichte traumatische Hirnschädigung erlitten habe. Die Ärzte der Klinik B.________ gelangen im Gutachten vom 14. Oktober 1997 aufgrund neuer Untersuchungen demgegenüber zum Schluss, dass eine neuropsychologische Funktionsstörung zwar möglich, nicht aber mit genügender Wahrscheinlichkeit nachzuweisen sei. Unter Hinweis darauf, dass der Versicherte beim Unfall vom 18. Oktober 1993 nicht bewusstlos, sondern lediglich benommen war, verneinen sie ein Schädel-Hirntrauma, welches auf eine erhebliche Hirnschädigung schliessen liesse. Der Psychiater Dr. med. H.________ schliesst auf Grund der Angaben des Versicherten zum Unfallhergang und die angegebene kurze Amnesie sowie Benommenheit auf ein sog. mildes Schädel-Hirntrauma (Bericht vom 6. April 1998). Nach den Akten hatte der Beschwerdegegner bis dahin jedoch nie eine Amnesie erwähnt. Selbst wenn aber ein leichtes Schädel-Hirntrauma stattgefunden hat, kann gestützt auf die ärztlichen Feststellungen nicht mit dem im Sozialversicherungsrecht massgebenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 121 V 47 Erw. 2a) angenommen werden, der Beschwerdegegner habe eine erhebliche Hirnschädigung erlitten und leide an unfallbedingten Hirnfunktionsstörungen, welche ihn in der Arbeits- bzw. Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigen. Zu weiteren Abklärungen besteht kein Anlass, da hievon kaum zusätzliche Erkenntnisse zu erwarten wären, nachdem der Versicherte bereits wiederholt eingehend untersucht worden ist.