Citation: 8C_459/2009 23.07.2009 E. 4

Umstritten ist weiter, ob das Invalideneinkommen zu Recht aufgrund einer mindestens 50%igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit, zum Beispiel als Empfangsdame oder Telefonistin, ermittelt wurde. 4.1 Das kantonale Gericht hat in pflichtgemässer Würdigung der gesamten Aktenlage mit in allen Teilen überzeugender Begründung, auf die verwiesen wird (Art. 109 Abs. 3 BGG), erkannt, dass die Beschwerdeführerin für eine leidensangepasste wechselbelastende Tätigkeit ohne Heben von Lasten von mehr als 4 bis 6 kg im relevanten Zeitpunkt des möglichen Rentenbeginns - Januar 2006 - zu mindestens 50 % arbeitsfähig war. Seither habe sich die gesundheitliche Situation sogar verbessert, was aber vorliegend irrelevant sei. An dieser Betrachtungsweise vermögen die Vorbringen der Beschwerdeführerin nichts zu ändern. Sie sind nicht geeignet, die vorinstanzliche Sachverhaltsfeststellung als offensichtlich unrichtig und unvollständig erscheinen zu lassen. Von einer willkürlichen Beweiswürdigung durch die Vorinstanz kann ohnehin nicht gesprochen werden. Eine Beweiswürdigung ist nicht bereits willkürlich, wenn eine andere Lösung ebenfalls vertretbar erscheint, sondern erst, wenn der Entscheid offensichtlich unhaltbar ist, zur tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch steht oder auf einem offenkundigen Fehler beruht (BGE 127 I 54 E. 2b S. 56). So verhält es sich hier indessen nicht. 4.2 An diesem Ergebnis vermögen die Vorbringen der Beschwerdeführerin, welche zu grossen Teilen der erstinstanzlichen Beschwerde entsprechen und sich kaum mit den darauf bezogenen Erwägungen im angefochtenen Entscheid auseinandersetzen, nichts zu ändern. Soweit die Beschwerdeführerin geltend macht, das Resultat der Begutachtung durch Dr. med. B.________ entspreche nicht ihren eigenen Wahrnehmungen und der Einschätzung ihrer behandelnden Ärztin am Spital X.________, betrifft dies grundsätzlich verbindliche Sachverhaltsfeststellungen der Vorinstanz. Die geltend gemachte Oberflächlichkeit der Beurteilung wird nicht näher begründet und vermag das Gutachten vom 21. September 2006 nicht als offensichtlich unrichtig darzustellen. Die tatsächlichen Feststellungen sind nicht mangelhaft im Sinne von Art. 97 Abs. 1 BGG und die rechtliche Würdigung des kantonalen Gerichts ist bundesrechtskonform. 4.3 Die Beschwerdeführerin argumentiert sinngemäss, es sei ihr angesichts des Aufwandes, den sie in Bezug auf ihre selbständige Tätigkeit als Reflexzonentherapeutin in finanzieller und zeitlicher Hinsicht auf sich genommen hat, unzumutbar, in eine unselbständige Tätigkeit zu wechseln. 4.3.1 Kann der nach Eintritt der gesundheitlichen Beeinträchtigung realisierte Verdienst nicht als Mass für das nach Durchführung allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielbare Einkommen gelten, ist zu fragen, inwiefern der versicherten Person im Rahmen der Pflicht zur Selbsteingliederung (BGE 113 V 28 E. 4a) und im Lichte der Grundrechte (BGE 113 V 31 E. 4d) die Aufgabe der aktuellen und die Ausübung einer anderen erwerblichen Beschäftigung zuzumuten ist. Dabei sind die gesamten objektiven und subjektiven Umstände in Betracht zu ziehen. Bei den Anforderungen, welche unter dem Titel der Schadenminderung an den Versicherten gestellt werden, darf sich die Verwaltung nicht einseitig vom öffentlichen Interesse an einer sparsamen und wirtschaftlichen Versicherungspraxis leiten lassen, sondern sie hat auch die grundrechtlich geschützten Betätigungsmöglichkeiten des Leistungsansprechers in seiner Lebensgestaltung angemessen zu berücksichtigen. Welchem Interesse der Vorrang zukommt, kann nicht generell entschieden werden. Als Richtschnur gilt, dass die Anforderungen an die Schadenminderungspflicht zulässigerweise dort strenger sind, wo eine erhöhte Inanspruchnahme der Invalidenversicherung in Frage steht. Dies trifft insbesondere zu, wenn der Verzicht auf schadenmindernde Vorkehren Rentenleistungen auslösen würde (vgl. BGE 113 V 32 f.; Urteil des Eidg. Versicherungsgerichts I 708/03 vom 3. Januar 2005 E. 4.3.1). 4.3.2 Der Wechsel in eine andere als die aktuell ausgeübte Tätigkeit erscheint vorliegend zumutbar. Als manuell tätige Therapeutin ist die Beschwerdeführerin insbesondere auf die uneingeschränkte Funktionsfähigkeit ihrer Hände angewiesen. Diese sind aber bei der diagnostizierten Polyarthritis primär betroffen. Es ist daher auch aus gesundheitlicher Sicht geboten, die mit dem Attest einer 50%igen Arbeitsfähigkeit beabsichtigte Schonung nicht durch extensiven Gebrauch der Hände wieder zu gefährden. Nachdem die selbständige Erwerbstätigkeit bereits im Jahre 1994 aufgenommen worden war, es der Beschwerdeführerin angesichts der Beträge gemäss IK-Auszug aber nicht gelungen ist, damit bis zum Ausbruch ihrer Krankheit im Jahre 2003 ein existenzsicherndes Einkommen zu erzielen, ist der Beschwerdeführerin ein Wechsel in eine den Leiden angepasste Tätigkeit zuzumuten. Die entsprechende Feststellung im vorinstanzlichen Entscheid ist jedenfalls nicht rechtswidrig.