Citation: 5A_374/2007 28.08.2007 E. 5

Der Beschwerdeführer hat somit konkret aufzuzeigen, inwiefern ihm durch die Führung des von Gesetzes wegen erworbenen Namens der Mutter Nachteile erwachsen, welche als wichtige Gründe für eine Namensänderung in Betracht gezogen werden können (BGE 121 III 145 E. 2c S. 148). 5.1 Nach der Praxis des Bundesgerichts ist ein wichtiger Grund im Sinne von Art. 30 Abs. 1 ZGB gegeben, wenn das Interesse des Namensträgers an einem neuen Namen dasjenige der Verwaltung und der Allgemeinheit an der Unveränderlichkeit des einmal erworbenen und in die Register eingetragenen Namens sowie an eindeutiger Kennzeichnung und Unterscheidung des Einzelnen überwiegt. Der Name soll dem Namensträger das Fortkommen ermöglichen und erleichtern; es sollen diesem aus seinem Namen nicht wirkliche Nachteile oder erhebliche Unannehmlichkeiten erwachsen (BGE 120 II 276 E. 1 S. 277). Die Namensänderung hat mithin den Zweck, ernstliche Nachteile zu beseitigen, die mit dem bisherigen Namen verbunden waren. Zur Bewilligung einer Namensänderung können hauptsächlich moralische, geistige oder seelische Gründe führen (BGE 108 II 1 E. 5a S. 4; 124 III 401 E. 2b S. 402). Eine Namensänderung fällt insbesondere in Betracht, wenn der Name als lächerlich, hässlich oder anstössig erscheint oder immer wieder verstümmelt wird (BGE 120 II 276 E. 1 S. 277). Ein die Änderung des Namens rechtfertigendes Interesse des Beschwerdeführers kann mit andern Worten darin bestehen, nicht des Namens wegen dem Spott ausgesetzt zu sein. Somit beurteilt sich die Frage, ob ein wichtiger Grund im Sinne von Art. 30 Abs. 1 ZGB gegeben sei, nach objektiven Kriterien. Für die Entscheidung massgebend sind einzig sachliche Gesichtspunkte, nicht vom Gefühl bestimmte Kriterien (Riemer, Personenrecht des ZGB, 2. Aufl., Bern 2002, S. 114 Rz. 230). Eine Namensänderung aus rein subjektiven Gründen fällt ausser Betracht (Deschenaux/Steinauer, Personnes physiques et tutelle, 4. Aufl., Bern 2001, S. 132 Rz. 427; Bühler, Basler Kommentar, N. 7 zu Art. 30 ZGB). 5.2 Der Beschwerdeführer macht geltend, sein Name Giancamilli sei anstössig, weil die wenigsten Leute wüssten, wie er auszusprechen oder zu schreiben sei. Mit der Führung dieses Familiennamens sei er in der Deutschschweiz in Beruf und Politik einer steten Benachteiligung ausgesetzt. 5.2.1 Wie im Urteil 5C.163/2002 vom 1. Oktober 2002, E. 3.2, festgehalten worden ist, genügt es für die Annahme eines wichtigen Grundes für eine Namensänderung nicht, wenn der Beschwerdeführer lediglich die Befürchtung äussert, er könnte aufgrund seines Namen in seinem Fortkommen behindert werden. Vielmehr hat der Beschwerdeführer konkrete, durch seinen Namen hervorgerufene Behinderungen im Fortkommen darzulegen. 5.2.2 In der Beschwerde fehlen jegliche konkreten Hinweise auf entsprechende negative Erfahrungen. Der Hinweis des Beschwerdeführers darauf, dass der Familienname immer wieder falsch geschrieben werde, vermag einen Anspruch auf Namensänderung nicht zu begründen. Auch legt der Beschwerdeführer nicht weiter dar, worin die stete Benachteiligung in Beruf und Politik in der Deutschschweiz besteht. Im Übrigen dürfte die Führung eines italienischen Familiennamens kaum mit einer negativen Beeinflussung des persönlichen oder beruflichen Umfelds verbunden sein. Daher hat das Obergericht zu Recht allein deswegen keinen wichtigen Grund für eine Namensänderung anerkannt. 5.3 Sodann führt der Beschwerdeführer an, er trage einen Familiennamen, zu welchem er keinen Bezug habe bzw. dessen einziger Bezug darin bestehe, dass er der Name des früheren Ehemannes seiner Mutter sei. 5.3.1 Im Urteil 5C.97/2004 vom 23. Juni 2004, E. 3.3, hat das Bundesgericht zur Frage Stellung genommen, ob der Umstand, dass ein Kind den Namen des von seiner Mutter geschiedenen Ehemannes trägt, welcher im familiären Umfeld des Kindes stark ablehnende Reaktionen auslöst, einen wichtigen Grund für eine Namensänderung darstellt. Dabei hielt es fest, dass es bei der Beurteilung des wichtigen Grundes für eine Namensänderung nicht darum gehen könne, dem familiären Umfeld des Kindes - das mit ihm ohnehin unter Verwendung des Vornamens verkehrt - zu ersparen, an den von der Mutter geschiedenen Ehemann erinnert zu werden. Das Institut der Namensänderung sei weder dazu bestimmt noch dafür geeignet, das Kind vor einer negativen Einstellung des nächsten Umfelds gegenüber dem früheren Ehemann seiner Mutter zu schützen. Auch wenn dieser Entscheid den Fall betraf, dass das Kind den Namen seines leiblichen Vaters trug, lassen sich die erwähnten Grundsätze auf die vorliegende Konstellation übertragen: Entscheidend für eine Namensänderung nach Art. 30 Abs. 1 ZGB können ausschliesslich objektive Gründe sein. Eine Namensänderung aus rein subjektiven Gründen - zumal aus einer negativen Einstellung des nächsten Umfelds des Kindes - ist dagegen abzulehnen. 5.3.2 Ins Leere stösst auch der Einwand des Beschwerdeführers, er habe zu seinem Namen keinen Bezug: Da seine Mutter den entsprechenden Familiennamen trägt und er diesen aufgrund von Art. 270 Abs. 2 ZGB erhalten hat, besteht für ihn durchaus ein Bezug zu seinem Namen. 5.4 Schliesslich macht der Beschwerdeführer geltend, ohne die Namensänderung gehe der Familienname des Vaters verloren, was mit einem kulturellen Verlust verbunden sei. Wie das Bundesgericht in BGE 108 II 247 entschieden hat, kann selbst das Interesse einer berühmten Familie daran, dass ihr Name nicht ausstirbt, nicht als wichtiger Grund für eine Namensänderung vorgebracht werden. Der vom Beschwerdeführer geltend gemachte kulturelle Verlust stellt daher keinen per se wichtigen Grund für eine Namensänderung dar. Im Übrigen legt der Beschwerdeführer in keiner Weise dar, inwieweit der Familienname des Vaters tatsächlich in seiner Existenz gefährdet wäre.