Citation: 8C_2/2020 E. 5.1

5.1. Der Versicherte macht insbesondere geltend, der bisherige problemlose Verlauf zeige, dass die Tätigkeit als Fachmann Betreuung EFZ den von den Ärzten geschilderten Einschränkungen am Bewegungsapparat genüge. Zweck der Umschulung nach Art. 17 IVG ist der Erhalt oder die Verbesserung der Erwerbsfähigkeit (Silvia Bucher, Eingliederungsrecht der Invalidenversicherung, 2011, Rz. 700 mit Verweis auf Urteil 9C_644/2008 vom 12. Dezember 2008 E. 6.1). Entgegen der Ansicht des Versicherten erfolgt die Beurteilung, ob eine Umschulung in die gewünschte Tätigkeit angebracht ist, nicht allein auf Grund der aktuellen Umstände, sondern massgeblich ist insbesondere auch, ob die Ausübung der neuen Tätigkeit längerfristig möglich, zumutbar und erfolgsversprechend ist (zeitliche und persönliche Angemessenheit im Sinne der Verhältnismässigkeit als Grundvoraussetzung jeglicher Eingliederungsmassnahme; BGE 132 V 215 E. 3.2.2 S. 221; 130 V 488 E. 4.3.2 S. 491). Denn nur wenn von einer gewissen Dauerhaftigkeit der Verbesserung oder des Erhalts der Erwerbsfähigkeit resp. der Verhinderung oder Reduzierung der Invalidität ausgegangen werden kann, wird das Ziel einer Umschulung erreicht. So haben die Ärzte im Rahmen der Abklärung des umschulungsrelevanten Gesundheitsschadens auch dazu Stellung zu nehmen, wie sich das medizinische Element voraussichtlich auf die Ausübung der anvisierten neuen Tätigkeit auswirken wird (Erwin Murer, Invalidenversicherungsgesetz [Art. 1-27 bis IVG], 2014, N. 53 zu Art. 17 IVG; Meyer/Reichmuth, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Aufl. 2014, N. 6 zu Art. 17 IVG). Aus der Beurteilung des RAD-Arztes, die in Einklang steht mit den Feststellungen des Kreisarztes, ergibt sich klar, dass die beabsichtigte Ausbildung aus ärztlicher Sicht die Anforderungen an eine Umschulung nicht erfüllt. Insofern ist auch der Einwand des Versicherten, bei der Beurteilung durch den RAD-Arzt handle es sich um eine medizinisch-theoretische Einschätzung, unbehelflich, da die Beurteilung der langfristigen Ausübung des anvisierten Berufs stets hypothetisch und damit medizinisch-theoretisch erfolgt. Somit war die Vorinstanz nicht gehalten, gestützt auf nach Erlass der Verfügung ergangene Berichte der behandelnden Ärzte neue Abklärungen zu veranlassen.