Citation: 5A_206/2023 E. 1

Während des Berufungsverfahrens korrespondierte das Obergericht mehrmals mit der Beschwerdeführerin und wies sie darauf hin, dass nur die Frage des Nichteintretens zum Berufungsgegenstand gemacht werden könne und dass sie erstinstanzlich trotz entsprechenden Hinweisen kein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege gestellt habe. Die Beschwerdeführerin machte darauf geltend, von ihrem Anwalt falsch beraten worden zu sein und keinen Vorschuss bezahlt zu haben, weil sie immer am Scheidungsurteil festgehalten habe und deshalb ihr früherer Ehemann die Kosten des Abänderungsverfahrens übernehmen müsse. Im angefochtenen Urteil hielt das Obergericht fest, die Beschwerdeführerin habe es versäumt, die Behauptung der falschen Beratung zu belegen, und auch nicht aufgezeigt, weshalb sie dieses unechte Novum nicht bereits vor erster Instanz habe vorbringen können. Im Übrigen sei nach Art. 98 ZPO sie als Klägerin und nicht ihr früherer Ehemann kostenvorschusspflichtig gewesen. Sodann seien ihr die Folgen bei Nichtleistung des Kostenvorschusses angedroht worden und in diesem Zusammenhang könne von Nötigung keine Rede sein. Ferner auferlegte das Obergericht der Beschwerdeführerin die Gerichtskosten des Berufungsverfahrens, da sie ausdrücklich auf unentgeltliche Rechtspflege verzichtet habe.