Citation: 6B_31/2018 E. 1.3.1

1.3.1. Die Vorinstanz erwägt, B.A.________ habe anlässlich der Konsultation des Beschwerdeführers am 11. November 2011 angegeben, im Zentralgefängnis bis zu 120 mg Methadon täglich eingenommen zu haben. Davon ausgehend habe der Beschwerdeführer ihm eine tägliche Dosis von 80 mg Methadon (2x40 mg), 100 mg Trittico, 30 mg Valium und 100 mg Solian, 50 mg/ml Distraneurin Mixture und Codein 50 mg (falls Methadon nicht verfügbar sei) verschrieben. Die Angaben von B.A.________ habe er nicht überprüft. Insbesondere habe er sich nicht beim Zentralgefängnis über den offiziellen Methadonkonsum von B.A.________ erkundigt oder ihn einer Urinuntersuchung unterzogen. Die Abgabe der verschriebenen Medikamente habe er nicht begleitet und deswegen auch nicht zur Kenntnis genommen, dass B.A.________ das Methadon erst einige Tage nach der Konsultation verabreicht worden sei, ohne dass zwischenzeitlich Entzugserscheinungen aufgetreten wären. Entgangen sei ihm auch, dass B.A.________ nach Abgabe der ersten Dosis Methadon am 15. November 2011 zur späteren Medikamentenabgabe nicht habe geweckt werden können. In der Nacht vom 16. auf den 17. November 2011 sei B.A.________ verstorben. Die Vorinstanz hält unter Berufung auf die Schweizerische Gesellschaft für Suchtmedizin fest, dass die Methadonsubstitution auch bei hoher Toleranz mit einer niedrigen Dosis von nicht mehr als 30 mg Methadon einzuleiten sei (vgl. Medizinische Empfehlungen für substitutionsgestützte Behandlungen bei Opioidabhängigkeit, Schweizerische Gesellschaft für Suchtmedizin, 2012, S. 32). In der Fachinformation werde nebst vergleichbaren Warnhinweisen zudem aufgeführt, dass trizyklische Antidepressiva und Diazepam die Wirkung von Methadon verstärken könnten und die Abgabe von Methadon und Diazepam daher nur unter einer aktiven Begleitung und Überwachung des Patienten erfolgen solle. Der Beschwerdeführer habe B.A.________ zusätzlich weitere psychotrope Stoffe, insbesondere Valium mit einer Dosierung von 30 mg pro Tag, verschrieben. Die übliche Dosierung liege gemäss Fachinformationen bei 5-20 mg pro Tag. Zum Zeitpunkt des Todeseintritts habe B.A.________ unter starkem Einfluss von Valium gestanden. Die Wärter hätten bestätigt, die Verschreibungen zu befolgen bzw. jede Abweichung davon zu signalisieren. Die Aussage der Wärter werde auch durch eine sich in der Patientenakte der Strafanstalt Bellechasse befindende Handnotiz bestätigt, gemäss welcher B.A.________ am 10. November 2011 Valium abgegeben worden sei. Die E-Mail des Arztes der Strafanstalt Bellechasse vom 7. Februar 2012 sowie der Brief des damaligen Direktors der Strafanstalt Bellechasse vom 23. Februar 2012 erwähnten das verschriebene Valium indes nicht. Unter Berücksichtigung der Aussagen der Wärter sowie der Handnotiz sei anzunehmen, dass darin das vom Beschwerdeführer verschriebene Valium versehentlich nicht erwähnt worden sei. Aufgrund der Glaubhaftigkeit der Aussage der Wärter sowie der Handnotiz sei davon auszugehen, dass das vom Beschwerdeführer verschriebene Valium B.A.________ verschreibungskonform abgegeben worden sei.