Citation: 4A_24/2021 E. 6.3

6.3. Die Ausführungen der Vorinstanz, dass die Beweiserleichterung nicht auf die Frage, ob überhaupt in die Gesellschaft investiert worden wäre, übertragen werden könne, ist daher unzutreffend. Zu Recht hält die Vorinstanz aber fest, dass es sich nicht um eine Umkehr der Beweislast handelt. Unabhängig von der Frage des Beweismasses ist aber erforderlich, dass die Beschwerdeführer vor der Vorinstanz substanziiert darlegten, weshalb sie bei Kenntnis der wahren Sachlage nicht investiert hätten. Die Vorinstanz hielt zu Recht fest, dass sich die Beschwerdeführer nicht mit der pauschalen Behauptung, sie hätten in Kenntnis der wahren Sachlage nicht in die I.________ AG investiert, begnügen konnten. Vielmehr hatten sie substanziiert darzulegen, weshalb sie bei korrekter Information - beispielsweise gestützt auf ihre Anlagestrategie - auf eine Investition verzichtet hätten. Dies übergehen die Beschwerdeführer in ihrer Beschwerde. So führen sie beispielsweise aus, Zweck der Offenlegungspflicht von Risiken in Art. 752 aOR sei, dem Investor zu ermöglichen, seinen Entscheid zu fällen, ob er investieren wolle oder nicht. Dies führe zur natürlichen Vermutung, dass bei offengelegten Risiken im Zweifel davon auszugehen sei, dass von einer Investition Abstand genommen werde. Eine solche natürliche Vermutung existiert nicht. Wie die Beschwerdegegner 2 und 3 zu Recht ausführen, würde eine solche Vermutung faktisch auf eine gerade nicht zur Anwendung gelangende Beweislastumkehr hinauslaufen (vgl. hiervor E. 6.2.2). Der Investor ist grundsätzlich nicht davon dispensiert, substanziierte Behauptungen dazu zu machen, dass (bzw. weshalb) er bei Offenlegung eines gewissen Risikos von einer Investition gänzlich Abstand genommen hätte. Dabei muss - wie es die Vorinstanz zu Recht verlangt hat - jeder Investor für sich substanziiert darlegen, weshalb er bei korrekter Offenlegung der Risiken im Prospekt auf eine Investition in die I.________ AG verzichtet hätte.