Citation: 6B_98/2018 E. 1.2.3

1.2.3. Bund und Kantone können die Verfolgung und Beurteilung von Übertretungen Verwaltungsbehörden übertragen (Art. 17 Abs. 1 StPO). Diese haben die Befugnisse der Staatsanwaltschaft. Das Verfahren richtet sich sinngemäss nach den Vorschriften über das Strafbefehlsverfahren (Art. 357 Abs. 1-2 StPO). Das Bundesgericht hielt fest, dass sich Art. 17 Abs. 1 und Art. 311 Abs. 1 Satz 2 StPO an den kantonalen Gesetzgeber richten. Auch wenn Art. 17 Abs. 1 StPO nur die Delegation an eine Verwaltungsbehörde vorsehe, könnten nach dem Prinzip "a maiore minus" innerhalb der Staatsanwaltschaft auch Verwaltungsbeamte mit der Führung und dem Abschluss von Übertretungsstrafverfahren betraut werden. Deshalb verstösst eine kantonale Regelung, wonach bei Übertretungen innerhalb der Staatsanwaltschaft nicht die Staatsanwälte, sondern andere Mitarbeiter für den Erlass von Strafbefehlen zuständig sind, nicht gegen übergeordnetes Recht (BGE 142 IV 70 E. 3.3.1 und 4).