Citation: 5C.55/2000 13.03.2000 E. 1

1.- Das Obergericht ist unwidersprochen davon ausgegangen, gemäss Art. 4 lit. b Abs. 1 der Allgemeinen Bedingungen für die Kollektivkrankenversicherung seien "Krankheiten, die infolge von Alkoholismus und missbräuchlicher Verwendung von Arzneimitteln und suchterzeugenden Stoffen auftreten", nicht versichert. Es erwog, dass nach der Rechtsprechung des EVG der engeren Definition der WHO entsprechend als Alkoholismus jede chronische Verhaltensstörung gelte, die durch wiederholtes Geniessen alkoholischer Getränke über das sozialübliche Mass hinaus gekennzeichnet sei, bei der der Alkoholkonsum ein Ausmass erreiche, dass dadurch Gesundheit, Arbeitsfähigkeit und soziale Stellung des Betroffenen gefährdet werde, und so umschrieben Alkoholismus eine Krankheit im Rechtssinn darstelle. Weder der in der Ausschlussklausel verwendete Begriff des Alkoholismus noch diese selber sei demzufolge unbestimmt oder zweideutig, wie es Art. 33 VVG für die Anwendbarkeit einer solchen erfordere. Das Obergericht stellt sodann fest, die ärztlichen Berichte sowie das eingeholte Gutachten würden übereinstimmend aussagen, der Kläger habe übermässig, über das sozialübliche Mass hinaus Alkohol konsumiert, und die bei diesem diagnostizierte Leberzirrhose sei nach jenem überzeugenden und schlüssigen Gutachten eine Folge des Alkoholismus. Es gelangte zum Schluss, die Voraussetzungen gemäss Art. 4 lit. b Abs. 1 der Allgemeinen Bedingungen seien somit erfüllt, so dass die Klage abgewiesen werden müsse.