Citation: 1E.17/1999 25.04.2001 E.

E.- Gegen den Entscheid des Verwaltungsgerichtes des Kantons Zürich hat die Politische Gemeinde Knonau beim Bun- desgericht Verwaltungsgerichtsbeschwerde eingereicht. Die Gemeinde stellt den Antrag, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und die Sache sei, soweit das Bundesgericht nicht selbst abschliessend entscheide, zur Ergänzung des rechts- erheblichen Sachverhaltes und zur rechtlichen Neubeurteilung an die Vorinstanz, eventuell an den Regierungsrat, zurückzu- weisen. In prozessualer Hinsicht verlangt die Beschwerde- führerin, dass der Beschwerde aufschiebende Wirkung beige- legt und ein zweiter Schriftenwechsel durchgeführt werde. Die Beschwerdeführerin rügt erneut, dass der Sach- verhalt unrichtig und unvollständig festgestellt worden sei und namentlich der Umweltverträglichkeitsbericht - insbeson- dere hinsichtlich der Verkehrsprognose - den Anforderungen an eine sorgfältige Abklärung des Tatbestandes nicht genüge. Das Verwaltungsgericht gestehe denn auch zu, dass eine ge- wisse Wahrscheinlichkeit für eine Erhöhung der im Umweltver- träglichkeitsbericht übernommenen Zahlen des Schwerverkehrs spreche; diese Erkenntnis finde aber in der Beurteilung kei- nen Niederschlag. Die Behauptung der Vorinstanz, der um- strittene Sachverhalt sei im Hinblick auf die in Frage kom- menden Rechtsfolgen ohne Bedeutung, sei falsch. Die Aus- legung der Bestimmungen im Umweltschutzgesetz und in der Luftreinhalte-Verordnung durch das Verwaltungsgericht führte dazu, dass entgegen dem gesetzlichen Auftrag ein National- strassenbauwerk hinzunehmen wäre, das nicht umweltverträg- lich sei und die gesetzlichen Belastungsgrenzwerte nicht einhalte. Für Schadstoffbelastungen bestehe keine Ausnahme- vorschrift für öffentliche Bauten, wie sie Art. 25 Abs. 2 und 3 des Umweltschutzgesetzes für die Lärmbekämpfung dar- stelle. Wohl sehe Art. 19 der Luftreinhalte-Verordnung vor, dass ein Massnahmenplan aufzustellen sei, wenn eine Verkehrs- anlage übermässige Immissionen verursache. Der Massnahmen- plan beschränke sich jedoch nach bundesgerichtlicher Recht- sprechung auf fahrzeug- und verkehrsbezogene nichtbauliche Massnahmen, insbesondere verkehrslenkender und -beschränken- der Natur. Könne - wie hier - mit einem solchen Massnahmen- plan die Einhaltung der gesetzlichen Belastungsgrenzwerte nicht erreicht werden, müsse nach Art. 11 Abs. 3 des Umwelt- schutzgesetzes durch zusätzliche bauliche Massnahmen gewähr- leistet werden, dass das Projekt umweltverträglich sei. Es müsse daher im vorliegenden Fall zur baulichen Massnahme der Überdeckung der Autobahn gegriffen werden, da diese allein die Bevölkerung zu schützen vermöge. Eine Interessenabwägung sei in diesem Zusammenhang nicht vorzunehmen. Auch seien Zweifel an der Eignung der geforderten Massnahme zur Erfül- lung der umweltpolitischen Zielsetzung nicht angebracht. Soweit die kantonale Fachstelle die Auffassung vertreten habe, die Überdeckung sei lufthygienisch nur von begrenztem Nutzen, habe sich dies ausschliesslich auf die kurze Tunnel- variante bezogen, welche in der Tat den Hauptteil des Dorfes vor Immissionen nicht zu schützen vermöge. Die entgegen der ersten Auflage des Umweltverträglichkeitsberichts in der zweiten Auflage geäusserte Meinung, eine Überdeckung der ganzen Strecke auf Gemeindegebiet Knonau sei lufthygienisch nicht zu begründen, sei unverständlich und beruhe offenbar auf finanziellen Überlegungen. Kostengründe dürften jedoch bei der Anwendung von Art. 11 Abs. 3 des Umweltschutzgeset- zes keine Rolle spielen. Demnach stelle sich auch die vom Verwaltungsgericht in den Vordergrund gerückte Frage der Verhältnismässigkeit nicht. Diese wäre aber im Eventualfall zu bejahen. Die Baudirektion des Kantons Zürich ersucht im Namen des Regierungsrates um Abweisung der Beschwerde, so- weit auf diese einzutreten sei. Das Verwaltungsgericht des Kantons Zürich stellt den gleichen Antrag. Nach Auffassung des Eidgenössischen Departementes für Umwelt, Verkehr, Ener- gie und Kommunikation (UVEK) ist die Verwaltungsgerichtsbe- schwerde abzuweisen. Das Departement bemerkt hierzu, dass sich seine zuständigen Fachstellen bereits am kantonalen Verfahren beteiligt hätten. Den dort abgegebenen Stellung- nahmen - insbesondere jener des BUWAL vom 16. Dezember 1998 zum Gutachten Pelli - könne sich das UVEK ohne weiteres an- schliessen. Die im Umweltverträglichkeitsbericht prognosti- zierten Verkehrsbelastungen entsprächen einer realistischen Entwicklung. Ebenso lieferten die darauf basierenden Luft- hygieneberechnungen nachvollziehbare Resultate. Die Beschwerdeführerin hat von der ihr gebotenen Gelegenheit, sich zur Vernehmlassung des UVEK zu äussern, mit Eingabe vom 21. Januar 2000 Gebrauch gemacht.