Citation: 9C_915/2013 E. 6.2

6.2. Der Verstorbene selbst hoffte im Zeitpunkt der Kündigung offensichtlich, der Wegfall der beruflichen Belastung würde seine Situation verbessern. Dies lässt sich nicht nur seinen Ausführungen im Kündigungsschreiben entnehmen (wonach er sich für die Verantwortung gegenüber seinen Töchtern entschieden habe), sondern auch der Bemerkung gegenüber seiner Ehefrau, wenn er jetzt nicht kündige, könne sie ihn auf dem Friedhof besuchen. Gemäss dem an die Ehefrau gerichteten Abschiedsbrief hatte er allerdings "schon vor zwei Jahren" gegenüber Dr. med. H.________ seine Suizidabsicht geäussert. Ob er sich nach dem Rückzug aus dem Berufsleben familiären Aufgaben widmete, ist nicht dokumentiert (hiezu nachfolgende E. 6.3). Die Angehörigen schilderten eindrücklich und glaubhaft die zunehmende gesundheitliche Verschlechterung ihres Ehemannes und Vaters, wobei die Witwe insbesondere das letzte Lebensjahr als sehr schwierig beschrieb, weil der Verstorbene sich völlig passiv verhalten und niemanden mehr an sich herangelassen habe. Ab Sommer 2010 habe er massiv mehr Alkohol konsumiert. Die älteste Tochter hielt in einem im August 2010 verfassten Brief an ihren Vater fest, er rege sich "in letzter Zeit" viel zu oft und zu schnell auf und lächle zwar am Morgen, danach aber nicht mehr, was zu viel Streit und schlechter Laune in der Familie führe. Die Tochter führte aus, es tue ihr weh, dass "täglich alles schlimmer" werde und sie äusserte Angst, dass "alles kaputt geht". Ob und allenfalls in welchem Ausmass der Verstorbene ab April 2008 arbeitsunfähig gewesen war, lässt sich aus den Schilderungen der Angehörigen indes nicht rechtsgenüglich ableiten, ebenso erlaubt eine bereits im Frühjahr 2008 gegenüber dem Hausarzt erwähnte Suizidabsicht keine verlässlichen Schlüsse über den weiteren Verlauf. Auch dass der Verstorbene nicht sofort eine neue Arbeitsstelle suchte, lässt sich nicht zwingend auf gesundheitliche Gründe zurückführen. Während der nach unbestritten gebliebener Darstellung der Beschwerdegegnerin bei Kadermitarbeitern der Firma Y.________ üblichen Freistellung wurde bis Ende November 2008 weiterhin der bisherige Lohn ausbezahlt, weshalb zunächst keine unmittelbare wirtschaftliche Notwendigkeit zum sofortigen Antritt einer neuen Arbeitsstelle bestand.