Citation: I 644/00 30.04.2001 E. 3

3.- a) Die Verfügung vom 8. Juli 1993 stützt sich in medizinischer Hinsicht auf den Arztbericht des Dr. med. M.________ vom 23. November 1992 und dessen Schreiben vom 29. März 1993. Im Bericht vom 23. November 1992 diagnostiziert er eine chronische angstbetonte Depression. Als Symptome nennt er Konzentrations- und Denkstörungen, Angst, verbunden mit sozialem Rückzug, sowie einen Mangel an Energie und Initiative. Auf Grund der chronischen nervösen Störungen sei die Patientin mindestens seit Sommer 1989 nicht in der Lage, zu mehr als 50 % zu arbeiten, wobei praktisch nur die bisherige Tätigkeit (Putzen, Zimmer machen) in Frage komme. In seinem Schreiben vom 29. März 1993 widerspricht Dr. med. M.________ der Ansicht der Verwaltung, durch eine Bereinigung der familiären Situation könne die volle Arbeitsfähigkeit wieder hergestellt werden, sodass keine Invalidität vorliege. b) Über die weitere Entwicklung des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin enthalten die Akten die folgenden Angaben: aa) In seinem Bericht vom 30. Januar 1995 diagnostiziert Dr. med. M.________ weiterhin eine chronische angstbetonte Depression und erklärt, es sei keine wesentliche Veränderung eingetreten. Gleichzeitig führt er aus, die Patientin fühle sich wegen ihrer psychischen Störungen nur zu einer leichten stundenweisen Tätigkeit fähig. Ihre maximale Arbeitsleistung betrage vielleicht etwa 30 %. bb) Im Revisionsbegehren vom 2. Oktober 1995 legt Dr. med. M.________ dar, der Zustand der Versicherten habe sich in der Zwischenzeit derart verschlechtert, dass eine Arbeitssuche nicht mehr in Frage komme. Mit Schreiben vom 4. März 1996 erklärt er, die Versicherte sei nunmehr seit praktisch einem Jahr zwischen 75 und 100 % arbeitsunfähig. cc) Dr. med. I.________ attestiert der Versicherten in seinem Gutachten vom 28. September 1996 eine Restarbeitsfähigkeit von 30 %, wobei er die Einschränkung zu einem wesentlichen Teil auf invaliditätsfremde Gründe zurückführt. In einem zweiten Gutachten vom 22. Oktober 1997 bestätigt er diese Aussagen weitgehend. Die Arbeitsfähigkeit schätzt er weiterhin auf 30 %, dies mit der Ergänzung, die Beschwerdeführerin sei auf dem freien Arbeitsmarkt zur Zeit nicht vermittelbar. dd) Die beiden Berichte vom 22. Mai 1997 und 9. Juni 1997 über den Aufenhalt der Versicherten in der Privatklinik Y.________ vom 3. Februar bis 25. April 1997 enthalten unterschiedliche Diagnosen, wobei deutlich wird, dass keine wesentliche und dauerhafte Verbesserung des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin erreicht werden konnte. Zur Arbeitsfähigkeit äussern sich die Berichte nicht. ee) Dr. med. M.________ bescheinigt der Beschwerdeführerin in seinem Arztbericht vom 22. September 1997 eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % seit Mai 1995. Er diagnostiziert einen chronischen ängstlich-depressiven Zustand, eine generalisierte Angststörung und eine abhängige Persönlichkeit. ff) Das Gutachten des Medizinischen Zentrums Z.________ vom 19. September 1998 nennt als Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine schwere depressive Episode ohne psychotische Symptomatik, eine Persönlichkeitsstörung und eine Benzodiazepin-Abhängigkeit mit ständigem Substanzgebrauch. Die Arbeitsfähigkeit wird auf 30 % beziffert, wobei mittel- oder langfristig eine Steigerung auf 50 % als realistisch erachtet wird. Laut dem Gutachten hat sich der Gesundheitszustand der Versicherten seit der Beschreibung von Dr. med. M.________ vom 30. Januar 1995 nicht nennenswert verändert, und eigentliche invaliditätsfremde Gründe für die Einschränkung im Erwerbsleben lägen nicht vor, da die Benzodiazepin-Abhängigkeit als Folge der Persönlichkeitsstörung interpretiert werden könne. c) Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit im massgebenden Zeitpunkt des Erlasses der Revisionsverfügungen vom 22. September 1999 (BGE 121 V 366 Erw. 1b mit Hinweisen) hat die Vorinstanz zu Recht auf das Gutachten des Medizinischen Zentrums Z.________ vom 19. September 1998 abgestellt. Diese ärztliche Stellungnahme, welche auf umfassenden Untersuchungen und einer Würdigung sämtlicher Akten beruht und auf dieser Grundlage zu schlüssigen Ergebnissen gelangt, die einleuchtend begründet werden, erfüllt die von der Rechtsprechung (BGE 125 V 352 Erw. 3a mit Hinweis) entwickelten Anforderungen an ein beweiskräftiges Gutachten. Dagegen kann auf die Aussagen des Dr. med. M.________ vom 22. September 1997, wonach die Beschwerdeführerin vollumfänglich arbeitsunfähig sei, und des Dr. med. I.________ vom 28. September 1996 und 22. Oktober 1997, wonach die Arbeitsunfähigkeit von 70 % zu einem erheblichen Teil invaliditätsfremde Ursachen habe, nicht abgestellt werden, da diese nicht auf umfassenden Untersuchungen beruhen, einander widersprechen und teilweise von einer fachärztlichen Auseinandersetzung mitgeprägt sind. Die früher verfassten Berichte sind bereits wegen der zeitlichen Distanz nicht geeignet, eine Grundlage für die Revisionsverfügungen vom 22. September 1999 zu liefern. Demnach besteht eine gesundheitlich bedingte Arbeitsunfähigkeit von 70 %. d) In seinem Bericht vom 23. November 1992 schätzte Dr. med. M.________ die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin auf "nicht mehr als 50 %". Diesem Befund entspricht, dass die Beschwerdeführerin damals mit einem Pensum von knapp 50 % erwerbstätig war, wobei aus den Aussagen des Arbeitgebers (Berichte vom 4. Januar 1993 und 24. März 1995, telefonische Auskunft vom 2. April 1993) zu schliessen ist, dass sie insoweit die volle Leistung erbrachte. In der Folge erklärte Dr. med. M.________ in seinem Bericht vom 30. Januar 1995, der Gesundheitszustand habe sich nicht wesentlich verändert, bezifferte die Arbeitsfähigkeit jedoch auf nur noch 30 %. Im Gutachten des Medizinischen Zentrums Z.________ vom 19. September 1998 wird ausgeführt, die Situation habe sich gegenüber dem Bericht vom 30. Januar 1995 nicht nennenswert geändert, und die Arbeitsfähigkeit belaufe sich nach wie vor auf 30 %. Aus diesen ärztlichen Stellungnahmen geht hervor, dass der Beschwerdeführerin die Tätigkeit in einem Hotel nicht mehr mit dem im Jahr 1993 geleisteten (und damals zumutbaren) Pensum von knapp 50 %, sondern nur noch mit einem solchen von rund 30 % zugemutet werden kann. Folglich hat sich der Gesundheitszustand in diesem Sinne verändert. Das Revisionsbegehren kann daher nicht mit der Begründung abgelehnt werden, es liege keine Veränderung des massgeblichen Sachverhalts vor.