Citation: 7B_983/2024 E. 5.5

5.5. Die Rügen des Beschwerdeführers zur Verhältnismässigkeit der Haft erweisen sich als unbegründet: Der Beschwerdeführer befindet sich seit dem 20. Juni 2022 in Haft und hatte somit am 24. Juli 2024 bereits über 25 Monate Haft erstanden. Dennoch droht ihm, angesichts der freiheitsentziehenden Massnahme, die gemäss Art. 59 Abs. 4 StGB einstweilen bis zu fünf Jahre dauern kann, zurzeit noch keine Überhaft, da er nicht darlegt und auch nicht ersichtlich ist, weshalb eine Aufhebung dieser Anordnung durch das Berufungsgericht mit hinreichender Wahrscheinlichkeit zu erwarten wäre (vgl. Urteil 1B_299/2023 vom 29. Juni 2023 E. 3.1.1 f mit Hinweisen). Ferner besteht vorliegend jedenfalls aktuell noch kein Grund, den Beschwerdeführer aus Gründen seiner Behandlungsbedürftigkeit aus der Haft zu entlassen. Wie die Vorinstanz zutreffend erwägt, wird zwar seine jetzige Unterbringung den Anforderungen an eine Massnahme nicht gerecht. Aus einer Stellungnahme des Amtes für Justizvollzug des Kantons Solothurn vom 24. September 2024 in den Vorakten geht jedoch hervor, dass der Beschwerdeführer am 20. Juni 2023 in eine psychiatrische Klinik eingewiesen worden sei. Er sei am 2. Februar 2024 zurück in ein Untersuchungsgefängnis verlegt worden, weil die Weiterführung der Therapie wegen Verschlechterung seines Gewalt- und Risikoprofils nicht möglich gewesen sei. Der Beschwerdeführer befand sich demzufolge seit Gewährung des vorzeitigen Massnahmenvollzugs am 15. Februar 2023 offenbar zumindest zeitweise in einer für die Durchführung der Massnahme geeigneten Einrichtung. Dem angefochtenen Entscheid lässt sich zudem entnehmen, dass der Beschwerdeführer sich zurzeit auf drei Wartelisten befindet und die Vorinstanz eine Kopie ihres Beschlusses der für den Straf- und Massnahmenvollzug zuständigen Behörde hat zukommen lassen, damit diese sich um einen geeigneten Platz bemühe. Es sind demnach Bestrebungen im Gange, den Beschwerdeführer, der sich erst im vorzeitigen Massnahmenvollzug befindet und noch nicht rechtskräftig einer Massnahme unterworfen wurde, möglichst rasch einer geeigneten Einrichtung zuzuführen. Dieser legt nicht dar, inwiefern ihm in der Zwischenzeit die Fortsetzung der Haft angesichts seines Gesundheitszustandes unzumutbar wäre. Soweit er behauptet, er werde in Isolationshaft "in unmenschlichen Umständen" gehalten, habe seit Wochen keinen Kontakt zu seinen Verwandten und habe keinen telefonischen Kontakt zu seinem Rechtsanwalt, geht dies nicht aus der Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz hervor, die der Beschwerdeführer in diesem Punkt nicht als willkürlich oder sonst bundesrechtswidrig rügt (vgl. E. 4.2 hiervor). Eine mildere Massnahme als die Fortsetzung der Haft, wie etwa die beantragte Überführung in eine "zivilrechtliche Massnahme", fällt angesichts der vom Beschwerdeführer ausgehenden Wiederholungsgefahr nicht in Betracht, wie die Vorinstanz zutreffend erwägt. Damit erweist sich die Inhaftierung des Beschwerdeführers derzeit noch als verhältnismässig.