Citation: 7B_42/2024 E. 2.8.1

2.8.1. Zunächst ist es - entgegen der beschwerdeführerischen Kritik - grundsätzlich sachgerecht, eine Differenzierung zwischen den Richtern der Berufungskammer und jenen der Beschwerdekammer zu treffen. Deren Verhältnis zur Beschwerdeführerin ist augenscheinlich nicht dasselbe. Zwar ist die Beschwerdeführerin als Vizepräsidentin auch ihren Kolleginnen der Berufungskammer nicht administrativ übergeordnet und sind diese ihr gegenüber nicht weisungsgebunden (so für den Präsidenten der Berufungskammer Urteil 7B_173/2023 vom 15. März 2024 E. 2.4). Wie die Vorinstanz erwägt, führte und führt die Beschwerdeführerin aber in einer Vielzahl von Fällen Vorsitz in der Berufungskammer. In dieser Funktion bildet sie gemeinsam mit den übrigen Richtern der Berufungskammer regelmässig Spruchkörper, arbeitet vergleichsweise eng mit diesen zusammen und wird dies auch in Zukunft tun. Anders verhält es sich bei den Richtern der Beschwerdekammer, die einer anderen Kammer angehören und nur soweit erforderlich in der Berufungskammer aushelfen, wenn der Einsatz nebenamtlicher Richter und Richterinnen nicht möglich ist (Art. 55 Abs. 3 Satz 2 StBOG in Verbindung mit Art. 13 Abs. 4 des Organisationsreglements für das Bundesstrafgericht vom 31. August 2010 [BStGerOR; SR 173.713.161]) Die Beschwerdeführerin weist im Verfahren vor Bundesgericht nur auf drei Fälle hin, in denen dies tatsächlich geschehen ist, und nur auf einen einzigen Fall, in dem sie tatsächlich gemeinsam mit einem Richter der Beschwerdekammer (dem Beschwerdegegner 2) als Berufungsinstanz geamtet hat (Verfahren CA.2019.28). Die theoretische Möglichkeit, dass in Zukunft allenfalls weitere Mitglieder der Beschwerdekammer in der Berufungskammer auszuhelfen haben, rechtfertigt es nicht, diese in Fragen der Unabhängigkeit und Unbefangenheit mit den Richtern der Berufungskammer gleichzusetzen, mit denen die Beschwerdeführerin von Gesetzes wegen zu einer ständigen Zusammenarbeit verpflichtet ist. Es mag auch zutreffen, dass die Beschwerdeführerin als Mitglied der Verwaltungskommission auf Antrag der betroffenen Kammerpräsidenten über Meinungsverschiedenheiten im Zusammenhang mit der Aushilfspraxis mitzuentscheiden hätte (vgl. Art. 13 Abs. 5 BStGerOR). Daraus ergibt sich aber weder in administrativer noch funktionaler Hinsicht eine Abhängigkeit oder Subordination, die im Hinblick auf den Anschein der Befangenheit der Mitglieder der Beschwerdekammer von Relevanz wären.