Citation: 1C_495/2022 E. 2

Das Kantonsgericht erteilte den Bauabschlag, weil die projektierte Garage in nur 9 cm Abstand von der Grenze der Parzelle Nr. 592 errichtet werde und damit den Grenzabstand nicht einhalte. Dies wäre nach Art. 82 Abs. 2 des Ausführungsreglements vom 1. Dezember 2009 (RPBR; SGF 710.11) zum kantonalen Raumplanungs- und Baugesetz vom 2. Dezember 2008 (RPBG; SGF 710.1) einzig zulässig, wenn es sich bei der Garage um eine Unterniveaubaute i.S.v. Art. 75 RPBR handeln würde. Nach dieser Bestimmung gelten als Unterniveaubauten Gebäude, die nicht mehr als 1 m über das massgebende oder tiefer gelegte Terrain hinausragen. Weil Abgrabungen vorgenommen worden seien, sei auf die Höhe über dem tiefergelegten Terrain abzustellen. Dies ergebe sich auch aus den Skizzen zu Ziff. 2.5 in Anh. 2 der Interkantonalen Vereinbarung vom 22. September 2005 über die Harmonisierung der Baubegriffe (IVHB; SGF 710.7; für den Kanton Freiburg in Kraft seit 1. Januar 2010) und den dazu vom interkantonalen Organ publizierten Erläuterungen (OIHB, Stand 3. September 2013). Vorliegend überschreite die Garage das zulässige Mass. Gemäss den Bauplänen überschreite die im südöstlichen Teil der Parzelle Nr. 591 projektierte Garage an der Grenze zum Grundstück Nr. 592 das natürliche Terrain um bis zum 119 cm und das tiefer gelegte Terrain um maximal 251 cm (angefochtener Entscheid S. 7), auch unter Berücksichtigung der noch vorzunehmenden Umgebungsarbeiten (vorinstanzlicher Entscheid S. 8).