Citation: 6B_464/2024 E. 4.2

4.2. Die Erstinstanz berücksichtigte bei der Verlängerung der stationären Massnahme, dass die ungünstige Legalprognose durch das Anlassdelikt der versuchten Tötung begründet wird, wofür der Beschwerdeführer zu einer Freiheitsstrafe von sieben Jahren verurteilt wurde. Zusätzlich wurde er wegen versuchter Erpressung, Raubs, Diebstahls und Hausfriedensbruchs zu einer Freiheitsstrafe von 21 Monaten verurteilt. Die bisherige Dauer der Massnahme hat die Dauer der Freiheitsstrafe erreicht. Die Erstinstanz hielt aber fest, dass die bedingte Entlassung mit verschiedenen Risiken verbunden wäre. Die Erstinstanz entnahm dem Gutachten, dass die Kombination der psychiatrischen Diagnosen aufgrund ihrer gegenseitigen Beeinflussung als schwere psychische Störung zu klassifizieren sei. Der enge Therapierahmen im Massnahmenzentrum St. Johannsen zeige im Gegensatz zum weniger engen Rahmen im Verein B.________ einen positiven Verlauf. Als besondere Herausforderung stelle sich weiterhin die Übertragung der erarbeiteten Therapieinhalte in das reale Lebensumfeld heraus. Der Beschwerdeführer wäre mit einer Entlassung in die Freiheit überfordert, zumal er in weniger engem Rahmen deutlich weniger Bereitschaft und Fähigkeit zeige, Verbindlichkeiten einzugehen und einzuhalten. Gemäss Gutachten gebe es keine Hinweise, dass er ausserhalb des strukturierten Rahmens Vereinbarungen einhalten würde, weshalb bei einer bedingten Entlassung "von einem sehr ungünstigen Bild hinsichtlich des Rückfallrisikos für ähnliche Straftaten auszugehen" sei. Es sei anzunehmen, dass er von einer weiteren Begleitung im Rahmen einer stationären Massnahme profitiere. Eine Verbesserung der Legalprognose sei möglich. Der Beschwerdeführer sei therapiebedürftig, therapiefähig und therapiewillig. Mit allmählichen Vollzugslockerungen könne er schrittweise auf die Selbständigkeit vorbereitet werden. Der Sachverständige halte fest, dass ein gelockerter Rahmen diverse Herausforderungen für den Beschwerdeführer mit sich bringen wird. Bei reibungslosem Verlauf sei mit einem weiteren Aufenthalt von mehreren Monaten im Massnahmenzentrum St. Johannsen zu rechnen, bevor ein geregelter Übertritt in eine betreute Wohnform und externe Arbeitserprobung möglich sei. Diese Einschätzung ergebe sich auch aus dem krisenbehafteten Verlauf im Verein B.________. Vor der Entlassung des Beschwerdeführers aus der Massnahme seien hinreichende Belastungsproben und Bewährungen nötig, was in zeitlicher Hinsicht ebenfalls zu berücksichtigen sei. Insofern seien eine entsprechende Vorbereitung und das Einrichten eines passenden Rahmens notwendig. Weitere Vollzugslockerungen würden insofern noch eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen. Daher erscheine eine Verlängerung der stationären Massnahme um weitere zwei Jahre als angemessen und verhältnismässig. Die Erstinstanz gab zu bedenken, dass die Vollzugsbehörde befugt bleibe, die Massnahme bereits vor Ablauf dieser zwei Jahre aufzuheben, sofern die Voraussetzungen erfüllt seien. Eine weitere Verlängerung der Massnahme sei bei linearem Verlauf der Massnahmeerfolge ohnehin nur äusserst zurückhaltend und allenfalls nur für eine kurze Dauer möglich.