Citation: C 187/98 12.05.2000 E. 4

4.- a) Es ist ferner zu beurteilen, ob die während über vier Monaten an vier Tagen pro Woche absolvierte Aus- bildung zum Autofahrlehrer als zur Planungsphase der selbstständigen Erwerbstätigkeit gehörende Vorbereitungs- massnahme qualifiziert werden kann. Angesichts des zeitli- chen Umfangs der Fahrlehrerausbildung sowie der Tatsache, dass das Bestehen der Abschlussprüfung vom 9. Dezember 1997 für die anschliessende Berufsausübung unabdingbar war, ist die Frage in Übereinstimmung mit dem Beschwerde führenden KIGA zu verneinen. Der Gesetzgeber bezweckte mit der Schaf- fung der Unterstützungsleistungen gemäss Art. 71a Abs. 1 und 2 AVIG Versicherten, deren Vermittlung aus Gründen des Arbeitsmarktes unmöglich oder stark erschwert ist (vgl. Art. 59 Abs. 1 AVIG), die Verwertung ihrer beruflichen Fähigkeiten im Rahmen einer selbstständigen Erwerbstätig- keit zu ermöglichen. Dieser gesetzgeberische Wille fand seinen Ausdruck in der Beschränkung der Anzahl besonderer Taggelder nach Art. 71a Abs. 1 AVIG auf höchstens 60. Die dadurch bestimmte Planungsphase wäre regelmässig zu kurz, wenn sie nicht nur der Vorbereitung des eigenen Geschäftes, sondern - wie vorliegend - zusätzlich der erforderlichen beruflichen Ausbildung dienen müsste. Soweit die Aufnahme der selbstständigen Erwerbstätigkeit vom Bestehen einer Prüfung zur Erlangung der Berufsausübungsbewilligung ab- hängt, können zudem die Erfolgsaussichten des Grobprojektes oder des ausgearbeiteten Projektes zuvor gar nicht ab- schliessend beurteilt werden (Art. 71b Abs. 1 lit. d und Abs. 2 AVIG). b) Was die Frage nach der Ausrichtung besonderer Tag- gelder für die Dauer der Fahrlehrerausbildung unter dem Titel von Art. 59b f. AVIG (Teilnahme an einem Umschulungs- kurs) betrifft, scheitert ein solcher Leistungsanspruch schon am - hier verlangten - Erfordernis der Kontroll- pflichterfüllung gemäss Art. 82 Abs. 1 AVIV in Verbindung mit Art. 8 Abs. 1 lit. g und Art. 17 Abs. 2 AVIG sowie Art. 22 AVIV (vgl. Nussbaumer, a.a.O., Rz 546). Wenn der Beschwerdegegner diesbezüglich geltend macht, er habe von der Arbeitslosenkasse des Kantons Bern, Zweigstelle Z.________, eine unrichtige telefonische Auskunft erhalten (vorinstanzlich eingereichte Beschwerde), gilt es festzu- halten, dass ihm die genannte Zweigstelle damals auf jeden Fall das bereits erwähnte (vorstehende Erw. 3a am Ende) KIGA-Formular mit dem ausdrücklichen Hinweis auf die er- forderliche Erfüllung der Kontrollvorschriften zugestellt hat. Unabhängig vom genauen Inhalt des angeführten Telefon- gesprächs ist somit einer Berufung auf die Bindungswirkung falscher behördlicher Auskünfte (vgl. hiezu BGE 121 V 66 Erw. 2a mit Hinweisen) der Boden entzogen. Denn ersuchen Versicherte die Verwaltung um eine Information, welche ihnen zunächst mündlich und im Anschluss daran (noch aus- führlicher) schriftlich erteilt wird, können sie selbst- verständlich den zweiten Teil dieser behördlichen Auskunft nicht einfach ignorieren und unter Hinweis auf die Unrich- tigkeit bzw. Unvollständigkeit der mündlichen Angaben ge- stützt auf das Vertrauensschutzprinzip eine vom materiellen Recht abweichende Behandlung verlangen. Unter diesen Um- ständen mag offen bleiben, ob hier die übrigen Anspruchs- voraussetzungen für die Ausrichtung von Kurstaggeldern er- füllt wären (insbesondere ist nicht zu entscheiden, ob eine Umschulung im arbeitslosenversicherungsrechtlichen Sinne vorliegt).