Citation: 1C_92/2021 E. 2.1

2.1. Die Schutzobjekte des Natur- und Heimatschutzes sind in § 203 Abs. 1 PBG/ZH umschrieben. Es gehören dazu namentlich Ortskerne, Quartiere, Strassen und Plätze, Gebäudegruppen, Gebäude und Teile, die als wichtige Zeugen erhaltenswürdig sind oder Siedlungen wesentlich prägen (§ 203 Abs. 1 lit. c PBG/ZH). Gemäss § 203 Abs. 2 PBG/ZH erstellen die für die Schutzmassnahmen (vgl. §§ 205-210 PBG/ZH) zuständigen Behörden über die Schutzobjekte ein Inventar. Bei Objekten kommunaler Bedeutung ist der Gemeindevorstand für die Inventarisierung zuständig (§ 203 Abs. 2 i.V.m. § 211 Abs. 2 PBG). Gemäss ständiger Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich ist die Aufnahme eines Schutzobjekts in ein Inventar gemäss § 203 Abs. 2 PBG/ZG eine blosse Verwaltungshandlung ohne Verfügungscharakter. Als solche kann sie nicht mit Rekurs oder Beschwerde angefochten werden. Mangels Verfügungscharakters stehen nach dieser Rechtsprechung weder dem betroffenen Eigentümer noch Verbänden Mitwirkungsrechte bei der Inventaraufnahme zu (vgl. Urteile des VGer ZH VB.2011.00759 vom 11. Juli 2012 E. 2.3; VB.2009.00424 vom 10. Februar 2010 E. 2.2 Abs. 3; RB 1992 Nr. 8; siehe dazu auch Entscheid des Baurekursgerichts des Kantons Zürich BRGE II Nr. 0004/2020 vom 21. Januar 2020 E. 3). Die Erstellung der Inventare bzw. die Inventaraufnahme als solche bewirkt (noch) keinen Schutz. Soll ein inventarisiertes Objekt dauernd geschützt werden, sind Schutzmassnahmen gemäss § 205 PBG/ZH zu ergreifen. Gemäss der Praxis im Kanton Zürich begründet das Inventar aber die Vermutung der Schutzwürdigkeit der darin verzeichneten Objekte. Die zuständige Behörde ist nach dieser Praxis dazu verpflichtet, sich mit dieser Vermutung auseinanderzusetzen. Der für Objekte kommunaler Bedeutung zuständige Gemeindevorstand (vgl. § 211 Abs. 2 PBG/ZH) hat damit bei inventarisierten Objekten in Auseinandersetzung mit dieser Vermutung entweder Schutzmassnahmen nach § 205 PBG/ZH anzuordnen oder ganz oder teilweise darauf zu verzichten (vgl. zum Ganzen Urteile des VGer ZH VB.2011.00759 vom 11. Juli 2012 E. 2.3; VB.2011.00692 vom 21. März 2012 E. 2.1; zur genannten Vermutung siehe auch FRIDOLIN STÖRI, Die Selbstbindung nach zürcherischem Recht, PBG aktuell - Zürcher Zeitschrift für öffentliches Baurecht 2012/3, S. 5 ff., S. 11; vgl. ferner Urteil 1C_270/2008 vom 6. Februar 2009 E. 3.3.1).