Citation: 1P.735/2004 07.04.2005 E. 3

Unbestritten ist, dass sich der Beschwerdeführer am 28. Mai 2003 ab circa 18 Uhr im Restaurant "Rothbrücke" in St. Pelagiberg aufhielt und am Stammtisch zunächst Apfelwein und dann Weisswein trank. Um circa 20:30 Uhr stiess auch der gehbehinderte Beschwerdegegner zum Stammtisch, trank eine Stange Bier und wollte das Lokal um circa 21 Uhr wieder verlassen. 3.1 Nach der Überzeugung des Obergerichts geschah dann Folgendes: Der Beschwerdeführer folgte dem Beschwerdegegner und hinderte ihn am Verlassen des Lokals. Er sprach ihn auf eine alte Schuld an, doch der Beschwerdegegner wollte sich nicht auf eine Diskussion einlassen und versuchte, an ihm vorbei zur Tür zu gehen. Darauf hin nahm ihn der Beschwerdeführer mit dem rechten Arm in den "Schwitzkasten" und schlug ihm mit der linken Faust mehrmals gegen den Kopf, was zu einer blutenden Rissquetschwunde an der Stirn sowie zu Hämatomen rechts und links oberhalb der Augenbraue führte. Z.________, der als Gast im Restaurant weilte, wurde auf die Auseinandersetzung aufmerksam. Er griff ein und hielt den Beschwerdeführer von hinten fest, worauf der Beschwerdegegner das Lokal verliess (angefochtenes Urteil E. 3 S. 6 ff., Zusammenfassung E. 3 d/ee S. 14). 3.2 Was der Beschwerdeführer dagegen vorbringt, geht teils an der Sache vorbei. Dies gilt etwa für seine Kritik, soweit sie sich nicht gegen das angefochtene Urteil, sondern dasjenige der ersten Instanz oder das Verhalten der Staatsanwaltschaft richtet (Art. 86 Abs. 1 OG). Teils erschöpfen sich die Rügen in weitschweifiger appellatorischer Kritik an der obergerichtlichen Beweiswürdigung, indem sich der Beschwerdeführer im Wesentlichen darauf beschränkt, seine Sicht der Dinge darzulegen und den Nachweis schuldig bleibt, inwiefern die obergerichtlichen Schlussfolgerungen willkürlich sein sollen: Nach seiner Darstellung hat der Beschwerdeführer den Beschwerdegegner vor dem Ausgang des Restaurants auf eine ältere, seiner Ansicht nach offene Geldschuld angesprochen. Dieser habe ihn daraufhin aus dem Weg schieben wollen, um das Restaurant zu verlassen, worauf sie sich im Sinne einer Rangelei gegenseitig an den Armen festgehalten hätten. Er sei dann von einem anderen Gast festgehalten worden, worauf der Beschwerdegegner das Lokal verlassen habe und er selber in den Schankraum zurückgekehrt sei. Der Beschwerdeführer anerkennt damit den äusseren Ablauf des Kerngeschehens, wie ihn das Obergericht annimmt, und bestreitet nur, dass er dem Beschwerdegegner mehrmals die linke Faust ins Gesicht schlug und ihm dadurch eine Rissquetschwunde und Hämatome zufügte. Fest steht indessen, und der Beschwerdeführer bestreitet dies nicht oder jedenfalls nicht in einer den gesetzlichen Anforderungen genügenden Weise, dass der Beschwerdegegner, als er den Stammtisch verliess, keine Verletzungen im Gesicht aufwies. Als die Polizei um 21:18 Uhr am Tatort eintraf, war er, wie die Beamten fotografisch festhielten, unzweifelhaft am Gesicht verletzt. Nach der Aussage des Zeugen Z.________, der die Streitenden trennte, indem er den Beschwerdeführer von hinten umklammerte, hatte der Beschwerdegegner in diesem Moment eine "rote Stirn" bzw. einen "Chratz am Grind"; Genaueres habe er nicht gesehen, da er sich um den Beschwerdeführer gekümmert habe. Diese Beschreibung des Zeugen passt ohne weiteres auf die offene Wunde an der Stirn des Beschwerdegegners. Das Obergericht konnte unter diesen Umständen ohne Willkür annehmen, die bei diesem festgestellten Verletzungen seien auf Faustschläge des Beschwerdeführers zurückzuführen und andere Ursachen, wie einen Zusammenprall mit der Türkante beim Verlassen des Lokals oder eine Selbstverstümmelung, ausschliessen. Dieser Schluss verletzt weder das Willkürverbot noch den Grundsatz "in dubio pro reo", die Rüge ist offensichtlich unbegründet.