Citation: 8C_71/2022 E. 4.1

4.1. Das kantonale Gericht hat erwogen, entsprechend dem Kausalitätsgedanken der Unfallversicherung sei für die Frage der Leistungspflicht die Versicherungsdeckung zur Zeit des Eintritts der Schadensursache bzw. des versicherten Ereignisses und nicht der Eintritt des Schadens massgebend. Das Bundesgericht habe vor diesem Hintergrund den Schluss gezogen, dass die für eine Leistungspflicht nach Art. 9 Abs. 3 UVG erforderliche Versicherungsdeckung vom Umstand abhänge, ob die von der Krankheit betroffene Person während der vorwiegenden Exposition und nicht bei Ausbruch der Krankheit versichert gewesen sei (mit Hinweis auf das Urteil 8C_383/2019 vom 5. September 2019 E. 4.1.2). Nach konstanter Rechtsprechung sei zur Bestimmung der Expositionsdauer die gesamte ausgeübte Berufstätigkeit zu berücksichtigen, mithin auch derjenige Teil, der nicht im Rahmen einer UVG-versicherten Tätigkeit erbracht worden sei (mit Hinweis auf BGE 119 V 200). Aus den Akten gehe hervor, dass der (nunmehrige) Beschwerdegegner seit 1990 ununterbrochen als Boden-/ Plattenleger erwerbstätig gewesen sei. In diesem bezogen auf die Entwicklung einer Gonarthrose risikobehafteten Beruf habe er die von Dr. med. C.________ (arbeitsmedizinische Beurteilung vom 22. April 2020) angegebene Mindestexpositionsdauer von 17'000 Stunden für die Annahme einer stark üerwiegend beruflich bedingten Krankheit bei weitem überschritten. Demnach liege eine Berufskrankheit im Sinne von Art. 9 Abs. 2 UVG vor, weshalb die (nunmehrige) Beschwerdeführerin für den dadurch bedingten Gesundheitsschaden aufzukommen habe.