Citation: 6P.6/2005 08.06.2005 E. 4

4.1 Mit eidgenössischer Nichtigkeitsbeschwerde wendet sich der Beschwerdeführer gegen den Schuldspruch wegen Anstiftung zu qualifiziertem Raub gemäss Art. 140 Ziff. 1 und 3 StGB. Er macht geltend, seine Äusserung, "in der Poststelle M.________ solle man einmal einfahren", sei keine Tataufforderung, sondern eine unbedachte Unmutsäusserung gewesen. Er sei damals äusserst aufgebracht gewesen, weil man ihm am Postschalter in M.________ kein Geld ausgehändigt habe. Er habe deshalb mit fast leerem Tank nach St. Gallen fahren müssen. In diesem Kontext sei am selben Abend in seiner Wohnung die fragliche Äusserung erfolgt. Dabei habe er sich nicht an die späteren Täter gewandt. Diese seien lediglich in der Wohnung anwesend gewesen und hätten mitgehört. Eventualiter bringt der Beschwerdeführer vor, er habe sich höchstens wegen Anstiftung zu Einbruchdiebstahl, nicht aber wegen Anstiftung zu bandenmässigem Raub schuldig gemacht, da zum Zeitpunkt seiner Äusserung der Tatexzess der Haupttäter noch gar nicht absehbar gewesen sei. Die eigentlichen Täter hätten sich im kleinkriminellen Umfeld bewegt. Sie hätten bei ihren Einbrüchen stets vermieden, mit Drittpersonen in Kontakt zu geraten, hätten lediglich Automaten geknackt und seien nur in leerstehende Gebäude, wie Lagerhallen, Büros und Verwaltungen etc. eingestiegen. Dementsprechend seien die Haupttäter in der Tatnacht in die im ersten Stock der Poststelle gelegene, leerstehende Posthalterwohnung eingedrungen und hätten dort nach dem Schlüssel zum Postraum gesucht. Erst als sie erkannt hätten, dass sie mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln an keine Wertsachen herankamen, hätten sie auf die Vertreterin des Posthalters gewartet, welche sie gezwungen hätten, die Sicherheitstür zum Poststellenraum zu öffnen, und welche sie anschliessend getötet hätten. Dieser Exzess habe überhaupt nicht dem ursprünglichen Plan entsprochen. Er (der Beschwerdeführer) habe zwar gewusst, dass die Täter von Einbruchdiebstählen gelebt hätten. Damit, dass sie einen Raubüberfall begehen würden, habe er aber nicht rechnen müssen. 4.2 Die Vorinstanz gelangt zum Schluss, der Beschwerdeführer habe mit seinem Tipp, "man müsste einmal in der Poststelle M.________ einfahren", in Kauf genommen, dass die Haupttäter einen Raubüberfall auf die Poststelle verüben würden. Er habe die beiden, vornehmlich als Duo agierenden, Einbrecher während 1 ½ Jahren beherbergt und sie durch die Bemerkung, für einen Raubüberfall seien sie "viel zu klein", geradezu aufgestachelt. Seine Äusserung in Bezug auf die Post in M.________ sei nach seiner eigenen Einschätzung für die beiden wie "Zucker aufs Brot" gewesen. Der Beschwerdeführer habe daher damit rechnen müssen, dass die Haupttäter die Poststelle in M.________ als Tatobjekt anvisieren und dort den geplanten Raubüberfall ausführen würden. Dies auch deshalb, weil der Beschwerdeführer die Poststelle in M.________ wegen der Abwesenheit des Poststellenleiters als günstiges Tatobjekt betrachtet habe. Schliesslich nimmt die Vorinstanz auch aufgrund des Umstandes, dass der Beschwerdeführer als Glücksbringer einen Knoten ins Küchentuch gemacht habe, an, er habe damit gerechnet, dass mehr passieren würde als ein blosser Einbruch. Nach seinen Aussagen in der Untersuchung sei ihm klar gewesen, dass die beiden Haupttäter in der Post etwas machen wollten. Ob mit oder ohne Waffe, habe er nicht gewusst; er habe einfach gedacht, "dass die zwei einen Überfall oder dann einen Einbruch machen werden". Seine Bemerkung stelle daher nicht eine bloss unbedachte Äusserung dar, sondern eine zumindest eventualvorsätzliche Anstiftung zu einem bandenmässigen Raub.