Citation: 6B_1105/2018 E. 2.1

2.1. Der Beschwerdeführer rügt, die Vorinstanz habe im schriftlichen Berufungsverfahren davon abgesehen, seine Berufungsbegründung der Staatsanwaltschaft zuzustellen. Damit habe die Vorinstanz faktisch ein Einparteienverfahren durchgeführt und seinen Anspruch auf ein kontradiktorisches Verfahren verletzt. Der Beschwerdeführer macht geltend, dass er der Durchführung eines schriftlichen Berufungsverfahrens nicht zugestimmt hätte, wenn er gewusst hätte, dass die Vorinstanz die Staatsanwaltschaft gänzlich aus dem Verfahren ausschliessen würde. Das mündliche Verfahren sehe mehr Möglichkeiten zur Darstellung des eigenen Standpunktes dar, etwa die Befragung des Beschuldigten sowie das Recht auf ein Schlusswort und auf einen zweiten Schriftenwechsel. All dies sei durch das Vorgehen der Vorinstanz massiv eingeschränkt worden. Sich in einem gesetzeskonformen Berufungsverfahren wähnend, habe er sich im ersten Schriftenwechsel darauf beschränkt, seine Berufung zu begründen, dies im Wissen darum, dass er in der weiteren Verfahrensfolge replizieren und ergänzende Ausführungen werde machen können. Die Parteien hätten bekanntlich das Recht, von den beim Gericht eingereichten Stellungnahmen Kenntnis zu erhalten und sich dazu mit einer Replik äussern zu können. Er habe aus Treu und Glauben darauf vertrauen dürfen, dass ein zweiter Schriftenwechsel durchgeführt werde. Unter diesen Umständen erscheine auch die von der Vorinstanz gewährte Frist zur Begründung der Berufung zu kurz, womit sein Anspruch auf rechtliches Gehör wiederum beschnitten worden sei. Der Beschwerdeführer fährt fort, dass nach der Rechtsprechung ein Anspruch auf Zustellung von Vernehmlassung unabhängig davon bestehe, ob diese Eingaben neue und erhebliche Gesichtspunkte enthalten. Es spiele demnach schlicht keine Rolle, was die Staatsanwaltschaft vor Vorinstanz inhaltlich vorgebracht hätte. Ihm hätte damit Gelegenheit zur Stellungnahme bzw. zur Replik gegeben werden müssen. Damit gehe einher, dass auch bei Verzicht auf Stellungnahme durch eine Partei die Gelegenheit zu einer weiteren Stellungnahme gegeben werden müsse, was vorliegend nicht geschehen sei. Zudem hätte er auch ohne Fristansetzung von seinem allgemeinen Replikrecht Gebrauch machen können, was die Vorinstanz ihm aber verwehrt habe, indem sie den Schriftenwechsel für bereits geschlossen erklärt habe.