Citation: 1A.13/2006 09.02.2006 E. 4

4.1 Der Beschwerdeführer rügt, dass der ersuchende Staat das Einvernahmeprotokoll der Fahrerin dem Rechtshilfeersuchen nicht beigelegt hat. Nach dem EAUe sind einem Auslieferungsersuchen folgende Dokumente beizufügen: Die Urschrift oder eine beglaubigte Abschrift eines vollstreckbaren verurteilenden Erkenntnisses, eines Haftbefehls oder jeder anderen, nach den Formvorschriften des ersuchenden Staates ausgestellten Urkunde mit gleicher Rechtswirkung (Art. 12 Ziff. 2 lit. a EAUe); eine Darstellung der Handlungen, derentwegen um Auslieferung ersucht wird (lit. b) sowie eine Abschrift der anwendbaren Gesetzesbestimmungen (lit. c). Das Einvernahmeprotokoll der Fahrerin ist ein Beweismittel aus dem slowenischen Strafverfahren. Das Auslieferungsübereinkommen verlangt nach der zitierten Bestimmung nicht, dass der ersuchende Staat dem Auslieferungsgesuch solche Beweismittel beifügt. Dies erklärt sich aus dem Zweck des Rechtshilfeverfahrens: Der Richter prüft die Voraussetzungen der Auslieferung, nicht den Strafvorwurf als solchen. Er hat weder Tat- noch Schuldfragen zu prüfen und grundsätzlich auch keine Beweiswürdigung vorzunehmen, sondern ist an die Sachverhaltsdarstellung im Ersuchen gebunden, soweit sie nicht durch offensichtliche Fehler, Lücken oder Widersprüche sofort entkräftet wird (BGE 125 II 250 E. 5b S. 257). Dem Auslieferungsersuchen liegen alle notwendigen Dokumente gemäss Art. 12 Ziff. 2 EAUe bei. Der Beschwerdeführer hat keinen Anspruch auf Beizug des Einvernahmeprotokolls der Fahrerin. Seine Rüge ist unbegründet. 4.2 Der Beschwerdeführer bringt vor, er sei mit seinem Bruder Y.________ verwechselt worden. Der dem Ersuchen beigefügte Haftbefehl wurde ausdrücklich gegen beide Brüder ausgestellt, da beide verdächtigt werden, an einem internationalen Transport- und Händlerring für Rauschgift beteiligt zu sein (Haftbefehl des Kreisgerichts in Koper vom 15. September 2005). Beide sind im Haftbefehl mit Name und Geburtsdatum aufgeführt. Aufgrund dieser Angaben steht fest, dass Slowenien beiden Brüdern gemeinsam begangene Straftaten vorwirft. Eine Verwechslung, die einer Auslieferung entgegenstehen würde, kann aus diesen Gründen ausgeschlossen werden.