Citation: 8C_268/2023 E. 4.1.1

4.1.1. Zu prüfen ist schliesslich, ob im Zeitpunkt der Neuanmeldung vom 27. September 2021 ein neuer Versicherungsfall eingetreten sei. Das kantonale Gericht erwog hiezu, Dr. med. B.________ habe in den Berichten vom 25. Oktober und 20. Dezember 2021 eine schwere depressive Störung mit psychotischer Symptomatik beziehungsweise eine gemischte schizoaffektive Störung mit Störung von Gefühlen und Sozialverhalten (ICD-10: F25.2), eine unverarbeitete posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10: F43.1) sowie eine andauernde Persönlichkeitsänderung nach extremer Belastung (ICD-10: F62.0) diagnostiziert. Im Vordergrund stünden hochgradige Niedergeschlagenheit, massive Schuldgefühle und eine erhebliche Störung der Vitalgefühle. Sie prägten die damit in engem Zusammenhang stehenden Gefühle eines praktisch aufgehobenen Selbstvertrauens und des Gefangenseins in einem sinnlosen Leben. Weitere Symptome seien die Unfähigkeit einer realitätsgerechten Einschätzung einer neuen Situation und ein unrealistisches Gefährdungsgefühl und erhöhte Reizbarkeit. Die gesamte Persönlichkeitsentwicklung sei derart beeinträchtigt, dass die Möglichkeit zur selbstständigen Bewältigung von alltäglichen Aufgaben stark begrenzt sei. Die Beschwerdeführerin verfüge nicht über die erforderlichen Ressourcen, um ihren innerseelischen Konflikt zu überwinden. Wegen der Grunderkrankung seien der Krankheitsverlauf sehr wechselhaft und die Therapiefortschritte stark eingeschränkt.