Citation: H 293/00 16.10.2001 E. 3

3.- a) Die Vorinstanz erwog, es bestehe kein Zweifel, dass Altersrentner keinen Anspruch auf einen zweiten Rollstuhl hätten, da das Kreisschreiben KHMI die Abgabe eines Zweitrollstuhles unter der Bedingung der unbedingten Notwendigkeit vorsehe, das Kreisschreiben über die Abgabe von Hilfsmitteln in der Altersversicherung (KSHA) indes keine solche Bestimmung enthalte und beim Versicherten die Abgabevoraussetzungen durch die Invalidenversicherung im Rahmen einer Besitzstandsgarantie nicht erfüllt seien. Demgegenüber lehnt die IV-Stelle den Anspruch mit der Begründung ab, es bestehe vorliegend keine unbedingte Notwendigkeit für einen Zweitrollstuhl. Sie macht geltend, der Versicherte könne sich auf die Besitzstandsgarantie berufen, da er bereits vor Erreichen des Rentenalters Leistungen für Rollstühle bezogen habe und deshalb zur Beurteilung des Anspruches die Kriterien der Verordnung über die Abgabe von Hilfsmitteln durch die Invalidenversicherung (HVI) zur Anwendung gelangten. b) Art. 2 Abs. 1 HVA setzt voraus, dass der Bezüger der Altersrente für die Tätigkeit in seinem Aufgabenbereich, für die Fortbewegung, für die Herstellung des Kontaktes mit der Umwelt oder für die Selbstsorge auf das beantragte Hilfsmittel angewiesen ist. Unbestrittenermassen ist der Versicherte auf seinen Rollstuhl Ortopedia, dessen leihweise Abgabe die IV-Stelle ihm zugesprochen hat, angewiesen. Was hingegen den fraglichen Zweitrollstuhl betrifft, macht der Versicherte geltend, er benötige diesen für die Zeit, während welcher sich sein Rollstuhl Ortopedia in der Reparatur befinde, da er sich einmal nicht mehr aus eigener Kraft aus dem vom Rollstuhl-Lieferanten für die Reparaturzeit zur Verfügung gestellten, aber unpassenden Ersatzrollstuhl habe erheben können. Der Bedarf an einem Zweitrollstuhl beschränkt sich damit auf wenige Gelegenheiten von kurzer Dauer und der angeschaffte Zweitrollstuhl bleibt die meiste Zeit unbenützt. Hinzu kommt, dass der Beschwerdeführer für die Dauer der Reparatur nicht auf einen Rollstuhl verzichten muss und deshalb eingeschränkt wäre, sondern es wird ihm vom Lieferanten zulasten der Invalidenversicherung ein Ersatz-Rollstuhl zur Verfügung gestellt. Unter diesen Umständen ist ein Anspruch auf Übernahme der Kosten für einen Zweitrollstuhl nicht ausgewiesen. Dass der Versicherte einmal einen ihm unpassenden Rollstuhl als Ersatz erhalten hat, ändert daran nichts. Zum gleichen Resultat würde überdies die Beurteilung gestützt auf die allenfalls im Rahmen der Besitzstandsgarantie anwendbaren Kriterien der HVI führen. Auch hier beschränkt die gesetzliche Ordnung (vgl. Art. 21 Abs. 2 IVG und Art. 2 Abs. 1 HVI, ZAK 1987 S. 100 Erw. 2a) den Anspruch auf das Notwendige, insbesondere dann, wenn Hilfsmittel in mehr als einem Exemplar beansprucht werden (ZAK 1985 S. 172 Erw. 3a), und eine Notwendigkeit liegt - wie eben dargelegt - nicht vor. Es kann deshalb letztlich offen bleiben, ob sich der Versicherte auf die Besitzstandsgarantie nach Art. 4 HVA berufen kann, da ein Anspruch im einen wie im anderen Fall nicht ausgewiesen ist.