Citation: 9C_649/2024 E. 1.1

1.1. Die Eheleute A.A.________ und B.A.________ geb. C.________ (nachfolgend: die Steuerpflichtigen) haben Wohnsitz in U.________, Gemeinde V.________/BE. In Bezug auf die Einspracheentscheide der Steuerverwaltung des Kantons Bern zu den Staats- und Gemeindesteuern des Kantons Bern und der direkten Bundessteuer, Steuerperioden 2020 und 2021, hatten sie Rechtsmittel an die Steuerrekurskommission des Kantons Bern erhoben. Dies führte zur Abweisung (Entscheide vom 15. August 2024). Mit Eingabe vom 24. September 2024 gelangten sie daraufhin an das Verwaltungsgericht des Kantons Bern. Dieses trat zufolge Versäumens der Rechtsmittelfrist auf die Sache nicht ein (Urteil 100.2024.278 / 100.2024.280 vom 9. Oktober 2024). Das Verwaltungsgericht erwog, dass die Steuerpflichtigen die Entscheide vom 15. August 2024 am 23. August 2024 am Postschalter entgegengenommen hätten. Die 30-tägige Beschwerdefrist habe am 24. August 2024 eingesetzt und sei am Montag, 23. September 2024 ausgelaufen. Die mit eingeschriebener Briefpost vom 24. September 2024 erfolgte Eingabe sei mithin verspätet erfolgt. Das Arztzeugnis, das dem Steuerpflichtigen die gänzliche Arbeitsunfähigkeit vom 14. Juli bis zum 6. Oktober 2024 (wegen Unfalls) bescheinige, sei zu unspezifisch gehalten, zumal die Steuerpflichtigen kein Gesuch um Wiederherstellung der versäumten Frist gestellt und zur Verspätung keine Stellung genommen hätten.