Citation: 5A_604/2024 E. 3.1

3.1. Das Bezirksgericht hielt im Zusammenhang mit dem zuletzt gemeinsam gelebten ehelichen Standard fest, der Ehemann sei als Director Business Development tätig und erhalte neben seinem Grundgehalt weitere Lohnbestandteile (Bonus, Beteiligungsrechte). Für das Jahr 2015/2016 habe das Erwerbseinkommen gesamthaft Fr. 156'776.-- und der Dividendenertrag Fr. 41'151.-- betragen, mithin das monatliche Gesamteinkommen Fr. 16'495.--. Diesem habe ein Gesamtbedarf von Fr. 13'069.-- gegenübergestanden (Grundbetrag Fr. 1'700.--, Grundbetrag Kind Fr. 600.--, Wohnkosten Fr. 2'884.--, Krankenkasse Fr. 776.--, Gesundheitskosten Fr. 165.--, Zahnbehandlung Kind Fr. 86.--, Mobilität Fr. 1'000.--, auswärtige Verpflegung Fr. 220.--, Steuern Fr. 4'790.--, Drittbetreuung Fr. 158.--, Ausbildung Ehefrau Fr. 540.--, Kommunikations- und Versicherungspauschale Fr. 150.--). Sodann errechnete das Bezirksgericht eine damalige monatliche Sparquote von Fr. 1'218.--. Im Folgenden bildete es die eingangs erwähnten vier Unterhaltsphasen (Rechtskraft des Scheidungsurteils bis zur Anrechnung eines hypothetischen Einkommens für die Ehefrau; sodann bis zur Volljährigkeit des Kindes; sodann bis zum AHV-Alter des Ehemannes; schliesslich bis zum ursprünglichen AHV-Alter der Ehefrau). Betreffend die Ehefrau hielt das Bezirksgericht fest, ab dem Jahr 2010 (d.h. nach der Rückkehr des Ehepaares aus China) habe sie in der Schweiz verschiedene Erwerbstätigkeiten ausgeführt, insbesondere als Reiseleiterin und als Yogalehrerin. Diesbezüglich sei ihr bereits im Eheschutzverfahren ein (teilweise hypothetisches) Einkommen von Fr. 1'500.-- angerechnet worden. Es sei für sie auch klar gewesen, dass sie ihre Eigenversorgungskapazität mit Blick auf die Scheidung ausweiten müsse. Grundsätzlich sei ihr deshalb ein Vollzeiterwerb zumutbar. Insbesondere würden die diversen Arztzeugnisse jeweils nur für eine Zeit von mehreren Tagen eine Arbeitsunfähigkeit attestieren und als Grund "Krankheit" anführen. Eine irgendwie geartete dauernde Einschränkung der Arbeitsfähigkeit, insbesondere im Bereich Tourismus, lasse sich daraus nicht ableiten. Allerdings sei ihre ursprüngliche Ausbildung in Russland hier nicht verwertbar und ebenso wenig ihre Erfahrung als Yogalehrerin, weil sie in diesem Bereich über kein Diplom verfüge. Hingegen komme eine Tätigkeit in der Tourismusbranche mit Blick auf die Arbeitserfahrung in Russland wie auch der Schweiz in Frage. Dass sie immer noch unzureichend Deutsch spreche, sei angesichts ihrer guten Englischkenntnisse nicht per se hinderlich. Ebenso wenig verhindere der Ukraine-Krieg eine entsprechende Tätigkeit. Allerdings scheine es angesichts der unvorteilhaften Ausgangslage in der Reisebranche nach der Covid-Zeit effektiv nicht möglich, sofort ein volles Erwerbseinkommen zu generieren, weshalb ermessensweise ab dem 1. Janaur 2023 ein Nettoeinkommen von Fr. 1'500.-- und ab 1. Januar 2024 nach einer zu erwartenden Normalisierung in der Branche ein solches von Fr. 3'000.-- anzurechnen sei (davon ausgehend, dass sie gemäss dem Eheschutzentscheid pro Touristenführungen Fr. 130.-- erhalte sowie dass sie an 220 Tagen pro Jahr 1,5 Führungen pro Tag durchführen könne und Sozialabzüge von 15 % habe). Im Übrigen berechnete das Bezirksgericht den Vorsorgeunterhalt der Ehefrau.