Citation: 1A.166/2000 31.05.2000 E. 5

5.-Angesichts dieser Aktenlage erscheint der Beschwerdeführer im Auslieferungsverfahren nicht als offensichtlich unschuldige Person im Sinne der dargelegten Rechtsprechung. Ebenso wenig liegt hier ein klarer, liquider Fall eines Alibibeweises im Sinne von Art. 53 Abs. 2 Satz 1 IRSG vor. Auch bei Auslieferungsbegehren gestützt auf das EAUe ist der Rechtshilferichter grundsätzlich an die Sachverhaltsdarstellung der ersuchenden Behörde gebunden (BGE 123 II 279 E. 2b S. 281; vgl. auch BGE 125 II 250 E. 5b S. 257; 122 II 134 E. 7b S. 137, 367 E. 2c S. 371; 120 Ib 251 E. 5c S. 255; 118 Ib 111 E. 5b S. 121 f.; 117 Ib 64 E. 5c S. 88, je mit Hinweisen). Unbehelflich sind in diesem Zusammenhang die Einwendungen des Beschwerdeführers, das BAP habe keine Abklärungen zur Frage der Echtheit des eingereichten Gerichtsprotokolles getroffen bzw. "eine offensichtlich unrichtige Beweiswürdigung vorgenommen". Über die formellen und materiellen Auslieferungsvoraussetzungen des hier massgeblichen EAUe hinaus hat der Rechtshilferichter weder ein Beweisverfahren durchzuführen, noch - dem Sachrichter vorgreifend - bereits eine strafrechtliche Beweiswürdigung vorzunehmen. Im Falle einer Anklageerhebung wird es vielmehr Aufgabe des erkennenden Strafrichters sein zu beurteilen, ob sich angesichts der eingereichten Dokumente Zweifel am belastenden Beweismaterial (Videoaufzeichnungen, Aussagen von Gewährspersonen usw.) bzw. an der Täterschaft des Angeklagten aufdrängen. Der Sachrichter dürfte in diesem Zusammenhang namentlich die Frage der Authentizität und der inhaltlichen Richtigkeit des eingereichten rumänischen Gerichtsprotokolles zu prüfen haben. Dabei wird auch der Möglichkeit von Fehlern bei der Übersetzung der Dokumente (oder einer allfälligen Verwechslung von Personen) Rechnung zu tragen sein.