Citation: 8C_331/2022 E. 5.3

5.3. Wie die Vorinstanz richtig erkannt hat, ist durch den Versicherungsträger und im Beschwerdefall durch das Gericht zu prüfen, ob und inwieweit die ärztlichen Experten ihre Arbeitsunfähigkeitsschätzung unter Beachtung der massgebenden Indikatoren (Beweisthemen) hinreichend und nachvollziehbar begründet haben. Dazu ist erforderlich, dass die Sachverständigen den Bogen schlagen zum vorausgehenden medizinisch-psychiatrischen Gutachtensteil (mit Aktenauszug, Anamnese, Befunden, Diagnosen usw.), d.h. sie haben im Einzelnen Bezug zu nehmen auf die in ihre Kompetenz fallenden erhobenen medizinisch-psychiatrischen Ergebnisse fachgerechter klinischer Prüfung und Exploration (BGE 148 V 49 E. 6.2.1). Eine solche Bezugnahme fehlt im Gutachten der Dr. med. B.________ vom 14. März 2021. Anstatt substanziiert darzulegen, aus welchen medizinisch-psychiatrischen Gründen die erhobenen Befunde das funktionelle Leistungsvermögen und die psychischen Ressourcen in qualitativer, quantitativer und zeitlicher Hinsicht zu schmälern vermögen (BGE 143 V 418 E. 6), scheint die Sachverständige vom diagnostizierten depressiven Geschehen direkt auf eine Arbeitsunfähigkeit zu schliessen, indem sie die attestierte Arbeitsunfähigkeit mit der depressiven Symptomatik und der früher bestehenden Angstsymptomatik begründet. Sie zeigt damit - entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin - nicht auf, dass, inwiefern und inwieweit wegen der von ihr erhobenen Befunde die beruflich-erwerbliche Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist. Anders als die Beschwerdeführerin glauben machen will, liegt es auch nicht auf der Hand, dass sich allein aufgrund einer leichten Beeinträchtigung der Flexibilität und Umstellungsfähigkeit und einer mässig ausgeprägten Beeinträchtigung des Durchhaltever-mögens die Annahme einer 100%igen resp. 40%igen Arbeitsunfähig-keit rechtfertigt.