Citation: 9C_555/2018 E. 4.1

4.1. Das Versicherungsgericht stellte gestützt auf die Gerichtsexpertise fest, die fortgeschrittene Suchterkrankung habe die krankheitswertige organische Persönlichkeitsstörung herbeigeführt, welche die Erwerbsfähigkeit in jeglicher Tätigkeit vollumfänglich aufhebe. Dies werde mit Einschränkungen der Fähigkeiten zur Anpassung an Regeln und Routinen, zur Planung und Strukturierung von Aufgaben, der Flexibilität und der Umstellungsfähigkeit sowie der Durchhaltefähigkeit begründet. Eine medizinische Auflage im Sinne einer Abstinenz - insbesondere vom substituierenden Morphin und einer verhältnismässig hohen Dosis Valium - sei nach gutachterlicher Auffassung im konkreten Fall kaum zumutbar. Zudem würde - so die Erwägung des kantonalen Gerichts - eine mehrmonatige Abstinenz lediglich den Raum zur Prüfung öffnen, ob die (invalidisierenden) Folgen der organischen Persönlichkeitsstörung irreversibel seien oder nicht. Diese lägen aber jedenfalls im Entscheidzeitpunkt vor, weshalb von einer 100 %igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen sei.