Citation: 5A_606/2019 E. 3.4.1

3.4.1. Die Vorinstanz hat ungeachtet der als verspätet erachteten Beschwerde zu den Vorbringen der Beschwerdeführerin gegen die Schätzung Stellung genommen. Dabei hat sie diese zuerst auf den Unterschied einer Beschwerde gegen die Schätzung und eines Gesuchs um Neuschätzung hingewiesen. Die Kritik an der Schätzung hat sie alsdann als Beschwerde interpretiert, da sinngemäss ein falsches Vorgehen bei der Erstellung des Lastenverzeichnisses gerügt werde. In Wirklichkeit werde aber bloss eine fehlende objektive Bewertung ins Feld geführt, welche mit dem Hinweis auf den Zeitablauf und den damit verbunden Veränderungen auf dem Immobilienmarkt in U.________ begründet werde. Ein solcher Einwand könnte aber nur im Rahmen einer Neuschätzung nach Art. 9 Abs. 2 VZG geprüft werden. Die Vorinstanz kam alsdann zum Schluss, dass der Art. 9 Abs. 2 VZG im summarischen Konkursverfahren - und damit auch im Verfahren nach Art. 230a Abs. 2 SchKG - nicht zur Anwendung komme. Massgebend seien einzig die Art. 122 ff. VZG und die Verordnung des Bundesgerichts über die Geschäftsführung der Konkursämter (KOV), welche eine analoge Vorschrift zu Art. 9 VZG oder einen Verweis darauf nicht vorsähen. Die Vorinstanz stützte ihre Ansicht auf einen bundesgerichtlichen Entscheid (BGE 114 III 29 E. 3c), wonach nichts darauf hinweise, dass diese Bestimmung im (summarischen) Konkursverfahren anwendbar wäre (Urteil 5A_195/2010 vom 17. Juni 2010 E. 2.2; VOUILLOZ, La liquidation sommaire de la faillite, AJP 2001 S. 973; AMONN, in: Die Rechtsprechung [...], ZBJV 1990 S. 575; LUSTENBERGER, in: Basler Kommentar, Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs, 2. Aufl. 2010, N. 46 zu Art. 231).