Citation: I 203/02 09.09.2002 E. 2

Streitig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer glaubhaft gemacht hat, dass sich der Grad der Invalidität seit Erlass der leistungsverweigernden Verfügung von Oktober 1996 in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Das kantonale Gericht verneint dies, da sowohl die somatischen wie auch die psychischen Beschwerden unverändert vorlägen, während der Versicherte von einer Verschlechterung ausgeht. 2.1 Das geklagte Rückenleiden war bereits im Zeitpunkt der Verfügung von Oktober 1996 bekannt: Die Verwaltung stellte damals auf das Gutachten des ZMB vom 4. September 1996 ab, wonach eine mittelschwere Hilfsarbeitertätigkeit vollschichtig zumutbar ist, während Schwerstarbeiten nicht mehr möglich sind. Das im Beschwerdeverfahren eingereichte Zeugnis des Dr. med. A.________ vom 28. September 2001 geht von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit für schwere Tätigkeiten und einer hälftigen Arbeitsunfähigkeit für leichte Arbeiten aus; seine vorherigen Zeugnisse vom 12. Juni, 25. Juni und 4. September 2001 waren dagegen noch generell von einer Arbeitsunfähigkeit von 100% ausgegangen. Da den entsprechenden Zeugnissen des Dr. med. A.________ eine Begründung fehlt, sind einerseits die unterschiedlichen Arbeitsunfähigkeitsgrade nicht nachvollziehbar und andererseits wird nicht ersichtlich, inwiefern sich der Gesundheitszustand des Versicherten in anspruchsbeeinflussendem Masse seit 1996 verschlechtert haben soll. Eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes in somatischer Hinsicht ist damit nicht glaubhaft gemacht worden. 2.2 Zu prüfen blieben somit die geltend gemachten psychischen Leiden. Diese wurden im Gutachten des ZMB vom 4. September 1996 als "Entwicklung körperlicher Symptome aus psychischen Gründen mit sekundärem Krankheitsgewinn" diagnostiziert; es wurde weiter festgehalten, dass sich diese Fehlentwicklung keinem psychiatrischen Leiden zuordnen lasse und keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit habe. Dr. med. S.________ diagnostiziert demgegenüber in seinem Bericht vom 19. März 2002 ein "psychoorganisches Syndrom mit schwerer Einschränkung der geistigen Leistungsfähigkeit und Tendenz zum Weglaufen sowie Verwahrlosung" und schätzt die Arbeitsunfähigkeit auf 100%. Im Weiteren liegen unterschiedliche Befunde im Gutachten des ZMB und in den Berichten des Dr. med. S.________ von Dezember 2001 und März 2002 vor: Während die Expertise von 1996 Auffälligkeiten verneint, stellt Dr. med. S.________ in seinen aktuellen Befunden psychische Probleme fest, die auf eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes in psychischer Hinsicht weisen. Unter Berücksichtigung des relativ langen Zeitablaufes seit dem Erlass der leistungsabweisenden Verfügung (vgl. Erw. 1 hievor) ist hinsichtlich der psychischen Beschwerden eine Verschlechterung zumindest glaubhaft gemacht; die Sache ist daher an die Verwaltung zurückzuweisen, damit sie die Neuanmeldung vom 2. August 2001 materiell prüfe.