Citation: 8C_380/2016 E. 3.2.2

3.2.2. Aus der zwischen den Dres. med. H.________ und J.________ geführten Diskussion geht hervor, dass die Frage, inwieweit die unstreitig objektivierbaren Beeinträchtigungen im Bereich der linken Schulter mit dem Unfall vom 6. September 2012 in Zusammenhang gebracht werden könnten, davon abhängt, ob der Versicherte sich mit dem linken Arm gegen das sich auf ihn herabneigende, 500 kg schwere Schalungselement stemmte. Dies hätte zu einer massiven Gewalteinwirkung auf das linke Schultergelenk führen können und vermöchte daher die Unfallkausalität der bestehenden Beschwerden plausibel zu erklären. Aus keinem zeitnah zum Unfall liegenden Aktenstück ist ersichtlich, dass der Versicherte vorbrachte, er habe sich gegen das von links herabneigende Schalungselement mit dem linken Arm zu schützen versucht. Vielmehr ist aufgrund des umfassend abgeklärten und dokumentierten Unfallhergangs sowie der echtzeitlich erhobenen ärztlichen Befunde davon auszugehen, dass er angesichts der von links drohenden Gefahr sich duckte, den Kopf nach links oben drehte und auf das kippende Schalungselement, das durch ein Geländer aufgefangen wurde, hochblickte. Nur so sind die von den Ärzten des Spitals C.________ gemäss Bericht vom 11. September 2012 festgestellten äusseren Befunde (Prellmarke an der Scapula links sowie RQW an der Oberlippe links) nachzuvollziehen. In diesem Zusammenhang ist auf die Prämisse hinzuweisen, wonach die spontanen "Aussagen der ersten Stunde" in der Regel unbefangener und zuverlässiger sind als spätere Darstellungen, die bewusst oder unbewusst von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art beeinflusst sein können (BGE 121 V 45 E. 2a S. 47 mit Hinweisen; RKUV 2004 Nr. U 524 S. 546 E. 3.3.4 mit Hinweisen). Nachdem der Beschwerdeführer erstmals aufgrund der Vermutung im Bericht des Dr. med. H.________ vom 18. Dezember 2014 eine Abwehrreaktion mit dem linken Arm geltend gemacht hatte, mit der allenfalls eine Unfallkausalität der objektivierbaren Befunden im Bereich des linken Schultergelenks mit dem Unfall begründet werden könnte, ist aufgrund des Gesagten davon auszugehen, dass er sich von Überlegungen versicherungsrechtlicher Art leiten liess. Von weiteren Abklärungen ist in antizipierender Beweiswürdigung abzusehen (vgl. dazu BGE 124 V 90 E. 4b S. 94; vgl. auch die in BGE 136 I 178 nicht publizierte E. 3).