Citation: 6B_388/2021 E. 1.2.5

1.2.5. 1.2.5.1. Im Übrigen greift die beschwerdeführerische Auffassung zum Vorliegen einer Nötigungshandlung zu kurz. Ob eine solche (auch) hinsichtlich des Oralverkehrs bestanden hat, beurteilt sich auf der Grundlage des gesamten als erstellt geltenden Sachverhalts und prüft das Bundesgericht als Rechtsfrage auf entsprechende Rüge hin frei. Entgegen dem Beschwerdeführer erweisen sich dabei die Intensität des vom Täter aufgebauten psychischen Drucks und die Zumutbarkeit von Abwehrhandlungen des Opfers nicht als unabhängige, sondern als zusammenspielende tatbestandsrelevante Faktoren, ist doch nach der Rechtsprechung die Intensität des psychischen Drucks dann mit jener der Gewaltanwendung oder Bedrohung vergleichbar und somit hinreichend hoch, wenn der Druck derart ist, dass vom Opfer angesichts der konkreten Umstände und seiner persönlichen Verhältnisse kein (weiterer) Widerstand erwartet werden kann bzw. ein solcher unzumutbar ist (vgl. E. 1.2.3 oben). 1.2.5.2. Die Vorinstanz geht zutreffend (auch) hinsichtlich des Oralverkehrs von einer entsprechenden Drucksituation und damit Nötigungshandlung aus: Sie führt zunächst in Bezug auf die vorangegangenen Ereignisse im Bett (Anfassen an den Brüsten und im Intimbereich der Beschwerdegegnerin 3 durch den Beschwerdeführer und an dessen Penis durch die Beschwerdegegnerin 3) im Wesentlichen aus, der Beschwerdeführer habe die Beschwerdegegnerin 3 mit Gewalt zur Duldung bzw. Vornahme der betreffenden sexuellen Handlungen genötigt, indem er sich über ihre entgegenstehenden Willensbetätigungen hinweggesetzt habe. Entscheidend sei dabei, dass die Beschwerdegegnerin 3 mehrmals unmissverständlich mit Wort und Tat kundgetan habe, sie wolle diese Handlungen nicht, und er sich dennoch mit körperlicher Kraft bzw. unter Ausnutzung seiner körperlichen Überlegenheit darüber hinweggesetzt habe. Eine stärkere Gegenwehr habe von ihr unter den gegebenen Umständen nicht erwartet werden können. Sie sei als damals 14-jähriges Mädchen, das unter starkem Alkoholeinfluss gestanden habe, sich kurz zuvor habe übergeben müssen und sich im Bett des körperlich überlegenen 24-jährigen Beschwerdeführers befunden habe, in einer ausweglosen Situation gewesen. Hinzu komme, dass der Beschwerdeführer sie auch psychisch unter Druck gesetzt habe, indem er ihr (schon dann) gesagt habe, sie habe ihn doch gern und solle das doch machen (vgl. angefochtener Entscheid E. 4.5.1 S. 27 f.). Diese Erwägungen, welche der Beschwerdeführer nicht kritisiert, überzeugen und sind nicht zu beanstanden. Das in unmittelbarem Anschluss an diese Handlungen erfolgte Einfordern von Oralverkehr durch den Beschwerdeführer stellt Teil seines übergriffigen Handelns im Bett dar und ist als solches und nicht - wie er meint - isoliert zu würdigen. Indem er nach dem erzwungenen gegenseitigen Anfassen unbekümmert um die diesbezüglichen (erfolglosen) abweisenden mündlichen und körperlichen Willensbekundungen der Beschwerdegegnerin 3 noch Oralverkehr und damit über die bisherigen Handlungen an Intensität hinausgehende sexuelle Handlungen einforderte, hielt er die durch sein bisheriges Vorgehen geschaffene Drucksituation aufrecht bzw. akzentuierte er diese noch. Er verstärkte die von der Vorinstanz zu Recht angenommene, bereits bestandene Ausweglosigkeit der Situation weiter und übte durch das erneute Zureden, man mache dies unter Kollegen so, sie habe ihn doch gern und solle sich nicht so anstellen, zudem weiteren psychischen Druck aus. Es ist nicht zu kritisieren, wenn die Vorinstanz befindet, vor dem Hintergrund der bereits trotz Abwehrversuchen stattgefundenen sexuellen Handlungen sowie des körperlichen Zustands der Beschwerdegegnerin 3 und ihres Alters, mithin ihrer durch den Alkoholkonsum und das Erbrechen geschwächten Verfassung, ihrer körperlichen Unterlegenheit gegenüber dem zehn Jahre älteren Beschwerdeführer und ihrer altersbedingten sexuellen Unerfahrenheit, habe in Bezug auf den Oralverkehr von ihr kein weiterer Widerstand als das mündliche "Nein" mehr erwartet werden können (vgl. angefochtener Entscheid E. 4.5.1 S. 28, E. 4.4.3 S. 25 zweiter Absatz). Die Vorinstanz setzt die Schwelle für das Unter-Druck-Setzen nicht zu tief an, sondern erkennt in der gegebenen Situation zu Recht eine Zwangslage von hinreichender Intensität, welche die Beschwerdegegnerin 3 dazu veranlasste, entgegen ihrem Willen den Penis des Beschwerdeführers in den Mund zu nehmen.