Citation: 4A_167/2023 E. 3.3.1

3.3.1. Die Beschwerdeführerin stellt den Sachverhalt nicht substanziiert in Frage. Sie rügt lediglich, dass die Vorinstanz mit Blick auf die subjektive Vertragsauslegung auf die offerierten Parteibefragungen verzichtet hat. Damit vermag sie den Verzicht indes nicht als willkürlich auszuweisen. Die Vorinstanz begründet diesen überzeugend. Darauf kann verwiesen werden. Es ist auch nicht ersichtlich oder genügend dargetan, dass die Vorinstanz bei der Vertragsauslegung resp. dem subjektiven Vertragsverständnis offensichtlich Umstände systematisch ausgeblendet hätte, die auf die Vereinbarung von Einheitspreisen (multipliziert mit dem Ausmass), im Sinne des Verständnisses der Beschwerdeführerin, schliessen liessen. Entgegen deren wiederholt erhobenem Einwand geht die Vorinstanz auch nicht von einer "rein ergebnisbezogenen Vertragsinhaltsbestimmung" aus. Sie begründet ihre Auffassung eines Pauschalpreises von Fr. 580.-- für die strittigen Leistungen nicht primär damit, dass der von der Beschwerdeführerin geltend gemachte Betrag (Fr. 233'769.20) schlicht nicht marktgerecht wäre. Die Vorinstanz nimmt vielmehr in erster Linie eine Auslegung des Vertragswortlauts sowie der Bestandteil des Vertrages bildenden Ausschreibungsbedingungen vor (oben E. 3.2.2). Dieses Ergebnis unterzieht sie lediglich einer Plausibilitätsbeurteilung, was nicht zu beanstanden ist. Eine Verletzung der Vertrags- oder der Wirtschaftsfreiheit im Zusammenhang mit der Rüge "ergebnisbezogener Sachverhaltsfeststellung" bei der subjektiven Vertragsauslegung legt die Beschwerdeführerin ebenfalls nicht substanziiert dar. Das Bundesgericht prüft dies im Übrigen nur unter Willkürgesichtspunkten (oben E. 2.2. und E. 3.1.2). Nicht zu beanstanden ist, wenn die Vorinstanz der Beschwerdeführerin die Beweislast dafür auferlegt, dass die Parteien einen Einheitspreis pro Laufmeter resp. keinen Pauschalpreis vereinbart haben, ist es doch die Beschwerdeführerin, die solches behauptet. Darin liegt keine Verletzung der Beweislastverteilung nach Art. 8 ZGB. Die Vorinstanz kommt sodann nachvollziehbar zum Schluss, dass jedenfalls die Beschwerdegegnerin die strittigen Vertragsklauseln im Sinne einer Pauschalabrede verstanden hat. Ihr ist zuzustimmen, dass damit von keiner übereinstimmenden Willensäusserung im Sinne eines tatsächlichen Konsenses ausgegangen werden kann, sodass auch vor diesem Hintergrund ohne Willkür oder Verletzung des rechtlichen Gehörs auf die offerierte Parteibefragung verzichtet werden konnte. Das gegenteilige Vorbringen in der Beschwerde, wonach die Beschwerdegegnerin gegenüber dem Kanton von Einheitspreisen ausgegangen sei, vermag, selbst wenn es zutrifft, die vorinstanzliche Auffassung nicht als willkürlich auszuweisen. Dies gilt ebenso für das von der Beschwerdeführerin im bundesgerichtlichen Verfahren eingereichte Schreiben des - von der Vorinstanz nicht befragten - Mitglieds der Geschäftsleitung der Beschwerdegegnerin vom 13. März 2023. Darin bestätigt deren damaliger Projektleiter, ebenfalls von einem Einheitspreis pro Laufmeter Reinigung ausgegangen zu sein. Ohnehin handelt es sich dabei um ein unzulässiges Novum, welches ausser Acht zu bleiben hat (Art. 99 Abs. 1 BGG). Darauf weist die Beschwerdeführerin selbst hin. Sie zeigt auch nicht rechtgenüglich oder nachvollziehbar auf, dass die Beschwerdegegnerin Einheitspreise "anerkannt" hätte.