Citation: 2C_696/2023 E. 3.6.1

3.6.1. Zunächst ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz die mehrjährige Dauer und die konkreten Umstände der (Landes-) Abwesenheit des Ehemannes berücksichtigt hat. Dieser verliess die Beschwerdeführerin und ihren gemeinsamen Sohn im September 2018 und führte in Deutschland eine Beziehung mit einer anderen Frau, aus welcher zwei Kinder hervorgingen. Er informierte seine Familie in der Schweiz nicht über seinen neuen Aufenthaltsort, nahm wichtige Dokumente sowie das Familienauto mit, erschien nicht zur Eheschutzverhandlung und zahlte auch keinen Unterhalt für seinen Sohn. Die Trennung des Ehemannes von seiner Familie in der Schweiz beruhte demnach auf einem bewussten Entscheid, erfolgte freiwillig und kann nicht als kurzfristig bezeichnet werden, was trotz der Rückkehr in die Schweiz im Mai 2022 auf ein beschränktes Interesse an einem ortsgebundenen gemeinsamen Familienleben schliessen lässt. Wenngleich es für die Beteiligten wünschenswert sein mag, das Familienleben fortan in der Schweiz zu führen, liegt darin für sich genommen kein wichtiger familiärer Grund im Sinne der angerufenen Ausnahmebestimmung (vgl. E. 3.4 f. hiervor).