Citation: 2C_646/2023 E. A

Der afghanische Staatsangehörige A.________ (geboren 2004) ersuchte am 3. Juli 2022 in der Schweiz um Asyl. Abklärungen des Staatssekretariats für Migration (SEM) ergaben, dass er bereits in Bulgarien, Österreich und Deutschland je ein Asylgesuch gestellt hatte. Am 19. September 2022 entsprachen die bulgarischen Behörden einem Ersuchen des SEM um Rückübernahme von A.________, woraufhin das SEM mit Verfügung vom 3. Oktober 2022 auf sein Asylgesuch nicht eintrat, ihn aus der Schweiz wegwies und den Kanton Bern mit dem Vollzug der Wegweisung beauftragte. Eine hiergegen erhobene Beschwerde wies das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil vom 3. November 2022 ab. Am 13. April 2023 ordnete das Amt für Bevölkerungsdienste des Kantons Bern (ABEV), Migrationsdienst, zwecks Sicherstellung des Wegweisungsvollzugs an, dass A.________ für die Dauer von höchstens sechs Wochen in Ausschaffungshaft gemäss dem Dublin-Verfahren (Art. 76a AIG) zu nehmen sei. Die Eröffnung der Haftanordnung und die Inhaftierung erfolgten am 1. Mai 2023. Mit Gesuch vom 2. Mai 2023 ersuchte A.________ das SEM um Wiedererwägung des Nichteintretensentscheids vom 3. Oktober 2022. Am 3. Mai 2023 wurde er nach Bulgarien überstellt.