Citation: 5C.25/2001 08.06.2001 E. 2

2.- Das Urteil über die ungeteilte Zuweisung eines landwirtschaftlichen Gewerbes zum Ertragswert schliesst die Erbteilung nicht ab, ist aber ein mit eidgenössischer Berufung selbstständig anfechtbarer Teilentscheid, wobei offen bleiben kann, ob dieser als Vor- oder Zwischenentscheid im Sinne von Art. 50 Abs. 1 OG zu erfassen ist (so offenbar: BGE 117 II 349 E. 2 S. 350) oder als Endentscheid gemäss Art. 48 Abs. 1 OG (in dieser Richtung: BGE 104 II 285 E. 1b S. 287; vgl. Poudret/Sandoz-Monod, Commentaire de la loi fédérale d'organisation judiciaire, II, Bern 1990, N. 1.1.3, letzter Absatz, S. 271, und N. 1.1.7.2, S. 291 f., zu Art. 48 und N. 2.1.4, S. 346, zu Art. 50 OG; seither allgemein: BGE 124 III 406 E. 1a S. 409). Nicht ausschlaggebend ist, wie der Entscheid benannt ist; er kann auch auf Rückweisung lauten, obwohl über die ungeteilte Zuweisung, die für die weitere Erbteilung präjudiziell sein wird, endgültig entschieden ist (vgl. Messmer/ Imboden, Die eidgenössischen Rechtsmittel in Zivilsachen, Zürich 1992, N. 71 S. 100 bei und in Anm. 26; Poudret/Sandoz-Monod, N. 1.1.2 zu Art. 48 OG, S. 267). In das Verfahren um ungeteilte Zuweisung eines landwirtschaftlichen Gewerbes müssen von Bundesrechts wegen sämtliche Erben einbezogen werden, wobei sich die Form der Beteiligung nach kantonalem Recht bestimmt. Auf Grund der Prozesserklärung der Miterbin, die sich auch am vorliegenden Berufungsverfahren nicht beteiligt, steht fest, dass der Zuweisungsentscheid gegenüber allen Erben seine Wirkung entfalten wird (vgl. dazu BGE 113 II 140 E. 2c S. 142). Massgebendes Bundesrecht im Sinne von Art. 43 OG bilden die aArt. 620 ff. ZGB in der Fassung von 1972/1973. Die Anwendung des Bundesgesetzes über das bäuerliche Bodenrecht (BGBB, SR 211. 412.11) scheidet aus, weil vor dessen Inkrafttreten der Erbgang eröffnet und die Erbteilung begehrt worden ist (Art. 94 Abs. 1 BGBB), und die massgebende Fassung der Bestimmungen des ZGB von 1972/73 folgt daraus, dass der Erblasser im Jahre 1976 gestorben ist (Art. 15 SchlTZGB; BGE 116 II 33 E. 3a S. 35). Nach aArt. 620 Abs. 1 ZGB ist das landwirtschaftliche Gewerbe, das eine wirtschaftliche Einheit bildet und eine ausreichende landwirtschaftliche Existenz bietet, demjenigen Erben zum Ertragswert auf Anrechnung ungeteilt zuzuweisen, der sich zu dessen Übernahme bereit erklärt und als hiefür geeignet erscheint.