Citation: 6B_1494/2021 E. 1.6.1

1.6.1. Wie soeben ausgeführt, verfügt der Beschwerdeführer über nicht unerhebliche private Interessen an einem Verbleib in der Schweiz (vgl. E. 1.5 oben). Angesichts des Umstands, dass die Ehefrau des Beschwerdeführers ebenfalls über die kosovarische Staatsangehörigkeit verfügt, der albanischen Sprache mächtig und mit der dortigen Kultur vertraut ist, darf die Vorinstanz erwägen, sie würde im Kosovo keine unüberwindbaren Schwierigkeiten antreffen, würde sie den Beschwerdeführer in das gemeinsame Heimatland begleiten. Wenn der Beschwerdeführer diesbezüglich geltend macht, für die Ehefrau sei ein Abschied von der Schweiz besonders hart und kaum überwindbar, lebe sie doch seit ihrer Kindheit in der Schweiz und habe sie sich nie etwas zu Schulden kommen lassen, so kann er daraus nichts für sich ableiten, zumal er sich nicht begründet mit den vorinstanzlichen Erwägungen auseinandersetzt (Art. 42 Abs. 2 BGG). Die Vorinstanz prüft im Einklang mit der Rechtsprechung, inwieweit das Familienleben auch im Heimatland des Beschwerdeführers aufrechterhalten werden könnte. Die Vorbringen des Beschwerdeführers verfangen auch mit Bezug auf die Kindesinteressen nicht. Entgegen seiner Auffassung geht die Vorinstanz für den Fall eines Verbleibs der Mutter mit den Kindern in der Schweiz während der Landesverweisung nicht davon aus, der Kontakt über moderne Kommunikationsmittel vermöge eine persönliche Beziehung mit täglicher Qualitätszeit und Mithilfe in der Erziehung der Kinder zu ersetzen. Vielmehr führt sie diesbezüglich aus, solche Mittel könnten den Kontakt auch bei räumlicher Trennung gewährleisten und vereinfachen. Für den Anspruch auf Familienleben genügt es unter Umständen, ist aber auch nicht ausschlaggebend, dass der Kontakt zum Kind im Rahmen von Kurzaufenthalten oder über die modernen Kommunikationsmittel wahrgenommen werden kann (Urteile 6B_1179/2021 vom 5. Mai 2023 E. 6.3.5; 6B_1114/2022 vom 11. Januar 2023 E. 5; je mit Hinweisen). Wenn die Vorinstanz überdies erwägt, dass sich aufgrund des Vollzugs der Freiheitsstrafe ohnehin eine gewisse Entfremdung einstellen werde, da während der Inhaftierung des Beschwerdeführers die tatsächlich gelebte familiäre Beziehung zu seinen Kindern stark erschwert werde, so ist diese Argumentation nicht zu beanstanden. Daran ändert auch nichts, wenn der Beschwerdeführer dagegen vorbringt, der Freiheitsentzug würde weniger als anderthalb Jahre dauern und zudem seien häufige Besuche möglich. Indem er der vorinstanzlichen Begründung lediglich seine eigene Sicht der Dinge gegenüberstellt und geltend macht, die Familie werde die Zeit gut und ohne nennenswerte bzw. allerhöchstens mit einer marginalen Entfremdung überstehen, so setzt er sich nicht begründet mit dem vorinstanzlichen Entscheid auseinander und vermag nicht zu überzeugen. Hinzu kommt, dass die Vorinstanz die mögliche Entfremdung lediglich als ein Element in ihrer Härtefallprüfung würdigt. Zweifelsohne würde sich für den Fall einer Landesverweisung das Leben der Kinder - wie der Beschwerdeführer nachvollziehbar darlegt - plötzlich in allen Bereichen völlig anders gestalten und wäre mit einer gewissen Belastung verbunden. Zu beachten ist dabei mitunter auch, dass die Kinder - abgesehen vom zum Urteilszeitpunkt noch ungeborenen dritten Kind - in der Schweiz zur Schule gehen. Jedoch berücksichtigt die Vorinstanz diesbezüglich zu Recht, minderjährige Kinder würden das ausländerrechtliche Schicksal ihrer sorgeberechtigten Eltern teilen (vgl. E. 1.4.3 oben). Damit verbunden erweist sich auch ein Schulwechsel der Kinder im Alter von sechs und zehn Jahren als zumutbar, sind sie doch immerhin mit der heimatlichen Sprache und Kultur im Kosovo vertraut. Davon scheint zumindest teilweise auch der Beschwerdeführer auszugehen, spricht er doch von einer grundsätzlich vorhandenen Anpassungsfähigkeit der Kinder.