Citation: C 179/00 29.03.2001 E. 3

3.- a) Unzumutbar und damit von der Annahme- und Bewerbungspflicht ausgenommen ist eine Arbeit, die nicht angemessen auf die Fähigkeiten oder die bisherige Tätigkeit des Versicherten Rücksicht nimmt (Art. 16 Abs. 2 lit. b AVIG). Die gesetzliche Forderung nach angemessener Rücksichtnahme auf die Fähigkeiten des Versicherten schliesst Arbeiten aus, welche ihn körperlich überfordern. Zudem muss er in der Lage sein, die angebotene Arbeit sachgerecht auszuführen; andernfalls könnte sich der Arbeitgeber oder die Arbeitgeberin getäuscht sehen und das Arbeitsverhältnis wieder auflösen (vgl. Gerhards, Kommentar zum Arbeitslosenversicherungsgesetz, Bd. I, N 15 zu Art. 16 AVIG). b) Nach den Angaben des RAV in der Stellenzuweisung bezog sich die angebotene Stelle auf eine Tätigkeit als Kundenberater. Als Anforderungen werden Kundenbetreuung, ein KV-Abschluss und eine eventuelle Zusatzausbildung, Kenntnisse in der Auftrags-Abwicklung, Erfahrung im telefonischen Umgang mit Kunden, Verhandlungsgeschick und Durchsetzungsvermögen, Gewohntsein an selbstständiges Arbeiten und die Bereitschaft zur Übernahme von Verantwortung genannt. Zudem wird ausgeführt, Französisch- und Englischkenntnisse seien von Vorteil. c) Der Beschwerdeführer ist gelernter Landmaschinenmechaniker und hat eine Weiterbildung zum Technischen Kaufmann absolviert. Vom 23. April 1990 bis 31. August 1996 arbeitete er als Technischer Sachbearbeiter in der Abteilung Ersatzteildienst bei der X.________ AG, Maschinenfabrik, wobei sein Aufgabengebiet insbesondere die Kundenberatung in Ersatzteilfragen per Fax oder Telefon, technische Sachbearbeitung und Abklärungen, die Offertstellung für Ersatzteile und Umbauten sowie die Bearbeitung von Bestellungen umfasste. Er verfügt somit zwar nicht über die in der Stellenausschreibung gewünschte kaufmännische Grundausbildung, aber über eine Weiterbildung, welche kaufmännische Elemente zumindest mitumfasst haben muss. Zudem hat er langjährige Erfahrung im telefonischen Umgang mit Kunden und in der Auftragsabwicklung. Unter diesen Umständen war der Beschwerdeführer gehalten, zumindest den Versuch zu unternehmen, die fragliche Tätigkeit auszuüben. Das Unterlassen der Bewerbung war nicht gerechtfertigt.