Citation: 1B_25/2009 30.04.2009 E. 4

Das Obergericht hat den Beschwerdeführern unter Hinweis auf Art. 37 Abs. 2 des bernischen Strafverfahrens (StrV; Gesetzessammlung 321.1) die Verfahrenskosten auferlegt. Danach werden die Kosten eines Ausstandsverfahrens im Falle der Abweisung der Partei auferlegt, wenn diese mutwillig oder grobfahrlässig gehandelt hat. Die Beschwerdeführer rügen in dieser Hinsicht eine Verletzung des Willkürverbots. Es kann davon ausgegangen werden, dass die Beschwerdeführer im Zeitpunkt ihres Begehrens am 8. September 2008 noch nicht Kenntnis vom Beschluss der Anklagekammer vom 2. September 2008 hatten (Eingangsstempel im Exemplar der Beschwerdeführer vom 19. September). Insoweit lässt sich die Kostenauflage nicht auf Art. 37 Abs. 3 StrV abstützen. Das Obergericht legt nicht dar, worin im Verhalten der Beschwerdeführer Mutwilligkeit oder Grobfahrlässigkeit zu erblicken sei. Die Kostenauflage nach Art. 37 Abs. 2 StrV lässt sich nicht damit begründen, dass die Beschwerdeführer gegenüber der Anklagekammer vorerst ein Ausstandsbegehren lediglich ankündeten und dieses erst hernach förmlich beim Obergericht einreichten. Mangels materieller Behandlung des Ausstandsbegehrens kann nicht gesagt werden, die Beschwerdeführer hätten ihr Gesuch aus unzulänglichen Gründen und damit mutwillig oder grobfahrlässig erhoben. Bei dieser Sachlage hält die Kostenauflage vor Art. 9 BV nicht stand. In Bezug auf Dispositiv-Ziffer 2 erweist sich die Beschwerde als begründet. Die Beschwerdeführer legen nicht dar, weshalb die Verweigerung von Parteikosten gemäss Dispositiv-Ziffer 3 des angefochtenen Entscheides gegen die Verfassung verstossen sollte. Insoweit ist auf die Beschwerde nicht einzutreten.