Citation: 1P.343/2002 16.01.2003 E. 3

3.1 Eine Gemeinde ist in einem Sachbereich autonom, wenn das kantonale Recht diesen Bereich nicht abschliessend ordnet, sondern ihn ganz oder teilweise der Gemeinde zur Regelung überlässt und ihr dabei eine relativ erhebliche Entscheidungsfreiheit einräumt. Art. 50 BV hat diesbezüglich keine Änderungen gebracht (BGE 128 I 3 E. 2a mit Hinweisen). Aufgrund von Art. 2, 3 Abs. 2, Art. 9 Abs. 2 und den Art. 20 ff. des kantonalen Gesetzes vom 28. April 1985 über die Einführung des Bundesgesetzes vom 22. Juni 1979 über die Raumplanung (EG zum RPG) steht den Gemeinden des Kantons Appenzell A.Rh. beim Erlass der baurechtlichen Grundordnung ein weiter Gestaltungsspielraum zu. Sie sind insoweit grundsätzlich autonom und können sich dagegen zur Wehr setzen, dass ihre Autonomie in diesem Bereich durch die kantonalen Behörden verletzt wird. 3.2 Ist eine Gemeinde in einem bestimmten Bereich autonom, kann sie sich mit staatsrechtlicher Beschwerde insbesondere dagegen wehren, dass eine kantonale Behörde in einem Rechtsmittel- oder Genehmigungsverfahren ihre Prüfungsbefugnis überschreitet oder die den betreffenden Sachbereich ordnenden kommunalen, kantonalen oder bundesrechtlichen Normen falsch anwendet. Das Bundesgericht prüft den Entscheid der kantonalen Behörde auf Willkür hin, soweit Gesetzes- und Verordnungsrecht in Frage steht; mit freier Kognition entscheidet es, wenn es sich um Verfassungsrecht des Bundes oder der Kantone handelt (BGE 128 I 3 E. 2b). 3.3 Da die Gemeinde eine Autonomiebeschwerde erhoben hat, können sich auch die privaten Beschwerdeführer hilfsweise auf die Verletzung der Gemeindeautonomie berufen (BGE 119 Ia 214 E. 2c S. 218 mit Hinweisen).