Citation: 6B_1470/2022 E. 2.5.2

2.5.2. Demgegenüber besteht wie von der Vorinstanz korrekt erwogen ein grosses öffentliches Interesse an der Landesverweisung. Der Beschwerdeführer delinquiert seit vielen Jahren regelmässig, wobei es sich insbesondere bei der Nötigung und den Vergehen gegen das Betäubungsmiteilgesetz nicht um offensichtliche Bagatelldelikte handelt. Er offenbart damit eine andauernde Gleichgültigkeit gegenüber der hiesigen Rechtsordnung, die er auch mit seinem Verweis auf seine "Vergesslichkeit" und "Unaufmerksamkeit" nicht zu legitimieren vermag. Unbehelflich ist das Vorbringen des Beschwerdeführers, es sei ihm "nicht egal", dass er gegen die Rechtsordnung verstosse, scheint ihn dies doch nicht von wiederholter Delinquenz abhalten zu können. Weiter erweist es sich angesichts obiger Beteuerung als inkohärent, wenn er besagte Gleichgültigkeit sodann (unsubstanziiert) als Symptom (s) einer Suchterkrankung zu deuten versucht. Im zuletzt begangenen Raub manifestiert sich zudem eine deutliche Aggravationstendenz. Zu Recht zieht die Vorinstanz die dabei ausgeübte Gewalt in die Interessenabwägung mit ein (vgl. supra E. 1.4.1). Nicht zu beanstanden ist es auch, wenn die Vorinstanz dem Beschwerdeführer im Rahmen der Interessenabwägung Gleichgültigkeit bei der Tatausführung attestiert. Sie begründet nachvollziehbar, dass die Mittäter bei ihrem Vorgehen (Reissen der Geschädigten vom Fahrrad) die Verletzungsfolgen nicht abschätzen konnten. Dass es keinen "mitfühlenden" Raub gebe, steht dieser Einschätzung nicht entgegen. Angesichts seiner persistierenden und aggravierenden Delinquenz sowie seiner in absehbarer Zukunft aller Voraussicht nach weiterhin bescheidenen finanziellen Verhältnisse erscheint es nicht willkürlich, wenn die Vorinstanz beim Beschwerdeführer ein erhöhtes Risiko für weitere Straftaten gegen das Vermögen (und in diesem Zusammenhang, wie beim vorliegenden Raub, auch gegen die körperliche Integrität) verortet. Eine Landesverweisung im Sinne von Art. 66a StGB ist bei Vorliegen der einschlägigen Voraussetzungen schliesslich zwingend auszusprechen. Aus dem Umstand, dass für seinen Mittäter - trotz (gemäss Beschwerdeführer) angeblich erfüllter Voraussetzungen - keine solche angeordnet worden sei, kann Letzterer vorliegend keinen Anspruch auf "Gleichbehandlung im Unrecht" ableiten. Darin liegt keine Verletzung des Gebots der Rechtsgleichheit im Sinne von Art. 8 Abs. 1 BV.