Citation: 5A_786/2019 E. 6

Die Beschwerdeführerin verkennt die formelle Natur des unbedingten Replikrechts, wie es sich aus Art. 29 Abs. 2 BV ergibt: Das verfassungsmässige Äusserungsrecht erschöpft sich gerade darin, sich Gehör zu verschaffen. Ist dies geschehen, so ist dem Gehörsanspruch Genüge getan. Entgegen dem, was die Beschwerdeführerin unterstellt, schreibt Art. 29 Abs. 2 BV der Behörde nicht vor, wie sie auf die Äusserung der Partei mit Blick auf die Entscheidfindung zu reagieren hat. So bewahrt das unbedingte Replikrecht eine Partei beispielsweise nicht davor, ihre Anliegen in einer Weise zu begründen, die den prozessualen Anforderungen genügt (Urteil 4A_213/2015 vom 31. August 2015 E. 2.1.2). Nichts anderes gilt für die Beurteilung, ob ein bestimmtes Vorbringen ein prozessual zulässiges Novum darstellt oder ob es materiell geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen. Ersteres prüft das Gericht anhand des anwendbaren Prozessrechts, Letzteres ist eine Frage der richterlichen Beweiswürdigung (Urteil 5A_688/2019 vom 6. November 2019 E. 5.3). Wie das Obergericht zutreffend betont, verschafft der verfassungsmässige Gehörsanspruch der Beschwerdeführerin also nicht die Möglichkeit, an den Schranken der Zivilprozessordnung vorbei die prozessuale Zulässigkeit von Tatsachenbehauptungen oder Beweismitteln zu erzwingen, indem sie ihre Stellungnahmen vom 23. April und 20. Mai 2019 mit ihrem Replikrecht rechtfertigt. Von einer Gehörsverletzung kann nicht die Rede sein. Das Kantonsgericht hat die in der Stellungnahme enthaltenen Vorbringen gehört, geprüft und in der Entscheidfindung berücksichtigt. Kam es mit Bezug auf die in den fraglichen Stellungnahmen vorgebrachten Noven zum Schluss, die Vorgehensweise der Beschwerdeführerin sei nicht zulässig, so beschlägt diese Erkenntnis nicht das rechtliche Gehör, sondern die Sachebene, das heisst die Rechtsanwendung, die das Bundesgericht hier nur auf die Verletzung verfassungsmässiger Rechte hin überprüft (E. 2). Dass die Vorinstanz die gesetzlichen Vorgaben der Zivilprozessordnung im fraglichen Zusammenhang in verfassungswidriger, insbesondere willkürlicher Weise angewendet hätte, behauptet die Beschwerdeführerin nicht. Insbesondere geht sie mit keinem Wort auf die zentrale vorinstanzliche Erkenntnis ein, wonach im Summarverfahren grundsätzlich schon im Gesuch alle verfügbaren Angriffs- und Verteidigungsmittel beizubringen sind (E. 3). Die Begründung ihres Einwandes, dass sie mit den von der Prozessgegnerin vorgebrachten Tatsachen und Beweismitteln nicht habe rechnen müssen, erschöpft sich in pauschalen, unbegründeten Behauptungen. Soweit sich die Beschwerdeführerin überdies auf Art. 6 Ziff. 1 EMRK beruft, tut sie nicht dar, inwiefern ihr die Europäische Menschenrechtskonvention Rechte verschafft, die über den aus Art. 29 Abs. 2 BV hergeleiteten Schutz hinausgehen. Im Übrigen äussert sich die Beschwerdeführerin auch nicht zu den vorinstanzlichen Erwägungen, wonach die Einhaltung der gesetzlichen Eintragungsfrist gestützt auf die mit dem Gesuch vom 12. Februar 2019 eingereichten Rechnungsbelege und die Beilagen der Beschwerdegegnerin nicht glaubhaft gemacht ist.