Citation: 1C_106/2018 E. 5.8

5.8. Wie vom BAFU in seiner Vernehmlassung zutreffend dargelegt, ist das Gebiet Räbmatt mit Blick auf das Gebiet der Stadt Zug respektive Oberwil peripher gelegen. Es handelt sich unstreitig weder um eine Zentrums- oder Kernzone noch um einen Entwicklungsschwerpunkt. Zudem ist das Land entlang des Trubikerbachs vorwiegend unbebaut. Das Gebiet Räbmatt kann daher nicht als dicht überbaut bezeichnet werden. Es besteht insoweit ein wesentlicher Unterschied zum Ufergebiet von Rüschlikon, welches in BGE 140 II 437 zu beurteilen war. Dort war die Bauparzelle nicht peripher, sondern im Hauptsiedlungsgebiet der Agglomeration am linken Ufer des Zürichsees gelegen, das praktisch durchgehend überbaut war (BGE 140 II 437 E. 5.3 S. 443 f.; vgl. auch Urteil 1C_473/2015 vom 22. März 2016 E. 5.7, in: URP 2016 S. 375). An dieser Beurteilung ändert die Tatsache nichts, dass, wie von der Vorinstanz angeführt (angefochtenes Urteil E. 6b/bb), das Gebiet Räbmatt durch die Kantonsstrasse und durch eine Bushaltestelle in unmittelbarer Nähe der Baugrundstücke gut erschlossen ist. Raumplanerisch kann die gute Erschliessung eines Gebiets zwar ein Argument für dessen Verdichtung sein. Aus Sicht des Gewässerschutzes rechtfertigt sich der Verzicht auf die Freihaltung des Gewässerraums aber nur in Gebieten, die bereits so dicht überbaut sind, dass der Gewässerraum seine natürliche Funktion auch auf lange Sicht nicht erfüllen kann. Dies ist vorliegend nicht der Fall (vgl. auch BGE 143 II 77 E. 2.8 S. 84 f.). Ferner ist entgegen der Auffassung der Vorinstanz (angefochtenes Urteil E. 6b/bb) auch nicht entscheidend, dass das südliche Ufer des Trubikerbachs im fraglichen Abschnitt hart verbaut ist. Dieser Umstand kann im Rahmen der nach Art. 41c Abs. 1 Satz 2 GSchV gebotenen Interessenabwägung für die Erteilung einer Ausnahmebewilligung sprechen, er genügt aber für sich allein nicht, um dicht überbautes Gebiet zu begründen. Der Gewässerraum soll den Raumbedarf des Gewässers langfristig sicherstellen und ist grundsätzlich unabhängig vom Bestehen konkreter Revitalisierungs- oder Hochwasserschutzprojekte auszuscheiden bzw. freizuhalten (vgl. BGE 140 II 437 E. 5.4 S. 444; 140 II 428 E. 8.1 S. 435 f.). Vorliegend sind indes eine umfassende Hochwassersanierung des betreffenden Abschnitts des Trubikerbachs und der Abbruch der Ufermauern des heute hart verbauten Bachgerinnes mit anschliessender Ersetzung durch abgeflachte Naturufer mit standortgerechter Bepflanzung geplant (vgl. angefochtenes Urteil E. 6c). Die Freihaltung des Gewässerraums drängt sich vorliegend umso mehr auf, als mit den Beschwerdeführern davon auszugehen ist, dass eine sinnvolle Nutzung des Baugrundstücks ohne Inanspruchnahme des Gewässerraums ohne Weiteres möglich ist (vgl. zu diesem Argument auch Urteil 1C_444/2015 vom 14. März 2016 E. 3.6.4).