Citation: 2C_1020/2016 E. 4.3

4.3. Gemäss den Feststellungen der Vorinstanz wurden anlässlich des Augenscheins in der ehelichen Wohnung am 7. April 2011 die Eheleute sowie der in der Wohnung anwesende G.________ von der Stadtpolizei Winterthur befragt. Dem betreffenden Polizeirapport vom 2. Mai 2011 lässt sich entnehmen, dass die Eheleute bei ihrer Einvernahme unterschiedliche Angaben über die Art und Weise ihres Kennenlernens, über gemeinsame Hobbys, die Hochzeitsfotos, die Hochzeitsgeschenke und die Schlafzimmeraufteilung gemacht haben. G.________ gab zu Protokoll, seit April 2010 eine Beziehung zur Ehefrau des Beschwerdeführers 1 zu unterhalten. Aus dem vorinstanzlich festgestellten Sachverhalt geht weiter hervor, dass die Ehefrau Mitte Oktober 2011 aus der ehelichen Wohnung ausgezogen ist. Mit Schreiben vom 8. Dezember 2011 teilte sie dem Migrationsamt mit, der Beschwerdeführer 1 habe zugegeben, dass er nur die Niederlassungsbewilligung erhalten und seine Ex-Frau mit den Kindern in die Schweiz nachziehen wolle. Sowohl im Schreiben vom 8. Dezember 2011 als auch in einem weiteren Schreiben vom 29. Januar 2012 äusserte die Ehefrau ihre Absicht, die Ehe beenden zu wollen. Sie habe jedoch Angst gehabt, rechtliche Schritte einzuleiten, da von Seiten des Ehemannes Drohungen geäussert worden seien. Am 2. März 2012 teilte die Ehefrau dem Migrationsamt mit, sie habe sich an Silvester 2011 mit ihrem Mann versöhnt und lebe seit Mitte Januar 2012 wieder mit ihm zusammen. Bei einer erneuten polizeilichen Kontrolle in der ehelichen Wohnung am 3. September 2013 wurde die Mutter der Kinder, E.________, schlafend im Ehebett angetroffen. Hierzu gab der Beschwerdeführer 1 an, seine Ehefrau sei in den Ferien und die Kindsmutter weile seit drei Wochen bei ihm. Die Vorinstanz erwog, der Umstand, dass sich die Kindsmutter spätestens nach dem Verreisen der Ehefrau am 23. August 2013 tagelang zusammen mit dem Beschwerdeführer 1 und den gemeinsamen Töchtern in der ehelichen Wohnung aufgehalten habe, lasse auf ein Verhältnis des Beschwerdeführers 1 mit der Kindsmutter schliessen. Eine solche Beziehung werde durch den Umstand, dass sie gemeinsam im Ehebett genächtigt hätten, unterstrichen, welches Verhalten sich nicht mit der infrage stehenden Ehe des Beschwerdeführers 1 in Einklang bringen lasse. Daran ändere auch die von der Kindsmutter angeführte Operation der Tochter nichts, zumal kein Notfall vorgelegen habe, der den Aufenthalt der Kindsmutter in der ehelichen Wohnung rund um die Uhr erfordert hätte, schon gar nicht im Ehebett. Zudem hätten der Ehemann und ein Cousin der Kindsmutter im Kanton Aargau gelebt, sodass nicht erklärbar sei, warum sie nicht dort übernachtet habe. In Anbetracht aller Umstände kam die Vorinstanz zum Schluss, die Ehe des Beschwerdeführers 1 habe nur formell eine Rolle gespielt und ihm zur Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung sowie zum Nachzug der Töchter gedient. Ansonsten sei sie inhaltsleer gewesen. Dies ergebe sich auch aus den widersprüchlichen Schreiben der Ehefrau; so habe sie mit Schreiben vom 29. Januar 2012 angekündigt, die Ehe beenden zu wollen, jedoch mit Schreiben vom 2. März 2012 behauptet, seit Mitte Januar 2012 wieder mit ihrem Ehegatten zusammenzuleben. Von einer gelebten ehelichen Beziehung könne nicht ausgegangen werden. Die Ehefrau habe eine solche gegenüber den Behörden nur vorgegeben, weil sie sich unter Druck gesetzt gefühlt habe.