Citation: I 463/02 17.02.2003 E. 5

5.1 Um beim ausserordentlichen Bemessungsverfahren die gesetzlich geforderte wirtschaftliche Gewichtung der bei einer selbständigen Erwerbstätigkeit anfallenden verschiedenen Betätigungen vornehmen zu können, ist deren Wert im Verhältnis zueinander festzustellen und mit der Einschränkung im jeweiligen Tätigkeitsbereich in Beziehung zu setzen. Die konkrete erwerbliche Gewichtung der in einer gewerblichen Einzelunternehmung wie derjenigen des Beschwerdeführers anfallenden Tätigkeiten mit und ohne Behinderung sowie deren Verhältnis zueinander ist demgemäss wie folgt durchzuführen (BGE 128 V 32 f. Erw. 4b): Tätigkeit T (Anteil an Gesamttätigkeit von 100%) B (Behinderung in %) s (Lohnansatz in Fr./h) praktischer Fahrunterricht T1% B1% s1 Fr./h Theorieunterricht T2% B2% s2 Fr./h Personentransporte T3% B3% s3 Fr./h Der Invaliditätsgrad ergibt sich dann aus der Formel: T1 x B1 x s1 + T2 x B2 x s2 + T3 x B3 x s3 -------------------------------- = Invaliditätsgrad T1 x s1 + T2 x s2 + T3 x s3 5.2 Jedes Einzelunternehmen bedarf der Geschäftsführung, welche ausser der eigentlichen Unternehmensleitung administrative Arbeiten wie Einkauf, Fakturierung, Inkasso, Buchhaltung, Mehrwertsteuerabrechnung, Werbung, Kundenakquisation etc. umfasst und in der Regel von invaliden Selbstständigerwerbenden weiterhin ausgeübt werden kann. Da die Geschäftsführung keinen direkten Ertrag abwirft, ihr aber im Vergleich zu den branchenspezifischen Tätigkeiten eher grössere, wirtschaftliche Bedeutung zukommt (BGE 128 V 33 Erw. 4b; AHI 1998 S. 123 Erw. 3), kann ihre erwerbliche Gewichtung nicht aus den Betriebsergebnissen abgeleitet werden und sich als schwierig erweisen. Im vorliegenden Fall entfällt dieses Bewertungsproblem, weil die administrativen Arbeiten im Gewerbebetrieb des Beschwerdeführers, soweit sie nicht einem Treuhandbüro übertragen wurden, stets von der Ehefrau des Versicherten erledigt worden sind. Sind aber die mit der Geschäftsführung zusammenhängenden Arbeiten schon vor Eintritt der Invalidität nicht vom Versicherten selber erledigt worden, können sie bei der Ermittlung der relevanten, dem Versicherten zurechenbaren und ihm trotz seines Gesundheitsschadens noch zumutbaren Einkommensschöpfung ausser Betracht bleiben. 5.3 Hinsichtlich der dem Beschwerdeführer noch zumutbaren Arbeitsleistungen ist im Verfahren vor dem Eidgenössischen Versicherungsgericht nicht mehr streitig und aufgrund der medizinischen Akten erstellt, dass er die praktische Fahrlehrer- und Personentransporttätigkeit nicht mehr ausüben kann. Streitig ist einzig, ob er trotz seiner Behinderung weiterhin Theorieunterricht erteilen könnte, was Vorinstanz und Verwaltung gestützt auf die Zumutbarkeitsbeurteilung des IV-Arztes Dr. med. P.________ bejaht haben, der Beschwerdeführer aber mit seiner Verwaltungsgerichtsbeschwerde anficht. Diese Streitfrage kann jedoch offen bleiben, weil - wie noch darzulegen ist - auch dann ein den Grenzwert von 66 2/3 % für den Anspruch auf eine ganze Rente eindeutig übersteigender Invaliditätsgrad resultiert, wenn in Übereinstimmung mit dem IV-Arzt angenommen wird, dem Beschwerdeführer sei die Erteilung von Theorieunterricht weiterhin uneingeschränkt zumutbar. 5.4 Mit Bezug auf die Anteile der einzelnen Betätigungen an der unternehmerischen Gesamttätigkeit des Beschwerdeführers, soweit er sie bis zum Eintritt des Versicherungsfalles selbst ausgeübt hat, ergibt sich Folgendes: Der Abklärungsdienst des Bundesamtes für Militärversicherung (BAMV) hat eine eingehende Untersuchung der wirtschaftlichen Verhältnisse von Fahrschulen unter besonderer Berücksichtigung der Marktbedingungen im Kanton Wallis durchgeführt. Aus der dem entsprechenden Bericht vom 13. Februar 2001 beiliegenden Kalkulation der Kosten einer Fahrstunde für das Jahr 2000 geht hervor, dass ein Fahrlehrer pro Jahr inkl. 192 Stunden Theorie- und Verkehrskundeunterricht und mit Berücksichtigung der für Büroarbeiten benötigten Arbeitszeit maximal 1'870 Lektionen erteilen kann. Die von der IV-Stelle selbst durchgeführten wirtschaftlichen Abklärungen haben ergeben, dass der Versicherte von den in den Jahren 1997 und 1998 insgesamt ausgeführten Personentransportstunden auf der R.________-/B.________ (1'593 und 1'523 Stunden) einen Anteil von 660 und 510 Stunden, im Durchschnitt somit 585 Stunden, selbst ausgeführt hat. Um diesen vom Beschwerdeführer in seinem Personentransportgewerbe erbrachten Arbeitseinsatz ist seine Fahrlehrertätigkeit zu reduzieren, sodass sich die jährlichen Anteile seiner drei gewerblichen Betätigungen auf 1'093 Stunden praktischen Fahrunterricht, 192 Stunden Theorieunterricht und 585 Stunden Personentransporte belaufen; in Prozenten resultieren Anteile von 58,4 % (praktischer Fahrunterricht), 10,3 % (Theorieunterricht) und 31,3 % (Personentransporte). Zwecks rechnerischer Vereinfachung ist von Anteilen von 60 % (praktischer Fahrunterricht), 30 % (Personentransporte) und 10 % (Theorieunterricht) auszugehen. 5.5 Die Abklärungen des BAMV haben ergeben, dass ein Fahrlehrer im Jahre 2000 im Kanton Wallis mit einem Lohnansatz von Fr. 83.‑‑/Std. rechnen konnte, wobei dieser Ansatz sowohl für den praktischen als auch den theoretischen Unterricht galt. Für die Personentransporte auf der R.________-/B.________wurde der Versicherte von den dortigen Verkehrsbetrieben mit Fr. 33.‑‑/Stunde entschädigt. 5.6 Somit lauten die für die Invaliditätsbemessung im Falle des Beschwerdeführers nach Massgabe des ausserordentlichen Bemessungsverfahrens relevanten Faktoren wie folgt: Tätigkeit T (Anteil an Gesamttätigkeit von 100%) B (Behinderung in %) s (Lohnansatz in Fr./h) Praktischer Fahrunterricht 60 % 100 %