Citation: 2C_352/2022 E. 5.1

5.1. Gemäss den tatsächlichen Feststellungen der Vorinstanz hat der Ehemann der Beschwerdeführerin bestätigt, dass es zwischen den Eheleuten verschiedentlich zu gegenseitigen Tätlichkeiten gekommen sei. Am 19. März 2020 ist die Situation erneut eskaliert, wobei es nach der Schilderung der Eheleute zu einer verbalen Auseinandersetzung mit gegenseitigen Tätlichkeiten und zu einer Sachbeschädigung gekommen sei. Die Beschwerdeführerin hat angegeben, ihr Ehemann habe sie angegriffen und aufs Bett gestossen, woraufhin er sie mehrfach geohrfeigt und ihre Arme zusammengepresst habe. Er habe dann von ihr losgelassen und ihre Stehlampe aus dem Fenster werfen wollen, die dabei beschädigt wurde. Er habe ihr gesagt, dass er ihr alles kaputt machen könne. In der Folge habe er sie in die Beine getreten. Der Ehemann hat den Vorfall dagegen wie folgt geschildert: er habe einkaufen gehen wollen, als es im Treppenhaus zu einem Streit gekommen sei, bei dem die Beschwerdeführerin ihn an den Haaren gerissen habe. Er habe sie beruhigen wollen und sie deswegen umarmt. Sie sei dann noch wütender geworden und habe eine Gabel in seine Richtung gestreckt. Er sei dann ebenfalls wütend geworden und habe ihr die Gabel aus der Hand gerissen. Sie habe ihn daraufhin fünfmal gegen seinen rechten Oberschenkel getreten, woraufhin er sie mit beiden Armen an ihren Oberarmen festgehalten habe. Es könne sein, dass er sie im Gerangel kurz in den Schwitzkasten genommen habe. Bevor die Beschwerdeführerin auf dem Bett zu liegen gekommen sei, habe sie ihn mit der flachen Hand ins Gesicht geschlagen und provoziert. Er habe sie dann mit der flachen Hand dreimal auf die rechten Wange geschlagen. Nachher habe er von ihr abgelassen, sie habe ihn aber weiter provoziert. Sie habe seinen Bildschirm genommen und ihn aufs Bett geworfen. Er habe sich ihrer Nachttischlampe behändigt und diese gegen die Wand werfen wollen. Irrtümlich habe er die Lampe aber aus dem offenen Fenster geworfen. Im Rahmen der polizeilichen Befragung vom 19. März 2020 hat die Beschwerdeführerin auf die Frage nach allfälligen Verletzungen angegeben, ihr Gesicht brenne und ihr linkes Handgelenk schmerze auch ein wenig. Im Interventionsbericht ist bei Verletzungen "Nein" angekreuzt; sechs Tage nach dem Vorfall sind indessen anlässlich einer Untersuchung im Kantonsspital St. Gallen bei ihr multiple Hämatome an beiden Beinen festgestellt worden. Beide haben darauf verzichtet, einen Antrag auf Strafverfolgung zu stellen.