Citation: 1B_308/2013 E. 2.3

2.3. Im vorliegenden Fall geht es um Beziehungsdelikte. Der Beschwerdeführer bestreitet diese vollumfänglich. Die Anzeigeerstatterin belastet ihn. Es steht Aussage gegen Aussage. Den Angaben der Anzeigeerstatterin kommt damit entscheidende Bedeutung zu. Es besteht deshalb ein erhebliches öffentliches Interesse an der Verhinderung von Beeinflussungen der Anzeigeerstatterin. Unter den dargelegten Umständen ist davon auszugehen, dass das erstinstanzliche Strafgericht einen persönlichen Eindruck von der Anzeigeerstatterin gewinnen will und diese anlässlich der auf den 17. Oktober 2013 angesetzten Hauptverhandlung befragen wird. Das Interesse an der Vermeidung von Kollusionshandlungen ist daher nach wie vor gegeben. Die gegen den Beschwerdeführer erhobenen Vorwürfe - insbesondere jener der mehrfachen Vergewaltigung - wiegen insgesamt schwer. Dies verstärkt das öffentliche Interesse an einer von Beeinflussungsversuchen freien Sachverhaltsermittlung. Der Beschwerdeführer muss im Falle einer Verurteilung mit einer empfindlichen Strafe rechnen. Bei einer Freilassung bestünde für ihn daher ein beträchtlicher Anreiz, die Anzeigeerstatterin zu einem Widerruf oder einer Abschwächung ihrer belastenden Aussagen zu veranlassen. Der Beschwerdeführer steht unter dem dringenden Verdacht, der Anzeigeerstatterin mehrmals gedroht zu haben, er werde sie umbringen oder umbringen lassen, falls sie die Polizei verständige. Dabei habe er sie mehrfach geschlagen. Einmal habe er ein Messer drohend gegen sie erhoben und es in die Türe gerammt (Anklageschrift S. 3 Ziff. 1.3). Dies lässt darauf schliessen, dass der Beschwerdeführer bei einer Freilassung Gewalt gegen die Anzeigeerstatterin androhen oder ausüben könnte. Auch mit anderen Beeinflussungsversuchen müsste gerechnet werden. Der Beschwerdeführer hat mit der Anzeigeerstatterin zwei gemeinsame Kinder. Das Verhältnis zu ihr war konfliktreich und zwiespältig. Auf Trennungen folgten immer wieder Annäherungen (die Anzeigeerstatterin spricht von einer "On-/off-Beziehung"; Urteil der Appellationsgerichtspräsidentin vom 6. Juni 2013 S. 4). Es besteht deshalb Grund zur Annahme, dass der Beschwerdeführer bei einer Haftentlassung erneut versuchen könnte, die Zuneigung der Anzeigeerstatterin zu gewinnen und sie so zu einer Änderung ihrer Aussagen zu bewegen. Würdigt man dies gesamthaft, hält es vor Bundesrecht stand, wenn die Vorinstanz Kollusionsgefahr bejaht hat.