Citation: 1B_403/2022 E. 4.2

4.2. Der Beschwerdeführer bringt zunächst sinngemäss vor, das Vortatenerfordernis sei nicht erfüllt. Er habe in 48 Jahren keine Delikte begangen und sich immer an das Gesetz gehalten. Er sei zwar im Jahr 2017 bereits mit dem Gesetz in Konflikt geraten, aufgrund seiner Erkrankung jedoch freigesprochen worden (recte: das Verfahren wurde aufgrund Schuldunfähigkeit eingestellt). Bei den Vortaten muss es sich um Verbrechen oder schwere Vergehen gehandelt haben; zudem müssen sie gegen gleiche oder gleichartige Rechtsgüter gerichtet gewesen sein wie die drohenden Verbrechen oder schweren Vergehen. Die Vortaten können sich aus rechtskräftig abgeschlossenen Strafverfahren ergeben. Sie können jedoch auch Gegenstand eines noch hängigen Strafverfahrens bilden, sofern mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit feststeht, dass die beschuldigte Person sie begangen hat. Der Nachweis, dass diese eine Straftat verübt hat, gilt bei einem glaubhaften Geständnis oder einer erdrückenden Beweislage als erbracht (zum Ganzen: BGE 146 IV 326 E. 3.1; 143 IV 9 E. 2.3.1; Urteile 1B_289/2022 vom 1. Juli 2022 E. 3.1 mit Hinweisen). Dem Beschwerdeführer werden insbesondere die mehrfache Entwendung von Fahrzeugen zum Gebrauch (Art. 94 Abs. 1 lit. a SVG) und das mehrfache Fahren in fahrunfähigem Zustand (Art. 91 Abs. 2 lit. b SVG) vorgeworfen. Dabei handelt es sich mindestens bei letzterem um schwere Vergehen, die grundsätzlich als Vorstrafen im Sinne von Art. 221 Abs. 1 lit. c StPO herangezogen werden können (Urteile 1B_191/2015 vom 18. Juni 2015 E. 3.1; 1B_435/2012 vom 8. August 2012 E. 3.9). Der Beschwerdeführer ist bezüglich der Begehung dieser Delikte mehrheitlich geständig; zudem ist die Beweislage derart erdrückend, dass der Nachweis der Delikte auch ohne die Geständnisse als erbracht gelten müsste (vgl. E. 3.1 hiervor). Entsprechend hat die Vorinstanz kein Bundesrecht verletzt, wenn sie trotz fehlender Vorstrafen des Beschwerdeführers das Vortatenerfordernis im Sinne von Art. 221 Abs. 1 lit. c StPO als erfüllt betrachtete.