Citation: 5A_466/2022 E. 2

Nach Art. 92 Abs. 2 SchKG sind Gegenstände unpfändbar, bei denen von vornherein anzunehmen ist, dass der Überschuss des Verwertungserlöses über die Kosten so gering wäre, dass sich eine Wegnahme nicht rechtfertigt. Demnach hat eine Gegenüberstellung zwischen dem erwarteten Verwertungserlös einerseits und den Kosten der Verwertung andererseits zu erfolgen. Ist nur ein geringer Reinerlös zu erwarten, ist auf eine Pfändung zu verzichten (BETTLER, Die Pfändbarkeit von Fahrzeugen, in: Jahrbuch zum Strassenverkehrsrecht 2012, S. 412). Das Betreibungsamt verfügt dabei über ein Ermessen, welches der Kontrolle der Aufsichtsbehörden untersteht (Urteil 5A_871/2017 vom 20. Februar 2018 E. 3.3.3 mit Hinweisen). Ein Rechtsverstoss liegt vor, wenn das Betreibungsamt bzw. die Aufsichtsbehörde das in Art. 92 Abs. 2 SchKG gewährte Ermessen missbraucht oder überschritten hat (BGE 134 III 323 E. 2; Urteile 5A_783/2015 vom 15. Januar 2016 E. 4.3.2, in: BlSchK 2016 S. 223; 5A_330/2011 vom 22. September 2011 E. 3.1).