Citation: 6B_47/2019 E. 1.3

1.3. Die Vorinstanz weist darauf hin, dass seit dem 13. Juli 2018 im Kanton Wallis eine Gästekarte eingeführt worden sei, die es Jägern mit gültigem Jagdpatent unter Voraussetzung der Gutheissung eines Antrags bei der Dienststelle für Jagd ermögliche, ihr Jagdrecht mit Gästen zu teilen. Ein solches Vorgehen sei indes zum Tatzeitpunkt nicht möglich gewesen und wenn dies der Fall gewesen wäre, sei nicht davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer eine entsprechende Karte im Vorfeld beantragt hätte, weswegen die Anwendung des Grundsatzes der "lex mitior" ausser Betracht falle. Die Vorinstanz erachtet die Darstellung des Beschwerdeführers, wonach er nicht gewusst habe, dass Y.________ zum Abschuss des Gämsbocks nicht berechtigt gewesen sei, als Schutzbehauptung. Sie weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass der Beschwerdeführer erst im Laufe des Verfahrens vorgebracht habe, von der fehlenden Abschussberechtigung nichts gewusst zu haben. Ferner erwägt sie, der Beschwerdeführer habe Y.________ den Abschuss des Tieres "schenken" wollen, beim Abschuss eine Aufpasserfunktion wahrgenommen, die Eintragung in sein Abschussbüchlein eingetragen und seine Marke am Ohr des geschossenen Gämsbocks angebracht. Diese Umstände würden nur Sinn machen, wenn der Beschwerdeführer von der fehlenden Abschussberechtigung von Y.________ ausgegangen sei. Demnach sei davon auszugehen, dass dem Beschwerdeführer die fehlende Abschussberechtigung von Y.________ bekannt gewesen sei. Betreffend die Frage, ob ein Verbotsirrtum vorliegen könnte, führt die Vorinstanz aus, die angeblich andere Praxis in anderen Kantonen bilde für eine Person, welche das Jagdexamen vor vier Jahren bestanden habe, keinen ausreichenden Grund für einen Verbotsirrtum. Der Beschwerdeführer habe in Kauf genommen, bei einer verbotenen Handlung mitzuwirken.