Citation: 1P.155/2002 11.06.2002 E. 1

Die Beschwerdeführerin rügt in erster Linie, dass die Verfügung des Bauinspektorates vom 27. März 2001 ihr selber und nicht (auch) ihrem Rechtsvertreter zugestellt worden war. Sie vertritt die Auffassung, in Anbetracht der gesamten Umstände hätte die Eröffnung vielmehr an den Rechtsvertreter erfolgen müssen. Sie rügt damit eine Verletzung von Art. 9 und Art. 29 BV, ohne dabei geltend zu machen, das kantonale Verfahrensrecht sei in verfassungswidriger Weise angewendet worden. Die Verfügung des Bauinspektorates kann als Antwort auf das nachträgliche Baugesuch vom 28. April 1999 betrachtet werden. Dieses ist vom Architekten im Namen der Beschwerdeführerin eingereicht worden. In der Folge hat das Bauinspektorat verschiedentlich direkt mit der Beschwerdeführerin korrespondiert, ohne dass von ihrer Seite geltend gemacht worden wäre, sie sei durch ihren Rechtsverteter vertreten und die Korrespondenz hätte über diesen zu erfolgen. Bei dieser Sachlage erscheint es als vertretbar, dass schliesslich der Bauabschlag der Beschwerdeführerin direkt eröffnet und von einer Mitteilung an den Rechtsvertreter abgesehen worden ist. Daran vermögen auch die konkreten Umstände des Verfahrens nichts zu ändern. Zum einen erfährt der Charakter des Bauabschlages als Antwort auf das nachträgliche Baugesuch durch die Dauer des Verfahrens keine Änderung. Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin geht es nicht darum, dass von ihr sinngemäss verlangt worden ist, das Vertretungsverhältnis neu zu bekunden und zu belegen; vielmehr hat ein solches im nachträglichen Baubewilligungsverfahren gar nicht bestanden. Unerheblich ist daher auch der Umstand, dass der Rechtsvertreter parallel zum neuen Baugesuch die Wiederherstellungsverfügung mit Beschwerde bei der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion angefochten hatte; dieses Verfahren ist nämlich angesichts des neuen Baugesuchs bereits am 3. Juni 1999 abgeschrieben worden. Die Abschreibung ist weder im Anschluss an die Eröffnung noch in der Beschwerde an das Verwaltungsgericht beanstandet worden. Soweit die Beschwerdeführerin geltend macht, die Praxis, wonach Beschwerden gegen Wiederherstellungsbescheide abgeschrieben werden, wenn ein nachträgliches Baugesuch eingereicht wird, verstosse gegen das kantonale Baugesetz, handelt es sich um ein neues rechtliches Vorbringen, für das der kantonale Instanzenzug im Sinne von Art. 86 OG nicht erschöpft worden ist. Gesamthaft gesehen hält es unter diesen Umständen vor dem Willkürverbot stand, dass die Verfügung mit Bauabschlag und Wiederherstellungsbefehl vom 27. März 2001 der Beschwerdeführerin und nicht (auch) dem Rechtsvertreter eröffnet worden ist. Bei dieser Sachlage - sowie im Lichte des Rechtsgleichheitsgebots - ist auch nicht einzusehen, inwiefern der Beschwerdeführerin eine Toleranz von mehreren Tagen hätte eingeräumt werden müssen.