Citation: 4A_602/2008 12.03.2009 E. 4

Weiter rügen die Beschwerdeführer eine Verletzung der derogatorischen Kraft des Bundesrechts gemäss Art. 49 Abs. 1 BV. Das Abwesenheitsverfahren nach Bündner Zivilprozessordnung, das für die zu Recht kontumazierte Partei keine materielle Überprüfungsmöglichkeit durch eine Rechtsmittelinstanz mit voller Kognition vorsehe, sei bundesrechtswidrig, da es an die Säumnis infolge Nichtleistens des Kostenvorschusses letztlich den Verlust des materiellen Rechts knüpfe. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts sind kantonale Vorschriften bundesrechtswidrig und damit nichtig, die an prozessuale Säumnis den Verlust des materiellen Rechts oder des Klagerechts knüpfen (BGE 118 II 479 E. 2g S. 485; Urteil 5A_660/2008 vom 19. Juni 2008 E. 1.2). Von dieser Rechtsprechung unberührt bleiben indessen die Folgen prozessualer Säumnisse in jenen Verfahren, die - wie hier - durch ein Sachurteil erledigt werden (BGE 118 II 479 E. 2i S. 486; Urteil 5A_660/2008 vom 19. Juni 2008 E. 1.2; 2.5 ). Wie ausgeführt, verlangt das Bundesrecht vorläufig in zivilrechtlichen Verfahren noch keine kantonale Rechtsmittelinstanz. Dem bündnerischen Kontumazverfahrens steht damit keine bundesrechtliche Vorschrift entgegen.