Citation: 8C_481/2024 E. 5.1.2

5.1.2. Die Beschwerdeführerin wendet ein, ihre Phobie sei keine soziokulturelle Störung bzw. kein Faktor, die ausgeklammert werden könnten. Laut dem SMAB-Gutachten verunmögliche es ihr die stark ausgeprägte phobische Angst zurzeit, eine Tätigkeit mit Männern als Arbeitskollegen oder Vorgesetzten wahrzunehmen. Diese Angst sei im Rahmen der "Würdigung von Fähigkeiten, Ressourcen und Belastungen" nochmals als schwere Beeinträchtigung bei der Gruppen- und Kontaktfähigkeit zu Dritten und Selbstbehauptungsfähigkeit in Anlehnung an das MINI-ICF-APP aufgeführt worden. Ebenfalls sei im Belastungsprofil erwähnt worden, dass eine Zusammenarbeit mit erwachsenen Männern vorerst gemieden werden sollte. Trotzdem sei die isolierte Phobie als Diagnose ohne Relevanz für die Arbeitsfähigkeit aufgelistet worden. Dies, obschon die ärztliche Beurteilung ohne weiteres den Schluss zulasse, dass es sich bei ihrer Phobie nicht um eine psychische Störung handle, die nach Wegfall der Belastungsfaktoren wieder verschwinde. Vielmehr habe sie sich derart verselbstständigt, dass sie unabhängig vom ehemaligen Arbeitsplatz die Gesundheitsbeeinträchtigung aufrechterhalte. Folglich handle es sich nicht um einen Umstand, der bei der Bewertung der Arbeitsfähigkeit ausgeklammert werden könne. Die Vorinstanz habe somit den Sachverhalt unrichtig bzw. falsch festgelegt. Sie habe zudem die gescheiterten Massnahmen zum Arbeitsplatzerhalt ignoriert, wenn sie behauptet habe, die Gutachter dürften - unabhängig von ihrer Arbeitsfähigkeitsbeurteilung - Empfehlungen zur Arbeitsplatzsicherung geben. Die Vorinstanz habe verkannt, dass die IV-Stelle bereits alle Massnahmen zum Arbeitsplatzerhalt geprüft habe und ohne Erfolg habe einstellen müssen. Die Gutachter hätten wohl gewusst, dass diese Fragen nicht Gegenstand ihres Gutachtens gewesen seien. Folglich erscheine es willkürlich, wenn die Vorinstanz bei der Beurteilung des SMAB-Gutachters davon ausgegangen sei, es handle sich um eine reine Empfehlung ohne Bezug zur Arbeitsfähigkeit.