Citation: 6B_1450/2017 E. 1.3.2

1.3.2. Des Weitern setzt die Vorinstanz den von ihr selber zitierten Grundsatz unzureichend um, wonach die Anwendung allgemeiner Richtwerte stets auf den Einzelfall abzustimmen ist (vgl. im Zusammenhang mit dem Sicherungsentzug eines Führerausweises: Urteil 1C_840/2013 vom 16. April 2014 E. 2.2). Die Vorinstanz begründet den Schuldspruch im Wesentlichen damit, bei seiner Messung eine halbe Stunde vor Antritt der Fahrt sei der Blutzuckerspiegel des Beschwerdeführers (mit 4,8 mmol/l) nicht nur "unter dem gemäss Merkblatt bzw. Richtlinien vorgeschriebenen minimalen Blutzuckerwert von 5 mmol/l" gewesen, sondern "auch klar unter seinem angegebenen Idealwert von 5,5 mmol/l". Wie erwähnt befasst sie sich nicht mit dem Einwand, das Bezirksgericht habe angenommen, ein Blutzuckerwert zwischen 4 und 8 mmol/l sei "optimal"; nach dem Bericht des USZ vom 12. Oktober 2016 liege der Zielbereich in seinem Fall zwischen 4 und 10 mmol/l und der Normbereich zwischen 2,8 und 10 mmol/l. Der Vorhalt, es liege in der Verantwortung eines jeden Fahrzeugführers mit Diabetes mellitus, sich über die potentiell fahrfähigkeitsbeeinträchtigende Wirkung dieser Krankheit zu informieren, trägt jedenfalls solange nichts zur Begründung des Schuldspruchs bei, als die Vorinstanz keine konkreten, auf Beweiswürdigung beruhenden Feststellungen über den tatsächlichen Kenntnisstand des Beschwerdeführers trifft. Die Relevanz des im Bericht des USZ nicht näher erläuterten "Zielbereichs" resp. "Normbereichs" sowie des von der ersten Instanz angenommenen "optimalen Bereichs" für die vorliegend interessierenden Belange ist unklar. Ebenfalls offen ist, wie es sich mit der (zeitlich unmittelbar) stabilisierenden Wirkung des vor Antritt der Fahrt eingenommenen Langzeit-Insulins verhält. Der vorinstanzlich festgestellte Sachverhalt ist daher in wesentlichen Punkten unvollständig, der Schuldspruch im angefochtenen Urteil mithin bundesrechtswidrig (vgl. Art. 105 Abs. 2 BGG; BGE 133 IV 293 E. 3.4.2 S. 295 f.).