Citation: 9C_195/2023 E. 4.2.1

4.2.1. Einerseits bezeichne die Vorinstanz eine Aufteilung in Abweichung vom Grundbucheintrag angesichts des Fehlens einer schriftlichen Vereinbarung als wenig glaubhaft; es sei lebensfremd, dass B.B.________ die hohe Forderung gegenüber der Beschwerdeführerin nicht schriftlich festgehalten hätte. Damit messe die Vorinstanz den Verträgen zwischen ihr und B.B.________ vom 21. Oktober 2021 in willkürlicher Weise keine Beweiskraft zu. Zudem begebe sie sich damit in einen offensichtlichen Widerspruch: Das Bestehen einer Forderung sollte demnach von Anfang an verschriftlicht werden, eine erhebliche Schenkung von Fr. 500'000.- dagegen nicht. Dabei wäre doch immerhin zu beachten, dass die Schenkung von Grundstücken und Teilen davon der öffentlichen Beurkundung bedürfe. Wenn für das Umstossen eines Schenkungswillens ein schriftlicher Beweis verlangt werde, müsse dies ebenso für den Beweis der Schenkung gelten. Indem die Vorinstanz hier ein unterschiedliches Beweismass anwende, verfalle sie in Willkür. Das Vorbringen erweist sich, soweit es überhaupt als genügend substanziiert erscheint, als offensichtlich unbegründet. Zum einen hat die Vorinstanz in durchaus vertretbarer Weise auf das Fehlen einer schriftlichen Vereinbarung zwischen der Beschwerdeführerin und B.B.________ im Zeitpunkt des Grundstückgeschäfts geschlossen. Fehlte eine solche Vereinbarung, erscheint aber auch der Schluss der Vorinstanz, dass B.B.________ die Beschwerdeführerin als seine langjährige Lebenspartnerin erst durch die schenkweise Weitergabe eines erheblichen Teils der von seinem Vater erhaltenen Schenkung in die Lage versetzt habe, einen hälftigen Miteigentumsanteil am Grundstück zu erwerben, ohne weiteres als vertretbar. Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin ist es auch nicht willkürlich, wenn die Vorinstanz den nachträglich - nämlich erst nach einer Verhandlung vor dem Steuer- und Enteignungsgericht am 10. September 2021 - erstellten schriftlichen Vereinbarungen zwischen B.B.________ und der Beschwerdeführerin kein Gewicht beimass, sondern diese im Ergebnis als allein vor dem Hintergrund der drohenden Steuerfolgen abgeschlossen betrachtete. Verfehlt ist im Übrigen auch der Vorwurf einer angeblichen Widersprüchlichkeit in der Argumentation der Vorinstanz: Die von der Vorinstanz als erwiesen erachtete Schenkung betraf gerade nicht das Grundstück, sondern die für den Erwerb des hälftigen Miteigentumsanteils der Beschwerdeführerin erforderlichen Mittel. Diese Mittel stellte ihr B.B.________, soweit sie den ihm von seinem Vater geschenkten Anteil am Kaufpreis betrafen, gemäss der Vorinstanz beim Vertragsabschluss zur Hälfte als Handschenkung zur Verfügung, womit anders als bei der Schenkung eines Grundstücks bzw. einem einer Schenkung vorangehenden Schenkungsversprechen kein Formerfordernis zu beachten war (vgl. Art. 243 Abs. 3 OR). Damit bestand zum einen für die Vorinstanz in beweisrechtlicher Hinsicht kein Anlass, für den Nachweis der Handschenkung an die Beschwerdeführerin einen Beweis durch ein Schriftstück zu verlangen. Umgekehrt erweist es sich nicht nur als vertretbar, sondern als überzeugend, wenn die Vorinstanz angesichts des Umstands, dass die Beschwerdeführerin nur durch den Einsatz dieser Mittel einen hälftigen Miteigentumsanteil erwerben konnte, für den Nachweis, dass B.B.________ ihr diese Mittel nicht schenkweise überliess, schriftliche Vereinbarungen verlangte bzw. angesichts des Fehlens entsprechender Dokumente aus der Zeit des Vertragsabschlusses zum Ergebnis gelangte, die Version der Beschwerdeführerin - wonach B.B.________ ihr die für den Erwerb der Liegenschaft erforderlichen Mittel im Rahmen des zwischen ihr und ihm bestehenden Konkubinatsverhältnisses als Gesellschafter im Ergebnis lediglich als Darlehen überlassen habe - als gänzlich unplausibel erachtete.