Citation: 2C_680/2021 E. 1.2.5

1.2.5. Der Staatsvertrag von 1994 beruht auf der Konzeption, dass die beiden Staaten je ein formell eigenständiges, materiell aber weitgehend harmonisiertes Mehrwertsteuergesetz erlassen. Auf liechtensteinischer Seite ist das Gesetz vom 22. Oktober 2009 über die Mehrwertsteuer (MWSTG/FL 2009; LR 641.20) ergangen. Es trat am 1. Januar 2010 in Kraft. Dabei handelt es sich um rein unilaterales Recht des Fürstentums Liechtenstein. Inhaltlich stimmt das Gesetz - allerdings nur im harmonisierten Bereich - grundsätzlich buchstabengetreu überein mit dem Bundesgesetz vom 12. Juni 2009 über die Mehrwertsteuer (MWSTG/CH 2009; SR 641.20). Geringfügige Unterschiede bestehen, soweit der liechtensteinische Gesetzgeber seinen landeseigenen Besonderheiten Rechnung tragen wollte, insbesondere seinem eigenen Personen- und Gesellschaftsrecht (Personen- und Gesellschaftsrecht vom 20. Januar 1926 [PGR/FL; LR 216]; Niklaus Honauer/Marco Felder/Jana Kokel, Das Mehrwertsteuergesetz des Fürstentums Liechtenstein, in: ST 87/2013, 232 ff., insb. 232).