Citation: I 69/01 10.12.2002 E. 4

4.1 Im Gutachten der MEDAS vom 31. Januar 1997 wurde - nebst einem Panvertebralsyndrom, einem Status nach chronischen Oberbauchbeschwerden, Nikotinabusus und Adipositas - primär ein ausgeprägtes psychogenes Schmerzsyndrom diagnostiziert. An diesem Hauptleiden hat sich im massgeblichen Vergleichszeitraum insoweit nichts geändert, als die Ärzte des Spitals X.________ in ihrem Bericht vom 24. Februar 2000 vorab eine Fibromyalgie mit aktuell scapulonuchaler Betonung bei proximaler Haltungsinsuffizienz nennen. Laut ergänzender Stellungnahme (vom 2. März 1998) des Leitenden Arztes der MEDAS (Dr. med. K.________) ist nicht gesichert, ob es sich bei der Fibromyalgie um eine klar abgrenzbare Sonderform der Schmerzkrankheiten mit eigenen diagnostischen Gegebenheiten handelt oder ob Fibromyalgie, diffuse Schmerzkrankheiten und somatoforme Störungen im Wesentlichen das gleiche Krankheitsbild betreffen. Die Schwierigkeiten der (differenzierten) Diagnose der so genannten Schmerzkrankheiten fällt vorliegend nicht ins Gewicht. Neuanmeldungsrechtlich bedeutsam ist demgegenüber, dass der psychische Gesundheitszustand bereits im Rahmen des interdisziplinären Gutachtens der MEDAS (vom 31. Januar 1997) Gegenstand fachärztlicher Abklärungen bildete (psychiatrisches Konsilium vom 20. November 1996 durch Dr. med. M.________). Der Psychiater erhob den Psychostatus, gab eine Beurteilung ab, diagnostizierte ein ausgeprägtes psychogenes Schmerzsyndrom und hielt unter dem Titel "Empfehlungen" u.a. fest, die Explorandin zeige keinerlei Eigeninitiative, ihre Situation zu verbessern. Rentenbegehrliche Tendenzen seien offensichtlich. Möglicherweise liege eine leichte depressive Stimmungslage vor, die jedoch in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit keinen Krankheitswert besitze (Gutachten der MEDAS, S. 16 f.). Die psychiatrische Abklärung erfolgte vor dem Hintergrund, dass gemäss den (umfangreichen) medizinischen Vorakten neben eindeutigen somatischen Ursachen zuzuordnenden Schmerzen bereits im Frühjahr 1992 und in der Folge wiederholt von einer depressiven Entwicklung sowie von einer Fibromyalgie oder einem psychogenen Schmerzsyndrom die Rede war. Laut der im Gutachten der MEDAS erhobenen Eigenanamnese leidet die Beschwerdegegnerin schliesslich seit circa 1985 an Schmerzen am gesamten Körper. 4.2 Der vorinstanzliche Entscheid verletzt Bundesrecht, indem einzig gestützt auf das Gefühl der Beschwerdegegnerin, seit Beginn der Schmerzsymptomatik zunehmend depressiv zu sein, sowie auf die im Bericht des Spitals X.________ vom 24. Februar 2000 gestellte Diagnose einer depressiven Entwicklung eine erhebliche Änderung im Sinne von Art. 87 Abs. 3 IVV als glaubhaft erachtet wird. Die Darlegungen der Beschwerdegegnerin sind als blosse Parteibehauptungen zu qualifizieren. Auf Grund der im Gutachten der MEDAS (vom 31. Januar 1997) erhobenen Eigenanamnese ist sodann davon auszugehen, dass die geklagte Schmerzsymptomatik bereits seit circa 1985 besteht, mithin zum weitaus grössten Teil bereits Gegenstand des mit Verfügung vom 6. Juli 1998 abgeschlossenen (ersten) Verfahrens bildete und insoweit neuanmeldungsrechtlich irrelevant ist. Nach den Akten ist zu schliessen, dass die Rheumatologen des Spitals X.________ in ihrem Bericht vom 24. Februar 2000 gleichwohl einzig gestützt auf die Angaben der Beschwerdegegnerin eine depressive Entwicklung diagnostizierten. Die Diagnose einer Depression liegt indes ausserhalb des Fachbereichs der Bericht erstattenden Ärzte, die zudem einräumten, dass eindeutige depressive Symptome aus den anamnestischen Angaben nicht eruiert werden konnten. Die vage, objektiv unbegründete Diagnose einer depressiven Entwicklung durch die Ärzte des Spital X.________ genügt umso weniger für die Bejahung des Tatbestandes von Art. 87 Abs. 3 IVV, als der psychische Gesundheitszustand bereits im Rahmen des interdisziplinären Gutachtens der MEDAS (vom 31. Januar 1997) Gegenstand fachärztlicher Abklärungen bildete (psychiatrisches Konsilium vom 20. November 1996 durch Dr. med. M.________). Nach den dortigen (umfangreichen) medizinischen Vorakten war neben eindeutigen somatischen Ursachen zuzuordnenden Schmerzen bereits im Frühjahr 1992 und in der Folge wiederholt von einer depressiven Entwicklung sowie von einer Fibromyalgie oder einem psychogenen Schmerzsyndrom die Rede. Die Ärzte des Spitals X.________ gaben schliesslich in ihrem Schreiben vom 14. März 2000 an, dass ihnen bei der Erstattung ihres Berichtes vom 24. Februar 2000 keine Unterlagen über die Untersuchung durch die MEDAS vom 19. Dezember 1996 (diese bildete u.a. Grundlage des Gutachtens vom 31. Januar 1997) vorlagen. Sofern das Gutachten der MEDAS (vom 31. Januar 1997) samt der Ergänzung vom 2. März 1998 den Ärzten des Spitals X.________ nicht vorlag, blieb aber ein mit Blick auf die komplexe, mehrere Jahre dauernde Krankengeschichte, bei welcher mehrfach Leiden somatischer wie psychischer Natur diskutiert wurden, auch für die hier strittige Frage des Vorliegens eines Neuanmeldungstatbestandes wesentlicher Teil der medizinischen Akten ausser Betracht. Auch aus diesem - zusätzlichen - Grunde wäre die Diagnose einer Depression und insbesondere die Aussage über eine Entwicklung einer solchen im vorliegend relevanten Zeitraum vom 6. Juli 1998 bis 1. Mai 2000 durch die Ärzte des Spitals X.________ in ihrem Beweiswert erschüttert. Nach dem Gesagten ist mit der Beschwerdeführerin jedenfalls nicht glaubhaft dargetan, dass sich der psychische Gesundheitszustand in der massgeblichen Zeit (vom 6. Juli 1998 bis 1. Mai 2000) in einer für den gemäss Verfügung vom 6. Juli 1998 ab 1. April 1997 gestützt auf eine 100%ige Arbeitsfähigkeit verneinten Anspruch auf eine Invalidenrente in erheblicher Weise geändert hat.