Citation: 1B_239/2023 E. 2.1

2.1. Die Vorinstanz begründet ihren Haftentlassungsentscheid damit, dass der Beschwerdegegner zwei Drittel der ausgesprochenen Sanktion erstanden habe, ein positives Vollzugsverhalten zeige und über ein gefestigtes familiäres Umfeld für seine soziale sowie berufliche Wiedereingliederung verfüge. Zwar attestiere ihm das Gutachten vom 10. März 2020 eine deutliche Rückfallgefahr für Delikte mit Betrugscharakter und Förderung der Prostitution. Es sei jedoch keine therapeutische Massnahme angeordnet worden, weshalb dem Beschwerdegegner, entgegen der Auffassung des Bewährungs- und Vollzugsdienstes, auch nicht vorgeworfen werden könne, keine (freiwillige) deliktorientierte Behandlung durchgeführt zu haben. Aus Gründen der Verhältnismässigkeit sei er daher aus dem vorzeitigen Strafvollzug zu entlassen.