Citation: 2C_318/2018 E. 2.2.1

2.2.1. Der Bestand aller einzelnen Positionen in der Bilanz und im Anhang ist "durch ein Inventar oder auf andere Art nachzuweisen" (Art. 958c Abs. 2 OR). Der Gesetzgeber verlangt einen "Nachweis", welcher anhand der tatsächlich vorgenommenen Bestandesaufnahme zu erbringen ist. Das Inventar bildet eine unerlässliche Voraussetzung der Bewertung und Aktivierung (HENRI TORRIONE/AURÉLIEN BARAKAT, in: Basler Kommentar, Code des Obligations II, 2. Aufl. 2017, N. 79 zu Art. 958c OR). Sein Zweck besteht darin, dass die in der Bilanz ausgewiesenen Bestände tatsächlich und vollständig vorhanden sind und auch entsprechend bilanziert werden. Dies erfordert, dass einmal jährlich eine Inventur erfolgt, in deren Rahmen der Bestand anhand Messen, Zählen oder Wägen festgestellt und im Inventar bescheinigt wird. Die Inventur ist praxisgemäss nicht später als zwei Monate nach dem Bilanzstichtag vorzunehmen (zum Ganzen LUKAS MÜLLER/DAVID P. HENRY/PETER BARMETTLER, in: Dieter Pfaff/Stephan Glanz/Thomas Stenz/Florian Zihler [Hrsg.], Rechnungslegung nach Obligationenrecht, 2014, N. 81-84 zu Art. 958c OR).