Citation: I 224/06 03.07.2006 E. 2.2

2.2.1 Den psychischen Gesundheitszustand hat das kantonale Gericht unter Mitberücksichtigung des von der Beschwerdeführerin ins Recht gelegten Berichts des Medizinischen Zentrums I.________ vom 22. März 2005 über die Ergebnisse einer vom 17. Januar bis 22. März 2005 (mit ferienbedingtem Unterbruch vom 31. Januar bis 4. Februar 2005) - und damit nach dem die zeitliche Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis markierenden Zeitpunkt des Einspracheentscheids vom 10. Dezember 2004 (BGE 121 V 366 Erw. 1b mit Hinweis; siehe auch BGE 129 V 4 Erw. 1.2, 169 Erw. 1, 356 Erw. 1, je mit Hinweisen) - durchgeführten, intensiven Rehabilitationsbehandlung beurteilt. Dies ist aufgrund des unmittelbaren Sachzusammenhangs der betreffenden Abklärungen zum Streitgegenstand beweisrechtlich nicht zu beanstanden (BGE 99 V 102 mit Hinweisen). Der genannte Bericht führt als psychiatrische Diagnose eine "mittelgradige depressive Episode (ICD-10: F32.1)" und eine autonome somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4) auf und beziffert die Arbeitsunfähigkeit im Entlassungszeitpunkt auf 50 % mit dem Hinweis, die Anforderungen im Beruf dürften der an sich motivierten, zu einem psychosomatischen Erklärungsmodell ihrer Schmerzsymptomatik allerdings nicht zu gewinnen gewesenen Patientin derzeit noch nicht entsprechen; zudem bestünden psychosoziale Risikofaktoren der Schmerzchronifizierung wie passives Coping, soziale Isolation, depressive Episoden, geringe Ressourcen und Hilflosigkeit, welche prognostisch eher ungünstig seien. 2.2.2 Nach der Rechtsprechung ist - wie im kantonalen Entscheid richtig ausgeführt - bei diagnostizierten somatoformen Schmerzstörungen in der Regel von der Zumutbarkeit einer Schmerzüberwindung auszugehen und hievon nur bei Vorliegen besonderer Umstände, welche die Schmerzbewältigung intensiv und konstant behindern, abzuweichen (BGE 131 V 50 Erw. 1.2, 130 V 352 ff. und 396 ff.; vgl. auch BGE 132 V 70 ff. Erw. 4.2 und 4.3). Mit der Vorinstanz sind solche qualifizierten Umstände im Falle der Beschwerdeführerin zu verneinen. Namentlich hat das kantonale Gericht mit Recht der im Gutachten des Medizinischen Zentrums I.________ diagnostizierten mittelgradigen depressiven Episode den Charakter eines von der somatoformen Störung losgelösten Leidens im Sinne einer psychischen Komorbidität von erheblicher Schwere, Ausprägung und Dauer abgesprochen. Im Weiteren bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass die - nebst den bekannten organischen Rückenbefunden - diagnostizierten Erkrankungen wie Adipositas (ICD-10: E66), Kopfschmerzen (ICD-10: G43), Asthma bronchiale und Allergien die Beschwerdeführerin in ihrer Alltags- und Schmerzbewältigung in besonderem Masse behindern. Das in den Akten dokumentierte Verhalten der Versicherten - etwa auch im Rahmen von Gruppentherapien, welche sie während der Rehabilitationsbehandlung gern und oft besuchte - lässt sodann nicht auf einen sozialen Rückzug in allen Belangen des Lebens schliessen. Ebenfalls nicht ausgewiesen sind ein verfestigter, therapeutisch nicht mehr beeinflussbarer innerseelischer Verlauf einer an sich missglückten, psychisch aber entlastenden Konfliktbewältigung (primärer Krankheitsgewinn; "Flucht in die Krankheit") und das Scheitern einer konsequent durchgeführten ambulanten oder stationären Behandlung, konnten doch im Medizinischen Zentrum I.________ durchaus gewisse therapeutische Erfolge (namentlich in der Stress- und Schmerzbewältigung) festgestellt werden, und ist doch die Beschwerdeführerin nach Einschätzung der Ärzte auch willens und fähig, den (psycho)therapeutischen Weg aktiv weiter zu verfolgen. Schliesslich ist in der psychiatrischen Beurteilung vom 22. März 2005 zwar davon die Rede, dass die über nur geringe Introspektionsfähigkeit verfügende Versicherte - bei unstrittig vorhandener psychosozialer Belastungs-, bisweilen auch Überforderungssituation - Schwierigkeiten habe, auf ihren aktuellen Ressourcen aufzubauen bzw. eigene Ressourcen zu aktivieren. Gleichzeitig wird aber die soziale Unterstützung der drei Stiefkinder als grosse Ressource bezeichnet und im Übrigen festgehalten, dass die Patientin während des Rehabilitationsaufenthalts motiviert war und die intensiven Therapien trotz Schmerzen regelmässig besuchte. Insgesamt lassen diese Angaben den Rückschluss zu, dass die vorhandenen psychischen Ressourcen der Beschwerdeführerin nicht derart eingeschränkt sind, dass ihr eine adäquate Schmerzbewältigung und -überwindung - zwecks Realisierung der verbleibenden Arbeitsfähigkeit in körperlich angepassten Tätigkeiten - unter entsprechender Willensanstrengung nicht (mehr) möglich und zumutbar ist. Aus rechtlicher Sicht ist mithin der diagnostizierten somatoformen Schmerstörung eine invalidisierende Wirkung abzusprechen. Ein abweichendes Ergebnis vermögen entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin weder die Zeugnisse des Hausarztes Dr. med. G.________ vom 13. Januar und 27. April 2004 (siehe Erw. 2.1 hievor) noch der zu Handen der Beratungsstelle für Ausländer erstellte, vorinstanzlich ins Recht gelegte Bericht des Dr. med. H.________, Spezialarzt FMH für Chirurgie, speziell Wirbelsäulenleiden, vom 21. Oktober 2005 zu begründen. Letzterem fehlt es an Aussagekraft für den hier massgebenden Zeitraum bis zum Einspracheentscheid vom 10. Dezember 2004 ("zurzeit bis auf Weiteres" 100 %ige Arbeitsunfähigkeit für jegliche Tätigkeit); zum andern kann auf die auch psychisch begründete Arbeitsunfähigkeitseinschätzung des Dr. med. H.________ mangels entsprechender fachärztlicher Qualifikation nicht abgestellt werden. 2.2.3 Nach dem Gesagten ist spätestens ab Januar 2004 von einer vollen Arbeitsfähigkeit in leidensangepassten Tätigkeiten auszugehen (vgl. Erw. 2.1. hievor) und eine nach Ablauf des Wartejahres (Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG; hier: frühestens Ende November 2003) eingetretene, voraussichtlich dauerhafte Invalidität von rentenbegründendem Ausmass mit der Vorinstanz zu verneinen.