Citation: 1C_82/2024 E. A

Nach zwei Vorfällen am Betriebsstandort der A.________ AG gelangte Löschschaum, der den nicht mehr zugelassenen Stoff PFOS enthielt, in die Goldach und in den Bodensee. In der Folge auferlegte das Untersuchungsamt St. Gallen der A.________ AG mit Strafbefehl vom 21. Februar 2022 eine verwaltungsstrafrechtliche Busse. Die B.________ AG erhielt Einsicht in den Strafbefehl. Das von ihr daraufhin gestellte Gesuch um Einsicht in die gesamten Strafakten wies das Untersuchungsamt St. Gallen mit Verfügung vom 5. Mai 2022 ab. Die dagegen erhobene Beschwerde der B.________ AG hiess die Anklagekammer des Kantons St. Gallen mit Entscheid vom 18. August 2022 gut und ordnete die Herausgabe der Strafakten an. Das Bundesgericht hiess die von A.________ AG gegen den Entscheid der Anklagekammer erhobene Beschwerde mit Urteil 1C_520/2022 vom 22. August 2023 gut, hob den angefochtenen Entscheid auf und wies die Sache zur Neubeurteilung im Sinne der Erwägungen an die Anklagekammer zurück. Es erkannte zwar ein überwiegendes schutzwürdiges Interesse der B.________ AG an der Einsichtnahme (E. 5.3 und 5.4), erachtete jedoch eine vorbehaltlose (nicht anonymisierte) Herausgabe der vollständigen Strafakten im Interesse der darin erwähnten natürlichen Personen als nicht mit Art. 13 Abs. 2 BV vereinbar (E. 5.5). Das Bundesgericht hielt hierzu fest, die Anklagekammer werde darüber entscheiden müssen, ob die persönlichen Angaben bezüglich der in den Strafakten genannten natürlichen Personen zu anonymisieren seien. Für den Fall, dass dies nicht möglich sein sollte und Mitarbeitende der Beschwerdeführerin oder aussenstehende Drittpersonen nicht (ausreichend) anonymisiert werden könnten, wäre diesen im Rahmen des rechtlichen Gehörs die Möglichkeit zu gewähren, sich zum Gesuch um Einsichtnahme zu äussern (E. 6).