Citation: 4A_34/2024 E. 3.3

3.3. Im Übrigen wäre ein solcher auch nicht etwa offensichtlich erkennbar. Im Gegenteil: Die Beschwerdegegnerin bestreitet den angeblichen Doppelfehler mit zutreffenden Hinweisen auf die schiedsgerichtlichen Erwägungen prima vista mit Recht: So hält das Schiedsgericht wörtlich fest (Rz. 140) : "Eintritt der Umstandsänderung während der Referenzperiode: Der in diesem Verfahren relevante Referenzzeitraum vom 1. Oktober 2014 bis zum 1. Oktober 2016 ist zwischen den Parteien unstreitig." Das Schiedsgericht stellte mithin nicht auf eine verkürzte Referenzperiode ab. Vielmehr setzte es den Ausgangspunkt explizit auf den 1. Oktober 2014 fest und legte diesen seinen Erwägungen zur Auslegung des NMV und der Änderungsvereinbarung 2014 zugrunde (vgl. Rz. 560). Bei der Beurteilung der Frage, welche Umstandsänderungen innerhalb dieser Referenzperiode für eine Vertragsanpassung zu berücksichtigen sind, gelangte es zur Vermeidung einer ungerechtfertigten und von den Parteien übereinstimmend nicht gewollten Doppelberücksichtigung zum Schluss, dass "... hinsichtlich vertraglicher Regelungen, die Teil der Änderungsvereinbarung 2014 waren, nur solche Umstandsänderungen eine Anpassung rechtfertigen können, die am 1./2. März 2016 den Parteien weder bekannt noch für sie als erfahrene Marktteilnehmerinnen vernünftigerweise vorhersehbar waren" (Rz. 561). Wenn das Schiedsgericht mithin gewisse Umstandsänderungen, die im Zeitraum vom 1. Oktober 2014 bis zum Datum der Unterzeichnung der Änderungsvereinbarung am 1./2. März 2016 eingetreten waren, nicht zu einer Vertragsanpassung zuliess, so erfolgte dies, weil die Parteien diese bereits bei der Unterzeichnung der Änderungsvereinbarung 2014 berücksichtigt hatten oder vernünftigerweise vorhersehen konnten, so dass deren nochmalige Heranziehung einer ungerechtfertigten Doppelberücksichtigung gleichkäme.