Citation: 1C_451/2017 E. 4.1.2

4.1.2. Die Vorinstanz geht davon aus, es könnte sich unter besonderen Umständen die doppelte Möglichkeit der Errichtung einer Mobilfunkantenne inner- und ausserhalb des Baugebiets ergeben, in welchem Fall eine Interessenabwägung zwischen beiden Standorten vorzunehmen sei; das treffe etwa zu, wenn eine neue Mobilfunkanlage auf einer bestehenden Baute ausserhalb des Baugebiets errichtet werden könne und somit nicht zwingend neues unüberbautes Nichtbauzonenland in Anspruch genommen werden müsse. Diese Überlegungen entsprechen zwar grundsätzlich der neueren bundesgerichtlichen Rechtsprechung (vgl. oben E. 2.3). Allerdings muss nach der in Art. 55 Ziff. 4 formulierten Priorität 1 der Standort innerhalb der Bauzone gegenüber einem solchen ausserhalb wesentlich vorteilhafter sein. Damit wird der Vorrang der Bauzone als Standort für Mobilfunkanlagen gerade in sein Gegenteil umgekehrt, was den bundesrechtlichen Vorgaben widerspricht. Nach der zitierten Rechtsprechung fällt ein Standort im Nichtbaugebiet vielmehr nur dann in Betracht, wenn sich dieser als wesentlich vorteilhafter erweist. Angesichts der klaren Formulierung der Priorität 1 kann diese Norm nicht in einer mit dem übergeordneten Recht vereinbarer Weise ausgelegt werden.