Citation: 1B_211/2022 E. 3.2

3.2. Der Haftrichter kann zur Überwachung von Ersatzmassnahmen (Art. 237 StPO) den Einsatz technischer Geräte und deren feste Verbindung mit der zu überwachenden Person anordnen (Art. 237 Abs. 3 StPO). Das Electronic Monitoring (vgl. für den ordentlichen Sanktionsvollzug Art. 79b StGB) ist folglich keine selbstständige Ersatzmassnahme für strafprozessuale Haft. Sie stellt vielmehr ein technisches Hilfsmittel des Sanktionenvollzuges dar, das zudem zur elektronischen Überwachung des Vollzuges von strafprozessualen Ersatzmassnahmen eingesetzt werden kann, etwa eines Hausarrestes oder einer sonstigen örtlichen Aus- oder Eingrenzung des Aufenthaltes (Art. 237 Abs. 2 lit. c StPO). Insbesondere kann mit der sogenannten "elektronischen Fussfessel" technisch überprüft werden, ob der Beschuldigte sich an einen verfügten Hausarrest hält. Im Falle eines als Ersatzmassnahme (für Untersuchungs- oder Sicherheitshaft bzw. stationären vorzeitigen Vollzug) angeordneten offenen vorzeitigen Vollzugs liesse sich damit überprüfen, ob der Beschuldigte in der offenen Vollzugseinrichtung verbleibt und nicht aus ihr flüchtet. Da die Vorinstanz den Antrag um Versetzung in den offenen vorzeitigen Strafvollzug abgewiesen hat, war die Frage, ob eine solche Ersatzmassnahme durch ein Electronic Monitoring zu überwachen gewesen wäre (Art. 237 Abs. 3 StPO), nicht mehr materiell zu prüfen. Analoges gilt - a maiori ad minus - auch für den (noch weiter gehenden) Antrag um "direkte" Anordnung eines Electronic Monitoring ausserhalb einer staatlichen Vollzugseinrichtung (in der privaten Wohnung oder im Arbeitsexternat) nach einer entsprechenden Haftentlassung.