Citation: 6B_912/2021 E. 1.4.4

1.4.4. Ferner ist es nicht willkürlich, wenn die Vorinstanz bei den Geschädigten keinen besonderen Belastungseifer ausmacht. Sie argumentiert in vertretbarer Weise, diese hätten sich mitten in der Nacht auf dem Polizeiposten gemeldet und es sei kaum vorstellbar, dass sie in der Lage wären, eine derartig komplexe Lügengeschichte innert kürzester Zeit aufzubauen und in den wesentlichen Zügen widerspruchsfrei aufrecht zu erhalten. Der Hinweis, sie hätten für die Erfindung einer Falschbelastung monatelang (seit Ende Dezember 2015) Zeit gehabt, lässt ausser Acht, dass sich die Aussagen der Geschädigten auch auf jüngere Vorkommnisse beziehen. So ist unbestritten, dass es am 23. April 2016 (und somit am Tag der Anzeige) zu einer Auseinandersetzung zwischen den Geschädigten und dem Beschwerdeführer sowie seinem Schwiegersohn gekommen ist. Diese dürfte kaum planbar gewesen sein und eine vorgängige Absprache erscheint diesbezüglich nicht naheliegend. Im Übrigen begründet die Vorinstanz die Erstellung des Anklagesachverhalts nicht massgeblich mit dem fehlenden Belastungseifer der Geschädigten und es ist nicht ersichtlich, inwiefern sich dieser angesichts der weiteren Beweismittel überhaupt im Beweisergebnis niederschlägt. Dass die Vorinstanz die ganze Sache sodann als komplex bewertet, ist ebenfalls nicht zu beanstanden. Der Sachverhaltskomplex erstreckt sich über mehrere Monate, involviert mehrere Personen und betrifft die Bezahlung unterschiedlich hoher Geldbeträge an verschiedene Empfänger, womit sich eine derartige Qualifikation durchaus rechtfertigt. Zudem ist auch diesbezüglich nicht ersichtlich, welchen Einfluss die Qualifikation der Komplexität des Sachverhalts durch die Vorinstanz auf die Erstellung des Anklagevorwurfs gehabt haben soll.