Citation: 2C_495/2020 E. 7.3

7.3. Im Zeitpunkt des angefochtenen Urteils war der Beschwerdeführer seit knapp zehn Jahren und einem Monat in der Schweiz anwesend. Ab dem Ablauf der Aufenthaltsbewilligung, die dem Beschwerdeführer kraft seiner ersten Ehe ausgestellt worden war, am 30. März 2015 bis zur Heirat mit seiner zweiten Ehefrau am 26. April 2017 sowie seit dem Widerruf der Aufenthaltsbewilligung durch das Migrationsamt am 3. Dezember 2019 war der Aufenthalt des Beschwerdeführers prozessual bedingt. Die Dauer des rechtmässigen Aufenthalts beträgt somit etwas weniger als acht Jahre und bleibt damit deutlich unter der Dauer von zehn Jahren, ab welcher die Aufenthaltsbeendigung praxisgemäss besonderer Gründe bedarf. Die Vorinstanz hat auch nicht festgestellt, dass die Integration des Beschwerdeführers in der Schweiz besonders ausgeprägt wäre (vgl. oben E. 6.5). Folglich sind keine besonderen Gründe erforderlich, um die Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung zu verweigern (vgl. BGE 144 I 266 E. 3.9 S. 278 f. e contrario). Soweit die Beendigung des Aufenthalts des Beschwerdeführers im Lichte des Ausgeführten überhaupt einen Eingriff in das Recht auf Achtung des Privatlebens darstellt, wäre dieser Eingriff sodann jedenfalls durch das Interesse an einer Steuerung der Zuwanderung bzw. an der Erhaltung eines ausgewogenen Verhältnisses zwischen schweizerischer und ausländischer Wohnbevölkerung gerechtfertigt, zumal diese öffentlichen Interessen das private Interesse des Beschwerdeführers am Verbleib überwiegen. Dementsprechend ist die Beendigung des Aufenthalts des Beschwerdeführers in der Schweiz weder unverhältnismässig (Art. 96 Abs. 2 AIG; Art. 5 Abs. 2 BV), noch ist damit eine Verletzung des Rechts auf Achtung des Privatlebens gemäss Art. 8 Ziff. 1 EMRK verbunden, wenn dieses denn tangiert sein sollte. Das Urteil der Vorinstanz steht also auch in diesem Punkt in Einklang mit Bundes- und Völkerrecht.