Citation: 1P.505/2000 01.11.2000 E. 2

2.- a) Nach der Begründung im angefochtenen Entscheid hat die Beschwerdeführerin kein schutzwürdiges Interesse an der Anfechtung der Einstellungsverfügung, da sie keine Aussicht habe, ihren geschiedenen Mann erfolgreich weiter zu betreiben, nachdem dessen Gegenforderung weit grösser sei als die von ihr geltend gemachten Alimentenforderungen. Diese Argumentation setzt, worin sich auch Beschwerdeführerin und Beschwerdegegner einig sind, voraus, dass die Forderungen verrechenbar sind. Zur Frage der Verrechenbarkeit der Forderungen äussert sich die Beschwerdekammer des Kantonsgerichts im angefochtenen Entscheid nicht, sondern setzt sie stillschweigend voraus. Ob Verrechenbarkeit besteht, ist jedoch zweifelhaft und hängt von verschiedenen rechtlichen und tatsächlichen Voraussetzungen ab, die die kantonale Instanz nicht geprüft hat. So ist beispielsweise offen, ob schweizerisches oder französisches Recht zur Anwendung gelangt, und in tatsächlicher Hinsicht fehlen Abklärungen, ob die allfällige Geltendmachung eines Verrechnungsverbotes durch die Beschwerdeführerin am Rechtsmissbrauchsverbot scheitern könnte, wie die Beschwerdegegner geltend machen. b) Die kantonale Beschwerdekammer ist damit offensichtlich zu Unrecht auf die kantonale Beschwerde mit der Begründung nicht eingetreten, die Beschwerdeführerin könne die Alimentenforderungen gegen ihren Ehemann nicht mit Aussicht auf Erfolg weiter in Betreibung setzen, weil dieser eine weitaus höhere Gegenforderung gegen sie habe. Diese Gegenforderung lässt eine weitere Betreibung nicht als aussichtslos erscheinen, wenn sie nicht verrechenbar ist. Die Beschwerdekammer des Kantonsgerichts verfiel in Willkür, indem sie, obwohl dies offensichtlich nicht feststeht, implizit von der Verrechenbarkeit der Gegenforderung ausging, und gestützt darauf eine Aussichtslosigkeit einer weiteren Betreibung annahm sowie der Beschwerdeführerin deswegen die prozessuale Beschwer absprach. Im Ergebnis beging sie mit dem angefochtenen Nichteintretensentscheid eine formelle Rechtsverweigerung. Die Rüge ist begründet. Die staatsrechtliche Beschwerde ist danach gutzuheissen und der angefochtene Entscheid aufzuheben.