Citation: 5A_875/2017 E. 3.1

3.1. Auch im Zusammenhang mit der weiter umstrittenen Ausgestaltung des persönlichen Verkehrs zwischen dem Beschwerdeführer und der Tochter verweist das Obergericht auf die Beeinflussung und Instrumentalisierung der Tochter durch die Mutter, welche zur Ablehnung des Vaters durch das Kind führe. Bei erzwungenen Kontakten bestehe die Gefahr einer andauernden, nicht zumutbaren Instrumentalisierung des Kindes. Ein zwangsweiser Kontakt zum Vater sei unter diesen Umständen schädlicher als die Sistierung des Kontaktrechts. Auf die Festsetzung eines geregelten Kontaktrechts sei daher zu verzichten. Allerdings dürften die Differenzen zwischen den Eltern und die Verweigerungshaltung der Kindsmutter nicht zu einem Abbruch des Kontakts zwischen Vater und Tochter führen. Auch sei für das Kind die Beziehung zu beiden Elternteilen sehr wichtig. Mit Blick auf die Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs - diese seien unbegründet - gelte es sodann zu verhindern, dass der Vater stigmatisiert werde und sich bei der Tochter das Gefühl verfestige, es sei etwas vorgefallen. Die Mutter könne sich nach "erfolgreicher" Manipulation der Tochter sodann nicht auf deren Verhalten und Meinung berufen, zumal aufgrund der Beeinflussung durch die Mutter und Grossmutter der wahre Wille des Kindes nicht feststehe. Die drohende Entfremdung vom Kindsvater, die das Kindeswohl massiv gefährden würde, gelte es abzuwenden. Im Rahmen der Scheidung sei sodann eine auf Dauer angelegte Regelung zu treffen, wobei jedenfalls ein minimaler Kontakt aufrechtzuerhalten sei, damit eine spätere Wiederannäherung möglich bleibe. Vorliegend bestehe das langfristige Ziel im Sinne des Kindeswohls darin, die Beziehung zwischen Vater und Tochter wieder herzustellen. Nachdem der Kontaktunterbruch nun aber seit drei Jahren andauere, sei der Kontakt behutsam wieder aufzubauen, vorerst in Form von Erinnerungskontakten. Bei diesen handle es sich um strukturierte, informelle Begegnungen zwischen Eltern und Kindern, die von jeglichem Anspruch auf Beziehung befreit seien. Es sei nicht zu erwarten, dass derartige Kontakte zu chronischem Stress bei der Tochter führten. Allerdings müsse diese zwischen den Treffen genügend Zeit haben, um jene zu verarbeiten und sich auf den nächsten Kontakt vorzubereiten. Vier Begegnungen pro Jahr seien angemessen. Diese Kontakte seien durch die Beistandsperson zu organisieren, sodass der Kontakt zwischen Vater und Tochter unter professioneller Begleitung wieder aufgebaut werden könne. Die Beistandsperson habe sodann mindestens einmal jährlich zu prüfen, inwieweit der Kontakt erweitert werden könne.