Citation: 2C_246/2023 E. 7.2

7.2. Die Interkantonale Vereinbarung vom 15. November 2019 über das öffentliche Beschaffungswesen findet auf die Vergabe öffentlicher Aufträge durch unterstellte Auftraggeber innerhalb und ausserhalb des Staatsvertragsbereichs Anwendung (vgl. Art. 1 IVöB 2019). Gemäss Art. 9 IVöB 2019 gilt die Übertragung einer öffentlichen Aufgabe oder die Verleihung einer Konzession als öffentlicher Auftrag, wenn dem Anbieter dadurch ausschliessliche oder besondere Rechte zukommen, die er im öffentlichen Interesse wahrnimmt, und ihm dafür direkt oder indirekt ein Entgelt oder eine Abgeltung zukommt. Spezialgesetzliche Bestimmungen des Bundesrechts und des kantonalen Rechts gehen vor. Art. 21 Abs. 1 IVöB 2019 bestimmt, dass im freihändigen Verfahren der Auftraggeber einen öffentlichen Auftrag direkt ohne Ausschreibung vergibt. Der Auftraggeber ist berechtigt, Vergleichsofferten einzuholen und Verhandlungen durchzuführen. Der Auftraggeber kann laut Art. 21 Abs. 2 lit. c IVöB 2019 einen Auftrag unabhängig vom Schwellenwert freihändig vergeben, wenn aufgrund der technischen oder künstlerischen Besonderheiten des Auftrags oder aus Gründen des Schutzes geistigen Eigentums nur ein Anbieter infrage kommt und es keine angemessene Alternative gibt.