Citation: 2C_28/2014 E. 6.5

6.5. Als weiteres Kriterium bei der Interessenabwägung erachtet es das Bundesgericht als massgeblich, ob die Anlass zu fremdenpolizeilichen Massnahmen gebende Verurteilung das erste Straferkenntnis gegen die betroffene Person darstellt. Dies erscheint deswegen als bedeutsam, weil ein Rückfalltäter - anders als ein erstmals verurteilter Delinquent - durch sein Verhalten zum Ausdruck gebracht hat, dass er sich sogar durch die gegen ihn ausgesprochene Strafe nicht von weiteren kriminellen Handlungen abhalten lässt (BGE 139 I 145 E. 3.8 S. 154). Die verfahrensauslösende Verurteilung erfolgte nach zahlreichen Strafen und zwei Verwarnungen. Weder die Bussen, welche der Beschwerdeführer bezahlen musste, noch die beiden Verwarnungen, noch die in Halbgefangenschaft verbüsste Gefängnisstrafe von 14 Tagen hielten ihn davon ab, das schwere Betäubungsmitteldelikt zu begehen, welches zum Widerruf der Niederlassungsbewilligung führte. Wie aus dem Urteil des Obergerichts vom 17. Februar 2011 hervorgeht, verübte der Beschwerdeführer die Straftaten vorwiegend während laufender Probezeiten. Seine Unbelehrbarkeit ist offensichtlich: Nach der Verurteilung durch das Bezirksgericht Baden vom 11. Mai 2010 beging er erneut Verkehrsregelverletzungen, derentwegen er schon mehrmals verurteilt worden war, und noch am 21. Juni 2012 und am 5. Juli 2012, als ihm der Widerruf der Bewilligung bereits in Aussicht gestellt worden war, erschien er nicht zu den Vorladungen des Betreibungsamts, weshalb er am 29. November 2012 noch wegen Ungehorsams des Schuldners im Betreibungs- und Konkursverfahren zu einer Busse von Fr. 200.-- verurteilt wurde. Im Gegensatz zu dem, was der Beschwerdeführer vorbringt, kann bei den von ihm begangenen Straftaten nicht nur von Bagatelldelikten gesprochen werden: Er wurde immer wieder wegen grober Verkehrsregelverletzung verurteilt; zudem hat er einen Personenwagen zum Gebrauch entwendet. Ausschlaggebend ist hier aber die Anzahl und Frequenz der Delikte, welche eine nicht tolerable Geringschätzung der Rechtsordnung erkennen lassen.