Citation: 5C.10/2006 22.05.2006 E. 2

Bezüglich der Abberufung des Verwalters hat das Kantonsgericht ausgeführt, diese sei an der Eigentümerversammlung vom 16. April 2004 nicht ordentlich traktandiert gewesen. Damit sei auch kein gültiger Beschluss darüber gefasst worden, so dass es am Anfechtungsobjekt fehle. Die Abwahl sei erst für die Versammlung vom 28. Oktober 2004 traktandiert gewesen und gegen die Stimme des Klägers verworfen worden. Dieser nunmehr gültig zustande gekommene Beschluss sei innert Monatsfrist nicht angefochten worden. Da das Gesetz eine gleichsam vorauseilende Anfechtung eines Beschlusses nicht zulasse, könne auf die Klage auf Abberufung des Verwalters nicht eingetreten werden. Im Rahmen einer Eventualerwägung hat das Kantonsgericht anschliessend festgehalten, die Klage auf Abberufung hätte ohnehin abgewiesen werden müssen: Zwar sei das Verhalten des Verwalters bezüglich der Flachdachsanierung in einzelnen Punkten nicht korrekt gewesen, es liege aber keine derart grobe Pflichtverletzung vor, welche seine Abberufung aus wichtigem Grund rechtfertigen würde. Damit beruht das angefochtene Urteil auf zwei selbstständigen Begründungen. In einem solchen Fall muss ein Berufungskläger beide anfechten, ansonsten tritt das Bundesgericht auf seine Vorbringen nicht ein (BGE 121 III 46 E. 2 S. 47; 131 III 595 E. 2.2 S. 598). Dieses Erfordernis erfüllt die vorliegende Berufungsschrift nicht: Der Kläger setzt sich zwar eingehend mit der Eventualbegründung des Kantonsgerichts auseinander und führt aus, weshalb aus seiner Sicht eine schwere Pflichtverletzung des Verwalters vorliege, welche eine Abberufung aus wichtigem Grund rechtfertigen würde. Indes legt er nicht dar, inwiefern die Hauptbegründung des Kantonsgerichts - Nichteintreten mangels Anfechtungsobjekt - gegen Bundesrecht verstösst. Namentlich stellt er nicht in Abrede, dass die Abwahl des Verwalters an der Versammlung vom 16. April 2004 nicht ordentlich traktandiert war und deshalb kein gültiger Beschluss darüber ergangen ist (vgl. dazu im Übrigen BGE 131 III 297 E. 2.3 S. 298 f.). Damit kann auf die Berufung in diesem Punkt nicht eingetreten werden.