Citation: 1A.244/2000 08.11.2001 E. A

A.- Die Einwohnergemeinde Sigriswil legte im Oktober 1994 einen Entwurf für die Uferschutzplanung der sog. schwierigen Abschnitte Delta Merligen/Merligen Usserdorf und Delta Gunten/Örtli-Du Lac öffentlich auf. Der Plan basiert auf dem kantonalen See- und Flussuferrichtplan für das Teilgebiet Region Thun aus dem Jahr 1985, der gestützt auf das bernische Gesetz über See- und Flussufer vom 6. Juni 1982 (SFG) erlassen wurde und den Schutz des Uferbereichs sowie dessen öffentliche Zugänglichkeit sicherstellen soll. Weiter orientiert sich der Uferschutzplan am kantonalen Richtplan Bootsstationierung für den Thuner- und Brienzersee vom Juli 1995, der im Rahmen der kantonalen Seeverkehrsplanung erlassen und am 17. April 1996 vom Regierungsrat des Kantons Bern genehmigt wurde. Dieser Richtplan sieht in der Bucht Herzogenacker 10 neue Gästeplätze und 30-40 neue Anbindestellen am Ufer vor; die für den Hafenbereich vorgesehene Wasserfläche ist im Plan eingetragen. Im Objektblatt des entsprechenden Richtplanabschnitts wird der Hafen als Neuanlage bezeichnet und festgehalten, bei der Realisierung seien die bestehenden 5-10 Bojen aufzuheben. Der kommunale Uferschutzplan legt Uferschutzzonen, Baubeschränkungen, allgemein benutzbare Freiflächen und einen Uferweg fest. Er umfasst neben den nach Abschnitten gegliederten Kartenbildern im Massstab 1:1000 die Vorschriften zu den Uferschutzplänen (UeV) und ein Realisierungsprogramm. Der den Abschnitt Delta Gunten/Örtli-Du Lac betreffende Uferschutzplan 3R.21/22 sieht einen Uferweg vor, der ab der Gemeindegrenze Oberhofen im Gebiet Herzogenacker in östlicher Richtung entlang des mit einem Wohnhaus überbauten Grundstücks Nr. 4343 sowie eines Teils des benachbarten Grundstücks Nr. 1371 verläuft. Letzteres ist unbebaut und soll der Öffentlichkeit für Erholung, Spiel und Sport zur Verfügung gestellt werden (nach dem Plan: Freifläche 37). Von dort soll der Uferweg auf die neu anzulegende, rund 2 m breite und 150 m lange Hafenmole überleiten, die nach dem Plan die vor den Parzellen Nrn. 301, 411, 99 und 4287 liegende Bucht umspannen und bis zu rund 50 m ausserhalb der Uferlinie zu liegen kommen soll. Der vorgesehene Uferweg führt am Ende der Mole über den östlichen Teil der Parzelle Nr. 4287 an die nördlich angrenzende Staatsstrasse. Von dort setzt sich der Weg rückwärtig der Parzellen Nrn. 509, 2086 und 409 fort und führt auf letzterer wieder ans Ufer zurück. B.C.________ und A.C.________ sind Eigentümer der Parzelle Nr. 301, auf deren nördlicher Hälfte sich ein Wohnhaus befindet. Die östlich anschliessende Parzelle Nr. 411 steht im Eigentum von D.________ und E.________. Sie besteht ebenfalls aus einem Wohnhaus mit Umschwung. Die beiden östlich benachbarten, unbebauten Parzellen Nrn. 99 und 4287 (nach dem Plan: Freifläche 36) gehören der Gemeinde und sollen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Die Parzelle Nr. 99 wird bereits heute als Bootsanlegestelle für ca. zehn Boote genutzt. Den Erben von F.________ gehören die Parzellen Nrn. 4343 und 1371. Jene grenzt westlich an den Örtlibach, umfasst eine Fläche von 1160 m2, und ist mit einem Wohnhaus und einer Garage bebaut. Das östlich benachbarte Grundstück Nr. 1371 weist eine Fläche von 1460 m2 auf, ist unüberbaut und gehört als Umschwung mit Garten zum erwähnten Wohnhaus. Es ist als öffentliche Fläche für Erholung und Sport vorgesehen (Freifläche 37). Gegen den aufgelegten Planentwurf ergingen zahlreiche Einsprachen. Am 3. Dezember 1994 beschloss die Gemeindeversammlung Sigriswil die vorgesehene Uferschutzplanung mit wenigen, hier nicht interessierenden Änderungen. Am 20. August 1996 genehmigte das Amt für Gemeinden und Raumordnung des Kantons Bern die Uferschutzplanung für die erwähnten Abschnitte und wies gleichzeitig die von A.C.________ und B.C.________, D.________, E.________ sowie den Erben von F.________ erhobenen Einsprachen ab. Hiergegen wehrten sich diese bei der Justiz-, Gemeinde- und Kirchendirektion des Kantons Bern, welche die Beschwerden am 11. Juni 1999 abwies. Das in der Folge angerufene kantonale Verwaltungsgericht gelangte mit Urteil vom 10. August 2000 ebenfalls zu einer Abweisung der Beschwerden.