Citation: 4A_452/2022 E. 7.2

7.2. Die Beschwerdeführerin machte vor Vorinstanz eine Verrechnungsforderung "aus Parkverbot" in Höhe von Fr. 800.-- geltend. Sie begründete diese Forderung damit, dass auf der Baustelle ein Parkverbot gegolten habe und pro Zuwiderhandlung eine Vertragsstrafe in Höhe von Fr. 200.-- angefallen sei. Die Beschwerdegegnerin habe im Oktober 2018 vier Mal gegen das Parkverbot verstossen. Das Handelsgericht erwog, dass sich aus der im Recht liegenden Korrespondenz keine Vereinbarung über eine Vertragsstrafe ableiten lasse. Im Gegenteil habe sich die Beschwerdegegnerin "mit der pauschalen Strafe von CHF 200.00 für das Unternehmen nicht einverstanden" erklärt. Der Beschwerdeführerin sei "der Beweis für eine Vereinbarung betreffend eine Vertragsstrafe" nicht gelungen. Die darauf aufbauende Verrechnungsforderung erweise sich folglich als unbegründet. Die Beschwerdeführerin wirft dem Handelsgericht vor, eine "ganzheitliche Auslegung" unterlassen zu haben. Sie hält den vorinstanzlichen Ausführungen ihre eigene Interpretation des E-Mail-Austausches zwischen den Parteien und namentlich eines E-Mails vom 15. Oktober 2018, 18.04 Uhr, entgegen, aus dem sich ergeben soll, dass die Beschwerdegegnerin mit der Strafzahlung von Fr. 200.-- pro Zuwiderhandlung einverstanden gewesen sei. Die Darstellung der Beschwerdeführerin erscheint keineswegs zwingend und jedenfalls zeigt sie nicht auf, inwiefern die vorinstanzlichen Erwägungen zum Konsens hinsichtlich der Vertragsstrafe bundesrechtswidrig - respektive, was die Beweiswürdigung anbelangt, gar willkürlich - wären.