Citation: 4A_189/2018 E. 2

Nach den Erwägungen der Vorinstanz führte die Beschwerdegegnerin zum Unfallhergang aus, sie habe mit dem Eimer in der Hand nicht auf den unteren Gerüstlauf steigen können, weshalb sie sich auf den oberen Gerüstlauf (Spenglerlauf) gesetzt hätte. Von dort sei sie auf den Handlauf bzw. die Gerüstverstrebungen gestanden und auf den unteren Gerüstgang gesprungen, der durchgebrochen sei. Dieser Sprung habe etwa 30 Zentimeter betragen, andernfalls wäre der am oberen Gerüstgang zurückgelassene Eimer nicht mehr in Reichweite gewesen. Die Vorinstanz stellte nach Würdigung der diesbezüglich weiteren vorhandenen Beweismittel, namentlich der Angaben eines Zeugen und der Darstellung des Alleineigentümers der Beschwerdeführerin bezüglich der Gerüstkonstruktion fest, dieser Sprung habe jedenfalls nicht mehr als einen halben Meter betragen. Damit könne der Beschwerdegegnerin keine bestimmungswidrige Nutzung des Gerüsts vorgeworfen werden. Da die Beschwerdegegnerin mit ihrem Sprung ein Loch in das Gerüst riss, schloss die Vorinstanz mittels eines Anscheinsbeweises, dieses müsse insoweit mangelhaft gewesen sein. Diese Schlussfolgerung werde einerseits durch die Fotografien, andererseits durch den Unfallbericht der Suva bestätigt. Nach letzterem habe das - teils aus Aluminiumbelägen, teils aus mit Sperrholz belegten Aluminiumrähmen bestehende - Gerüst, stellenweise im Randbereich verrottete respektive delaminierte Holzteile enthalten. In der Folge erachtete die Vorinstanz die Beschwerdeführerin als Werkeigentümerin für den zufolge des Werkmangels erwachsenen Schaden nach Art. 58 OR haftpflichtig.