Citation: 8C_1062/2009 31.08.2010 E. 4

4.1 Sind natürlich unfallkausale, organisch aber nicht objektiv ausgewiesene Beschwerden nach dem Gesagten zu bejahen, hat im Folgenden eine Adäquanzbeurteilung zu ergehen (BGE 134 V 109 E. 2.1 S. 112 mit Hinweisen). Ob die Versicherte als Folge des tätlichen Übergriffs vom 31. März/1. April 2006 kurze Zeit bewusstlos gewesen war bzw. den Kopf an der Wand angeschlagen hatte, lässt sich den vorhandenen Akten nicht zweifelsfrei entnehmen. Während sich in den im Einvernahmeprotokoll der Polizei vom 3. April 2006 wiedergegebenen Äusserungen der Beschwerdeführerin zum Hergang der Geschehnisse keine diesbezüglichen Hinweise finden lassen, erwähnte die Versicherte gegenüber den Ärzten des Spitals X.________ am 6. April 2006 eine kurzzeitige Bewusstlosigkeit. Der Austrittsbericht der Rehaklinik Y.________ vom 1. September 2006 enthält demgegenüber die Beschreibung eines Kopfanpralls, wohingegen die Patientin keine klaren Angaben bezüglich einer allfälligen Erinnerungslücke oder einer Bewusstlosigkeit machen konnte (vgl. S. 4). Einer abschliessenden Beurteilung dieses Punktes bedarf es jedoch nicht. Nicht stützen lässt sich jedenfalls die Betrachtungsweise des kantonalen Gerichts, wonach ein allfälliges Schädel-Hirntrauma in casu ohnehin höchstens den Schweregrad einer Commotio cerebri erreicht habe, was die Anwendung der entsprechenden Adäquanzkriterien (BGE 117 V 369) grundsätzlich ausschliesse. Vielmehr kann auf Grund der (fehlenden) Schwere der Verletzung allein die Adäquanzprüfung bei Schädel-Hirntraumen nicht ohne weiteres verneint werden (u.a. Urteile 8C_428/2007 vom 9. Juli 2008 E. 4.3 und U 75/07 vom 23. Oktober 2007 E. 4.2.1 und 4.2.2). Im Lichte der - von der Vorinstanz auch diesbezüglich detailliert dargelegten - ärztlichen Unterlagen (vgl. E. 4.2 des kantonalen Entscheids; ferner E. 3.1 hievor) ist indessen davon auszugehen, dass im Verlauf der gesamten gesundheitlichen Entwicklung vom Unfall bis zum Beurteilungszeitpunkt die auf ein mögliches Schädel-Hirntrauma zurückzuführenden Beschwerden insgesamt im Vergleich zur psychischen Problematik nurmehr eine untergeordnete Rolle gespielt haben und damit in den Hintergrund des Beschwerdebildes getreten sind. Die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs hat daher zum einen nach der Praxis zu den psychischen Unfallfolgen, mithin unter Ausklammerung psychischer Beschwerdekomponenten, zu erfolgen (Urteile 8C_957/2008 vom 1. Mai 2009 E. 4.2 mit Hinweis und [des Eidg. Versicherungsgerichts] U 277/04 vom 30. September 2005 E. 4.2.2 in fine, in: SVR 2007 UV Nr. 8 S. 27). Da ferner bezogen auf den Hergang des Vorfalles vom 31. März/1. April 2006 auch dem Aspekt der Schrecksituation (Bedrohung, körperlicher Angriff) Rechnung zu tragen ist, richtet sich die Adäquanzprüfung zusätzlich nach der im Falle von Schreckereignissen Anwendung findenden allgemeinen Formel ("gewöhnlicher Lauf der Dinge und allgemeine Lebenserfahrung"; vgl. E. 2.2.2 in fine hievor). Der letztinstanzlich vorgebrachte Einwand des verfrühten Fallabschlusses verfängt in Anbetracht dieser Sachlage nicht (BGE 134 V 109 E. 6.1 S. 116 mit Hinweis).