Citation: 5A_91/2024 E. 6

Ausgangspunkt für die Beurteilung bilden die tatsächlichen Feststellungen des Obergerichts zu den konkreten Umständen. Diesbezüglich helfen dem Beschwerdeführer die Beteuerungen, dass der Vorwurf des Rechtsmissbrauchs erst vom Bezirksgericht erhoben worden sei und im Verhältnis zu den Ausführungen in seiner Beschwerde vom 9. März 2023 (s. Sachverhalt Bst. B.a) von einem widersprüchlichen Verhalten keine Rede sein könne, nicht weiter. Denn wie der angefochtene Entscheid unschwer erkennen lässt, macht das Obergericht den Vorwurf des widersprüchlichen Verhaltens in tatsächlicher Hinsicht hauptsächlich daran fest, dass der Beschwerdeführer in seinem schriftlichen Rechtsvorschlag vom 1. März 2023 angegeben habe, "ohne festen Wohnsitz" zu sein, um sich in seiner Beschwerde vom 9. März 2023 dann darauf zu berufen, schon seit Anfang 2022 "mit der Absicht dauernden Verbleibens" bei seiner Partnerin in V.________ (SG) zu wohnen. Zu diesem Widerspruch weiss der Beschwerdeführer vor Bundesgericht nichts zu sagen, was den angefochtenen Entscheid erschüttern könnte. Mit den vorinstanzlichen Erwägungen, weshalb er auch als Laie um die Bedeutung der Formulierung "ohne festen Wohnsitz" gewusst haben müsse, mag er sich nicht konkret auseinandersetzen. Stattdessen will er sich damit entschuldigen, von den zwei Betreibungen "in einer exorbitanten Höhe" überrascht worden und mit der Situation überfordert gewesen zu sein. Allein mit der Behauptung, dass sich die Vorinstanz auf Spekulationen stütze und mit Zirkelschlüssen operiere, vermag er den von ihr konstatierten Widerspruch nicht als willkürlich auszuweisen. Weshalb er in den gegen ihn laufenden Betreibungsverfahren nicht von Anfang an die Wohnadresse seiner Partnerin angeben konnte, kann der Beschwerdeführer auch vor Bundesgericht nicht nachvollziehbar erklären. Insbesondere macht er auch an keiner Stelle seines Schriftsatzes ausdrücklich geltend, dass er sich lediglich gegen die Betreibung am falschen Ort hätte wehren wollen. An all dem ändern auch die Beteuerungen des Beschwerdeführers nichts, dass er sich in V.________ (SG) gar nicht als "verheiratet" habe anmelden können. Die im hiesigen Verfahren aufgestellte Behauptung, dass das Einwohneramt die Anmeldung wegen des nicht mehr aktuellen Zivilstands verweigert habe, findet im angefochtenen Entscheid keine Stütze. Dass er solcherlei schon im kantonalen Verfahren vorgebracht hätte und damit bundesrechtswidrig nicht gehört worden wäre, macht der Beschwerdeführer freilich nicht geltend. Ebenso wenig tut er dar, inwiefern erst der angefochtene Entscheid Anlass gibt, dieses Vorbringen erstmals vor Bundesgericht neu ins Verfahren einzuführen. Der Einwand ist also unbeachtlich (Art. 99 Abs. 1 BGG; BGE 143 V 19 E. 1.2). Andere Gründe, weshalb er trotz fehlender Anerkennung seiner im Ausland erfolgten Ehescheidung in der Schweiz als geschieden gelten muss und seine Anmeldung in V.________ (SG) als verheiratete Person deshalb unrichtig oder unmöglich gewesen sein soll, sind der Beschwerde nicht zu entnehmen und auch nicht ersichtlich. Soweit sich der Beschwerdeführer in diesem Zusammenhang auch noch darüber empört, dass das Obergericht das Verhalten des Geschäftsführers seiner ehemaligen Untervermieterin ins Spiel bringt, übergeht er die vorinstanzliche Feststellung, der zufolge er selbst im oberinstanzlichen Verfahren einwandte, dass diese Geschäftsführer seine Freunde seien und dem Betreibungsamt bei seiner Auffindung hätten behilflich sein können. Dass sich das Obergericht diesbezüglich in der Feststellung des Prozesssachverhalts vertan hätte, macht der Beschwerdeführer nicht geltend, noch erklärt er, weshalb es das Verhalten des Geschäftsführers angesichts seines Einwands nicht in seine Beurteilung einbeziehen durfte. Entgegen dem, was der Beschwerdeführer glauben machen will, trifft es im Übrigen auch nicht zu, dass die Vorinstanz ihm das Auftreten des Geschäftsführers als (eigenes) rechtsmissbräuchliches Verhalten anlastet. Im angefochtenen Entscheid ist nur die Rede von einem Hinweis darauf, dass es dem Beschwerdeführer nicht darum ging, für die Behörden erreichbar zu sein. Unbegründet ist auch die Gehörsrüge. Die Vorinstanz kommt in Erwägung 3.7 auf den Einwand des Beschwerdeführers zu sprechen, wonach jemand, der persönlich auf dem Betreibungsamt Rechtsvorschlag erhebe, nicht rechtsmissbräuchlich den Wohnsitz verschleiern wolle. Sie verweist dabei ausdrücklich auf Randziffer 33 der Beschwerde vom 20. Juli 2023, mithin auf genau diejenige Stelle, deren unterbliebene Berücksichtigung der Beschwerdeführer nun als Verletzung von Art. 29 Abs. 2 BV tadelt. Inwiefern seinem Gehörsanspruch trotz den erwähnten vorinstanzlichen Erwägungen nicht Genüge getan ist, zeigt der Beschwerdeführer nicht auf und ist auch nicht ersichtlich. Nach ständiger Praxis bedeutet die aus Art. 29 Abs. 2 BV folgende Verpflichtung der Behörde, ihren Entscheid zu begründen (BGE 134 I 83 E. 4.1), gerade nicht, dass sie sich mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzen und jedes einzelne Vorbringen widerlegen muss (BGE 135 III 670 E. 3.3.1). Schliesslich hält das Obergericht dem Beschwerdeführer auch nicht entgegen, sich nicht freiwillig beim Betreibungsamt gemeldet zu haben. Der Vorwurf des Rechtsmissbrauchs fusst vielmehr auf der Erkenntnis, dass er sich mit den Angaben zu seiner Wohnsituation im Betreibungsverfahren klar widersprüchlich verhalten und mit seiner Beschwerde gegen die Ediktalzustellungen vom 30. Januar und 22. Februar 2023 auf ungenügende bzw. fehlende Nachforschungen des Betreibungsamts berufen habe, deren Zweck er selbst aktiv zu vereiteln versuchte, weshalb sich die Erhebung der Beschwerde gemäss Art. 17 SchKG als zweckwidrig herausstelle. Dieser rechtlichen Würdigung des Geschehenen hat der Beschwerdeführer nichts Substantielles entgegenzusetzen. Eine Begründung, weshalb sich der (willkürfrei) festgestellte Sachverhalt weder der Fallgruppe des widersprüchlichen Verhaltens noch derjenigen des Institutsmissbrauchs zuordnen lasse, ist der Beschwerde nicht zu entnehmen. Der Beschwerdeführer gibt sich (abermals) mit der pauschalen Behauptung zufrieden, dass sich die Vorinstanz auf Mutmassungen, Spekulationen und Indizien stütze. Nach dem Gesagten hat es auch mit der vorinstanzlichen Erkenntnis sein Bewenden, dass sich der Beschwerdeführer die Publikation der Zahlungsbefehle selbst zuzuschreiben hat, die Versäumnis der Rechtsvorschlagsfrist nicht entschuldigt werden kann und in der Folge das Gesuch um Wiederherstellung dieser Frist abzuweisen ist. Diesbezüglich erübrigen sich weitere Erörterungen, zumal auch der Beschwerdeführer sein entsprechendes Eventualbegehren allein damit begründet, dass ihm kein rechtsmissbräuchliches Verhalten vorgeworfen werden kann.