Citation: 6A.86/2003 05.02.2004 E. 2

Der Beschwerdeführer bringt vor, die Vorinstanz hätte angesichts seiner beruflichen Angewiesenheit auf den Führerausweis und der Unmöglichkeit, bei einem langen Führerausweisentzug eine neue Stelle als Versicherungsvertreter zu finden, den Führerausweis nur für einen Monat entziehen dürfen. Die Entzugsdauer von sechs Monaten berücksichtige die gravierenden beruflichen und existenziellen Folgen nicht. 2.1 Die Vorinstanz erwägt, dem Strafbefehl lasse sich nicht entnehmen, ob das Bezirksamt Lenzburg dem Beschwerdeführer Vorsatz oder Fahrlässigkeit vorwerfe. Das Strafmass und die Kumulation von Freiheitsstrafe und Busse liessen allerdings auf Vorsatz schliessen. Die Administrativbehörden seien deshalb in der rechtlichen Beurteilung des Falles frei. Gemäss den verbindlichen tatsächlichen Feststellungen der Vorinstanz hat der Beschwerdeführer den Personenwagen im Wissen um den laufenden Entzug des Führerausweises gelenkt und gehofft, er werde dabei nicht ertappt (eingehend angefochtenes Urteil, S. 9 f.). Der von der Vorinstanz daraus gezogene Schluss, der Beschwerdeführer habe sich vorsätzlich über die Massnahme hinweggesetzt (angefochtenes Urteil, S. 10), ist bundesrechtlich nicht zu beanstanden. Es kann hier vollumfänglich auf die entsprechenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden. Im Unterschied zum kantonalen Verfahren stellt der Beschwerdeführer denn auch nicht mehr in Frage, vorsätzlich gehandelt zu haben. 2.2 Gemäss Art. 17 Abs. 1 lit. c SVG beträgt die Dauer des Entzugs von Führerausweisen mindestens sechs Monate, wenn der Führer trotz Ausweisentzugs ein Motorfahrzeug geführt hat. Die Bestimmung ist auf die typischen Fälle zugeschnitten, in denen sich der Betroffene vorsätzlich über einen laufenden Führerausweisentzug hinwegsetzt. Handelt der Betroffene ausnahmsweise fahrlässig, ist zwischen einfacher und grober Fahrlässigkeit zu unterscheiden. Unter einem besonders leichten Fall ist die Begehungsform der einfachen Fahrlässigkeit zu verstehen. Bei einfacher Fahrlässigkeit ist von einer Mindestentzugsdauer von einem Monat auszugehen, weil die Anwendung des Art. 17 Abs. 1 lit. c SVG, dem von Gesetzes wegen eine gewisse Schwere zukommt, infolge des geringen Verschuldens nicht gerechtfertigt ist (vgl. nur BGE 124 II 103 E. 2a). Ausgehend von ihren Feststellungen durfte die Vorinstanz wie bereits erwähnt ohne Bundesrecht zu verletzen annehmen, der Beschwerdeführer habe den Tatbestand vorsätzlich erfüllt. Damit gilt die gesetzliche Mindestentzugsdauer von sechs Monaten ungeachtet der aus beruflichen Gründen erhöhten Sanktionsempfindlichkeit des Beschwerdeführers. Daran vermag die seit dem Vorfall verstrichene Zeit nichts zu ändern. Das kantonale Verfahren hat bis zum vorinstanzlichen Urteil rund zwei Jahre beansprucht. Das ist nicht unverhältnismässig lang, zumal das Strassenverkehrsamt angesichts des streitigen Falls den Ausgang des Strafverfahrens abwarten durfte.