Citation: 6P.160/2003 08.04.2004 E. 4

Der Beschwerdeführer rügt, die Verweigerung des bedingten Strafvollzugs verletze Bundesrecht. Die Vorinstanz habe bei der Beurteilung der Prognose wesentliche Gesichtspunkte falsch gewichtet. Insbesondere habe sie im Gegensatz zur Gerichtspräsidentin 3 des Gerichtskreises X Thun einseitig darauf abgestellt, dass der Beschwerdeführer nach der siebzehntägigen Untersuchungshaft erneut straffällig geworden sei. 4.1 Gemäss Art. 41 Ziff. 1 Abs. 1 StGB kann der Richter den Vollzug einer Freiheitsstrafe von nicht mehr als 18 Monaten aufschieben, wenn Vorleben und Charakter eines Verurteilten erwarten lassen, er werde auch durch eine bedingt vollziehbare Strafe von weiteren Delikten abgehalten. Bezüglich der für die Gewährung des bedingten Strafvollzugs geltenden Voraussetzungen kann auf die reichhaltige bundesgerichtliche Rechtsprechung verwiesen werden (BGE 128 IV 193 E. 3a mit Hinweisen). 4.2 Die Vorinstanz hat ausgeführt, der bedingte Strafvollzug sei zwar formell möglich, könne dem Beschwerdeführer aber wegen der insgesamt schlechten Bewährungsaussichten nicht gewährt werden. Das Bezirksgericht Werdenberg habe eine günstige Prognose trotz des getrübten Leumunds des Beschwerdeführers, seiner Vorstrafen und der weitgehend fehlenden Einsicht in seine Straftaten gerade noch bejaht. Dabei scheine entscheidend gewesen zu sein, dass der Beschwerdeführer seine freiberufliche Tätigkeit - die Anlage fremder Gelder - aufgegeben habe und ihn die Erfahrung der Untersuchungshaft kaum unbeeindruckt lassen würde. Die Überlegungen des Bezirksgerichts hätten sich in der Folge als Fehleinschätzung erwiesen: So habe der Beschwerdeführer im Umgang mit arglosen Geldanlegern keine Kehrtwende vollzogen. Zudem habe ihn auch die ausgestandene Untersuchungshaft nicht davon abhalten können, die bisherigen Machenschaften wie gehabt fortzusetzen. 4.3 Die Vorinstanz hat die wesentlichen Gesichtspunkte gemäss Art. 41 Ziff. 1 Abs. 1 StGB angemessen berücksichtigt und gegeneinander abgewogen. Sie hat sich mit der Prognosestellung des Bezirksgerichts Werdenberg einlässlich auseinander gesetzt und nachvollziehbar begründet, weshalb sie zu einem andern Ergebnis gelangt ist. Eine Ermessensverletzung liegt nicht vor. Es kann deshalb im Wesentlichen auf ihre Erwägungen im angefochtenen Urteil verwiesen werden. Es ist einzuräumen, dass sich die persönliche Situation des Beschwerdeführers angesichts seiner erfolgreichen Festanstellung zum Besseren gewendet hat. Entscheidend ist jedoch, dass der Beschwerdeführer unbeeindruckt von seinen Vorstrafen, der ausgestandenen Untersuchungshaft, der laufenden Probezeit für eine Gefängnisstrafe von immerhin 12 Monaten und dem damit verbundenen Bewährungsdruck erneut einschlägig delinquierte. Der Einwand des Beschwerdeführers, die Vorinstanz habe im Gegensatz zur Gerichtspräsidentin 3 des Gerichtskreises X Thun die ausgestandene Untersuchungshaft und erneute Delinquenz einseitig zu seinen Ungunsten gewichtet, trifft insoweit nicht zu. Dies gilt umso weniger, als sich die Gerichtspräsidentin zu den materiellen Bewährungsaussichten des Beschwerdeführers gar nicht (näher) ausgesprochen hat. -:-