Citation: 5P.363/2005 20.03.2006 E. 3.2

3.2.1 Im Zusammenhang mit dem Bedarf des Beschwerdegegners hat das Obergericht unter anderem berücksichtigt, dass dieser seiner ersten Ehefrau in Abgeltung güterrechtlicher Ansprüche jährlich Fr. 25'000.-- schulde und die Rate, die am 1. Juli 2004 fällig geworden sei, in zweien Malen bezahlt habe. Am 1. Juli 2005 sei die letzte Rate von Fr. 25'000.-- fällig geworden. Es seien dem Beschwerdegegner antragsgemäss Fr. 1'100.-- pro Monat als Rücklage für diese güterrechtlichen Zahlungen beim Notbedarf anzurechnen. 3.2.2 Das Zugestehen von monatlich Fr. 1'100.-- unter dem Titel güterrechtliche Zahlungen beruht nach Auffassung der Beschwerdeführerin auf einem offensichtlichen Versehen und sei deshalb unhaltbar. Das Obergericht verkenne, dass die letzte Rate von Fr. 25'000.-- am 1. Juli 2005 fällig geworden sei und eine Rücklage ab 1. Januar 2006 deshalb jeglicher Grundlage entbehre. Es sei daher von einem Einkommensüberschuss des Beschwerdegegners von Fr. 9'086.--, statt von Fr. 7'986.-- auszugehen. In seiner Vernehmlassung weist der Beschwerdegegner darauf hin, dass er wegen mangelnder Liquidität im Jahre 2004 nicht in der Lage gewesen sei, seiner früheren Ehefrau die ganze damals fällig gewordene Rate von Fr. 25'000.-- zu erbringen. Er habe deshalb den Betrag am 24. August 2004 und am 18. März 2005 in zwei Teilen bezahlt. Im obergerichtlichen Verfahren habe er ausgeführt, er hoffe, auch für die im Jahre 2005 geschuldete Rate eine entsprechende Regelung treffen zu können. 3.2.3 Den vom Obergericht angerufenen Belegen sind tatsächlich die vom Beschwerdegegner geltend gemachten Zahlungsdaten zu entnehmen. In ihrer Vernehmlassung zur Beschwerde erklärt die kantonale Rekursinstanz sodann auch, dass der am 1. Juli 2005 fällig gewordene Betrag noch nicht bezahlt sei und in Raten beglichen werde. Die Berücksichtigung entsprechender Rücklagen ist daher nicht zu beanstanden. Beizufügen ist, dass dem Bedarf des Beschwerdegegners insofern keine entscheidende Bedeutung zukommt, als die strittigen Unterhaltsbeiträge nicht auf einer hälftigen Teilung des Einkommensüberschusses beruhen, sondern nach dem für die Beschwerdeführerin angemessenen Bedarf festgesetzt worden sind (vgl. nachstehend E. 3.3 und 3.4).