Citation: U 95/06 07.05.2007 E. 3.2

3.2.1 Die von der Vorinstanz geprüften epidemiologischen Studien weisen überwiegend Werte auf, die ein relatives Risiko von weniger als 2 ergeben. Der Beschwerdeführer bestreitet dies nicht, erwähnt jedoch zwei in den Akten liegenden Studien, nach denen das SMR grösser als 2 ist. 3.2.2 Die Studie Coggon untersucht die Bevölkerung einer bestimmten Stadt. Sie gibt für die dortigen Gummiarbeiter zwei SMR-Werte an, und zwar den Wert 1,7 und den Wert 2,5. Der höhere Wert ergab sich aber nur unter Berücksichtigung der Ernährungsgewohnheiten, welche - was die allgemeine epidemiologische Erkenntnis unterstreicht - ein erheblicher Risikofaktor für Magenkrebs sind. Zudem weist dieser Wert ein sehr hohes 95%-Vertrauensintervall (1.0-6.4) auf, was die Aussagekraft relativiert. Die Studie kommt denn auch zum Schluss (S. 301), es sei unwahrscheinlich, dass der hohe Magenkrebsanteil in der untersuchten Population einzig mit der Beschäftigung in den dortigen Industrien erklärt werden könne. 3.2.3 Die ebenfalls in den Akten liegende Studie Straif et al. gibt keine SMR-Werte (Vergleich zwischen Gummi-Arbeitern und Gesamtbevölkerung), sondern Hazard Rate Ratios verschiedener Gruppen von Gummiarbeitern in Relation zur Exposition gegenüber verschiedenen Stoffen. Die erhobenen Werte beruhen zudem auf absolut kleinen Fallzahlen und weisen dementsprechend grosse 95%-Vertrauensintervalle auf (S. 301). Die Studie folgert einen Zusammenhang zwischen Staubexposition und Magenkrebsrisiko (S. 303 f.), enthält aber entgegen der Darstellung des Beschwerdeführers keinen SMR-Wert von mehr als 2, sondern von 1,17 (Tabelle 3). Über die konkrete Staubexposition des Beschwerdeführers während seiner Berufstätigkeit bestehen keine quantitativen Angaben. Es ist daher nicht erwiesen, dass er zu den am höchsten exponierten Arbeitern im Sinne der Studie Straif et al. gehörte. 3.3 In der Verwaltungsgerichtsbeschwerde kritisiert der Beschwerdeführer, die SMR-Werte würden sich nicht auf Krankheitsfälle, sondern nur auf Todesfälle beziehen. In den genannten Studien sind keine epidemiologischen Daten ersichtlich, gemäss denen bei Berücksichtigung sämtlicher Krankheitsfälle sich Werte von mehr als 2 gegenüber der Gesamtbevölkerung ergäben. In Bezug auf Staubexposition im Steinkohlebergbau hat eine Studie von Morfeld et al. (Abstract eines Vortrags an der 47. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin, 21.-24. März 2007) auch bei den Erkrankungsfällen nur SIR-Werte von 1,2-1,3 ergeben. Diese Studie betrifft zwar nicht die Gummiindustrie, belegt aber, dass SMR- und SIR-Werte vergleichbar sind. Sie kann insofern hier beigezogen werden, als auch in der Gummiindustrie die Magenkrebsfälle primär auf die Staubexposition zurückgeführt werden. 3.4 Aus dem Gesagten geht hervor, dass der epidemiologische Nachweis einer vorwiegend berufsbedingten Krankheit gesamthaft nicht erbracht ist.