Citation: U 566/06 08.05.2007 E. 4

4.1 Nach Art. 137 lit. b in Verbindung mit Art. 135 OG ist die Revision eines Urteils des Eidgenössischen Versicherungsgerichts auch dann zulässig, wenn der Gesuchsteller nachträglich neue erhebliche Tatsachen erfährt oder entscheidende Beweismittel auffindet, die er im früheren Verfahren nicht beibringen konnte. Als "neu" gelten Tatsachen, welche sich bis zum Zeitpunkt, da im Hauptverfahren noch tatsächliche Vorbringen prozessual zulässig waren, verwirklicht haben, jedoch der um Revision ersuchenden Person trotz hinreichender Sorgfalt nicht bekannt waren. Die neuen Tatsachen müssen ferner erheblich sein, d.h. sie müssen geeignet sein, die tatbeständliche Grundlage des angefochtenen Urteils zu verändern und bei zutreffender rechtlicher Würdigung zu einer anderen Entscheidung zu führen. Beweismittel haben entweder dem Beweis der die Revision begründenden neuen erheblichen Tatsachen oder dem Beweis von Tatsachen zu dienen, die zwar im früheren Verfahren bekannt gewesen, aber zum Nachteil der gesuchstellenden Person unbewiesen geblieben sind. Sollen bereits vorgebrachte Tatsachen mit den neuen Mitteln bewiesen werden, so hat die Person auch darzutun, dass sie die Beweismittel im früheren Verfahren nicht beibringen konnte. Entscheidend ist ein Beweismittel, wenn angenommen werden muss, es hätte zu einem anderen Urteil geführt, falls das Gericht im Hauptverfahren hievon Kenntnis gehabt hätte. Ausschlaggebend ist, dass das Beweismittel nicht bloss der Sachverhaltswürdigung, sondern der Sachverhaltsermittlung dient. Es genügt daher beispielsweise nicht, dass ein neues Gutachten den Sachverhalt anders bewertet; vielmehr bedarf es neuer Elemente tatsächlicher Natur, welche die Entscheidungsgrundlagen als objektiv mangelhaft erscheinen lassen. Für die Revision eines Entscheides reicht es nicht aus, dass eine Gutachterin oder ein Gutachter aus den im Zeitpunkt des Haupturteils bekannten Tatsachen nachträglich andere Schlussfolgerungen zieht als das Gericht. Auch ist ein Revisionsgrund nicht schon gegeben, wenn das Gericht bereits im Hauptverfahren bekannte Tatsachen möglicherweise unrichtig gewürdigt hat. Notwendig ist vielmehr, dass die unrichtige Würdigung erfolgte, weil für den Entscheid wesentliche Tatsachen nicht bekannt waren oder unbewiesen blieben (BGE 127 V 353 E. 5b S. 358 mit Hinweisen; Urteil U 395/04 vom 12. September 2006, E. 1). 4.2 Mit dem Gesuch vom 27. Dezember 2006 wurde ein Artikel aus der Zeitschrift X.________ eingereicht. Laut diesem Artikel ist der Zürcher Neurochirurg W., der für Versicherungen Unfallopfer begutachtet, vorbestraft (drei Monate Gefängnis wegen Urkundenfälschung und Missbrauchs einer Fernmeldeanlage), weil er ein Laborblatt gefälscht hat, um einen Chefarzt als Aids-Infizierten zu verleumden, und unter dem Namen eines anderen Arztes beleidigende E-Mails verschickt hat. Weiter wird ausgeführt, der Vorstand der Zürcher Neurologen-Gesellschaft wolle der Generalversammlung den Ausschluss des Arztes beantragen, nachdem diesem ohne Erfolg der Austritt nahegelegt worden sei. Im Juni 2004 sei über den Arzt der Konkurs eröffnet worden, angeblich wegen Schulden von über Fr. 2'000'000.-. Der Gesuchsteller macht geltend, es lägen massgebliche Anhaltspunkte dafür vor, dass es sich bei der geschilderten Person um den Neurochirurgen Dr. med. W.________ handle, auf dessen Gutachten vom 29. November 2004 das Eidgenössische Versicherungsgericht in Erw. 3.1 seines Urteils vom 19. September 2006 entscheidend abgestellt habe. Der Gutachter werde deshalb - auf Grund der genannten, nachträglich bekannt gewordenen Tatsachen - im Sinne von Art. 44 ATSG abgelehnt.