Citation: 4A_277/2023 E. 5.5.3

5.5.3. Mit Ziff. 8 des AKV 2018 hat sich die Beschwerdegegnerin verpflichtet, weitere 25 Aktien der G1.________ Holding AG zu kaufen. Wie diese Verpflichtung zu qualifizieren ist, stellt eine Rechtsfrage dar, die vom Gericht von Amtes wegen geprüft werden kann (BGE 131 III 217 E. 3; Urteile 4A_360/2021 vom 6. Januar 2022 E. 5.1.1; 4A_141/2019 vom 26. September 2019 E. 4.1). Entgegen den vorinstanzlichen Erwägungen ist Ziff. 8 des AKV 2018 nicht bloss als Antrag zu qualifizieren, sondern es ist vielmehr davon auszugehen, dass die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin in Ziff. 8 des AKV 2018 eine bis Ende Juli 2019 befristete Verkaufsoption (Put-Option) eingeräumt hat. Wie die Beschwerdeführerin (eventualiter) zu Recht geltend macht, erfüllt Ziff. 8 des AKV 2018 vorliegend sämtliche Voraussetzungen einer Verkaufsoption, insbesondere sind die Parteien sowie das Kaufobjekt und der Kaufpreis bestimmt. Die Beschwerdegegnerin verpflichtet sich, (weitere) 2,5 % der Namenaktien der G1.________ Holding AG zum Preis von Fr. 4'250'000.-- zu erwerben. Die Adressatin der Verkaufsoption ist ebenfalls eindeutig; die Beschwerdeführerin ist Partei des AKV 2018 und hat diesen (mit-) unterzeichnet. Auf die Qualifikation von Ziff. 8 des AKV 2018 als Put-Option zugunsten der Beschwerdeführerin muss vorliegend nicht weiter eingegangen werden. Denn am Ergebnis würde sich ohnehin nichts ändern, wenn Ziff. 8 des AKV 2018 mit der Vorinstanz nur als verbindlicher Antrag der Beschwerdegegnerin zum Kauf von 25 weiteren Aktien der G1.________ Holding AG bis Ende Juli 2019 qualifiziert würde.