Citation: 1C_155/2021 E. 3.2

3.2. Gemäss gefestigter bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist eine im kantonalen Recht festgelegte dreitägige Frist für die Erhebung der Stimmrechtsbeschwerde für sich allein nicht verfassungswidrig. Das Bundesgericht hielt allerdings fest, eine Frist von drei Tagen sei sehr kurz und lasse dem Stimmberechtigten wenig Zeit, die Sach- und Rechtslage abzuklären und eventuell anwaltlichen Rat einzuholen, um die Erfolgsaussichten einer Beschwerde abzuwägen. Es stellte daher auch darauf ab, unter welchen Umständen diese kurze Frist gelten soll. So wird zunächst die Erforderlichkeit sofortigen Handelns vorausgesetzt, was gemäss der Rechtsprechung in Stimmrechtssachen allerdings regelmässig zutrifft. Die kurze Frist bezweckt insbesondere, dass Mängel möglichst noch vor der Wahl oder Abstimmung behoben werden können und der Urnengang nicht wiederholt zu werden braucht. Auch soll ein Schwebezustand im Volksinitiativverfahren vermieden werden (vgl. (BGE 145 I 282 E. 3; 140 I 338 E. 4.4; 121 I 1 E. 3b; Urteile des Bundesgerichts 1C_555/2019 vom 9. September 2020 E. 4.5 und 1C_577/2013 vom 2. Oktober 2013 E. 3.1, in: ZBl 115/2014 S. 512). Die Anwendung der kurzen Frist darf jedoch den Stimmberechtigten im konkreten Fall eine Beschwerdeerhebung nicht praktisch verunmöglichen. Namentlich wird vorausgesetzt, dass die zeitgerechte Erkennbarkeit von Verfahrensmängeln oder Unregelmässigkeiten sichergestellt ist. Ebenso ist an die Beschwerdebegründung kein strenger Massstab anzulegen (Urteile des Bundesgerichts 1C_555/2019 vom 9. September 2020 E. 4.5 und 1C_62/2012 vom 18. April 2012 E. 3; je mit Hinweis auf BGE 121 I 1 E. 3b sowie weitere Urteile).