Citation: 8C_991/2009 06.05.2010 E. 7

7.1 Die Schwere des Unfalles ist auf Grund des augenfälligen Geschehensablaufs mit den sich dabei entwickelnden Kräften zu beurteilen (SVR 2008 UV Nr. 8 S. 26, U 2/07 E. 5.3.1). Entgegen den Ausführungen des Versicherten in seiner Beschwerde an das kantonale Gericht kann das Unfallereignis vom 3. September 2005 höchstens als im engeren Sinne mittelschwer qualifiziert werden; insbesondere ist darauf hinzuweisen, dass Frontalkollisionen zu einer geringeren Belastung des Körpers führen als Heckkollisionen (Urteil 8C_1012/2009 vom 5. März 2010 E. 5.1 mit weiteren Hinweisen). Die Adäquanz eines Kausalzusammenhanges wäre somit nur dann zu bejahen, wenn eines der relevanten Adäquanzkriterien in besonders ausgeprägter oder mehrere dieser Kriterien in gehäufter Weise erfüllt wären. 7.2 Das Kriterium der besonders dramatischen Begleitumstände oder besonderen Eindrücklichkeit des Unfalles ist objektiv zu beurteilen und nicht auf Grund des subjektiven Empfindens bzw. Angstgefühls der versicherten Person (RKUV 1999 Nr. U 335 S. 207, U 287/97 E. 3b/cc; Urteil U 56/07 vom 25. Januar 2008 E. 6.1). Zu beachten ist, dass jedem mindestens mittelschweren Unfall eine gewisse Eindrücklichkeit eigen ist, welche somit noch nicht für eine Bejahung des Kriteriums ausreichen kann (vgl. Urteil 8C_39/2008 vom 20. November 2008 E. 5.2). Gemäss den Vorbringen der Helsana im vorinstanzlichen Verfahren wurde der Versicherte durch das Ereignis aus dem Schlaf gerissen; dies reicht indessen noch nicht, um den Unfall als besonders eindrücklich zu qualifizieren. Das Kriterium ist somit zu verneinen. 7.3 Selbst wenn man, entgegen dem Gutachten des Instituts Y.________, aber im Einklang mit den Berichten des Dr. med. N.________ vom 16. Dezember 2005 und vom 5. Oktober 2008 davon ausgehen würde, der Versicherte habe beim Ereignis vom 3. September 2005 neben der Thoraxkontusion auch eine Fraktur des BWK 7 mit keilförmiger Deformierung erlitten (vgl. E. 6.1 hievor), so wären die erlitten Verletzungen nicht als von solcher Schwere oder von solch besonderer Art zu werten, dass sich die Bejahung dieses Kriterium rechtfertigen würde. 7.4 Auch die übrigen Kriterien sind zu verneinen: Eine ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung liegt nicht vor; eine ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert hätte, wurde von keiner Seite geltend gemacht. Zur Bejahung des Kriteriums des schwierigen Heilungsverlaufes und der erheblichen Komplikationen bedürfte es des Nachweises besonderer Gründe, welche die Heilung beeinträchtigt haben (vgl. Urteil 8C_349/2009 vom 17. August 2009 E. 5.3). Solche sind vorliegend nicht ersichtlich. Gemäss dem Gutachten des Instituts Y.________ sind die vom Versicherten geltend gemachten Schmerzen nicht auf eine organisch nachweisbare Gesundheitsschädigung zurückzuführen, so dass sie im Rahmen der Adäquanzprüfung nach BGE 115 V 33 unbeachtet bleiben müssen. Gleiches gilt von der geltend gemachten Arbeitsunfähigkeit. 7.5 Liegt somit keines der massgeblichen Kriterien vor, so ist der Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis vom 3. September 2005 und den über den 12. Dezember 2006 hinaus anhaltend geklagten Beschwerden zu verneinen; somit war die Leistungseinstellung der SWICA auf dieses Datum hin rechtens. Die Beschwerde des Versicherungsträgers ist demnach gutzuheissen und Dispositivziffer 1 Absatz 1 und Dispositivziffer 3 des vorinstanzlichen Entscheides sind aufzuheben.