Citation: 6B_120/2009 11.06.2009 E. 2

Der Beschwerdeführer rügt eine willkürliche Anwendung von § 414 Abs. 4 und § 419 Abs. 3 StPO/ZH. Die Vorinstanz habe seinen Anspruch auf ein gerechtes Verfahren nach Art. 29 BV und die Rechtsmittelgarantie gemäss Art. 32 Abs. 3 BV verletzt. Abweichend von der Auffassung der ersten Instanz werfe ihm die Vorinstanz vor, er habe es versäumt, innert der gesetzlichen Frist von 20 Tagen die Beanstandungen zu nennen. Die Frist zur Erklärung der Berufung habe am 17. November 2008 und diejenige für die Benennung der Beanstandungen am 26. November 2008 geendet. Die erste Instanz habe am 17. November 2008 - somit vor Ablauf der zweiten Frist - und am 15. Dezember 2008 festgehalten, dass er die Beanstandungen mitgeteilt habe. Deshalb habe er davon ausgehen dürfen, dass die Berufungserklärung vom 14. November 2008 genügen würde, um beide Fristen (für die Anmeldung der Berufung und die Benennung der Beanstandungen) zu wahren. Die Auffassung der Vorinstanz, wonach er keine Beanstandungen vorgebracht habe, sei überspitzt formalistisch. Aus dem erstinstanzlichen Urteil sowie aus dem Parteivortrag sei klar hervorgegangen, dass er im erstinstanzlichen Verfahren einen Freispruch beantragt habe. Seine Beanstandungen hätten gar nichts anderes sein können, als dass er die erstinstanzliche Würdigung der Zeugenaussagen nicht akzeptiert habe. Dies sei mit dem Hinweis, dass sich die Berufung auf das ganze Urteil beziehe, zum Ausdruck gekommen. Dass die Vorinstanz nebst der Anmeldung der Berufung auch die Bezeichnung der Beanstandungen verlange, sei eine exzessive Formstrenge. Zumindest hätte sie ihm eine Nachfrist im Sinne von § 419 Abs. 3 StPO/ZH setzen müssen (Beschwerde S. 3 ff.).