Citation: 1P.569/2002 25.11.2002 E. 5

Es ist unstreitig, dass im Falle eines Verfahrens wegen Vergewaltigung oder sexueller Nötigung in der Ehe, wo die Geschädigte und möglicherweise zudem die Kinder der Ehegatten Druckversuchen des Angeschuldigten ausgesetzt sein können, grundsätzlich ein Kollusionsrisiko besteht (unveröffentlichtes Urteil 1P.353/2002 vom 18. Juli 2002, E. 4.2; Peter Albrecht, Die Kollusionsgefahr als Haftgrund, in: Basler Juristische Mitteilungen [BJM] 1999, S. 1 ff., insb. S. 4). Der Beschwerdeführer rügt vor Bundesgericht nicht mehr, im vorliegenden Fall bestehe keine Kollusionsgefahr. Er macht ebenfalls nicht geltend, dieselbe könne mittels Ersatzmassnahmen hinreichend vermindert werden (Art. 90 Abs. 1 lit. b OG). Damit ist nicht nur der dringende Tatverdacht, sondern auch ein Haftgrund gegeben, auf den sich der angefochtene Entscheid zu stützen vermag. Demnach ist der Beschluss der Anklagekammer vom 25. September 2002 auch in diesem Punkt verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden.