Citation: 2C_72/2023 E. A

A.a. Die A.________ Sàrl ist Zulassungsinhaberin der Arzneimittel B.________ 30 mg Tabletten (Zulassungsnummer xxx, nachfolgend B.________ Tabletten) und B.________ 30 mg Filmtabletten (Zulassungsnummer yyy, nachfolgend B.________ Filmtabletten), zwei Notfall-Empfängnisverhütungsmittel. B.________, Tabletten und Filmtabletten, enthalten den Wirkstoff C.________, welcher ein synthetischer selektiver Progesteron-Rezeptor-Modulator ist. Dieser wird oral eingenommen und hemmt bzw. verzögert den Eisprung.C.________ bindet sich an den menschlichen Progesteron-Rezeptor und unterdrückt den Anstieg des luteinisierenden Hormons, das zum Eisprung führt. B.________, Tabletten und Filmtabletten, wirken auch nach erfolgtem Anstieg des luteinisierenden Hormons, d.h. unmittelbar vor dem Eisprung. Nach dem Eisprung haben sie jedoch keine verhütende Wirkung mehr. A.b. Das bis Ende 2018 geltende Heilmittelrecht sah vor, dass Arzneimittel nach Massgabe der enthaltenen Wirkstoffe in eine von fünf Kategorien von Arzneimitteln gemäss der Verordnung vom 17. Oktober 2001 über die Arzneimittel (Arzneimittelverordnung aVAM; SR 812.212.21; in Kraft bis am 31. Dezember 2018 [AS 2018 3577]) eingeteilt wurden. Es gab die verschreibungspflichtigen Abgabekategorien A und B (Art. 23 und Art. 24 aVAM), die Kategorien ohne Verschreibungspflicht C (Abgabe nach Fachberatung durch Medizinalpersonen; Art. 25 aVAM) und D (Abgabe nach Fachberatung; Art. 26 aVAM) sowie die frei verkäuflichen Arzneimittel (Kategorie E; Art. 27 aVAM). A.c. Die B.________ Tablette war im Jahr 2012 in die Abgabekategorie A eingeteilt worden. Zu Gunsten der raschen Verfügbarkeit des Notfall-Kontrazeptivums und zur Gleichstellung mit den D.________-haltigen Präparaten wurde im Jahr 2016 auf eine ärztliche Verschreibungspflicht verzichtet. Dies geschah unter der Auflage, dass die Abgabe ausschliesslich durch eine Ärztin oder einen Arzt bzw. eine Apothekerin oder einen Apotheker und nur nach einem Beratungsgespräch, in dem die Eignung des Präparates für die Anwenderin abgeklärt wurde, erfolgt. Die B.________ Tablette wurde in der Folge mit Verfügung des Schweizerischen Heilmittelinstituts (nachfolgend Swissmedic) vom 15. Januar 2016 in die Abgabekategorie C eingeteilt und war damit ein nicht verschreibungspflichtiges Arzneimittel, welches nach einer Fachberatung durch eine Medizinalperson abgegeben werden durfte. B.________ Filmtabletten wurden mit Verfügung vom 14. Dezember 2018 zugelassen und direkt in die Abgabekategorie C eingeteilt, mit derselben Auflage wie B.________ Tabletten. A.d. Mit der Revision des Heilmittelrechts am 1. Januar 2019 wurde die Abgabekategorie C aufgehoben. Die Abgabekategorien A und B (Arzneimittel mit Verschreibungspflicht) sowie D (Abgabe nach Fachberatung) und E (Abgabe ohne Fachberatung) blieben bestehen (Art. 41 bis 44 der Verordnung des Bundesrates vom 21. September 2018 über die Arzneimittel [Arzneimittelverordnung, VAM; SR 812.212.21]). Die Revision führte neu die Möglichkeit ein, verschreibungspflichtige Arzneimittel der Abgabekategorie B unter bestimmten Voraussetzungen weiterhin ohne ärztliche Verschreibung abgeben zu dürfen. Durch die Gesetzesänderung wurde eine Neueinteilung von B.________ Tabletten und Filmtabletten in eine der verbleibenden Kategorie notwendig.