Citation: 9C_463/2016 E. 4.5

4.5. Wie die Vorinstanz zutreffend darlegte, leidet die Beschwerdeführerin an einer schweren Persönlichkeitsentwicklungsstörung mit emotional-instabilen Zügen (Borderline-Typus), ihre Konzentration, Aufmerksamkeit, Wahrnehmung, ihre Auffassung oder ihr Denken sind jedoch nicht beeinträchtigt und sie ist durchschnittlich intelligent (Gutachten der Kinder- und Jugendpsychiaterin Dr. D.________ vom 8. März 2010). Am 30. April 2013 hielt die zuständige IV-Berufsberaterin fest, der eingeschlagene Weg, ein Vorbereitungsjahr im kaufmännischen Bereich zu starten, habe sich sehr bewährt. Die Versicherte werde als äusserst zuverlässig, sehr konstant, mit- und vorausdenkend und als im Team gut integriert beschrieben. Mit der in diesem Jahr erreichten Stabilität und Motivation für den Beruf erscheine die Absolvierung einer KV-Lehre im aktuellen Rahmen sehr wahrscheinlich. Auf die Mitteilung der Beschwerdeführerin, sie beabsichtige aus der (betreuten) Trainingswohnung aus- und mit ihrem Freund zusammenzuziehen, antwortete die Berufsberaterin, sie freue sich, dass die Versicherte in einer Beziehung zu einem Partner stehe, mit dem sie sich eine gemeinsame Wohnung vorstellen könne. Gleichzeitig mahnte sie jedoch, die aktuell so positive Entwicklung nicht durch übereilte Schritte zu gefährden (E-Mails vom 6. Mai 2013). An die Adresse der (damals noch zuständigen) KESB Y.________ empfahl die Berufsberaterin am 23. Mai 2013 die Beibehaltung einer "zielgerichteten Beistandschaft". Trotz der erfreulichen Entwicklung zeige sich immer wieder, dass die Beschwerdeführerin auf verschiedenen Ebenen noch Unterstützung brauche, damit die zurzeit fragile Basis erhalten und ausgebaut werden könne. Für eine erfolgreiche Ausbildung, welche später ein eigenverantwortliches Leben ermögliche, seien aus berufsberaterischer Sicht folgende Rahmenbedingungen nötig: Ausbildung und Wohnen in geschütztem Rahmen, psychotherapeutische Begleitung und eine Berufsbeistandschaft. Die praktische Ausgestaltung der in der Folge errichteten Begleitbeistandschaft (E. 4.1 hievor) entsprach wohl kaum den Vorstellungen der Eingliederungsfachfrau. Jedenfalls geben die vorliegenden Akten keinen Hinweis auf einen Kontakt zwischen der von der KESB X.________ neu eingesetzten Beiständin und den IV- oder EL-Behörden oder dem Ausbildungsbetrieb. Im Gegensatz zur früheren Beistandschaft wurde die Versicherte auch in finanziellen Angelegenheiten nicht mehr betreut.