Citation: 6P.85/2005 01.10.2005 E. 4

4.1 Der Beschwerdeführer beanstandet, die Vorinstanz habe den Freispruch vom Vorwurf der sexuellen Nötigung zuwenig berücksichtigt. Die Vorinstanz erwägt, der erwähnte Freispruch führe grundsätzlich zu einer Reduktion der Strafe. Der Beschwerdeführer habe die prekären sozialen und familiären Verhältnisse sowie die emotionalen und erzieherischen Defizite des Opfers zu seinen Gunsten ausgenutzt. Er habe vom Mangel an Liebe und Zuneigung sowie dem Wunsch des Mädchens, von der Mutter weggehen zu wollen, gewusst. Weil es von ihm therapiert wurde und in ihn verliebt war, sei es von ihm besonders abhängig gewesen. Erschwerend sei hinzugekommen, dass sich auch dessen Mutter in den Beschwerdeführer verliebt hatte. Diese Umstände hätten das Opfer psychisch massiv belastet. Diese Drucksituation habe der Beschwerdeführer zwar nicht selbst geschaffen, doch habe er sie bewusst zu seinen Gunsten ausgenutzt, was verschuldensmässig besonders schwer wiege. Deshalb wirke sich der Freispruch vom Vorwurf der mehrfachen sexuellen Nötigung nur in geringem Mass strafmindernd aus. Diese Beurteilung ist von Bundesrechts wegen nicht zu beanstanden. Der Beschwerdeführer erblickt darin einen Widerspruch. Ausnützen könne nur, wer in Kenntnis eines ablehnenden Willens des Opfers mit diesem sexuelle Handlungen vornehme. Er habe aber keinen Widerstand überwinden müssen und folglich das Opfer auch nicht ausgenützt. Dieser Ansicht kann nicht gefolgt werden: Jemand kann z.B. ein wertvolles Bild als wertlos einschätzen und es entsprechend für wenig Geld an einen Dritten verkaufen. Der Käufer, der den grossen Wert des Bildes kennt, nützt bloss die Unkenntnis des Verkäufers aus, muss jedoch bei diesem keinen Widerstand brechen. Vergleichbar verhält es sich im Fall des Beschwerdeführers. Weil das Mädchen in ihn verliebt war und bei ihm Zuwendung suchte, die es zuhause nicht erhielt, liess es sich ohne weiteres auf die sexuellen Handlungen ein ohne zu merken, dass es sexuell ausgenützt wurde. 4.2 Unter dem Titel "Täter-Opfer-Konstellation" macht der Beschwerdeführer geltend, der Antrag der Opfervertreterin, es sei eine bedingte Freiheitsstrafe auszufällen, zeige deutlich auf, dass das Verschulden des Beschwerdeführers weniger schwer wiege als die Vorinstanz glauben machen wolle. Der Opferstandpunkt gehöre zum objektiven Erscheinungsbild der Schwere der Tat. Dies habe die Vorinstanz nicht berücksichtigt. Die Vorinstanz hat den Antrag der Opfervertreterin auf Reduktion der erstinstanzlichen Strafe in geringem Mass zu Gunsten des Beschwerdeführers berücksichtigt. Inwiefern der Opferstandpunkt im konkreten Fall die objektive Schwere der Tat mildern soll, darüber schweigt sich der Beschwerdeführer aus und ist auch nicht ersichtlich. Dass dieser sich dem Opfer gegenüber nach den Taten in jeglicher Hinsicht anständig, korrekt und rücksichtsvoll verhalten habe, trifft nur insoweit zu, als er darauf verzichtete, es anlässlich der beiden Hauptverhandlungen erneut befragen zu lassen. Demgegenüber bestritt er noch vor Vorinstanz wesentliche Schuldvorwürfe und schob die Verantwortung und Initiative bezüglich der sexuellen Handlungen auf das Opfer ab. Zudem setzte er es nach der Tat unter Druck, indem er ihm am Telefon sagte, dass es ins Heim und er ins Gefängnis komme. Unter diesen Umständen hat die Vorinstanz das Verhalten des Beschwerdeführers nach der Tat zu Recht zu seinen Ungunsten gewichtet. 4.3 Bei den persönlichen Verhältnissen betont der Beschwerdeführer, die Vorinstanz habe nicht einmal erwähnt, dass er einer geregelten Arbeit nachgehe. Anlässlich der vorinstanzlichen Verhandlung gab der Beschwerdeführer zu Protokoll, nebst anderen Produkten vertreibe er in der Schweiz eine Entgiftungsmethode mit Algenprodukten. Die Einkommenssituation sei nicht rosig. Es gehe, aber nicht so wie man es gerne hätte. Er habe tolle Pläne, die er umsetzen möchte. Ein Kollege führe das Ganze. Er sei angestellt, verdiene Fr. 40'000.-- pro Jahr und könne im Haus gratis wohnen. Diese Aussagen zeigen, dass der Beschwerdeführer zwar eine Arbeit hatte, diese jedoch angesichts der nicht rosigen Einkommenssituation und der noch nicht umgesetzten Pläne gleichzeitig mit gewissen Unsicherheiten verbunden war. Da dieser eher neutralen Arbeitssituation des Beschwerdeführers im Rahmen der persönlichen Verhältnisse kaum Gewicht zukommt, erübrigten sich darüber besondere Erwägungen. Der Beschwerdeführer verweist auf seine Strafempfindlichkeit, weil er mit einer unbedingten Freiheitsstrafe seine Arbeit verlieren würde. Der Arbeitsverlust für sich allein begründet noch keine anrechenbare Strafempfindlichkeit. Dazu bedürfte es zusätzlich aussergewöhnlicher Umstände. Solche sind jedoch nicht ersichtlich. Damit erweisen sich die Rügen als unbegründet. 4.4 Schliesslich beanstandet der Beschwerdeführer die ausgefällte Strafe als unverhältnismässig streng. Dabei zählt er einseitig und teilweise unzutreffend ausschliesslich Beurteilungsmerkmale auf, die zu seinen Gunsten sprechen. Berücksichtigt man jedoch sämtliche wesentlichen Elemente, erscheint die Strafe nicht als übertrieben hart. 4.5 Nach dem Gesagten ist die Nichtigkeitsbeschwerde abzuweisen.