Citation: I 595/04 12.05.2005 E. 2

Was den für die Beurteilung des Rentenanspruchs zunächst massgebenden Gesundheitsschaden und dessen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit anbelangt, ist streitig und zu prüfen einzig die Frage, ob der Beschwerdeführer durch die bei ihm diagnostizierten psychiatrischen Beeinträchtigungen gemäss dem zweiten Gutachten des ABI vom 27. Januar 2003 und der Ergänzung vom 3. Juni 2003 so stark limitiert ist, dass er "eine Tätigkeit von zwei Mal zwei Stunden täglich wie auch eine halbtägige Tätigkeit, also beispielsweise vier Stunden am Morgen oder am Nachmittag" nicht mehr erbringen kann. Während das erste ABI-Gutachten vom 7. Februar 2001 an psychiatrischen Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit bloss eine Tendenz zur Schmerz-Fehlverarbeitung bei neurotischer Persönlichkeitsstruktur enthielt, ist die diesbezügliche Diagnosestellung im Rahmen der zweiten Expertisierung im ABI umfassender ausgefallen, werden doch im Gutachten vom 27. Januar 2003 eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) mit einer Symptomatik im Rahmen der gestellten rheumatologischen Diagnose und eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit narzisstischen und zwanghaften Zügen (ICD-10 61.0) erwähnt. Legt man der Beurteilung der massgebenden Einschränkungen die dargelegten Kriterien für die invalidisierende Wirkung somatoformer Schmerzstörungen zu Grunde, ist in Form der kombinierten Persönlichkeitsstörung mit narzisstischen und zwanghaften Zügen eine gewisse psychiatrische Komorbidität im oben erwähnten Sinne durchaus vorhanden. Ebenso sind chronische körperliche Begleiterkrankungen und ein mehrjähriger chronifizierter Krankheitsverlauf bei insgesamt progredienter Symptomatik manifest. Damit einher geht ein sozialer Rückzug in den Wohnbereich, wo der Beschwerdeführer seine Zwänge auslebt, ohne sozial auffällig zu werden. Nicht ausgeschöpft beim - im Zeitpunkt des Einspracheentscheids noch nicht 40-jährigen - Beschwerdeführer sind jedoch in Betracht fallende Behandlungs- und Rehabilitationsversuche, beides Bereiche, in welchen seitens des Beschwerdeführers nicht das versucht worden ist, was von ihm trotz seiner psychischen Beeinträchtigung und der Schmerzen verlangt werden kann. Insbesondere hat der Versicherte die im Anschluss an die erste Begutachtung vorgeschlagene Berufsberatung nicht absolviert, ohne dass hiefür zwingende Gründe seiner psychischen Verfassung namhaft gemacht werden könnten. Es lässt sich daher nicht beanstanden, wenn die Vorinstanz auf die umfassende Begutachtung des ABI vom 27. Januar 2003 abstellt, anlässlich derer die Experten im Rahmen der multidisziplinären Konsensbesprechung vom 16. Januar 2003 zum Ergebnis gekommen sind, es sei dem Beschwerdeführer nach wie vor "die Willensanspannung zumutbar, medizinisch-theoretisch einer Tätigkeit nachzugehen, die beispielsweise halbtägig oder in 2 x 2 Stunden pro Tag durchgeführt werden könnte".