Citation: 1C_457/2020 E. 3.2.5

3.2.5. Hier entschied die zuständige Behörde mit Verfügung vom 8. November 1996 sowohl über die Sanierung des Grundstücks Nr. 119 in Brig-Glis als auch die Tragung der entsprechenden Kosten. Beide Anordnungen erwuchsen bereits vor Inkrafttreten von Art. 32d USG in Rechtskraft (vgl. oben, E. 3.2.3). Ein Anspruch auf Kostenverteilung im Sinne von Art. 32d USG kommt nach der dargelegten Rechtsprechung (vgl. oben, E. 3.2.4) daher nur in Frage, wenn der tatsächliche Kostenanfall als massgeblicher Zeitpunkt für die Anwendbarkeit dieser Bestimmung gilt und die Sanierungskosten nach dem 1. Juli 1997 anfielen. Soweit über Sanierung und Kostentragung wie hier bereits vor diesem Datum rechtskräftig verfügt wurde, ist ein Abstellen auf den Zeitpunkt des tatsächlichen Kostenanfalls indes nicht sachgerecht. Dies steht im Einklang mit der bundesgerichtlichen Rechtsprechung, wonach eine Änderung von umweltrechtlichen Haftungs- oder Kostenverteilungsregeln selbst in noch hängigen Rechtsmittelverfahren keine unmittelbare Anwendung findet (vgl. BGE 141 II 393 E. 2.4 S. 399; 122 II 26 E. 3 S. 30; 101 Ib 410 E. 3 S. 413). Nichts anderes gilt, wenn die Rechtsänderung wie hier erst nach Rechtskraft der Sanierungs- und Kostenverfügung erfolgt (so auch METTLER, a.a.O., S. 588). Andernfalls stünde es den Verpflichteten offen, eine bereits rechtskräftige Kostenverteilung im Hinblick auf eine Rechtsänderung durch Verzögerung von Sanierungsarbeiten und des entsprechenden Kostenanfalls aufs Neue in Frage zu stellen. Im Ergebnis kam die Vorinstanz somit zutreffend zum Schluss, dass den Beschwerdeführern kein Anspruch auf Erlass einer Kostenverteilungsverfügung gemäss Art. 32d USG zusteht.