Citation: 6B_874/2008 05.08.2009 E. B

Die von den anguillanischen Behörden der von X.________ und Y.________ im September 1984 in Anguilla gegründeten Bank A.________ erteilte Banklizenz umfasste alle Bankgeschäfte, die jedoch ausschliesslich mit Personen ohne Wohnsitz in Anguilla getätigt werden durften. Y.________ war Präsident, X.________ Sekretär der Bank A.________. Auf Prospekten gaben sie die Verbindungsadresse der B.________ AG an der Bahnhofstrasse in Zürich an. Sie verfügten über keine bankengesetzliche Bewilligung der EBK (Eidgenössische Bankenkommission). Die 1990 nach den Verurteilungen und einer Intervention der EBK im Rahmen einer Neuorganisation nach Antigua verlegte A.________ Finanz AG, die vorgeschoben treuhänderisch das Aktiv- und Passivgeschäft übernehmen sollte, verwendete weiterhin eine Telefonnummer und eine Adresse in Zürich. Eingehende Anrufe wurden auf die private Nummer von X.________ umgeleitet. Nach Ablauf der Banklizenz 1991 wurde die Bank A.________ 1994 nach freiwilliger Liquidation gelöscht. X.________ und Y.________ setzten aber ihre Tätigkeit in der Schweiz und von der Schweiz aus fort und benutzten nun die abgeänderte Firma "Bank A.________ - Privatbank der A.________ Holding". Weder diese Firma noch die A.________ Holding besassen Banklizenzen (angefochtenes Urteil S. 60 ff.). Die Anlagegelder wurden im Wesentlichen auf ein Konto in Jungholz/Tirol eingezahlt und von hier "quer durch halb Europa" verschoben (angefochtenes Urteil S. 120). X.________ und Y.________ warben mit dem Begriff "Bank" sowie den Slogans "The fine art of private banking" und "Swiss Management", verfügten aber - abgesehen von der fehlenden Banklizenz - weder über eine kaufmännische noch eine bankspezifische Ausbildung. Sie suchten den Eindruck einer unter schweizerischer Leitung stehenden seriösen und solventen Bank mit Sitz in Anguilla zu vermitteln, die in der Lage war, überdurchschnittlich hohe Zinsen anzubieten und dabei einen hohen Sicherheitsstandard zu garantieren. In Anguilla wurden aber lediglich Schreiben und Telefonanrufe in die Schweiz an X.________ weitergeleitet. Das ganze System A.________ war von Anfang an und zu jedem Zeitpunkt mit zunehmender Tendenz überschuldet (angefochtenes Urteil S. 97). Aus verjährungsrechtlichen Gründen wurde die bereinigte Anlegerliste vom 31. Januar 2000 mit Anlagebeginn ab dem 4. März 1993 mit insgesamt 1'454 Anlegern und einem Total der Anlage- bzw. Wiederanlagebeträge in der Höhe von Fr. 77'529'061.-- massgebend (angefochtenes Urteil S. 65). Mangels jeglicher Kooperation handelt es sich dabei lediglich um die vom Besonderen Untersuchungsrichteramt rekonstruierbaren Beträge. Das eingenommene Geld wurde, soweit es nicht an die Anleger zurückbezahlt wurde, für Anlagen auf dem Geld- und Kapitalmarkt, Zahlungen an eigene Unternehmen bzw. Projekte der Gruppe sowie für Darlehen an Personen und zur Finanzierung der eigenen Lebenshaltungskosten verwendet (angefochtenes Urteil S. 67). Anlagegelder im Umfang von ca. 24 Millionen Franken konnten nicht aufgefunden werden (angefochtenes Urteil S. 132).