Citation: 1P.67/2007 08.05.2007 E. 3.2

3.2.1 Der Einzelrichter hat diese Argumentation geschützt. Er zieht dazu u.a. in Erwägung, in Durchbrechung des Grundsatzes der Gewaltentrennung könne eine Anklagebehörde wohl angewiesen werden, Anklage zu erheben, um den Rekurs gegen eine Einstellungsverfügung nicht völlig seines Sinnes zu entleeren. Es würde indes nach Auffassung des Einzelrichters zu weit führen, die Untersuchungsbehörde verpflichten zu wollen, bestimmte Beweise abzunehmen. 3.2.2 Zwar zeigt der Einzelrichter Verständnis für das Begehren der Beschwerdeführer um Einvernahme, zumal keine der Parteien andere Beweise für die erhobenen Vorwürfe nennen könne bzw. anscheinend gar keine räumlich und zeitlich klar definierten Vorfälle im Raum ständen. Zusammenfassend erachtet er aber die Begründung des Statthalteramts als nachvollziehbar. Gegen die eigene Mutter aussagen zu müssen, würde seiner Meinung nach für die beiden Kinder ohne Zweifel eine grosse Belastung darstellen. Zudem lieferten sich die Eltern in ihrem Scheidungsverfahren einen erbitterten Kampf um das Sorgerecht, weshalb es tunlich erscheine, die Kinder nicht auch noch in ein Strafverfahren gegen die Mutter mit einzubeziehen. 3.2.3 Schliesslich gibt der Einzelrichter sinngemäss zu bedenken, bei der Frage, ob die Einvernahme der beiden Kinder zumutbar sei, müsse auch berücksichtigt werden, dass vorliegend keine eigentlichen Vorfälle von Kindsmissbrauch oder schwerer Gewalt vorlägen, sondern lediglich Tätlichkeiten angezeigt worden seien, wobei keinerlei weitere Beweise für genau bestimmte, von der Mutter zu verantwortende und noch nicht verjährte Vorfälle erbracht worden seien. Ferner lägen auch keinerlei Hinweise auf konkrete Handlungen der Mutter vor, die das erzieherisch Tolerierbare überschreiten würden. Sollten die Kinder hin und wieder Verletzungen aufgewiesen haben, könne dies für sich allein genommen - und auch im Kontext von ab und zu erteilten Ohrfeigen - nicht bedeuten, dass die Mutter die geltend gemachten Verletzungen verursacht habe oder deren besonders verdächtig sei, zumal sich dann eine Anzeige wegen Körperverletzung und nicht wegen Tätlichkeit aufgedrängt hätte. Eine Einvernahme der Kinder würde letztere somit einer erheblichen Belastung aussetzen und dies nicht, um eine konkrete Straftat aufzuklären oder einem bestimmten Verdacht nachzugehen, sondern allein "um aufs Geratewohl nach möglichen blossen Übertretungen zu forschen". Unter diesen Umständen sei die Entscheidung des Statthalters, die Untersuchung einzustellen, nicht zu beanstanden.