Citation: 8C_356/2024 E. 4

Das kantonale Gericht stellte fest, dass die schlüssige Feststellung der Gutachter des ZMB, wonach am Beckenring, am Knie und an der Hand keine Unfallfolgen mehr bestünden, auch von der Beschwerdeführerin nicht in Frage gestellt werde. Streitig sei hingegen, ob ein weiterer Leistungsanspruch aufgrund der neuropsychologischen Beschwerden bestehe. I m Rahmen einer eingehenden Auseinandersetzung mit den medizinischen Akten und den Vorbringen der Beschwerdeführerin gelangte es diesbezüglich zum Schluss, dass sämtliche berichterstattenden Ärzte, bestehend aus mehreren von der Hotela sowie dem Haftpflichtversicherer beigezogenen Gutachtern, einem Vertrauensarzt sowie dem behandelnden Neurologen Dr. med. E.________, in Kenntnis des Epiduralhämatoms b estätigt hätten, es liege keine bildgebend nachweisbare Hirnschädigung vor. Nach den übereinstimmenden Beurteilungen der beteiligten Fachärzte sei eine unfallbedingte, organisch objektiv nachweisbare Schädigung des Gehirns damit ausgeschlossen, womit der adäquate Kausalzusammenhang zwischen den neuropsychologischen Beschwerden und dem Unfall besonders zu prüfen sei. In diesem Zusammenhang qualifizierte das kantonale Gericht den Unfall, bei dem die Beschwerdeführerin gemäss Polizeirapport vom Unfalldatum als Fussgängerin von der rechten Frontecke eines mit einer Geschwindigkeit von ca. 40 km/h fahrenden Personenwagens erfasst worden war, als mittelschweren Unfall im engeren Sinn. Im Einklang mit dem Einspracheentscheid der Hotela prüfte es zunächst die Adäquanz nach der Schleudertraumapraxis, wobei es fünf der sieben Kriterien (besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls; Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen; fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung; ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert; schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen) verneinte. Da die beiden verbleibenden Kriterien (erhebliche Beschwerden; erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen) jedenfalls nicht in besonders ausgeprägter Weise vorlägen, könne offenbleiben, ob diese überhaupt in der einfachen Form gegeben seien; so oder anders sei die Adäquanz zu verneinen. Zuletzt wies das kantonale Gericht in diesem Zusammenhang noch darauf hin, dass der adäquate Kausalzusammenhang richtigerweise ohnehin nicht nach der Schleudertraumapraxis, sondern nach der strengeren Praxis gemäss BGE 115 V 133 zu beurteilen wäre, da aufgrund des vom Spital C.________ erhobenen GCS-Wert von 14/15 nur ein leichtes Schädelhirntrauma vorliege. Dies führe erst recht zur Verneinung der Adäquanz. Da die von der Beschwerdeführerin noch geklagten Beschwerden somit nicht mehr (adäquat) unfallkausal seien, habe die Hotela ihre Leistungspflicht zu Recht verneint. Auch Art. 21 UVG sei nicht verletzt, da nach dieser Bestimmung nur (UVG-) Rentenbezüger Anspruch auf Pflegeleistungen und Kostenvergütungen hätten, wozu die Beschwerdeführerin nicht gehöre. Bezüglich der von der Beschwerdeführerin verlangten Erstattung der Abklärungskosten, insbesondere für die Berichte des Dr. med. E.________, wies das kantonale Gericht abschliessend darauf hin, dass die Kosten für privat eingeholte Berichte und Gutachten nur dann zu vergüten seien, wenn diese für die Entscheidfindung unerlässlich seien. Dies treffe nicht zu.