Citation: 1C_109/2022 E. 4.3.2

4.3.2. Die Ausführungen der Vorinstanz vermögen allerdings nicht zu erklären, weshalb das fragliche Reglement abstrakt wirken und dadurch die Anforderungen an einen Erlass erfüllen soll. Wie sie selbst ausführt, hat der nicht abschliessend bestimmbare Adressatenkreis (offen) nur zur Folge, dass das Element "generell" erfüllt ist (vgl. BGE 101 Ia 73 E. 4). Wie das Fahrverbot, auf welches es sich stützt, normiert das Reglement aber nur einen konkreten Lebenssachverhalt (Benutzung von drei Strassen auf dem Stoos). Daran ändert auch nichts, dass verschiedene Ausnahmen vom Fahrverbot vorgesehen bzw. möglich sind. Die Voraussetzung eines Erlasses, nämlich eine unbestimmte Vielheit von Tatbeständen zu regeln, d.h. abstrakt zu wirken, liegt somit nicht vor (TSCHANNEN/MÜLLER/KERN, a.a.O., N. 291; vgl. dazu anschaulich BGE 119 Ia 141 E. 5d). Auch wenn das Reglement äusserlich die Form einer allgemeinverbindlichen Regelung annimmt, regelt es dennoch - wenn auch ausführlich - nur die örtlich begrenzten Verkehrsverhältnisse auf den betroffenen Strassen. Es wirkt grundsätzlich generell-konkret.