Citation: 4A_262/2016 E. 4.2

4.2. Es trifft zu und die Beschwerdeführerinnen bestreiten auch nicht, dass sie an der von der Vorinstanz angeführten Stelle in der Replik ein unfallanalytisches Obergutachten beim Forensischen Institut U.________ dazu verlangten, dass der Schädiger mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit den Walkeweg nicht mit einer Geschwindigkeit unter 69 km/h befahren hat. Dies für den Fall, dass die Vorinstanz trotz des von ihnen eingereichten Parteigutachtens den Beweis dafür als nicht erbracht erachten würde. Sie rügen aber, die Vorinstanz habe überspitzt formalistisch die Frage der Ausgangsgeschwindigkeit von der Kausalitätsfrage getrennt, obwohl sich beides unfallanalytisch nicht trennen lasse und sie diese Fragen in ihren erstinstanzlichen Rechtsschriften auch nicht getrennt hätten. Sie hätten stets detailliert dargelegt, die Unfallursache liege in der im Unfallzeitpunkt den äusseren misslichen Strassen-, Verkehrs-, Sicht und Witterungsverhältnissen völlig unangepassten bzw. deutlich übersetzten Geschwindigkeit von minimal 69 km/h. Mit ihren Parteigutachten hätten sie vorinstanzlich diese ihre "Grundbehauptung/Sachdarstellung" und damit sowohl die Geschwindigkeit wie die Kausalität und auch das Verschulden des Fahrzeuglenkers beweisen wollen. Mit den überhöhten Anforderungen betreffend Beweisofferten verletze die Vorinstanz Art. 152 Abs. 1 ZPO in Verbindung mit Art. 8 ZGB und Art. 53 Abs. 1 ZPO. Die Beschwerdeführerinnen machen zudem unabhängig davon geltend, eines Beweisantrags zur Ursächlichkeit des Unfalls bzw. eines gerichtlichen Gutachtens hätte es gar nicht bedurft. Art. 58 Abs. 1 SVG enthalte nämlich eine gesetzliche Vermutung. Der Kausalzusammenhang sei danach ohne weiteres zu bejahen, wenn sich eine dem Betrieb des Motorfahrzeuges eigene Gefahr ausgewirkt habe. Ebenso werde gemäss der gesetzlichen Vermutung nach Art. 59 Abs. 1 SVG das Verschulden des Fahrzeuglenkers am Unfall vermutet. Auch im Rahmen des Haftungsprivilegs nach aArt. 44 Abs. 1 UVG müssten die Beschwerdeführerinnen nicht den Kausalitätsnachweis zwischen gefahrener Geschwindigkeit und Unfallereignis erbringen. Vielmehr sei der Nachweis des unfallkausalen Verschuldens erbracht, wenn im Sinn der Bestimmungen des SVG von einem Nichtbeherrschen des Fahrzeugs ausgegangen werden könne. Letzeres könne aufgrund der aktenkundigen Indizien nicht ernsthaft bezweifelt werden. Davon zu unterscheiden sei die Rechtsfrage nach dem Mass des Verschuldens (Absicht bzw. Grobfahrlässigkeit).