Citation: U 414/05 07.06.2006 E. 3

Streitig ist, ob die Beschwerdeführerin ab dem 17. August 2003 weiterhin Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung hat. 3.1 Die Vorinstanz gelangt in ausführlicher Würdigung der Arztberichte zum Ergebnis, dass die Beschwerdeführerin im Zeitpunkt der Leistungseinstellung nicht mehr an klar ausgewiesenen organischen Unfallfolgen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit litt. Diese Schlussfolgerung ist zutreffend. Die von der Beschwerdeführerin dagegen erhobenen Einwände vermögen nicht durchzuschlagen, wie die nachfolgenden Erwägungen zeigen. 3.2 Die Beschwerdeführerin rügt, der medizinische Sachverhalt sei ungenügend erhoben worden, weil insbesondere die neurologische Untersuchung ohne Beizug eines Übersetzers erfolgt sei. Es besteht kein Anspruch auf Untersuchung in der Muttersprache der versicherten Person oder den Beizug eines Übersetzers. Ob eine medizinische Abklärung in der Muttersprache der Explorandin oder unter Beizug eines Übersetzers geboten ist, hat grundsätzlich der Gutachter im Rahmen sorgfältiger Auftragserfüllung zu entscheiden. Ein Übersetzer ist beizuziehen, wenn und soweit dies für die richtige und vollständige Feststellung des rechtserheblichen medizinischen Sachverhalts notwendig ist. Bei einer psychiatrischen Begutachtung kommt der bestmöglichen Verständigung zwischen Gutachter und versicherter Person besonderes Gewicht zu; eine gute Exploration setzt deshalb auf beiden Seiten vertiefte Sprachkenntnisse voraus (AHI 2004 S. 146 Erw. 4.2.1 [Urteil I. vom 30. Dezember 2003, I 245/00]; Urteile S. vom 10. Februar 2006 Erw. 4.1, I 329/05, und D. vom 16. Januar 2006 Erw. 2.3.1, I 743/05). In anderen medizinischen Fachbereichen steht die sprachliche Verständigung wegen den zur Verfügung stehenden technischen und apparativen Untersuchungsmethoden zwar nicht derart im Vordergrund, der Beizug eines Übersetzers kann sich aber je nach dem dennoch als notwendig erweisen, wenn ansonsten der rechtserhebliche Sachverhalt nicht richtig und vollständig erhoben werden kann. Die Abklärungen in der Klinik Y.________ fanden im Wesentlichen in deutscher Sprache statt. Einzig die Psychologin lic. phil. T.________ führte im Rahmen des psychosomatischen Konsiliums das Gespräch in kroatischer Sprache. Im neuropsychologischen Bericht wird darauf hingewiesen, dass die Kommunikation wegen der knappen Deutschkenntnisse erschwert war; der Abbruch des Tests über die kognitiven Funktionen erfolgte allerdings nicht wegen sprachlichen Schwierigkeiten, sondern wegen starken Schmerzen und dem Unvermögen der Beschwerdeführerin, sich zu konzentrieren. Im neurologischen Konsilium findet sich eine relativ umfassende Anamnese; sprachliche Schwierigkeiten werden nicht erwähnt. Es wird auf die Möglichkeit einer leichten traumatischen Hirnverletzung hingewiesen, wobei angemerkt wird, dass bei dieser "aufgrund der Klagen" nicht mit irgendwelchen relevanten Ausfällen zu rechnen sei. Welche Klagen gemeint sind, wird in jenem Zusammenhang nicht erwähnt; in der Anamnese werden die aktuellen Hauptbeschwerden aber aufgeführt. Im Vordergrund der neurologischen Abklärungen stand ohnehin die "detaillierte neurologische Untersuchung", aus der sich kein Hinweis auf einen organischen Ausfall der rechten Körperseite oder Zeichen einer segmentalen Reiz- /Ausfallsymptomatik der unteren Extremitäten ergab. Insgesamt ergibt sich, dass sich die beschränkten Deutschkenntnisse der Beschwerdeführerin bei den medizinischen Untersuchungen nicht als Hindernis für eine umfassende Abklärung erwiesen. Die Gutachter waren unter diesen Umständen nicht verpflichtet, einen Übersetzer beizuziehen. 3.3 Mit der Vorinstanz ist davon auszugehen, dass der medizinische Zustand der Beschwerdeführerin genügend abgeklärt ist. Ein zusätzlicher Abklärungsbedarf lässt sich auch nicht aus dem Gutachten von Dr. med. H.________ vom 19. Juli 2005 ableiten, welches die Beschwerdeführerin im vorinstanzlichen Verfahren einreichen liess. Dr. med. H.________ stellte - wie die übrigen Ärzte - vor allem eine ungewöhnliche Schmerzproblematik fest, welche er mit bildgebenden Methoden (MRI des Schädels, der LWS und der HWS, etc.) weiter abklären lassen möchte. Die Ärzte der Klinik Y.________ gehen demgegenüber aufgrund einer polydisziplinären Untersuchung von einer psychischen Ursache der Schmerzproblematik (Anpassungsstörung) aus. In einer solchen Konstellation besteht kein ergänzender Abklärungsbedarf, auch wenn nicht ausgeschlossen werden kann, dass sich bei Anwendung (weiterer) bildgebender Methoden allenfalls ein Befund ergeben könnte. Der Untersuchungsgrundsatz (BGE 130 V 68 f. Erw. .2.5 mit Hinweisen) verlangt nicht, dass jede technisch mögliche Abklärung durchgeführt wird; vielmehr genügt es, dass der massgebliche Sachverhalt mit überwiegender Wahrscheinlichkeit feststeht. Bei einer schlüssig diagnostizierten psychischen Ursache einer Schmerzproblematik sind weitere somatische Abklärungen nicht erforderlich.