Citation: 6S.132/2000 24.08.2000 E. 1

1.- a) Der Beschwerdeführer anerkennt, dass er den Tatbestand des Art. 325 Abs. 1 StGB in allen Teilen erfüllt hat. Er macht einzig geltend, die Vorinstanz habe zu Unrecht den Eintritt der absoluten Verfolgungsverjährung verneint. Der Übertretungstatbestand der Verletzung von Buchführungspflichten durch zeitlichen Verzug in Bezug auf die Erstellung der Jahresabschlüsse sei kein Dauerdelikt, sondern ein Zustandsdelikt. Als Unterlassungsdelikt sei die Tat in dem Zeitpunkt beendet, in dem der Buchführungspflichtige hätte handeln sollen. Für Aktiengesellschaften sehe das Gesetz vor, dass die Generalversammlung innerhalb von 6 Monaten nach dem Abschlusstag stattzufinden habe und die Vorlagefrist 20 Tage betrage. Als für die Buchhaltung der Firma Y.________ AG verantwortlicher Geschäftsführer hätte er dafür sorgen müssen, dass der Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 1996 spätestens am 10. Juni 1997 vorlag. Ab diesem Datum sei das Delikt beendet gewesen und habe die absolute Verfolgungsverjährungsfrist von 2 Jahren zu laufen begonnen. Die Verjährung sei somit am 12. Juni 1999 eingetreten. Selbst wenn Art. 325 StGB als Dauerdelikt qualifiziert würde, wäre das Urteil des Obergerichts nach Eintritt der absoluten Verfolgungsverjährung gefällt worden. In diesem Fall hätte die Verjährung am 4. November 1997 zu laufen begonnen, da er zu diesem Zeitpunkt seinen Pflichten vollumfänglich nachgekommen sei. Der Verzug vom 30. November 1997 bis zum 2. Februar 1998 sei offensichtlich vom Treuhänder zu vertreten. b) Die Vorinstanz führt zur Frage der Verjährung aus, der Tatbestand des Art. 325 StGB diene der Durchsetzung der namentlich für Aktiengesellschaften geltenden obligationenrechtlichen Buchführungspflichten gemäss Art. 957 OR bzw. Art. 662 ff. OR. Geschütztes Rechtsgut sei das Interesse von Aktionären und Gläubigern an einer transparenten Vermögenslage. Dieses Rechtsgut bleibe so lange verletzt, bis der vernachlässigten Buchführungspflicht nachgekommen werde. Damit falle die ordnungswidrige Buchführung in die Kategorie der Dauerdelikte, welche erst mit der Beseitigung des rechtswidrigen Zustandes beendigt würden. X.L.________ habe eine ordnungsgemässe Bilanz und Erfolgsrechnung für die Jahre 1995 und 1996 erst auf den 2. Februar 1998 erstellt bzw. erstellen lassen. Seine strafbare Unterlassung verjähre somit erst am 2. Februar 2000 (angefochtenes Urteil, S. 5 f.).