Citation: 5A_350/2009 08.07.2009 E. 3

In der Sache selbst erweist sich die Beschwerde als unbegründet aus folgenden Gründen: 3.1 Streitgegenstand sind die Zuteilung der Obhut über das Kind und die Regelung des persönlichen Verkehrs zwischen den Eltern und dem Kind für die Dauer des Abänderungsprozesses, in dem über die elterliche Sorge und die weiteren Kinderbelange erst noch abschliessend zu urteilen sein wird. Die elterliche Sorge ist nicht Gegenstand des angefochtenen Beschlusses, so dass die Ausführungen der Beschwerdeführerin gegen die Entziehung der elterlichen Sorge (z.B. S. 11 Ziff. 5.1.1 und S. 14 Ziff. 5.2.1 der Beschwerdeschrift) nicht zu hören sind. 3.2 Entscheidend für die Obhutszuteilung und die Regelung des persönlichen Verkehrs sind die Aussagen des Kindes selber gewesen, das vor Obergericht angehört wurde. Die gemeinsame Tochter der Beschwerdeparteien war damals knapp sechzehn Jahre alt. In diesem Alter ist das Kind für die beiden Streitfragen als urteilsfähig anzusehen und seinen Wünschen - soweit als möglich und mit dem Kindeswohl vereinbar - zu entsprechen (vgl. BGE 122 III 401 E. 3c S. 403; Urteile 5C.293/2005 vom 6. April 2006 E. 4.2, in: FamPra.ch 2006 S. 760, und 5P.17/2003 vom 25. Februar 2003 E. 3.2, in: FamPra.ch 2003 S. 703). In rechtlicher Hinsicht braucht sich das Obergericht deshalb nichts vorwerfen zu lassen, indem es die Wünsche und Äusserungen des Kindes berücksichtigt hat. Weshalb das Obergericht das Kind nicht hätte persönlich anhören und die Befragung an eine Drittperson hätte delegieren sollen, wie die Beschwerdeführerin das verlangt, ist weder ersichtlich noch dargetan. Die Anhörung des Kindes durch das Gericht und diejenige durch eine beauftragte Drittperson stehen gemäss Art. 144 Abs. 2 ZGB auf der gleichen Stufe, wobei das Gericht die Anhörung in der Regel selbst vornehmen und sie jedenfalls nicht systematisch an Dritte delegieren soll (BGE 133 III 553 E. 4 S. 554). 3.3 Was die Obhutszuteilung angeht, bringt die Beschwerdeführerin gegen die obergerichtliche Würdigung nichts Stichhaltiges vor (vorab S. 12 f. Ziff. 5.1.2 und S. 14 f. Ziff. 5.2.1 der Beschwerdeschrift). Das Obergericht hat sich mit den von ihr erhobenen und heute erneuerten Einwänden ausführlich befasst und namentlich die Beeinträchtigung des Kindes in der Willensbildung verneint (E. 3b S. 6 ff.). Auch auf die Bestätigungsschreiben, die die Beschwerdeführerin eingereicht hat und heute ihrer Beschwerdeschrift wieder beilegt, ist das Obergericht eingegangen (E. 3b S. 8 des angefochtenen Beschlusses). Inwiefern seine Würdigung willkürlich sein könnte, ist nicht nachvollziehbar. Die Belege, die die Beschwerdeführerin ohne nähere Begründung vor Bundesgericht offenbar erstmals einreicht, dürfen nicht berücksichtigt werden (Art. 99 Abs. 1 BGG; BGE 133 III 393 E. 3 S. 395). 3.4 Mit Bezug auf das Besuchsrecht wirft die Beschwerdeführerin der Schulleitung, der Beiständin des Kindes und weiteren Drittpersonen vor, sie hätten ihre Kontaktversuche zur Tochter vereitelt und jedenfalls nicht gefördert (S. 15 f. Ziff. 5.2.2 der Beschwerdeschrift). Sie stimmt damit der obergerichtlichen Feststellung zu, dass das bisherige Besuchsrecht an Wochenenden und in den Ferien nie in der vorgesehenen Art hat umgesetzt werden können (E. 3c S. 9 des angefochtenen Beschlusses). Im Rahmen einer bloss vorsorglichen Regelung während des Abänderungsprozesses ist nach den Gründen für das Scheitern des persönlichen Verkehrs nicht zu forschen, so dass sich weitere Beweisabnahmen dazu im kantonalen Verfahren erübrigt haben und die heutigen Beweisanträge der Beschwerdeführerin gegenstandslos sind. Allfällige Interessen der Eltern haben vor dem Kindeswohl zurückzustehen, das für die Ausgestaltung des persönlichen Verkehrs stets als oberste Richtschnur gilt (BGE 130 III 585 E. 2.1 S. 587 f.). Wie die Beschwerdeführerin zwar zu Recht hervorhebt, können der Vater und die Mutter gemäss Art. 273 Abs. 3 ZGB verlangen, dass ihr Anspruch auf persönlichen Verkehr geregelt wird. Wenn nun aber ein beinahe sechzehnjähriges urteilsfähiges Kind den klaren Wunsch äussert, über die Regelung des persönlichen Verkehrs mitzuentscheiden, ist darauf einzugehen und eine im Kindeswohl liegende Lösung zu suchen (E. 3.2 soeben). Dementsprechend hat das Obergericht auf eine Regelung des Besuchsrechts verzichtet und die Beiständin beauftragt, zwischen dem Kind und der Beschwerdeführerin zu vermitteln und den persönlichen Kontakt zu fördern. Die Lösung ist mit Rücksicht auf sämtliche Umstände des konkreten Einzelfalls nicht willkürlich. Eine Festsetzung bestimmter Besuchs- und Ferientage gegen den erklärten Willen des Kindes durfte hier unter Willkürgesichtspunkten unterbleiben (vgl. BGE 126 III 219 E. 2b S. 221/222; Urteile 5C.250/2005 vom 3. Januar 2006 E. 3.2.1, in: FamPra.ch 2006 S. 752 f., und 5C.298/2006 vom 21. Februar 2007 E. 2, in: FamPra.ch 2007 S. 714 ff.). Gegenteiliges vermag die Beschwerdeführerin mit ihren Vorbringen nicht darzutun oder zu belegen (S. 16 f. Ziff. 5.2.3 der Beschwerdeschrift). 3.5 Der angefochtene Beschluss verletzt aus den dargelegten Gründen keine verfassungsmässigen Rechte der Beschwerdeführerin und erscheint namentlich nicht als willkürlich (Art. 9 BV; vgl. zum Begriff: BGE 134 I 140 E. 5.4 S. 148; 135 V 2 E. 1.3 S. 4).