Citation: 8C_213/2021 E. 4.4

4.4. Hinsichtlich der konkreten Interessenabwägung hat die Vorinstanz keine Feststellungen getroffen. Vorgänge, die einen engen Bezug zur Privatsphäre aufweisen, wurden vorliegend nicht aufgezeichnet. Die Überwachung erfolgte zwar zielgerichtet, aber nicht andauernd, sondern lediglich punktuell. Im Hinblick auf die effektive Intensität der Überwachung ist die durchgeführte Observation als verhältnismässig zu bewerten. Wird der verhältnismässig kurze Eingriff in die grundrechtliche Position des Beschwerdegegners dem erheblichen und gewichtigen öffentlichen Interesse an der Verhinderung des Versicherungsmissbrauchs gegenübergestellt, führt die Interessenabwägung dazu, dass das vorliegende Überwachungsmaterial (Bericht, Fotos) in die Beweiswürdigung miteinbezogen werden darf und keinem Beweisverwertungsverbot unterliegt. Unabhängig von der Frage, ob das Observationsmaterial unzulässig erworben wurde oder nicht (vgl. vorstehende E. 4.2) wird seitens des Beschwerdegegners zurecht nicht geltend gemacht, dass die Observation seine Privatsphäre in schwerwiegender Weise tangierte. Die Observationsergebnisse dürfen daher im Rahmen einer erneuten medizinischen Begutachtung den Experten zur Verfügung gestellt werden. Nach dem Gesagten erweist sich der angefochtene Entscheid mit der Begründung eines fehlenden Erkenntnisgewinns als bundesrechtswidrig, weshalb die Beschwerde gutzuheissen ist.