Citation: 7B_523/2023 E. 1.4

1.4. Eine vorläufige Beschränkung der Akteneinsicht bewirkt nach der bundesgerichtlichen Praxis grundsätzlich keinen nicht wieder gutzumachenden Rechtsnachteil, da sie - wie die Ablehnung von Beweisanträgen oder jede andere potenzielle Verweigerung des rechtlichen Gehörs - in der Regel auch noch bei der Anfechtung des Endentscheids wirksam gerügt werden kann. Dies gilt zwar grundsätzlich auch im Strafprozessrecht, zumal die Parteien des Vorverfahrens noch bis zum Abschluss der Untersuchung Akteneinsichtsgesuche und Beweisanträge stellen können, die jeweils von der Staatsanwaltschaft förmlich zu prüfen sind (Art. 101 f. i.V.m. Art. 107 Abs. 1 lit. a, Art. 109 und Art. 318 StPO). Im Strafverfahrensrecht ist jedoch spezifisch zu beachten, dass gemäss Art. 101 Abs. 1 StPO die Parteien - unter dem Vorbehalt von Art. 108 StPO - spätestens nach der ersten Einvernahme der beschuldigten Person und der Erhebung der übrigen wichtigsten Beweise durch die Staatsanwaltschaft die Akten einsehen dürfen. Dieser Regelung ist auch bei der Prüfung eines drohenden nicht wieder gutzumachenden Rechtsnachteils (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) Rechnung zu tragen (vgl. BGE 147 IV 188 E. 1.3.3; Urteil 7B_578/2023 vom 23. Oktober 2023 E. 2.3).