Citation: 5A_407/2023 E. 3.5.4

3.5.4. Schliesslich rügt die Beschwerdeführerin, die Vorinstanz habe den Kindeswillen falsch gewürdigt und die Äusserungen des Kindes ungleich gewichtet, trotz vergleichbarer Umstände. Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin geht die Vorinstanz nicht von einer konstanten Willensäusserung der Tochter aus. Vielmehr hat die Vorinstanz die unterschiedlichen Aussagen der Tochter berücksichtigt. Weil aus ihren teils widersprüchlichen Aussagen gerade kein eindeutiger Wunsch in Bezug auf die Obhut zu entnehmen ist, durfte die Vorinstanz den Aussagen des Kindes mit einer gewissen Zurückhaltung entgegentreten und den Umstand als massgeblich erachten, dass sich die Tochter jedenfalls nicht gegen die Obhutszuteilung an den Beschwerdegegner ausgesprochen hat. Schliesslich ist zu bemerken, dass der Kindeswille nicht mit dem Kindeswohl gleichgesetzt werden darf, wie es die Beschwerdeführerin zu tun scheint (BGE 144 III 442 E. 4.5.5).