Citation: U 215/00 18.02.2002 E. 3

3.- Die vorinstanzliche Berechnung des Invaliditätsgrades entspricht der Gerichtspraxis. Dies betrifft vorab die Ermittlung des hier einzig streitigen Invalideneinkommens auf der Grundlage von statistischen Durchschnittslöhnen (vgl. BGE 126 V 76 f. Erw. 3b). Ausweislich der Akten geht die Beschwerdegegnerin spätestens seit Beendigung des Arbeitsverhältnisses als Aushilfsverkäuferin für die Firma X.________ Ende Oktober 1994 keinem Erwerb mehr nach. Entgegen der offenbaren Auffassung des Verwaltungsgerichtsbeschwerde führenden Unfallversicherers ist in diesem Zusammenhang unerheblich, dass Dr. med. A.________ in seinem Gutachten vom 21. Dezember 1998 als unfallbedingt noch in Betracht fallende Tätigkeiten Kassiererin oder Telefonistin nennt. Vorab ist es grundsätzlich Sache des Berufsberaters resp. der Verwaltung und nicht des (Unfall-)Mediziners, konkrete wirtschaftlich verwertbare Arbeitsmöglichkeiten zu bezeichnen, welche auf Grund der ärztlichen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit und unter Berücksichtigung der übrigen Fähigkeiten des Versicherten unfallbedingt noch in Frage kommen (vgl. BGE 107 V 20 Erw. 2b, in BGE 114 V 310 nicht publizierte Erw. 4b am Ende sowie AHI 1998 S. 290 unten). In dieser Hinsicht steht fest und ist unbestritten, dass der Beschwerdegegnerin Tätigkeiten mit weitgehend sitzender Arbeitshaltung grundsätzlich zumutbar sind, wobei sich die unfallfremde Wirbelsäulenfehlhaltung und Discopathie zusätzlich limitierend auswirken könnten. Es ist daher für die Ermittlung des Invalideneinkommens unerheblich, dass eine Kassiererin bei der Firma X.________ Anspruch auf dasselbe Gehalt wie eine Verkäuferin hat und eine Telefonistin sogar noch besser entlöhnt ist. Dass die ehemalige Arbeitgeberin der Beschwerdegegnerin eine solche Stelle angeboten hätte, wird im Übrigen nicht geltend gemacht. Im Weitern besteht entgegen dem Unfallversicherer vorliegend kein Grund, für die Ermittlung des Invalideneinkommens das Spektrum der unfallbedingt noch in Betracht fallenden erwerblichen Tätigkeiten auf Bürotätigkeiten einzuschränken, dies umso weniger, als es sich bei den Löhnen, welche in diesem Bereich erzielt werden können, lediglich um unverbindliche Salärempfehlungen des Schweizerischen Kaufmännischen Verbandes handelt. Desgleichen sind für die Bestimmung des trotz (unfallbedingt) beeinträchtigter Gesundheit zumutbarerweise erzielbaren Einkommens auf der Grundlage der LSE 96 nicht bloss Sekretariats- und Kanzleiarbeiten oder andere administrative kaufmännische Tätigkeiten zu berücksichtigen. Dass solche Berufe "am ehesten dem Leistungsprofil der Versicherten entsprechen", wie in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde vorgebracht wird, kann auf Grund der Akten, insbesondere der Zumutbarkeitsbeurteilung des Dr. med. A.________, nicht gesagt werden. Im Gegenteil gab die Firma X.________, bei welcher die Beschwerdegegnerin vom 1. Januar 1992 bis 31. Oktober 1994 als Aushilfsverkäuferin angestellt war, dem Unfallversicherer gegenüber an, die Versicherte wäre für eine Tätigkeit als Telefonistin/administrative Bürohilfskraft nicht in Frage gekommen (Auskunft vom 15. Januar 1999). Soweit in diesem Zusammenhang die Höhe des Abzuges vom Tabellenlohn von 20 % beanstandet wird, ist der Einwand daher unbegründet (vgl. in diesem Zusammenhang BGE 126 V 78 ff. Erw. 5 und 6). Dabei kann offen bleiben, ob die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Verkäuferin als besonders schwere körperliche Arbeit zu bezeichnen ist. Immerhin bestreitet auch der Unfallversicherer nicht, dass "die stehende und gehende Position körperlich anstrengend sein kann". Ausser Frage steht sodann, dass unfallbedingt lediglich noch vorwiegend sitzende Tätigkeiten zumutbar sind. Ein Abzug von 20 % erscheint im Übrigen auch insofern als gerechtfertigt, als die Beschwerdegegnerin die unfallbedingt zumutbare weitgehend sitzende Tätigkeit wegen ihres vorbestandenen Rückenleidens nicht uneingeschränkt ausüben kann (Gutachten Dr. med. A.________ S. 9 f.); diesbezüglich erforderliche Rücksichtnahmen eines Arbeitgebers dürften sich zusätzlich lohnmindernd auswirken (Art. 28 Abs. 3 UVV). Nach dem Gesagten ist der angefochtene Entscheid rechtens.