Citation: 8C_630/2020 E. 4.3.3

4.3.3. Dr. med. H.________ würdigte die intraoperativ erhobenen Befunde ausgehend vom massgebenden Bewegungsablauf, wie ihn der Beschwerdeführer anlässlich der Exploration des Dr. med. E.________ am 7. Mai 2018 im Beisein einer Dolmetscherin vordemonstriert hatte (vgl. E. 4.1 hievor). Dabei gelangte Dr. med. H.________ zur Überzeugung, der Schadensmechanismus spreche klar gegen eine frische traumatische Schädigung. Das Crescendo-Muster der Schmerzausstrahlungen in den Arm sei stets ein Hinweis auf eine Heilungsstörung, während bei einer traumatischen Schädigung ein Descrescendo-Muster zu erwarten sei. Dr. med. H.________ legte in seiner Aktenbeurteilung vom 25. März 2019 schlüssig dar, die aktenkundigen muskulären Atrophien und Ansätze zu Verfettungen sprächen klar für eine zumindest moderate chronische Vorschädigung der linken Schulter. Für eine frische Rotatorenmanschettenruptur brauche es laut versicherungsmedizinischer Literatur das Element der Luxation, Verrenkung oder heftigen exzentrischen Belastung mit Rotationskomponente. Bei derartigen Traumatisierungen seien Begleitverletzungen obligat zu erwarten. Dazu gehöre das Knochenödem (Bone Bruise). Eine degenerative Vorschädigung sei aufgrund der intraoperativ erhobenen Befunde überwiegend wahrscheinlich. Auch Dr. med. E.________ vertrat in seinem Bericht vom 27. Juli 2018 die Auffassung, die Rotatorenmanschettenläsion sei vorwiegend degenerativ bedingt. Bereits in seinem Bericht vom 7. Mai 2018 führte er aus, die Rissmorphologie müsse zum Unfallmechanismus passen. Der vom Beschwerdeführer demonstrierte Vorgang sei nicht geeignet, eine Rotatorenmanschette zu zerreissen. Dr. med. H.________ zeigte schlüssig auf, dass die Begleitverletzungen nicht mit einer frischen traumatischen Schädigung zu vereinbaren seien, welche durch den geltend gemachten Bewegungsablauf hätte verursacht werden können. Auch SLAP-Läsionen seien in der Regel degenerativer Natur. Schon mit dem SNNOUT-Test des fehlenden Bone Bruise (Knochenödem) gelinge der Nachweis eines klinisch relevanten Vorschadens an den Sehnen der linken Schulter. Dr. med. H.________ schloss, bei den objektivierbaren Befunden an der linken Schulter handle es sich überwiegend wahrscheinlich um chronische Sehnenschädigungen.