Citation: 7B_455/2023 E. 3.2

3.2. Die Vorinstanz erwägt, aus dem erstinstanzlichen Entscheid gehe "unzweifelhaft" hervor, dass lediglich ein Teilfreispruch hinsichtlich der Einfuhr des Marihuanas (Übertretung des BetmG) erfolgt sei, während der Beschwerdeführer wegen der Einfuhr der 175 Hanfsetzlinge (Vergehen gegen das BetmG) schuldig gesprochen worden sei. Bei der Einfuhr des Marihuanas zum Eigenkonsum einerseits und der Einfuhr der Hanfsetzlinge andererseits handle es sich nicht um denselben Lebenssachverhalt. Vielmehr lägen aufgrund der unterschiedlichen Tatobjekte (Marihuana und Cannabisstecklinge) zwei klar voneinander trennbare Lebenssachverhalte vor, die einer separaten Beurteilung zugänglich seien. Die erste Instanz habe in diesem Sinne den Beschwerdeführer in Bezug auf die Einfuhr zum Eigenkonsum bzw. die Übertretung des BetmG mit der Begründung freigesprochen, die gemäss Anklage für den Eigenkonsum bestimmte Menge von 0,7 Gramm Marihuana liege (deutlich) unter der Grenze von Art. 19b Abs. 1 BetmG, und nicht etwa, weil sie die Einfuhr von Betäubungsmitteln durch den Beschwerdeführer als nicht erwiesen erachtet hätte. Bei dieser Sachlage sei gemäss der Vorinstanz nicht erkennbar, weshalb der erfolgte Teilfreispruch in Bezug auf das Marihuana eine Sperrwirkung hinsichtlich der Einfuhr von Hanfpflanzen entfalten sollte.