Citation: 1B_328/2019 E. 3.2

3.2. Weiter rügt der Beschwerdeführer eine Verletzung von Art. 59 i.V.m. Art. 56 Abs. 3 und 4 StGB sowie Art. 189 StPO. Er ist der Auffassung, es liege einzig aufgrund der in den Therapieverlaufsberichten erwähnten Kritik am Gutachten bzw. der angeblich widersprüchlichen Expertenmeinungen kein Grund vor, um vom Gutachten abzuweichen bzw. ein Obergutachten anzuordnen. Soweit die Ansicht bestehe, das vorhandene Gutachten beantworte nicht alle Fragen, hätte es ausgereicht, wenn die Richter dem Gutachter Ergänzungsfragen gestellt hätten. Bei der Anordnung einer Massnahme nach Art. 59 StGB hat sich das Gericht auf eine sachverständige Begutachtung zu stützten (Art. 56 Abs. 3 StGB). Die Voraussetzungen für die Anordnung einer Massnahme müssen im Zeitpunkt der Verlängerung noch gegeben sein, so dass auch der Entscheid über die Verlängerung gestützt auf ein Gutachten einer sachverständigen Person zu treffen ist (vgl. BGE 134 IV 246 E. 4.3 S. 254 mit Hinweis). Gemäss Art. 189 StPO lässt die Verfahrensleitung ein Gutachten von Amtes wegen oder auf Antrag einer Partei durch die gleiche sachverständige Person ergänzen oder verbessern oder bestimmt weitere Sachverständige, wenn das Gutachten unvollständig oder unklar ist (lit. a); mehrere Sachverständige in ihren Ergebnissen erheblich voneinander abweichen (lit. b); oder Zweifel an der Richtigkeit des Gutachtens bestehen (lit. c). Gemäss den vorinstanzlichen Feststellungen bestehen vorliegend aufgrund der ausführlich geäusserten Kritik begründete Zweifel an der Richtigkeit des Gutachtens, weshalb ergänzende Abklärungen vorzunehmen seien. Dies kann nicht als unverhältnismässig bezeichnet werden, sondern ist unumgänglich, wenn der Entscheid im Massnahmenverlängerungsverfahren auf einer sicheren gutachterlichen Basis gefällt werden soll. Entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers ist es zudem unbeachtlich, dass die Kritik am vorliegenden Gutachten "nur" in einem Therapieverlaufsbericht erwähnt werde, welchem grundsätzlich nicht dasselbe Gewicht zukomme wie Ersterem. Entscheidend ist vorliegend einzig, dass die Vorinstanz festhielt, angesichts der deutlichen und ausführlichen Kritik der behandelnden Therapeuten könne das Gutachten nicht ohne weiteres als schlüssig und vollständig bezeichnet werden, wie dies der Beschwerdeführer behaupte, weshalb ein Obergutachten anzuordnen sei. Nicht zielführend ist insofern auch der Einwand des Beschwerdeführers, wonach die behandelnde Psychologin gar nicht befugt gewesen sei, in ihrem Therapieverlaufsbericht das Gutachten in Frage zu stellen. Art. 56 Abs. 4 StGB schreibt einzig vor, dass die Begutachtung nicht durch einen Sachverständigen vorgenommen werden darf, der den Täter behandelt bzw. betreut. Hingegen bedeutet diese Bestimmung nicht, dass ein Therapeut nicht die Richtigkeit eines Gutachtens bezweifeln darf bzw. kann. Die Ausführungen der Vorinstanz lassen nach dem Gesagten keine Bundesrechtswidrigkeit erkennen.