Citation: 1A.115/2004 07.07.2004 E. 3

3.1 Die Informationspflicht der Polizei und der Untersuchungsbehörden ist in Art. 6 OHG geregelt. Danach informiert die Polizei das Opfer bei der ersten Einvernahme über die Beratungsstellen (Abs. 1). Sie übermittelt Name und Adresse des Opfers einer Beratungsstelle (Abs. 2), sofern das Opfer die Übermittlung nicht ablehnt. Die Beratungsstelle informiert sodann über die Hilfe an Opfer (Art. 3 Abs. 2 lit. b OHG), zu der auch die Möglichkeit zählt, Entschädigungs- und Genugtuungsansprüche zu stellen (BGE 123 II 241 E. 3e S. 244). 3.2 Der Beschwerdeführer macht geltend, er sei - bevor er anwaltlich vertreten wurde - weder von der Kantonspolizei Luzern noch von der Opferberatungsstelle vollständig über die Opferhilfe informiert worden. Insbesondere habe man es unterlassen, ihm gegenüber die für die Einreichung des Gesuches zuständige Behörde zu bezeichnen. Aus diesem Informationsmangel dürften ihm keine Nachteile erwachsen. Der Mangel werde auch nicht dadurch geheilt, dass der Beschwerdeführer seit dem 12. Juni 2001 anwaltlich vertreten gewesen sei. 3.3 Diese Argumentation vermag nicht zu überzeugen. Der Beschwerdeführer wünschte am 18. April 2001 bei der Polizei des Kantons Luzern, dass seine Adresse an die Beratungsstelle für Opfer von Straftaten übermittelt werde (das ausgefüllte Meldeformular liegt seiner Beschwerde bei). Die Opferberatungsstelle wies den Beschwerdeführer mit Schreiben vom 25. April 2001 ausdrücklich auf die Möglichkeit von Entschädigungs- und/oder Genugtuungsanträgen sowie auf die zweijährige Verwirkungsfrist hin und bot sich an, ihm bei der Einreichung eines Gesuchs behilflich zu sein (Akten des Sozialamtes, Beleg 2/6). Mit Schreiben vom 12. Juni 2001 sprach die Opferberatungsstelle dem damaligen Anwalt des Beschwerdeführers Kosten für eine erste juristische Beurteilung gut. Bei dieser Gelegenheit wurde der Rechtsanwalt auf die zweijährige Verwirkungsfrist nach OHG aufmerksam gemacht. Explizit wurde ausgeführt, er müsse, falls er Anträge auf Entschädigung und/oder Genugtuung stellen wolle, diese vor Ablauf der Verwirkungsfrist beim Kantonalen Sozialamt Luzern eingereicht haben. Dieses Wissen des Anwaltes muss sich der Beschwerdeführer anrechnen lassen. Entgegen der Meinung des Beschwerdeführers war die Opferberatungsstelle nicht gehalten, ihm diese Informationen auch noch persönlich zukommen zu lassen. Wird der Beschwerdeführer anwaltlich vertreten, ist sein Rechtsvertreter Ansprechperson der Behörden. So sieht denn auch § 22 Abs. 2 des Luzernischen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 3. Juli 1972 (VRG-LU; SRL 040) vor, dass die Behörde ihre Zustellungen an den ihr gemeldeten Parteivertreter richtet, solange ihr das Erlöschen seiner Vollmacht nicht bekannt ist. Demzufolge war der Beschwerdeführer gehörig über die zweijährige Verwirkungsfrist und die zuständige Behörde informiert. Soweit der Beschwerdeführer dem Verwaltungsgericht diesbezüglich Willkür und einen Verstoss gegen Treu und Glauben vorwirft, sind seine Rügen unbegründet.