Citation: 1B_215/2008 25.08.2008 E. 4

Der Beschwerdeführer rügt in formeller Hinsicht, dass keine eigentliche erste Einvernahme im Sinne von Art. 182 f. bzw. Art. 192 StrV durchgeführt worden sei und er im Verfahren vor dem Haftgericht entgegen Art. 184 StrV keine Gelegenheit zum Beizug seines Rechtsvertreters erhalten habe. Er erblickt darin eine willkürliche Anwendung des Strafverfahrensrechts und eine Verletzung des rechtlichen Gehörs namentlich im Sinne von Art. 29 Abs. 2 und Art. 31 Abs. 2 BV. Wie es sich mit der sog. ersten Einvernahme verhält, kann offen bleiben. Der Beschwerdeführer legt dar, dass sein amtlicher Verteidiger nicht über die mündliche Verhandlung vor dem Haftgericht informiert worden sei, er ohne Erfolg um den Beizug seines Rechtsvertreters ersucht habe und er daher anlässlich der Verhandlung nicht vertreten gewesen sei. Weder das Haftgericht noch die Staatsanwaltschaft haben sich zu diesen Vorbringen geäussert. Die Darstellung des Beschwerdeführers erscheint glaubhaft angesichts der konkreten Umstände: Er wurde am 2. Juli 2008 um 11.20 Uhr in Niederwangen/ Köniz verhaftet und am gleichen Tag um 14.50 Uhr dem Haftgericht zugeführt. Dem Protokoll der Verhandlung kann - trotz des Hinweises, dass die erforderlichen Terminmitteilungen erfolgt seien - nicht entnommen werden, dass der Verteidiger anwesend gewesen wäre. Bei dieser Sachlage ist dem Beschwerdeführer der Anspruch auf Beizug seines Rechtsvertreters, wie er sich namentlich aus Art. 184 StrV sowie Art. 29 Abs. 2 und Art. 31 Abs. 2 BV ergibt, verweigert worden. Die Beschwerde erweist sich in dieser Hinsicht als begründet.