Citation: 6B_668/2022 E. 4.2.1

4.2.1. Die Vorinstanz stellt fest, dass der Beschwerdeführer gemeinsam mit sieben Geschwistern in Nigeria aufgewachsen sei. Sechs Geschwister lebten weiterhin in Nigeria. Ein Bruder lebe in der Schweiz, doch sei dieser ebenfalls in den Drogenhandel involviert gewesen und befinde sich im Gefängnis. Die prägenden Kinder- und Jugendjahre habe der Beschwerdeführer in Nigeria verbracht. Erst Ende 2004 sei er in die Schweiz gekommen, also mit ungefähr 26 Jahren. Hier habe er seine Ehefrau kennengelernt und 2006 geheiratet. Der Ehe sei im Dezember 2006 ein gemeinsames Kind entsprungen. Der Beschwerdeführer habe eine Aufenthaltsbewilligung B. Zum Zeitpunkt seiner Verhaftung sei er arbeitslos gewesen. Zuvor habe er mehrere Jahre gearbeitet. Rund fünf Monate nach der Entlassung aus der Untersuchungshaft habe er eine temporäre Anstellung gefunden. Er habe keine Festanstellung, aber immerhin einen unbefristeten Einsatzvertrag auf Stundenlohnbasis. Dies wertet die Vorinstanz zu Gunsten des Beschwerdeführers. Zu seinen Lasten würdigt sie, dass im vorliegenden Verfahren durchwegs ein Dolmetscher eingesetzt werden musste. Weiter hält sie fest, seine Tochter habe ihm nur Briefe auf Englisch ins Gefängnis gesandt. Daraus leitet die Vorinstanz schlüssig ab, dass die Deutschkenntnisse des Beschwerdeführers beschränkt sind. Immerhin pflege er ausserhalb seiner Kernfamilie auch Kontakte zu Schweizer Arbeitskollegen. Er sei nach eigenen Angaben praktizierender Katholik. Allerdings kann die Vorinstanz keine Hinweise ausmachen, die für ein besonderes Engagement in der Kirche hindeuten. Die beiden Vorstrafen aus den Jahren 2012 und 2014 wegen Hinderung einer Amtshandlung liegen gemäss Vorinstanz schon einige Jahre zurück und erschienen im Vergleich zu den aktuellen Delikten von untergeordneter Natur. Dennoch zeigten sie, dass der Beschwerdeführer Mühe bekunde, sich an die hiesigen Gesetze zu halten. Letztmals sei der Beschwerdeführer im Februar 2022 in Nigeria gewesen. Er habe dort neben seinen Geschwistern auch Freunde. Mit der dortigen Sprache und Kultur sei er bestens vertraut. Der berufliche Wiedereinstieg möge zwar schwierig und eine Lebensführung nach mitteleuropäischem Standard unmöglich sein. Doch lägen keine Hinweise vor, dass dem Beschwerdeführer die Rückkehr nach Nigeria unzumutbar wäre. Weiter erwägt die Vorinstanz, die persönlichen Interessen des Beschwerdeführers an einem Verbleib in der Schweiz ergäben sich primär aus dem Umstand, dass seine Ehefrau und seine Tochter hier leben. Dabei berücksichtigt die Vorinstanz, dass das Verhältnis zwischen dem Beschwerdeführer und seiner Tochter innig erscheine, selbst wenn er an der erstinstanzlichen Hauptverhandlung nur unzureichend über deren schulische Situation habe Auskunft geben können. Zudem nimmt die Vorinstanz mangels gegenteiliger Hinweise an, dass die Ehe des Beschwerdeführers intakt sei. Die Ehefrau sei deutsche Staatsangehörige. Sie lebe und arbeite seit 2004 in der Schweiz. Die gemeinsame Tochter sei hier aufgewachsen und besuche eine katholische Schule. Nach Angaben des Beschwerdeführers werde sie im August 2022 eine Lehre in einem Kantonsspital beginnen. Die Vorinstanz hält fest, mangels näherer Bezugspunkte sei der Ehefrau und der Tochter eine Ausreise nach Nigeria nicht zuzumuten. Laut Angaben des Beschwerdeführers arbeite die Ehefrau als Pflegefachfrau in einem Kantonsspital und erziele ein Einkommen von schätzungsweise Fr. 5'000.-- pro Monat. Damit müsste sie gemäss Vorinstanz in der Lage sein, ihre Lebenskosten und jene der Tochter zu begleichen. Eine Landesverweisung des Beschwerdeführers bewirke somit keine finanzielle Notlage. Allerdings habe eine Landesverweisung massive Auswirkungen auf die künftige Gestaltung der Beziehung zur Ehefrau und zur Tochter. Mit dieser Begründung bejaht die Vorinstanz im Ergebnis einen Härtefall.