Citation: 8C_43/2009 15.04.2009 E. 4.3

4.3.1 Der Beschwerdeführer beanstandet das Vorgehen des kantonalen Gerichts mit dem Argument, einer Person, deren Schulter funktionell eingeschränkt sei und der deswegen nur noch leichte und intellektuell nicht anspruchsvolle Tätigkeiten zumutbar seien, stehe lediglich der Dienstleistungssektor offen. Zudem müsse in einem solchen Fall rechtsprechungsgemäss ein Leidensabzug von 25 Prozent vorgenommen werden. 4.3.2 Das trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigung zumutbarerweise erzielbare Einkommen ist bezogen auf einen ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu ermitteln. Ein solcher Arbeitsmarkt ist gekennzeichnet durch ein gewisses Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage nach Arbeitskräften und weist einen Fächer verschiedenster Tätigkeiten auf und zwar sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes (BGE 110 V 273 E. 4b S. 276; ZAK 1991 S. 318 E. 3b). Dabei ist nicht von realitätsfremden Einsatzmöglichkeiten auszugehen. Es können nur Vorkehren verlangt werden, die unter Berücksichtigung der gesamten objektiven und subjektiven Gegebenheiten des Einzelfalles zumutbar sind. Anderseits sind an die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten keine übermässigen Anforderungen zu stellen (AHI 1998 S. 287 E. 3b). Die Gerichtspraxis geht davon aus, dass der ausgeglichene Arbeitsmarkt für Personen, welche funktionell als Einarmige zu betrachten sind und überdies nur noch leichte Arbeiten verrichten können, genügend realistische Betätigungsmöglichkeiten bietet (Urteil 9C_418/2008 vom 17. September 2008). Trotz des Gesundheitsschadens stehen dem Versicherten im Sektor Produktion zahlreiche Arbeitsplätze offen, beispielsweise im Rahmen der Überwachung, Kontrolle und Prüfung. Anderseits bleiben ihm aufgrund seiner Fähigkeiten und Grobmotorigkeit viele Arbeitsplätze im Sektor Dienstleistungen verschlossen. Es besteht daher kein Anlass, vom Grundsatz abzuweichen, wonach für die Festsetzung des Invalideneinkommens aufgrund von Tabellenlöhnen in der Regel die Lohnverhältnisse im gesamten privaten Sektor massgebend sind (BGE 129 V 472 E. 4.3.2 S. 484; RKUV 2001 Nr. u 439 S. 347 [U 240/99], Urteil 9C_418/2008 vom 17. September 2008). 4.3.3 Mit dem Abzug vom Tabellenlohn soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/aa S. 323) und je nach Ausprägung die versicherte Person deswegen die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nur unter unterduchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten kann (BGE 126 V 75 E. 5b/aa in fine S. 80). Die Festlegung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn beschlägt eine typische Ermessensfrage und ist im Lichte der Kognitionsbefugnis letztinstanzlicher Korrektur nur dort zugänglich, wo das kantonale Gericht das Rechtsermessen rechtsfehlerhaft ausgeübt hat, also bei Ermessensüberschreitung, -missbrauch oder -unterschreitung (BGE 132 V 393 E. 2.2 und 3.3 S. 396 und 399). Dies gilt auch auf dem Gebiet der Geldleistungen der Militär- und Unfallversicherung (Urteil 8C_664/2007 vom 14. April 2008, E. 8.1). Ermessensmissbrauch im Besonderen ist gegeben, wenn die Behörde zwar im Rahmen des ihr eingeräumten Ermessens bleibt, sich aber von unsachlichen, dem Zweck der massgebenden Vorschriften fremden Erwägungen leiten lässt oder allgemeine Rechtsprinzipien, wie das Verbot von Willkür und von rechtsungleicher Behandlung, das Gebot von Treu und Glauben sowie den Grundsatz der Verhältnismässigkeit verletzt (BGE 130 III 611 E. 1.2 S. 615 und 123 V 150 E. 2 S. 152, je mit Hinweisen). 4.3.4 Dass das Bundesgericht (und das ehemalige Eidg. Versicherungsgericht) im Rahmen der Ermessensprüfung in vergleichbaren Fällen einen Abzug von 20 Prozent bis 25 Prozent zugestand, heisst noch nicht, dass die Vorinstanz ihr Ermessen rechtsfehlerhaft ausübte, wenn sie weniger als 20 Prozent annahm, zumal es in anderen Urteilen 10 Prozent bis 15 Prozent als angemessen bezeichnet hat (vgl. BGE 129 V 472 E. 4.3.2 S. 484 sowie Urteil 9C_418/2008 vom 17. September 2008 mit weiteren Beispielen). Angesichts der aktenmässig ausgewiesenen unfallbedingten Einschränkungen und dem Fehlen weiterer Abzugsmerkmale lässt sich der vorgenommene Abzug von 15 Prozent nicht beanstanden. 4.4 Zusammenfassend bleibt es somit beim Anspruch auf eine Invalidenrente von 36 Prozent ab 1. Januar 2007.