Citation: 6B_1076/2021 E. 2.1

2.1. Der Beschwerdeführer macht die Verletzung des Konventionsrechts durch die Anordnung der nachträglichen Verwahrung gemäss Art. 62c Abs. 4 StGB geltend. Eine nachträgliche Verwahrung, die nicht den revisionsrechtlichen Anforderungen im Sinne von Art. 65 Abs. 2 StGB genüge, sei konventionswidrig. Der Eingriff müsse verhältnismässig sein (Art. 36 BV) und dürfe Art. 3 EMRK, Art. 7 UNO-Pakt II und Art. 10 Abs. 3 BV nicht verletzen. Verletzt seien die Art. 5 Ziff. 1 lit. a und lit. e EMRK. Bei ihm bestehe klar keine echte Geistesstörung. Die Gutachter seien sich über die Schwere der Störung uneinig. Er sei schuldfähig, habe seine Strafe mehrfach verbüsst und sei lange in Sicherheitshaft gewesen. Verletzt sei der Grundsatz "ne bis in idem" des Art. 4 des 7. Zusatzprotokolls zur EMRK. Auch bei der Umwandlung einer Massnahme in eine Verwahrung müsse der Kausalzusammenhang im Sinne von Art. 5 Ziff. 1 lit. a EMRK gegeben sein. Er sei seit dem 4. Februar 2020 in Sicherheitshaft und befinde sich rechtswidrig im falschen Haftsetting. Bestehe keine geeignete Einrichtung, sei er zu entlassen (Art. 31 BV; Art. 62c StGB). Nach dem Anlassurteil bestehe keine schwere Straftat. Weder das Verschulden noch der Verstoss gegen die sexuelle, psychische und physische Integrität seien als schwer qualifiziert worden. Die Vorinstanz begründe nicht, dass die Gefahr einer schwerwiegenden Integritätsbeeinträchtigung bzw. Traumatisierung der Opfer klar zu bejahen sei. Sie spreche von "Eignung", es müsste jedoch eine schwere Beeinträchtigung stattgefunden haben. Auch der Gutachter habe sich nicht über die Schwere der zu erwartenden Delikte geäussert, sodass diese Voraussetzung zur Anordnung der Verwahrung fehle und damit die Art. 62c Abs. 4 StGB respektive Art. 64 Abs. 1 StGB verletzt würden. Eine Konnexität liege nicht vor. Die Anlassdelikte dürften nicht retrospektiv schwerer eingeordnet werden. Der Gutachter stufe die Gefahr für Hands-off-Delikte höher ein als Hands-on-Delikte. Im Beschluss würden die Gefahren für beide Deliktsarten gleichgeschaltet. Bei derartigen Verhältnismässigkeitsüberlegungen könne nicht von einem fairen Prozess ausgegangen werden.