Citation: 5C.180/2006 09.11.2006 E. 2

Das Obergericht hält dafür, es sei nichts dargetan, was geeignet sei, eine Verweigerung des von der Vormundschaftsbehörde dem Berufungsbeklagten eingeräumten Besuchsrechts zu begründen. Die Störungen, die nach den Vorbringen der Berufungsklägerin nach den zwei durchgeführten Besuchen bei A.________ aufgetreten seien, seien nicht solcher Natur, dass sie rechtfertigen würden, jegliches Besuchsrecht zu verweigern und damit jeden Kontakt zwischen dem Vater und dem Kind zu unterbinden. Damit würde nämlich nicht nur vorübergehend die Beziehung des Kindes zum einen Elternteil unterbrochen, sondern der Aufbau einer Vater-Kind-Beziehung überhaupt verunmöglicht, was angesichts der längerfristigen Wichtigkeit einer solchen Beziehung die Rechte und Interessen nicht nur des Berufungsbeklagten, sondern auch von A.________ unverhältnismässig beeinträchtigen würde. Sodann sei mit den festgelegten Besuchen in einem Besuchstreff ausreichend gewährleistet, dass die von der Berufungsklägerin geltend gemachten Gefährdungsfaktoren bei den Kontakten mit dem Kind sich nicht nachteilig auf dieses auswirken könnten. Ferner könne auch allein wegen der vom Berufungsbeklagten geübten Praxis, seinen Sohn mit Küssen auf den Mund zu begrüssen und zu verabschieden, der persönliche Verkehr mit seinem Kind nicht unterbunden werden. Gemäss Entscheid der Vormundschaftsbehörde sei es dem Berufungsbeklagten untersagt, bei den Besuchen "hierzulande unübliche Intimitäten mit seinem Sohn zu pflegen". Dem Einwand der Berufungsklägerin, die Beanspruchung des Besuchsrechts entspringe nicht einer wahren Vaterliebe, sondern sei aufenthaltsrechtlich motiviert, hält die Vorinstanz entgegen, es gehe beim Besuchsrecht nicht nur um den Elternteil, der keine Obhut über das Kind habe, sondern auch um die Interessen des Kindes, für dessen Wohl der Aufrechterhaltung der Beziehung zu beiden Eltern eine grosse Bedeutung zukomme. Der Berufungsklägerin sei ferner auch insofern nicht zu folgen, als sie sich gegen die Häufigkeit der eingeräumten Besuche wende. Der Bezirksrat halte zu Recht fest, dass es für ein gutes Gedeihen der Vater-Kind-Beziehung einen kontinuierlichen Kontakt brauche. Ebenso wenig sei schliesslich die Anordnung zu beanstanden, dass die Besuchstage in zwei verschiedenen Besuchstreffs durchgeführt werden sollen.