Citation: 8C_194/2024 E. 3.4

3.4. Gemäss Rechtsprechung wahrt die versicherte Person mit ihrer Anmeldung nicht nur jene Ansprüche, die sie ausdrücklich auf einem Anmeldeformular aufzählt. Vielmehr umfasst eine Anmeldung alle Ansprüche, die nach Treu und Glauben mit dem angemeldeten Risikoeintritt im Zusammenhang stehen (Urteil 8C_103/2023 vom 6. Dezember 2023 E. 3.2.2 mit Hinweisen, nicht publ. in: BGE 150 V 83, aber in: SVR 2024 IV Nr. 14 S. 43). Die Beschwerdeführerin macht insofern zu Recht geltend, sie habe mit ihrer Anmeldung vom Oktober 2014 auch den Anspruch auf Rentenleistungen gewahrt. Davon scheint auch das Kantonsgericht im Grundsatz ausgegangen zu sein, wenn es festhielt, gemäss Rechtsprechung habe die IV-Stelle bei einer Anmeldung mit dem Formular "berufliche Integration/Rente" sowohl den Anspruch auf berufliche Massnahmen als auch denjenigen auf eine Invalidenrente zu prüfen. Die Beschwerdeführerin habe nicht auf die Prüfung des Rentenanspruchs verzichtet. Weshalb die Vorinstanz in der Folge dennoch von einer Neuanmeldung der Beschwerdeführerin im Juni 2015 ausging und dementsprechend den Rentenbeginn auf den 1. Dezember 2015 festlegte, ist nicht nachvollziehbar. Zwar hängt der effektive Rentenbeginn mitunter davon ab, ob die Beschwerdeführerin im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns eingliederungsfähig war oder nicht (vgl. E. 3.5 hiernach). Dieser Zeitpunkt bleibt aber bei einer als massgeblich zu betrachtenden Anmeldung im Oktober 2014 der 1. April 2015 (vgl. Art. 29 Abs. 1 IVG). Nicht gefolgt werden kann der Beschwerdeführerin, wenn sie einen frühestmöglichen Rentenbeginn per 1. März 2015 geltend macht.