Citation: 5A_939/2022 E. 4.1

4.1. Mit Bezug auf die Lohnausweise des Beschwerdegegners für die Jahre 2015 bis 2017 und die Zusammenstellung sämtlicher Einkünfte aus Liegenschaften und Wertschriften, die auf den Namen des Beschwerdegegners lauten oder an denen er wirtschaftlich berechtigt ist, hat das Obergericht erwogen, die erforderlichen Angaben ergäben sich aus den Steuererklärungen und es sei der Beschwerdeführerin zumutbar, die gemeinsam von beiden Parteien unterzeichneten Steuererklärungen 2015 bis 2017 beim Steueramt erhältlich zu machen. Dem Grundsatz nach hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf Herausgabe aller Unterlagen, die geeignet und notwendig sind, um ihre Ansprüche auf (nachehelichen) Unterhalt und aus Güterrecht zu ermitteln und zu belegen. Wie in E. 3.3 dargetan, besteht entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin kein unbedingter Auskunftsanspruch. Hat es die um Auskunft ersuchende Partei selber in der Hand, Beweise für die von ihr behaupteten Tatsachen beizubringen, mangelt es am Erfordernis der Notwendigkeit der Auskunftserteilung. Die Beschwerdeführerin bestreitet nicht, die Steuererklärungen selber beschaffen zu können. Insofern der angefochtene Entscheid das Auskunftsbegehren mit dieser Begründung abweist, hält er vor Bundesrecht stand. Der Anspruch auf Herausgabe der Lohnausweise 2015 bis 2017 wäre nur dann begründet, wenn diese den Steuererklärungen nicht beiliegen würden und daraus Erkenntnisse gewonnen werden könnten, die sich nicht aus den Steuererklärungen selbst ergeben. Nach § 126 Abs. 1 Steuergesetz des Kantons Zug (BGS 632.1) sind der Steuererklärung die Lohnausweise beizulegen. Darin sind nebst dem ordentlichen Salär sämtliche Zulagen, Provisionen, Vergütungen für den Arbeitsweg, Barbeiträge an die auswärtige Verpflegung am Arbeitsort, Gehaltsnebenleistungen, der Privatanteil des Geschäftsfahrzeugs, Bonuszahlungen, Antritts- und Austrittsentschädigungen, Treueprämien, Dienstaltersgeschenke, Jubiläumsgeschenke, Umzugsentschädigungen, Beteiligungsrechte, vom Arbeitgeber übernommene Beiträge an Einrichtungen der kollektiven beruflichen Vorsorge, Beiträge an Versicherungen, an anerkannte Formen der gebundenen Selbstvorsorge (Säule 3a), sowie vom Arbeitgeber übernommene Quellensteuern oder andere Steuern oder für Kinder des Arbeitnehmers bezahlte Schulgelder anzugeben (vgl. Rz. 13 ff. der Wegleitung der Schweizerischen Steuerkonferenz [SSK] und Eidgenössischen Steuerverwaltung [ESTV] zum Ausfüllen des Lohnausweises bzw. der Rentenbescheinigung [inkl. Übersicht über die kantonalen Steuerbehörden], gültig ab 1. Januar 2023 [http://www.estv.admin.ch; <Direkte Bundessteuer Formulare, Lohnausweis/Rentenbescheinigung>]). Insgesamt ist also nicht ersichtlich und wird von der Beschwerdeführerin nicht dargetan, welche zweckdienlichen Informationen nicht aus der Steuererklärung selbst (bzw. aus den dazugehörigen Beilagen) hervorgehen würden. Mit Bezug auf die Einkünfte des Beschwerdegegners aus Liegenschaften und Wertschriften verwies das Obergericht sodann auf die im Prozess vorliegenden Steuererklärungen 2018 und 2019, aus denen die erforderlichen Informationen genauso ersichtlich seien wie aus einer eigens für die Beschwerdeführerin angefertigten Zusammenstellung. Diese Feststellung tatsächlicher Art bestreitet die Beschwerdeführerin nicht. Damit ist nicht einsichtig, weshalb die - unbestritten gebliebene - Aussage nicht auch auf die früheren Steuererklärungen zutreffen sollte.