Citation: I 196/02 13.11.2002 E. 3

3.1 Verwaltung und Vorinstanz stellten auf das MZ-Gutachten vom 5. April 2001 ab. Darin werden als Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit ein chronifiziertes Cervicovertebral-Syndrom sowie eine Dysbalance im Bereich paracervical beidseits und am Schultergürtel beidseits genannt. Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit seien eine prolongierte Trauerreaktion sowie differentialdiagnostisch eine Konversionssymptomatik. Die Beschwerdeführerin sei für schwere Arbeiten, das heisst repetitives Tragen und Heben von schweren Lasten über 15 kg zu 100 % arbeitsunfähig. Für Tätigkeiten in wechselbelastenden Berufen mit Tragen und Heben von leichten bis mittelschweren Lasten sei sie zu 100 % arbeitsfähig; in der Haushaltsführung sei sie nicht wesentlich eingeschränkt, da die hier anfallenden Arbeiten nicht als schwer bezeichnet werden könnten. Die Versicherte machte bereits im vorinstanzlichen Verfahren geltend und wendet auch in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde ein, die als Folge der Operation vom 3. Mai 2001 aufgetretenen Beschwerden seien bei der Beurtei lung unberücksichtigt geblieben. Neben den starken Rückenschmerzen leide sie an starken Kopfschmerzen, Gelenkschmerzen und Depressionen. 3.2 Das Spital X.________ hält im Operationsbericht vom 3. Mai 2001 folgende Diagnose fest: Stressinkontinenz II. Grades, mittelgrosse Cystocele, grosse Recto-/Enterocele bei kurzem narbigem Damm. Es wurde folgende Operation durchgeführt: eine vaginale Hysterektomie mit kleiner vorderer Plastik, eine ausgedehnte hintere Plastik mit Levatornaht und Dammaufbau, eine Kolposuspension nach MMK in der Modifikation nach Cowen sowie eine suprapubische Drainage. Dieser Eingriff erfolgte mithin nach der Begutachtung durch das MZ vom 5. April 2001, aber vor dem massgebenden Zeitpunkt des Verfügungserlasses (3. Oktober 2001; BGE 121 V 366 Erw. 1b; RKUV 2001 Nr. U 419 S. 101 Erw. 2a). Die IV-Stelle hatte von dieser bevorstehenden Operation auf Grund des MZ-Gutachtens Kenntnis, hat aber (wie im Übrigen auch die Vorinstanz) keine diesbezüglichen Arztbericht eingeholt. Ihre Verfügung basiert somit nicht auf der medizinischen Gesamtsituation, weshalb sie nicht rechtsgenüglich ist. Es ist denn auch nicht auszuschliessen, dass sich der Gesundheitszustand der Versicherten nach der Operation verschlechterte. Nicht stichhaltig ist bei dieser Sachlage die Argumentation der Vorinstanz, im Vorbescheid- und Anhörungsverfahren habe sich die Versicherte lediglich dahingehend geäussert, sie könne schmerzbedingt nicht wieder ins Berufsleben einsteigen, habe aber keinen neuen Gesundheitsschaden angeführt. 3.3 In Anbetracht dieser Aktenlage ist eine abschliessende und rechtskonforme Beurteilung der Arbeitsfähigkeit und somit des Invaliditätsgrades nicht möglich. Vielmehr drängen sich weitere von der Verwaltung zu veranlassende Abklärungen in medizinischer und allenfalls beruflicher Hinsicht auf. Notwendig ist eine erneute, sämtliche Aspekte des vorliegenden Falles umfassende medizinische interdisziplinäre Begutachtung.