Citation: 9C_765/2019 E. 5.1

5.1. Was sodann die vom Bundesgericht frei überprüfbare (BGE 137 V 71 E. 5.1 S. 72; Urteil 9C_200/2017 vom 14. November 2017 E. 4.2 mit Hinweis) Rechtsfrage betrifft, ob beim Invalideneinkommen ein Abzug vom Tabellenlohn vorzunehmen ist, sind die Einwände der Beschwerdeführerin begründet. Wohl ist das trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigung zumutbarerweise erzielbare Einkommen bezogen auf einen ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu ermitteln, der durch ein gewisses Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage nach Arbeitskräften gekennzeichnet ist und einen Fächer verschiedenster Tätigkeiten aufweist, insbesondere auch Nischenarbeitsplätze beinhaltet (Art. 16 ATSG; BGE 134 V 64 E. 4.2.1 S. 70 f.). Der Tabellenlohn gemäss der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) umfasst denn auch eine Vielzahl von leichten Tätigkeiten, worunter die von der Vorinstanz erwähnten einfachen Kontrolltätigkeiten fallen. Aus orthopädischer Sicht ist die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin aufgrund des schmerzbedingt erhöhten Pausenbedarfs quantitativ um 20 % eingeschränkt (vgl. asim-Gutachten vom 20. Februar 2017, S. 15). Darüber hinaus bestehen qualitative körperliche Einschränkungen, die sich auf das Belastungsprofil auswirken (wechselbelastend, im Wechsel zwischen Sitzen und Gehen; keine Arbeiten in Zwangspositionen; ohne häufiges Drehen und Wenden des Oberkörpers; Heben, Tragen und Bewegen von Lasten auf 10 kg limitiert; Überkopfarbeiten nur kurzfristig und in Ausnahmefällen). Es kann dahingestellt bleiben, ob dem - wie das kantonale Gericht erwogen hat - bereits mit der Einteilung in das Kompetenzniveau 1 Rechnung getragen worden ist. Denn die Beschwerdeführerin muss mit Blick auf ihre beträchtlichen psychischen Einschränkungen, welche eine ruhige Tätigkeit ohne anspruchsvollen Publikumsverkehr, ohne Zeitdruck, ohne Schichtdienst und mit der Möglichkeit einer flexiblen Pausengestaltung erfordern (vgl. asim-Gutachten vom 20. Februar 2017, S. 15; ebenso: psychiatrisches Verlaufsgutachten vom 17. August 2018, S. 15), mit einer deutlichen Lohneinbusse im Vergleich zu Arbeitskräften mit normalem Leistungsvermögen rechnen, will sie reelle Chancen auf eine Anstellung haben (vgl. Urteil 8C_297/2018 vom 6. Juli 2018 E. 4.3 mit Hinweis).