Citation: 4A_659/2020 E. 4.2

4.2. Diese Feststellung - ein einziger Satz - begründet die Vorinstanz nicht, wie die Beschwerdeführerin zu Recht beanstandet. Eine Rückweisung zu erneuter Begründung kann jedoch unterbleiben. In weiten Teilen wiederholt die Beschwerdeführerin nämlich nur ihre Argumentation, die Durchführung der von ihr verlangten Instruktion werde nicht von den OFAC- (Sekundär-) Sanktionen erfasst, weil keine "significant transaction" vorliege, da diese ohnehin nur auf die Rückabwicklung der Geschäftsbeziehung ausgerichtet wäre ("directed at unwinding [...] BJB's relationship with A.________ Holding S.A."). Nichts ändert, dass das OFAC - wie die Beschwerdeführerin geltend macht - noch nie ein nicht-amerikanisches Finanzinstitut "mit" Sekundärsanktionen bestraft habe. Die Beschwerdeführerin führt jedenfalls selber aus, bei einer (hypothetischen) OFAC-Sanktionierung drohe der Beschwerdegegnerin eine Busse von maximal dem Doppelten des Transaktionsbetrags, wie auch die Beschwerdegegnerin ausführe. Sie ist aber der Ansicht, ein Betrag von USD 320 Mio. (das Doppelte des mit Rechtsbegehren Ziff. 1 Verlangten) entspreche nicht einmal dem ersten Halbjahresgewinn der Julius Bär Gruppe AG, zu der die Beschwerdegegnerin gehöre, weshalb keineswegs von einer existenzbedrohenden Wirkung gesprochen werden könne. Sie bestreitet damit nicht, dass erhebliche Bussen drohen. Letztlich kann aber offenbleiben, wie diese zu gewichten wären und auch, ob darüber hinaus (bzw. alternativ) davon auszugehen wäre, dass der Beschwerdegegnerin der Zugang zum amerikanischen Finanzmarkt verwehrt würde. Denn die entsprechenden Ausführungen der Vorinstanz zum "Schreckensszenario" erfolgten im Hinblick auf ihre Schlussfolgerung; wegen des Gewichts dieser Bedrohungen wäre eine Ausführung der Instruktionen auftragsrechtlich unzumutbar und auch aufsichtsrechtlich nicht zulässig. Wie nachfolgend (E. 5) gezeigt wird, kommt es aufgrund eines vertraglichen Verweigerungsrechts der Beschwerdegegnerin darauf nicht an.