Citation: 6B_1260/2019 E. 3.2

3.2. Die Vorinstanz setzt zunächst die Einsatzstrafe für die versuchte Vergewaltigung fest. Bezüglich der objektiven Tatschwere erwägt sie, der vorliegende Sachverhalt stelle einen klassischen sexuell motivierten Überfall dar. Eine Frau befinde sich nachts allein auf dem Nachhauseweg, benütze die öffentlichen Verkehrsmittel, entsteige schon nah am Ziel dem Bus, werde dabei durch einen Unbekannten zu Fall gebracht und anschliessend in eine dunkle Ecke gezogen, wo sie massiv sexuell genötigt und zuletzt beinahe vergewaltigt werde. Der Beschwerdeführer habe sein Opfer vorher nicht gekannt und dieses zufällig ausgewählt. Zur Art und Weise des konkreten Tatvorgehens sei zu bemerken, dass körperliche Gewalt im Spiel gewesen sei. Aufgrund der Zwangssituation der bereits an die Hausmauer gedrückten und entsprechend eingeschüchterten und damit auch psychisch tangierten Privatklägerin habe es seitens des Beschwerdeführers keiner brachialen Gewalt bedurft, sondern es habe eine Reihe grober und nicht allzu verletzungsträchtiger Handlungen genügt, um sie für sein weiteres, finales Ansinnen gefügig zu machen. Es sei von mittelgradiger Gewalt auszugehen. Der Beschwerdeführer habe der Privatklägerin auch Schmerzen zugefügt und sie gleichzeitig erniedrigt, womit sie zusätzlich unter psychischen Druck gesetzt worden sei. In dieser für das geschwächte und alkoholisierte Opfer ausweglosen Position sei dann der Beschwerdeführer zur gezielten Tateinleitung geschritten, indem er ihre zusammengepressten Beine mit seiner zur Faust geballten Hand gewaltsam auseinander gepresst und dann seinen mit der eigenen Hand gehaltenen Penis in die Privatklägerin hineinzuschieben versucht habe. Der Versuch des Beschwerdeführers, mit seinem Glied in die Privatklägerin einzudringen, sei misslungen bevor er mit dem Glied ihren Körper berührte habe, weil sich die Privatklägerin seinem Vorhaben entzogen habe, indem sie sich die Hausmauer habe hinabgleiten lassen. Zudem habe sie mehrfach angedroht zu schreien. Damit habe sie bewirkt, dass der Beschwerdeführer von ihr abgelassen habe. Dass es bei der bloss versuchten Tathandlung geblieben sei, sei einzig der schnellen körperlichen Reaktion und der verbalen Abwehr der Privatklägerin zu verdanken gewesen. Der Beschwerdeführer habe nach seiner Vorstellung alles unternommen, um sein Ziel zu erreichen. Wäre es bei der gegebenen Ausgangslage zu einer Penetration und damit zu einer Vergewaltigung gekommen, hätte sehr viel mehr als eine geringe objektive Tatschwere vorgelegen und eine Einsatzstrafe zwischen drei bis vier Jahren resultiert. Indem es beim (vollendeten) Versuch geblieben sei, habe sich innerhalb des denkbaren Spektrums von Tathandlungen dieses Straftatbestandes eine nicht allzu schwere Tatversion ereignet. Das Geschehen liege im unteren Bereich dessen, was unter den Tatbestand von Art. 190 StGB zu subsumieren sei. Aufgrund der genannten Umstände führe die Tatschwere zu einer Einsatzstrafe von 30 Monaten.