Citation: 6B_748/2013 E. 10.2

10.2. Nach Art. 215 Abs. 1 StPO kann die Polizei im Interesse der Aufklärung einer Straftat eine Person anhalten und wenn nötig auf den Polizeiposten bringen. Es genügt, wenn nach den Umständen objektiv betrachtet ein Zusammenhang der Person mit Delikten als möglich erscheint (Niklaus Schmid, Handbuch des schweizerischen Strafprozessrechts, 2. Aufl. 2013, N. 1002). Ist die Person eines Verbrechens oder Vergehens verdächtigt, kann die Polizei sie vorläufig festnehmen und auf den Polizeiposten bringen (Art. 217 Abs. 2 StPO). Nach der telefonischen Alarmierung der Kantonspolizei bestand der Verdacht, dass die Beschwerdeführerin eine Straftat begangen hatte. Dieser Verdacht bestätigte sich insofern, als die Beschwerdeführerin kurz vor dem Eintreffen der Polizei unter Gewaltanwendung versucht hatte, ihre Mutter zu berauben. Macht sie nun durch ihre Rechtsvertreterin geltend, dass beim Eintreffen der Polizeibeamten "alles in Ordnung" gewesen sei, es "für die Polizei eigentlich gar keinen Handlungsbedarf mehr" gegeben habe und deshalb die Amtshandlung der Polizisten widerrechtlich gewesen sei, grenzt ihr Vorbringen an mutwillige Prozessführung. Keine Zweifel bestehen, dass ihr Verhalten als Gewalt und Drohung im Sinne von Art. 285 StGB zu qualifizieren ist. Es kann auf die vorinstanzlichen Erwägungen verwiesen werden (Entscheid S. 37 f.).