Citation: 4A_473/2022 E. 4.3.3

4.3.3. Die Vorinstanz hielt fest, die Beschwerdegegnerin habe auf das Gutachten von Dr. med. D.________ verwiesen und bestritten, dass eine Arbeitsunfähigkeit über den 31. Mai 2021 hinaus besteht. Daher hätte die Beschwerdeführerin gemäss Vorinstanz eine über die Behauptungslast hinausgehende Substanziierungslast getroffen. Allerdings habe die Beschwerdeführerin weder in der Klage noch in der Replik dargelegt, inwiefern sie durch ihre gesundheitliche Situation in ihrer Arbeit funktionell eingeschränkt gewesen sei. Sie habe nichts ausgeführt zu ihren gesundheitlichen Beschwerden oder zu deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit. Die Beschwerdeführerin habe einzig pauschal auf die Berichte von Dr. med. E.________ vom 1. Juni 2021 und 23. November 2021 verwiesen, ohne Ausführungen zum Inhalt dieser Berichte in Bezug auf ihre Arbeitsunfähigkeit zu machen. Die Vorinstanz stützte sich dabei auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung, wonach die Parteien ihrer Behauptungs- und Substanziierungslast grundsätzlich in den Rechtsschriften selbst nachkommen müssen und blosse Verweise auf eingereichte Akten nicht genügen (vgl. etwa Urteile 4A_471/2020 vom 5. Januar 2021 E. 3.2; 4A_209/2019 vom 8. Oktober 2019 E. 7.2.2.1 und 9.2; 4A_281/2017 vom 22. Januar 2018 E. 5). Die Vorinstanz erwog, der Verweis der Beschwerdeführerin auf die ärztlichen Berichte von Dr. med. E.________ bewirke nicht ohne weiteres, dass dessen Ausführungen als substanziierte Parteibehauptungen gelten. Was die Beschwerdeführerin dagegen vorbringt, verfängt nicht. Sie verweist auf zwei Passagen ihrer Klageschrift, legt aber nicht hinreichend dar, dass sie dort substanziierte Behauptungen aufgestellt hätte. Vielmehr anerkennt sie ausdrücklich, "dass in den Rechtschriften keine konkrete psychiatrische Diagnose genannt wurde". Die Beschwerdeführerin macht geltend, der Verweis auf die Berichte von Dr. med. E.________ genüge. Sie beruft sich auf das Urteil 4A_443/2017 vom 30. April 2018 E. 2.2.2. Allerdings hielt das Bundesgericht dort fest, es sei nur ausnahmsweise zulässig, den Obliegenheiten der Substanziierung durch Verweis auf eine Beilage nachzukommen. Dafür wird vorausgesetzt, dass die Tatsachen in ihren wesentlichen Zügen oder Umrissen in einer Rechtsschrift behauptet werden (vgl. BGE 136 III 322 E. 3.4.2) und nur für Einzelheiten auf eine Beilage verwiesen wird. Auch dann ist zu prüfen, ob die Gegenpartei und das Gericht damit die notwendigen Informationen in einer Art erhalten, die eine Übernahme in die Rechtsschrift als blossen Leerlauf erscheinen lässt (BGE 144 III 519 E. 5.2.1.2; Urteile 4A_377/2021 vom 29. Juni 2022 E. 3.2; 4A_415/2021 vom 18. März 2022 E. 5.4 mit Hinweisen). Dass vorliegend eine solche Ausnahmesituation gegeben ist, legt die Beschwerdeführerin nicht hinreichend dar.