Citation: 5A_223/2023 E. 4.4

4.4. Weiter wirft die Beschwerdeführerin dem Obergericht vor, unzulässigerweise über die Begründetheit der in Betreibung gesetzten Forderungen entschieden zu haben. An welcher Stelle das Obergericht über die Begründetheit der in Betreibung gesetzten Forderung (en) entschieden haben soll, legt die Beschwerdeführerin indes nicht dar und ist auf der Basis der in E. 3.2 in extenso wiedergegebenen Erwägungen auch nicht ersichtlich. Vielmehr erwog das Obergericht, einem Betreibungsgläubiger könne im Beschwerdeverfahren vor der Aufsichtsbehörde zugemutet werden, seine Forderung zu "substanziieren", wenn ein exorbitant hoher Betrag in Betreibung gesetzt werde, und die Beschwerdeführerin komme dieser Obliegenheit nicht nach. Ob eine Forderung genügend plausibel ist, beurteilt sich danach, ob die behaupteten Tatsachen bei Unterstellung, sie seien wahr, den Schluss auf den Bestand (und für den vorliegenden Kontext die Höhe) der Forderung zulassen könnten, so dass die Betreibung nicht als offensichtlich rechtsmissbräuchlich erscheint. Dieses - auf Plausibilität beschränkte - Prüfprogramm hat nichts mit einer (unzulässigen) Beurteilung der Begründetheit einer Forderung durch die Betreibungs- bzw. Aufsichtsbehörden zu tun; jedoch dürfen diese Behörden rein verfahrensrechtlich nicht zulassen, dass ein Betreibender es nicht in erster Linie auf Vollstreckung eines materiellen Rechtsanspruchs abgesehen hat (vgl. AMONN, in: ZBJV 1991 S. 659 f.).