Citation: 6B_976/2019 E. 2.4.4

2.4.4. In Bezug auf den Verlust des Bremsgriffs hält die Vorinstanz fest, es sei unbestritten, dass dem Beschwerdegegner beim Start einer der Bremsgriffe aus der Hand entglitten sei. Indes sei ungeklärt, weshalb sich der Klettverschluss seines Handschuhs verfangen habe. Sei aber der Grund für den Verlust des Bremsgriffs nicht bekannt und gäbe es keine Beweismittel, um dies festzustellen, lasse sich auch keine Sorgfaltspflichtverletzung mehr nachweisen. Diese könne nicht alleine mit dem Verlust der Bremse begründet werden. Die Ursache für das Verlieren des Bremsgriffs müsste durch ein nachweislich pflichtwidriges Verhalten des Beschwerdegegners gesetzt worden sein, was vorliegend nicht der Fall sei. Beim Start mit dem Gleitschirm handle es sich um ein äusserst dynamisches Geschehen und wegen der wirkenden physikalischen Kräfte seien verschiedene Varianten denkbar, wie sich ein Klettverschluss auch ohne Fehlverhalten des Piloten im Traggurt verfangen könne. Demnach sei davon auszugehen, dass sich mit dem Verlust der Bremse aufgrund eines sich verhakten Handschuhs ein Restrisiko des Gleitschirmsports verwirklicht habe. Eine pflichtwidrige Unvorsichtigkeit könne dem Beschwerdegegner nicht vorgeworfen werden (Beschluss S. 6 f. E. 9). Anlässlich seiner Einvernahme vom 28. Oktober 2015 erklärte der Beschwerdegegner, er habe beim Start plötzlich eine Bremse aus der Hand verloren (Protokoll S. 2, kantonale Akten). Auf entsprechende Nachfrage präzisierte er, es sei die linke Bremse gewesen; dementsprechend habe es einen Startabbruch auf der linken Seite gegeben (Protokoll S. 4, kantonale Akten). Er habe den Schirm rückwärts aufgezogen und sich anschliessend umgedreht. Beim Umdrehen habe er dann die linke Bremse verloren (Protokoll S. 5, kantonale Akten). Auf die Frage, warum aus seiner Sicht der Unfall geschehen sei, führte der Beschwerdegegner aus, weil er den Check nicht zu 150 % gemacht habe (Protokoll S. 6, kantonale Akten). Die Staatsanwaltschaft hat es in der Folge unterlassen, weitere Abklärungen vorzunehmen und dabei u.a. auch der Frage nach dem Grund für den Verlust des Bremsgriffs nachzugehen. Während der Beschwerdegegner kein weiteres Mal befragt wurde, erfolgte die Einvernahme des Beschwerdeführers erstmals am 17. Dezember 2018, d.h. über drei Jahre nach dem Unfall. Auf die Ursache des Unfalls angesprochen, erklärte dieser, der Beschwerdegegner habe ihm gesagt, dass sich der Klettverschluss seines Handschuhs in den Tragegurten verklemmt und er dadurch den Bremsgriff verloren habe. Er habe daher auf der einen Seite nicht abbremsen können (Protokoll S. 3, kantonale Akten). Er habe nicht gesehen, wieso der Beschwerdegegner beim Start den Bremsgriff verloren habe. Jener habe ihm gesagt, dass sich der Klettverschluss seines Handschuhs in dem Traggurt verhängt habe, [weshalb] er den Bremsgriff verloren habe (Protokoll S. 11, kantonale Akten). Angesichts dieser Angaben ist umso weniger nachvollziehbar, weshalb der Beschwerdegegner kein weiteres Mal befragt wurde. Entgegen den vorinstanzlichen Erwägungen bestreitet er nicht (Beschluss S. 7 E. 9.2), dass der Klettverschluss seines Handschuhs vor dem Start nicht richtig verschlossen war. Vielmehr ist es die Verteidigung, welche diesen Vorwurf bestreitet. Der Beschwerdegegner wurde in seiner ersten und einzigen Einvernahme vom 28. Oktober 2015 dazu nicht befragt und er selber erwähnte damals ein Verklemmen des Handschuhs/ Klettverschlusses nicht.