Citation: 2C_986/2020 E. 6.3

6.3. Fraglich und umstritten ist, ob der Beschwerdeführer im Sinne von Art. 6 Abs. 6 Anhang I FZA infolge Unfalles vorübergehend arbeitsunfähig war bzw. die Beendigung des Anstellungsverhältnisses im Sinne von Art. 61a Abs. 5 AIG aufgrund vorübergehender Arbeitsunfähigkeit infolge Unfalles erfolgte. Gegebenenfalls wäre Art. 61a Abs. 4 AIG im Zusammenhang mit der Beendigung des Anstellungsverhältnisses nicht zur Anwendung gekommen. Die Vorinstanz stellt sich auf den Standpunkt, Art. 61a Abs. 5 AIG und Art. 6 Abs. 6 Anhang I FZA seien im vorliegenden Fall nicht anwendbar. Eine vorübergehende Arbeitsunfähigkeit im Sinne dieser Bestimmungen sei nämlich zu verneinen, wenn die betroffene Person in der Lage sei, einer angepassten Tätigkeit nachzugehen (vgl. [zu Art. 6 Abs. 6 Anhang I FZA] auch Urteil 2C_1034/2016 vom 13. November 2017 E. 4.3; siehe ferner Urteil 2C_1008/2019 vom 13. März 2020 E. 4.2). Es sei vorliegend nicht ersichtlich, dass der Beschwerdeführer in der massgebenden Zeitspanne in einem anderen als seinem angestammten Beruf keine zumutbare Arbeit hätte leisten können. Die Vorinstanz leitet daraus und aus dem (unbestrittenen) Umstand, dass der Beschwerdeführer sechs Monate nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses keinen Anspruch auf Arbeitslosentaggeld mehr hatte, ab, dass die aufgrund von Art. 6 Abs. 1 Anhang I FZA entstandene freizügigkeitsrechtliche Arbeitnehmereigenschaft gemäss Art. 61a Abs. 4 AIG sechs Monate nach der Beendigung des Arbeitsverhältnisses, d.h. am 9. März 2017 erloschen ist (vgl. E. 3.2.2 des angefochtenen Urteils). Der Beschwerdeführer macht demgegenüber geltend, er habe bis zur Beendigung der Ausrichtung der SUVA-Taggelder per 30. April 2017 als infolge Unfalls vorübergehend arbeitsunfähig im Sinne von Art. 61a Abs. 5 AIG und Art. 6 Abs. 6 Anhang I FZA zu gelten. Jedenfalls bis zu diesem Zeitpunkt sei seine freizügigkeitsrechtliche Arbeitnehmereigenschaft somit nicht erloschen. Ab der Einstellung der SUVA-Taggelder per 30. April 2017 sei er nicht mehr als vorübergehend arbeitsunfähig zu qualifizieren. Er sei mithin so zu behandeln, wie wenn das Arbeitsverhältnis erst per diesen Zeitpunkt im Sinne von Art. 61 Abs. 4 Satz 1 AIG unfreiwillig beendet worden sei und die in dieser Vorschrift statuierte sechsmonatige Frist in diesem Zeitpunkt zu laufen begonnen habe (Beschwerde, S. 6). Damit habe seine freizügigkeitsrechtliche Arbeitnehmereigenschaft (unter Vorbehalt einer früher eingetretenen dauernden Arbeitsunfähigkeit) zumindest bis zum 30. Oktober 2017 Bestand gehabt (Beschwerde, S. 6).