Citation: 6B_355/2024 E. 7

Der Beschwerdeführer rügt weiter, die Vorinstanz berücksichtige gewisse individuelle Umstände nicht ausreichend. Er trage Verantwortung für seine Mutter als deren Pflegeperson. Weder seine Schwester, die selber eine Familie habe und beruflich stark eingebunden sei, noch sein drogenabhängiger Bruder könnten der Pflege seiner Mutter gerecht werden. Letztere könne nicht mehr gut gehen, leide an Diabetes, Asthma und hohem Blutdruck. Sie sei im Haushalt auf Hilfe angewiesen, weshalb er beinahe täglich bei ihr sei. Die Vorinstanz würdigt die familiäre Situation des Beschwerdeführers eingehend. Sie stellt fest, der Beschwerdeführer sei nicht verheiratet, habe aber einen am 27. Februar 2012 geborenen Sohn. Dieser lebe schon lange in einer Pflegefamilie. Der Beschwerdeführer sei seit jeher nicht in der Lage, diesen selbständig zu betreuen und zu erziehen. Er habe auch keine Unterhaltsbeiträge für ihn geleistet. Anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung habe der Beschwerdeführer ausgesagt, dass er primär telefonischen Kontakt zu seinem Sohn habe und ihn nur selten treffe. Vor Vorinstanz habe er präzisiert, dass er ihn erst drei- oder viermal getroffen habe. Telefonischen Kontakt habe er alle zwei Wochen. Eine intakte und tatsächlich gelebte Vater-Sohn Beziehung habe offenbar nie bestanden. Eine intensive Bindung sei unter diesen Voraussetzungen nicht anzunehmen. Die Landesverweisung führe in dieser Hinsicht nicht dazu, dass eine intakte Familie auseinandergerissen werde, weshalb kein Eingriff in Art. 8 EMRK vorliege. Im Übrigen beschränkten sich die familiären Beziehungen des Beschwerdeführers in der Schweiz auf Kontakte zu seiner 93-jährigen Mutter (der Vater sei 2020 verstorben) sowie zu seinen Geschwistern, insbesondere seinen Brüdern B.________ und C.________. Letzterer verkehre offenbar nach wie vor im Drogenmilieu. Der Kontakt zu diesen könne problemlos über Besuche im Ausland und moderne Kommunikationsmittel aufrecht erhalten werden. Die Betreuung der betagten Mutter, die offenbar an Asthma, hohem Blutdruck und Diabetes leide, müsse nicht zwingend durch den Beschwerdeführer gewährleistet werden zumal dessen Schwester bereits heute eine wesentliche Rolle einzunehmen scheine. Ein Abhängigkeitsverhältnis der Mutter vom Beschwerdeführer liege jedenfalls nicht vor und sei auch nicht behauptet worden. Obige vorinstanzliche Ausführungen sind nicht zu beanstanden. So äussert sich der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde nicht zur Beziehung zu seinem Sohn und rügt demnach auch die einleuchtende vorinstanzliche Auffassung nicht, wonach keine enge, tatsächlich gelebte Beziehung zu diesem bestehe. Der Vorinstanz ist im Übrigen beizupflichten, wenn sie zwischen dem Beschwerdeführer und seiner Mutter kein Abhängigkeitsverhältnis erkennt. Auch wenn Letztere im Alltag auf eine gewisse Unterstützung angewiesen sein mag, kann diese - wie von der Vorinstanz korrekt ausgeführt - von anderer Stelle erbracht werden. Neben der (dem Beschwerdeführer zufolge beruflich und familiär stark eingespannten) Schwester des Beschwerdeführers kommt dafür beispielsweise auch sein (dem vorinstanzlichen Urteil zufolge nicht drogenabhängiger) Bruder B.________ in Betracht. Die Vorinstanz verneint einen Eingriff in die Garantien von Art. 8 EMRK (und einen gestützt darauf vorliegenden Härtefall) zu Recht.