Citation: 9C_10/2014 E. 7

Schliesslich ist es nicht widersprüchlich oder gar willkürlich, wenn die Vorinstanz die Expertise M.________ grundsätzlich als beweiskräftig erachtet, ihr aber hinsichtlich der Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit und namentlich der zumutbaren Willensanstrengung zur Überwindung der Beschwerden die Schlüssigkeit abgesprochen hat. Die Arbeitsunfähigkeit ist ein unbestimmter Rechtsbegriff des formellen Gesetzes (Art. 6 ATSG). Der Arztperson kommt daher bei der Folgenabschätzung der von ihr erhobenen gesundheitlichen Beeinträchtigung keine abschliessende Beurteilungskompetenz zu, sondern sie nimmt hiezu Stellung, d.h. sie gibt eine (möglichst substanziell begründete) Schätzung ab. Diese ist durch die rechtsanwendenden Behörden im Rahmen der rechtlichen Vorgaben zu würdigen (vgl. zur Publ. bestimmtes Urteil 9C_850/2013 vom 12. Juni 2014 E. 3.1 und 3.2). Weil die Arbeitsfähigkeit somit keine medizinische, sondern eine rein juristische Frage ist, können sich - wie hier - Konstellationen ergeben, wo von der im medizinischen Gutachten festgestellten Arbeitsunfähigkeit abzuweichen ist, ohne dass sie ihren Beweiswert verlöre (SVR 2013 IV Nr. 9 S. 21, 8C_842/2011 E. 4.2.2; vgl. auch BGE 130 V 352 E. 3 S. 356). Wenn Dr. med. M.________ zwar die zuletzt ausgeübte Tätigkeit für nicht mehr zumutbar erachtete, hingegen eine die Arbeitsfähigkeit einschränkende Gesundheitsbeeinträchtigung verneinte, ist dies widersprüchlich. Dr. med. M.________ liefert denn auch keine medizinisch abgestützte Begründung, weshalb die zuletzt ausgeübte Tätigkeit nicht mehr zumutbar sein soll. Die Annahme, der Beschwerdeführer habe seine Möglichkeiten überschritten und sich überfordert, ist jedenfalls kein Kriterium, das es erlauben würde, auf eine Unüberwindbarkeit der Willensanstrengung zu schliessen (vgl. z.B. Urteil 8C_372/2012 vom 13. Juni 2013 E. 3.3). Das kantonale Gericht ist somit zu Recht und unter zulässigem Verzicht auf eine Oberbegutachtung (BGE 136 I 229 E. 5.3 S. 236) von der diesbezüglichen Beurteilung des Gutachters abgewichen. Damit hat es beim angefochtenen Entscheid sein Bewenden, zumal bei einer vollumfänglichen Arbeitsfähigkeit in der vor der IV-Anmeldung ausgeübten Tätigkeit kein Einkommensvergleich vorzunehmen war.