Citation: 5A_606/2019 E. 3.4.2

3.4.2. Die Beschwerdeführerin geht auf die Voraussetzungen einer Beschwerde gegen die Schätzung und die Abgrenzung zum Gesuch um eine Neuschätzung im vorliegenden Verfahren nicht ein (vgl. dazu BGE 133 III 537 E. 4). Sie beschränkt sich vor Bundesgericht auf die Frage einer Neuschätzung. Dabei stellt sie sich auf den Standpunkt, dass das Bundesgericht in seinem Urteil (BGE 114 III 29 E. 3) die auf Gesetzesebene vorgesehene Regelung von Art. 257 Abs. 3 SchKG übersehen und sich stattdessen nur mit Art. 9 VZG befasst habe. Soweit die Beschwerdeführerin hierbei den Vorrang einer gesetzlichen Bestimmung vor einer Verordnung betonen möchte, kann ihr im Hinblick auf die Möglichkeit einer Neuschätzung nicht gefolgt werden. In Art. 257 SchKG wird einzig die öffentliche Bekanntmachung der Versteigerung geregelt und nicht die Auflage des Kollokationsplans samt Lastenverzeichnis (Art. 249 SchKG). Der Hinweis an die Grundpfandgläubiger in Art. 257 Abs. 3 SchKG ermöglicht ihnen mitzubieten (BÜRGI, in: Basler Kommentar, Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs, 2. Aufl. 2010, N. 7 zu Art. 257). Hingegen schafft ihnen die Mitteilung der Versteigerung und damit des Steigerungswertes keine (neue) Möglichkeit, den letzteren im Verfahren des summarischen Konkurses bzw. der Spezialliquidation nach Art. 230a Abs. 2 SchKG anzufechten.