Citation: 6B_582/2014 E. 3.3

3.3. D.A.________ hatte somit vor seinem Ableben seinen Kundenbetreuer bei der Bank informiert, dass der Beschwerdeführer sein Willensvollstrecker ist und über das Konto auch nach seinem Tod nach freiem Ermessen für Dienste gegenüber ihm und der Familie verfügen kann. Entsprechend zahlte die Bank die Bezüge aus, denn solche Bankvollmachten gelten üblicherweise über den Tod hinaus, wobei die Bank allerdings die Interessen der Erbinnen wahren muss ( ROGER ZÄCH/ADRIAN KÜNZLER, in: Berner Kommentar, Stellvertretung, 2. Aufl. 2014, NN. 51 und 63 zu Art. 35 OR; KÜNZLE, a.a.O., S. 197). Dabei handelte es sich um eine postmortale Vollmacht im Sinne von Art. 35 Abs. 1 OR ( ZÄCH/KÜNZLER, a.a.O., N. 46 zu Art. 35 OR). Das ist hier nicht weiter zu vertiefen (auch nicht die a.a.O., N. 60, aufgeworfene Frage, ob die Interessenlage des Erblassers oder der Erbinnen zu befolgen ist). Denn jeder einzelnen Erbin (und dem Willensvollstrecker) steht ein Widerrufsrecht zu (a.a.O., NN. 49, 72 f., 75), und die Erbinnen widerriefen tatsächlich sämtliche Vollmachten (oben Bst. A sowie E. 1.4). Eine postmortale Vollmacht kann grundsätzlich auch dem Willensvollstrecker erteilt werden, wobei dieser dennoch die Interessen der Erben zu wahren hat ( ZÄCH/KÜNZLER, a.a.O., N. 56 zu Art. 35 OR). Bezüglich des "I.________-Kontos" ging diese Vollmacht hinsichtlich der Bezugsberechtigung bedeutend weiter, als die Berechtigung, welche dem Beschwerdeführer in seiner Eigenschaft als Willensvollstrecker zukam. Als solcher hatte er nur Anspruch auf "angemessene Vergütung" (Art. 517 Abs. 3 ZGB). Bereits das Bezirksgericht im Aufsichtsverfahren wertete die Bezüge als unverhältnismässig (oben Bst. B). Diese Rechtsfragen waren für den Beschwerdeführer offenkundig nicht zu durchschauen. Er wähnte sich wie bis anhin berechtigt, sich nach eigenem Gutdünken vom "Honorar-Konto" zu vergüten. Dagegen lässt sich infolge der Ernennung des Willensvollstreckers nicht annehmen, dass die Ehefrau des Erblassers nach dem Erbfall gestützt auf ihre postmortale Vollmacht über das "I.________-Konto" oder über andere Nachlasskonten frei verfügen durfte (oben E. 2.2). Der Beschwerdeführer hielt in seiner "Provisorischen Zwischenabrechnung" (act. HD 5/4/1 S. 2) fest, dass die Akonto-Honorarrechnung von Rechtsanwalt E.________ am 26. Januar 2005 ohne sein Einverständnis einem Konto des Erblassers belastet worden war. Es sei "komisch", dass die Bank ohne Einverständnis des Willensvollstreckers irgendwelche Zahlungen ausführte. Die Rechtslage war für die Beteiligten offenkundig nicht eindeutig. Unter diesen Voraussetzungen ist die Folgerung der Vorinstanz nicht zwingend, dass der Beschwerdeführer sich noch zulasten der Erbschaft wirtschaftlich besser stellen wollte. Er durfte als Willensvollstrecker einer Erbin Vorschüsse auf Anrechnung an den Erbteil gewähren ( KARRER/ VOGT/LEU, a.a.O., N. 46 zu Art. 518 ZGB). Er war sich des Mischgeschäfts bewusst und teilte dessen grundsätzliche Unzulässigkeit der Erbin mit. Weil sowohl eine definitive Abschlussrechnung wie ein Teilungsplan fehlen, kann dem Beschwerdeführer nicht ohne Weiteres strafrechtlich der Vorsatz unterstellt werden, der Betrag wäre nicht im Teilungsplan als Vorbezug auf den Nachlass der Erbin in Abzug gebracht worden.