Citation: 2C_738/2021 E. 4.3.4

4.3.4. Im Weiteren erwägt die Vorinstanz, die der Beschwerdeführerin ausgerichtete Freizügigkeitsleistung sei steuerrechtlich unabhängig vom Nachlass zu behandeln. Die Übernahme von Erbschafts- und Erbgangschulden sei lediglich mit dem Nachlass verbunden. Nachdem Freizügigkeitsleistungen nicht in den Nachlass fielen, könnten bei der Besteuerung der entsprechenden Kapitalleistung Erbschafts- und Erbgangsschulden sowie Bestattungskosten nicht abgezogen werden (vgl. E. 4.3.2 des angefochtenen Entscheids; vgl. auch E. 4.3.1 hiervor). Der vorinstanzlichen Auffassung ist zu folgen: Vermögensanfälle infolge Erbschaft stellen im Rahmen der Einkommenssteuer steuerfreie Einkünfte dar (vgl. § 26 Abs. 1 Ziff. 1 StG/TG; Art. 24 lit. a DBG). Entsprechend sind die mit der Erbschaft zusammenhängenden Erbschafts- und Erbgangsschulden sowie die Bestattungskosten bei der Einkommenssteuer (systembedingt) nicht abziehbar. Diese Schulden und Kosten können gegebenenfalls im Rahmen einer allfälligen Erbschaftssteuer zum Abzug gebracht werden (vgl. dazu § 14 des Gesetzes des Kantons Thurgau vom 15. Juni 1989 über die Erbschafts- und Schenkungssteuer).