Citation: 6B_278/2017 E. 2.2

2.2. In tatsächlicher Hinsicht beschäftigt sich die Vorinstanz zunächst mit der Frage, ob der Beschwerdegegner gegen eine betriebsinterne Weisung des Unternehmens der Beschwerdeführer verstiess, indem er das Gerüst selbstständig demontierte. Sie erwägt, die Zeugen hätten aufgezeigt, dass eine strikte Funktionstrennung in der Praxis gerade nicht stattgefunden habe, sondern ein fliessender Übergang von der untersten Stufe des Handlangers zur selbstständigen Montage erfolgt sei. Es ergebe sich, dass ein Mitarbeiter gemäss dem bei der X.________ AG praktizierten System mit Billigung der Beschwerdeführer sukzessive zusätzliche Arbeiten habe ausführen dürfen. Die Aussage des Beschwerdegegners und dessen Bruders, wonach zu den dem Beschwerdegegner zugewiesenen Arbeiten auch die selbstständige Montage und Demontage gehört habe, erscheine glaubhaft. Diese werde durch den Hinweis des Sachverständigen gestützt, wonach im Gerüstbau tendenziell die Usanz bestehe, dass alle alles machten. Demgegenüber hätten die Beschwerdeführer ihre Aussagen nachträglich angepasst, weshalb es ihnen an Glaubhaftigkeit mangle (angefochtenes Urteil E. 3.1.1 S. 12 f.). Die mangelhafte Glaubhaftigkeit begründet die Vorinstanz damit, dass die Beschwerdeführer einerseits angegeben hätten, der Beschwerdegegner habe grundsätzlich kein Gerüst betreten dürfen, um andererseits auszuführen, er habe ein Gerüst nicht selbstständig montieren und demontieren dürfen (angefochtenes Urteil E. 3.1.1 S. 11 und 13). Die Kritik der Beschwerdeführer, die Vorinstanz zitiere ihre Aussagen falsch, diese würden sich stets auf die konkrete Unfallstelle beziehen, ist im Ergebnis unbegründet. Zwar trifft es zu, dass die Aussagen der Beschwerdeführer teilweise im Hinblick auf die Unfallstelle erfolgten. Jedoch hielt insbesondere der Beschwerdeführer 1 anlässlich der ersten Berufungsverhandlung in allgemeiner Weise fest, es gebe eine Weisung, wonach nur der Monteur auf das Gerüst dürfe und der Hilfsarbeiter immer auf dem Boden bleiben müsse. Ferner gab er an, der Beschwerdegegner habe gewusst, dass er als Hilfsarbeiter nicht auf das Gerüst dürfe (kantonale Akten, Protokoll Berufungsverhandlung vom 4. Juni 2013 S. 5). Dies widerspricht seiner Angabe an der erstinstanzlichen Hauptverhandlung, für bestimmte Aufgaben habe der Beschwerdegegner auf das Gerüst steigen dürfen, aber nicht für die Montage (kantonale Akten, act. 321). Obwohl die Angaben des Beschwerdeführers 2 diesbezüglich weniger eindeutig sind, ist die vorinstanzliche Beurteilung der Glaubhaftigkeit der Aussagen der Beschwerdeführer unter Willkürgesichtspunkten insgesamt vertretbar. Der Einwand der Beschwerdeführer, die Glaubwürdigkeit des Beschwerdegegners und dessen Bruders sei in Zweifel zu ziehen, da insbesondere der Bruder vermeide zuzugeben, dass er eine Vorgesetztenfunktion inne gehabt habe und der Beschwerdegegner Hilfsarbeiter gewesen sei, geht an der Sache vorbei. Die Vorinstanz hält nirgends fest, der Beschwerdegegner sei nicht Hilfsarbeiter beziehungsweise Handlanger gewesen. Vielmehr geht sie davon aus, dass auch diese im Verlaufe der Zeit sukzessive weitere Arbeiten ausführen dürften. Dass diese Feststellung schlechterdings unhaltbar ist, vermögen die Beschwerdeführer auch mit ihren weiteren Vorbringen nicht darzulegen. Gleiches gilt für den vorinstanzlichen Schluss, der Beschwerdegegner habe mit seiner selbstständigen Demontage des Gerüsts gegen keine betriebsinterne Weisung verstossen. Zwar weisen die Beschwerdeführer zutreffend darauf hin, dass die Zeugen angaben, ein Hilfsarbeiter dürfe nur auf Geheiss das Gerüst besteigen, sofern auch der Chefmonteur oben sei. Dies führt jedoch nicht dazu, dass die vorinstanzliche Feststellung, der Beschwerdegegner sei in seiner Entwicklung vom Hilfsarbeiter/Handlanger zum Chefmonteur bereits fortgeschritten gewesen und habe das Gerüst selbstständig demontieren dürfen, aktenwidrig und damit willkürlich ist.