Citation: 8C_609/2020 E. 3

3. Die Vorinstanz hat nach einlässlicher Darstellung der Rechtsprechung, die zu Unfällen mit Hand- respektive Fingerverletzungen ergangen ist (vgl. die Praxisübersicht in E. 4.1.2 des Urteils 8C_77/2009 vom 4. Juni 2009, publ. in: SVR 2009 UV Nr. 57 S. 203), erkannt, dass das vorliegend zu beurteilende Ereignis als mittelschwerer Unfall im engeren Sinn zu betrachten sei. Das ehemalige Eidgenössische Versicherungsgericht (EVG; heute: Schweizerisches Bundesgericht) habe etwa ein Geschehen als schweren Fall im mittleren Bereich eingestuft, bei dem der versicherten Person die Finger drei bis fünf durch ein laufendes Fräsblatt vollständig abgetrennt worden seien (RKUV 1999 Nr. U 346 S. 428, U 280/97 E. 2b/bb). In einem anderen Fall seien der versicherten Person beim Hantieren mit einer rotierenden Kehlmaschine die Finger eins bis drei total sowie die Finger vier und fünf subtotal amputiert worden, was auch als schweren Fall im mittleren Bereich qualifiziert worden sei (vgl. das in SVR 2009 UV Nr. 57 S. 203, 8C_77/2009 E. 4.1.2 wiedergegebene Urteil des EVG U 233/95 vom 13. Juni 1996 E. 3b). Weiter wies das kantonale Gericht unter anderem auf das Urteil des EVG U 38/99 vom 7. Mai 2001 E. 2a hin, wonach der versicherten Person der zweite und der vierte Finger auf Höhe der Mittelgelenke und der fünfte Finger auf Höhe der Endphalanx durch ein Stahlseil beim Holzführen abgetrennt worden seien, was als mittelschwerer Unfall im engeren Sinn beurteilt worden sei. Dieser Sachverhalt sei mit dem vorliegend zu beurteilenden am besten vergleichbar, seien doch der zweite und vierte Finger nicht vollständig amputiert worden und der Mittelfinger habe replantiert werden können, womit sämtliche Finger mindestens noch teilweise erhalten geblieben seien. Daher sei von einem geringeren Funktionsausfall als bei einer Totalamputation mehrerer Finger ohne Möglichkeit einer Replantation auszugehen.