Citation: 6B_582/2014 E. 2.6.4

2.6.4. Schliesslich verrechnete der Beschwerdeführer ein Willensvollstreckerhonorar im Betrage von Fr. 43'020.--, was die Vorinstanz im Umfang von Fr. 18'903.15 als strafrechtlich nicht vorwerfbar wertete (oben E. 1.3.4). Der Beschwerdeführer ist gegenüber den Erbinnen auskunfts- und abrechnungspflichtig (ausführlich Urteil 4A_547/2009 vom 27. April 2010 E. 4). Er hat eine Schlussabrechnung zu erstellen. Der Anspruch der Erbinnen ist zivilrechtlicher Natur. Das Bezirksgericht nahm im Aufsichtsverfahren an, dass der Beschwerdeführer seiner Rechenschaftspflicht nicht nachgekommen war (oben Bst. B). Auch die Vorinstanz kommt zu diesem Ergebnis. Sie nimmt sodann gleichsam an, der Beschwerdeführer habe teilweise mit strafbarem und teilweise mit nicht strafbarem Vorsatz die "Provisorische Zwischenabrechnung Willensvollstrecker-Honorar per 9.2.2006" (act. HD 5/4/1) erstellt, insofern sie berechtigte und unberechtigte Honorar- und Aufwandforderungen feststellt. Der Beschwerdeführer wies auf den vorläufigen Charakter der Unterlagen hin. Deren Rechtsnatur ist nicht geklärt, so dass nicht ohne Weiteres auf dieser Grundlage ein Schuldspruch ergehen kann. Die Zwischenabrechnung enthält auch Aufwendungen für die erwähnten Vergleichsverhandlungen. Es ist verständlich, wenn der Beschwerdeführer die von den Erbinnen oder der Erbengemeinschaft geforderte Rechenschaftsablegung für Tätigkeiten zu Lebzeiten des Erblasser im damaligen Honorar nicht als inbegriffen betrachtete. Inbegriffen war die Rechenschaftsablegung gegenüber dem Erblasser nach dessen damaligen Bedingungen. Die Erbinnen haben gegenüber dem Willensvollstrecker und dieser gegenüber den Erbinnen eine Auskunftspflicht ( KÜNZLE, a.a.O., S. 199 und 200). Davon zu unterscheiden ist die Rechenschaftspflicht für Tätigkeiten des Beschwerdeführers zu Lebzeiten des Erblassers. Wie bereits das Bezirksgericht im Aufsichtsverfahren ausführte, ging die Rechenschaftspflicht (Art. 400 OR) mit dem Tod des Erblassers an die Erbinnen über (Art. 560 ZGB). Wesentlich ist aber, dass die Erbengemeinschaft eine (erneute) Rechenschaft forderte und den entsprechenden Auftrag erteilte. Der Beschwerdeführer konnte daher durchaus annehmen, die Aufwendungen seien von der Erbengemeinschaft als Auftraggeberin zu honorieren (Art. 402 OR).