Citation: I 590/03 28.06.2004 E. 4

4.1 Die 1955 geborene Beschwerdeführerin absolvierte von 1971 bis 1973 eine Lehre als Parfümerieverkäuferin in Z.________. Anschliessend arbeitete sie mit Ausnahme eines dreimonatigen Sprachaufenthaltes bis zu ihrer Heirat 1978 im L.________ in A.________. In den Jahren 1979 und 1982 kamen ihr Sohn und ihre Tochter zur Welt. Gemäss IK-Auszug war sie bis zur Geburt des zweiten Kindes stets einer Teilzeitbeschäftigung nachgegangen, welche sie in der Folge erst 1994 wieder in grösserem Umfang regelmässig aufnahm. Nach ihrer Scheidung im März 1998 arbeitete sie vom 1. April 1998 bis 30. April 2000 während 26 Stunden wöchentlich als Verkäuferin bei der Firma B.________ in Z.________, woraus sich angesichts einer betrieblichen Gesamtarbeitszeit von 44 Wochenstunden (Arbeitgeberbericht vom 8. Februar 2003) ein Pensum von 60 % ergibt. Anschliessend bezog sie auf der Basis einer 60 %igen Vermittlungsfähigkeit vom 1. Mai bis 31. Juli 2000 Arbeitslosenentschädigung. Seit dem 1. August 2000 arbeitet sie vier Tage pro Woche à 5,5 Stunden bzw. - in Anbetracht einer Normalarbeitszeit von 41 Stunden (Arbeitgeberbericht vom 13. Juni 2002) - als Kassiererin zu einem Pensum von knapp 54 % - bei Bedarf mehr - in der Manor Filiale in Chur. Ihre beiden Kinder, welche sich laut Abklärungsbericht Haushalt vom 14. November 2002 im damaligen Zeitpunkt noch in Ausbildung befanden, wohnen bei der Beschwerdeführerin, wobei der Sohn, welcher der Versicherten monatlich Fr. 500.- an Unterkunft und Verpflegung entrichtete, zufolge den Angaben in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde auf den 1. Oktober 2003 aus dem gemeinsamen Haushalt ausgezogen ist. Dem Scheidungsurteil des Bezirksgerichts P.________ vom 10./20. März 1998 ist sodann zu entnehmen, dass der geschiedene Ehegatte sich verpflichtete, für die Dauer von fünf Jahren ab Rechtskraft des Urteils einen monatlichen Unterhaltsbeitrag von Fr. 900.- an die Beschwerdeführerin sowie - bis zur Volljährigkeit bzw. bis zum Abschluss der ordentlichen Ausbildung - von Fr. 800.- an die Tochter zu bezahlen. 4.2 Vor diesem familiären und beruflichen Hintergrund erhellt, dass die Beschwerdeführerin abgesehen von der intensivsten Kinderbetreuungsphase in den Jahren 1982 bis 1994 stets zumindest teilzeitlich gearbeitet hat. Aus den Akten - insbesondere den Auskünften der Stadtverwaltung Z.________ vom 10. September 2002 und 11. Februar 2003 - ist ferner ersichtlich, dass der geschiedene Ehemann seinen Unterhaltsverpflichtungen, namentlich gegenüber der Versicherten, nur unregelmässig nachgekommen und die Beschwerdeführerin wiederholt finanziell von ihrer Mutter unterstützt worden ist. Entgegen der Auffassung von Vorinstanz und Verwaltung lassen diese objektiven Faktoren sowie der Umstand, dass die Versicherte seit mindestens 1998 (Berichte des Dr. med. K.________ vom 2. August 2000 und des Dr. med. G.________ vom 30. Juni 2002) an erheblicheren Rückenproblemen leidet, durchaus Rückschlüsse auf eine ohne gesundheitliche Beeinträchtigungen vollzeitliche Erwerbstätigkeit zu, wie dies seitens Beschwerdeführerin sowohl im Vorbescheid- und Einspracheverfahren wie auch im kantonalen Beschwerdeprozess und vor dem Eidgenössischen Versicherungsgericht mehrfach nachdrücklich geltend gemacht worden ist. Namentlich die Tatsache, dass die ihr geschuldeten Unterhaltszahlungen - wenn überhaupt - nur schleppend eintrafen, sie somit also nicht darauf vertrauen konnte, und die Kinder im hier massgeblichen Zeitraum bereits erwachsen und damit nicht mehr betreuungs- und erziehungsbedürftig waren, lassen die Annahme einer im Gesundheitsfall 100 %igen Erwerbstätigkeit nachvollziehbar erscheinen. Zu beachten ist ferner, dass die Rechtsprechung des Bundesgerichts im Zusammenhang mit dem nachehelichen Unterhaltsanspruch gemäss altArt. 151 Abs. 1 ZGB (in der bis 31. Dezember 1999 geltenden Fassung; nunmehr Art. 125 Abs. 1 ZGB) davon ausgeht, dass es einer geschiedenen Ehefrau, die - wie die Beschwerdeführerin - im Zeitpunkt der Scheidung noch nicht 45 Jahre alt und nur eine relativ kurze Zeitspanne aus dem Erwerbsleben ausgeschieden war, grundsätzlich möglich und zumutbar ist, in Berücksichtigung der weiterdauernden Kinderbetreuung im Rahmen einer Teilzeitarbeit in das Erwerbsleben zurückzukehren und ihre Erwerbstätigkeit, nachdem das jüngste Kind das 16. Altersjahr zurückgelegt hat, weiter auszubauen und wieder wirtschaftliche Selbstständigkeit zu erlangen(BGE 115 II 9 ff. Erw. 3c und 4; nicht veröffentlichtes Urteil P. vom 4. Januar 1996, I 300/95, Erw. 2b mit weiteren Hinweisen). Die Tochter der Beschwerdeführerin hat 1998 - im Jahr der Scheidung - das 16. Altersjahr vollendet, sodass von der Versicherten - bei voller Gesundheit, welche gerade ab diesem Zeitpunkt aber eben nicht mehr gegeben war - die Ausweitung ihres bisherigen Teilpensums auf eine Vollzeitbeschäftigung auch im Lichte der zuvor aufgeführten Grundsätze hätte erwartet werden dürfen und ihr auch zumutbar gewesen wäre. Auf Grund der gesamten Umstände ist somit nicht genügend wahrscheinlich, dass die Beschwerdeführerin ohne gesundheitliche Beeinträchtigungen weiterhin lediglich im Umfang von 60 % gearbeitet hätte. 4.3 Dem Abklärungsbericht Haushalt vom 14. November 2002, auf welchen das kantonale Gericht und die IV-Stelle zur Begründung ihrer Argumentation zur Hauptsache abstützen, ist unter Ziff. 2b auf die Frage, ob heute ohne Behinderung eine Erwerbstätigkeit ausgeübt würde, Folgendes zu entnehmen: "Ohne Behinderung würde Frau W.________, solange sie die Unterhaltszahlungen resp. die Alimente für die Tochter vom Ehemann erhält und der Sohn zu Hause wohnt, im Ausmass von 60 bis 70 % arbeiten", wobei die Ausübung einer Erwerbstätigkeit "von der finanziellen Situation" abhänge. Nach Art und Ausmass der Erwerbstätigkeit gefragt, gab die Versicherte an, ohne Behinderung im Verkauf im Rahmen von 25 Stunden pro Woche zu arbeiten. 4.3.1 Obgleich derartige im Verlauf des Abklärungsverfahrens gemachte Angaben praxisgemäss stärker zu gewichten sind als spätere, anders lautende Erklärungen, welche von Überlegungen sozialversicherungsrechtlicher Natur beeinflusst sein können (AHI 2000 S. 197 Erw. 2d; Erw. 3 des in RKUV 2001 Nr. U 437 S. 342 ff. auszugsweise publizierten Urteils C. vom 18. Juli 2001, U 430/00; Urteil Z. vom 2. September 2003, I 77/03, Erw. 3.2.3; vgl. auch BGE 121 V 47 Erw. 2a mit Hinweisen), kann darauf vorliegend nicht ohne weiteres abgestellt werden. Neben den hievor aufgezeigten persönlichen und beruflichen Verhältnissen sprechen auch andere Indizien gegen eine unbesehene Übernahme der Darstellung. Zum einen opponierte die Versicherte den diesbezüglichen, nicht unterschriftlich bestätigten Angaben im Abklärungsbericht - wie bereits dargelegt (vgl. Erw. 4.2 hievor) - umgehend nach Kenntnisnahme, d.h. bereits anlässlich ihrer Besprechung vom 3. Januar 2003 mit einem Mitarbeiter der IV-Stelle auf Vorbescheid vom 6. Dezember 2002 hin, woran sie in der Folge sowohl im Einsprache- und kantonalen Beschwerdeverfahren wie auch in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde festhielt. Zum anderen geht auch aus diesen Äusserungen klar hervor, dass die Beschwerdeführerin das Ausmass ihrer Erwerbstätigkeit stets von ihrer finanziellen Lage abhängig gemacht hat. Da diese jedoch, wie in Erw. 4.2 gezeigt, stets sehr unsicher war, können die im Abklärungsbericht enthaltenen Stunden- bzw. Prozentangaben nicht unbesehen als massgeblich erachtet werden. Vielmehr sind sie in einen Gesamtzusammenhang zu stellen und entsprechend zu würdigen. 4.4 In Berücksichtigung sämtlicher Tatsachen ist somit davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin ohne gesundheitliche Beeinträchtigungen einer vollzeitlichen Erwerbstätigkeit nachgehen würde. Demzufolge kommt zur Bemessung des Invaliditätsgrades die Methode des Einkommensvergleichs (vgl. Erw. 2.2 hievor) zur Anwendung.