Citation: 8C_446/2007 28.12.2007 E. 5

Streitig ist des Weiteren die Unfallkausalität der geklagten Kopfschmerzen und zervikothorakalen Beschwerden. 5.1 Der Beschwerdeführer macht zunächst geltend, es lägen organische Unfallfolgen in Form einer milden traumatischen Hirnverletzung (MTBI) vor. Er beruft sich dabei auf den beim Neurologen Dr. med. E.________ eingeholten Bericht vom 16. Juni 2006, worin ausgeführt wird, bei den Unfällen vom 22. August und 16. September 1999 sei es zu einer HWS-Distorsion sowie einer milden traumatischen Hirnverletzung gekommen; als Folge dieser Verletzungsmechanismen bestehe auch heute noch ein linksbetontes, zumindest mässig ausgeprägtes, insbesondere oberes Zervikalsyndrom mit zerviko-zephalen Beschwerden, "migraine cervicale" sowie leichten Schwindelbeschwerden; das Zervikalsyndrom sei anhand der klinischen Untersuchung eindeutig abgrenzbar und es bestehe eine deutliche Einschränkung der Rotation bei Inklination auf beide Seiten. Bezüglich der geklagten kognitiven Störungen (Konzentrationsstörungen, Vergesslichkeit) wird ausgeführt, diese dürften gemischter Ursache sein; einerseits bestehe ein Zustand nach milder traumatischer Hirnverletzung, andererseits ergäben sich aber auch eindeutig Elemente für Schmerz- und seelische Interferenzen. 5.2 Bezüglich des Zervikalsyndroms liessen sich weder Läsionen noch relevante neurologische Befunde nachweisen. Auch das am 22. Januar 2000 in der Klinik Y.________ durchgeführte kranio-zerebrale Kernspintomogramm ergab keine Hinweise auf posttraumatische Veränderungen; ebenso wenig das kranio-zerebrale und orbitale Tomogramm vom 10. November 2003 sowie das vertebro-spinale Tomogramm vom 6. Januar 2004, welches ausser leichten degenerativen Veränderungen normale Befunde zeigte (Bericht des Spitals X.________ vom 20. Januar 2004). Das von Dr. med. E.________ klinisch festgestellte Zervikalsyndrom und die Bewegungseinschränkung der HWS bilden für sich allein keine objektiv nachweisbaren Unfallfolgen (Urteil U 39/06 vom 3. November 2006, E. 3.1). Eine solche stellt auch die diagnostizierte MTBI nicht dar, zumal Dr. med. E.________ bei einer elektroenzephalographischen Untersuchung keine wesentlichen Befunde erheben konnte. Im Übrigen ist fraglich, ob die Diagnose einer MTBI als gesichert gelten kann, setzt sie nach allgemein anerkannter Lehrmeinung doch entweder eine Episode von Bewusstlosigkeit oder einen Gedächtnisverlust für Ereignisse unmittelbar vor oder nach dem Unfall, zumindest aber eine Bewusstseinstrübung (etwa ein Benommenheitsgefühl, eine Desorientierung) im Zeitpunkt der Verletzung voraus (Adrian M. Siegel, Neurologisches Beschwerdebild nach Beschleunigungsverletzung der Halswirbelsäule, in: Die neurologische Begutachtung, Zürich 2004, S. 166, Tabelle 9, mit bibliographischen Hinweisen). Ob diese Voraussetzungen erfüllt sind, ist fraglich. Zwar hat der Beschwerdeführer bei der Befragung durch den Aussendienstmitarbeiter der SUVA am 28. Oktober 1999 angegeben, beim zweiten Unfall einen Moment benommen oder gar bewusstlos gewesen zu sein. Gegenüber den Ärzten des Spitals X.________ präzisierte er, es sei zu einer kurzen Orientierungslosigkeit von ein paar Sekunden, aber zu keiner Bewusstlosigkeit gekommen (Bericht vom 20. Januar 2004). Im Bericht des Dr. med. U.________ vom 16. Juni 2006 ist anamnestisch erstmals von einer Erinnerungslücke die Rede. Das Vorliegen einer Amnesie war von Dr. med. L.________ unmittelbar nach dem Unfall vom 16. September 1999 aber verneint worden. Nach Angaben des Beschwerdeführers wurde sein Kopf bei der Kollision gegen die Kopfstütze geschlagen, ein Kopfanprall bei der anschliessenden Beschleunigung nach vorne hat nicht stattgefunden. Soweit bei dieser Sachlage überhaupt davon ausgegangen werden kann, dass es beim Unfall vom 16. September 1999 zu einem Schädel-Hirntrauma mit MTBI gekommen ist, hat dieses jedenfalls zu keinen objektiv (hinreichend) nachweisbaren organischen Unfallfolgen geführt. Zu weiteren Abklärungen, einschliesslich der von Dr. med. U.________ vorgeschlagenen PET-Untersuchung, besteht kein Anlass.