Citation: 5A_966/2021 E. 5.2

5.2. Die Beschwerdeführer bestreiten, dass es für die Frage der Ausgleichungspflicht darauf ankomme, ob eine Schenkung oder ein Darlehen vorliegt, das zufolge Konkurses zu Verlust kam oder aufgrund der Ausschlagung des Nachlasses als Forderung erloschen ist. Als Schulderlass einzustufen und zur Ausgleichung zu bringen seien auch "faktische Schulderlässe über Konkursverfahren mit Ausstellung von Verlustscheinen, die anschliessend unter dem Vorbehalt des neuen Vermögens stehen bzw. die Ausschlagung eines überschuldeten Nachlasses, was zum vollständigen Untergang des Anspruchs führt". Ausgleichungsrechtlich seien - abweichende Verfügungen des Erblassers vorbehalten - alle Varianten des Forderungsuntergangs als Vorempfang zu qualifizieren. Sofern dennoch entscheidend sei, ob eine Schenkung (bzw. ein Schuldenerlass) oder ein Darlehen vorliege, sei festzuhalten, dass Indizien für beide Varianten gegeben seien. Unumstössliche Beweise (zum Beispiel schriftliche Verträge) seien nicht vorhanden. Die Erblasserin habe ihrem Sohn einfach helfen wollen, ohne dass sie sich Gedanken zur rechtlichen Qualifikation der fraglichen Rechtsgeschäfte gemacht habe. Dies sei das typische Verhalten einer Mutter, die ihrem Sohn helfen wolle, der sein Leben nicht im Griff habe und hilfsbedürftig sei. Eine Benachteiligung der anderen Kinder habe die Erblassein nicht gewollt. Andernfalls hätte sie die Nachkommen von F.A.________ nicht testamentarisch auf den Pflichtteil gesetzt. Die Vorinstanz vernachlässige die aufgezeigten Indizien und argumentiere formaljuristisch, indem sie den Beschwerdeführern den in der gegebenen Situation unmöglichen Nachweis einer Schenkungsabsicht auferlege. Aufgrund der Aktenlage liege "auf den heutigen Zeitpunkt" ein Schulderlass ebenso nahe wie ein Darlehen. Es sei auch wahrscheinlich, dass die Mutter die Beträge zuerst als Darlehen ausgerichtet habe, sich beim Konkurs von F.A.________ dann aber entschlossen habe, ihm diese Beträge nachträglich zu erlassen. Damit läge ein Schulderlass gemäss der Art. 626 ZGB vor.