Citation: 5P.444/2002 06.02.2003 E. 5

Dem Kantonsgericht haben zur Beurteilung der Urteilsfähigkeit der Erblasserin zwei Gutachten vorgelegen, nämlich ein postmortales Gutachten von G-A.________ sowie die graphologische Begutachtung durch den diplomierten Psychologen, Psychotherapeuten und Graphologen G-B.________. Auf das postmortale Gutachten hat das Kantonsgericht nicht entscheidend abgestellt, nachdem der Beschwerdeführer gegenüber dem Gutachter Vorbehalte angemeldet und die Einholung eines Obergutachtens beantragt hatte (S. 7). Es hat das Gutachten nur berücksichtigt, um das aus den Zeugenaussagen gewonnene Beweisergebnis in psychiatrischer Hinsicht zu deuten (S. 19/20). Der Beschwerdeführer beanstandet es nicht, dass das Kantonsgericht auf die allgemeinen Ausführungen des Gutachtens (vorab S. 8) abgestellt hat. Soweit er im Zusammenhang mit der Würdigung der Zeugenaussagen mehrfach auf fallbezogene Mängel des Gutachtens hinweist (S. 10 der Beschwerdeschrift), ist das für den Verfahrensausgang ohne Belang. Anders als Schriftgutachten zu Identifizierungszwecken werden graphologische Gutachten zur Beurteilung charakterlicher oder sonstiger Eigenschaften einer vom Gericht zu beurteilenden Person offenbar kaum oder nur mit Zurückhaltung verwendet (vgl. Wolf, Graphologie und Rechtsordnung, ZBJV 86/1950 S. 1 ff., S. 35). In diesem Sinn hat das Kantonsgericht das Gutachten in freier Beweiswürdigung nur als Hilfsmittel zur Überprüfung des bereits aus anderen Beweismitteln gewonnenen Ergebnisses betrachtet. Auf Grund der zur Verfügung gestellten Schriften hat der Gutachter festgehalten, die Erblasserin habe an deutlichen Altersbeschwerden gelitten, die sich in einer reduzierten geistigen und körperlichen Leistungsfähigkeit sowie in einer verminderten persönlichen Flexibilität und Belastbarkeit geäussert hätten. Nach Auffassung des Gutachters dürften die Altersbeschwerden sich schon vor Ende 1994 gezeigt und bereits deutliche Formen angenommen haben, als das Testament erstellt wurde (E. 3b S. 20 des angefochtenen Urteils; Begutachtung, S. 13). Soweit der Beschwerdeführer aus dem Gutachten andere Schlüsse zieht, ohne auf die "Zusammenfassende Schlussfolgerung" einzugehen, auf die sich das Kantonsgericht gestützt hat, vermag er Willkür nicht aufzuzeigen (vgl. S. 14 der Beschwerdeschrift). Es kann deshalb nicht beanstandet werden, dass das Kantonsgericht sich durch die "Graphologische Begutachtung" in seiner Überzeugung bestärkt gesehen hat, die Erblasserin sei in ihren intellektuellen Funktionen so weit eingeschränkt gewesen, dass sie die Folgen ihres Handelns nicht mehr genügend abzusehen vermocht habe (E. 3b S. 20).