Citation: 6B_1208/2022 E. 1.2.2

1.2.2. Die Vorinstanz erachtet den qualifizierten Tatbestand der versuchten Vergewaltigung gemäss Art. 190 Abs. 3 StGB als erstellt. Sie erwägt, aufgrund der glaubhaften Aussagen der Geschädigten stehe fest, dass sie der Beschwerdeführer mit einer offenen, spitzen Schere mit einer Klingenlänge von ca. 7 Zentimeter bedroht habe. Dadurch habe die konkrete Gefahr einer schweren Körperverletzung bestanden. Der Beschwerdeführer habe die Geschädigte mit dem Rücken auf ihr Bett gedrückt. Sie habe sich gewehrt, indem sie geschrien, ihn weggestossen und gekratzt habe. Daraufhin habe er eine Schere vom Schreibtisch ergriffen, diese geöffnet und mit frei liegenden Klingen über den Kopf der Geschädigten gehalten und "shut up" gesagt. Hierauf habe die Geschädigte aufgehört sich zu wehren und der Beschwerdeführer habe versucht, mit seinem Penis vaginal in sie einzudringen. Er habe die Schere während des gesamten Vorfalls immer wieder geöffnet über den Kopf der Geschädigten hoch gehalten, wenn sie sich gewehrt habe und jeweils aufgehört, sobald sie keinen Widerstand mehr geleistet habe. Die Geschädigte habe grosse Angst gehabt, der Beschwerdeführer könnte sie mit der Schere verletzen und sie habe ihn mehrmals angefleht, ihr nicht weh zu tun. Angesichts des dynamischen Geschehens, in welchem sich die Geschädigte körperlich gegen den Beschwerdeführer zur Wehr gesetzt habe, sodass kräftige und ruckartige Bewegungen erfolgt seien, sowie durch die Positionierung der offenen Schere über dem Kopf der Geschädigten habe eine konkrete Gefahr erheblicher Schnitt- oder Stichverletzungen im Kopf-, Hals- und Brustbereich bestanden. Dies insbesondere, weil sich der Beschwerdeführer mit der Schere über ihr befunden habe und dadurch mit der gesamten Kraft seines Körpergewichts hätte auf sie einwirken können. Ausserdem seien sowohl er als auch die Geschädigte alkoholisiert gewesen, was die Unberechenbarkeit ihrer Bewegungen erhöht habe. Der Beschwerdeführer habe daher einen gefährlichen Gegenstand verwendet und den qualifizierten Tatbestand erfüllt. Dass er die Geschädigte jeweils als Reaktion auf ihre Gegenwehr mit der Schere bedroht habe, um ihren Widerstand zu brechen, entlaste ihn nicht.