Citation: 6B_468/2017 E. 2.4

2.4. Der Beschwerdeführer behauptet, die Aussagen der Zeugen seien "physikalisch unmöglich". Berechnungen sind indessen nur so präzise wie die verwendeten Ausgangsdaten (Urteil 1P.227/2006 vom 30. Juni 2006 E. 4). Die Vorinstanz setzt sich damit im Urteil nicht auseinander. Sie stellt auf die ihrer Beurteilung nach glaubhaften Zeugenaussagen ab (unter Verweisung auf das erstinstanzliche Urteil S. 5-10). Die Erstinstanz berechnete überdies den Überholweg gestützt auf das Urteil 6B_104/2015 vom 20. August 2015 (zu diesem Urteil ANDREAS A. ROTH, Rechtsprechung unter der Lupe, in: Strassenverkehr, 1/2016 S. 32). Sie kam unter Zugrundelegung der Angaben in den Aussagen zum Ergebnis, dass die Bedingungen für ein Überholen im Sinne von Art. 35 Abs. 2 SVG bei weitem nicht gegeben waren, und hielt fest, bestünden nur schon Zweifel an der Möglichkeit des regelkonformen Überholens, sei es zu unterlassen (mit Hinweis auf Urteil 4A_76/2009 vom 6. April 2009 E. 4.3). Zeugenaussagen sind vollgültige Beweismittel. Zeuge ist eine an der Begehung einer Straftat nicht beteiligte Person, die der Aufklärung dienende Aussagen machen kann und nicht Auskunftsperson ist (Art. 162 StPO). Die zeugnisfähige Person ist nach Art. 163 Abs. 2 StPO zum wahrheitsgemässen Zeugnis verpflichtet (Art. 307 Abs. 1 StGB). Die Überzeugungskraft beurteilt sich im konkreten Fall aufgrund der "inneren Autorität" der Zeugenaussage (Urteil 6B_457/2016 vom 23. Februar 2017 E. 2.3, zit. ANDREAS DONATSCH, in: Donatsch/Hansjakob/Lieber, Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 2. Aufl. 2014, N. 13 zu Art. 162 StPO). Es ist Aufgabe des Richters, die Qualität und Validität der konkreten Aussagen zu beurteilen (DONATSCH, a.a.O., N. 16 zu Art. 162 StPO). In casu handelt es sich um den alltäglichen Sachverhalt eines Überholmanövers. Es liegen dazu zwei übereinstimmende Zeugenaussagen von Berufschauffeuren aus unmittelbarer, augenscheinlicher Wahrnehmung vor. Es kommt zunächst darauf an, ob die Zeugenaussagen glaubhaft sind. Das ist eine Frage der Beweiswürdigung. Die Vorinstanz bejaht die Frage willkürfrei. Für eine Falschaussage der beiden LKW-Fahrer sind keine Anhaltspunkte ersichtlich. Die Beweiswürdigung erfolgt aufgrund der gesamten Akten. Dass die Vorinstanz indiziell auch die act. 71 und 76 heranzieht, verletzt weder die Unschuldsvermutung noch das Gehörsrecht oder die Verfahrensfairness. Auf die physikalischen Hypothesen ist nicht mehr einzutreten.