Citation: 2C_1158/2012 E. 1.2.3

1.2.3. Bei der Kirchensteuer handelt es sich um eine nicht harmonisierte (Art. 129 Abs. 1 BV; Art. 1 und 2 StHG e contrario) und damit rein kantonalrechtliche Steuerart (vgl. die Übersicht in: Raimund Süess/Christian R. Tappenbeck/René Pahud de Mortanges, Die Kirchensteuern juristischer Personen in der Schweiz, 2013). Steuerveranlagung und Steuerbezug erfolgen im Kanton Thurgau in zwei separaten Verfahren. Während die Veranlagung zu einer Veranlagungsverfügung der Veranlagungsbehörde führt (§ 142 Ziff. 4 i.V.m. § 163 Abs. 1 des Gesetzes [des Kantons Thurgau] vom 14. September 1992 über die Staats- und Gemeindesteuern [StG/TG; RB 640.1]), mündet der Bezug in eine Schlussrechnung der Bezugsbehörde. Diese wird den steuerpflichtigen Personen nach Vornahme der Veranlagung zugestellt (§ 188a Abs. 1 StG/TG). Gegen die Schlussrechnung kann bei der Bezugsbehörde Einsprache erhoben werden (§ 191a Abs. 1 StG/TG). In der Folge unterliegen die Einspracheentscheide der Bezugsbehörden dem Rekurs an die Steuerrekurskommission; deren Entscheid ist endgültig (§ 191a Abs. 2 StG/TG). Der einstufige gerichtliche Instanzenzug für das Steuerbezugsverfahren des Kantons Thurgau ist vor dem Hintergrund von Art. 50 Abs. 3 StHG nicht zu beanstanden, selbst wenn das Gesetz gegenüber der Veranlagungsverfügung (§ 176 Abs. 1 StG/TG) zwei gerichtliche Instanzen vorsieht (vgl. die Urteile 2C_793/2012 vom 20. November 2012 E. 1.2.2 betreffend das Sicherstellungsverfahren gemäss Art. 169 Abs. 3 i.V.m. Art. 146 DBG und § 181 Abs. 3 des Steuergesetzes [des Kantons Zürich] vom 8. Juni 1997 [StG/ZH; LS 631.1]; 2C_589/2011 vom 17. November 2011 E. 1.3 zum Erlassverfahren gemäss § 231 Abs. 3 und 4 des Steuergesetzes [des Kantons Aargau] vom 15. Dezember 1998 [StG/AG; SAR 651.100]). Die Vorgaben von Art. 110 BGG sind eingehalten (§ 47 des Gesetzes [des Kantons Thurgau] über die Verwaltungsrechtspflege [VRG/TG; RB 170.1]). Der streitbetroffene Entscheid der Steuerrekurskommission des Kantons Thurgau zum Bezug der Kirchensteuer kann damit unmittelbar beim Bundesgericht angefochten werden.