Citation: 9C_348/2024 E. 4.2.1

4.2.1. Im Kanton Zürich obliegt den Gemeinden die unmittelbare Aufsicht und Kontrolle über die Einhaltung der Gewässerschutzbestimmungen des Bundes und des Kantons sowie der gestützt darauf erlassenen Verfügungen (§ 7 Abs. 1 des Einführungsgesetzes des Kantons Zürich vom 8. Dezember 1974 zum Gewässerschutzgesetz, EG GSchG/ZH; LS 711.1). Sie sind dabei - gemäss Abs. 2 der Norm - insbesondere zuständig für die Kontrolle des ordnungsgemässen Betriebs und Unterhalts von Anlagen und Einrichtungen zum Schutz der Gewässer (lit. d) sowie für den Erlass kommunaler Kanalisations- und Gebührenverordnungen (lit. e). Die Gemeinden haben zur Ableitung und Reinigung der Abwässer ein öffentliches Kanalnetz mit den nötigen zentralen Reinigungsanlagen entsprechend den Forderungen eines zeitgemässen Gewässerschutzes und nach Massgabe der örtlichen Bedürfnisse zu erstellen, zu verbessern, zu unterhalten und zu betreiben (§ 15 Abs. 1 Satz 1 EG GSchG/ZH). Sie sind nach § 9 Abs. 1 der Verordnung des Regierungsrats des Kantons Zürich vom 22. Januar 1975 über den Gewässerschutz (Gewässerschutzverordnung, KGSchV/ZH; LS 711.11) verantwortlich für den systematischen Ausbau des Kanalnetzes mit den dazugehörenden Spezialbauwerken nach Massgabe des generellen Entwässerungsplanes (lit. a), den Bau und Ausbau der zentralen Abwasserreinigungsanlagen (lit. b) sowie den Bau der öffentlichen Sanierungsleitungen ausserhalb des Baugebiets (lit. c). Sie dimensionieren nach Abs. 2 die Hauptleitungen und die zentralen Anlagen nach dem generellen Entwässerungsplan, wobei sie bei Mischsystemen zusätzlich Areale als Beizugsgebiet für die Bemessung der Leitungskaliber berücksichtigen können, und sie erstellen - so Abs. 3 der Bestimmung - die Sanierungsleitungen ausserhalb der Bauzonen in der Regel als öffentliche Abwasseranlagen, wenn mehr als dreissig Einwohner oder Einwohnergleichwerte davon erfasst werden. Liegt ein besonderes öffentliches Interesse vor oder sind die Eigentümer von Sanierungsobjekten in schlechter wirtschaftlicher Lage, erstellen die Gemeinden auch für kleinere Sanierungsgebiete öffentliche Abwasseranlagen. Laut § 45 EG GSchG/ZH erheben die Gemeinden für die Benützung der öffentlichen Abwasser- und Abfallbeseitigungsanlagen kostendeckende Gebühren (Abs. 1). Die Gebühren decken die nach Abzug allfälliger Bundes- und Staatsbeiträge verbleibenden Kosten für Bau, Betrieb, Unterhalt, Verzinsung und Abschreibung der Anlagen sowie die übrigen Kosten der Abwasserbeseitigung (Abs. 2).