Citation: 2A.370/2000 16.11.2000 E. 6

6.- a) Die Vorinstanz hat ausführlich dargelegt, dass und weshalb das Verschulden des Beschwerdeführers sehr schwer wiegt. Die Taten waren genau geplant, wobei dem Beschwerdeführer bei der Beschlussfassung eine wesentliche Rolle zukam. Bei der Ausführung der Delikte wurde in erheblichem Masse und mit grosser Rücksichtslosigkeit Gewalt angewendet. Der Beschwerdeführer zeichnete sich auch durch seine Gefühlskälte aus. Das Bewusstsein des Beschwerdeführers und seine Fähigkeit, das Unrecht der Taten einzusehen, waren nicht beeinträchtigt. Mehrere fehlgeschlagene Versuche hielten ihn nicht von weiteren Taten ab. Schuldmildernde Gründe fallen nur geringfügig ins Gewicht. Der Beschwerdeführer wendet ein, die Vorinstanz lege die Massstäbe für Erwachsene an, wenn sie ihm vorwerfe, bei der Strafuntersuchung nicht sofort kooperativ mitgewirkt zu haben. Sodann sei ein unauffälliges Vorleben entgegen der Ansicht des Verwaltungsgerichts, welches dies nicht als schuldmindernd werte, gerade für Kinder der zweiten Ausländergeneration nicht selbstverständlich. Wie es sich damit verhält, kann indessen offen bleiben. So oder so handelt es sich lediglich um weniger gewichtige Gesichtspunkte, die jedenfalls nichts daran zu ändern vermögen, dass angesichts der Schwere der Straftaten, dem mit der Planung, Vorbereitung und Durchführung der Delikte verbundenen Verhalten und der dabei gezeigten kriminellen Energie des Beschwerdeführers von einem sehr schweren Verschulden auszugehen ist. b) Der Beschwerdeführer ist in der Schweiz geboren und aufgewachsen. Er fühlt sich den hiesigen Verhältnissen eindeutig enger verbunden als denjenigen in der Heimat, in welcher er nur vier bis fünf Ferienaufenthalte - zuletzt vor rund zehn Jahren - verbrachte. Seine Eltern und Geschwister leben in der Schweiz. In Jugoslawien/Montenegro hat er lediglich entferntere Verwandte, die er kaum kennt. Ebenso befindet sich sein Freundeskreis hier. Er spricht zwar die serbokroatische Sprache, kann sich darin aber im Unterschied zur deutschen Sprache nicht schriftlich ausdrücken. Im Zusammenhang mit der ihm auferlegten Massnahme profitiert er von einer Berufsausbildung als Metallbauschlosser, die er im Juni 2001 abschliessen können wird. Im Übrigen wird ihm von verschiedener Seite attestiert, sich in der Arbeitserziehungsanstalt gut gehalten und entwickelt zu haben. Er habe gelernt, mit Verantwortung umzugehen, und er habe sich - nicht zuletzt dank seiner sportlichen Aktivitäten - einen Freundeskreis aufgebaut. Die sportliche Betätigung scheint er nunmehr allerdings - im Hinblick auf die Vollendung der Berufsausbildung - aufgegeben oder zumindest vorübergehend eingestellt zu haben. Dennoch werden von allen Beteiligten die Rückfallgefahr als "äusserst gering" und die Resozialisierungschancen in der Schweiz als besser denn in seiner Heimat beurteilt. Es ist offensichtlich, dass eine Ausreise nach Jugoslawien/Montenegro für den Beschwerdeführer mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden wäre. In der Schweiz ist seine Ausgangslage in vielfacher - beruflicher, persönlicher, familiärer usw. - Hinsicht sicherlich günstiger. Dennoch gibt es keine Hinweise dafür, dass der Beschwerdeführer, wie er geltend macht, von seiner hier lebenden Familie, namentlich seinen Eltern, geradezu abhängig wäre. Dagegen spricht nur schon der Umstand, dass er nach Aufhebung der ihm auferlegten Massnahme im Raum Basel und nicht in der Nähe seiner Eltern leben möchte. Im Übrigen hat er nunmehr ein Alter erreicht, in dem er über eine gewisse Selbständigkeit verfügt, wozu auch die Persönlichkeitsbildung beigetragen hat, von der er in der Arbeitserziehungsanstalt profitieren konnte. In beruflicher Hinsicht kann ihm seine Ausbildung sodann auch in der Heimat von Nutzen sein. c) In familiärer Hinsicht ist noch zu beachten, dass der Beschwerdeführer seit Februar 2000 ein Kind schweizerischer Staatsangehörigkeit hat. Allerdings fällt dieser Gesichtspunkt nicht sehr stark ins Gewicht. Nachdem sich der Beschwerdeführer ursprünglich für eine Abtreibung ausgesprochen hatte und sich erst damit abfand, Vater zu werden, als seine schwangere Freundin von einer Abtreibung nichts wissen wollte, hat er sich auch seit der Geburt nicht sehr für sein Kind interessiert bzw. sich nicht weiter darum gekümmert. Er macht zwar geltend, inzwischen sei dies vor allem deshalb der Fall, weil die Mutter einen Kontakt zwischen Vater und Kind verhindere; dafür gibt es aber genauso wenig Belege wie für allfällige Bemühungen seinerseits. Selbst wenn die Beziehung zwischen Vater und Kind unter dem Schutz von Art. 13 BV und Art. 8 EMRK, worin das Familienleben garantiert wird, steht, kann jedenfalls nicht von einem intensiven und bedeutsamen Verhältnis ausgegangen werden. So wie die Beziehung heute gelebt wird, kann sie auch vom Heimatland des Beschwerdeführers aus weitergeführt werden. d) Eine zusammenfassende Würdigung aller Umstände ergibt, dass den Beschwerdeführer ein sehr schweres Verschulden trifft. Die Straftaten konzentrieren sich zwar auf einen Zeitraum von drei Monaten, und er hat sie als Jugendlicher begangen, dennoch handelt es sich um besonders schwerwiegende Delikte, die trotz geringer Rückfallgefahr und besserer Resozialisierungschancen in der Schweiz ein erhebliches sicherheitspolizeiliches Interesse an der Ausweisung des Beschwerdeführers begründen. Dem stehen zwar die grossen Schwierigkeiten gegenüber, die mit einer Ausreise des Beschwerdeführers als in der Schweiz geborener und aufgewachsener Ausländer, dessen nächste Angehörige hier leben, in sein Heimatland verbunden sind. Insgesamt verletzt es Bundesrecht aber nicht, die öffentlichen Interessen höher zu gewichten als die entgegenstehenden privaten Interessen des Beschwerdeführers. Dies gilt umso mehr, als sich das Verwaltungsgericht mit dem vorliegenden Fall eingehend und sorgfältig auseinander gesetzt hat und sich mit der mündlichen Anhörung des Beschwerdeführers ein unmittelbares Bild seiner Persönlichkeit machen konnte.