Citation: 5A_233/2022 E. 3.2

3.2. Anfechtbar sind gemäss Art. 288 SchKG alle Rechtshandlungen, welche der Schuldner innerhalb der letzten fünf Jahre vor der Pfändung oder Konkurseröffnung in der dem andern Teil erkennbaren Absicht vorgenommen hat, seine Gläubiger zu benachteiligen oder einzelne Gläubiger zum Nachteil anderer zu begünstigen. Die Anfechtungsklage dient der Wiedergutmachung eines den Gläubigern oder einem Teil davon zugefügten Nachteils. Sie setzt eine Gläubigerschädigung, die Schädigungsabsicht des Schuldners und die Erkennbarkeit der Schädigungsabsicht für den Dritten voraus (BGE 134 III 452 E. 2). Alle drei Voraussetzungen hat grundsätzlich zu beweisen, wer aus der Erfüllung des Tatbestandes gemäss Art. 288 SchKG Rechte ableitet (vgl. Art. 8 ZGB), in der Regel also der Anfechtungskläger. Der mit der Revision des Sanierungsrechts (Änderung vom 21. Juni 2013) neu eingeführte Abs. 2 von Art. 288 SchKG sieht bei der Anfechtung einer Handlung zugunsten einer "nahestehenden Person" indes eine Beweislastumkehr hinsichtlich der Erkennbarkeit der Schädigungsabsicht vor. Zu Recht hat die Vorinstanz das neue Recht als anwendbar erachtet, nachdem die Konkurseröffnung nach dessen Inkrafttreten, d.h. nach dem 1. Januar 2014, stattgefunden hat (Urteile 5A_171/2021 vom 24. August 2021 E. 4; 6B_886/2018 vom 31. Oktober 2018 E. 2.4.1; 5A_85/2015 vom 7. Mai 2015 E. 4.1; VOCK/GANZONI, in: Kommentar zum Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs SchKG, 4. Aufl. 2017, N. 8 zu Übergangsbestimmung der Änderung vom 21. Juni 2013; A. STAEHELIN/BOPP, in: Basler Kommentar, Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs, Bd. II, 3. Aufl. 2021, N. 39 zu Art. 285 SchKG).