Citation: 1C_342/2014 E. 5.4

5.4. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung verwirkt der Anspruch der Behörden auf Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands im Interesse der Rechtssicherheit grundsätzlich nach 30 Jahren, wobei sich aus Gründen des Vertrauensschutzes auch kürzere Verwirkungsfristen rechtfertigen können. Auf eine kürzere Verwirkungsfrist kann sich demnach nur berufen, wer selbst in gutem Glauben gehandelt hat (BGE 132 II 21 E. 6.2 S. 39). Wie vorstehend aufgezeigt wurde, hat die Beschwerdeführerin bzw. ihr Ehemann die Sichtschutzwände nicht gutgläubig errichtet (vgl. E. 2 hiervor). Die Beschwerdeführerin muss daher in Kauf nehmen, dass die Behörden aus grundsätzlichen Erwägungen, nämlich zum Schutz der Rechtsgleichheit, der baulichen Ordnung, dem Interesse an der Wiederherstellung des gesetzmässigen Zustands erhöhtes Gewicht beimessen und die ihr allenfalls erwachsenden Nachteile nicht oder nur in verringertem Masse berücksichtigen (BGE 132 II 21 E. 6.2 S. 39 f.). Die umstrittenen Sichtschutzwände sind von ihren Dimensionen und ihrer Ausgestaltung her auffällig und können vom öffentlichen Grund und von drei in der unmittelbaren Umgebung gelegenen Nachbarliegenschaften aus gesehen werden. Unter Berücksichtigung dieser kleinräumigen Verhältnisse besteht daran, dass die Sichtschutzwände den in der Kernzone geltenden erhöhten Ästhetikanforderungen entsprechen und das gewachsene Ortsbilds nicht beeinträchtigen, auch bei jahrelanger bisherigen Duldung, ein erhebliches öffentliches Interesse. Das entgegenstehende private Interesse an der Wahrung der Privatsphäre wiegt dagegen nicht schwer, da die bestehenden ästhetisch unbefriedigenden Sichtschutzwände gemäss der vorinstanzlichen Annahme durch (neue) dem Gebäude und der Umgebung angepasste Sichtschutzwände ersetzt werden können. Zudem lassen die umstrittenen Sichtschutzwände im Bereich des auf gleicher Höhe bestehenden Fensters des Nachbarhauses einen Zwischenraum von 1,95 m frei, womit die Wände bereits heute nur einen beschränkten Schutz der Privatsphäre bieten. Da die Wände während über 25 Jahren im Aussenbereich aufgestellt waren, weisen sie gemäss den bei den Akten befindlichen Fotos Alterserscheinungen auf. Demnach ist davon auszugehen, dass die Erstellungskosten weitgehend amortisiert werden konnten und der Beschwerdeführerin insoweit aus der langjährigen Untätigkeit der Behörden keine erheblichen Nachteile entstanden (vgl. Urteil 1C_718/2013 vom 20. März 2014 E. 5.5). Schliesslich ist unbestritten, dass der Abbruch der Wände keine hohen Kosten verursacht. Unter diesen Umständen hat das Verwaltungsgericht das Verhältnismässigkeitsprinzip nicht verletzt, wenn es zur Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands die erforderliche Entfernung der Sichtschutzwände als verhältnismässig ansah. Damit ist auch eine Verletzung der Eigentumsgarantie zu verneinen.