Citation: 6B_712/2020 E. 1.4.4

1.4.4. Der Beschwerdeführer hat schon im vorinstanzlichen Verfahren beanstandet, dass die Strafuntersuchung unter anderem gegen die Mitbeschuldigten C.________ und D.________ getrennt von seinem eigenen Verfahren geführt worden ist. Dies verletze den Grundsatz der Verfahrenseinheit bei Mittäterschaft oder Teilnahme (Art. 29 Abs. 1 lit. b StPO), weil keine sachlichen Gründe für eine Trennung der Verfahren gegeben seien (vgl. Art. 30 StPO; BGE 138 IV 214 E. 3.2; Urteile 6B_423/2021 vom 17. Februar 2022 E. 2.3, 6B_23/2021 vom 20. Juli 2021 E. 3.3). Die Vorinstanz geht davon aus, das Verfahren gegen D.________ sei nicht getrennt geführt, sondern lediglich mit unangefochtenem Strafbefehl separat abgeschlossen worden. Das Verfahren des Beschwerdeführers und dasjenige von C.________ wurden laut Vorinstanz getrennt geführt, weil diesem "diverse Straftaten zur Last gelegt worden sind und er sich ausserdem in Haft befunden hat, weshalb sein Verfahren vordringlich durchgeführt werden musste (Art. 5 Abs. 2 StPO) " (angefochtenes Urteil S. 10 E. 3.1.3). Schon im vorinstanzlichen Verfahren machte der Beschwerdeführer geltend, ein gemeinsam geführtes Verfahren hätte im Verfahren gegen C.________ keine untragbare Verzögerung bewirkt, zumal diesem ohnehin verschiedene weitere Delikte zur Last gelegt worden seien und ein schnellerer Verfahrensabschluss als bei ihm, dem Beschwerdeführer, nicht zu erwarten gewesen sei. Getrennt geführte Verfahren schränken die Teilnahme- und Informationsrechte von Mitbeschuldigten ein (BGE 141 IV 220 E. 4.5; vgl. Art. 101 Abs. 1 und Art. 147 StPO; STEPHAN SCHLEGEL, in: Kommentar zur StPO, Donatsch et al. [Hrsg.], 3. Aufl. 2020, N 8 zu Art. 30 StPO) und bringen die Gefahr von sich widersprechenden Entscheiden. Sie sind besonders dann problematisch, wenn der Umfang und die Art der Beteiligung wechselseitig bestritten sind und ein Mitbeschuldigter die Verantwortung dem anderen zuweisen will (Urteil 6B_135/2018 vom 22. März 2019 E. 1.2). Im Fall von D.________ kann dahingestellt bleiben, ob überhaupt eine Verfahrenstrennung vorlag und falls ja, ob sie gerechtfertigt war. Dieser Mitbeschuldigte wurde im Berufungsprozess befragt und mit dem Beschwerdeführer konfrontiert (vgl. oben E. 1.4.2), so dass allfällige Nachteile hinsichtlich der Teilnahmerechte behoben sind. Hingegen ist es vor Vorinstanz nicht zu einer Befragung von C.________ gekommen. Insoweit ist die Streitfrage, ob die Trennung der Verfahren sachlich begründet war, an sich von Belang. Die Vorinstanz ist jedoch wie erwähnt auf willkürfreier Grundlage davon ausgegangen, die Aussagen von C.________ seien für die Verurteilung des Beschwerdeführers nicht ausschlaggebend (E. 1.4.2). Insoweit kann auch die Frage offen bleiben, ob die Verfahrenstrennung hinsichtlich von C.________ bundesrechtskonform ist.