Citation: 6B_57/2021 E. 2.4.1

2.4.1. Namentlich ist es nicht willkürlich, wenn die Vorinstanz eine der Verwendung der Gelder vorangehende Hinterlegungspflicht als sinnlos erachtet und verwirft. Die Vorteile einer solchen liegen in der Tat nicht auf der Hand und der Beschwerdeführer nennt dafür auch keinen Grund. Alleine aus dem vom Beschwerdeführer zitierten Vertragspassus "Der Darlehensgeber gewährt dem Darlehensnehmer zur Gründung einer Investmentfirma in U.________ ab dem 23. Juli 2011 ein Darlehen" ergibt sich jedenfalls keine geradezu offensichtliche Aufbewahrungspflicht für die Zeit zwischen der Geldübergabe am 30. April 2010 bis zum 23. Juli 2011. Dies umso weniger, als der schriftliche Vertrag erst an letzterem Datum aufgesetzt wurde. Gleiches gilt sinngemäss für den zweiten Darlehensvertrag vom 23. Juli 2011. Die Vorinstanz hält dazu fest, gemäss Vertragszweck sei das Geld "bis zur Gründung vorgenannter Firma im Oktober 2011" in einem Bankschliessfach zu deponieren gewesen. Sie erwägt jedoch, dies ergebe insofern keinen Sinn, als der Beschwerdegegner schon seit Juni 2009 über eine Einzelfirma verfügt habe und somit keine solche habe gründen, sondern höchstens den Zweck der bestehenden Firma habe erweitern resp. deren Namen habe ändern müssen. Demzufolge habe er kein Darlehen zur Gründung einer Firma benötigt. Dies sei dem Beschwerdeführer bewusst gewesen, habe er doch selber ausgesagt, der Beschwerdegegner habe ihm vor dem 23. Juli 2011 erzählt, er habe eine erfolgreiche Firma und verfüge über grosse Gelder seitens anderer Kunden. Habe im Oktober 2011 keine Firma gegründet werden müssen, so lasse sich die Vertragsbestimmung nur so verstehen, dass das Geld bis zur (nicht notwendigerweise im Oktober 2011 erfolgenden) Verwendung an einem sicheren Ort verwahrt werden sollte. Der Vertrag habe zudem (nicht erst ab Oktober 2011) eine Verzinsung nach Massgabe des Geschäftserfolgs des Beschwerdegegners vorgesehen. Dies passe nicht zu einer Hinterlegung von Bargeld, bei der kein Ertrag erwirtschaftet werden könne. Die Vorinstanz begründet damit schlüssig, weshalb sie angesichts offensichtlicher Unschärfe in der Formulierung ("Gründung" einer bereits existierenden Firma) nicht (einzig) auf den Wortlaut des Vertrags abstellt und entsprechend auch keine Hinterlegungspflicht annimmt. Tatsächlich erschiene es eigentümlich, einen zur Firmengründung bestimmten Geldbetrag (ohne ersichtlichen Grund) für eine gewisse Zeitdauer in einem Bankschliessfach zu hinterlegen und für diese Zeit schon Zinsen nach Massgabe des Geschäftserfolgs auflaufen zu lassen. Der Hinweis des Beschwerdeführers, wonach es auch entgeltliche Hinterlegungsverträge gebe, macht die vorinstanzliche Auslegung nicht willkürlich. Ebenfalls nicht unhaltbar erscheint die im angefochtenen Urteil vorgenommene Interpretation, wonach das Geld bis zu besagter "Gründung" nicht anderweitig benutzt werden sollte. Dabei handelt es sich aber mehr um eine Zweckbindung denn um eine Aufbewahrungspflicht. Diesbezüglich ist ohne Belang, dass die Parteien ein unentgeltliches Darlehen ausdrücklich hätten vereinbaren müssen. Soweit ersichtlich geht die Vorinstanz nicht von einem solchen aus. Sie stellt lediglich fest, es lasse sich keine dem Darlehensvertrag vorgelagerte Aufbewahrungspflicht erstellen, da eine mit dem Geschäftserfolg verknüpfte Verzinsung für diese Zeit unsinnig erscheine. Diese Ansicht lässt sich vertreten.