Citation: 6B_780/2010 13.01.2011 E. 8

8.1 Der Beschwerdeführer rügt, die Vorinstanz verletze bei der Strafzumessung Bundesrecht. Sie hätte angesichts der unklaren Anzahl Tathandlungen die Strafe in grösserem Ausmass reduzieren müssen. Zudem sei seinem schlechten gesundheitlichen Zustand vermehrt Rechnung zu tragen. Eine Freiheitsstrafe von acht Jahren erscheine mit Blick auf vergleichbare Fälle nicht als verhältnismässig. 8.2 Die Vorinstanz geht bei der Strafzumessung vom schwersten Delikt, der Vergewaltigung, aus. Dabei ist es nach ihren Erwägungen zu mindestens drei solchen Taten gekommen. Der Beschwerdeführer habe das unbedarfte und naive Opfer B.________, welches deutlich vor der Geschlechtsreife stehe, im Bewusstsein um seine HIV-Infektion zur Befriedigung seiner sexuellen Gelüste benutzt. Beim letzten Übergriff, als er mit dem Finger in das Opfer eingedrungen sei, habe sich dieses mit dem Papillomavirus angesteckt. Das Verschulden sei nicht am untersten Rand des Strafrahmens anzusetzen. Für eine einzelne Vergewaltigung wäre eine Freiheitsstrafe von drei Jahren angemessen. Angesichts der weiteren beiden Vergewaltigungen sei die Freiheitsstrafe im mittleren Bereich anzusiedeln und auf fünf Jahre zu erhöhen. Die sexuelle Nötigung von B.________ sei ebenfalls als gravierend einzustufen, insbesondere der erzwungene Oralverkehr. Wäre der Tatkomplex der sexuellen Nötigung alleine zu beurteilen gewesen, hätte das Gericht eine Freiheitsstrafe von drei Jahren als angemessen erachtet. Hinzu würden die sexuellen Handlungen mit Kindern kommen. Die Taten gegenüber C.________ seien nicht allzu gravierend. Hingegen sei das mehrmalige Einführen des Fingers in den Anus von A.________ und der Oralverkehr mit ihr eine intensive Verletzung der unbeeinträchtigten sexuellen Entwicklung des Kindes, welches erst am Beginn der Primarschule stehe. Für diese Handlung alleine wäre eine Strafe von zwei Jahren angemessen. Der Beschwerdeführer habe im Tatzeitraum die Möglichkeit gehabt, seine Sexualität in seiner damaligen Partnerbeziehung auszuleben, was seine gravierenden sexuellen Handlungen an Kindern umso unverständlicher erscheinen lasse. Er habe mit direktem Vorsatz gehandelt. Gemäss Gutachten sei er voll schuldfähig. Angesichts des weitgehend schweren Verschuldens erweise sich unter Berücksichtigung des Asperationsprinzips und des abstrakten Strafrahmens eine Freiheitsstrafe von acht Jahren als angemessen. 8.3 Es liegt im Ermessen des Sachrichters, in welchem Umfang er die verschiedenen Strafzumessungsfaktoren berücksichtigt. Die Strafrechtliche Abteilung des Bundesgerichts greift auf Beschwerde in Strafsachen hin nur in die Strafzumessung ein, wenn die Vorinstanz den gesetzlichen Strafrahmen über- oder unterschritten hat, wenn sie von rechtlich nicht massgebenden Kriterien ausgegangen ist oder wesentliche Gesichtspunkte ausser Acht gelassen beziehungsweise in Überschreitung oder Missbrauch ihres Ermessens falsch gewichtet hat. Das Gericht ist nicht gehalten, in Zahlen oder Prozenten anzugeben, wie es die einzelnen Strafzumessungskriterien berücksichtigt (BGE 136 IV 55 E. 5.6 S. 61 mit Hinweisen). Alleine einer besseren Begründung wegen hebt das Bundesgericht das angefochtene Urteil nicht auf, solange die Strafzumessung im Ergebnis bundesrechtskonform erscheint (vgl. BGE 127 IV 101 E. 2c S. 105 mit Hinweisen). 8.4 Die Vorinstanz würdigt in ihren Urteilserwägungen zur Strafzumessung sämtliche relevanten tatsächlichen und rechtlichen Gesichtspunkte. Zu den persönlichen Verhältnissen verweist sie auf das erstinstanzliche Urteil (angefochtenes Urteil S. 89). Dort wird seine HIV-Infektion als neutral gewürdigt (erstinstanzliches Urteil S. 124). Dies ist angesichts der Tatsache, dass beim Beschwerdeführer die Krankheit AIDS noch nicht ausgebrochen ist (act. 15/1 S. 2), nicht zu beanstanden. Eine erhöhte Strafempfindlichkeit ist insoweit zu verneinen. Hinsichtlich der Anzahl der sexuellen Übergriffe berücksichtigt die Vorinstanz nur die nachgewiesenen Handlungen. Bei der Strafzumessung fallen vor allem die Schwere der Übergriffe gegenüber den beiden weiblichen Opfern, der lange Tatzeitraum, der direkte Vorsatz, die Möglichkeit des rechtmässigen Alternativverhaltens (Ausleben der Sexualität in der im Tatzeitraum intakten Partnerschaft) und die einschlägige Vorstrafe erheblich ins Gewicht. Soweit der Beschwerdeführer sich auf Vergleichsfälle aus der bundesgerichtlichen Praxis beruft und damit die mangelnde Plausibilität der ausgesprochenen Strafe belegen will, ist ihm nicht zu folgen. Die Strafzumessung beruht auf einer individualisierten Beurteilung aller massgeblichen Umstände und kann daher nicht durch den blossen Verweis auf die in anderen Fällen ausgesprochenen Strafen in Frage gestellt werden. Die aus der Individualisierung und dem weiten Ermessensspielraum resultierende Ungleichheit in der Zumessung der Strafe erlaubt für sich allein den Schluss auf einen Missbrauch des Ermessens nicht (BGE 135 IV 191 E. 3.1 S. 193 mit Hinweis). Die Höhe der ausgesprochenen Freiheitsstrafe von acht Jahren erweist sich in Anbetracht der vorinstanzlichen Begründung der Strafzumessung als bundesrechtskonform.