Citation: 6P.89/2004 01.10.2004 E. 2

Der Beschwerdeführer macht geltend, das Obergericht habe in verschiedener Hinsicht Beweise willkürlich gewürdigt und den Grundsatz in dubio pro reo verletzt. 2.1 Gemäss dem in Art. 32 Abs. 1 BV und in Art. 6 Ziff. 2 EMRK verankerten Grundsatz "in dubio pro reo" ist bis zum gesetzlichen Nachweis der Schuld zu vermuten, dass der wegen einer strafbaren Handlung Angeklagte unschuldig ist. Als Beweiswürdigungsregel besagt die Maxime, dass sich der Sachrichter nicht von der Existenz eines für den Angeklagten ungünstigen Sachverhalts überzeugt erklären darf, wenn bei objektiver Betrachtung erhebliche und nicht zu unterdrückende Zweifel bestehen, dass sich der Sachverhalt so verwirklicht hat. Inwiefern dieser Grundsatz verletzt ist, prüft das Bundesgericht unter dem Gesichtspunkt der Willkür, d.h. es greift nur ein, wenn der Sachrichter den Angeklagten verurteilte, obgleich bei objektiver Würdigung des Beweisergebnisses offensichtlich erhebliche bzw. schlechterdings nicht zu unterdrückende Zweifel an dessen Schuld fortbestanden. Willkür in der Beweiswürdigung liegt vor, wenn die Behörde in ihrem Entscheid von Tatsachen ausgeht, die mit der tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch stehen, auf einem offenkundigen Fehler beruhen oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderlaufen. Dabei genügt es nicht, wenn der angefochtene Entscheid sich nur in der Begründung als unhaltbar erweist; eine Aufhebung rechtfertigt sich erst, wenn er auch im Ergebnis verfassungswidrig ist (BGE 127 I 38 E. 2 und 4 mit Hinweisen). 2.2 Der Beschwerdeführer rügt, das Obergericht habe aktenwidrig angenommen, der von ihm geknüpfte Knoten sei von B.________ nicht überprüft worden. Er beruft sich dabei auf dessen Aussage gegenüber der Untersuchungsrichterin vom 5. Oktober 2000, wonach dieser den Achterknoten vorgezeigt habe, habe nachmachen lassen und die nachgemachten Knoten auf ihre Richtigkeit überprüft habe. Wie aus den Akten erhellt, führte B.________ in der fraglichen Einvernahme nur aus, er habe den Knoten zwei Jungen gezeigt und deren Knoten überprüft. Er vermochte sich jedoch nicht zu erinnern und konnte dementsprechend weder bestätigen noch ausschliessen, dass ihm noch weitere Personen einen Knoten zur Prüfung vorgelegt hatten. Dafür, dass er zum Zeitpunkt, als der Beschwerdeführer den Anseilknoten knüpfte, an einer anderen Kletterwand gerade eine Kurzinstruktion durchführte, wie das Obergericht in seinem Urteil festhält, bestehen nach zutreffender Ansicht des Beschwerdeführers allerdings keine Anhaltspunkte. Aus den Einvernahmen der Beschwerdegegnerin und weiterer Gruppenmitglieder ergibt sich aber klar, dass B.________ das Knüpfen des Knotens an der Anfängerwand rechts vorzeigte, während der Beschwerdeführer den Knoten, der von der Beschwerdegegnerin verwendet wurde, in ein Seil an der Anfängerwand links knüpfte, an welche die Gruppe nach dem Weggang B.________s gewechselt war. Die Annahme, der vom Beschwerdeführer geknüpfte Knoten sei von B.________ nicht kontrolliert worden, erweist sich im Ergebnis somit als durchaus vertretbar. Eine willkürliche Würdigung der Beweise ist insoweit daher nicht ersichtlich. 2.3 Weiter macht der Beschwerdeführer geltend, es sei unhaltbar, dass das Obergericht gestützt auf die Gutachten der diplomierten Bergführer D.________ und E.________ zum Schluss gelangt sei, der vom Beschwerdeführer geknüpfte Knoten sei fehlerhaft gewesen. Er vermag keine gewichtigen, zuverlässig begründeten Tatsachen oder Indizien aufzuzeigen, welche die Überzeugungskraft der Gutachten ernstlich erschüttern würden (vgl. BGE 129 I 49 E. 4). Insbesondere ist nicht ersichtlich, weshalb es für ein fehlerloses Knüpfen des Knotens sprechen sollte, wenn das Seilende tatsächlich 10 - 15 cm aus diesem herausragte, wie der Beschwerdeführer gestützt auf die Aussagen einiger Gruppenteilnehmer behauptet. Die Kritik an der Beweiswürdigung des Obergerichts erweist sich somit auch in diesem Punkt als unbegründet.