Citation: C 6/06 26.04.2006 E. 3

Ohne auf die Erwägungen im angefochtenen Entscheid einzugehen, wiederholt die Beschwerde führende Arbeitslosenkasse ihren bereits in der Verfügung und im Einspracheentscheid dargelegten Standpunkt. 3.1 Einig sind sich die Parteien, dass der Arbeitsvertrag einseitig durch die Arbeitgeberin aufgelöst worden ist. Strittig ist, inwiefern dies dem Versicherten anzulasten ist. Nach Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIV, auf welche Bestimmung sich die Beschwerdeführerin beruft, gilt die Arbeitslosigkeit insbesondere dann als selbstverschuldet, wenn der Versicherte durch sein Verhalten, namentlich wegen Verletzung arbeitsvertraglicher Pflichten, dem Arbeitgeber Anlass zur Auflösung des Arbeitsverhältnisses gegeben hat. Praxisgemäss muss das dem Versicherten im Rahmen dieser Bestimmung zur Last gelegte Verhalten in beweismässiger Hinsicht klar feststehen, ansonsten eine Einstellung ausser Betracht fällt (BGE 112 V 245 Erw. 1; Urteil M. vom 17. Oktober 2000 [C 53/00]). 3.2 Die Nachfrage der Vorinstanz nach den Kündigungsgründen ergab zusammenfassend, dass der Versicherte nach Ansicht seiner ehemaligen Arbeitgeberin keinerlei Interesse an der Arbeit zeigte, nicht selbstständig arbeitete und die auszuführenden Arbeiten nicht selbst erkannte und ausführen konnte: "Er stellte sich blöd und ahnungslos". Damit handelt es sich aber um die subjektive Überzeugung seiner Vorgesetzten, welche vom Versicherten selbst vehement bestritten wird. Angaben über konkretes Fehlverhalten fehlen. Es gibt keine Anhaltspunkte dafür, dass er durch sein Verhalten die Auflösung des Arbeitsverhältnisses in Kauf nahm oder dieses sogar bewusst suchte (Erwägung 1.1). Beim Einstellungsgrund des Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIV genügt der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nicht, sondern es muss das der versicherten Person zur Last gelegte Verhalten klar feststehen (vgl. Thomas Nussbaumer, Arbeitslosenversicherung, in Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht, Soziale Sicherheit, Rz 693 mit Hinwiesen). Bei Differenzen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer vermögen blosse Behauptungen des Arbeitgebers den Nachweis für ein schuldhaftes Verhalten der versicherten Person nicht zu erbringen, wenn sie von dieser bestritten werden und nicht durch andere Beweise oder Indizien bestätigt erscheinen (BGE 112 V 245 Erw. 1; ARV 1993/94 Nr. 26 S. 183 f. Erw. 2a; Nussbaumer, a.a.O., Rz 695). Dies gilt umso mehr für innere Vorgänge, wie der Behauptung mangelnden Willens. Auch wenn die Vorgesetzten dies anders interpretierten, ist sehr wohl möglich, dass der Versicherte wirklich nicht erkannte, was von ihm erwartet wurde. Das kantonale Gericht hat daher richtig geschlossen, dass der Beschwerdegegner nach Lage der Akten zu Unrecht gestützt auf Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIV in der Anspruchsberechtigung eingestellt worden ist.