Citation: 8C_535/2022 E. 4.3.2

4.3.2. 4.3.2.1. Bei der Verrichtung der Notdurft verlangt die Beschwerdeführerin für das Katheterisieren die Anrechnung eines Zeitaufwands von mindestens 75 Minuten (5 x Katheterisieren zu je 15 Minuten). Jeweils nur noch 5 Minuten anzurechnen mit dem Hinweis, die Eltern seien in dieser "Alltagsverrichtung" mittlerweile routiniert, greife zu kurz, da der Vorgang nicht alleine von der Übung der Eltern abhänge. 4.3.2.2. Die vorinstanzlichen Tatsachenfeststellungen betreffend Verrichtung der Notdurft stützen sich auf die Angaben im Abklärungsbericht, wonach die Beschwerdeführerin gemäss Auskunft der Eltern 6 Mal im Tag katheterisiert werde, was jeweils 5 Minuten beanspruche. Diesen Wert (30 Minuten) führte die Abklärungsperson ohne Korrektur auf. Konkrete Hinweise, dass das Katheterisieren bei der Beschwerdeführerin erschwert möglich wäre, liegen nicht vor. Eine offensichtlich unrichtige tatsächliche Feststellung der Vorinstanz ergibt sich in diesem Punkt daher nicht. Dies gilt umso mehr, als Dr. med. D.________ in ihrem Bericht vom 11. Februar 2021 eine notwendige Katheterisierung von lediglich 4 bis 5 Mal täglich angab und es die Vorinstanz offen liess, ob hierfür 30 Minuten oder ein Zusatzaufwand in der Höhe des Maximalwertes von 60 Minuten gemäss Anhang IV KSIH S. 227 anzunehmen sei. Triftige Gründe, um von diesen Vorgaben der KSIH abzuweichen, liegen nicht vor (vgl. zur Bedeutung von Verwaltungsweisungen: BGE 147 V 79 E. 7.3.2; 140 V 543 E. 3.2.2.1; je mit Hinweisen). 4.3.2.3. Für das weiterhin notwendige Windelnwechseln übernahm die Vorinstanz die Angaben im Abklärungsbericht. Dieses benötigt, wiederum gemäss Auskunft der Eltern, 6 Mal pro Tag je 5 Minuten und werde gleichzeitig mit dem Katheterisieren vorgenommen. Gestützt auf die Stellungnahme der Abklärungsperson vom 18. März 2021, wonach das Überprüfen der Reinlichkeit beim Tragen der Windeln Tag und Nacht durch das Wickeln und Toilettentraining wegfalle, führte die Vorinstanz ergänzend aus, der Maximalwert für häufigen Windelwechsel betrage 5 Minuten pro Mal (vgl. Anhang IV KSIH S. 228). Die Beschwerdeführerin zeigt auch hier nicht schlüssig auf, worin die von ihr gerügte offensichtlich unrichtige Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz liegen soll, wenn diese den Mehraufwand in diesem Bereich mit 30 Minuten veranschlagte. Entgegen dem Vorbringen in der Beschwerde wird ein Zuschlag für das Überprüfen der Reinlichkeit nicht mit dem Alter der Beschwerdeführerin verneint, sondern mit der fehlenden Notwendigkeit hierzu aufgrund des häufigen Windelwechsels und des zweimal täglichen Toilettentrainings, was vor Bundesrecht stand hält. 4.3.2.4. Wie die Vorinstanz bereits zutreffend darlegte, lässt sich ferner aus der Angabe von Dr. med. D.________ in ihrem Bericht vom 11. Februar 2021, wonach das Toilettentraining "zweimal pro Tag, circa 30 Minuten nach dem Essen" durchgeführt werde, kein 30-minütiges Toilettentraining ableiten, sondern einzig, dass dieses 30 Minuten nach dem Essen durchgeführt wird. Anders als die Beschwerdeführerin annimmt, besteht daher auch kein abklärungsbedürftiger Widerspruch zu den Feststellungen der Abklärungsperson, weshalb der Vorinstanz keine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes vorgeworfen werden kann, wenn sie diesbezüglich keine weiteren Abklärungen traf.