Citation: C 182/99 08.05.2000 E. 4

4.- a) Zu prüfen ist indes im Weiteren, ob die Ar- beitslosigkeit allenfalls im Sinne von Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG in Verbindung mit Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV als selbstverschuldet zu gelten hat. Nach letztgenannter Norm trifft dies zu, wenn der Versicherte das Arbeitsver- hältnis von sich aus aufgelöst hat, ohne dass ihm eine an- dere Stelle zugesichert war, es sei denn, dass ihm das Ver- bleiben an der Arbeitsstelle nicht zugemutet werden konnte. Es stellt sich namentlich die Frage, ob dem Beschwerdefüh- rer nach seiner Haftentlassung anfangs Oktober 1998 das Verbleiben an seinem bisherigen Arbeitsplatz zugemutet wer- den konnte. b) Gemäss Art. 337a OR kann der Arbeitnehmer das Ar- beitsverhältnis fristlos auflösen, wenn der Arbeitgeber zahlungsunfähig wird und dem Arbeitnehmer für seine (künf- tigen) Forderungen aus dem Arbeitsverhältnis nicht innert angemessener Frist Sicherheit geleistet wird. Zahlungsun- fähigkeit des Arbeitgebers liegt vor, wenn dieser "offenbar nicht mehr im Stande ist, seinen finanziellen Verpflichtun- gen nachzukommen" (Rehbinder, Berner Kommentar, N 1 und 2 zu Art. 337a OR). Nachdem der Beschwerdeführer aus der Untersuchungshaft entlassen worden war, musste er feststellen, dass der Ge- schäftsbetrieb der A.________ AG seit längerem eingestellt war. Angesichts dieser Verhältnisse kam für den Beschwerde- führer eine Fortführung seiner Arbeitstätigkeit verständ- licherweise nicht weiter in Frage, zumal das vormals ein- zige Verwaltungsratsmitglied verstorben war und damit keine Ansprechperson mehr existierte. Zudem befand sich die A.________ AG bereits seit einiger Zeit in einer desolaten Finanzlage, welche keine Lohnzahlungen mehr erlaubte und schliesslich zum Konkurs sowie am 19. November 1998 zu des- sen Einstellung mangels Aktiven führte. Die Aussage des Be- schwerdeführers, er habe das Arbeitsverhältnis anfangs Oktober fristlos aufgelöst, erscheint in Anbetracht dieser Situation als glaubhaft. Es kann ihm alsdann nicht vorge- worfen werden, er habe es pflichtwidrig unterlassen, nach Massgabe des Art. 337a OR vorgängig Sicherheitsleistungen für seine künftigen Lohnforderungen zu verlangen, war eine derartige Massnahme doch zum einen im Hinblick auf die wirtschaftliche Situation offenkundig aussichtslos und zum anderen bereits auf Grund des Fehlens eines Ansprechpart- ners unmöglich. Im Übrigen berechtigen Zahlungsrückstände des Arbeitgebers den Arbeitnehmer auch zu einer ausseror- dentlichen Kündigung nach Art. 337 OR, und zwar ohne vor- gängiges Begehren nach Sicherheiten (Rehbinder, a.a.O., N 6 zu Art. 337a OR sowie N 10 und 11 zu Art. 337 OR). c) Angesichts der konkreten Umstände war es dem Be- schwerdeführer nicht länger zumutbar, an seinem Arbeits- platz auszuharren. Da er demnach befugt war, das Arbeits- verhältnis ohne Zusicherung einer neuen Stelle aufzulösen, kann die in der Folge eingetretene Arbeitslosigkeit nicht als selbstverschuldet im Sinne von Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG in Verbindung mit Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV bezeich- net werden. Die Einstellung in der Anspruchsberechtigung ist daher vollumfänglich aufzuheben.