Citation: 6B_924/2024 E. 2.4.5

2.4.5. Schliesslich rügt der Beschwerdeführer eine unzulässige antizipierte Beweiswürdigung. Er macht geltend, dass seine Ehefrau mit Blick auf den Untersuchungsgrundsatz zur Sache hätte befragt werden sollen. Als Zeugin sei sie zur wahrheitsgemässen Aussage verpflichtet. Wenn die Vorinstanz davon ausgehe, dass sie seine Version bestätigt hätte, diesen Sachverhalt aber als wahrheitswidrig erachte, dann unterstelle sie seiner Ehefrau eine Straftat. Hierfür bestünden keine Anhaltspunkte. Wäre seine Ehefrau nicht gefahren, dann hätte sie bei der Anhaltung vom 20. Juli 2022 auch nicht den Führerausweis zeigen müssen und es wäre nicht festgestellt worden, dass sie einen schweizerischen Führerausweis hätte beantragen müssen. Die Strafbehörden können ohne Verletzung des rechtlichen Gehörs und des Untersuchungsgrundsatzes (Art. 29 Abs. 2 BV; Art. 6 Abs. 1 StPO) auf die Abnahme weiterer Beweise verzichten, wenn sie in Würdigung der bereits abgenommenen Beweise zur Überzeugung gelangen, der rechtlich erhebliche Sachverhalt sei genügend abgeklärt, und sie überdies in antizipierter Würdigung zum Schluss kommen, ein an sich taugliches Beweismittel vermöge ihre aufgrund der bereits abgenommenen Beweismittel gewonnene Überzeugung von der Wahrheit oder Unwahrheit einer strittigen Tatsache nicht zu erschüttern. Die Rüge unzulässiger antizipierter Beweiswürdigung prüft das Bundesgericht nur unter dem Aspekt der Willkür (BGE 146 III 73 E. 5.2.2; 144 II 427 E. 3.1.3; Urteil 6B_236/2024 vom 13. Mai 2024 E. 1.1.1). Die Rüge ist unbegründet. Bereits die Vorinstanz setzt sich mit dem Einwand des Beschwerdeführers auseinander, wonach seine Ehefrau nicht befragt worden sei. Sie hält fest, aufgrund der Beweislage habe im Sinne einer antizipierten Beweiswürdigung ohne Weiteres auf die Befragung der Ehefrau verzichtet werden können, zumal eine andere Version als jene des Beschwerdeführers von dessen Ehefrau ohnehin nicht zu erwarten gewesen sei. Damit verfällt die Vorinstanz nicht in Willkür und verletzt auch sonst kein Bundesrecht. Wenn die Ehefrau ausgesagt hätte, dann wären zwei Szenarien denkbar gewesen: Entweder hätte sie die Aussagen des Beschwerdeführers bestätigt, wonach sie gefahren sei, oder sie hätte die Aussagen der Grenzbeamten bestätigt, wonach der Beschwerdeführer den Personenwagen gelenkt habe. Die Vorinstanz bringt im angefochtenen Urteil zum Ausdruck, dass sie nach der bisherigen Beweiswürdigung von der Täterschaft des Beschwerdeführers überzeugt sei und eine gegenteilige Aussage der Ehefrau daran nichts zu ändern vermöchte. Von der Unterstellung einer Straftat durch die Vorinstanz kann keine Rede sein. Unbehelflich ist der Hinweis des Beschwerdeführers, dass die Ehefrau ihren Führerausweis nicht hätte zeigen müssen, wenn sie bei der Anhaltung nicht gefahren wäre. Denn die Grenzbeamten prüften beide Führerausweise.