Citation: 2C_946/2019 E. 2.3

2.3. Der örtlich zuständige Kanton ist im Sinne eines "Pflichtrechts" ebenso verpflichtet wie berechtigt, die Veranlagung und später den Bezug der direkten Bundessteuer vorzunehmen (BGE 142 II 182 E. 2.4.5 S. 193). Der Verfassungsgeber delegiert die erforderlichen Verwaltungsbefugnisse an den zuständigen Kanton. Dadurch erwächst diesem eine abgeleitete Rechtsanwendungskompetenz. Im Gegenzug steht dem Kanton vom Rohertrag der direkten Steuer mindestens 17 Prozent zu (Art. 128 Abs. 4 Satz 2 BV in der Fassung vom 28. November 2004 [AS 2007 5765] sowie Art. 196 Abs. 1 und Art. 197 DBG, je in der Fassung vom 6. Oktober 2006 [AS 2007 5779]; BGE 142 II 182 E. 2.2.4 S. 187). Obwohl das Steuersubstrat damit weit überwiegend der Eidgenossenschaft zusteht, gilt praxisgemäss (nur) der zur Veranlagung der direkten Bundessteuer berechtigte und verpflichtete Kanton als Steuergläubiger (BGE 142 II 182 E. 2.2.5 S. 188). Wird ein anderer als der zuständige Kanton tätig, so fehlt diesem die von der Verfassung vorgegebene Zuständigkeit, weshalb eine etwaige Veranlagungsverfügung unzulässig ist (Art. 3 BV; BGE 142 II 182 E. 2.2.3 S. 187 und E. 2.5 S. 193). Verjährungsunterbrechende Amtshandlungen kann einzig die örtlich zuständige Veranlagungsbehörde vornehmen (BGE 142 II 182 E. 3.2.2 S. 194).