Citation: 6B_1175/2013 E. 1.3

1.3. Bei eingeschriebenen Sendungen gilt eine widerlegbare Vermutung, dass die Abholungseinladung ordnungsgemäss in den Briefkasten oder das Postfach des Empfängers gelegt und das Zustellungsdatum korrekt registriert wurde. Es findet eine Umkehr der Beweislast in dem Sinne statt, als im Fall der Beweislosigkeit der Entscheid zuungunsten des Empfängers ausfällt, der den Erhalt der Abholungseinladung bestreitet. Diese Vermutung gilt solange, als der Empfänger nicht den Nachweis einer überwiegenden Wahrscheinlichkeit von Fehlern bei der Zustellung erbringt (Urteil 6B_276/2013 vom 30. Juli 2013 E. 1.3; Urteil 1B_695/2011 vom 25. September 2012 E. 3.3; je mit Hinweisen). Es steht fest, dass die Staatsanwaltschaft den (nicht begründeten) Strafbefehl dem Beschwerdeführer an die falsche Adresse M.________ und nicht an seine richtige Adresse L.________ in N.________ zugestellt hatte. Eine Erklärung für dieses Versehen findet sich im angefochtenen Entscheid nicht. Die Vorinstanz stellt sich auf den Standpunkt, dass mit der Umadressierung die Liegenschaft lediglich eine neue Flurbezeichnung erhalten habe, ohne dass dies die Postzustellung beeinflusst habe. Sie verweist in diesem Zusammenhang auf ein Schreiben der Post CH AG vom 6. August 2013, wonach die Mutation von Strassen- oder Flurnamen umgehend vom Bauamt der Zustellstelle gemeldet wird und die erfolgte Umadressierung der Liegenschaft keinen Einfluss auf die Postzustellung habe. Die Postfiliale N.________ wurde im März 2013, rund sechs Wochen vor dem Zustellversuch, aufgehoben und in den Dorfladen integriert. Die Staatsanwaltschaft hatte im Zusammenhang mit dem Wiederherstellungsgesuch am 30. Juli 2013 eine Anfrage an die Poststelle in N.________ gerichtet. Die Antwort vom 6. August 2013 wurde durch den "Teamleader" der Post CH AG in O.________ verfasst. Dieser bestätigt, dass die Abholungseinladung an die Adresse L.________ zugestellt wurde. Es könne "eher ausgeschlossen" werden, dass der Abholschein in einen falschen Briefkasten gelegt worden sei. Wie sich dem Antwortschreiben entnehmen lässt, beruhen die Antworten auf der Befragung von Briefträgern, welche die Tour regelmässig ausführen. Der Briefträger, welcher am fraglichen Tag die Post austrug, konnte infolge Ferienabwesenheit dazu nicht befragt werden.