Citation: 8C_778/2015 E. 4.3

4.3. Der Beschwerdeführer macht gestützt auf BGE 129 V 433 E. 6.4 S. 438 die Massgeblichkeit der Neuanmeldung von 2001 geltend. Dem kann nicht gefolgt werden, da jener Fall nicht auf den hier zu beurteilenden übertragbar ist: In BGE 129 V 433 ging es um eine geltend gemachte Veränderung des Gesundheitszustandes und damit um eine Leistungsvoraussetzung, welche variabel sein kann. Bei der Erfüllung der Versicherungsklausel handelt es sich hingegen um einen Umstand, welcher keiner Veränderungen unterliegt und - falls einmal verneint - in einem späteren Zeitpunkt bezüglich desselben Gesundheitsschadens nicht infolge des Zeitablaufs doch noch erfüllt werden kann. Somit könnte das erneute Leistungsgesuch nur dann als Auslöser für ein Tätigwerden von Amtes wegen gelten, sofern der Beschwerdeführer in seiner erneuten Anmeldung Gründe anführt, weshalb die Versicherungsklausel entgegen der ersten Verfügung doch erfüllt sei. Nach der Rechtsprechung kommt es bei der Beurteilung dieser Frage auf den Inhalt und die Formulierung des Wiedererwägungsgesuchs an (BGE 110 V 291 E. 4a S. 297); daran hat auch die Präzisierung von BGE 129 V 433 E. 6 S. 437 nichts geändert. Der Beschwerdeführer bringt in seiner erneuten Anmeldung von 2001 keine Gründe vor, weshalb die Versicherungsklausel entgegen der Verfügung vom 17. Oktober 2000 doch erfüllt wäre. Insofern bestand für die IV-Stelle kein Anlass, gestützt auf die erneute Anmeldung von 2001 die rechtskräftig verneinte Erfüllung der Versicherungsklausel nochmals zu prüfen. Damit ist nicht die Anmeldung von 2001 massgebend. Eine andere Auffassung im hier genannten Fall würde bedeuten, dass die Verwaltung bei einer Neuanmeldung stets auch die bereits rechtskräftig feststehenden und keiner durch Zeitablauf möglichen Veränderung zugänglichen Elemente von Amtes wegen einer Überprüfung zu unterziehen hätte. Dies geht nicht an.