Citation: 6B_938/2024 E. 4.3

4.3. Die Vorinstanz wies mit Verfügung vom 12. September 2023 den Beweisantrag auf Einvernahme der beiden Polizeibeamten ab. Zur Begründung führte sie aus, die Polizeibeamten seien beim Kerngeschehen nicht dabei gewesen. Sie seien von der Beschwerdegegnerin 1 über den Vorfall orientiert worden und hätten in der Folge den Beschwerdeführer zu Hause aufgesucht. Die nach Auffassung des Beschwerdeführers den Beamten zu stellenden Fragen (weshalb diese mit dem Beschwerdeführer nur am Hauseingang gesprochen hätten, ob sie eine innere Verletzung erkannt hätten, was der Beschwerdeführer angehabt habe, wer wann den Vermerk zur Knieverletzung im Unfallprotokoll gemacht habe, weshalb erst Tage später eine förmliche Einvernahme erfolgt sei) seien nicht geeignet, um zur Klärung des Kerngeschehens beizutragen. Ganz abgesehen davon dürften rund drei Jahre nach dem Vorfall keine relevanten eigenen Erinnerungen der Polizeibeamten über diesen Einsatz - zusätzlich zum Rapport und Protokoll - mehr abrufbar sein. Zur Frage der Knieverletzung und deren Ursache lägen bereits zwei Arztberichte und diverse Arztzeugnisse bei den Akten. Die Kammer sei in der Lage, sich anhand der bereits vorhandenen Beweismittel und der oberinstanzlich geplanten Befragungen ein Bild über die beweisrelevanten Themen zu machen und das Ergebnis einzuordnen. Mit dem Einholen eines Gutachtens, das plausibilisieren solle, mit welcher Geschehensschilderung das Verletzungsbild eher vereinbar sei, würde das Gericht eine seiner Kernaufgaben unzulässigerweise abdelegieren. Es müsse die relevanten Beweismittel frei nach seiner aus dem gesamten Verfahren gewonnenen Überzeugung würdigen. Gestützt auf die aktuelle Beweislage fehle es für diesen Vorgang nicht an nötigem Fachwissen i.S.v. Art. 182 StPO, weshalb sich die Anordnung eines Gutachtens nicht rechtfertige.