Citation: 6B_129/2022 E. 1.4.2

1.4.2. Die Vorspiegelung des Leistungswillens ist grundsätzlich arglistig, weil sie eine innere Tatsache betrifft, die vom Vertragspartner ihrem Wesen nach nicht direkt überprüft werden kann (vgl. supra E. 1.3.3). Nachdem die Vorinstanz zu Recht von einem fehlenden Erfüllungs- bzw. Rückzahlungswillen des Beschwerdeführers ausgeht, prüft sie im Einklang mit der Rechtsprechung eine Opfermitverantwortung, die allenfalls ein arglistiges Verhalten verneinen könnte. Zwischen dem Beschwerdeführer und dem Beschwerdegegner 2 bestand nach den verbindlichen Feststellungen der Vorinstanz ein Vertrauensverhältnis. So gewährte der Beschwerdegegner 2 dem Beschwerdeführer das Darlehen aus purem Vertrauen und hatte daran geglaubt, dass Letzterer die Kreditraten bezahlen würde (angefochtenes Urteil S. 8). Zwar ist eine gewisse Leichtfertigkeit des Beschwerdegegners 2 mit der Vorinstanz nicht von der Hand zu weisen; jedoch liegt in casu kein Fall von Opfermitverantwortung vor, die zum Ausschluss der Strafbarkeit des Täuschenden führen würde. Denn selbst ein erhebliches Mass an Naivität des Geschädigten hat nicht zwingend zur Folge, dass der Täter straflos bleibt (vgl. supra E. 1.3.3). Aufgrund der engen persönlichen Beziehung der beiden sind an die vom Beschwerdegegner 2 verlangten Vorsichtsmassnahmen geringere Anforderungen zu stellen. Zudem ist erstellt, für den Beschwerdeführer sei aufgrund der persönlichen Beziehung zum Beschwerdegegner 2 voraussehbar gewesen, dass dieser seine finanziellen Verhältnisse nicht überprüfen werde. Weiter berücksichtigt die Vorinstanz unter dem Aspekt der Opfermitverantwortung zu Recht, dass für den Beschwerdegegner 2 im Frühjahr 2017 noch keinerlei Anlass bestand, die Integrität seines Freundes in Frage zu stellen. Überzeugend führt die Vorinstanz diesbezüglich aus, er habe angegeben, weder das Gefühl gehabt zu haben, ausgenutzt zu werden, noch Grund zur Annahme gehabt zu haben, dass der Beschwerdeführer finanzielle Schwierigkeiten gehabt habe. Er habe gewusst, dass der Beschwerdeführer eine Autogarage führe, die Rechnungen für gemeinsame Aktivitäten hätten sie jeweils abwechselnd übernommen. Erst später habe er herausgefunden, dass der Beschwerdeführer anders als angenommen A.________ heisse, dass er hoch verschuldet und vorbestraft sei und dass er auch zuvor schon Kollegen um Geld geprellt habe (angefochtenes Urteil S. 8). Hinzu kommt, dass der 25-jährige Beschwerdegegner 2 gemäss den vorinstanzlichen Feststellungen über keine oder nur rudimentäre Erfahrungen im Kreditwesen verfügt, wodurch sich auch erklären lässt, weshalb ihn die - so die Vorinstanz - heute eher ungewöhnlich hohe Rendite von 15 % nicht stutzig machte (vgl. angefochtenes Urteil S. 9). Insgesamt kann dem Beschwerdegegner 2 kein derart leichtsinniges Verhalten vorgeworfen werden, dass das täuschende Verhalten des Beschwerdeführers in den Hintergrund treten würde und die Arglist deshalb ausnahmsweise zu verneinen wäre. Der Beschwerdeführer setzt sich diesbezüglich denn auch nicht mit den vorinstanzlichen Erwägungen auseinander (Art. 42 Abs. 2 BGG).