Citation: 6A.62/2000 02.11.2000 E. 2

2.- a) Die Vorinstanz führt aus, dass der Beschwerdeführer I durch das Überschreiten der allgemeinen Höchstgeschwindigkeit innerorts um 30km/h ungeachtet der konkreten Umstände eine schwere Verkehrsgefährdung bewirkt habe. Selbst wenn er diese Verkehrsregelverletzung nicht vorsätzlich, sondern infolge einer pflichtwidrigen Unvorsichtigkeit begangen habe, sei sein Verhalten zumindest grobfahrlässig. Zur Schwere des Verschuldens komme seine gleichgültige und unbelehrbare Haltung, die sich im stark getrübten automobilistischen Leumund zeige. In der Zeitspanne von 1990 bis 1996 sei er wegen Geschwindigkeitsüberschreitungen einmal verwarnt und viermal sei ihm der Führerausweis entzogen worden; bloss 2 1/2 Jahre nach Ablauf des letzten Entzugs habe er erneut eine massive Geschwindigkeitsüberschreitung begangen. Die Vorinstanz beurteilte seine Sanktionsempfindlichkeit als mittelschwer. Der hohen Fahrleistung räumte sie eine untergeordnete Bedeutung ein. Gestützt auf den verkehrspsychologischen Eignungsbericht vom 17. September 1996 erachtete sie einen befristeten Ausweisentzug unter Ausschöpfung des Ermessensspielraums nach oben als angemessen. Bei einer neuerlichen schweren Verkehrsgefährdung sei ein Sicherungsentzug zu prüfen, da sich in einem solchen Fall die Frage stelle, ob ein Warnungsentzug überhaupt noch zu wirken vermöge. b) Der Beschwerdeführer I wirft der Vorinstanz unter Hinweis auf die Rechtsprechung vor, das ihr zustehende Ermessen durch die Dauer des Warnungsentzugs von neun Monaten überschritten zu haben. Er weist auf die immer grösser werdenden Zeitabstände zwischen den einzelnen Geschwindigkeitsüberschreitungen hin, womit erwiesen sei, dass er sich durch die bisherigen Massnahmen habe beeindrucken lassen. Zudem betont er seine aussergewöhnliche Sanktionsempfindlichkeit und seine hohe jährliche Fahrleistung. Im konkreten Fall hätten überdies optimale Strassenverhältnisse mit geringem Verkehr geherrscht und er habe keinen Unfall verursacht. In Würdigung all dieser Umstände erscheine daher ein zweimonatiger Ausweisentzug als angemessen. c) Der Beschwerdeführer II macht geltend, das bisherige Fahrverhalten des privaten Beschwerdegegners lasse auf ein fehlendes Bewusstsein für die Gefahren des Strassenverkehrs schliessen oder zeige einen Mangel an Fähigkeit und Willen, diesen Rechnung zu tragen. Die bisherigen Massnahmen - einschliesslich der Anordnung von Verkehrsunterricht sowie die Überprüfung der Fahreignung - seien erfolglos geblieben. Die verkehrspsychologische Abklärung vom 4. September 1996 habe ergeben, dass der Fahrzeuglenker erneut Geschwindigkeitsüberschreitungen in Kauf nehme, was er am 13. November 1999 auch unter Beweis gestellt habe. Offenbar bewerte er seine geschäftlichen Interessen höher als die Sicherheit anderer Verkehrsteilnehmer. Damit lägen genügend Anhaltspunkte vor, dass er weiterhin rücksichtslos fahren werde. Ein Zweifelsfall, der die Anordnung eines zweiten verkehrspsychologischen Gutachtens erfordere, läge nicht vor. Der Ausweisentzug auf unbestimmte Zeit, mindestens für die Dauer eines Jahres, dränge sich auf und die Wiedererteilung sei von einem positiv lautenden Gutachten abhängig zu machen. Der Beschwerdeführer II wirft der Vorinstanz die Verletzung von Bundesrecht vor, da sie trotz entsprechender Anzeichen einen Sicherungsentzug wegen charakterlicher Nichteignung nicht geprüft habe. Sollte das Bundesgericht trotz aller bekannten Umstände Zweifel hinsichtlich der Fahreignung haben, wäre die Anordnung einer erneuten Untersuchung am Platz. Bei einem negativen Ergebnis wäre der Warnungsentzug von neun Monaten zu bestätigen.