Citation: 6B_149/2022 E. 5.4.3

5.4.3. Für Übersetzer gelten die Bestimmungen über Sachverständige sinngemäss (Art. 68 Abs. 5 StPO). Sie sind daher unter anderem auf die Straffolgen eines falschen Gutachtens nach Art. 307 StGB hinzuweisen (Art. 184 Abs. 2 lit. f StPO), d.h. vorliegend auf die Straffolgen einer falschen Übersetzung. Geschütztes Rechtsgut von Art. 307 StGB ist die Ermittlung der materiellen Wahrheit (PIETH/SCHULTZE, in: Schweizerisches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 4. Aufl. 2021, N. 1 zu Art. 307 StGB). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung dürfen übersetzte Abhörprotokolle nicht zu Lasten der beschuldigten Person verwertet werden, soweit den Strafakten nicht zu entnehmen ist, wer sie wie produziert hat und ob die übersetzenden Personen auf die Straffolgen von Art. 307 StGB hingewiesen wurden. Beweismittel, die den genannten Anforderungen nicht genügen, können vom Gericht neu erhoben werden, indem die massgebenden Gespräche an der Gerichtsverhandlung angehört und unmittelbar übersetzt werden (Urteil 6B_403/2018 vom 14. Januar 2019 E. 3.3 ff.). Wie oben in E. 5.4.1 erwähnt, wurden der Verteidigung die Namen der Dolmetscher bekannt gegeben; keine Verletzung dieser Vorschriften zu begründen vermögen die Äusserungen des Beschwerdeführers, mit welchen er pauschal die Fähigkeiten der übersetzenden Dolmetscher in Frage stellt (Urteil 6B_403/2018 vom 14. Januar 2019 E. 3.6). Der Verteidigung und damit dem Beschwerdeführer lagen vor der Vorinstanz die einverlangten Informationen vor. Er konnte sich verteidigen und seine Einwände vortragen. Die Vorinstanz verfügt im Berufungsverfahren über volle Kognition in Sach- und Rechtsfragen. Damit kann eine allfällige Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör im bezirksgerichtlichen Verfahren vor der Vorinstanz als geheilt gelten (vgl. ceteris paribus Urteil 6B_1084/2019 vom 9. September 2020 E. 2.5).