Citation: 6B_1060/2022 E. 1.3.2

1.3.2. Der Beschwerdeführer macht geltend, die Privatklägerin sei unglaubwürdig. Dazu verweist er auf diverse Aussagen, die sie teilweise in einem anderen Zusammenhang machte. Allerdings übersieht er, dass nach heutiger Erkenntnis bei der Aussagenwürdigung der allgemeinen Glaubwürdigkeit einer Person im Sinne einer dauerhaften personalen Eigenschaft kaum mehr relevante Bedeutung zukommt. Weitaus bedeutender für die Wahrheitsfindung ist die Glaubhaftigkeit der konkreten Aussage. Diese wird durch methodische Analyse ihres Inhalts darauf überprüft, ob sie einem tatsächlichen Erleben der befragten Person entspringt. Dabei spielt das Vorhandensein von Realitätskriterien und das Fehlen von Fantasiesignalen eine entscheidende Rolle (BGE 133 I 33 E. 4.3; Urteile 6B_257/2020 vom 24. Juni 2021 E. 5.4.3; 5A_550/2019 vom 1. September 2020 E. 9.1.3.1; je mit Hinweisen). Entscheidend für den Beweiswert ist daher die Glaubhaftigkeit der konkreten Aussage und nicht die allgemeine Glaubwürdigkeit der befragen Person als persönliche Eigenschaft. Dass die Vorinstanz die Aussagen der Privatklägerin zur sexuellen Nötigung willkürlich gewürdigt hätte, legt der Beschwerdeführer nicht dar. Er versucht bloss, die Glaubwürdigkeit der Privatklägerin zu erschüttern, indem er auf Aussagen verweist, die sie mehrheitlich in einem anderen Zusammenhang gemacht hat.