Citation: 5C.100/2001 02.07.2001 E. 3

3.- a) In für das Bundesgericht verbindlicher Weise (vgl. Art. 63 Abs. 2 OG) geht das Obergericht davon aus, dass der Kläger im Zeitpunkt der Scheidung ein monatliches Einkommen von mindestens Fr. 3'400.-- erzielt habe und allenfalls noch eine Gratifikation hinzugekommen sei. Zum damaligen Notbedarf liessen sich dem Scheidungsurteil keine genauen Angaben entnehmen. Die vom Kläger zu entrichtenden Unterhaltsbeiträge hätten sich am Anfang gesamthaft auf Fr. 1'400.-- pro Monat belaufen, so dass ihm für seine eigenen Bedürfnisse noch rund Fr. 2'000.-- verblieben seien. Für den heutigen Zeitpunkt hat die Vorinstanz ein Monatseinkommen des Klägers von Fr. 3'421.-- und einen Unterhaltsbedarf von monatlich Fr. 1'979.-- ermittelt. Da die vom Kläger derzeit zu leistenden Unterhaltsbeiträge sich gesamthaft auf Fr. 1'920.-- beliefen, würden ihm monatlich nur Fr. 1'500.-- zur Deckung seines eigenen Unterhalts verbleiben. Aus den von ihm festgestellten Gegebenheiten zieht das Obergericht den Schluss, dass der Kläger heute nicht mehr in der Lage sei, sein Existenzminimum zu decken, wenn der der Beklagten gemäss Scheidungsurteil zustehende Unterhaltsbeitrag nicht reduziert werde. Das Bezirksgericht habe diesen deshalb zu Recht auf Fr. 250.-- im Monat gekürzt. b) Die Beklagte wendet ein, die von der Vorinstanz dargelegte Entwicklung sei schon im Zeitpunkt der Scheidung vorauszusehen gewesen. Die Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage des Klägers sei darauf zurückzuführen, dass im Scheidungsurteil eine stufenweise Anhebung der Kinder-Unterhaltsbeiträge angeordnet worden sei und zudem auch die ihr zustehenden Unterhaltsleistungen an den Index gebunden worden seien. Schon im Scheidungszeitpunkt sei klar gewesen, dass der Kläger angesichts seiner beruflichen Ausbildung das Einkommen nie in dem Ausmass werde steigern können, wie es für die Begleichung der im Verlaufe der Zeit anwachsenden Unterhaltsverpflichtungen erforderlich sein würde. Das Scheidungsgericht habe das jedoch in Kauf genommen, weshalb eine Reduktion der scheidungsrechtlichen Rente nicht in Frage kommen könne. Diese Vorbringen finden in den für das Bundesgericht massgebenden tatsächlichen Feststellungen der kantonalen Instanzen keine Stütze. Entgegen der Auffassung der Beklagten ist vielmehr anzunehmen, das Scheidungsgericht sei auf Grund der allgemeinen Lebenserfahrung davon ausgegangen, dass der Kläger seine Einkünfte im Verlaufe der Zeit mindestens im Umfang der sehr moderaten Erhöhung der Kinder-Unterhaltsbeiträge (Fr. 50.-- pro Altersstufe) und der Anpassung der Unterhaltsbeiträge an die Teuerung werde steigern können. Vor allem konnte das Scheidungsgericht bei der Festsetzung der Unterhaltsbeiträge nicht voraussehen, dass der Kläger aus den im kantonalen Verfahren festgestellten gesundheitlichen Gründen zu einer beruflichen Umstellung gezwungen sein würde und sich die zu erwartende Einkommenssteigerung so nicht werde realisieren lassen. c) In Anbetracht der von ihr festgestellten erheblichen Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage des Klägers seit der Scheidung und der Tatsache, dass dieser im Falle der Beibehaltung des der Beklagten zustehenden Unterhaltsbeitrags in der im Scheidungsurteil festgelegten Höhe seinen eigenen Notbedarf nicht mehr zu decken vermöchte, verstösst der Entscheid der Vorinstanz nicht gegen Bundesrecht. Nach der Rechtsprechung sind dem Unterhaltspflichtigen in der Tat generell diejenigen Mittel zu belassen, die er für die Sicherung der eigenen Existenz benötigt (dazu BGE 123 III 1 E. 3b/bb S. 4 f.; 121 III 301 E. 5b S. 303; 121 I 97 E. 3b und 3c S. 101 f.).