Citation: U 175/02 21.08.2002 E. 2.2

2.2.1 Unbestritten ist, dass die Verschlechterung des Ohrleidens links in natürlichem Kausalzusammenhang mit dem Unfall vom 19. Juni 1996 steht. Hiefür sprach die Allianz der Versicherten eine Integritätsentschädigung von 20 % zu und lehnte den Anspruch auf eine Rente mangels Arbeitsunfähigkeit ab. Insoweit die Allianz den Standpunkt vertritt, die in der Verfügung vom 30. März 2000 festgelegte Höhe der Integritätsentschädigung sei mangels Anfechtung in der Einsprache (resp. implizite Anerkennung) in Rechtskraft erwachsen und könne letztinstanzlich nicht Anfechtungsgegenstand bilden, kann ihr nicht gefolgt werden. Ungeachtet der Formulierung der Rechtsbegehren kann im vorliegenden Fall mit Bezug auf die Integritätsentschädigung schon deshalb keine Teilrechtskraft angenommen werden, weil sich im Hauptstreitpunkt Kausalitätsfragen stellen (RKUV 1999 Nr. U 323 S. 98 Erw. 1b). Im Weiteren hat die Versicherte in der vorinstanzlichen Beschwerde ausdrücklich eine zusätzliche Integritätsentschädigung anbegehrt. 2.2.2 Für die nach dem Unfall geklagten starken Kopfschmerzen und die Rückenbeschwerden (Druckdolenz im BWS-Bereich und über dem Thorax) bejahte die Allianz den natürlichen Kausalzusammenhang zunächst und erbrachte die gesetzlichen Leistungen (Heilbehandlung und Taggeld). Die Leistungseinstellung per 1. Januar 1997 erfolgte infolge Wegfalls des Kausalzusammenhangs. Nachdem die Allianz ihre Leistungspflicht zunächst anerkannt hat, trägt sie die Beweislast für den Wegfall des natürlichen Kausalzusammenhangs. Der Wegfall des ursächlichen Charakters des Unfalls im Hinblick auf den Gesundheitsschaden muss aufgrund des im Sozialversicherungsbereich verlangten Grades der überwiegenden Wahrscheinlichkeit festgestellt werden. Die Möglichkeit allein, dass der Unfall keinen kausalen Effekt mehr hat, ist nicht ausreichend (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 45, 1994 Nr. U 206 S. 328 Erw. 3b). 2.2.3 Hinsichtlich der psychischen Beschwerden bejahte die Allianz die natürliche Kausalität, verneinte jedoch die adäquate Kausalität nach Massgabe von BGE 115 V 133 ff..