Citation: 5A_405/2022 E. 5.2.1

5.2.1. Der Beschwerdeführer wendet sich zunächst gegen die Erwägung der Vorinstanz, wonach der unbestrittene und eindeutige Wortlaut der stenografischen Überschrift ("Vorbereitung für Testament") klar sei, weswegen die Berücksichtigung externer Umstände ohnehin ausser Betracht falle. Der Titel sei keineswegs klar. Das Dokument vom 11. Juni 2009 könne durchaus als Vorbereitung der Nachlassregelung oder gar der Erbteilung als Ganzes betrachtet werden. Es verfüge nur über die Liegenschaft, also über einen Teil des Vermögens. Es sei durchaus denkbar, dass das Dokument zuerst als "Vorbereitung" für die persönliche Mitteilung an die Vermächtnisnehmer abgefasst und erst danach mit der Unterzeichnung zum formgültigen Testament gemacht worden sei. Dabei könne die Tatsache, dass der Titel nicht gestrichen wurde, eine reine Nachlässigkeit, ein Versehen des Erblassers sein. Auch könne der Erblasser verschiedene Teilverfügungen verfasst haben. Alle Vorbereitungsschritte machten dann das Testament aus. Die Anwendung der Eindeutigkeitsregel sei ohnehin unrichtig und ziele ausserdem auf die Interpretation des Willens und nicht auf die Bestimmung der Gültigkeit bzw. Nichtigkeit.