Citation: 7B_729/2023 E. 2.4

2.4. Ob die Vorinstanz das Vorliegen eines Härtefalls zu Unrecht verneint, wie der Beschwerdeführer moniert, kann offenbleiben. Denn jedenfalls erweist sich die sehr sorgfältige und vollständige Interessenabwägung nach Art. 66a Abs. 2 StGB ohne Weiteres als bundes- und völkerrechtskonform: Die Vorinstanz berücksichtigt alle nach der Rechtsprechung des EGMR massgebenden Interessenfaktoren entweder bei der Prüfung des Härtefalls, die ebenfalls bereits eine Abwägung erfordert, oder dann bei der eigentlichen Interessenabwägung (im engeren Sinne nach Art. 66a Abs. 2 StGB) hinreichend und zieht sie in ihren Entscheid mit ein. Es besteht kein Anlass, in diesen differenzierten und gut begründeten Abwägungsentscheid höchstrichterlich einzugreifen. Was der Beschwerdeführer gegen die Interessenabwägung vorbringt, ist denn auch unbehelflich. So versucht er mittels appellatorischer Kritik sowie unzureichend begründeter Sachverhaltsrügen die von ihm ausgehende Gefährdung für die öffentliche Ordnung und Sicherheit zu bagatellisieren, womit er nicht zu hören ist. Die differenzierten Überlegungen der Vorinstanz hierzu vermag er damit jedenfalls nicht in Frage zu stellen. Insbesondere auch der Hinweis auf die positive Legalprognose ist unbehelflich, denn die Vorinstanz begründet überzeugend, weshalb die grundsätzlich positive Prognose zu relativieren ist und was dies für die öffentlichen Interessen bedeutet. Gleichzeitig berücksichtigt sie, anders als vom Beschwerdeführer angedeutet, seine Integrationsleistungen und seine familiäre Situation auf Seiten der persönlichen Interessen. Wenn sie diesen aber letztlich weniger Gewicht beimisst als den insbesondere aus den Vorstrafen und der bis anhin wirkungslosen ausländerrechtlichen Ermahnungen fliessenden öffentlichen Interessen, ist dies nicht zu beanstanden. Unbeachtlich bleibt an dieser Stelle im Übrigen der Verweis des Beschwerdeführers auf den Strafregisterauszug vom 21. März 2023, da es sich dabei um ein unzulässiges Novum im Sinne von Art. 99 Abs. 1 BGG handelt. Mangels hinreichender Begründung nicht einzugehen ist schliesslich auf den - betreffend seine Ehefrau vorgenommenen - unsubstanziierten Hinweis auf Art. 5 Abs. 1 Anhang I des Freizügigkeitsabkommens vom 21. Juni 1999 (FZA; SR 0.142.112.681).