Citation: I 405/04 14.02.2005 E. 3

3.1 Nach umfassender Würdigung sämtlicher Unterlagen gelangte das kantonale Gericht in seinem einlässlich begründeten Entscheid zum Schluss, dass der Beschwerdeführerin eine körperlich leichtere, wechselbelastende Tätigkeit (ohne langes Stehen) zu 50 % zumutbar ist. Aus somatischer Sicht wurde diesbezüglich keine Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit festgestellt, was denn von Seiten der Beschwerdeführerin auch nicht bestritten wird. Die Vorinstanz stützte sich dabei auf das ihrerseits eingeholte Gutachten der Psychiatrischen Klinik Z.________ vom 20. Oktober 2003, welches - wie sie zutreffend festhielt - alle rechtsprechungsgemäss erforderlichen Kriterien für eine beweiskräftige medizinische Entscheidungsgrundlage erfüllt und dem mithin volle Beweiskraft zukommt (BGE 125 V 352 ff. Erw. 3). Bei Gerichtsgutachten weicht das Gericht nach der Praxis nicht ohne zwingende Gründe von der Einschätzung der medizinischen Fachleute ab, deren Aufgabe es ist, ihre Fachkenntnisse der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um einen bestimmten Sachverhalt medizinisch zu erfassen. Ein Grund zum Abweichen kann vorliegen, wenn die Gerichtsexpertise widersprüchlich ist oder wenn ein vom Gericht eingeholtes Obergutachten in überzeugender Weise zu andern Schlussfolgerungen gelangt. Abweichende Beurteilung kann ferner gerechtfertigt sein, wenn gegensätzliche Meinungsäusserungen anderer Fachleute dem Gericht als triftig genug erscheinen, die Schlüssigkeit des Gerichtsgutachtens in Frage zu stellen, sei es, dass es die Überprüfung durch eine weitere Fachperson im Rahmen einer Oberexpertise für angezeigt hält, sei es, dass es ohne eine solche vom Ergebnis des Gerichtsgutachtens abweichende Schlussfolgerungen zieht (BGE 125 V 352 Erw. 3b/aa mit Hinweisen). Derartige Gründe sind vorliegend keine ersichtlich. 3.2 Laut Gerichtsexpertise leidet die Beschwerdeführerin an "Angst- und depressive Störung gemischt" (ICD-10: F41.2) im Sinne einer leichten und nicht anhaltenden ängstlichen Depression; an einer prolongierten Anpassungsstörung mit Maladaptation und Malcoping nach traumatischer Trennung vom Lebenspartner (ICD-10: F43.2) mit nachfolgender Angst und depressiver gemischter Reaktion (ICD-10: F43.22) sowie an einem lumbosakralen Schmerz- und Beschwerdesyndrom ohne Hinweis auf radikuläre Ausfallsymptomatik, bzw. sonstige Neurologie. Zur Restarbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit hält Dr. med. S.________ u.a. fest, eine mindestens 50%ige Tätigkeit erscheine als angemessen und realisierbar, jedoch mit bescheidenen Anforderungen und Erwartungen an die Arbeitsleistung. Es sei darauf zu achten, dass die Versicherte keine schwere, Lasten hebende bzw. sonstige körperliche Tätigkeit verrichte, sondern eher leichte bis maximal mittelschwere Tätigkeiten in abwechslungsreicher, möglichst sitzender Position ausübe. In der bisherigen Tätigkeit an einer Maschine bezeichnet er die Beschwerdeführerin auf dem aktuellen Arbeitsmarkt u.a. mangels Durchhaltevermögen und sozialer Flexibilität als nicht mehr vermittelbar. Unter der derzeitigen guten Situation in der geschützten Werkstatt Q.________ sei es gelungen eine ordentliche halbtägige Arbeitsleistung zu erreichen. Unter günstigen Konstellationen und einem entsprechend gestalteten Arbeitsplatz könne dies durchaus auch auf dem freien Arbeitsmarkt möglich sein. 3.3 Entgegen den Vorbringen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wurden bei der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit im Gutachten nicht nur die Abklärungen der Ärzte berücksichtigt. Vielmehr ergibt sich daraus, dass auch Rücksprache mit der Werkstatt Q.________ genommen wurde, wo die Versicherte seit einigen Jahren arbeitet (Telefonat vom 3. September 2003). Deren Einschätzung fand Eingang in die Expertise und wurde bei der Bewertung der Restarbeitsfähigkeit mit berücksichtigt. Danach kann die Versicherte sitzende, leichte Tätigkeiten, rund 4 Stunden pro Tag Serienarbeiten (Versandarbeiten, etc.) sehr gut durchführen. Vorbehalte wurden angebracht bei Einsätzen an andern Orten, da sie sehr labil bezüglich Veränderung, Ortswechseln sei. Der mit Verwaltungsgerichtbeschwerde eingereichte aktuelle Bericht der Werkstatt Q.________ vom 29. Juni 2004, wonach die Versicherte für eine Arbeitsstelle in der freien Wirtschaft nicht empfohlen werden könne, vermag zu keinem andern Ergebnis zu führen. Für die Invaliditätsbemessung ist nicht darauf abzustellen, ob eine invalide Person unter den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen vermittelt werden kann, sondern einzig darauf, ob sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen könnte, wenn die verfügbaren Arbeitsplätze dem Angebot an Arbeitskräften entsprechen würden (AHI 1998 S. 291). Im aufgezeigten Sinne körperlich leichte und wechselbelastende, möglichst sitzende Tätigkeiten sind auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt durchaus vorhanden. Die im Bericht der Werkstatt Q.________ vom 29. Juni 2004 angeführten Einschränkungen, welche im Gutachten im Übrigen grösstenteils berücksichtigt wurden, sind zwar nicht unerheblich, führen aber auch in Kombination mit dem Erfordernis einer körperlich leichten und wechselbelastenden Tätigkeit nicht dazu, dass von Tätigkeiten gesprochen werden müsste, die nur in so eingeschränkter Form möglich sind, dass sie der allgemeine Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder dass sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wären (ZAK 1991 S. 320 Erw. 3b, 1989 S. 321 f. Erw. 4a). Der Beschwerdeführerin stehen - trotz ihrer gesundheitlichen Einschränkungen - auf dem hypothetischen ausgeglichenen Arbeitsmarkt genügend leichte Hilfs-, Kontroll- und Überwachungstätigkeiten offen, sodass nicht von realitätsfremden und in diesem Sinne unmöglichen oder unzumutbaren Einsatzmöglichkeiten gesprochen werden kann. So geht es beim als ausgeglichen unterstellten Arbeitsmarkt denn nicht um reale, geschweige denn offene Stellen, sondern um (gesundheitlich zumutbare) Beschäftigungsmöglichkeiten, welche der Arbeitsmarkt von seiner Struktur her, jedoch abstrahiert von den konjunkturellen Verhältnissen, umfasst (Urteil C. vom 16. Juli 2003, I 758/02). Mit der Vorinstanz kann daher eine zumutbare wirtschaftliche Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit im Umfang von 50 % bejaht werden. Sämtliche weitern Einwendungen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde vermögen an diesem Ergebnis nichts zu ändern. Es kann diesbezüglich auf die zutreffenden Ausführungen im angefochtenen Entscheid verwiesen werden.