Citation: 9C_525/2023 E. 7.1

7.1. Schliesslich macht die Beschwerdeführerin geltend, die bisherige Rechtsprechung des Bundesgerichts sei EMRK-widrig. Im Urteil des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) vom 2. Februar 2016 in Sachen Di Trizio gegen die Schweiz (7186/09) habe der EGMR die Anwendung der gemischten Methode zur Berechnung des Invaliditätsgrades als diskriminierend bezeichnet, da davon überwiegend Frauen betroffen seien und damit teilerwerbstätige Personen gegenüber solchen, die Vollzeit oder gar nicht erwerbstätig seien, benachteiligt sein könnten. Gleiches müsse für die Schadenminderungspflicht der Angehörigen gelten, da diese einseitig Frauen treffe und nur im Rahmen des Betätigungsvergleichs (Haushaltsarbeit) berücksichtigt werde.