Citation: 5A_329/2008 06.08.2008 E. 3.2

3.2.1 Die Beschwerdeführerin bringt vor, es sei fraglich, ob das Scheidungsgericht für die Beurteilung dieser Forderung überhaupt zuständig sei. Der Verweis des Kantonsgerichts auf BGE 111 II 401 E. 4b und BGE 109 Ia 53 ff. vermöge nicht zu überzeugen. Es kann offen gelassen werden, ob dieser Einwand den Begründungsanforderungen von Art. 42 Abs. 2 BGG genügt (BGE 133 IV 286 E. 1.4; 116 II 745 E. 3), denn er ist unbegründet. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts können im Rahmen der güterrechtlichen Auseinandersetzung auch vorehelich eingegangene Verträge berücksichtigt werden (BGE 109 II 92 betreffend einen Liegenschaftskauf der Brautleute vor Eheabschluss), wenn ein Zusammenhang mit der ehelichen Gemeinschaft besteht, was vorliegend der Fall ist. Das gilt auch für voreheliche (bzw. vor dem Güterstand angefallene) Ausbildungskosten (Hausheer/Reusser/ GEISER, Berner Kommentar, N. 22 zu Art. 209 ZGB, S. 744). 3.2.2 Es trifft zu, dass der Ehemann die Beweislast für die Forderung trägt. Die Vorinstanz ist nicht von Beweislosigkeit ausgegangen, sondern hat den Beweis für die Forderung als erbracht erachtet. Bei dieser Sachlage ist die Berufung auf Art. 8 ZGB gegenstandslos, und es stellt sich nur die Frage, ob die Beweiswürdigung willkürlich erfolgt ist und damit Art. 97 Abs. 1 BGG verletzt. Die Beschwerdeführerin rügt, der Beschwerdegegner habe am 29. April 1994 einen Golf GTI für Fr. 22'180.-- gekauft; für dieses Eigengut könne er vereinbarungsgemäss als "Surrogat" das bei der Scheidung vorhandene Auto behalten. Zusätzlich habe er bei der Heirat am 14. Juli 1995 auf zwei Bankkonten Fr. 9'461.12 und Fr. 18'378.65 ausgewiesen, die ihm das Kantonsgericht zutreffend als Eigengut zugewiesen habe. Da die Bankguthaben und das Auto zusammen einen Vermögenswert von rund Fr. 50'000.-- darstellten, hätte sich die Vorinstanz die Frage stellen müssen, wie denn der Beschwerdegegner in der Lage gewesen sei, an die Ausbildungskosten der Beschwerdeführerin noch rund Fr. 40'000.-- zu bezahlen. Die Beschwerdeführerin legt nicht dar, dass sie dieses Argument schon vor Kantonsgericht frist- und prozesskonform angeführt hat. Dieses Vorbringen stellt deshalb eine unzulässige Ergänzung zum Sachverhalt dar, weil nicht substantiiert gerügt wird, dieser sei offensichtlich falsch, d.h. willkürlich festgestellt worden (Art. 105 Abs. 1 und 2 BGG; E. 1.2 hiervor). Das Gleiche gilt auch für den Hinweis, da die Überweisungen in bar erfolgt seien, hätte der Beschwerdegegner beispielsweise durch Bankauszüge belegen und glaubhaft machen können, dass das Geld für die Überweisungen von ihm gestammt habe. Der Sachverhalt ist von der Vorinstanz nicht willkürlich festgestellt worden. Sie hat die Einkommensverhältnisse der Beschwerdeführerin während der Ausbildungszeit und die Unterstützung durch ihre Eltern sowie auf der anderen Seite die Lebens- und Ausbildungskosten der Beschwerdeführerin gewürdigt und ist zum Schluss gelangt, dass sie diese Kosten unmöglich allein mit eigenen Mitteln und denjenigen der Eltern habe bestreiten können. Gestützt auf diese Schlussfolgerung kommt - entgegen der Meinung der Beschwerdeführerin - der Tatsache, dass die "Postbüchlein" nicht bloss auf den Namen "Y.________" lauteten, keine Bedeutung zu, denn die Führung desselben während des Konkubinats unter dem Doppelnamen "Y.-X.________" ist nichts Aussergwöhnliches. Hat die Beschwerdeführerin nicht nachzuweisen vermocht, dass sie während der Ausbildungszeit über genügend Geld verfügte, um Lebensunterhalt- und Schulkosten bezahlen zu können, hält das Resultat der Beweiswürdigung vor der Verfassung stand. 3.3 Schliesslich stellt sich die Frage, ob es sich bei diesem Ausbildungsbeitrag des Ehemannes vor der Heirat um ein Darlehen gehandelt hat oder um eine Schenkung. Das Kantonsgericht hat dazu ausgeführt, es sei nicht anzunehmen, dass ein damals rund 25-jähriger Mann seiner Freundin einen Betrag von fast Fr. 40'000.-- habe schenken wollen. Entscheidend sei, was die Parteien im damaligen Zeitpunkt gewollt hätten. Als die Beschwerdeführerin ihre Ausbildung begonnen habe, hätten die Parteien nicht ausschliessen können, dass die Beziehung (vor der Heirat) scheitern könnte. In diesem Fall hätte der Ehemann den geleisteten Betrag sicher wieder zurückerstattet haben wollen. Dasselbe gelte auch für den Fall der Scheidung. Es sei daher von einem Darlehen und nicht von einer Schenkung auszugehen. Die Beschwerdeführerin meint, das Kantonsgericht verneine die Schenkungsabsicht zu Unrecht. Sie räumt ein, dass zwar für die Zeit zu Beginn der Physiotherapieausbildung und noch einige Zeit danach die Ausführungen des Kantonsgerichts geteilt werden könnten. Im Laufe der Jahre sei die Beziehung aber immer stärker geworden, habe zur Heirat am 14. Juli 1995 und zur Geburt des Sohnes B.________ im 1995, also nur wenige Monate nach der Heirat, geführt. Es habe sich letztlich um eine Investition in die gemeinsame eheliche Zukunft gehandelt. Es ist fraglich, ob das Kantonsgericht die fehlende Schenkungsabsicht im Sinne einer Tatsache festgestellt hat, welche das Bundesgericht nur auf Willkür überprüfen kann, oder ob es Schlussfolgerungen aus der allgemeinen Lebenserfahrung gezogen hat, an welche das Bundesgericht nicht gebunden ist (BGE 132 III 715 E. 2.3). Auch wenn Letzteres der Fall wäre, ist der angefochtene Entscheid in diesem Punkt nicht zu beanstanden. Selbst wenn der Aspekt der zukünftigen ehelichen Solidarität in der letzten Zeit der Ausbildung eine wesentliche Rolle gespielt hat, werden Schenkungen zwischen Ehegatten auch bei bewusst unentgeltlichen Leistungen nicht vermutet (BGE 96 II 1 ff.; STECK, in: FamKommentar Scheidung, Hrsg. Ingeborg Schwenzer, Bern 2005, N. 2 zu Art. 206 ZGB, S. 723). Vielmehr ist mit der Vorinstanz anzunehmen, dass der Ehemann seine Investition in die Ausbildung der Beschwerdeführerin damals wieder zurückerstattet haben wollte, wenn es zu keiner Heirat kommen würde. Gleiches gilt im Scheidungsfall.