Citation: 8C_29/2008 23.04.2008 E. 4

4.1 Was zunächst die gesundheitliche Beeinträchtigung und die daraus resultierende Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit anbelangt, hat Kreisarzt Dr. med. W.________ anlässlich der Untersuchung vom 11. Februar 2005 eine 50%ige Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit als zumutbar erachtet. Im Nachtrag zu diesem Bericht vom 17. Juni 2005 führte Dr. med. W.________ aus, der Versicherte müsse gemäss Arbeitsplatzabklärung bei seiner Tätigkeit stets stehen und herumgehen, was ihm höchstens noch in der Grössenordnung von vier Stunden pro Tag zugemutet werden könne. Geeigneter wäre - so der Kreisarzt - eine wechselhaft sitzende/stehende bzw. gehende Tätigkeit. Anlässlich der kreisärztlichen Abschlussuntersuchung vom 4. November 2005 schliesslich erachtete Dr. med. W.________ eine ganztägige Tätigkeit, bei welcher die Dauer der stehenden bzw. gehenden Position einen Drittel der Arbeitszeit nicht überschreite und falls möglich auf den ganzen Tag verteilt sei, als zumutbar. Überkopfarbeiten seien nicht mehr möglich und das Gewicht von zu hebenden Lasten bis Taillenhöhe sei auf max. 10 kg, bis Brusthöhe auf 5 kg beschränkt. Die kreisärztlichen Berichte sind schlüssig und nachvollziehbar begründet und erfüllen die Anforderungen der Rechtsprechung, weshalb auf sie abgestellt werden kann. Soweit der Hausarzt Dr. med. T.________ die noch zumutbare Arbeitsfähigkeit anders einschätzt, ist mit der Vorinstanz darauf hinzuweisen, dass einerseits Hausärzte und Hausärztinnen im Zweifelsfall aufgrund ihrer Vertrauensstellung eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc S. 353) und dass andrerseits Dr. med. T.________ die massive psychosoziale Belastungssituation und beginnende depressive Entwicklung mitberücksichtigt hat. Mit dem kantonalen Gericht kann die psychische Problematik indessen nicht als adäquat kausale Folge der in Frage stehenden Unfallereignisse qualifiziert werden, weshalb eine auf psychische Gründe zurückzuführende Arbeitsunfähigkeit nicht zu berücksichtigen ist. Den diesbezüglichen Erwägungen, auf welche verwiesen werden kann, hat das Bundesgericht nichts beizufügen. Dementsprechend hat die Vorinstanz zu Recht das zuhanden der Invalidenversicherung erstellte Gutachten des Dr. med. L.________ vom 15. August 2007 ausser Acht gelassen. 4.2 Die Diskrepanz zwischen SUVA und Vorinstanz liegt in der Frage der leidensangepassten, geeigneten Tätigkeit. Die angestammte Tätigkeit als Federmacher wurde im Arbeitsplatzbeschrieb vom 8. April 2005 als leicht bezeichnet. Der Vorgesetzte beschrieb die Arbeit jedoch ausdrücklich als gehend stehende Tätigkeit. Dies entspricht nicht dem Zumutbarkeitsprofil des Versicherten gemäss kreisärztlicher Beurteilung. Die angestammte Tätigkeit, in welcher dem Beschwerdegegner eine 50%ige Arbeitsfähigkeit attestiert worden ist, ist daher mit der SUVA als zu wenig wechselbelastend und nicht optimal dem Gesundheitsschaden angepasst zu qualifizieren. Vielmehr ist davon auszugehen, dass der Versicherte einer besser leidensangepassten, leichten, wechselbelastenden Tätigkeit ganztägig nachgehen könnte, wozu er aufgrund der Schadenminderungspflicht auch gehalten ist.