Citation: 1B_146/2008 23.06.2008 E. 4

Gemäss § 61 Abs. 1 Satz 3 StPO/ZH ist der Angeschuldigte im Haftanordnungsverfahren auf sein Verlangen persönlich anzuhören. Diese Bestimmung ist so zu verstehen, dass der Angeschuldigte grundsätzlich auf das Anhörungsrecht verzichten kann. Gemäss der Literatur ist jedoch vorauszusetzen, dass der Angeschuldigte vom betreffenden Verfahren sowie von dessen Natur bzw. vom Inhalt des Antrags ausreichend Kenntnis hat und die Tragweite des Verzichts in sprachlicher und intellektueller Hinsicht zumindest im Kern erkennen kann (Andreas Donatsch, Kommentar zur Strafprozessordnung des Kantons Zürich, § 61 Rz. 9). Der Beschwerdeführer verfügte über einen Dolmetscher. Er hat ausgesagt, dass er einstweilen keinen Rechtsanwalt benötige und er hat ausdrücklich auf eine Anhörung durch den Haftrichter verzichtet. Gemäss dem Einvernahmeprotokoll hat der Staatsanwalt dem Beschwerdeführer erklärt, dass er vorläufig festgenommen werde und dass der Haftrichter später entscheide, ob Untersuchungshaft anzuordnen sei. Auf die Frage, ob er mit dem Haftrichter sprechen wolle, antwortete der Beschwerdeführer: "Mit dem Haftrichter möchte ich nicht sprechen. Er soll aufgrund der Akten entscheiden." Der Beschwerdeführer ist aufgrund einer Vorstrafe überdies mit dem Strafverfahren und der Untersuchungshaft vertraut (Urteile 1P.538/2001 vom 5. November 2001 und 1P.596/2002 vom 26. März 2003, beide betreffend den Beschwerdeführer). In Würdigung dieser Umstände steht fest, dass der Beschwerdeführer die Bedeutung seines Verzichts auf Anhörung durch den Haftrichter erkannte. Die entsprechende Rüge ist unbegründet.