Citation: 1C_623/2022 E. 5.3

5.3. Gegenstand des Baugesuchs ist der Umbau der Alp Sprella im Val Mora, bestehend aus einem ehemaligen Alpgebäude und separatem Stallgebäude, welche aktuell als Touristenlager mit rund 25 Betten genutzt werden, zu einem SAC-Sommerbetrieb mit 54 Gästebetten und Küche. Die Vorinstanz bejahte die Standortgebundenheit des Bauprojekts. Die Alp Sprella befinde sich im Val Mora, fernab von besiedeltem Gebiet bzw. in der Bergwelt. Die geplante SAC-Hütte solle als Ausgangspunkt für Wander-, Berg-, und Biketouren dienen. Damit erweise sich das Bauvorhaben als (relativ) standortgebunden, weil sich für eine SAC-Hütte - als Ausgangspunkt für Wander- und Bergtouren - ein Standort in der Bergwelt als vorteilhafter erweise. Die geplante SAC-Hütte liege am Fuss des Piz Dora und bilde somit einen attraktiven Ausgangspunkt für Berg-, Wander- und Biketouren, z.B. für den Nationalpark-Panoramaweg am Fusse des Piz Dora und in der Nähe des Piz Daint sowie des Piz Turettas, welche allesamt knapp 3'000 m hoch seien. Ferner stehe die SAC-Hütte am Beginn der vielbesuchten und markierten Bergwanderrouten zum Piz Umbrail, Lai da Rims sowie zum Piz Praveder. Des Weiteren sei zu berücksichtigen, dass die SAC-Hütte fernab der nächsten Bauzone (in Valchava) liege, die sich in über 10 km Entfernung befinde. Um diese Strecke, entlang welcher keine Verpflegungs- und Übernachtungsmöglichkeiten vorhanden seien, zurückzulegen, müssten Hüttenbesucher eine vierstündige Wanderung auf sich nehmen, was unzumutbar sei. Aufgrund der topographischen Begebenheiten und der sich daraus ergebenden Bedürfnisse erweise sich das Bauvorhaben als standortgebunden. Daran ändere auch die Behauptung der Beschwerdeführenden nichts, wonach zur nächsten Bauzone nur eine rund drei- statt vierstündige Wanderung zurückzulegen sei. Entscheidrelevant sei einzig und alleine, dass die geplante SAC-Hütte als Ausgangspunkt für Wander-, Berg- und Biketouren in jedem Fall fernab von besiedeltem Gebiet liege, was auch bei einer Wanderzeit von drei Stunden der Fall sei. Im Weiteren sei auch ein Bedürfnis für die geplante SAC-Hütte vorhanden. Das Val Mora sei ein beliebtes Erholungsgebiet für Wanderer, Bergsteiger und Biker, welches nicht bloss von einer begrenzten Anzahl Personen besucht werde. Zudem sei aufgrund des technischen Fortschritts (E-Biking, mobile Beleuchtung) in Zukunft mit einer Zunahme der Besucherzahlen zu rechnen und es bestünden in der Umgebung der geplanten SAC-Hütte keine Beherbungsbetriebe, was für das Bedürfnis spreche, auf der Alp Sprella eine solche zu errichten. Aufgrund des von den Beschwerdegegnern eingereichten Businessplans, welcher aus Beherbergung und Verpflegung einen Betriebsertrag von Fr. 255'904.-- prognostiziere, sei auch die zusätzliche Voraussetzung für die Standortgebundenheit, welche die langfristige Sicherung der Ertragsfähigkeit verlange, vorliegend erfüllt. Die Hütte lasse sich wirtschaftlich betreiben und der Pächter könne daraus ein Einkommen erzielen, daran ändere auch der prognostizierte Betriebsverlust von Fr. 7'029.-- nichts. Dieser sei gering, bewege sich im Rahmen der Planungsungenauigkeit und der SAC betreibe seine Hütten ohnehin nicht gewinnorientiert.