Citation: 1B_442/2022 E. 4.2

4.2. Nach der Vorinstanz habe die Beschwerdeführerin soweit ersichtlich noch keine Kollusionsneigung gezeigt. Da sie sich seit dem "Tatabend" in Haft befinde, sei es ihr auch nicht möglich gewesen, auf das Verfahren Einfluss zu nehmen oder dies zu versuchen. Die Vorinstanz geht jedoch davon aus, es sähe anders aus, wenn die Beschwerdeführerin sich in Freiheit befände. Angesichts des schweren Tatvorwurfes stehe für sie viel auf dem Spiel. Zudem könnten sich aufgrund der engen Verflechtungen der Geschehnisse und Personen im konkreten Fall scheinbar unbedeutende Details wie Uhrzeiten oder Treffpunkte letztendlich als wichtig erweisen. Unter diesen Umständen könnte die Beschwerdeführerin durch ihren mutmasslichen Informationsvorsprung gewichtigen Einfluss auf das Strafverfahren nehmen. Dass sie dazu in der Lage sei, eine Sache taktisch und zielstrebig anzugehen, werde durch ihre Bestrebungen, die Beziehung zu ihrem vormaligen Partner wieder aufzunehmen, belegt. Weiter bestehe trotz des Fortschritts der Ermittlungen weiterhin Kollusionsgefahr, insbesondere in Bezug auf E.________ und die Eltern der Beschwerdeführerin. Den Aussagen von E.________ käme wesentliche Bedeutung zu. Die Beschwerdeführerin lege jedoch nahe, er habe sich die Begegnung am 1. Februar 2022 nur ausgedacht. Der Zwölfjährige werde durch das laufende Strafverfahren sehr belastet und er stehe unter grossem psychischen Druck. Würde die Beschwerdeführerin aus der Haft entlassen und mit ihm oder seinem Umfeld Kontakt aufnehmen oder versuchen, ihn öffentlich zu diskreditieren, bestehe unter diesen Umständen die Gefahr, dass E.________ seine Aussagen aus Selbstschutz, Angst, Schuld- oder Mitgefühl relativiere, abschwäche oder widerrufe. Haft sei auch wegen Kollusionsgefahr auch gegenüber entlastenden Personen, vorliegend den Eltern der Beschwerdeführerin, nicht ausgeschlossen. D ie Beschwerdeführerin könnte auf ihre Eltern Einfluss nehmen, um sie davon abzuhalten, doch noch zu ihrem Nachteil auszusagen.