Citation: 8C_377/2023 E. 8.4

8.4. Die behandelnde Psychiaterin berichtete am 18. Juni 2019 gar von einer Verbesserung des Gesundheitszustands und einem erfolgreichen Abschluss der Wiedereingliederung. Letzteres tifft indessen nicht zu, wie der Gerichtsgutachter überzeugend aufgezeigt hat (vgl. E. 7.1 und 7.3 hiervor). Die vom RAD-Arzt unter Verweis auf den angeblich erfolgreichen Abschluss der Eingliederungsmassnahmen begründete Verbesserung des Leistungspotenzials überzeugt demnach nicht. Im Übrigen leuchtet die von der behandelnden Psychiaterin angegebene Verbesserung insofern ein, als sie in ihrem letzten Arztbericht zu Handen der Invalidenversicherung (3. Mai 2017) noch eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert hatte. Ferner gab sie im Rahmen der Fremdanamnese des Gerichtsgutachters an, die Beschwerdeführerin sei schon zu Beginn der Integrationsmassnahme zu ihr gekommen, da sie sich kaum in der Lage gefühlt habe, ihre Leistungen am Arbeitsplatz zu erbringen. Die Beschwerdeführerin sei auf dem offenen Arbeitsmarkt kaum mehr belastbar. Die Mutter der Beschwerdeführerin berichtete dem Gutachter schliesslich von einem Suizidversuch ihrer Tochter nach dem im März 2019 beendeten Arbeitsversuch. Bei dieser Aktenlage erscheint die vorinstanzliche Annahme einer gesundheitlichen Verbesserung nach Ende der Eingliederungsmassnahmen offensichtlich unhaltbar.