Citation: 9C_550/2024 E. 4.4.2

4.4.2. Schon im massgeblichen Vergleichszeitpunkt bestanden psychiatrische Beeinträchtigungen, die mehrfach auch stationär (z.B. im zweiten Halbjahr 2007) behandelt worden waren; die entsprechenden Befunde wurden fachärztlich unterschiedlich gewichtet und diagnostisch eingeordnet (z.B. Benzodiazepinabhängigkeit, Opiatabhängigkeit, Schmerzverarbeitungsstörung, rezidivierende depressive Störung [gegenwärtig mittelgradige Episode], anhaltende somatoforme Schmerzstörung, kombinierte Persönlichkeitsstörung). Im Vergleich zum damaligen Zustand wird im MZR-Gutachten selbst keine erheblich veränderte Befundlage dargelegt. Eine objektive Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustandes lässt sich dem MZR-Gutachten (und dessen Ergänzung) höchstens insoweit entnehmen, als sie sich aus dem D.________-Gutachten herleiten lässt. Der D.________-Psychiater legte insbesondere dar, weshalb er die Einschätzungen der ABI-Experten nicht teilte, sondern von einer Persönlichkeitsstörung als dauerhaftem Gesundheitsschaden und von einer "wesentlichen" Einschränkung der Arbeitsfähigkeit "zum Zeitpunkt April 2008" (Untersuchung durch den ABI-Psychiater) ausging. In den Sommermonaten 2008 habe sich eine vorübergehende Besserung ergeben (nach Angaben der Versicherten im Sommer/Herbst für 2-3 Monate), bevor es (spätestens) im Frühjahr 2009 zu einer weiteren Verschlechterung mit Suizidversuch gekommen sei. Auch wenn der D.________-Psychiater anlässlich der Untersuchung vom 22. Mai 2009 eine seit zwei Monaten bestehende mittel- bis schwergradige Depression erhob (Urteil 9C_158/2010 vom 29. Juni 2010 E. 4.2 in fine), wies er keine Befundlage aus, die - im Vergleich zum Gesundheitszustand, wie er der Verfügung vom 1. Dezember 2008 zugrunde gelegt worden war - auf einen über längere Zeit erheblich verschlechterten Gesundheitszustand schliessen lässt.