Citation: 5A_29/2021 E. 1

Das Kantonsgericht hat ausgeführt, die Klagefrist für das Kind zur Anfechtung der Vaterschaft gemäss Art. 256c Abs. 2 ZGB sei abgelaufen gewesen; zu prüfen seien die wichtigen Gründe, mit welchen die Verspätung im Sinn von Art. 256c Abs. 3 ZGB entschuldigt werden könne. Die Erstinstanz sei davon ausgegangen, dass die Einleitung der Klage für B.________ vor dem April 2019 subjektiv nicht möglich gewesen sei, zuerst aufgrund der emotionalen und finanziellen Abhängigkeit als Jugendliche, sodann angesichts der schweren psychischen Krankheit in Kombination mit dem enormen Druck aus dem familiären Umfeld und schliesslich wegen der Priorität, der eigenen Tochter eine gute Mutter zu sein. Das Kantonsgericht hat sodann auf die Diagnosen verwiesen, wonach B.________ die Veranlagung einer schizophrenen Psychose in sich getragen haben müsse, sie seit 1999 seelisch dekompensiert und die Krankheit manifest ausgebrochen sei, wobei mit der Korrektur und Berichtigung des Zivilstandsregisters die Hoffnung verbunden sei, dass sich ihr psychiatrischer Zustand verbessere. Was die Ausführungen des Vater anbelange, wonach er B.________ gepflegt und mit ihr eine glückliche Zeit verbracht habe, so sei sie im Zeitpunkt der Scheidung erst 3½-jährig gewesen und danach bloss zwei Jahre zu ihm auf Besuch gegangen; erst nach Jahren habe sie ihn an einzelnen Sonntagen wieder gesehen und danach sei der Kontakt vollständig abgebrochen. Mit Schreiben vom 24. Juni 1987 habe er sodann explizit auf ein weiteres Besuchsrecht verzichtet. Weiter würden sich E-Mails vom 19. Februar 2019 in den Akten finden, wonach er die Zustimmung zur Namensänderung von der Zahlung eines Betrages von knapp 10'000 Euro abhängig gemacht habe mit der Begründung, eine Unterschrift erfordere eine Gegenleistung. Insgesamt habe angesichts der Tatsache, dass B.________ ihr alltägliches Leben krankheitsbedingt nur knapp zu bewältigen vermöge, von ihr nicht erwartet werden können, dass sie die Klage erhebe, solange ihr leiblicher Vater am Leben war; ebenso wenig habe dies unmittelbar nach dessen Tod im April 2018 verlangt werden können. Die Klageanhebung am 18. April 2019 erscheine vor diesem Hintergrund noch als rechtzeitig.