Citation: 4A_235/2018 E. 4.3.3

4.3.3. Voraussetzung für eine Verpflichtung zur Leistung Zug um Zug wäre nämlich jedenfalls, dass der Bereicherungsgläubiger - hier also der Beschwerdegegner - rechtzeitig eine entsprechende Einrede gegenüber dem Herausgabeanspruch der Gegenpartei erhoben hat. Gleich Tatsachen dürfen Einreden nicht von Amtes wegen berücksichtigt werden, denn eine Einrede ist ein subjektives Recht des Schuldners, welches er zu seiner Verteidigung verwenden kann (MAX GULDENER, Schweizerisches Zivilprozessrecht, 1979, S. 160 bei Anm. 3; JEAN-MARC SCHALLER, Darf ein Schuldner die Leistung verweigern?, Jusletter vom 21. März 2011, S. 8, Rz. 30). Die Vorinstanz hat keine Feststellungen zum entsprechenden Prozesssachverhalt getroffen und der Beschwerdegegner macht nicht geltend, die Vorinstanz hätte den Prozesssachverhalt unvollständig festgestellt (vgl. E. 1.1 hiervor). Er bestreitet auch die Ausführungen des Beschwerdeführers, er habe im vom Beschwerdeführer eingeleiteten Klageverfahren (Verfahren Z1 14 37) keine Einrede erhoben, nicht. Die Vorinstanz begründet ihren Standpunkt nicht weiter. Möglicherweise geht sie davon aus, das vom Beschwerdegegner in seiner eigenen Klage (Verfahren Z1 14 15) gestellte eventuelle Klagebegehren auf Rückzahlung des Kaufpreises in Höhe von Fr. 200'000.-- (Rechtsbegehren Ziff. 2), auf welches das Bezirksgericht nicht eintrat, sei sinngemäss als Einrede gegen den vom Beschwerdeführer eingeklagten Herausgabeanspruch zu berücksichtigen. Dem wäre aber nicht zu folgen. Denn auch wenn Verfahren vereinigt werden, bleibt die materielle Eigenständigkeit der Klagen gewahrt. Jede Klage ist mit andern Worten materiell gesondert zu beurteilen (NINA J. FREI, in: Berner Kommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, Bd. I, 2012, N. 23 zu Art. 125 ZPO; ADRIAN STAEHELIN, in: Thomas Sutter-Somm und andere [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO], 3. Aufl. 2016, N. 5 zu Art. 125 ZPO; FRANCESCO TREZZINI, in: Francesco Trezzini und andere [Hrsg.], Commentario pratico al Codice di diritto processuale civile svizzero [CPC], Bd. I, 2. Aufl. 2017, N. 25 zu Art. 125 ZPO). Die Vorinstanz hat die verjährte Forderung daher zu Unrecht berücksichtigt und die Verpflichtung zur Rückgabe der Wohnung von der Rückzahlung des Betrags von Fr. 200'000.-- abhängig gemacht. Unter Berücksichtigung des Umstandes, dass der Beschwerdegegner die Wohnung als Quasi-Eigentümer während über 20 Jahren selbst genutzt und weitervermietet hat, ist das Ergebnis, dass er den Betrag von Fr. 200'000.-- nicht zurückerhält, (entgegen der Vorinstanz) auch nicht stossend. Würde der Beschwerdegegner den besagten Betrag zurückbekommen, wäre ohnehin eine Entschädigung für die Benutzung der Wohnung zu prüfen, denn der Beschwerdegegner konnte nicht davon ausgehen, dass er die Wohnung (abgesehen von der Bezahlung der Nebenkosten) gratis benutzen durfte.