Citation: 4A_580/2017 E. 2.6

2.6. Der Beschwerdeführerin wurde im Weiteren auch nichts anderes zugesprochen als in Antrags-Ziffer 1.9 verlangt, indem das Schiedsgericht die Beschwerdegegnerin in Dispositiv-Ziffer 2e (i) weder zur "Herausgabe vollständiger Kopien der Verträge" verpflichtete, noch dazu, "die Download- und Streaming-Anbieter namentlich aufzuführen". Sie verkennt auch in diesem Zusammenhang, dass das Schiedsgericht ihr Begehren lediglich teilweise - nämlich im Umfang des vertraglich vereinbarten Buchprüfungsrechts - gutgeheissen, darüber hinaus jedoch abgewiesen hat (vgl. bereits E. 2.4 oben). Anstatt der verlangten Herausgabe der vollständigen Vertragskopien sowie der namentlichen Auflistung der Streaming-Anbieter wurde lediglich ein Einsichtsrecht des neutralen Buchprüfers in "alle Verträge zwischen der Beklagten oder einer konzernmässig verbundenen Gesellschaft und Download- und Streaming-Anbietern [...]" gewährt. Das Rechtsbegehren nach Antrags-Ziffer 1.9 wurde demnach lediglich in diesem beschränkten Umfang gutgeheissen, im Übrigen jedoch abgewiesen. Entgegen den Vorbringen der Beschwerdeführerin liegt weder ein Schiedsentscheid extra petita noch ein solcher infra petita vor. Ebenso wenig leuchtet ein, inwiefern das Schiedsgericht die Ausführungen der Beschwerdeführerin zu den Kopien der Verträge und der namentlichen Nennung der Anbieter übergangen haben soll. Auch mit dem Vorbringen, das Schiedsgericht habe die Einschränkung "bezüglich Vorauszahlungen für digitale Verwertung" in Dispositiv-Ziffer 2e nicht begründet, verkennt die Beschwerdeführerin, dass der Anspruch auf rechtliches Gehör nicht auch den Anspruch auf Begründung eines internationalen Schiedsentscheids umfasst und sich das Schiedsgericht nicht ausdrücklich mit jedem einzelnen Vorbringen der Parteien auseinandersetzen muss. Sie wirft dem Schiedsgericht zudem eine überraschende Rechtsanwendung vor, zeigt jedoch nicht hinreichend auf, worin diese bestehen soll (vgl. BGE 130 III 35 E. 5 S. 39; 126 I 19 E. 2c/aa S. 22 und E. d/bb S. 24; 124 I 49 E. 3c S. 52). Die Rüge der Gehörsverletzung stösst ins Leere.