Citation: 2A.330/2006 05.07.2006 E. 3

3.1 Ausgangspunkt und Massstab für die Schwere des Verschuldens und die fremdenpolizeiliche Interessenabwägung ist die vom Strafrichter verhängte Strafe (BGE 129 II 215 E. E. 3.1 S. 216). Der Beschwerdeführer wurde wegen qualifizierten Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz zu 30 Monaten Gefängnis und 5 Jahren bedingter Landesverweisung, mit einer Probezeit von 3 Jahren verurteilt, womit der Ausweisungsgrund gemäss Art. 10 Abs. 1 lit. a ANAG erfüllt ist. Seiner Verurteilung lag der Erwerb sowie der Verkauf bzw. das Anstalten-Treffen zum Verkauf von rund 2,7 kg Kokaingemisch bzw. 846 g reinem Kokain zugrunde. Damit hat der Beschwerdeführer die Gesundheit vieler Menschen in Gefahr gebracht. Die kantonalen Behörden gehen unter diesen Umständen zu Recht von einem schweren Verschulden aus. Für die Beurteilung des Rückfallrisikos fällt ins Gewicht, dass weder das Strafmandat vom 7. Juli 1999 noch die Drogenprobleme seiner Mutter den Beschwerdeführer dazu zu bewegen vermochten, seine deliktische Tätigkeit zu beenden. Zu berücksichtigen ist zudem, dass der Beschwerdeführer bis heute nicht über eine stabile Erwerbssituation verfügt und zeitweise von der öffentlichen Fürsorge abhängig ist. Es kann daher nicht davon ausgegangen werden, dass er zukünftig in der Lage sein wird, für sich und seine Tochter finanziell aufzukommen. Unter diesen Umständen ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz die Rückfallgefahr als nicht unerheblich erachtet. Es besteht somit ein gewichtiges öffentliches Interesse an der Entfernung und Fernhaltung des Beschwerdeführers aus der Schweiz. 3.2 Den öffentlichen Interessen sind die privaten Interessen des Beschwerdeführers an einem Verbleib in der Schweiz gegenüberzustellen. Der Beschwerdeführer reiste 1995 im Alter von etwas über 15 Jahren zwecks Familienzusammenführung zu seiner Mutter in die Schweiz ein, womit er nicht als Ausländer der "zweiten Generation" anzusehen ist. Er lebte zwar bis zu seiner Ausweisung seit sieben Jahren in der Schweiz, was aber nicht als besonders lange gelten kann und zudem durch die im Strafvollzug verbrachte Zeit relativiert wird. Von einer gelungenen Integration des Beschwerdeführers kann nicht gesprochen werden. Er verfügt nicht über ein tragendes Beziehungsnetz in der Schweiz und konnte sich hier in wirtschaftlicher Hinsicht nicht integrieren. Dem Beschwerdeführer, der mit der Sprache seiner Heimat sowie den dortigen Gepflogenheiten vertraut ist, ist somit eine Rückkehr in die Dominikanische Republik zumutbar. 3.3 Der Ausweisung des Beschwerdeführers steht auch Art. 8 Ziff. 1 EMRK nicht entgegen. Der Beschwerdeführer beruft sich diesbezüglich auf seine Beziehung sowohl zu seiner schwer kranken Mutter als auch zu seiner Tochter. 3.3.1 Nachdem zwischen dem volljährigen Beschwerdeführer und seiner Mutter kein eigentliches Abhängigkeitsverhältnis besteht, kann der Beschwerdeführer gestützt auf Art. 8 EMRK kein Recht auf Aufenthalt aus der Anwesenheitsberechtigung seiner Mutter ableiten. Wie die Vorinstanz zutreffend ausführt, wird der Beschwerdeführer, dessen bisherige Hilfeleistung sich auf gelegentliche Kontakte beschränkte, seine Mutter auch aus dem Ausland psychisch unterstützen können. 3.3.2 Wohl fallen die Interessen seiner am **. ** 2004 geborenen Tochter ins Gewicht, die bei ihrer Mutter lebt und zu der der Beschwerdeführer eine gelebte Beziehung unterhält. Zunächst ist jedoch festzuhalten, dass die Tochter nicht unter der elterlichen Sorge des Beschwerdeführers steht; die streitige fremdenpolizeiliche Entfernungsmassnahme betrifft demzufolge lediglich das von ihm wahrgenommene Besuchsrecht, das sich bis zu einem gewissen Grad auch durch telefonische oder briefliche Kontakte bzw. Besuchsaufenthalte im Heimatland aufrechterhalten bzw. kompensieren lässt (vgl. Urteil 2A.526/2005 vom 17. Februar 2006 E. 3.3) Die Schwere der begangenen Delikte lässt eine besondere Rücksichtnahme nicht zu. Die nach Art. 8 Ziff. 2 EMRK erforderlichen Voraussetzungen für einen Eingriff in den Anspruch auf Achtung des Privat- und Familienlebens sind vorliegend erfüllt (E. 2.3). Das gilt umso mehr, als nicht von einer in wirtschaftlicher und affektiver Hinsicht besonders engen Beziehung zwischen Vater und Tochter gesprochen werden kann und der Beschwerdeführer zu schweren Klagen Anlass gegeben hat (vgl. Urteil 2A.563/2002 vom 23. Mai 2003 E. 2.2). Wie die Vorinstanz zu Recht erwähnt, wäre es der Kindsmutter, die nicht erwerbstätig ist, ursprünglich ebenfalls aus der Dominikanischen Republik stammt und erst im Herbst 2004 in der Schweiz eingebürgert wurde, im Übrigen unbenommen, in ihre frühere Heimat zurückzukehren, falls sie ihrer Tochter die Möglichkeit einer dauernden Beziehung zum Beschwerdeführer gewährleisten möchte.