Citation: 2C_709/2021 E. 4.1

4.1. In Bezug auf die Frage, ob die Verfügung vom 15. September 2020 rechtsgültig zugestellt worden ist, erwog die Vorinstanz, dass es vorliegend nicht darauf ankomme, ob die schriftliche Vollmacht, die der Beschwerdeführer B.________ am 18. April 2016 ausgestellt habe, im Zeitpunkt der Zustellung der Verfügung vom 15. September 2020 noch gültig gewesen sei. Die Behörde könne ein Vertretungsverhältnis nach Art. 10 Abs. 2 VRP/SG nämlich auch ohne schriftliche Vollmacht als gegeben erachten; auch zivilrechtlich sei die Erteilung einer Vollmacht im Grundsatz formlos möglich. Entscheidend sei vorliegend, dass B.________ im Kontext der drohenden Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung des Beschwerdeführers über mehrere Jahre hinweg (2016 bis 2020) im Namen des Beschwerdeführers Eingaben an das Migrationsamt gerichtet habe. Im Kontext des konkret in Frage stehenden Verfahrens, das am 9. April 2019 mit dem Gesuch des Beschwerdeführers um Verlängerung seiner Aufenthaltsbewilligung seinen Anfang genommen habe, habe B.________ am 7. Mai 2019 für die Einreichung eingeforderter Unterlagen um Fristverlängerung ersucht, am 10. Mai 2019 und am 8. Juni 2020 habe sie Unterlagen eingereicht und am 20. August 2020 habe sie dem Migrationsamt im Rahmen des rechtlichen Gehörs eine Stellungnahme eingereicht. Allen diesen Eingaben seien Schreiben des Migrationsamts vorausgegangen, die dem Beschwerdeführer persönlich zugestellt worden seien. Aufgrund der Tatsache, dass B.________ im Besitz dieser Schreiben gewesen sei und dass sie dem Migrationsamt zudem aktuelle Unterlagen des Beschwerdeführers eingereicht habe, habe das Migrationsamt schliessen dürfen, dass sich der Beschwerdeführer durch B.________ habe vertreten lassen (vgl. E. 3 des Entscheids B 2021/71).