Citation: 5C.237/2005 09.11.2005 E. 3

3.1 Gemäss den Feststellungen des angefochtenen Entscheides anerkannte der Beklagte seinen Sohn aufgrund des eindeutigen Resultats des Vaterschaftsgutachtens. Er habe aber zum Schutz seines eigenen Familienlebens grossen Wert darauf gelegt, dass das Kindesverhältnis nur auf dem Papier bestand. Gegenüber der Vormundschaftsbehörde habe er festgehalten, dass er keinen Kontakt zu Mutter und Kind wünsche, auf ein Besuchsrecht verzichte und einer allfälligen Adoption schon im Voraus zustimme. Seiner Unterhaltsverpflichtung sei er, wenn auch teils schleppend, auf eigenes Begehren über eine neutrale Inkassostelle nachgekommen, um jeden Anschein einer Beziehung zu vermeiden. Der Vater habe seinen Sohn zum ersten Mal vor Gericht getroffen, wo er ihn mit Sie angesprochen habe. Er habe dadurch zum Ausdruck gebracht, dass er ihn nicht als sein eigenes Kind, sondern als Fremden betrachte. Der Sohn habe sich nach eigenen Angaben immer einen Vater gewünscht und sich erst im Jugendalter damit abgefunden, dass der Beklagte nichts von ihm wissen wolle. Auf seinen Versuch, über eine Beratungsstelle mit dem Vater in Kontakt zu treten, um mit ihm über seine Ausbildung zu sprechen, habe der Kläger keine Reaktion erhalten. Der Sohn würde noch heute gerne die Bekanntschaft des Vaters machen, habe aber nie den Mut gehabt, ihn aufzusuchen. Das ist nach Ansicht der Vorinstanz gut nachvollziehbar. 3.2 Angesichts des ständigen Stillschweigens und der damit implizit bekundeten Ablehnung könne - so die Vorinstanz - von einem Kind nicht erwartet werden, dass es auf seinen Vater zugehe in der fast sicheren Erwartung, von diesem zurückgewiesen zu werden. Der Beklagte habe bewusst eine Position als widerwillig unterhaltspflichtiger, aber persönlich abwesender Elternteil bezogen. Wer den Aufbau einer persönlichen Beziehung zu seinem Kind von Geburt an derart konsequent verhindert hat, trägt nach Ansicht der Vorinstanz die alleinige Verantwortung dafür, dass dieses auch im Erwachsenenalter auf eine offensichtlich unerwünschte Annäherung verzichtet. Vor diesem Hintergrund erachtet die Vorinstanz die über die Mündigkeit hinausgehende Unterhaltspflicht als dem Beklagten zumutbar (Art. 277 Abs. 2 ZGB).