Citation: 8C_268/2023 E. 3.2

3.2. Die Beschwerdeführerin macht geltend, die Beschwerdegegnerin habe mit Schreiben vom 30. April 2018 den behandelnden Psychiater aufgefordert, einen Verlaufsbericht einzureichen. Sie habe darin nicht erwähnt, dass sie gleichentags die Ablehnung des Leistungsbegehrens verfügt habe. Es finde sich auch kein Hinweis, dass die Auskünfte für das Amtshilfeverfahren benötigt würden. Der Psychiater und damit die Beschwerdeführerin durften, ja mussten daher annehmen, dass das IV-Leistungsverfahren fortgesetzt werde. Somit habe es keiner Anfechtung der Verfügung bedurft. Auch vor und während der Haushaltabklärung vom 30. August 2018 habe die Beschwerdegegnerin nicht klargestellt, dass sie damit nicht ihr Leistungsbegehren weiter prüfe. Einer der deutschen Sprache nicht mächtigen Gesuchstellerin hätte die beigezogene Dolmetscherin die Umstände erläutern müssen. Das Verhalten der Beschwerdegegnerin verstosse gegen Treu und Glauben und sei widersprüchlich, wenn sie nunmehr auf der Rechtskraft der Verfügung vom 30. April 2018 beharre und behaupte, diese nicht in Wiedererwägung gezogen zu haben. Das Abklärungsverfahren sei daher entsprechend der Empfehlung des Dipl. med. C.________, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), mittels Beizug eines psychiatrischen Gutachtens fortzusetzen.