Citation: 9C_59/2016 E. 5.1

5.1. Die Beschwerdeführerin rügt eine Verletzung von Art. 7 Abs. 2 ATSG sowie eine offensichtlich unrichtige Sachverhaltsfeststellung durch die Vorinstanz. Entgegen dem angefochtenen Entscheid könne - auch wenn das Gutachten des PD Dr. med. B.________ grundsätzlich beweiskräftig sei - der vom Experten attestierten Arbeitsunfähigkeit nicht unbesehen gefolgt werden. Gerade die Tatsache, dass die Beschwerdegegnerin trotz ihres Gesundheitsschadens in der Lage sei, nebst ihrer Arbeitstätigkeit in einem 40 %-Pensum noch verschiedene private Tätigkeiten weitgehend uneingeschränkt auszuüben, zeuge von ihren zahlreichen Ressourcen: Seit 2002 sei die Beschwerdegegnerin alleinerziehende Mutter eines Sohnes. Für diesen bereite sie die Mahlzeiten zu, sie begleite ihn an den Wochenenden an Handballturniere und unter der Woche an Trainings. Abends gehe sie in der Nachbarschaft Kaffee trinken und unterhalte sich jeweils mit dem Personal. Selten besuche sie ein Konzert und hin und wieder tätige sie Korrekturen an der Website ihrer Tanzlehrerin. Daneben engagiere sie sich im Elternrat der Schule, sei politisch aktiv und habe 2001 die Sektion der Partei E.________ in F.________ gegründet. 2009 habe sie erfolgreich eine Ausbildung zur Tanztherapeutin beendet und behandle unregelmässig Kunden. Zudem habe sie bis Oktober 2013 regelmässig betagte Menschen in Altersheimen besucht und habe auch heute noch Kontakt mit einem bald 80-jährigen Architekten. Entgegen den offensichtlich unrichtigen Feststellungen des kantonalen Gerichts handle es sich bei diesen Aktivitäten nicht um nur punktuelle Tätigkeiten. Namentlich das Aufziehen eines Kindes als alleinerziehende Mutter sei anspruchsvoll und fordernd. Auch das starke politische Engagement - die Beschwerdeführerin sei nicht einfach ein passives Parteimitglied, sondern habe bei der Gründung der Parteisektion des Wohnortes mitgewirkt - erschöpfe sich in der Regel nicht nur in der Teilnahme an den (monatlichen) Sitzungen, sondern setze zeitintensive Vorbereitungen voraus. Auch wenn die genannten Aktivitäten teilweise nicht in den für die Revision massgeblichen Zeitraum fielen, zeigten sie doch, dass die Beschwerdegegnerin auch 2001 und 2009 - als sie eine ganze Rente bezogen habe und der Gesundheitszustand schlechter als heute gewesen sei - über zahlreiche Ressourcen verfügt habe. Aufgrund dieses derart hohen Aktivitätsniveaus sei die attestierte Arbeitsfähigkeit von nur 30 bzw. 40 % nicht konsistent. Ferner seien die objektiven Befunde bei der Begutachtung absolut unauffällig ausgefallen, womit der Schweregrad der Erkrankung als leicht zu beurteilen sei. Schliesslich scheine der Leidensdruck bei einer gänzlich fehlenden Therapie während längerer Zeit fraglich. Es sei der Beschwerdegegnerin zumutbar, ihre zweifellos vorhandenen, für Freizeitaktivitäten genutzten Ressourcen im Erwerbsbereich einzusetzen. Mithin sei die invalidisierende Wirkung des diagnostizierten Gesundheitsschadens zu verneinen.