Citation: 6B_826/2017 E. 1.6.5

1.6.5. Dass die Vorinstanz gestützt auf die von ihr festgestellten tatsächlichen Aspekte einen Vorsatz des Beschwerdeführers hinsichtlich sexueller Nötigung bejaht, ist nicht zu beanstanden. Selbst wenn man davon ausgeht, dass der Begriff der unsittlichen Berührung - wie der Beschwerdeführer geltend macht - "ganz unterschiedliche und vor allem auch deutlich «harmlosere Berührungen» über den Kleidern und ausserhalb der eindeutig sexualbezogenen Körperregionen" umfassen kann, sind unsittliche Berührungen dann nicht mehr nur als sexuelle Belästigung, sondern als sexuelle Nötigung zu qualifizieren, wenn sie nicht nur flüchtig und überraschend geschehen (vgl. Urteile 6B_702/2009 vom 8. Januar 2010 E. 5.5; 6P.224/2006 vom 16. Februar 2007 E. 7.2; je mit Hinweisen), sondern unter Ausübung von Gewalt, die über eine tätliche Belästigung im Sinne von Art. 198 Abs. 2 StGB hinausgeht. Eine solche kann bereits in einer einfachen körperlichen Kontaktnahme bestehen, solange sie nur nach ihrem äusseren Erscheinungsbild eine sexuelle Bedeutung hat (BGE 137 IV 263 E. 1.3 mit Hinweisen), und setzt somit keine Tätlichkeit gemäss Art. 126 StGB voraus. Indem der Beschwerdeführer über dieses Ausmass hinausgehende Gewalt anwendete, um sein Opfer berühren und küssen zu können, nahm er mindestens in Kauf, nicht mehr nur eine sexuelle Belästigung, sondern eine sexuelle Nötigung zu begehen. Die Vorinstanz bejaht einen entsprechenden Vorsatz des Beschwerdeführers demnach zu Recht.