Citation: 6B_452/2023 E. 1.8.2

1.8.2. Hatte der Beschwerdeführer im Zeitpunkt der Einvernahmen von A.________ vom 19. Januar bis am 28. März 2017 im gegen diesen seit Anfang Juli 2016 u.a. wegen Mordes geführten Verfahren keine Parteistellung und folglich kein Teilnahmerecht, lässt sich die Unverwertbarkeit der Einvernahmen von A.________ von vornherein nicht damit begründen, dass der Beschwerdeführer im damals gegen ihn getrennt geführten Verfahren wegen versuchter Nötigung nicht notwendig verteidigt war. Fraglich ist zudem, ob überhaupt ein Anwendungsfall einer notwendigen Verteidigung im Sinne von Art. 130 lit. a StPO vorlag. Gegen den Beschwerdeführer erging am 3. Juli 2016 zwar ein Vorführungsbefehl zwecks polizeilicher Einvernahme (kant. Akten, ND2/8/1). Bereits am 4. Juli 2016 wurde der Beschwerdeführer jedoch wieder aus der Polizeihaft entlassen und in die Strafanstalt Pöschwies zurückgeführt (kant. Akten, ND2/8/5). Hingegen hätte der Beschwerdeführer von Beginn an die Bestellung eines amtlichen Verteidigers beantragen können, worauf er an der polizeilichen Einvernahme vom 3. Juli 2016 hingewiesen wurde (kant. Akten, HD/12/6).