Citation: 2C_214/2023 E. 4.4.2

4.4.2. Gestützt auf diese Rechtsprechung wird in der Lehre die Verwaltungshilfe (" activités administratives auxiliaires ") umschrieben als Privatperson, die nach Art einer Hilfskraft zur technischen Ausführung bzw. faktischer Erledigung bestimmter Verwaltungsaufgaben eingespannt wird. Sie ist dienstrechtlich nicht eingebunden und hat abgesehen vom aufgabenimmanenten technischen Ermessen keine wesentlichen Freiheiten. Die Verwaltungshilfe leistet mithin nur unselbständige Teilbeträge an die Erfüllung einer fremden Aufgabe. Sie fungiert als "verlängerter Arm" des Verwaltungsträgers. Sie kann weder verfügen noch Verträge abschliessen. Das Handeln oder Unterlassen der Verwaltungshilfe wird dem Staat selbst zugerechnet, auch im Schadensfall. Die Verwaltungshilfe handelt folglich für die Verwaltung, nicht als Verwaltung. Die Mandatierung der Verwaltungshilfe kann mittels privat- oder verwaltungsrechtlichem Vertrag erfolgen (TSCHANNEN PIERRE/MÜLLER MARKUS/KERN MARKUS, Allgemeines Verwaltungsrecht, 5. Aufl., Bern 2022, Rz. 111; TSCHANNEN PIERRE, Hoheitliches Handeln von Privaten, in: Boillet Véronique/Favre Anne-Christine/Martenet Vincent [Hrsg.], Le droit public en mouvement: mélanges en l'honneur du Professeur Etienne Poltier, Zürich/Basel/Genf 2020, S. 781 ff., S. 790; TSCHANNEN PIERRE, Verwaltung durch Private, in: Claudia Fuchs et al. Hrsg.], Staatliche Aufgaben, private Akteure, Band II, Zürich/St. Gallen 2017, S. 167 ff., S. 173; MOOR PIERRE/BELLANGER FRANÇOIS/TANQUEREL THIERRY, Droit administratif, Volume III, 2. Aufl., Bern 2018, S. 142). Erwirbt der Staat Dienstleistungen, die für die Erfüllung der öffentlichen Aufgabe notwendig sind, selbst aber keine öffentliche Aufgabe darstellen, handelt es sich um eine Hilfstätigkeit (" activités administratives auxiliaires "; MOOR/BELLANGER/TANQUEREL, a.a.O., S. 141). Negativ umschrieben handelt die Verwaltungshilfe weder in eigenem Namen, eigener Zuständigkeit noch in eigener Verantwortung, sie tritt nach aussen nicht selbständig auf und kann nicht hoheitlich entscheiden (TSCHANNEN/MÜLLER/KERN, a.a.O., Rz. 112).