Citation: 1C_572/2022 E. 4.2

4.2. Inwieweit sonstwie ein Anspruch auf eine vorgängige Schutzfeststellung bzw. -abklärung vor dem geplanten Abbruch der Gebäude im ISOS-Gebiet bestehen soll, ist weder hinreichend dargetan noch ersichtlich. Es ist jedenfalls nicht als willkürlich zu beanstanden, wenn die Vorinstanzen auch aus dem kantonalen Recht kein Erfordernis einer Schutzabklärung abgeleitet haben. Damit erübrigt es sich, auf das in diesem Zusammenhang beantragte Abbruchverbot unter Straffolge (Art. 292 StGB) bis zum Vorliegen einer definitiven Schutzabklärung und zur Einholung einer Studie zu den Sanierungsmöglichkeiten einzugehen. Soweit die Beschwerdeführerin aus § 21 des Denkmalschutzgesetzes des Kantons Zug vom 26. April 1990 (DMSG/ZG; BGS 423.11) eine Mitteilungspflicht bzw. Pflicht zum Erlass einer Verfügung im Fall einer Nichtaufnahme eines Objekts in das Inventar der schutzwürdigen Denkmäler ableiten möchte, ist sie ebenfalls nicht zu hören. Eine solche ergibt sich weder aus dem Wortlaut der Bestimmung noch zeigt die Beschwerdeführerin auf, inwiefern in diesem Zusammenhang kantonales Recht willkürlich ausgelegt worden sein soll. Damit kommt sie den qualifizierten Begründungsanforderungen nach Art. 106 Abs. 2 BGG nicht nach (vgl. E. 2.1 hiervor). Die Beschwerdeführerin vermag im Übrigen auch nicht darzutun, inwiefern die unterlassene Inventarisierung der abzubrechenden Häuser die Schutzziele des ISOS augenscheinlich missachten soll. Das im ISOS mit dem Erhaltungsziel A aufgeführte Quartier der Gartenstadt Zug ist gemäss Zonenplan als Ortsbildschutzzone ausgeschieden worden (vgl. E. 3.1.5 hiervor). Den Ausführungen des Amts für Denkmalpflege und Archäologie im kantonalen Gesamtentscheid vom 12. Februar 2019, worauf sowohl der Regierungsrat als auch das Verwaltungsgericht in ihren Entscheiden Bezug nehmen, ist dazu zu entnehmen, dass demnach gemäss § 20 DMSG/ZG die prägenden Bestandteile der Siedlungen und gestaltenden Freiräume des Quartiers zu bewahren seien. Der Kanton habe deshalb im Jahr 2013 eine denkmalpflegerische Bewertung der Bauten in der Gartenstadt Zug vorgenommen. Auf Antrag der kantonalen Denkmalkommission seien Baugruppen aus mehreren Epochen als Ganzes ins Inventar der schutzwürdigen Denkmäler aufgenommen worden (gemäss Gestaltungshandbuch Gartenstadt [S. 8 f.] sollen 70 Gebäude ins Inventar aufgenommen worden sein). Bei der Auswahl der schützenswerten Bauten sei es darum gegangen, die architektur- und sozialgeschichtlich bedeutendsten zu bezeichnen. Der Fokus habe dabei auf den ersten beiden Bauetappen von 1919-1921 und 1929-1932 gelegen. Die gemäss Bauvorhaben abzubrechenden Gebäude gehören der vierten (1945-1954) und fünften (1956-1960) Bauetappe an und sind nicht inventarisiert. Die Vorinstanz durfte gestützt auf die schlüssigen Ausführungen des Amtes für Denkmalpflege und Archäologie im kantonalen Gesamtentscheid willkürfrei zum Schluss kommen, einem Abbruch und Neubau stünden deshalb aus denkmalpflegerischer Sicht keine grundsätzlichen Vorbehalte entgegen.