Citation: 2A.393/2004 30.09.2004 E. 2

2.1 Zweck des Familiennachzugs gemäss Art. 17 Abs. 2 dritter Satz ANAG ist es, das familiäre Zusammenleben zu ermöglichen. Sind die Eltern voneinander getrennt oder geschieden und hält sich der eine Elternteil in der Schweiz, der andere aber im Ausland auf, kann es nicht um eine Zusammenführung der Gesamtfamilie gehen. In solchen Fällen entspricht es dem Gesetzeszweck nicht, einen bedingungslosen Anspruch auf Nachzug der Kinder anzunehmen (BGE 129 II 249 E. 2.1 mit Hinweisen). Der nachträgliche Nachzug eines Kindes setzt diesfalls voraus, dass eine vorrangige Bindung des Kindes zum in der Schweiz lebenden Elternteil nachgewiesen ist und besonders stichhaltige familiäre Gründe, zum Beispiel eine Änderung der Betreuungsmöglichkeiten, dieses Vorgehen rechtfertigen (BGE 129 II 11 E. 3.1.3 und 3.3.1 mit Hinweisen). Die Verweigerung einer Bewilligung lässt sich jedenfalls dann nicht beanstanden, wenn die Familientrennung von den Betroffenen ursprünglich selbst freiwillig herbeigeführt worden ist, für die Änderung der bisherigen Verhältnisse keine überwiegenden familiären Interessen bestehen bzw. sich ein Wechsel nicht als zwingend erweist und die Fortführung und Pflege der bisherigen familiären Beziehungen nicht behördlich verhindert wird (BGE 129 II 249 E. 2.1 mit Hinweisen). Stichhaltige Gründe, die eine Änderung der Betreuungsverhältnisse gebieten, dürfen nicht leichthin bejaht werden. Es gelten hohe Beweisanforderungen; an den Nachweis der fehlenden Betreuungsmöglichkeit im Heimatland sind - zumal es aus integrationspolitischer Sicht nicht erwünscht ist, dass Jugendliche erst kurz vor Erreichen der Altersgrenze in die Schweiz geholt werden - umso höhere Anforderungen zu stellen, je älter das Kind ist bzw. je grösser die ihm in der Schweiz drohenden Integrationsschwierigkeiten sind (BGE 129 II 11 E. 3.3.2 mit Hinweisen). 2.2 Der Beschwerdeführer macht geltend, auf die Feststellung der Vorinstanz, es sei erstellt, dass der Nachzug der jüngsten Tochter für deren Pflege nicht notwendig sei, könne nicht abgestellt werden. Was er in diesem Zusammenhang vorbringt (Beschwerde Ziff. 1), lässt die tatsächlichen Feststellungen der Vorinstanz indessen nicht als offensichtlich unrichtig oder unvollständig erscheinen; auch eine Verletzung wesentlicher Verfahrensbestimmungen ist nicht ersichtlich. Dass er nach dem Tod des Grossvaters 1998 aus psychischen Gründen bis Juni 2001 nicht in der Lage gewesen sein soll, seiner Tochter die notwendige psychische und erzieherische Unterstützung zukommen zu lassen, mag zwar zutreffen, ändert aber nichts daran, dass zu jenem Zeitpunkt eine neue Betreuung für die Tochter in der Türkei gefunden werden musste. Wie er diese Situation entgegen den Feststellungen der Vorinstanz dieser gegenüber - entsprechend den hierfür geltenden hohen Anforderungen (oben E. 2.1) - genügend substanziiert haben soll, belegt der Beschwerdeführer nicht näher. 2.3 Die Vorinstanz hat die einschlägige Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Familiennachzug eingehend dargestellt (angefochtener Entscheid E. 2) und mit ausführlicher und sorgfältiger Begründung in Berücksichtigung aller nach Gesetz und Rechtsprechung massgeblichen Kriterien sowie in zutreffender Würdigung und Abwägung derselben überzeugend dargelegt, dass die Nichterteilung der Aufenthaltsbewilligung für die Tochter des Beschwerdeführers kein Bundesrecht verletzt. Es kann vollumfänglich auf diese Ausführungen (angefochtener Entscheid E. 3.2) verwiesen werden, denen nichts beizufügen ist. Der von der Vorinstanz in umfassender Würdigung aller massgebenden Umstände gezogene Schluss, die Voraussetzungen für den Nachzug der Tochter seien nicht erfüllt, da diese insbesondere nicht notwendigerweise einer ständigen Betreuung und Pflege bedürfe und auch - zumal ihre Integration in der Schweiz angesichts ihres Alters und des Besuchs aller Schulen in der Türkei mit einigen Unsicherheiten belastet sei - nicht aus ihrer bisherigen Umgebung sowie ihrem Beziehungsumfeld herausgerissen werden sollte, ist somit nicht zu beanstanden. Der Beschwerdeführer führt insbesondere keine Argumente dafür an, weshalb die jüngste - heute volljährige - Tochter, nachdem sie nach seinen Angaben bereits seit dem Wegzug der sie nach dem Tod des Grossvaters (1998) noch betreuenden beiden Schwestern im Jahre 1999 allein in der Türkei gelebt hat, entgegen der Auffassung der Vorinstanz noch der von ihm behaupteten Unterstützung bedürfte.