Citation: 5D_213/2015 E. 3.5

3.5. Die Beurteilung der Kinderbelange einschliesslich des Kinderunterhalts unterliege vollumfänglich der Offizial- und der Untersuchungsmaxime, was gemäss Art. 296 Abs. 1 und 3 ZPO bedeute, dass das Gericht den Sachverhalt von Amtes wegen zu erforschen habe und bei seinem Entscheid an die Parteianträge und deren Begründung nicht gebunden sei. Parteien, die mit unentgeltlicher Rechtspflege prozessieren, seien folglich gehalten, ihre Ausführungen zu diesen Themenkomplexen auf das Notwendige zu beschränken; umfangreiche Eingaben berechtigten vor diesem Hintergrund nicht unbesehen zu einer vollständigen Entschädigung des investierten Arbeitsaufwandes. Der Dispositionsmaxime und der Verhandlungsmaxime, die höhere Anforderungen an Rechtsschriften stellen würden, unterstehe im vorinstanzlichen Verfahren mithin lediglich der nacheheliche Unterhaltsanspruch der Ehefrau, wobei die finanziellen Verhältnisse der Parteien im Rahmen der wiederholt angestrengten Massnahme- und Rechtsmittelverfahren in vergleichsweise kurzen zeitlichen Intervallen eingehend erörtert worden seien und demgemäss im Scheidungsprozess als im Wesentlichen bekannt hätten vorausgesetzt werden dürfen. Damit hätten sich umfangreiche Abhandlungen weitgehend erübrigt. Dass das Verfahren auch aus rechtlicher Perspektive von eher geringer Komplexität gewesen sei, manifestiere sich nicht zuletzt darin, dass die Vorinstanz von einem doppelten Schriftenwechsel abgesehen habe.