Citation: 7B_267/2022 E. 7.1

7.1. Konkret macht sie geltend, wenn die Vorinstanz ihre Integration als gescheitert bezeichne, sei dies nicht ihr Verschulden. Sie und ihre kleine Tochter seien von ihrem Ex-Ehemann über Jahre schwer misshandelt worden, weshalb es ihr nicht möglich gewesen sei, nebenher und nebst der allgemeinen Kinderbetreuung ein solides berufliches und wirtschaftliches Standbein zu schaffen. Diesen schweren persönlichen Umständen trage die Vorinstanz nicht Rechnung. Nebst dem unterstütze sie ihre Tochter in schulischen und sozialen Belangen in vorbildlicher Weise und pflege auch Kontakte zu anderen Eltern, weshalb die Annahme einer gescheiterten Integration insgesamt nicht bundesrechtskonform sei. Bedenke man, dass sie und ihre Tochter sich in ihrem Heimatland ohne ein Dach über dem Kopf, ohne soziales Netz und ohne finanzielle Rückendeckung wiederfinden würden, sei ein schwerer persönlicher Härtefall zu bejahen. Ausserdem halte sich auch der gewalttätige Ex-Mann ihm Kosovo auf und es sei nicht auszuschliessen, dass sie bei einer Rückweisung erneuter Gewalt und Misshandlung ausgesetzt würden. Die Interessenabwägung betreffend argumentiert die Beschwerdeführerin, die Vorinstanz stütze sich auf bundesrechtswidrige Schuldsprüche. Der Vorwurf einer zu verbüssenden langjährigen Freiheitsstrafe könne deshalb nicht aufrechterhalten werden und ihre Legalprognose sei positiv zu bewerten. Aufgrund der einzigartigen Umstände des vorliegenden Falls sei nicht davon auszugehen, dass sie sich in Zukunft erneut in gleicher Form strafbar machen werde. Ihr privates Interesse und dasjenige ihrer Tochter überwiegten unter diesen Umständen das öffentliche Interesse an einer Fernhaltung.