Citation: 7B_736/2024 E. 2.4.2

2.4.2. Auch ist es nicht ausreichend, die Abweisung des Gesuchs mit dem blossen Umstand zu begründen, dass keine Ausnahmesituation vorliege. Nach der bereits angeführten ständigen bundesgerichtlichen Rechtsprechung muss die Vorinstanz als Behörde, die vorliegend über die Modalitäten im strafprozessualen Haftvollzug zu entscheiden hat, eine Interessenabwägung vornehmen. Dabei hat sie den Umständen des konkreten Einzelfalls Rechnung zu tragen. Die Vorinstanz führt allerdings keine Interessenabwägung durch, bei der sie sämtliche massgebenden Umstände berücksichtigt. Im Wesentlichen wäre die von der Vorinstanz angeführte, allenfalls bestehende Kollusionsgefahr im Lichte der bereits erfolgten erstinstanzlichen Verurteilung des Beschwerdeführers und des bereits abgeschlossenen Untersuchungsverfahrens zu würdigen und im Rahmen der Interessenabwägung den persönlichen Interessen des Beschwerdeführers am telefonischen Kontakt mit seiner Schwester und seinem Sohn gegenüberzustellen.