Citation: 6B_356/2022 E. 2.2

2.2. Die Vorinstanz erwägt, der Antrag auf Einholung eines medizinischen Fachgutachtens sei insoweit abzuweisen, als abgeklärt werden solle, ob die 7-Punkte-Fixation die einzige therapeutische Möglichkeit gewesen sei und insoweit, als Alternativen zur Fixierung abzuklären seien. Mit dem Beweisantrag des Beschwerdeführers könnte in Bezug auf diese Fragen ein heute in Auftrag gegebenes Gutachten höchstens in Form eines Aktengutachtens darüber Auskunft geben, welche Alternativen theoretisch zur Verfügung gestanden hätten. Neue konkrete Erkenntnisse seien nicht zu erwarten, zumal eigene Erhebungen des Gutachters mehr als zehn Jahre nach dem Vorfall nicht mehr möglich wären bzw. der Gutachter auf die Auskünfte der Involvierten angewiesen wäre, die vorliegend Parteien seien und ihre Auffassungen in diesem Verfahren bereits hinlänglich und gleichlautend zu Protokoll gegeben hätten. Dass die Beschuldigten im Jahr 2011 Alternativen hätten ergreifen können und diese Alternativen tatsächlich bzw. konkret ein geeignetes Mittel gewesen wären, um die mit der bestehenden Fremd- und Selbstgefährdung verbundenen Gefahren zu eliminieren, könne mit einem Aktengutachten nicht mehr bewiesen werden (angefochtenes Urteil S. 11 f.). Weiter führt die Vorinstanz aus, das Alter des Beschwerdeführers sei nicht massgebend gewesen, weshalb ein weiteres Gutachten auch diesbezüglich keinen relevanten Erkenntnisgewinn bringen würde. Auch die diversen von ihm aufgeworfenen Fragen für den Fall, dass das Gutachten die Notwendigkeit der 7-Punkte-Fixation zu Beginn seines Eintritts in die PUK bejahen würde, könnten heute nur noch in einem Aktengutachten behandelt werden, wobei ausgeschlossen sei, dass ein zum jetzigen Zeitpunkt beauftragter Gutachter im Rahmen eines Aktengutachtens zum Schluss komme, dass die 7-Punkte-Fixation früher hätte beendet bzw. gelockert werden können (angefochtenes Urteil S. 12). Die Vorinstanz erwägt zudem, inwiefern der Beschwerdeführer sich damals von der Selbst- und Fremdgefährdung tatsächlich bzw. in medizinisch-therapeutisch relevanter Form distanziert habe bzw. sich die Selbst- und Fremdgefährdung im Verlaufe des Aufenthalts des Beschwerdeführers in der PUK reduziert hätte, vermöge ein Sachverständiger in einem Aktengutachten heute nicht mehr zu beantworten. Die Akten liessen diesen Schluss jedenfalls nicht zu. Selbst wenn ein Gutachter zur Einschätzung gelangen würde, es hätte früher teilweise oder ganz gelockert werden können, so wäre damit noch nicht bewiesen, dass die Beschuldigten das ihnen damals zustehende Ermessen unrichtig ausgeübt hätten und sie dies (eventual-) vorsätzlich getan hätten. So oder anders könnte den Beschuldigten kein objektiv und subjektiv tatbestandsmässiges und rechtswidriges Verhalten nachgewiesen werden (angefochtenes Urteil S. 12). Schliesslich bringt die Vorinstanz an, die von der Vertretung des Beschwerdeführers thematisierte gutachterliche Kritik an der Medikation erfordere keine erneute gutachterliche Abklärung, denn der Anklageschrift mangle es am Vorwurf einer "falschen" Medikamentenverabreichung (angefochtenes Urteil S. 12).