Citation: 2A.711/2004 21.03.2005 E. 2.2

2.2.1 Der Sohn des Beschwerdeführers lebt seit seiner Geburt bei seinen Grosseltern bzw. der Grossmutter und einer Tante im Kosovo und hat dort die Schulen besucht. Die ihn bisher und auch heute noch betreuenden Verwandten stellen somit seine wichtigsten Bezugspersonen dar. Entgegen der Behauptung in der Beschwerdeschrift kann somit von einer seit jeher vorrangigen familiären Beziehung zum Beschwerdeführer in der Schweiz nicht die Rede sein. Der Beschwerdeführer hat die Trennung von seinem Sohn freiwillig herbeigeführt. Bereits vor dessen Geburt verfügte er über eine Jahresaufenthaltsbewilligung in der Schweiz. Obwohl er 1989 die Niederlassungsbewilligung erhalten und 1994 das Schweizer Bürgerrecht erworben hat, hat er erst im März 2003 ein Nachzugsgesuch für seinen Sohn eingereicht. 2.2.2 Der Beschwerdeführer erblickt einen Grund zur Änderung der Betreuungsverhältnisse in der angeschlagenen Gesundheit der Grossmutter. Wie sowohl aus den Klinikberichten als auch aus den Ausführungen des Beschwerdeführers hervorgeht, hat die Grossmutter jedoch seit Jahren gesundheitliche Probleme. Trotzdem war offensichtlich die Betreuung des Sohnes gewährleistet, andernfalls hätte sich der Beschwerdeführer wohl schon früher um den Nachzug seines Kindes bemüht. 2.2.3 Was die geltend gemachten Schwierigkeiten betreffend die seit 2000 angestrengte Beschaffung der Papiere und des Passes für seinen Sohn anbelangt, fällt auf, dass die Geburtsurkunde vom 24. Mai 2002 datiert ist, das Nachzugsgesuch aber erst zehn Monate später gestellt wurde. Ob es trotz entsprechender Bemühungen tatsächlich nicht möglich gewesen wäre, innert nützlicher Frist die nötigen Papiere zu beschaffen, kann indessen dahingestellt bleiben. Der Beschwerdeführer macht nämlich auch im an das Migrationsamt gerichteten Schreiben vom 18. März 2003 nicht geltend, ein weiterer Verbleib des Sohnes im Kosovo sei unmöglich, sondern führt vielmehr aus, der Sohn könne im Kosovo bleiben, möchte aber ein wenig beim Vater sein. Der verständliche Wunsch des Sohnes, in der Schweiz zu leben, ist jedoch nicht geeignet, den Familiennachzug nach jahrelangem, vom Beschwerdeführer freiwillig herbeigeführtem Getrenntleben zu rechtfertigen. Ausserdem anerkennt der Beschwerdeführer, dass nach dem Tod des Grossvaters (1999/2000) eine Übersiedlung des Sohnes in die Schweiz nicht dringlich gewesen sei. Zu Recht schliesst die Vorinstanz daraus, dass der Sohn selbst während der kriegerischen Ereignisse im Heimatland ausreichend aufgehoben war. 2.2.4 Im Übrigen wohnt im Haushalt der Grossmutter eine Tante, weshalb der Schluss der Vorinstanz, es sei nicht rechtsgenügend erstellt, dass die Betreuung des Sohnes in seinem Heimatland nicht mehr gewährleistet sei, zumal nebst der Grossmutter noch weitere Verwandte, unter anderem auch die Kindsmutter, im Kosovo leben, nicht zu beanstanden ist. Aufgrund seines Alters bedarf der Sohn ohnehin keiner ständigen Obhut mehr. Das Sorgerecht über Y.________ wurde denn auch wegen der besseren "materiellen Bedingungen" des Beschwerdeführers auf diesen übertragen und nicht etwa wegen mangelnder Betreuungsmöglichkeiten im Kosovo. Die Vorbringen des Beschwerdeführers betreffend die schwierigen Wohnverhältnisse (Haus im Bau) sind ebenfalls nicht geeignet, eine wesentliche Änderung der Betreuungssituation zu belegen. Wie die Vorinstanz zutreffend bemerkt, hat der Beschwerdeführer die Möglichkeit, zur Verbesserung der Unterkunft des Sohnes im Heimatland beizutragen. Eine Übersiedlung des Sohnes in die Schweiz ist deshalb nicht erforderlich. 2.2.5 Ferner ist auch mit dem Vorbringen, dass der vor Jahren verstorbene Grossvater als Vorbild und Respektsperson fehle, keine wesentliche Änderung der Betreuungsverhältnisse, angesichts derer die bisherigen Bezugspersonen nicht mehr als vorrangig betrachtet werden könnten, dargetan. Den in der Ausbildung stehenden Jugendlichen aus dem vertrauten Beziehungsumfeld herauszureissen, erweist sich somit nicht als notwendig und würde zudem erfahrungsgemäss erhebliche Integrationsschwierigkeiten in der Schweiz mit sich bringen.