Citation: 6P.18/2001 11.04.2001 E. 5

5.- a) Der Beschwerdeführer wendet sich im Rahmen der eidgenössischen Nichtigkeitsbeschwerde gegen die Strafzumessung. Die Beurteilung seines Verschuldens orientiere sich nicht nur an den nachgewiesenen Tatmerkmalen, sondern stütze sich auch auf reine Vermutungen, für welche Sachverhalt und Akten keinerlei Grundlagen böten. Dies gelte namentlich für die Annahme, er habe nur deshalb auf die rechte Fahrbahn gewechselt, weil er vermutlich habe überholen wollen. In die Strafzumessung seien daher Aspekte miteinbezogen worden, welche für das Verfahren insgesamt und für die Strafzumessung insbesondere nicht rechtserheblich seien. Bei der Würdigung des Verschuldens sei ferner zu berücksichtigen, dass nicht er alleine die fragliche Verkehrsgefährdung verursacht habe, sondern ebenso auch der während langer Zeit vorausfahrende Automobilist, welcher unnötigerweise lang die linke Fahrspur blockiert habe. Es sei daher von einem nicht allzu schweren Verschulden auszugehen. Zudem sei angesichts seiner jahrzehntelangen Fahrpraxis seinem Vorleben und seiner automobilistischen Erfahrung gegenüber spezialpräventiven Gesichtspunkten grösseres Gewicht beizumessen. Er sei seit 1962 im Besitz des Führerausweises und habe in dieser Zeit insbesondere wegen geschäftlicher Beziehungen mit dem Ausland über 3 Mio. Kilometer unfallfrei zurückgelegt. Sein automobilistischer Leumund sei bei einer sehr langen und überdurchschnittlich intensiven Fahrleistung einwandfrei. Dasselbe gelte für seinen Leumund ausserhalb des Strassenverkehrsrechts. Angesichts dieser Umstände sei eine Strafe von 7 Tagen Gefängnis und einer Busse von Fr. 4'000.-- unvertretbar streng. Unabhängig davon erscheine die Praxis der Aargauer Gerichte, nach welcher bei Geschwindigkeitsüberschreitungen von mehr als 40 km/h auf der Autobahn eine Freiheitsstrafe auszufällen sei, im Vergleich mit anderen Kantonen als zu hart. Mit dieser Praxis liege der Kanton Aargau weit über dem, was in der Schweiz als üblich bezeichnet werden könne. b) Das Bezirksgericht Lenzburg, auf dessen Ausführungen die Vorinstanz für die Strafzumessung verweist, nimmt an, der Beschwerdeführer habe den von der bundesgerichtlichen Rechtsprechung festgesetzten Grenzwert für eine grobe Verkehrsregelverletzung gemäss Art. 90 Ziff. 2 SVG deutlich überschritten. Der Geschwindigkeitsüberschreitung komme bei der Strafzumessung zwar keine vorrangige Bedeutung zu, eine erhebliche Überschreitung sei jedoch innerhalb des Strafrahmens straferhöhend zu berücksichtigen. Durch das nahe Aufschliessen auf die vorausfahrenden Fahrzeuge hätte der Beschwerdeführer angesichts der hohen Geschwindigkeit niemals rechtzeitig bremsen und einen Unfall verhindern können. Das nahe Aufschliessen sei denn auch häufig die Ursache von Massenkarambolagen, in denen eine Vielzahl von Automobilisten verwickelt seien. Damit habe der Beschwerdeführer die Gesundheit vieler Menschen in hohem Masse aufs Spiel gesetzt. Der Beschwerdeführer habe zudem gemäss seinen eigenen Aussagen nicht unter Zeitdruck gestanden. Sein Verschulden wiege daher schwer. Das Bezirksgericht nimmt ferner an, die persönlichen Verhältnisse zum Zeitpunkt der Tat gäben weder zur Straferhöhung noch zu einer Strafminderung Anlass. Die Vorinstanz führt ergänzend aus, aus dem Vergleich mit Richtlinien anderer Kantone für die Strafzumessung und aus dem Vergleich mit anderen Urteilen, von denen der zugrundeliegende genaue Sachverhalt nicht bekannt sei, vermöge der Beschwerdeführer nichts für sich abzuleiten. Ferner habe er seine Taten zwar sofort zugestanden, diese aber verharmlost und insoweit eine gewisse Uneinsichtigkeit an den Tag gelegt. Angesichts des Verschuldens, der persönlichen Verhältnisse, insbesondere der festgestellten Vermögens- und Einkommensverhältnisse, erweise sich die ausgesprochene Strafe als angemessen.