Citation: 8C_641/2023 E. 3.2

3.2. Die Beschwerdeführenden machen geltend, der tiefere Grundbedarf für vorläufig Aufgenommene gemäss Art. 8 Abs. 4 SHV/BE bzw. die entsprechende Ungleichbehandlung verstosse gegen verschiedene, im Einzelnen als verletzt gerügte Bestimmungen der BV, der EMRK und des UNO-Paktes II (SR 0.103.2). Insbesondere rügen die Beschwerdeführenden, Art. 10 der Verfassung des Kantons Bern vom 6. Juni 1993 (KV/BE; SR 131.212) verbiete in Verbindung mit Art. 31 Abs. 2 des Gesetzes des Kantons Bern vom 11. Juni 2001 über die öffentliche Sozialhilfe (Sozialhilfegesetz [SHG/BE]; BSG 860.1) im Bereich der Sozialhilfe eine Ungleichbehandlung bei der Bemessung sozialhilferechtlicher Ansprüche. Art. 86 Abs. 1 Satz 4 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer und über die Integration (Ausländer- und Integrationsgesetz [AIG]; SR 142.20) sei auf Empfängerinnen und Empfänger von Sozialhilfe in der ausschliesslichen sozialhilferechtlichen Kompetenz des Kantons Bern nicht anwendbar. Überdies verletze die sozialhilferechtliche Ungleichbehandlung vorläufig Aufgenommener gegenüber der übrigen Wohnbevölkerung eine Vielzahl grund- und menschenrechtlicher Bestimmungen, unter anderem Art. 12 BV und Art. 29 Abs. 1 KV/BE, Art. 8 Abs. 1 BV und Art. 26 Satz 1 UNO-Pakt II, Art. 13 Abs. 1 BV, Art. 8 und 14 EMRK sowie Art. 17 Abs. 1 UNO-Pakt II.