Citation: 5A_85/2022 E. 3.4.4

3.4.4. Im Übrigen sind die Ausführungen des Beschwerdeführers betreffend die Bindungstoleranz rein appellatorisch, mit denen Willkür in der Ermessensausübung nicht zu belegen ist. So führt er aus, bei den Beispielen, die an der Bindungstoleranz des Beschwerdeführers zweifeln liessen, handle es sich um lediglich vier Vorwürfe und harmlose Beispiele, die nicht dazu taugen würden, die Bindungstoleranz zu beurteilen. Die Vorinstanz ignoriere, dass die Beschwerdegegnerin den Sohn mit dem Wechsel in die Kriseninterventionsstelle letztlich grundlos aus dessen gewohntem Umfeld gerissen habe; auch der Beschwerdeführer habe der alternierenden Obhut zugestimmt und eine solche beantragt; in stossender Weise sei er im Zusammenhang mit den Auseinandersetzungen betreffend die Ausnahmeregelung für die während Corona geltenden Reisebeschränkungen beschuldigt worden, mangelnde Bindungstoleranz gezeigt zu haben; aus der Tatsache, sein damaliger Rechtsvertreter sei offenbar der Ansicht gewesen, er werde zu wenig rasch durch den Beschwerdeführer instruiert, sei von der Vorinstanz in absurder Weise abgeleitet worden, er habe bewusst zu seinen Gunsten Kommunikationsbarrieren geschaffen; dass er sich nicht für den Krippenbesuch interessiert habe, gehe ins Leere, da er davon gar nichts gewusst habe; seine Kompromissbereitschaft betreffend Ferien sei nicht relevant im Zusammenhang mit der Bindungstoleranz und das Abstellen auf irrelevante und sachfremde, subjektive Wahrnehmungen der Kindesvertreterin, wonach der Sohn bei der Beschwerdegegnerin viel mehr seine eigene Meinung entwickeln könne, sei unhaltbar und willkürlich. Damit wiederholt der Beschwerdeführer mehrheitlich seine vorinstanzlichen Vorbringen und erachtet seine eigene Würdigung des Sachverhalts als massgebend, ohne jedoch die Beurteilung seiner erhobenen Rügen durch die Vorinstanz und die darauf gestützt vorgenommene Würdigung des Sachverhalts als willkürlich auszuweisen. Die Vorinstanz hat sich ausführlich mit der Bindungstoleranz und den einzelnen Rügen des Beschwerdeführers auseinandergesetzt. Dabei ist sie insgesamt willkürfrei zum Schluss gekommen, die Einschätzung der Erstinstanz, die Bindungstoleranz der Beschwerdegegnerin sei höher einzuschätzen, habe vom Beschwerdeführer nicht entkräftet werden können. Die Vorinstanz hat im Übrigen nicht isoliert auf die Ausführungen der Kindesvertreterin abgestellt, sondern die Bindungstoleranz in einer umfassenden Gesamtwürdigung willkürfrei beurteilt.