Citation: 8C_937/2014 E. 3.4

3.4. Selbst wenn mit der Beschwerdeführerin damit nicht Beweislosigkeit herrschte, sondern eine lagerungsbedingte Nervenschädigung als überwiegend wahrscheinlich anzusehen wäre, läge keine medizinische Vorkehr vor, die im Rahmen der Krankenbehandlung einen Unfall im Sinne des Art. 4 ATSG darstellen würde. In Berücksichtigung des gesamten Sachverhalts fehlt es aufgrund der medizinischen Darlegungen an einem unfallversicherungsrechtlich relevanten (groben) Behandlungsfehler. Es finden sich keine Anhaltspunkte, dass intra- wie perioperativ in grober Weise nicht sachgerecht vorgegangen worden wäre. Ein entsprechendes Ereignis im Operationssaal oder in der Operationsvorbereitung wird im Operationsbericht vom 30. November 2012 nicht erwähnt. Frau Dr. med. E.________ trug in der ambulanten Notfall-Krankengeschichte am 22. November 2012 zwar ein, dass sie bei der Desinfektion des linken Beines beobachtet habe, wie beim Hochhalten des Beines durch die technische Operationsassistentin das Bein im Knie eingeknickt sei, wobei diese es sofort wieder gestreckt habe. Während die nachbehandelnde Neurologin Frau Dr. med. B.________ es für eher möglich hielt, dass die Hyperflexion in der Hüfte mit Überdehnung des Ischiasnervs in der Oberschenkel- bzw. Glutealregion ausschlaggebend für die Schädigung gewesen sei und nicht die Knieflexion während der Operationslagerung, hielt Dr. med. C.________ in der medizinischen Stellungnahme vom 22. März 2013 dieses Ereignis nicht für schadensursächlich. Keiner der mit dem Vorfall befassten Mediziner sah darin aber einen zur Ischiasläsion führenden Behandlungsfehler im Sinne einer groben oder ausserordentlichen Verwechslung oder Ungeschicklichkeit. Ein vom medizinischen Standard abweichender, als grob zu qualifizierender Fehler ist nach Lage der Akten nicht rechtsgenüglich erstellt.