Citation: 5A_112/2020 E. 5.1

5.1. Die Erstinstanz hat ihr keine Erwerbsaufnahme zugemutet mit der Begründung, bei "Expat-Ehen" sei meistens nur ein Ehegatte erwerbstätig und angesichts des Arbeitsumfeldes und des Alters werde es für sie schwierig sein, in der Schweiz eine juristische Erwerbstätigkeit zu finden, zumal nachweislich keine 50%-Stellen in Aussicht seien. Demgegenüber hat das Kantonsgericht der Beschwerdeführerin ab August 2017 ein hypothetisches Erwerbseinkommen angerechnet. Es hat diesbezüglich Folgendes festgestellt und erwogen: Die Beschwerdeführerin habe während der Ehe lange Zeit bei der Gemeinde V.________ in den Niederlanden als Juristin gearbeitet. Zwar habe sie im Jahr 2006/2007 gekündigt, sie sei aber auch von der Schweiz aus weiterhin für die Gemeinde V.________ tätig gewesen und habe erst anfangs 2011 ihre dortige Anstellung definitiv aufgegeben. Spätestens seit Februar 2015 habe sie wissen müssen, dass die Trennung definitiv sei. Damals sei sie 49 Jahre und die jüngste Tochter 10 Jahre alt gewesen. Sie spreche und schreibe sehr gut Hochdeutsch. Nachweislich habe sie sich erstmals im Mai 2016 um eine Anstellung in der Schweiz bemüht und sich sodann bis September 2018 insgesamt zehnmal beworben. Ihre Arbeitsbemühungen seien zumindest bis Mai 2018 als ungenügend, danach aber als genügend zu qualifizieren (je zweimal im September und Oktober sowie dreimal im November 2018 in den Niederlanden). Vor diesem Hintergrund sei ihr ab August 2017 bis zur Auswanderung in die Niederlande im Bereich "Büro" oder in verwandten Berufen ein hypothetisches Erwerbseinkommen von netto CHF 2'540.-- bei einem Pensum von 50 % anzurechnen. Die Beschwerdeführerin habe vorgebracht, nach dem per 1. August 2018 erfolgten Umzug in die Niederlande habe sie sich auf Arbeitsstellen und bei Jobvermittlern gemeldet und in ihrem früheren beruflichen Umfeld auf sich aufmerksam gemacht. Es bestehe die Aussicht, dass sie ab November 2019 für drei Tage pro Woche definitiv als "Kandidat-Notar" in einem Notariat arbeiten und gleichzeitig die dreijährige Berufsausbildung für Notare absolvieren könne. Die betreffenden Bemühungen um eine Ausbildung und Anstellung im Notariatsbereich seien als sinnvoll und genügend zu erachten. Bereits per März bzw. April 2019 sei die Beschwerdeführerin im fraglichen Notariat als "Kandidat-Notar" aufgenommen worden und sie arbeite dort an zwei Tagen pro Woche.