Citation: I 458/02 31.10.2002 E. 3

Streitig ist des Weitern der von Verwaltung und Vorinstanz vorgenommene Einkommensvergleich, insbesondere die Festsetzung des für die Invaliditätsbemessung massgebenden Invalideneinkommens. 3.1 Der Vorinstanz ist darin beizupflichten, dass die von der IV-Stelle aufge-legten DAP-Blätter, welche teilweise ungeeignete Arbeitsplätze umfassen, keine hinreichende Grundlage für die Invaliditätsbemessung darstellen. Das Invaliden-einkommen ist daher anhand der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) auf Grund von Tabellenlöhnen festzusetzen (BGE 126 V 76 Erw. 3b/bb). Das kantonale Gericht ist dabei vom monatlichen Bruttolohn (Zentralwert) von Fr. 3'505.- im privaten Sektor für Frauen ausgegangen, die einfache und repetitive Tätigkeiten (Anforderungs-niveau 4) verrichten (LSE 1998, Tabelle TA1), und hat diesen Lohn auf die betriebsübliche Arbeitszeit von 41,9 Stunden im Jahr 1998 (Die Volkswirtschaft 2002, Heft 7, Tabelle B 9.2 S. 88) umgerechnet und hievon einen leidensbe-dingten Abzug von 10 % vorgenommen, was bei einer Arbeitsfähigkeit von 50 % zu einem Invalideneinkommen von Fr. 19'826.- führte. Die Beschwerdeführerin bringt hiegegen vor, bei der Festsetzung des Invalideneinkommens sei nicht von Tabelle TA1 auszugehen, weil ihr sowohl im Sektor Dienstleistungen als auch im Sektor Produktion die meisten Tätigkeiten verschlossen seien. Wenn überhaupt fielen höchstens Tätigkeiten im Bereich der Körper- und Kleiderpflege sowie der Reinigung und öffentlichen Hygiene in Betracht, wo sich der Monatslohn gemäss Tabelle TA7 auf Fr. 3'000.- bzw. Fr. 3'447.- (recte: Fr. 3'467.-) belaufe. Dieser Auffassung kann nicht gefolgt werden. Zwar kann es sich unter Umständen rechtfertigen, auf einen Durchschnittslohn für bestimmte Tätigkeiten gemäss Tabelle TA7 abzustellen (Urteil L. vom 19. September 2000, U 66/00). Der Beschwerdeführerin stehen jedoch sowohl im Dienstleistungs- als auch im Produktionsbereich zahlreiche Arbeitsmöglichkeiten offen, weshalb kein Anlass besteht, vom Grundsatz abzuweichen, wonach in der Regel die Lohn-verhältnisse im gesamten privaten Sektor (Tabelle TA1) massgebend sind (RKUV 2001 Nr. U 439 S. 347). Im Übrigen ist nicht ersichtlich, weshalb der Be-schwerdeführerin gerade Tätigkeiten im Bereich der Körper- und Kleiderpflege sowie der Reinigung und öffentlichen Hygiene zumutbar sein sollten, nicht dagegen andere Tätigkeiten im Dienstleistungsbereich sowie leichtere produk-tionsnahe Tätigkeiten. Nicht gefolgt werden kann der Beschwerdeführerin so-dann auch, soweit sie geltend macht, der leidensbedingte Abzug vom Invaliden-einkommen sei auf 25 % festzusetzen. Nach der Rechtsprechung hängt die Fra-ge, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von sämtli-chen persönlichen und beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalls ab (lei-densbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskate-gorie und Beschäftigungsgrad), welche nach pflichtgemässem Ermessen ge-samthaft zu schätzen sind, wobei der maximal zulässige Abzug auf 25 % fest-zusetzen ist (BGE 126 V 79 Erw. 5b, bestätigt in AHI 2002 S. 62). Im vorlie-genden Fall sind die Voraussetzungen für einen leidensbedingten Abzug gege-ben, weil die Beschwerdeführerin zufolge des Gesundheitsschadens auch im Rahmen einer geeigneten leichteren Tätigkeit in der Leistungsfähigkeit beein-trächtigt ist und sich deshalb möglicherweise mit einem geringeren Lohn zu be-gnügen hat. In Betracht fallen auch die Kriterien des Alters und allenfalls der Dienstjahre, nicht jedoch diejenigen der Nationalität und Aufenthaltskategorie, weil sich die Beschwerdeführerin bereits seit 1969 in der Schweiz aufhält und über die Niederlassungsbewilligung C verfügt. Ein Abzug wegen des auf 50 % reduzierten Beschäftigungsgrades entfällt sodann schon deshalb, weil teilzeit-beschäftigte Frauen in der Regel keinen Lohnnachteil erleiden, sondern viel-mehr mit einem verhältnismässig höheren Lohn rechnen können (vgl. LSE 1998 S. 20 Tabelle 6). Unter diesen Umständen trägt der von der Vorinstanz vorge-nommene Abzug von 10 % den tatsächlichen Verhältnissen angemessen Rech-nung. Das Invalideneinkommen ist daher mit dem kantonalen Gericht auf Fr. 19'826.- festzusetzen. 3.2 Mit der Verfügung vom 15. September 2000 hat die IV-Stelle das Valideneinkommen ohne nähere Begründung auf Fr. 55'250.- festgesetzt. Die Vorin-stanz ging in der Weise vor, dass sie auf Grund der Angaben des Arbeitgebers vom 22. Februar 1993 von einem Monatslohn von Fr. 4'036.90 (x 13) im Jahre 1993 ausging und dieses Einkommen entsprechend der Nominallohnentwicklung (1994: 1,5 %, 1995: 1,3 %, 1996: 1,3 %, 1997: 0,5 % und 1998: 0,7 %) auf das Jahr 1998 umgerechnet hat, was zu einem Jahreseinkommen von Fr. 55'318.- führt. Diese Berechnungsweise ist nicht zu beanstanden. Im Ver-gleich zum Invalideneinkommen von Fr. 19'826.- resultiert daraus ein Invalidi-tätsgrad von 64,2 %, weshalb die Zusprechung einer halben Rente rechtens ist. Etwas anderes vermag die Beschwerdeführerin auch aus dem Grundsatz des Parallelismus bei der Ermittlung von Validen- und Invalideneinkommen (vgl. hiezu Kieser, Änderungen im Valideneinkommen als Revisionsgrund?, in: Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.], Die Revision von Dauerleistungen in der Sozialversicherung, St. Gallen 1999, S. 65) nicht abzuleiten. Im vorliegenden Fall geht es nicht um eine nachträgliche Änderung des tatsächlich erzielten Invalideneinkommens, weshalb dem genannten Grundsatz lediglich insofern Bedeutung zukommt, als das Validen- und Invalideneinkommen auf der gleichen zeitlichen Grundlage festzusetzen sind. Dem wurde hier Genüge getan, indem beide hypothetischen Einkommen auf der Basis des Jahres 1998 (Beginn des streitigen Rentenanspruchs) festgesetzt worden sind.