Citation: 1P.657/2005 18.04.2006 E. 3

Die Verurteilung des Beschwerdeführers beruht, da aussagekräftige objektive Beweismittel weitgehend fehlen, im Wesentlichen auf den Aussagen der Beschwerdegegnerin, die ihn beschuldigt, sie sexuell belästigt und genötigt sowie vergewaltigt zu haben. 3.1 Nach der auf diesen Aussagen beruhenden Anklage spielte sich der umstrittene Vorfall wie folgt ab: Die Beschwerdegegnerin begegnete dem Beschwerdeführer am 16. April 2003, um 15:30 Uhr, zum ersten Mal, als sie in Begleitung ihrer Tochter das Schaufenster der Boutique "A.________" ansah. Sie wurde vom Beschwerdeführer angesprochen und mit Komplimenten überhäuft. Seine Einladung, etwas trinken zu gehen, lehnte sie ab, gab ihm jedoch ihre Telefonnummer. Am 22. April 2003 rief der Beschwerdeführer die Beschwerdegegnerin an und schlug ihr vor, etwas zusammen zu unternehmen. Diese erklärte sich einverstanden und schlug ihm vor, am 29. April 2003, um 14:00 Uhr, bei der Post B.________ auf sie zu warten. Die Beschwerdegegnerin fand sich vereinbarungsgemäss bei der Post B.________ ein, wo sie vom Beschwerdeführer bereits erwartet wurde. Sie nahm seinen Vorschlag an, das Restaurant C.________ aufzusuchen und stieg zu ihm ins Auto, um dorthin zu fahren. Im Restaurant tranken die beiden Weisswein und unterhielten sich, wobei die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer auch von ihrer Unterleibsoperation erzählte und den Beschwerden, die sie immer noch habe. Darauf nahm der Beschwerdeführer ihre Hand und küsste diese, gab ihr einen schnellen Zungenkuss und fasste an ihre Brüste. Sie sagte ihm, er solle sofort aufhören, oder sie rufe den Kellner. Der Beschwerdeführer fuhr sie dann nach Hause und sagte ihr, er komme nun noch schnell in die Wohnung hinauf. Sie sagte ihm unmissverständlich, sie wolle keinen sexuellen Kontakt und werde keine Berührungen dulden. Daraufhin verabschiedete sich der Beschwerdeführer von ihr, nicht ohne ihr gegen ihren Willen noch einen schnellen Zungenkuss zu geben. Sie ging dann allein in ihre Wohnung hinauf. Nach einigen Minuten läutete es an der Haustüre. Angesichts der klaren Ablehnung jeglicher sexueller Annäherungen rechnete die Beschwerdegegnerin nicht damit, dass der Beschwerdeführer doch noch hinaufgekommen sei, und betätigte, nur mit Body und Strumpfhose bekleidet, den automatischen Türöffner in der Annahme, es sei ihre von der Schule heimkehrende Tochter oder der Nachbar. Der Beschwerdeführer drang dann in die Wohnung ein und schloss die Türe hinter sich. Er packte die Beschwerdegegnerin und drückte sie gegen den Türrahmen. Dabei drang er mit der Zunge in ihren Mund ein und steckte ihr seine Finger in den Mund. Trotz ihrer Gegenwehr zerrte er sie ins Schlafzimmer. Dort packte er sie grob an den Brüsten und riss ihr den Body und die Strumpfhose vom Leib. Obwohl sie ihn anflehte, sie in Ruhe zu lassen, drehte er sie auf den Bauch und vollzog, nachdem er sich blitzschnell entkleidet und ein mitgebrachtes Präservativ übergestreift hatte, gegen ihren Willen den Analverkehr. Unbeeindruckt von ihrem Weinen und Schreien drehte er die Beschwerdegegnerin dann sofort auf den Rücken, streifte sich ein neues Präservativ über und stiess seinen Penis heftig in die Scheide, was ihr grosse Schmerzen bereitete und heftige Blutungen verursachte. Er hob ihre Beine auf seine Schultern mit der Bemerkung, so könne er tiefer eindringen. Dann kam er zum Orgasmus, worauf er das Präservativ entfernte und sagte, sie blute ja. Er nahm eine Dusche, kleidete sich an und fragte die Beschwerdegegnerin, ob sie AIDS habe. Er sagte ihr, für ihn habe es gestimmt, er komme wieder und rufe sie an. 3.2 Das Appellationsgericht hat diese belastenden Aussagen im angefochtenen Entscheid dahingehend gewürdigt, dass sie in Bezug auf die Vorgeschichte der Vergewaltigung - dabei soll es zu sexuellen Belästigungen und Nötigungen gekommen sein - lebensfremd und unglaubhaft, in Bezug auf die (vaginale) Vergewaltigung indessen widerspruchsfrei, stimmig und damit glaubhaft seien. Der Beschwerdeführer rügt, dies sei willkürlich und aktenwidrig. Der Vorwurf der Vergewaltigung sei widersprüchlich und unglaubhaft, seine Verurteilung verstosse gegen den Grundsatz "in dubio pro reo".