Citation: U 48/03 08.10.2003 E. 3

3.1 Nachdem im IV-Abklärungsverfahren eingeholten Gutachten des Zentrums für Medizinische Begutachtung in C.________ (ZMB) vom 28. Februar 2000 liegen beim Beschwerdeführer folgende Leiden vor: Hauptdiagnose (mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit) - Zustand nach Arthrodese des oberen und unteren rechten Sprunggelenks - nach mehreren Operationen am Rückfuss - Chronisches Lumbovertebralsyndrom mit intermittierender radikulä- rer Reizung links - bei mediolateraler Diskushernie L5/S1 links - Diskusprotrusion L4/5 links - Osteochondritis dissecans des rechten Ellbogens - mit beginnender Ellbogenarthrose rechts, - Schmerzhaft eingeschränkte Beweglichkeit des linken Handgelenks - nach distaler intraartikulärer Vorderarmfraktur links - Dysthymie Nebendiagnose (ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit) - Leichtgradige Hüftdysplasie links - mit Coxa valga - Zustand nach operativer Korrektur einer Osteochondritis dissecans am linken Kniegelenk. Der orthopädische Gutachter des ZMB hielt zudem fest, das obere und untere rechte Sprunggelenk seien stabil. Die Beschwielung der Fusssohlen sei seitengleich und praktisch normal. Der Beschwerdeführer sei aus orthopädischer Sicht in seiner bisherigen Tätigkeit erheblich behindert. Er sei bei stehenden, sitzenden und gehenden Tätigkeiten in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt. Durch seine Ellbogenerkrankung und seine Handgelenksfraktur seien auch handwerkliche Tätigkeiten wie das Zeichnen nur erschwert möglich. Die Rückenbeschwerden hätten zwischen 1992 und 1999 deutlich zugenommen. Zusammenfassend hielt das ZMB fest, aus Sicht des Bewegungsapparates bestehe auf Grund der vielfältigen und in ihrer Kombination sich aufeinander ungünstig auswirkenden Einschränkungen eine Arbeitsfähigkeit als Heizungszeichner und in jeder anderen Tätigkeit von höchstens noch 30 %. Zusätzlich zu den vom ZMB diagnostizierten Leiden hielt Dr. L.________ im Bericht vom 13. November 2001 als Diagnose ein arthrogenes Stauungssyndrom rechts mit Zeichen einer chronisch-venösen Insuffizienz Grad II Phleboedem und Pigmentation sowie eine deutliche Muskelatrophie der rechten Extremität fest. 3.2 Nach Auffassung des Kreisarztes Dr. S.________ im Bericht vom 26. Januar 2001 haben die Gefühlsveränderungen und Kribbelparästhesien am Oberschenkel eine vertebrale Ursache und sind unfallfremd. Dr. A.________ von der Abteilung Unfallmedizin der Beschwerdegegnerin betrachtet im Bericht vom 29. März 2001 die vom ZMB im Gutachten vom 28. Februar 2000 diagnostizierten Leiden, soweit sie nicht den rechten Fuss betreffen, für unfallfremd. Zum gleichen Schluss gelangt er im Bericht vom 6. November 2002 hinsichtlich des von Dr. L.________ diagnostizierten arthrogenen Stauungssyndroms. Demgegenüber ist Dr. O.________ im Schreiben vom 14. Februar 2003 der Auffassung, das arthrogene Stauungssyndrom sei erst mit der Versteifung des Sprunggelenkes aufgetreten. 3.3 Das kantonale Gericht liess im angefochtenen Entscheid offen, ob die Hüftbeschwerden wenigstens teilkausal und die Beschwerden am linken Knie kausal zum Unfall seien, da beide gemäss dem Gutachten des ZMB vom 28. Februar 2000 die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers nicht beeinflussen würden. Hinsichtlich der Beschwerden im rechten Fuss, im Rücken und in den Beinen lägen abweichende Meinungen zum Kausalzusammenhang vor. Dr. O.________ und in gewissem Mass auch Dr. L.________ würden die Ansicht vertreten, dass der Unfall die kausale Ursache der erwähnten Beschwerden sei. Die beiden Ärzte der Beschwerdegegnerin, Kreisarzt Dr. S.________ und Dr. A.________, seien hingegen der Ansicht, dass sich die Unfallfolgen nicht verschlimmert hätten. Zwar ist mit dem kantonalen Gericht anzunehmen, dass eine Verschlechterung des Zustands des rechten Fusses nicht vorliegt, was der Beschwerdeführer in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde nicht ausdrücklich bestreitet. Nicht gefolgt werden kann hingegen dem kantonalen Gericht, soweit es um die Rückenbeschwerden und das Stauungssyndrom geht. Es hielt fest, aus dem Gutachten des ZMB vom 28. Februar 2000 sei nicht ersichtlich, ob es sich hinsichtlich der Rückenbeschwerden um Folgen des Unfalls handeln könnte, da die Kausalitätsfrage vom ZMB nicht geprüft worden sei. Zwar ergäben sich aus den Berichten von Dr. O.________ einzelne Hinweise auf Fehl- und Überbelastungen, die durch den rechten Fuss bedingt seien. Dr. A.________ und auch Dr. S.________ verneinten hingegen einen Zusammenhang zwischen den Restfolgen am rechten Fuss und den Befunden im Rücken. Hinsichtlich des Stauungssyndroms am rechten Bein schloss es aus dem Umstand, dass dieses Leiden im Gutachten des ZMB vom 28. Februar 2000 nicht erwähnt worden sei, dass diese Beschwerden zeitlich begrenzt aufgetreten seien und keine länger andauernde massgebliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bewirkt hätten. Aus dem Bericht des Dr. L.________ vom 13. November 2001 und dem mit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde eingereichten Schreiben des Dr. O.________ vom 14. Februar 2003 ist jedoch zu folgern, dass es sich beim Venenleiden nicht um eine vorübergehende Erkrankung handelt. Da sich das ZMB im Gutachten vom 28. Februar 2000 nicht zur Unfallkausalität der verschiedenen Leiden auszusprechen hatte und die Ärzte der Beschwerdegegnerin und die anstaltsfremden Ärzte sich widersprechen, kann entgegen der Auffassung des kantonalen Gerichts nicht in zuverlässiger Weise und abschliessend beurteilt werden, ob der versicherte Unfall vom 20. Dezember 1975 mit Verletzung des rechten Sprunggelenkes zu Spätfolgen geführt hat, welche auch einen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit und Erwerbsfähigkeit haben. Die Sache geht daher an die Beschwerdegegnerin zurück, damit sie diesbezüglich eine neutrale Begutachtung veranlasse und hernach über das Rentenrevisionsbegehren neu verfüge.