Citation: 4A_94/2016 E. 2.2

2.2. Die Vorinstanz kam in Übereinstimmung mit dem Bezirksgericht zum Schluss, dass sich kein subjektiv übereinstimmender Parteiwille hinsichtlich des Begriffs der "die E.________ AG konkurrenzierenden Tätigkeit" in Ziff. 6.3 des Aktionärsbindungsvertrags erstellen lasse. Folglich unterzog sie die Vertragsklausel einer objektivierten Auslegung. Dabei prüfte sie zunächst anhand des statutarischen Zwecks der E.________ AG, was eine "die E.________ AG konkurrenzierende Tätigkeit " bzw. was "die Interessen der Gesellschaft " sein können. Sie erwog dabei, dass die Tätigkeit des Beschwerdegegners als medizinischer Gutachter möglicherweise unter die "Erbringung von Dienstleistungen im Bereich der ärztlichen Versorgung, der Gesundheitspflege, der medizinischen Dokumentation und der wissenschaftlichen Forschung" fallen könnte. Allerdings hätten die Parteien in der Vereinbarung über den Betrieb der D.________, die sie zusammen mit dem Aktionärsbindungsvertrag am 4. April 2008 abgeschlossen hatten, ausdrücklich festgehalten, dass sie " (...) ihre Tätigkeit - Aerztliche Leistungen ausgeschlossen - im Zusammenhang mit der D.________ über die E.________ [abwickeln]" wollten, wobei die E.________ "die administrativen Belange sowie alle nicht ärztlichen Belange der D.________ (...) " organisiere. Daraus schloss die Vorinstanz, dass die E.________ AG im Bereich der medizinischen Begutachtung nach Auffassung der Parteien gerade nicht tätig gewesen sei. Entsprechend habe der Beschwerdeführer in seiner Berufungsantwort denn auch betont, dass die E.________ AG keine eigene medizinische Tätigkeit habe ausüben dürfen. Folglich könne die medizinische Tätigkeit des Beschwerdegegners im Kanton Schwyz aber auch keine Konkurrenzierung und damit keine Verletzung des Aktionärsbindungsvertrags bedeuten. Ergänzend wies die Vorinstanz darauf hin, dass für die Auslegung des Vertrags nicht von wesentlicher Bedeutung sei, welche Tätigkeiten die Parteien vor dem 4. April 2008 ausgeübt und welche finanziellen Hintergründe die gewählten Vertragskonstruktionen beeinflusst hatten. Denn Fakt sei, dass die Parteien in zwei separaten, umfangreichen und sehr detaillierten Verträgen einerseits die Organisation und Tätigkeit der D.________ und andererseits ihr Verhältnis als Aktionäre der E.________ AG geregelt hätten. Vor diesem Hintergrund lasse sich das Konkurrenzverbot des Aktionärsbindungsvertrages nicht auf den Vertrag über den Betrieb der D.________ übertragen. Zwar möge es vielleicht Gründe gegeben haben und wäre es vielleicht sinnvoll gewesen, auch in den Vertrag betreffend den Betrieb der D.________ eine analoge Klausel aufzunehmen; dies hätten die Parteien nun aber gerade nicht getan.