Citation: 6B_1470/2022 E. 2.2.2

2.2.2. Dem angefochtenen Urteil zufolge sei der Beschwerdeführer in der Schweiz geboren und aufgewachsen. Er habe sein ganzes bisheriges Leben hier verbracht, die obligatorische Schulzeit absolviert und beherrsche die deutsche Sprache. Er habe in der Schweiz gearbeitet, sei aber auch immer wieder arbeitslos gewesen. Dies sei auch zur Zeit der Fall und der Beschwerdeführer beziehe wirtschaftliche Sozialhilfe. Sein Vater und einer seiner Brüder seien verstorben, jedoch lebten seine Mutter sowie sein Stiefvater in der Schweiz. Er habe einen guten Bezug zu seiner Mutter und übernachte oft bei ihr. Diese sei suizidgefährdet, weshalb einer seiner Brüder und er früher oft zu ihr geschaut hätten. Heute übernehme dies sein Stiefvater. Der erwähnte Bruder sei mittlerweile nach Sri Lanka ausgeschafft worden. Der Beschwerdeführer habe eine achtjährige Tochter, die Schweizerin sei und in der Schweiz lebe. Er habe momentan und seit Jahren keinen Kontakt zu dieser, weil die Kindsmutter (seinen Angaben zufolge) den Kontakt verweigere. Er bezahle keinen Unterhalt für seine Tochter. Persönliche Bezugspunkte zu Sri Lanka bestünden abgesehen von einem Besuch und dem sich nun dort aufhaltenden Bruder keine. Zu Verwandten in Sri Lanka pflege er keinen Kontakt. Der Beschwerdeführer sei aber während des grössten Teils seiner Kindheit bei den Eltern resp. der Mutter in einem tamilischen bzw. sri-lankischen Haushalt aufgewachsen und spreche Tamilisch. Gemäss eigenen Angaben könne er die Sprache jedoch weder lesen noch schreiben. Der Beschwerdeführer habe einen prägenden Teil seines Lebens, insbesondere die Jugendjahre, in einer Pflegefamilie und im Heim verbracht. Die tamilische Kultur sei ihm also nicht unbekannt, aber auch die schweizerische Kultur sei ihm vertraut.