Citation: U 521/06 10.12.2007 E. 2

Der Beschwerdeführer beanstandet zunächst die vorinstanzliche Würdigung der medizinischen Unterlagen, indem er geltend macht, es könne nicht auf die zuhanden der Invalidenversicherung im Gutachten des Instituts Q.________ vom 21. Juni 2005 (mit Beantwortung von Ergänzungsfragen der SUVA am 24. Juni 2005) attestierte 100%ige Einsetzbarkeit in einer angepassten Tätigkeit abgestellt werden, nachdem nebst dem Hausarzt Dr. med. H.________ und dem Chirurgen Dr. med. T.________, insbesondere Dr. med. S.________, Facharzt für orthopädische Chirurgie, zu abweichenden Erkenntnissen gelangt sei. 2.1 Wie das kantonale Gericht im angefochtenen Entscheid festgestellt hat, erfüllt die Expertise des Instituts Q.________ vom 21./24. Juni 2005 die von der Rechtsprechung an ein beweistaugliches ärztliches Gutachten gestellten Anforderungen (BGE 125 V 351 E. 3a S. 353) und vermag auch inhaltlich zu überzeugen. Eingehend hat sich die Vorinstanz des Weitern mit den gegen den Bericht des Instituts Q.________ erhobenen Einwänden auseinandergesetzt und dargelegt, weshalb es den von Dr. med. H.________, Dr. med. T.________ und Dr. med. S.________ geäusserten Meinungen im Gegensatz zu den Einschätzungen im Gutachten des Instituts Q.________ nicht beipflichtet. Wie von der Rechtsprechung verlangt, hat es damit - nachdem einander zumindest teilweise widersprechende ärztliche Stellungnahmen vorliegen - die Gründe aufgezeigt, welche es seiner Ansicht nach rechtfertigen, primär auf die Expertise des Instituts Q.________ abzustellen und dieser entscheidrelevante Bedeutung beizumessen. 2.2 Insoweit kann der vorinstanzlichen Betrachtungsweise auch unter Berücksichtigung der in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde erneut vorgetragenen Einwände beigepflichtet werden. Zwar trifft es zu, dass auch das Gutachten des Dr. med. S.________ vom 19. November 2004 grundsätzlich als vollwertiges Beweismittel zu betrachten ist. Dass die Vorinstanz dennoch vorwiegend auf die Expertise des Instituts Q.________ vom 21./24. Juni 2005 abgestellt hat, ist als Ergebnis einer Beweiswürdigung zu sehen, die von einem Gericht (und zuvor auch schon von der Verwaltung) einen Entscheid darüber verlangt, welcher von nicht in allen Punkten übereinstimmenden ärztlichen Ansichten gefolgt werden kann. Nicht zu beanstanden ist, dass sich das kantonale Gericht von der Betrachtungsweise der Fachleute des Instituts Q.________, wo eine Untersuchung in orthopädischer, psychiatrischer und internistischer Hinsicht, mithin unter Einbezug aller in Betracht fallenden Disziplinen, erfolgte, überzeugen liess. Die Beurteilung des Dr. med. S.________ mit der Feststellung, dass es "vermutlich (...) schon so sein werde, dass der Patient, zumindest teilzeitig, leichte Arbeiten ausführen könnte, wenn er dies auch wollte", ist doch eher vage ausgefallen. Es kann daraus, entgegen der Argumentation in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde, jedenfalls nicht abgeleitet werden, der Beschwerdeführer könne höchstens noch teilzeitig arbeiten. Die Einschätzung des Dr. med. S.________ weist vielmehr auf ein zumutbarerweise noch zu bewältigendes Mindestmass an erwerblichen Betätigungen hin, ohne einen vollen Arbeitseinsatz auszuschliessen. Dies erhellt denn auch aus dessen Bestätigung, wonach in einer den Unfallfolgen angepassten Tätigkeit über die explizit aufgeführten Behinderungen hinaus keine weiteren Einschränkungen und insbesondere keine Verlangsamung gegenüber gesunden Personen zu erwarten sei. Dafür dass auch die Beurteilungen des Hausarztes Dr. med. H.________ und des Dr. med. T.________ der Auffassung der Ärzte des Instituts Q.________ nicht entgegenstehen, finden sich im angefochtenen Entscheid einleuchtende Begründungen, welchen auch in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde nichts entgegengesetzt wird. 2.3 Unbegründet ist schliesslich die Argumentation des Beschwerdeführers, wonach auf Grund der Feststellungen des Dr. med. S.________ weitere medizinische Vorkehren zu treffen seien und der Fall daher gar nicht abschlussreif sei. Die von Dr. med. S.________ in Betracht gezogenen operativen Eingriffe stellen allenfalls mögliche Massnahmen für eine Verbesserung der Situation dar, ändern aber nichts daran, dass bereits die Ärzte der Klinik Z.________, wo sich der Bescherdeführer vom 28. Juni bis 26. Juli 2000 aufhielt, in ihrem Austrittsbericht vom 2. August 2000 davon ausgingen, dass der Endzustand erreicht sei, und am 26. Juli 2000 ausdrücklich einen Fallabschluss vorschlugen. Nachdem Dr. med. W.________ am 17. August 2000 zum selben Ergebnis gelangt ist, drängten sich weitere medizinische Behandlungen vorerst nicht auf. Mit Urteil vom 23. Mai 2003 wies das Eidgenössische Versicherungsgericht (heute I. und II. sozialrechtliche Abteilung des Bundesgerichts) im parallel laufenden invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren die Sache zwar im Hinblick auf damals von Dr. med. T.________ erhobene neue Befunde zur weiteren Abklärung an die Verwaltung zurück, worauf unter Mitwirkung der SUVA die Begutachtungen durch Dr. med. S.________ und das Institut Q.________ in Auftrag gegeben wurden. Die darüber erstatteten Berichte enthalten keine Hinweise auf unabdingbare und mit hinreichender Gewissheit Erfolg versprechende medizinische Vorkehren, sodass die SUVA im Herbst 2001 den Fallabschluss mit Berentung und Zusprache einer Integritätsentschädigung anhand nehmen konnte. Daran ändern die von Dr. med. S.________ erwogenen weiteren medizinischen Schritte nichts, ist die blosse Möglichkeit einer durch weitere Massnahmen allenfalls erreichbaren Verbesserung eines leidensgeprägten Gesundheitszustandes doch kaum je von vornherein auszuschliessen. 2.4 Weiter bemängelt der Beschwerdeführer schliesslich, die Beurteilung des verbliebenen Leistungsvermögens durch das Institut Q.________ stelle lediglich eine medizinisch-theoretische Schätzung dar, ohne dass die funktionellen Einschränkungen und deren konkrete Auswirkungen im Erwerbsleben hinreichend geklärt worden wären. Dazu ist zu bemerken, dass sich die Aufgabe des Arztes generell auf eine solche Schätzung zu beschränken hat. Über die mit einer festgestellten Behinderung verbleibenden erwerblichen Möglichkeiten auf dem in Betracht zu ziehenden Arbeitsmarkt hat demgegenüber grundsätzlich der Unfallversicherer und im Beschwerdefall das angerufene Gericht zu befinden (vgl. nachstehende E. 3.1). Dabei kann sich die zuständige Behörde (Verwaltung oder Gericht) in aller Regel auf Erfahrungswerte und -tatsachen stützen, ohne dass es der Stellungnahme weiterer Sachverständiger bedürfte. Vor diesem Hintergrund liefern die vorhandenen medizinischen Unterlagen für eine zuverlässige Beurteilung genügend Informationen. Die funktionellen Einschränkungen jedenfalls sind in medizinischer Hinsicht hinreichend geklärt, sodass sich die diesbezüglich beantragten zusätzlichen Abklärungen erübrigen. So gehen sowohl die Ärzte des Instituts Q.________ als auch Dr. med. S.________ weitgehend übereinstimmend davon aus, dass auf Grund der Hüftproblematik das Gehen während der Arbeit nur in ebenem Gelände zumutbar sei, während wegen der Schulterbeschwerden die rechte Hand praktisch nur noch als Zudienhand eingesetzt werden kann. Das Institut Q.________ antwortete auf die von der SUVA gestellten Zusatzfragen hin am 24. Juni 2005, bezüglich der unteren Extremitäten seien dem Exploranden jegliche körperlich schweren Tätigkeiten oder Arbeiten auf unebenem Terrain nicht mehr möglich, da dies zu einer Aktivierung der Beschwerden im Bereich der rechten Hüfte führen könnte; bezüglich der oberen Extremitäten seien sämtliche Tätigkeiten vollständig ausgeschlossen, welche einen über ein Minimum hinausgehenden Einsatz des rechten Armes verlangen; dieser sei ausschliesslich für geringgradige Hilfsfunktionen einsetzbar, die sich vor der Körperebene und am hängenden Arm, somit praktisch nur unter Einsatz von Ellbogen und Hand durchführen liessen. Abgesehen von diesen schon weitgehenden Einschränkungen verzeichnete das Institut Q.________ keine weiteren funktionellen Beeinträchtigungen und erklärte Tätigkeiten, die ausschliesslich mit dem linken Arm oder mit nur geringer Hilfsfunktion des rechten Arms in hängender Position und vor der Körperebene sowie auf ebenem Terrain oder sitzend durchgeführt werden können, als uneingeschränkt zumutbar; solche Arbeiten könnten ganztags ohne Einschränkung der Leistungsfähigkeit durchgeführt werden, wobei in einer angepassten Tätigkeit auch nicht mit einer Verlangsamung als Folge des Unfalles zu rechnen sei.