Citation: 9C_760/2023 E. 6.5.1

6.5.1. Gemäss dem im ABI-Gutachten definierten Belastungsprofil sollte es sich um eine körperlich sehr leichte, immer wieder auch sitzend zu verrichtende, wechselbelastende Tätigkeit handeln mit der Möglichkeit von genügenden Pausen. Das wiederholte Heben und Tragen von Lasten über 5 kg, die länger dauernde Einnahme von Zwangshaltungen des Rumpfes sowie das längere Stehen und Gehen sollten vermieden werden. Das Bedienen von Maschinen ist nur eingeschränkt möglich und es sollten nur unterdurchschnittliche Tempoanforderungen bestehen. Weiter gehen die ABI-Experten von einer Präsenz von 6 bis 8 Stunden pro Tag aus, wobei während dieser Anwesenheitszeit auch eine Leistungseinschränkung bei deutlich erhöhtem Pausenbedarf besteht. Aus diesem Profil wird deutlich, dass die Beeinträchtigungen in der gutachterlich attestierten Arbeitsunfähigkeit nicht vollständig abgebildet sind. Es bestehen vielmehr Nachteile, die sich selbst im Rahmen eines gesundheitlich bedingt bereits reduzierten Pensums bemerkbar machen, zumal das Arbeitsumfeld und die betrieblichen Abläufe den besonderen Anforderungen, namentlich dem deutlich erhöhten Pausenbedarf, Rechnung zu tragen haben. Eine Berücksichtigung dieser Faktoren in Form einer Korrektur des Tabellenlohns bedeutet somit keine doppelte (und damit ungerechtfertigte) Anrechnung im Sinne von BGE 148 V 174 E. 6.3.