Citation: 6B_407/2022 E. 6.2

6.2. Die Beschwerdeführerin macht geltend, das Untersuchungsamt habe ihr im Strafbefehl vorgeworfen, sie habe dem Fussgängerstreifen nicht die nötige Aufmerksamkeit geschenkt. Dass sie zu schnell gefahren sei, habe ihr niemand zum Vorwurf gemacht. Das Untersuchungsamt sei davon ausgegangen, dass der Unfall bei der gefahrenen Geschwindigkeit vermeidbar gewesen wäre, während das Gutachten das Gegenteil belege. Geht es nach der Beschwerdeführerin, dann darf die Vorinstanz nicht annehmen, sie sei zu schnell gefahren. Denn damit werde ein neuer Vorwurf erhoben. Dem kann nicht gefolgt werden. Im Gutachten wurde neu ermittelt, dass die Geschwindigkeit beim Unfall rund 40 km/h betrug. Die Beschwerdeführerin will, dass diese Geschwindigkeit gilt, wenn beurteilt wird, ob sie die Kollision vermeiden hätte können. Hingegen wehrt sie sich gegen die Unterstellung dieser Geschwindigkeit, wenn es um die Frage geht, ob sie zu schnell unterwegs war. Dies ist nicht möglich. Man kann nicht wahlweise auf die neue Tatsache abstellen und dann wieder nicht.