Citation: 2C_563/2022 E. F

F.a. Dagegen gelangte die Mietergesellschaft mit Beschwerde vom 13. September 2021 an das Bundesverwaltungsgericht. Sie beantragte, die Leistungen der Mieter- an die Betreibergesellschaft seien mehrwertsteuerrechtlich als Beherbergungsleistungen zu würdigen. Für die Leistungen an den wirtschaftlich Berechtigten sei ein Betrag von Fr. 16'460.10 festzusetzen, eventualiter seien die Leistungen fachkundig bewerten zu lassen. Sie, die Mietergesellschaft, sei gegen aussen als Leistungserbringerin aufgetreten; die Betreibergesellschaft habe ihr hierzu Personal überlassen. Was die Anwesenheit des wirtschaftlich Berechtigten betreffe, so habe es sich dabei im Frühling jeweils um Instruktionswochen gehandelt, weshalb der unentgeltliche Aufenthalt geschäftsmässig begründet gewesen sei. Über die Weihnachtswoche sei anhand der Drittpreise abzurechnen. Während den Sommer- und Herbstferien habe der wirtschaftlich Berechtigte das Chalet "ohne Personal gemietet", was zu einem niedrigeren Ansatz zu führen habe. Dabei sei auf die historischen Preislisten abzustellen. F.b. Die ESTV legte in ihrer Vernehmlassung dar, dass die Beschwerde im Umfang von Fr. 5'334.-- gutzuheissen sei. Dies ergebe sich aufgrund der Anwendung der historischen Preislisten (die ESTV hatte zuvor pauschal auf die im Jahr 2021 herrschenden Preise abgestellt). F.c. Mit Urteil A-4078/2021 vom 31. Mai 2022 heisst das Bundesverwaltungsgericht die Beschwerde im Sinne der Erwägungen teilweise gut, im Übrigen weist es sie ab. Im Einzelnen bestätigt es die Nachbelastung von Fr. 77'418.40, die sich aufgrund der Anwendung des Normalsatzes (anstelle des Sondersatzes) auf den Leistungen seitens der Mieter- an die Betreibergesellschaft ergab. Es erkennt, dass das Leistungsverhältnis zwischen der Mietergesellschaft und der Betreibergesellschaft als eine an sich steuerausgenommene, aber optierte Vermietungsleistung zu würdigen sei (dortige E. 4.1). Hinsichtlich der "Ferienaufenthalte" gelangt das Bundesverwaltungsgericht insofern zur Gutheissung, als "zu Recht unbestritten [sei], dass die [Mietergesellschaft] in der relevanten Zeit das Chalet wiederholt dem Geschäftsführer und dessen Familie zur freien Verfügung stellte ('Owner Stays') ". Ebenso unbestritten sei, dass es sich dabei um unentgeltliche Beherbergungsleistungen gehandelt habe, die an eine eng verbundene Person erbracht worden seien. Die Mietergesellschaft mache zwar geltend, die Aufenthalte seien geschäftsmässig begründet gewesen, die erforderlichen Nachweise hierfür habe sie aber nicht erbracht, weshalb darüber abzurechnen sei. Der Einwand, es hätten teilweise "Instruktionswochen" vorgelegen, überzeuge nicht. Was zunächst die Winter- und Frühlingsferien betreffe, so sei insofern den Überlegungen der ESTV zu folgen. Diese sei nunmehr in ihrer Vernehmlassung für die fünf Steuerperioden zu Drittpreisen von insgesamt Fr. 945'411.21 und, bei Anwendung des Sondersatzes, zu einem Steuerbetreffnis von Fr. 34'610.43 gelangt. Hierzu habe ESTV zutreffend auf die Jahrespreisliste und den Jahresmittelkurs GBP/CHF abgestellt. Da die ESTV die erforderlichen Anpassungen erst im Stadium der Vernehmlassung vorgenommen habe, sei die Sache insofern zur neuen Veranlagung an die ESTV zurückzuweisen. Nicht vollständig überzeugend sei dagegen das Vorgehen der ESTV bezüglich der Sommer- und Herbstferien : Da für diese Saisons keine Preisliste vorgelegen habe, sei die ESTV in allen Steuerperioden vom jeweils tiefsten Wochenansatz ausgegangen, der sich zu den anderen Saisons auf der Preisliste gefunden habe. Daraus hätten sich Ansätze ergeben, die um 42 Prozent unter den Preisen für Wochen im Winter und Frühling lägen. Die ESTV habe zwar anerkannt, dass die Betreibergesellschaft während den Sommer- und Herbstferien kein Personal zur Verfügung gestellt habe, um dann aber dennoch zu folgern, dass Serviceleistungen seitens einer (nicht näher bekannten) Drittunternehmung beansprucht worden seien. Für die Annahme, dass externes Personal beigezogen worden sei, fehle aber, so das Bundesverwaltungsgericht, jede Grundlage. Auch insofern sei die Beschwerde gutzuheissen und die Sache zur neuen annäherungsweisen Ermittlung und Veranlagung an die ESTV zurückzuweisen (E. 4.2).