Citation: 1C_660/2021 E. 4.2

4.2. Die Beschwerdegegnerin bringt lediglich sinngemäss vor, die Vorinstanzen hätten nicht geprüft, inwiefern der Bauherrin durch eine bundesrechtliche Nutzungsbeschränkung ein finanzieller Schaden entstehe. Ohne diese Prüfung könne nicht von vornherein ausgeschlossen werden, dass das Interesse der Investorin das sehr hohe Interesse an der Durchsetzung der Zweitwohnungsgesetzgebung überwiege. Abgesehen davon, dass die Beschwerdeführerin die Behauptung, das wirtschaftliche Interesse der Bauherrin sei unzutreffend ermittelt worden, in keiner Weise begründet, setzt sie sich nicht mit den Voraussetzungen des Widerrufs auseinander und legt nicht dar, wieso diese vorliegend gegeben sein sollten. Wie die Vorinstanz richtigerweise ausgeführt hat, kann eine formell rechtskräftige Verfügung grundsätzlich nicht widerrufen werden, wenn das Interesse am Vertrauensschutz demjenigen an der richtigen Durchführung des objektiven Rechts vorgeht: Dies trifft in der Regel dann zu, wenn durch sie ein subjektives Recht begründet worden oder die Verfügung in einem Verfahren ergangen ist, in dem die sich gegenüberstehenden Interessen allseitig zu prüfen und gegeneinander abzuwägen waren, oder wenn die Privatperson von einer ihr durch die Verfügung eingeräumten Befugnis bereits Gebrauch gemacht hat. Ein Widerruf kommt in diesen Fällen nur dann in Betracht, wenn er durch ein besonders gewichtiges öffentliches Interesse geboten ist (BGE 144 III 285 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Änderung der Rechtsprechung stellt grundsätzlich keinen Grund für die Wiedererwägung bzw. den Widerruf dar (BGE 144 III 285 E. 3.4 mit Hinweisen).