Citation: 5P.39/2004 06.10.2004 E. A

Am 4. Dezember 1990 starb E.________ im Alter von neunzig Jahren. Zum Nachlass gehören ein Einfamilienhaus in H.________, Gemeinde B.________, ein Mehrfamilienhaus in G.________, sowie Wertschriften und ein Barvermögen von rund Fr. 100'000.--. Es wurde die Erbschaftsverwaltung angeordnet. Die letzten rund zwölf Lebensjahre verbrachte E.________ allein und zurückgezogen in ihrem Einfamilienhaus in H.________. Nach dem Tod ihrer Schwester im Jahre 1978 hatte sie keine näheren Angehörigen mehr und wurde ab diesem Zeitpunkt im Haushalt von zwei Nachbarinnen unterstützt. Ihr Hausarzt war seit 1974 Dr. O.________, der sie zunächst monatlich und später fast wöchentlich daheim besuchte. Die Vormundschaftsbehörde B.________ ernannte im November 1987 auf ihr Begehren einen Vertretungsbeistand mit dem Auftrag, ihre Interessen in Bezug auf das Mehrfamilienhaus in G.________ zu wahren. Zwei Jahre danach wurde der Aufgabenkreis des Beistands auf die gesamten persönlichen und finanziellen Belange von E.________ (kombinierte Beistandschaft) erweitert. Zunehmende Vergesslichkeit, gelegentliche Phasen der Verwirrtheit und gewisse Verwahrlosungserscheinungen machten ab Juli 1988 eine intensivere Betreuung nötig. Der Hausarzt ordnete eine regelmässige Pflege durch die Gemeindeschwester an und orientierte die Vormundschaftsbehörde. Von Seiten der Amtsvormundschaft half die dort als Sekretärin angestellte A.________ bei der Betreuung von E.________ mit. Sie sorgte für die Anschaffung von Kleidern und Bettwäsche sowie für die regelmässige Verköstigung, sie organisierte und überwachte die Pflege- und Hausdienste und erteilte diesbezüglich Weisungen, sie brachte E.________ oft selbst das Essen und besuchte sie auch an Abenden und Wochenenden. A.________ betreute E.________ bis zu deren Tod. Ein Übertritt in das Alters- und Pflegeheim, den E.________ vehement abgelehnt hatte, liess sich dadurch vermeiden. Am 28. September 1988 suchte E.________ in Begleitung von A.________, die den Termin in ihrem Auftrag vereinbart hatte, eine Urkundsperson auf und liess ihren letzten Willen öffentlich beurkunden. Danach setzte sie A.________ als Alleinerbin ein und widerrief jede frühere letztwillige Verfügung. Das Testament wurde E.________ im Beisein zweier Zeugen vorgelesen, worauf sie vor den Zeugen und der Urkundsperson erklärte, das Testament enthalte ihren letzten Willen. Die Zeugen gaben die gesetzlich geforderten Bestätigungen ab. Der Widerruf früherer Testamente erfasste die öffentliche letztwillige Verfügung vom 10. Juli 1985, mit der E.________ unter anderem das Mehrfamilienhaus in G.________ dem C.________ und das Einfamilienhaus in H.________ der Gemeinde B.________ vermacht hatte.