Citation: 6B_210/2024 E. 1.3.3

1.3.3. Der Beschwerdeführer stellte in seinem Fristwiederherstellungsgesuch vom 3. September 2023 ein Akteneinsichtsbegehren. Wie die Vorinstanz ausführt, ist dieses zwar bei isolierter Betrachtung nicht an eine Bedingung geknüpft. Dennoch durfte die Vorinstanz angesichts des Gesamtkontexts und der anderen gestellten Rechtsbegehren davon ausgehen, das Akteneinsichtsbegehren sei an die Bedingung eines zu eröffnenden Berufungsverfahrens geknüpft. Die gegenteilige Auffassung des Beschwerdeführers überzeugt, soweit er nicht ohnehin lediglich seine Sicht der Dinge präsentiert, nicht. Mit Verfügung vom 15. September 2023 stellte das Strafgericht das Akteneinsichtsgesuch bis zum Eingang der Stellungnahme der früheren amtlichen Verteidigerin des Beschwerdeführers zurück und fällte den abschlägigen Entscheid, ohne der neuen Rechtsvertretung des Beschwerdeführers die Akten zuvor zugestellt zu haben. Jedoch hätte die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers - wie dies die Vorinstanz zu Recht hervorhebt - bereits ab dem 24. August 2023 (Datum der unterzeichneten Vollmacht) Akteneinsicht beim Strafgericht verlangen und ihr Gesuch vom 3. September 2023 in voller Kenntnis der Akten einreichen können. Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers war es für die Vorinstanz entsprechend auch nicht notwendig, mit der "Rückstellung des Akteneinsichtsgesuchs" festzuhalten, die Akteneinsicht würde erst in einem allfälligen Berufungsverfahren gewährt. Wie die Vorinstanz ebenso zutreffend ausführt, habe die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers das Fristwiederherstellungsgesuch bewusst im Wissen darum gestellt, dass sie die vollständige Verfahrensakten nicht kenne. Soweit sich der Beschwerdeführer mit dieser Argumentation der Vorinstanz überhaupt rechtsgenüglich auseinandersetzt, erweisen sich seine Rügen als unbegründet. Wenn er in diesem Zusammenhang geltend macht, die Vorinstanz wolle die Verantwortung für die Akteneinsicht der Rechtsvertreterin auferlegen, so gehen die Vorbringen ebenso fehl. Er begründet dies unter anderem damit, die Rechtsvertreterin dürfe in guten Treuen davon ausgehen, die verfügten Handlungen eines Gerichts würden auch tatsächlich vorgenommen. Dabei scheint er indes zu übersehen, dass die Akteneinsicht erst mit Beschluss vom 17. Oktober 2023 mit Bezug auf ein allfälliges Beschwerdeverfahren gewährt wurde und seine Argumentation demnach für den Zeitpunkt bis zu diesem erstinstanzlichen Beschluss nicht verfängt. Weshalb es der Rechtsvertreterin nicht möglich gewesen sein soll, beim Gericht insbesondere nachzufragen, weshalb die Akteneinsicht "ausgestellt" worden sei, ist weder ersichtlich noch wird dies vom Beschwerdeführer begründet dargetan. Die Begründung des Beschwerdeführers mag höchstens mit Bezug auf das Beschwerdeverfahren vor der Vorinstanz von Belang sein. Dennoch ist auch in dieser Hinsicht keine Rechtsverletzung durch die Vorinstanz erkennbar. An ihrer Erwägung, wonach von einer rechtskundigen Fachperson erwartet werden dürfe nachzufragen, weshalb ihr die Akten trotz erstinstanzlich gewährter Akteneinsicht mit Beschluss vom 17. Oktober 2023 nicht zugestellt worden seien, gibt es nichts auszusetzen. Mit der Vorinstanz wäre es der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers durchaus möglich gewesen, die Zustellung der Akten nachzuverlangen und dieselben während der Beschwerdefrist zu sichten. Denn auch bei - in den Worten der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers - vielen verschiedenen offenen Fällen muss es einer Rechtsvertreterin möglich sein, sich einen Überblick über die in den einzelnen Dossiers ergangenen Verfügungen und die sich daraus ergebenden Konsequenzen zu verschaffen. Wenn die Rechtsvertreterin ausführt, aufgrund anderer dringlicher Angelegenheiten habe sie zu spät festgestellt, dass ihr die Akten noch nicht zugestellt worden seien, so dass sie zur Beschwerdeerhebung ohne dieselben gezwungen gewesen sei, so vermag sie damit keine Rechtsverletzung und insbesondere keine Gehörsverletzung aufzuzeigen. Der von der Rechtsvertreterin erhobene Vorwurf an die Vorinstanz, wonach das Verhalten der Gerichte widersprüchlich und willkürlich sei und der Einzelne gar nicht wisse, wie er sich verhalten müsse, da ihm "stets jedes Verhalten negativ angelastet" werde, erweist sich als offensichtlich unbegründet. Die Vorinstanz legt nachvollziehbar und schlüssig dar, weshalb vorliegend keine Verletzung des rechtlichen Gehörs resultiert. Mit den ausführlichen Ausführungen der Vorinstanz zu einer allfälligen Heilung vor Vorinstanz, würde eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör bejaht, setzt sich der Beschwerdeführer im Übrigen nicht rechtsgenüglich begründet auseinander, weshalb darauf nicht einzugehen ist (Art. 42 Abs. 2 BGG). Ebenso wenig überzeugt er mit seinen Ausführungen, wonach ihm durch die späte Gewährung der Akteneinsicht ein Nachteil erwachsen sei. Er vermag den Begründungsanforderungen nicht zu genügen (Art. 42 Abs. 2 BGG).