Citation: 8C_724/2022 E. 4.2

4.2. Wie die Beschwerdeführerin zu Recht vorbringt, wies das kantonale Gericht in seinem Urteil vom 14. Juli 2017, mit dem die von der IV-Stelle verfügte Aufhebung der Hilflosenentschädigung geschützt wurde, unter dem Titel der Schadenminderungspflicht in mehreren Bereichen auf die zumutbare Hilfestellung ihres Sohnes hin. So nannte es etwa dessen Unterstützung im Zusammenhang mit beruhigenden Gesprächen in der Nacht, beim Duschen oder bei Haushaltsarbeiten. Durch den Auszug des Sohnes aus der gemeinsamen Wohnung kann die von ihm geleistete und von der IV-Stelle als zumutbare Hilfestellung eines Familienangehörigen angerechnete Unterstützung nicht mehr oder jedenfalls nicht mehr im gleichen Umfang im Rahmen der Schadenminderungspflicht berücksichtigt werden. Die Änderung in Bezug auf die Wohnsituation der Beschwerdeführerin stellt somit insofern einen Neuanmeldungsgrund im Sinne von Art. 87 Abs. 2 und 3 IVV in Verbindung mit Art. 17 Abs. 1 ATSG dar, als sie geeignet ist, sich auf den anrechenbaren Zeitbedarf für die lebenspraktische Begleitung und - selbst bei einem unveränderten Gesundheitszustand - auch auf den Umfang des Anspruchs auf eine Hilflosenentschädigung auszuwirken (vgl. Urteil 9C_410/2015 vom 13. November 2015 E. 4.2.1 betreffend Rentenanspruch). Die Beschwerdeführerin macht damit zu Recht geltend, es liege ein Neuanmeldungsgrund vor, was dazu führe, dass der Anspruch auf Hilflosenentschädigung für die Zukunft in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht umfassend ("allseitig") neu zu prüfen ist, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (vgl. Urteil 9C_248/2017 vom 15. Februar 2018 E. 5.2; betreffend Rentenanspruch vgl. auch: BGE 148 V 195 E. 6.2; 141 V 9 E. 2.3).