Citation: 1C_118/2019 E. 8.2

8.2. Dies ist aus Sicht des Bundesrechts nicht zu beanstanden: Nach der bundesgerichtlichen Praxis ist in Sonderfällen, in denen weder das Bundesrecht noch das kantonale Recht vorschreibt, mit welcher Methode die Mindestbreite einer Bestockung zu bestimmen ist, eine Gesamtbetrachtung vorzunehmen, unter Würdigung aller qualitativen und quantitativen Aspekte (vgl. BGE 122 II 274 E. 4b S. 282 f. mit Hinweisen). So stellte das Bundesgericht im Fall einer langezogenen Bestockung, die an den Enden am breitesten und in der Mitte am schmalsten war, auf eine Durchschnittsbetrachtung ab und betonte den ununterbrochenen Wuchszusammenhang (E. 4c S. 283). Mindestens einreihig bestockte "Waldzungen" von weniger als 12 m Breite wurden als Wald qualifiziert, weil sie einen räumlichen und funktionalen Zusammenhang mit dem angrenzenden Wald aufwiesen (Wuchszusammenhang) und ihnen jedenfalls Nutzfunktion zukam (Urteile 1A.44/2003 (vom 19. August 2003 E. 3.2 und 3.3, ZBl 106/2005 S. 110 und 1A.30/2004 vom 11. August 2004 E. 3 und 4). Vorliegend besteht die streitige Bestockung aus einer grösseren Bestockung in Nordosten und einer schmalen Bestockung im Südwesten. Die nördliche Bestockung, die rund zwei Drittel der Fläche ausmacht, ist deutlich breiter als 12 m. Beide Bestockungen treten nach den Feststellungen der Vorinstanzen als Einheit in Erscheinung (Kronenschluss der Bäume im ausgewachsenen Zustand, zusammenhängende Strauchschicht, Bodenvegetation mit Waldcharakter; vgl. oben E. 6). Insofern durften die Vorinstanzen bei einer Gesamtbetrachtung davon ausgehen, dass die Bestockung überwiegend die Mindestbreite von 12 m einhält und die quantitativen Kriterien erfüllt (zu den qualitativen vgl. sogleich E. 9). Dies belegt übrigens auch die vom Beschwerdeführer angestellte Durchschnittsberechnung, die eine Breite von knapp 12 m ergibt.