Citation: U 215/99 18.01.2000 E. 2

2.- a) Für die Anwendbarkeit von Art. 37 Abs. 3 UVG genügt es, dass der Unfall anlässlich der Begehung eines Verbrechens oder Vergehens herbeigeführt wurde. Der Begriff des Vergehens gemäss Art. 37 Abs. 3 UVG bestimmt sich nach Art. 9 Abs. 2 StGB, wobei hiezu auch fahrlässig begangene Handlungen gehören, soweit es das Gesetz vorsieht (Art. 18 StGB; BGE 120 V 227 Erw. 2d, 119 V 245 Erw. 3a mit Hinweisen). Die Erfüllung eines objektiven Straftatbestandes setzt bezüglich der Herbeiführung des Unfalles indes - entgegen den Vorbringen des Beschwerdeführers - nicht notwendigerweise auch absichtliches oder grobfahrlässiges Handeln voraus (BGE 120 V 227 Erw. 2c mit Hinweisen; Rumo-Jungo, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 2. Aufl., Zürich 1997, S. 189). b) Im Hinblick auf diese Rechtsprechung hat die Vorinstanz dargetan, dass der Beschwerdeführer, welcher mit rechtskräftigem Strafurteil des Bezirksgerichts Bremgarten vom 10. März 1998 der fahrlässigen Tötung (Art. 117 StGB), der fahrlässigen Körperverletzung (Art. 125 Abs. 1 StGB) sowie des Überholens mit Behinderung des Überholten (Art. 35 Abs. 3 SVG und Art. 10 Abs. 2 VRV in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 2 SVG) schuldig gesprochen worden ist, den Unfall vom 10. März 1997 in Erfüllung dreier Vergehenstraftatbestände im Sinne von Art. 9 Abs. 2 StGB herbeigeführt hat. Für eine von der strafrechtlichen Beurteilung abweichende Wertung auf Grund besonderer, nur sozialversicherungrechtlich relevanter Gesichtspunkte besteht kein Anlass, weshalb vorliegend Art. 37 Abs. 3 UVG Anwendung findet. c) In einlässlicher Würdigung der Aktenlage wird im angefochtenen Entscheid sodann mit überzeugender Begründung ausgeführt, dass das Verschulden des Beschwerdeführers angesichts der konkreten Tatumstände (Überholen eines Lastwagens auf feuchtem Untergrund, unübersichtliche Kurve, relativ reger Gegenverkehr, schlechte Sicht infolge dichten Nebels) schwer wiege. Da die Verhaltensweise mithin einen krassen Verstoss gegen die Verkehrsregeln darstelle, erscheine die von der SUVA vorgenommene Kürzung der Leistungen um 20 % als angemessen. Auf diese zutreffenden Erwägungen kann vollumfänglich verwiesen werden, zumal der Beschwerdeführer in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde lediglich die bereits im vorinstanzlichen Verfahren entkräfteten Rügen wiederholt. Selbst wenn der Sachverhaltsschilderung, wonach die Fahrzeugbeleuchtung des entgegenkommenden Personenwagens mangelhaft war, Glauben zu schenken wäre, hätte der Beschwerdeführer eine den Sicht-, Strassen- und Verkehrsverhältnissen angepasste Fahrweise wählen müssen, auf Grund derer ein rechtzeitiges und korrektes Reagieren gerade auch im Hinblick auf nicht gut sichtbare Verkehrsteilnehmer möglich gewesen wäre. Ferner wurden die vom Beschwerdeführer geltend gemachten Versorgerpflichten bereits im Kürzungssatz von 20 % berücksichtigt, wie der Verfügung der SUVA vom 26. Mai 1998 zu entnehmen ist. Das Gesetz bietet des Weitern keine Handhabe für die beantragte Reduktion der Kürzungsquote infolge der eigenen Verletzungen des Versicherten.