Citation: 2C_376/2021 E. 4.2

4.2. Die Beschwerdeführerin bringt vor, die Vorinstanz habe in willkürlicher Weise die Gesamtheit der Fakten des vorliegenden Falles in Einzelteile gestückelt und daraus die Behauptung konstruiert, die ehelichen Vorfälle von Gewalt, Erniedrigung und Nötigung, aber auch Freiheitsberaubung und Entführung seien nicht kausal für die Trennung der Ehe gewesen. Mit diesem Vorgehen habe sie die Beweise willkürlich gewürdigt. Im Weiteren habe die Vorinstanz auch den Grundsatz der freien Beweiswürdigung verletzt. Sie habe an diversen Stellen vorgebracht, die eingereichten Berichte wie auch die Strafanzeige würden nur auf Angaben bzw. der Schilderung der Beschwerdeführerin beruhen. Mit dieser Argumentation liege einerseits eine Missachtung von Art. 77 Abs. 6 und 6 bis der Verordnung vom 24. Oktober 2007 über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit (VZAE; SR 142.201) vor, wonach Arztberichte, Berichte von Opferhilfestellen und Strafanzeigen Hinweise für häusliche Gewalt sein können. Andererseits folge aus einer solchen Begründung, dass in der Schweiz keinerlei "Vier-Augen-Delikte" mehr geahndet werden könnten, weil dem Opfer jederzeit vorgehalten werden könne, es habe nur seine Sicht der Dinge geschildert. Eine solche Argumentation sei als "hanebüchen" zu bezeichnen, da insb. Opferhilfestelle aber auch psychiatrische Behandlungen dem Opfer die Möglichkeit geben sollten, sich zum Vorgefallenen äussern zu können.