Citation: 1P.534/2000 22.09.2000 E. 4

4.-Schliesslich bringt der Beschwerdeführer vor, die Anwendung des kantonalen Strafprozessrechts (§ 78 Abs. 2 lit. b StPO/BL) verstosse im vorliegenden Fall gegen Art. 10 Abs. 2 BV (persönliche Freiheit). a) § 78 Abs. 2 lit. b StPO/BL lautet wie folgt: "Unverhältnismässig ist die Untersuchungshaft insbesondere, wenn sie die Hälfte einer zu erwartenden unbedingt vollziehbaren Freiheitsstrafe oder einen Drittel einer zu erwartenden bedingt vollziehbaren Freiheitsstrafe erreicht hat". b) Bei staatsrechtlichen Beschwerden, die gestützt auf das verfassungsmässige Recht der persönlichen Freiheit wegen der Ablehnung eines Haftentlassungsgesuches erhoben werden, prüft das Bundesgericht im Hinblick auf die Schwere des Eingriffes die Auslegung und Anwendung des entsprechenden kantonalen Rechtes frei. Soweit jedoch reine Sachverhaltsfragen und damit Fragen der Beweiswürdigung zu beurteilen sind, greift das Bundesgericht nur ein, wenn die tatsächlichen Feststellungen der kantonalen Instanz willkürlich sind (BGE 123 I 31 E. 3a S. 35, 268 E. 2d S. 271, je mit Hinweisen). c) Die im vorliegenden Fall zu erwartende (unbedingt vollziehbare) Freiheitsstrafe beträgt angesichts des erstinstanzlichen Urteils 33 Monate. Da die Staatsanwaltschaft (im Gegensatz zum Beschwerdeführer) keine Appellation erklärt hat, kann unbestrittenermassen "nicht von einem höheren" zu erwartenden "Strafmass ausgegangen werden" (angefochtener Entscheid, S. 5). Im angefochtenen Entscheid wurde dem Beschwerdeführer die in der Schweiz absolvierte Untersuchungshaft sowie die Sicherheitshaft bis zum angefochtenen Entscheid (als Untersuchungshaft im Sinne von § 78 Abs. 2 lit. b StPO/BL) angerechnet ("16. Oktober 1997 - 12. Januar 1998 sowie 26. November 1999 - 4. August 2000"). Nicht angerechnet wurde hingegen die Untersuchungs- und Auslieferungshaft in Deutschland. Der Obergerichtspräsident stellte sodann willkürfrei fest, dass die "Haftdauer von 342 Tagen" noch nicht die Hälfte der zu erwartenden Freiheitsstrafe von 33 Monaten erreicht habe. Diese Anwendung des kantonalen Strafprozessrechtes hält vor der Verfassung stand. Sie steht namentlich mit den (in Erwägung 3 dargelegten) Rechtsprechungsgrundsätzen zu Art. 31 Abs. 3 BV und Art. 5 Ziff. 3 EMRK in Einklang. Es ist im Übrigen nicht ersichtlich, inwiefern die Nichtberücksichtigung der Auslieferungshaft bzw. der im Ausland verbüssten Untersuchungshaft auf einer unhaltbaren Auslegung von § 78 Abs. 2 lit. b StPO/BL beruhen soll. d) Wie der Beschwerdeführer im Übrigen selbst vorbringt, hatte er im Zeitpunkt der Einreichung der staatsrechtlichen Beschwerde noch "maximal 18 Monate" zu verbüssen. Die Hälfte der zu erwartenden Freiheitsstrafe von 33 Monaten wäre auch unter diesem Gesichtspunkt noch nicht erreicht gewesen. Der Beschwerdeführer macht denn auch geltend, die "Sicherheitshaft" dürfe "bis maximal 17. Oktober 2000 aufrecht erhalten werden". Die Frage, ob er in einem künftigen Zeitpunkt bzw. "spätestens per 17.10.2000 aus der Haft zu entlassen" sei, ist nicht Gegenstand des angefochtenen Entscheides (vgl. oben, E. 1b).