Citation: 4A_626/2024 E. A

A.a. Bank A.________ SA (Klägerin, Widerbeklagte, Beschwerdeführerin) ist eine Bank mit Sitz in U.________. B.________ Ltd (Beklagte, Widerklägerin, Beschwerdegegnerin) mit Sitz in V.________ ist ein international tätiges Versicherungsunternehmen. A.b. Die Parteien schlossen am 5. Dezember 2013 einen Versicherungsvertrag ab. Dieser enthält unter anderem eine Schiedsklausel zugunsten eines Schiedsgerichts mit Sitz in Zürich und eine Rechtswahlklausel zugunsten des schweizerischen Rechts. A.c. Die Klägerin schloss gestützt auf den erwähnten Versicherungsvertrag für die Periode vom 7. Juli 2013 bis 7. Juli 2014 eine Berufshaftpflichtversicherung bei der Beklagten ab. C.________ war bei der Klägerin als Senior Relationship Manager tätig. In dieser Funktion beriet sie zwischen 70 und 90 Kunden, die entweder in der Türkei wohnen oder türkische Staatsbürger sind. Um die Performance der Portfolios ihrer Kunden zu verbessern, begann C.________, namens und im Auftrag ihrer Kunden mit Optionen zu handeln. Die meisten von ihr ausgeführten Transaktionen umfassten Leerverkäufe von Call-Optionen auf US-Dollar (USD) /Türkische Lira (TRY). Zu Beginn war die Strategie von C.________ erfolgreich und ihre Kunden erzielten Gewinne auf ihren Konten. Im Frühjahr 2013 verlor die Türkische Lira jedoch an Wert, was den betroffenen Kunden ab Mai 2013 schwere Verluste bescherte. C.________ versuchte, die Verluste so lange wie möglich zu verbergen. In einigen Fällen fälschte sie Bankkonten und Depotauszüge; in anderen Fällen, wenn sie von den Kunden kontaktiert wurde, gab sie ihnen falsche Informationen über den Status des Depots. Wenn bestimmte Kunden Nachschussforderungen von der Bank erhielten oder sich nach dem Kontostand erkundigten, begann C.________, Vermögenswerte zwischen verschiedenen Kundenkonten zu transferieren oder Vermögenswerte in bestimmten Portfolios ohne Zustimmung des Kunden zu verkaufen, um die Verluste (weiter) zu vertuschen und die Nachschussforderungen zu erfüllen. Die verlustbringenden Geschäfte wurden von der Klägerin Anfang 2014 entdeckt. Verschiedene geschädigte Kunden machten Schadenersatzforderungen im Gesamtbetrag von etwa Fr. 60 Mio. gegen die Klägerin geltend. Die Klägerin meldete den Verlust bei der Beklagten an und verlangte gestützt auf den abgeschlossenen Versicherungsvertrag Deckung für den von ihrer Kundenberaterin verursachten Schaden. Bis Ende 2014 hatten mehrere Bankkunden beim Handelsgericht des Kantons Zürich und beim Bezirksgericht Zürich Schadenersatzklagen gegen die Klägerin erhoben. Die Klägerin widersetzte sich den Klagen. Dabei informierte sie die Beklagte regelmässig über den Gang der Verfahren; der Rechtsvertreter der Beklagten nahm an Gerichtsverhandlungen teil und erhielt von der Klägerin Rechtsschriften zugestellt. Zwischen ihnen blieb jedoch strittig, ob die Beklagte der Klägerin Anweisungen zur Verteidigungsstrategie erteilte oder während der Verfahren passiv blieb. Die Klägerin leitete die monatlich erstellten Rechnungen ihres Rechtsvertreters jeweils an die Beklagte weiter. Anfänglich leistete die Beklagte jeweils Vorauszahlungen an die Klägerin im Zusammenhang mit deren Rechtsverteidigungskosten. Mit Schreiben vom 23. Februar 2017 teilte sie der Klägerin mit, sie werde künftig keine Zahlungen mehr leisten. Die von den Bankkunden eingeleiteten Gerichtsverfahren wurden durch Vergleich, Klagerückzug oder Urteil mit Klageabweisung erledigt. Insgesamt hatte die Klägerin ihren Kunden ca. Fr. 11 Mio. zu bezahlen. Die Parteien einigten sich (mit Ausnahme von zwei Rechtsfällen) über den Grundsatz der Versicherungsdeckung, es verblieb jedoch eine Meinungsverschiedenheit bezüglich der Anwendung des Selbstbehalts. Insbesondere blieb strittig, ob jede einzelne Klage eines Kunden (Client Claim) als separates Schadenereignis (Professional Claim) unter der Versicherungspolice zu behandeln sei, was dazu führen würde, dass der in der Police vorgesehene Selbstbehalt von Fr. 2.5 Mio. in jedem einzelnen Streitfall mit einem Bankkunden anwendbar wäre.