Citation: 7B_304/2024 E. 5.2

5.2. Der Beschwerdeführer macht geltend, die Vorinstanz habe drohende Überhaft zu Unrecht verneint. Die ihm auferlegte Freiheitsstrafe von 23 Monaten laufe am 11. April 2024 ab. Soweit sich die Vorinstanz auf die angeblich jahrelange Dauer der stationären therapeutischen Massnahme stütze, verkenne sie, dass er sich bereits fast zwei Jahre in Haft befinde. Es erschliesse sich nicht, weshalb die stationäre therapeutische Massnahme deutlich länger als zwei Jahre dauern soll. Ausserdem verstosse die Anordnung der Massnahme ohnehin gegen Bundesrecht: Das Berufungsgericht habe in seinem Urteil vom 27. Oktober 2023 nämlich festgehalten, er sei nicht absprachefähig und verfüge über keinerlei Motivation, seine schwere psychische Störung behandeln zu lassen. Da nach der Rechtsprechung für die Anordnung einer Behandlung eine minimale Motivierbarkeit verlangt werde, hätte die stationäre therapeutische Massnahme bei dieser Sachlage gar nie angeordnet werden dürfen. Ausserdem äussere sich weder der Sachverständige noch das Berufungsgericht zur Frage, ob die Gefahr weiterer Straftaten durch die Massnahme innerhalb von fünf Jahren deutlich gesenkt werden könne. Auch deshalb sei die Anordnung der Massnahme rechtswidrig. Die Vorinstanz habe ihre behördliche Begründungspflicht verletzt, indem sie sich zu diesen Argumenten nicht geäussert habe.