Citation: 5P.102/2005 19.08.2005 E. A

Am 21. Oktober 2004 reichte X.________ beim Bezirksgericht Albula ein Revisionsgesuch gegen das Scheidungsurteil vom 28. November 2002 ein mit der Begründung, der im gerichtlichen Scheidungsverfahren die Ehefrau vertretende Rechtsanwalt R.________ habe zuvor beide Parteien im Zusammenhang mit der Erstellung eines Ehevertrages beraten und er habe Rechtsanwalt R.________ in diesem Zusammenhang umfassende und genaue Informationen über seine finanziellen und vermögensrechtlichen Verhältnisse erteilt. Diese Informationen in Form von zahlreichen Akten habe der Rechtsanwalt in der Folge als Vertreter der Ehefrau gegen den Ehemann verwendet und in den Scheidungsprozess eingeführt. Wegen dieses Prozessverhaltens sei der Anwalt von der Aufsichtskommission disziplinarisch mit einem Verweis bestraft worden. Er habe damit aber auch das Berufsgeheimnis im Sinne von Art. 321 StGB verletzt. Auf das Scheidungsurteil vom 28. November 2002 sei daher im Sinne von Art. 243 Abs. 1 Ziff. 1 ZPO/GR durch ein Vergehen eingewirkt worden.