Citation: U 256/01 14.05.2002 E. 3

3.- Die erstbehandelnden Ärzte stellten eine commotio cerebri fest und äusserten den Verdacht auf commotio spinalis mit Hypästhesie des rechten Beins ohne obere Dermatombegrenzung (Bericht der Neurochirurgischen Klinik Y.________, vom 30. Oktober 1998). Die Rheumaklinik des Spitals B._________, hielt in ihrem Bericht vom 29. Dezember 1998 einen Status nach Sturz mit commotio cerebri, commotio spinalis mit Hypästhesie rechtes Bein, SIG-Dysfunktion rechts und Verdacht auf Somatisierungstendenz mit depressiver Komponente sowie eine vorbestehende mediolaterale Diskushernie L5/S1, Adipositas, rezidivierende Migränekopfschmerzen und rezidivierende unklare Übelkeit fest. Nebst den eigenen Untersuchungen stützte sie sich auf das psychologische Konsilium von Frau lic. phil. L.________ vom 9./15. Dezember 1998 ab, welches auf Grund "der sehr demonstrativen Schmerzpräsentation ohne entsprechendes radiologisches oder klinisches Korrelat" eingeholt wurde. Im Zwischenbericht vom 16. Februar 1999 gab Dr. med. P.________, Facharzt für Innere Medizin, eine Somatisierungstendenz mit depressiver Komponente als unfallfremden Faktor an und attestierte eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % seit 25. Januar 1999. Am 27. Januar und 15. September 2000 hielt er eine nach wie vor erhebliche Schwellung des rechten Beins fest, die eine volle Erwerbsfähigkeit verhindere. Im Austrittsbericht der Klinik Z.________ vom 23. Juli 1999 wurden deutlich regrediente, ätiologisch unklare Ruhe- und Nachtschmerzen des rechten Beins bei Status nach Sturz mit anamnestisch milder traumatischer Hirnverletzung und commotio spinalis, Sacroiliacalgelenkdysfunktion rechts und leichter venöser Insuffizienz sowie eine Anpassungsstörung mit bipolarem affektivem Mischzustand sowie ein Depersonalisations- und Derealisationssyndrom diagnostiziert. Der klinische Befund erkläre das Beschwerdebild nicht; der einzige pathologische Befund sei eine segmentale Dysfunktion des rechten Sacroiliacalgelenkes. Optisch falle eine leichte Schwellung des ganzen rechten Beins mit objektivierbarer Umfangdifferenz auf; eine tiefe Beinvenenthrombose habe durch das Institut für Röntgendiagnostik und Nuklearmedizin, Spital R.________, ausgeschlossen werden können. Gemäss dem neurologischen Konsilium der Klinik B.________ nichts zu ändern; denn diese enthalten keinerlei Begrüng vom 1. Juli 1999 habe sich nebst der commotio spinalis nichts Objektivierbares ergeben. Aus dem psychosomatischen Konsilium der Klinik T.________ vom 19. Juli 1999 ergebe sich, dass die Patientin bereits früher wiederholt mit psychovegetativen Reaktionen und Dissoziationsstörungen auf Unfallerlebnisse reagiert habe. Aus psychiatrischer Sicht bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 50 %, welche in den nächsten Wochen gesteigert werden sollte. Aus rheumatologischer Sicht sei die Versicherte bei Austritt voll arbeitsfähig. Das Institut für Radiologie, Spital M.________, hielt anlässlich des MRI vom 2. September 1999 einen unauffälligen Befund des Beckens und der Leiste fest. Die kreisärztliche Untersuchung vom 24. November 1999 bei Dr. med. W.________ ergab eine somatoforme Schmerzstörung ohne orthopädisches oder neurales Substrat. Die wechselbelastende Arbeit im angestammten Betrieb sei ohne Einschränkung zumutbar. PD Dr. med. F.________, Facharzt für Neurologie, Spital B.________, hielt im Bericht vom 11. April 2000 fest, dass sich klinisch und elektrophysiologisch keine fassbaren Befunde feststellen liessen, wobei auch vorgängig durch die bildgebenden Untersuchungen ein pathologischer Prozess im Bereich von Wirbelsäule und Becken nicht nachgewiesen werden konnte. Weitere Abklärungen seien nicht angezeigt.