Citation: 7B_281/2022 E. 3.4

3.4. Zur gerügten Verletzung der Begründungspflicht ist zunächst Folgendes anzumerken: Die Vorinstanz sprach die Beschwerdeführerin in ihrem Urteil vom 27. Februar 2020 vom Vorwurf der Veruntreuung im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB mit der Begründung frei, dass ihr die Vermögenswerte der Bank B.________ AG nicht anvertraut gewesen seien. Mangels objektiver Tatbestandsmässigkeit äusserte sich die Vorinstanz damals nicht dazu, ob die Beschwerdeführerin vorsätzlich und mit Bereicherungsabsicht gehandelt hatte. Auch das von der Bank B.________ AG (der hiesigen Beschwerdegegnerin 2) angerufene Bundesgericht befasste sich im Urteil 6B_701/2020 vom 11. Juni 2021 lediglich mit dem objektiven Tatbestand der Veruntreuung (E. 4). Es kam zum Schluss, dass die Vermögenswerte bzw. die Kreditmöglichkeit der hiesigen Beschwerdeführerin in einer Weise anvertraut worden seien, dass diese ohne Genehmigung durch die Bank B.________ AG darüber habe verfügen können. In Erwägung 5, a.a.O., sprach sich das Bundesgericht anschliessend lediglich abstrakt zu den Voraussetzungen eines Entscheids über die Zivilforderung und zur Unterscheidung zwischen Art. 126 Abs. 1 lit a und lit. b StPO aus, ohne festzulegen - bereits mangels tatsächlicher Feststellungen der Vorinstanz -, ob die Beschwerdeführerin vorsätzlich und mit Bereicherungsabsicht gehandelt hatte. Aus dem Urteil im Verfahren 6B_701/2020 lassen sich deshalb, anders als die Vorinstanz in ihrer Eventualbegründung in Erwägung III.7 annimmt, keine Schlüsse zum subjektiven Tatbestand ziehen. Darauf kommt es allerdings nicht an: Der Hauptstandpunkt der Vorinstanz bezüglich des subjektiven Tatbestands (Erwägung III.6 des angefochtenen Urteils) ist für sich allein entscheidtragend. Daraus ergibt sich eindeutig, auf welche tatsächlichen Umstände die Vorinstanz ihre Schlussfolgerungen zum subjektiven Tatbestand (vgl. E. 3.2 hiervor) stützt. Es kann ohne Weiteres überprüft werden, ob sie das eidgenössische Recht, insbesondere die Begriffe des Vorsatzes (Art. 12 Abs. 2 StGB) und der Absicht unrechtmässiger Bereicherung, richtig angewandt hat. Eine Verletzung der Begründungspflicht ist nicht auszumachen.