Citation: 4A_196/2021 E. 4.2.6

4.2.6. Im Wesentlichen geht es um die Einschätzung der Glaubwürdigkeit der Beschwerdegegnerin: Entweder sie hat die neu eingereichte Krankengeschichte nachträglich abgeändert oder gänzlich neu erstellt und gibt dies im Gegensatz zum Erstprozess nicht zu. Oder die neu eingereichte Krankengeschichte ist echt, der Eintrag erfolgte echtzeitlich und die Abänderung auf dem Schwangerschaftskontrollblatt entspricht dem echtzeitlich erfolgten Eintrag in der Krankengeschichte. Diesfalls wäre zwar kaum nachvollziehbar (und prozessual grobfahrlässig), dass diese nicht schon im ersten Prozess eingereicht wurde. Das Prozessverhalten der Beschwerdegegnerin in beiden Prozessen (bevor sie anwaltlich vertreten war) erweist sich indessen in verschiedenen Punkten als äusserst nachlässig, so dass diesem Aspekt keine wesentliche Bedeutung zukommt. Dagegen erscheint es wenig plausibel, dass eine Person zwar nicht davor zurückschrecken sollte, Dokumente zu fälschen, um den Prozess zu gewinnen, sich aber nicht einmal die Mühe macht sicherzustellen, dass die Dokumente überhaupt berücksichtigt werden können, indem sie diese rechtzeitig (im Rahmen einer Klageantwort) einreicht. Vor diesem Hintergrund ist der angefochtene Entscheid im Ergebnis nicht offensichtlich unhaltbar.