Citation: 1P.575/2005 05.05.2006 E. 3

3.1 Weiter macht der Beschwerdeführer eine Verletzung des Gehörsanspruchs (Art. 29 Abs. 2 BV) geltend, weil das Obergericht frist- und formgerecht beantragte Beweismittel, welche die Glaubwürdigkeit der Aussagen des Beschwerdegegners in Frage stellen könnten, nicht abgenommen habe. 3.2 Der verfassungsrechtliche Gehörsanspruch gebietet, rechtzeitig und formrichtig angebotene Beweismittel abzunehmen, es sei denn, diese beträfen eine nicht erhebliche streitige Tatsache oder seien offensichtlich untauglich, über die streitige Tatsache Beweis zu erbringen (BGE 124 I 241 E. 2 S. 242 mit Hinweisen). Das kantonale Gericht kann auf ein Beweismittel aber verzichten, wenn es ohne Willkür in vorweggenommener Beweiswürdigung annehmen durfte, eine weitere Beweiserhebung würde seine Überzeugung nicht beeinflussen (BGE 122 II 464 E. 4a S. 469 mit Hinweisen). Ob das kantonale Gericht diese Grundsätze verletzt hat, prüft das Bundesgericht nur unter dem Gesichtswinkel der Willkür, da insoweit nicht der Umfang des Gehörsanspruchs, sondern lediglich eine Frage der Beweiswürdigung zu beurteilen ist (BGE 119 Ib 492 E. 5b/bb S. 505 mit Hinweisen). 3.3 Zum einen beantragte der Beschwerdeführer die Befragung seines Bruders als Zeugen, da es sich bei diesem um die einzige Person handle, die den Vorfall beobachtet habe. Das Obergericht führte dazu aus, der Bruder des Beschwerdeführers sei erst ganz am Schluss zur Auseinandersetzung hinzugekommen. Bezüglich des Würgegriffs könne er den Beschwerdeführer daher nicht entlasten. Es bestehe somit kein Grund, den Bruder nachträglich als Zeugen zu befragen. Aus der polizeilichen Einvernahme im Anschluss an den Vorfall ergibt sich, dass der Bruder des Beschwerdeführers nicht angeben konnte, weshalb es zur besagten Auseinandersetzung kam, und zum Beginn der Auseinandersetzung ebenfalls keine Angaben machte (act. 7 S. 4). Der Standpunkt des Obergerichts, unter diesen Umständen könne in Anbetracht der widerspruchsfreien und schlüssigen Aussagen des Beschwerdegegners auf die Einvernahme des Bruders verzichtet werden, ist durchaus vertretbar. Von willkürlicher antizipierter Beweiswürdigung kann nicht die Rede sein. 3.4 Zum andern beantragte der Beschwerdeführer die Einholung eines Leumundszeugnisses und den Beizug der Personalakten des Beschwerdegegners. Er vertrat die Auffassung, die Aussagen des Beschwerdegegners müssten anders gewürdigt werden, wenn sich herausstellen sollte, dass dessen Vorleben nicht einwandfrei sei. Das Obergericht führte aus, solche Erhebungen seien nur ausnahmsweise vorzunehmen, wenn Anhaltspunkte bestehen, dass Tatsachen zum Vorschein kommen könnten, welche die Glaubwürdigkeit der betreffenden Person in Frage stellen könnten. Der Beschwerdeführer vermöge aber keine Umstände zu nennen, die solche Weiterungen als erforderlich erscheinen liessen. Was der Beschwerdeführer vor Bundesgericht vorbringt, ist nicht geeignet, die beweismässige Schlussfolgerung des Obergerichts als willkürlich erscheinen zu lassen. Auch sind keine sonstigen Gründe ersichtlich, inwiefern das Obergericht beim Verzicht auf die Einholung der beantragten Unterlagen über den Beschwerdegegner in Willkür verfallen sein soll.