Citation: 8C_372/2023 E. 5.2.2

5.2.2. Das kantonale Gericht befasste sich sodann einlässlich mit dem grundsätzlichen Erfordernis der Ansetzung einer Bewährungsfrist nach § 19 Abs. 1 Satz 1 PG und verwies auf den Ausnahmetatbestand von § 19 Abs. 1 Satz 2 PG, wonach der Verzicht auf die Bewährungsfristansetzung ausnahmsweise zulässig sei, wenn feststehe, dass sie ihren Zweck nicht erfülle. Dies sei insbesondere bei einem unwiederbringlich zerstörten Vertrauensverhältnis der Fall. Es stellte willkürfrei fest, dass die Beschwerdeführerin die Durchführung eines Gesprächs betreffend Bewährungsfrist und -ziele selber verunmöglicht hatte und ab 15. Januar 2021 feststand, dass eine Bewährungsfrist ihren Zweck nicht mehr erfüllen konnte. Soweit die Beschwerdeführerin geltend macht, sie habe das Gespräch als sinnlos erachtet, weil dort Themen hätten besprochen werden sollen, die dem anwaltlichen Berufsgeheimnis unterlägen, fasst sie die in der E-Mail betreffend Einladung zum Gespräch/nochmalige Gewährung des rechtlichen Gehörs vom 12. Januar 2021 angegebenen Gründe zu eng. Aus dem E-Mailverkehr ergibt sich unmissverständlich, dass es dabei um die Ansetzung einer Bewährungsfrist mit klaren Zielvorgaben und die Gewährung des rechtlichen Gehörs zu einer Kündigung des Arbeitsverhältnisses aufgrund unbefriedigenden Verhaltens gegangen wäre, das der Beschwerdeführerin im Rahmen einer ausserordentlichen Mitarbeiterbeurteilung hätte eröffnet werden sollen. Zudem durfte das kantonale Gericht aus der Stellungnahme der Beschwerdeführerin vom 21. Dezember 2020 und der E-Mail vom 15. Januar 2021 willkürfrei schliessen, dass diese nach wie vor nicht bereit war, die Weisungen der Arbeitgeberin zu befolgen, die sie selber als nicht zulässig erachtete. Die vorinstanzliche Bejahung eines Ausnahmetatbestands ist bei der dargelegten Ausgangslage jedenfalls nicht willkürlich, wie dies die Beschwerdeführerin rügt.