Citation: 6B_999/2021 E. 1.2.1

1.2.1. Im Strafbefehl vom 9. August 2017, welcher hier die Anklage bildet (Art. 356 Abs. 1 Satz 2 StPO), ist von Marihuana-Pflanzen (Ziff. 1 des Strafbefehls) und Marihuana (Ziff. 2 des Strafbefehls) die Rede. Die Vorinstanz spricht alsdann im Urteilsdispositiv von Cannabispflanzen und Cannabis. Der Beschwerdeführer erblickt darin eine Erweiterung des angeklagten Sachverhalts und eine Verletzung des Anklagegrundsatzes. Diese Rüge erweist sich als unbegründet. Eine Gleichsetzung von Marihuana (getrocknete Blüte der Hanfpflanze) und von Cannabis mag zwar ungenau sein, da es sich bei Marihuana um ein Produkt der Hanfpflanze (Cannabis) handelt. Massgebend ist jedoch, dass im Strafbefehl hinsichtlich der Marihuana-Pflanzen spezifiziert wird, dass es sich dabei um solche mit einem THC-Gehalt von 8,9 % handle, mithin um Cannabis im Sinne des Betäubungsmittelgesetzes. Es wird auf die zutreffende vorinstanzliche Erwägung zur Definition von Cannabis gemäss Anhang 5 zur Verordnung über die Verzeichnisse der Betäubungsmittel, psychotropen Stoffe, Vorläuferstoffe und Hilfschemikalien (Betäubungsmittelverzeichnisverordnung, BetmVV-EDI; SR 812.121.11) verwiesen. Es ist festzuhalten, dass die rechtliche Qualifikation der Marihuana-Pflanzen als Cannabis keine Erweiterung des angeklagten Sachverhalts darstellt und der Anklagegrundsatz dadurch nicht verletzt wird. Entsprechendes gilt hinsichtlich der Ziffer 2 des Strafbefehls. Auch wenn dort der THC-Gehalt des Marihuanas nicht erwähnt wird, ergibt sich aus dem Gesamtzusammenhang mit dem Vorwurf der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz ohne Weiteres, dass dem Beschwerdeführer die Veräusserung von Cannabis vorgeworfen wird. Eine unzulässige Erweiterung des angeklagten Sachverhalts durch die Vorinstanz liegt entgegen dem Beschwerdeführer auch hier nicht vor.