Citation: 5A_758/2020 E. 2.2.1

2.2.1. Die Beschwerdeführer bestreiten, dass die Beschwerdegegnerin bezüglich der Medienberichterstattung über die KESB L.________ aktivlegitimiert sei (S. 16 Ziff. 3.3 und S. 175 Ziff. 4.2.1). Sie wenden ein, die Beschwerdegegnerin als juristische Person des öffentlichen Rechts könne sich nicht auf den Persönlichkeitsschutz berufen (Rz. 40-52) und sei durch die sogenannte "KESB-Kampagne" auch nicht direkt betroffen (Rz. 57-70). Der Ehrenschutz für juristische Personen des Privatrechts sei, so halten die Beschwerdeführer fest, in erster Linie Reputationsschutz (Rz. 43). Demgegenüber habe der hoheitlich handelnde Staat keine Ehre, in der er verletzt werden könnte, und auch keinen Anspruch auf soziale Geltung (Rz. 44). Die Anerkennung einer Ehre des Staates hätte unabsehbare Folgen und vertrage sich nicht mit der Meinungsäusserungs- und der Medienfreiheit (Rz. 45-46) und wäre - wenn überhaupt - auf äusserst krasse Vorwürfe zu beschränken, die hier nicht in Frage stünden (Rz. 47). Eine juristische Person des öffentlichen Rechts habe auch keine Privatsphäre und keinen Anspruch auf informationelle Selbstbestimmung (Rz. 49-50). Die Aktivlegitimation setze, heben die Beschwerdeführer hervor, eine persönlich und direkt treffende Verletzung voraus (Rz. 57). Direkt betroffen sei die KESB L.________ und nicht die Beschwerdegegnerin gewesen, woran nichts ändere, dass die Beschwerdegegnerin in einzelnen Berichten namentlich erwähnt worden sei (Rz. 58). Es sei falsch, die Betroffenheit der KESB L.________ der Beschwerdegegnerin zuzuordnen, weil die KESB L.________ der Beschwerdegegnerin organisatorisch angeschlossen sei. Denn (1) handle es sich dabei um einen rein internen Vorgang, (2) werde die KESB L.________ als Behörde aller zehn L.________-Gemeinden wahrgenommen, (3) wohne dem organisatorischen Anschluss ein aleatorisches Element inne und (4) vermöge die kommunale Organisationsform die bundesrechtlich geregelte Aktivlegitimation nicht zu erweitern (Rz. 59-67). Auch könne die Beschwerdegegnerin ihre Betroffenheit nicht mit der Betroffenheit der Mitarbeiter in der KESB, insbesondere der Betroffenheit des Beschwerdegegners als KESB-Präsidenten begründen (Rz. 68-69).