Citation: 6B_362/2023 E. 2.3.5

2.3.5. Die Vorinstanz erklärt zu Recht, dass die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers dem Vollzug der Landesverweisung nicht entgegensteht. Eine Person kann sich nicht auf das Rückschiebungsverbot (Art. 5 Abs. 1 AsylG [SR 142.31]) berufen, wenn erhebliche Gründe für die Annahme vorliegen, dass sie die Sicherheit der Schweiz gefährdet, oder wenn sie als gemeingefährlich einzustufen ist, weil sie wegen eines besonders schweren Verbrechens oder Vergehens rechtskräftig verurteilt worden ist (Art. 5 Abs. 2 AsylG). Das Asyl in der Schweiz erlischt, wenn eine strafrechtliche Landesverweisung rechtskräftig geworden ist (Art. 64 Abs. 1 lit. e AsylG). Das Gesetz regelt den Vollzug der obligatorischen Landesverweisung in Art. 66d StGB. Gemäss Art. 66d Abs. 2 StGB hat die zuständige kantonale Behörde von der Vermutung auszugehen, dass die Ausweisung in einen Staat, den der Bundesrat nach Art. 6a Abs. 2 AsylG als sicher bezeichnet, nicht gegen Art. 25 Abs. 2 und 3 BV verstösst. Nach Art. 25 Abs. 3 BV dürfen Flüchtlinge nicht in einen Staat ausgeschafft werden, in dem sie verfolgt werden. Die Türkei gilt nicht als verfolgungssicherer Heimat- oder Herkunftsstaat (Anhang 2 zur Asylverordnung 1 [AsylV 1; SR 142.311]). Dies ist eine generell-abstrakte, gesetzliche Normierung. Soweit der Beschwerdeführer im Verfahren auf Landesverweisung eine persönliche Gefährdungssituation geltend machen will, müsste er sie individuell-konkret belegen oder zumindest glaubhaft machen (Urteile 6B_33/2022 vom 9. Dezember 2022 E. 3.2.7; 6B_45/2020 vom 14. März 2022 E. 3.3.5 und E. 3.4.1; je mit Hinweisen). Auch im Asylverfahren sind Asylsuchende verpflichtet, an der Feststellung des Sachverhalts mitzuwirken; sie müssen allfällige Beweismittel vollständig bezeichnen und sie unverzüglich einreichen oder, soweit dies zumutbar erscheint, sich darum bemühen, sie innerhalb einer angemessenen Frist zu beschaffen (Art. 8 Abs. 1 lit. d AsylG). Der Beschwerdeführer machte während des gesamten Verfahrens keine fassbaren Umstände geltend, welche eine individuell-konkrete Gefährdungssituation in der Türkei zu begründen vermöchten. Vor diesem Hintergrund verwirft die Vorinstanz auch die Einschätzung des Migrationsdienstes, wonach ein Wegweisungsvollzug gegen das Non-refoulement-Gebot verstossen würde, schlüssig. Ihr ist zuzustimmen, dass es in diesem Zusammenhang nicht genügt, wenn der Migrationsdienst lediglich auf die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers verweist, ohne sich mit einem aktuellen "risque réel" auseinanderzusetzen. Indem der Beschwerdeführer dem angefochtenen Urteil lediglich seine Sicht der Dinge gegenüberstellt, ohne darzulegen, inwiefern die Vorinstanz Tatsachen willkürlich gewürdigt haben soll, ist seine Beschwerde unzureichend substanziiert und damit appellatorisch (Urteile 6B_1102/2020 vom 20. Mai 2021 E. 3.4.4; 2C_185/2019 vom 4. März 2021 E. 2.2.2). Darauf ist nicht einzutreten. Ebenfalls ungenügend ist die pauschale Rüge des Beschwerdeführers, wonach aufgrund eines Erdbebens in der Türkei vom Februar 2023 sämtliche Wohnungen an seinem Heimatort unbewohnbar seien. Abgesehen davon, dass dies einer Rückführung in die Türkei nicht entgegen stünde, handelt es sich bei diesem Vorbringen soweit ersichtlich um ein unzulässiges Novum (Art. 99 Abs. 2 BGG).