Citation: 1P.650/2004 09.12.2004 E. 4

4.1 Der Beschwerdeführer stellt das Vorliegen eines dringenden Tatverdachts nicht in Frage. Er beruft sich auf die Rechtsprechung, wonach für die Annahme von Kollusionsgefahr konkrete Indizien gefordert sind (BGE 128 I 149 E. 2.1 S. 151 mit Hinweisen), und bringt weitgehend appellatorisch vor, solche würden in seinem Fall fehlen. Seit seiner letzten Einvernahme seien mehrere Wochen verstrichen. Nachdem im Laufe einer Strafuntersuchung die Kollusionsgefahr stets abnehme, wiege die Haft umso schwerer, je länger sie andauere. Deshalb sei die erhobene Haftbeschwerde durchaus legitim. 4.2 Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers war die gegen ihn gerichtete Strafuntersuchung im Zeitpunkt der Erhebung der kantonalen Haftbeschwerde und des Gesuchs um unentgeltliche Verteidigung nicht abgeschlossen. Es trifft auch nicht zu, dass keine weiteren Untersuchungshandlungen vorgesehen waren. 4.2.1 Der Beschwerdeführer war hinsichtlich der ihm vorgeworfenen Betäubungsmittelmenge nur in einem kleinen Umfang geständig. Zugegeben hatte er den Vertrieb in einer Menge von höchstens 400 Gramm. Die Aussagen von Y.________ sind nach den insoweit unbestrittenen Ausführungen der Staatsanwaltschaft der Hauptbelastungsbeweis, von dessen Überzeugungskraft eine Anklage gegen den Beschwerdeführer offenbar in wesentlichen Punkten abhängig ist. Es ist gerichtsnotorisch, dass in Verfahren gegen Drogenhändlerbanden immer wieder versucht wird, Belastungszeugen bzw. belastende Auskunftspersonen einzuschüchtern oder sonstwie zu beeinflussen, um sie zu einer Rücknahme ihrer Belastungen zu bringen. Nach der Rechtsprechung war unter diesen Umständen Kollusionsgefahr anzunehmen, auch wenn der Beschwerdeführer zuvor keine Anstalten getroffen hatte, Y.________ zu beeinflussen. Dazu hatte er in der Untersuchungshaft auch keine Gelegenheit, weshalb dies keine Gewähr dafür bot, dass er die Freiheit nicht dazu missbrauchen könnte, auf diesen einzuwirken. Der Beschwerdeführer war denn auch verschiedentlich bestrebt, seine Aussagen mit denen der übrigen Mitbeschuldigten abzustimmen (vgl. seine Einvernahme vom 26. August 2004). Aufgrund der erheblichen Divergenzen in den Aussagen und des bisherigen Aussageverhaltens des Beschwerdeführers war die Kollusionsgefahr demnach ohne weiteres zu bejahen. Seine Interessenlage unterschied sich grundlegend von derjenigen des geständigen Y.________, so dass er aus dessen Freilassung nichts zu seinen Gunsten ableiten konnte. 4.2.2 Mit der Verlängerung der Haft sollte aber vor allem verhindert werden, dass der Beschwerdeführer mit den bisher nicht einvernommenen Lieferanten der Drogen, insbesondere dem flüchtigen Z.________ und dem aus untersuchungstaktischen Gründen noch nicht verhafteten "A.________", - aber auch mit weiteren Beteiligten - in Kontakt treten und sich mit diesen absprechen könne. Dass bei dieser Sachlage auch insofern eine konkrete Kollusionsgefahr zu bejahen ist, liegt auf der Hand. 4.3 Der Appellationsgerichtspräsident hat deshalb Art. 29 Abs. 3 BV nicht verletzt, indem er die Beschwerde als aussichtslos bezeichnet und das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Verteidigung abgewiesen hat.