Citation: 1C_199/2022 E. 3.3.3

3.3.3. Auch in Bezug auf die ersatzlose Streichung von Art. 2 in Verbindung mit Anhang 1 VR-BO/St. Gallen kam die Vorinstanz zum Schluss, dass es sich dabei um eine untergeordnete nachträgliche Änderung ohne weitergehendes öffentliches Interesse handelt. Sie hielt zutreffend fest, dass für die betroffenen Personen daraus inhaltlich keine Änderungen resultieren sollten, zumal Bauten und Anlagen bereits von Gesetzes wegen den notwendigen Anforderungen an die Sicherheit nach den Regeln der Baukunde entsprechen müssten. Mit dieser Argumentation setzt sich die Beschwerdeführerin nicht rechtsgenüglich auseinander, wenn sie geltend macht, die Rechte der Bauherrschaften würden dadurch gestärkt (weniger Vorschriften) und jene der Nachbarn und Nachbarinnen beschnitten. Soweit sie sodann vorbringt, den Bestimmungen über die Grundstückszufahrten und die Sichtknoten komme eine grosse Bedeutung zu, weil die Stadt St. Gallen über keine Vorschriften zu den Nutzungsdichten verfüge, kann ihr nicht gefolgt werden. Mithin vermag die Beschwerdeführerin nicht darzutun, inwiefern hinsichtlich der Aufhebung von Art. 2 in Verbindung mit Anhang 1 VR-BO/St. Gallen die Mitwirkung gemäss Art. 4 RPG hätte gewährt werden müssen. Bei diesem Ergebnis braucht auf die von der Vorinstanz getroffene Unterscheidung, ob dem VR-BO/St. Gallen gesetzesvertretender oder vollziehender Charakter zukommt und auf die diesbezüglichen Vorbringen der Beschwerdeführerin nicht eingegangen zu werden.