Citation: 1C_330/2021 E. 4.4

4.4. Unter Hinweis auf die kantonale Rechtsprechung zu § 238 PBG/ZH erwog die Vorinstanz, bei Bauvorhaben an wie vorliegend nicht denkmalgeschützten Gebäuden sei die Verwendung von traditionellen Materialien zur Wahrung einer guten Gesamtwirkung des Ortsbilds weniger wichtig als bei unter Schutz gestellten Baudenkmälern. Im Gegensatz zu denkmalschutzrechtlichen Schutzanordnungen vermöchten kommunale Gestaltungsvorschriften den vollständigen Erhalt der bestehenden Bausubstanz deshalb nicht zu garantieren. Bei Gestaltungsvorschriften sei die äussere Erscheinung massgeblich. Vorgaben über die Verwendung authentischer, historisch korrekter Materialien seien ausserhalb der Denkmalpflege daher nur zulässig, wenn sich die historischen von anderen Materialien optisch unterscheiden liessen. Im vorliegenden Fall - so die Vorinstanz - werde die Südwestfassade der streitgegenständlichen Liegenschaft im kantonalen Ortsbildinventar als besonders ortsbildprägend charakterisiert, da sie einen Teil der silhouettenwirksam in Erscheinung tretenden und kleinstädtisch anmutenden Altbaugruppe entlang der charakteristischen Seeuferfront von Stäfa bilde. Gemäss den Schutzzielen des Ortsbildinventars seien deshalb alle baulichen Veränderungen mit besonderer Sorgfalt auszuführen und habe sich insbesondere die Materialwahl an der bestehenden Bausubstanz zu orientieren. Diese Vorgaben des Ortsbildschutzes würden in Art. 8 Abs. 1 BO/Stäfa weiter präzisiert. Danach seien die Typologie und Charakteristik der bestehenden Bauten in der Dorfkernzone bei deren Ersatz und Umbau zu übernehmen. In Anbetracht dieser Grundlagen könnten Aluminium- oder Kunststofffenster zwar mit grosser Wahrscheinlichkeit so gestaltet werden, dass sie sich gegenüber den auflageweise angeordneten Holzfenstern zumindest zu Beginn nicht wesentlich unterscheiden würden. Im Gegensatz zu Aluminium- oder Kunststofffenstern verwitterten Holzfenster indes schneller, weshalb im Laufe der Zeit Unterschiede zwischen den beiden Fensterarten optisch erkennbar würden. Holzfenster griffen die Charakteristik der historischen Liegenschaft deshalb besser auf als die gemäss Baugesuch geplanten Aluminiumfenster. Vor diesem Hintergrund habe das Baurekursgericht den ihm im Rahmen des Einordnungsordnungsentscheids gestützt auf § 238 Abs. 2 PBG/ZH zustehenden Ermessensspielraum nicht überschritten, als es aus Gründen der Authentizität in den oberen Geschossen lediglich Holzfenster als bewilligungsfähig erachtete. Dasselbe gelte hinsichtlich der auflageweise angeordneten aussenliegenden Fenstersprossen aus Holz. Für die optische Wirkung eines Fensters sei es massgebend, ob die Sprossen innen, aussen oder zwischen den Fenstern liegen. In Anlehnung an das traditionelle Kunsthandwerk der Schreinermeister sei die plastische Wirkung aussenliegender Sprossen durch den schmalen Vorsprung insbesondere entscheidend für die vorliegend erwünschte kleinteilige Gliederung und feine Detaillierung der Fenster aus unterschiedlichen Perspektiven. Zudem werde nur durch aussenliegende Sprossen die Spiegelung der Fenster unterbrochen, was eine Unterscheidung bei der Fensterwahl zusätzlich rechtfertige, da auch kleinere Details das Erscheinungsbild einer Baute negativ beeinträchtigen können. Aufgrund der besonders ortsbildprägenden Lage der streitbetroffenen Liegenschaft ändere an dieser Beurteilung auch der Umstand nichts, dass in der Dorfkernzone von Stäfa bei mehreren Bauten Metall- oder Kunststofffenster mit innenliegenden Sprossen bewilligt worden seien.