Citation: 5C.265/2003 23.06.2004 E. 5

Die Klägerin hat vor Obergericht beantragt, eventualiter anstelle des bestehenden 5 m breiten Wegrechts entlang der Westgrenze des klägerischen Grundstücks Nr. 486 ein 1.0 m breites Fusswegrecht im Grundbuch einzutragen und subeventualiter ein 3 m breites Fuss- und Fahrwegrecht einzutragen. Mit ihren Eventualbegehren wirft die Klägerin die Frage auf, ob nur ein Teil der Dienstbarkeit für die Beklagten "alles Interesse" im Sinne des Gesetzes verloren hat. In Art. 736 ZGB ist nur von Teilablösung gegen Entschädigung (Abs. 2) und nicht auch von Teilaufhebung ohne Entschädigung die Rede. Lehre (Leemann, N. 10 Abs. 2, und Liver, N. 130, je zu Art. 736 ZGB; Piotet, a.a.O., § 92/II S. 578) und Rechtsprechung (BGE 91 II 190 E. 5 S. 196; Urteil 5C.244/1990 vom 2. Juli 1992, E. I/4b) anerkennen indessen, dass der Wegfall jeden Interesses an der Ausübung von Teilbefugnissen einer Dienstbarkeit ein Vorgang ist, der unter Art. 736 Abs. 1 ZGB fällt. Die Eventualbegehren der Klägerin sind damit zwar zulässig, erweisen sich aber als unbegründet, weil - wie bereits dargelegt (E. 4 hiervor) - nicht nur am Fusswegrecht, sondern auch am Fahrwegrecht nach wie vor ein Interesse besteht, die Dienstbarkeit im bisherigen Umfang auszuüben.