Citation: 8C_257/2022 E. 6.5.3

6.5.3. Gemäss Art. 88a Abs. 2 Satz 1 IVV ist die anspruchsbeeinflussende Änderung bei einer Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit erst dann zu berücksichtigen, sobald sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat. Diese Bestimmung gelangt jedoch nur dann zur Anwendung, wenn bei Eintritt der anspruchsbeeinflussenden Änderung bereits eine rentenbegründende Invalidität vorgelegen hat, mithin ein Rentenanspruch entstanden war (BGE 109 V 125; Urteile 8C_243/2022 vom 12. August 2022 E. 3.2; 8C_777/2014 vom 28. Januar 2015 E. 4.2; 8C_690/2012 vom 4. März 2013 E. 3.2). Da hier keine solche Konstellation vorliegt, steht dem Beschwerdeführer zufolge der im April 2017 eingetretenen gesundheitlichen Verschlechterung ab 1. April 2017 eine Viertelsrente zu. Die erneute Verschlechterung ab März 2018 mit der Folge des von der Vorinstanz festgestellten Anspruchs auf eine Dreiviertelsrente wäre nach den dargelegten Grundsätzen hingegen erst ab 1. Juni 2018 und nicht bereits ab 1. März 2018 zu berücksichtigen gewesen. Wegen des Verbots der reformatio in peius (Art. 107 Abs. 1 BGG) kann das Bundesgericht den Beschwerdeführer jedoch nicht schlechter stellen (Urteile 8C_58/2021 vom 30. Juni 2021 E. 4.3; 8C_544/2020 vom 27. November 2020 E. 11; 8C_118/2020 vom 5. Oktober 2020 E. 8.1; vgl. auch Johanna Dormann, in Basler Kommentar, Bundesgerichtsgesetz, 3. Aufl. 2018, N. 2 zu Art. 107 BGG), weshalb darauf nicht mehr zurückgekommen werden kann.