Citation: 8C_360/2023 E. 4.1.1

4.1.1. Was die Beschwerdeführerin dagegen vorbringt, verfängt nicht. Insbesondere legt sie nicht stichhaltig dar, weshalb die Vorinstanz in bundesrechtswidriger Weise dem ZMB-Gutachten des Dr. med. E.________ Beweiskraft beigemessen hat. Zu ihrem letztinstanzlich wiederholten Einwand, der orthopädische Gutachter habe die bildgebend bewiesenen Verschlechterungen der Unfallverletzungen und deren Auswirkungen auf ihre Schmerzsituation wahrheitswidrig "unterdrückt", hat die Vorinstanz schlüssig dargelegt, dass nicht ersichtlich sei, worin die wahrheitswidrige und willkürliche Nichtbeachtung der Schmerzsituation der Beschwerdeführerin liege. Dr. med. E.________ habe in seiner Ergänzung vom 25. Mai 2021 angegeben, bei der Verletzung des ISG gebe es unterschiedliche Phasen. Anfänglich werde die Schmerzhaftigkeit durch eine Instabilität und eine reaktive lokale Entzündung im Frakturbereich und an den verletzten Bandansätzen geprägt. Im weiteren Verlauf komme es zu einer verschleissbedingten Stabilisierung des Gelenks und Vernarbung der verletzten Bänder. Diese unterschiedlichen Phasen würden von der betroffenen Person meist als vergleichbar schmerzhaft in Art und Intensität empfunden. Die Vorinstanz hat weiter festgehalten, bei der ersten Begutachtung im Jahr 2013 habe die Beschwerdeführerin ihre diesbezüglichen Schmerzen auf einer Schmerzskala bei 7 eingestuft. Gegenüber den Behandlern des Schweizerischen Paraplegiker Zentrums (SPZ) habe die Beschwerdeführerin gemäss Bericht vom 14. Juni 2019 angegeben, die Schmerzstärke im Bereich des Beckens betrage zwischen 0 (zum Teil auch tagelang) bis maximal 9, im Durchschnitt 6 auf der numerischen Rating-Skala (NRS; Skala 0-10). Nach einer diagnostischen Infiltration des ISG sei am 20. Dezember 2019 eine Schmerzstärke von NRS 2 bis 3 angegeben und auf weitere Behandlungen verzichtet worden. Auch hat die Vorinstanz zutreffend betont, dass Dr. med. E.________ und Prof. Dr. D.________ übereinstimmend davon ausgingen, dass die ISG-Verletzung bzw. -Arthrose, als Hauptursache der Schmerzen gelte. Dr. med. E.________ hielt hinsichtlich der erlittenen Beckenringfrakturen ventral und dorsal eine Beckenringschmerzhaftigkeit in diesem Bereich fest. Im Jahr 2013 sei eine Blockierung des linken ISG objektiviert worden. Dies entspreche funktionell der aktuell radiologisch festzustellenden Arthrose ohne Änderung gegenüber dem Vorbefund. Am linken ISG habe sich mittlerweile erwartungsgemäss eine Arthrose entwickelt, eine Änderung des funktionellen ISG-Befunds/Beckenrings und eine weitere Steigerung der Schmerzerzeugung sei hieraus gegenüber der damaligen bereits sehr hohen Schmerzangabe von VAS 7 nicht abzuleiten. Welche Aspekte bei der gutachterlichen Beurteilung unberücksichtigt oder aktenwidrig wiedergegeben sein sollen, ergibt sich nach dem Dargelegten nicht. Ebenfalls ist nicht ersichtlich, welche bildgebenden Befunde mit funktionellen Einschränkungen von Dr. med. E.________ unter revisionsrechtlichen Aspekten ausser Acht gelassen worden sein sollen, wie die Beschwerdeführerin rügt. Die Vorinstanz hat bereits korrekt dargelegt, dass der Gutachter mit Prof. Dr. med. D.________ diesbezüglich insofern einig ging, als er bildgebend ebenfalls ein abnorm konfiguriertes ISG links bei Sklerosierung der Gelenksfacetten sowie eine Asymmetrie der Massa lateralis des Os Sacrum links und eine ISG-Arthrose erkannte (Röntgenaufnahme vom 21. Dezember 2021). In seiner ergänzenden Stellungnahme vom 25. Mai 2021 gab Dr. med. E.________ an, dass sich als Folge der Beckenringfraktur eine persistierende schmerzhafte Iliosakraldynie und eine plausible Symphysen-Schmerzhaftigkeit eingestellt habe. ISG und Symphyse seien in der Regel die schmerzerzeugenden Gelenke bei einer Beckenringfraktur. Die Fraktur am linken Querfortsatz (QFS) sei konsolidiert. Bei der Begutachtung am 21. Dezember 2020 sei diese Fraktur nicht mehr explizit erwähnt worden, da ihr im Rahmen der Gesamtproblematik der iliosakralen Schmerzhaftigkeit bzw. Funktionsstörung keine entscheidende schmerzerzeugende Rolle zugeschrieben worden sei. Im Gutachten hielt Dr. med. E.________ überdies explizit fest, dass sich an der Wirbelsäule reaktiv keine relevanten Funktionsstörungen als Folge der Frakturen der QFS entwickelt hätten.