Citation: 6S.219/2001 29.06.2001 E. 2

2.- Ziel der Nichtigkeitsbeschwerde ist es, an- stelle des für den Betroffenen nachteiligen Entscheids einen für ihn günstigeren Entscheid zu erlangen. Der Beschuldigte kann deshalb einen Entscheid nur bezüglich solcher Punkte anfechten, die für ihn ungünstig lauten, die ihn also beschweren. Andernfalls fehlt ein Rechts- schutzinteresse (Wiprächtiger, Prozessieren vor Bundes- gericht, 2. Auflage, N 6.37). Der Beschwerdeführer ficht einzig seine Verur- teilung zu einer Landesverweisung von drei Jahren und deren unbedingten Vollzug an. Den Widerruf des bedingten Vollzugs der Landesverweisung von fünf Jahren, den die Vorinstanz im selben Urteil angeordnet hat, hat der Be- schwerdeführer - zu Recht - nicht angefochten. Es stellt sich die Frage, ob der Beschwerdeführer durch die 3-jäh- rige Landesverweisung überhaupt beschwert ist. Werden zwei Landesverweisungen gestützt auf verschiedene Straftaten ausgesprochen, so werden sie nicht nacheinander, sondern gleichzeitig vollzogen (BGE 117 IV 229). Nachdem die Vorinstanz den bedingten Voll- zug der 5-jährigen Landesverweisung widerrufen hat, ist diese Nebenstrafe grundsätzlich vollstreckbar. Die zu- sätzliche Verurteilung des Beschwerdeführers zu einer Landesverweisung kürzerer Dauer geht - da die beiden Landesverweisungen gleichzeitig zu vollziehen sind - im Vollzug des Widerrufsentscheids vollständig auf. Der erneuten Landesverweisung kommt rechtlich somit keine selbständige Bedeutung zu. Mit anderen Worten könnte weder die teilweise noch die vollständige Gutheissung der Nichtigkeitsbeschwerde eine Besserstellung des Be- schwerdeführers bewirken. Bei dieser Sachlage besteht kein Rechtsschutzinteresse des Beschwerdeführers an einer Aufhebung des angefochtenen Entscheids. Auf die Nichtigkeitsbeschwerde ist somit nicht einzutreten. Im Übrigen könnte - nach einer Aufhebung des angefochtenen Entscheids und einer Bestätigung der Lan- desverweisung von drei Jahren durch die Vorinstanz - die anbegehrte Gewährung des bedingten Vollzugs gar zu einer Schlechterstellung des Beschwerdeführers führen, weil die Probezeit der 3-jährigen Landesverweisung allenfalls länger dauern würde als die rechtskräftige Landesver- weisung und der Beschwerdeführer bei einem nicht mehr leichten Rückfall innerhalb der Probezeit zusätzlich zur 5-jährigen Landesverweisung auch die 3-jährige verbüssen müsste, was bei der jetzigen Konstellation nicht möglich ist. Deshalb stünde auch der Grundsatz der reformatio in peius einer teilweisen Gutheissung der Nichtigkeits- beschwerde entgegen.