Citation: 2C_864/2021 E. 5.4.3

5.4.3. Allerdings könnte der Kanton Bern unter dem Titel des Schlechterstellungsverbots zur Übernahme von Geschäftsverlusten aus einem anderen Kanton verpflichtet sein (vgl. oben E. 5.4.1). Davon wäre auszugehen, wenn der Kanton Bern den Verlust bei einer ausschliesslich im Kanton Bern steuerpflichtigen Person (unter ansonsten gleichen Umständen) zum Abzug zulassen würde, den Beschwerdeführer mithin also zufolge seiner territorialen Beziehungen zum Kanton Solothurn schlechter stellt. Für die Beurteilung der Frage, ob eine unzulässige Schlechterstellung vorliegt und der Kanton Bern aus diesem Grund die Verluste aus der beruflichen Tätigkeit des Beschwerdeführers zum Abzug zulassen muss, ist deshalb entgegen dem Beschwerdeführer grundsätzlich alleine die Perspektive des ihn angeblich diskriminierenden Kantons Bern - und nicht jene des Kantons Solothurn - massgebend (vgl. zu einer hier nicht einschlägigen Ausnahme im Bereich der Grundstückgewinnsteuer BGE 140 I 114 E. 2.1; 139 II 373 E. 4.2; Urteil 2C_1039/2020 vom 6. Oktober 2021 E. 4.2, in: StE 2022 A 24.43.2 Nr. 7, StR 77/2022 S. 36). Ob die Tätigkeit des Beschwerdeführers für die Zwecke des interkantonalen Schlechterstellungsverbots als selbständige Erwerbstätigkeit zu betrachten ist, beurteilt sich also nach dem Recht des Kantons Bern; eine entgegengesetzte Beurteilung des Kantons Solothurn würde den Kanton Bern nicht binden.