Citation: I 474/05 11.10.2005 E. 5

Rechtsprechungsgemäss hat sich die Invaliditätsbemessung auf den Zeitpunkt des allfälligen Rentenbeginns zu beziehen, wobei späteren Änderungen, welche sich vor dem Einspracheentscheid anspruchsrelevant ausgewirkt haben könnten, gegebenenfalls durch einen erneuten Einkommensvergleich Rechnung zu tragen ist (BGE 129 V 223 f. Erw. 4.1 und 4.2 mit Hinweisen). 5.1 Das mit dem Unfall vom 16. Mai 2001 ausgelöste Wartejahr (Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG in der bis 31. Dezember 2002 gültig gewesenen Fassung) lief im Mai 2002 bei weiterhin vollständiger Arbeitsunfähigkeit ab. Zu diesem Zeitpunkt war dem Beschwerdeführer auch keine andere Erwerbstätigkeit zumutbar, sodass ein Invaliditätsgrad von 100 % resultiert, der einen Anspruch auf eine ganze Rente ab 1. Mai 2002 (Art. 29 Abs. 2 Satz 1 IVG) begründet. 5.2 Nach dem Gesagten ist für die Zeit ab 11. April 2003 (Bericht der interdisziplinären Schmerzsprechstunde des Spitals Y.________) von voller Arbeitsfähigkeit in einer leichten, wechselbelastenden und leidensangepassten Tätigkeit auszugehen. Demzufolge hat auf diesen Zeitpunkt hin eine neue Invaliditätsbemessung stattzufinden. Verwaltung und Vorinstanz gingen zur Festsetzung des Valideneinkommens mit überzeugender Begründung von einer ganztägigen Erwerbstätigkeit im Bereich der einfachen und repetitiven Tätigkeiten aus und stellten dementsprechend - unter Berücksichtigung der Lohnentwicklung 2002/2003 - auf den entsprechenden Wert der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) 2002 ab (Tabelle A1, Anforderungsniveau 4, S. 43). Den trotz der gesundheitlichen Einschränkung noch erzielbaren Verdienst (Invalideneinkommen) setzten sie auf derselben Basis fest, was angesichts des aus den medizinischen Unterlagen abzuleitenden Zumutbarkeitsprofils ebenfalls nicht zu beanstanden ist. Der Invaliditätsgrad entspricht unter diesen Umständen dem prozentualen Abzug, welcher vorgenommen wird, um einer auf Grund der leidensbedingten Einschränkung zu erwartenden Verdiensteinbusse sowie allfälligen weiteren potenziell lohnmindernden Faktoren Rechnung zu tragen (vgl. BGE 126 V 79 f. Erw. 5b mit Hinweisen). Dessen Festsetzung durch die Verwaltung auf 20 %, welcher das kantonale Gericht gefolgt ist, erscheint als vertretbar und ist im Rahmen der Ermessenskontrolle nicht zu beanstanden (vgl. zur Überprüfung der Höhe des Abzugs BGE 126 V 81 Erw. 6). Damit resultiert bezogen auf den Zeitraum ab April 2003 ein Invaliditätsgrad in dieser Höhe. Dieser begründet keinen Rentenanspruch mehr. 5.3 Reduziert sich der Invaliditätsgrad in einer für den Rentenanspruch erheblichen Weise, ist der Zeitpunkt der Herabsetzung oder Aufhebung der bisher ausgerichteten Rente nach den für diese Konstellation analog geltenden (AHI 1998 S. 121 Erw. 1b) Regeln von Art. 88a IVV (massgebend ist vorliegend die seit 1. März 2004 geltende Fassung, welche jedoch in den relevanten Punkten mit dem früheren Recht übereinstimmt) zu bestimmen, während Art. 88bis IVV nicht anwendbar ist (BGE 106 V 16 Erw. 3a; AHI 2001 S. 162 Erw. 3c am Ende). Die Herabsetzung oder Aufhebung der Rente hat somit gemäss Art. 88a Abs. 1 Satz 2 IVV in der Regel drei Monate nach der rentenbeeinflussenden Verminderung des Invaliditätsgrades zu erfolgen. Da von einer derartigen Veränderung im April 2003 auszugehen ist, hat die Vorinstanz die dem Beschwerdeführer zugesprochene Rente richtigerweise auf Ende Juli 2003 befristet.