Citation: 2A.604/1999 27.03.2000 E. 2

2.- Der Anspruch auf Aufenthalts- bzw. Niederlassungsbewilligung nach Art. 7 ANAG erlischt, wenn ein Ausweisungsgrund vorliegt (Art. 7 Abs. 1 dritter Satz ANAG). Nach Art. 10 Abs. 1 lit. a ANAG kann ein Ausländer unter anderem aus der Schweiz oder aus einem Kanton ausgewiesen werden, wenn er wegen eines Verbrechens oder Vergehens gerichtlich bestraft wurde. Die Ausweisung soll aber nur ausgesprochen werden, wenn sie nach den gesamten Umständen angemessen, d.h. verhältnismässig (vgl. BGE 122 II 433 E. 2a, mit Hinweis), erscheint (Art. 11 Abs. 3 ANAG). Dabei ist namentlich auf die Schwere des Verschuldens des Ausländers, die Dauer seiner Anwesenheit in der Schweiz sowie die ihm und seiner Familie drohenden Nachteile abzustellen (Art. 16 Abs. 3 der Vollziehungsverordnung vom 1. März 1949 zum Bundesgesetz über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer, ANAV; SR 142. 201). Aus dem Verweis in Art. 7 Abs. 1 dritter Satz ANAG auf die Ausweisung geht hervor, dass für die Nichterteilung bzw. Nichtverlängerung einer Anwesenheitsbewilligung, auf die Anspruch besteht, das Vorliegen eines Ausweisungsgrundes für sich allein nicht genügt. In gleicher Weise wie bei der Ausweisung ist vielmehr eine Interessenabwägung erforderlich. Der Anspruch auf Erteilung der Aufenthaltsbewilligung erlischt damit nicht bereits dann, wenn der Ausländer einen Ausweisungsgrund erfüllt, insbesondere wegen eines Verbrechens oder eines Vergehens verurteilt wurde, sondern erst, wenn auch die Interessenabwägung ergibt, dass die Bewilligung zu verweigern ist (BGE 120 Ib 6 E. 4a S. 12/13).