Citation: 1C_261/2022 E. 6.4.2

6.4.2. Grundsätzlich werden Schulden, die älter als fünf Jahre alt sind, im Verfahren betreffend die Wiedereinbürgerung nicht berücksichtigt. Werden dennoch Verlustscheine berücksichtigt, die allenfalls auf Jahrzehnte alten Schulden beruhen, soweit sie vor weniger als fünf Jahren ausgestellt wurden (vgl. E. 6.2 hiervor), so muss in solchen Fällen für die Beurteilung der Notlage ebenfalls auf den Zeitpunkt des neuen Verlustscheins und nicht auf den Zeitpunkt der Entstehung der ursprünglichen Schuld abgestellt werden. Eine andere Betrachtungsweise würde denn auch die in der Praxis entwickelte Fünf-Jahresfrist hinfällig werden lassen und die Wiedereinbürgerung würde aufgrund eines Fehlverhaltens verweigert, das allenfalls Jahrzehnte zurückliegt. Wird für die Berücksichtigung der Verlustscheine auf die Ausstellung innerhalb der letzten fünf Jahre vor Gesuchseinreichung abgestellt, erscheint es folgerichtig, auch für die Beurteilung der Ausnahmesituation bzw. Notlage auf diesen Zeitraum abzustellen.