Citation: 9C_203/2017 E. 3.5

3.5. Des Weiteren ist die Beschwerdeführerin sinngemäss der Ansicht, das kantonale Gericht habe den Untersuchungsgrundsatz verletzt, weil es den im ABI-Gutachten unzureichend erhobenen Tagesablauf nicht weiter abgeklärt habe, obwohl sie entsprechende Anträge gestellt habe. Insbesondere habe das kantonale Gericht ohne Begründung und ohne Rechtsgrund auf die beantragte Befragung des Ehemannes der Versicherten verzichtet. Der Verzicht auf die Abnahme beantragter Beweismittel - hier auf die Durchführung einer Zeugeneinvernahme zwecks Klärung des Tagesablaufs bzw. zu den Aktivitäten der Beschwerdeführerin - verstösst weder gegen den Untersuchungsgrundsatz noch gegen den Anspruch auf rechtliches Gehör bzw. auf Beweisabnahme (Art. 29 Abs. 2 BV; Art. 42 ATSG) noch gegen das Gebot eines fairen Verfahrens nach Art. 9 BV bzw. Art. 6 Ziff. 1 EMRK, sondern ist als antizipierte Beweiswürdigung zulässig, wenn der rechtserhebliche Sachverhalt umfassend abgeklärt wurde und von zusätzlichen Beweismassnahmen keine neuen Erkenntnisse erwartet werden können (vgl. Urteil 8C_590/2015 vom 24. November 2015 E. 6, nicht publ. in BGE 141 V 585, aber in: SVR 2016 IV Nr. 33 S. 102). Dass die Vorinstanz bei der vorweggenommenen Beweiswürdigung in Willkür verfallen wäre (vgl. Urteil 9C_329/2016 vom 19. August 2016 E. 4.1, publ. in: SVR 2016 AHV Nr. 16 S. 45), vermag die Beschwerdeführerin nicht darzutun. Dies umso weniger, als mit der Stellungnahme der Beschwerdeführerin vom 18. November 2016 ein mehrseitiger Bericht vom 8. Oktober 2013 eingereicht wurde, der detaillierte Angaben namentlich zum Tagesablauf bzw. zur Tagesgestaltung enthält, und auch mit Eingabe vom 3. Januar 2017 entsprechende Erläuterungen erfolgten. Soweit die Beschwerdeführerin überdies ungenügende Abklärungen hinsichtlich der Standardindikatoren geltend macht, ist festzuhalten, dass im ABI-Gutachten keine Diagnose gestellt wurde, die nach geltender Rechtsprechung unter den Anwendungsbereich von BGE 141 V 281 fiele.