Citation: 9C_56/2023 E. 2.2.2

2.2.2. Der Kern der Sache beschlägt die Frage nach den Wirkungen der Konkurseröffnung (Art. 171 SchKG), insbesondere was den Fortbestand der Prozessführungsbefugnis anbelangt. Ausgangspunkt bildet dabei Art. 821 Abs. 1 Ziff. 3 OR, wonach eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung mit der Konkurseröffnung von Gesetzes wegen aufgelöst wird. Für die Folgen der Auflösung sind die Vorschriften des Aktienrechts entsprechend anwendbar (Art. 821a Abs. 1 OR), mithin Art. 736 ff. OR. Konkursrechtlich stehen die Art. 197, Art. 204 und 240 SchKG im Vordergrund: Sämtliches pfändbares Vermögen, das dem Schuldner zur Zeit der Konkurseröffnung gehört, bildet eine einzige Masse (Konkursmasse), die zur gemeinsamen Befriedigung der Gläubiger dient (Art. 197 Abs. 1 SchKG; BGE 111 III 73 E. 2; 93 III 96 E. 7). Die Aktiven und Verbindlichkeiten "gehören" von der Konkurseröffnung an der Konkursmasse (Art. 204 Abs. 1 SchKG; BGE 121 III 28 E. 3); entsprechend verliert der Schuldner das Recht, über sein Vermögen zu verfügen (auch dazu Art. 204 Abs. 1 SchKG; BGE 130 III 248 E. 4.1). Die Zuständigkeit zur Verwaltung geht sowohl hinsichtlich der Aktiven als auch der Verbindlichkeiten mit der Konkurseröffnung auf die Konkursverwaltung über. Diese ist gehalten, alle nötigen Vorkehrungen zu treffen, um die Rechte der Gläubiger auf Befriedigung aus dem zur Konkursmasse gehörenden Vermögen zu wahren (Art. 240 SchKG; BGE 147 III 365 E. 4.2; 130 III 248 E. 4.1; 121 III 28 E. 3; 116 III 96 E. 4b).