Citation: H 39/05 09.11.2005 E. 7

7.1 B.________ entrichtete für 1999, 2000 und 2001 persönliche Beiträge, u.a. auf den Entgelten für ihre Tätigkeit für K.________. Die betreffenden Verfügungen vom 20. Oktober 1998, 25. Juli 2000 und 19. Dezember 2003 sind unangefochten in Rechtskraft erwachsen. Zeitliche Bemessungsgrundlage bildeten die Beitragsperioden 1995/96, 1997/1998 sowie 2001 (vgl. Art. 22 AHVV in der bis 31. Dezember 2000 gültig gewesenen sowie in der seither geltenden Fassung). Daraus folgt, dass im Zeitpunkt des Einspracheentscheides vom 21. Januar 2004 über die Rechtsnatur der 1999 und 2000 von K.________ bezahlten Honorare noch nicht rechtskräftig entschieden worden war. Die unter wiedererwägungsrechtlichem Gesichtswinkel zu prüfende Frage der Zulässigkeit eines rückwirkenden Wechsels des Beitragsstatuts (Unselbstständig- statt Selbstständigerwerbende) stellt sich somit lediglich für 2001 (vgl. BGE 122 V 173 Erw. 4a und b, 121 V 1; Urteile O. AG+S. vom 20. Januar 2003 [H 396/00] Erw. 2.2.1 und P. vom 19. März 2002 [H 201/00] Erw. 1). 7.2 Entgegen dem kantonalen Gericht kann aufgrund der Akten nicht von einem Überwiegen der Merkmale für unselbstständige Erwerbstätigkeit gesprochen werden. 7.2.1 Die Annahme, B.________ habe ihre Tätigkeit in zum Tierheim gehörenden Räumlichkeiten resp. im Betrieb von K.________ ausgeübt, ist nicht hinreichend belegt. Sie lässt sich insbesondere nicht auf die Angaben im «Fragebogen betreffend die Unterstellung als Selbstständigerwerbende(r)» vom 4. März 1993 stützen. Dies gilt umso mehr, als sich die gestellten Fragen und die Antworten darauf nicht spezifisch auf die hier zu beurteilende Tätigkeit bezogen. Abgesehen davon bildete der Fragebogen vom 4. März 1993 Grundlage für den Anschluss von B.________ als Selbstständigerwerbende durch die Ausgleichskasse des Kantons Aargau. Gemäss Vorbringen in den Verwaltungsgerichtsbeschwerden erledigte B.________ die Arbeiten, insbesondere die Finanzbuchhaltung, überwiegend in ihren eigenen Büroräumlichkeiten. Dabei sei sie grundsätzlich an keine festen zeitlichen Vorgaben gebunden gewesen. 7.2.2 Im Weitern ist unklar, inwiefern Weisungsgebundenheit bestand. Dass die Buchhaltungs- und auch die anderen administrativen Arbeiten jeweils auf Anordnung, verstanden als Weisung des Arbeitgebers an den Arbeitnehmer, hin erfolgten, begründet die Vorinstanz denn auch nicht näher. Einzig darauf hinzuweisen, es mangle an anders lautenden Aussagen, genügt nicht. Im Übrigen sind auch in einem Auftragsverhältnis Anordnungen des Auftraggebers an den Beauftragten möglich und zulässig, wie zu Recht vorgebracht wird. Es kann somit auch nicht ohne weiteres von einer arbeitsorganisatorischen Eingebundenheit in den Betrieb von K.________ ausgegangen werden. Daran ändert entgegen dem kantonalen Gericht nichts, dass ab 1. März 1999 das offenbar bis zu diesem Zeitpunkt von B.________ geführte Sekretariat des Tierheims von einer kaufmännischen Angestellten betreut wurde. 7.2.3 Sodann können weder die Entschädigung nach Arbeitsaufwand zu einem Stundenansatz von Fr. 50.-, noch dass B.________ Stundenrapporte erstellte und diese von K.________ visieren liess, als klare Hinweise auf ein Subordinationsverhältnis bezeichnet werden. Dabei handelt es sich in erster Linie um Modalitäten der Vertragsabwicklung u.a. auch zu Beweiszwecken, wie sie häufig etwa bei selbstständigen Handwerkern vorkommen. 7.2.4 Schliesslich spricht der Umstand, dass B.________ selber keine Angestellten beschäftigte, nicht entscheidend für Unselbstständigkeit und gegen Selbstständigkeit. Im Übrigen können entgegen der Vorinstanz schon aus zeitlichen Gründen allfällige (erhebliche) Investitionen in ihren «Büro-Service» nicht einzig aufgrund der Angaben im Fragebogen vom 4. März 1993 verneint werden. 7.3 Nach dem Gesagten kann aufgrund der Akten die Frage des Beitragsstatuts von B.________ in Bezug auf ihre Tätigkeit für K.________ von 1999 bis 2001 nicht abschliessend beurteilt werden. Insbesondere kann nicht von einem klaren Überwiegen der Merkmale für UnseIbstständigkeit gesprochen werden. Die am Recht stehende Ausgleichskasse wird unter Berücksichtigung der Ausführungen in Erw. 7.2 weitere Abklärungen vorzunehmen haben, u.a. Einholung einer Stellungnahme der Ausgleichskasse des Kantons Aargau (vgl. BGE 122 V 173 Erw. 4b), und danach allenfalls neu verfügen. Sie wird diesfalls allerdings bezüglich des Beitragsjahres 2001 nachweisen müssen, dass die Verfügung vom 19. Dezember 2003 zweifellos unrichtig war (vgl. Erw. 7.1).