Citation: 9C_579/2022 E. 4.2.1

4.2.1. Weiter rügt die Beschwerdeführerin, die Vorinstanz hätte bei willkürfreier Sachverhaltsfeststellung und rechtskonformer Anwendung der Beweisregeln auf offensichtliche Unhaltbarkeit der invalidenversicherungsrechtlichen Betrachtung schliessen müssen. Die gegenteilige vorinstanzliche Auffassung sei willkürlich. Sie macht diesbezüglich insbesondere geltend, für die Jahre 2014 und 2015 seien keinerlei Arbeitsunfähigkeiten des Beschwerdegegners dokumentiert, und im Frühjahr 2016 sei er nur vorübergehend im Sinne einer Sicherheitsmassnahme arbeitsunfähig gewesen. Bis August 2016 seien keine psychischen Auffälligkeiten erkennbar gewesen, weshalb der vorinstanzliche "Rückgriff" auf eine in jungen Jahren diagnostizierte Somatisierungstendenz nicht rechtfertige, die ab August 2016 dokumentierten Absenzen als psychisch bedingt zu werten. Die Umschulung zum Lastwagenchauffeur sei ungeeignet gewesen; Arbeitsversuche mit Chauffeurtätigkeiten seien denn auch gescheitert, weil sie nicht zumutbar gewesen seien. Sodann habe der RAD-Arzt das BEGAZ-Gutachten trotz gewisser kritischer Punkte als voll beweiskräftig eingestuft. Er habe keine konkreten Indizien gegen die Zuverlässigkeit des BEGAZ-Gutachtens und die dortige Einschätzung der Arbeitsfähigkeit benannt, weshalb die Vorinstanz davon nicht hätte abweichen dürfen. Die Position des RAD-Arztes anlässlich des Verlaufsforums gehe aus dem IV-Protokoll nicht hervor. Ausserdem bringt die Beschwerdeführerin vor, ein invalidisierendes psychisches Leiden hätte sich nur durch ein strukturiertes Beweisverfahren mit entsprechender Indikatorenprüfung erstellen lassen.