Citation: 1C_98/2022 E. 6.2.3

6.2.3. Der Stadtrat stellte bei seiner Prüfung, ob das Streitobjekt unter Schutz zu stellen sei, auf diverse unter Schutz stehende und inventarisierte Baumeisterhäuser am Zeltweg ab, welche städtebaulich, architektonisch und sozialgeschichtlich herausragende Beispiele der 1830er- bis 1850er-Jahre darstellen würden und sich stilistisch mit demjenigen an der Hochstrasse 3 vergleichen liessen und die verschiedenen Ausprägungen des klassizistischen Baustils, von einfach bis repräsentativ, nachvollziehbar machen würden. Dabei stützte sich der Stadtrat massgeblich auf das Faktenblatt des Amtes für Städtebau und das Protokoll der städtischen Denkmalpflegekommission ab (vgl. E. 5.1.4 hiervor). Mit der Vergleichbarkeit des streitgegenständlichen Gebäudes Hochstrasse 3 und den Zeltweghäusern hat sich das Baurekursgericht ausführlich auseinandergesetzt und darauf hingewiesen, Vergleichsobjekte seien kaum je "gleich", sondern bloss - mehr oder weniger - vergleichbar. Es stellte fest, die klassizistische Fassadengestaltung des Streitobjekts sei typisch für Baumeisterhäuser und unterscheide sich nur unwesentlich von jenen am Zeltweg (vgl. hierzu etwa Gebäude Zeltweg 16, Zeltweg 30, Zeltweg 42). Die Architektur und die Innenraumgestaltung entspreche den typischen Baumeisterhäusern und damit auch jenen bei den Vergleichsobjekten am Zeltweg (z.B. Zeltweg 25, Zeltweg 30 und Zeltweg 42) und steche in keiner Weise gegenüber diesen hervor. Ebenso lasse sich der soziale Status des Bauherrn Conrad Boller als Gemeindepräsident mit jenem der Bauherrn der Objekte am Zeltweg vergleichen. Auch die Bauzeit der Vergleichsobjekte sei mit jener des Streitobjekts vergleichbar. Sodann habe der Stadtrat überzeugend dargelegt, dass sowohl das Streitobjekt als auch die Vergleichsobjekte an historischen Verkehrswegen entstanden seien. Zudem habe sich die Zusammensetzung der Quartierbevölkerung der beiden Quartiere im Bauzeitpunkt des Gebäudes Hochstrasse 3 nur unwesentlich voneinander unterschieden. Zwar habe sich das Gebiet Oberstrass noch weitestgehend ländlich präsentiert; doch auch das Zeltwegquartier habe sich bis 1888 zu einem überwiegenden Teil aus Bewohnerinnen und Bewohnern einfacher Verhältnisse zusammengesetzt. Die Zeltweghäuser könnten daher als Vergleichsobjekte herangezogen werden. Aus dem Umstand, dass der Bau des Streitobjekts nicht im Zusammenhang mit der Verstädterung und des damit verbundenen Wohnraumbedarfs gestanden habe und es sich somit um einen atypischen Vertreter des Baumeistertyps handle, könne nicht abgeleitet werden, dass deshalb die Unterschutzstellung des Gebäudes zwingend wäre. Die von den Baumeisterhäusern bezeugte Epoche werde vom Streitobjekt, gerade weil es nicht im Zusammenhang mit der Stadterweiterung stehe, deutlich weniger gut aufgezeigt als die weiteren von der Vorinstanz genannten Vergleichsobjekte. Die Vorinstanz verwies im angefochtenen Urteil auf die Darlegungen des Baurekursgerichts und hielt ergänzend dazu fest, die Baumeisterhäuser am Zeltweg befänden sich, wie das Streitobjekt, ebenfalls im Kreis 7 (Fluntern). Aus der fraglichen Epoche bestünden verschiedene inventarisierte Gebäude zwar nicht unmittelbar neben, aber mit den Zeltweghäusern doch mit 2 km Entfernung noch in der Nähe des streitbetroffenen Objekts. Auch wenn es sich dabei um grössere Mietshäuser handle, hätten diese Bauten zum Vergleich herangezogen werden dürfen. Aus diesen sowie auch den weiteren Baumeisterhäusern in der Stadt Zürich hätten die für eine Unterschutzstellung geeignetsten ausgewählt werden dürfen.