Citation: 1C_462/2022 E. 7.4.4

7.4.4. Ob ein Wohnhaus als "betriebseigen" qualifiziert werden kann, bestimmt sich - wie das BAFU zutreffend festhält - wiederum nicht nach den sachenrechtlichen Eigentumsverhältnissen, sondern nach funktionalen Gesichtspunkten (vgl. WOLF, a.a.O., N. 59 zu Art. 25 USG). Unerheblich ist daher, ob sich das Wohnhaus Nr. 29d im (Mit-) Eigentum des Beschwerdegegners befindet. Ebenso wenig ist ausschlaggebend, dass es dem bäuerlichen Bodenrecht unterstellt ist. Vor dem Hintergrund der Zweckbestimmung des BGBB (Art. 1 Abs. 1 BGBB) lässt sich daraus keine Aufweichung der Immissionsschutzvorschriften zu Lasten von Dritten rechtfertigen. Massgebend ist vielmehr, ob das Wohnhaus funktional als Teil des Landwirtschaftsbetriebs zu beurteilen ist. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn es durch betriebseigene Personen bewohnt wird. Einer solchen Betrachtungsweise steht entgegen der Vorinstanz, dem rawi und dem Beschwerdegegner das Konzentrationsprinzip gerade nicht entgegen (vgl. E. 5.1 und 7.4.3 hiervor). Auch aus dem Urteil 1A.58/2001 vom 12. November 2001 E. 2e, wonach es Sache der Bauherrschaft sei, ob sie die Unterschreitung des halben Mindestabstandes zu ihrem auf der Bauparzelle gelegenen Wohnhaus in Kauf nehmen will oder nicht, kann nichts anderes abgeleitet werden.