Citation: I 843/06 12.10.2007 E. 11

11.1 Auf der beruflich-erwerblichen Stufe der Invaliditätsbemessung charakterisieren sich als Rechtsfragen die gesetzlichen und rechtsprechungsgemässen Regeln über die Durchführung des Einkommensvergleichs, einschliesslich derjenigen über die Anwendung der LSE (vgl. E. 3.1 hievor). In dieser Sicht stellt sich die Feststellung der beiden hypothetischen Vergleichseinkommen als Tatfrage dar, soweit sie auf konkreter Beweiswürdigung beruht, hingegen als Rechtsfrage, soweit sich der Entscheid nach der allgemeinen Lebenserfahrung richtet. Letzteres betrifft etwa die Frage, ob Tabellenlöhne anwendbar sind, welches die massgebliche Tabelle ist und ob ein (behinderungsbedingt oder anderweitig begründeter) Leidensabzug vorzunehmen sei. Demgegenüber beschlägt der Umgang mit den Zahlen in der massgeblichen LSE-Tabelle Tatfragen. Schliesslich ist die Frage nach der Höhe des (im konkreten Fall grundsätzlich angezeigten) Leidensabzuges eine typische Ermessensfrage, deren Beantwortung letztinstanzlicher Korrektur nur mehr dort zugänglich ist, wo das kantonale Gericht das Ermessen rechtsfehlerhaft ausgeübt hat, also Ermessensüberschreitung, -missbrauch oder -unterschreitung vorliegt (Art. 104 lit. a OG; BGE 132 V 393 E. 3.3. S. 399 mit Hinweisen). 11.2 Die vorinstanzliche Berechnung des Valideneinkommens für das Jahr 2003 von Fr. 66'200.- wird von der Versicherten ausdrücklich als korrekt anerkannt, weshalb es diesbezüglich sein Bewenden hat. 11.3 Da die Versicherte seit Ende April 2004 nicht mehr erwerbstätig war, hat die Vorinstanz bei der Berechnung des Invalideneinkommens zu Recht auf die LSE abgestellt (BGE 129 V 472 E. 4.2.1 S. 475). Sie hat die LSE-Werte des Jahres 2002, aufgerechnet auf das Jahr 2003, beigezogen, wobei sie die Tabelle A1, Kategorie 50 bis 93, Sektor 3 Dienstleistungen verwendet hat, und zwar mit dem Anforderungsniveau 3 (Berufs- und Fachkenntnisse vorausgesetzt) für Frauen. Umgerechnet auf die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit im Jahre 2003 (41,8 Stunden im Sektor 3; vgl. Die Volkswirtschaft Heft 9/2007 S. 98 Tabelle B9.2) resultierte damit bei einer Arbeitsfähigkeit von 70 % ein Jahreseinkommen von Fr. 41'748.-, was im Vergleich zum Valideneinkommen von Fr. 66'200.- eine Einkommenseinbusse von Fr. 24'452.- und damit einen Invaliditätsgrad von rund 37 % ergab. Diesbezüglich macht die Versicherte einzig geltend, es sei auf das Anforderungsniveau 4 (einfache und repetitive Tätigkeiten) der Tabelle TA1 abzustellen, da sie selbst bei der als sozial bekannten Arbeitgeberin I.________ aus gesundheitlichen Gründen nicht genügt habe, was darauf schliessen lasse, dass sie nicht mehr in ihrer angestammten Tätigkeit arbeiten könne. Dieser Einwand ist für den Zeitpunkt ab der MEDAS-Begutachtung vom 2. Mai 2005 nicht stichhaltig, da es der Versicherten gestützt darauf zumutbar ist, zu 70 % in ihrer angestammten Arbeit als Sachbearbeiterin tätig zu sein. Die Vorinstanz ist damit zu Recht vom Anforderungsniveau 3 (Berufs- und Fachkenntnisse vorausgesetzt) ausgegangen. 11.4 Die Vergleichseinkommen (Validen- und Invalideneinkommen) sind nicht nur per Beginn des allfälligen Rentenanspruchs, sondern auch für den Zeitpunkt des Einspracheentscheides (hier 6. März 2006) zu ermitteln (BGE 129 V 222 E. 4.2 S. 224, 167 E. 1 S. 169). Die Vorinstanz hat den Einkommensvergleich einzig für das Jahr 2003 vorgenommen. Dies ist schon deshalb nicht angängig, weil sie die Sache unter anderem für das Jahr 2003 an die IV-Stelle zur Bestimmung der Arbeits(un)fähigkeit zurückgewiesen hat (vgl. E. 9.2 und 10.5 hievor). Für diesen Zeitraum kann das Invalideneinkommen mithin noch gar nicht bestimmt werden (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts U 407/06 vom 3. September 2007, E. 4.1 mit Hinweis). Der Einkommensvergleich ist vorliegend für die Zeit ab Mai 2005 (Zeitpunkt des MEDAS-Gutachtens) bis 6. März 2006 (Datum des Einspracheentscheides) vorzunehmen. Da es der Versicherten indessen in diesem Zeitraum trotz Gesundheitsschadens zumutbar ist, in der angestammten Arbeit erwerbstätig zu sein (E. 11.3 hievor), sind die von der Vorinstanz in diesem Sinne für das Jahr 2003 ermittelten Validen- und Invalideneinkommen mit dem gleichen Nominallohnindex aufzurechnen (vgl. BGE 129 V 408 E. 3.1.2, S. 410), weshalb es für die Zeit ab Mai 2005 bis 3. März 2006 beim vorinstanzlich errechneten Invaliditätsgrad von 37 % bleibt (vgl. E. 11.3 hievor). Dies wird denn auch rechnerisch in keiner Weise beanstandet. Ergänzend sei angeführt, dass die Teilzeitbeschäftigung sich bei Frauen im Anforderungsniveau 3 bei einem Pensum von 70 % im Vergleich zu einer Vollzeitbeschäftigung proportional sogar tendenziell lohnerhöhend auswirkt (vgl. LSE 2004 S. 25 Tabelle 6*). Die Vorinstanz hat demnach zu Recht keinen Abzug vom Tabellenlohn vorgenommen, was ebenfalls nicht bemängelt wird.