Citation: 6S.481/2002 19.06.2003 E. B

Mit Urteil des Gerichtspräsidenten 4 des Gerichtskreises V Burgdorf-Fraubrunnen vom 25. Juli 2001 wurde X.________ mangels Absicht unrechtmässiger Bereicherung freigesprochen vom Vorwurf des Diebstahls (Art. 139 StGB) von Lebensmitteln im Gesamtwert von ca. Fr. 15.--, angeblich begangen am 25. August 2000 in C.________ zum Nachteil der A.________ AG. Aus den schriftlichen Urteilserwägungen ergibt sich, dass X.________ auch vom Vorwurf der Veruntreuung (Art. 138 StGB) freigesprochen wurde, weil ihr die Sachen nicht "anvertraut" worden seien, sowie vom Vorwurf der Sachentziehung (Art. 141 StGB), da sie der A.________ AG keinen "erheblichen Nachteil" zugefügt habe, und dass in Bezug auf den Vorwurf der unrechtmässigen Aneignung ohne Bereicherungsabsicht (Art. 137 Ziff. 2 Abs. 2 StGB) das Vorliegen eines rechtsgültigen Strafantrags verneint wurde. Das Obergericht des Kantons Bern sprach X.________ auf Appellation der Privatklägerin A.________ AG hin am 7. Juni 2002 der unrechtmässigen Aneignung ohne Bereicherungsabsicht von Lebensmitteln im Gesamtwert von ca. Fr. 15.-- schuldig und verurteilte sie in Anwendung von Art. 137 Ziff. 2 Abs. 2 i.V.m. Art. 172ter StGB zu einer Busse von 100 Franken. X.________ wurde zudem zur Zahlung der erstinstanzlichen Verfahrenskosten von Fr. 1'100.--, zum Ersatz der erstinstanzlichen Parteikosten der Privatklägerin von Fr. 5'420.55 und zum Ersatz der oberinstanzlichen Parteikosten der Privatklägerin von Fr. 2'785.45 verpflichtet.