Citation: 6B_186/2016 E. 2.5

2.5. Der Beschwerdeführer musste die Mietzinse gestützt auf Art. 400 Abs. 1 OR an A.________ abliefern. Er konnte diese Schuld nur mit Forderungen verrechnen, die ihm gegen A.________, beispielsweise als Honorar gemäss Art. 394 Abs. 3 OR, zustanden (Art. 120 Abs. 1 OR). Er konnte seine Schuld zur Ablieferung der Mietzinse an A.________ nicht mit irgendwelchen Forderungen verrechnen, die ihm angeblich gegen die Gemeinde oder die Vormundschaftsbehörde zustanden. Die Voraussetzung der Gegenseitigkeit der Forderungen für die Zulässigkeit der Verrechnung war dem Beschwerdeführer als Immobilienverwalter bekannt. Gerade weil ihm dies bekannt war, behauptete er, er sei davon ausgegangen, die Verwaltung der Liegenschaft von A.________ sei ein Auftrag gewesen, den er von der Gemeinde erhalten habe (siehe Protokoll der erstinstanzlichen Hauptverhandlung, S. 21). Selbst wenn aber der Beschwerdeführer davon ausgegangen sein sollte, dass das Auftragsverhältnis betreffend die Verwaltung der Liegenschaft zwischen ihm und der Gemeinde B.________ bestand, hätte er nicht ernsthaft annehmen können, dass die Zinsen aus der Vermietung der im Eigentum von A.________ stehenden Liegenschaft nicht der Vermieterin A.________, sondern der Gemeinde B.________ zustanden.