Citation: 6B_336/2019 E. 3.3

3.3. Die Vorinstanz hat das objektive Merkmal der Aneignung ohne nähere Begründung als erfüllt erachtet. Nach ihren Feststellungen ist unklar, welche Vereinbarung die Parteien mit der Übergabe des Fahrzeugs vor mehr als 14 Jahren getroffen haben. Der Beschwerdeführer übergab dem Beschwerdegegner 2 das Fahrzeug, wobei Letzterer dieses als Vertreter seines Treugebers veräusserte. Dass er sich damit über den festgelegten Verwendungszweck hinweggesetzt hat, ist mit Blick auf die Aussagen des Bruders des Beschwerdeführers und der im Recht liegenden anwaltlichen Korrespondenz, wonach der Beschwerdeführer einem Verkauf oder einem Eintausch gegenüber nicht abgeneigt gewesen sei, nicht ersichtlich (angefochtener Entscheid S. 8). Der Verkauf eines anvertrauten Gegenstands kann zwar regelmässig als Manifestation des Aneignungswillens angesehen werden. Aufgrund der offensichtlich unklaren vertraglichen Ausgangslage zwischen den Parteien, lässt vorliegend der Verkauf des Fahrzeugs den sicheren Schluss nicht zu, dass der Täter die Sache unter Ausschluss des tatsächlich Berechtigten seinem eigenen Vermögen einverleiben wollte. Zum Verkauf müssten vielmehr weitere Umstände hinzutreten, die auf eine Aneignung schliessen lassen. Solche Tatumstände liegen hier aber nicht vor. Dass der Beschwerdegegner 2 das Fahrzeug nach Jahren der Aufbewahrung zu einem Preis verkauft hat, mit welchem der Beschwerdeführer offensichtlich nicht einverstanden war, begründet nicht ohne Weiteres eine Aneignung (vgl. ANDREAS DONATSCH, Strafrecht III, Delikte gegen den Einzelnen, 11. Aufl. 2018, S. 138). Im Umstand, dass der Beschwerdegegner 2 den Verkauf gegenüber dem Beschwerdeführer verschwiegen hat, kann nur ein schwaches Indiz für den Aneignungswillen liegen. Einerseits stand ein Tauschgeschäft im Raum. Das Fahrzeug wies für den Beschwerdeführer insofern auch keinen Affektionswert auf. Andererseits erkundigte sich der Beschwerdeführer während mehrerer Jahren nie bei seinem Treunehmer über das Schicksal seines Fahrzeugs (angefochtener Entscheid S. 7). Die dem angefochtenen Entscheid zugrunde liegende Einschätzung, dass eine Verurteilung des Beschwerdegegners 2 von vornherein als unwahrscheinlich erscheine, ist folglich nicht zu beanstanden. Der Vorinstanz ist auch zuzustimmen, wenn sie auf den zivilrechtlichen Charakter der Streitsache hinweist (angefochtener Entscheid S. 8). Reine Zivilrechtsstreitigkeiten sind jedenfalls nicht mit Mitteln des Strafrechts auszutragen (Urteil 6B_582/2014 vom 7. Januar 2015 E. 2.8). Es erübrigt sich damit auch, näher auf die Bereicherungsabsicht und die in diesem Zusammenhang erhobenen Rügen des Beschwerdeführers einzugehen.