Citation: 2A.153/2002 19.07.2002 E. 4

4.1 Der Beschwerdeführer trägt vor, der Sohn C.________ sei im Zeitpunkt der Wiedereinreise in die Schweiz noch minderjährig gewesen und hätte deshalb in die Niederlassungsbewilligung seiner Eltern miteinbezogen werden müssen (Art. 17 Absatz 2 Satz 3 ANAG). Es sei klar ersichtlich, dass die Familie mit ihrem Vorsprechen bei der Fremdenpolizei am 22. Januar 2000 die Niederlassungsbewilligung erneut habe beanspruchen wollen, um wieder gemeinsam in der Schweiz zu leben. Da das Gesuch um Familiennachzug aktenkundig vor der Volljährigkeit des Sohnes C.________ gestellt worden sei, ergebe sich dessen Anspruch auf eine Niederlassungsbewilligung bereits aus Art. 17 Abs. 2 ANAG (S. 6 der Beschwerdeschrift). Das Verwaltungsgericht hält hierzu in seiner Vernehmlassung fest, in den Akten sei kein Nachzugsgesuch dokumentiert; keinesfalls könne der vom Beschwerdeführer am 25. Januar 2000 gestellte Antrag auf (erneute bzw. verlängerte) Reservierung der Niederlassungsbewilligung in ein Gesuch um Bewilligung des Familiennachzugs umgedeutet werden. 4.2 Ledige Kinder von Ausländern, die in der Schweiz niedergelassen sind, haben Anspruch auf Einbezug in die Niederlassungsbewilligung ihrer Eltern, wenn sie mit diesen zusammenwohnen und noch nicht 18 Jahre alt sind (Art. 17 Abs. 2 Satz 3 ANAG). Für die Altersfrage beim Familiennachzug gemäss Art. 17 Abs. 2 ANAG kommt es nach der Rechtsprechung auf den Zeitpunkt der Gesuchseinreichung an (BGE 120 Ib 257 E. 1f S. 262, mit Hinweis). Sohn C.________ (geb. .......... 1983) war bei der Wiedereinreise am 22. Januar 2000 noch nicht 18-jährig, womit für ihn der Einbezug in die Niederlassungsbewilligung seiner Eltern noch möglich gewesen wäre. 4.3 Ob ein dahingehendes Gesuch überhaupt gestellt worden ist bzw. ob das Verhalten des Beschwerdeführers und seiner Familie von den kantonalen Behörden in diesem Sinne hätte "umgedeutet" werden müssen oder ob, wie im angefochtenen Urteil (S. 8) angenommen, einzig ein Antrag auf weitere "Reservierung" vorlag, ist letztlich nicht entscheidend. Angesichts des Umstandes, dass C.________ in der Schweiz geboren worden ist und einen Teil seiner Jugend hier verbracht hat, könnte die Geltendmachung des Nachzugsrechts durch die zusammenlebenden Eltern trotz des fortgeschrittenen Alters des Sohnes zwar nicht als rechtsmissbräuchlich bezeichnet werden (vgl. BGE 126 II 329 E. 3b S. 333). Der Anspruch auf eine Bewilligung nach Art. 17 ANAG setzt aber voraus, dass das minderjährige Kind mit den Eltern zusammenwohnt bzw. wohnen will (was dem Zweck der Regelung, welche das familiäre Zusammenleben ermöglichen soll, entspricht). Die Voraussetzung der Absicht des tatsächlichen Zusammenwohnens muss zumindest im Zeitpunkt der Bewilligungserteilung gegeben sein (vgl. Urteil 2A. 377/1998 vom 1. März 1999, E. 3b, und 2A.66/2000 vom 26. Juli 2000, E. 4a). Diese Bedingung erscheint vorliegend insoweit nicht erfüllt, als nach eigenen Angaben des Beschwerdeführers nicht nur die Tochter, sondern auch der Sohn sich nach wie vor in der Türkei aufhält, wohin sich die Mutter regelmässig begibt (im Durchschnitt jedes Wochenende, vgl. S. 5 der Beschwerdeschrift). Auch der vom Beschwerdeführer am 25. Januar 2000 unterzeichnete Antrag auf erneute Reservierung der Niederlassungsbewilligung für den Sohn (vgl. auch das gleichzeitige Reservierungsgesuch der Tochter) zeigt, dass selbst nach der Wiedereinreise in die Schweiz (am 22. Januar 2000) nicht die Führung eines gemeinsamen Familienlebens in der Schweiz geplant war und zumindest der Lebensmittelpunkt des Sohnes in der Türkei liegt. Anhaltspunkte, dass C.________ X.________ allein deshalb in die Türkei zurückgekehrt ist, weil ihm die kantonalen Behörden ein Anwesenheitsrecht in der Schweiz abgesprochen haben, bestehen nicht, hatte doch der Beschwerdeführer am 25. Januar 2000 im "Antrag auf Reservierung der Niederlassungsbewilligung" als Grund für die bevorstehende erneute Ausreise seines Sohnes noch "Schule", also weiteren Schulbesuch in der Türkei angegeben. Dass C.________ inzwischen zwei Mal bei entsprechenden Prüfungen durchgefallen ist und die Ausbildung in der Türkei heute offenbar nicht mehr abgeschlossen werden kann (vgl. S. 5 der Beschwerdeschrift), vermag dem mittlerweile Volljährigen schliesslich ebenfalls nicht zu einem Aufenthaltsanspruch nach Art. 17 Abs. 2 ANAG zu verhelfen.