Citation: C 203/03 21.12.2006 E. 6.2

6.2.1 Der EuGH hat die Arbeitnehmereigenschaft gemäss Art. 7 Abs. 2 Verordnung 1612/68 auch nach Beendigung eines Arbeitsverhältnisses bejaht, zum einen wenn die fragliche Leistung mit der früheren Arbeitnehmereigenschaft zusammenhängt und zum anderen bei Personen, die tatsächlich eine Arbeit suchen (Urteile vom 31. Mai 2001, Rechtssache C 43/99, Leclere/Deaconescu, Slg. 2001, I-4265 ff., Randnr. 55, vom 12. Mai 1998, Rechtssache C 85/96, Martinez-Sala, Slg. 1998, I-2691 ff., Randnr. 32, vom 27. November 1997, Rechtssache C 57/96, Meints, Slg. 1997, I-6689 ff., Randnrn. 37 ff., und vom 21. Juni 1988, Rechtssache 39/86, Lair, Slg. 1988, 3161 ff., Randnr. 37). Arbeitsuchende Wanderarbeitnehmer kommen grundsätzlich nur dann in den Genuss der Inländergleichbehandlung, wenn sie im Staat, in dem sie Arbeit suchen, bereits schon gearbeitet und dadurch eine genügend enge Verbindung zum Arbeitsmarkt diese Staates haben. Diese Verbindung wurde verneint bei einem Arbeitsuchenden, der 6 Monate in einem Land gearbeitet hat, nach 17-jähriger Abwesenheit dahin zurückgekehrt ist und eine ganz andere Arbeit als die frühere Erwerbstätigkeit gesucht hat (Urteil des EuGH vom 23. März 2004, Rechtssache C 138/02, Collins, Slg. 2004, I-2703 ff., Randnrn. 28 ff.; Usinger-Egger, a.a.O., S. 50 f.). 6.2.2 Der Beschwerdeführer ist Ökonom. Gemäss Akten arbeitete er zuletzt von 1980 bis 1986 als Arbeitnehmer bei der Firma B.________ in der Schweiz. Von 1986 bis 1996 war er selbstständigerwerbend. Zuletzt war er von Juli 1996 bis zum Jahre 1999 als Berater für die Firma Z.________ in der Karibik tätig. In diesem Rahmen arbeitete er unter anderem in Deutschland, Österreich und Frankreich, nicht aber in der Schweiz. Seit 1. Oktober 2002 sucht er in der Schweiz eine Tätigkeit als Unternehmensberater. Damit mangelt es dem Beschwerdeführer an einer hinreichend engen Verbindung zum schweizerischen Arbeitsmarkt. Seine Situation ist vergleichbar mit derjenigen einer Person, die zum ersten Mal in der Schweiz eine Beschäftigung sucht. Demnach fällt die Anwendung von Art. 9 Abs. 2 Anhang I FZA ausser Betracht. Unter diesen Umständen kann offen bleiben, ob die Leistungen nach Art. 14 Abs. 1 AVIG soziale Vergünstigungen im Sinne von Art. 9 Abs. 2 Anhang I FZA darstellen.