Citation: I 73/07 24.04.2007 E. 3

3.1 Das kantonale Gericht hat für die Festsetzung der trotz gesundheitlicher Beeinträchtigung noch zumutbaren Arbeitsfähigkeit auf den Bericht des Dr. med. W._______, Facharzt FMH für Neurochirurgie, von der Abteilung Versicherungsmedizin der SUVA vom 15. Februar 2005 abgestellt. Dabei handelt es sich um die im Einspracheverfahren betreffend die Einstellung der Taggeldleistungen der Unfallversicherung zum 28. August 2003 eingeholte Stellungnahme aus neurologischer Sicht zur Frage nach organisch nachweisbaren Folgen des Verkehrsunfalles vom 13. Mai 2003. Die Vorinstanz hat u.a. festgestellt, der Einspracheentscheid vom 18. Juli 2005 sei in Rechtskraft erwachsen und die Beurteilung des Dr. med. W._______ somit unbestritten geblieben. Dies trifft offensichtlich nicht zu, wie in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde zu Recht geltend gemacht wird. Die Versicherte focht den die verfügte Einstellung der Taggeldleistungen bestätigenden Einspracheentscheid der SUVA beim Kantonsgericht Basel-Landschaft an, welches die Beschwerde mit Entscheid vom 6. Dezember 2006 guthiess und die Sache zur Neubeurteilung im Sinne der Erwägungen an den Unfallversicherer zurückwies. Weiter hat das kantonale Gericht dem privat eingeholten Gutachten des Dr. med. M.________, Spezialarzt für Neurologie FMH, vom 19. August 2004 mit zum Teil nicht stichhaltigen Gründen jeglichen Beweiswert aberkannt. Dr. med. M.________ habe sich zwar im IV-Verfahren als einziger Arzt zur Frage der Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit als Bäckerin-Konditorin geäussert und sie verneint. Diese Einschätzung sei indessen nicht von Gewicht, habe doch Dr. med. W._______ die ihr zu Grunde liegende Diagnose des Privatgutachters einer milden traumatischen Gehirnverletzung als unrichtig bezeichnet. Dies trifft indessen offensichtlich nicht zu. Dr. med. M.________ hielt ausdrücklich fest, die Versicherte habe sich von anfänglich bestehenden kognitiven Störungen als Folge der milden traumatischen Gehirnverletzung gut erholt. Es würden noch leichte Konzentrationsstörungen geltend gemacht; diese seien aber ausschliesslich bei gleichzeitigen Schmerzen vorhanden. Die schmerzfreie Patientin sei in ihrer Kognition auf Grund eigener Angaben nicht beeinträchtigt. Der Beurteilung des Dr. med. M.________, wonach der Beruf als Bäckerin-Konditorin besonders ungeeignet sei, da er ausgesprochen schultergürtelbelastend sei, liegt somit nicht die ebenfalls diagnostizierte traumatische Gehirnverletzung zu Grunde. Wenn das kantonale Gericht in diesem Zusammenhang festhält, Dr. med. M.________ spreche einerseits von einer schmerzfreien Patientin, attestiere dieser anderseits, nach wie vor unter Genick- und Kopfschmerzen in zumindest mässigem Ausmass zu leiden, ortet es offensichtlich zu Unrecht einen Widerspruch in den Aussagen des neurologischen Privatgutachters. Die Schmerzen im Schultergürtelbereich sowie spontan auch im Kopf und im Genick sind belastungsabhängig. Es gibt somit auch - mehr oder weniger - beschwerdefreie Zeiten, in denen zudem keine Konzentrationsstörungen bestehen. Im Weitern muss es als willkürlich bezeichnet werden, wenn die Vorinstanz dem Gutachten des Dr. med. M.________ vom 19. August 2004 auch deshalb keinen Beweiswert zuerkennt, weil die Expertise im Auftrag der Explorandin erstellt wurde (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/cc S. 353), anderseits dem Umstand beweisrechtlich keine Bedeutung beimisst, dass der Bericht des Dr. med. W._______ vom 15. Februar 2005 lediglich zum natürlichen Kausalzusammenhang der geklagten Beschwerden zum Unfall vom 13. Mai 2003 Stellung nahm. Aufgrund der Akten hatte indessen die Beschwerdeführerin bereits früher im Zeitraum 1997 bis 2002 mehrere Unfälle erlitten, bei welchen der Kopf-, Nacken- und Schulterbereich betroffen war und danach Schmerzen auftraten. Selbst Dr. med. W._______ sprach von einer Akzentuierung der Restbeschwerden eines chronifizierten cervico-cephalen Schmerzsyndroms durch die Vorgeschichte der Versicherten. (Krankhafte) Vorzustände sind bei der unfallversicherungsrechtlichen Kausalitätsbeurteilung ausser Betracht zu lassen. Schliesslich lässt die Vorinstanz unberücksichtigt, dass Dr. med. W._______ die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Rheumatologen Dr. med. X.________ (Bericht vom 25. November 2003) übernahm und diese ohne eine Begründung insoweit ergänzte, dass er auch die Tätigkeit als Bäckerin-Konditorin als leicht bis mittelschwer qualifizierte und dementsprechend die Versicherte in diesem angestammten Beruf wieder als voll arbeitsfähig bezeichnete. Gleichzeitig und im Widerspruch dazu vertrat Dr. med. W._______ die Ansicht, «dass mittel- bis langfristig eine angepasste Tätigkeit mit wechselnd sitzender, stehender Körperhaltung, ohne Kopfzwanghaltung und ohne besondere Schultergürtelbelastung geeigneter wäre» als der Beruf der Bäckerin-Konditorin. 3.2 Das kantonale Gericht hat somit den rechtserheblichen Sachverhalt offensichtlich unrichtig oder in willkürlicher Beweiswürdigung festgestellt. Er ist deshalb für das Bundesgericht nicht verbindlich (E. 1.2). Indessen erlauben die medizinischen Akten auch bei freier Tatsachenprüfung keine zuverlässige Beurteilung der gesundheitlich bedingt zumutbaren Arbeitsfähigkeit, insbesondere im Beruf als Bäckerin-Konditorin. Die fachärztlichen Auffassungen gehen auch in Bezug auf die (organische) Genese der Beschwerden zu weit auseinander. Es kann daher in diesem Verfahren weder über den Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen beruflicher Art noch eine Rente entschieden werden. Auf die diesbezüglichen rechtlichen Vorbringen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde ist demzufolge nicht näher einzugehen. Dies betrifft auch die Frage, ob die auf eigene Initiative begonnene Ausbildung zur Tiermedizinischen Praxisassistentin eine Umschulung im Sinne von Art. 17 Abs. 1 IVG darstellt. Ebenfalls erübrigt sich der Beizug der UV-Akten. Im Sinne des Eventualantrages ist daher die Sache an die IV-Stelle zurückzuweisen, damit sie zur gesundheitlich bedingt zumutbaren Arbeitsfähigkeit weitere Abklärungen vornehme und danach über die streitigen Leistungen neu verfüge.