Citation: 5P.313/2004 22.09.2004 E. 3.2

3.2.1 Die Beschwerdeführerin beanstandet weiter, das Obergericht habe bei der Berechnung des Unterhaltsbeitrages die trennungsbedingten Mehrkosten nicht berücksichtigt. Entweder habe es angenommen, dass gar keine solchen Kosten anfallen würden und deshalb auch keine entsprechenden Ermittlungen angestellt, oder aber es sei davon ausgegangen, dass sie - die Beschwerdeführerin - die durch das Getrenntleben verursachten Mehrkosten aus ihrem Vermögen selber zu bezahlen habe. Beides sei willkürlich. Denn durch die Aufhebung des gemeinsamen Haushaltes würden immer Mehrkosten entstehen. Diese müssten vom unterhaltsverpflichteten Gatten aus dessen Einkommen bestritten werden, jedenfalls soweit dies zumutbar erscheine, was vorliegend unzweifelhaft der Fall sei. 3.2.2 Das Obergericht hat dazu ausgeführt, dass, wo die trennungsbedingten Mehrkosten ohne weiteres gedeckt werden könnten, die unterhaltsberechtigte Person Anspruch auf einen Unterhaltsbeitrag habe, welcher die Weiterführung des bisherigen Standards erlaube. Vorliegend sei der gesamte Lebensbedarf der Familie aus dem Erwerbseinkommen des Ehemannes gedeckt worden. Daneben würden aber beide Ehegatten noch über Vermögenserträge verfügen, die zusammen die trennungsbedingten Mehrkosten überstiegen. Im Hinblick darauf sei der Unterhaltsbeitrag für die Ehefrau und die Kinder auf der Grundlage ihres Bedarfs für die Weiterführung der bisherigen Lebenshaltung zu ermitteln. Damit wollte das Obergericht offenbar zum Ausdruck bringen, dass in Fällen, wo die trennungsbedingten Mehrkosten durch Beträge gedeckt werden können, die bisher der Vermögensbildung gedient hatten, Anspruch auf Weiterführung der bisherigen Lebenshaltung besteht und daran keine Abstriche gemacht werden müssen wie dort, wo zur Deckung der durch das Getrenntleben verursachten Kosten nicht auf eine Sparquote zurückgegriffen werden kann. Diese Erwägungen decken sich mit der bundesgerichtlichen Rechtsprechung, wonach auf bisher der Bildung von Ersparnissen dienende Einkommensteile gegriffen werden kann, um die durch das Getrenntleben verursachten Mehrkosten zu finanzieren (BGE 119 II 314 E. 4b/bb S. 318; 118 II 376 E. 20b S. 378; 114 II 26 E. 8 S. 31/32). Im Übrigen trifft es nicht zu, dass das Obergericht die trennungsbedingten Mehrkosten nicht ermittelt und bei der Berechnung der Unterhaltsbeiträge nicht berücksichtigt hat. Vielmehr hat es die für die Ehefrau mit dem Getrenntleben anfallenden Wohnkosten, die Steuerbelastung und die Kosten der Kinderbetreuung eruiert und - wie aus der Zusammenstellung auf S. 13 oben des angefochtenen Urteils zu ersehen ist - bei der Berechnung des Unterhaltsbeitrags auch berücksichtigt. An den Gesamtbedarf der Ehefrau hat das Obergericht ihre eigenen Einkünfte in Höhe von Fr. 3'721.30 pro Monat angerechnet, so dass ein vom Ehemann zu leistender Unterhaltsbeitrag von gerundet Fr. 12'084.-- resultiert, worin trennungsbedingte Mehrkosten eingeschlossen sind. Damit ist der Vorwurf der Beschwerdeführerin, dass sie in unhaltbarer Weise die durch das Getrenntleben verursachten Mehrkosten aus ihrem eigenen Vermögen bezahlen müsse, entkräftet.