Citation: 4A_343/2024 E. 3.7

3.7. Der Beschwerdegegner und die Vorinstanz stützen ihr Verständnis von "Bimbo" unter anderem auf einen Zeitungsartikel, der im Jahr 2020 in der NZZ am Sonntag erschienen ist. Er trägt die Überschrift: "'Neger' und 'Bimbo' gehen nicht mehr". Die Beschwerdeführerin wirft der Vorinstanz vor, sie hätte diesen Text nicht als Beleg für die diskriminierende Bedeutung des Wortes "Bimbo" in der Schweiz anführen dürfen. Der Autor dieses Textes, der Deutsche Tobias Sedlmaier, habe sich damals erst seit zwei Jahren in der Schweiz aufgehalten. Folglich beruhten seine Ausführungen auf Erfahrungen in Deutschland und widerspiegelten keineswegs, wie breite Schweizer Bevölkerungskreise den Begriff "Bimbo" verstünden. Diese Rüge geht an der Sache vorbei: Grundsätzlich dokumentieren auch Medienbeiträge den Gebrauch eines Wortes und erlauben so Rückschlüsse auf die Bedeutung einer Marke. Erhöhtes Gewicht haben dabei Texte aus sogenannten Qualitätsmedien. Sie werden vor ihrer Veröffentlichung überprüft und gegebenenfalls überarbeitet, damit sie am Ende den redaktionellen Standards der betreffenden Medien entsprechen. Bei der NZZ am Sonntag prüft die Redaktion und das Korrektorat einen Artikel vor seiner Veröffentlichung. Diesen Stellen wäre es aufgefallen, wenn Tobias Sedlmaier dem Begriff "Bimbo" abweichend vom Deutschschweizer Wortverständnis eine rassistische Bedeutung beigemessen hätte. Demnach durfte die Vorinstanz diese Quelle als bekräftigendes Element des ohnedies gefundenen Verständnisses von "Bimbo" heranziehen.