Citation: 2C_119/2017 E. 3.3.3

3.3.3. Fraglich ist vorliegend, ob es aus wirtschaftlichen Gegebenheiten ebenfalls völlig unangemessen erscheint, wenn nicht eine Gesellschaft zur alleinigen Haltung einer Liegenschaft für die private Verwendung des Hauptaktionärs gegründet wird, sondern eine bereits bestehende Gesellschaft dafür benutzt wird, die sich noch anderen Geschäftstätigkeiten widmet. Massgebend ist die spezifische Verwendung des fraglichen Gegenstandes. Für die vorliegende Anmeldung einer rein privat genutzten Liegenschaft bei der Mehrwertsteuer sind keine anderen Motive als die Steuerersparnis ersichtlich. Die gewählte Vorgehensweise stellt auch bei einer bereits bestehenden Gesellschaft eine aus wirtschaftlichen Gegebenheiten völlig unangemessene Handlung dar. Ansonsten könnten Gesellschaften mit verschiedenen Tätigkeiten in einzelnen Bereichen ausschliesslich die privaten Bedürfnisse ihres Hauptaktionärs versorgen und sie wären dadurch gegenüber anderen Gesellschaften, die nur einen Zweck verfolgen, bevorzugt. Es ist zudem möglich, den Durchgriff nur hinsichtlich des Leistungsaustauschs mit dem wirtschaftlich Berechtigten vorzunehmen. Dabei sind die separate Existenz der Gesellschaft als Steuerpflichtige und deren erzielte Umsätze zu anerkennen, sofern diese als echtes Drittgeschäft qualifiziert werden können und neben dem Hauptzweck nicht bloss eine untergeordnete Bedeutung haben (vgl. zu einer solchen Konstellation Urteile 2C_732/2010 vom 28. Juni 2012 E. 5.5 sowie 2C_146/2010 vom 15. August 2012 E. 4.3). Analog ist vorzugehen, wenn der fragliche Leistungsaustausch wie hier bloss den Nebenzweck der Gesellschaft beschlägt.