Citation: 9C_464/2022 E. 4.5.1

4.5.1. Die mit Blick auf die Hilflosenentschädigung - neben unterstützenden Gesprächen - anerkanntermassen grundsätzlich notwendigen Hilfeleistungen für die Wohnungsreinigung, die Wäschereinigung bzw. -pflege, die Zubereitung von Mahlzeiten und für administrative Tätigkeiten sind auch zu berücksichtigen, wenn es darum geht, einen allfälligen Anspruch auf Assistenzbeitrag (vgl. Art. 42quater ff. IVG) zu beurteilen. Dieser bezweckt die Unterstützung der selbstbestimmten und eigenverantwortlichen Lebensführung in einer Privatwohnung, ergänzt die Hilflosenentschädigung sowie die Hilfe von Angehörigen und soll eine Alternative zur institutionellen Hilfe schaffen (BGE 140 V 543 E. 3.5.2; Botschaft vom 24. Februar 2010 zur Änderung des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [6. IV-Revision, erstes Massnahmenpaket]; BBl 2010 1865 Ziff. 1.3.4, 1903; zum Verhältnis zwischen [anerkanntem] Hilfebedarf beim Assistenzbeitrag einerseits und Hilflosenentschädigung anderseits vgl. SVR 2015 IV 30 92, 9C_598/2014 E. 5.2.4 u. 5.3). Geht es um einen Assistenzbeitrag, ist die Zeit für den gesamten Hilfebedarf mit dem standardisierten Abklärungsinstrument "FAKT2" (nachfolgend: FAKT2) zu ermitteln. Die darin hinterlegten Minutenwerte - die nicht offiziell publiziert sind (vgl. BGE 148 V 408 E. 4.6.5) - geben (grundsätzlich) den durchschnittlichen Aufwand für die entsprechenden Hilfeleistungen in einem Einpersonenhaushalt (vgl. Rz. 4030 des Kreisschreibens des BSV über den Assistenzbeitrag [KSAB]) wieder (BGE 148 V 408 E. 2.2 und 4.1).