Citation: 1B_251/2017 E. 4.3

4.3. Am 19. September 2014 ordnete die Staatsanwaltschaft die Echtzeit-Überwachung gegen D.________ betreffend die Mobiltelefonnummer 1 für die Zeit vom 19. September bis 19. Dezember 2014 an. Das Zwangsmassnahmengericht genehmigte die Überwachung am 22. September 2014 und verlängerte sie am 9. Dezember 2014 bis zum 5. März 2015. Anlässlich der Observation von D.________ am 20. Januar 2015 beobachtete die Kantonspolizei, wie der Beschwerdeführer um 12.06 Uhr mit seinem Personenwagen bei einem Fitnesscenter vorfuhr, wo er sich mit D.________ traf. Um 15.32 Uhr fuhr der Beschwerdeführer mit seinem Personenwagen wieder weg. Unstreitig telefonierte er am 20. Januar 2015, von 13.00 Uhr bis 13.30 Uhr, mit dem erwähnten Mobiltelefon von D.________ mit C.________. Dabei erklärte der Beschwerdeführer C.________, dass man sich "wegen dem anderen Kollegen" Sorgen machen müsse. Er habe gerade mit D.________ gesprochen, dass man sich wirklich bewusst sei, was der alles "rausgelassen" habe. Was der gewusst habe, habe er erzählt. Sie seien immer noch daran, die Akten zu bekommen. Übrigens habe dieser jetzt "einen grausamen Schuss bekommen". Der getraue sich nicht mehr, sich umzudrehen. Er "scheisse jetzt nur noch in die Hosen", sei "auf den Knien" gewesen und habe "um Gnade gewinselt", dass man seinem Kind nichts mache. C.________ sagte, er habe sich auch schon überlegt, ob er nicht einen Trupp anheuern sollte, "um dem mal...". Darauf erwiderte der Beschwerdeführer, es sei alles am Laufen. Er habe dem anderen drei Optionen geboten: "Den Schaden zu zahlen, auf den Mond zu fliegen oder sich eine Kugel zu geben." Sie seien vergangene Woche bei ihm "eingefahren" und dieser habe so Angst, dass er sich nicht getraue, jemanden zu informieren. Er habe Todesangst und er müsse jetzt bezahlen, d.h. alles verkaufen. Kind und Geld, da seien sie schon "dran gewesen". Er habe gewinselt, dass sie seinem Kind nichts machten. Am 31. Januar 2015, also 11 Tage nach diesem Gespräch, telefonierte B.________ mit E.________. Dabei sagte B.________, er verliere die F.________ (seine Lebenspartnerin). Sie drehe durch, sie halte das nicht mehr aus und er auch nicht. Er drehe durch und könne so nicht arbeiten. "F.________ hat nur noch Schiss. Die hat Panik. Wieder so SMS. Ich weiss nicht, was ich machen soll". Er fahre jetzt dann einfach in eine Wand und dann sei es erledigt. B.________ sprach bei diesem Telefonat mit E.________ davon, dass er in Todesangst lebe. F.________ habe ebenfalls Horror. Sie habe zu ihm gesagt, sie werde sich mit dem G.________ zusammen umbringen. Sie hätten doch nicht mit Drohungen gegen G.________ und sie rechnen müssen. Aufgrund dieses Telefongesprächs zwischen B.________ und E.________ liegt auf der Hand, dass B.________ und seine Lebenspartnerin durch schwere Drohungen in Angst und Schrecken versetzt wurden. B.________ hatte den Beschwerdeführer im Verfahren "X.________" schwer belastet. Mit Schreiben vom 9. Februar 2015 an die Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten zog B.________ seine entsprechenden Aussagen zurück. In weiteren Gesprächen zwischen B.________ und E.________, der offenbar als Kontaktperson fungierte, ging es um die Zahlung einer grösseren Geldsumme durch B.________. So teilte E.________ im Telefongespräch vom 10. Februar 2015 B.________ mit, H.________ habe gesagt, wenn nicht immer "5'000 gingen", sei das nicht schlimm. Wenn man sehe, dass etwas gehe, sei das in Ordnung. Ein "Sechsstelliger" wäre aber schon gut. Gemäss Art. 156 Ziff. 1 StGB wird wegen Erpressung bestraft, wer in der Absicht, sich oder einen andern unrechtmässig zu bereichern, jemanden durch Gewalt oder Androhung ernstlicher Nachteile zu einem Verhalten bestimmt, wodurch dieser sich selber oder einen andern am Vermögen schädigt. Unter den dargelegten Umständen bestehen ernstliche Indizien dafür, dass sich der Beschwerdeführer der Erpressung bzw. zumindest des Versuchs dazu schuldig gemacht hat und es sich beim Geschädigten um B.________ handelt, der den Beschwerdeführer schwer belastet hatte und nun dafür "Schadenersatz" zahlen sollte. Wenn die Vorinstanz den dringenden Tatverdacht nach Art. 269 Abs. 1 lit. a i.V.m. Abs. 2 StPO bejaht hat, verletzt das daher kein Bundesrecht.