Citation: 2A.168/2001 05.04.2001 E. 2

2.- a) Der Beschwerdeführer 1 hat als ausländischer Ehegatte einer niedergelassenen Ausländerin gemäss Art. 17 Abs. 2 ANAG einen Anspruch auf Erteilung und Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung, solange die Ehegatten zusammen wohnen. Da die Beziehung zwischen den Ehegatten und zwischen dem Beschwerdeführer 1 und seiner Tochter intakt ist und im Rahmen des Möglichen tatsächlich gelebt wird, können sich beide Beschwerdeführer im Hinblick auf die Erteilung einer Anwesenheitsbewilligung in der Schweiz an den Beschwerdeführer 1 zusätzlich auf Art. 13 BV und Art. 8 EMRK berufen. Damit kommt der Ausschlussgrund von Art. 100 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 OG nicht zur Anwendung, weshalb auf die Verwaltungsgerichtsbeschwerde einzutreten ist (vgl. BGE 124 II 289 E. 2; 122 I 289 E. 1, mit Hinweisen). b) Nach Art. 17 Abs. 2 letzter Satz ANAG erlischt der Anspruch auf Aufenthaltsbewilligung, wenn der Anspruchsberechtigte gegen die öffentliche Ordnung verstossen hat. Nach der Rechtsprechung muss die Verweigerung der Erteilung oder Verlängerung der Bewilligung überdies verhältnismässig sein (vgl. BGE 120 Ib 129 E. 4a S. 130 f.). Eine vergleichbare Interessenabwägung setzt im Übrigen gemäss Art. 8 Ziff. 2 EMRK - bzw. neuerdings Art. 36 in Verbindung mit Art. 13 BV - auch ein Eingriff in das Recht auf Achtung des Familienlebens voraus (vgl. BGE 122 II 1 E. 2 S. 5 f., mit Hinweisen). c) Der Beschwerdeführer 1 macht geltend, die Straftaten, die er vor dem Eheschluss begangen habe, seien nicht massgeblich, da sein Anspruch erst mit der Heirat entstanden sei und nicht durch frühere Delikte zum Erlöschen gebracht werden könne. Dies trifft indessen nicht zu. Hat ein Ausländer bereits vor Eheschluss Straftaten begangen, entsteht gar nicht erst ein Anspruch auf Aufenthaltsbewilligung, wenn sich die Verweigerung einer solchen Bewilligung als verhältnismässig erweist. Das Bundesgericht hat in seiner Rechtsprechung immer auch auf frühere Delikte abgestellt, jedenfalls solange wie hier ein gewisser zeitlicher Zusammenhang der tatsächlichen Gegebenheiten bestand; da es dies sogar bei der Anwendung von Art. 7 ANAG, also dem Nachzug des ausländischen Ehepartners eines Schweizers oder einer Schweizerin tat (vgl. etwa BGE 120 Ib 6), sind frühere Delikte unter den beschriebenen Voraussetzungen erst recht im Rahmen von Art. 17 ANAG zu berücksichtigen. Gemäss der Praxis muss es sich der ausländische Partner zudem entgegenhalten lassen, wenn beim Eheschluss die Straffälligkeit bereits bekannt war. d) Der Beschwerdeführer 1 wurde wegen vollendeten Tötungsversuchs mit viereinhalb Jahren Zuchthaus und zwölf Jahren Landesverweisung bedingt bestraft. Hinzu kommen mehrere Strassenverkehrsdelikte sowie eine Verurteilung wegen Betrugs zu zwei Monaten Gefängnis. Damit besteht trotz der bereits mehrjährigen Anwesenheit des Beschwerdeführers 1 in der Schweiz ein erhebliches sicherheitspolizeiliches Interesse daran, ihm die Aufenthaltsbewilligung zu verweigern, welches seine privaten Interessen klarerweise überwiegt. Seine Frau hatte beim Eheschluss Kenntnis von der Strafverurteilung. Überdies ist nicht eindeutig, dass ihr und dem Kind die Ausreise nach Jugoslawien nicht zumutbar wäre, stammt doch die Ehefrau selber aus diesem Land und handelt es sich bei der Tochter noch um ein Kleinkind; dies kann letztlich jedoch offen bleiben, verletzt die Verweigerung der Anwesenheitsbewilligung nämlich Bundesrecht selbst dann nicht, wenn der Ehefrau und dem Kind die Ausreise nicht zuzumuten wäre.