Citation: 6P.201/2006 30.01.2007 E. 3

3.1 In seinem Urteil vom 18. Juni 2004 ist das Kantonsgericht - anders als das erstinstanzliche Strafgericht - zum Schluss gelangt, der Beschwerdeführer habe zusammen mit seinen Mittätern zumindest in Kauf genommen, dass ein Grossteil des von ihnen angebauten Hanfs zu Betäubungsmittelzwecken verwendet würde. Es stützte sich hiefür auf zahlreiche Indizien, namentlich darauf, dass sämtliche beschlagnahmten Hanfpflanzen einen THC-Gehalt von mehr als 0,3% aufwiesen und geschäftliche Beziehungen zur als Abnehmerin des Hanfs vorgesehenen A.________ GmbH erst Ende 2001/Anfang 2002 sowie zum Destillateur B.________ erst im Dezember 2001 bestanden hätten, obwohl der Beschwerdeführer und die weiteren Beteiligten bereits seit 1. April 2001 eine riesige Lagerhalle gemietet und bereits seit Sommer 2000 Outdoor-Hanf angebaut hätten. Ausserdem sei es aufgrund der schlechten Qualität und der unterschiedlichen Preisvorstellungen nie zu einer Lieferung an die A.________ GmbH gekommen und wäre, selbst wenn eine Einigung zustande gekommen wäre, nur ein kleinerer Teil der angebauten Menge geliefert worden. Im Weiteren hätten der Beschwerdeführer und seine Mittäter hinsichtlich des Verwendungszwecks des Hanfs kein glaubhaftes Konzept darlegen können, sondern in diesem Zusammenhang nur unrealistische Angaben gemacht, und namentlich keine Abnehmer von Destillat nennen können. Ferner seien Verbindungen zwischen dem einen Mittäter und Hanfläden nachgewiesen gewesen, hätten die Beteiligten Blüten aussortiert und männliche Pflanzen ausgeschieden und lediglich Sorten angebaut, die häufig zu Betäubungsmittelzwecken verwendet würden, nicht aber für die Produktion von ätherischen Ölen besonders geeignete THC-arme Sorten. Schliesslich sei die Indoor-Produktion aus wirtschaftlicher Sicht für die Herstellung von ätherischem Öl nicht rentabel gewesen. Überdies seien die Angaben zur Finanzierung der Anlagen widersprüchlich gewesen, habe ein hoher Preis erzielt werden sollen und hätten der Beschwerdeführer und seine Mittäter auch in anderem Zusammenhang mit Hanf als Betäubungsmittel in Verbindung gestanden (Urteil des Kantonsgerichts vom 18. Juni 2004 S. 25 ff., 33 f.; angefochtener Beschluss S. 7 f.). 3.2 Der Beschwerdeführer macht geltend, das Kantonsgericht habe zu Unrecht die Erheblichkeit der neu eingelegten Beweismittel verneint. Namentlich aus dem Abnahmevertrag zwischen der A.________ GmbH und der C.________ AG vom 2. Juni 2000 ergebe sich, dass die Vertragsparteien entgegen der Aussagen des Zeugen D.________ von der A.________ GmbH bereits im Sommer 2000 zusammengearbeitet hätten. Ausserdem gehe aus dem Vertrag hervor, dass der Hanf ohne Stengel hätte geliefert werden sollen, was seine eigenen früheren Aussagen bestätige. Auch aus der weiteren eingelegten Geschäftskorrespondenz gehe hervor, dass bereits im Jahre 2000 umfangreiche, konkrete Bemühungen für legale Absatzmöglichkeiten der Hanfpflanzen getroffen worden seien. Die verschiedenen Verträge zeigten auf, dass für die gesamte produzierte Menge Abnehmer vorhanden gewesen seien. Insgesamt schüfen die neuen Beweismittel ein neues Fundament für die Anwendung des Grundsatzes "in dubio pro reo". Namentlich der Abnahmevertrag zwischen der A.________ GmbH und der C.________ AG sowie die nachgewiesene Unrichtigkeit des Aussagen des Zeugen D.________ begründeten unüberwindliche Zweifel an seiner Schuld. Indem dass Kantonsgericht die Wiederaufnahme des Verfahrens verweigere, begehe es eine Rechtsverweigerung im Sinne von Art. 29 Abs. 1 BV. 3.3 Das Kantonsgericht nimmt in seinem Beschluss über das Revisionsgesuch an, aufgrund der eingereichten Unterlagen sei gegenüber dem Urteil des Kantonsgerichts vom 18. Juni 2004 neu davon auszugehen, dass zwischen der A.________ GmbH und der C.________ AG ein Abnahmevertrag mit Datum vom 2. Juni 2000 vorgelegen habe und dass ferner Kaufverträge zwischen der H.________ GmbH und der Firma E.________ vom 21. Dezember 2001 und zwischen der H.________ GmbH und der Firma F.________ vom 4. Dezember 2001 bestanden hätten. Das Kantonsgericht kommt indessen insgesamt zum Schluss, die neuen Beweismittel vermöchten lediglich zu belegen, dass allenfalls auch im legalen Bereich Bemühungen stattgefunden hätten, einen Teil der Hanfpflanzen abzusetzen. Sie seien aber im Zusammenhang mit den übrigen zahlreichen, durch die neuen Beweismittel nicht in Frage gestellten Indizien nicht geeignet, den dem früheren Urteil des Kantonsgerichts zugrundeliegenden Sachverhalt in einer Art und Weise zu verändern, die möglicherweise zu einem für den Beschwerdeführer günstigeren Entscheid führen könnte (angefochtener Beschluss S. 8 ff., 13.).