Citation: 6B_642/2024 E. 2.3

2.3. Der Vorinstanz zufolge habe der Beschwerdeführer die Taten im Zeitraum von August 2020 bis August 2021, mithin knapp drei bis vier Jahre vor Fällung des vorinstanzlichen Urteils begangen. Es sei davon auszugehen, dass die seit der Tat verstrichene Zeit und der Umstand, dass der Beschwerdeführer mit dem Konsum aufgehört habe, den Erkenntnisgewinn eines Gutachtens über die Schuldfähigkeit erheblich schmälern könnte. Hinzu komme, dass zweifelhaft sei, ob der Beschwerdeführer präzise Angaben zu seinem Drogenkonsum im Tatzeitraum machen könne. Es erscheine daher unangemessen und nicht zielführend, ein entsprechendes Gutachten einzuholen. Weiter sei unbestritten, dass der Beschwerdeführer Kokain konsumiert und sich bei ihm vieles um Kokainkonsum gedreht habe. Allerdings habe er sein Konsumverhalten nach seiner Verhaftung offenbar ohne Schwierigkeiten meistern können. Er habe versichert, dass er nichts mehr konsumiere, seit er im Gefängnis sei. Als er ins Gefängnis gekommen sei, habe er aufgehört. Wenn man draussen sei, sei es nicht leicht. Der Beschwerdeführer selber spreche auch immer von Konsum und nicht von Sucht oder Abhängigkeit. Vor diesem Hintergrund sei fraglich, ob von einer schweren Sucht gesprochen werden könne. Jedenfalls sei nicht von einer besonders schweren Abhängigkeit auszugehen, die professionelle Hilfe erfordert habe. Abgesehen davon sei massgebend, dass der Beschwerdeführer in der Lage gewesen sei, die Taten zu organisieren und durchzuführen. Es sei ihm möglich gewesen, zielgerichtet nach Plan vorzugehen. Gerade bei den Drogenimporten aus Brasilien und Albanien habe es sich um komplexe Taten gehandelt, die Organisation und Absprachen bedingt hätten. Dies gelte umso mehr, als diverse Personen involviert gewesen seien, für die der Beschwerdeführer teils zuständig gewesen sei. Er sei fähig gewesen, die Mittäter B.________ und C.________ während deren Reise in Brasilien zu unterstützen. Es lasse sich nicht eruieren, inwiefern es zu seiner Abweichung oder Einengung des Denk- und Vorstellungsvermögens und der sozialen Funktionen gekommen sei, ob der Beschwerdeführer Entzugserscheinungen erlebt habe und welche Auswirkungen diese auf sein Verhalten gehabt hätten. Ebensowenig vermöge der Verteidiger solche Indizien zu benennen. Es fehle an Anhaltspunkten, wonach das Verhalten des Beschwerdeführers bei den Taten vom Durchschnitt der Verbrechensgenossen abgewichen sei. Eine Abnormalität des Beschwerdeführers bei der Begehung seiner Taten lasse sich nicht erkennen. Das organisierte und planvolle Vorgehen stehe einer eingeschränkten Schuldfähigkeit diametral entgegen. Es bestünden vor diesem Hintergrund keine Zweifel an der Schuldfähigkeit des Beschwerdeführers, weshalb kein Gutachten einzuholen sei. Demzufolge seien auch keine Massnahmen zu prüfen, zumal der Beschwerdeführer aktuell (im Zeitpunkt der vorinstanzlichen Berufungsverhandlung) kein Kokain mehr konsumiere.