Citation: 2C_614/2021 E. 5.3

5.3. Das öffentliche Interesse an der Nichtverlängerung der Bewilligung des Beschwerdeführers ist durch das Vorliegen eines gesetzlichen Widerrufsgrundes ausgewiesen. Dass keine schwerwiegenden strafrechtlichen Verurteilungen betreffend den Beschwerdeführer vorliegen, vermag dieses öffentliche Interesse nicht entscheidend zu relativieren. Der Beschwerdeführer ist zwar seit seiner letzten Verurteilung durch das Bezirksgericht Winterthur vom 24. August 2016 strafrechtlich nicht mehr negativ in Erscheinung getreten. Allerdings steht er seit November 2019 unter dem Druck der drohenden Wegweisung und befand sich zuvor vom 16. Juli 2018 bis 24. Februar 2019 im Strafvollzug, in welchem ein tadelloses Verhalten erwartet werden darf (BGE 139 II 121 E. 5.5.2). Während der an die bedingte Strafentlassung anschliessenden strafrechtlichen Probezeit durfte ebenfalls vorausgesetzt werden, dass er sich nichts zu Schulden kommen lässt. Diesem Wohlverhalten, wie auch einem solchen unter Druck eines hängigen Bewilligungsverfahrens, kommt eine geringere Bedeutung zu als einem solchen in (voller) Freiheit (vgl. Urteile 2C_514/2020 vom 20. November 2020 E. 3.3.2; 2C_410/2018 vom 7. September 2018 E. 5.4.6; ZÜND/HUGI YAR, Aufenthaltsbeendende Massnahmen im schweizerischen Ausländerrecht, insbesondere unter dem Aspekt des Privat- und Familienlebens, EuGRZ 2013, S. 1 ff. Rz. 41). Ohnehin hat die Vorinstanz nicht nur auf die strafrechtlichen Verurteilungen abgestellt, sondern auch auf das Verhalten des Beschwerdeführers in finanziellen Angelegenheiten, welches sich trotz Verwarnung nicht gebessert hat. Seine Wegweisung aus der Schweiz führt zwar dazu, dass die Gläubiger faktisch keine Chance mehr haben werden, für ihre Forderungen befriedigt zu werden. Dies dürfte aber auch der Fall sein, wenn er im Land verbliebe, da seine Bemühungen zur Rückzahlung der Schulden bescheiden geblieben und nicht als nachhaltig zu werten sind (vorne E. 4.3.2; vgl. auch Urteil 2C_789/2017 vom 7. März 2018 E. 5.2.2). Das öffentliche Interesse an der Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung kann nur durch entsprechend gewichtige private Interessen aufgewogen werden, d.h. wenn aussergewöhnlich schwerwiegende Umstände gegen eine Aufenthaltsbeendigung sprechen würden (vgl. Urteile 2C_764/2020 vom 2. März 2021 E. 4.2; 2C_401/2017 vom 26. März 2018 E. 5.2).