Citation: 8C_33/2008 20.08.2008 E. 8.3

8.3.1 Zu prüfen ist weiter das Kriterium der ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung. Erforderlich ist eine kontinuierliche, mit einer gewissen Planmässigkeit auf die Verbesserung des Gesundheitszustandes gerichtete ärztliche Behandlung (RKUV 2005 Nr. U 549 S. 236 E. 5.2.4; Urteil U 88/06 vom 18. Juli 2007, E. 7.2.3). 8.3.2 Nach dem Unfall vom 13. August 2004 wurde die Versicherte im Spital W.________ ambulant behandelt. Verordnet wurden Analgesie, Schonung und keine körperliche Anstrengung in den nächsten Tagen. Im Bericht vom 24. September 2004 führte der behandelnde Neurologe Dr. med. V.________ aus, therapeutisch schlage er vor, zunächst Efexor und Sirdalut zu versuchen. Bei gutem Vertragen dieser Medikamente sei die Dosis später eventuell zu erhöhen. Physiotherapie sei unbedingt erforderlich. Zu empfehlen wären tägliches Schwimmen und gymnastische Übungen, die am besten im "Fitness Park" durchgeführt werden könnten. Der Hausarzt Dr. med. S.________ legte im Bericht vom 22. Oktober 2004 dar, die Behandlung bestehe in Kontrollen einmal wöchentlich. Gegenüber dem Kreisarzt Dr. med. E.________ gab die Versicherte am 22. Oktober 2004 an, als Medikament nehme sie Sirdalut; die letzte Konsultation bei Dr. med. S.________ sei am 15. Oktober 2004 gewesen. Vom 2. Januar bis 7. Januar 2005 war sie in der Klinik Z.________ AG, Neurorehabilitation hospitalisiert, wo sie an einer Therapie im Rahmen des HWS-Konzepts teilnahm. Im Bericht vom 3. Februar 2005 legte Dr. med. V.________ dar, therapeutisch habe er der Versicherten Sirdalut und Efexor verordnet. Der Hausarzt Dr. med. S.________ führte am 11. März 2005 aus, die Versicherte sei bei ihm in Behandlung, aber sie komme nur, wenn sie Schmerzen habe. Als Allgemeinmediziner könne er nicht viel machen, er gebe ihr einfach Medikamente. Gegenüber dem Kreisarzt Dr. med. E.________ gab die Versicherte am 8. Juli 2005 an, wegen den Schmerzen nehme sie Dafalgan, nicht jeden Tag. Im Bericht vom 31. Januar 2006 führte Dr. med. V.________ aus, die Behandlung werde mit Antidepressiva, Analgetika, Muskelrelaxanten und Physiotherapie geführt. Der Zustand sei schwankend. Die psychiatrische Therapie bei Dr. med. T.________ hat im Rahmen der Adäquanzbeurteilung psychischer Unfallfolgen unberücksichtigt zu bleiben. Den verschiedenen Abklärungsmassnahmen und blossen ärztlichen Kontrollen kommt nicht die Qualität einer regelmässigen, zielgerichteten Behandlung zu (erwähnte Urteile U 503/06, E. 7.3, und U 88/06, E. 7.2.3). Insgesamt ist das Kriterium der ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung bis zum massgebenden Zeitpunkt des Fallabschlusses auf den 31. Januar 2006 bzw. des Erlasses des Einspracheentscheides (2. März 2006; BGE 129 V 167 E. 1 S. 169) jedenfalls weder besonders ausgeprägt noch auffallend erfüllt. 8.4 Offen bleiben kann, ob körperliche Dauerschmerzen im Sinne von über den gesamten Zeitraum andauernden Beschwerden (vgl. RKUV 2005 Nr. U 549 S. 241 E. 5.2.6, U 380/04; erwähntes Urteil U 503/06, E. 7.4) oder vor allem Bewegungs- und Belastungsschmerzen vorlagen. Denn selbst wenn dieses Kriterium als erfüllt betrachtet würde, wäre es auf Grund der medizinischen Akten weder besonders ausgeprägt noch auffallend gegeben, zumal bereits knapp eineinhalb Monate nach dem Unfall deutlich eine psychische Überlagerung der Beschwerden eingesetzt hat, welche nicht zu berücksichtigen ist (E. 6.2.1 f. hievor; erwähntes Urteil U 88/06, E. 7.2.4). 8.5 Das Kriterium der Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert, ist nicht erfüllt. 8.6 Die Kriterien des schwierigen Heilungsverlaufs und der erheblichen Komplikationen müssen nicht kumulativ erfüllt sein. Aus der ärztlichen Behandlung, den anhaltenden Beschwerden sowie der Arbeitsunfähigkeit - welche im Rahmen der spezifischen Adäquanzkriterien zu berücksichtigen sind - darf nicht auf einen schwierigen Heilungsverlauf und/oder erhebliche Komplikationen geschlossen werden. Es bedarf hiezu besonderer Gründe, welche die Heilung beeinträchtigt haben (erwähntes Urteil U 503/06, E. 7.6 mit Hinweis). Die Einnahme vieler Medikamente und die Durchführung verschiedener Therapien genügen nicht zur Bejahung dieses Kriteriums. Gleiches gilt für den Umstand, dass trotz regelmässiger Therapien weder eine Beschwerdefreiheit noch eine (vollständige) Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit erreicht werden konnten (erwähntes Urteil 8C_415/2007, E. 7.6, und Urteil U 219/05 vom 6. März 2006, E. 6.4.2, je mit Hinweisen). Insgesamt ist das Kriterium vorliegend nicht erfüllt, 8.7 Das Kriterium des Grades und der Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit bezieht sich nicht allein auf das Leistungsvermögen im angestammten Beruf (RKUV 2001 Nr. U 442 S. 544, U 56/00; erwähnte Urteile U 503/06, E. 7.7, und U 88/06 E. 7.2.7 mit Hinweis). Der Kreisarzt Dr. med. E.________ führte aufgrund der Untersuchung der Versicherten vom 22. Oktober 2004 aus, aufgrund der Restfolgen am Bewegungsapparat wäre eine Teilarbeitsfähigkeit für eine leichte Tätigkeit gegeben. Der behandelnde Neurologe Dr. med. V.________ ging im Bericht zu Handen der SUVA vom 31. Januar 2006 von 50%iger Arbeitsunfähigkeit der Versicherten aus, was er bereits im Bericht vom 11. Juni 2005 zu Handen der Invalidenversicherung attestiert habe. Insgesamt ist das Kriterium des Grades und der Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit zwar gegeben, aber weder besonders ausgeprägt noch auffallend (RKUV 2001 Nr. U 442 S. 544, U 56/00; erwähntes Urteil U 503/06, E. 7.7). 8.8 Nach dem Gesagten hat die SUVA ihre Leistungen für die Folgen des Unfalls der Versicherten vom 13. August 2004 ab 31. Januar 2006 zu Recht eingestellt, weshalb der kantonale Entscheid im Ergebnis nicht zu beanstanden ist. 8.9 Aus den letztinstanzlich aufgelegen Arztberichten kann die Versicherte nichts zu ihren Gunsten ableiten. Eine zusätzliche medizinische Abklärung ist nicht durchzuführen, da hievon keine neuen Erkenntnisse zu erwarten sind (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 131 I 153 E. 3 S. 157, 124 V 90 E. 4b S. 94; SVR 2007 IV Nr. 45 S. 149 E. 4, I 9/07).