Citation: 6B_1235/2021 E. 1.6.2

1.6.2. Der Beschwerdeführer argumentiert, im Strafbefehl werde nicht erwähnt, ob und wie er das Überholmanöver wahrgenommen habe (Wissensseite). Dem kann nicht gefolgt werden. Das Überholmanöver mit dem zu nahen Heranfahren an die Fahrradfahrerin wird im Strafbefehl erkennbar als bewusst gesteuertes Fahrmanöver beschrieben. Die Anklage lässt keinen Zweifel daran, dass der Beschwerdeführer die Fahrradfahrerin und die knappen Platzverhältnisse wahrnahm und trotzdem wissentlich und willentlich zum Überholmanöver ansetzte. Insbesondere liefert die Anklage keinerlei Anhaltspunkte, dass der Beschwerdeführer bloss infolge fehlender Aufmerksamkeit zu nahe an die Fahrradfahrerin herangefahren sein könnte, nachdem er beim Überholmanöver einen Bogen um diese machten musste. Der Beschwerdeführer wurde vom Vorwurf der Vorinstanz, er habe die Fahrradfahrerin im Wissen um die knappen Platzverhältnisse im Kreisverkehr und den ungenügenden Abstand bewusst überholt und in Bezug auf die ihm vorgeworfene Verletzung der Verkehrsregeln eventualvorsätzlich gehandelt, daher nicht überrascht.