Citation: 2C_1155/2014 E. 3.2.4

3.2.4. Für den Fall, dass eine "Kapitalabfindung für wiederkehrende Leistungen" zugesprochen wird, sieht das Gesetz eine von der Regel abweichende Besteuerungsform vor (Art. 11 Abs. 2 StHG bzw. § 44 StG/AG; auf Ebene Bund: Art. 37 DBG). Auch dabei handelt es sich um eine Erscheinungsform der ordentlichen Einkommensbesteuerung (Urteil 2C_158/2013 vom 26. August 2013 E. 3.1, in: ASA 82 S. 228, RDAF 2014 II 203, StE 2013 B 26.13 Nr. 29, StR 68/2013 S. 895; BGE 135 II 195 E. 6.3 S. 199). Mit der "Verrentung" konkretisiert der Gesetzgeber das Gebot der Besteuerung nach der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit (Art. 127 Abs. 2 BV; BGE 141 I 78 E. 9.1 S. 90 und 9.2 S. 91; 133 I 206 E. 7.1 S. 217; 99 Ia 638 E. 9 S. 652). Angesichts teils kräftig progressiv ausgestalteter Einkommenssteuertarife wäre es mit dem steuerlichen Verhältnismässigkeitsgebot unvereinbar, Kapitalabfindungen für wiederkehrende Leistungen hinsichtlich des anwendbaren Steuersatzes zu behandeln, als läge tatsächlich eine einmalige Leistung vor (zit. Urteil 2C_158/2013 E. 3.1 und 3.4).