Citation: 1P.487/2002 18.11.2002 E. 3

3.1 Der Beschwerdeführer wirft dem Kriminalgericht eine Verletzung seines rechtlichen Gehörs vor, weil es seinen am 16. Juli 1999 eingebrachten Beweisantrag, seine Eltern als Zeugen einzuvernehmen, abgelehnt habe. Es bedürfe keiner weiteren Begründung, dass sie am ehesten Auskunft über das Geburtsdatum geben könnten. Eine Einvernahme hätte sich umso mehr aufgedrängt, als ihnen im angefochtenen Beschluss vorgehalten werde, das Urteil des Gerichts von Kahramanmaras in rechtsmissbräuchlicher Art erst im Juli 1999 eingereicht zu haben. 3.2 Nach den aus Art. 29 BV fliessenden Verfahrensgarantien sind alle Beweise abzunehmen, die sich auf Tatsachen beziehen, die für die Entscheidung erheblich sind (BGE 117 Ia 262 E. 4b; 106 Ia 161 E. 2b; 101 Ia 169 E. 1, zu Art. 4 aBV, je mit Hinweisen). Das hindert aber den Richter nicht, einen Beweisantrag abzulehnen, wenn er in willkürfreier Überzeugung der bereits abgenommenen Beweise zur Überzeugung gelangt, der rechtlich erhebliche Sachverhalt sei genügend abgeklärt, und er überdies in willkürfreier antizipierter Würdigung der zusätzlich beantragten Beweise annehmen kann, seine Überzeugung werde auch durch diese nicht mehr geändert (BGE 122 V 157 E. 1d; 119 Ib 492 E. 5b/bb, zu Art. 4 aBV). 3.3 Das Kriminalgericht hatte sich zu entscheiden, ob es in Bezug auf das Geburtsdatum des Beschwerdeführers auf das Zivilstandsregister oder das Urteil des Gerichts von Kahramanmaras abzustellen hatte. Es ist nicht ersichtlich, und der Beschwerdeführer legt auch nicht dar, was die Einvernahme seiner Eltern zur Lösung dieser (Rechts-)Frage hätte beitragen können, zumal das umstrittene türkische Urteil auf Antrag des Vaters erging und dessen Standpunkt somit bekannt ist. Das Kriminalgericht konnte diesen Beweisantrag daher ohne Verfassungsverletzung stillschweigend abweisen. Eine andere Frage ist, ob es genügend Anhaltspunkte hatte, um die späte Einführung dieses Urteils ins Verfahren als rechtsmissbräuchlich zu beurteilen (dazu unten E. 4).