Citation: 9C_604/2023 E. 4.4

4.4. Die Vorinstanz bezieht sich auf Art. 28 Abs. 1 bis IVG, wonach ein Rentenanspruch erst entsteht, wenn alle Möglichkeiten zur Eingliederung ausgeschöpft sind. Allerdings verkennt sie dabei, dass auch diese Gesetzesbestimmung erst am 1. Januar 2022 in Kraft getreten ist und deshalb für die Frage nach dem anwendbaren Recht nicht hinzugezogen werden kann. Zudem berechnete sie den Invaliditätsgrad rückwirkend ab November 2021 und prüfte daher einen Rentenanspruch, der vor dem 1. Januar 2022 entstanden ist. Dies ist insofern richtig, als die Beschwerdeführerin zwar vom 17. Januar bis 4. März 2022 an einem Aufbautraining teilnahm, während dieser Zeit jedoch überwiegend zu 100 % krankgeschrieben war. Damit war sie offensichtlich nicht eingliederungsfähig, weshalb bereits vor Beginn des Aufbautrainings faktisch alle Möglichkeiten zur Eingliederung ausgeschöpft waren. Vorliegend gelangen somit die bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Bestimmungen zur Anwendung und werden in dieser Fassung zitiert. Das kantonale Gericht hat denn auch zu Recht alternativ nach altrechtlicher Praxis geprüft, ob ein leidensbedingter Abzug vom Invalideneinkommen vorzunehmen ist.