Citation: U 362/00 11.11.2003 E. 4

Zu prüfen bleibt der Anspruch auf Integritätsentschädigung. Während SUVA und Vorinstanz die Integritätseinbusse mit 10 % bemessen haben, macht der Beschwerdeführer einen Integritätsschaden von 25 % geltend. 4.1 Anlässlich der bei der kreisärztlichen Abschlussuntersuchung vom 11. Dezember 1996 vorgenommenen Beurteilung hat Dr. med. W.________ den Integritätsschaden im linken Knie (deutliche Belastungsintoleranz bei zurzeit mässiger Femoropatellararthrose) mit 10 % bemessen. Ferner stellte er fest, an der linken Hüfte bestehe heute keine eindeutige Femurkopfnekrose oder Coxarthrose, weshalb kein Integritätsschaden vorliege. Die Prognose sei aber offen, was bedeute, dass der Integritätsschaden bei einer Arthrose- oder Nekroseentwicklung neu beurteilt werden müsse. Dies gelte gegebenenfalls auch für das linke Knie, denn es bestehe auch dort das Risiko einer Arthroseentwicklung. Der Beschwerdeführer macht geltend, SUVA und Vorinstanz hätten die Integritätsentschädigung zu Unrecht allein auf Grund der Unfallfolgen am linken Knie festgesetzt und die Verhältnisse an der Hüfte und am Arm unberücksichtigt gelassen. Im Zeitpunkt des Einspracheentscheids habe mit einer Zunahme der unfallbedingten Arthrosen gerechnet werden müssen, was bei der Bemessung des Integritätsschadens als voraussehbare Verschlimmerung hätte berücksichtigt werden müssen. Unbeachtet geblieben sei zudem, dass die Gebrauchsfähigkeit des linken Beines weit mehr als zu einem Fünftel eingeschränkt sei. Im Hinblick darauf, dass der Beinwert als Ganzes 50 % betrage, und unter Berücksichtigung der bestehenden Beschwerden im linken Hüftgelenk und der vom Kreisarzt als erheblich bezeichneten Belastungsintoleranz des linken Beines sowie der mit überwiegender Wahrscheinlichkeit anzunehmenden künftigen Entwicklung, dürfte es richtig sein, die Integritätsentschädigung auf 25 % festzusetzen. Eventuell sei eine Expertise einzuholen. 4.2 Laut Tabelle 5 (Integritätsentschädigung bei Arthrosen) der von der SUVA in Ergänzung zur bundesrätlichen Skala von Anhang 3 zur UVV aufgestellten Richtwerte, auf welche praxisgemäss abgestellt werden kann (BGE 116 V 157 Erw. 3a mit Hinweisen), ist der Integritätsschaden bei einer mässigen Femoropatellar-Arthrose mit 5-10 % und bei einer schweren Arthrose mit 10-25 % zu bemessen. Besteht neben der Arthrose eine Instabilität des Gelenks, ist in der Regel der höhere Bereich massgebend. Wenn SUVA und Vorinstanz den hier bestehenden Integritätsschaden in Form einer als mässig zu bezeichnenden Femoropatellar-Arthrose mit 10 % bemessen haben, so lässt sich dies nicht beanstanden. Es ergeben sich aus den Arztberichten insbesondere keine Hinweise auf eine zusätzlich zu berücksichtigende erhebliche Gelenksinstabilität oder eine erhebliche Funktionsstörung der unteren Extremität, welche gemäss Tabelle 2 der SUVA-Richtlinien zu berücksichtigen wäre. Auch hinsichtlich der vom Beschwerdeführer geltend gemachten Armbeschwerden fanden die Ärzte der Klinik X.________ lediglich eine leichtgradige Beweglichkeitseinschränkung. Anlässlich der kreisärztlichen Abschlussuntersuchung vom 11. Dezember 1996 konnten bei freier Beweglichkeit des Hand- und Ellbogengelenks keine relevanten Unfallfolgen mehr festgestellt werden. Es liegt diesbezüglich somit kein dauernder und erheblicher Integritätsschaden vor. Als unbegründet erweist sich die Verwaltungsgerichtsbeschwerde auch, soweit damit eine zusätzliche Entschädigung wegen einer voraussehbaren Verschlimmerung des Integritätsschadens beansprucht wird. Nach der bis Ende 1997 gültig gewesenen und auf den vorliegenden Fall anwendbaren Ziff. 3 des Anhanges 3 zur UVV (vgl. auch Art. 36 Abs. 4 UVV, eingefügt durch Verordnungsänderung vom 15. Dezember 1997; AS 1998 151) sind voraussehbare Verschlimmerungen des Integritätsschadens angemessen zu berücksichtigen. Dies setzt voraus, dass die Verschlimmerung im Zeitpunkt der Festsetzung der Integritätsentschädigung als wahrscheinlich prognostiziert und damit auch geschätzt werden kann (vgl. RKUV 1991 Nr. U 132 S. 308 f.). Die blosse Möglichkeit einer Verschlimmerung des Integritätsschadens genügt nicht. Im vorliegenden Fall besteht nach ärztlicher Auffassung zwar die Möglichkeit von weiteren Gelenkproblemen seitens der linken Hüfte und des linken Knies. Es wird jedoch ausdrücklich festgestellt, dass eine prognostische Beurteilung zurzeit nicht möglich sei. Dass sich hieran nach der kreisärztlichen Untersuchung und bis zu dem für die Beurteilung massgebenden Zeitpunkt des Erlasses des Einspracheentscheids vom 12. September 1997 (BGE 121 V 366 Erw. 1b mit Hinweisen) etwas geändert hätte, ist nicht anzunehmen, weshalb im Sinne einer antizipierten Beweiswürdigung von weiteren Abklärungen abzusehen ist (BGE 124 V 94 Erw. 4b, 122 V 162 Erw. 1d je mit Hinweisen). Sollte in der Zwischenzeit effektiv eine erhebliche (unfallbedingte) Verschlimmerung eingetreten sein, bleibt es dem Beschwerdeführer unbenommen, bei der SUVA ein Begehren um Revision der Integritätsentschädigung einzureichen (Art. 36 Abs. 4 Satz 2 UVV).