Citation: I 584/05 05.12.2005 E. 3

Bei der seinerzeitigen Anspruchsbeurteilung gingen Verwaltung und kantonales Gericht in medizinischer Hinsicht von einer 70%igen Arbeitsfähigkeit in einer wechselbelastenden, rückenadaptierten, körperlich weniger anspruchsvollen Tätigkeit aus, welche kein regelmässiges Arbeiten über Kopf erfordert. Diese Zumutbarkeitsbeurteilung stützte sich auf das Gutachten der MEDAS vom 6. Mai 1998, welches als Hauptdiagnosen ein chronisches zervikozephales Syndrom links, ein diffuses chronisches panvertebrales Schmerzsyndrom der linken Körperhälfte, eine chronische Periarthropathia humeroscapularis calcarea des supraspinatus sowie eine psychische Überlagerung von körperlichen Beschwerden bei Störung der Persönlichkeitsentwicklung nennt. Dr. med. G.________, der die Patientin schon damals behandelte, hatte in einem Bericht vom 18. Juni 1997 eine zervikale Migräne, eine chronische Depression, eine Periarthropathia humero-scapularis links sowie ein zerviko-vertebrales Syndrom diagnostiziert und die Arbeitsfähigkeit seit 24. Februar 1997 auf 50 % beziffert. Im Rahmen des Einkommensvergleichs setzte die IV-Stelle das Valideneinkommen auf Fr. 34'591.- fest (1995 erzielter Lohn als Spulerin in der Spinnerei L.________ AG von Fr. 33'740.-, angepasst an die Lohnentwicklung bis 1998), während das Invalideneinkommen mit Fr. 23'628.- beziffert wurde, entsprechend dem Einkommen in einer zu 70 % ausgeübten Tätigkeit aus den Bereichen Verpackungsarbeiten, Elektronikmontage, Hilfsarbeiten oder leichte Reinigungsarbeiten. Das kantonale Gericht zog in seinem die Verfügung vom 1. September 1998 bestätigenden Entscheid vom 23. Mai 2000 auch eine Bemessung des Invalideneinkommens auf der Grundlage von Tabellenlöhnen (Werte der schweizerischen Lohnstrukturerhebung 1994, Wert für einfache Hilfsarbeiten in der Region Glarus, Tabelle A 5.2.1) in Betracht, was - ebenfalls bei einem Pensum von 70 % und unter Berücksichtigung eines prozentualen Abzugs (vgl. BGE 126 V 75) von 25 % - einen Betrag von Fr. 21'400.- und einen Invaliditätsgrad von 38 % ergab. Es fügte bei, somit führe auch eine "vorsichtigere" Berechnung im Einkommensvergleich nicht zu einem rentenbegründenden Invaliditätsgrad.