Citation: 1B_230/2017 E. 3.3

3.3. Das Obergericht hat dazu erwogen, es brauche eine gewisse Zeit, bis ein Ehegatte wahrhaben könne, dass ihn der Ehepartner in möglicherweise strafbarer Weise hintergangen habe. Daher erscheine die Darstellung der Beschwerdegegnerin 1 nachvollziehbar, dass sie, obwohl sie vom Beschwerdegegner 2 mit "zahllosen leeren Versprechen" hingehalten worden sei, erst mit dem Eintreffen des Antwortschreibens des gegnerischen Rechtsvertreters vom 13. November 2014 zur Gewissheit gelangt sei, dass er sie in strafrechtlich relevanter Weise geschädigt habe. Es sei jedenfalls nicht von der Hand zu weisen, dass sie zunächst trotz der zahlreichen leeren Rückgabeversprechen lange darauf vertraute, dass es doch noch zu einer Rückgabe der Wertgegenstände (oder des Verkaufserlöses) kommen würde. Auch aus der Foto der Uhr mit dem Vermerk "The watch stolen before the wedding", welche die Beschwerdegegnerin 1 ins Recht gelegt habe, lasse sich nicht zwingend ableiten, dass sich der Beschwerdegegner 2 die Uhr vor der Hochzeit anfangs 2011 widerrechtlich angeeignet habe und die Beschwerdegegnerin 1 dies damals bereits wusste. Genausogut könne es sein, dass die Beschwerdegegnerin 1 als juristische Laiin den Vermerk später aufgrund der zwischenzeitlich gewonnenen Erkenntnisse in emotionaler Aufruhr angebracht habe.