Citation: 8C_278/2023 E. 6

Die Einwände der Arbeitslosenkasse sind begründet. Zwar kann von der Regel gemäss Art. 45 Abs. 4 lit. a AVIV, wonach die Aufgabe einer zumutbaren Arbeitsstelle ohne Zusicherung einer neuen Arbeitsstelle ein schweres Verschulden darstellt, abgewichen werden, wenn entschuldbare Gründe vorliegen, die das Verschulden nur als mittelschwer oder leicht erscheinen lassen (zum Ganzen vgl. BGE 130 V 125 E. 3.2 und E. 3.5). Entgegen der Auffassung der Vorinstanz genügt es für die Annahme eines solchen entschuldbaren Grundes jedoch nicht, dass bei der vom Beschwerdegegner gewählten Option eine - ohnehin nur geringe (vgl. E. 5 hiervor) - Chance auf eine Weiterbeschäftigung bestand. Nicht gefolgt werden kann dem kantonalen Gericht auch, soweit es, wohl gestützt auf E. 4.3.4 des Urteils 8C_315/2022 vom 23. Januar 2023, pauschal dafür hielt, der Beschwerdegegner habe sich mit Blick auf den Arbeitsmarkt und sein Fähigkeitsprofil für die gewählte Option entscheiden müssen. Entscheidend ist, dass der Beschwerdegegner auch bei der zweiten Option in seiner bisherigen Tätigkeit als kaufmännischer Angestellter weiterbeschäftigt worden und die Arbeitslosigkeit dabei frühestens auf Ende Dezember 2020 eingetreten wäre, womit ihm ein weiteres halbes Jahr zur Verfügung gestanden hätte, um eine Anschlusslösung zu finden und damit die Arbeitslosigkeit allenfalls ganz zu vermeiden. Der Umstand, dass die vom Beschwerdegegner gewählte Option bzw. die dabei gewonnene Einsicht ins Prozessmanagement allenfalls zu einem Mehrwert im Lebenslauf geführt hat, ist vor diesem Hintergrund nicht geeignet, sein Verschulden an der letztlich von ihm selbst verursachten und verschuldeten Arbeitslosigkeit als nur mittelschwer oder gar als leicht erscheinen zu lassen. Soweit der Beschwerdegegner schliesslich einen entschuldbaren Grund darin sieht, dass er zum Zeitpunkt seiner Entscheidung für die kürzere Option Ende 2019 nicht mit dem tatsächlichen Eintritt der Arbeitslosigkeit gerechnet habe, kann ihm ebenfalls nicht gefolgt werden. Daran ändert auch der zwischenzeitliche Eintritt der Covid-19-Pandemie nichts. Indem die Vorinstanz gleichwohl die in Art. 45 Abs. 3 lit. c AVIV für schweres Verschulden vorgesehene Einstelldauer unterschritt, verletzte sie nach dem Gesagten Bundesrecht. Die von der Arbeitslosenkasse verfügte Einstelldauer von 31 Tagen stellt die Untergrenze für schweres Verschulden dar, weshalb sich weitere Ausführungen zur Einstelldauer erübrigen.