Citation: 4A_35/2021 E. 3.1.1

3.1.1. Durch einen Pauschalpreis (vgl. Art. 373 OR; sowie zum Globalpreis und der Unterscheidung dieser beiden Varianten der Pauschalierung im Rahmen der SIA-Norm 118: GAUCH/STÖCKLI, Kommentar zur SIA-Norm 118, 2. Aufl., 2017, N. 1.1 zu Art. 40 und N. 1 zu Art. 41 SIA 118) wird die Vergütung "pauschaliert"; was der Unternehmer zum vereinbarten Pauschalpreis im Einzelnen leisten muss, ergibt sich aus dem konkreten Werkvertrag und ist durch Auslegung des gesamten Vertrages zu ermitteln (Urteile des Bundesgerichts 4A_291/2007 vom 29. Oktober 2007 E. 4.3; 4C.259/2006 vom 23. Oktober 2006 E. 3.1; PETER GAUCH, Der Werkvertrag, 6. Aufl., S. 436 f. Rz. 905a; GAUCH/ STÖCKLI, a.a.O., N. 2.1 zu Art. 41 SIA 118; vgl. auch Urteil 4A_125/2017 vom 20. November 2017 E. 5.5). Wird der vertragliche Leistungsinhalt durch rechtsgeschäftliche oder einseitige Bestellungsänderung modifiziert, hat der Unternehmer grundsätzlich Anspruch auf eine angemessene Mehrvergütung, falls ihm infolge der Projektänderung Mehraufwand anfällt (Urteil des Bundesgerichts 4C.205/1992 vom 9. April 1994 E. 5a; vgl. Art. 89 SIA 118). Der bei Vertragsschluss ausgehandelte Pauschalpreis ist nur für das in diesem Zeitpunkt vorgesehene Werk massgebend, ohne von der Bestellerin genehmigte qualitative und quantitative Änderungen (Urteil des Bundesgerichts 4C.375/1993 vom 20. Juni 1994 E. 3c). Der aus Bestellungsänderungen entstehende Mehraufwand ist, sofern keine andere Abrede besteht, nach Art. 374 OR zu entschädigen (Urteile des Bundesgerichts 4A_156/2018 vom 24. April 2019 E. 4.2.3; 4A_465/2017 vom 2. Mai 2018 E. 2; 4C.23/2004 vom 14. Dezember 2004 E. 4.1; GAUCH, a.a.O., S. 436 f. Rz. 905a), wobei das Bundesgericht aus Art. 89 SIA 118 von Art. 374 OR abweichende Regeln bezüglich der Festsetzung dieser Entschädigung abgeleitet hat (BGE 143 III 545 E. 4.4.4; Urteil des Bundesgerichts 4A_447/2018 vom 20. März 2019 E. 4.3.2). Dabei trägt der Unternehmer die Beweislast dafür, welche Leistungen zum Pauschalpreis zu erbringen sind und welche Leistungen Mehraufwand darstellen, die Anspruch auf Mehrvergütung geben (zit. Urteile 4A_156/2018 E. 4.2.3; 4A_465/2017 E. 2; 4C.23/2004 E. 4.1; 4C.86/2005 vom 2. Juni 2005 E. 3). Die Beweislast (Art. 8 ZGB) für die Pauschalpreisabrede an sich trägt derjenige, der eine feste Übernahme (Art. 373 OR) behauptet (Urteil des Bundesgerichts 4A_458/2016 vom 29. März 2017 E. 6.1 mit Hinweisen).