Citation: 7B_20/2023 E. 2.3

2.3. Die Beschwerdegegnerin 2 bestreitet nicht, die fragliche Mietkaution von Fr. 4'805.-- im Namen der Beschwerdeführerin am 7. Oktober 2019 für das Mietobjekt Bahnhofstrasse 32 in Sevelen in bar entgegengenommen zu haben. Hiervon besteht eine Quittung, welche die Beschwerdegegnerin 2 gegenüber den Mietern ausgestellt hat. Umstritten ist bloss, ob die Beschwerdegegnerin 2 dieses Geld veruntreut (Version der Beschwerdeführerin) oder aber der Beschwerdeführerin durch Deponierung in deren Büroräumlichkeiten weitergeleitet hat (Version Beschwerdegegnerin 2). Für die Deponierung des Geldes in den Büroräumlichkeiten fehlen objektive Beweismittel (wie Quittungen, WhatsApp-Nachricht oder Fotos). Vorhanden sind einzig die Aussagen der Beschwerdegegnerin 2, welche angibt, das Geld weitergeleitet zu haben. Der Umstand, dass die Vorinstanz in dieser Konstellation von einem klaren Sachverhalt ausgeht, der eine Verfahrenseinstellung rechtfertigt, steht in Einklang mit Bundesrecht. Die Frage, was mit der von den Mietern der Bahnhofstrasse 32 in Sevelen am 7. Oktober 2019 in bar einbezahlten Mietkaution geschehen ist, lässt sich mangels objektiver Beweismittel und mangels Aussagen von Drittpersonen, die Wahrnehmungen hierzu gemacht haben, nicht klären. Als einziges Beweismittel existieren die Aussagen der Beschwerdegegnerin 2, die sich selbst nicht belastet. Weder der Geschäftsführer der Beschwerdeführerin noch deren Angestellte C.________ können eigene konkrete Wahrnehmungen zur fraglichen Mietkaution schildern. Insoweit liegt ein klarer Fall von Beweislosigkeit vor. Daran ändern die Ausführungen der Beschwerdeführerin zum generellen Ablauf, wie Angestellte Bargeld für die Beschwerdeführerin entgegen genommen haben und ob diesbezüglich eine Praxis bestand, nichts. Daraus lässt sich nicht ableiten, was im konkreten Fall mit der Mietkaution vom 7. Oktober 2019 geschehen ist. Da es sich um einen einmaligen Vorfall handelt, der über zwei Jahre später angezeigt wurde und keine objektiven Anhaltspunkte bestehen, dass die Beschwerdegegnerin 2 unangemessene Geldbeträge für sich ausgegeben hätte, die nicht mit ihrem Erwerbseinkommen oder ihrem Vermögen korrespondieren, lassen sich - anders etwa als bei systematischen Vermögensdelikten mit hohen Geldbeträgen - aus dem Nichtvorhandensein von Belegen keine Erkenntnisse gewinnen, geschweige denn die von der Beschwerdeführerin der Beschwerdegegnerin 2 unterstellte Tat strafrechtlich positiv beweisen. Vielmehr ist die Vorinstanz richtigerweise davon ausgegangen, dass die von der Beschwerdegegnerin 2 gegenüber der Mieterschaft ausgestellte Quittung für das Mietzinsdepot eher gegen den Willen spricht, Geld zu Lasten der Beschwerdeführerin veruntreuen zu wollen. Nichts für die Argumentation der Beschwerdeführerin lässt sich aus der behaupteten Praxis von C.________ ableiten, Bargeld zur Not mitzunehmen und nicht im Büro zu lassen. Ebenso wenig ableiten lässt sich aus den Ausführungen der Beschwerdeführerin hinsichtlich anderweitiger Kritik an der Arbeitsleistung der Beschwerdegegnerin 2. Diesbezüglich ist eine strafrechtliche Relevanz nicht ersichtlich. Schliesslich bestreitet die Beschwerdeführerin nicht, dass Dritte grundsätzlich Zugang zum Büro hatten, wie die Vorinstanz feststellt. Daher ist die Variante, dass Dritte das deponierte Bargeld an sich genommen haben könnten, nicht von der Hand zu weisen. Insgesamt verletzt die Vorinstanz kein Bundesrecht, wenn sie zum Schluss gelangt, es liege kein hinreichender Tatverdacht gegen die Beschwerdegegnerin 2 vor, und sie die Einstellung des Strafverfahrens gegen die Beschwerdegegnerin 2 durch die Staatsanwaltschaft schützt.