Citation: 5A_972/2020 E. 4.3.1

4.3.1. Er macht zunächst geltend, die Beschwerdegegnerin habe den Beweis des Sanierungsbedarfs nicht im Ansatz angetreten. Gegenstand des Beweises sind rechtserhebliche, streitige Tatsachen (Art. 150 Abs. 1 ZPO). Der Beschwerdeführer widerspricht zwar den Feststellungen des Obergerichts, wonach er das Auftreten von Betonabplatzungen wie auch die Asbesthaltigkeit der Balkonseitenwände und ihren schlechten Zustand nicht bestritten habe. Ein Blick auf die von diesem genannten Stelle (kant. act. 105) zeigt jedoch auf, dass er zwar in allgemeiner Weise den Sanierungsbedarf bestritten hat, nicht aber die Betonabplatzungen, die Asbesthaltigkeit der Balkonseitenwände und den schlechten Zustand derselben. Damit bedurfte es mit Bezug auf das Auftreten von Betonabplatzungen, der Asbesthaltigkeit der Balkonseitenwände und deren (schlechten) Zustand keines Beweises. Eine Verletzung der Beweislastregeln liegt nicht vor, ebenso wenig wie die behauptete Ungleichbehandlung der Parteien hinsichtlich der Behauptungs- und Substanziierungslast. Schliesslich zielt der Vorwurf, aus dem Protokoll der Versammlung vom 30. März 2017 lasse sich nichts zu Gunsten der Beschwerdegegnerin ableiten, ins Leere. Inwiefern es offensichtlich unhaltbar - und damit willkürlich - sein soll, wenn das Obergericht bei dieser Ausgangslage auf einen Sanierungsbedarf schloss, erklärt der Beschwerdeführer nicht und ist auch nicht ersichtlich. Nicht zu beanstanden ist ferner die daraus gezogene weitere Erkenntnis, die Sanierung der Balkone als solche sei eine notwendige bauliche Massnahme. Die in diesem Kontext erhobene Rüge, es liege eine Verletzung der Dispositionsmaxime vor, weil sich das Obergericht hinsichtlich des angeblichen Sanierungsbedarfs mit der bestrittenen Behauptung der Beschwerdegegnerin begnüge und den angeblichen Beweis in den eingereichten Unterlagen von Amtes wegen zusammensuche, ist von vornherein unbegründet, denn die Dispositionsmaxime befasst sich, wie bereits das Obergericht zutreffend erwog, mit der Frage, ob das Gericht einer Partei mehr oder anderes zuspricht, als diese verlangt und nicht weniger, als die Gegenpartei anerkannt hat (Art. 58 Abs. 1 ZPO).