Citation: 4A_384/2024 E. 4.3.2

4.3.2. Mit dem zit. Urteil 4A_331/2007 E. 2.4 entschied das Bundesgericht lediglich, dass eine von den Parteien bewusst getroffene Vereinbarung betreffend Informationsansprüche nicht über die Annahme von Informationsansprüchen gestützt auf Treu und Glauben aus den Angeln gehoben werden darf. Es bedeutet nicht, dass in jeder Vereinbarung, die keine ausdrücklichen Informationsansprüche vorsieht, keine solchen vereinbart worden oder nach Treu und Glauben geschuldet wären - denn die Rechtsprechung des Bundesgerichts verlangt ein bewusstes Unterlassen und steht der Annahme eines implizit vereinbarten Informationsanspruchs nicht entgegen (BGE 114 II 57 E. 6d/aa; zit. Urteil 4A_306/2009 E. 6.1; MÜLLER, a.a.O., N. 215 Einleitung in das OR). Und auch bei einer expliziten Regelung bleiben eigentliche Vertragslücken denkbar (vgl. zit. Urteil 4A_306/2009 E. 6.1 mit Hinweisen), soweit die Auslegung ergibt, dass die Parteien nicht bewusst schweigen, sondern eine Rechtsfrage, die den Vertragsinhalt betrifft, nicht oder nicht vollständig geregelt haben (BGE 115 II 484 E. 4a; 111 II 260 E. 2a mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 4A_58/2022 vom 10. Juni 2022 E. 6.2).