Citation: 5A_299/2020 E. 2

Das Obergericht hat (in der Folge des bundesgerichtlichen Rückweisungsentscheides) als Erstes geschlossen, dass sich die Erklärung des Sachrichters im Formblatt (gemäss Anhang) V zum LugÜ auf die Financial Remedy Order vom 20. Dezember 2016 beziehe. Die Vollstreckbarkeit dieser Order ergebe sich aus dem Zusammenspiel der (am gleichen Tag gefällten) Freezing Order, dem Formblatt V sowie direkt aus dem zu vollstreckenden Entscheid. Als Zweites hat das Obergericht geprüft, ob der Beschwerdegegnerin das verfahrenseinleitende Schriftstück in einer den Anforderungen von Art. 34 Ziff. 2 LugÜ genügenden Weise zugestellt worden ist. Mangels Einlassung der Beschwerdegegnerin in das englische Verfahren sei erforderlich, dass das verfahrenseinleitende Schriftstück der Beschwerdegegnerin effektiv und rechtzeitig zugestellt worden ist. Für die effektive Zustellung berufe sich die Beschwerdegegnerin einzig auf die vom englischen Gericht vorgenommene " Alternativzustellung" ("constructive notice"). Das englische Gericht habe durch eine Joinder Order vom 25. Oktober 2016 die Beschwerdegegnerin dadurch in den Scheidungsprozess aufgenommen, dass diese Prozessverfügung dem beklagten Ehemann (bzw. dessen Rechtsvertretung) zur Kenntnis gebracht worden sei. Grund dafür sei der Schluss des englischen Gerichts, dass die Beschwerdegegnerin lediglich ein "Strohmann bzw. alter ego " des Ehemannes sei. Durch die "Vorwegnahme des Durchgriffs" in Form einer Beiladung sei ein effektiver Zugang des verfahrenseinleitenden Schriftstücks an die Beschwerdegegnerin nicht dargetan. Das Obergericht hat geschlossen, dass die Anerkennung des englischen Urteils gegenüber der Beschwerdegegnerin mangels Nachweis des effektiven Zugangs des verfahrenseinleitenden Schriftstücks zu verweigern sei. Es liess daher als Drittes (mit Blick auf den sachlichen Anwendungsbereich des LugÜ) offen, ob die vom englischen Gericht definierte Abgeltung Unterhalt oder Güterrecht darstellt.