Citation: 9C_443/2023 E. 5.1.1

5.1.1. Die Beschwerdeführerin beruft sich auf BGE 148 V 49. Gemäss diesem Entscheid lässt sich eine leicht- bis mittelgradige depressive Störung ohne nennenswerte Interferenzen durch psychiatrische Komorbiditäten im Allgemeinen nicht als schwere psychische Krankheit definieren. Bestehe dazu noch ein bedeutendes therapeutisches Potential, so sei insbesondere auch die Dauerhaftigkeit des Gesundheitsschadens in Frage gestellt. In einem solchen Fall müssten gewichtige Gründe vorliegen, damit dennoch auf eine invalidisierende Erkrankung geschlossen werden könne (BGE 148 V 49 E. 6.2.2; dazu JÖRG JEGER, BGE 148 V 49: Ist das Bundesgericht rückfällig geworden?: Gedanken aus medizinischer Sicht, in: Jusletter 10. Oktober 2022; CERLETTI/EBNER/HERZOG-ZWITTER/MAGER/ROTA/SAUVANT, Stellungnahme der SIM sowie der betroffenen Fachgesellschaften SGVP und SGPP/FMPP zum aktuellen Leiturteil BGE 148 V 49, in: Jusletter 19. Dezember 2022). Die zitierten Erwägungen zielen in erster Linie auf die Frage, ob eine attestierte Arbeitsunfähigkeit mit Blick auf die Schwere der zugrundeliegenden gesundheitlichen Beeinträchtigung nachvollziehbar und schlüssig erscheint. Sie betreffen insoweit nicht die hier interessierende Frage nach dem Einfluss der medizinischen Behandelbarkeit eines Gesundheitsschadens auf eine (vorläufige) Erwerbsunfähigkeit.