Citation: 2C_390/2021 E. 3.4

3.4. Ob das erschwerende Tatbestandsmerkmal der Mutwilligkeit der Verschuldung erfüllt ist, hat in einem dem Untersuchungsgrundsatz unterliegenden Verfahren wie dem ausländerrechtlichen Bewilligungs- verfahren die Behörde abzuklären (vgl. Urteil 2C_882/2020 vom 6. Mai 2021 E. 3.4.3), auch wenn die Ausländerin oder der Ausländer nach Art. 90 AIG verpflichtet ist, an der Feststellung des für die Anwendung des AIG massgebenden Sachverhalts mitzuwirken (vgl. Urteil 2C_882/2020 vom 6. Mai 2021 E. 3.4.3 mit Hinweisen). Bei der Prüfung der materiellen Rechtmässigkeit eines ausländerrechtlichen Entscheids sind für das Bundesgericht in der Regel die tatsächlichen Verhältnisse massgebend, wie sie im Zeitpunkt des Entscheids der richterlichen Vorinstanz herrschten (BGE 127 II 60 E. 1b S. 63; Urteil 2C_573/2019 vom 14. April 2020 E. 2.4). Die Vorinstanz ist ihrerseits verpflichtet, die von den Beschwerdeführenden behaupteten Anstrengungen zur Schuldentilgung bis zum Entscheidzeitpunkt zu berücksichtigen und gestützt darauf die Schuldensituation abzuklären (vgl. BGE 135 II 369 E. 3.3; Urteil 2C_573/2019 vom 14. April 2020 E. 2.4). Untersuchungsgrundsatz und Mitwirkungspflicht ändern hingegen an der objektiven Beweislast nichts, wonach grundsätzlich diejenige Partei die Folgen der Beweislosigkeit eines Sachumstands zu tragen hat, die Rechte daraus ableiten wollte (Urteil 2C_573/2019 vom 14. April 2020 E. 2.4 mit Hinweisen).