Citation: 9C_56/2019 E. 4.2.3

4.2.3. Nicht anders verhält es sich hinsichtlich des Einwandes der Beschwerdeführerin, wonach die Therapievorschläge - nach Ziff. 7.8 des Gutachtens bestehend in einer Anpassung der psychopharmakologischen Behandlung mit regelmässigen Spiegelkontrollen und der Einleitung einer Rezidivprophylaxe (z.B. mit einem Antiepileptikum [Valproinsäure] oder Lithium) - nicht zur gestellten Diagnose (leichte depressive Episode) passen sollen. Ihrem Vorbringen ist entgegenzuhalten, dass es im Ermessen des Arztes liegt, auch eine lediglich leichte depressive Episode mit einer medikamentösen antidepressiven Behandlung anzugehen (wobei diese hier auch wesentlich der Rückfallprophylaxe diente). Soweit die Beschwerdeführerin darin einen Widerspruch zur DGPPN-Leitlinie (S3-Leitlinie/Nationale VersorgungsLeitlinie, Unipolare Depression, Kurzfassung, 2. Aufl. 2017, Version 1) erblickt, welche sich im Übrigen auf Empfehlungen beschränkt, kann ihr nicht gefolgt werden. Denn darin wird bei leichten depressiven Episoden lediglich von einer generellen Erstbehandlung mit Antidepressiva abgeraten, während deren Einsatz im Falle von Episoden mittelgradiger oder schwerer Depression in der Vorgeschichte des Patienten befürwortet wird. Da bei der Versicherten nach den Akten in der Vergangenheit derartige mindestens mittelschwere Episoden aufgetreten sind, ist eine Behandlung mit Antidepressiva auch nach der DGPPN-Leitlinie angezeigt, so dass der Einwand der Beschwerdeführerin schon aus diesem Grund ins Leere geht.