Citation: 9C_870/2013 E. 5.2

5.2. Soweit die Vorinstanz eine Meldepflichtverletzung dergestalt bejahte, als der Beschwerdeführer seine Pferdehandelsaktivitäten nicht gemeldet habe (E. 3.3.4 in fine des angefochtenen Entscheids), kann dem nicht beigepflichtet werden. Aktenkundig sind allein Aktivitäten zwischen dem 26. Juli 2003 (Verkauf des Pferds "A.________") und dem 1. Mai 2004 (Kauf der Pferde "C.________" und "P.________"). Weil diese allesamt vor der Leistungszusprechung vom 7. Dezember 2006 stattgefunden haben und die Meldepflicht das Stadium des laufenden Rentenbezugs betrifft, ist der Anwendung des Art. 77 IVV in casu von vornherein der Boden entzogen ( ULRICH MEYER, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 2. Aufl. 2010, S. 468 mit Hinweis auf Urteil I 178/92 vom 27. Oktober 1993 E. 2a). Zur alternativen Voraussetzung der unrechtmässigen Erwirkung der Rentenleistungen erwog das kantonale Gericht, der Beschwerdeführer habe den Ärzten seine umfangreichen beruflichen und privaten Aktivitäten verschwiegen und sie über seine gesundheitliche Situation getäuscht (E. 3.4-3.5 des angefochtenen Entscheids). Dem ist beizupflichten. In der Tat präsentierte sich der Beschwerdeführer gegenüber der IV-Stelle (vgl. die in der IV-Anmeldung erwähnten Einschränkungen) und den Ärzten als Mensch, welcher unter ständigen, schweren Beschwerden leidet, welche praktisch sämtliche Aktivitäten verunmöglichen ("Zum Zeitpunkt der Untersuchung klagt der Patient über andauernde Kopf- und Nackenschmerzen"; "Den Tag verbringt er mehr oder weniger zu Hause, geht etwas spazieren, aber auch da hat er Schmerzen"; Dann gehe er häufig nach Bad Ragaz zum Baden [...], sonst mache er nüd"; Untersuchung des Prof. Dr. med. A.________ vom 27. April 2004 S. 4 und 8). Dass er massgeblich am Aufbau und Betrieb der B.________ AG beteiligt war und dabei faktisch in einem Vollpensum arbeitete, verschwieg er. Auch täuschte er die IV-Stelle über seine Funktion bzw. das tatsächliche Ausmass seiner Aktivitäten, als er mit Schreiben vom 23. Januar 2008 angab, lediglich als "Sachbearbeiter" in einem 20 %-Pensum angestellt zu sein, hatte er doch vielmehr eine Organstellung inne und übte diese auch aus. Selbst auf ausdrückliche Nachfrage der IV-Stelle hin zu seiner Rolle bei der B.________ AG (Fragebogen vom 17. Oktober 2011) gab er wahrheitswidrig Auskunft. Namentlich verneinte er die Frage nach einer finanziellen Beteiligung am Unternehmen (Antwortschreiben vom 15. November 2011), obschon er von Anfang an (massgeblicher) Geldgeber dieser Unternehmung war (Einvernahme vom 23. Oktober 2012, Fragen 118 und 166 f.; vgl. auch Kontodetail 2075 - Darlehen W.________). Unter diesen Umständen kann letztlich offen bleiben, ob er auch hinsichtlich der Aktienverhältnisse die Unwahrheit gesagt hat. So oder anders vermag sich der Beschwerdeführer mit dem letztinstanzlich aufgelegten Auszug aus dem Aktienbuch der B.________ AG - soweit es sich nicht ohnehin um ein unzulässiges Novum handelt (Art. 99 Abs. 1 BGG) - nicht vom Vorwurf der Täuschung bzw. Falschaussage zu entlasten. Mithin ist erstellt, dass der Beschwerdeführer die Rentenleistungen durch Vortäuschung eines invalidisierenden Gesundheitszustands bzw. durch unzutreffende Angaben über seine Erwerbstätigkeit unrechtmässig erwirkte. Damit ist die verfügte Rückerstattung der unrechtmässig bezogenen Leistungen im Grundsatz bundesrechtskonform. Nachfolgend bleibt zu prüfen, ob die Verwirkungsfristen gemäss Art. 25 Abs. 2 ATSG eingehalten wurden.