Citation: 5A_433/2017 E. 5.2

5.2. Die Vorinstanz hat zwecks Ermittlung des gebührenden Unterhalts zunächst gestützt auf die Feststellungen des Gerichtspräsidiums Gaster im Entscheid betreffend Eheschutzmassnahmen vom 16. Mai 2000 die finanziellen Verhältnisse der Parteien vor Auflösung des gemeinsamen Haushalts festgestellt und aufgrund dieser Zahlen einen Überschuss von Fr. 1'496.-- errechnet. Entgegen der Behauptung der Beschwerdeführerin hat die Vorinstanz somit den massgebenden finanziellen Bedarf der Eheleute ermittelt. Dabei ging sie insbesondere von einem Einkommen des Beschwerdegegners von Fr. 8'400.-- netto pro Monat aus, womit auch widerlegt ist, dass die finanziellen Verhältnisse des Beschwerdegegners nicht eruiert worden seien. In einem zweiten Schritt hat sie aufgrund der nämlichen Grundlage die finanziellen Verhältnisse nach Aufhebung des gemeinsamen Haushalts aufgeführt und daraus einen Überschuss von Fr. 159.-- errechnet. Sodann hat sie den in der Appellationsbegründung von der Beschwerdeführerin persönlich bezifferten Bedarf von Fr. 2'920.-- (Grundbetrag Fr. 1'200.--, Mietzins Fr. 865.--, Krankenkasse Fr. 245.--, Arztkosten Fr. 310.--, Lebensversicherung Fr. 50.--, weitere Versicherungen Fr. 50.-- und Steuern Fr. 200.--) übernommen. Zu diesem Betrag hat sie den hälftigen Überschuss von Fr. 80.-- (Fr. 159.-- : 2) hinzugerechnet. Zusätzlich zu diesem Betrag (Fr. 3'000.--) hat sie sodann einen Vorsorgeunterhalt von Fr. 304.-- (Fr. 81.-- + Fr. 223.--) ermittelt und damit den gebührenden Unterhalt der Beschwerdeführerin inklusive Vorsorgeunterhalt auf Fr. 3'304.-- festgesetzt. In der Folge hat das Kantonsgericht den gestützt auf Art. 125 ZGB berechneten nachehelichen Unterhaltsbeitrag ab Rechtskraft des Urteils im Scheidungspunkt (11. September 2006) mit den Unterhaltszahlungen verglichen, welche die Beschwerdeführerin gestützt auf die Scheidungsvereinbarung vom 3. bzw. 9. September 2009 und den Entscheid betreffend Eheschutzmassnahmen erhalten hat. Laut den Berechnungen hätte der Unterhaltsanspruch der Beschwerdeführerin für die Zeit vom 11. September 2006 (Datum der Rechtskraft des Urteils im Scheidungspunkt) bis Mai 2019 (Eintritt des Beschwerdegegners in das AHV-Alter) Fr. 17'385.-- betragen. Gemäss der Vereinbarung und dem Urteil betreffend Eheschutzmassnahmen habe die Beschwerdeführerin indes von September 2006 (Rechtskraft des Urteils im Scheidungspunkt) bis Mai 2014 (Ende der Unterhaltspflicht gemäss Vereinbarung) Unterhaltsbeiträge von Fr. 162'560.-- erhalten. Die Beschwerdeführerin habe damit rund Fr. 144'000.-- mehr bekommen, als ihr gestützt auf Art. 125 ZGB zugesprochen worden wäre, was für die Zeit ab der Scheidung bis zur Pensionierung des Beschwerdegegners (153 Monate) monatlich gut Fr. 900.-- ergebe. Daran ändere nichts, dass ihr die IV- sowie G.________-Rente erst ab September 2008 bzw. März 2009 ausbezahlt worden seien. Allenfalls für ihren Unterhalt abgezehrtes Vermögen habe die Beschwerdeführerin mit den nachträglichen Zahlungen wieder ersetzen können.