Citation: 1C_618/2022 E. 4.4

4.4. Gemäss Art. 22 Abs. 1 lit. a VwVV/OW ist ein rechtskräftig erledigtes Verfahren auf Begehren einer Partei durch die Behörde oder Amtsstelle namentlich in Wiedererwägung zu ziehen, falls eine gegenüber dem Tatbestand des ersten Entscheides wesentlich veränderte Sachlage vorliegt oder die gesuchstellende Person für die Beurteilung der Verhältnisse erhebliche Tatsachen oder Beweismittel anruft, die früher nicht bekannt waren oder die sie in jenem Verfahren nicht geltend machte, weil sie dazu nicht in der Lage war oder weil dafür keine Veranlassung bestand. Mit ihren Vorbringen verkennen die Beschwerdeführenden, dass eine Wiedererwägung der Baubewilligung vom 11. Mai 1988 und den damit zusammenhängenden Auflagen nicht durch die Vorinstanz zu erfolgen hätte, sondern durch die erstinstanzlich für die Baubewilligung zuständigen Behörden und zudem ein entsprechendes Begehren einer Partei erforderlich wäre. Die Beschwerdeführenden machen nicht geltend, je ein solches Gesuch bei den erstinstanzlichen Behörden eingereicht zu haben. Somit ist nicht ersichtlich, inwieweit die Vorinstanz gestützt auf Art. 22 Abs. 1 VwVV/OW dennoch von Amtes wegen zur Prüfung gehalten gewesen wäre, ob der ursprüngliche Baubewilligungsentscheid in Wiedererwägung zu ziehen war. Unabhängig davon hätte die Aufhebung der in der Baubewilligung vom 11. Mai 1988 formulierten Auflage zu keinem anderen Ergebnis geführt, zumal die Bewilligung für den Einbau der Küche ohnehin zu verweigern war (vgl. E. 5 hiernach). Insofern liegt weder eine willkürliche Anwendung von Art. 22 Abs. 1 VwVV/OW noch eine Verletzung des rechtlichen Gehörs der Beschwerdeführenden vor.