Citation: U 354/04 11.04.2005 E. A

Der 1966 geborene A.________ war seit 13. August 2001 bei der Q.________ AG als Lastwagenchauffeur tätig und bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) obligatorisch unfallversichert. Am 11. September 2001 stürzte er bei der Arbeit und zog sich eine leichte Kontusion der Lendenwirbelsäule (LWS) zu. Dennoch arbeitete er weiter, verspürte in der Folge beim Heben einer Kiste jedoch starke Schmerzen im LWS-Bereich mit Übergang ins Kreuzbein (Sacrum), welche ihm eine Weiterarbeit verunmöglichten. Vom 11. bis 14. September 2001 war A.________ im Spital X.________ hospitalisiert. Die dortigen Ärzte diagnostizierten eine Lumboischialgie nach Sturz und Verhebetrauma. Unmittelbar nach der Entlassung aus dem Spital klagte er über eine Schmerzexazerbation lumbal, worauf vom 23. September bis 12. Oktober 2001 eine stationäre Behandlung in der Höhenklinik Y.________ erfolgte. Die dortigen Ärzte stellten eine Lumboischialgie L4/5 mit intermittierendem Harnverhalt, differenzialdiagnostisch schmerzbedingt, und kleiner medianer Diskushernie L4/5 ohne Beeinträchtigung neuraler Strukturen (strukturpathologisch nicht relevant) sowie ein Asthma bronchiale fest. Sie führten aus, zur Vermeidung einer Chronifizierung sei eine möglichst schnelle Reintegration in den Arbeitsprozess wünschenswert, zunächst in einem Teilzeitpensum von 50 %. Da die Möglichkeit einer Teilzeitbeschäftigung als LKW-Fahrer nach Angaben des A.________ nicht möglich sei, attestierten sie zur Fortsetzung der ambulanten Physiotherapie eine 14-tägige 100%ige Arbeitsunfähigkeit und eine anschliessende vollständige Reintegration in den Arbeitsprozess (Bericht vom 12. Oktober 2001). Mit Schreiben vom 7. November 2001 bat Hausarzt Dr. med. M.________, Allgemeine Medizin FMH, die SUVA, auf die möglichst rasche Reintegration in den Arbeitsprozess durch "Zuteilung einer geeigneten anderen Arbeit, Arbeitsplatz" Einfluss zu nehmen, da eine Chronifizierung der Lumboischialgie drohe. Am 21. Februar 2002 wurde A.________ kreisärztlich untersucht. Dr. med. L.________, FMH für Chirurgie, führte aus, aufgrund der komplexen psychischen Situation sei es nicht sinnvoll, eine Arbeitsfähigkeit zu verfügen. Hingegen solle eine nochmalige Rehabilitation mit Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit erfolgen. Selbst wenn gewisse Symptome objektiviert werden könnten, sei die Unfallkausalität fünf Monate nach einem banalen Kontusionstrauma der Lumbalregion nicht mehr plausibel. Vom 22. April bis 31. Mai 2002 weilte A.________ stationär in der Rehaklinik Z.________. In einem am 8. Mai 2002 durchgeführten psychosomatischen Konsilium diagnostizierten Dr. phil. T.________, Fachpsychologe für klinische Psychologie und Psychotherapie FSP, und Dr. med. K.________, FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, eine posttraumatische gemischte Angststörung mit hypochondrischer Verletzungsverarbeitung, sozialphobischen Symptomen sowie Somatisierung und einzelnen depressiven Symptomen (ICD-10 F41.3). Die Ärzte teilten die Auffassung der Mediziner an der Höhenklinik Y.________, wonach zur Vermeidung einer Chronifizierung eine möglichst schnelle Reintegration in den Arbeitsprozess wünschenswert wäre. Dem Austrittsbericht der Rehaklinik vom 28. August 2002 lassen sich als funktionelle Diagnosen und Probleme ein lumbospondylogenes Syndrom links, eine Somatisierungstendenz sowie ein Verdacht auf Prostatitis entnehmen. Als weitere Diagnosen werden ein Asthma bronchiale sowie eine Allergie auf Tierhaare angeführt. Die Ärzte hielten fest, im Rahmen des Zumutbaren sei A.________ "im Prinzip" in einer leichten bis mittelschweren, wechselbelastenden Arbeit ohne Tätigkeiten in vorgeneigter und/oder verdrehter Position ganztags arbeitsfähig. Eine im Auftrag der Invalidenversicherung, bei welcher sich A.________ zwischenzeitlich zum Leistungsbezug angemeldet hatte, vom 19. bis 30. August 2002 durchgeführte Berufserprobung in der Rehaklinik Z.________ ergab, dass eine körperlich leichte Tätigkeit ganztags zumutbar wäre. Am 9. Oktober 2002 fand eine weitere kreisärztliche Untersuchung statt. Dr. med. W.________, Chirurgie FMH, gab an, die Beschwerden seien aufgrund des Unfallereignisses nicht mehr erklärbar. Da weiterhin erhebliche Beeinträchtigungen bestünden, sei jedoch eine spezialärztliche orthopädische Wirbelsäulenabklärung und Beurteilung angezeigt. Letzte wurde am 3. Dezember 2002 in der orthopädischen Klinik C.________ durchgeführt. Die dortigen Ärzte diagnostizierten eine Lumboischialgie links nach LWS Kontusion, konnten jedoch keine neurologischen Ausfälle objektivieren. Eine MRI-Untersuchung vom 31. Januar 2003 zeigte einen anlagebedingt normal weiten Spinalkanal, keine Höhenminderung von Wirbelkörpern oder Disci invertebrales, eine kleinste mediane Diskusprotrusion L4/5 ohne Einengung des Spinalkanals und ohne Kontakt zu den Nervenwurzeln. Mit Bericht vom 11. Februar 2003 führten die Ärzte der Klinik C.________ überdies aus, im Unterschied zu den MRI-Aufnahmen aus dem Jahre 2001 sei eine Segmentdegeneration L4/L5 (Chondrose) zu sehen. Aus orthopädischer Sicht sei keine Indikation für ein chirurgisches Vorgehen gegeben; für leichte Arbeiten (Heben zwischen 10 bis 15 kg, Positionswechsel) bestehe eine vollständige Arbeitsfähigkeit. Anlässlich der kreisärztlichen Untersuchung vom 14. Juli 2003 führte Dr. med. W.________ aus, aufgrund der zahlreichen Untersuchungen, Beurteilungen und Befunde seien eine weiterhin bestehende volle Arbeitsunfähigkeit und natürlich kausale Unfallfolgen, bei mässigem lumbovertebralem Syndrom ohne Ausstrahlung und ohne nachgewiesene posttraumatische strukturelle Läsionen in Bezug auf das zugrunde liegende bagatelläre Unfallereignis nicht erklärbar. Psychisch seien im Verlaufe des Rehabilitationsaufenthaltes in der Rehaklinik Z.________ zusätzlich unfallfremde Diagnosen (depressive Episode) erhoben worden. Daraufhin stellte die SUVA am 17. Juli 2003 die Heilbehandlung sofort, das Taggeld zum 31. Juli 2003 ein. Die hiegegen von der Krankenversicherung V.________ vorsorglich erhobene Einsprache zog diese nach Einsicht in die Akten wieder zurück. Die Einsprache des A.________ wies die SUVA am 18. November 2003 ab.