Citation: 4C.441/1998 25.09.2000 E. 3

3.- a) Beweismässig ist nicht erstellt, ob und in welchem Umfang die Nebenintervenienten tatsächlich Schmiergelder erhalten haben. Daher erübrigt sich die Frage, ob ein derartiges Verhalten allenfalls strafrechtlich relevant wäre oder als widerrechtlich oder unsittlich anzusehen ist. Den tatsächlichen Feststellungen des Obergerichts ist kein Verhalten der Nebenintervenienten zu entnehmen, das widerrechtlich oder strafbar wäre. Damit scheidet der Tatbestand der Hehlerei mangels Vortat aus. Auch kann der Beklagte nicht als Begünstiger im Sinne von Art. 50 Abs. 3 OR angesehen werden, ist doch auch danach für eine Haftung zumindest der Nachweis eines zivilrechtlichen Delikts vorausgesetzt, dessen Erfolg der Begünstiger durch seine Handlungen sichert. b) Den Verstoss gegen die anwaltlichen Pflichten begründet die Klägerin selbst damit, ein Anwalt dürfe sich nicht an der Beiseiteschaffung von Vermögenswerten beteiligen, von denen er weiss oder annehmen muss, dass sie deliktischen Ursprungs sind. Den Beweis eines derartigen Ursprungs hat die Klägerin indes wie dargelegt nicht erbracht. Unter diesen Umständen ist nicht ersichtlich, inwiefern das Verhalten des Beklagten gegen die Vorschriften des Anwaltsgesetzes verstossen oder unsittlich sein sollte.