Citation: 5A.32/2006 02.11.2006 E. 3

3.1 Die Beschwerdeführer rügen eine unrichtige und unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts durch fehlerhafte Würdigung der rechtsmedizinischen Gutachten. Sie legen dar, dass das Obergericht zu Unrecht den "praeliminären Bemerkungen zu med. Abklärungen und rechtsmedizinischem Gutachten" von Dr. med. S.________, Chefarzt der kinderchirurgischen Klinik C.________, vom 29. Mai 2006 (Bericht Dr. S.________), den die Beschwerdeführer beigezogen haben, weniger Gewicht zumisst als dem "rechtsmedizinischen Gutachten" des Instituts für Rechtsmedizin, Abteilung forensische Medizin der Universität Bern vom 8. November 2005, welches Prof. T.________ zusammen mit Dr. U.________ zuhanden des Untersuchungsrichteramts III Bern-Mittelland erstattet hat. Die Rüge ist unbegründet. 3.2 Gemäss Art. 105 Abs. 2 OG ist das Bundesgericht an die Feststellung des Sachverhalts durch das Obergericht gebunden, wenn dieses den Sachverhalt nicht offensichtlich unrichtig, unvollständig oder unter Verletzung wesentlicher Verfahrensgrundsätze festgestellt hat. 3.3 Zunächst handelt es sich beim rechtsmedizinischen Gutachten um ein unter Strafandrohung erstattetes gerichtliches Gutachten, während der Bericht Dr. S.________ auf Veranlassung der Beschwerdeführer erarbeitet worden ist. Weiter durfte das Obergericht mit Grund würdigen, dass Dr. S.________ gemäss eigenen Angaben eine bewusst kritische Durchsicht der Unterlagen und des rechtsmedizinischen Gutachtens vorgenommen und seine eigenen Kommentare und Interpretationen unter Fokussierung entlastender Momente verfasst hat. Die Beschwerdeführer weisen in ihrer Verwaltungsgerichtsbeschwerde selber darauf hin (Ziff. 27 S. 10), es sei ihnen mit dem Bericht Dr. S.________ darum gegangen, ihre Kritik am rechtsmedizinischen Gutachten zu untermauern und durch einen ausgewiesenen Facharzt darlegen zu lassen, in welchen Punkten das Gutachten Mängel aufweise. Weiter hat das Obergericht mit Grund gewürdigt, dass der Bericht Dr. S.________ die einzelnen Befunde isoliert betrachtet und nicht - wie das gerichtsmedizinische Gutachten - im Gesamtzusammenhang dargestellt hat. Die Beschwerdeführer räumen selber ein, dass es nicht Aufgabe von Dr. S.________ gewesen sei, eine weitere Gesamtbeurteilung vorzunehmen, sondern vielmehr das Gutachten - in Einzelpunkten - einer kritischen Würdigung zu unterziehen (Ziff. 29 S. 10). Schliesslich durfte das Obergericht in einem ersten Schritt das rechtsmedizinische Gutachten als insgesamt schlüssig und nachvollziehbar bezeichnen und dieses dann in einem zweiten Schritt dem Bericht Dr. S.________ gegenüber stellen und schliesslich seine differenzierten Schlussfolgerungen ziehen. Hinsichtlich der grundsätzlichen Überlegungen, welche das Obergericht zum Verhältnis der beiden Gutachten bzw. Berichte angestellt hat, ist daher keine offensichtlich falsche Würdigung feststellbar. 3.4 Konkret kritisieren die Beschwerdeführer, dass das Obergericht zu wenig beachtet habe, dass nach Auffassung von Dr. S.________ mehrere im Gutachten aufgeführte Verletzungen nicht zweifelsfrei erstellt seien (Ziff. 30 S. 10). So könnten die vom Gutachten beschriebenen Veränderungen der Knochenschäfte vom rechten (recte: linken) Oberarm und dem linken Schienbein - ebenso wie die Veränderungen im Gesichtsbereich (Jochbein, Augenhöhle) - gemäss Dr. S.________ nicht ohne weiteres Knochenbrüchen in Heilung zugeordnet werden. Das Obergericht hat diesen Einwänden durchaus Rechnung getragen. Es hat in seiner zusammenfassenden Beweiswürdigung (Ziffer 10 S. 11) dazu ausgeführt, selbst wenn die von Dr. S.________ in Zweifel gezogenen Brüche (Oberarm, Schienbein, Gesichtsschädel) ausser Betracht gelassen würden, sei erwiesen, dass Z.________ folgende Verletzungen aufgewiesen habe : - Schwellung am Scheitel rechts - Beidseitige Schädelbrüche mit eingedrückter Stelle (Impression) rechts - Blutung unter die harte Hirnhaut - Blutung der Netzhaut - Rippenbrüche (3. - 7. Rippe rechts, 3. - 8. Rippe links) - zwei Hautabschürfungen im Gesicht - Hautunterblutung am Rücken." Das Obergericht hat demnach die von Dr. S.________ in Zweifel gezogenen Verletzungen in seiner Beweiswürdigung nicht als bestehend anerkannt. Eine offensichtlich unrichtige Sachverhaltsfeststellung liegt auch in diesem Zusammenhang nicht vor. 3.5 Die Beschwerdeführer machen weiter geltend, entgegen der vom Gutachten suggerierten Gewissheit der Kindsmisshandlungen, könnten diese keineswegs als erwiesen betrachtet werden. Bezüglich der Ursachen der erwiesenen und nicht bestrittenen Verletzungen führte das Obergericht zusammenfassend aus, hinsichtlich der Rippenbrüche, die gemäss Gutachten im August 2005 als 1 bis 6 Wochen alt bezeichnet worden seien und deren Vorliegen auch von Dr. S.________ nicht in Frage gestellt worden seien, müsse davon ausgegangen werden, dass diese nicht auf die von den Beschwerdeführern geschilderten Unfälle zurückzuführen seien. Einerseits stimmten die zeitlichen Angaben nicht überein, denn die Beschwerdeführer schilderten Unfälle erst ab Anfang Juli 2005; andererseits sei mit dem Gutachten davon auszugehen, dass die Rippenbrüche nur durch ausgeprägte Gewalteinwirkungen entstanden sein könnten. Selbst Dr. S.________ führe aus, dass die Rippenfrakturen nicht den beschriebenen Unfällen zugeordnet werden können. Es könne daher ohne weiteres geschlossen werden, dass Z.________, verteilt über die 14 ½ Wochen, die sie bei ihren Pflegeeltern verbracht habe, Verletzungen erlitten habe, die nicht auf Unfälle oder Missgeschicke zurückzuführen seien. Dass und inwiefern diese Beweiswürdigung offensichtlich falsch sei, legen die Beschwerdeführer nicht dar und ist auch nicht ersichtlich. Bezüglich der weiteren Verletzungen liess das Obergericht endlich offen, ob diese durch Kindsmisshandlungen entstanden seien, oder ob hierfür auch oder ausschliesslich die von den Beschwerdeführern genannten Unfälle ursächlich seien. Dies gelte vor allem für die Frage, ob von einem Schütteltrauma und von stumpfen Gewalteinwirkungen ausgegangen werden müsse, oder ob gewisse Verletzungen tatsächlich Folge des Badewannenunfalls gewesen seien. Auch diesbezüglich legen die Beschwerdeführer nicht dar, dass und inwiefern diese Beweiswürdigung offensichtlich falsch oder unvollständig ist und dies ist auch nicht ersichtlich. 3.6 Schliesslich führte das Obergericht in seiner zusammenfassenden Beweiswürdigung aus, es müsse mit dem rechtsmedizinischen Gutachten davon ausgegangen werden, dass in Anbetracht der eingeschränkten Bewusstseinslage des Kindes bei Spitaleintritt eine akute Lebensgefahr zum damaligen Zeitpunkt in engeren Betracht gezogenen werden müsse. Diese Schlussfolgerung sei auch von Dr. S.________ nicht in Abrede gestellt worden und sie wird auch in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde nicht beanstandet. 3.7 Das Bundesgericht ist bei dieser Sachlage an die tatsächlichen Feststellungen und an die Beweiswürdigung gebunden, so wie sie vom Obergericht getroffen worden sind. Davon ist bei der Beurteilung der Rechtsfrage, ob der Bewilligungsentzug Bundesrecht verletze, auszugehen.