Citation: 6B_1187/2020 E. 4.1

4.1. Der Beschwerdeführer beanstandet weiter die Sachverhaltsdarstellung der Vorinstanz und rügt damit einhergehend eine Verletzung des Grundsatzes "in dubio pro reo", des Anspruchs auf rechtliches Gehör und gehörige Verteidigung sowie des "fair trial"-Grundsatzes. Er bringt vor, aus den Akten sei nicht abschliessend ersichtlich, wer am 25. August 2016 die Polizei benachrichtigt habe. Es sei aber ganz sicher so, dass eine solche Benachrichtigung der Polizei nicht ohne Einverständnis der Beschwerdegegnerin 2 oder sogar auf deren Bitte hin erfolgt sei. Es sei nicht nachvollziehbar und die Beschwerdegegnerin 2 sei auch nicht in der Lage gewesen, darzulegen, was am 25. August 2016 im Vergleich zu früheren Vorfällen so anders gewesen sein soll, dass sie sich so verhalten habe, wie sie es getan habe. Massgeblich sei, dass die Beschwerdegegnerin 2 in der ersten Einvernahme ihn belastet und gegen ihn ausgesagt habe, was zeige, dass sie selbstverständlich gegen ihn habe vorgehen wollen. Soweit die Vorinstanz gewisse Aussagen der Beschwerdegegnerin 2 zu den Vorfällen vom 25. August 2016 zusammenfasse, übersehe sie Aggravierungen. Wo die Beschwerdegegnerin 2 anfänglich von einem "Wegkippen" als Folge der fraglichen Ohrfeigen gesprochen habe, habe sie später erklärt, sie sei "weggespickt" bzw. mehrmals "weggeflogen". Bei der ersten Einvernahme vom 26. August 2016 habe sie zudem klar ausgesagt, nie Opfer von sexuellen Übergriffen geworden zu sein; in der folgenden Einvernahme vom 2. Dezember 2016 habe sie dann massive derartige Vorwürfe erhoben. Auch habe sie erst später davon gesprochen, sie sei mit einer Fernbedienung und einem Besenstiel geschlagen worden. Ihre Aussagen seien weiter widersprüchlich, so habe sie etwa ausgesagt, sie habe als Folge der Vorfälle an der rechten Hand einen blauen Fleck gehabt, währenddem sie später erklärt habe, es sei am mittleren Finger der linken Hand ein Bruch festgestellt worden. Auch im Übrigen seien ihre Aussagen unglaubhaft: Die von ihr geschilderte dauerhafte Überwachung und Kontrolle des Beschwerdeführers kontrastiere komplett mit der angeblich gleichzeitig von ihm verlangten Anerkennung ihrer Untreue. Überdies sei nicht nachvollziehbar, weshalb sie das fragliche Tonbandgerät weggeworfen haben soll, habe sich doch darauf gemäss ihrer eigenen Darstellung gar kein Geständnis ihrer Untreue befunden. Dasselbe gelte für ihre Behauptung, er habe am 25. August 2016 beim Weggehen ihr Handy mitgenommen. Auch könne aus dem Umstand, dass sie ihre Wohnung über den Balkon verlassen habe, nicht abgeleitet werden, sie habe effektiv Angst vor einer angeblich montierten Kamera im Eingangsbereich der Wohnung gehabt. Der Vorwurf, sie sei durch diese Kamera in ihrer Bewegungs- und Entschlussfreiheit eingeschränkt worden, werde durch ihre eigene Aussage hinfällig. Was sodann ihre angeblich am 25. August 2016 erlittenen Verletzungen anbelange, liessen ihre von der Vorinstanz erwähnten Angaben und die von der Polizei erstellten Fotos keine Hinweise darauf zu, dass tatsächlich solche Verletzungen bereits damals vorgelegen sein sollen. Es sei weder offensichtlich, dass die von der Beschwerdegegnerin 2 geschilderten Verletzungen mit denjenigen von der behandelnden Ärztin beschriebenen Verletzungen übereinstimmten, noch sei auszuschliessen, dass diese Verletzungen erst im Nachhinein entstanden seien (Beschwerde S. 9 ff.). Hinsichtlich der Vorwürfe der weiteren Gewalthandlungen von Juni bis 25. August 2016 habe die Vorinstanz selbst eingeräumt, dass die Aussagen der Beschwerdegegnerin 2 wohl gerade wegen der unpräzisen zeitlichen Einordnung wenig strukturiert seien. Diese Relativierung der Aussagen müsse überall angewandt werden, was die Vorinstanz allerdings nicht mit der nötigen Konsequenz so getan habe. Die gleichen Vorbehalte gegen die Aussagequalität der Beschuldigungen der Beschwerdegegnerin 2 könnten nicht dazu führen, dass deren Darstellungen einmal als erstellt gelten würden und das andere Mal nicht; daran würden auch ärztliche Unterlagen nichts ändern. Was die angeblich erlittene Fingerverletzung betreffe, falle auf, dass ihre Schilderungen nicht mit jenen ihrer Hausärztin übereinstimmten. Auch hier bestehe durchaus die Möglichkeit, dass ihre Verletzungen, namentlich die Rippenbrüche, anderweitig bzw. später hätten entstanden sein können. Schliesslich verletze die Vorinstanz ihre Begründungspflicht, wenn sie in Bezug auf den Vorwurf des erzwungenen Oralverkehrs pauschal auf die Ausführungen der Beschwerdegegnerin 2 hinsichtlich der Vorfälle vom 25. August 2016 hinweise. Auch habe die Vorinstanz in diesem Zusammenhang nicht als erstellt erachtet oder gar gewürdigt, inwiefern der Beschwerdeführer die Fernbedienung schon früher als Schlagwerkzeug eingesetzt haben soll (Beschwerde S. 23 ff.). Übers Ganze habe die Vorinstanz es unterlassen, die Aussagen des Nachbarn der Beschwerdegegnerin 2, D.________, zu Gunsten des Beschwerdeführers zu werten. So habe sie unberücksichtigt gelassen, dass er ausgesagt habe, er halte gesundheitliche Probleme der Beschwerdegegnerin 2 für möglich, er habe bei dieser keine Blessuren feststellen können und auch nie etwas Auffälliges aus der Nachbarswohnung wahrgenommen. Allgemein habe sich die Vorinstanz nicht mit den Vorbringen des Beschwerdeführers zu den enormen zusätzlichen Belastungen der Beschwerdegegnerin 2 als auch deren Widersprüche in der späteren Einvernahme vom 2. Dezember 2016 gegenüber den Angaben in der ersten Einvernahme vom 26. August 2016 auseinandergesetzt. Insbesondere habe die Vorinstanz die Aussagen der Zeugin E.________ nicht einmal diskutiert, obwohl daraus hervorgehen würde, dass die Anschuldigungen der Beschwerdegegnerin 2 gegenüber ihm mit dem gegen sie geführten Verfahren wegen Erpressung zu erklären seien. Demzufolge habe die Beschwerdegegnerin 2 zumindest mitgeholfen, den Beschwerdeführer mit Sextapes zu erpressen bzw. ihn heimlich beim Sex mit anderen Frauen aufzunehmen, als ihre Anschuldigungen gegen ihn zu scheitern gedroht hätten. Schliesslich habe sich die Vorinstanz mit keinem Wort dazu geäussert, wie plausibel es sei, dass nach einer über 20 Jahre andauernden intensiven Liebes- und Sexualbeziehung zwischen der Beschwerdegegnerin 2 und dem Beschwerdeführer bei diesem eine solche massive, plötzliche Verhaltensänderung ohne jeden ersichtlichen Grund hätte stattfinden sollen und dazu noch genau in dem Moment, wo sich bei ihr psychische Probleme einzustellen begonnen hätten (Beschwerde S. 31 ff.).