Citation: 5A_361/2022 E. 2.2.6

2.2.6. Offensichtlich unzutreffend ist die Behauptung der Beschwerdeführerin, das Obergericht habe die weiteren Einkünfte des Beschwerdegegners (Schwarzgeldzahlungen, Autohandel, Zubehörhandel, Vermietung des Ferraris, Betreibung einer Waschanlage) ausser Acht gelassen. Das Obergericht hat ausdrücklich erwogen, dass weitere Einkünfte aus Auto- und Zubehörhandel und einer Vermietung des Ferraris unbelegt geblieben seien und es seien hierfür auch keine Anhaltspunkte vorhanden. Namentlich biete der Beschwerdegegner ein derartiges Angebot weder auf seiner geschäftlichen noch seiner privaten Homepage an und auch in den Geschäftsunterlagen fehlten Hinweise auf entsprechende Zusatzeinkünfte. Damit ist das Obergericht - entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin - seiner Pflicht, den Sachverhalt von Amtes wegen zu erforschen (Art. 296 Abs. 1 ZPO), ohne Weiteres nachgekommen. Auch die zugestandenen Schwarzgeldeinnahmen von Fr. 500.-- pro Monat hat das Obergericht in seine Entscheidung einbezogen, indem es festgehalten hat, dass selbst unter Hinzurechnung der zugestandenen nicht deklarierten Bargeldeinnahmen von Fr. 500.-- pro Monat das deklarierte monatliche Einkommen (Fr. 2'294.-- für 2016, Fr. 2'100.-- für 2017 und Fr. 2'624.-- für 2018) nicht einmal ausreichen würde, um den Grundbetrag von Fr. 1'200.--, die Miete von Fr. 1'565.-- und die Krankenkassenprämien von Fr. 245.-- zu decken. Dem Obergericht ist nicht zum Vorwurf zu machen, dass es die weiteren, von der Beschwerdeführerin bloss behaupteten Schwarzgeldeinnahmen nicht zum Einkommen des Beschwerdegegners hinzurechnete. Der in diesem Zusammenhang von der Beschwerdeführerin angerufene Zeugenbeweis hätte - wie das Obergericht zutreffend erwog - einzig bezeugen können, dass die Person ihr Auto zweimal für jeweils über Fr. 1'000.-- beim Beschwerdegegner reparieren liess, ohne eine Rechnung erhalten zu haben. Daraus lassen sich dem Beschwerdegegner weder regelmässige (nicht deklarierte) Zusatzeinnahmen nachweisen noch ableiten. Das Obergericht durfte somit in antizipierter Beweiswürdigung auch von diesem Beweis absehen.