Citation: 6B_453/2023 E. 1.3.2

1.3.2. Die Vorinstanz hält fest, in den Videoaufzeichnungen sei ersichtlich, wie der Beschwerdeführer, als er B.________ erblicke, ohne zu zögern aus seiner Hosentasche ein Klappmesser hervorhole, dieses verdeckt öffne und mit einer schnellen, nach vorne gerichteten Bewegung mit dem Messer gegen den Brustbereich von B.________ einwirke. Danach folge der Beschwerdeführer B.________ in den Eingangsbereich. Während dieser sich ducke und zum Schutz die Hände über den Kopf halte, drücke der Beschwerdeführer ihn seitlich gegen die Wand, setze ihm das Messer in den Nackenbereich zwischen Hals und Schulter auf und mache eine Schnittbewegung nach unten gegen den Brustbereich sowie danach über den Hinterkopf. Die Vorinstanz führt weiter aus, gemäss Gutachten des Instituts für Rechtsmedizin des Kantonsspitals Aarau (IRM) hätte ein Angriff mit dem vom Beschwerdeführer benutzten Messer gegen die Brustregion bei einem tiefen Schnitt oder einer Stichverletzung ohne Weiteres eine Eröffnung der Brusthöhle und damit eine Verletzung von Herz und/oder Lunge und somit eine rasch lebensbedrohliche Situation zur Folge haben können. Dem Beschwerdeführer sei gemäss eigener Zugabe denn auch bewusst gewesen, dass durch Schnittbewegungen mit einem Messer im Brust-/Bauchbereich "schlimme Sachen" passieren könnten. Sodann werde im Gutachten des IRM festgehalten, einem eindringenden scharfen oder spitzen Werkzeug stehe mit Ausnahme der Knochen und verkalkten Knorpeln kein relevanter Widerstand entgegen und es sei bei einem dynamischen Vorgang nicht vorstellbar, dass die Klingenführung bzw. die exakte Lokalisation und die Eindringtiefe durch die angreifende Person gezielt gesteuert werden könne. Auch aus den Aussagen des Beschwerdeführers gehe hervor, dass er tatsächlich nicht in der Lage gewesen sei, sein Einwirken mit dem Messer auf den Brustkopf des Opfers kontrolliert auszuführen. So habe er ausgeführt, er wisse nicht mehr, wohin er gezielt habe, er habe "einfach so gemacht", wobei er mit den Händen eine Schnittbewegung gezeigt habe. Er habe Panik gekriegt und könne nicht sagen, wie häufig er diese Bewegung gemacht habe. Das Adrenalin sei ihm hochgegangen und er habe schwarz vor den Augen gesehen. Der Beschwerdeführer habe explizit ausgesagt: "Ich habe nicht kontrolliert geschnitten". Weiter habe er eingeräumt, man könne in einer solchen Situation den Schnitt nicht dosieren. Indem der Beschwerdeführer im Wissen um die Gefährlichkeit einer solchen Handlung mit dem Messer im Brustbereich das Opfer geschnitten habe, habe er mindestens in Kauf genommen, dieses lebensgefährlich zu verletzen.