Citation: 2C_404/2018 E. 2.3

2.3. Vorliegend kann offen bleiben, ob der Beschwerdeführer sich gestützt auf ein besonderes Abhängigkeitsverhältnis zu seinen Eltern, aufgrund seines langjährigen Aufenthalts oder im Zusammenhang mit seiner langjährigen Freundin, welche er nach eigenen Angaben zu ehelichen gedenkt, auf die Eröffnung des sachlichen Anwendungsbereichs von Art. 8 EMRK berufen kann. Die Voraussetzungen, unter denen der Staat in dieses konventionsrechtlich garantierte Recht eingreifen und es rechtmässig einschränken kann (Art. 8 Ziff. 2 EMRK), sind vorliegend erfüllt: Der Beschwerdeführer hat mit seiner strafrechtlichen Verurteilung vom 23. August 2016 wegen Widerhandlungen gegen Art. 19 Abs. 1 und Abs. 2 BetmG und Widerhandlungen gegen das WG zu einer Freiheitsstrafe von 24 Monaten den Widerrufsgrund von Art. 63 Abs. 1 lit. a AuG (in Verbindung mit Art. 62 Abs. 1 lit. b und Art. 63 Abs. 2 AuG) gesetzt (vgl. oben, E. 2.1), weshalb der Widerruf seiner Niederlassungsbewilligung auf einer gesetzlichen Grundlage beruht. Die Beendigung des Aufenthalts eines für Betäubungsmittel rechtskräftig verurteilten Straftäters liegt des Weiteren im öffentlichen Interesse und erweist sich im vorliegenden Einzelfall zur Verwirklichung dieses öffentlichen Interesses als notwendig bzw. verhältnismässig (vgl. oben, E. 2.2), was der Beschwerdeführer in seiner Beschwerdeschrift zu Unrecht bestreitet. Gemäss der vorinstanzlichen Sachverhaltsfeststellung, welche unbestritten geblieben und für das Bundesgericht verbindlich ist (Art. 105 Abs. 1 BGG), trat der Beschwerdeführer bereits als Jugendlicher strafrechtlich in Erscheinung und wurde, sobald er die Volljährigkeit erreichte, ein erstes Mal ausländerrechtlich verwarnt; dass der Beschwerdeführer mit seinen Delikten "Grenzen ausloten wollte", stellt für das Bundesgericht jedenfalls keinen Grund dafür dar, diese Delinquenz in der Interessenabwägung nicht zu berücksichtigen. Diese ausländerrechtliche Verwarnung hielt den Beschwerdeführer nicht davon ab, in den nächsten Jahren als (junger) Erwachsener nachweislich sowohl in der Schweiz wie auch in Frankreich mit Betäubungsmitteln zu handeln, ohne dass geltend gemacht worden wäre, der Beschwerdeführer sei selbst betäubungsmittelabhängig. So wurde der Beschwerdeführer im Jahr 2010 in der Schweiz für Betäubungsmitteldelikte rechtskräftig verurteilt und im Jahr 2015 in Frankreich verhaftet, wobei er 3.03 kg Cannabis und 7 g Kokain auf sich trug. Dass seine Verurteilung in Frankreich am 1. Juni 2015 zu einer Freiheitsstrafe von acht Monaten aus verfahrens- oder rechtsstaatlichen Gründen bei der Interessenabwägung unbeachtlich zu bleiben hätte, wurde nicht geltend gemacht, weshalb auch diese für Betäubungsmitteldelikte ausgesprochene Freiheitsstrafe in die Interessenabwägung miteinzubeziehen ist (THOMAS HUGI YAR, Von Trennungen, Härtefällen und Delikten - Ausländerrechtliches rund um die Ehe- und Familiengemeinschaft, in: Jahrbuch für Migrationsrecht 2012/ 2013, S. 119). Nach Verbüssung seiner Haftstrafe in Frankreich wurde er ein Jahr später sowohl durch die Staatsanwaltschaft des Kantons Schaffhausen für Vergehen gegen das BetmG zu einer Geldstrafe wie auch durch das Tribunal de Police Genf wegen Verbrechens nach Art. 19 Abs. 2 BetmG zu einer Freiheitsstrafe von 24 Monaten verurteilt, wobei unerfindlich bleibt, gestützt auf welche Rechtsgrundlage diese Delikte, weil in Unkenntnis der zweiten ausländerrechtlichen Verwarnung begangen, beim Widerruf der Niederlassungsbewilligung nicht hätten berücksichtigt werden dürfen. Soweit der Beschwerdeführer seine Straftaten dadurch zu relativieren versucht, dass es sich dabei nicht um schwere Gewalttaten handle, die ausgesprochenen Strafen als in keinem vernünftigen Verhältnis zum Verschulden stehend bezeichnet oder die Menge an Betäubungsmittel, mit denen er handelte, in Abrede stellt, ist ihm entgegen zu halten, dass Ausgangspunkt des ausländerrechtlichen Verschuldens das rechtskräftige Strafurteil bildet (Urteil 2C_1015/2017 vom 7. August 2018 E. 4.2, mit zahlreichen Hinweisen), Betäubungsmitteldelikte (ohne Konsum) sowohl nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts wie auch derjenigen des EGMR als schwere Straftaten qualifizieren, und die Einstufung eines Betäubungsmitteldelikts als schwerer Fall im Sinne von Art. 19 Abs. 2 BetmG auf die gesetzgeberische Zielsetzung zurückzuführen ist, nichtabhängige Händler/Händlerringe des Drogen-Schwarzmarktes verschärft zu treffen, die ohne Rücksicht auf die Gesundheitsgefährdung ihrer Klientel ihren Profit machen (Parlamentarische Initiative Teilrevision des Betäubungsmittelgesetzes, Bericht vom 4. Mai 2006 der Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit des Nationalrates, BBl 2006 8612). Angesichts der Zielsetzung, welcher der Strafnorm von Art. 19 Abs. 2 StGB zu Grunde liegt, ist von einer strafrechtlichen Verurteilung für ein qualifiziertes Betäubungsmitteldelikt allein schon auf ein schweres ausländerrechtliches Verschulden zu schliessen, welches - zusammen mit der ebenfalls als schwer einzustufenden Rechtsgutsverletzung und dem Umstand, dass der Beschwerdeführer die Tat im Alter von rund 28 Jahren und damit als Erwachsener beging - ein hohes öffentliches Interesse an der Ausreise des Straftäters begründet (oben, E. 2.2) Sein Wohlverhalten nach der bedingten Entlassung aus der Haft war zu erwarten und kann nicht zu seinen Gunsten gewertet werden (Urteil 2C_203/2016 vom 30. Januar 2017 E. 2.4 in fine). Auch die ungünstige Prognose, welche unter generalpräventiven Gesichtspunkten berücksichtigt werden kann, ist angesichts der langen Deliktsdauer und dem Umstand, dass sich der Beschwerdeführer weder durch ausländerrechtliche Verwarnungen, Strafurteile und Haftvollzug davon abbringen liess, weiter zu delinquieren, nicht zu beanstanden. Dieses durch sein Verschulden, der Art und Schwere der Rechtsgutsverletzung, dem Umstand, dass er die schwerste Tat als Erwachsener beging, und der ungünstigen Prognose begründete öffentliche Interesse an seiner Ausreise wird auch durch sein privates Interesse an einem weiteren Verbleib in der Schweiz nicht aufgewogen. Unbestrittenermassen hält sich der Beschwerdeführer seit über sechzehn Jahren in der Schweiz auf und leben seine Eltern und seine Schwester hier. Er hat keine Sozialhilfe bezogen und weist praktisch keine Betreibungen auf. Positiv zu werten ist ebenfalls, dass der Beschwerdeführer bei diversen Unternehmen gearbeitet hat, wobei seine berufliche Integration jedoch angesichts der begangenen Betäubungsmitteldelikte nicht als gelungen bezeichnet werden kann. Die soziale Integration hat die Vorinstanz als mässig bezeichnet, was der Beschwerdeführer durch die eigene Sachverhaltsdarstellung und die im bundesgerichtlichen Verfahren nicht zulässigen neuen tatsächlichen Vorbringen und Beweismittel (Art. 99 Abs. 1 BGG), welche er auch früher hätte einreichen können, nicht zu entkräften vermag. Eine Rückreise in seinen Heimatstaat ist dem Beschwerdeführer insbesondere deswegen, weil er albanisch spricht und nach wie vor einen guten Kontakt zu seinen dort lebenden Geschwistern pflegt, welche ihn - wie bei seinem Ferienaufenthalt - bei sich aufnehmen könnten, zumutbar. Daran vermögen auch seine Absichten, in der Schweiz eine Familie zu gründen, nichts zu ändern, kann doch angesichts seiner Straffälligkeit seine künftige Ehefrau nicht damit rechnen, ihr Familienleben mit dem Beschwerdeführer in der Schweiz zu leben. Zusammenfassend überwiegt das durch die Betäubungsmitteldelinquenz begründete öffentliche Interesse an der Ausreise des Beschwerdeführers seine privaten Interessen an einem Verbleib in der Schweiz, weshalb sich die aufenthaltsbeendende Massnahme auch im Lichte der geplanten Familiengründung (vgl. zur bundesgerichtlichen Praxis oben, E. 2.2) als verhältnismässig erweist sowie eine allfällige Einschränkung seines konventionsrechtlich garantierten Anspruches auf Privat- und Familienleben als rechtmässig (Art. 8 Ziff. 2 EMRK) zu beurteilen ist. Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich unbegründet und ist mit summarischer Begründung und unter Verweis auf das angefochtene Urteil der Vorinstanz (Art. 109 Abs. 2 lit. a und Abs. 3 BGG) abzuweisen.