Citation: 4C.150/2004 02.08.2004 E. C

Mit Urteil vom 27. Februar 2004 verpflichtete das Kantonsgericht, Zivilgerichtshof I, des Kantons Wallis den Beklagten, der Klägerin Fr. 2'871.30, Fr. 31'500.-- sowie EUR 21'394.80 je nebst Zins zu 5 % zu bezahlen. Alle anders lautenden oder weiter gehenden Rechtsbegehren wurden abgewiesen. Das Kantonsgericht gelangte zum Schluss, der Unfall mit den daraus für die Klägerin sich ergebenden Folgen sei auf die Unsorgfalt beider an der Kollision beteiligten Schneesportler zurückzuführen. Die Klägerin hätte nach den Erwägungen des Gerichts bei einem Blick nach oben den Beklagten sehen müssen und hätte somit nicht losfahren dürfen. Der Beklagte seinerseits hätte so fahren müssen, dass er bei Anfahrt der Klägerin hätte anhalten oder dieser ausweichen können. Er orientierte sich zu spät über seine Schulter in Fahrtrichtung und sah deshalb nicht rechtzeitig, dass die Klägerin in seine Fahrtrichtung losgefahren war und sich ihm gefährlich näherte. Das Gericht bewertete das Verschulden des Beklagten mit 70 % und dasjenige der Klägerin mit 30 %. Den von der Klägerin beanspruchten Schadenersatz hielt das Kantonsgericht sodann zum Teil für nicht hinreichend nachgewiesen. Es sprach der Klägerin Fr. 2'829.30 (70 % von Fr. 4'041.80 der für Haushalthilfe ausgewiesenen Kosten) und Fr. 42.-- (70 % der Fahrtkosten) sowie EUR 21'394.80 (70 % der nachgewiesenen vorübergehenden Erwerbseinbusse) als Schadenersatz zu. Die Genugtuung bemass das Gericht mit Fr. 45'000.-- und sprach der Klägerin 70 % davon zu, d.h. Fr. 31'500.-- nebst 5 % Zins ab Unfalltag. Die Gerichtskosten auferlegte das Gericht sodann zu 4/5 der Klägerin und zu 1/5 dem Beklagten, wobei neben dem Mass des Obsiegens und Unterliegens insbesondere berücksichtigt wurde, dass die Klägerin wegen des Verhaltens des Beklagten zum Prozess gezwungen wurde, dass sie jedoch ihrerseits durch Bezeichnung eines befangenen Experten dafür verantwortlich war, dass das Verfahren aufwändiger und zeitintensiver wurde.