Citation: 4A_371/2023 E. 6.15.2

6.15.2. Die Beschwerdeführerin vermag nicht darzutun, dass die Vorinstanz Bundesrecht verletzt hätte, indem sie gestützt auf den Wortlaut der Vereinbarung 2005 (namentlich der Beschreibung der Funktionsweise des PLG) erwog, dem Beschwerdegegner seien Mitsprache- und Mitwirkungsrechte eingeräumt worden. Es trifft zwar zu, dass die Vereinbarung 2005 lediglich von umfassenden "Kontrollrechte[n] und Interventionsmöglichkeiten" spricht. Anschliessend wird aber - wie die Vorinstanz zutreffend erwog - festgehalten, dass ein PLG gebildet wird, dessen Vorsitz der Beschwerdegegner inne haben und das als oberstes Organ über alle wesentlichen Angelegenheiten entscheiden sollte, "welche nicht gemäss diesem Vertrag oder durch separate Vereinbarungen mit Dritten, insbesondere der Geschäftsführung, übertragen worden sind." Diese umfassenden Aufgaben des PLG, dessen Vorsitz der Beschwerdegegner übernehmen sollte, sprechen in der Tat für umfassende Mitsprache- und Mitwirkungsrechte. Vor diesem Hintergrund ist nicht ersichtlich, dass dem Beschwerdegegner bloss eine Aufsichtsbefugnis hätte eingeräumt werden sollen. Weiter tut die Beschwerdeführerin nicht dar, dass sie im erstinstanzlichen Verfahren rechtzeitig behauptet hätte, das PLG habe gar nie getagt. Ebenso wenig zeigt sie auf, dass sie im erstinstanzlichen Verfahren prozesskonform behauptet hätte, die dem Beschwerdegegner eingeräumte Einzelunterschrift für das Baukonto sei nie benutzt worden. Fehl geht diesbezüglich ihr Einwand, es habe für sie im Verfahren vor der Erstinstanz schlicht kein Anlass bestanden, dazu Argumente zu bringen, weil erst im Urteil der Erstinstanz die Rede von einer einfachen Gesellschaft bzw. den angeblichen Mitsprache- und Mitwirkungsrechten des Beschwerdegegners gewesen sei. Die anwaltlich vertretene Beschwerdeführerin musste vielmehr mit einer Qualifikation des Rechtsverhältnisses als einfache Gesellschaft rechnen (vgl. hiervor E. 6.7), weshalb sie ihre Behauptungen betreffend das PLG bzw. die angeblich nicht benutzte Einzelunterschrift des Beschwerdegegners für das Baukonto bereits vor der Erstinstanz hätte vortragen müssen.