Citation: 4C.270/2006 04.01.2007 E. 2

2.1 Nach den tatsächlichen Feststellungen der Vorinstanz hat der Kläger die Aufträge zum Kauf oder Verkauf von Aktien in der Regel telefonisch erteilt. Es habe zwischen den Parteien ein intensiver und häufiger telefonischer Kontakt bestanden, wobei der bei der Beklagten zuständige A.________ den Kläger zumindest anfänglich fallweise beraten habe. A.________ habe den Kläger im März sowie im Juni 2000 bewogen, die damals erzielten Gewinne zu realisieren und abzusichern, was dieser in der Folge auch getan habe. Der Kläger habe im Juni 2000 über flüssige Mittel von rund USD 443'000.-- und EUR 232'000.-- verfügt, nachdem er bereits zu Jahresende 1999 insgesamt DM 188'000.-- von seinem Konto nach Deutschland transferiert habe. Insofern könne davon ausgegangen werden, dass A.________ den Kläger mehrfach zur Vorsicht gemahnt habe. Dass der Kläger kurz danach seine Mittel wieder neu anlegte - wiederum vorwiegend in Aktien der IT-Branche -, worauf er erhebliche Verluste erlitten habe, führe der Kläger selbst nicht auf Empfehlungen der Beklagten zurück. 2.2 Im angefochtenen Urteil wird sodann festgestellt, dass der Kläger von der Beklagten die Broschüre "Besondere Risiken im Effektenhandel" erhalten habe, die über "Geschäftsarten mit erhöhtem Risikopotential oder mit komplexem Risikoprofil" orientiert. Der Kläger habe ferner die Formulare "Transaktionen in Derivaten und Termingeschäften" sowie "Verlustrisiken bei Börsentermingeschäften mit Deutschland-Beziehung" unterzeichnet. 2.3 Schliesslich wird im angefochtenen Urteil festgehalten, der Kläger habe im Prozessverfahren zwar gesundheitsbedingte Probleme angedeutet, aber weder konkret geltend gemacht, dass er im Rechtssinne nicht mehr handlungsfähig gewesen sei, noch habe er substanziiert, woraus die Beklagte konkret hätte schliessen müssen, dass er die eingegangenen Risiken nicht überblickt habe. Soweit der Kläger einwende, die Beklagte habe gewusst bzw. sie hätte wissen müssen, dass er als früherer Selbständigerwerbender über keinerlei Altersvorsorge im Sinne der schweizerischen AHV verfüge und dass die ihr anvertrauten Vermögenswerte seine einzige Existenzbasis bedeuteten, sei festzuhalten, dass der Kläger den Beweis für die diesbezüglichen Kenntnisse der Beklagten schuldig geblieben sei. Es sei unter diesen Umständen davon auszugehen, dass der Beklagten die Lebens- und Vermögensverhältnisse des Klägers - jedenfalls in der behaupteten Tiefe - nicht bekannt gewesen seien.