Citation: 2C_216/2019 E. 7.1

7.1. Als kollektive Kapitalanlage mit direktem Grundbesitz nach Art. 58 KAG ist der Fonds B.________ steuerrechtlich den juristischen Personen gleichgestellt (vgl. vorne E. 2). Damit verfügt der Fonds B.________, obschon er zivilrechtlich keine eigene Rechtspersönlichkeit hat und keinen Sitz haben kann, am Sitz der Fondsleitungsgesellschaft (bzw. der Beschwerdeführerin) quasi über einen künstlichen Sitz. Dieser befindet sich in U.________, hat aber ausscheidungsrechtlich keine entscheidende Bedeutung, da der Immobilienfonds selber keinen Betrieb führt, sondern lediglich Vermögenswerte in verschiedenen Kantonen besitzt. Faktisch verfügt der Fonds B.________ damit einzig über Spezialsteuerdomizile in den verschiedenen Liegenschaftskantonen. Entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin liegt bei dieser Konstellation ein interkantonaler Sachverhalt vor. Dieser kann jedoch doppelbesteuerungsrechtlich im interkantonalen Verhältnis von vornherein nur insoweit von Bedeutung sein, als Verluste in einem oder mehreren dieser Kantone vorliegen, denen im betreffenden Kanton bzw. in den betreffenden Kantonen im Jahr 2010 kein verrechenbares Substrat gegenübersteht, so dass sich dort ohne Übernahme des Verlustes durch einen oder mehrere der übrigen Kantone unter Anwendung der bundesgerichtlichen Zuteilungs- und Ausscheidungsregeln, die (soweit anwendbar) allen anderen abweichenden kantonalrechtlichen Verlustverrechnungsregeln vorgehen, ein Ausscheidungsverlust ergäbe (vgl. zum Ganzen Entscheid des Steuerrekursgerichtes des Kantons Zürich 2 GR.2013.20 vom 29. April 2014 E. 3c).