Citation: C 219/99 28.04.2000 E. 14

14.-18. Dezember 1998 nur mittelbar auf das Wetter zurück- zuführen sei. Aus den meteorologischen Beobachtungen des Lufthygieneamtes beider Basel, auf welche abzustellen sei, gehe hervor, dass vom 10.-17. Dezember 1998 die Temperatu- ren nicht mehr unter 0° gesunken seien und dass ab 13. De- zember 1998 kein Schnee mehr gefallen sei. Demgegenüber macht die Beschwerdeführerin geltend, ein in Sanierung begriffener Tennisplatz werde durch Frost und Schnee ausge- sprochen nass und "seifig". Das Betreten des Platzes in diesem Zustand verursache massive Schäden, die nur unter grossem Sonderaufwand eliminiert werden könnten. Aus dem- selben Grund könne nach erfolgtem Schneefall der Platz auch nicht vom Schnee geräumt werden. Der auftauende Schnee ge- rate somit in die aufgehackte Mergelschicht, welche durch die Nässe dann unbetretbar werde. b) Zentrale Anspruchsvoraussetzung in Art. 43 Abs. 1 lit. a AVIG ist das Wetter oder die Witterung. Gesetz und Verordnung enthalten allerdings keine Umschreibung dieses Begriffs. Darunter zu verstehen sind insbesondere Regen, Schnee, Hagel, Kälte, Hitze, Wind, Nässe und Trockenheit, wobei der Einfluss der Witterung so stark sein muss, dass die Arbeit trotz genügender Schutzvorkehrungen aus techni- schen, wirtschaftlichen oder in der Person des Arbeitneh- mers liegenden Gründen nicht mehr fortgeführt werden kann (vgl. Art. 43 Abs. 1 lit. b AVIG; Nussbaumer, a.a.O., Rz 461). Auslegungsbedürftig ist sodann der in Art. 43a lit. a AVIG verwendete Begriff des "nur mittelbar auf das Wetter zurückzuführenden Arbeitsausfalls (Kundenausfälle, Termin- verzögerungen) " ("perte de travail imputable qu'indirecte- ment aux conditions météorologiques [perte de clientèle, retard dans l'exécution des travaux]"; "perdita di lavoro riconducibile soltanto indirettamente alle condizioni me- teorologiche [perdita di clienti, ritardo nei termini]"). Gemäss Lehre und Rechtsprechung (BGE 124 V 241 Erw. 3; Nussbaumer, a.a.O., Rz 468) stehen unter dem Blickwinkel der systematischen Abgrenzungsfunktion von der Kurzar- beitsentschädigung zwei verschiedene Arten von nur mittel- bar wetterbedingten und somit nicht anrechenbaren Arbeits- ausfällen im Vordergrund: Zum einen geht es hier um diejenigen Fälle, bei denen wegen ungünstiger Wetterverhältnisse die Nachfrage nach einer angebotenen Dienstleistung oder einem zum Verkauf stehenden Produkt beeinträchtigt wird, was der Gesetzgeber mit dem Begriff "Kundenausfälle" ("perte de clientèle", "perdita di clienti") umschrieben hat. Als Beispiele an- zuführen sind etwa ein schneearmer Winter, welcher in Win- tersportgebieten mannigfache Arbeitsausfälle verursacht, oder verregnete Frühlings- und Sommermonate, die den Ver- treiberinnen und Vertreibern von Gartenmöbeln entsprechende Arbeitsausfälle bescheren. Zum andern umfasst die streitige Nichtanrechenbar- keitsregelung auch Arbeitsausfälle, welche auf eine durch Wettereinflüsse bewirkte zeitliche Verzögerung ins Auge gefasster Arbeitsvorgänge zurückgehen. Der diesbezüglich in der deutschen Fassung von Art. 43a lit. a AVIG verwendete Begriff der "Terminverzögerungen" erweist sich - ebenso wie derjenige der italienischen Version ("ritardo nei termi- ni") - insofern als missverständlich, als er zunächst an einen Termin im technischen Sinn denken lässt. Der in der französischen Fassung verwendete Begriff "retard dans l'exécution des travaux" bringt demgegenüber weit besser zum Ausdruck, dass es in diesem Zusammenhang um bei der Ausführung einer geplanten Arbeit eingetretene Verzögerun- gen geht, die ihrerseits unmittelbar auf meteorologische Einflüsse zurückzuführen sind, während der Arbeitsvorgang als solcher keiner Beeinträchtigung durch das Wetter unter- liegt. Als Beispiel bietet sich hier der Fall eines Konfi- türeherstellers an, in dessen Fabrikationsbetrieb es zu Arbeitsausfällen kommt, weil die Lieferung der zu verar- beitenden Früchte zufolge eines wetterbedingten Rückstandes bei deren Ernte auf sich warten lässt. Ferner ist etwa an die Ausfälle zu denken, welche einem Malerbetrieb dadurch entstehen, dass der geplante Anstrich von Zwischenwänden im Innern eines Neubaus noch nicht in Angriff genommen werden kann, weil diese Wände wegen wetterbedingter Bauverzögerun- gen noch gar nicht erstellt wurden (BGE 124 V 241 Erw. 3). c) Die Schlussfolgerung von Verwaltung und Vorinstanz, wonach keine direkte Folge von Wettereinflüssen vorliege, weil in der Zeit vom 10.-17. Dezember 1998 die Temperaturen nicht unter 0° gesunken seien, und ab dem 13. Dezember 1998 kein Schnee gefallen sei, basiert somit auf einer unzutref- fenden Gesetzesauslegung. Dass Nässe für das Betreten eines Mergelplatzes heikel ist, geht bereits aus dem erwähnten Merkblatt der Fachkommission für Tennisanlagen hervor. Ent- scheidend ist im vorliegenden Fall somit, ob die Planiear- beiten nach dem Einbau des Mergelbelages - wie die Be- schwerdeführerin geltend macht - wegen zu grosser Nässe in- folge Schnee und Frost nicht durchgeführt werden konnten. Ist dies - allenfalls nach weiteren Abklärungen - zu beja- hen, liegt ein ausschliesslich durch das Wetter verursach- ter anrechenbarer Arbeitsausfall im Sinne von Art. 43 Abs. 1 lit. a AVIG vor.