Citation: 2C_533/2021 E. 6.3.1

6.3.1. Erstens ist am 1. Januar 2011 das Bundesgesetz vom 25. September 2009 über die steuerliche Entlastung von Familien mit Kindern (AS 2010 455) in Kraft getreten. Seit dieser Gesetzesänderung können getrennt besteuerte Elternteile je die Hälfte des Kinderabzugs geltend machen, wenn sie die gemeinsame elterliche Sorge innehaben. Um zu vermeiden, dass der Kinderabzug und der Abzug von Alimentenzahlungen kumuliert werden, hat der Gesetzgeber die Gewährung des hälftigen Abzugs allerdings unter die Voraussetzung gestellt, dass keine Unterhaltsbeiträge nach Art. 33 Abs. 1 lit. c DBG geltend gemacht werden (vgl. Botschaft vom 20. Mai 2009 zum Bundesgesetz über die steuerliche Entlastung von Familien mit Kindern, BBl 2009 4729 [nachfolgend: Botschaft 2009], S. 4757; vgl. auch ESTV, Kreisschreiben Nr. 30 vom 21. Dezember 2010, Ehepaar- und Familienbesteuerung nach dem Bundesgesetz ber die direkte Bundessteuer [DBG], Ziff. 10.2). Es entspricht denn auch ständiger Rechtsprechung, dass getrennt besteuerte Eltern für dasselbe Kind den Kinderabzug nach Art. 35 Abs. 1 lit. a DBG und den Abzug von Alimentenzahlungen nach Art. 33 Abs. 1 lit. c DBG nicht kumulieren dürfen (vgl. BGE 133 II 305 E. 6.8; Urteil 2C_905/2017 vom 11. März 2019 E. 2.1.2, in: StE 2019 B 27.7 Nr. 23, StR 74/2019 S. 379).