Citation: 2C_740/2017 E. 5.2.3

5.2.3. Bezüglich des Beschwerdeführers selber hält der Bericht fest, dass ein Wegweisungsvollzug in den Zentral- und Südirak gemäss geltender Praxis der Asylbehörden aufgrund der allgemeinen Sicherheits- und Versorgungslage grundsätzlich seit Jahren unzumutbar sei. Die allgemeine Sicherheitslage habe sich dort weiter verschlechtert. Wegen der zahlreichen Unsicherheitsfaktoren und der weitgehend fehlenden Überprüfungsmöglichkeiten falle es schwer, eine angemessene Risikobewertung vorzunehmen. Der erheblich straffällig gewordene Asylsuchende aus dem Zentralirak werde bei einer Einreise über Bagdad mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit verhört und zumindest vorübergehend in Haft genommen werden. Obgleich der Beschwerdeführer über kein spezifisches Profil verfüge, welches grundsätzlich ein spezielles Interesse seitens der irakischen Behörden wecken sollte (Terrorverdacht, etc.), bleibe im Sinne einer Gesamtbetrachtung dennoch ein nicht zu vernachlässigendes Restrisiko einer völkerrechtswidrigen Behandlung. Da es sich beim Beschwerdeführer um einen ethnischen Kurden handle, bestehe für ihn jedoch eine Aufenthaltsalternative im Nordirak. Die Sicherheitslage präsentiere sich dort deutlich besser, sodass nicht von einem Gefährdungsrisiko im Sinne von Art. 3 EMRK ausgegangen werden könne.