Citation: 5P.348/2006 16.02.2007 E. 2

Streitig war im kantonalen Verfahren die Ungültigkeit der letztwilligen Verfügung vom 27. März 1996. Der Erblasser hat darin den vollständigen Erlass der Ausgleichungspflicht gemäss Vertrag vom 4. Dezember 1992 widerrufen und den teilweisen Erlass der Ausgleichungspflicht gemäss Vertrag vom 21. Mai 1990 geändert. Ob der Erblasser auf seine damaligen Erklärungen über den Erlass der Ausgleichungspflicht zurückkommen durfte, beurteilt sich anhand der beiden Verträge zwischen dem Erblasser und seinem Sohn. Deren Auslegung hat die Frage zu beantworten, ob sich der Erblasser gegenüber seinem Sohn vertraglich verpflichtet hat, ihm die Ausgleichungspflicht zu erlassen. Bejahendenfalls war der Erblasser an den Vertrag gebunden und konnte daran einseitig, mit seiner letztwilligen Verfügung nichts mehr ändern (vgl. für die Einzelheiten: E. 2 des Berufungsurteils). Wie bei der Vertragsauslegung üblich, betrifft die Ermittlung des wirklichen Parteiwillens eine Tatfrage, die - von Ausnahmen abgesehen (Art. 63 Abs. 2 und Art. 64 OG) - der bundesgerichtlichen Überprüfung im Berufungsverfahren entzogen sein wird (BGE 132 III 626 E. 3.1 S. 632). Desgleichen kann die Anwendung kantonalen Rechts - hier der angerufenen Verhandlungsmaxime (Art. 66 Abs. 1 ZPO/VS) - nicht mit Berufung angefochten werden (BGE 132 I 13 E. 1.2 S. 16). Im Rahmen einer objektivierten Auslegung betreffen Tatfragen die Feststellungen darüber, was im Einzelnen Inhalt der Willenserklärungen war und welches die Umstände des Vertragsschlusses gewesen sind (BGE 131 III 586 E. 4.2.3.1 S. 592) oder was die Parteien dachten, wussten und wollten (BGE 132 III 626 E. 3.1 S. 632). Auf die dagegen gerichteten Verfassungsrügen des Beschwerdeführers ist deshalb vor Erledigung der Berufung einzugehen (Art. 57 Abs. 5 OG). Die Abgrenzung der beiden Bundesrechtsmittel voneinander (Art. 43 Abs. 1 und Art. 84 Abs. 2 OG) und formelle Einzelfragen (z.B. Art. 90 Abs. 1 lit. b OG) werden im Sachzusammenhang zu erörtern sein. Auf die staatsrechtliche Beschwerde kann eingetreten werden.