Citation: 5A_924/2019 E. 3

Das Obergericht hat erwogen, es sei Praxis, die Kosten der Kindesvertretung in Abweichung von Art. 106 Abs. 1 ZPO nicht nach Obsiegen und Unterliegen, sondern gestützt auf Art. 107 Abs. 1 lit. c ZPO nach Ermessen aufzulegen, und zwar in der Regel den Eltern je zur Hälfte, wobei damit keine Aussage über das Verhalten der Eltern verbunden sei. Die allgemeinen statistischen Ausführungen in der Beschwerde betreffend Entfremdung von Kinder durch Mutter haben mit der Kostenverteilung im vorliegenden Einzelfall nichts zu tun und gehen insofern an der Sache vorbei. Indem der Beschwerdeführer sodann geltend macht, mangels einer konkreten Würdigung des jeweiligen Verhaltens der Elternteile sei das Ermessen falsch ausgeübt worden, zumal § 60 Abs. 5 EG KESR/ZH wie auch Art. 107 Abs. 1 ZPO (offensichtlich gemeint: Art. 106 Abs. 1 ZPO) als Grundsatz die Kostenverlegung nach Obsiegen und Unterliegen vorsehen würden, zeigt er selbst, dass es nicht um eine Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung, sondern um Würdigung und Rechtsanwendung im Einzelfall geht: Ermessensausübung betrifft definitionsgemäss stets den Einzelfall. Es kann durchaus zutreffen, dass in der vorliegenden konkreten Situation eine andere Kostenverlegung angezeigt gewesen wäre (und zwar selbst dann, wenn man mit dem Obergericht davon ausgeht, dass es vorliegend kein Obsiegen und Unterliegen gibt, indem beispielsweise im Sinn des Beschwerdeführers die Kostenveranlassung berücksichtigt würde, wie dies Art. 108 ZPO ermöglicht); damit wird aber typischerweise kein Grundsatz aufgestellt, sondern wie gesagt das Recht im Einzelfall angewandt.