Citation: 5A_793/2022 E. 3.3

3.3. Die Auslegung, ob eine Anerkennung vorliegt, beurteilt sich nach dem Vertrauensprinzip aus Sicht des Empfängers; diese Auslegung hat das Rechtsöffnungsgericht als Rechtsfrage von Amtes wegen vorzunehmen. Dabei sind Umstände, die ausserhalb des Titels liegen grundsätzlich nicht zu berücksichtigen (BGE 145 III 20 E. 4.3.3; Urteil 5A_272/2022 vom 4. August 2022 E. 6.1.3.2; STAEHELIN, in: Basler Kommentar, Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs, 3. Aufl. 2021, N. 22 zu Art. 82 SchKG; VEUILLET/ABBET, in: La mainlevée de l'opposition, 2. Aufl. 2022, N. 35 zu Art. 82 SchKG). Ist der Sinn der Erklärung durch Auslegung nicht klar zu ermitteln bzw. kann höchstens aufgrund konkludenter Erklärungen auf eine Schuldanerkennung geschlossen werden, darf die provisorische Rechtsöffnung nicht erteilt werden. In diesem Fall ist es Sache des ordentlichen Gerichts, über die Schuldpflicht zu urteilen (Urteile 5A_1015/2020 vom 30. August 2021 E. 3.2.3; 5A_105/2019 vom 7. August 2019 E. 3.3.2).