Citation: 2A.411/2002 29.11.2002 E. 3

3.1 Der Beschwerdeführer wurde am 25. Februar 2000 vom Bezirksgericht Bischofszell wegen mehrfacher, schwerer Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz sowie wegen mehrfachen Konsums von Betäubungsmitteln zu einer bedingt vollziehbaren Gefängnisstrafe von 7 Monaten verurteilt, unter Ansetzung einer Probezeit von 3 Jahren. Dem Urteil, das nicht schriftlich begründet wurde, liegt die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft des Kanton Thurgau vom 4. Oktober 1999 zugrunde. Danach wurde dem Beschwerdeführer ausser den anlässlich der Hausdurchsuchung bei ihm sichergestellten Kleinmengen von Haschisch, Marihuana, Ecstasytabletten und Methadon, welche im Urteil des Verwaltungsgerichts ausdrücklich erwähnt sind, auch Kauf, Besitz, Weiterverkauf und Konsum von Heroin im Gesamtumfang von 32 g und von Kokain im Gesamtumfang von ca. 100 g zur Last gelegt, worauf das Bundesamt für Ausländerfragen in seiner Vernehmlassung zur vorliegenden Verwaltungsgerichtsbeschwerde hingewiesen hat. Diese Mengen harter Drogen waren nach der Rechtsprechung geeignet, eine Vielzahl von Menschen zu gefährden, weshalb eine schwere Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz vorlag. Wie das Verwaltungsgericht für das Bundesgericht verbindlich (Art. 105 Abs. 2 OG) festgestellt hat, war der Beschwerdeführer Teil eines bedeutenden Drogenhändlerrings. 3.2 Der Ausweisungsgrund von Art. 10 Abs. 1 lit. a ANAG setzt voraus, dass es sich bei dem Fehlverhalten des Ausländers um ein Verbrechen oder Vergehen handelt. Die Klassifizierung einer Straftat als Verbrechen oder Vergehen (Art. 9 StGB) bzw. als Übertretung (Art. 101 StGB) erfolgt grundsätzlich abstrakt anhand der im entsprechenden Straftatbestand angedrohten Höchststrafe (BGE 125 II 521 E. 3a S. 524, mit Hinweisen). Sodann ist gemäss Art. 10 Abs. 1 lit. a ANAG erforderlich, dass der Ausländer "gerichtlich bestraft wurde", was auch bei der Verurteilung zu einer bedingt vollziehbaren Gefängnisstrafe zutrifft. Objektiv sind somit die Voraussetzungen für eine Ausweisung gemäss Art. 10 Abs. 1 lit. a ANAG erfüllt. Die Limite von zwei Jahren Freiheitsentzug, auf die sich der Beschwerdeführer beruft, betrifft die Nichtverlängerung der fremdenpolizeilichen Bewilligung eines mit einem Schweizer Bürger verheirateten Ausländers. Die diesbezügliche Rechtsprechung ist somit für die hier in Frage stehende Ausweisung nicht von Belang.