Citation: 1P.623/2005 16.02.2006 E. 2.3

2.3.1 Der Beschwerdeführer rügt, indem das Obergericht davon abgesehen habe, D.________ als Zeugin einzuvernehmen, habe es das Willkürverbot nach Art. 9 BV und den Untersuchungsgrundsatz nach Art. 32 BV verletzt. Der Beschwerdeführer legt nicht näher dar, inwiefern sich der Untersuchungsgrundsatz aus Art. 32 BV ergeben soll. Doch kann dies dahin gestellt bleiben. Das Vorbringen ist ohnehin unbehelflich. Das Obergericht hat von der Einvernahme von D.________ abgesehen, weil diese seiner Auffassung nach die entscheidende Anfangsphase der Auseinandersetzung nicht mitbekommen hat (Urteil SB050099 S. 7). Was der Beschwerdeführer (S. 4 f.) dazu vorbringt, erschöpft sich in appellatorischer Kritik und ist nicht geeignet, die Auffassung des Obergerichtes als geradezu willkürlich erscheinen zu lassen. 2.3.2 Der Beschwerdeführer macht geltend, er habe aufgrund der tätlichen Auseinandersetzung den Geruchs- und Geschmackssinn verloren. Dies stelle eine schwere Körperverletzung (Art. 122 StGB) dar. Indem es die kantonalen Gerichte abgelehnt hätten, die Anklage auf schwere Körperverletzung zu erweitern, seien sie in Willkür verfallen. Ausserdem hätten sie seinen Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV) und den Untersuchungsgrundsatz (Art. 32 BV) verletzt. Das Obergericht hat sich (Urteil SB050098 S. 21 ff.) - teilweise mit Hinweis auf die Erwägungen des Einzelrichters - eingehend mit der Frage auseinandergesetzt, ob die Anklage zu ergänzen sei. Es hat dies (S. 22. f.) mit einer Doppelbegründung verneint. Der Beschwerdeführer ficht nicht beide Begründungen an, weshalb die Beschwerde insoweit schon deshalb unbehelflich ist (BGE 121 IV 94; 107 Ib 264 E. 3b S. 268). Das Obergericht erwägt (S. 23 f.) insbesondere, dem Beschwerdegegner könne der Verlust des Geruchs- und Geschmackssinnes des Beschwerdeführers nicht angelastet werden; eine direkte Verursachung durch den Beschwerdegegner lasse sich aufgrund des Untersuchungsergebnisses nicht nachweisen. Das Obergericht bemerkt dazu, der Beschwerdeführer selber laste die Verantwortung für den Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns nicht dem Beschwerdegegner direkt an, sondern führe diese Verletzung auf die Schläge bzw. Tritte gegen seinen Kopf zurück, die nach seiner Darstellung A.________ und die beiden Unbekannten ausgeführt hätten. Dagegen bringt der Beschwerdeführer substantiiert nichts vor. Im Übrigen ist das Obergericht nicht in Willkür verfallen, wenn es angenommen hat, es könne nicht rechtsgenügend nachgewiesen werden, dass der Beschwerdegegner dem Beschwerdeführer eine schwere Körperverletzung zugefügt habe. 2.3.3 Der Beschwerdeführer rügt, indem das Obergericht die Akten A.________ nicht beigezogen habe, habe es den Untersuchungsgrundsatz (Art. 32 BV) und das Willkürverbot verletzt. Die Beschwerde ist auch insoweit jedenfalls unbehelflich. Der Beschwerdeführer räumt (S. 7) selber ein, dass er keinen förmlichen Antrag um Beizug der Akten A.________ gestellt hat. Es trifft deshalb zu, wenn das Obergericht (Urteil SB050099 S. 9) ausführt, es sei insoweit kein konkreter Antrag gestellt worden. Im Übrigen legt das Obergericht (a.a.O.) näher dar, weshalb es auf den Beizug der Akten A.________ verzichtet hat. Es bemerkt, es sei nicht ersichtlich, was sich aus den Akten A.________ Entlastendes für den Beschwerdeführer ergeben könnte, nachdem die Aussagen von A.________ im vorliegenden Verfahren (act. 3/1 und 3/2) sowie die Schlusseinvernahme der Jugendanwaltschaft vom 18. Juni 2003 (act. 35/1) vorlägen. Dagegen bringt der Beschwerdeführer in einer den Anforderungen von Art. 90 Abs. 1 lit. b OG genügenden Weise nichts vor. 2.3.4 Soweit sich der Beschwerdeführer (S. 7 ff.) gegen die Beweiswürdigung der kantonalen Gerichte im Einzelnen richtetet, übt er appellatorische Kritik. Er stellt den Erwägungen des Obergerichtes im Wesentlichen lediglich seine Version des Tatgeschehens gegenüber. Das genügt nicht, um Willkür darzutun. Die Beweiswürdigung des Obergerichtes ist nicht offensichtlich unhaltbar und hält damit vor dem Willkürverbot stand. Das Obergericht hat auch den Grundsatz "in dubio pro reo" nicht verletzt, wenn es den in der Anklageschrift geschilderten Sachverhalt als erwiesen erachtet hat und zum Schluss gekommen ist, dass auch der Beschwerdeführer dem Beschwerdegegner einen Faustschlag ins Gesicht versetzt hat. Auf die Erwägungen des Obergerichtes kann verwiesen werden (Art. 36a Abs. 3 OG).