Citation: 1C_427/2021 E. A

Die Staatsanwaltschaft Stuttgart führte ein Ermittlungsverfahren gegen den in Deutschland wohnhaften A.________ wegen des Verdachts der Verstösse gegen das Aussenwirtschaftsgesetz und das Kriegswaffenkontrollgesetz. Im Zusammenhang mit diesem Verfahren beschlagnahmte die Eidgenössische Zollverwaltung (EZV) gestützt auf ein deutsches Rechtshilfeersuchen vom 19. September 2013 Waffen und Waffenteile, die im Zollfreilager der C.________ AG eingelagert waren. Nachdem das Landgericht Stuttgart auf Beschwerde von A.________ die teilweise Aufhebung der Beschlagnahme angeordnet hatte, verlangte die Staatsanwaltschaft Stuttgart mit einem ergänzenden Rechtshilfeersuchen vom 27. Juni 2014 die Übergabe der verbleibenden Waffen durch die Schweiz. Mit Urteil vom 15. März 2018 erklärte das Landgericht Stuttgart A.________ wegen vorsätzlicher unerlaubter Beförderung von Kriegswaffen und vorsätzlicher unerlaubter Ausfuhr von Kriegswaffen schuldig. Zudem verfügte es die Einziehung von insgesamt 331 Gewehren. Die EZV gab A.________ Gelegenheit, zur Überweisung der beschlagnahmten Gewehre an die deutschen Behörden Stellung zu nehmen. Mit Verfügung vom 1. April 2020 bewilligte sie deren Herausgabe. Dagegen erhob A.________ sowohl in eigenem Namen als auch als Geschäftsführer der B.________ GmbH mit Sitz in Österreich Beschwerde beim Bundesstrafgericht. Auf Aufforderung des Bundesstrafgerichts hin bezeichnete er als Zustelldomizil in der Schweiz die Adresse seines damaligen Rechtsvertreters, Fürsprecher D.________. In der Folge wies ihn das Bundesstrafgericht in seiner Funktion als Geschäftsführer der B.________ GmbH telefonisch darauf hin, dass auch Letztere ein Zustelldomizil bezeichnen müsse. In Ergänzung dazu bat es Fürsprecher D.________ zu bestätigen, dass er auch für die B.________ GmbH als Zustelldomizil diene. Fürsprecher D.________ antwortete, er erachte sich dazu mangels einer entsprechenden Vollmacht nicht als berechtigt. Mit Entscheid vom 18. November 2020 vereinigte das Bundesstrafgericht die Beschwerdeverfahren und trat sowohl auf die Beschwerde von A.________ als auch auf diejenige der B.________ GmbH nicht ein. Die Zustellung des Entscheids an die B.________ GmbH erfolgte mangels eines Zustelldomizils in der Schweiz durch Ablage in den Akten.