Citation: 1C_508/2023 E. 3.4

3.4. Entgegen den Vorbringen der Beschwerdeführenden muss eine Bauherrschaft nicht (eventual-) vorsätzlich darauf verzichtet haben, für eine bewilligungspflichtige Nutzungsänderung eine Baubewilligung einzuholen, damit ihr der gute Glaube abgesprochen werden kann. Vielmehr kann bereits Fahrlässigkeit den guten Glauben ausschliessen, namentlich wenn eine Bauherrschaft in Anbetracht der Umstände über die Notwendigkeit einer Baubewilligung hätte Zweifel haben sollen und sich darüber bei den Baubehörden hätte erkundigen müssen (vgl. BGE 132 II 21 E. 6.1 und 8.1; Urteil 1C_489/2015 vom 25. Februar 2016 E. 4.1). Vorliegend hätten die Beschwerdeführenden bei Anwendung zumutbarer Sorgfalt erkennen müssen, dass für die gewerbliche Nutzung ihrer Liegenschaft als Hundezucht mit sechzehn erwachsenen Hunden zuzüglich Welpen von jährlich fünf Würfen eine Bewilligung erforderlich sein könnte. Insofern wären sie gehalten gewesen, die Baubewilligungspflicht bei den zuständigen Behörden vorgängig zu klären. Nicht entscheidend sind dabei die von den Hunden der Beschwerdeführenden ausgehenden konkreten Immissionen. Sie hätten ungeachtet dessen erkennen müssen, dass der Betrieb einer Hundezucht aus einer abstrakten Perspektive typischerweise mit Belästigungen verbunden sein könnte, die über das hinausgehen, was normalerweise mit dem Wohnen verbunden ist (vgl. Urteil 1C_49/2021 vom 25. Juni 2021 E. 5.2.1 mit Hinweisen). Folglich ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz die Gutgläubigkeit der Beschwerdeführenden verneinte, weshalb diese sich von Vornherein nicht auf den Grundsatz von Treu und Glauben bzw. den daraus fliessenden Vertrauensschutz berufen können.