Citation: 9C_745/2019 E. 3.2

3.2. Ein Abweichen von der ärztlichen Arbeitsfähigkeitsschätzung ist aus rechtlicher Sicht geboten, wenn die Einschätzung mit Blick auf die massgebenden Indikatoren (Beweisthemen) nicht hinreichend und nachvollziehbar begründet erscheint respektive unter Berücksichtigung der durch BGE 141 V 281 normierten Beweisthemen nicht überzeugt (vgl. BGE 145 V 361 E. 4.3 S. 368 f. mit Hinweisen). Die Vorinstanz hat die unterschiedliche Arbeitsfähigkeitsschätzung der MEDAS-Gutachter in Haushalt und leidensangepasster Tätigkeit - im Lichte der Indikatorenprüfung - für nicht schlüssig befunden (E. 2.1). Dies wird nicht weiter bestritten. Mit Blick auf die dargelegte Rechtsprechung war daher ein Abweichen aus rechtlicher Sicht grundsätzlich - ohne weitere medizinische Abklärungen - zulässig. Das kantonale Gericht schloss nach durchgeführter Indikatorenprüfung in leidensangepasster Tätigkeit auf eine Arbeitsfähigkeit von (mindestens) 80 % (E. 2.1). Damit hat es die von den MEDAS-Experten im Haushalt attestierte Arbeitsfähigkeit (Gutachten S. 35) für eine optimal leidensangepasste Tätigkeit übernommen. Inwiefern diese Schlussfolgerung Bundesrecht (insbesondere das Willkürverbot) verletzten soll, ist nicht ersichtlich. Vielmehr erschöpft sich die Beschwerde auch hier darin, der vorinstanzlichen Schlussfolgerung die eigene Ansicht respektive Würdigung entgegenzustellen, was nicht genügt. Die Beschwerdeführerin verkennt den Beurteilungsspielraum, welcher jeder Indikatorenprüfung inhärent ist.