Citation: 6B_901/2015 E. 5.1

5.1. Der angefochtene Entscheid verletzt Bundesrecht. Unabhängig von der Frage einer allfälligen Sorgfaltspflichtverletzung sowie der Vorhersehbarkeit und Vermeidbarkeit des Erfolgseintritts, kommt ein Schuldspruch wegen fahrlässiger schwerer Körperverletzung gemäss Art. 125 Abs. 2 StGB vorliegend nicht in Betracht. Die Vorinstanz verkennt, dass eine lebensgefährliche Verletzung im Sinne von Art. 122 Abs. 1 StGB nur gegeben ist, wenn das Opfer eine Verletzung erlitten hat, die zur Lebensgefahr führt (BGE 124 IV 53 E. 2 S. 56; ROTH/BERKEMEIER, in: Basler Kommentar, Strafrecht, Bd. I, 3. Aufl. 2013, N. 7 zu Art. 122 StGB; BERNARD CORBOZ, Les infractions en droit suisse, Vol. I, 3. Aufl. 2010, N. 8 zu Art. 122 StGB; STRATENWERTH/JENNY/BOMMER, Schweizerisches Strafrecht, Bes. Teil I, Straftaten gegen Individualinteressen, 7. Aufl. 2010, § 3 N. 38). Die konkrete Lebensgefahr muss unmittelbare Folge der zugefügten Verletzung und nicht (der Art und Weise) der Tathandlung sein (vgl. Urteil 6B_633/2015 vom 12. Januar 2016 E. 1.4.2; MICHEL DUPUIS et al., Petit commentaire du Code pénal, 2. Aufl., 2012, N. 8 zu Art. 122 StGB). Die Strafbarkeit einer Lebensgefährdung, die nicht auf eine Verletzung zurückzuführen ist, beurteilt sich nach den Voraussetzungen von Art. 129 StGB (BGE 124 53 E. 2 S. 56). Eine fahrlässige Gefährdung des Lebens ist nicht strafbar.