Citation: 2C_860/2019 E. 3.7.1

3.7.1. Die Pauschalierung bedeutet nicht nur für die Gemeinde eine Erleichterung, sondern privilegiert auch die Besitzer von Ferienwohnungen. Anders als insbesondere Hotels müssen sie weder die effektiven Übernachtungen aufzeichnen, noch den damit verbundenen administrativen Aufwand tragen. Zudem steht es ihnen frei, die Ferienwohnung - und die Gemeindeinfrastruktur - für mehr als 31 Übernachtungen zu nutzen, ohne dass sie deshalb stärker belastet würden, während Hotelgäste auch für die 32. Übernachtung im Jahr noch kurtaxenpflichtig sind. Zwar ist es verfassungsrechtlich nicht verboten, dass eine Gemeinde trotz dieser Privilegierung der Ferienwohnungseigentümer darauf verzichtet, der Pauschale für Ferienwohnungen einen höheren Ansatz pro Übernachtung zugrunde zu legen als für Hotelübernachtungen (vgl. Urteil 2C_947/2019 vom 13. Februar 2020 E. 4.3.2). Umgekehrt kann es aber einer Gemeinde verfassungsrechtlich auch nicht verwehrt sein, der Privilegierung der Ferienwohnungseigentümer durch einen höheren Ansatz Rechnung zu tragen, solange die Differenz zwischen den beiden Ansätzen ein gewisses Mass nicht überschreitet (vgl. zu diesem Mass oben E. 3.5).