Citation: 6B_986/2017 E. 3.2.1

3.2.1. Die Vorinstanz nimmt an, der Beschwerdeführer habe im Zusammenwirken mit dem Mitangeklagten Z.________ die Businesss-Intelligence Softwarelizenzen und die damit zusammenhängenden IT-Dienstleistungen "BI-Consulting" und "BI-Schulung" der S.________ GmbH im freihändigen Verfahren nach Art. 13 Abs. 1 VöB vergeben, obwohl der Schwellenwert gemäss Art. 6 Abs. 1 BöB überschritten war und eine WTO-Ausschreibung erforderlich gewesen wäre. Er habe mit der S.________ GmbH vereinbart, dass die vom BAFU gewünschten Software-Lizenzen zunächst von dieser an die F.________ AG verkauft würden, um von dieser anschliessend an das BAFU weiterverkauft zu werden. Mit diesem Vorgehen hätten beide Beteiligten das öffentliche Beschaffungsrecht und ihre Amtspflichten verletzt (angefochtenes Urteil S. 95 ff., 105). Der Beschwerdeführer habe den Vergabeentscheid massgeblich beeinflusst. Er habe den Kontakt zu mehreren Anbietern hergestellt, sei bei der Evaluation deren Produkte zumindest beteiligt gewesen und habe Verhandlungen über die Lieferung von BI-Lizenzen mit dem Geschäftsführer der S.________ GmbH geführt. Dabei habe er sichergestellt, dass der Bezug über seine dazwischen geschaltete Gesellschaft F.________ AG und nicht direkt von der S.________ GmbH erfolgte und dass auch die für den Einsatz der BI-Lizenzen erforderlichen Dienstleistungen für Schulung und Consulting über die F.________ AG beschafft würden. Der Beschwerdeführer habe somit faktisch Entscheidungskompetenz gehabt. Das Vorgehen des Beschwerdeführers und des Mitangeklagten Z.________ habe zudem einen ideellen Schaden bewirkt. Sie hätten dem privaten Interesse der F.________ AG am Erhalt eines Auftrags in faktisch freihändiger Vergabe, ohne sich im Rahmen einer öffentlichen Ausschreibung dem Wettbewerb stellen zu müssen, gegenüber dem öffentlichen Interesse an der Gleichbehandlung der Anbieter den Vorzug gegeben. Der Geschäftsführer der S.________ GmbH habe denn auch angegeben, dass ihm das Vorgehen seltsam vorgekommen sei, da seine Firma bereits bei der Ausschreibung für das SECO den Zuschlag direkt erhalten habe. Er habe daher annehmen müssen, dass die Beschaffung vom BAFU nicht ordnungs- und rechtmässig durchgeführt worden sei. Der Tatbestand sei auch in subjektiver Hinsicht erfüllt. Beide Täter hätten gewusst, dass die Beschaffung eine WTO-Ausschreibung erfordert hätte. Ihre Erklärungen zur Beschaffung über die F.________ AG anstatt über die S.________ GmbH seien blosse Schutzbehauptungen. Die F.________ AG habe insofern einen unrechtmässigen Vorteil erlangt, als sie zu einem staatlichen Auftrag gekommen sei, ohne sich gegen Mitbewerber durchsetzen zu müssen. Dabei liege der finanzielle Vorteil im Wert des erteilten Auftrags (angefochtenes Urteil S. 105 ff.).