Citation: U 414/05 07.06.2006 E. 5

5.1 Die Vorinstanz hat den Auffahrunfall vom 14. November 2002 als mittelschweres, im Grenzbereich zu den leichten Unfällen liegendes Ereignis eingestuft. Gemäss der von der SUVA in Auftrag gegebenen biomechanischen Kurzbeurteilung (Triage) bewegte sich die unfallbedingte Geschwindigkeitsveränderung (delta-v) unterhalb oder innerhalb eines Bereiches von 10 - 15 km/h. Die fotographisch festgehaltenen Schäden an den beiden Fahrzeugen zeigen geringe Beschädigungen. Die von der Vorinstanz vorgenommene Qualifizierung steht in Übereinstimmung mit der Praxis des Eidgenössischen Versicherungsgerichts zu Unfällen dieser Art und Schwere (RKUV 2005 Nr. U 549 S. 237 Erw. 5.1.2 mit Hinweisen [Urteil C. vom 15. März 2005, U 380/04]; Urteile M. vom 21. April 2006 Erw. 4.1, U 51/05, und S. vom 12. Januar 2004 Erw. 4.1, U 41/03) und ist nicht zu beanstanden. 5.2 Der Unfall ereignete sich weder unter besonders dramatischen Begleitumständen noch war er von besonderer Eindrücklichkeit. Er hatte auch keine Verletzungen besonderer Art zur Folge. Für dieses Kriterium genügt nicht, dass die für ein Schleudertrauma bzw. eine Distorsion der HWS typischen Beschwerden bestehen. Es müssen besondere Umstände dazu kommen, welche das Beschwerdebild beeinflussen können (Urteile D. vom 16. Februar 2006 Erw. 4.2, U 466/04, und C. vom 28. April 2005 Erw. 5.2, U 386/04, mit weiteren Hinweisen). Wenn die Beschwerdeführerin in diesem Zusammenhang auf die vorbestehende Diskushernie bzw. Diskusprotrusion hinweist, ist festzustellen, dass das relativ leichte Unfallereignis nicht geeignet war, eine Schädigung der Bandscheibe herbeizuführen (vgl. RKUV 2000 Nr. U 379 S. 192 ff. [Urteil N. vom 8. Februar 2000, U 138/99]; Urteil M. vom 18. April 2006 Erw. 6.1, U 89/06). Selbst wenn man davon ausginge, dass die vorbestehende Diskushernie bzw. -protrusion durch den Unfall - zeitlich begrenzt - symptomatisch geworden sei, handelte es sich dabei nicht um eine derart gravierende Verletzung, dass das Kriterium der Schwere oder besonderen Art der erlittenen Verletzung zu bejahen wäre. 5.3 Hinsichtlich der Adäquanzkriterien der Dauer der unfallbedingten Beschwerden, der ärztlichen Behandlung und der Arbeitsunfähigkeit ist massgeblich, wie lange die entsprechenden Unfallfolgen durch den erlittenen körperlichen Gesundheitsschaden in erheblichem Ausmass mitverursacht worden sind. Therapeutische Massnahmen im somatischen Bereich waren im Rahmen des Aufenthaltes in der Klinik Y.________ nur in beschränktem Ausmass möglich; im Wesentlichen bestand und besteht die Behandlung in der Abgabe von Schmerzmitteln und in Physiotherapie zur Schmerzlinderung, wie auch dem im vorinstanzlichen Verfahren aufgelegten Arztbericht vom 1. Juni 2005 des neuen, seit Januar 2005 konsultierten Hausarztes Dr. med. A.________, prakt. Arzt, zu entnehmen ist. Weil die Schmerzen, an denen die Beschwerdeführerin offensichtlich leidet, aber nicht als klare Folge eines beim Unfall erlittenen körperlichen Gesundheitsschadens erscheinen, haben sowohl diese wie auch die deswegen nötige ärztliche Behandlung bei der Adäquanzbeurteilung ausser Betracht zu bleiben. Im Austrittsbericht der Klinik Y.________ vom 5. Juni 2003 wurden - knapp sieben Monate nach dem Unfall - "theoretisch aus funktionell-somatischer Sicht" leichte wechselbelastende Tätigkeiten als möglich erachtet; die weiterhin bejahte Arbeitsunfähigkeit wurde auf psychische Gründe zurückgeführt; die allenfalls körperlich bedingte Arbeitsunfähigkeit betrug somit höchstens sieben Monate und ist nicht als lang zu qualifizieren. 5.4 Schwer nachvollziehbar und aktenwidrig ist schliesslich die Meinung der Beschwerdeführerin, es liege eine ärztliche Fehlbehandlung vor, weil sie ärztlicherseits zum Tragen eines Halskragens angehalten worden sei. Tatsache ist vielmehr, dass Dr. med. W.________ bereits im Bericht vom 7. Januar 2003 darauf hinweisen musste, die Beschwerdeführerin sei vom Tragen des Halskragens nicht abzubringen. Auch die Ärzte der Rehaklinik vermerkten, dass eine Kragenentwöhnung nicht möglich sei. Von einer ärztlichen Fehlbehandlung kann in diesem Zusammenhang keine Rede sein. 5.5 Damit liegen die gemäss Rechtsprechung bei mittleren Unfällen notwendigen Kriterien weder gehäuft vor, noch ist eines davon besonders ausgeprägt gegeben (BGE 115 V 140 Erw. 6c/bb), weshalb der adäquate Kausalzusammenhang zu verneinen ist. Die vorinstanzlich bestätigte Leistungseinstellung seitens der SUVA erfolgte demnach zu Recht.