Citation: U 327/98 14.01.2000 E. A

A.- Der 1943 geborene B.________ arbeitete ab 4. November 1968 als Maschinenschlosser bei der Firma X.________ und war bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) gegen die Folgen von Unfällen versichert. Am 3. Juni 1990 erlitt er im damaligen Jugoslawien bei einem Autounfall eine Rippenfraktur 5 und 7 rechts lateral, eine Rückenprellung der oberen Brustwirbelsäule (BWS), eine Prellung der Handwurzel rechts und eine Bandläsion im PIP Dig IV rechts (Arztzeugnis von Dr. med. G.________ vom 20. Juni 1990). Seither ist er, abgesehen von einem Arbeitsversuch in der Werkzeugausgabe für drei Stunden täglich in den Monaten September und Oktober 1991, nicht mehr erwerbstätig. Wegen Anfang Juli 1990 auftretenden Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel und Schmerzen bei Bewegungen der Halswirbelsäule (HWS) war B.________ vom 7. bis 10. Juli 1990 in der Chirurgischen Klinik des Kantonsspitals Y.________ hospitalisiert. In der Untersuchung vom 30. August 1990 diagnostizierte Kreisarzt Dr. med. N.________, Chirurgie FMH, eine Läsion der HWS mit fraglicher Instabilität C4/C5 und Verdacht auf zeitweilige Funktionsverminderung der HWS sowie auf zeitweilige radiculäre Schmerzen im linken Arm und Status nach Handwurzelkontusion rechts. Nach weiteren (handchirurgischen und neurologischen) Untersuchungen hielt sich B.________ vom 7. November 1990 bis 11. Januar 1991 in der Rehabilitationsklinik E.________ auf, wo sich seine Beschwerden (Cervicalsyndrom, Bewegungseinschränkung im PIP IV rechts) besserten (Austrittsbericht vom 11. Januar 1991). Ein am 25. Januar 1991 in der Klinik H.________ durchgeführtes MRI ergab multisegmentale Spinalstenosen und multiple degenerierte Bandscheiben zwischen C3 und C6 sowie Foraminalstenosen C3 bis C5 beidseits. Wegen einer länger dauernden depressiven Reaktion begab sich B.________ am 7. Mai 1991 in psychiatrische Behandlung zu Dr. med. O.________, Psychiatrie und Psychotherapie FMH. In seinem Bericht vom 10. Juni 1991 hielt Dr. med. D.________ von der Neurologischen Abteilung der Klinik S.________ fest, dass der Versicherte bei Status nach indirektem HWS-Trauma unter einem massiven cervico-cephalen Syndrom sowie einem psychovegetativen Syndrom leide, wobei er, da die funktionelle Untersuchung der HWS bei massivster Abwehrspannung der Muskulatur nicht möglich gewesen sei, eine solche in Kurznarkose empfehle. Nach weiteren kreisärztlichen Untersuchungen (vom 13. Februar und 31. Juli 1991) erfolgte vom 19. bis 23. August 1991 im Kantonsspital Y.________ eine stationäre Abklärung, in deren Verlauf eine psychoreaktive Überlagerung des massiven cervico-cephalen Syndroms festgestellt wurde, während weder die Schmerzen noch die effektive HWS-Beweglichkeit objektiviert werden konnten, weil der Versicherte eine Untersuchung in Narkose ablehnte. Nach verschiedenen Aufenthalten in der Psychiatrischen Klinik I.________ in den Monaten November 1991 bis Januar 1992 war B.________ schliesslich vom 18. Mai bis 21. August 1992 in der Psychiatrischen Poliklinik des Kantonsspitals Y.________ hospitalisiert, in deren Bericht vom 27. August 1992 von einem schweren Somatisierungssyndrom vor dem Hintergrund einer erschwerten, vielfach neurotisch-traumatisierten Lebensentwicklung bei einer Persönlichkeit mit ängstlichen hypochondrischen, teils auch hysterischen Zügen die Rede ist. Anschliessend nahm B.________ die im Februar 1992 abgebrochene ambulante Psychotherapie bei Dr. med. O.________ wieder auf. Nach einer weiteren kreisärztlichen Untersuchung (vom 9. Oktober 1992) wurde der Versicherte am 18. August 1993 letztmals durch die Ärzte der SUVA, Dr. med. M.________, Spezialarzt FMH für Oto-rhino-laryngologie, Hals- und Gesichtschirurgie, und Dr. med. T.________, Spezialarzt FMH für Chirurgie, beurteilt. In seinem Bericht vom 30. September 1993 hielt Dr. med. T.________ als Diagnose fest: cervico-cephales Syndrom bei "St. n. wahrscheinlich indirektem HWS-Trauma (3.6.90)" bei "multisegmentaler Spinalstenose, Foraminalstenose C3-C6 beidseits und Bandscheibendegeneration C3-C6 [alle unfallfremd]", "St. n. Thoraxkontusion und Rippenfrakturen rechts (3.6.90)", "St. n. ulnarer Seitenbandläsion PIP IV rechts (3.6.90)", "St. n. Basisfraktur Metacarpale V rechts (15.8.91)", "funktionelle Herzbeschwerden mit Sinustachykardie bei vegetativer Dystonie" und ein "Somatisierungs-Syndrom bei ängstlich-hypochondrischer Persönlichkeit mit z.T. hysterischen Zügen". Gleichzeitig wies er darauf hin, dass eine Objektivierung der von B.________geklagten Schwindelbeschwerden in der neurootologischen Untersuchung nicht möglich gewesen sei (Bericht von Dr. med. M.________ vom 19. August 1993) und das Ausmass der Restbeschwerden im Sinne eines cervico-cephalen Syndroms nicht beurteilt werden könne, weil B.________ eine funktionelle Untersuchung der HWS in Narkose weiterhin ablehne. Mit Schreiben vom 10. November 1993 teilte die SUVA B.________ mit, dass die Heilkostenleistungen (mit Ausnahme lockerer hausärztlicher Kontrollen sowie der Abgabe von nicht-steroidalen Antirheumatica) sistiert und die Taggelder per 31. Dezember 1993 eingestellt würden (Arbeitsunfähigkeit: 100 % bis 30. November 1993, 50 % bis 31. Dezember 1993). Mit Verfügung vom 7. Februar 1994 sprach sie B.________ für die somatischen Unfallfolgen ab 1. Januar 1994 eine Invalidenrente von 50 % und eine Integritätsentschädigung von 10 % zu. Daran hielt sie mit Einspracheentscheid vom 15. Dezember 1995 fest.