Citation: 1P.437/2004 01.12.2004 E. 6

6.1 Schliesslich stellt das Appellationsgericht auf die örtlichen Verhältnisse am angeblichen Tatort ab und kommt zum Schluss, diese sprächen nicht gegen die Richtigkeit des Anklagesachverhaltes. Es bestehe keine direkte Sichtverbindung vom Büro des Filialleiters zum Pausenraum. Zudem könne die Tür zum fraglichen Zimmer geschlossen werden, was aufgrund der Prüfungssituation nahe liegend gewesen wäre. Dies entspreche auch den Aussagen der Beschwerdegegnerin, wonach die Tür zwar nicht abschliessbar gewesen, jedoch zugemacht worden sei. Insgesamt habe der Beschwerdeführer kaum mit Störungen rechnen müssen, weshalb ihn die Angst vor Entdeckungen jedenfalls nicht von seinem Vorhaben habe abhalten müssen. 6.2 Der Beschwerdeführer hält diese Erwägungen für "indifferent". Mit der Feststellung, die örtlichen Verhältnisse sprächen nicht gegen die Richtigkeit des Anklagesachverhaltes, werde die Unschuldsvermutung verletzt. Der inkriminierte Sachverhalt müsse nachgewiesen werden, andernfalls vom Beschuldigten ein Unschuldsbeweis verlangt werde. 6.3 Das Appellationsgericht hat keineswegs vom Beschwerdeführer einen Unschuldsbeweis verlangt. Es hat lediglich - als ein Element unter vielen - geprüft, ob allenfalls die örtlichen Gegebenheiten gegen die Verwirklichung des Anklagesachverhaltes sprechen würden und dies anschliessend verneint. Damit hat es auch nicht gegen die Beweislastregel "in dubio pro reo" verstossen (siehe E. 4.3 hiervor).