Citation: 9C_756/2023 E. 3.3.3

3.3.3. Zuzustimmen ist der Vorinstanz immerhin insoweit, als die Verhältnisse zwischen Leistungsempfang und Rechnungsstellung nicht völlig belanglos sind. Wenn nämlich eine Person eine Leistung empfängt, bevor sie eine unternehmerische Tätigkeit aufnimmt, kann der Vorsteuerabzug - ungeachtet des Zeitpunkts der Rechnungsstellung - von vornherein nur insoweit in Betracht kommen, als die Leistung bei Aufnahme der unternehmerischen Tätigkeit noch nicht verbraucht war. Der Grund für den ganzen oder teilweisen Ausschluss der Vorsteuer liegt in diesem Fall jedoch nicht darin, dass die Person bereits bei Leistungsempfang steuerpflichtig hätte sein müssen, wie die Vorinstanz meint. Vielmehr steht dem vollständigen Abzug der Vorsteuer entgegen, dass die fragliche Leistung bereits ganz oder teilweise ausserhalb jeder unternehmerischen Tätigkeit verbraucht worden ist, mithin insoweit nicht unternehmerischer Endverbrauch (Art. 1 Abs. 1 MWSTG) vorliegt, den es zu belasten gilt.