Citation: 5A_26/2021 E. 4.3

4.3. Die Beschwerdeführerin ist sodann der Auffassung, sie sei ihren Obliegenheiten zur Information der unteren Aufsichtsbehörde nachgekommen. Am 31. Juli 2020 habe sie eine Mitteilung zur Urlaubszeit in Verbindung mit der Pflege familiärer Kontakte eingereicht und auch in der Eingabe vom 28. Juli 2020 habe sie auf die bevorstehende Abwesenheit hingewiesen. Ihre Meldung hätte am 3. August 2020 eintreffen müssen. Sie habe Vorlaufzeit gewährt, denn sie sei erst am 12. August 2020 abgereist und habe Gerichtspost noch bis am 8. August 2020 bearbeitet. Das Appellationsgericht habe auch nicht dargelegt, inwiefern die untere Aufsichtsbehörde Vorlaufzeit gebraucht hätte. Das Verfahren vor der unteren Aufsichtsbehörde sei nicht dringlich gewesen, so dass keine Notwendigkeit bestanden habe, ihr den Entscheid während ihrer Abwesenheit zuzustellen. Sie habe auch nicht binnen zwei Wochen mit einem Entscheid rechnen müssen, da es manchmal monatelang gehe, bis sie eine gerichtliche Antwort auf ihre Eingaben erhalte. Die Behauptung der Beschwerdeführerin, ihre Mitteilung hätte am 3. August 2020 eintreffen müssen, hilft ihr nicht. Nach den Feststellungen des Appellationsgerichts hatte sie der unteren Aufsichtsbehörde mitgeteilt, ab dem 3. August 2020 abwesend zu sein. Selbst wenn ihre Mitteilung wie angeblich geplant am 3. August 2020 eingetroffen wäre, wäre sie nicht derart rechtzeitig erfolgt, dass die untere Aufsichtsbehörde darauf noch hätte reagieren können. Ihre weitere Behauptung, wonach sie erst am 12. August 2020 abgereist sei, findet im angefochtenen Urteil keine Stütze und bleibt unbelegt. Eine Sachverhaltsrüge fehlt. Im Übrigen ist der Einwand unerheblich, denn die untere Aufsichtsbehörde musste von dem ausgehen, was die Beschwerdeführerin ihr mitgeteilt hat, und konnte nicht wissen, dass die Beschwerdeführerin entgegen ihrer eigenen Ankündigung noch eine gewisse Zeit anwesend sein würde. Auch aus dem Umstand, dass die Beschwerdeführerin in anderen Verfahren am 3. und 5. August 2020 Eingaben eingereicht hat, konnte die untere Aufsichtsbehörde nicht schliessen, dass die Beschwerdeführerin zu einem Zeitpunkt, in dem die Aufsichtsbehörde darauf hätte reagieren können, noch anwesend sein würde. Soweit die Beschwerdeführerin den Sinn der Vorlaufzeit in Frage stellt, hat ihr das Appellationsgericht erläutert, dass sie der unteren Aufsichtsbehörde mit ihrem Vorgehen die Möglichkeit genommen hat, auf ihre Mitteilung zu reagieren, was mit Treu und Glauben nicht vereinbar sei (zu möglichen Reaktionen der Behörde vgl. das von der Vorinstanz zitierte Urteil 6B_704/2015 vom 16. Februar 2016 E. 3.1). Damit setzt sich die Beschwerdeführerin nicht auseinander. Soweit sie behauptet, das Verfahren sei nicht dringlich gewesen, schildert sie bloss ihre Sicht der Dinge und übergeht, dass sie wegen ihres gegen Treu und Glauben verstossenden Verhaltens keinen Anspruch darauf hatte, während der von ihr gewünschten Zeit keine Urteile zu erhalten. Soweit sie geltend macht, dass sie nicht innert so kurzer Zeit mit einem Urteil habe rechnen müssen, hilft es ihr nicht weiter, dass es in anderen Verfahren angeblich länger gedauert hat, bis sie ein Urteil erhalten hat. Sie nennt keine konkreten Umstände, aufgrund derer sie darauf hätte vertrauen dürfen, dass die untere Aufsichtsbehörde während ihrer Abwesenheit kein Urteil fällen und versenden würde.