Citation: U 509/00 21.07.2003 E. 3

Das kantonale Gericht hat erwogen, auf Grund des Geschehensablaufs und der dabei erlittenen unmittelbaren Verletzungen sei der Vorfall vom 15. Januar 1988 dem Bereich der leichten Unfälle zuzuordnen. Ein Anschlagen des Kopfes an einem Gegenstand, welches eher geringfügige direkte Verletzungen (kurze Benommenheit, Beule am Kopf, Augenflimmern während kurzer Zeit, eventuell knöcherne Verletzung des rechten Sehnervkanals) nach sich gezogen habe, und ein allfälliger Sturz zu Boden seien nach der allgemeinen Lebenserfahrung nicht geeignet, erhebliche psychische Gesundheitsstörungen hervorzurufen. Unter diesen Umständen sei die Adäquanzfrage nur zu prüfen, wenn sich aus dem Unfall unmittelbare Folgen ergäben, die eine psychische Fehlentwicklung nicht mehr als offensichtlich unfallunabhängig erscheinen liessen (z.B. Komplikationen, verzögerter Heilungsverlauf, lange Arbeitsunfähigkeit). Davon könne indessen vorliegend nicht gesprochen werden. Keine der als geringfügig zu bezeichnenden direkten Verletzungen habe eine medizinische Behandlung notwendig gemacht oder zu einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit geführt. Die Ursachen und Umstände, welche zu einer depressiven Entwicklung führten, seien zweifellos anderer Natur und könnten höchstens als mittelbare Folgen des Ereignisses vom 15. Januar 1988 betrachtet werden. Einerseits lägen die Hauptursachen für die Verschlechterung der Sehkraft beider Augen beim Eintritt des grauen Stars (Cataracta senilis) und bei der zu Komplikationen führenden ersten Star-Operation rechts am 12. September 1989. Die psychische Dekompensation und ein Nervenzusammenbruch seien alsdann erst im Frühjahr 1993 erfolgt, als sich auch der Visus des linken Auges zu verschlechtern begonnen habe und eine weitere Operation notwendig geworden sei. Anderseits seien Veränderungen in der beruflichen Funktion sowie die Ankündigung einer Verdienstreduktion konkurrierende Ursachen für die Entwicklung einer Depression und den Beginn der dauernden Arbeitsunfähigkeit ab Ende Juni 1993 gewesen. Bei dieser Sachlage hätten sich aus dem Unfall keine unmittelbaren Folgen ergeben, die eine psychische Fehlentwicklung als nicht mehr offensichtlich unfallunabhängig erscheinen liessen. Somit erübrige sich die Prüfung der Adäquanzfrage und sei diese ohne weiteres zu verneinen.