Citation: 6B_1093/2022 E. 1.4

1.4. Der vorinstanzliche Entscheid verletzt kein Bundesrecht. In seiner Beschwerdeeingabe befasst sich der Beschwerdeführer grösstenteils nicht mit den massgeblichen Erwägungen der Vorinstanz; seine Vorbringen gehen an der Sache vorbei und sind im Übrigen unbegründet. Was er sodann der Beweiswürdigung der Vorinstanz und ihren tatsächlichen Feststellungen entgegen hält, beschränkt sich auf eine unzulässige appellatorische Kritik am angefochtenen Entscheid, auf die das Bundesgericht nicht eintritt (vgl. Art. 106 Abs. 2 BGG; BGE 147 IV 73 E. 4.1.2; 146 IV 88 E. 1.3.1; 143 IV 500 E. 1.1; je mit Hinweisen). Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers schliesst die Vorinstanz nicht aus dem "von der Ehefrau erstellten Wiederherstellungsgesuch vom 3. Mai 2022" darauf, er sei in der Lage gewesen, bis zum 4. Mai 2022 auch die Berufungserklärung einzureichen (Beschwerde S. 4 Ziff. 9). Vielmehr hält sie zutreffend fest, der Beschwerdeführer selber (und nicht die von ihm instruierte Ehefrau) habe ein vom 3. Mai 2022 datiertes Wiederherstellungsgesuch eingereicht, welches belege, dass er trotz seiner krankheitsbedingten (teilweisen) Arbeitsunfähigkeit in der Lage gewesen sei, eine Rechtsschrift zu verfassen (vgl. Beschluss S. 6 E. 6). Sein Einwand, er habe schon aus finanziellen Gründen nicht einen Vertreter beauftragen können (Beschwerde S. 6 Ziff. 12), erweist sich damit als unbehelflich. Ferner ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz in Berücksichtigung des ausführlich begründeten Fristwiederherstellungsgesuches des Beschwerdeführers vom 3. Mai 2022 erwägt, es wäre ihm möglich gewesen, innert Frist zugleich auch eine Berufungserklärung einzureichen. Soweit der Beschwerdeführer in diesem Zusammenhang geltend macht, er sei vor dem 19. April 2022 nicht in der Verfassung gewesen, sich mit den "umfangreichen" Prozessakten und dem erstinstanzlichen Entscheid auseinanderzusetzen, ist ihm entgegen zu halten, dass die Begründung der Berufung, die eine vertiefte Auseinandersetzung mit dem Entscheid und dessen Motivation voraussetzt, erst im mündlichen oder schriftlichen Verfahren, d.h. erst nach der Einreichung der Berufungserklärung, zu erfolgen hat (siehe BGE 143 IV 40 E. 3.4.1). Indessen muss die Berufungserklärung nicht begründet werden (Urteil 6B_684/2017 vom 13. März 2018 E. 1.4.2). Mit der Berufungserklärung hatte der Beschwerdeführer somit lediglich, aber immerhin, anzugeben, ob er das Urteil vollumfänglich oder nur in Teilen anficht, welche Abänderungen des erstinstanzlichen Urteils er verlangt und welche Beweisanträge er stellt (Art. 399 Abs. 3 StPO). Im Übrigen scheint er zu verkennen (Beschwerde S. 5 Ziff. 11), dass Beweisanträge im mündlichen Berufungsverfahren - wie im erstinstanzlichen Verfahren - bis zum Abschluss des Beweisverfahrens gestellt werden können (BGE 143 IV 214 E. 5.4; Urteil 6B_542/2016 vom 5. Mai 2017 E. 3.4.3 f. mit Hinweisen). Hinzu kommt, dass der Beschwerdeführer die Begründung des erstinstanzlichen Urteils bereits am 3. Februar 2022 in Empfang nehmen konnte und er gemäss den Arbeitsunfähigkeitszeugnissen seines Hausarztes, der nicht mit einem "Amtsarzt" gleichzusetzen ist (vgl. Beschwerde S. 4 Ziff. 9 und S. 6 Ziff. 12), seit dem 21. März 2022 wieder zu 20 % arbeitsfähig war. Darüber hinaus weist die Vorinstanz ebenso zutreffend darauf hin, dass es dem Beschwerdeführer - als ihm sein Hausarzt noch eine 100 % Arbeitsunfähigkeit attestierte - ausserdem möglich war, seine Ehefrau mit dem Schreiben vom 23. Februar 2022 zu beauftragen, mit welchem die Vorinstanz noch innerhalb der gesetzlichen Frist zur Einreichung einer Berufungserklärung über seinen gesundheitlichen Zustand informiert wurde. Daher ist es nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz festhält, es wäre dem Beschwerdeführer auch möglich gewesen, einen Vertreter (wie z.B. seine Ehefrau, einen Kollegen oder Freund) zu beauftragen, die Berufungserklärung einzureichen. Trotz seiner krankheitsbedingten teilweisen Arbeitsunfähigkeit war es dem Beschwerdeführer - ohne das genaue Ausmass seiner Erkrankung zu vertiefen - somit nicht geradezu unmöglich, selbst oder durch eine ihn vertretende Person bei der Vorinstanz auch die Berufungserklärung bis zum 4. Mai 2022 einzureichen.