Citation: 5C.154/2005 24.11.2005 E. 2

Das Obergericht führt aus, der Klägerschaft stehe zur Feststellung des Kindesverhältnisses auch der direkte Beweis offen. Zu diesem Zweck habe die erste Instanz in Anwendung der Offizialmaxime das wissenschaftliche Gutachten in Auftrag gegeben. Der Test habe zunächst eine Vaterschaft des Beklagten ausgeschlossen, jedoch nur deshalb, weil nicht der Kläger 1 (Y.________), sondern sein ein Jahr älterer Bruder U.________ dem Test unterzogen worden sei. Die Verwechslung sei erfolgt, weil das IRM A.________ bereits über die Daten von U.________ verfügt habe, dessen Vaterschaft ebenfalls streitig und Gegenstand eines früheren Testauftrages vom Jahre 2003 gewesen sei. Sobald der Fehler aufgedeckt worden sei, sei der Test jedoch wiederholt worden: hierfür seien die Blutproben verwendet worden, die dem Beklagten am 5. April 2004 und den Kläger 1 am 3. Mai 2004 entnommen worden seien; zur Sicherheit sei am 3. Mai 2004 auch eine neue Blutprobe der Klägerin 2 entnommen worden, obwohl sie ihr Blut bereits 2003 - im Hinblick auf den Test für die Vaterschaft von U.________ - zur Verfügung gestellt gehabt habe. Folglich habe die Fehlerhaftigkeit des ersten Gutachtens vom 21. April 2004 auf der schlichten Verwechslung der Blutproben und nicht auf einem unrichtigen Vorgehen während der Abklärung beruht. Die geschilderte Darstellung der Verwechslungen zeige sich auch daran, dass als Datum der Entnahme der Blutproben der Klägerschaft im ersten (irrtümlichen) Gutachten ein Datum angegeben worden sei (dasjenige vom 5. Dezember 2003), an welchem der Gutachtensauftrag in diesem Verfahren noch gar nicht erteilt worden sei. Deshalb stelle das Gutachten vom 6. Mai 2004 einen genügenden Beweis für die Vaterschaft dar.