Citation: 5A_707/2016 E. 2.1

2.1. Bei der Errungenschaftsbeteiligung stellen Vermögenswerte, welche einem Ehegatten während der Dauer des Güterstandes durch Erbgang oder sonstwie unentgeltlich zugefallen sind, Eigengut dar (Art. 198 Ziff. 2 ZGB). Wird ein Vermögenswert während des Güterstandes entgeltlich erworben, kommt es demgegenüber darauf an, aus welcher Vermögensmasse die Gegenleistung stammte. Handelt es sich um Errungenschaft, ist auch der erworbene Vermögenswert Errungenschaft (Art. 197 Abs. 2 Ziff. 5 ZGB). Handelt es sich um Eigengut, ist der erworbene Vermögenswert dieser Masse zuzuordnen (Art. 198 Ziff. 4 ZGB). Häufig wirken beide Massen eines Ehegatten zusammen. Dann muss das Verhältnis zwischen den beiden Massen geklärt werden. Auszugehen ist vom Grundsatz, dass ein und derselbe Vermögenswert immer nur einer Masse zugeordnet werden kann und die andere Masse im Umfang ihrer Beteiligung eine variable Ersatzforderung im Sinne von Art. 209 Abs. 3 ZGB erhält. Für die Zuordnung massgebend ist, welcher Teil wertmässig überwiegt (BGE 132 III 145 E. 2.2.1-2.2.2 S. 149; vgl. BGE 141 III 145 E. 4.1 S. 148). Dabei ist auf das Wertverhältnis im Zeitpunkt des Erwerbs abzustellen. Spätere Wertveränderungen, namentlich durch Investitionen oder die Amortisation von Schulden, kann die Massenzugehörigkeit nicht mehr verändern. Solche Vorgänge verändern nur die variable Ersatzforderung (BGE 132 III 145 E. 2.2.3 S. 149 f.; vgl. Urteil 5A_143/2015 vom 23. März 2016 E. 4.1, nicht veröffentlicht in: BGE 142 III 257, wohl aber in: FamPra.ch 2016 S. 715, mit Hinweisen auf die Lehre). Wird der Erwerb eines Vermögenswertes durch einen Ehegatten teilweise fremdfinanziert, so ist für die Zuordnung des Gegenstandes zum Eigengut oder zur Errungenschaft ein und desselben Ehegatten massgeblich, aus welcher Masse die Barleistung des entsprechenden Ehegatten erbracht wurde. Die für den Erwerb eingegangene Schuld belastet intern dann auch nur diese Masse (BGE 123 III 152 E. 6b/aa S. 158; 132 III 145 E. 2.3.2 S. 150; 138 III 150 E. 5.2.4.1 S. 156). Ein reiner Kreditkauf dagegen ist als Erwerb zugunsten der Errungenschaft anzusehen (Urteil 5A_111/2007 vom 8. Januar 2008 E. 4.2.3, in: FamPra.ch 2008 S. 383; BGE 141 III 145 E. 4.3.1 S. 152). Übernimmt ein Miterbe einen Vermögenswert aus einer Erbschaft, ist für die güterrechtliche Zuordnung jener Zeitpunkt massgeblich, in dem der Gegenstand ins Alleineigentum dieses Ehegatten übergeht (BGE 142 III 257 E. 4.3.3 S. 261).