Citation: 8C_206/2017 E. 4.3.1

4.3.1. Fehlte es dem ZMB-Gutachten nach zutreffender Beweiswürdigung gemäss angefochtenem Entscheid an der nach BGE 125 V 351 E. 3a S. 352 erforderlichen Schlüssigkeit und Nachvollziehbarkeit hinsichtlich der Einschätzung der trotz des Gesundheitsschadens verbleibenden Leistungsfähigkeit, waren die Verwaltung (Art. 43 Abs. 1 ATSG) und - im Beschwerdefall - das kantonale Gericht (Art. 61 lit. c ATSG) grundsätzlich gehalten, nach Massgabe des Untersuchungsgrundsatzes die nötigen ergänzenden Abklärungen zwecks Bereinigung der Widersprüchlichkeiten und Diskrepanzen zu tätigen. Die Vorinstanz verletzte Bundesrecht, indem sie unter den gegebenen Umständen den beiden reinen Aktenbeurteilungen der RAD-Ärztin volle Beweiskraft hinsichtlich der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit beimass. Denn der Beweiswert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2 IVV ist nur - aber immerhin - dann mit jenem externer medizinischer Sachverständigengutachten vergleichbar, sofern sie den praxisgemässen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232) genügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügt (BGE 137 V 210 E. 1.2.1 S. 219). Entgegen den erwähnten Anforderungen an ein ärztliches Gutachten hat die RAD-Ärztin die Versicherte nicht untersucht.