Citation: H 75/03 30.04.2003 E. 5

Der Wortlaut des hievor angeführten Art. 29quinquies Abs. 3 lit. c AHVG erweist sich als ganz klar und er steht im Einklang mit Sinn und Zweck der streitigen Vorschrift sowie deren systematische Einordnung und Entstehungsgeschichte: Neben der Anrechnung von Erziehungs- und Betreuungsgutschriften (neue Art. 29sexies und 29septies AHVG) stellt insbesondere der Übergang vom Ehepaarrenten- zum zivilstandsunabhängigen Individualrentenkonzept (ersatzlose Aufhebung von altArt. 22 AHVG) einen Schwerpunkt der 10. AHV-Revision dar. Den Kern dieses neuen Rentenberechnungssystems markiert das Einkommenssplitting gemäss Art. 29quinquies Abs. 3-5 AHVG. Nach dessen Grundgedanken - wie er im ersten Satz von Abs. 3 der genannten Bestimmung zum Ausdruck kommt - sollen die während der Ehe erzielten beitragspflichtigen Einkommen hälftig geteilt und den beiden Ehegatten gegenseitig im individuellen Konto gutgeschrieben werden. Wie sich sodann aus den lit. a-c dieser Vorschrift ergibt, ist die Einkommensteilung sowohl bei weiter bestehender als auch bei (durch Tod oder Scheidung) aufgelöster Ehe vorzunehmen. Wie die Vorinstanz bereits im Detail ausgeführt hat, ist in lit. c Abs. 4 SchlBst. 10. AHV-Revision geregelt, dass bei der Berechnung der Altersrente von geschiedenen Personen die Einkommen auch nach Art. 29quinquies Abs. 3 AHVG zu teilen sind, wenn die Ehe - wie vorliegend - vor dem 1. Januar 1997 geschieden wurde.