Citation: 6B_162/2023 E. 1.6.4

1.6.4. Mit Bezug auf die Verlobte des Beschwerdeführers und Mutter der gemeinsamen Tochter berücksichtigt die Vorinstanz, dass sie ebenfalls über die irakische Staatsangehörigkeit verfügt. Sie ist seit 2016 in der Schweiz. Gemäss den verbindlichen Feststellungen der Vorinstanz schliesst die Beschwerdeführerin im Sommer 2022 ihre Ausbildung als Pflegefachfrau ab. Es ist nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz gestützt darauf erwägt, die Verlobte des Beschwerdeführers könne ihn in sein Heimatland begleiten und sich dort, unter Berücksichtigung der hier erlangten Ausbildung als Pflegefachfrau, sowohl privat als auch beruflich integrieren. Die Vorinstanz bejaht folglich zu Recht die Zumutbarkeit der Verlobten des Beschwerdeführers, ihn für die Dauer der Landesverweisung in den Irak zu begleiten; dies auch, zumal sie mit der dortigen Kultur und Sprache vertraut ist. Die Rechtsprechung, wonach eine zur Trennung der vormals intakten Familiengemeinschaft von Eltern und Kindern führende Landesverweisung einen Eingriff in das geschützte Recht auf Achtung des Familienlebens i.S.v. Art. 8 Ziff. 1 EMRK darstellt, kommt nur dann zur Anwendung, wenn bei intakten familiären Verhältnissen mit gemeinsamem Sorge- und Obhutsrecht dem anderen Elternteil ein Wegzug in das Heimatland des von der Landesverweisung betroffenen Elternteils nicht zumutbar ist (vgl. oben E. 1.4.3). Was der Beschwerdeführer dagegen vorbringt, verfängt nicht. Soweit er es dabei belässt, die allgemeine politische Lage und die Situation für Frauen im Irak darzutun, ohne dabei eine konkrete Gefahr für sich, seine Partnerin oder Tochter geltend zu machen, vermag er den strengen Begründungsanforderungen vor Bundesgericht nicht zu genügen (Art. 42 Abs. 2, Art. 106 Abs. 2 BGG). Ihm ist ebenso wenig zu folgen, soweit er moniert, seine Frau und Tochter seien von ihm in mehrfacher Hinsicht abhängig und ein Getrenntleben sei angesichts des vorliegend bestehenden Abhängigkeitsverhältnisses nicht zumutbar. Zu prüfen ist unter dem Aspekt von Art. 8 EMRK, ob die Aufrechterhaltung des Familienlebens im Heimatland der des Landes zu verweisenden Person möglich erscheint (vgl. oben E. 1.4.2). Nachdem die Vorinstanz dies vorliegend zu Recht bejaht, mag zwar zutreffen, dass der Beschwerdeführer als Hauptbetreuungsperson für die Tochter gilt, jedoch kann dieses gelebte Betreuungsmodell auch im Irak aufrechterhalten werden, zumal es - wie die Vorinstanz ausführt - der Partnerin des Beschwerdeführers möglich erscheint, mit der in der Schweiz absolvierten Ausbildung auch im Irak beruflich Fuss zu fassen.