Citation: 6B_305/2021 E. 2.2

2.2. Die Vorinstanz bejahte entgegen der Erstinstanz das Vorliegen der besonderen Gefährlichkeit im Sinne von Art. 140 Ziff. 3 (Abs. 3) StGB. Im vorliegenden Fall sei der Beschwerdeführer nicht spontan, sondern planmässig vorgegangen. Auch die durch ihn ausgeübte Gewalt gehe insgesamt weit über das vom Grundtatbestand erfasste Mass hinaus. Der Beschwerdeführer habe das 84-jährige Opfer, als es aus der Waschküche gekommen sei, vom Treppenhaus her in ihre Wohnung gedrängt; (spätestens) unmittelbar vor Beginn seiner Tat habe er somit feststellen können, dass sein auserkorenes Opfer älteren Jahrgangs und damit besonders vulnerabel sei. Das gefesselte Opfer sei ihm während mindestens einer halben Stunde vollkommen hilflos ausgeliefert gewesen, ohne zu wissen, ob nicht noch Schlimmeres auf es zukomme. Während eine solche Situation für jedes Opfer psychisch belastend sei, müsse bei einem betagten Opfer mit schweren gesundheitsgefährdenden körperlichen Reaktionen gerechnet werden. Als es versucht habe, sich aus seiner misslichen Situation zu befreien, habe ihm der Beschwerdeführer überdies einen Schlag ins Gesicht verpasst und ihm mehrmals weitere Faustschläge angedroht. Auch wenn der Beschwerdeführer vor dem Verlassen der Wohnung auf Verlangen des Opfers eine Schere zurückgelassen habe, damit es sich selbst befreien könne, habe er nicht ohne Weiteres davon ausgehen können, dass dem Opfer dies gelingen werde. Zudem habe er das Telefon des Opfers versteckt, sodass es, um Hilfe holen zu können, die Wohnung habe verlassen müssen. Auch diesbezüglich habe er nicht wissen können, ob die alte Frau nach diesem für sie schrecklichen Erlebnis überhaupt in der Lage sei, Hilfe zu holen (angefochtenes Urteil S. 8 ff.).