Citation: 1C_504/2016 E. 3.4.3

3.4.3. Nach dem Gesagten ist davon auszugehen, dass die Gleichstellungsverordnung zumindest eine zulässige Übergangslösung darstellt, um den seit 2010 bestehenden verfassungs- und völkerrechtswidrigen Zustand zu beseitigen. Sie beschränkt sich auf eine minimale Regelung, unter Respektierung der Beschlüsse des Kantonsrats und unter Wahrung von dessen Befugnissen. Dagegen ist mit dem Gutachten Pärli und dem Zuger Regierungsrat davon auszugehen, dass weitergehende Regelungen für die Umsetzung des Gleichstellungsauftrags im Kanton Zug vom Kantonsrat zu treffen wären: Es handelt sich um ein im Kanton politisch umstrittenes Thema mit engem Bezug zu den Grundrechten, weshalb die grundlegenden Vorschriften in einem formellen Gesetz mit den entsprechenden direkt-demokratischen Einwirkungsmöglichkeiten geregelt werden sollten (BGE 131 II 13 E. 6.3 S. 26; 133 II 331 E. 7.2 S. 346 ff.; je mit Literaturhinweisen). Die Gegenstandslosigkeit der Beschwerde kann daher nicht schon mit Hinweis auf die fehlende formell-gesetzliche Grundlage der Verordnung verneint werden.