Citation: 6B_28/2023 E. 3.4

3.4. Vorliegend ist der objektive Tatbestand unbestrittenermassen nicht erfüllt, da es zu keinen sexuellen Handlungen zwischen dem Beschwerdeführer und einem Kind kam. Angesichts ihrer willkürfreien Feststellung (vgl. E. 2.4), wonach der Beschwerdeführer das Alter von "B.________" kannte, ihm mithin bewusst war, dass sie sich noch im Schutzalter befindet, und er dennoch sexuelle Handlungen an ihr vornehmen wollte, gelangt die Vorinstanz zutreffend zum Schluss, der Beschwerdeführer habe direktvorsätzlich gehandelt, und erachtet den subjektiven Tatbestand zu Recht als erfüllt. Ebenso wenig verletzt sie Bundesrecht, indem sie davon ausgeht, der Beschwerdeführer habe die Schwelle zum Versuch überschritten. Der Beschwerdeführer schrieb der vermeintlich 13-jährigen "B.________", er würde sie gerne "sanft, vorsichtig, liebevoll, respektvoll [...] entjungfern", er würde sich freuen, sie "in Sachen Liebe machen einzuführen", er habe vor, sie "leidenschaftlich zu küssen, streicheln", ihr "einiges beizubringen", er mache "liebevoll, leidenschaftlich Liebe" mit ihr. "B.________" erklärte sich mit einem Treffen einverstanden und gab an, der Beschwerdeführer könne zu ihr nach Hause kommen, wenn ihre Mutter arbeite. Sie verabredeten, sich an einem Ort in der Nähe der vermeintlichen Wohnung von "B.________" zu treffen, um sich danach zu ihr zu begeben. Nachdem der Beschwerdeführer das Treffen um einen Tag verschoben hatte, begab er sich zur neu abgemachten Zeit an den vereinbarten Treffpunkt. Dadurch manifestierte er objektiv die Absicht zur Vornahme sexueller Handlungen mit einem Kind, indem er die Anonymität des Internets verliess. Damit liegt sowohl in räumlicher/örtlicher als auch in zeitlicher Hinsicht ein tatnahes Handeln vor. Weder brauchte es weitere Vorbereitungshandlungen noch waren solche beabsichtigt. Aufgrund der Chatnachrichten stand der mögliche weitere Ablauf gemäss der Vorstellung des Beschwerdeführers fest. Aus dem Verlauf der Chatnachrichten ergibt sich auch, dass "B.________", indem sie sich auf das Treffen einliess, dem Ansinnen des Beschwerdeführers zugestimmt hat. Damit hätte die Tat, wenn die 13-jährige "B.________" tatsächlich am Treffpunkt erschienen wäre, ungestört ihren Fortgang nehmen können und hätte ohne weitere Zwischenschritte unmittelbar in die tatbestandsmässigen Handlungen eingemündet, auch wenn sich die beiden zunächst an einen anderen Ort hätten begeben müssen. Durch das Erscheinen am vereinbarten Treffpunkt hat der Beschwerdeführer unter den gegebenen Umständen nach seinen Vorstellungen den letzten entscheidenden Schritt auf dem Weg zur eigentlichen Ausführung der strafbaren Handlung getan und unmittelbar zur Tatbestandsverwirklichung angesetzt. Als unbegründet erweist sich sein Einwand, indem der verdeckte Fahnder kurz vor dem Treffen nicht auf seinen Vorschlag, zu telefonieren, eingegangen sei, habe er dem Beschwerdeführer die Möglichkeit genommen, bereits vor dem Treffen wieder Abstand davon zu nehmen. Einerseits stellt die Vorinstanz willkürfrei und verbindlich fest, dass der Beschwerdeführer im Wissen um das Schutzalter von "B.________" und mit der Entschlossenheit, sexuelle Handlungen mit einem Kind vorzunehmen, an den Treffpunkt gefahren sei, und das Telefonat einzig dazu hätte dienen sollen, die genauen Modalitäten des Treffens zu klären (Urteil S. 12). Es leuchtet daher nicht ein, weshalb der Beschwerdeführer nach einem allfälligen Telefonat von seinem Vorhaben hätte Abstand nehmen sollen. Andererseits stand es dem Beschwerdeführer bis zum Eintreffen am vereinbarten Ort frei, jederzeit auf ein Treffen zu verzichten und den Kontakt zu "B.________" abzubrechen. Inwiefern ihn der verdeckte Fahnder davon abgehalten haben soll, weil er das vom Beschwerdeführer im Chat gesendete Telefonsymbol übergangen hat, ist nicht ersichtlich. Mit der Vorinstanz liegt darin auch keine Überschreitung des Masses der zulässigen Einwirkung bei der verdeckten Fahndung. Der Schuldspruch wegen versuchten sexuellen Handlungen mit Kindern erweist sich als bundesrechtskonform. Aus der Beschwerde ergibt sich nicht, dass der Beschwerdeführer die Strafzumessung und das lebenslängliche Tätigkeitsverbot auch im Falle eines Schuldspruchs anficht, weshalb darauf nicht einzugehen ist.