Citation: 8C_545/2021 E. 6.2

6.2. Wie es sich im Einzelnen damit verhält und welche Anforderungen an einen Aktenvermerk konkret zu stellen wären (vgl. dazu PETER, a.a.O., Rz. 49 ff.), kann hier offenbleiben. Denn obgleich hinsichtlich des streitbetroffenen Gesprächsinhalts von Beweislosigkeit auszugehen ist und diese ihren Grund mit in der versäumten Protokollierung findet, rechtfertigt sich deswegen nicht schon eine Umkehr der Beweislast. Nach der Rechtsprechung kommt derlei grundsätzlich nur ausnahmsweise in Frage (s. vorne E. 5.1). So hat das Bundesgericht erkannt, dass kein überspitzter Formalismus darin liegt, wenn verlangt wird, leistungsrelevante Anfragen bei der Verwaltung nicht telefonisch, sondern schriftlich zu stellen und sich telefonische Auskünfte schriftlich bestätigen zu lassen. Die gegenteilige Auffassung - so das Gericht wörtlich weiter - führte zu einer gesetzwidrigen Umkehr der Beweislast (Urteil 9C_493/2012 vom 25. September 2012 E. 6). So soll es auch im vorliegenden Fall gehalten werden. Gerade wenn die Auskunft in der geltend gemachten Weise erteilt worden wäre - nämlich dass trotz AHV-Rentenvorbezugs weitere Taggeldleistungen der Arbeitslosenversicherung fliessen würden -, hätte dies für den Beschwerdeführer Anlass genug sein müssen, sich das im Hinblick auf die in verschiedener Hinsicht beträchtliche Tragweite einer entsprechenden Disposition schriftlich bestätigen zu lassen. Dass dies geschehen wäre oder er Anstalten dazu getroffen hätte, ist nicht ersichtlich, geschweige denn geltend gemacht.