Citation: I 708/02 06.02.2003 E. 4

Im Einkommensvergleich ist der von der Vorinstanz ermittelte Invaliditätsgrad mit 66,4 % zu hoch angegeben worden, weil die Einbusse bei einem hypothetischen Valideneinkommen von Fr. 71'833.- und einem Invalideneinkommen von Fr. 25'814.- 64,1 % beträgt. Die Berechnung basiert praxisgemäss auf der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE), wobei die ermittelten standardisierten Bruttolöhne der LSE 2000 unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung bis zum Zeitpunkt des Verfügungserlasses im Jahr 2001 erhöht worden sind. Das Eidgenössische Versicherungsgericht hat mit Urteil L. vom 18. Oktober 2002 (I 761/01) entschieden, dass für die Vornahme des Einkommensvergleichs grundsätzlich auf die Gegebenheiten im Zeitpunkt des allfälligen Rentenbeginns abzustellen ist. Dieser fällt in casu ins Jahr 1998. Da der zur Berechnung des hypothetischen Valideneinkommens beigezogene Lohn der weiblichen Angestellten im Sektor "Sekretariats- und Kanzleiarbeiten" im Anforderungsniveau 2 gemäss Tabelle TA7 der LSE 1998 (Fr. 5777.-) höher war als nach der LSE 2000 (Fr. 5602.-), während der bei der Bemessung des Invalideneinkommens verwendete Vergleichswert (Tabelle TA7 Sektor "Verkauf von Konsumgütern; Detailhandel", Anforderungsniveau3, LSE 1998: Fr. 3647.-; LSE 2000: Fr. 3728.-) anstieg, ergibt die auf den Zahlen 1998 basierende Berechnung bei sonst unveränderten Werten (Arbeitpensum von 60 % und Abzug von 10 %) einen Invaliditätsgrad von 65,9 %. Der von der Vorinstanz einberechnete Abzug von 10 % zur Berücksichtigung der auf dem Arbeitsmarkt durch die tageszeitliche Beschränkung auf den Nachmittag entstehenden Nachteile ist indessen zu hoch. Da - wie das Eidgenössische Versicherungsgericht im Urteil W. vom 9. Mai 2001 (I 575/00) festgestellt hat - die Teilzeitbeschäftigung sich bei Frauen insbesondere bei einem Teilzeitpensum zwischen 50 % und 74 % gemäss Tabelle 6* der LSE 1998 (S. 20) im Vergleich zu einer Vollzeitbeschäftigung sogar proportional lohnerhöhend auswirkt, lässt sich gestützt auf diese Tatsache im vorliegenden Fall ein Abzug von den Tabellenlöhnen nicht rechtfertigen. Für sämtliche nach der Rechtsprechung in Betracht fallenden Umstände (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad) ist hier nicht mehr als 5 % abzuziehen. Bei einem auf der LSE 1998 basierenden hypothetischen Valideneinkommen von Fr. 72'617.- (Fr. 5777.- x 12 Monate = Fr. 69'324.-, umgerechnet auf 41,9 Stunden Wochenarbeitszeit "Total" im Jahre 1998 [vgl. Die Volkswirtschaft 2002, Heft 3, S. 92 Tabelle B 9.2] und einem Invalideneinkommen von Fr. 26'130.- (Fr. 3647.- x 12 = Fr. 43'764.-, bei 41,9 Stunden: Fr. 45'843.-, davon 60 % = Fr. 27'506.-, abzüglich 5 %) resultiert eine Erwerbseinbusse von Fr. 46'487.- und damit ein Invaliditätsgrad von 64 %, womit der vorinstanzliche Entscheid zu bestätigen ist.