Citation: 6B_1000/2022 E. 2.2

2.2. Das Obergericht begründet den Rückzug der Berufung damit, dass der Beschwerdeführer sein Dispensationsgesuch einen Tag vor der Berufungsverhandlung und ohne Angabe von persönlichen Verhinderungsgründen eingereicht habe. Damit sei es nicht mehr möglich gewesen, vor der Berufungsverhandlung über das Dispensationsgesuch zu entscheiden, geschweige denn, dem Beschwerdeführer den Entscheid vor der Berufungsverhandlung zuzustellen oder mitzuteilen, womit das Gesuch als verspätet zu gelten habe. Dementsprechend habe die Vorladung mit der genannten Androhung gemäss Art. 407 Abs. 1 lit. a StPO weiterhin Bestand gehabt, weshalb der Beschwerdeführer verpflichtet gewesen wäre, persönlich zur Berufungsverhandlung zu erscheinen oder sich vertreten zu lassen. Indem er dies nicht getan habe, sei er unentschuldigt nicht erschienen, weshalb seine Berufung als durch Rückzug erledigt abzuschreiben sei. Ob die diesbezüglichen Vorbringen des Beschwerdeführers in seiner Beschwerdeschrift den Anforderungen von Art. 42 Abs. 2 BGG genügen, kann offenbleiben. Festzuhalten ist immerhin, dass sich entgegen seinen Ausführungen weder daraus, dass er mit Schreiben vom 10. Mai 2022 über die Dispensation der Gegenparteien informiert worden ist, noch daraus, dass die Vorinstanz den gegen ihn erhobenen Sachverhalt als "sehr übersichtlich und einfach" qualifiziert hat, eine "Notsituation" und damit Umstände herleiten lassen, welche das Dispensationgesuch als nicht verspätet erscheinen lassen könnten. Daran ändert nichts, dass in der Vorladung - welche dem Beschwerdeführer nachweislich innert der gemäss Art. 202 Abs. 1 lit. b StPO vorgesehenen Frist, konkret am 19. Mai 2022 zuging - keine Fristen für die Einreichung eines Dispensationsgesuches genannt werden. Dass und weshalb die Vorladung schliesslich wegen der geltend gemachten Verletzung von Art. 9, 13 und Art. 29 Abs. 2 BV, Art. 8 EMRK, Art. 141 StPO, Art. 28 ZGB und Art. 4 Abs. 4 und Art. 12 f. DSG "nichtig" sein sollte, wird vom Beschwerdeführer weder rechtsgenüglich dargetan (Art. 42 Abs. 2 BGG; Art. 106 Abs. 2 BGG), noch ist solches ersichtlich. Das Obergericht knüpft das unentschuldigte Nichterscheinen des Beschwerdeführers und damit die Annahme von dessen Rückzug der Berufung zudem an die ergangene Abweisung des Dispensationsgesuches. Sie begründet diese Abweisung damit, dass der Beschwerdeführer vor Vorinstanz nicht erschienen sei. Damit sei seine persönliche Befragung vor Berufungsgericht erforderlich und dementsprechend eine Dispensation zum Vornherein bzw. bereits deswegen nicht möglich gewesen. Mangels Anfechtung dieser für sich allein die Annahme des Rückzuges der Berufung rechtfertigenden Erwägung fehlt es im bundesgerichtlichen Verfahren an einer formgültigen Beschwerdebegründung und damit einer notwendigen Eintretensvoraussetzung (vgl. Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG). Auf die Beschwerde ist im Verfahren nach Art. 108 BGG nicht einzutreten, womit sich Ausführungen zur materiellen Seite der Angelegenheit erübrigen.