Citation: 8C_541/2019 E. 5.3

5.3. Eine Ausnahme vom Grundsatz der Nichtanpassung eines formell rechtskräftigen Verwaltungsentscheides an eine geänderte Rechtspraxis, welche hier gemäss angefochtenem Entscheid das Eintreten auf das Neuanmeldungsgesuch vom 27. März 2018 rechtfertigen soll, ist auch deshalb nicht angezeigt, weil der nach früherer Rechtspraxis formell rechtskräftig beurteilte Gesundheitszustand grundsätzlich von geringer Zeitbeständigkeit ist. Denn sowohl in Bezug auf die Befunde als auch hinsichtlich der Arbeitsunfähigkeit ist der Eintritt von Veränderungen der tatsächlichen Verhältnisse im Laufe der Zeit naturgemäss wahrscheinlich und im Rahmen eines (weiteren) Neuanmeldungsgesuches vergleichsweise einfach glaubhaft zu machen (vgl. Urteile 8C_207/2019 vom 3. Juli 2019 E. 5 und 8C_110/2019 vom 6. Juni 2019 E. 6). Ist die anspruchserhebliche Änderung der tatsächlichen Verhältnisse glaubhaft gemacht, hat die Verwaltung auf das neue Leistungsbegehren einzutreten und es in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht umfassend zu prüfen (vgl. SVR 2014 IV Nr. 33 S. 121, 8C_746/2013 E. 2; Urteil 8C_454/2018 vom 16. November 2018 E. 4.1).