Citation: 2C_556/2015 E. 3.3.3

3.3.3. Gemäss Art. 20 Abs. 1 GGVV/AR werden die Gebäude im Kanton Appenzell Ausserrhoden in der Regel nach zehn Jahren neu geschätzt. Davon auszugehen, der Versicherungswert habe jederzeit dem tatsächlichen Neuwert eines Gebäudes zu entsprechen, wie die Eigentümerin dies zu tun scheint, zielt vor diesem Hintergrund an der Realität vorbei. Eine permanente Kongruenz herbeizuführen, ist nicht nur unmöglich, es liegt dies auch nicht im gesetzlichen Auftrag der Assekuranz AR. Die Gefahr des Auseinanderfallens der Werte besteht bei jeder Sachversicherung. So unterliegen etwa Umfang und Wert des Hausrats ständigen Zu- und Abgängen, ohne dass der Versicherungsnehmer sich im Schadenfall darauf berufen könnte, es wäre Sache der Versicherungsgesellschaft gewesen, sich nach den aktuellen Gegebenheiten zu erkundigen. Mit Recht verweist die Vorinstanz auf Art. 17 Abs. 2 GGVV/AR, wonach die Versicherungsnehmer jederzeit eine Neuschätzung verlangen können. Wenn sich aus dem Wortlaut auch nicht eine eigentliche Obliegenheit ableiten lässt, wie die Vorinstanz dies annimmt, so bringt die Norm doch immerhin zum Ausdruck, dass es im wohlverstandenen Interesse des Versicherungsnehmers liegt, periodisch für eine den konkreten Umständen entsprechende Schätzung zu sorgen.