Citation: 6B_1118/2022 E. 2.2

2.2. Was der Beschwerdeführer vorbringt, ist unzutreffend. Entgegen seiner Auffassung spielt für die Förderung der Haupttaten - der mehrfachen Vergewaltigung und sexuellen Nötigung durch die Mitbeschuldigten - unter dem Aspekt der Gehilfenschaft keine Rolle, ob das Opfer von seinem Verbleib in der Wohnung wusste oder nicht. Dies kann daher offenbleiben. Der Beschwerdeführer lässt ausser Acht, dass die Förderung der Haupttat durch psychische Hilfe für die Annahme von Gehilfenschaft genügt. Es reicht daher aus, dass die Mitbeschuldigten um den Verbleib des Beschwerdeführers in der Wohnung wussten. Dass dem so war, nimmt die Vorinstanz willkürfrei an. So bestreitet er nicht, sich während der Handlungen der Mitbeschuldigten in den Nebenräumen der Wohnung, auf dem Balkon und kurzzeitig wieder im Schlafzimmer aufgehalten zu haben, um das Filmen eines Mitbeschuldigten zu unterbinden. Es ist daher nachvollziehbar anzunehmen, die Mitbeschuldigten hätten um die Anwesenheit des Beschwerdeführers gewusst und er habe sie dadurch in ihrem Tun zumindest psychisch bestärkt und daher zu den Taten der Mitbeschuldigten kausal beigetragen. Im Übrigen haben die Beschuldigten durch ihre zahlenmässige Übermacht gesamthaft zur Ausweglosigkeit der Situation der Beschwerdegegnerin 2 beigetragen, wenngleich diese nicht einzelne Personen erkannt haben mag. Der Beschwerdeführer bestreitet seine Anwesenheit denn auch zu Recht nicht. Dass es ohne ihn zu den weiteren Taten nicht gekommen wäre, wird für die Annahme von Gehilfenschaft nicht verlangt (oben E. 2.1). Mit Blick auf die gemeinsame Tatbegehung im Sinne von Art. 200 StGB hat das Bundesgericht zudem erwogen, dass der von mehreren Tätern gemeinschaftlich ausgeübte Zwang auf das Opfer nicht davon abhängt, ob sich immer alle Beschuldigten im selben Raum mit dem Opfer befinden (BGE 125 IV 199 E. 3c; Urteile 6B_589/2021 vom 8. Juni 2022 E. 2.1; 6B_95/2015 vom 25. Januar 2016 E. 7.4). Es entlastet den Beschwerdeführer daher nicht, dass er sich während der Handlungen der Mitbeschuldigten mehrheitlich in einem anderen Raum aufhielt. Im Gegensatz zum von ihm zitierten Urteil 6B_1437/2020 vom 22. September 2021 E. 1.4.2 wird ihm kein reines Unterlassen vorgeworfen, sondern ein aktives Tun in Form psychischer Unterstützung der Mitbeschuldigten. Die Vorinstanz bejaht auch den subjektiven Tatbestand der Gehilfenschaft zu Recht. Nach dem zum Sachverhalt Gesagten steht fest, dass der Beschwerdeführer um die Unerwünschtheit der von ihm vorgenommenen sexuellen Handlungen seitens der Beschwerdegegnerin 2 wusste. Auch hatte er Kenntnis von der Anwesenheit der Mitbeschuldigten und vom Grund ihres Erscheinens in der Wohnung resp. dem Schlafzimmer der Beschwerdegegnerin 2. Es ist daher schlüssig anzunehmen, der Beschwerdeführer habe die Handlungen der Mitbeschuldigten und deren Förderung durch sein Verbleiben in der Wohnung mindestens in Kauf genommen und auch um die Unfreiwilligkeit gewusst. Dies reicht für Vorsatz aus. Soweit der Beschwerdeführer mit Bezug auf seine eigenen Handlungen vorbringt, er sei von einvernehmlichem Sexualverkehr ausgegangen, entfernt er sich vom massgebenden Sachverhalt, ohne Willkür darzutun. Die Verurteilung des Beschwerdeführers wegen Gehilfenschaft zu mehrfacher Vergewaltigung und sexueller Nötigung in gemeinsamer Tatbegehung ist rechtens.