Citation: 6B_1235/2021 E. 1.6.4

1.6.4. Insgesamt ist nicht zu beanstanden, dass die Anklagebehörde im Strafbefehl nicht explizit festlegt, ob der Beschwerdeführer die einzelnen Tatbestandselemente vorsätzlich, eventualvorsätzlich oder grobfahrlässig erfüllte, da sie die äusseren Umstände, aufgrund welcher auf den subjektiven Tatbestand geschlossen werden kann, detailliert beschreibt. Es ist angesichts des Charakters des Straftatbestands von Art. 90 Abs. 2 SVG bei dieser Ausgangslage Aufgabe des Gerichts, diese Würdigung im Rahmen des Sachentscheids vorzunehmen und der Beschwerdeführer musste damit rechnen, der eventualvorsätzlichen Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG schuldig gesprochen zu werden. Dass und inwiefern ihm eine wirksame Verteidigung nicht möglich gewesen sein sollte, ist unter dem Gesichtspunkt des Anklagegrundsatzes weder aufgezeigt noch ersichtlich. Der Beschwerdeführer verkennt mit seinem Hinweis auf die von ihm angeführten Bundesgerichtsentscheide insbesondere, dass diese samt und sonders Tatbestände ausserhalb des Strassenverkehrsrechts betreffen. Sie sind in Bezug auf das hier zu beurteilende Strassenverkehrsdelikt, welches sowohl die vorsätzliche als auch die fahrlässige Tatbegehung erfasst, nicht einschlägig. Ob fahrlässiges oder vorsätzliches Handeln vorliegt, ist daher nicht in erster Linie für die Tatbestandsmässigkeit im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG massgeblich, sondern für die Bestimmung des Verschuldens und damit für die Strafzumessung (Urteil 6B_208/2015 vom 24. August 2015 E. 13.3).