Citation: 1C_315/2023 E. 3.5

3.5. Das öffentliche Interesse an der Erhaltung des Landschaftsbildgebietes wird von der Beschwerdeführerin anerkannt. Auch kann der verfügte Bauabschlag angesichts des starken Schutzes des Landschaftsbildgebietes in der EG Burgdorf nicht als unverhältnismässig bezeichnet werden. Vom FBA der EG Burgdorf wurde in seiner auszugsweise in einem Schreiben des Leiters der Baudirektion der EG Burgdorf vom 1. Juni 2021 wiedergegebenen Beurteilung vom 18. Mai 2021 der Bauherrschaft nahegelegt, den grossen Stall (weitestgehend) hinter den bestehenden Ziegenstall auf die Parzelle in der Gemeinde Oberburg zu verschieben. Die Beschwerdeführerin legt nicht dar, dass eine solche Erstellung auf jener Parzelle nicht möglich sein sollte, selbst wenn sich dort die topografischen Verhältnisse weniger optimal als bei dem von ihr vorgesehenen Standort im Landschaftsbildgebiet der EG Burgdorf präsentieren sollten. Eine Verletzung des Verhältnismässigkeitsgrundsatzes kann somit nicht ausgemacht werden. Selbst wenn die EG Burgdorf zuerst die Auffassung vertrat, dass ein einziges Gebäude dem Schutzzweck widerspreche und sie sich in der Folge bei Vorlage eines abgeänderten Projektes mit einzelnen kleineren Bauten dann auf den Standpunkt stellte, auch dies sei mit dem Schutzzweck nicht vereinbar, so kann daraus keine Verletzung des Verhältnismässigkeitsgrundsatzes ausgemacht werden, wenn die Einhaltung des Schutzzweckes nur so eingehalten werden kann, was von der EG Burgdorf nachvollziehbar aufgezeigt werden konnte. Jedoch wäre es wohl naheliegender gewesen, die EG Burgdorf respektive der FBA hätten bereits von Anfang an dargelegt, dass Bauten am vorgesehenen Standort nicht realisierbar seien. Damit hätte auch entsprechender Planungsaufwand seitens der Beschwerdeführerin vermieden werden können. Eine Verletzung von Art. 16a RPG ist nicht gegeben, denn unabhängig von der Bewilligungsfähigkeit von Bauten in der Landwirtschaftszone sind gemäss Art. 17 Abs. 1 lit. b RPG auch weitere Einschränkungen zulässig, wenn sie aufgrund des Schutzes der Landschaft angezeigt sind (Urteil 1C_397/2015 vom 9. August 2016 E. 3 mit Verweis auf das Urteil 1C_80/2015 vom 22. Dezember 2015 E. 2.4.3).