Citation: 7B_1139/2024 E. 4.5.1

4.5.1. Die Vorinstanz erwägt, gemäss dem amtlichen Gutachten von Dr. med. E.________ vom 6. April 2024 liessen sich bezüglich der Todesursache mangels Obduktion nur Vermutungen anstellen. Auch die nachträgliche Bewertung der damaligen medizinischen Entscheidungen bleibe demnach hypothetisch (act. 8/G/13, Antwort auf Fragen 7c-e). Die Behandlungen vom 6. bis 11. April 2015 erfolgten gemäss der amtlichen Gutachterin zwar nicht alle nach den von der medizinischen Wissenschaft aufgestellten und generell anerkannten Regeln und dem damaligen Stand der Wissenschaft. Die Weiterführung der Chemotherapie am 7. April 2025 hätte nicht verordnet werden sollen und die prophylaktische Antikoagulation hätte bei ausgeprägter Thrombozytopenie (verminderte Anzahl von Blutplättchen im Blut) und unklarer Bauchsymptomatik pausiert werden müssen (act. 8/G/13, Antwort auf Frage 3b). Dass diese von der amtlichen Gutachterin festgestellten ärztlichen Sorgfaltspflichtverletzungen ursächlich für den Tod der Patientin gewesen seien, habe gemäss der Vorinstanz hingegen, insbesondere mangels Obduktion, nicht zweifelsfrei festgestellt werden können. Vielmehr habe die amtliche Gutachterin darauf hingewiesen, es bleibe fraglich, ob andere medizinische Massnahmen einen Einfluss auf den Verlauf und das Ergebnis gehabt hätten (act. 8/G/13, Antwort auf Frage 6e). Es bestehe die Möglichkeit, dass die Dynamik der Situation medizinisch nicht beeinflussbar gewesen sei (act. 8/G/13, Antwort auf Frage 6f). Die amtliche Gutachterin hat gemäss der Vorinstanz insbesondere dargelegt, dass die von ihr als wahrscheinlichste Todesursache, eine fulminante viszerale Varizellen-Infektion (act. 8/G/13, Antwort auf Frage 7a), bei rechtzeitigem Erkennen und Behandeln mit einer geringen Überlebenschance verbunden sei (act. 8/G/13, Antwort auf Fragen 7c-e). Damit fehlt es gemäss der Vorinstanz bei den festgestellten ärztlichen Sorgfaltspflichtverletzungen an einer Kausalität für den Todeseintritt, was jedoch für eine strafrechtliche Verantwortung vorausgesetzt werde. Aus denselben Gründen könne die Frage nicht beantwortet werden, ob der Todeseintritt bei pflichtgemässem Verhalten mit hinreichender Wahrscheinlichkeit hätte verhindert werden können.