Citation: 6P.115/2004 10.12.2004 E. 2

2.1 Das Obergericht lehnte den Antrag des Beschwerdeführers ab, wonach sämtliche Befragungsprotokolle, namentlich diejenigen betref-fend Y.________, beizuziehen seien. Zur Begründung führte es aus, die vorhandenen Akten, insbesondere die Aussagen des Beschwerde-führers, stellten eine rechtsgenügliche Grundlage für eine Verurteilung dar. Im Übrigen seien sämtliche Aktenstücke, welche relevant seien, beigezogen worden. 2.2 Der Beschwerdeführer rügt eine Verletzung von Art. 29 Abs. 2 und Art. 9 BV. Zur Begründung bringt er vor, das Obergericht habe einerseits auf den Beizug der Befragungsprotokolle von Y.________ verzichtet und andererseits den massgebenden Sachverhalt hin-sichtlich der Organisationsstruktur offensichtlich falsch festgestellt. Es sei damit zu Unrecht davon ausgegangen, dass er eine führende Rolle innerhalb des Gesamtgefüges der Organisation innegehabt habe. 2.3 Gemäss dem in Art. 29 Abs. 2 BV beziehungsweise Art. 6 Ziff. 1 EMRK verankerten Anspruch auf rechtliches Gehör hat der Betroffene das Recht, sich vor dem Erlass eines in seine Rechtsstellung eingrei-fenden Entscheids zu äussern, erhebliche Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen Beweisanträgen ge-hört zu werden und an der Erhebung wesentlicher Beweise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen (BGE 127 I 54 E. 2b mit Hinweisen). Das Beweisverfahren kann jedoch ge-schlossen werden, wenn die gestellten Beweisanträge eine nicht erhebliche Tatsache betreffen oder offensichtlich untauglich sind oder wenn der Richter, ohne dabei geradezu in Willkür zu verfallen, annehmen darf, die verlangten zusätzlichen Beweisvorkehren würden am relevanten Beweisergebnis voraussichtlich nichts mehr ändern (so genannte antizipierte oder vorweggenommene Beweiswürdigung, vgl. BGE 125 I 127 E. 6c/cc mit Hinweisen). 2.4 Auf die Beschwerde kann nicht eingetreten werden, soweit die Kritik des Beschwerdeführers appellatorischer Natur ist, und er im Rahmen pauschaler Vorbringen lediglich seine Sicht der Dinge der-jenigen der letzten kantonalen Instanz gegenüberstellt. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn er es als "kaum nachvollziehbar" bezeichnet, wieso sich ein Mitglied der Führungscrew einer Gruppe überwiegend im Streckmittelhandel betätige, wenn er als "Boss" der Gruppe quasi "gefahrlos" im Hintergrund Drogengeschäfte abwickeln könne. Dasselbe gilt für das Vorbringen, es sei "absolut unwahr-scheinlich, dass ein Mitglied der Führungscrew Drogen bei sich zu Hause bunkere". 2.5 Das Obergericht stützte sich hinsichtlich der Funktion des Be-schwerdeführers darauf ab, dass er sich selber als "Chef" bezeichnet hatte. So habe er auch anlässlich der Verhandlung vor Obergericht ausgeführt, dass er sicherlich keine untergeordnete Rolle einge-nommen habe. Zudem sei er auch von Mittätern mit "Chef" um-schrieben worden. Das Obergericht stützte sich somit nicht nur auf seine Äusserungen, sondern auch auf die Aussagen anderer Betei-ligter. Weiter zog es in Betracht, dass der Beschwerdeführer in der Regel über die Geschäfte informiert war. 2.6 Unter diesen Umständen erscheint die Folgerung, der Be-schwerdeführer habe zur Führung der Gruppe gehört, nicht unhaltbar. Auch die Feststellung, der Beschwerdeführer habe Aufträge erteilt, die einzelnen Geschäfte organisiert, und über ihn seien auch die finan-ziellen Transaktionen gelaufen, stellen - entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers - keinen Widerspruch zu dieser Schlussfolgerung dar. Die Führungsrolle einer Bande lässt sich ohne Weiteres mit den genannten ausführenden Tätigkeiten vereinbaren. Daraus ergibt sich, dass das Obergericht keine weiteren Beweise mehr erheben musste, um die Stellung des Beschwerdeführers innerhalb der Gruppe festzustellen. Die Rüge des Beschwerdeführers ist somit in diesem Punkt abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.