Citation: 9C_672/2019 E. 5.7

5.7. Entscheidend für den Beweiswert eines Gutachtens ist unter anderem, dass es in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist (BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232; 125 V 351 E. 3a S. 352 ff. mit Hinweis). Im ABI-Gutachten sind unter dem Titel "Aktenauszug" die vom Beschwerdeführer vorgebrachten Berichte der behandelnden Ärzte des Spital D.________ vom 19. April 2017, sowie des Dr. med. E.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 28. März 2017 und 17. November 2017 vorhanden. Auf diese Berichte wurde in den jeweiligen Teilgutachten auch eingegangen. Dass sich lic. phil. B.________ lediglich damit auseinandersetzte, inwiefern seine festgestellten Befunde mit jenen im neuropsychologischen Bericht des Spital D.________ vom 19. April 2017 übereinstimmten, und sich nicht weiter zur dort attestierten Arbeitsunfähigkeit ausliess, ist nachvollziehbar, da er selber keine Arbeitsfähigkeitsschätzung abgeben konnte. Die Rüge des Beschwerdeführers, es fehle an einer zureichenden Auseinandersetzung mit den Vorakten, greift folglich nicht. Ausserdem wies bereits die Vorinstanz zum Vorwurf des Versicherten, die Berichte der behandelnden Ärzte hätten eine abweichende Einschätzung abgegeben, zu Recht darauf hin, dass es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag der therapeutisch tätigen (Fach-) Person einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits (BGE 124 I 170 E. 4 S. 175) nicht zulässt, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Arztpersonen beziehungsweise Therapiekräfte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil diese wichtige - und nicht rein subjektiver Interpretation entspringende - Aspekte benennen, die bei der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil 8C_317/2019 vom 30. September 2019 E. 2.3 mit Hinweis). Hierzu stellte das kantonale Gericht nicht offensichtlich unrichtig (E. 2) fest, dass keine solchen Anhaltspunkte vorliegen würden.