Citation: 1C_521/2016 E. 3

Eine strafrechtliche Verurteilung gemäss aArt. 90 Ziff. 2 SVG entspricht nach konstanter Rechtsprechung einer schweren Widerhandlung gegen die Verkehrsregeln im Sinn von Art. 16 Abs. 1 SVG (BGE 141 II 220 E. 3.3.3; 132 II 234 E. 3 S. 237). Es besteht kein Grund, von dieser Praxis abzuweichen. Der Beschwerdeführer bringt im Wesentlichen die gleichen Argumente gegen die Annahme einer schweren Widerhandlung vor, mit denen er sich bereits erfolglos gegen die Annahme einer groben Verkehrsregelverletzung wandte. Sie sind unbehelflich. Wie der Beschwerdeführer selber einräumt, hat er vor der umstrittenen Geschwindigkeitsmessung zwei Signale übersehen, die die Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h signalisierten (Beschwerde E. 8 S. 13). Nach den tatsächlichen Feststellungen im Strafverfahren befand sich die Messstelle zudem im überbauten Gebiet. Das wird durch die vom Beschwerdeführer im verwaltungsgerichtlichen Verfahren ins Recht gelegten zwei Fotografien klar bestätigt. Die beiden Fotos, die ein Strassenstück von rund 1 km Länge vor der Messstelle darstellen (Verwaltungsgerichtsbeschwerde vom 18. März 2016 E. 9 S. 9), zeigen eine beidseitig nahezu lückenlos von Wohn- und Gewerbebauten gesäumte Strasse, deren Ränder mit zahllosen Sichthindernissen (Gebüschen, Bäumen, Schallschutzmauern, Reklametafeln, abgestellten Autos etc.) versehen sind. Es liegen typisch innerörtliche Verhältnisse vor, unter denen jederzeit mit überraschend auftauchenden Kindern, Velofahrern, manövrierenden Autos etc. gerechnet werden muss und wo dementsprechend, was jeder Fahrzeuglenker wissen muss, generell eine Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h gilt. Dass es sich bei der Kantonsstrasse um eine gut ausgebaute Hauptstrasse handelt, die, wenn man die innerörtliche Lage ausblendet, höhere Geschwindigkeiten zulassen würde, ändert daran nichts, und auch der Umstand, dass der Beschwerdeführer mit einem Fahrzeug unterwegs war, mit dem er nicht vertraut war, vermag ihn nicht zu entlasten. Wer unter diesen Verhältnissen innerorts aus Unachtsamkeit und/oder Sorglosigkeit die erlaubte Geschwindigkeit derart massiv überschreitet, wie es der Beschwerdeführer tat, muss sich den Vorwurf grober Fahrlässigkeit gefallen lassen.