Citation: C 258/04 29.12.2005 E. 3

3.1 Nach den insoweit unbestrittenen tatbeständlichen Feststellungen des kantonalen Gerichts arbeitete der Beschwerdegegner vom 1. Februar 2002 bis 31. Juli 2003 bei der F.________ AG. Die auch letztinstanzlich wiederholten Hinweise der Arbeitslosenkasse auf gewisse Ungereimtheiten hinsichtlich des tatsächlichen Beginns und Endes des Arbeitsverhältnisses haben ihren Ursprung in einer damit im Widerspruch stehenden Darstellung im Lebenslauf des Versicherten und im späten Abschluss des schriftlichen Arbeitsvertrages am 4. März 2003. Ernsthafte Zweifel an der Richtigkeit dieses Sachverhalts ergeben sich aber aufgrund der Aktenlage nicht, zumal die Arbeitslosenkasse in ihrem Einspracheentscheid vom 19. November 2003 denselben Sachverhalt zu Grunde legte, um anschliessend die Frage nach dem Zeitpunkt des Verlusts der arbeitgeberähnlichen Stellung zu beantworten. Somit ist anzunehmen, dass der Beschwerdegegner tatsächlich im erwähnten Zeitraum für die F.________ AG in einem (beitragspflichtigen) Arbeitsverhältnis stand. 3.2 Nach einer gründlichen Prüfung der Sach- und Rechtslage ist die Vorinstanz hinsichtlich des Geldflusses in Würdigung der gesamten Umstände zum Schluss gelangt, es sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass dem Beschwerdegegner während der Dauer des Anstellungsverhältnisses (vom 1. Februar 2002 bis 31. Juli 2003) tatsächlich Lohn entrichtet worden ist, womit der Versicherte die Beitragszeit erfüllt habe. Dem vorinstanzlichen Ergebnis ist umso mehr beizupflichten, als das Eidgenössische Versicherungsgericht in einem kürzlich ergangenen Entscheid (zur Publikation in der Amtlichen Sammlung vorgesehenes Urteil A. vom 12. September 2005, C 247/04, Erw. 3) in Präzisierung der bisherigen Rechtsprechung (ARV 2001 Nr. 27 S. 225 und seitherige Urteile) festgehalten hat, diese sei nicht in dem Sinne zu verstehen, dass eine beitragspflichtige Beschäftigung überhaupt nur dann zur Bildung von Beitragszeiten führe, wenn und soweit der Nachweis tatsächlicher Lohnzahlung erbracht ist. Unter dem Gesichtspunkt der erfüllten Beitragszeit nach Art. 8 Abs. 1 lit. e in Verbindung mit Art. 13 Abs. 1 AVIG ist die Ausübung einer beitragspflichtigen Beschäftigung während der geforderten Dauer von mindestens zwölf Beitragsmonaten grundsätzlich einzige Voraussetzung für den Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung (vgl. BGE 113 V 352). Diese Tätigkeit muss - zur Verhinderung von Missbräuchen - hinreichend überprüfbar sein (ARV 2001 Nr. 12 S. 143, 1996/97 Nr. 17 S. 79, 1988 Nr. 1 S. 16; Nussbaumer, Arbeitslosenversicherung, in: Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht [SBVR], Soziale Sicherheit, Basel 1998, Rz 161). Dem Nachweis tatsächlicher Lohnzahlung kommt nicht der Sinn einer selbstständigen Anspruchsvoraussetzung zu, wohl aber jener eines bedeutsamen und in kritischen Fällen unter Umständen ausschlaggebenden Indizes für die Ausübung einer beitragspflichtigen Beschäftigung (Urteil B. vom 2. Dezember 2005, C 252/05; vgl. dazu auch Barbara Kupfer Bucher, Der Nachweis des Lohnflusses als Voraussetzung für den Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung: eine zusammenfassende Darstellung der Grundlagen und der Praxis mit einer kritischen Würdigung, in: SZS 49/2005 S. 125 ff). 3.3 Die Vorbringen der Arbeitslosenkasse in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde vermögen zu keinem anderen Ergebnis zu führen. Aufgrund der eben dargelegten Rechtsprechung braucht der effektive Lohnfluss während der Dauer der beitragspflichtigen Beschäftigung gerade nicht lückenlos durch entsprechende Belege ausgewiesen zu sein. Was den Einwand betrifft, Gründer einer Gesellschaft würden erfahrungsgemäss sehr häufig kein Gehalt beziehen, sodass auch hier wahrscheinlich kein Lohn geflossen sei, weist die Arbeitslosenkasse zum einen selber auf die vorhandenen Nachweise der Entlöhnung für die Monate Januar bis März 2003 hin. Zum andern legte das kantonale Gericht ausführlich und einleuchtend dar, dass der Versicherte ab dem Zeitpunkt der (bis auf den nicht verbuchten, aber dem privaten Bankkonto gutgeschriebenen Verdienst für den Monat März, lückenlosen) Lohngutschrift auf den Aktionärdarlehenskonto seinen Lohn beziehen konnte, was er - wenn auch nicht in voller Höhe und zeitlich unregelmässig - tatsächlich tat. Da die Form der Lohnzahlung und der Verwendungszweck grundsätzlich frei sind und die hier vom Normalfall abweichende Regelung hinsichtlich der Überweisung des Verdienstes auf ein Aktionärdarlehenskonto (und nicht auf ein vom Arbeitnehmer angegebenes Postcheck- oder Bankkonto) nicht gegen den effektiven Lohnfluss sprechen, gehen auch die diesbezüglichen Vorbringen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde fehl.