Citation: 1C_548/2022 E. A

A.________ reiste am 23. Januar 2013 in die Schweiz ein und stellte am selben Tag ein Asylgesuch. Im Auftrag des Staatssekretariats für Migration (SEM; damals noch Bundesamt für Migration [BFM]) wurde eine Sprach- und Herkunftsanalyse (sog. LINGUA-Analyse) erstellt, da Zweifel an der von ihr angegebenen Herkunft (Tibet) bestanden. Gestützt auf ein aufgezeichnetes Telefon-Interview kam die sachverständige Person mit dem Pseudonym "AS19" in ihrem Bericht vom 22. Mai 2014 (nachfolgend: LINGUA-Analyse) zum Schluss, dass A.________ sehr wahrscheinlich nicht in der von ihr geltend gemachten Gemeinde sozialisiert worden sei, sondern in der exiltibetischen Gemeinschaft ausserhalb der Volksrepublik China. An der Anhörung vom 3. Juni 2014 wurde ihr das rechtliche Gehör zur LINGUA-Analyse gewährt. Das SEM lehnte das Asylgesuch von A.________ mit Verfügung vom 4. Juni 2014 ab und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug der Wegweisung an, verbunden mit der Einschränkung, der Vollzug der Wegweisung in die Volksrepublik China werde ausgeschlossen. Das Bundesverwaltungsgericht wies die dagegen erhobene Beschwerde mit Urteil vom 26. März 2015 ab (D-3754/2014).