Citation: 8C_651/2016 E. 4.2

4.2. Den medizinischen Akten lässt sich nicht entnehmen, dass die ergänzenden Behandlungsmassnahmen eine solche Besserung erwarten liessen. Frau Dr. med. F.________ gab am 16. Dezember 2013 an, sie sehe die Versicherte alle zwei bis drei Monate im Rahmen der chronischen Schmerzsprechstunde, wo Coping- und Pacing- sowie medikamentöse Massnahmen evaluiert und diskutiert würden. Sie hoffe auf eine Stabilisierung des Beschwerdebildes auf niedrigem Niveau. Zutreffend ist auch, dass der Chiropraktor Dr. H.________ im Januar 2014 von einer Verbesserung der Empfindlichkeit der gesamten Wirbelsäule nach sechsmaliger chiropraktischer Behandlung sprach und eine Mobilisation des oberen Kopfgelenks unter Anästhesie plante. Mit Bericht vom 1. November 2016 bestätigte der Chiropraktor Dr. K.________, eine viermalige Mobilisation unter Narkose, wobei es objektiv zu einer Steigerung der Mobilität der HWS sowie zu einer veränderten Druckdolenz im HWS-Bereich gekommen sei. Soweit dieses Dokument als Novum überhaupt zulässig ist (Art. 99 Abs. 1 BGG), ergibt sich hieraus keine zu erwartende namhafte Verbesserung der gesundheitlichen Verhältnisse mit einer Steigerung der Arbeitsfähigkeit im Sinne der Rechtsprechung, die den in Art. 19 Abs. 1 UVG vorgesehenen Fallabschluss (in Bezug auf vorübergehende Leistungen) zu verhindern vermöchte. Die Einschätzungen in den früheren medizinischen Berichten stützten sodann die Beurteilung des Kreisarztes Dr. med. I.________ vom 4. Dezember 2013, der von einem medizinischen Endzustand ausging. Das Spital G.________, das die Versicherte zur Schmerzsprechstunde aufsuchte, berichtete am 15. Dezember 2011 von einem chronifizierten Schmerzsyndrom im Bereich der zervikaIen Wirbelsäule, ebenso hielt der Hausarzt Dr. med. L.________, am 27. Juni 2012 ein konstantes Schmerzsyndrom fest. Eine psychiatrische Diagnose stellte die behandelnde Psychiaterin Frau Dr. med. M.________, am 14. August 2013 nicht mehr, bestätigte aber die belastungsabhängige Schmerzproblematik. Unter diesen Umständen lässt sich aus den Aussagen des Chiropraktors Dr. H.________ und der Frau Dr. med. F.________ nicht darauf schliessen, durch weitere ärztliche Massnahmen liesse sich noch eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit erreichen. Es liegt demgemäss keine medizinische Stellungnahme vor, der sich - bezogen auf den Zeitpunkt der Leistungseinstellung (31. Januar 2014) - die Prognose einer zu erwartenden gesundheitlichen Besserung mit der Folge einer erheblichen Steigerung der Arbeitsfähigkeit entnehmen liesse. Da die Frage der ins Gewicht fallenden gesundheitlichen Verbesserung durch weitere ärztliche Massnahmen, wie erwähnt, prospektiv bezogen auf den Zeitpunkt der Leistungseinstellung zu prüfen ist, ergäbe sich aus dem novenrechtlich ohnehin unzulässigen (Art. 99 Abs. 1 BGG) Hinweis der Beschwerdegegnerin, sie habe per 1. August 2014 wegen sehr guter Arbeitsleistungen im Rahmen des 50%igen Pensums eine Lohnerhöhung erhalten und ab 1. Februar 2015 ihr Arbeitspensum von 50 auf 80 % steigern können, nichts zu ihren Gunsten. Das gleiche gilt für die Angabe in der Vernehmlassung, sie lasse sich ab 23. Oktober 2015 nebenberuflich zur Eidg. Fachfrau Rechnungswesen und Finanzen mit einer zeitlichen Belastung von ca. 20 % ausbilden.