Citation: I 244/99 26.06.2000 E. 2

2.- a) Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig zu betrachten ist, beurteilt sich praxisgemäss nicht danach, ob sie vor ihrer Heirat erwerbstätig war oder nicht. Diese Tatsache kann allenfalls ein Indiz darstellen. Entscheidend ist vielmehr jene Tätigkeit, welche sie ausüben würde, wenn sie nicht invalid geworden wäre. Es ist demnach zu prüfen, ob die Person ohne Invalidität mit Rücksicht auf die gesamten Umstände (dazu gehören die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse) vorwiegend erwerbstätig oder im Haushalt beschäftigt wäre (BGE 117 V 195, 98 V 263 Erw. 1 und 268 Erw. 1c). Für die Beurteilung und Festlegung des im Gesundheitsfall mutmasslich ausgeübten Aufgabenbereiches sind ausser der finanziellen Notwendigkeit, eine Erwerbstätigkeit wieder aufzunehmen oder auszudehnen, auch allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen (BGE 125 V 150 Erw. 2c, 117 V 195; AHI 1997 S. 289, 1996 S. 197 Erw. 1c). b) Die Beschwerdeführerin arbeitete von 1981 bis 1986 als Lagermitarbeiterin sowie von 1987 bis 1991 zu 100 % als Zimmermädchen. Anschliessend bezog sie bis im September 1992 Arbeitslosenentschädigung, wobei sie während dieser Zeit voll vermittelbar war. Ihre Tätigkeit als Sandwich-Zubereiterin in der Bäckerei B.________ AG während den Monaten Dezember 1992 bis Ende Februar 1993 übte sie sodann lediglich noch im Rahmen eines wöchentlichen Teilpensums von 20 Stunden aus. Seit 1988 verrichtet sie zudem Reinigungsarbeiten im Ausmass von zwei Stunden pro Tag. Im Lichte dieser Ausführungen kann der Annahme der IV-Stelle, die Beschwerdeführerin wäre auch in gesundem Zustand lediglich noch zu 50 % erwerbstätig, nicht ohne weiteres gefolgt werden. Wie den Berichten des Dr. med. W.________ vom 1. Februar 1993 und des Dr. med. P.________ vom 11. Mai 1993 zu entnehmen ist, litt sie seit November 1992 vermehrt unter Schmerzen im Bewegungsapparat mit Ausstrahlungen in den Rücken- und linken Schulter- sowie Armbereich, wobei auch degenerative Veränderungen in beiden Händen festgestellt wurden. Obgleich diese Gesundheitsstörungen gemäss den Angaben des Dr. med. P.________ vom 15. Dezember 1995 und 4. März 1996 ihre Arbeitsfähigkeit für leichte körperliche Tätigkeiten erst nach der Beschwerdezunahme im Bereich der Rhizarthrose links sowie beider Kniegelenke ab März 1995 wesentlich einschränkten, bestehen angesichts der vorhergegangenen, zeitweilig sogar über 100 %igen beruflichen Auslastung doch ernsthafte Zweifel, ob die Versicherte ohne gesundheitliche Beeinträchtigung nur noch einer erwerblichen Teilzeitbeschäftigung im Ausmass von 50 % nachgehen würde. Die Frage kann auch nicht, wie die Versicherte erwägt, offen bleiben (vgl. Erw. 3 hienach). Zu berücksichtigen ist im Übrigen der Umstand, dass die Beschwerdeführerin, deren drei Kinder erwachsen sind, weder Erziehungs- oder Betreuungsaufgaben wahrzunehmen, noch - durch die aktive Mithilfe ihrer im selben Haushalt lebenden Schwiegertochter - im häuslichen Bereich Arbeiten in grösserem Umfang zu übernehmen hat. Im Hinblick auf die finanziellen Verhältnisse ist ferner bedeutsam, dass der Ehemann einzig über ein Einkommen in Form einer Invalidenrente (samt einer Zusatzrente für die Beschwerdeführerin) verfügt. Die Sache ist daher (und aus im Folgenden noch darzulegenden Gründen) an die IV-Stelle zurückzuweisen. Diese wird abzuklären und festzulegen haben, in welchem Umfang die Beschwerdeführerin in gesundem Zustand erwerblich tätig gewesen wäre. Da auf die entsprechenden, anlässlich der Haushaltsabklärung vom 5. Oktober 1995 eingeholten Angaben in Anbetracht der dokumentierten Verständigungsschwierigkeiten nicht abgestellt werden kann, hat dies unter anderem auch durch eine erneute Befragung der Versicherten sowie ihrer im selben Haushalt lebenden Familienangehörigen zu erfolgen.