Citation: 1B_315/2020 E. 4.2

4.2. Die Beschwerdeführerin bringt vor, sie habe unbestritten erst am 6. März 2020 von der früheren Anstellung des Beschwerdegegners in der Kanzlei (u.a.) des Beschuldigtenvertreters erfahren. Unmittelbar darauf, am 11. März 2020, habe sie das Ausstandsgesuch gestellt. Es könne deshalb nicht davon die Rede sein, dieses sei nicht rechtzeitig erfolgt. Dass der Name des Beschwerdegegners im Briefkopf der von der Vorinstanz erwähnten Schreiben des Beschuldigtenvertreters aufgeführt gewesen sei, ändere an der Rechtzeitigkeit des Gesuchs nichts. Sie habe nicht annehmen müssen, dass die Staatsanwaltschaft ausgerechnet einen ehemaligen Bürokollegen des Beschuldigtenvertreters zum fallführenden Staatsanwalt mache. Es habe dementsprechend auch keine allgemeine Diligenzpflicht bzw. kein Anlass bestanden, auf alten Briefköpfen des Beschuldigtenvertreters nach dem Namen des fallführenden Staatsanwalts zu suchen. Die blosse Möglichkeit der Kenntnis bzw. die "Erkennbarkeit" des Ausstandsgrunds sei nach Art. 58 Abs. 1 StPO im Weiteren irrelevant.