Citation: 8C_622/2010 03.12.2010 E. 4

4.1 Uneinigkeit herrscht zunächst bezüglich der Unfallschwere, welche im Rahmen einer objektivierten Betrachtungsweise auf Grund des augenfälligen Geschehensablaufs mit den sich dabei entwickelnden Kräften zu beurteilen ist. Nicht relevant sind in diesem Kontext die Kriterien, die bei der Prüfung der Adäquanz bei mittelschweren Unfällen Beachtung finden; dies gilt etwa für die - ein eigenes Kriterium bildenden - Verletzungen, welche sich die versicherte Person zugezogen hat, aber auch für die unter dem Gesichtspunkt der besonders dramatischen Begleitumstände oder besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls zu prüfenden äusseren Umstände wie beispielsweise eine allfällige Dunkelheit im Unfallzeitpunkt oder Verletzungs- respektive gar Todesfolgen anderer in den Unfall involvierter Personen (Urteile 8C_692/2010 vom 10. November 2010 E. 4.1 und U 2/07 vom 19. November 2007 E. 5.3.1, in: SVR 2008 UV Nr. 8 S. 26). Der genaue Hergang des Unfallereignisses ist in casu weitgehend unbekannt. Ausser den Angaben, wonach der Beschwerdegegner beim Tragen eines Computerbildschirms gestürzt ist und sich dabei seinen Unterkiefer gebrochen hat, enthalten die Unterlagen keinerlei näheren Informationen. Bei einem derartigen Sturz ohne Herunterfallen aus einer gewissen Höhe, welcher sich lediglich durch eine allfällige erhöhte Fallgeschwindigkeit infolge des Gewichts des Computermonitors auszeichnet, erscheint die Annahme eines mittleren Vorfalles an der Grenze zu den leichten Unfällen als in jeder Hinsicht sachgerecht. Eine höhere Einstufung rechtfertigt sich insbesondere auch aus Sicht der Rechtsprechung nicht: Als an der Grenze zu den leichten Unfällen qualifiziert wurden etwa der Sturz auf den Boden beim Schieben von Plastic-Boxen (Urteil [des Eidg. Versicherungsgerichts] U 285/05 vom 22. März 2006 E. 3.2.2), beim Duschen mit Verletzungen an Kopf, Hals und Rücken (Urteil [des Eidg. Versicherungsgerichts] U 344/02 vom 10. Oktober 2003 E. 4.1), einer Velofahrerin, die von einem überholenden Automobilisten an der Lenkstange touchiert wurde und mit dem helmgeschützten Kopf aufschlug (Urteil 8C_768/2008 vom 3. Juni 2009 E. 4.1), einer Velofahrerin, welche am Rand eines Radweges stand, von einer Rollschuhfahrerin gerammt wurde und auf die rechte Schulter fiel (Urteil [des Eidg. Versicherungsgerichts] U 59/04 vom 9. September 2005 E. 2.3), sowie beim Eislaufen, wodurch die betroffene Person rückwärts auf den Hinterkopf prallte (Urteil [des Eidg. Versicherungsgerichts] U 299/03 vom 20. April 2004 E. 3). Gar als leichter Unfall wurde sodann ein Sturz mit Schenkelhalsbruch bei Eisregen bewertet (Urteil [des Eidg. Versicherungsgerichts] U 145/02 vom 2. Dezember 2002 E. 3.2). Die Adäquanz des Kausalzusammenhangs ist vorliegend somit nur zu bejahen, wenn die zu berücksichtigenden, unter Ausklammerung psychischer Beschwerdekomponenten zu prüfenden Kriterien in gehäufter (Vorliegen von mindestens vier Kriterien) oder auffallender Weise erfüllt sind (BGE 115 V 133 E. 6c/bb S. 141; Urteil 8C_897/2009 vom 29. Januar 2010 E. 4.5 mit Hinweisen, in: SVR 2010 UV Nr. 25 S. 100; vgl. ferner BGE 117 V 359 E. 6a S. 367).