Citation: 4A_260/2014 E. 8.2

8.2. Die Statistiken zeigen, dass diskriminierende Lohnunterschiede zwischen Mann und Frau bisher nicht vollständig beseitigt werden konnten. Eine Angleichung der statistischen Werte bezüglich der nicht zu rechtfertigenden Unterschiede hätte nur zu erfolgen, wenn davon auszugehen wäre, die Beschwerdeführerin hätte ohne Unfall eine Arbeitsstelle gefunden, an der sie keiner Diskriminierung ausgesetzt gewesen wäre oder an der sie sich gerichtlich erfolgreich gegen eine allfällige Diskriminierung zur Wehr hätte setzen können. Da die Vorinstanz aus den Umständen keine konkreten Hinweise auf die Laufbahn der Beschwerdeführerin entnehmen konnte, ist insoweit von den vorliegenden Medianwerten auszugehen, da sie die konkrete Situation widerspiegeln. Es ist allerdings zu beachten, dass den Vorgaben in der Verfassung Nachachtung zu verschaffen ist. Selbst wenn zur Zeit die Ungleichbehandlung noch nicht beseitigt werden konnte, hat die Vorinstanz der Tatsache Rechnung zu tragen, dass in Zukunft diesbezüglich weitere Anstrengungen zu unternehmen sind. Es wäre daher nicht angezeigt, die noch bestehende Diskriminierung für die gesamte Aktivitätsdauer unverändert zu belassen, sondern es ist abzuschätzen, in welchem Mass in Zukunft infolge der Bekämpfung der Diskriminierung eine Erhöhung des von der Geschädigten ohne Unfall zu erzielenden Lohnes eingetreten wäre. Nicht stichhaltig ist der Einwand, der Ausgleich der Diskriminierung verletze den Grundsatz " ne ultra petita ", da die Beschwerdeführerin insgesamt weniger zugesprochen erhalten hat, als sie beantragt hatte.