Citation: 4A_350/2023 E. 8.1

8.1. Die Vorinstanz erwog, der ersatzfähige Schaden im Falle einer einzelnen pflichtwidrigen Anlage entspreche der Differenz zwischen dem Wert der pflichtwidrigen Anlage und dem hypothetischen Wert, den das konkret pflichtwidrig investierte Kapital bei vertragskonformer Anlage hätte. Vorliegend sei die Investition in den Fonds 1 als solche pflichtwidrig gewesen. Die Beschwerdeführerin hätte die Zielfonds direkt und zum jeweils bestmöglichen Preis kaufen müssen. Der bei der Beschwerdegegnerin aus der Investition in den Fonds 1 entstandene Schaden umfasse somit nicht nur die direkten Kosten des Fonds 1 (Schaden 1a) sondern auch allfällige Mehrkosten, die durch den Kauf von zu teuren Tranchen der Zielfonds entstanden seien (Schaden 1b). Dies jedenfalls in dem Umfang, in dem die Beschwerdegegnerin Anteile am Fonds 1 gehalten habe. Es sei betreffend die zwei Zielfonds erwiesen, dass die Beschwerdeführerin nicht die günstigsten verfügbaren Tranchen der Zielfonds erworben habe. Der auf den Anteil der Beschwerdegegnerin entfallende Schaden betrage insgesamt Fr. 61'364.95.--. Auch dieser Schaden sei wegen des Selbstverschuldens der Beschwerdegegnerin um die Hälfte zu reduzieren.