Citation: 5A_177/2017 E. 2.2.1

2.2.1. Die Beschwerdeführerin bestritt vor Obergericht die Verbindlichkeit der Rangrücktrittserklärung vom 15. November 2012, da sie sich in einem Irrtum befunden habe. Das Obergericht hat bei der Prüfung, ob ein Irrtum vorliege, zunächst auf das von der Beschwerdeführerin am 27. Mai 2008 (neben dem Aktienkaufvertrag) unterzeichnete "Transfer of Loan and Loan Agreement" verwiesen. Dieser Vereinbarung sei u.a. Folgendes zu entnehmen: " (viii) Subordination: - Subject to paragraph (v) above A.________ hereby undertakes to not ask for repayment of all her present and future claims (including the Contract Loan) of whatever nature (including interests thereon, if any) towards B.________ as long as such delay is required in order to entirely fulfill all claims of all third party creditors of B.________ and all costs of a possible liquidation of B.________ or bankruptcy proceedings against B.________. - Subject to paragraph (v) above all activities or transactions resulting in any way (be it directly or indirectly) in a repayment of claims (including the Contract Loan and any applicable interest), such as (but not limited to) paying back, setting off, pledging, assigning, securing the Contract Loan or termination of this Agreement, are not permitted. - The subordinated claims (including the Contract Loan and any applicable interest) of A.________ have to be explicitly shown as such in the balance sheet of B.________." Bereits aus der Überschrift dieser Vertragspassage (die auch in einer deutschen Version vorliege) gehe hervor, dass das von der Beschwerdeführerin übernommene Darlehen den anderen Gläubigerforderungen untergeordnet sei und somit einem Rangrücktritt unterliege. Dem ersten Lemma sei zu entnehmen, dass diese Unterordnung auch bei einer Liquidation der Beschwerdegegnerin bzw. in einem Konkursverfahren gelte. Entsprechend dem letzten Lemma sei in den Bilanzen bzw. Revisionsberichten zu den Jahresrechnungen 2007/2008 und 2008/2009 der B.________ AG der Rangrücktritt erwähnt. Die Beschwerdeführerin habe das "Transfer of Loan and Loan Agreement" unterzeichnet, wobei davon auszugehen sei, dass sie den Vertrag gelesen und - gestützt auf ihre aktenkundigen Englischkenntnisse und die deutsche Übersetzung - verstanden habe. Als Verwaltungsrätin hätten ihr die Bilanzen und die dazugehörigen Berichte bekannt sein müssen. Bereits aus diesen Gründen habe die Beschwerdeführerin gewusst, dass die von ihr übernommenen Darlehensforderungen einem Rangrücktritt unterliegen. Der Beschwerdeführerin sei sodann mindestens ein Jahr vor der Unterzeichnung der Rangrücktrittserklärung vom 15. November 2012 bewusst gewesen, dass auch die grundpfandgesicherten Forderungen von einem Rangrücktritt erfasst seien. Dies ergebe sich aus dem von ihr selbst unterzeichneten Gesuch um Nachlassstundung mit Dividendenvergleich vom 29. September 2011, wo von ihr als "Gläubigerin im Rangrücktritt" die Rede sei. Zum Zeitpunkt der Unterzeichnung der Rangrücktrittserklärung vom 15. November 2012 habe bei der Beschwerdeführerin kein Irrtum über die Bedeutung eines Rangrücktritts und dessen Tragweite mehr bestehen können. Die Berufung der Beschwerdeführerin auf Nichtwissen verstosse gegen Treu und Glauben. Ein Irrtum wäre im Übrigen auch zu spät geltend gemacht worden. Sie habe spätestens bei Unterzeichnung der Erklärung vom 15. November 2012 um Bestand, Umfang und Wirkungen des Rangtritts gewusst, womit die Geltendmachung des Irrtums an der Hauptverhandlung vom 2. April 2015 verspätet sei.