Citation: 1C_471/2021 E. 3.5

3.5. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung sind Abweichungen vom Richtplan zulässig, wenn sie sachlich gerechtfertigt sowie von untergeordneter Bedeutung sind und wenn es nach den Umständen unzumutbar erscheint, vorher den Richtplan förmlich zu ändern (vgl. BGE 119 Ia 362 E. 4a S. 38 mit Hinweisen; BGE 137 II 254 E. 3.3). Auch veränderte Verhältnisse können u.U. eine Abweichung rechtfertigen. Eine strikte Bindung an den Richtplan erscheint nicht angezeigt, wenn diese einer gesamthaft besseren Lösung entgegensteht (BGE 119 Ia 362 E. 4a S. 38 mit Hinweisen; vgl. auch BGE 139 II 99 E. 4.2 zur analogen Problematik der Bindung an einen Sachplan). Eine förmliche Anpassung des Richtplans ist aber jedenfalls dann unentbehrlich, wenn es sich um ein Vorhaben mit bedeutenden Auswirkungen auf die räumliche Ordnung handelt, zum Beispiel weil es eine grosse Fläche beansprucht, Quelle beträchtlicher Immissionen ist oder starken Verkehr verursacht und eine aufwendige Erschliessung benötigt, und deshalb einer Richtplangrundlage bedarf (BGE 137 II 254 E. 3.3; Urteil 1C_539/2017 vom 12. November 2018 E. 2.3).