Citation: 1C_265/2022 E. 3.2

3.2. Nach ständiger Rechtsprechung kann eine Bundesaufgabe auch dann vorliegen, wenn eine kantonale Behörde verfügt hat, sofern die angefochtene Verfügung eine Rechtsmaterie betrifft, die in die Zuständigkeit des Bundes fällt, bundesrechtlich geregelt ist und einen Bezug zum Natur-, Landschafts- und Heimatschutz aufweist. Das ist einerseits der Fall, wenn die bundesrechtliche Regelung (zumindest auch) den Schutz von Natur, Landschaft oder Heimat bezweckt; andererseits ist eine Bundesaufgabe zu bejahen, wenn der bundesrechtliche Auftrag die Gefahr der Beeinträchtigung schützenswerter Natur, Orts- und Landschaftsbilder in sich birgt (BGE 139 II 271 E. 9.3 und 9.4; Urteil 1C_482/2012 vom 14. Mai 2014 E. 3.4; je mit Hinweisen). Im Bereich des Gewässerschutzes wird eine Bundesaufgabe u.a. bejaht, wenn Restwasser gemäss Art. 29 ff. GSchG festzulegen ist (BGE 140 II 262), die geplante Anlage den Gewässerraum nach Art. 41c Abs. 1 GSchG beansprucht (BGE 143 II 77 E. 3.1) oder das Bauvorhaben auf eine Ausnahmebewilligung nach Art. 19 Abs. 2 GSchG angewiesen ist, weil das Projekt in einem besonders gefährdeten Bereich liegt und die Gewässer gefährden kann, z.B. weil es den mittleren Grundwasserspiegel unterschreitet (Urteile 1C_482/2012 vom 14. Mai 2014 E. 2.3 i.V.m. E. 3.5; 1C_583/2017 vom 11. Februar 2019, in BGE 145 II 176 nicht publ. E. 5.2; 1C_654/2021 vom 28. November 2022 E. 7.2; vgl. auch Urteil 1C_86/2020 vom 22. April 2021 E. 5.3, in: URP 2021 812; ZBl 123/2022 669, zu einem Projekt in der Engeren Grundwasserschutzzone S2).