Citation: 6B_429/2021 E. 2.6.2

2.6.2. Damit fuhr der Beschwerdeführer während seiner rund zwei Minuten dauernden und von der Vorinstanz gesamthaft beurteilten Fahrt bei einer erlaubten Geschwindigkeit von 50 km/h mit 114 km/h, bei einer erlaubten Geschwindigkeit von 80 km/h mit 214 km/h und bei einer erlaubten Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h mit 170 km/h; er überschritt mithin die Grenzwerte des Art. 90 Abs. 4 lit. b und c SVG um 14 km/h, um 74 km/h und um 30 km/h und damit deutlich bzw. massivst. Allein daraus ergibt sich ein überdurchschnittlich hohes bzw. sehr grosses abstraktes Unfallrisiko bzw. bedarf es hierfür, entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers, nicht zusätzlich einer konkreten Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer (vgl. oben E. 2.4), um den unteren Bereich des Strafrahmens zu verlassen bzw. in dessen oberen Bereich zu gelangen. Unter zusätzlicher Berücksichtigung sowohl der inner- als auch ausserorts gegebenen, konkreten Umstände (vgl. oben E. 2.6.1) und des innerorts vollzogenen, waghalsigen Überholmanövers, ist unter keinem Titel zu beanstanden, wenn die Vorinstanz das Ausmass der Verkehrsgefährdung insgesamt als "überdurchschnittlich schwer" und damit das vom Beschwerdeführer geschaffene abstrakte Risiko als sehr hoch einstuft. Der Beschwerdeführer hatte jederzeit mit einer eine fahrerische Reaktion erheischenden (unerwarteten) und (insbesondere innerorts) komplexen Verkehrssituation zu rechnen. Anhand der von ihm gefahrenen Geschwindigkeiten war das Risiko, dass er weder rechtzeitig noch adäquat würde reagieren können und/oder im Zuge einer Reaktion die Beherrschung über sein Fahrzeug verlieren würde und es in der Folge zu einem Unfall mit Schwerverletzten oder Todesopfern kommen würde, enorm hoch. Dies ergibt sich namentlich aus der innerorts gefahrenen Geschwindigkeit von bis zu 114 km/h allein daraus, dass diese annähernd jene erreicht, welche aufgrund der ihr (wegen der Geschwindigkeit) inhärenten Gefahr nur auf richtungsgetrennten Autobahnen zu fahren erlaubt ist, auf welchen, entgegen der vorliegenden Situation, und namentlich weder mit entgegenkommenden, noch in die Fahrbahn ein- oder abbiegenden Fahrzeugen und er erst recht nicht mit langsameren und schwächeren Verkehrsteilnehmern wie Landwirtschaftsfahrzeugen, Fahrradfahrern oder Fussgängern bzw. (neu) schulpflichtigen Kindern zu rechnen ist. Die den ausserorts bei Gegenverkehr und namentlich im Bereich einer Strassenverzweigung bzw. eines einmündenden und abzweigenden Fahrradstreifens, eines Fussgängerstreifens und einer Bushaltestelle gefahrenen Geschwindigkeiten von 214 km/h und 170 km/h inhärente enorm hohe abstrakte Gefahr ist ebenso offensichtlich. Entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers ist die Vorinstanz zudem zu Recht von einer dadurch bedingten, zusätzlichen Risikoerhöhung ausgegangen, dass er das Fahrverhalten seines neu tiefer gelegten Fahrzeuges nicht kannte. Zusammenfassend ist nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz das objektive Tatverschulden im Grenzbereich von mittelschwer zu schwer bzw. "klar im obersten Bereich des mittleren Drittels des abstrakten Strafrahmens" ansiedelt und damit - ausgehend von einer dreigeteilten Abstufung des Verschuldens in leicht, mittelschwer und schwer - von eine Strafe im Bereich von 36 Monaten ausgeht.