Citation: 2C_151/2015 E. 4.2.2

4.2.2. Die Beschwerdeführerin führt ferner aus, ihre Wiedereingliederung in der Türkei sei stark gefährdet. Angesichts ihres Alters und der langen Abwesenheit werde sie sich nicht wieder beruflich und wirtschaftlich in der Türkei eingliedern können. Zudem sei ihre Bindung zu den in der Schweiz lebenden Kindern so intensiv, dass eine Reintegration in der Türkei ausgeschlossen sei. In diesem Zusammenhang moniert die Beschwerdeführerin, die Vorinstanz habe den Sachverhalt willkürlich festgestellt, weil sie die lange Anwesenheitsdauer und die intensive Beziehung zu den Kindern nicht berücksichtigt habe. Ihre Kritik nimmt jedoch in Wirklichkeit die rechtliche Würdigung der Vorinstanz ins Visier, welche - wie nachfolgend ausgeführt wird - nicht zu beanstanden ist. Die heute 50-jährige Beschwerdeführerin hat insgesamt über 18 Jahre in der Schweiz gelebt. Allerdings kam sie erst mit 22 Jahren in die Schweiz, lebte dann zehn Jahre bei ihrem Ehemann, bevor sie mit 32 Jahren zurück in die Türkei ging, wo sie bis zu ihrem 41. Lebensjahr mit ihren in der Schweiz geborenen Kindern wohnte. Somit hat sie die meiste Zeit ihres Lebens in ihrem Heimatland verbracht, mit dessen gesellschaftlichen Verhältnissen sie nach wie vor bestens vertraut ist. Den Akten lässt sich zudem entnehmen, dass die Beschwerdeführerin seit ihrer Wiedereinreise im Jahr 2006 regelmässig in die Türkei zurückgekehrt ist, wo noch ihre Eltern leben. Ihre Deutschkenntnisse sind nach wie vor gering. Wie bereits erwähnt, musste sie zwischen 2009 und 2014 von der Sozialhilfe unterstützt werden. Heute arbeitet sie zwar stundenweise als Islamlehrerin und Haushaltshilfe; dies reicht jedoch nicht aus, um ihren Lebensunterhalt zu finanzieren, weshalb sie weiterhin auf die Unterstützung ihrer Kinder angewiesen ist. Der Umstand, dass ihr Ex-Ehemann für ihre prekäre Situation mitverantwortlich ist - hat er doch gemäss Scheidungsurteil keine Unterhaltszahlungen zu leisten - ändert nichts daran, dass die Beschwerdeführerin nicht als besonders gut integriert bezeichnet werden kann. Dass die Beschwerdeführerin ein sehr enges Verhältnis zu ihren Kindern hat, wird von der Vorinstanz nicht in Zweifel gezogen. Da ihre Kinder inzwischen volljährig sind, kann sie jedoch aus diesem Verhältnis keinen Aufenthaltsanspruch ableiten. Ein besonderes Abhängigkeitsverhältnis im Sinne von Art. 8 EMRK zwischen der Beschwerdeführerin und ihren erwachsenen Kindern (vgl. BGE 139 II 393 E. 5.1 S. 402; 137 I 154 E. 3.4.2 S. 159), welches ihre Anwesenheit in der Schweiz erforderlich machen würde, ist nicht ersichtlich. Gemäss den - unbestrittenen - vorinstanzlichen Sachverhaltsfeststellungen leben die beiden älteren Kinder schon länger nicht mehr mit der Mutter zusammen. Die jüngste Tochter lebe zwar noch offiziell bei ihr, sei aber mindestens schon teilweise Wochenaufenthalterin in der Region Zürich gewesen. Auch aus dem Schreiben der älteren Tochter geht hervor, dass die Beschwerdeführerin unter der Woche alleine lebt. Andere vertiefte soziale Bindungen zur Schweiz werden nicht dargetan und sind auch nicht ersichtlich. Die Beschwerdeführerin räumt im Gegenteil selbst ein, dass ihr Leben hauptsächlich auf die Kontakte mit den Kindern, den Frauen in der Koranschule und ihren Freundinnen ausgerichtet ist. Was die finanzielle Unterstützung der Beschwerdeführerin durch ihre Kinder angeht, so ist der Vorinstanz darin zuzustimmen, dass diese - angesichts der geringeren Lebenshaltungskosten in der Türkei - auch bei einer Rückkehr der Mutter ins Heimatland problemlos weitergeführt werden kann. Gewiss mag es die Beschwerdeführerin empfindlich treffen, wenn sie die Schweiz ohne ihre erwachsenen Kinder verlassen muss, zumal sie offenbar wesentlich mehr als der Vater der Kinder zu deren Wohlergehen beigetragen hat. Dieser Umstand allein vermag jedoch keinen nachehelichen Härtefall im Sinne von Art. 50 Abs. 1 lit. b AuG zu begründen, da eine Wiedereingliederung der Beschwerdeführerin in ihr Heimatland nicht als unzumutbar erscheint. Wie die Vorinstanz richtig erwägt, können die Kontakte zwischen der Mutter und ihren erwachsenen Kindern über die modernen Kommunikationsmittel und gegenseitige Besuche aufrechterhalten werden. Auch der Umstand, dass es in der Türkei für die Beschwerdeführerin schwieriger sein könnte als in der Schweiz, ihre Glutenunverträglichkeit zu behandeln, macht einen Aufenthalt der Beschwerdeführerin in der Schweiz nicht erforderlich und stellt deshalb keinen wichtigen persönlichen Grund im Sinne von Art. 50 Abs. 1 lit. b AuG dar.