Citation: 1C_355/2022 E. 2.3

2.3. Vorliegend beruft sich der Beschwerdeführer auf das unbegründete Strafurteil des Kantonsgerichts Nidwalden vom 11. Februar 2022. Laut letzter Seite dieses Urteils wurde es am 17. Februar 2022 versandt. Weiter ist es gemäss Rechtskraftsbescheinigung des Kantonsgerichts Nidwalden vom 19. Mai 2022 am 17. Februar 2022 in Rechtskraft erwachsen. Der im vorliegenden Verfahren angefochtene Entscheid des Verwaltungsgerichts Obwalden wurde am 17. Mai 2022 gefällt. Die strafrechtliche Beurteilung der Ereignisse der Nacht vom 22. Juni 2021 durch das erstinstanzliche Strafgericht waren dem Beschwerdeführer also grundsätzlich ab dem 11. Februar 2022 bekannt und er verfügte spätestens etwas mehr als eine Woche später über die schriftliche Version des Dispositivs des betreffenden Urteils. Der Beschwerdeführer hätte dieses somit ohne Weiteres bereits im Verfahren vor der Vorinstanz vorbringen können, deren Entscheid knapp drei Monate später erging. Ausserdem stützte sich das VSZ OW/NW in ihrem Einspracheentscheid unter anderem auf die Vereitelung der Blutentnahme, um den Führerausweisentzug zu verfügen, und der Beschwerdeführer hatte diese rechtliche Beurteilung bereits in seiner Beschwerde vor der Vorinstanz kritisiert. Ihm war also ohne Weiteres bewusst, dass dieses Sachverhaltselement für den angefochtenen Entscheid von Bedeutung war. In diesem Sinne handelt es sich beim Nidwaldner Strafurteil nicht um eine Tatsache, die erst durch das angefochtene Urteil rechtserheblich geworden ist. Vielmehr stellt es ein unzulässiges unechtes Novum dar. Der Beschwerdeführer bemerkt noch, das Nidwaldner Strafurteil sei zum Zeitpunkt des vorinstanzlichen Urteils noch nicht rechtskräftig gewesen, belegt dies aber nicht. Aus der erwähnten Rechtskraftsbescheinigung geht nicht hervor, ob das Urteil aufgrund einer unbenützt abgelaufenen Rechtsmittelfrist oder einer Erklärung des Beschwerdeführers, auf ein Rechtsmittel zu verzichten oder ein ergriffenes Rechtsmittel zurückzuziehen, rechtskräftig geworden ist (vgl. Art. 437 StPO). Mit anderen Worten ist nicht klar, ob der Umstand, dass das Urteil am 17. Februar 2022 in Rechtskraft erwachsen ist, erst am 19. Mai 2022 - d.h. nach dem angefochtenen Entscheid - festgestellt werden konnte oder bereits früher. Letztlich ist dies aber auch nicht entscheidend: trifft die Behauptung des Beschwerdeführers nämlich zu, wäre das Nidwaldner Strafurteil erst nach dem vorinstanzlichen Entscheid "entstanden" und somit als ein von vornherein unzulässiges echtes Novum zu qualifizieren.