Citation: 2C_822/2014 E. 5.4

5.4. Wie bereits ausgeführt, gilt die vom Bundesgericht aufgestellte Vermutung eines wichtigen Grundes für einen weiteren Aufenthalt der ausländischen Person nach dem Tod des Schweizer Gatten nur falls keine besonderen Umstände vorliegen, welche an der Legitimität der Ehe oder an der Intensität der ehelichen Bindung zwischen den Gatten Zweifel wecken. In BGE 138 II 393 E. 3.3 S. 396 hat das Bundesgericht als Beispiel für solche zu Zweifeln Anlass gebende Umstände ausdrücklich auch die Situation benannt, dass die ausländische Person vor dem Tod des schweizerischen Gatten das Zusammenleben aufgegeben hat, wodurch ersichtlich wird, dass die Ehegemeinschaft im Zeitpunkt des Ablebens bereits aufgelöst war ("le cas d'un étranger [...] qui aurait mis fin à la vie commune avant le décès de son conjoint suisse, démontrant qu'au moment du décès la communauté conjugale était rompue"; vgl. auch Urteil 2C_358/2012 vom 28. November 2012 E. 5.3.1). Dies steht in Übereinstimmung mit der grundsätzlichen Überlegung, dass der Härtefall beim Tod des Schweizer Gatten darin besteht, dass der überlebende ausländische Ehegatte jenes Leben aufgeben muss, welches er zusammen mit dem verstorbenen Partner in der Schweiz geführt hat (Urteil 2C_669/2012 vom 5. Mai 2013 E. 3.4). Da somit gerade kein Härtefall vorliegt, wenn das eheliche Zusammenleben bereits vor dem Ableben des schweizerischen Ehepartners nicht mehr stattfand, kommt es hier massgeblich auf die Wohnverhältnisse der Beschwerdeführerin beim Tod ihres Ehemanns an. Diese sind im Nachfolgenden näher zu behandeln.