Citation: 1C_284/2021 E. 4.1

4.1. Darüber hinaus ist das Verwaltungsgericht der Frage nachgegangen, ob das umstrittene Projekt der bundesrechtlichen Planungspflicht wegen bedeutender Auswirkungen auf die bestehende Nutzungsordnung unterliegt. Diese Frage hat es verneint: Es stellte fest, dass mit dem Projekt der asphaltierte und durchschnittlich 1,8 m breite Weg in einem rund 600 m langen Abschnitt - entlang der südlichen Seite der Gleisanlage von Schweizerischer Südostbahn AG (SOB) und Schweizerischen Bundesbahnen AG (SBB) - auf 2,5 m verbreitert werden soll. Die betroffenen Grundstücke befänden sich im übrigen Gemeindegebiet oder in der Landwirtschaftszone. Nach dem Verwaltungsgericht untersteht das Projekt nicht der Pflicht zur Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP). Es benötige eine zusätzliche Landfläche von ca. 600 m² und dabei auch Fruchtfolgeflächen. Auf der gegenüberliegenden, nördlichen Seite der Gleisanlage erstrecke sich der Perimeter des Objekts Nr. 1405 des Bundesinventars der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung (BLN) "Frauenwinkel". Die Wegverbreiterung umfasse die Überquerung von drei Gewässerdurchlässen und greife in den südlich an den Weg anschliessenden Entwässerungsgraben ein; letzterer werde nach Süden verschoben. Im Hinblick auf angesprochene Gewässer werde der gebotene Gewässerabstand unterschritten und liege das Vorhaben teilweise im Gewässerschutzbereich. Der bisherige Entwässerungsgraben beim Weg bilde einen schutzwürdigen Lebensraum im Sinne von Art. 18 Abs. 1 bis NHG (namentlich für Amphibien), den das Projekt tangiere. Unter Einbezug dieser Aspekte kam das Verwaltungsgericht zum Schluss, das Projekt habe geringe räumliche Auswirkungen. Diesen könne ohne Weiteres im Rahmen einer Baubewilligung auflageweise angemessen begegnet werden. Es bestehe kein Planungsbedürfnis.