Citation: 8C_366/2009 24.09.2009 E. 5

5.1 Die Heck-Auffahrkollision vom 14. September 2002 ist nach dem hier allein massgebenden augenfälligen Geschehensablauf mit den sich dabei entwickelnden Kräften höchstens als mittelschwer im Grenzbereich zu den leichten Unfällen zu qualifizieren (zur Unfalleinstufung vgl. BGE 134 V 109 E. 10.1 S. 126; SVR 2008 UV Nr. 8 S. 26, U 2/07 E. 5.3.1). Daran ändert nichts, dass die Beschwerdeführerin schon zu einem früheren Zeitpunkt vor dem Ereignis vom 14. September 2002 - mutmasslich bei Kenntnisnahme vom schweren Strassenverkehrsunfall ihrer beiden Söhne im Juni 2002 (Bericht des Dr. med. N.________ vom 3. Juni 2004) - einen Schock erlitten hatte. Die Adäquanz des Kausalzusammenhanges wäre folglich nur dann zu bejahen, wenn von den weiteren massgeblichen Kriterien (besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls; die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen; fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung; erhebliche Beschwerden; ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert; schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen; erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen; vgl. BGE 134 V 109 E. 10.3 S. 130) entweder ein einzelnes in ausgeprägter Weise oder aber mehrere in gehäufter oder auffallender Weise gegeben wären (BGE 134 V 109 E. 10.1 S. 126 f.; 117 V 359 E. 6 S. 367 f.; Urteil 8C_70/2009 vom 31. Juli 2009 E. 3.2.2). 5.2 Das kantonale Gericht nahm unter den gegebenen Umständen einzig das Kriterium der Schwere oder besonderer Art der erlittenen Verletzung - wenngleich auch nicht in ausgeprägter oder auffallender Weise - als erfüllt an. Demgegenüber macht die Versicherte letztinstanzlich geltend, zusätzlich sei mindestens auch das Kriterium eines schwierigen Heilungsverlaufs erfüllt, weshalb der adäquate Kausalzusammenhang - bei zwei erfüllten Kriterien - bejaht werden müsse. 5.3 Die Vorinstanz hat die weiteren Adäquanzkriterien (besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls; fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung; erhebliche Beschwerden; ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert; schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen; erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen) allesamt als nicht erfüllt beurteilt. Soweit die Beschwerdeführerin überhaupt sachbezüglich zu den mit angefochtenem Entscheid verneinten Kriterien im Einzelnen Stellung nimmt, vertritt sie einzig in Bezug auf die Kriterien der erheblichen Beschwerden, des schwierigen Heilungsverlaufes und der erheblichen Arbeitsunfähigkeit eine vom angefochtenen Entscheid abweichende Auffassung. Unbestritten ist, dass weder besonders dramatische Begleitumstände oder eine besondere Eindrücklichkeit des Unfalles vorlagen, noch eine fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung erforderlich war oder Anhaltspunkte für eine ärztliche Fehlbehandlung bestanden, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert hätte. 5.3.1 Das Kriterium des Grades und der Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit bezieht sich nicht allein auf das Leistungsvermögen im angestammten Beruf (RKUV 2001 Nr. U 442 S. 544, U 56/00; SVR 2007 UV Nr. 25 S. 81, U 479/05 E. 8.6.1 mit Hinweisen; Urteil 8C_359/2008 vom 18. Dezember 2008 E. 6.7). Zunächst ist festzuhalten, dass die Versicherte nach dem Unfall bis zum 7. Oktober 2002 arbeitsfähig blieb. Der am 24. September 2002 erstmals konsultierte Hausarzt Dr. med. E.________ attestierte ihr zwar ab 8. Oktober 2002 eine volle Arbeitsunfähigkeit, ging jedoch gleichzeitig davon aus, dass die Beschwerdeführerin planmässig ab 27. Oktober 2002 wieder voll arbeitsfähig sein würde. Statt dessen kehrte sie in der Folge nie mehr an ihren Arbeitsplatz zurück, sondern verlor diesen schliesslich per 31. Mai 2004. Obwohl sie nach dem dreiwöchigen Aufenthalt in der Rehaklinik H.________ ihre angestammte Tätigkeit gemäss Beurteilung der behandelnden Ärzte ab 26. Februar 2003 wieder mit einer Arbeitsfähigkeit von 20 bis 25% aufnehmen und danach die Leistung allenfalls in 10%-Schritten sogar weiter erhöhen sollte, sind keine Anhaltspunkte dafür ersichtlich, dass die Versicherte einen entsprechenden konkreten Arbeitsversuch unternommen hätte. Auch laut Bericht der psychiatrischen Klinik O.________ in I.________ vom 5. April 2004 bestand damals eine zumutbare Restarbeitsfähigkeit von 20-30%; zudem hätte gemäss fachärztlicher Einschätzung nach Durchführung therapeutischer Massnahmen wieder eine Arbeitsfähigkeit von 60-80% erreicht werden sollen. Demgegenüber finden sich aktenkundig keine Hinweise auf einen konkret erkennbaren Willen der Beschwerdeführerin, sich durch aktive Mitwirkung im Rahmen der zumutbaren verbleibenden Leistungsfähigkeit raschmöglichst wieder optimal in den Arbeitsprozess einzugliedern (BGE 134 V 109 E. 10.2.7 S. 129). Das Kriterium der erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen ist nicht erfüllt. 5.3.2 Körperliche Dauerschmerzen, welche auf organisch nachweisbare, unfallkausale Befunde zurückgingen, liegen nach Lage der Akten nicht vor. Sowohl die muskuloskelettalen als auch die depressiven Beschwerden konnten während stationären Rehabilitationsaufenthalten jeweils positiv beeinflusst werden. Die Schmerzen sind nach Angaben der Versicherten laut interdisziplinärem Gutachten nicht permanent vorhanden, sondern werden inkonstant ausgelöst. Als besonders kränkend beschrieb die Beschwerdeführerin die Reaktion ihrer Familie, welche sich nicht mit ihren Problemen beschäftigen wolle. Beschwerdefreie Intervalle von namhafter Dauer sind nicht dokumentiert. Das Kriterium erheblicher Beschwerden kann in Anbetracht der aktenkundigen gesundheitlichen Beeinträchtigungen zwar als grundsätzlich erfüllt angesehen werden, jedoch nicht in auffallender oder ausgeprägter Form. 5.3.3 Das Kriterium des schwierigen Heilungsverlaufs und der erheblichen Komplikationen ist mit BGE 134 V 109 E. 10.2.6 S. 129 unverändert beibehalten worden. Diese beiden Teilaspekte müssen nicht kumulativ erfüllt sein (BGE 117 V 359 E. 7b S. 369). Aus der ärztlichen Behandlung und den erheblichen Beschwerden - welche im Rahmen der spezifischen Adäquanzkriterien (E. 5.1 i.f. hievor) zu berücksichtigen sind - darf nicht auf einen schwierigen Heilungsverlauf und/oder erhebliche Komplikationen geschlossen werden. Es bedarf hiezu besonderer Gründe, welche die Heilung beeinträchtigt haben. Die Einnahme vieler Medikamente und die Durchführung verschiedener Therapien genügen nicht zur Bejahung dieses Kriteriums. Gleiches gilt für den Umstand, dass trotz regelmässiger Therapien weder eine Beschwerdefreiheit noch eine (vollständige) Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit erreicht werden konnten (Urteile 8C_252/2007 vom 16. Mai 2008 E. 7.6 und 8C_57/2008 vom 16. Mai 2008 E. 9.6.1, je mit Hinweisen). Im Vergleich mit anderen Fällen von HWS-Distorsionstraumen und äquivalenten Verletzungen kann vorliegend bis zum Fallabschluss nicht von erheblichen Komplikationen ausgegangen werden. Ob mit der Versicherten das Kriterium des schwierigen Heilungsverlaufs - wenn auch nicht in auffallender oder ausgeprägter Form - als erfüllt zu qualifizieren ist, kann letztlich offen bleiben, da auch bei drei - nicht ausgeprägt - gegebenen Kriterien die Adäquanz hier zu verneinen ist (vgl. E. 5.3.4 hienach). 5.3.4 Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass von den sieben relevanten Kriterien höchstens drei erfüllt sind, keines davon jedoch in ausgeprägter Weise. Zur Bejahung der Adäquanz allfälliger noch vorhandener unfallbedingter Beschwerden genügt dies bei einem mittelschweren Unfall im Grenzbereich zu den leichten Ereignissen nicht (ebenso: Urteile 8C_172/2009 vom 31. Juli 2009 E. 5.3.5, 8C_951/2008 vom 3. Juni 2009 E. 6.4 und 8C_9/2008 vom 17. September 2008 E. 6.1.5). 5.4 Waren die über den 31. August 2006 hinaus geklagten Beschwerden nicht mehr adäquat kausal durch das Unfallereignis vom 14. September 2002 verursacht, so war die mit angefochtenem Gerichts- und mit Einspracheentscheid vom 10. Januar 2008 bestätigte Leistungseinstellung der National spätestens auf dieses Datum hin rechtens.