Citation: 5A_919/2017 E. 6

Die Beschwerdeführerin rügt sodann, die Vorinstanz habe den Grundsatz der Subsidiarität der Beistandschaft (Art. 389 Abs. 1 ZGB) verletzt, denn ihre Unterstützung sei anderweitig gewährleistet. Ihre Tochter sei den Anforderungen gewachsen und mit der Unterstützung nicht überfordert. Einzig die Fachperson aus dem kirchlichen Netzwerk sei von der Überforderung überzeugt und habe der Erwachsenenschutzbehörde dieses Bild vermittelt. Auf die subjektive Wahrnehmung dieser Fachperson stütze sich die Vorinstanz, obschon die beteiligten Personen gegenteiliger Ansicht seien. Die Tochter erkläre in ihrem Bericht, dass sie in täglichem Kontakt mit der Mutter stehe, sie oft besuche und unterstütze. Ihre Verfügbarkeit sei nicht eingeschränkt. Wenn sie tagsüber arbeite, bedeute dies nicht, dass sie den administrativen Anforderungen nicht gewachsen sei. Vielmehr habe sich die Tochter mit den sozialversicherungsrechtlichen Besonderheiten vertraut gemacht. Für eine von der Tochter veranlasste Zweckentfremdung der monatlichen Ergänzungsleistung von Fr. 360.-- zur teilweisen Schuldtilgung gebe es keine Anhaltspunkte. Die Aussage der Tochter hierzu werde komplett falsch wiedergegeben. Die Vorinstanz habe diesen Umstand nicht hinterfragt, sondern einfach die Schilderungen der Erwachsenenschutzbehörde als glaubwürdiger eingestuft. Die angehäuften Schulden gingen ebenfalls nicht auf eine Misswirtschaft der Tochter zurück. Vielmehr gehe es um alte Schulden, die kraft Universalsukzession [mit dem Nachlass ihres vorverstorbenen Ehemannes] auf sie übergegangen seien. Die Tochter sei um das Wohl ihrer Mutter besorgt, denke aktiv mit und organisiere, auch im Wohnbereich. Die tatsächlichen Vorbringen der Beschwerdeführerin zur Subsidiarität der Beistandschaft beschränken sich auf eine punktuelle appellatorische Kritik an den Feststellungen der Vorinstanz betreffend die Eignung der Tochter für die ausreichende Unterstützung ihrer Mutter bzw. die Eignung der Tochter als Beiständin. In Bezug auf die Schulden, die Zweckentfremdung der Ergänzungsleistungen für die Schuldtilgung und die Verfügbarkeit der Tochter trägt die Beschwerdeführerin lediglich eine eigene Sachverhaltsversion vor, ohne zu begründen, weshalb die vorinstanzlichen Feststellungen willkürlich sein sollen. Zu weiteren wichtigen Feststellungen der Vorinstanz (Überforderung der Tochter bei der Besorgung der sozialversicherungsrechtlichen Angelegenheiten; eigene Möglichkeit der Beschwerdeführerin zur Vollmachtserteilung, Instruktion und Überwachung) äussert sich die Beschwerdeführerin überhaupt nicht. Auf die tatsächlichen Vorbringen, die den Begründungsanforderungen für die Willkürrüge nicht genügen, ist nicht einzutreten (E. 1.2). Mangels erfolgreicher Anfechtung sind die vorinstanzlichen Sachverhaltsfeststellungen (E. 3) massgebend für die rechtliche Würdigung der Subsidiarität der Beistandschaft (E. 2.1). Diese Feststellungen zeigen ausreichend deutlich, dass die Tochter ihre hilfsbedürftige Mutter nicht so unterstützen kann, dass die Anordnung einer Beistandschaft entbehrlich würde. Insbesondere ist sie mit der Erledigung der administrativen und finanziellen Belange der Beschwerdeführerin überfordert. Das kann sich beispielsweise beim Beantragen sozialversicherungsrechtlicher Leistungen, auf welche die Beschwerdeführerin angewiesen ist, nachteilig auswirken. Nach den weiteren, unbestrittenen Feststellungen der Vorinstanz hat die Beschwerdeführerin keine anderen Verwandten und Bekannten, die sie unterstützen könnten, und kann sie auch keine geeignete Drittperson bevollmächtigen, instruieren und überwachen. Im Ergebnis hat die Vorinstanz die Subsidiarität der Beistandschaft daher zu Recht bejaht.