Citation: 6B_980/2022 E. 1.2

1.2. Die Vorinstanz stuft das Verschulden des Beschwerdegegners gesamthaft als schwer ein (Urteil S. 102 f. E. 3.5.4). In objektiver Hinsicht sei zu berücksichtigen, dass er während knapp zwei Jahren den IS bzw. dessen Vorgängerorganisation ISIG, eine hochgefährliche terroristische Organisation, aktiv unterstützt habe. Dabei habe er ein sehr hohes persönliches Engagement gezeigt, indem er sich in mannigfaltiger Weise und mit grossem Aufwand für die Zielsetzungen dieser Organisation betätigt habe. Der Beschwerdegegner sei national und international bestens vernetzt gewesen: Er habe intensive Kontakte zu IS-Anhängern und zu radikal salafistischen Predigern gepflegt, die wegen terroristischer Aktivitäten für den IS zu mehrjährigen Freiheitsstrafen (zwischen 7 und 20 Jahren) verurteilt worden seien. Des Weiteren habe er Chatgrupppen unterhalten, in denen radikal-salafistisches Gedankengut und die Werteideologie des IS ausgetauscht worden seien. Im Hinblick auf die Syrienreise des Beschwerdegegners falle im Einklang mit den erstinstanzlichen Erwägungen ins Gewicht, dass er während ca. drei Wochen an Schiesstraining teilgenommen und bewaffnete Wacheinsätze geleistet habe, wodurch er die Organisation unmittelbar gestärkt bzw. unterstützt habe. Es sei ihm aber nicht gelungen, die übliche 30-tägige Kampfausbildung zu überstehen, weshalb er nicht die Stellung eines Kämpfers habe erringen können. Dies sei im Vergleich zu anderen Fällen, in denen die Teilnahme an Kampfeinsätzen erfolgt sei, zu berücksichtigen. Es sei der ersten Instanz sodann beizupflichten, dass es weit schwerer wiege, dass der Beschwerdegegner auf Schweizer Territorium fünf Personen für den IS angeworben resp. rekrutiert habe. Dabei hätten drei dieser Personen im bewaffneten Dschihad den Tod gefunden. Die Planung und Tatausführung sei in hohem Masse raffiniert, kaltblütig sowie menschenverachtend gewesen, zumal der Beschwerdegegner nicht davor zurückgeschreckt sei, sehr junge Männer, darunter einen Minderjährigen und einen knapp Volljährigen, für seine Mission zu gewinnen. Mit der von ihm intensiv betriebenen Propagandatätigkeit für den IS habe er aktiv zu dessen Anziehungskraft beigetragen. Dass sich infolge solcher Propaganda vor allem auch junge, perspektivlose Jugendliche veranlasst gesehen hätten, sich in ein Kriegsgebiet zu begeben, sei auch dem Beschwerdegegner nicht verborgen geblieben (Urteil S. 100 ff. E. 3.5.1 f.). In subjektiver Hinsicht hält die Vorinstanz fest, der Beschwerdegegner habe als ideologischer Überzeugungstäter gehandelt, was zwar deliktstypisch ist. Er habe zum Ausdruck gebracht, dass er die verbrecherische Ideologie und den Wertekanon des IS für unterstützungswürdig halte und befürworte. Sein Beweggrund sei hauptsächlich auf die Förderung des terroristischen Zwecks des IS bzw. ISIG konzentriert gewesen. Diese besonders verwerfliche Motivation sei zu seinen Lasten zu werten. Die erhebliche Intensität seines deliktischen Willens und seiner deliktischen Tätigkeit weise auf eine besonders stark ausgeprägte fanatische Gesinnung hin. Andere Umstände, die sein Verhalten rechtfertigen oder erklären könnten, seien nicht gegeben. Im Ergebnis sei der ersten Instanz beizupflichten, dass sein Verhalten von einer grossen kriminellen Energie zeuge (Urteil S. 102 E. 3.5.3). In Beachtung des Verschuldens des Beschwerdegegners, das gesamthaft als schwer einzustufen sei, weshalb ausschliesslich eine Freiheitsstrafe in Betracht komme, legt die Vorinstanz die Einsatzstrafe auf 36 Monate fest (Urteil S. 102 f. E. 3.5.4) Bei den Täterkomponenten berücksichtigt sie das Vorleben, die persönlichen Verhältnisse, das Verhalten im Strafverfahren und das Nachtatverhalten des Beschwerdegegners neutral, die vorverurteilende Medienberichterstattung leicht strafmindernd und die Delinquenz während laufender Strafuntersuchung leicht straferhöhend. Vorliegend würden sich diese Strafminderungen und -erhöhungen gegenseitig aufheben, sodass sich die Täterkomponenten im Gegensatz zur erstinstanzlichen Erkenntnis insgesamt neutral auswirken würden. Das Beschleunigungsgebot sei nicht verletzt. Insgesamt erachtet die Vorinstanz eine Freiheitsstrafe von 36 Monaten als angemessen (Urteil S. 103-109 E. 3.6 ff.).