Citation: 1C_51/2024 E. 2.3

2.3. Selbst wenn eine gesetzeswidrige Bewilligungspraxis der Gemeinde bestünde, hat diese klar zu erkennen gegeben, dass sie an einer solchen nicht festhalten würde bzw. zukünftig gesetzeskonform entscheiden werde. Die Gemeinde hat durch ihr Verhalten gezeigt, dass sie Art. 61 Abs. 1 des Ausführungsreglements zum Raumplanungs- und Baugesetzes des Kantons Freiburg vom 1. Dezember 2009 (RPBR/FR; SGF 710.11) bzw. die einschlägigen VSS-Normen betreffend Grundstückszufahrten grundsätzlich respektieren wolle, jedenfalls keine Zufahrten mit derart geringen Sichtweiten wie bei den Beschwerdeführenden bewilligen werde. Es lässt sich den Akten und insbesondere den von den Beschwerdeführenden im vorinstanzlichen Verfahren eingereichten Fotos nicht entnehmen, ob weiter angeblich rechtswidrige Zufahrten an der Ryf von der Gemeinde bewilligt oder bewusst toleriert worden wären. Es bestehen auch sonst keine Anhaltspunkte dafür, dass die Gemeinde gegen bestehende, allenfalls rechtswidrige Zufahrten wissentlich und willentlich nicht eingeschritten wäre. Es ist daher nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz nicht von einer Konstellation einer systematisch unterlassenen Rechtsanwendung bzw. jahrelangen Duldung bekannter rechtswidriger Zustände ausgegangen ist, weshalb entgegen der Kritik der Beschwerdeführenden von der Behörde nicht der Tatbeweis verlangt wurde, dass die erforderlichen Baukontrollen durchgeführt und gestützt darauf Wiederherstellungsverfahren eingeleitet worden sind (vgl. Urteile 1C_173/2020 vom 24. März 2021 E. 5.3, in: ZBl 123/2022 S. 380; 1C_398/2011 vom 7. März 2012 E. 3.9, in: ZBl 114/2013 S. 379).