Citation: 1P.97/2000 06.07.2000 E. 3

3.- Der Beschwerdeführer macht weiterhin geltend, es verstosse gegen Treu und Glauben, ihn ohne wichtigen Grund zu entlassen, nachdem er auf eine Amtsperiode gewählt worden sei und im Zuge der Einführung des "new public management" den Mitarbeitern der Gemeinde versprochen worden sei, dass es zu keinen Entlassungen komme. Der Vertrauensschutz gemäss Art. 9 BV bewirkt unter anderem, dass eine (selbst unrichtige) Auskunft oder Zusicherung einer Behörde unter bestimmten Umständen eine vom materiellen Recht abweichende Behandlung des Rechtsuchenden gebietet (vgl. BGE 121 II 473 E. 2c S. 479; 118 Ia 245 E. 4b S. 254, je mit Hinweisen). In der Wiederwahl des auf Grund des Angestelltenreglements angestellten Beschwerdeführers für eine Amtsperiode kann jedoch keine Zusicherung gesehen werden, dass ihm während dieser Amtsperiode entgegen dem Reglement nicht ordentlich gekündigt werde. Der Beschwerdeführer konnte seine Wiederwahl insbesondere deshalb nicht so verstehen, weil das Reglement die Möglichkeit einer ordentlichen Kündigung gegenüber definitiv für eine Amtsperiode gewählten Mitarbeitern ausdrücklich vorsieht. Der Gemeinderat hat an seiner Sitzung vom 19. August 1997 im Zusammenhang mit der Einführung der Organisation der Gemeinde nach den Grundsätzen des "new public management" das Versprechen abgegeben, dass es beim Personal zu keinen Entlassungen komme. Dieses Versprechen konnte jedoch nicht so verstanden werden, dass es auf unbestimmte Zeit zu keinen ordentlichen Kündigungen in der Gemeinde Visp mehr kommen werde. Es konnte auch nicht so ausgelegt werden, dass kein Mitarbeiter entlassen werde, wenn er die Grundsätze des "new public management" in seinem Bereich nicht einzuführen bereit ist. Mit einem solchen Versprechen hätte der Gemeinderat auf seine politische Leitungsfunktion gegenüber der Verwaltung verzichtet. Vielmehr konnte das Versprechen nur als Zusicherung verstanden werden, dass kein Mitarbeiter entlassen werde, weil seine Stelle wegen der mit dem "new public management" verbundenen Rationalisierungen überflüssig würde. Es wurde mithin zugesichert, dass es zu keinen Entlassungen aus gewissermassen "wirtschaftlichen" oder "organisatorischen" Gründen komme. Die Stelle des Beschwerdeführers wurde nach seinem Abgang nicht im Rahmen des "new public management" aufgehoben, sondern wieder besetzt. Es wird auch nicht behauptet, der neue Stelleninhaber habe vom "new public management" geforderte Kenntnisse und Fertigkeiten gehabt, die dem Beschwerdeführer abgegangen wären. Somit hat der Gemeinderat sein Versprechen eingehalten, ihn nicht aus Gründen der Optimierung der Verwaltung im Rahmen des "new public management" zu entlassen.