Citation: U 558/06 21.12.2007 E. 4

4.1 Verwaltung und Vorinstanz lehnten zwar bereits den natürlichen Kausalzusammenhang zwischen Unfallereignis und der im Zeitpunkt der Leistungseinstellung bestehenden Gesundheitsstörung ab, prüften und verneinten aber jeweils gleichwohl auch die adäquate Kausalität. Zu Recht wurde bei der Adäquanzprüfung die Rechtsprechung zu den psychogenen Unfallfolgen (BGE 115 V 133 ff.) und nicht die Adäquanzbeurteilung nach Distorsion der Halswirbelsäule (BGE 117 V 359 ff.) zur Anwendung gebracht. Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin (Verwaltungsgerichtsbeschwerde S. 13) kommt die Adäquanzprüfung nach HWS-Distorsion (BGE 117 V 359 ff.) nicht etwa immer dann zur Anwendung, wenn die psychischen mit den somatischen Beschwerden eng verwoben sind. Die Adäquanzbeurteilung nach BGE 117 V 359 setzt vielmehr nicht nur ein Schleudertrauma der Halswirbelsäule, eine dem Schleudertrauma äquivalente Verletzung oder ein Schädel-Hirntrauma voraus, sondern auch das anschliessende Auftreten des für diese Verletzungen typischen Beschwerdebildes (BGE 117 V 359 E. 4b S. 360). Diese Voraussetzungen sind hier nicht gegeben, weshalb die Rechtsprechung zu den psychogenen Unfallfolgen zur Anwendung gelangt (BGE 127 V 102 E. 5b/bb S. 103), unabhängig davon, ob die psychische Problematik nach dem Unfall eindeutige Dominanz aufwies oder nicht. 4.2 Der Unfall vom 16. Oktober 2000 ist angesichts des augenfälligen Geschehensablaufs und der erlittenen Verletzungen zu den mittelschweren Unfällen (vgl. zur Kasuistik RKUV 2003 Nr. U 481 S. 204 E. 3.3.2 [U 161/01] mit Hinweisen) zu zählen. Für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs sind somit weitere unfallbezogene Kriterien, die nach den Erfahrungen des Lebens geeignet sind, eine psychische Fehlreaktion auszulösen, erforderlich, damit dem Unfall die vorausgesetzte massgebende Bedeutung zukommt (BGE 115 V 133 E. 6c/aa S. 140). Die Adäquanz ist hier nur zu bejahen, sofern eines der einschlägigen Kriterien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist oder mehrere Kriterien in gehäufter oder auffallender Weise zutreffen (BGE 115 V 133 E. 6c/bb S. 141). 4.2.1 Der Unfall vom 16. Oktober 2000 ereignete sich weder unter besonders dramatischen Begleitumständen noch war er objektiv gesehen (RKUV 1999 Nr. U 335 S. 209 E. 3b/cc, U 287/97; vgl. auch RKUV 2000 Nr. U 394 S. 313 ff., U 248/98) von besonderer Eindrücklichkeit. Dass die Beschwerdeführerin als Beifahrerin die Frontalkollision kommen sah und auch die beiden Personenwagenlenker verletzt wurden, genügt nicht zur Annahme einer besonderen Eindrücklichkeit (Urteil 8C_103/2007 vom 17. August 2007, E. 4.3). Ob dieses Kriterium zu bejahen ist, hängt von den konkreten Umständen des einzelnen Unfallereignisses ab. Der vorliegend zur Beurteilung stehende Unfall ereignete sich bei mittlerer Geschwindigkeit. Die Unfallfahrzeuge wurden im Frontbereich zwar stark beschädigt und erlitten einen sogenannten Totalschaden, die Führerkabinen blieben aber weitgehend unversehrt (Verkehrsunfall-Rapport der Polizei T.________ vom 19. Oktober 2000). Unter Berücksichtigung dieser Umstände kann hier nicht von einer besonderen Eindrücklichkeit gesprochen werden (vgl. RKUV 2003 Nr. U 481 S. 205, U 161/01). 4.2.2 Den erlittenen Verletzungen im Thoraxbereich (vgl. Urteil U 497/06 vom 24. August 2007) kommt erfahrungsgemäss keine besondere Eignung zu, psychische Fehlentwicklungen auszulösen. Von einem schwierigen Heilungsverlauf mit erheblichen Komplikationen kann ebenso wenig die Rede sein, wie von einer ärztlichen Fehlbehandlung oder von einer ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Pflege, beschränkte sich doch die Behandlung der somatischen Unfallfolgen bereits fünf Monate nach dem Unfall auf die Verabreichung von Schmerzmedikamenten (Bericht des Dr. med. G.________ vom 13. März 2001). 4.2.3 Das Kriterium der unfallbedingten körperlichen Dauerschmerzen ist zumindest nicht in besonders ausgeprägter Weise erfüllt. Nach dem Unfall war die Beschwerdeführerin während zweieinhalb Monaten zu 100 % und anschliessend während eines halben Monats zu 50 % arbeitsunfähig; später trat vom 21. April bis zum 8. Mai 2001 eine zweite, relativ kurze Phase von Arbeitunfähigkeit ein (Bericht des Dr. med. G.________ vom 4. Januar 2002). Grad und Dauer der somatisch bedingten Arbeitsunfähigkeit kann demnach praxisgemäss (vgl. hiezu RKUV 2001 Nr. U 442 S. 544 ff., U 56/00) nicht als erfüllt gelten. 4.2.4 Zusammenfassend bleibt festzuhalten, dass weder ein einziges Kriterium in besonders ausgeprägter Weise gegeben ist noch die massgebenden Kriterien in gehäufter oder auffallender Weise erfüllt sind. Der adäquate Kausalzusammenhang zwischen dem versicherten Unfall vom 16. Oktober 2000 und den ab 8. Mai 2001 weiterbestehenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen ist daher zu verneinen.