Citation: 4C.38/2000 19.04.2000 E. 2

2.- Die Klägerin macht geltend, das Kantonsgericht habe die bundesrechtliche Beweisvorschrift von Art. 8 ZGB verletzt, weil es nicht angegeben habe, warum es dem Antrag auf Einvernahme von Nicole Gadient zur Frage nach dem Auftragsverhältnis zwischen der Klägerin und Konrad Gadient nicht Folge geleistet habe. Nach der Rechtsprechung ist Art. 8 ZGB insbesondere dann verletzt, wenn der Richter taugliche und formgültig beantragte Beweise zu rechtserheblichen Tatsachen nicht abnimmt, obwohl er die entsprechenden Sachvorbringen weder als bewiesen noch als widerlegt erachtet. Die Bestimmung schreibt dem Richter hingegen nicht vor, mit welchen Mitteln er den Sachverhalt abzuklären und wie er das Ergebnis seiner Abklärungen zu würdigen habe. Sie verbietet ihm auch nicht, angebotene Beweise vorweg zu würdigen und gestützt darauf auf ihre Abnahme zu verzichten (BGE 115 II 450 E. b mit Hinweisen). Auf diese Weise ist das Kantonsgericht im vorliegenden Fall vorgegangen, indem es gestützt auf die Aussagen von Fredy Rusch und Konrad Gadient sinngemäss annahm, dass dieser nicht in einem Auftragsverhältnis zur Guanto AG stand, sondern diese vielmehr für ihn das Inkasso seiner Provisionen vorgenommen habe. Damit ergibt sich aus dem Zusammenhang, dass das Kantonsgericht annahm, die Einvernahme von Nicole Gadient könne an diesem Beweisergebnis nichts mehr ändern, weshalb eine Verletzung von Art. 8 ZGB zu verneinen ist.