Citation: 8C_740/2020 E. 3

Die Vorinstanz folgte nach eingehender Würdigung der medizinischen Aktenlage der Einschätzung der Kreisärzte Dres. med. C.________ und D.________, Fachärzte für Orthopädie und Traumatologie des Bewegungsapparates, wonach die geklagten Schulterbeschwerden nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit mit dem Unfallereignis vom 28. Juli 2017 zusammenhingen, sondern degenerativer Natur seien (Aktenbeurteilung vom 13. September 2018 und Beurteilung vom 27. November 2018). Dr. med. C.________ führte aus, es sei insbesondere ungewöhnlich, dass es beim geschilderten Unfallmechanismus mit Kopfkontusion und Aufprall der Brustwirbelsäule (BWS) und des rechten Schulterblattes zu einer artikulären, also gelenkseitigen Teilruptur der Supraspinatus- und der Infraspinatussehne gekommen sein soll. Aus orthopädischer Sicht und unter biomechanischen Gesichtspunkten sei eine Rückenkontusion oder eine dorsale Schulterblattkontusion nicht geeignet, eine solche Ruptur zu verursachen. Diese Verletzung sei auch nicht direkt nach dem Unfall diagnostiziert worden. Die Unfähigkeit den Arm heben zu können, oder nur unter stärksten Schmerzen, sei ein typisches klinisches Zeichen einer traumatischen Ruptur der Sehnen am Schultergelenk, welcher Umstand bei der Polytrauma-Untersuchung direkt nach dem Unfall aufgefallen wäre. Sodann lägen gemäss kernspintomografischer Untersuchung der rechten Schulter vom 1. Dezember 2017 mehrere degenerative Veränderungen vor, die einen Verschleiss der Rotatorenmanschetten nach sich ziehen könnten. Die teilgeschädigte Stelle sei keinem direkten Trauma ausgesetzt gewesen, weshalb keine unfallkausale Läsion des Übergangsbereichs zwischen Supraspinatus- und Infraspinatussehne vorliege. Strukturelle, objektivierbare Unfallfolgen seien nicht vorhanden. Die Vorinstanz verneinte daher einen natürlichen Kausalzusammenhang zwischen den rechtsseitigen Schulterbeschwerden und dem Unfallereignis vom 28. Juli 2017.