Citation: 2C_581/2020 E. 3.2

3.2. Die Argumentation der Beschwerdeführerin überzeugt nicht. Ausschlaggebend für die Verweigerung des Familiennachzugs waren die willkürfrei festgestellten Motive, welche rechtsmissbräuchlich geltend gemacht wurden, und nicht das Alter der Beschwerdeführerin an sich. Ausserdem wären Adoptivkinder beim Familiennachzug insbesondere gegenüber leiblichen Kindern über zwölf Jahren besser gestellt, die innerhalb von zwölf Monaten nach Erteilung der Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung nachgezogen werden müssen (Art. 47 Abs. 1 i.V.m. Art. 47 Abs. 3 lit. b AuG), wenn eine Verzögerung der Adoption über mehrere Jahre hinweg ohne Weiteres unberücksichtigt bliebe. Zusätzlich würde dadurch auch der gesetzgeberische Entscheid unterlaufen, bei der Festlegung der Fristen für den Familiennachzug Nachzugsgesuchen entgegenzuwirken, die rechtsmissbräuchlich erst kurz vor Erreichen des erwerbstätigen Alters gestellt werden und bei denen die erleichterte Zulassung zur Erwerbstätigkeit und nicht (mehr) die Bildung einer echten Familiengemeinschaft im Vordergrund steht (Botschaft zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März 2002, BBl 2002 3754 f. Ziff. 1.3.7.7). Die Verweigerung des Familiennachzugs durch die Vorinstanz ist daher rechtmässig.