Citation: 6B_321/2023 E. 4.6

4.6. Es ist weder dargetan noch ersichtlich, dass die Vorinstanz die Voraussetzungen für die Anordnung einer stationären therapeutischen Massnahme nach Art. 59 StGB zu Unrecht bejaht hat. Auf ihre eingehenden und überzeugenden Erwägungen zur Verhältnismässigkeit der Massnahme kann umfassend verwiesen werden (angefochtenes Urteil S. 41 ff.). Es ist nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz gestützt auf die überzeugenden gutachterlichen Ausführungen von einem hohen Rückfallrisiko für weitere Gewalttaten ausgeht. Dabei berücksichtigt sie zu Recht, dass der Beschwerdeführer eine versuchte schwere Körperverletzung weniger als zwei Monate nach der bedingten Entlassung aus dem Strafvollzug begangen hat (angefochtenes Urteil S. 42 f.). Ebenso wenig ist zu kritisieren, wenn die Vorinstanz gestützt auf die gutachterlichen Feststellungen die Erforderlichkeit der stationären Massnahme bejaht. Sie legt eingehend und überzeugend dar, wieso sie zum Ergebnis kommt, die Einschätzung des Gutachters, wonach die Massnahme mangels langfristiger Absprachefähigkeit des Beschwerdeführers stationär vollzogen werden müsse, um einen nachhaltigen Erfolg zu ermöglichen, und insbesondere ein ambulanter Vollzug der Massnahme mit hoher Wahrscheinlichkeit scheitern werde, sei nachvollziehbar (angefochtenes Urteil S. 43-47). Neben der Eignung und Erforderlichkeit der stationären Massnahme ist mit der Vorinstanz auch deren Verhältnismässigkeit i.e.S. zu bejahen. Ein Abwägen der Gefährlichkeit des Beschwerdeführers und des Anliegens der Öffentlichkeit am Schutz vor Gewaltdelikten einerseits mit dem Freiheitsanspruch des Beschwerdeführers andererseits führt zum Schluss, dass das öffentliche Interesse nach Sicherheit stärker zu gewichten ist. Damit erweist sich die stationäre therapeutische Massnahme nach Art. 59 StGB insgesamt als verhältnismässig.