Citation: I 149/03 21.04.2004 E. 2

Streitig und zu prüfen ist zunächst das Ausmass des Gesundheitsschadens und die damit einhergehenden Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit. 2.1 Mit der Vorinstanz, welche die umfangreichen medizinischen Unterlagen in den Entscheiden vom 11. Mai 2001 und 11. Dezember 2002 einer eingehenden Würdigung unterzogen hat (worauf verwiesen wird), ist gestützt auf die Befunde und medizinische Beurteilung des Dr. med. C.________ (Gutachten vom 29. November 1999 und Zusatzbericht vom 11. Dezember 2002) anzunehmen, dass der Beschwerdeführer bei angepasster Arbeitsplatzgestaltung (vorwiegend sitzend zu verrichtende Arbeit, Gewichtshebelimite von 10 kg) aus somatischer und psychiatrischer Sicht zu mindestens 50 % arbeitsfähig ist. Das Gutachten (einschliesslich Zusatzbericht) des Dr. med. C.________ beruht auf einer umfassenden rheumatologischen, neurologischen und psychiatrischen Untersuchung und erfüllt die nach der Rechtsprechung geltenden Anforderungen an den Beweiswert ärztlicher Berichte (BGE 125 V 352 Erw. 3a, 122 V 160 Erw. 1c; AHI 2001 S. 112 ff.). 2.2 Was die Vorbringen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde anbelangt, ist aus der Feststellung des Dr. med. C.________, das auffällige Gebaren mit den Ungereimtheiten während der körperlichen Untersuchung liesse an einer organischen Grundlage zweifeln (Gutachten vom 29. November 1999), nicht auf eine voreingenommene Haltung zu schliessen. Zu einer sorgfältigen medizinischen Begutachtung gehört es vielmehr auch, das der Sachverständige nötigenfalls überprüft, ob die angegebenen Beschwerden mit den objektiv erhebbaren Befunden korrelieren. Dass Dr. med. C.________ einen der Überprüfung nicht zugänglichen persönlichen Eindruck des Exploranden vermittelt haben soll, ist nicht einzusehen, zumal der im Gutachten vom 29. November 1999 erhobene Befund in Einklang mit sämtlichen anderen medizinischen Berichten steht, insbesondere des Dr. med. S.________ vom 14. Januar 1997, des Dr. med. W.________ vom 2. April 1997 und 21. September 2001 und des Spitals X.________ vom 20. Oktober 1997. Sodann hat der Gutachter das von ihm festgestellte aggravatorische Verhalten des Beschwerdeführers (ohne diesen Ausdruck zu verwenden) nicht überbewertet oder gar eine Simulation angenommen, wie geltend gemacht wird. Vielmehr hat Dr. med. C.________ auf Grund der somatischen Befunde eine wesentliche Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit, auch bei angepasster Arbeitsplatzgestaltung, durchaus angenommen. Das stimmt überein mit der hier gestellten psychiatrischen Diagnose einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung (ICD-10 F.45.4), wonach die vorherrschende Beschwerde in einem andauernden, schweren und quälenden Schmerz besteht, der durch einen physiologischen Prozess oder eine körperliche Störung nicht vollständig erklärt werden kann (Internationale Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel V [F], Dilling/Mombour, Schmidt [Hrsg.], 4. Aufl., S. 191). Weiter steht die Auffassung des Gutachters, dass eine diagnostische periradikuläre Infiltration der Wurzel S1 medizinisch nicht indiziert sei, nicht in Widerspruch zu der im Bericht des Dr. med. C.________ vom 16. Mai 1997 wiedergegebenen Beurteilung des ärztlichen Konsiliums im Spital Z.________ wie die Vorinstanz mit zutreffender Begründung, worauf verwiesen wird, erwogen hat. Eine das Ausmass der geltend gemachten Schmerzen und der Ausfallerscheinungen am linken Bein möglicherweise erklärbare Nervenwurzelkompression ist daher nicht mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachzuweisen (BGE 126 V 360 Erw. 5b, 125 V 195 Erw. 2, je mit Hinweisen). Allein die Angabe von Schmerzen und motorischen Ausfällen am linken Bein genügt unter beweisrechtlichen Gesichtspunkten für die Annahme einer Arbeitsunfähigkeit nicht. Im Rahmen der sozialversicherungsrechtlichen Leistungsprüfung müssen mit den angegebenen Beschwerden korrelierende, objektiv feststellbare Befunde vorliegen, andernfalls sich eine rechtsgleiche Beurteilung der Rentenansprüche nicht gewährleisten liesse. Der Beschwerdeführer leidet zwar an Rückenschmerzen mit Ausstrahlung in das linke Bein, das subjektiv angegebene Ausmass dieser Beschwerden ist aber medizinisch nur teilweise feststellbar und nachvollziehbar. 2.3 Weiter sticht auch der Einwand nicht, das Gutachten des Dr. med. C.________ vom 29. November und der von diesem Arzt eingeholte Bericht des Dr. med. W.________ vom 21. September 2001 müssten ausser Betracht fallen, weil sie längere Zeit vor Erlass der Verfügung vom 22. März 2002 erstellt worden seien. Bei der erstmaligen rückwirkenden Festlegung einer Invalidenrente ist den in diesem Zeitpunkt bereits eingetretenen Tatsachenänderungen (die zu einer Erhöhung, Herabsetzung oder Aufhebung des Rentenanspruchs führen können) gegebenenfalls Rechnung zu tragen. Diese rückwirkende (abgestufte und/oder befristete) Rentenzusprechung ist nach der Rechtsprechung dem Revisionsrecht nach Art. 41 IVG unterworfen, was bedeutet, dass sich rückwirkend festgelegte Invaliditätsgrade auf entsprechende Tatsachenänderungen stützen müssen (BGE 106 V 16; Meyer-Blaser, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, Zürich 1997, S. 254). Der Beschwerdeführer macht mit den im vorinstanzlichen Verfahren aufgelegten Berichten ab Mitte Dezember 2001 einen veränderten Gesundheitszustand geltend. Ab diesem Zeitpunkt traten neu progrediente Zervicobrachialgien linksseitig (radikuläres Schmerz- und Ausfallsyndrom C8 links bei Diskusprolaps HWK7/Th1 links; Bericht des Spitals X.________ vom 6. Februar 2002) auf, die möglicherweise zu einer Änderung des Invaliditätsgrades führen können. Diese Frage ist gegebenenfalls, wie die Vorinstanz zutreffend erwogen hat, im Rahmen eines Rentenrevisionverfahrens nach Art. 41 IVG zu überprüfen. Hinsichtlich des vorangegangenen Zeitraums ab Erstellung der Gutachten der Dres. med. C.________ und W.________ wird kein revisionsbegründender Sachverhalt geltend gemacht und es sind dafür auch keine Anhaltspunkte ersichtlich.