Citation: 5A_144/2023 E. 4.1

4.1. Im Zusammenhang mit dem Ehegattenunterhalt wirft der Beschwerdeführer dem Obergericht vor, es habe trotz seines Antrags den zuletzt gelebten ehelichen Standard nicht ermittelt und nicht geprüft, ob mit Blick auf diesen überhaupt Raum für Unterhalt bestehe. Dies sei willkürlich (Art. 9 BV), beinhalte eine Rechtsverweigerung (Art. 29 Abs. 1 BV) und verletze die Rechtsweggarantie (Art. 29a BV). Der letzte gemeinsame Lebensstandard müsse als Obergrenze des Unterhaltsanspruchs jedenfalls bestimmt werden. Nur wenn dieser Standard bekannt sei, könne auch eine Aussage darüber getroffen werden, ob ein Ehepartner ihn nach der Trennung erreiche. Dies könne nicht nur aufgrund der Ausschöpfung der Eigenversorgungskapazität, sondern auch der Reduktion des Bedarfs der Fall sein. Entgegen dem Obergericht sei der fragliche Lebensstandard daher nicht nur zu ermitteln, wenn sich der Überschuss zufolge Ausdehnung der Arbeitspensen der Parteien seit der Trennung erheblich vergrössert habe. Ebenfalls lasse sich eine Aussage zur Veränderung des Überschusses nur treffen, wenn dieser für die Zeit vor und nach der Trennung festgestellt und beide Zahlen in Relation zueinander gesetzt würden. Da nicht bekannt sei, ob die Beschwerdegegnerin den ehelichen Lebensstandard übertreffe, bleibe auch unklar, ob beiden Parteien die Fortführung des Lebensstandards auf derselben Stufe ermöglicht und damit der Gleichbehandlungsgrundsatz eingehalten werde. Weil weder der zuletzt gelebte eheliche Standard festgestellt sei noch die trennungsbedingten Mehrkosten bekannt seien, sei es im konkreten Einzelfall entgegen dem Obergericht nicht offensichtlich, dass die Beschwerdegegnerin diesen Standard bereits jetzt oder später bei Ausdehnung ihrer Erwerbstätigkeit nicht übertreffe. Zumal den Parteien aufgrund von trennungsbedingten Mehrkosten unbestritten nur noch weniger Mittel zur Verfügung stünden. Der massgebende Standard lasse sich auch aus den Akten nicht erschliessen. Zu diesem hätte das Obergericht sich umso mehr äussern müssen, als die Beschwerdegegnerin ihren Beschäftigungsgrad kurz vor der Trennung um 10 % reduziert habe. Indes bleibe der Grund hierfür unklar und sei nicht geklärt, ob sie aufgrund eines gemeinsamen Lebensplans erfolgt sei.