Citation: 9C_107/2015 E. 4.2.3

4.2.3. In der Tat ist weder im März 2011 noch bei Erlass der Verfügung vom 2. April 2014 eine zeitliche Begrenzung der ambulanten Psychotherapie dokumentiert. Dass die Versicherte im Zeitpunkt des zweiten Verfügungserlasses ca. drei Jahre älter und damit näher an der Vollendung des zwanzigsten Lebensjahrs (vgl. Art. 12 Abs. 1 IVG) war, hilft nicht weiter. Darin ist insbesondere keine Veränderung der relevanten (tatsächlichen) Verhältnisse zu ersehen. Dass gemäss Angaben der behandelnden Psychologin (Bericht vom 9. Mai 2014) seit Beginn der Psychotherapie im Juli 2010 wesentliche therapeutische Erfolge (grössere Flexibilität; Äussern von Bedürfnissen; Verringerung der motorischen Unruhe; Sprache) erzielt werden konnten, ändert nichts; diese betreffen die Behandlung des Leidens an sich, was gegen das Vorliegen einer medizinischen Massnahme im Sinne von Art. 12 IVG spricht (vgl. E. 3.2). Aus den Akten geht alsdann mit keinem Wort hervor, dass die Beschwerdeführerin jemals in der Lage sein wird, in einer geschützten Werkstätte einer Ausbildung/Erwerbstätigkeit nachgehen zu können. Der entsprechende Einwand der Beschwerdeführerin verfängt somit nicht. Dr. med. E.________ hielt vielmehr explizit fest, die Eltern erhofften sich von der Psychotherapie mehr Selbständigkeit der Versicherten im Alltag; eine völlige Autonomie werde aber auch später nicht möglich sein (Bericht vom 7. Februar 2014). Die Vorinstanz hat ihre Schlussfolgerung, wonach es sich bei der fraglichen Psychotherapie unverändert um eine zeitlich unbeschränkte Massnahme handle, auf die Akten gestützt und dabei die relevanten Gesichtspunkte berücksichtigt. Ihre Feststellungen können nicht als offensichtlich unrichtig oder sonst wie bundesrechtswidrig bezeichnet werden.