Citation: 7B_286/2022 E. 2.2

2.2. Vor diesem Hintergrund erweist sich der Einwand des Beschwerdeführers als begründet. Die Vorinstanz stützt den Schuldspruch ausdrücklich auf den "zur Anklage erhobenen Strafbefehl" (vgl. Art. 356 Abs. 1 StPO). Zwar ist ihr zuzustimmen, wenn sie ausführt, der Strafbefehl enthalte auch gewisse Elemente, die für eine fahrlässige Tatbegehung sprächen. So wird dem Beschwerdeführer bei der Umschreibung des Tatvorgehens vorgeworfen, nicht auf den Wechselblinker und die bevorstehende Zugdurchfahrt geachtet zu haben, was zumindest implizit eine Pflichtwidrigkeit indiziert. Anders als die vorinstanzliche Begründung glauben lassen könnte, wird ihm jedoch nicht ausdrücklich zur Last gelegt, pflichtwidrig gehandelt oder seine Vorsichtspflichten verletzt zu haben. Stattdessen wird in aller Deutlichkeit festgehalten, er habe wissentlich und willentlich und damit vorsätzlich gehandelt. Angesichts dieses eindeutigen Vorwurfs vorsätzlichen Handelns musste der Beschwerdeführer nicht davon ausgehen, sich gegen einen Fahrlässigkeitsvorwurf zur Wehr setzen zu müssen.