Citation: 5A_1035/2015 E. 3.1.1

3.1.1. Während dem Betroffenen in Bezug auf den Sachverhalt ein uneingeschränkter Anspruch auf rechtliches Gehör zusteht, ist er zur rechtlichen Würdigung eines Sachverhaltes vorgängig eines Entscheides nicht ohne Weiteres anzuhören. Nur wenn die Gegenpartei in unerwarteter Weise ihren Rechtsstandpunkt ändert oder die Behörde ihren Entscheid auf rechtliche Argumente zu stützen gedenkt, mit denen der Betroffene nicht rechnen musste, ist ihm vorab Gelegenheit zur Stellungnahme einzuräumen (BGE 128 V 272 E. 5b/bb S. S. 278; 126 I 19 E. 2c/aa S. 22).