Citation: 4A_430/2019 E. 2.5

2.5. Nachdem sich die Erwägungen der Vorinstanz als zutreffend erweisen, wonach zur Bemessung der Validenhaushaltsleistung nicht auf das vor dem ersten Unfall aufgewiesene Pensum von 100 % abzustellen ist, sondern auf die fortan eingeschränkte Arbeitsfähigkeit von 80 %, kann auch die Argumentation der Beschwerdeführerin zur fehlenden Anwendbarkeit der SAKE-Tabellen nicht verfangen. Ohnehin findet die pauschale Tatsachenbehauptung, dass die Beschwerdegegnerin unterdurchschnittlich wenig Zeit in den Haushalt investiert habe, keine Stütze in den Feststellungen des angefochtenen Entscheids. Auch kann allein aus der hohen Arbeitsbelastung der Beschwerdegegnerin als selbständige Bar-Betreiberin nicht geschlossen werden, dass sie deshalb weniger Zeit in den Haushalt investiert hätte, als eine Person mit einem "normalen" Teilzeitpensum. Jedenfalls konnte die Vorinstanz willkürfrei davon ausgehen, dass es der Beschwerdegegnerin trotz ihrer hohen Auslastung als selbständige Barbetreiberin weiterhin faktisch möglich war, ihren Haushalt sorgfältig zu führen. In den SAKE-Tabellen wird der in Frage stehende Haushalt insoweit repräsentiert, als ihnen ein Wert zu entnehmen ist für eine alleinstehende Frau im Alter der Beschwerdegegnerin, welche zu einem 50-89 %-Pensum berufstätig ist. Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin waren dem Gericht damit diejenigen Umstände bekannt, die es ihm erlaubten, die abstrakten Angaben der Stundenaufwands-Statistik (namentlich der SAKE-Tabellen) auf den konkreten Sachverhalt anzuwenden. Mithin hat das Abstellen auf Statistiken zur Folge, wie die Vorinstanz zutreffend erwog, dass ein "Soll" und nicht ein "Ist" entgolten wird; es ist methodisch falsch, die Werte über die statistisch erfassten Eckdaten hinaus anzupassen. Deshalb geht es im Rahmen der normativen Bemessungen des Haushaltsschadens einerseits nicht an, erhöhend zu berücksichtigen, dass die Beschwerdegegnerin gemäss eigenen Angaben in einer 150 m² grossen Wohnung (inklusive von ihr eigenständig bewirtschafteten Wintergartens) lebte, drei Katzen hatte, regelmässig kochte und einen überdurchschnittlichen Aufwand für Wäsche- und Kleiderpflege betrieb, da sie als Barbetreiberin grossen Wert auf ihr Äusseres legte (vgl. dazu VOLKER PRIBNOW, Haushaltsschaden: ars abstracta iuridicialis Urteile des Bundesgerichts 4A_19/2008 vom 1.4.2008 und 4A_98/2008 vom 8.5.2008, in: HAVE 3/2008, S. 241 ff.; DERS., Neue Sake-Zahlen zum Haushaltsschaden, HAVE 2/2006, SAKE 2004: Kollektives Haushaltsverständnis als statistisch erfasste allgemeine Lebenserfahrung, S. 168). Andererseits ist es bei der statistischen Erfassung des Haushaltsschaden entgegen dem Standpunkt der Beschwerdeführerin genauso unzulässig, über die Parameter der gewählten Statistik hinaus mindernd zu berücksichtigen, dass die Beschwerdegegnerin mehr Stunden in ihre Berufstätigkeit investierte, als bei einem "normalen" Vollzeit bzw. Teilzeitpensum erwartet würde. Soweit die Beschwerdeführerin eine konkretere Anpassung der statistischen Werte fordert, als von der Vorinstanz vorgenommen, vermengt sie im Ergebnis die normative und die tatsächliche Bemessung des Haushaltsschadens.