Citation: 7B_599/2023 E. 2.3.2

2.3.2. Wer durch ein rechtskräftiges Urteil beschwert ist, kann gemäss Art. 410 Abs. 1 StPO die Revision verlangen, wenn neue, vor dem Entscheid eingetretene Tatsachen oder neue Beweismittel vorliegen, die geeignet sind, einen Freispruch, eine wesentlich mildere oder wesentlich strengere Bestrafung der verurteilten Person oder eine Verurteilung der freigesprochenen Person herbeizuführen (lit. a), oder der Entscheid mit einem späteren Strafentscheid, der den gleichen Sachverhalt betrifft, in unverträglichem Widerspruch steht (lit. b). Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung beschränkt sich die Anfechtbarkeit nach Art. 410 Abs. 1 StPO auf rechtskräftige materielle Sachurteile (BGE 146 IV 185 E. 6.2; 141 IV 269 E. 2.2.2). Nicht erfasst vom Kreis der anfechtbaren Entscheide sind namentlich verfahrensleitende und verfahrenserledigende Beschlüsse und Verfügungen (Urteile 6B_1055/2020 vom 13. Juni 2022 E. 5.3.3; 6B_30/2018 vom 21. Juni 2018 E. 1.2; 6B_505/2017 vom 15. Februar 2018 E. 1.2). Darunter fallen auch Beschwerdeentscheide über Nichtanhandnahmen und Einstellungen (so die Konstellation im Urteil 6B_30/2018 vom 21. Juni 2018; vgl. auch Urteil 6B_614/2015 vom 14. März 2016 E. 2.2.2; aus der Literatur sodann Heer/Covaci, in: Basler Kommentar, 3. Aufl. 2023, N. 27 zu Art. 410 StPO; Laura Jacquemoud-Rossari, in: Commentaire romand, 2. Aufl. 2019, N. 17 zu Art. 410 StPO sowie Jositsch/Schmid, Handbuch des schweizerischen Strafprozessrechts, 4. Aufl. 2023, N. 1587, gemäss denen gegen Beschwerdeentscheide bis auf die Ausnahme nach Art. 37 Abs. 2 StBOG i.V.m. Art. 40 StBOG überhaupt keine Revision möglich sei).