Citation: 6B_795/2014 E. 2.3.3

2.3.3. Werden durch die Überwachung des Post- und Fernmeldeverkehrs andere Straftaten als die in der Überwachungsanordnung aufgeführten bekannt, so können die Erkenntnisse gegen die beschuldigte Person verwendet werden, wenn zur Verfolgung dieser Straftaten eine Überwachung hätte angeordnet werden dürfen (Art. 278 Abs. 1 StPO). Die Staatsanwaltschaft muss gemäss Art. 278 Abs. 3 StPO unverzüglich das Genehmigungsverfahren einleiten. Anders als aArt. 9 Abs. 1 BÜPF verlangt Art. 278 Abs. 3 StPO die Durchführung eines Genehmigungsverfahrens bezüglich aller Zufallsfunde, auch solcher gegen die Zielperson der Überwachung (Roland Wolter, in: Kommentierte Textausgabe zur Schweizerischen Strafprozessordnung, Goldschmid/Maurer/Sollberger [Hrsg.], 2008, S. 267; Thomas Hansjakob, Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, Donatsch/Hansjakob/Lieber [Hrsg.], 2. Aufl. 2014, N. 17 zu Art. 278 StPO; Marc Jean-Richard-dit-Bressel, in: Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, 2. Aufl. 2014, N. 3 zu Art. 278 StPO). Aufzeichnungen, die nicht als Zufallsfunde verwendet werden dürfen, sind von den Verfahrensakten gesondert aufzubewahren und nach Abschluss des Verfahrens zu vernichten (Art. 278 Abs. 4 StPO).