Citation: 8C_509/2022 E. 6.2

6.2. Was den leidensbedingten Abzug von dem auf statistischer Basis ermittelten Invalideneinkommen betrifft, erwog die Vorinstanz, mit der vom Gutachter bescheinigten 50%igen Arbeitsunfähigkeit und angesichts des offen formulierten Zumutbarkeitsprofils seien die gesundheitlichen Einschränkungen hinreichend berücksichtigt. Inwiefern sie damit offensichtlich unrichtige Feststellungen in sachverhaltlicher Hinsicht getroffen oder Bundesrecht verletzt haben sollte, ist nicht erkennbar. Praxisgemäss stellt das medizinische Anforderungs- und Belastungsprofil eine zum zeitlich zumutbaren Arbeitspensum hinzutretende qualitative oder quantitative Einschränkung der Arbeitsfähigkeit dar, wodurch in erster Linie das Spektrum der erwerblichen Tätigkeiten (weiter) eingegrenzt wird, welche unter Berücksichtigung der Fähigkeiten, Ausbildung und Berufserfahrung der versicherten Person realistischerweise noch in Frage kommen. Davon zu unterscheiden ist die Frage, ob mit Bezug auf eine konkret in Betracht fallende Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage verglichen mit einem gesunden Mitbewerber nur bei Inkaufnahme einer Lohneinbusse reale Chancen für eine Anstellung bestehen. Lediglich wenn auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt unter Berücksichtigung solcher Einschränkungen, die personen- oder arbeitsplatzbezogen sein können, kein genügend breites Spektrum an zumutbaren Verweisungstätigkeiten mehr besteht, rechtfertigt sich allenfalls ein (zusätzlicher) Abzug vom Tabellenlohn (Urteil 8C_48/2021 vom 20. Mai 2021 E. 4.3.3). Es lässt sich nicht ersehen, dass bei der gutachtlich bescheinigten Arbeitsunfähigkeit von 50 % die psychischen Beeinträchtigungen der Beschwerdeführerin nur unzureichend berücksichtigt worden wären. Dies gilt auch insoweit, als die Beschwerdeführerin geltend macht, dass mit weitergehenden Absenzen zu rechnen sei. Der massgebende ausgeglichene Arbeitsmarkt (Art. 16 ATSG) umfasst im Übrigen auch sogenannte Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und Arbeitsangebote, bei welchen Behinderte mit einem sozialen Entgegenkommen seitens des Arbeitgebers rechnen können (BGE 148 V 174 E. 9.1; Urteil 9C_134/2016 vom 12. April 2016 E. 5.3). Für den beantragten pauschalen Abzug von 10 % wegen der behinderungsbedingten Einschränkungen besteht kein Raum (BGE 148 V 174). Dass die Vorinstanz die leidensbedingten Einschränkungen nicht noch zusätzlich mit einem Abzug vom Tabellenlohn berücksichtigt hat, ist nicht zu beanstanden. Wie die Vorinstanz schliesslich unter Verweis auf die statistischen Erhebungen zutreffend festgestellt hat, wirkt sich das Teilzeitpensum (50-74 %) bei Frauen ohne Kaderfunktion statistisch sogar lohnerhöhend aus.