Citation: 9C_221/2018 E. 5.2.1

5.2.1. Administrativgutachter und Privatgutachter stellten jeweils die Diagnose einer dissoziativen Störung, gemischt (ICD-10 F44.7) sowie einer leichten depressiven Episode (ICD-10 F32.0). Sie stimmten darin überein, dass eine schwere funktionelle pseudoneurologische Symptomatik vorlag, welche nicht auf eine fassbare somatische Ursache zurückgeführt werden konnte. Eine Abweichung bestand insofern, als im Administrativgutachten ein chronisches unspezifisches multilokoläres Schmerzsyndrom und ein chronisches panvertebrales Schmerzsyndrom, im Privatgutachten dagegen eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-F45.4) mit Symptomatik der Fibromyalgie diagnostiziert wurde. Dies ändert indessen nichts am Vorliegen eines Beschwerdebildes, welches der Rechtsprechung nach BGE 141 V 281 unterliegt. Im Übrigen haben sich sowohl der Psychiater des ABI als auch der Privatgutachter bei der Einschätzung des Leistungsvermögens, d.h. der funktionellen Auswirkungen der gesundheitlichen Beeinträchtigung, an den betreffenden normativen Vorgaben orientiert.