Citation: 4A_620/2017 E. 5.3.1

5.3.1. Die Beklagten rügen weiter, die Vorinstanz habe sich nicht mit ihrem Anspruch auf (ergänzende) Beweisabnahme zur Frage der Höhe der Nachbesserungskosten auseinandergesetzt. Der Experte habe in seinem vom Gericht eingeholten Gutachten zu den Kosten der Nachbesserung ausgeführt, ein hindernisfreier Ausgang reiche aus, und er habe die Kosten dafür berechnet. Die Beklagten hätten dies kritisiert und hätten darauf beharrt, dass die Bezifferung ihrer Forderungen eine Berechnung der Kosten für die Nachbesserung derjenigen Mängel voraussetze, die sie in ihrem Begehren geltend gemacht hätten (niveauloser Übergang vom Innen- zum Aussenbereich im EG, OG und DG). Die Vorinstanz habe das Recht auf Beweis (Art. 8 ZGB), das rechtliche Gehör der Beklagten, das Willkürverbot und das Verbot des überspitzten Formalismus verletzt. Zudem habe sie unzulässige Anforderungen an die Bezifferung der Rechtsbegehren der Widerklage gestellt. Selbst wenn eine Bezifferung möglich gewesen wäre, so sei den Beklagten eine Bezifferung der Widerklagebegehren Ziffer 1.a und 1.b unzumutbar gewesen. Die Vorinstanz habe mit ihrem gegenteiligen Standpunkt Art. 85 Abs. 1 ZPO und das Verbot des überspitzten Formalismus verletzt. Die Nachbesserung von mangelhaften Bauteilen lasse sich nämlich nicht durch die Einholung einiger Offerten von "Handwerkerfirmen" organisieren. Selbst der von der Erstinstanz beauftragte Sachverständige habe in seinem Gutachten ausgeführt, die genauen Kosten müssten auf der Basis eines Sanierungsprojektes ermittelt werden. Er habe zudem ausgeführt, die Kosten für das Tiefersetzen der Terrassenbeläge könnten je nach Situation den von ihm angegebenen Betrag deutlich übersteigen. Wenn nicht einmal der mit der Kostenschätzung beauftragte Sachverständige im Rahmen seines Gutachtens die Kosten vorbehaltlos habe schätzen können, könne dies von bauunerfahrenen Parteien wie den Beklagten erst recht nicht verlangt werden. Es wäre den Beklagten zudem unzumutbar gewesen, vorgängig eine Projektplanung durchzuführen, die erfahrungsgemäss und damit notorisch mit erheblichen Kosten verbunden sei. Die Behebung der vom Experten bejahten Baumängel sei komplex, da mehrere Unternehmer (Fensterbauer, Gipser, Gartenbauer, Stahlbauer, Holzbauer, Maler, Bodenleger, Baumeister, Elektriker, Abdichtungsfachmann etc.) zusammenarbeiten müssten.