Citation: K 58/05 26.09.2007 E. 5

Zur streitigen Anrechnung einer Wartefrist von 180 Tagen an die zweite Bezugsdauer hat das kantonale Gericht erwogen, nach Gesetz (Art. 72 Abs. 5 KVG) und Rechtsprechung (BGE 127 V 88) verlängere sich bei einer Kürzung des Taggeldes wegen Überentschädigung die maximale Entschädigungsdauer bis zu dem Zeitpunkt, in welchem die versicherte Person den Taggeldbetrag erhalten habe, auf den sie ohne Überversicherung Anspruch gehabt hätte. Daraus ergebe sich im konkreten Fall die Anrechenbarkeit einer Wartefrist von 180 Tagen an den Taggeldanspruch. Die Parteien hätten ein Taggeld von Fr. 30.- nach einer Wartefrist von 180 Tagen vereinbart. Das ergebe 540 Tage zu Fr. 30.-, somit einen maximalen Gesamtanspruch von Fr. 16'200.-. Die SWICA habe dem Versicherungsnehmer während zweimal 720 Tagen abzüglich zweier Wartefristen von je 180 Tagen ein halbes Taggeld von Fr. 15.- ausbezahlt. Dies entspreche dem versicherten Gesamtanspruch von Fr. 16'200.- ([[720 x 2] - [180 x 2]] x Fr. 15.-). Für die zweite Berechnungsperiode ein halbes Taggeld für volle 720 Tage auszurichten, ergäbe einen Totalbetrag von Fr. 18'900.- (1'260 x Fr. 15.-). Dieser Betrag liege über dem Total der zwischen den Parteien abgeschlossenen Summenversicherung. Die SWICA habe daher zu Recht für die zweite Versicherungsperiode erneut die vertragliche Wartefrist von 180 Tagen zur Anwendung gebracht und lediglich 540 Taggelder zu Fr. 15.- ausbezahlt. Die vorinstanzliche Argumentation vermag aus folgenden Gründen nicht zu überzeugen. Unter dem alten Krankenversicherungsrecht nach KUVG war der Bezug reduzierter Taggelder bei bloss teilweiser Arbeitsunfähigkeit nicht geregelt. Die Gerichtspraxis statuierte daher wie im Fall der Überentschädigung eine Verlängerung der (Mindest-)Bezugsdauer von 720 Tagen und der Berechnungsperiode von 900 Tagen (BGE 98 V 84; RKUV 1989 Nr. K 823 S. 93 E. 3; vgl. auch BGE 127 V 88 E. 1b S. 90). Unter dem neuen Krankenversicherungsrecht nach KVG hingegen wird das entsprechend dem Grad der Arbeitsunfähigkeit gekürzte Taggeld ohne Verlängerung von Bezugsdauer und Berechnungsperiode (d.h. während mindestens 720 Tagen innerhalb von 900 Tagen) ausgerichtet. Als Ersatz für den teilweisen Taggeldausfall bleibt der Versicherungsschutz für die restliche Arbeitsfähigkeit erhalten (Art. 72 Abs. 4 zweiter Satz KVG; BGE 127 V 88 E. 1c S. 91; RKUV 2003 Nr. KV 236 S. 21 E. 3.2 [K 52/02]; Gebhard Eugster, Krankenversicherung, in: SBVR/Soziale Sicherheit, 2. Aufl., Rz. 1138 f. S. 788 f.). Die auf dem alten Krankenversicherungsrecht beruhende Annahme eines Leistungsdaches von Fr. 16'200.- entsprechend 540 vollen Taggeldern zu Fr. 30.- ist im dargelegten Sinne bundesrechtswidrig.