Citation: 7B_1083/2024 E. 4.5.4

4.5.4. Bei der Beurteilung der Rückfallgefahr berücksichtigt die Vorinstanz das forensisch-psychiatrische Gutachten von Dr. med. C.________ vom 17. Juni 2024. Demnach leide der Beschwerdeführer an einer dissozialen Persönlichkeitsstörung und an einem ADHS im Erwachsenenalter. Daneben bestehe eine Akzentuierung narzisstischer Persönlichkeitszüge. Seine dissoziale Persönlichkeitsstörung und sein ADHS würden individuelle bzw. klinische Risikofaktoren für zukünftige strafbare Handlungen darstellen, wobei diese Risikofaktoren sowohl kurzfristig als auch mittelfristig und langfristig bestünden. Gemäss der Gutachterin seien folgende Faktoren als ungünstig bis sehr ungünstig zu werten: Analyse der Anlasstaten, bisherige Kriminalitätsentwicklung, Persönlichkeit und vorhandene psychische Störung, Einsicht des Beschwerdeführers in seine Persönlichkeit oder seine vorhandene psychische Störung, soziale Kompetenz, persönlichkeitsspezifisches und situatives Konfliktverhalten, Auseinandersetzung mit den Taten, allgemeine und reale Therapiemöglichkeiten, Therapiebereitschaft, sozialer Empfangsraum im Hinblick auf die Prognose sowie bisheriger Verlauf nach den Anlasstaten. Hinsichtlich der Rückfallgefahr ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer mit Urteil vom 2. Juli 2019 unter anderem wegen mehrfacher, teilweiser qualifizierter Gewaltdelikte verurteilt wurde. Gemäss der Gutachterin betrifft die negative Legalprognose beim Beschwerdeführer in erster Linie Betrugsdelinquenz, darüber hinaus aber auch Gewaltdelikte, wobei primär an eher leichte Körperverletzungsdelikte in eher niedriger Frequenz zu denken sei. Somit stehen (auch) hochwertige Rechtsgüter wie die psychische Integrität auf dem Spiel, sodass den Schutzbedürfnissen der Allgemeinheit gebührend Rechnung zu tragen ist. Das prognostische Risiko muss demnach tiefer angesetzt werden, als wenn weniger hochwertige Rechtsgüter betroffen sind (vgl. oben E. 4.2.2). Von diesen Grundsätzen geht die Vorinstanz zutreffend aus. Laut der Gutachterin ist die Wahrscheinlichkeit für Delikte, die mit einer schweren Beeinträchtigung der physischen, psychischen oder sexuellen Integrität von Dritten einhergingen, beim Beschwerdeführer kurzfristig (d.h. unmittelbar, in den nächsten Tagen und wenigen Wochen) und mittelfristig (in den nächsten Monaten) als gering sowie langfristig (in den nächsten ca. fünf Jahren) gering bis allenfalls mittelgradig einzuschätzen. Die Vorinstanz geht im angefochtenen Urteil von diesen gutachterlichen Einschätzungen aus. Ein Widerspruch zum Gutachten (vgl. oben E. 4.3) liegt entgegen der Darstellung des Beschwerdeführers nicht vor. Die Vorinstanz stellt verbindlich fest (Art. 105 Abs. 1 BGG), dass aufgrund des Verhaltens des Beschwerdeführers im Strafvollzug eine Tataufarbeitung erschwert bzw. verunmöglicht worden sei. Sie nimmt zutreffend an, dass die fehlende Tataufarbeitung ein wesentliches prognoserelevantes Kriterium bildet (vgl. Urteile 7B_280/2023 vom 15. August 2023 E. 2.4.2; 6B_952/2022 vom 26. September 2022 E. 5; 6B_307/2022 vom 23. Mai 2022 E. 2.2.2). Die vorinstanzlichen Ausführungen zum angeschlagenen Gesundheitszustand des Beschwerdeführers und zu dessen Einfluss auf die Rückfallgefahr sind ebenso wenig zu beanstanden. Es ist mit ihr festzuhalten, dass es für die Begehung der Straftaten des Beschwerdeführers, wofür er mit Urteil vom 2. Juli 2019 verurteilt wurde, grundsätzlich keiner besonderen körperlichen Fitness bedarf, was auch er vor Bundesgericht nicht in Abrede stellt.