Citation: 5C.82/2001 30.10.2001 E. 2

2.- a) Der Beklagte verneint die Wegenot des Grundstückes Nr. 463. Dieses grenze unmittelbar an eine öffentliche Strasse, welche von der Eigentümerin ohne Beanspruchung eines Fremdgrundstückes über ihren eigenen Boden erreicht werden könne. Zudem sei die Erschliessung von Bauland mit den Instrumenten des öffentlichen Rechts vorzunehmen. Das Institut des Notwegrechts diene keinesfalls dazu, allfällige Versäumnisse im Quartierplanverfahren zu beheben. Schliesslich widerspreche die konkrete räumliche Festlegung des Notwegrechts dem Grundsatz der Verhältnismässigkeit, da die allfälligen Bedürfnisse des berechtigten Grundstückes im Vergleich zur gewerblichen Nutzung des belasteten Grundstückes zu stark gewichtet werden. b) Der Beklagte anerkennt, dass es sich beim Grundstück Nr. 465 um eine gefangene Parzelle handle. Indes habe der Eigentümer zuerst die Möglichkeiten des Quartierplanverfahrens auszuschöpfen, welche dem zivilrechtlichen Notwegrecht vorgingen. Wollte man hier eine Wegenot bejahen, so hätte sich der Anspruch gegen das Nachbargrundstück Nr. 467 zu richten, über welches das Grundstück Nr. 465 vor der Parzellierung anfangs der 60er-Jahre einen direkten Zugang zur öffentlichen Strasse hatte. Die Einwände der Vorinstanz zu dieser Variante seien aus planungsrechtlicher Sicht unverständlich. Ihr Hinweis, dass der Schopf auf dem Grundstück Nr. 465 seit jeher auf den bestehenden Fahrweg ausgerichtet war, erweise sich als widersprüchlich. Aktenwidrig sei zudem die vorinstanzliche Feststellung, dass vom Grundstück Nr. 465 je eine Verbindung über das Grundstück Nr. 467 zum Grundstück Nr. 466 bzw. die Strasse Y.________ geführt hätte.