Citation: C 289/00 30.07.2001 E. 2

2.- Streitig ist einzig die Frage, ob die Arbeitslosenkasse gestützt auf Art. 24 Abs. 3 AVIG berechtigt sei, die vom Beschwerdegegner aus selbstständiger Erwerbstätigkeit tatsächlich erzielten Einkünfte auf einen hypothetischen Betrag aufzurechnen. a) Die Vorinstanz erwog, die Arbeitslosenkasse habe den anzurechnenden Zwischenverdienst aus selbstständiger Erwerbstätigkeit zu Unrecht nach Massgabe eines fiktiven - gestützt auf den orts- und branchenüblichen Lohn von unselbstständigem Verkaufspersonal ermittelten - Umsatzes während der vom Versicherten in den Erhebungsbogen der Arbeitslosenversicherung angegebenen Arbeitszeit von wöchentlich 54 Stunden festgesetzt. Diese Vorgehensweise trage den konkreten Gegebenheiten nicht Rechnung. Namentlich werde verkannt, dass Faktoren wie Aufwand, Risiko und Präsenzzeit bei Selbstständigerwerbenden anders zu gewichten seien als bei Angestellten und es dementsprechend durchaus möglich sei, dass etwa ein Kleinhandwerker oder Einzelhändler (bei gleicher Präsenzzeit am Arbeitsplatz) ein bedeutend kleineres Einkommen erwirtschafte als ein in der gleichen Branche Angestellter. Die Arbeitslosenkasse lege in keiner Weise dar, wie der Versicherte das angenommene Einkommen von Fr. 3500.- faktisch überhaupt erzielen könnte. Indem ungeachtet des realistischerweise erreichbaren Umsatzes und des hiefür erforderlichen Arbeitsaufwandes ein Zwischenverdienst in hypothetischer Höhe angerechnet werde, wirke sich die Wahrnehmung der Schadenminderungspflicht für den Versicherten nachteilig aus, ja zwinge ihn mitunter gar zur Aufgabe seiner selbstständigen Zwischenverdiensttätigkeit, um aufgrund der ausgerichteten Taggelder ein existenzsicherndes Einkommen zu erzielen. Dies aber könne nicht Sinn und Zweck der Regelung von Art. 24 Abs. 3 AVIG sein. b) Hiegegen wendet die Beschwerdeführerin im Wesentlichen ein, die von der Vorinstanz vertretene Auffassung führe im Ergebnis zu einer unzulässigen Umgehung der Zwischenverdienstregelung von Art. 24 Abs. 3 AVIG. Es gehe nicht an, unter Berufung auf die Schadenminderungspflicht ein "noch so inferiores" tatsächliches Einkommen als Zwischenverdienst anzurechnen; verdiene ein Versicherter weniger als es dem orts- und branchenüblichen Ansatz entspreche, könne er sich nach der vom Gesetzgeber vorgesehenen Konzeption den mit der Anwendung von Art. 24 Abs. 3 AVIG verbundenen Folgen nur dadurch entziehen, dass er von der entsprechenden Tätigkeit absehe. Es sei nicht ersichtlich, weshalb die Aufrechnung auf ein orts- und branchenübliches Einkommen gemäss Art. 24 Abs. 3 AVIG vorliegend unzulässig sei, während sie dann, wenn der gleiche tatsächliche Verdienst im Rahmen eines Angestelltenverhältnisses erarbeitet worden wäre, unbestrittenermassen geboten wäre.