Citation: 9C_218/2018 E. 4.2.2

4.2.2. Die Beschwerdegegnerin wurde während vier Monaten (23. April bis 23. August 2015) an 32 Tagen überwacht. Teilweise wurde ein Standort während des ganzen Tages observiert (mehrfach von 6.30 bis 23.00 Uhr oder von 8.00 bis 24.00 Uhr). Diese langen Einsatzzeiten sind, wie die Beschwerdeführerin darlegt und anhand des Observationsberichts auch nachvollziehbar ist, darauf zurückzuführen, dass die Beschwerdegegnerin - abgesehen von einigen wenigen Überwachungen während eines kurzen Zeitrahmens - mittels einer Standkamera beobachtet wurde. Dies erklärt auch, weshalb der Beschwerdegegnerin nach Verlassen des Clubhauses des FC XY.________ nie gefolgt wurde und trotz der zeitlich umfangreichen Überwachung lediglich ein relativ geringer Einblick in die Alltagsgestaltung der Beschwerdegegnerin entsteht. Die Observation zeigt sehr alltägliche Verrichtungen und Handlungen. Namentlich geht daraus hervor, wann die Beschwerdegegnerin sich auf dem Areal des FC XY.________ aufhielt und welche Tätigkeiten sie dort verrichtete. Vorgänge, die einen engen Bezug zur Privatsphäre aufweisen, wurden hingegen nicht aufgezeichnet. Die Überwachung erfolgt somit zwar zielgerichtet, aber nicht andauernd, sondern lediglich punktuell (im Wesentlichen zu den Aktivitäten der Beschwerdegegnerin im Clubhaus des FC XY.________). Mit einer solchen Überwachung über einen längeren Zeitraum kann festgestellt werden, ob eine versicherte Person gewisse Tätigkeiten regelmässig verübt. Damit wird auch den Interessen der versicherten Person Rechnung getragen, indem verhindert wird, dass aufgrund einer Momentaufnahme (z.B. gute Tagesverfassung) ein falscher Eindruck entsteht. Solche Erkenntnisse sind im Rahmen einer Begutachtung relevant. Vor diesem Hintergrund und im Hinblick auf die effektive Intensität der Überwachung ist die durchgeführte Observation als noch verhältnismässig zu bewerten. Im Übrigen kann auch auf die Ausführungen der Versicherten im vorinstanzlichen Verfahren verwiesen werden, wonach die Überwachung kaum Erwähnenswertes aufgezeigt habe und zeitlich beschränkt gewesen sei. Soweit sie nun letztinstanzlich abweichend davon vorbringt, es liege eine systematische Überwachung vor, kann ihr nicht gefolgt werden.