Citation: 4A_388/2021 E. 6.2

6.2. Die Beschwerdeführerin moniert auch diesbezüglich eine Verletzung der Begründungspflicht, da die Vorinstanz die von ihr offerierten Beweise nicht abgenommen und dies nicht begründet habe. Diese Rüge verfängt nicht. Wie in E. 5.3.2 hiervor ausgeführt, betrafen einzig folgende Beweisofferten die vorliegend zu beurteilende Zeit von Juli bis September 2018: Der Bericht des MZL vom 26. März 2018, die Arbeitsunfähigkeitszeugnisse des MZL vom 7. Mai, 6. Juni und 9. Juli 2018, die Befragung von Dr. med. F.________ und Dr. phil. G.________ als sachverständige Zeuginnen, die Befragung oder Parteiaussage der Beschwerdeführerin sowie ein Gerichtsgutachten. In E. 3 ihres Entscheids führte die Vorinstanz die von der Beschwerdeführerin offerierten Urkunden chronologisch auf und gab deren Inhalt wieder. Darunter finden sich auch die angeblich unberücksichtigt gebliebenen Berichte und Arbeitsunfähigkeitszeugnisse des MZL. Aus der dortigen - mangels hinreichender Rüge für das Bundesgericht verbindlichen - Darstellung der Vorinstanz ergibt sich, dass der Beschwerdeführerin im Bericht vom 26. März 2018 lediglich für den Mai und den Juni 2018 eine Arbeitsunfähigkeit attestiert wurde, nicht jedoch für die vorliegend interessierende Periode ab Juli 2018. Insofern war dieser Bericht nicht tauglich, um eine Arbeitsunfähigkeit ab Juli 2018 zu beweisen. Dass die Vorinstanz auf dieses Beweismittel nicht weiter einging, ist demnach als antizipierte Beweiswürdigung (wegen Beweisuntauglichkeit) zu verstehen. Nämliches trifft auf die Arbeitsunfähigkeitszeugnisse vom 7. Mai und 6. Juni zu. Von den erwähnten Urkunden war einzig das Zeugnis vom 9. Juli 2018 beweistauglich, um eine Arbeitsunfähigkeit in der Zeit zwischen Juli und September 2018 zu belegen. In Anbetracht dessen, dass die Vorinstanz dieses Zeugnis in E. 3 explizit als Beweismittel aufführte, ist ihre Aussage, wonach es weder Hinweise oder gar Belege für eine höhere Arbeitsunfähigkeit als 50 % im Juli 2018 gebe (vgl. E. 6.1 hiervor), dahingehend zu verstehen, dass sie diesem nicht die Beweiskraft zugestand, um eine höhere Arbeitsunfähigkeit zu belegen, womit eine sachgerechte Anfechtung möglich war. Auf diese Beweiswürdigung ist nachfolgend in E. 6.3.2 zurückzukommen. Dass die Vorinstanz auf die Befragung von Dr. med. F.________, Dr. phil. G.________ und der Beschwerdeführerin verzichtete und auch kein Gerichtsgutachten einholte, muss aufgrund der obigen Ausführungen - auch ohne ausdrückliche Erwähnung in der Urteilsbegründung - als antizipierte Beweiswürdigung verstanden werden. Folglich ist auch bezüglich die Periode von Juli bis September 2018 keine Verletzung der Begründungspflicht auszumachen.