Citation: 6B_1194/2017 E. 1.5.1

1.5.1. Die Vorinstanz geht bei der Strafzumessung zutreffend von einer vollendeten schweren Körperverletzung zum Nachteil der ersten Zwillingstochter als schwerstem Delikt aus. Das objektive Tatverschulden bezeichnet sie als mittelschwer. Sie berücksichtigt die unmittelbar nach der Tat vorhandenen Verletzungen (Unterblutung der Zungenspitze, Othämatom, Brüche zweier Rippen und des Schlüsselbeins, schweres Schädel-Hirn-Trauma mit Hirnverletzung und konsekutiver Schwellung des Gehirns), die medizinischen Eingriffe (mehrere Operationen zur Ableitung der Hirnflüssigkeit) sowie die langfristigen Tatfolgen (armbetonte spastische rechtsseitige Lähmung infolge der Hirnverletzungen wahrscheinlich geringgradiger Ausprägung, erforderliche vermehrte Arztkontrollen, erhöhtes Risiko von Epilepsie, unbekannte Auswirkungen auf die kognitive Entwicklung und die Psyche des Kindes). Die Vorinstanz orientiert sich in korrekter Weise nicht bloss am Ausmass der Verletzungen, sondern auch am konkreten Tathergang. Es war nicht bei einer kurzen Gewaltepisode geblieben. Vielmehr habe der Beschwerdegegner während rund sechs Stunden wiederholt die Beherrschung verloren. Er habe seine wehrlose Tochter achtlos wie einen Gegenstand herumgeworfen, sie im Sekundentakt ruckartig aus dem Stubenwagen gerissen und wieder dorthin zurückfallen lassen und sie unzählige Male an Brustkorb und Unterschenkel gepackt. Die Gewalteinwirkung auf den Oberkörper des Säuglings sei massiv gewesen, denn selbst bei kräftiger Einwirkung auf den Oberkörper eines Kindes würden nach dem Gutachten in der Regel keine Rippenbrüche auftreten. Es ist nach den vorinstanzlichen Erwägungen einzig glücklichen Umständen zu verdanken, dass das brutale Vorgehen keine (noch) schwerwiegenderen Konsequenzen hatte. Auslöser sei das altersgemässe Verhalten der Zwillingstöchter gewesen, welche immer wieder aufwachten, schrien und sich nicht beruhigen liessen. Es handelt sich um schwere, aber nicht schwerste Verletzungen im Sinne des Tatbestands. Es ist insoweit gerechtfertigt, ein mittelschweres Tatverschulden anzunehmen.