Citation: 5A_85/2021 E. 6.2

6.2. Der Anspruch auf rechtliches Gehör ist formeller Natur, sodass seine Verletzung ungeachtet der materiellen Begründetheit des Rechtsmittels in der Regel zur Gutheissung der Beschwerde und zur Aufhebung des angefochtenen Entscheids führt (BGE 142 II 218 E. 2.8.1). Dennoch stellt die Wahrung des rechtlichen Gehörs keinen Selbstzweck dar. Insbesondere kann trotz Vorliegens einer Gehörsverletzung von einer Aufhebung des angefochtenen Entscheids abgesehen werden, wenn nicht ersichtlich ist, inwiefern das verfassungskonform durchgeführte Verfahren zu einem anderen Ergebnis geführt hätte (BGE 143 IV 380 E. 1.4.1). Entsprechend wird für eine erfolgreiche Rüge der Gehörsverletzung grundsätzlich vorausgesetzt, dass in der Begründung des Rechtsmittels auf die Erheblichkeit der angeblichen Verfassungsverletzung eingegangen wird (ausführlich Urteil 4A_453/2016 vom 16. Februar 2017 E. 4.2.3 mit zahlreichen Hinweisen; vgl. weiter etwa Urteile 4A_241/2020 vom 9. September 2020 E. 3.6; 5A_923/2018 vom 6. Mai 2019 E. 4.2.1; 5A_561/2018 vom 14. Dezember 2018 E. 2.3). Dem kommt der Beschwerdeführer nicht nach: Er verweist zwar nachvollziehbar darauf, dass ein Fehler in der Erstellung des Gutachtens sich auf dessen Ergebnis auswirkt. Auch hat das Kantonsgericht das Gutachten verschiedentlich als Entscheidgrundlage beigezogen. Dies allein besagt freilich nicht, dass der Verfahrensausgang durch die Gutheissung des streitbetroffenen Beweisantrags beeinflusst worden wäre. Der Beschwerdeführer setzt sich denn auch nicht mit der Überlegung der Vorinstanz auseinander, wonach die Obhutszuteilung das Resultat einer Abwägung verschiedener Faktoren, darunter des Kindeswillens, sei und auch deshalb nicht ersichtlich sei, was die beantragte Edition der Videoaufnahmen bewirken solle. Die Beschwerde ist damit insoweit ungenügend begründet.