Citation: 8C_462/2015 E. 3.2

3.2. Die Beschwerdeführerin wendet ein, das kantonale Gericht habe das Ereignis verharmlost. Es sei zu berücksichtigen, dass sie frühmorgens durch ein absolutes Horrorszenario geweckt worden sei, in stickigem Rauch und umgeben von lodernden Flammen. Ohne die externen Rettungskräfte hätte sie keine Chance gehabt, das schreckliche Ereignis zu überleben. Sie sei den Flammen und dem Rauch dermassen ausgeliefert gewesen, dass sie der Überzeugung gewesen sei, sie werde bei lebendigem Leib verbrennen - keine Sekunde habe sie Gewissheit gehabt, dass sie rechtzeitig gerettet werde. Bei der Rettung aus dem dritten Obergeschoss habe sich die Westseite des Objektes im Vollbrand befunden und beinahe das ganze Haus sei mit Rauch gefüllt gewesen. Entgegen der Ansicht der Versicherten stellt die Vorinstanz eine gewisse Eindrücklichkeit des Ereignisses nicht in Frage. D ie Beschwerdeführerin weist jedoch selber darauf hin, dass die Feuerwehr schnell vor Ort gewesen sei. Sie bestreitet nicht, dass sie erst durch die Rufe der Menschen geweckt worden war und - unmittelbar nach dem Aufwachen - das Feuerwehrpersonal durch das Fenster sehen konnte. Es ist nachvollziehbar, dass sie den Hausbrand und ihre Situation in jenem Moment der Ungewissheit über das Gelingen der Rettung subjektiv als bedrohlich empfand. Das Aufwachen in einem brennenden Haus mit unmittelbar darauf folgender professioneller Rettung durch die Feuerwehr war mit Blick auf die gesamten Umstände nach der hier massgebenden allgemeinen Adäquanzformel (vgl. E. 2 hiervor) - unter Berücksichtigung einer "weiten Bandbreite" von Versicherten - durchaus geeignet, eine vorübergehende psychische Störung mit der Folge einer Beeinträchtigung der geistigen Gesundheit zu verursachen. Es ist der Beschwerdeführerin beizupflichten, dass von einem Schreckereignis auszugehen ist. Die SUVA hat denn auch zunächst Versicherungsleistungen erbracht und diese erst auf den 30. September 2013, somit über acht Jahre nach dem Hausbrand, eingestellt. Verglichen mit ähnlichen Geschehnissen muss dem Trauma, welches die Versicherte am 13. Juli 2005 erlebte, jedoch gemessen an der allgemeinen Lebenserfahrung die Eignung abgesprochen werden, auch nach mehr als acht Jahren noch eine anhaltende Erwerbsunfähigkeit zu verursachen (vgl. BGE 129 V 177 E. 4.3 S. 185; Urteil 8C_469/2014 vom 4. August 2015 E. 6). Die psychische Störung und die lang andauernde Erwerbsunfähigkeit können daher nicht mehr in einem weiten Sinne als angemessene und einigermassen typische Reaktion auf das Schreckereignis bezeichnet werden. Damit hat die Vorinstanz den adäquaten Kausalzusammenhang zwischen Ereignis und psychischen Beschwerden für die in Frage stehende Zeit im Ergebnis zu Recht verneint. Soweit die Versicherte geltend macht, das Gutachten des Dr. med. D.________ sei "weitestgehend durch die damals noch geltende Überwindbarkeitspraxis des Bundesgerichtes geprägt", ist sie darauf hinzuweisen, dass die Adäquanzbeurteilung nicht medizinischer, sondern rechtlicher Natur ist (BGE 134 V 109 E. 6.2.1 S. 117). Schliesslich kann sie auch aus dem Hinweis auf das in SVR 2008 UV Nr. 7 S. 22, U 548/06, publizierte Urteil des Bundesgerichts zur Adäquanz bei psychischer Schädigung nach einem Seebeben nichts zu ihren Gunsten ableiten. Denn anders als dort war für die Beschwerdeführerin in dem Zeitpunkt, als sie sich nach dem Aufwachen der Gefahr gewahr wurde, in welcher sie sich befand, Hilfe bereits in Sicht, um nur einen der relevanten Unterschiede zwischen den beiden Konstellationen zu nennen. Es bleibt demzufolge bei der vorinstanzlich bestätigten Leistungseinstellung.