Citation: 4A_228/2018 E. 3.3.2

3.3.2. Die Vorinstanz stellte fest, es sei im Gutachten zwar die Schlussfolgerung gezogen worden, die Entwicklung des Gesundheitszustands sei im Sommer 2000 nicht vorherzusehen gewesen. In Ziffer 6.1.4 des Gutachtens, auf welche die - absolut formulierte - Schlussfolgerung verweise, werde jedoch relativierend ausgeführt, dass sich "der Verlauf einer posttraumatischen Belastungsstörung nicht mit Sicherheit vorhersagen" lasse, und es "in den Akten der 90-er Jahre [...] keine deutlichen Hinweise auf die spätere Verschlechterung des Gesundheitszustandes" gegeben habe. Das Gutachten verwende den Begriff der "Unvorhersehbarkeit" somit nicht im Sinne einer absoluten Unvorhersehbarkeit, sondern im Sinne einer unerwarteten, da von den positiven Behandlungsergebnissen abweichenden Entwicklung. Dem Gutachten lasse sich mit anderen Worten lediglich entnehmen, eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes hätte mit Blick auf die damaligen positiven Behandlungsergebnisse nicht dem zu erwartenden Verlauf entsprochen. Dass die Parteien aber einen negativen Verlauf hätten ausschliessen und den Eintritt der günstigen Prognose als sicher betrachten können, lasse sich dem Gutachten nicht entnehmen.