Citation: U 181/06 21.06.2007 E. 3

Das Röntgeninstitut Z.________ schloss am 24. Mai 2002 auf eine initiale Rhizarthrose rechts ohne Nachweis sonstiger degenerativer Veränderungen im Bereich des Handskelettes und der Handwurzel. Die radiologische Voruntersuchung vom 12. November 2001 stehe leider nicht für Vergleichszwecke zur Verfügung. Am 25. Februar 2003 hielt das Röntgeninstitut intakte ossäre Strukturen im Bereich des rechten Handgelenks fest. Die proximale Handwurzel sei normal konfiguriert. Das Sattelgelenk zeige schwere arthrotische Sekundärveränderungen mit Randwulstbildungen. Am meisten falle die Stellung des Trapeziums zum Trapezoideum sowie eine Asymmetrie des Gelenkspaltes des Scaphoids zum Capitatum auf. Möglicherweise bestehe hier eine alte Subluxation. Das Spital X.________ diagnostizierte am 14. April 2003 eine Rhizarthrose rechts. Es bestehe eine deutliche Druckdolenz über dem Daumensattelgelenk sowie in der Tabatière. Die periphere DMS sei intakt. Die Röntgenaufnahmen ergäben eine fortgeschrittene subluxierte Rhizarthrose rechts. Dr. med. F.________ berichtete am 9. Mai 2003, die Versicherte habe vor rund zwei Jahren einen Arbeitsunfall erlitten. Dabei sei ihr eine volle Konservendose aus einem über ihr hängenden Regal auf die rechte Hand gefallen. Zunächst habe sie dem Vorfall wenig Bedeutung beigemessen. Im weiteren Verlauf seien protrahierte Schmerzen aufgetreten, die zunächst nicht in Zusammenhang mit dem Ereignis gesehen worden seien. Nach radiologischer Abklärung bestehe aber kein Zweifel, dass die Schmerzen eine Unfallfolge seien. Das Spital X.________ hielt am 16. Mai 2003 nach durchgeführter Resektions-Interpositions-Arthroplastik nach Epping am 9. Mai 2003 im Wesentlichen dasselbe wie am 14. April 2003 fest. Am 2. Juni 2006 ergab das Röntgen eine komplette Entfernung des Trapeziums mit guter Stellung der MC I-Basis. Im Bericht vom 4. Juni 2003 gab Dr. med. F.________ als Unfalldatum ca. April 2001 und als Erstbehandlung den 12. Februar 2003 an. Der Versicherten sei eine gefüllte Dose aus hohem Regal aufs rechte Handgelenk gefallen. Er diagnostizierte eine subluxierte Rhizarthrose. Das Spital X.________ gab am 16. September 2003 an, die aktuelle Röntgendiagnostik zeige eine komplette Entfernung des Trapeziums mit guter, das heisse akzeptabler Stellung der MC I-Basis. Am 8. Dezember 2003 nahm es eine Narbenneuromrevision vor. Dr. med. M.________ kam in seinem Gutachten vom 7. Juli 2004 zum Schluss, die gesundheitlichen Störungen gingen möglicherweise auf das Ereignis von Ende Juni 2001 zurück. Das Fehlen eines genauen Unfalldatums, der erste Arztbesuch 1 ½ Jahre nach dem Ereignis sowie die Diagnose des Spitals X.________ ohne Erwähnen eines Traumas liessen lediglich ein "möglicherweise" zu. Die Versicherte habe offensichtlich schon vor dem Vorfall an einer Rhizarthrose gelitten, welche durch das Ereignis traumatisiert und klinisch manifest geworden sei. Auch ohne den Vorfall sei zu erwarten gewesen, dass die vorbestehende Rhizarthrose bei manuell relativ anstrengender Tätigkeit im Service klinisch manifest geworden wäre. Zudem sei bei der Rhizarthrose typisch, dass die Basis der Grundphalanx gegenüber dem Trapezium in Subluxationsstellung stehe. Die Subluxationsstellung sei also nicht als Unfallfolge zu sehen, sondern als typischer Zustand bei fortgeschrittener Rhizarthrose. Am 20. August 2004 machte Dr. med. F.________ geltend, ob eine vorbestehende Rhizarthrose zu Grunde liege, lasse sich mangels vorbestehender Röntgenbilder nicht feststellen. Dr. med. M.________ hielt am 4. November 2004 an seinem Gutachten fest. Es könne sich nicht um ein schweres Trauma gehandelt haben, da die Versicherte keinen Arzt aufgesucht habe. Bei einem schweren Trauma hätte sie sich z.B. eine Fraktur der Basis von Metacarpale I zuziehen können. Eine solche Basisfraktur hätte jedoch solche Schmerzen bereitet, dass sie viel früher einen Arzt aufgesucht hätte. Besonders Frakturen an der Daumenbasis bedürften in der überwiegenden Mehrzahl der Fälle einer Operation. Bei der Versicherten sei ein solches Trauma weder beschrieben noch dokumentiert, weshalb die Annahme einer vorbestehenden Rhizarthrose postuliert werden müsse, welche vorübergehend verschlimmert worden sei. Dr. med. F.________ sei beizupflichten, dass mangels früherer Röntgenbilder eine vorbestehende Arthrose nicht festgestellt werden könne. Ebenso wenig gebe es aber Röntgenbilder unmittelbar nach dem Ereignis, welche eine Luxation oder Fraktur objektivieren würden. Es sei typisch, dass Rhizarthrosen, auch schweren Grades, lange Zeit stumm sein und dann durch ein Bagatelltrauma aktiviert und klinisch manifest werden könnten. Dr. med. F.________ ergänzte am 21. Oktober 2005 das Unfallgeschehen dahingehend, die Versicherte sei von einer grossen mit Ananas gefüllten und rund 3 ½ kg schweren Dose getroffen worden. Angesichts dieses Gewichts müsse mit erheblichen Verletzungen im Bereich des Handgelenks gerechnet werden, sodass die Beschwerden der Versicherten als Unfallfolge zu interpretieren seien.