Citation: 8C_735/2022 E. 6.1

6.1. Zusammenfassend erscheint die gutachterlich erhobene Befundlage, namentlich auch die psychiatrische, abgesehen von den ausgeweiteten Schmerzen am Bewegungsapparat und den Schlafstörungen, nach dem soeben Dargelegten wohl nicht sehr auffällig. Auch wenn die gutachterlichen Schlussfolgerungen dementsprechend eher knapp ausfallen dürfen, ändert dies nichts daran, dass die Diagnosen und Beurteilungen im Gutachten nachvollziehbar und klar begründet sein müssen. Bei diagnoseinhärentem Bezug zum Schweregrad muss, unabhängig von der klassifikatorischen Einordnung einer Krankheit, aufgezeigt werden, warum nur eine leichte Ausprägung vorliegt und zudem eine verlässliche Aussage über das Ausmass der mit dem Gesundheitsschaden korrelierenden funktionellen Leistungseinbusse getroffen werden (vgl. (BGE 148 V 49 E. 6.2.2; 143 V 409 E. 4.5.2). Insbesondere interessiert dies auch dort, wo im Verlauf anderslautende ärztliche Auffassungen vorliegen. Dementsprechend stellt rechtsprechungsgemäss das Fehlen einer angemessenen, nachvollziehbaren Auseinandersetzung mit den abweichenden Meinungen anderer medizinischer Fachpersonen ein Indiz gegen die Zuverlässigkeit der Expertise dar (vgl. BGE 137 V 210 E. 6.2.4; 135 V 465 E. 4.4; Urteile 9C_288/2020 vom 10. März 2021 E. 3.4; 9C_603/2020 vom 3. Februar 2021 E. 3.2 und 9C_383/2017 vom 11. Oktober 2017 E. 6.3).