Citation: 4C.131/2000 24.04.2001 E. 4

4.- a) Die Beklagte wirft dem Kantonsgericht sodann vor, es habe Art. 8 ZGB verletzt, indem es ihr im Zusammenhang mit den Barbezügen der Klägerin von Fr. 29'900.- zu Unrecht die Beweislast für den Gegenbeweis auferlegt sowie über rechtserhebliche Tatsachen nicht Beweis erhoben habe. b) Wer eine Forderung aus Vertrag geltend macht, hat alle Sachumstände nachzuweisen, welche das Zustandekommen des Vertrags und den Inhalt der Schuld betreffen (BGE 125 III 78 E. 3b; Kummer, Berner Kommentar, N 248 ff. zu Art. 8 ZGB). Demgegenüber obliegt der Beweis der quantitativ und qualitativ richtigen Erfüllung dem Schuldner (BGE 125 III 78 E. 3b; 111 II 263 E. 1b; Weber, Berner Kommentar, N 315 zu Art. 97 OR; Kummer, a.a.O., N 161 zu Art. 8 ZGB). Nur wenn erwiesen ist, dass der Gläubiger eine als Erfüllung angebotene Leistung vorbehaltlos entgegengenommen hat und erst nachträglich behauptet, es handle sich um eine nicht gehörige Erfüllung, kehrt sich die Beweislast um und der Gläubiger hat die nicht gehörige Erfüllung nachzuweisen (Weber, a.a.O., N 320 zu Art. 97 OR). Das Kantonsgericht hat deshalb richtigerweise der Beklagten die Beweislast für die Behauptung auferlegt, dass es sich bei den von der Klägerin unbestrittenermassen im Verlauf der Jahre vom Geschäftskonto insgesamt abgehobenen Fr. 29'900.-- um Lohn gehandelt habe. Wenn es diesen Beweis der Beklagten als nicht erbracht angesehen hat, liegt ein Beweisergebnis vor, was Art. 8 ZGB gegenstandslos werden lässt (BGE 119 II 114 E. 4c; 118 II 142 E. 3a). Was die Beklagte dagegen vorbringt, ist abermals eine unzulässige Kritik an der Beweiswürdigung der Vorinstanz.