Citation: 1C_315/2014 E. 2.1

2.1. Nach Art. 25 Abs. 1 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 31. August 2006 (VRG/GR; BR 370.100) kann die Verwaltungsbehörde einen rechtskräftigen Entscheid von Amtes wegen oder auf Gesuch hin ändern oder aufheben, wenn sich die Sach- oder Rechtslage gegenüber der ursprünglichen Entscheidungsgrundlage geändert hat (lit. a) und - kumulativ - nicht überwiegende öffentliche oder private Interessen dem Widerruf entgegenstehen (lit. b). Die Grenzabstände sind im kommunalen Baugesetz geregelt. Die Parzelle Gbbl. Nr. 930 des Beschwerdeführers befindet sich in der Dorfzone 2. Gemäss Art. 20 des Baugesetzes der Gemeinde Cazis von 1994 (BauG/Cazis 1994) gilt in der Dorfzone 2 ein kleiner Grenzabstand von 2,5 m und ein grosser Grenzabstand von 4 m. Art. 44 BauG/Cazis 1994 bestimmt, dass der grosse Grenzabstand von der Hauptfassade, die kleinen Grenzabstände von den übrigen Fassaden einzuhalten sind; als Hauptfassade gilt in der Regel die nach Süden oder Westen gerichtete Gebäudeseite. Nach Art. 14 des Baugesetzes von 2009 (BauG/Cazis 2009), welches das BauG/Cazis 1994 ersetzt hat, gilt in der Dorfzone 2 generell ein Grenzabstand von 2,5 m. Das BauG/Cazis 2009 wurde am 15. Dezember 2009 von der Gemeindeversammlung beschlossen, und am 24. August 2010 von der Kantonsregierung genehmigt. Es ist in der Zwischenzeit durch das Baugesetz von 2012 ersetzt worden (BauG/Cazis 2012; von der Gemeindeversammlung beschlossen am 13. Dezember 2012; von der Kantonsregierung genehmigt am 18. März 2014). Auch nach geltendem Recht beträgt der Grenzabstand in der Dorfzone 2 generell 2,5 m (vgl. Art. 9 BauG/Cazis 2012).