Citation: 7B_458/2023 E. 4.5.2

4.5.2. Die Vorinstanz schenkt den Aussagen des Beschwerdeführers und des Privatklägers keinen Glauben, weil beide aufgrund des Verkehrsunfalls in ein Strafverfahren involviert seien und nach ihrer Auffassung versucht hätten, mit ihren Aussagen den Vorfall zu beschönigen. So geben nach der Auffassung der Vorinstanz beide in den Unfall Involvierten an, sie hätten den jeweils anderen Verkehrsteilnehmer nicht bzw. erst unmittelbar vor der Kollision gesehen, was gemäss der zutreffenden Würdigung der Vorinstanz Fragen hinsichtlich der dem Strassenverkehr gewidmeten Aufmerksamkeit aufwirft, zumal sie sich aufgrund der örtlichen Verhältnisse (gerade, übersichtliche Strecke) beide rechtzeitig hätten sehen müssen. In diesem Zusammenhang erachtet die Vorinstanz die Schätzungen des Beschwerdeführers zur angeblich hohen Geschwindigkeit des Privatklägers (40-50 km/h) in zutreffender Weise nicht als plausibel, weil der Beschwerdeführer zur Geschwindigkeit des Privatklägers keine eigenen Wahrnehmungen gemacht habe und er diesen bis zur Kollision nicht wahrgenommen haben will. Zudem sei der Privatkläger kein Elektrofahrrad, sondern ein konventionelles Fahrrad gefahren und habe der Zeuge C.________ ausgesagt, der Privatkläger sei mit normaler Geschwindigkeit gefahren. Aus demselben Grund (d.h. mangels eigener Wahrnehmung) durfte die Vorinstanz dem Beschwerdeführer auch ein Wissen zu den mutmasslichen Absichten des Privatklägers (u.a. zur Frage, ob er das Auto noch umfahren wollte) und zu einem möglichen Bremsmanöver absprechen, ohne dabei in Willkür zu verfallen..