Citation: 4A_294/2020 E. 3.3.3

3.3.3. Die Beschwerdeführerin moniert weiter, die Vorinstanz verneine die faktische Organschaft mit der generell-abstrakten Erwägung, dass es in der Schweiz keine allgemeine Organschaft kraft Entsenden gebe. Dafür stütze sie sich fast ausnahmslos auf Lehrmeinungen zu Art. 707 Abs. 3 OR, der jedoch die hier nicht vorliegende Konstellation der Entsendung eines Vertreters einer juristischen Person betreffe, welche Aktionärin sei. Diese abstrakte Begründung entspreche fast wörtlich einer Passage der Dissertation des - mit diesem Verfahren nicht befassten - Vizepräsidenten der Vorinstanz (MEINRAD VETTER, Der verantwortlichkeitsrechtliche Organbegriff gemäss Art. 754 Abs. 1 OR, 2007, S. 207). Der Kontext seiner Aussage entziehe dem vorinstanzlichen Schematismus aber jede Grundlage, da er eine differenzierte Betrachtungsweise des konkreten Verhaltens der juristischen Person für notwendig erachte, um deren faktische Organschaft es gehe. Die Begründung der Vorinstanz gehe allerdings gänzlich an der individuell-konkreten Problematik der faktischen Organschaft der Beschwerdegegnerin 3 bei Doppelorganschaft des Beschwerdegegners 1 vorbei: So gehe es nicht darum, dass der Beschwerdegegner 1 ein entsandter Verwaltungsrat wäre, der die Interessen der Beschwerdegegnerin 3 zu wahren hätte, sondern darum, dass die Beschwerdegegnerin 3 die Verwaltung der F.________ AG übernommen und mittels des Beschwerdegegners 1 besorgt habe. Aus dem Umstand, dass der Beschwerdegegner 1 sowohl Organ der Beschwerdegegnerin 3 als auch der F.________ AG gewesen sei, könne die Vorinstanz nicht ohne Weiteres - im Widerspruch zum Mandatsvertrag - schliessen, für die Verwaltung der F.________ AG sei jeweils an der Beschwerdegegnerin 3 vorbei instruiert worden. Die Vorinstanz habe in ihrem Zwischenentscheid vom 15. Juli 2015 verbindlich festgestellt, dass die Beschwerdegegner 1 und 3 stets als Einheit aufgetreten seien. Diese Einheit habe sich namentlich darin gezeigt, dass die Beschwerdegegnerin 3 den Verfahrensabschnitt betreffend die Zuständigkeit des Handelsgerichts bestritten habe, obwohl eigentlich der Beschwerdegegner 1 betroffen gewesen sei. Mit diesen Vorbringen verkennt die Beschwerdeführerin, dass die Vorinstanz das Vorliegen einer Doppelorganschaft nicht verneinte, sondern diese lediglich nicht als ausreichend betrachtete, um eine faktische Organschaft zu begründen. Um ihre ablehnende Haltung zu stützen, führte sie etwa ins Feld, dass sich das Interesse der Beschwerdegegnerin 3 nicht auf die Einflussnahme auf die Geschäftsführung der F.________ AG, sondern auf die Entschädigung aus dem Mandatsvertrag richtete, oder dass der Beizug einer Angestellten der Beschwerdegegnerin 3 sowie die Verwendung deren Briefkopfs aufgrund des Domizil- und Buchhaltungsvertrags naheliegend sei und keine Indizien für die Einflussnahme der Beschwerdegegnerin 3 auf die Geschäftsführung der F.________ AG darstellten (siehe E. 3.2 hiervor). Mit diesen Argumenten setzt sich die Beschwerdeführerin nicht auseinander, weshalb sie auch diesbezüglich den Rügeanforderungen nicht genügt (vgl. E. 1.1 hiervor).