Citation: 4A_154/2018 E. 2.1

2.1. Die Vorinstanz hielt fest, dass der Gläubiger nach dem massgebenden italienischen Recht (Art. 1206 des "Codice Civile" [CC]) in Verzug gerät, wenn er ohne rechtmässigen Grund eine angebotene Zahlung nicht annimmt oder nicht die erforderlichen Handlungen vornimmt, damit der Schuldner die Verbindlichkeit erfüllen kann. Hat die Verbindlichkeit die Übergabe einer beweglichen Sache zum Gegenstand, so bestehe das Angebot in einer an den Gläubiger gerichteten Aufforderung zur Inempfangnahme. Gemäss Art. 1209 CC habe dieses Angebot schriftlich zu erfolgen und zwar in den für Klagen vorgeschriebenen Formen. Nach den tatsächlichen Feststellungen der Vorinstanz hat die Beschwerdeführerin die Beschwerdegegnerin erstmals mit Schreiben vom 18. August 2014 aufgefordert, bekannt zu geben, wann sie das Rohöl (on the spot) abhole. In diesem Schreiben teilte sie der Beschwerdegegnerin nach den Feststellungen im angefochtenen Entscheid jedoch auch mit, dass sie von dieser vor der Abholung des Rohöls eine schriftliche Bestätigung erwarte, wonach die Beschwerdegegnerin auf alle ihre Ansprüche gegen sie verzichte, ausgenommen auf die Ansprüche aus dem "Amendment Agreement". Da die Beschwerdeführerin keinen vertraglichen Anspruch auf eine derartige Bestätigung der Beschwerdegegnerin gehabt hätte, war die Aufforderung zur Abholung des Rohöls nach den Erwägungen der Vorinstanz mit einer unzulässigen Bedingung verknüpft, die das Angebot ungenügend machte.