Citation: 8C_604/2017 E. 7.2

7.2. Was den Indikator "Behandlungserfolg oder -resistenz" (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.2 S. 299) angeht, liegt aufgrund der in E. 4.2 hiervor wiedergegebenen tatsächlichen Feststellungen im angefochtenen Gerichtsentscheid entgegen der Darstellung des Beschwerdeführers keine Therapieresistenz vor. Trotz mehrerer stationärer Behandlungsversuche in der Vergangenheit kann, zumal mit Blick auf die dabei beobachteten Inkonsistenzen und der seit Ende 2014 nur mehr monatlichen Sitzungsfrequenz, namentlich nicht auf eine besondere Schwere der psychischen Gesundheitsstörung geschlossen werden; ganz im Gegenteil, wie im Rahmen der Konsistenz (vgl. E. 7.4 hernach) noch darzulegen sein wird. In dieselbe Richtung weisen die unterbliebenen Eingliederungsbemühungen des Beschwerdeführers, wobei die Gutachter in dieser Hinsicht explizit einen Mangel an Motivation vermerkten, ohne dies in Zusammenhang mit seiner Erkrankung zu stellen. Beim Indikator "Komorbidität" hat die Rechtsprechung seit der vorinstanzlichen Beurteilung insofern geändert, als auch diesbezüglich nicht allein auf die Diagnosen, sondern vor allem auf die Auswirkungen der betreffenden Krankheitsbilder auf die persönlichen Ressourcen abzustellen ist (vgl. E. 5.1 hiervor sowie Urteil 9C_78/2017 vom 26. Januar 2018 E. 6.3.3). In dieser Hinsicht liegt beim Beschwerdeführer eine Reihe von organischen Gesundheitsstörungen vor, denen die Gutachter keine Relevanz für die Arbeitsfähigkeit beimassen. Wie schon gezeigt, liessen sich dabei insbesondere bei der rheumatologischen Untersuchung "massive Inkonsistenzen" sowie Hinweise für eine "erhebliche Selbstlimitierung" erheben, derweil dem Neurologen diffuse und vage Angaben zur Symptomatik aufgefallen waren. Hieraus ergibt sich nichts, was im Rahmen des Indikators "Komorbidität" gleichsam "ressourcenschmälernd" verwertbar wäre. Was die psychiatrischen Krankheitsbilder betrifft, bestehen aufgrund des jüngsten Gutachtens des MZR keine besonderen Hinweise darauf, dass die Wirkung der depressiven Störung durch das Zusammenwirken mit dem Schmerzsyndrom und dem (iatrogenen) Opioidabhängigkeitssyndrom (ICD-10 F11.25) besonders akzentuiert würde. Letzteres wirkt sich laut Gutachten im Übrigen vor allem in qualitativer Hinsicht auf die Arbeitsfähigkeit aus, indem der Beschwerdeführer erhöhten Anforderungen an Konzentration und Aufmerksamkeit nicht genügt. Bezüglich des Schmerzsyndroms fällt immerhin auf, dass der Beschwerdeführer im Rahmen der Begutachtung nicht schmerzgequält wirkte, obwohl er bei gleicher Untersuchung eine Schmerzintensität von 9-10 von 10 auf der visuellen Analogskala (VAS) angab.