Citation: 8C_314/2023 E. 5.1.2

5.1.2. Der Beschwerdeführer bringt im Wesentlichen vor, der psychiatrische estimed-Gutachter sei von einer vollen Arbeitsunfähigkeit ausgegangen und habe eine rechtsgenügliche Überprüfbarkeit der Restarbeitsfähigkeit erst nach einer Aufbauphase von zwölf Monaten, mithin ca. im September 2022, als möglich angesehen. Im estimed-Gutachten vom 8. April 2021 bestehe ein eklatanter Widerspruch, indem die Gutachter gesamthaft von einer lediglich 20%igen Arbeitsunfähigkeit in angepasster Tätigkeit ausgegangen seien, aber gleichzeitig festgehalten hätten, er sei einem Arbeitgeber derzeit nicht zumutbar. Dies lasse nur den Schluss zu, dass sie zur Zeit der Begutachtung von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit für die Dauer von mindestens einem Jahr bzw. bis zum Abschluss eines einjährigen Aufbaus im zweiten Arbeitsmarkt ausgegangen seien. Die IV-Stelle hätte somit zwölf Monate nach dem estimed-Gutachten ein (zumindest) psychiatrisches Gutachten einholen müssen. Indem sie dies unterlassen habe, habe sie den Untersuchungsgrundsatz verletzt.