Citation: 2C_863/2021 E. 4.2

4.2. Die Verjährung gewährt dem Schuldner die Möglichkeit, sich nach einem bestimmten Fristenlauf der Durchsetzung einer Forderung zu widersetzen, indem er die Verjährungseinrede erhebt. Die Verjährung darf vom Richter nicht von Amtes wegen berücksichtigt werden (Art. 142 OR). Sie beschlägt weder den Bestand noch die Entstehung einer Forderung, sondern allein deren Durchsetzbarkeit (BGE 137 III 16 E. 2). Mit Ablauf von zehn Jahren verjähren alle Forderungen, für die das Bundeszivilrecht nicht etwas anderes bestimmt (Art. 127 OR). Für Forderungen, die sich aus Statuten und Reglementen eines Vereins ergeben, sieht das Gesetz keine abweichende Verjährungsregelung vor, sodass solche Forderungen mit Ablauf von zehn Jahren verjähren (vgl. ROBERT K. DÄPPEN, in: Basler Kommentar, Obligationenrecht I, N. 1 zu Art. 127 OR; CLAIRE HUGUENIN, Obligationenrecht, Allgemeiner Teil, 3. Aufl. 2008, Rz. 1233).