Citation: 4C.159/1999 28.07.2000 E. 5

5.- Die Vorinstanz erwog, der vom Beklagten gelieferte Werkstoff "Afrocol", dessen fehlende Eignung damals noch nicht bekannt war, sei in erheblichem Mass für das Auftreten der Korrosionsschäden mitursächlich gewesen. Da die Ersatzforderung des Klägers keinen Schadenersatzanspruch darstellte, sondern sich aus der Nichterfüllung des Nachbesserungsanspruches ergebe, setze sie zwar ein Verschulden des Unternehmers am Verzug - und ein solches sei hier gegeben -, nicht aber ein Verschulden bei der Auswahl des Werkstoffes voraus. Der Beklagte rügt, die Vorinstanz habe damit Art. 43 f. in Verbindung mit Art. 99 Abs. 3 OR verletzt. So weise Gauch (a.a.O., S. 491 N. 1832) darauf hin, dass die an die Stelle des Nachbesserungsanspruchs tretende Schadenersatzforderung des Bestellers der Herabsetzung nach Art. 43 f. OR unterliege. Der Beklagte übersieht, dass sich die zitierte Literaturstelle auf den Fall bezieht, dass der Besteller auf die Nachbesserung verzichtet und gemäss Art. 107 Abs. 2 OR Ersatz des aus der Nichterfüllung der Nachbesserungsschuld entstandenen Schadens verlangt. Dieser Fall liegt hier nicht vor, hat doch der Kläger auf den Nachbesserungsanspruch gerade nicht gültig verzichtet und verlangt demnach nicht Schadenersatz, sondern die Erstattung der durch die Ersatzvornahme entstandenen Kosten. Wie der Nachbesserungsanspruch, so ist auch der Anspruch auf Erstattung der Kosten der Ersatzvornahme unabhängig vom Verschulden des Unternehmers am Mangel; vorausgesetzt ist einzig, dass der Besteller den Mangel nicht selbst verschuldet hat (Art. 369 OR; Gauch, a.a.O., S. 249 N. 880 f.), was hier nicht behauptet wird. Damit ist die Rüge unbegründet.