Citation: 8C_624/2010 03.12.2010 E. 4.2

4.2.1 Ob besonders dramatische Begleitumstände oder eine besondere Eindrücklichkeit des Unfalls vorliegen, beurteilt sich objektiv und nicht aufgrund des subjektiven Empfindens bzw. Angstgefühls der versicherten Person (RKUV 1999 Nr. U 335 S. 207, U 287/97 E. 3b/cc). Zu beachten ist, dass jedem mindestens mittelschweren Unfall eine gewisse Eindrücklichkeit eigen ist, welche somit noch nicht für eine Bejahung des Kriteriums ausreichen kann. Der nachfolgende Heilungsprozess ist diesbezüglich nicht relevant (vgl. Urteil 8C_66/2010 vom 6. September 2010 E. 4.2). In jüngerer Zeit bejahte das Bundesgericht dieses Kriterium etwa bei einer Massenkarambolage auf einer Autobahn (Urteil 8C_623/2007 vom 22. August 2008 E. 8.1; vgl. auch Urteil 8C_633/2007 vom 7. Mai 2008 E. 6.3) oder bei einem Zusammenprall zwischen einem Sattelschlepper und einem Personenwagen, wobei der Fahrer des Sattelschleppers die Kollision zunächst nicht bemerkte, den Personenwagen der versicherten Person noch auf einer längeren Distanz vor sich herschob und die Insassen des Personenwagens verzweifelt versuchten, den Unfallverursacher auf sie aufmerksam zu machen (Urteil 8C_508/2008 vom 22. Oktober 2008 E. 5.3). Eine gewisse Eindrücklichkeit des Unfalles lässt sich auch im vorliegenden Fall nicht in Abrede stellen. Das Fahrzeug wurde durch den Aufprall des auffahrenden Autos manövrierunfähig und durchbrach, von der Strasse abkommend, einen Leitplanke. Allerdings besteht bei der Beschwerdeführerin ab dem Zeitpunkt, als das Auto die Leitplanke durchbrach, eine Erinnerungslücke von einigen Minuten, womit dem Kriterium der besonders dramatischen Begleitumstände oder besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls nicht die gleiche Bedeutung beigemessen werden kann, wie wenn eine ungetrübte Erinnerung an den Unfall bestehen würde (Urteil U 502/06 vom 23. April 2007 E. 3.3.1). Eine mit den genannten Beispielen vergleichbare Eindrücklichkeit liegt somit nicht vor und es kann auch nicht von dramatischen Begleitumständen des unmittelbaren Unfallgeschehens gesprochen werden (vgl. auch Urteil 8C_9/2010 vom 11. Juni 2010 E. 3.7.1), weshalb dieses Kriterium zu verneinen ist. 4.2.1 Mit Ausnahme des Kriteriums der erheblichen Dauerbeschwerden verneinte das kantonale Gericht auch die übrigen Adäquanzkriterien. Dies ist nicht zu beanstanden. 4.2.2 Eine geltend gemachte fortgesetzt belastende ärztliche Behandlung ist aus den Akten nicht ersichtlich. Die medikamentöse Behandlung, selbst wenn sie zu einer Aggravation geführt hat, erfüllt dieses Kriterium nicht. Hierfür sind andere und höhere Anforderungen vorausgesetzt (vgl. SVR 2009 UV Nr. 22 S. 80, 8C_209/2008 E. 5.4). 4.2.3 Eine ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert hat, ist - entgegen den Vorbringen der Beschwerdeführerin - aus den Akten nicht ersichtlich. Im Bericht der Klinik C.________ vom 2. November 2005 wurden aktive physiotherapeutische Massnahmen als unumgänglich bezeichnet und eine interdisziplinäre stationäre Rehabilitation empfohlen. In der Folge sprach sich die Beschwerdegegnerin zunächst für die Durchführung einer aktiven Physiotherapie aus, wobei sie sich ausdrücklich einen späteren Aufenthalt in einer Rehaklinik vorbehielt. Letzterer erübrigte sich allerdings, als bekannt wurde, dass die Beschwerdeführerin nach Y.________ auswandern wollte. Zunächst stand ein Vergleich zwischen den Parteien zur Diskussion, und die Versicherte bat schliesslich lediglich noch um eine interdisziplinäre Abschlussuntersuchung, welcher die Beschwerdegegnerin entsprach. 4.2.4 Ob das Kriterium der erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen erfüllt ist, kann offen gelassen werden. Selbst wenn es bejaht würde, läge es jedenfalls nicht in ausgeprägter Weise vor. In diesem Fall würde es zusammen mit dem Kriterium der erheblichen Dauerbeschwerden nicht genügen, um den adäquaten Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom 19. November 2004 und den ab 1. Juli 2007 noch vorhandenen Beschwerden zu bejahen. Die Beschwerdegegnerin hat den Leistungsanspruch ab diesem Zeitpunkt und eine höhere Integritätsentschädigung somit zu Recht verneint.