Citation: 4A_360/2017 E. 3.2.2

3.2.2. Nach Art. 367 Abs. 1 OR hat der Besteller, sobald es nach dem üblichen Geschäftsgange tunlich ist, dessen Beschaffenheit zu prüfen und den Unternehmer von allfälligen Mängeln in Kenntnis zu setzen. Soweit sich die Beschwerdeführerin auf den Standpunkt stellt, der Mangel sei noch nicht zweifelsfrei festgestellt und nur ein gerichtliches Gutachten könne Klärung bringen, übergeht sie ihre Prüfungsobliegenheit. Hat sie als Bestellerin den Verdacht, es könnte ein Mangel vorliegen, und erachtet sie einen solchen nicht als zweifelsfrei festgestellt, so hat sie die Beschaffenheit des Werks zu prüfen; sie kann sich diesfalls nicht damit begnügen, ein gerichtliches Gutachten zu beantragen, und mit einer allfälligen Mängelrüge zuwarten, bis das Gericht allenfalls ein solches Gutachten einholt und dieses einen Mangel bestätigt.