Citation: 5P.117/2002 10.04.2002 E. 2

2.- a) Der Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege wird in erster Linie durch das kantonale Recht geregelt. Der Beschwerdeführer macht zwar die willkürliche Anwendung von§ 125 Abs. 1 ZPO/AG geltend, räumt indessen selber ein, dass ihm diese Bestimmung keinen über die verfassungsrechtliche Minimalgarantie hinausgehenden Anspruch einräumt. Massgebend ist somit ausschliesslich das in Art. 29 Abs. 3 BV verankerte Recht der bedürftigen Partei auf unentgeltliche Rechtspflege. Dieses umfasst einerseits die Befreiung von Verfahrenskosten und andererseits - soweit notwendig - das Recht auf einen unentgeltlichen Rechtsbeistand (BGE 122 I 8 E. 2a S. 9). Als bedürftig im Sinne der Verfassung gilt eine Person dann, wenn sie die Kosten eines Prozesses nicht aufzubringen vermag, ohne jene Mittel anzugreifen, derer sie zur Deckung des notwendigen Lebensunterhalts für sich und ihre Familie bedarf. Dabei sind die Einkommens- wie die Vermögensverhältnisse in Betracht zu ziehen (BGE 127 I 202 E. 3b S. 205; 124 I 97 E. 3b S. 98). Zu diesem Grundbedarf gehört, was zur Führung eines bescheidenen, aber menschenwürdigen Lebens erforderlich ist. Zur Prüfung der Bedürftigkeit sind sämtliche Umstände im Zeitpunkt der Einreichung des Gesuchs zu würdigen. Dabei ist nicht schematisch auf das betreibungsrechtliche Existenzminimum abzustellen; vielmehr sind die Umstände im Einzelfall zu berücksichtigen (BGE 124 I 1 E. 2a S. 2). b) Das Bundesgericht prüft frei, ob die Elemente zur Beurteilung der Bedürftigkeit zutreffend bestimmt worden sind, währenddem es sich in Bezug auf die Anwendung von kantonalem Recht und die tatsächlichen Feststellungen auf Willkür beschränkt (BGE 124 I 304 E. 2a u. 2c S. 2 ff. zu Art. 4aBV).