Citation: 6B_476/2015 E. 3.3

3.3. Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers spielt es für die Erfüllung des Tatbestands von Art. 195 Abs. 3 aStGB keine Rolle, ob die Prostitution freiwillig oder unfreiwillig ausgeübt wird. So nahm das Bundesgericht etwa ein tatbestandliches Handeln an bei Animierdamen, die zur Bestreitung ihres Lebensunterhaltes gezwungen waren, sich zu prostituieren, die dabei einen genauen Zeitplan zu befolgen hatten und denen der Ort ihrer Tätigkeit und die Kundschaft vorgeschrieben waren (unveröffentlichtes Urteil des Kassationshofs 6S.570/1997 vom 9. Oktober 1997 E. 2, zit. bei BERNARD CORBOZ, Les infractions en droit suisse, Vol. I, 3. Aufl. 2010, N. 47 zu Art. 195 StGB sowie bei HANS WIPRÄCHTIGER, Aktuelle Praxis des Bundesgerichts zum Sexualstrafrecht, ZStrR 117/1999 S. 146 f.; vgl. auch den Verweis auf dieses Urteil in BGE 126 IV 76 E. 3). Der Schuldspruch wegen mehrfacher Förderung der Prostitution im Sinne von Art. 195 Abs. 3 aStGB ist nicht bundesrechtswidrig.