Citation: 4A_271/2013 E. 2.1

2.1. Die Haftung des Architekten bezüglich der Erstellung eines Kostenvoranschlags untersteht dem Auftragsrecht (BGE 134 III 361 E. 6.2 S. 364 f. mit Hinweisen). Nach der Rechtsprechung hat der beauftragte Architekt im Rahmen des ihm erteilten Auftrages, allgemein, d.h. auch ohne besondere Vereinbarungen über die Handhabung oder Begrenzung der Baukosten, unaufgefordert eine Kostenberechnung anzustellen und den Bauherrn über die zu erwartenden Kosten zu informieren (Urteil 4C.424/2004 vom 15. März 2005 E. 3 mit Hinweisen). Der Architekt hat den Bauherrn zudem über den Genauigkeitsgrad seiner Kosteninformation aufzuklären (Urteil 4C.424/2004 vom 15. März 2005 E. 3.2.1). Ist eine entsprechende Orientierung unterblieben, muss im Einzelfall festgestellt werden, welches konkrete Vertrauen der Bauherr nach Treu und Glauben in die Kosteninformationen des Architekten haben durfte (Urteil 4C.424/2004 vom 15. März 2005 E. 3.2.2.2 mit Hinweisen). Dabei ist zu berücksichtigen, dass bei Fehlen einer besonderen Vereinbarung über die Genauigkeit eines detaillierten Kostenvoranschlags für einen Neubau nach allgemeiner Annahme die Ungenauigkeit 10 % beträgt. Damit soll den Unwägbarkeiten, die mit der Kostenschätzung und der Verwirklichung eines Bauvorhabens verbunden sind, und den sich im Lauf der Realisierung allenfalls verändernden Verhältnissen Rechnung getragen werden (Urteil 4C.424/2004 vom 15. März 2005 E. 3.2.2 mit Hinweisen). Ein solcher Genauigkeitsgrad ist in Ziff. 4.3.2 der SIA-Ordnung 102 (2003) vorgesehen.