Citation: 6B_888/2021 E. 10.4.3

10.4.3. Auch das vom Beschwerdeführer 1 vorgetragene Argument, wonach der Beschuldigte im Unterschied zum Geschädigten im Zivilverfahren keine Wahlfreiheit habe, wann er seinen Schaden geltend mache und die damit verbundenen Aufwendungen tätigen müsse, da er die Verteidigung im zeitlichen Rhythmus des Staatsanwaltes finanzieren müsse (Beschwerde Ziff. 35 S. 15), indiziert keine Änderung der bundesgerichtlichen Praxis. Aus der StPO ergibt sich, dass das Vorverfahren von der Staatsanwaltschaft geleitet wird (vgl. Art. 16 Abs. 2 und Art. 61 lit. a StPO). Dass der freigesprochene Beschuldigte in Bezug auf die Geltendmachung seiner Entschädigungsansprüche nach Art. 429 Abs. 1 StPO nicht die gleiche Wahlfreiheit wie ein Geschädigter im Zivilverfahren hat, ist Folge der gesetzlichen Regelung und damit hinzunehmen.