Citation: 2P.199/2000 14.05.2001 E. 3

3.- a) Die Beschwerdeführer bringen zunächst vor, das Interesse der Gäste am Angebot des öffentlichen Verkehrs werde undifferenziert auf die Beherberger, insbesondere auf die Hoteliers umgelegt. Ebenfalls problematisch sei die Verkehrsabgabe der auswärtigen Ferienhausbesitzer. Die Beschwerdeführer stellen sich damit grundsätzlich gegen die Erhebung einer Sondersteuer, mit der die Kosten des öffentlichen Verkehrs auf die Verursacher oder auf die Nutzniesser überwälzt werden. Sie legen jedoch nicht in einer den Begründungsanforderungen von Art. 90 Abs. 1 lit. b OG genügenden Weise dar, dass und inwiefern die soeben (E. 2c) dargestellten besonderen Voraussetzungen für die Erhebung der fraglichen Verkehrstaxe von den Beherbergern im vorliegenden Fall nicht erfüllt sind. Es ist ohne weiteres nachvollziehbar, dass die Aufwendungen für den öffentlichen Verkehr den Hotelbetreibern in besonderem Masse zugute kommen, weshalb diese Abgabe nicht von vornherein gegen den Grundsatz der Rechtsgleichheit bzw. der Allgemeinheit der Steuer verstösst. b) Die Beschwerdeführer rügen sodann, die fragliche Kostenanlastungssteuer verletze das Prinzip der Gewaltentrennung. Für die im Gesetz über den öffentlichen Verkehr vorgesehenen Steuern gebe es keine Grundlage in der Kreisverfassung. Diese Rüge ist unbegründet. Nach Art. 38 Abs. 1 der Verfassung für den Kanton Graubünden vom 2. Oktober 1892 (SR 131. 226) erfüllen die Kreise "in gerichtlicher, politischer und administrativer Beziehung" diejenigen Obliegenheiten und Befugnisse, die ihnen durch das "Gesetz" zugewiesen werden. Nach Abs. 2 dieses Artikels sind die Kreise berechtigt, zur Deckung ihrer Verwaltungsausgaben Kreissteuern zu erheben. Art. 35 der Verfassung des Kreises Oberengadin zählt die "gesetzlich festgelegten Einnahmen des Kreises" auf (Bussen, Gerichts-, Amts- und Kanzleigebühren, Einnahmen nach Jagdrecht, aus Unterhaltungslotterien, Hundemarken, Kantons- und Bundesbeiträgen sowie Erträgen des Kreisvermögens), schliesst jedoch nicht aus, dass noch weitere gesetzliche Einnahmequellen dazu kommen können, zumal die aufgezählten Einnahmen zum Teil auf Erlassen übergeordneter Gemeinwesen beruhen. Die Erhebung von Steuern zur Deckung der Kosten des öffentlichen Verkehrs verstösst somit nicht gegen die Kreisverfassung, auch wenn diese Steuern in Art. 35 dieser Verfassung nicht genannt sind.