Citation: 2A.313/2000 10.10.2000 E. 3

3.- a) Gemäss Art. 10 Abs. 1 lit. a ANAG kann ein Ausländer aus der Schweiz ausgewiesen werden, wenn er wegen eines Verbrechens oder Vergehens gerichtlich bestraft wurde. Die Ausweisung darf jedoch nur ausgesprochen werden, wenn sie nach den gesamten Umständen angemessen erscheint (Art. 11 Abs. 3 ANAG). Hierbei sind vor allem die Schwere des Verschuldens des Ausländers, die Dauer seiner Anwesenheit in der Schweiz und die ihm und seiner Familie drohenden Nachteile zu berücksichtigen (Art. 16 Abs. 3 der Vollziehungsverordnung vom 1. März 1949 zum Bundesgesetz über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer, ANAV; SR 142. 201). Die Frage, ob die Ausweisung im Sinne der Art. 11 Abs. 3 ANAG und Art. 16 Abs. 3 ANAV "angemessen", d.h. verhältnismässig sei, ist eine Rechtsfrage, die vom Bundesgericht im Verfahren der Verwaltungsgerichtsbeschwerde frei überprüft wird (Art. 104 lit. a OG). Dem Bundesgericht ist es jedoch verwehrt, sein eigenes Ermessen - im Sinne einer Überprüfung der Zweckmässigkeit (Opportunität; vgl. BGE 116 Ib 353 E. 2b) der Ausweisung - an die Stelle desjenigen der zuständigen kantonalen Behörde zu setzen (BGE 125 II 521 E. 2a S. 523 mit Hinweisen). b) Der Beschwerdeführer wurde wegen falscher Anschuldigung zu einer bedingten Gefägnisstrafe von 21 Tagen sowie wegen schwerer Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz zu einer vierjährigen Zuchthausstrafe verurteilt. Damit ist der Ausweisungsgrund von Art. 10 Abs. 1 lit. a ANAG gegeben. Der Beschwerdeführer lebte bis zu seinem 28. Altersjahr in der Türkei; er hat zu diesem Land durch mehrere Besuche den Kontakt aufrecht erhalten. Seine Eltern sind 1998 gestorben; mit den beiden Brüdern hat der Beschwerdeführer noch telefonischen Kontakt. Ein Rückkehr in die Türkei würde ihm sicher nicht leicht fallen; seine Lage ist aber nicht vergleichbar mit der Situation eines Ausländers, der schon als Kind oder im frühen Jugendalter in die Schweiz gekommen ist. Ob das Leben in der Türkei mit einer von der schweizerischen deutlich unterschiedlichen Kultur für die Ehefrau zumutbar wäre, ist zweifelhaft. In Würdigung aller Umstände, insbesondere angesichts des schweren Betäubungsmitteldelikts, überwiegt aber das Interesse an der Fernhaltung des Beschwerdeführers offensichtlich dessen privates Interesse an einem Verbleib in der Schweiz. An diesem Ergebnis vermöchte übrigens auch die Geburt eines gemeinsamen Kindes nichts zu ändern. c) Der Beschwerdeführer kann auch aus dem in Art. 8 Ziff. 1 EMRK garantierten Anspruch auf Achtung des Familienlebens nichts zu seinen Gunsten ableiten, da der Eingriff nach Art. 8 Ziff. 2 EMRK klarerweise gerechtfertigt ist.