Citation: U 274/04 17.03.2005 E. 3

3.1 Das kantonale Gericht hat die medizinischen Akten dahingehend gewürdigt, dass spätestens im Zeitpunkt des Gutachtens des Dr. med. K.________ vom 4. Februar 1998 (verfasst am 6. November 1997) die psychischen Störungen (Konversionsstörung) das Beschwerdebild ganz klar dominierten und die erlittenen körperlichen Unfallfolgen keine Rolle mehr spielten. Der Status quo ante vel sine sei somit bezüglich der somatischen Verletzungen Anfang Februar 1998 erreicht gewesen. Für die Konversionsstörung gelte dies bis anhin nicht. Insoweit sei der natürliche Kausalzusammenhang zum Unfall vom 26. Oktober 1994 unbestrittenermassen gegeben. Die Einwendungen in der Beschwerde gegen die Feststellung des Erreichens des Status quo ante vel sine in Bezug auf somatische Verletzungen seien nicht stichhaltig. Insbesondere könne aus den medizinischen Akten nicht der Schluss gezogen werden, mit überwiegender Wahrscheinlichkeit wäre ohne den Auffahrunfall vom 26. Oktober 1994 - unter Berücksichtigung des vorbestandenen Leidens - eine vollständige restitutio in integrum eingetreten. Sodann habe die auch nach dem Aufenthalt in der Rehabilitationsklinik Z.________ vom 26. Mai bis 6. Juni 1997 ambulant in der Rheuma- und Rehabilitationsklinik X.________ durchgeführte Physiotherapie nicht die Heilung allfällig noch vorhandener somatischer Unfallfolgen bezweckt. Vielmehr sei laut dem behandelnden Arzt (Dr. med. A.________) und auch nach Auffassung des Dr. med. K.________ Ziel die Erhaltung der Stabilisierung auf jetzigem Niveau gewesen. Gemäss Gutachten der Rehabilitationsklinik Z.________ vom 4. Februar 1998 könne von weiteren ärztlichen Behandlungen nur eine namhafte Besserung erwartet werden, wenn sie zwei Ziele verfolge. Einerseits gehe es darum, durch gezielte psychiatrische Therapien der Konversionsstörung beizukommen. Anderseits komme es durch die psychische Störung, die Fehlhaltungen und Störungen der Bewegungsabläufe verursachen könne, auch zu sekundären Beeinträchtigungen des Bewegungsapparates. Es müsse deshalb auch eine darauf gerichtete Behandlung zur Kräftigung und Koordinationsverbesserung der Muskulatur durchgeführt werden. Aus dieser Aussage sei zu schliessen, dass die jetzigen vorhandenen Störungen des Bewegungsapparates letztlich psychosomatisch durch die Konversionsstörung und nicht durch somatische Unfallfolgen bedingt seien. Die Adäquanz der psychischen Beschwerden hat das kantonale Gericht im Lichte von BGE 115 V 133 geprüft. Dabei hat es die Auffahrkollision vom 26. Oktober 1994 dem mittleren Bereich an der Grenze zu den leichten Unfällen zugeordnet. Es ist zum Ergebnis gelangt, von den Beurteilungskriterien gemäss BGE 115 V 140 Erw. 6c/aa sei lediglich dasjenige der ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung zu bejahen. Das Kriterium der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit im Besonderen könne deshalb nicht als erfüllt betrachtet werden, weil die Versicherte schon vor dem Unfall krankheitsbedingt zu 100 % arbeitsunfähig gewesen sei. Diese Arbeitsunfähigkeit habe durch zusätzliche Unfallfolgen nicht mehr «erhöht» werden können und sei durch den Unfall vom 26. Oktober 1994 auch nicht erheblich verlängert worden. Diesem Ereignis komme daher keine rechtlich massgebende Bedeutung zu für die ab Februar 1998 bestehenden psychischen Beschwerden. Mangels Adäquanz sei somit die verfügte Einstellung der Versicherungsleistungen durch die Basler über den 4. Februar 1998 hinaus zu bestätigen. 3.2 In der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird vorgebracht, der Beweis des somatischen Status quo sine sei nicht erbracht. Sinngemäss habe somit als erstellt zu gelten, dass über den 4. Februar 1998 hinaus körperliche Beschwerden existierten. Schon wegen der langen Zeitdauer seien daher die Zusatzkriterien bei der Adäquanzbeurteilung praktisch allesamt erfüllt. Im Weitern könnten entgegen dem kantonalen Gericht Unfallfolgen aus dem typischen Beschwerdebild nach HWS-Distorsionstrauma (vgl. dazu BGE 119 V 338 Erw. 1, 117 V 360 Erw. 4b sowie RKUV 1995 Nr. U 221 S. 112 und SVR 1995 UV Nr. 23 S. 67 Erw. 2) nicht rechtsgenüglich ausgeschlossen werden. Initial nach dem Unfall habe die Beschwerdeführerin unter Kopf- und Rückenschmerzen gelitten. Dabei handle es sich um Symptome aus dem typischen Beschwerdebild nach HWS-Schleuderverletzung. Der Unfallversicherer habe den ihm obliegenden Beweis für die Nichtexistenz weiterer solche Verletzungen charakterisierender gesundheitlicher Störungen nicht erbracht. Ebenso sei nicht rechtsgenüglich erstellt, dass die HWS-Schleudertraumafolgen bis zur Untersuchung durch Dr. med. K.________ vom 30. Mai 1997 gegenüber den psychischen Beschwerden gänzlich in den Hintergrund getreten seien. Somit wäre die Adäquanzbeurteilung nach Massgabe von BGE 117 V 359 vorzunehmen. Danach sei bei den einzelnen Kriterien nicht zwischen physischen und psychischen Beschwerden zu unterscheiden (vgl. BGE 117 V 367 Erw. 6a in fine). Selbst wenn aber davon ausgegangen werde, es läge keine HWS-Distorsionsproblematik vor und somatische Unfallfolgen hätten lediglich bis 4. Februar 1998 bestanden, sei die Adäquanz der psychischen Beschwerden (Konversionsstörung) zu bejahen. Entgegen der Vorinstanz seien die meisten Beurteilungskriterien gegeben, diejenigen der lang dauernden ärztlichen Behandlung sowie der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit sogar in besonders ausgeprägter Weise.