Citation: 2C_1118/2015 E. 2.1

2.1. Der harmonisierte Begriff der Ersatzbeschaffung gemäss Art. 24 Abs. 4 StHG in Verbindung mit Art. 8 Abs. 4 StHG ist mit demjenigen des Rechts der direkten Bundessteuer (Art. 30 Abs. 1 DGB) identisch (Botschaft des Bundesrates vom 22. Juni 2005 zum Bundesgesetz über die Verbesserung der steuerlichen Rahmenbedingungen für unternehmerische Tätigkeiten und Investitionen [Botschaft Unternehmenssteuerreform II], BBl 2005 4818; Votum Ständerätin Slongo für die Kommission, AB 2006 S 60). Eine Ersatzbeschaffung im Sinne der direkten Bundessteuer und des harmonisierten Steuerrechts liegt vor, wenn Gegenstände des betrieblichen Anlagevermögens, d.h. des betriebsnotwendigen Anlagevermögens, durch ein Surrogat ersetzt werden (Urteil 2C_142/2012 vom 12. Dezember 2013 E. 3.6; zur Ablösung der Ersatzbeschaffungstheorie durch die Reinvestitionstheorie Urteil 2C_308/2009 vom 14. Oktober 2009 E. 2, in: ASA 78 S. 690, RDAF 2010 II 429; zur Weitergeltung des Kriteriums der Betriebsnotwendigkeit auch unter der Reinvestitionstheorie KUHN/SEBESTYEN/GADOLA, Steuerliche Ersatzbeschaffung in neuem Kleid - Beurteilung der Neuerungen im Rahmen der Unternehmenssteuerreform II unter besonderer Berücksichtigung eines internationalen Standortvergleiches, in: StR 64/2009 S. 540; Botschaft des Bundesrates vom 22. Juni 2005 zum Bundesgesetz über die Verbesserung der steuerlichen Rahmenbedingungen für unternehmerische Tätigkeiten und Investitionen [Botschaft Unternehmenssteuerreform II], BBl 2005 4816 ff.). Die stillen Reserven können dabei auf die Ersatzbeschaffung übertragen werden, indem das Surrogat in deren Umfang in der Handelsbilanz abgeschrieben wird (seit Inkrafttreten am 1. Januar 2013 und Ablauf der Übergangsfrist ausdrücklich Art. 960a Abs. 4 OR; ALTORFER/DUSS/FELBER, Querschnittsthemen des Rechnungslegungsrechts: Massgeblichkeit der Handelsbilanz für die Steuerbilanz, in: Rechnungslegung nach Obligationenrecht, veb.ch Praxiskommentar, 2014, S. 900). Handelt es sich beim zu ersetzenden Gegenstand des betrieblichen Anlagevermögens um ein Grundstück, ergibt sich in Kantonen mit monistischem System der Steueraufschub mit Bezug auf die Übertragung der stillen Reserven (vgl. dazu die Übersicht bei JULIA VON AH, Besteuerung des Liegenschaftenhandels und Ermittlung des Grundstückgewinns bei Geschäftsgrundstücken [inkl. Verrechnung von Geschäfts- und Grundstückverlusten sowie Unternehmenssteuerreform II], in: zsis] 2012, Aufsätze Nr. 2) aus Art. 12 Abs. 4 lit. a StHG in Verbindung mit Art. 8 und Art. 24 StHG.