Citation: 8C_643/2018 E. 5.3.2

5.3.2. Weder in Bezug auf die Adäquanzprüfung (E. 5.3.1 hievor) noch hinsichtlich des Untersuchungsgrundsatzes ist mit Blick auf die umfangreiche Aktenlage darauf zu schliessen, dass die Rechtsvorgängerin der Allianz mit dem Vergleich über die Rentenzusprache im Jahre 1998 - ausserhalb des zulässigen Regelungsbereichs - "bewusst eine gesetzwidrige Vereinbarung" (vgl. BGE 140 V 77 E. 3.2.1 S. 80) abschliessen wollte. Bei der Wiedererwägung einer vergleichsweise erfolgten Rentenzusprache ist der Schutz des berechtigten Vertrauens in den Bestand stärker zu gewichten als bei der einseitig verfügten Leistungszusprache (vgl. BGE 140 V 77 E. 3.2.2 S. 81; vgl. Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 3. Aufl. 2015, N. 25 zu Art. 50 ATSG). Denn in diesem Fall bezieht jede Vergleichspartei in ihre Überlegungen mit ein und nimmt in Kauf, dass bei der vergleichsweisen Erledigung einige Anspruchsfaktoren eher zu ihren Gunsten, andere eher zu ihren Ungunsten ausgelegt werden als bei einer umfassenden Prüfung, und sie wägt ab, welchem Ergebnis sie bei gesamthafter Betrachtung zustimmen will (BGE 140 V 77 E. 3.2.2 S. 81). Die Beschwerdegegnerin stellte bei der ursprünglichen Rentenzusprache bezüglich des versicherten Verdienstes auf die Angaben der angestammten Arbeitgeberin ab. Über die Bestimmung des Ausmasses der trotz gesundheitlicher Beschwerden zumutbaren Leistungsfähigkeit führten die Parteien im Vorfeld der ursprünglichen Rentenzusprache langwierige und intensive Verhandlungen. Schlussendlich erkannte die Rechtsvorgängerin der Allianz unter ausdrücklicher Bezugnahme auf das Gutachten des Dr. med. D.________ vom 28. November 1994 basierend auf den medizinisch begründeten Einschränkungen vergleichsweise auf Nichtverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit.