Citation: 2P.135/2006 27.11.2006 E. 3

3.1 Der Beschwerdeführer anerkennt ausdrücklich, dass die dargestellte "Konsenslösung" für die Beurteilung der vorliegenden Streitigkeit massgebend ist. Er gesteht weiter zu, dass gemäss dieser Regelung an sich nur die Präsenzzeit im Spital als Arbeitszeit gilt und der ausserhalb des Spitals geleistete Pikettdienst nicht zur Arbeitszeit gerechnet wird. Er ist betont jedoch, er sei während des Pikettdienstes in der Art und Weise, in welcher er die Zeit habe nutzen können, stark eingeschränkt gewesen, weil er innert weniger Minuten habe einsatzbereit sein müssen. Insbesondere habe er die Wohnung nicht verlassen können und während der Nacht in den Kleidern schlafen müssen, um im Notfall rechtzeitig vor Ort sein zu können. Bei diesen Gegebenheiten habe zwischen dem von ihm zuhause verrichteten Pikettdienst und jenem, den Oberärzte anderer Abteilungen in zugewiesenen Räumlichkeiten auf dem Spitalgelände geleistet hätten und der als Dienst "intra muros" abgegolten worden sei, qualitativ kein Unterschied bestanden. Angesichts der äusserst kurzen Zeitspanne, welche ihm für das Erstellen der Einsatzbereitschaft zugestanden worden sei, müsse der zuhause geleistete Pikettdienst ebenfalls als Dienst "intra muros" im Sinne der "Konsenslösung" betrachtet und entsprechend bezahlt werden; weil das Personalrekursgericht im angefochtenen Entscheid zu einem anderen Schluss gekommen sei, verstosse dieser gegen das Gleichbehandlungsgebot (Art. 8 BV; vgl. BGE 123 I 1 E. 6a S. 7) und das Willkürverbot (Art. 9 BV; vgl. BGE 127 I 60 E. 5a S. 70). 3.2 Dem Beschwerdeführer ist insoweit Recht zu geben, als die Einschränkungen, welche sich aus der Verpflichtung ergeben, während des Pikettdienstes innert zehn Minuten (oder zumindest in sehr kurzer Zeit) einsatzbereit am Arbeitsplatz zu sein, nicht unbeträchtlich sind. Es wäre deshalb sachgerechter, auch den zuhause geleisteten Pikettdienst zumindest teilweise als Arbeitszeit zu betrachten und entsprechend zu entschädigen. Es ist jedoch nicht geradezu unhaltbar, Pikettdienst nur dann zur Arbeitszeit zu zählen, wenn er mit Präsenzzeit am Arbeitsplatz verbunden ist. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers macht es einen nicht unwesentlichen Unterschied aus, ob der Pikettdienst zuhause oder im Spital verrichtet werden muss: Im ersten Fall ist der Betroffene zwar gezwungen, sich mehr oder weniger ausschliesslich in seiner Wohnung aufzuhalten. Wie das Personalrekursgericht korrekt erwogen hat, kann er die dort verbrachte Zeit jedoch frei gestalten: Er kann die Zeit mit seiner Familie verbringen oder Freunde sehen, persönliche Arbeiten erledigen und nahezu allen übrigen Freizeitbeschäftigungen nachgehen, die er sonst zuhause pflegt. Auch wenn angesichts der Einsatzbereitschaft, die er aufrecht erhalten muss, der Erholungswert der zuhause verbrachten Zeit geringer sein dürfte, als wenn es sich dabei um wirkliche Freizeit handeln würde, präsentieren sich die Dinge doch wesentlich anders als bei jemandem, der nicht einmal seinen Arbeitsplatz verlassen darf. In aller Regel verfügt der Betroffene dort bloss über einige wenige persönliche Effekten, vermag kaum Freunde oder Familienangehörige zu empfangen und ist überhaupt bezüglich der Art und Weise, in welcher er den Pikettdienst gestaltet, wesentlich stärker eingeschränkt, als er es unter den gleichen Umständen zuhause wäre. Wie der Beschwerdeführer implizit selber zugesteht, kommen als Beschäftigungen zur Entspannung letztlich bloss Lesen oder Fernsehen in Frage. Nicht zu unterschätzen ist schliesslich auch der Unterschied, der sich für das allgemeine Wohlbefinden schon allein aus dem Umstand ergibt, dass sich der Betroffene nicht in seine Privaträumlichkeiten begeben kann, sondern am Arbeitsplatz verharren muss. 3.3 Mithin bestehen evidente sachliche Unterschiede zwischen dem Pikettdienst zuhause und jenem am Arbeitsort, weshalb es nicht gegen das Rechtsgleichheitsgebot verstösst, die beiden lohnmässig unterschiedlich zu behandeln. Aus den gleichen Gründen hält es vor dem Willkürverbot stand, den zuhause verrichteten Pikettdienst nicht als Arbeitsleistung "intra muros" im Sinne der "Konsenslösung" zu betrachten. Ferner hat der Beschwerdeführer weder behauptet noch dargetan, dass er im Rahmen des Pikettdienstes derart häufig zu effektiven Arbeitseinsätzen herangezogen worden wäre, dass der Pikettdienst schon deswegen gesamthaft als Arbeitszeit gelten müsse.