Citation: U 362/06 04.07.2007 E. 4.2

4.2.1 Die Beschwerdeführerin erachtet die dargelegten Schilderungen des Geschehens als widersprüchlich und beruft sich auf die Beweismaxime der "Aussagen der ersten Stunde", wonach bei einem nachträglichen Wechsel einer Sachverhaltsdarstellung derjenigen, welche kurz nach dem Unfall gemacht worden sei, ein grösseres Gewicht zukomme als jener, welche erst nach Kenntnis einer Ablehnungsverfügung des Versicherers erfolgte. Es sei bei der Würdigung demnach nur von einem "Lauf mit dem Ball auf das Tor" und nicht von einem "Spurt auf das Tor" auszugehen. Der Beweis eines äussern schädigenden Faktors auf den Körper sei demnach nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erbracht. 4.2.2 Entgegen der beschwerdeführerischen Argumentation ist in der Sachverhaltsdarstellung des Versicherten kein Widerspruch zu erkennen. Beim "Lauf" beziehungsweise "Spurt" eines ballbesitzenden Spielers auf das Tor handelt es sich um sprachliche Nuancen, nicht aber um eine Schilderung, die verschiedene rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen könnte. Vorliegend hat sich der Versicherte selbst am Rechtsstreit zwischen der Kranken- und der Unfallversicherung nicht beteiligt, sodass versicherungsrechtliche Überlegungen bei seinen Schilderungen keine Rolle spielen. Indessen überzeugt seine Darstellung, dass ein Fussballer, der angespielt wird, sich möglichst rasch dem gegnerischen Tor nähert und dabei versucht den Ball zu kontrollieren. Bei der Ballannahme wird er in der Regel (auf einem Bein) stehen und sich danach möglichst schnell in Bewegung setzen, wobei die Konzentration sich einerseits auf den Ball, anderseits aber auch auf die eigenen und gegnerischen Mitspieler richtet. Die beschriebene sportliche Aktivität beinhaltet somit eine Vielzahl nicht alltäglicher Bewegungen wie Ausbalancieren des Gleichgewichts, Ballkontrolle mit einem Fuss, Rennen etc., denen ein gewisses Gefahrenpotenzial innewohnt. Das durch die Judikatur näher umschriebene Erfordernis des äusseren schädigenden Faktors bei Änderung der Körperlage (Erw. 3 hievor) ist somit erfüllt und insgesamt auf ein unfallähnliches Ereignis zu erkennen. Dafür genügt es bereits, wenn sich jemand beim Versuch, vom Stand in die Laufbewegung überzugehen, verletzt (vgl. Urteil S. vom 21. November 2006 Erw. 3.2.1, U 398/06). 4.2.3 Was die Beschwerdeführerin dagegen vorbringt ist nicht behelflich. Insbesondere ist es im Anwendungsbereich von Art. Art. 6 Abs. 2 UVG in Verbindung mit Art. 9 Abs. 2 UVV nicht erforderlich, dass der Betroffene einen eigentlichen Fehltritt mit einem Abknicken des Fusses/Knöchels macht, da dann bereits von einem Unfall im Rechtssinne (Art. 4 ATSG) auszugehen ist.