Citation: 2C_925/2020 E. 4.4.2

4.4.2. Das Bezirksgericht Bremgarten verurteilte den Beschwerdeführer am 13. Dezember 2018 wegen versuchter schwerer Körperverletzung zu einer bedingten Haftstrafe von 24 Monaten unter Ansetzung einer Probezeit von drei Jahren. Das mündlich eröffnete Strafurteil erging ohne schriftliche Begründung und es liegen zum Verschulden keine strafrechtlichen Erwägungen vor. Die Vorinstanz zog in der Folge zur Beurteilung des ausländerrechtlichen Verschuldens die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten vom 23. Juli 2018 bei. Gemäss dieser kam es am 17. Juni 2016 zu einem Streit am Arbeitsplatz des Beschwerdeführers, wobei es um das Ausschalten des Pizzaofens ging. Anlässlich dieser Auseinandersetzung stach der Beschwerdeführer einem weiteren Mitarbeiter der Pizzeria ein Messer in den Rücken. Das Opfer erlitt eine Stichwunde am unteren Rippenthorax und Schnitte an den Fingern. Eine vom Stichkanal und/oder dem Einstichwinkel am Rücken des Opfers abweichende und tiefer reichende Stichverletzung hätte an der gleichen Stelle die Brusthöhle eröffnen und in der Folge an der Lunge lebensgefährliche oder tödliche Verletzungen verursachen können. Durch die Verletzung eines Blutgefässes hätte es auch zu einem lebensgefährlichen oder tödlichen Blutverlust kommen können oder zu einer schweren Verletzung der Niere beziehungsweise der Nierenkapsel.