Citation: U 488/05 20.10.2006 E. 2

Streitig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdegegner für die Folgen des Unfalls vom 30. April 1997 über den 31. Dezember 2003 hinaus Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung hat. 2.1 Auf Grund der Akten steht fest, dass der Beschwerdegegner beim Auffahrunfall vom 30. April 1997 eine Distorsion der HWS in Form eines so genannten Schleudertraumas (Peitschenhiebverletzung, Whiplash injury) erlitten hat. Im Anschluss an den Unfall ist denn auch zumindest teilweise das typische Beschwerdebild (hier Kopf- und Nackenschmerzen, Schwindel, später auch Schlaf- und Konzentrationsstörungen) nach solchen Verletzungen aufgetreten (vgl. BGE 117 V 360 Erw. 4b). Unbestritten ist sodann, dass die weiter bestehenden Beschwerden (Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations-, Seh- und Schlafstörungen, Müdigkeit) jedenfalls im Sinne einer Teilkausalität auf den Unfall zurückzuführen sind, was zur Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs genügt (BGE 119 V 338 Erw. 1 in fine mit Hinweis). Streitig ist lediglich, ob auch die Adäquanz des Kausalzusammenhangs gegeben ist, was von der Vorinstanz und dem Beschwerdegegner bejaht, von der Beschwerdeführerin dagegen verneint wird. 2.2 Vom Beschwerdegegner wird zu Recht nicht mehr geltend gemacht, es lägen organisch nachweisbare Unfallfolgen vor, welche eine spezifische Adäquanzprüfung entbehrlich machten. Weder hinsichtlich des diagnostizierten zervikozephalen und zervikobrachialen Schmerzsyndroms noch in Bezug auf den geklagten Tinnitus sowie die neuropsychologischen und psychischen Beeinträchtigungen bestehen objektiv nachweisbare Unfallfolgen. Die klinisch festgestellte Einschränkung der HWS-Beweglichkeit stellt keinen solchen Befund dar, wohl aber die nicht unfallbedingten degenerativen Veränderungen. Bei dem von PD Dr. med. K._______ in Betracht gezogenen postkontusionellen Syndrom/organischen Psychosyndrom nach Schädel-Hirntrauma (ICD-10: F07.2) handelt es sich lediglich um eine Verdachtsdiagnose. Aus den unfallzeitlichen Akten ergeben sich keine Anhaltspunkte für eine Amnesie und ausser leichtem Schwindel und Benommenheit/Verwirrtheit auch keine Hinweise auf Bewusstseinsstörungen. Zudem gelangt auch PD Dr. med. K._______ zum Schluss, dass sich die Symptomatik weitgehend mit dem depressiven Syndrom überschneide, welches in Übereinstimmung mit Frau Dr. med. E.________ als posttraumatische Anpassungsstörung (ICD-10: F43.1) zu qualifizieren sei (Gutachten vom 16. April 2003). 2.3 Die Parteien stimmen des Weiteren darin überein, dass die Adäquanzprüfung nach den für Schleudertraumen und schleudertraumaähnliche Verletzungen der HWS (BGE 117 V 359) und nicht nach den für psychische Unfallfolgen (BGE 115 V 133) geltenden Regeln zu erfolgen hat. Zu einer anderen Beurteilung besteht kein Anlass. Auch wenn nach den medizinischen Akten psychische und psychosoziale Faktoren eine wesentliche Rolle gespielt haben, kann nicht gesagt werden, dass die psychische Problematik bereits kurz nach dem Unfall eindeutige Dominanz aufgewiesen hat und im Verlauf der ganzen Entwicklung vom Unfall bis zum Beurteilungszeitpunkt die physischen Beschwerden nur eine sehr untergeordnete Rolle gespielt haben (BGE 123 V 99 Erw. 2a, RKUV 2002 Nr. U 465 S. 437 [Urteil W. vom 18. Juni 2002, U 164/01]).