Citation: 8C_469/2024 E. 6.1

6.1. Auch wenn letztlich ungeklärt blieb, was bezüglich der gegenseitigen Lohnvorstellungen besprochen wurde, lässt sich auch unter der Annahme, dass das Angebot der B.________ AG lediglich Fr. 75'000.- betragen habe, keine Unzumutbarkeit der Stelle begründen. Gemäss kantonalem Gericht wurde mit diesem Betrag die massgebliche Schwelle von 70 % des versicherten Verdienstes gemäss Art. 16 Abs. 2 lit. i AVIG nicht unterschritten, was insoweit beschwerdeweise nicht bestritten wird. Entgegen dem Beschwerdeführer lag er auch nicht unter dem GAV-Mindestlohn, sodass die Stelle praxisgemäss ebenfalls als unzumutbar zu qualifizieren wäre (BGE 124 V 62). Inwiefern die vorinstanzliche Ermittlung des entsprechenden Jahresgehalts von Fr. 66'842.10 mittels der Datenbank der Gesamtarbeitsverträge (www.gav-service.ch) offensichtlich unrichtig sein sollte, lässt sich nicht erkennen. Dabei ist neben dem Alter und der für gelernte Bau-Facharbeiter anzuwendenden Lohnklasse Q insbesondere auch zu berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer seine Berufslehre erst kurz zuvor, im Jahr 2021, abgeschlossen hatte, was unbestritten ist. Nach Art. 43 des Bundesratsbeschlusses über die Allgemeinverbindlicherklärung des Landesmantelvertrags für das Bauhauptgewerbe vom 10. November 1998 (abrufbar unter: https://www.seco.admin.ch/ seco/de/home/Arbeit/Personenfreizugigkeit_Arbeitsbeziehungen/Gesamtarbeitsvertraege_Normalarbeitsvertraege/Gesamtarbeitsvertraege_Bund/ Allgemeinverbindlich_erklaerte_Gesamtarbeitsvertraege/Bauhauptgewerbe.html; besucht am 26. März 2025) kann der Basislohn im 2. Jahr nach Lehrabschluss zulässigerweise um maximal 10 % gesenkt werden. Damit lässt sich insgesamt nicht beanstanden, dass die Vorinstanz trotz eines unter dem bisherigen Verdienst liegenden Angebots der potentiellen neuen Arbeitgeberin von der Zumutbarkeit der Stelle ausging und den Einstellungstatbestand mangels Zusage des Beschwerdeführers als erfüllt erachtete.