Citation: 6B_141/2022 E. 1.4.2

1.4.2. Der Anklagesachverhalt betreffend den Vergewaltigungsvorwurf umschreibt gestützt auf die Angaben der Beschwerdegegnerin 2 die Zeit der vorgeworfenen Tathandlung so genau, wie dies im vorliegenden Fall rückblickend möglich war. Der Tatvowurf wird hinsichtlich Ort (eheliche Wohnung, Gästezimmer) und Tatumstände sowie -vorgehen detailliert beschrieben und konkretisiert (vgl. Anklageschrift; kantonale Akten, Untersuchungsakten act. 1 S. 2 f.). Angesichts der zwischen der Tat und der Anzeigeerstattung vergangenen Zeit von mehreren Jahren ist nachvollziehbar, dass die genaue zeitliche Einordnung des Ereignisses Schwierigkeiten bereitet. Indem der Tatvorwurf auf eine bestimmte Jahreszeit im Jahre 2015 und einen spezifischen Wochentag eingegrenzt wurde, verletzt die Vorinstanz vor dem Hintergrund der oben dargestellten Rechtsprechung zu den Anforderungen an die Anklageschrift hinsichtlich der Tatzeit bei Sexualdelikten kein Bundesrecht, wenn sie trotz der wenig präzisen Zeitangabe die Umgrenzungs- und Informationsfunktion der Anklageschrift in einer Weise erfüllt erachtet, die es dem Beschwerdeführer ermöglichte, sich effektiv zu verteidigen. Es ist im übrigen keine Frage der Verletzung des Anklageprinzips, ob sich die Tatzeit angesichts verschiedener Angaben der Beschwerdegegnerin 2 beweismässig erstellen lässt, sondern eine Frage der Beweiswürdigung. Die Rüge erweist sich als unbegründet.