Citation: 6B_936/2019 E. 8.4.2

8.4.2. Kein Bundesrecht verletzt das angefochtene Urteil schliesslich hinsichtlich der Festsetzung der Entschädigung der Verteidigung für das zweitinstanzliche Verfahren. Die beschuldigte Person kann zwar gemäss Art. 127 Abs. 2 StPO durchaus zwei oder mehrere Personen als Rechtsbeistand beiziehen, soweit dadurch das Verfahren nicht ungebührlich verzögert wird. Es steht der beschuldigten Person auch frei, im Berufungsverfahren die Verteidigung auszuwechseln. Ob ein Wechsel der Verteidigung im vorliegenden Fall angezeigt bzw. die erstinstanzliche Verteidigung mangelhaft war, muss hier nicht beurteilt werden. Die Vorinstanz nimmt in diesem Kontext jedenfalls zu Recht an, dass die Kosten des durch den Verteidigerwechsel entstandenen Mehraufwandes nicht unbesehen zu Lasten des Staates gehen können. Dies gilt insbesondere insofern, als sich im Berufungsverfahren zwei Anwälte in die umfangreichen Akten einarbeiten mussten. Denn der Beizug einer Verteidigung und der von ihr betriebene Aufwand müssen gemäss Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO angemessen sein (BGE 138 IV 197 E. 2.3.4). Inwiefern hierin eine Verletzung des Grundsatzes der Waffengleichheit liegen soll, ist nicht ersichtlich. Zudem durfte sich die Vorinstanz für die Bemessung des Aufwands für die Einarbeitung der neuen Verteidigung ohne Weiteres an demjenigen des früheren Verteidigers für das erstinstanzliche Hauptverfahren orientieren, was in etwa der Aufstellung des Verteidigers für die Bemühungen im Zusammenhang mit den strafrechtlichen Aspekten des Berufungsverfahrens entspricht. Die Zusprechung einer reduzierten Entschädigung für das Berufungsverfahren von CHF 17'000.-- ist daher nicht zu beanstanden. Jedenfalls ist nicht ersichtlich, dass die Vorinstanz insofern ihren Spielraum des Ermessens klarerweise überschritten hätte.