Citation: 9C_574/2022 E. 4.2

4.2. Es steht fest und ist unbestritten, dass die Verfügung vom 28. Oktober 2016 nicht mit eingeschriebener Post versendet wurde, so dass sich deren Empfang durch den Versicherten nicht direkt nachweisen lässt. Gemäss den grundsätzlich verbindlichen vorinstanzlichen Sachverhaltsfeststellung ist indessen dennoch davon auszugehen, dass ihm diese Verfügung zugegangen und ihm somit korrekt eröffnet wurde. Dabei hat das kantonale Gericht namentlich erwogen, es erscheine unwahrscheinlich, dass eine versicherte Person, welche sich bei der Invalidenversicherung angemeldet habe, aber nichts von der Leistungsablehnung wisse, sich erneut anmelde, ohne sich zunächst zumindest danach zu erkundigen, wann mit der Erledigung ihres ersten Leistungsgesuchs gerechnet werden könne. Was der Beschwerdeführer gegen diese Feststellungen vorbringt, vermag sie nicht als willkürlich oder sonstwie bundesrechtswidrig erscheinen zu lassen. Die Tatsache, dass das Anmeldeformular vom 19. April 2016 seine Unterschrift trägt, legt Nahe, dass er Versicherte von der ersten Anmeldung wusste. Als reichlich konstruiert erscheint das Vorbringen, wonach die Anmeldung von der Case-Managerin der SWICA vorgenommen wurde und er nichts von ihr wusste, würde doch dies bedeuten, dass ihm das Formular gleichsam zur Unterschrift untergeschoben wurde. Entgegen seinen Ausführungen kann indessen auf Weiterungen zu dieser Sachverhaltsdarstellung verzichtet werden. Diese würde zwar erklären, weshalb sich der Versicherten vor der zweiten Anmeldung nicht nach der ersten erkundigte, gleichzeitig wäre aber damit auch die Gültigkeit der ersten Anmeldung zu verneinen. Handelte es sich aber beim Formular vom 19. April 2016 um eine ohne seinen Willen eingereichte Scheinanmeldung, so wäre bereits aus diesem Grund für die Berechnung des Rentenbeginns nach Art. 29 Abs. 1 IVG das Datum der ersten gültigen Anmeldung, mithin der 15. Mai 2019 einzusetzen. Somit wäre letztlich auch bei einem Abstellen auf die Sachverhaltsdarstellung des Versicherten die vorinstanzliche Betrachtungsweise im Ergebnis zu bestätigen.