Citation: 6B_207/2022 E. 1.4

1.4. Die Vorinstanz bejaht knapp einen schweren persönlichen Härtefall i.S.v. Art. 66a Abs. 2 StGB. In ihrer Härtefallprüfung erwägt sie, der Beschwerdegegner, Jahrgang 1996, sei in Mazedonien geboren und habe dort bis zum Alter von 12 Jahren gelebt. Sein Vater habe damals bereits in der Schweiz gelebt, weshalb der Beschwerdegegner in Mazedonien bei seinem Onkel aufgewachsen sei und dort fünf Jahre die Schule besucht habe. Danach sei er im Rahmen des Familiennachzugs ebenfalls in die Schweiz gekommen, wo er die Schule ab der 5. Klasse besucht habe. Er sei mittlerweile seit 13 Jahren in der Schweiz und habe hier mithin mehr als die Hälfte seines Lebens, einen Teil seiner Kindheit und vor allem die gesamte in der Regel lebensprägende Adoleszenz in der Schweiz verbracht (angefochtenes Urteil S. 132). Mit Blick auf die familiären und sozialen Verhältnisse des Beschwerdegegners führt die Vorinstanz aus, er stehe in engem Kontakt zu seiner Mutter und seinem Bruder, welche in der Schweiz leben würden und bei welchen er teilweise auch wohne. Sein Vater sei im November 2020 verstorben. Im Übrigen pflege er Kontakt zu einer Handvoll Kollegen und habe sporadisch Kontakt zu ein paar Angehörigen der Familie seines Vaters in der Schweiz. Er habe hier jedoch weder eine Freundin noch eine eigene Familie gegründet. Hobbymässig spiele er Fussball, phasenweise auch in einem entsprechenden Verein. Insgesamt sei durchaus von einer sozialen Einbindung und Integration in der Schweiz auszugehen. Auch in beruflicher Hinsicht habe eine gewisse Integration in den Schweizer Arbeitsmarkt stattgefunden. Er habe die Lehre als Metallbaupraktiker abgeschlossen, habe im Rahmen von temporären Anstellungen in den letzten Jahren weitgehend seinen Lebensunterhalt selber bestreiten können und sei seit einiger Zeit in einem 100 % Pensum als Sicherheitsangestellter tätig. Er habe seine Schulden weitestgehend getilgt, die verbleibende Restschuld arbeite er nun noch mit Ratenzahlungen ab (angefochtenes Urteil S. 132 f.). Schliesslich hält die Vorinstanz fest, der Beschwerdegegner verfüge über die Niederlassungsbewilligung C und spreche fliessend Deutsch und Albanisch. Er beherrsche die albanische Sprache sowohl mündlich als auch schriftlich und sei mit der Kultur seines Heimatlands vertraut. Seine Chancen auf eine Wiedereingliederung in Mazedonien seien in beruflicher Hinsicht demnach zwar einigermassen intakt, in sozialer Hinsicht jedoch erschwert (angefochtenes Urteil S. 133).