Citation: 6B_538/2024 E. 8.3

8.3. Dem Vorbringen des Beschwerdeführers, wonach bei einem Stich mit einem Messer mit relativ kurzer Klinge von einer einfachen Körperverletzung auszugehen sei, ist mit Blick auf die vorerwähnte Rechtsprechung nicht zu folgen. Zunächst ist darauf hinzuweisen, dass nach dem für das Bundesgericht verbindlichen Sachverhalt (vgl. Art. 118 BGG) eine Klingenlänge von 4 bis 5 cm erwiesen ist (vgl. oben E. 7.1). Weiter ist nach dem von der Vorinstanz dargelegten Tatgeschehen von einem wuchtigen Stich mit einem Schweizer Taschenmesser in den Bereich des hinteren Brustkorbes, der Unkontrollierbarkeit des präzisen Einstichortes, einem Überraschungseffekt auf Seiten des Opfers sowie Unklarheit über allfällige Abwehrbewegungen auszugehen. Ferner stellte die Vorinstanz auf das eingeholte rechtsmedizinische Gutachten ab. Darin wird festgehalten, dass Angriffe gegen den Brustkorb mit einem scharfen Gegenstand wie einem Messer lebensbedrohliche Verletzungen, wie beispielsweise ein Spannungspneumothorax oder Verletzungen von Blutgefässen, der Lunge oder des Herzens, verursachen können. Anhand der dargelegten Umstände konnte die Vorinstanz ohne Weiteres von einem hohen Risiko lebensbedrohlicher bzw. dauerhaft schädigenden Verletzungen ausgehen. Letztlich hing es vom Zufall ab, welche Verletzungen das Opfer tatsächlich erlitt. Sofern sich der Beschwerdeführer auf das Verletzungsbild bezieht, ist darauf hinzuweisen, dass ihm nicht eine vollendete, sondern lediglich eine versuchte eventualvorsätzliche schwere Körperverletzung vorgeworfen wird. Entscheidend ist demnach nicht, welche Verletzungen das Opfer letztlich erlitt, sondern welche Folgen der Beschwerdeführer aufgrund seiner Schnittbewegung für möglich gehalten und in Kauf genommen hat (vgl. Urteil 6B_464/2017 vom 7. August 2017 E. 1.4 mit Hinweisen). Weder die vom Beschwerdeführer vorgebrachte, relativ kurze Klingenlänge noch der Umstand, dass es sich um einen und nicht um mehrere Stiche handelte, stehen der Qualifikation der Tat als versuchte schwere Körperverletzung entgegen. Die vom Beschwerdeführer geltend gemachte Rechtsverletzung erweist sich als unbegründet.