Citation: 5D_18/2024 E. 3

Das Kantonsgericht hat das Vorliegen eines Verfügungsanspruches im Sinn von Art. 261 Abs. 1 lit. a ZPO verneint. Die Beschwerdeführerin könne ihre geltend gemachten Ansprüche erstens nicht auf Art. 602 ZGB stützen, weil dessen Abs. 2 nur bestimme, wie über Verwaltungshandlungen zu entscheiden sei, ohne dass aber eine klagbare Mitwirkungspflicht einzelner Miterben statuiert würde. Zweitens lasse sich aus dem Grundsatz der Naturalzuteilung nichts zugunsten der Beschwerdeführerin ableiten, da sich auch hieraus kein Anspruch auf Mitwirkung ergebe. Drittens könne die Beschwerdeführerin ihre Ansprüche ebenso wenig auf die Sicherungsmassregeln von Art. 551 ff. ZGB abstützen; zum einen wäre das Kreisgericht hierfür gemäss Art. 82 EG ZGB/SG sachlich gar nicht zuständig und zum anderen liesse sich daraus ohnehin kein Anspruch auf die beantragten vorsorglichen Massnahmen ableiten, denn selbst wenn die zuständige Behörde als Sicherungsmassnahme die Bewachung der Liegenschaft in Spanien anordnen würde, wäre die Beschwerdegegnerin nicht zur Mitwirkung daran verpflichtet und allfällige Kosten wären als Erbgangsschulden durch den Nachlass selbst, nicht durch die Erbinnen zu tragen.