Citation: 6B_62/2010 06.04.2010 E. 2

2.1 Die Vorinstanz nimmt an, die beiden Bescheinigungen der Beschwerdegegnerin 2 vom 14. Mai und 3. Oktober 2008 seien insbesondere aus der Sicht der Motivlage, wie sie im Schreiben vom 3. Oktober 2008 geschildert werde, nicht nachvollziehbar (angefochtenes Urteil S. 9). Die Schriftstücke vermöchten für sich allein nicht den Beweis dafür zu erbringen, dass die Beschwerdegegnerin 2 im Strafverfahren nicht die Wahrheit gesagt habe. In der in Anwesenheit des Beschwerdeführers durchgeführten Einvernahme vom 6. Mai 2009 habe die Beschwerdegegnerin 2 den Inhalt der schriftlichen Erklärungen nicht bestätigt. Es habe zwar nicht restlos geklärt werden können, aus welchem Grund sie die Dokumente abgefasst habe. Inwiefern Angst, Druckversuche oder eine psychische Notlage deren Verfassen begünstigt hätten, sei aber letztlich nicht von Belang, da die Beschwerdegegnerin 2 den Inhalt der beiden Schreiben glaubhaft widerrufen habe. Die Beschwerdegegnerin 2 habe dem Beschwerdeführer wohl auf unbeholfene und unbedachte Weise helfen wollen. Unvernünftiges Verhalten allein rechtfertige aber noch nicht die Anordnung eines Glaubwürdigkeitsgutachtens. Es bestünden denn auch keine ernstzunehmenden Zweifel am Kerngehalt der zu beurteilenden Aussagen der Beschwerdegegnerin 2. Insgesamt gelangt die Vorinstanz zum Schluss, der geltend gemachte Revisionsgrund sei mit dem Widerruf des Inhalts der beiden Schreiben durch die Beschwerdegegnerin 2 dahingefallen (angefochtenes Urteil S. 10 ff.). 2.2 Der Beschwerdeführer rügt eine offensichtlich unrichtige Feststellung des Sachverhalts sowie eine Verletzung seines Anspruchs auf rechtliches Gehör. Er bringt vor, die Schreiben der Beschwerdegegnerin 2 seien geeignet, die tatsächlichen Grundlagen des obergerichtlichen Urteils zu erschüttern. Werde diesen Schreiben Glauben geschenkt, wäre ein Freispruch sehr wahrscheinlich. Die Vorinstanz habe aber die Bestätigung der Richtigkeit der Schreiben durch die Beschwerdegegnerin 2 verlangt. Diese habe aus Angst vor den möglichen strafrechtlichen und finanziellen Folgen den Inhalt der Schreiben in der Befragung als Auskunftsperson widerrufen. Die Aussagen in den beiden Dokumenten seien aber auch für sich allein geeignet, die tatsächlichen Grundlagen des Strafurteils zu erschüttern. Die Vorinstanz habe bei der Würdigung der Aussagen der Beschwerdegegnerin 2 nicht berücksichtigt, dass diese sich gemäss Art. 303 StGB strafbar gemacht hätte, wenn sie an den schriftlichen Widerrufen ihrer belastenden Aussagen festgehalten hätte. Ausserdem hätte sie den Anspruch auf die zugesprochene Genugtuung verloren. Aufgrund der vielen, auch von der Vorinstanz erkannten Widersprüche in den Aussagen und im Verhalten der Beschwerdegegnerin 2 hätte diese jedenfalls mit den beantragten Personen konfrontiert werden und hätte ein Glaubwürdigkeitsgutachten eingeholt werden müssen (Beschwerde S. 5 ff.).