Citation: 6B_882/2024 E. 4.3.3

4.3.3. Die Vorinstanz sieht in den beiden in der Ostschweiz lebenden Schwestern den einzigen Bezugspunkt des im Jahr 2020 in die Schweiz eingereisten Beschwerdeführers zur Schweiz, was von diesem nicht beanstandet wird. Bei einer der Schwestern lebt der Beschwerdeführer seit seiner Haftentlassung am 17. Juli 2024. Zwar fallen Beziehungen zwischen nahen Verwandten wie Geschwistern oder Tanten und Nichten bei hinreichender Intensität auch in den Schutzbereich von Art. 8 EMRK (BGE 135 I 143 E. 3.1; BGE 120 Ib 257 E. 1d), doch muss in diesem Fall zwischen der über ein gefestigtes Anwesenheitsrecht verfügenden Person und dem von der Landesverweisung betroffenen Ausländer ein über die üblichen familiären Beziehungen bzw. emotionalen Bindungen hinausgehendes besonderes Abhängigkeitsverhältnis bestehen (vgl. dazu BGE 144 II 1 E. 6.1 mit diversen Hinweisen). Das Zusammenleben in einem gemeinsamen Haushalt allein genügt nicht. Wohl bringt der Beschwerdeführer vor, er sei von seiner Schwester abhängig, um "clean" zu bleiben, und diese brauche ihn für die Mitbetreuung ihres Kindes und die Bezahlung der Miete. Darauf kann jedoch nicht weiter eingegangen werden, weil weder ersichtlich noch geltend gemacht ist, dass er dies bereits vor der Vorinstanz vorgebracht hätte oder es sich dabei um ein zulässiges Novum (vgl. Art. 99 BGG) handeln soll (vgl. Art. 105 Abs. 1 BGG). Aus der festgestellten hauptsächlichen Arbeitslosigkeit schliesst die Vorinstanz sodann zu Recht auf eine mangelnde berufliche und wirtschaftliche Integration. Der dagegen erhobene Einwand des Beschwerdeführers, er habe nach seiner Haftentlassung nicht nur eine Temporäranstellung gefunden, sondern sei mittlerweile sogar wieder festangestellt, muss als echtes Novum unberücksichtigt bleiben (vgl. Art. 99 BGG). Schliesslich hat er weder die prägenden Kindheits- bzw. Jugendjahre hier verbracht noch liegt eine lange Aufenthaltsdauer vor. Entsprechend fällt auch nicht wesentlich ins Gewicht, dass er, wie geltend gemacht, während des grössten Teils seines Aufenthalts in der Schweiz strafrechtlich nicht in Erscheinung getreten ist. Dass eine Rückkehr nach Italien (ins Südtirol), wo seine Eltern wohnen, bei welchen er gemäss eigenen Angaben vor seiner Einreise in die Schweiz lebte und wo er verschiedene Ausbildungen absolvierte, unzumutbar sein soll, vermag der Beschwerdeführer mit seinem Vorbringen, dies werde ihn mit Sicherheit wieder "in den Drogensumpf abdriften lassen", nicht darzulegen. Ein schwerer persönlicher Härtefall liegt nicht vor. Damit erübrigt sich auch eine Interessenabwägung im Sinne von Art. 66a Abs. 2 StGB und auf die diesbezüglichen Rügen des Beschwerdeführers ist nicht einzugehen.