Citation: I 118/01 23.08.2001 E. 3

3.- a) Die Beschwerdeführerin hat nachgewiesen, dass die von ihr im September 1999 am College X._______ of Chinese Medicine in England in Angriff genommene Ausbildung zur Akupunkteurin, welche nicht auf chinesischer, sondern auf japanisch-koreanischer Lehre und Tradition beruht, in der Schweiz nicht gelehrt wird. Es gibt in der Schweiz lediglich fünf Akupunkteure, welche die Akupunktur auf dieser Grundlage praktizieren, aber keine entsprechende Ausbildungsstätte (Bestätigungen des Josef Müller vom 28. Mai 1999 und des Peter Mole [undatiert]). Einer Übernahme der Kosten der Ausbildung am College X._______ of Chinese Medicine in England zur Akupunkteurin steht daher nicht schon der Umstand entgegen, dass die Beschwerdeführerin diese Ausbildung in England absolviert. b) Die Beschwerdeführerin hat die Ausbildung zur Naturheilpraktikerin an der Schule für klassische Naturheilkunde Zürich im Juli 1999 nach fast vier Jahren abgebrochen, nachdem sie vier Diplomprüfungen mit sehr gutem Erfolg abgelegt hatte und im November 1998 im Kanton Appenzell A.Rh. die Zulassungsprüfung für Heilpraktiker bestanden und damit die Voraussetzungen für die Erlangung einer Praxisbewilligung in diesem Kanton erfüllt hatte. Wie dargelegt (Erw. 2b/bb), stünde der Beschwerdeführerin ein Anspruch auf eine ergänzende Umschulungsmassnahme in Form der in Angriff genommenen Ausbildung zur Akupunkteurin nach Massgabe der japanisch-koreanischen Lehre und Überlieferung nur zu, wenn klar voraussehbar wäre, dass sie gestützt auf die Naturheilpraktikerausbildung nicht ein Erwerbseinkommen erzielen könnte, das mit demjenigen in ihrem früheren Beruf als Coiffeuse nicht vergleichbar wäre. Davon kann keine Rede sein. Denn der Beschwerdeführerin stand schon gestützt auf den im November 1998 erreichten Ausbildungsstand die Möglichkeit offen, im Kanton Appenzell A.Rh. eine eigene Naturheilpraxis zu eröffnen oder in einer solchen als Assistentin zu arbeiten. Nach Abschluss der Ausbildung an der Schule für klassische Naturheilkunde Zürich hätte sie überdies ihre Diätetik-Ausbildung (102 Stunden) mit einer spezifischen Zusatzausbildung von 50 Stunden vervollständigen und so die Voraussetzungen für die Aufnahme in das Erfahrungsmedizinische Register (EMR) erfüllen können. Damit hätte sie die Berechtigung erlangt, als anerkannte Diät-Therapeutin zu Lasten der dem EMR angeschlossenen Krankenversicherer, welche rund 80 % der obligatorisch Versicherten versichern, tätig zu sein. Es ist notorisch, dass die Beschwerdeführerin sowohl in der einen wie der anderen paramedizinischen Tätigkeit ein Einkommen hätte erzielen können, welches dasjenige einer Coiffeuse übertroffen hätte, zumal die Einkommen von angestellten Coiffeusen zusammen mit denjenigen im Gastgewerbe und im Detailhandel zu den tiefsten überhaupt gehören (vgl. Schweizerische Lohnstrukturerhebung 1998 des Bundesamtes für Statistik, Tabelle A 1 Ziff. 52, 55 und 93). c) Schliesslich hat die Vorinstanz auch das Erfordernis der annähernden Gleichwertigkeit der beanspruchten Ausbildung zur Akupunkteurin im Vergleich zum ursprünglichen Beruf als angestellte Coiffeuse zu Recht als nicht mehr gegeben erachtet. Das Eidgenössische Versicherungsgericht hat unter diesem Gesichtspunkt unter anderem einen Anspruch auf Umschulung eines Landwirtes zum Ingenieur-Agronom (EVGE 1965 S. 42), eines Maurers zum Berufs- und Instrumentenflugpiloten (nicht publiziertes Urteil D. vom 18. Dezember 1992, I 123/91) oder zum Management-Diplominhaber (nicht publiziertes Urteil E. vom 6. Juli 1994, I 157/93) und einer Nurse zur Maturandin/Akademikerin (nicht veröffentlichtes Urteil H. vom 3. November 1988, I 293/88) verneint. In analoger Weise kann auch im vorliegenden Fall der qualitative Stellenwert (vgl. oben Erw. 2a/bb) des von der Beschwerdeführerin angestrebten Berufes als von den Krankenversicherern anerkannte Akupunkteurin nicht mehr als mit ihrem früheren Coiffeuse-Beruf annähernd gleichwertig eingestuft werden. Es erübrigt sich daher die Überprüfung des von der Vorinstanz in nicht rechtskonformer Weise (vgl. BGE 117 V 284 Erw. 4c und 286 Erw. 5a; RKUV 1994 Nr. U 200 S. 269 Erw. 2b) - durch Einholung telefonischer Auskünfte - durchgeführten Einkommensvergleiches.