Citation: I 117/02 05.07.2002 E. 3

3.- a) Auf Grund des Rückweisungsentscheides vom 30. August 1999 hat die IV-Stelle ergänzende Abklärungen hinsichtlich einer allfälligen Verschlechterung des Gesundheitszustands in der Zeit nach Erlass der ursprünglichen Verfügung vom 19. Juli 1996 vorgenommen. Im Gutachten der Klinik Y.________ vom 20. März 2000 wird ausgeführt, es bestehe gegenüber der Untersuchung vom Mai 1996 ein im Wesentlichen unveränderter Befund eines chronifizierten sensomotorischen radikulären Ausfallsyndroms S1 rechts als Folge einer neuroradiologisch nachgewiesenen Diskushernie L5/S1 rechts. Die sensomotorischen Ausfälle seien für den Versicherten nicht wesentlich einschränkend. Im Vordergrund stehe unverändert das bereits früher beschriebene Schmerzsyndrom, welches nach einer vorübergehenden Exazerbation im Juli/August 1996 ebenfalls keine wesentliche Zunahme zeige, wie der Versicherte selbst angebe. Zu den Schmerzen sei zu bemerken, dass diese den Versicherten bei einer normalen Arbeit sicher erheblich einschränkten. Wünschbar wäre eine wechselbelastende Tätigkeit, bei welcher regelmässig Arbeitspausen eingelegt werden könnten. Ergänzend müsste eine Schmerzmedikation durchgeführt werden, was vom Versicherten bisher aber abgelehnt worden sei. Zur Arbeitsfähigkeit wird festgestellt, als Goldschmied mit fast ausschliesslich sitzender Tätigkeit werde der Versicherte nicht mehr arbeiten können. Als Gärtner mit leichten Tätigkeiten könne im Idealfall eine Arbeitsfähigkeit von rund 40 %, maximal 50 % erreicht werden, sofern der Versicherte seine Arbeit selbst einteilen und nach jeweils 1½ bis 2 Stunden eine Arbeitspause einlegen könne. Dass er, wie im Gutachten des Spitals X.________ vom 28. Mai 1996 angenommen werde, längerfristig eine Arbeitsfähigkeit von 50 % - 70 % erreichen könnte, sei nicht anzunehmen. b) Entgegen den Ausführungen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde lässt sich dem Gutachten vom 20. März 2000 weder eine wesentliche Verschlechterung des Gesundheitszustands noch eine für den Rentenanspruch relevante Änderung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit ableiten. Im Gutachten der Klinik Y.________ wird auch bezüglich des Grades der Arbeitsunfähigkeit die Auffassung geäussert, dass sich die Verhältnisse seit Sommer 1996 nicht wesentlich verändert hätten. Die Beurteilung unterscheidet sich vom früheren Gutachten nur insofern, als die Prognose der Gutachter des Spitals X.________ vom 28. Mai 1996, wonach bei geeigneter Therapie eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit bis auf 70 % möglich sei, nicht bestätigt wird. Im Lichte des neuen Gutachtens besteht mithin kein Grund, die Arbeitsfähigkeit in einer dem Gesundheitsschaden angepassten körperlich leichten, wechselbelastenden Tätigkeit auf lediglich 40 % festzusetzen. Unter Berücksichtigung dessen, dass Gärtnerarbeiten nicht in allen Teilen als geeignet erscheinen, ist von einer Arbeitsfähigkeit von weiterhin 50 % in leidensangepasster, insbesondere wechselbelastender Tätigkeit auszugehen. Was der Beschwerdeführer dem entgegenhält, vermag zu keinem andern Schluss zu führen. Dafür, dass der Gutachter bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit von falschen Voraussetzungen ausgegangen wäre, fehlen jegliche Anhaltspunkte. Es trifft auch nicht zu, dass die Vorinstanz in unzulässiger Weise die positiven Auswirkungen einer medikamentösen Schmerzbehandlung berücksichtigt hätte. Abgesehen davon, dass das kantonale Gericht diesem Umstand lediglich die Bedeutung eines zusätzlichen Arguments beigemessen hat, ist eine solche Therapie nach übereinstimmender Auffassung der Gutachter des Spitals X.________ und der Klinik Y.________ indiziert und es kann davon eine Besserung der Beschwerden erwartet werden. Nachdem der Beschwerdeführer eine entsprechende Behandlung, welche ihm ohne weiteres zumutbar ist, bisher abgelehnt hat, rechtfertigt es sich, die zu erwartenden positiven Auswirkungen einer solchen Massnahme prognostisch in die Beurteilung einzubeziehen. Schliesslich besteht kein Grund zur Annahme, dass dem Beschwerdeführer auf dem in Betracht fallenden (ausgeglichenen) allgemeinen Arbeitsmarkt keine geeigneten Stellen offen stehen. Zwar ist seine Vermittlungsfähigkeit zufolge der gesundheitlich bedingten Einschränkungen (wechselbelastende Tätigkeit mit weitgehend selbstständiger Einteilung der Arbeitszeit und regelmässigen Arbeitspausen) erheblich beeinträchtigt. Es kann jedoch nicht gesagt werden, dass die Vermittlungsfähigkeit zufolge des Rückenleidens dermassen eingeschränkt ist, dass eine Verwertung der Restarbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen allgemeinen Arbeitsmarkt praktisch ausgeschlossen ist. Dem Beschwerdeführer steht trotz des Gesundheitsschadens noch ein verhältnismässig weiter Tätigkeitsbereich offen, in welchem er die restliche Arbeits- bzw. Erwerbsfähigkeit wirtschaftlich umsetzen kann. Es muss daher bei der Feststellung bleiben, dass die Zusprechung einer ganzen Rente ab 1. März 1996 zweifellos unrichtig war. Weil die Berichtigung zudem von erheblicher Bedeutung war (BGE 119 V 480 Erw. 1c mit Hinweisen), besteht die wiedererwägungsweise Herabsetzung der Rente zu Recht. Zu bestätigen ist auch der von der Vorinstanz in Anwendung von Art. 88bis Abs. 2 lit. a IVV auf den 1. September 1997 festgesetzte Zeitpunkt der Rentenherabsetzung (vgl. hierzu auch AHI 2000 S. 303 ff.).