Citation: 1A.75/2001 20.11.2001 E. 3

Der Beschwerdeführer stellt auch die Verhältnismässigkeit bzw. die wirtschaft-liche Tragbarkeit der Betriebszeitenbeschränkung in Frage. 3.1 Er wendet ein, es sei nicht geprüft worden, inwiefern die von ihm in die Wege geleiteten Selbsthilfemassnahmen eine wesentliche und letztlich genügende Verbesserung der Situation herbeigeführt hätten. Die fraglichen Massnahmen betreffen zunächst die Positionierung der Lautsprecher-Boxen im Lokal, die zu einer Verminderung der Schallausbreitung geführt haben sollen. Das Verwaltungsgericht hat sich dazu nicht geäussert, wohl weil die Schallausbreitung im Gebäude nicht das zentrale Problem darstellt. Weiter macht der Beschwerdeführer geltend, er beschäftige "um diese Zeit" (also offenbar zwischen halb vier und fünf Uhr) sogar einen zusätzlichen Türsteher, der auf die Ruhe ausserhalb des Lokals zu achten und Gäste in der Übergangszeit wegzuweisen habe. Abgesehen davon, dass der Beschwerdeführer damit einräumt, dass sich im fraglichen Zeitraum wartende Gäste vor seinem Lokal aufhalten und dabei Ruhestörungen verursachen können, hat das Verwaltungsgericht zu diesem Punkt überzeugend erwogen, es sei bekannt, dass Wirtinnen und Wirte nur einen sehr beschränkten Einfluss auf das Verhalten der Gäste vor und nach dem Lokalbesuch ausüben könnten. Mit dem Verwaltungsgericht lässt sich feststellen, dass eine mildere Massnahme als die verfügte Beschränkung der Öffnungszeit zur Beseitigung der übermässigen Ruhestörungen nicht ersichtlich ist. 3.2 Der Beschwerdeführer bestreitet die Wirksamkeit der angeordneten Beschränkung der Öffnungszeit. Ihm ist insofern recht zu geben, als diese Massnahme natürlich nicht bewirken wird, dass die üblichen Geräusche der Gäste, die das Lokal bei Wirtschaftsschluss um 03.30 Uhr verlassen, nicht mehr auftreten. Hingegen ist, wie das Verwaltungsgericht zutreffend erwogen hat, durchaus zu erwarten, dass die Ansammlungen von auf die Wiederöffnung um 05.00 Uhr wartenden Personen beendet werden können. Damit wird die wesentliche Ursache der Störungen, die Anlass zum vorliegenden Verfahren gegeben haben, beseitigt. Ausserdem dürfte, wie das Verwaltungsgericht mit Recht ausführt, das Verbot der Frühöffnung der Tendenz des Beschwerdeführers entgegenwirken, sein Lokal über die Schliessungszeit hinaus offen zu halten, um seinen Gästen einen möglichst wenig unterbrochenen Aufenthalt im Lokal bis zum nächsten Morgen zu ermöglichen. Die angefochtene Massnahme ist daher nach aller Voraussicht wirksam. 3.3 Was die finanziellen Einbussen der angefochtenen Regelung angeht, die der Beschwerdeführer auf Fr. 3'000.-- pro Wochenende beziffert, so überzeugen die Erwägungen des Verwaltungsgerichts ebenfalls. Insbesondere ist der Hinweis nicht zu beanstanden, dass in Bern verschiedene Betriebe in der Grösse der Joystick Bar ohne das Durchführen von After-Hour-Anlässen wirtschaftlich geführt werden können. Massgeblich für die Beurteilung der wirtschaftlichen Tragbarkeit ist in analoger Anwendung von Art. 4 Abs. 3 der Luftreinhalte-Verordnung vom 16. Dezember 1985 (LRV, SR 814.318.142.1) der Vergleich mit einem mittleren und wirtschaftlich gesunden Betrieb derselben Branche (BGE 123 II 325 E. 4e/bb S. 336). Der Beschwerdeführer hat hingegen keinen Anspruch darauf, ungeachtet der damit verbundenen Immissionen ein ganz spezifisches Betriebskonzept zu verwirklichen. Auch vor Bundesgericht legt der Beschwerdeführer im Übrigen nicht dar, in welchem Verhältnis die Einnahmen der After-Hour-Öffnung zu den übrigen Betriebseinnahmen stehen, und weshalb ein rentabler Betrieb ohne diese Öffnungszeit nicht mehr möglich sein sollte.