Citation: I 237/02 17.07.2002 E. 3.1.1

Verwaltung und Vorinstanz stellten auf das Gutachten des Dr. med. H.________ vom 9. Oktober 2000 ab, in welchem folgende Diagnose gestellt wurde: akute Typ A-Aortendissektion am 14. März 2000 unklarer Ätiologie, Entry dorsal im Bogen, Dissektion bis Truncus brachiocephalicus, A. carotis und subclavia sinistra, RCA und Aorta abdominalis, bicuspide Aortenklappe, leichte Aorteninsuffizienz, Status nach mechanischer Aortenklappenersatzoperation (CM R21), suprakoronarem Graft sowie einfacher venöser Myokardrevaskularisation (Venengraft auf RCA) am 15. März 2000, farbdopplerechokardiographisch am 20. Juni 2000 reguläre Klappenprothesenfunktion (maximaler/mittlerer Gradient 27/16 mmHg, KöF 1.3 cm2), postoperativer AV-Block Grad III, Status nach Implantation eines definitiven endvenösen 2-Kammerschrittmachersystems (Pacesetter, Affinity DR 5330 LS/RS) am 22. März 2000, Schrittmacherkontrolle bei Dr. G.________ am 16. Mai 2000 regulär; RF: Status nach Nikotinabusus; Sinusrhythmus, aktuell partielle Schrittmacherabhängigkeit; anamnestisch Äthylproblematik. Als Bauzeichnerin sollte die Versicherte körperlich nicht stark gefordert und deshalb theoretisch zu 100 % arbeitsfähig sein. In der Tätigkeit als Sozialarbeiterin/Sozialpädagogin sei die effektive Art der Arbeit entscheidend. Rein theoretisch wäre eine teilweise oder gar vollständige Arbeitsfähigkeit je nach Tätigkeitsbereich - z.B. Beraterfunktion - objektiv realistisch und zumutbar. Die Arbeitsfähigkeit in der Tätigkeit als selbstständige Künstlerin zu qualifizieren erachte er praktisch nicht für möglich, da die Perspektiven - Arbeit und Verdienst - unsicher und die Vorstellungen der Versicherten etwas diffus seien. Gemäss ihren Angaben könnte sie theoretisch ihre bisherige Tätigkeit weiterhin wahrnehmen, wäre dabei aber wegen der Herumtragepflicht von Kisten und Lampen praktisch andauernd auf Helfer angewiesen, was schon aus finanziellen Gründen unrealistisch sei. In jeder körperlich nicht belastenden Arbeit sollte sie theoretisch uneingeschränkt erwerbstätig sein können, so lange der Krankheitsverlauf stabil bleibe. Berufliche Massnahmen drängten sich nur dann auf, wenn sie krankheitsbedingt und aus prognostischen Gründen eine der obigen Tätigkeiten nicht ausüben könnte. Eine Bereitschaft zu solchen Massnahmen habe sie aber nicht signalisiert; sie zeige sich im Gegenteil aktuell weiterbildungsmüde, etwas resigniert und wenig motiviert (reaktive Depression?). Auch wenn psychische Motive zu berücksichtigen seien und die chronische Angiopathie leider ein nicht zu unterschätzendes Progressionspotential aufweise, prognostisch also unsicher sei, fehlten sachliche Begründungen für eine eingeschränkte Arbeitsfähigkeit bzw. Erwerbstätigkeit zumindest in ihrer früheren Beraterfunktion als Sozialpädagogin.