Citation: 5A_998/2019 E. 4.4

4.4. Entgegen der Auffassung des Obergerichts hat die Beschwerdeführerin mit der eingereichten Berechnung eine Falschangabe des effektiven Jahreszinses im vorstehend genannten Kreditvertrag keineswegs glaubhaft gemacht. Zwar durfte es das Obergericht als glaubhaft erachten, dass der von der Beschwerdeführerin mit Hilfe der Website www.zinsen-berechnen.de/kreditrechner.php vorgenommenen Berechnung die Formel gemäss Anhang zum aKKG zugrundeliegt, wird doch in Deutschland grundsätzlich die gleiche Formel wie in der Schweiz verwendet (vgl. den Anhang I Teil I der Richtlinie 2008/48/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 23. April 2008 über Verbraucherkreditverträge und zur Aufhebung der Richtlinie 87/102/EWG des Rates bzw. den Anhang zu § 6 der neugefassten dt. Preisangabenverordnung [PAngV] einerseits und den Anhang zum [a]KKG andererseits). Allerdings hat das Obergericht übersehen, dass die erste Rate nicht - wie von der Beschwerdeführerin in den von ihr verwendeten Kreditrechner eingegeben - bereits am Ende des Monats der Darlehensauszahlung (d.h. Ende Juli 2002), sondern erst am 1. September 2002 fällig wurde (wobei mangels gegenteiliger Behauptungen der Beschwerdeführerin vorliegend davon auszugehen ist, dass ihr die Geldmittel im Rahmen beider Kreditverträge jeweils am 1. Juli 2002 ausbezahlt worden sind). Dieser Umstand lässt die Berechnung der Beschwerdeführerin als untauglich erscheinen und erklärt die Differenz zwischen dem von der Beschwerdeführerin berechneten effektiven Jahreszins in der Höhe von 14.27 % und dem im Kreditvertrag über Fr. 30'000.-- angegebenen effektiven Jahreszins von 13.75 %. Die Richtigkeit der Effektivzinsangabe im Kreditvertrag wird denn auch durch Eingabe der genauen Konditionen in den von Rüßmann zur Verfügung getellten Effektivzinsrechner (abrufbar unter: https://ruessmann.jura.uni-saarland.de/Effektivzinsberechnung/index.php, zuletzt besucht am 2. Oktober 2020) bestätigt. Auf eine Nachkommastelle gerundet ergibt sich danach ein effektiver Jahreszins von 13.7 %. Dass die Beschwerdegegnerin im kantonalen Verfahren zum Nichtigkeitseinwand keine Stellung genommen hat, ändert an der fehlenden Glaubhaftmachung nichts. Damit erübrigt es sich zu prüfen, wie es sich mit dem Vorbringen der Beschwerdeführerin verhält, dass ein Fehler bei der Angabe des effektiven Jahreszinses im Vertrag (Art. 8 Abs. 2 lit. b aKKG) stets zur Nichtigkeit des Konsumkreditverhältnisses im Sinne von Art. 11 aKKG führe, wenn der dem Konsumenten bekanntgegebene Zinssatz tiefer ist als die effektive Zinsbelastung.