Citation: I 433/03 13.05.2004 E. 5

5.1 Obwohl die Erwägungen im angefochtenen Entscheid diesbezüglich nicht ganz klar sind, schien das kantonale Gericht von der Annahme einer vollen Arbeitsfähigkeit in einer leichten Hilfsarbeitertätigkeit ausgegangen zu sein. Indem es bei der Bemessung der Invalidität im erwerblichen Bereich geprüft hat, wie hoch der Lohn einer Arbeitnehmerin im Anforderungsniveau 4 bei einem Vollpensum ausfällt, diesen dann jedoch auf den bisherigen Beschäftigungsgrad der Versicherten von 45 % umgerechnet und davon einen Abzug von 25 % vorgenommen hat, entspricht die Vorgehensweise nicht der Rechtsprechung des Eidgenössischen Versicherungsgerichts im Rahmen der gemischten Methode der Invaliditätsbemessung (vgl. BGE 125 V 146; Urteil H. vom 31. Dezember 2003, I 311/00). Danach ist die Invalidität bei versicherten Personen, welchen die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit zugemutet werden kann, aufgrund der Erwerbsunfähigkeit zu bemessen. Dabei ist darauf abzustellen, was sie als (teilerwerbstätige) Gesunde tatsächlich verdienen würden und als Invalide verdienen könnten, während die Betätigung im bisherigen Aufgabenbereich unbeachtlich bleibt. Auszugehen ist von den ärztlichen Angaben zur Arbeits(un)fähigkeit, welchen normalerweise ein Prozentwert bezogen auf eine Vollzeitbeschäftigung zugrunde liegt. Eine attestierte Arbeitsfähigkeit von beispielsweise 45 % bedeutet somit in der Regel, dass die Behinderung in der Verweisungstätigkeit (vorbehältlich eines Abzuges in Sinne von BGE 126 V 75) die Erzielung von 45 % des Einkommens aus einer Vollzeitbeschäftigung zulässt. Die vorinstanzliche Berechnung des Invalideneinkommens könnte somit nur dann im Ergebnis bestätigt werden, wenn die Restarbeitsfähigkeit im erwerblichen Bereich 45 % betragen würde. Die Annahme einer vollen Arbeitsfähigkeit würde demgegenüber zu einem Invalideneinkommen von Fr. 33'042.- führen (Fr. 3505.- : 40 x 41.9 x 12 = Fr. 44'057.- x 75 % = Fr. 33'042.-). 5.2 Wie hoch die Arbeitsfähigkeit in einer Hilfsarbeitertätigkeit oder einer anderen der Versicherten zumutbaren Erwerbstätigkeit zu veranschlagen ist, lässt sich aufgrund der derzeitigen Aktenlage nicht schlüssig beurteilen. Die medizinischen Unterlagen enthalten hinsichtlich des Grades der Arbeitsunfähigkeit in einer noch zumutbaren Tätigkeit keine schlüssigen Angaben. Wenn die Gutachter der MEDAS eine dem Leiden angepasste Tätigkeit als in zeitlicher Hinsicht voll zumutbar betrachten, so bezieht sich dies lediglich auf den zeitlichen Umfang. Dies erlaubt jedoch nicht den Schluss, die Beschwerdeführerin sei imstande, während eines solchen Einsatzes eine volle Leistung zu erbringen. Der Umstand, dass die Gutachter darauf hinweisen, dass je nach Tätigkeit leistungsmässig Abstriche gemacht werden müssten, welche umso höher seien, je mehr der rechte Arm zusätzlich eingesetzt werden müsse, zeigt vielmehr, dass eine volle Leistungsfähigkeit nicht möglich ist. Konkret äussern sie sich nur mit Bezug auf den Beruf einer Musiklehrerin, für welchen sie eine Arbeitsfähigkeit von 50 % postulieren. Der von der Beschwerdeführerin im Verwaltungsverfahren eingereichten Stellungnahme des Leiters der Musikschule Y.________ lässt sich jedoch entnehmen, dass die Ausübung einer solchen Tätigkeit kaum in Frage kommen dürfte, da sie das Vorspielen der einzelnen Töne voraussetzt, was indessen nur noch beschränkt möglich sein dürfte. Verwaltung und Vorinstanz sind denn auch nicht von einer solchen Beschäftigung, sondern von einer Hilfsarbeitertätigkeit ausgegangen. Gemäss Dr. med. S.________ muss es sich theoretisch um eine einhändige Arbeit handeln, und die Versicherte muss bei Schmerzschüben oder Infektverdacht den Arbeitsplatz verlassen können, was ebenfalls nicht auf eine volle Leistungsfähigkeit schliessen lässt. Zum zeitlichen und leistungsmässigen Umfang einer leidensangepassten Tätigkeit macht der Handchirurg keine näheren Angaben. Gemäss den Vorbringen der Versicherten muss zusätzlich auch noch mit Absenzen für die notwendigen Anpassungen der Handschiene gerechnet werden. Nach Dr. med. T.________ lässt die Unberechenbarkeit der Einschränkungen in Form von wiederholten kurzfristigen Krankheitszuständen keine Arbeit mit regelmässigen Verpflichtungen zu, weshalb die Arbeitsfähigkeit auf einzelne Stunden beschränkt sei (Stellungnahme vom 10. Dezember 2001). 5.3 Es muss daher zunächst die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in einer zumutbaren Verweisungstätigkeit näher abgeklärt werden. Erst wenn diese feststeht, können die erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitsschadens rechtsgenüglich beurteilt werden. Zu diesem Zweck ist die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen. Sollte dies zu einer reformatio in peius führen, wäre der Beschwerdeführerin Gelegenheit zur Stellungnahme und zum Beschwerderückzug zu geben.