Citation: 2C_1116/2018 E. 6

Es stellt sich vorliegend vorab die Frage, ob die in den Schreiben der KSTV/GL vom 11. Dezember 2008 und 12. November 2010 für die Beschwerdeführerinnen als massgebend erklärte Besteuerung mit dem DBG in Einklang steht. Sollte dies der Fall sein, wäre das angefochtene Urteil unabhängig von der Frage des Vertrauensschutzes auf zuheben und der Entscheid der kantonalen Steuerrekurskommission zu bestätigen. Denn gegebenenfalls wären die Beschwerdeführerinnen schon von Gesetzes wegen unter Anwendung der in den Schreiben vom 11. Dezember 2008 und 12. November 2010 festgehaltenen Methode zu veranlagen. Würde hingegen die nach den beiden Schreiben der KSTV/GL anzuwendende Methode dem Recht der direkten Bundessteuer zuwiderlaufen, wäre zu klären, ob sich die Beschwerdeführerinnen auf diese Schreiben als "Steuerruling" und Grundlage für nach Art. 9 BV schutzwürdiges Vertrauen berufen können. Für einen entsprechenden Ver trauensschutz wäre insbesondere Voraussetzung, dass die Unrichtigkeit der Schreiben für die Beschwerdeführerinnen (bzw. ihre damaligen allfälligen Rechtsvertreter) nicht offensichtlich erkennbar war (vgl. E. 4.2 hiervor).