Citation: 2A.277/2000 28.06.2000 E. 3

3.- a) Die dargestellten gesetzlichen und von der Rechtsprechung entwickelten Voraussetzungen sind vorliegend erfüllt: Der Beschwerdeführer wurde bereits am 28. Januar 2000 mit sofortiger Wirkung aus der Schweiz weggewiesen. Er leistete mehreren fremdenpolizeilichen Vorladungen zur Abklärung der Identität und zur Beschaffung von Reisepapieren sowie zur Vorführung beim sierraleonischen Konsulat keine Folge. Er verliess das ihm zugewiesene Domizil ohne Adressangabe und galt seit 5. April 2000 als verschwunden, weshalb er im stadtbernischen Fahndungssystem ausgeschrieben wurde. Bei seiner Anhaltung am 6. Juni 2000 wies er sich mit einem Bären-Abi lautend auf L.________ (geb. 27.09.1976) aus. Seine Identität steht auch jetzt noch nicht fest, und deren Abklärung hat der Beschwerdeführer durch sein Verhalten verhindert oder zumindest erschwert. Der Haftrichter hat auf Grund dieser Umstände die Untertauchensgefahr im Sinn von Art. 13b Abs. 1 lit. c ANAG zu Recht bejaht. Die Behörden haben die für den Ausschaffungsvollzug notwendigen und zumutbaren Vorkehrungen umgehend eingeleitet und weiterverfolgt. b) Das Bundesamt für Flüchtlinge erachtet die Rückführung von abgewiesenen sierraleonischen Asylsuchenden grundsätzlich für zulässig, zumutbar und möglich (Vernehmlassung vom 23. Juni 2000, S. 2, unter Hinweis auf die Einfache Anfrage Garbani vom 14. März 2000 und die Antwort des Bundesrats vom 31. Mai 2000). Der Haftrichter äussert demgegenüber Bedenken, dass "es angesichts der momentan herrschenden Situation in Sierra Leone wohl kaum möglich wäre, ihn [den Beschwerdeführer] z.Zt. dorthin auszuschaffen". Wie es sich damit verhält, braucht vorliegend nicht entschieden zu werden, da zurzeit wie gesagt Identität und Herkunft des Beschwerdeführers noch nicht geklärt sind. Der bis 7. Juli 2000 genehmigten Haft stehen somit keine Hindernisse im Sinn von Art. 13c Abs. 5 lit. a ANAG entgegen, und sie erweist sich auch in zeitlicher Hinsicht als verhältnismässig. c) Was in der Beschwerdeschrift eingewendet wird, ist nicht geeignet, die Haft als rechtswidrig erscheinen zu lassen: Die allgemeinen Haftbedingungen insbesondere wurden im kantonalen Verfahren nicht beanstandet, weshalb diesbezügliche Vorbringen ohnehin neu und damit grundsätzlich unzulässig wären (Art. 105 Abs. 2 OG; vgl. dazu im Einzelnen BGE 125 II 217 E. 3a S. 221, mit Hinweisen). Die angeblichen gesundheitlichen Probleme können ohne weiteres während der Haft behandelt werden und scheinen auch nicht derart schwerwiegend, dass gegebenenfalls der Vollzug der Wegweisung unverhältnismässig wäre. Schliesslich erweist sich die Ausschaffungshaft auch unter Berücksichtigung des Alters des Beschwerdeführers als rechtmässig: Dieser behauptet, noch nicht 18 Jahre alt zu sein, wogegen die medizinische Altersbestimmung (Handwurzelknochen-Analyse nach Greulich-Pyle) ein chronologisches Alter von mehr als 19 Jahren ergab. Gemäss Art. 13c Abs. 3 zweiter Satz ANAG ist die Haft ausgeschlossen gegenüber Kindern und Jugendlichen, die das