Citation: 2C_1022/2020 E. 6.2

6.2. Die Vorinstanz hat im Wesentlichen erwogen, da der Beschwerdeführer selbständig erwerbend sei, sei die Ermessensveranlagung rechtsprechungsgemäss (unter Verweis auf das Urteil 2C_720/2018 vom 11. September 2018 E. 3.2.3) nur nichtig, wenn die Veranlagungsbehörde das steuerbare Einkommen oder den steuerbaren Gewinn bzw. Ermessenszuschlag bewusst und willkürlich zum Nachteil der steuerpflichtigen Person bemesse, wofür es keine Hinweise gebe. Hinsichtlich der Steuerfaktoren habe sich das kantonale Steueramt einzig auf die Veranlagungen des Kantons Zug für die Steuerperioden 2006 - 2008 stützen können, da für 2009 keine Zahlen verfügbar gewesen seien, weil die Steuerpflichtigen dannzumal noch keine Steuererklärung im Kanton Zug eingereicht hätten. Nachdem bereits die Einsprache vom 16. Juli 2012 verspätet erfolgt sei, habe die Ende Juli 2012 eingereichte Steuererklärung kein Wiederaufleben der Untersuchungspflicht mehr bewirkt bzw. die Steuererklärung sei nicht mehr zu berücksichtigen gewesen. Es seien keine Verfahrensfehler begangen worden. Abgesehen davon gelte: Selbst wenn eine Ermessensveranlagung deutlich zu hoch ausgefallen sei und die Steuerbehörden die geschätzten Einkünfte jährlich erhöhten, ohne die Plausibilität zu überprüfen, führe dies lediglich zu einer zweifellos unrichtigen Ermessensveranlagung im Sinne von Art. 132 Abs. 3 DBG, aber nicht zur Nichtigkeit derselben. Im Übrigen würde es die Rechtssicherheit gefährden, wenn rückwirkend, nach Ablauf der Einsprachefrist, neue Tatsachen zur Unwirksamkeit einer Veranlagungsverfügung bzw. eines Einschätzungsentscheides führen würden, was der Nichtigkeit ebenfalls entgegenstehe.