Citation: 7B_730/2023 E. 4.6.2

4.6.2. Zu würdigen ist sodann die in dieser Zeit stattgefundene Integration. In gesellschaftlicher Hinsicht, welche auch die soziale und kulturelle Bindung zur Schweiz als ausweisenden Staat widerspiegelt, erweist sich die Integration gemäss unbestritten gebliebenen Feststellungen der Vorinstanz als unterdurchschnittlich. Der Beschwerdeführer spricht zwar Deutsch, dies jedoch nicht einwandfrei. Sein privates Beziehungsnetz beschränkt sich, soweit bekannt, auf die aus Mazedonien stammende Familie seiner Ehefrau und deshalb auf den angestammten Kulturkreis. Die wirtschaftliche und berufliche Integration ist mit der Vorinstanz als durchschnittlich zu werten. Demnach hat der Beschwerdeführer in Australien Immobilienwirtschaft studiert, konnte seit seiner Einreise in die Schweiz jedoch nicht an diese Ausbildung anknüpfen. Von 2012 bis 2017 arbeitete er temporär an verschiedenen Orten als Fabrikarbeiter oder war teilweise arbeitslos. Anschliessend war er als Maschinenführer tätig. Nach seiner Entlassung aus der Untersuchungshaft im November 2019 war er wiederum ungefähr ein Jahr arbeitslos und bezog Arbeitslosengelder. Vom 1. Januar 2021 bis im März 2021 hatte er eine Anstellung als Servicetechniker. Seit dem Konkurs seiner damaligen Arbeitgeberin arbeitet er als einziger Angestellter für die am 1. März 2021 ins Handelsregister eingetragene C.________ GmbH und verdient monatlich rund Fr. 4'400.-- netto. Die GmbH ist zwar auf den Namen seiner Frau eingetragen, der Beschwerdeführer scheint sie aber grösstenteils selber aufgebaut zu haben. Demzufolge war der Beschwerdeführer zwar immer wieder arbeitstätig, keine seiner Anstellungen war bisher jedoch von Dauerhaftigkeit. Er bezog jedoch keine Sozialhilfe und ist nicht verschuldet. Ebenfalls positiv zu werten ist der Aufbau einer eigenen Unternehmung. Damit sind zusammengefasst durchaus gewisse Integrationsleistungen anzuerkennen, diese sind jedoch nicht von derartiger Intensität, dass daraus auf aussergewöhnliche Umstände im Sinne der "Zweijahresregel" geschlossen werden könnte. Dies gilt umso mehr, als der Beschwerdeführer nach wie vor über Bindungen zu seinen Heimatländern verfügt und die Chancen auf eine erfolgreiche Reintegration intakt scheinen. So spricht er neben Mazedonisch auch Englisch und hat in beiden Ländern mehrere Jahre gelebt und die Schulen besucht, sodass ihm, so die vom Beschwerdeführer nicht infrage gestellte Einschätzung der Vorinstanz, die dortigen Bräuche und Gepflogenheiten zumindest nicht völlig fremd sind. In Australien leben seine Mutter und sein Bruder, in Mazedonien sein Vater, sein Onkel und sein Patenonkel. Dort, in seinem Geburtsort U.________, gehört ihm ausserdem eine Eigentumswohnung. Damit scheint klar, dass der Beschwerdeführer den Kontakt und den Bezug insbesondere zu Nordmazedonien bewusst erhalten hat, was sein Interesse an einem Bleiberecht in der Schweiz bis zu einem gewissen Grad zu relativieren vermag.