Citation: 8C_541/2019 E. 5.2

5.2. Zwar legte die Vorinstanz dar, dass die vor BGE 143 V 409 und 418 gültig gewesene Rechtsprechung im Sinne von SVR 2017 IV Nr. 73 S. 225, 8C_753/2016 E. 4.3 (vgl. auch E. 4.2 hievor) nur während einer begrenzten Dauer etwa von Mitte 2013 bis zur Praxisänderung gemäss BGE 143 V 409 und 418 vom 30. November 2017 vorübergehend zur Anwendung gelangt sei. Daraus schloss das kantonale Gericht, dass von der zwischenzeitlich gültig gewesenen Rechtsprechung nur eine kleine Gruppe von Personen betroffen sei. Die IV-Stelle macht demgegenüber zu Recht geltend, dass angesichts der gerichtsnotorisch im Prozess um Leistungen der Invalidenversicherung häufig anzutreffenden Diagnosen von depressiven Störungen unterschiedlicher Qualität und Intensität keine Rede davon sein kann, es sei nur eine kleine Personengruppe von der vorübergehend gültig gewesenen Rechtsprechung betroffen. Hinzu kommen zahlreiche Anwendungsfälle, in welchen depressive Erkrankungen neben unklaren Beschwerdebildern diagnostiziert werden, weshalb bei der Berücksichtigung der Praxisänderung von BGE 143 V 408 und 418 als Neuanmeldungsgrund schwierige Abgrenzungsfragen zu beantworten wären (vgl. dazu RAHEL SAGER, Die bundesgerichtliche Rechtsprechung betreffend Depressionen, in: SZS 2015 S. 308 ff., insbesondere S. 311 ff.).