Citation: 4A_409/2024 E. 3.1.3

3.1.3. Schliesslich ging die Vorinstanz auf den Beschwerdeantrag 2 ein, womit die Beschwerdeführerin eventualiter verlangte, bei Abweisung des Beschwerdeantrags 1 sei die Erstinstanz anzuweisen, für die Parteikosten aufzukommen, die als Folge des verspäteten Nichteintretensentscheids entstanden seien. Sie hielt fest, auch wenn man darin eine selbstständige Kostenbeschwerde nach Art. 110 ZPO erkennen wollte, wäre darauf nicht einzutreten. Sie verwies auf das Urteil 4D_71/2020 vom 23. Februar 2021, wonach die Beschwerde nach Art. 321 Abs. 1 ZPO "begründet" einzureichen ist und Rechtsbegehren zu stellen sind. Mit Blick darauf, dass die Beschwerdeinstanz reformatorisch entscheidet, wenn sie die Beschwerde gutheisst und die Sache spruchreif ist (Art. 327 Abs. 3 lit. b ZPO), muss die beschwerdeführende Partei grundsätzlich einen Antrag in der Sache formulieren, und zwar so, dass dieser bei Gutheissung der Klage unverändert zum Urteil erhoben werden kann. Die Anträge in der Sache müssen bestimmt und bei Geldforderungen beziffert sein (Urteil 4D_71/2020 vom 23. Februar 2021 E. 3.1 mit Hinweisen). Sodann hielt die Vorinstanz fest, das soeben erwähnte Bezifferungserfordernis gelte auch, wenn die erstinstanzliche Kostenliquidation angefochten sei (mit Verweis auf das Urteil ZK 20 288 des Obergerichts des Kantons Bern vom 14. Januar 2021 E. 27.3.2, in: Zeitschrift für kantonale Rechtsprechung 2021 [CAN] Nr. 35 S. 100). Sie subsumierte, der Beschwerdeantrag 2 sei in keiner Weise beziffert. Auch aus der Beschwerdebegründung werde nicht ansatzweise erkennbar, welchen Betrag die Beschwerdeführerin insbesondere als erstinstanzliche Parteientschädigung verlange. Ohnehin scheine die Beschwerdeführerin mit dem Beschwerdeantrag 2 gar keine Kostenbeschwerde, sondern eine Staatshaftung geltend zu machen, indem die Erstinstanz die Kosten übernehmen solle, die den Parteien dadurch entstanden seien, dass die Erstinstanz zuerst eine Fristerstreckung gewährt und dann an der Hauptverhandlung einen Nichteintretensentscheid gefällt habe. Ansprüche gegen den Kanton auf Schadenersatz oder Genugtuung aus der Amtstätigkeit von hauptamtlichen Behördenmitgliedern wie Gerichtspräsidenten bei Regionalgerichten wären aber durch Klage beim Verwaltungsgericht des Kantons Bern geltend zu machen (Art. 104b Abs. 1 i.V.m. Art. 38 Abs. 1 des Personalgesetzes des Kantons Bern vom 16. September 2004 [PG/BE; BSG 153.01]). Sie wäre - so die Vorinstanz weiter - sachlich nicht zuständig und der Beschwerdeantrag 2 auch aus diesem Blickwinkel unzulässig.