Citation: 9C_577/2022 E. 4

Das kantonale Gericht hat im Wesentlichen erwogen, basierend auf einer Aufrechnung durch die Steuerverwaltung des Kantons Thurgau habe auch die Suva im Rahmen der am 14. November 2019 durchgeführten Arbeitgeberkontrolle geldwerte Leistungen für die Jahre 2014 bis 2017 aufgerechnet. Dabei habe es sich nebst übrigen Aufwendungen für Fahrzeuge namentlich um Ausgaben für private Lebenshaltungskosten (u.a. Kursteilnahmen, Hotel- und Restaurantbesuche, Bekleidung, Reisen oder sonstige private Anschaffungen) für B.B.________ oder ihm nahestehende Personen gehandelt. Gestützt darauf habe die Ausgleichskasse Nachzahlungsverfügungen erlassen. Die Beträge seien in ihrer Höhe unbestritten; ebenso der Umstand, dass diese Vergütungen keine geschäftsmässige Begründung fänden. Vorliegend falle ins Gewicht, dass B.B.________ in den Jahren 2014 bis 2017 einen Lohn bezogen habe, der klar über den marktüblichen Ansätzen für eine in einem (Thurgauer) Kleinunternehmen mit Führungsaufgaben betraute Person gelegen habe. Vor diesem Hintergrund sei nicht zu sehen, dass er über die Tragung von privaten Spesen zusätzlich entschädigt worden sei, zumal seine Lohnbezüge im Vergleich zum Lohn der übrigen Angestellten in einem nachvollziehbaren Verhältnis zu seiner Stellung als einziges Mitglied des Verwaltungsrates und mit Einzelzeichnungsberechtigung stünden. Die vorliegende Konstellation sei weder mit dem höchstrichterlichen Urteil 9C_8/2016 vom 1. September 2016 vergleichbar noch mit einem von der Ausgleichskasse angeführten Urteil des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich. Schliesslich sei zu beachten, dass sich die Ausgleichskassen in der Regel an die steuerrechtliche Betrachtungsweise hielten. Vorliegend bestünden nach dem Gesagten keine hinreichenden Gründe, die Einheit der Rechtsordnung preiszugeben. Nachdem ein offensichtliches Missverhältnis zwischen der Arbeitsleistung und den Lohnzahlungen in den Jahren 2014 bis 2017 nicht vorliege, könne auf eine zusätzliche Prüfung eines Missverhältnisses zwischen dem eingesetzten Vermögen und den ausgeschütteten Beträgen verzichtet werden. Die Fahrzeug- und Lebenshaltungskosten seien zu Unrecht als massgebender, beitragspflichtiger Lohn qualifiziert worden. Dementsprechend könne die Ausgleichskasse auf diesen Zahlungen keine paritätischen Sozialversicherungsbeiträge verlangen. Offen gelassen hat das kantonale Gericht, ob die Nachforderung der Beiträge für das Kalenderjahr 2014 verspätet war oder nicht.