Citation: 4A_69/2014 E. 5.2

5.2. Die Vorinstanz gelangte in Würdigung der eingereichten Belege und der von den Parteien abgegebenen Erklärungen zum Schluss, dass die Reduktionen des Kaufsrechtspreises ein Entgelt für das Zuwarten der Beschwerdeführerin darstellten. Sie erwog, die Beschwerdeführerin habe in der von ihr redigierten Erklärung (Klagebeilage 39) selbst bestätigt, dass die Reduktionen des Kaufsrechtspreises von den Parteien als Gegenleistung für die Verlängerung des Kredits verstanden worden seien. Die Vorinstanz stellte mithin den übereinstimmenden tatsächlichen Parteiwillen fest, dass die Kaufpreisreduktionen das Entgelt für die zweimal gewährte Verlängerung des Kredits darstellten. Aufgrund dieser Interpretation der einschlägigen Erklärungen qualifizierte sie die Kaufpreisreduktionen als Zinsabrede. Die von der Beschwerdeführerin vertretene Auffassung, es liege eine Konventionalstrafe vor, verwarf die Vorinstanz mit der Begründung, die Vereinbarung einer Konventionalstrafe verschaffe dem Gläubiger einen bedingten Anspruch auf Leistungen, insofern als die Verpflichtung des Schuldners, die Strafe zu leisten, vom Eintritt der ungewissen Tatsache abhänge, dass er die Hauptleistung schlecht, nicht oder verspätet erbringe. In der vorliegenden Konstellation treffe es gerade nicht zu, dass die Reduktion des Kaufsrechtspreises vom Eintritt einer ungewissen Tatsache, d.h. der Rückzahlung des Kredits, abhängig gewesen sei. Vielmehr habe der Kläger die Preisreduktionen gewährt, und im Gegenzug habe die Beschwerdeführerin ihm den Kredit für eine bestimmte Zeit weiterhin zur Verfügung gestellt. Die Reduktion des Kaufsrechtspreises - so die Vorinstanz - sei demnach nicht von der ungewissen Tatsache abhängig gewesen, ob der Kläger den Kredit zurückbezahle. Im Übrigen ergäben sich aus den von den Parteien eingereichten Belegen keine Hinweise dafür, dass die Parteien mit den Reduktionen eine Konventionalstrafe hätten vereinbaren wollen.