Citation: 6B_1438/2019 E. 3.5

3.5. Dieses Ergebnis führt zur beantragten Gutheissung der Beschwerde. Die Vorinstanz stellt wesentlich auf das Ergänzungsgutachten vom 16. Juni 2016 und den Standpunkt der Staatsanwaltschaft ab, wonach die Massnahme nicht gescheitert sei und erfolgversprechend durchgeführt werden könne (oben E. 3.2). Angesichts der Vorgeschichte ergeben sich jedoch Zweifel, ob sich die jugendstrafrechtlich angeordnete Massnahme weiterhin als "sinnvoll und zweckmässig" sowie "verhältnismässig" beurteilen lässt. Zudem stellt sich die Frage, ob der ubiquitär strafrechtlich imponierende Habitus des Beschwerdeführers einer inhärent psychischen Problematik mit einhergehender Gefahr einer Radikalisierung oder "lediglich" einem listig angelegten Zick-Zack-Kurs einer auf Abbruch angelegten Strategie (oben E. 3.3.2) zuzuschreiben ist. Die thematisierte Problemstellung lässt sich auf der aktuellen Sachverhaltsgrundlage nicht hinreichend zuverlässig beurteilen. Eine bundesgerichtliche Entlassungsanordnung kommt bereits angesichts mangelnder Entlassungsvorbereitungen, des fehlenden sozialen Empfangsraums sowie nach den aktenkundigen Vorkommnissen nicht auszuschliessenden Sicherheitsbedenken zurzeit ohnehin nicht in Betracht. Entscheidend ist, dass angesichts der kritischen Sachlage nicht lediglich auf die vorinstanzlich angemahnte Begutachtung hinsichtlich der absehbaren jährlichen Überprüfung der Massnahme (Urteil S. 7) verwiesen werden kann. Vielmehr erweist sich die Erarbeitung eines aktuellen Gutachtens als unumgänglich.