Citation: 1C_545/2021 E. 1.3.2

1.3.2. Gemäss § 15 Abs. 1 der Verordnung des Obergerichts über die Zivil- und Strafrechtspflege des Kantons Thurgau vom 27. Mai 2010 (ZSRV/TG; RB 271.11) entscheidet das Obergericht bei den Mitgliedern der Bezirksgerichte über die Entbindung vom Amtsgeheimnis. Es ist dabei für das ganze Kantonsgebiet zuständig und ist insoweit hierarchisch keiner anderen kantonalen Instanz unterstellt (vgl. § 26 Abs. 1 des Gesetzes über die Zivil- und Strafrechtspflege des Kantons Thurgau vom 17. Juni 2009 [ZSRG/TG; RB 271.1]; § 54 und 55 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege des Kantons Thurgau vom 23. Februar 1981 [VRP/TG; RB170.1] e contrario). Entgegen den Vorbringen der Beschwerdeführerin erfüllt das Obergericht damit die bundesrechtlichen Vorgaben an ein oberes kantonales Gericht gemäss Art. 86 Abs. 2 BGG (vgl. BGE 136 II 470 E. 1.1; 135 II 94 E. 4.1; je mit Hinweisen). Ein oberes kantonales Gericht im Sinne von Art. 86 Abs. 2 BGG muss sodann - anders als dies bei Zivil- und Strafsachen der Fall ist (vgl. Art. 75 Abs. 2 und Art. 80 Abs. 2 BGG) - nicht zwingend als Rechtsmittelinstanz entscheiden. Entgegen der von der Beschwerdeführerin insoweit offenbar vertretenen scheinenden Auffassung wird im Bereich des öffentlichen Rechts grundsätzlich kein doppelter Instanzenzug verlangt (vgl. BGE 136 II 470 E. 1.1; 135 II 94 E. 4.1, 134 II 318 E. 4.4; ESTHER TOPHINKE, in: Basler Kommentar BGG, 3. Aufl. 2018, N. 16 zu Art. 86 BGG). Das Obergericht auferlegte sich bei der Prüfung der tatsächlichen und rechtlichen Situation auch keine Einschränkungen (vgl. Art. 110 BGG). Der streitbetroffene Entscheid betreffend die Entbindung vom Amtsgeheimnis kann damit unmittelbar beim Bundesgericht angefochten werden.