Citation: 2C_71/2024 E. 5.3.1

5.3.1. Das Bestimmtheitsgebot als Teilgehalt des Legalitätsprinzips (Art. 5 Abs. 1 und Art. 36 Abs. 1 BV) verlangt eine derart präzise Formulierung, dass der Bürger sein Verhalten danach richten und die Folgen eines bestimmten Verhaltens mit einem den Umständen entsprechenden Grad an Gewissheit erkennen kann (vgl. u.a. BGE 147 I 103 E. 14.2; 145 IV 513 E. 2.3.3; 144 I 126 E. 6.1; 139 I 280 E. 5.1). Das Gebot der Bestimmtheit rechtlicher Normen darf indessen nicht absolut verstanden werden. Der Gesetzgeber kann nicht darauf verzichten, allgemeine und mehr oder minder vage Begriffe zu verwenden, deren Auslegung und Anwendung der Praxis überlassen werden muss (BGE 149 I 248 E. 4.6.1; 143 I 310 E. 3.3.1). Der Grad der erforderlichen Bestimmtheit lässt sich nicht abstrakt festlegen. Er hängt unter anderem von der Vielfalt der zu ordnenden Sachverhalte, von der Komplexität und von der erst bei der Konkretisierung im Einzelfall möglichen und sachgerechten Entscheidung ab (BGE 144 I 126 E. 6.1; 143 I 253 E. 6.1; 141 I 201 E. 4.1; 139 I 280 E. 5.1; 128 I 327 E. 4.2).