Citation: 2C_650/2020 E. 6.5

6.5. Der Umstand, dass die der Beschwerdegegnerin zugesprochene Entschädigung von Fr. 3.-- für Auskunftsaufträge des Typs IR_7_IP nur einen Teil der tatsächlich anfallenden Kosten decken mag, reicht indessen nicht aus, um diese als willkürlich (vgl. E. 6.1 hiervor) zu qualifizieren. Wie bereits ausgeführt, hat eine "angemessene" Entschädigung nicht zwingend kostendeckend zu sein und sind Pauschalisierungen zulässig. Sodann geht es nicht an, ineffiziente Abläufe zu belohnen; vielmehr ist es auch bei Anbieterinnen mit reduzierten Überwachungspflichten wie der Beschwerdeführerin zulässig, durch die Höhe der Entschädigung Anreize zu Rationalisierungen und Automatisierungen zu schaffen. Zudem wurde bereits ausgeführt, dass ein hohes öffentliches Interesse an einer wirksamen Strafverfolgung besteht. In diesem Zusammenhang ist die Beschwerdegegnerin von Gesetzes wegen verpflichtet, die von ihr angebotenen Fernmeldedienste zu überwachen und bei Verdacht auf Ausübung einer Straftat über das Internet, dem Dienst ÜPF auf Verlangen die Informationen zu erteilen, welche die Identifikation der Täterschaft ermöglichen. Insoweit stellt die Mitwirkung an der Aufklärung von Straftaten nicht nur eine Bürgerpflicht, sondern eine gesetzliche Pflicht der die Infrastruktur nutzenden Beschwerdegegnerin dar, zu deren Erfüllung sie die notwendigen technischen und organisatorischen Vorkehrungen zu treffen hat. Vor diesem Hintergrund kann von ihr umso mehr erwartet werden, dass sie sich zumindest teilweise an den Kosten der Massnahmen beteiligt.