Citation: 1P.717/2000 01.12.2000 E. 4

4.- a) Die kantonalen Behörden stützten die Untersuchungshaft sodann auf den besonderen Haftgrund der Kollusionsgefahr. Die Untersuchungsbehörde begründete dies damit, dass zahlreiche Personen (Lieferanten, Mitglieder und Grossabnehmer der Organisation) sich auf freiem Fuss befänden und teilweise noch nicht identifiziert seien. Zu diesen Personen bestehe akute Kollusionsgefahr. Das Verfahrensgericht wies darauf hin, dass mehrere Beteiligte noch befragt sowie Konfrontationseinvernahmen durchgeführt werden müssten, weshalb zu befürchten sei, der Beschwerdeführer könnte die Freiheit missbrauchen, um die wahrheitsgemässe Abklärung des Sachverhalts zu vereiteln oder zu gefährden. Zudem führte es aus, dass an die Kollusionsbereitschaft dann keine hohen Anforderungen gestellt werden, wenn der Angeschuldigte in einem Tätermilieu operiere, in welchem die Beeinflussung von Zeugen erfahrungsgemäss sehr einfach bzw. die Regel sei. Ausserdem befänden sich die Ermittlungen noch im Anfangsstadium. Die Anforderungen an die Kollusionswahrscheinlichkeit und -bereitschaft seien deshalb nicht zu hoch anzusetzen. b) Der Beschwerdeführer bestreitet Kollusionswahrscheinlichkeit und -bereitschaft. Es gäbe keinerlei Anhaltspunkte dafür, dass der Beschwerdeführer seine Freiheit dazu verwenden würde, in unrechtmässiger Weise den Fortgang des eingeleiteten Verfahrens beeinflussen zu wollen. c) Kollusionsgefahr liegt gemäss § 77 Abs. 1 lit. b StPO/BL dann vor, wenn aufgrund konkreter Indizien ernsthaft zu befürchten ist, die betreffende Person werde die Freiheit zur Erschwerung oder Vereitelung der Untersuchung benützen, namentlich durch Beeinflussung anderer Personen oder durch Beseitigung von Beweismitteln. Kollusion bedeutet insbesondere, dass sich der Angeschuldigte mit Zeugen, Auskunftspersonen, Sachverständigen oder Mitangeschuldigten ins Einvernehmen setzt oder sie zu wahrheitswidrigen Aussagen veranlasst. Die Untersuchungshaft wegen Kollusionsgefahr soll verhindern, dass der Angeschuldigte die Freiheit oder einen Urlaub dazu missbrauchen würde, die wahrheitsgetreue Abklärung des Sachverhalts zu vereiteln oder zu gefährden. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts genügt indessen die theoretische Möglichkeit, dass der Angeschuldigte in Freiheit kolludieren könnte, nicht, um die Fortsetzung der Haft oder die Nichtgewährung von Urlauben unter diesem Titel zu rechtfertigen. Es müssen vielmehr konkrete Indizien für die Annahme von Verdunkelungsgefahr sprechen (BGE 123 I 31 E. 3c S. 35 mit Hinweisen). d) Der Beschwerdeführer wird dringend verdächtigt, Drogengeschäfte grösseren Ausmasses organisiert und durchgeführt zu haben. Soweit aus den Akten hervorgeht, haben bisher noch keine Konfrontationseinvernahmen mit den beiden Belastungspersonen, die sich ebenfalls in Untersuchungshaft befinden, stattgefunden. Der Beschwerdeführer bestreitet die belastenden Aussagen dieser beiden Personen durchwegs. Es besteht zumindest in der jetzigen Anfangsphase des Verfahrens noch die konkrete Gefahr, dass der Beschwerdeführer seine Freiheit dazu gebrauchen würde, die Belastungspersonen wie auch weitere an den Drogengeschäften Beteiligte direkt oder indirekt zu beeinflussen.