Citation: 9C_621/2022 E. 5.6.1

5.6.1. Wie sich aus den Feststellungen der Vorinstanz ergibt, war G.________ selbst nicht Aktionär der Beschwerdeführerin. Eine Aufrechnung wegen verdeckter Gewinnausschüttung kommt demnach nur infrage, wenn G.________ als nahestehende Person zu betrachten ist. Es bestehen zwar einige Anhaltspunkte dafür, dass er den Anteilsinhabern respektive einer oder einem unter ihnen nahestand. Die Vorinstanz ging dieser Frage jedoch nicht weiter nach, wohl weil sie der Ansicht war, dass es für die Annahme einer verdeckten Gewinnausschüttung bereits genüge, wenn der Leistungsempfänger alleine der Gesellschaft nahestehe (vgl. angefochtenes Urteil E. 3). Darin kann der Vorinstanz jedoch nicht gefolgt werden. Wohl hat das Bundesgericht im von der Vorinstanz angeführten Urteil ausgeführt, dass das Näheverhältnis zu "der Gesellschaft und/oder den Inhabern der gesellschaftlichen Beteiligungsrechte" bestehen müsse (vgl. Urteil 2C_278/2012 / 2C_279/2012 vom 1. Oktober 2012 E. 2.1.1; ähnlich auch BGE 138 II 57 E. 2.3). In zahlreichen anderen Urteilen hat es hingegen ein Näheverhältnis zu einer Beteiligungsinhaberin oder einem Beteiligungsinhaber vorausgesetzt (vgl. etwa BGE 144 II 427 E. 6.1; 140 II 88 E. 4.1; 131 II 593 E. 5.1; Urteile 2C_756/2020 vom 3. Mai 2021 E. 4.1, in: StE 2021 B 24.4 Nr. 95, StR 76/2021 S. 545; 2C_578/2019 vom 31. März 2020 E. 3.1). Daran ist festzuhalten, weil Leistungen an Drittpersonen steuerrechtlich nur dann als verdeckte Gewinnausschüttungen betrachtet werden können, wenn sie ihren Rechtsgrund im Beteiligungsverhältnis haben und demnach gemäss der sogenannten Dreieckstheorie zunächst einer Beteiligungsinhaberin oder einem Beteiligungsinhaber zugerechnet werden können müssen (vgl. oben E. 5.3; Urteil 2C_449/2017 vom 26. Februar 2019 E. 2.3, in: StE 2019 B 24.4 Nr. 90, mit Hinweisen).