Citation: 5A_1023/2015 E. 3.3.4

3.3.4. Die Beschwerdeführerin hält zutreffend fest, dass es sich im Falle der Aberkennungsklage nach Art. 83 Abs. 3 SchKG (Forderung und/oder Pfandrecht am Grundstück) und der Feststellungsklage nach Art. 93 Abs. 2 VZG (Pfandhaft an den Miet- und Pachtzinsen) um voneinander unabhängige Klagen mit unterschiedlichen Streitgegenständen handeln kann. Es ist z.B. möglich, dass der Pfandeigentümer geltend macht, dass sich das Pfandrecht zufolge Verzicht nicht auf die Miet- und Pachtzinsen erstrecke (vgl. DÜRR/ZOLLINGER, Zürcher Kommentar, 2013, N. 43 zu Art. 806 ZGB) oder der "Mietzins" die Leistung von Diensten darstelle (wie Ertrag aus dem Betrieb eines Reiterhofes; NICOLET/VAN HOVE/NOESSNER/GUILLARD, Jurisprudence [...], SJ 2000 II, S. 224). Das Pfandrecht an den Miet- und Pachtzinsen hängt vom Pfandrecht am Grundstück ab (DÜRR/ZOLLINGER, a.a.O., N. 13 zu Art. 806 ZGB), weshalb durchaus Berührungspunkte - wie bei Strittigkeit des Pfandrechts am Grundstück selber - beider Klagen bestehen können. Die prozessuale Koordination ist gemäss ZPO ohne weiteres möglich. Zu Recht hat die Vorinstanz auf Art. 125 ZPO verwiesen, welcher Instrumente zur Vereinfachung des Prozesses bereitstellt und die Prozessökonomie gewährleist (A. STAEHELIN, in: Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO], Sutter-Somm u.a. [Hrsg.], 3. Aufl. 2016, N. 3 zu Art. 125). Die Berufung der Beschwerdeführerin auf den "allgemein Geltung beanspruchenden Grundsatz der Prozessökonomie" führt nicht weiter. Wenn die Vorinstanz erwogen hat, dass die Zinsensperre zu ihrer Prosequierung eine rasche Klärung der materiellen Rechtslage betreffend das Pfandrecht an den Miet- und Pachtzinsen durch die Feststellungsklage verlangt und eine allfällige Aberkennungsklage (betreffend Forderung und Pfandrecht am Grundstück) die Prosequierungsfrist nicht hemmt, stellt dies keine Verletzung von Bundesrecht dar.