Citation: 6B_760/2022 E. 5.3.5

5.3.5. Der Beschwerdeführer bringt vor, die Vorinstanz würdige seine Wiedereingliederungsmöglichkeiten in seinem Heimatland in einer pauschalen Weise. Dabei übersehe sie, dass die Prognose seiner Integration in seinem Heimatland aufgrund seines gesundheitlichen Zustands sowie der schlechten Gesundheitsversorgung Ägyptens schlecht sei. Die Vorinstanz schliesst die Wiedereingliederungschancen des Beschwerdeführers in seinem Heimatland in ihre Erwägungen ein. Im Einzelnen hält sie fest, dass der Beschwerdeführer erst mit 37 Jahren in die Schweiz eingereist sei und die meiste Zeit seines Lebens, darunter die prägenden Kinder- und Jugendjahre, in seiner Heimat verbracht habe. Er habe eine Ausbildung im Militär absolviert und während vieler Jahre dort gearbeitet. Er beherrsche die Sprache seines Heimatlandes, sei mit der dortigen Kultur bestens vertraut und verfüge auch aktuell über einen starken Bezug zu seinem Heimatland. Er sei in seiner Heimat angesehen. Mehrere nahe Verwandte würden in Ägypten leben, darunter auch sein Vater und seine Geschwister (drei Brüder und eine Schwester). Auch wenn der Kontakt seit dem Tod der Mutter nicht mehr sehr eng sei, lägen keine Anhaltspunkte für Unstimmigkeiten vor, weshalb die Möglichkeit bestehe, diese Kontakte wiederaufleben zu lassen oder enger zu knüpfen. Nach eigenen Angaben unterhalte er auch heute noch Geschäftsbeziehungen nach Ägypten. Mithin sei von intakten Resozialisierungschancen in seinem Heimatland auszugehen. Seine Ausbildung und Berufserfahrung würden es ihm ermöglichen, auch in Ägypten eine wirtschaftliche Existenz aufzubauen (angefochtenes Urteil S. 16 f.). Aufgrund seiner sprachlichen Kenntnisse, seiner Vertrautheit mit den sozialen und kulturellen Gegebenheiten und seiner Verwandten vor Ort schätzt die Vorinstanz die Wiedereingliederungschancen des Beschwerdeführers als intakt ein. Inwiefern sein gesundheitlicher Zustand oder das ägyptische Gesundheitswesen ihm bei der Wiedereingliederung im Wege stehen, ist nicht ersichtlich, zumal er für sich beansprucht, in der Schweiz zu einem Pensum von 50 % als selbstständiger Händler von Schmuck und Kleidung aus Ägypten zu arbeiten. Dementsprechend ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz von intakten Wiedereingliederungschancen in seinem Heimatland ausgeht.