Citation: 2P.103/2004 01.04.2005 E. A

Im Zuge einer Ersatzvornahme durch das Oberamt Olten-Gösgen am 18. April 1996 wurden A.________ und B.________ 66 Hunde (Alaskan Huskies) weggenommen und in der Schweiz und in Deutschland fremdplatziert. A.________ und B.________ reichten in der Folge am 15. Juni 1998 Klage auf Schadenersatz und Genugtuung gegen den Staat Solothurn ein. Das Verwaltungsgericht des Kantons Solothurn erachtete die Ersatzvornahme als solche zwar als rechtmässig, nahm aber an, dass ein Vollstreckungsexzess insoweit vorliege, als der Oberamtmann den neuen Besitzern mitgeteilt hatte, sie seien Eigentümer der Hunde geworden. Diese Mitteilung habe es den Klägern erschwert und teilweise verunmöglicht, die Hunde zurückzuerhalten. Für die Bemessung des zu ersetzenden Schadens stellte das Verwaltungsgericht auf den Veräusserungswert der Hunde ab. Diesen legte es in sinngemässer Anwendung von Art. 42 Abs. 2 OR nach richterlichem Ermessen auf Fr. 4'500.-- pro Tier fest (Urteil des Verwaltungsgerichts vom 12. November 2001). Das Bundesgericht erkannte auf staatsrechtliche Beschwerde hin, diese Vorgehensweise des Verwaltungsgerichts und der ermessensweise geschätzte Durchschnittswert von Fr. 4'500.-- im Besondern seien nicht zu beanstanden (Urteil 2P.25/2002 vom 17. Mai 2002). Im Anschluss an das erwähnte Urteil des Verwaltungsgerichts vom 12. November 2001 veranlagte das Steueramt des Kantons Solothurn am 7. Januar 2002 A.________ mit einer Schenkungssteuer von Fr. 111'998.55 (einschliesslich Verzugszins). Die Steuerbehörde ging von einer Schenkung aus, weil A.________ vor dem Verwaltungsgericht ausgesagt hatte, sie habe die Hunde "auf mündlichem Weg von B.________ erworben", dafür jedoch nichts bezahlt. Den massgebenden Wert berechnete sie mit Fr. 297'000.-- (66 Hunde à Fr. 4'500.--). Im Einspracheverfahren bestritt der Rechtsvertreter von A.________, dass eine Schenkung vorliege. Sinngemäss wurde geltend gemacht, die Übertragung der Hunde sei eine Abgeltung für die von A.________ über Jahre hinweg erbrachten "Gegenleistungen" (Einsprache vom 7. Februar 2002, S. 3 f.; Schreiben vom 11. Februar 2002). Auf Grund dieser Erklärungen qualifizierte das Steueramt die Vergütung als "Erwerbseinkommen für die langjährige Tätigkeit (November 1990 - Mai 1996) bei Herrn B.________". Weil dieses zusätzliche Einkommen "eventuell zu Unrecht" nicht deklariert worden sei, leitete das Steueramt am 3. Dezember 2002 ein Nach- und Strafsteuerverfahren ein. Am 6. März 2003 eröffnete das Steueramt A.________ die Nach- und Strafsteuerveranlagung für die Staatssteuer 1996 (Nachsteuer und Strafsteuer: je Fr. 22'425.35; Verzugszins: Fr. 5'970.95; Gesamtbetrag: Fr. 50'821.65) sowie für die direkte Bundessteuer 1997/98 (Nachsteuer und Busse: je Fr. 4'485.30; Verzugszins: Fr. 728.10; Gesamtbetrag: Fr. 9'698.70). Das Steueramt ging von einem "nicht deklarierten Einkommen" von Fr. 297'000.-- aus. Eine Einsprache gegen diese Veranlagungen wurde mit Entscheid vom 8. Juli 2003 abgewiesen.