Citation: 2A.39/2002 30.01.2002 E. 3

3.- a) Der Migrationsdienst des Kantons Bern hat die Beschwerdeführerin am 21. Dezember 2001 formlos aus der Schweiz weggewiesen. Der Vollzug der Wegweisung ist mangels gültiger Reisepapiere zur Zeit noch nicht vollziehbar. Er ist jedoch absehbar, sind doch in den persönlichen Effekten der Beschwerdeführerin ein auf ihren Namen lautender Führerausweis und ein Bankbüchlein gefunden worden, was den Erhalt von Reisepapieren bei den Behörden von Kamerun erleichtern sollte. Nachdem die Beschwerdeführerin sich der Polizei gegenüber mit einem nicht auf ihren Namen lautenden Pass ausgewiesen hat, liegt die Untertauchensgefahr auf der Hand (vgl. BGE 122 II 49 E. 2a S. 51). b) Die Beschwerdeführerin hat schon bei der Befragung vom 22. Dezember 2001, einen Tag nach ihrer Inhaftnahme, gegenüber der Kantonspolizei geäussert, sie habe in der Schweiz ein Asylgesuch stellen wollen; vor dem Haftrichter erklärte sie am 24. Dezember 2001 ausdrücklich, sie möchte in der Schweiz politisches Asyl erhalten. Der Haftrichter hat daher in der Urteilsbegründung zu Unrecht ausgeführt, die Beschwerdeführerin habe zwar in der Schweiz um Asyl ersuchen wollen, dies aber "bis heute noch nicht getan": Wohl schon die Aussage der Beschwerdeführerin vom 22. Dezember 2001 vor der Kantonspolizei, sicher aber die Aussage anlässlich der Haftrichterverhandlung muss als Asylgesuch gelten, das der Haftrichter umgehend an das Bundesamt für Flüchtlinge hätte weiterleiten müssen, was - soweit aus den Akten ersichtlich - nicht geschehen ist. Diese Unterlassung beeinflusst aber den Ausgang des vorliegenden Verfahrens nicht, denn die Beschwerdeführerin hat alle auf Asylgründe hindeutenden Aussagen erst gemacht, nachdem der Migrationsdienst sie schon in Ausschaffungshaft genommen hatte: Wird - wie hier - während der Ausschaffungshaft ein Asylgesuch gestellt, so ist die Fortsetzung der Ausschaffungshaft nach der Rechtsprechung unter der Voraussetzung zulässig, dass mit dem Abschluss des Asylverfahrens und dem Vollzug der Wegweisung in absehbarer Zeit zu rechnen ist (BGE 125 II 377 E. 2b S. 380; vgl. Alain Wurzburger, La jurisprudence récente du Tribunal fédéral en matière de police des étrangers, in RDAF 53/1997, S. 329). Diese Voraussetzungen waren hier erfüllt, gab es doch im Zeitpunkt der Haftrichterverhandlung keine Hinweise darauf, dass mit dem Abschluss des Asylverfahrens und dem Vollzug der Wegweisung nicht in absehbarer Zeit zu rechnen wäre. c) Die Anordnung der Ausschaffungshaft erweist sich nach dem Gesagten als bundesrechtskonform.