Citation: 5P.142/2002 31.07.2002 E. 1

Die Entscheidung über die Berufung wird in der Regel bis zur Erledigung der staatsrechtlichen Beschwerde ausgesetzt; eine Ausnahme (BGE 122 I 81 E. 1 S. 82) von dieser Regel rechtfertigt sich nicht (Art. 57 Abs. 5 OG). Die Frage, ob der Ausgang des Vertragsanfechtungsprozesses unter den Geschwistern für das Persönlichkeitsschutzverfahren präjudiziell sein könnte, muss vor dem Entscheid in der Sache beantwortet werden. Das Kantonsgericht hat den entsprechenden Sistierungsantrag gestützt auf Art. 5 ZPO abgewiesen und dabei Bundesrecht als kantonales Ersatzrecht angewendet. Dessen Verletzung kann mit Berufung nicht gerügt werden (Art. 43 OG; BGE 128 III 76 E. 1a S. 80). Die Begründungen von Beschwerde- und Berufungsschrift stimmen praktisch wörtlich überein; nebst der verschiedenen Bezeichnung der Rechtsmittel unterscheiden sie sich lediglich dadurch, dass die Berufungsschrift vier zusätzliche Absätze an rechtlichen Ausführungen zu Art. 28 Abs. 2 ZGB enthält, im Übrigen aber ebenfalls die Verfassungsrügen verzeichnet, die in der staatsrechtlichen Beschwerde erhoben werden, in der umgekehrt auch die Verletzung von Art. 28 Abs. 2 ZGB geltend gemacht wird. Inhaltlich übereinstimmende Rechtsmitteleingaben vor Bundesgericht sind nicht unstatthaft, soweit die Vorbringen im Rahmen des entsprechenden Rechtsmittels zulässig sind und den jeweiligen Begründungsanforderungen genügen (BGE 116 II 745 E. 2 S. 748; 118 IV 293 E. 2a S. 295). Nicht eingetreten werden kann hier auf die Rüge, die Art. 28 ff. ZGB seien willkürlich (Art. 9 BV) bzw. rechtsungleich (Art. 8 und Art. 29 Abs. 1 BV) angewendet worden. Damit werden keine eigentlichen Verfassungsverletzungen geltend gemacht. Vielmehr wird eine unrichtige oder mangelhafte Anwendung von Bundesprivatrecht beanstandet, die mit Berufung vorzutragen ist (Art. 84 Abs. 2 OG; Urteil des Bundesgerichts 5P.263/2000 vom 20. Juli 2001, E. 2b). Die Abweisung des Sistierungsantrags ist als prozessleitende Verfügung ein Zwischenentscheid (Urteil des Bundesgerichts P.1830/1986 vom 12. Januar 1987, E. 1a), der hier mangels selbstständiger Eröffnung nur mit dem kantonal letztinstanzlichen Sachurteil angefochten werden kann (Art. 87 OG). Durch das kantonsgerichtliche Urteil in der Sache selbst ist das rechtliche Interesse an der Beschwerde gegen die verweigerte Sistierung nicht entfallen, könnte doch die geltend gemachte verfassungswidrige Beurteilung des Sistierungsantrags unmittelbare Auswirkungen auf das Sachurteil haben, was dessen Tatsachengrundlage anbetrifft (Art. 88 OG). Unzulässig sind die Anträge des Beschwerdeführers, die über die blosse Aufhebung des kantonsgerichtlichen Urteils hinausgehen (BGE 124 I 327 E. 4 S. 332 mit Hinweisen auf hier nicht zutreffende Ausnahmen). Auf die staatsrechtliche Beschwerde kann mit den erwähnten Vorbehalten eingetreten werden.