Citation: 6B_93/2022 E. 1.2.1

1.2.1. Die Vorinstanz führt zur Strafzumessung aus (Urteil S. 60 ff.), die Freiheitsstrafe als eingriffsintensivste Sanktion sei ultima ratio und könne nur verhängt werden, wenn keine andere, mildere Strafe (oder Massnahme) in Betracht komme (BGE 144 IV 217 E. 3.3.3). Nach dieser Rechtsprechung sei die Bildung einer Gesamtstrafe in Anwendung des Asperationsprinzips gemäss Art. 49 Abs. 1 StGB nur möglich, wenn das Gericht im konkreten Einzelfall für jeden einzelnen Normverstoss gleichartige Strafen ausfälle. Das Bundesgericht sei im zitierten Urteil davon abgekommen, Ausnahmen von der konkreten Methode zuzulassen. Dass die gesetzliche Konkurrenzregelung nicht in allen Konstellationen befriedige, sei nach E. 3.6 des zitierten BGE hinzunehmen. Dies bedeute, dass bei Massen-Kleinkriminalität, bei der jedes einzelne Delikt für sich alleine mit einer Geldstrafe abgegolten werden könnte, fortan eine Gesamtstrafe von 180 Tagessätzen (bei Delikten vor dem 1. Januar 2018 allenfalls 360 Tagessätze) auszufällen sei, auch wenn dies zu "unbilligen" Ergebnissen führe (Urteil S. 64 f. mit Hinweis auf Urteil 6B_619/2019 vom 11. März 2020). Bei der Wahl der Strafart seien die Zweckmässigkeit der Sanktion, ihre Auswirkungen auf den Täter und sein soziales Umfeld sowie ihre präventive Effizienz als wichtige Kriterien zu berücksichtigen. Die Geldstrafe solle auch bei einkommensschwachen Tätern ausgefällt werden können. Nach dem Verhältnismässigkeitsprinzip solle bei alternativ zur Verfügung stehenden und hinsichtlich des Schuldausgleichs äquivalenten Sanktionen im Regelfall diejenige gewählt werden, die weniger stark in die persönliche Freiheit eingreife.