Citation: 4A_14/2019 E. 4

Die Beschwerdeführerin kritisiert in prozessualer Hinsicht, das Handelsgericht habe wiederholt ihren Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt. Sie meint, das Handelsgericht habe ihrer Säumnis durch Nichterscheinen zur Hauptverhandlung vom 14. Juni 2016 eine falsche Tragweite zugemessen, zumal in dem anlässlich dieser Verhandlung ergangenen Entscheid lediglich der Hilfsanspruch der Beschwerdegegnerin auf Rechenschaftsablegung beurteilt worden sei. Dabei verkennt sie, dass die Beschränkung des Prozessthemas auf den Hilfsanspruch erst erfolgte, nachdem sie (die Beschwerdeführerin) bereits durch Nichteinreichen einer formgültigen Klageantwort und zufolge Nichterscheinens zur Hauptverhandlung vom 14. Juni 2016 bei den ersten Parteivorträgen säumig geworden war. Dass der Entscheid vom 14. Juni 2016 in der Tat lediglich den Hilfsanspruch auf Rechenschaftsablegung feststellte, hat entgegen der Beschwerdeführerin nicht zur Folge, dass das Verfahren mit Bezug auf das Hauptbegehren damit von Neuem begonnen hätte. Soweit die Beschwerdegegnerin ihren Forderungsanspruch in der Klage vom 29. August 2012 bereits substanziiert behauptet hatte, hat die Beschwerdeführerin ihr Recht auf Beantwortung durch ihre Säumnis verwirkt. Die Vorinstanz hat ihr somit zu Recht nicht noch einmal Gelegenheit zur umfassenden Beantwortung der Klage eingeräumt. Weshalb die Beschwerdeführerin - wie sie in der Replik geltend macht - berechtigt gewesen sein soll, an der Fortsetzungsverhandlung vom 29. Oktober 2018 die versäumte Klageantwort nachzuholen, ist nicht erkennbar. Die in der Beschwerde wiedergegebenen Ausführungen der Vorinstanz in ihrer Verfügung vom 9. Oktober 2018 sind nicht zu beanstanden. Sodann erblickt die Beschwerdeführerin eine Gehörsverletzung darin, dass ihr das Handelsgericht verweigert habe, zur Klagebezifferung durch die Beschwerdegegnerin vom 29. Januar 2018 Stellung zu nehmen. Die Rüge geht fehl: Gemäss den für das Bundesgericht verbindlichen (Erwägung 2.2) Feststellungen der Vorinstanz wurde die Eingabe der Beschwerdegegnerin vom 29. Januar 2018 der Beschwerdeführerin mittels Publikation im Schweizerischen Handelsamtsblatt zugestellt, und es wurde ihr Frist angesetzt, um hierzu Stellung zu nehmen. Nach der Mitteilung des Zustellungsdomizils der Beschwerdeführerin liess der Instruktionsrichter Rechtsanwalt Bouzaglo ein Exemplar der Klage inklusive Beilagen und der Forderungsbezifferung zukommen. In der Folge liess sich die Beschwerdeführerin zur Forderungsbezifferung und den dortigen Bestreitungen nicht vernehmen. Unter diesen Umständen ist der Vorwurf der Beschwerdeführerin, sie habe sich vor dem Handelsgericht nicht zur Klagebezifferung äussern können, nicht nachvollziehbar. Die behaupteten Verletzungen von Art. 29 Abs. 2 BV sowie von Art. 53 Abs. 1 und Art. 222 ZPO liegen nicht vor.