Citation: 5A_312/2015 E. 3.1

3.1. Der Ehemann macht geltend, es sei der Ehefrau möglich, mehr als 50 % zu arbeiten, zumal ihre Lasten im Zusammenhang mit der Besorgung des gemeinsamen Haushaltes weggefallen seien. Weil keine Wiedervereinigung zur Diskussion stehe, wären die Grundsätze des nachehelichen Unterhaltes bereits für das Eheschutzverfahren anzuwenden gewesen. Das Obergericht sei in Willkür verfallen und habe sein rechtliches Gehör verletzt, indem es vom Gleichbehandlungsgrundsatz abgewichen sei und sich nicht mit seinen Einwänden auseinandergesetzt habe. Eine Gehörsverletzung ist insofern nicht ersichtlich, als das Obergericht seinen Entscheid auf fast 40 Seiten ausführlich und in allen Teilen nachvollziehbar begründet hat (zu den aus Art. 29 Abs. 2 BV fliessenden Begründungsanforderungen vgl. BGE 134 I 83 E. 4.1 S. 88; 138 IV 81 E. 2.2 S. 84; 139 IV 179 E. 2.2 S. 183). Ebenso wenig ist eine Verletzung des Willkürverbotes ersichtlich, soweit die Ausführungen des Ehemannes nicht ohnehin appellatorischer Natur sind. Zum einen ist das Obergericht nicht von einem 50 %-Pensum ausgegangen und ebenso wenig von der Behauptung des Ehemannes, die Ehefrau hätte vorher 90 % bis 100 % gearbeitet. Vielmehr hat es anhand der konkret greifbaren Zahlen aus der Vergangenheit errechnet, dass die bisherige Arbeitstätigkeit zwischen 65 % und 85 % betragen haben muss. Weiter hat das Obergericht darauf verwiesen, dass die Ehefrau bei einer Vielzahl von Arbeitgebern tätig ist, wobei diese teilweise wechseln, und ihr Beschäftigungsgrad sowie ihr Einkommen deshalb Schwankungen unterworfen sind. Überdies ist zu beachten, dass die Ehefrau zusätzliche Arbeitswege in Kauf nehmen muss, weil sie an verschiedenen Orten tätig ist, und dass sie auch auf die Einsatzwünsche der Arbeitgeber Rücksicht zu nehmen hat; es ist ihr deshalb weniger gut als einer bei einem einzigen Arbeitgeber beschäftigten Person möglich, insgesamt ein Arbeitspensum von 100 % zu verrichten. Wenn das Obergericht deshalb für die Trennungszeit weiterhin von einer Erwerbstätigkeit im bisher praktizierten Umfang ausgegangen ist, hat es von seinem Ermessen keinen unsachgemässen Gebrauch gemacht, umso mehr als es ausdrücklich darauf hingewiesen hat, dass sich mit dem Gesamteinkommen beidseitig der erweiterte Bedarf decken lässt und ein nicht unerheblicher Überschuss verbleibt. Vor diesem Hintergrund ist es entgegen der Ansicht des Ehemannes weder willkürlich noch stellt es eine rechtsungleiche Behandlung dar, wenn das Obergericht der Ehefrau keine sofortige Ausdehnung auf eine 100-prozentige Arbeitstätigkeit während bestehender Ehe zugemutet hat.