Citation: 2C_914/2017 E. 3.1

3.1. Der Beschwerdeführer wurde am 19. März in Deutschland wegen unerlaubten Besitzes von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge in Tateinheit mit Beihilfe zum unerlaubten Handeltreiben mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren verurteilt, welche zur Bewährung ausgesetzt wurde. Deutsche Zollbeamte hatten bei ihm ca. 100 g Kokaingemisch mit einem Wirkstoffgehalt an Kokainhydrochlorid von knapp 37 g gefunden. Die Straftat des Beschwerdeführers bildet im Sinne von Art. 121 Abs. 3 BV seit dem 1. Oktober 2016 eine Anlasstat für eine obligatorische Landesverweisung (Art. 66a Abs. 1 lit. o StGB). Auch wenn diese Neuregelung nicht rückwirkend auf den Beschwerdeführer Anwendung findet, kommt darin zum Ausdruck, dass der Verfassungs- und Gesetzgeber Betäubungsmitteldelikte als besonders verwerflich erachtet, was bei der Interessenabwägung berücksichtigt werden darf. Erschwerend kommt vorliegend hinzu, dass es sich nicht um eine einmalige Verfehlung des Beschwerdeführers handelt. Er hatte bereits zuvor mehrere Verurteilungen zu gewärtigen, welche ihn aber nicht vor erneuter und schwerer Delinquenz abhalten konnten. Das verfahrensauslösende Delikt beging er sogar während der noch laufenden Probezeit für die Strafe wegen Irreführung der Justiz wie auch die beiden anderen Delikte, die mittels Strafbefehlen vom 11. März 2013 respektive 24. März 2014 sanktioniert wurden. Offensichtlich lässt sich der Beschwerdeführer von strafrechtlichen Massnahmen nicht beeindrucken und ist nicht gewillt, sich an die Rechtsordnung zu halten. Im Weiteren gehört der versuchte gewerbsmässige Sozialversicherungsbetrug ebenfalls zu den Anlasstaten für eine obligatorische Landesverweisung (Art. 66a Abs. 1 lit. e StGB) und weist die Deliktssumme von über einer Million Franken auf eine beachtliche kriminelle Energie hin.