Citation: 6B_495/2022 E. 2.3

2.3. Zusammengefasst begründete die Staatsanwaltschaft die Verfahrenseinstellung damit, dass sich die streitigen Äusserungen der Beschwerdegegnerin 2 ausschliesslich auf die berufliche Tätigkeit der Funktionäre der D.________ AG und der E.________ AG beziehen und somit vom Schutzbereich der Ehrverletzungsdelikte nach Art. 173 f. StGB nicht erfasst würden. Die Äusserungen seien zudem sachlich gewesen, nicht über das Notwendige hinausgegangen und aufgrund begründeter Veranlassung erfolgt, weshalb die Beschwerdegegnerin 2 zum Wahrheits- und Gutglaubensbeweis zuzulassen sei. Dieser sei erbracht, denn die geäusserten Verdachtsmomente würden auf ernsthaften Recherchen beruhen. Ausserdem habe die Beschwerdegegnerin 2 im Rahmen eines gerichtlichen Verfahrens gehandelt, weshalb die Äusserungen durch Art. 14 StGB (gesetzlich erlaubte Handlung) gerechtfertigt seien. Dagegen argumentiert die Vorinstanz, die umstrittenen Äusserungen seien allesamt auf dem Briefpapier der Kanzlei C.________ festgehalten und von Rechtsanwalt C.________ unterzeichnet worden. Urheber der inkriminierten Äusserungen sei folglich Rechtsanwalt C.________ als Vertreter der Beschwerdegegnerin 2. Das gegen ihn geführte Strafverfahren sei jedoch rechtskräftig eingestellt worden. Dessen Äusserungen könnten nicht ohne Weiteres der Beschwerdegegnerin 2 zugerechnet werden. Aus den Akten ergebe sich nicht, dass sie die Eingaben verfasst oder ihren Rechtsvertreter zu entsprechenden Äusserungen angestiftet hätte. Ohnehin wäre eine allfällige Anstiftung aufgrund limitierter Akzessorietät zufolge Straflosigkeit von Rechtsanwalt C.________ straflos.