Citation: 4A_159/2023 E. 4.1

4.1. Die Vorinstanz erwog, die Ausführungen der Beschwerdeführerin genügten nicht, um die erstinstanzliche Würdigung - der Beschwerdegegner sei im streitgegenständlichen Zeitraum arbeitsunfähig gewesen - zu erschüttern. Als einziges Indiz für den gegenteiligen Standpunkt der Beschwerdeführerin komme ihr Hinweis in Frage, das hausärztliche Zeugnis über die Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdegegners sei erst drei Wochen nach Beginn der attestierten Krankheit ausgestellt worden. In die Beweiswürdigung der Erstinstanz seien indessen weitere Beweismittel eingeflossen. Zum einen die E-Mail-Korrespondenz zwischen dem Beschwerdegegner und E.________ (Arbeitnehmerin bei der Beschwerdeführerin). Daraus ergebe sich namentlich, dass der Beschwerdegegner davon habe ausgehen dürfen, seine Krankheitsmeldung sei bei der Beschwerdeführerin angekommen und von dieser akzeptiert worden. Zudem habe die Erstinstanz auch berücksichtigt, dass die D.________ die Krankheit des Beschwerdegegners ausdrücklich und durchgehend anerkannt habe. Es genüge nicht, der D.________ vorzuwerfen, sie habe ohnehin bis zum 8. Oktober 2020 nichts bezahlen müssen und habe ihren Leistungsumfang auf 551 Tage schmälern können. Unbehelflich sei schliesslich der Hinweis der Beschwerdeführerin auf die Offerte eines Gerichtsgutachtens betreffend die ärztlichen Bescheinigungen. Zum einen habe die Erstinstanz unter der Berücksichtigung der E-Mail-Korrespondenz keine berechtigten Zweifel am hausärztlichen Zeugnis haben müssen, insbesondere auch deshalb nicht, weil die Arbeitsunfähigkeit nicht nur vom Hausarzt, sondern auch von der F.________ AG bestätigt worden sei. Dabei sei unbehelflich, dass in deren Zeugnissen teilweise die Arbeitsbezeichnung "Koch" verwendet worden sei. Die F.________ AG betreibe das Zentrum im Auftrag der G.________. Wenn ein solches Zentrum eine Arbeitsunfähigkeit bestätige, sei davon auszugehen, dass psychische Leiden vorherrschten und die berufliche Tätigkeit nicht massgebend sei. Zum anderen sei nicht ersichtlich und lege die Beschwerdeführerin auch nicht dar, inwiefern ein Gutachter das hausärztliche Zeugnis sinnvoll hätte überprüfen bzw. ein anderes Beweisergebnis über die Krankheit des Beschwerdegegners hätte bewirken können. Die Frage eines Gutachtens stelle sich jedoch sowieso nicht, da keine Zweifel an den Zeugnissen bestünden.