Citation: K 75/06 07.12.2006 E. 4

Streitig und zu prüfen ist der Umfang der Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin. Diesbezüglich massgebend ist, ob die von Dr. med. Dr. med. dent. S.________ durchgeführte Behandlung dem Erfordernis der Wirtschaftlichkeit im Sinne von Art. 32 Abs. 1 und Art. 56 Abs. 1 KVG entspricht. 4.1 Was zunächst den Beizug eines ärztlichen Assistenten anbelangt, hat das Eidgenössische Versicherungsgericht bereits im Urteil vom 2. Februar 2005 festgehalten, dass dessen Notwendigkeit mangels Anhaltspunkten für irgendwelche Schwierigkeiten oder besondere Komplikationen bei der Entfernung der unteren Weisheitszähne nicht nachgewiesen ist. Diese Auffassung wird im Obergutachten vom 15. November 2005 ausdrücklich bestätigt. 4.2 Bezüglich der umstrittenen Zystenoperation schliesslich hat Dr. med. dent. P.________ im Gutachten vom 18. September 2002 dargelegt, dass es gemäss Befund nicht gerechtfertigt war, neben der Zahnentfernung noch eine Zystektomie vorzunehmen, wie dies in der Honorarnote aufgeführt sei. In den Operationsberichten - so der Experte - sei denn auch nur eine Osteotomie erwähnt. Prof. Dr. med. Dr. med. dent. H.________ hat diese Auffassung im Gutachten vom 15. November 2005 bestätigt und ausgeführt, dass ein perikoronaler Follikel und nicht eine follikuläre Zyste vorgelegen habe. Weder sei die pathohistologische Beurteilung ein Beweis für das Vorhandensein einer follikulären Zyste, wenn der entsprechende radiologische Befund fehle, noch liefere der Operationsbericht den Nachweis einer durchgeführten Zystektomie. Die Verrechnung der Position "Zystenoperation" (Nr. 4235 der Rechnung) ist demzufolge nicht gerechtfertigt. Soweit Dr. med. Dr. med. dent. S.________ für die Beschwerdeführerin geltend macht, eine Position, die als unwirtschaftlich eingestuft werde, dürfe nicht einfach ersatzlos gestrichen, sondern müsse durch eine wirtschaftliche ersetzt werden, ist festzuhalten, dass dies nur dann zutreffen würde, wenn die wirtschaftliche Massnahme effektiv durchgeführt worden wäre. Die diesbezüglich geltend gemachte "operative Entfernung eines Zahnes mit Probeexzision (Position Nr. 4207 und 4211)" geht weder aus Rechnung oder Operationsbericht hervor, noch ist sie anderweitig nachgewiesen. 4.3 Die Behandlungskosten für die Entfernung der unteren Weisheitszähne 38 und 48 sind demzufolge von der obligatorischen Krankenpflegeversicherung unter Abzug der Kosten bezüglich ärztlicher Assistenz und Zystenoperation zu übernehmen. Soweit Dr. med. Dr. med. dent. S.________ neu eine andere Rechnungsposition geltend macht, fällt diese - wie erwähnt - nur dann unter die Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin, wenn die Massnahme tatsächlich durchgeführt worden ist. Die Sache wird an die SWICA zurückgewiesen, damit sie abklärt, welcher Anteil der gestellten Rechnungen auf die Behandlung der Zähne 38 und 48, soweit der Leistungspflicht unterliegend, entfällt, und anschliessend über den Anspruch der Beschwerdeführerin auf Übernahme der Kosten der zahnärztlichen Behandlung neu verfügt.