Citation: 6B_1294/2022 E. 3.4

3.4. Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin liegt in den vorinstanzlichen Ausführungen kein direkter oder indirekter Schuldvorwurf. Zwar ist die vorinstanzliche Formulierung, es könne "nicht davon ausgegangen werden", ungünstig gewählt. Jedoch kann vorliegend noch nicht von einer Vorverurteilung gesprochen werden, stützt sich die Vorinstanz doch lediglich für das Wohlverhalten seit der letzten Tat auf das laufende Verfahren und hebt dabei insbesondere hervor, dass die Beschwerdeführerin teilweise geständig war. In dieser Hinsicht ist der Beschwerdeführerin beizupflichten, dass Geständnisse jederzeit widerrufen werden können. Die Beschwerdeführerin übersieht jedoch, dass die Vorinstanz nicht über den Ausgang des laufenden Verfahrens urteilt und auch nicht erwägt, die Beschwerdeführerin habe sich den ihr vorgeworfenen Delikte schuldig gemacht. Diesbezüglich erweist sich die Beschwerde als unbegründet. Nichts für sich abzuleiten vermag die Beschwerdeführerin aus ihrem Vorbringen, wonach die Staatsanwaltschaft im Rahmen ihres Plädoyers vor der Vorinstanz ausgeführt habe, die Zürcher Strafjustiz dürfe die aufgeschobene Freiheitsstrafe ohnehin widerrufen. Es ist nicht ersichtlich und wird auch nicht begründet, inwieweit dadurch die Unschuldsvermutung verletzt sein sollte (Art. 42 Abs. 2 BGG).