Citation: 6P.76/2003 28.09.2003 E. 8

Schliesslich rügt der Beschwerdeführer, die Vorinstanz habe es zu Unrecht unterlassen, die Anwendbarkeit der Art. 43 und 44 OR zu prüfen, obwohl Y.________ ein erhebliches Selbstverschulden zur Last falle (Beschwerde S. 12). Art und Grösse des Ersatzes für eingetretenen Schaden bestimmt der Richter, der hierbei sowohl die Umstände als auch die Grösse des Verschuldens zu würdigen hat (Art. 43 Abs. 1 OR). Hat der Geschädigte in die schädigende Handlung eingewilligt, oder haben Umstände, für die er einstehen muss, auf die Entstehung oder Verschlimmerung des Schadens eingewirkt, oder die Stellung des Ersatzpflichtigen sonst erschwert, kann der Richter die Ersatzpflicht ermässigen oder gänzlich von ihr entbinden (Art. 44 Abs. 1 OR). Diese Bestimmung räumt dem Richter beim Entscheid über Grundsatz und Ausmass einer Reduktion der Schadenersatzpflicht ein erhebliches Ermessen ein. Dieses Ermessen ist nach Recht und Billigkeit auszuüben (Art. 4 ZGB). Ermessensentscheide dieser Art überprüft das Bundesgericht an sich frei. Es übt dabei allerdings Zurückhaltung und greift nur ein, wenn die Vorinstanz von dem ihr zustehenden Ermessen falschen Gebrauch gemacht hat, d.h. wenn sie grundlos von in Lehre und Rechtsprechung anerkannten Grundsätzen abgewichen ist, wenn sie Umstände berücksichtigt hat, die keine Rolle hätten spielen dürfen, oder wenn sie umgekehrt rechtserhebliche Umstände ausser Acht gelassen hat (BGE 126 III 223 E. 4a S. 227 f.; 124 III 401 E. 2a S. 402; je mit Hinweisen). Wie oben dargelegt worden ist, hat der Beschwerdeführer Y.________ arglistig getäuscht. Dieser mag dem Beschwerdeführer zu sehr vertraut und deshalb nicht sehr vorsichtig gehandelt haben. Aber indem die Vorinstanz das betrügerische Verhalten des Beschwerdeführers stärker gewichtete, hat sie ihr Ermessen weder überschritten noch missbraucht. Eine Bundesrechtsverletzung liegt jedenfalls nicht vor. Der abschliessende Hinweis auf Art. 53 OR ist von vornherein verfehlt (Beschwerde S. 12). Diese Bestimmung richtet sich nur an den Zivilrichter, denn davon, dass der Strafrichter im Zivilpunkt an seine eigenen Erwägungen im Schuld- und Strafpunkt nicht gebunden wäre, kann ernstlich nicht die Rede sein (BGE 120 Ia 101 E. 2e S. 108 mit Hinweis). Die Beschwerde ist auch in diesem Punkt abzuweisen.