Citation: 6B_974/2017 E. 2.2.2

2.2.2. Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, er habe sich über seine Berechtigung zum Führen der Fahrzeugkombination geirrt und angenommen, es komme auf das effektive Betriebsgewicht, nicht das Gesamtgewicht gemäss Fahrzeugschein an, zeigt er nicht auf, dass dieser Irrtum unvermeidbar, sein Verhalten mithin nicht fahrlässig gewesen wäre. Er behauptet insbesondere nicht, sich bei einer sachkundigen Stelle informiert oder das angeblich von seinem Vorgesetzten konsultierte Merkblatt selber gelesen zu haben. Dass ihm dieser versicherte, er dürfe die Fahrzeugkombination führen, genügt offensichtlich nicht. Der Beschwerdeführer setzt sich auch mit dem nachvollziehbaren Argument nicht auseinander, wonach bereits ein oberflächliches Lesen des Merkblattes genügt hätte um zu erkennen, dass das Gesamtgewicht des Fahrzeugs, gemeint wohl dasjenige gemäss Fahrzeugausweis, entscheidend sei. Daraus ergibt sich zumindest klar, dass die Angaben im Fahrzeugausweis ebenfalls zu beachten sind und dass Gewichte und Anhängerlast nicht überschritten werden dürfen. Einen Hinweis, wonach es für die Fahrberechtigung auf das effektive Betriebsgewicht der Fahrzeugkombination ankäme, enthält das Merkblatt hingegen nicht. Von einem unvermeidbaren Irrtum des Beschwerdeführers hinsichtlich der Berechtigung zum Führen der strittigen Fahrzeugkombination kann keine Rede sein. Wenn der Beschwerdeführer vorbringt, er sei sich der Berechtigung sicher gewesen, stützt die von ihm als Beweis hierfür zitierte Aussage diese Darstellung im Übrigen nicht. So hat er auf die Frage, ob er Zweifel gehabt habe, geantwortet: "Ja, aber nachdem [der Vorgesetzte] das Blatt angeschaut und berechnet hat und gesehen hat, dass wir unter 3.5 Tonnen sind, war es eigentlich klar". Abgesehen davon würde es den Beschwerdeführer mangels tauglicher, zumutbarer Abklärungen hierüber auch nicht entlasten, wenn er keinerlei Zweifel an seiner Fahrberechtigung gehabt hätte. Wie vorstehend dargelegt, hat er als Fahrzeugführer die Fahrzeugtypen zu kennen, die er ohne entsprechenden Ausweis nicht führen darf (oben E. 2.1.2). Wenn er schliesslich einwendet, es komme höchstens eine Verurteilung wegen unbewusst fahrlässiger Tatbegehung in Frage, solches sei aber nicht angeklagt, so verkennt er wiederum, dass die Strafbarkeit davon nicht abhängt (oben E. 2.1.2). Das Gericht ist zwar an den in der Anklage wiedergegebenen Sachverhalt gebunden, nicht aber an dessen rechtliche Würdigung durch die Anklagebehörde (BGE 143 IV 63 E. 2.2 mit Hinweisen). Anders als der Beschwerdeführer anzunehmen scheint, stünde der Anklagegrundsatz auch einer Verurteilung wegen eines gleichartigen oder geringfügigeren Delikts nicht entgegen (Urteil 6B_384/2008 vom 11. September 2008 E. 1.3), solange die Anklageschrift die dem Angeklagten zur Last gelegten Delikte in ihrem Sachverhalt so präzise umschreibt, dass die Vorwürfe genügend konkretisiert sind und er sich angemessen dagegen verteidigen kann. Dass dem so war, ist unbestritten.