Citation: 2C_1008/2016 E. 4.3

4.3. Qualifizierter Drogenhandel aus rein finanziellen Motiven gilt als besonders schwerwiegend; die Gesundheit vieler wird gefährdet (BGE 139 II 121 E. 6.3 S. 130 f.; siehe auch Urteil des EuGH vom 23. November 210 C-145/09 Tsakouridis Rz. 46 f.). Angesichts dieser besonders schweren Verletzung eines wichtigen Rechtsguts ist die Möglichkeit eines Rückfalls freizügigkeitsrechtlich kaum hinzunehmen. Kommt hinzu, dass der Beschwerdeführer sein kriminelles Verhalten im Laufe der Jahre kontinuierlich gesteigert hat: U.a. Verstoss gegen das Waffengesetz (Klappmesser), massive Geschwindigkeitsüberschreitungen (über 200km/h auf der Autobahn) trotz Führerausweisentzug, mehrmalige bauliche Veränderungen des Motorrads bis schliesslich zum Drogenhandel aus finanziellen Motiven. Auch kann sein Verhalten mit rund 40 Jahren nicht mehr als Jugendsünde taxiert werden. Wie die Vorinstanz zu Recht ausgeführt hat, lässt das bisherige Verhalten des Beschwerdeführers nicht erwarten, dass eine zukünftige Gefährdung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit ausgeschlossen werden kann. Daran vermögen die Eingaben des Beschwerdeführers von Bekannten und der Ehefrau und den Kindern nichts zu ändern. Der Beschwerdeführer hat den Tatbeweis noch nicht erbracht. Dieser wird auch nicht dadurch erbracht, dass der Beschwerdeführer nunmehr in den Strafvollzug mittels elektronischen Fussfesseln übergetreten ist. Denn Strafrecht und Ausländerrecht verfolgen unterschiedliche Ziele und sind unabhängig voneinander anzuwenden. Der Straf- und Massnahmenvollzug hat nebst der Sicherheitsfunktion eine resozialisierende bzw. therapeutische Zielsetzung; für die Fremdenpolizeibehörden steht demgegenüber das Interesse der öffentliche Ordnung und Sicherheit im Vordergrund, woraus sich ein im Vergleich mit den Straf- und Strafvollzugsbehörden strengerer Beurteilungsmassstab ergibt. So kann aus dem Umstand, dass ein Straftäter bedingt aus dem Strafvollzug entlassen wurde, nicht bereits geschlossen werden, es gehe keine Gefahr (im fremdenpolizeilichen Sinne) mehr von ihm aus. Auch eine aus der Sicht des Massnahmenvollzugs positive Entwicklung oder ein klagloses Verhalten im Strafvollzug schliessen eine Rückfallgefahr und eine fremdenpolizeiliche Ausweisung nicht aus (BGE 137 II 233 E. 5.2.2 S. 236 f. mit Hinweisen). Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers kann er auch nichts zu seinen Gunsten aus dem Urteil 2C_361/2014 vom 22. Oktober 2015 E. 4.3 i.f. ableiten. Denn die referierte Stelle spricht von den Strafbehörden und nicht von den Ausländerbehörden. Jene gingen davon aus, dass keine weiteren Beeinträchtigungen wesentlicher Rechtsgüter zu erwarten wären, weshalb sie dem Täter die Strafe in Form von Electronic Monitoring ermöglichten, was sich mit der Einschätzung der kantonalen Richter aus fremdenpolizeilicher Sicht deckte. Der Beschwerdeführer blendet zudem aus, dass er sich auch mit Electronic Monitoring immer noch im Strafvollzug mit einzuhaltenden Zeiten und Begleitung befindet. Abgesehen davon darf tadelloses Verhalten im Strafvollzug erwartet werden (vgl. BGE 139 II 121 E. 5.5.2 S. 128 mit Hinweisen).