Citation: 1C_244/2019 E. 3.4.2

3.4.2. Das Bundesamt für Umwelt BAFU führt entsprechend in seiner Vernehmlassung vom 9. November 2019 aus, andere lärmmindernde Massnahmen als die an den strassenseitigen Terrassen umgesetzten sowie die gemäss dem Lärmgutachten verworfene Erstellung einer Lärmschutzwand seien - soweit ersichtlich - nicht geprüft worden. Da sich das streitbetroffene Mehrfamilienhaus an einer Hanglage befinde, seien die Wohnzimmer mit Blick auf die Strasse ausgerichtet. Es erkenne deshalb keine Möglichkeiten, die Raumanordnung im Sinne von Art. 31 Abs. 1 lit. a LSV so zu verändern, dass weniger oder keine lärmempfindlichen Räume belastet würden. Hingegen sehe es gestützt auf die zur Verfügung stehenden Planunterlagen verschiedene Handlungsoptionen im Sinne von Art. 31 Abs. 1 lit. b LSV: Abschrägung (im Grundriss) und/oder Rückversetzung der derzeit abgewinkelten Wohnzimmerfenster, Vergrösserung der Überdeckung der Terrasse und der absorbierenden Fläche nach aussen, Hochziehen der verglasten Brüstung über die Garageneinfahrt und/oder Brüstung nach vorne neigen, sowie Veränderung des Diffusions- und Absorptionsverhaltens der Stützmauer zum Haupteingang. Diese und ähnliche architektonischen und landschafts-architektonischen Massnahmen könnten - so das BAFU weiter - allein oder in Kombination dazu beitragen, dass weniger Schallanteile an die Wohnzimmerfenster gelangten und die betroffenen Räume damit keiner oder einer geringeren Überschreitung der Immissionsgrenzwerte ausgesetzt seien. Ob die Ergreifung dieser Massnahmen auch wirtschaftlich tragbar und in Bezug auf ihre lärmmindernde Wirkung sowie andere Auswirkungen verhältnismässig sei, könne es nicht abschliessend beurteilen. Allerdings schienen ihm die Massnahmen im Rahmen der veranschlagten Baukosten umsetzbar und erkenne es keine weiteren Gründe, weshalb sie von vornherein ausschieden. Sie wären deshalb zumindest zu prüfen und allenfalls begründet zu verwerfen. Es sei daher fraglich, ob alle in Betracht fallenden baulichen und gestalterischen Massnahmen zur Einhaltung der Immissionsgrenzwerte ausreichend geprüft worden seien.