Citation: 5A_993/2020 E. 5.2

5.2. Aufgrund der allgemeinen Lebenserfahrung ist das Obergericht davon ausgegangen, dass der Erblasser nicht jemanden berücksichtigen wolle, der unter Vorspiegelung eines Freundschaftsverhältnisses versuche, nach seinem Tod an Vermögenswerte zu gelangen. Aufgrund des Verhältnisses zwischen dem Beschwerdeführer und der Erblasserin sei somit vorliegend anzunehmen, dass die Erblasserin den Beschwerdeführer nicht begünstigt hätte, wenn er sie korrekt darüber aufgeklärt hätte, dass vorab ein entgeltliches Betreuungs- und kein Freundschaftsverhältnis vorgelegen und er als ihr Beistand gehandelt habe. Die unterlassene Aufklärung sei somit kausal für die Ausrichtung des Vermächtnisses gewesen (E. 8b S. 19 des angefochtenen Entscheids).