Citation: 4A_35/2021 E. 3.2

3.2. Die dargelegten Regeln beziehen sich zunächst auf den Grundfall, in dem ein Unternehmer die Ausführung des ganzen Werkes zu einem (einzigen) Pauschal- oder Circa-Preis übernimmt. Möglich sind jedoch auch Fälle mit beschränkter Pauschal- oder Circa-Preisabrede (Art. 42 Abs. 1 SIA 118) : In diesen deckt die von den Parteien vereinbarte Vergütung von vornherein nicht die gesamte Werkleistung ab, deren Ausführung der Unternehmer vertraglich übernommen hat (GAUCH, a.a.O., S. 438 Rz. 908 und S. 499 Rz. 1033). So verhält es sich hier: Es wird nicht ein Projekt verwirklicht, für das die Parteien einen Circa-Preis von Fr. 10 - 14 Mio. ausgehandelt hätten. Sie haben vielmehr für gewisse Leistungen des Projekts "Quo Vadis" einen Globalpreis von Fr. 2.2 Mio. vereinbart und gleichzeitig für die gesamten Leistungen gemäss Leistungsbeschrieb des Totalunternehmervertrags für dieses Projekt einen Circa-Preis von Fr. 10-14 Mio., in dem der Globalpreis enthalten ist. Dabei hatte es aber nicht sein Bewenden: der Werkvertrag umfasste schliesslich noch weitere Leistungen. Für das abgeänderte Projekt behauptete die Klägerin einen Pauschalpreis von Fr. 19 Mio., konnte aber keine besondere Preisgestaltung nachweisen.