Citation: U 485/06 19.07.2007 E. 4

4.1 Die Beschwerdeführerin wendet weiter ein, Rechtsanwalt Wigger habe ihr am 30. Juni 2005 eine Vollmachtskopie des Beschwerdegegners vom 28. April 2005 eingereicht. Ab diesem Zeitpunkt habe sie von einem rechtmässigen Vertretungsverhältnis ausgehen dürfen. Spätestens mit der Aktenzustellung vom 15. Juli 2005 sei die Verfügung vom 11. August 2004 Rechtsanwalt Wigger rechtmässig eröffnet worden. Dieser hätte rechtsprechungsgemäss innert drei Monaten (dreifache Dauer der ordentlichen Rechtsmittelfrist; SVR 2004 ALV Nr. 1 S. 1 E. 3.2, C 7/02) auf die angeblich mangelhafte Verfügung reagieren müssen, was er nicht getan habe. Seine erste Reaktion vom 10. November 2005 sei verspätet gewesen. Erst auf die amtliche Bestellung von Rechtsanwalt Wigger als Vertretungsbeistand vom 7. Dezember 2005 als Zeitpunkt für eine rechtsgenügliche Vertretung des Beschwerdegegners abzustellen, widerspreche Treu und Glauben. 4.2 Es wird nicht behauptet und ist nicht belegt, dass der Beschwerdegegner bereits vor Eintritt der Urteilsunfähigkeit (vgl. E. 2 hievor) Rechtsanwalt Wigger zur Vertretung ermächtigt hätte. Aus der Rechtsanwalt Wigger erteilten schriftlichen Vollmacht vom 28. April 2005 kann die SUVA nichts zu ihren Gunsten ableiten. Es ist nicht ganz klar, ob sie vom Beschwerdegegner oder von seinem gleichnamigen Vater unterzeichnet wurde. Sollte sie vom Vater unterschrieben worden sein, wäre er mangels Vertretungsmacht zur Bevollmächtigng nicht befugt gewesen (vgl. E. 3.2 f. hievor). Sollte die Unterschrift vom Beschwerdegegner stammen, wäre sie insofern unbeachtlich, als diesem infolge mittlerweile eingetretener Urteilsunfähigkeit eine Bevollmächtigung gar nicht mehr möglich gewesen wäre. 4.3 Hievon abgesehen hätte die SUVA die Verfügungen vom 11. August und 10. September 2004 Rechtsanwalt Wigger formell eröffnen müssen, wenn sie der Auffassung gewesen wäre, er sei seit 28. April 2005 der rechtmässige Vertreter des Beschwerdegegners (vgl. E. 3.3 hievor). Dies hat sie nicht getan. Von einem ab der blossen Aktenzustellung an Rechtsanwalt Wigger vom 15. Juli 2005 bereits beginnenden Fristenlauf kann daher nicht ausgegangen werden. Dagegen spricht auch, dass dieser erst mit dem Beschluss des Gemeinderates von T.________ vom 7. Dezember 2005 zum Vertretungsbeistand des Beschwerdegegners ernannt wurde. Der rechtlich versierten Beschwerdeführerin hätte auf Grund der ihr bekannten Urteilsunfähigkeit des Beschwerdegegners klar sein müssen, dass sie ihm erst ab Errichtung einer gesetzlichen Vertretung Verfügungen rechtsgenüglich eröffnen konnte (vgl. Stadelwieser, a.a.O., S. 34).