Citation: 6B_1318/2020 E. 1.4.3

1.4.3. Nach den für das Bundesgericht verbindlichen Sachverhaltsfeststellungen (Art. 105 Abs. 1 BGG) hat der Beschwerdeführer bis zu seiner Pensionierung immer gearbeitet und war stets finanziell unabhängig. Er war zu keinem Zeitpunkt arbeitslos, kann seinen Lebensunterhalt selbst bestreiten und hat keine Schulden (vgl. angefochtenes Urteil S. 51 und S. 53). Seine berufliche und wirtschaftliche Integration ist damit als einwandfrei zu bewerten. Was sein Familienleben betrifft, ist festzuhalten, dass er sich mit seiner Ehefrau in der Schweiz ein Leben aufgebaut und mit ihr zwei Kinder bekommen hat, von denen eines frühzeitig verstorben ist. Zwar hat sich der Beschwerdeführer im August 2020 nach über 50 Jahren des Zusammenlebens von seiner Ehefrau getrennt (vgl. angefochtenes Urteil S. 51 f.). Nichtsdestotrotz pflegen die beiden weiterhin Kontakt zueinander (vgl. angefochtenes Urteil S. 53). Die Beziehung zu seinem volljährigen, in der Schweiz lebenden Sohn hat der Beschwerdeführer aufgrund familiärer Differenzen zum Zeitpunkt des angefochtenen Urteils abgebrochen (vgl. angefochtenes Urteil S. 51 und 53). Mit seinem in W.________ lebenden Bruder steht er hingegen in Kontakt (vgl. angefochtenes Urteil S. 52). Der Beschwerdeführer verfügt in der Schweiz damit insgesamt nur über einen kleinen Familienkreis. Desgleichen gilt indessen auch für das Zielland Italien (vgl. angefochtenes Urteil S. 53), wobei aus dem angefochtenen Urteil nicht klar hervorgeht, welche verwandtschaftlichen Beziehungen von welcher Qualität dort vorhanden sein sollen. Der Beschwerdeführer hat zusammen mit seiner Frau eine Eigentumswohnung in U.________ erworben, welche sie bis zur gerichtlichen Trennung im Jahr 2020 gemeinsam bewohnten (vgl. angefochtenes Urteil S. 51). Obschon er mit der sexuellen Handlung mit einem Kind eine schwere Straftat beging, ist ihm anzurechnen, dass er sich bis zu diesem Zeitpunkt strafrechtlich nichts zuschulden kommen liess (vgl. angefochtenes Urteil S. 52). Mit der Vorinstanz negativ zu werten ist indessen die Tatsache, dass der seit Jahren in der Deutschschweiz lebende Beschwerdeführer die deutsche Sprache nicht gut beherrscht (vgl. angefochtenes Urteil S. 52 f.). Trotz dieses Defizits war der Beschwerdeführer in der Schweiz jedoch nicht sozial isoliert. So war er nach den vorinstanzlichen Feststellungen über 50 Jahre in das hiesige Berufsleben integriert, war Hausmeister in dem Gebäude in welchem er und seine Frau vor der Trennung gemeinsam wohnten und fungierte nach eigenen Angaben als Fussballschiedsrichter mit regelmässigen Einsätzen von ein- bis zweimal pro Woche (vgl. angefochtenes Urteil S. 51 f.). In seiner Freizeit widmet er sich seinem Garten und trifft sich mit aus Italien stammenden Kollegen gelegentlich zum Jassen (vgl. angefochtenes Urteil S. 52). Dass er auf der Beziehungsebene vor allem Verbindungen zu italienischen, in der Schweiz lebenden Landesleuten pflegt, vermag das Ausmass der sozialen Integration des Beschwerdeführers nicht entscheidend zu relativieren. Zu berücksichtigen ist ferner, dass der Beschwerdeführer versuchte, die Schweizer Staatsbürgerschaft zu erlangen (vgl. angefochtenes Urteil S. 52). Wenngleich er dabei an den schriftlichen Prüfungen gescheitert ist, lässt sich daraus ein deutlicher Zugehörigkeitswille zur Schweiz erkennen, was dem Beschwerdeführer zugutezuhalten ist. Entgegen der Auffassung der Vorinstanz kann unter den dargelegten Umständen die soziale Integration des Beschwerdeführers nicht als ungenügend bezeichnet werden. Unter Berücksichtigung der beispielhaften beruflichen und wirtschaftlichen Eingliederung und der als gelungen zu wertenden sozialen Integration, ist vorliegend insgesamt von einer guten Integration des Beschwerdeführers auszugehen.