Citation: 6B_729/2024 E. 2.5.3

2.5.3. Die Verteidigung bringt vor, entgegen dem Gerichtsgutachten könnten die Metallclips einen Materialfehler gehabt oder der Metallclip-Applikator nicht richtig funktioniert haben, weshalb sich die Metallclips trotz fachgerechter Applikation wieder geöffnet haben könnten. Auch diesen Einwand verwirft die Vorinstanz überzeugend. Denn es bestehen keine Hinweise für diese Mutmassungen der Verteidigung. Gemäss IRM-Gutachten war der Gallenblasengang des Opfers "mittels zweier fest anhaftender Metallclips regelrecht verschlossen". Die Verformungen dieser beiden Metallclips auf den entsprechenden Abbildungen seien deutlich sichtbar. Daraus zieht die Vorinstanz den logischen Schluss, dass die Metallclips am Gallenblasengang mit dem bei der Operation verwendeten Metallclip-Applikator korrekt angebracht werden konnten. Zu dieser naheliegenden Folgerung gelangte auch der Gerichtsgutachter. Dieser hielt weiter fest, dass mit grosser Wahrscheinlichkeit kein Materialfehler der verwendeten Metallclips und des verwendeten Metallclip-Applikators vorgelegen habe. Denn Metallclip-Applikatoren und Metallclips, die nicht funktionierten, würden blockieren, was während der Operation erkannt worden wäre. Daraus zieht die Vorinstanz den überzeugenden Schluss, es sei höchst unwahrscheinlich, dass die Metallclips oder der Metallclip-Applikator nicht richtig funktioniert hätten. Der Gerichtsgutachter habe dies gar ausdrücklich ausgeschlossen. Abschliessend betont die Vorinstanz, dass der Beschwerdeführer mit dem bei der Operation verwendeten Metallclip-Applikator alle anderen Metallclips korrekt angebracht habe. Das also gerade die beiden hier fraglichen Metallclips für die Gallenblasenschlagader einen Materialfehler gehabt haben sollen, der dazu geführt habe, dass sie sich zurückformten, könne ausgeschlossen werden. Die Metallclips seien bei der Obduktion untersucht worden und es dürfe davon ausgegangen werden, dass das IRM St. Gallen allfällige Materialfehler festgestellt hätte.