Citation: 2A.368/2003 29.08.2003 E. 3

3.1 Der Beschwerdeführer ist mehrfach strafrechtlich verurteilt worden (so am 14. Juni 1994, 8. Juli 1998, 14. Juni 2000, 3. Juli 2001 und am 10. Juni 2002), unter anderem zu einer Zuchthausstrafe von zweieinhalb Jahren wegen versuchter schwerer Körperverletzung. Damit ist der Ausweisungsgrund von Art. 10 Abs. 1 lit. a ANAG erfüllt. Die Vorinstanz ist für die Interessenabwägung zutreffend von der Schwere des strafrechtlichen Verschuldens ausgegangen. Sie hat zu Recht erkannt, insbesondere aufgrund des Strafmasses sei das Verschulden des Beschwerdeführers auch aus fremdenpolizeilicher Sicht trotz seines jugendlichen Alters und seiner psychischen Krankheit insgesamt als schwer zu qualifizieren. Daran vermag nichts zu ändern, dass gemäss dem psychiatrischen Gutachten bloss ein mittleres Verschulden vorliege, wie der Beschwerdeführer einwendet. Ebenso wenig ist die Einschätzung der Vorinstanz zu beanstanden, aufgrund des schweren Verschuldens, der Art der begangenen Delikte (u.a. versuchte schwere Körperverletzung, Betrug, betrügerischer Missbrauch einer Datenverarbeitungsanlage, falsche Anschuldigung, Nötigung, Hausfriedensbruch, Widerhandlungen gegen das Waffengesetz etc.) sowie der wiederholten Delinquenz bestehe ein sehr grosses öffentliches, insbesondere sicherheitspolizeiliches Interesse an der Entfernung und Fernhaltung des Beschwerdeführers. 3.2 Die Vorinstanz hat ferner die privaten Interessen, die einer Ausweisung des Beschwerdeführers allenfalls entgegen stehen könnten, umfassend geprüft und zutreffend gewürdigt. Sie hielt zusammengefasst fest, die lange Aufenthaltsdauer (14 Jahre) und die Anwesenheit der Eltern und des Bruders des Beschwerdeführers in der Schweiz begründeten zwar ein grosses privates Interesse an einem Verbleib, das aber das öffentliche Interesse an der Ausweisung nicht zu überwiegen vermöge. Zudem sei es der Ehefrau sowie den Kindern zumutbar, dem Beschwerdeführer im Fall der Ausweisung ins Ausland zu folgen. Aus der Arbeits- und Ausbildungssituation, der Persönlichkeitsentwicklung, der finanziellen Situation sowie dem persönlichen Umfeld könne ebenfalls kein erhöhtes privates Interesse am Verbleib in der Schweiz abgeleitet werden, auch nicht unter dem Gesichtspunkt der gesellschaftlichen und beruflichen Resozialisierung. Die psychiatrische Behandlung des Beschwerdeführers könne auch in seinem Heimatland fortgeführt werden; die unterschiedliche Therapieart oder eine allfällige finanzielle Belastung vermöge das private Interesse am Verbleib in der Schweiz nur leicht zu erhöhen. Für die Einzelheiten zu jedem der genannten Punkte kann auf die sorgfältigen Ausführungen im angefochtenen Entscheid verwiesen werden (Urteil, S. 8-15). Die Beurteilung der Vorinstanz, wonach die Ausweisung des Beschwerdeführers unter Berücksichtigung sämtlicher Umstände nicht als unverhältnismässig bezeichnet werden kann, ist bundesrechtskonform. Damit erweist sich auch der mit der Ausweisung verbundene Eingriff in das Privat- und Familienleben als gerechtfertigt (Art. 8 EMRK; vgl. dazu BGE 126 II 377 ff.). In diesem Zusammenhang hält die Vorinstanz im Übrigen zutreffend fest, dass sich der Beschwerdeführer in Bezug auf seine Eltern ohnehin nicht auf Art. 8 EMRK berufen könne, da kein besonderes Abhängigkeitsverhältnis im Sinn der Rechtsprechung bestehe (vgl. BGE 125 II 521 E. 5 S. 529 mit Hinweisen). 3.3 In der Beschwerdeschrift wird nichts vorgebracht, was zu einer andern Beurteilung führen würde. Aus dem Umstand, dass die strafrechtliche Landesverweisung nur bedingt ausgesprochen wurde und der Strafrichter die Resozialisierungschancen möglicherweise anders bewertete als die Fremdenpolizeibehörden, kann der Beschwerdeführer nichts zu seinen Gunsten ableiten, denn diese Entscheidungen unterliegen andern Massstäben und Kriterien als der fremdenpolizeiliche Ausweisungsentscheid (BGE 120 Ib 129 E. 5b S. 132; 129 II 215 E. 3.2 S. 217, je mit Hinweisen). Eine offensichtlich falsche Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts im Sinn von Art. 105 Abs. 2 OG liegt nicht vor, auch nicht in den in der Beschwerdeschrift aufgeführten Punkten: Die Feststellung, dass der Beschwerdeführer aufgrund seiner psychischen Erkrankung "tatsächlich sozial nicht gut integriert" sei, entspricht dessen eigener Erklärung in der Beschwerdeschrift an die Vorinstanz (Beschwerde vom 27. Februar 2003, S. 5). Die Umstände, aus denen die Vorinstanz (zu Recht) geschlossen hat, für die Ehefrau sei die Ausreise zwar hart, aber nicht unzumutbar (angefochtenes Urteil, S. 9-11), sind relevant, aktenmässig belegt und unbestritten. Schliesslich hat die Vorinstanz unter den privaten Interessen mitberücksichtigt, dass die Eltern des Beschwerdeführers in der Schweiz leben.