Citation: 4A_411/2015 E. 4.2.2

4.2.2. Es ist offensichtlich, dass die von der Beschwerdegegnerin in der E-Mail vom 10. März 2009 getätigte Abklärung dem im zitierten Entscheid für professionelle Steuerberater in Steuerfragen aufgestellten Standard nicht entspricht. Zu prüfen wäre allerdings, ob der Beschwerdeführer insoweit an die Beschwerdegegnerin auf dem Gebiet der Arbeitslosenversicherung dieselben Ansprüche stellen kann, wie an einen professionellen Steuerberater auf dessen Fachgebiet (zumal nicht festgestellt ist, die Beschwerdegegnerin sei professionelle Beraterin in sozialversicherungsrechtlichen Belangen). Das ist aber nicht der entscheidende Gesichtspunkt. Massgebend ist vielmehr, dass aus der E-Mail selbst hervorgeht, dass keine diesem Standard entsprechende Abklärung erfolgt ist. Aus der Wendung "I am not sure if the law has changed" geht deutlich hervor, dass objektiv keinerlei Gewähr für die Richtigkeit der Auskunft besteht. Die E-Mail ist in Englisch verfasst, so dass sich der Beschwerdeführer insoweit nicht auf Verständigungsprobleme berufen kann. Damit stellt sich aber die Frage, ob er nach Treu und Glauben ohne weitere Abklärungen auf die Auskunft vertrauen durfte, obwohl für ihn erkennbar war, dass die Beschwerdegegnerin keine verlässliche Abklärung vorgenommen hatte und obwohl sie ihn an die in ihren Augen für die Auskunft zuständige Stelle verwies. Selbst wenn es dem Beschwerdeführer mit Blick auf die gesamten Umstände nicht zuzumuten wäre, die Abklärungen selbst vorzunehmen, würde daraus (auch mit Blick auf die Schadenminderungspflicht) nicht zwingend folgen, dass er sich ohne Weiteres auf die von der Beschwerdegegnerin erteilte Auskunft verlassen durfte, deren Unzulänglichkeit er erkennen konnte. Er hätte beispielsweise von der Beschwerdegegnerin unter Hinweis auf die behauptete Unzumutbarkeit ausdrücklich verlangen können, dass sie selbst weitere Abklärungen vornimmt oder ihm zumindest das Informationsblatt übersetzt, wenn er es nicht verstehen konnte. Dass er Entsprechendes im kantonalen Verfahren behauptet hätte, zeigt er nicht rechtsgenüglich auf. Der blosse Hinweis auf die beantragte Befragung des Beschwerdeführers und die Behauptung, daraus hätte sich ergeben, dass er mit den erhaltenen Auskünften nichts anfangen konnte, belegt nicht, dass dies prozesskonform behauptet wurde. Überhaupt setzt sich der Beschwerdeführer mit diesem Aspekt in seiner Beschwerde an das Bundesgericht nicht hinreichend auseinander. Entsprechend zeigt er nicht auf, dass er sich in der kantonalen Berufung damit auseinandergesetzt hätte. Hat er dies nicht getan, verletzt die Vorinstanz aber im Ergebnis ihren Ermessensspielraum nicht, wenn sie die Prozessaussichten der Berufung als ungenügend einschätzt.