Citation: 8C_772/2013 E. 4.5

4.5. Gestützt auf das Gutachten des versicherungsmedizinischen Zentrums Y.________ hat die Vorinstanz festgestellt, dass keine relevanten psychiatrischen Defizite der Überwindung der subjektiven Beschwerden mit zumutbarer Willensanstrengung entgegenstünden. Die psychiatrische Gutachterin des versicherungsmedizinischen Zentrums Y.________ führte dazu aus, dass die psychische Vorgeschichte unauffällig sei, pathogene Faktoren aus der Kindheit, der Jugend oder dem späteren Erwachsenenalter nicht eruierbar seien. Es fanden sich keine Anhaltspunkte für ein pathologisches Persönlichkeitsprofil. Die Einschätzungen der behandelnden Ärzte sowie des vom Versicherten beauftragten Gutachters PD Dr. med. S.________ vermögen keine Indizien gegen die Zuverlässigkeit des Gutachtens des versicherungsmedizinischen Zentrums Y.________ zu begründen (BGE 135 V 465 E. 4.4 S. 470). Die von med. pract. M.________, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, am 15. Februar 2013 gestellten Verdachtsdiagnosen einer posttraumatischen Belastungsstörung (ICD-10 F43.1) sowie von Persönlichkeitsstörungen im Zusammenhang mit "chronischem Schmerzsyndrom mit bio-psycho-sozialen Konsequenzen" (ICD-10 F 62.8) und die von PD Dr. med. S.________ diagnostizierte Neurasthenie (ICD-10 F48.0) vermöchten eine Invalidisierung nicht zu begründen. Der behandelnde Psychiater schildert, im Wesentlichen übereinstimmend mit PD Dr. med. S.________ und dem Hausarzt Dr. med. B.________, eine auffällige Reduktion der Belastbarkeit beziehungsweise Leistungseinbrüche nach kurzer Belastungsdauer. Der Versicherte sei zufolge der erlittenen Unfälle eine veränderte Person mit vorwiegend Halsbeschwerden und dadurch bedingten Kopfschmerzen, Beeinträchtigung der kognitiven Fähigkeiten, emotionaler Instabilität und eingeschränkter psychischer Belastbarkeit. Damit werden die vom Versicherten geklagten organisch objektiv nicht ausgewiesenen Beschwerden beschrieben, was indessen für die Annahme eines invalidisierenden Leidens rechtsprechungsgemäss nicht zu genügen vermag. Soweit der Psychiater diese Beschwerden als Persönlichkeitsveränderung bei chronischem Schmerzsyndrom diagnostiziert, gehört diese zu den unklaren Beschwerden, denen es an der Objektivierbarkeit mangelt und deren Eigenschaften den direkten Nachweis einer anspruchsbegründenden Arbeitsunfähigkeit allein nicht zulassen. Gleiches gilt für die Neurasthenie, als welche PD Dr. med. S.________ das Leiden diagnostiziert (Urteile 8C_972/2012 vom 31. Oktober 2013 E. 2.2, 7.2, zur Publikation vorgesehen; 8C_167/2012 vom 15. Juni 2012 E. 6.1). Aber auch hinsichtlich der von med. pract. M.________ gestellten Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung (Urteil 9C_618/2013 vom 4. Dezember 2013 E. 4.7) fehlt es an den erforderlichen fachärztlichen Ausführungen dazu, inwiefern damit eine psychische Komorbidität von erheblicher Schwere, Intensität, Ausprägung und Dauer gegeben wäre. So bedarf es für diese Diagnose gemäss ICD-10 F43.1 eines belastenden Ereignisses oder einer Situation kürzerer oder längerer Dauer mit aussergewöhnlicher Bedrohung oder katastrophenartigem Ausmass, die bei fast jedem eine tiefe Verzweiflung hervorrufen würde. Inwiefern solche Umstände hier bei den erlittenen Autokollisionen gegeben gewesen wären, wird nicht erörtert. Auch äussert sich der behandelnde Psychiater nicht zu den erforderlichen typischen Merkmalen des wiederholten Erlebens des Traumas in sich aufdrängenden Erinnerungen (Nachhallerinnerungen, Flashbacks), Träumen oder Alpträumen, die vor dem Hintergrund eines andauernden Gefühls von Betäubtsein und emotionaler Stumpfheit auftreten müssen. Es fehlt schliesslich auch an Schilderungen der weiter erforderlichen Kriterien der Gleichgültigkeit gegenüber anderen Menschen, Teilnahmslosigkeit der Umgebung gegenüber, Freudlosigkeit sowie Vermeidung von Aktivitäten und Situationen, die Erinnerungen an das Trauma wachrufen könnten, den meistens auftretenden Zustand von vegetativer Übererregtheit mit Vigilanzsteigerung, einer übermässigen Schreckhaftigkeit und Schlafstörung.