Citation: 8C_555/2023 E. 4.3

4.3. Der Beschwerdeführer macht geltend, dass der Verfügung vom 20. Mai 2022 kein eigentlicher medizinischer Befund, der sich auf seine Person bezogen habe, zugrunde gelegt worden sei. Die Vorinstanz und die Beschwerdegegnerin begnügten sich mit der abstrakten Feststellung, die Hautkrankheit könne nicht zu einer Invalidität führen. Demgegenüber verlangten sie von ihm, konkret zu belegen, worin die Veränderung des Gesundheitszustands bestehen soll. Sie verunmöglichten die Beweisführung, indem sie den Fall nicht anhand nähmen. Das kantonale Gericht hätte schon allein aufgrund seiner eigenen Erwägungen eine anspruchserhebliche Verschlechterung annehmen müssen. Es weise explizit darauf hin, eine solche könne gegeben sein, wenn sich das Leiden - bei gleicher Diagnose - in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert habe, wie es etwa bei der Chronifizierung von Leiden zutreffen könne. Dr. med. C.________ diagnostiziere im Bericht vom 13. Oktober 2022 eine chronische Akne inversa und weise darauf hin, dass die wiederholten Abszesse die Berufstätigkeit verunmöglichten. Weiter habe die Beschwerdegegnerin im Vorbescheidverfahren eine nicht erstreckbare Frist angesetzt, um den in Aussicht gestellten Bericht einzureichen, obwohl Psychologen und Psychiater notorisch stark ausgelastet und Therapieplätze nur schwer zu finden seien. Damit habe sie gegen BGE 130 V 64 E. 6.1 verstossen, wonach unter Androhung der Säumnisfolgen eine angemessene Frist einzuräumen sei.