Citation: H 276/99 19.05.2000 E. 3

3.- a) Die Beschwerdeführerin macht subsidiär geltend, ihre Nachtragsverfügungen seien auch bei einer allfälligen Verwerfung ihres primären Standpunktes zu bestätigen, da das Durchschnittseinkommen der Jahre 1995/96 entgegen der vorinstanzlichen Auffassung, die auf einer unkorrekten Bei- tragsaufrechnung beruhe, abgerundet Fr. 59'200.- betrage. Sie legt neu die Nachtragsverfügung vom 19. Januar 1996 für die Beitragsperiode vom 1. April bis 31. Dezember 1994 ins Recht, welche im vorinstanzlichen Verfahren nicht einge- reicht worden war, da sie zur Beurteilung der Beschwerde nicht notwendig schien. b) Da die AHV/IV/EO-Beiträge der Selbständigerwerben- den - im Gegensatz zur direkten Bundessteuer - bei der AHV- rechtlichen Beitragsbemessung nicht abgezogen werden dürfen (vgl. Art. 9 Abs. 2 lit. d Satz 2 AHVG mit Art. 33 Abs. 1 lit. d und f DBG), sind sie von der Ausgleichskasse aufzu- rechnen. Wie im vorinstanzlichen Entscheid dargelegt, be- steht der Zweck der Aufrechnung darin, die unterschiedliche Behandlung der persönlichen Beiträge im Bundessteuer- und im AHV-Recht dadurch auszugleichen, dass das von der Steu- erbehörde gemeldete Nach-Abzugseinkommen (vgl. Art. 23 Abs. 1 AHVV) um den steuerlich anerkannten Beitragsabzug erhöht, d.h. eine steuerlich zulässige Operation rückgängig gemacht wird. Aufgerechnet werden darf daher nur, was steu- erlich abgezogen werden konnte (BGE 111 V 298 Erw. 4e). c) Der Vorinstanz wird im Einzelnen vorgeworfen, bei der Berechnung des Durchschnittseinkommens 1995/96 die Auf- rechnung der am 19. Januar 1996 verfügungsmässig nachgefor- derten Beiträge für den Zeitraum vom 1. April bis 31. De- zember 1994 in Höhe von Fr. 2006.10 unterlassen zu haben. Nachdem die Beschwerdegegnerin von der Gelegenheit zur Ver- nehmlassung keinen Gebrauch gemacht hat, besteht - trotz fehlender entsprechender Aktenhinweise - kein Anlass, daran zu zweifeln, dass es sich dabei um Beiträge handelt, die steuerlich in Abzug gebracht wurden. Festzuhalten ist al- lerdings, dass sich die fragliche Nachtragsverfügung nicht bei den vorinstanzlichen Akten befand und von der Beschwer- deführerin erst im vorliegenden Verfahren eingereicht wur- de. Dieser Umstand gereicht ihr indes nicht zum Nachteil, obwohl im Rahmen von Art. 105 Abs. 2 OG die Möglichkeit, im Verfahren vor dem Eidgenössischen Versicherungsgericht neue Beweismittel beizubringen, weitgehend eingeschränkt ist und grundsätzlich nach der Rechtsprechung nur solche neuen Be- weismittel zulässig sind, welche die Vorinstanz von Amtes wegen hätte erheben müssen und deren Nichterheben die Ver- letzung einer wesentlichen Verfahrensvorschrift bedeutet (BGE 120 V 485 Erw. 1b mit Hinweisen). Zieht nämlich der Richter, wie es im vorliegenden Fall die Vorinstanz getan hat, an sich nicht bestrittene Aspekte des streitigen Rechtsverhältnisses in die Prüfung mit ein, hat er bei sei- nem Entscheid die Verfahrensrechte der am Prozess Beteilig- ten, insbesondere das Anhörungsrecht der von einer mögli- chen Schlechterstellung bedrohten Partei zu beachten (BGE 125 V 417 Erw. 2c mit Hinweis). Dies hat das kantonale Ge- richt vorliegend unterlassen.