Citation: 8C_395/2023 E. 5.1

5.1. Was die Anwendung von Art. 26 IVV betrifft, hat die Vorinstanz in tatsächlicher Hinsicht willkürfrei und damit verbindlich festgestellt, dass gesundheitliche Gründe einer beruflichen Ausbildung nicht im Wege standen. Hinsichtlich einer Qualifikation des Beschwerdeführers als Frühinvalider ist jedoch nicht nur die Frage relevant, ob hinreichende berufliche Kenntnisse erlangt werden konnten, sondern auch, ob er wie eine nichtbehinderte Person in der Lage wäre, diese auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt "umzumünzen" (vgl. vorstehende E. 2.3). Wie die Vorinstanz erkannt hat, ist gestützt auf die beweiskräftigen Gutachten von Dr. med. C.________ und Dr. phil. B.________ anzunehmen, dass seit dem Kindesalter neuropsychologische Funktionsstörungen mit verbalen und exekutiven Minderleistungen bestehen. Dr. med. C.________ hielt seit der Kindheit losgelöste, überdauernde Probleme mit der allgemeinen Aufmerksamkeit und einer emotionalen Störbarkeit sowie Einschränkungen in emotiven und kognitiven Fähigkeiten fest. Auffälligkeiten im sozialen Verhalten als auch im Lern- und Leistungsverhalten seien evident. Ein Erwachsenen-ADHS mit dissoziierter Intelligenz führe indessen in der Regel nicht zu einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit und der Notwendigkeit eines geschützten Arbeitsplatzes. Die Einschränkungen seien durch Anpassungen an den Arbeitsplatz und spezifische Behandlungsmassnahmen zu kompensieren. Die Schwierigkeiten bezüglich der Aufmerksamkeit bzw. eine verminderte Stresstoleranz mit Stimmungsschwankungen wirkten sich negativ auf das Arbeitstempo und die Arbeitsqualität aus.