Citation: 9C_395/2024 E. 6.3

6.3. Nach der Rechtsprechung kann die fristauslösende Schadenskenntnis ausnahmsweise schon vor dem jeweiligen Regelzeitpunkt gegeben sein, wobei diesbezüglich ein strenger Massstab angelegt und nicht nur eine Vermutung, sondern die gesicherte Kenntnis des entstandenen Schadens verlangt wird (SVR 2022 AHV Nr. 12 S. 30, 9C_260/2021 E. 4.1.2.1; 2017 AHV Nr. 21 S. 71, 9C_166/2017 E. 4.2.1; BGE 118 V 193 E. 3b; 116 V 72 E. 3c). Eine Vorverlegung auf die Zeit vor Auflegung des Kollokationsplanes rechtfertigt sich etwa, wenn die Nachlassstundung verweigert oder widerrufen wird (BGE 128 V 15 E. 3c) oder wenn eine Ausgleichskasse anlässlich der Gläubigerversammlung vernimmt, dass ihre Forderung auf jeden Fall ungedeckt bleiben wird (BGE 118 V 193 E. 3b). Dabei vermögen jedoch grundsätzlich nur amtliche Verlautbarungen, d.h. Äusserungen der Konkursverwaltung oder des Sachwalters, nicht jedoch Angaben Dritter über den zu erwartenden Verlust die relative Verjährungsfrist bereits vor Auflegung des Kollokationsplanes in Gang zu setzen (SVR 2011 AHV Nr. 13 S. 42, 9C_325/2010 E. 2.1.2 in fine; Urteil 9C_407/2011 vom 26. Juli 2011 E. 2.2 in fine).