Citation: 5C.206/2002 09.12.2002 E. 3

Der Grundsatz der Gleichbehandlung der Gläubiger im Konkurs bedeutet, dass jeder Gläubiger Anspruch auf gleichzeitige und gleichmässige Befriedigung aus dem schuldnerischen Vermögen bzw. aus dem Verwertungsergebnis hat, soweit keine gesetzlichen Vorzugsrechte bestehen. Das Prinzip der Gleichbehandlung der Gläubiger wird somit einzig durch die im Gesetz vorgesehenen Ausnahmen durchbrochen, sei es, dass die Wirkungen eines gültig bestellten Pfandrechts anerkannt werden, oder sei es, dass einer Forderung ein Privileg zuerkannt wird. Die Regeln über Umfang und Rang der Kollokation gewährleisten deshalb die Gleichbehandlung der Gläubiger im Rahmen des Gesetzes, und jede Abweichung von jenen Regeln bedeutet einen Verstoss gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz (BGE 105 III 92 E. 2a S. 94; 111 III 86 E. 2b S. 88; 123 III 60 E. 5c S. 65). Die Beklagte verkehrt diese Leitsätze in ihr Gegenteil, wenn sie den Kläger schlechter kollozieren will, um dadurch eine gerechtere Verteilung unter der Vielzahl der Gläubiger zu erreichen, die mit dem Schuldner teilweise weniger günstige Verträge als der Kläger geschlossen und im Unterschied zu diesem keine Gewinnanteile ausbezahlt erhalten haben. Die Kollokation geht indessen der Verteilung voran, und der Anspruch auf Gleichbehandlung in der Verteilung darf die gerichtliche Beurteilung von Umfang und Rang der Konkursforderung im Kollokationsprozess nicht beeinflussen. Mehr oder anderes bleibt - jedenfalls auf Grund der Vorbringen der Beklagten - den zutreffenden Ausführungen des Kantonsgerichts nicht beizufügen (E. 5 S. 13 ff.).