Citation: 6B_1120/2015 E. 1.2

1.2. Die Beschwerdeführerin bringt vor, dass durch die Aussonderung von Geldern an I.________ E.________ und F.________ ihren Bestechungswillen manifestiert hätten, womit in Bezug auf den Tatbestand der aktiven Bestechung die Schwelle zum Versuch überschritten worden sei. Dieser Tatbestand sei zudem sowohl in der Variante des Anbietens und Versprechens als auch in derjenigen des Gewährens eines nicht gebührenden Vorteils erfüllt bzw. vollendet. Dies weil E.________ und F.________ wohl kaum Bestechungsgelder an einen Dritten überwiesen hätten, wenn nicht vorgängig mit den zu bestechenden Amtsträgern eine entsprechende Vereinbarung getroffen worden wäre. Darüber hinaus hätten E.________ und F.________ mit den Überweisungen an I.________ bzw. G.________ und H.________ jeglichen Zugriff auf die betreffenden Gelder verloren. Das bestechende Unternehmen gehe in der Folge davon aus, dass die Bestechungsgelder gemäss Abrede auch in die formelle Verfügungsmacht des Bestochenen gelangen würden. Solange die Gelder auf dem Konto eines Intermediärs liegen würden, habe der Bestochene keinen formellen Zugriff auf die Vermögenswerte, obwohl er daran bereits der rechtmässige Eigentümer sei. Die Weiterleitung durch den Mittelsmann stelle nur noch den letzten notwendigen Schritt zur Überführung der Bestechungsgelder in die formelle Verfügungsmacht des Bestochenen dar. Im Hinblick auf die Vollendung der Gewährung von Bestechungsgeldern könne diesem Vorgang keine Bedeutung zukommen. Anders verhalte es sich bezüglich der Vollendung der passiven Bestechung in der Variante des Annehmens, zumal die Bestechungsgelder nach der Auszahlung an einen Intermediär sich materiell bereits in der Verfügungsmacht des Bestochenen befinden, es aber noch an einer Formalisierung dieser Verfügungsmacht fehle. Zusammenfassend ergebe sich, dass der Tatbestand der aktiven Bestechung in den Varianten des Versprechens, Anbietens und Gewährens eines nicht gebührenden Vorteils und derjenige der passiven Bestechung in der Form des Sich-versprechen-Lassens, noch nicht aber in der Variante des Annehmens, vollendet sei. Selbst wenn die Bestechung nur versucht worden sei, liege eine im Sinne des Geldwäschereitatbestandes taugliche Vortat vor. Die Beschwerdeführerin macht zudem geltend, dass unter Umständen versuchte Geldwäscherei vorliegen könne, wenn Vermögenswerte, die noch nicht aus einem Verbrechen stammen, erst zu Bestechungszwecken bestimmt worden seien. Sollte das Bundesgericht nicht von vollendeter Geldwäscherei ausgehen, müsste daher zumindest versuchte Geldwäscherei bejaht werden.