Citation: 8C_341/2024 E. 5.2

5.2. Gestützt auf diesen Sachverhalt erwog das kantonale Gericht - zusammengefasst -, die Beschwerdegegnerin habe ihr im Oktober und November 2022 erzieltes Einkommen in den Formularen gegenüber der ALK jeweils korrekt deklariert und mit Lohnabrechnungen belegt. Indem sie die erste Taggeldabrechnung vom 2. November 2022 betreffend den Monat Oktober 2022 überprüft und die ALK am 7. November 2022 auf die festgestellten Fehler, namentlich die Nichtberücksichtigung des Zwischenverdiensts, hingewiesen habe, sei sie ihrer Meldepflicht in Bezug auf die genannte Abrechnung nachgekommen. Da sie sich aber der Fehlerhaftigkeit der Abrechnung - insbesondere der irrtümlichen Nichtberücksichtigung des Zwischenverdienstes - bewusst gewesen sei, habe sie den zu Unrecht ausgerichteten und mit der neuen Abrechnung vom 14. November 2022 zurückgeforderten Betrag von Fr. 560.45 nicht gutgläubig beziehen können. Hinsichtlich der Rückforderung von Fr. 209.70 gemäss der (ersten) Abrechnung vom 23. Februar 2023 sei für die Frage der Gutgläubigkeit der Beschwerdegegnerin sodann massgeblich, dass es ihr möglich und zumutbar gewesen wäre, die Abrechnung vom 14. November 2022 zu kontrollieren und erneut zumindest offenkundige Fehler betreffend die Höhe des Anspruchs auf Arbeitslosenentschädigung zu erkennen und der ALK zu melden. Bei Anwendung eines Mindestmasses an Aufmerksamkeit hätte sie durchaus erkennen können, dass die Höhe des Zwischenverdienstes von Fr. 982.10 (erneut) nicht dem tatsächlich erzielten Einkommen entsprach. Auch in Bezug auf die (erste) Abrechnung vom 23. Februar 2023 könne daher nicht von einer bloss leichten Nachlässigkeit ausgegangen werden; im Umfang der Rückforderung von Fr. 209.70 könne sich die Beschwerdegegnerin daher ebenso wenig auf den guten Glauben berufen. Dasselbe gelte in Bezug auf die Taggeldabrechnung vom 9. Dezember 2022 betreffend die Arbeitslosentschädigung für November 2022. Auch diese hätte die Beschwerdegegnerin mindestens im Sinne einer Plausibilitätskontrolle überprüfen und sich bei der ALK erkundigen können, weshalb der Zwischenverdienst nur mit Fr. 607.25 anstelle der im November 2022 erzielten Fr. 2'075.85 berücksichtigt worden sei. Daher sei auch hinsichtlich des Rückforderungsbetrages zum November 2022 von Fr. 359.45 gemäss der korrigierten Abrechnung vom 23. Februar 2023 von einer nicht bloss leichten Nachlässigkeit auszugehen. Im Umfang von Fr. 359.45 könne sich die Beschwerdegegnerin somit ebenfalls nicht auf ihren guten Glauben berufen. Zu einem anderen Schluss gelangte das kantonale Gericht sodann jedoch in Bezug auf den Rückforderungsbetrag von Fr. 269.60, den das AFA mit der zweiten Abrechnung vom 23. Februar 2023 betreffend Oktober 2022 ermittelt hatte. Es erwog diesbezüglich, dass die Beschwerdegegnerin die beiden Abrechnungen dieses Datums zusammen mit der Verfügung vom 24. Februar 2023 erhalten habe. Da die zweite Abrechnung die erste Abrechnung ausdrücklich ersetzt habe, habe für die Beschwerdegegnerin keine Notwendigkeit bestanden, die erste Abrechnung zu kontrollieren. Insofern habe hinsichtlich des Leistungsanspruchs für den Monat Oktober 2022 keine weitere Meldepflicht bestanden. In Bezug auf die zu Unrecht erfolgte Leistungsausrichtung im Umfang der Rückforderung von Fr. 269.60 gemäss der zweiten Abrechnung vom 23. März 2023 für den Monat Oktober 2022 sei somit mangels grober Nachlässigkeit der Beschwerdegegnerin deren Gutgläubigkeit zu bejahen.