Citation: 6B_564/2022 E. 5.2

5.2. Die Vorinstanz verneint das Vorliegen eines Sachverhaltsirrtums. Aufgrund des Wortlauts sei offensichtlich und damit für die Beschwerdeführerin erkennbar gewesen, dass das Schreiben von Dr. med. B.________ vom 6. September 2020 lediglich als allgemein formulierte Empfehlung betreffend die Befreiung von der Gesichtsmaskentragepflicht zu verstehen sei. Namentlich werde darin nicht erklärt, dass der Beschwerdeführerin aus in ihrer Person begründeten, medizinischen Gründen das Tragen einer Gesichtsmaske nicht möglich sei. Dazu komme, dass die Beschwerdeführerin am Anfang nur über eine nicht unterzeichnete Version des Schreibens verfügt und erst auf Nachfrage hin eine unterzeichnete Fassung davon erhalten habe. Unter diesen Umständen habe die Beschwerdeführerin mindestens mit der Möglichkeit rechnen müssen, dass sich mit dem solchermassen formulierten Schreiben nicht nachweisen lasse, dass sie aus medizinischen Gründen keine Gesichtsmaske tragen könne, wie dies in der Verordnung vorgesehen sei. Gestützt auf diese Feststellungen stehe ebenso fest, dass die Beschwerdeführerin mindestens in Kauf genommen habe, dass sie nicht von der Gesichtsmaskentragepflicht im öffentlichen Verkehr befreit gewesen sei (Urteil S. 23 E. 4.5.2.2).