Citation: U 251/03 12.05.2004 E. 4

4.1 Auf Grund der Akten ist fraglich, ob ein natürlicher Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom 10. Juni 1997 und den psychischen Störungen besteht. Ebenfalls ist zweifelhaft, ob ein Anwendungsfall der Rechtsprechung gemäss BGE 123 V 99 Erw. 2a gegeben ist. Gemäss MEDAS-Gutachten vom 16. Februar 2001 leidet der Beschwerdeführer neben einem nicht im Zusammenhang mit dem Unfall stehenden cervikozephalen Schmerzsyndrom an einer ängstlichen Depression mittleren Schweregrades mit somatischen Symptomen sowie an schmerz- und psychisch bedingten kognitiven Funktionseinschränkungen. Die Störungen beeinflussen sich gegenseitig. Das kantonale Gericht hält selber fest, dass eine Abgrenzung des (subjektiven) Schmerzempfindens von der depressiven Episode mit somatischem Syndrom einerseits sowie der somatoformen autonomen Funktionsstörung und auch der Anpassungsstörung anderseits schwierig sein dürfte. Wie es sich damit verhält, kann indessen offen bleiben. 4.2 Vorab ist festzustellen, dass entgegen den Vorbringen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde die Vorinstanz nicht «irrtümlich von einer vor dem Unfall bestehenden psychischen Problematik ausgegangen» ist. Im Weitern fehlt es am adäquaten Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom 10. Juni 1997 und den geklagten Beschwerden. Das gilt nach den zutreffenden Erwägungen im angefochtenen Entscheid, auf welche verwiesen wird, unter der Annahme einer im Vordergrund stehenden psychischen Fehlentwicklung nach Unfall. Zu keinem anderen Ergebnis führt, wenn bei der Adäquanzbeurteilung nicht danach unterschieden wird, ob die Beschwerden eher körperlicher oder psychischer Natur sind (vgl. BGE 117 V 367 Erw. 6a in fine). Daran änderte die Annahme einer seit 27. Juni 1997 ununterbrochen bestehenden Arbeitsunfähigkeit von 50 % nichts. Damit wäre höchstens eines der Kriterien gegeben, was für die Bejahung der Adäquanz nicht genügt. Im Übrigen kann nicht gesagt werden, nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung falle ein stellenloser, nur noch teilarbeitsfähiger 56-Jähriger in der Lebenswirklichkeit aus dem Arbeitsprozess heraus und gerate in ein komplexes somatisch/psychisches Beschwerdebild.