Citation: 4A_314/2022 E. 3.4.1

3.4.1. Dem Beschwerdeführer ist insofern Recht zu geben, als allein der Umstand, dass sich die Fahrweise oder die Geschwindigkeit nicht auf den Brand auswirkten oder dass der Katalysator keine für die Fortbewegung erforderliche Energie generiert, nicht zur Ablehnung der Betriebsgefahr führt. Entsprechend ist auch auf die vom Beschwerdeführer gerügten vorinstanzlichen Feststellungen zur Funktion und Bedeutung des Katalysators nicht näher einzugehen. Massgebend ist vielmehr, ob der Brand in seiner Gesamtheit betrachtet mit der besonderen Gefahr zusammenhängt, die durch den Gebrauch der maschinellen Einrichtungen des Motorfahrzeugs geschaffen wird (BGE 133 III 675 E. 3.4; 107 II 269 E. 1a; 88 II 458 E. 1). Die genaue Grenze zwischen dem Betrieb eines Motorfahrzeugs und dessen Nichtbetrieb lässt sich daher nicht rein aufgrund technischer Kriterien und schon gar nicht abstrakt beantworten, sondern muss jeweils wertend anhand der konkreten Umstände des Einzelfalls entschieden werden (THOMAS PROBST, in: Basler Kommentar, Strassenverkehrsgesetz, 2014, N. 156 zu Art. 58 SVG; vgl. auch OFTINGER / STARK, Schweizerisches Haftpflichtrecht, Bd. II/2, 4. Aufl. 1989, S. 158). Richtschnur bildet dabei der Zweck bzw. die rechtspolitische Grundlage der Bestimmung (BGE 114 II 376 E. 1d; OFTINGER / STARK, a.a.O., S. 149; FRANZ WERRO, La responsabilité civile, 3. Aufl. 2017, S. 274; CHRISTOPH MÜLLER, La résponsabilité civile extracontractuelle, 2013, S. 171; vgl. auch BGE 72 II 217 E. 2).