Citation: 5A_866/2022 E. 2.4.2

2.4.2. Umstritten ist, ob die Beschwerdeführerin mit der direkten Übergabe an das Gericht der retournierten Berufung die am 24. Februar 2022 fristgerecht vorgenommenen Prozesshandlung aufrechterhalten (fortgesetzt) hat. Die Vorinstanz hat im konkreten Fall angenommen, dass ein Mangel vorliege, der mit den in der Rechtsprechung beurteilten Fällen vergleichbar sei, wenn - wie hier - die der Post zwar korrekt übergebene, angenommene Sendung retourniert worden ist, sich die auf dem Paket angebrachte Adressetikette bei der späteren Bearbeitung durch die Post offenbar abgelöst und der Empfänger deshalb (mangels Adressetikette) nicht mehr erkennbar war. Die Vorinstanz hält die Auffassung des Bundesgerichts, wonach einzig die erneute Postaufgabe für fristwahrend sei, für "diskutabel" und "formalistisch anmutend", jedoch "klar vorgegeben".