Citation: 8C_528/2018 E. 3.1

3.1. Das kantonale Gericht hat festgestellt, es sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die Personalberaterin des RAV die Einladung zum Beratungsgespräch vom 20. April 2017 an die Beschwerdegegnerin ausgehändigt und diese deshalb Kenntnis des Termins vom 26. Juni 2017 gehabt habe. Die Einstellung in der Anspruchsberechtigung sei daher grundsätzlich zu Recht erfolgt. Bisherige Sanktionierungen (zweimal wegen unentschuldigten Fernbleibens vom Beratungsgespräch und einmal wegen verspätet eingereichter Arbeitsbemühungen) liessen erkennen, dass die Versicherte ihre Pflichten gegenüber der Arbeitslosenversicherung zuweilen vernachlässigt habe, was grundsätzlich für eine Verlängerung der Einstellungsdauer spreche. Anderseits, so die Vorinstanz, seien vorliegend konkrete Umstände zu berücksichtigen, die das Verhalten der Beschwerdegegnerin zwar nicht entschuldigten, aber dennoch in einem etwas milderen Licht erscheinen liessen. Die Versicherte habe nach einer Kostengutsprache der Invalidenversicherung für eine Umschulung am 27. Februar 2017 die Zusage für eine Lehrstelle ab 31. Juli 2017 erhalten. Die Zeit zwischen Lehrstellenzusage und Lehrbeginn habe mit einer Beschäftigungsmassnahme überbrückt und die Versicherte wieder an eine Tagesstruktur gewöhnt werden sollen. Vom 26. April bis 15. Juli 2017 habe sie daher im Rahmen eines Einsatzprogramms ein Praktikum im Hausdienst B.________ absolviert, wo sie als zuverlässige, selbstständige und gewissenhafte Persönlichkeit qualifiziert worden sei. Es sei möglich, so das kantonale Gericht, dass der am 20. April 2017 - nebst der gleichentags erfolgten Anmeldung zum Einsatzprogramm und Einladung zum Abklärungsgespräch - festgesetzte Termin zum Beratungsgespräch vom 26. Juni 2017 bei der Beschwerdegegnerin untergegangen sei bzw. sie diesen nicht zur Kenntnis genommen habe, weil sie in dieser Zeit stark beansprucht gewesen sei. Da die Versicherte in der laufenden Rahmenfrist bereits habe eingestellt werden müssen, könne auf eine Sanktionierung wegen des versäumten Beratungsgesprächs nicht verzichtet werden. Es rechtfertige sich indes eine Einstellung im Bereich des leichten Verschuldens, wobei unter den gegebenen Umständen sechs Tage angemessen erschienen.