Citation: 8C_475/2022 E. 4.1.4

4.1.4. Ob diese Frist im in der Beschwerde dargelegten Sinn von der Verwaltung nicht bloss als reine Ordnungsfrist zu beachten wäre, sodass sich aus deren Nichtbeachtung ein formeller Mangel ableiten liesse, der einem Abstellen auf das Gutachten entgegenstünde (vgl. zur Bedeutung von Verwaltungsweisungen: BGE 146 V 224 E. 4.4.2), kann offen gelassen werden, wie sich aus dem Nachstehenden ergibt. 4.1.4.1. Die Rüge, die IV-Stelle habe einen Auftrag für eine polydisziplinäre medizinische Begutachtung zu Unrecht nicht nach dem Zufallsprinzip vergeben, ist als verfahrensrechtliche Einwendung von der versicherten Person so früh wie möglich vorzubringen, das heisst nach Kenntnisnahme des Mangels bei erster Gelegenheit, ansonsten sie nicht mehr gehört werden kann (Urteil 9C_344/2020 vom 22. Februar 2021 E. 5.2). 4.1.4.2. Die Beschwerdeführerin war bereits im Verwaltungsverfahren rechtskundig vertreten. Der damalige Rechtsvertreter wurde innerhalb der Dreijahresfrist über die notwendig gewordene Verlaufsbegutachtung informiert (Mitteilung vom 20. November 2018). Die Begutachtungsvergabe wurde jedoch aufgrund der von ihm angezeigten geplanten Hüftoperation sistiert. In der Folge teilte er am 24. Juni 2019 ausdrücklich mit, gegen die genannten Gutachtenspersonen bestünden keine Einwendungen; auf seinen Wunsch hin wurde die Begutachtung um die orthopädische Disziplin erweitert. Auch im Rahmen des daraufhin gewährten rechtlichen Gehörs zur geplanten Begutachtung erhob der Rechtsvertreter wiederum keine Einwendungen. Ebenso wenig wurde im Einwandschreiben vom 26. Mai 2020 die fehlende Vergabe des Verlaufsgutachtens nach dem Zufallsprinzip gerügt. Damit ist dieser Einwand verspätet. Bei dieser Sach- und Rechtslage verletzte die Vorinstanz demnach kein Bundesrecht, indem sie den medizinischen Sachverhalt unter Berücksichtigung des Verlaufsgutachtens vom 10. Februar 2020 feststellte.