Citation: 8C_177/2017 E. 5

Das zur Kündigung führende Fehlverhalten der versicherten Person muss nach der Konzeption des Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIV in Verbindung mit Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG in beweismässiger Hinsicht klar feststehen. Dies ist vorliegend der Fall und wird von der Beschwerdeführerin auch nicht in Frage gestellt. Sie geht selber davon aus, dass sie mit ihrem Verhalten die Kündigung ausgelöst hat. Soweit sie jedoch argumentiert, sie habe eine Kündigung durch die falsche Namensnennung eben gerade verhindern wollen, weshalb ihr Handeln nicht als (eventual) vorsätzlich zu qualifizieren sei, kann ihr nicht gefolgt werden. Auch wenn die unbestrittene Nennung eines falschen Namens anlässlich des Kundengesprächs vom 27. Februar 2015 gemäss vorinstanzlicher Feststellung unter anderem aus Angst vor einer Kündigung erfolgt sein mochte, bleibt ihre Falschangabe dennoch ein Fehlverhalten, welches geeignet war, zu ihrer Entlassung durch die Arbeitgeberin zu führen. Es liegt zudem auf der Hand, dass ihr das unredliche Verhalten nicht erst im Nachhinein bewusst wurde, sonst hätte sie nicht im selben Kundengespräch doch noch ihren richtigen Namen genannt. Die von der Beschwerdeführerin angegebene Motivation vermag somit nichts am (Eventual) vorsatz zu ändern. Diese durfte jedoch andererseits von der Vorinstanz bei der Ermittlung der Schwere des Verschuldens zugunsten der Beschwerdeführerin berücksichtigt werden. Selbstverschulden ist gegeben, wenn und soweit der Eintritt oder das Andauern der Arbeitslosigkeit nicht objektiven Faktoren zuzuschreiben ist, sondern in einem nach den persönlichen Umständen und Verhältnissen vermeidbaren Verhalten der versicherten Person liegt, für das die Arbeitslosenversicherung die Haftung nicht übernimmt (ARV 2016 S. 308, 8C_556/2016 E. 4.3; NUSSBAUMER, a.a.O., N. 835 S. 2514). Für eine Abweichung vom schweren Verschulden nach Art. 45 Abs. 4 AVIV müssen besondere Umstände im Einzelfall gegeben sein (NUSSBAUMER, a.a.O., N. 864 S. 2524). Die Beschwerdeführerin nennt keine stichhaltigen Gründe, weshalb das kantonale Gericht in der falschen Namensnennung - welche zum (vorhersehbaren) Vertrauensverlust des Kunden in die Unternehmung führte - kein Selbstverschulden hätte sehen dürfen. Es kann ihr namentlich nicht beigepflichtet werden, soweit sie annimmt, ein Fehlverhalten sei ihr nicht vorwerfbar, weil dieses doch einen Versuch darstelle, eine Kündigung aktiv zu vermeiden. Denn lässt sich die angestellte Person ein unredliches Handeln zuschulden kommen, muss sie im Gegenteil damit rechnen, dass dieses negative Konsequenzen für das Arbeitsverhältnis nach sich zieht. Die besonderen Umstände, insbesondere auch der damalige Druck am Arbeitsplatz, welcher für die Angstreaktion der Versicherten mitverantwortlich war, wurden im angefochtenen Entscheid mit der Herabsetzung auf neun Einstelltage bereits gebührend berücksichtigt. Das kantonale Gericht hat folglich weder Recht verletzt noch kann seine Beweiswürdigung im Rahmen des ihm dabei zustehenden Ermessens unter dem Blickwinkel der eingeschränkten Kognition als bundesrechtswidrig oder gar willkürlich bezeichnet werden.