Citation: 8C_825/2018 E. 8.1

8.1. Nach dem Gesagten ist vorliegend zwar von einer Aggravation in Bezug auf die Schmerzen auszugehen. Dies bedeutet indessen nicht, dass die Leistungseinschränkung des Beschwerdegegners im hier zu beurteilenden Fall ausschliesslich auf einer Aggravation beruht. So legte der psychiatrische Gerichtsgutachter überzeugend dar, dass daneben eine verselbstständigte Gesundheitsschädigung ausgewiesen ist. In diagnostischer Hinsicht ging er von einer chronischen depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige depressive Episode ohne somatisches Syndrom (ICD-10 F32.10) und einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41) aus, wobei er die Diagnosen nachvollziehbar und schlüssig herleitete und begründete. Deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit hat er im Umfang der Aggravation bereinigt, wie das kantonale Gericht richtig feststellte. So hielt der psychiatrische Sachverständige im Rahmen seiner Konsistenzprüfung fest, in Bezug auf die im Vordergrund stehende Symptomatik sei die Schilderung der Beschwerden, des Tagesablaufs, der Aktivitäten und der sozialen Kontakte konsistent mit den Befunden und den Akten sowie kongruent mit den gestellten Diagnosen. Dies spiegle sich auch im Mini-ICF-Rating für psychische Störungen wider, wobei auch hier derjenige Teil, der durch Aggravation bedingt sei, nicht berücksichtigt worden sei. Bei seiner Beurteilung der Arbeitsfähigkeit stellte er erneut klar, dass der Anteil der Aggravation an der Symptomatik keine Krankheit darstelle und entsprechend keine medizinisch begründete Arbeitsunfähigkeit bewirke. Bei der Frage 10 führte er aus, bei der psychiatrischen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit sei der Anteil der Aggravation nicht berücksichtigt worden.