Citation: 8C_322/2017 E. 7

Den Darlegungen der Beschwerdeführerin ist vollumfänglich beizupflichten. Eine mehrere Tage dauernde Unabkömmlichkeit tangiert die mit Blick auf die Kontrollvorschriften verlangte kurzfristige Verfügbarkeit innert Tagesfrist für arbeitsmarktliche Massnahmen sowie für Gesprächs- und Vorstellungstermine (Art. 21 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 22 Abs. 4 AVIV; SVR 2006 ALV Nr. 10 S. 36, C 171/05; ARV 2004 Nr. 19 S. 190, C 241/01; THOMAS NUSSBAUMER, Arbeitslosenversicherung, in: Soziale Sicherheit, SBVR Bd. XIV, 3. Auflage 2016, S. 2361 f., Rz. 319 mit Hinweisen). Ebenfalls bildet die kurzfristige Verfügbarkeit einen wesentlichen Bestandteil der Vermittlungsfähigkeit. Die arbeitslose Person muss jederzeit erreichbar und täglich zum Antritt einer Beschäftigung oder arbeitsmarktlichen Massnahme in der Lage sein (NUSSBAUMER, a. a. O, S. 2347, Rz. 268). Die zuständige Behörde wurde über die ab 4. bis 12. Januar 2016 dauernde, vom Beschwerdegegner eingeräumte Ortsabwesenheit nicht informiert. Ebenso wenig war er telefonisch erreichbar oder hinterliess er eine E-Mail-Adresse. Dass er während seines Aufenthalts in D.________ dennoch täglich zur Annahme einer Beschäftigung oder einer arbeitsmarktlichen Massnahme bereit gewesen wäre, verneint er überdies mit dem Hinweis, er sei von seinen Kindern gebraucht worden und es sei ihm unmöglich gewesen, in dieser Woche nach Solothurn zu reisen. Damit stellt sich sowohl die Frage nach der Verletzung der Kontrollvorschriften als auch diejenige nach seiner Vermittlungsfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 lit. f und g AVIG). Wenn die Vorinstanz bei der hier gegebenen Sachlage einen Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung für 13 Kontrolltage mit entsprechender Nachzahlung vorbehaltlos bejahte, ohne die weiteren Anspruchsvoraussetzungen (Art. 8 Abs. 1 AVIG) zu beurteilen, ist dies bundesrechtswidrig. Ein Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung im Umfang von 13 Kontrolltagen ist erst gegeben, sofern die übrigen gesetzlichen Anspruchsvoraussetzungen erfüllt sind. Die Sache wird daher antragsgemäss zur Prüfung derselben mit anschliessender neuer Verfügung an die Arbeitslosenkasse zurückgewiesen.