Citation: 6B_93/2022 E. 1.3.6

1.3.6. Wie ausgeführt (oben E. 1.2.1), beruft sich die Vorinstanz zur Wahl der Strafart auf BGE 144 IV 217 sowie die frühere Rechtsprechung. BGE 144 IV 313 E. 1.1.1 erwähnt sie nicht. Sie hält abschliessend gestützt auf BGE 144 IV 217 E. 6 fest, dass allenfalls "unbillige" Ergebnisse hinzunehmen seien, und verweist dazu auf das Urteil 6B_619/2019 vom 11. März 2020 (oben E. 1.2.1). Mit diesem Urteil erfolgte in einem Solothurner Fall eine Rückweisung zur besseren Begründung. Daraus lässt sich nicht ableiten, dass eine Freiheitsstrafe im Bereich, wo sich Geld- und Freiheitsstrafe überschneiden, per se unzulässig wäre. Vielmehr liess sich der aufgehobenen Begründung die Wahl der Strafart nicht hinreichend entnehmen und war die Vorinstanz mit der Wahl der Strafart nach der Bestimmung der Strafhöhe methodisch unzutreffend vorgegangen. Die Vorinstanz wurde angewiesen, zunächst über die [Art der] Strafen zu befinden und bei Gleichartigkeit der konkreten Einzelstrafen anschliessend eine Gesamtstrafe zu bilden. "Lediglich für den Fall, dass sie für sämtliche Einzeldelikte eine Geldstrafe für jeweils nicht mehr angemessen hält, bleibt es ihr mit entsprechender Begründung unbenommen, erneut und einzig eine Gesamtfreiheitsstrafe gegen den Beschwerdeführer auszusprechen" (Urteil 6B_619/2019 vom 11. März 2020 E. 3.4). Das Urteil verweist auf BGE 144 IV 313 E. 1.1.1, dem zu entnehmen ist, dass methodisch in der Weise vorzugehen ist, dass zuerst die Strafart festzulegen und dann das Strafmass festzusetzen ist.