Citation: 6B_941/2015 E. 4.1

4.1. Der Beschwerdeführer lebt als vorläufig Aufgenommener (Status F) seit rund 14 Jahren in der Schweiz. Mit Verfügung des Migrationsamts des Kantons Zürich vom 23. Juli 2014 wurde ihm verboten, das Gebiet der Stadt Zürich bis zum 23. Juli 2016 zu betreten. Am 7. Dezember 2014 wurde der Beschwerdeführer im Strafbefehlsverfahren wegen einfacher Körperverletzung gemäss Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB und Missachtung einer Ein- oder Ausgrenzung im Sinne von Art. 119 Abs. 1 AuG schuldig gesprochen und mit einer unbedingten Freiheitsstrafe von sechs Monaten bestraft. Am 15. Februar 2015, 23. März 2015, 15. April 2015 sowie 19. April 2015 wurde er jeweils wegen Missachtung einer Ein- oder Ausgrenzung nach Art. 119 Abs. 1 AuG zu unbedingten Freiheitsstrafen von 45, 60, 90 und 120 Tagen verurteilt (unter Anrechnung von jeweils 1 bis 2 Tagen Untersuchungshaft). Die Strafbefehle wurden dem Beschwerdeführer mündlich eröffnet und sogleich - zusammen mit schriftlichen "Erläuterungen zum Strafbefehl" in deutscher und (vereinzelt) in französischer Sprache - persönlich ausgehändigt (kantonale Akten, Haft- und Vollzugstitel, act. 2/1 bis 2/5). Soweit ersichtlich, wurde dem Beschwerdeführer einzig der Strafbefehl vom 23. März 2015 (inkl. Erläuterungen) durch einen Dolmetscher in die französische Sprache übersetzt. Der Beschwerdeführer war in den Verfahren nicht anwaltlich vertreten. Er hat keinen der fraglichen Strafbefehle angefochten. Die darin ausgesprochenen Freiheitsstrafen, welche am 2. Juni 2015 zum Vollzug angeordnet wurden, belaufen sich auf insgesamt 495 Tage (unter Anrechnung der Haft). Es geht folglich um einen relativ langen Freiheitsentzug und mithin um einen empfindlichen Eingriff in die persönliche Freiheit des Beschwerdeführers.