Citation: 2C_1027/2020 E. 7.2

7.2. Die Schematisierung führt regelmässig dazu, dass einzelne Faktoren, die Mehrkosten und damit höhere Gebühren verursachen, ausser Acht bleiben, obwohl sie nur einen geringen oder gar keinen Einfluss auf den Wasserverbrauch oder Abwasseranfall haben. Das Gleiche gilt auch im umgekehrten Sinn, indem kostenneutrale Umstände unberücksichtigt bleiben, obwohl sie sich auf die Beanspruchung der Infrastrukturanlagen auswirken (Urteile 2C_1054/2013 vom 20. September 2014 E. 6.1, in: ASA 83 S. 303, ZBl 116/2015 S. 483; 2C_847/2008 vom 8. September 2009 E. 2.2). Ein Abgehen von dieser Schematisierung ist nach der Rechtsprechung mit Blick auf das Rechtsgleichheitsgebot nur angezeigt, wenn die schematischen Kriterien zu unhaltbaren Ergebnissen oder zu Unterschieden führen, die sich nicht mehr sachlich begründen lassen (Urteile 2C_10/2018 vom 28. Juni 2018 E. 6.2; 2C_816/2009 3. Oktober 2011 E. 5.1; vgl. auch BGE 125 I 1 E. 2b/bb). Anders als bei Industriebauten hat das Bundesgericht bei Wohnbauten bislang nie verlangt, dass Gemeinden, die Anschlussgebühren nach dem Gebäudeversicherungswert bemessen, bei Wohnbauten Ausnahmen vorsehen müssen, um einem einem besonders geringen (oder einem besonders hohen) Wasserverbrauch Rechnung zu tragen (vgl. Urteile 2C_847/2008 vom 8. September 2009 E. 2.1, in: URP 2010 S. 106; 2C_656/2008 vom 29. Mai 2009 E. 3.4, in: URP 2009 S. 896).