Citation: 6B_954/2019 E. 1.3.2

1.3.2. Nach Art. 197 Abs. 4 beziehungsweise Abs. 5 StGB macht sich unter anderem strafbar, wer Gegenstände oder Vorführungen im Sinne von Abs. 1 der Bestimmung, die sexuelle Handlungen mit Tieren zum Inhalt haben, überlässt beziehungsweise zum eigenen Konsum besitzt. Als Gegenstände im Sinne von Art. 197 Abs. 1 StGB gelten insbesondere pornographische Schriften, Ton- oder Bildaufnahmen und Abbildungen. Der Begriff der Pornographie setzt zum einen voraus, dass die Darstellungen oder Darbietungen objektiv betrachtet darauf ausgelegt sind, den Konsumenten sexuell aufzureizen. Zum anderen ist erforderlich, dass die Sexualität so stark aus ihren menschlichen und emotionalen Bezügen herausgetrennt wird, dass die jeweilige Person als ein blosses Sexualobjekt erscheint, über das nach Belieben verfügt werden kann. Das sexuelle Verhalten wird dadurch vergröbert und aufdringlich in den Vordergrund gerückt. (Weiche) Pornographie im Sinne von Art. 197 Abs. 1 StGB ist dabei ohne besondere Betonung des Genitalbereichs begrifflich kaum denkbar. "Zeichnen sich die sog. 'Erotikfilme' durch ein betontes Wegsehen vom Genitalbereich aus, so leben pornographische Erzeugnisse vom betonten Hinsehen". Entscheidend ist der Gesamteindruck (vgl. BGE 144 II 233 E. 8.2.3 S. 242 f.; 133 II 136 E. 5.3.2 i.f. S. 145; 133 IV 31 E. 6.1.1 S. 34; 131 IV 64 E. 10.1.1 S. 66 f.; Urteil 6B_997/2018 vom 25. Februar 2019 E. 2.1; je mit Hinweisen). Bei der harten Pornographie (Art. 197 Abs. 4 und 5 StGB) kommt zum pornographischen Charakter einer Darstellung gemäss Abs. 1 mindestens eines von drei weiteren Merkmalen hinzu: Der Einbezug von minderjährigen Personen, Tieren oder Gewalttätigkeiten unter Erwachsenen. Schriften, Ton- oder Bildaufnahmen, Abbildungen oder andere Gegenstände die sexuelle Handlungen mit Tieren zum Inhalt haben sind als harte Pornographie im Sinne von Art. 197 Abs. 4 und 5 StGB zu qualifizieren, wenn das Tier explizit und direkt sichtbar in eine sexuelle Handlung mit einem Menschen (unter Einbezug dessen Geschlechtsteilen) einbezogen wird. Nicht strafbar ist die Darstellung sexueller Handlungen unter Tieren oder die blosse Anwesenheit eines Tieres ohne dessen Einbezug (ISENRING/KESSLER, in: Basler Kommentar, Strafrecht, Bd. II, 4. Aufl. 2019, N. 20 f., 24 zu Art. 197 StGB).