Citation: 6B_548/2023 E. 1.4

1.4. Der Beschwerdeführer referenziert auf die Strafzumessung der ersten Instanz und deren (im Berufungsverfahren unangefochten gebliebenen) Verzicht auf die Anordnung eines Tätigkeitsverbotes. Insoweit er damit einhergehend moniert, dass weder die Erst- noch die Vorinstanz von einem bloss leichten Verschulden ausgegangen seien, mithin obwohl die Nichtanordnung eines Tätigkeitsverbots das Vorliegen eines Bagatelldelikts impliziere respektive bedinge, verfängt dies nicht. Das erstinstanzliche Urteil ist nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens und das Berufungsgericht ist berechtigt und verpflichtet, eine eigene Strafzumessung vorzunehmen (Urteile 6B_989/2023 vom 22. April 2024 E. 3.3.2; 6B_200/2022 vom 23. Mai 2022 E. 3.4.1; 6B_92/2021 vom 30. Juni 2021 E. 1.4.6; je mit Hinweisen). Das ihm dabei zustehende Ermessen wird nicht dadurch beschränkt, dass die Erstinstanz auf die Anordnung eines Tätigkeitsverbots als allfällige Folge der Würdigung des inkriminierten Verhaltens verzichtet hat, auch wenn dies impliziert, dass die Erstinstanz von einem "besonders leichten Sexualdelikt" bzw. einem besonders geringen Verschulden ausgegangen ist (vgl. Botschaft vom 3. Juni 2016 zur Änderung des Strafgesetzbuchs und des Militärstrafgesetzes [Umsetzung von Art. 123c BV], BBl 2016 6146 ff., 6161; vgl. zum Ganzen BGE 149 IV 161 E. 2.5). Aus den Erwägungen der Erstinstanz ergibt sich zudem, dass sie insgesamt von einem Verschulden im mittleren Bereich ausgegangen ist (vgl. erstinstanzliches Urteil S. 9 f.), womit sich die Frage aufwerfen liesse, ob sie zu Recht auf ein Tätigkeitsverbot verzichtet hat, was indes nicht Gegenstand des Berufungs- und damit auch nicht des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bildet (e). Auch aus seinem Hinweis auf die Richtlinien für die Strafzumessung des Verbandes Bernischer Richterinnen und Richter, Staatsanwältinnen und Staatsanwälte (VBRS-Richtlinien), die für einen Referenzsachverhalt von bis ca. 30 Erzeugnissen für einen Ersttäter von einem leichten Fall und 60 Strafeinheiten ausgehen, kann der Beschwerdeführer nichts zu seinen Gunsten ableiten. Hierbei handelt es sich um eine blosse Orientierungshilfe, die für das Strafgericht nicht bindend ist (Urteile 6B_355/2021 vom 22. März 2023 E. 4.4.2; 6B_81/2021 vom 10. Mai 2021 E. 4.2; 6B_667/2020 vom 3. Februar 2021 E. 1.3.3; 6B_144/2018 vom 21. März 2019 E. 3.2; mit Hinweisen). Hinzuweisen ist aber auf die dort gemachten, richtigen Hinweise, dass bei der Strafzumessung nicht bloss die Anzahl der fraglichen Erzeugnisse, sondern namentlich auch die Art und Weise sowie das Ausmass der sexuellen Handlungen und die Art des Erzeugnisses (Filme oder Fotos) zu berücksichtigen sind. Im Übrigen vermag der Beschwerdeführer nicht darzutun, dass die Vorinstanz ihr Ermessen rechtsfehlerhaft ausübt. Sie berücksichtigt zu Recht, dass es sich gemäss den für das Bundesgericht verbindlichen Sachverhaltsfeststellungen (Art. 105 Abs. 1 BGG) beim versandten Erzeugnis um einen Film handelt, mit dem ein massiver sexueller Übergriff auf ein noch sehr junges Kind gezeigt wird. Daraus durfte die Vorinstanz (implizit) schliessen, dass das Verhalten des Beschwerdeführers insgesamt zweifellos nicht mehr als blosse "Bagatelle" qualifiziert werden kann und liegt dementsprechend keine Ermessensüberschreitung vor, wenn sie die objektive Tatschwere als "nicht mehr nur leicht" qualifiziert. Daran vermag der Verweis des Beschwerdeführers auf die Dauer der Sequenz von - seiner Ansicht nach - "bloss" einer Minute nichts zu ändern. Festzuhalten bleibt schliesslich, dass sich der blosse Bagatellcharakter des inkrimnierten Verhaltens auch nicht aus dem pauschalen, mithin den konkreten Inhalt des fraglichen Materials ausser Acht lassenden Hinweis ergibt, dass es sich beim Versand von kinderpornographischem Material respektive der Ahndung solcher Vorgehen um ein Massengeschäft handle. Vor dem Hintergrund des mit der Herstellung kinderpornografischer Erzeugnisse für die betroffenen Opfer verbundenen Leids ist entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers nicht ersichtlich, inwiefern die Motivation, mit solchem Material einen Kollegen zu ärgern, weniger egoistisch und verwerflich sein soll, als wenn der Beschwerdeführer aus sexuellen Beweggründen gehandelt hätte. Dementsprechend ist auch nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz dessen (nicht sexuelle) Motivation nicht strafmindernd berücksichtigt. Damit einhergehend ebenso wenig, wenn sie auch in der vorliegenden Konstellation von einer potentiell korrumpierenden Wirkung des von ihm in Umlauf gesetzten Materials und damit davon ausgeht, dass er "eventualvorsätzlich", mithin mittelbar zum sexuellen Missbrauch von in solchen Machwerken zur Schau gestellten Kindern beigetragen hat (vgl. BGE 131 IV 64 E. 11.2 m.H. auf BGE 128 IV 25 E. 3a). Daran ändert nichts, wenn er dies "gedankenlos" getan hat, im Gegenteil. Schliesslich ist nicht nachvollziehbar, weshalb die Vorinstanz das "Geständnis" des Beschwerdeführers im Ausmass von einem Drittel bzw. überhaupt hätte strafmindernd berücksichtigen müssen, bestritt er doch noch anlässlich der Berufungsverhandlung, das fragliche Videomaterial vor dem Versand angeschaut zu haben. Zusammenfassend verletzt die Strafzumessung der Vorinstanz kein Bundesrecht. Die Beschwerde erweist sich in diesem Punkt als unbegründet.