Citation: 4P.28/2006 03.04.2006 E. B

Am 12. Juli 1996 klagte die C.________ AG (nachstehend: Klägerin) beim Kantonsgericht Zug gegen die damals in Zug domizilierte A.________ AG (nachstehend: Beklagte) mit den Begehren, diese zu verpflichten, der Klägerin Fr. 187'870.-- nebst Zins zu 6 % seit 20. September 1993 zuzüglich Friedensrichterkosten von Fr. 198.-- sowie Betreibungskosten von Fr. 198.-- zu bezahlen. Das Kantonsgericht Zug liess bezüglich der Frage, ob das von der Klägerin erstellte Werk mangelhaft war, von Y.________, Ing. ETH, ein Sachverständigengutachten einholen. Der Experte kam in seinem Gutachten vom 12. Juli 2000 zum Ergebnis, die Klägerin habe den Werkvertrag mängelfrei ausgeführt. Zum Schadensvorgang wird im Gutachten ausgeführt, der Einbruch sei bei 1-3 Bohlen mit Endtiefe oberhalb der Aushubsohle im Schliessbereich der Spundwand (NE-Ecke resp. Nordwand) erfolgt. Die Bohlen hätten nicht bis auf Solltiefe vibriert werden können und die Resttiefe sei deshalb ausinjiziert worden. Das Kantonsgericht liess den Experten Ergänzungsfragen beantworten, lehnte jedoch den Antrag der Beklagten auf Einholung eines Obergutachtens ab. Mit Urteil vom 21. Juni 2001 hiess es die Klage gut, wobei es den verlangten Zins erst ab dem 20. Januar 1995 zusprach. Die Beklagte focht dieses Urteil mit kantonaler Berufung an, mit der sie insbesondere die Edition sämtlicher Prozessakten aus einem Verfahren der Bauherrin gegen die Klägerin vor dem Bezirksgericht Visp verlangte. Das Obergericht kam diesem Begehren insoweit nach, als es die in diesem Verfahren eingeholte Expertise von Y.________, Z.________ und W.________ vom 3. März 2002 und das Ergänzungsgutachten vom 27. März 2002 über die Ursachen des Materialeinbruchs beizog. Mit Urteil vom 11. Juni 2003 wies das Obergericht die Berufung ab Die Beklagte focht dieses Urteil sowohl mit staatsrechtlicher Beschwerde als auch mit eidgenössischer Berufung an. Das Bundesgericht hiess am 6. Januar 2004 die Beschwerde auf Grund von Verletzungen des Anspruchs auf rechtliches Gehör gut und schrieb die Berufung als gegenstandslos ab. Das Bundesgericht nahm an, das Obergericht habe das rechtliche Gehör der Beklagten namentlich verletzt, weil es sich nicht zur Rüge der Beklagten äusserte, der Experte habe unzulässigerweise Personen befragt, ohne deren Aussagen zu protokollieren. Diesbezüglich führte das Bundesgericht aus, das Obergericht habe zu beachten, dass der Experte die Grundlagen seines Gutachtens offen zu legen und deshalb anzugeben habe, auf welche Aussagen er abgestellt habe. Dazu genüge, wenn er eine Zusammenfassung der wesentlichen Aussagen wiedergebe. Dies erlaube den Parteien, die Einvernahme der befragten Personen vor Gericht zu beantragen, wenn hinsichtlich ihrer Aussagen Zweifel bestünden. Mit Verfügung des Referenten vom 15. April 2004 verlangte das Obergericht vom Experten Y.________ die Zustellung gewisser Unterlagen und die Angabe, auf welche Aussagen von Personen, die er selber befragt hat, er in seiner Expertise abgestellt hat, wobei es genüge, wenn er eine Zusammenfassung der wesentlichen Aussagen wiedergebe. Mit Eingabe vom 3. Mai 2004 übermittelte der Experte dem Obergericht eine Zusammenfassung von wesentlichen Aussagen von befragten Personen. Zu dieser Eingabe reichte die Beklagte am 23. September 2004 eine schriftliche Stellungnahme ein. Mit Urteil vom 13. Dezember 2005 wies das Obergericht die kantonale Berufung der Beklagten abermals ab.