Citation: 8C_713/2020 E. 6.1

6.1. Sie bringt namentlich vor, es liege kein Revisionsgrund vor, da das Einkommen aus dem Verwaltungsratsmandat sowohl beim Validen- wie beim Invalideneinkommen zu berücksichtigen sei und keinen Einfluss auf den Invaliditätsgrad habe. Zudem liege keine Verletzung der Meldepflicht vor, weil das Einkommen aus dem Verwaltungsratsmandat sowohl beim Validen- wie auch beim Invalideneinkommen zu berücksichtigen sei. Nach der Rechtsprechung ist jede wesentliche Änderung in den wirtschaftlichen Verhältnissen der IV-Stelle zu melden. Dabei ist es nicht Sache der versicherten Person zu entscheiden, ob eine Änderung des konkret erzielten Einkommens den Invaliditätsgrad auch tatsächlich beeinflusst oder nicht. Denn die Anwendung des Rechts ist Sache der Verwaltung und im Streitfall des Gerichts. Dass es sich bei einem zusätzlichen Verdienst von Fr. 6000.- oder mehr um eine wesentliche Erhöhung des Invalideneinkommens handelt, ergibt sich bereits aus Art. 31 IVG. Zudem stellt sich bei Aufnahme eines zusätzlichen Nebenerwerbs auch die Frage, ob die versicherte Person mit dem bisherigen, der Rentenzusprechung zugrunde liegenden zumutbaren Arbeitspensum auch ihre tatsächliche Leistungsfähigkeit ausreichend ausschöpft. Unter Berücksichtigung des Gesagten ist ohne Weiteres davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin gehalten gewesen wäre, der IV-Stelle diese Nebenerwerbstätigkeit mitzuteilen. Auch handelt es sich bei einem zusätzlichen Einkommen in der genannten Höhe um einen Umstand, der geeignet ist, den Anspruch auf eine Invalidenrente zu ändern, so dass ein Revisionsgrund gegeben ist. Ob sich in der Folge tatsächlich am Rentenanspruch etwas ändert oder nicht, etwa weil die Veränderung nach rechtlicher Würdigung sowohl beim Validen- wie beim Invalideneinkommen anzurechnen ist, ergibt sich erst im Rahmen der nachfolgenden revisionsweisen Invaliditätsbemessung. Somit ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin ihre Meldepflicht verletzt hat, indem sie das zusätzliche Einkommen aus ihrem neuen Nebenerwerb nicht gemeldet hat, und dass dieses zusätzliche Einkommen einen Revisionsgrund darstellt. Daran ändert nichts, dass sie in den bisherigen Verfahren einen entsprechenden Lohnausweis resp. die IV-Stelle einen aktuellen Auszug aus dem Individuellen Konto ins Recht legte. Denn in diesen Verfahren ging es um die erstmalige Zusprechung einer Rente und der zu beurteilende Sachverhalt war auf den dafür massgeblichen Zeitpunkt des Verfügungserlasses vom 22. Januar 2015 beschränkt. Insofern war die IV-Stelle auch nicht gehalten, sämtliche Akten dieses Verfahrens bereits auf allfällige zukünftige, über den strittigen Anspruch hinausgehende Leistungen zu überprüfen.