Citation: U 606/06 23.10.2007 E. 6

6.1 Umstritten ist sodann, ob die Adäquanz gemäss den bei psychischen Fehlentwicklungen nach Unfall geltenden Grundsätzen oder aber nach der Schleudertrauma-Praxis zu beurteilen ist. Dies ist von Belang, weil nach der letztgenannten Praxis, anders als im Falle einer psychischen Fehlentwicklung nach Unfall, bei der Prüfung der abhängig von der Unfallschwere in die Adäquanzbeurteilung einzubeziehenden unfallbezogenen Kriterien auf eine Differenzierung zwischen physischen und psychischen Komponenten verzichtet wird, weil es hier nicht entscheidend ist, ob Beschwerden eher als organischer und/oder psychischer Natur beurteilt werden (BGE 117 V 359 E. 6a S. 367 und 369 E. 4b S. 382 f.). 6.2 Die Vorinstanz ist mit guten Gründen zum Ergebnis gelangt, dass die Symptomatik schon bald nach dem Unfall vom 24. August 2002 in erheblicher Weise psychisch überlagert war und deswegen die sog. Psycho-Praxis anzuwenden ist. Hervorzuheben ist zunächst, dass bereits im Bericht des Dr. med. A.________, Neurologe FMH, vom 11. September 2002 ausgeführt wurde, es liege eine eindeutige psychische Überlagerung vor. Diese Aussage erscheint entgegen der in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde vertretenen Auffassung verlässlich. Sodann wurden anlässlich des am 27. November 2002 angetretenen Aufenthalts in der Rehaklinik Y.________ schon beim ersten Gespräch mit den berichterstattenden Psychosomatikern vom 4. Dezember 2002 nebst Symptomen einer depressiven Episode ängstliche und depressive Anteile im Sinne einer spezifischen psychotraumatischen Symptomatik festgestellt (Psychosomatisches Konsilium vom 4./5. Dezember 2002). Diese Diagnosen fanden dann auch im Austrittsbericht der Klinik vom 23. Januar 2003 ihren Niederschlag, wo überdies ausdrücklich festgehalten wurde, die psychosomatische Situation stehe ganz im Vordergrund, weshalb sich eine Fokussierung auf die psychosomatische bzw. psychiatrische Weiterbehandlung der Patientin empfehle. Vor diesem Hintergrund ist der Beschwerdeführerin nicht zu folgen, wenn sie geltend machen lässt, die psychische Problematik habe sich erst deutlich nach dem Unfall manifestiert. Es kann im Übrigen, ohne dass die einzelnen Vorbringen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde noch einzeln aufzuführen wären, auf die einlässliche Darstellung und Würdigung der medizinischen Akten im angefochtenen Entscheid verwiesen werden. 6.3 Damit kann offen bleiben, ob die weiterhin geklagten Beschwerden nicht auch mit einer psychischen Erkrankung im Sinne einer von der Symptomatik einer HWS-Distorsionsverletzung zu trennenden selbstständigen sekundären Gesundheitsschädigung erklärt werden könnten, was ebenfalls die Anwendung der Psycho-Praxis zur Folge hätte (vgl. SVR 2007 UV Nr. 8 S. 27, U 277/04).