Citation: 9C_85/2024 E. 6.1

6.1. Mit der in Art. 49 Abs. 2 ATSG statuierten Voraussetzung, dass die gesuchstellende Person ein schützenswertes Interesse glaubhaft macht, wird ein Beweismass verlangt, das herabgesetzt ist, dies sowohl gegenüber dem im Sozialversicherungsrecht sonst üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (vgl. dazu BGE 144 V 427 E. 3.2; 138 V 218 E. 6; 126 V 353 E. 5b) als auch gegenüber dem in Art. 25 Abs. 2 VwVG geforderten Nachweis eines schutzwürdigen Interesses (vgl. SUSANNE GENNER, in: Basler Kommentar zum ATSG, 2020, N. 48 zu Art. 49 ATSG, UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 4. Aufl. 2020, N. 46 zu Art. 49 ATSG). Die Frage, welche Anforderungen an die Glaubhaftmachung bei Begehren um Erlass einer Feststellungsverfügung zu stellen sind, beantworten die Parteien unterschiedlich. Das Bundesgericht hatte denn auch noch nie die Gelegenheit, sich zum im Rahmen von Art. 49 Abs. 2 ATSG geltenden Massstab zu äussern.