Citation: 6B_489/2023 E. 4

Die Vorinstanz erwägt, das Arztzeugnis vom 28. Oktober 2022 attestiere einzig eine Arbeitsunfähigkeit von 100% zufolge Krankheit ab dem 28. Oktober 2022. Daraus ergebe sich nicht, weshalb die Beschwerdeführerin an der erst einen Monat später stattfindenden staatsanwaltschaftlichen Einvernahme nicht hätte teilnehmen können. Auch sei insbesondere nicht von einer Verhandlungs- oder Vernehmungsunfähigkeit die Rede. An die Verneinung einer solchen wären hohe Anforderungen zu stellen. Die Beschwerdeführerin scheine körperlich und geistig fähig zu sein, einer Einvernahme zu folgen; so sei sie in der Lage gewesen, mehrere Schreiben zur Sache zu verfassen, worin sie sich mit dem Sachverhalt auseinandergesetzt habe. Sie sei zudem auch im Stand gewesen, sich auf ihre vergangenen Eingaben zu beziehen und Kopien ihrer Schreiben an den (damaligen) Rechtsanwalt weiterzuleiten. Somit sei nicht davon auszugehen, dass die attestierte Krankheit zu einer Verhandlungsunfähigkeit geführt habe und eine Einvernahme verunmöglicht hätte. Andere Verhinderungsgründe würden von der Beschwerdeführerin nicht vorgebracht. Die Staatsanwaltschaft habe die Einvernahme vom 29. November 2022 bzw. zumindest die Teilnahme an der Überprüfung der Vernehmungsfähigkeit daher zu Recht als möglich erachtet, was sie der Beschwerdeführerin am 8. November 2022 auch mitgeteilt habe. Diese hätte folglich von der Gültigkeit der Vorladung vom 18. Oktober 2022 ausgehen müssen; ihr Nichterscheinen sei daher unentschuldigt. Weil die Staatsanwaltschaft in der Vorladung vom 18. Oktober 2022 und im Schreiben vom 8. November 2022 auch ausdrücklich auf die Folgen eines Nichterscheinens hingewiesen habe, seien der Beschwerdeführerin die Konsequenzen ihres Nichterscheines bewusst gewesen, zumal sie anwaltlich vertreten gewesen sei. Die behauptete Verhandlungsunfähigkeit hätte sie, wäre sie am Gang des Verfahrens interessiert gewesen, mit einem weiteren Arztzeugnis belegen können, wofür genügend Zeit zur Verfügung gestanden hätte. Die Staatsanwaltschaft habe aus dem unentschuldigten Fernbleiben auf ein Desinteresse am weiteren Gang des Verfahrens schliessen dürfen. Die Beschwerde sei abzuweisen.