Citation: 4A_404/2018 E. 3.1.1

3.1.1. Die Vorinstanz hielt fest, von der externen Verfügungsmacht des Willensvollstreckers sei seine interne Verfügungsbefugnis zu unterscheiden. Denn auch beim Willensvollstrecker reiche sein "Können" weiter als sein "Dürfen". Die Erben hätten einem Freihandverkauf der beiden Liegenschaften unter Einhaltung der Mindestverkaufspreise zugestimmt. Der Willensvollstrecker sei daher ohne weiteres befugt gewesen, einen professionellen Mäkler beizuziehen, um über den Mindestverkaufspreisen liegende Ergebnisse zu erzielen. Dies habe er mit dem Beizug der Beschwerdegegnerin denn auch getan, weshalb die Erben die sich aus dem Mäklervertrag ergebenden Verpflichtungen zu erfüllen hätten. Mit einer " umfassenden Substitution ", wie die Erstinstanz ausführe, habe das nichts zu tun. Durch den Abschluss des Mäklervertrages habe der Willensvollstrecker keineswegs seine Befugnisse als Willensvollstrecker auf die Beschwerdegegnerin übertragen, sondern habe sich lediglich deren Dienstleistungen zugunsten des Nachlasses und bezüglich eines begrenzten Aufgabenbereichs gesichert. Die Erteilung eines Mäklerauftrages hätte zwei gewichtige Vorteile: Einerseits reagiere der Markt beim Verkauf von Liegenschaften mit höheren Millionenwerten anders, wenn hinter dem Angebot keine Einzelperson, sondern eine im Liegenschaftshandel tätige Handelsgesellschaft mit einem gewissen Renommee stehe. Und anderseits habe die Mandatierung eines Mäklers den Vorteil, dass seine Verkaufsbemühungen nicht entschädigt werden müssten, wenn der Verkauf schliesslich nicht zustande komme. Auch wenn der Willensvollstrecker selber ein Immobiliensachverständiger sei, habe er sich bei der Bewältigung der ihm gestellten Aufgabe der Dienstleistung eines berufsmässigen Mäklers bedienen dürfen. Für den Verkauf von Liegenschaften mit einem solchen Wert bedürfe es der Unterstützung eines ganzen Dienstleistungsapparats, der Anfragen von Interessenten auslöse, beantworte, ordne, kanalisiere und auch die Besichtigung der Objekte organisiere. Das seien Dienstleistungen, die zum Angebot eines professionellen Mäklers gehörten und die mit dem Mäklerlohn abzugelten seien. Nur weil der Willensvollstrecker mit der Klägerin geschäftlich verbunden sei, bedeute das nicht, deren Infrastruktur hätte den Erben gratis zur Verfügung stehen müssen.