Citation: 1P.811/2006 26.03.2007 E. 3

3.1 Gemäss dem angefochtenen Urteil wird dem Beschwerdeführer angelastet, einen Herointransport in die Schweiz organisiert zu haben. Er habe am 16. Oktober 2002 einen zwei Tage zuvor gekauften Mercedes Benz 200 nach Albanien gebracht. Am 19. November 2002 sei eine Probefahrt durchgeführt worden. Der Beschwerdeführer habe an diesem Tag mit dem als Fahrer eingesetzten Y.________ immer wieder telefonischen Kontakt aufgenommen und ihn schliesslich im Flughafen Zürich-Kloten und auf dem Parkplatz des Möbelhauses IKEA in Spreitenbach getroffen. Der Drogentransport sei am 1./2. Dezember 2002 durchgeführt worden. Im Wissen, dass eine beachtliche Menge Heroin in die Schweiz geführt werden sollte, habe sich der Beschwerdeführer durch periodische Anrufe nach dem Standort des Fahrers erkundigt, um ihn in der Schweiz zum richtigen Treffpunkt einweisen zu können. Der Fahrer sei am 2. Dezember 2002 beim Zollamt St. Margrethen angehalten worden, als er mit dem Mercedes Benz 200 in die Schweiz einreisen wollte. Dabei sei im umgebauten Benzintank 39,4 kg Heroin sichergestellt worden. Der Beschwerdeführer habe den Fahrer noch angerufen, als dieser bereits verhaftet gewesen sei, gemäss eigenen Angaben aber auf Geheiss von Z.________. Im Übrigen habe der Beschwerdeführer bereits bei der Überführung des Wagens nach Albanien gewusst, dass sein Bruder am 2. Juli 2002 in Italien bei einem Herointransport verhaftet worden sei. Der Bruder sei damals mit 38 kg Heroin im umgebauten Benzintank eines gleichen Mercedes unterwegs gewesen. 3.2 Nach Ansicht des Kantonsgerichts ist nebst den belastenden Aussagen des Fahrers das Aussageverhalten des Beschwerdeführers entscheidend. Die Aussagen des Fahrers seien im Kerngeschehen klar und konstant. Er sei bei seiner Darstellung der Probefahrt und der Treffen vom 19. November 2002 geblieben. Der Beschwerdeführer habe diesbezüglich seine Aussagen immer wieder geändert und der Situation angepasst. Gemäss den Aussagen des Fahrers habe er den Beschwerdeführer am 30. November 2002 in Pec/Kosovo getroffen und sei den ganzen Tag mit ihm zusammen gewesen. Gleichentags soll der Mercedes präpariert und das Heroin in den Benzintank eingebaut worden sein. Der Beschwerdeführer soll demgegenüber zunächst ausgesagt haben, er sei nicht in Pec gewesen, später, er habe den Fahrer in Pec zufällig getroffen und schliesslich, der Fahrer habe ihn am 1. Dezember 2002 in Pec aufgesucht. Gemäss Aussagen des Fahrers hat der Beschwerdeführer anlässlich der Fahrt vom 2. Dezember 2002 in kurzen Abständen angerufen und ihn über den aktuellen Standort befragt. Demgegenüber bestritt der Beschwerdeführer - gemäss dem angefochtenen Urteil - diese Anrufe, gab aber einen Anruf nach der Verhaftung des Fahrers zu. 3.3 Nach Ansicht des Kantonsgerichts ist die Mittäterschaft des Beschwerdeführers auch ohne die belastenden Aussagen des Fahrers erstellt. Er habe nach eigenen Aussagen den Mercedes nach Albanien gebracht. Mit diesem Fahrzeug habe ihn der Fahrer am 1. Dezember 2002 in Pec aufgesucht. Der Beschwerdeführer habe am 2. Dezember 2002 nochmals telefonischen Kontakt mit dem Fahrer gehabt, als er noch nicht wusste, dass dieser verhaftet worden war. Der Beschwerdeführer habe gewusst, dass sein Bruder am 2. Juli 2002 in Italien verhaftet worden war. Die Überführung des Fahrzeugs nach Albanien am 16. Oktober 2002, die Treffen mit dem Fahrer im Raum Zürich und in Pec und der Anruf nach dem vermuteten Grenzübertritt in die Schweiz am 2. Dezember 2002 liessen sich vernünftigerweise nicht anders erklären, als das der Beschwerdeführer am Herointransport selber beteiligt war. 3.4 Im Übrigen verweist das Kantonsgericht für Sachverhalt und Beweiswürdigung auf den Kreisgerichtsentscheid. Das Kreisgericht habe namentlich die belastenden Aussagen des Fahrers nicht unbesehen übernommen, sondern sich einlässlich mit seiner teilweise widersprüchlichen Sachdarstellung auseinandergesetzt. Nach Ansicht des Kreisgerichts kann dem Beschwerdeführer für den Zeitpunkt der Überführung des Wagens nach Albanien (16. Oktober 2002) eine wissentliche Vorbereitung des späteren Drogentransportes noch nicht angelastet werden. Indessen habe der Beschwerdeführer spätestens im Zeitpunkt der Probefahrt vom 19. November 2002 gewusst, dass die Fahrt der Vorbereitung eines nachfolgenden Drogentransportes diene. In diesem Zusammenhang sei er wenigstens insoweit aktiv geworden, als er bei der Probefahrt in stetem telefonischem Kontakt zum Fahrer stand, sich mit ihm traf, um ihm die im Ernstfall vorgesehenen Treffpunkte zu zeigen. Im Zusammenhang mit dem eigentlichen Herointransport habe er insoweit mitgewirkt, als er für die Überlassung des Mercedes für den Einbau des Rauschgifts sorgte und während des Transportes in stetem Kontakt zum Fahrer stand, um über dessen Standort auf dem Laufenden zu sein und ihm nach der Einreise in die Schweiz den richtigen Treffpunkt zuzuweisen.