Citation: 6B_966/2022 E. 3.4.5

3.4.5. Der Beschwerdeführer wirft der Vorinstanz weiter vor, sie verfalle in Willkür, indem sie aktenwidrig festhalte, den Aussagen der Beschwerdegegnerin 2 seien zahlreiche Realitätskriterien zu entnehmen (vgl. Beschwerde S. 16). Die Vorinstanz führt diesbezüglich aus, die Aussagen der Beschwerdegegnerin 2 liessen entgegen der Ansicht der ersten Instanz keine Realitätskriterien vermissen. Sie habe einen grossen Teil ihrer Aussagen in freier Erzählung gemacht, habe das übliche Muster der zahlreichen Vorfälle lebensnah beschrieben und ihre Schilderungen mit inneren Vorgängen und Interaktionen verknüpft. Beispielsweise habe sie anfangs Vorwände vorgeschoben, damit der Beschwerdeführer nicht wütend werde, habe ihm gesagt, sie sei kein Roboter, sie arbeite und sei auch müde; sie habe aber gemerkt, dass er dafür kein Verständnis habe, und ihm in der Folge klar gesagt: "Ich will nicht." Ihren Aussagen liessen sich auch zeitliche und örtliche Verknüpfungen entnehmen. So habe er in der Türkei, als sie ihre Eltern besucht hätten, dasselbe gemacht und ihren Pyjama zerrissen. Die Übergriffe hätten ansonsten immer nachts im gemeinsamen Schlafzimmer stattgefunden. Er habe jeweils auf dem Bett auf sie gewartet, bevor die Kinder eingeschlafen seien. Ihre Ausführungen zu diesem Vorwurf enthielten - so die Vorinstanz - keine übermässigen Belastungen. Sie habe trotz mehrmaliger Nachfrage stets betont, dass der Beschwerdeführer sie nicht geschlagen, sondern lediglich Sachen zerstört habe (Urteil S. 13 f.). Im Rahmen der Beweiswürdigung zum Vergewaltigungsvorwurf erwägt die Vorinstanz sodann, die Beschwerdegegnerin 2 habe beispielhaft Interaktionen zwischen ihr und dem Beschwerdeführer geschildert und dessen üblichen Reaktionen auf ihre Weigerung beschrieben. Aus ihren Aussagen gehe hervor, dass sie dem Beschwerdeführer auf vielerlei Arten zu verstehen gegeben habe, wenn sie keinen Geschlechtsverkehr gewollt habe. Zu Anfang habe sie, um den Beschwerdeführer nicht zu verletzen oder wütend zu machen, Vorwände vorgeschoben. Dies decke sich mit ihrer Aussage, wonach ihre Beziehung die ersten drei Monate lang schön gewesen sei, sich jedoch sukzessive verschlechtert habe. Später habe sie mit dem Beschwerdeführer Klartext gesprochen und habe ihm "Nein" gesagt, wenn sie keinen Geschlechtsverkehr gewollt habe. Die beschriebenen Reaktionen des Beschwerdeführers darauf, dass er wütend geworden sei, sie angeschrien und wahllos auf Gegenstände eingeschlagen habe, deckten sich mit den Schilderungen ihrer Töchter über sein Verhalten tagsüber (Urteil S. 41). Die hiergegen vorgebrachte Kritik des Beschwerdeführers geht einerseits an der Sache vorbei und begründet andererseits keine Willkür in der vorinstanzlichen Würdigung. Mit Nichten ist das einzige Realkriterium, das die Vorinstanz anzugeben vermag, das Zerreissen der Unterhose der Beschwerdegegnerin 2, da die Vorinstanz dieses gar nicht nennt. Ferner sind die Aussagen der Beschwerdegegnerin 2 betreffend der Häufigkeit des (Zer-) Reissens (an) der Unterhose nicht widersprüchlich, da sie an einer Stelle von "reissen" (kantonale Akten, pag. 769 Z. 285) und an anderer Stelle von "zerreissen" bzw. "kaputt machen" (kantonale Akten, pag. 763 Z. 49 f., pag. 769 Z. 289 f., pag. 2154 Z. 22 ff., pag. 2157 Z. 31 f.) sprach. Auch betreffen ihre Aussagen zu den zunächst genannten Vorwänden den Vergewaltigungsvorwurf in dem Sinne, als sie damit ihre innere Entwicklung, aber auch ihren gegenüber dem Beschwerdeführer zunehmend klar geäusserten Willen zum Ausdruck brachte. Ferner geht die Vorinstanz willkürfrei von zeitlichen und örtlichen Verknüpfungen aus.