Citation: 7B_193/2022 E. 2.7.2

2.7.2. Weiter macht die Beschwerdeführerin geltend, sie habe nicht gezielt in die Herzregion des Geschädigten gestochen. Die Vorinstanz erwägt, die Beschwerdeführerin habe unvermittelt in den linken Brustkorb des Geschädigten gestochen, und zwar knapp oberhalb der linken Brustwarze vor dem Herzen. Das Messer habe eine Gesamtlänge von 32 cm und eine Klingenlänge von 19 cm gehabt. Gemäss Vorinstanz musste sich der Beschwerdeführerin geradezu aufdrängen, dass ein Stich in den Brustkorb eines Menschen mit einem derartigen Messers das Risiko einer tödlichen Verletzung mit sich bringt. Deshalb sei ohne weiteres darauf zu schliessen, dass die Beschwerdeführerin den Tod des Geschädigten mindestens in Kauf genommen habe. Die Beschwerdeführerin habe ihre Sorgfaltspflicht schwer verletzt und den Geschädigten einem erheblichen Todesrisiko ausgesetzt. Auch hier zeigt die Beschwerdeführerin keine Willkür auf. Die Vorinstanz legt schlüssig dar, weshalb sie den Aussagen des Geschädigten folgt, wonach die Beschwerdeführerin gezielt zustach. Zudem verneint die Vorinstanz überzeugend, dass die Stichverletzung beim Herzen des Geschädigten ein "Unfall im Gerangel" sei.