Citation: 5A_530/2022 E. 2.2

2.2. Was zunächst den Vorwurf der Beschwerdeführerin anbelangt, die Vorinstanz habe das falsche Beweismass (nämlich das Regelbeweismass des strikten Beweises) angewandt, so sei Folgendes ausgeführt: Nach der Rechtsprechung genügt es im Eheschutzverfahren, die behaupteten Tatsachen glaubhaft zu machen (BGE 138 III 97 E. 3.4.2). Glaubhaft gemacht ist eine Tatsache, wenn für ihr Vorhandensein aufgrund objektiver Anhaltspunkte eine gewisse Wahrscheinlichkeit spricht, selbst wenn das Gericht noch mit der Möglichkeit rechnet, dass sie sich nicht verwirklicht haben könnte (BGE 142 II 49 E. 6.2; 132 III 140 E. 4.1.2; 130 III 321 E. 3.3). Damit muss im vorliegenden Zusammenhang die Wahrscheinlichkeit in dem Sinne überwiegen, als mehr für eine Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin spricht als dagegen. Von diesen Grundsätzen ist die Vorinstanz ausgegangen. So hat sie bereits in E. 1.4 auf das vorliegend anwendbare Beweismass Bezug genommen und schliesslich, wie oben gezeigt, den Schluss gezogen, die Beschwerdeführerin habe die Arbeitsunfähigkeit nicht glaubhaft machen können (E. 4.4.1.2 des angefochtenen Entscheids). Eine willkürliche Erhöhung des Beweismasses - sofern überhaupt rechtsgenüglich gerügt - kann damit von vornherein nicht festgestellt werden. Die Einwände der Beschwerdeführerin richten sich vielmehr gegen die Beweiswürdigung als solche.