Citation: 5A_671/2022 E. 3

Der Beschwerdeführer erneuert im Wesentlichen seine kantonalen Vorbringen und macht geltend, er habe sehr wohl eine konkrete Entführungsgefahr glaubhaft dargelegt. Diese ergebe sich aus dem Vorfall im Jahr 2015 und dem diesbezüglichen Strafverfahren sowie daraus, dass die Mutter sich im Jahr 2021 keinesfalls nur befristet und ohne Verlegung des Lebensmittelpunktes in Brasilien aufgehalten habe. Der Wohnsitz im Tessin werde einzig aus steuerrechtlichen Gründen vorgeschoben. Schliesslich würden die bevorstehenden Pläne eine ernsthafte Entführungsgefahr begründen; die Mutter wolle sich für die Geburt ihres vierten Kindes im November und Dezember 2022 in den USA aufhalten, dies gleich im Anschluss an ihren beruflichen Aufenthalt in Brasilien während des ganzen Monates September 2022. Im Übrigen sei er (Vater) dahingehend informiert worden, dass die Galerie der Mutter in U.________ vor kurzem geschlossen worden sei. Ferner habe sie in einem anderen Verfahren versucht, unter Vorspiegelung falscher Tatsachen an die Pässe des Kindes heranzukommen. Soweit diese Vorbringen nicht neu und damit unzulässig sind (Art. 99 Abs. 1 BGG), sind sie von der Sache her appellatorisch, denn es wird einfach die eigene Sicht der Dinge im Zusammenhang mit der behaupteten Entführungsgefahr geschildert, ohne darzulegen, inwiefern sich das Kantonsgericht bei deren Verneinung von unhaltbaren Elementen oder Kriterien hätte leiten lassen. Daran ändert das mehrmals eingestreute Wort "willkürlich" nichts, denn allein aus der Erwähnung des Wortes ergibt sich noch keine Willkürrüge. Willkür ist nicht bereits gegeben, wenn eine andere Lösung ebenfalls als vertretbar erscheint oder sogar vorzuziehen wäre (BGE 142 II 369 E. 4.3; 144 I 113 E. 7.1; 148 III 95 E. 4.1) - was vorliegend durchaus denkbar wäre, weil die Frage nach einem überwiegenden Interesse der Mutter an einem auch ausserhalb des Schengen-Raumes auszuübenden Besuchs- und Ferienrechts aufgeworfen werden könnte -, sondern erst, wenn die Vorinstanz aus den vorhandenen Beweismitteln völlig unhaltbare Schlüsse gezogen (Willkür in der Beweiswürdigung; BGE 140 III 264 E. 2.3; 143 IV 241 E. 2.3.1; 146 IV 88 E. 1.3.1) oder einen mit der tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch stehenden Entscheid gefällt oder eine Norm krass verletzt hat (Willkür in der Rechtsanwendung; BGE 142 II 369 E. 4.3; 144 I 113 E. 7.1; 148 III 95 E. 4.1). Dass dies gegeben wäre, tut der Vater mit seinen allgemeinen Ausführungen nicht dar, denn selbst wenn die Mutter für sich und die Kinder aus ihrer ehelichen Beziehung eine Auswanderung nach Brasilien planen sollte, wofür aber keine handfesten Anhaltspunkte bestehen, würde dies noch keine konkrete Entführungsgefahr für den unter der Obhut des Vaters stehenden C.________ begründen; dies umso weniger, als Brasilien, worauf auch die Vorinstanz hinweist, Vertragsstaat des Haager Kindesentführungsübereinkommens ist und die Mutter sich angesichts des offenbar noch hängigen Strafverfahrens auch bewusst sein wird, dass das Entziehen von Minderjährigen gemäss Art. 220 StGB mit einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren bedroht ist. Vor diesem und dem weiteren Hintergrund, dass die Eltern eben erst eine Teilvereinbarung geschlossen haben, in welcher die Obhutslage und die Ausgestaltung des Besuchsrechts bekräftigt worden ist, wäre im Übrigen auch keine Willkür im Ergebnis ersichtlich (vgl. zu diesem Erfordernis BGE 140 III 167 E. 2.1; 142 V 513 E. 4.2; 146 IV 88 E. 1.3.1).