Citation: 6B_1377/2022 E. 2.4.3

2.4.3. Der Beschwerdeführer bringt ferner vor, es habe eine Suggestion stattgefunden. Die Version von B.________ sei im Rahmen ihrer Therapie in den USA entstanden. Es sei nicht abgeklärt worden, was die Therapeutin gemacht habe und der eingeholte Bericht sei völlig ungenügend. Dazu hält die Vorinstanz fest, dass B.________ am 14. September 2022 eine schriftliche Zusammenfassung über ihre Behandlung an der D.________ Universität mit dem Titel «Treatment Summary» eingereicht habe. Daraus gehe hervor, dass sich B.________ vom 28. September 2017 bis 1. Mai 2018 von einer entsprechend ausgebildeten (Master) und lizensierten Sozialarbeiterin wegen eines Todesfalls in der Familie sowie eines sexuellen Übergriffs habe behandeln lassen. Der Bericht habe bestätigt, dass sich B.________ mit Aussagen zum sexuellen Missbrauch zunächst erheblich zurückgehalten habe, was sich mit den aktenkundigen digitalen Botschaften und Zeugenaussagen decke und einen geringen Belastungswillen aufzeige. Die Therapeutin habe der sich «powerless» fühlenden B.________ empfohlen, darüber zu sprechen, ansonsten der Beschwerdeführer noch mehr Macht über sie habe. Es sei mithin nicht um das Gewinnen von Macht gegenüber dem Beschwerdeführer gegangen, sondern darum, sich zu befreien. Suggestionseinflüsse während der Therapie erschienen nicht naheliegend. Damit legt die Vorinstanz nachvollziehbar dar, weswegen nicht von einer Suggestion im Rahmen der Therapie in den USA auszugehen ist. Konkrete Hinweise auf eine Suggestion ist den Ausführungen des Beschwerdeführers nicht zu entnehmen. Die Vorbringen des Beschwerdeführers erschöpfen sich in der Darlegung seiner Sicht der Dinge, ohne dass sich ihnen eine geradezu unhaltbare und damit willkürliche Würdigung durch die Vorinstanz entnehmen liesse. Ferner bringt der Beschwerdeführer vor, es habe nicht überprüft werden können, ob eine Suggestion durch E.________, einer Kollegin von B.________, stattgefunden habe. Die Vorinstanz hat zu den ausgetauschten Nachrichten lediglich festgehalten, dass sich ihnen entnehmen lasse, dass B.________ nicht von sich aus informiert, sich mit Details deutlich zurückgehalten und E.________ auch nicht nachgebohrt habe. Eine Suggestion sei nicht ersichtlich. Aufgrund der fehlenden Einvernahme von E.________ seien die darin enthaltenen Aussagen indes nicht zuungunsten des Beschwerdeführers zu verwenden. Mit diesen Erwägungen setzt sich der Beschwerdeführer nicht auseinander. Er führt insbesondere nicht aus, inwiefern sich diesen Nachrichten entgegen den vorinstanzlichen Erwägungen eine Suggestion entnehmen liesse. Vor diesem Hintergrund ist es nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz den Antrag auf Einvernahme von E.________ mit der Begründung, diese habe den Vorfall nicht selbst beobachtet, ablehnt und die Nachrichten lediglich soweit würdigt, dass sich ihnen keine Suggestion entnehmen lässt. Die geltend gemachte Verletzung von Art. 107, Art. 130 Abs. 1 und Art. 343 StPO sowie Art. 29 BV ist zu verneinen.