Citation: 6B_863/2022 E. 2.3

2.3. Die Vorinstanz hält das Revisionsgesuch für offensichtlich unzulässig und unbegründet. Zwar mache der Beschwerdeführer unter Hinweis auf das Privatgutachten geltend, dass seine Gesundheit im Sommer 2020 beeinträchtigt gewesen sei. Doch erläutere er nicht, warum es ihm unmöglich gewesen sei, Einsprache gegen die Strafbefehle vom 30. November 2020, 1. Februar 2021 und 10. Februar 2022 zu erheben. Das Privatgutachten halte pauschal fest, der Beschwerdeführer habe in den Jahren 2015 bis 2022 einen umfassenden persönlichen und geschäftlichen Schiffbruch erlitten. Eine Depression werde aber nur für April 2019, Juli 2020 sowie August und September 2020 diagnostiziert. Für die Zeit nach dem 1. Januar 2021 halte das Privatgutachten ausdrücklich fest, es müsse dem Beschwerdeführer besser gegangen sein, da er wieder gearbeitet habe. Die Strafbefehle vom 1. Februar 2021 und 10. Februar 2022 seien dem Beschwerdeführer zugestellt worden, als er zumindest reduziert arbeitsfähig gewesen sei. Dies beinhalte auch die Fähigkeit, seine Post zu öffnen. Folglich erkennt die Vorinstanz keine Gründe, weshalb der Beschwerdeführer keine Einsprache erheben konnte. Sodann wendet sich die Vorinstanz dem Strafbefehl vom 30. November 2020 zu. Sie erwägt, der Beschwerdeführer habe seine Arbeit erst am 1. Januar 2021 wieder aufgenommen. Gemäss Privatgutachten habe er ab diesem Datum "mit seiner Firma operativ gestartet, mit dem ersten Auftrag". Dies impliziere, dass er bereits im Dezember 2020 begonnen habe, seine Selbständigkeit zu planen und entsprechende Schritte einzuleiten. Anders sei nicht erklärbar, wie er bereits am 1. Januar 2021 mit dem ersten Auftrag hätte starten können. Folglich sei auch nicht ersichtlich, weshalb er nicht in der Lage gewesen sein sollte, gegen den Strafbefehl vom 30. November 2020 Einsprache zu erheben. Als Eventualbegründung ergänzt die Vorinstanz, selbst wenn die Depression im Dezember 2020 noch derart ausgeprägt gewesen sein sollte, dass der Beschwerdeführer nicht in der Lage war, den Strafbefehl zur Kenntnis zu nehmen und Einsprache zu erheben, so hätte er immer noch die Möglichkeit gehabt, im Januar 2021, als er nachweislich wieder arbeits- und handlungsfähig gewesen war, um Wiederherstellung der Einsprachefrist zu ersuchen. Das Gesuch hätte er gemäss Art. 94 Abs. 2 StPO innert 30 Tagen nach Wegfall des Säumnisgrunds stellen können.