Citation: U 436/04 12.04.2005 E. 4

Zu prüfen bleibt, wie sich der Umstand, dass der Versicherte die während 40 Jahren ausgeübte Tätigkeit als Bauarbeiter nicht mehr verrichten und stattdessen lediglich noch einer leichten, leidensangepassten Arbeit nachgehen kann, in erwerblicher Hinsicht auswirkt. 4.1 In Bezug auf das Valideneinkommen ist aufgrund der Abklärungen der SUVA vom Jahreslohn von Fr. 59'372.- auszugehen, den der Beschwerdegegner im Jahre 2003 bei der früheren Arbeitgeberfirma ohne Gesundheitsschaden erzielt hätte. Die Vorinstanz gelangte indessen zur Auffassung, dieser Betrag erweise sich mit Blick auf die Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik als offensichtlich unterdurchschnittlich. Sie zog zum Vergleich den sich aus den LSE ergebenden Durchschnittswert von Anforderungsniveau 2 (Verrichtung selbstständiger und qualifizierter Arbeiten) und -niveau 3 (Berufs- und Fachkenntnisse vorausgesetzt) bei, was einen Jahresverdienst von Fr. 69'555.- ergab, welchen das kantonale Gericht als hypothetisches Valideneinkommen der Invaliditätsbemessung zugrunde legte. Wie die SUVA zu Recht einwendet, besteht kein Anlass, für die Festsetzung des hypothetischen Valideneinkommens vom Lohn, den der Beschwerdegegner bei der Firma X.________ AG bezogen hätte, abzuweichen. Der Versicherte hat zwar während Jahrzehnten auf dem Bau gearbeitet; er verfügt jedoch über keine baugewerbliche Ausbildung, sondern ist ungelernter Bauarbeiter. Massgebend wäre somit der Lohnansatz des Anforderungsniveaus 4 (einfache und repetitive Tätigkeiten). Der entsprechende Monatslohn belief sich bei 40 Arbeitsstunden in der Woche im Baugewerbe auf Fr. 4765.- (LSE 2002 TA1). Umgerechnet auf 41,7 Wochenstunden (Die Volkswirtschaft 2004, Heft 5, S. 94, Tabelle B9.2) resultiert ein Monatslohn von Fr. 4967.50 (Fr. 59'610.- im Jahr). Unter Aufrechnung der Nominallohnentwicklung 2002 von 1,4 % (Die Volkswirtschaft 2004, Heft 1, S. 95, Tabelle B10.2) ergibt sich ein Betrag von Fr. 60'444.-, der nur unwesentlich höher ist als der Lohn von Fr. 59'372.-, den der Beschwerdegegner ohne Invalidität bei der Firma X.________ AG im Jahre 2003 verdient hätte, weshalb auf die zuletzt massgebenden Lohnverhältnisse abzustellen ist. 4.2 Grundlage für die Ermittlung des Invalideneinkommens bildet der Durchschnittslohn für einfache und repetitive Tätigkeiten (Anforderungsniveau 4) von Fr. 4557.- im Monat (LSE 2002 TA1 [privater Sektor]), der sich nach Aufrechnung auf 41,7 Arbeitsstunden wöchentlich und Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung 2002 von 1,4 % auf Fr. 57'806.- beläuft. Streitig ist des Weiteren die Höhe des Abzuges vom Tabellenlohn im Sinne von BGE 126 V 77 ff. Erw. 4 und 5. Da der 1943 geborene Beschwerdegegner zeitlebens körperliche Schwerarbeit auf dem Bau verrichtete, die er wegen der Unfallfolgen nicht mehr ausüben kann, und auch für leichtere Tätigkeiten nicht mehr uneingeschränkt einsatzfähig ist, wird er im Falle einer erneuten Anstellung das durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter voraussichtlich deutlich unterschreiten. Unter diesen besonderen Umständen, namentlich mit Rücksicht auf die Tatsache, dass er während 40 Jahren für das gleiche Baugeschäft schwere manuelle Arbeiten verrichtet hat, erscheint der von der Vorinstanz vorgenommene Abzug von 25 % vom Tabellenlohn gerechtfertigt. Das hypothetische Invalideneinkommen beläuft sich somit auf Fr. 43'354.50 (Fr. 57'806.- x 75 : 100). Verglichen mit dem Valideneinkommen von Fr. 59'372.- resultiert eine Erwerbseinbusse von Fr. 16'017.50, was einem Invaliditätsgrad von aufgerundet 27 % (Fr. 16'017.50 x 100 : Fr. 59'372.-) entspricht.