Citation: 6B_236/2024 E. 1.2.2

1.2.2. Der Beschwerdeführer habe mithin pflichtwidrig unvorsichtig das Vortrittsrecht des Privatklägers beim Linksabbiegen missachtet. Aufgrund dessen sei es zur Kollision gekommen, was bei pflichtgemässer Vorsicht mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht der Fall gewesen wäre. Die Pflichtwidrigkeit des Beschwerdeführers sei daher für den Erfolgseintritt relevant. Dass er selbst sehr langsam in die Kreuzung gefahren sei, relativiere weder seine Sorgfaltspflicht noch das Vortrittsrecht des Privatklägers. Der Beschwerdeführer könne sich als vortrittsbelasteter Lenker auch nicht auf das Vertrauensprinzip gemäss Art. 26 Abs. 1 SVG berufen. Ihm wäre nur dann keine Vortrittsverletzung vorzuwerfen, wenn sich der Privatkläger in nicht vorhersehbarer Weise verhalten hätte, worauf es keine Hinweise gebe. Der Beschwerdeführer habe bei der Kreuzung grundsätzlich mit einem vortrittsberechtigten Fahrzeug rechnen und entsprechend seine Aufmerksamkeit der Strasse und dem Verkehr zuwenden müssen. Wenn er den Privatkläger früher gesehen hätte und nicht losgefahren wäre, hätte der Unfall und dessen unbestritten als einfache Körperverletzung zu wertende Folgen vermieden werden können. Der Tatbestand gemäss Art. 125 StGB sei daher objektiv und subjektiv erfüllt. Rechtfertigungs- oder Schuldausschlussgründe lägen nicht vor. Der Beschwerdeführer sei entsprechend schuldig.