Citation: U 488/05 20.10.2006 E. A

B.________, geboren 1942, war seit 1979 als Polygraf/Drucker bzw. Geschäftsführer der Firma H.________ AG tätig und bei der ELVIA Schweizerische Versicherungsgesellschaft (nachfolgend: ELVIA) für die Folgen von Betriebs- und Nichtbetriebsunfällen sowie Berufskrankheiten versichert. Am 30. April 1997 erlitt er einen Verkehrsunfall, als er vor einem auf Rot schaltenden Lichtsignal anhalten musste und ein nachfolgendes Fahrzeug in den von ihm gelenkten Personenwagen stiess. Wegen Schwindel und Kopfschmerzen wurde er nach dem Unfall ins Spital W.________ verbracht, wo eine "HWS-Distorsion bei Auffahrunfall ohne Kopfstützen" diagnostiziert und er nach ambulanter Untersuchung zur Nachkontrolle durch den Hausarzt entlassen wurde. Als Therapie wurden das Tragen eines weichen Halskragens und eine analgetische Medikation verordnet. Den Hausarzt Dr. med. M.________, Facharzt FMH für Allgemeine Medizin, suchte der Versicherte erstmals am 28. Mai 1997 auf, wobei er über anhaltende Kopfschmerzen und über Schlafstörungen sowie eine Gehörsabnahme klagte. Der behandelnde Arzt verstärkte die analgetische Therapie, leitete eine physiotherapeutische Behandlung ein und schrieb den Versicherten ab 22. Mai 1997 zu 100 % arbeitsunfähig. Auf Anordnung von Dr. med. R.________, Spezialarzt FMH für Neurologie, hielt sich B.________ vom 13. Oktober - 10. November 1997 in der Rheuma- und Rehabilitationsklinik Z.________ auf, wo ein zervikozephales und zervikobrachiales Schmerzsyndrom mit eingeschränkter Beweglichkeit der Halswirbelsäule (HWS), muskulären Verspannungen und Druckdolenz, Kopfschmerzen teils zervikogen, teils vom Spannungstyp, sowie leichte neuropsychologische Störungen bei psychischer Belastungssituation festgestellt wurden. Im Austrittsbericht vom 22. Dezember 1997 wurde eine Arbeitsunfähigkeit von 66 2/3 % ab 11. November 1997 angegeben. Im Anschluss an die stationäre Behandlung wurden weiterhin Physiotherapie sowie Akupunktur zur Schmerzbekämpfung durchgeführt. Im Einvernehmen mit dem Versicherten und dem beteiligten Haftpflichtversicherer ordnete die ELVIA eine gutachtliche Untersuchung durch Dr. med. U.________, Oberarzt der Orthopädischen Klinik an den Städtischen Kliniken D.________, und Dipl.-Psych. S.________, Internationales Case Management im Gesundheitswesen, N.________/BRD, an. In dem am 15. Juni 1999 erstatteten Bericht gelangten die Gutachter zum Schluss, der Unfall vom 30. April 1997 bilde aus orthopädischer, neuropsychologischer und klinisch-psychologischer Sicht eine überwiegend wahrscheinliche Teilursache der bestehenden Beschwerden. Die Arbeitsunfähigkeit setzten sie für die Zeit bis zum 15. Juni 1997 auf 100 %, vom 16. Juni - 16. Juli 1997 auf 50 % und ab 17. Juli 1997 auf 20 % fest. Ab 24. März 2000 befand sich der Versicherte bei Dr. med. E.________, Spezialärztin FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, in Behandlung, welche eine schwere posttraumatische Anpassungsstörung diagnostizierte und eine volle Arbeitsunfähigkeit bestätigte. In einem vom Unfallversicherer eingeholten psychiatrischen Gutachten vom 16. April 2003 erhob PD Dr. med. K._______, Spezialarzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, die Diagnose eines depressiven Syndroms, welches als Anpassungsstörung zu interpretieren sei, und äusserte den Verdacht auf ein postkontusionelles Syndrom bzw. ein organisches Psychosyndrom nach Schädel-Hirntrauma. Er bejahte die Unfallkausalität der psychischen Beeinträchtigungen und schloss auf eine Arbeitsunfähigkeit von mindestens 50 %. Mit Verfügung vom 1. Dezember 2003 lehnte die Allianz Suisse Versicherungs-Gesellschaft (nachfolgend: Allianz) als Rechtsnachfolgerin der ELVIA weitere Leistungen für die Zeit ab 1. Januar 2004 mit der Begründung ab, dass zwar ein natürlicher Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und den bestehenden Beschwerden gegeben sei, es jedoch an der Adäquanz des Kausalzusammenhangs fehle. Daran hielt sie mit Einspracheentscheid vom 29. April 2004 fest.