Citation: 5A_155/2023 E. 5.3

5.3. Ausgehend von der Annahme einer Lebensprägung hat sich das Obergericht in der Folge zur Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers geäussert und festgehalten, mit Fr. 5'145.80 gestehe er für ein Vollzeitpensum zwar einen höheren Betrag zu, als ihn die Erstinstanz mit Fr. 5'020.-- errechnet habe; allerdings mache er geltend, ab Oktober 2022 nur noch Fr. 4'207.40 zu verdienen, da er sein Pensum wegen einer Ausbildung auf 80 % reduziert habe. Dabei handle es sich allerdings um ein unzulässiges unechtes Novum, denn er gebe in der Berufung selber an, dass er sich noch vor der ersten im Zusammenhang mit dem Scheidungsverfahren stehenden Verhandlung um eine Weiterbildung bemüht habe. Mithin hätte er gemäss Art. 229 ZPO die Einkommensreduktion bereits im erstinstanzlichen Verfahren thematisieren müssen und es könne offen bleiben, ob die Pensenreduktion materiell-rechtlich überhaupt zu schützen wäre. Als Folge betrage die massgebliche Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers mindestens Fr. 1'546.85 (Einkommen von Fr. 5'020.--./. Bedarf von Fr. 3'473.15). Was der Beschwerdeführer diesbezüglich vorbringt (die seit Oktober 2022 verminderte Leistungsfähigkeit sei eine Tatsache; selbstverständlich hätte ihm eine Abänderungsklage nach Art. 179 ZGB zugestanden, aber "ein solcher Ratschlag wäre nicht sonderlich konstruktiv gewesen", weil ein neues Verfahren "unökonomisch und rechtlich falsch gewesen wäre"), geht an der Kernaussage im angefochtenen Entscheid vorbei, die Pensenreduktion hätte schon im erstinstanzlichen Verfahren thematisiert werden müssen. Es wird nicht dargelegt, inwiefern das Obergericht Art. 229 ZPO und als Folge Art. 317 Abs. 1 ZPO verletzt haben soll, wenn es von einem unechten Novum ausgegangen ist und dieses als unzulässig erachtet hat, weil es bereits anlässlich der zweiten Äusserungsmöglichkeit im erstinstanzlichen Verfahren hätte vorgebracht werden können und müssen.