Citation: 8C_429/2022 E. 5.3.4

5.3.4. Es ist nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz den Unfall - in Übereinstimmung mit der Praxis in vergleichbaren Fällen bei Kollisionen zwischen Autos und Motorrädern - als mittelschwer im eigentlichen Sinn qualifizierte (SVR 2020 UV Nr. 34 S. 136 E. 5.3.3, 8C_627/2019; Urteile 8C_473/2019 vom 11. November 2019 E. 5.1; 8C_99/2019 vom 8. Oktober 2019 E. 4.4.1; 8C_430/2016 vom 31. Oktober 2016 E. 7.4; 8C_137/2014 vom 5. Juni 2014 E. 6.1; 8C_135/2012 vom 19. September 2012 E. 6.1; 8C_621/2011 vom 31. Januar 2012 E. 3.4.2 f.). In den genannten Fällen kollidierten Motorräder mit einer Geschwindigkeit zwischen 50 und 70 km/h mit Personenwagen, die in der Regel den Vortritt missachteten. Als mittelschweres Ereignis an der Grenze zu den schweren wurde hingegen ein Unfall qualifiziert, bei dem ein Lenker eines Motorrades mit einem entgegenkommenden Personenwagen frontal kollidierte und beide Fahrzeuge mit rund 50 km/h unterwegs waren. Als erschwerendes Element kam in diesem Fall dazu, dass der Motorradlenker und die Mitfahrerin beim Zusammenstoss über das Auto hinweg rund zehn Meter durch die Luft geschleudert wurden (Urteile 8C_746/2008 vom 17. August 2009 E. 5.1.2 und 8C_134/2015 vom 14. September 2015 E. 5.3.1). In dieselbe Kategorie fallen Ereignisse, bei denen ein Lenker eines Lieferwagens am Steuer einschlief und in der Folge ungebremst mit einem Roller zusammenstiess (Urteil 8C_917/2010 vom 28. September 2011 E. 5.3) oder ein Motorradlenker bei einer unübersichtlichen Kurve eine Kolonne überholte und dabei mit einem abbiegenden Traktor kollidierte (Urteil 8C_484/2007 vom 3. September 2008 E. 6.2). Als erschwerend fällt bei ersterem die Art, insbesondere die Grösse und damit die Wucht des Autos ins Gewicht. Bei letzterem der angeführten Urteile ging das Gericht von einer erheblichen Geschwindigkeit des herannahenden Motorrades aus, da sich nur so erklären liess, dass es dem Lenker nicht mehr möglich war, eine Vollbremsung oder ein Ausweichmanöver einzuleiten. Erschwerende Umstände (wie beispielsweise hohe Geschwindigkeiten, Beteiligung mitfahrender Personen, Wegschleudern über mehrere Meter oder besondere Art/Grösse des Kollisionsfahrzeug) sind hier nicht ersichtlich. Entgegen der Behauptung des Beschwerdeführers ist insbesondere nicht erstellt, dass er nach dem Zusammenprall mehrere Meter über das Fahrzeug hinweg geschleudert wurde (vgl. nachstehende E. 5.4.2; siehe auch Urteil 8C_99/2019 vom 8. Oktober 2019 E. 4.4.1).