Citation: 6B_368/2022 E. 5

Die gegen den vorinstanzlichen Entscheid vor Bundesgericht erhobene Kritik ist unbegründet, soweit sie den gesetzlichen Begründungsanforderungen überhaupt genügt (Art. 42 Abs. 2 BGG). Die Beschwerdeführerin beanstandet die Auferlegung einer Sicherheit, weil es sich bei den angezeigten Straftaten um Offizialdelikte handle. Sie legt indessen nicht weiter dar, weshalb im Rechtsmittelverfahren bei angezeigten Offizialdelikten die in Art. 383 StPO für die Privatklägerschaft vorgesehene Sicherheitsleistung rechtswidrig sein sollte. Solches ist auch nicht ersichtlich. Art. 383 StPO kennt die Unterscheidung zwischen Offizial- und Antragsdelikten als Kriterium für die Erhebung einer Sicherheitsleistung nicht. Die Auferlegung einer Prozesskaution ist folglich, anders als die Beschwerdeführerin meint, auch in Fällen von Offizialdelikten möglich. Dass und inwiefern die in der Verfügung vom 23. Dezember 2021 bei Nichtbezahlung der Sicherheitsleistung innert angesetzter Zahlungfrist angedrohte Rechtsfolge des Nichteintretens auf das Rechtsmittel gemäss Art. 382 Abs. 2 StPO gegen eine "faire Verfahrensführung" sprechen könnte, ist im Übrigen weder dargetan noch ersichtlich. Die Beschwerdeführerin macht weiter geltend, die Kautionsverfügung vom 23. Dezember 2021 nicht erhalten zu haben, weil sie sich dannzumal im Ausland bei ihrer Tochter in den Ferien befunden habe. Zudem habe sie nach Treu und Glauben auch nicht davon ausgehen müssen, dass ihr eine kostenabhängige Verfügung über die Feiertage Weihnachten/Neujahr zugestellt werde. Bei ihrer Kritik verkennt die Beschwerdeführerin, dass sie aufgrund ihrer Beschwerdeeinreichung vom 17. Dezember 2021 ein Prozessrechtsverhältnis begründete und daher mit gerichtlicher Post der Vorinstanz rechnen musste. Sie hätte daher dafür besorgt sein müssen, dass ihr (oder einem Stellvertreter) behördliche Akte zugestellt werden können. Angesichts ihrer Pflicht, die Entgegennahme von gerichtlichen Sendungen sicherzustellen, genügt der blosse Hinweis in ihrer Beschwerde auf ihren Ferienaufenthalt im Ausland nicht, um die Zustellfiktion von Art. 85 Abs. 4 lit. a StPO dahinfallen zu lassen, mit der Folge, dass die Kautionsverfügung vom 23. Dezember 2021 entgegen ihrer Auffassung als rechtsgültig zugestellt gilt. Daran vermag auch nichts zu ändern, dass die Zustellung über die Weihnachts- und Neujahrszeit erfolgte, da die StPO keine Gerichtsferien und damit auch keinen Fristenstillstand kennt (vgl. Art. 89 Abs. 2 BGG). Weshalb die Beschwerdeführerin einfach und ohne Weiteres davon hätte ausgehen dürfen, sie müsse in der Zeit um Weihnachten und Neujahr nicht mit einer behördlichen Zustellung rechnen, bleibt unerfindlich. Nach der oben dargestellten Rechtsprechung muss sie den Zustellversuch vom Dezember 2021, der nur wenige Tage nach ihrer Beschwerdeerhebung erfolgte, gegen sich gelten lassen. Der vorinstanzliche Nichteintretensentscheid ist damit nicht zu beanstanden. Die Beschwerde ist im Verfahren nach Art. 109 BGG abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann.