Citation: 6B_611/2020 E. 1.3

1.3. Die Vorinstanz erwägt, die Deutschkenntnisse des Beschwerdeführers seien ausreichend gewesen, um den Inhalt des Strafbefehls zu verstehen. Das Dispositiv sei mit Aufführung des Straftatbestandes, der Strafe sowie der Auferlegung der Verfahrenskosten kurz gehalten gewesen und in der Begründung sei auf die Kontrolle des Beschwerdeführers vom 28. April 2019 hingewiesen worden. Der Beschwerdeführer halte sich bereits sieben Jahre im deutschsprachigen Raum auf und sei mit dem Vorwurf der rechtswidrigen Einreise aufgrund seiner Verurteilung im Jahre 2013 vertraut. Er arbeite als Kassierer in Deutschland und es sei davon auszugehen, dass er durch den regelmässigen Kundenkontakt gewisse Sprachkenntnisse erlangt habe. Auch wenn sich der Beschwerdeführer stets der englischen Sprache bediene, würden diese Umstände darauf hinweisen, dass er die deutsche Sprache in ihren wesentlichen Grundzügen verstehe. Ferner sei dem Beschwerdeführer auf seine Frage nach den Gründen für seine Verhaftung vom Straf- und Massnahmevollzug Basel-Stadt am 5. Dezember 2019 auf Deutsch mitgeteilt worden, dass die Strafbefehle vom 8. Februar 2019 und 27. August 2019 rechtskräftig und vollziehbar seien. Der Beschwerdeführer habe daraufhin in seiner auf Englisch verfassten und am 26. Dezember 2019 zugestellten Einsprache nicht darauf hingewiesen, dass er die Strafbefehle nicht verstanden habe. Der durch den Verteidiger vor Vorinstanz erstmals vorgebrachte Einwand, der Beschwerdeführer habe den Strafbefehl aus sprachlichen Gründen nicht verstanden, müsse deswegen als Schutzbehauptung gewertet werden. Zudem sei dem Beschwerdeführer zusammen mit dem Strafbefehl ein "Informationsblatt für fremdsprachige Personen" ausgehändigt worden, auf dem die Rechtsmittelbelehrung in diversen Sprachen, unter anderem in englischer Sprache, erteilt worden sei. Ebenfalls darauf aufgeführt worden sei, wie die Übersetzung des Strafbefehls erhältlich gemacht werden könne. Damit sei es dem Beschwerdeführer ein Leichtes gewesen, seinen Übersetzungsbedarf anzumelden, wenn er den Strafbefehl tatsächlich nicht verstanden hätte.