Citation: 8C_854/2017 E. 4.2

4.2. Was die Beschwerdeführerin im Wesentlichen in Wiederholung der vorinstanzlichen Beschwerde vorbringt, dringt nicht durch. Es trifft zwar zu, dass das MEDAS-Gutachten vor Bekanntwerden des BGE 141 V 281 eingeholt wurde. Das kantonalgerichtliche Ergebnis ist jedoch auch unter dem Blickwinkel von BGE 141 V 281 nicht zu beanstanden. Aus BGE 143 V 409 und 418 (vgl. E. 3.2 hiervor) ergibt sich für den vorliegenden Fall, in dem die somatoforme Schmerzstörung im Vordergrund steht, ebenfalls nichts anderes. Ein strukturiertes Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 bleibt entbehrlich, wenn im Rahmen beweiswertiger fachärztlicher Berichte (vgl. BGE 125 V 351) eine invalidenversicherungsrechtlich relevante Arbeitsunfähigkeit in nachvollziehbar begründeter Weise verneint wird und allfälligen gegenteiligen Einschätzungen mangels fachärztlicher Qualifikation oder aus anderen Gründen kein Beweiswert beigemessen werden kann (BGE 143 V 409 E. 4.5 S. 415 f.). Diese Voraussetzung ist im vorliegenden Zusammenhang ohne Weiteres zu bejahen. Denn aus dem beweiskräftigen MEDAS-Gutachten ergibt sich fraglos, dass die Beschwerdeführerin in einem Vollzeitpensum in der angestammten Tätigkeit aus somatischen Gründen überhaupt nicht und wegen der geringen Beeinträchtigungen aufgrund der psychiatrischen Befunde höchstens zu 10 % in der Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist. Kommt dem MEDAS-Gutachten also Beweiswert zu und waren die IV-Stelle und die Vorinstanz in der Lage, den Leistungsanspruch der Versicherten auf dieser Grundlage zu beurteilen, konnten sie ohne Rechtsverletzung von weiteren Sachverhaltsabklärungen absehen. Ein derartiger Verzicht auf die Abnahme beantragter Beweismittel ist zulässig, wenn der rechtserhebliche Sachverhalt - wie hier der Fall - umfassend abgeklärt worden ist und von zusätzlichen Beweismassnahmen keine neuen Erkenntnisse erwartet werden können. Die antizipierte Beweiswürdigung verstösst weder gegen den Untersuchungsgrundsatz noch gegen den Anspruch auf rechtliches Gehör bzw. auf Beweisabnahme (Art. 29 Abs. 2 BV; Art. 42 ATSG) und stellt auch keine Verletzung des Gebots der Verfahrensfairness nach Art. 9 BV dar (vgl. Urteil 8C_590/2015 vom 24. November 2015 E. 6, nicht publ. in: BGE 141 V 585, aber in: SVR 2016 IV Nr. 33 S. 102). Die in der Beschwerde diesbezüglich erhobenen Rügen sind allesamt unbegründet.