Citation: 7B_859/2024 E. 4.2.4

4.2.4. Im vorliegenden Fall genügen der forensisch-psychiatrische Vorabbericht und die von der Vorinstanz erwähnten Umstände, um für den Beschwerdeführer eine ungünstige Rückfallprognose zu stellen. Die in Art. 221 Abs. 1bis lit. b StPO erwähnte "ernsthafte und unmittelbare Gefahr" ergibt sich aus der im Vorabbericht zum psychiatrischen Hauptgutachten festgestellten störungsbedingt unzureichenden Fähigkeit des Beschwerdeführers, Affekte sowie Substanzkonsum sicher zu kontrollieren, sowie aus dessen Verhalten vor und nach der Tat. Nach dem übermässigen Alkoholkonsum eskalierte die Situation dermassen, dass der Beschwerdeführer bei seinem "Kurzschluss im Delirium" in einem Wohngebiet 32 Schüsse in verschiedene Richtungen abgab, und dies teils bei eingeschränkter Sicht durch ein Fenster mutmasslich über die Grundstücksgrenze hinweg sowie in Anwesenheit von mindestens einer weiteren Person in einem relativ kleinem Raum. Im Vorabbericht zum psychiatrischen Hauptgutachten ist betreffend die Wiederholungs- und Ausführungsgefahr festgehalten, dass bisher keine Signale erkennbar seien, dass beim Beschwerdeführer ein tiefergehender Prozess des Reflektierens und der Verantwortungsübernahme in Gang gekommen seien. Aufgrund der konkreten Tatumstände und des Nachtatverhaltens des Beschwerdeführers kommt eine Geringschätzung gegenüber von Leib und Leben anderer Personen in besonderem Ausmass zum Ausdruck. Deren Ursprung gilt es - beförderlich aufgrund des Freiheitsentzugs des Beschwerdeführers (vgl. Art. 5 Abs. 2 StPO) - durch ein psychiatrisches Gutachten abzuklären (vgl. Art. 182 StPO). Aufgrund des im Vorabbericht zum psychiatrischen Hauptgutachten festgestellten deliktsrelevanten pathologischen Zustands des Beschwerdeführers, welcher sich in seinem Verhalten vor und nach der Tat zeigt und durch Beweisaussagen belegt ist, durfte die Vorinstanz im Ergebnis von einer ungünstigen Rückfallprognose ausgehen.