Citation: I 556/99 13.09.2000 E. 4

4.- a) Dem MEDAS-Gutachten vom 6. Januar 1995 ist zu entnehmen, der Versicherte sei auf Grund der festgestellten psychopathologischen Befunde - einer erstmalig durch Dr. med. M.________, Psychiatrie FMH, im Oktober 1993 diagnostizierten hypochondrischen Neurose - in der angestammten Tätigkeit als Hilfsmechaniker sowie in vergleichbaren Beschäftigungen vorübergehend zu 50 % arbeitsunfähig. Zugleich wurde eine Neubeurteilung nach Einsetzen einer zielgerechten Psychotherapie mit entsprechender Compliance nach Ablauf eines Jahres empfohlen. Der Hausarzt Dr. med. K.________ bedauert in seinem Bericht vom 5. Februar 1996, dass es nicht zu der gewünschten deutlichen Verbesserung der Gesamtsituation gekommen sei, und Dr. med. H.________ spricht am 9. April 1996 von einem hochgradig chronifizierten, polysymptomatologischen und polyätiologischen Krankheitsbild, welches zwischenzeitlich fest im Selbstbild des Patienten verankert sei. In Übereinstimmung mit der hausärztlichen Beurteilung schätzt er die Arbeitsunfähigkeit auf annähernd 100 %. In seinen Stellungnahmen vom 16. Oktober und 15. November 1996 erachtet Dr. med. H.________ den Versicherten weiterhin als nicht vermittelbar und in diesem Sinne zu 100 % arbeitsunfähig. Die Berufsberaterin der IV-Stelle kommt in ihrem Bericht vom 16. Januar 1997 zum Schluss, der Versicherte sei keinem Arbeitgeber - auch nicht zu 50 % - zumutbar und hält ihn ebenfalls als momentan nicht vermittelbar. Dr. med. H.________ führt in seinem Bericht vom 20. Mai 1997 sodann aus, im Verlaufe der letzten sechs Monate habe sich die Situation beim Versicherten nochmals deutlich zugespitzt und verschlechtert, indem sich vor allem eine schleichende depressive Entwicklung, die infolge ihrer Chronizität nicht mit lauten Symptomen in Erscheinung trete, vertieft habe und eine verwertbare Restarbeitsfähigkeit ausschliesse. Dieser Beurteilung des psychischen Beschwerdeverlaufs, welche Dr. med. H.________ am 16. Juni 1997 zuhanden der Verwaltung wiederholte, schloss sich Dr. med. K.________ in seinen Stellungnahmen vom 7. und 17. Juni 1997 vollumfänglich an. Demgegenüber kommen die MEDAS-Ärzte in ihrem Gutachten vom 9. November 1998 zum Schluss, die therapeutisch erhoffte Verbesserung der Arbeitsfähigkeit sei zwar nicht eingetreten, von einer Verschlechterung des gesundheitlichen Zustands könne indes nicht die Rede sein. Vielmehr sei der Versicherte, welcher vornehmlich an einer ausgeprägten Selbstwertkrise bei einer narzisstisch gestörten Persönlichkeit leide, weiterhin in allen Tätigkeiten zu 50 % arbeitsfähig. Die Dres. med. K.________ und H.________ schätzten die Leistungsfähigkeit am 15. Dezember 1998 und 10. Februar 1999 ihrerseits erneut als real nicht verwertbar ein. Mit ihren Stellungnahmen vom 10. sowie 11. August 1999 hielten der Arzt der IV-Stelle wie auch die MEDAS-Ärzte an ihrem Standpunkt fest. b) Die medizinische Aktenlage zeigt deutlich auf, dass bezüglich der psychischen Leiden in diagnostischer Hinsicht keine Übereinstimmung besteht. Während im MEDAS-Gutachten vom 6. Januar 1995 in Bestätigung der im Oktober 1993 durch Dr. med. M.________ gestellten Diagnose von einer hypochondrischen Neurose die Rede ist, spricht Dr. med. H.________ in seinem Bericht vom 9. April 1996 allgemein von einem hochgradig chronifizierten, polysymptomatologischen und polyätiologischen Krankheitsbild, wobei er am 16. Oktober 1996 ausführt, es sei nie eine gut verifizierbare psychiatrische Diagnose gestellt worden; Klinik, Verlauf und Psychopathologie hätten vielmehr zu Vorstellungen einer hypochondrischen Neurose, einer schizoiden Persönlichkeit, zu Somatisierungstendenzen und zu verdrängter Konflikthaftigkeit Anlass gegeben. In seinen Stellungnahmen vom 20. Mai und 16. Juni 1997 nennt er sodann eine schleichend depressive Entwicklung bzw. eine depressive Symptomatik, welche Dr. med. K.________ am 7. Juni 1997 mit seiner hauptsächlichen Diagnose einer Depression bestätigt, wohingegen die Ärzte der MEDAS in ihrem Gutachten vom 9. November 1998 von einer ausgeprägten Selbstwertkrise bei einer narzisstisch gestörten Persönlichkeit sprechen und eine Depression als Ursache einer Verschlechterung des gesundheitlichen Zustands des Versicherten im Wesentlichen ausschliessen. Während die Dres. med. K.________ und H.________ des Weitern von einer deutlichen Verschlechterung des psychischen Beschwerdebildes im Verlaufe des Jahres 1996 bis Mitte 1997 ausgehen (Berichte vom 20. Mai, 7. und 16. Juni 1997), wird im MEDAS-Gutachten vom 9. November 1998 festgehalten, im Vergleich zur Abklärung im Dezember 1994 lasse sich keine Verschlechterung der gesundheitlichen Situation erkennen, namentlich bestünden keine Anhaltspunkte für die dafür geltend gemachte Depression. Ferner herrscht Uneinigkeit auch im Hinblick auf die medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit des Versicherten sowie die erwerblichen Auswirkungen der Einbusse an funktionellem Leistungsvermögen (vgl. hiezu BGE 114 V 286; ZAK 1990 S. 142 Erw. 2b). Während dem Versicherten seitens der MEDAS-Ärzte in beiden Gutachten eine gleichbleibende Leistungsfähigkeit von 50 % in der angestammten wie auch in anderen vergleichbaren Tätigkeiten attestiert wird, schätzen die Dres. med. K.________ und H.________ die verwertbare Arbeitsfähigkeit wiederholt auf 0 % und auch die Berufsberaterin der IV-Stelle hält den Versicherten in ihrem Bericht vom 16. Januar 1997 als auf dem Arbeitsmarkt für nicht vermittelbar. c) Bei dieser Aktenlage - keinem der in den geschilderten Punkten erheblich voneinander abweichenden ärztlichen Stellungnahmen kommt volle Beweiskraft zu - ist ein abschliessendes Urteil darüber, ob im hier interessierenden Zeitraum (vom 10. Mai 1995 [ursprüngliche Rentenverfügungen] bis 2. März 1999 [strittige Revisionsverfügung]) eine rentenbeeinflussende erhebliche Verschlechterung des Gesundheitszustands eingetreten ist, nicht möglich. Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin handelt es sich bei den Aussagen der Dres. med. K.________ und H.________ nicht um eine - revisionsrechtlich unerhebliche - bloss unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhaltes (vgl. Meyer-Blaser, a.a.O., S. 259 mit Hinweisen), weisen doch selbst die MEDAS-Ärzte in ihrem Gutachten vom 9. November 1998 insofern auf geänderte tatsächliche Verhältnisse hin, als 1994 aus psychiatrischer Sicht ein hypochondrischer Zug im Vordergrund gestanden habe, aktuell jedoch die narzisstische Problematik vorzuherrschen scheine. Der Entscheid der Vorinstanz, die Sache zur weiteren medizinischen Abklärung an die Verwaltung zurückzuweisen, erweist sich damit als rechtens. Im Rahmen dieser erneuten psychiatrischen Begutachtung wird namentlich die Frage der Diagnose sowie der sozial-praktischen Zumutbarkeit der Verwertung der - sofern vorhandenen - Restarbeitsfähigkeit auf dem freien Arbeitsmarkt von Bedeutung sein. Die Verwaltung wird hernach insbesondere zu berücksichtigen haben, dass eine für den Rentenanspruch erhebliche Änderung der gesundheitlichen Verhältnisse auch in einer Chronifizierung des Leidens liegen kann (vgl. ZAK 1989 S. 265; Meyer-Blaser, a.a.O., S. 259 mit Hinweisen).