Citation: 5A_304/2015 E. 7.1

7.1. Der Beklagte hat vor Obergericht die (unbewusste) Umwandlung der Erbengemeinschaft in eine einfache Gesellschaft und die auf den Eigentumsviertel der Erblasserin beschränkte Erbteilung darin erblickt, dass die Parteien im Februar 2009 das zuvor geplante Bauvorhaben begonnen und im Jahre 2012 beendet hätten. Die als "Erbteilungsvertrag" bezeichnete Vereinbarung vom 13. Februar 2012 sei keine erbrechtliche, sondern eine gesellschaftsrechtliche Auseinandersetzung. Das Obergericht hat zunächst ausgeführt, dass die am 11. Mai 2009 durch die Willensvollstreckerin erfolgte Grundbuchanmeldung nichts mit einer Erbteilung zu tun habe. Zum einen ergäben sich weder aus der Grundbuchanmeldung noch aus einem Schreiben der Willensvollstreckerin vom 20. Juli 2009 an die Erben Indizien für eine auf den Eigentumsviertel der Erblasserin bezogene partielle Erbteilung. Zum anderen sei die Willensvollstreckerin nicht befugt, eine Erbteilung vorzunehmen (E. 4.2.3.1 S. 20 f.). Vielmehr hätten die Parteien nach dem Tod der Erblasserin einfach das Projekt weitergeführt, das noch zu Lebzeiten ihrer Tante begonnen worden sei, und zwar als Erbengemeinschaft, wie sich aus dem Grundbucheintrag ergebe, der die Vermutung der Richtigkeit für sich habe. Dass die Parteien als "Erben des C.________" aufgetreten seien, sei selbst zu Lebzeiten der Erblasserin nicht falsch gewesen. Erben des C.________ seien nämlich alle drei gewesen und die Parteien auch nach dem Tod der Erblasserin geblieben (E. 4.2.3.2 S. 21 f. des angefochtenen Urteils). Eine Bestätigung für seine Annahme, dass die Parteien stets Mitglieder der Erbengemeinschaft geblieben sind und keine einfache Gesellschaft gegründet haben, hat das Obergericht im Erbteilungsvertrag vom 13. Februar 2012 gesehen. Es hat den Erbteilungsvertrag dahin gehend ausgelegt, die Parteien hätten sich damit nicht nur über die von ihrem Vater geerbte Quote an der Liegenschaft D.________strasse xxx, sondern auch über die Quote auseinandergesetzt, die sie von ihrer Tante geerbt hätten. Mit der Bestimmung des Beklagten als Alleineigentümer der Liegenschaft hätten die Parteien sowohl die Erbengemeinschaft ihres Vaters als auch die Erbengemeinschaft ihrer Tante mit Bezug auf deren Eigentumsviertel an der Liegenschaft im Sinne einer objektiv-partiellen Erbteilung aufgelöst. Diesem Auslegungsergebnis entspreche auch die Grundbuchanmeldung der Parteien und der Grundbucheintrag (E. 4.2.3.3 S. 23 des angefochtenen Urteils).