Citation: 4A_350/2023 E. 9.2

9.2. Die Vorinstanz erwog, das Rechtsbegehren der Beschwerdegegnerin sei so zu verstehen, dass sie Auskunft betreffend Entschädigungen verlange, welche die Beschwerdeführerin von Vertretern der Zielfonds des Fonds 1 bzw. des Fonds 2 erhalten habe. Bei der Stufenklage sei die Grundlage des Auskunftsanspruchs (Hilfsanspruch) stets ein entsprechender Leistungsanspruch (Hauptanspruch). Das Auskunftsbegehren sei deshalb nur insoweit gutzuheissen, als auch ein entsprechender Anspruch auf Zahlung geltend gemacht werde bzw. bestehe (mit Verweis auf das Urteil 4A_528/2016 vom 7. Februar 2017 E. 5.2). Es sei zwischen den Parteien strittig, ob die Beschwerdegegnerin einen Anspruch auf Herausgabe der Retrozessionen habe, die die Beschwerdeführerin von Zielfonds der beiden Dachfonds erhalten habe. Dies sei vorab zu klären, weil bei Verneinung des Anspruchs auch kein Auskunftsanspruch bestünde. Es bestehe - so die Vorinstanz weiter - im Grundsatz eine Herausgabe- und Rechenschaftspflicht der Beschwerdeführerin gegenüber der Beschwerdegegnerin betreffend die von den Zielfonds des Fonds 1 bzw. des Fonds 2 erhaltenen Retrozessionen. Es sei der Beschwerdeführerin zwar zuzustimmen, dass die Retrozessionen primär an die beiden Dachfonds abzuliefern wären. Die Beschwerdegegnerin erhebe aber auch keinen Anspruch auf diejenigen Gelder, die die Beschwerdeführerin den beiden Dachfonds herausgegeben habe, sondern nur auf diejenigen, die die Beschwerdeführerin nicht oder nicht vollständig an den Fonds 1 bzw. den Fonds 2 abgeliefert, sondern selber einbehalten habe. Demnach müsste es sich dabei um Gelder handeln, die nach dem Kollektivanlagengesetz nicht an die Dachfonds hätten herausgegeben werden müssen, oder um solche, die die Beschwerdeführerin gesetzeswidrig nicht abgeliefert habe. Sollte eine der beiden Varianten zutreffen, könne sich die Beschwerdeführerin von vornherein nicht auf die Vorschriften des Kollektivanlagengesetzes (Gleichbehandlung der Anleger etc.) berufen. Im Übrigen habe die Beschwerdeführerin mit der Investition in den Fonds 1 (wie festgestellt) ihre Pflichten als Vermögensverwalterin verletzt. Hätte sie direkt in die Zielfonds investiert, stünde der Beschwerdegegnerin zweifellos ein Anspruch auf Herausgabe der von den Zielfonds erhaltenen Entschädigungen zu. Auch deshalb wäre ein Herausgabe- bzw. Auskunftsanspruch der Beschwerdegegnerin - anteilsmässig im Umfang ihrer Fondsbeteiligung - zu bejahen.