Citation: 5A_94/2007 31.05.2007 E. 1

1.1 Am 1. Januar 2007 ist das Bundesgesetz über das Bundesgericht in Kraft getreten (BGG; SR 173.110; AS 2006 1205, 1243). Der angefochtene Entscheid ist nach Inkrafttreten des Gesetzes ergangen, weshalb dieses Gesetz anzuwenden ist (Art. 132 Abs. 1 BGG). 1.2 Der angefochtene Entscheid des Obergerichts ist ein letztinstanzlicher im Sinne von Art. 75 Abs. 1 BGG. Gemäss Art. 72 Abs. 2 lit. b Ziff. 5 BGG steht die Beschwerde in Zivilsachen auf dem Gebiet der Aufsicht über die Vormundschaftsbehörden sowie auf dem Gebiet des Kindesschutzes (Ziff. 7) offen. Auf das Rechtsmittel ist demnach grundsätzlich einzutreten. 1.3 Zur Beschwerde in Zivilsachen ist berechtigt, wer vor der Vorinstanz am Verfahren teilgenommen oder keine Möglichkeit zur Teilnahme erhalten hat (Art. 72 Abs. 1 lit. a BGG) und ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung des angefochtenen Entscheides hat (Art. 76 Abs. 1 lit. b BGG). Die Vormundschaftsbehörde Aarau ist im vorliegenden Fall nicht entscheidende, sondern antragstellende Behörde und wäre daher selber zur Beschwerde legitimiert (BGE 86 II 213 E. 3 S. 16; 112 II 16). Sie führt jedoch nicht in eigenem Namen Beschwerde, sondern hat mit Beschluss vom 5. März 2007 der Beiständin von X.________ eine Prozessvollmacht gemäss Art. 421 Ziff. 8 ZGB erteilt mit dem Zweck, gegen den Entscheid des Obergerichts vom 4. Januar 2007 Beschwerde beim Bundesgericht zu erheben. Darin wird weiter ausgeführt, urteilsfähige Minderjährige könnten selbständig - oder durch den Vertreter ihrer Wahl - handeln, um Rechte betreffend ihre Persönlichkeit wahrzunehmen (BGE 120 Ia 369). X.________ sei jedoch nicht als urteilsfähig zu betrachten und könne daher den Entscheid nicht selbständig anfechten, da sie in einem Loyalitätskonflikt mit ihrem Vater und den Beschwerdegegnern stehe. Bei höchstpersönlichen Rechten, die für das urteilsunfähige Mündel vom Vormund geltend gemacht werden könnten, bedürfe dieser der Zustimmung der Vormundschaftsbehörde (Thomas Geiser, Basler Kommentar, ZGB I, 3. Aufl., N. 20 zu Art. 421/422 ZGB, S. 2133f.). Die Beschwerdeführerin erachtet ihre Legitimation als gegeben, denn sie habe am Verfahren der Vorinstanz teilgenommen und habe ausserdem ein durch Art. 301, Art. 307 und Art. 310 Abs. 1 ZGB rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung bzw. Änderung des angefochtenen Entscheids. Rechnet man die Bestimmung der Obhut zu den persönlichkeitsbezogenen Rechten einer Person, so ist ein urteilsfähiger Unmündiger selber zur Geltendmachung berechtigt (Margrit Bigler-Eggenberger, Basler Kommentar, ZGB I, 3. Aufl., N. 33 ff. zu Art. 19, S. 204 ff.) und kann - umgekehrt - nicht gegen seinen Willen vertreten werden. Da die Beschwerde abzuweisen und der angefochtene Entscheid zu bestätigen sein wird, muss die Frage nicht weiter geprüft werden, ob hier nicht eine unzulässige Vertretungsanmassung vorliegt.