Citation: 6B_702/2009 08.01.2010 E. 3

Der Beschwerdeführer wendet sich im Weiteren gegen den Schuldspruch der mehrfachen sexuellen Handlungen mit Kindern zum Nachteil von B.________. 3.1 Die Anklageschrift legt dem Beschwerdeführer zur Last, er habe dem Geschädigten B.________, der sich noch im Schutzalter befand, an einem nicht mehr genau bestimmbaren Tag im Frühjahr 2003 in seiner Wohnung, wo auch der Geschädigte A.________ anwesend war, alkoholische Getränke verabreicht sowie Marihuana angeboten und dieses gemeinsam mit ihm geraucht. Ausserdem habe er dem Geschädigten B.________ Geld angeboten, wenn er vor ihm onaniere, worauf sich jener eingelassen habe. Daraufhin habe der Beschwerdeführer einen Pornofilm abgespielt, worauf alle drei bis zum Samenerguss onaniert hätten. Dem Angebot, sich gegen Bezahlung von Fr. 50.-- oral befriedigen zu lassen, widersetzte sich der Geschädigte. Bei einem weiteren Vorfall im Frühjahr/Sommer 2003 griff der Beschwerdeführer dem Geschädigten B.________ gegen dessen Willen von hinten in die Unterhose und betastete ihn am After (Anklageschrift E, ND 4, S. 4; angefochtenes Urteil S. 38 mit Hinweis auf das erstinstanzliche Urteil S. 31 f.). 3.2 Der Beschwerdeführer macht geltend, der Geschädigte B.________ habe bezüglich des Zeitpunkts der sexuellen Handlungen keine präzisen Angaben machen können. Der Geschädigte sei am 7. Dezember 2003 16 Jahre alt geworden. Wenn seine Aussage, wonach er beim ersten Mal zusammen mit dem Geschädigten A.________ in seiner Wohnung gewesen sei, der Wahrheit entspreche, dann könnten nicht sämtliche Übergriffe vor seinem 16. Geburtstag stattgefunden haben. Es hätte in diesem Punkt daher in Anwendung des Grundsatzes "in dubio pro reo" ein Freispruch erfolgen müssen (Beschwerde S. 10 ff.). 3.3 Die Vorinstanz stützt sich auf die Aussagen des Geschädigten B.________, nach denen dieser den Beschwerdeführer zwei Jahre vor der polizeilichen Einvernahme vom 5. Januar 2005 kennengelernt habe. Er sei bei den Vorfällen in der Oberstufe und 15 Jahre alt gewesen (angefochtenes Urteil S. 39 ff.; vgl. auch erstinstanzliches Urteil S. 35 f.; ferner Untersuchungsakten Ordner 4, ND4 act. 5). 3.4 Die Vorinstanz geht davon aus, dass die Übergriffe zum Nachteil von A.________ von ca. Dezember 2003 bis längstens Mai 2004 stattfanden. Sie hätten sich jedenfalls nicht im Sommer 2004 ereignet. Die Anklageschrift geht in Bezug auf den Geschädigten B.________ davon aus, die Übergriffe hätten im Frühjahr stattgefunden. Der Geschädigte A.________ erklärte in seiner Vernehmung als Zeuge, er habe den Beschwerdeführer im Dezember 2003 kennengelernt (angefochtenes Urteil S. 35). Der Geschädigte B.________ bekundete seinerseits, er sei immer zusammen mit A.________ beim Beschwerdeführer gewesen (angefochtenes Urteil S. 41; Untersuchungsakten Ordner 4, ND4 act. 5 S. 2). Aufgrund dieser Aussagen gelangte das Obergericht in seinem Zirkulationsbeschluss zum Schluss, die Ungereimtheiten in Bezug auf den Zeitpunkt der Übergriffe bedürften der Klärung, weshalb beide Geschädigten hiezu noch einmal zu befragen seien (Zirkulationsbeschluss vom 9.7.2008, Akten des Obergerichts, act. 84c S. 16). Entgegen der Auffassung der Vorinstanz hat sich mit der Zeugenbefragung von A.________ lediglich eine Klärung hinsichtlich der Frage ergeben, wann dieser den Beschwerdeführer kennengelernt hatte und wann die gegen ihn selbst gerichteten Übergriffe stattgefunden hatten. Geht man davon aus, dass der Geschädigte A.________ den Beschwerdeführer ca. im Dezember 2003 kennenlernte und dass der Geschädigte B.________ immer zusammen mit A.________ bei jenem in der Wohnung war, lässt sich nicht annehmen, sämtliche angeklagten sexuellen Handlungen hätten sich im Zeitraum von Anfang Dezember bis zum 7. Dezember 2003 ereignet, an welchem Tag B.________ 16 Jahre alt wurde, zumal er auch angab, die einzelnen Übergriffe hätten im Abstand von ein paar Wochen stattgefunden (angefochtenes Urteil S. 41; Untersuchungsakten Ordner 4, ND4 act. 5 S. 2). Auf diese Ungereimtheiten ist der Geschädigte A.________ in seiner Befragung als Zeuge nicht angesprochen worden. Der Geschädigte B.________ wurde hiezu nicht mehr befragt. Damit ergeben sich schlechterdings nicht zu unterdrückende Zweifel daran, dass sich alle angeklagten sexuellen Handlungen zum Nachteil von B.________ vor seinem 16. Geburtstag ereignet haben. Der Schuldspruch der mehrfachen, teilweise versuchten sexuellen Handlungen mit Kindern verletzt daher in diesem Punkt den Grundsatz "in dubio pro reo". Die Beschwerde erweist sich in diesem Punkt als begründet.