Citation: 5A_463/2022 E. 3.5

3.5. Im Prinzip verweist der Beschwerdeführer sodann zutreffend darauf, dass auch beim Entscheid über die Betreuungsanteile die Interessen der Eltern hinter dem vorrangig massgebenden Kindeswohl zurückzutreten haben (vgl. BGE 130 III 585 E. 2.1). Weiter trifft zu, dass die Vorinstanz der (Verweigerungs-) Haltung der Eltern ein grosses Gewicht beigemessen hat (vgl. E. 3.4 hiervor). Sie tat dies wie dargelegt indes nicht, um den Interessen des einen oder anderen Elternteils zum Durchbruch zu verhelfen, sondern zur möglichst optimalen Wahrung des Kindeswohls. Dass aber die Entschärfung eines Elternkonfliktes im Kindeswohl liegt, ist anerkannt (vgl. etwa Urteil 5A_100/2021 vom 25. August 2021 E. 3.4.1) und wird auch vom Beschwerdeführer nicht in Frage gestellt. Vor diesem Hintergrund ist es auch mit Blick auf das Kindeswohl nicht zu beanstanden, dass das Obergericht die Befindlichkeiten der Eltern in seinen Entscheid einbezogen hat. Dazu trägt der Beschwerdeführer weiter vor, die Lösung des Obergerichts würde den Eltern die Botschaft vermitteln, sie sollten (auch im Prozess) keinen Kompromiss suchen, sondern einen möglichst hohen eigenen Betreuungsanteil fordern. Dies könne unter dem Gesichtspunkt der Konfliktlösung nur kritisiert werden. Dem Beschwerdeführer ist mit aller Deutlichkeit in Erinnerung zu rufen, dass die Wahrung des Kindeswohls nicht nur Aufgabe des Gerichts, sondern in erster Linie Aufgabe der Eltern ist. Diese haben im Rahmen ihrer Möglichkeiten alles zu unternehmen, was zur gedeihlichen Entwicklung des Kindes erforderlich ist, und sich namentlich auch um eine möglichst gute Beziehung zum anderen Elternteil zu bemühen (vgl. BGE 142 III 1 E. 3.4, 481 E. 2.8; Urteil 5A_729/2020 vom 4. Februar 2021 E. 3.3.5.1). Auch im Streit um die Betreuungsanteile ist von den Eltern zu fordern, dass sie ihre eigenen Wünsche zurückstellen und dazu beitragen, eine für das Kind möglichst gute Lösung zu finden. Dies beinhaltet auch, nicht nur den eigenen Vorteil zu suchen. Sollte es zutreffen, dass der Beschwerdeführer, wie er selbst geltend macht, "vernünftig unterwegs und bestrebt" ist, "einen fairen Kompromiss mit der Kindsmutter zu finden", kann dies daher nur begrüsst werden. Dabei handelt es sich jedoch um eine Selbstverständlichkeit, aus der der Beschwerdeführer nichts für sich ableiten kann. Insbesondere liegt darin kein Grund, um von einer Betreuungsregelung abzuweichen, die nach der vor Bundesgericht nicht erfolgreich in Frage gestellten Ansicht der Vorinstanz das Kindeswohl möglichst gut berücksichtigt.