Citation: 6S.78/2006 31.05.2006 E. 1

Der Beschwerdeführer macht vorliegend geltend, gestützt auf Art. 270 lit. c (recte: lit. e) BStP und Art. 8 Abs. 1 lit. c OHG zur Nichtigkeitsbeschwerde legitimiert zu sein. Als Vater des Opfers habe er die Stellung eines indirekten Opfers im Sinne von Art. 2 Abs. 2 OHG und sei deshalb sowohl als gesetzlicher Vertreter seines Sohnes als auch in eigenem Namen berechtigt, Beschwerde gegen den Einstellungsbeschluss zu erheben. 1.1 Nach Art. 270 lit. e Ziff. 1 BStP sind Opfer im Sinne von Art. 2 Abs. 1 OHG zur Erhebung der Nichtigkeitsbeschwerde legitimiert, wenn sie sich vorher am Verfahren beteiligt haben und der Entscheid ihre Zivilansprüche betrifft oder sich auf deren Beurteilung auswirken kann. Wird die Nichtigkeitsbeschwerde gegen den einen Einstellungsbeschluss bestätigenden Gerichtsentscheid geführt, genügt es, dass eine die Opferstellung begründende Straftat in Betracht fällt (BGE 122 II 211 E. 3c), wobei nicht erforderlich ist, dass das Opfer Zivilforderungen bereits adhäsionsweise geltend gemacht hat (vgl. BGE 130 IV 90 E. 2; 120 IV 38, E. 2c). A.P.________ ist zweifellos Opfer und er hat sich am kantonalen Verfahren beteiligt. Er ist deshalb zur Anfechtung des bestätigten Einstellungsentscheids legitimiert. 1.2 B.P.________ erhebt jedoch nicht nur als gesetzlicher Vertreter von A.P.________, sondern auch in eigenem Namen Beschwerde. Als Opfer gilt gemäss Art. 2 Abs. 1 OHG zunächst die durch eine Straftat in ihrer körperlichen, sexuellen oder psychischen Integrität unmittelbar beeinträchtigte Person (direktes Opfer). Daneben anerkennt Art. 2 Abs. 2 OHG gewisse dem Opfer nahestehende Personen ebenfalls als Opfer im Rechtssinne. Zu diesen indirekten Opfern zählen unter anderen auch die Eltern des Opfers. Allerdings besteht keine vollständige Gleichstellung mit dem direkten Opfer. Die Eltern werden dem Opfer bei der Geltendmachung von Verfahrensrechten und Zivilansprüchen nur insoweit gleichgestellt, als ihnen Zivilansprüche gegenüber dem Täter zustehen (Art. 2 Abs. 2 lit. b OHG). Als Zivilforderungen stünden dem Vater allenfalls Genugtuungsforderungen nach Art. 49 OR zu. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung haben die nahen Angehörigen einer körperlich geschädigten Person Anspruch auf Ersatz des erlittenen seelischen Schadens, wenn dieser aussergewöhnlich ist. Der Ansprecher muss in seiner Persönlichkeit widerrechtlich verletzt und mindestens gleich schwer betroffen sein wie im Fall der Tötung eines Angehörigen (Entscheide 1A.208/2002 vom 12. Juni 2003, E. 3 und 1A.196/ 2000 vom 7. Dezember 2000, E. 2b; s.a. BGE 125 III 412 E. 2a; 123 III 204 E. 2a; 112 II 220 E. 2). Dass B.P.________ vorliegend eine derart schwere Persönlichkeitsverletzung erlitten hat, wurde von ihm weder geltend gemacht noch ist dies sonst ersichtlich. Auf seine in eigenem Namen erhobene Beschwerde ist deshalb nicht einzutreten.