Citation: 5A_972/2020 E. 4.2

4.2. Das Obergericht unterschied zwischen dem Ersatz der Balkone im Rahmen des Sanierungsbedarfs und der mit der Neuerstellung einhergehenden Vergrösserung der Balkone. Es hielt fest, die Seitenwände der Balkone seien mit asbesthaltigem Eternit belastet, in einem schlechten Zustand und müssten ersetzt werden. Sodann müssten an den Betonkragplatten Abplatzungen im Beton repariert und diese anschliessend neu gestrichen werden. Dass die Betonabplatzungen und Seitenwände sanierungsbedürftig seien, werde bereits im Protokoll der Versammlung der Stockwerkeigentümer vom 30. März 2017 erwähnt. Der Sanierungsbedarf der Balkone sei sodann anlässlich der Versammlung vom 30. Mai 2018 gestützt auf die protokollierten Wortmeldungen von keinem der anwesenden Eigentümer grundsätzlich infrage gestellt worden, auch nicht vom Vertreter des Beschwerdeführers. Die Betonabplatzungen träten denn auch offen zu Tage und seien von einem Laien von Auge als Mangel zu erkennen, wofür es keiner besonderen Sachkunde bedürfe. Der Beschwerdeführer habe das Auftreten von Betonabplatzungen nicht bestritten. Dass von Asbestfasern eine Gesundheitsgefährdung ausgehen könne, müsse als gerichtsnotorisch [sic] gelten und bedürfe keines Beweises. Der Beschwerdeführer bestreite weder die Asbesthaltigkeit der Balkonseitenwände noch ihren schlechten Zustand. Gestützt darauf hielt das Obergericht, wie bereits das Regionalgericht, die Notwendigkeit einer Sanierung der Balkone für ausgewiesen. Sodann erwog es, die Vergrösserung der Balkone sei ein Nebeneffekt der Sanierung und dieser untergeordnet. Ausserdem gehe mit der Vergrösserung der Balkone zumindest eine Vergrösserung des Gebrauchswerts einher, welche objektiv betrachtet auch den Verkehrswert der gesamten Stockwerkeigentumseinheit ansteigen lasse.