Citation: 2C_154/2021 E. 6.4.2

6.4.2. Wäre die Lock-up- und Put-Options-Vereinbarung wie vom Beschwerdeführer behauptet als Folge seines Grundlagenirrtums aufgelöst worden, so wäre es der Beschwerdeführer gewesen, der E.________ eröffnet hätte, dass er den Vertrag nicht halte (Art. 31 Abs. 1 OR). Damit schwierig vereinbaren lässt sich, dass die Vereinbarung nach der Sachdarstellung des Beschwerdeführers auf "Druck" bzw. "Zwang" der FINMA, die ein mögliches Klumpenrisiko bei E.________ festgestellt habe, aufgelöst worden sei. Überhaupt ist nicht leicht nachzuvollziehen, über welche Tatsache der Beschwerdeführer sich konkret geirrt haben will. Das aufsichtsrechtliche Schicksal der Lock-up- und Put-Options-Vereinbarung ist nach der Darstellung des Beschwerdeführers nämlich offenbar bis heute nicht restlos geklärt. Zudem betraf diese Frage primär seine Vertragspartnerin als beaufsichtigtes Finanzinstitut und nicht ihn selbst. Dass regulatorische Konsequenzen, die in erster Linie seine Vertragspartnerin hätten treffen können, für den Beschwerdeführer eine subjektiv wesentliche Vertragsgrundlage, mithin also eine conditio sine qua non für den Vertragsschluss gewesen war, hat die Vorinstanz nicht festgestellt. Deshalb braucht an dieser Stelle gar nicht erst geklärt zu werden, inwiefern aufsichtsrechtliche Folgen eines Rechtsgeschäfts eine objektiv wesentliche Tatsache sein könnten und damit die Schwelle vom blossen Motiv- zum Grundlagenirrtum überschritten sein könnte (vgl. zur analogen Frage bei Steuerfolgen Urteile 2C_219/2021 vom 11. Mai 2021 E. 2.4.4, in: StE 2021 B 22.1 Nr. 11; 2C_557/2017 vom 7. August 2018 E. 2.4.1, in: StE 2018 B 72.13.22 Nr. 61, StR 73/2018 S. 801).