Citation: 1P.575/2005 05.05.2006 E. 4

4.1 Schliesslich rügt der Beschwerdeführer eine Verletzung der Unschuldsvermutung (Art. 32 Abs. 1 BV). Seiner Ansicht nach drängen sich aufgrund der Zweifel an der Richtigkeit der Aussagen des Beschwerdegegners bezüglich der zweiten Konfliktphase auch Zweifel an der Richtigkeit der Aussagen bezüglich des Würgegriffs auf. 4.2 Als Beweiswürdigungsregel besagt der aus der Unschuldsvermutung (Art. 32 Abs. 1 BV, Art. 6 Abs. 2 EMRK) abgeleitete Grundsatz "in dubio pro reo", dass sich der Strafrichter nicht von einem für den Angeklagten ungünstigen Sachverhalt überzeugt erklären darf, wenn bei objektiver Betrachtung erhebliche und nicht zu unterdrückende Zweifel bestehen, ob sich der Sachverhalt so verwirklicht hat (BGE 127 I 38 E. 2a S. 41). Bei der Frage, ob angesichts des willkürfreien Beweisergebnisses erhebliche und nicht zu unterdrückende Zweifel hätten bejaht werden müssen und sich der Sachrichter vom für den Angeklagten ungünstigen Sachverhalt nicht hätte überzeugt erklären dürfen, greift das Bundesgericht nur mit Zurückhaltung ein, da der Sachrichter diese in Anwendung des Unmittelbarkeitsprinzips zuverlässiger beantworten kann (Bundesgerichtsurteil 1P.428/2003 vom 8. April 2004, E. 4.2). 4.3 Vorliegend ist nicht ersichtlich, inwiefern sich erhebliche und nicht zu unterdrückende Zweifel daran aufdrängen, dass sich der Sachverhalt bezüglich der ersten Phase der Auseinandersetzung (würgen) so zugetragen hat, wie er der Anklageschrift zugrunde liegt. Dass das Obergericht die Möglichkeit in Betracht zog, dass sich der Beschwerdegegner in der Person, die ihn im Laufe des Streits geschlagen und getreten hatte, getäuscht haben könnte, ist sachlich begründet (E. 2.4) und wirft daher nicht ernsthafte Zweifel daran auf, dass der Beschwerdeführer den Beschwerdegegner zu Beginn der Auseinandersetzung würgte. Die Beschwerde erweist sich auch in diesem Punkt als unbegründet.