Citation: 1B_247/2014 E. 4.2

4.2. Aufgrund der Selbstanzeige der D.________ und der Auswertung der anlässlich der ersten Hausdurchsuchung sichergestellten Geschäftsunterlagen durch die Bundesanwaltschaft besteht klarerweise der Verdacht, dass die Beschwerdeführerin 1 2007 über eine Offshorefirma an den Sohn eines damaligen libyschen Ministers 1.5 Mio USD zahlte, wobei diese Summe mutmasslich Bestechungszwecken diente. Der Einwand der Beschwerdeführerin 1, sie habe diese Zahlung gefälligkeitshalber für die D.________ ausgeführt und weder gewusst noch wissen können, dass es sich um Bestechungsgelder handle, wird im Strafverfahren abschliessend zu prüfen sein; er ist jedenfalls nicht geeignet, den für die Entsiegelung erforderlichen Tatverdacht zu zerstreuen. Da sich eine Bestechung, jedenfalls wenn sie im Rahmen einer langjährigen Geschäftstätigkeit in einem autoritär regierten Land mit bekanntermassen korruptionsanfälligen Amtsträgern erfolgt, in der Regel nicht in einer einmaligen Zahlung erschöpft, begründet die Entdeckung der dubiosen Überweisung aus dem Jahre 2007 zudem den für eine Beschlagnahme bzw. Entsiegelung hinreichenden Verdacht, dass solche Bestechungszahlungen auch in den Jahren zuvor und danach erfolgten. Insofern ist keineswegs zu beanstanden, dass die Bundesanwaltschaft bei der ersten Hausdurchsuchung Geschäftsunterlagen von 2004 bis 2012 beschlagnahmte. Das Gleiche gilt für den im Laufe der Analyse der zuerst beschlagnahmten Daten und Unterlagen aufgenommenen Verdacht, die Beschwerdeführerin 1 habe auch bei ihrer Geschäftstätigkeit in Tunesien 2010 und 2011 einen Amtsträger (L.________) bestochen. Aufgrund dieses Verdachts konnte die Bundesanwaltschaft Geschäftsunterlagen der Jahre 2006 bis 2013 beschlagnahmen lassen. Der Vorwurf, die Vorinstanz habe den Tatverdacht unter Verletzung ihres rechtlichen Gehörs zeitlich ausgeweitet, ist unbegründet. Die Beschwerdeführerin 1 versucht zwar, den Tatverdacht mit im bundesgerichtlichen Verfahren neu ins Recht gelegten Akten zu zerstreuen, indem sie darzulegen versucht, dass es aufgrund der zeitlichen Abläufe ausgeschlossen sei, dass die verdächtigen Zahlungen einen Zusammenhang mit ihren Geschäftsabschlüssen für die Lieferung von Ammoniak haben könnten. Der Umstand, dass eine dubiose Zahlung an L.________ erfolgte, bevor die Ammoniaklieferungen ausgeschrieben wurden und der Liefervertrag abgeschlossen war, beweist indessen nicht, dass sich die Beschwerdeführerin 1 diesen Auftrag nicht durch eine vorgängig erfolgte Bestechung von L.________ sicherte. Insofern kann offen bleiben, ob es sich bei den drei Aktenstücken - den Beschwerdebeilagen 10-12 - um unzulässige Noven handelt oder nicht.