Citation: 6B_1353/2019 E. 4.2

4.2. Im Weiteren mag zutreffen, dass die Forderungen aller Geschädigten im Konkursverfahren i.S. C.________ AG kolloziert und die Beschwerdeführer als Gläubiger in die von der ausserordentlichen Konkursverwaltung erstellte Verteilliste vom 14. September 2016 aufgenommen worden sind. Doch nehmen die kantonalen Instanzen zu Recht an, weder die definitive Zulassung einer Forderung im Konkursverfahren i.S. C.________ AG noch ein Verlustschein stellten einen vollstreckbaren Forderungstitel im Sinne von Art. 73 StGB dar, zumal damit kein materiell-rechtlicher Anspruch gegen den Gemeinschuldner festgelegt sei (angefochtenes Urteil S. 9; erstinstanzlicher Beschluss S. 20; vgl. BGE 141 III 382 E. 3.5 zum Kollokationsplan). Daran ändert nichts, dass der Konkursverlustschein gemäss Art 265 Abs. 1 SchKG als provisorischer Rechtsöffnungstitel gilt (Art. 82 SchKG), zumal die Verlustscheine keine Anerkennungserklärung der Gemeinschuldnerin enthalten (erstinstanzlicher Beschluss S. 21). Im Übrigen weisen die kantonalen Instanzen zu Recht darauf hin, dass die Zuweisung an die Geschädigten nur im Zusammenhang mit dem sachgerichtlich festgestellten, strafrechtlich relevanten Sachverhalt erfolgen kann. Die erste Instanz führt insofern zutreffend aus, zwischen dem strafrechtlich relevanten Schaden und der Höhe des kollozierten Anspruchs aus Vertrag bestehe keine Identität. Denn die urteilenden Strafgerichte hätten den Schaden im Wesentlichen nur in den den Kunden verheimlichten Kick-back-Zahlungen erblickt, während die Konkursverwaltung im Konkurs i.S. C.________ AG die von den Gläubigern angemeldeten Forderungen auf der Grundlage eines Auftragsverhältnisses kolloziert habe (erstinstanzlicher Beschluss S. 21 f.). Ansprüche aus Vertrag werden von Art. 73 StGB nur erfasst, wenn die Vertragsverletzung zugleich eine deliktsrechtliche Widerrechtlichkeit darstellt (THOMMEN, a.a.O., N. 40 zu Art. 73 StGB). Soweit die Konkursverwaltung die Forderungen auch auf der Grundlage von Art. 41 OR anerkannt hat, geht sie im Gegensatz zum Strafgericht davon aus, dass das gesamte "C.________ AG-Konstrukt" ein kriminelles Gebilde gewesen sei (erstinstanzlicher Beschluss S. 23). Die kantonalen Instanzen verletzten mithin kein Bundesrecht, wenn sie annehmen, dass insofern keine Identität zwischen dem Vollstreckungsverfahren einerseits und dem Strafverfahren andererseits besteht. Die Beschwerde erweist sich in diesem Punkt als unbegründet, soweit sie den Begründungsanforderungen überhaupt genügt.