Citation: 1B_468/2016 E. 3.4.3

3.4.3. Zur psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung schrieb die Gutachterin, es könne nicht beurteilt werden, inwieweit die abweichenden sexuellen Bedürfnisse überhaupt Gegenstand der Behandlung gewesen seien, denn der Beschwerdeführer habe den behandelnden Psychiater nicht von der Schweigepflicht entbinden wollen. Derzeit könne man nur feststellen, dass er die fraglichen Delikte trotz ambulanter Behandlung begangen habe. Diese Ausführungen, die der Unsicherheit über den Inhalt der bisherigen Therapie Rechnung tragen, sind nicht zu beanstanden. Der Beschwerdeführer verkennt zudem, dass die Kontaktaufnahme mit einem psychiatrischen Dienst noch keine Therapie darstellt. Für die aktuelle Risikoeinschätzung ist die Gutachterin deshalb auch insofern nicht von einer unzutreffenden Sachlage ausgegangen. Ausserdem ist anzunehmen, dass eine deliktsorientierte Therapie keine sofortige risikosenkende Wirkung hätte. Dem Urteil 1B_373/2016 vom 23. November 2016 ist zu entnehmen, dass die Problemeinsicht in dieser Hinsicht eine wichtige Rolle spielt (a.a.O., E. 3.3 i.f.). Gemäss dem Vorabgutachten zeigte der Beschwerdeführer eine erhebliche Abwehrhaltung, als er von der Gutachterin darauf angesprochen wurde, dass das Aufsuchen des vermeintlichen Treffpunkts einen grossen Schritt zum "hands-on-Verhalten" gewesen sei. Man habe mit ihm darüber nicht wirklich sprechen können.