Citation: 5P.329/2000 01.12.2000 E. 4

4. Aufl. , S. 552 f. mit FN 5 und 6; Bühler/Spühler, Berner Kommentar, N. 268 zu Art. 145 ZGB; Bräm/Hasenböhler, Zürcher Kommentar, N. 135 zu Art. 159 ZGB). Die Vorschussberechtigung hängt also im Wesentlichen von den gleichen Voraussetzungen ab wie der Anspruch auf unentgeltliche Prozessführung (Hinderling/Steck, a.a.O.). Nach der Rechtsprechung gilt eine Partei als bedürftig, wenn sie die erforderlichen Prozess- und Parteikosten nur bezahlen kann, falls sie die Mittel angreift, deren sie zur Deckung des Grundbedarfs für sich und ihrer Familie bedarf, wobei aber nicht nur die Einkommenssituation, sondern auch die Vermögensverhältnisse zu beachten sind (BGE 124 I 1 E. 2a und 97 E. 3b, je mit Hinweisen). Hinsichtlich der Letzteren hat das Bundesgericht entschieden, dass bei einem erst anhängig gemachten Scheidungsprozess noch nicht abzusehen sei, wann ein Anspruch aus Güterrecht überhaupt fällig werde und dass deshalb der entsprechende Betrag bei der Beurteilung der Bedürftigkeit einer Prozesspartei in der Anfangsphase des Verfahrens nicht berücksichtigt werden dürfe (BGE 118 Ia 369). So verhält es sich hier. Im gegenwärtigen Zeitpunkt ist völlig offen, ob und wann die Beschwerdeführerin ihren Anteil aus Güterrecht zu realisieren vermag, weshalb auf diesen Vermögenswert im gegenwärtigen Zeitpunkt nicht abgestellt werden kann. Anderseits darf von einer über Grundeigentum verfügenden Partei verlangt werden, dass sie ihren Grundbesitz heranzieht und einen dadurch gesicherten Kredit aufnimmt, um die Prozess- und/oder Anwaltskosten zu bestreiten, jedenfalls soweit das Grundstück noch belastet werden kann (BGE 119 Ia 11). Bedürftigkeit liegt nämlich erst vor, wenn die gesuchstellende Partei alle eigenen Mittel zur Finanzierung des Prozesses ausgeschöpft hat; dazu gehört auch der Kredit, den eine Partei geniesst und den sie aufgrund ihrer Vermögenslage erwarten darf. Vorliegend steht der Beschwerdeführerin ein hälftiger Miteigentumsanteil an der ehelichen Liegenschaft in B.________ zu. Deren Verkehrswert beträgt Fr. 381'000.-- und die hypothekarische Belastung beläuft sich auf Fr. 318'000.--. Angesichts dessen ist es der Beschwerdeführerin zuzumuten, sich einen durch den erwähnten Miteigentumsanteil gesicherten Kredit zur Finanzierung der Prozess- und Anwaltskosten zu verschaffen. Andernfalls würden alle vermöglichen Prozessparteien, die ihr Vermögen in nicht sofort realisierbaren Sachwerten wie beispielsweise in Grundstücken angelegt haben, hinsichtlich der Vorschussberechtigung (und der Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege) denjenigen gleichgestellt, denen überhaupt jegliche Mittel zur Prozessführung fehlen. Damit würde aber Ungleiches gleich behandelt, was dem Willkürverbot widerspräche. Aus dieser Sicht kann dem Bezirksgerichtsausschuss keine Verletzung von Art. 9 BV angelastet werden, wenn er annahm, die Beschwerdeführerin verfüge angesichts ihres Miteigentumsanteils an der ehelichen Liegenschaft über hinreichend realisierbare Vermögenswerte, um ihre Anwaltskosten zu finanzieren.