Citation: 8C_636/2018 E. 4.4

4.4. Der Beschwerdeführer verweist ferner auf die neurologische Stellungnahme des Dr. med. L.________ vom 26. März 2012 (recte 26. August 2013), der zum Schluss kommt, der Explorand habe zumindest eine leichte traumatische Hirnverletzung erlitten mit wahrscheinlich gleichzeitig zusätzlicher leichter ischämischer Hirnläsion. Seine Beurteilung beruht indessen auf anamnestischen Angaben des Versicherten, die zum Zeitpunkt der Untersuchung, d.h. drei Jahre nach dem Unfallereignis, erhoben wurden. Diese stehen, zumindest die anterograde Amnesie betreffend, in Widerspruch zu seinen früheren Aussagen und beruhen auf rein subjektiven Symptomen, wie Dr. med. M.________ im MEDAS-Gutachten präzisierte. Hingegen setzte sich Dr. med. L.________ mit keinem Wort mit den Ergebnissen der objektiven, bildgebenden Untersuchungen auseinander, die keine intrazerebrale Läsion, kein Ödem oder Ischämien und keine Gesichtsschädelfrakturen zeigten. Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass bildgebenden Befunden gerade in der Einschätzung des Schweregrads eines Schädel-Hirn-Traumas inzwischen entscheidende Bedeutung zukommt (Widder/Gaidzik [Hrsg.], Schädel-Hirn-Traumen in: Neurowissenschaftliche Begutachtung: Gutachten in Neurologie und nicht forensischer Psychiatrie, 3. Aufl., Stuttgart 2018, S. 476 ff.), ist der Beweiswert seiner neurologischen Beurteilung bereits aus diesem Grund als gering einzustufen. Keinesfalls vermag sie die Schlussfolgerungen des von der Beschwerdegegnerin förmlich bestellten Gutachters, Dr. med. E.________, derart zu erschüttern, dass davon abzuweichen ist (BGE 125 V 351 E. 3c S. 354).