Citation: 2C_476/2021 E. 2.4

2.4. Die Vorinstanz scheint wie die Beschwerdeführerin davon auszugehen, dass das Ende der Ehe durch den Tod eines Ehegatten nicht der rechtlichen oder tatsächlichen Trennung gemäss § 180 StG/ZH gleichzusetzen ist (vgl. demgegenüber PETER LOCHER, Kommentar DBG, Teil I, 2. Aufl. 2019, N. 25 zu Art. 12 DBG und N. 15 zu Art. 13 DBG). Sie spricht sich aber für eine analoge Anwendung von § 180 StG/ZH aus. Zur Begründung führt sie aus, die Wirtschaftsgemeinschaft der Ehegatten ende mit dem Tod eines Ehegatten ebenso wie bei einer Scheidung oder tatsächlichen Trennung, sodass es sich aufdränge, diese Sachverhalte gleich zu behandeln. Zudem hält sie die hälftige Teilung auch mit Blick auf das Solidarhaftungsregime gemäss Art. 11 und 12 StG/ZH für geboten. Dieses sieht für die Staats- und Gemeindesteuern im Kanton Zürich vor, dass die Solidarhaftung der Ehegatten für die noch offenen Steuerschulden - im Unterschied zur bundessteuerlichen Regelung (vgl. Art. 13 Abs. 2 DBG) - bei rechtlicher oder tatsächlicher Trennung und laut der Vorinstanz auch bei Versterben eines Ehegattens bestehen bleibt. Wenn also vorliegend statt eines Steuerguthabens eine Steuerschuld bestanden hätte, hätten die Erben dafür vollständig - und nicht etwa nur für den auf die Steuerfaktoren des Erblassers entfallenden Betrag - solidarisch mit der überlebenden Ehegattin gehaftet. Für eine abweichende Aufteilung gemäss § 180 Abs. 3 StG/ZH sieht sie mangels anderweitiger Vereinbarung der Ehegatten keinen Raum.