Citation: 2A.35/2004 02.02.2004 E. 2.3

2.3.1 Der Beschwerdeführer ist zwischen März 1996 und Mai 2003 unter anderem wegen Betruges, einfacher Körperverletzung, verschiedener Strassenverkehrsdelikte, qualifizierter Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, Gefährdung des Lebens und unerlaubtem Waffenbesitz zu Freiheitsstrafen von insgesamt vier Jahren, acht Monaten und fünf Tagen verurteilt worden. Sein Verschulden wurde in den Strafurteilen des Strafgerichts Basel-Landschaft vom 9. April 2001 (16 Monate Gefängnis und 5 Jahre Landesverweisung [diese bedingt] wegen qualifizierter Zuwiderhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz und mehrfacher einfacher Körperverletzung mit einem gefährlichen Gegenstand) bzw. des Appellationsgerichts des Kantons Basel-Stadt vom 19. Mai 2003 (2 Jahre und 8 Monate Gefängnis und 10 Jahre Landesverweisung [bedingt] wegen Gefährdung des Lebens, Tätlichkeiten usw.) als schwer bzw. sehr schwer gewertet. Am 28. August 1997 war der Beschwerdeführer fremdenpolizeilich verwarnt worden. Dennoch wurde er wieder straffällig; so drang er am 11. Januar 2000 mit einer geladenen Pistole mit Reservemagazin und Schalldämpfer, mit einem dolchartigen Messer und einem Pfefferspray in die Wohnung eines Landsmannes und Nebenbuhlers ein, wo sich im anschliessenden Handgemenge ein Schuss löste und er die in der Wohnung Anwesenden in unmittelbare Lebensgefahr brachte. Die Strafvollzugskommission des Kantons Basel-Landschaft gewährte dem Beschwerdeführer am 27. August 2003 zwar die bedingte Entlassung aus dem Strafvollzug auf den 16. Oktober 2003; sie hielt dabei aber fest, dass der Umstand, dass der Beschwerdeführer "während der Probezeit von drei bedingt gefällten Warnstrafen erneut und in erheblich gesteigertem Masse deliktisch in Erscheinung getreten" sei, zu gewissen Bedenken hinsichtlich der künftigen Bewährung Anlass gebe. Im Hinblick auf das "vorbestandene Gewaltpotential" erteilte sie ihm zudem die Weisung, sich einer ambulanten psychotherapeutischen Behandlung zu unterziehen. Unter diesen Umständen besteht ein erhebliches sicherheitspolizeilich motiviertes öffentliches Interesse an seiner Fernhaltung von der Schweiz. 2.3.2 Die vom Verwaltungsgericht umfassend und zutreffend berücksichtigten privaten Interessen wiegen dieses nicht auf: 2.3.2.1 Der Beschwerdeführer ist im August 1991 im Alter von 24 Jahren als Asylsuchender in die Schweiz eingereist. Seine Jugend hat er in Nigeria verbracht. Mit der dortigen Kultur und Sprache ist er bestens vertraut. Zwei Brüder, seine Schwester und seine Mutter leben nach wie vor in Nigeria, wo er sich wieder ein Beziehungsnetz wird aufbauen können. Bereits während seines Aufenthalts in der Schweiz ist er wiederholt in seine Heimat zurückgekehrt. Nach der Trennung von seiner Frau hielt er sich Ende 2000 gar während rund 2 ½ Monaten dort auf. Zwar befindet sich der Beschwerdeführer nunmehr seit rund 13 Jahren in der Schweiz, davon entfallen aber vier auf das Asylverfahren oder die Untersuchungshaft bzw. den Strafvollzug. Seine Frau hat er im Februar 1993 geheiratet, bereits ab 1995 wurde er indessen regelmässig und zusehends in schwerwiegenderer Weise straffällig, wobei weder die Beziehung zu seiner Gattin und zu seinen Kindern noch die fremdenpolizeiliche Verwarnung ihn hiervon abzuhalten vermochten. Entgegen seinen Einwänden kann nicht gesagt werden, dass die letzten Verurteilungen im Wesentlichen auf Vorkommnisse vor der Verwarnung zurückgingen (vgl. den dem Urteil des Appellationsgerichts vom 19. Mai 2003 zugrunde liegenden Sachverhalt). 2.3.2.2 Die vom Beschwerdeführer angerufenen hiesigen familiären Bande sind ihrerseits nicht sehr intensiv, auch wenn seine Frau zurzeit kein Scheidungsverfahren einleiten und sich erst noch Klarheit über die Zukunft der Beziehung verschaffen will. Seit September 2000 lebt der Beschwerdeführer von ihr getrennt; seit der Haftentlassung hält er sich bei einem jüngeren Bruder in X.________ auf. Zwar wird es ihm erschwert sein, die Beziehung zu seinen Kindern von der Heimat aus zu pflegen bzw. wieder aufzubauen; dennoch ist dies nicht gänzlich ausgeschlossen, nachdem lediglich seine Aufenthaltsbewilligung nicht erneuert, er indessen nicht ausgewiesen wird (vgl. BGE 120 Ib 1 E. 4e S. 6). Im Übrigen hat er die Beziehungen zu seinen Kindern bereits während seiner Auslandsabwesenheiten bzw. während des Strafvollzugs nur beschränkt pflegen können und steht ihm heute nur ein Besuchsrecht zu. Zu dessen Wahrnehmung ist nicht erforderlich, dass er dauernd im gleichen Land lebt wie die Kinder. Den Anforderungen von Art. 8 EMRK ist regelmässig bereits Genüge getan, wenn der Ausländer - wie hier - das Besuchsrecht im Rahmen von bewilligungsfreien Kurzaufenthalten ausüben kann, wobei allenfalls die Modalitäten der Besuchsregelung entsprechend anzupassen sind. Die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung zwecks Ausübung des Besuchsrechts kommt praxisgemäss nur in Frage, wenn besonders enge wirtschaftliche und affektive Beziehungen bestehen und keine spezifischen Fernhaltegründe gegen die Bewilligungserteilung sprechen, d.h. wenn der besuchsberechtigte Ausländer sich in der Schweiz einwandfrei verhalten hat (vgl. BGE 120 Ib 1 ff., 22 ff.; Urteil 2A.563/2003 vom 23. Mai 2003, E. 2.2); hiervon kann beim Beschwerdeführer keine Rede sein. 2.3.2.3 Sein korrektes Verhalten seit der Haftentlassung und seine Bemühungen, wieder Fuss zu fassen, sind zwar positiv zu würdigen, doch folgt die fremdenpolizeiliche Beurteilung anderen Massstäben und Kriterien als der Entscheid über die strafrechtliche Landesverweisung und die bedingte Entlassung aus dem Strafvollzug. Aus fremdenpolizeilicher Sicht stellt der Resozialiserungsgedanke nur einen unter mehreren zu berücksichtigenden Faktoren dar und steht in erster Linie das Interesse an der öffentlichen Sicherheit und Ordnung im Vordergrund (BGE 114 Ib 1 E. 3b S. 4/5). Dass der Beschwerdeführer im Strafvollzug nur zu geringer Kritik Anlass gegeben hat - immerhin musste er aber zweimal diszipliniert werden (Tätlichkeit gegenüber einem Mitgefangenen und Beschimpfung eines Vollzugsangestellten) - ist ausländerrechtlich damit nicht (allein) ausschlaggebend (BGE 125 II 105 E. 2c S. 109 f.; 114 Ib 1 E. 3b S. 4/5); ebenso wenig vermag seine bedingte Entlassung wesentlich ins Gewicht zu fallen, bildet diese im schweizerischen Strafvollzug doch die Regel (BGE 124 IV 193 ff.). Für alles Weitere kann vollumfänglich auf die Ausführungen im angefochtenen Entscheid verwiesen werden (Art. 36a Abs. 3 OG).