Citation: 6B_1332/2016 E. 3.1

3.1. Zur Verantwortlichkeit des Beschwerdegegners 1erwägt die Vorinstanz zusammengefasst, Art und Mass der zu beachtenden Vorsichtsmassnahmen richteten sich nach privaten Regelwerken oder dem allgemeinen Gefahrensatz. Abzustellen sei auf die Rules of Golf (Rules of Golf as approved by R&A Rules Limited and The United States Golf Association, 32nd Edition 2011) einschliesslich die sogenannte Golfetikette. Halte sich ein Golfspieler an diese Regelungen, komme er grundsätzlich seiner Sorgfaltspflicht nach. Gemäss den Rules of Golf habe sich ein Golfspieler vor dem Abschlag zu vergewissern, dass niemand in seiner Nähe stehe oder sonst an einem Ort, wo er von einem Golfball getroffen werden könnte. Ferner solle nicht gespielt werden, solange die vorangehenden Spieler nicht ausser Reichweite seien. Werde ein Ball in eine Richtung gespielt, wo die Gefahr bestehe, dass jemand getroffen werden könnte, müsse der Spieler sofort einen Warnruf ("Fore") abgeben. Dem Beschwerdegegner 1 könne nicht vorgeworfen werden, er habe nicht zugewartet, bis sich der Beschwerdeführer nicht mehr im Sinne der Rules of Golf respektive der Golfetikette in seiner Reichweite vor ihm befunden habe. Jene Vorschrift beziehe sich auf die vorangehende Gruppe. Die Gruppe des Beschwerdeführers habe die bereits spielende Gruppe des Beschwerdegegners 1 beim Abschlagplatz Nr. 9 gesehen, als sie selbst beim Abschlag Nr. 7 angekommen sei. Laut einer ungeschriebenen Vortrittsregelung bei sich gegenüberliegenden Abschlagplätzen - wonach derjenige Spieler, welcher einen Mitspieler einen Ball abschlagen sehe, mit seinem Abschlag zuwartet - sei die Gruppe des Beschwerdegegners 1 vortrittsberechtigt gewesen. Dieser Regelung habe der Beschwerdegegner 1 Rechnung getragen. Als der Beschwerdegegner 1 abgeschlagen habe, habe sich niemand in der Gefahrenzone seines Abschlags befunden. Um diesen Bereich näher zu definieren, könne auf die Golf Course Design Safety Guidelines der PGA (Professional Golfers Association) abgestellt werden. Dieser internationale Verband habe ein Interesse an sicheren Golfplätzen. 92 % aller Bälle wichen maximal 15 Grad von der idealen Flugbahn ab. Der Bereich ausserhalb dieser 15 Grad-Zone sei normalerweise als sicher anzusehen. Dies ergebe sich auch aus dem gleichen Regelwerk, wonach Abschläge unter Beachtung der 15 Grad-Regel zu Fusswegen oder Nebenstrassen angelegt werden dürfen. Die Gefahrenzone sei deshalb mit der 15 Grad-Zone gleichzusetzen. Sie auf eine Zone von 30 Grad auszudehnen, worin 99 % aller Bälle landeten, führe zu weit. Dem Restrisiko von eher seltenen Fehlschlägen werde mit der Regelung des Warnrufs "Fore" begegnet. Die Flugbahn des vom Beschwerdegegner 1 abgeschlagenen Balles sei um rund 20 Grad von der idealen Flugbahn abgewichen. Da sich niemand in der von der geplanten Richtung seines Abschlags betroffenen Gefahrenzone befunden habe, habe der Beschwerdegegner 1 den Schlag ausführen dürfen. Weitere einzuhaltende Sicherheitsvorschriften seien nicht ersichtlich. Die Notwendigkeit eines warnenden Zurufens voreinem Abschlag ergebe sich aus keinem bekannten Regelwerk und ein solches Verhalten wäre anfällig für Missverständnisse. Offenbleiben könne, ob der Beschwerdegegner 1 (nach dem Fehlschlag) den Warnruf "Fore" ausgestossen habe, da ihm eine entsprechende Unterlassung in der Anklage nicht vorgeworfen werde. Insgesamt habe der Beschwerdegegner 1 durch seinen Abschlag keine bekannte Golfregel verletzt. Er habe davon ausgehen dürfen, den Beschwerdeführer nicht zu gefährden. Die Verletzung des Beschwerdeführers könne als Folge der Verwirklichung eines kalkulierbaren, minimalen und für den Golfsport spezifischen Risikos bezeichnet werden. Dieses habe der Beschwerdeführer durch den Gang auf den Golfplatz in Kauf genommen (Entscheid S. 16 ff.).