Citation: 6B_427/2021 E. 2.3.3

2.3.3. Dasselbe gelte für die vom Beschwerdegegner um 14:15:35 Uhr erteilte Instruktion des Fliegens einer Steilkurve ("tight turn") durch den Sportcruiser. Welche - allenfalls gefährlich hohe - Querneigung der Sportcruiser bei der Ausführung dieses Manövers gehabt habe, lasse sich nicht mit der hierfür erforderlichen Sicherheit eruieren. Der Gutachter sei in seiner Ergänzungsexpertise gestützt auf das "Electronic Flight Instrument System" (EFIS) von einem geflogenen Querwinkel von 37,5° ausgegangen, wobei er diese Daten wegen mehrerer unerklärlicher Roll- und Richtungsänderungen im Verlauf der engen Rechtskurve selbst als wenig aussagekräftig bezeichnete. Die Aussagen der Piloten beider Flugzeuge seien nicht kongruent. Unter den gegebenen Umständen sei nicht erstellt, dass die Grenze zu den fliegerischen Anforderungen an den Kunstflug, welche beim Fliegen eines Querwinkels von über 60° begännen, überschritten worden seien. Für den Erwerb der Privatpilotenlizenz gehöre das Fliegen von Steilkurven bis 60° zur praktischen Ausbildung. Der Gutachter habe zwar betont, dass eine Steilkurve in Bodennähe ein nicht zu unterschätzendes Risiko darstelle. Ein Ausweichen nach unten sei wegen der geringen Flughöhe der beiden Flugzeuge von rund 100 Metern praktisch unmöglich gewesen. Dennoch sei der Gutachter davon ausgegangen, dass sich der Sportcuriser während des gesamten Flugmanövers stets im sicheren Bereich befunden habe. Dafür spreche nicht zuletzt der Umstand, dass die Landeklappen nicht vollständig eingefahren gewesen seien, was die Abrissgeschwindigkeit positiv zu beeinflussen vermocht habe. Infolgedessen gelangte die Vorinstanz gestützt auf die Expertise des Prof. Dr. D.________ zum Schluss, dass das Fliegen der Steilkurve trotz hoher fliegerischer Anforderungen weder das Risiko einer übermässigen Querlage noch einer Zunahme der Abrissgeschwindigkeit mit einer nahen Absturzgefahr für den Sportcruiser in sich barg.