Citation: 1C_614/2021 E. 4.1

4.1. Die Vorinstanz hat im angefochtenen Entscheid ausgeführt, das PBG/SG enthalte hinsichtlich der Frage, welche (Regelbau-) Vorschriften neben unter dem alten Recht erlassenen Überbauungsplänen anwendbar seien, keine ausdrückliche Regelung. Dies gelte bei einer streng formalen Lesart auch für Art. 175a lit. c PBG/SG, dessen Anwendbarkeit - wegen des Inkrafttretens nach dem Baubewilligungsentscheid der Baukommission vom 30. Juli 2020 - im vorliegenden Fall umstritten sei. Die Antwort auf die Frage ergebe sich jedoch aus einer, von letzterer Bestimmung unabhängigen, Auslegung des im PBG/SG vorgesehenen übergangsrechtlichen Regimes. Aus der Entstehungsgeschichte des neuen Gesetzes sowie teleologisch-systematischen Überlegungen gehe hervor, dass die Weitergeltung von unter dem alten Recht erlassenen Sondernutzungsplänen im entsprechenden Planperimeter auch die Weitergeltung des BauG/SG und des im Planerlasszeitpunkt in Kraft stehenden Baureglements zur Folge habe. Dies gelte zumindest für Sondernutzungspläne, die einen Vorbehalt zugunsten der bei Planerlass massgebenden Regelbauvorschriften enthielten. Ob es sich bei Sondernutzungsplänen ohne einen solchen Vorbehalt gleich verhalte, könne offen bleiben, da der Überbauungsplan "Chastel" statisch auf die alte Ordnung verweise. Damit kämen neben den Besonderen Vorschriften des Überbauungsplans namentlich die Vorschriften des BauR 2011 für die Wohnzone W2 zur Anwendung, womit das Bauvorhaben der Beschwerdeführerinnen in der jetzigen Form nicht bewilligungsfähig sei.