Citation: 1P.310/2006 05.07.2006 E. A

X.________ wurde mit Urteil des Kreisgerichts Rheintal vom 18. Januar 2006 des versuchten qualifizierten Raubes, des mehrfachen einfachen Raubs und des Versuchs dazu, des mehrfachen Diebstahls und des Versuchs dazu, der mehrfachen Sachbeschädigung, des mehrfachen Hausfriedensbruchs und des Vergehens gegen das Waffengesetz schuldig erklärt und zu einer Zuchthausstrafe von zwei Jahren und einem Monat abzüglich der erstandenen Untersuchungshaft verurteilt. Gegen dieses Urteil legte der damalige Rechtsverteidiger von X.________ Berufung beim Kantonsgericht St. Gallen ein und beantragte Freispruch von den Vorwürfen des qualifizierten Raubes und der einfachen Körperverletzung sowie die Reduktion der Freiheitsstrafe auf höchstens 15 Monate unter Gewährung des bedingten Strafvollzugs. In der Berufungserklärung ersuchte der Verteidiger um Erlass der Einschreibgebühr. Mit Schreiben vom 9. März 2006 setzte der Präsident der Strafkammer des Kantonsgerichts St. Gallen dem Verteidiger eine Frist von zehn Tagen an, um auf einem dem Schreiben beigelegten Formular nähere Angaben zu den finanziellen Verhältnissen des Angeklagten zu machen, und wies den Verteidiger darauf hin, dass die Berufung bei unbenutztem Fristablauf als nicht eingelegt gelte. Am 22. März 2006 reichte der Verteidiger das Formular mit den Angaben zu den finanziellen Verhältnissen von X.________ ein und stellte gleichzeitig ein Gesuch um Fristwiederherstellung. Am 27. März 2006 zahlte er überdies die Einschreibgebühr von Fr. 800.--. Mit Entscheid vom 7. April 2006 wies der Präsident der Strafkammer das Fristwiederherstellungsgesuch ab. Zur Begründung führte er aus, der Angeklagte habe ein unverschuldetes Hindernis als Ursache der Säumnis nicht glaubhaft machen können.