Citation: H 170/06 28.06.2007 E. 4.2

4.2.1 Es steht fest, dass die Vorinstanz den am 20. Februar 2006 erlassenen Zwischenentscheid (Kostenvorschussverfügung) gleichentags an die Schweizerische Botschaft in Buenos Aires/Argentinien übermittelt hat mit dem Auftrag, die Sendung eingeschrieben an den Adressaten weiterzuleiten und die Empfangsbestätigung an die Rekurskommission zu retournieren. Nachdem letzteres bis im April 2006 nicht geschehen war, erkundigte sich die Vorinstanz am 20. April 2006 bei der Botschaft in Buenos Aires nach dem Empfangsdatum. Die Botschaft meldete am 21. April 2006, sie habe die Sendung am 3. März 2006 per eingeschriebener Post mit Rückschein an Herrn S.________ weitergeleitet, die Empfangsbestätigung aber bis anhin nicht erhalten. Am 19. Juli 2006 fragte die Vorinstanz bei der Botschaft abermals nach, worauf diese per Faxmitteilung vom 31. Juli 2006 mitteilte, man habe Herrn S.________ telefonisch kontaktieren können; dieser habe bestätigt, die Verfügung vom 20. Februar 2006 erhalten zu haben, wobei er sich an das genaue Datum nicht erinnere. Gestützt auf diese Aussage ging die Eidg. Rekurskommission davon aus, dass der Adressat die Kostenvorschussverfügung vor dem 31. Juli 2007 tatsächlich empfangen hat. 4.2.2 Entgegen der Auffassung der Vorinstanz ist der nach der Rechtsprechung (BGE 124 V 400 E. 2a S. 402, 117 V 261 E. 3b S. 264) grundsätzlich ihr obliegende Beweis der ordnungsgemässen Zustellung der Zwischenverfügung vom 20. Februar 2006 nicht rechtsgenüglich erbracht. Zunächst fehlt in den Akten ein unmittelbarer postalischer oder anderweitiger Beleg dafür, dass die Schweizerische Botschaft die Zwischenverfügung, wenn überhaupt, mit eingeschriebener Post weitergeleitet hat, wie gegenüber der Rekurskommission angegeben. Sodann liegt - anders als bei den übrigen, über den diplomatischen Weg abgewickelten Auslandzustellungen der Rekurskommission an die Adresse des Beschwerdeführers - keine Empfangsbestätigung in den Akten. Die von der Botschaft angeblich am 3. März 2006 "per eingeschriebener Post mit Rückschein" weitergeleitete Sendung vom 20. Februar 2006 wurde von der Post des Zustellungsortes auch nie mit dem Vermerk "nicht abgeholt" oder "Annahme verweigert" an die Botschaft retourniert. Als Nachweis des tatsächlichen Erhalts der Zwischenverfügung vom 20. Februar 2006 fällt damit einzig die schriftliche Kurzmitteilung einer Angestellten der Schweizerischen Botschaft in Buenos Aires vom 31. Juli 2006 in Betracht, wonach der Beschwerdeführer den Erhalt der Sendung telefonisch bestätigt habe (ohne sich an das genaue Datum erinnern zu können). Die Richtigkeit der Botschaftsauskunft, zu welcher sich der Beschwerdeführer erst letztinstanzlich äussern konnte und die von ihm bestritten wird, lässt sich indessen weder direkt noch in Würdigung der gesamten Umstände (vgl. BGE 105 III 43 E. 3. S. 46; s. etwa auch E. 1b des Urteils des Eidg. Versicherungsgerichts C 294/99 vom 14. Dezember 1999, publ. in: ARV 2000 Nr. 25 S. 121) hinreichend nachweisen. Das angebliche Telefongespräch, dessen Datum die Botschaft nicht angibt, hätte nach Lage der Akten zwischen dem 21. April 2006 (erste Auskunft der Botschaft) und dem 31. Juli 2006 (zweite Auskunft der Botschaft) stattgefunden, wahrscheinlich aber erst nach der zweiten Anfrage der Rekurskommission vom 19. Juli 2006, wobei ab 31. Mai 2006 - dem letztinstanzlich mittels Flugticketbeleg erstellten Zeitpunkt der Abreise des Beschwerdeführers in die Schweiz (Rückreise nach Argentinien vorgesehen für 29. August 2006) - der Anruf in die Schweiz hätte erfolgen müssen; dass letzteres geschah, ist unwahrscheinlich, zumal die Schweizerische Botschaft in Argentinien in ihrem Schreiben vom 31. Juli 2006 naheliegenderweise auf die Kontaktierung im Ausland hingewiesen hätte. Wäre das angebliche Telefongespräch bereits vor dem 31. Mai 2006 getätigt worden, ist nicht ersichtlich, weshalb die Botschaft die Vorinstanz nicht bereits vor dem 19. Juli 2006 (zweite Anfrage der Rekurskommission) darüber in Kenntnis setzte, zumal sie spätestens sei dem 20. April 2006 wusste, dass diese zwecks Fortführung des Prozesses auf die Angabe des Empfangsdatums wartete. Vor dem geschilderten Hintergrund bestehen ernsthafte Zweifel an der Richtigkeit der Botschaftsauskunft vom 31. Juli 2006 und damit an der tatsächlich erfolgten Zustellung der Zwischenverfügung vom 20. Februar 2006. Es muss daher auf die Darstellung des Beschwerdeführers abgestellt werden (vgl. BGE 124 V 400 E. 2a S. 402 mit Hinweis), wonach ihm die empfangsbedürftige Zwischenverfügung vom 20. Februar 2006 nicht zugestellt, mithin eröffnet wurde und er somit mangels Kenntnis nicht darauf reagieren konnte. Wollte man den Angaben des Beschwerdeführers die Glaubwürdigkeit absprechen, wäre hinsichtlich der Zustellungsfrage Beweislosigkeit anzunehmen, deren Folgen die Vorinstanz zu tragen hat (BGE 122 I 97 E. 3 S. 98 ff., 117 V 261 E. 3c S. 264, 114 III 51 E. 3c u. 4 S. 53 ff, je mit weiteren Hinweisen). Diese beweisrechtlichen Grundsätze hat der vorinstanzliche Nichteintretensentscheid verletzt.