Citation: 6B_1470/2022 E. 2.2.4

2.2.4. Demgegenüber sei das öffentliche Interesse an der Landesverweisung als hoch zu werten. Der Beschwerdeführer sei wegen Raubes zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von 15 Monaten verurteilt worden. Es sei ihm insgesamt eine schlechte Prognose zu stellen. Auch mehrere unbedingt ausgesprochen Geldstrafen hätten ihn nicht von weiterer Delinquenz abgehalten. Er sei sechsfach vorbestraft, wobei die Verurteilungen jeweils mehrere Delikte beträfen. So sei er in den vergangenen neun Jahren (ohne Berücksichtigung des vorliegenden Verfahrens) ein Mal wegen Nötigung, zwei Mal wegen Vergehen gegen das Waffengesetz, vier Mal wegen (teilweise mehrfacher) Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes, drei Mal wegen Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz, ein Mal wegen Ungehorsams gegen eine amtliche Verfügung, zwei Mal wegen (teilweise mehrfacher) Übertretung des Personenbeförderungsgesetzes sowie ein Mal wegen Hinderung einer Amtshandlung verurteilt worden. Beim vorliegenden Raub habe der Beschwerdeführer zudem gewalttätig und gleichgültig agiert. Seine Taten liessen eine grosse Gleichgültigkeit gegenüber der schweizerischen Rechtsordnung erkennen. Die Lebensumstände des Beschwerdeführers seien angesichts seiner hohen Schulden und seiner anhaltenden Arbeitslosigkeit nach wie vor unsicher. Es seien bisher keine Bemühungen ersichtlich, sein Leben wieder in den Griff zu bekommen. Es bestehe im Lichte der Vorstrafen eine Rückfallgefahr für Betäubungsmitteldelikte und angesichts seiner Lebensumstände auch für Delikte gegen das Vermögen oder die körperliche Integrität. Zudem solle der Verzicht auf die Landesverweisung nach dem Willen des Gesetzgebers die Ausnahme bleiben. Der Beschwerdeführer pflege zudem keinen Kontakt zu seiner Tochter und bezahle auch keinen Unterhalt. Er habe diese schon sein mehreren Jahren nicht mehr gesehen. Er sei nicht verheiratet und der dreijährigen Beziehung zu seiner Freundin komme kein eheähnlicher Charakter zu. Der Schutzbereich von Art. 8 EMRK werde diesbezüglich nicht tangiert. Nach dem Gesagten überwögen die öffentlichen Interessen an der Landesverweisung die privaten Interessen des Beschwerdeführers an einem Verbleib in der Schweiz.