Citation: U 267/99 21.07.2000 E. 3

3.- Betreffend den streitigen Taggeldanspruch hat die Vorinstanz erwogen, mit Blick auf die lange Dauer der Arbeitsunfähigkeit sowie die fehlende Aussicht auf eine Besserung habe von der Beschwerdeführerin erwartet werden dürfen, dass sie Arbeit ausserhalb des bisherigen Aufgabenbereichs verrichte, zumal sie über keine Berufsausbildung verfüge und ohnehin nur eine ungelernte Arbeit in Betracht fiel. Unter diesen Umständen sei die Beschwerdeführerin gehalten gewesen, nach dem gescheiterten Arbeitsversuch vom 30. April 1992 und der gleichentags von ihrer Arbeitgeberin per Ende Juni 1992 ausgesprochenen Kündigung, ausserhalb des bisherigen Aufgabenbereiches eine ihrem Gesundheitszustand angepasste wechselbelastende Tätigkeit zu suchen. Dabei sei ihr eine gewisse Anpassungszeit zu gewähren, welche unter Berücksichtigung der gesundheitlichen Probleme auf vier Monate festzusetzen sei, habe die Beschwerdeführerin doch ab 1. September 1992 wieder gearbeitet. Für diese Zeit sei ihr ein Taggeld auf Grund einer Arbeitsunfähigkeit von 100 % zuzusprechen, welches nicht um den hälftigen Krankheitsanteil zu kürzen sei. Wenn die Beschwerdeführerin ab 1. September 1992 eine Teilzeittätigkeit als Raumpflegerin aufgenommen habe, bei welcher sie am Abend ganz erschöpft gewesen sei, begründe dies keinen weitergehenden Taggeldanspruch, weil ihr ab diesem Zeitpunkt eine andere, wechselbelastende Tätigkeit ohne Einschränkung ganztags zumutbar gewesen wäre. Dieser Auffassung ist beizupflichten. Was die Beschwerdeführerin hiegegen einwendet, ist nicht stichhaltig. Namentlich vermag sie aus dem Umstand, dass Dr. med. J.________, Spezialarzt FMH für physikalische Medizin und Rehabilitation, auf die Frage nach der Arbeitsfähigkeit als Näherin "ab dem 29.4.1992, zwischen 1.5.1992 und 31.8.1992 und ab 1.9.1992" geantwortet hat, dass er diese retrospektiv nicht beurteilen könne (Bericht des Dr. med. J.________ vom 11. Dezember 1996), nichts zu ihren Gunsten abzuleiten. Ebenso verhält es sich mit der im gleichen Sinne lautenden Auskunft betreffend die Arbeitsfähigkeit als Raumpflegerin. Denn diese beiden Tätigkeiten sind schon deshalb nicht massgebend, weil der Gutachter festhielt, dass erstere wegen der stereotypen unergonomischen Arbeitshaltung und letztere wegen der körperlichen Belastung des Achsenskelettes und des repetitiven Bückens ungeeignet sei und die Beschwerdeführerin in diesen Tätigkeiten höchstens zu 50 % arbeitsfähig sei. Für ganztags zumutbar hielt er demgegenüber wechselbelastende Tätigkeiten, bei welchen keine Lasten über 5 kg gehoben werden müssen und kein repetitives Bücken erfolgt (Antwort auf die Zusatzfragen vom 3. Juni 1997). Mit Blick darauf und unter Berücksichtigung des Umstandes, dass nach Auffassung des Kreisarztes aus Sicht der Unfallfolgen bereits am 29. April 1992 keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit mehr bestand, und dass die Beschwerdeführerin am 1. September 1992 eine - wenn auch ungeeignete - Tätigkeit aufgenommen hat, ist das von der Vorinstanz bestätigte Ende des Taggeldanspruches nicht zu beanstanden.