Citation: 1C_103/2014 E. 3.3

3.3. Die Vorinstanz hat zusammenfassend erwogen, beim Hochwasser von Anfang Juni 2013 sei auf der linken Uferseite des Aabachs ein Freibord von lediglich ca. 15-20 cm Höhe übrig geblieben, dies obwohl die Abflussmenge nur 31 m3 /s und nicht wie bei einem 100-jährlichen Hochwasser 50 m3 /s betragen habe. Dieses Hochwasserereignis zeige die Notwendigkeit von Hochwassermassnahmen eindrücklich auf. Die projektierten Massnahmen, nämlich das Absenken der Bachsohle und die teilweise Verbreiterung des Bachquerschnitts, seien geeignet, die Abflusskapazität zu erhöhen. Das Projekt trage zudem zur Revitalisierung des Aabachs bei und bewirke eine Aufwertung für die aquatischen Lebewesen, indem es eine strukturreichere Bachsohle mit Niederwasserrinne, Fischunterständen sowie kleinen Flachwasserzonen und eine Verbesserung der Kontaktzone Wasser-Land durch unverbaute Uferpartien vorsehe. Aus ornithologischer Sicht führe die Schweizerische Vogelschutzwarte in ihrem Kurzgutachten zwar verschiedene Nachteile auf, komme im Ergebnis jedoch zum Schluss, dass die entstehenden Verluste bei einer sorgfältigen Ausführung des Bachprojekts kompensiert werden könnten. Im kommunalen Inventar der Natur- und Landschaftsschutzobjekte sei die Bestockung des Aabachs als "Bachlauf mit markanten Ufergehölzen mit vielfältiger Gehölzflora, Wasser-, Sumpfpflanzen-, Hochstaudenried- und mageren Wiesenbeständen" aufgeführt. Die Verbreiterung des Bachquerschnitts bedinge die Entfernung der bestehenden Uferbestockung auf der rechten Bachseite, was zu einer vorübergehenden Beeinträchtigung des Schutzobjekts führe. Die Bestockung werde jedoch wieder aufgebaut und vielfältiger gestaltet, sodass im Endeffekt eine ökologische Aufwertung resultiere. Da sich die zu ersetzende Uferbestockung nicht im Schwankungsbereich des Wasserspiegels befinde, handle es sich hierbei nicht um Ufervegetation i.S.v. Art. 21 Abs. 1 NHG, weshalb auch keine Ausnahmebewilligung nach Art. 22 Abs. 2 NHG habe erteilt werden müssen.