Citation: 9C_637/2024 E. 4.4

4.4. In concreto liegen mehrere Bescheinigungen des behandelnden Hausarztes vor, die Angaben zu zeitlichen, örtlichen und medizinischen Aspekten enthalten. Dass die diagnostizierte und laut Angabe des Hausarztes schliesslich chirurgisch behandelte hochgradige Spinalkanalstenose von vornherein ungeeignet wäre, eine medizinische Indikation für die Transporte zu begründen, leuchtet nicht ein und macht (e) auch die Atupri nicht geltend. Zwar trifft zu, dass nicht jede diagnostizierte Spinalkanalstenose die Benutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln ausschliesst; dieser Umstand spricht indessen nicht (zwingend) gegen die Indikation eines Krankentransports im konkreten Fall. Diesbezüglich hatte die Atupri dem Hausarzt mit Schreiben vom 3. Juli 2023 Fragen ihres Vertrauensarztes unterbreitet. Soweit diese auf einen Spezialtransport zielen, zeugen sie - wie auch die abschliessende Stellungnahme des Vertrauensarztes im E-Mail vom 25. September 2023 - insoweit von einem unzutreffenden rechtlichen Verständnis, als Krankentransporte im Sinne von Art. 26 KLV nicht zwingend eines speziellen Fahrzeugs bedürfen, sondern auch mit einem "gewöhnlichen" Fahrzeug vorgenommen werden können (vgl. vorangehende E. 4.3). Hier stand resp. steht denn auch kein Spezialtransport oder dessen Unnötigkeit (vgl. zur fehlenden Leistungspflicht in diesem Fall SVR 2020 KV 15 67, 9C_540/2019 E. 4.1; Urteil 9C_408/2018 vom 10. September 2018 E. 4) zur Diskussion. Die nicht näher differenzierte Frage der Atupri, weshalb der Transport in einem öffentlichen oder privaten Transportmittel nicht möglich gewesen sei, beantwortete der Hausarzt mit dem Hinweis auf eine hochgradige Spinalkanalstenose (d.h. eine starke Verengung des Spinalkanals mit signifikanter Kompression des Rückenmarks) mit schliesslich operativer Sanierung sowie mit Lungen- und Herzleiden. Damit legte er zwar teilweise implizit, aber nachvollziehbar und plausibel dar, dass er aufgrund eigener Untersuchung des Versicherten nicht nur die genannten Diagnosen gestellt, sondern einen gesundheitlichen (Allgemein-) Zustand erkannt hatte, der es dem Versicherten verunmöglichte, im hier interessierenden Zeitraum die Leistungserbringer (Spital, Therapieinstitution, Hausarzt) selbstständig, d.h. mit einem öffentlichen oder eigenen Verkehrsmittel, zu erreichen. In welchem Punkt die hausärztliche Bescheinigung zwingend einer Ergänzung bedurft hätte (z.B. ausführliche Darlegung der Befundlage o.ä.), leuchtet nicht ein, führt (e) weder die Atupri noch deren Vertrauensarzt aus, und lässt auch die Vorinstanz im Dunkeln. Ein konkreter Anhaltspunkt für eine fehlende medizinische Notwendigkeit (resp. Zweckmässig- oder Wirtschaftlichkeit) der Krankentransporte ist nicht ersichtlich.