Citation: 9C_390/2022 E. 2.4.3

2.4.3. Der Vorinstanz ist keine aktenwidrige, mithin willkürliche (vgl. oben E. 2.3) Interpretation der gutachtlichen Ergebnisse vorzuwerfen. Für Arbeiten, die auf die gesundheitlichen Einschränkungen der Beschwerdeführerin Rücksicht nehmen (sog. Verweisungstätigkeiten), attestieren die Sachverständigen im Rahmen der interdisziplinären medizinischen Beurteilung eine "Arbeits- und Leistungsfähigkeit" von 90 Prozent, die sie mit einem "leicht erhöhten Bedarf an Ruhe- und Erholungspausen" begründen (Gutachten der MEDAS S. 11 Ziff. 4.7). Eine weitergehende Minderung des Rendements ist der Expertise nicht zu entnehmen. Eine zusätzliche Leistungseinschränkung müsste denn auch primär in den Grad der Arbeitsunfähigkeit einfliessen; unter dem Titel der Herabsetzung des Tabellenlohns würde sie grundsätzlich nicht noch einmal berücksichtigt (oben E. 2.4.1). Der Umstand, dass die Beschwerdeführerin einzig "körperlich nur leichte bis höchstens intermittierend mittelschwere Tätigkeiten, keine monoton-repetitiven Haltungen oder Bewegungen, Möglichkeit zu Wechselpositionen, keine gehäuften Überkopftätigkeiten" (Gutachten a.a.O.) ausüben kann, ist an sich bereits im anrechenbaren Lohnansatz abzubilden (zur Subsidiarität von lohnstatistischen Werten ["Tabellenlohn"] vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7). Hinsichtlich des bis Ende 2021 geltenden Rechts (oben E. 1) hat das Bundesgericht indes jüngst die Rechtsprechung bestätigt, wonach das Invalideneinkommen grundsätzlich anhand der Zentralwerte gemäss Schweizerischer Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik bemessen wird (BGE 148 V 174 E. 9.2). Angesichts der Vorbringen der Beschwerdeführerin ist darauf nicht weiter einzugehen. Schliesslich ist nicht ersichtlich, inwiefern das Anforderungsprofil für leidensadaptierte Tätigkeiten lohnwirksam mit den jeweiligen betrieblichen Abläufen konfligieren sollte. Mangels entsprechender Anhaltspunkte musste die Vorinstanz bei der Bemessung des Abzugs vom Tabellenlohn auch kein Risiko von schwer kalkulierbaren Arbeitsabsenzen berücksichtigen; das Gutachten sagt nicht, dass im Rahmen des "mechanisch überlastungsbedingten Schmerzsyndroms" (Gutachten S. 10 Ziff. 4.3) auch bei leidensangepassten Tätigkeiten von vornherein mit Beschwerdeschüben zu rechnen ist, die zu Absenzen führen.