Citation: I 284/05 26.10.2005 E. 2

2.1 Nach der Rechtsprechung ist bei der Verwendung statistischer Tabellenlöhne zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Sodann ist dem Umstand Rechnung zu tragen, dass weitere persönliche und berufliche Merkmale einer versicherten Person, wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität und Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad, Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können. Die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, ist von sämtlichen Umständen des konkreten Einzelfalls abhängig. Der Einfluss aller Merkmale auf das Invalideneinkommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wobei der Abzug auf höchstens 25 % zu begrenzen ist (BGE 129 V 481 Erw. 4.2.3 mit Hinweisen). Bei der Überprüfung des gesamthaft vorzunehmenden Abzugs, der eine Schätzung darstellt und kurz zu begründen ist, darf das Sozialversicherungsgericht sein Ermessen nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung (bzw. des Versicherers) setzen (BGE 126 V 81 Erw. 6 mit Hinweis). 2.2 Die Beschwerdeführerin ist wegen der bestehenden psychischen Beeinträchtigungen und der schubweise auftretenden Kopfschmerzen auch im Rahmen einer zu 50 % zumutbaren leichteren Tätigkeit in der Leistungsfähigkeit eingeschränkt, was zu einer entsprechenden Lohneinbusse Anlass geben kann. Andererseits steht ihr noch ein weiter Beschäftigungsbereich offen. Nach ärztlicher Auffassung sind ihr alle körperlich leichten, wechselbelastenden Tätigkeiten ohne Heben und Tragen von schweren Gewichten und ohne ungünstige, positionsmonotone Haltungen zumutbar. Dazu gehören etwa Kontroll- und Überwachungsarbeiten in Industrie und Gewerbe, einfache Montagearbeiten oder Maschinenbedienungsfunktionen. Solche Tätigkeiten sind im Anforderungsniveau 4 (einfache und repetitive Tätigkeiten) zahlreich und keineswegs nur im untersten Bereich dieser Kategorie vertreten. Mit einer leidensbedingten Lohneinbusse allein lässt sich daher ein Abzug vom Tabellenlohn von 20 % oder gar 25 % nicht begründen. Weil die Versicherte auch in einer angepassten Tätigkeit lediglich zu 50 % arbeitsfähig ist, besteht grundsätzlich Anspruch auf einen Abzug wegen Teilzeitbeschäftigung. Dieser entfällt jedoch, weil teilzeitbeschäftigte Frauen insbesondere bei einem Beschäftigungsgrad von 50 % proportional mehr verdienen als Vollzeitbeschäftigte. Für die im Anforderungsniveau 4 bei einem Beschäftigungsgrad zwischen 50 % und 74 % erwerbstätigen Frauen beläuft sich der statistische Mehrverdienst auf rund 7.5 % (vgl. LSE 2000, S. 24). Den Merkmalen des Alters und der Dienstjahre kommt bei der Beschwerdeführerin, welche in der massgebenden Zeit 34 Jahre alt war, keine wesentliche Bedeutung zu (vgl. LSE 2000, S. 43, Tabelle TA9, Anforderungsniveau 4, Frauen). Was schliesslich das Kriterium der Nationalität/Aufenthaltskategorie betrifft, ist davon auszugehen, dass die Versicherte über die Niederlassungsbewilligung C verfügt. Nach den Tabellenlöhnen ergibt sich für diese Aufenthaltskategorie gegenüber der Gesamtheit der im Anforderungsniveau 4 erwerbstätigen Frauen eine statistische Lohneinbusse von 3.8 % und gegenüber den in diesem Bereich erwerbstätigen Frauen schweizerischer Nationalität eine solche von 9.7 % (vgl. LSE 2000, S. 47, Tabelle TA12, Anforderungsniveau 4, Frauen). Insgesamt ergibt sich somit, dass die Abzugskriterien der leidensbedingten Beeinträchtigung und der Nationalität/Aufenthaltskategorie teilweise gegeben, die übrigen Kriterien dagegen nicht erfüllt sind. Wenn Verwaltung und Vorinstanz im Lichte der neuen Begutachtung den Abzug in Würdigung sämtlicher Umstände auf 15 % festgesetzt haben, so haben sie ihr Ermessen nicht rechtsfehlerhaft ausgeübt. Es muss daher bei der Feststellung bleiben, dass die angefochtene Invaliditätsbemessung zu Recht besteht, was zur Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde führt.