Citation: 4C.72/2004 03.06.2005 E. 5

Bei der Bemessung des Schadenersatzes geht die Vorinstanz davon aus, dass der Klägerin ein Selbstverschulden anzulasten sei, welches eine Reduktion des Schadenersatzanspruchs um rund 40 % rechtfertige. Die Klägerin beanstandet mit Anschlussberufung die Reduktion als zu hoch, und die Beklagte hält sie in ihrer Berufung für zu gering. 5.1 Zur Bemessung der Schadenersatzpflicht hat die Vorinstanz ausgeführt, der Klägerin könne der Vorwurf nicht erspart bleiben, dass sie es unterlassen habe, sich im Rahmen der Y.________-Gruppe so zu organisieren, dass insbesondere gegenüber der Y.________ Inc. eine angemessene Kontrolle hinsichtlich Finanzwesen und Management gewährleistet gewesen sei. Von Bedeutung sei dabei insbesondere, dass in den Jahren 1990 und 1991 A.________ sen., A.________ jun. und A.________ dem Verwaltungsrat der Klägerin wie auch demjenigen der Y.________ Inc. angehört hätten. Diese Organe wären deshalb verpflichtet gewesen, auch ihre Aufsichts- und Kontrollpflichten in Bezug auf die Tochtergesellschaft wahrzunehmen. Dazu seien sie umso mehr verpflichtet gewesen, nachdem C.________ im Sommer 1991 seine Tätigkeit abgeschlossen habe. Nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge sei davon auszugehen, dass ein früheres Eingreifen der Organe der Klägerin bei der Y.________ Inc. zu einer Verminderung des entstandenen Schadens hätte führen können, was der Klägerin als Selbstverschulden anzurechnen sei.