Citation: I 384/04 23.09.2004 E. 2

Streitig und zu prüfen ist der Invaliditätsgrad und die Frage, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf eine ganze Rente hat, nachdem er seit 1. Juli 2001 eine halbe Rente erhält. 2.1 Die IV-Stelle hat ihre Verfügungen hauptsächlich auf einen Arztbericht des Neurochirurgischen Konziliardienstes am Spital X._________ vom 1. März 2001, auf einen Bericht von Dr. med. M.________, Neurologie FMH, vom 27. August 2001, auf weitere Berichte des Rehabilitationszentrums der Medizinischen Klinik am Spital X.________ vom 9. Juli, 28. August und 7. Oktober 2001 sowie auf die Arztberichte von Dr. med. V.________ vom 23. November 2001 und Dr. med. R.________ vom 27. November 2001 abgestützt. Im letztgenannten Bericht diagnostizierte der Hausarzt des Versicherten chronische Rückenschmerzen, Status nach mikrotechnischer Fenestration L4/5 und Dekompression L5 bei Diskushernie rechts, eine Symptomausweitung nach erfolgter Rehabilitation, ein Hypermobilitätssyndrom und eine Schmerzfehlverarbeitung. Zudem wurde durch die IV-Stelle bei Dr. med. W.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, ein am 27. März 2002 verfasstes Gutachten eingeholt. Dieser Arzt zeigte das Missverhältnis zwischen den somatisch objektivierbaren Befunden und dem Ausmass der geklagten Beschwerden auf und stellte fest, diese Diskrepanz sei einer Schmerzfehlverarbeitung im Sinne einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung nach ICD-10 F45.4 zuzuschreiben. Dabei kam er zum Schluss, dem Versicherten sei rein medizinisch-theoretisch eine geistig nicht allzu anspruchsvolle, körperlich leichte Tätigkeit, ohne körperliche Zwangshaltungen und repetitives Lastenheben und mit der Möglichkeit, regelmässig die Körperpositionen zu wechseln, im Umfang von 50 % zuzumuten. Die Vorinstanz hat dazu erwogen, dass gesamthaft von einer 50%igen Restarbeitsfähigkeit hinsichtlich einer körperlich leichten, wechselbelastenden Tätigkeit auszugehen sei und der Versicherte nach durchgeführtem Einkommensvergleich eine 59%ige Erwerbsunfähigkeit aufweise. 2.2 Sowohl im vorinstanzlichen Verfahren wie auch in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird dagegen vorgebracht, angesichts der unvollständigen Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts sei die verbleibende Erwerbsfähigkeit des Versicherten zu hoch bewertet worden. Dies sei neben den unter sich nicht vereinbaren Beurteilungen der Arbeitsunfähigkeit in den ärztlichen Berichten darauf zurückzuführen, dass Dr. med. W.________ zwar eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % attestiert, allerdings seine Aussage postwendend relativiert habe, indem er festhalte, dass der Beschwerdeführer zeitlebens nur im grob-manuellen Bereich gearbeitet habe, über wenig schulische und berufliche Ressourcen verfüge und insgesamt die Prognose auf Grund des regressiven Verhaltens sowohl bezüglich Arbeitsfähigkeit als auch bezüglich Krankheitsverlauf ungünstig sei. Schliesslich seien bei der Berechnung des Erwerbseinkommens mit Behinderung weder der rechtsprechungsgemäss zugelassene ganze leidensbedingte Abzug von 25 % noch auf Grund der beschränkten geistigen Möglichkeiten und der manuellen Fähigkeiten sowie der psychischen Konstellation weitere Abzüge berücksichtigt worden, was bei korrekt berechnetem Durchschnittslohn einen Invaliditätsgrad von mindesten 66 2/3 % ergeben hätte. 2.3 Von einer unrichtigen Feststellung des massgebenden Sachverhalts durch das kantonale Gericht kann nicht die Rede sein. Verwaltung und Vorinstanz haben in sorgfältiger und einlässlich begründeter Würdigung der medizinischen Aktenlage zu Recht auf die überzeugenden, von der IV-Stelle eingeholten, insbesondere auf die Dr. med. W.________ in Auftrag gegebene psychiatrische Begutachtung abgestellt. Diesbezüglich kann auf die kantonalen Erwägungen verwiesen werden, da sie zutreffend festhalten, dass sich nach technisch tadellos durchgeführter Diskushernienoperation neurologische Befunde nicht hätten objektivieren lassen und aus rheumatologischer Sicht eine volle Arbeitsfähigkeit für leichte bis mittelschwere Arbeit bestehe. Sowohl der Hausarzt Dr. med. R.________ wie auch der psychiatrische Gutachter haben eine leidensangepasste Tätigkeit im Rahmen von mindestens vier Stunden bzw. 50 % als zumutbar erachtet. Auf weitere Beweisvorkehren kann daher verzichtet werden (BGE 119 V 344 Erw. 3c). Ebenfalls richtig wurde im kantonalen Entscheid ausgeführt, die durch Dr. med. W.________ angeführten Gründe wie fehlende schulische und berufliche Voraussetzungen würden eine Arbeitsfähigkeit grundsätzlich nicht ausschliessen, sondern allenfalls die Verweisungstätigkeiten in einem bestimmten Ausmass einengen, wobei der Versicherte jedoch im Rahmen der Schadenminderungspflicht gehalten sei, die attestierte Restarbeitsfähigkeit in geeigneter Weise zu verwerten. In erwerblicher Hinsicht gelangte die Vorinstanz zum Schluss, aus der Gegenüberstellung eines Valideneinkommens von Fr. 58'370.- und eines unter Berücksichtigung eines leidensbedingten Abzugs von 15 % ermittelten Invalideneinkommens von Fr. 24'176.- resultiere ein Invaliditätsgrad von 59 %. Ein Anspruch auf eine ganze Invalidenrente wurde daher zu Recht abgelehnt.