Citation: 1C_260/2016 E. 5.1

5.1. Sie verweisen auf die im Gutachten BCL vom 21. September 2012 gemessenen Ammoniakkonzentrationen. Diese hätten am Schlafzimmerfenster im ersten Obergeschoss an heissen Sommertagen 7.3 μg/m3 im Mittelwert bzw. 17.4 μg/m3 (bezogen auf die Nachtphase) erreicht; auf Bodenhöhe sei die Konzentration noch etwas höher (8.3 bzw. 20 μg/m3). An kühleren Sommertagen (22°) hätten die Konzentrationen immerhin noch 4.2 μg/m3 (Mittelwert) bzw. 10 μg/m3 (Nachtphase) auf Höhe des Schlafzimmerfensters und 5.7 bzw. 13.6 μg/m3 auf Bodenhöhe betragen. Diese Werte überstiegen die mittlere Hintergrundbelastung der Region (2.5 bis 3 μg/m3 Mittelwert) um das sechs- bis achtfache und lägen im Bereich von quellnahen Messungen (z.B. in einer Distanz von einem Viertel des Mindestabstands). Die Beschwerdeführer würden durch den nächtlichen Geruch stark belästigt und in ihrer Nachtruhe gestört. Selbst wenn die gemessenen Ammoniakkonzentrationen nicht gesundheitsgefährdend seien, belegten sie die weiträumige Verfrachtung von Luftfremd- und Geruchsstoffen aus der Tierhaltung durch Kaltluftabflüsse. Die Messergebnisse seien vergleichbar mit denjenigen von Messstellen, die den Mindestabstand gemäss FAT-Bericht um ca. 75 % unterschreiten und seien insofern geeignet, übermässige, das Wohlbefinden der Beschwerdeführer erheblich beeinträchtigende Geruchsimmissionen zu belegen. Aufgrund der täglichen Temperaturgradienten liege die Wahrscheinlichkeit einer Kaltluftverfrachtung zwischen April und Oktober bei über 90 % und zwischen November und März immerhin zwischen 20 und 40 %.