Citation: 1P.278/2003 16.07.2003 E. 3

3.1 Der Beschwerdeführer macht geltend, schon bei der ersten Einvernahme angegeben zu haben, zum fraglichen Zeitpunkt bereits in Zürich gewesen zu sein. Dies habe der Zeuge B.________ vor Obergericht bestätigt. Die Zeugin A.________ habe vor Bezirksgericht ausgesagt, ihn bereits vorher, d.h. an einem anderen Tag, auf der Autobahn gesehen zu haben. Möglich sei, dass die Zeugin die Tage verwechselt habe. Die Zeugin habe des Weitern erhebliche Ungereimtheiten in der Schilderung des Sachverhalts entdecken lassen, wie beispielsweise die Farbe des Fahrzeugs, dessen Geschwindigkeit und den Zeitpunkt, zu welchem sie das Kennzeichen memoriert haben wolle. Auch nach Lektüre der Zeugenaussage blieben erhebliche Zweifel an seiner Schuld. Das Obergericht habe nicht gebührend nach entlastenden Elementen Ausschau gehalten. Überdies erscheine die Aussage des Obergerichtes, der Angeschuldigte habe keine weiteren Entlastungszeugen angegeben, als nicht weiterführend, weil nicht der Angeschuldigte seine Unschuld, sondern der Staatsanwalt die Schuld des Angeklagten nachzuweisen habe. 3.2 Im angefochtenen Urteil wird die Verurteilung nicht mit dem Argument begründet, der Angeklagte habe seine Unschuld nicht nachgewiesen. Ebenso wenig ergibt sich aus dem Urteil, dass das Obergericht von der falschen Meinung ausgegangen wäre, der Beschwerdeführer hätte seine Unschuld zu beweisen. Vielmehr liegt dem Schuldspruch eine ausführliche Indizienkette zugrunde. Die Erwägung des Obergerichtes, welche der Beschwerdeführer anspricht (angefochtenes Urteil S. 13), stellt ebenfalls keinen Verstoss gegen den Grundsatz "in dubio pro reo" als Beweislastregel dar, hält doch das Obergericht lediglich fest: " Mit den Aussagen des Zeugen B.________ - nur nebenbei sei erwähnt, dass der Angeklagte die anderen Sitzungsteilnehmer nie erwähnt oder als Zeugen angerufen hat - können die glaubhaften und widerspruchsfreien Angaben der Zeugin A.________ jedenfalls nicht entkräftet werden." Das Obergericht würdigt damit lediglich das Verhalten des Beschwerdeführers im Verlaufe des gesamten Verfahrens und legt ihm nicht zur Last, dass er keine weiteren Entlastungszeugen aufgerufen hat. Ein Verstoss gegen die Unschuldsvermutung ist darin nicht zu erblicken. Stellt das Obergericht die Aussagen der Zeugin den Aussagen des Beschwerdeführers gegenüber und wertet es erstere als glaubwürdiger, liegt keine Umkehr der Beweislast vor.