Citation: 5A_672/2023 E. 3.1

3.1. Das Obergericht führte dazu aus, dass die KESB ihren Entscheid eingehend begründet und sich auf sorgfältige Abklärungen gestützt habe. Sie habe die in der Besprechung mit den Eltern vom 23. August 2022 und in der Anhörung vom 3. April 2023 gewonnenen Eindrücke, die Ausführungen der Beiständin sowie die Berichterstattung der Regionalen Sozialdienste U.________ (RSD) berücksichtigt. Aus den Akten gehe hervor, dass zwischen dem Beschwerdegegner und dem Kind regelmässig Kontakt bestehe. Seit der Vereinbarung vom August 2018 habe dieser Kontakt ohne längere Unterbrechung stattgefunden. Die von der Beschwerdeführerin geäusserten Befürchtungen betreffend die Unpünktlichkeit und das fehlende Interesse des Beschwerdegegners seien berücksichtigt worden. Das vertraglich vereinbarte Besuchsrecht werde dem Beschwerdegegner nicht gerecht und widerspreche dem Kindeswohl insofern, als es keine gute Beziehung des Kindes zum Beschwerdegegner fördere. Der Beschwerdegegner stehe während den Besuchen unter dauernder Beobachtung der Beschwerdeführerin und deren Eltern und müsse für alles deren Erlaubnis einholen. Ein Besuchsrecht von zwei Stunden sei zudem nicht mehr altersgerecht. Die vorgesehene sukzessive Ausweitung des Besuchsrechts in drei Phasen sei mit dem Kindeswohl vereinbar und praxiskonform. Die vorerst begleitete Ausübung des Besuchsrechts ermögliche dem Kind eine Annäherung in einem neutralen Umfeld. Ferner seien dabei Fachpersonen anwesend, die eingreifen könnten, würden sich die Bedenken der Beschwerdeführerin verwirklichen. Aktuell sei eine einvernehmliche Ausdehnung des Besuchsrechts nicht möglich, weshalb Weisungen erforderlich seien. Die Beschwerdeführerin und ihre Eltern hätten sich wiederholt und dezidiert gegen eine Ausweitung des Besuchsrechts ausgesprochen. Zudem würden sich in den Akten übereinstimmende Aussagen zu Verspätungen und Verschiebungen der Besuche durch den Beschwerdegegner finden. Deshalb würden beiden Elternteile Weisungen im Zusammenhang mit der Ausübung des persönlichen Verkehrs erteilt.