Citation: 6P.53/2005 25.07.2005 E. 4

Mit der Nichtigkeitsbeschwerde wendet sich der Beschwerdeführer gegen die Strafzumessung. Die Vorinstanz habe ihn nicht nur mit einer zu hohen Strafe belegt, sondern auch wesentliche Strafzumessungsfaktoren gar nicht bzw. zu wenig berücksichtigt und damit Art. 63 StGB verletzt. 4.1 Nach Art. 63 StGB misst der Richter die Strafe nach dem Verschulden des Täters zu. Er berücksichtigt die Beweggründe, das Vor-leben und die persönlichen Verhältnisse des Schuldigen. 4.1.1 Die Schwere des Verschuldens bildet das zentrale Kriterium bei der Zumessung der Strafe. Bei deren Bestimmung hat der Richter die Umstände der Tat (sog. Tatkomponente) zu beachten, also das Ausmass des verschuldeten Erfolgs, die Art und Weise der Herbeiführung dieses Erfolgs, die Willensrichtung, mit welcher der Täter gehandelt hat, und die Beweggründe des Schuldigen. Je leichter es für ihn gewesen wäre, das Gesetz zu respektieren, desto schwerer wiegt dessen Missachtung und damit das Verschulden. Neben diesen auf die Tat bezogenen Faktoren sind auch täterbezogene Elemente (sog. Täterkomponente) zu berücksichtigen, so das Vorleben, die persönlichen Verhältnisse des Täters, weiter aber auch sein Verhalten nach der Tat und im Strafverfahren, allenfalls gezeigte Reue und Einsicht sowie die Strafempfindlichkeit (BGE 129 IV 6 E. 6.1 S. 20; 127 IV 101 E. 2a S. 103; 117 IV 112 E. 1 S. 113 f.). 4.1.2 Dem Sachrichter steht bei der Gewichtung der genannten Strafzumessungskomponenten ein erheblicher Spielraum des Ermessens zu. Das Bundesgericht greift in diesen im Rahmen der Nichtigkeitsbeschwerde, mit der ausschliesslich eine Rechtsverletzung geltend gemacht werden kann, nur ein, wenn der kantonale Richter den gesetzlichen Strafrahmen über- oder unterschritten hat, wenn er von rechtlich nicht massgebenden Gesichtspunkten ausgegangen ist oder wenn er umgekehrt solche Faktoren ausser Acht gelassen hat und schliesslich wenn er wesentliche Kriterien in Überschreitung oder Missbrauch seines Ermessens falsch gewichtet hat (BGE 129 IV 6 E. 6.1 S. 21; 124 IV 286 E. 4a S. 295). 4.2 Der Beschwerdeführer kritisiert die Einstufung des ihm zur Last gelegten Tatverschuldens. Obschon die Vorinstanz generell auf die erstinstanzlichen Ausführungen zur Strafzumessung verweise, bezeichne sie das Ausmass des verschuldeten Erfolgs hinsichtlich der sexuellen Handlungen zum Nachteil der beiden zur Tatzeit noch nicht 16jährigen Mädchen als erheblich. Die erste Instanz spreche in diesem Zusammenhang indes lediglich von einem nicht allzu grossen Ausmass des verschuldeten Erfolgs. Diese abweichende Beurteilung des Tatverschuldens erfolge ohne nähere Begründung. Nach dem Dafürhalten der Vorinstanz legte die erste Instanz die Grundsätze der Strafzumessung gemäss Art. 63 StGB richtig dar, weshalb jene darauf verwiesen hat. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers umfasst der fragliche Verweis jedoch nicht auch die von der ersten Instanz vorgenommene konkrete Bewertung seines Tatverschuldens. Die diesbezügliche Kritik geht mithin an der Sache vorbei. Im Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass die Vorinstanz nachvollziehbar begründet hat, weshalb sie das Ausmass des verschuldeten Erfolgs in Bezug auf die dem Beschwerdeführer zur Last gelegten Straftaten der sexuellen Handlung mit Kindern und der sexuellen Nötigung als erheblich betrachtete. Vor diesem Hintergrund ist eine Ermessensverletzung durch die Vorinstanz nicht ersichtlich. 4.3 Soweit der Beschwerdeführer beanstandet, die Vorinstanz habe sein Vorleben bzw. seine Lebensumstände zum Tatzeitpunkt nicht gewürdigt, erweist sich seine Beschwerde ebenfalls als unbegründet, zumal die Vorinstanz sein Leben im Wohnwagen und die Trennungssituation, in welcher sich der Beschwerdeführer mit seiner früheren Ehefrau zur Tatzeit befand, bei der Strafzumessung nicht übersehen hat. 4.4 Unbegründet ist die Beschwerde schliesslich auch insofern, als der Beschwerdeführer rügt, die Vorinstanz habe seiner Strafempfindlichkeit nicht gebührend Rechnung getragen. Mit seiner Argumentation verkennt der Beschwerdeführer, dass die Verbüssung einer Freiheitsstrafe für jeden in ein familiäres und berufliches Umfeld eingebetteten Angeschuldigten mit einer gewissen Härte verbunden ist. Als unmittelbar gesetzmässige Folge jeder Sanktion darf diese Konsequenz daher nur bei Vorliegen aussergewöhnlicher Umstände erheblich strafmindernd wirken (Hans Wiprächtiger, Basler Kommentar, Strafgesetzbuch I, Basel 2003, Art. 63 N. 96, mit Hinweisen; vgl. auch BGE 119 IV 125 E. 3b). Solche aussergewöhnlichen Umstände sind im vorliegenden Fall nicht ersichtlich und werden vom Beschwerdeführer auch nicht geltend gemacht. Die Vorinstanz ist daher angesichts der neuen familiären und beruflichen Verhältnisse des Beschwerdeführers zu Recht von einer erhöhten, nicht aber von einer besonderen Strafempfindlichkeit ausgegangen. Die Rüge erweist sich mithin als unbegründet. 4.5 Der Beschwerdeführer macht geltend, dass die Vorinstanz trotz des Freispruchs vom Vorwurf der Vergewaltigung die von der ersten Instanz ausgefällte Strafe lediglich um ein Jahr reduziert habe. Insofern habe sie diesem Freispruch bei der Strafzumessung zu wenig Rechnung getragen und eine überhöhte Strafe ausgesprochen. Die erste Instanz hat den Beschwerdeführer zu einer Zuchthausstrafe von drei Jahren verurteilt. Unter Berücksichtigung des Freispruchs vom Vorwurf der Vergewaltigung und der konkreten Strafzumessungskriterien hielt die Vorinstanz eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren Zuchthaus für schuldangemessen. Eine weitere Strafreduktion hat sie ausgeschlossen, zumal sie die von der ersten Instanz ausgesprochene Freiheitsstrafe unter Einbezug des Schuldspruchs der Vergewaltigung tendenziell als zu mild erachtete. Diese Beurteilung bewegt sich im Bereich des dem Strafrichter zustehenden Ermessens. Der Beschwerdeführer zeigt in dieser Hinsicht nicht auf, inwiefern dieses Ermessen verletzt sein könnte. Die ausgesprochene Strafe steht daher mit Bundesrecht im Einklang. 4.6 Die Vorinstanz hat auch die weiteren für die Strafzumessung relevanten Gesichtspunkte gewürdigt, ohne dass eine Ermessensverletzung vorliegt. Auf ihre zutreffenden Ausführungen kann verwiesen werden.