Citation: 4A_35/2021 E. 5.1.4

5.1.4. Nicht zu hören ist auch die Rüge, es sei zu prüfen, ob die abgerechneten Kosten angefallen, notwendig und angemessen seien. 5.1.4.1. Nachdem die Klägerin in der Berufung Rz. 144 anerkennt, zwischen dem 3. Januar 2003 (Unterzeichnung TU-Vertrag mit Preisrahmen von Fr. 10 - 14 Mio.) und 11. Juli 2003 (Projektsitzung 2; Globalpreisabrede) seien Zusatzaufträge erteilt worden (sie behauptete den Gesamtpreis von Fr. 19 Mio.), anerkennt sie in Rz. 145 zusätzlich, dass sie nach dem 11. Juli 2003 gewisse kleinere Zusatzaufträge erteilt hat. Für diese habe sie (ohne Rechtspflicht) Fr. 475'157.-- bezahlt. Danach führt sie in Ziff. 146 (auf die sie in der Beschwerde verwies) aus, einen Anspruch auf einen höheren Werklohn hätte die Beschwerdegegnerin einzig, sofern sie substanziiert behauptet und nachgewiesen hätte, dass die Mehrkosten durch von der Klägerin bestellte Zusatzleistungen verursacht und diese nach dem 11. Juli 2003 erteilt worden seien und zudem den Akontobetrag von Fr. 475'157.-- überstiegen. Oder (sofern das Gericht den Bestand einer Globalpreisabrede nicht als erwiesen erachten sollte) diese nach dem 3. Januar 2003 erteilt worden seien und die im Gesamtbetrag anerkannten bzw. bezahlten Zusatzaufträge von Fr. 5 Mio. und Fr. 475'157.-- überstiegen. Es geht darum, ob und wann die Bestellungen erteilt wurden und auf welche Höhe die Leistungen kommen, von denen sich nachweisen lässt, dass sie bestellt wurden. 5.1.4.2. In Ziff. 235 der Berufung führt die Klägerin aus, die Erstinstanz habe diverse (in Rz. 234 spezifizierte) Forderungen ohne nähere Begründung als ausgewiesen erachtet, sie habe ihr aber diverse von der Beschwerdegegnerin zurückbehaltene Rabatte gutgeschrieben. Die Klägerin fährt in der nächsten Ziffer zwar fort, sie habe Bestand und Umfang dieser Forderung bestritten. Danach hält sie aber fest, vorab habe die Erstinstanz festgestellt, dass bezüglich Bestandesaufnahme, Planungskosten, Kostenvoranschlag usw. ein Globalpreis vereinbart worden sei. Eine Abrechnung nach Aufwand scheide folglich aus. 5.1.4.3. Aus den zitierten Passagen geht nicht hinreichend deutlich hervor, dass nach Ansicht der Klägerin die Vorinstanz zu prüfen hatte, ob die abgerechneten Kosten angefallen, notwendig und angemessen seien, für den Fall, dass sie zum Schluss gelangen sollte, der Nachweis der Bestellung der Leistungen sei gelungen (dies kann ohne Willkür aus dem Vorbringen, sie seien im von der Klägerin behaupteten Globalpreis enthalten, abgeleitet werden) und sie würden nicht vom Globalpreis bezüglich Bestandesaufnahme, Planungskosten, Kostenvoranschlag usw. erfasst. Den Anforderungen an eine Ausschöpfung des Instanzenzuges genügt die Beschwerdeführerin in Bezug auf diese Beanstandungen nicht. Darauf ist nicht einzutreten.