Citation: I 654/05 22.11.2006 E. 6.4

6.4.1 Nach dem Gesagten genügen die Gutachten der Dres. med. B.________ vom 20. Juni 2003 und A.________ vom 26. Juni 2003 nicht, um daraus für den Zeitpunkt des Einspracheentscheides (3. Juni 2004) eine 75%ige Arbeitsfähigkeit in angepassten Tätigkeiten ableiten zu können. Die kurze Ergänzung des Dr. med. B.________ zu Handen der SUVA vom 6. Oktober 2003, wonach er die Zumutbarkeit der Arbeitszeit eher bei 75 % sehe, vermag hieran nichts zu ändern. 6.4.2 Die übrigen in den IV- und UV-Akten liegenden ärztlichen Berichte vermögen die Unklarheiten und Widersprüche dieser Expertisen nicht auszuräumen. Die Berichte der Rehaklinik L.________ vom 21. November 2002 und 2. Juni 2003, des Spitals N.________, Handchirurgie, vom 13. Januar 2003, des Dr. med. H.________, Handchirurgie/Orthopädie FMH, Regionalspital X.________, vom 27. März 2003 sowie des SUVA-Kreisarztes Dr. med. R.________, FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, vom 11. Juli und 4. November 2003 äusserten sich insbesondere nicht zu den Beschwerden in der linken Schulter- und dorsalen Thoraxregion (Erw. 6.1 hievor). Hievon abgesehen fehlte diesen Ärzten - mit Ausnahme der Rehaklinik L.________ - in psychiatrischer Hinsicht die Fachkompetenz. Die Rehaklinik L.________, wo ein psychosomatisches Konsilium vom 12. Oktober 2002 erstellt wurde, führte im Zusatz-Bericht vom 2. Juni 2003 aus, leichte Arbeit im Rahmen einer Einhändertätigkeit sowie eine Arbeit mit überwiegend Überwachungsfunktion sei der Versicherten ganztags zumutbar. Indessen besteht zum Gutachten des Dr. med. A.________ vom 26. Juni 2003 (hievor) eine Diskrepanz, da die Rehaklinik L.________ am 12. Oktober 2002 eine psychische Störung von Krankheitswert verneint und auch im Bericht vom 2. Juni 2003 die Beschwerden in psychischer Hinsicht anders als Dr. med. A.________ beschrieben hat (vgl. Erw. 5.1.2 und 6.2.2 hievor). Hiezu ist festzuhalten, dass die Angaben der Rehaklinik L.________ auf ihren bereits im September/Oktober 2002 vorgenommenen Abklärungen beruhen und damit nicht aktuell sind. Weiter hat sie am 2. Juni 2003 ausgeführt, die Situation im Bereich des rechten Handgelenks sollte bezüglich weiterer therapeutischer (inklusive invasiver) Massnahmen medizinisch noch weiter abgeklärt werden; eine abschliessende Zumutbarkeitsbeurteilung sei zum jetzigen Zeitpunkt noch verfrüht. Die Handchirurgie des Spitals N.________ erachtete am 13. Januar 2003 leichte Arbeiten vorwiegend mit der linken Hand zu 8 Stunden im Tag ausführbar. Sie ging unter anderem von einem Sekundärgewinn (Hilfe durch Tochter), starkem Selbstmitleid und mangelnder Selbstverantwortung der Versicherten aus. Die Aktenlage ist indessen psychiatrischerseits nicht rechtsgenüglich geklärt (Erw. 6.2 hievor). Zudem ist auch diesbezüglich zu beachten, dass die letzte Untersuchung im Spital N.________ am 14. Juni 2002 stattfand, weshalb nicht von einer aktuellen Beurteilung gesprochen werden kann. 6.4.3 Die IV-Stelle hat deshalb eine erneute Abklärung in somatischer und psychischer Hinsicht zu veranlassen und die notwendigen Engliederungs- bzw. Rehabilitationsmassnahmen durchzuführen (vgl. Art. 7 und 16 ATSG; BGE 126 V 243 Erw. 5 mit Hinweisen; Urteile K. vom 6. Juni 2006 Erw. 7.2.2, I 22/05, T. vom 26. Juli 2005 Erw. 4.2, I 351/05, W. vom 22. Januar 2004 Erw. 2.2, U 83/03, und A. vom 23. August 2002 Erw. 2.2.3, U 274/01). Die Arbeits(un)fähigkeit und die Behinderung im Haushalt können erst danach beurteilt werden. Erforderlichenfalls wird die IV-Stelle eine neue Abklärung im Haushalt durchzuführen haben, welche die medizinisch festgestellten Beeinträchtigungen berücksichtigt (BGE 130 V 61 f. Erw. 6.1.1). Diesbezüglich ist festzuhalten, dass bei Vorliegen psychischer Störungen der ärztlichen Einschätzung der Behinderung im Aufgabenbereich in der Regel grösseres Gewicht zukommt, falls eine Diskrepanz zum Ergebnis der Haushaltabklärung vorliegt (AHI 2004 S. 139 Erw. 5.3; erwähntes Urteil I 351/05 Erw. 4.2). Gestützt auf die getätigten Abklärungen und Massnahmen wird die IV-Stelle über den Rentenanspruch neu zu befinden haben. Die IV-Stelle wird in diesem Rahmen auch die von der SUVA vorzunehmenden medizinischen Abklärungen (vgl. heutiges Urteil im Verfahren U 303/06 Eerw. 6.3) konsultieren können.