Citation: 2C_620/2021 E. 3.2.1

3.2.1. Aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör ergibt sich, dass die zuständige Behörde, den Rechtsvertreter der betroffenen Person beiziehen und über die geplante Administrativhaft und deren Gründe informieren muss (vgl. BGE 144 I 253 E. 3.2; 132 V 443 E. 3.3; MARTIN BUSINGER, Ausländerrechtliche Haft, 2015, S. 284; HUGI YAR, a.a.O., Rz. 10.40 mit Hinweisen auf die Rechtsprechung). Nach der Praxis des EGMR zu Art. 5 Ziff. 2 EMRK umfasst die Informationspflicht alle wesentlichen rechtlichen und tatsächlichen Gründe für die Festnahme; die Aufklärung über die Haftgründe kann mündlich oder schriftlich erfolgen; die Informationspflicht ist erfüllt, wenn die notwendigen Erklärungen im Verlauf der Befragung vermittelt werden; eine vorgängige Anhörung dürfte häufig praktisch kaum möglich sein. Zur Gewährleistung des rechtlichen Gehörs genügt, wenn sich die betroffene Person zum Zeitpunkt der Haftanordnung zu dieser äussern kann (BUSINGER, a.a.O., S. 225; vgl. das Urteil 2C_549/2021 vom 3. September 2021 E. 3.3 u. 3.4.6).