Citation: 2C_1008/2022 E. 3.1.4

3.1.4. Die vorinstanzliche Ermessensbetätigung ist nicht zu beanstanden: So durfte und musste die Vorinstanz namentlich berücksichtigen, dass der Steuerpflichtigen mehrfach Gelegenheit eingeräumt worden war, sich zur Stellungnahme der ESTV vom 20. Mai 2021 zu äussern, die Steuerpflichtige davon aber erst im allerletzten Zeitpunkt Gebrauch machen will. Ebenfalls entscheidrelevant ist, dass die Vernehmlassung vom 20. Mai 2021 lediglich drei Seiten umfasst, wobei der weit überwiegende Teil aus der blossen Rekapitulierung der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zum Thema "A-Post Plus" besteht. Nachdem die Steuerpflichtige - zumindest dem Grundsatze nach - schon in ihrer Eingabe vom 6. Mai 2021 (vorne E. 1.3.1) dargelegt hatte, weshalb sie die Beschwerdefrist als gewahrt erachte, hätte es ihr Rechtsvertreter damit bewenden lassen können, die Sichtweise der ESTV in kurzen Zügen zu widerlegen. Dies erforderte weder weitreichende Abklärungen noch tiefgreifende juristische Erörterungen. Darüber hinaus durfte die Vorinstanz auch das Beschleunigungsgebot (Art. 29 Abs. 1 BV; BGE 144 I 318 E. 7.1; 135 I 265 E. 4.4) nicht aus den Augen verlieren, zumal - wie die Steuerpflichtige wissen dürfte - die Festsetzungsverjährung bezüglich der Steuerperiode 2012 am 1. Januar 2023 eintreten wird (Art. 42 Abs. 6 des Bundesgesetzes vom 12. Juni 2009 über die Mehrwertsteuer [MWSTG 2009 SR 641.20]).