Citation: 6B_1145/2022 E. 2.1

2.1. Die Beschwerdeführerin moniert die Kostenverlegung für das erstinstanzliche Verfahren eventualiter für den Fall, dass es "beim aktuellen Schuldpunkt" bleibt. Zur Begründung bringt sie im Wesentlichen vor, dass die Vorinstanz nur die Hälfte der erstinstanzlichen Kosten verlege. Offen bleibe, was mit der anderen Hälfte zu geschehen habe, womit keine sachgerechte Beschwerde möglich sei. Es sei denn auch nicht zulässig, dem Beschwerdegegner die Verfahrenskosten nur teilweise aufzuerlegen. Zwar behaupte die Vorinstanz, der Vorwurf des Hausfriedensbruchs habe einen gewissen prozessualen Mehraufwand begründet. Es sei aber nicht ersichtlich, "auf wen sie dies bezieh[e]", respektive habe sich das Gericht nicht merklich mit diesem Vorwurf, bei dem es sich um eine blosse Begleiterscheinung der Verletzung des Geheim- oder Privatbereichs [durch Aufnahmegeräte] handle, befassen müssen. Zudem habe der Beschwerdegegner durch das Betreten des Grundstückes trotz Hausverbots und das dortige Fotografieren eine "klassische Persönlichkeitsverletzung" im Sinne von Art. 28 ZGB begangen und damit das Verfahren betreffend Hausfriedensbruch schuldhaft verursacht. Entsprechend hätte die Vorinstanz mindestens die Anwendbarkeit von Art. 426 Abs. 2 StPO prüfen müssen. Indem sie dies nicht getan habe, habe sie ihr rechtliches Gehör verletzt und sei eine sachgerechte Anfechtung wiederum nicht möglich. Der Beschwerdegegner sei überdies "in die ganzen Parteikosten zu verpflichten". Sie, die Beschwerdeführerin, habe im obergerichtlichen Beschwerdeverfahren xxx, mit dem die zu Unrecht erlassene Einstellungsverfügung aufgehoben worden sei, vollständig obsiegt. Daran ändere auch ein späterer teilweiser Freispruch nichts. Die Ermittlungen seien auch in Bezug auf den Hausfriedensbruch "an die Vorinstanz" zurückgewiesen worden. Da der Beschwerdegegner schliesslich verurteilt worden sei, habe er für diese Kosten aufzukommen. Die Vorinstanz begründe mit keinem Wort, weshalb sie trotz vollständigem Obsiegen im Beschwerdeverfahren nur Anspruch auf eine hälftige Parteientschädigung habe. Eine sachgerechte Beschwerde sei nicht möglich. Da der Beschwerdegegner gestützt auf Art. 426 Abs. 2 StPO in der Sache selbst "vollständig in die erstinstanzlichen Kosten" hätte verurteilt werden müssen, gelange Art. 433 Abs. 1 lit. b StPO zur Anwendung, womit er für sämtliche Kosten aufzukommen habe. Da sie, die Beschwerdeführerin, nicht zur Übernahme erstinstanzlicher Kosten verpflichtet worden sei und der Kostenpunkt den Entschädigungspunkt präjudiziere, habe sie Anspruch auf eine volle Entschädigung durch den Beschwerdegegner. Auch sei es nicht sachgerecht, den Vorwurf des Hausfriedensbruchs mit jenem der Verletzung des Geheim- und Privatbereichs gleichzusetzen, zumal die Vorinstanz selber erwäge, dass der Hausfriedensbruch lediglich einen "gewissen Mehraufwand" bedeutet habe. Entsprechend habe sie erstinstanzlich zu 3/4 obsiegt und damit Anspruch auf eine Entschädigung im Umfang von Fr. 6'186.00. Schliesslich werde in der Begründung ausgeführt, dass ihr "noch" ein Anspruch von Fr. 2'912.95 zustehe, während im Dispositiv eine Parteientschädigung von Fr. 4'124.45 zugesprochen werde. Die Begründung sei nicht nachvollziehbar und eine sachgerechte Beschwerde wiederum nicht möglich.