Citation: U 548/06 20.09.2007 E. 6

6.1 Das kantonale Gericht hat sodann auch den adäquaten Kausalzusammenhang zwischen den Erlebnissen in Thailand und dem psychischen Schaden verneint. Beurteilt nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung sei der Vorfall vom 26. Dezember 2004 nicht geeignet, eine psychische Störung mit vollständiger Arbeitsunfähigkeit zu bewirken. Wer überraschend eine gefährliche Situation auf sich zukommen sehe, dieser aber ohne weiteres noch rechtzeitig entgehen könne, erhole sich normalerweise rasch vom Schreck. 6.2 Im vorliegenden Fall gilt es indessen zu beachten, dass nach der Erfahrung des Lebens bei Personen wie der Beschwerdeführerin, die in Folge eines Schreckereignisses einen psychischen Schock erlitten haben, die anschliessende Zeit in einem fremden Land und ohne professionelle Hilfe in chaotischen Verhältnissen verbringen müssen, wie sie damals auf der kleinen Insel, aber auch in Phuket sowie auf dem Flughafen geherrscht haben und zudem - laut Bericht der Psychiatrischen Klinik Y.________ vom 11. Mai 2005 - mit von Gewalt geprägten Jugenderinnerungen belastet ist, mit psychischen Beschwerden zu rechnen ist. Es kann daher mit Blick auf die zu berücksichtigende weite Bandbreite von Versicherten im Rahmen der Adäquanzbeurteilung nicht von einer aussergewöhnlichen, singulären Reaktion psychogener Art auf erlittene Schreckereignisse gesprochen werden, bei welcher die Kausalität zu verneinen wäre (Urteil U 193/06 vom 20. Oktober 2006).