Citation: 6B_668/2020 E. 1.3

1.3. Die Vorinstanz erwägt, der Beschwerdeführer bestreite nicht, mit 106 km/h (vor Abzug der Toleranz von 6 km/h) gefahren zu sein, als er das vor ihm fahrende Fahrzeug überholt habe. Er habe angegeben, er sei in Eile gewesen, habe eine andere Strecke als üblich genommen und diese nicht gekannt. Im Dorf sei eine 30er Zone gewesen, deren Ende er aufgrund einer Bodenmarkierung wahrgenommen habe. Wegen seiner Eile habe er den vor ihm fahrenden BMW überholt, der seiner Meinung nach zuvor bereits zu langsam unterwegs gewesen sei. Dann habe es "geblitzt". Die Angabe des Beschwerdeführers, er habe gedacht, er befinde sich in einer 80er Zone, wertet die Vorinstanz als Schutzbehauptung. Der Beschwerdeführer habe das Ende der 30er Zone bemerkt. Eine 30er Zone gehe nie direkt in eine 80er Zone über, was dem Beschwerdeführer als versiertem Autofahrer, der nach eigenen Angaben 40'000 bis 50'0000 Kilometer jährlich zurücklege, ohne Weiteres bekannt gewesen sei. Die Vorinstanz führt weiter aus, die Aufhebung der 30er Zone werde auf dem betreffenden Strassenabschnitt mittels einer Bodenmarkierung und zusätzlich durch eine Signalisationstafel angezeigt. In Sichtweite sei die Signalisation "50 generell" gut sichtbar aufgestellt. Nach dieser Tafel befinde sich auf der linken Strassenseite ein Feld. Auf der rechten Seite setze sich die bereits im Dorf beginnende Häuserreihe fort. Der Beschwerdeführer als versierter Autofahrer habe ohne Weiteres erkennen können, dass es sich um ein Wohngebiet und nicht um eine 80er Zone handle. Hinzu komme, dass das vor ihm fahrende Fahrzeug nicht so stark beschleunigt habe, wie dies ausserorts bei erlaubten 80 km/h der Fall gewesen wäre. Es liege angesichts dieser konkreten Umstände ausserhalb einer vernünftigen Betrachtungsweise, dass sich der Beschwerdeführer in einer Tempo-80-Zone gewähnt habe (angefochtenes Urteil S. 4 f.).