Citation: 4A_84/2023 E. 2.2.2

2.2.2. Die Beschwerdeführerin rügt, die Vorinstanz lege das Erfordernis des Sachzusammenhangs im Zusammenhang mit der unzulässigen Doppelvertretung zu eng aus und verletze damit Art. 12 lit. c BGFA. Es brauche entgegen der Vorinstanz keinen "gleichen" Zusammenhang zwischen den beiden Verfahren, da ein Zusammenhang nicht "gleich" sein könne; entweder bestehe der Zusammenhang oder er bestehe nicht. Massgebend sei die Tatsache, ob es zwischen den Verfahren, in denen der Anwalt für oder gegen eine Person tätig sei, einen Sachzusammenhang gebe. Diese Rüge bleibt beim Wortlaut stehen. Aus dem angefochtenen Entscheid geht klar hervor, dass die Vorinstanz die Rechtsprechung des Bundesgerichts nicht verkannt hat. Sie kam dabei zum Ergebnis, dass es bei den von der Beschwerdeführerin angerufenen Verfahren um "zwei gänzlich verschiedene Sachverhalte" gehe. Während es bei der Derivative Action um allfällige Treuepflichtverletzungen von C.________ gegenüber der G.________ GmbH gehe (die Beschwerdeführerin soll der G.________ GmbH überhöhte Preise für die Entwicklung der Software verrechnet haben), gehe es im vorliegenden Verfahren um die Durchsetzung von Aktionärsrechten bei der Beschwerdeführerin (C.________ soll seine Pflichten als Verwaltungsrat der Beschwerdeführerin im Zeitpunkt des Abschlusses des Sale and Contribution Agreements verletzt haben). Die zu hohen oder zu tiefen Preise würden sich jeweils auf andere Produkte, Zeiten und Handlungen beziehen. Inwiefern diese Verfahren einen sachlichen Zusammenhang aufweisen würden, werde weder substanziiert dargelegt, noch ergebe sich dies aus den Akten, zumal sich das Gesuch um Anordnung einer Sonderprüfung - im Unterschied zu einer Verantwortlichkeitsklage - ausschliesslich gegen die Gesellschaft (die Beschwerdeführerin) richte und nicht gegen C.________. Gegen diese Erwägungen behauptet die Beschwerdeführerin bloss, dass ein Sachzusammenhang "offensichtlich" bestehe und wiederholt, dass der Sachzusammenhang im "treu- und rechtswidrigen Verhalten" von C.________ bestehe. Sie setzt sich damit nicht hinreichend mit den Erwägungen der Vorinstanz auseinander (Erwägung 1.4), geschweige denn zeigt sie rechtsgenüglich auf, inwiefern die Vorinstanz Bundesrecht verletzt haben soll, als sie einen Sachzusammenhang der beiden Verfahren verneinte.