Citation: 2C_390/2020 E. D

D.a. Dagegen wandten die Steuerpflichtigen sich an das Verwaltungsgericht des Kantons Thurgau, wobei sie beantragten, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und die Veranlagungen dahingehend zu korrigieren, dass der Liquidationsgewinn von Fr. 7'439.-- privilegiert besteuert werde. D.b. Zur Begründung führten sie an, der Ehemann sei seit längerer Zeit hauptberuflich in unselbständiger Erwerbstätigkeit tätig. Er habe seine selbständige Erwerbstätigkeit in der Steuerperiode 2010 aufgegeben und anschliessend das Geschäftsvermögen veräussert. Dies habe sich bis gegen November 2011 hingezogen, nicht aber bis in den August 2012, wie die Steuerrekurskommission angenommen hatte. Der Steuerpflichtige habe die letzten Verkäufe im Jahr 2011 getätigt und verbucht, worauf er die drei verbliebenen Grundstücke im November 2011 zum Verkehrswert in sein Privatvermögen überführt und die Buchhaltung per Ende 2011 geschlossen habe. Er verweise hierzu auf die Verbuchung und die Deklaration in den nachfolgenden Steuererklärungen. Es wäre durchaus möglich gewesen, erklärten die Steuerpflichtigen, weiterhin im Bauernhaus zu wohnen. Sie hätten sich aber zum Umzug in ihr Einfamilienhaus entschieden, das sie im Jahr 2003 als Kapitalanlage erworben hätten. Der Verkauf der drei Grundstücke habe nichts mit einer Aufgabe der selbständigen Erwerbstätigkeit zu tun. D.c. Das Verwaltungsgericht wies die Beschwerde ab (Entscheid VG.2019.130/E vom 22. Januar 2020). Es erkannte, das Vorliegen einer Privatentnahme müsse insbesondere dann verneint werden, wenn ein Objekt bereits kurze Zeit nach der Überführung veräussert werde. Vorliegend spreche die kurze Zeit zwischen der angeblichen Privatentnahme (November 2011) und der Veräusserung (August 2012) gegen eine "dauerhafte Dienstbarmachung der Grundstücke für private Zwecke". Wenn es sich beim Einfamilienhaus um ein Renditeobjekt handeln soll, wie die Steuerpflichtigen vorbrächten, sei nicht nachvollziehbar, weshalb sie die drei "Hausparzellen" dennoch verkauft hätten. Ihren eigenen Angaben zufolge sei der Verkauf "nur mit Mühe" gelungen. Sie hätten einen Mäkler beigezogen, was zu Kosten von Fr. 40'000.-- geführt habe. Dies weise daraufhin, dass der Verkauf von Anbeginn weg geplant worden sei, ebenso der Umstand, dass das Einfamilienhaus bis im November 2012 renoviert worden sei. Im Ergebnis zeige sich, dass die Steuerpflichtigen bereits im November 2011 nicht (mehr) beabsichtigt hätten, die drei Grundstücke dauerhaft zu halten, was eine Privatentnahme ausschliesse. Entsprechend seien die drei Grundstücke bis zum 2. August 2012 im Geschäftsvermögen verblieben und fielen die in der Steuerperiode 2010 realisierten stillen Reserven von Fr. 7'439.90 aus dem Anwendungsbereich der privilegierten Besteuerung.