Citation: 5A_615/2015 E. 4.4.2

4.4.2. Sinngemäss macht die Beschwerdeführerin geltend, die Vorinstanz habe nicht konkret festgestellt, mit welchen Anstellungen in den in Frage kommenden Branchen Pflege und Verkauf sie einen Lohn in dieser Höhe erzielen kann. Die Rüge ist begründet. Wie dargelegt worden ist (E. 3), muss das Gericht nicht nur beurteilen, welche Tätigkeit aufzunehmen der Beschwerdeführerin zugemutet werden kann, sondern auch konkret feststellen, welche Tätigkeiten bzw. welche Stellen für die Beschwerdeführerin beim angenommenen Lohn tatsächlich möglich sind (BGE 137 III 118 E. 3.2). Die diesbezüglichen Erwägungen der Vorinstanz sind im besten Falle unklar. Einerseits ist von einem möglichen Einkommen von Fr. 2'500.-- die Rede, als die Hälfte dessen, was die Beschwerdeführerin in der Praxis ihres Ehemanns verdient hat, und anderseits von einem maximal zumutbaren Arbeitspensum von 35 %. Wie die Beschwerdeführerin zutreffend festhält, führte die Kombination dieser beiden Elemente umgerechnet auf eine Vollzeitstelle zu einem monatlichen Einkommen von Fr. 7'140.--. Dem vorinstanzlichen Entscheid lassen sich keine tatsächlichen Feststellungen entnehmen, aus denen sich ergibt, dass die Beschwerdeführerin eine reale Möglichkeit hat, in den Branchen Pflege oder Verkauf bei einem Arbeitspensum von 35 % Fr. 2'500.-- pro Monat zu verdienen. Mithin hat die Vorinstanz der Beschwerdeführerin ohne die erforderlichen Feststellungen ein hypothetisches Einkommen angerechnet. Das ist offensichtlich unhaltbar. Die Behauptung des Beschwerdegegners, wonach es sich beim Betrag um einen Pauschalbetrag handelt, der keinen Bezug zum Beschäftigungsgrad von 35 % aufweist, verfängt nicht. Die Grundsätze über die Ermittlung des hypothetischen Einkommens stehen einer solchen Pauschalierung im Weg und verlangen danach, dass sich das Gericht konkret damit befasst, welches Einkommen die Beschwerdeführerin mit dem ihr zugemuteten Beschäftigungsgrad erzielen kann (E. 3). Im Übrigen kritisiert der Beschwerdegegner zwar die Annahme der Vorinstanz, wonach die Beschwerdeführerin bloss zu 35 % erwerbs tätig sein kann. Darauf ist von vornherein nicht einzutreten, denn der Beschwerdeführer hat sich gegen den angefochtenen Entscheid nicht gewehrt; das Bundesgerichtsgesetz kennt keine Anschlussbeschwerde (zu den hier nicht gegebenen Ausnahmefällen vgl. BGE 138 V 106 E. 2 S. 110 f.). Dasselbe gilt für die Annahme des Beschwerdegegners, wonach das Gericht die Annahme eines tieferen hypothetischen Einkommens möglicherweise mit höheren hypothetischen Mietzinseinnahmen kompensiert hätte.