Citation: 2C_523/2017 E. 2.2

2.2. Eine Verletzung der Mitwirkungspflicht, die gemäss Art. 63 Abs. 1 lit. a in Verbindung mit Art. 62 lit. a AuG zum Widerruf der Bewilligung führen kann, liegt vor, wenn die ausländische Person oder ihr Vertreter im Bewilligungsverfahren falsche Angaben gemacht oder wesentliche Tatsachen verschwiegen hat, d.h. sie bei den Behörden einen falschen Anschein über Tatsachen erweckt oder (durch Verschweigen) aufrechterhalten hat, von denen sie vernünftigerweise wissen musste, dass sie für den Bewilligungsentscheid von Bedeutung sein könnten bzw. sein würden (vgl. BGE 142 II 265 E. 3.1 S. 266; 135 II 1 E. 4.1 S. 5; Urteil 2C_1115/2015 vom 20. Juli 2016 E. 4.1, mit zahlreichen Hinweisen). Die ausländische Person trifft im Bewilligungsverfahren ohne ausdrückliche entsprechende Befragung seitens der Behörden keine generelle Pflicht, auf die Existenz von vor- oder ausserehelichen Kindern im Ausland hinzuweisen; dies ist nur soweit erforderlich, als deren Existenz für den ausländerrechtlichen Status nicht nur potentiell, sondern aufgrund sämtlicher Umstände auch konkret als wesentlich zu gelten hat. Ausschlaggebend ist demnach nicht das (alleinige) Verschweigen von vor- oder ausserehelichen Kindern, sondern der dadurch indizierte Verdacht, dass im Heimatland eine parallel gelebte Beziehung bestand. Durch das Verschweigen einer parallel gelebten Beziehung hält die ausländische Personen den falschen Anschein einer tatsächlichen, monogam gelebten Ehegemeinschaft mit einer Schweizer Bürgerin oder einem Schweizer Bürger aufrecht, weshalb dieser Tatbestand zu einem Widerruf der ausländerrechtlichen Bewilligung gestützt auf Art. 62 Abs. 1 lit. a AuG (Aufenthaltsbewilligung) oder Art. 63 Abs. 1 lit. a in Verbindung mit Art. 62 Abs. 1 lit. a AuG (Niederlassungsbewilligung) führt (BGE 142 II 265 E. 3.2 S. 267; Urteil 2C_1115/2015 vom 20. Juli 2016 E. 4.2.1). Der Beschwerdeführer hatte den Behörden die Geburt seiner vor- und ausserehelichen Kinder mit seiner jetzigen Ehefrau, um deren Nachzug er ersucht, im Bewilligungsverfahren verschwiegen und ihnen damit verunmöglicht abzuklären, ob er bereits während seiner ersten Ehe mit einer schweizerischen Staatsangehörigen eine Parallelbeziehung mit seiner jetzigen Ehefrau geführt hat. Die vorinstanzliche Sachverhaltsfeststellung und Beweiswürdigung, wonach die Zeugung eines weiteren ausserehelichen Kindes in seiner Heimat während der Ehe mit seiner wesentlich älteren Exfrau auf eine Parallelbeziehung mit der Kindsmutter und jetzigen Ehefrau schliessen lasse, ist weder offensichtlich unrichtig noch in Verletzung einer Rechtsregel erfolgt (Art. 97 e contrario BGG). Der Beschwerdeführer gibt in seiner Beschwerdeschrift (S. 5) selbst an, beim Besuch in Nigeria im Jahr 2006 sei die gegenseitige Liebe zwischen ihnen als Eltern der im Jahr 2002 geborenen Zwillinge wieder zurückgekommen und als Folge davon ein im Jahr 2007 geborener Junge gezeugt worden. Unbestritten ist weiter, dass der Beschwerdeführer sich kurz nach Erhalt der Niederlassungsbewilligung von seiner wesentlich älteren schweizerischen Ehefrau scheiden liess, die Kindsmutter heiratete und für sie und die Kinder den Familiennachzug in die Schweiz beantragte. Damit ist die Parallelbeziehung des Beschwerdeführers mit der Kindsmutter, die zeitverschoben eine spätere Heirat und Familienzusammenführung in der Schweiz bezweckte, auch dem bundesgerichtlichen Beschwerdeverfahren sachverhaltsmässig zu Grunde zu legen (Art. 105 Abs. 1 BGG). Das Verschweigen einer solchen Parallelbeziehung erfüllt, wie die Vorinstanz zutreffend erkannt hat und auf deren Urteil verwiesen wird (Art. 109 Abs. 3 BGG), den Widerrufsgrund von Art. 63 Abs. 1 lit. a i.V.m. Art. 62 lit. a AuG.