Citation: 8C_18/2010 19.04.2010 E. 4.3

4.3.1 Aus der dargelegten Aktenlage erhellt, dass sich die Situation der Beschwerdegegnerin nach dem Unfallereignis vom 4. September 1993 in psychischer Hinsicht sukzessive verschlechtert hat und schliesslich, wie der Beschwerdeverlauf bis zum Zeitpunkt der ersten MEDAS-Begutachtung im Jahre 1997 zeigt, in eine anhaltende depressive Störung im Sinne von ICD-10 F33.11 bei einem unfallbedingten Schmerzsyndrom und Verdacht auf eine kognitive Störung mündete. Die daraus resultierende, nur teilweise als unfallkausal qualifizierte Verminderung der Arbeitsfähigkeit um 50 % wurde im Rahmen einer auf der Basis einer 50%igen Erwerbseinbusse zugesprochenen unfallversicherungsrechtlichen Invalidenrente entschädigt. In der Folge erwähnte die involvierte Ärzteschaft vermehrt das Vorliegen einer somatoformen Schmerzstörung, ohne sich zum Vorhandensein einer depressiven Störung zu äussern, mass dem psychischen Beschwerdebild qualitativ aber keinen gesteigerten Schweregrad zu (vgl. insbesondere Bericht des Dr. med. W.________ vom 6. August 2004). Die anlässlich der Rheumatologischen Interdisziplinären Schmerz-Sprechstunde des Spitals Y.________ mit der Versicherten befassten Fachärzte äusserten in ihrem Bericht vom 8. März 2005 den Verdacht auf ein depressives Geschehen (bzw. - differenzialdiagnostisch - auf eine posttraumatische Belastungsstörung), enthielten sich indes einer Stellungnahme zu einer dadurch allenfalls beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit. In der MEDAS-Expertise vom 14. Juli 2005 gelangten die Gutachter schliesslich, zur Hauptsache basierend auf den Schlussfolgerungen des psychiatrischen Konsiliums des Dr. med. N.________ vom 20. Juni 2005, zum Ergebnis, dass die Explorandin an einer jede berufliche Tätigkeit ausschliessenden rezidivierenden depressiven Störung, aktuell mittelgradig (ICD-10: F33.1), leide; namentlich sähe die Versicherte sich dadurch auch ausserstande, das ausgeprägt vorhandene Schmerzsyndrom mittels Willensanstrengung zu überwinden. Die Dres. med. H.________ und C.________ opponierten den vorangegangenen Einschätzungen nicht, stuften aber allfällige gesundheitliche Veränderungen als unfallfremd ein. Die Beschwerdeführerin weist in ihrer Beschwerde vor diesem Hintergrund zu Recht darauf hin, dass sich diagnostisch zwischen dem psychischen Geschehen, auf welchem die Rentenzusprache vom 1. Mai 2000 u.a. beruhte, und den im Zeitpunkt der geltend gemachten Verschlechterung anfangs 2004 bzw. des in zeitlicher Hinsicht für die Beurteilung massgebenden Erlasses des Einspracheentscheids vom 16. Januar 2008 herrschenden Verhältnissen keine Differenzen bestehen. Während im MEDAS-Gutachten vom 12. November 1997 von einer anhaltenden depressiven Störung im Sinne von ICD-10 F33.11 die Rede war, welcher Code gemäss damaliger Ausgabe des ICD-10 einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode, mit somatischem Syndrom entspricht, stellte Dr. med. N.________ anlässlich der erneuten Exploration der MEDAS im Jahre 2005 die - nach der damaligen Fassung der klinisch-diagnostischen Leitlinien - identische Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung, aktuell mittelgradig (ICD-10: F33.1). Die Annahme der Vorinstanz, dass sich die psychiatrische Diagnose auf Grund einer nachträglichen gesundheitlichen Entwicklung von einer anhaltenden depressiven Störung zu einer mittelschweren Depression verändert haben soll (vgl. angefochtener Entscheid, S. 11 E. 5b), lässt sich somit - jedenfalls gestützt auf die in den MEDAS-Gutachten wiedergegebenen medizinischen Sachumstände - nicht halten. Ebenso wenig bieten die bei der zweiten Begutachtung erhobenen psychiatrischen Befunde Anhaltspunkte für eine derartige, zu einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit führenden Veränderung der psychischen Symptomatik. Vielmehr ist die festgestellte bedrückte und traurige Grundstimmung weitgehend identisch mit dem bereits 1997 dokumentierten klagsamen, deprimierten und hoffnungslosen Verhalten der Versicherten. Einziger namhafter Unterschied in der Beurteilung besteht darin, dass Dr. med. N.________ keine Anzeichen für die erstmals von Dr. med. V.________ erwähnten (vgl. Berichte vom 29. Oktober 1992 und 18. November 1994) und durch die Dres. med. K.________ (MEDAS-Gutachten vom 12. November 1997) und P.________ (Bericht vom 21. Dezember 1999) bestätigten, vorbestehenden histrionischen Persönlichkeitszüge der Beschwerdegegnerin fand. Diesem - kausalrechtlich bedeutsamen - Umstand ist im vorliegend relevanten Kontext indes keine entscheidwesentliche Bedeutung beizumessen. Ferner mangelt es dem psychiatrischen Konsiliarbericht an schlüssig begründeten Ausführungen dazu, weshalb sich die Versicherte trotz gleich gebliebener psychiatrischer Diagnose nun ausserstande sehen sollte, auch nur teilzeitlich einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. Namentlich unterlässt es Dr. med. N.________, sich diesbezüglich einlässlich mit den Feststellungen des Dr. med. K.________ auseinanderzusetzen und aufzuzeigen, welchen Verlauf der psychische Gesundheitszustand der Beschwerdegegnerin genommen hat, um geraume Zeit nach dem Unfallerlebnis keine ausserhäusliche Beschäftigung mehr zuzulassen. Nichts Anderes resultiert sodann aus den übrigen ärztlichen Stellungnahmen: Während Dr. med. A.________ selber, in seiner hausärztlichen Funktion, im Verlaufsbericht vom 5. Februar 2004 die Verschlechterung der gesundheitlichen Verfassung seiner Patientin und die damit einhergehende Verminderung der Restarbeitsfähigkeit in erster Linie der Zunahme somatischer Beschwerden (im Januar 2004 aufgetretene Unterschenkelvenenthrombose; seit vier Jahren bestehende Lumbalgien), nicht aber einer Akzentuierung der depressiven Störung zuschrieb (bestätigt durch Dr. med. W.________ in dessen Bericht vom 6. August 2004), erwähnten die Fachspezialisten der Rheumatologischen Interdisziplinären Schmerz-Sprechstunde des Spitals Y.________ in ihrem Bericht vom 8. März 2005 zwar den Verdacht auf ein depressives Geschehen (bzw. - differenzialdiagnostisch - auf eine posttraumatische Belastungsstörung), machten aber keine Angaben zu einer allfälligen darauf zurückzuführenden Verschlechterung der gesundheitlichen Verhältnisse samt Leistungseinbusse. Die Dres. med. H.________ und C.________ schliesslich fokussierten sich in ihren Beurteilungen vom 18. Juli und 29. August 2007 auf eine von Kausalitätsüberlegungen geprägte Betrachtungsweise des gesundheitlichen Hergangs. 4.3.2 Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass aus den Abklärungen nicht genügend Anhaltspunkte hervorgehen, die auf eine wesentliche - unfallkausale - Verschlechterung der tatsächlichen Verhältnisse gegenüber dem Zeitpunkt der Zusprechung einer auf einer 50%igen Erwerbsunfähigkeit basierenden Invalidenrente am 1. Mai 2000 schliessen lassen. Vielmehr ist insbesondere auf Grund der psychiatrischen Diagnosestellungen davon auszugehen, dass weder in gesundheitlicher noch in erwerblicher Hinsicht eine unter dem Gesichtswinkel von Art. 17 Abs. 1 ATSG beachtliche, mit dem versicherten Unfallereignis in Zusammenhang stehende Verminderung des Zustandes eingetreten ist. Wohl wird die Arbeitsfähigkeit im MEDAS-Gutachten vom 14. Juli 2005 aus psychiatrischer Sicht als vollumfänglich eingeschränkt qualifiziert; doch lässt dies im Lichte der gestellten Diagnose und der erhobenen Befunde sowie im Vergleich mit den anderen medizinischen Berichten eher auf eine verhaltenere Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhaltes schliessen als auf eine tatsächliche Verschlechterung des psychischen Zustandes der Beschwerdegegnerin. Die Voraussetzungen für eine revisionsweise Anhebung der Invalidenrente nach Art. 17 Abs. 1 ATSG sind demzufolge nicht gegeben. Nach dem Dargelegten kann auf weitere Erörterungen zur Frage des natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen den psychischen Unfallfolgen und dem Unfallereignis verzichtet werden.