Citation: 5A_474/2013 E. 6.3.1

6.3.1. Gehört ein Ehegatte oder gehören beide Ehegatten einer Einrichtung der beruflichen Vorsorge an und ist bei keinem Ehegatten ein Vorsorgefall eingetreten, so hat laut Art. 122 Abs. 1 ZGB jeder Ehegatte Anspruch auf die Hälfte der nach dem Freizügigkeitsgesetz vom 17. Dezember 1993 (FZG; SR 831.42) für die Ehedauer zu ermittelnden Austrittsleistung des andern Ehegatten. Massgebender Zeitraum für die Teilung der Austrittsleistung ist nach der gesetzlichen Definition die Ehedauer. Damit legt das Gesetz die Eckwerte fest. Die Ehe beginnt mit dem Tag der Eheschliessung und endet mit der Auflösung durch das Scheidungsurteil. Dabei ist für den Zeitpunkt der Scheidung nicht das Urteilsdatum, sondern der Eintritt der formellen Rechtskraft des Scheidungsurteils massgebend (BGE 132 V 236 E. 2.3 S. 239). Dies schliesst nicht aus, dass die Parteien in einer Konvention oder einer Prozessvereinbarung einen früheren Zeitpunkt als die Rechtskraft des Scheidungsurteils für massgebend erklären, um so eine Berechnung im Scheidungsverfahren zu ermöglichen (BGE 132 V 236 E. 2.3 S. 240 mit Hinweisen). Bisher nicht beantwortet hat das Bundesgericht die Frage, welche Grenzen dieser Möglichkeit gesetzt sind (vgl. dazu die Botschaft zur Änderung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches [Vorsorgeausgleich bei Scheidung] vom 29. Mai 2013, BBl 2013 4915 f., und den Entwurf für einen neuen Art. 124b ZGB, BBl 2013 4960 f.). Die Lehre fordert einen Stichtag, der jenem Datum möglichst nahekommt, an dem die Scheidung mutmasslich rechtskräftig wird (Alexandra Rumo-Jungo, Der Vorentwurf zur Revision des Vorsorgeausgleichs bei Scheidung: Lösungen für alte Probleme, in: FamPra.ch 2011, S. 6; Urs Gloor/Barbara Umbricht Lukas, Handkommentar zum Schweizer Privatrecht, 2012, N 12 zu Art. 122 ZGB).