Citation: 6B_29/2017 E. 1

Das Kantonsgericht Nidwalden sprach X.________ am 5. August 2016 vom Vorwurf der mehrfachen Tätlichkeiten frei. Es sprach ihm für das Verfahren eine Prozessentschädigung und eine Genugtuung zu. Das Urteilsdispositiv wurde gleichentags versandt bzw. X.________ ausgehändigt. Die Staatsanwaltschaft meldete am 8. November 2016 Berufung an und verlangte das ausführlich begründete Urteil. Dieses wurde am 20. Oktober 2016 versandt. Die Staatsanwaltschaft nahm das begründete Urteil am 21. Oktober 2016 in Empfang; X.________ holte es nicht ab. Am 2. November 2016 teilte die Staatsanwaltschaft mit, sie verzichte auf eine Berufungserklärung. Das Obergericht des Kantons Nidwalden trat am 7. November 2016 auf die Berufung der Staatsanwaltschaft nicht ein und stellte fest, das kantonsgerichtliche Urteil vom 5. August 2016 sei in Rechtskraft erwachsen. Am 8. November 2016 focht X.________ das Urteil vom 5. August 2016 mit "Berufungserklärung im Sinne von Art. 399 Abs. 3 StPO" an. Das Obergericht trat darauf am 12. Dezember 2016 nicht ein. Zur Begründung führte es aus, mangels Berufungsanmeldung könne auf die Eingabe nicht als Berufungserklärung eingetreten werden. Zu prüfen bleibe, ob die Eingabe vom 8. November 2016 als Anschlussberufung gemäss Art. 401 StPO aufzufassen sei. Mit Verfügung vom 7. November 2016 sei das Obergericht auf die Hauptberufung der Staatsanwaltschaft nicht eingetreten, weil diese am 2. November 2016 mitgeteilt habe, sie verzichte auf eine Berufungserklärung. Selbst wenn man die Eingabe vom 8. November 2016 als Anschlussberufung verstehen wollte, fiele sie deshalb durch das Nichteintreten dahin. Die Eingabe vom 8. November 2016 könne auch nicht als Revision behandelt werden; Revisionsgründe würden darin weder bezeichnet noch belegt.