Citation: 2C_658/2023 E. 4.7.1

4.7.1. Die Rückkehr ins Heimatland ist der Beschwerdeführerin 1 zumutbar, hat sie dieses doch erst im Alter von 27 Jahren verlassen. Sie verbrachte die prägenden Kindheits-, Jugend- und jungen Erwachsenenjahre in der Türkei und wurde dort sozialisiert. Mit den kulturellen Gepflogenheiten und der Sprache ihres Heimatlandes ist sie bestens vertraut. Überdies sind dort Verwandte und Bekannte wohnhaft (vgl. E. 8.3 des angefochtenen Urteils mit Verweis auf S. 8 f. der Verfügung des Migrationsamts vom 8. März 2023). Auch aus gesundheitlicher Sicht scheint die Aufenthaltsbeendigung unproblematisch, zumal davon auszugehen ist, dass eine adäquate psychologische Betreuung (beider Beschwerdeführerinnen) falls nötig auch in der Türkei in Anspruch genommen werden kann. Die von der Beschwerdeführerin 1 geltend gemachte Diskriminierung und Ächtung als zweifach geschiedene Frau in ihrem konservativen Herkunftsdorf genügt für sich allein nicht, um ihre soziale Wiedereingliederung als erheblich gefährdet erscheinen zu lassen; es kommt gerichtsnotorisch auch in der Türkei zu Trennungen und Scheidungen, selbst wenn die Scheidungsrate allenfalls geringer sein mag als in anderen Ländern (Urteil 2C_549/2022 vom 15. September 2022 E. 3.2.3 mit Hinweis auf das Urteil 2C_213/2020 vom 10. Juni 2020 E. 4.3 betreffend Türkei). Ausserdem steht es den Beschwerdeführerinnen frei, sich in einem anderen, weniger konservativen Landesteil niederzulassen. Die Wiedereingliederung in der Türkei dürfte der Beschwerdeführerin 1 insgesamt keine besondere Mühe bereiten.