Citation: 8C_458/2019 E. 6.1

6.1. Dem von der Vorinstanz zitierten Urteil des Bundesgerichts 8C_353/2018 vom 26. Juli 2018 E. 4.3 lag folgender Sachverhalt zugrunde: Zur Beurteilung stand die Rentenhöhe einer 1955 geborenen Frau, die Mutter von vier erwachsenen Kindern war und teils als Hausfrau, teils als Landwirtin auf dem landwirtschaftlichen Betrieb ihres Ehemannes arbeitete. Im Jahr 2003 wurde ihr ab März 2002 aufgrund der Folgen eines erlittenen Schädelhirntraumas eine halbe Invalidenrente zugesprochen, wobei die Rentenberechnung auf einem massgebenden durchschnittlichen Jahreseinkommen von Fr. 35'448.- basierte. Jahre später bemerkte die IV-Stelle, dass bei der Berechnung der Invalidenrente eine falsche Versichertennummer herangezogen und folglich ein zu hohes massgebendes durchschnittliches Jahreseinkommen festgelegt worden war. Die IV-Stelle und das kantonale Gericht verneinten den guten Glauben beim Leistungsbezug mit der Begründung, die Versicherte hätte erkennen müssen, dass das in der Rentenverfügung angegebene durchschnittliche Jahreseinkommen nicht mit dem Einkommen übereinstimmte, welches sie in den Jahren 1973 bis 1979 erzielt habe. Das Bundesgericht wies indessen darauf hin, dass aus den in der Vergangenheit erzielten tatsächlichen Einkommen nicht ohne Weiteres auf das durchschnittliche Jahreseinkommen im Sinne von Art. 29quater AHVG geschlossen werden könne (E. 4.3). Dieses setze sich zusammen aus dem Durchschnitt der aufgewerteten Summe der Erwerbseinkommen (Art. 29quater i.V.m. Art. 30 AHVG), zuzüglich den durchschnittlich erworbenen Erziehungs- und Betreuungsgutschriften (Art. 29quater lit. b und c AHVG). Im Weiteren hänge das durchschnittliche Jahreseinkommen von einer Vielzahl variabler Parameter ab (Beitragsdauer, Rentenskala, Einfluss der Heirat/Scheidung, Eintritt eines Risikofalls beim Ehepartner, Karrierezuschlag). Im konkreten Fall wurde das massgebende durchschnittliche Jahreseinkommen zu beinahe 90 % von den Erziehungsgutschriften bestimmt. Daher habe die Versicherte aus der Kenntnis ihres relativ tiefen tatsächlichen Einkommens in den 1970er Jahren nicht ohne Weiteres ableiten können, dass das von der Verwaltung festgestellte massgebende Jahreseinkommen zu hoch gewesen sei. Unter den dargelegten Umständen sowie unter Berücksichtigung der gesundheitlichen Einschränkungen und des beruflichen Werdegangs der Beschwerdeführerin habe von ihr nicht erwartet werden können, dass sie - selbst unter Aufwendung der ihr zumutbaren Aufmerksamkeit - den Fehler der Verwaltung in der Rentenverfügung vom 31. Oktober 2003 hätte erkennen müssen.