Citation: 4A_454/2019 E. 3.3.2

3.3.2. Der Schluss der Vorinstanz, wonach die Bezeichnung des Projekts im TU-Vertrag als Gewerbe- und Fachmarktzentrum objektiv betrachtet keine ausschliessliche Fachmarktnutzung nahe legt, ist nicht zu beanstanden (vgl. auch die Vertragsauslegung in den Urteilen 1C_497/2009 und 1C_499/2009 vom 8. Juni 2010 E. 3.2). Die Beschwerdegegnerin bestritt nie, dass sie insbesondere bei Erhalt der "Betriebsbewilligung", welche sich in der Folge als unzulässig erwies, ebenfalls mit der Möglichkeit der Nutzung zum Warenverkauf auf der gesamten Fläche rechnete. Dementsprechend liegt es auch nahe, dass die Begriffe Fachmarktzentrum und Verkaufsflächen von den Parteien verwendet wurden. Dies ändert entgegen dem Standpunkt der Beschwerdeführerin indessen nichts daran, dass den gemachten Äusserungen nach Treu und Glauben nicht zu entnehmen war, die Beschwerdegegnerin garantiere die umfassende Nutzung als Verkaufsfläche. Zudem erscheint es weder sachgerecht noch bestehen erkennbare äussere Gründe, aus welchen die Beschwerdeführerin hätte ableiten können und dürfen, die Beschwerdegegnerin sichere ihr eine Nutzungsbewilligung zu, welche eine behördlich bzw. gerichtlich vorzunehmende Abwägung verschiedener Interessen voraussetzt. Vielmehr spricht nach dem plausiblen Standpunkt der Vorinstanz auch der Umstand gegen die Auffassung der Beschwerdeführerin, dass die kommunalrechtlich vorgeschriebene ausgewogene Nutzung für Produktions- und Dienstleistungsbetriebe nicht nur von der Ermessensausübung, sondern zudem von den Konzepten der jeweiligen Mieterinnen abhängt, also mit mehreren Unsicherheiten verbunden ist. Die Vorinstanz wandte das Vertrauensprinzip bundesrechtskonform an, indem sie unter normativer Betrachtung der Parteiaussagen zum Schluss kam, es bestünden keinerlei objektive Anhaltspunkte dafür, dass die Beschwerdegegnerin für die fragliche, ihrem Einflussbereich entzogene Nutzungsmöglichkeit einstand.