Citation: 9C_48/2022 E. 4.3.3

4.3.3. Die Beschwerdeführerin stellt nicht in Abrede, dass kognitive Defizite, die zu erhöhten Anforderungen an die Mobilität (wie sie hier bestehen) hinzutreten, grundsätzlich geeignet sein können, ein besonders gesteigertes Eingliederungsbedürfnis zu bewirken und damit den Anspruch auf die Versorgung mit dem "Genium" zu begründen. Für den konkreten Fall wurden im neuropsychologischen Bericht des Spitals D.________ vom 17. August 2020 diffuse kognitive Defizite erkannt. Diese wurden als ätiologisch unspezifisch bezeichnet und für vereinbar mit einer reaktiven Depression infolge des Unfalls gehalten. Inwiefern post-kontusionelle organisch bedingte Funktionseinbussen vorliegen, könne bei der reduzierten Untersuchungsdauer und fehlenden Bildgebung nicht verlässlich abgeschätzt werden. Es sei weiterhin von guten kognitiven Ressourcen auszugehen, auch wenn der Versicherte einen kompensatorischen Mehraufwand berichtet habe und Verluste im Vergleich zum früheren Leistungsniveau möglich seien. Es wurde die Fortführung einer "kürzlich" begonnenen Psychotherapie zur Behandlung der depressiven Symptomatik empfohlen. Anhaltende kognitive Defizite infolge des Schädelhirntraumas von erheblicher Ausprägung sind somit durchaus möglich, indessen weder mit diesem Bericht noch mit den Stellungnahmen der RAD-Ärzte ausgewiesen. Die vorinstanzliche Feststellung, wonach der Versicherte keine (genügenden) Kapazitäten habe, sich während der Berufsausübung im Freien auch noch auf den eigentlichen Gehvorgang zu konzentrieren, ergibt sich nicht aus der allgemeinen Lebenserfahrung und entbehrt einer beweismässigen Grundlage; sie ist daher nicht haltbar (vgl. vorangehende E. 1.2). Somit kann auch (noch; vgl. sogleich E. 4.4) nicht von einer mit der Situation in BGE 143 V 190 (vgl. vorangehende E. 4.2) vergleichbaren Mehrfachbehinderung gesprochen werden.