Citation: 4C.165/2005 22.07.2005 E. 4

Nach den vorinstanzlichen Feststellungen ist der Bericht vom 8. Januar 1999 soweit falsch, als er zusichert, der Kanalisationsabschnitt L.________weg befinde sich nach Behebung der in der Schadenmeldung aufgeführten Undichtigkeiten in gutem Zustand, und stellt daher mit Blick auf den vereinbarten Vertragsinhalt ein mangelhaftes Werk dar. Aufgrund des falschen Berichts habe die Klägerin die falsche (punktuelle) Sanierungsmethode gewählt. Die dafür unnütz aufgewendeten Mittel betrachtete die Vorinstanz wie schon erwähnt als Mangelfolgeschaden, der durch den festgestellten Werkmangel adäquat kausal verursacht worden ist (vgl. dazu Gauch, Der Werkvertrag, 4. Aufl., Zürich 1996, Rz. 1855, 1884 f.). 4.1 Die Beklagte rügt, die Vorinstanz hätte die Klage "mangels Nachweis des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen der Vertragsverletzung und dem Schadenseintritt" abweisen müssen. Nicht die Beklagte habe die Wahl der Sanierungsmethode getroffen und sei damit "finaler Auslöser" für die unnützen Investitionen gewesen. Der Entscheid, welche Sanierungsart getroffen werden solle, liege einzig im Ermessen des verantwortlichen Ingenieurbüros. Der Bericht vom 8. Januar 1999 sei nicht Ursache, jedenfalls nicht adäquate Ursache für den vom Ingenieurbüro getroffenen Entscheid über die Sanierungsart. 4.2 Soweit die Beklagte bestreitet, dass die Verletzung des Werkvertrags durch Erstellung des fehlerhaften Berichts eine nicht wegzudenkende Ursache für den Sanierungsentscheid des Ingenieurbüros ("conditio sine qua non") gewesen sei, macht sie geltend, es fehle an einem natürlichen Kausalzusammenhang (vgl. BGE 125 IV 195 E. 2b; 117 V 369 E. 3a S.376; 96 II 393 E. 1 S. 396). Die vorinstanzliche Feststellung, ob ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, beschlägt indessen die tatsächlichen Verhältnisse und bindet das Bundesgericht im Berufungsverfahren vorbehältlich von - vorliegend nicht angerufenen - Ausnahmen im Sinne von Art. 63 Abs. 2 und Art.64 OG (BGE 130 III 591 E. 5.3 mit Hinweisen). Auf die Vorbringen der Beklagten ist insofern weitestgehend nicht einzutreten. Die Beklagte rügt in diesem Zusammenhang eine Verletzung der Regeln über die Beweislastverteilung (Art. 8 ZGB). Dabei verkennt sie, dass die Vorinstanz einen natürlichen Kausalzusammenhang bejaht hat und insofern kein offenes Beweisergebnis vorliegt. Die Beweislastverteilung ist damit gegenstandslos und eine Verletzung von Art. 8 ZGB fällt insoweit ausser Betracht (BGE 128 III 271 E. 2b/aa S. 277; 114 II 289 E. 2a). 4.3 Die Frage nach der Adäquanz des Kausalzusammenhangs ist rechtlicher Natur und unterliegt der Prüfung im Verfahren der Berufung (BGE 116 II 519 E. 4a S. 524). Die Vorinstanz bejahte den adäquaten Kausalzusammenhang zwischen dem mangelhaften Werk und dem zum Schaden der Klägerin führenden Entscheid über die Sanierungsmethode. Sie verwarf dabei insbesondere, dass der Umstand, wonach die Sanierungsart im Ermessen der Klägerin bzw. des von ihr beigezogenen Ingenieurbüros gelegen sei, die Adäquanz ausschliesse. Inhalt des zwischen der Klägerin und der Beklagten geschlossenen Werkvertrags ist nach dem vorstehend Ausgeführten die erfolgsbezogene Lieferung eines verlässlichen Berichts über den Zustand der Kanalisation in Bezug auf deren Dichtigkeit im Hinblick auf allfällige Sanierungsmassnahmen der Klägerin (vorstehende Erwägung 3.2.1). Es ist damit offensichtlich nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz befand, die Klägerin habe sich insoweit auf den Prüfbericht verlassen dürfen, und in der Folge einen adäquaten Kausalzusammenhang zwischen dem mangelhaften Bericht und dem getroffenen Sanierungsentscheid bejahte (vgl. zum Begriff des adäquaten Kausalzusammenhangs: BGE 123 III 110 E. 3a S. 112 mit zahlreichen Hinweisen). Die Beklagte übergeht bei ihren Bestreitungen der Adäquanz (und auch soweit sie im Weiteren geltend macht, der adäquate Kausalzusammenhang sei unterbrochen) die verbindlichen tatsächlichen Feststellungen der Vorinstanz über den Vertragsinhalt. Sie legt ihren Ausführungen auch insoweit ihren eigenen, davon abweichenden Sachverhalt zu Grunde, aus dem sie ableitet, das Ingenieurbüro hätte bezüglich der Dichtigkeit der Kanalisation nicht auf den Bericht vertrauen dürfen. Da sie sich auch insoweit auf blosse unzulässige Kritik an den vorinstanzlichen Sachverhaltsfeststellungen beschränkt, jedoch keine Ausnahme nach Art. 63 Abs. 2 und Art. 64 OG anruft, kann auch insoweit nicht auf ihre Vorbringen eingegangen werden.