Citation: 5C.143/2000 09.11.2000 E. 1

1.- Nach Ansicht der Klägerin ist auf die Anschlussberufung nicht einzutreten, da es unzulässig sei, die Einreichung eines Rechtsmittels an eine Bedingung zu knüpfen. Nach Art. 55 Abs. 1 lit. b OG hat eine Partei, die Berufung einlegt, genau anzugeben, welche Punkte des Entscheides angefochten und welche Abänderungen beantragt werden. Grundsätzlich darf der Antrag auf Abänderung des angefochtenen Urteils nicht an eine Bedingung gebunden werden, sondern der Rechtsmitteleinleger hat sich klar und bedingungslos darüber zu äussern, ob und wie er das Urteil anfechten will, zumal es ihm ja unbenommen ist, die Berufung beim Eintritt der Bedingung zurückzuziehen (Poudret, COJ II, Bern 1990, S. 420 N. 1.4.1.1). Da aber über Berufung und Anschlussberufung in ein und dem selben Verfahren entschieden wird, steht dem Beklagten hier nicht die Möglichkeit offen, seine Begehren beim Bedingungseintritt zurückzuziehen. Zwar bliebe ihm unbenommen, auf die mittels seiner Anschlussberufung gewonnenen Ansprüche nachträglich zu verzichten, doch änderte dies nichts daran, dass ein von ihm nicht (mehr) gewolltes Rechtsmittel beurteilt würde. Solche juristischen Leerläufe sind zu vermeiden. Entgegen den für die Berufung geltenden Regeln kann daher die Anschlussberufung unter der Bedingung der Gutheissung der (Haupt-)Berufung eingereicht werden, soweit dies nicht dazu führt, dass mit dem Eintreten auf die Anschlussberufung die Grundlagen des Entscheides über die Hauptberufung wieder in Frage gestellt werden (BGE 52 II 91 ff.; Poudret, a.a.O., S. 481 N. 2.4.3). Vorliegend knüpft der Beklagte die Anschlussberufung an die Bedingung, dass die von der Vorinstanz festgesetzte Rente zu Gunsten der Klägerin abgeändert wird. Wie zu zeigen sein wird, kann das Bundesgericht im vorliegenden Verfahren nicht über die Höhe des Rentenanspruches entscheiden, sondern weist das Verfahren diesbezüglich zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurück (vgl. E. 3b). Ob letztlich überhaupt eine Abänderung zu Gunsten der Klägerin erfolgen wird, ist unklar; die Bedingung erfüllt sich somit im bundesgerichtlichen Verfahren nicht. Auf die Anschlussberufung ist unter diesen Umständen nicht einzutreten.