Citation: 6B_1108/2023 E. 1.6.3

1.6.3. Der Beschwerdeführer verbrachte den überwiegenden Teil seines Lebens in Brasilien, wo er sozialisiert wurde. Der Kontakt zu seinem Heimatland ist weiterhin intakt. Neben familiären, sprachlichen und kulturellen Anknüpfungspunkten verfügt er über eine Eigentumswohnung in U.________. Die berufliche Integration in der Schweiz ist zwar teilweise gelungen; der Beschwerdeführer erzielt freiberuflich im Prostitutionsgewerbe ein wohl existenzsicherndes Einkommen. Dieser Umstand allein führt aber noch nicht dazu, dass von einer Landesverweisung abzusehen ist. Schwerer wiegt die eingetragene Partnerschaft zu einem Schweizer Bürger. Wie die Vorinstanz zutreffend erwog, beging der Beschwerdeführer die zur Landesverweisung führenden Straftaten mit dem Wissen seines Partners. Dieser war in der Vergangenheit ebenfalls im Prostitutionsgewerbe tätig, veräusserte in diesem Zusammenhang Kokain und wurde dafür rechtskräftig mit einer Freiheitsstrafe von 18 Monaten bestraft (angefochtenes Urteil, E. 6.4). Bei dieser Ausgangslage durften der Beschwerdeführer und dessen Lebenspartner nicht darauf vertrauen, die Beziehung weiterhin in der Schweiz leben zu können. Vielmehr mussten sie mit einer aufenthaltsbeendenden Massnahme rechnen (vgl. Urteile 2C_501/2023 vom 11. Oktober 2024 E. 7.5.2; 2C_367/2023 vom 19. Juli 2024 E. 3.5; 2C_269/2023 vom 9. April 2024 E. 6.2.3; Urteil des EGMR Jeunesse gegen Niederlande vom 3. Oktober 2014 [Nr. 12738/10] § 108).