Citation: 5A_224/2022 E. 3.4

3.4. In seiner über zwanzig Seiten langen Vernehmlassung hält der Beschwerdegegner der Beschwerdeführerin insbesondere entgegen, sie habe für den Fall, dass die Wohnsitzverlegung des Sohnes nicht bewilligt wird (und sie in der Schweiz bleibt), kein Eventualbegehren gestellt, wie die Obhut zu regeln ist. Angesichts dessen habe die Obhut ihm zugeteilt werden dürfen und müssen. Von einer willkürlichen Sachverhaltsfeststellung könne nicht die Rede sein. Weiter bestreitet der Beschwerdegegner, seinen Antrag auf alternierende Obhut zurückgezogen zu haben; die entsprechende Annahme der Vorinstanz sei willkürlich. Was zu gelten hat, falls die Beschwerdeführerin in der Schweiz bleibt, sei im Berufungsverfahren nicht Prozessthema gewesen. Indem die Vorinstanz feststelle, die Voraussetzungen für die alternierende Obhut seien gegeben, diese aber nicht anordne, übe sie ihr Ermessen in diesem Punkt nicht aus. Mit dieser Begründung erneuert der Beschwerdegegner seinen Antrag auf Anordnung der alternierenden Obhut; sollte das Bundesgericht davon ausgehen, dass die Möglichkeit des Verbleibs der Beschwerdeführerin in der Schweiz ebenfalls hätte beurteilt werden müssen, sei für diesen Fall die alternierende Obhut zu prüfen. Hinsichtlich seines Subeventualbegehrens (s. Sachverhalt Bst. C.b) führt der Beschwerdegegner aus, der Fehler der Vorinstanz liege in der Fixierung der Obhutsumteilung auf ein bestimmtes Datum. Griffe die Obhutszuteilung nämlich erst im Falle des tatsächlichen Wegzugs der Beschwerdeführerin, so wären beide Situationen antragsgemäss geregelt gewesen. Mit der Datierung der Obhutsumteilung lasse die Vorinstanz die Möglichkeit ausser Acht, dass die Beschwerdeführerin erst später oder gar nicht nach Portugal ausreist. Was den Obhutsstreit als solchen angeht, erinnert der Beschwerdegegner daran, dass im angefochtenen Entscheid zu Recht nirgends von der Beschwerdeführerin als Hauptbezugsperson die Rede sei. Selbst wenn die Beschwerdeführerin als Hauptbezugsperson beurteilt würde, folge daraus nicht "automatisch" die Bewilligung zur Wohnsitzverlegung des Sohnes, ansonst der Gesetzgeber auf eine Bewilligungspflicht hätte verzichten können.