Citation: 5C.53/2005 31.05.2005 E. 1

Gemäss Art. 277 ZGB dauert die Unterhaltspflicht der Eltern bis zur Mündigkeit des Kindes (Abs. 1). Hat das Kind dann noch keine angemessene Ausbildung, so haben die Eltern, soweit es ihnen nach den gesamten Umständen zugemutet werden darf, für seinen Unterhalt aufzukommen, bis eine entsprechende Ausbildung ordentlicherweise abgeschlossen werden kann (Abs. 2). Berufungsgegenstand bildet die wirtschaftliche Zumutbarkeit von Unterhaltsleistungen des Beklagten an seinen mündigen Sohn, den Kläger (S. 3 f.). Strittig ist einerseits der Unterhaltsbedarf des Klägers (S. 4 ff. Ziff. 1) und andererseits die Leistungsfähigkeit des Beklagten (S. 7 ff. Ziff. 2-8) und der leiblichen Mutter des Klägers (S. 20 ff. Ziff. 9-11 der Berufungsschrift). Die kantonalen Instanzen haben für jede der drei beteiligten Personen den Notbedarf anhand der betreibungsrechtlichen Richtlinien ermittelt, um gewisse Beträge (z.B. die laufende Steuerlast) erweitert und um 20 % erhöht. Diesen sog. familienrechtlichen Notbedarf haben sie den erzielbaren bzw. erzielten Einkünften gegenübergestellt. Die Differenz hat für den Kläger einen ungedeckten Unterhaltsbedarf ausgewiesen (E. 4 S. 14 ff.), für die beiden Elternteile hingegen einen Überschuss ergeben und damit deren wirtschaftliche Leistungsfähigkeit belegt (E. 5 S. 20 ff. für den beklagten Vater und E. 6 S. 33 ff. für die leibliche Mutter des Klägers). Den ungedeckten Unterhaltsbedarf des Klägers hat das Obergericht den beiden Elternteilen entsprechend ihrer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit auferlegt (E. 7 S. 35 f.; vgl. zu dieser bundesrechtlich nicht vorgeschriebenen, aber zulässigen Berechnungsmethode, wenn die wirtschaftlichen Verhältnisse - wie hier - weder ausgesprochen bescheiden noch aussergewöhnlich gut sind: Urteile des Bundesgerichts 5C.238/2003 vom 27. Januar 2004, E. 2.1, in: FamPra.ch 2004 S. 427 f., für den Mündigenunterhalt, sowie 5C.100/2002 vom 11. Juli 2002, E. 3.1, in: FamPra.ch 2002 S. 829/830, für den Scheidungsunterhalt). Auf Grund der Vorbringen des Beklagten werden nachfolgend zu erörtern sein der gewöhnliche Aufenthalt des Klägers und damit in Zusammenhang stehende Notbedarfspositionen (E. 3), die Berücksichtigung des Notbedarfs der Stiefmutter des Klägers im Notbedarf des Beklagten (E. 4) sowie dessen Leistungsfähigkeit (E. 5) und die Leistungsfähigkeit der leiblichen Mutter des Klägers (E. 6).