Citation: 5A_336/2019 E. 6.2

6.2. In diesem Zusammenhang erwog das Obergericht unter Hinweis auf seine zur Frage des tatsächlichen Willens gemachten Ausführungen (E. 5.3 oben), bereits der Wortlaut des Erbteilungsvertrages vom 6. März 2004 sei nicht aufschlussreich. Ausserdem sei zu berücksichtigen, dass eine praktisch vollständige und entschädigungslose Entäusserung ihres Vermögens den elementaren wirtschaftlichen Interessen und Bedürfnissen von E.A.________ widersprochen hätte. Bei Vertragsschluss sei sie 80-jährig gewesen und habe damals als einziges Einkommen über eine AHV-Rente in der Höhe von Fr. 1'661.-- und eine deutsche Rente in der Höhe von Fr. 365.-- verfügt. Damit habe sie nicht einmal ihren laufenden, sehr bescheidenen Bedarf von Fr. 2'558.45 decken können. Es liege auf der Hand, dass eine 80-jährige Frau, die auf ihr namhaftes Vermögen praktisch vollständig verzichte, obwohl sie mit ihrem laufenden Einkommen nicht einmal ihre minimalsten laufenden Kosten und erst recht nicht künftige schwer abzuschätzende altersbedingte Kosten decken könne, gegen ihre elementarsten wirtschaftlichen Interessen handle. Sodann sei zu berücksichtigen, dass ein praktisch vollständiger Verzicht auf die güter- und erbrechtlichen Ansprüche zu Lebzeiten von E.A.________ auch nicht nötig gewesen wäre, um das mutmassliche Ziel, ihrer eigenen Verwandtschaft kein Vermögen zu hinterlassen, zu erreichen.