Citation: 1B_313/2019 E. 3.3

3.3. Bei den in Art. 221 Abs. 1 lit. c StPO verlangten Vortaten muss es sich ebenfalls um Verbrechen oder schwere Vergehen, und zwar gegen gleiche oder gleichartige Rechtsgüter, handeln. Die früher begangenen Straftaten können sich aus rechtskräftig abgeschlossenen Strafverfahren ergeben. Nach der Rechtsprechung kann sich Wiederholungsgefahr jedoch ausnahmsweise auch aus Vortaten ergeben, die dem Beschuldigten im hängigen Strafverfahren erst vorgeworfen werden, wenn die Freilassung des Ersttäters mit erheblichen konkreten Risiken für die öffentliche Sicherheit verbunden wäre. Erweisen sich die Risiken als untragbar hoch, kann vom Vortatenerfordernis sogar ganz abgesehen werden (BGE 143 IV 9 E. 2.3.1 S. 13; Urteil 1B_422/ 2017 vom 24. Oktober 2017 E. 3.2; je mit Hinweis). Hinsichtlich des Vortatenerfordernisses bringt der Beschwerdeführer vor, die einzige Vortat von anfangs 2018 sei nicht einschlägig; es sei dabei um häusliche Gewalt gegen seine Ehefrau ohne Alkohol- und Drogeneinfluss gegangen. Gemäss den Ausführungen der Vorinstanz wurde der Beschwerdeführer am 18. April 2018 wegen Nötigung, Drohung, einfacher Körperverletzung und Tätlichkeiten zum Nachteil seiner Ehefrau, begangen in der Zeit vom November 2016 bis April 2018 verurteilt. Laut Angaben des Beschwerdeführers lebe seine Ehefrau zusammen mit der gemeinsamen Tochter in einem Frauenhaus aneiner ihm unbekannten Adresse; sie hätten keinen Kontakt. Vor diesem Hintergrund erachtete die Vorinstanz das Vortatenerfordernis zu Recht als erfüllt.