Citation: 1C_518/2021 E. 3.7

3.7. Bei der grossen, an das Wohnhaus angebauten Scheune handelt es sich im Ausgangszustand um ein landwirtschaftlich genutztes Gebäude mit Tenn, Stall und Heulager. Im Bereich der Scheune soll ein Gebäudeteil mit einer völlig unterschiedlichen Zweckbestimmung errichtet werden. Anstelle von Tenn, Stall und Heulager sind hier nämlich Räume geplant, die keinen landwirtschaftlichen Zweck mehr haben. Konkret sind im Untergeschoss ein Eingangsbereich, ein Keller sowie eine Garage und im Erd- bzw. Obergeschoss grossflächige Wohnräume inklusive einer Loggia geplant. Je weiter bei altrechtlichen Bauten mit angebautem Ökonomieteil im Sinne von Art. 24c Abs. 1 und 3 RPG die Wohnnutzung in den Bereich des Ökonomieteils hinein erweitert werden soll, desto eher ist anzunehmen, die Wesensgleichheit zwischen bestehender und neuer Baute sei nicht mehr gewahrt (vgl. Votum Bundesrätin Leuthard, AB 2011 N 1812). Dies gilt auch, wenn die der Wohnnutzung dienende Fläche insgesamt nicht vergrössert wird. Mit dem Bauvorhaben des Beschwerdegegners würde der gesamte an das Wohnhaus angebaute Ökonomieteil eine neue Zweckbestimmung erfahren und nicht mehr als Scheune, sondern als Wohnteil mit Garage genutzt.