Citation: 2C_81/2023 E. 8.1

8.1. Die Beschwerdeführerinnen tragen vor, ihre Beteiligung an der Korrespondenz über die Treibstoffzuschläge sei marginal gewesen. Die Vorinstanz schliesse im Wesentlichen aus dem Verhalten anderer Luftfahrtunternehmen auf die Beteiligung der Beschwerdeführerinnen. Aus dem Verhalten anderer könne aber kein Rechtsbindungswille der Beschwerdeführerinnen abgeleitet werden. Die Vorinstanz, so die Beschwerdeführerinnen, gehe zu Unrecht von einer Vereinbarung aus. Die Beschwerdeführerinnen seien aber auch nicht an einer abgestimmten Verhaltensweise beteiligt gewesen. Die Treibstoffzuschläge der Beschwerdeführerinnen hätten nicht oder nur vereinzelt mit jenen der anderen Mitglieder des "L1.________" übereingestimmt. Die Beschwerdeführerinnen hätten vielmehr eine selbständige "Zuschlagspolitik" geführt und die Mitglieder des "L1.________" gelegentlich auch wegen "unangemessener Diskussionen über Zuschläge und Preise" gerügt. Mit Bezug auf den Informationsaustausch über die Nicht-Kommissionierung von Zuschlägen machen die Beschwerdeführerinnen geltend, dass sie sich nie dazu geäussert hätten. Aus dem blossen Umstand, dass sie Adressatinnen von zwei E-Mails gewesen seien, lasse sich keine Beteiligung an einer Abrede ableiten. Aus der Mitgliedschaft im "L1.________" alleine könne nicht auf einen Rechtsbindungswillen zwecks kartellrechtlicher Vereinbarung geschlossen werden. Es liege mangels Rechtsbindungswillen ebenso keine Vereinbarung vor. Eine abgestimmte Verhaltensweise, so die Beschwerdeführerinnen weiter, scheitere an der fehlenden Anpassung des Marktverhaltens. Sie hätten seit dem Jahr 1999 keine Kommissionen auf die Zuschläge entrichtet und diese Praxis auch während des sanktionsrelevanten Zeitraums beibehalten. Die Tatsache, dass andere Luftfahrtunternehmen in der Folge keine Kommissionen mehr erhoben hätten, könne für die Beurteilung des Verhaltens der Beschwerdeführerinnen nicht massgebend sein.