Citation: 2C_612/2023 E. 1.5

1.5. Das Staatssekretariat für Migration, das davon auszugehen scheint, dass es sich beim angefochtenen Entscheid um einen Endentscheid i.S.v. Art. 90 BGG handelt, zeigt in der Beschwerde mit keinem Wort auf, inwiefern ihm durch die Aufhebung der Sistierung durch das Obergericht ein nicht wieder gutzumachender Nachteil entstehen würde (vorne E. 1.3). Zudem springt ein solcher vorliegend auch nicht ohne Weiteres ins Auge. Das Obergericht Schaffhausen hat im Rahmen des angefochtenen Zwischenentscheids inhaltlich keinerlei Anweisungen betreffend die materielle Beurteilung des Familiennachzugsgesuchs erteilt. Sodann ist insbesondere nicht ersichtlich, dass die geltend gemachte Verletzung der Kollisionsbestimmungen von Art. 62 Abs. 2 respektive Art. 63 Abs. 3 AIG sowie die Frage der Koordination von Straf- und Verwaltungsverfahren nicht auch im Rahmen einer Beschwerde gegen den Endentscheid in der Hauptsache aufgeworfen und beurteilt werden könnten. Das Staatssekretariat für Migration ist gemäss Art. 111 Abs. 2 BGG i.V.m. Art. 14 Abs. 2 der Organisationsverordnung für das Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartement (OV-EJPD; SR 172.213.1) in den Bereichen des Ausländer- und Bürgerrechts zur Beschwerde vor den kantonalen Instanzen legitimiert (vgl. BGE 141 II 169 E. 4.3.1; Urteile 2C_144/2021 vom 3. September 2021 E. 1.5.2; 2C_798/2019 vom 29. Januar 2020 E. 1.5.4). Es steht dem Staatssekretariat zudem frei, von den kantonalen Behörden zu verlangen, dass ihm die entsprechende Verfügung mitgeteilt wird (vgl. auch das Urteil 2C_798/2019 vom 29. Januar 2020 E. 1.5.4). Die Aufhebung der Sistierung durch das Obergericht des Kantons Schaffhausen und die damit verbundene Aufforderung an das kantonale Migrationsamt, das Familiennachzugsverfahren umgehend fortzusetzen, führt gerade dazu, dass in absehbarer Zeit ein (anfechtbarer) Endentscheid betreffend den Familiennachzug ergehen wird, gegen den das SEM den kantonalen Rechtsmittelweg bis ans Bundesgericht beschreiten kann. In diesem Kontext steht es dem Staatssekretariat denn auch frei, geltend zu machen, dass der Entscheid über den Familiennachzug das von ihr angerufene Koordinationsgebot verletze (vgl. auch Art. 93 Abs. 3 BGG).