Citation: I 360/06 06.09.2006 E. 2

2.1 Im angefochtenen Entscheid stellt das kantonale Gericht fest, aus einem Bericht vom 9. Juli 2001 gehe hervor, dass der Beschwerdegegner seinerzeit notfallmässig wegen Suizidalität und Alkoholabhängigkeitssyndrom in die Klinik X.________ eingewiesen worden sei. Daraus sei hauptsächlich ersichtlich, dass sich psychopathologisch in der damals durchgeführten testpsychologischen Abklärung deutliche Defizite im Gedächtnis und im kognitiven Bereich gezeigt hätten. Der Patient habe bislang wenig Problembewusstsein bezüglich seiner fortgeschrittenen Abhängigkeit mit bereits einsetzenden körperlichen und geistigen Beeinträchtigungen gezeigt. Gestützt auf diesen Bericht folgert die Vorinstanz, es bestehe die sehr hohe Wahrscheinlichkeit, dass beim Versicherten sekundäre neurologische Folgeschäden der langjährigen Alkoholkrankheit entstanden seien. Mit den deutlichen Defiziten im Gedächtnis und im kognitiven Bereich liege der Schluss nahe, dass infolge hirnorganischer Veränderungen die geistige Leistungsfähigkeit beeinträchtigt sei. Der Hausarzt Dr. med. A.________ spreche in seinem Bericht vom 11. Juni 2004 von einer Polyneuropathie, was er jedoch befundmässig nicht belege. Vom klinischen Verlauf her sei indes ein polyneuropathisches Leiden sehr wohl möglich und würde die Vermutung nahelegen, dass über rauschbedingte Sturzereignisse hinaus neurologisch bedingte Gleichgewichtsstörungen vorlägen. Die in den Akten genannten gehäuften Krampfanfälle, welche eine antiepileptische Medikation erfordern, könnten ebenfalls Ausdruck einer funktionellen organischen Hirnschädigung sein. Gestützt auf diese Angaben befand die Vorinstanz, die Frage, ob der angesprochene Gesundheitsschaden nicht eine Folge der Alkoholsucht sei, müsse medizinisch genauer abgeklärt werden. Dies habe anhand einer aktuellen neurologisch-psychiatrischen Beurteilung zu erfolgen. Im Übrigen stelle sich auch die Frage, ob nicht eine diagnostisch schwierig fassbare alkoholbedingte Wesensveränderung im Verlauf der Jahre stattgefunden habe, welche es dem Versicherten zusammen mit der kombinierten Benzodiazepin-Abhängigkeit in Freiheit praktisch unmöglich mache, sein Suchtverhalten aufzugeben. Nicht nur allfällige Organschäden seien abzuklären, sondern es stelle sich darüber hinaus die Frage, ob der weiter betriebene Alkohol- und Benzodiazepinmissbrauch auf einer krankheitswertigen irreversiblen Persönlichkeitsveränderung beruhe. Demzufolge hat das kantonale Gericht die Streitsache zu ergänzender Abklärung und neuer Verfügung an die Verwaltung zurückgewiesen. 2.2 Dagegen wird in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde vorgebracht, das kantonale Gericht stütze seinen Entscheid auf Vermutungen und Verdachtsmomente ab, welche nicht zutreffend seien. Weitere Abklärungen seien nicht erforderlich, da aus medizinischer Sicht keine klar objektivierbaren Befunde für aethylisch bedingte Folgeschäden der Alkoholsucht vorliegen würden. Auch die vor fünf Jahren in der Klinik X.________ vorgenommene testpsychologische Abklärung mit Einschränkungen der kognitiven Leistungen und des Gedächtnisses beweise keine organischen Folgeschäden einer langjährigen Alkoholkrankheit. Dem Bericht des Hausarztes Dr. med. A.________ vom 11. Juni 2004 sei zu entnehmen, dass der Beschwerdegegner durch den fortgesetzten Alkoholkonsum und nicht durch organische Folgeschäden eingeschränkt sei. Aufgrund der wiederholt durchgeführten Schädel-CT und EEG-Befunde aus den Jahren 2000 und 2001 würden sich ausserdem keine klaren Hinweise für eine hirnorganische Pathologie ergeben, wobei eine Polyneuropathie nicht zu Gleichgewichtsstörungen führe. Ein psychisches Leiden im Sinne einer Persönlichkeitsstörung sei nie beschrieben worden und Hinweise würden auch keine darauf bestehen, dass die Alkoholsucht aufgrund einer krankheitswertigen Persönlichkeitsveränderung nicht therapiert werden könnte. 2.3 Das kantonale Gericht ist nach sorgfältiger und überzeugender Würdigung der in den Akten liegenden lediglich zwei medizinischen Unterlagen zutreffend zum Schluss gelangt, es lasse sich ohne weitere Abklärungen nicht beurteilen, in welchem Ausmass die gesundheitlichen Beschwerden des Versicherten seine Arbeits- und Erwerbsfähigkeit beeinträchtigen. Der am 9. Juli 2001 in der Klinik X.________ erstellte Bericht bildet in der Tat keine hinreichende Grundlage für einen abschliessenden Entscheid in der Sache und der Arztbericht von Dr. med. A.________ vom 11. Juni 2004 diagnostiziert u.a. ein beginnendes Korsakow-Syndrom und eine Polyneuropathie, empfiehlt aber selber weitere medizinische Abklärungen. Die Beschwerdeführerin führt selber aus, dass die Ergebnisse von 2001 kritisch zu hinterfragen und unklar seien. Die bislang vorhandenen medizinischen Akten hinterlassen somit eine ungesicherte Beweislage, wobei aus den bisherigen Entscheidungsgrundlagen kein nach überwiegender Wahrscheinlichkeit zutreffender Sachverhalt zu gewinnen ist. Insoweit und namentlich auch wegen der fehlenden Aktualität der von der Verwaltung beigezogenen Arztberichte drängt sich die Einholung einer aktuellen neurologisch-psychiatrischen Beurteilung auf. Was hiegegen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde vorgebracht wird, vermag somit nicht zu überzeugen. 2.4 Im Lichte des Gesagten ist entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin die vorinstanzliche Rückweisung der Sache an die Verwaltung zur Abklärung der möglicherweise bestehenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen des Versicherten zu bestätigen.