Citation: 8C_408/2022 E. 4.2

4.2. Zutreffend ist, dass im Austrittsbericht des Spitals C.________ vom 27. Juli 2020 eine Contusio spinalis festgehalten wurde, was die Vorinstanz korrekt wiedergab. In der Folge diagnostizierten sämtliche involvierten Ärzte, ausser Dr. med. F.________, eine Commotio spinalis, wie die Vorinstanz korrekt feststellte. Sie legte hierzu dar, dass Dr. med. D.________ am 8. September 2021 nachvollziehbar angegeben habe, es sei wegen des Verlaufs und des fehlenden Nachweises einer strukturellen Schädigung von einer Commotio spinalis auszugehen. Eine richtungsgebende Verschlimmerung des Vorzustandes sei zu verneinen, nachdem gemäss MRT keine Alteration des Rückenmarksignals gegeben sei. Die diskreten klinischen und elektrophysiologischen Befunde von Dr. med. E.________ reichten nicht aus, um eine spinale Schädigung nachzuweisen. Die Operation diene nach den Ausführungen des Dr. med. F.________ einer prophylaktischen Stabilisierung der HWS. Diese Operation sei nicht überwiegend wahrscheinlich auf den Unfall vom 23. Juli 2020 zurückzuführen. Dass das Ereignis zu traumatischen Organ- oder Weichteilläsionen sowie Läsionen der ossären Strukturen geführt hätte, wird vom Beschwerdeführer zu Recht nicht gerügt. Widersprüche zwischen dem Bericht des Spitals C.________ vom 3. November 2020 und demjenigen vom 17. November 2021 sind sodann, anders als der Beschwerdeführer meint, keine auszumachen, wie bereits die Vorinstanz schlüssig ausführte. Im Bericht des Spitals C.________ vom 3. November 2020 wurde zwar festgehalten, dass aufgrund der vorbestehenden Einengung der Spinalkanäle, die durch den Unfall noch weiter beeinträchtigt worden seien, eine grössere oder erhöhte Gefahr von zukünftigen Beeinträchtigungen bei erneuten Unfällen gegeben sei, weshalb eine operative Erweiterung diskutiert werden könne. Eine akute Operationsindikation bei nur geringer Enge wurde aber verneint. Daher steht die Ansicht der Ärzte des Spitals C.________ gemäss Bericht vom 17. November 2021, wonach keine Indikation zur protektiven dorsalen Stabilisierung bestand, hierzu nicht im Widerspruch. Vielmehr hielten die behandelnden Mediziner bei der Verlaufskontrolle ein Jahr nach weiteren klinischen, apparativen und neurologischen Untersuchungen nachvollziehbar fest, bei einer kompletten Rückbildung der ursprünglich inkompletten Tetraplegie sei die von Dr. med. F.________ empfohlene protektive Segmentstabilisierung C3/C4 nicht indiziert; dies mit Blick auf den Verlauf mit lediglich geringen klinischen Auffälligkeiten, fehlenden Einschränkungen im Alltag, vollständiger Arbeitsfähigkeit als Kraftfahrer und bei fehlender Wirbelsäulenverletzung. Ferner hielt die Vorinstanz zu Recht fest, dass Dr. med. F.________ im Bericht vom 22. Juli 2021 bestätigt habe, dass ohne Vorgeschichte einer Contusio spinalis keine prophylaktische Dekompression notwendig sei. Denn dieser gab an, bei Patienten, die aufgrund einer Spinalstenose eine Contusio spinalis erlitten hätten, bestünde ein erhöhtes Risiko, eine erneute Wirbelsäulenverletzung zu erleiden. Wenn lediglich ein enger Spinalkanal vorliege, ohne Vorgeschichte einer Contusio spinalis, sähe es anders aus. Ohne vorangegangene Verletzung brauche ein enger Spinalkanal keine Stabilisierung. Tatsachenwidrige Sachverhaltsfeststellungen sind der Vorinstanz nach dem soeben Gesagten, entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers, nicht vorzuwerfen. Indem die Vorinstanz aus diesen Darlegungen den Schluss zog, dass Dr. med. F.________ nur bei einer erlittenen Contusio spinalis und nicht auch bei einer Commotio spinalis eine prophylaktische Stabilisierung empfehle, lässt sich dies nicht beanstanden. Was das Schreiben des Dr. med. F.________ vom 1. Februar 2022 betrifft, stellte die Vorinstanz insbesondere fest, dass sich dieser in keiner Weise mit den seit der ersten Sprechstunde am 21. Juli 2021 erfolgten apparativen, labormedizinischen, neurologischen und klinischen Untersuchungen auseinandergesetzt habe. Er gehe nicht darauf ein, dass sich der Zustand des Beschwerdeführers subjektiv deutlich verbessert habe, die klinisch-neurologische Untersuchung im Vergleich zur Voruntersuchung eine Befundverbesserung mit Normalisierung der vormals eingeschränkten Sensibilität an den Beinen sowie eine verbesserte sensible Ataxie ergeben habe. Die Neurologin Dr. med. E.________ habe dargelegt, dass sich die Tendenz einer Befundverschlechterung der somatosensibel-evozierten Potentiale differentialdiagnostisch am ehesten im Rahmen des ausgeprägten Folsäuremangels erkläre, da die MRI-Untersuchung der ganzen Wirbelsäule einen stabilen Befund in Bezug auf den residualen Zustand nach posttraumatischer Myelopathie ergeben habe. Hinweise auf neurale Kompressionen hätten nicht vorgelegen. Ebenso wenig habe sich Dr. med. F.________ zur komplett regredienten inkompletten Tetraplegie ohne Wirbelsäulenverletzung gemäss Bericht des Spitals C.________ vom November 2021 geäussert. Ausserdem habe er nicht begründet, weshalb die angesprochene Myelonschädigung bei vorbestehender Spinalkanalstenose unfallbedingt sei. Der Beschwerdeführer legt mit keinem Wort dar, inwiefern die Vorinstanz damit die Beweiswürdigungsregeln oder sonstwie Bundesrecht verletzt haben sollte. Wenn im angefochtenen Entscheid bei dieser Sach- und Rechtslage erkannt wurde, dass keine auch nur geringen Zweifel an der Schlüssigkeit der Einschätzung des Dr. med. D.________ bestünden, verletzt dies kein Bundesrecht.