Citation: U 219/04 07.12.2004 E. 3

Zu prüfen bleibt die Adäquanz des Kausalzusammenhangs. 3.1 Hat die versicherte Person, wie hier, beim Unfall ein Schleudertrauma der HWS oder eine diesem äquivalente Verletzung (SVR 1995 UV Nr. 23 S. 67 Erw. 2) erlitten, richtet sich die Adäquanzbeurteilung in der Regel nach den in BGE 117 V 366 Erw. 6a formulierten Grundsätzen. Eine Ausnahme gilt dann, wenn die zum typischen Beschwerdebild einer solchen Verletzung gehörenden Beeinträchtigungen zwar teilweise vorliegen, im Vergleich zur psychischen Problematik aber ganz in den Hintergrund treten. Trifft dies zu, sind für die Adäquanzbeurteilung die in BGE 115 V 140 Erw. 6c/aa mit Bezug auf Unfälle mit psychischen Folgeschäden formulierten Grundsätze massgebend (BGE 123 V 99 Erw. 2a mit Hinweisen). Dieser Rechtsprechung liegt der Sachverhalt zu Grunde, dass sehr bald nach dem Unfall, gleichsam an diesen anschliessend, die psychische Problematik derart überwiegt, dass die mit dem Schleudertrauma einhergehenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen (buntes Beschwerdebild) völlig in den Hintergrund treten. Soll die Rechtsprechung gemäss BGE 123 V 99 Erw. 2a in einem späteren Zeitpunkt angewendet werden, ist die Frage, ob die psychische Problematik die übrigen Beschwerden nach einem Unfall mit Schleudertrauma der HWS (bzw. Schädel-Hirntrauma) ganz in den Hintergrund treten lässt, nicht auf Grund einer Momentaufnahme zu entscheiden. Vielmehr ist in einem solchen Fall zu prüfen, ob im Verlaufe der ganzen Entwicklung vom Unfall bis zum Beurteilungszeitpunkt die physischen Beschwerden gesamthaft nur eine sehr untergeordnete Rolle gespielt haben und damit ganz in den Hintergrund getreten sind. Nur wenn dies zutrifft, ist die Adäquanz nach der Rechtsprechung zu den psychischen Unfallfolgen (BGE 115 V 133) zu beurteilen (RKUV 2002 Nr. U 465 S. 439 Erw. 3b). 3.2 Im Lichte dieser Grundsätze hat das kantonale Gericht mit Recht die zu den Unfällen mit Schleudertrauma entwickelte Praxis, welche nicht zwischen psychischen und physischen Anteilen differenziert (BGE 117 V 367 Erw. 6a), zur Anwendung gebracht. Es bestehen keine hinreichenden Anhaltspunkte dafür, dass eine vom typischen Beschwerdebild unabhängige psychische Komponente im Verlauf des gesamten zu berücksichtigenden Zeitraums in weit überwiegendem Masse für die relevanten Beschwerden verantwortlich gewesen wäre. 3.3 Im Rahmen der für die Belange der Adäquanzbeurteilung vorzunehmenden Kategorisierung (BGE 117 V 366 Erw. 6a) ist das Ereignis vom 11. Dezember 1998 den mittelschweren Unfällen im Grenzbereich zu den leichten zuzuordnen. Die Adäquanz des Kausalzusammenhangs ist demzufolge zu bejahen, falls ein einzelnes der in die Beurteilung einzubeziehenden unfallbezogenen Kriterien (besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls; Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzung; ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung; Dauerbeschwerden; ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert; schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen; Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit; BGE 117 V 367 Erw. 6a) in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist oder die zu berücksichtigenden Kriterien insgesamt in gehäufter oder auffallender Weise gegeben sind (BGE 117 V 367 f. Erw. 6b). Dabei ist in Anwendung der spezifisch zum Schleudertrauma der HWS entwickelten Adäquanzprüfung praxisgemäss auf eine Unterscheidung zwischen psychischen und physischen Anteilen zu verzichten (BGE 117 V 367 Erw. 6a). Unter diesem Vorzeichen hat die Vorinstanz mit Recht festgestellt, die relevanten unfallbezogenen Kriterien seien in gehäufter Weise erfüllt. Insbesondere wurden die Kriterien der Dauerschmerzen, der ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung, des schwierigen Heilungsverlaufs sowie des erheblichen Ausmasses der unfallbedingten Arbeitsunfähigkeit richtigerweise bejaht. Dem Unfall vom 11. Dezember 1998 kommt somit massgebende Bedeutung für die relevanten, über den 30. September 1999 hinaus bestehenden Beschwerden zu. Dementsprechend ist der kantonale Entscheid korrekt.