Citation: 2C_123/2018 E. A

Die A.________ AG mit Sitz in U.________ (nachfolgend Holdinggesellschaft oder Beschwerdegegnerin) war 100%-ige Muttergesellschaft der B.________ GmbH mit Sitz in V.________ (Österreich; heute: C.________ GmbH, nachfolgend Tochtergesellschaft). Beteiligte an der A.________ AG waren zu 50% D.E.________, zu 49% die von F.________ beherrschte G.________ GmbH (nachfolgend Beteiligungsgesellschaft) sowie zu 1% F.________. F.________ (50%; 1% direkt, 49% via Beteiligungsgesellschaft) D.E.________ (50%) G.________ GmbH (49%) (Beteiligungsgesellschaft) A.________ AG (Holdinggesellschaft) B.________ GmbH (Tochtergesellschaft) F.________ (50%; 1% direkt, 49% via Beteiligungsgesellschaft) D.E.________ (50%) G.________ GmbH (49%) (Beteiligungsgesellschaft) A.________ AG (Holdinggesellschaft) B.________ GmbH (Tochtergesellschaft) Am 20. Oktober 2009 und am 28. Januar 2010 erstatteten F.________ und die Beteiligungsgesellschaft bei der Staatsanwaltschaft des Kantons St. Gallen Strafanzeige gegen D.E.________ und H.E.________, den Vater von D.E.________ und gleichzeitig Geschäftsführer der Tochtergesellschaft. In der Strafanzeige wurde D.E.________ namentlich angelastet, dass er gesetzes- und statutenwidrig ohne vorgängige Information, Einberufung und Beschlussfassung der Generalversammlung der Holdinggesellschaft deren einziges Aktivum, die 100%-ige Beteiligung an der Tochtergesellschaft, für EUR 200'000.-- an die I.________ AG (nachfolgend I.________), eine Tochtergesellschaft des Migros-Genossenschafts-Bundes, veräussert habe; ausserdem hätten sich H.E.________ und D.E.________ gleichzeitig in einer Nebenabrede ausbedungen, dass eine Minderheitsbeteiligung von 40% an der Tochtergesellschaft in der Folge wiederum auf sie übertragen werde. Nachdem F.________ und die Beteiligungsgesellschaft in der Folge eine dringliche Anordnung des Kreisgerichts See-Gaster erwirkt hätten, mit welcher der Holdinggesellschaft einstweilen unter Androhung der Bestrafung gemäss Art. 292 StGB verboten worden sei, ihre Beteiligung an der Tochtergesellschaft zu veräussern bzw. einen allenfalls bereits geschlossenen Vertrag zu vollziehen, hätten D.E.________ und die I.________ dieses Verbot umgangen, indem das Stammkapital der Tochtergesellschaft - zum Nennwert unter Verzicht auf das Bezugsrecht der bisher Beteiligten zugunsten der I.________ - massiv (um EUR 2.2 Mio.) mittels Verrechnung mit einem von der I.________ gewährten Darlehen erhöht worden sei, sodass in der Folge die I.________ zu 98.4% und die Holdinggesellschaft nur noch zu 1.6% an der Tochtergesellschaft beteiligt gewesen sei. Am 8. Mai 2012 schlossen der Migros-Genossenschafts-Bund, die I.________, die Tochtergesellschaft, die Beteiligungsgesellschaft, die Holdinggesellschaft, die von D.E.________ und H.E.________ beherrschte J.________ GmbH, F.________ sowie H.E.________ und D.E.________ eine Vergleichsvereinbarung. Gemäss dem Vergleich hatte D.E.________ seine Beteiligung von 50% an der Holdinggesellschaft (50 Aktien à nominal je Fr. 1'000.--) zum Preis von Fr. 450'000.-- auf die Beteiligungsgesellschaft zu übertragen (so dass F.________ direkt bzw. indirekt - via die Beteiligungsgesellschaft - Alleinbeteiligter an der Holdinggesellschaft wurde). Ausserdem verpflichtete sich die Holdinggesellschaft, ihre Beteiligung von 1.6% an der Tochtergesellschaft an I.________ abzutreten, während I.________ der Holdinggesellschaft einen Betrag von Fr. 4.7 Mio. bezahlen sollte. F.________ übernahm die Verpflichtung, sämtliche Strafanzeigen gegen D.E.________ und H.E.________ zurückzuziehen bzw. sein Desinteresse an einer weiteren Strafverfolgung zu bekunden. Nachdem die Verpflichtungen gemäss dem Vergleich vollzogen worden waren, insbesondere F.________ und die Beteiligungsgesellschaft gegenüber der Staatsanwaltschaft St. Gallen eine Desinteresseerklärung abgegeben hatten, verfügte diese mit Nichtanhandnahmeverfügung vom 31. Mai 2012 namentlich, dass gegen D.E.________ und H.E.________ kein Strafverfahren eröffnet werde. Am 19. Januar 2016 veranlagte die kantonale Steuerverwaltung der Kantons Zug die Holdinggesellschaft für die direkte Bundessteuer 2012 mit einem steuerbaren Reingewinn von Fr. 3'083'400.--; es wurde kein Beteiligungsabzug gewährt.