Citation: I 776/04 29.03.2005 E. 4

4.1 Es ist unbestritten und erstellt, dass dem Beschwerdeführer auf Grund seiner gesundheitlichen Probleme, insbesondere der Einschränkungen im Gehen und längeren Stehen, bei der Suche nach einer geeigneten Anstellung Schwierigkeiten erwachsen. Er erfüllt daher, wie die IV-Stelle am 28. August 2003 zu Recht festgestellt hat, prinzipiell die invaliditätsmässigen Voraussetzungen des Anspruchs auf Arbeitsvermittlung gemäss Art. 18 Abs. 1 Satz 1 IVG in der bis Ende 2003 gültig gewesenen Fassung. Die neue Formulierung sollte diesen Anspruch nach dem Gesagten nicht einschränken, sondern tendenziell ausweiten, sodass die grundsätzliche Berechtigung auch für die Zeit ab 1. Januar 2004 ausser Frage steht. 4.2 Die Verwaltung hat die Weiterführung der Arbeitsvermittlung mit der Begründung abgelehnt, der Versicherte habe einen Arbeitsversuch bei der Firma Y.________ AG verweigert, obwohl ihm die Ausübung dieser Tätigkeit und die Bewältigung des Arbeitswegs auch mit den gesundheitlichen Einschränkungen möglich gewesen wäre. Sinngemäss verneinte die IV-Stelle damit die subjektive Eingliederungsfähigkeit (vgl. dazu AHI 2002 S. 108). Dieser Vorwurf ist jedoch nicht hinreichend erhärtet und substanziiert. So wird das Verhalten des Versicherten nicht nur in seinen eigenen Stellungnahmen, sondern auch in der (arbeitslosenversicherungsrechtlichen) Verfügung des Kantonalen Amtes für Industrie, Gewerbe und Arbeit vom 27. Oktober 2003 anders bewertet. Zudem hätte eine auf diese Begründung gestützte Verweigerung weiterer Leistungen die vorgängige Durchführung des Mahn- und Bedenkzeitverfahrens gemäss Art. 21 Abs. 4 ATSG vorausgesetzt (Urteil A. vom 11. Januar 2005, I 605/04, Erw. 3). 4.3 Die Vorinstanz ihrerseits verneinte die Verhältnismässigkeit einer Weiterführung der Arbeitsvermittlung. Der Beschwerdeführer sei im Zeitpunkt des Einspracheentscheides viereinhalb Jahre vor der AHV-rechtlichen Pensionierung gestanden. Die Chance, für einen Versicherten in diesem Alter, der zusätzlich die beim Beschwerdeführer gegebene gesundheitliche Beeinträchtigung aufweise, eine geeignete Stelle zu finden, sei derart gering, dass sich eine Weiterführung der Arbeitsvermittlung unter Berücksichtigung des damit verbundenen Aufwands nicht rechtfertige. Auch diesem Argument kann nicht beigepflichtet werden. Die blosse Vermutung, der Arbeitsmarkt biete für Personen ab 60 Jahren keine der Behinderung des Beschwerdeführers angepassten Tätigkeiten an, bildete keine hinreichende Grundlage, um die Arbeitsvermittlung nur zwei Monate nach der am 28. August 2003 erfolgten Zusprechung wieder - mit der Verfügung vom 28. Oktober 2003 - einzustellen. Hiezu wäre vielmehr der Nachweis erforderlich, dass die IV-Stelle intensive Bemühungen getätigt hat, dem Versicherten eine Stelle zu vermitteln, welche aber keinerlei Erfolg gezeitigt haben und deren Ergebnisse die Schlussfolgerung zulassen, weitere Aktivitäten seien praktisch aussichtslos (vgl. Erw. 3.2 hievor). So verhält es sich jedoch nicht. Eine Verstärkung der bisherigen, aktenmässig dokumentierten Bemühungen erscheint vielmehr als durchaus vorstellbar und im Lichte der mit der Neufassung von Art. 18 Abs. 1 Satz 1 IVG verbundenen Zielsetzungen (Erw. 3.3 hievor) auch geboten. Die IV-Stelle hat deshalb weiterhin Arbeitsvermittlung zu gewähren.