Citation: 8C_604/2020 E. 3.1

3.1. Die Vorinstanz erwog, im jährlichen Vertrag zwischen Swiss Tennis und den Eltern von B.A.________ werde als Zielvereinbarung die Erfüllung der Selektionskriterien als Basis statuiert. Das Erreichen dieses Zieles bilde Grundlage für eine Vertragsverlängerung. Um diese Vorgabe zu erreichen, biete das Leistungszentrum ein individuelles Tennis- und Konditionstraining, Trainings- und Turnierplanung, Trainingslager, Schulhilfe TEN, Turnierbetreuung, medizinische und sportpsychologische Betreuung sowie eine subventionierte Unterkunft an. Der Spieler verpflichte sich im Gegenzug, die Trainings- und Turnierplanung zu befolgen und ausschliesslich im Leistungszentrum zu trainieren sowie den Aufgeboten für Camps, Turniervorbereitungsveranstaltungen, Team- und Einzelwettkämpfen nachzukommen. Die Ausbildung stelle zweifellos eine zeitintensive Ausbildung dar, die mehr als 20 Wochenstunden betrage und länger als vier Wochen dauere. Unbestritten sei weiter, dass B.A.________ vollen Einsatz leiste. Die Ausbildung sei zwar nicht auf eine bestimmte Zeitdauer ausgerichtet und werde nicht mit einer Prüfung abgeschlossen, die einem klassischen Berufsabschluss gleichkomme. Bei der Swiss Tennis Akademie handle es sich aber um eine anerkannte nationale Förder- und Ausbildungsstätte. Die Methoden der Trainer würden auf jahrelanger Erfahrung und neuesten Erkenntnissen gründen und würden somit als faktisch anerkannter Lehrgang gelten und eine systematische Vorbereitung bieten, um in die nationale und internationale Tennisspitze vorzudringen und das Berufsziel Tennisprofi zu erreichen. Eine weitergehende schulische Ausbildung wie das Gymnasium sei sicher wünschenswert, aber nicht Voraussetzung und aufgrund des Trainingsaufwands auch kaum zu bewältigen. Wegen der Reisetätigkeit und der internationalen Auftritte seien jedoch die guten Sprachkenntnisse in Englisch und Französisch hilfreich, was von Swiss Tennis gefördert werde. Zudem bilde es die Spieler zu Unternehmern aus. Schliesslich stehe die Ausbildung zum Tennisprofi mit dem Ziel, ein Einkommen zu erzielen, im Vordergrund. Ob dieses Ziel erreicht werde, hänge von verschiedenen Faktoren ab (Konkurrenz, Verletzungen, etc.) und sei somit ungewiss, aber auch sekundär. Denn die Qualifizierung eines Lehrgangs als Ausbildung hänge nicht davon ab, ob die Ausbildung tatsächlich zum Erfolg führe. Es verbleibe einem ausgebildeten Spieler die Möglichkeit, als Trainer oder in einem anderen Bereich des Tennis zu arbeiten. Somit seien die Lehrgänge von Swiss Tennis als Ausbildung im Sinne von Art. 49bis Abs. 1 AHVV zu verstehen und der Vater von B.A.________ habe Anspruch auf Ausbildungszulagen für seinen Sohn. Die Leistungseinstellung und die Rückforderung seien damit unrechtmässig.