Citation: 2C_679/2015 E. 6.1.2

6.1.2. In den Schutzbereich von Art. 8 EMRK können auch familiäre Verhältnisse ausserhalb der Kernfamilie fallen, sofern eine genügend nahe, echte und tatsächlich gelebte Beziehung besteht. Hinweise für solche Beziehungen sind das Zusammenleben in einem gemeinsamen Haushalt, eine finanzielle Abhängigkeit, speziell enge familiäre Bande, regelmässige Kontakte oder die Übernahme von Verantwortung für eine andere Person (BGE 135 I 143 E. 3.1 S. 148). Der Beschwerdeführer macht geltend, gemeinsam mit seiner Ehefrau, der gemeinsamen Tochter sowie dem Stiefsohn zu wohnen. In diesem Rahmen erbringe er elterliche Fürsorge- und Betreuungspflichten. Sein Stiefsohn liebe ihn sehr und seine Beziehung zu den Kindern sei herzlich. Ein Abhängigkeitsgrund im Sinne der Rechtsprechung ist vorliegend somit auch zum Stiefsohn dargetan (vgl. BGE 137 I 154 E. 3.4.2 S. 159). Die Notwendigkeit einer Interessenabwägung ergibt sich vorliegend auch aus Art. 8 Ziff. 2 EMRK. Danach ist ein Eingriff in das von Art. 8 Ziff. 1 EMRK geschützte Familienleben statthaft, wenn er gesetzlich vorgesehen ist und in einer demokratischen Gesellschaft für die nationale oder öffentliche Sicherheit, für das wirtschaftliche Wohl des Landes, zur Aufrechterhaltung der Ordnung, zur Verhütung von Straftaten, zum Schutz der Gesundheit oder der Moral oder zum Schutz der Rechte und Freiheiten anderer notwendig ist. Die Konvention verlangt insofern eine Abwägung der sich gegenüberstehenden privaten Interessen an der Bewilligungserteilung und den öffentlichen Interessen an deren Verweigerung, wobei Letztere in dem Sinne überwiegen müssen, dass sich der Eingriff als notwendig erweist (BGE 139 I 145 E. 2.2 S. 147 f.; 135 I 153 E. 2.2.1 S. 156; 135 I 143 E. 2.1 S. 147).