Citation: 4A_235/2023 E. 3.7

3.7. Es trifft nicht zu, dass die Vorinstanz sich nicht mit der vom Kantonschemiker in seiner Notiz vom 28. Oktober 2015 angesprochenen Problematik der Kondenswasserbildung auseinandergesetzt hätte. Vielmehr erwähnte sie diese explizit, berücksichtigte aber mit Recht auch die präzisierenden Zeugenaussagen des Kantonschemikers zu seiner Notiz, wonach es mehrere mögliche Ursachen gebe, sei es, dass der Rohstoff schon von Schimmeln befallen gewesen sei oder dass er zu feucht reingekommen sei oder dass es bei der Beschwerdegegnerin geschehen sei. Mit den damals vorhandenen Informationen lasse sich die Ursache nicht eindeutig eruieren und ob die eine oder die andere etwas wahrscheinlicher sei, sei schwer zu sagen. Angesichts dieser Präzisierungen verfiel die Vorinstanz mitnichten in Willkür, wenn sie zusammenfassend festhielt, sowohl die Gutachterin als auch der Kantonschemiker kämen zum Schluss, dass für die Schimmelbildung mehrere Umstände - gemeinsam oder einzeln - ursächlich hätten sein können, und dass auch gemäss dem Kantonschemiker keine Ursache als überwiegend wahrscheinlich betrachtet werden könne. Da somit der von der Beschwerdeführerin behauptete Widerspruch zwischen dem Kantonschemiker und der Gerichtsgutachterin betreffend die Problematik der Kondenswasserbildung nicht vorlag, durfte die Vorinstanz auf das gerichtliche Gutachten abstellen und verwarf die dagegen vorgebrachten Beanstandungen der Beschwerdeführerin zu Recht. In Fachfragen darf das Gericht nur aus triftigen Gründen von einem Gerichtsgutachten abweichen. Es hat zu prüfen, ob sich aufgrund der übrigen Beweismittel und der Vorbringen der Parteien ernsthafte Einwände gegen die Schlüssigkeit der gutachterlichen Darlegungen aufdrängen (BGE 146 IV 114 E. 2.1; 138 III 193 E. 4.3.1). Dabei darf es sich im Allgemeinen auf die Prüfung formeller Fragen, etwa das Vorhandensein von Ausstandsgründen beim Experten oder von offensichtlichen Widersprüchen in der Expertise, beschränken (Urteil 4A_145/2023 vom 3. Juli 2023 E. 6.4.1). Die Vorinstanz ist in Übereinstimmung mit diesen Grundsätzen korrekt vorgegangen, indem sie ihrer freien Beweiswürdigung das widerspruchsfreie, vollständige und schlüssige Gerichtsgutachten unterlegte, dessen Schlussfolgerungen sie durch die übrigen Beweise bekräftigt erachtete (vgl. BGE 138 III 193 E. 4.3.1).