Citation: 2C_1155/2014 E. 4.3.5

4.3.5. Es fragt sich, ob das bäuerliche Bodenrecht eigene steuerliche Bewertungsvorschriften enthält, die jenen des Kernsteuerrechts vorzugehen hätten. In diesem Sinne könnte das Merkblatt A/2001 gedeutet werden, wenn es unter dem Titel "Wertberichtigungen auf Boden" davon spricht, Wertberichtigungen auf landwirtschaftlich genutzten Grundstücken seien "nur möglich, soweit die Anlagekosten über dem Höchstpreis nach bäuerlichem Bodenrecht liegen" (Ziff. 6 des Merkblatts). Zur Auslegung des Merkblatts der Eidgenössischen Steuerverwaltung kann jenes der Konferenz staatlicher Steuerbeamter vom 31. Mai 1996 herangezogen werden. Unter dem Titel "Wertberichtigung auf landwirtschaftlichem Boden" äussert dieses sich zu den Voraussetzungen. Zunächst ist festzuhalten, dass es dabei um Wertberichtigungen geht, nicht um Abschreibungen. Dem definitiven Wertverzehr auf Aktiven wird steuerlich mittels Abschreibungen Rechnungen getragen, wogegen vorübergehende Wertveränderungen durch Wertberichtigungen berücksichtigt werden (LOCHER, DBG I, N. 3 zu Art. 28 DBG). Entsprechend anerkennt das Steuerrecht die Wertberichtigungen bloss auf Zusehen hin (LOCHER, DBG I, N. 25 zu Art. 29 DBG). Darüber hinaus knüpft das Merkblatt die Vornahme von Wertberichtigungen an restriktive Voraussetzungen, deren Vorliegen auch von den Steuerpflichtigen nicht behauptet wird.