Citation: 5A_861/2023 E. 3.6.2

3.6.2. Soweit die Beschwerdeführerin (ebenfalls unter Hinweis auf Art. 315 SchKG) verlangt, es sei ihr für die Forderung aus dem Aktienkaufvertrag vom 5. September 2018 eine Frist von 20 Tagen zur Einleitung eines Schiedsverfahrens anzusetzen, geht sie fehl. Wohl kann einer nach Art. 172 Abs. 1 IPRG privilegierten Forderung (lit. b) im Fall ihrer Bestrittenheit in analoger Weise von Art. 315 Abs. 1 SchKG mit dem Anerkennungsentscheid Frist zu gerichtlichen Geltendmachung angesetzt werden (vgl. BOPP, Sanierungsverfahren, a.a.O., S. 293). Erörterungen (mit Blick auf die von der Beschwerdeführerin behaupteten Niederlassungsforderungen nach Art. 172 Abs. 1 lit. c IPRG) erübrigen sich: Zum einen kann aus der mit einer Fristansetzung nach Art. 315 Abs. 1 SchKG verbundenen "Androhung des Verlustes der Sicherstellung der Dividende im Unterlassungsfall" nichts abgeleitet werden, weil im konkreten Fall eine Sicherstellung der Dividende zu Gunsten der Forderungen der Beschwerdeführerin ohnehin ausser Betracht fällt (vgl. E. 3.5). Zum anderen legt sie in keiner Weise dar, inwiefern sie durch die "Nichtansetzung der Klagefrist" beschwert sein soll. Die Nichtansetzung einer Klagefrist hat keinen Einfluss auf den materiellen Bestand der Forderung bzw. das Recht auf eine Klage (vgl. HUNKELER, in: Kurzkommentar SchKG, 2. Aufl. 2014, N. 4, 5 zu Art. 315); die Frage, ob bzw. inwieweit ein Nachlassschuldner den zuvor anerkannten ausländischen Nachlassvertrag dem klagenden Nachlassgläubiger entgegenhalten kann, stellt sich erst in einem allfälligen Prozess (vgl. BRACONI, a.a.O., N. 29 zu Art. 175). Es verstösst nicht gegen Bundesrecht, wenn das Obergericht geschlossen hat, dass offen zu bleiben hat, wie sich das australische DOCA auf ein neues Erkenntnisverfahren auswirkt.