Citation: 5A_637/2022 E. 4.2.2

4.2.2. Weiter besteht die Beschwerdeführerin darauf, dass der effektive Mietzins rund einem Drittel des verfügbaren Einkommens entspreche und als wirtschaftlich angemessen zu beurteilen sei. Das Obergericht verstricke sich in Widersprüche, wenn es einerseits ihr Einkommen als überdurchschnittlich bezeichne und in der Unterhaltsberechnung Versicherungs- und Kommunikationskosten sowie die Steuern berücksichtige und anderseits bezüglich der Wohnkosten von knappen wirtschaftlichen Verhältnissen ausgehe. Vehement bestreitet die Beschwerdeführerin sodann, mit ihrem Umzug nach Deutschland ein tieferes Einkommen und höhere Steuern in Kauf genommen zu haben. Sie erinnert daran, dass die Lebenshaltungskosten in Deutschland rund 40 % tiefer seien als in der Schweiz, und rechnet vor, dass der Mietzins für die Wohnung in U.________ gegenüber ihrer Wohnung in V.________ ebenfalls 40 % günstiger sei. Daraus folgert sie, dass ihr Wegzug nach Deutschland keine zusätzliche Reduktion des Mietzinses rechtfertige. Für EUR 1'000.-- pro Monat liesse sich in U.________ lediglich eine mit öffentlichen Mitteln geförderte Wohnung finden. Nachdem sie angesichts ihres Einkommens keinen Anspruch darauf habe, könne sie unmöglich eine Wohnung mit einem so niedrigen Mietzins finden. Angesichts des in U.________ gegenwärtigen Preisniveaus von EUR 19.03 pro m2 sei es realitätsfremd und willkürlich, von ihr zu erwarten, in U.________ für EUR 1'000.-- eine marktübliche Wohnung für vier Personen zu finden. All diese Einwände laufen ins Leere. Entgegen dem, was die Beschwerdeführerin anzunehmen scheint, verlangt das Obergericht nicht von ihr, in U.________ eine Wohnung mit einer effektiven Miete von monatlich Fr. 1'000.-- (und nicht EUR 1'000.--) zu finden, noch besagt der angefochtene Entscheid, dass eine Miete in dieser Höhe den konkreten Umständen bzw. den wirtschaftlichen Verhältnissen angemessen wäre. Die vorinstanzlichen Erwägungen drehen sich - allein vom Geldbetrag her - nämlich gar nicht um den Mietzins als solchen, sondern um den monatlichen Wohnkostenanteil, der in der Unterhaltsberechnung zu berücksichtigen ist. Abgesehen vom Anteil für C.________s Zimmer (dazu oben E. 4.2.1) machte die Beschwerdeführerin unter diesem Titel laut dem angefochtenen Entscheid einen Betrag von Fr. 1'315.-- geltend (E. 4.1). Diese Feststellung über den Prozesssachverhalt (s. dazu BGE 140 III 16 E. 1.3.1) beanstandet die Beschwerdeführerin im hiesigen Verfahren nicht. Das Obergericht reduziert mithin nicht die tatsächlichen Miet- und Nebenkosten von EUR 2'470.--, sondern berücksichtigt den geltend gemachten Wohnkostenanteil von Fr. 1'315.-- lediglich im Umfang von Fr. 1'000.--. Weshalb diese "Reduktion" um Fr. 315.-- die vorinstanzliche Festsetzung von C.________s Barunterhalt ab Januar 2023 auch im Ergebnis als geradezu willkürlich erscheinen lässt, ist der Beschwerde indessen nicht zu entnehmen. Würden - der Forderung der Beschwerdeführerin folgend - monatliche Wohnkosten von Fr. 1'315.-- eingesetzt, so betrüge der von ihr erzielte Überschuss immer noch Fr. 1'983.-- (Fr. 2'298.--./. Fr. 315.--; vgl. E. 4.1). Dass dieser Betrag nicht ausreicht, um - entsprechend dem angefochtenen Entscheid - neben dem monatlichen Barunterhalt für C.________ von Fr. 1'600.-- auch den ungedeckten Teil der Unterhaltsbeiträge der vorehelichen Kinder von Fr. 242.-- zu decken, macht die Beschwerdeführerin zu Recht nicht geltend.