Citation: 5A_416/2008 25.08.2008 E. 4

Die Beschwerdeführerin rügt, das Kantonsgericht habe in willkürlicher Weise ihren Antrag auf Einholung eines Gutachtens beim Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienst abgelehnt und damit gleichzeitig ihren Anspruch auf rechtliches Gehör missachtet. In der Frage der Zuteilung der elterlichen Sorge (Art. 133 Abs. 1 und 2 ZGB) herrscht die Untersuchungsmaxime (Art. 145 Abs. 1 ZGB). Das Gericht hat mit anderen Worten den Sachverhalt von Amtes wegen zu ermitteln, wobei es die ihm bedeutsam erscheinenden Gegebenheiten frei würdigt (dazu BGE 128 III 411 E. 3.2.1 S. 412 f.). Indessen ist es nicht gezwungen, alle Erhebungen anzustellen, die geeignet wären, die die Kinder betreffenden Vorkehren zu beeinflussen; eine Begutachtung gemäss Art. 145 Abs. 2 ZGB ist aber auf jeden Fall dann anzuordnen, wenn sie als einziges taugliches Beweismittel erscheint (vgl. BGE 112 II 381 E. 4 S. 384; Peter Breitschmid, in: Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 2. Aufl. 2002, N. 4 zu Art. 145 ZGB). Verfügt das Gericht jedoch über genügende Grundlagen für eine sachgerechte Entscheidung, kann es - auf Grund einer vorweggenommenen Beweiswürdigung - auf weitere Beweiserhebungen auch in Fällen verzichten, die der Untersuchungsmaxime unterstehen (BGE 130 III 734 E. 2.2.3 S. 735 mit Hinweisen). Von einer Missachtung des Anspruchs auf rechtliches Gehör bzw. von einer Verletzung des Beweisführungsanspruchs nach Art. 8 ZGB (dazu BGE 130 III 591 E. 5.4 S. 601 f.; Urteil 5A_403/2007 vom 25. Oktober 2007, E. 3.1) kann hier somit nur dann gesprochen werden, wenn der Verzicht des Kantonsgerichts, das von der Beschwerdeführerin beantragte Gutachten einzuholen, auf einer willkürlichen Würdigung der bereits erhobenen Beweise beruht.