Citation: 6B_388/2022 E. 2.2

2.2. Zum Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV) gehört, dass die Behörde alle erheblichen und rechtzeitigen Vorbringen der Parteien würdigt und die ihr angebotenen Beweise abnimmt, wenn diese zur Abklärung des Sachverhalts tauglich erscheinen. Umgekehrt folgt daraus, dass keine Verletzung des rechtlichen Gehörs vorliegt, wenn eine Behörde auf die Abnahme beantragter Beweismittel verzichtet, weil sie aufgrund der bereits abgenommenen Beweise ihre Überzeugung gebildet hat und ohne Willkür in vorweggenommener (antizipierter) Beweiswürdigung annehmen kann, dass ihre Überzeugung durch weitere Beweiserhebungen nicht geändert würde (BGE 141 I 60 E. 3.3 S. 64; 136 I 229 E. 5.2 und E. 5.3 S. 236 f.). Der Untersuchungsgrundsatz nach § 7 Abs. 1 VRG/ZH verpflichtet die Verwaltungsbehörde dazu, den Sachverhalt von Amtes wegen zu untersuchen und damit für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen (KASPAR PLÜSS, in: Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich [VRG], 3. Aufl. 2014, § 7 Rz. 10). Nach § 60 VRG/ZH werden die zur Abklärung des Sachverhaltes erforderlichen Beweise im verwaltungsrechtlichen Beschwerdeverfahren von Amtes wegen erhoben.