Citation: 2C_93/2022 E. 5.1.1

5.1.1. Der Beschwerdeführer ist am 3. Juli 2018 wegen mehrfacher versuchter schwerer Körperverletzung sowie mehrfacher Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte zu einer Freiheitsstrafe von 26 Monaten verurteilt und im Rahmen von Art. 59 StGB zu einer stationären Massnahme in einer entsprechenden Einrichtung verpflichtet worden. Er erfüllt somit - was nicht bestritten ist - den Widerrufsgrund von Art. 63 Abs. 1 lit. a (i.V.m. Art. 62 lit. b AIG). Die Straftaten sind vor dem 1. Oktober 2016 begangen worden, weshalb Art. 63 Abs. 3 AIG keine Anwendung findet (BGE 148 II 1 E. 4.3.1). Sein ausländerrechtliches Verschulden wog dabei schwer: Er ging am 27. Juni 2016 mit einer Axt und einem Gertel auf einen Polizisten los. Weder die Aufforderung "Halt, Polizei, oder ich schiesse" noch der Einsatz eines Pfeffersprays vermochten ihn zu bremsen; erst Schüsse aus zwei Dienstpistolen und entsprechende Verletzungen am rechten Oberschenkel sowie am linken Unterarm stoppten ihn, bevor er die Axt einsetzen konnte. Egal gegen welche Körperteile der Polizisten er geschlagen hätte, war - so das Strafgericht - mit schweren oder gar lebensgefährlichen Verletzungen zu rechnen. Bereits zuvor hatte der Beschwerdeführer ein brennendes Holzstück gegen einen Polizisten geworfen. Die Polizei habe sich - so das Strafurteil weiter - im Vorfeld der Tat "vorbildlich" verhalten und sich die ganze Zeit um eine Deeskalation bemüht, weshalb das Verhalten des Beschwerdeführers nicht nachvollziehbar sei.