Citation: 2C_555/2024 E. 2.4

2.4. Im Übrigen könnte sich die Beschwerdeführerin nicht erfolgreich auf den Schutz des Familienlebens gemäss Art. 8 Ziff. 1 EMRK berufen. Diese Bestimmung bezieht sich in erster Linie auf die Kernfamilie (Ehegatten und minderjährige Kinder). Ist die Beziehung zwischen den Eltern und ihren volljährigen Kindern betroffen, muss ein Abhängigkeitsverhältnis dargetan werden, das über die normalen familiären Bindungen hinausgeht (BGE 147 I 268 E. 1.2.3 mit Hinweisen). Vorliegend ergibt sich aus dem angefochtenen Entscheid nicht, dass die Beschwerdeführerin in absehbarer Zeit die Schweiz verlassen müsste und von ihrem Ehemann getrennt werden könnte. Ein besonderes Abhängigkeitsverhältnis zu ihren erwachsenen Kindern wird nicht dargetan. Schliesslich beruft sich die Beschwerdeführerin zu Recht nicht auf Art. 30 Abs. 1 lit. b AIG (SR 142.20), welcher die Erteilung von Härtefallbewilligungen regelt, oder auf Art. 84 Abs. 5 AIG, welcher die Möglichkeit für vorläufige Personen vorsieht, eine Aufenthaltsbewilligung zu beantragen, da diese Bestimmungen keinen Bewilligungsanspruch einräumen (vgl. zum Ganzen BGE 150 I 93, nicht publ. E. 1.1.3).