Citation: 8C_467/2015 E. 5.3

5.3. Mit Blick auf diese Rechtslage ist die Terminologie der Kasse im Einspracheentscheid, in welchem in casu eine Verschiebung von Rahmenfristen und Anmeldedatum beschrieben wird, zumindest missverständlich. Am 2. September 2013 waren nämlich nicht sämtliche Anspruchsvoraussetzungen des Art. 8 Abs. 1 AVIG erfüllt, weshalb die Rahmenfrist für den Leistungsbezug zu jener Zeit gar nicht beginnen konnte (Art. 9 Abs. 2 AVIG). Denn der Versicherte hatte nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses bei der B.________ AG Ende August 2013 die befristete Anstellung anfangs September 2013 bei der C.________ AG ohne Unterbruch aufgenommen und bis Ende November 2013 einen Lohn erzielt, welcher höher war als die Arbeitslosenentschädigung, welche ihm - hypothetisch - ausgerichtet worden wäre, wenn er auf anfangs September 2013 keine Stelle gefunden hätte. Demgemäss fehlte es an einem anrechenbaren Arbeitsausfall nach Art. 11 Abs. 1 AVIG. Die Arbeitslosigkeit trat erst nach Beendigung der Tätigkeit für die C.________ AG ein. Da die Kasse jeweils erst im Nachhinein Kenntnis von den in der Anstellung bei der C.________ AG generierten Einkünften erhielt, musste sie den Stichtag für die Festlegung der Rahmenfristen - zunächst vom 2. September auf den 1. Oktober 2013 (Verfügung vom 4. Oktober 2013) und schliesslich auf den 2. Dezember 2013 (Taggeldabrechnung vom 9. Januar 2014) - entsprechend dem Eintritt der effektiven Arbeitslosigkeit korrigieren. Hätte sich aber herausgestellt, dass der Beschwerdegegner die Stelle bei der C.________ AG nicht nahtlos anfangs September 2013 hätte antreten können oder wäre der daraus erzielte Verdienst niedriger gewesen, so wäre es beim Stichtag des 2. September 2013 geblieben. Von einer "Verschiebung" der Rahmenfristen kann deshalb nicht gesprochen werden.