Citation: U 147/06 21.06.2006 E. 2

2.1 Nach Würdigung der medizinischen Berichte gelangte die Vorinstanz zum Ergebnis, dass der Versicherte in seiner Arbeitsfähigkeit - soweit ersichtlich unfallbedingt - eingeschränkt ist (bis 31. Mai 2004 100 % und ab 1. Juni 2004 50 %). Sie erwog, dass mit Blick auf die gestellten Diagnosen (posttraumatisches Zervikal- und Lumbovertebralsyndrom gemäss Dr. med. Z.________ und Dr. med. M.________, Neurologie FMH; Dysfunktion der Rotation des kraniozervikalen Übergangs [vereinbar mit oberem Zervikalsyndrom] gemäss Dr. med. E.________, Spezialarzt FMH für med. Radiologie; HWS-Distorsion mit anhaltendem zervikozephalem Symptomenkomplex und Lumbovertebralsyndrom gemäss Rehaklinik Y.________) zwar vom Bestehen organischer Befunde auszugehen sei, sich den medizinischen Unterlagen indessen nicht entnehmen lasse, in welchem Umfang die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigende organische Gesundheitsschäden vorlägen bzw. worauf diese zurückzuführen seien. 2.2 In der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird hiegegen vorgebracht, die Vorinstanz habe aus den Bezeichnungen Zervikal- und Lumbovertebralsyndrom zu Unrecht abgeleitet, dass es sich um organische Befunde handle. Dabei ist der Beschwerdeführerin zwar insoweit zuzustimmen, als die entsprechenden Funktionsstörungen (im Hals- bzw. Nacken- oder Lendenbereich) sowohl organischer als auch psychischer Ursache sein können, beinhaltet doch ein Syndrom eine Gruppe von Krankheitszeichen, die für ein bestimmtes Krankheitsbild mit meist uneinheitlicher oder unbekannter Ätiologie bzw. Pathogenese charakteristisch sind (Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, 260. Aufl., Berlin/New York 2004, S. 1767). Indessen hat die Vorinstanz im Zusammenhang mit der Annahme organischer Befunde nicht nur die genannten Syndrome erwähnt, sondern auch auf die durch den Radiologen Dr. med. E.________ festgestellte (mit einem Zervikalsyndrom vereinbare) Dysfunktion der Rotation des kraniozervikalen Übergangs abgestellt, welche der von der Rehaklinik Y.________ festgestellten eingeschränkten HWS-Beweglichkeit entspricht. Wie aus dem Bericht des Dr. med. E.________ vom 2. Februar 2004 hervorgeht, handelt es sich dabei um funktionelle Blockwirbel, d.h. die vollständige oder unvollständige Verschmelzung zweier Wirbelkörper unter entsprechendem Verlust des Wirbelsynchondrosengewebes (Pschyrembel, a.a.O., S. 237) und damit um einen organischen Befund. In den meisten Fällen sind diese Blockwirbel zwar angeboren; sie können aber auch erworben werden, insbesondere entzündlich (Pschyrembel, a.a.O., S. 237; Roche Lexikon Medizin, 5. Aufl., München 2003, S. 236), daneben aber auch traumatisch (Thiele, Handlexikon der Medizin, München/Wien 1980, S. 278). Aus diesem Grunde ist nicht von vornherein ausgeschlossen, dass die eingeschränkte Beweglichkeit der HWS auf den Unfall zurückzuführen ist. Sofern dies zutrifft und die Arbeitsunfähigkeit mit der eingeschränkten Beweglichkeit der HWS erklärt werden kann, fällt demnach eine Unfallkausalität in Betracht. Da sich in den vorliegenden Unterlagen keine klaren Antworten auf diese beiden Fragen finden, besteht diesbezüglich noch Abklärungsbedarf, wie die Vorinstanz zutreffend erkannt hat. 2.3 Zuzustimmen ist der Beschwerdeführerin hingegen insoweit, als sie keinen Anlass sieht für die von der Vorinstanz im Rahmen ihres Rückweisungsentscheides für erforderlich gehaltene Abklärung, ob weitere organische Gesundheitsschäden vorliegen. Denn es ist davon auszugehen, dass allfällige - neben den funktionellen Blockwirbeln bestehende - organische Gesundheitsschäden im Rahmen der bereits durchgeführten medizinischen Untersuchungen entdeckt worden wären. Entgegen dem angefochtenen Entscheid, der insoweit nicht bestätigt werden kann, ist deshalb von weiteren Abklärungen in diese Richtung abzusehen, da von ihnen keine neuen Erkenntnisse zu erwarten sind (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 124 V 94 Erw. 4b, 122 V 162 Erw. 1d und seitherige Entscheide).