Citation: 1C_586/2022 E. 4.2

4.2. Die Vorinstanz verweigerte die subsidiäre Kostengutsprache für längerfristige Hilfe mit der Begründung, eine Sorgfaltspflichtverletzung durch Dr. B.________ (Operateur) und entsprechend eine Straftat in Form einer fahrlässigen Körperverletzung erscheine angesichts der aktuellen Aktenlage nicht als wahrscheinlich. Durch den derzeitigen Aktenstand erscheine als ausgewiesen, dass es anlässlich der Operation vom 4. Mai 2018 im Spital C.________ zu einer undislozierten Fraktur bzw. einem Abriss der Trochanter major gekommen sei und der eingesetzte Schaft auf der linken Hüftseite sich im Varus - mithin also in einer Gelenkfehlstellung - befunden habe mit vergrössertem Offset zur Gegenseite. Der Beschwerdeführer vermöge die geltend gemachte Sorgfaltspflichtverletzung bei der Operation und der Nachbehandlung aber nur ungenügend zu substanziieren. Unbefriedigende Operationsergebnisse seien klar von der Frage zu unterscheiden, ob sich der Operateur deswegen strafbar gemacht hat, seien doch solche durchaus an der Tagesordnung und seien dem Beschwerdeführer die Operationsrisiken denn auch ausführlich aufgezeigt worden. Insbesondere fehle es bereits an der Stellungnahme durch eine ärztliche Fachperson, welche das von Dr. B.________ gewählte Vorgehen explizit und gut nachvollziehbar hinterfragen würde. Kritik angedeutet werde immerhin durch Dr. D.________, welche von einer unglücklichen Situation spreche, da der Trochanter major nicht refixiert worden sei und die entsprechende Hüftprothese einen deutlichen Offset zur Normalstellung aufweise, weshalb er dem Beschwerdeführer eine Reoperation vorgeschlagen habe. Inwiefern nicht nur das Resultat, sondern auch das konkrete Vorgehen durch Dr. B.________ zu bemängeln sei, lege Dr. D.________ indes nicht näher dar. Dr. B.________ habe den Fokus auf Physiotherapie gelegt, welche vom Beschwerdeführer nicht ausreichend durchgeführt worden zu sein scheine. Dass die vom Beschwerdeführer eingeholte Zweitmeinung von Dr. D.________ eine Reoperation vorgeschlagen habe, sei noch nicht gleichbedeutend damit, dass das von Dr. B.________ gewählte (konservative) Vorgehen nach dem allgemeinen fachlichen Wissensstand nicht mehr als vertretbar scheinen würde. Zudem lägen auch keine Hinweise auf eine ungenügende Aufklärung im Vorfeld der Operation vom 4. Mai 2018 vor.