Citation: U 323/00 05.09.2001 E. 5

5.- a) Ausgehend vom augenfälligen Geschehensablauf wie er sich gemäss Unfallmeldung vom 24. Dezember 1990 und den gegenüber verschiedenen Ärzten geäusserten eigenen Angaben der Beschwerdeführerin darstellt, hat die Vorinstanz den Unfall vom 13. Dezember 1990 im Rahmen der Einteilung, welche für die Belange der Adäquanzbeurteilung sowohl bei psychischen Unfallfolgen wie auch - analog - bei Unfällen mit Schleudertrauma der HWS vorzunehmen ist (BGE 117 V 366 f. Erw. 6a), angesichts der bisherigen Praxis (vgl. RKUV 1999 Nr. U 330 S. 122 ff. Erw. 4b/bb sowie 1995 Nr. U 215 S. 91 Erw. b) zu Recht dem mittleren Bereich zugeordnet. Ob der adäquate Kausalzusammenhang gegeben ist, beurteilt sich mithin anhand der in BGE 117 V 367 Erw. 6a aufgelisteten Kriterien. Im Lichte der genannten Rechtsprechung ist das besagte Unfallereignis auf Grund des Hergangs und der erlittenen Verletzungen nicht als schwerer Fall im mittleren Bereich zu bezeichnen, sondern eher im Grenzbereich zu den leichten Ereignissen anzusiedeln. Die Adäquanz des Kausalzusammenhanges könnte daher nur bejaht werden, wenn die einschlägigen Beurteilungskriterien in gehäufter oder auffallender Weise erfüllt wären (BGE 117 V 368 Erw. 6b), wobei auf eine Differenzierung zwischen physischen und psychischen Komponenten zu verzichten ist (BGE 117 V 367 Erw. 6a). b) Der Auffahrunfall, bei welchem das Auto der Beschwerdeführerin nach einer Vollbremsung wegen eines von links in ihre Fahrbahn einbiegenden, nicht vortrittsberechtigten Personenwagens durch ein von hinten kommendes Auto gerammt wurde, ereignete sich nicht unter besonders dramatischen oder eindrücklichen Begleiterscheinungen. Nach den als glaubwürdig zu erachtenden Angaben der Versicherten hatte sie ihren Kopf im Moment des Aufpralls etwas nach rechts verdreht, um sich die Autonummer des vortrittsbelasteten Lenkers merken zu können. Da die Drehung des Kopfes im Zeitpunkt der mechanischen Einwirkung aus medizinischer Sicht bezüglich Art und Schwere des Schleudertraumas entscheidend sein kann, ist in Berücksichtigung der von der Beschwerdeführerin bei der Kollision eingenommenen Körperhaltung und der damit verbundenen Komplikationen das Kriterium der besonderen Art der erlittenen Verletzung (akutes, im unteren HWS-Bereich betontes Cervikalsyndrom, Rissquetschwunde am Hinterkopf) zu bejahen (vgl. RKUV 1998 Nr. U 297 S. 245 Erw. 3c). Gegeben ist ferner auch die ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung, konsultierte die Versicherte doch über Jahre hinsichtlich ihrer Leiden medizinische Fachpersonen. Ebenso steht fest, dass die Beschwerdeführerin seit dem Unfall trotz zahlreicher Therapien an Dauerbeschwerden leidet, wobei - wie dargelegt - unerheblich ist, ob und inwieweit diese einer psychisch betonten Fehlentwicklung zuzuschreiben sind. Schliesslich war die Versicherte nach dem Unfall - mit Ausnahme einer kurzen Periode bis 17. März 1991 - dauernd vollständig arbeitsunfähig, weshalb auch das letztgenannte (Grad und Dauer der Arbeitsunfähigkeit) der in BGE 117 V 367 Erw. 6a aufgezählten Kriterien gegeben ist. Da die massgebenden unfallbezogenen Kriterien in gehäufter Weise erfüllt sind, ist die Adäquanz des Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfall vom 13. Dezember 1990 und den anhaltenden Beschwerden mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit zu bejahen. Hieran ändert nichts, dass bei der Beschwerdeführerin gemäss ärztlichen Feststellungen prätraumatisch eine narzisstische Persönlichkeitsstruktur vorlag. Denn für die Frage, ob ein Unfall nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet sei, eine (psychische) Gesundheitsschädigung herbeizuführen, ist auf eine weite Bandbreite der Versicherten abzustellen. Hiezu gehören auch jene Versicherten, die auf Grund ihrer Veranlagung für psychische Störungen anfälliger sind und einen Unfall seelisch weniger gut verkraften als Gesunde. Im Rahmen der erwähnten weiten Bandbreite bilden auch solche Versicherte Bezugspersonen für die Adäquanzbeurteilung, welche, wie die Beschwerdeführerin, im Hinblick auf die erlebnismässige Verarbeitung eines Unfalls zu einer Gruppe mit erhöhtem Risiko gehören, weil sie aus versicherungsmässiger Sicht auf einen Unfall nicht optimal reagieren (BGE 117 V 362 Erw. 5b mit Hinweis; RKUV 1998 Nr. U 297 S. 245 Erw. 3c in fine). c) Auf Grund des Gesagten kommt dem Unfall vom 13. Dezember 1990 eine massgebende Bedeutung für die Entstehung der festgestellten Arbeits- und Erwerbsfähigkeit zu, weshalb die Adäquanz entgegen der Betrachtungsweise von Vorinstanz und Beschwerdegegnerin zu bejahen ist. Die Helsana, an welche die Sache zurückzuweisen ist, wird somit in Bejahung des natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhanges über den Leistungsanspruch der Beschwerdeführerin für die Zeit ab 1. Januar 1998 neu zu befinden haben.