Citation: 1B_629/2021 E. 6.1

6.1. Hinsichtlich des zentralen Streitpunkts der Hafterstehungsfähigkeit des Beschwerdeführers hat die Vorinstanz vorgebracht, es gehe dabei nicht um eine medizinische Diagnose. Die Hafterstehungsfähigkeit bestimme sich vielmehr anhand einer Rechtsgüterabwägung. Im Vordergrund stehe dabei die Frage, ob der Freiheitsentzug aufgrund der damit verbundenen gesundheitlichen Risiken für die betroffene Person zu Nachteilen führe, die in einem Missverhältnis zu seinem Zweck stünden. Die zumeist im Zusammenhang mit dem Vollzug bereits rechtskräftiger Strafurteile ergangene Praxis des Bundesgerichts sei dabei restriktiv. Vorliegend gehe aus dem forensisch-psychiatrischen Gutachten von Dr. med. B.________ vom 13. September 2021 zur Hafterstehungsfähigkeit des Beschwerdeführers (vgl. vorne Sachverhalt Bst. D) hervor, dass dessen Gesundheit durch die Haft zwar ernsthaft gefährdet sei, diese Gefährdung jedoch einzig wegen seines fortdauernden (erneuten) Hungerstreiks bestehe, mithin wegen seines eigenen Verhaltens. Demgegenüber sei der Beschwerdeführer erstinstanzlich aufgrund verschiedener schwerer Delikte zu einer 14-jährigen Freiheitsstrafe verurteilt worden, wobei ihm nach wie vor die Verwahrung drohe. Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft stelle er eine erhebliche Gefahr für die Öffentlichkeit dar. Im Gutachten von Dr. med. C.________ vom 14. April 2021 werde das Rückfallrisiko als deutlich bis sehr hoch bezeichnet. Unter diesen Umständen überwiege das öffentliche Interesse an der Aufrechterhaltung der Haft deutlich bzw. falle die Interessenabwägung eindeutig zuungunsten des Beschwerdeführers aus. Dies gelte umso mehr, als dieser im derzeitigen Vollzugsregime dauerhaft überwacht werde, ihm die nötige medizinische Versorgung zukomme und er über die Risiken eines Hungerstreiks aufgeklärt worden sei bzw. ihm diese aufgrund früherer Hungerstreiks bekannt seien. Sein Überleben hänge nach der Argumentation seiner Wahlverteidigerin weniger von der sofortigen Einweisung in ein Spital als vielmehr von seiner Bereitschaft ab, Flüssigkeit und Nahrung zu sich zu nehmen. Das Universitätsspital Zürich jedenfalls habe am 4. Oktober 2021 - nach einem medizinischen Check-Up - keine Notwendigkeit eines stationären Verbleibs des Beschwerdeführers gesehen und diesem im Austrittsbericht vom 15. Oktober 2021 - nach einer notfallmässigen Einlieferung - sogar einen guten Allgemein- und einen normalen Ernährungszustand attestiert. Im Weiteren gehe es auch mit Blick auf die Erwägungen des Bundesgerichts in BGE 136 IV 97 nicht an, die Haft aufzuheben, würde der Beschwerdeführer damit doch für seine Haltung, seine Forderungen mit einem Hungerstreik erzwingen zu wollen, belohnt.