Citation: 5A_784/2020 E. 3.5.3

3.5.3. Die Rechtsöffnung kann höchstens für den Betrag gewährt werden, der sich aus den ihr zugrunde liegenden öffentlichen Urkunden ergibt (vgl. BGE 143 III 404 E. 5.3.3). Dies gilt beim vollstreckbaren Schuldanerkenntnis auch dann, wenn die gesicherte Forderung samt Zins grösser ist. Im konkreten Fall bezog sich die in der vorgelegten notariellen Urkunde übernommene persönliche Haftung auf den Grundschuldbetrag von DM 300'000.-- zuzüglich 18 % Zins seit 27. November 1996. Zwischenzeitlich ist der Euro an die Stelle der bisherigen Währungen der teilnehmenden Mitgliedstaaten getreten (Art. 3 der Verordnung [EG] Nr. 974/98 des Rates vom 3. Mai 1998 über die Einführung des Euro [ABl. L 139 vom 11. Mai 1998 S. 1]; EuroVO II). Wird in Rechtsinstrumenten - d.h. in Rechtsvorschriften, Verwaltungsakten, gerichtlichen Entscheidungen, Verträgen, einseitigen Rechtsgeschäften, Zahlungsmitteln (vgl. Art. 1 EuroVO II) -, die am Ende der Übergangszeit bestehen, auf nationale Währungseinheiten Bezug genommen, so ist dies als Bezugnahme auf die Euro-Einheit entsprechend dem jeweiligen Umrechnungskurs zu verstehen (Art. 14 EuroVO II). Der Umrechnungskurs wurde auf DM 1,95583 = 1 Euro festgesetzt (Art. 1 der Verordnung [EG] Nr. 2866/98 des Rates vom 31. Dezember 1998 über die Umrechnungskurse zwischen dem Euro und den Währungen der Mitgliedstaaten, die den Euro einführen [ABl. L 359 vom 31. Dezember 1998 S. 1]; EuroVO III). Der in der öffentlichen Urkunde genannte Betrag von DM 300'000.-- entspricht somit EUR 153'387.56. Im konkreten Fall hat die Beschwerdegegnerin mit Fr. 79'074.76 (bzw. EUR 69'312.08) lediglich einen Teilbetrag des abstrakten Schuldversprechens in Betreibung gesetzt. Mithin hat die Beschwerdegegnerin die Rechtsöffnung - wozu sie aufgrund des Sicherungsvertrags im Innenverhältnis verpflichtet war - lediglich für die von ihr berechnete Restschuld verlangt.