Citation: C 177/02 13.03.2003 E. 3

3.1 In einem Kurzprotokoll über das rechtliche Gehör vom 17. Juli 2000 hatte das Arbeitsamt vermerkt, nach eigenen Informationen würde Herr H.________ dem Versicherten, was die Hochzeit der Tochter angehe, insofern entgegenkommen, dass er ihn für eine Woche beurlauben würde. Diese Aussage wurde in der Verfügung vom 5. September 2000 und im kantonalen Beschwerdeverfahren (Vernehmlassung vom 14. März 2001 und Duplik vom 2. Mai 2001) wiederholt. Anlässlich der Verhandlung vom 24. Oktober 2001 stellte der Vertreter des Arbeitsamtes dem Zeuge die Frage, ob es möglich gewesen wäre, dass der Beschwerdeführer während des Anstellungsverhältnisses eine Woche Ferien für die Hochzeit seiner Tochter bezogen hätte. H.________ beantwortete sie folgendermassen: "Nein, da der Lehrling in den Ferien war. Die Termine waren so geplant, weil man die Produkte in Container verladen musste. Der Arbeitseinsatz war deshalb in Stunden vorgegeben. Ich musste eine andere Lösung suchen." 3.2 Was der Versicherte in seiner Verwaltungsgerichtsbeschwerde vorbringt, ist insofern stichhaltig, als die oben erwähnte Aussage von H.________ eindeutig zum Ausdruck brachte, dass allein schon die Teilnahme des Beschwerdeführers an der Hochzeit seiner Tochter zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses bei der X.________ AG geführt hätte. Die Befragung des Zeugen konnte somit die Behauptung des Beschwerdeführers klären, dass die Arbeitgeberin auch dann auf seine Dienste verzichtet hätte, wenn er im Monat August 2000 lediglich eine Woche Ferien bezogen hätte. Aus dieser Beweiswürdigung ergibt sich, dass die Vorinstanz bei ihrer Beurteilung zu Unrecht zum Schluss gelangte, nach überwiegender Wahrscheinlichkeit sei die Einsatzdauer des Arbeitsverhältnisses nicht deshalb verkürzt worden, weil der Beschwerdeführer eine ihm zustehende Ferienwoche beziehen wollte, sondern weil er von Anfang an geltend gemacht habe, er würde den ganzen Monat August 2000 nicht arbeiten. 3.3 Was die Dauer der Einstellung betrifft, haben Verwaltung und Rekurskommission ein schweres Verschulden angenommen und im hiefür geltenden Rahmen von 31 bis 60 Tagen (Art. 45 Abs. 2 AVIV) die Sanktion auf 35 Tage festgesetzt. Nach dem Gesagten entspricht das Verhalten des Beschwerdeführers jedoch nicht einem schweren Verschulden, das die vom Arbeitsamt verhängte und von der Vorinstanz bestätigte Einstellungsdauer in der Anspruchsberechtigung unter Berücksichtigung des ihnen zustehenden Ermessens (BGE 123 V 152 Erw. 2 mit Hinweisen) angemessen erscheinen lässt. Der kantonale Entscheid und die Verwaltungsverfügung müssen daher insofern aufgehoben werden, als der Versicherte damit in der Anspruchsberechtigung wegen verkürzter Einsatzdauer in der zugewiesenen Stelle eingestellt wurde. Die Sache ist jedoch an das Arbeitsamt zurückzuweisen, damit dieses darüber befinde, in welchem Ausmass das Verhalten des Versicherten die Aufnahme der Tätigkeit bei der X.________ AG hinausgezögert hat und aus diesem Grund eine Einstellung in der Anspruchsberechtigung zu erfolgen hat.