Citation: I 176/02 11.07.2002 E. 1.3

Vorliegend ist zu berücksichtigen, dass die IV-Stelle die Gründe, weshalb sie von der Beurteilung im Vorbescheid nicht abwich, mit Brief vom 28. November 2000 ausführlich dargelegt hat. Dieses Schreiben erging unmittelbar vor dem Verfügungserlass am 29. November 2000, weshalb der Zusammenhang für die Verfügungsempfängerin ohne Weiteres ersichtlich war, zumal ausdrücklich auf den Erlass der Verfügung hingewiesen wurde. Auch wenn es an einer ausdrücklichen Erklärung, die das Schreiben als integrierenden Bestandteil der Verfügung bezeichnet, fehlte, kam ihm diese Funktion aufgrund des sehr engen zeitlichen und sachlichen Zusammenhangs doch tatsächlich zu. Es kann auch nicht gesagt werden, die IV-Stelle habe sich nicht bemüht, auf die gegen den Vorbescheid erhobenen Einwendungen einzugehen, zumal sie die wesentlichen Gesichtspunkte zur Verfügungsbegründung nennt. Unter diesen Umständen könnte man sich fragen, ob überhaupt eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör vorliegt, wie dies die Vorinstanz festgestellt hat. Der enge sachliche und zeitliche Zusammenhang zwischen dem Begleitschreiben und der Verfügung liesse es ohne weiteres zu, das Schreiben als Bestandteil der Verfügung zu betrachten und eine Verletzung des Gehörsanspruchs zu verneinen. Diese Frage kann indessen im vorliegenden Fall offen bleiben, weil jedenfalls kein schwerwiegender Mangel vorliegt und die Vorinstanz zu Recht dessen Heilung im Verfahren vor Verwaltungsgericht angenommen hat.