Citation: 9C_969/2008 30.06.2009 E. 4

4.1 Weil das vorinstanzliche Gericht - wie gezeigt - einen gleich gebliebenen Gesundheitszustand angenommen hat, erachtete es die ursprüngliche Zumutbarkeitseinschätzung als die massgebliche. Nach der Feststellung geänderter gesundheitlicher Verhältnisse und unter Berücksichtigung der Zumutbarkeitsschätzung im Gutachten vom 16. April 2007 lässt sich dies - soweit die organischen Befunden zu beurteilen sind - nicht halten. Es fragt sich indes, ob die somatoforme Schmerzstörung in die Leistungsfähigkeitsbeurteilung mit einzubeziehen ist. Jedenfalls schloss sich Dr. med. H.________ in psychiatrischer Hinsicht der früheren diagnostischen Einschätzung des Dr. med. G.________ vom 20. Juni 2002 an, wonach eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung vorhanden sei. Diese werde durch die Schmerzdarstellung, die hypochondrische Befürchtung sowie die Fixation auf die Schmerzen und die Schmerzausdehnung bestätigt, so Dr. med. H.________. Die Überwindbarkeit der Störung bejahte er. 4.2 Die Verwaltung setzte im Rahmen der ursprünglichen Invaliditätsbemessung (Verfügung vom 14. November 2002) eine Einbusse von 75 % fest, und hielt dafür, gemäss medizinischer Unterlagen sei die Ausübung einer Erwerbstätigkeit im Umfang von 25 % zumutbar. Dabei stützte sich die IV-Stelle auf die gleichlautende Einschätzung des Rheumatologen Dr. med. S.________, wogegen Dr. med. G.________ als psychiatrischer Facharzt grundsätzlich jede Tätigkeit für unzumutbar hielt (Arztbericht vom 20. Juni 2002). Seine Einschätzung lag der Rentenverfügung offenkundig nicht zu Grunde, zumal die IV-Stelle mit Schreiben vom 16. April 2002 Dr. med. S.________ nochmals aufforderte, die Arbeitsfähigkeit ausschliesslich aus rheumatologischer Sicht festzulegen. Der im Antwortschreiben vom 10. Mai 2002 erwähnten Arbeitsunfähigkeit von 75 % in einer angepassten Tätigkeit ist die Verwaltung mit der Festsetzung eines Invaliditätsgrades von 75 % gefolgt. Folglich war die anhaltende somatoforme Schmerzstörung bei der ursprünglichen Bestimmung des Invaliditätsgrades nicht von Bedeutung, weshalb die IV-Stelle auch nicht nach der willentlichen Schmerzüberwindung fragte, was sie zur Prüfung eines Rentenanspruchs mit Bezug auf ein syndromales Schmerzsyndrom indes bereits damals hätte tun müssen (vgl. BGE 9C_1009/2008 vom 1. Mai 2009 E. 7.2 und 7.3). Die anhaltende somatoforme Schmerzstörung kann im Revisionsverfahren nicht (erstmals) leistungswirksam einbezogen werden, weil sich Dr. med. H.________ zur Überwindbarkeit des Schmerzsyndroms in bejahendem Sinn geäussert hat (BGE 130 V 352 E. 2.2.3 S. 354 f.). Seiner Einschätzung ist das vorinstanzliche Gericht rechtlich korrekt gefolgt. Gegen die Überwindbarkeit der Schmerzstörung trägt der Beschwerdeführer denn auch einzig vor, schon zu lange dem Arbeitsmarkt fern zu sein. Im Weiteren erwähnt er sein Alter sowie den Umstand, dass die Invalidität nicht bloss ärztlicherseits, sondern auch von der Invalidenversicherung mit der ursprünglichen Rentenverfügung bestätigt worden sei. Der Beschwerdeführer übersieht hiebei, dass mit Blick auf Art. 17 ATSG die versicherte Person jederzeit mit einer Anpassung der Invalidenrente rechnen muss, falls sich die leistungsbestimmenden Verhältnisse geändert haben. Weder die Rentengewährung als solche noch die Dauer des Leistungsbezuges oder das Alter kann daher für sich allein zur Unüberwindbarkeit einer somatoformen Schmerzstörung führen. Die rheumatologische Zumutbarkeitseinschätzung bleibt nach Gesagtem auch revisionsrechtlich allein massgeblich und die somatoforme Schmerzstörung ist ohne Krankheitswert im Sinne des Invalidenversicherungsrechts. 4.3 Das vorinstanzliche Gericht ging nach den rheumatologischen Verhältnissen von einer vollen Arbeitsfähigkeit in einer körperlich leicht bis mässig belastenden Verweistätigkeit aus (vgl. E. 3.3 hievor), was als nicht offensichtlich unrichtige Feststellung das Bundesgericht bindet (Art. 105 Abs. 1 und Art. 97 Abs. 1 BGG). Ab Begutachtungszeitpunkt besteht demzufolge eine erheblich verbesserte Leistungsfähigkeit im Beruf. Der von der IV-Stelle ermittelte Einkommensvergleich, welcher zu einem Invaliditätsgrad von 21 % führte, ist als solcher nicht angefochten. Zudem beanstandet die IV-Stelle den vom kantonalen Gericht auf Ende Februar 2009 festgesetzten Einstellungszeitpunkt nicht, weshalb es damit sein Bewenden hat (Art. 107 Abs. 1 BGG). Ein Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung über Februar 2009 hinaus ist zu verneinen.