Citation: I 54/01 30.07.2001 E. 3

3.- a) Nach der Rechtsprechung kann auch ein Wechsel in der anwendbaren Methode der Invaliditätsbemessung zu einer revisionsweisen Neubeurteilung des Rentenanspruchs Anlass geben, wobei allerdings nicht ohne zwingende Notwendigkeit von den der ursprünglichen Invaliditätsbemessung zu Grunde gelegten Bemessungskriterien abgewichen werden soll (BGE 113 V 275 Erw. 1a, 104 V 149 Erw. 2). Dies hat auch dann zu gelten, wenn - wie im vorliegenden Fall - eine Revision zufolge Änderung in den gesundheitlichen Verhältnissen erfolgt und sich die Frage nach einem Wechsel in der Bemessungsmethode stellt. Im vorliegenden Fall geht aus dem Feststellungsblatt zur ursprünglichen Verfügung hervor, dass der genaue Anteil von Erwerbstätigkeit und Tätigkeit im Haushalt nicht ermittelt werden konnte und auch nicht weiter abgeklärt wurde, weil angesichts der gleich hohen Arbeitsunfähigkeit in beiden Bereichen die Annahme selbst einer ganztägigen Erwerbstätigkeit zu keinem andern Ergebnis geführt hätte. Unter diesen Umständen kann dem Entscheid über die Bemessungsmethode im Rahmen der ursprünglichen Verfügung keine Bedeutung beigemessen werden, und es ist frei zu prüfen, welche Bemessungsmethode der revisionsweisen Neubeurteilung des Rentenanspruchs zu Grunde zu legen ist. Dabei ist nicht massgebend, in welchem Umfang die versicherte Person vor Eintritt des Gesundheitsschadens erwerbstätig war; entscheidend ist vielmehr, was sie - in dem für die Beurteilung massgebenden Zeitpunkt des Verfügungserlasses (BGE 121 V 366 Erw. 1b mit Hinweisen) - unter sonst gleichen Umständen getan hätte, wenn sie gesund wäre (BGE 125 V 150 Erw. 2c mit Hinweisen). b) Die Beschwerdeführerin war unbestrittenermassen nie voll erwerbstätig und ist vor Eintritt des Gesundheitsschadens einer Teilzeitarbeit ohne feste Arbeitszeit nachgegangen. Ab 1986 verrichtete sie zunächst saisonweise und nach Erhalt der Aufenthaltsbewilligung B im Jahre 1990 praktisch ganzjährig nach Bedarf Reinigungs- und Aushilfsarbeiten bei der Firma Gebrüder K.________, Weinbau und Weinhandel AG. Nach dem in den Akten enthaltenen Auszug aus dem individuellen Konto hat sie ab 1990 kontinuierlich geringere Jahreseinkommen erzielt, was nach den Angaben der Arbeitgeberin mit einem rezessionsbedingt geringeren Arbeitsanfall zusammenhing. Laut Arbeitgeberin wurde das Arbeitsverhältnis seitens der Arbeitnehmerin gekündigt, weil sie eine Vollzeitbeschäftigung suchte. Gegenüber dem Berufsberater der IV-Stelle gab die Beschwerdeführerin an, sie habe auf Anraten des Ehemannes die Stelle gekündigt, weil ihr vor allem die Arbeit im Rebberg zu schwer geworden sei. Sie habe geglaubt, bald eine leichtere Arbeit zu finden; als dem nicht so gewesen sei, habe sie sich bei der Arbeitslosenversicherung gemeldet. Den Angaben in der Anmeldung zum Leistungsbezug bei der Invalidenversicherung zufolge hat sie von Juni bis November 1994 Arbeitslosenentschädigung bezogen. Den Berichten des SPD vom 17. Juni 1997 und 24. Januar 2000 ist zu entnehmen, dass sie vor Eintritt des Gesundheitsschadens einen anscheinend von der Gemeinde (Sozialdienst) vermittelten Arbeitsplatz in einem Modeversand-Haus in Aussicht hatte. Ob es sich dabei um eine Ganztagsstelle gehandelt hat, geht aus den Akten nicht hervor. Ebenso wenig steht fest, ob sich die Beschwerdeführerin bei der Arbeitslosenversicherung zur Vermittlung einer Ganztagsbeschäftigung gemeldet hat. Insbesondere nachdem die Beschwerdeführerin unter Hinweis auf ihre finanziellen Verhältnisse ausdrücklich geltend gemacht hatte, sie wäre ohne den Gesundheitsschaden voll erwerbstätig, und auch die Arbeitgeberin bestätigt hatte, dass die Beschwerdeführerin eine Vollbeschäftigung suchte, durfte sich die IV-Stelle unter diesen Umständen nicht mit der Feststellung im "Abklärungsbericht Haushalt" vom 17. Februar 2000 begnügen, wonach das zeitliche Ausmass einer ausserhäuslichen Tätigkeit schwierig abzuschätzen sei. Vielmehr hätte sie nähere Abklärungen zu den genannten Umständen treffen und gestützt hierauf konkret über die Frage entscheiden müssen, in welchem Umfang die Beschwerdeführerin ohne den Gesundheitsschaden vermutlich erwerbstätig gewesen wäre. Die Sache ist daher an die Verwaltung zurückzuweisen, damit sie die erforderlichen Abklärungen nachhole.