Citation: 2A.200/2001 18.06.2002 E. 5

Der Beschwerdeführer ist demgegenüber der Ansicht, auch die Bewertung des Kriteriums K2 mit 2,5 sei nicht diskriminierend. Er rügt, das Verwaltungsgericht habe die Beweise willkürlich gewürdigt und sein Ermessen überschritten, indem es aufgrund nichts sagender Behauptungen der Gutachter eine Geschlechtsdiskriminierung als glaubhaft angenommen habe. 5.1 Die Bewertung des Kriteriums K1 ist vom Bundesgericht rechtskräftig beurteilt, diejenige der Merkmale K3 - K6 nicht mehr umstritten. Zur Diskussion steht einzig noch das Merkmal K2 (geistige Anforderungen). Würde bei diesem Kriterium der Wert 2,5 statt 3,0 eingesetzt, so ergäben sich insgesamt 334,5 Arbeitswertpunkte, was der vom Beschwerdeführer zugestandenen Lohnklasse 15 entspräche. Umstritten und zu prüfen ist daher einzig, ob das Verwaltungsgericht mit Recht angenommen hat, die Einstufung des Kriteriums K2 mit 2,5 (anstatt 3,0) sei geschlechtsdiskriminierend. 5.2 Die von der Vorinstanz zum Vergleich herangezogenen typisch männlichen Funktionen Polizist und Polizeikorporal wurden vom Beschwerdeführer beim Kriterium K2 mit 2,0 bewertet, die Funktionen Zivilschutzinstruktor und Sachverständiger Motorfahrzeugkontrolle gleich wie die Funktion Physio- bzw. Ergotherapeutin mit 2,5, die Funktion Techniker Tiefbauamt hingegen mit 3,0. Das Verwaltungsgericht ist davon ausgegangen, dass bezüglich der Bewertung beim Kriterium K2 eine Diskriminierung im Sinne von Art. 6 GlG glaubhaft gemacht sei. Im Folgenden ist zu prüfen, ob - wie der Beschwerdeführer vorbringt - diese Annahme auf einer rechtswidrigen Beweiswürdigung beruht. 5.3 Das Verwaltungsgericht referiert zunächst die Auffassung der Gutachter, wonach die Funktion Physiotherapeutin im Kriterium K2 mit 3,0 zu bewerten sei. Es stützt sich dazu hauptsächlich auf das erste Gutachten vom Oktober 1997. Dieses ist zum Ergebnis gekommen, die Funktion Physiotherapeutin sei im Verhältnis zu den Vergleichsfunktionen beim Merkmal K2 wie der Techniker Tiefbauamt mit 3,0 und nicht nur mit 2,5 zu bewerten. Dabei wird jedoch mit keinem Wort dargelegt, dass die tiefere Bewertung aufgrund der Geschlechtszugehörigkeit oder geschlechtsspezifischer Merkmale erfolgt sei. Das Gutachten begründet daher, wie das Bundesgericht bereits in seinem ersten Urteil festgestellt hat (BGE 125 II 385 E. 6b S. 393), noch keine Vermutung für eine Diskriminierung (vgl. oben E. 3.5). Das Gutachten vom Oktober 1997 ist zudem in sich widersprüchlich: Es hat die Funktion Physiotherapeutin mit 3,0 bewertet. Für die Funktion Chef-Physiotherapeutin hat es einerseits ausgeführt, die geistigen Anforderungen lägen aufgrund der Leitungsaufgaben eindeutig höher als für die Funktion Physiotherapeutin. Trotzdem hat es die Funktion Chef-Physiotherapeutin aufgrund eines Quervergleichs mit anderen Funktionen ebenfalls mit 3,0 bewertet. Sofern sowohl dieser Quervergleich als auch die Annahme stimmen, dass die Führungsaufgabe klar höhere Anforderungen stellt, müsste es zumindest vertretbar sein, die Funktion Physiotherapeutin tiefer als mit dem Wert 3,0 einzustufen.