Citation: 5A_968/2021 E. 4.3.2

4.3.2. Ihre tatsächlichen Feststellungen - sie betreffen den sog. Prozesssachverhalt (vgl. BGE 140 III 16 E. 1.3.1) - stützte die Vorinstanz auf die Vorbringen der Beschwerdegegnerinnen in der beim Kantonsgericht eingereichten Duplik, die unbestritten geblieben seien. Die Beschwerdeführerin erachtet es vorab als aktenwidrig (und damit als willkürlich; vgl. etwa Urteil 5A_121/2022 vom 26. Oktober 2022 E. 5.1), dass die Beschwerdegegnerinnen das von der Vorinstanz Festgestellte vorgetragen haben sollen. In der Duplik hätten diese einzig ausgeführt, der Notar habe auf jeder Seite "sein Zeichen" angebracht. Der Ausdruck "Zeichen" könne nur als "Paraphe" bzw. "Handzeichen" verstanden werden, nicht jedoch als Unterschrift. Selbst wenn die Beschwerdegegnerinnen in der Duplik von einem "Zeichen" gesprochen haben sollten, ist die Annahme indes nicht geradezu willkürlich (zum Willkürbegriff vgl. BGE 142 II 433 E. 4.4), es sei die Unterzeichnung jeder Seite durch den Notar geltend gemacht worden. Dass abgesehen vom Wortlaut des beschwerdegegnerischen Vorbringens, namentlich aber mit Blick auf die weiteren Ausführungen in der Duplik, willkürfrei nur ein anderer Schluss möglich gewesen wäre, macht die Beschwerdeführerin sodann nicht geltend. Die Beschwerdeführerin bringt weiter vor, sie habe die einheitliche Erscheinung der Urkunde stets bestritten. Auch habe sie stets geltend gemacht, das Anbringen eines Handzeichens oder einer Paraphierung stelle keine vollständige Unterschrift dar. Die in der Klageschrift oder der Klagereplik bestrittenen Tatsachen könnten nicht durch erstmals in der Klageduplik vorgetragene anderslautende Behauptungen entkräftet werden. Mit diesen Ausführungen widerspricht die Beschwerdeführerin der ebenfalls den Prozesssachverhalt betreffenden Feststellung nicht, dass das Vorbringen der Beschwerdegegnerinnen zur Unterzeichnung jeder Seite der Urkunde (dazu vorstehend) mit der Duplik erfolgt und anschliessend nicht in Frage gestellt worden ist. Unter diesen Umständen ist es aber nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz das entsprechende Vorbringen als nicht bestritten und damit als nach Art. 150 Abs. 1 ZPO nicht nachzuweisende Tatsache behandelt hat (zum Bestreiten sog. Dupliknoven vgl. BGE 146 III 55 E. 2.5.2; Urteil 4A_38/2020 vom 22. Juli 2020 E. 5.1.3; SCHMID/HOFER, Bestreitung von neuen Tatsachenbehauptungen in der schriftlichen Duplik, in: ZZZ 2016 S. 282 ff., passim). Anders als die Beschwerdeführerin meint, würde es für die Bestreitung des fraglichen Vorbringens der Beschwerdegegnerin aber ohnehin nicht ausreichen, allgemein darauf hinzuweisen, es liege keine einheitliche Urkunde vor, oder auszuführen, ein Handzeichen stelle keine Unterschrift dar (vgl. zur Bestreitungslast BGE 141 III 433 E. 2.6). Fehl geht im Übrigen der weitere im vorliegenden Zusammenhang vorgetragene Hinweis der Beschwerdeführerin, den Beschwerdegegnerinnen wäre ein früheres Vorbringen der fraglichen Umstände zumutbar gewesen und sie hätten nun die Folgen der eigenen Nachlässigkeit zu tragen: Nach der unbestrittenen Feststellung des Obergerichts fand im erstinstanzlichen Verfahren ein zweifacher Schriftenwechsel, indes keine Instruktions- oder Hauptverhandlung statt. Bei Erstattung der Duplik war der Aktenschluss daher noch nicht eingetreten und den Beschwerdegegnerinnen war es in diesem Zeitpunkt noch möglich, sich unbeschränkt zu äussern (BGE 144 III 67 E. 2.1; 140 III 312 E. 6.3.2). Zusammenfassend ist der Vorinstanz bei der Sachverhaltsfeststellung kein Vorwurf zu machen. Konnte das Obergericht den für die Beurteilung der umstrittenen Beurkundung massgebenden Sachverhalt dergestalt aber ohne Bundesrechtsverletzung als erwiesen erachten, spielt die von der Beschwerdeführerin ausserdem angesprochene Frage der Beweislastverteilung keine Rolle mehr (BGE 141 III 241 E. 3.2 [einleitend]).