Citation: 6B_55/2007 12.06.2007 E. 4

Der Beschwerdeführer macht geltend, dass dichter Verkehr geherrscht habe und damit das Fahren in parallelen Kolonnen im Sinne von Art. 8 Abs. 2 VRV gestattet gewesen sei. Die Verurteilung wegen unbegründeten Fahrens auf dem Überholstreifen bzw. unbegründeten links Fahrens verstosse gegen Bundesrecht. 4.1 Nach Art. 34 Abs. 1 SVG und Art. 7 Abs. 1 VRV müssen Fahrzeuge rechts fahren. Gemäss Art. 8 Abs. 1 Satz 1 VRV ist auf Strassen mit mehreren Fahrstreifen in der gleichen Richtung der äusserste Streifen rechts zu benützen. Auch auf Autobahnen muss im Interesse der Sicherheit und Flüssigkeit des Verkehrs an der Regel des Rechtsfahrens festgehalten werden. Insbesondere auf Autobahnen mit nur einem Überholstreifen vermindert dies die Gefahr von Auffahrkollisionen und die Verleitung zu verbotenem Rechtsüberholen. Das Gebot des Rechtsfahrens gehört zu den grundlegenden Bestimmungen des Strassenverkehrsrechts nicht nur in der Schweiz, sondern auch in zahlreichen anderen Ländern (BGE 105 IV 55 E. 3 und 5 S. 57 ff.). Ausnahmen vom Gebot des Fahrens auf der äussersten rechten Spur gelten u.a. beim Überholen und beim Fahren in parallelen Kolonnen (Art. 8 Abs. 1 Satz 2 VRV). Das Fahren in parallelen Kolonnen ist bei dichtem Verkehr gestattet, wenn die rechte Fahrbahnhälfte dafür genügend Raum bietet (Art. 8 Abs. 2 VRV). Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts liegt dichter Verkehr bei "längerem Nebeneinanderfahren von mehreren sich in gleicher Richtung bewegenden Fahrzeugreihen" vor (BGE 115 IV 244 E. 3a S. 246, mit Hinweisen). 4.2 Aufgrund der willkürfreien Feststellung im angefochtenen Entscheid ist davon auszugehen, dass kein dichter Verkehr und auch kein Kolonnenverkehr herrschte. Der Beschwerdeführer war mithin nicht gestützt auf Art. 8 Abs. 2 VRV berechtigt, über eine Strecke von rund sechs Kilometern im Baustellenbereich den linken Fahrstreifen zu benützen. 4.3 Der Beschwerdeführer wagte nach eigenen Aussagen nicht, den gelegentlich schwankenden Autotransporter, der vor ihm fuhr, zu überholen. In dieser Situation war er verpflichtet, auf den rechten Fahrstreifen zu wechseln. Dazu bestand auf der Strecke von sechs Kilometern reichlich Gelegenheit, zumal der Abstand zwischen dem Autotransporter und dem diesem auf dem rechten Fahrstreifen folgenden zivilen Polizeifahrzeug ausreichend war, wie sich auch aus den Fotos (kantonale Akten p. 011) ergibt.