Citation: 5C.56/2002 18.02.2003 E. 3

3.1 Das Bundesgericht hat seiner Entscheidung die Feststellungen der letzten kantonalen Instanz über tatsächliche Verhältnisse zugrunde zu legen, es sei denn, dass sie unter Verletzung bundesrechtlicher Beweisvorschriften zustande gekommen wären (Art. 63 Abs. 2 OG). Der Beklagte wirft dem Obergericht falsche Beweislastverteilung und insoweit eine Verletzung von Art. 8 ZGB vor. Gemäss dieser Bestimmung hätte die Vorinstanz die Beweislast für das Bestehen seines (des Beklagten) Wohnsitzes in Zürich dem Kläger bzw. dessen Mutter und Nebenintervenientin auferlegen müssen. Indessen habe das Obergericht in dubio gegen ihn - den Beklagten - entschieden. Diese Vorbringen sind unbehelflich. Die Beweislastverteilung ist gegenstandslos, wenn der Sachrichter in Würdigung der Beweise zur Überzeugung gelangt, eine Tatsachenbehauptung sei bewiesen oder widerlegt. In diesem Fall liegt freie Beweiswürdigung vor, die nicht durch das Bundesrecht, auch nicht durch Art. 8 ZGB geregelt ist und eine antizipierte Beweiswürdigung sowie Indizienbeweise nicht ausschliesst (BGE 128 III 22 E. 2d S. 25). Vorliegend ist das Obergericht gestützt auf das Beweisverfahren zur Überzeugung gelangt, dass der Beklagte im massgebenden Zeitpunkt Wohnsitz in Zürich hatte. Damit erweist sich die Frage der Beweislastverteilung als gegenstandslos und die Rüge des Beklagten stösst ins Leere. 3.2 Der Beklagte wirft der Vorinstanz weiter Willkür und eine Gehörsverletzung vor, weil sie es abgelehnt habe, für die Tatsache, dass er seinen Wohnsitz seit Februar 2000 nach Italien verlegt habe, die von ihm beantragten Zeugen einzuvernehmen. Aus dem angefochtenen Beschluss ergibt sich nicht, weshalb die Zeugen nicht einvernommen worden sind. Wurden die offerierten Beweise nicht abgenommen, wäre in - wie hier - berufungsfähigen Fällen allenfalls eine Verletzung von Art. 8 ZGB zu rügen, wenn Relevanz der Zeugen behauptet wird. Die Vorinstanz hat zur Ermittlung des Lebensmittelpunktes des Beklagten in tatsächlicher Hinsicht auf dessen Angaben anlässlich der persönlichen Befragung an der erstinstanzlichen Verhandlung sowie auf die Abmeldebestätigung des Personenmeldeamtes abgestellt (S. 7 Ziff. 4 des angefochtenen Urteils). Vor diesem Hintergrund fehlt es an der (sinngemässen) Rüge des Beklagten, sein Recht auf Beweisführung sei verletzt worden, an einer hinreichenden Substantiierung (Art. 55 Abs. 1 lit. c OG). Die Vorbringen des Beklagten laufen auf den Vorwurf hinaus, die Vorinstanz habe in unzulässiger antizipierter Beweiswürdigung auf die Zeugeneinvernahme verzichtet, was indessen im Verfahren der staatsrechtlichen Beschwerde zu rügen wäre (vgl. Art. 43 Abs. 1 OG).