Citation: 6B_1128/2023 E. 1.3

1.3. Die Vorinstanz erwägt zusammengefasst, der in Italien geborene und aufgewachsene Beschwerdeführer sei Ende Mai 2019, im Alter von knapp 30 Jahren, in die Schweiz eingereist, wo ihm auf sein Begehren hin eine Aufenthaltsbewilligung B, EU/EFTA, ausgestellt worden sei. Mithin habe er die überwiegende Zeit seines Lebens, inklusive die prägende Kinder- und Jugendzeit, in Italien verbracht, wo er mit seinen beiden Brüdern und einer Schwester bei den Eltern aufgewachsen sei. Heute lebe aus der engeren Familie gemäss seinen Angaben nur noch die Mutter in Italien, der Vater sei verstorben. In Italien würden aber auch noch zahlreiche weitere Verwandte leben. Seine Geschwister würden demgegenüber alle in Zürich leben. Der Beschwerdeführer sei weder verheiratet noch lebe er in einer Beziehung. Kinder habe er keine. Er spreche bis heute kaum Deutsch; selbst wenn ein Deutsch-Kurs der Gewerkschaft Syna nicht habe stattfinden können, wäre es dem Beschwerdeführer ohne Weiteres zumutbar gewesen, anderweitige Bemühungen zu unternehmen, um sich zumindest grundlegende Deutschkenntnisse anzueignen. Enge Bezugspersonen vermöge er in der Schweiz ausserhalb seiner näheren Verwandtschaft nicht vorzuweisen, weshalb entgegen der Ansicht der Verteidigung keineswegs von einer guten sozialen Integration ausgegangen werden könne; auch gemäss den Ausführungen der Verteidigung verbringe er beinahe seine ganze Freizeit mit den Töchtern der Geschwister. Immerhin scheine er beruflich durchaus integriert und sei nicht vorbestraft. An besonders intensiven, über eine normale Integration hinausgehenden privaten Beziehungen beruflicher und insbesondere gesellschaftlicher Natur fehle es jedoch, zumal die breite, sich auf zahlreiche Einzeltaten verteilende Delinquenz die gesellschaftliche Integration als Ganzes in Frage stelle, da es dem Beschwerdeführer offenbar an Respekt gegenüber der hiesigen Rechtsordnung und an der Achtung vor fremdem Eigentum mangle. Dass ihm die Resozialisierung in seinem Heimatland Italien gelingen würde, stehe ausser Frage, nachdem er bis vor wenigen Jahren dort gelebt habe, Sprache und Kultur bestens kenne, zahlreiche Verwandte dort leben würden und er einzig wegen der besseren Chancen auf Erwerbstätigkeit in die Schweiz emigriert sei. Dass er sodann bei seiner Schwester gelebt habe und aufgrund dieser Nähe auch eine engere Beziehung zu deren zehnjährigen Tochter, seiner Nichte D.B.________, aufgebaut habe, vermöge einen Härtefall ebenso wenig zu begründen, wie die Beziehung zur Nichte E.B.________, der Tochter von F.B.________, mit dem er heute zusammenlebe. Weder würden die Nichten zu seiner Kernfamilie gehören, noch scheine er in eine eigentliche Vaterrolle geschlüpft zu sein. Insbesondere mit Bezug auf D.B.________ vermöge dies auch nicht zu überraschen, zumal sie mit beiden Elternteilen zusammenlebe. Hierfür würden regelmässiges Abholen vom Kindergarten bzw. von der Schule oder gemeinsame Freizeitaktivitäten am Abend bzw. am Wochenende bei weitem nicht reichen, zumal fraglich erscheine, wie eine umfassendere Betreuung neben der belegten Vollzeitbeschäftigung im Baugewerbe möglich wäre. Entgegen der Ansicht der Verteidigung sei gerade nicht ersichtlich, inwiefern dem Beschwerdeführer die Rolle eines unverzichtbaren Glieds zukomme. Wenn die Verteidigung mit Bezug auf E.B.________ geltend mache, dass auf den Beschwerdeführer infolge des anstehenden Vollzugs der Freiheitsstrafe von F.B.________ umfassendere Betreuungspflichten zukommen würden, so lasse sie ausser Acht, dass E.B.________ bereits heute in einem Heim fremdplatziert sei und - in der Regel - lediglich alle zwei Wochen nach Hause zurückkehre. Schliesslich sei darauf hinzuweisen, dass der Beschwerdeführer die Beziehung zu seinen Nichten bis zu seiner Einreise in die Schweiz im Jahr 2019 primär telefonisch bzw. über moderne Kommunikationsmittel gepflegt habe; diese Möglichkeit stehe ihm auch in Zukunft - nebst Ferienaufenthalten der Nichte bei ihm - offen. Eine Verletzung von Art. 8 EMRK durch eine Landesverweisung sei in diesem Zusammenhang damit nicht zu erkennen. Insgesamt sei das Vorliegen eines schweren persönlichen Härtefalls klar zu verneinen (vgl. zum Ganzen angefochtenes Urteil E. 3.5.1 S. 19 ff.).