Citation: 6P.4/2007 06.03.2007 E. 3

Nach Art. 9 BV hat jede Person Anspruch darauf, von den staatlichen Organen ohne Willkür behandelt zu werden. Auf dem Gebiet der Beweiswürdigung ist die Kognition des Bundesgerichts im Verfahren der staatsrechtlichen Beschwerde auf Willkür beschränkt. Willkür in der Beweiswürdigung liegt vor, wenn die Behörde in ihrem Entscheid von Tatsachen ausgeht, die mit der tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch stehen, auf einem offenkundigen Fehler beruhen oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderlaufen. Dabei genügt es nicht, wenn der angefochtene Entscheid sich nur in der Begründung als unhaltbar erweist; eine Aufhebung des Entscheides rechtfertigt sich erst, wenn er auch im Ergebnis verfassungswidrig ist (vgl. BGE 127 I 38 E. 2a). Das Bundesgericht greift nur ein, wenn der Sachrichter den Angeklagten verurteilte, obwohl bei objektiver Würdigung des gesamten Beweisergebnisses offensichtlich erhebliche und schlechterdings nicht zu unterdrückende Zweifel an dessen Schuld fortbestanden (vgl. BGE 124 IV 86 E. 2a mit Hinweisen). 3.1 Was in der staatsrechtlichen Beschwerde vorgetragen wird, erschöpft sich in geradezu klassischer Weise in einer appellatorischen Kritik an der Beweiswürdigung des Kantonsgerichts, die zur Begründung der Willkürrüge nicht genügt. Der Beschwerdeführer legt nicht dar, inwiefern die Beweiswürdigung schlechterdings unhaltbar ist. Er schildert auf knapp 30 Seiten seiner staatsrechtlichen Beschwerde seine Würdigung der Beweise, die auf eine Täterschaft von D.________ deuten. Dass aber eine andere Lösung oder Würdigung in Betracht zu ziehen oder gar vorzuziehen wäre, genügt nach ständiger Rechtsprechung nicht zur Begründung von Willkür (BGE 131 I 467 E. 3.1; 129 I 8 E. 2.1 und 173 E. 3.1 mit weiteren Hinweisen). 3.2 So macht der Beschwerdeführer etwa geltend, nach der Scheidungsandrohung durch A.A.________ und dem damit zu erwartenden Versiegen des Geldstroms müsse für D.________ eine Welt zusammengebrochen sein, worauf sie wohl die Zügel in die Hände genommen habe (Beschwerdeschrift S. 10). Ferner sei es "viel naheliegender", dass mit dem ganzen Wien-Theater (d.h. der Reise nach Wien) ein Alibi für D.________ bezweckt wurde (Beschwerdeschrift S. 12). Im Weiteren moniert er verschiedene angebliche Widersprüchlichkeiten in den Aussagen von D.________, die ihre generelle Glaubwürdigkeit in Frage stellen sollen (S. 14 - 19). Zusammenfassend führt er diesbezüglich aus, dass die Randdatenauswertung nicht gegen ihn spreche, sondern dass gerade diese Auswertung vielmehr auf das "Komplott beider Frauen" hinweise (Beschwerdeschrift S. 19). Weiter führt er aus, es sei erstaunlich, dass den gravierenden Widersprüchen nicht genauer nachgegangen worden sei. Genau so erstaunlich sei, wie hervorragend und detailliert D.________ letztlich über alle Vorgänge informiert gewesen sei. Normalerweise könne über einen solchen Informationsstand nur verfügen, wer eine bestimmte Tat auch aktiv mitgestaltet habe (Beschwerdeschrift S. 23/24). Weiter führt der Beschwerdeführer aus, D.________ habe offensichtlich gelogen, um ihn zu belasten. Die Untersuchungsbehörden hätten nach dem "Warum" fragen müssen, nämlich warum sie mit einer bewussten Lüge ihn als einen Mann hinzustellen versucht habe, vor dem alle Angst haben müssten (Beschwerdeschrift S. 25). Über die nachweislich unwahren Behauptungen der Hauptbelastungszeugin setze sich die Staatsanwaltschaft genau gleich rigoros hinweg, wie es bereits die Untersuchungsbehörde bei ihren Ermittlungen getan habe. Irgendwie schienen die Ausführungen D.________s immer zu passen. Dies sei auch bei einer unkritischen Würdigung so und lasse sich fast nicht anders erklären, als dass sie als Hauptbeteiligte und über weite Strecken als planender Kopf am Mord Beteiligte natürlich wie keine Zweite über alle Umstände Bescheid gewusst habe und deshalb den Verdacht der Täterschaft jeweils wieder auf eine bestimmte Person habe lenken können. Schliesslich bezeichne das Kantonsgericht die Aussagen von Frau M.________, Herrn N.________ oder Frau O.________ als "nicht nachvollziehbar" - richtigerweise aber hätten sie als "weitere Steinchen" zum Mosaik beigefügt werden müssen. Die Beweiswürdigung des Kantonsgerichts erfolge in diesem Zusammenhang einmal mehr einfach zu Lasten des Beschwerdeführers. Gleiches treffe auch auf die an der Pistole festgestellten DNA-Spuren zu, welche niemandem zuzuordnen seien (Beschwerdeschrift S. 29). 3.3 Mit all diesen Ausführungen und weiteren mehr nimmt der Beschwerdeführer eine eigene Würdigung der sich aus den kantonalen Akten ergebenden Beweisen vor, stellt sie denjenigen des Kantonsgerichts gegenüber und bezeichnet sie als einleuchtender. Damit ist, wie bereits erwähnt, Willkür nicht dargetan. Hinzu kommt, dass er in all seinen Ausführungen die Auffassung des Kantonsgerichts nicht einmal als willkürlich bezeichnet. Einzig auf S. 26 der Beschwerdeschrift wird eine Aussage der Staatsanwaltschaft (nicht des Kantonsgerichts) - ohne weitere Begründung - als unhaltbar bezeichnet. Nirgends wird mit einer vor Art. 90 Abs. 1 lit. b OG standhaltenden Begründung Willkür des Kantonsgerichts aufgezeigt. Das unternimmt der Beschwerdeführer auch nicht in seiner Zusammenfassung (Beschwerdeschrift S. 30/31). Einzig hier behauptet er eine einseitige und willkürliche, ja schuldorientierte Beweiswürdigung. Damit seien auch der Grundsatz in dubio pro reo und jener des rechtlichen Gehörs verletzt. Nicht im Geringsten zeigt er indessen in rechtsgenüglicher Weise auf, inwiefern diese Verfassungsrechte verletzt worden wären. Ebenso wenig werden die erwähnten strengen Begründungsanforderungen erfüllt mit der blossen behaupteten Verletzung des Beschleunigungsverbots (Beschwerde S. 31). Auf die staatsrechtliche Beschwerde ist insoweit nicht einzutreten.