Citation: 8C_659/2023 E. 5.1

5.1. Das kantonale Gericht stellte diesbezüglich fest, für die Periode vom 1. November 2020 bis 31. Dezember 2021 würden zahlreiche Bewerbungsschreiben sowie einige Absageschreiben von angeschriebenen Unternehmen vorliegen. Dabei handle es sich jedoch um qualitativ ungenügende Arbeitsbemühungen. Die Beschwerdeführerin habe identische Bewerbungsschreiben verwendet und diese unbesehen der Stellenbeschreibungen jeweils mit "Bewerbung als Hilfsmitarbeiter" betitelt. Die von ihr eingereichten Absagen seien oft auch deshalb erfolgt, weil gar keine Stelle zu besetzen gewesen sei oder weil das Stellenprofil offensichtlich nicht erfüllt worden sei. Auf den ersten Blick, so die Vorinstanz, vermittle die für die Zeit ab November 2020 aktenkundig hohe Anzahl von Bewerbungsschreiben tatsächlich den Eindruck, dass die Beschwerdeführerin die bestehende Restarbeitsfähigkeit zu verwerten beabsichtigt habe. Einzelne Unternehmen hätten denn auch - mit Absagen - geantwortet. All dies könne jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die allesamt nahezu identisch lautenden Bewerbungsschreiben nicht als ernsthafter Versuch der Beschwerdeführerin gewertet werden können, der Schadenminderungspflicht effektiv nachzukommen. Auch wenn beim Verfassen einer Bewerbung für eine Hilfsarbeitertätigkeit hinsichtlich Formulierung und Inhalt des Motivationsschreibens kein besonders strenger Massstab anzulegen sei, so wären doch zumindest eine konkrete Bezugnahme auf die (ausgeschriebene) Stelle, allenfalls auch unter Angabe der jeweiligen Kontaktperson, sowie eine kurze Präsentation der Beweggründe, warum gerade die fragliche Tätigkeit das Interesse der bewerbenden Person geweckt habe, zu erwarten, zumal die Beschwerdeführerin als Sozialhilfebezügerin auch die Unterstützung des Sozialdienstes hätte in Anspruch nehmen können. Die fehlende Individualität der Bewerbungsschreiben schmälere die Erfolgsaussichten für eine Anstellung von vornherein, was erhebliche Zweifel an der Ernsthaftigkeit der Stellensuche nähre. Es gehe denn auch nicht zuerst darum, mittels möglichst vieler Arbeitsbemühungen die fehlende Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit zu belegen. Vielmehr stelle sich zunächst die Frage, ob Anzahl und Qualität der Arbeitsbemühungen insgesamt den Schluss zuliessen, dass sich die am Recht stehende Person konsequent und motiviert um eine Anstellung bemüht habe. Dies sei bei den gänzlich undifferenzierten und inhaltlich pauschal gehaltenen Bewerbungen zu verneinen, woran auch deren grosse Anzahl nichts zu ändern vermöge. Demnach habe die Beschwerdegegnerin bei der Berechnung des EL-Anspruchs der Beschwerdeführerin zu Recht ein hypothetisches Erwerbseinkommen nach Massgabe von Art. 14a Abs. 2 ELV berücksichtigt.