Citation: U 408/01 18.05.2004 E. 2

2.1 Gemäss audiologischer Untersuchung des Dr. med. K.________, FMH für Hals-, Nasen-, Ohrenkrankheiten, spez. Hals- und Gesichtschirurgie, vom 21. Juni 2000 besteht beim Versicherten eine mittel- bis hochgradige kombinierte Schwerhörigkeit mit Hörverlust zwischen 60 bis 76 %. Aus der Beurteilung des Kreisarztes Dr. med. M.________, Facharzt FMH für Ohren-, Nasen- und Halskrankheiten, Hals- und Gesichtschirurgie und Arbeitsmedizin, vom 17. November 2000 ergibt sich, dass die Schwerhörigkeit einerseits auf einem Innenohranteil mit typischem Hochtonabfall beruht, wie dies nach langjähriger beruflicher Lärmbelastung auftreten könne, andererseits auf einer ausgeprägten Schallleitungskomponente, welche durch krankhafte Veränderungen im Bereich der oberen Luftwege (chronische Rhinosinusitis mit konsekutiver Tubenfunktionsstörung gemäss Bericht des Dr. K.________) bedingt ist. Die unzweifelhaft bestehenden berufslärmbedingten Anteile seien von deutlich untergeordneter Bedeutung. 2.2 Die Gründe für die Schwerhörigkeit sind demnach genügend abgeklärt und es steht fest, dass eine erhebliche Schädigung des Gehörs nach Arbeiten im Lärm (Kompressorarbeiten) vorliegt. Jedoch ist die langjährige berufliche Lärmbelastung im Fall des Versicherten nach übereinstimmender ärztlicher Einschätzung nicht überwiegende Ursache der Schwerhörigkeit. Wie das kantonale Gericht richtig erkannt hat, liegt daher keine Berufskrankheit im Sinne von Art. 9 Abs. 1 UVG in Verbindung mit Ziff. 2 des Anhanges I zur UVV vor. Den Einwand des Beschwerdeführers, er sei nie anderen Lärmquellen als dem Baulärm ausgesetzt gewesen, hat die Vorinstanz ebenfalls zu Recht entkräftet. Als Berufskrankheiten gelten nach Art. 9 Abs. 2 UVG auch andere Krankheiten, von denen nachgewiesen wird, dass sie ausschliesslich oder stark überwiegend durch berufliche Tätigkeit verursacht worden sind. Damit sollen auch solche Leiden die für Berufskrankheiten vorgesehenen Leistungen auslösen, die nach bisheriger arbeitsmedizinischer Erkenntnis (noch) nicht in einen dermassen qualifizierten Ursachenzusammenhang mit beruflichen Tätigkeiten gebracht werden können, dass sich deswegen ihre Bezeichnung als Listenkrankheit rechtfertigte. Nach den medizinischen Unterlagen bestehen im Falle des Beschwerdeführers keine Anhaltspunkte dafür, dass die für die Schwerhörigkeit hauptsächlich verantwortliche Erkrankung der oberen Luftwege mit der geforderten Erheblichkeit berufsbedingt wäre und deshalb als Berufskrankheit im Sinne von Art. 9 Abs. 2 UVG anerkannt werden könnte. Aus der Tatsache allein, dass Bauarbeiter teilweise extremen klimatischen Bedingungen ausgesetzt sind, kann nicht abgeleitet werden, dass die diagnostizierte chronische Rhinosinusitis zu mehr als 75 % auf seine berufliche Tätigkeit zurückzuführen ist. Der diesbezügliche Einwand des Beschwerdeführers ist daher unbehelflich.