Citation: 6B_260/2021 E. 1.2.1

1.2.1. Es ist unbestritten, dass dem am 27. April 2015 in die Schweiz eingereisten Beschwerdeführer der Flüchtlingsstatus zuerkannt wurde. Ebenso anerkennt die Vorinstanz diverse Integrationsfortschritte im letzten Jahr. So habe der Beschwerdeführer seine sprachlichen Fertigkeiten weiter verbessert und ein Berufspraktikum absolviert. Die aktuelle finanzielle Selbständigkeit falle besonders positiv ins Gewicht. Der Vorinstanz ist indessen zuzustimmen, dass die genannten Integrationsbemühungen des Beschwerdeführers nicht über dasjenige hinausgehen, was von jeder integrationswilligen Person erwartet werden kann. Dies gilt umso mehr, als er die Lehre nicht wie beabsichtigt angetreten hat und momentan ohne Festanstellung ist. Es kann daher mit der Vorinstanz weiterhin von keiner gefestigten beruflichen Situation gesprochen werden. Auch in persönlicher Hinsicht erkennt die Vorinstanz zu Recht nach wie vor keine engen Bindungen zur Schweiz. Namentlich verfügt der Beschwerdeführer hier abgesehen von seiner ebenfalls aus U.________ stammenden Verlobten über keine weiteren engen Bezugspersonen, was er im Übrigen gar nicht behauptet. Seine Eltern leben in U.________, ein Bruder in V.________, einer in W.________. Auch vorinstanzlich hat der Beschwerdeführer offenbar nicht dargelegt, dass sich an dieser Situation etwas geändert hätte. Sein Integrationsstand muss daher trotz mittlerweile 6-jährigem Aufenthalt als eher unterdurchschnittlich bezeichnet werden. Ebenfalls nicht zu beanstanden ist, wenn die Vorinstanz erwägt, der Beschwerdeführer sei mit der Kultur seiner Heimat bestens vertraut und die dortigen Reintegrationschancen seien angesichts der familiären Beziehungen intakt. Das Interesse an einem Verbleib in der Schweiz sei daher nicht besonders hoch. Der Flüchtlingsstatus des Beschwerdeführers ändere an dieser Einschätzung nichts. Er habe vorinstanzlich namentlich nicht aufgezeigt, dass er bei einer Rückweisung nach U.________ konkret an Leib und Leben gefährdet wäre. Überdies könne sich die politische und wirtschaftliche Situation im Land während des Vollzugs ändern, sodass von keinem stabilen, der Anordnung einer Landesverweisung per se entgegenstehenden Zustand auszugehen sei.