Citation: U 303/98 18.01.2000 E. 3

3.- a) Wie das Eidgenössische Versicherungsgericht wiederholt erkannt hat, hat die SUVA bei der Einholung von Sachverständigengutachten nach den Bestimmungen des Bundeszivilprozesses zu verfahren und insbesondere die in Art. 57 ff. BZP genannten Mitwirkungsrechte der Verfahrensbeteiligten zu beachten (RKUV 1993 Nr. U 167 S. 96 Erw. 5b), was ebenfalls für die nach Art. 68 Abs. 1 UVG zugelassenen Privatversicherer gilt (BGE 120 V 361 f. Erw. 1c). Danach ist der Betroffenen Gelegenheit zu geben, sich zu den Fragen an den Sachverständigen zu äussern und Abänderungs- und Ergänzungsanträge zu stellen (Art. 57 Abs. 2 BZP); des weitern ist ihr Gelegenheit zu geben, vor der Ernennung des Sachverständigen Einwendungen gegen die Person des in Aussicht genommenen Sachverständigen vorzubringen (Art. 58 Abs. 2 BZP); sodann ist ihr das Recht zu gewähren, nachträglich zum Gutachten Stellung zu nehmen sowie dessen Erläuterung oder Ergänzung sowie eine neue Begutachtung zu beantragen (Art. 60 Abs. 2 BZP; BGE 120 V 360 Erw. 1b). Werden diese garantierten Gehörs- und Mitwirkungsrechte gehäuft verletzt, was insbesondere der Fall ist, wenn der Unfallversicherer der Versicherten weder Gelegenheit gibt, sich zu den Fragen an den Sachverständigen zu äussern und Abänderungs- oder Ergänzungsanträge zu stellen, noch ihr das Recht einräumt, zu dem für den Entscheid allein massgebenden Gutachten Stellung zu nehmen und allenfalls ergänzende Anträge zu stellen, liegt ein schwerwiegender Verfahrensmangel vor und eine Heilungsmöglichkeit entfällt (RKUV 1999 Nr. U 350 S. 481 Erw. 3b/bb; 1996 Nr. U 265 S. 295 Erw. 3d). b) Dem - vor Abschluss der unfallbedingten Heilbehandlung erstellten - Bericht des Dr. med. G.________ vom 22. Dezember 1994, der im Übrigen bereits die Operation vom 8. Mai 1992 durchgeführt hatte, ist Gutachtensqualität zuzusprechen, bildete er doch wesentliche Grundlage der Kausalitätsbeurteilung durch Vorinstanz und SUVA. Aus den Akten ist ersichtlich, dass die SUVA der Versicherten weder Gelegenheit gegeben hat, vor der Ernennung des Sachverständigen Einwendungen gegen die Person des in Aussicht Genommenen vorzubringen (Art. 58 Abs. 2 BZP) noch sich zu den Fragen an diesen zu äussern und Abänderungs- und Ergänzungsanträge zu stellen (Art. 57 Abs. 2 BZP). Auch hat sie der Beschwerdeführerin keine Gelegenheit gegeben, vor Erlass der Verfügung zum Gutachten Stellung zu nehmen und allenfalls ergänzende Anträge zu stellen. Es steht damit fest, dass die SUVA der Beschwerdeführerin sämtliche in Art. 57 ff. BZP normierten Mitwirkungsrechte vorenthalten hat. Diese Häufung von Rechtsverletzungen stellt einen schwerwiegenden Verfahrensmangel dar, weshalb eine Heilungsmöglichkeit entfällt (vgl. Erwägung 3a in fine). Dem Einspracheentscheid und dem kantonalen Entscheid liegt demnach eine in Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör ergangene Sachverhaltsfeststellung zugrunde, die mit dem Gehalt des streitentscheidenden Gutachtens des Dr. med. G.________ einen wesentlichen Punkt beschlug. Der Einsprache- und der vorinstanzliche Entscheid sind aufzuheben, ohne dass es darauf ankäme, ob Aussicht besteht, dass nach einem korrekt durchgeführten Beweisverfahren anders entschieden würde (BGE 124 V 183 Erw. 4a mit Hinweisen). Nachdem das Beweisverfahren ohnehin zu wiederholen ist, erscheint es angezeigt, die Begutachtung durch einen bisher am Verfahren nicht beteiligten Orthopäden, wie z.B. an einem Universitätsspital, durchzuführen.