Citation: 1C_531/2023 E. 2.2

2.2. Die BVD liess in ihrem Entscheid vom 5. April 2022 offen, ob der Safrananbau der Beschwerdeführenden im Kanton Bern trotz der grossen Distanz zu ihrem landwirtschaftlichen (Obstbau-) Betrieb im Kanton Luzern und der völlig unterschiedlichen Betriebsausrichtung einen eigenständigen Betrieb darstellt, weil es die Erforderlichkeit des streitbetroffenen Wohnraums für die Safranproduktion verneinte. Die Vorinstanz kam zum gleichen Ergebnis. Zur Begründung führte sie zusammengefasst aus, mit dem vom Bundesgericht beurteilten Weinbaubetrieb sei der Safrananbau der Beschwerdeführenden schon deshalb nicht vergleichbar, weil dieser nur einen kleineren Betriebszweig betreffe. Zudem erfordere dieser Anbau nicht, dass während des ganzen Jahres Personen vor Ort anwesend seien. Auch wenn gemäss den Angaben der Beschwerdeführenden bei der Ernte während wenigen Tagen die Blüten der Safran-Krokusse noch vor Sonnenaufgang gepflückt und daraus aus Qualitätsgründen die Safranfäden vor Ort gezupft, getrocknet und gelagert würden, müsste dazu das Erntepersonal nicht rund um die Uhr vor Ort sein. Zum Schutz der Blüten vor Beschädigung durch Tiere oder vor Diebstahl sei ebenfalls keine dauernde Anwesenheit vor Ort nötig, da Wildtiere mit einer geeigneten Umzäunung oder anderen Hilfsmitteln von den Feldern ferngehalten werden könnten und es sehr unwahrscheinlich sei, dass Personen, die sich von Kameras oder anderen technischen Mitteln nicht abschrecken liessen, nachts auf Diebestour gingen. Demnach könne Wohnraum in der Landwirtschaftszone nur als erforderlich gelten, wenn die nächste Wohnzone weit entfernt und schwer erreichbar sei. Dies treffe vorliegend nicht zu, da die Safranfelder rund einen Kilometer von Wengen entfernt seien und von dort zu Fuss in 20 Minuten über einen Weg erreicht werden könnten, der mit einer Taschenlampe auch bei Dunkelheit ohne besondere Gefahren begehbar sei. Mögliche Kosten für Übernachtungen in der Bauzone in Wengen seien nicht relevant, da sich die Zonenkonformität nach betrieblich-technischen Gesichtspunkten beurteile und tiefere Kosten oder organisatorische Vereinfachungen dabei unbeachtlich seien. Demnach sei für die Safranproduktion der Beschwerdeführenden Wohnraum in der streitbetroffenen Alphütte objektiv nicht erforderlich. Zu keinem anderen Ergebnis führe, dass das Bildungs-, Beratungs- und Tagungszentrum C.________ in seinem Bericht vom 1. Dezember 2020 empfohlen habe, bezüglich des Wohnraums eine Ausnahmebewilligung zu prüfen. Diesen Bericht habe das Amt für Landwirtschaft und Natur des Kantons Bern in seiner Stellungnahme vom 20. Januar 2022 als unvollständig und rechtlich widersprüchlich qualifiziert. Die BVD habe diese zutreffende Einschätzung der zuständigen kantonalen Fachbehörde übernommen und sei nicht verpflichtet gewesen, zur Verifizierung der Angaben des C.________ ein Gutachten einzuholen. Daher werde der Beweisantrag abgewiesen, ein Gutachten zur Frage einzuholen, ob die Bewilligungsvoraussetzungen gemäss Art. 16a RPG i.V.m. Art. 34 RPV für den Umbau der Scheune Nr. 1237 für Safrananbau mit Einbau von Wohnraum erfüllt seien.