Citation: 1P.509/2006 27.09.2006 E. A

Die X.________ GmbH betreibt in Kaufdorf einen Autoabbruchbetrieb. Dieser erstreckt sich über mehrere, soweit hier interessierend im Eigentum von Y.________ stehende Grundstücke: Die Parzelle Kaufdorf Gbbl. Nr. 124 liegt in der zweigeschossigen Wohn‑ und Gewerbezone WG2. Die Parzelle Nr. 135 ist in drei Teilflächen aufgeteilt, wobei der Parzellenteil 135.01 der ZPP Nr. 1 "Moos" und die Parzellenteile 135.02 und 135.03 der Landwirtschaftszone zugewiesen sind. Ebenfalls in der Landwirtschaftszone liegt die Parzelle Nr. 187. Die Einwohnergemeinde Kaudorf führte am 16. Juli 2003 unter Beisein von Y.________ und Vertretern des Amts für Gewässerschutz und Abfallwirtschaft des Kantons Bern im Betrieb der X.________ GmbH eine "Kontrolle zur Erhebung des Ist‑Zustands" durch. Die Besichtigung des Betriebs ergab, dass die X.________ GmbH bestehende Betriebs‑, Gewässerschutz‑ und Baubewilligungen und geltende Bestimmungen nicht in allen Teilen einhält und Flächen nutzt, für deren Nutzung nie eine Bewilligung erteilt wurde. Gestützt auf die Ergebnisse der Betriebsbesichtigung verfügte die Einwohnergemeinde Kaufdorf am 8. Juni 2004 gegenüber der "X.________ GmbH, vertreten durch Y.________" in zahIreichen Punkten die Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands. Die Verfügung wurde sowohl der X.________ GmbH als auch Y.________ eröffnet. Hiergegen erhoben die X.________ GmbH und Y.________ Beschwerde bei der Bau‑, Verkehrs‑ und Energiedirektion des Kantons Bern (BVE). Sie machten im Wesentlichen geltend, die X.________ GmbH sei lediglich mietende Betriebsgesellschaft und nicht Eigentümerin der betroffenen Parzellen und daher nicht passivlegitimiert. Ausserdem warfen sie der Einwohnergemeinde Kaufdorf vor, den Sachverhalt unrichtig festgestellt zu haben. lm Übrigen machten sie geltend, der Abbruchbetrieb werde seit Jahrzehnten so bewirtschaftet wie heute, ohne dass eine Behörde je mit entsprechenden Einwendungen eingegriffen hätte. Sie seien in ihrer Besitzstandsgarantie zu schützen; die angefochtene Verfügung verstosse gegen das Rechtssicherheitsund Vertrauensprinzip. Die BVE holte beim Amt für Gewässerschutz und Abfallwirtschaft eine Stellungnahme ein und führte am 21. März 2005 einen Augenschein durch. Mit Entscheid vom 15. September 2005 wies sie die Beschwerde ab und bestätigte die Verfügung der Einwohnergemeinde Kaufdorf vom 8. Juni 2004, soweit sie zwischenzeitlich nicht durch Erfüllung gegenstandslos geworden war. Eine gegen den Entscheid der BVE gerichtete Beschwerde von Y.________ und der X.________ GmbH wies das Verwaltungsgericht des Kantons Bern mit Urteil vom 17. Juli 2006 ab, soweit es darauf eintrat.