Citation: 6B_1388/2017 E. 4.1

4.1. Der Tatbestand setzt im Wesentlichen eine schwere Schädigung (Abs. 2) eines Menschen, eine Sorgfaltspflichtverletzung sowie den Kausalzusammenhang zwischen Schädigung und Sorgfaltswidrigkeit voraus (vgl. Urteil 6B_200/2017 vom 1. November 2017 E. 4.1). Die Tat kann durch pflichtwidriges Untätigbleiben begangen werden (Art. 11 Abs. 1 StGB). Pflichtwidrig untätig bleibt, wer die Gefährdung oder Verletzung eines strafrechtlich geschützten Rechtsguts nicht verhindert, obwohl er aufgrund seiner Rechtsstellung dazu verpflichtet ist, namentlich aufgrund des Gesetzes, eines Vertrages, einer freiwillig eingegangenen Gefahrengemeinschaft oder der Schaffung einer Gefahr (Art. 11 Abs. 2 StGB; vgl. Urteil 6B_877/2015 vom 20. Juni 2016 E. 5 zur Kausalitätsbeurteilung). Bei der Kausalität der Unterlassung ist zu fragen, was geschehen wäre, wenn die in Wirklichkeit unterlassene Handlung vorgenommen worden wäre. Der Kausalzusammenhang ist gegeben, wenn die erwartete Handlung nicht hinzugedacht werden könnte, ohne dass der Erfolg höchstwahrscheinlich entfiele (BGE 116 IV 182 E. 4a S. 185). Der Betreiber von Sportanlagen hat dafür einzustehen, dass zur Gefahrenabwehr alle zumutbaren Vorsichts-, Schutz- und Überwachungsmassnahmen getroffen werden. Grenze der Sicherungspflicht bilden die Zumutbarkeit, weil Schutzmassnahmen nur im Rahmen des nach der Verkehrsübung Erforderlichen und Möglichen verlangt werden können, wenn auch ein Mindestmass an Schutz immer gewährleistet sein muss. Eine weitere Schranke der Sicherungspflicht liegt in der Eigenverantwortung des Sportlers (Urteile 6B_800/2010 vom 24. Februar 2011 E. 6 und 6B_1332/2016 vom 27. Juli 2017 E. 4.3 [Golf]). Grundvoraussetzung der Sorgfaltspflichtverletzung bildet die Vorhersehbarkeit des Erfolgs. Die Vorsicht, zu der jemand verpflichtet ist, wird letztlich durch die konkreten Umstände und seine persönlichen Verhältnisse bestimmt, weil naturgemäss nicht alle tatsächlichen Gegebenheiten in Vorschriften gefasst werden können (BGE 135 IV 56 E. 2.1 S. 64; Urteil 6B_1332/2016 vom 27. Juli 2017 E. 3.4.2). So haben Verantwortliche im Bereich des Pistenrandes durch geeignete Sicherungsmassnahmen dafür zu sorgen, dass Skifahrern aus Gefahren kein Schaden erwächst. Wie weit diese Sicherungspflicht reicht, hängt von den tatsächlichen Gegebenheiten des Einzelfalls ab (BGE 122 IV 193 E. 2a S. 194 f.). Neben der Voraussehbarkeit ist die Vermeidbarkeit vorausgesetzt (zur diesbezüglichen hypothetischen Kausalitätsprüfung BGE 135 IV 56 E. 2.1 S. 65; 130 IV 7 E. 3.2 S. 10 f.).