Citation: 8C_199/2022 E. 4

Die Vorinstanz mass dem Gutachten des Dr. med. B.________ vom 28. Mai 2021 Beweiswert zu. Sie stellte gestützt darauf fest, dass die Beschwerdeführerin an einer Abhängigkeitsstörung von verschiedenen "psychischen Substanzen" (Polytoxikomanie) leide, wobei eine vollständige Arbeitsfähigkeit mit einer Leistungseinschränkung von maximal 20 % bestehe. Dabei liess das kantonale Gericht offen, ob diese Arbeitsfähigkeitsschätzung des Gutachters auch aus rechtlicher Sicht zu überzeugen vermöge und die Durchführung eines strukturierten Beweisverfahrens gemäss BGE 145 V 215 überhaupt vorzunehmen sei. Dies begründete es damit, dass das Wartejahr bei einer 20%igen Leistungseinschränkung in der angestammten Tätigkeit nicht erfüllt werden könne. Ein Anspruch auf eine Invalidenrente sei somit von vornherein ausgeschlossen. Die Vorinstanz gelangte zum Ergebnis, selbst wenn ein Einkommensvergleich durchgeführt würde, resultierte daraus ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad, da sowohl das Validen- als auch das Invalideneinkommen auf der gleichen Basis zu ermitteln wären. Ein Abzug vom Tabellenlohn rechtfertige sich im vorliegenden Fall nicht.