Citation: 6B_791/2019 E. 1.2

1.2. Angesichts eines inzwischen rechtskräftig abgeschlossenen erbrechtlichen Rechtsstreits unter den Parteien ist zu klären, inwieweit noch zivilrechtliche Ansprüche im Raum stehen, d.h. das Rechtsschutzinteresse der Beschwerdeführerin aktuell ist. Das Bundesgericht hat am 20. Juni 2019 erkannt, dass eine erbrechtliche Klage der Beschwerdeführerin zu Recht abgewiesen worden ist. Darin hatte sie verlangt, die Söhne von E.________ seien solidarisch zu verpflichten, ihr "10 Mio. Schweizer Franken gemäss Vermächtnis des Erblassers vom 7. November 2008 zuzüglich 5 % Verzugszinsen seit 30. Juli 2010 zu bezahlen" (Urteil 5A_69/2019 lit. C.a). Mit im Original erhaltener letztwilliger Verfügung vom 7. November 2008 hatte E.________ u.a. den Willen bekundet, seiner Lebenspartnerin A.________ ein Vermächtnis von zehn Millionen Franken zu hinterlassen. Gemäss einem vom 17. März 2010 datierenden weiteren Testament, das nur in Kopie vorhanden ist, sollte A.________ bis fünf Jahre nach seinem Ableben monatlich den Betrag von Fr. 15'000.-- erhalten. Unter dem Titel "Verhältnis zu früheren Verfügungen" verfügte der Erblasser, das Testament vom 17. März 2010 ersetze alle früheren letztwilligen Verfügungen und Testamente einschliesslich aller Nachträge zu diesen. In einem "Nachtrag zum Testament vom 17. März 2010", der vom 27. Juni 2010 datiert und ebenfalls nur in Kopie vorhanden ist, ergänzte der Erblasser, der Anspruch von A.________ solle spätestens am 15. April 2015, das heisst fünf Jahre nach der Trennung, erlöschen. Das Bundesgericht stellte fest, dass E.________ im Testament vom 17. März/27. Juni 2010 seinen Testierwillen erklärte und dieses Testament alle früheren letztwilligen Verfügungen und Testamente einschliesslich aller Nachträge zu diesen ersetzte (Urteil 5A_69/2019 E. 2 und E. 3 Ingress). Weiter galt es zu klären, welche Konsequenzen sich aus dem Umstand ergeben, dass der Erblasser das Testament vom 17. März/27. Juni 2010 gemäss übereinstimmender Auffassung der Parteien in Aufhebungsabsicht vernichtet hatte. Das Bundesgericht hielt fest, es sei nicht gesichert, ob der Erblasser mit der Vernichtung des Testaments vom 17. März/27. Juni 2010 die gesetzliche Erbfolge eintreten lassen wollte oder nicht. Es seien keine Umstände erstellt, aus denen sich ein erklärter rechtsgeschäftlicher Wille ergebe, die letztwillige Verfügung vom 7. November 2008 wieder in Kraft zu setzen. Das Bundesgericht schützte die Entscheide der kantonalen Instanzen, die den Inhalt des Testaments vom 17. März/27. Juni 2010 anhand einer Kopie ermittelten und feststellten, dass dieses Testament alle früheren letztwilligen Verfügungen ersetzen sollte. Durch den Realakt der Vernichtung der Urkunde der letztwilligen Verfügung vom 17. März/27. Juni 2010 allein lebe das Testament vom 7. November 2008, das durch die Verfügung aus dem Jahr 2010 ersetzt wurde, nicht wieder auf. Es sei kein erklärter Wille des Erblassers erstellt, wonach er die ursprüngliche Verfügung wieder in Kraft setzen wollte. Daher bleibe es bei der Abweisung der Vermächtnisklage (Urteil 5A_69/2019 E. 3.5 und E. 4). Die Beschwerdeführerin ist der Auffassung, im Juni oder Juli 2010 habe E.________ ein weiteres Testament errichtet, das die Beschwerdegegner 2-4 beiseitegeschafft resp. vernichtet hätten. Mit diesem neuen Testament habe der Erblasser sie nicht mehr als Vermächtnisnehmerin, sondern als Erbin im Rahmen der verfügbaren Quote eingesetzt. Insofern stehen nach wie vor Zivilansprüche infrage, auf die sich der angefochtene Entscheid auswirken kann (Art. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 5 BGG). Das aktuelle Rechtsschutzinteresse der Beschwerdeführerin ist intakt.