Citation: 1C_156/2017 E. 3.2

3.2. Gewisse Zweifel an der Lauterkeit der Heiratspläne des Beschwerdeführers erweckt schon der Umstand, dass der Eheschluss mit einer Schweizerin für ihn die einzige Möglichkeit darstellte, eine dauerhafte Aufenthaltsbewilligung in der Schweiz zu erlangen. Obwohl sein Bleiberecht damit gesichert war, setzte er in der Folge alles daran, so rasch als möglich - bzw. sogar vor Ablauf der gesetzlichen Fristen - eingebürgert zu werden. Rund acht Monate, nachdem er dieses Ziel erreicht hatte, verliess er, für seine Ehefrau völlig überraschend, seine Familie. 2 ½ Jahre danach folgte die Scheidung, worauf er ein Jahr und neun Monate später seine zweite, äthiopische Ehefrau heiratete. Diese Umstände lassen vermuten, dass der Beschwerdeführer Ende 2008, als er eingebürgert wurde, keineswegs die Absicht hatte, seine Ehe unbeschränkt weiterzuführen, sondern sie baldmöglichst zu beenden, was er rund 8 Monate danach auch tat, indem er Frau und Kinder verliess um alsdann, geschieden und als Schweizer Bürger, eine Äthiopierin in die Schweiz kommen zu lassen und zu heiraten.