Citation: K 15/04 26.08.2004 E. 2

2.1 Unter dem alten Krankenversicherungsgesetz (KUVG) stellte eine Mammareduktionsplastik bei Mammahypertrophie, Mammadysplasie oder bei einer Asymmetrie der Mammae unter bestimmten Voraussetzungen eine Pflichtleistung der Krankenkassen dar (vgl. BGE 121 V 213 f. Erw. 4 und 5 sowie RKUV 1996 Nr. K 972 S. 1, 1994 Nr. K 931 S. 59 Erw. 3d, 1992 Nr. K 903 S. 231 Erw. 2c). Diese Rechtsprechung hat im Rahmen der in Art. 32 Abs. 1 KVG statuierten Wirksamkeit, Zweckmässigkeit und Wirtschaftlichkeit der Leistungen auch unter der Herrschaft des neuen Krankenversicherungsrechts Gültigkeit (RKUV 2000 Nr. KV 138 S. 357; vgl. auch RKUV 2004 Nr. KV 285 S. 242 Erw. 4.1). Laut dem zur Publikation in BGE 130 V bestimmten Urteil B. vom 30. April 2004 (K 95/01) sodann ist bei einer Mammareduktionsplastik im Hinblick auf deren Vergütung durch die obligatorische Krankenpflegeversicherung zu fragen, ob konservative Massnahmen, insbesondere Physiotherapie bei Rückenbeschwerden, eine wirksame alternative Behandlungsmöglichkeit darstellen oder dargestellt hätten. Ist das zu bejahen, ist weiter zu prüfen, welche der beiden Leistungen die zweckmässigere ist. Je nachdem entfällt eine Kostenübernahmepflicht für die Reduktionsplastik (Erw. 6.1 und 6.2.3 in fine des erwähnten Urteils). 2.2 Im Weitern konnte unter dem KUVG die operative Behandlung sekundärer krankheits- oder unfallbedingter Beeinträchtigungen, insbesondere äusserliche Verunstaltungen an sichtbaren und in ästhetischer Beziehung speziell empfindlichen Körperteilen, wie namentlich im Gesicht, eine Pflichtleistung darstellen. Voraussetzung war, dass der Mangel ein gewisses Ausmass erreichte und durch kosmetische Operation sich beheben liess. Ferner hatte die Versicherung für die Behandlung der primären Unfall- oder Krankheitsfolgen aufzukommen. Die Leistungspflicht der Kassen für kosmetische Operationen hatte sich in allgemein üblichen Grenzen und im Rahmen der Wirtschaftlichkeit zu halten (BGE 121 V 121 oben, 111 V 232 Erw. 1c, 104 V 96 Erw. 1, 102 V 69 sowie RKUV 1985 Nr. K 638 S. 199 Erw. 1b). Diese Rechtsprechung hat grundsätzlich auch unter der Herrschaft des seit 1. Januar 1996 in Kraft stehenden neuen Krankenversicherungsgesetzes (KVG) Gültigkeit (Urteil T. vom 24. Dezember 2002 [K 87/02] Erw. 1.2; vgl. zur Begründung sinngemäss RKUV 2000 Nr. KV 138 S. 360 Erw. 3b).