Citation: 7B_734/2023 E. 4.4

4.4. Dr. med. C.________ erklärt im Zusammenhang mit der Alkoholintoxikation, dass die forensisch-psychiatrische Literatur zwischen einem leichten, einem mittelgradigen und einem schweren Rausch unterscheide. In der Folge erläutert er jedoch nur die Kriterien des leichten und des mittelgradigen Rausches (kantonale Akten pag. 401 ff.). Dem Beschwerdeführer ist insofern zuzustimmen, als eine Darstellung der Kriterien eines schweren Rausches die Nachvollziehbarkeit des Gutachtens klarerweise erhöht hätte. Es wird beim Lesen des Gutachtens aber auch klar, dass der Sachverständige beim Beschwerdeführer von einem mittelgradigen Rausch ausgeht und deshalb auf weiterführende Ausführungen zum schweren Rausch verzichtet. Diesen Befund begründet er letztlich hinreichend, indem er sich namentlich mit den Angaben des Beschwerdeführers zu seinem Trinkverhalten und seiner psychischen Verfassung vor und unmittelbar nach der Tat befasst. Auch wenn an der entsprechenden Stelle auf den ersten Blick nicht restlos klar ist, was mit der "vorhandenen Datenlage" gemeint ist, aus der der Gutachter auf einen mittelgradigen Rausch schliesst (kantonale Akten pag. 403), lässt sich dies durch Studium weiterer Abschnitte des Gutachtens somit hinreichend nachvollziehen. Richtig ist weiter, dass der Sachverständige bei der Beurteilung der Schuldfähigkeit von einer Blutalkoholkonzentration von 2.7 o/oo ausgeht (forensisch-psychiatrisches Gutachten vom 20. August 2019, kantonale Akten pag. 373), obwohl diese gemäss Vorinstanz 2.32 -3.29 o/oo betragen hat. Sowohl der Gutachter als auch die Vorinstanz berücksichtigen aber - wie es die Rechtsprechung verlangt - nicht nur die Blutalkoholkonzentration, sondern auch weitere Aspekte. Es sei daran erinnert, dass die Blutalkoholkonzentration letztlich nur eine grobe Orientierungshilfe bei der Beurteilung der Schuldfähigkeit ist (vgl. BGE 122 IV 49 E. 1b). Dabei deuten verschiedene von der Vorinstanz festgestellte Aspekte auf eine fortbestehende Einsichts- und Steuerungsfähigkeit hin. Nebst der Wahrnehmung des Beschwerdeführers durch die Beschwerdegegnerin 2, deren Aussagen die Vorinstanz im Übrigen auch hier nicht in unhaltbarer Weise würdigt, und den rapportierenden Polizeibeamten zu erwähnen sind der gesamte Tatablauf respektive die Tatumstände. Dazu gehören nicht nur der von Streitigkeiten geprägte Vorlauf, sondern etwa auch der Umstand, dass der Beschwerdeführer unmittelbar nach dem Vorfall in der Lage war, aus dem Badezimmerfenster über die Feuerleiter nach unten und von dort über den Hoteleingang wieder zurück in das Zimmer zu gelangen. Er sagte denn auch selbst aus, er habe keinen absoluten Filmriss gehabt. Vor diesem Hintergrund ist es nicht als willkürlich anzusehen, wenn die Vorinstanz gestützt auf das Gutachten und ihre eigenen Feststellungen trotz einer Blutalkoholkonzentration von möglicherweise über 3 o/oo von einer verminderten und nicht von aufgehobener Schuldfähigkeit ausgeht.