Citation: 9C_293/2019 E. 4.4

4.4. Dass der Versicherte sodann zur Verrichtung einer Erwerbstätigkeit unter dem Blickwinkel der Schadenminderungspflicht gehalten gewesen wäre, hat die Vorinstanz nicht übersehen. Sie hat der Verletzung dieser Pflicht indessen zu Recht keine ausschlaggebende Bedeutung beigemessen, die für sich allein darauf schliessen liesse, dass der Beschwerdegegner selbst ohne Gesundheitsschaden bloss geringfügig erwerbstätig wäre. Da die Invaliditätsbemessung der Beschwerdeführerin aufgrund der vorstehenden Erwägungen gesetzwidrig ist, erübrigt es sich, auf die weiteren Vorbringen in der Beschwerde einzugehen. Erwähnt sei einzig noch, dass die IV-Stelle aus dem von ihr zitierten BGE 142 V 290 nichts zu Gunsten ihres Standpunktes ableiten kann. In diesem Urteil hat das Bundesgericht erkannt, die auf Teilerwerbstätigkeit ohne Aufgabenbereich anwendbare Einkommensvergleichsmethode sei dahin zu präzisieren, dass die Einschränkung im erwerblichen Bereich proportional - im Umfang des hypothetisch-erwerblichen Teilzeitpensums - zu berücksichtigen ist (BGE a.a.O. E. 7 S. 297). Diese Rechtsprechung präjudiziert das Vorgehen der IV-Stelle, den Versicherten als zu lediglich 10 % erwerbstätig zu qualifizieren, in keiner Weise.