Citation: 5A_748/2008 16.03.2009 E. 2

Zentral für die Beurteilung des Rechtsstreits ist die Urteilsfähigkeit des Erblassers gemäss Art. 467 ZGB und dabei vorab dessen Fähigkeit, allfälliger fremder Willensbeeinflussung in normaler Weise Widerstand zu leisten (vgl. BGE 124 III 5 E. 1a S. 7 f.). Sie ist entscheidend für die eventualiter geltend gemachte Ungültigkeit mit der Begründung, dass die angefochtenen letztwilligen Verfügungen vom Erblasser zu einer Zeit errichtet wurden, da er nicht verfügungsfähig war (vgl. Art. 467 i.V.m. Art. 519 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB), oder dass sie aus mangelhaftem Willen hervorgegangen sind (vgl. Art. 469 i.V.m. Art. 519 Abs. 1 Ziff. 2 ZGB), aber auch für die zur Hauptsache begehrte Feststellung der Erbunwürdigkeit, wonach erbunwürdig ist, wer den Erblasser durch Arglist, Zwang oder Drohung dazu gebracht oder daran verhindert hat, eine Verfügung von Todes wegen zu errichten oder zu widerrufen (vgl. Art. 540 Abs. 1 Ziff. 3 ZGB). Die Beurteilung der Frage ist deshalb vorwegzunehmen. Sie setzt Tatsachenfeststellungen zur Widerstandskraft des Erblassers gegenüber der Beschwerdegegnerin und zur Beeinflussbarkeit des Erblassers durch die Beschwerdegegnerin voraus. Streitig sind vorab Beweisfragen.