Citation: 2C_654/2020 E. 3.2

3.2. Die Vorinstanz hat erwogen, der Beschwerdeführer sei per Ende November 2017 aus der ehelichen Wohnung ausgezogen. Seine Ehefrau habe im März 2018 ausgeführt, dass für sie seit neun Monaten klar sei, dass es kein Zusammenleben mehr geben könne. Sie habe den Beschwerdeführer mehrmals nach der Einwilligung für eine sofortige Scheidung gefragt, doch weigere sich dieser, weshalb zuerst eine zweijährige Trennungsdauer abgewartet werden müsste. Ursächlich für die Trennung seien Interessenskonflikte und finanzielle Probleme gewesen. Die ehelichen Probleme hätten bereits ca. 18 Monate nach der Einreise des Beschwerdeführers begonnen. Es habe Streit gegeben, weil sie die täglichen Kosten weitgehend habe übernehmen müssen und der Beschwerdeführer gleichgültig und lustlos gewesen sei. Zudem sei er nicht in ihren Freundeskreis integrierbar gewesen. Aus dem Schreiben gehe klar hervor, dass der Ehewille der Ehefrau wohl bereits vor der Trennung erloschen sei und von einer Weiterführung der Ehegemeinschaft keine Rede sein könne. Der Beschwerdeführer habe ausgeführt, dass seine Ehefrau einen anderen Mann gefunden habe; eheliche Probleme gebe es seit 6-8 Monaten. Ob es eine gemeinsame Zukunft mit seiner Frau gebe, wisse er nicht. Die Scheidung sei nicht geplant. Vor diesem Hintergrund sei der Zeitpunkt der räumlichen Trennung mit der Aufgabe der ehelichen Gemeinschaft gleichzusetzen. Eine Wiederannäherung oder gar eine Wiederaufnahme der ehelichen Gemeinschaft sei nicht ersichtlich. Im Gegenteil habe die Ehefrau dem Migrationsamt am 23. Oktober 2019 und damit kurz vor Ablauf der zweijährigen Trennungszeit mitgeteilt, dass sie die Scheidung einreichen wolle. Die eheliche Gemeinschaft in der Schweiz habe folglich nur 2 Jahre und 7 Monate gedauert. Der Beschwerdeführer könne sich nicht auf Art. 50 Abs. 1 lit. a AIG berufen (vgl. E. 3.1 und 3.2 des angefochtenen Urteils).