Citation: 8C_130/2023 E. 4.4.4

4.4.4. Die Beschwerdeführerin macht ferner geltend, die psychiatrische Untersuchung habe lediglich 30 Minuten gedauert, was nicht genüge. Nach konstanter Rechtsprechung kann aus einer - verhältnismässig - kurzen Dauer der psychiatrischen Exploration nicht von vornherein auf eine Sorgfaltswidrigkeit des Gutachters geschlossen werden. Für den Aussagegehalt eines medizinischen Berichts kommt es nämlich nicht in erster Linie auf die Dauer der Untersuchung an. Massgeblich ist vielmehr, ob der Bericht inhaltlich vollständig und im Ergebnis schlüssig ist. Der für eine psychiatrische Untersuchung zu betreibende zeitliche Aufwand hängt stets von der Fragestellung und der zu beurteilenden Psychopathologie ab. Wichtigste Grundlage gutachterlicher Schlussfolgerungen bildet - gegebenenfalls neben standardisierten Tests - die klinische Untersuchung mit Anamneseerhebung, Symptomerfassung und Verhaltensbeobachtung (vgl. nebst vielen: SVR 2016 IV Nr. 35 S. 109, 8C_47/2016 E. 3.2.2 mit Hinweis; Urteile 8C_715/2022 vom 8. März 2023 E. 5.3.1; 9C_290/2022 vom 11. Januar 2023 E. 4.1; 8C_127/2022 vom 8. Juli 2022 E. 5.2.2; 9C_190/2019 vom 14. Mai 2019 E. 3.1). Mit Blick auf die ausführlichen Angaben im psychiatrischen Teilgutachten ist zu bezweifeln, dass die Untersuchung lediglich 30 Minuten gedauert haben soll. Der Sachverständige selber gab eine Untersuchungsdauer von über einer Stunde an. Die genaue Dauer kann offen bleiben. Denn das psychiatrische Gutachten erweist sich nach dem Gesagten jedenfalls als vollständig, schlüssig und nachvollziehbar, weshalb die Vorinstanz von der Beibringung allfälliger Tonaufnahmen zur Verifizierung der Untersuchungsdauer in antizipierter Beweiswürdigung absehen durfte.