Citation: U 510/06 19.09.2007 E. 4

Zur Arbeitsfähigkeit in einer den Unfallfolgen angepassten Tätigkeit wird im Gutachten des ZMB vom 12. November 2002 ausgeführt, trotz anhaltender Nackenbeschwerden sei eine mittelschwere Tätigkeit ohne wiederholtes Heben und Tragen von Lasten und ohne Zwangshaltung vollumfänglich zumutbar. Daraus schloss die Vorinstanz, der Beschwerdeführer könnte denselben erwerblichen Tätigkeiten wie vor seinem Unfall vom 3. Mai 1993 nachgehen. Diese Folgerung ist nicht zu beanstanden. Entgegen den in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde erhobenen Einwänden kann insbesondere nicht davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer früher nicht nur mittelschwere, sondern - heute nicht mehr zumutbare - Schwerarbeit ausübte. 4.1 Die Tätigkeit als Messmer einer Kirchgemeinde kann auch unter Berücksichtigung gelegentlich anfallender Schneeräumarbeiten und des Aufstellens oder Verschiebens von Tischen und sonstigem Mobiliar nicht als Schwerarbeit qualifiziert werden. Für Reinigungsaufgaben und allfällige Transporte dürften genügend Hilfsmittel zur Verfügung gestanden haben. Es ist daher nicht einzusehen, weshalb die frühere oder aber eine gleichwertige Beschäftigung nicht mehr zumutbar sein sollte. Abgesehen davon war der Beschwerdeführer bereits vor dem Unfallereignis vom 3. Mai 1993 von schwereren Arbeiten teilweise dispensiert. Es kann daher nicht gesagt werden, er hätte in diesem Tätigkeitsbereich unfallbedingt eine Erwerbseinbusse in Kauf nehmen müssen. 4.2 Auch was den Futtermittelhandel anbelangt, ist wegen der hier einzig relevanten Nackenbeschwerden nicht von einer als Folge des Unfalles vom 3. Mai 1993 erlittenen Einkommenseinbusse auszugehen. Zunächst erscheint es als höchst unwahrscheinlich, dass der Beschwerdeführer, wie in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde geltend gemacht, vor seinem Unfall grosse Mengen von Heu- und Strohballen ohne jegliche technische Hilfsmittel umladen musste. Schon der Umfang der importierten und anschliessend verteilten Lieferungen - der Beschwerdeführer behauptet, ab August 1992 bis Januar 1993 80 Tonnen Heu und 208 Tonnen Stroh umgesetzt zu haben - spricht gegen einen ausschliesslich manuell bewerkstelligten Umlad. Sollte der Beschwerdeführer für das Be- und Entladen von Fahrzeugen mit solch umfangmässig beachtlichen Lieferungen tatsächlich nicht über geeignete mechanische Hilfsmittel verfügt haben, wäre ihm die Anschaffung entsprechender, heutzutage üblicherweise praktisch jedem Kleinbauer zur Verfügung stehender Hilfsgeräte zuzumuten. Entscheidwesentlich für die Einschätzung der vor dem Unfallereignis vom 3. Mai 1993 ausgeführten Arbeiten ist, dass der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers schon lange vor dem zur Diskussion stehenden Unfall stark angeschlagen war. Dr. med. I.________ beschrieb den Beschwerdeführer schon in einem Bericht vom 25. November 1988 - also rund fünf Jahre vor dem Unfall - als "vorgealterten Patienten". Die geklagten Beschwerden in beiden Schulter- und Kniegelenken deutete er bereits damals als "frühdegenerativen Prozess" im Sinne einer Periarthritis humero scapularis tendinotica beidseits sowie einer beginnenden, rechtslateral betonten Gonarthrose. Bei einem solchen Beschwerdebild bereits Jahre vor dem Unfallereignis vom 3. Mai 1993 verbietet sich die Annahme einer bis zum Unfall ausgeübten Schwerarbeit, wäre dem Beschwerdeführer eine solche doch schon auf Grund seiner physischen Konstitution nicht mehr möglich gewesen. 4.3 Auf Grund der erhobenen unfallbedingten Befunde liegt damit keine leistungsrelevante Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit mehr vor. Gegen die Verweigerung einer Invalidenrente und die vorgenommene Taggeldeinstellung ist daher nichts einzuwenden. Auch der auf Ende November 1998 festgesetzte Zeitpunkt der Taggeldeinstellung ist gerechtfertigt, nachdem verschiedene Ärzte schon vor diesem Datum von der uneingeschränkten Zumutbarkeit einer mittelschweren Tätigkeit sprachen. Auch steht fest, dass von medizinischen Massnahmen nach dem Gutachten der MEDAS vom 12. November 2002 keine wesentliche Verbesserung des Gesundheitszustandes mehr erwartet werden konnte, weshalb sich auch gegen die diesbezügliche Leistungseinstellung nichts einwenden lässt.