Citation: 6B_249/2020 E. 5.3

5.3. Wie der Beschwerdeführer mit Recht vorbringt, ist seine lange Anwesenheitsdauer inklusive Absolvierung der gesamten Schulzeit in der Schweiz als Indiz für das Vorliegen eines Härtefalls zu werten. Die Vorinstanz erwägt jedoch zutreffend, dass von einer gelungenen beruflichen und sozialen Integration nicht gesprochen werden kann. Wie er selber einräumt, war der Beschwerdeführer hier nur zeitweise arbeitstätig, verlor im Jahr 2012 seine Stelle, wurde danach ausgesteuert und hat als selbstständiger Unternehmer bisher nicht Fuss gefasst. Soziale Kontakte nennt er abgesehen von seiner Ehefrau keine. Gemäss zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz ist der Beschwerdeführer nicht zuletzt aufgrund seiner Tätigkeit im Import-/Export-Bereich mit den chinesischen Gepflogenheiten vertraut und er spricht die chinesische Sprache. Das zusätzliche Erlernen der chinesischen Schriftzeichen und damit von Lesen und Schreiben stellt zweifellos eine Herausforderung dar, steht einem Umzug in sein Heimatland jedoch nicht entgegen. Mit der Vorinstanz ist davon auszugehen, dass auch in Taiwan eine berufliche Tätigkeit im Import-/Export-Bereich oder auch in der Informatikbranche, in welcher der Beschwerdeführer gemäss eigenen Angaben vorher tätig war, möglich ist. Mit seiner Mutter und weiteren Verwandten verfügt er über einen sozialen Empfangsraum in Taiwan. Wenngleich ein Fussfassen dort nach einer bald 40-jährigen Abwesenheit kein leichtes Unterfangen sein wird, sind die Chancen einer Eingliederung in seinem Heimatland intakt. Soweit er in seiner Beschwerde auf seine familiäre Situation Bezug nimmt, ist festzuhalten, dass allfällige härtefallbegründende Auswirkungen einer Landesverweisung auf seine Ehefrau nur zu berücksichtigen sind, wenn sie sich reflexartig auf den Beschwerdeführer auswirken (Urteile 6B_1275/2020 vom 4. März 2021 E. 1.4.2; 6B_1015/2019 vom 4. Dezember 2019 E. 5.5.1 und 5.6). Ob seine Ehefrau bei einem Umzug nach Taiwan mit beträchtlichen Schwierigkeiten konfrontiert wäre, wie der Beschwerdeführer geltend macht, kann deshalb offen gelassen werden. Selbst wenn dies der Fall wäre und sie es vorziehen würde, ohne ihn in der Schweiz zu bleiben, würde die vorübergehende Trennung des Paars zwar einschneidend sein. Jedoch kann den Ehegatten nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts zugemutet werden, den Kontakt in dieser Zeit über moderne Kommunikationsmittel oder Kurzbesuche zu pflegen (Urteile 6B_1087/2020 vom 25. November 2020 E. 5.4.2.1; 6B_311/2020 vom 12. Oktober 2020 E. 6.7). Es liegt deshalb kein derart schwerer Eingriff in das Recht auf Familienleben (Art. 13 BV und Art. 8 EMRK) vor, dass sich daraus ein persönlicher Härtefall ergeben würde. Alles in allem ist das Vorliegen eines persönlichen Härtefalls mit der Vorinstanz - wenn in Anbetracht der langen Anwesenheitsdauer auch knapp - zu verneinen. Da kein persönlicher Härtefall gegeben ist, kann auf eine Interessenabwägung verzichtet werden (vgl. BGE 146 IV 105 E. 3.5).