Citation: 5A_427/2022 E. 3.2

3.2. Im Kontext des Korporationsrechts und der Aufnahme von Personen in dasselbe kann auf folgende Rechtsprechung verwiesen werden: In BGE 117 Ia 107 erklärte das Bundesgericht, die Namensführung stelle kein sachgerechtes Kriterium für die Zugehörigkeit zu einer Korporation dar. Hingegen erachtete es die Beschränkung der Zugehörigkeit durch das Erfordernis der Abstammung in Verbindung mit dem Bürgerrecht als gerechtfertigt. In Änderung dieser Rechtsprechung bezeichnete das Bundesgericht in BGE 132 I 68 die Verknüpfung der Abstammung mit dem Bürgerrecht als verfassungsrechtlich nicht haltbar, weil damals nicht verheiratete Männer und verheiratete Frauen das Bürgerrecht und damit die Korporationsmitgliedschaft nicht an ihre Nachkommen weitergeben konnten. In BGE 134 I 257 bestätigte es einen die Aufnahme verweigernden Entscheid, weil die Antragstellerin die statutarische Voraussetzung der direkten bzw. unmittelbaren Abstammung nicht erfüllte und es eine unterschiedliche Behandlung von mittelbaren und unmittelbaren Nachkommen als zulässig erachtete.