Citation: 6B_292/2023 E. 1.5.5

1.5.5. Die Vorinstanz führt zur gesellschaftlichen Integration des Beschwerdegegners aus, er dürfte hierzulande zweifelsohne über ein dichtes und stabiles Beziehungsnetz verfügen. Sie begründet dies lediglich damit, der Beschwerdegegner zähle zu den Ausländern der zweiten Generation. Die Beschwerdeführerin rügt, diese Annahme sei nicht nachvollziehbar. Ob der Beschwerdegegner ausserhalb der Familie tatsächlich über ein dichtes und stabiles Beziehungsnetz verfüge, lasse sich ohne weitergehende Sachverhaltsabklärungen nicht willkürfrei feststellen. Es sei nicht erstellt, ob der Beschwerdegegner aktuell viele Freunde und Kollegen habe und zu ihnen eine intensive Beziehung bestehe. Und selbst wenn mit der Vorinstanz von einem dichten und stabilen Beziehungsnetz auszugehen sei, so sei nicht erstellt, ob es sich dabei um einheimische Personen handle oder sich das gesellschaftliche Leben des Beschwerdegegners primär mit Angehörigen des eigenen Landes abspiele. Zwar trifft zu, dass die Vorinstanz die gesellschaftliche Integration ohne ausführliche Begründung bejaht. Jedoch ist angesichts des Umstands, dass der Beschwerdegegner in der Schweiz geboren ist, hier aufgewachsen ist, seine gesamte Kindheit und Jugend hier verbracht hat und nun über 30 Jahre hier lebt, grundsätzlich davon auszugehen, dass eine gesellschaftliche Integration zweifellos stattgefunden hat. Es gibt demnach zu keiner Kritik Anlass, wenn die Vorinstanz von einer tiefen Verwurzelung in der Schweiz und einem stabilen und dichten Beziehungsnetz ausgeht, ohne dabei zu präzisieren, wie sich das soziale Umfeld des Beschwerdegegners konkret gestaltet. Die Beschwerdeführerin macht denn auch nicht geltend, der Beschwerdegegner habe keine sozialen Kontakte zu einheimischen Personen, sondern nur zu Angehörigen des eigenen Landes. Was die Beschwerdeführerin für sich ableiten will, wenn sie die verschiedenen Vereinsmitgliedschaften des Beschwerdegegners auflistet, ist weder ersichtlich noch dargetan. Die Beschwerde erweist sich in dieser Hinsicht als unbegründet.