Citation: U 379/99 23.05.2000 E. 2

2.- Unbestritten ist, dass die SUVA lediglich für die Folgen der am 26. September 1983 erlittenen Knieverletzung, nicht aber für das nicht unfallbedingte Rückenleiden einzustehen hat. Zu prüfen ist daher, inwieweit der Beschwerdeführer zufolge des Knieschadens ab 1. April 1996 in der Erwerbsfähigkeit beeinträchtigt ist. a) Im Gutachten der Klinik X.________ zuhanden der Invalidenversicherung vom 6. Juli 1995 wird ausgeführt, der Versicherte leide an belastungsabhängigen Kniegelenksbeschwerden rechts bei Status nach Kniedistorsion 1983. Die Beschwerden seien vorab auf eine klinisch und röntgenologisch verifizierte Femoropatellararthrose zurückzuführen, welche leichtgradig progredient sei. Des Weiteren bestehe eine partielle vordere Kreuzbandruptur, welche den Versicherten nicht beeinträchtige, da er nicht über Instabilitäts-, sondern lediglich über Belastungsbeschwerden klage. Ferner finde sich nach wie vor eine Funktionseinschränkung von 20 bis 30°, welche bei kniender Tätigkeit Schmerzen verursache. Daneben leide der Versicherte seit 1987 an einem chronischen spondylogenen Syndrom bei leichtgradiger rechtskonvexer lumbaler Skoliose sowie nunmehr nachgewiesener subligamentärer medianer Diskusprotrusion L4/L5 und leichtgradiger Protrusion L5/S1. Zur Arbeitsfähigkeit wird ausgeführt, als Zimmermann bestehe nach wie vor vollständige Arbeitsunfähigkeit, weil "das Unvermögen, das Knie voll einzusetzen, ein zu grosses Risiko für Arbeiten auf dem Dach darstellt". Hinzu kämen die Rückenbeschwerden bei Diskusprotrusion, welche den körperlichen Einsatz des Versicherten zusätzlich deutlich einschränkten. In einem "körperlich nicht tätigen Beruf" sei der Versicherte als zu 50 % arbeitsunfähig zu erachten. Im Hinblick darauf, dass die Ärzte der Klinik X.________ im ersten Gutachten zuhanden der Invalidenversicherung vom 4. November 1991 bei geeigneter leichterer Tätigkeit eine volle Arbeitsfähigkeit und im Gutachten vom 6. Juli 1995 bei im Wesentlichen unveränderten Befunden eine Arbeitsun- fähigkeit von 50 % angegeben hatten, holte die IV-Stelle bei der Klinik X.________ einen ergänzenden Bericht ein. In der Stellungnahme vom 9. Januar 1996 wird ausgeführt, die Situation habe sich insofern geändert, als zufolge der zwischenzeitlich durchgeführten MRI-Untersuchung, Computertomographie und Kontrast-Diskomanometrie eine subligamentäre Diskusprotrusion L4/L5 habe festgestellt werden können. Diese Diagnose sei auf Grund der damaligen Befunde nicht möglich gewesen. Nach wie vor weise der Beschwerdeführer keine neurologischen Ausfälle auf und es sei keine Nervenwurzelkompression ersichtlich, jedoch bestehe ein direkter Kontakt vor allem auf der Höhe L4/L5 zur Dura und es sei auch auf der Höhe L5/S1 ein subligamentärer Ausfluss festzustellen. Angesichts dieser Befunde sei der Versicherte unter gleichzeitiger Berücksichtigung der Kniebeschwerden für leichte Arbeiten als zu 50 % arbeitsunfähig bezeichnet worden, was der maximalen Arbeitsunfähigkeit entspreche. Es sei aber zu betonen, dass er auch unter Berücksichtigung der im Gutachten von 1995 genannten Befunde für leichtere körperliche Arbeiten als voll arbeitsfähig hätte betrachtet werden können. Es habe sich jedoch gezeigt, "dass dieser Versuch auch aus psychischen Gründen und wegen dieser lang dauernden Geschichte mit Herrn M.________ völlig illusorisch ist". b) Der Beschwerdeführer macht geltend, es sei bisher ungeprüft geblieben, inwieweit die bestehende Arbeits- bzw. Erwerbsunfähigkeit auf die Unfallfolgen zurückzuführen sei, weshalb die Sache zu ergänzender Abklärung und Neubeurteilung an die SUVA zurückzuweisen sei. Hiezu besteht indessen kein Anlass. Zwar sprechen sich die vorhandenen Arztberichte nicht näher dazu aus, ob und allenfalls in welchem Ausmass die Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit auf die Kniebeschwerden und inwieweit sie auf das Rückenleiden zurückzuführen ist. Es geht daraus jedoch klar hervor, dass der Beschwerdeführer zufolge der Kniebeschwerden den bisherigen Beruf als Zimmermann nicht mehr auszuüben vermag, in einer geeigneten leichteren Tätigkeit aber voll arbeitsfähig ist, wie die von der Invalidenversicherung mit einer beruflichen Abklärung beauftragte BEFAS mit Bericht vom 12. August 1993 bestätigt hat. Soweit im Gutachten der Klinik X.________ vom 6. Juli 1995 eine teilweise Arbeitsunfähigkeit auch für körperlich leichtere Tätigkeiten angegeben wird, geht aus der ergänzenden Stellungnahme der Klinik vom 9. Januar 1996 hervor, dass die Neubeurteilung der Arbeitsfähigkeit, soweit eine solche überhaupt begründet ist, ausschliesslich mit dem Rückenleiden in Zusammenhang steht und der Versicherte unter dem Gesichtspunkt des allein unfallkausalen Knieschadens im Rahmen einer geeigneten körperlich leichteren Tätigkeit nach wie vor als voll arbeitsfähig zu betrachten ist.