Citation: 1P.156/2006 12.05.2006 E. A

X.________ wurde am 8. November 2005 festgenommen und in Untersuchungshaft versetzt, nachdem sie an ihrer ehemaligen Arbeitsstelle in der A._______-Klinik in B.________ verschiedene Personen bedroht und angegriffen hatte. Es zeigte sich, dass X.________ an schweren gesundheitlichen Problemen litt, die eine intensive medizinische resp. psychiatrische Betreuung notwendig machten. Nach ihrer Entlassung aus der Untersuchungshaft wurde sie deshalb in einer psychiatrischen Klinik untergebracht. Am 20. Dezember 2005 sprach X.________ erneut Drohungen gegen ihre ehemaligen Arbeitgeber aus. Anfang Januar 2006 waren die polizeilichen Abklärungen noch nicht abgeschlossen. Das Verhöramt des Kantons Appenzell A.Rh. verfügte deshalb bis zu diesem Zeitpunkt nur über die von ihm selbst erstellten Akten und über Kopien der polizeilichen Einvernahmeprotokolle, nicht aber über einen Schlussbericht. Als der Rechtsvertreter von X.________ beim Verhöramt Akteneinsicht verlangte, wurde ihm dies unter anderem mit der Begründung verweigert, dass die polizeilichen Akten noch nicht im Original vorliegen. Der Rechtsvertreter reichte daraufhin bei der Staatsanwaltschaft des Kantons Appenzell A.Rh. eine Aufsichtsbeschwerde ein. Zudem stellte er gegen den zuständigen Verhörrichter ein Ausstandsbegehren wegen Befangenheit. In der Begündung machte er geltend, durch das Verhalten des Verhörrichters in seinen Rechten als Verteidiger beschränkt und gegenüber den anderen Verfahrensbeteiligten benachteiligt zu werden. Nachdem der Verhörrichter angewiesen worden war, dem Rechtsvertreter von X.________ die Verfahrensakten zuzustellen, beantragte dieser die Abschreibung der Aufsichtsbeschwerde als gegenstandslos. Am Ausstandsbegehren hielt der Rechtsvertreter hingegen fest. Mit Entscheid vom 10. Februar 2006 erklärte der Staatsanwalt die Aufsichtsbeschwerde für gegenstandslos und wies das Ausstandsbegehren gegen den Verhörrichter ab.