Citation: 1C_615/2022 E. 4.2.1

4.2.1. Hierzu erwog die Vorinstanz, dass die geplanten Mehrfamilienhäuser mit Gebäudeabständen von 11.43 Metern bzw. 13.23 Metern den Abstand gemäss Art. 9 BauR von 13.5 Metern nicht einhalten würden. Dies stehe zwar im Widerspruch zu den Feststellungen im Planungsbericht, wonach die baureglementarischen Regeln weitergelten würden. Gemäss Art. 1 Abs. 2 der besonderen Vorschriften (besV) zum Überbauungsplan Chlosterwies habe der Planungsbericht jedoch bloss erläuternden Charakter, soweit ihm - wie hier bezüglich der Weitergeltung der baureglementarischen Bestimmungen - keine wegleitende Wirkung zukäme. Verbindlich seien demgegenüber die Festlegungen im rechtskräftigen Überbauungsplan. Die Baubereiche und ihre Positionierung seien im Überbauungsplan Chlosterwies mit detaillierten Massen klar und eindeutig festgelegt. Entsprechend sei nicht zu beanstanden, dass die unteren Instanzen den Baubereichen die Wirkung von Markierungslinien beigemessen hätten.