Citation: 5A_26/2015 E. 2.3

2.3. In Bezug auf den Sachverhalt kann festgehalten werden, dass sich die fraglichen Belege bzw. die 17 Ordner nicht bei den rund 20 kg Akten befinden, welche das Obergericht als kantonale Prozessakten an das Bundesgericht geschickt hat. Vielmehr scheinen sie immer noch beim Bezirksgericht zu liegen, wobei sie wahrscheinlich gar nie ans Obergericht weitergeleitet wurden. Wie es sich damit genau verhält, kann angesichts der nachfolgenden Ausführungen aber offen bleiben. In der Berufungsantwort und Anschlussberufung hat sich die Beschwerdeführerin auf S. 6 zum streitigen Fragenkomplex mit wenigen Sätzen geäussert. Sie hat festgehalten, wie bereits in den Rechtsschriften ausgeführt und belegt, seien vom Aktienerlös Fr. 380'000.-- für den Erwerb der Liegenschaft C.________strasse www verwendet worden. Dabei verwies sie auf die Klagebeilagen 7-9 und die Replikbeilage 9. Das Obergericht hat sich mit diesen Ausführungen und den Urkunden, auf welche die Beschwerdeführerin in der Berufungsantwort hingewiesen hatte, auseinandergesetzt. Darüber hinaus war es weder gehalten noch war es ihm angesichts der enorm umfangreichen Prozessakten faktisch möglich, in den als Replikbeilage 10 verurkundeten 17 Ordnern - haben sich diese nun beim Obergericht befunden oder seien sie beim Bezirksgericht verblieben - von Amtes wegen nach möglichen Belegen zu forschen, welche die Tatsachenbehauptung der Beschwerdeführerin hätten unterstützen können. Im Bereich des Güterrechts gilt die Verhandlungsmaxime (Art. 277 Abs. 1 ZPO). Das bedeutet, dass es grundsätzlich an den Parteien ist, die Tatsachenbehauptungen aufzustellen und diesbezüglich die relevanten Beweismittel zu bezeichnen. Spezifisch für das Berufungsverfahren gilt sodann, dass die Begründung hinreichend genau und eindeutig sein muss, um von der Berufungsinstanz mühelos verstanden werden zu können; dies setzt voraus, dass im Zusammenhang mit der erhobenen Kritik die vorinstanzlichen Erwägungen zu bezeichnen und die Aktenstücke zu benennen sind (vgl. BGE 138 III 374 E. 4.3.1 S. 375; Urteil 5A_438/2012 vom 27. August 2012 E. 2.2 und 2.4). Der Beschwerdegegner hat die Herkunft der Mittel durch ausdrückliches Bestreiten einer früheren (teilweisen) Zugehörigkeit zum Eigengut der Ehefrau zu einem der zentralen Themen des Berufungsverfahrens gemacht; in rechtlicher Hinsicht war die Errungenschaftsvermutung zu beachten. Die Beschwerdeführerin hätte vor diesem Hintergrund die Mittelherkunft im Berufungsverfahren substanziiert darlegen sowie auf die als Replikbeilage 10 verurkundeten Kontounterlagen und dort spezifisch auf die Belege Nrn. 258 und 263 hinweisen müssen, um den ihr obliegenden Begründungsanforderungen nachzukommen.