Citation: 4C.309/2004 10.11.2004 E. B

Am 24. Mai 2002 belangte die Klägerin die Beklagte vor dem Arbeitsgericht des Richteramts Olten-Gösgen, welches die Beklagte am 11. Dezember 2003 verpflichtete, der Klägerin Fr. 20'142.25 brutto nebst 5 % Zins seit dem 30. Oktober 2001 auf dem Nettolohn und Fr. 136.30 aufgelaufenen Verzugszins zu bezahlen sowie ein Arbeitszeugnis mit bestimmtem Inhalt auszustellen. In seinem Urteil hält das Arbeitsgericht fest, der Bürochef und Ehemann der Beklagten habe bereits im März 2001 in einer der Klägerin zugänglichen Datei im Computer ein Arbeitszeugnis für die Klägerin abgelegt, obwohl weder die Beklagte noch die Klägerin bis zum damaligen Zeitpunkt Kündigungsabsichten geäussert hätten. Ferner habe der Bürochef ohne Grundangabe die Schlüssel von der Klägerin herausverlangt, und es seien ihr ohne sachliche Begründung ein anderer Arbeitsplatz und ein anderes Arbeitsgebiet zugewiesen worden. Sodann habe die Beklagte die Klägerin unter krasser Missachtung des Mutterschutzes rund 14 Tage nach der Niederkunft zur Wiederaufnahme der Arbeit aufgeboten. Schliesslich habe sich die Beklagte in ihrer umfangreichen Korrespondenz mit der Klägerin eines Tones bedient, der an Herabwürdigung seinesgleichen suche und auch im Verfahren - nicht bewiesene - Anschuldigungen gegen die Klägerin mit Heftigkeit vorgetragen. Aufgrund dieser Tatsachen hielt das Arbeitsgericht dafür, der Mobbingvorwurf sei begründet und der Klägerin die Wiederaufnahme der Arbeit nach Erlangung ihrer Arbeitsfähigkeit nicht zumutbar gewesen (Art. 337 Abs. 2 OR).