Citation: 6S.178/2006 24.04.2006 E. 2

Der Beschwerdeführer leidet an unfallbedingten Schmerzen, die er durch das Rauchen von Marihuana zu bekämpfen versucht. Die Vorinstanz stellt dazu fest, dem könne ein gewisses Verständnis entgegen gebracht werden, zumal die schmerzstillende Wirkung von Cannabis heute nicht mehr umstritten sei. Indessen verstosse der Beschwerdeführer mit seiner "Selbstmedikation" wissentlich und willentlich gegen die Rechtsordnung, denn in der Schweiz und den meisten anderen europäischen Ländern sei der medizinische Einsatz von Cannabisprodukten und Medikamenten auf der Basis des Wirkstoffs THC nicht zugelassen (angefochtener Entscheid S. 7). Dies wird vom Beschwerdeführer vor Bundesgericht nicht in Abrede gestellt. Er macht nur geltend, er lehne den Einsatz von Morphium als Schmerzmittel ab, da diese Substanz auch eine schlimme Droge sei, die abhängig mache. Inwieweit dieses Argument stichhaltig ist, erscheint gemäss den Ausführungen der Vorinstanz eher als fraglich (vgl. angefochtenen Entscheid S. 8 mit Hinweisen). Das Argument dringt aber jedenfalls in Bezug auf den schwerwiegenderen Vorwurf des Verkaufs von Drogen an Drittpersonen schon deshalb nicht durch, weil Straftaten, die andere schädigen, nicht durch die Bedürfnisse des Täters gerechtfertigt werden können. Ein Freispruch oder eine spürbare Herabsetzung der Strafe kommt aus dem vom Beschwerdeführer vorgebrachten Argument deshalb nicht in Betracht. Die Nichtigkeitsbeschwerde ist in diesem Punkt abzuweisen.