Citation: 1C_505/2017 E. 6.2

6.2. Allerdings sind die gewässerschutzrechtlichen Voraussetzungen für die Schneeablagerung an Gewässern bereits im Gewässerschutzrecht vorgegeben und werden für das ganze Kantonsgebiet durch das kantonale Merkblatt konkretisiert; insofern bedarf es in der Regel keiner weiteren Präzisierung (durch Bedingungen und Auflagen) in der Baubewilligung. Im vorliegenden Fall würde die Baubewilligung lediglich die Wegleitung für verbindlich erklären; diese ist aber schon verbindlich, sowohl für den Bezirk Einsiedeln als auch die Genossame Willerzell (als Korporation des kantonalen öffentlichen Rechts), welche die Schneeräumung vornehmen. Entscheidend ist, dass die gewässerschutzrechtlichen Vorgaben tatsächlich eingehalten werden und nur unverschmutzter Schnee abgelagert wird. Dies kann durch die Durchführung eines Baubewilligungsverfahrens nicht präventiv verhindert, sondern nur durch ausreichende Kontrollen überprüft werden. Diese müssen bereits aus gewässerschutzrechtlichen Gründen durchgeführt werden, unabhängig vom Vorliegen einer Baubewilligung. Bei Verdacht auf Verletzung des GSchG ist die Einleitung eines Strafverfahrens geboten (vgl. Art. 70 ff. GSchG). Analoges gilt für den Schutz der Ufervegetation nach Art. 21 NHG i.V.m. Art. 24 Abs. 1 lit. b und Abs. 2 NHG. Zwar dient das Baubewilligungsverfahren auch dazu, den Behörden Kenntnis von kontrollbedürftigen Vorgängen zu verschaffen; vorliegend sind jedoch alle Schneeablagerungsstandorte den kantonalen Behörden und namentlich den für den Gewässerschutz verantwortlichen Stellen aufgrund der Karte des AfU bekannt.