Citation: 5A_121/2022 E. 6.1

6.1. Die Beschwerdeführerin erachtet Art. 449a ZGB als verletzt und beruft sich darauf, dass sie zwischenzeitlich selbstbestimmt eine Vertreterin beigezogen habe und kein Vertrauensverhältnis zur Beiständin mehr bestehe. Das Obergericht hielt diesbezüglich zusammengefasst fest, die Ernennung einer gewillkürten Vertreterin führe nicht ohne weiteres zur Beendigung der Verfahrensbeistandschaft. Die Beistandschaft sei zum Schutz der Beschwerdeführerin errichtet worden, um deren Interessen objektiv und unabhängig von einer Beeinflussung durch die jüngste Tochter zu wahren. Diese Zielsetzung werde durch die neue Vertretung nicht zwingend erreicht. Ob die Beschwerdeführerin weiterhin auf Unterstützung angewiesen sei, hänge von der Beurteilung ihrer kognitiven Fähigkeiten zur Beauftragung einer eigenen Vertreterin ab. Diese seien nicht gegeben, wie sich dem insoweit schlüssigen Gutachten entnehmen lasse. Die Beschwerdeführerin erhebe gegen das Gutachten zwar zahlreiche formelle Einwände, denen aber nicht gefolgt werden könne. Was den materiellen Gehalt des Gutachtens betreffe, so werde dieser nicht hinreichend in Frage gestellt. Auch der Verlust des Vertrauens zur Beiständin führe nicht sogleich zu deren Entlassung. Vielmehr sei den Umständen und der konkreten Interessenlage Rechnung zu tragen. Vorliegend bleibe unklar, in welchem Ausmass der Widerstand der Beschwerdeführerin gegen die Beiständin von dieser selbst oder von ihrem Umfeld ausgehe. Die Beiständin habe sich bisher angemessen für die Interessen der Beschwerdeführerin eingesetzt. Die Beschwerdeführerin legt ausführlich dar, weshalb ihrer Ansicht nach die Voraussetzungen für die umstrittene Massnahme heute nicht mehr gegeben seien. Hierbei geht sie jedoch vielfach unzulässig von unmassgebenden tatsächlichen Umständen aus (vgl. vorne E. 5). Auch soweit sie sich von den gutachterlichen Feststellungen entfernt, kann ihr nicht gefolgt werden (vgl. vorne E. 4), zumal sie auch vor Bundesgericht dessen materiellen Gehalt nicht hinreichend in Frage stellt. Weitergehend belässt die Beschwerdeführerin es letztlich dabei, der Einschätzung der Vorinstanz ihre eigene Sichtweise entgegenzustellen, und setzt sie sich mit ihrer Kritik nicht hinreichend präzise mit den vorinstanzlichen Überlegungen auseinander.