Citation: 6B_706/2010 22.10.2010 E. 4

Die Beschwerdeführerin macht geltend, sie sei selber weder angehört worden noch habe man ihr das Recht eingeräumt, an der Befragung der Beschwerdegegnerin teilzunehmen und Ergänzungsfragen zu stellen. Dadurch seien ihre Teilnahme- und Äusserungsrechte gemäss § 10 StPO/ZH sowie der "Grundsatz, dass eine Einstellung erst nach durchgeführter Untersuchung ergehen kann (§ 30 StPO/ZH)", verletzt worden. Auf diese Rüge formeller Natur ist einzutreten. Sie erweist sich allerdings als unbegründet. Die Rüge der Verletzung kantonalen Rechts kann das Bundesgericht nicht frei prüfen, wie sich aus Art. 95 BGG ergibt. Es kann nur prüfen, ob die Vorinstanz das kantonale Recht willkürlich angewendet und dadurch das Willkürverbot (Art. 9 BV) verletzt hat. § 10 StPO/ZH bestimmt, dass der Untersuchungsbeamte die angeschuldigte Person unter bestimmten Voraussetzungen auch in Abwesenheit der geschädigten Person befragen kann (Abs. 3 Satz 2) und er diese selbst nur soweit einzuvernehmen hat, als es zur Abklärung des Sachverhalts nötig ist (Abs. 6). In Anbetracht des Wortlauts der als verletzt gerügten Bestimmung der kantonalen Strafprozessordnung ist nicht ersichtlich, inwiefern diese dadurch, dass die Beschwerdeführerin an der polizeilichen Einvernahme der Beschwerdegegnerin nicht hat teilnehmen können und sie selbst nicht befragt worden ist, willkürlich angewendet worden sein könnte. Ebenso wenig ist eine unhaltbare Anwendung von § 30 StPO/ZH erkennbar. Das gilt umso mehr, als die Beschwerdeführerin ihren Standpunkt in der Strafanzeige eingehend darlegen und zu sämtlichen Ausführungen bzw. Aussagen der Beschwerdegegnerin in ihrem Rekurs an die Vorinstanz, der eine uneingeschränkte Prüfungsbefugnis zusteht, umfassend Stellung nehmen konnte. Im Übrigen lehnte die Vorinstanz den Beweisantrag der Beschwerdeführerin auf persönliche Befragung in antizipierter Beweiswürdigung ab. Sie führt im angefochtenen Entscheid aus, es sei nicht ersichtlich, inwiefern die Einvernahme der Beschwerdeführerin am Ergebnis der Strafuntersuchung etwas zu ändern vermöchte (vgl. angefochtenen Entscheid, S. 9 f. und 11). Dagegen kann sich die Beschwerdeführerin nicht wehren. Ihr Vorbringen liefe auf eine unzulässige materielle Überprüfung der Sache hinaus bzw. könnte von der materiellen Seite der Angelegenheit nicht getrennt werden. Das zeigt sich schon an ihren Ausführungen in der Beschwerde, wonach sie bei einer Befragung ihrer Person hätte darlegen können, "was es mit dem Nageltuch auf sich hat", "wie es zu der Auseinandersetzung mit der Beschwerdegegnerin gekommen ist" und "warum das Einsperren und die Polizeimeldung eine Reaktion der Beschwerdegegnerin auf den Vorwurf der Körperverletzung darstellte". Damit ist die Beschwerdeführerin nicht zu hören (vgl. E. 2.3).