Citation: 8C_527/2022 E. 5.4

5.4. Anzufügen bleibt, dass die Begründung der Vorinstanz, wonach aufgrund der Aktenlage erhebliche Zweifel am geltend gemachten Unfallereignis vom Mai 2018 bestehen würden, was zu Lasten des Beschwerdeführers gehe (vgl. E. 4.1 oben), verfrüht ist. Der Untersuchungsgrundsatz schliesst die Beweislast im Sinne der Beweisführungslast begriffsnotwendig aus, da es Sache des Sozialversicherungsgerichts (oder der verfügenden Verwaltungsstelle) ist, für die Zusammentragung des Beweismaterials besorgt zu sein. Im Sozialversicherungsprozess tragen die Parteien in der Regel eine Beweislast nur insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Wie der Beschwerdeführer zu Recht rügt, greift diese Beweisregel allerdings erst Platz, wenn es sich im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes als unmöglich erweist, gestützt auf eine Beweiswürdigung einen Sachverhalt festzustellen, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 138 V 218 E. 6 mit Hinweisen). Mit Blick auf den Verfahrensausgang (Rückweisung an die Suva zu weiteren Abklärungen) erübrigen sich somit Weiterungen zu den vorinstanzlichen Erwägungen betreffend die Beweisführungslast. Dasselbe gilt auch in Bezug auf die Frage, ob im vorliegenden Fall eine Listenverletzung vorliegt oder nicht.