Citation: B 98/00 05.11.2001 E. 4

4.- a) Etwas anderes ergibt sich auch nicht aus den von der früheren Rechtsvertreterin bei Dr. med. G.________, Spezialarzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, eingeholten gutachtlichen Stellungnahmen vom 7. April 1998 und 5. November 1999. Darin wird im Wesentlichen ausgeführt, der Versicherte leide an einer Persönlichkeitsstörung mit narzisstischen und paranoiden Zügen. Ein eindeutiger Beginn der Arbeitsunfähigkeit lasse sich nicht genau festlegen. Es sei jedoch davon auszugehen, dass anlässlich des Stellenantritts bei der Firma X.________ AG am 8. Juli 1991 noch volle Arbeitsfähigkeit bestanden habe, auch wenn zunehmend besondere Randbedingungen (Arbeitsplatz ohne Mitarbeiterkontakt und ohne ständige Kontrollen) hätten erfüllt sein müssen. Nach einem Vorgesetztenwechsel und damit verbundenen Änderungen in den Arbeitsbedingungen sei es zu einer eigentlichen Dekompensation der Persönlichkeitsstörung gekommen. Der Versicherte habe sich in seiner Unabhängigkeit bedroht gefühlt und mit vielfältigen psychischen und körperlichen Symptomen reagiert, die rasch zu einer Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit (und zur Kündigung des Arbeitsverhältnisses) geführt hätten. Dass es beim Beschwerdeführer aufgrund veränderter Bedingungen am Arbeitsplatz zu einer Dekompensation der vorbestandenen Persönlichkeitsstörung gekommen ist, erscheint aufgrund der Akten als glaubhaft. Es fehlen aber hinreichende Anhaltspunkte dafür, dass bereits in jenem Zeitpunkt eine längerdauernde und erhebliche Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit eingetreten ist. Der Beschwerdeführer hat sich am 12. Februar 1992 zur Arbeitsvermittlung bei der Arbeitslosenversicherung gemeldet und sich um eine Ganztagsbeschäftigung beworben. Am 25. Februar 1992 hat er einen Antrag auf Arbeitslosenentschädigung gestellt und angegeben, voll arbeitsfähig zu sein. In der Folge hat er sich stets als voll vermittlungsfähig bezeichnet und ab 3. Mai 1993 einen von der Arbeitslosenversicherung finanzierten Kurs zum Informatik-Projektassistenten besucht. Nach den Akten der Arbeitslosenversicherung war er vom 7. bis 13. Juni 1993 zu 100 % und ab 14. Juni 1993 zu 50 % für ca. zwei Wochen arbeitsunfähig (Zeugnis Dr. med. B.________ vom 14. Juni 1993). Weitere Angaben über krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeiten während der Bezugsdauer der Arbeitslosenentschädigung finden sich nicht. Eine ärztliche Behandlung wegen des psychischen Leidens fand nach den Angaben des Beschwerdeführers erst Ende 1993/Anfang 1994 (und damit nach der im Oktober 1993 erfolgten Aussteuerung bei der Arbeitslosenversicherung) statt. Ab dem 1. Januar 1994 war er laut verschiedenen Arztzeugnissen zufolge reaktiver Depression zu 100 % arbeitsunfähig und beanspruchte Taggelder des Krankenversicherers. Der Beschwerdeführer ging damit selbst davon aus, dass bis Ende 1993 keine wesentliche Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit bestanden hatte und eine solche erst zu Beginn des Jahres 1994 eingetreten ist, wie die Invalidenversicherung angenommen und dem Rentenentscheid zugrunde gelegt hat. b) Was Dr. med. G.________ zu den Auswirkungen von Persönlichkeitsstörungen auf die Fähigkeit des Betroffenen zur Einsicht ins Krankheitsbild betrifft, leuchtet ein, vermag im vorliegenden Fall aber zu keinem andern Ergebnis zu führen. Zum einen fehlen hinreichende Anhaltspunkte dafür, dass der Beschwerdeführer mangels Einsicht in den Krankheitszustand seine Arbeitsfähigkeit gegenüber der Arbeitslosenversicherung zu Unrecht bejaht hätte. Zum andern hat er sowohl gegenüber der Arbeitslosenversicherung als auch im Verfahren betreffend Leistungen der Krankenversicherung eindeutig bewiesen, dass er, nötigenfalls vertreten durch einen Rechtsanwalt, durchaus in der Lage war, seine Interessen gezielt wahrzunehmen. Bei der Artisana Kranken- und Unfallversicherung, bei welcher er für Krankenpflege und Spitalzusatz versichert war, schloss er auf den 1. Juli 1993 eine Taggeldversicherung von Fr. 125.- ab dem 31. Tag ab und bezog ab anfangs 1994 Leistungen, die er in der Folge mangels Anspruchsberechtigung teilweise zurückzuerstatten hatte (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 4. August 1997, K 164/96). Dass sich nicht nur der Beschwerdeführer keine Rechenschaft über eine bestehende Arbeitsunfähigkeit gegeben haben soll, sondern sich auch die Ärzte, welche sich im Zusammenhang mit den Leistungsbegehren gegenüber der Arbeitslosenversicherung und der Krankenversicherung zum Gesundheitszustand des Beschwerdeführers zu äussern hatten, die geltend gemachte Arbeitsunfähigkeit nicht erkannt haben, ist nicht anzunehmen. Es vermag deshalb nicht zu überzeugen, wenn Dr. med. G.________ zum Schluss gelangt, es sei als krankheitsbedingt anzusehen, dass der Beschwerdeführer sich nicht bereits früher als arbeitsunfähig erachtet und sich bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug gemeldet habe. Mit der Vorinstanz ist daher festzustellen, dass die Festsetzung des Rentenbeginns (bzw. der relevanten Arbeitsunfähigkeit) durch die Invalidenversicherung nicht als offensichtlich unzutreffend zu betrachten ist, weshalb die Vorsorgeeinrichtung den Leistungsanspruch zu Recht verneint hat.