Citation: 1P.808/2006 04.01.2007 E. 3

Der Beschwerdeführer rügt, es sei zu Unrecht Kollusionsgefahr angenommen worden. Aus seinem bisherigen Verhalten ergäben sich dafür keine konkreten Anhaltspunkte. 3.1 Das Bundesgericht hat in einem Berner Fall betreffend einen verweigerten vorzeitigen Strafantritt (Urteil 1P.724/2003 vom 16. Dezember 2003) entschieden, Kollusionsgefahr könne unter bestimmten Umständen auch dann angenommen werden, wenn der Untersuchungsgefangene bisher keine Anstalten getroffen bzw. keine Gelegenheit zu Kollusionshandlungen hatte. Die Aussagen eines Mitangeschuldigten bildeten den Hauptbelastungsbeweis gegen den Betroffenen, der wegen Verdachts qualifizierter Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz gefangen gehalten wurde. Für die Annahme der Kollusionsgefahr reichte aus, dass der Untersuchungsgefangene ein eminentes Interesse an einer Kontaktaufnahme mit dem Mitangeschuldigten hatte. Gemäss diesem Urteil ist es gerichtsnotorisch, dass in Verfahren gegen Drogenhändlerbanden immer wieder versucht wird, Belastungszeugen einzuschüchtern oder sonstwie zu beeinflussen, um sie zu einer Rücknahme ihrer Belastungen zu bringen. Unter solchen Umständen kann Kollusionsgefahr angenommen werden. 3.2 Der Beschwerdeführer steht im Verdacht, einem internationalen Drogenring anzugehören und mit Drogen gehandelt zu haben. Er ist angeklagt wegen qualifizierter Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz. Im Falle einer Verurteilung droht dem Beschwerdeführer eine empfindliche Strafe. Er wird von weiteren Beteiligten in erheblichem Mass belastet. Die Hauptverhandlung ist gemäss Mitteilung des Strafgerichts auf 15. bis 19. Januar 2007 festgesetzt. Es sind dort gemäss dem Unmittelbarkeitsprinzip Personen einzuvernehmen, die den Beschwerdeführer belasten könnten. Für die Wahrheitsfindung ist es von grosser Bedeutung, dass sich die Mitangeklagten vor der Hauptverhandlung nicht absprechen können. Diese Umstände reichen nach der Rechtsprechung als konkrete Hinweise für Kollusionsgefahr aus. Dass dem Beschwerdeführer keine bereits begangenen Kollusionshandlungen vorgeworfen werden, vermag an der Einschätzung der Gefahrenlage nichts zu ändern. Das Vorbringen ist unbegründet.