Citation: BGE 148 V 286 E. 9.3.5

Die vom Verordnungsgeber durch Änderungen von Art. 22 Abs. 1 UVV periodisch vorgenommenen Anpassungen des Höchstbetrages des versicherten Verdienstes richten sich nach der Lohnentwicklung (vgl. dazu E. 8.1 hiervor) und sollen im Anwendungsbereich von Art. 24 Abs. 2 UVV die versicherte Person vor den Folgen der Geldentwertung schützen (VOLLENWEIDER/BRUNNER, BSK UVG, a.a.O., N. 99 zu Art. 15 UVG; vgl. auch BGE 140 V 41 E. 6.3.2 mit Hinweisen und E. 6.4.2.2). Dass die mit BGE 140 V 41 E. 6 erfolgte Änderung der Rechtsprechung mit ausschliesslicher Wirkung in der obligatorischen, nicht aber in der freiwilligen Versicherung zur Anwendung gelangen solle, ist diesem Urteil nicht zu entnehmen und liesse sich auch nicht generell rechtfertigen (vgl. dazu RIEDI HUNOLD, a.a.O., N. 8 i.f. zu Art. 15 UVG). So sieht Art. 138 UVV nicht nur die Möglichkeit der Anpassung des versicherten Verdienstes auf Beginn eines Kalenderjahres vor. Satz 2 von Art. 138 UVV bestimmt zudem für Selbstständigerwerbende und Familienmitglieder als Referenzwert je einen minimalen - jeweils in Prozenten des Höchstbetrages des versicherten Verdienstes von Art. 22 Abs. 1 UVV definierten - versicherten Verdienst. Mit dem periodischen Anstieg des Höchstbetrages des versicherten Verdienstes gemäss Art. 22 Abs. 1 UVV (E. 8.1) steigt demnach auch der in der freiwilligen Versicherung relevante Mindestbetrag des versicherten Verdienstes nach Art. 138 UVV. Die Eckwerte von Art. 138 UVV sind auch im Zeitpunkt der Neuvereinbarung des versicherten Verdienstes zwecks Anpassung an die Lohnentwicklung einzuhalten. Sollen zum Schutze der versicherten Person vor den Folgen der Geldentwertung bei verzögerter Entstehung des Rentenanspruchs im Anwendungsfall von Art. 24 Abs. 2 UVV nach der geänderten Rechtsprechung gemäss BGE 140 V 41 die jeweils im Zeitpunkt des Rentenbeginns geltenden Höchstwerte massgebend sein, ist nicht nachvollziehbar, weshalb bei grundsätzlicher Gleichwertigkeit der freiwilligen und der obligatorischen Versicherung (vgl. E. 7.1 hiervor) Art. 24 Abs. 2 UVV im Ausnahmefall nicht auch in der freiwilligen Versicherung zur Anwendung gelangen sollte. BGE 148 V 286 S. 299