Citation: 1B_422/2017 E. 3.4

3.4. Zur Beurteilung der Wiederholungsgefahr haben die Strafverfolgungsbehörden Dr. med. C.________ um eine psychiatrische Vorabstellungnahme ersucht. Diese liegt seit dem 7. Juli 2017 vor. Die Gutachterin kam darin zum Schluss, es sei von einer hohen Rückfallgefahr für die Begehung erneuter Gewalttaten im Rahmen einer Intimbeziehung auszugehen. Auch Gewalt im Rahmen einer Trennung, insbesondere vor dem Hintergrund der sexuellen Eifersucht des Beschwerdeführers, sei denkbar. Diagnostisch bestehe der Verdacht eines Alkoholabhängigkeitssyndroms und einer Persönlichkeitsstörung mit folgenden Merkmalen: Launenhaftigkeit, Impulsivität, starke Wut, Unfähigkeit, diese Wut zu kontrollieren und Schwierigkeiten, sich an geltende Normen, Regeln und Verpflichtungen zu halten. Als legalprognostisch ungünstig beurteilte die Gutachterin, dass Gewalt in Intimbeziehungen aktenkundig sei und aufgrund des Auszugs aus dem Strafregister ein Bewährungsversagen vorliege. Was die dem Beschwerdeführer im zu beurteilenden Fall vorgeworfene häusliche Gewalt betreffe, sei ungünstig, dass die Gewaltanwendungen seit Beginn der Beziehung zum Opfer trotz Beizug der Polizei und psychiatrischer Klinikaufenthalte an Heftigkeit deutlich zugenommen hätten. Zudem zeige er sich zwar schuldbewusst, neige aber dazu, die von ihm ausgeübte Gewalt zu verharmlosen bzw. die Gründe für seinen Gewaltausbruch den sexuell untreuen Frauen im Allgemeinen oder aber dem Konsum von Alkohol zuzuschreiben. In diesem Sinne zeige er wenig Problem- und Störungsbewusstsein.