Citation: 6B_1087/2020 E. 5.1

5.1. Gemäss Art. 66a Abs. 1 StGB (Obligatorische Landesverweisung) verweist das Gericht den Ausländer, der wegen einer der in den lit. a-o ausdrücklich genannten strafbaren Handlungen verurteilt wird, unabhängig von der Höhe der Strafe für 5-15 Jahre aus der Schweiz. Nach Abs. 2 des Artikels kann das Gericht ausnahmsweise von einer Landesverweisung absehen, wenn diese für den Ausländer einen schweren persönlichen Härtefall bewirken würde und die öffentlichen Interessen an der Landesverweisung gegenüber den privaten Interessen des Ausländers am Verbleib in der Schweiz nicht überwiegen. Dabei ist der besonderen Situation von Ausländern Rechnung zu tragen, die in der Schweiz geboren oder aufgewachsen sind. Der Beschwerdeführer, der nicht über die schweizerische Staatsangehörigkeit verfügt, wird unbestrittenermassen wegen einer Katalogtat im Sinne von Art. 66a Abs. 1 lit. a StGB verurteilt. Damit liegen - unabhängig von der ausgesprochenen Strafe - die Voraussetzungen der obligatorischen Landesverweisung vor. Zu prüfen ist, ob ein Härtefall im Sinne von Art. 66a Abs. 2 StGB gegeben ist.