Citation: 6B_427/2021 E. 2.5.1

2.5.1. Zunächst ist darauf hinzuweisen, dass die Vorinstanz in Übereinstimmung mit der Erstinstanz zum Schluss gelangt, es habe gestützt auf den effektiven Sachverhalt keine konkrete Gefahr für Leib und Leben von Menschen nach Art. 237 StGB vorgelegen. Die einlässliche Begründung des angefochtenen Urteils (vgl. E. 2.3 hiervor) ist in diesem Punkt überzeugend. Hervorzuheben ist die Bedeutung des Übergangs von einer abstrakten hin zur konkreten Gefährdung. Ob eine konkrete, eine erhöhte abstrakte oder nur eine abstrakte Gefahr geschaffen wird, hängt von der jeweiligen Situation ab. Der Unterschied verläuft graduell und beruht auf der Wahrscheinlichkeit, mit der die fragliche Handlung oder Unterlassung zur Verletzung geschützter Rechtsgüter zu führen droht (vgl. dazu die Grafik bei SCHWARZENEGGER, Abstrakte Gefahr als Erfolg im Strafanwendungsrecht, sic! 3/2001, S. 247; siehe ferner FIOLKA, in: Basler Kommentar, Strassenverkehrsgesetz, 2014, N. 52 zu Art. 90 SVG und zum Aspekt der Wahrscheinlichkeit HEMPEL, a.a.O., S. 44 f.). Obschon sich die beiden Flugzeuge relativ nahe kamen, zeigt die Vorinstanz detailliert auf, dass der Beschwerdegegner korrigierend in das Geschehen eingriff, das von den Randwirbeln des Verkehrsflugzeugs tatsächlich ausgehende Sicherheitsrisiko für den Sportcruiser aus technischen Gründen vernachlässigbar war und weder die Abrissgeschwindigkeit noch die Querlage beim Fliegen der Steilkurve ein nachweislich unkontrollierbares Wagnis für die Besatzung des Sportcruisers darstellten. Gestützt auf diesen effektiv stattgefundenen Sachverhalt ist nicht erstellt, dass aufgrund des Verhaltens des Beschwerdegegners nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge die Wahrscheinlichkeit oder nahe Möglichkeit von Verletzten oder Toten bestand. In Anbetracht der potentiellen Risiken, welche das in Bodennähe ausgeführte Flugmanöver unter Berücksichtigung der hohen fliegerischen Anforderungen in sich barg, ist zwar von einer erhöhten abstrakten Gefährdung, aber (noch) nicht von einer tatbestandsmässig naheliegenden und ernsthaften Gefahr (vgl. E. 2.1.3 f. hiervor) auszugehen. Die Vorinstanz verneint eine hinreichend konkrete Gefährdung oder Störung des Flugverkehrs im Sinne von Art. 237 StGB bundesrechtskonform.