Citation: 6B_57/2023 E. 1.6.2

1.6.2. Es ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz die Täterschaft des Beschwerdegegners nicht als zweifellos erstellt erachtet. Weder belastete die Mutter von C.A.________ den Beschwerdegegner noch berichteten die befragten Grosseltern etwas Negatives betreffend seinen Umgang mit C.A.________. Zudem betreuten sowohl die beiden Elternteile als auch teilweise die Grosseltern C.A.________. Sodann war C.A.________ aufgrund seiner Frühgeburt mehrmals über längere Zeit hospitalisiert, musste er wiederholt intubiert bzw. beatmet werden und wurde er nach seiner Entlassung aus dem Spital medizinisch engmaschig betreut sowie regelmässig physiotherapeutisch behandelt. Namentlich ist den vorinstanzlichen Erwägungen zum Gutachten zu entnehmen, dass Rippenfrakturen zwar eine sehr hohe Spezifität bezüglich einer körperlichen Misshandlung aufwiesen, selten aber auch bei kardiopulmonaler Reanimation akzidentiell nachgewiesen würden. In diesem Sinne misst die Vorinstanz einer akzidentiellen Beibringung im Zusammenhang mit den mehrfach nötigen Wiederbelebungsmassnahmen eine gewisse Wahrscheinlichkeit zu. Mit dieser Argumentation steht nicht im Widerspruch, dass in der gesamten Krankengeschichte keinerlei Einträge oder Hinweise ersichtlich sein sollen, die auf eine unsachgemässe Behandlung oder ein Unfallgeschehen hindeuten würden. Entsprechend ist die vorinstanzliche Schlussfolgerung, wonach neben dem Beschwerdegegner weitere Personen regelmässig mit C.A.________ zu tun hatten, nicht unhaltbar. Daran zu ändern vermag auch nichts, dass der Beschwerdegegner in der gesamten Untersuchung nie explizit bestritten haben soll, er sei der Verursacher der Verletzungen.