Citation: 2C_361/2022 E. 6.1

6.1. Wie bereits ausgeführt (vorstehende E. 3.1), setzt die konventionsrechtliche Entschädigungspflicht nach Art. 5 Ziff. 5 EMRK den Nachweis eines tatsächlich relevanten materiellen bzw. hinreichend schweren immateriellen Schadens voraus (BGE 129 I 139 E. 2; Urteil 2C_994/2021 vom 14. November 2023 E. 3). In seiner bisherigen Praxis ging das Bundesgericht beispielsweise davon aus, dass eine widerrechtliche Ausschaffungshaft von 18 Tagen die Schadenersatzpflicht des Gemeinwesens auslöst (Urteil 2C_99/2012 vom 14. August 2012 E. 3.2 und 4.1; vgl. ferner die Urteile 2C_994/2021 vom 14. November 2023 E. 8; 2P.291/1995 vom 31. Januar 1996 E. 2). Im Gegensatz dazu erwog das Bundesgericht, dass eine geldwerte Genugtuungsleistung mangels einer hinreichenden Schwere der mit einer (sehr) kurzen Administrativhaft verbundenen Beschränkungen der Freiheit ausser Betracht fallen kann (BGE 129 I 139 E. 4.4). Falls es an den Voraussetzungen für Schadenersatz und Genugtuung mangels eines eigentlichen Schadens oder einer besonderen Schwere der Persönlichkeitsverletzung fehlt, kann im Entschädigungsprozess auch eine blosse Feststellung von Konventionsverletzungen verlangt werden (BGE 125 I 394 E. 5c).