Citation: 9C_391/2020 E. 4.2.2

4.2.2. Hinzu kommt, dass die dannzumal behandelnden Neurologen nach verbindlicher (E. 1) Sachverhaltsfeststellung im angefochtenen Entscheid mehrfach auf eine psychogene Komponente hingewiesen und eine psychiatrisch-psychologische Behandlung empfohlen hatten. Das kantonale Gericht hat in diesem Zusammenhang zu Recht die stark divergierenden Angaben der Beschwerdeführerin und ihres Ehemannes zur Anfallshäufigkeit einbezogen, welche zwischen "praktisch täglich" bzw. "jeden zweiten Tag" bis hin zu "drei- bis viermal pro Woche" und "vier- bis fünfmal pro Monat" geschwankt hätten. Nachdem psychiatrische Abklärungen zwecks Objektivierbarkeit dieser Beschwerden gänzlich unterblieben, liegt eine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes (bereits) nach damaliger Rechtslage gleichfalls auf der Hand (vgl. BGE 127 V 294 E. 3c in fine S. 298). Auch in Anbetracht der sonstigen Vorbringen ist keine Rechtsverletzung ersichtlich. Im Gegenteil spricht das in der Beschwerde wiederholt (Ziff. 40, 47) vorgetragene Argument, es habe sich seit der Rentenzusprache im Jahr 2005 "nichts geändert" - weder erwerblich noch statusmässig noch gesundheitlich -, klar für zweifellose Unrichtigkeit der Leistungsgewährung, zu der es nicht gekommen wäre, wenn damals eine umfassende medizinische Abklärung in die Wege geleitet worden wäre, wie dies im Herbst 2018 dann endlich geschah. Diese ergab, dass "bei suffizienter Anfallskontrolle (...) aus neurologischer Sicht keine relevante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit besteht" (Teilgutachten Neurologie vom 26. November 2018, S. 27). Das kantonale Gericht durfte die Verfügungen vom 4. und 19. Juli 2005 bzw. den diese bestätigenden Einspracheentscheid vom 9. September 2005 demzufolge als zweifellos unrichtig im Sinne des Art. 53 Abs. 2 ATSG einstufen (vgl. E. 2.1), ohne Bundesrecht zu verletzen.