Citation: 8C_1/2016 E. 3.2

3.2. Dem psychiatrischen Teilgutachten des Dr. med. D.________, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, ist das kantonale Gericht nur teilweise gefolgt. Aufgrund der Angaben des Facharztes nahm es an, der Beschwerdeführer leide an chronischen Nackenschmerzen. Laut dem Experten wirke sich der Schmerz auf den Antrieb und die Konzentrationsfähigkeit aus, reduziere die psychische Belastbarkeit und beeinträchtige geringfügig den Schlaf. Das klinische Bild entspreche laut Gutachter einer chronischen Schmerzerkrankung. Eigenständige, relevante psychische Faktoren habe dieser indessen nicht identifizieren können. Die Diagnose einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10:F45.41) habe der Psychiater ausdrücklich nicht gestellt. Da auch keine somatoforme Schmerzstörung vorliege, habe der Experte die chronischen Schmerzen ohne psychische Symptome von Krankheitswert unter ICD-10:R52.1 (chronischer unbeeinflussbarer Schmerz) subsumiert. Zur Arbeitsfähigkeit hält der Gutachter gestützt auf die Angaben des Versicherten fest, das seit dem Jahre 2005 realisierte Pensum von 50 Prozent müsse als das gleichzeitig zumutbare angesehen werden. Eine stärkere Belastung würde wahrscheinlich mit einer Verschlechterung der Gesundheit, d.h. einer Zunahme der Schmerzen und des Chronifizierungsniveaus einhergehen. Zudem wären negative Auswirkungen auf die Psyche zu befürchten (reaktiv depressives Erleben). Insofern sei ein höheres Pensum aus psychiatrisch-schmerztherapeutischer Sicht nicht zumutbar. Die von Dr. med. D.________ attestierte Restarbeitsfähigkeit von 50 Prozent hat das kantonale Gericht nicht übernommen mit der Begründung, die Diagnose chronischer unbeeinflussbarer Schmerz (ICD-10:R52.1) finde sich im Kapitel XVIII der ICD-10, welches Zustände erfasse, für die an anderer Stelle keine klassifizierbare Diagnose vorliege. Somit sei lediglich eine "ungenaue" Diagnose aus einem nicht-psychiatrischen Bereich erhoben worden. Mit der Leistungseinschränkung aus somatischen Gründen hätten sich die anderen Teilgutachter indessen bereits auseinandergesetzt und eine 20-prozentige Einschränkung der Leistungsfähigkeit attestiert. Die vom Psychiater angeführte Restarbeitsfähigkeit von 50 Prozent basiere demgegenüber einzig auf der Vermutung des Experten, dass bei stärkerer Belastung eine Verschlechterung der Gesundheit mit Zunahme der Schmerzen und des Chronifizierungsniveaus eintreten werde und negative Auswirkungen auf die Psyche zu befürchten seien. Dies führte das kantonale Gericht zum Schluss, dass eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes im befürchteten Ausmass nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sei. Es folgte daher der Einschätzung der somatischen Teilgutachter und ging von einer Einschränkung der Leistungsfähigkeit von 20 Prozent aus.