Citation: C 237/98 17.02.2000 E. 3

3.- Streitig und zu prüfen ist, ob die Anrechenbarkeit des Ausfalls ausser Betracht fällt, weil er ein übliches Betriebsrisiko darstelle und nicht nur vorübergehender Na- tur sei. a) aa) Bezüglich des Betriebsrisikos erwog das kanto- nale Gericht, dass der in der zweiten Hälfte des Jahres 1997 eingetretene Auftragsrückgang aussergewöhnlichen Cha- rakter aufweise. Er sei nicht im voraus kalkulierbar gewe- sen, da er sich aufgrund der Vorjahresentwicklungen keines- wegs abgezeichnet habe. Wie sich auch aus den Veröffentli- chungen des Eidgenössischen Verkehrs- und Energiedeparte- ments ergeben habe, habe die R.________ AG vielmehr mit einem bescheidenen Wachstum rechnen dürfen. bb) Das seco weist darauf hin, dass die R.________ AG eine Gesellschaft mit einem Leistungsauftrag sei. Für die zu erbringende Leistung werde ein fester Abgeltungsbetrag vereinbart, der nachträglich nicht erhöht werden könne. Ein allfälliger, infolge von Subventionskürzungen eingetretener Arbeitsausfall (Verdienstausfall), sei nicht anrechenbar, weil er zum normalen Betriebsrisiko einer Transportgesell- schaft gehöre (BGE 121 V 376 Erw. 3a). Dieser Einwand ist im vorliegenden Fall unbehelflich. Denn er übersieht, dass Abgeltungen für den Schienengüter- verkehr grundsätzlich nur entrichtet werden können, wenn eine Strassenerschliessung fehlt oder wenn es für die An- liegen des Umweltschutzes, der Raumordnung oder der Regio- nalpolitik von Bedeutung ist (Art. 3 lit. b der Abgeltungs- verordnung [ADFV]; SR 742.101.1). Die R.________ AG weist deshalb zu Recht darauf hin, dass sie Abgeltungen nur für den Personenverkehr, nicht aber für den Güterverkehr erhal- ten habe, da sie die hiefür erforderlichen Kriterien nicht erfülle. b) aa) In der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird so- dann geltend gemacht, der eingetretene Ertragseinbruch be- ruhe nicht auf wirtschaftlichen, sondern auf strukturellen Gründen. Er sei eine Folge der Konkurrenzsituation, die auf einer grundsätzlichen und dauerhaften Änderung der Nachfra- ge beruhe. Deshalb sei er auch nicht von nur vorübergehen- der Natur. bb) Die Rechtsprechung hat den Begriff der wirtschaft- lichen Gründe stets weit ausgelegt. Im Hinblick auf die mit der Kurzarbeitsentschädigung - neben der Ausrichtung von Erwerbsersatz - vor allem angestrebte Verhütung von Ar- beitslosigkeit durch den Erhalt von Arbeitsplätzen (Art. 31 Abs. 1 lit. d AVIG) ist es vom Gesetzgeber bewusst unter- lassen worden, die wirtschaftlichen von den strukturellen Gründen abzugrenzen. Eine derartige Differenzierung liesse sich durch die Verwaltung und das Sozialversicherungsge- richt auch kaum vornehmen und erwiese sich in sozialer Hin- sicht als fragwürdig (vgl. zum Ganzen: ARV 1997 Nr. 39 S. 216 Erw. 3a mit Hinweisen). Die hier in Frage stehenden massiven Ertragsausfälle der R.________ AG lassen sich nicht mit dem Argument des Verdrängungskampfs zu Gunsten des Strassentransportes er- klären. Wie die Vorinstanz zutreffend dargelegt hat, hängen diese vielmehr mit der schwierigen wirtschaftlichen Situa- tion von Grosskunden der R.________ AG zusammen. Bei diesen Umständen sind die Arbeitsausfälle voraussichtlich vorüber- gehend, nicht aber branchenüblich und können nicht dem nor- malen Betriebsrisiko zugerechnet werden.