Citation: 4C.68/2003 23.05.2003 E. 1

Da die Erklärungen der Parteien bei Vertragsschluss nicht bekannt sind, prüfte die Vorinstanz mit Blick auf die Umstände und die Interessenlage der Parteien, ob der Kläger zur Annahme berechtigt war, der Beklagte habe sich zur Käufersuche verpflichtet. Dazu skizzierte die Vorinstanz zunächst die Vereinbarung, wie sie vor dem Vertragsschluss mit dem Kläger zwischen dem Beklagten und Architekt D.________ bestanden hatte. Danach sei es Aufgabe des Architekten gewesen, einen Bauherrn zu suchen. Ebenso habe der Architekt gewusst, dass er im Falle eines Nichtverkaufs weder für seine Planungsarbeiten noch für die Verkaufsbemühungen entschädigt werde. Die Vorinstanz verkannte nicht, dass diese Vereinbarung für den Beklagten sehr günstig war. Andererseits habe auch Architekt D.________ von der Vereinbarung profitiert, habe er doch auf diese Weise interessierten Bauherren nicht nur ein ausgearbeitetes Bauprojekt, sondern zugleich Bauland an attraktiver Lage anbieten können. Für den Beklagten habe kein Anlass bestanden, die Zusammenarbeit mit D.________ aufzugeben. Er habe sich einzig unter Bezahlung einer Entschädigung von Architekt D.________ gelöst, weil er sich von der Erstellung von zwei Einfamilienhäusern entsprechend dem Projekt des Klägers anstelle eines einzigen einen höheren Gewinn versprochen habe. Vor diesem Hintergrund ging die Vorinstanz davon aus, der Beklagte habe dem Kläger keine besseren Konditionen einräumen wollen als seinem früheren Vertragspartner, was auch dem Kläger habe klar sein müssen. Der Vorteil für den Kläger habe nur, aber immerhin darin bestanden, an die Stelle eines beruflichen Konkurrenten treten zu können. Angesichts dieser Interessenlage folgerte das Obergericht, vernünftige und redlich handelnde Parteien hätten den Vertrag zu den gleichen Bedingungen abgeschlossen, wie sie zuvor zwischen dem Beklagten und Architekt D.________ gegolten hätten.