Citation: 6P.109/2004 22.12.2004 E. 3

3.1 Das Obergericht nimmt an, der genaue Hergang des Unfalls lasse sich angesichts der ungenauen und sich teilweise widersprechenden Aussagen der Beteiligten nicht erstellen. Ungeklärt sei namentlich, wie der eine Arbeiter in den Gefahrenbereich des anderen habe geraten können. Für die Beantwortung der Frage, ob der Beschwerdegegner seine Sorgfaltspflichten verletzt habe, sei nicht nur entscheidend, dass beide Beteiligten zunächst in der selben Richtung gearbeitet hätten und der Beschwerdegegner später seine Arbeitsrichtung geändert habe, ohne dies dem Beschwerdeführer explizit mitzuteilen. Wesentlich sei auch der gesamte Arbeitsvorgang, insbesondere der Standort der beiden Arbeiter während der kurzen Pause und deren Dauer sowie Zeitpunkt und Ort der Arbeitsaufnahme durch den Beschwerdegegner und Zeitpunkt und Ort der allfälligen Wiederaufnahme der Arbeit durch den Beschwerdeführer. Über diese Umstände lägen jedoch keine verlässlichen Angaben vor. 3.2 Der Beschwerdeführer macht Willkür geltend. Das Obergericht nehme in unhaltbarer Weise an, der Sachverhalt sei hinsichtlich der Frage, ob er nach seiner kurzen Pause die Arbeit wieder aufgenommen habe, nicht erstellt. Aus den Akten ergebe sich in klarer Weise, dass er selbst an der Arbeit gewesen sei, als der Beschwerdegegner sich nach seiner Richtungsänderung auf ihn zu bewegt und ihn schliesslich mit dem Pickel getroffen habe. 3.3 Was der Beschwerdeführer vorbringt, ist, soweit sich seine Beschwerde nicht in einer blossen appellatorischen Kritik erschöpft, nicht geeignet, Willkür darzutun. Namentlich trifft entgegen seiner Auffassung nicht zu, dass sich aus der ersten Einvernahme des Beschwerdegegners vom 6. März 2002 klar ergibt, er (der Beschwerdeführer) sei mit seinem Pickel an der Arbeit gewesen, als der Unfall passierte. Zwar führte jener dort zunächst aus, der Beschwerdeführer sei an ihm vorbei zum Treppenabgang hin gegangen und habe dort weiter gepickelt. Doch präzisierte er anschliessend, der Beschwerdeführer habe seine kurze Pause bereits bei der Treppe gemacht. Er sei somit nicht an ihm vorbeigegangen und sei eigentlich gar nicht mehr gross zum Pickeln gekommen. Er müsse einfach von der Treppe her zu ihm hingekommen sein. In derselben Einvernahme sagte der Beschwerdegegner auch aus, er sei vom Beschwerdeführer, der unerwartet vor ihn hingetreten sei, überrascht worden. Jener hätte wissen sollen, dass man nicht einfach in die Schlagrichtung einer arbeitenden Person laufe. Aufgrund des Umstand, dass auch die erste Aussage des Beschwerdegegners kein klares Bild ergibt und mit der Sachverhaltsdarstellung des Beschwerdeführers nicht übereinstimmt, durfte das Obergericht annehmen, die Aussagen der Unfallbeteiligten seien widersprüchlich und insgesamt nicht verlässlich genug, so dass sich der genaue Unfallhergang nicht klären lasse. Jedenfalls ist dieser Schluss nicht schlechterdings unhaltbar. Die Beschwerde erweist sich als unbegründet.