Citation: 6B_912/2015 E. 1.3

1.3. Wie die Vorinstanz zu Recht festhält, ist aus der Anklage nicht ohne Weiteres ersichtlich, wo und weshalb sich der für die Gutschrift ursächliche Fehler ereignete. Eine Verletzung des Anklageprinzips liegt dennoch nicht vor. Ausschlaggebend ist, dass auch die Anklägerin von einer irrtümlichen Überweisung ausgeht. Die Vorinstanz äussert sich zwar zur Frage, wo der Fehler möglicherweise aufgetreten sein könnte. Letztendlich lässt sie diesen Punkt allerdings offen. Eine unzulässige Änderung bzw. Abweichung von der Anklage liegt damit offensichtlich nicht vor. Die Frage, ob die Ursache des Fehlers ein tatbestandswesentliches Element von Art. 141 bis StGB darstellt, ist nicht unter dem Titel des Anklageprinzips zu prüfen. Wenn diesbezüglich kein offensichtlicher, zum vornherein ins Auge fallender, krasser Mangel vorliegt, hat das Gericht erst bei der abschliessenden Würdigung im Rahmen der materiellen Behandlung der Sache darauf zu achten, ob der eingeklagte Sachverhalt alle einschlägigen Tatbestandselemente und die für den Straftatbestand bedeutsamen Umstände enthält (vgl. E. 3).