Citation: 2C_390/2021 E. 5.2

5.2. Die Vorinstanz führt unter Hinweis auf den Entscheid des DSJ vom 15. Juni 2020 aus, dass der Beschwerdeführer 20 Mal einen Strafbefehl gegen sich erwirkt habe, zuletzt am 19. Dezember 2020. Die Vorinstanz stellt indes den Sachverhalt nicht fest (Art. 110 i.f. und Art. 112 Abs. 1 lit. b BGG). Der Beschwerdeführer unterlässt es, dies zu rügen (Art. 106 Abs. 2 BGG). Um allerdings beurteilen zu können, ob ein Widerrufsgrund vorliegt, ist der Sachverhalt insoweit zu vervollständigen (Art. 105 Abs. 2 BGG). Die im Entscheid des DSJ vom 15. Juni 2020 aufgelisteten Strafbefehle reichen bis ins Jahr 1996 zurück. Es handelt sich um folgende Straftaten: neun SVG-Delikte (1996, 1997, 2009, 2010, 2013 [2x], 2014, 2017 [2x]; beispielsweise: Parkverbot, Nichttragen von Gurten) neunmal die Straftat "Missbrauch von Ausweisen und Schildern" (1999, 2009 [2x], 2013 [3x], 2014, 2017), einmal ein geringfügiges Vermögensdelikt und Hehlerei (1998), je einmal die Straftat der Beschäftigung von Ausländerinnen und Ausländern ohne Bewilligung (2013) sowie von EU/EFTA-Angehörigen ohne gültige Meldung und Missachtens der Meldepflicht (2013) und einmal Unterlassung der Buchführung und Misswirtschaft (2016). Die Strafe war beim Delikt des Missbrauchs von Ausweisen und Schildern, der Beschäftigung von Ausländerinnen und Ausländern ohne Bewilligung sowie beim Delikt der Unterlassung der Buchführung und Misswirtschaft jeweils eine Geldstrafe, bei den anderen Delikten eine Busse. Um als Widerrufsgrund - auch im Rahmen von Art. 80 Abs. 1 lit. a VZAE (Urteil 2C_408/2019 vom 9. September 2019 E. 2.4.2) - gelten zu können, hat die strafrechtliche Verurteilung genügend aktuell zu sein (Urteil 2C_884/2016 vom 25. August 2017 E. 2.2; 2C_477/2008 vom 24. Februar 2009 E. 3.2.1). Entscheidend ist der Einzelfall. Gestützt auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung ist die Aktualität für Straftaten vor 2010 (rund zehn Jahre vor dem Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Thurgau) äusserst gering (vgl. Urteil 2C_408/2019 vom 9. September 2019 E. 2.4.2 und 2.4.3 mit Hinweisen). Insgesamt verbleiben acht Straftaten, die sich über einen Zeitraum von zehn Jahren verteilen. Auch wenn es sich nicht um schwere Straftaten handelt, vermag im vorliegenden Fall bereits die blosse Anzahl solcher Delikte in einem Zeitraum von zehn Jahren den Widerrufsgrund von Art. 62 lit. c AuG zu erfüllen.