Citation: 6B_370/2024 E. 2.3.2

2.3.2. Im Rahmen der Strafzumessung hinsichtlich der ersten Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung der Fahrunfähigkeit, begangen am 14. Juli 2021, zwischen 17:05 Uhr und 17:15 Uhr in Frick, hielt die Vorinstanz fest, die Verhaltensweise der Beschwerdeführerin sei nicht über die blosse Erfüllung des Tatbestandes hinausgegangen, was weder verschuldenserhöhend noch verschuldensmindernd zu berücksichtigen sei. Allerdings habe die Beschwerdeführerin über ein sehr hohes Mass an Entscheidungsfreiheit verfügt. Auch wenn es sich beim Tatbestand der Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung der Fahrunfähigkeit in erster Linie um ein Rechtspflegedelikt handle, so sei im Rahmen der Strafzumessung doch nicht ausser Acht zu lassen, ob es Hinweise auf eine mehr oder weniger starke Verminderung der Fahrfähigkeit gegeben habe, werde durch Art. 91a SVG doch die Durchsetzung des Tatbestandes des Fahrens in fahrunfähigem Zustand gemäss Art. 91 SVG geschützt und solle der Fahrzeugführer, der sich korrekt einer Massnahme unterziehe und gegebenenfalls wegen Fahrens in fahrunfähigem Zustand verurteilt werde, nicht schlechter wegkommen, als derjenige, der sich ihr entziehe. Der Umstand, dass vorliegend - aus welchen Gründen auch immer - keine Anklage wegen Fahrens in fahrunfähigem Zustand erhoben worden sei und deshalb diesbezüglich auch kein Schuldspruch habe ergehen können, führe nicht dazu, dass deshalb im Rahmen der Strafzumessung zum Tatbestand der Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung der Fahrunfähigkeit keine Feststellungen zur Fahrfähigkeit getroffen werden könnten. Zumindest dürfe berücksichtigt werden, dass die Beschwerdeführerin am 14. Juli 2021 kurz nach 17:00 Uhr in Frick in eine Streifkollision verwickelt gewesen sei, es kurz nach 19:00 Uhr zu einem Unfall in einem Kreisel in Frick gekommen sei, und sie nach diesem Vorfall mit ihrem Fahrzeug in Kaisten von der Strasse abgekommen und in einem angrenzenden Feld gelandet sei. Mithin bestünden erhebliche Hinweise darauf, dass ihre Fahrfähigkeit an diesem Tag nicht vollständig erhalten gewesen sei. Insgesamt sei von einem nicht mehr leichten Tatverschulden und einer dafür angemessenen Einsatzstrafe von 5 Monaten Freiheitsstrafe auszugehen. Auch bei den beiden weiteren Vereitelungshandlungen ging die Vorinstanz von einem nicht mehr leichten Tatverschulden aus und erachtete eine hypothetische Einsatzstrafe von je weiteren 5 Monaten Freiheitsstrafe für angemessen. Zufolge engen sachlichen und zeitlichen Zusammenhangs asperierte die Vorinstanz die Einsatzstrafe von 5 Monaten Freiheitsstrafe um insgesamt weitere 5 Monante (für die beiden weiteren Tathandlungen). Hinsichtlich der Täterkomponente hielt die Vorinstanz fest, die Beschwerdeführerin sei im einschlägigen Deliktsfeld vorbestraft, wofür sie mit einer bedingten Freiheitsstrafe von 12 Monaten verurteilt worden sei. Auch wenn sie sich in der Probezeit bewährt habe, sei sie bereits vier Monate nach Ablauf der Probezeit wieder rückfällig geworden. Sie habe offenbar nicht die nötigen Lehren aus dem früheren Strafverfahren gezogen, was straferhöhend zu berücksichtigen sei.