Citation: 1B_424/2015 E. 2.3

2.3. Die Vorinstanz legt dar, der amtliche Verteidiger habe in seinem Gesuch angedeutet, dass Differenzen zwischen ihm und seinem Klienten bestünden. Er habe diese Differenzen aufgrund des Anwaltsgeheimnisses aber nicht näher beschrieben. Der Beschwerdeführer habe seinerseits geltend gemacht, dass ihm sein Anwalt zu einem Geständnis geraten habe. Dies reiche jedoch nicht aus, um das Vertrauensverhältnis erheblich zu stören. Der amtliche Verteidiger habe den Beschuldigten über die möglichen Verteidigungsstrategien zu informieren und ihm die Prozessaussichten bzw. mögliche Szenarien aufzuzeigen. Es müsse dem amtlichen Verteidiger auch möglich sein, seinen Klienten über die Folgen eines Geständnisses bzw. dessen Auswirkung auf die Strafzumessung zu orientieren und ihn nach bestem Wissen und Gewissen offen zu beraten. Der amtliche Verteidiger habe gegenüber den Behörden zu keinem Zeitpunkt angetönt, dass er die von seinem Mandanten gewünschte Verteidigung nicht mittragen könne oder seinen Klienten für schuldig halte. Das Vertrauensverhältnis habe deshalb als intakt zu gelten. Weitere Gründe für eine Störung des Vertrauensverhältnisses seien nicht ersichtlich und würden auch nicht geltend gemacht.