Citation: 2A.171/2002 28.11.2002 E. 3

3.1 Das Verwaltungsgericht war im ersten Urteil vom 17. August 1999 zur Auffassung gelangt, dass eine vorrangige familiäre Beziehung des Sohnes während der vergangenen acht Jahre zum Vater bzw. den betreuenden Grosseltern väterlicherseits, nicht aber zur Mutter bestanden habe. Diese habe ihr Kind bei der Übersiedlung in die Schweiz freiwillig in Jugoslawien zurückgelassen. Da keine familiären Kontakte zwischen Mutter und Kind nachgewiesen seien und die Übertragung des Sorgerechts erst im sechzehnten Altersjahr des Sohnes erfolgt sei, bestünden keine zwingenden Gründe, die langjährige Familiengemeinschaft des Sohnes mit seinen Grosseltern auf die Mutter zu übertragen. Weiter wurde im Urteil des Verwaltungsgerichts ausgeführt, dass es auf den Gesundheitszustand und auf den Verbleib der in Pec (Kosovo) lebenden Grosseltern mütterlicherseits, bei denen sich der Sohn nach der Übertragung des Sorgerechts auf die Mutter zunächst aufgehalten habe - sie sollen im Verlaufe der kriegerischen Auseinandersetzungen verschollen sein - nicht ankomme. Über die Grosseltern väterlicherseits, die in Serbien leben, lägen jedenfalls keine Angaben dazu vor, dass diese gesundheitlich nicht mehr in der Lage wären, den Sohn zu betreuen. 3.2 Das Bundesgericht kam im Urteil vom 25. Februar 2000 zum Schluss, dass das Verwaltungsgericht dem Beweisantrag auf Befragung des Sohnes hätte stattgeben sollen, denn aufgrund der vorliegenden Akten lasse sich jedenfalls nicht ausschliessen, dass das Kind seine vorrangige familiäre Beziehung zur Beschwerdeführerin unterhalte, ihr diese jedenfalls mit der Zeit zugefallen sei. Die vorliegenden Akten liessen keine abschliessende Beurteilung darüber zu, zu wem der Sohn der Beschwerdeführerin die vorrangige Beziehung unterhalte; die besondere Ausgangslage rechtfertige eine vertiefte und, soweit möglich, umfassende Abklärung der tatsächlichen Umstände; das Verwaltungsgericht habe jedoch nicht alle entsprechenden Möglichkeiten ausgeschöpft; es hätte insbesondere nicht ablehnen dürfen, den Sohn der Beschwerdeführerin zu befragen.