Citation: 5P.75/2001 05.04.2001 E. 2

2.- a) Gegen selbstständig eröffnete Vor- und Zwischenentscheide wie den vorliegenden ist die staatsrechtliche Beschwerde nur zulässig, wenn sie einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil bewirken können (Art. 87 Abs. 2 OG in der am 1. März 2000 in Kraft getretenen Fassung [AS 2000 S. 417]). Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts bedarf es eines nicht wiedergutzumachenden Nachteils rechtlicher Natur, damit ein Zwischenentscheid gemäss Art. 87 Abs. 2 OG mit staatsrechtlicher Beschwerde angefochten werden kann; eine bloss tatsächliche Beeinträchtigung wie beispielsweise eine Verlängerung oder Verteuerung des Verfahrens genügt nicht (BGE 126 I 97 E. 1b S. 100, mit Hinweisen). Der Nachteil ist nur dann rechtlicher Art, wenn er auch durch einen für den Beschwerdeführer günstigen Endentscheid nicht mehr behoben werden könnte (BGE 117 Ia 396 E. 1 S. 398, mit Hinweisen). Dabei ist es nicht nötig, dass sich der Nachteil schon im kantonalen Verfahren durch einen günstigen Endentscheid beheben lässt. Es reicht aus, wenn er in einem anschliessenden bundesgerichtlichen Verfahren beseitigt werden kann. Denn die Regelung von Art. 87 OG gründet auf der prozessökonomischen Überlegung, dass sich das Bundesgericht wegen Verfassungsverletzungen in der Regel nur einmal mit einem Prozess befassen müssen soll (BGE 122 I 39 E. 1a/aa S. 42; 117 Ia 251 E. 1b S. 254). b) Die Beschwerdeführerin begründet den nicht wiedergutzumachenden Nachteil mit den Argumenten, sie lebe gemäss den Feststellungen des Obergerichts längst unter dem Existenzminimum, führe kein standesgemässes Leben mehr und brauche sich die finanziellen Demütigungen durch den Beschwerdegegner nicht weitere Jahre gefallen zu lassen. Sie warte nunmehr seit vier Jahren auf die Zusprechung des anbegehrten Prozesskostenvorschusses von Fr. 50'000.-- bzw. Fr. 45'000.-- und könne sich ohne die nötigen finanziellen Mittel im Scheidungsprozess nicht adäquat wehren. Ihr Anwalt habe noch kurz vor dem obergerichtlichen Urteil verlangt, es sei vorerst über den Prozesskostenvorschuss zu entscheiden, da er sich ausserstande sehe, ohne diesen einen weiteren grösseren Aufwand zu betreiben. Da aber das Obergericht in einem Urteil über alle Begehren entschieden habe, müssten mehrere Rechtsmittel zugleich ergriffen werden. Allein seit dem 1. Januar 2001 seien weitere Anwaltskosten von über Fr. 25'000.-- entstanden, und der Anwalt werde bei der nächsten sich bietenden Gelegenheit gezwungen sein, das Mandat niederzulegen. Schliesslich führe die Gewährung der aufschiebenden Wirkung durch das Kassationsgericht dazu, dass der Beschwerdegegner die Gesamtgutsliegenschaften weiterhin unkontrolliert verwalten dürfe, obwohl ihm das Obergericht nachgewiesen habe, dass er dieses Gesamtgut um wenigstens Fr. 1,5 Mio. geplündert habe (in Wirklichkeit seien es sogar mindestens Fr. 3 Mio. gewesen). Da der Beschwerdegegner namhafte Beträge schlicht und einfach verschwinden lasse, resultierten auch aus diesem Grunde irreparable Nachteile. c) An welcher Stelle das Obergericht festgestellt haben soll, die Beschwerdeführerin lebe unter dem Existenzminimum, führt diese nicht aus. Es ist auch nicht einzusehen, inwiefern diese Behauptung zutreffen sollte. Dass sie kein standesgemässes Leben führen könne und sich finanziell demütigen lassen müsse, beschlägt den Bereich tatsächlicher Verhältnisse und ist von vornherein nicht geeignet, einen rechtlichen Nachteil zu belegen, der nicht wiedergutgemacht werden könnte. Das Gleiche gilt hinsichtlich der vorläufigen Fortsetzung der Verwaltung durch den Beschwerdegegner. Sollte dieser unsachgemäss vorgehen oder gar Vermögenswerte beiseite schaffen, stünden der Beschwerdeführerin entsprechende Ersatzansprüche zu. Von nicht wiedergutzumachenden rechtlichen Nachteilen kann auch unter diesem Gesichtswinkel nicht gesprochen werden, zumal die Beschwerdeführerin nicht geltend macht, die zu verwaltenden Vermögenswerte seien nicht hinlänglich bekannt und könnten deshalb unbemerkt zu ihrem Nachteil vermindert werden. Im Weiteren ist in diesem Zusammenhang ebenfalls festzuhalten, dass sich der angebliche obergerichtliche Vorwurf der "Plünderung" des Gesamtguts an der angegebenen Stelle des Urteils nicht findet. Es ist bloss die Rede von ungerechtfertigten Bezügen des Beschwerdegegners (Darlehenszinsen und Verwaltungshonorare) einerseits und defizitärer Liegenschaftsverwaltung andererseits (obergerichtliches Urteil S. 109 f.). Endlich hat die Beschwerdeführerin nicht schlüssig dargetan, weshalb die Gewährung der aufschiebenden Wirkung bis zum Urteilszeitpunkt über die Nichtigkeitsbeschwerde (längstens drei Monate nach Abschluss des Schriftenwechsels, vgl. § 292a ZPO/ZH) ihre rechtsgenügliche Prozessführung irreparabel beeinträchtigen sollte. Das Obergericht hat ihren Verbrauch für Lebenshaltung, Prozess- und Anwaltskosten von (nach eigenen Angaben) Fr. 2 Mio. zwischen 1994 und 1997 als leichtfertig bezeichnet (obergerichtliches Urteil S. 125) und dafür gehalten, sie habe ihr greifbares Vermögen, auch die durch zusätzliche Verschuldung flüssig gemachten Mittel, für diese Zwecke aufgebraucht (obergerichtliches Urteil S. 124 und S. 151). Damit ist aber zumindest davon auszugehen, dass keine ungedeckten Anwaltsforderungen bestehen, was ihr Anwalt auch mit dem Hinweis (indirekt) zu bestätigen scheint, er sehe sich ohne Prozesskostenvorschuss nicht in der Lage, einen weiteren grösseren anwaltlichen Aufwand zu betreiben (Beschwerde S. 13). Da zudem ein Teilbetrag von Fr. 5'000.-- des umstrittenen Prozesskostenvorschusses von insgesamt Fr. 50'000.-- bereits im Jahre 2000 zugesprochen und bezahlt worden ist (obergerichtliches Urteil S. 147) und es bei der Liquidation der Gütergemeinschaft um die Zuteilung von Vermögenswerten in Millionenhöhe auf beiden Seiten geht (obergerichtliches Urteil S. 159-161), ist nicht erkennbar, weshalb es der Beschwerdeführerin unmöglich sein sollte, ihre Prozessführung während der kurzen Zeitspanne bis zum Entscheid des Kassationsgerichts ohne den Hauptbetrag des Prozesskostenvorschusses zu organisieren. Jedenfalls sind keine Gründe glaubhaft vorgebracht worden, die auf eine solche Unmöglichkeit oder auf drohende rechtliche Versäumnisse, d.h. auf irreparable rechtliche Nachteile, schliessen liessen. Dies umso weniger, als aus den obergerichtlichen Feststellungen zum bisherigen anwaltlichen Aufwand der Beschwerdeführerin ohne weiteres abzuleiten ist, dass ansehnliche Anwaltshonorare bezogen wurden und die in Aussicht gestellte Mandatsniederlegung wegen Unzumutbarkeit einer weiteren Tätigkeit ohne namhafte Vorschussleistungen als unbelegt erscheint. Denkbar sind in diesem Zusammenhang allenfalls tatsächliche Nachteile für die Beschwerdeführerin, wie etwa eine Erhöhung des Prozessaufwandes. Dass der umstrittene Aufschub aber mit irreparablen rechtlichen Folgen verbunden sein sollte, kann auf Grund des Vorgebrachten nicht angenommen werden. Tatsächliche Nachteile aber genügen - wie oben erwähnt (vgl. E. 2a) - nicht, um zur staatsrechtlichen Beschwerde gestützt auf Art. 87 Abs. 2 OG zugelassen zu werden. d) Im Übrigen sind die Fristen zur Vornahme der interessierenden Prozessvorkehren nunmehr verstrichen (vgl. für die Antwortfrist den Vermerk auf dem Protokoll des Kassationsgerichts betreffend die einmalige Verlängerung bis zum 14. März 2001), weshalb ein aktuelles Rechtsschutzinteresse an der Beurteilung des Begehrens um Entzug der aufschiebenden Wirkung bis zum Entscheid des Kassationsgerichts mit Bezug auf den Prozesskostenvorschuss ohnehin dahin gefallen sein dürfte bzw. nicht ersichtlich ist (BGE 125 II 86 E. 5b S. 97).