Citation: 2C_148/2022 E. 3

Im vorinstanzlichen und bundesgerichtlichen Verfahren unbestritten ist der Umstand, dass der Widerrufsgrund von Art. 63 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer und über die Integration (Ausländer- und Integrationsgesetz, AIG; SR 142.20) in Verbindung mit Art. 62 Abs. 1 lit. b AIG erfüllt ist. Als längerfristig im Sinne von Art. 62 Abs. 1 lit. b AIG gilt eine Freiheitsstrafe, wenn ihre Dauer ein Jahr überschreitet (vgl. BGE 139 I 145 E. 2.1; 135 II 377 E. 4.5). Der Beschwerdeführer wurde mit Urteil vom 4. Oktober 2017 zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren und sechs Monaten sowie einer Geldstrafe von 110 Tagessätzen zu je Fr. 10.-- verurteilt (vgl. Bst. A hiervor). Damit liegt eine längerfristige Freiheitsstrafe im Sinne von Art. 62 Abs. 1 lit. b AIG vor. Die aufenthaltsbeendende Massnahme steht auch nicht mit der strafrechtlichen Landesverweisung im Sinne von Art. 66a StGB (SR 311.0) in Konkurrenz, da die Straftaten, die am 4. Oktober 2017zur besagten Verurteilung führten, vor dem 1. Oktober 2016 begangen wurden (vgl. BGE 146 II 1 E. 2.1). Der vorinstanzliche Entscheid ist diesbezüglich nicht zu beanstanden. Gegenstand des vorliegenden Verfahrens ist demnach lediglich die Frage, ob der Widerruf der Niederlassungsbewilligung des Beschwerdeführers aufgrund seiner Straffälligkeit verhältnismässig ist. In tatsächlicher Hinsicht ist im Weiteren anerkannt, dass der in seiner psychischen Gesundheit beeinträchtigte Beschwerdeführer auf die Unterstützung seiner Eltern und seines Bruders angewiesen ist und dass das Verhältnis zu seinen Eltern und seinem Bruder über die normalen familiären Bindungen hinausgeht. Unter den Verfahrensbeteiligten ist deshalb zu Recht unbestritten, dass zwischen dem Beschwerdeführer und seinen Eltern sowie seinem Bruder trotz seiner Volljährigkeit ein besonderes Abhängigkeitsverhältnis besteht. Der Beschwerdeführer kann sich daher auf den Schutz des Familienlebens im Sinne von Art. 8 EMRK berufen (vgl. BGE 147 I 268 E. 1.2.3; 145 I 227 E. 3.1; 144 II 1 E. 6.1; 129 II 11 E. 2; 120 Ib 257 E. 1e f.). Art. 8 EMRK kommt zum Tragen (vgl. auch E. 4.2.5 des angefochtenen Entscheids).