Citation: 5P.41/2005 28.06.2005 E. 3

Das Kantonsgericht hat - was die Begutachtungspflicht anbelangt - im Wesentlichen festgehalten, dass sich die Beschwerdeführerin seit Jahren sozial immer mehr zurückziehe und es praktisch unmöglich sei, mit ihr in Kontakt zu treten. Sie habe mit ihren Kindern, die heute beim Vater lebten, kaum noch Konktakt und vor etwa sechs Jahren Hilfe bei der Vormundschaftsbehörde gesucht. Nach der Sanierung der Liegenschaft der Beschwerdeführerin sei eine Vermietung im Mittelpunkt gestanden, um ihre wirtschaftliche Existenz zu sichern. Sie selber sei nicht in der Lage gewesen, die Liegenschaft zu verwalten. Nach den Angaben ihres Bruders bzw. Beistandes habe die Beschwerdeführerin nach der Geburt ihres ersten Kindes psychische Probleme gehabt und nach anfänglicher Verbesserung der Lage sei die Beschwerdeführerin entgleist. Sobald er versuche, sich um die Liegenschaft zu kümmern, sei die Beschwerdeführerin sofort eingeschritten, um dies zu verhindern; zudem befürchte er, dass sich die Beschwerdeführerin der Prostitution widmen könnte. Das Kantonsgericht hat gefolgert, dass eine ambulante psychiatrische Begutachtung notwendig sei, um die tatsächlichen Voraussetzungen zum Erlass vormundschaftlicher Massnahmen zu prüfen. Was die vorläufige Entziehung der Handlungsfähigkeit betrifft, so hat das Kantonsgericht erwogen, das öffentliche Interesse am Erhalt des Immobilienbesitzes und damit am Vermögen der Beschwerdeführerin rechtfertige die vorläufige Entziehung ihrer Handlungsfähigkeit, zumal diese lediglich im Zusammenhang mit der Renovation und der Schadensregulierung der Liegenschaft in A.________ aufgehoben werde. Zum jetzigen Zeitpunkt sei die Liegenschaft der Beschwerdeführerin zwar saniert worden, und es sei mit der Versicherung verhandelt, die Hypothek erhöht und das Haus vermietet worden. Im Zeitpunkt des Erlasses des Entscheides des Vormundschaftsamtes, am 4. März 2004, habe indessen klare Dringlichkeit bestanden, Versicherungsansprüche geltend zu machen. Auch der Schadensexperte der Versicherung habe am 2. März 2004 bestätigt, nach der Schadensmeldung während eineinhalb Jahren von der Beschwerdeführerin nichts gehört zu haben. Als sich der Bruder eingeschaltet habe, sei die Beschwerdeführerin aufgetaucht und habe verboten, sich um den Schaden zu kümmern mit der Begründung, dass sie dann keinen Platz zum Wohnen habe. Da bis zum jetzigen Zeitpunkt weiterhin keinerlei Bemühungen der Beschwerdeführerin betreffend ihre Liegenschaft ersichtlich seien, lasse sich ihre wirtschaftliche Existenz nur durch die vorläufige Entziehung der Handlungsfähigkeit sichern. Das öffentliche Interesse am Erhalt des Vermögens der Beschwerdeführerin überwiege deren privates Interesse an der Handlungsfähigkeit, weshalb die vorläufige Entziehung der Handlungsfähigkeit rechtens sei.