Citation: 5A_531/2023 E. 4

Im kantonalen Verfahren hatte der Beschwerdeführer - dort noch anwaltlich vertreten - geltend gemacht, durch die unmittelbare räumliche Nähe zur mutmasslich drogenabhängigen Tante D.________ und der wegen Drogenhandels vorbestraften und mutmasslich noch immer im Drogenhandel tätigen Tante F.________, aber auch weil die Mutter selbst wegen Drogenhandels vorbestraft sei, weise die gesamte Familie eine Bindung zum Drogensyndikat auf. Das Syndikat habe die Familie zur Tötung freigegeben und schrecke auch vor dem Töten von Kindern nicht zurück. In einem Videoanruf vom 13. März 2023 habe die Mutter mitgeteilt, dass die Familie in Lebensgefahr schwebe und auch die Tochter in Gefahr sei. Sodann habe am 17. März 2023 der Presse entnommen werden können, dass 150 Polizisten als Verstärkung in das Gebiet entsandt worden seien, in welchem die Mutter lebe. Dort fänden seit dem 14. März 2023 in 39 Städten Schiessereien in Läden und öffentlichen Gebäuden statt. Das Obergericht hat festgehalten, dass die Mutter diesbezüglich bei der Anhörung ausgeführt habe, gegen ihren Bruder sei vor zehn Jahren ein Strafverfahren geführt worden und bei dessen Verhaftung seien sie und ihre Schwester anwesend gewesen und deshalb ebenfalls verhaftet worden. Sie seien schliesslich freigesprochen worden; ihr Bruder sei verurteilt worden, inzwischen aber an Tuberkulose gestorben. Mit Bezug auf den vom März 2023 datierenden Eintrag im Strafregister habe die Mutter bei der Anhörung die Vermutung geäussert, dass dieser Eintrag im Zusammenhang mit ihrer Erkundigung nach dem Verbleib des Kindes beim Vater des Beschwerdeführers stehe, welcher nach dem Verbringen des Kindes auf Wunsch des Beschwerdeführers gegen sie eine Strafanzeige eingereicht habe. Bezüglich des Videoanrufes vom 13. März 2023 habe sie ausgesagt, dem Beschwerdeführer damals mitgeteilt zu haben, sie werde wegziehen, wenn er ihren Nachbarn weiterhin Probleme bereite; sie habe nicht gewusst, dass der Beschwerdeführer diesen Videoanruf heimlich aufgezeichnet habe. Das Obergericht ging davon aus, dass es sich beim heimlich aufgenommenen Videoanruf um ein widerrechtliches Beweismittel handle, das gemäss Art. 152 Abs. 2 ZPO nicht verwendet werden könne. Ohnehin habe der Beschwerdeführer aber nicht glaubhaft dartun können, dass die Mutter oder deren Schwester in Drogengeschäfte involviert wären; ebenso wenig habe er darzulegen vermögen, dass sie zum Ausdruck gebracht hätte, wegen Bedrohungen durch ein Drogensyndikat zu ihrem Schutz und zum Schutz der Kinder wegziehen zu müssen. Sie habe an der Verhandlung vom 4. Juli 2023 auch keinen besorgten Eindruck gemacht. Schliesslich würden sich aus den eingereichten Zeitungsberichten keine konkreten Gefahren für das Kind ableiten lassen.