Citation: U 469/06 26.07.2007 E. 3

Strittig ist, ob die "Zürich" für die Folgen der am 29. Mai 2005 zugezogenen linksseitigen Adduktorenzerrung des Versicherten leistungspflichtig ist. Fest steht und unbestritten ist, dass er am 29. Mai 2005 keinen Unfall im Sinne von Art. 4 ATSG erlitten hat, da es am hiefür erforderlichen Merkmal des ungewöhnlichen äusseren Faktors fehlte (vgl. Urteil U 611/06 vom 12. März 2007 E. 4.2 mit Hinweisen). Zu prüfen bleibt daher einzig, ob die Beschwerdegegnerin für die genannte Verletzung im Sinne einer unfallähnlichen Körperverletzung nach Art. 9 Abs. 2 UVV die gesetzlichen Leistungen zu erbringen hat. 3.1 Die Vorinstanz vertrat die Auffassung, sowohl eine gesteigerte Gefahrenlage als auch das Hinzutreten eines zur Unkontrollierbarkeit der Vornahme der in Frage stehenden Lebensverrichtung führenden Moments seien zu verneinen. Der Eintritt der Verletzung während einer normalen Schussbewegung im Fussballtraining könne nicht als Verwirklichung einer gesteigerten Gefahrenlage des Fussballs gewertet werden. Der Versicherte sei nach eigenen Angaben auch nicht durch etwas beeinflusst worden, das zur Unkontrollierbarkeit der Vornahme der Schussbewegung geführt hätte. Für die Begründung einer Leistungspflicht gestützt auf Art. 9 Abs. 2 UVV fehle es somit an der Voraussetzung eines äusseren Faktors. 3.2 Demgegenüber argumentiert die Progrès, ein seriöses Fussballtraining beinhalte beim Bewegungsablauf im Rahmen der Schussabgabe Krafteinwirkungen auf Beinmuskulatur, Sehnen und Gelenke des Spielers, welche massgeblich höher seien, als bei Verrichtungen des alltäglichen Lebens, weshalb die gesteigerte Gefahrenlage hier mit Blick auf die einschlägige Rechtsprechung, insbesondere das Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts U 20/00 vom 10. Dezember 2001, bejaht werden müsse. Mit Ausnahme der Ungewöhnlichkeit des äusseren Faktors seien sämtliche Voraussetzungen des Unfallbegriffs im Sinne von Art. 4 ATSG erfüllt. Da die fragliche Adduktorenzerrung eine Listenverletzung im Sinne von Art. 9 Abs. 2 lit. e UVV darstelle, liege eine unfallähnliche Körperverletzung vor, für welche die "Zürich" die gesetzlichen Leistungen nach UVG zu erbringen habe.