Citation: 6S.1/2006 21.03.2006 E. 7

Bundesrechtswidrig ist nach Auffassung des Beschwerdeführers auch die Verurteilung wegen mehrfacher qualifizierter Veruntreuung gemäss Art. 138 Ziff. 2 StGB zum Nachteil der Gläubiger der A.________ AG. So sei erwiesen, dass die Kunden ihm bzw. der A.________ AG eine Verwaltungsgebühr geschuldet hätten. Was er unter diesem Titel für sich eingenommen habe, gelte nicht als anvertraut. Im Übrigen habe die Vorinstanz kein Wort darüber verloren, welche Gelder von welchen Kunden er tatsächlich veruntreut haben solle. Es gehe indes nicht an, bei einer Gesellschaft rein buchhalterisch Transaktionen danach zu überprüfen, ob diese wirtschaftlich einer Berechtigung zuzuordnen seien oder nicht. 7.1 Nach den verbindlichen Feststellungen der Vorinstanz hatte die A.________ AG mit ihren Kunden Vermögensverwaltungsverträge abgeschlossen, in deren Rahmen sie die ihr überlassenen Vermögenswerte zu betreuen und zu verwalten bzw. vereinbarungsgemäss anzulegen hatte. Auf ihren beiden Konti bei der B.________ habe die A.________ AG bzw. der Beschwerdeführer als Vermögensverwalter Kundenvermögen in der Höhe von rund USD 700'000.-- angelegt. Nur der Beschwerdeführer habe eine Kontovollmacht gehabt. Bei den von ihm zu Lasten dieser Konti getätigten fünf Teilbezügen in der Höhe von insgesamt USD 101'000.-- habe es sich weder um die Begleichung von Verwaltungsgebühren oder Gewinnansprüchen noch um Kommissionszahlungen oder Retrozessionen gehandelt. Die bezogenen Vermögenswerte seien zur Deckung des Geschäftsaufwands der A.________ AG verwendet bzw. ohne Rechtsgrund an eine aussenstehende Drittperson weitergeleitet worden. Infolge Überschuldung der A.________ AG im fraglichen Geschäftsjahr sei die Gesellschaft bzw. der Beschwerdeführer nicht in der Lage gewesen, die Beträge jederzeit ersetzen zu können. 7.2 Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, bei den transferierten Beträgen gehe es um die Begleichung ihm geschuldeter Verwaltungshonorare, entfernt er sich vom verbindlich festgestellten Sachverhalt. Darauf ist nicht einzutreten. Im Übrigen geht sein Einwand, die Vorinstanz spreche sich überhaupt nicht darüber aus, welche Gelder er von welchen Kunden tatsächlich veruntreut haben soll, an der Sache vorbei. Entscheidend ist nämlich einzig, dass es sich bei den Vermögenswerten auf den fraglichen Konti der A.________ AG um fremdes, der Gesellschaft anvertrautes Kundengeld gehandelt hat.