Citation: 2C_822/2014 E. 5.7

5.7. Hinsichtlich der Wohnsituation der Beschwerdeführerin vor dem Tod ihres Gatten lassen sich den im bundesgerichtlichen Verfahren vorliegenden Akten weitere erhebliche Tatsachen entnehmen: Der Mietvertrag für die angeblich gemeinsame Wohnung lautet ausschliesslich auf den verstorbenen Ehemann; die Beschwerdeführerin ist nicht erwähnt. Weiter ist aus dem Vertrag ersichtlich, dass es sich beim gemieteten Objekt an der A.________strasse 24 an sich um ein Bürogebäude mit insgesamt fünf Büros sowie Garderobe und Toilette und einem Archiv im Estrich handelt. Der Rekursentscheid des Justiz- und Sicherheitsdepartements des Kantons Basel-Stadt vom 13. September 2013 verweist in seiner Randziffer 25 auf das konkursamtliche Inventar vom 30. Juli 2010 wonach sich die angeblich eheliche Wohnung an der A.________strasse 24 bei der Inventarisierung in einem "äusserst desolaten Zustand" befand; die Böden seien allesamt mit leeren Alu-Bierdosen übersät und alles sei ziemlich stark verschmutzt gewesen. Weiter werden die Auskünfte der zuständigen Immobilienverwalterin wiedergegeben. Demgemäss habe das gesamte Objekt nach der Räumung saniert werden müssen; namentlich hätten neue Böden verlegt, neue Sanitäranlagen installiert und die gesamte Küche herausgerissen werden müssen. Sie, die Immobilienverwalterin, habe die Situation noch immer in Erinnerung und sie könne sich nicht vorstellen, dass jemand in solchen Verhältnissen habe wohnen können: Überall sei Abfall herumgelegen und in den Räumlichkeiten habe es einen üblen Geruch gehabt; zum Zustand beigetragen habe auch, dass in der Wohnung noch ein grosser Kampfhund gelebt habe. In den Randziffern 26 und 27 des erwähnten Rekursentscheids hielt das Justiz- und Sicherheitsdepartement weitere Abklärungsergebnisse bei der Immobilienverwaltung fest. Demgemäss hat die Bewirtschafterin erst mit dem Tod von Y.________ erfahren, dass dieser eine Ehefrau hatte. Damals habe sie, die Bewirtschafterin, in Erfahrung bringen können, dass die Ehefrau an der B.________strasse 139 gewohnt habe; an diese Adresse habe sie dann der Beschwerdeführerin ein Schreiben zugestellt, wonach sie als überlebende Gattin das Recht habe, das Mietverhältnis für die Wohnung zu kündigen. An der A.________strasse 24 sei zudem während der gesamten Mietdauer weder der Briefkasten noch das Klingelschild mit dem Namen der Beschwerdeführerin beschriftet gewesen; sie, die Bewirtschafterin, könne dies deswegen mit Sicherheit sagen, weil die Liegenschaftverwaltung die Praxis habe, die Einzahlungsscheine für die Miete nicht brieflich zu versenden, sondern diese den Mietern in regelmässigen Abständen persönlich vor Ort einzuwerfen, um den Behauptungen der Mieter zuvorzukommen, sie hätten keine Einzahlungsscheine erhalten. Zusammenfassend ergibt sich mithin, dass es sich bei der von Y.________ gemieteten "Wohnung" um offensichtlich zweckentfremdete Büroräumlichkeiten handelte, wobei eines dieser Büros zur dauerhaften Bewohnung einem Untermieter überlassen wurde. Die Beschwerdeführerin war weder im Mietvertrag dieses Objektes erwähnt noch hatte die Liegenschaftsverwaltung Kenntnis von der Verheiratung von Y.________ oder von einem Einzug der Beschwerdeführerin. Zudem war der Name der Beschwerdeführerin zu keiner Zeit am Briefkasten oder am Klingelschild der Liegenschaft angeschrieben. Bei der konkursamtlichen Begehung des Objekts im Juli 2010 war dieses dermassen verdreckt und beschädigt, dass eine Gesamtsanierung durchgeführt werden musste. Bei dieser Sachlage erscheint es ausgeschlossen, dass die "Wohnung" von Y.________ an der A.________strasse 24 noch im Juni 2010 als gemeinsames eheliches Domizil von ihm und der Beschwerdeführerin gedient hat, womit feststeht, dass das Zusammenleben der Gatten - soweit es denn überhaupt stattgefunden hatte - jedenfalls beim Tod des Ehemanns bereits aufgegeben worden war. Aus diesem Grund ist der Schlussfolgerung des Appellationsgerichts zuzustimmen, dass sich die Beschwerdeführerin nicht auf die in BGE 138 II 393 aufgestellte Vermutung berufen kann.