Citation: 1B_514/2018 E. 4.7

4.7. Im vorliegenden Fall bestehen ausreichend konkrete Indizien für die Annahme von Fluchtgefahr. Beim Beschwerdeführer handelt es sich um einen marokkanischen Staatsbürger, der in seinem Heimatland aufgewachsen ist. Unbestrittenermassen hat er dort auch Familienangehörige. Seine finanziellen Verhältnisse in der Schweiz sind nicht geregelt, und er lebt (nach eigenen Angaben) von der Sozialfürsorge. Aufgrund der erstinstanzlichen Verurteilung und des Widerrufs früherer bedingt ausgesprochener Freiheitsstrafen hat er mit einer mehrjährigen Freiheitsstrafe und einer mehrjährigen Landesverweisung zu rechnen. Seine Aufenthaltsbewilligung in der Schweiz ist ihm bereits gerichtlich entzogen worden. Wie die Vorinstanz in ihrem (eher knapp begründeten) Haftprüfungsentscheid zutreffend erwägt, wäre Fluchtgefahr auch bei einem blossen "Untertauchen" in der Schweiz oder im grenznahen Ausland zu bejahen. Der Beschwerdeführer bemerkt selber, dass er sich seit 2012 schon fünf Mal ausländerrechtlichen Wegweisungsverfügungen widersetzt habe. Zu beachten gilt es schliesslich noch, dass ihm - auch bei Anrechnung der bisher erstandenen strafprozessualen Haft von ca. 11 Monaten - angesichts der erstinstanzlich ausgefällten Gesamtfreiheitsstrafe von drei Jahren aktuell der Vollzug eines empfindlichen Strafrestes droht. Die Annahme der kantonalen Strafbehörden, dass der dargelegten Fluchtgefahr mit blossen Ersatzmassnahmen für Haft (Art. 237 f. StPO) derzeit nicht ausreichend begegnet werden könne, hält vor dem Bundesrecht ebenfalls stand. Dabei ist namentlich dem Umstand Rechnung zu tragen, dass auch die vom Beschwerdeführer angebotene Fluchtkaution wenig Wirksamkeit verspricht, zumal er selber geltend macht, er sei finanziell bedürftig. Es kann offen bleiben, ob neben Fluchtgefahr auch noch die separaten besonderen Haftgründe der Wiederholungs- und/oder der Kollusionsgefahr (Art. 221 Abs. 1 lit. b und lit. c StPO) zu bejahen wären.