Citation: 5A_723/2023 E. 6.4.2

6.4.2. Weiter kritisiert der Beschwerdeführer, dass die Vorinstanz der Beschwerdegegnerin lediglich ein 60 %-Pensum angerechnet hat. Es sei ihr seit Übertritt der gemeinsamen Tochter in die Sekundarstufe I ein solches von 80 % und ab Vollendung des 16. Lebensjahres ein Vollzeitpensum anzurechnen, denn die Betreuung der zwei jüngeren Töchter aus der aktuellen Ehe der Beschwerdegegnerin dürfe nicht berücksichtigt werden, zumal andere Personen im Haushalt diese Kinder betreuen könnten. 6.4.2.1. Die Vorinstanz führte hierzu aus, wenn nur die gemeinsame Tochter der Parteien berücksichtigt werde, sei der Mutter bis zum 16. Geburtstag der Tochter eine Erwerbsarbeit von 80 % und danach ein Vollzeiterwerb zumutbar. Bei Mitberücksichtigung der Betreuung der beiden jüngsten Töchter aus der aktuellen Ehe sei der Mutter bis Ende des Schuljahrs 2028/2029 nur eine Erwerbsarbeit von 50 % zuzumuten. Zwar sei einem Elternteil bei hauptsächlicher Betreuung der Kinder aus einer späteren Ehe im Regelfall die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit bereits nach Ablauf des ersten Lebensjahres des jüngsten Kindes aus der späteren Ehe zuzumuten. Dies bedeute aber nicht, dass die Betreuung der Kinder aus der späteren Ehe nach Vollendung des ersten Altersjahrs bei der Berechnung des Unterhaltsbeitrags für das Kind aus der früheren Ehe überhaupt nicht mehr berücksichtigt werden dürfe. Wenn finanzielle und betreuerische Unterhaltsansprüche von Kindern aus verschiedenen Ehen in Konkurrenz stünden, sei die Leistungskraft des pflichtigen Elternteils in billiger Weise auf die unterhaltsberechtigten Kinder zu verteilen. Die Betreuung der Töchter aus der aktuellen Ehe, die das erste Altersjahr vollendet hätten, könne bei der Berechnung des Unterhaltsbeitrags für die gemeinsame Tochter der Parteien daher höchstens noch in reduziertem Umfang berücksichtigt werden. Eine Berücksichtigung dieser Betreuung mit einer Reduktion des Pensums um 20 %, wie dies die Erstinstanz gemacht habe, sei nicht zu beanstanden. 6.4.2.2. Der Beschwerdeführer setzt sich nicht im Einzelnen mit dieser Argumentation auseinander, sondern hält schlicht dafür, die Betreuung der jüngeren Kinder aus der aktuellen Ehe sei unbeachtlich. Vorab ist darauf hinzuweisen, dass es vorliegend nicht um Betreuungsunterhalt geht und BGE 148 III 353 daher nicht einschlägig ist. Es geht nur - aber immerhin - um die Beurteilung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der im Rahmen einer alternierenden Obhut unterhaltspflichtigen Beschwerdegegnerin. Diesbezüglich zutreffend ist, dass das Schulstufenmodell in Patchworkfamilien relativiert ist und sich die Beschwerdegegnerin ihrer Verpflichtung, eine Erwerbstätigkeit aufzunehmen oder auszudehnen, nicht mit dem Argument entziehen kann, dass sie auch gegenüber ihren Kindern aus einer nachfolgenden Beziehung zur (persönlichen) Betreuung verpflichtet bzw. berechtigt ist (Urteil 5A_926/2019 vom 30. Juni 2020 E. 6.4). Die Vorinstanz hat aber vorliegend nicht unbesehen auf das Schulstufenmodell mit Bezug auf die jüngeren, nicht gemeinsamen Kinder abgestellt, sondern den zumutbaren Umfang der Erwerbstätigkeit grundsätzlich an der gemeinsamen Tochter ausgerichtet und die Betreuungspflichten der Beschwerdegegnerin hinsichtlich ihrer zwei jüngsten Töchter nur "reduzierend" berücksichtigt. In diesem Zusammenhang hat die Vorinstanz richtig darauf hingewiesen, dass gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung bei der Konkurrenz von finanziellen und betreuerischen Unterhaltsansprüchen von Kindern aus verschiedenen Ehen ein gerechter Ausgleich zu finden und kein Kind zu vernachlässigen ist (BGE 144 III 481 E. 4.7.5; Urteil 5A_780/2022 vom 6. März 2023 E. 3.2). Ausserdem hat sie in der Berechnung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der Mutter nur deren Bedarf einbezogen und nicht etwa denjenigen der zwei jüngsten Kinder. Insofern trifft der Vorhalt des Beschwerdeführers, er würde die Beschwerdegegnerin "quersubventionieren", nicht zu. Inwiefern die Vorinstanz vor diesem Hintergrund von dem ihr zustehenden Ermessen falschen Gebrauch gemacht hätte (oben E. 4.2), zeigt der Beschwerdeführer nicht auf.