Citation: 2C_469/2018 E. 6

Die Beschwerdeführerin bestreitet die Qualifizierung ihrer Rechtsschrift als weitschweifig. So sei insbesondere der Vergleich zwischen der Länge des angefochtenen Entscheids und derjenigen der Beschwerdeschrift sowohl irreführend als auch sachlich ungerechtfertigt. Die beiden Dokumente könnten nicht ohne Weiteres verglichen werden, da sie sich sowohl bezüglich Layout, Schriftwahl, Schriftgrösse und Seitenumbruch unterschieden. Zudem könne nicht vornehmlich die Länge des angefochtenen Entscheids ausschlaggebend sein für die Bestimmung des maximalen Umfangs einer Beschwerdeschrift, da der Argumentationsbedarf sich hauptsächlich aus dem Inhalt und nicht der Form eines Entscheids ergebe. Schliesslich erfolge der Verweis des Verwaltungsgerichts, dass auch schon die Eingabe der Beschwerdeführerin vor dem Sicherheits- und Justizdepartement weitschweifig gewesen sei, in tendenziöser Weise. Die Beanstandung des Sicherheits- und Justizdepartements sei in Bezug auf die durch den Rechtsbeistand eingereichte Honorarnote erfolgt und ohne weitere Prüfung als Indiz für die Weitschweifigkeit der Beschwerde vor dem Verwaltungsgericht verwendet worden. Die fehlgeleitete Aussage der Vorinstanz, der festgestellte Sachverhalt sei nicht bestritten worden, zeige zudem auf, dass sich die Vorinstanz in keiner Weise materiell mit der Angelegenheit auseinandergesetzt habe. Schliesslich verkenne die Vorinstanz, dass die vorgelegte Rechtsfrage, im vorliegenden Fall die Beurteilung wichtiger persönlicher Gründe im Sinne von Art. 50 Abs. 1 lit. b AIG, sehr wohl einen komplexen Sachverhalt betreffe. So bedinge insbesondere die Prüfung, ob die Beschwerdeführerin Opfer ehelicher Gewalt geworden und ihre soziale Wiedereingliederung im Herkunftsland stark gefährdet sei, sorgfältiger Abklärungen und Erörterungen. Schliesslich müssten bei der Beurteilung der notwendigen Länge einer Rechtsschrift auch die Konsequenzen, welche eine Abweisung der Beschwerde für die Beschwerdeführerin zeitigt, berücksichtigt werden. Diese müssten angesichts der Tatsache, dass die Beschwerdeführerin nach bald acht Jahren unbescholtener Existenz in der Schweiz wieder in den Kosovo zurück und dort als geschiedene Frau eine neue Existenz aufbauen müsse, als besonders einschneidend qualifiziert werden. Das Abstellen auf rein formelle Kriterien, im vorliegendem Fall die Anzahl Seiten der Beschwerdeschrift und ihr Vergleich mit dem Entscheid der vorangehenden Instanz, sei als überspitzt formalistisch einzustufen und verletze das rechtliche Gehör.