Citation: 4A_412/2019 E. 8.3.1

8.3.1. Wird ein Auftrag nicht sorgfältig ausgeführt, kann dies zu einer Herabsetzung der Vergütung als vertraglicher Gegenleistung im Sinne von Art. 394 Abs. 3 OR führen. Wenn das Ergebnis des unsorgfältigen Beauftragten für den Auftraggeber vollständig unbrauchbar ist, schuldet er diesem gar keine Vergütung (BGE 124 III 423 E. 4a S. 427; 117 II 563 E. 2a S. 567; 108 II 197 E. 2a S. 198; 87 II 290 E. 4c S. 293). Kumulativ zur Reduktion des Honorars kann eine Schadenersatzforderung hinzutreten, und eine Verrechnung von Schadenersatzforderung und Honorarforderung ist zulässig. Die Kumulation von vollumfänglichem Schadenersatz und Kürzung des Honoraranspruchs darf aber nicht zu einer Bereicherung des Auftraggebers führen. Wird der Beauftragte durch die Leistung von Schadenersatz des Beauftragten so gestellt, wie wenn dieser den Auftrag ordnungsgemäss erfüllt hätte, hat der Beauftragte Anspruch auf Anrechnung der vollen Vergütung (BGE 124 III 423 E. 3c, 4a und 4c). Dass ein Anspruch der Beschwerdeführerin auf Herabsetzung der Vergütung folglich nur dann zu prüfen ist, falls der von dieser beantragte Schadenersatz nicht zugesprochen wird [ang. Entscheid, S. 128], wird von der Beschwerdeführerin auch nicht bestritten. Nachfolgend wird die entsprechende Rüge der Beschwerdeführerin jedoch aus prozessökonomischen Überlegungen behandelt.