Citation: 4C.56/1999 03.05.2000 E. 2

2.- Dass der Kläger im vorliegenden Fall grundsätzlich auch ohne Zustimmung Homayoun Esfarjanis gegen die Beklagte vorgehen kann, führt jedoch nicht zur Gutheissung der Berufung. a) Der Kläger macht sinngemäss geltend, die Beklagte habe den Anspruch der Interplan auf die zweite Rate der Provisionszahlung von Thyssen in der Höhe von DM 400'000.-- auf Weisung Homayoun Esfarjanis an eine andere Gesellschaft in dessen Einflussbereich abgetreten. Für diese Abtretung habe angesichts der kollektiven Instruktionsbefugnis eine gültige Ermächtigung gefehlt. Die Beklagte habe somit den Verwaltungsauftrag verletzt, womit dem Kläger ein Schaden in der Höhe von 50% der zu Unrecht abgetretenen Provision entstanden sei. b) Werden die - von der Beklagten bestrittenen - Ausführungen des Klägers als zutreffend unterstellt, wäre davon auszugehen, dass die Beklagte aufgrund einer ungültigen Weisung gehandelt hat. Damit hätte sie den Verwaltungsvertrag nicht gehörig erfüllt, was bei gegebenen übrigen Voraussetzungen einen Schadenersatzanspruch nach sich ziehen würde. Der Kläger hätte damit grundsätzlich Anspruch auf Ersatz des positiven oder Erfüllungs-Interesses. Er wäre mithin so zu stellen, wie wenn der Verwaltungsvertrag ordnungsgemäss erfüllt worden wäre (BGE 123 III 16 E. 4b S. 22; Weber, Berner Kommentar, N. 210 zu Art. 97 OR, je mit Hinweisen). Hätte die Beklagte den Verwaltungsvertrag richtig erfüllt, wäre der der Interplan zustehende Provisionsanspruch nicht an eine weitere Gesellschaft abgetreten worden. Somit wäre die zweite Rate der Provisionszahlung von Thyssen an Interplan geflossen. Der Kläger könnte demnach - die (bestrittenen) Haftungsvoraussetzungen immer als gegeben unterstellt - verlangen, dass die Beklagte einen der Provisionszahlung entsprechenden Betrag als Schadenersatz an die Interplan leistet. Sein Vermögen würde dann demjenigen bei vertragsgerechter Ausführung des Verwaltungsauftrages entsprechen. Aus der Befugnis des Klägers, wegen (angeblicher) Verletzung der vertraglichen Instruktionsordnung auch ohne Zustimmung Homayoun Esfarjanis gegen die Beklagte vorgehen zu können, folgt demnach nicht, dass er an einer allfälligen Schadenersatzforderung auch persönlich als Gläubiger berechtigt ist. Inwiefern ihm nämlich ein Anspruch auf die der Interplan entgangene und Grundlage seiner Klage bildende Provisionszahlung zusteht, bemisst sich nach seinem Verhältnis mit Homayoun Esfarjani bzw. der Interplan, auf welches sich das vorliegende Verfahren nicht erstreckt und das zu qualifizieren sich nach dem Gesagten erübrigt.