Citation: 5A_28/2020 E. 3.3.4

3.3.4. Auch im Verzicht auf die Einholung eines Erziehungsfähigkeitsgutachtens erblickt die Beschwerdeführerin eine Verletzung der Untersuchungsmaxime und eine offensichtlich unrichtige Sachverhaltsfeststellung. Sie bemängelt die vorinstanzliche Argumentation, wonach nicht ersichtlich sei, inwieweit Rückenprobleme den Beschwerdegegner daran hindern würden, C.________ angemessen zu betreuen. Nachdem der Beschwerdegegner im IV-Verfahren psychologisch abgeklärt und sogar ein interdisziplinäres MEDAS-Gutachten erstellt werde, hätte "diesem Hinweis nachgegangen werden müssen". Die Beschwerdeführerin beschreibt, weshalb das Verhalten des Beschwerdegegners "auffällig" und die Möglichkeit einer psychischen Beeinträchtigung, die seine Erziehungsfähigkeit beeinträchtigen könnte, "möglich" sei. Auch die Hinweise in der Gefährdungsmeldung der Kita E.________ würdige das Kantonsgericht nicht, obwohl sie psychologische Abklärungen notwendig gemacht hätten; das Verhalten des Beschwerdegegners habe bereits bei früheren Krippenbesuchen und im Rahmen der begleiteten Besuche festgestellt werden können. Auch der Bericht von Dr. med. J.________ könne nicht als fachliche Begutachtung gelten. Er sei nur am Rande von Konsultationen im Zusammenhang mit D.________ erstellt worden und allenfalls als Gefährdungsmeldung einzustufen. Die Beschwerdeführerin kommt zum Schluss, dass die Erziehungsfähigkeit des Beschwerdegegners über die fehlende Bindungstoleranz hinaus beeinträchtigt sei und die Vorinstanz diesbezüglich zumindest weitere Abklärungen hätte tätigen müssen. Diese Vorbringen sind nicht geeignet, den angefochtenen Entscheid in Zweifel zu ziehen. Die Beschwerdeführerin begnügt sich im Wesentlichen damit, angebliche Defizite des Beschwerdegegners aus ihrer Sicht zu schildern. Inwiefern die (hängigen) Abklärungen im IV-Verfahren für die Beurteilung der Erziehungsfähigkeit des Beschwerdegegners eine Rolle spielen, mag sie nicht erklären. Soweit sie sich auf die Gefährdungsmeldung der Kita E.________ beruft, übersieht sie die vorinstanzliche Erkenntnis, wonach die allgemeine Erziehungsfähigkeit in der Regel gegeben ist, falls eine psychische Störung mit Krankheitswert fehlt. Die Beschwerdeführerin verweist ohne nähere Angaben auf die Vermutungen der Leiterin der Kindertagesstätte, wonach der Kindsvater "psychische, evt. traumatische Probleme, etc." habe. Dies genügt nicht, um den Verzicht auf die Einholung eines Erziehungsfähigkeitsgutachtens als bundesrechtswidrig auszuweisen. Schliesslich trifft es auch nicht zu, dass die Vorinstanz den Bericht von Dr. med. J.________ als fachliche Begutachtung qualifiziert hätte. Im Gegenteil betont das Kantonsgericht, dass sich dieser Bericht nicht näher zur (psychischen) Gesundheit des Beschwerdegegners äussere. Der angefochtene Entscheid richtet den Fokus auf die aktuelle Situation und die momentan gelebte Regelung, angesichts derer auf die Konsultation weiterer Sachverständiger verzichtet werden könne (E. 3.2.3). Darauf geht die Beschwerde nicht ein.