Citation: 5C.314/2001 20.06.2002 E. 9

9.-Die Beklagte stellt der Rückforderungsklage eine eigene Forderung aus nicht bezahlten Frauenunterhaltsbeiträgen im Betrage von Fr. 4'600.-- zur Verrechnung. Die Vorinstanz liess offen, ob eine solche Verrechnungsforderung besteht, weil die Verrechnung nach Art. 120 OR Gegenseitigkeit der Forderung voraussetze. Diese Voraussetzung sei nicht erfüllt, stehe die Frauenunterhaltsforderung doch der Beklagten selber und die Kinderunterhaltsforderung den Kindern zu. Diese Auffassung trifft zu. Gemäss Art. 120 Abs. 1 OR muss, wer Verrechnung erklären will, Gläubiger des Verrechnungsgegners und dieser wiederum Gläubiger des Verrechnenden sein. Wie oben ausgeführt (E. 7d), nimmt die Beklagte zwar in eigenem Namen und als Partei am Prozess teil, der Anspruch auf Unterhaltsbeiträge gemäss Art. 289 Abs. 1 ZGB steht aber dem Kind zu, so dass dieses Gläubiger ist (Hegnauer, N. 8 ff. zu Art. 289 ZGB). Die Beklagte ist bloss zur Geltendmachung einer fremden Forderung in eigenem Namen befugt, so dass ihre Frauenunterhaltsforderung nicht mit der Rückforderung von Kinderunterhaltsbeiträgen verrechnet werden kann (Aepli, Zürcher Kommentar, N. 24 zu Art. 120 OR mit Beispielen in N. 35 und N. 39). Soweit dies im erstinstanzlichen Entscheid zu Lasten des Klägers gleichwohl geschehen ist, ist dieser Teilbetrag mangels Anfechtung durch ihn allerdings in Rechtskraft erwachsen.