Citation: 1P.496/2000 08.09.2000 E. 1

1.- a) Der Beschwerdeführer ist als Untersuchungsgefangener legitimiert zu rügen, seine Haft verstosse gegen verschiedene Freiheits- und Verfahrensrechte und im kantonalen Verfahren sei sein Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt worden. b) Mit einer staatsrechtlichen Beschwerde gegen einen Haftentscheid kann, in Abweichung vom Grundsatz der kassatorischen Natur der staatsrechtlichen Beschwerde, ausser der Aufhebung des angefochtenen Entscheids, auch die sofortige Entlassung aus der Haft verlangt werden (BGE 124 I 327 E. 4b/aa S. 333 mit Hinweisen). Der Antrag des Beschwerdeführers, er sei freizulassen, ist daher zulässig. c) aa) Das staatsrechtliche Beschwerdeverfahren führt nicht das vorangegangene kantonale Verfahren weiter, sondern es stellt ein selbstständiges staatsgerichtliches Verfahren dar, das der Kontrolle kantonaler Hoheitsakte unter dem spezifischen Aspekt ihrer Verfassungsmässigkeit dient. Daher prüft das Bundesgericht nur klar und detailliert erhobene Rügen (BGE 125 I 492 E. 1b S. 495 mit Hinweisen). Zur rechtlichen Substanziierung seiner Beschwerde hat der Beschwerdeführer gemäss Art. 90 Abs. 1 lit. b OG nicht nur die als verletzt behaupteten Rechtssätze zu nennen, sondern auch darzulegen, inwiefern diese Rechtssätze bzw. Rechte durch den angefochtenen Entscheid verletzt sein sollen (BGE 121 I 225 E. 4c S. 230; 117 Ia 393 E. 1c S. 395 mit Hinweisen). Bloss appellatorische Kritik am angefochtenen Entscheid ist im Verfahren der staatsrechtlichen Beschwerde unzulässig (BGE 125 I 492 E. 1b S. 495 mit Hinweisen). bb) Seine Rüge, es fehle an einem dringenden Tatverdacht, begründet der Beschwerdeführer weitgehend, indem er seine Version verschiedener Ereignisse darstellt, die im angefochtenen Entscheid als Indizien für seine wissentliche Beteiligung an der Kindesentführung erwähnt werden. Immerhin setzt er sich auch mit den Elementen auseinander, die im angefochtenen Entscheid als Indizien für seine Beteiligung und eine Kollusionsgefahr aufgezählt werden. Daher kann auf seine Rüge, seine Haftbelassung verstosse gegen verschiedene Freiheitsrechte, insoweit eingetreten werden. cc) Der Beschwerdeführer rügt weiterhin, der angefochtene Entscheid und insbesondere dessen Begründung würden seinen Anspruch auf rechtliches Gehör verletzen. Eine Auseinandersetzung mit seinen Argumenten finde nicht oder nur am Rande statt. Auf welche Vorbringen seines Haftentlassungsgesuchs nicht eingegangen werde, erwähnt er jedoch einzig im Zusammenhang mit den Verzögerungen der Strafuntersuchung, die er den Behörden vorwirft. Auf die Rüge einer Verletzung der Begründungspflicht kann somit nur im Zusammenhang mit dem Beschleunigungsgebot eingetreten werden. Die weitere Rüge, im angefochtenen Entscheid würden keine konkreten Tatsachen zur Begründung der Kollusionsgefahr, sondern nur Mutmassungen erwähnt, betrifft die Frage, ob die Annahme von Kollusionsgefahr materiell begründet ist, und nicht diejenige, ob diese von der Haftrichterin genügend motiviert wird. Auch ein auf ungenügende Indizien für einen dringenden Tatverdacht gestützter Haftentscheid verletzt nicht den Anspruch auf rechtliches Gehör, sondern die persönliche Freiheit. Die Kritik, wonach sich die Haftrichterin offensichtlich auf Beweismittel und insbesondere Zeugenaussagen stütze, die dem Beschwerdeführer nicht bekannt seien, ist ebenso wenig mit Hinweisen auf einzelne Aussagen substanziiert. Es kann offen bleiben, ob trotzdem auf sie eingetreten werden kann, da sie jedenfalls unbegründet ist. Zwar lassen sich gewisse, im angefochtenen Entscheid erwähnte Indizien nicht auf die Protokolle von Aussagen des Hauptbeschuldigten und von Auskunftspersonen stützen, die dem Bundesgericht vorliegen. So ist etwa in diesen keine Aussage des Y.________ protokolliert, wonach dieser nichts mit dem vom Beschwerdeführer behaupteten Autohandel zu tun habe. Diese Indizien wurden jedoch von der Bezirksanwaltschaft in ihrer Replik zum Haftentlassungsgesuch erwähnt, weshalb sich der Beschwerdeführer in der seinerzeitigen Duplik damit auseinander setzen und eine eventuelle Aktenwidrigkeit rügen konnte. Sein Anspruch auf rechtliches Gehör blieb somit gewahrt.