Citation: 1C_617/2021 E. 6.2

6.2. Die Beschwerdeführerin rügt, das Verwaltungsgericht habe § 5 WR nach seinem eigenen Rechtsempfinden und ergebnisorientiert ausgelegt, und damit einen Beseitigungsanspruch kreiert, der im kommunalen Reglement keine Stütze finde und vom kommunalen Gesetzgeber nicht gewollt gewesen sei. Dies verletze die Gemeindeautonomie. Der Begriff "Unterhalt" in § 5 WR umfasse nur das Instandhalten, aber gerade nicht das Entfernen von Leitungen. Auch wenn die Hauptleitung grundsätzlich im Verantwortungsbereich der Gemeinde und die Hauszuleitungen im Verantwortungsbereich der jeweiligen Grundeigentümer stünden, sei damit noch keine Verpflichtung zur Entfernung einer stillgelegten Hauptleitung durch die Gemeinde begründet. Das Fehlen eines Entfernungsanspruchs sei auch nicht stossend; insbesondere habe der Eigentümer durch den Verbleib der stillgelegten Leitung keinen Schaden und sei nicht selbst verpflichtet, die Leitung zu entfernen. Die Beschwerdeführerin habe dem Beschwerdegegner im Sinne einer gütlichen Einigung angeboten, die stillgelegte Wasserleitung auf Kosten der Gemeinde zurückzubauen, wenn sie einst aufgrund von irgendwelchen Bautätigkeiten auf dem Grundstück Nr. 331 freigelegt würde; dies sei ein vernünftiges Angebot, da von der stillgelegten Wasserleitung, solange sie nicht in Erscheinung trete, keinerlei Störungen oder lästige Einwirkungen ausgingen. Auch aus der Verpflichtung zur schonungsvollen Beanspruchung des Grundstücks gemäss § 21 WR lasse sich daher keine Verpflichtung zur Entfernung der Leitung entnehmen. Es sei umweltschädlich, unökologisch und unwirtschaftlich sowie unverhältnismässig, jede Wasserleitung, die im Boden nicht mehr gebraucht werde, entfernen zu müssen. Die Beschwerdeführerin bestreitet auch, dass insoweit eine Lücke im Wasserreglement bestehe: Eine Regelung dieser Frage sei nicht nötig, weil die Leitung entweder an Ort und Stelle belassen oder bei der Verlegung von neuen Leitungen bei der Grabarbeit angetroffen und entfernt werde; im Übrigen sei die Fragestellung im Zivilrecht abzuhandeln. Art. 693 ZGB sei auf die vorliegende Konstellation nicht anwendbar, sondern betreffe einzig die Verlegung auf dem Grundstück des Belasteten. Auch im Durchleitungsvertrag sei einzig dieser Fall geregelt.