Citation: 2A.196/2005 26.09.2005 E. A

Mit Entscheid vom 18. Juli 2003 disziplinierte die Aufsichtsbehörde über die Anwältinnen und Anwälte des Kantons Luzern Rechtsanwalt X.________ mit einer Busse von Fr. 3'000.-- wegen Verletzung von Berufspflichten im Sinne von Art. 12 lit. a des Bundesgesetzes vom 23. Juni 2000 über die Freizügigkeit der Anwältinnen und Anwälte (Anwaltsgesetz, BGFA; SR 935.61). Die Disziplinarmassnahme stand im Zusammenhang mit der Forderung von Honoraren an eine Klientin, der X.________ als unentgeltlicher Rechtsbeistand beigegeben worden war. Das Obergericht des Kantons Luzern wies die hiegegen erhobene Beschwerde am 6. Februar 2004 ab und bestätigte die von der Aufsichtsbehörde ausgesprochene Busse. Allerdings stellte es fest, dass einer der von der Aufsichtsbehörde gegen X.________ erhobenen Vorwürfe (Berechnung von Dringlichkeitszuschlägen gegenüber der Klientin) nicht aufrechterhalten werden könne. X.________ zog den Entscheid an das Bundesgericht weiter. Dieses hiess die Beschwerde mit Urteil vom 26. Juli 2004 gut, hob den Entscheid des Obergerichts vom 6. Februar 2004 auf und wies die Sache zu neuem Entscheid im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zurück (Verfahren 2A.183/2004). Es führte aus, dass das X.________ vom Obergericht vorgeworfene Verhalten, falls es erwiesen sei, sowohl nach dem im Zeitpunkt der Vorkommnisse geltenden kantonalen als auch nach dem heute geltenden eidgenössischen Recht eine Verletzung der anwaltlichen Berufspflichten darstelle, die disziplinarisch geahndet werden könne. Mit Blick auf das Bussenmaximum, das im früheren kantonalen Recht tiefer liegt als im geltenden Bundesrecht (Fr. 5'000.-- gegenüber Fr. 20'000.--), erwog es, dass die Busse niedriger ausgefallen wäre, wenn das Obergericht statt des eidgenössischen Anwaltsgesetzes (BGFA) das Luzerner Gesetz vom 30. November 1981 über den Beruf des Rechtsanwalts (aAnwG/LU) angewendet hätte.