Citation: 6B_1002/2017 E. 2.2

2.2. Die Beschwerdegegnerin 1 legt in ihren drei Einstellungsverfügungen die Beweislage zusammengefasst dar und resümiert die Erkenntnisse der vier Glaubhaftigkeitsgutachten. Sie gelangt zum Schluss, die durchgeführten Ermittlungen hätten den anfänglichen Verdacht, die Beschwerdegegner 2-4 hätten strafbare Handlungen an den Beschwerdeführerinnen vorgenommen, in keiner Art und Weise erhärtet. In verschiedenen Gutachten sei das IRM zur Ansicht gelangt, dass aus rechtsmedizinischer Sicht eine grobe stumpfe Gewalteinwirkung gegen den Intimbereich der Beschwerdeführerinnen einschliesslich einer gewaltsamen Penetration von Scheide oder Anus nicht belegt werden könne. Weiter habe nicht geklärt werden können, wie es möglich sein sollte, dass drei Männer unabhängig voneinander während mehreren Jahren gleichartige Übergriffe auf die vier Beschwerdeführerinnen hätten verüben können, ohne sich entsprechend abzusprechen oder zumindest voneinander zu wissen. Es hätten auch keine Personen ermittelt werden können, die Übergriffe seitens der drei Männer beobachtet hätten. Gleichzeitig fehle es auch an Spuren, die auf ein strafbares Verhalten seitens der Beschwerdegegner 2-4 hinwiesen. Schliesslich bestritten diese, strafbare Handlungen an den Beschwerdeführerinnen vorgenommen zu haben. Es bestehe daher kein vernünftiger Zweifel daran, dass der Sachrichter entweder von der Unschuld der Beschwerdegegner 2-4 überzeugt sein oder zumindest derartige Zweifel an deren Schuld haben werde, dass eine Verurteilung von vornherein ausgeschlossen erscheine. Die Verfahren seien daher in Anwendung von Art. 319 Abs. 1 lit. a StPO einzustellen.