Citation: 2A.244/2001 14.11.2001 E. 1

1.- Das Bundesgericht prüft die Zulässigkeit der bei ihm eingereichten Beschwerden von Amtes wegen und mit freier Kognition (BGE 124 I 11 E. 1 S. 13, mit Hinweis). Entsprechend der Subsidiarität der staatsrechtlichen Beschwerde ist als erstes zu beurteilen, ob die Verwaltungsgerichtsbeschwerde offen steht. a) Gemäss Art. 97 OG in Verbindung mit Art. 5 VwVG ist die Verwaltungsgerichtsbeschwerde zulässig gegen Verfügungen, die sich auf öffentliches Recht des Bundes stützen oder hätten stützen sollen, sofern diese von den in Art. 98 OG genannten Vorinstanzen erlassen worden sind und keiner der in Art. 99 - 102 OG oder in der Spezialgesetzgebung vorgesehenen Ausschlussgründe gegeben ist (BGE 123 II 231 E. 2 S. 233). Gleiches gilt auch für gemischtrechtliche Verfügungen, die sowohl auf kantonalem als auch auf Bundesrecht beruhen, falls und soweit eine Verletzung von unmittelbar anwendbarem Bundesrecht in Frage steht. Weiter sind im Verfahren der Verwaltungsgerichtsbeschwerde Anordnungen zu überprüfen, die sich entweder auf unselbständiges kantonales Ausführungsrecht zum Bundesrecht oder auf übriges kantonales Recht stützen, welches einen hinreichend engen Sachzusammenhang mit einer im Rahmen der Verwaltungsgerichtsbeschwerde zu beurteilenden Frage des Bundesverwaltungsrechts aufweist. Soweit dem angefochtenen Entscheid selbständiges kantonales Recht ohne den genannten Sachzusammenhang zum Bundesrecht zugrunde liegt, steht einzig die staatsrechtliche Beschwerde zur Verfügung (BGE 123 II 359 E. 1a/aa S. 361; 122 II 241 E. 2a S. 243; 121 II 72 E. 1b S. 75; 120 Ib 27 E. 2a S. 29, je mit Hinweisen). b) aa) Die im Bundesgesetz vom 20. März 1970 über die Verbesserung der Wohnverhältnisse in Berggebieten (VWBG, SR 844) vorgesehenen Finanzhilfen des Bundes setzen voraus, dass auch der betreffende Kanton eine eigene Leistung gewährt (Art. 7 Abs. 1 VWBG). Deren minimale Höhe wird in Art. 8 VWBG umschrieben, wobei Leistungen von Gemeinden oder anderen öffentlichrechtlichen Korporationen in einem bestimmten Rahmen an die Kantonsleistung angerechnet werden (Art. 9 VWBG). Die Leistungen des Kantons können nicht nur in bar, sondern auch in anderer Form erbracht werden (Art. 10 VWBG); im Übrigen richten sie sich im Rahmen der Vorgaben des Bundesgesetzes nach kantonalem Recht (Art. 7 Abs. 2 VWBG). bb) Die Bestimmungen des Gesetzes über die Rückerstattungspflicht (Art. 13 VWBG) sowie über die Verjährung der Rückerstattungsansprüche (Art. 14 VWBG) gelten für die Finanzhilfen des Bundes. Vorliegend geht es ausschliesslich um die Rückerstattung des vom Kanton St. Gallen geleisteten Beitrags. Diese Frage fällt, mangels einer diesbezüglichen Vorschrift des Bundesgesetzes, in die Regelungskompetenz des Kantons. Der Kanton ist bei der Normierung der Rückerstattungsvoraussetzungen zwar allenfalls insoweit gebunden, als er nach Sinn und Zweck des Bundesgesetzes für seine eigenen (Pflicht-)Leistungen keine weitergehende Rückerstattungspflicht statuieren darf, als sie in Art. 13 VWBG für die Finanzhilfen des Bundes vorgesehen ist. Das Bundesrecht verlangt aber nicht, dass die Kantone für ihre Beiträge eine Rückerstattungspflicht überhaupt vorsehen, und es verbietet auch nicht, die Rückerstattungspflicht für kantonale Beiträge (zugunsten des Empfängers) restriktiver zu formulieren als für die Finanzhilfen des Bundes. cc) Nach Art. 3 des st. gallischen Einführungsgesetzes vom 28. November 1982 zum VWBG werden die "Vorschriften des Bundes" für die Staats- und Gemeindebeiträge "sachgemäss angewendet". Die in Art. 13 und 14 VWBG enthaltenen Bestimmungen gelten damit auch für die Rückerstattung der kantonalen Leistungen. Doch sind diese Normen in diesem Falle nicht als Bundesverwaltungsrecht, sondern als kantonales Recht anwendbar. Als Bundesrecht entfalten die in Art. 13 f. VWBG enthaltenen Bestimmungen nur insoweit Wirkungen, als der Kanton hier nicht zuungunsten des Subventionsempfängers strenger legiferieren darf (vorne E. 1b/bb). c) Der beschwerdeführende Kanton wirft seinem Verwaltungsgericht vor, es habe das Vorliegen der Voraussetzungen für die Rückforderung des Kantonsbeitrages zu Unrecht verneint. Darin kann nach dem Gesagten zum Vornherein kein Verstoss gegen Normen des einschlägigen Bundesverwaltungsrechtes liegen. Steht aber einzig die richtige Handhabung von (selbständigem oder unselbständigem) kantonalem Recht in Frage, ohne dass zugleich eine mögliche Verletzung von unmittelbar anwendbarem Bundesverwaltungsrecht zu beurteilen ist, fällt die Verwaltungsgerichtsbeschwerde als Rechtsmittel ausser Betracht (vgl. E. 1a).