Citation: I 256/01 25.09.2001 E. 4

4.- a) Nach dem Gesagten ergeben sich Einschränkungen der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit einzig aus dem somatischen Beschwerdebild. Dieses führte nach dem Unfall vom 12. Juni 1994 zu einer Arbeitsunfähigkeit von 100 % im bisherigen Beruf als Bauarbeiter. Gestützt auf den ersten Austrittsbericht der Klinik vom 24. Februar 1995 ist davon auszugehen, dass dem Beschwerdeführer zunächst auch die Ausübung einer leichten oder mittelschweren Tätigkeit und damit die Erzielung eines Erwerbseinkommens nicht zuzumuten war, sodass (bei einem Invalideneinkommen Null) ein Invaliditätsgrad von 100 % gegeben war. Damit hat der Beschwerdeführer gemäss Art. 29 Abs. 1 lit. b in Verbindung mit Abs. 2 IVG Anspruch auf eine ganze Rente mit Wirkung ab 1. Juni 1995. b) Bis zum Ende des zweiten Aufenthalts in der Klinik (8. September 1995) hatte sich der Gesundheitszustand des Versicherten insoweit verbessert, als ihm eine leichte Tätigkeit zu 100 % zumutbar war. Der Invaliditätsgrad ist daher ab diesem Zeitpunkt durch einen konkreten Einkommensvergleich zu bestimmen. aa) Das Einkommen, welches der Beschwerdeführer ohne Behinderung erzielen könnte (Valideneinkommen), hat die Vorinstanz entsprechend dem bei der Firma M. AG im Jahr 1994 erzielten Einkommen auf Fr. 48'100.- pro Jahr festgesetzt. Unter Berücksichtigung der jährlichen durchschnittlichen Nominallohnerhöhungen im Baugewerbe (1995: 1,8 %; 1996: 1,2 %; 1997: 0,2 %; 1998: 0,4 %, vgl. Die Volkswirtschaft 2/2001 S. 81 Tabelle B10. 2) ergibt sich für das Jahr 1995 ein Betrag von Fr. 48'966.- und für das Jahr 1998, in welchem die Verwaltungsverfügung erlassen wurde, ein solcher von Fr. 49'851.-. bb) Da der Beschwerdeführer keine Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, hat das kantonale Gericht das Erwerbseinkommen, welches er trotz der Behinderung durch eine ihm zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), zu Recht gestützt auf die vom Bundesamt für Statistik herausgegebene Schweizerische Lohnstrukturerhebung (LSE) ermittelt (BGE 126 V 76 Erw. 3a/bb). Ausgehend vom Zentralwert des monatlichen Bruttolohns der im privaten Sektor mit einfachen und repetitiven Tätigkeiten (Anforderungsniveau 4) beschäftigten Männer, nach Hochrechnung dieses auf 40 Arbeitsstunden pro Woche basierenden Wertes auf die durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit von 41,9 Stunden (BGE 126 V 77 mit Hinweis) und nach Vornahme des maximal möglichen Abzugs von 25 % für die behinderungsbedingte Lohneinbusse und allfällige weitere lohnmindernde Faktoren (BGE 126 V 79 f. Erw. 5b) ergibt sich für das Jahr 1995 ein Invalideneinkommen von Fr. 39'413.- (4127 [LSE 1994, Tabelle A1] x 12 =49'524 : 40 x 41,9 = 51'876 plus 1,3% [durchschnittliche Nominallohnerhöhung von 1994 auf 1995, vgl. Die Volkswirtschaft 2/2001 S. 81 Tabelle B10. 2] = 52'551 x 0,75 = 39'413) und für das Jahr 1998 ein solcher von Fr. 40'237.- (4268 [LSE 1998, Tabelle A1] x 12 =51'216 : 40 x 41,9 = 53'649 x 0,75 = 40'237). Der Invaliditätsgrad beläuft sich damit für das Jahr 1995 (ab 9. September) auf 19,5 % (Valideneinkommen Fr. 48'966.-; Invalideneinkommen Fr. 39'413.-) und für das Jahr 1998 auf 19 % (Valideneinkommen Fr. 49'851.-; Invalideneinkommen Fr. 40'237.-). Dieser Invaliditätsgrad begründet keinen Anspruch auf eine Rente, sodass offen bleiben kann, ob der prozentuale Abzug von 25 % in dieser Höhe gerechtfertigt wäre. c) aa) Gemäss dem auf den Fall der rückwirkenden Befristung analog anwendbaren (Erw. 1a hievor) Art. 88a Abs. 1 IVV ist bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit die anspruchsbeeinflussende Änderung für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von den Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Der Zeitpunkt, auf welchen die bisherige Rente herabzusetzen oder aufzuheben ist, ist in dieser Konstellation nach den Regeln von Art. 88a IVV zu bestimmen (nicht veröffentlichtes Urteil A. vom 26. April 1995, I 254/94), während Art. 88bis IVV nicht anwendbar ist (BGE 106 V 16 Erw. 3a). bb) Nach dem Gesagten lag ab dem 9. September 1995 infolge Verbesserung der Erwerbsfähigkeit keine einen Rentenanspruch begründende Invalidität mehr vor, wobei davon auszugehen war, dass dieser Zustand längere Zeit dauern werde. Die IV-Stelle hat die Rente daher zu Recht per 30. September 1995 befristet (vgl. Art. 30 Abs. 2 IVG).