Citation: 1C_481/2020 E. 3.2

3.2. Das Verwaltungsgericht kam im angefochtenen Entscheid zum Schluss, entgegen der Auffassung der unteren kantonalen Instanzen könne das strittige Bauvorhaben hinsichtlich der Nichteinhaltung des Grenzabstands gegenüber dem Nachbargrundstück KTN 293 sowie der Unterschreitung der kantonalen Gewässerabstandsvorschriften je nur mittels einer Ausnahmebewilligung nach § 73 PBG/SZ bewilligt werden. Unter detaillierter Darlegung der ihm im kantonalen Verwaltungsbeschwerdeverfahren zukommenden Überprüfungsbefugnisse führte es aus, bei der Beurteilung der Frage, ob die Voraussetzungen für die Erteilung einer Ausnahmebewilligung nach § 73 PBG/SZ erfüllt seien, handle es sich um eine Rechtsfrage, welche es mit voller Prüfungskognition und damit frei beurteilen könne (E. 3.6.5 und E. 5.7.4 des angefochtenen Entscheids). Nach einlässlicher Würdigung der Sachverhaltsumstände gelangte das Verwaltungsgericht zur Schlussfolgerung, die Voraussetzungen für die Erteilung der kantonalrechtlichen Ausnahmebewilligungen lägen vor. Es erwog weiter, nachdem eine Ausnahmesituation im Sinne von § 73 PBG/SZ zu bejahen sei, müsste die Sache zwecks Beurteilung der Ausgestaltung der Ausnahmebewilligung grundsätzlich an die Baubewilligungsbehörde zurückgewiesen werden, da dies gemäss 73 PBG/SZ eine Ermessensfrage darstelle, deren Beurteilung grundsätzlich in die Kompetenz der Baubewilligungsbehörde falle. Aus Gründen der Prozessökonomie verzichtete es indes ausnahmsweise auf eine Rückweisung an die kommunale Baubewilligungsbehörde. Zur Begründung erwog es insoweit, einerseits hätten die unteren Instanzen sowohl die Nichteinhaltung des Grenzabstands gegenüber der Parzelle KTN 293 sowie die Unterschreitung des kantonalen Gewässerabstands, wenn auch mit anderer Begründung, bewilligt. Anderseits bestünde hinsichtlich der Ausgestaltung der Ausnahmebewilligungen aufgrund der bescheidenen Grösse der Bauparzelle, des aufgrund der Baulinie vorgegebenen minimalen Gewässerabstands, der Lage der umstehenden Bauten und deren Situierung (ebenfalls im Unterabstand zu KTN 293) kaum mehr ein Gestaltungsspielraum, weshalb eine Rückweisung der Sache an die Baubewilligungsbehörde nicht gerechtfertigt sei und prozessökonomisch unsinnig wäre (E. 3.6.6 f. und E. 5.7.4 des angefochtenen Entscheids).