Citation: 2C_925/2020 E. 4.4.7

4.4.7. Schwere Körperverletzung ist zudem ein Delikt, welches im Sinne von Art. 121 Abs. 3 BV seit dem 1. Oktober 2016 eine obligatorische Landesverweisung nach sich zieht (Art. 66a Abs. 1 lit. b StGB). Zwar sind die entsprechenden Bestimmungen nicht auf Taten anwendbar, die - wie hier - vor dem 1. Oktober 2016 begangen wurden, doch trägt das Bundesgericht der damit durch den Verfassungs- und Gesetzgeber zum Ausdruck gebrachten besonderen Verwerflichkeit der in Art. 66a StGB aufgeführten Taten in der Interessenabwägung nach Art. 8 Ziff. 2 EMRK insofern Rechnung, als es dadurch zu keinem Widerspruch zu übergeordnetem Recht - insbesondere der EMRK - kommt (BGE 139 I 16 E. 5 S. 28-31; Urteil 2C_846/2018 vom 26. März 2019 E. 5.2). Vor der Anlasstat erwirkte der Beschwerdeführer zudem eine weitere Verurteilung am 23. November 2015 wegen Widerhandlung gegen das Waffengesetz (Mitführens eines Messers mit einhändig bedienbarem Auslösmechanismus) zu einer bedingten Geldstrafe von 70 Tagessätzen und Fr. 800.-- Busse. Im Weiteren wurde er am 28. April 2000 wegen Gehilfenschaft zur Freiheitsberaubung und Entführung mit einer bedingten Gefängnisstrafe von vier Monaten bestraft. Diesen beiden Verurteilungen ist aufgrund des längeren Zeitablaufs jedoch ein eher untergeordnetes Gewicht im Vergleich zur Anlasstat beizumessen.