Citation: 1P.376/2000 05.07.2000 E. 3

3.- Der Beschwerdeführer verlangt seine Entlassung ebenfalls wegen der Gefahr der Überhaft. Er macht geltend, dass die von der Staatsanwaltschaft voraussichtlich beantragte Freiheitsstrafe von 3 Jahren Zuchthaus wegen der gutachterlich festgestellten verminderten Zurechnungsfähigkeit erheblich reduziert werden müsse. Auch bei Berücksichtigung einer Strafmilderung hat der Beschwerdeführer jedoch mit einer Strafe zu rechnen, die deutlich höher ist als die bis jetzt erstandene Untersuchungshaft von 7 1/2 Monaten. Entgegen seiner Ansicht ist ferner die Möglichkeit einer bedingten Entlassung bei der Berechnung der voraussichtlichen Dauer der Freiheitsstrafe ausser Acht zu lassen, soweit nicht besondere Umstände ausnahmsweise eine Berücksichtigung erfordern (Entscheid des Bundesgerichts vom 26. März 1991 in SZIER 2/1992 S. 489 f.). Solche besonderen Umstände sind vorliegend nicht ersichtlich. Die Rüge, die weitere Aufrechterhaltung der Untersuchungshaft übersteige die mutmassliche Dauer der zu erwartenden Freiheitsstrafe und verletze daher Art. 5 Ziff. 3 EMRK, erweist sich somit als unbegründet.