Citation: 4A_633/2020 E. 2.4.4

2.4.4. Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin geht es nicht um die Länge der Kausalkette für die Beschaffung und Verwertung eines rechtswidrig erlangten Beweismittels. Die Auffassung der Vorinstanz bedeutet nicht, dass sich der Beschwerdegegner im Hinblick auf den unmittelbar bevorstehenden Rechtsstreit vom externen IT-Experten eine ESO-Kopie der gesamten (persönlichen und geschäftlichen) E-Mail-Korrespondenz "auf Vorrat" verschaffen darf, nur um diese bei Bedarf zu einem späteren Zeitpunkt nach einem Beweismittel zu durchsuchen. Es geht vielmehr darum, dass nach der Vorinstanz keine rechtswidrige Beschaffungshandlung vorliegt, wenn der Beschwerdegegner sich im Geschäftsinteresse die E-Mail-Korrespondenz aushändigen lässt und beim Durchsuchen eines geschäftsbezogenen Ordners nach Beweismitteln zufällig auf eine E-Mail stösst, bei der er erst, nachdem er vom Inhalt Kenntnis genommen hat, erkennen kann, dass sie nicht zur Geschäftskorrespondenz gehört.