Citation: 5A_37/2024 E. 2.3.1

2.3.1. In der Sache erwog das Obergericht alsdann, vor der testamentarischen Anordnung "Verwalterin ist alleinig A.________" stehe geschrieben, C.________ und D.________ dürften erst über die Erbschaft verfügen, wenn D.________ das 25. Altersjahr vollendet habe. Der Satz "Verwalterin ist alleinig A.________" sei mit diesem unmittelbar vorangehenden Satz zu lesen. Dies dränge sich umso mehr auf, als die Beschwerdeführerin die Mutter der - gemäss vorläufiger Auslegung - eingesetzten minderjährigen Erben C.________ und D.________ sei und die Erblasserin verfügt habe, diese sollten die Erbschaft erst mit Vollendung von D.________s 25. Altersjahr erhalten. Es liege damit näher, dass die Erblasserin auf die elterliche Verwaltung des Kindesvermögens durch die Beschwerdeführerin nach Art. 318 Abs. 1 ZGB habe hinweisen wollen, die gemäss Wortlaut des Testaments über die Volljährigkeit hinaus, bis D.________ das 25. Altersjahr vollendet habe, dauern solle. Zudem folgten im Testament noch weitere Anordnungen zu einer "Schenkung von je Fr. 10'000.--" sowie zu einem Haus in U.________ und zwei Wohnungen in V.________. Damit wiesen auch der systematische Aufbau des Testaments bzw. die Position der Anordnung unmittelbar nach der Einsetzung der minderjährigen Erben nicht darauf hin, dass die Erblasserin die Beschwerdeführerin als Willensvollstreckerin zur Verwaltung, Abwicklung und Teilung der gesamten Erbschaft inklusive Bezahlung von Schulden und Ausrichtung von Vermächtnissen habe einsetzen wollen. Die Beschwerdeführerin sei folglich im Testament keineswegs prima facie als Willensvollstreckerin bezeichnet worden.