Citation: 9C_261/2023 E. 3.2

3.2. Die Würdigung der Vorinstanz ist bundesrechtlich nicht zu beanstanden. Weder das Bundesgesetz vom 14. Dezember 1990 über die direkte Bundessteuer (DBG; SR 642.11) noch das StHG sehen für das Einspracheverfahren einen Anspruch auf eine mündliche Anhörung vor (vgl. Art. 132 ff. DBG; Art. 48 StHG). Soweit das Schwyzer Steuergesetz für das Vorverfahren in § 153 Abs. 2 StG/SZ eine mündliche Anhörung auf Antrag vorsieht, handelt es sich also um rein kantonales Recht. Zwar verpflichtet Art. 29 Abs. 2 BV die Behörden auch in einer solchen Anhörung grundsätzlich zur Protokollierung, gilt diese Pflicht doch für alle Verfahrensarten (vgl. BGE 130 II 473 E. 4.1). Der Umfang der Protokollierungspflicht hat sich jedoch an ihrem Zweck - der Garantie der prozessorientierten Mitwirkungsrechte der Parteien - auszurichten und hängt von den konkreten Umständen des Einzelfalls ab (BGE 130 II 473 E. 4.1 und 4.2; 124 V 389 E. 3; Urteil 1D_4/2018 vom 11. Juli 2019 E. 3.5; vgl. auch BGE 131 II 670 E. 4.3). Die Funktion des Vorverfahrens gemäss Schwyzer Steuerrecht besteht darin, der Steuerverwaltung ein Rückkommen auf ihre Verfügung zu ermöglichen, bevor das Verfahren an die Steuerkommission überwiesen wird (vgl. § 153 Abs. 3 StG/SZ). Vor diesem Hintergrund könnte man sich fragen, ob die Steuerverwaltung überhaupt je mehr protokollieren muss als den Umstand, dass keine Einigung erzielt werden konnte. Auf jeden Fall ist aber vorliegend nicht erkennbar, dass die Beschwerdeführerin anlässlich der Anhörung neue relevante Tatsachen vorgebracht hätte, die zur Wahrung ihrer Mitwirkungsrechte hätten protokolliert werden müssen. Hinzu kommt, dass die Beschwerdeführerin das selbst erstellte Protokoll zu den Akten geben konnte. Das Einspracheverfahren lässt sich unter diesen Umständen nicht als verfassungswidrig bezeichnen.