Citation: 5A_629/2015 E. 9.4.2

9.4.2. Im Übrigen meint der Beschwerdeführer zwar, dass die Beschwerdegegner schon vor erster Instanz selbst ausgeführt hätten, der Erblasser habe ihn mit der Hofübergabe und den weiteren Zuwendungen nachweislich begünstigen wollen, und dass der für den Überschussdispens geforderte Liberalitäts- bzw. Begünstigungswille "ohne weiteres" schon in der schlichten Vornahme einer gemischten Schenkung zu erblicken sei. Welche Bewandtnis es damit hat, kann hier offenbleiben. Denn selbst wenn die Einschätzung des Beschwerdeführers zuträfe, hätte dies nicht einfach zur Folge, dass ein solcher Begünstigungswille des Erblassers auch unter dem Blickwinkel von Art. 629 Abs. 1 ZGB als (rechtzeitig) behauptete streitgegenständliche Tatsache gelten könnte. Welche Tatsachen eine Partei zur Begründung ihres Standpunkts behaupten muss, bestimmt sich für jede materiellrechtliche Anspruchsgrundlage gesondert (E. 9.3.1). Dass die Beschwerdegegner zur Begründung ihres Anspruchs auf Ausgleichung (Art. 626 Abs. 2 ZGB) einen Begünstigungswillen behaupteten und die Vorinstanz in diesem Zusammenhang einen Schenkungswillen bejahte, bedeutet deshalb nicht, dass im Streit um den Überschussdispens (Art. 629 Abs. 1 ZGB) ein Begünstigungswille als zugestanden bzw. unbestritten gelten muss und der Beschwerdeführer davon befreit war, das Vorhandensein dieser rechtshindernden Tatsache, aus der er sein Recht auf Begrenzung der Ausgleichung ableitet, rechtzeitig schon vor erster Instanz mindestens zu behaupten.