Citation: 5A_736/2007 20.03.2008 E. 3

Als willkürlich rügt der Beschwerdeführer, dass das Obergericht in der Bedarfsrechnung, namentlich beim Grundbetrag, die Unterschiede der Kaufkraft zwischen Deutschland und der Schweiz berücksichtigt hat (S. 23 f. Ziff. 2.3 der Beschwerdeschrift). 3.1 Das Obergericht hat der Ansicht der Beschwerdegegnerin zugestimmt, die Lebenshaltungskosten seien in Deutschland niedriger und beliefen sich auf rund 80 % der Lebenshaltungskosten in der Schweiz. Das Obergericht hat deshalb den Grundbetrag und weitere Positionen des täglichen Bedarfs für den Beschwerdeführer auf 80 % herabgesetzt (E. 4.2.2 S. 21 f.) und aus dem gleichen Grund der Beschwerdegegnerin mit den beiden Töchtern 65 % statt bloss 60 % des Freibetrags zugewiesen, der von den gesamten Einkünften nach Abzug des Bedarfs der Beteiligten verbleibt (E. 6.4.4 S. 39 f. des angefochtenen Urteils). 3.2 Lebt der Unterhaltsschuldner im Ausland, ist bei der Bedarfsberechnung das allenfalls tiefere oder höhere Niveau der dortigen Lebenskosten zu berücksichtigen (Bräm, Zürcher Kommentar, 1998, N. 108 zu Art. 163 ZGB). Die unterschiedlichen Lebensstandards in den verschiedenen Staaten werden praxisgemäss anhand der statistisch erhobenen Verbrauchergeldparitäten bzw. internationaler Kaufkraftvergleiche ermittelt (für Kinder: Wullschleger, in: FamKommentar Scheidung, Bern 2005, N. 14 zu Art. 285 ZGB; vgl. auch Schwander, Basler Kommentar, 2007, N. 24 zu Art. 83 IPRG, mit Hinweisen). Verwendung finden die Erhebungen internationaler Grossbanken (z.B. die von der UBS AG veröffentlichte Schrift "Preise und Löhne. Ein Kaufkraftvergleich rund um die Welt", Ausgabe 2006) oder die Angaben des Bundesamtes für Statistik (z.B. T 5.7.1 "Internationaler Preisvergleich" 2006 [provisorisch], in: Statistisches Jahrbuch der Schweiz 2008, hrsg. Bundesamt für Statistik, 115. Jg. Zürich 2008, S. 143). Ein Lebenskostenvergleich für Deutschland aufgrund mehrerer Indizes wird vom Bundesamt für Migration herausgegeben (in: Dossier "Leben/ Arbeiten / Sprachaufenthalt, Studium / Ruhestand in Deutschland", Ausgabe 5/2006, S. 35). Alle Indizes weisen für Deutschland tiefere Lebenskosten als in der Schweiz aus. Das Obergericht hat auf den Kaufkraftvergleich der UBS AG abgestellt, der das Preisniveau nicht nur für Deutschland im Durchschnitt, sondern auch für einzelne Städte und insbesondere für München angibt. Der Wert von 82.3 (Zürich: 100.0) ist für den Beschwerdeführer - im Vergleich mit den anderen Indizes - günstig und auf seine Lebenshaltung zugeschnitten ("Urbaner Lebensstil mit westeuropäischem Konsumverhalten und Familienwohnung"). Dass er nicht in der Stadt München lebt, sondern in deren Agglomeration, hat das Obergericht - im Rahmen des ihm zustehenden Ermessens - durch eine Herabsetzung auf 80 Indexpunkte berücksichtigen dürfen, zumal das Leben in der unmittelbaren Nähe zu einer Grossstadt noch leicht günstiger sein kann als in der Grossstadt selbst. Der Beschwerdeführer wendet ein, die Beschwerdegegnerin lebe in O.________ und nicht in der Stadt Zürich. Der Kaufkraftvergleich müsse deshalb mit O.________ stattfinden, zumal auch das durchschnittliche Einkommen pro Kopf im Kanton Aargau nur 71 % desjenigen im Kanton Zürich betrage. Der Einwand ist nicht geeignet, die obergerichtliche Beurteilung als willkürlich erscheinen zu lassen. Aus dem Einkommensvergleich zwischen zwei Kantonen kann nicht einfach auf die Vergleichbarkeit von Lebenshaltungskosten geschlossen werden. Die Höhe des erzielbaren Einkommens hängt von anderen Faktoren - Infrastruktur, Arbeitsplatzangebot u.v.a.m. - ab als die Höhe der Lebenshaltungskosten. Das Lohngefälle muss deshalb nicht zwingend dem Preisgefälle entsprechen. International stellt der angewendete Kaufkraftvergleich (S. 6 f. und S. 26) auf einen einheitlichen Referenzwarenkorb für München wie für Zürich ab, weil es nahezu unmöglich sein soll, regional unterschiedlichen Verbrauchsgewohnheiten Rechnung zu tragen. National hat das Obergericht mit Lebenshaltungskosten und namentlich Grundbeträgen gerechnet, die schweizweit ermittelt und als "Richtlinien für die Berechnung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums (Notbedarf) nach Art. 93 SchKG" (BlSchK 65/2001 S. 14 ff.) im Kanton Aargau (SAR 231.191) wie im Kanton Zürich (ZR 100/2001 Nr. 46) - soweit hier von Belang - übereinstimmen. Ist das Obergericht unangefochten auch national von einheitlichen Lebenshaltungskosten ausgegangen, vermögen die auf den Einkommensvergleich zwischen den Kantonen Zürich und Aargau gestützten Willkürrügen nicht durchzudringen. 3.3 Die Berücksichtigung der unterschiedlichen Kaufkraft kann aus den dargelegten Gründen nicht beanstandet werden.