Citation: 6B_57/2024 E. 2.3

2.3. Die Vorinstanz erwägt, der Beschwerdeführer habe sich - im Bewusstsein, dass sein Bruder ein Messer gehalten und damit auf den Beschwerdegegner habe einstechen wollen - dazu entschieden, Letzteren festzuhalten. Damit habe er diesem verunmöglicht, sich abzuwenden oder sich anderweitig den Messerstichen zu entziehen. Mit diesem Vorgehen habe er sich einerseits den Tatentschluss seines Bruders zu eigen gemacht (subjektive Seite). Andererseits sei sein Tatbeitrag so wesentlich gewesen, dass mit ihm die Tat gestanden bzw. bei seinem Wegbleiben gefallen wäre, was auch die Aussagen des Beschwerdegegners beispielhaft und eindrücklich zeigten. Dieser habe (sinngemäss) ausgeführt, er habe aussteigen und sich verteidigen wollen. Da der Beschwerdeführer gekommen sei und ihn festgehalten habe, sei ihm dies verunmöglicht worden. Er habe sich aus den beengten Platzverhältnissen nicht (mehr) befreien können. Damit - so die Begründung der Vorinstanz - stehe der Beschwerdeführer ebenfalls als Hauptbeteiligter da, auch wenn er selbst nicht zugestochen habe. Daran vermöge auch der Umstand nichts zu ändern, dass er den Beschwerdegegner erst nach dem ersten Stich festgehalten habe, denn er habe in Anbetracht des dynamischen und unkontrollierbaren Geschehens damit rechnen müssen, dass jeder weitere Stich seines Bruders lebensbedrohlich sei (Urteil E. III. Ziff. 39.6.3 f. S. 67 ff.; vgl. auch E. III. Ziff. 39.6.1 S. 66).