Citation: 8C_318/2024 E. 4.8.3

4.8.3. Dem Beschwerdeführer ist insofern beizupflichten, als sich aus den Austrittsberichten über die drei stationären Aufenthalte Hinweise auf eine erhebliche Verschlechterung des Gesundheitszustands ergeben. So ist im Austrittsbericht vom 14. November 2023 über die Behandlung vom 30. Juni bis 21. Juli 2023 von einer schweren kombinierten Persönlichkeitsstörung die Rede und es wird ab 30. Juni 2023 bis auf Weiteres eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert. Nach etwas mehr als einem Monat musste der Beschwerdeführer wieder für mehrere Wochen hospitalisiert werden, da er Gedanken hatte, Amok zu laufen. Die Ärzte attestierten eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit ab 24. August 2023 bis auf Weiteres. Knapp zwei Monate später musste der Beschwerdeführer erneut aufgrund von Fremdverletzungsgedanken für mehrere Wochen stationär behandelt werden. Die Ärztinnen bescheinigten eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vom 27. Oktober bis zum 6. Dezember 2023. Bei dieser Ausgangslage geht es nicht an, die vom Beschwerdeführer geltend gemachte gesundheitliche Verschlechterung ohne Einholung einer ärztlichen Stellungnahme als bloss kurzfristige, nicht nachvollziehbare Reaktion auf Belanglosigkeiten abzutun. Daraus kann der Beschwerdeführer aber letztlich im vorliegenden Verfahren vor Bundesgericht nichts zu seinen Gunsten ableiten. Denn zeitliche Bezugsgrösse der richterlichen Überprüfungsbefugnis bildet die Verfügung der IV-Stelle vom 28. Juni 2023 (BGE 143 V 409 E. 2.1). Spätere Arztberichte sind zwar in die Beurteilung miteinzubeziehen, soweit sie Rückschlüsse auf die in diesem Zeitpunkt gegebene Situation erlauben (BGE 121 V 362 E. 1b am Ende; Urteil 8C_60/2024 vom 16. September 2024 E. 5.1). Die vom Beschwerdeführer mit der Replik im kantonalen Verfahren eingereichten Berichte über die stationären Behandlungen datieren allesamt nach der Verfügung vom 28. Juni 2023. Aus dem Bericht vom 14. November 2023 über die Behandlung vom 30. Juni bis zum 21. Juli 2023 ergibt sich zudem, dass Auslöser der Suizidgedanken und der Hospitalisierung der negative IV-Entscheid war. Der Austrittsbericht - wie auch die späteren Austrittsberichte - bezieht sich demnach auf die Entwicklung des Gesundheitszustands nach Erlass der Verfügung, was nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet. Im Ergebnis hat die Vorinstanz demnach kein Bundesrecht verletzt, indem sie von weiteren medizinischen Abklärungen abgesehen hat.