Citation: 2C_505/2023 E. 5.2

5.2. Die Vorinstanz stellte in tatsächlicher Hinsicht fest, die Mutter habe seit der Scheidung der Eltern die Betreuung der Tochter in der Türkei übernommen, dies entgegen der Regelung in der Scheidungsvereinbarung aus dem Jahr 2013. Aktenkundig sei zwar eine seit 2016 bestehende psychische Krankheit der Mutter, konkret eine Angststörung. Nicht erstellt sei hingegen eine krankheitsbedingte Vernachlässigung der Tochter durch die Mutter. Die anderslautenden Vorbringen des Beschwerdeführers seien nachgeschoben und daher unglaubhaft. Nicht nachvollziehbar sei, weshalb der Beschwerdeführer mit dem Nachzugsgesuch zugewartet habe, wenn sich bereits seit dem Jahr 2020 innerfamiliäre Konflikte abgezeichnet hätten. Die Tochter des Beschwerdeführers sei im Zeitpunkt des Urteils 14 Jahre alt, besuche im Schuljahr 2022/2023 die 9. Klasse eines Gymnasiums in der Türkei, stehe am Ende der obligatorischen Schulzeit und sei noch nie in der Schweiz gewesen. Daher hätte ein Familiennachzug erhebliche Integrationsschwierigkeiten zur Folge. Daran ändere nichts, dass die Tochter im Schuljahr 2022/2023 Deutsch als zweite Fremdsprache in der Schule gelernt habe. Weiter kam die Vorinstanz in Würdigung von Arztberichten der Tochter zum Ergebnis, allfällige psychische Probleme - gemäss Bestätigung vom 9. September 2022: Eine posttraumatische Belastungsstörung infolge unzureichender und instabiler familiärer Beziehungen - würden keine ausländerrechtlich relevante Kindeswohlgefährdung begründen. Aus den Akten ergebe sich nicht, inwiefern der Verbleib bei der Mutter das Kindeswohl beeinträchtige. Ausserdem würde der Umzug zum Verlust des bisherigen Umfelds und der Hauptbetreuungsperson führen.