Citation: 9C_696/2022 E. 3.2.2

3.2.2. Diese Argumentation des Beschwerdeführers vermag ebenfalls nicht zu überzeugen. Vorab ist festzuhalten, dass die hälftige Aufteilung des Kinderabzugs eine bewusste Pauschalierung des Gesetzgebers darstellt. Die Sozialabzüge berücksichtigen die Situation der Steuerpflichtigen nur schematisch und anhand von Pauschalen. Insbesondere kennt das DBG keinen besonderen Sozialabzug zur Berücksichtigung der direkten Unterhaltskosten des unterhaltsleistenden Elternteils. Aus PraktikabiIitätsgründen wird dabei vernachlässigt, dass derjenige, der die Unterhaltsbeiträge leistet, darüber hinaus auch noch weitere kinderbedingte Aufwendungen hat. Die direkten Unterhaltskosten, für die der Unterhaltsbeiträge schuldende Elternteil während der alternierenden Obhut aufkommt, sind somit nicht Gegenstand besonderer Sozialabzüge. Diese Kosten berechtigen nicht zum Kinderabzug (vgl. oben E. 2.4.1 u. 2.4.2). Aus dem Kumulationsverbot ergibt sich, dass die Geltendmachung von Unterhaltsbeiträgen nicht nur die Inanspruchnahme des ganzen Kinderabzugs ausschliesst, sondern auch nur des hälftigen Abzugs. Ebenso wenig kann der zahlende Elternteil freiwillig auf die Geltendmachung der Unterhaltsbeiträge verzichten und stattdessen den Kinderabzug beanspruchen. Dies gilt auch dann, wenn der unterhaltsIeistende Ehegatte im Rahmen der gemeinsamen elterlichen Sorge sowie der alternierenden Obhut zusätzliche Auslagen hat (vgl. oben E. 2.4.2 u. 2.4.3).