Citation: 7B_965/2024 E. 6

Der Beschwerdeführer sieht eine weitere Verletzung von Art. 221 Abs. 2 StPO darin, dass kein Kurzgutachten vor der Haftanordnung eingeholt wurde. Diese Rüge ist unbegründet. Das Gesetz schreibt nicht vor, dass die Anordnung von Haft nur dann erfolgen darf, wenn (bereits) ein Gutachten vorliegt. Soweit wie hier eine solche (erneute) Begutachtung für die Beurteilung der Legalprognose als notwendig erscheint, hat diese mit Blick auf das Beschleunigungsgebot in Haftsachen rasch zu erfolgen (Urteile 7B_49/2024 vom 2. Februar 2024 E. 3.3; 7B_1022/2023 vom 11. Januar 2024 E. 4.2.2; 1B_493/2020 vom 8. Oktober 2020 E. 3.5). Dies wird auch von der Vorinstanz ausdrücklich anerkannt, die festhält, "eine weitere Einschätzung durch psychiatrische Fachpersonen in Form eines Vorabgutachtens oder einer Vorabstellungnahme [müsse] unverzüglich in die Wege geleitet werden". Dem ist zuzustimmen, da mit Blick auf die Verhältnismässigkeit der Haft unabdingbar ist, dass schnellstmöglich ein (ergänzendes) Gutachten vorliegt. Dies gilt insbesondere angesichts des Umstands, dass das bereits vorliegende, zumindest in zeitlicher Hinsicht aktuelle Gutachten dem Beschwerdeführer eine grundsätzlich positive Legalprognose ausstellt.