Citation: 2C_392/2017 E. 2.5.2

2.5.2. Weiter führen die Beschwerdeführer aus, falls der Einspracheentscheid am Eröffnungsdatum im Büro des Vertreters nicht mit einem Eingangsstempel versehen oder anderweitig registriert worden sei, habe sich für ihn später überhaupt kein Hinweis mehr auf eine mögliche Diskrepanz zwischen Eröffnungsdatum und Verfügungsdatum ergeben. Eine Registrierung von Verfügungen beim Empfänger dränge sich im Übrigen nur auf, wenn der Fristenlauf nach Tagen ab Eröffnung der Rechtsmittelfrist auf der Verfügung unmissverständlich genannt werde. Dieses Vorbringen ist schon deshalb unbegründet, weil es auf einer unzutreffenden Auffassung hinsichtlich der im Behördenverkehr und insbesondere in Rechtsmittelverfahren erforderlichen Sorgfalt beruht. Unabhängig davon, ob eine Verfügung datiert ist oder gar das Ende der Frist für die Erhebung eines allfälligen Rechtsmittels nennt, gehört es zu den elementaren Sorgfaltspflichten nicht nur eines Anwalts, sondern jedes berufsmässigen Vertreters, in der einen oder anderen Form (insbes. durch Anbringen eines Eingangsstempels) für die Dokumentierung des Datums der Zustellung behördlicher Akte besorgt zu sein. Wenn dies hier unterblieben sein sollte und dem Vertreter deshalb die Ungereimtheit hinsichtlich der Beschwerdefrist (gemäss Rechtsmittelbelehrung 30 Tage, gemäss aufgedrucktem Datum 46 Tage) nicht bewusst geworden sein sollte, so liegt schon darin eine prozessuale Unsorgfalt, welche zum Verpassen der Rechtsmittelfrist führte.