Citation: 2C_517/2017 E. 5.2.2

5.2.2. Eine Ausreise aus der Schweiz würde die Trennung des Beschwerdeführers von seiner Tochter C.________ nach sich ziehen. Der Beschwerdeführer hat nicht lange mit ihr zusammengelebt, denn bereits am 24. August 2010 war die gerichtliche Trennung von seiner ersten Ehefrau erfolgt. Davor hatte der Beschwerdeführer sechs Monate lang seine Freiheitsstrafe aus der Verurteilung vom 3. August 2007 verbüsst. Aus dem Scheidungsurteil vom 11. Oktober 2011 geht hervor, dass der Beschwerdeführer zunächst ein eingeschränktes Besuchsrecht erhielt (ein Nachmittag pro Woche sowie ein ganzer Tag pro Monat). Später wurde das Besuchsrecht ausgeweitet; Ende 2014 erhielten der Beschwerdeführer und seine Ex-Ehefrau 2014 das gemeinsame Sorgerecht über die Tochter C.________. Indessen liegt keine alternierende Obhut vor, weshalb Folgendes gilt: Der nicht sorge- oder obhutsberechtigte Elternteil eines niedergelassenen ausländischen Kindes hat gestützt auf Art. 8 Ziff. 1 EMRK einen Anspruch auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung nur unter der Voraussetzung, dass er sich "tadellos" im Sinn der Rechtsprechung verhalten hat und zwischen ihm und seinem Kind in wirtschaftlicher und affektiver Hinsicht eine besonders enge Beziehung besteht, die wegen der Distanz zwischen der Schweiz und dem Herkunftsland dieses Elternteils praktisch nicht aufrecht erhalten werden könnte (BGE 143 I 21 E. 5.2 S. 27 und E. 5.3 S. 28; 142 II 35 E. 6.2 S. 47; 140 I 145 E. 3.2 S. 147; 139 I 315 E. 2.2 S. 319). Üben die Eltern die Sorge gemeinsam aus, was gemäss Art. 296 Abs. 2 ZGB seit dem 1. Januar 2014 den gesetzlichen Regelfall darstellt (vgl. Urteil 5A_781/2015 vom 14. März 2016 E. 3.2.3), hat dies auf die zitierte Rechtsprechung keine Auswirkung, soweit die Obhut nicht alternierend ausgeübt wird. Liegt also die faktische Obhut zum überwiegenden Teil beim anderen (in der Schweiz verbleibenden) Elternteil, ändert das gemeinsame Sorgerecht nichts daran, dass die familiäre Beziehung zwischen dem ausreisepflichtigen Elternteil und seinem Kind unter dem Gesichtspunkt von Art. 8 EMRK auch vom Ausland her gepflegt werden kann (BGE 143 I 21 E. 5.5 S. 29 ff.). Diese Rechtsprechung muss sich der Beschwerdeführer entgegenhalten lassen. Er kann den Kontakt mit seiner Tochter über die Landesgrenzen hinweg aufrechterhalten.