Citation: 2C_878/2018 E. 5.3

5.3. Im Weiteren ist unbestritten, dass die Beschwerdeführerin in der Türkei bereits einmal verheiratet war, wobei diese Ehe, in welcher die Beschwerdeführerin geschlagen und gequält wurde (act. 12/10/25), am 1. Juni 2004 geschieden wurde. Eine konkrete Beschreibung der psychischen Gewalt, welche C.________ gegenüber der Beschwerdeführerin ausgeübt haben soll, fehlt in sämtlichen ins Recht gelegten Berichten. Ausserdem hat die Beschwerdeführerin in ihrem Schreiben vom 22. März 2017 an das Migrationsamt, rund dreieinhalb Monate nach dem Vorfall vom 8. Dezember 2016 und der räumlichen Trennung von ihrem Ehemann, psychische Gewalt seitens des Ehemannes mit keinem Wort erwähnt, sondern von Ehekrise gesprochen, welche primär darauf zurückzuführen sei, dass die Schwiegermutter und die beiden Töchter des Ehemannes sich in ihre Beziehung einmischten. Ausserdem hielt sie fest, der Ehewille sei nicht erloschen, sie wolle die Ehe retten, sie (die Ehegatten) würden sich ab und zu treffen und regelmässig telefonieren und eine Scheidung sei kein Thema. Diese Ausführungen stehen in Widerspruch zum geltend gemachten "Martyrium", welches die Beschwerdeführerin während der Ehe in der Schweiz erlitten haben soll, und den Ausführungen von D.________ vom 9. Mai 2018, wonach die Beschwerdeführerin sechs Mal aus der Wohnung geworfen worden sei, sie (die Tante) nicht habe zu Besuch kommen dürfen und zuhause Überwachungskameras installiert gewesen seien. Selbst im gemäss E-Mail der FIZ vom 16. Mai 2018 angeblichen, ersten Entwurf des genannten Schreibens an das Migrationsamt wird keine psychische Gewalt seitens des Ehemannes geltend gemacht, abgesehen davon, dass es bemerkenswert erscheint, dass mehr als ein Jahr nach Versand des Schreibens an das Migrationsamt noch ein Entwurf desselben im EDV-System der FIZ vorhanden sein soll (vgl. Beschwerde S. 7). Demzufolge ist die Beweiswürdigung der Vorinstanz, wonach psychische Gewalt im Rahmen der Ehe mit C.________ nicht nachgewiesen ist, nicht offensichtlich unhaltbar und damit nicht willkürlich, sondern vertretbar und bundesrechtskonform.