Citation: 2C_412/2022 E. 4.1.2

4.1.2. Praxisgemäss kann diese Verjährungsfrist gehemmt und unterbrochen werden. Eine Hemmung erfolgt durch die Stillstandszeiten gemäss Art. 145 Abs. 1 lit. a-c ZPO, wodurch sich die Verjährungsfrist jährlich um 62 Tage verlängert. Da der Nachzahlungsanspruch auch dann eine öffentlich-rechtliche Forderung des Gerichtskantons darstellt, wenn die unentgeltliche Prozessführung in einem Zivilprozess gewährt wurde (BGE 138 II 506 E. 1), kann die Verjährung durch sämtliche Handlungen unterbrochen werden, mit denen die Forderung in geeigneter Weise beim Schuldner geltend gemacht wird; die Unterbrechungsgründe sind demnach zahlreicher als im Privatrecht (BGE 141 V 487 E. 2.3; 133 V 579 E. 4.3.1; zum Ganzen Urteil 2C_529/2016 vom 22. Juli 2016 E. 2 m.w.H. auf Rechtsprechung und Lehre). Hier muss hinsichtlich des ersten Teilbetrags nicht auf eine Hemmung gemäss jährlichem Stillstand (vgl. oben E. 3.2.4) abgestellt werden. Das am 13. August 2021 erfolgte Gesuch der Zentralen Inkassostelle der kantonalen Gerichte kann ohne Weiteres als genügende Unterbrechungshandlung eingestuft werden, welche die sonst am 31. August 2021 eingetretene Verjährung verhindert hat. Somit verstösst der angefochtene Entscheid diesbezüglich nicht gegen Bundesrecht.