Citation: 1C_144/2014 E. 3

Vorliegend sind keine besonderen Gründe des Vertrauensschutzes erkennbar, die nach Treu und Glauben (Art. 9 BV) berücksichtigt werden müssten. Hierfür kann auf die zutreffenden Erwägungen des Verwaltungsgerichts verwiesen werden (E. 4). Die dagegen vorgebrachten Einwände der Beschwerdeführerin sind unbehelflich: Zwar geht die Projektierung des Bauvorhabens auf das Jahr 2004 zurück; das damalige Baugesuch für drei Mehrfamilienhäuser wurde jedoch (nach Erlass einer Planungszone für einen Teil der Bauparzelle durch den Gemeinderat Lauterbrunnen) zurückgezogen und ein neues Baugesuch für zwei Mehrfamilienhäuser eingereicht, welches am 22. Juni 2006 bewilligt wurde. Damals verzichtete die Beschwerdeführerin somit selbst auf die Realisierung des dritten Mehrfamilienhauses, mit der Folge, dass die dafür aufgewendeten Projektierungskosten vergebens waren. Ein neues Baugesuch für das dritte Mehrfamilienhaus wurde erst am 8. Juni 2011 eingereicht. Dieses Datum liegt zwar kurz vor dem Beschluss der Bundesversammlung vom 17. Juni 2011, mit der die Initiative "Schluss mit uferlosem Bau von Zweitwohnungen" zur Ablehnung empfohlen wurde, aber erhebliche Zeit nach der Publikation des Zustandekommens der Volksinitiative im Bundesblatt vom 18. Januar 2008 (BBl 2008 1113). Insofern musste die Beschwerdeführerin damals bereits mit der Möglichkeit der Annahme der Initiative rechnen. Dass die kantonalen Amtsstellen auch nach dem Abstimmungstermin noch davon ausgingen, dass Art. 75b BV nicht unmittelbar anwendbar sei bzw. keine Anwendung auf hängige Baugesuche finde, und das Baubewilligungsverfahren daher nicht sistierten, spielt keine Rolle: Zum einen ist nicht ersichtlich, inwiefern sich die Beschwerdeführerin auf diese Rechtsauffassung verlassen durfte; zum anderen belegt sie auch nicht, welche erheblichen Dispositionen sie im Vertrauen darauf getätigt hat.