Citation: 6B_797/2020 E. 5.3

5.3. Das angefochtene Urteil verletzt in diesem Punkt kein Bundesrecht. Nach der Rechtsprechung setzt die Annahme des Versuchs des qualifizierten Delikts voraus, dass der Täter die Grenze, welche die einfache von der qualifizierten Tatbegehung trennt, überschritten hat. So hat das Bundesgericht entschieden, dass versuchter lebensgefährlicher Raub erst bejaht werden kann, wenn der Täter damit begonnen hat, das Opfer einer unmittelbaren Lebensgefahr auszusetzen (BGE 120 IV 113 E. 1.b; Urteile 6S.499/1999 vom 4. August 1999 E. 1.a; 6S.868/1998 vom 4. März 1999 E. 3.e; je mit Hinweis). Dies ist vorliegend der Fall. Der Beschwerdeführer und B.________ betraten das Restaurant, um es zu überfallen. Sie waren maskiert, trugen Handschuhe und waren bewaffnet. Die Vorinstanz weist in diesem Zusammenhang zutreffend darauf hin, dass bei einem Raub mit vorgehaltener Pistole erfahrungsgemäss die Möglichkeit der Gegenwehr der Opfer besteht. Der Beschwerdeführer bestreitet nicht, dass er mit seiner geladenen und noch nicht gespannten Schusswaffe im Lokal in eine Rauferei mit zwei Mitarbeitenden geriet. Bei noch nicht gespanntem Hahn besteht zwar eine konkrete, hingegen noch nicht eine sehr naheliegende Gefahr, dass sich bei der Bedrohung des Opfers mit vorgehaltener Waffe ein Schuss lösen könnte. Treten indessen weitere Umstände (z.B. bewusste Entsicherung oder Kraftaufwendung oder gleicher ungewollter Erfolg etwa, wenn sich der Täter auf ein Handgemenge einlässt) hinzu, besteht die sehr nahe oder unmittelbare Gefahr einer Schussauslösung; dann liegt eine konkrete Gefahr für das Leben des Opfers nahe (vgl. BGE 120 IV 113 E. 1.b; 117 IV 419 E. 4.c; Urteil 6S.670/1994 vom 3. Mai 1995 E. 2.b.bb). Damit hat der Beschwerdeführer - entgegen seiner Auffassung - bereits indem er sich mit der geladenen Schusswaffe in der Hand auf ein solches Handgemenge im Lokal einliess, zumindest die Mitarbeiter des Restaurants einer unmittelbaren Lebensgefahr i.S.v. Art. 140 Ziff. 4 StGB ausgesetzt, auch wenn die Waffe zu Beginn dieser Rauferei noch ungespannt war. Da der Beschwerdeführer mit der Tatausführung des lebensgefährlichen Raubs somit (spätestens) ab seiner Einlassung in das Handgemenge begonnen hatte, ist hier die Frage seiner späteren Schussabgabe nicht weiter zu vertiefen. Die diesbezüglichen Vorbringen des Beschwerdeführers sind folglich unbehelflich.