Citation: 6B_483/2014 E. 1.5.4

1.5.4. Im Rahmen der Feststellung des zweiten Kollisionsortes macht der Beschwerdeführer geltend, die vorinstanzliche antizipierte Beweiswürdigung verletze sein rechtliches Gehör. Die Rüge ist begründet. Im vorinstanzlichen Entscheid fehlt eine nähere Auseinandersetzung mit der Längswurfweite des Opfers. Ebenso lässt die Vorinstanz im Gegensatz zum Bezirksgericht Bremgarten die relevante Frage nach der Geschwindigkeit des ersten Fahrzeugs unbeantwortet. Fest steht, mit welcher ungefähren Geschwindigkeit das Opfer die Strasse betrat. Ebenso ist (auch mit Blick auf die erstinstanzlichen Erwägungen) davon auszugehen, dass die Vorinstanz zur Geschwindigkeit des ersten Personenwagens Feststellungen treffen kann. Weiter ist bekannt, wie und in welchem Bereich das Opfer vom ersten Fahrzeug erfasst wurde. Die Vorinstanzen stützen sich diesbezüglich auf das Gutachten des IRM Bern. Besagte Expertise geht zudem davon aus, dass das Opfer die Fahrbahn in einem flachen Winkel in Richtung Dintikon überquerte (S. 12). Damit sind (zusammen mit der Grösse des Opfers und dem konkreten Unfallfahrzeug) mehrere relevante Faktoren verfügbar oder feststellbar. Das Parteigutachten bemisst die Längswurfweite auf ca. 9 - 12 m. Eine gerichtliche Expertise zur Beantwortung der Wurfweite erscheint nicht von vornherein als untauglich. Indem der Beschwerdeführer den Verzicht darauf als Gehörsverletzung rügt, verhält er sich entgegen der Auffassung der Beschwerdegegner 1 - 3 nicht treuwidrig. Zum einen ging die erste Instanz von einer Wurfweite des Opfers von 9 m aus. Zum andern beantragte der Beschwerdeführer vor Vorinstanz ausdrücklich eine Expertise für den Fall, dass den Schlussfolgerungen des Privatgutachtens zur Wurfweite nicht gefolgt würde (Berufungsantwort S. 6). Indem die Vorinstanz darauf verzichtet, verletzt sie das Recht des Beschwerdeführers, mit erheblichen Beweisanträgen zur Wurfweite des Opfers gehört zu werden. Zu keiner anderen Beurteilung führen die Aufzeichnungen im Situationsplan sowie der von der Vorinstanz zitierte Zeuge. Insbesondere steht mit dessen Aussage, wonach sich das Opfer in der Luft überschlagen habe, eine Wurfweite von mehreren Metern nach wie vor im Raum. Die Vorinstanz wird zur Feststellung der Wurfweite des Opfers eine sachverständige Person beiziehen müssen.