Citation: 8C_287/2022 E. 5.1.3

5.1.3. Die Vorinstanz stellte aktenkonform fest, dass im psychiatrischen ZMB-Teilgutachten die anhaltende somatoforme Schmerzstörung ebenfalls auf die Schussverletzung zurückgeführt worden sei. Zusätzlich habe der Experte einen Status sowohl nach posttraumatischer Belastungsstörung als auch nach Diagnose einer andauernden Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung festgehalten. Im ABI-Gutachten vom 17. September 2012 sei angegeben worden, so die Vorinstanz weiter, dass in der Zeit nach dem ZMB-Verlaufsgutachten ausschliesslich noch eine somatoforme Schmerzstörung habe diagnostiziert werden können. Damit im Einklang habe der psychiatrische estimed-Gutachter dargelegt, dass sowohl die posttraumatische Belastungsstörung als auch eine Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung samt depressiver Symptomatik inzwischen vollumfänglich abgeklungen seien. Den Verlauf beurteilte der Experte dahingehend, dass zumindest seit 2001 auch keine depressive Symptomatik mehr aufgetreten zu sein scheine und sich eine solche im Gutachtenszeitpunkt nicht mehr explorieren liesse. Der anhaltenden somatoformen Schmerzstörung mass er keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zu. Dementgegen bestand aus Sicht der Experten des ZMB aufgrund des psychiatrischen Krankheitsbildes eine erheblich verminderte Arbeitsfähigkeit. Insofern liegt nicht bloss eine andere Beurteilung eines identischen Sachverhalts vor, wenn ärztliche Experten im Verlaufe der Zeit einem nach wie vor bestehenden Leiden keinen oder nur noch reduzierten Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit einräumen und von einer entsprechenden wesentlichen Verbesserung des Gesundheitszustandes ausgehen (Urteil 8C_59/2019 vom 17. Mai 2019 E. 5.1 mit Hinweis). Dass sich seit dem ABI-Gutachten vom 17. September 2012 keine wesentliche gesundheitliche Veränderung mehr begründen lässt, wurde im angefochtenen Entscheid nicht in Abrede gestellt. Vielmehr hielt die Vorinstanz in diesem Zusammenhang fest, dass sich die Stellungnahme von Dr. med. C.________, RAD, vom 8. Februar 2019, worin sie eine Veränderung des Gesundheitszustands verneinte, auf die Sachverhaltsentwicklung seit der Begutachtung in der ABI bezog. Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers lässt sich demnach hieraus nichts zu seinen Gunsten ableiten. Wenn die Vorinstanz vor diesem Hintergrund eine wesentliche Veränderung des Gesundheitszustands im Sinne eines Revisionsgrunds nach Art. 17 Abs. 1 ATSG bejahte, ist dies weder willkürlich noch anderweitig bundesrechtsverletzend.