Citation: 6B_1293/2023 E. 1.1

1.1. Der Beschwerdeführer wendet sich gegen die Anordnung der Landesverweisung. Er macht zusammengefasst geltend, indem die Vorinstanz eine Landesverweisung vorsehe, weil sie von überwiegenden öffentlichen Interessen ausgehe, verletze sie Art. 66a Abs. 2 StGB, den Verhältnismässigkeitsgrundsatz (Art. 5 Abs. 2 BV) und sein Recht auf Achtung des Familienlebens (Art. 13 BV sowie Art. 8 Ziff. 1 und 2 EMRK). Insbesondere stelle sie lediglich auf das von ihr als gewichtig erachtete öffentliche Interesse ab und lasse dabei das konkrete Ausmass der persönlichen Härte der Landesverweisung unberücksichtigt. Im Rahmen der Härtefallprüfung mache die Vorinstanz zwar einige Ausführungen zu seiner Situation und bejahe den Härtefall. Allerdings stelle dieses blosse Aufführen der privaten Interessen bei der Härtefallprüfung noch keine Interessenabwägung dar. Ausserdem vertrete die Vorinstanz zu Unrecht die Ansicht, bei gewichtigem öffentlichem Interesse sei das konkrete Ausmass der persönlichen Härte nicht ausschlaggebend. Deshalb gelange sie bereits nach Erörterung der öffentlichen Interessen zum Schluss, er müsse des Landes verwiesen werden, ohne sämtliche privaten Interessen im Detail abzuwägen und die Zumutbarkeit der Landesverweisung hinreichend zu prüfen. Bei der Gewichtung der Tatschwere lasse die Vorinstanz den vorangehenden massiven Angriff der späteren Geschädigten auf ihn ausser Acht. Ihre Schlussfolgerung, er habe mit erschreckender Gewaltbereitschaft gehandelt, sei daher willkürlich. Zudem schliesse sie lediglich aufgrund lange zurückliegender Vorstrafen (grösstenteils blosse SVG-Delikte) und eines seine neueste persönliche Entwicklung nicht berücksichtigenden Gutachtens auf seine vermeintliche Gefährlichkeit. Es sei willkürlich, dass die Vorinstanz einzig auf das gutachterliche Fazit zum Rückfallrisiko abstelle, ohne seine seitherige Entwicklung zu berücksichtigen. Er habe sein Leben neu ausgerichtet: Er konsumiere kein Kokain mehr, sei nun verheiratet, habe zwei Kinder und gehe einer geregelten Arbeitstätigkeit nach. Seit der Tat habe er sich wohl verhalten. Insofern könne der vorinstanzlichen Erwägung, er sehe sich nicht veranlasst, die geltende Rechtsordnung zu respektieren, nicht gefolgt werden. Die Anlasstat sei ein sich nicht wiederholendes Einzelereignis in seinem Leben; davor sei er denn auch nie gewalttätig gewesen. Schliesslich komme die Vorinstanz ihrer Begründungspflicht gemäss Art. 112 Abs. 1 lit. b BGG nicht ausreichend nach. Ihre Interessenabwägung sei äusserst summarisch sowie mangelhaft. Sie nehme keine ausreichende Verhältnismässigkeitsprüfung nach Art. 8 Ziff. 2 EMRK vor und trage dem Kindeswohl nicht hinreichend Rechnung. Schliesslich seien die Integrationsaussichten für die ganze Familie entgegen der vorinstanzlichen Schlussfolgerung nicht positiv.