Citation: 6B_1047/2015 E. 3.1

3.1. Der Beschwerdeführer stellt sich zunächst auf den Standpunkt, die der A.________ Ltd. von den Kunden übertragenen Geldbeträge seien mangels eines gültigen Vertrages nicht anvertraut gewesen. In dieser Hinsicht ist einzuräumen, dass die zwischen dem Beschwerdeführer sowie dem Mitangeklagten X.________ seitens der A.________ Ltd. und den Anlegern getroffenen Vereinbarungen, welche einerseits die Investition der übertragenen Gelder in sichere Anlagen mit einem Rating von mindestens S&P A oder Moody's A2 und andererseits garantierte Renditen von jährlich 24% bzw. 18% vorsahen (angefochtenes Urteil S. 20 ff.), widersprüchlich sind. Derartige Renditen sind, wie der Beschwerdeführer grundsätzlich zu Recht vorbringt (Beschwerde S. 7 f.), wenn überhaupt, dann nur unter Eingehung erheblicher Risiken erzielbar. Doch kann dies entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers nicht zu einer Verneinung der Werterhaltungspflicht führen. Denn aus dem Umstand, dass die Einhaltung des Zinsversprechens ohne Eingehung erheblicher Risiken zumindest unwahrscheinlich war, lässt sich nicht ableiten, der Beschwerdeführer und der Mitangeklagte X.________ hätten mangels eines schutzwürdigen Treueverhältnisses mit den Kundengeldern nach Belieben verfahren dürfen (vgl. BGE 92 IV 174 E. 2). Dasselbe gilt in Bezug auf die Kündigung des Agreements durch B.________, zumal der Kunde nach den tatsächlichen Feststellungen der Vorinstanz im Glauben, dass nunmehr wie vereinbart ein MTN-Programm beginne, an der Kündigung nicht festgehalten hat bzw. die Parteien die Vereinbarung stillschweigend erneuert haben (angefochtenes Urteil S. 18, 47). Aus den Kundenprofilen ergibt sich nach den tatsächlichen Feststellungen der Vorinstanz, dass diese für ihre Geschäfte kein Risiko gewollt bzw. nicht über ein konservatives oder mittleres Risiko hinausgehen wollten (angefochtenes Urteil S. 20 f.). An der Verbindlichkeit dieses Risikoprofils ändert dessen Verbindung mit den überzogenen Renditevereinbarungen nichts, zumal im Zweifel jeweils eine konservativere Strategie zu verfolgen ist (JEAN-MARC SCHALLER, Handbuch des Vermögensverwaltungsrechts, 2013, N 263). Im Übrigen wird dem Beschwerdeführer und dem Mitangeklagten X.________ nicht vorgeworfen, dass sie die versprochenen Renditen nicht erzielt haben, sondern dass sie die Gelder teils in ungesicherte Anlagen investiert, teils für private Belange verwendet und keinerlei Anstalten getroffen haben, die Vermögenswerte oder auch nur die Darlehenszinsen zurückzuerhalten. Die Vermögenswerte waren dem Beschwerdeführer von den Kunden mithin zweifellos mit der Verpflichtung übergeben worden, sie in ihrem Interesse zu verwalten oder sie jedenfalls zurückzugeben. Sie waren ihm mithin anvertraut. Wie die Vorinstanz zutreffend festhält (angefochtenes Urteil S. 48), waren damit private Barbezüge, ungesicherte Darlehen und (höchst-) risikoreiche Investitionsprojekte ausgeschlossen (angefochtenes Urteil S. 18 f.). Nicht zu beanstanden ist das angefochtene Urteil auch, soweit die Vorinstanz den Beschwerdeführer nicht bloss als untergeordnete Randfigur, sondern - jedenfalls ab Anfang Oktober 2007, in welchem Zeitpunkt die Kundengelder auf dem Konto bei der Bank H.________ gepoolt wurden, wie den Mitangeklagten X.________ als Hauptbeteiligten betrachtet, dem die Vermögenswerte anvertraut gewesen sind. Wie die Vorinstanz konnte und durfte der Beschwerdeführer zusammen mit dem Mitangeklagten X.________ über die Vermögenswerte verfügen und war bei allen Zahlungen vom Bank H.________-Konto aus dem Vermögenssubstrat von B.________ und den Brüdern E.________ in der einen oder anderen Weise beteiligt (angefochtenes Urteil S. 38). Dieser Schluss ist jedenfalls nicht schlechthin unhaltbar. Dass der Beschwerdeführer erst im September 2008 als Organ der A.________ Ltd. im Handelsregister eingetragen wurde, ändert daran nichts, da er auch zuvor schon Zugang zum Konto der Bank H.________ hatte und über die Vermögenswerte verfügen konnte (vgl. BGE 133 IV 21 E. 6.2).