Citation: 4A_187/2009 14.07.2009 E. 2

2.1 Das Kantonsgericht führte aus, streitig sei die Haftung der Beschwerdeführerin für die Überschreitung des Kostenvoranschlages im Rahmen der Planung und Realisierung eines Umbauprojekts aufgrund eines mit ihr unter Übernahme der SIA-Norm 102 abgeschlossenen Architekturvertrages, der alle vom Architekten typischerweise zu erbringenden Leistungen umfasse. Vorliegend sei die Verletzung der vertraglichen Pflicht des bauleitenden Architekten zur Kostenkontrolle im weiteren Sinne der massgebende Haftungsgrund. Der beauftragte Architekt habe im Rahmen des ihm erteilten Auftrags auch ohne besondere Vereinbarungen eine Kostenberechnung anzustellen und die Baukosten ständig darauf zu überprüfen, ob sie sich im Rahmen des Voranschlags halten. Ziff. 4.4.4 der von den Parteien übernommenen SIA-Norm 102 sehe während den Phasen der Realisierung unter der Bauleitung laufende Kostenkontrollen vor. Demgemäss habe der Beschwerdeführerin in ihrer bauleitenden Funktion als Grundleistung allgemein die Leitung und Koordination der Spezialisten oblegen. Bereits die Grundleistung von SIA 102 Ziff. 4.2.5, wonach der Architekt die durch die Spezialisten erstellten Kostenvoranschläge in den Gesamtkostenvoranschlag einzubeziehen habe, lege nahe, dass sich auch die Kostenkontrolle in der Ausführungsphase darauf erstrecke. Die Beschwerdeführerin habe daher als Bauleiterin auch die Kosten der Fachplaner und Spezialisten (Bau-, Elektro-, Heizungs- und Sanitäringenieur, Küchenplaner und Bühnenplaner) überwachen müssen. Dies ergebe sich auch daraus, dass nur die Beschwerdeführerin, welche die Baubuchhaltung habe führen müssen, in der Lage gewesen sei, aufgrund dieser Buchhaltung zu prüfen, ob der Gesamtkostenvoranschlag respektive eine allfällige Baukostenlimite eingehalten werde oder nicht. Der Beschwerdeführerin habe deshalb oblegen, die Spezialisten zu leiten, zu mahnen und dafür zu sorgen, dass sie rechtzeitig ausmessen, abrechnen und ihr rapportieren. 2.2 Die Beschwerdeführerin wendet ein, von ihr hätte nicht verlangt werden können, die von den Fachplanern vorgenommenen Planungen, Kostenvoranschläge, Ausmasse und Rechnungstellungen auf Schritt und Tritt nachzuvollziehen und zu prüfen, da es sonst die Fachplaner nicht mehr brauche. Aus diesem Grund bestimme die von der Vorinstanz angerufene SIA Norm 102 Ziff. 4.2.5, dass der Architekt die Kostenvoranschläge der Fachplaner in seinen Kostenvoranschlag "einbeziehe". Dieser Einbezug bedeute nicht, dass dem Architekt insoweit eine Kontrollfunktion zukomme, da die Fachplaner direkt gegenüber der Bauherrin verantwortlich seien. Der Architekt habe daher die Zahlen der Fachplaner bloss abzuschreiben. 2.3 Die Beschwerdeführerin lässt ausser Acht, dass das Kantonsgericht nicht von ihr verlangte, die Kostenvoranschläge der Fachplaner auf ihre Richtigkeit hin zu überprüfen, weshalb unerheblich ist, ob eine Verpflichtung dazu bestand. Dass die Beschwerdeführerin grundsätzlich verpflichtet war, die Gesamtkosten zu überwachen, bestreitet sie nicht. Demnach verletzte das Kantonsgericht kein Bundesrecht, wenn es von ihr verlangte, im Rahmen der Kostenüberwachung fortlaufend zu prüfen, ob die tatsächlichen Baukosten die Kostenvoranschläge - auch diejenigen der Fachplaner und Spezialisten - überschreiten.