Citation: 4A_260/2014 E. 4.3

4.3. Für die Zeit nach dem 25. Geburtstag ging die Beschwerdeführerin weiterhin von einer Beschäftigung von 100 % aus. Die Beschwerdegegnerin machte dagegen geltend, die Annahme, die Beschwerdeführerin wäre bis Alter 64 durchgehend zu 100 % berufstätig gewesen, sei unrealistisch. Es arbeiteten nur ein kleiner Teil der Frauen zu 100 % und bei den verheirateten Frauen und speziell bei den Müttern sei es statistisch nur eine kleine Zahl. Für die Beschwerdeführerin bestehe dieselbe Wahrscheinlichkeit einer Familienpause wie für die meisten anderen Frauen auch, wobei diese Familienwahrscheinlichkeit in ausgesprochen ländlichen Gegenden vermutlich immer noch grösser sei, als in metropolitanen Räumen und Agglomerationen. Demgemäss nahm die Beschwerdegegnerin an, die Klägerin hätte von Alter 25 (in dem sie geheiratet hätte und Mutter geworden wäre) bis 30 nicht gearbeitet, von 30 bis 35 zu 33 % und von 35 bis 40 zu 67 % sowie anschliessend zu 60 % bis zur Pensionierung. Die Vorinstanz entnahm der Tabelle " Erwerbsquoten nach Geschlecht, Nationalität, Altersgruppen, Familientyp (je-d-03.01.02.02) " (http://www.bfs. admin.ch/bfs/portal/de/index/themen/00/09/blank/ind42.indicator.420007.420002.html) sowie der Tabelle " Beschäftigungsgrad nach Geschlecht, Nationalität, Altersgruppen, Familientyp (je-d-03.02.01.15) " (http://www.bfs. admin.ch/bfs/portal/de/index/themen/03/02/blank/data/03.html) die Prozentzahl der erwerbstätigen Frauen und deren Beschäftigungsgrad und berechnete gestützt darauf den durchschnittlichen Beschäftigungsgrad nach Altersgruppen. Gestützt darauf und auf die Medianwerte der Bruttolöhne der jeweiligen Altersgruppen kalkulierte sie den um die Lohndiskriminierung bereinigten Frauen Bruttolohn. Die so berechneten Werte verglich sie wieder mit den Behauptungen der Parteien und stellte auf sie ab, sofern die Beschwerdeführerin nicht weniger verlangt hatte. Waren beide Parteien von einem höheren Wert ausgegangen, stellte sie auf den von der Beschwerdegegnerin angenommenen Betrag ab. Gestützt darauf berechnete sie das Nettoeinkommen, welches sie für die Zeit nach dem Rechnungstag (3. März 2014) nach Aktivität und temporär bis zum Erreichen des AHV-Alters kapitalisierte.