Citation: U 444/99 04.08.2000 E. 4

4.- Der Vorinstanz ist schliesslich darin beizupflichten, dass die SUVA auch für allfällige psychische Unfallfolgen nicht aufzukommen hat. a) Nachdem schon das Kantonsspital Y.________ am 8. Mai 1991 und Dr. med. C.________ am 17. September 1991 auf eine psychogene Komponente hingewiesen hatten, stellte die Rehabilitationsklinik E.________ mit Bericht vom 9. März 1992 eine Konversionssymptomatik fest, welche allerdings am abklingen war. Nach der Rückfallmeldung vom 20. Dezember 1995 wurden erneut Zeichen einer psychogenen Ursache der Beschwerden festgestellt. Die von der MEDAS angeordnete psychiatrische Abklärung durch Dr. med. B.________ führte zur Diagnose einer konversionsneurotischen Entwicklung bei einer emotional instabilen Persönlichkeit. Nach Auffassung des Psychiaters erreichen die festgestellten psychischen Störungen Krankheitswert und beeinträchtigen die Arbeitsfähigkeit in erheblichem Masse; aus psychiatrischer Sicht ist von einer Arbeitsunfähigkeit von 50 % auszugehen, wobei anzunehmen ist, dass der Beginn der Arbeitsunfähigkeit schon einige Jahre zurückliegt. Zur Unfallkausalität der psychischen Störungen spricht sich der Bericht naturgemäss nicht aus. Zumindest eine Teilkausalität zwischen den bestehenden psychischen Störungen und den Unfällen vom 15. Januar 1991 und 23. Januar 1996 erscheint auf Grund der diagnostizierten Leiden nicht als ausgeschlossen. Von weiteren Abklärungen, wie sie der Beschwerdeführer verlangt, kann indessen abgesehen werden, weil jedenfalls die Adäquanz des Kausalzusammenhangs zu verneinen ist, wie sich aus dem Folgenden ergibt. b) Die beiden Unfälle sind als leicht, allenfalls als mittelschwer im Grenzbereich zu den leichten Unfällen zu qualifizieren. Die adäquate Kausalität wäre daher praxisgemäss nur zu bejahen, wenn ein einzelnes unfallbezogenes Kriterium in besonders ausgeprägter Weise erfüllt wäre oder die nach der Rechtsprechung massgebenden Kriterien in gehäufter oder auffallender Weise gegeben wären (BGE 115 V 140 Erw. 6c). So verhält es sich jedoch nicht. Die Unfälle waren weder besonders eindrücklich noch ereigneten sie sich unter besonders dramatischen Umständen. Auch hat sich der Beschwerdeführer keine schweren und insbesondere nicht solche Verletzungen zugezogen, die erfahrungsgemäss psychische Fehlentwicklungen auslösen. Von einer ärztlichen Fehlbehandlung kann nicht die Rede sein, ebensowenig von einem schwierigen Heilungsverlauf und erheblichen Komplikationen. Die ärztliche Behandlung dauerte - bezogen auf die einzelnen Unfälle - nicht ungewöhnlich lange und beschränkte sich in der Hauptsache auf Physiotherapie und chiropraktische Massnahmen. Nicht erfüllt ist auch das Kriterium von Grad und Dauer der Arbeitsunfähigkeit. Der Beschwerdeführer hatte die Arbeit bereits am 30. September 1991 teilzeitlich wieder aufgenommen, nachdem Dr. med. C.________ am 17. September 1991 mitgeteilt hatte, das milde Sturzereignis vom 16. Januar 1991 habe beim Versicherten eine psychische Beschwerdebereitschaft aktiviert, die zu einer Periost-Reizung der ganzen LWS mit Übergriff auf das Sakrum geführt habe; therapeutisch sollte der Patient so rasch wie möglich die Arbeit wieder aufnehmen, wenn auch vorerst nur zu 25 % und hernach steigend. Die in der Folge vorgesehene Steigerung der Arbeitsfähigkeit auf 100 % konnte nicht realisiert werden, weil der Beschwerdeführer die ihm vom bisherigen Arbeitgeber angebotene Stelle ablehnte. Anschliessend war er mit Unterbrüchen wegen Arbeitslosigkeit offenbar vollzeitlich bei verschiedenen andern Arbeitgebern tätig. Soweit es zu vorübergehenden Arbeitsunfähigkeiten kam, waren sie nach dem Gesagten nicht auf das versicherte Unfallereignis vom 16. Januar 1991 zurückzuführen und haben bei der Adäquanzbeurteilung ausser Betracht zu bleiben. Das Gleiche gilt bezogen auf den Unfall vom 23. Januar 1996 für die Arbeitsunfähigkeit ab dem 22. Juli 1996, welche zudem mindestens teilweise psychisch bedingt war. Schliesslich ist nicht anzunehmen, dass der Beschwerdeführer an Dauerschmerzen leidet, hat er sich doch wiederholt vorübergehend als praktisch beschwerdefrei bezeichnet. Selbst wenn seit dem zweiten Unfall ständige Beschwerden bestanden haben sollten, ist das Kriterium der Dauerschmerzen jedenfalls nicht in besonders ausgeprägter Weise erfüllt. Da weder ein einzelnes Kriterium in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist noch die zu berücksichtigenden unfallbezogenen Kriterien in gehäufter oder auffallender Weise gegeben sind, ist die Adäquanz des Kausalzusammenhangs zwischen den psychischen Beeinträchtigungen und den Unfällen vom 15. Januar 1991 und 23. Januar 1996 zu verneinen.