Citation: 2C_348/2020 E. 6.4.5

6.4.5. Die kantonalen Behörden durften ohne Rechtsverletzung auf die strafrechtlichen Entscheide abstellen, nachdem das Bezirksgericht es trotz der von den Gutachtern abweichenden Einschätzung der behandelnden Ärzte am 8. Januar 2018 abgelehnt hatte, nachträglich eine Massnahme im Sinn von Art. 59 oder 61 StGB anzuordnen, und das Obergericht das Revisionsgesuch seinerseits am 29. November 2016 mit der Begründung abgewiesen hatte, den gerichtlich angeordneten Gutachten seien keine Anhaltspunkte zu entnehmen, die eine Änderung der Sanktion bzw. eine Reduktion des Strafmasses rechtfertigen könnten. Ob gestützt auf die Gutachten der behandelnden Ärzte eine Massnahmenbedürftigkeit zum Zeitpunkt des Strafurteils bestand, hatten die zuständigen Strafbehörden zu beurteilen und bildet nicht Gegenstand des ausländerrechtlichen Verfahrens. Die Vorinstanz durfte gestützt auf die strafrechtlichen Entscheide in antizipierter Beweiswürdigung auch davon absehen, ein Obergutachten zur psychischen Situation des Beschwerdeführers einzuholen (vgl. BGE 144 II 427 E. 3.3 S. 435; 141 I 60 E. 3.3 S. 64; 136 I 229 E. 5.3 S. 263); die Aktenlage war diesbezüglich genügend aussagekräftig. Es erübrigt sich deshalb, die Sache zur Einholung eines Obergutachtens an die Vorinstanz zurückzuweisen bzw. den Sachverhalt diesbezüglich selber zu ergänzen (Art. 105 Abs. 2 BGG; vgl. vorstehende E. 4.2).