Citation: 6B_1068/2022 E. 2.2

2.2. Die Vorinstanz fasst zunächst den bisherigen Vollzugsverlauf des Beschwerdeführers zusammen, wobei sie teilweise auf den Entscheid der SID verweist, und gibt die massgebenden Ausführungen des Sachverständigen im forensisch-psychiatrischen Gutachten vom 22. November 2021 wieder. Sie gelangt nach Würdigung des Gutachtens zum Schluss, dass dieses sich als sorgfältig, umfassend und fundiert erweist sowie in allen Punkten nachvollziehbar und überzeugend erscheint, weshalb sie bei ihrer Beurteilung auf die gutachterlichen Erkenntnisse abstellt (Beschluss S. 7 ff.). Die Vorinstanz erwägt, dem Beschwerdeführer sei zweifelsohne eine positive Entwicklung seit 2017 zu attestieren, so habe phasenweise eine störungsorientierte und ansatzweise deliktsorientierte Therapie über einen längeren Zeitraum durchgeführt werden können. Jedoch spreche sich der Sachverständige trotz erfreulicher Fortschritte in aller Deutlichkeit gegen eine bedingte Entlassung des Beschwerdeführers aus der Verwahrung aus. Trotz der positiven Entwicklungen sei nicht zu verkennen - so die Vorinstanz weiter -, dass die diagnostizierte kombinierte Persönlichkeitsstörung mit emotional-instabilen und dissozialen Anteilen im aktuellen Gutachten bestätigt werde und der Beschwerdeführer nach wie vor nur eingeschränkt in der Lage sei, Stress adäquat zu bewältigen, insbesondere, wenn es zu kritischen Situationen komme. Er zeige immer noch eine klare Tendenz für impulsives und unbeherrschtes Handeln und es bestehe bei ihm weiterhin ein hoher Behandlungsbedarf. Der Sachverständige stelle fest, dass die aktuelle Stressbewältigung des Beschwerdeführers im Falle einer Entlassung in die Freiheit nicht ausreichen würde, um den zu erwartenden Stressoren entsprechend entgegenwirken zu können. Eine langsame Sozialisierung und (schrittweise) Vorbereitung des Beschwerdeführers auf die künftigen Stressoren sei auch ihrer Ansicht nach - so die Vorinstanz - von höchster Wichtigkeit. Als unabdingbar erweise sich dabei auch die Einhaltung einer Alkohol- und Drogentotalabstinenz, womit ebenso die Totalabstinenz von Cannabis gemeint sei. Der Beschwerdeführer zeige diesbezüglich ein ambivalentes Verhalten, das darauf schliessen lasse, dass er die Notwendigkeit einer Totalabstinenz sowohl von (jeglichen) Drogen als auch von (jeglichem) Alkohol nach wie vor nicht einsehe und eine solche gestützt darauf immer noch nicht zweifelsfrei bestätigt werden könne. Eine Totalabstinenz sei jedoch unerlässlich und prognoserelevant, zumal im Gutachten prognostiziert werde, dass das Risiko für Gewaltdelikte, die eine schwere körperliche Schädigung des Opfers nach sich ziehen könnten, beim Beschwerdeführer als hoch zu beurteilen sei, sofern er zum jetzigen Zeitpunkt bedingt entlassen würde, dies insbesondere, wenn es zu Alkohol- und Drogenrückfällen kommen sollte. Das Vollzugsverhalten des Beschwerdeführers erweise sich angesichts der mehrfachen Disziplinierungen nicht als unproblematisch. Vollzugslockerungen hätten ihm bisher noch nicht gewährt werden können, weshalb auch seine Steuerungsfähigkeit in einem weniger strukturierten Setting noch nie habe überprüft werden können. Gegen eine bedingte Entlassung spreche aktuell auch die zukünftige Lebenssituation des Beschwerdeführers. Insgesamt sei sie, so die Vorinstanz, vom künftigen Wohlverhalten des Beschwerdeführers (noch) nicht überzeugt. Es bestehe weiterhin eine hohe Behandlungsbedürftigkeit, sodass ein strukturiertes Setting unabdingbar sei, um mittels weiterer Therapiemassnahmen die angefangene positive Entwicklung fortsetzen zu können und dadurch das Rückfallrisiko für die Begehung neuerlicher Gewaltdelikte (weiter) minimieren zu können. Dadurch, dass der Beschwerdeführer auch im eng strukturieren Rahmen nach wie vor von Drogen (Cannabis) nicht totalabstinent sei und dies - ebenso in Bezug auf Alkohol - in Zukunft auch nicht sein wolle, bestehe die ernsthafte Gefahr für weitere Gewaltdelikte, die geeignet seien, die psychische und physische Integrität einer anderen Person schwer zu beeinträchtigen. Eine günstige Prognose, wie sie Art. 64a Abs. 1 StGB verlange, sei aus diesen Gründen nicht zu bejahen (Beschluss S. 24 ff.).