Citation: 2C_159/2023 E. 5.3

5.3. Der Beschwerdeführer rügt, die Vorinstanz habe ihm zu Unrecht keine positive Zukunftsprognose gestellt. Er macht geltend, es bestehe aktenkundig keine Rückfallgefahr, bei den drei nach der Tat im 2009 erwirkten Verurteilungen handle es sich um Bagatelldelikte und seit 2014 sei er straffrei. Dem kann nicht gefolgt werden. Einerseits kommt dem Wohlverhalten während des Strafvollzugs und der strafrechtlichen Probezeiten und unter dem Druck eines hängigen ausländerrechtlichen Verfahrens praxisgemäss ohnehin nur eine untergeordnete Bedeutung zu (Urteile 2C_568/2021 vom 17. August 2022 E. 5.2.5; 2C_609/2020 vom 1. Februar 2021 E. 5.6 f., je mit Hinweisen). Der Beschwerdeführer aber hat sich nicht einmal im Strafvollzug tadellos verhalten, sondern wurde wegen Tätlichkeit mit einem Mitinsassen und mehrfachen unerlaubten Besitzes eines Mobiltelefons diszipliniert. Auch seine bedingte Entlassung wurde zunächst wegen einer Auseinandersetzung im häuslichen Bereich, bei der die Polizei intervenieren musste, widerrufen und hernach nur unter Auflagen (andere Wohnung als die Familie, Besuch einer Therapie) bewilligt (angefochtener Entscheid E. 4.3.2). Andererseits hat sich der Beschwerdeführer von der ausländerrechtlichen Verwarnung im Jahr 2006 keineswegs beeindrucken lassen, sondern hernach sein schwerstes Verbrechen verübt. Selbst nach dieser Tat im Jahr 2009 hat er drei weitere Bussen gegen sich erwirkt. Wenn die Vorinstanz somit schliesst, der zur Verurteilung führende Vorfall vom 8. August 2009 und das nachfolgende Strafverfahren hätten keine Verhaltensänderung bewirkt und eine positive Zukunftsprognose verneint, ist das nicht zu beanstanden, da sie den Sachverhalt frei würdigen darf. Auch wenn die Risikoabklärung der Fachkommission des Strafvollzugskonkordats Nordwest- und Innerschweiz dem Beschwerdeführer im ausserhäuslichen Bereich eine geringe Rückfallgefahr attestieren mag, kann dies nicht darüber hinwegtäuschen, dass dieselbe Risikoabklärung ihm im häuslichen Bereich eine nicht auszuschliessende Rückfallgefahr prognostiziert (angefochtener Entscheid E. 4.3.2). Dass die Vorinstanz dies zum Anlass nimmt, um auf eine nicht zu vernachlässigende Gefahr erneuter Gewalttaten zum Nachteil von Dritten zu schliessen, ist nicht zu beanstanden, zumal sie nicht an die Risikoabklärung gebunden ist. Eine solche bedeutet nicht, dass im migrationsrechtlichen Sinne ebenfalls keine Gefahr mehr von ihm ausgeht (BGE 137 II 233 E. 5.2.2; Urteile 2C_123/2023 vom 4. Juli 2023 E. 5.3; 2C_378/2022 vom 2. Mai 2023 E. 4.4.1). Die Vorinstanz durfte somit bundesrechtskonform auf ein Rückfallrisiko schliessen bzw. die positive Zukunftsprognose verneinen.