Citation: 6B_70/2023 E. 3.1

3.1. Der Beschwerdeführer wendet gegen die Verwertung der Aussagen des Zeugen H.________ weiter ein, die Strafverfolgungsbehörden hätten diesem für den Fall einer Aussage zugesichert, ihn in ein Zeugenschutzprogramm aufzunehmen. Die Aufnahme ins Zeugenschutzprogramm sei für H.________ Voraussetzung ("conditio sine qua non") für seine Aussagen gewesen. Mit der Zusage der Aufnahme in das Zeugenschutzprogramm habe die Staatsanwaltschaft H.________ einen gesetzlich nicht vorgesehenen Vorteil versprochen und damit gegen Art. 140 Abs. 1 StPO verstossen. Zwingende Voraussetzung hierfür sei bei einer ausländischen Person der Besitz oder die Möglichkeit der Erteilung eines gültigen Aufenthaltstitels. Die Vorinstanz habe sich geweigert, die Migrationsakten beizuziehen. Da H.________ am 30. August 2012 wegen mehrfachen, teilweise versuchten Raubes zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren verurteilt worden sei und gemäss eigenen Angaben über kein Geld verfügt und gesundheitliche Probleme gehabt habe, seien auch die Voraussetzungen von Art. 28 und Art. 62 Abs. 1 lit. b, c und e des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer und über die Integration (Ausländer- und Integrationsgesetz, AIG; SR 142.20) für einen Aufenthaltstitel nicht erfüllt, weshalb H.________ nicht in ein Zeugenschutzprogramm hätte aufgenommen werden dürfen. Das Zeugenschutzprogramm diene nicht dazu, die Voraussetzungen für die Erteilung eines Aufenthaltstitels erst herbeizuführen. Dies widerspreche der gesetzlichen Konzeption von Art. 20 des Bundesgesetzes vom 23. Dezember 2011 über den ausserprozessualen Zeugenschutz (ZeugSG; SR 312.2) und Art. 28 AIG. H.________ habe zudem nicht geltend gemacht, er sei im Falle einer Aussage gegen ihn oder die anderen Beschuldigten im vorliegenden Verfahren gefährdet. Mit der Aufnahme in das Zeugenschutzprogramm habe er ausschliesslich verhindern wollen, dass er nach Verbüssung der gegen ihn zu vollziehenden Freiheitsstrafe aus der Schweiz weggewiesen werde, da er in Serbien keine Zukunft habe, wieder kriminell werden müsste und er dort aufgrund der Kooperation mit den Strafbehörden in einem anderen Strafverfahren um sein Leben fürchte.