Citation: 1B_312/2021 E. 2.4

2.4. Die Vorinstanz gelangt hingegen in ihrer vorläufigen Beweiswürdigung als Haftprüfungsinstanz zum Schluss, es bestehe der dringende Verdacht, dass die Beschuldigten, darunter der Beschwerdeführer, für die massiven Verletzungen an Köpfen und Oberkörpern der Geschädigten strafrechtlich verantwortlich seien. Aufgrund der medizinischen Berichte sei davon auszugehen, dass die Täterschaft mit stumpfer Gewalt (mutmasslich mit Holzstöcken oder anderen Schlagwerkzeugen) auf die Geschädigten eingewirkt habe. Was die Beteiligung des Beschwerdeführers angeht, stützen sich Vorinstanz und Staatsanwaltschaft primär auf die belastenden Aussagen der Geschädigten, den polizeilichen Spurenbericht (vom Tatort und von sichergestellten Kleidern und Schuhen der Beteiligten) und die medizinischen Untersuchungsberichte. Die drei Beschuldigten hätten sich nach den bisherigen Erkenntnissen Zugang zu einem bereits in seinem Zimmer schlafenden Geschädigten verschafft, "offenbar, ohne sich irgendwie zu erklären". Da dies an einen "überfallartigen Auftritt" erinnere, erscheine der Umstand, dass ein sich ebenfalls in der Wohnung befindlicher Geschädigter seine beiden Brüder zur Hilfe gerufen habe, als eine "noch angemessene Reaktion auf eine Provokation" der Beschuldigten. Dies gelte umso mehr, als der ursprüngliche Zweck ihrer Intervention (Verhinderung eines Wasserschadens) offenbar gar nicht mehr aktuell gewesen sei. Ein derart harsches Eindringen in eine fremde Wohnung habe von den Geschädigten jedenfalls als unrechtmässiger Eingriff empfunden werden können. Dass dies auch gewalttätigen Widerstand von Betroffenen provozieren könne, liege auf der Hand und müsse auch dem Beschwerdeführer klar gewesen sein. Wer von den verschiedenen beteiligten Kontrahenten anschliessend die "eigentliche Schlägerei" begonnen habe, lasse sich angesichts der widersprüchlichen Aussagen der Beteiligten wohl nicht mehr abschliessend klären. Zwar könne - aufgrund der vorläufigen summarischen Prüfung durch das Obergericht als Haftprüfungsinstanz - nicht ausgeschlossen werden, dass zwei der alarmierten Geschädigten mit einem Stuhl und zwei Messern bewaffnet hinzugetreten seien. Die sich spätestens in diesem Zeitpunkt abzeichnende Gewalteskalation, bei lautem verbalem Streit, habe die drei Beschuldigten jedoch "immer noch nicht" dazu bewogen, ihre Intervention in der fremden Wohnung abzubrechen, obwohl ihnen dies offenbar noch leicht möglich und zumutbar gewesen wäre. Statt dessen hätten die Beschuldigten das Erscheinen der beiden alarmierten Geschädigten offenbar zum Anlass genommen, "sich ihrerseits (soweit nicht bereits mitgebracht) mit Holzstöcken oder Ähnlichem zu bewaffnen, ansonsten die den Geschädigten in der anschliessenden Schlägerei zugefügten Verletzungen kaum zu erklären wären". Im Gegensatz zu den fünf Geschädigten habe keiner der Beschuldigten nennenswerte Verletzungen davongetragen. Selbst wenn auch Geschädigte bewaffnet aufgetreten wären, hätte hier - bei summarischer Prüfung - auch "keine eindeutige Notwehrsituation" zugunsten der Beschuldigten vorgelegen. Bei dieser vorläufig zu würdigenden Beweislage sei nach Ansicht des Obergerichtes derzeit vom dringenden Tatverdacht auszugehen, dass sich der Beschwerdeführer der Mittäterschaft oder Teilnahme an mehrfacher versuchter schwerer Körperverletzung, mehrfacher qualifizierter einfacher Körperverletzung und Angriff schuldig gemacht haben könnte.