Citation: 5C.100/2000 20.07.2000 E. 4

4.- Zur vorausgesetzten Schuldlosigkeit im Sinne von aArt. 152 ZGB hat das Kantonsgericht unter Verweis auf seine bisherigen Ausführungen festgehalten, das Scheitern der Ehe der Parteien sei auf objektive und subjektive Ursachen zurückzuführen; das Verschulden der Beklagten trete dabei gegenüber den objektiven Faktoren und dem Verschulden des Klägers in den Hintergrund und erscheine als untergeordnet im Sinne der Rechtsprechung (E. 4a S. 24 f. des angefochtenen Urteils). Die beantwortete Frage ist für die Beurteilung der Scheidungsschuld im Sinne der aArt. 151 f. ZGB falsch gestellt: Anspruchsberechtigt ist der Ehegatte, dessen Verschulden ohne ganz nebensächlich zu sein, nur eine untergeordnete Rolle gespielt hat, und für sich allein ("en soi", BGE 103 II 168 E. 2 S. 169) nicht zur Scheidung geführt hätte; ob sein Verschulden an sich noch als leicht erscheint, ist nicht bloss durch einen Vergleich mit dem Verschulden des andern Ehegatten zu ermitteln, sondern es ist als solches zu würdigen (statt vieler: Lüchinger/Geiser, N. 3 zu aArt. 152 i.V.m. N. 4 zu aArt. 151 ZGB). Die Fremdbeziehung der Beklagten hat auf Grund ihrer Intensität die eheliche Gemeinschaft als umfassende und vorrangige Beziehung der Partner in Frage gestellt und ist damit klar ehewidrig (vgl. Bühler/Spühler, Berner Kommentar, Ergänzungsband, N. 76 f. zu aArt. 142 ZGB mit Nachweisen). Dass sie für sich allein bereits als Scheidungsgrund genügt hätte, steht damit ausser Zweifel. Fehlt es folglich an der Voraussetzung der Schuldlosigkeit, entfällt mit dem Anspruch auf Unterhaltsbeiträge auch derjenige auf Teilhabe an der Austrittsleistung der Pensionskasse des andern Ehegatten (aArt. 22 FZG; BGE 124 III 52 E. 2b S. 55 mit Hinweis).