Citation: 2C_644/2022 E. 7.2.4

7.2.4. Schliesslich bestehen auch keine (ausreichenden) Hinweise auf die vom Beschwerdeführer vorgebrachte biografische Kehrtwende (vgl. hierzu Urteil 2C_568/2021 vom 11. August 2022 E. 4.3 m.H.) : Gemäss eigenen Angaben sei der Beschwerdeführer aufgrund einer tiefen Lebenskrise als Folge seiner familiären Situation in die Delinquenz geraten. Nachdem er in Österreich aufgewachsen sei, sei er mit vier Jahren zu seinen Grosseltern in die Türkei "abgeschoben" worden. Zwar sei er mit 10 Jahren nach Österreich zurückgekehrt, dort habe er aber keinen Halt im Familiensystem gefunden und er sei deshalb früh in die Drogenszene geraten. Demgegenüber stellte die Vorinstanz jedoch verbindlich fest, dass der Beschwerdeführer in Österreich beruflich integriert war, als er delinquierte. Im Zeitpunkt seiner schwersten Verurteilung zu 15 Jahren Freiheitsstrafe war er bereits über 30-jährig. Auch nach seiner Heirat mit der Beschwerdeführerin wurde er, wenn auch in geringerem Ausmass, einschlägig rückfällig. Die Verbüssung seiner letzten Freiheitsstrafe liegt noch nicht weit zurück, wobei sich der Beschwerdeführer gemäss den vorinstanzlichen Feststellungen bezüglich seiner Delinquenz teils (weiterhin) uneinsichtig zeigte. Daraus, dass der Beschwerdeführer ehrlich reflektiere, vermag er in diesem Zusammenhang nichts abzuleiten. In der Unterstützung, die der Beschwerdeführer seiner Ehegattin (und deren Familie) offensichtlich bietet (nachstehende E. 7.3.1), kann ein stabilisierender Faktor gesehen werden. Eine nachhaltige Verhaltensänderung, wie es eine biografische Kehrtwende voraussetzt (vgl. Urteile 2C_568/2021 vom 17. August 2022 E. 4.3 und 5.2.6; 2C_952/2019 vom 8. Mai 2020 E. 4.1.4), ist damit jedoch noch nicht ausgewiesen.