Citation: 6B_1300/2020 E. 1.2

1.2. Die Vorinstanz hält fest, der Beschwerdeführer habe den objektiven Tatbestand von Art. 119 Abs. 1 AuG erfüllt, indem er sich am Bahnhof U.________ und damit ausserhalb des Eingrenzungsgebiets der Gemeinde W.________ aufgehalten habe. Betreffend den subjektiven Tatbestand erwägt sie, der Beschwerdeführer habe anlässlich seiner ersten polizeilichen Einvernahme am 25. Juli 2018 ausgesagt, es sei ihm bewusst, dass er das Gebiet der Gemeinde W.________ nicht verlassen dürfe und er die Eingrenzung als illegal erachte und nicht akzeptiere. Die Frage, ob er bewusst gegen die Eingrenzung verstossen habe, als er das Gemeindegebiet von W.________ verlassen habe, habe er bejaht. Zudem habe er angekündigt, dass er sich nicht an die Eingrenzung halten werde ("Wie erwähnt, wir können dieses Gesetz vergessen. Ich werde mich nicht an die Eingrenzung halten. Ich war bereits schon bis zum Maximum im Gefängnis und ich weiss, dass das nicht korrekt ist"). Demgegenüber habe der Beschwerdeführer im weiteren Verfahren bestritten, das Eingrenzungsgebiet bewusst verlassen zu haben. Er habe geltend gemacht, die ihm ausgehändigte Karte, auf welcher das Gemeindegebiet abgebildet ist, sei in einem schrecklichen Zustand gewesen. Es seien keinerlei Strassennamen ersichtlich und auch der Grenzverlauf sei darauf nicht klar erkennbar gewesen, weshalb er gar nicht habe wissen können, wo er hingehe und wo die Gemeindegrenze von W.________ verlaufe. Letztere sei auch nicht auf dem Navigationsgerät auf seinem Mobiltelefon ersichtlich. Diese spätere, gegenüber seinem anfänglichen Geständnis völlig konträre Darstellung sei als nachgeschobene Schutzbehauptung zu qualifizieren (angefochtenes Urteil S. 9 ff. E. 3.1 ff.). Selbst wenn man über das anfängliche Eingeständnis, vorsätzlich gehandelt zu haben, hinwegsehen würde, läge, so die Vorinstanz weiter, eine eventualvorsätzliche Tatbegehung vor. Namentlich habe der Beschwerdeführer im Tatzeitpunkt bereits mehr als zehn Monate in der Gemeinde W.________ gelebt und damit über zumindest rudimentäre Ortskenntnisse verfügen müssen. Auf der ihm ausgehändigten Karte sei der markante Verkehrsknotenpunkt im Norden des Eingrenzungsgebiets deutlich erkennbar gewesen und er hätte sich im Vorfeld seines Ausflugs auf seinem Mobiltelefon mit Navigationsgerät oder beim Betreuungspersonal der Notunterkunft über den Grenzverlauf der Gemeinde informieren können. Da er gänzlich davon abgesehen habe, sich in irgendeiner Form über den Grenzverlauf zu informieren und in seiner Ahnungslosigkeit einfach losgezogen sei, habe er mit der Möglichkeit rechnen müssen, das Eingrenzungsgebiet zu verlassen. Dennoch habe er eine beträchtliche Gehdistanz von mehr als drei Kilometern zurückgelegt. Dies lasse darauf schliessen, dass es den Beschwerdeführer schlicht nicht gekümmert habe, ob sich sein Ziel noch innerhalb des Eingrenzungsgebiets befinde, womit er ein Verlassen in Kauf genommen habe (angefochtenes Urteil S. 11 ff. E. 3.5).