Citation: 8C_143/2015 E. 5.2.2

5.2.2. Wie aus dem dargelegten Ablauf hervorgeht, erhob die Versicherte gegen die Verfügung der SUVA vom 14. Mai 2007, mit welcher gestützt auf das Verlaufsgutachten des Dr. med. D.________ vom 21. Februar 2007 die Invalidenrente auf 20 % festgesetzt worden war, Einsprache. Sie hatte bereits vor Erlass der Verfügung Einwendungen gegen das Verlaufsgutachten vom 21. Februar 2007 erhoben und referenzierte auch in der Einsprache mehrfach auf das Gutachten des Dr. med. D.________ vom 8. März 2005, welches mit den Berichten der behandelnden Ärztinnen und Ärzte übereinstimme und von einer Arbeitsfähigkeit von 50 % ausgehe. Auf dieser Basis wurden dann auch die Vereinbarung vom 19./21. August 2009 abgeschlossen und die Verfügung vom 7. September 2009 erlassen. Dem Sachverhalt, von welchem die Parteien beim Abschluss der Vereinbarung ausgegangen sind, lag das Gutachten des Dr. med. D.________ vom 8. März 2005, nicht das Verlaufsgutachten vom 21. Februar 2007 zu Grunde. Wenn nun die Beschwerdeführerin geltend macht, für die revisionsrechtlich relevante Frage der Verbesserung des Gesundheitszustandes sei nicht das Gutachten vom 8. März 2005, sondern das im Zeitpunkt der ursprünglichen Rentenverfügung vom 7. September 2009 bereits vorhandene Verlaufsgutachten vom 21. Februar 2007 massgebend, verhält sie sich widersprüchlich und damit rechtsmissbräuchlich. Auch der Private ist im Verkehr mit den Behörden an Treu und Glauben gebunden (Art. 5 Abs. 3 BV; SVR 2011 EL Nr. 7 S. 21, 9C_999/2009 E. 6.2 mit Hinweisen), wobei ein im öffentlichen Recht ebenfalls anerkannter Ausfluss davon das Verbot widersprüchlichen Verhaltens ist und in Anlehnung an die privatrechtliche Doktrin zu Art. 2 Abs. 2 ZGB die Widersprüchlichkeit auf der Unvereinbarkeit zweier Verhaltensweisen beruhen kann (Urteil 8C_927/2010 vom 13. September 2011 E. 7.1 mit Hinweisen; Gächter, Rechtsmissbrauch im öffentlichen Recht, 2005, S. 194 ff, S. 207 f.). Es geht nicht an, sich im Revisionsverfahren auf ein Gutachten zu berufen, das beim Sachverhalt, welcher der Vereinbarung vom 19./21. August 2009 und somit der Verfügung vom 7. September 2009 wegen eigener Beanstandungen nicht berücksichtigt wurde. Solches Verhalten verdient keinen Rechtsschutz.