Citation: I 643/00 23.10.2001 E. 2

2.- Streitig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf Übernahme der Kosten für invaliditätsbedingt zu leistende Betreuung in Hauspflege durch die Invalidenversicherung hat. a) Selbst wenn es auf Grund des Wortlauts der seit 1. Juli 1991 in Kraft stehenden Fassung von Art. 4 IVV - im Gegensatz zu der zuvor gültig gewesenen Version (vgl. ZAK 1992 S. 86) - nicht mehr ins Auge springen mag, ergibt sich aus einer am höherrangigen Gesetz orientierten Auslegung (BGE 115 V 295 Erw. 3d) ohne weiteres, dass diese Bestimmung (unter Vorbehalt des hier nicht in Frage stehenden Art. 11 IVG) nur die in Hauspflege durchgeführten medizinischen Massnahmen (im Sinne von Art. 12 oder 13 IVG) beschlagen kann (BGE 120 V 284 Erw. 3a mit Hinweis; AHI 2000 S. 24 Erw. 2b). Die verordnungsmässige Vergütung von Hauspflege gemäss Art. 4 IVV entbindet daher nicht vom Grunderfordernis, dass medizinische Massnahmen im Rechtssinne (nach Art. 12 oder 13 IVG) durchgeführt werden. Art. 4 IVV begründet demnach keinen von medizinischen Massnahmen losgelösten selbstständigen Anspruch auf zu Hause durchgeführte Krankenpflege. Ist anderseits das Grunderfordernis der Durchführung einer medizinischen Massnahme gegeben, kann im Rahmen von Art. 4 IVV nicht nur die Behandlungs-, sondern auch die bei Durchführung einer medizinischen Massnahme erforderliche Grundpflege entschädigt werden (BGE 120 V 284 f. Erw. 3b; AHI 2000 S. 24 f. Erw. 2b; vgl. auch Meyer-Blaser, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, Zürich 1997, S. 112). b) Während die IV-Stelle im kantonalen Beschwerdeverfahren geltend gemacht hat, da nicht ersichtlich sei, inwiefern ärztlicherseits in Hauspflege durchzuführende medizinische Massnahmen angeordnet worden wären, fehle es bereits an der Grundvoraussetzung für die Übernahme von Betreuungskosten in Hauspflege, bejahte die Vorinstanz zwar das Vorliegen invaliditätsbedingt durchgeführter medizinischer Massnahmen, verneinte indessen deren Zusammenhang mit dem behaupteten Mehraufwand bei den alltäglichen Verrichtungen des Ankleidens, Essens sowie Wickelns und bezifferte den relevanten Betreuungsaufwand gemäss Abklärungsbericht vom 9. November 1999 auf insgesamt eine Stunde und 42 Minuten. In der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird demgegenüber vorgebracht, die Mutter des Versicherten führe medizinische Massnahmen im Sinne des Art. 13 IVG durch, indem sie sowohl auf Weisung des Therapeuten zu Hause physiotherapeutische Übungen wiederhole, als auch nach ärztlicher Anweisung alle sechs Wochen zu Diagnosezwecken während 24 Stunden Urinproben sammle. Das Grunderfordernis der Durchführung einer medizinischen Massnahme in Hauspflege sei demnach zu bejahen, weshalb rechtsprechungsgemäss nebst der Behandlungs- auch die Grundpflege im Rahmen eines sich gemäss Abklärungsbericht vom 17. März 2000 auf gesamthaft zwei Stunden und zwölf Minuten belaufenden Betreuungsaufwandes zu entschädigen sei.