Citation: 4A_228/2018 E. 3.4.1

3.4.1. Die Vorinstanz hielt weiter fest, das Gutachten habe die Erstinstanz nicht davon entbunden zu beurteilen, ob sich die Parteien im Vergleichszeitpunkt des Risikos einer gravierenden Verschlechterung des Gesundheitszustandes bewusst gewesen seien. Die erstinstanzliche Beweiswürdigung sei schlüssig und im Ergebnis - nämlich dass sich die Beschwerdeführerin vor Unterzeichnung der Vereinbarung der Labilität ihres Gesundheitszustands respektive der Möglichkeit einer gravierenden Verschlechterung desselben bewusst gewesen sei - zutreffend. Dies insbesondere unter Berücksichtigung des Berichts von Dr. F.________ vom 23. September 2000, dem sich entnehmen lasse, dass die Beschwerdeführerin wenige Monate vor Abschluss des Vergleichs in der psychotherapeutischen Arbeit eine Grenze gezogen und die Therapie abgebrochen habe, "da es wahrscheinlich um die Thematisierung von Inhalten gehen würde, die sie als zu bedrohend erlebe, als dass sie sich die Bearbeitung zutrauen würde", und sie "Angst [habe], dass sich dadurch gravierende Verschlimmerungen ihres Gesundheitszustandes einstellen könnten". Dr. F.________ habe die langfristige Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin nur noch in der Grössenordnung von 50 % angesiedelt. Der Vergleichsabschluss sei - nach Rückfall Ende 1999, nur Stabilisierung auf mittlerem Niveau und Therapieabbruch - in einer Phase erfolgt, in der ihre gesundheitliche Verfassung labil erschienen sei und eine positive Entwicklung nicht als feststehend habe angenommen werden können. Die Vorbringen der Beschwerdeführerin, im Zeitpunkt der Vergleichsunterzeichnung habe sie die eingetretene gesundheitliche Entwicklung nicht in Betracht ziehen oder für möglich erachten können und müssen, erwiesen sich demnach als unbegründet.