Citation: 4A_412/2019 E. 6.2

6.2. Die Beschwerdeführerin kritisiert die vorinstanzlichen Anforderungen an die Substanziierung und rügt Verletzungen von Art. 55 und 221 ZPO. In Zusammenhang mit der Netzeinbettung und der Putze rügt sie zusätzlich Verletzungen von Art. 152 und 183 ZPO. Sie bringt vor, sie habe im Rahmen der Replik dargelegt, dass der Kapillarschnitt dem Schutz vor aufsteigender Feuchtigkeit diene und seit geraumer Zeit den in der Schweiz anerkannten Regeln der Baukunde entspreche. Da nur fachkundige Personen darüber Auskunft geben könnten, habe sie die Einvernahme der beiden Privatgutachter D.________ und E.________ sowie die Anordnung einer Expertise beantragt. Dass eine ausreichende Perimeterdämmung eine anerkannte Regel der Baukunde darstelle, habe sie ebenfalls ausgeführt und mit zahlreichen Beweisofferten belegt. Die Pläne der Beschwerdegegnerin, auf die sie ohnehin keinen Zugriff habe und die sie mangels Fachwissen nicht interpretieren könne, könnten die mangelnde bzw. unterlassene Planung von Perimeterdämmungen gar nicht aufzeigen. Betreffend die Netzeinbettung bringt die Beschwerdeführerin vor, ihre Behauptung, deren Nichteinbringung stelle eine Verletzung der Regeln der Baukunde dar, sei eine hinreichend präzisierte Tatsachenbehauptung, welche ohne Weiteres dem Beweis zugänglich sei. Die Erwägung der Vorinstanz, wonach sie keine Beweise genannt habe, sei falsch, habe sie doch die Einvernahme der beiden vorgenannten Experten sowie die Anordnung einer Expertise beantragt. Im Übrigen habe das Handelsgericht in unzulässiger Weise ihrem Entscheid nicht offengelegtes eigenes Wissen zugrunde gelegt, indem es davon ausging, dass die Netzeinbettung keinen zentralen Arbeitsschritt darstelle. Auch ihre Ausführungen in Bezug auf die Schwedenschnitte und Gleitlager erachte die Beschwerdeführerin als genügend substanziiert. Sie habe insbesondere die diesbezüglichen Vorbringen der Beschwerdegegnerin bestritten und festgehalten, dass ohne die Vornahme von Schwedenschnitten infolge der Bewegung der Bauteile gegeneinander Risse sowie Putzablösungen an den Wänden auftreten würden, womit die Schwedenschnitte zwingend hätten ausgeführt werden müssen. In der Replik habe sie auch - mit Bezugnahme auf das Gutachten von D.________ - ausgeführt, dass die Beschwerdegegnerin offensichtlich weder geprüft habe, ob die Gleitlager korrekt eingebaut worden seien, noch auf die mangelhafte Ausführung hingewiesen habe. Ihre Ausführungen habe sie mit entsprechenden Beweisofferten belegt. Weiter habe sie ausführlich dargetan, dass der Putz unzureichend bis nach unten geführt worden sei. Dafür habe sie entgegen der Auffassung der Vorinstanz die Einvernahme der Privatgutachter sowie die Anordnung einer Expertise beantragt. Wie auch schon in Bezug auf die Netzeinbettung bringt die Beschwerdeführerin vor, dass diese Mängel sicherlich nicht auf den Plänen der Beschwerdegegnerin ersichtlich seien, weshalb der Begründung der Vorinstanz für den Verzicht auf die Beweisabnahme nicht gefolgt werden könne. Im Übrigen sei für die Beurteilung der Frage, ob eine überhöhte Überwachungspflicht bestehe, Fachwissen erforderlich, das das Handelsgericht in unzulässigerweise nicht offengelegt habe. Zuletzt macht die Beschwerdeführerin geltend, im vorinstanzlichen Verfahren ausdrücklich und unter Bezugnahme auf die Untersuchungsergebnisse von D.________ ausgeführt zu haben, dass das Bodengefälle plangemäss 1 % betrage und das Gefälle bei den Filialen R.________, T.________, U.________, V.________, W.________ und X.________ teilweise geringer sei. Mit Verweis auf die SIA-Norm 248:2006 habe sie erwogen, dass das Gefälle im Aussenbereich mindestens 2 - 2.5 % betragen müsste. Die Vorinstanz, welche die angebotenen Beweise auch zu diesem Punkt zu Unrecht nicht abgenommen habe, habe zudem verkannt, dass die Beschwerdeführerin dargelegt habe, dass der Mangel auf die fehlerhafte Planung und Bauleitung zurückzuführen sei.