Citation: 6B_1159/2017 E. 5.4

5.4. Betrug scheidet nach den zutreffenden vorinstanzlichen Erwägungen mangels einer arglistigen Vortäuschung eines Kauf- bzw. eines Zahlungswillens aus. Nebst dem Umstand, dass ein Kauf- oder Zahlungswille des Beschwerdegegners mangels schriftlicher Vereinbarung unbelegt ist, enthalten die vom Beschwerdeführer erstellten Dokumente - d.h. die Auftragsbestätigung, der Lieferschein und die Rechnung - die retournierten Stückzahlen, welche im Moment der Erstellung der Dokumente noch gar nicht bekannt waren (vgl. Einstellungsverfügung vom 29. Mai 2017 S. 3). Die Vorinstanz schliesst gestützt auf das von der Vertreterin des Beschwerdegegners am 28. Oktober 2014 verfasste Schreiben, wonach er die genannten Dokumente erstmals mit dem Inkassoauftrag gesehen habe, zu Recht darauf, dass ein Betrug durch den Beschwerdegegner ausscheidet. Die weiteren vom Beschwerdeführer genannten Tatbestände (Art. 137 Abs. 1, Art. 138 Ziff. 1 Abs. 1 StGB) fallen aufgrund der fehlenden objektiven Tatbestandsmerkmale ausser Betracht. Die Waren sind dem Beschwerdegegner ohne vertragliche Verpflichtung zugekommen, weshalb sich ein Anvertrautsein im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 1 StGB nicht erhärten lässt. In Bezug auf Art. 137 StGB liegt nach der vorinstanzlichen Argumentation bestenfalls die Variante von Abs. 2 vor, wonach der Beschwerdegegner die Waren ohne seinen Willen empfangen hat (Beschluss S. 12 Ziff. 8). Die Sachentziehung nach Art. 141 StGB und die unrechtmässige Aneignung nach Art. 137 Abs. 2 StGB können nicht mehr verfolgt werden, da der Strafantrag nach den unangefochten gebliebenen vorinstanzlichen Erwägungen nach Ablauf der dreimonatigen Strafantragsfrist gestellt wurde.