Citation: 9C_738/2022 E. 3.2

3.2. Im vorliegenden Fall ist die Vorinstanz von der gemäss Buchhaltung der B.________ S.A. dokumentierten Behandlung des Betrags von Fr. 300'000.-- als Ertrag der Gesellschaft ("Erlös aus Arbeiten") abgewichen und hat stattdessen dem Beschwerdeführer den - im Wesentlichen unter dem Titel Tilgung des vorbestehenden Darlehensguthabens des Beschwerdeführers gegenüber der von ihm beherrschten Gesellschaft - fast vollständig (insgesamt Fr. 299'941.40) an ihn weitergeleiteten Betrag als Einkunft aus selbstständiger Erwerbstätigkeit aufgerechnet. Dabei hat die Vorinstanz folgenden Sachverhalt zugrunde gelegt: Es sei klar, dass zugunsten der C.________ AG Leistungen erbracht worden seien, welche durch die infrage stehende Zahlung von Fr. 300'000.- abgegolten worden seien. Zwischen dem Beschwerdeführer und der B.________ S.A. habe indessen in den massgebenden Perioden unbestritten kein Arbeitsverhältnis bestanden. Ebenso wenig habe ein Auftragsverhältnis bestanden, denn sonst wären angefangene Arbeiten oder Debitoren zugunsten des Beschwerdeführers verbucht worden bzw. hätten verbucht werden müssen, mache der Beschwerdeführer doch geltend, dass er über mehrere Jahre Arbeiten geleistet habe. Auch sei nicht ersichtlich oder geltend gemacht, dass weitere Personen für die B.________ S.A. Tätigkeiten ausgeübt hätten. Da aufgrund dieser Gegebenheiten nicht als dargetan gelten könne, dass die B.________ S.A. als juristische Person gegenüber der C.________ AG eine Leistung erbrachte habe bzw. dies mangels angestelltem Personal gar nicht möglich gewesen sei, verbleibe als Möglichkeit einzig die direkte Leistungserbringung an die C.________ AG durch den Beschwerdeführer persönlich. Mit Blick auf die steuerrechtliche Qualifikation der Einkünfte aus dieser Tätigkeit ist die Vorinstanz sodann zum Ergebnis gelangt, es sei jedenfalls nicht zu beanstanden, wenn die Steuerverwaltung insoweit von einer Entschädigung im Zusammenhang mit der selbständigen Erwerbstätigkeit des Beschwerdeführers ausgehe. Unabhängig von der Qualifikation der Tätigkeit des Beschwerdeführers als anwaltliche oder nichtanwaltliche Tätigkeit liege in jedem Fall im Sinne der Generalklausel von Art. 16 DBG und Art. 29 des Steuergesetzes vom 9. April 1998 des Kantons St. Gallen (StG/SG; sGS 811.1) ein steuerbarer Reinvermögenszugang vor (angefochtener Entscheid, E. 3.1 S. 11 f.).