Citation: 9C_43/2024 E. 4.3.1

4.3.1. Im Zeitpunkt der medizinischen Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der 1966 geborenen Beschwerdeführerin (Erstattung des medizinischen Gutachtens vom 7. Juli 2022) war sie 56 Jahre alt. Es verblieben ihr bis zur ordentlichen Pensionierung somit noch neun Jahre. Diese Zeit reicht rechtsprechungsgemäss aus, um eine neue Erwerbstätigkeit aufzunehmen, sich einzuarbeiten und die Arbeit auszuüben, auch bei einer leidensangepassten Restarbeitsfähigkeit von 60 % (vgl. Urteil 9C_693/2019 vom 18. Dezember 2019 E. 4.1.1) Was ihre Erwerbsbiografie betrifft, hatte die Beschwerdeführerin nach der obligatorischen Schulzeit eine Ausbildung als Textilverkäuferin sowie als Service-Mitarbeiterin absolviert. Im Rahmen der Eingliederung des ersten IV-Verfahrens wurde sie zudem zur kaufmännischen Angestellten mit Basis- und Kaderdiplom umgeschult. Obwohl die Beschwerdeführerin bisher im kaufmännischen Bereich nicht tätig war - da sie nach eigener Aussage keine für sie passende Arbeitsstelle gefunden hatte -, ist nicht ersichtlich, weshalb in der ihr bis zur ordentlichen Pensionierung verbleibenden Zeit die Arbeitsaufnahme als kaufmännische Angestellte nicht möglich sein sollte. Eine solche Tätigkeit kann ohne Heben von schweren Lasten getätigt werden, verlangt keine feinmotorische Betätigung mit der adominanten Hand und kann abwechselnd sowohl sitzend als auch stehend ausgeführt werden. Allfälligen Einschränkungen, insbesondere aus psychiatrischer Sicht, wird mit dem um 40 % reduzierten Pensum Rechnung getragen. Insgesamt lassen die vorliegenden Umstände nicht den Schluss zu, eine Anstellung der Beschwerdeführerin auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt sei nicht mehr realistisch.