Citation: 4A_62/2023 E. 6.5

6.5. Die Beschwerdeführerin rügt, die Vorinstanz beanstande zu Unrecht, dass sie keinen Nachweis des objektiven Werts der Bonitätsdaten erbracht habe. Sie habe im kantonalen Verfahren ihre Preisliste vorgelegt. Nach unzutreffender vorinstanzlicher Ansicht hätte sie aber zusätzlich aufzeigen müssen, was vergleichbare Unternehmen für Bonitätsdaten der nämlichen Art in Rechnung stellten. Dies erscheine als überspitzter Formalismus. Die Vorinstanz gehe offensichtlich davon aus, dass (Bonitäts-) Daten über keinen Wert verfügten. Zudem hätte sie die Vorinstanz nach Art. 56 ZPO auf eine allfällige Unvollständigkeit ihres Tatsachenvortrags aufmerksam machen müssen. Die Rüge bezieht sich auf die vorinstanzliche Eventualbegründung betreffend einen allfälligen Anspruch aus ungerechtfertigter Bereicherung. Die Vorinstanz erwog, die Rückerstattung habe in erster Linie in natura zu erfolgen, was einer Datenlöschung entspreche, die nicht verlangt worden sei (vgl. hiervor E. 4.1). In einer Eventualbegründung erwog sie, selbst wenn man davon ausginge, dass eine Naturalrestitution nicht möglich und die Beschwerdegegnerin zu Wertersatz zu verpflichten wäre, könnte der Beschwerdeführerin aufgrund des mangelnden Nachweises des objektiven Wertes der Bonitätsdaten keine Leistung zugesprochen werden. Zwar fänden sich in ihren Rechtsschriften Behauptungen zu den diesbezüglichen Tarifen. Dass diese jedoch dem objektiven Wert der Bonitätsdaten entsprächen, sei nicht erstellt. Die Beschwerdeführerin setzt sich in ihrer Beschwerde nicht mit der vorinstanzlichen Hauptbegründung (Rückerstattung in natura) auseinander. Stützt sich der angefochtene Entscheid auf mehrere selbstständige Begründungen, so muss sich die Beschwerde mit jeder einzelnen auseinandersetzen, sonst wird darauf nicht eingetreten (BGE 142 III 364 E. 2.4 mit Hinweisen; vgl. auch BGE 143 IV 40 E. 3.4). Diesen Anforderungen genügt sie mangels Auseinandersetzung mit der vorinstanzlichen Hauptbegründung nicht. Im Übrigen ist ohnehin nicht ersichtlich, dass die Vorinstanz die Substanziierungsanforderungen überspannt hätte. Auch der Hinweis auf die gerichtliche Fragepflicht ist unbegründet. Die Ausübung der gerichtlichen Fragepflicht darf keine Partei einseitig bevorzugen und nicht zu einer Verletzung des Grundsatzes der Gleichbehandlung der Parteien führen. Vor allem dient die gerichtliche Fragepflicht nicht dazu, prozessuale Nachlässigkeiten der Parteien auszugleichen (vgl. Urteil 4A_556/2021 vom 21. März 2022 E. 4.1).