Citation: I 238/02 20.03.2003 E. 3.5

3.5.1 Im zweiten Revisionsgesuch vom 25. Mai 2001 machte die Be-schwerdeführerin unter Verweis auf den Bericht von Dr. med. S.________ vom 9. Mai 2001, der eine 100 %ige Arbeitsunfähigkeit ab dem 13. September 2000 bestätigte, eine erhebliche Verschlechterung des Gesundheitszustandes seit Erlass der Rentenverfügung vom 7. Oktober 1998 geltend; zudem sei ihr Arbeitsverhältnis aufgelöst worden. Im Formular "Revision der Invalidenrente/Hilflosenentschädigung" vom 11. Juni 2001 gab die Beschwerdeführerin gegenüber der IV-Stelle an, dass sich ihr Gesundheitszustand seit September 2000 verschlechtert habe. Die Änderungen beträfen Schultern, Knie, Nacken, Kopfschmerzen, und auch psychisch sei es schlechter geworden. Unter der Ziff. 2.2 ("Erfolgte seit Zusprechung der Rente eine berufliche Umstellung aus gesundheitlichen Gründen?") gab die Versicherte die Kündigung der Arbeitsstelle per 30. November 2000 an. 3.5.2 Dr. S.________ führt im Bericht vom 9. Mai 2001 aus, dass die Versicherte weiterhin unter linksseitigen Schulterschmerzen mit Ausstrahlung in den linken Oberarm bei Status nach endoskopischer Acromioplastik wegen chronischer posttraumatischer Impingement-Beschwerden leide. Daneben bestünden Nackenschmerzen mit Ausstrahlung in beide Schultern sowie in beide Arme im Sinne eines cervicobrachialen Syndroms beidseits linksbetont. Im Weiteren klage die Patientin über Kopfschmerzen. Ferner leide sie an linksseitigen Knieschmerzen bei medialbetonter Gonarthrose mit deutlicher Degeneration des medialen Meniskus sowie hochgradiger Chondropathia patel-lae und grosser Bakerzyste. Sodann liege ein depressives Zustandsbild bedingt durch die chronischen Schmerzen vor. Die Beschwerdeführerin sei ab 13. September 2000 zu 100 % arbeitsunfähig geschrieben. Zusammenfassend könne eine eindeutige Verschlechterung des Gesundheitszustandes seit Erlass der Verfügung vom 7. Oktober 1998 ausgewiesen werden. 3.6 Wie erwähnt (Erw. 3.2 hievor), sind in zeitlicher Hinsicht die Verhältnisse bei Erlass der strittigen Verwaltungsverfügung mit denjenigen im Zeitpunkt der letzten materiellen Beurteilung zu vergleichen. 3.6.1 Auf Grund der Akten erscheint eine (allenfalls anspruchserhebliche) Änderung des Gesundheitszustandes im massgeblichen Zeitraum vom 7. Oktober 1998 bis 20. August 2001 als glaubhaft. So ergibt sich aus den anlässlich der Behandlung des ersten Revisionsgesuchs beigezogenen Akten der SUVA, dass die Beschwerdeführerin am 22. November 1997 bei einem Treppensturz eine Kontusion der linken Hand und vor allem der linken Schulter erlitten hatte, wobei die radiologische Abklärung eine Ruptur der Supraspinatussehne zeigte (Bericht des Kreisarztes Dr. X.________ vom 9. August 2000). Am 8. Dezember 1999 - also nach Erlass der Verfügung vom 7. Oktober 1998 - erfolgte eine Schulterarthroskopie, Shaving-Toilette und endoskopische Acromioplastik (Operationsbericht des Spital R.________ vom 9. Dezember 1999). Wenn Dr. S.________ im Bericht vom 9. Mai 2001 feststellt, dass die Patientin weiterhin unter linksseitigen Schulterschmerzen mit Ausstrahlung in den linken Oberarm bei Status nach endoskopischer Acromioplastik wegen chronischer posttraumatischer Impingement-Beschwerden leide, liegt dieser Beurteilung daher ein gegenüber der Verfügung vom 7. Oktober 1998 veränderter Sachverhalt zu Grunde. Neu erwähnt Dr. S.________ zudem Knieschmerzen bei medialer Gonarthrose sowie hochgradiger Chondropathia patellae und grosser Bakerzyste, welche Beurteilung - im Gegensatz zum ebenfalls neu angeführten depressiven Zustandsbild - in seinen Fachbereich fällt. Es kann deshalb nicht ausgeschlossen werden, dass diese Veränderungen des Sachverhaltes sich auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin auswirken. Dr. S.________ bescheinigt der Versicherten ab 13. September 2000 eine Arbeitsunfähigkeit von 100 %. Dieser Beurteilung liegt ein seit der Verfügung vom 7. Oktober 1998 veränderter medizinischer Sachverhalt zu Grunde. Insofern kann die Behauptung der Beschwerdeführerin, ihr Gesundheitszustand und ihre Arbeitsfähigkeit hätten sich seit Erlass der Rentenverfügung vom 7. Oktober 1998 erheblich verschlechtert, nicht als unglaubhaft verworfen werden. 3.6.2 Die Versicherte wies im Revisionsgesuch zudem auf die Auflösung ihres Arbeitsverhältnisses per Ende November 2000 hin, was die Vorinstanz nicht gewürdigt hat. Abgesehen davon, dass diese Kündigung in Zusammenhang mit der Arbeitsfähigkeit der Versicherten stehen könnte, macht diese damit glaubhaft, das sich die tatsächlichen, insbesondere erwerblichen Verhältnisse im hier massgebenden Zeitraum in rentenrelevanter Weise geändert haben. Nachdem die IV-Stelle bei der Invaliditätsbemessung von konkreten, betriebsbezogenen Erwerbsverhältnissen ausgegangen ist, verliert der vorgenomme-ne Einkommensvergleich namentlich hinsichtlich des Invalidenlohnes seine Grundlage. Hat die Verwaltung mithin als Invalidenlohn einen konkreten betrieblichen Verdienst herangezogen und nach Eingang des Revisionsgesuchs keine weiteren Untersuchungen getroffen, erweist sich die Sache auch in erwerblicher Hinsicht als abklärungsbedürftig. Dem Arbeitsplatzverlust kommt im Rahmen des Revisionsverfahrens rechtserhebliche Bedeutung zu (Urteil M. vom 3. Januar 2000, I 294/98). Unter diesen Umständen ist eine materielle Abklärung in medizinischer und erwerblicher Hinsicht und damit ein Eintreten auf das Revisionsgesuch angezeigt.