Citation: 8C_357/2021 E. 6.2

6.2. Als von Vornherein unbehelflich erweisen sich in diesem Zusammenhang die in der Beschwerde getätigten Ausführungen zum Anscheinsbeweis. Ebenfalls nicht zu verfangen vermögen der erneute (vgl. E. 5.2.2 hievor) Einwand einer Verletzung der Aktenführungspflicht durch die IV-Stelle und eine daraus folgende Beweislastumkehr. Die Frage der Zulässigkeit dieser neuen rechtlichen Argumentation vor Bundesgericht (vgl. E. 5.2.2. hievor) kann auch hier offen gelassen werden. Betreffend die Zustellung des fraglichen Schreibens vom 16. Mai 2017 ist zwar von Beweislosigkeit auszugehen, womit die Beschwerdeführerin grundsätzlich die entsprechende Beweislast trifft (vgl. BGE 145 V 90 E. 3.2). Eine Beweislastumkehr fällt gemäss Rechtsprechung jedoch nur in Betracht, wenn die Partei einen Beweis aus Gründen nicht erbringen kann, die von der Behörde zu verantworten sind. Einen derartigen Fall erblickt die Rechtsprechung etwa bei der Beweislosigkeit der Rechtzeitigkeit eines Rechtsmittels, welche darauf zurückzuführen ist, dass die Verwaltung oder Behörde den Briefumschlag, in welchem das an sie gerichtete Rechtsmittel (uneingeschrieben) verschickt wurde, in Verletzung ihrer Aktenführungspflicht nicht zu den Akten genommen und damit die Beweiserbringung für die Rechtzeitigkeit des Rechtsmittels verunmöglicht hat (vgl. BGE 138 V 218 E. 8.1.1 mit Hinweisen). Vorliegend führte die Beschwerdegegnerin in ihrer Verfügung vom 20. März 2020 aus, das Schreiben vom 16. Mai 2017 nicht erhalten zu haben, wobei die Umstände, weshalb sich das Schreiben nicht in den Akten findet, unklar sind. Die der genannten Rechtsprechung regelmässig zugrunde liegende Konstellation besteht damit vorliegend gerade nicht. Überdies vermöchten auch vereinzelte Unregelmässigkeiten bei der Aktenführung in früheren Revisionsverfahren keinen Schluss auf eine Verletzung der Aktenführungspflicht und eine Umkehr der Beweislast hinsichtlich der Zustellung des Schreibens vom 16. Mai 2017 zu rechtfertigen. Die Beweislosigkeit wirkt sich nach dem Gesagten zu Ungunsten der Beschwerdeführerin aus, weshalb die Vorinstanz die Meldepflichtverletzung zu Recht bejaht hat.