Citation: I 393/06 29.06.2007 E. 4.2

4.2.1 Anders als in jenem Fall steht hier für das umstrittene CD-Abspielgerät "Victor Reader Vibe" fest, dass es einfach und zweckmässig ist. In der Antwort vom 25. April 2005 auf die entsprechende Anfrage der Beschwerdegegnerin bestätigt das BSV ausdrücklich, dass dieses Gerät prinzipiell einer einfachen Lösung entspricht. 4.2.2 Die früher üblichen Audio-Kassetten werden mehr und mehr durch Compact Discs (CD) verdrängt. Dass dieser allgemeine technische Fortschritt zu Recht auch vor den Hilfsmitteln für Blinde oder hochgradig Sehbehinderten nicht halt macht, geht bereits aus dem Schreiben der Schweizerischen Bibliothek für Blinde und Sehbehinderte vom 25. Juni 2005 hervor und wird auch von der Beschwerdegegnerin nicht in Frage gestellt. Ein entsprechendes Abspielgerät mit dem für Hörbücher üblichen DAISY-Standard ist auf dem Markt innerhalb der Preislimite jedoch nicht erhältlich; vielmehr bewegen sich die kostengünstigsten Modelle im Preissegment um Fr. 600.-. Das im Recht stehende Gerät würde ohne den Rabatt Fr. 516.- kosten. Die Begrenzung des Höchstbetrages auf Fr. 200.- würde also in jedem Fall dazu führen, dass der versicherten blinden oder stark sehbehinderten Person ein Hilfsmittel vorenthalten würde, auf das sie unbestrittenermas-sen angewiesen wäre. Dazu kommt, dass die fragliche Preislimite für Geräte, die sich für das Abspielen von auf Tonband gesprochener Literatur eignet, mindestens seit dem Jahre 1984 besteht (vgl. die ab 1. Januar 1984 gültige Fassung der WHMI) und seither betraglich unverändert blieb. Alleine an die seither erfolgte Entwicklung des Landesindexes für Konsumentenpreise angepasst, würde die Grenze zum Zeitpunkt des Einspracheentscheides bei Fr. 303.- liegen. Schliesslich war vor über 20 Jahren die technische Entwicklung bei den Tonträgern nicht voraussehbar, sodass sich ohnehin die Frage stellen würde, ob auf diese (ursprünglich nicht vorgesehene) Kategorie die Preislimite überhaupt anwendbar sein kann. Diese Frage kann aber offen bleiben, da der Beschwerdeführer nach dem Gesagten ohnehin Anspruch auf Ersatz der gesamten Anschaffungskosten von Fr. 316.- hat.