Citation: 6B_1437/2022 E. 1.2.1

1.2.1. Am 15. März 2020 fanden im Kanton Thurgau Regierungs- und Grossratswahlen statt. Der Beschwerdeführer war als X.________ von U.________ für die dortigen Wahlen verantwortlich. Er amtete als R.________ und führte das S.________ des T.________. Einen Tag nach der Wahl meldete der Präsident der Grünliberalen Partei Bezirk U.________ aufgrund des ungewöhnlichen Verhältnisses zwischen veränderten und unveränderten Wahlzetteln für seine Partei (Verhältnis 283:27) Zweifel am Wahlergebnis an. Auf Aufforderung der Staatskanzlei führte der Beschwerdeführer im Zusammenhang mit den unveränderten Wahlzetteln der Liste 6 (Grünliberale Partei) zwei Nachzählungen durch. Dem Beschwerdeführer wird vorgeworfen, er habe am 17. März 2020 im Rahmen der von ihm allein durchgeführten zweiten Nachzählung der unveränderten Wahlzettel festgestellt, dass zwei Stapel zu je ungefähr 100 Wahlzetteln der Grünliberalen Partei irrtümlich bei den Wahlzetteln der Schweizerischen Volkspartei abgelegt und gezählt worden seien. Obwohl er aus langjähriger Erfahrung als X.________ gewusst habe, dass die falsche Zuordnung von 200 Wahlzetteln zwangsläufig eine Sitzverschiebung bewirken würde, habe er, in der Absicht, sein Gesicht zu wahren und das Image der Stadt U._________ nicht zu schädigen, nur einen Stapel mit rund 100 Stimmen zugunsten der Grünliberalen Partei richtig abgelegt, die andere vernichtet und durch Wahlzettel der Schweizerischen Volkspartei ersetzt, damit keine Sitzverschiebung resultiere. Hierzu habe der Beschwerdeführer zwischen dem 17. und 23. März 2020 (vor der ersten Nachzählung durch die Staatskanzlei) mindestens 86 und höchstens 99 bei den Einwohnerdiensten vorrätige Reservewahlcouverts entwendet, die unveränderten Wahlzettel der Schweizerischen Volkspartei herausgenommen und sie in kleiner Anzahl unter die anderen unveränderten Wahlzettel gemischt.