Citation: 9C_393/2017 E. 4.2

4.2. Es trifft zu, dass das kantonale Gericht bei der Indikatorenprüfung lediglich auf die seiner Ansicht nach zutreffenden Ausführungen der Beschwerdegegnerin verwies und ausdrücklich festhielt, die Versicherte habe die durch die Beschwerdegegnerin vorgenommene Indikatorenprüfung nicht gerügt. Letztere Feststellung ist aktenwidrig: Die Versicherte rügte in der Beschwerde im vorinstanzlichen Verfahren die vom RAD-Arzt vorgenommene Indikatorenprüfung und auch die von diesem angestellten Überlegungen zur Konsistenz des Verhaltens. Das kantonale Gericht setzte sich nicht mit den von der Beschwerdeführerin diesbezüglich vorgebrachten Rügen auseinander. Darin ist eine Verletzung der Begründungspflicht und des rechtlichen Gehörs zu erblicken. Die Verletzung der aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör nach Art. 29 Abs. 2 BV sowie Art. 61 lit. h ATSG und Art. 112 Abs. 1 lit. b BGG abgeleiteten Prüfungs- und Begründungspflicht durch das kantonale Gericht (vgl. u.a. Urteil 9C_416/2012 vom 19. November 2012 E. 4.1 mit Hinweisen) führt ungeachtet der Erfolgsaussichten der Beschwerde in der Sache selbst grundsätzlich zur Aufhebung des angefochtenen Entscheides. Nach der Rechtsprechung ist - im Sinne einer Heilung des Mangels - selbst bei einer schwerwiegenden Verletzung des rechtlichen Gehörs von einer Rückweisung der Sache an die Vorinstanz abzusehen, wenn und soweit die Rückweisung zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem (der Anhörung gleichgestellten) Interesse der betroffenen Partei an einer beförderlichen Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren wären (BGE 136 V 117 E. 4.2.2.2 S. 126 f. mit Hinweisen). Letztere Konstellation ist im vorliegenden Fall gegeben; das kantonale Gericht würde lediglich die von ihm als zutreffend erachteten Erwägungen der Beschwerdegegnerin aufnehmen und käme nicht zu einer anderen Einschätzung, zumal die Beschwerdeführerin zwar Einwände gegen die von der IV-Stelle durchgeführten Indikatorenprüfung vorbrachte, diese aber eher allgemein gehalten und nicht detailliert begründet sind. Die Versicherte hat denn auch wegen der Verletzung des rechtlichen Gehörs keinen besonderen Aufhebungsantrag gestellt. Bei dieser Sachlage ist von einer Aufhebung des angefochtenen Entscheides abzusehen.