Citation: 2C_860/2017 E. 5.3.2

5.3.2. Die Vorinstanz gab die bundesgerichtliche Praxis diesbezüglich - entgegen der pauschalen Kritik der Beschwerdeführer - zutreffend wieder: Der Ausnahmetatbestand von Art. 3a Abs. 3 lit. a aBankV setzt voraus, dass die zur Eigentumsübertragung bestimmten Objekte genügend individualisiert sind, sodass sie den betroffenen Investoren zugeordnet werden können und sie auf der Zahlung einer Gegenleistung aus einem synallagmatischen Vertragsverhältnis beruhen (Urteile 2A.332/2006 vom 6. März 2007 E. 5.2 und 2A.218/1999 vom 5. Januar 2000 E. 3b/cc; BAHAR/STUPP, BSK Bankengesetz, a.a.O., N. 12 zu Art. 1 BankG; OLIVIER ARTER, a.a.O., S. 92 Ziff. 10.2.2.1.2.1). Die Geldleistung muss mit der Eigentumsübertragung in einem Austauschverhältnis stehen; das Bankengesetz will nicht das Erbringen entgeltlicher Leistungen im ordentlichen, auf Austausch gerichteten Geschäftsverkehr erfassen, sondern die Anleger und den Finanzmarkt dort schützen, wo dies erforderlich erscheint. Entspricht der Vertragszweck bei einer wirtschaftlichen Gesamtbetrachtung einem Einlagegeschäft, ist die Geldleistung als bankenrechtliche Einlage im Sinn von Art. 1 Abs. 2 BankG zu qualifizieren, auch wenn über die Zahlung ein Papier ausgestellt wird - die Beschwerdeführer sprechen von "Interimsscheinen" -, an dem potentiell Eigentum erworben werden kann. Abzustellen ist auf eine wirtschaftliche Betrachtungsweise, die dem Sinn und Zweck der Ausnahmeregelung Rechnung trägt. Der Schutzzweck der aufsichtsrechtlichen Bestimmungen darf nicht durch zivilrechtlich konstruierte Rechtsgestaltungen umgangen bzw. seines Inhalts entleert werden.