Citation: 1A.185/2005 09.12.2005 E. 7

7.1 Die Beschwerdeführerin 1 bringt vor, die Verletzung der Meldepflicht sei nach australischem Recht mit einer Höchststrafe von 500 AUD bedroht, was rund 481 Franken entspreche. Die Herausgabe der Bankunterlagen sei daher unverhältnismässig. 7.2 Der Einwand ist unbegründet. Für die beidseitige Strafbarkeit genügt nach dem Gesagten, dass das den Angeschuldigten im australischen Verfahren vorgeworfene Verhalten von Art. 41 BEHG erfasst wird. Es brauchte deshalb nicht geprüft zu werden, ob und wieweit andere Tatbestände hinzukämen. Insbesondere konnte offen bleiben, ob der Tatbestand des falschen Zeugnisses nach Art. 307 StGB - oder allenfalls auch der falschen Beweisaussage der Partei nach Art. 306 i.V.m. Art. 309 lit. a StGB - erfüllt sei. Dies bedeutet nicht, dass den Angeschuldigten im australischen Verfahren einzig eine Verletzung der Meldepflicht vorgeworfen würde. Vielmehr sollen sie nach dem Ersuchen zusätzlich vor der ASIC falsche Aussagen gemacht haben. Im Ersuchen wird sodann dargelegt, an der australischen Börse seien bezüglich der O.________ Ltd. verdächtige Handelsgeschäfte getätigt worden. Diese hätten möglicherweise eine Reihe unterschiedlicher Straftaten umfasst. Die australischen Behörden vermuteten, dass allenfalls Widerhandlungen gegen die australischen Börsenregeln und Markmanipulationen erfolgt seien. Es handelt sich somit um einen grösseren und komplexen Fall, nicht um eine Bagatelle. Damit kann die Beschwerdeführerin 1 aus Art. 4 IRSG nichts für sich herleiten und offen bleiben, ob diese Bestimmung im vorliegenden Fall, in dem die Voraussetzungen der Rechtshilfe in einem völkerrechtlichen Vertrag geregelt sind, überhaupt anwendbar wäre (dazu Zimmermann, a.a.O., S. 459 N. 421-1).