Citation: 6B_926/2024 E. 2.3.5

2.3.5. Der Beschwerdeführer machte schon im Berufungsverfahren geltend, gemäss seiner subjektiven Empfindung sei er mit 100 km/h gefahren. Die Vorinstanz anerkennt, dass Geschwindigkeiten nur schwer einzuschätzen sind, folgt dem Beschwerdeführer aber dennoch nicht. Der Beschwerdeführer verweist auf eine wissenschaftliche Studie, die signifikante Unterschiede in der wahrgenommenen Geschwindigkeit bei verdecktem und offenem Tachometer belege. Sämtliche Studienteilnehmer seien mit verdecktem Tachometer signifikant schneller gefahren. Dazu erwägt die Vorinstanz, diese Studie zur Einschätzung der Geschwindigkeit durch 40 Fahrer könne nicht als repräsentativ gelten. Die Überholspur sei auf der fraglichen Strecke nur zwei Meter breit. Bei einem Überholmanöver, wie es der Beschwerdeführer absolviert habe, sei der Platz zwischen der Leitplanke und dem zu überholenden Personenwagen augenscheinlich knapp und enger als auf einer Autobahn. Die Vorinstanz verweist auf das Urteil 6B_661/2016 vom 23. Februar 2017, wo das Bundesgericht festhielt, zur Erkennung einer deutlich übersetzten Geschwindigkeit sei nicht entscheidend, ob der Fahrzeugführer um die genaue Geschwindigkeit wisse, ob der Tachometer richtig funktioniere und ob der Fahrzeugführer diesen überhaupt im Blick habe. Auch in jenem Fall ging es um eine im Vergleich mit einer Autobahn schmäleren Strasse. Dem dortigen Fahrzeugführer wurde vorgeworfen, dass ihm nicht entgangen sein könne, dass er mit massiv überhöhter Geschwindigkeit unterwegs gewesen sei (vgl. dort E. 1.3.1). Der Beschwerdeführer macht geltend, sein Personenwagen laufe extrem ruhig, weshalb anhand der Motorengeräusche nicht zu hören sei, ob man mit 100 oder 140 km/h fahre. Die Vorinstanz knüpft am zitierten Urteil 6B_661/2016 an und hält fest, selbst wenn dies stimmen sollte, sei der optische Unterschied der unmittelbar vorbeiziehenden Landschaft deutlich.