Citation: 1P.575/2005 05.05.2006 E. A

X.________ wurde mit Anklageschrift vom 28. April 2004 von der Bezirksanwaltschaft Zürich zur Last gelegt, den Straftatbestand der Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte (Art. 285 Ziff. 1 StGB) erfüllt zu haben, indem er "am 21.09.2002, 23.10 Uhr an der Stauffacherstrasse 60 in Zürich 4, zusammen mit A.________ (sep. Verfahren), in seiner Funktion als Türsteher anlässlich der "Miss und Mister Brasil-Wahl 2002" im Volkshaus sich den wegen einer Lärmklage ausgerückten Polizeibeamten B.________ und Y.________, die mit dem Organisator des Anlasses sprechen wollten, entgegenstellte und ihnen den Zutritt ins Volkshaus verwehrte und in der Folge, währenddem A.________ mit dem Polizeibeamten B.________ eine verbale und körperliche Auseinandersetzung hatte, Y.________, welcher B.________ helfen wollte, von hinten am Hals packte und würgte, wobei sich Y.________ nach einem kurzen Pfeffersprayeinsatz lösen konnte und zu Boden ging, worauf der Angeklagte mit der Faust auf dessen Rücken einschlug und ihm anschliessend einen Fusstritt verpassen wollte, den der Polizeibeamte allerdings abwehren konnte; bei dieser Auseinandersetzung erlitt Y.________ eine Jochbeinprellung links, eine geschwollene Oberlippe sowie Schürfungen am linken Knie." Mit Urteil vom 31. August 2004 sprach der Einzelrichter in Strafsachen am Bezirksgericht Zürich den Angeklagten von Schuld und Strafe frei und trat auf die Genugtuungsforderung des Geschädigten Y.________ nicht ein. Der Einzelrichter begründete den Freispruch damit, dass die Aussagen von Y.________ bezüglich des Ablaufs der Auseinandersetzung und des Erkennens des Angeklagten widersprüchlich und nicht schlüssig seien. Y.________ legte gegen das erstinstanzliche Urteil am 22. Februar 2005 Berufung ein. Mit Urteil vom 27. Juni 2005 sprach die II. Strafkammer des Obergerichts des Kantons Zürich X.________ der Gewalt und Drohung gegen Beamte im Sinne von Art. 285 Ziff. 1 StGB schuldig und bestrafte ihn mit einundzwanzig Tagen Gefängnis unter Gewährung des bedingten Strafvollzugs und unter Ansetzung einer Probezeit von zwei Jahren. Die Genugtuungsforderung von Y.________ wies das Gericht ab.