Citation: 4A_509/2007 28.01.2008 E. 2

Die Beschwerdeführerin wirft dem Obergericht sinngemäss vor, den Begriff des Schadens der Gesellschaft im Sinn von Art. 757 Abs. 1 OR verkannt zu haben, indem es für die Schadensberechnung anstelle der Fortführungswerte die Liquidationswerte für massgebend hielt. 2.1 Die revidierten Bestimmungen über die Gesellschaft mit beschränkter Haftung sind am 1. Januar 2008 in Kraft getreten. Auf den vorliegenden Fall findet jedoch das alte Recht Anwendung (Art. 1 Abs. 1 der Übergangsbestimmungen der Änderung vom 16. Dezember 2005 i.V.m. Art. 1 SchlT ZGB). Nach Art. 817 aOR i.V.m. Art. 725 Abs. 2 OR muss die Geschäftsführung im Fall der Überschuldung der Gesellschaft grundsätzlich den Richter benachrichtigen. Gemäss Art. 827 aOR i.V.m. Art. 754 Abs. 1 OR sind die Geschäftsführer insbesondere der Gesellschaft für den Schaden verantwortlich, den sie durch absichtliche oder fahrlässige Verletzung ihrer Pflichten verursachen; im Konkurs der Gesellschaft können die Gesellschaftsgläubiger unter den Voraussetzungen von Art. 260 SchKG die Abtretung dieser Ansprüche der Masse verlangen (vgl. auch Art. 757 OR). Der Schaden, der der Gesellschaft dadurch entstanden ist, dass die Geschäftsführung den Richter zu spät benachrichtigt hat, entspricht der Differenz zwischen dem gegenwärtigen Vermögensstand und dem Stand, den das Vermögen ohne das schädigende Ereignis hätte. Besteht der Schaden in der Vergrösserung der Verschuldung der Konkursitin, der durch eine verspätete Konkurserklärung entstanden ist, so ist die tatsächlich eingetretene Überschuldung der Konkursitin mit jener zu vergleichen, die bei einem Konkurs zum früheren Zeitpunkt bestanden hätte (BGE 132 III 342 E. 2.3.3 S. 348, 564 E. 6.2 S. 575 f.). Da die Gesellschaft mit beschränkter Haftung gemäss Art. 820 Ziff. 3 aOR durch die Eröffnung des Konkurses aufgelöst und die Liquidation nach Art. 823 aOR i.V.m. Art. 740 Abs. 5 OR nach den Vorschriften des Konkursrechts vorgenommen wird, berechnet sich der Schaden nach dem Liquidationswert der Konkursitin. Der Liquidationswert ist damit nicht nur für die Berechnung der Höhe der Überschuldung im Moment der Konkurseröffnung massgebend, sondern auch für die Berechnung der Überschuldung zu dem Zeitpunkt, zu dem der Konkurs eröffnet worden wäre, wenn die Geschäftsführung ihre Pflichten erfüllt hätte. Dem Fortführungswert kommt in diesem Zusammenhang keine Bedeutung zu (Urteil 4C.58/2007 vom 25. Mai 2007 E. 2.5; vgl. auch Urteile 4C.366/2000 vom 19. Juni 2001 E. 6b/bb und 4C.117/1999 vom 16. November 1999 E. 2b). 2.2 Die Argumente, die die Beschwerdeführerin gegen diese Rechtsprechung vorbringt, überzeugen nicht. Weder können Praktikabilitäts- und Beweisgründe dafür angeführt werden, um anstelle des Liquidationswerts den Fortführungswert für die Schadensberechnung heranzuziehen, noch kommt es darauf an, ob die Gesellschaftsgläubiger durch die Berechnung aufgrund des Liquidationswerts allenfalls besser oder schlechter gestellt werden als bei einer solchen nach dem Fortführungswert, da es ausschliesslich darum geht festzustellen, welchen Schaden die Gesellschaft durch die Pflichtverletzung der Geschäftsführung erlitten hat. Das Obergericht hat damit kein Bundesrecht verletzt, als es die Liquidationswerte für massgebend hielt.