Citation: 2G_1/2019 E. 2.3.1

2.3.1. Im Verfahren 2C_124/2018 hatte das erstinstanzliche Migrationsamt mit Verfügung vom 4. Mai 2016 festgestellt, die Niederlassungsbewilligung des Beschwerdeführers sei erloschen, eventualiter sei sie zu widerrufen. Dieses Dispositiv gibt die prozessuale Rechtslage deswegen zutreffend wieder, weil die dispositivmässige Feststellung des Erlöschens der Niederlassungsbewilligung und die eventualitererfolgende Anordnung deren Widerrufs zueinander im Verhältnis von Eventualverfügungen stehen, die sich auf unterschiedliche Lebenssachverhalte und rechtliche Erwägungen stützen, und nicht etwa als Eventualbegründungen zu verstehen sind (zur entsprechenden Abgrenzung im Zivilprozessrecht MELANIE HUBER-LEHMANN, Tücken der eventuellen Klagenhäufung, AJP 2019 S. 903; zu praktischen Schwierigkeiten in der Rechtsanwendung siehe BGE 144 II 452 E. 2.3.5, E. 2.4 S. 459 ff.). Diese Verfügung des erstinstanzlichen Migrationsamts vom 4. Mai 2016 ist durch das Urteil der Vorinstanz vom 9. Januar 2018 ersetzt worden (Devolutiveffekt) und galt im vorinstanzlichen Verfahren als inhaltlich mitangefochten (BGE 134 II 142 E. 1.4 S. 144; 129 II 438 E. 1 S. 441 mit Hinweisen).