Citation: 8C_669/2019 E. 5.2.4

5.2.4. Damit besteht zwischen dem Gutachten des Dr. med. C.________ vom 14. Juli 2017 sowie seiner ergänzenden Stellungnahme vom 3. Oktober 2018 einerseits und den Ausführungen des PD Dr. med. G.________ vom 10. August 2012 und des Dr. med. E.________ vom 9. Oktober 2017 andererseits eine erhebliche Differenz. Aber auch die Berichte des Dr. med. C.________ enthalten Widersprüche und Unstimmigkeiten. So gelangte dieser im orthopädisch-traumatologischen Gutachten vom 14. Juli 2017 zum Schluss, dass es bedingt durch das Ereignis vom 9. Dezember 2011 zu einer temporären Verschlechterung eines vorbestehenden, bis dahin nicht imminenten Leidens im Bereich des linken Kniegelenks mit einem Übergang in den Status quo ante nach einem Zeitraum von längstens 12 Wochen gekommen sei. Zur Frage betreffend den Status quo sine hielt der Gutachter fest, dieser sei nicht zu bestimmen. Dies steht jedoch in Widerspruch zu seinen Ausführungen in der Stellungnahme vom 3. Oktober 2018 zur Einschätzung des Dr. med. E.________. Auf die Frage nach dem Status quo sine hielt der Gutachter fest, medizintheoretisch sei davon auszugehen, dass die bestehenden Gesundheitsstörungen des linken Kniegelenkes auch ohne das Sturzereignis vom 9. Dezember 2011 eingetreten wären. Von einem Status quo sine sei ungefähr Ende September/Oktober 2012 auszugehen. Darin gehe er mit der Einschätzung des PD Dr. med. G.________ vom 7. Juni 2012 uneingeschränkt einig. Gleichzeitig bestätigte Dr. med. C.________ aber auch seine bereits im Gutachten vom 14. Juli 2017 gemachte Angabe, dass der Status quo ante nach einem Zeitraum von längstens 12 Wochen erreicht gewesen sei. Ist jedoch der Status quo ante erreicht, erübrigt sich die Beantwortung der Frage nach dem Status quo sine, wie dies Dr. med. C.________ denn auch in seinem Gutachten vom 14. Juli 2017 zuerst festgehalten hatte. In diesem Zusammenhang ist zudem darauf hinzuweisen, dass PD Dr. med. G.________ in seiner Beurteilung vom 10. August 2012 auf seine Ausführungen vom 7. Juni 2012 zurückgekommen und neu zum Schluss gelangt war, weder ein Status quo ante noch ein Status quo sine habe erreicht werden können. Das Ereignis vom 9. Dezember 2011 habe zu einer richtungsgebenden progredienten Verschlimmerung der vorbestehenden Gesundheitsschädigung geführt. Demnach ist das Administrativgutachten des Dr. med. C.________ nicht schlüssig. Da die Divergenzen die für die Leistungspflicht der Unfallversicherung entscheidende Frage nach dem Kausalzusammenhang (vgl. Erwägung 4) betreffen, erfüllt das Gutachten vom 14. Juli 2017 die Anforderungen an eine beweiskräftige medizinische Entscheidgrundlage nicht, weshalb nicht darauf abgestellt werden kann.