Citation: 6P.140/2004 15.12.2004 E. 9

9.1 Schliesslich wendet sich der Beschwerdeführer gegen die Strafzumessung. Die Vorinstanz habe der Verletzung des Beschleunigungsgebots zu wenig Rechnung getragen. Ausserdem habe sie zu Unrecht angenommen, er sei nicht geständnisbereit gewesen. 9.2 Nach der Rechtsprechung kann der Beschwerdeführer die Rüge, die Vorinstanz habe bei der Strafzumessung die Verletzung des Beschleunigungsgebots nicht angemessen berücksichtigt, mit der Nichtigkeitsbeschwerde vorbringen, unabhängig davon, ob die Vorinstanz eine Verletzung bejaht oder verneint oder die Frage offen gelassen hat. Das Bundesgericht prüft die Verletzung dieses Gebots im Verfahren der eidgenössischen Nichtigkeitsbeschwerde vorfrageweise zur Hauptfrage der Strafzumessung (BGE 130 IV E. 54 3.3.2). Das Beschleunigungsgebot verpflichtet die Strafverfolgungsbehörden, ein Strafverfahren ab dem Zeitpunkt, in welchem der Angeschuldigte darüber in Kenntnis gesetzt wurde, mit der gebotenen Beförderung zu behandeln. Der Angeschuldigte soll nicht länger als notwendig den Belastungen eines Strafverfahrens ausgesetzt sein (BGE 124 I 139 E. 2a). Das Bundesrecht kennt jedoch keine ausdrückliche Bestimmung, wie der Verletzung des Beschleunigungsgebots Rechnung zu tragen ist (BGE 117 IV 124 E. 4a). Verfahrensverzögerungen oder eine überlange Verfahrensdauer können nicht mehr geheilt werden. Sie führen deshalb nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung in der Regel zu einer Strafreduktion, gegebenenfalls zu einem Verzicht auf Bestrafung oder sogar zu einer Verfahrenseinstellung (BGE 117 IV 124 E. 4d). 9.3 Die Vorinstanz setzt sich in ihren Erwägungen zur Strafzumessung mit den wesentlichen schuldrelevanten Komponenten auseinander und würdigt sämtliche Zumessungsgründe zutreffend. Dass sie sich dabei von rechtlich nicht massgeblichen Gesichtspunkten hätte leiten lassen oder wesentliche Gesichtspunkte nicht berücksichtigt hätte, ist nicht ersichtlich. So geht sie zu Recht von einem schweren Verschulden des Beschwerdeführers aus, was sie zur Annahme einer Einsatzstrafe von elf Jahren führt. Hierin liegt keine Bundesrechtsverletzung, zumal entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers nicht vom Strafrahmen gemäss Art. 129 StGB, sondern von demjenigen gemäss Art. 111 StGB auszugehen ist. Zutreffend berücksichtigt die Vorinstanz den Umstand, dass lediglich ein vollendeter Versuch vorlag, strafmildernd. Dabei ist auch nicht zu beanstanden, dass sie die relativ geringfügige Verletzung des Geschädigten lediglich einem glücklichen Zustand zuschreibt. Eine erhebliche Reduktion der Strafe nimmt sie schliesslich wegen der unnötig langen Dauer des Verfahrens an. Damit berücksichtigt sie die Verletzung des Beschleunigungsgebots hinreichend. Schliesslich verstösst auch die Annahme der Vorinstanz, es liege keine Geständnisbereitschaft vor, welche zu einer Strafreduktion führen könnte, im Ergebnis nicht gegen Bundesrecht. Wohl trifft zu, dass ein Geständnis zugunsten des Täters berücksichtigt werden kann, wenn es auf Einsicht in das begangene Unrecht oder auf Reue schliessen lässt oder der Täter dadurch zur Tataufdeckung über den eigenen Tatanteil beiträgt (vgl. hiezu BGE 121 IV 202 E. 2d/cc). Der Beschwerdeführer macht aber selbst lediglich geltend, er habe der Polizei die Schusswaffe ausgehändigt. Dass er ausserdem eingestanden hat, geschossen zu haben, trifft wohl zu, indes hat er stets geltend gemacht, lediglich einen Warnschuss abgefeuert zu haben. Insofern ist die Annahme, der Beschwerdeführer habe Einsicht in das Unrecht seiner Tat vermissen lassen, nicht abwegig. Insgesamt sind die Erwägungen der Vorinstanz ohne weiteres nachvollziehbar und erscheint die ausgesprochene Strafe als plausibel. Jedenfalls hat die Vorinstanz mit ihrer Strafzumessung ihr Ermessen nicht überschritten.