Citation: H 391/99 08.05.2000 E. 4

4.- a) Kenntnis des Schadens, welche die einjährige Verwirkungsfrist gemäss Art. 82 Abs. 1 AHVV auslöst, ist im Regelfall - zumal bei Konkursen und Nachlassverträgen mit Vermögensabtretung - von dem Zeitpunkt an gegeben, in wel- chem die Kollokation der Forderungen eröffnet bzw. der Kol- lokationsplan (und das Inventar) zur Einsicht aufgelegt werden. Der Gläubiger ist oder wäre damit im Allgemeinen in der Lage, den Stand der Aktiven, die Kollokation seiner Forderung und die voraussichtliche Dividende zu kennen. Massgebend ist die tatsächliche Einsichtnahme auf dem Kon- kursamt, bei Verzicht auf diese Vorkehr ist auf das Ende der Auflagefrist abzustellen (BGE 121 V 236 Erw. 4, 119 V 92 Erw. 3, je mit Hinweisen). Mit Blick darauf, dass die Mitteilung des Konkurs- amtes H.________ über die Auflage des Kollokationsplans und des Inventars am 25. April 1997 im Amtsblatt des Kantons X.________ sowie im Schweizerischen Handelsamtsblatt (SHAB) publiziert wurde (vgl. Art. 249 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 35 SchKG, je in der seit 1. Januar 1997 in Kraft ste- henden Fassung), ist dem kantonalen Gericht darin beizu- pflichten, dass die am 25. August 1997 erlassene Schaden- ersatzverfügung der Kasse innerhalb der einjährigen Ver- wirkungsfrist des Art. 82 Abs. 1 AHVV ergangen ist. Die zeitlichen Verhältnisse erübrigen eine exakte Feststellung des Fristbeginns nach den eben dargelegten Grundsätzen: Es kann offen bleiben, ob die Kasse Einsicht genommen hat oder wann die Auflagefrist endete, da die einjährige Verwir- kungsfrist jedenfalls nach dem 25. April 1997 zu laufen begann und mit der Verfügung vom 25. August 1997 so oder anders eingehalten wurde. Die vom Beschwerdeführer letzt- instanzlich eingereichten Beweismittel vermögen zu keiner anderen Beurteilung zu führen. Auf Grund der Akten fehlen Anhaltspunkte dafür, vom Regelzeitpunkt für den Fristbeginn im umschriebenen Sinne ausnahmsweise abzugehen. Falls gel- tend gemacht wird, bereits mit der Konkurseröffnung sei stets Kenntnis des Schadens gegeben, kann dem nicht beige- pflichtet werden. b) Wie die Vorinstanz verbindlich festgestellt hat (vgl. Erw. 2 hievor), lieferte die konkursite Gesellschaft die paritätischen Sozialversicherungsbeiträge nicht voll- ständig ab, woraus für das Jahr 1995 ein Schaden von Fr. 9'821.20 resultierte. Damit verstiess sie gegen die Beitragszahlungs- und Abrechnungspflicht und missachtete dadurch Vorschriften im Sinne von Art. 52 AHVG. Dieses Ver- schulden der Arbeitgeberin hat die Vorinstanz zu Recht dem Beschwerdeführer als grobfahrlässiges Verhalten angerech- net. Es kann hiefür auf die zutreffenden Ausführungen des kantonalen Gerichts verwiesen werden. Da die Kasse keine Verwaltungsgerichtsbeschwerde eingereicht hat, steht gemäss der Bindung an die Parteibegehren (vgl. Erw. 2 in fine hie- vor) ausser Frage, zu Lasten des Beschwerdeführers über ei- nen höheren Schadenersatz als Fr. 9'821.20 zu befinden. Es kann somit offen bleiben, ob Kasse und Vorinstanz unter Be- rücksichtigung der Grundsätze über die zeitliche Haftung (Erw. 3 in fine hievor) den Beschwerdeführer zu Recht ge- stützt auf sein Schreiben vom 18. Februar 1995 an S.________, ehemaliger Verwaltungsratspräsident der Gesell- schaft, betreffend "Auskunft über die Zahlung an die Sozi- alwerke" von der Schadenersatzpflicht für in den Jahren vor 1995 verfallene Betreffnisse befreit haben.