Citation: 4A_112/2021 E. 4.2.2

4.2.2. Ob es sich bei den Einigungsbemühungen, namentlich anlässlich und nach der Sitzung vom 4. April 2018, um einen Schlichtungsversuch im Sinne von Art. 22 des Konsortialvertrags handelt, kann dahingestellt bleiben. Entscheidend ist, dass sich der Beschwerdeführer in Kenntnis der im Streit stehenden Forderung und im Wissen um den - damit zusammenhängenden - Liquidationsprozess ins Ausland begab, ohne in der Folge je Interesse an einer Teilnahme an Liquidations- und/oder Vergleichsgesprächen zu signalisieren. Entsprechenden Sitzungen blieb er fern. Wer sich aber bewusst den Schlichtungsversuchen entzieht, kann sich nicht nachträglich auf das Ausbleiben des vertraglichen Streitbeilegungsmechanismus berufen. Der Einwand des Beschwerdeführers, Einladungen zu Schlichtungsverhandlungen seien "wohl kaum H[ol]schulden, sondern Bringschulden", geht in dieser Allgemeinheit und zumindest in der vorliegenden Konstellation ins Leere. Es ist mit Treu und Glauben nicht vereinbar, Einigungsbemühungen der Gegenseite teilnahmslos abzuwarten, um nach Einleitung des Schiedsverfahrens zu monieren, der Schlichtungsversuch habe den Anforderungen der Zivilprozessordnung an ein Schlichtungsverfahren nicht genügt. So hat sich der Beschwerdeführer aber verhalten. Der Vollständigkeit halber ist im Übrigen darauf hinzuweisen, dass er (wie auch der Beklagte 1) im schiedsgerichtlichen Verfahren den Vorschlag der Beschwerdegegnerinnen, anstelle der mündlichen Verhandlung vom 24. Juni 2020 (ohne Anerkennung einer Rechtspflicht) einen Schlichtungsversuch (ohne Beteiligung des Schiedsgerichts) durchzuführen, ohne Weiteres abgelehnt hat. Unter diesen Umständen verbietet es Art. 2 ZGB, sich im Nachhinein auf die angebliche Nichtausschöpfung des obligatorischen Schlichtungserfordernisses zu berufen. Dies hat das Schiedsgericht zu Recht erkannt.