Citation: 4A_511/2023 E. 3.3.1

3.3.1. Entgegen dem Einwand der Beschwerdeführerin legt die Vorinstanz überzeugend dar, dass die Parteien im E-Mail-Verkehr von April 2022 die Lieferung von Gewindebolzen M6 x 15 mm im Material Stahl 4.8 verkupfert vereinbart haben und dass genau diese Bolzen auch geliefert wurden. Es ist nachvollziehbar, dass sie daraus den Schluss zog, die Beschwerdegegnerin sei nicht zur Lieferung von korrosionsbeständigem Material verpflichtet gewesen, zumal sie ebenfalls schlüssig begründete, der Korrosionsschutz sollte erst durch die Weiterverarbeitung bei der C.________ AG gewährleistet werden. Soweit die Beschwerdeführerin in diesem Zusammenhang wiederum auf die Besprechung der Parteien von Februar 2022 verweist, wonach die Bolzen zwingend aus rostfreiem Material hätten bestehen müssen, weist sie die gegenteilige Auffassung der Vorinstanz nicht als willkürlich aus. Daran ändert nichts, dass die Beschwerdegegnerin gewusst haben soll, dass die von ihr zu liefernden Platten zur Montage an der Aussenfassade dienen sollten. Es war unbestritten, dass die Fassadenplatten selbst keinen Korrosionsschutz aufwiesen und hierfür von der C.________ AG bearbeitet werden sollten (oben E. 3.2.1). Der Einwand der Beschwerdeführerin, wonach die Gewindebolzen nach dem Willen der Parteien nicht verzinkt, sondern mit einem - später wieder zu entfernenden - Lack hätten überzogen werden sollen, woraus die Vorinstanz hätte schliessen müssen, dass nur die Fassadenbleche, nicht auch die Gewindebolzen zur Veredelung an die C.________ AG hätten gesandt werden sollen, ist, soweit überhaupt verständlich, nicht nachvollziehbar. Im Übrigen legt die Beschwerdeführerin nicht dar, weshalb die Annahme der Vorinstanz zum bestellten Produkt - Stahlbolzen verkupfert - falsch, geschweige denn willkürlich sein sollte. Dies gilt ebenso für ihre Feststellung, wonach die geschäftserfahrene Beschwerdeführerin im Nachgang zum E-Mail-Verkehr von April 2022 und der darin festgehaltenen Materialisierung der Gewindebolzen deutlich hätte kommunizieren müssen, dass sie ein anderes Material wünschte, bzw. dass sie mit den vorgeschlagenen Gewindebolzen nicht einverstanden war. Hingegen geht es nicht an, die Verantwortung hierfür der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Auch, dass die Materialisierung nicht Hauptthema des E-Mail-Verkehrs gewesen sein mag, ändert nichts. Selbst wenn somit der Beschwerdeführerin zu folgen wäre, dass die Gewindebolzen keinen zusätzlichen Korrosionsschutz durch die C.________ AG erhalten sollten, wäre die Annahme der Vorinstanz, wonach die Beschwerdeführerin genau die Gewindebolzen erhalten hat, die sie bestellt hat - Material Stahl verkupfert - nicht willkürlich. Da nach dem Gesagten mit Bezug auf das Material der Gewindebolzen sehr wohl eine Parteivereinbarung bestand, beurteilt sich die Mangelhaftigkeit des Werks, entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin, danach. Eine Pflicht der Beschwerdegegnerin, ein korrosionsbeständiges Material auszuwählen, bestand nicht. Diese Annahme der Vorinstanz ist weder willkürlich noch verletzt sie die Grundsätze der Vertragsauslegung. Vor diesem Hintergrund kann offen bleiben, ob die Feststellung der Vorinstanz zutrifft, wonach die verwendeten, verkupferten Stahlbolzen, einen gewissen Korrosionsschutz boten. Nicht zu beanstanden ist im Übrigen, dass die Vorinstanz erwog, die Beschwerdegegnerin habe die Entfernung von Korrosionsschutz im Rahmen der Nachbearbeitung der Gewindebolzen durch die C.________ AG nicht zu verantworten (oben E. 3.2.3). Die Beschwerdeführerin verkennt in diesem Zusammenhang, dass ihr die Vorinstanz die teilweise Entfernung von Korrosionsschutz durch die Weiterverarbeitung nicht "zum Vorwurf" machte. Sie erwog lediglich - zu Recht - dass die nachträgliche Entfernung von Korrosionsschutz keinen von der Beschwerdegegnerin zu vertretenden Mangel darstellen kann. Nachdem die Beschwerdegegnerin, wie die Vorinstanz zutreffend erwog, exakt das bestellte Produkt geliefert hat, ist schliesslich irrelevant, ob die Kupferbeschichtung der Gewindebolzen durch die Schweissarbeiten wieder abgetragen wurde.