Citation: 1P.403/2000 13.11.2000 E. 4

4.- a) Der Beschwerdeführer macht sodann geltend, seine Ehefrau habe als Zeugin die Aussagen von D.________ bezüglich des zeitlichen Geschehens widerlegt, vor allem hinsichtlich der Telefonanrufe zwischen ihr und Frau D.________. Sodann habe sie hinsichtlich des Kerngeschehens entgegengesetzte Aussagen zu denen von B.________ gemacht. So habe B.________ angegeben, seine Frau sei dazugekommen, als der Beschwerdeführer den angeblichen Übergriff begangen habe, und es sei zwischen dieser und dem Beschwerdeführer in der Folge zu einem Streit gekommen. Seine Frau habe dagegen ausgesagt, es habe nie einen Vorfall gegeben, wie er ihm, dem Beschwerdeführer, vorgeworfen werde. Sie habe sich bei ihrer Einvernahme nicht daran erinnert, eine besondere Situation angetroffen zu haben, als sie am fraglichen Montag nach einem Einkauf nach Hause zurückgekehrt sei. Es sei ihr auch nichts Besonderes aufgefallen und B.________ sei wie immer gewesen. Laut ihren weiteren Aussagen, habe "man" daraufhin mit B.________ und dem mit ihnen in Wohngemeinschaft lebenden Ehepaar das Mittagessen eingenommen, wobei B.________ ganz normal gewesen sei. Anschliessend habe er, der Beschwerdeführer, mit B.________ die "Badi" besucht. Hätte tatsächlich ein Übergriff stattgefunden, wäre das Mittagessen wohl kaum normal verlaufen und ein Badibesuch von ihm mit B.________ allein kaum möglich gewesen, zumal seine Frau ihn in einem solchen Fall laut ihren Aussagen kaum mit B.________ allein gelassen hätte. Sodann beweise die Tatsache, dass er mit seiner Frau und B.________ am folgenden Tag einträchtig und ohne Besonderheiten seine Eltern und Schwiegereltern besucht habe, dass nichts vorgefallen sein könne. Das Obergericht hätte ihn angesichts all dieser Umstände nach dem Grundsatz "in dubio pro reo" freisprechen müssen. b) Das zu beurteilende Kerngeschehen wird einzig von der Aussage der Ehefrau des Beschwerdeführers direkt betroffen, wonach sie bei ihrer Heimkehr vom Einkauf nichts Aussergewöhnliches bemerkt habe. Diese Aussage widerspricht derjenigen von B.________, die angegeben hatte, die Gotte sei nach Hause gekommen, als der Beschwerdeführer den Übergriff begangen habe, und sie habe ihr vom Geschehenen erzählt. Es bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass das Obergericht dies übersehen hätte. Im Bereich der Beweiswürdigung besitzt der Richter aber einen weiten Ermessensspielraum (vgl. für viele BGE 120 Ia 31 E. 4a S. 40). Allein weil das Obergericht zum Schluss kam, die entlastende Aussage der Ehefrau des Beschwerdeführers genüge nicht, um seine durch das Gutachten von Dr. Barth abgestützte Überzeugung von der Richtigkeit der Aussagen von B.________ umzustossen, kann ihm nicht Willkür vorgeworfen werden. Der Beschwerdeführer bringt nichts vor, was die Beweiswürdigung des Obergerichts als willkürlich erscheinen liesse. Insbesondere reicht es zur Begründung von Willkür nicht aus, dass es keine Anhaltspunkte gebe, die gegen die Glaubwürdigkeit der Ehefrau als Zeugin sprechen würden, und dass ihre Aussage derjenigen von B.________ widerspricht. Unter dem Gesichtswinkel des Willkürverbots ist es auch nicht zu beanstanden, dass das Obergericht trotz des gemeinsamen Mittagessens mit den Wohnpartnern, dem Badibesuch des Beschwerdeführers mit B.________ und den Besuchen bei den Eltern und Schwiegereltern mit angeblich normalem Verlauf nicht erhebliche Zweifel hegte, dass ein Übergriff wie behauptet stattgefunden haben könnte. Der Beschwerdeführer macht denn auch selber nicht geltend, dass der weitere äussere Verlauf des Aufenthaltes von B.________ bei ihm und seiner Frau nach einem Übergriff völlig undenkbar gewesen wäre. Was den angeblichen Verlauf der Besuche bei den Eltern und Schwiegereltern "ohne Besonderheiten" anbelangt, hatte die Schwiegermutter des Beschwerdeführers laut dem Handprotokoll über ihre Einvernahme vor Obergericht immerhin ausgesagt, B.________ sei am Nachmittag etwas komisch gewesen, sie habe nicht recht essen wollen und getrotzt; es sei einfach auch ihre Art gewesen. Die Richtigkeit dieser Angaben wird durch die Aussage der Kindergärtnerin von B.________ unterstützt, gemäss der B.________ schon vor dem umstrittenen Vorfall ein auffälliges Kind gewesen sei. Das Obergericht musste demnach nicht davon ausgehen, dass die Besuche "ohne Besonderheiten" verlaufen waren, wie der Beschwerdeführer geltend macht. Angesichts der generellen Auffälligkeit von B.________ musste das Obergericht daraus aber weder etwas zu Gunsten noch zu Ungunsten des Beschwerdeführers ableiten. Die erhobenen Rügen erweisen sich auch insoweit als unbegründet, soweit angesichts ihrer weitgehend appellatorischen Natur überhaupt darauf eingetreten werden kann (E. 1a oben).