Citation: 5A_975/2022 E. 2.1

2.1. Vor Kantonsgericht hatte die Mutter - nicht aber der Beschwerdeführer - eine persönliche Anhörung der Tochter beantragt. Das Kantonsgericht wies diesen Antrag ab und erwog, die Tochter sei im Rahmen des vorinstanzlichen Gutachtens angehört worden, welches in die Entscheidfindung des Gerichts einbezogen worden sei. Eine weitere Anhörung hätte keinen darüber hinausgehenden Erkenntniswert und würde die Tochter noch mehr belasten. Diese sei zu den entscheidrelevanten Punkten bereits anlässlich der Erstellung des Gutachtens befragt worden. Aufgrund der Befragung durch die Gutachterin sei klar, was der Wille der Tochter sei. Sie wolle nicht zu gleichen Teilen von Vater und Mutter betreut werden. Das sei zu respektieren. Seit der Anhörung bei der Gutachterin hätten sich die Verhältnisse nicht wesentlich verändert. Von daher sei das Kantonsgericht der Überzeugung, dass eine weitere Anhörung unterbleiben könne. Ziel müsse es nun sein, dass die Tochter einen normalen und unbeschwerten Kontakt zu beiden Elternteilen pflegen könne und dass die langjährigen Streitigkeiten zwischen ihren Eltern endlich ein Ende nähmen. Eine Befragung der Tochter würde nach dem Gesagten nicht nur keine weiteren Erkenntnisse liefern, sondern ihren Loyalitätskonflikt schüren und sie unnötig belasten.