Citation: 2C_173/2020 E. 4.3.1

4.3.1. Bei wiederholten Delikten gegen die sexuelle Integrität ist selbst ein relativ geringes Rückfallrisiko nicht hinzunehmen. Sexuelle Handlungen mit Kindern (Art. 187 StGB) und sexuelle Nötigung (Art. 189 StGB) gehören zu den strafbaren Verhaltensweisen, welche - vorbehältlich der Anwendung der strafrechtlichen Härtefallklausel (Art. 66a Abs. 2 StGB) - heute zu einer obligatorischen Landesverweisung führen (Art. 66a Abs. 1 lit. h StGB). Zwar sind die entsprechenden Bestimmungen nicht auf Taten anwendbar, die - wie hier - vor dem 1. Oktober 2016 begangen wurden, doch trägt das Bundesgericht der damit durch den Verfassungs- und Gesetzgeber zum Ausdruck gebrachten besonderen Verwerflichkeit der in Art. 66a StGB geregelten Taten in der Interessenabwägung nach Art. 8 Ziff. 2 EMRK insofern Rechnung, als es dadurch zu keinem Widerspruch zu übergeordnetem Recht - insbesondere der EMRK - kommt (BGE 139 I 16 E. 5 S. 28 ff.). Dies ist hier nicht der Fall. Der Beschwerdeführer liess sich - nachdem er aufgrund sexueller Handlungen mit der Tochter seiner zweiten Ex-Ehegattin bzw. aktuellen Lebenspartnerin (begangen von Dezember 2010 bis ca. Ende Februar / Anfang März 2013) in Untersuchungshaft genommen worden war - nicht davon abhalten, wiederum einschlägig zu delinquieren. Er missachtete mehrmals das ihm als Ersatzmassnahme auferlegte Kontaktverbot zu seiner Ex-Ehegattin und deren Tochter und verübte weitere Delikte zum Nachteil des Kindes (Sexuelle Handlungen mit einem Kind; begangen in der Woche vom 7. bis 13. Oktober 2013), die schliesslich ebenfalls im strafrechtlichen Urteil berücksichtigt wurden. Nicht nur die Schwere der einzelnen Taten, sondern auch deren Häufung sprechen für ein erhebliches öffentliches Interesse daran, dass er das Land verlässt.