Citation: K 32/02 09.08.2004 E. 2

2.1 Zur Begründung der beantragten Abweisung der vorinstanzlichen Beschwerde und der Verwaltungsgerichtsbeschwerde hat die Assura im Wesentlichen ausgeführt, auf Grund der gewichtigen finanziellen Ressourcen des Beschwerdeführers sei nicht ersichtlich, warum er nicht in der Lage sein sollte, den Prämienzuschlag wegen verspätetem Kassenbeitritt als Ganzes zu bezahlen. Das Begehren, die Strafprämie während der doppelten Verzugsdauer von 10 Jahren auf die normale Prämie aufzurechnen, müsse schon aus Praktikabilitätsgründen abge-lehnt werden, insbesondere nachdem der Beschwerdeführer seine Mitgliedschaft auf Ende 2001 bei ihr gekündet hatte. Dieser Stand-punkt wird auch im angefochtenen Entscheid vertreten. Das kantonale Gericht führte dazu aus, die vom Beschwerdeführer beantragte Be-gleichung der Strafprämie während der doppelten Verzugsdauer wäre grundsätzlich möglich gewesen; nach seinem Austritt aus der Assura würden jedoch Praktikabilitätsüberlegungen gegen eine gestaffelte Rückzahlung über Jahre hinweg sprechen. 2.2 Der von der Krankenkasse und der Vorinstanz vertretenen Auffas-sung kann nicht gefolgt werden. Zu beachten ist der Grundsatz der Verhältnismässigkeit, und zwar sowohl hinsichtlich der Betragsberech-nung als auch bezüglich der Begleichungsart im Sinne der Dauer, während welcher die versicherte Person den Prämienzuschlag zu entrichten hat (BGE 129 V 271 Erw. 4.1.2). Auf Grund von Art. 5 Abs. 2 KVG können keine Prämien rückwirkend eingefordert werden. Der Versicherer wird von verspätet Beigetretenen hingegen eine höhere Prämie verlangen als von den übrigen Versicherten (Botschaft über die Revision der Krankenversicherung vom 6. November 1991, BBl 1992 I 93 ff, insbesondere 143). Der Prämienzuschlag nach Art. 5 Abs. 2 KVG darf nicht in Form eines einmaligen Beitrags erhoben werden, sondern ist als Zuschlag zu den monatlichen Prämien der obligatorischen Krankenversicherung zu entrichten (BGE 129 V 270 Erw. 3.3). Die Frage, in welcher wirtschaftlichen Lage sich der Versicherte befindet, stellt sich dabei nicht. Darüber, während welcher Dauer bzw. nach welcher Begleichungsart die Bezahlung des Prämienzuschlages zu erfolgen habe, hat das Eidgenössische Versicherungsgericht entschieden, die Anwendung von Art. 8 Abs. 1 KVV könne ohne Korrektur dieser Bestimmung dazu führen, dass die Sanktionsdauer nicht mehr in einem vernünftigen Verhältnis zur fehlerhaften Unterlassung steht. In Anlehnung an Art. 95 Abs. 1 UVG dürfe eine Maximaldauer von fünf Jahren daher nicht überschritten werden (BGE 129 V 273 Erw. 4.3). Beizufügen ist, dass entgegen der Auffassung der Vorinstanz nicht entscheidend sein kann, ob nach erfolgtem verspätetem Kassenbeitritt ein Versicherungs-wechsel stattfindet. Denn es ist sowohl zu verhindern, dass sich der Versicherte der Erhebung eines Prämienzuschlages entzieht, als auch zu gewährleisten, dass sich die monatlich zu entrichtende Straf-prämie gleichmässig auf die Versicherer verteilt. 2.3 Aus dem Gesagten ergibt sich, dass die Entrichtung des Prämien-zuschlages von Fr. 5'937.60 im vorliegenden Fall zu Unrecht als Ein-malzahlung vom Beschwerdeführer gefordert wurde. Er hat sie dem-zufolge als Aufgeld auf die ordentlichen Monatsprämien gleichmässig verteilt auf die doppelte Anzahl der Verzugsjahre innerhalb einer Maximaldauer von fünf Jahren zu bezahlen. Die Sache ist daher an die Kasse zurückzuweisen, damit sie den monatlichen Betrag des Prä-mienzuschlages festlegt, den ihr zustehenden Betrag einfordert und die ihr nachfolgenden Krankenkasse über den seit Versicherungs-wechsel zu erhebenden Zuschlag benachrichtigt.