Citation: 5A_391/2020 E. 6.1

6.1. Gemäss den kantonsgerichtlichen Feststellungen hat der Ehemann bei Anordnung der Gütertrennung unbestrittenermassen eine Aktienbeteiligung von 60 % (aufgeteilt in 60 Namenaktien) an der E.________ AG gehalten, wobei diese Aktien zu seiner Errungenschaft gehörten. Weiter sei erstellt, dass der Ehemann nach Anordnung der Gütertrennung, aber noch während der Dauer des Verfahrens vor dem Kreisgericht seine Beteiligung im Sinne einer Nachfolgeregelung an I.________, der bereits die übrigen 40 % besessen habe, verkauft habe. Zu diesem Zweck hätten der Ehemann und I.________ am 19. November 2012 einen Gesellschaftervertrag geschlossen. Im Vertrag hätte der Ehemann seinem Vertragspartner bzw. dessen Sohn das Kaufrecht an seinen 60 Aktien der E.________ AG eingeräumt, wobei das Kaufrecht frühestens am 1. Januar 2017 und spätestens am 31. Januar 2020 hätte ausgeübt werden können sollen. Als Kaufpreis für das gesamte Aktienpaket seien Fr. 420'000.-- vereinbart worden. Mit Schreiben vom 1. Januar 2017 habe I.________ das Kaufrecht ausgeübt. Hinsichtlich des massgebenden Bewertungszeitpunkts führte das Kantonsgericht aus, dass mit dem Kaufrechtsvertrag dem Käufer das Recht eingeräumt werde, mittels einseitiger Willenserklärung einen voll wirksamen Kaufvertrag zu begründen. Die Wirksamkeit des Vertrages hänge von der Ausübung des dem Käufer eingeräumten Gestaltungsrechts ab. Beim Kaufrechtsvertrag seien somit zwei Zeitpunkte zu unterscheiden, nämlich die Einräumung des Kaufrechts und dessen Ausübung durch den Käufer. Steige der Wert der Kaufsache in der Zeitspanne zwischen Einräumung des Kaufrechts und dessen Ausübung, stelle dieser Wertzuwachs beim Käufer keine Schenkung dar. Für die Beurteilung des Kaufpreises seien somit die Verhältnisse bei Einräumung des Kaufrechts am 19. November 2012 massgeblich. Auf das Einholen der späteren Jahresrechnungen habe das Kreisgericht demnach verzichten können. Ebenfalls nicht relevant sei entgegen der Ehefrau der Steuerwert des Jahres 2015. In Bezug auf den Wert der E.________ AG sei das Kreisgericht nach der sog. Praktikermethode vorgegangen. Danach ergebe sich der Verkehrswert eines Unternehmens aus dem einfachen Substanzwert plus dem doppelten Ertragswert dividiert durch drei. Gestützt auf die massgebenden Jahresabschlüsse (2009 bis 2012) habe das Kreisgericht einen Wert der Beteiligung des Ehemannes von rund Fr. 420'000.-- ermittelt. Die Wahl der Methode und die Berechnungsweise seien von der Ehefrau nicht kritisiert worden. Es sei damit davon auszugehen, dass die Rüge der Ehefrau auf den Bewertungszeitpunkt beschränkt sei.