Citation: 7B_764/2024 E. 1.2

1.2. Ob der beschuldigten Person durch die Abweisung eines Wechsels ihrer amtlichen Verteidigung ein nicht wieder gutzumachender Nachteil droht, wurde in der Rechtsprechung bisher uneinheitlich beurteilt: Das Bundesgericht erwog in einigen Urteilen, ein nicht wieder gutzumachender Nachteil liege bei der Ablehnung eines Gesuchs um Wechsel der amtlichen Verteidigung insbesondere dann vor, wenn diese ihre Pflichten erheblich vernachlässige oder zwischen ihr und der beschuldigten Person keine Vertrauensbasis mehr bestehe (siehe etwa Urteile 7B_141/2022 vom 2. November 2023 E. 1; 1B_415/2021 vom 23. November 2021 E. 1; 1B_115/2021 vom 3. Mai 2021 E. 1.1; 1B_470/2020 vom 22. Dezember 2020 E. 1.1; 1B_425/2020 vom 15. Dezember 2020 E. 1.2; 1B_205/2020 vom 21. Juli 2020 E. 1.4; 1B_507/2019 vom 24. Juni 2020 E. 1.1; 1B_397/2018 vom 16. Oktober 2018 E. 1.1; teilweise mit weiteren Hinweisen). Dementsprechend bejahte es den nicht wieder gutzumachenden Nachteil auch allein deshalb, weil die beschuldigte Person hinreichend substanziiert darlegte, dass das Vertrauensverhältnis zur bisherigen amtlichen Verteidigung (ihrer Ansicht nach) zerrüttet war (siehe etwa Urteile 7B_141/2022 vom 2. November 2023 E. 1; 1B_415/2021 vom 23. November 2021 E. 1; 1B_507/2019 vom 24. Juni 2020 E. 1.1; 1B_397/2018 vom 16. Oktober 2019 E. 1.1). In anderen Urteilen erwog das Bundesgericht dagegen, die Ablehnung eines Gesuches der beschuldigten Person um Auswechslung der amtlichen Verteidigung begründe grundsätzlich keinen nicht wieder gutzumachenden Rechtsnachteil, da die beschuldigte Person weiterhin durch die amtliche Verteidigung unterstützt werde und die Störung des Vertrauensverhältnisses ("l'atteinte à la relation de confiance") in einer solchen Situation in der Regel eine wirksame Verteidigung nicht verhindere. Ein nicht wieder gutzumachender Nachteil drohe nur, wenn zu befürchten sei, dass die amtliche Verteidigung die Interessen der unterstützten Partei nicht wirksam verteidigen könne, etwa bei einem Interessenkonflikt oder offensichtlichen Mängeln ("carences manifestes") der Verteidigung (Urteile 7B_1159/2024 vom 3. Februar 2025 E. 1.2.1; 7B_866/2023 vom 10. Mai 2024 E. 1.2.1; 1B_539/2022 vom 16. Januar 2023 E. 2; 1B_166/2020 vom 25. Juni 2020 E. 1.3; 1B_285/2019 vom 27. Juni 2019 E. 2; teilweise mit Hinweisen). In weiteren Fällen erwähnte das Bundesgericht lediglich die erhebliche Vernachlässigung der Pflichten der Verteidigung, ohne sich ausdrücklich dazu zu äussern ob - sofern hinreichend substanziiert - auch ein erheblich gestörtes Vertrauensverhältnis zwischen der beschuldigten Person und der amtlichen Verteidigung einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil begründen kann (BGE 139 IV 113 E. 1.1; Urteile 2C_28/2023 vom 25. Januar 2023 E. 2.4; 1B_271/2020 vom 3. Juni 2020 E. 2.2; 1B_238/2013 vom 7. Februar 2014 E. 1.2; 1B_398/2013 vom 22. Januar 2014 E. 1.1; 1B_110/2013 vom 22. Juli 2013 E. 1.1; je mit Hinweis).