Citation: 6B_191/2020 E. 1.7.2

1.7.2. In Anbetracht der echten und tatsächlich gelebten familiären Beziehung sind vorliegend starke private Interessen zu bejahen, weshalb sich der Beschwerdeführer auf Art. 8 EMRK berufen kann. Insofern gehen dessen Ausführungen hinsichtlich des sog. "umgekehrten Familiennachzugs" an der Sache vorbei (Beschwerde S. 13 f. Ziff. 46; vgl. Urteil 2C_1011/2019 vom 21. April 2020 E. 1.3 mit Hinweis). Gleich verhält es sich hinsichtlich seiner Kritik, wonach die Vorinstanz die Bedeutung des Kindeswohls verkenne (Beschwerde S. 12 f. Ziff. 44 f.; siehe BGE 143 I 21 E. 5.5.2 S. 30; Urteil 2C_488/2019 vom 4. Februar 2020 E. 1.2; je mit Hinweisen). Die Ehefrau des Beschwerdeführers und die gemeinsamen Kinder wohnen in der Schweiz. Sie verfügen über eine Niederlassungsbewilligung. Allerdings sind die Kinder, Jahrgang 2014 und 2016, noch in einem anpassungsfähigen Alter. Sie konnten bisher bloss beschränkt soziale Bindungen über den familiären Kreis hinaus begründen. Der Beschwerdeführer verkennt, dass minderjährige Kinder schon aus familienrechtlichen Gründen regelmässig das ausländerrechtliche Schicksal der Eltern teilen und das Land gegebenenfalls mit diesen zu verlassen haben; für Kinder im anpassungsfähigen Alter, wie die beiden Kinder des Beschwerdeführers, ist der Umzug in dessen Heimatland zumutbar, insbesondere auch da ihnen sowohl die Kultur als auch die Sprache vertraut sind (siehe BGE 143 I 21 E. 5.4 S. 28 f.; Urteil 2C_234/2019 vom 14. Oktober 2019 E. 4.3.2). Der Ehefrau des Beschwerdeführers steht es frei, mit den Kindern in der Schweiz zu bleiben und den Kontakt zu ihm durch Kommunikationsmittel oder Besuche aufrecht zu erhalten (Urteil 2C_253/2015 vom 9. September 2015 E. 3.3.3). Sie spricht serbisch. Zudem leben in Bosnien nicht nur ihre Eltern, sondern auch ihre Schwiegereltern und ihr Schwager mit seiner Familie. Als diplomierte Krankenschwester mit mehrjähriger Berufserfahrung sind die Aussichten als gut zu bezeichnen, dass sie sich in Bosnien auch in beruflicher Hinsicht wird integrieren können. Ob für sie eine Ausreise "von vornherein ohne Weiteres zumutbar" ist, ist wohl zu bejahen, muss indes nicht abschliessend beurteilt werden. Vorliegend kann ohnehin nicht die Rede davon sein, dass ihr bzw. ihren Kindern eine Ausreise in das Heimatland des Beschwerdeführers nicht oder nur schwer zumutbar ist. Insofern geht dessen Hinweis auf die sog. "Reneja-Praxis" fehl (Beschwerde S. 10 ff. Ziff. 35 ff.; BGE 139 I 145). Ob unter dem Aspekt von Art. 8 Ziff. 1 EMRK ein Härtefall vorliegt, muss ebenfalls nicht abschliessend beurteilt werden, weil sich die Beschwerde ohnehin als unbegründet erweist, soweit darauf überhaupt eingetreten werden kann. Bei Annahme eines Härtefalls zu prüfen ist, ob die öffentlichen Interessen an der Landesverweisung gegenüber den privaten Interessen des Beschwerdeführers am Verbleib in der Schweiz überwiegen und ob die Landesverweisung mit Art. 8 EMRK sowie mit Art. 13 BV vereinbar ist. Es ist eine Interessenabwägung vorzunehmen, die sich an der Verhältnismässigkeitsprüfung nach Art. 8 Ziff. 2 EMRK zu orientieren hat.