Citation: 6B_1341/2017 E. 2.4

2.4. Will der Beschwerdeführer "bewusst gegen den Boden" geschossen haben, entfernt er sich ohne Willkür aufzuzeigen vom verbindlichen Sachverhalt der Vorinstanz. Danach schoss er unter anderem gegen die Beine seines Gegners. Die Vorinstanz stellt zudem fest, dass der Beschwerdeführer wohl in Richtung des Beschwerdegegners 2 schoss, aber keine gezielte Führung der Schusswaffe erfolgte. Die Sorgfaltspflichtverletzung des Beschwerdeführers, der mehrmals in Richtung des Beschwerdegegners 2 schoss, wiegt zweifelsohne schwer. Dies gilt hier umso mehr, als der Beschwerdeführer während der Schussabgabe auf das sich bewegende Opfer zulief und mithin die Waffe im Rahmen eines dynamischen Geschehens unkontrolliert und bei eingeschränkter Sicht einsetzte. Wer auf eine Person schiesst, schafft zweifelsohne generell ein hohes Risiko einer tödlichen Verletzung. Dies gilt nach den zutreffenden vorinstanzlichen Erwägungen auch für Schüsse gegen die Beine des Gegners. Wenn die Vorinstanz unterstreicht, bei einem dynamischen Geschehen sei allgemein bekannt und auch dem Beschwerdeführer klar gewesen, dass andere Regionen hätten getroffen und das Opfer dadurch hätte tödlich verletzt werden können, sind auch diese Erwägungen richtig. Nach den vorinstanzlichen Sachverhaltsfeststellungen wusste der Beschwerdeführer mithin, dass der Waffeneinsatz tödliche Verletzungen nach sich ziehen kann. Diese Schlussfolgerung ist nicht zu beanstanden. Ihr schliesst sich der Beschwerdeführer im Grunde genommen an, wenn er auf das "nur allzu bekannte Risiko" verweist, da er selbst in Mazedonien einen Durchschuss im Bauchbereich erlitten habe. Eine tödliche Verletzung lag damit im allgemein und auch dem Beschwerdeführer bekannten Rahmen des Kausalverlaufs. Will er hingegen das besagte Risiko kalkuliert und dosiert haben (Beschwerde S. 34 f.), kann ihm nicht gefolgt werden. Er konnte nicht darauf vertrauen, dass sich das Risiko nicht verwirklichte. Der Beschwerdeführer ist nach den tatsächlichen Sachverhaltsfeststellungen kein geübter Schütze. Weder er noch das Opfer standen still. Indem er bei eingeschränkter Sicht und während er auf das Opfer zulief drei unkontrollierte Schüsse in dessen Richtung abgab, brachte er eine Gleichgültigkeit gegenüber Integritätsinteressen Dritter zum Ausdruck und nahm er eine tödliche Verletzung im Falle ihres Eintritts im Sinne des Eventualvorsatzes in Kauf, mochte ihm eine solche allenfalls auch unerwünscht sein. Angesichts der Art der Tathandlung kann nicht ernsthaft in Betracht gezogen werden, dass in Bezug auf einen allfälligen Tötungserfolg lediglich bewusste Fahrlässigkeit vorgelegen und sich der Vorsatz höchstens allenfalls auf eine Gefährdung des Lebens gerichtet habe (zur Unterscheidung zwischen Tötungseventualvorsatz und Gefährdungsvorsatz vgl. Urteile 6B_832/2015 vom 25. Januar 2016 E. 1.5; 6B_617/2013 vom 4. April 2014 E. 2.4; 6B_655/2012 vom 15. Februar 2013 E. 3.5; je mit Hinweisen). Die Verwirklichung der subjektiven Tatbestandsmässigkeit ist erstellt. Die Vorinstanz hat den bundesrechtlichen Begriff des Eventualvorsatzes nicht verkannt. Ihr Schluss auf eine versuchte eventualvorsätzliche Tötung ist bundesrechtskonform.