Citation: 5A_78/2023 E. 4.1

4.1. Das Kantonsgericht stellt als unbestritten fest, dass die Beschwerdeführerin im erstinstanzlichen russischen Verfahren nicht ordnungsgemäss benachrichtigt wurde. Die Beschwerdegegnerin berufe sich stattdessen auf das zweitinstanzliche Urteil; im zweitinstanzlichen Verfahren sei die Beschwerdeführerin unbestrittenermassen gehörig vorgeladen und ihr der Entscheid korrekt zugestellt worden. In ihrer Eingabe an das Schiedsberufungsgericht habe die Beschwerdeführerin weder die Zuständigkeit noch den Umstand der erstinstanzlich nicht gehörig erfolgten Ladung moniert, sondern vorgebracht, dass die Beschwerdegegnerin ihren vertraglichen Verpflichtungen nicht nachgekommen sei. Erst vor dem Kassationsgericht und dem Obersten Gerichtshof habe sie geltend gemacht, dass sie nicht angemessen benachrichtigt wurde, und die Zuständigkeit der russischen Gerichte mit dem Einwand bestritten, dass als Gerichtsstand die schweizerischen Gerichte vereinbart gewesen seien. Das Kantonsgericht folgert daraus, dass sich die Beschwerdeführerin zumindest im Verfahren vor dem 10. Schiedsberufungsgericht vorbehaltlos zur Hauptsache äusserte. In der Folge erinnert es daran, dass die Parteien unter dem Aspekt von Treu und Glauben grundsätzlich gehalten seien, ihre Einwände bereits im ausländischen Verfahren rechtzeitig vorzubringen, andernfalls sie sich im Vollstreckungsverfahren nicht mehr darauf berufen könnten. Indem die Beschwerdeführerin es unterlassen habe, die ihrer Ansicht nach fehlende Zuständigkeit und nicht gehörige Ladung im erstinstanzlichen Verfahren vor dem 10. Schiedsberufungsgericht zu rügen, bzw. diese Verfahrensfehler erst nach dem für sie ungünstigen Ausgang des Berufungsverfahrens im Kassationsverfahren beanstandet habe, vermöge sie daraus für das Vollstreckungs- bzw. Rechtsöffnungsverfahren nichts zu ihren Gunsten abzuleiten. Dass sie die fraglichen Mängel wegen der möglicherweise eingeschränkten Kognition der Berufungsinstanz nicht mehr hätte vorbringen können, mache die Beschwerdeführerin nicht geltend, noch erkläre sie, weshalb sie die im Kassationsverfahren erhobenen Rügen nicht schon im Berufungsverfahren vortrug. Als Ergebnis hält das Kantonsgericht fest, dass der Mangel der nicht gehörigen Ladung vor der ersten Instanz mit der vorbehaltlosen Einlassung im zweitinstanzlichen Verfahren als geheilt zu betrachten sei.