Citation: 6B_457/2019 E. 1.1

1.1. Die beschwerdeführende Staatsanwaltschaft bringt zunächst vor, die Berufungsinstanz sei bei der Bemessung der Einsatzstrafe methodisch von der ersten Instanz abgewichen. Diese hatte betreffend A.________ (Fall 10; angefochtenes Urteil, E. 3 S. 32 ff.) für sämtliche Delikte (qualifizierte Vergewaltigung, qualifizierte sexuelle Nötigung, Gefährdung des Lebens, Verletzung des Geheim- oder Privatbereichs durch Aufnahmegeräte und Pornographie) gesamthaft eine Einsatzstrafe gebildet und diese unter Berücksichtigung der leicht verminderten Schuldfähigkeit auf sieben Jahre Freiheitsstrafe festgelegt (erstinstanzliches Urteil, E. 3.2.1, S. 103 ff.). Demgegenüber habe die Vorinstanz die Delikte zum Nachteil von A.________ einzeln gewürdigt. Innerhalb der qualifizierten sexuellen Nötigung habe sie die einzelnen Tathandlungen separat gewürdigt und dabei das sog. Fisting als die am schwersten wiegende Handlung eingestuft (vgl. angefochtenes Urteil, E. 8.4.4 f., S. 94-97). Die schwersten Delikte, für die der Beschwerdegegner verurteilt worden sei, seien die qualifizierte Vergewaltigung und die qualifizierte sexuelle Nötigung (beide betreffend A.________) mit einem Strafrahmen von jeweils drei bis zwanzig Jahren Freiheitsstrafe. Er habe dem Opfer zuerst heimlich eine Substanz verabreicht, es damit in tiefe Bewusstlosigkeit versetzt und sodann an ihm über rund acht Stunden hinweg in grausamer Weise eine Vielzahl von sexuellen Handlungen vollzogen (zur Würdigung dieser Vorgänge vgl. angefochtenes Urteil, E. 3.5.7, S. 46 f.). Indem die Vorinstanz die Einsatzstrafe aber nur für eine einzige sexuelle Handlung (das "Fisting") festgelegt habe und nicht für das tatbestandsmässige Handeln insgesamt, d.h. für die qualifizierte sexuelle Nötigung, in deren Rahmen das "Fisting" nur ein Handlungselement von vielen gewesen sei, habe es die bundesrechtlichen Grundsätze zur Bildung der Einsatzstrafe verletzt. Hat der Täter durch eine oder mehrere Handlungen die Voraussetzungen für mehrere gleichartige Strafen erfüllt, so verurteilt ihn das Gericht zu der Strafe der schwersten Straftat und erhöht sie angemessen (Art. 49 Abs. 1 erster Satz StGB; zur Anwendung des Asperationsprinzips BGE 144 IV 217 E. 3.5 S. 231; 141 IV 61 E. 6.1.2 S. 67). Die Vorinstanz erwägt, bei dem sog. Fisting handle es sich um die konkret schwerste Tathandlung, die unter die qualifizierte sexuelle Nötigung zu subsumieren sei. Für dieses Delikt allein sei eine Einsatzstrafe zu setzen (angefochtenes Urteil, S. 95). Unter Berücksichtigung der (bezüglich dieser Deliktskategorie) leicht verminderten Schuldfähigkeit setzt die Vorinstanz diese Einsatzstrafe auf 4 Jahre Freiheitsstrafe an. Anschliessend asperiert sie die Einsatzstrafe anhand der weiteren Delikte gegen A.________ und die weiteren Opfer (im Einzelnen a.a.O., S. 96 f.). Die Beschwerdeführerin macht nicht geltend, die in der fraglichen Nacht erfolgten sexuellen Handlungen hingen räumlich und zeitlich so eng zusammen, dass von einer Handlungseinheit auszugehen sei, weshalb sich je gesonderte Schuldsprüche nach Art. 189 StGB verböten. Dass mehrere strafbare Handlungen allenfalls auf denselben Willensentschluss zurückgehen, schliesst die Anwendung von Art. 49 StGB nicht aus (Urteil 6B_1248/2017 vom 21. Februar 2019 E. 4.7 mit Hinweisen; vgl. BGE 132 IV 49 E. 3.1.1.3 S. 54). Sodann hat das vorinstanzliche Vorgehen nicht ersichtlich dazu geführt, dass der Unrechtsgehalt des gesamten Tatkomplexes unzureichend in die Strafzumessung eingeflossen wäre.