Citation: 2C_422/2022 E. 6.1

6.1. Der Beschwerdeführer macht geltend, das Erfordernis eines eidgenössischen Weiterbildungstitels gemäss Art. 36 Abs. 2 MedBG stelle eine indirekte Diskriminierung aus Gründen der Staatsangehörigkeit dar. In der Richtlinie sowie im Medizinalberufegesetz sei die Anerkennung von Weiterbildungstiteln für Apotheker nicht vorgesehen, sodass ausländische Weiterbildungstitel nicht gleichwertig seien und nicht anerkannt würden. Ein Apotheker aus einem EU-Staat mit einem ausländischen Weiterbildungstitel könne in der Schweiz nicht in eigener fachlicher Verantwortung tätig sein. Soweit das Weiterbildungserfordernis als solches überhaupt zulässig sei, so der Beschwerdeführer weiter, könne die indirekte Diskriminierung weder objektiv gerechtfertigt werden noch sei sie verhältnismässig. Dass das Weiterbildungserfordernis aus Gründen des Schutzes der öffentlichen Gesundheit eingeführt worden sei, wie die Vorinstanz erwäge, lässt sich nach Ansicht des Beschwerdeführers nicht erkennen. Vielmehr sei die Konformität mit dem EU-Recht bei der Änderung von Art. 36 Abs. 2 MedBG gar nicht geprüft worden, zumal dieses Erfordernis erst durch den Nationalrat eingefügt worden sei. Im Weiteren sei das Weiterbildungserfordernis auch nicht verhältnismässig, da mildere Massnahmen zur Verfügung stünden und es ihn in unzumutbarer Weise einschränke. Entsprechend stehe das Erfordernis Art. 2 FZA entgegen.