Citation: 1C_187/2022 E. 5.3

5.3. Die mit der Anordnung der Beseitigung einer Baute verbundene Eigentumsbeschränkung ist nur zulässig, wenn sie auf einer gesetzlichen Grundlage beruht, im öffentlichen Interesse liegt und verhältnismässig ist (Art. 36 BV). Das Verhältnismässigkeitsprinzip verlangt, dass eine Massnahme für das Erreichen des im öffentlichen oder privaten Interesse liegenden Ziels geeignet und erforderlich ist und sich für die Betroffenen in Anbetracht der Schwere der Grundrechtseinschränkung als zumutbar erweist (BGE 148 II 392 E. 8.2.1 mit Hinweisen). Das Bundesgericht hat in seiner Rechtsprechung Kriterien entwickelt, die bei der Prüfung der Verhältnismässigkeit von Wiederherstellungsverfügungen im Falle von rechtswidrig erstellten Bauten berücksichtigt werden müssen (vgl. BGE 132 II 21 E. 6 mit Hinweis; Urteil 1C_79/2022 vom 30. September 2022 E. 8.1). Vorliegend geht es jedoch nicht um eine (ursprünglich) rechtswidrig erstellte Baute, sondern um eine nicht fertig gestellte Baute, die durch das Erlöschen der Baubewilligung (nachträglich) rechtswidrig wurde. Unbestritten ist, dass die bereits ausgeführten Arbeiten - der Baugrubenaushub und die Betonfundationen für die Autoeinstellhalle - für sich allein nicht bewilligt werden können. Einzig als Teil eines neuen Bauvorhabens könnten diese wieder rechtmässig werden. Wie bereits erwähnt (oben E. 4.2), ist für die Prüfung der Verhältnismässigkeit der Wiederherstellungsverfügung also insbesondere die Wahrscheinlichkeit der zeitnahen Realisierung eines neuen Bauvorhabens ausschlaggebend, wobei dessen Finanzierung eine grosse Rolle spielt (vgl. auch Urteil 1C_582/2021 vom 21. Februar 2023 E. 5.2.3).