Citation: 6B_138/2022 E. 3.2

3.2. Die Vorinstanz erwägt, es sei erstellt, dass der Beschwerdeführer zwischen Oktober 2016 und Januar 2017 44 Gramm Kokain weitergegeben oder veräussert und am 9. Dezember 2016 50 Gramm Kokain vermittelt habe. Seine Widerhandlungen ab Inkrafttreten der obligatorischen Landesverweisungen würden sich somit auf 94 Gramm Kokaingemisch resp. 31 Gramm reines Kokain beziehen. Damit sei ein schwerer Fall im Sinne von Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG auch für die Zeit nach Inkrafttreten der neuen Gesetzesbestimmungen zur Landesverweisung erfüllt. Es liege somit eine Anlasstat nach Art. 66a Abs. 1 lit. o StGB vor. Ein schwerer persönlicher Härtefall liege nicht vor und das öffentliche Interesse an einer Wegweisung wiege höher als das persönliche Interesse des Beschwerdeführers an einem Verbleib. Zwar lebe er seit 17 Jahren in der Schweiz und sei mit einer Schweizerin verheiratet. Doch habe der mit 25 Jahren hierher emigrierte Beschwerdeführer seine Kinder- und Jugendjahre im Heimatland Kuba verbracht, sei mit dessen Sprache und Kultur vertraut und habe dort auch Verwandte. Eine Ausbildung habe der Beschwerdeführer nicht absolviert und er sei meistens nur temporär arbeitstätig gewesen. Eine lang andauernde berufliche und persönliche Integration sei nicht ersichtlich, zumal der Beschwerdeführer nur schlecht Deutsch spreche. Auch ein dauerhaft intaktes besonders schützenswertes Eheleben liege nicht vor. Nach Angaben der Ehefrau sei die Ehe aufgrund des Drogenkonsums des Beschwerdeführers und der Partys belastet gewesen. Ferner habe die Polizei mehrfach wegen Gewaltdelikten und Drohungen an den Wohnort der Eheleute ausrücken müssen. Bei der Härtefallprüfung negativ ins Gewicht fielen ferner mehrere Vorstrafen wegen Vergewaltigung, einfacher Körperverletzung und Drohung (2007) sowie wegen Drohung, Hausfriedensbruchs und Tätlichkeiten (2012). Der Beschwerdeführer habe den Fortbestand seines Familienlebens in der Schweiz selbstverschuldet und mutwillig aufs Spiel gesetzt und habe es daher hinzunehmen, dass seine Beziehung künftig nur unter erschwerten Bedingungen gelebt werden könne. Eine Reintegration in der Heimat sei problemlos möglich, eine besondere Härte sei nicht ersichtlich. Da abgesehen von der Aufenthaltsdauer und der ehelichen Gemeinschaft keine weiteren Faktoren für einen Verbleib des Beschwerdeführers in der Schweiz sprechen würden, vermöchten dessen private Interessen das Interesse an einer Wegweisung nicht zu überwiegen, so die Vorinstanz weiter. Angesichts der schweren Betäubungsmitteldelikte sei das öffentliche Interesse hoch. Zudem sei der Beschwerdeführer mehrfach vorbestraft und lasse mangelnden Respekt vor der geltenden Rechtsordnung erkennen. Auch die ausgefällte Freiheitsstrafe von 21 Monaten lasse nicht mehr auf eine Bagatelle schliessen, wenngleich ein Teil der Strafe auf Sachverhalte entfalle, die vor dem Inkrafttreten der Bestimmungen zur obligatorischen Landesverweisung begangen wurden. An der Verhältnismässigkeit der Landesverweisung ändere das relative Wohlverhalten des Beschwerdeführers seit den hier beurteilten Taten nichts. Dies zumal er 2017 wegen grober Verletzung der Verkehrsregeln verurteilt worden sei, was ebenfalls Beachtung finden müsse. Die vorinstanzlich festgesetzte Dauer der Landesverweisung von sechs Jahren, nahe dem gesetzlichen Minimum, erscheine angemessen. Das Verschulden des Beschwerdeführers liege innerhalb des qualifizierten Strafrahmens im unteren Bereich. Auch stelle er kein massives Risiko für die öffentliche Sicherheit und Ordnung dar. Indes sie die Ausschreibung der Landesverweisung im SIS angesichts des schweren Falls nach Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG sowie der Strafdauer verhältnismässig. Mit seinem in Deutschland lebenden Vater könne der Beschwerdeführer per Skype in Kontakt bleiben, was auch von Kuba aus möglich sei.