Citation: 4A_115/2014 E. 7

Die Vorinstanz berücksichtigte die konstitutionelle Prädisposition des Beschwerdegegners gestützt auf die bundesgerichtliche Praxis (insbesondere BGE 131 III 12 E. 4 S. 13 f.) im Rahmen der Schadenersatzbemessung nach Art. 43/44 OR und nicht bei der Schadensberechnung (Art. 42 OR). Dies aufgrund der Feststellung, dass der Beschwerdegegner trotz seiner prämorbiden Persönlichkeitsstörung und seinen vorbestehenden Belastungen ohne den Unfall aller Wahrscheinlichkeit nach weiterhin gesund und voll arbeitsfähig geblieben wäre und sein Sozialstatus einen linearen Aufstieg genommen hätte. Die Beschwerdeführerin macht geltend, die konstitutionelle Prädisposition des Beschwerdegegners hätte vorliegend im Rahmen der Schadensberechnung berücksichtigt werden müssen. Sie bestreitet die tatsächliche Feststellung, dass der Beschwerdegegner ohne den Unfall aller Wahrscheinlichkeit nach nicht arbeitsunfähig geworden wäre, sich seine prämorbide Persönlichkeitsstörung mithin ohne den Unfall nicht ausgewirkt hätte. Dabei übt sie indessen rein appellatorische Kritik am angefochtenen Entscheid, ohne eine rechtsgenügend begründete Sachverhaltsrüge zu erheben, die dem Bundesgericht gegebenenfalls eine Korrektur der kritisierten Feststellung erlauben könnte (vgl. dazu bereits Erwägung 5 vorne betreffend der natürlichen Kausalität; ferner Erwägung 6.1 in fine). So stellt sie der vorinstanzlichen Würdigung, ob verschiedene, teils rein hypothetische Umstände ( Scheitern der Ehe des Beschwerdegegners, nicht verkrafteter Unfall seines Sohnes, beliebiges anderes Strafverfahren, in das der Beschwerdegegner hätte geraten können, oder "anderes x-beliebiges Ereignis") wahrscheinlich auch ohne den Unfall zur Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdegegners geführt hätten, im Wesentlichen einfach ihre eigene Ansicht gegenüber, ohne indessen die offensichtliche Unhaltbarkeit der vorinstanzlichen Würdigung aufzuzeigen. Dasselbe gilt auch, soweit sie die vorinstanzliche Feststellung, dass die Arbeitsleistungen des Beschwerdegegners unmittelbar nach dem Unfall ungenügend und immer ungenügender wurden, in Frage stellt, weil der Beschwerdegegner später in der Lage gewesen sei, ein Studium in einer Fremdsprache zu absolvieren (s. dazu Erwägung 3 vorne). Auf diese Vorbringen ist nicht einzutreten (Erwägung 2 vorne). Da somit davon auszugehen ist, dass sich die vorbestehende Gesundheitsstörung ohne den Unfall nicht ausgewirkt hätte und der Schaden ohne diesen nicht eingetreten wäre, verletzte die Vorinstanz kein Bundesrecht, indem sie die konstitutionelle Prädisposition des Beschwerdegegners im Rahmen der Schadenersatzbemessung und nicht bei der Schadensberechnung berücksichtigte (BGE 131 III 12 E. 4 S. 13 f. mit Hinweisen).