Citation: 6B_883/2021 E. 1.2

1.2. Die Vorinstanz hält fest und erwägt, der heute 37 Jahre alte Beschwerdeführer sei in Polen geboren worden, wo er zusammen mit seinen Eltern sowie seinen vier Geschwistern aufgewachsen sei. In Polen habe er nahezu sein gesamtes bisheriges Leben, insbesondere die prägenden Kinder-, Jugend- und jungen Erwachsenenjahre, verbracht. Seine Kindheit habe er als schön beschrieben, wozu auch seine Familie und die Umgebung beigetragen hätten. In Polen habe er die Schule bis und mit der 8. Klasse besucht. Anschliessend habe er eine dreijährige Berufsausbildung zum Maurer absolviert, gefolgt von einer zwei Jahre dauernden Spezialisierung als Fliesenleger. In diesem Beruf habe er während mehrerer Jahre gearbeitet. Da seine eigene Firma zu wenig Geld abgeworfen habe, habe er sich entschieden, aus finanziellen Gründen in die Schweiz zu ziehen. Erst seit Ende 2013 halte sich der Beschwerdeführer nunmehr offiziell in der Schweiz auf. Er sei zwar nie verheiratet gewesen. Aus einer mittlerweile aufgelösten Beziehung mit einer hier ab dem vierten Lebensjahr aufgewachsenen, gebürtigen Polin, die er kurz nach seiner Einreise in die Schweiz kennengelernt habe, sei jedoch die im xx.2015 geborene Tochter B.________ hervorgegangen. Diese lebe bei ihm, stehe unter seiner Obhut und besuche den Kindergarten. Weiter wohne die Grossmutter mütterlicherseits in der Schweiz, wobei sich die Beziehung der Grossmutter zu B.________ bzw. zum Beschwerdeführer auf unregelmässige Besuche beschränke. Sonstige Verwandte oder enge Bekannte in der Schweiz habe der Beschwerdeführer keine. Einzig zur Tochter bestehe somit eine nahe, echte und tatsächlich gelebte Beziehung. Diese habe allerdings nur ein von ihrem Vater abgeleitetes Aufenthaltsrecht in der Schweiz. Im Falle der Landesverweisung bestehe die Möglichkeit, dass der Beschuldigte nach Verständigung mit seiner Ex-Freundin bzw. den zuständigen Schweizer Behörden seine Tochter mit ins Ausland nehme, zumal sie die polnische Staatsbürgerschaft besitze. Der Kontakt zu ihrer Mutter sei ohnehin seit mehr als einem Jahr inexistent, der Beschuldigte faktisch alleinerziehend. Ein solcher Wechsel von der Schweiz nach Polen dürfte denn auch aufgrund des noch geringen Alters der Tochter sowie mit Blick auf den sozialen Empfangsraum des Beschwerdeführers in Polen zu keinen erheblichen Schwierigkeiten führen. Überdies sei festzuhalten, dass der Härtefall gemäss Art. 66a Abs. 2 StGB grundsätzlich die verurteilte Person persönlich treffen müsse. Dass die Landesverweisung des Beschwerdeführers die persönliche Situation seiner Tochter B.________ dermassen erschweren würde, wodurch für den Beschwerdeführer im Sinne einer Reflexwirkung eine nicht hinnehmbare Härte entstünde, werde weder geltend gemacht, noch sei solches in den Akten erkennbar. Die gesamte übrige Familie des Beschwerdeführers lebe noch immer in Polen. Den Kontakt zu seinen Eltern und Geschwistern bezeichne er als gut. Früher sei er zwei bis drei Mal jährlich nach Polen gereist, in den letzten drei Jahren etwa ein Mal jährlich. Ein bis zwei Mal pro Monat habe er mit seinen Eltern telefoniert. Zudem zähle er "zwei gute Bekannte" in Polen zu seinen Freunden, während er hier mit Ausnahme seiner Tochter, deren Grossmutter mütterlicherseits und seiner Mitbewohnerin über kein nennenswertes persönliches Umfeld verfüge. Demzufolge verfüge der Beschwerdeführer in Polen nicht bloss über eine solide bzw. aussichtsreiche Ausbildungs- und Berufssituation, sondern befinde sich dort auch in stabilen und engen familiären Verhältnissen. Weiter sei er mit der Sprache, Kultur und den Gepflogenheiten seines Heimatlandes bestens vertraut. Diese Umstände eröffneten ihm durchaus Chancen auf eine (Wieder-) Integration in seinem Heimatland. Die berufliche Integration dürfte ihm aufgrund der dargelegten Umstände nicht besonders schwerfallen, zumal er gesund sei und drei seiner Geschwister berufstätig seien und ihm bei der Suche nach einer Anstellung behilflich sein könnten. Ein Härtefall wäre erst dann anzunehmen, wenn die Resozialisierung im Heimatland zumindest deutlich schlechter möglich wäre als in der Schweiz. Dies sei beim Beschwerdeführer nicht der Fall. Demgegenüber weise dieser nur wenige Bezugspunkte zur Schweiz auf, die sich weitgehend in der Arbeit und der Beziehung zu seiner Tochter erschöpften. Seine Integration in der Schweiz sei als durchzogen zu bezeichnen. Zwar habe er praktisch unmittelbar nach seiner Einreise in die Schweiz begonnen, am Wirtschaftsleben teilzunehmen. Auch habe er keine Schulden und sich mittlerweile gewisse Deutschkenntnisse aneignen können, was auch anlässlich der Berufungsverhandlung festgestellt worden sei. Damit sei ein gewisser Integrationswille erkennbar. Mit Ausnahme des Krafttrainings habe der Beschwerdeführer jedoch offenbar keine Zeit für Freizeitbeschäftigungen oder gesellschaftliche Engagements. Zwar verkehre seine Tochter in einer Kindertagesstätte und besuche seit August 2020 den Kindergarten. Ein intensiver Kontakt des Beschwerdeführers zu anderen Personen in der Schweiz sei aber weder belegt noch werde ein solcher geltend gemacht. Anhaltspunkte für eine starke Verwurzelung in der Schweiz lägen nicht vor. Vielmehr bestünden nach wie vor enge Bande zwischen dem Beschwerdeführer und seinem Heimatland. Ein schwerer persönlicher Härtefall sei unter diesen Umständen klar zu verneinen.