Citation: 2C_169/2017 E. 4.5

4.5. Der Beschwerdeführer macht geltend, nie ausländerrechtlich verwarnt worden zu sein. Aus Verhältnismässigkeitsgründen sei er gemäss Art. 96 Abs. 2 AuG zu verwarnen. Nach Art. 96 Abs. 2 AuG können Ausländer unter Androhung einer Massnahme verwarnt werden, wenn diese begründet, aber nach den Umständen nicht angemessen ist. Eine Verwarnung muss einem Bewilligungswiderruf nicht zwingend vorangehen. Rechtsprechungsgemäss kann eine einzelne Verurteilung wegen einer besonders schweren Straftat den Widerruf der Niederlassung rechtfertigen, ohne dass zuvor eine Verwarnung ausgesprochen wird (vgl. Urteil 2C_319/2008 vom 10. Juni 2008 E. 2). Die bundesgerichtliche Praxis tendiert allerdings dahin, eine ausländerrechtliche Verwarnung zu verlangen, wenn sich die ausländische Person schon lange in der Schweiz aufhält und keine schwere Delinquenz zur Diskussion steht (vgl. Urteile 2C_446/2014 vom 5. März 2015 E. 4.1; 2C_283/2011 vom 30. Juli 2011 E. 2.3 mit Hinweisen). Dies gilt insbesondere für Angehörige der zweiten Ausländergeneration (vgl. Urteile 2C_94/2016 vom 2. November 2016 E. 3.4; 2C_453/2015 vom 10. Dezember 2015 E. 5.3). Aber auch in diesen Fällen kann - je nach Höhe des öffentlichen Interesses - auf eine Verwarnung verzichtet werden (vgl. Urteil 2C_1018/2016 vom 22. Mai 2017 E. 3.2). Der Beschwerdeführer hält sich zwar schon seit über 25 Jahren hier auf, kam aber erst mit 23 Jahren in die Schweiz und gehört somit nicht der zweiten Generation an. Zudem ist seine lange Anwesenheit insofern zu relativieren, als er sich in den ersten Jahren zunächst illegal hier aufhielt bzw. nur einen prekären Aufenthaltsstatus besass und anschliessend (1996 bis 1999) eine Bewilligung aufgrund einer Scheinehe erwirkte. Mit Bezug auf die Delinquenz ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer vorwiegend Vermögensdelikte begangen hat. Jedoch müssen sowohl in Anbetracht des Strafmasses von 36 Monaten Freiheitsstrafe als auch mit Blick auf die vom Verfassungs- und Gesetzgeber in Art. 121 Abs. 3 lit. b BV bzw. Art. 66a Abs. 1 lit. c und e StGB (vgl. E. 3.3 hiervor) vorgenommene Wertung von Sozialversicherungsbetrug seine Straftaten als schwerwiegend bezeichnet werden. Die Vorinstanz hat daher zutreffend das migrationsrechtliche Verschulden des Beschwerdeführers als schwer eingestuft, womit ein erhöhtes öffentliches Interesse an seiner Fernhaltung gegeben ist. Daran vermag auch sein Wohlverhalten seit der letzten Straftat (2010) nichts zu ändern. Diesem kommt - wie erwähnt (E. 3.6) - nur eine untergeordnete Bedeutung zu, da in der fraglichen Periode die Strafuntersuchung stattfand und das Strafurteil erging (November 2014), auf welches die Probezeit (bis November 2016) und das ausländerrechtliche Verfahren (seit Juni 2016) folgten. Mit Blick auf die zitierte Rechtsprechung ist es folglich mit dem Verhältnismässigkeitsgrundsatz vereinbar, dass die kantonalen Behörden den Widerruf verfügten, ohne den Beschwerdeführer vorgängig zu verwarnen. Sein entsprechender Eventualantrag ist deshalb abzuweisen.