Citation: 2C_724/2017 E. 5.5

5.5. Die Würdigung der familiären Verhältnisse vermag an dieser Einschätzung nichts zu ändern. Der Beschwerdeführer ist mit einer Schweizer Bürgerin verheiratet und hat zwei noch minderjährige Kinder, die ebenfalls das Schweizer Bürgerrecht besitzen. Seine Ausreise hat womöglich die Trennung von der Familie zu Folge. Der Beschwerdeführer macht geltend, dass seinen Kindern eine solche Trennung nicht zuzumuten sei. Es steht ausser Frage, dass eine räumliche Trennung des Beschwerdeführers von seinen Kindern einen grossen Eingriff in das Familienleben darstellen würde, weil diesfalls die Beziehungen nur noch unter erschwerten Bedingungen gelebt werden könnten. Das Bundesgericht misst dem Interesse an einer intakten Eltern-Kind-Beziehung im Rahmen der Prüfung der Verhältnismässigkeit einer aufenthaltsbeendenden Massnahme eine gewichtige Bedeutung zu. Es verkennt nicht, dass die Kinder des Beschwerdeführers ein vorrangig zu berücksichtigendes Interesse daran haben, mit ihrem Vater aufzuwachsen. Vorliegend ist allerdings zu beachten, dass der Sohn des Beschwerdeführers fast 18-jährig und seine Tochter bereits 14 Jahre alt ist. In diesem Alter sind die Kinder nicht mehr im gleichen Ausmass wie früher auf die ständige Präsenz des Vaters angewiesen. Zudem konnte die Beziehung zwischen dem Vater und seinen Kindern teilweise nur in eingeschränktem Masse gelebt werden, befand sich dieser doch wiederholt in Untersuchungshaft bzw. im Strafvollzug. Rechtsprechungsgemäss ist weiter zu berücksichtigen, dass je schwerer die begangene Rechtsgutverletzung wiegt bzw. je häufiger ein ausländischer Elternteil delinquiert hat, desto eher das öffentliche Interesse an einer Ausreise des Straftäters selbst das Interesse seiner Kinder zu überwiegen vermag, durch beide Elternteile in der Schweiz ständig betreut zu werden (vgl. Urteil 2C_80/2017 vom 8. September 2017 E. 3.2.3 mit Hinweisen). Diese Gewichtung erscheint auch mit Blick darauf angezeigt, dass der Umstand, wonach ein Kind bei einem Elternteil aufwachsen kann, nicht einfach pauschal als immer positiv für das Kindeswohl qualifiziert werden kann, sondern insbesondere ein Zusammenleben von Kindern mit delinquenten und sozial nicht eingegliederten Elternteilen unter Umständen das Kindeswohl auch negativ beeinflussen kann (Urteil 2C_408/2017 vom 12. Februar 2018 E. 4.5.2 mit Hinweis). Mit Blick auf das Verschulden des Beschwerdeführers, welcher sich trotz stabiler Familienverhältnisse über Jahre hinweg immer wieder dazu entschlossen hat, das Gesetz zu brechen, ist nicht zu beanstanden, dass ihm die Vorinstanz die Fortführung des verfassungs- und konventionsrechtlich geschützten Familienlebens in der Schweiz verweigert hat. Soweit der Beschwerdeführer vorbringt, den Kindern würde der Vater weggenommen, muss er sich entgegenhalten lassen, dass er durch sein Verhalten den Fortbestand seines Familienlebens in der Schweiz selbstverschuldet und mutwillig aufs Spiel gesetzt. Die ihm mit der bedingten Entlassung im Jahr 2011 eingeräumte Chance hat er nicht genutzt. Stattdessen delinquierte er in der Folge unbeirrt weiter bzw. sogar noch schwerer. Folglich hat er es hinzunehmen, wenn die Beziehung zu seiner Familie - welche aufgrund der wiederholten Haftaufenthalte ohnehin bereits erheblichen Einschränkungen unterworfen war - künftig nur noch unter erschwerten Bedingungen gelebt werden kann. Das erhebliche öffentliche Interesse an der Entfernung des Beschwerdeführers überwiegt sein privates Interesse sowie dasjenige seiner Angehörigen an seinem weiteren Verbleib in der Schweiz.