Citation: 5C.262/2001 17.01.2002 E. 2

2.- Der Beklagte erhebt Einwände gegen die Verwertbarkeit der beiden Aussagen sowie Versehensrügen im Sinne von Art. 63 Abs. 2 OG gegen die Schlussfolgerungen, die das Kantonsgericht insbesondere aus der schriftlichen Auskunft von R.________ gezogen hat. Damit übereinstimmende Willkürrügen brachte der Beklagte in seiner staatsrechtlichen Beschwerde vor, die das Bundesgericht - der Regel in Art. 57 Abs. 5 OG entsprechend - vorweg behandelt und verworfen hat (E. 3-6 S. 5 ff. des Beschwerdeurteils). Beweiswürdigung ist eine Frage des kantonalen Rechts und jegliche Kritik daran im Verfahren der eidgenössischen Berufung unzulässig (zuletzt: BGE 127 III 257 E. 5b S. 264; 126 III 189 E. 2a S. 191; 119 II 84 E. 3 S. 85). Zur unüberprüfbaren Beweiswürdigung gehören nicht nur die Schlussfolgerungen aus Zeugenaussagen (z.B. BGE 108 II 550 E. 2b S. 554; 114 II 289 E. 2b S. 292), sondern auch die Beurteilung, ob ein Beweismittel erheblich und tauglich ist (BGE 114 II 289 E. 2a S. 291; 122 III 219 E. 3c S. 223). An der Verbindlichkeit der kantonsgerichtlichen Beweiswürdigung ändert der in Art. 139 ZGB vorgeschriebene Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Abs. 1) mit seinen - hier nicht zutreffenden - Ausnahmen für die Zeugnisfähigkeit bestimmter Personen (Abs. 3) nichts. Auf Grund welcher Beweismittel das Gericht seine Überzeugung gewinnt, schreibt Bundesrecht - abgesehen von den erwähnten Ausnahmen - nicht vor (vgl. Botschaft, BBl. 1996 I 1 ff., S. 139 Ziffer 234. 6). Der Grundsatz der freien Beweiswürdigung gewährleistet lediglich, dass das Gericht nach Abnahme der Beweise ohne Bindung an bestimmte formelle Beweisregeln des kantonalen Rechts nach pflichtgemässem Ermessen und auf Grund seiner frei gebildeten Überzeugung darüber befinden soll, ob der Beweis für eine bestimmte Tatsache erbracht ist oder nicht (Sutter/ Freiburghaus, Kommentar zum neuen Scheidungsrecht, Zürich 1999, N. 9-12, und Leuenberger, in: Praxiskommentar Scheidungsrecht, Basel 2000, N. 4, je zu Art. 139 ZGB); er macht die Beweiswürdigung nicht zur frei überprüfbaren Bundesrechtsfrage, die mit Berufung aufgeworfen werden könnte (Sutter/Freiburghaus, N. 23 zu Art. 139 ZGB; allgemein: Messmer/Imboden, Die eidgenössischen Rechtsmittel in Zivilsachen, Zürich 1992, N. 105 S. 143 bei/in Anm. 38 mit Nachweisen; zuletzt: Hohl, Procédure civile, t. I: Introduction et théorie générale, Bern 2001, N. 1103 S. 212; seither: BGE 127 IV 46 E. 1c und d S. 47 f.). Gegenüber der kantonsgerichtlichen Beweiswürdigung versagen die vom Beklagten erhobenen Versehensrügen. Eine Berichtigung "offensichtlich auf Versehen beruhender Feststellungen" (Art. 63 Abs. 2 OG) bedingt, dass eine bestimmte Aktenstelle übersehen oder nicht in ihrer wahren Gestalt, insbesondere nicht mit ihrem wirklichen Wortlaut wahrgenommen worden ist. Die Versehensrüge hat damit einen sehr engen Anwendungsbereich und fällt ausser Betracht, sobald eine Tatsachenfeststellung auf Beweiswürdigung beruht, d.h. sich - wie hier - auf Schlussfolgerungen aus mehreren Aussagen stützt, von denen eine "versehentlich" gewürdigt worden sein soll (Messmer/Imboden, a.a.O., N. 100 S. 138 bei/in Anm. 8; Corboz, Le recours en réforme au Tribunal fédéral, SJ 2000 II S. 1 ff., S. 66; Poudret/Sandoz-Monod, Commentaire de la loi fédérale d'organisation judiciaire, II, Bern 1990, N. 1.6.3 zu Art. 55 und N. 5.4 zu Art. 63 OG, je mit Nachweisen).