Citation: 7B_636/2023 E. B

Die II. Strafkammer des Kantonsgerichts hiess mit Beschluss vom 16. August 2023 das Ausstandsgesuch gut und stellte fest, dass Staatsanwalt B.________ in der betreffenden Strafuntersuchung als befangen zu gelten habe. Sie begründete dies im Wesentlichen damit, dass Staatsanwalt B.________ seine besondere Fürsorgepflicht verletzt habe, indem er die zahnärztliche Behandlung des Beschwerdegegners "trotz Notwendigkeit und Unaufschiebbarkeit" nicht veranlasst habe. Dieses Fehlverhalten sei als schwerwiegend zu qualifizieren, da es die medizinische Versorgung und damit ein essentielles Recht einer jeden inhaftierten Person betroffen habe. Zudem seien auch keine nachvollziehbaren Gründe erkennbar, welche die Verweigerung der Behandlung gerechtfertigt hätten; insbesondere sei nicht ersichtlich, inwiefern die Strafuntersuchung dadurch erschwert oder verzögert worden wäre. Es erscheine ferner offenkundig, dass eine Behandlung mit starken Schmerzmitteln keine längerfristige Lösung darstelle, sondern zu weiteren Problemen führen könne. Unter diesen Umständen grenze das Verhalten von Staatsanwalt B.________ an Schikane.