Citation: 5A_181/2022 E. 2.2.1

2.2.1. Die Vorinstanz führt aus, Hintergrund des Ausstandsbegehrens bilde die prozessleitende Verfügung vom 16. November 2020. Diese äussere sich zu den Voraussetzungen für den Erlass eines Teilurteils gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung in sehr ausführlicher Weise. Die Beschwerdegegnerin setze sich in der prozessleitenden Verfügung mit den Vorbringen des Beschwerdeführers und der Ehefrau auseinander und habe, um zu prüfen, ob der prozessuale Antrag auf einen Teilentscheid begründet ist, die Interessenlage dargestellt. So sei eine Prognose über die Verfahrensdauer angestellt worden, das Recht auf Wiederverheiratung thematisiert und nach Würdigung der Parteivorbringen angenommen worden, dass sich immerhin ein Indiz für den Wiederverheiratungswillen der Ehefrau ergebe. Die erbrechtlichen Argumentationen der Ehefrau seien als werthaltig eingestuft worden. Es habe somit eine gewisse Interessensprüfung gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung stattgefunden, um im Ergebnis festhalten zu können, dass die Interessen der Ehefrau ausreichen würden, einen Anspruch auf Fällung eines Teilurteils im Scheidungspunkt zu begründen. Eine prima facie Beurteilung habe insofern vorgenommen werden müssen, um den weiteren Verfahrensfortgang festlegen zu können. Dass sich eine entsprechende vorfrageweise Prüfung mit den materiellen Kriterien auseinanderzusetzen habe, sei ihr inhärent. Daraus bereits zu schliessen, die Beschwerdegegnerin habe sich im Vorfeld eine abschliessende Meinung zum Ausgang des Verfahrens gebildet, greife zu weit. Zwar gelte es dem Beschwerdeführer beizupflichten, wenn er rüge, dass diese mehrseitige Beurteilung vergleichsweise lang ausgefallen sei. Es sei nicht abzustreiten, dass die Beschwerdegegnerin eine sehr umfangreiche prima facie Beurteilung vorgenommen habe, und es frage sich, ob eine so umfassende Prüfung der Begründetheit des prozessualen Antrags der Ehefrau unabdingbar gewesen sei. Die Beschwerdegegnerin habe in der prozessleitenden Verfügung indessen vornehmlich die Standpunkte und Argumentation der Parteien zu den für die Interessenabwägung massgebenden Kriterien wiedergegeben und den Interessen der Ehefrau dabei eine gewisse Glaubwürdigkeit beigemessen. Die umfassende und möglicherweise auch abweichende Würdigung durch das Kollegialgericht bleibe vorbehalten. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers habe die Beschwerdegegnerin den Entscheid des Kollegialgerichts insofern nicht vorweggenommen. Die prozessleitende Verfügung vom 16. November 2020 vermöge unter diesen Umständen nicht den Anschein der Befangenheit und die Gefahr der Voreingenommenheit zu begründen; auf das subjektive Empfinden des Beschwerdeführers könne nicht abgestellt werden.