Citation: 1P.169/2002 25.04.2002 E. 4

Im Gegensatz zu seiner staatsrechtlichen Beschwerde vom 27. März 2002 bestreitet der Beschwerdeführer in seiner Replik vom 19. April 2002 das Vorliegen des dringenden Tatverdachts ausdrücklich nicht mehr. Umstritten ist somit einzig, ob der Haftrichter ohne Verfassungsverletzung Fluchtgefahr annehmen konnte. 4.1 Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts genügt die Höhe der zu erwartenden Freiheitsstrafe für sich allein nicht für die Annahme von Fluchtgefahr. Eine solche darf nicht schon angenommen werden, wenn die Möglichkeit der Flucht in abstrakter Weise besteht. Vielmehr müssen konkrete Gründe dargetan werden, die eine Flucht nicht nur als möglich, sondern als wahrscheinlich erscheinen lassen. Die Höhe der zu erwartenden Freiheitsstrafe kann immer nur neben anderen, eine Flucht begünstigenden Tatsachen herangezogen werden (BGE 125 I 60 E. 3a mit Hinweisen). Die Fluchtgefahr entfällt nicht, wenn sich der Angeschuldigte in ein Land begeben will, das die Auslieferung an die Schweiz bewilligen oder selbst ein Strafverfahren durchführen würde. Dem Staat, welchem die Strafhoheit zusteht, ist es nicht zuzumuten, auf die Sicherung der Person des Angeschuldigten zu verzichten und bei dessen Flucht den langwierigen Weg des Auslieferungsbegehrens oder eines Ersuchens um Übernahme der Strafverfolgung zu beschreiten (BGE 123 I 31 E. 3d). 4.2 Es ist unbestritten, dass der spanische Beschwerdeführer keinen festen Wohnsitz in der Schweiz hat. Der Beschwerdeführer macht auch nicht geltend, er habe zur Schweiz enge familiäre oder persönliche Beziehungen, die ihn von einer Flucht, sei es in seinen Heimatstaat oder in einen Drittstaat, abhalten können. Unter solchen Umständen darf bei der in Aussicht stehenden empfindlichen Freiheitsstrafe ohne weiteres angenommen werden, er würde sich bei der Entlassung aus der Untersuchungs- bzw. Sicherheitshaft ins Ausland absetzen. Der Umstand, dass Spanien aufgrund des Europäischen Auslieferungsübereinkommens den Beschwerdeführer ausliefern bzw. gegen ihn selbst ein Straf-verfahren durchführen müsste, vermag daran - wie bereits ausgeführt - nichts zu ändern. Die staatsrechtliche Beschwerde erweist sich somit als unbegründet und ist abzuweisen.