Citation: H 348/00 04.06.2002 E. 5

5.- a) Wie das kantonale Gericht verbindlich festgestellt hat (vgl. Erw. 2 hievor), entrichtete die konkursite Gesellschaft von den für 1995 geschuldeten Sozialversicherungsbeiträgen von insgesamt Fr. 68'581. 90 (inkl. Nebenkosten) lediglich Fr. 1952. 80. Zudem habe sich anlässlich der Arbeitgeberkontrolle vom 9. Mai 1996 herausgestellt, dass die Firma für das Jahr 1995 eine unvollständige Lohnbescheinigung eingereicht habe. Damit verstiess sie gegen die Beitragszahlungs- und Abrechnungspflicht und missachtete dadurch Vorschriften im Sinne von Art. 52 AHVG. Dieses Verschulden der Arbeitgeberin hat die Vorinstanz zu Recht dem Beschwerdeführer, welcher als einziger Verwaltungsrat und Delegierter geamtet hat, als grobfahrlässiges Verhalten angerechnet. Dadurch ist der Beschwerdegegnerin ein Schaden in Höhe von Fr. 61'443. 85 entstanden, der durch den vom Konkursamt am 12. Juni 1997 ausgestellten Verlustausweis erstellt ist. Im Übrigen kann auf die einlässlichen Ausführungen des kantonalen Gerichts verwiesen werden. b) In der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird wiederum der Einwand erhoben, mit der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich habe die falsche Partei verfügt und geklagt. Sowohl auf der Verfügung wie auch auf der Klage, ist neben der "Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich" ein Hinweis auf die Ausgleichskasse angebracht. Schon von daher ist die Auffassung des Beschwerdeführers unbegründet. Entgegen seiner Auffassung handelt es sich bei der "Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, Ausgleichskasse" und der Ausgleichskasse des Kantons Zürich angesichts der gesetzlichen Lage (vgl. § 2 Abs. 2 des zürcherischen Einführungsgesetzes zu den Bundesgesetzen über die Alters- und Hinterlassenenversicherung und die Invalidenversicherung vom 20. Februar 1994 [831. 1]) um das gleiche Rechtssubjekt. Im Übrigen würde es sich um eine unrichtige Parteibezeichnung handeln, welche von Amtes wegen zu berichtigen wäre, weil - zumal angesichts der Hinweise auf die Ausgleichskasse - die Identität eindeutig ist (BGE 116 V 344 oben, 110 V 349 Erw. 2), wie das Eidgenössische Versicherungsgericht in den Urteilen A. und B. (H 359+372/99) und Y. (H 157/99) vom 31. Mai 2001 gerade hinsichtlich der Sozialversicherungsanstalt und der Ausgleichskasse des Kantons Zürich entschieden hat. In den beiden erwähnten Urteilen hat das Eidgenössische Versicherungsgericht des Weitern festgehalten, dass die Ausgleichskasse entgegen der in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde vertretenen Auffassung legitimiert ist, neben dem Schaden aus nicht abgelieferten AHV/IV-Beiträgen auch denjenigen hinsichtlich der [EO- und] AlV-Beiträge einzuklagen (Art. 6 AVIG; BGE 113 V 186; Nussbaumer, Die Haftung des Verwaltungsrates nach Art. 52 AHVG, in: AJP 1996 S. 1071; derselbe, Arbeitslosenversicherung, in: Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht [SBVR], Bd. Soziale Sicherheit, S. 28 Rz 69, S. 267 Rz 724, S. 268 Rz 724; vgl. auch Art. 21 Abs. 2 EOG). c) Auch die Einwendungen gegen die Annahme eines grobfahrlässigen Verhaltens sind unbehelflich. Der Beschwerdeführer war als einziger Verwaltungsrat und als Delegierter jederzeit über die finanzielle Lage seiner Firma im Bild. Namentlich wusste er um die Höhe der Lohnzahlungen, um die Nichtablieferung der Sozialversicherungsbeiträge und um den drastischen Zuschauerrückgang. Dass er trotzdem und angesichts des damals noch offenen Betriebskredites praktisch keine Sozialversicherungsbeiträge überwiesen oder diese wenigstens sichergestellt hat, ist ihm mit dem kantonalen Sozialversicherungsgericht als grobfahrlässiges Verhalten vorzuwerfen. Gerade in finanziell angespannten Zeiten muss der Verwaltungsrat darauf bedacht sein, nur so viel Lohn zur Auszahlung zu bringen, als die darauf unmittelbar ex lege entstandenen Beitragsforderungen gedeckt gewesen wären (SVR 1995 AHV Nr. 70 S. 214 Erw. 5). Nicht zu entlasten vermag ihn die Kündigung des Betriebskredites durch die Hausbank am 29. Juni 1995. Bis zu diesem Zeitpunkt hat der Beschwerdeführer weder Beitragszahlungen angeordnet noch entsprechende Rückstellungen getroffen, sondern auf den noch offenen Kredit vertraut. Insbesondere sind auch für die Zeit nach der letzten Aufführung am 21. Mai 1995 bis zur Kreditkündigung am 29. Juni 1995 keine Anstalten ersichtlich, um die ausstehenden Sozialversicherungsbeiträge mit dem noch nicht ausgeschöpften Kredit zu begleichen. Im Übrigen verhält es sich ähnlich, wie in dem vom Eidgenössischen Versicherungsgericht in H 379/99 beurteilten Fall (Urteil M. vom 8. September 2000), weil angesichts der sich verschlimmernden finanziellen Situation der Firma die Kreditkündigung durch die Bank nicht überraschend war und weil sich die Verstösse gegen die Beitragszahlungspflicht zum Kündigungszeitpunkt längst ereignet hatten. Der Beschwerdeführer kann sich daher nicht mit dem Verhalten der Hausbank nach der Kündigung des Kredits am 29. Juni 1995 entlasten. d) Das kantonale Gericht hat im angefochtenen Entscheid ferner die einzelnen Positionen des Schadens festgelegt und die Höhe des Schadens berechnet. Die entsprechenden tatsächlichen Feststellungen sind trotz den Einwendungen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde nicht offensichtlich unrichtig oder unvollständig im Sinne von Art. 105 Abs. 2 OG. Zwar sind die diesbezüglichen Akten nicht sehr zahlreich, doch durfte sich die Vorinstanz auf die Kontoblätter und die Lohnmeldungen stützen, um die nicht bezahlten Sozialversicherungsbeiträge zu ermitteln. Ferner ist darauf hinzuweisen, dass die Ausgleichskasse mit ihrer Beitragsforderung in Höhe von Fr. 69'976. 40 im Konkurs vollumfänglich zugelassen worden ist. Auf diese Akten durfte daher das kantonale Gericht ohne die Erhebung zusätzlicher Beweise und ohne Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes abstellen.