Citation: 5A_660/2024 E. 2.5

2.5. Das Kantonsgericht hat den Stundenansatz des Beistandes von Fr. 350.-- im vorliegenden Fall als gerechtfertigt erachtet. Der Beistand sei mit einer komplizierten Erbschaftsangelegenheit mit erheblichen Vermögenswerten konfrontiert, bei welcher es für die verbeiständeten Kinder finanziell um sehr viel gehe. Es handle sich beim Beistandsmandat zweifellos um ein solches, welches besondere Fachkenntnisse und Erfahrung im Erbrecht, aber unter anderem auch fundierte Kenntnisse im Steuerrecht und Gesellschaftsrecht erfordere. Wie auch der Regierungsrat im Rahmen der Beantwortung der Interpellation 2017-213 von Georges Thüring, SVP Fraktion: "Nach welchen Kriterien vergibt die KESB Leimental Mandate?" festgestellt habe, seien in solchen Konstellationen im Kanton Basel-Landschaft für anwaltliche Dienstleistungen Stundenansätze zwischen Fr. 300.-- bis Fr. 400.-- üblich. Dass der Beistand bei der Prozessführung teilweise andere Personen mit dem dazu benötigten Spezial- bzw. Fachwissen zur Unterstützung beigezogen und sich mit diesen fachlich ausgetauscht habe, führe nicht dazu, dass die durch den Beistand selber in diesem Zusammenhang erledigten Arbeiten zu einem tieferen Stundensatz zu entschädigen seien. Es sei üblich, dass in komplizierteren Angelegenheiten Zweitmeinungen eingeholt würden oder ein fachlicher Austausch mit Berufskollegen stattfinde. Dies werde im Übrigen auch auf Seiten der Beschwerdeführerin so gehandhabt. Im vorliegenden Fall beinhalte der Aufgabenbereich des Beistands lediglich eine komplexe Angelegenheit, nämlich die Wahrung der Erbansprüche und Vertretung der verbeiständeten Personen in sämtlichen nutzniessungsbelasteten Vermögenswerten aus dem Nachlass von B.________, und grundsätzlich keine weiteren weniger berufsspezifische Kenntnisse verlangenden Tätigkeiten. In Anbetracht der umfangreichen Akten, der verschiedenen Verfahren, der Anzahl der involvierten Personen und der Art der vorhandenen Vermögenswerte sei absolut nachvollziehbar, dass auch die Tätigkeiten wie Endredaktion und Zusammenstellung der Beilagen schneller, weniger fehleranfällig und damit schliesslich kostengünstiger hätten erledigt werden können, indem diese Aufgaben vom Beistand selber vorgenommen worden seien. Die von der Beschwerdeführerin beanstandeten 2.5 Stunden für das am 20. September 2017 erfolgte Studium des Nutzniessungsrechts seien nicht zu beanstanden; angesichts der Komplexität der Erbteilung sei es angemessen, dass der Beistand bestimmte Aspekte des Nutzniessungsrechts vertieft abkläre. Ebenso wenig sei zu beanstanden, dass der Beistand den vom Willensvollstrecker verfassten Nutzniessungsvertrag nicht übernommen habe und für die Ausarbeitung eines neuen Entwurfs 24.75 Stunden und für das Literaturstudium 8.75 Stunden aufgewendet habe, habe doch Rechtsanwalt Prof. Dr. G.________ in seinem Gutachten vom 20. Mai 2017 festgehalten, der vom Willensvollstrecker verfasste Nutzniessungsvertrag enthalte grundlegende Mängel. Das Schlichtungsgesuch vom 21. März 2022 an das Zivilkreisgericht umfasse 32 Seiten, wovon zweieinhalb Seiten die Rechtsbegehren in Anspruch nehmen würden. Weil es sich um eine komplexe Angelegenheit handle, sei der geltend gemachte Aufwand nicht zu beanstanden. Daran vermöge auch der Beizug zweier Spezialisten nichts zu ändern. Die Argumentation des Beistands, es sei für eine sinnvolle Schlichtungsverhandlung notwendig gewesen, die Komplexität des Falles in seinem ganzen Ausmass darzulegen, sei überzeugend. Der Aufwand von 106.25 Stunden für die Ausarbeitung der Klage und des Schlichtungsgesuchs erscheine aufgrund der Komplexität des Falles als nicht überhöht, was auch ein Vergleich mit dem vom Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin geltend gemachten Aufwand für die Ausarbeitung der Stellungnahme zum Rechenschaftsbericht an die KESB und die Beschwerde und Replik an das Kantonsgericht in der gleichen Angelegenheit zeige.