Citation: 4A_240/2023 E. 5

Die Beschwerde wäre ohnehin unbegründet: Die Beschwerdeführerin rügt eine Verletzung des Ordre public (Art. 190 Abs. 2 lit. e IPRG). Gegen den Ordre public verstösst die materielle Beurteilung eines streitigen Anspruchs nur, wenn sie fundamentale Rechtsgrundsätze verkennt und daher mit der wesentlichen, weitgehend anerkannten Wertordnung schlechthin unvereinbar ist, die nach in der Schweiz herrschender Auffassung Grundlage jeder Rechtsordnung bilden sollte (BGE 144 III 120 E. 5.1). Eine Verletzung fundamentaler Rechtsgrundsätze vermag die Beschwerdeführerin weder dem Grundsatz nach noch im konkreten Fall aufzuzeigen. Das angerufene vereinsrechtliche Legalitätsprinzip und die Vereinsautonomie sind im Schweizer Recht zwar verankert, gehören jedoch nicht zu den fundamentalen Rechtsgrundsätzen, die vom Ordre public erfasst wären. Selbst wenn sie dies wären, ist deren Verletzung nicht aufgezeigt in dem Sinn, dass der angefochtene Schiedsentscheid im Ergebnis gegen den Ordre public verstossen würde (vgl. BGE 144 III 120 E. 5.1; 138 III 322 E. 4.1; je mit Hinweisen). So hat das TAS das vereinsrechtliche Legalitätsprinzip nicht dem Grundsatz nach in Frage gestellt oder gar ausgeschieden. Vielmehr hat es in den Statuten der World Aquatics eine Grundlage für die beanstandete Sanktion, namentlich die Einsetzung eines Stabilisierungskomitees, erkannt. Ebenso wenig hat es die Vereinsautonomie aus den Angeln gehoben, indem es die bei Organisationsmängeln vorgesehene Einsetzung eines Stabilisierungskomitees anordnete. Eine Verletzung des Ordre public ist demnach nicht aufgezeigt, weshalb die Beschwerde abzuweisen wäre, wenn sie nicht als gegenstandslos abzuschreiben wäre.