Citation: 5A_361/2022 E. 3.2

3.2. In materieller Hinsicht ist die güterrechtliche Auseinandersetzung unstreitig nach den Vorschriften über die Errungenschaftsbeteiligung durchzuführen (Art. 196 ff. ZGB). Das Kantonsgericht hat die Errungenschaft der Beschwerdeführerin und den Ausgleichsbetrag an den Beschwerdegegner wie folgt berechnet: Für die Beschwerdeführerin hat es Aktiven von insgesamt Fr. 1'385'626.55 (einschliesslich Fr. 306'700.-- für die in Form eines Einzelunternehmens geführte Praxis für Kieferorthopädie, Fr. 215'000.-- für die F.________ GmbH und Ersatzforderungen gegenüber dem Beschwerdegegner von Fr. 100'000.--) festgestellt. Nach Abzug von Passiven im Gesamtbetrag von Fr. 706'199.-- ermittelte es ein Nettovermögen von Fr. 679'427.55. Davon zog das Kantonsgericht unbestritten gebliebene Eigengutspositionen von Fr. 46'300.-- (einschliesslich eine Ersatzforderung von Fr. 11'000.--) ab, und gelangte so auf eine Errungenschaft von Fr. 633'127.55. In Abweichung davon erkannte das Obergericht der Beschwerdeführerin eine weitere Ersatzforderung von Fr. 11'200.-- zu. Für die Beschwerdeführerin ergab dies folglich eine Errungenschaft von Fr. 644'327.55 und der dem Beschwerdegegner zustehende hälftige Anteil (Art. 215 Abs. 1 ZGB) betrug somit Fr. 322'163.75. Letzterer verzeichnete einen Rückschlag, der entsprechend nicht zu berücksichtigen war (Art. 201 Abs. 2 ZGB). Nach Verrechnung der Ersatzforderungen (Art. 215 Abs. 2 ZGB) kam das Obergericht auf den Ausgleichsbetrag von Fr. 210'963.75, den die Beschwerdeführerin dem Beschwerdegegner schulde.