Citation: 8C_487/2019 E. 5.2

5.2. Im kantonalen Beschwerdeverfahren reichte die Suva ausserdem eine ausführliche Beurteilung des med. pract. F.________, Facharzt für Chirurgie, Unfallchirurgie und Viszeralchirurgie, Abteilung Versicherungsmedizin, vom 4. Januar 2018 ein. Darin kam dieser zum Schluss, dass der Unfall vom 21. September 2016 aus rein organischer/struktureller Sicht in Bezug auf die anhaltenden Beschwerden des Versicherten mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit jegliche natürlich-kausale Bedeutung verloren habe. Der Status quo sine sei am 16. Dezember 2016, dem Datum der Untersuchung im Spital C.________, erreicht gewesen. Dies entspreche einer Behandlungsdauer von ungefähr zwölf Wochen. Er begründete seine Auffassung damit, dass die vom Beschwerdegegner geklagte Schmerzausstrahlung vom Innenknöchel aussenseitig am Bein hinauf bis in den Rücken anatomisch/physiologisch nicht erklärbar sei. Umgekehrt seien ausstrahlende Schmerzen vom Rücken ins Bein (als Lumboischialgie bezeichnet) häufig. Der Suva-Arzt wies darauf hin, dass im Spital C.________ die Verdachtsdiagnose eines lumboradikulären Schmerzsyndroms S1 gestellt worden sei. Eine Radikulopathie der Wurzel S1 führe zu typischen Schmerzen entlang der Rückseite/Aussenseite des Ober- und Unterschenkels bis zum Aussenrand des Fusses unter Einbezug der Fusssohle aussenseitig, aber auch im Bereich des Innenknöchels. Sodann gehe aus den medizinischen Akten hervor, dass die Beschwerden unabhängig von Bewegung und Belastung auftreten würden. Dies spreche dagegen, dass die Schmerzen als Folge der bereits verheilten Fraktur im Sprunggelenk entstanden seien. Hinsichtlich der diagnostizierten Plantarfasziitis führte med. pract. F.________ aus, eine rezidivierende Mikrotraumatisierung der Fascia plantaris könne aus einer erhöhten Belastung abgeleitet werden, nicht aber aus einer - vorliegend dokumentierten - verminderten Belastung des Beines zur Schonung bei Schmerzen zufolge einer Unfallverletzung. Weiter sei in den medizinischen Berichten bis zum 3. April 2017 nicht eine erhöhte Spannung der Gastrocnemius-Muskulatur am rechten Unterschenkel zufolge der Innenknöchelfraktur beschrieben worden. Eine erhöhte Spannung der Muskulatur, die mehrere Monate nach dem Trauma einsetze, sei nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das initiale Trauma zurückzuführen. Eine Schädigung der Plantarfaszie sei weder direkt durch das Trauma vom 21. September 2016 noch indirekt durch eine dadurch bedingte Mehrbelastung des Fusses objektiviert. Ausserdem sei die Assoziation zwischen der Funktion im Sprunggelenk, dem Gangbild oder der Haltung des Fusses sowie einer Plantarfasziitis nicht mit ausreichender Evidenz gesichert. Sodann sei im Spital C.________ auf eine psychische Belastung hingewiesen worden. Diesbezüglich wies med. pract. F.________ darauf hin, dass gemäss aktueller Literatur ein Zusammenhang bestehe zwischen psychischen Störungen und "plantar heel pain". Zusammenhänge bestünden auch zwischen chronischen Rückenschmerzen und einer Plantarfasziitis. Hinsichtlich der Argumentation des Dr. med. E.________ hielt der Versicherungsmediziner fest, dieser scheine zu verkennen, dass die Lumboischialgie zeitlich den Beschwerden im Sinne einer Plantarfasziitis deutlich vorausgegangen sei. Dies erwecke erhebliche Zweifel an seiner Kausalitätsbeurteilung. Die Diagnose einer Überlastung der Tibialis-posterior-Sehne sei schliesslich erstmals deutlich mehr als ein Jahr nach dem Unfallereignis genannt worden. Es sei nicht überwiegend wahrscheinlich, dass die entsprechenden Beschwerden Folge des Ereignisses vom 21. September 2016 seien.