Citation: U 131/01 04.10.2001 E. 4

4.- Die Vorinstanz hat das Begehren um Einholung eines Obergutachtens mit der Begründung abgewiesen, Beweisthema sei lediglich, ob die Beschwerden mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf einen Zeckenbiss zurückzuführen seien, was vom Gutachter klar verneint werde. Im Gutachten wird zusammenfassend ausgeführt, es sei weder genügend dokumentiert, dass bei der Versicherten eine typische Lyme-Borreliose vorgelegen habe, noch habe je ein positiver serologischer Befund erhoben werden können. Gleichzeitig wird aber festgestellt, dass das bestehende Beschwerdebild eine grosse Differentialdiagnose, einschliesslich einer Neuroborreliose, zulasse. Es besteht daher auch nach Auffassung des Gutachters zumindest die Möglichkeit, dass eine Neuroborreliose vorliegt. Dazu kommt, dass entgegen den Ausführungen im Gutachten vereinzelt ein positiver serologischer Befund festgestellt worden ist. Dass eine interdisziplinäre Untersuchung zu neuen Erkenntnissen zu führen vermag, wird trotz des Zeitablaufs vom Gutachter nicht ausgeschlossen. Ergänzende Untersuchungen drängen sich insbesondere in dermatologischer Sicht (Acrodermatitis) auf. Zu weiteren Abklärungen besteht sodann umso mehr Anlass, als der im vorliegenden Fall offenbar wesentliche psychische Aspekt bisher nicht untersucht worden ist. Es rechtfertigt sich daher, die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen, damit sie die erforderliche polydisziplinäre Begutachtung nachhole und über das Leistungsbegehren neu entscheide. Sollte sich dabei ergeben, dass eine Lyme-Borreliose mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ausgewiesen ist, wird gegebenenfalls zu berücksichtigen sein, dass, wie in Erw. 1 erwähnt, auch psychische Störungen wie Depressionen zum Krankheitsbild der Borreliose gehören können. Bilden sie eine direkte Folge der Krankheit, sind der natürliche und der adäquate Kausalzusammenhang mit dem Unfallereignis ohne weiteres zu bejahen; handelt es sich dagegen um sekundäre Folgen, beurteilt sich die Adäquanz nach der für psychische Fehlentwicklungen nach einem Unfall geltenden Rechtsprechung (vgl. Urteil P. vom 9. Juli 2001, U 17/00).