Citation: I 411/02 05.02.2003 E. 4.1

Im konkreten Fall liegt der zuletzt erzielte, auf ein Jahresgehalt umgerechnete Lohn als Strassenbauarbeiter von Fr. 46'347.- ([Stundenlohn 1999 Fr. 19.85 + Ferien- und Feiertagsentschädigung Fr. 2.07 + Gratifikation Fr. 1.65 = Fr. 23.60] x 41,2 Wochenstunden x 11 Arbeitsmonate) um 14 % unter dem durchschnittlichen monatlichen Bruttolohn von Männern für einfache und repetitive Tätigkeiten im Baugewerbe im Jahre 1999 von Fr. 53'853.- ([Fr. 4'344.- x [41,2/40] x 12] x 1,003; LSE 1998 S. 25 TA1 sowie Tabelle T1P.39 der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen "Lohnentwicklung 2000"). Da die vom Beschwerdeführer im vorinstanzlichen Verfahren geltend gemachte Lohndifferenz im Betrieb der damaligen Arbeitgeberin gegenüber den Bauarbeitern ohne Saisonnierstatus lediglich 10 % ausmachte (Stundenlohn von Fr. 21.50 gegenüber Fr. 23.75), kann hier der höhere Tabellenlohn von Fr. 53'853.- als Valideneinkommen beigezogen werden (vgl. Erw. 2.2.3). 4.2 Weil der Beschwerdeführer keine Verweisungstätigkeit aufgenommen hat, ist es richtig, bei der Festsetzung des zumutbarerweise erzielbaren Invalideneinkommens auf die standardisierten Bruttolöhne der LSE abzustellen (vgl. Erw. 2.2.2 hievor). Weil dem Beschwerdeführer diverse Hilfsarbeiterstellen offen stehen würden, ist vom Zentralwert und nicht von einer branchenspezifischen Zahl auszugehen. Dieses Vorgehen hat der Beschwerdeführer zu Recht nicht bestritten. Des Weitern hat das Eidgenössische Versicherungsgericht mit Urteil L. vom 18. Oktober 2002 (I 761/01) entschieden, dass für die Vornahme des Einkommensvergleichs grundsätzlich auf die Gegebenheiten im Zeitpunkt des allfälligen Rentenbeginns abzustellen ist. Dieser fällt vorliegend ins Jahr 1999. Passt man den Tabellenwert der LSE 1998 (Tabelle TA1 S. 25: Fr. 4'268.-) nach Tabelle T1P.39, Lohnentwicklung 2000, a.a.O., auf die Verhältnisse des Jahres 1999 an, ergibt sich ein ungekürzter hypothetischer Invalidenlohn von Fr. 51'370.- (4'268.- x 12 x 1,003) resp. Fr. 53'681.- bei einer 1999 betriebsüblichen wöchentlichen Arbeitszeit von 41,8 Stunden. Bei einer 50-prozentigen Arbeitsfähigkeit reduziert sich das massgebende Invalideneinkommen somit zunächst auf Fr. 26'840.-. 4.3 In Übereinstimmung mit der Vorinstanz ist vorliegend ein so genannter leidensbedingter Abzug vom Invalideneinkommen von insgesamt höchstens 20 % als angemessen zu erachten, falls sich der Status als Saisonangestellter bei der Festsetzung des einberechneten Lohnes auswirkt. Wenn in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde ein Abzug von 25 % geltend gemacht wird, ist darauf hinzuweisen, dass nach der Rechtsprechung der Abzug für sämtliche in Betracht fallenden Umstände (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad) gesamthaft zu schätzen ist, wobei der Abzug unter Berücksichtigung aller jeweils in Betracht fallender Merkmale auf höchstens 25 % zu beschränken ist (BGE 126 V 80 Erw. 5b/cc). Als abzugsbegründende Tatsache fällt hier einzig die leidensbedingte Einschränkung der Leistungsfähigkeit auch im Rahmen einer geeigneten leichteren Tätigkeit in Betracht, wenn im Einkommensvergleich das in Erw. 4.1 bereits um 14 % auf Fr. 53'853.- aufgewertete Valideneinkommen verwendet wird. Wenn dem Beschwerdeführer beim Valideneinkommen ein Verdienst für leichte Hilfsarbeit ohne aufenthaltsrechtliche Restriktionen angerechnet wird, muss dieser invaliditätsfremde Faktor auch bei der Festlegung des Invalideneinkommens ausser Acht gelassen werden. Nur so wird dem Umstand Rechnung getragen, dass im Rahmen des Einkommensvergleichs die invaliditätsfremden Gesichtspunkte überhaupt nicht oder dann bei beiden Vergleichsgrössen gleichmässig zu berücksichtigen sind (vgl. Erw. 2.2.3 hievor). Bei dieser Berechnungsart ist hier ein leidensbedingter Abzug von 10 % angemessen, weil die Nationalität angesichts der Tatsache, dass die statistischen Löhne auf Grund der Einkommen der schweizerischen und der ausländischen Wohnbevölkerung erfasst werden, vernachlässigt werden kann (AHI 2002 S. 70). Weitere von der Rechtsprechung angeführte Merkmale spielen höchstens eine untergeordnete Rolle. Bei einem Abzug von 10 % resultiert ein Invalideneinkommen von Fr. 24'156.- (Fr. 26'840.- x 0,9). Wird dieser Betrag dem gemäss Erw. 4.1 hievor aufgewerteten Valideneinkommen von Fr. 53'853.- gegenübergestellt, ergibt sich eine invaliditätsbedingte Erwerbseinbusse von Fr. 29'697.-, was einem Invaliditätsgrad von 55,1 % entspricht. Somit besteht kein Anspruch auf eine ganze Rente der Invalidenversicherung. Auch unter Berücksichtigung des vom Beschwerdeführer errechneten, hier nicht überprüften hypothetischen Valideneinkommens von Fr. 59'811.- besteht bei einem Invaliditätsgrad von 59,6 % lediglich Anspruch auf eine halbe Rente.