Citation: I 597/02 27.08.2003 E. 3

3.1 Im Gutachten der MEDAS vom 4. Mai 2001 werden folgende Diagnosen gestellt: Anpassungsstörung mit Beeinträchtigung der Emotionalität und des Sozialverhaltens (ICD-10 F43.23), chronische Fussbeschwerden links (bei beginnender Arthrose des oberen Sprunggelenks und Status nach Distorsionsunfall am 24. Oktober 1996 sowie talocalcanearer Arthrodese 5/1998 wegen sekundärer Arthrose), chronisches lumbales Schmerzsyndrom bei Fehlhaltung und Fehlform der LWS (mit kleiner medio-linkslateraler Diskushernie L4/5 und kleiner medio-rechtslateraler Diskushernie L5/S1 sowie muskulärer Dysbalance), Schulterbeschwerden links (bei leichter Impingement-Symptomatik und leichter subluxierter Arthrose des Acromioclaviculargelenks) sowie chronisches, diffuses, generalisiertes Schmerzsyndrom links. Nach fachärztlicher Auffassung sind dem Beschwerdeführer weder die früher ausgeübte Tätigkeit als Hilfsschreiner in einer Büromöbelfabrik noch andere mittelschwere Arbeiten zumutbar. Dagegen ist er für körperlich leichte, wechselbelastende, vorzugsweise vorwiegend sitzend zu verrichtende Tätigkeiten im Umfang von 50 % einsetzbar unter der einschränkenden Bedingung, dass keine Arbeiten über Kopf zu erledigen sind. Im rheumatologischen Untergutachten veranschlagt Dr. med. M.________, Facharzt FMH Rheumatologie und innere Medizin, vom 24. April 2001 die Arbeitsfähigkeit für eine leichte, vorwiegend sitzend auszuführende Tätigkeit auf 70 %. Dr. med. B.________, Spezialarzt FMH für Psychiatrie, schätzt die Leistungsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht auf 50 % für jede in Betracht fallende berufliche Beschäftigung ein (Bericht vom 19. April 2001). Es besteht kein Anlass, von diesen fachärztlichen Angaben abzugehen. Sie beruhen auf umfassenden Untersuchungen und erfüllen die für den Beweiswert medizinischer Berichte geltenden Anforderungen (BGE 125 V 352 Erw. 3a, 122 V 160 Erw. 1c). Sie stehen zudem in Einklang mit den übrigen in den Akten enthaltenen Arztberichten. Zwar hat Dr. med. G.________, FMH Innere Medizin, eine vollständige Arbeitsunfähigkeit ab Februar 1997 bis Ende Juli 2001 bestätigt (Bericht vom 5. Juni 2001). Dabei handelt es sich jedoch um ein nicht begründetes Arztzeugnis, welches zudem im Widerspruch zu den Angaben des gleichen Mediziners in einer Stellungnahme an die IV-Stelle vom 10. Juni 2000 steht, wonach der Beschwerdeführer jedenfalls in geschütztem Rahmen zu arbeiten und unter Einschaltung vermehrter Pausen eine Arbeitsfähigkeit von maximal 50 % zu erreichen vermöchte. Aus diesem Bericht geht zudem hervor, dass der Versicherte erst seit 5. Oktober 1999 bei Dr. med. G.________ in Behandlung stand, die Beurteilung somit teilweise retrospektiv erfolgte. Für den vorangegangenen Zeitraum hat der behandelnde Arzt, Dr. med. C.________, Spezialarzt FMH für Innere Medizin, wiederholt eine durch kurze Intervalle unterbrochene hälftige Arbeitsfähigkeit angegeben, eine Einschätzung, die von der Klinik H.________ bestätigt wurde (Bericht vom 31. Mai 1999). Weiter ergeben sich hinsichtlich der psychischen Beeinträchtigungen keine Anhaltspunkte für eine andere Beurteilung. Dr. med. V.________, Spezialarzt für Psychiatrie und Psychotherapie, welcher eine Anpassungsstörung (ICD-10 F43.2) und eine Dysthymie (ICD-10 F34.1) diagnostizierte, verneinte eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht (Bericht vom 13. Juni 2000). Sowohl unter Berücksichtigung der somatischen als auch der psychischen Behinderungen ist gestützt auf die MEDAS-Expertise davon auszugehen, dass der Versicherte in einer geeigneten leichten Tätigkeit im Umfang von 50 % arbeiten kann. Soweit nach der Begutachtung neue gesundheitliche Störungen (Polydipsie) aufgetreten sind, haben sie zu keiner dauernden zusätzlichen Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit geführt. Schliesslich vermag auch der vom Versicherten im letztinstanzlichen Verfahren aufgelegte Bericht der Klinik H.________ vom 21. März 2003, gemäss welchem er bis Ende März 2003 vollständig arbeitsunfähig gewesen sei, zu keiner andern Beurteilung zu führen. Nach Ablauf der Beschwerdefrist oder eines allfälligen zweiten Schriftenwechsels eingereichte Akten können nur soweit berücksichtigt werden, als sie neue erhebliche Tatsachen oder entscheidende Beweismittel im Sinne von Art. 137 lit. b OG darstellen (BGE 127 V 353 ff.), was hier nicht zutrifft. Der Bericht, welcher im Anschluss an einen vom 4. bis 24. März 2003 dauernden Rehabilitationsaufenthalt verfasst wurde, betrifft zudem tatsächliche Verhältnisse, die sich nach Erlass der angefochtenen Verfügungen entwickelt haben, was nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens sein kann (BGE 121 V 360 Erw. 1b). 3.2 Nicht stichhaltig ist sodann das Vorbringen, die restliche Arbeitsfähigkeit sei auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nicht verwertbar, weshalb eine vollständige Invalidität angenommen werden müsse. Wohl hat die BEFAS eine Eingliederung in den Arbeitsprozess und anschliessender Vermittelbarkeit in der privaten Wirtschaft (mit einem Leistungsanteil von 50 %) von einem vorgängigen Arbeitstraining abhängig gemacht und ist ein entsprechender Versuch gescheitert. Hiefür waren zumindest teilweise invaliditätsfremde Gründe ursächlich. Während der BEFAS-Abklärung fiel eine massive psychische Überlagerung auf, welche sich auf die Leistungsbereitschaft negativ auswirkte. Dem Beschwerdeführer fehlte es am Leistungswillen und es machten sich starke Zukunftsängste und Depressionen bemerkbar. Er fühlte sich fast in allem überfordert und es bestand ein ausgeprägtes "Nicht-weiter-wollen" und eine Arbeitsstörung. Laut Verlaufsprotokoll der IV-Stelle war der Versicherte dermassen auf seine Beschwerden fixiert, dass seine durch die somatischen Befunde bedingte verbliebene Arbeitsfähigkeit erheblich einschränkt war. Zufolge seines Schonverhaltens sei er in der freien Wirtschaft nicht vermittelbar, weshalb er eines Arbeitstrainings bedürfe. Auf Grund dieser Feststellungen ist anzunehmen, dass es dem Beschwerdeführer zumindest teilweise am nötigen Willen zur Wiedereingliederung in den Arbeitsprozess fehlte, wofür auch der Umstand spricht, dass er das angeordnete Arbeitstraining abgebrochen hat, ohne auch nur einen Versuch unternommen zu haben. Anhaltspunkte, dass ihm aus psychischen Gründen keine Willensanstrengung zur Eingliederung zumutbar ist, bestehen nicht. Wenn der Beschwerdeführer gemäss MEDAS-Gutachten aus psychiatrischer Sicht selbst ohne vorgängige Behandlung zu 50 % arbeitsfähig ist, ist ihm zumindest in diesem Umfang auch ein Arbeitstraining zumutbar. Ziel einer solchen Massnahme wäre laut BEFAS-Bericht gewesen, den Versicherten in den Arbeitsprozess einzugliedern mit späterer Vermittelbarkeit in der privaten Wirtschaft bei einem Leistungsvermögen von mindestens 50 %. Es spricht nichts dafür, dass dieses Ziel von vorneherein unrealistisch war. Weiter ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit anzunehmen, dass dem Beschwerdeführer nach einer solchen Massnahme auf dem in Betracht fallenden allgemeinen (ausgeglichenen) Arbeitsmarkt zahlreiche Tätigkeiten offen stünden, in denen er die verbliebene Arbeitsfähigkeit verwerten könnte. Aus dem BEFAS-Bericht ist zu schliessen, dass ihm leichte Tätigkeiten in der industriellen Montage und serielle Maschinenarbeiten (insbesondere im elektrotechnischen Bereich, wo er über gewisse Kenntnisse verfügt) möglich und zumutbar wären, ferner etwa Kontroll-, Sortier- und Verpackungsarbeiten in Gewerbe und Industrie.