Citation: 2C_921/2019 E. 1.2.3

1.2.3. In Bezug auf die Staats- und Gemeindesteuern erkannte das Verwaltungsgericht, die im Brief vom 6. Juli 2019 vorgebrachte Verhinderung sei lediglich pauschal begründet worden. Konkrete Hinderungsgründe und Angaben zum Zeitpunkt, wann die Verhinderung weggefallen sei, habe die Steuerpflichtige auch in den Eingaben vom 16. und 26. August 2019 nicht dargelegt. Eine auf § 256 Abs. 3 StG/ZH gestützte Wiederholung der Hauptverhandlung falle daher ausser Betracht. Der Steuerpflichtigen seien "drei volle Werktage" verblieben, um sich auf die Hauptverhandlung vorzubereiten. Weshalb dies nicht ausreichend sein sollte, führe sie nicht aus. Ihr Einwand, wonach sie die Akten hätte einsehen und sich rechtlich beraten wollen, erweise sich als wenig glaubhaft. Am 22. Juli 2019 sei sie eingeladen worden, sich zwecks Akteneinsicht zu melden, sie habe davon aber keinen Gebrauch gemacht. Soweit ersichtlich, habe sie sich auch noch nie anwaltlich vertreten lassen. Selbst wenn sie dies noch hätte tun wollen, wäre es unwahrscheinlich, dass die Beratung mehr als drei Werktage beansprucht hätte. Mit Blick darauf, dass weder eine umfangreiche Sach- noch eine komplexe Rechtslage vorliege, erweise sich der Zeitraum von drei Werktagen als angemessen. Eine Verletzung von Art. 29 Abs. 2 BV oder von Art. 6 Ziff. 1 bzw. Ziff. 3 EMRK sei nicht ersichtlich. Ein weiterer Einwand der Steuerpflichtigen gehe, so das Verwaltungsgericht, dahin, dass sie verhältnismässig viele Gerichtsverfahren führe. Dabei seien ihr durchwegs Fristen von mindestens zehn Tagen, teils bis zu 30 Tage angesetzt worden. Sie habe daher keinen Anlass gesehen, den Einschreibebrief vom 20. Juni 2019 umgehend zu öffnen. Sie habe vielmehr darauf vertraut, zumindest bis zum 9. Juli 2019 Zeit zu haben, um rechtzeitig zu reagieren. Das Verwaltungs-gericht erwog hierzu, die Steuerpflichtige habe in keiner ihrer Eingaben die Wiederholung der versäumten Hauptverhandlung be-antragt. Gegenteils habe sie beantragt, das Verfahren bis zum Entscheid in zwei weiteren Verfahren zu sistieren. Ein hinreichender Zusammenhang sei nicht ersichtlich, so das Verwaltungsgericht, wes-halb das Sistierungsgesuch abzuweisen sei. Den Akten lasse sich ohnehin entnehmen, dass die Steuerpflichtige ihre Mitwirkungs-pflichten in den Veranlagungsverfahren seit Jahren systematisch verweigert habe. Im Einspracheverfahren, das zur vorliegenden Beschwerde führte, habe sie "ausdrücklich auf die persönliche Einvernahme und immerhin implizit auf Akteneinsicht" verzichtet. Dass die Steuerpflichtige an einer neuen Hauptverhandlung habe teil-nehmen wollen, sei nicht anzunehmen. Die Eingabe vom 6. Juli 2019 könne mithin auch nicht in Anwendung von Art. 9 BV als sinngemässes Gesuch um Wiederholung der Hauptverhandlung entgegengenommen werden. Das Verfahren betreffend die Staats- und Ge-meindesteuern des Kantons Zürich, Steuerperiode 2015, sei als durch Rückzug des Begehrens um gerichtliche Beurteilung abzuschreiben (einzelrichterlicher Entscheid GB.2018.00004 / GB.2018.00005 vom 12. September 2019 E. 2).