Citation: 7B_231/2024 E. 4.1

4.1. Die Vorinstanz erwägt, der gegen die Privatklägerschaft obsiegende Beschuldigte habe Anspruch auf eine angemessene Entschädigung für die Ausübung seiner Verfahrensrechte gemäss Art. 436 Abs. 1 i.V.m. Art. 429 Abs. 1 StPO. Der Beizug seines Anwalts erscheine mit Blick auf die konkreten Umstände als gerechtfertigt. Mit Blick auf die kantonale Parteikostenverordnung reiche der vorliegende Tarifrahmen von Fr. 12.50 bis 12'500.--. Die Bedeutung der Streitsache könne als durchschnittlich bezeichnet werden, während der gebotene Zeitaufwand sowie die Schwierigkeit des Prozesses als unterdurchschnittlich zu beurteilen seien. Es habe sich einzig die prozessuale Rechtsfrage gestellt, ob der Strafantrag als zurückgezogen gelte bzw. die Vereinbarung gültig sei. Auch der Aktenumfang sei gering, weshalb die Entschädigung im untersten Bereich des Tarifrahmens anzusiedeln sei. Mit Blick darauf erscheine das in der Kostennote vom 4. Dezember 2023 geltend gemachte Honorar von Fr. 1'597.50 als deutlich zu hoch und sei entsprechend zu kürzen. Die Auslagen seien nicht zu beanstanden. Die Entschädigung werde pauschal auf Fr. 900.-- (inkl. Auslagen und MWST) festgesetzt. Bei Offizialdelikten trage der Kanton die Entschädigung für die angemessenen Aufwendungen der beschuldigten Person im Rechtsmittelverfahren, wenn die Privatklägerschaft erfolglos Beschwerde gegen eine Einstellungsverfügung erhebe. Gehe es demgegenüber um Antragsdelikte, werde die unterliegende Privatklägerschaft entschädigungspflichtig (Art. 436 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 432 Abs. 2 StPO). Im vorliegenden Beschwerdeverfahren gelte es, die Rechtmässigkeit der Einstellung eines Antragsdelikts zu beurteilen. Der Umstand, dass es nicht um die materielle Begründetheit des Vorwurfs, sondern um formelle Rechtsfragen gehe, ändere daran nichts. Die Entschädigung des Beschuldigten sei daher durch die Beschwerdeführerinnen zu entrichten. Die im Rahmen des Vergleichs vereinbarte Zahlung von Fr. 700.-- habe keinen Einfluss auf die Kosten- und Entschädigungsfolge im Beschwerdeverfahren.