Citation: 6B_736/2024 E. 2.4.3

2.4.3. Die Kritik der Beschwerdeführerin an der vorinstanzlichen Einschätzung, wonach die Blutspritzer auf ihrem rechten Schuh ein klassisches kriminaltechnisches Indiz für deren Täterschaft darstellten, ist unbegründet (Urteil S. 30 ff.). Das vom Opfer stammende Blut auf dem Schuh der Beschwerdeführerin ist eine bewiesene Tatsache, mithin ein Indiz, aus der auf die Täterschaft der Beschwerdeführerin geschlossen werden kann. Eine davon zu unterscheidende Frage ist, wie stark dieses Indiz ist bzw. mit welcher Wahrscheinlichkeit es auf die Täterschaft der Beschwerdeführerin hindeutet. Wäre bewiesen bzw. sicher, dass der Blutspritzer nur bei der Tatbegehung auf den Schuh gelangen konnte, würde es sich um ein starkes Indiz handeln, das mit hoher Wahrscheinlichkeit auf die Täterschaft der Beschwerdeführerin hindeuten würde. Wären alternative Entstehungsweisen erstellt bzw. naheliegender, würde es sich um ein schwaches Indiz handeln, das gar nicht bzw. mit nur geringer Wahrscheinlichkeit auf die Täterschaft der Beschwerdeführerin schliessen liesse. Hingegen trifft das Vorbringen der Beschwerdeführerin, der Blutspritzer könnte als Indiz nur verwendet werden, wenn gesichert wäre, dass er bei der Tatbegehung auf den Schuh gelangt sei, nicht zu. Die Vorinstanz diskutiert die verschiedenen Entstehungsmöglichkeiten ausführlich und zeigt nachvollziehbar anhand der Erkenntnisse und Berichte der Kriminaltechnik auf, dass eine grosse Wahrscheinlichkeit dafür besteht, dass die Blutspritzer bei der Begehung der Tat und nicht am Folgetag beim Auffinden des Leichnams auf den Schuh der Beschwerdeführerin gelangt seien. Dabei berücksichtigt sie entgegen dem Einwand der Beschwerdeführerin nicht nur den Rapport vom 21. April 2021 (kantonale Akten, pag. 1934), sondern auch den Nachtrag vom 30. Januar 2024 (kantonale Akten, pag. 5115 f.) und die Beilage 3 zum Antrag auf Anordnung von Untersuchungshaft vom 11. November 2020 (kantonale Akten, pag. 97). Sie setzt sich auch mit dem Vorbringen der Beschwerdeführerin auseinander, wonach unmöglich erklärt werden könne, dass angesichts des angerichteten Blutbads nur kleine Tropfen auf nur einem Schuh hätten festgestellt werden können. Die Vorinstanz zeigt anhand des Spurenbildes auf, dass eine Täterschaft, die selbst nicht blutverschmiert sei und insbesondere keine blutverschmierten Schuhe von der Tat davontrage, ohne Weiteres möglich sei. Die Beschwerdeführerin geht mit keinem Wort auf diese vorinstanzlichen Ausführungen ein und zeigt nicht auf, dass sie willkürlich sind. Sodann hält die Vorinstanz das Vorbringen, der Blutspritzer könne in den gemeinsamen Ferien im September 2020, als sich das Opfer am Bein verletzt habe, entstanden sein, für nicht überzeugend (Urteil S. 31). Auch mit dieser Beurteilung setzt sich die Beschwerdeführerin nicht auseinander, weshalb darauf nicht weiter einzugehen ist. Soweit sie das Vorgehen der Vorinstanz kritisiert und ihr vorwirft, sie nehme eine unzulässige Beweislastumkehr vor, trifft dies nicht zu. Die Vorinstanz verlangt von der Beschwerdeführerin nicht, dass sie ihre Unschuld beweist. Vielmehr würdigt die Vorinstanz die Beweise, gelangt zu einer vorläufigen Einschätzung und setzt sich in der Folge mit den Vorbringen der Beschwerdeführerin auseinander, bevor sie eine (in diesem Punkt) abschliessende Würdigung vornimmt. Insgesamt ist die vorinstanzliche Beurteilung, wonach die Blutspritzer auf dem rechten Schuh der Beschwerdeführerin ein Indiz für deren Täterschaft darstellten, nicht zu beanstanden.