Citation: 6B_1363/2019 E. 1.5.2

1.5.2. Hinsichtlich der Steuerungsfähigkeit stellt die Vorinstanz gestützt auf die Aufzeichnung der Überwachungskamera weiter willkürfrei fest, der Beschwerdeführer habe tatsächlich einen "günstigen" Moment abgewartet (angefochtenes Urteil S. 36 f.). Dass der Beschwerdeführer unmittelbar vor dem Angriff keine sichtbaren Körperreaktionen zeigte, steht dem entgegen der Kritik in der Beschwerde (vgl. S. 20) nicht entgegen. Ob sich die Aussage des Beschwerdeführers, er habe einen "günstigen" Moment abgewartet, mit der Videoaufzeichnung deckt, liessen die Gutachter offen, da die Beantwortung dieser Frage kein medizinisches Fachwissen voraussetzt. Daraus, dass die Gutachter sich nicht zu dieser Frage äusserten, kann der Beschwerdeführer daher ebenfalls nichts zu seinen Gunsten ableiten (Beschwerde S. 20). Ob der Moment besonders günstig war, ist fraglich, da sich der Beschwerdegegner 2 lediglich für sehr kurze Zeit vom Beschwerdeführer abwendete, um in Richtung der hinter ihm liegenden Tramgleise auszuspucken. Entscheidend ist gemäss den Gutachtern jedoch, ob der Beschwerdeführer in der Lage war, einen bestimmten, möglichst günstigen Moment abzuwarten, und er insoweit über eine gewisse Fähigkeit verfügte, sein Verhalten zu steuern. Die Vorinstanz verfällt daher nicht in Willkür, wenn sie davon ausgeht, es handle sich bei der Aussage des Beschwerdeführers, er habe einen Moment der Unaufmerksamkeit des Beschwerdegegners 2 für den Angriff ausgenutzt, nicht bloss um ein retrospektives Narrativ erhaltener Teilkontrolle über die Situation bzw. um ein blosses Konstrukt. Unter diesen Umständen bejahen sowohl Prof. Dr. H.________ als auch die Zweitgutachterin Dr. G.________ eine erhaltene Reststeuerungsfähigkeit.