Citation: 5P.405/2000 08.02.2001 E. 5

5.-a) Die Beschwerdeführerin stellt ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und um Zuordnung eines unentgeltlichen Rechtsbeistandes für das bundesgerichtliche Verfahren. Gemäss Art. 152 Abs. 1 OG gewährt das Bundesgericht einer bedürftigen Partei, deren Rechtsbegehren nicht aussichtslos erscheint, auf Antrag Befreiung von der Bezahlung der Gerichtskosten. Nötigenfalls kann ihr gemäss Art. 152 Abs. 2 OG ein Rechtsanwalt beigegeben werden. Als bedürftig gilt eine Partei, welche mit dem den (prozessualen) Notbedarf übersteigenden Einkommen nicht in der Lage ist, innert angemessener Frist die Gerichts- und Anwaltskosten zu bezahlen. Dabei ist auch das Vermögen zu berücksichtigen. Wer die unentgeltliche Prozessführung beansprucht, hat deren Voraussetzungen nachzuweisen. Dazu gehört insbesondere auch der Nachweis der Bedürftigkeit. Während bei einem kantonalen Rechtsstreit regelmässig nicht auf das mutmassliche Prozessergebnis abgestellt werden kann, weil dieses erst mit Rechtskraft des Urteils feststeht, kann das Bundesgericht auf das Ergebnis abstellen (BGE 108 V 265 E. 4). b) Mit Verfügung des Bezirksgerichts Kulm vom 9. März 1989 wurde der Beschwerdeführerin die unentgeltli-che Rechtspflege gewährt und der von ihr beauftragte Anwalt zum unentgeltlichen Vertreter bestimmt. Im Schreiben des Gerichtspräsidenten von Kulm vom 27. Mai 1997 bestätigte dieser, dass die Beschwerdeführerin klarerweise nach wie vor nicht in der Lage sei, für die Kosten des Prozesses aufzukommen. Am 14. Dezember 1999 widerrief der Gerichtspräsident von Kulm die Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege mit Wirkung ab dem Zeitpunkt des erstinstanzlichen Urteils wegen fehlender Erfolgschancen, und das Obergericht wies eine dagegen erhobene Beschwerde ab. Das Bundesgericht trat am 28. Juni 2000 auf eine staatsrechtliche Beschwerde gegen den Widerruf der unentgeltlichen Rechtspflege nicht ein. Im Widerrufsverfahren wurden ausschliesslich die Erfolgschancen beurteilt, demgegenüber die Bedürftigkeit der Beschwerdeführerin nicht behandelt. Die Beschwerdeführerin begründet ihre Bedürftigkeit im vorliegenden Verfahren einzig mit dem Hinweis auf die Beurteilung durch den erstinstanzlichen Richter. c) Es mag zutreffen, dass die Beschwerdeführerin imZeitpunkt des erstinstanzlichen Erbteilungsprozesses bedürftig war. Mit dem erstinstanzlichen Urteil ist der Beschwerdegegner aber verpflichtet worden, der Beschwerdeführerin ihren Erbteil von Fr. 492'591. 05 zu bezahlen und die Beschwerdeführerin ist widerklageweise verpflichtet worden, dem Beschwerdegegner Fr. 162'259. 90 zu bezahlen, so dass ein Saldo zu Gunsten der Beschwerdeführerin von Fr. 330'331. 15 verbleibt. Der Beschwerdegegner hat diesen Entscheid nicht angefochten, sondern ihn in diesem Umfang akzeptiert. Auch wenn mit diesem Betrag noch hohe Gerichts- und Anwaltskosten zu begleichen sind, legt die Beschwerdeführerin nicht dar, inwiefern es ihr nicht möglich sein sollte, für die Kosten des vorliegenden Beschwerdeverfahrens mit ihrem Erbteil aufzukommen, zumal von ihr keine Vorschüsse verlangt worden sind. Mit dem blossen Hinweis, sie sei vor dem Erbteilungsprozess bedürftig gewesen, vermag sie jedenfalls nicht darzulegen, dass sie es auch nach Abschluss des Verfahrens immer noch ist. Das Gesuch ist daher abzuweisen.