Citation: 9C_325/2015 E. 2.2

2.2. Das Argument ist unbehelflich, ein Telefonanruf könne keine persönliche Konsultation bei einem Arzt ersetzen. Gemäss Art. 5.2 des Reglements SanaCall berät das Zentrum für Telemedizin die versicherte Person medizinisch. Dazu weist die Broschüre "SanaCall - Wichtiges in Kürze" darauf hin, dass eine Telemedizinische Assistentin das Anliegen entgegen nimmt und einen Rückruftermin vereinbart. Der Arzt des Zentrums für Telemedizin ruft dann zurück. Unter Berücksichtigung der individuellen Situation legt das Ärzteteam die geeigneten nächsten Behandlungsschritte fest. Falls nötig, bleibt das Zentrum für Telemedizin mit der anrufenden Person in engem Kontakt oder leitet Sofortmassnahmen ein. Bei der Arzt- oder Spitalwahl ist die versicherte Person frei (vgl. auch Art. 5.2 des Reglements). Mit anderen Worten wird der Zugang zur medizinischen Versorgung nicht einschränkt, sondern es ist "nur" eine vorprüfende Abklärung vorgesehen, anlässlich welcher auf einen bestimmten Behandlungspfad verwiesen wird. Es besteht kein Anlass, die Praxis des Bundesamtes für Gesundheit zu überprüfen, wonach Telefonmodelle, die - wie vorliegend - den Behandlungspfad vorbestimmen, die Arztwahl aber frei lassen, akzeptiert werden (Urteil 9C_8/2004 vom 14. Oktober 2014 E. 3.2).