Citation: 5A_498/2022 E. 2.1

2.1. Gemäss Art. 93 Abs. 1 SchKG kann namentlich Erwerbseinkommen jeder Art so weit gepfändet werden, als sie nach dem Ermessen des Betreibungsbeamten für den Schuldner und seine Familie nicht unbedingt notwendig ist. Solches Einkommen kann längstens für die Dauer eines Jahres gepfändet werden; die Frist beginnt mit dem Pfändungsvollzug (Art. 93 Abs. 2 SchKG). Zum Erwerbseinkommen zählen nicht nur die periodischen Auszahlungen, sondern auch der 13. Monatslohn, der Anspruch auf Gewinnbeteiligung, die Provision und die Gratifikation (Urteil 5A_328/2013 vom 4. November 2013 E. 5.4.1; VONDER MÜHLL, in: Basler Kommentar, Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs, 3. Aufl. 2021, N. 4 zu Art. 93 SchKG; OCHSNER, in: Commentaire romand, Poursuite et faillite, 2005, N. 20 zu Art. 93 SchKG; vgl. auch BGE 71 III 60 E. 4). Erwartete, nicht periodisch ausbezahlte Leistungen wie Gratifikationen werden nicht bloss verhältnismässig dem pfändbaren Teils des Erwerbseinkommens zugezählt, sondern sind selbst als zukünftiger Lohnanspruch pfändbar. Die Pfändung wirkt sich jedoch erst aus, sobald diese Leistung - sei es auch rein freiwillig - ausbezahlt wird (BGE 71 III 60 E. 4; Urteil 5A_328/2013, a.a.O., E. 5.4.1).