Citation: 2C_294/2023 E. 6.9.3

6.9.3. Dementsprechend ist die Formulierung "über längere Zeit" im Sinne eines präventiven Witterungsschutzes auszulegen. Exakte Grenzwerte lassen sich auch für die Dauer der extremen Witterung, ab der ein Schutz notwendig ist, nicht festlegen (Fachinformation 7.3 S. 2). Deshalb ist auch diesbezüglich vorzusorgen, sodass der Schutz im Falle einer Witterungsdauer, die das Wohlergehen der Tiere beeinträchtigen kann, zur Verfügung steht. Die Angabe "mehr als 2 Tage anhaltenden Niederschlag" in der Fachinformation 7.6, auf die sich der Beschwerdeführer beruft, vermag daran nichts zu ändern. Sie ist nicht als Bedingung der Notwendigkeit eines Witterungsschutzes gemeint, sondern explizit nur als Handlungsrichtlinie. Dass ein Witterungsschutz in der dort beschriebenen Situation sicher notwendig ist, heisst nicht, dass er je nach Umständen bereits bei kürzerer Witterungsdauer notwendig sein kann. Denn auch die Fachinformation 7.6 hält an der entsprechenden Stelle (S. 1) fest, dass sich exakte Grenzwerte, ab denen Schafen in jedem Fall ein Schutz vor extremer Witterung gewährt werden muss, nicht angeben lassen. Massgeblich ist der Schutz des Wohlergehens der Tiere (Art. 1 TSchG). Kann dieses aufgrund der Dauer - in Verbindung mit der Intensität - der Witterung beeinträchtigt werden, so entspricht diese Dauer einer "längere[n] Zeit".