Citation: 1P.58/2002 08.07.2002 E. 3

Ist über eine Wiederherstellungsverfügung zu befinden, so ist grundsätzlich nicht das zur Zeit der Entscheidung gültige Recht anwendbar, sondern dasjenige, das während der Bauarbeiten in Kraft gestanden hat. Eine Ausnahme ist nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung einerseits zu machen, wenn das neue Recht für den Eigentümer der Baute günstiger ist. Andererseits kommt bei einer Rechtsänderung zuungunsten des Bauherrn das neue Recht zur Anwendung, wenn dieser die Bewilligung nicht einholt, weil er weiss, dass vor der Erteilung der Bewilligung neues, strengeres Recht in Kraft stehen wird (BGE 104 Ib 301 E. 5c S. 304). Dieser Rechtsprechung hat sich das kantonale Verwaltungsgericht angeschlossen (Gerichts- und Verwaltungspraxis des Kantons Graubünden [GVP] 1983, Nr. 28; angefochtener Entscheid, E. 1a). Im vorliegenden Fall bedeutet dies, dass das neue, für die Beschwerdegegner ungünstigere Baugesetz der Gemeinde Sils i.E. nur dann im Sinne einer Ausnahme anzuwenden ist, wenn die Ehegatten X.________ wegen ihrer Kenntnis der kommunalen Gesetzgebungsarbeiten keine nachträgliche Baubewilligung für den von den Plänen abweichenden Umbau eingeholt haben.