Citation: 1C_52/2024 E. 2.3

2.3. Vorliegend verpflichtete das Bezirksgericht Weinfelden mit Strafurteil vom 9. Dezember 2019 den Täter, der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung von Fr. 12'295.60 inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer auszurichten. Diese Parteientschädigung entspricht zwar der eingereichten Honorarnote vom 6. Dezember 2019, jedoch nicht unbedingt jenem Betrag, der dem Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin im Rahmen der unentgeltlichen Rechtspflege vergütet worden wäre. Wenn nun die Vorinstanz die einzelnen Posten der Honorarnote vom 6. Dezember 2019 auf ihre Angemessenheit überprüft und vom Betrag der Honorarnote des Rechtsvertreters abweicht, ist dies nicht willkürlich, sondern entspricht der oben dargestellten Rechtsprechung des Bundesgerichts. Die Vorinstanz ist durch das OHG verpflichtet, sicherzustellen, dass die Beschwerdeführerin, die ein nachträgliches OHG-Gesuch um Kostenübernahme gestellt hat, nicht besser gestellt ist im Vergleich zu jenen Opfern, denen bereits im Strafverfahren die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde. Das Vorgehen der Vorinstanz verletzt auch keine der übrigen von der Beschwerdeführerin zitierten gesetzlichen Grundlagen, insbesondere nicht Art. 2 lit. g OHG i.V.m. Art. 37 und Art. 38 OHG, zumal diese Artikel mit Wirkung seit 1. Januar 2011 aufgehoben wurden (AS 2010 1881; BBl 2006 1085).