Citation: 6B_1108/2019 E. 2

Wiederum mit Bezug auf die Tatbestandsmerkmale des "Nachteils" und seiner "Erheblichkeit" rügt der Beschwerdeführer eine Verletzung des Anspruchs auf Konfrontation mit Belastungszeugen (vgl. Art. 6 Ziff. 3 lit. d EMRK). Eine belastende Aussage ist grundsätzlich nur verwertbar, wenn der Beschuldigte wenigstens einmal während des Verfahrens angemessene und hinreichende Gelegenheit hatte, die Aussage in Zweifel zu ziehen und der einvernommenen Person Ergänzungsfragen zu stellen (BGE 140 IV 172 E. 1.3 S. 176; 133 I 33 E. 3.1 S. 41). Die Vorinstanz führt aus, der Vorfall sei bereits aufgrund der eigenen Sachdarstellung des Beschwerdeführers erstellt. Nach Ansicht des Beschwerdeführers verkennt die Vorinstanz, dass die Aussagen des Beschwerdeführers ihren Grund in den belastenden Aussagen der Geschädigten haben. Er sei nicht geständig, was den Tatbestand der Sachentziehung angehe. Die Vorinstanz setze sich nicht damit auseinander, dass er die Konfrontation mit der Geschädigten im Berufungsverfahren nochmals beantragt habe. In der Einvernahme seiner Person, auf die sich die Vorinstanz beziehe, sei ihm nur eröffnet worden, dass "gegen ihn ein Strafverfahren wegen sexueller Belästigung/Sachentziehung betreffend einen Vorfall vom 3. Dezember 2016 eröffnet worden sei" (vgl. angefochtenes Urteil S. 10 E. 1.4). Ein Sachverhalt sei ihm nicht vorgehalten worden. Auch am Ende der Einvernahme sei ihm bezüglich eines erheblichen Nachteils nichts vorgehalten worden. Was ihm vorgehalten worden sei, habe auf eine Sachentziehung infolge Nichtrückgabe abgezielt und nicht auf den immateriellen Schaden, um welchen die Vorinstanz den angeklagten Sachverhalt erweitert habe. Erfolge kein Tatvorwurf nach Art. 158 Abs. 1 lit. a StPO, so seien Aussagen der beschuldigten Person zu den nicht vorgehaltenen Vorwürfen unverwertbar. Die Vorinstanz begründet die Abweisung der Beweisanträge auf Zeugenbefragung vor dem Hintergrund des nach den Aussagen des Beschwerdeführers erstellten Sachverhalts. Danach habe er nach einem ersten Saunagang die Kleider der Geschädigten behändigt und sie zusammen mit seinen eigenen Kleidern und denjenigen von C.________ (seiner Freundin und Halbschwester der Geschädigten) im Unterschrank eines Lavabos bei der Sauna versteckt. Die Geschädigte habe immer wieder nach ihren Kleidern gefragt, vom sich darob amüsierenden Beschwerdeführer aber keine Antwort erhalten. Nach rund einer halben Stunde habe sie den Unterschrank "aufgezerrt", die darin befindlichen Kleider aber übersehen. Da sich diese in einem Haufen mit den Kleidern von zwei weiteren Personen befunden hätten, erstaune es nicht, dass die Geschädigte nicht erkannte, dass sich ihre Kleider in diesem Haufen befanden. Andernfalls hätte sie ihre Suche sicherlich abgebrochen. Der Beschwerdeführer habe die Geschädigte weiter suchen lassen, bis sie schliesslich die Kleider ihrer Schwester angezogen habe, ihre Schuhe holte und die Lokalität verliess. Die Beweisanträge auf Befragung von C.________ und auf nochmalige Befragung "aller anderen Belastungspersonen" unter Wahrung der Teilnahmerechte des Beschwerdeführers weist die Vorinstanz unter Verweisung auf Art. 139 Abs. 2 StPO ab. Nach dieser Bestimmung wird u.a. über unerhebliche oder rechtsgenügend erwiesene Tatsachen nicht Beweis geführt. Die Vorinstanz erwägt, es sei schon aufgrund der Darstellung des Beschwerdeführers klar, dass die Geschädigte ihre Kleider behändigt - und nicht weitergesucht und dann die Kleider ihrer Schwester angezogen - hätte, wenn sie sie beim Öffnen des Unterschranks tatsächlich gesehen hätte. Im Übrigen beruhe die Begründung der Beweisanträge auf Umständen, die für den zu beurteilenden Sachverhalt unerheblich seien. So sei entgegen der Meinung des Beschwerdeführers irrelevant, weshalb die Geschädigte nach dem Vorfall zuerst Essen gegangen und erst später die Polizei aufgesucht und wieso die Geschädigte nur ihn, nicht aber auch C.________ angezeigt habe. Die vorinstanzliche Beweiswürdigung ist schlüssig. Die Zufügung eines tatsächlichen Nachteils im Sinne von Art. 141 StGB folgt schon unmittelbar aus der Sachverhaltsdarstellung des Beschwerdeführers. Die Geschädigte wollte sich anziehen, was ihr indes während mindestens einer halben Stunde verwehrt blieb, so dass sie sich schliesslich mit den Kleidern ihrer Schwester beholfen hat. Ob die Geschädigte objektiv die Möglichkeit hatte, sich umsichtiger zu verhalten und ihre Kleider schneller zu finden, ist unerheblich. Unter den gegebenen Umständen bedarf es keiner weiteren Beweiserhebung, um den Nachteil festzustellen (vgl. Art. 139 Abs. 2 StPO). Hat die Vorinstanz zu Recht auf die Angaben des Beschwerdeführers abgestellt und ergibt sich daraus ein vollständiger rechtserheblicher Sachverhalt, so bedurfte es keiner Befragung von C.________ und auch keiner (weiteren) Befragung der Geschädigten im Rahmen einer Konfrontationseinvernahme. Aus analogen Gründen war ein expliziter Vorhalt (Art. 158 Abs. 1 lit. a StPO) der zum Nachteil führenden Umstände nicht erforderlich. Die Verwertbarkeit der Aussagen des Beschwerdeführers ist somit nicht infrage gestellt. Die Erheblichkeit des Nachteils ist im Übrigen eine Rechtsfrage; dieses Tatbestandselement ist demnach nicht zu beweisen.