Citation: 5A_972/2020 E. 6.1

6.1. Die Stockwerkeigentümer haben an die Lasten des gemeinschaftlichen Eigentums und an die Kosten der gemeinschaftlichen Verwaltung Beiträge nach Massgabe ihrer Wertquoten zu leisten (Art. 712h Abs. 1 ZGB). Solche Lasten und Kosten sind namentlich die Auslagen für den laufenden Unterhalt, für Reparaturen und Erneuerungen der gemeinschaftlichen Teile des Grundstückes und Gebäudes sowie der gemeinschaftlichen Anlagen und Einrichtungen (Art. 712h Abs. 2 Ziff. 1 ZGB). Dienen bestimmte gemeinschaftliche Bauteile, Anlagen oder Einrichtungen einzelnen Stockwerkeinheiten nicht oder nur in ganz geringem Masse, so ist dies bei der Verteilung der Kosten zu berücksichtigen (Art. 712h Abs. 3 ZGB). Bei letzterer Bestimmung handelt es sich um eine Schutzbestimmung, welche Anwendung findet, wenn die wertquotenproportionale Aufteilung von gewissen gemeinschaftlichen Kosten oder Lasten schlechthin unbillig erscheint. Sie ist zwingender Natur (BGE 117 II 251 E. 5b; 112 II 312 E. 3a; 107 II 141 E. 3 mit Hinweis), so dass ein dagegen verstossender Versammlungsbeschluss nichtig ist (AMOOS PIGUET, in: Commentaire romand, Code civil, 2016, N. 7 zu Art. 712h ZGB; BÖSCH, in: Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch, 6. Aufl. 2019, N. 8 zu Art. 712h ZGB; MEIER-HAYOZ/REY, Berner Kommentar, 1988, N. 66 zu Art. 712h ZGB; REY, Die privatrechtliche Rechtsprechung des Bundesgerichts im Jahre 1986, ZBJV 1988 S. 122; REY/MAETZKE, Schweizerisches Stockwerkeigentum, 3. Aufl. 2009, Rz. 571; THURNHERR, Bauliche Massnahmen bei Mit- und Stockwerkeigentum, 2010, Rz. 446; WERMELINGER, Das Stockwerkeigentum, a.a.O., N. 96 zu Art. 712h ZGB; a.M. MARCHAND, Chacun chez soi, factures pour tous: la répartition des frais dans la propriété par étages, in: La propriété par étages, Fondements théoriques et questions pratiques, 2003, S. 164 f.; SCHMID, Renovation von Stockwerkeigentum: Konfliktpunkte und Lösungen, Schweizerische Baurechtstagung 2005 S. 45).