Citation: U 268/05 02.06.2006 E. 3

3.1 Nach umfassender Würdigung der medizinischen Akten gelangte die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid zum Schluss, dass der natürliche Kausalzusammenhang zwischen den von der Versicherten geklagten Beschwerden und dem versicherte Unfallereignis vom 4. März 2001 nicht mehr überwiegend wahrscheinlich gegeben ist. Die von der Beschwerdeführerin heute noch geltend gemachten Leiden und die damit verbundene Arbeitsunfähigkeit beurteilte sie nicht als direkte Folge des Unfallereignisses. Sie stützte sich dabei auf das Gutachten des Prof. Dr. med. W.________ vom 7. März 2003 und dessen ergänzende Stellungnahme vom 17. Juni 2003, wonach für die Persistenz der geklagten Beschwerden mit Sicherheit unfallfremde Faktoren massgebend sind. Dieser fand neurologisch vollständig unauffällige Verhältnisse vor, keine Hinweise auf eine periphere oder zentrale Läsion sowie keine Hinweise auf eine Schädigung lumbaler Wurzeln oder des Ischiasnervs. Der Gutachter sah die heutigen Beschwerden im sacralen Bereich nicht mehr für überwiegend wahrscheinlich als unfallkausal an, vielmehr stehe eine ausgeprägte Ängstlichkeit bzw. eine nicht adäquate Einstellung der Versicherten im Vordergrund. Diese im Administrativverfahren eingeholte Expertise eines neutralen Facharztes beruht auf ergänzenden eigenen Untersuchungen, berücksichtigt die geklagten Beschwerden und ist in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden. Sie erfüllt alle rechtsprechungsgemäss erforderlichen Kriterien (BGE 125 V 352 Erw. 3 mit Hinweisen) für eine beweiskräftige medizinische Entscheidgrundlage (Beweiseignung) und überzeugt zum andern auch inhaltlich (Beweiskraft). Die Ausführungen in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sind einleuchtend und die Schlussfolgerung ist begründet. Dieser Expertise kommt in Übereinstimmung mit der Vorinstanz voller Beweiswert zu (vgl. Erw. 1.1), zumal konkrete Indizien, die gegen deren Zuverlässigkeit sprechen, entgegen den Einwendungen der Beschwerdeführerin, nicht ersichtlich sind. Die Vorinstanz hat mithin zu Recht darauf abgestellt. 3.2 Was in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde dagegen vorgebracht wird, vermag nicht zu überzeugen. Insbesondere sind dem Gutachten keine Anhaltspunkte für die behauptete Voreingenommenheit und mangelnde Objektivität des Experten zu entnehmen. Der Einwand, dass für den Gutachter das Ergebnis im Vordergrund stand und zwar unabhängig von den Untersuchungsergebnissen, wie geltend gemacht wird, findet in den Akten keine Stütze. Aus dem Umstand, dass der Gutachter anlässlich der Untersuchung, welche er selbst ebenfalls als schwierig einstufte, eine erhebliche Differenz zwischen den geklagten Beschwerden und den objektiven Untersuchungsergebnissen feststellte, kann nichts Dahingehendes abgeleitet werden. Vielmehr ist in diesem Zusammenhang darauf hinzuweisen, dass auch die Ärzte des Kantonsspitals Y.________ am 10. April 2002 bemerkt hatten, dass die Versicherte wiederholt über starke Schmerzen während den einzelnen Untersuchungen geklagt hatte, ohne dass dies aber äusserlich zu beobachten war, was sie mit "belle indifference" umschrieben. Auch dort fanden sich klinisch-neurologisch keine fokal-neurologischen Defizite, die einen Hinweis auf die Ursache der Beschwerden hätten liefern können. Weiter lassen sich die von Seiten der Beschwerdeführerin bereits im Verwaltungs- wie auch im vorinstanzlichen Verfahren behaupteten Widersprüche im Gutachten nicht bestätigen. Namentlich sind die Feststellungen in der Expertise mit Bezug auf eine nicht adäquate Schonhaltung nachvollziehbar und nicht widersprüchlich. So konnte der Gutachter im Vorfeld oder zwischen den Untersuchungen (bei An- und Abziehen, Aufstehen vom Stuhl) keine Schonhaltung erkennen, hingegen sah sich die Beschwerdeführerin während der neurologischen Exploration nicht oder nur schwer im Stande, diverse Bewegungen wie beispielsweise Bücken und Aufrichten durchzuführen, worauf sich die vom Gutachter erwähnte Schonhaltung bezog. Zudem trifft nicht zu, dass Prof. Dr. med. W.________ im ergänzenden Schreiben vom 17. Juni 2003 nun selbst von einem positiven Lasègue-Zeichen ausgeht. Vielmehr gibt er darin, wie die Beschwerdegegnerin zu Recht argumentiert, nur die Feststellung des Hausarztes Dr. med. G.________ wieder und führt dazu erklärend aus, dass positive Lasègue-Zeichen nicht immer Ausdruck einer Nervenläsion, resp. einer strukturellen Veränderung im Bereiche der lumbalen Wirbelsäule sein müssten, wie dieser annehme. Positive Lasègue-Zeichen könnten auch sogenannt pseudo-positiv sein, d.h. Ausdruck muskulärer Verspannung. Mithin schloss er eine vom Hausarzt vermutete strukturelle Läsion aus und hielt an seiner Einschätzung der Arbeitsfähigkeit fest. Zudem stellte er fest, dass auch eine erneute ausgiebige Untersuchung nicht weiterführen würde. Der von der Beschwerdeführerin behauptete Widerspruch ist nicht zu erkennen, vielmehr konnten die vom Hausarzt vorgetragenen Einwendungen vom Facharzt überzeugend entkräftet werden. Weder die Stellungnahme des Dr. med. S.________, Facharzt FMH Physikalische Medizin und Rehabilitation, Leitender Arzt Sportmedizin am Medizinischen Zentrum A.________ (vom 21. März 2002), noch das Schreiben der Physiotherapeutin I.________ (vom 27. April 2003) vermögen Zweifel am überzeugenden Gutachten des Prof. Dr. med. W.________ aufkommen zu lassen. Sie enthalten keine neuen Gesichtspunkte, die das Weiterbestehen von Unfallfolgen als überwiegend wahrscheinlich erscheinen liessen; vielmehr wird letztlich sinngemäss die unzulässige Begründung "post hoc ergo propter hoc" angeführt. Von weiteren Abklärungen ist in antizipierter Beweiswürdigung (SVR 2001 IV Nr. 10 S. 28 Erw. 4; BGE 124 V 94 Erw. 4b, 122 V 162 Erw. 1d) abzusehen. 3.3 Was schliesslich die im IV-Verfahren festgestellte psychische Beeinträchtigung von 20 % betrifft, muss mit der Vorinstanz eine Leistungspflicht der Unfallversicherung verneint werden, da es sich beim Unfallereignis vom 4. März 2001 zweifellos um einen sog. Bagatellunfall handelt, für welchen gemäss geltender Rechtsprechung (BGE 115 V 133) ein adäquater Kausalzusammenhang zu verneinen ist.