Citation: 6B_459/2020 E. 2.4.1

2.4.1. Es liegen zwei von einander unterscheidbare Lebensvorgänge zugrunde, nämlich erstens die sexuelle Nötigung, in deren Verlauf der Beschwerdeführer seinen Würgegriff verstärkte, "sobald [die Geschädigte 1] zu schreien oder sich zu wehren versuchte", und zweitens der Anklagevorwurf der Gefährdung des Lebens: "Schliesslich drosselte der Beschuldigte [sie] mit ihrem eigenen BH-Träger, indem er ihr diesen um den Hals knotete, so dass sie anhaltend dem Gefühl ausgesetzt gewesen ist, keine Luft mehr zu bekommen. [Sie] bekam denn auch zeitweise tatsächlich keine Luft mehr, sie litt unter Atemnot, Erstickungs- und Todesängsten" (Urteil S. 51). Dieses Vorgehen unterscheidet sich charakteristisch vom Vorgehen während der gesamten Nötigungshandlung im Sinne von Art. 189 Abs. 3 StGB, die u.a. darin bestand, dass er die Geschädigte "während dieses Vorfalls minutenlang intermittierend [mit den Händen] würgte" (Beschwerde S. 10). Das Bundesgericht hat in BGE 119 IV 49 E. 3d und 3e S. 53 erstmals "intermittierendes Würgen" als Tatmodalität beurteilt, die vom Tatbestandsmerkmal "grausam" von Art. 189 Abs. 3 StGB erfasst ist.