Citation: 8C_535/2022 E. 4.3.4

4.3.4. 4.3.4.1. Bei der Behandlungspflege nicht berücksichtigt sei zudem geblieben, dass die Unterschenkelorthesen nicht nur morgens angezogen werden müssten, sondern ein weiteres Mal nach dem Tragen der Quengelschiene, deren Sitz, auch bezüglich Druckstellen, von den Eltern genauestens kontrolliert werden müsse. Ein Zusatzaufwand von mindestens 15 Minuten täglich sei zu veranschlagen. Medizinische Gründe rechtfertigten ein Abweichen von den Werten gemäss KSIH. Täglich fänden mehrere Schuhwechsel statt (Strassenschuhe und Hausschuhe). Für das Anziehen und den korrekten Sitz der Orthesen sowie Positionierung der Füsse sei die Beschwerdeführerin auf Dritthilfe angewiesen. 4.3.4.2. Dr. med. D.________ gab in ihrem Bericht vom 11. Februar 2021 an, die steifen Unterschenkelorthesen und die Orthesenschuhe würden mit Unterstützung der Eltern an- und ausgezogen, wie die Vorinstanz darlegte. Dass die Unterschenkelorthesen passgenau angezogen werden müssen, um Druckstellen zu vermeiden, was daher gemäss Ausführungen der Ablärungsperson bei der Lebensverrichtung An- und Auskleiden von den Eltern übernommen werde, stellte die Vorinstanz nicht in Frage. Wie dargelegt, überschritt die Vorinstanz bereits den Maximalwert von 30 Minuten in diesem Bereich (vgl. Anhang IV KSIH S. 221). Medizinische Gründe, um weitere 15 Minuten anzurechnen, sind nicht ersichtlich. Da der Mehraufwand für das An- und Ausziehen für die Unterschenkelorthesen korrekterweise bei den alltäglichen Lebensverrichtungen angerechnet wurde, weil sie zur Aufrechterhaltung der Körperfunktion benötigt werden, kann hierfür nicht (noch einmal) ein Abzug im Rahmen der Behandlungspflege erfolgen. Die Vorinstanz wich zu Recht nicht von der Einschätzung der Abklärungsperson in ihrem Bericht vom 28. September 2020 ab, da sie darin keine Fehleinschätzungen feststellte. Eine rechtsfehlerhafte Beweiswürdigung ist nicht zu erkennen.