Citation: 6B_780/2010 13.01.2011 E. 3.1

3.1.1 Der Beschwerdeführer rügt, die Vorinstanz stelle den Sachverhalt in willkürlicher Weise fest, indem sie davon ausgehe, er habe A.________ seine Zunge an ihrer Scheide "spüren lassen". Bei ihrer ersten Befragung habe das Opfer ausgesagt, es habe die Zunge nicht am Geschlechtsteil, sondern weiter unten gespürt. Anlässlich der zweiten Befragung habe es sich nicht mehr an seine erste Aussage erinnert, insbesondere nicht an den Oralverkehr. Es habe in keinem Zeitpunkt von einem Lecken mit der Zunge an seiner Scheide berichtet, weshalb die gegenteilige Feststellung der Vorinstanz das Willkürverbot und den Grundsatz in dubio pro reo nach Art. 9 BV, Art. 32 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 1 EMRK verletze. 3.1.2 Die vorinstanzliche Sachverhaltsfeststellung kann nur gerügt werden, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruht und wenn die Behebung des Mangels für den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein kann (Art. 97 Abs. 1 BGG; vgl. auch Art. 105 Abs. 1 und 2 BGG). Offensichtlich unrichtig im Sinne von Art. 97 Abs. 1 BGG ist die Sachverhaltsfeststellung, wenn sie willkürlich ist (BGE 134 IV 36 E. 1.4.1 S. 39 mit Hinweis; vgl. zum Begriff der Willkür BGE 136 I 241 E. 3.1 S. 250 f. mit Hinweisen). Wird eine Verletzung des Willkürverbots geltend gemacht, muss anhand der angefochtenen Subsumtion im Einzelnen dargelegt werden, inwiefern der Entscheid an einem qualifizierten und offensichtlichen Mangel leidet (Art. 106 Abs. 2 BGG; BGE 136 I 49 E. 1.4.1 S. 53 mit Hinweisen). Auf die Rechtsprechung zum Grundsatz in dubio pro reo kann verwiesen werden (BGE 127 I 38 E. 2a S. 40 f. mit Hinweisen). 3.1.3 Das Opfer kam von sich aus auf die sexuellen Handlungen des Beschwerdeführers zu sprechen, als die Befragerin ihm erklärte, es gehe um Handlungen mit einem Mann, über welche es seiner Mutter bereits berichtet habe. Darauf erzählte es ohne fremden Anstoss, der Beschwerdeführer habe es am Po angefasst und an der Scheide geküsst. Für das primäre weibliche Geschlechtsorgan wusste es keinen Namen, zeigte auf seinen Schoss und nannte das Körperteil auf Nachfrage hin "Schlitzli" (angefochtenes Urteil S. 23 f.). Die Frage, ob der Beschwerdeführer es an der Scheide auch mit der Zunge geküsst hatte, bejahte das Opfer zweimal mit Kopfnicken. Es habe die Zunge überall gespürt, bei der Scheide und auch an den Beinen. Dies sei mehr als einmal vorgekommen (act. 55, Abschrift der Videobefragung, S. 4 f.; angefochtenes Urteil S. 24). Hingegen habe es der Beschwerdeführer nicht mit den Händen an der Scheide angefasst (act. 55 S. 5), bei Küssen auf die Wange habe es seine Zunge nicht gespürt (act. 55 S. 7) und es habe ihn auch nie nackt gesehen (act. 55 S. 6). Das Opfer konnte in seinen Aussagen zwischen verschiedenen Arten sexueller Handlungen, und der Frage, ob der Beschwerdeführer diese an ihm vorgenommen habe, unterscheiden. Weiter war es in der Lage, örtliche und zeitliche Angaben zum Geschehen zu machen. Manchmal sei es auf dem Bett gesessen, manchmal gestanden. Der Beschwerdeführer habe sich hingekniet (er sei "zwüsche d' Knüü abe"; act. 55 S. 7). Ebenso gab es auf entsprechende Fragen einen während der Erlebnisse geführten Dialog wieder. Der Oralverkehr habe ihm Schmerzen verursacht, was es dem Beschwerdeführer gesagt habe. Dieser habe geantwortet, das sei nicht so schlimm (act. 55 S. 5). Der Beschwerdeführer bestätigte diesen Dialog (angefochtenes Urteil S. 21 f. und S. 25). Die im Vaginalbereich geäusserten Schmerzen sind mit Oralverkehr am kindlichen Opfer vereinbar. Das Opfer belastet den Beschwerdeführer nicht unnötig, da es in seinen Aussagen zwischen Handlungen mit sexuellem Bezug, welche es mit dem Beschwerdeführer erlebt hat bzw. nicht erlebt hat, klar unterscheidet. Insgesamt ist es nicht schlechterdings unhaltbar, wenn die Vorinstanz feststellt, der Beschwerdeführer habe das Opfer anlässlich der Küsse an der Scheide "seine Zunge spüren lassen." Nicht entscheidend ist, dass das Opfer sich nur einmal einlässlich zum Vorfall äusserte und bei der zweiten Befragung weitgehend einsilbig antwortete (angefochtenes Urteil S. 25). Dies vermag den Kerngehalt der Erstaussage nicht zu erschüttern.