Citation: U 126/05 08.11.2005 E. 6

Die Personenwagenkollision vom 7. November 1999 ist, wie Beschwerdegegnerin und Vorinstanz zutreffend erkannten, auch unter Berücksichtigung eines Kopfanpralls an der Windschutzscheibe mit Blick auf die einschlägige Kasuistik (vgl. RKUV 2005 Nr. U 548 S. 230 f. Erw. 3.2.2 mit Hinweisen) den mittelschweren Unfallereignissen im mittleren Bereich zuzuordnen. Die objektiven Adäquanzkriterien müssen daher in gehäufter oder auffallender Weise erfüllt sein, damit die Adäquanz der bei der Beschwerdeführerin eingetretenen psychischen Fehlentwicklung bejaht werden kann (BGE 115 V 140 Erw. 6c/bb). 6.1 Zwar ist der nachts erfolgten seitlichen Frontalkollision vom 7. November 1999 eine gewisse Dramatik nicht gänzlich abzusprechen. Die schwerwiegendste unmittelbare Unfallverletzung eines Kollisionsgegners bestand jedoch gemäss Polizeirapport vom 30. November 1999 einzig in einem Knochenbruch am linken Fuss. Der Unfall zeichnete sich jedenfalls in Würdigung des massgebenden objektivierten Unfallereignisses (BGE 117 V 366 Erw. 6a, Urteil F. vom 26. November 2001 [U 409/00] Erw. 5b mit Hinweisen) im Vergleich zu einschlägigen Beispielen aus der Praxis (vgl. Hinweis in RKUV 2005 Nr. U 548 S. 231 Erw. 3.2.2 auf die nicht publizierte Erw. 3.3.2 des Urteils BGE 129 V 323) weder durch eine besondere Eindrücklichkeit noch durch besonders dramatische Begleitumstände aus. 6.2 Von schweren oder besonders gearteten Verletzungen, welche geeignet sind, eine psychische Fehlentwicklung der eingetretenen Art auszulösen, kann angesichts der anlässlich des initialen stationären Aufenthalts im Spital O.________ gestellten Diagnosen auch unter Berücksichtigung des Kopfanpralls an der Windschutzscheibe nicht gesprochen werden. Auch wenn mit dem beim Unfall zugezogenen HWS-Distorsionstrauma anfänglich muskuläre Verspannungszustände im Nacken- und Schulterbereich verbunden waren, ist nach dem natürlichen Verlauf mit der Zeit - selbst in Anbetracht der zu berücksichtigenden weiten Bandbreite der Versicherten (BGE 129 V 181 ff. Erw. 3.3 mit Hinweisen) - in der Regel von einer Beschwerdeabnahme auszugehen, wenn nicht pathologische Befunde zum Unterhalt der Beschwerden beitragen (vgl. Gutachten des Zentrums E.________ S. 28). Letzteres konnte in eingehenden und umfassenden spezialmedizinischen Untersuchungen ausgeschlossen werden. 6.3 Eine ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung liegt nicht vor. Die Beschwerdeführerin konnte bereits nach einem viertägigen Spitalaufenthalt, welcher insbesondere der Überwachung des Kreislaufes und des neurologischen Zustandes diente, in nahezu beschwerdefreiem Zustand nach Hause entlassen werden (Bericht des Spitals Z.________ vom 15. November 1999) und am 6. Dezember 1999 einen ersten Arbeitsversuch unternehmen. Auch wenn die geklagten Beschwerden zu zahlreichen weiteren Arztkonsultationen führten, welche wiederholt - und ohne dabei auf pathologische Befunde zu stossen - verschiedene spezialärztliche Abklärungen nach sich zogen, erfolgte die Behandlung der gesundheitlichen Beeinträchtigungen im Wesentlichen medikamentös und mittels Physiotherapie. Dies, obgleich schon ab Februar 2000 aus medizinischer Sicht der federführenden Rheumatologin Dr. med. M.________ eine psychotherapeutische Behandlung angezeigt gewesen war. 6.4 In den Akten finden sich keine Anhaltspunkt für einen schwierigen Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen sowie eine die Unfallfolgen erheblich verschlimmernde ärztliche Fehlbehandlung. 6.5 Wie es sich mit den vorinstanzlich ebenfalls verneinten Kriterien einer hinsichtlich Grad und Dauer erheblichen, physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit sowie körperlicher Dauerschmerzen verhält, bedarf keiner abschliessenden Prüfung, da auch die Erfüllung (nur) dieser beiden Kriterien praxisgemäss nicht ausreicht, um dem Unfall vom 7. November 1999 eine - adäquanzrechtlich - massgebende Bedeutung für die über den 31. Oktober 2003 hinaus bestehenden gesundheitlichen Einschränkungen und die damit zusammenhängende Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit der Beschwerdeführerin zuzuschreiben (vgl. RKUV 2005 Nr. U 548 S. 234 Erw. 3.2.3.5). Soweit im Übrigen Dauerschmerzen und langdauernde, erhebliche Arbeitsunfähigkeit in besonders ausgeprägter bzw. auffallender Weise gegeben sind, kann jedenfalls dieses besondere Ausmass und diese auffallende Intensität nicht als körperlich bedingt erachtet werden, zumal der Hausarzt bereits am 15. Dezember 1999 von einem depressiven Erscheinungsbild der Versicherten berichtete, Dr. med. M.________ am 24. Februar 2000 die Behandlungsbedürftigkeit einer depressiven Reaktion feststellte und der Neurologe Dr. med. J.________ am 1. September 2000 ausführte, das heutige Beschwerdebild gehe "jedenfalls weit über das hinaus, was man gewöhnlich nach solchen Autokollisionsunfällen" sehe. 6.6 Nach dem Gesagten ist der adäquate Kausalzusammenhang zwischen den über den 31. Oktober 2003 hinaus geklagten Beschwerden und dem Unfall vom 7. November 1999 zu verneinen. Mit der Vorinstanz ist daher die von der VISANA unter anderem gestützt auf die Ergebnisse des Gutachtens des Zentrums E.________ vom 9. September 2003 verfügte Leistungseinstellung per 31. Oktober 2003 nicht zu beanstanden. Da sich an diesem Ergebnis auch unter Einbezug der Eingabe vom 26. September 2005 nichts ändert, kann offen bleiben, wie es sich mit der prozessualen Zulässigkeit dieser nachträglich eingereichten Stellungnahme verhält (vgl. hiezu BGE 127 V 353).