Citation: 6B_1263/2020 E. 6.3.1

6.3.1. Die Vorinstanz ist in Bezug auf die qualifizierte ungetreue Geschäftsbesorgung der Ansicht, dass der Beschwerdeführer aufgrund der Mehrzahl der getätigten Zahlungen ohne Gegenleistung und mangels Vorliegens eines Kollektivdeliks grundsätzlich der mehrfachen qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesorgung schuldig zu sprechen wäre. Da die Staatsanwaltschaft den erstinstanzlichen Schuldspruch wegen einfacher qualifizierter ungetreuer Geschäftsbesorgung nicht angefochten habe, bleibe es aufgrund des Verschlechterungsverbots (Art. 391 Abs. 2 Satz 1 StPO) aber bei diesem Verdikt (vgl. angefochtenes Urteil E. 4.4 S. 14). Obschon die Vorinstanz den Beschwerdeführer in der Folge im Sinne dieser Erwägung der einfachen qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesorgung schuldig spricht, legt sie, entsprechend ihrer Auffassung, wonach ein Schuldspruch wegen mehrfacher qualifizierter ungetreuer Geschäftsbesorgung hätte erfolgen müssen, bei der Strafzumessung jedoch für die "konkret schwerste ungetreue Geschäftsbesorgung mit Bereicherungsabsicht" eine Einsatzstrafe fest und erhöht diese in Anwendung des Asperationsprinzips aufgrund der "weiteren qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesorgungen" (vgl. angefochtenes Urteil E. 6.4.1 ff. S. 17 ff.; Vorgehen bestätigt in der Vernehmlassung der Vorinstanz vom 25. August 2022 zu Ziff. 2.5 S. 5). Dieses Vorgehen ist mit dem in Art. 49 Abs. 1 StGB verankerten Asperationsprinzip nicht vereinbar. Art. 49 Abs. 1 StGB legt unter der Marginale "Konkurrenzen" die Rechtsfolgen fest, die einen Täter treffen, der denselben Straftatbestand mehrfach oder mehrere verschiedene Straftatbestände verletzt hat. Wird der Beschwerdeführer - wie vorliegend geschehen - wegen einfacher qualifizierter ungetreuer Geschäftsbesorgung schuldig gesprochen, kann bei der Strafzumessung keine Gesamtstrafenbildung infolge mehrfacher qualifizierter ungetreuer Geschäftsbesorgung erfolgen. Die Beschwerde erweist sich in diesem Punkt als begründet. Die Vorinstanz hätte die qualifizierte ungetreue Geschäftsbesorgung entsprechend ihrem Schuldspruch gesamthaft würdigen und hierfür eine Einsatzstrafe festlegen müssen. Die Beschwerde ist insoweit gutzuheissen.