Citation: 6B_521/2022 E. 4.2.2

4.2.2. Mit Bezug auf die konkrete Strafzumessung erwägt die Vorinstanz, angesichts des Ausmasses und der Folgen der Tat für den Beschwerdegegner 2 - dieser sei zeitlebens auf eine IV-Rente angewiesen und könne kein normales Leben mehr führen -, der hohen Intensität der Gewalteinwirkung und der fehlenden Abwehrchancen sei die Verwerflichkeit erheblich und wiege das objektive Tatverschulden mittelschwer bis schwer. Die hypothetische Einsatzstrafe sei somit bei 10 Jahren festzusetzen und aufgrund des Versuchs auf 8,5 Jahre zu reduzieren. Sodann sei bei den subjektiven Tatkomponenten zugunsten des Beschwerdeführers zu berücksichtigen, dass er sich in einem Angstzustand befunden und sich vom körperlich überlegenen Beschwerdegegner 2 bedroht gefühlt habe. Diese Bedrängnis sei mit je 3 Monaten verschuldensmindernd zu berücksichtigen. Gleiches gelte für das Handeln unter dem Eindruck verbaler Drohungen und den geschilderten Angstzustand. Dass der Beschwerdeführer lediglich habe helfen resp. schlichten wollen, erscheine zumindest fraglich und sei neutral zu werten. Hingegen sei ihm verschuldenserhöhend mit 6 Monaten anzulasten, dass er, als sich die Auseinandersetzung hingezogen habe, sich nicht einfach entfernt oder wenigstens auf einen weniger empfindlichen Körperteil geschlagen habe. Er habe aus nichtigem Anlass und mit übermässiger Reaktion gehandelt. Insgesamt sei die hypothetische Einsatzstrafe aufgrund der subjektiven Komponenten auf 8 Jahre festzusetzen. Dass der Beschwerdeführer bloss eventualvorsätzlich gehandelt habe, sei mit einer Reduktion von 1,5 Jahren auf 6,5 Jahre zu berücksichtigen; die Sorgfaltspflichtverletzung wiege schwer und der Beschwerdeführer habe exzessiv und unverhältnismässig auf die Provokationen des unbewaffneten und betrunkenen Beschwerdegegners 2 reagiert. Hinsichtlich der Täterkomponenten sei zugunsten des Beschwerdeführers dem langen Zeitablauf seit der Tat und seinem Wohlverhalten mit einer Reduktion von 10 Monaten Rechnung zu tragen. Ebenfalls wirke sich das grundsätzliche Geständnis mit 3 Monaten zugunsten des Beschwerdeführers aus, zumal eine umfassende Kooperation nicht vorliege. Gleichfalls, mit insgesamt 5 Monaten, zu berücksichtigen seien die schwierige Jugend mit Jähzorn-Ausbrüchen, die Tatfolgen und die mediale Vorverurteilung. Dies führe zu einer tatangemessenen Strafe von 5 Jahren. Aufgrund der Verletzung des Beschleunigungsgebots resultiere insgesamt eine Strafe von 4 Jahren. Den leichten Verkehrsregelverstoss ahndet die Vorinstanz mit einer Busse von Fr. 100.--, wobei sie die vorinstanzliche Sanktion aufgrund der Verletzung des Beschleunigungsgebots um die Hälfte reduziert.