Citation: 1C_483/2024 E. 4.2

4.2. Das Fachgutachten (S. 6) beurteilte das ortsbauliche Konzept als tragfähig, weil die Schaffung einer neuen Häusergruppen-Insel der Entstehungsgeschichte des alten Dorfs entspreche, das ebenfalls aus Häusergruppen entstanden sei; der hohe Grad der Durchgrünung erinnere an die gut durchgrünten Häusergruppen und die früheren Obstgärten, die feine Durchwegung und das Vorhandensein unterschiedlicher Gebäudetypologien und -grössen entspreche dem dörflichen Charakter. Das Verwaltungsgericht erachtete diese Ausführungen als nachvollziehbar. In diesem Zusammenhang wies es darauf hin, dass sich der alte Dorfkern westlich der Bauparzelle, entlang der Dürrenäscherstrasse, befinde. Die Beschwerdeführenden lägen daher falsch, wenn sie meinten, die Überbauung müsse sich mit Bezug auf die Bauweise, Stellung, Volumetrie und Materialisierung an die Gebäude im östlich gelegenen Einfamilienhausquartier anlehnen "um den Charakter des alten Dorfkerns zu wahren" (Hervorhebung durch das Bundesgericht). Die Beschwerdeführenden sehen darin einen Widerspruch zu den nachfolgenden Erwägungen des Verwaltungsgericht betreffend S. 7 des Fachgutachtens (vgl. unten, E. 4.3), in denen gerade nicht auf den alten Dorfkern, sondern auf die gesamte Dorfzone Bezug genommen werde, einschliesslich der östlich an die Bauparzelle angrenzenden Einfamilienhäuser. Die Erwägungen zum alten Dorfkern beziehen sich jedoch auf den - in § 7 Abs. 1 BNO formulierten - Zweck der Dorfzone, den typischen Charakters des alten Dorfkerns zu erhalten und zu entwickeln. Für eine Arealüberbauung gelten indessen weitergehende Anforderungen, insbesondere verlangt § 39 Abs. 2 BauV/AG eine gute Einordnung und eine gute architektonische Gestaltung. Es ist keinesfalls willkürlich, für diese, über § 7 Abs. 1 BNO hinausgehende Prüfung nicht nur den (weiter westlich gelegenen) historischen Dorfkern zu berücksichtigen, sondern auch die unmittelbare Umgebung des Baugrundstücks.