Citation: 6B_142/2020 E. 2.4.2

2.4.2. Im Weiteren erscheint es mit dem Beschwerdeführer durchaus als fraglich, ob die von der Vorinstanz angesetzte, sechsmonatige Tilgungsfrist ausreicht, um die ausstehenden Verfahrenskosten und die Busse von insgesamt Fr. 20'938.30 zu bezahlen. Indessen besteht kein Anspruch darauf, dass nach dem Endentscheid mit der Verwertung der beschlagnahmten Vermögenswerte so lange zugewartet werde, bis der zur Zahlung verpflichtete Beschwerdeführer die aus dem Strafverfahren resultierenden finanziellen Forderungen des Staates anderweitig begleichen und die im Strafverfahren beschlagnahmten Vermögenswerte auslösen kann. Die vorinstanzliche Regelung ermöglicht dem Beschwerdeführer, seine Wohnung für eine gewisse Zeit weiter zu nutzen und belässt ihm genügend Zeit, eine neue Bleibe zu finden. Dass es sich beim hälftigen Miteigentumsanteil an der Stockwerkeinheit STW U.________ um ein Kompetenzgut im Sinne von Art. 92 ff. SchKG handelt, macht der Beschwerdeführer zu Recht nicht geltend. Ebensowenig ist ersichtlich, dass die Vorinstanz zu viel Vermögen beschlagnahmt hätte bzw. verwerten würde. Die vorinstanzliche Anordnung erscheint insofern als verhältnismässig. Ein weitergehendes Entgegenkommen der Vorinstanz im Sinne einer vierjährigen Frist zur Tilgung der Verfahrenskosten und der Busse, durch welche die Verwertung des beschlagnahmten hälftigen Miteigentumsanteil an der Stockwerkeinheit gegebenenfalls mehrere Jahre aufgeschoben wäre, rechtfertigt sich nicht. Dabei ist insbesondere zu berücksichtigen, dass die Vorinstanz den Beschwerdeführer auch zur Bezahlung einer Ersatzforderung von Fr. 13'798.55 verpflichtet und diese in demselben Umfang der geschädigten STWEG zugesprochen hat (Dispositiv-Ziff. 3.1). Der Staat hat die Ersatzforderung einzutreiben und der geschädigten Person den Verwertungserlös auszurichten (Urteil 6B_1353/2019 vom 23. September 2020 E. 3.2; MARC THOMMEN, in: Jürg-Beat Ackermann [Hrsg.], Kommentar Kriminelles Vermögen - Kriminelle Organisationen, Bd. I, 2018, N. 108 zu Art. 73 StGB), wobei die Verwertung der dazu sichergestellten Vermögenswerte und die Verteilung eines allfälligen Erlöses nach den Vorschriften des SchKG durch die dafür zuständigen Behörden zu erfolgen hat (vgl. Art. 71 Abs. 3 Satz 2 StGB; BGE 141 IV 360 E. 3.2 S. 365; Urteile 6B_439/2019 vom 12. September 2019 E. 2.3.2; 6B_1438/2017 vom 12. Oktober 2018 E. 3.3; je mit Hinweisen). Angesichts dessen, dass der beschlagnahmte hälftige Miteigentumsanteil des Beschwerdeführers nach der unbestritten gebliebenen vorinstanzlichen Regelung vorab zur Deckung der Verfahrenskosten und der Busse zu verwenden ist, würde ein durch das Einräumen einer längeren Tilgungsfrist bewirkter Verwertungsaufschub auch die Durchsetzung der Ersatzforderung auf dem Weg der ordentlichen Zwangsvollstreckung nach SchKG verzögern, was nicht im Interesse der geschädigten STWEG sein kann. Vor diesem Hintergrund erscheint die Verlängerung der Tilgungs- und der Verwertungsfrist nicht als angebracht.