Citation: 1C_665/2017 E. 5.5

5.5. Geschäftsgeheimnis kann grundsätzlich nur sein, wie ein Anbieter seine Leistung entwickelt, produziert, den Preis kalkuliert etc. (vgl. E. 3.3). Nur solche Informationen können der Konkurrenz allenfalls einen Wettbewerbsvorteil verschaffen. Unbestrittenermassen enthalten die Leistungsverzeichnisse aber nur detaillierte Leistungsumschreibungen. Es ist nicht erkennbar, inwiefern alleine diese Kenntnis Rückschlüsse auf das Geschäftsmodell der C.________ AG oder andere Geschäftsinterna ermöglichen soll, auch wenn die Beschwerdeführerin dadurch womöglich für sie interessante Informationen betreffend die Struktur der Dienstleistungen, des Leistungsumfangs und der weiteren Modalitäten der C.________ AG erhält. Der von der C.________ AG geltend gemachte Wettbewerbsvorteil, die Beschwerdeführerin könne das Geschäftsmodell und die Preis-Leistungspakete der C.________ AG mit ihrem eigenen Geschäftsmodell und ihren eigenen Preis-Leistungspaketen vergleichen und daraus Stärken und Schwächen der eigenen wie der Leistungen der C.________ AG ableiten, ist vorliegend aufgrund der nicht mehr beantragten Einsicht in die Preislisten jedenfalls nicht mehr zu befürchten. Ohne Einsicht in die Preistabellen sind Rückschlüsse und Rückrechnungen der Beschwerdeführerin bzw. ein Abgleich mit den eigenen Preis-Leistungspaketen auf die Preiskalkulation sehr unwahrscheinlich und kaum bzw. nicht zu befürchten. Insbesondere wird es der Beschwerdeführerin lediglich aufgrund der Kenntnis der Inhalte der Leistungsverzeichnisse nicht möglich sein, die C.________ AG bei künftigen Beschaffungen gezielt zu unterbieten, da ihr hierfür die Kenntnis der Preislisten fehlt. Inwiefern daher eine Verdrängungsstrategie, welche eine schädigende Auswirkung auf das Geschäftsergebnis der C.________ AG hätte, ohne die Kenntnis der Preiskonditionen erfolgversprechend sein könnte, ist nicht ersichtlich. Lediglich aus dem Umstand, dass es sich bei der Beschwerdeführerin um eine Konkurrentin handelt, welche mit ihren Informatikprodukten in einem Wettbewerbsverhältnis zur C.________ AG steht, lässt sich nicht ohne Weiteres ableiten, es drohe bei künftigen Beschaffungen ein unzulässiger Wettbewerbsvorteil, wenn die Beschwerdeführerin die ganzen Vertragsmodalitäten (ohne die Preise) der C.________ AG kenne. Gemäss Medienmitteilung vom 2. Juli 2018 haben die B.________ AG und die Beschwerdeführerin sodann eine Zusammenarbeit beschlossen, da sie sich in den Angebotsbereichen Softwareentwicklung, Hosting und Dienstleistungen ergänzen würden. Insofern ist fraglich, ob nicht ohnehin früher oder später eine zumindest teilweise Einsichtnahme durch die Beschwerdeführerin in gewisse Leistungsverzeichnisse der C.________ AG erfolgen wird.