Citation: 6P.4/2007 06.03.2007 E. A

In der Nacht vom 13. auf den 14. Februar 2001 wurde A.A.________ in seinem Wohnhaus in Flawil im Bett durch zwei Kopfschüsse aus kürzester Distanz getötet. Nichts deutete darauf hin, dass der Tat ein Kampf oder eine Auseinandersetzung vorausgegangen wäre. Als Hauptverdächtige kristallisierte sich seine Ehefrau, Y.Y.________ (damals: Y.A.________), heraus. Ihre Beziehung zu A.A.________ steckte in einer tiefgreifenden und sich offenkundig verschärfenden Krise mit einschneidenden Konsequenzen für Y.Y.________. Im Verlaufe des Jahres 2000 hatte sich eine Beziehung zu X.________ entwickelt, welche sich ab Oktober 2000 stark intensivierte. Ab Januar 2001 strich A.A.________ indessen zunehmend seine finanziellen Leistungen an Y.Y.________. Als die Ehefrau von X.________ hinter die Beziehung ihres Mannes kam und am 5. Februar 2001 A.A.________ orientierte, kam es zum Eklat. Am 8. Februar 2001 sprach A.A.________ seiner Frau gegenüber offenbar von Scheidung. Nach ihrer Einreise in die Schweiz am 18. Februar 2001 wurde Y.Y.________ verhaftet und am 12. Juli 2002 wegen Mordes an ihrem Ehemann A.A.________ angeklagt. Das (damalige) Bezirksgericht Untertoggenburg verurteilte sie am 28. November 2002 wegen Mordes und Führens eines Motorfahrzeuges trotz Führerausweisentzuges zu 14 Jahren Zuchthaus. Das Urteil ist rechtskräftig. Y.Y.________ war Initiantin und Auftraggeberin der Tötung ihres Ehemannes A.A.________. Sicher ist, dass sie die Tat nicht alleine ausgeführt hatte. Die Anklage sieht den Hauptverdächtigen im Liebhaber X.________, die Verteidigung in der besten Freundin Y.Y.________s, D.________. X.________ wurde aufgrund eines internationalen Festnahmebefehls in der Tschechischen Republik festgenommen und am 22. April 2004 an die Schweiz ausgeliefert. Am 29. November 2004 wurde gegen ihn beim Kreisgericht Untertoggenburg-Gossau Anklage wegen Mordes erhoben.