Citation: 5A_726/2021 E. 4.2

4.2. Unter den Parteien war ferner streitig, ob die Zurückführung des Stockwerkeigentums in gewöhnliches Miteigentum zwingend durch das Grundbuchamt zu erfolgen habe, wenn das Stockwerkeigentum vor Erstellung des Gebäudes begründet, das Gebäude in der Folge aber überhaupt nicht oder nicht planmässig erstellt werde. Das Kantonsgericht hat festgehalten, die Grundbuchverordnung ermögliche die Begründung von Stockwerkeigentum vor Erstellung des Gebäudes. Werde die Erstellung des Gebäudes wegen raumplanerischer Massnahmen nachträglich unmöglich, habe das Grundbuchamt das Stockwerkeigentum nach den einschlägigen Bestimmungen in gewöhnliches Miteigentum umzuwandeln (E. 3e/cc S. 20 ff.). Vorliegend sei weder aus den Akten ersichtlich noch behauptet worden, dass vor dem Grundbuchamt ein entsprechendes Verfahren stattgefunden habe resp. ein Begehren gestellt worden sei. Es bestehe keine Rechtsgrundlage dafür, vor Gericht direkt einen Anspruch auf Umwandlung von Stockwerkeigentum in gewöhnliches Eigentum geltend zu machen. Daran ändere nichts, dass das Grundbuchamt die Verwaltung der Stockwerkeigentümergemeinschaft auf den Gerichtsweg solle verwiesen haben, abgesehen davon, dass das Gesuch der Verwaltung eine Wertquotenberichtigung betroffen habe, über die ohnehin die Zivilgerichte zu entscheiden gehabt hätten. Auch der Umstand, dass die Parteien zerstritten seien, entbinde nicht von der Einhaltung des gesetzlich vorgesehenen Verfahrensweges. Vor diesem Hintergrund bestehe kein Raum für eine Zurückführung des Stockwerkeigentums in gewöhnliches Miteigentum durch das Gericht (E. 3e/dd S. 22 f. des angefochtenen Urteils). Die Beschwerdeführer wenden ein, Art. 69 Abs. 4 GBV müsse vorliegend analog angewendet werden, so dass das nicht realisierte Stockwerkeigentum auf GB Nr. ccc in gewöhnliches Miteigentum umgewandelt werden könne. Die analoge Anwendung biete sich im Falle einer nachträglichen rechtlichen Unmöglichkeit, das Gebäude zu erstellen, an, namentlich wenn raumplanerische Massnahmen wie vorliegend die Erstellung des Gebäudes endgültig verböten. Zutreffend habe das Bezirksgericht ausgeführt, dass ein Verfahren vor den Grundbuchbehörden aufgrund der Zerstrittenheit der Parteien nicht zielführend sei. Es käme einem sinn- und nutzlosen Leerlauf gleich, wenn die Parteien gezwungen wären, ein solches Löschungsverfahren durchzuführen, zumal es vorliegend insbesondere um die Berichtigung der Wertquoten gehe (S. 11 ff. Ziff. 17-21 der Beschwerdeschrift).