Citation: 5A_515/2023 E. 4.3

4.3. Die Beschwerdeführerin wirft der Vorinstanz vor, willkürlich überhöhte Anforderungen an die Substanziierung der Arrestforderung zu stellen. Sie habe bereits im Arrestgesuch mittels Urkunden belegt, dass am 16. und am 17. März 2020 eine Kreditschuld bestand, dass diese Kreditschuld nicht mehr ausreichend gedeckt war, dass folglich eine Unterdeckung vorlag, dass sie deswegen zur Beendigung der betreffenden Transaktionen berechtigt war und dass daraus ein ihr zustehender Liquidationswert im Umfang von USD 2'521'889.23 und GBP 629'000.-- sowie von USD 8'823'453.59 resultierte, der den Konten des Beschwerdegegners und seiner Ehefrau belastet wurde und zu einem Ausstand in der Höhe der geltend gemachten Arrestforderung führte. Die Beschwerdeführerin verweist auf die oben erwähnten Urkunden ("Exposure Kunde" vom 16. und 17. März 2020, "Notice Amount of Liquidation Value" vom 27. März 2020 und "Investment Report" vom 30. April 2020, s. E. 4.2.2). Was die Kreditschuld als erstes Berechnungselement der Arrestforderung angeht, ergebe sich aus der Begründung des angefochtenen Entscheids nicht, weshalb die urkundlich belegte Kredithöhe von Fr. 9'511'870.42 sowie Fr. 10'466'912.13 an den relevanten Tagen des 16. und 17. März 2020 zur Substanziierung nicht genügen sollte und inwiefern die Entwicklung der Kredite über einen im Übrigen unbestimmt gebliebenen Zeitraum hinweg Aufschluss zu den am 16. und 17. März 2020 bestehenden Ausständen hätte geben können. Mit Bezug auf die an diesen Tagen bestehende Unterdeckung vermisst die Beschwerdeführerin im angefochtenen Entscheid eine Erklärung, weshalb die Entwicklung einer Finanzanlage für die Bestimmung deren Werts in einem bestimmten Zeitpunkt relevant sein sollte und weshalb eine substanziierte Behauptung des Werts eines Depots einen Überblick über den Marktwert jeder einzelnen Finanzanlage enthalten müsste. Mit Blick auf die Berechnung der Arrestforderung bemängelt sie, dass das Obergericht erkläre, sie habe die sich aus der Beendigung der OTC-Transaktionen ergebenden Verluste substanziiert, um ihr dann vorzuhalten, es fehle an einer nachvollziehbaren Beschreibung der einzelnen Transaktionen und an einer Begründung, wie sich die in Rechnung gestellten Beträge je Position aufgrund der "early termination" ergeben haben sollen. Die Beschwerdeführerin beklagt sich darüber, dass die Vorinstanz von ihr im Ergebnis verlange, jede einzelne mit dem Lombardkredit getätigte Investition zu belegen, einschliesslich der Entwicklung und des Marktwerts jeder einzelnen Finanzanlage. Überdies hätte sie für jede einzelne Sicherheit den von ihr festgelegten Belehnungswert, für jede einzelne Transaktion mit OTC-Derivaten die Beendigung und den daraus resultierenden Verlust und schliesslich für jeden Vermögenswert des Beschwerdegegners und seiner Ehefrau die Verrechnung der Liquidationswerte belegen müssen. Diesen Detaillierungsgrad tadelt die Beschwerdeführerin als "realitätsfern und bereits im Anwendungsbereich des Regelbeweismasses überhöht". Die Vorinstanz stelle willkürlich überhöhte "Substanziierungsanforderungen an die Glaubhaftmachung der Arrestforderung". Damit verletze sie Art. 8 ZGB und verfalle in willkürliche Rechtsanwendung. Der angefochtene Entscheid sei dabei nicht nur in der Begründung, sondern auch im Ergebnis willkürlich. Hätte das Obergericht die in Art. 272 Abs. 1 SchKG statuierte Substanziierungspflicht hinsichtlich der Arrestforderung nicht willkürlich "überhöht", so wäre die Beschwerde gutgeheissen worden, da sie, die Beschwerdeführerin, sämtliche Tatsachenbehauptungen in Bezug auf die Arrestforderung rechtsgenüglich substanziiert hätte.