Citation: 9C_685/2009 01.10.2009 E. 4

4.1 Die Beweiswürdigung des kantonalen Gerichts, einschliesslich der antizipierten Schlussfolgerung, wonach keine weiteren medizinischen Abklärungen erforderlich seien, beschlägt Fragen tatsächlicher Natur und ist daher für das Bundesgericht grundsätzlich bindend (E. 1 hievor). Eine Bindungswirkung fehlt, wenn die Beweiswürdigung willkürlich ist, was nicht bereits dann zutrifft, wenn eine andere Lösung ebenfalls vertretbar erscheint oder gar vorzuziehen wäre, sondern erst, wenn der Entscheid offensichtlich unhaltbar ist, zur tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch steht oder auf einem offenkundigen Fehler beruht (BGE 127 I 54 E. 2b S. 56; vgl. auch BGE 135 V 2 E. 1.3 S. 4 f). So verhält es sich hier nicht. Die Vorinstanz hat sich rechtsgenüglich mit den zahlreichen medizinischen Gutachten und Berichten auseinandergesetzt. Dabei ist ihr keineswegs entgangen, dass die ärztlichen Einschätzungen nicht nur hinsichtlich der diagnostischen Einordnung der gesundheitlichen Einschränkungen, sondern auch bezüglich der verbleibenden Arbeitsfähigkeit teilweise divergieren. Die antizipierte Beweiswürdigung im angefochtenen Entscheid ist auch deshalb nicht zu beanstanden, weil die Ärzte immerhin darin übereinstimmen, dass der Gesundheitszustand seit Jahren im Wesentlichen unverändert ist (wobei die rezidivierende depressive Störung naturgemäss Schwankungen unterliegt), und nicht nur Dr. med. S.________, sondern beispielsweise auch die Gutachter Prof. Dr. med. R.________ und Dr. med. M.________, psychiatrische Dienste X.________, in ihrem Gutachten vom 2. April 2004 eine Persönlichkeitsstörung ausgeschlossen haben. Hinsichtlich der bereits im vorinstanzlichen Verfahren aufgelegten, ausführlichen Kritik des behandelnden Psychiaters Dr. med. G.________, FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 7. November 2008, welche dieser im letztinstanzlich ins Recht gelegten Schreiben vom 21. August 2009 bestätigte (zu dessen fehlender prozessualer Zulässigkeit vgl. Art. 99 Abs. 1 BGG), gilt es zunächst zu berücksichtigen, dass mit Blick auf die beweisrechtlich bedeutsame Verschiedenheit von Behandlungs-/ Therapieauftrag einerseits und Begutachtungsauftrag andererseits auch die Einschätzungen behandelnder Spezialärzte mit besonderer Sorgfalt zu würdigen sind (BGE 125 V 351 E. 3b/cc S. 353 mit Hinweisen; Urteil I 655/05 vom 20. März 2006 E. 5.4 mit Hinweisen). Sodann kritisiert Dr. med. G.________ das Gutachten vom 29. November 2007 im Wesentlichen deshalb, weil Dr. med. S.________ die Persönlichkeitsauffälligkeiten des Beschwerdeführers nicht als Persönlichkeitsstörung, sondern als Neurasthenie (ICD-10 F.48.0) klassifizierte und deren Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit verneinte. Diesbezüglich hat die Vorinstanz zu Recht erwogen, dass es für den Leistungsanspruch in der Invalidenversicherung nicht auf die diagnostische Einordnung eines Leidens ankommt, sondern darauf, welche Auswirkungen die gesundheitlichen Limitierungen auf die Arbeitsfähigkeit haben. Selbst wenn der Beschwerdeführer die Kriterien einer narzisstischen oder kombinierten Persönlichkeitsstörung erfüllen würde, wäre damit über deren Einfluss auf Arbeitsfähigkeit und erwerbliches Leistungsvermögen nichts gesagt. 4.2 Soweit der Beschwerdeführer die Beurteilung des Dr. med. S.________ anzweifelt, weil dieser in "psychiatrischen Kreisen" für unverständliche Gutachten bekannt sei, ist dieses nicht weiter substantiierte Vorbringen nicht nachvollziehbar. Dr. med. S.________ ist jedenfalls im vorliegenden Fall zu den gleichen Diagnosen gelangt wie beispielsweise die Gutachter der psychiatrischen Dienste X.________ am 2. April 2004. Die von Dr. med. S.________ attestierte verbleibende Arbeitsfähigkeit von 60 % ist nach Einschätzung des Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) vom 28. August 2008 den gesundheitlichen Einschränkungen angemessen und steht nicht zuletzt auch im Einklang mit dem vom Beschwerdeführer bis Ende Juni 2005 geleisteten Arbeitspensum als Biologe an der Universität Y.________.