Citation: 2C_493/2018 E. 4.4

4.4. Es trifft zu, dass die Integration des Beschwerdeführers in wirtschaftlicher Hinsicht mangelhaft ist, ist er doch bis anhin über mehrere befristete Anstellungen nicht hinaus gekommen. Auch ist er durch wiederholten Marihuana-Konsum negativ aufgefallen. Gemäss Rechtsprechung ist jedoch in spezifischen Fällen bzw. bei besonderen Umständen die Voraussetzung des tadellosen Verhaltens zu relativieren, wenn bloss untergeordnete Delinquenz vorliegt (vgl. E. 3.2 oben). Letzteres hat das Bundesgericht beispielsweise bei bestimmten Verstössen gegen die Strassenverkehrsgesetzgebung (Urteil 2C_723/2014 vom 6. August 2015 E. 3.2.2; Verkehrsregelverletzungen und zwei Verurteilungen wegen Fahrens in fahrunfähigem Zustand) und der EGMR bei Hehlerei angenommen (EGMR-Entscheid M.P.E.V. gegen die Schweiz vom 8. Juli 2014, Nr. 3910/13, § 54, 57 und 58). Im Urteil 2C_904/2018 vom 24. April 2019 (E. 5.3.1-5.3.4) hat das Bundesgericht dagegen eine Verurteilung wegen Drohung, einfacher Körperverletzung und Tätlichkeiten als nicht mehr bloss "untergeordnete" Delinquenz qualifiziert. Durch den Eigenkonsum von Marihuana hat der Beschwerdeführer Ordnungswidrigkeiten begangen und primär sich selbst geschädigt. Das Delikt wiegt nicht schwerer als die genannten Verstösse gegen die Strassenverkehrsgesetzgebung. Es handelt sich deshalb um untergeordnete Delinquenz. Jedenfalls geht vom Beschwerdeführer keine nennenswerte Gefahr für die öffentliche Ordnung und Sicherheit aus (vgl. Urteil 2C_723/2014 vom 6. August 2015 E. 3.2.2). Ausserdem sind vorliegend besondere Umstände gegeben. Der Beschwerdeführer ist Vater von drei Schweizer Töchtern, wobei er zu mindestens zweien ein enges Verhältnis pflegt (bezüglich der jüngsten Tochter sind weder dem vorinstanzlichen Entscheid noch den Akten Sachverhaltsabklärungen zu entnehmen). Zudem dürfte den drei Müttern, welche zum Beschwerdeführer ein freundschaftliches Verhältnis pflegen, kaum gedient sein, wenn ihren Töchtern eine wichtige Bezugsperson genommen und die familiären Verhältnisse dadurch destabilisiert werden. Die Vorinstanz hat bei der Interessenabwägung der untergeordneten Delinquenz und dem Sozialhilfebezug zu viel Gewicht beigemessen. Dass der Beschwerdeführer sich problemlos in der deutschen Sprache und auch in Schweizerdeutsch verständigen kann, ist unbestritten, ebenso, dass er sich bemüht, eine Festanstellung zu finden. Bei dieser Ausgangslage fällt die enge Beziehung zu den Kindern bzw. das Kindeswohl stärker ins Gewicht als die genannten negativen Elemente. Zwar ist der Beschwerdeführer bereits bei Erteilung der Aufenthaltsbewilligung gemahnt worden, eine Sozialhilfeabhängigkeit zu vermeiden. Angesichts der besonderen Ausgangslage ist jedoch von der ausländerrechtlichen Verwarnung als milderem und verhältnismässigem Mittel Gebrauch zu machen. Aufgrund der spezifischen Umstände überwiegen vorliegend im Rahmen von Art. 8 EMRK die privaten Interessen des Beschwerdeführers am Verbleib in der Schweiz die öffentlichen Interessen an seiner Wegweisung. Der Beschwerdeführer ist erneut ausländerrechtlich zu verwarnen. Dabei sind ihm klare und vernünftige Vorgaben zu machen, was bis wann von ihm erwartet wird. Wenn diese Vorgaben nicht erfüllt werden, kann die nun zu erteilende Aufenthaltsbewilligung immer noch widerrufen oder nicht verlängert werden.