Citation: 4A_583/2017 E. 3.6.3

3.6.3. Für rechtshemmende Forderungen, die der Beschwerdeführer der Klageforderung einredeweise entgegenhalten kann, bedarf es der Konnexität: Der Besitz an den Namenaktien, deren Herausgabe bzw. Übertragung die Beschwerdegegnerin verlangt, muss mit den Forderungen des Beschwerdeführers in einem natürlichen Zusammenhang stehen, damit die Retention begründet werden kann. Auch wenn diese Forderungen nicht zwingend denselben Rechtsgrund haben und somit nicht zwingend aus dem Mandatsvertrag vom 2. Juli 1997 entstanden sein müssen, so müssen diese Forderungen einen hinreichend engen Zusammenhang mit dem Besitz des Beschwerdeführers an den Namenaktien und damit letztlich mit dem Mandatsverhältnis "X.________" aufweisen. Dieser erforderliche natürliche Zusammenhang rechtfertigt den Schluss, dass die Parteien nach Treu und Glauben dem Schiedsgericht nicht nur unbestritten den vertraglichen Herausgabeanspruch an den Wertpapieren, sondern auch allfällige damit in Zusammenhang stehende Retentionsforderungen zur Beurteilung übertragen haben. Denn soweit dem Beschwerdeführer ein - konnexes - Retentionsrecht zusteht, muss die Klage auf Herausgabe abgewiesen werden. Dass aber - wie der Beschwerdeführer befürwortet - nach dem Parteiwillen zuerst andere Gerichte über die von ihm einredeweise geltend gemachten Forderungen entscheiden sollten, bevor das Schiedsgericht über den Herausgabeanspruch absprechen kann, ist aus objektiver Sicht nicht anzunehmen. Vernünftigerweise kann nicht angenommen werden, die Parteien hätten eine Spaltung des Rechtswegs in dem Sinne vereinbart, dass das Schiedsgericht erst über die strittige Herausgabe entscheiden könne, wenn über sämtliche vom Beschwerdeführer gestellten Forderungen anderweitig gerichtlich entschieden sei, wie der Beschwerdeführer vorbringt. Die Zuständigkeit des Schiedsgerichts besteht aufgrund der erforderlichen Konnexität auch für Retentionsforderungen.