Citation: 6B_84/2023 E. 1.8.2

1.8.2. Der Sohn der Beschwerdeführerin lebt sodann bei ihrem Ex-Mann, womit sich an seiner Betreuungssituation im Falle einer Landesverweisung nichts Grundlegendes ändern würde. Kontakte zwischen ihm und der Beschwerdeführerin fanden bis zum Zeitpunkt des vorinstanzlichen Urteils unregelmässig statt. Vor diesem Hintergrund erscheint es einsichtig, wenn die Vorinstanz erwägt, die Beziehung könne über moderne Kommunikationsmittel und Besuche während der Schulferien aufrechterhalten werden. Der Sohn erscheint dafür mit 11 Jahren jedenfalls nicht per se zu jung. Konkrete Umstände, die einer derartigen Kontaktpflege absolut entgegenstünden, zeigt die Beschwerdeführerin nicht auf. Dass sich der Ex-Mann im Falle einer Landesverweisung unkooperativ zeigen und den Kontakt erschweren könnte, ist denkbar und wird von der Vorinstanz anerkannt. Gleiches scheint jedoch bisher auch in der Schweiz der Fall gewesen zu sein. Aus der konfliktbehafteten Verständigung mit dem Ex-Mann sowie dem Umstand, dass es im Kosovo "keine KESB" gebe, ergeben sich vorliegend keine überwiegenden privaten Interessen an einem Verbleib in der Schweiz. Gleiches gilt für die sechsjährige Beziehung zu ihrem Verlobten. Selbst wenn dieser nicht bereit oder in der Lage wäre, die Beschwerdeführerin in den Kosovo zu begleiten, wäre es Letzterer zumutbar, den Kontakt für die Dauer ihrer Abwesenheit mittels Ferienbesuchen und über die gängigen modernen Kommunikationsmittel zu pflegen. Die Beschwerdeführerin nennt dafür keinerlei Hinderungsgründe.