Citation: U 231/05 13.03.2006 E. 4

Sowohl SUVA als auch Vorinstanz erachteten den Versicherten gestützt auf die Arztberichte, insbesondere die Stellungnahmen von Dr. med. W.________ vom 24. Oktober 2002 und 16. Juni 2003, als zu 100% arbeitsfähig. Dies mit der Einschränkung, es müsse sich dabei um eine wechselbelastende, leichte bis mittelschwere Tätigkeit handeln, welche wegen des rechten Beins zu je einem Drittel Stehen, Gehen und Sitzen erlaube. Dies wird vom Beschwerdeführer zu recht nicht näher in Abrede gestellt. Ebenso wenig bemängelt er das Valideneinkommen von Fr. 47'800.-- oder das Abstellen auf den vom Bundesamt für Statistik in den Lohnstrukturerhebungen (LSE) 2002 ausgewiesenen, der Nominallohnentwicklung und der durchschnittlichen Arbeitszeit angepassten Durchschnittslohn von Männern in einer einfachen, repetitiven Tätigkeit in der Höhe von Fr. 57'806.-- als Ausgangsgrösse für das Invalideneinkommen. Bestritten ist dagegen die Höhe des auf dem tabellarischen Durchschnittslohn vorzunehmenden Abzugs. Dabei wird argumentiert, neben der von der Vorinstanz wegen der inskünftig fehlenden Möglichkeit, schwere Arbeiten auszuführen, gewährten Reduktion von 15% sei ein weiterer Abzug von 17% angezeigt, weil er bereits als Gesunder ein rund 17% unter den branchenüblichen Ansätzen liegendes Einkommen erzielt habe, was auf invaliditätsfremde Faktoren wie ungenügende Qualifikation zurückzuführen sei. 4.1 Richtig ist, dass bei der Bestimmung des Invalideneinkommens sämtliche persönlichen und beruflichen Umstände des konkreten Einzelfalles mit zu berücksichtigen sind, worunter neben der leidensbedingten Einschränkung auch invaliditätsfremde Faktoren wie mangelhafte Ausbildung und Sprachkenntnisse zu zählen sind. Die invaliditätsfremden Faktoren sind allerdings dann ausser Acht zu lassen, wenn sie auch beim Validenverdienst ausgeblendet sind (RKUV 1993 Nr. U 168 S. 103 f. Erw. 5b; ZAK 1989 S. 458 Erw. 3b mit Hinweisen), was vorliegend aber nicht der Fall ist, nachdem diesbezüglich auf den zuletzt tatsächlich erzielten Verdienst abgestellt wird. Werden zur Bestimmung des Invalidenverdienstes Tabellenlöhne beigezogen, müssen gemäss BGE 126 V 75 die leidensbedingten Einschränkungen und invaliditätsfremden Faktoren nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft geschätzt werden. Würden für jedes zur Anwendung gelangende Merkmal separat quantifizierte Abzüge vorgenommen, wären damit Wechselwirkungen ausgeblendet. Der Abzug vom statistischen Lohn darf insgesamt nicht 25% überschreiten (siehe auch BGE 129 V 481 Erw. 4.2.3; RKUV 2002 Nr. U 467 S. 513 Erw. 3b). Den vom Beschwerdeführer angerufenen Urteilen S. vom 15. Januar 2004, U 173/02 und B. vom 1. März 2002, I 443/01, lässt sich nichts gegenteiliges entnehmen. Abzüge im vom Beschwerdeführer beantragten Umfang von zunächst 15% wegen des leidensbedingten Nachteils und anschliessend von 17% wegen invaliditätsfremder Faktoren fallen daher ausser Betracht. 4.2 Zwar legt ein rund 17% unter dem branchenüblichen Ansatz liegendes Erwerbseinkommen als Gesunder den Rückschluss nahe, dass zumindest teilweise auch invaliditätsfremde Faktoren, wie mangelhafte Ausbildung, Sprachkenntnisse oder Ausländerstatus Ursache für diesen tiefen Lohn sind. Es könnten aber auch andere Faktoren wie fehlende Einsatzbereitschaft oder eine allgemein unterdurchschnittliche Entlöhnung im Betrieb dafür verantwortlich sein. Letztere wären aber nicht zu beachten, weil eine invalide Person auf Grund der Schadenminderungspflicht gehalten ist, ihre Restarbeitskraft optimal zu verwerten, d.h. jenes Einkommen zu erzielen, welches ihr bei zumutbarem Einsatz realistischerweise möglich wäre. 4.3 Die Vorinstanz erachtete im von ihr gesamthaft auf 15% festgelegten Abzug nicht nur die fortan fehlende Möglichkeit von Schwerarbeit als einkommensmindernd, sondern schloss die mangelhaften Sprachkenntnisse und den Analphabetismus in Erw. 5.5 ihres Entscheides ausdrücklich in diesen Abzug mit ein, was der Beschwerdeführer übersieht. Ob die mangelhafte Schulbildung, der Ausländerstatus (Niederlassungsbewilligung erst kurz nach Beendigung der letzten Tätigkeit am 16. Oktober 2001) und weitere invaliditätsfremde Faktoren letztlich gesamthaft einen höheren Abzug rechtfertigen, braucht nicht abschliessend beantwortet zu werden, da selbst bei maximal zulässigem Abzug von 25% der eine UVG-Rente begründende Mindestinvaliditätsgrad von 10% mit 9,4%, gerundet 9% (BGE 130 V 121), nicht erreicht würde (57'806 x 0.75 = 43'354.5 / 47'800 = 0.907; 1 - 0.907 = 0.093).