Citation: 6P.128/2005 27.04.2006 E. 4

Der Beschwerdeführer macht mit staatsrechtlicher Beschwerde schliesslich geltend, das Strafverfahren sei nicht fair gewesen. Das Appellationsgericht erkläre selber, es seien willkürlich einzelne Personen herausgegriffen und für den Unfall strafrechtlich zur Verantwortung gezogen und andere - namentlich der Bauleiter und der Arbeitgeber des Opfers - von einer strafrechtlichen Anklage verschont worden. Ohne nähere Abklärung der Rollen der Beteiligten erscheine jedoch der Sachverhalt auch mit Blick auf die Vorwürfe, die dem Beschwerdeführer gegenüber erhoben würden, ungenügend abgeklärt. Ihn trotzdem zu verurteilen, sei willkürlich, verletze angesichts der verbleibenden Unsicherheiten den Grundsatz "in dubio pro reo" und den Anspruch auf rechtliches Gehör. Zumindest sinngemäss macht der Beschwerdeführer auch eine verfassungswidrige Ungleichbehandlung geltend. 4.1 Wie bereits im angefochtenen Urteil (E. 5 S. 14 f.) dargelegt wird und auch aus den nachstehenden Erwägungen zu den Verantwortlichkeitsbereichen der auf dem Bau tätigen Personen hervorgeht (E. 6), ist es unverständlich, warum der Bauleiter und der Arbeitgeber des Opfers nicht in die Strafuntersuchung einbezogen wurden. Dies steht jedoch der Verurteilung des Beschwerdeführers nicht entgegen, soweit die ihm vorgeworfenen Sachverhalte erwiesen sind und sie den Straftatbestand der fahrlässigen schweren Körperverletzung erfüllen. Er legt jedenfalls nicht dar, warum seine strafrechtliche Verantwortung nur bei gleichzeitiger Beurteilung jener der nicht angeschuldigten Personen sollte beurteilt werden können. Dass allenfalls weitere Personen strafrechtlich verantwortlich sind, vermag den Beschwerdeführer strafrechtlich nicht zu entlasten. Im Strafrecht gibt es keine Schuldkompensation (siehe BGE 106 IV 58 E. 1; 103 IV 294 E. 6; nicht publizierte Urteile 6S.541/1998 vom 27. November 1999, E. 2c; 6S.41/2005 vom 17. März 2006, E. 4.3.2). Die Situation ist insoweit, wie im angefochtenen Urteil (E. 5 S. 14 f.) zutreffend hervorgehoben wird, eine andere als im Zivilrecht. 4.2 Das Appellationsgericht geht auch zu Recht davon aus, dass der Beschwerdeführer aus dem Umstand, dass gegen den Bauleiter und den Arbeitgeber des Opfers kein Strafverfahren eingeleitet wurde, nichts zu seinen Gunsten ableiten kann, da der Beschwerdeführer sich vorliegend nicht auf eine Gleichbehandlung im Unrecht berufen könne (angefochtenes Urteil E. 5 S. 14 f.). Ein "Anspruch auf Gleichbehandlung im Unrecht" wird nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung nur ausnahmsweise anerkannt, nämlich wenn eine ständige gesetzwidrige Praxis einer rechtsanwendenden Behörde vorliegt und die Behörde zu erkennen gibt, dass sie auch in Zukunft nicht von dieser Praxis abzuweichen gedenke (BGE 127 I 1 E. 3a; 122 II 446 E. 4a, mit Hinweisen). Diese Voraussetzung ist vorliegend offensichtlich nicht erfüllt. Die staatsrechtliche Beschwerde erweist sich damit in allen Punkten als unbegründet und ist demnach in dem Umfang, in dem auf sie einzutreten ist, abzuweisen.