Citation: 1C_591/2021 E. 4.4

4.4. Gemäss Rechtsprechung und Lehre soll die Besitzstandsgarantie gemäss Art. 3 BauG nur ermöglichen, dass die durch eine Rechtsänderung widerrechtlich gewordene Nutzung im bisherigen Umfang weitergeführt wird (ZAUGG/LUDWIG, Baugesetz des Kantons Bern, Kommentar, Band I, 5. Aufl., 2020, N. 2 und 2a zu Art. 3 BauG mit Hinweisen). Dazu kann eine Baute oder Anlage gemäss Art. 3 Abs. 2 BauG "zeitgemäss erneuert", d.h. im Rahmen der normalen Lebensdauer modernisiert werden, indem namentlich technische und sanitäre Einrichtungen an moderne Ansprüche angepasst werden. Die zeitgemässe Erneuerung bzw. Modernisierung umfasst dagegen nicht das Einrichten anderer oder zusätzlicher Anlagen, die zu einer Intensivierung der Nutzung und damit zu mehr Emmissionen führen (ZAUGG/LUDWIG, a.a.O., N. 3 zu Art. 3 BauG). Entsprechend lässt Art. 3 Abs. 2 BauG auch Umbauten und Erweiterungen bestehender Bauten nur zu, wenn dadurch ihre Rechtswidrigkeit nicht verstärkt wird. Eine solche Verstärkung liegt vor, wenn das öffentliche oder nachbarliche Interesse, das durch die verletzte Norm geschützt werden soll, durch den Umbau oder die Erweiterung noch stärker beeinträchtigt würde als bisher (ZAUGG/LUDWIG, a.a.O., N. 4 zu Art. 3 BauG).