Citation: 6B_317/2021 E. 1.4.1

1.4.1. Art. 143 Abs. 1 lit. c und Abs. 2 StPO halten fest, dass die korrekt erfolgte Belehrung des Einvernommenen im Protokoll zu vermerken sei. Dagegen genügt es gemäss Auffassung der Vorinstanz, dass die befragte Person die Rechtsbelehrung tatsächlich zur Kenntnis genommen hat, ohne dass es hierzu der Frage, ob diese verstanden worden sei (und folglich einer entsprechend protokollierten Antwort) bedürfe. Der Beschwerdeführer wendet ein, bei Art. 143 Abs. 2 StPO handle es sich um eine Gültigkeitsvorschrift, denn wenn die Rechtsbelehrung zu Beginn der Einvernahme eine Gültigkeitsvorschrift darstelle, müsse dies auch für die hierzu erlassene Formvorschrift gelten. Die Frage, ob Art. 158 Abs. 1 i.V.m. Art. 143 Abs. 2 StPO verlangen, dass nach erfolgter Rechtsbelehrung zu erfragen ist, ob diese verstanden wurde und ob sowohl diese Frage als auch die entsprechende Antwort zu protokollieren sind, braucht vorliegend nicht entschieden zu werden. Ebenfalls offengelassen werden kann die Frage, ob Art. 143 Abs. 2 StPO eine Ordnungs- oder eine Gültigkeitsvorschrift darstellt (Art. 141 Abs. 2 und 3 StPO; vgl. dazu BGE 144 IV 302 E. 3.4.3; 139 IV 128 E. 1.6; je mit Hinweisen). Wie nachfolgend zu zeigen sein wird, geht die Vorinstanz in ihrer Eventualbegründung korrekt davon aus, dass eine Verurteilung auch gestützt auf die anderen Beweise möglich ist.