Citation: 1P.351/2004 17.08.2004 E. 4

Es bleibt zu prüfen, ob der Schuldspruch der verfassungsrechtlichen Prüfung mit Blick auf den Grundsatz "in dubio pro reo" standhält (E. 2.2 hiervor), was der Beschwerdeführer in Abrede stellt. 4.1 Der Beschwerdeführer rügt, dass nach objektiver Sicht nicht mit Sicherheit festgelegt werden könne, ob der Sexualakt zwischen ihm und der Beschwerdegegnerin mit oder ohne deren Willen stattgefunden hat. Die objektiven Beweise liessen sowohl die eine als auch die andere Variante plausibel erscheinen. Die blosse Wahrscheinlichkeit der Variante der Privatklägerin dürfe für eine Verurteilung nicht genügen. Es beständen erhebliche und unüberwindbare Zweifel an der Schuld des Angeklagten, was zu einem Freispruch führen müsse. 4.2 Das Obergericht hat die Aussagen der beiden Beteiligten einander gegenübergestellt, die Berichte des Instituts für Rechtsmedizin sowie die Zeugenaussagen gewürdigt und die Aussagen der Beschwerdegegnerin sodann auf Widersprüche geprüft, ohne jeweils den psychischen und physischen Zustand der Beschwerdegegnerin ausser Acht zu lassen. Sodann hat es allfällige Motive der Beschwerdegegnerin für eine falsche Anschuldigung in Erwägung gezogen und solche verneint. Zentrale Bedeutung kam vor allem dem Untersuchungsergebnis des IRM zu, welches die Schilderungen der Beschwerdeführerin untermauert. Selbst wenn die Schürfungen am Oberschenkel bereits vom Geschlechtsverkehr hätten herrühren können, den die Beschwerdegegnerin am früheren Abend mit einem Bekannten hatte, lässt das Gesamtbild an Verletzungen doch keine erheblichen Zweifel an der Version der Beschwerdegegnerin aufkommen. Zusätzlich wird ihre Darstellung durch die verschiedenen Zeugenaussagen gestützt. Hatten die vier Kollegen im Auto den Eindruck, die Beschwerdegegnerin sei zu entgeltlichem Sex bereit, wurde dieser Eindruck indessen durch keine ausdrücklichen Äusserungen oder gar eine Einwilligung derselben bestätigt. Aufgrund des willkürfreien Beweisergebnisses ist in keiner Weise zu beanstanden, dass das Obergericht erhebliche Zweifel verneinte und sich von der Schuld des Beschwerdeführers überzeugt zeigte. Dieser vermag mit der Rüge, der Grundsatz "in dubio pro reo" sei verletzt, nicht durchzudringen.