Citation: 9C_732/2019 E. 2.2

2.2. Für die Festlegung des durchschnittlichen monatlichen Erwerbseinkommens ist einzig der tatsächliche Verdienst massgebend, spricht Art. 49bis Abs. 3 AHVV doch ausdrücklich von erzieltem Erwerbseinkommen (vgl. BGE 142 V 442 E. 6.1 S. 447 mit Hinweis auf SVR 2014 IV Nr. 24 S. 84, 8C_875/2013 E. 3.4). Demnach kommt es im Zusammenhang mit der Verwirkung der Rückerstattung zu viel ausbezahlter Kinderrenten nicht auf das Wissen der Verwaltung im Zeitpunkt der Rentenausrichtung an (sog. "erster Anlass"). Vielmehr beginnt die einjährige Verwirkungsfrist nach Art. 25 Abs. 2 ATSG erst zu laufen, wenn aufgrund des tatsächlichen Lohnes des Kindes feststeht (sog. "zweiter Anlass"), dass das während der Ausbildung erzielte Bruttoeinkommen den Grenzbetrag der vollen jährlichen Altersrente (hier: Fr. 28'200.-) übersteigt. In diesem Fall besteht kein Anspruch auf eine Kinderrente, weil das Kind nicht als in Ausbildung im Sinne von Art. 49bis Abs. 3 AHVV gilt (so [implizit] schon Urteile 8C_677/2017 vom 23. Februar 2018 E. 7.2 und 8C_777/2011 vom 1. Mai 2012 E. 5.3).