Citation: C 124/04 20.01.2005 E. 1

1.1 Anfechtungsgegenstand ist der kantonale Gerichtsentscheid vom 9. Juni 2004. Darin hat die Vorinstanz in Anwendung von Art. 53 Abs. 1 ATSG befunden, die von der Gemeinde X.________ als Arbeitgeberin der Beschwerdegegnerin am 10. April 2003 ausgestellte Bestätigung betreffend Entlöhnung der vom 23. bis 30. September 2002 geleisteten Arbeitsstunden (Aufräumarbeiten der Sommersaison 2002) sei eine prozessualrevisionsrechtlich erhebliche Tatsache, welche zur Aufhebung der unangefochten in Rechtskraft erwachsenen Ablehnungsverfügung der Arbeitslosenkasse vom 20. November 2002 führe. In jenem Verwaltungsakt hatte die Kasse, nach getroffenen Abklärungen, entschieden, der Beschwerdegegnerin könne für die am 21. Oktober 2002 eröffnete Rahmenfrist für den Leistungsbezug gemäss Art. 9 Abs. 2 AVIG keine Arbeitslosenentschädigung ausgerichtet werden, weil sie sich nicht über eine sechsmonatige beitragspflichtige Beschäftigung im Sinne der (bis 30. Juni 2003 intertemporalrechtlich) anwendbaren Fassung des Art. 13 Abs. 1 AVIG (AS 1996 273 293, 2003 1730 1753) auszuweisen vermöge. Diese betrage aus den Arbeitsverhältnissen vom 13. Mai bis 19. September 2002 als Bademeisterin (für die Gemeinde X.________) und dem Einsatz als Curling-Trainerin vom 1. Januar bis 14. Februar 2001 (für den Kur- und Verkehrsverein Y.________) insgesamt nur 5,820 Monate (4,353 + 1,467). Obwohl der Versicherten bei Verfügungserlass bekannt gewesen war, dass sie effektiv bis 30. September 2002 noch für die Gemeinde X.________ Arbeiten der Nachsaison 2002 verrichtet hatte, bejahte das kantonale Gericht das Erfordernis einer in unverschuldeter Weise nicht rechtzeitig ins ordentliche Beschwerdeverfahren beibringbaren Tatsache, und zwar deswegen, weil sich die Versicherte bezüglich der Entlöhnung dieser Arbeitsstunden in einem Irrtum befunden habe. Noch mit Schreiben vom 14. Februar 2003 - und somit nach Ablauf der Rechtsmittelfrist gegen die Verfügung vom 20. November 2002 - habe die Gemeinde X.________ bestritten, dass sie die vom 23. bis 30. September 2002 geleisteten Arbeitsstunden bezahlen werde. Daher wies das kantonale Gericht die Sache zur "revisionsweisen Neuberechnung der Beitragszeit" an die Verwaltung zurück. 1.2 Das Beschwerde führende Amt für Arbeit bestreitet diese Erwägungen mit dem Argument, die vorinstanzliche Betrachtungsweise habe zur Folge, dass jede mangelhafte Deklaration einer versicherten Person ein Revisionsverfahren von Amtes wegen nach Ablauf der Rechtsmittelfrist nach sich ziehe, was weder Wortlaut noch Sinn des Gesetzes (Art. 53 Abs. 1 ATSG) entspreche. Auch eine Revision auf Antrag der Beschwerdegegnerin falle nicht in Betracht, weil die für die Beitragszeit entscheidende Frage nicht jene nach der Entgeltlichkeit, sondern nach dem Bestehen eines Arbeitsverhältnisses als solchem gewesen sei, welche die Versicherte von Anfang an und ohne weiteres richtig hätte beantworten können. Auf Rechtsirrtum könne sie sich nicht berufen.