Citation: 8C_207/2024 E. 7.4

7.4. Die Beschwerdeführerin macht weiter geltend, der Längsverlauf werde zu wenig berücksichtigt, obwohl längere Phasen einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit dokumentiert seien. So habe Dr. med. F.________ nicht nur vom Oktober 2017 bis Frühsommer 2018 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestätigt, sondern auch ab August resp. Oktober 2019 bis mindestens September 2020, also für ein Jahr, und ab 3. August 2021 für mindestens zehn Monate. Es trifft zu, dass Dr. med. F.________ auf konkrete Nachfrage zum retrograden Verlauf der Arbeitsunfähigkeit in seiner Stellungnahme vom 7. Juli 2023 die Zeiten der Klinikaufenthalte vom 8. Januar bis 11. März 2020, vom 29. Juni bis 18. September 2020 und vom 3. August bis 2. November 2021 sowie das Attest einer 50%igen Arbeitsfähigkeit eines Klinikarztes vom 27. April 2020 auflistete. Entgegen der Behauptung der Beschwerdeführerin ist seine Angabe einer 100%igen Arbeitsfähigkeit im Oktober 2019 kein "Verschreiber", stützte er sich dabei doch explizit auf die gleichlautende Beurteilung (der med. pract. E.________) vom 5. Oktober 2019. Allerdings gab er an, dass aus den Akten nicht festgestellt werden könne, wie lange diese Arbeitsfähigkeit angedauert habe. Im Übrigen führte er aus, dass es rückwirkend nicht möglich sei, die Daten der jeweiligen Arbeitsfähigkeit genau zu bestimmen. Auf die Frage, ob sich seit der Vorbegutachtung vom 5. Oktober 2019 eine Verschlechterung bezüglich Arbeitsfähigkeit ergeben habe, verwies er auf seine Expertise, worin er ausführte, dass die Störungen leichten Ausmasses nur wenig Einschränkungen auf die Arbeits- und Leistungsfähigkeit hätten und eine 80%ige Arbeitsfähigkeit bestehe. Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin konnte mit Blick auf diese Antworten auf weitere Nachfragen verzichtet werden, da eine Präzisierung in Bezug auf die retrograde Entwicklung nicht erwartet werden konnte. Es stellt keine willkürliche Beweiswürdigung dar, wenn die Vorinstanz insgesamt (auch) bezogen auf den Zeitraum ab 5. Oktober 2019 nicht von einer gesundheitlichen Verschlechterung in einem Ausmass ausgegangen ist, das geeignet wäre, den Leistungsanspruch zu beeinflussen. Denn das kantonale Gericht stützte sich dabei auf den Umstand, dass nicht erst Dr. phil. H.________, sondern bereits med. pract. E.________ Inkonsistenzen und Diskrepanzen beschrieben hatte, weshalb es die Arbeitsfähigkeitsatteste der behandelnden Ärztinnen und Ärzte, welche die subjektiven Vorbringen der Beschwerdeführerin nicht hinterfragt hätten, als nicht zuverlässig wertete. Zudem wies es auf den Umstand hin, dass Dr. med. F.________ keine Verschlechterung seit der Vorbegutachtung habe feststellen können. Es kann offen bleiben, wie es sich mit der unterschiedlichen diagnostischen Einordnung des Leidens und der um 20 % abweichenden Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch med. pract. E.________ und Dr. med. F.________ verhält (vgl. E. 4.3 am Ende hiervor), nachdem die Vorinstanz willkürfrei davon ausgehen durfte, dass sich der Gesundheitszustand seit der Begutachtung durch med. pract. Berger aus objektiver Sicht nicht verschlechtert hat.