Citation: 1C_173/2020 E. 5.1

5.1. Die Beschwerdeführerin rügt in verschiedener Hinsicht eine unzureichende Begründung des angefochtenen Entscheids. Zudem vermenge das Verwaltungsgericht die Frage der Gleichbehandlung im Unrecht mit derjenigen der Verhältnismässigkeit. Zur ersten Frage sei festzuhalten, dass von einer gesetzwidrigen Praxis keine Rede sein könne. Sämtliche Neubauten auf der Wiesner Alp seien Gegenstand baupolizeilicher Verfahren gewesen. Insgesamt seien 53 Verstösse festgestellt worden, wobei in 23 Fällen eine nachträgliche Bewilligung möglich gewesen sei. Weiter sei in 10 Fällen die Wiederherstellung angeordnet und in 20 Fällen eine Duldungsverfügung erlassen worden. Die Abweichungen von den Gestaltungsrichtlinien seien nach einheitlichen Kriterien beurteilt worden. Bei einer anderen Hütte seien ebenfalls mehrflügelige Sprossenfenster in der Grösse von 100 cm x 70 cm cm eingebaut worden und auch dort sei der Rückbau verlangt worden. Im Übrigen müsse gelten, dass Gleiches nur mit Gleichem verglichen werden könne. Die Duldungsverfügungen beträfen die Raumhöhen, den Schneefang, die Vordachtiefe und nicht begehbare Kellerlöcher. Insoweit gehe es um sehr geringfügige Abweichungen und/oder es lägen konkrete sachliche Gründe für die Duldungen vor. So habe sich gezeigt, dass das in den Gestaltungsrichtlinien vorgesehene Schneefang-System zu Schäden an der Dachkonstruktion führen könne. Anzumerken sei, dass vergleichbare Abweichungen auch bei der Hütte des Beschwerdegegners toleriert bzw. sogar nachträglich bewilligt worden seien, so etwa hinsichtlich der Raumhöhe. Rechteckige und mehrflügelige Fenster sowie solche mit Sprossen seien nicht geduldet worden. Fenster gehörten zu den charakteristischen und augenfälligen Merkmalen eines Hauses. Die Abweichung trete von aussen her sehr gut in Erscheinung. Die vom Verwaltungsgericht genannten Strickbauten oberhalb des Erdgeschosses seien im ordentlichen Baubewilligungs- und Einspracheverfahren bewilligt worden. Das Gleiche gelte für die erwähnten doppelflügeligen Türen. Diese seien zulässig, zumal hierzu keine rechtlichen Vorgaben bestünden. Doppelpfetten gebe es an einer einzigen Hütte und sie hätten nachträglich bewilligt werden können, da die Gestaltungsrichtlinien diese Art von Pfetten nicht verbieten würden. In einem oder zwei Fällen seien die verlangten Kanthölzer mit Brettern simuliert worden (Brettschichtholz). Dies sei kaum wahrnehmbar und entsprechend im baupolizeilichen Verfahren auch nicht beanstandet worden. Auch bei den einzelnen überdimensionierten Pfetten sei keine Wiederherstellungsverfügung angebracht gewesen. Schliesslich sei es erlaubt, Grundplatten massiv zu erstellen (Betonsockel). Zum Teil gebe es geringfügig über das Terrain hinausragende Platten zum Schutz der Holzkonstruktion vor Schnee und Nässe. Auch hier sei die Voraussetzung einer Duldung erfüllt.