Citation: 1P.224/2006 02.10.2006 E. 2

Die Beschwerdeführerin macht zunächst geltend, die Baurekurskommission habe zu Unrecht keinen Augenschein durchgeführt und ihre Anträge betreffend die Zufahrtsmöglichkeiten zum Grundstück nicht behandelt, was ihren Anspruch auf rechtliches Gehör im Sinne von Art. 29 Abs. 2 BV verletze. 2.1 Der Anspruch auf rechtliches Gehör gemäss Art. 29 Abs. 2 BV umfasst unter anderem das Recht des Betroffenen, mit erheblichen Beweisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung wesentlicher Beweise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen (BGE 126 I 15 E. 2a/aa; 124 I 49 E. 3a S. 51, 241 E. 2, je mit Hinweisen). Aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör folgt, dass der Richter rechtzeitig und formrichtig angebotene erhebliche Beweismittel abzunehmen hat (BGE 122 I 53 E. 4a, mit Hinweisen). Dies verwehrt ihm indessen nicht, einen Beweisantrag abzulehnen, wenn er ohne Willkür in freier, antizipierter Würdigung der beantragten zusätzlichen Beweise zur Auffassung gelangen durfte, dass weitere Beweisvorkehren an der Würdigung der bereits abgenommenen Beweise voraussichtlich nichts mehr ändern würden (BGE 124 I 208 E. 4a S. 211; 122 II 464 E. 2a; 122 III 219 E. 3c; 122 IV 157 E. 1d, je mit Hinweisen). Das Bundesgericht greift auf staatsrechtliche Beschwerde hin nur ein, wenn die Beweiswürdigung offensichtlich unhaltbar ist, mit der tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch steht, auf einem offensichtlichen Versehen beruht oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft (BGE 124 I 208 E. 4a S. 211 mit Hinweisen). 2.2 Die Baurekurskommission führt im angefochtenen Entscheid aus, die örtlichen Begebenheiten seien ihr bereits aus einem früheren Augenschein im Verfahren G.-Nr. R2.2003.00101 bekannt. Damals sei die Beständigkeit der hier streitbetroffenen Stützmauer zu beurteilen gewesen. Die Beschwerdeführerin bestreitet nicht, dass die Baurekurskommission II bereits im genannten Verfahren im Juni 2003 einen Augenschein durchgeführt hat. Sie macht jedoch geltend, dass die örtlichen Verhältnisse und insbesondere die Zufahrtssituation nicht Gegenstand der damaligen Abklärungen gewesen seien und die anwesenden Personen sich nach knapp 3 Jahren nicht an die Stützmauer erinnern könnten. Der Augenschein vom Juni 2003 sei keinesfalls geeignet gewesen, der Baurekurskommission die örtlichen Begebenheiten für das aktuelle Verfahren hinreichend bekannt zu machen. Der Verzicht auf einen Augenschein verletze in willkürlicher Art und Weise Art. 29 Abs. 2 BV und § 7 des kantonalen Rechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG/ZH). 2.3 Soweit sich die Beschwerdeführerin auf § 7 VRG/ZH beruft, erscheint ihre Rüge nicht hinreichend begründet, da sie sich mit dieser Bestimmung nicht auseinandersetzt und nicht aufzeigt, inwiefern sie willkürlich angewendet worden sein soll (vgl. E. 1.2 hiervor). Zur Rüge der Verletzung von Art. 29 Abs. 2 BV ergibt sich, dass das Vorgehen der Baurekurskommission unter Berücksichtigung der in E. 2.1 hiervor zitierten Rechtsprechung nicht zu beanstanden ist. Die Baurekurskommission durfte in antizipierter Beweiswürdigung davon ausgehen, die Zufahrtssituation sei ihr hinreichend bekannt, auch wenn der Augenschein bereits knapp drei Jahre zurücklag und damals nicht die Zufahrtssituation selbst, sondern die angrenzende Mauer zu besichtigen war. Aufgrund der Lage der defekten Mauer unmittelbar neben der Zufahrt auf Parzelle Nr. 1886 erscheint es nicht willkürlich, dass die Baurekurskommission ihre Ortskenntnisse zur Beurteilung der vorliegenden Streitfragen als ausreichend bezeichnete.