Citation: 6B_57/2024 E. B

Mit Urteil vom 6. April 2023 sprach das Obergericht des Kantons Bern A.B.________ der versuchten vorsätzlichen Tötung schuldig, stellte eine Verletzung des Beschleunigungsgebots fest und verurteilte ihn zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren und sechs Monaten. Es verwies ihn für zehn Jahre des Landes und ordnete die Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener Informationssystem an. Ferner verpflichtete es A.B.________, unter solidarischer Haftbarkeit mit E.B.________ und F.B.________, zur Bezahlung einer Genugtuung in der Höhe von Fr. 7'500.-- (zzgl. Zins von 5 % seit dem 7. Januar 2019) an C.D.________, hiess die Schadenersatzforderung des Letzteren dem Grundsatz nach gut und verwies sie im Übrigen auf den Zivilweg. Das Obergericht des Kantons Bern legt seinem Urteil im Wesentlichen folgenden Sachverhalt zugrunde: E.B.________ habe am Nachmittag des 7. Januar 2019 das neue Geschäftslokal von C.D.________ aufgesucht und ihn - in Wut über dessen geplantes Konkurrenzgeschäft in unmittelbarer Nähe zu seinem eigenen Restaurant - zur Rede gestellt. Hierauf sei der Vater von E.B.________, F.B.________, dazu gestossen und habe ebenfalls auf den Beschwerdegegner eingeredet, der sich der Auseinandersetzung zu entziehen versucht habe, indem er sich zu seinem in der Nähe geparkten Auto begeben und sich auf den Fahrersitz gesetzt habe. E.B.________ habe mit einem von ihm mitgeführten Messer in dessen linke Schulter gestochen. Spätestens hierauf sei der von G.B.________ zur Verstärkung aufgebotene A.B.________, der das Messer in der Hand seines Bruders E.B.________ gesehen habe, hinzu geeilt. Dieser habe sich neben den Fahrersitz gestellt, den Beschwerdegegner an den Schultern gepackt und ihn festgehalten, was seinem Bruder ermöglicht habe, in dessen linke Rumpfseite zu stechen. Der in unmittelbarer Nähe positionierte Vater habe nach den ersten beiden Stichen seinen Söhnen zugerufen, sie sollten den Beschwerdegegner töten und nicht zuwarten. Darauf habe E.B.________ dem weiterhin von A.B.________ festgehaltenen C.D.________ einen Stich ins linke Knie und einen weiteren Stich in den linken Oberschenkel zugefügt. Im Rahmen dieses dynamischen Geschehens habe er auch A.B.________ unabsichtlich mit dem Messer am rechten Oberschenkel verletzt. Als C.D.________ zu schreien begonnen habe, hätten sie sich zu dritt vom Tatort entfernt und das Opfer verletzt zurückgelassen.