Citation: 1C_318/2020 E. 5.2

5.2. Das Verwaltungsgericht bejahte zwar grundsätzlich das Bestehen von Gemeindeautonomie (vgl. oben E. 3.2), erachtete diese jedoch aus zwei Gründen als nicht verletzt. Zum einen habe die Gemeinde im angefochtenen Inventarentlassungsbeschluss die Schutzwürdigkeit der Blutbuche nicht verneint, sondern implizit (durch kommentarlose Wiedergabe des Gutachtens des Büros für Gartendenkmalpflege) bejaht; die Inventarentlassung sei einzig mit dem überwiegenden öffentlichen Interesse an der Umsetzung des öffentlichen Gestaltungsplans begründet worden. Zum anderen könne sich eine Gemeinde nicht mit Erfolg auf die Verletzung der Gemeindeautonomie berufen, wenn eine Inventarentlassung gestützt auf ein Gutachten der NHK/ZH aufgehoben werde, sofern - wie vorliegend - keine triftigen Gründe vorliegen, um davon abzuweichen. Die Beschwerdeführerin macht dagegen geltend, die Gemeinde sei befugt gewesen, die Frage der Schutzwürdigkeit der Blutbuche in ihrem Entscheid offenzulassen und ihre Begründung in diesem Punkt im Rekursverfahren zu ergänzen. Eine Bindung an das Gutachten der NHK/ZH bestehe nur hinsichtlich der tatsächlichen Feststellungen, nicht jedoch in Bezug auf die Rechtsanwendung. Im Übrigen habe das Verwaltungsgericht die Ausführungen der NHK/ZH in seinem Urteil selbst in verschiedener Hinsicht als unzutreffend oder nicht massgeblich qualifiziert, weshalb es nicht angehe, dessen Schlussfolgerungen unbesehen zu übernehmen und über jene der zuständigen kommunalen Behörde zu stellen.