Citation: 9C_321/2022 E. 5.3.2

5.3.2. Aus den Akten ist ersichtlich, dass erhebliche Ausstände für die Jahre 2011 bis 2019 bestehen. Es ist somit offenkundig, dass es sich hierbei nicht mehr um einen zeitlich befristeten Engpass handeln konnte. Indem weiterhin neue Mitarbeitende eingestellt, die Zahlungen gegenüber der Beschwerdegegnerin jedoch über Jahre ausgelassen und dazu trotzdem Löhne ausbezahlt wurden, obwohl die darauf geschuldeten Beiträge nicht bezahlt werden konnten (die Lohnsummen stiegen Jahr für Jahr), haben beide Beschwerdeführer ihre Pflichten in Bezug auf das Beitragswesen grobfahrlässig missachtet. Rechtfertigungsgründe sind nicht erstellt. Vielmehr hätten die Beschwerdeführer bei jeder Lohnzahlung die darauf geschuldeten Beiträge bezahlen müssen. Bis zum Austritt des Beschwerdeführers 2 aus dem Verwaltungsrat der AG am yyy 2017 waren Forderungen seitens der Beschwerdegegnerin in der Höhe von Fr. 1'223'315.80 aufgelaufen, für welche er haftet. Der Beschwerdeführer 1 seinerseits hat für ausstehende Beiträge im Umfang von Fr. 1'245'224.05 einzustehen. Der Verweis auf das sich im Besitz der C.________ AG befindliche Aktienpaket, dessen Verwertung eine vollständige Begleichung des Schadens ermöglichen werde, erweist sich auch an dieser Stelle als unbehelflich (vgl. E. 3.3 hiervor). Anzeichen dafür, dass die Restanzen "in naher Zukunft nachbezahlt werden können", wie in der Beschwerde angeführt, sind nicht erkennbar.