Citation: 4P.91/2000 29.08.2000 E. 1

1.-Gemäss Art. 86 Abs. 1 OG ist die staatsrechtliche Beschwerde grundsätzlich nur gegen letztinstanzliche kantonale Entscheide zulässig. a) Das Erfordernis der Ausschöpfung des kantonalen Instanzenzuges setzt voraus, dass die vor Bundesgericht erhobenen Rügen mit keinem kantonalen Rechtsmittel hätten geltend gemacht werden können (BGE 119 Ia 237 E. 2b S. 239; 118 Ia 110 E. 3 S. 111 mit Hinweisen). Dabei wird nach der Praxis der Begriff des kantonalen Rechtsmittels im Sinne von Art. 86 OG weit ausgelegt. Er umfasst nicht nur die ordentlichen und ausserordentlichen Rechtsmittel im engeren Sinn, sondern grundsätzlich sämtliche Rechtsbehelfe, sofern sie dem Beschwerdeführer persönlich einen Anspruch auf einen Entscheid der angerufenen kantonalen Behörde geben und geeignet sind, den behaupteten rechtlichen Nachteil zu beheben (BGE 120 Ia 61 E. 1a S. 62 mit Hinweisen). Nach der Praxis des Bundesgerichts stellt die Nichtigkeitsklage gemäss Art. 359 der Zivilprozessordnung für den Kanton Bern vom 7. Juli 1918 (ZPO/BE) grundsätzlich ein kantonales Rechtsmittel im Sinne von Art. 86 OG dar (BGE 118 Ia 110 E. 3). Soweit die Beschwerdeführerin in der staatsrechtlichen Beschwerde Rügen vorbringt, für welche die kantonale Nichtigkeitsklage zur Verfügung steht, kann somit auf ihre Beschwerde nicht eingetreten werden. Dies gilt namentlich für ihr sinngemässes Vorbringen, der Appellationshof habe ihr rechtliches Gehör durch die Nichtabnahme von Beweisen verletzt (vgl. Art. 359 Ziff. 3 ZPO/BE). b) Die Beschwerdeführerin macht geltend, Art. 361 Abs. 1 ZPO/BE werde von den kantonalen Behörden verfassungswidrig gehandhabt. Diese Bestimmung befasst sich mit der Frist zur Einreichung der kantonalen Nichtigkeitsklage. Weil sich die vorliegende staatsrechtliche Beschwerde gegen den dem ausserordentlichen Rechtsmittel der Nichtigkeitsklage zeitlich vorangehenden Entscheid des Appellationshofes richtet und damit das kantonale Nichtigkeitsverfahren offensichtlich nicht Gegenstand der staatsrechtlichen Beschwerde bildet, kann auf diese Rüge ebenfalls nicht eingetreten werden. c) Die Beschwerdeführerin führt aus, im angefochtenen Urteil werde an verschiedenen Stellen auf die erstinstanzliche Urteilsbegründung verwiesen, weshalb auch darauf Bezug genommen werden müsse. Sie weist jedoch nicht nach, dass sie die behaupteten Verfassungsverletzungen der ersten Instanz bereits im kantonalen Rechtsmittelverfahren geltend gemacht hat. Die entsprechenden Rügen gegen das Urteil erster Instanz gelten damit als im staatsrechtlichen Beschwerdeverfahren grundsätzlich unzulässige neue Vorbringen (BGE 124 I 208 E. 4b S. 212; 119 Ia 88 E. 1a S. 90/1; 118 Ia 20 E. 5a S. 26). Soweit - wie dies über weite Strecken der Fall ist - die Beschwerdeführerin das erstinstanzliche Urteil als verfassungswidrig ausgibt, kann auf die Beschwerde somit nicht eingetreten werden.