Citation: 2C_393/2018 E. 2.3

2.3. Der Beschwerdeführer bestreitet, dass die Nichtverlängerung seiner Aufenthaltsbewilligung verhältnismässig (vgl. oben, E. 2.1) bzw. im Interesse einer demokratischen Gesellschaft erforderlich ist (Art. 8 Ziff. 2 EMRK). Zu Unrecht: Der Beschwerdeführer ist erst im Alter von dreissig Jahren zur Einreichung eines Asylgesuchs unter falscher Identität eingereist. Während der Dauer des rund ein Jahr dauernden Asylverfahrens handelte er bereits mit Kokain, wofür er strafrechtlich zu einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten verurteilt wurde. Im Zeitpunkt der nach seiner Rückreise nach Nigeria geschlossenen Heirat im Jahr 2010 konnte seine Ehefrau schweizerischer Staatsangehörigkeit somit nicht damit rechnen, ihr Familienleben mit ihrem für Betäubungsmittelhandel in der Schweiz verurteilten Ehemann in der Schweiz zu pflegen. Auch wenn der Beschwerdeführer nach anfänglichen Schwierigkeiten und erheblichem Sozialhilfebezug sich in das Arbeitsleben zu integrieren vermochte, hielten ihn weder seine Familie, einschliesslich der drei Kinder, noch diese berufliche Integration davon ab, nach einem Aufenthalt von rund vier Jahren von Anfang November 2014 bis Mitte Januar 2015 einen eigenen Kokainhandel (im Umfang von ca. 150g oder einer Verkaufsmenge von zwei Gramm täglich) aufzunehmen. Seine zwei kleinen Kinder hielten den Beschwerdeführer auch nicht davon ab, die Familienwohnung im Rahmen einer Lieferung von rund einem Kilo Kokain für die Ausscheidung von Fingerlingen zur Verfügung zu stellen und das in seiner Wohnung ausgeschiedene Kokain anschliessend selbst zu den eigentlichen Abnehmern zu transportieren. Die Vorinstanz, auf deren Urteil verwiesen wird (Art. 109 Abs. 3 BGG), ist zutreffend davon ausgegangen, dass der Beschwerdeführer einerseits ohne Notlage und aus rein finanziellen Motiven abstrakt die Gesundheit einer Vielzahl von Menschen und konkret diejenige seiner Kinder, welche während der Ausscheidung von Fingerlingen in einem Zimmer der Familienwohnung eingeschlossen wurden, schwer gefährdet hat. Angesichts der Schwere der Rechtsgutsverletzung, welche dem Kokainhandel praxisgemäss zukommt, dem Umstand, dass der Beschwerdeführer erst im Alter von dreissig Jahren in die Schweiz eingereist und sich hier nur rund acht Jahre aufgehalten, er die Betäubungsmitteldelikte somit nicht etwa als Jugendlicher, sondern als Erwachsener begangen hat, diese Betäubungsmitteldelikte im Laufe seines Aufenthalts nicht ab-, sondern zunahmen, seiner harzig verlaufenden beruflichen Integration und des erheblichen Sozialhilfebezugs vermögen seine privaten Interessen an einem weiteren Verbleib in der Schweiz die öffentlichen Interessen an seiner Ausreise nicht zu überwiegen. Angesichts dessen, dass der Beschwerdeführer bereits während seines erfolglosen Asylverfahrens in der Schweiz mit Kokain handelte und dafür strafrechtlich verurteilt wurde, konnte auch seine Ehefrau schweizerischer Staatsangehörigkeit im Zeitpunkt der Familiengründung im Jahr 2010 nicht damit rechnen, das Familienleben in der Schweiz zu leben; ihr steht es frei, ihrem Ehemann mit den sich noch im anpassungsfähigen Alter befindlichen Kindern nach Nigeria zu folgen oder mit diesen in der Schweiz zu bleiben. Das Aufenthaltsrecht der Kinder wird somit durch das vorliegende Urteil grundsätzlich nicht tangiert.