Citation: 5A_555/2023 E. A

Die Parteien sind seit dem 21. April 2018 verheiratet und Eltern des am 1. Januar 2018 geborenen Sohnes C.________. Die Mutter hat aus einer früheren Beziehung zudem die am 6. Oktober 2014 geborene Tochter D.________. Mutter und Tochter haben das mexikanische, der Vater das schweizerische und C.________ beide Bürgerrechte. Die Parteien lebten spätestens ab 2017 zusammen mit D.________ in Playa del Carmen (Mexiko). Der Vater vermietete dort über das Online-Portal "Airbnb" Unterkünfte. Die Mutter unterstützte ihn während der Schwangerschaft bei dieser Tätigkeit. Weil die finanziellen Mittel nicht ausreichten, zog sie zusammen mit D.________ für einige Monate zu ihrem Vater nach Guadalajara (Mexiko). Der Vater reiste für drei Monate in die Schweiz und kam dann auch nach Guadalajara, wo C.________ zur Welt kam. Anschliessend zog die Familie wieder nach Playa del Carmen, wo die Mutter erneut bei der Wohnungsvermietung mithalf. In der Folge lief das Geschäft aber schlechter und die Parteien entschieden sich deshalb, für ein Jahr in die Schweiz zu reisen, um dort Geld zu verdienen. Im Mai 2018 reiste der Vater in die Schweiz, im Juni oder Juli folgte die Mutter mit beiden Kindern nach. Es ist unklar, ob der Vater in dieser Zeit erwerbstätig war. Jedenfalls begann die Mutter am 1. Dezember 2018 im Bereich Housekeeping für das Hotel E.________ zu arbeiten, zwar im Stundenlohn, aber nach eigener Darstellung Vollzeit. Per 1. April 2019 wurde sie beim Hotel E.________ mit einem 100%-Pensum im Housekeeping angestellt. Ab Dezember 2018 kamen abwechselnd verschiedene Familienmitglieder aus Mexiko in die Schweiz, um C.________ zu betreuen. Im selben Jahr erzielte der Vater als Aushilfe im Verkauf monatlich im Durchschnitt Fr. 1'652.-- bei der F.________ AG. Per Ende März 2020 hatte die Mutter ihre Stelle beim Hotel E.________ gekündigt, konnte aber in der Folge ihre neue Stelle coronabedingt nicht antreten und war bis Augst 2021 arbeitslos. Während dieser Zeit betreute sie zur Hauptsache die Kinder. Der Vater verdiente im Jahr 2020 bei der F.________ AG im Monat durchschnittlich Fr. 2'362.--. Im April 2021 verbrachte die Mutter mit D.________ einen Monat Urlaub in Mexiko; nach ihrer Darstellung hatte sie für C.________ eine Fremdbetreuung organisiert und dieser verbrachte lediglich die Nächte beim Vater, während er sich nach eigener Darstellung umfassend um den Sohn gekümmert hat. Im März 2021 begann der Vater während rund 100 Stunden pro Monat als Kurier zu arbeiten. Ende August 2021 begann die Mutter durchschnittlich 25 Stunden pro Woche als Betriebsangestellte bei der Post zu arbeiten; daneben war sie auch für die G.________ AG tätig. Gleichzeitig schlossen die Parteien einen Vertrag mit einer Tagesmutter ab; die Betreuung fand deckungsgleich zu den Zeiten statt, während denen die Mutter einer Erwerbsarbeit nachging. Ab Januar 2022 begann die Mutter im Stundenlohn für die H.________ zu arbeiten, ab Februar mit einem Pensum von 80 %. Im März 2022 kamen die Mutter und eine Cousine (Grossmutter und Tante von C.________), um diesen zu betreuen; nach deren Abreise nahmen die Parteien eine aus der Ukraine geflüchtete Person auf, welche C.________ bis im Mai 2022 betreute. Die Mutter arbeitete am Flughafen jeweils Frühschicht, sodass sie die Betreuung am Nachmittag übernehmen konnte. Am 15. Juli 2022 zog der Vater aus der ehelichen Wohnung aus. Die Parteien sind sich nicht einig, wo C.________ seither wohnt bzw. zu welchen Teilen er von wem betreut wird.