Citation: 8C_586/2022 E. 5.2.2

5.2.2. Aufgrund dieser gutachterlichen Feststellungen ist der psychische Gesundheitszustand und die damit einhergehende Arbeits (un) fähigkeit weiterhin klärungsbedürftig, wie der Beschwerdeführer zu Recht einwendet. Insbesondere haben die medexperts-Gutachter ausdrücklich festgehalten, eine stationäre Klärung zur genauen Ermittlung der psychischen Beeinträchtigung bzw. der Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit sei "nötig" (vgl. E. 5.2.1 hiervor). Wenn die Vorinstanz in diesem Lichte zum Schluss kam, der Beschwerdeführer sei psychischerseits in der angestammten und in einer leidensangepassten Tätigkeit voll arbeitsfähig, hat sie nicht mehr eine zulässige freie Beweiswürdigung vorgenommen (vgl. Art. 61 lit. c ATSG), sondern das medexperts-Gutachten vom 31. August 2020 bezüglich spezifisch medizinischer Fragen selber interpretiert, was unter den gegebenen Umständen bundesrechtswidrig ist und sich insbesondere auch nicht mit der Befugnis des Rechtsanwenders zur rechtlichen Überprüfung der Folgenabschätzung rechtfertigen lässt (vgl. Urteile 8C_384/2022 vom 9. November 2022 E.7.1 und 8C_84/2022 vom 19. Mai 2022 E. 6.2.1). Dies gilt auch bezüglich der vorinstanzlichen Argumentation, das fremdaggressive Verhalten des Beschwerdeführers sei invaliditätsfremd, da es primär eine unmittelbare Folge seines Unmuts über seine schwierige psychosoziale Situation sei und damit einerseits nicht auf einem Gesundheitsschaden zu beruhen und anderseits nicht im Zusammenhang mit der Ausübung einer Erwerbstätigkeit zu stehen scheine. Diese Interpretation des Sachverhalts wird weder durch das medexperts-Gutachten vom 31. August 2020 noch anderweitig medizinisch untermauert, weshalb darauf nicht abgestellt werden kann. Vielmehr wurde im medexperts-Gutachten vom 31. August 2020 ausgeführt, bei bestehender Persönlichkeitsakzentuierung und einer ausserordentlich ungünstigen psychosozialen Entwicklung müsse ein hinzugetretener krankheitswertiger Einfluss auf die Persönlichkeitsstruktur genauer untersucht werden (zur Bedeutung der psychosozialen und soziokulturellen Faktoren bei der Beurteilung der Invalidität vgl. BGE 141 V 281 E. 3.4.2.1 und E. 4.3.3, 127 V 294 E. 5a; siehe auch BGE 143 V 409 E. 4.5.2; Urteil 8C_213/2022 vom 4. August 2022 E. 4.4.2 mit Hinweisen).