Citation: U 315/99 31.01.2000 E. 3

3.- a) In Bezug auf die Kniebeschwerden ist mit dem kantonalen Gericht der Anspruch auf Übernahme der Kosten der vom 24. Februar bis 17. April 1998 durchgeführten Physiotherapie gestützt auf Art. 10 Abs. 1 UVG zu verneinen. Auf Grund der Akten ist davon auszugehen, dass in jenem Zeitpunkt mit überwiegender Wahrscheinlichkeit keine namhafte, insbesondere keine (voraussichtlich) dauernde Besserung des Gesundheitszustandes der beiden - seinerzeit u.a. aus Gründen des Alters und der Adipositas permagna nicht operativ versorgten - Knie mehr erwartet werden konnte, weder in Bezug auf die Restinstabilität noch hinsichtlich der Schmerzen (vgl. Art. 19 Abs. 1 UVG e contrario und BGE 116 V 44 Erw. 2c sowie Maurer, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, S. 274; ferner im Anhang des Jahresberichts 1982 der SUVA Nr. 2 S. 3 zusammengefasstes Urteil S. vom 11. Februar 1982 [U 8/81]). Dafür spricht neben den von der Vorinstanz angeführten ärztlichen Berichten der Umstand, dass es trotz jahrelanger intensiver Physiotherapie bisher nicht gelungen ist, mehr als nur eine relative Stabilisierung der Verhältnisse zu erreichen. Dabei kann offen bleiben, inwiefern diese Situation mit dem massiven Übergewicht zusammenhängt. An dieser Beurteilung vermag der in diesem Verfahren aufgelegte Bericht der Frau Dr. med. W.________ vom 6. September 1999 nichts zu ändern. Dieses Ergebnis bedeutet nicht, dass der Unfallversicherer die fragliche Physiotherapie nicht zu übernehmen hätte. Wenn und sobald, wie vorliegend, fest steht, dass ab einem bestimmten Zeitpunkt von einer - an sich zweckmässigen - Behandlung keine namhafte Besserung des unfallbedingt beeinträchtigten Gesundheitszustandes mehr zu erwarten ist, und daher der Anspruch auf Übernahme gestützt auf Art. 10 Abs. 1 UVG zu verneinen ist, stellt sich die Frage der Leistungspflicht nach Art. 21 UVG. Diese Bestimmung normiert für verschiedene Tatbestände die Voraussetzungen, unter denen nach der Festsetzung der Rente noch Anspruch auf Heilbehandlung besteht. Vorliegend hat zwar die Vaudoise über den Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 UVG), allenfalls zunächst in Form einer Übergangsrente, wenn über Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung noch nicht entschieden worden ist (Art. 30 UVV in Verbindung mit Art. 19 Abs. 3 UVG; vgl. BGE 116 V 246), für die erwerblichen Folgen der unbestritten unfallbedingten Kniebeschwerden offenbar noch nicht verfügt. Dazu wäre sie indessen verpflichtet gewesen, nachdem gemäss ihrer - zutreffenden - Auffassung von weiteren physiotherapeutischen Behandlungen, wie die im Zeitraum Februar bis April 1998 durchgeführten, keine namhafte Besserung des Knieschadens erwartet werden konnte, und zwar umso mehr, als sie bereits vor Erlass des Einspracheentscheides am 3. Dezember 1998 Kenntnis davon hatte, dass die Versicherte eine (zunächst halbe und dann ganze) Rente der Invalidenversicherung bezog. Dies ändert indessen nichts daran, dass der Unfallversicherer zu prüfen hat und haben wird, ob im Rahmen von Art. 21 UVG Anspruch auf Übernahme der Kosten der betreffenden Therapien besteht. b) Ob die geklagten Rückenbeschwerden ebenfalls in natürlicher und adäquater Weise mit dem Unfall vom 12. Februar 1993 zusammenhängen, kann, wie die Beschwerdeführerin zu Recht geltend machen lässt, auf Grund der Akten nicht in zuverlässiger Weise beurteilt werden. Wenn im orthopädischen Gutachten vom 14. Juli 1998 gesagt wird, die intermittierend auftretenden thorakolumbalen und lumbalen Schmerzprobleme seien (allerhöchstens) eine indirekte Folge des Unfalles, «indem eine mangelnde bzw. schlechtere körperliche Aktivität eingetreten ist», bleibt unklar, inwiefern hiefür das Knieleiden und/oder die Adipositas permagna verantwortlich sind. In diesem Zusammenhang ist zu beachten, dass es kausalrechtlich genügt, wenn der Unfall und die unbestrittenermassen darauf zurückzuführenden Kniebeschwerden eine Teilursache der Rückenschmerzen darstellen (BGE 121 V 329 Erw. 2a mit Hinweisen). Dass das Übergewicht alleinige Ursache der Rückenprobleme ist, wird im Übrigen im Gutachten nicht gesagt. Im Weitern erscheint die Beurteilung im hausärztlichen Bericht vom 1. Mai 1998, wonach es seit Herbst 1997 als Folge der Gelenkinstabilität zu Schonfehlhaltungen gekommen sei, sodass neu auch der Rücken schmerzhaft in Mitleidenschaft gezogen werde, durchaus plausibel. Im erwähnten Schreiben vom 6. September 1999 hält Frau Dr. med. W.________ überdies fest, die Wirbelsäule selbst sei klopfindolent, und es lägen dort keine degenerativen Veränderungen vor. Es wird Sache des Unfallversicherers sein, zur Frage der Unfallkausalität der Rückenschmerzen Abklärungen vorzunehmen und anschliessend über den Anspruch auf Behandlung dieses Leidens neu zu verfügen.