Citation: 4A_696/2015 E. 7.3

7.3. Nachdem der Gesellschaftsvertrag wie erwähnt nicht festlegte, welche Leistungen honorarberechtigt waren und diesbezüglich keine übereinstimmende tatsächliche Meinung bestand, ging es darum, auszulegen, von welchem Vertragsinhalt die Parteien nach Treu und Glauben ausgehen durften. Diese Auslegung basiert einerseits - soweit vorhanden - auf dem Wortlaut und dem Zusammenhang eines Vertragstextes, andererseits auf den gesamten Umständen. Diese Umstände sind von jener Partei darzulegen, die sich auf ein bestimmtes Vertragsverständnis beruft. Vorliegend war es somit am Beschwerdeführer, (tatsächliche) Umstände darzulegen - beispielsweise eine entsprechende Übung in Fachkreisen -, die für eine Honorarberechtigung auf den erwähnten Baunebenkosten sprechen. Die Vorinstanz erwähnte zu Recht, dass dargetan werden müsse, weshalb (tatsächlich) bestimmte Positionen auf den Aufwand der Generalunternehmerin "durchschlagen". Davon geht der Beschwerdeführer letztlich nun selber aus, wenn er ausführt, diese Nebenleistungen seien honorarberechtigt, weil sie der General-/Totalunternehmer im Gegensatz zum Architekten nach der SIA-Ordnung 102 in eigenverantwortlicher Weise erbringe und er so das damit verbundene Risiko trage. Es ging somit nicht bloss um eine Rechtsfrage, weshalb das Obergericht den Betrag von Fr. 124'421.-- zu Recht aus prozessualen Gründen nicht als honorarberechtigte Baukosten anerkannt hat. Im Übrigen ist nicht ohne weiteres einsichtig, weshalb z.B. Muster/Modelle/Kopien oder Versicherungen das Risiko des Generalunternehmers erhöhen sollen.