Citation: 5A_758/2020 E. 8.2.4

8.2.4. In der Bemessung der Genugtuung hat das Kantonsgericht berücksichtigt, dass die gerichtliche Feststellung einer die Beschwerdegegner widerrechtlich in ihrer Persönlichkeit verletzenden Kampagne und die Urteilsveröffentlichung dem Beschwerdegegner einen gewissen Ausgleich für die erlittene Unbill zu verschaffen vermöchten. Eine beschränkte Wiedergutmachung sei zusätzlich darin zu sehen, dass mit den Beschwerdeführern die fehlbaren Journalisten entlassen und sämtliche Artikel und Kommentare über die streitgegenständlichen Themen gelöscht worden seien. Diese Umstände führten zu einer Herabsetzung, aber nicht zu einem vollständigen Ausgleich des Genugtuungsanspruchs, da einerseits die Verletzung mit Bezug auf Inhalt (schwerste, ungerechtfertigte Vorwürfe und Beleidigungen), Dauer (über zwei Jahre hinweg) und Intensität (unzählige Zeitungsartikel, Leserbriefe und Facebook-Kommentare) ausserordentlich schwer wiege und in einer Regionalzeitung sowie auf öffentlich zugänglichen Internetseiten erfolgt sei und daher einen vergleichsweise grösseren Personenkreis erreicht habe. Andererseits blieben aufgrund des Ausmasses der Verletzung dessen Auswirkungen deutlich länger präsent als bei einer einmaligen Persönlichkeitsverletzung, auch wenn sie im Verlaufe der Zeit langsam abnehmen und irgendwann verblassen dürften und der Beschwerdegegner einen Dauerschaden nicht rechtzeitig behauptet habe. Insgesamt erscheine es gerechtfertigt, dem Beschwerdegegner eine Entschädigung von Fr. 8'000.-- zuzusprechen (E. III/7.5 S. 221).