Citation: 1C_75/2022 E. 5.4.5

5.4.5. Da sich auf den Vertrauensschutz nur berufen kann, wer selbst im guten Glauben handelte, d.h. annahm und unter Anwendung zumutbarer Sorgfalt annehmen durfte, die von ihm ausgeübte Nutzung sei rechtmässig bzw. sei mit der Baubewilligung in Einklang (BGE 136 II 359 E. 7, 7.1. und 8.3 mit Hinweisen; Urteile 1C_572/2020 vom 30. November 2021 E. 8.1 1C_533/2015 vom 6. Januar 2016 E. 3.1; vgl. auch BGE 147 II 309 E. 5.6), steht der Beschwerdeführerin auch diese Möglichkeit nicht offen. Eine Bauabnahme durch die Gemeinde ist, wie gesehen (vorne E. 4.3), nicht dokumentiert und ohnehin haben die Baubehörden den baurechtswidrigen Zustand nicht über Jahre hinweg geduldet. Nachdem der Regierungsrat mit Entscheid vom 11. November 2014 - auf Beschwerde der Beschwerdeführerin hin - festgestellt hat, dass keine Ausnahmebewilligung für die Erschliessung der Nachbarsparzelle erteilt werden könne, wenn die Strasse zu schmal sei, hat die Gemeinde V.________ ohne weitere Verzögerung auf die Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands hingewirkt.