Citation: 1C_2/2009 19.06.2009 E. 2

2.1 Die Beschwerdeführer rügen, die Sachverhaltsermittlung sei unter Verletzung des rechtlichen Gehörs zustande gekommen. Dass das Erscheinungsbild im Gestaltungsplangebiet Höfli-Schwalbenboden monoton sein soll, sei eine völlig neue und zudem aktenwidrige Behauptung, die nicht den Gegebenheiten entspreche. Mit dieser neuen Feststellung, die ohne Grundlage in den Akten und ohne Augenschein vorgenommen worden sei, habe das Verwaltungsgericht den Anspruch der Beschwerdeführer auf rechtliches Gehör verletzt. 2.2 Das rechtliche Gehör gemäss Art. 29 Abs. 2 BV dient einerseits der Sachaufklärung, andererseits stellt es ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass eines Entscheids dar, welcher in die Rechtsstellung des Einzelnen eingreift. Dazu gehört insbesondere das Recht des Betroffenen, sich vor Erlass eines solchen Entscheids zur Sache zu äussern, erhebliche Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen Beweisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung wesentlicher Beweise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen (BGE 132 II 485 E. 3.4 S. 495 mit Hinweis). Das Gericht kann auf die Abnahme von Beweisen verzichten, wenn es aufgrund bereits abgenommener Beweise seine Überzeugung gebildet hat und ohne Willkür annehmen kann, seine Überzeugung werde durch weitere Beweiserhebungen nicht geändert (BGE 134 I 140 E. 5.3 S. 148). 2.3 Das Verwaltungsgericht erwog, dass aufgrund der Aktenlage (inkl. Fotodokumentation und Farbmuster) sowie im Hinblick auf die zu behandelnden Rechtsfragen kein Augenschein nötig gewesen sei. Es hat damit den Beweisantrag, wenn auch antizipiert, gewürdigt, weshalb die Rüge der Gehörsverletzung unbegründet ist. Fraglich ist einzig, ob der in antizipierter Beweiswürdigung vorgenommene Verzicht auf den Augenschein willkürlich ist. Hierzu ist festzuhalten, dass der massgebliche Sachverhalt aus den Akten hinreichend hervorgeht: Die lokalen Begebenheiten sind aus den eingereichten Verfahrensakten mit mehreren Fotodokumentationen genügend ersichtlich; zudem befindet sich bei den Akten eine Farbmusterplatte. Strittig war und ist in erster Linie die ästhetische Beurteilung und der dabei anzulegende Massstab und nicht der zugrundeliegende Sachverhalt. Die den kommunalen Sonderbauvorschriften zugrundeliegenden Begriffe der einheitlichen Gestaltungsgrundsätze, der ortsüblichen Bauweise sowie der Berücksichtigung der Eigenart der Umgebung und deren Handhabung sind im Wesentlichen Rechtsfragen, die vom Verwaltungsgericht ohne Vornahme eines Augenscheins beurteilt werden konnten. In diesem Zusammenhang ist auch zu berücksichtigen, dass bei der Anwendung der streitigen Ästhetikvorschriften der Gemeinde ein erheblicher Beurteilungsspielraum zusteht, wie im Folgenden noch zu zeigen sein wird (E. 3 nachfolgend). Unter diesen Umständen ist das Verwaltungsgericht mit der antizipierten Beweiswürdigung nicht in Willkür verfallen. 2.4 Entgegen der Behauptung der Beschwerdeführer trifft es nicht zu, dass in den Rechtsschriften des kommunalen und kantonalen Verfahrens sowie vor Verwaltungsgericht nie von einem "monotonen Erscheinungsbild" die Rede war. Bereits der vom Gemeinderat Wollerau im Baubewilligungsverfahren beigezogene Verfasser des ursprünglichen Gestaltungsplans aus dem Jahre 1981 ging in seiner Stellungnahme zu den Entscheidgrundlagen für ein Farbkonzept von einer "etwas monotonen Farbgebung" aus. Im Übrigen legen die Beschwerdeführer nicht rechtsgenügend dar (Art. 106 Abs. 2 BGG), inwiefern die gerügte Feststellung der Vorinstanz bezüglich der Monotonie des Erscheinungsbilds auch noch wegen anderer, in den bisherigen Erwägungen nicht behandelter Aspekte rechtsverletzend sein soll. Auf die Rüge der Aktenwidrigkeit ist deshalb nicht weiter einzutreten. 2.5 Soweit die Beschwerdeführer neue Beweismittel (Farbmuster der Firma A.________ AG, Kopie der Rückseite des Farbtons 32140, Mailkorrespondenz von Herrn X.________ mit B.________ vom 9./10. Februar 2009) berücksichtigt haben wollen, ist ihnen entgegenzuhalten, dass sie diese schon im kantonalen Verfahren hätten vorlegen können und müssen. Aufgrund der ihnen gemäss § 19 der Verordnung des Kantons Schwyz vom 6. Juni 1974 über die Verwaltungsrechtspflege (VRP; SRSZ 234.110) obliegenden Mitwirkungspflicht hätten sich die Beschwerdeführer schon im kantonalen Verfahren substanziiert mit dem vom Regierungsrat als "leicht getöntes Weiss mit einem graubräunlichen Farbstich, resp. ein eher warmes Weiss" angenommenen Farbton der geplanten Fassadenfarbe auseinandersetzen müssen und sich nicht mit der blossen Behauptung, bei der Farbe "Marmoran 2140" handle es sich um "ein helles, im Sonnenlicht gar grelles Weiss" begnügen dürfen. Angesichts der Bedeutung, die die Beschwerdeführer diesen Dokumenten nunmehr beimessen, ist nicht nachvollziehbar, wieso sie davon abgesehen haben, diese der Vorinstanz selber einzureichen oder zumindest deren Beizug zu beantragen. Die von den Beschwerdeführern erst vor Bundesgericht ins Recht gelegten Beweismittel sind somit als unbeachtlich zu betrachten (Art. 99 Abs. 1 BGG). Im Übrigen bestreiten die Beschwerdeführer den Vorwurf der mangelhaften Substanziierung im Verfahren vor Verwaltungsgericht nicht. Insofern fehlt auch der von ihnen erhobenen Rüge, das Verwaltungsgericht habe den von ihm als wesentlich beurteilten Sachverhalt in Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes gemäss § 18 VRP abgeklärt, jegliche Berechtigung, zumal nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung eine Rechtsmittelinstanz nur auf Rügen eingehen muss, die in einem zumutbaren Ausmass substanziiert sind (BGE 128 II 139 E. 2b S. 142 f.; Urteil 1P.761/2004 vom 25. April 2005 E. 2.3). 2.6 Die Beschwerdeführer beantragen die Durchführung eines bundesgerichtlichen Augenscheins. Der Antrag ist abzulehnen. Aus den Akten, insbesondere den darin liegenden Fotos, der Farbmustertafel sowie den Plänen ergibt sich der Sachverhalt mit hinreichender Klarheit.