Citation: 2C_35/2019 E. 4.1

4.1. Das Zulassungskriterium der Sozialhilfeunabhängigkeit (Art. 44 lit. c AuG) dient der Entlastung der Sozialhilfe und der öffentlichen Finanzen. Der Verweigerungsgrund ist erfüllt, wenn die konkrete Gefahr einer fortgesetzten Fürsorgeabhängigkeit besteht. Dabei ist von den Verhältnissen im Zeitpunkt des Entscheids über das Nachzugsgesuch auszugehen, die wahrscheinliche finanzielle Entwicklung aber auf längere Sicht mit zu berücksichtigen. In die Beurteilung miteinzubeziehen ist nicht nur das Einkommen des hier anwesenheitsberechtigten Familienangehörigen, sondern dasjenige aller Familienmitglieder (vgl. BGE 139 I 330 E. 4.1 S. 341; 122 II 1 E. 3c. S. 8, wobei in diesen Fällen wegen der Flüchtlinseigenschaft höhere Anforderungen galten; im Rahmen von Art. 62 Abs. 1 lit. e AIG vgl. Urteile 2C_13/2018 vom 16. November 2018 E. 3.2; 2C_851/2014 vom 24. April 2015 E. 3.4). Das Einkommen der Angehörigen, die an die Lebenshaltungskosten der Familie beitragen sollen und können, ist daran zu messen, ob und in welchem Umfang sich dieses grundsätzlich als tatsächlich realisierbar erweist. In diesem Sinn müssen die Erwerbsmöglichkeiten und das damit verbundene Einkommen mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auf mehr als nur kurze Frist hin gesichert erscheinen (BGE 139 I 330 E. 4.1 S. 341; 122 II 1 E. 3c S. 8 f.). Die Nichterteilung der Bewilligung fällt grundsätzlich in Betracht, wenn eine Person hohe finanzielle Unterstützungsleistungen erhalten hat und nicht damit gerechnet werden kann, dass sie in Zukunft für ihren Lebensunterhalt sorgen wird (Urteile 2C_13/2018 vom 16. November 2016 E. 3.2; 2C_395/2017 vom 7. Juni 2018 E. 3.1; 2C_949/2017 vom 23. März 2018 E. 4.1). Bei der Beurteilung, ob eine konkrete Gefahr der Fürsorgeabhängigkeit der Familienzusammenführung entgegensteht, darf nicht auf blosse Hypothesen und pauschalisierte Gründe abgestellt werden (Urteile 2C_730/2018 vom 20. März 2019 E. 4.2; 2C_900/2014 vom 16. Juli 2015 E. 2.2).