Citation: 6B_1350/2020 E. 2.3

2.3. Die vorstehend wiedergegebenen Erwägungen verdienen Zustimmung. Die Beschwerdeführer bringen nichts vor, womit sich die Vorinstanz nicht auseinandergesetzt hätte oder was deren Auffassung als bundes- oder völkerrechtswidrig erscheinen liesse. Zunächst ist unbestritten, dass die Kinder der Beschwerdeführerin 1 bei deren Strafantritt von ihr getrennt und drittplatziert würden. Daraus kann jedoch - entgegen der Auffassung der Beschwerdeführer - nicht geschlossen werden, dass sich die Vorinstanz nicht mit der Frage des Kindeswohl aus Sicht der Kinder befasst und deshalb deren rechtliches Gehör verletzt sowie den Sachverhalt unvollständig festgestellt hätte. Sie führt im Gegenteil nachvollziehbar und zutreffend aus, dass sich der bevorstehende Strafvollzug angesichts der in Rechtskraft erwachsenen Verurteilung aus dem Jahre 2017 sowie der mehreren Beschwerdeverfahren betreffend die Vollzugsanordnung seit langem abzeichnete und dass der Beschwerdeführerin 1 mehr als genug Zeit gegeben wurde, um eine geeignete Platzierung für die Kinder zu organisieren. Dies gilt auch für die nun geltend gemachte Kontaktpflege und alternative Vollzugsformen. Hierzu diente, wie die Vorinstanz unter Hinweis auf das Urteil des Bundesgerichts vom 17. August 2020 zutreffend ausführt, nicht zuletzt der Strafaufschub von 9 Monaten. Ebenso hatten Mutter und Kinder vor diesem Hintergrund ausreichend Zeit, um sich emotional mit der Trennung auseinanderzusetzen und sich darauf einzustellen. Die hier aufgeworfenen Fragen des Kindeswohl bildeten mithin bereits Gegenstand des ersten Beschwerdeverfahrens betreffend den Vollzug. Auch deshalb kann von einer Gehörsverletzung keine Rede sein. Soweit die Beschwerdeführer in diesem Zusammenhang eine Verletzung des rechtlichen Gehörs und der UNO-Kinderrechtskonvention rügen, genügt die Beschwerde den gesetzlichen Begründungsanforderungen zudem offensichtlich nicht (oben E. 2.1.2). Darauf ist nicht einzugehen. Ohnehin hat das Bundesgericht im die Beschwerdeführerin 1 betreffenden Urteil vom 17. August 2020 bereits festgehalten, dass die Trennung des Straftäters von seinem Kind eine zwangsläufige, unmittelbar gesetzmässige Folge des Vollzugs der Freiheitsstrafe und der damit verbundenen Nebenfolgen darstellt und dass weder die Bestimmungen der Bundesverfassung noch jene der Kinderrechtskonvention und der anderen menschenrechtlichen Übereinkommen den Vollzug der gesetzmässigen Freiheitsstrafe hindern (Urteil 6B_40/2020 vom 17. August 2020 E. 3.2.2 und 3.3.3). Die weiteren Einwände, wonach der Vater des Beschwerdeführers 2 inzwischen verstorben und auch die Beschwerdeführerin 3 aufgrund einer Rückenoperation besonderer Betreuung durch die Beschwerdeführerin 1 bedürfe, sind sodann zum einen nicht neu. Hierzu hat sich die Vorinstanz geäussert und die Einwände nachvollziehbar verworfen. Zum andern ist nicht ersichtlich oder hinreichend dargetan, dass eine geeignete Betreuung nur von der Beschwerdeführerin 1 gewährleistet werden könnte. Angesichts der seit dem Sachurteil verstrichenen Zeit von drei Jahren und des bereits gewährten Strafaufschubs rechtfertigt sich der mit der Nichtwiederherstellung der aufschiebenden Wirkung einhergehende Beginn des Strafvollzugs auch vor dem Hintergrund, dass über die Verhältnismässigkeit der Fristansetzung zum Vollzugsbeginn und über den Vollzug noch nicht endgültig entschieden wurde. Ein weiterer Strafaufschub ist unter Rechtsgleichheitsgesichtspunkten sowie dem Aspekt der Durchsetzung des staatlichen Strafanspruchs kaum zu rechtfertigen. Jedenfalls aber verletzt die Vorinstanz das ihr zustehende Ermessen nicht, wenn sie den öffentlichen Interessen am sofortigen Vollzug gegenüber denjenigen der Beschwerdeführer den Vorrang gibt und der Beschwerde die aufschiebende Wirkung verweigert, resp. diese nicht wieder herstellt. Daran ändert nichts, dass offenbar noch kein geeigneter Betreuungsplatz für den Beschwerdeführer 2 gefunden wurde und es deshalb eventuell zu einer - vorübergehenden - Trennung auch der Geschwister kommen könnte. Auch ist nicht ersichtlich, dass die Vorinstanz wesentliche Aspekte ausser Acht gelassen hätte. Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführer kann mit Blick auf den bisherigen Verfahrensgang ferner keine Rede davon sein, dass die Verweigerung der aufschiebenden Wirkung im vorliegenden, zweiten Vollzugsverfahren stossend wäre. Unerfindlich ist schliesslich, inwiefern die Vorinstanz in Bezug auf die Rechte der Beschwerdeführer 2 und 3 resp. das geltend gemachte Kindeswohl eine Rechtsverweigerung begangen haben soll, indem sie "die Frage der aufschiebenden Wirkung abgewiesen habe, als wäre sie nicht auf die Beschwerde eingetreten oder als wäre der Endentscheid bereits ergangen". Wie dargestellt, hat die Vorinstanz den Aspekt des Kindeswohl gebührend berücksichtigt.