Citation: 4A_473/2021 E. 4.2

4.2. Die Vorinstanz erwog, die von der Beschwerdeführerin geltend gemachten Verrechnungsforderungen erwiesen sich ohne Weiteres als unbegründet. Bei den geforderten Fr. 47'088.-- handle es sich um Mehrkosten, die der Beschwerdeführerin infolge der Ausführung der Schlussmontagearbeiten durch eine Drittfirma entstanden seien. Da die Voraussetzungen für eine Ersatzvornahme nicht erfüllt seien, habe die Beschwerdeführerin die Schlussarbeiten der Beschwerdegegnerin auch nicht entziehen und unter Kostenauflage durch eine Drittfirma ausführen lassen dürfen. Sie habe daher die Mehrkosten selber zu tragen. Auch eine Verrechnung der Mehrkosten infolge Verzugs sei nicht möglich. Die Beschwerdegegnerin habe unbestrittenermassen mehrfach die Ausführung der Schlussarbeiten angeboten und sei daher nicht im Verzug gewesen. Ähnlich verhalte es sich mit den weiteren Fr. 45'000.--, welche die Beschwerdeführerin fordere, so die Vorinstanz. Diese sollen ihr durch den Austausch von Isoliergläsern zur Einhaltung des Minergie-P-Standards entstanden sein. Indessen habe die Beschwerdegegnerin mit Fenstern mit einem g-Wert von 51% ein vertragsgemässes Werk abgeliefert und hätte es in der Verantwortung der Beschwerdeführerin gelegen, sich zu vergewissern, dass ein g-Wert von 51% für die Zertifizierung der Gebäude ausreichen würde. Sie habe daher für die Kosten des Austauschs selber aufzukommen. Hinsichtlich der Kosten für einen neuen energetischen Nachweis fehle es ebenfalls an einem Werkmangel und daher an der Notwendigkeit für die Arbeiten. Soweit die Beschwerdeführerin Mehrkosten der D.________ GmbH von Fr. 10'000.-- geltend mache, substanziiere sie diese nicht. Ebensowenig vermöge sie darzulegen, dass die Parteien die Fertigstellung des Werks per 31. August 2016 vereinbart hätten. Sie behaupte lediglich eine mündliche Übereinkunft, begründe diese aber nicht. Abgesehen davon spreche gegen eine entsprechende Vereinbarung, dass die Beschwerdegegnerin am 15. August 2016 die Lieferung und Montage auf Anfang September 2016 angekündigt, und die Beschwerdeführerin dem nicht widersprochen habe. Da somit keine Fristüberschreitung und keine Vertragsverletzung vorliege, sei auch kein Schadenersatz für Mietzinsausfälle geschuldet. Im Übrigen stelle die Beschwerdeführerin hinsichtlich des Schadens und des Kausalzusammenhangs keine genügenden Behauptungen auf, sodass der Forderung auch bei Vorliegen einer Fristüberschreitung nicht stattzugeben wäre. Dies gelte ebenso für die geltend gemachten Mietzinsreduktionen.