Citation: 6B_1350/2020 E. 2.2

2.2. Die Vorinstanz erkennt nach summarischer Prüfung keine ausserordentlichen und unaufschiebbaren persönlichen Gründe, die einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil mit sich brächten, um einen weiteren Aufschub des Strafantritts der Beschwerdeführerin 1 zu rechtfertigen. Diese sei am 26. Februar 2019 zum Strafantritt per 25. März 2019 aufgefordert worden. Durch die dagegen erhobenen Beschwerden habe sich ihr Strafantritt weiter verzögert. Gemäss kantonalem Justizvollzugsgesetz seien Freiheitsstrafen in der Regel sofort zu vollziehen. Auch das Bundesgericht sei am 17. August 2020 (6B_40/2020) zum Schluss gelangt, dass das Kindeswohl dem Strafvollzug der Beschwerdeführerin 1 nicht entgegen stehe. Ihrer besonderen Situation als alleinerziehende Mutter sei bereits vor der ersten Strafantrittsverfügung durch einen neunmonatigen Strafaufschub Rechnung getragen worden. Angesichts des neu auf den 1. Dezember 2020 festgelegten Strafantritts bleibe der Beschwerdeführerin 1 genug Zeit, den bereits seit geraumer Zeit absehbaren Strafantritt vorzubereiten. Weiter erwägt die Vorinstanz, spätestens nach Abweisung ihrer Beschwerde durch das Bundesgericht habe die Beschwerdeführerin 1 mit einem unmittelbar bevorstehenden Strafantritt rechnen müssen. Durch die Ansetzung des Strafantritts auf den 1. Dezember 2020 habe sie insbesondere noch die Gelegenheit gehabt, am Operationstermin und während des Spitalaufenthalts der Beschwerdeführerin 3 anwesend zu sein und sie in den nachfolgenden Wochen der Genesung zu unterstützen. Soweit die Beschwerdeführerin 1 vorbringe, der Beschwerdeführer 2 sei aufgrund des Todes seines Vaters besonders schutzbedürftig, sei ihr entgegenzuhalten, dass sie noch im ersten Beschwerdeverfahren geltend gemacht habe, der Kontakt zu den Kindsvätern funktioniere überhaupt nicht und der Vater des Sohnes habe sich vor einigen Wochen in die Dominikanische Republik verabschiedet. Bei den sich daraus ergebenden Umständen sei ein weiterer Strafaufschub für die Beschwerdeführerin 1 infolge Wegfalls einer wichtigen Bezugsperson des Sohnes nicht gerechtfertigt, auch wenn diesen der Tod des Vaters zweifellos hart getroffen habe. Ansonsten hätten die Beschwerdeführer keine neuen Tatsachen vorgebracht, welche einen neuerlichen Aufschub des Strafvollzugs rechtfertigen würden. Nachdem seit dem rechtskräftigen Strafurteil bald drei Jahre vergangen seien, das Bundesgericht über den Strafantritt der Beschwerdeführerin 1 rechtskräftig entschieden habe und die Beschwerdeführer nach summarischer Prüfung keine entscheidenden neuen Tatsachen für einen Strafaufschub geltend gemacht hätten, rechtfertige sich ein weiterer Aufschub nicht. Das öffentliche Interesse am Antritt des Strafvollzugs und der Durchsetzung des staatlichen Strafanspruchs überwiege mit Blick auf den Zeitablauf und das Gebot der rechtsgleichen Behandlung. Das Gesuch um Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung sei deshalb abzuweisen.