Citation: I 526/06 31.10.2006 E. 3

Der Invaliditätsgrad der Beschwerdeführerin ist unbestrittenermassen nach der gemischten Methode auf der Grundlage eines erwerblichen Anteils von 80 % und eines Haushaltanteils von 20 % zu ermitteln. 3.1 Die Zusprechung einer halben Rente für die Zeit ab 1. Februar 2000 (Ablauf des Wartejahres [Art. 29 Abs. 1 lit. b und Abs. 2 Satz 1 IVG] seit dem Unfall vom 5. Februar 1999) ist mit Blick auf die medizinischen Unterlagen korrekt. Sie stützt sich auf das Gutachten des Dr. med. C.________ vom 7. Februar 2001, welches der Versicherten mit Bezug auf eine leidensangepasste Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von rund 30 % attestierte. Davon ausgehend ermittelte die IV-Stelle für den erwerblichen Bereich eine Einschränkung von 73 %, entsprechend einem gewichteten Invaliditätsgrad von 58,4 % (73 % x 0,8). Bezüglich des Haushaltanteils gelangte die Abklärungsperson laut Bericht vom 20. Juli 2004 zu einer Einschränkung von 16 % oder gewichtet mit 20 % zu einem Behinderungsgrad von 3,2 %. Dieser wird den rechtsprechungsgemässen Anforderungen (vgl. AHI 2003 S. 218 Erw. 2.3.2 [Urteil S. vom 30. Dezember 2002, I 90/02]) gerecht und ist damit geeignet, den entsprechenden Nachweis zu erbringen. Anhaltspunkte für relevante Fehleinschätzungen bestehen nicht und werden von der Beschwerdeführerin auch nicht geltend gemacht, sodass darauf abgestellt werden kann. Damit ergibt sich bei Gewichtung des erwerblichen Bereichs mit 80 % und des Haushaltbereichs mit 20 % gesamthaft ein Invaliditätsgrad von 62 %. 3.2 Die SUVA sprach der Versicherten - nachdem sie bis 31. Juli 2000 ein Taggeld auf der Basis einer Arbeitsunfähigkeit von 100 % und ab dem 1. August 2000, gestützt auf das Gutachten des Dr. med. C.________ vom 7. Februar 2001, ein solches bei einer Arbeitsunfähigkeit von 70 % ausgerichtet hatte - mit Wirkung ab 1. Februar 2004 eine Rente auf Grund einer Erwerbsunfähigkeit von 26 % zu (Verfügung vom 2. Februar 2004). Dabei stellte sie auf das Gutachten der Neurologischen Klinik des Spitals E.________ vom 11. Juni 2003 und insbesondere das neuropsychologische Teilgutachten vom 13. Mai 2003 ab, wonach in einer angepassten, körperlich leichten Tätigkeit eine volle Arbeitsfähigkeit besteht. 3.3 Gemäss Gutachten der Neurologischen Klinik des Spitals E.________ vom 11. Juni 2003 lautet die Diagnose: Schädelkontusion links und Commotio cerebri, HWS-Distorsionstrauma mittelschweren Grades, milde traumatische Hirnschädigung. Eine Tätigkeit im angestammten Pflegeberuf sei wegen der körperlichen Belastung, vor allem im Bereich der Wirbelsäule, des Fehlens von planbaren regelmässigen Pausen und der Möglichkeit von akuten Notfallsituationen nicht realistisch. Aufgrund der aktuell klar besseren neuropsychologischen Testergebnisse und der nicht mehr nachweisbaren depressiven Reaktion müsse die bisherige Beurteilung der Eingliederungsmöglichkeiten revidiert werden. Mit Blick auf die milden neuropsychologischen Defizite und die geringen somatischen Störungen bestehe eine volle Arbeitsfähigkeit, sofern nicht eine körperliche Belastung mit Heben schwerer Lasten, längeren stereotypen Körperhaltungen oder -bewegungen im Vordergrund stehe. Zudem seien akute Belastungssituationen zu vermeiden. Diesen Anforderungen entspreche beispielsweise die von der Versicherten bereits früher ausgeübte Tätigkeit als Wohnberaterin. Eine solche Beschäftigung sei mit einem Pensum von vorerst 50 % und einer monatlichen Steigerung um 10 % bis hin zu einer vollen Tätigkeit zumutbar. Laut neuropsychologischem Teilgutachten vom 13. Mai 2003, welches auf einer Untersuchung vom 30. April 2003 beruht, liessen sich leichte Beeinträchtigungen im Aufmerksamkeitsbereich, in verschiedenen Gedächtnisleistungen (verbal und nonverbal) und in exekutiven Funktionen feststellen. Im Vergleich zu den neuropsychologischen Untersuchungsbefunden vom 19. Januar 2001 sei jedoch von einer signifikanten Verbesserung in den Aufmerksamkeitsleistungen auszugehen. 3.4 Basierend auf diesen medizinischen Unterlagen lässt es sich nicht beanstanden, wenn IV-Stelle und Vorinstanz ab April 2003 von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit und aufgrund eines Einkommensvergleichs von einer Einschränkung im erwerblichen Bereich von 57 % ausgingen, was bei gleichbleibender Einschränkung im Haushaltbereich einen Gesamtinvaliditätsgrad von 49 % ergab, und die Invalidenrente nach Ablauf von drei Monaten (vgl. Art. 88a Abs. 1 IVV) entsprechend herabsetzten. 3.5 Weiter haben IV-Stelle und Vorinstanz gestützt auf das Gutachten der Neurologischen Klinik des Inselspitals E.________ vom 11. Juni 2003 für die Zeit ab Juni 2003 eine Arbeitsfähigkeit im erwerblichen Bereich von 60 % veranschlagt. Auf das neurologisch-neuropsychologische Gutachten ist entgegen der von der Beschwerdeführerin vertretenen Auffassung abzustellen. Dieses beruht auf allseitigen Untersuchungen bezüglich Allgemein- und Neurostatus sowie in neuropsychologischer Hinsicht und erfolgte unter Beizug des Röntgendossiers. Es beinhaltet eine ausführliche Anamnese, berücksichtigt die geltend gemachten Beschwerden und wurde in Kenntnis der Vorakten abgegeben. Die Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und der Beurteilung der medizinischen Situation leuchtet ein, und die Schlussfolgerungen der Gutachter sind begründet. Die Möglichkeit zur sofortigen Arbeitsaufnahme mit einem Pensum von 50 % und einer monatlichen Steigerung um 10 % bis zur vollen Arbeitsfähigkeit wird damit begründet, dass nur leichte neuropsychologische Defizite und geringe somatische Störungen festgestellt wurden. Demgegenüber beruht die Stellungnahme des Dr. med. C.________ vom 15. Dezember 2003, in welchem die Arbeitsfähigkeit auf 50 % geschätzt wird, nicht auf einer aktuellen eigenen Untersuchung, wie bereits die Vorinstanz richtig festgestellt hat, weshalb ihr in beweisrechtlicher Hinsicht kein erhöhtes Gewicht beigemessen werden kann. Weiter ist darauf hinzuweisen, dass Dr. med. C.________ im Arztbericht vom 13. April 2004 von einer vollen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit ausging.