Citation: 1C_205/2019 E. 3.3

3.3. Die Beschwerdeführerin hält diese Beurteilung der Vorinstanz für willkürlich. Ob ein überwiegendes (bzw. zwingendes) öffentliches Interesse am Verbot der strittigen sexgewerblichen Nutzung bestehe, könne nicht abstrakt beurteilt werden. Vielmehr seien die konkreten Immissionen zu berücksichtigen, sehe doch die neueste bundesgerichtliche Rechtsprechung zur Zulässigkeit von Sexgewerbebetrieben in Wohnzonen eine entsprechende Einzelfallprüfung vor. Die automatische Beurteilung solcher Betriebe als in der Wohnzone störend ohne eine derartige Prüfung - wie sie die Vorinstanz vorgenommen habe - sei angesichts der klaren Stossrichtung der bundesgerichtlichen Rechtsprechung hin zu einem Ermessensentscheid offensichtlich unhaltbar. Sie stehe zudem in klarem Widerspruch zur liberalen Auffassung der Öffentlichkeit bezüglich der Sittenwidrigkeit des Sexgewerbes.