Citation: U 157/04 08.11.2004 E. 3

3.1 Die Vorinstanz erachtet eine ursächliche Bedeutung des Vorfalles vom 6. Juni 2001 für das operativ angegangene Leiden als nicht überwiegend wahrscheinlich und verneint deswegen eine Leistungspflicht des Unfallversicherers. Diese Beurteilung beruht auf einer sorgfältigen Würdigung der im angefochtenen Entscheid einlässlich dargelegten medizinischen Akten und ist nicht zu beanstanden. Hervorzuheben ist, dass gemäss Bericht des Amtsarztes vom 13. Oktober 2001 im Zeitpunkt der Untersuchung vom 25. September 2001 klinisch kein Leistenbruch vorhanden war. Sodann bezeichneten die Ärzte, welche den Eingriff vom 1. Mai 2002 durchführten, aufgrund des Erscheinungsbildes der Hernie eine traumatische Genese als eher fraglich (Operationsbericht vom 4. Juni 2002). 3.2 Was in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde vorgetragen wird, führt zu keinem anderen Ergebnis. 3.2.1 Soweit geltend gemacht wird, der Versicherte sei bis zum Ereignis vom 6. Juni 2001 beschwerdefrei gewesen, ist festzuhalten, dass eine gesundheitliche Schädigung nicht schon deshalb als durch den Unfall verursacht gilt, weil sie nach diesem aufgetreten ist (BGE 119 V 342 Erw. 2b/bb; RKUV 2003 Nr. U 489 S. 359). 3.2.2 Der Beschwerdeführer beruft sich zur Stützung seines Standpunktes sodann auf seinen Hausarzt. Dessen Aussagen bieten aber, abgesehen davon, dass Stellungnahmen von Hausärzten aufgrund deren auftragsrechtlichen Vertrauensstellung zum Patienten ohnehin zurückhaltend zu gewichten sind (BGE 125 V 353 Erw. 3b/cc), auch inhaltlich keinen Anlass für eine von der vorinstanzlichen abweichende Betrachtungsweise: Der Hausarzt konnte bei der Befunderhebung vom 8. Juni 2001 keine Hernie feststellen (Bericht vom 11. Juni 2001). Später äusserte er sich zunächst dahingehend, es habe eventuell eine asymptomatische Leistenhernie vorbestanden (Arztzeugnis vom 19. Mai 2002), um in der Folge auszuführen, die physische Einwirkung bei der Verhaftungsaktion vom 6. Juni 2001 habe zu einer Intensivierung von Beschwerden aus einem vorbestandenen Leistenbruch geführt (Stellungnahmen vom 12. August 2002 und 20. Mai 2003). Diese Aussagen relativierte der Arzt in den letztinstanzlich aufgelegten Stellungnahmen vom 22. April und 6. Mai 2004 wiederum deutlich. Er bestätigte zum einen, dass er bei der Untersuchung vom 8. Juni 2001 keine Hernie habe erkennen können, und zum anderen, dass er von einem vorbestandenen Leistenbruch nichts wisse. Sodann vertrat er die Ansicht, dass nicht die Hernie, sondern die allgemeine Gewebetraumatisierung Ursache der Schmerzen war. Anhaltspunkte dafür, dass das Ereignis vom 6. Juni 2001 zur Verschlimmerung einer (vorbestandenen) Hernie geführt oder eine solche gar hervorgerufen hat, ergeben sich aus den nicht widerspruchsfreien und in Bezug auf die Kausalität des operativ behandelten Leidens weitgehend auf Vermutungen beruhenden Aussagen des Hausarztes nicht. Was die von ihm weiter angesprochene Möglichkeit betrifft, eine allfällige Hernie sei bei der Untersuchung vom 8. Juni 2001 wegen der unmittelbar nach dem Vorfall vom 6. Juni 2001 aufgetretenen Schwellung nicht erkennbar gewesen, hat es mit dem Hinweis sein Bewenden, dass auch bei der amtsärztlichen Abklärung, welche über drei Monate danach stattfand, kein Leistenbruch festgestellt werden konnte. 3.2.3 Von der durch den Beschwerdeführer letztinstanzlich erneut beantragten ergänzenden medizinischen Abklärung ist kein entscheidrelevanter neuer Aufschluss zu erwarten, weshalb davon mit der Vorinstanz in antizipierter Beweiswürdigung (BGE 124 V 94 Erw. 4b; 119 V 344 Erw. 3c; RKUV 2002 Nr. U 469 S. 527 Erw. 2c) abzusehen ist.