Citation: 9C_639/2019 E. 4.3

4.3. Im angefochtenen Entscheid wurde unter Hinweis auf Rechtsprechung und Lehre zutreffend erwogen, dass, sofern eine Verfügung nicht eröffnet wurde, die Rechtsmittelfrist in dem Zeitpunkt zu laufen beginnt, in welchem der Adressat auf andere Weise sichere Kenntnis vom betreffenden Verwaltungsakt erhalten hat und im Besitz sämtlicher für die erfolgreiche Wahrung seiner Rechte wesentlichen Elemente ist. Ab diesem Moment kann erwartet werden, dass die Verfügung innerhalb der nun laufenden Beschwerdefrist angefochten wird (BGE 129 II 193 E. 1 S. 197 f.; 102 Ib 91 E. 3 S. 93 f.; Urteil 1C_150/2012 vom 6. März 2013 E. 2.3 mit Hinweisen; Kneubühler/ Pedretti, in: VwVG, Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren, Kommentar, 2. Aufl. 2019, N. 9 zu Art. 38 VwVG). Als Leitlinie gilt, dass derjenige, der aus einer nicht offiziellen Quelle Kenntnis von einem ihn berührenden Entscheid erlangt, zwar nicht innert Frist seit dieser Kenntnisnahme ein Rechtsmittel ergreifen muss. Allerdings darf er in diesem Fall auch nicht einfach untätig bleiben, sondern hat die je nach den Umständen gebotenen Schritte zu unternehmen (BGE 102 Ib 91 E. 3 S. 94; Urteil 1C_150/2012 vom 6. März 2013 E. 2.3). Verstreicht die entsprechende (Beschwerde-) Frist unbenutzt, gilt das Beschwerderecht als verwirkt und die Verfügung erwächst in formelle Rechtskraft (Moser/Beusch/Kneubühler, Prozessieren vor dem Bundesverwaltungsgericht, 2. Aufl. 2013, N. 2.213 f.; Oliver Zibung, in: Praxiskommentar Verwaltungsverfahrensgesetz, 2. Aufl. 2016, N. 16 zu Art. 50 VwVG mit Hinweisen).