Citation: 1B_16/2019 E. A

Die Staatsanwaltschaft Frauenfeld führt gegen A.________ ein Strafverfahren wegen Vergewaltigung und sexueller Nötigung zum Nachteil von B.________. Am 20. Juni 2018 fand eine polizeiliche Einvernahme von B.________ zur Identifikation des Täters statt. Der Beschuldigte A.________ und sein Verteidiger, Rechtsanwalt Otmar Kurath, befanden sich dabei in einem Nebenzimmer, in das die Einvernahme per Video übertragen wurde. Nach Beginn der Übertragung fotografierte Rechtsanwalt Kurath den Videobildschirm und erstellte auf diese Weise Fotografien, darunter mindestens eine von B.________. Auf Anweisung des die Einvernahme im Nebenraum mitverfolgenden Polizeibeamten stellte Rechtsanwalt Kurath das Fotografieren ein und einigte sich nach eigenen Angaben mit der Oberstaatsanwältin Sandra Streib dahingehend, den Speicherchip mit den Fotos "bis zur Klärung der offenen Fragen" in der Kamera zu lassen, nicht auf dem Computer abzuspeichern und vorläufig auf das Fotografieren von Personen bei parteiöffentlichen Einvernahmen zu verzichten. Am 29. Juli 2018 verpflichtete die Staatsanwaltschaft Rechtsanwalt Kurath unter Androhung der Bestrafung nach Art. 292 StGB, ihr unverzüglich die Speicherkarte mit den Aufnahmen der Videoübertragung samt allen Kopien auszuhändigen und in Zukunft ohne ausdrückliche Einwilligung der Verfahrensleitung das Fotografieren von Verfahrensbeteiligten zu unterlassen. Am 23. Oktober 2018 schützte das Obergericht des Kantons Thurgau die Beschwerde von A.________ und Rechtsanwalt Kurath gegen diese Verfügung insoweit, als es die Androhung einer Bestrafung nach Art. 292 StGB als unverhältnismässig aufhob (Dispositiv-Ziff. 1b). Im Übrigen wies es sie ab, soweit es darauf eintrat.