Citation: 8C_602/2019 E. 5.2.2

5.2.2. Hinsichtlich der psychiatrischen Beurteilung kritisiert die Beschwerdeführerin, es fehle eine hinreichende Auseinandersetzung mit dem Vorgutachten und der Einschätzung des behandelnden Psychiaters. Ihr ist insofern beizupflichten, als sich Dr. med. E.________, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, lediglich auf wenigen Zeilen zu den Einschätzungen in den Vorakten äusserte. Immerhin hielt der Gutachter aber fest, aus psychiatrischer Sicht könne nicht begründet werden, warum der Explorandin eine somatisch angepasste Tätigkeit nicht zugemutet werden könne. Die vom behandelnden Psychiater attestierte 100%ige Langzeitarbeitsunfähigkeit könne nicht bestätigt werden. Ausserdem begründete er, weshalb die in den Vorakten erwähnten Diagnosen einer Angststörung oder Persönlichkeitsstörung nicht gestellt werden könnten. Wie die Vorinstanz zudem zutreffend erkannte, legte Dr. med. E.________ den psychiatrischen Befund und den Schweregrad der depressiven Symptomatik sowie die damit verbundenen Funktionseinschränkungen schlüssig dar, was auch die RAD-Ärztin Dr. med. F.________, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, bestätigt habe. Das psychiatrische Teilgutachten genügt demnach den Anforderungen an die Beweiskraft. Sodann steht die Beurteilung des ABI-Gutachters weitgehend im Einklang mit derjenigen des Vorgutachters Dr. med. B.________ im Jahr 2010, der ebenfalls von einer bloss leichtgradigen psychischen Problematik und fehlenden Chronifizierungstendenzen sprach. Auch er hielt die Beurteilung des behandelnden Psychiaters, der unter anderem eine mittelschwere bis schwere Depression diagnostiziert hatte, für nicht nachvollziehbar. Insgesamt überzeugt die von Dr. med. E.________ im Lichte der Standardindikatoren gemäss BGE 141 V 281 vorgenommene Einschätzung einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht.