Citation: 5A_734/2019 E. 3.4.4

3.4.4. Was die Beschwerdeführerin gegen die Beweiswürdigung und die Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz vorbringt, vermag nicht zu überzeugen. Sie interpretiert die Berichte einfach anders resp. zitiert andere Stellen, vermag aber nicht aufzuzeigen, dass die Vorinstanz die Berichte insgesamt willkürlich gewürdigt hätte. Beispielsweise zitiert sie ausführlich Dr. M.________, den Hausarzt der Beschwerdegegnerin in den 70er-Jahren, welcher die Diagnose stark angezweifelt und vorgeschlagen habe, den Vermerk MS aus der Krankengeschichte zu streichen. Derselbe habe auch auf den Bericht von Dr. J.________ verwiesen, der ebenfalls an der Diagnose gezweifelt habe, da die Patientin bei der neurologischen Untersuchung keine MS-Zeichen gezeigt habe. Sie übergeht aber, dass derselbe Dr. J.________ gemäss Feststellung der Vorinstanz auch geschrieben hatte, dass sich die anamnestischen Angaben mit einer Erkrankung an MS erklären liessen. Die Beschwerdeführerin wirft ihrer Schwester sinngemäss sodann vor, diese habe immer den Arzt gewechselt, wenn einer gemerkt habe, dass sie gar keine MS habe. Aus den Akten ist aber ersichtlich, dass sie teilweise über längere Zeit bei denselben Ärzten in Behandlung war. Im Arztzeugnis vom 5. Februar 1991 der Praxis Dr. K.________/Dr. L.________ wird bestätigt, dass die Beschwerdegegnerin unter einer seit 1962 bekannten multiplen Sklerose leide und seit 1984 in ihrer Praxis in Behandlung sei. Es wird bescheinigt: "Die Patientin versteht sehr gut, leichtere Schübe frühzeitig zu erkennen und durch gewisse Verhaltensregeln zu coupieren. Sie nimmt deshalb auch täglich regelmässig Medikamente ein. Was die Prognose des weiteren Verlaufes der Krankheit anbelangt, können keine sicheren Aussagen gemacht werden.". Auf diesen ebenfalls im angefochtenen Urteil erwähnten Bericht, der klar für eine Erkrankung an MS spricht, geht die Beschwerdeführerin nicht ein. Die von der Beschwerdeführerin dem Bundesgericht eingereichte Beilage "Klara's Krankheitsgeschichte" vermag den von der Vorinstanz festgestellten Sach verhalt und deren Würdigungen ebenfalls nicht in Zweifel zu ziehen. Die Beschwerdeführerin gibt dort einfach ihre eigene Sicht der Dinge wieder, was nicht berücksichtigt werden kann (E. 2.2). Auch soweit die Beschwerdeführerin der Beschwerdegegnerin ein Münchhausen-Syndrom vorwirft, geht die Beschwerde ins Leere. Dem angefochtenen Entscheid lassen sich keine tatsächlichen Hinweise entnehmen, welche darauf schliessen liessen, dass die Beschwerdegegnerin körperliche Beschwerden oder eine Diagnose erfunden hätte und auch die Beschwerde in Zivilsachen zeigt solches nicht auf. Zusammengefasst legt die Beschwerdeführerin nichts dar, das die von der Vorinstanz vorgenommene Beweiswürdigung willkürlich, d.h. auch im Ergebnis offensichtlich unhaltbar und mit der tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch stehend, erscheinen liesse.