Citation: 1B_1/2020 E. 5.2

5.2. Die Vorinstanz ist im angefochtenen Entscheid mit ausführlicher Begründung zum Schluss gekommen, im gegenwärtigen Verfahrensstadium sei von einem dringenden Tatverdacht auf ein Körperverletzungsdelikt des Beschwerdeführers (versuchte schwere Körperverletzung im Sinne von Art. 122 StGB, allenfalls einfache Körperverletzung im Sinne von Art. 123 StGB) auszugehen. Der Beschwerdeführer setzt sich mit ihrer Begründung grundsätzlich nicht näher auseinander und macht geltend, dies erübrige sich, weil sich ein Tatverdacht unter Berücksichtigung der Verletzungsfolgen nur auf Antragsdelikte beziehen könne, der Geschädigte jedoch darauf verzichtet habe, einen Strafantrag zu stellen. Dieser Einwand ist unbegründet. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Beschwerdeführer neben dem Einsatz des Pfeffersprays vor, dem Geschädigten eine Glasflasche wuchtig gegen den Kopf geschlagen zu haben, wobei die Flasche zerborsten sei. Wie die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid zutreffend ausgeführt hat, birgt ein entsprechender Schlag die Gefahr erheblicher und allenfalls auch gefährlicher Schnittverletzungen. Die vom Geschädigten durch den mutmasslichen Schlag tatsächlich erlittene Kopfwunde schliesst eine Beurteilung der dem Beschwerdeführer vorgeworfenen Tat als versuchte schwere Körperverletzung im Sinne Art. 122 StGB - ein Verbrechen im Sinne von Art. 10 Abs. 2 StGB und ein Offizialdelikt - daher nicht von vornherein aus. Der Geschädigte hat im Weiteren in seiner polizeilichen Einvernahme vom 2. November 2019 zwar zunächst erklärt, er werde keinen Strafantrag stellen. Vom einvernehmenden Polizisten auf den definitiven Charakter einer Verzichtserklärung hingewiesen, hat er dann jedoch gesagt, er möchte zuerst darüber nachdenken. Er hat somit, wie die Vorinstanz zutreffend festgestellt hat, nicht auf einen Strafantrag verzichtet, sondern Bedenkzeit gewünscht. Dass es sich dabei um eine polizeilich suggerierte, unerhebliche Relativierung seiner anfänglichen Erklärung gehandelt hätte, wie der Beschwerdeführer vorbringt, ist nicht ersichtlich. Auch wenn von einer einfachen (und nicht von einer versuchten schweren) Körperverletzung ausgegangen würde, stünde demnach, wie die Vorinstanz zu Recht ausgeführt hat, einer Strafverfolgung zumindest derzeit kein Prozesshindernis entgegen, läuft die dreimonatige Frist für die Stellung eines Strafantrags (vgl. Art. 31 StGB) doch noch bis Anfang Februar 2020. In Bezug auf die von Amtes wegen verfolgten einfachen Körperverletzungen im Sinne von Art. 123 Ziff. 2 StGB ist ein solcher Antrag überdies nicht erforderlich.