Citation: 1P.140/2001 26.06.2001 E. 5

5.- Der Beschwerdeführer rügt sodann, das Obergericht habe den Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV) und das in Art. 32 Abs. 2 BV gewährleistete Recht, seine Verteidigungsrechte geltend zu machen, verletzt, indem es seine im Berufungsverfahren gestellten Beweisanträge weitgehend begründungslos abgelehnt habe. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung kann der Strafrichter auf Beweisvorkehren, welche der Angeklagte zu seiner Entlastung beantragt, verzichten, wenn er, ohne in Willkür zu verfallen, zur Auffassung gelangen durfte, die Erhebung weiterer Beweismittel werde an der Würdigung der bereits abgenommenen Beweise voraussichtlich nichts mehr ändern (sogenannte "antizipierte Beweiswürdigung"; BGE 122 II 464 E. 4a; 119 Ib 492 E. 5b/bb S. 505 f.; 115 Ia 97 E. 5b, je mit Hinweisen). Wie in der vorstehenden Erwägung 2 bereits dargelegt wurde, hat das Obergericht die im Berufungsverfahren gestellten Beweisanträge nicht ohne Begründung abgelehnt, sondern kam auch in diesem Zusammenhang seiner aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör fliessenden Begründungspflicht nach. In der Sache durfte das Obergericht, wie vorstehend (Erwägung 4) dargelegt, die Schuld des Beschwerdeführers aufgrund der erhobenen Beweismittel willkürfrei als erwiesen betrachten. Es ist im Lichte dieser Darlegungen nicht ersichtlich, weshalb das Obergericht angesichts der bestehenden Beweislage in Willkür verfallen sein soll, indem es davon ausging, die Erhebung weiterer Beweise, insbesondere eine erneute Einvernahme der Parteien oder die Einvernahme weiterer Zeugen, die den umstrittenen Vorfall nicht direkt beobachtet hätten, werde am Beweisergebnis nichts mehr ändern. Die Vorbringen des Beschwerdeführers sind - in gleicher Weise wie seine Kritik an der Beweiswürdigung des Obergerichts - weitgehend appellatorischer Natur und vermögen den angefochtenen Entscheid nicht als willkürlich erscheinen zu lassen. Das Obergericht hat weder das rechtliche Gehör des Beschwerdeführers noch sein Recht, seine Verteidigungsrechte geltend zu machen (vgl. dazu Botschaft über die neue Bundesverfassung, BBl 1997 I 1 ff., S. 187) verletzt, indem es auf die Erhebung der beantragten Beweise verzichtete.