Citation: U 355/01 15.10.2002 E. 1

1.1 In formeller Hinsicht rügt die Lloyd's, der angefochtene Entscheid sei nicht hinreichend begründet und verletze den Anspruch auf rechtliches Gehör. Eine Auseinandersetzung mit dem Einwand, das psychosoziale Umfeld der Versicherten sei von den Gutachtern übergangen und bei der Beurteilung des Leistungsanspruchs nicht berücksichtigt worden, habe nicht stattgefunden. Zudem habe sich das Gericht nicht mit den Vorbringen zum Umfang der Integritätsentschädigung befasst. 1.2 Wesentlicher Bestandteil des verfassungsmässigen Anspruchs auf rechtliches Gehör bildet die Begründungspflicht. Sie soll verhindern, dass sich die Behörde von unsachlichen Motiven leiten lässt, und der betroffenen Person ermöglichen, die Verfügung oder den Gerichtsentscheid gegebenenfalls sachgerecht anzufechten. Dies ist nur möglich, wenn sowohl die betroffene Person als auch die Rechtsmittelinstanz sich über die Tragweite des Entscheides ein Bild machen können. In diesem Sinn müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf welche sich ihre Verfügung bzw. ihr Urteil stützt. Dies bedeutet indessen nicht, dass sie sich ausdrücklich mit jeder tatbeständlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzen muss. Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken. Die Behörde darf sich nicht damit begnügen, die von der betroffenen Person vorgebrachten Einwände tatsächlich zur Kenntnis zu nehmen und zu prüfen; sie hat ihre Überlegungen der betroffenen Person gegenüber auch namhaft zu machen und sich dabei ausdrücklich mit den entscheidwesentlichen Einwänden auseinanderzusetzen oder aber zumindest die Gründe anzugeben, weshalb sie gewisse Gesichtspunkte nicht berücksichtigen kann (SZS 2001 S. 563 Erw. 3b mit Hinweisen). 1.3 Die Vorinstanz hat sich in ihrem Entscheid ausführlich mit den psychischen Auffälligkeiten der Versicherten befasst und ist dabei gestützt auf die medizinischen Unterlagen zum Schluss gelangt, dass keiner der Ärzte die geklagten Beschwerden nicht (mehr) auf die Distorsionsverletzung, sondern auf ein im Vordergrund stehendes psychisches oder psychosoziales Problem zurückführe. Sie hat auch begründet, weshalb von einer ergänzenden psychiatrischen oder interdisziplinären Begutachtung abgesehen werden könne. Das rechtliche Gehör ist somit nicht verletzt. Das kantonale Gericht hat sodann unter Bejahung des natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfall und den geltend gemachten Beschwerden über die Frage der grundsätzlichen Leistungspflicht der Lloyd's über den 5. November 1995 hinaus befunden und die Sache zwecks Festsetzung der einzelnen Ansprüche - inklusive Integritätsentschädigung - an den Unfallversicherer zurückgewiesen. Auch diesbezüglich liegt somit keine Verletzung der Begründungspflicht vor.