Citation: 4C.325/2005 23.11.2005 E. A

A.C.________ (Kläger) arbeitete zunächst von 1976 bis 1986 für die Einzelfirma A.C.________ und anschliessend bis zum 31. März 2001 für die Nachfolgefirma C.________ AG, wo er über 30 Mitarbeiter leitete und unter anderem - bis am 22. Juli 1999 - für die Unterzeichnung der Arbeitszeugnisse zuständig war. Von diesem Zeitpunkt an stellte D.C.________, der Bruder des Klägers, die Zeugnisse aus. Als der Kläger die C.________ AG verliess, stellten ihm seine Brüder, P.C.________ und D.C.________, ein vom 1. Juni 2000 datiertes Arbeitszeugnis aus. Mit diesem Zeugnis war der Kläger nicht einverstanden. Er verlangte deshalb auf dem Rechtsweg ein besseres Arbeitszeugnis. Als sich der Kläger um die Stelle als Geschäftsführer der Genossenschaft X.________ (Beklagte) bewarb, lag das Urteil des Arbeitsgerichts, mit dem die C.________ AG zur Ausstellung eines besseren Arbeitszeugnisses verpflichtet werden sollte, noch nicht vor. Der Kläger reichte mit seinen Bewerbungsunterlagen dennoch nicht das von seinen Brüdern ausgestellte Arbeitszeugnis vom 1. Juni 2000 ein, sondern ein von ihm selbst verfasstes und von seiner Frau unterzeichnetes Arbeitszeugnis vom 8. Mai 2000. Darin wurden dem Kläger hervorragende Eigenschaften attestiert, welche diesem weder in dem von der Firma C.________ AG ausgestellten Arbeitszeugnis vom 1. Juni 2000 noch in dem durch Urteil des Arbeitsgerichts des Kantons Luzern vom 9. Dezember 2002 angeordneten Zeugnis bescheinigt wurden. Mit Vertrag vom 7. August 2000 wurde der Kläger von der Beklagten als Geschäftsführer angestellt. Mit Schreiben vom 29. Juni 2001 wurde ihm von der Beklagten per 31. Oktober 2001 unter sofortiger Freistellung gekündigt. Da die Kündigung dem Kläger erst anfangs Juli 2001 zugestellt wurde, endete die Kündigungsfrist Ende November 2001. Anfangs August 2001 erhielt die Beklagte Kenntnis vom Arbeitszeugnis der C.________ AG vom 1. Juni 2000 und stellte die Abweichungen von dem ihr vorgelegten Zeugnis vom 8. Mai 2000 fest. Hierauf forderte die Beklagte den Kläger mit Schreiben vom 11. August 2001 zu einer Stellungnahme auf. Nachdem sich der Kläger mit Schreiben vom 5. September 2001 geäussert hatte, erklärte die Beklagte dem Kläger mit Schreiben vom 13. September 2001 die Unverbindlichkeit des gekündigten Arbeitsvertrages.