Citation: 6P.164/2004 05.07.2005 E. 5

5.1 In tatsächlicher Hinsicht ist davon auszugehen, dass das Fahrzeug von Y.________, als es von der Beschwerdeführerin erstmals wahrgenommen wurde, in gleicher Fahrtrichtung wie diese langsam auf der linken Fahrbahnhälfte fuhr, ohne den linken oder den rechten Blinker zu betätigen. Damit bestand nach der zutreffenden Auffassung der kantonalen Instanzen eine unklare Verkehrslage, was übrigens auch die Beschwerdeführerin einräumte, welcher gemäss ihren eigenen Aussagen unklar war, was für ein Manöver der Lenker jenes Fahrzeugs vornehmen wollte. In Anbetracht dieser unklaren Situation musste die Beschwerdeführerin nach der zutreffenden Auffassung der kantonalen Instanzen, zumal keine weiteren Verkehrsteilnehmer in der Nähe waren, ihre Aufmerksamkeit vorrangig auf den Personenwagen von Y.________ richten sowie erstens ihre Geschwindigkeit erheblich reduzieren und sich zweitens möglichst an den rechten Fahrbahnrand halten, weil mit der Möglichkeit zu rechnen war, dass Y.________ nach rechts schwenken könnte, sei es, um auf der Fahrbahnhälfte der Beschwerdeführerin in Richtung Luzernerstrasse zu fahren, sei es, um nach rechts auf den Vorplatz des Kirchenzentrums Höfli abzubiegen. In tatsächlicher Hinsicht ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin stattdessen mit einer Geschwindigkeit von ca. 50 km/h in den Personenwagen von Y.________ hineinfuhr, der zuvor tatsächlich nach rechts geschwenkt war, aber im Kollisionszeitpunkt bereits wieder stillstand und dabei ein wenig in die Fahrbahnhälfte der Beschwerdeführerin ragte, welcher aber genügend Raum für ein Passieren zur Verfügung blieb. 5.2 Inwiefern bei dieser Sachlage die Verurteilung der Beschwerdeführerin wegen Nichtbeherrschens des Fahrzeugs und wegen ungenügenden Rechtsfahrens gegen Bundesrecht verstosse, wird in der Nichtigkeitsbeschwerde nicht dargetan und ist nicht ersichtlich. Die Beschwerdeführerin legt ihren Rügen der Verletzung von Bundesrecht durch unrichtige Anwendung des SVG (Nichtigkeitsbeschwerde Ziff. 11 S. 16 ff.) ihre eigene Version des Geschehens zu Grunde, die von den verbindlichen tatsächlichen Feststellungen der kantonalen Instanzen in unzulässiger Weise abweicht. Abschliessend macht sie allerdings noch geltend, ihre Verurteilung verstiesse auch dann gegen Bundesrecht, wenn mit der Vorinstanz davon ausgegangen würde, dass das Fahrzeug des Unfallbeteiligten im Kollisionszeitpunkt bereits stillgestanden sei. Denn der Unfallbeteiligte habe seinen Wagen derart unvermittelt, unvorhersehbar und rasch auf die Strasse gezogen, dass sie erstens nicht habe damit rechnen müssen und zweitens gar nichts mehr habe unternehmen können (Nichtigkeitsbeschwerde S. 23). Dieser Einwand ist gemäss den vorstehenden Erwägungen unzutreffend.