Citation: 5A_696/2023 E. 2.2.2

2.2.2. Der Beschwerdeführer argumentiere nun, die übrigen Stockwerkeigentümer könnten sich auf den Standpunkt stellen, dass die (Aufhebungs-) Beschlüsse vom 2. Juni 2022 nichtig seien, also würden die angefochtenen Beschlüsse vom 24. August 2020 "wiederaufleben" bzw. diese würden nach wie vor rechtsgültig bestehen, weshalb er ein Interesse daran habe, dass seine Anfechtungsklage nicht als gegenstandslos abgeschrieben, sondern darüber ein Sachurteil gefällt werde. Dieser Argumentation könne indessen nicht gefolgt werden. Die Nichtigkeit sei grundsätzlich immer zu beachten, allerdings gelte der Vorbehalt des Rechtsmissbrauchs. Würden die übrigen Stockwerkeigentümer, wie es der Beschwerdeführer supponiere, zunächst die Rechtskraft des erstinstanzlichen Urteils vom 3. Februar 2023 abwarten und sich dann auf die Nichtigkeit der aufhebenden Beschlüsse vom 2. Juni 2022 berufen, könnte der Beschwerdeführer ihnen das Rechtsmissbrauchsverbot entgegenhalten. Dies mit der Begründung, es ginge nicht an, die Beschlüsse vom 2. Juni 2022 erst stillschweigend zu akzeptieren und dann Jahre später deren Nichtigkeit geltend zu machen, um damit den angefochtenen Beschlüssen vom 24. August 2020, nachdem man sie nach Eintritt der Rechtshängigkeit der Anfechtungsklage zunächst aufgehoben habe, doch wieder Geltung zu verschaffen. Es treffe somit nicht zu, dass der Beschwerdeführer keine Möglichkeit mehr hätte, sich später gegen eine allfällige Durchsetzung der Beschlüsse vom 24. August 2020 seitens der übrigen Stockwerkeigentümer gegen ihn zur Wehr zu setzen.