Citation: 6B_1368/2020 E. 1.6

1.6. Die Vorinstanz würdigt die Beweise ausführlich und sorgfältig. Sie zeigt zunächst nachvollziehbar auf, dass der Beschwerdeführer im Laufe des Verfahrens widersprüchliche Angaben zum Geschehen im Auto gemacht hat und wieso deshalb von den Angaben der Beschwerdegegnerin 2 auszugehen sei, dieser habe im Fahrzeug plötzlich ein Küchenmesser in der Hand gehalten. Wenn die Vorinstanz weiter erwägt, die Beschwerdegegnerin 2 habe in der Folge fluchtartig das Auto verlassen und sei zu ihrem Hauseingang gerannt, übernimmt sie damit nicht unkritisch deren Version, wie der Beschwerdeführer moniert. Vielmehr würdigt sie die Aussagen der Beschwerdegegnerin 2 und erklärt, weshalb der von ihr geschilderte Ablauf logisch an ihr fluchtartiges Verlassen des Autos anknüpft. So sei es nicht nachvollziehbar, weshalb die Beschwerdegegnerin 2 zuerst aus dem Fahrzeug hätte fliehen sollen, dann aber angesichts des behandschuhten und wiederum das Messer in der Hand haltenden Beschwerdeführers hätte stillstehen und sich auf weitere Diskussionen einlassen sollen. Mit dieser vorinstanzlichen Beweiswürdigung setzt sich der Beschwerdeführer nicht substanziiert auseinander. Sodann legt die Vorinstanz schlüssig dar, weshalb sie die Aussagen des Beschwerdeführers als nicht glaubhaft erachtet, wonach die Beschwerdegegnerin 2 einen wechselseitigen Kampf initiiert habe, indem sie den Beschwerdeführer an den Schultern gepackt und gekratzt habe. Diese Version des Tatgeschehens verwirft die Vorinstanz unter Verweis auf das Wissen der Beschwerdegegnerin 2 um die Bewaffnung ihres Verfolgers mit einem Küchenmesser. Dass die Vorinstanz die Aussagen des Zeugen C.________ hierzu selektiv und verzerrt wiedergebe, trifft entgegen der Beschwerde nicht zu. Die Vorinstanz schliesst willkürfrei aus, dass der Beschwerdeführer nach dem Verlassen des Autos zunächst einige Minuten mit der Beschwerdegegnerin 2 diskutierte. Die vom Beschwerdeführer angeführten Aussagen des Zeugen sind für diesen Teil des Geschehens nicht relevant. Die Vorinstanz setzt sich mit den Angaben des Zeugen ausführlich auseinander und berücksichtigt namentlich, dass dieser seine Brille nicht trug, die er wegen einer Kurzsichtigkeit zum klaren Sehen benötigt, und dass die Szene nur von einer Strassenlaterne beleuchtet wurde. Dies erkläre, dass der Zeuge nicht sicher sagen könne, ob die Frau auf dem Rücken oder auf dem Bauch gelegen sei. Entgegen den Vorbringen in der Beschwerde widerlegt diese Zeugenaussage auch nicht klar die Version der Vorinstanz, wonach die Beschwerdegegnerin 2 passiv am Boden gesessen sei, zumal der Zeuge beobachtete, dass ein Mann eine am Boden liegende Frau attackierte und nicht das ganze Geschehen überblicken konnte. Was die der Beschwerdegegnerin 2 zugefügten Verletzungen angeht, legt die Vorinstanz überzeugend dar, wieso sie nicht auf die widersprüchlichen Aussagen des Beschwerdeführers abstellt. Meist habe dieser in Abrede gestellt, die Beschwerdegegnerin 2 überhaupt geschlagen zu haben, aber auch eingeräumt, er könne nicht sagen, dass er dies nicht getan habe. Er habe anfänglich angegeben, nicht mehr genau zu wissen, was passiert sei und was er mit dem Messer gemacht habe. Diese Erinnerungslücken liessen sich nicht mit seinem geringen Alkoholkonsum erklären und deuteten darauf hin, dass er wusste, was er mit dem Messer getan habe, dies aber nicht sagen wolle. Dagegen stützt sich die Vorinstanz unter anderem auf die Aussagen des Zeugen C.________, wonach der Mann mit ruderartigen Schlägen beidhändig auf die Frau eingeschlagen habe, wohl auf deren Kopf, eventuell auch gegen deren Oberkörper. Dass dieser nicht sehen konnte, ob der Beschwerdeführer ein Messer einsetzte oder nicht, lässt sich mit der Vorinstanz ohne Weiteres mit dessen Kurzsichtigkeit, der Dunkelheit und der Distanz zum Geschehen erklären. Die Aussage des Zeugen C.________ spricht nicht gegen die von der Beschwerdegegnerin 2 geschilderte Version der Tatausführung. Dass diese nicht gesehen habe, wie der Beschwerdeführer das Messer gegen sie eingesetzt habe, begründet die Vorinstanz nachvollziehbar mit der von ihr eingenommenen Schutzhaltung. Die Vorinstanz verfällt nicht in Willkür, wenn sie die vom Beschwerdeführer auch vor Bundesgericht vorgetragene Version eines Unfallgeschehens für unglaubhaft hält und verwirft. Es ist nämlich nicht nachvollziehbar, wie ein am Boden liegendes Messer die Stichverletzung am Rücken und die Schnittverletzungen am Hals der sitzenden Beschwerdegegnerin 2 hätte verursachen können. Es ist deshalb nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz davon ausgeht, die Beschwerdegegnerin 2 habe das Küchenmesser nach der Tat in den Händen des Beschwerdeführers gesehen, aber offen lässt, wie genau es dazu kam, dass dieses noch vor dessen Flucht zerbrochen ist. Schliesslich gehen auch die in der Beschwerde vorgebrachten Einwände gegen die vorinstanzliche Würdigung des Aktengutachtens des IRM ins Leere. Die Vorinstanz geht davon aus, dass der Beschwerdeführer etliche Male mit dem Messer in der Hand auf die Beschwerdegegnerin 2 eingeschlagen und dieser so Schnitt- und Stichverletzungen zugefügt habe. Inwiefern dies im Widerspruch zum Gutachten stehen soll, wonach die Verletzungen der Beschwerdegegnerin 2 auf ein dynamisches Geschehen hinweisen und ihr sowohl stehend als auch sitzend zugefügt worden sein konnten, wie der Beschwerdeführer beanstandet, ist nicht nachvollziehbar. Das Gutachten steht denn auch nicht im Widerspruch zu den Aussagen der Beschwerdegegnerin 2. Auch hier setzt sich der Beschwerdeführer nicht substanziiert mit der Beweiswürdigung der Vorinstanz auseinander und vermag nichts vorzubringen, was die Sachverhaltsfeststellungen in Frage stellen könnte.