Citation: 4P.299/2005 31.01.2006 E. 4

In einer zweiten Rüge wird die "Verletzung des rechtlichen Gehörs und Willkür bei der Substanziierungspflicht" geltend gemacht. Das Kantonsgericht habe die Frage der Anforderungen an die Substanziierungspflicht offen gelassen, weil die Beschwerdeführerin nicht dargelegt habe, in welchen Bereichen Bestellungsänderungen und aus welchen konkreten Begebenheiten sie erfolgt seien. Vor allem, wenn aus letzterem Grund eine Klage abgewiesen werde, sei es verfassungswidrig, die Frage der Substanziierung offen zu lassen. Der Vorwurf des Kantonsgerichts an die Beschwerdeführerin, ihre Behauptungslast bezüglich Umfang und Ursache der Mehrforderung ungenügend wahrgenommen zu haben, sei nicht nur unrichtig, sondern offensichtlich unhaltbar, d.h. willkürlich und aktenwidrig. In der Klagbegründung an das Bezirksgericht Liestal sei auf vielen Seiten im Einzelnen dargelegt, worin die Mehrleistungen bestanden hätten. Dabei hätten die Ausführungen in der Klagschrift eine Ergänzung durch die sehr zahlreichen gleichzeitig eingereichten Beilagen erfahren, was nach der ZPO/BL nicht unzulässig sei. Zum Beleg der Aktenwidrigkeit werden in der Beschwerde auf elf Seiten die Ziffern 13 bis 26 der Klagschrift wörtlich zitiert, ohne aber im Einzelnen aufzuzeigen, welche konkreten Behauptungen bezüglich Umfang und Ursache der Mehrforderung das Kantonsgericht willkürlich ausser Acht gelassen haben soll. Darauf ist nicht einzutreten. Es ist nicht Aufgabe des Bundesgerichts, in der (zitierten) Klagschrift und den umfangreichen Klagbeilagen nachzuforschen, welche konkreten Behauptungen zu Umfang und Ursache der Mehrforderung daraus zu entnehmen sind, die das Kantonsgericht aber willkürlich übergangen haben soll. Immerhin zeigt eine Durchsicht der zitierten Ziffern der Klagschrift, dass zwar die angeblich erbrachten und fakturierten Leistungen der Beschwerdeführerin aufgeführt werden, indessen keine Ausscheidung der Mehrleistungen erfolgt, die über die aufgrund des Werkvertrags vom 16. Oktober 1997 zu erbringenden Leistungen hinaus gehen. Entsprechend fehlen Behauptungen zur Ursache solcher Mehrleistungen. Was die umfangreichen Klagbeilagen anbelangt, welche die Ausführungen der Klage ergänzt haben sollen, ist zudem in keiner Weise dargetan, dass das basellandschaftliche Zivilprozessrecht es genügen lässt, wenn die Behauptungen erst den Beilagen entnommen werden können. Im Gegenteil bestimmt § 104 Abs. 2 lit. c ZPO/BL, dass die schriftliche Klage eine "kurze und deutliche Darstellung der Tatsachen, welche das Rechtsbegehren begründen", enthalten soll. Die Behauptungen müssen demnach der Klagschrift selber, nicht erst den Beilagen zu entnehmen sein (Staehelin/Sutter, Zivilprozessrecht, Zürich 1992, § 13 Rz. 8, S. 137). Entsprechend befanden denn auch beide kantonale Instanzen, dass die Klagbegründung die Anforderungen von § 104 Abs. 2 lit. c ZPO/BL mit blossen Verweisen auf Rechnungen und Rapporte nicht erfülle.