Citation: 2C_192/2022 E. 4.4.1

4.4.1. Schliesslich sieht die Importeurin sich in ihrem Anspruch auf Gleichbehandlung im Unrecht verletzt. Dazu ist folgendes zu sagen: Grundsätzlich kann sich eine rechtsuchende Person der korrekten Rechtsanwendung in ihrem Fall nicht mit dem Argument entziehen, das Recht sei in anderen Fällen falsch oder gar nicht angewendet worden. Weicht die Behörde jedoch nicht nur in einem oder in einigen Fällen, sondern in ständiger Praxis vom Gesetz ab, und gibt sie zu erkennen, dass sie auch in Zukunft nicht gesetzeskonform entscheiden werde, so kann die rechtsunterworfene Person gestützt auf Art. 8 Abs. 1 BV verlangen, gleichbehandelt, d.h. ebenfalls gesetzwidrig begünstigt, zu werden. Nur wenn eine Behörde nicht gewillt ist, eine rechtswidrige Praxis aufzugeben, überwiegt das Interesse an der Gleichbehandlung der betroffenen Person gegenüber demjenigen an der Gesetzmässigkeit (BGE 146 I 105 E. 5.2).