Citation: 2C_946/2019 E. 3.2.4

3.2.4. Mit Blick auf diese geteilte Steuerhoheit - die im Bereich der direkten Bundessteuer in der Steuerperiode 2005 nicht bestand - kam das Bundesgericht zum Ergebnis, dass zwischen dem Wohnsitz- und dem Fälligkeitskanton ein besonderes Informationsbedürfnis herrsche. Dem Zuzugskanton komme "faktisch eine Führungsrolle" zu. Sobald der Zuzugskanton bzw. Kanton der persönlichen Zugehörigkeit von einer andernorts zu erfassenden Kapitalleistung aus Vorsorge erfahre, habe er den Fälligkeitskanton ungefragt ins Bild zu setzen, sodass dieser veranlagend tätig werden könne (BGE 142 II 182 E. 3.2.4 S. 195). Daraus folge, dass zumindest im Fall von Kapitalleistungen aus Vorsorge von einer "einheitlichen" Vorgehensweise auszugehen sei. Das Bundesrecht würde vereitelt, wollte man die Handlungen des Kantons der persönlichen Zugehörigkeit in dieser besonderen Konstellation nicht als Bestandteil der Veranlagungstätigkeit des Fälligkeitskantons betrachten. Da der Kanton der persönlichen Zugehörigkeit unter Umständen erst spät - kurz vor Eintritt der Veranlagungsverjährung - von der Kapitalleistung aus Vorsorge erfahre, könnte der Steueranspruch verjähren, ohne dass der Fälligkeitskanton überhaupt etwas hätte vorkehren können. Dies sei nicht die Meinung des einheitlichen Steuerraumes Schweiz (Art. 129 Abs. 1 BV; BGE 142 II 182 E. 3.2.5 S. 195 f.).