Citation: 2C_686/2013 E. 2.4

2.4. Anders verhält es sich bei Umstrukturierungen von Unternehmen. Das Kriterium der wirtschaftlichen Kontinuität stammt aus dem Umstrukturierungsrecht. Es soll dort vor allem die gleichbleibende Funktion der stillen Reserven vor und nach der Umstrukturierung sicherstellen. Das Kriterium der wirtschaftlichen Kontinuität wurde bereits in der älteren Lehre und Rechtsprechung zur direkten Bundessteuer als Voraussetzung für eine steuerneutrale Reservenübertragung erkannt, wie die Beschwerdegegnerin zutreffend darlegt (vgl. MARKUS REICH, Die Realisation stiller Reserven im Bilanzsteuerrecht 1983, S. 164, 192 f., 264; Reich/Duss, Unternehmensumstrukturierungen im Steuerrecht, 1. Teil, 1996, S. 46 ff.; MADELEINE SIMONEK, Verlustverrechnung nach steuerneutraler Fusion - nur bei wirtschaftlicher Kontinuität?, in: Liber amicorum für Martin Zweifel, 2013, S. 94 f.; je mit weiteren Hinweisen). Auch ein Verlust ist mit dem Unternehmen verknüpft, weshalb das Bundesgericht für dessen Anerkennung eine gewisse wirtschaftliche Kontinuität bei der Übertragung eines Betriebes oder Betriebsteils im Rahmen einer Unternehmensumstrukturierung verlangt (Urteil 2C_351/2011 vom 4. Januar 2012 E. 2.2 ff., 3.1, in: ASA 81 S. 390, StR 67/2012 S. 188, StE 2012 B 72.15.2 Nr. 9, RDAF 2012 II 288; HÖHN/WALDBURGER, Steuerrecht, Band II, 9. Aufl. 2002, § 48 Rz. 193 S. 544).