Citation: 2C_528/2020 E. 4.3.4

4.3.4. Ist der migrationsrechtliche Beurteilungsmassstab wie erwähnt strenger, ist es entgegen den Ausführungen in der Beschwerde nicht zu beanstanden, dass bereits im heutigen Zeitpunkt über den Widerruf der Niederlassungsbewilligung und die Wegweisung des Beschwerdeführers entschieden wird. Der Verweis auf BGE 131 II 329, wonach auf eine vernünftige zeitliche Distanz zwischen dem migrationsrechtlichen Entscheid und der strafrechtlichen Entlassung zu achten ist, geht fehl. Denn das Bundesgericht hat in diesem Urteil festgehalten, dass die Umstände des Einzelfalls massgebend sind. Es hat denn auch eine Ausweisung als zulässig erachtet, die rund sechs Jahre vor der frühestmöglichen Entlassung aus dem Strafvollzug angeordnet worden war, da keine Anzeichen vorhanden waren, dass sich die massgebenden Verhältnisse entscheidend verändern würden (Urteil 2C_201/2007 vom 3. September 2007 E. 5). Weiter hat das Bundesgericht erwogen, dass es nicht gegen Landes- und Staatsvertragsrecht verstosse, wenn möglichst früh über aufenthaltsbeendende Massnahmen entschieden werde (BGE 137 II 233). Aufgrund der konkreten Umstände des vorliegenden Falls - namentlich der Schwere der drohenden Rechtsgutverletzungen - gibt es keine Anhaltspunkte, dass sich die hier massgebliche migrationsrechtliche Rückfallgefahr entscheidend verringern könnte.