Citation: 6B_595/2020 E. 2.2.1

2.2.1. Die kantonalen Instanzen stellen in tatsächlicher Hinsicht fest, für die Beschwerdegegnerin 2 seien die zu erwartenden Renditen nicht nur Grund gewesen, vermehrt in Immobilien zu investieren, sondern auch das massgebliche Kriterium für die konkreten Kaufentscheide. Vor diesem Hintergrund hätten die Dokumente "Mietzinsvorschläge nach Sanierung", welche der Mitangeklagte C.________ den anderen beiden Mitgliedern des Anlageausschusses vor dem Entscheid über den Kauf einer Liegenschaft vorgelegt habe und in denen die nach der Sanierung erwarteten Mietzinseinnahmen sowohl pro Wohnung als auch insgesamt aufgeführt gewesen seien, die entscheidende Grundlage für die Kaufentscheide gebildet. Auch wenn lediglich von Mietzins vorschlägen die Rede gewesen sei, sei mit den entsprechenden Renditeberechnungen klar zum Ausdruck gebracht worden, dass die aufgeführten Mieterträge nach Abschluss der Sanierungen auch tatsächlich realisierbar gewesen seien. Zudem hätten die in den "Mietzinsvorschlägen" betragsmässig aufgeführten und später in den Verträgen von der F.________ Hausbau AG angebotenen Mietzinsgarantien für die anderen beiden Anlageausschussmitglieder eine zusätzliche Gewähr dafür gebildet, dass die Angaben zum Mietertrag nach Sanierung realistisch gewesen seien. Die "Mietzinsvorschläge nach Sanierung" seien auch sonst ganz klar auf die Renditeüberlegungen der Beschwerdegegnerin 2 gemünzt gewesen. Die gesamthaften Mietzinseinnahmen seien prozentual ins Verhältnis zum Kaufpreis gesetzt und als Renditen ausgedrückt worden. Die angegebenen Prozentsätze hätten sich alle mehr oder weniger im Bereich von den 6% bewegt, die der Mitangeklagte C.________ im Rahmen der Umsetzung der Anlagestrategie als Zielwert vorgegeben habe. Die Berechnungen seien mithin klar darauf ausgelegt gewesen, den vorgeschlagenen Kaufpreis unter Berücksichtigung dieser internen Vorgaben der Beschwerdegegnerin 2 als angemessene Gegenleistung für die Ertragsliegenschaft darzustellen. Aufgrund der ihnen präsentierten Zahlen, deren Verlässlichkeit durch die verkäuferseitig abgegebenen Mietzinsgarantien zusätzlich bekräftigt worden seien, seien die Mitglieder des Anlageausschusses D.________ und E.________ davon ausgegangen, dass diese Ergebnis seriöser Abklärungen seien. Als Folge davon hätten sie jeweils auch den Kaufpreis, den sie durch eine Kapitalisierung der vorgelegten Mieteinnahmen plausibilisiert hätten, als angemessen erachtet und dem Geschäft zugestimmt. Insgesamt ergebe sich aus den Dokumenten "Mietzinsvorschläge nach Sanierung" und den Aussagen der Beschuldigten, dass es nicht darum gegangen sei, ernsthaft die möglichen Mietzinseinnahmen nach der Sanierung zu ermitteln, sondern in erster Linie darum, den Kaufpreis mit den Renditevorgaben bzw. -erwartungen der Beschwerdegegnerin 2 in Einklang zu bringen und so als plausibel darzustellen. Die dem Anlageausschuss präsentierten Mietzinse nach Sanierung seien in Wirklichkeit indes durchwegs illusorisch und realitätsfremd gewesen und müssten teils sogar als reine Fantasiezahlen bezeichnet werden. Insgesamt gelangt die Vorinstanz zum Schluss, dass die Beschwerdegegnerin 2 für alle fünfzehn Liegenschaftsgeschäfte deutlich zu viel bezahlt habe bzw., soweit diese nicht vollständig abgewickelt worden seien, deutlich zu viel bezahlt hätte. Der Schaden belaufe sich insgesamt auf rund CHF 4,9 Mio., wobei sich dieser bei vollständiger Abwicklung aller Geschäfte mindestens noch um weitere CHF 1,5 Mio. erhöht hätte Daraus müsse geschlossen werden, dass schon die jeweils vereinbarten Kaufpreise bei Vertragsschluss übersetzt gewesen seien, ja zumeist sogar in einem eklatanten Missverhältnis zu den vertraglichen Leistungen der F.________ Hausbau AG gestanden hätten (angefochtenes Urteil S. 67 ff.).