Citation: 2C_522/2024 E. 5.6

5.6. Der Beschwerdeführer macht weiter geltend, die E.________ AG sei im Jahr 2020 besser über die finanziellen Verhältnisse des Darlehensnehmers informiert gewesen als Rechtsanwalt B.________. Die Vorinstanz habe auch nicht konkret aufgezeigt, welche für den Darlehensnehmer schädlichen Informationen im Jahr 2020 von den Anwälten an die E.________ AG hätten fliessen können. Abgesehen davon, dass entsprechende Sachverhaltsfeststellungen dazu fehlen (vgl. E. 2.2 hiervor), geht die Rüge an der Sache vorbei: Aufgrund der steuer- und wirtschaftsrechtlichen Beratung erhielten Rechtsanwalt B.________ und damit mittelbar auch der Beschwerdeführer umfassende Einblicke in die finanziellen Verhältnisse und die Vermögensstruktur des früheren Klienten. Es liegt auf der Hand, dass solche Informationen bei der Durchsetzung der Darlehensforderung von Nutzen sein können (vgl. E. 5.4 hiervor). Die Annahme einer Berufspflichtverletzung setzt nicht voraus, dass sich das aus dem Interessengegensatz ergebende Risiko bereits realisiert und der Rechtsanwalt das Mandat zum Nachteil des (früheren) Klienten ausgeführt hat (BGE 135 II 145 E. 9.1; Urteil 2C_837/2019 vom 29. Januar 2020 E. 5.3). Unzulässig ist vielmehr bereits die konkrete Schaffung einer Interessenkollision (vgl. Urteil 2C_814/2014 vom 22. Januar 2015 E. 4.3.2).