Citation: 6B_1464/2021 E. 3.3.2

3.3.2. Der Beschwerdeführer macht geltend, die Anlasstat sei ein Antragsdelikt. Es könne nicht angehen, dass es die antragsberechtigte Person in der Hand habe, ob ein Ausländer wegen einer Bagatelle des Landes verwiesen werde. Anlasstat für die vorliegende Landesverweisung ist der Diebstahl in Verbindung mit Hausfriedensbruch gemäss Art. 66a Abs. 1 lit. d StGB. Hausfriedensbruch ist gemäss Art. 186 StGB ein Antragsdelikt. Diebstahl wird zum Antragsdelikt, wenn sich die Tat nur auf einen geringen Vermögenswert richtet (Art. 172ter StGB). Ein geringer Vermögenswert liegt vor, wenn der Schwellenwert von derzeit Fr. 300.-- nicht überschritten wird (BGE 121 IV 268; 123 IV 119, 156, 199; BGE 142 IV 134 = Pra. 2016 Nr. 84). Wenn der Vorsatz des Täters auf einen Vermögenswert von mehr als Fr. 300.-- gerichtet war, dann scheidet die Privilegierung aus, selbst wenn er weniger als Fr. 300.-- erbeutet hat. Bei einem Einbruchdiebstahl ist ohne konkrete Gegenzeichen davon auszugehen, dass der Täter einen Deliktsbetrag von über Fr. 300.-- zumindest in Kauf nahm (Philippe Weissenberger, Basler Kommentar, Strafrecht, Band II, 4. Aufl. 2019, N. 37 und N. 40 zu Art. 172ter StGB). Was den Diebstahl betrifft, liegt im vorliegenden Fall entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers kein Antragsdelikt vor. Was den Hausfriedensbruch anbelangt, so steht einer Landesverweisung nicht entgegen, dass es eines Strafantrags bedarf. Denn Hausfriedensbruch ist gemäss Art. 186 StGB stets ein Antragsdelikt, was den Gesetzgeber nicht daran hinderte, ihn in Verbindung mit Diebstahl in Art. 66a Abs. 1 lit. d StGB aufzunehmen.