Citation: I 326/03 29.12.2003 E. 3

3.1 Gemäss Gutachten des Ärztlichen Beobachtungsinstituts Y.________ vom 14. November 2001 liessen sich verschiedene pathologische Befunde objektivieren, die typischerweise im Zusammenhang mit Müdigkeitssymptomen stehen können. Auf Grund dieser Befunde bzw. deren Summierung könne eine gewisse Leistungseinschränkung nachvollzogen werden. Rheumatologisch sei eine ausgeprägte Dekonditionierung und eine Wirbelsäulenfehlhaltung festzustellen, sodass der Explorandin nur körperlich leichte und wechselnd belastende berufliche Tätigkeiten zumutbar seien (mit Vermeidung von Heben und Tragen schwerer Lasten, der repetitiven Durchführung von gleichen Bewegungsmustern, der Einhaltung einer Körperposition über längere Zeit, der Zurücklegung von längeren Lauf- oder Treppenstrecken). Der psychiatrische Experte gab im Teilgutachten vom 18. Oktober 2001 an, die psychiatrischen Befunde seien als relativ diskret einzustufen. Am ehesten sei an eine Neurasthenie zu denken, die die subjektiven Beschwerden (quälende Müdigkeit, Unfähigkeit sich genügend zu entspannen und zu erholen, Schwindelgefühle, Abnehmen des körperlichen Wohlbefindens und Hypersomnie) am Besten zu beschreiben vermöge. Das Konzept des Chronic Fatigue Syndroms lasse sich diesen Aspekten ebenfalls zuordnen. Die Versicherte leide glaubhaft an den angegebenen Beschwerden, andererseits sei es erstaunlich, wie lange sie sich auf die Untersuchungen einlassen könne und dennoch recht vital wirke. Daher könne das subjektive Ausmass der Einschränkung nicht vollständig nachempfunden werden. Gesamthaft gesehen bestehe aus psychiatrischer Sicht eine Arbeitsunfähigkeit von höchstens 50 %. Die Einschränkungen aus somatischer und psychiatrischer Sicht addierten sich nicht. Für körperlich leichte Tätigkeiten bestehe eine Arbeitsfähigkeit von mindestens 50 % ab 31. August 1998. 3.2 Dr. med. G.________ hält in der Stellungnahme vom 22. Dezember 2001 zum Gutachten des Ärztlichen Beobachtungsinstituts Y.________ fest, die Diagnose einer als "chronisch" und sogar "schwer" bezeichneten "Eisenmangelanämie" sei auf Grund der aktuellen und der Vorbefunde in keiner Weise gerechtfertigt. Die widersprüchlichen und der Erfahrung widersprechenden Befunde dürften nicht als Ausschlusskriterien für das Vorliegen eines CFS herangezogen werden. Diese Aussage gelte auch für die Neurasthenie gemäss ICD-Klassifikation, einem wissenschaftlich nicht mehr gebräuchlichen, mehrdeutigen und damit umstrittenen Begriff. Die für das Vorliegen eines CFS erforderlichen Kriterien seien erfüllt, und gestützt auf die Anamnese (Konzentrationsmangel, Gedächtnisschwierigkeiten, rezidivierendes Gefühl eines wunden Halses, häufiges Krankheits- und Fiebergefühl, Muskelschmerzen, Kopfschmerzen, grosses Schlafbedürfnis, grosse und anhaltende Erschöpfung nach körperlichen Anstrengungen) sei die Diagnose gesichert. Eine fachlich kompetente Diagnosestellung wäre vonnöten gewesen. Weiter sei die dringend indiziert gewesene neuropsychologische Untersuchung unterlassen worden.