Citation: 1C_257/2022 E. 5.2

5.2. Es stellt sich jedoch die Frage, ob eine Einsichtnahme in jedem Fall ausgeschlossen ist, wenn feststeht, dass jene öffentlichen Interessen, die gemäss Art. 14 Abs. 3 VBGA zu einer Verlängerung der Schutzfrist geführt haben, auch in Bezug auf das konkrete Dossier vorliegen. Die Vorinstanz bejahte dies. Der Verordnungsgeber habe in Art. 14 Abs. 3 VBGA bereits definiert, welche Geheimhaltungsinteressen er für schützenswert und im Verhältnis zu allfälligen Einsichtsinteressen für überwiegend halte. Seien solche Interessen im konkreten Einzelfall gegeben, sei gleichzeitig auch gesagt, dass der Einsicht entgegenstehende Geheimhaltungsgründe im Sinne von Art. 13 Abs. 1 lit. b BGA vorliegen würden. Eine eigentliche Interessenabwägung sei nicht mehr vorzunehmen. Die Beschwerdeführerin hält dagegen, es sei zwingend eine Interessenabwägung im Einzelfall durchzuführen. Die Tatsache, dass für eine bestimmte Dokumentenkategorie die Schutzfrist verlängert worden sei, spreche zwar für das Vorliegen öffentlicher oder privater Geheimhaltungsinteressen; diese seien aber nicht zwingend überwiegend.