Citation: 5D_52/2022 E. 2.1

2.1. Die Vorinstanz hat dazu erwogen, dass der von beiden Parteien unterzeichnete Mietvertrag vom 31. Oktober 2020 für ein möbliertes Zimmer eine gültige Schuldanerkennung für die in Betreibung gesetzte Miete für den Zeitraum vom 20. April bis 31. Mai 2021 darstelle und dem Betreibenden daher gestützt darauf für Fr. 904.40 die provisorische Rechtsöffnung zu erteilen sei, sofern der Betriebene nicht rechtsgenügliche Einwendungen glaubhaft mache. Dies sei ihm vorliegend nicht gelungen. Es sei unbestritten, dass eine Mietzinsaussetzung zwischen den Parteien mündlich vereinbart und kurz vor Auszug des Betriebenen im undatierten Kündigungsschreiben schriftlich festgehalten worden sei. Strittig sei jedoch deren Umfang. Während der Betreibende die Vereinbarung so verstehe, dass er dem Betriebenen lediglich die noch nicht bezahlten Mieten ab Zeitpunkt der Absprache - mutmasslich Januar 2021 - bis zum Ende der coronabedingten Schliessung der Fitnesscenter erlassen habe, würden der Betriebene und die Erstinstanz sich auf den Standpunkt stellen, dass die Miete für den gesamten Zeitraum der Zwangsschliessung, d.h. vom 22. Dezember 2020 bis und mit 19. April 2021 erlassen worden sei. Anders als die Erstinstanz dies beurteilt habe, spreche der Satz im von beiden Parteien unterzeichneten Kündigungsschreiben, wonach im Zeitraum der Corona-Zwangsschliessung gemäss der Abmachung der Parteien keine Miete fällig geworden sei, nicht gegen die Interpretation des Betreibenden, zumal der Zeitraum der Zwangsschliessung - und damit des Mietzinserlasses - im Kündigungsschreiben nicht datumsgenau festgehalten worden sei. Hingegen sei einfach verständlich und datumsgenau festgehalten worden, dass die Miete ab dem 20. April 2021 bis zum 31. Mai 2021 wieder fällig sei. Ausserdem spreche auch der handschriftliche Vermerk "d.h. 133 % v. Fr. 680.-- ist zu bezahlen" klar dafür, dass die Mietzinse erst ab Februar 2021 - und damit nicht rückwirkend - erlassen worden seien. Schliesslich würden auch die Umstände eindeutig darauf hindeuten, dass der Betreibende den Mietzins mit Wirkung ab 1. Februar 2021 ausgesetzt, nicht aber auch die Miete vom 22. Dezember 2020 bis 31. Januar 2021 erlassen habe. Die Idee hinter der Mietzinsaussetzung sei - unbestrittenermassen - gewesen, dass der Betriebene den Mietvertrag vom 31 Oktober 2020 nicht per Ende Januar 2021 kündigen und nach dem Ende des Lockdowns erneut einen Mietvertrag mit dem Betreibenden abschliessen muss. Ab Wiedereröffnung vom 20. April bis zum 31. Mai 2021 sei die Miete - wie dies im Kündigungsschreiben ausdrücklich festgehalten worden sei - wieder geschuldet. Entgegen der Auffassung der Erstinstanz müsse aus den dargelegten Gründen davon ausgegangen werden, dass lediglich für den Zeitraum vom 1. Februar 2021 bis 19. April 2021 kein Mietzins geschuldet sei, der Betrag von Fr. 904.40 also nicht bereits mit der Bezahlung der Dezember- und Januarmiete getilgt worden sei. Bereits aus diesen Gründen könne der Argumentation der Erstinstanz, wonach kein offener Ausstand auszumachen und die Erteilung der Rechtsöffnung zu verweigern sei, nicht gefolgt werden.