Citation: 6B_1144/2021 E. 1.3

1.3. Die Vorinstanz verneint einen schweren persönlichen Härtefall. Zu den familiären Verhältnissen der Beschwerdeführerin hält die Vorinstanz fest, sie sei verheiratet und lebe mit ihrem Ehemann nach eigenen Aussagen zusammen in U.________; jedoch habe sie auch angegeben eigentlich zu beabsichtigen nach Serbien zurückzukehren, dies vielleicht aber alleine. Wie gut das Verhältnis zwischen den Ehegatten sei, müsse offenbleiben. Weiter führt die Vorinstanz aus, das Ehepaar habe zwei erwachsene Söhne, die beide ebenfalls in der Schweiz lebten. Im Zeitpunkt der erstinstanzlichen Hauptverhandlung hätten die drei Kinder aus erster Ehe des jüngeren Sohnes angeblich mit der Beschwerdeführerin und ihrem Ehemann unter einem Dach gelebt. Das gesetzliche Sorge- und Obhutsrecht gegenüber den drei Kindern stehe aber beiden Elternteilen gemeinsam zu. Offenbar habe sich, zumindest bis zu ihrer Abreise nach Serbien im Jahr vor der vorinstanzlichen Verhandlung, auch die Beschwerdeführerin um ihre Enkelkinder gekümmert. Aktuell kümmere sie sich gemäss eigenen Angaben noch um ihren 14-jährigen Enkel C.________, der nach wie vor mit ihr und ihrem Mann zusammenlebe. Dies mute angesichts ihrer bisherigen Aussagen, wonach drei Enkelkinder bei ihr wohnen würden, zumindest etwas seltsam an, zumal auch bloss noch in Bezug auf den Enkel C.________ die Rede von Autismus gewesen sei. Ganz zu Ende der oberinstanzlichen Befragung habe die Beschwerdeführerin schliesslich noch zu Protokoll gegeben, sie sei die wichtigste Bezugsperson ihres Enkels; dies jedoch erst auf explizite Nachfrage ihres Verteidigers hin und nachdem sie zunächst spontan angegeben habe, sie erachte ihren Sohn und ihren Mann als die wichtigsten Bezugspersonen von C.________ (angefochtenes Urteil S. 32 f.). Weiter erwägt die Vorinstanz, zum jüngeren Sohn der Beschwerdeführerin bestehe primär im Zusammenhang mit dessen Kindern, bzw. wohl vor allem mit dem Enkel C.________, ein engeres Verhältnis. Gegenüber ihren Enkelkindern, insbesondere ihrem Enkel C.________, habe die Beschwerdeführerin denn auch zweifellos eine besondere Stellung; diese seien aber nicht mehr zur Kernfamilie zu zählen. Der Kontakt möge durchaus eng sein, es sei aber nicht so, dass die Enkelkinder bei einer Landesverweisung der Beschwerdeführerin allein dastünden. Weder sei einer der beiden Elternteile dauernd landesabwesend, noch sei einem Elternteil die elterliche Sorge oder Obhut entzogen und der Beschwerdeführerin übertragen worden. Vielmehr habe die Beschwerdeführerin in der vorinstanzlichen Verhandlung selber bestätigt, dass es keinen konkreten Grund gebe, weshalb ihr Enkel C.________ nicht bei seinem Vater wohnen könne. Einzig die Tatsache, dass er sich an das Leben im Haushalt seiner Grosseltern gewöhnt habe, vermöge daran nichts zu ändern. Hinzu komme, dass die Beschwerdeführerin im Laufe des vorherigen Jahres längere Zeit bzw. mindestens während der Dauer von drei Monaten in Serbien gewesen sei; ihr Enkel C.________ sei dabei gemäss ihren eigenen Angaben in der vorinstanzlichen Verhandlung nur zeitweise mit ihr dort gewesen und dann zusammen mit seinem Grossvater zurück in die Schweiz gereist. Es könne somit keine Rede davon sein, dass die Beschwerdeführerin für die Betreuung ihres Enkels unentbehrlich sei. Das von der Verteidigung ins Feld geführte Argument der Vertrauensperson genüge mit anderen Worten alleine - selbst unter Berücksichtigung von Art. 13 BV und Art. 8 EMRK - nicht zur Begründung eines Härtefalls (angefochtenes Urteil S. 33). Schliesslich führt die Vorinstanz aus, selbst dass eine enge Eltern-Kind-Beziehung wegen der Distanz zwischen der Schweiz und dem Heimatstaat praktisch nicht aufrecht erhalten werden könne, lasse gemäss Bundesgericht eine ausländerrechtliche Wegweisung nicht bereits als unverhältnismässig erscheinen. Das gelte umso mehr bei der als strafrechtliche Massnahme ausgestalteten Landesverweisung. A fortiori gelte das für eine Beziehung zwischen Grosseltern und Grosskind. Die Kontaktpflege zu ihren Enkeln sei der Beschwerdeführerin im Übrigen auch bei einer Landesverweisung möglich, sei es direkt anlässlich von gemeinsamen Ferien in Serbien, sei es indirekt mittels Port, Telefon, SMS, WhatsApp, Videotelefonie oder Sprachnachrichten etc. (angefochtenes Urteil S. 33 f.).