Citation: 2C_585/2022 E. 1.2

1.2. Der Beschwerdeführer ist der Auffassung, dass das Bundesgericht im (teilweise) amtlich publizierten Bundesgerichtsurteil 2C_653/2018 vom 26. Juli 2019 (BGE 146 II 150) die Frage offengelassen habe, inwiefern einem Amtshilfeersuchen entsprochen werden dürfe, wenn damit offensichtlich entgegenstehende Grundrechte - namentlich Art. 13 BV, Art. 8 EMRK und Art. 17 des Internationalen Paktes vom 16. Dezember 1966 über bürgerliche und politische Rechte (UNO-Pakt II; SR 0.103.2) - bei der vom Amtshilfeersuchen konkret betroffenen Person individuell verletzt würden. Es gelte deshalb zu klären, ob im Rahmen von Listenersuchen generell das fiskalische Interesse eines Staats höher zu gewichten sei als die Grundrechte der einzelnen betroffenen Person. Dies müsse insbesondere dann gelten, wenn die öffentlichen Interessen eines Staats aufgrund einer bereits eingetretenen "Verfolgungsverjährung" gar nicht mehr bestünden.