Citation: 8C_370/2009 10.09.2009 E. 3

Der Beschwerdeführer war ab 16. April 2007 für die I.________ AG, welche ......... herstellt, im Zwischenverdienst tätig. Angrenzend an die Werkhallen liegt der nicht zum Betrieb gehörende, private Pferdestall des I.________. Am 20. Februar 2008 wurde der Versicherte vom Werkstattleiter der I.________ AG aufgefordert, in diesem Stall Stroh abzuladen. 3.1 Die Vorinstanz nimmt in diesem Zusammenhang an, der Beschwerdeführer habe sich in der Folge geweigert, in den Pferdestall zu gehen und dort zu arbeiten, weil der Stall "etwas Privates" sei. Er habe dem Werkstattleiter gesagt, "dass er das nicht machen werde". Die Arbeitgeberin habe diesen Sachverhalt im Grundsatz bestätigt. Ob der Versicherte in der Folge auf Geheiss der Arbeitgeberin oder auf eigenen Entschluss hin den Arbeitsplatz verlassen habe, könne offen gelassen werden, weil dies für den Ausgang des Verfahrens nicht wesentlich sei. Relevant sei aus arbeitslosenversicherungsrechtlicher Sicht die Weigerung, Stroh abzuladen und der daraus folgende Eintritt der selbstverschuldeten Arbeitslosigkeit. Indem der Beschwerdeführer die ihm aufgetragene, zumutbare Arbeit (unter anderem mit der Begründung, dass der Stall etwas Privates sei, dass er sich als Stallbursche erniedrigt gefühlt und die zugewiesene Tätigkeit nicht seiner üblichen Arbeit entsprochen habe) abgelehnt und durch sein vermeidbares Verhalten seine Arbeitsstelle leichtsinnig aufs Spiel gesetzt habe, habe er die für die Arbeitslosenversicherung grundlegende Schadenminderungspflicht im Sinne von Art. 17 AVIG verletzt. Zudem habe er es offensichtlich unterlassen, die fristlose Kündigung anzufechten, was als Genehmigung zu verstehen sei. Entscheidwesentlich sei in diesem Zusammenhang allerdings nur, dass er durch sein vermeidbares Verhalten den Eintritt der Arbeitslosigkeit selber verschuldet habe und die Arbeitslosenversicherung dafür keine Haftung zu übernehmen habe. In Würdigung aller Umstände sei von einem schweren Verschulden auszugehen, weshalb die Einstellung in der Anspruchsberechtigung von 44 Tagen als angemessen erscheine. 3.2 Der Beschwerdeführer lässt vorbringen, er habe sich geweigert, Stroh im privaten Stall des I.________ abzuladen und habe stattdessen seine gewöhnliche Tätigkeit in der Werkhalle der I.________ AG weitergeführt. Wenig später sei der Personalchef der I.________ AG zu ihm gekommen und habe gesagt, er könne sofort nach Hause gehen, wenn er nicht in den Stall gehe. Der Beschwerdeführer habe eine schriftliche Bestätigung verlangt, diese aber nicht bekommen, worauf er die Arbeitsstelle verlassen habe. Mit Schreiben vom 8. März 2008 habe er seine Arbeit nochmals angeboten, falls es sich bei der Entlassung vom 20. Februar 2008 nicht um eine fristlose, sondern um eine ordentliche Kündigung gehandelt haben sollte. Die I.________ AG habe in ihrem Brief vom 13. März 2008 geantwortet, es sei keine Rede von einer fristlosen Entlassung ihrerseits, vielmehr habe er den Arbeitsplatz aus eigenem Willen verlassen, weil er den ihm erteilten Auftrag nicht habe ausführen wollen. Diese Weigerung werde als Kündigung betrachtet und aufgrund seines Verhaltens sei sie auch nicht mehr bereit, ihn zu beschäftigen. Das kantonale Gericht verkenne, dass es sich beim Strohabladen - im Gegensatz zur Zwischenverdiensttätigkeit in der Werkhalle der I.________ AG - um eine unzumutbare Beschäftigung im Sinne von Art. 16 AVIG handle. Seine Arbeit habe in der Montage von ........, nicht aber im Strohabladen im privaten Stall des I.________ bestanden. Die Anordnung, im Pferdestall Stroh abzuladen, stelle keine berechtigte Weisung der Arbeitgeberin im Sinne von Art. 321d OR dar, da sie keinem dringenden betrieblichen Bedürfnis entsprochen habe. Er habe keine arbeitsvertraglichen Pflichten verletzt und der Arbeitgeberin auch keinen berechtigten Anlass zur Auflösung - schon gar nicht zur fristlosen Auflösung - des Arbeitsverhältnisses gegeben.