Citation: 2P.280/2005 01.03.2006 E. 2

2.1 Gemäss Art. 61 OR können die Kantone Bestimmungen über die Haftung für Schäden aufstellen, welche ihre öffentlichen Angestellten in Ausübung von amtlichen Verrichtungen verursachen. Diese Kompetenz umfasst die Regelung der Modalitäten der Haftung inklusive der Untergangsgründe von Ansprüchen aus dieser Haftung, (vgl. Urteil C.226/1981, in: ZBl 85/1984 S. 82, E. 4d). Der Kanton Solothurn sieht vor, dass der Staat für den Schaden haftet, den ein Beamter in Ausübung seiner amtlichen Tätigkeit Dritten widerrechtlich - mit oder ohne Verschulden - zufügt; der betroffene Beamte kann vom Geschädigten nicht unmittelbar belangt werden (§ 2 des Solothurner Verantwortlichkeitsgesetzes; VG/SO). Diese Haftung erlischt, falls der Geschädigte seine Ansprüche nicht innert eines Jahres seit Kenntnis des Schadens und spätestens 10 Jahre nach der schädigenden Handlung geltend macht (§ 11 Abs. 3 VG/SO). Ist eine Gemeinde betroffen, so hat der Geschädigte sein Schadenersatzbegehren beim Ammannamt zuhanden des Gemeinderats einzureichen (§ 11 Abs. 1 VG/SO). Anerkennt die Gemeinde seinen Anspruch nicht (oder nimmt sie zu diesem nicht innert drei Monaten Stellung), so kann der Geschädigte innert sechs Monaten Klage beim Verwaltungsgericht als einziger Instanz einreichen (§ 11 Abs. 2 VG/SO). Gemäss unbestrittener kantonaler Praxis hat ein Versäumen dieser Klagefrist Verwirkungsfolgen. 2.2 Gemäss den Feststellungen im angefochtenen Entscheid hat der Beschwerdeführer die einjährige relative Verwirkungsfrist gemäss § 11 Abs. 3 VG/SO durch Einreichen eines Schadenersatzbegehrens am 16. April 2003 eingehalten. Das Verwaltungsgericht führt aus, er habe am 16. April 2002 immer noch den vollen Lohn erhalten und aus den damaligen Arztzeugnissen habe sich noch nicht ergeben, dass er dauernd oder zumindest länger als bis zum 31. Juli 2002 - dem Ende des befristeten Anstellungsverhältnisses - arbeitsunfähig sein werde. Damit sei ausgeschlossen, dass er zum damaligen Zeitpunkt bereits ausreichende Kenntnis vom Umfang des Schadens hatte, wie dies Voraussetzung für das Auslösen des Fristenlaufs wäre. Das Verwaltungsgericht hält weiter fest, das Schadenersatzbegehren vom 16. April 2003 habe mittelbar den Fristenlauf gemäss § 11 Abs. 2 VG/SO ausgelöst: Als die Gemeinde die Ansprüche des Beschwerdeführers mit Antwortschreiben vom 20. Mai 2003 zurückgewiesen habe, habe die sechsmonatige Verwirkungsfrist zur Klageeinreichung zu laufen begonnen. Diese sei am 20. November 2003 abgelaufen, weshalb die vom Beschwerdeführer am 30. Juli 2004 erhobene Klage verspätet sei.