Citation: 2A.510/2004 17.09.2004 E. 3

3.1 Der Anspruch des ausländischen Ehegatten eines Schweizers auf Anwesenheitsbewilligung nach Art. 7 Abs. 1 ANAG steht unter dem Vorbehalt, dass die Ehe nicht eingegangen worden ist, um die Vorschriften über Aufenthalt und Niederlassung von Ausländern und namentlich jene über die Begrenzung der Zahl der Ausländer zu umgehen (so genannte Scheinehe oder Ausländerrechtsehe; Art. 7 Abs. 2 ANAG). Aber auch bei einer Ehe, die nicht bloss zum Schein eingegangen worden ist, kann sich die Berufung darauf, um zu einer Anwesenheitsbewilligung zu gelangen, als rechtsmissbräuchlich erweisen (BGE 128 II 145 E. 2.1 S. 151; 127 II 49 E. 4a und 5a S. 55 f., mit Hinweisen). 3.2 Wie das Verwaltungsgericht in für das Bundesgericht verbindlicher Weise (vgl. Art. 105 Abs. 2 OG) festgestellt hat, wurde die Ehe der Beschwerdeführerin bereits rund anderthalb Jahre nach der Heirat gerichtlich getrennt. Diese Trennung dauert nunmehr seit mehr als drei Jahren. Der schweizerische Ehemann hat seinen Wohnsitz in der Schweiz per 15. September 2003 aufgegeben und lebt seither in Brasilien, wo er mit einer anderen Frau eine neue Beziehung eingegangen ist. Unter diesen Umständen ist die Folgerung des Verwaltungsgerichts, mit einer Wiederaufnahme der ehelichen Gemeinschaft könne offenkundig nicht mehr gerechnet werden, nicht zu beanstanden. Dass die Beschwerdeführerin ihrem Ehemann bei der Übersiedlung nach Brasilien behilflich war und dieser nunmehr einen Scheidungsanspruch hätte, den er zurzeit nicht gerichtlich geltend macht, wie die Beschwerdeführerin vorbringt, ist für eine andere Einschätzung der Rechtslage nicht geeignet. Beide Umstände lassen angesichts der übrigen Sachlage nicht darauf schliessen, dass die Ehegatten mit minimaler Wahrscheinlichkeit das Eheleben wieder aufnehmen werden. Das Verwaltungsgericht hat damit zu Recht geschlossen, die Beschwerdeführerin berufe sich im Hinblick auf die Verlängerung ihrer Aufenthaltsbewilligung rechtsmissbräuchlich auf die Ehe.