Citation: 5A_24/2016 E. 4.4.2

4.4.2. Dass der Vorwurf begründet ist, ergibt sich schon aus dem Wortlaut von Art. 125 Abs. 1 ZGB, wonach der gebührende nacheheliche Unterhalt, für den die Ehegatten soweit zumutbar selbst aufzukommen haben, auch eine angemessene Altersvorsorge einschliesst. Daraus folgt, dass der Vorsorgeunterhalt im Bedarf des berechtigten Ehegatten einzuberechnen ist (vgl. URS GLOOR/ANNETTE SPYCHER, in: Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 5. Aufl. 2014, N 4 zu Art. 125 ZGB). Indem das Obergericht die Differenz zwischen den Einkünften und den Lebenshaltungskosten einzig unter Berücksichtigung des Verbrauchsunterhalts der Beschwerdegegnerin ermittelt und den Vorsorgeunterhalt erst im nächsten Schritt hinzuzählt, bürdet es den Vorsorgeunterhalt im Ergebnis ausschliesslich dem Beschwerdeführer auf, ohne die Eigenversorgungskapazität der Beschwerdegegnerin auch bezüglich der Altersvorsorge zu berücksichtigen, wie es Art. 125 Abs. 1 ZGB ausdrücklich vorschreibt. Das ist bundesrechtswidrig. Die Beschwerde erweist sich in dieser Hinsicht als begründet.