Citation: 6B_567/2017 E. 1.2.3

1.2.3. Aufgrund der dargestellten Umstände gelangt die Vorinstanz nachvollziehbar zum Schluss, dass die Frontalkollision unter den gegebenen Umständen nur unter Verzicht auf das Überholmanöver vermeidbar war. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers bedurfte es hierfür keiner spezifischen Vermeidbarkeitsberechnung aus seiner Sicht. Daran ändert auch nichts, dass er nach dem Überholen des ersten Autos auf seine Spur hätte wechseln können, wenn er das entgegenkommende Fahrzeug rechtzeitig gesehen hätte, welch Letzteres er im Übrigen nicht behauptet. Die Vorinstanz verletzt nicht die Unschuldsvermutung als Beweislastregel, wenn sie das Fehlen einer Behauptung als Indiz dafür wertet, der Beschwerdeführer habe das Auto nicht rechtzeitig gesehen. Sie auferlegt ihm damit nicht den Beweis seiner Unschuld (vgl. Urteil 6B_894/2016 vom 14. März 2017 E. 1.3.2 mit Hinweis). Keine willkürliche Sachverhaltsfeststellung ist schliesslich darin zu erblicken, dass die Vorinstanz erwägt, der Beschwerdeführer habe sich bewusst für ein Überholmanöver entscheiden und von Anfang an beide vor ihm fahrenden Fahrzeuge passieren wollen. Für die gegenteilige Annahme liegen keinerlei Hinweise vor, etwa aufgrund von Beteiligtenaussagen, wonach er versucht hätte, zwischendurch auf seine Fahrspur zurückzukehren. Wenngleich auch die Vorinstanz dies für möglich hält, ist ihre anderweitige Annahme nicht unhaltbar (vgl. dazu oben E. 1.1).