Citation: 6B_634/2019 E. 2.4

2.4. Den verschiedenen Schreiben des Service Centers der Post kann einerseits entnommen werden, dass die Beschwerdeführerin mehrmals Reklamationen betreffend Zustellungen anbrachte und sich die Post mehrfach für Versehen ihrerseits entschuldigte. Andererseits geht daraus hervor, dass die Post selbst nicht imstande ist, eine verlässliche Auskunft hinsichtlich der korrekten Zustellung des Strafbefehls vom 24. Oktober 2018 zu geben. Ein Fehler bei der Zustellung des Strafbefehls vom 24. Oktober 2014 scheint soweit zumindest nicht ausgeschlossen. Relativiert wird dies jedoch dadurch, dass aus den übrigen Schreiben der Post, wie bereits von der Vorinstanz ausgeführt, nicht hervorgeht, was konkret beanstandet wurde. Lediglich im Schreiben vom 5. April 2019 wird überhaupt Bezug auf die einschlägige Sendungsnummer genommen und ausgeführt, dass die Abholungseinladung "möglicherweise" in den falschen Briefkasten gelegt wurde. Gegenüber dem Regionalgericht bestätigte die Post hingegen mit Schreiben vom 27. Dezember 2018, dass es bei der fraglichen Sendung zu keinen Unregelmässigkeiten gekommen sei. In ihrer Einsprache vom 22. November 2018 bestätigte die Beschwerdeführerin sodann explizit, die Abholungseinladung Ende Oktober 2018 erhalten zu haben. Die Vorinstanz verletzt kein Bundesrecht, wenn sie gestützt auf die genannten Umstände - wobei wesentlich ist, dass die Beschwerdeführerin selbst angab, die Abholungseinladung Ende Oktober 2018 erhalten zu haben - eine überwiegende Wahrscheinlichkeit von Fehlern bei der Zustellung des Strafbefehls verneint. Die Vorinstanz durfte somit davon ausgehen, dass die Post die Abholungseinladung am 26. Oktober 2018 ordnungsgemäss im Briefkasten der Beschwerdeführerin deponiert hat. Dass die Beschwerdeführerin mit einer Zustellung rechnen musste, wird von der Beschwerdeführerin nicht beanstandet. Die Abholfrist begann somit am 27. Oktober 2018 zu laufen und endete am 2. November 2018. An die Staatsanwaltschaft retourniert wurde die Sendung erst am 5. November 2018. Wäre die Beschwerdeführerin, wie von ihr in der Einsprache vom 22. November 2018 behauptet, umgehend zur Post gegangen, hätte ihr der Strafbefehl noch ausgehändigt werden können und ihr wäre genügend Zeit verblieben, um diesen fristgerecht anzufechten. Die Vorinstanz hat die am 22. November 2018 erhobene Einsprache zu Recht als verspätet taxiert.