Citation: 1C_327/2016 E. B

Am 28. Oktober 2013 stellte A.________ (Bauherr) bei der Gemeinde Siglistorf das Gesuch, auf der Bauparzelle die Erstellung von zwei Doppeleinfamilienhäusern und einem oberirdischen Garagenbau mit acht Einstellplätzen zu bewilligen. B.________, C.________, D.________ und E.________ (Einsprecher) erhoben als Eigentümer bzw. Miteigentümer von an das Baugrundstück angrenzenden Parzellen gegen das Bauprojekt Einwendungen. In der Folge liess der Gemeinderat Siglistorf zum Bauprojekt des Bauherrn einen Ortsbildschutzfachbericht erarbeiten, den das Planungsbüro F.________ am 27. Januar 2014 vorlegte. Ohne die Einsprecher über diesen Bericht zu informieren, wies der Gemeinderat Siglistorf mit Baurechtsentscheid vom 10. Februar 2014 die Einwendungen der Einsprecher ab und erteilte dem Bauherrn die verlangte Baubewilligung mit Bedingungen und Auflagen. Gemäss den speziellen Bedingungen und Auflagen sind dem Gemeinderat rechtzeitig (vor der Bestellung) genaue Muster der vorgesehenen Farben und Materialien (z.B. Fassade, Balkongeländer, Fensterläden, Dachziegel usw.) zur Genehmigung einzureichen und, wenn erforderlich, am Bau grossflächige Muster anzusetzen (Ziff. 3). Gegen diesen Baurechtsentscheid erhoben die Einsprecher beim Departement Bau-, Verkehr und Umwelt (BVU) des Kantons Aargau Beschwerde. Das BVU ersuchte die Sektion Ortsbild, Siedlung und Städtebau (OSS) der Abteilung Raumentwicklung des BVU darum, zur Ortsverträglichkeit des strittigen Bauprojekts einen Fachbericht zu verfassen. Am 16. Juli 2014 erstellte G.________, dipl. Arch. HTL/FH als Fachberaterin der OSS einen entsprechenden Bericht, der zum Ergebnis kam, das Projekt vermöge hinsichtlich der Ortsbildbelange namentlich aufgrund der massiven Geländegestaltung nicht ausreichend zu überzeugen. Der Bericht nannte folgende Punkte, die zu überarbeiten bzw. zu berücksichtigen seien. - Einpassung der Bauten unter Berücksichtigung des natürlichen Geländeverlaufs und des ortsbaulichen Umfelds durch Aufhebung der Parallelstellung der Wohnbauten und Anpassen und Minimierung der Terrainveränderungen zur besseren Einpassung in das Ortsbild und zur Optimierung der Höhenwirkungen der Bauten. - Sorgfältige Gestaltung des Garagenbaus (als einfacher Holz-Unterstand oder mit Holzfassaden/-toren) und des Vorplatzes (mit charakteristischen Freiräumen-Elementen wie Kiesplatz und entsprechender Bepflanzung) als Auftakt. - Die Umgebungsgestaltung ist auf die ortsbauliche Situation abzustimmen und dem Gemeinderat rechtzeitig vor der Ausführung vorzulegen (Bepflanzung, Materialisierung der Beläge, Stützmauern etc.). Dazu empfiehlt sich der Zuzug eines Landschaftsarchitekten. - Zurückhaltende Anwendung von markanten Stilelementen bei den Wohnbauten (Weglassen der Erker und der markanten Eingangsvordächer). - Die Materialisierung und Farbgebung ist dem Gemeinderat rechtzeitig vor der Ausführung vorzulegen. Am 15. Dezember 2014 führte das BVU einen Augenschein durch, an dem sich die Fachberaterin der OSS und ihr Leiter zum Bauprojekt äusserten. In der Folge liess der Bauherr das Bauprojekt unter Berücksichtigung der Angaben der OSS überarbeiten und reichte abgeänderte Projektpläne vom 11. März 2015 ein. Diese Pläne sahen gegenüber dem ursprünglichen Projekt namentlich eine Reduktion der Terrassierung im südlichen Bereich des Baugrundstücks, abgeänderte Erker- und Eingangsvordächer und Änderungen an der Bedeckung des Garagengebäudes vor. An der Ausrichtung der beiden Häuser und ihrer Volumen änderten die neuen Pläne nichts. In ihrem Bericht vom 8. April 2015 kam die Fachberaterin der OSS zum Ergebnis, mit der Überarbeitung sei das Projekt hinsichtlich der Ortsbildbelange insgesamt verbessert worden und passe sich nun genügend in das Ortsbild und die spezifische Umgebung ein. Im Einzelnen führte der zweite Fachbericht namentlich an, dass aus den Unterlagen die Materialisierung des Garagenbaus nicht hervorgehe und dieser aus der Sicht der Fachstelle OSS nur möglich sei, wenn er mit Holz verkleidet werde (inkl. Tore aus Holz). Die (sonstige) Materialisierung und Farbgebung sei für die Einordnung von grosser Bedeutung, weshalb dem Gemeinderat empfohlen werde, sich die Materialisierung und Farbgebung (inkl. Umgebungselemente wie Vorplatzbodenbelag, Geländer) - mit Bemusterung vor Ort - rechtzeitig vor der Ausführung zur Genehmigung vorlegen zu lassen. Mit Schreiben vom 16. April 2015 teilte der Gemeinderat Siglistorf dem BVU mit, dass er sich den Empfehlungen des zweiten Fachberichts anschliessen könne. Mit Eingabe vom 15. Mai 2015 nahmen die Einsprecher zum Fachbericht vom 8. April 2015 Stellung und beantragten dem BVU, der OSS verschiedene Zusatzfragen zu unterbreiten. Das BVU verzichtete auf die Unterbreitung der Zusatzfragen und genehmigte mit Entscheid vom 7. Juli 2015 die vom Bauherrn unterbreitete Planänderungen, wobei es die Baubewilligung vom 10. Februar 2014 in teilweiser Gutheissung der Beschwerde wie folgt anpasste: "III. Beschluss Gestützt auf die vorhandenen Unterlagen und Pläne sowie die Planänderungen vom 11. März 2015 (Plan-Nrn. 1322-01 bis 1322-06) wird der Bauherrschaft die baupolizeiliche Bewilligung zur Erstellung der beiden Doppeleinfamilienhäuser inkl. Garagen auf Parz. Nr. 103 unter folgenden Bedingungen und Auflagen erteilt: (....) Spezielle Bedingungen und Auflagen (...)