Citation: I 948/06 08.02.2007 E. 4

Umstritten sind schliesslich die erwerblichen Auswirkungen der gesundheitlichen Beeinträchtigung. 4.1 Bei der Festsetzung des Valideneinkommens ist - entgegen Vorinstanz und IV-Stelle - nicht vom zuletzt verdienten Lohn auszugehen, da der damalige Arbeitsplatz aufgehoben wurde (Verlegung der Produktion ins Ausland). Wäre die Versicherte gesund geblieben, hätte sie ebenso einen neuen Arbeitsplatz suchen müssen wie jetzt als Teilinvalide. Aus diesem Grund ist von einem hypothetischen Einkommen auf der Basis der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) 2002 auszugehen. Angesichts der beschränkten Verdienstaussichten in dieser Branche und der allgemeinen Tendenz zum Abbau derartiger Arbeitsplätze in der Schweiz kann sodann nicht ohne weiteres angenommen werden, dass sich die Arbeitssuche auf den Bekleidungsbereich beschränkt hätte. Daher ist für die Bemessung des Valideneinkommens vom branchenunspezifischen Tabellenwert ("Total") der im privaten Sektor mit einfachen und repetitiven Tätigkeiten beschäftigten Frauen auszugehen (LSE 2002 S. 43). 4.2 Da die Versicherte keine zumutbare Verweisungstätigkeit aufgenommen hat, ist für die Bestimmung des Invalideneinkommens praxisgemäss ebenfalls auf erwähnten LSE-Tabellenwert abzustellen (vgl. BGE 126 V 76 E. 3b/bb). Weil somit Validen- und Invalideneinkommen aufgrund des gleichen Tabellenlohns festgesetzt werden, erübrigt sich deren genaue Ermittlung; der Invaliditätsgrad entspricht dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichtigung des leidensbedingten Prozentabzugs von 15 % (Urteile V. vom 14. März 2006, I 792/05, E. 3.3, und M. vom 15. April 2003, I 1/03, E. 5.2). Die Bemessung des Abzugs ist nicht zu beanstanden (zur diesbezüglichen Kognition BGE 132 V 399 E. 3.3 am Ende). Damit resultiert ein Invaliditätsgrad von 58 % (50 % + [15 % x 50], Rundung gemäss BGE 130 V 121), was Anspruch auf eine halbe Rente ergibt.