Citation: 8C_202/2024 E. 5.3.7

5.3.7. Auch in Bezug auf den vierten Unfall macht die Beschwerdeführerin geltend, es sei erst der seit der (Wieder) Anstellung im Mai 2021 erzielte Verdienst zu berücksichtigen, weshalb auf das bereits Gesagte (E. 5.3.6 vorne) zu verweisen ist. Anlässlich des vierten Unfalls vom 18. Juni 2021 fand am 24. März 2022 eine Besprechung zwischen dem Versicherten und der Beschwerdegegnerin statt. Diese forderte von ihm weitere Unterlagen bezüglich sämtlicher Unfälle ein (u.a. Arbeitsverträge, Lohnausweise 2017 bis 2021, sämtliche Lohnabrechnungen ab Mai 2017 bis heute, Bilanz- und Erfolgsrechnung ab 2017), die am 3. Mai 2022 nur teilweise bei der Beschwerdegegnerin eingingen. Am 3. Mai 2022 gab der Versicherte persönlich weitere Unterlagen bei der zuständigen Agentur ab, wobei er keine schriftlichen Arbeitsverträge gefunden habe. Die Lohnblätter 2018 bis 2022 waren nicht lesbar. Die gesamthafte Überprüfung des Taggeldanspruchs und damit die Kenntnis eines Rückforderungstatbestandes erlangte die Beschwerdegegnerin mithin nach Erhalt der zuvor mehrfach eingeforderten Unterlagen, die gemäss Auskunft des Versicherten und der Beschwerdeführerin teilweise nicht vorhanden gewesen sein sollen oder in unleserlicher Form abgegeben wurden. Noch im Juni 2022 informierte der Versicherte die Beschwerdegegnerin, dass er das Lohnblatt 2017 nicht finden könne. Weitere verlangte Lohnangaben gingen im Juli 2022 ein. Erst anhand dieser vollständigen Unterlagen konnte und musste die Beschwerdegegnerin bei Beachtung der gebotenen und zumutbaren Aufmerksamkeit erkennen, dass die Voraussetzungen für eine Rückerstattung hinsichtlich sämtlicher Unfälle bestehen. Die damit ausgelösten Verwirkungsfristen von Art. 25 Abs. 2 ATSG sind offenkundig gewahrt. Folglich ist der Rückerstattungsanspruch nicht erloschen.