Citation: 1B_340/2018 E. A

Mit Anklageschrift vom 31. Oktober 2017 erhob die Staatsanwaltschaft des Kantons Solothurn gegen A.________ beim Richteramt Thal-Gäu Anklage wegen qualifizierter grober Verletzung der Verkehrsregeln durch Überschreiten der allgemeinen Höchstgeschwindigkeit auf der Autobahn um 110 km/h sowie wegen Führen eines Motorfahrzeugs ohne Ausweis. Am 19. Februar 2018 reichte A.________ ein Sachverständigengutachten ein, gemäss dem er höchstwahrscheinlich nicht der auf den Messfotos abgebildete Fahrer ist. Am 4. Mai 2018 beantragte er die Befragung des Sachverständigen als Zeugen. Staatsanwalt Ravicini beantragte mit Schreiben vom 16. Mai 2018 die Abweisung des Antrags auf Zeugeneinvernahme des Sachverständigen. Zur Begründung führte er aus, das Foto einer Geschwindigkeitsüberwachungsanlage könne vom Gericht mit dem Erscheinungsbild des Beschuldigten verglichen werden, ohne dass es eines Gutachtens bedürfe. Der Beschuldigte habe bereits bei der ersten polizeilichen Kontaktnahme die Gelegenheit gehabt, sich zum Lenker und zum Foto zu äussern, sei aber nicht zur Befragung erschienen. Zuvor habe es aus dem Kreis seiner Angestellten den Versuch gegeben, den Mitarbeiter B.________ als fehlbaren Lenker zu präsentieren, wobei dieser gemäss Aktenlage als Lenker definitiv nicht in Frage komme. Mit anderen Worten habe es im Umfeld des Beschuldigten einen Vertuschungs- und Begünstigungsversuch gegeben, wobei die Auftragserteilung durch den Beschuldigten bloss vermutet werden könne. Dieser sei immerhin bereits einmal wegen falscher Versicherung an Eides statt verurteilt worden. Anlässlich der Hauptverhandlung werde sich das Gericht also unmittelbar Gewissheit über die Identität des Bildes mit dem Beschuldigten verschaffen können - so dieser denn überhaupt erscheine. Sei dies nicht möglich, wäre allenfalls ein Gutachten durch einen neutralen Experten erstellen zu lassen. A.________ stellte am 24. Mai 2018 beim Amtsgerichtspräsidenten von Thal-Gäu ein Ausstandsgesuch gegen Staatsanwalt Ravicini. Der Amtsgerichtspräsident überwies die Sache der Beschwerdekammer des Obergerichts des Kantons Solothurn. Diese wies das Ausstandsgesuch mit Beschluss vom 13. Juni 2018 ab.