Citation: 6B_445/2009 06.10.2009 E. 4

4.1 Der Beschwerdeführer macht geltend, die Vorinstanz halte die Aussagen von C.________ für glaubhaft, ohne sich detailliert mit diesen zu befassen. Spätestens ab dem Zeitpunkt ihres Nickens liege ihr Einverständnis zum folgenden Analverkehr samt Fesselung vor. Die Vorinstanz übergehe die Tatsache, dass D.________ das Opfer an ihn vermittelt habe. Sie habe dem Opfer vor dem Treffen gesagt, dass er auf härteren Sex stehe, der richtig weh tue. Vor diesem Hintergrund und dem Entgelt von Fr. 1'000.-- seien Analverkehr und Fesselungen vereinbart worden. Das Opfer habe D.________ gegenüber nach dem Vorfall nichts von Handlungen und Fesselungen gegen seinen Willen geäussert, sondern lediglich über die fehlende Bezahlung gesprochen. Es habe auch nicht umgehend Strafanzeige erstattet. Gegen die Glaubhaftigkeit der Aussagen des Opfers spreche, dass es ihm zunächst am Telefon gesagt haben wolle, es mache keinen Oralsex, diesen aber nachher ausgeführt habe. Es habe in seiner Aussage auch vergessen, den Knebel und die Augenbinde zu erwähnen. Ausserdem sei es untypisch für eine sexuell missbrauchte Person, dass das Opfer ihn nach den sexuellen Handlungen gegen seinen Willen noch einmal oral befriedigt habe. Die Vorinstanz habe diese Tatsachen nicht gewürdigt und sei dadurch in Willkür verfallen. Bei korrekter Beweiswürdigung sei er nach dem Grundsatz "in dubio pro reo" freizusprechen. 4.2 Die Vorinstanz hält fest, dass der Beschwerdeführer im Frühjahr 2006 mit C.________ Geschlechtsverkehr in einer Weise vollzog, der nicht von ihrer Einwilligung gedeckt war. Sie hätten lediglich sexuelle Handlungen mit nicht näher definierten Fesselspielen vereinbart. Der mit Halsschlinge, Knebelung und verbundenen Augen ausgeführte Analverkehr sei nicht von ihrem Einverständnis gedeckt. Seine Handlungen hätten nichts mit "sorgfältigem Probieren" des Analverkehrs zu tun. Das Opfer habe die Verhaltensweise des Beschwerdeführers aufgrund der Fesselung, Knebelung und der verbundenen Augen nicht steuern können. Der Beschwerdeführer habe die Grenzen der Einwilligung überschritten, insbesondere, da C.________ das erste Mal Analverkehr praktizierte. Ihr Kopfnicken auf die Frage, ob es noch gehe bzw. ob sie es noch aushalte, sei nicht als Zustimmung zum Analverkehr zu werten. Die Frage habe sich vielmehr auf die Schmerzen und die eingeschränkte Atmung bezogen (angefochtenes Urteil S. 14 f., 18). Aus dem erstinstanzlichen Urteil ergebe sich, dass das Opfer nicht vorbehaltlos in den Analverkehr eingewilligt, sondern bestenfalls erlaubt habe, diesen vorsichtig zu versuchen. In geknebeltem Zustand habe es sich nicht mehr zum praktizierten Verkehr äussern können. Es habe den Kopf geschüttelt, als der Beschwerdeführer anal eingedrungen sei. Als er während des Verkehrs gefragt habe, ob es gehe, habe es genickt, weil es nicht sehr weh getan und um die Bezahlung des Lohnes gefürchtet habe. Es habe aber die Vorgehensweise trotzdem nicht gewollt. Die Knebelung habe eine eindeutige Äusserung zur Fortsetzung des Analverkehrs verhindert. Aufgrund der Halsfessel habe das Opfer ausserdem zeitweise keine Luft bekommen (erstinstanzliches Urteil S. 33 ff.). 4.3 Die Feststellung, das Einverständnis von C.________ zu den vom Beschwerdeführer vorgenommenen sexuellen Handlungen habe gefehlt, ist nicht willkürlich. In gefesseltem und geknebeltem Zustand war es ihr nicht möglich, wirksam gegen die Handlungen des Beschwerdeführers zu opponieren. Selbst wenn das Opfer zu einzelnen anfänglichen Handlungen wie das Fesseln von Händen und Füssen zugestimmt haben mag, war es ihm jedenfalls im Zustand der vollendeten Fesselung, Knebelung und bei verbundenen Augen nicht mehr möglich, sich gegen von ihm nicht gewollte Handlungen zu wehren. Es konnte in dieser Situation weder sprechen noch sich bewegen, ansonsten seine Atmung durch die Halsfessel erschwert wurde. Zutreffend erwägt die Vorinstanz unter Verweis auf das erstinstanzliche Urteil, ein blosses Nicken stelle keine Zustimmung zu den weiteren sexuellen Handlungen dar bzw. der Beschwerdeführer habe dieses Nicken nicht als umfassendes Einverständnis für alle vollzogenen und künftigen sexuellen Handlungen werten dürfen (angefochtenes Urteil S. 14 f, 17 f.; erstinstanzliches Urteil S. 33 ff.). Unter dem vom Beschwerdeführer geäusserten Frage, "ob es noch gehe" bzw. ob sie es "noch aushalte", kann Verschiedenes verstanden werden. Die Würdigung der Vorinstanz, damit habe der Beschwerdeführer nach den Schmerzen und der Atmung gefragt und das Nicken gerade wegen der erschwerten Kommunikation nicht als globales Einverständnis für alle seine Handlungen werten dürfen, ist vertretbar. Die Kritik, die Vorinstanz habe sich nicht mit den Aussagen von C.________ befasst, ist gestützt auf die umfassend vorgenommene Beweiswürdigung offensichtlich unbegründet. Es ist insbesondere zulässig, dass die Vorinstanz nicht weiter auf vom Beschwerdeführer genannte Nebenumstände der Tat eingeht, zumal sie sich nur mit den wesentlichen Umständen auseinandersetzen muss (BGE 133 I 270 E. 3.1 S. 277 mit Hinweisen). Die wesentlichen Umstände beziehen sich vorliegend auf den nicht von der Einwilligung gedeckten Analverkehr mitsamt Fesselung. Richtig ist die Feststellung, dass die Vorinstanz das zugegebenermassen freiwillig erfolgte zweimalige orale Befriedigen des Beschwerdeführers, die am Telefon anfänglich geäusserte Ablehnung von Oralsex, die Kenntnis des Opfers, dass der Beschwerdeführer mit ihrer Kollegin D.________ harten, schmerzhaften Sex ausgeübt hat und den nicht sofort erfolgte Gang zur Polizei nicht in die Beweiswürdigung einbezieht. Lediglich einer besseren Begründung wegen wird aber ein Urteil nicht aufgehoben, solange es im Ergebnis nicht willkürlich erscheint (Urteil 6B_101/2009 vom 14. Mai 2009 E. 3.5). Selbst diese vom Beschwerdeführer genannten Umstände lassen das Ergebnis, die Zustimmung zum Analverkehr und der angewendeten Fesselung habe gefehlt, nicht als schlechterdings unhaltbar erscheinen. Vielmehr spricht die differenzierte Darstellung der Einwilligung, wonach das Opfer zunächst Oralsex abgelehnt, aber dann doch zugestimmt, Analsex hingegen konstant verweigert hat, für dessen Glaubhaftigkeit. Das Opfer schildert dadurch Komplikationen im Handlungsverlauf und stellt seine eigene Handlungsweise nicht im besten Licht dar.