Citation: 6B_388/2021 E. 1.1.3

1.1.3. 1.1.3.1. Die Vorinstanz beurteilt die Aussagen der Beschwerdegegnerin 3, auf die sie im Gegensatz zu jenen des Beschwerdeführers abstellt, als konstant, insgesamt widerspruchsfrei und mit den weiteren Beweismitteln (von der Beschwerdegegnerin 3 an Bekannte versandte WhatsApp- bzw. Textnachrichten betreffend den Vorfall) übereinstimmend (vgl. angefochtener Entscheid E. 4.4.1 ff. S. 19 ff.). Sie kommt zu diesem Schluss gestützt auf eine sogenannte Aussagenanalyse, in welcher sie prüft, ob die auf ein bestimmtes Geschehen bezogenen Angaben der aussagenden Person einem tatsächlichen Erleben entspringen. Diese Prüfung hat sich, wie der Beschwerdeführer richtig hervorhebt, insbesondere auf das Vorhandensein von Realitätskriterien (und umgekehrt auf das Fehlen von Phantasiesignalen) zu erstrecken. Es wird dabei zunächst davon ausgegangen, dass die Aussage gerade nicht realitätsbegründet ist, und erst dann, wenn sich diese Annahme (Nullhypothese) aufgrund der festgestellten Realitätskriterien nicht mehr halten lässt, geschlossen, die Aussage entspreche einem wirklichen Erleben und sei wahr (vgl. dazu BGE 133 I 33 E. 4.3; 129 I 49 E. 5; Urteil 6B_1020/2021 vom 25. Januar 2022 E. 2.3.2; je mit Hinweisen). 1.1.3.2. Es ist nicht erkennbar, dass die Vorinstanz gegen diese Vorgaben willkürlich verstossen hätte. Ihre Beurteilung ist ausführlich und bezieht namentlich den zeitlichen Faktor, den Detailgrad und die Stringenz der Aussagen zum Kern- und Rahmengeschehen, die Art und Weise der Schilderungen, die Umstände bei den Befragungen insbesondere der Beschwerdegegnerin 3 sowie die Kongruenz mit den weiteren (ergänzenden) Beweismitteln mit ein. Unzutreffend ist, dass die Vorinstanz keine Realkennzeichen betreffend die Schilderungen des Kerngeschehens, d.h. des sexuellen Übergriffs im Bett, feststellt. Die Vorinstanz führt insoweit aus, die Beschwerdegegnerin 3 habe konstant erklärt, der Beschwerdeführer sei immer näher gekommen, habe seine Hand auf sie gelegt, sie zuerst am Oberkörper, dem Bauch und schliesslich im Intimbereich angefasst und ihre Hand in seinen Intimbereich gelegt. Die Beschwerdegegnerin 3 habe an der Berufungsverhandlung von sich aus präzisiert, sie sei an der Wand gelegen und er quasi am "Ausgang", also am Rand/Ende des Betts; er sei dann immer näher, d.h. in Richtung Wand, gerutscht. Genauso konstant habe sie geschildert, dass sie den Beschwerdeführer mehrfach weggestossen habe, ihm gesagt habe, sie wolle dies nicht, und versucht habe, ihre Hand wegzuziehen. Es habe aber nichts gebracht, er sei viel grösser und schwerer gewesen; es sei gewesen, als ob man an einem Fels habe rütteln wollen (angefochtener Entscheid E. 4.4.2 S. 23). Sowohl die geschilderten Aussagendetails als auch die Konstanz und (spontane) Erweiterung der Aussagen der Beschwerdegegnerin 3 sind Realitätskriterien bzw. Glaubhaftigkeitsmerkmale (vgl. SCHILLING/HAUCH, Wahrheit oder Lüge - Unterscheidbar?, in: Vuille/Oberholzer/Graf [Hrsg.], Wahrheit, Täuschung und Lüge, Schweizerische Arbeitsgruppe für Kriminologie [SAK], Bd. 33 2016, S. 32 ff.). Die Vorinstanz urteilt nicht willkürlich, wenn sie befindet, die besagten Schilderungen zeugten von real Erlebtem und seien äusserst glaubhaft (angefochtener Entscheid a.a.O.). Die vom Beschwerdeführer angeführten Ungereimtheiten betreffend die Angaben zum Oralverkehr erklärt die Vorinstanz alsdann mit der nicht optimal durchgeführten ersten polizeilichen Einvernahme sowie dem zögerlichen Aussageverhalten und begrifflichen Schwierigkeiten der jungen (sexuell weitgehend unerfahrenen) Beschwerdegegnerin 3 (angefochtener Entscheid E. 4.4.3 f. S. 24 ff.). Inwiefern diese Umstände der Überzeugungskraft der Schilderungen unter Beachtung sämtlicher Aspekte abträglich wäre, zeigt der lediglich die Erklärung der Vorinstanz bemängelnde Beschwerdeführer nicht auf (vgl. dazu E. 1.1.4 unten). Gleiches gilt für seine Kritik an dem von der Vorinstanz als Glaubhaftigkeitsindiz gewerteten Befund, die Aussagen der Beschwerdegegnerin 3 fielen nicht übermässig belastend aus. Die Glaubhaftigkeitsbeurteilung darf und soll sich im Weiteren auch auf nicht direkt mit dem zu beweisenden Sachverhalt zusammenhängende Umstände erstrecken (vgl. KAUFMANN, Das Unmittelbarkeitsprinzip und die Folgen seiner Einschränkung in der Schweizerischen Strafprozessordnung, Diss. Luzern 2012, S. 291 mit Hinweisen). Dass die Vorinstanz Realkennzeichen in den Schilderungen der Beschwerdegegnerin 3 zu den Geschehnissen, die sich vor den sexuellen Handlungen im Bett abgespielt haben, feststellt und zugunsten ihrer Darstellung würdigt (z.B. als detailreich und lebhaft beurteilte Schilderungen des Geschehens im Ausgang und Angaben von unangenehmen Details und Nebensächlichkeiten beim Zubettgehen; vgl. angefochtener Entscheid E. 4.4.2 S. 22 f.), ist daher nicht zu bemängeln. Die Vorinstanz beachtet ferner ebenso gegenteilige Anhaltspunkte, indem sie kleinere Widersprüche anführt und - wie erwähnt - die Auffälligkeiten betreffend den Oralverkehr einlässlich würdigt (vgl. angefochtener Entscheid E. 4.4.2 zweiter Absatz S. 23, E. 4.4.3 S. 24 ff.; vgl. auch E. 1.1.4 sogleich). Eine mit Blick auf die Realkennzeichen willkürliche Würdigung der Aussagen der Beschwerdegegnerin 3 vermag der Beschwerdeführer insgesamt nicht darzutun.