Citation: 9C_659/2019 E. 4.3

4.3. Der Versicherte sieht schliesslich durch die Regelung der Art. 29bis Abs. 1 i.V.m. Art. 3 Abs. 1 AHVG das Diskriminierungsverbot nach Art. 14 EMRK i.V.m. Art. 1 des ersten Zusatzprotokolls zur EMRK verletzt, wobei er letztinstanzlich zusätzlich auf das ausdrückliche Diskriminierungsverbot im zwölften Zusatzprotokoll zur EMRK (vom 4. November 2000) verweist. Diesbezüglich kann auf die vorinstanzliche Erwägung 6.2 verwiesen werden, wonach sich der Beschwerdeführer mangels Ratifizierung des ersten Zusatzprotokolls durch die Schweiz auf dieses nicht berufen kann. Dem ist anzufügen, dass die Schweiz das zwölfte Zusatzprotokoll zur EMRK weder unterzeichnet noch ratifiziert hat, weshalb der Versicherte auch daraus nichts für sich ableiten kann (vgl. zit. Urteil 9C_474/2015 E. 3 mit Verweis auf den Stand der Ratifikationen, abrufbar unter <www.conventions.coe.int>, besucht am 6. November 2019). Art. 14 EMRK enthält kein allgemeines Gleichbehandlungsgebot, sondern ist bei Ungleichbehandlungen aufgrund eines verpönten Merkmals in Zusammenhang mit einem anderen vom Konventionsstaat anerkannten Konventionsrecht anzuwenden (zit. Urteil 9C_474/2015 E. 3 mit Hinweisen; JENS MEYER-LADEWIG/ROMAN LEHNER, Europäische Menschenrechtskonvention, Handkommentar, 4. Aufl. 2017, N. 5 ff. zu Art. 14 EMRK). Welches andere (von der Schweiz anerkannte) Konventionsrecht in concreto betroffen sein soll, legt der Beschwerdeführer nicht dar und ist auch nicht ersichtlich.