Citation: U 369/05 23.11.2006 E. 9.3

9.3.1 Die Versicherte macht wie schon im Einsprache- und im vorinstanzlichen Verfahren auch letztinstanzlich geltend, es sei das Kriterium der iatrogenen Schädigung erfüllt, da die Behandlung durch die Zürich, insbesondere durch den Mitarbeiter I.________, alles andere als dazu angetan gewesen sei, die Unfallleiden zu mildern. Für die Versicherte sei praktisch jede Therapierechnung bzw. Fahrtkostenabrechnung zur Tortur gemacht worden. I.________ habe praktisch jede Abrechnung beanstandet. Sie habe sich auf ein langwieriges Gutachtenprozedere bei dem Zentrum Z.________ einlassen müssen; offensichtlich habe die Zürich aber schon vorher gewusst, dass sie die Leistungen mangels Adäquanz einstellen werde. Im Zusammenhang mit der Begutachtung sei es zu erneuten Ungereimtheiten gekommen, indem I.________ für die Zusatzfragen an den Gutachter eine Kostenverlegung an die Beschwerdeführerin verlangt habe. Erst die Vorgesetzten der Zürich hätten sie vom Druck dieser Kostenbelastung befreit. Nach Eingang des Zentrum Z.________-Gutachtens habe I.________ offensichtlich Druck auf die Experten ausüben wollen, indem er bei seinen Fragen vom 29. August 2003 diese explizit darauf hingeweisen habe, ihre Angaben würden Prof. Dr. med. V.________ vorgelegt. Derartiges mehrfaches Fehlverhalten eines UVG-Mitarbeiters sei so krass, dass dies das Adäquanzkriterium der iatrogenen Schädigung zu erfüllen vermöge. Letztinstanzlich verzichtete die Zürich auf Bemerkungen zu diesem Punkt, da die Ausführungen der Versicherten nicht von ernst zu nehmender Relevanz seien. 9.3.2 Die Erledigung eines Versicherungsfalles, sei es durch die Behandlung als Naturalleistung der Versicherung, sei es durch die Abklärungen der Kreis- und anderen beigezogenen Ärzte, kann zur Verschlimmerung oder Verfestigung psychogener Beschwerden beitragen. Solche Umstände sind gegebenenfalls unter das von der Rechtsprechung im Zusammenhang mit der Beurteilung von Unfällen mittlerer Schwere aufgestellte Zusatzkriterium der ärztlichen Fehlbehandlung mit Verschlimmerung der Unfallfolgen zu subsumieren (SVR 1996 UV Nr. 58 S. 194 Erw. 4e; Urteil G. vom 3. Dezember 2002 Erw. 2.2.6, U 169/02). 9.3.3 Aus den Akten geht hervor, dass im Rahmen der Schadenserledigung generell ein gespanntes Verhältnis zwischen der Zürich und der Versicherten bzw. ihrem Anwalt bestand, was zum Teil aber auch auf die Haltung der beiden Letzteren zurückzuführen ist. Dass die Zürich die ihr eingesandten Rechnungen kritisch prüfte und I.________ am 29. August 2003 gegenüber der Versicherten eine Kostenforderung stellte, die dann mit Schreiben vom 12. September 2003 zurückgenommen wurde, kann vernünftigerweise nicht als iatrogen-artige Schädigung betrachtet werden. Eine solche kann auch nicht aus dem übrigen Verhalten der Zürich-Mitarbeiter abgeleitet werden.