Citation: U 418/06 29.03.2007 E. 5.4

5.4.1 Nach dem Unfall trat beim Versicherten im Weiteren eine ISG- Blockade auf. Nach deren Behandlung durch einen Chiropraktor entwickelte sich im linken Arm sowie in der Schulter-/Nackenregion ein Schmerz- und Verspannungszustand. Dieser offenbar vom linken Schulterblatt ausgehende stechende Schmerz blieb in der Folge bestehen. Die Vorinstanz verneinte den natürlichen Kausalzusammenhang zwischen Unfall und Beschwerden in der linken Schulter, im linken Arm sowie im Nacken-/Hinterkopfbereich, insbesondere auch angesichts der beträchtlichen Latenzzeit zwischen Unfall und Auftreten dieser Beschwerden. Im Lichte der Erkenntnisse der medizinischen Wissenschaft ist die Latenzzeit tatsächlich von Belang. Nach diesen Erkenntnissen treten Beschwerden und Befunde in der Halsregion oder an der Halswirbelsäule erfahrungsgemäss innerhalb einer kurzen Zeitspanne nach dem Unfall auf. Nach vorherrschender medizinischer Lehrmeinung müssen sich Nackenbeschwerden innert einer Latenzzeit von 24 bis höchstens 72 Stunden nach dem Unfall manifestieren, damit der natürliche Kausalzusammenhang mit dem Unfallereignis bejaht werden kann. In der Verwaltungsgerichtsbeschwerde lässt der Versicherte zwar bestreiten, es habe zwischen Unfall und Auftreten dieser Beschwerden eine Latenzzeit bestanden. Aus der ins Recht gelegten Krankengeschichte des Hausarztes Dr. med. I.________ ergibt sich aber, dass der Versicherte erstmals beim Arztbesuch vom 9. Januar 2001 auf den stechenden Schmerz im linken Schulter-/Armbereich hinwies. Die von der Vorinstanz angenommene Latenzzeit von ca. zwei Monaten wird durch den Eintrag in der Krankengeschichte demnach bestätigt. Der Versicherte lässt im Weiteren geltend machen, die Kopf- und Nackenbeschwerden hätten seit dem Unfall bestanden. Angesichts der Tatsache, dass der Versicherte eine Hirnerschütterung erlitt, steht ausser Zweifel, dass er auch unter Kopfschmerzen zu leiden hatte. Der Krankengeschichte lässt sich nun aber entnehmen, dass sich offenbar diese Kopfschmerzen im Laufe des Novembers 2000 gebessert haben. Angesichts dieser Sachlage erscheint es begründet, dass die Vorinstanz gestützt auf die Gutachten G.________ und B.________ die Unfallkausalität der linksseitigen Schulterbeschwerden und auch der Nacken-/Kopfbeschwerden verneint, zumal auch Dr. med. S.________, welchem der Versicherte vom Hausarzt zur neurologischen Abklärung zugewiesen wurde, bereits in seinem Bericht vom 9. März 2001 einen Zusammenhang zwischen dem erlittenen Sturz und dem Schulter-/ Armsyndrom verneinte und für diese Beschwerden eine eingeengte Neuroforamina der Etagen C5/C6 und C6/C7 als Begründung anführte. 5.4.2 An der Einschätzung der fehlenden Unfallkausalität der Beschwerden im oberen Körperbereich vermag auch die anderslautende Auffassung des Gutachters E.________ nichts zu ändern. Nach dessen Beurteilung sind die Nackenbeschwerden, die Hinterkopfschmerzen sowie die Problematik des linken Arms auf die Segmentbewegungsstörung des cervikothorakalen Übergangs einschliesslich der blockierten ersten Rippe beidseits zurückzuführen. Eine Diskussion zur Frage, ob diese Blockierung unfallbedingt ist, fehlt allerdings. Es wird auch keine Würdigung der gemäss anderer ärztlicher Berichten vorhandenen degenerativen Veränderungen vorgenommen. Erst in der Zusammenfassung des Gutachtens wird die Kausalität ohne weitere Begründung bejaht. Auch wenn man die Ursache der Beschwerden im Nacken- und Schulterbereich in dieser Segmentbewegungsstörung sieht, so erscheint es durchaus von Bedeutung, dass sich diese Beschwerden erst einige Zeit nach dem Unfall manifestiert haben und dass andere Faktoren (degenerative Veränderungen) vorhanden sind. Wenn UVG-Versicherer und Vorinstanz deshalb die Kausalität der Beschwerden in der Schulter und im Arm sowie im Nacken-/Hinterkopfbereich verneinen, ist dies nicht zu beanstanden.