Citation: U 320/99 11.05.2001 E. 4

4.- Die Adäquanzbeurteilung durch das kantonale Gericht ist in folgendem Sinne nicht schlüssig. Die Vorinstanz geht davon aus, die Arbeitsfähigkeit sei im Zeitraum vom 7. Mai 1992 bis mindestens 6. November 1995 nicht wesentlich eingeschränkt gewesen. Diese Annahme ist aufgrund der Akten nicht hinreichend gesichert. Es trifft zwar zu, dass Dr. med. T.________ im Bericht vom 9. August 1993 die Frage nach dem Zeitpunkt der Wiederaufnahme der Arbeit in dem Sinne beantwortete, es habe keine Arbeitsunfähigkeit bestanden. Im nächsten ärztlichen Zwischenbericht vom 18. Juli 1994 an die zuständige Kreisagentur gab er jedoch an, die Wiederaufnahme der Arbeit zu 100 % sei auf den 15. Juli 1994 vorgesehen. Und in den weiteren Berichten vom 7. November 1994, 27. März 1995 sowie 15. August 1995 heisst es gleichlautend «Wiederaufnahme der Arbeit zu 100 % seit 16.07.94». Ob in diesen Angaben eine Einschätzung der Arbeitsfähigkeit zu erblicken ist, erscheint fraglich, ebenso, ob der Beschwerdeführer auf diesen Zeitpunkt eine neue Stelle antreten wollte. Ausweislich der Akten war er nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses als Chauffeur bei der Firma D.________ AG arbeitslos, insbesondere auch im Sommer 1994. Indessen ist weder etwas über den Stellenverlust Ende August 1992 bekannt, als der Beschwerdeführer angeblich 100 % arbeitsfähig gewesen war, noch sind Aussagen darüber möglich, ob er in der Folge eine andere Arbeit suchte und wenn ja, aus welchen Gründen er keine neue Anstellung fand. Was die im Sinne des Gesagten unklaren Angaben des Dr. med. T.________ anbetrifft, ist auch von Bedeutung, dass dieser Arzt in den beiden ersten Berichten vom 9. August 1993 und 18. Juli 1994 noch von einer voraussichtlichen Behandlungsdauer von ein bis zwei Monaten resp. einem Monat ausging. Demgegenüber fehlen in den Berichten vom 7. November 1994, 27. März und 15. August 1995 Angaben zu diesem Punkt resp. wird ein Behandlungsbedarf «Je nach Auftreten von Beschwerden» angegeben. Wenn sodann Dr. med. T.________ im Bericht vom 16. November 1995 die Arbeitsunfähigkeit «auch von Seiten des posttraumatischen, cervico-cephalen Syndroms» auf 100 % veranschlagt, kann diese Einschätzung entgegen der Vorinstanz nicht ohne weiteres als nicht schlüssig bezeichnet werden. Im beigelegten Bericht des Spitals X.________ vom 25. September 1995 über die dreiwöchige stationäre Behandlung des Rückenleidens (lumbospondylogenes Syndrom) wird auf die unbedingte Notwendigkeit einer «HWS-Behandlung» hingewiesen. Zur Begründung wird angeführt, das cervico-cephale Syndrom nach HWS-Trauma 1992 limitiere den Patienten mit intermittierend ausgeprägten Nackenschmerzen und wechselhaft ungerichtetem Schwindel. So sei auch die intensive Physiotherapie durch den Schwindel limitiert gewesen. Gemäss Schreiben des Dr. med. T.________ vom 26. September 1995 war wegen erneuter Verschlechterung des cervicalen Schmerzsyndroms im Rahmen der stationären physikalischen Therapie auch diesbezüglich eine Behandlung durchgeführt worden, allerdings mit mässigem Erfolg. Der Kreisarzt schliesslich bezifferte die Arbeitsfähigkeit auf (sicher) 50 % (Bericht vom 27. Dezember 1995), ging also ebenfalls von einer Einschränkung aus. Demgegenüber besteht gemäss Dr. med. U.________ volle Arbeitsfähigkeit (Bericht vom 24. Januar 1996). Es ist somit nicht auszuschliessen, dass bis zum Erlass des Einspracheentscheides am 24. Februar 1997 die Arbeitsfähigkeit unfallbedingt, allenfalls mit Unterbrechungen, eingeschränkt war. Verhält es sich so, ist dem Kriterium der (ungewöhnlich langen) Dauer der ärztlichen Behandlung entgegen kantonalem Gericht ein grösseres Gewicht beizumessen. Gemäss Akten muss der Beschwerdeführer seit dem Unfall Schmerzmittel einnehmen und, wenn auch mit Unterbrüchen, immer wieder physikalisch-therapeutisch behandelt werden, ohne dass sich damit eine dauernde Besserung der Schmerzsituation im Kopf- und Nackenbereich eingestellt hätte. Gemäss Dr. med. T.________ besteht, wie dargelegt, ein ständiger Behandlungsbedarf, je nach Beschwerdeanfall, dies nachdem er zu Beginn noch von einer höchstens ein- bis zweimonatigen Behandlungsdauer ausgegangen war. Diese Prognose wird auch durch den Bericht des Spitals X.________ vom 25. September 1995 bestätigt, wo die «HWS-Behandlung» als unbedingt notwendig bezeichnet wird. Unter diesen Umständen muss die medikamentöse und physikalisch-therapeutische Behandlung der Kopf- und Nackenbeschwerden doch als ungewöhnlich lange bezeichnet werden. Ob das Kriterium «Grad und Dauer der Arbeitsunfähigkeit» erfüllt ist, wird die SUVA nach ergänzenden Abklärungen, u.a. nach Beizug der IV-Akten, im Lichte der Gerichtspraxis zu prüfen haben und gegebenenfalls die Leistungen ab 8. Februar 1996 festsetzen.