Citation: 6P.84/2006 10.07.2006 E. 3

Der Beschwerdeführer macht geltend, dass dem Sachverständigen Walter Fasel seine Aussagen nicht mündlich vorgelesen worden seien und er die Richtigkeit seiner Aussagen nicht mündlich bestätigt habe, wie dies § 151 Abs. 1 Gerichtsverfassungsgesetz des Kantons Zürich (OS 47, 211.1; nachfolgend GVG/ZH) verlange. Seine Aussagen seien daher nicht verwertbar. Indem das Obergericht in seinem Urteil gleichwohl darauf abstelle (angefochtenes Urteil, S. 45), sei es in Willkür verfallen. Die Bestimmungen über die Protokollierung sind grundsätzlich zwingenden Charakters. Ihre Beachtung ist Voraussetzung der Gültigkeit des Protokolls und seiner Verwendung im Prozess. So ist etwa ein vom Zeugen nicht gelesenes Protokoll ungültig (Robert Hauser/Erhard Schweri/Karl Hartmann, Schweizerisches Strafprozessrecht, 6. Auflage, Basel usw. 2005, § 44 N 24 mit Hinweisen). Es kann hier offen gelassen werden, ob das Obergericht die Formvorschriften von § 151 GVG/ZH beachtet hat. Im angefochtenen Urteil wurde nur in einem Punkt auf die Aussagen des Sachverständigen an der Hauptverhandlung abgestellt (angefochtenes Urteil, S. 45). Im Übrigen betont das Obergericht, dass die Befragung des Sachverständigen nichts erbracht habe, was nicht bereits den Akten zu entnehmen wäre (angefochtenes Urteil, S. 11). Entscheidend ist somit, ob die Beweiswürdigung des Obergerichts ohne die dabei verwertete eine Aussage des Sachverständigen im Ergebnis einer Willkürprüfung standhält. Das ist nachfolgend bei der entsprechenden Rüge des Beschwerdeführers zu prüfen (E. 7).