Citation: 5A_536/2023 E. 6

In rechtlicher Hinsicht hat das Verwaltungsgericht unter Verweis auf den diesbezüglich einschlägigen Leitentscheid BGE 142 III 481 zutreffend dargelegt, wie Art. 301a Abs. 2 ZGB anzuwenden ist (dazu E. 8), und vor diesem Hintergrund hat es den relevanten Sachverhalt erstellt, zusammengefasst wie folgt: Wie gestützt auf den Abklärungsbericht des KJD vom 2. September 2022 bereits im Berufungsurteil vom 25. November 2022 festgestellt worden sei, müsse die Beschwerdegegnerin als Hauptbezugsperson des Sohnes gelten. Sie habe sich in der Schweiz als Vollzeitmutter um ihn gekümmert und sei für sein Wohl zuständig gewesen. Gemäss eigenen Angaben habe der Beschwerdeführer in seiner Firma bisher sehr viel gearbeitet. Zwar gebe er nunmehr an, zum Wohl des Kindes weniger arbeiten zu wollen. Die Beschwerdegegnerin sei jedoch seit dessen Geburt keiner Arbeit nachgegangen und habe mithin offenkundig die Rolle der Hauptbezugsperson für das damals einjährige Kind eingenommen, denn es sei schlicht nicht möglich, nach eigener Aussage sehr viel zu arbeiten und sich gleichzeitig hauptsächlich um ein Kind im Säuglingsalter zu kümmern; zudem habe die Beschwerdegegnerin auch gestillt. All das bedeute nicht, dass der Beschwerdeführer keine stabile Bindung mit dem Kind hätte aufbauen können; das, ändere aber nicht an der hauptsächlichen Betreuung durch die Mutter. Entsprechend habe sie mit Entscheid vom 7. September 2022 denn auch die alleinige Obhut über das Kind erhalten; überdies habe das Besuchsrecht des Beschwerdeführers mit superprovisorischer Verfügung vom 22. Dezember 2022 vorübergehend sistiert werden müssen. Soweit der Beschwerdeführer die Aussage der KESB, beide Elternteile seien zu gleichen Teilen erziehungsfähig, in Abrede stelle und vorbringe, die Beschwerdegegnerin sei emotional instabil und mit erzieherischen Aufgaben überfordert, weshalb ein Gutachten nötig sei, so sei bereits im ersten Berufungsverfahren eine durchgängige Disqualifizierung der Beschwerdegegnerin festzustellen gewesen; diese finde jedoch in den behördlichen Abklärungen keine Stütze. Vielmehr werde im Abklärungsbericht des KJD vom 30. Dezember 2022 hervorgehoben, dass es der Beschwerdegegnerin gelinge, trotz der aktuellen Situation eine zuverlässige Bezugsperson für ihren Sohn zu sein und sich adäquat um ihn zu kümmern. Der Bericht empfehle, dass die Bindung des Kindes an die Beschwerdegegnerin als primäre Bezugsperson zu stärken sei und es vor dem elterlichen Konflikt geschützt werden müsse, weshalb einstweilen nur noch begleitete Besuche beim Beschwerdeführer in Obhut der Mutter stattfinden sollten. Gemäss Bericht des KJD vom 30. Dezember 2022 sei C.________ ein aufgeweckter, adäquat entwickelter kleiner Junge, ohne dass Ungewöhnliches auffallen würde; er benötige keine zusätzliche Hilfe, müsse aber unbedingt vor dem elterlichen Konflikt beschützt werden. Soweit der Beschwerdeführer geltend mache, dass das Kind bei der Übergabe an die Mutter jeweils weinerlich werde und sich an ihn klammere, während dies umgekehrt nicht der Fall sei, werde die betreffende Aussage im Bericht vom 30. Dezember 2022 aus dem Kontext gerissen. Der Beschwerdeführer habe jeweils Mühe, sich vom Sohn zu verabschieden, wirke dabei hilflos und nehme ihn auch nach wiederholter Aufforderung zum Abschied wieder in die Arme. Der Besuchsrechtsbegleiter habe sogar die These, dass der Beschwerdeführer absichtlich ein Drama inszeniere, um dieses mit seinen versteckten Kameras heimlich zu filmen. Belegt sei, dass sich der Beschwerdeführer in langjähriger Therapie bei einer Psychiaterin befinde. Dokumentiert sei auch, dass er im Konflikt mit der Beschwerdegegnerin sogar bei begleiteten Übergaben mit seinem impulsiven und unberechenbaren Verhalten das Wohl des Kindes aus den Augen verloren habe. Soweit die Parteien die Vorfälle bei der Übergabe vom 21. Dezember 2022 völlig diametral schildern würden (Vater: er habe das Kind schützen müssen; Mutter: sie habe ihm den Kugelschreiber mit der integrierten Kamera abnehmen wollen, worauf es zu einem Handgemenge gekommen und sie zu Boden gestürzt sei), habe der Besuchsrechtsbegleiter festgehalten, dass sich der Beschwerdeführer mit dem Kind auf dem Arm zunächst abgedreht und dann urplötzlich wieder gedreht und die Beschwerdegegnerin aus der Drehung mit dem Handrücken voll ins Gesicht geschlagen habe, worauf diese benommen zu Boden gefallen sei. Vor diesem Hintergrund wirke es geradezu abstrus, wenn der Beschwerdeführer geltend mache, er habe sich aufgrund dieses Vorfalles bei der weiteren Kindesübergabe von zwei lizenzierten Sicherheitsmännern begleiten lassen müssen. Im Anschluss an diese Feststellungen hat das Appellationsgericht ausgehend von den eingereichten Berichten und den weiteren aktenkundigen Tatsachen in antizipierter Beweiswürdigung befunden, es könne auch ohne eine Begutachtung der Eltern über die Aufenthaltsverlegung des Kindes entschieden werden. Sodann hat es zur Situation in Paris unter mütterlicher Obhut im Vergleich zur potentiellen Situation in Basel unter väterlicher Obhut befunden, dass die Beschwerdegegnerin in Frankreich aufgewachsen sei, dass sie in Frankreich ihre ganze Familie habe, dass die Parteien vor der Familiengründung dort gewohnt hätten und dass die Beschwerdegegnerin dort vormals als Apothekerin gearbeitet habe, dass sie nach der Familiengründung und dem Zuzug in Basel die Erwerbstätigkeit zwecks Betreuung des Kindes aufgegeben habe, wobei sie diese mangels deutscher Sprachkenntnisse hier auch nicht ausüben könnte, dass sie in Paris eine Anstellung als Apothekerin und eine Wohnung gefunden und im dortigen Grossraum verschiedene Familienmitglieder habe und dass sie im urbanen Umfeld von Paris auf ein genügendes familienexternes Betreuungsangebot zurückgreifen könne. Auf der anderen Seite wäre auch der Beschwerdeführer auf externe Betreuung angewiesen. Er würde mit seiner Mutter und seiner Schwester in der Nähe über geeignete enge Bezugspersonen verfügen, welche das Kind adäquat betreuen könnten. Wie der Beschwerdeführer seinen Sohn behaupteterweise selbst betreuen könnte, sei indes angesichts seines hohen Arbeitspensums in der IT-Branche unerfindlich, umso mehr als C.________ keine zwei Jahre alt sei und deshalb noch ein Bedürfnis nach beständiger Betreuung aufweise, was auch der KJD in seinem Abklärungsbericht vom 30. Dezember 2022 festgehalten habe. Insbesondere seien auch zur behaupteterweise in Aussicht gestellten Pensenreduktion Fragezeichen zu machen, habe der Beschwerdeführer doch im noch nicht lange zurückliegenden ersten Berufungsverfahren geltend gemacht, trotz seines hohen Arbeitspensums mit seiner IT-Tätigkeit kein den Existenzbedarf der Familie deckendes Einkommen erzielen zu können. Insofern müsse davon ausgegangen werden, dass beide Elternteile auf Fremdbetreuung angewiesen seien.