Citation: 6B_1112/2023 E. 1.2.3

1.2.3. Schliesslich widerruft die Vorinstanz den bedingten Vollzug der Vorstrafe gemäss Strafbefehl vom 7. Oktober 2020 (Freiheitsstrafe von 30 Tagen). Die Delinquenz während der Probezeit, insbesondere das Verbrechen gegen das Betäubungsmittelgesetz, wiege schwer. Mit seinem Verhalten im Strassenverkehr habe der Beschwerdeführer zudem neuerlich seine langjährige Delinquenz in diesem Bereich fortgesetzt. Dies nur wenige Tage nach Erlass des Strafbefehls. Es müsse daher eine eigentliche Schlechtprognose gestellt werden. Entgegen der Auffassung der Verteidigung hätten auch mehrere längere Gefängnisstrafen den Beschwerdeführer nicht von weiterer Delinquenz abgehalten. Ferner erschienen seine Lebensumstände nach wie vor nicht gefestigt. Daran ändere nichts, dass der Beschwerdeführer eine Suchtmittel- und Aggressionstherapie mache und sich um seine Kinder kümmere. Er habe sich kurz nach seiner Entlassung aus dem Strafvollzug im Mai 2022 von seiner damaligen Lebenspartnerin getrennt und im November 2022 mit Bezug auf die Betäubungsmittel einen Rückfall erlitten. Eine Arbeitsstelle im Sicherheitsdienst habe er aufgrund eines Unfalls wenige Tage nach Beginn ausgesetzt. Im Juli 2023 habe er eine neue Stelle angetreten, befinde sich aber noch in der Probezeit. Derzeit sei er wieder mit seiner früheren Lebenspartnerin und Mutter seiner Zwillinge zusammen, die er vor Erstinstanz für seine Delinquenz verantwortlich gemacht habe. Von gefestigten Verhältnissen könne keine Rede sein. Auch sei von keiner Destabilisierung aufgrund des Strafantritts auszugehen. Aufgrund des Widerrufs der Vorstrafe von 30 Tagen gemäss Strafbefehl vom 7. Oktober 2020 erhöht die Vorinstanz die Freiheitsstrafe auf 421 /2 Monate. Hinzu kommt eine Zusatzstrafe von 11 /2 Monaten aufgrund eines am 2. Oktober 2020 begangenen und nach Art. 46 Abs. 1 i.V.m. Art. 49 StGB in den Strafbefehl einbezogenen Delikts (Fahren ohne Führerausweis). Insgesamt resultiert eine Gesamtfreiheitsstrafe von 44 Monaten.