Citation: 9C_705/2018 E. 4.1

4.1. Dem Versicherten ist insoweit beizupflichten, dass die Gutachter des ABI die medizinische Beurteilung vor Erlass der Verfügung der Suva medizinisch retrospektiv nicht als nachvollziehbar erachten. Die frühere Einschätzung der gesundheitlichen Situation ist aufgrund der polydisziplinären Expertise indessen nicht als zweifellos unrichtig zu betrachten, was gegebenenfalls eine Prüfung unter dem Gesichtswinkel der Wiedererwägung nahelegen könnte. Der Psychiater des ABI hält zwar fest, in dem zuhanden der Suva erstellten psychiatrischen Gutachten des Dr. med. C.________ vom 25. Juni 2009 sei ein psychoorganisches Syndrom beschrieben worden, dessen Symptome weitgehend auf den Angaben des Versicherten beruhten. Von einem solchen Gesundheitsschaden könne nunmehr nicht mehr gesprochen werden. Aus psychiatrischer Sicht bestehe sowohl aktuell als auch retrospektiv eine volle Arbeitsfähigkeit. Der Neurologe des ABI, Dr. med. D.________, hielt fest, aus neurologischer Sicht habe - ausser posttraumatisch im Jahr 2003 - nie eine längerfristige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit vorgelegen. Laut dem Neuropsychologen des ABI, lic. phil. E.________, werfen die meisten vorbestehenden neuropsychologischen Untersuchungen die Frage nach der Validität der Ergebnisse auf. Es finde sich zurzeit ein sehr viel besseres kognitives Leistungsprofil als in den vorhergehenden neuropsychologischen Untersuchungen. Aufgrund dieser Folgerungen kann als erstellt gelten, dass im Zeitraum zwischen dem 25. Juli 2011 (Zusprechung der Invalidenrente) und dem 23. Januar 2018 (Rentenaufhebung) eine Verbesserung im Gesundheitszustand eingetreten ist; eine bloss unterschiedliche medizinische Einschätzung einer im Wesentlichen unveränderten gesundheitlichen Situation liegt entgegen den Vorbringen in der Beschwerde nicht vor.