Citation: 9C_649/2014 E. 3.1

3.1. Die Beschwerdeführerin verkennt, dass die Vorinstanz die medizinisch begründete Notwendigkeit von Dienstleistungen Dritter für die Ausübung einer wissenschaftlichen Berufstätigkeit nicht im Grundsatz in Abrede stellt. Sie hält indessen mit Blick auf Art. 9 Abs. 1 lit. b HVI weitere Beweismittel für eine konkrete Berufsausübung, d.h. für das behauptete Forschungsprojekt und die damit verbundenen Aufgaben der Versicherten, für unabdingbar. Dies ist kein Verstoss gegen Treu und Glauben (Art. 9 BV), sondern gesetzlich geboten (E. 1.2) : Diesbezüglich liegt nebst den Behauptungen der Versicherten, die für sich allein nicht genügen, als Beweis einzig die mit dem Schreiben der Beschwerdeführerin vom 3. September 2013 an die IV-Stelle eingereichte Zusammenfassung über "Akademische Projekte" bei den Akten. Dass diese eine überzeugende Grundlage für die notwendigen Rückschlüsse sein soll, wird zu Recht nicht geltend gemacht, zumal daraus weder ein Verfasser noch ein Hinweis auf die tatsächliche Projektumsetzung hervorgeht. Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin ist auch die neue (vgl. Art. 99 Abs. 1 BGG) Beilage 17 kein genügender Beleg: Die darin enthaltene E-Mail-Korrespondenz betrifft zwar die Finanzierung eines Forschungsprojektes; indessen ist weder dieses noch die Geldgeberin identifizierbar und Einzelheiten über das konkrete Projekt fehlen vollständig. Sodann ist für die Annahme der Berufstätigkeit durchaus von Bedeutung, ob diese, wie behauptet, "an einem renommierten Forschungsinstitut" ausgeübt wird, wobei es nicht auf ein Weisungsrecht oder eine Rechenschaftspflicht ankommt. Es war und ist somit eine Obliegenheit der Beschwerdeführerin, Unterlagen einzubringen, die ihre Behauptung einer Berufsausübung untermauern und Rückschlüsse auf Art und Umfang der konkreten Tätigkeiten erlauben. Ob dafür zwingend ein vom Forschungsinstitut bestätigter Projektbeschrieb erforderlich ist oder ob allenfalls auch weitere Unterlagen über "Abmachungen mit finanzierenden Stiftungen" genügen, kann an dieser Stelle offenbleiben: Gegebenenfalls wird die IV-Stelle das Verfahren wieder aufnehmen und nach einer Beweiswürdigung über das Gesuch entscheiden. Die mit Eingabe vom 30. Dezember 2014 mitgeteilte und ab 1. Februar 2015 eingetretene Änderung des Sachverhalts (Übernahme eines Lehrauftrags an der Universität B.________ im Frühlingssemester 2015) vermag hier schon aus prozessrechtlichen Gründen (vgl. Art. 99 Abs. 1 BGG) nicht weiter zu helfen.