Citation: 6B_1251/2015 E. 1.4.1

1.4.1. Die Vorinstanz legt nachvollziehbar dar, dass sich in den Akten keine Hinweise auf eine Kokainabhängigkeit oder schwerwiegende Depressivität im Tat- oder im Urteilszeitpunkt finden. Insbesondere fehlen Anzeichen für Entzugserscheinungen während der Untersuchungshaft. Entgegen der Darstellung des Beschwerdeführers ergibt sich aus dem Bericht des Psychiatrisch-Psychologischen Dienstes des Justizvollzugs des Kantons Zürich vom 1. Juli 2015 nichts Gegenteiliges. Darin sind insgesamt 16 Konsultationen zwischen dem 24. Juni 2011 und dem 4. Februar 2013 aufgeführt, während im Schreiben des Justizvollzugs vom 11. Mai 2015 (act. 53) von deren 20 die Rede ist. Diese Zahl an Besuchen erscheint angesichts der knapp 20-monatigen Berichtsperiode zwar recht hoch. Es deutet aber nichts auf eine akute Problematik vor allem zu Beginn des Strafvollzugs hin, wie dies bei einer schwerwiegenden Abhängigkeit zu erwarten wäre. Als Problemumschreibung - nicht als Diagnose - werden jeweils Anpassungsstörungen genannt. Dies aber ganz überwiegend im Zusammenhang mit der vom Beschwerdeführer geäusserten verständlichen Angst, wegen der Untersuchungshaft sein Geschäft und seine Familie zu verlieren. Er äussert auch Kritik an der Justiz sowie der langen Haftdauer und er fühlt sich ungerecht behandelt. Ab Ende 2011 berichten die Ärzte zudem über eine beginnende depressive Symptomatik. Dies aber wiederum vor dem Hintergrund der langen Haftdauer und der schwindenden persönlichen sowie wirtschaftlichen Perspektiven des Beschwerdeführers. Dem Bericht lässt sich hingegen nichts entnehmen, was darauf schliessen liesse, dass die vor allem zu Beginn geschilderten Symptome von Angst, Panik, Herzrasen, und Atembeschwerden in irgendeiner Weise mit Entzugserscheinungen im Zusammenhang stehen würden. Es werden auch keinerlei klinische Hinweise auf Drogenkonsum oder -abstinenz beschrieben. Im Gegenteil wird in diesem Zusammenhang ausgeführt, der Beschwerdeführer habe schon früher in engen Räumen unter ähnlichen Angstsymptomen gelitten (Konsultation vom 11. Juli 2011). Der wegen Herzproblemen und Panikattacken mehrmals hinzugezogene Internistische Dienst konnte die Befunde zudem objektiv nicht bestätigen. Er berichtete vielmehr, wie auch der Psychiater, von manipulativen Zügen des Beschwerdeführers angesichts seines verständlichen Wunsches nach Beendigung der Untersuchungshaft (Konsultationen vom 4. und 16. Januar 2012). Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, im Bericht werde nur deshalb nicht explizit von Entzugserscheinungen gesprochen, weil er den Kokainkonsum zu Beginn des Verfahrens noch nicht eingestanden habe, ist dies nicht nachvollziehbar. Der Arzt hätte einen objektivierbaren, möglicherweise auf Suchtmittelentzug zurückzuführenden Befund als solchen zu bezeichnen, unabhängig davon, ob der Patient Suchtmittelkonsum in Abrede stellt. Der vorinstanzliche Schluss, dass die Ärzte allein deshalb keine Entzugserscheinungen diagnostiziert haben, weil sie keine solchen feststellten, ist einleuchtend.