Citation: 6B_147/2022 E. 2.2.5

2.2.5. Was der Täter weiss, will und in Kauf nimmt, betrifft sog. innere Tatsachen und stellt damit eine - vom Bundesgericht nur auf Willkür zu überprüfende - Tatfrage dar (BGE 137 IV 1 E. 4.2.3; 135 IV 152 E. 2.3.2). Innere Tatsachen sind als solche kaum je einem direkten Beweis zugänglich. Sie können regelmässig erst anhand einer Verbindung verschiedener Indizien ermittelt werden, sofern sie in ihrer Gesamtheit ein Bild erzeugen, das den Schluss auf den vollen rechtsgenügenden Beweis von Tat oder Täter erlaubt (vgl. BGE 144 IV 345 E. 2.2.3.4; Urteile 6B_536/2021 vom 2. November 2022 E. 2.3.3; 6B_1302/2020 vom 3. Februar 2021 E. 1.2.3, nicht publ. in BGE 147 IV 176; je mit Hinweisen). Die übergeordnete Bedeutung einer Gesamtheit von verschiedenen, je durch Beweiswürdigung ermittelten Lebenssachverhalten (konkrete Anhaltspunkte, Indizien) beruht demgegenüber nicht mehr auf Beweiswürdigung, soweit sie auf normativem Weg anhand allgemeiner Lebenserfahrung ermittelt wird. In diesem Sinne kann es sich beim anrechenbaren Täterwissen um eine Rechtsfrage handeln, die das Bundesgericht frei prüft (Urteil 6B_1364/2022 vom 18. Januar 2023 E. 2.5.2; 6B_1059/2019 vom 10. November 2020 E. 4.4.1; vgl. auch BGE 140 I 285 E 6.2.1; 140 III 115 E. 2; je mit Hinweisen). Eine solche Rechtsfrage stellt auch die Frage dar, ob im Lichte der festgestellten Tatsachen der Schluss auf Eventualvorsatz begründet ist. Das Bundesgericht überprüft die richtige Bewertung der tatsächlichen Umstände im Hinblick auf den Rechtsbegriff des Eventualvorsatzes nach ständiger Praxis mit einer gewissen Zurückhaltung (BGE 147 IV 439 E 7.3.1; Urteile 6B_1091/2022 vom 13. November 2023 E. 2.3; 6B_402/2022 vom 24. April 2023 E. 1.2.2; je mit Hinweisen).