Citation: 4A_35/2021 E. 4.3.3

4.3.3. Dennoch ist der Beschwerde kein Erfolg beschieden. Sie erweist sich als widersprüchlich und damit nicht hinreichend begründet: Die Vorinstanz hat festgehalten, welche Leistungen im Leistungsverzeichnis des TUV aufgenommen wurden. Sie hat beispielhaft in Rechnung gestellte Arbeiten aufgelistet, die darüber hinausgehende Leistungen von zusammen erheblich mehr als (den von der Beschwerdeführerin anerkannten) rund Fr. 5.5 Mio. ausweisen. 4.3.3.1. Die Beschwerdeführerin rügt, die Vorinstanz vergleiche anhand von einzelnen Beispielen den Leistungsumfang des Projekts Quo Vadis mit den effektiv ausgeführten Arbeiten anstatt diese Abgrenzung bei allen Einzelpositionen vorzunehmen. Sie behauptet aber selbst, eine Abgrenzung der Leistungen bzw. Kosten für Zusatzaufträge sei mangels rechtsgenügender Vorbringen der Beschwerdegegnerin und gestützt auf die Schlussrechnung sowie die im erstinstanzlichen Verfahren eingereichten Dokumente gemäss den Gerichtsgutachtern gar nicht möglich. 4.3.3.2. Die Beschwerdeführerin beanstandet, die Beschwerdegegnerin habe nie substanziiert dargelegt, welche Preise sie für Leistungen aus dem TUV in Rechnung gestellt habe und welche Preise Bestellungsänderungen (oder Zusatzwünsche oder Projekterweiterungen) betroffen hätten. Die Beschwerdegegnerin hätte für jede Forderung darlegen müssen, ob diese zu dem vom TUV abgedeckten Leistungsumfang gehört oder auf einer Bestellungsänderung beruht. Dies hätte es der Klägerin ermöglicht, die einzelnen Bestellungsänderungen zu akzeptieren oder konkret zu bestreiten und darzutun, dass sie zum Leistungsumfang des TUV gehörten. Waren die Angaben der Beschwerdegegnerin nicht hinreichend, um zu entscheiden, ob die Forderungen berechtigt waren, und diese andernfalls substanziiert zu bestreiten, hätte die Klägerin in der Widerklageantwort die mangelnde Substanziierung beanstanden und die notwendigen Informationen einverlangen müssen. Dass sie dies getan hätte, wird nicht aufgezeigt. Vielmehr hat sie nach den Feststellungen der Vorinstanz behauptet, die in Rechnung gestellten Leistungen seien im Globalbetrag oder im Circa-Betrag enthalten. Daraus konnte die Beschwerdegegnerin nicht erkennen, dass ihre Ausführungen der weiteren Substanziierung bedurften, um eine substanziierte Stellungnahme zu erlauben. Insoweit erweisen sich die Vorbringen der Klägerin einerseits als ungenügend (vgl. E. 3.4.5 hiervor) und andererseits als widersprüchlich, weil sie selbst die Zuordnung vornahm, die mangels Angaben der Beschwerdegegnerin gar nicht möglich sein soll. 4.3.3.3. Die Beschwerdeführerin rügt, die Vorinstanz begründe nicht, weshalb sie zum Schluss komme, bei den genannten Beispielen handle es sich um eine zusätzliche Leistung und nicht um eine Spezifikation des Projekts Quo Vadis. Indem die Vorinstanz die Beispiele dem Leistungsverzeichnis des Totalunternehmervertrages gegenüberstellt, hat sie ihren Entscheid indessen hinreichend begründet. Zur Anfechtung hätte es genügt darzutun, welchen Posten im Leistungsverzeichnis die genannten Beispiele im Rahmen der Auslegung nach dem Vertrauensprinzip (oder dem übereinstimmenden Parteiverständnis, falls ein solches behauptet wurde) zuzuordnen sind. Dazu finden sich keine rechtsgenüglichen Ausführungen in der Beschwerde. Insoweit hätte es ohnehin beim angefochtenen Entscheid sein Bewenden und wäre eine Gutheissung nur in Bezug auf Beträge denkbar, von denen die Vorinstanz nicht geprüft hat, ob sie vom Circa-Preis erfasst werden. 4.3.3.4. Inwieweit diese Posten den Maximalpreis überschreiten, wird in der Beschwerde nicht aufgezeigt. Es fragt sich, ob die Beschwerdeführerin hinreichend dartut, inwieweit sich der Fehler der Vorinstanz im Ergebnis überhaupt auswirkt (das ist nur der Fall, wenn der Gesamtbetrag der Leistungen, von denen die Beschwerdeführerin behauptet, sie seien vom Circa-Preis erfasst, und die Vorinstanz dies nicht geprüft und verneint hat, den Maximalpreis übersteigt). Die Beschwerdeführerin beanstandet in ihrer Diskussion der einzelnen Forderungen zwar wiederholt, die Vorinstanz hätte prüfen müssen, ob die Leistungen von der Circa-Preis-Abrede erfasst sind. Unter welche der im Leistungsverzeichnis genannten Leistungen die konkret behandelte Forderung nach Treu und Glauben zu subsumieren wäre, zeigt sie aber auch hier nicht auf, obwohl das Bundesgericht die Auslegung nach dem Vertrauensprinzip als Rechtsfrage prüfen könnte (BGE 144 III 93 E. 5.2.3 S. 99 mit Hinweisen). Sie macht auch nicht geltend, sie hätte ein übereinstimmendes Verständnis der Parteien behauptet, oder erwähnt bei der Auslegung nach dem Vertrauensprinzip zu berücksichtigende Umstände, die beweismässig noch abzuklären wären. Dies unterstreicht, dass es ihr gar nicht darum geht auszuscheiden, welche Leistungen vom Circa-Preis erfasst werden, sondern darum, die Ansprüche ohne derartige Prüfung mangels substanziierter Behauptungen seitens der Beschwerdegegnerin abweisen zu lassen. Dies scheitert daran, dass sie im kantonalen Verfahren zu den einzelnen Positionen zwar Stellung genommen hat, aber nicht rechtsgenüglich aufzeigt, dass sie eine weitere Substanziierung verlangt hätte. Dies kann sie nicht nachholen, und dazu war sie trotz Art. 156 Abs. 1 ZPO/GR gehalten, da ansonsten die Substanziierungsanforderung an die Gegenpartei überspannt würden (vgl. E. 3.4.5 hiervor). 4.3.3.5. Die Beschwerdeführerin ist wie dargelegt (vgl. E. 4 hiervor) der Ansicht, die Beschwerdegegnerin könne nur dann eine über den Betrag von Fr. 14 Mio. hinausgehende Vergütung beanspruchen, wenn die Arbeiten oder Spesen (von denen auch die Vorinstanz annimmt, sie seien, soweit sie nicht von Bestellungsänderungen verursacht wurden, im Circa-Preis enthalten) auf Zusatzaufträge zurückzuführen seien. Dies gilt indessen nur für die Arbeiten und Spesen, die im Zusammenhang mit den vom Totalunternehmervertrag erfassten Leistungen (gemäss dem im Totalunternehmervertrag vom 3. Januar 2003 enthaltenen Leistungsverzeichnis für die Komplettsanierung "Quo Vadis") standen. Denn nur dafür wurde der Circa-Preis vereinbart. Die Beschwerdeführerin möchte de facto so gestellt werden (Zahlung nur bei nachgewiesenen Bestellungsänderungen), wie wenn ihr der Nachweis des behaupteten Globalpreises von Fr. 19 Mio. gelungen wäre, obwohl sie den abschlägigen Entscheid der Vorinstanz insoweit nicht anficht, oder so, wie wenn für die gesamte zu erbringende Leistung ein Circa-Preis von Fr. 10-14 Mio. vereinbart worden wäre, was ihrer eigenen Behauptung (Globalpreis von Fr. 19 Mio.) widerspricht. Ihre Vorbringen sind in sich widersprüchlich und nicht schlüssig. Darauf ist nicht einzutreten.