Citation: 2C_323/2018 E. 5.2

5.2. Das Bundesgericht hat es - nach der Reaktion des Gesetzgebers auf den Appellentscheid BGE 136 II 120 ff. - inzwischen wiederholt abgelehnt, die Inländerdiskriminierung richterlich zu korrigieren (vgl. die detaillierte Begründung im Urteil 2C_354/2011 vom 13. Juli 2012 unter Bezugnahme auf die EGMR-Entscheide Abdulaziz, Cabales und Balkandali gegen Vereinigtes Königreich vom 28. Mai 1985 [Nr. 9474] § 84 ff. und Moustaquim gegen Belgien vom 18. Februar 1991 [Nr. 12313/86] § 48 f.). Mit Art. 42 Abs. 2 AuG wollte der Gesetzgeber den Familiennachzug für Schweizer Bürger gleich regeln wie denjenigen für EU-Angehörige gemäss dem ursprünglichen Verständnis des FZA (vgl. BGE 136 II 120 E. 3.3.1 S. 126 f.; "Akrich"-Rechtsprechung). Nachdem das Bundesgericht in BGE 136 II 5 ff. im Rahmen des FZA die im Jahre 2008 ergangene "Metock"-Rechtsprechung des EuGH übernommen hatte, wurde die Familiennachzugsregelung für EU-Angehörige grosszügiger als diejenige für Schweizer Bürger. In der Folge ist deshalb wiederholt postuliert worden, Art. 42 Abs. 2 AuG sei der "Metock"-Praxis anzupassen (vgl. BGE 136 II 120 E. 3.3 und 3.4 S. 126 ff.). Der Bundesgesetzgeber hat dies indessen ausdrücklich abgelehnt, indem er einer entsprechenden parlamentarischen Initiative keine Folge gab (AB 2011 N 1765 ff.). Das Bundesgericht hat sich seither hieran gehalten (Art. 190 BV; Urteile 2C_354/2011 vom 13. Juli 2012 E. 2.6 und 2.7 ff.; 2C_1116/2013 vom 10. November 2014 E. 3.1 und 2C_1071/2014 vom 28. Mai 2015 E. 2.1).