Citation: 8C_295/2023 E. 3

Die Vorinstanz erwog in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen, Grundlage für die Zusprache der befristeten ganzen Invalidenrente vom 1. Oktober 2013 bis 30. April 2014 hätten laut dem Gutachten der Dr. med. B.________ vom 28. August 2014 einzig die Beschwerden an der Lendenwirbelsäule (LWS) gebildet. Entgegen der Beschwerdeführerin lasse sich daher nicht sagen, dass die ab 1. April 2015 zu prüfenden psychischen Beschwerden und die gemäss dem Bericht des Dr. med. F.________, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie, spez. auf Wirbelsäulenchirurgie, vom 1. April 2015 bestehenden zervikalen Beschwerden auf dasselbe Leiden nach Art. 29 bis IVV zurückzuführen wären. Dies gelte umso weniger, als sich die Beschwerden an der LWS laut dem Bericht der med. pract. D.________ vom 13. April 2017 im Vergleich mit dem Gutachten von Dr. med. B.________ sogar verbessert hätten. Da somit die Voraussetzungen nach Art. 29 bis IVV nicht erfüllt seien, habe die IV-Stelle die Wartezeit nach Art. 28 Abs. 2 lit. b IVG zu Recht per 1. April 2015 neu eröffnet. Weiter erwog die Vorinstanz, gestützt auf die Berichte der med. pract. D.________ vom 13. April 2017 und 27. September 2019 sei die Beschwerdeführerin aus somatischer Sicht in einer körperlich leichten wechselbelastenden Tätigkeit ohne regelmässige Hebe- und Tragebelastungen über 10 kg, ohne Arbeiten auf Leitern und Gerüsten, ohne häufiges Treppensteigen, ohne häufige wirbelsäulenbelastende schultergürtelbelastende Arbeiten bei einem erhöhten Pausen- und Erholungsbedarf zu 85 % arbeitsfähig. Aufgrund des Gutachtens des Psychiaters Dr. med. E.________ vom 30. Dezember 2020 sei sie in der angestammten selbstständigen Tätigkeit zu 30 % arbeitsfähig. In einer behinderungsangepassten Tätigkeit sei sie zu 70 % arbeitsfähig mit einer Steigerungsfähigkeit bei Einarbeitung innert eines Jahres auf 80 %. Damit könne - so die Vorinstanz weiter - hierin die von med. pract. D.________ attestierte Arbeitsfähigkeit als miterfasst gelten, weshalb insgesamt von einer 70%igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit auszugehen sei. Im massgebenden Zeitpunkt des Gutachtens des Dr. med. E.________ vom 30. Dezember 2020 sei die Beschwerdeführerin 62 Jahre alt gewesen. Massgebend sei sodann, dass sie bis zuletzt in der selbstständigen Tätigkeit gearbeitet habe. Da kein Unterbruch der Erwerbstätigkeit vorliege, sei ihr der Wechsel in eine gegenüber dieser Arbeit einfachere kaufmännische Tätigkeit trotz ihres Alters zumutbar. Für die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit spreche auch die relativ hohe Arbeitsfähigkeit von 70 % sowie der Umstand, dass die Beschwerdeführerin über eine vielfältige Berufserfahrung in unterschiedlichen Branchen verfüge. Trotz ihres Alters sei daher von der Verwertbarkeit ihrer Restarbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt auszugehen.