Citation: 6B_929/2019 E. 5

Die Beschwerdeführerin wehrt sich auch gegen die Schuldsprüche betreffend Widerhandlungen gegen das Tierschutzgesetz und das kantonale Waldgesetz (bezüglich Verletzungen von kantonalem Recht vgl. Art. 95 BGG; BGE 140 III 385 E. 2.3 S. 387; 138 IV 13 E. 2 S. 15). Die Strafbehörden gehen davon aus, dass Nutztiere, vornehmlich Ziegen, der Beschwerdeführerin wegen mangelhafter Wartung der Zäune ihre Weide verliessen und Schäden anrichteten. Die Beschwerdeführerin beteuert, sie habe nie Tiere ausserhalb der Umzäunungen weiden lassen. Ohnehin sei es nicht von vornherein strafbar, wenn einmal eine Ziege, eine Kuh oder ein Schaf ausserhalb des Geheges auftauche. So gebe es vielerorts Viehauftriebe, Alpsömmerungen oder umherziehende Schafherden; da seien jeweils auch keine Umzäunungen vorhanden, welche die Tiere davon abhielten, fremdes Eigentum zu betreten. Es müsse berücksichtigt werden, dass am 30. November 2013 ein in einer Treibjagd eingesetzter Hund auf ihrer Weide eine trächtige Ziege gebissen habe. Die Ziegen seien vom Jagdhund in den benachbarten Wald getrieben worden, was zum Defekt des Zauns geführt habe. Noch heute warte sie darauf, vom Hundehalter entschädigt zu werden. Auch dessen strafrechtliche Verantwortung sei noch nicht gerichtlich beurteilt. Ihr jedoch werde als strafbares Verhalten ausgelegt, dass sich ihre Tiere an jenem Tag im Wald aufgehalten haben sollen. Wochenlang habe sie wegen der Rechtsschutzversicherung des Jägers den defekten Zaun nicht reparieren dürfen, um die Spuren zu erhalten. Trotzdem werde ihr vorgeworfen, sie habe es versäumt, die Zäune gehörig zu unterhalten. Im Übrigen gehe sie davon aus, dass nicht der Rindenfrass ihrer Ziegen die Waldbäume geschädigt habe, sondern dass es das verbreitete Eschensterben sei, welches ihnen dermassen zusetzte, dass der Förster sie ersetzen musste. Zunächst verbietet sich ein Vergleich mit Formen des Viehtriebs wie Alpaufzügen, die mit der Viehwirtschaft im (vor-) alpinen Raum verbunden sind. Dabei handelt es sich um zugelassene örtliche Verschiebungen von Viehherden zur saisonalen Nutzung verschiedener Weideräume. Während die Tiere dort jeweils unter Aufsicht stehen, konnten die Tiere der Beschwerdeführerin unkontrolliert in Gelände entweichen, auf denen sie nichts zu suchen hatten. Wenn die Beschwerdeführerin sodann vorbringt, der Defekt der Umzäunung sei entstanden, als ein Jagdhund ihre Ziegen am 30. November 2013 in den benachbarten Wald getrieben habe, argumentiert sie an den Schilderungen in den Strafbefehlen vom 19. Mai und 21. Dezember 2015 und an den grundsätzlich verbindlichen Tatsachenfeststellungen der Vorinstanz vorbei. Danach wurde am 30. November 2013 festgestellt, dass die Umzäunung nicht unter Strom gestanden und schon vorher an mehreren Stellen ungenügend gewesen ist und die Ziegen deswegen in den Wald gelaufen sind, wo sie vom Hund angegriffen wurden (angefochtenes Urteil S. 20 E. 5.4); am 12. Dezember 2013 hätten sich erneut Ziegen aus dem Gehege der Beschwerdeführerin entfernt und im Wald aufgehalten, nachdem der Zaun nicht unter Strom gestanden und überdies so montiert gewesen sei, dass die Tiere, auch wegen eines Lochs im Boden, darunter durchschlüpfen konnten (a.a.O. S. 22 f. E. 5.5); am 23. Dezember 2013 hätten Ziegen der Beschwerdeführerin wiederum im Wald die Rinde von Bäumen abgefressen (a.a.O. S. 24 E. 5.6). Die Vorinstanz stützt sich auf eine Fotodokumentation der Baumschäden in den Akten. Die Beschwerdeführerin bringt ein Eschensterben durch Pilzbefall als alternative Ursache ins Spiel. Dabei handelt es sich um ein unzulässiges Novum (Art. 99 Abs. 1 BGG). Insoweit ist auf die Beschwerde nicht einzutreten. Abgesehen davon hülfe das Vorbringen der Beschwerdeführerin ohnehin nicht, wird die im eingereichten Zeitungsartikel beschriebene Rindennekrose doch leicht von Tierfrass zu unterscheiden sein. Zum Vorbringen der Beschwerdeführerin, sie habe den Zaun wegen der Haftpflichtversicherung des Hundehalters nicht früher reparieren können, hält die Vorinstanz unwidersprochen fest, die Fotodokumentation zum Vorfall vom 12. Dezember 2013 zeige, dass es sich nicht um die gleichen defekten Stellen handle wie diejenigen vom 30. November 2013 (angefochtenes Urteil S. 23 E. 5.5.4). Abgesehen davon hätte sich dieses Problem mit einer vorsorglichen Beweissicherung lösen lassen. Ferner wiederholt die Beschwerdeführerin den Verdacht, Nachbar C.________ habe "zwischendurch" ihre Nutztiere absichtlich von der Weide gelassen, um sie ausserhalb davon fotografieren und sie (die Beschwerdeführerin) anzeigen zu können. Die aargauische Justiz verfolge ihre diesbezüglichen Strafanzeigen nicht zügig, sondern stelle sie hintan. Dazu ist auf das in E. 2 Gesagte zu verweisen. Hinsichtlich späterer Vorfälle, wegen derer die Vorinstanz die Beschwerdeführerin unter dem Titel der Widerhandlungen gegen das Tierschutzgesetz verurteilt (angefochtenes Urteil S. 24 ff. E. 5.7-5.11), macht die Beschwerdeführerin vor Bundesgericht keine willkürliche Sachverhaltsfeststellung geltend.