Citation: 1C_282/2021 E. 6.2

6.2. Nach Art. 17 des Bundesgesetzes vom 4. Oktober 1991 über den Wald (WaG; SR 921.0) sind Bauten und Anlagen in Waldesnähe nur zulässig, wenn sie die Erhaltung, Pflege und Nutzung des Waldes nicht beeinträchtigen (Abs. 1). Die Kantone schreiben einen angemessenen Mindestabstand der Bauten und Anlagen vom Waldrand vor. Sie berücksichtigen dabei die Lage und die zu erwartende Höhe des Bestandes (Abs. 2). Aus wichtigen Gründen können die zuständigen Behörden die Unterschreitung des Mindestabstands unter Auflagen und Bedingungen bewilligen (Abs. 3). Gemäss § 67 Abs. 1 PBG müssen Bauten und Anlagen gegenüber Wäldern einen Mindestabstand von 15 m ab Waldgrenze einhalten. § 35 der Vollzugsverordnung vom 2. Dezember 1997 zum Planungs- und Baugesetz (VVzPBG; SRSZ 400.111) bestimmt, dass die Waldgrenze 2 m ausserhalb der im Waldfeststellungsverfahren vermessenen Stockgrenze verläuft. Das Unterschreiten der Abstände kann im Einzelfall mit Zustimmung des Kantons bewilligt werden, sofern besondere Verhältnisse es rechtfertigen und keine öffentlichen Interessen oder wesentlichen Interessen von Nachbarn entgegenstehen (§ 74 i.V.m. § 73 und § 76 Abs. 3 PBG). § 73 Abs. 1 PBG enthält eine nicht abschliessende Aufzählung zur Umschreibung besonderer Verhältnisse; dazu gehört der Umstand, dass Art, Zweckbestimmung oder Dauer eines Gebäudes eine Abweichung nahelegen (Abs. 1 lit. c). In den Richtlinien (revidierte Fassung vom 1. März 2018) des kantonalen Amts für Wald und Naturgefahren (AWN) zu den Waldabstandsvorschriften werden die Voraussetzungen konkretisiert. Dabei wird die kantonale Praxis anhand von Kategorien von Bauvorhaben erläutert. Als eine solche Kategorie sind in Ziff. 6.4 der Richtlinien die Terrainveränderungen und Deponien aufgeführt. Dort wird erläutert, dass derartige Bauvorhaben immerhin in jedem Fall einen Mindestabstand von 6 m ab Stockgrenze einzuhalten haben.