Citation: 5A_111/2016 E. 3.1

3.1. Die Vorinstanz setzt als unbestritten voraus, dass der Beschwerdegegner die Eigentumswohnung im Jahre 2003 in die aus den beiden Ehegatten bestehende einfache Gesellschaft eingebracht habe. Das Grundstück sei das einzige Aktivum der einfachen Gesellschaft gewesen, an der beide Ehegatten je zur Hälfte beteiligt gewesen seien. Mit öffentlich beurkundetem Vertrag vom 1. September 2006 hätten die Parteien vereinbart, die einfache Gesellschaft aufzulösen. Im Zuge der Liquidation sei der Beschwerdegegner aus der Gesellschaft ausgeschieden, womit das Grundstück durch Anwachsung in das Alleineigentum der Beschwerdeführerin übergegangen sei. Umstritten geblieben ist dem angefochtenen Entscheid zufolge, welcher Gütermasse der Beschwerdeführerin die Eigentumswohnung zuzuweisen ist. Dabei dreht sich die Auseinandersetzung um die Bedeutung der Saldoklausel im Vertrag vom 1. September 2006, deren Wortlaut die Vorinstanz wie folgt wiedergibt: Mit der Bezahlung des Restbetrages von Fr. 207'500.-- erklären sich die Parteien per Saldo aller Ansprüche aus der einfachen Gesellschaft auseinandergesetzt. Damit ist die einfache Gesellschaft liquidiert. Das Kantonsgericht kommt zum Schluss, nach ihrem klaren Wortlaut beziehe sich diese Klausel lediglich auf die gegenseitigen Ansprüche aus der einfachen Gesellschaft, ohne dabei in irgendeiner Weise das Güterrecht der Parteien anzusprechen. Die Beschwerdeführerin habe keine weiteren Umstände behauptet, die einen Willen der Parteien indizieren könnten, die güterrechtlichen Ansprüche des Beschwerdegegners auszuschliessen. Auch bei Anwendung des Vertrauensprinzips sei keine vom klaren Wortlaut der Saldoklausel abweichende Auslegung vorzunehmen. Dass der Beschwerdeführerin das Alleineigentum an der Liegenschaft zukommen soll, betreffe lediglich deren sachenrechtliche Zuteilung unter den Ehegatten. Daraus lasse sich keine Willenserklärung zur Massenzuteilung der Liegenschaft innerhalb des Vermögens der Beschwerdeführerin ableiten. Im Ergebnis seien die güterrechtlichen Ansprüche des Beschwerdegegners von der Saldoklausel nicht betroffen. Weiter stellt das Kantonsgericht fest, gemäss dem Wortlaut des Vertrages vom 1. September 2006 habe die Beschwerdeführerin den Gesamthandanteil am Grundstück gegen Entgelt, das heisst durch Übernahme der hälftigen Grundpfandschuld von Fr. 417'500.-- und durch Bezahlung von Fr. 207'500.-- erworben. Die Übernahme der Hypothek sei unbestritten, weshalb "objektiv gesehen" ein entgeltliches Kaufvertragsgeschäft im Sinne von Art. 184 OR vorliege. Zwar mache der Beschwerdegegner geltend, der Restbetrag von Fr. 207'500.-- sei nie bezahlt worden. Er bestreite aber einen entsprechenden Schenkungswillen. Das Kantonsgericht kommt zur Erkenntnis, die Beschwerdeführerin habe keinerlei Beweis dafür erbringen können, dass ihr der Beschwerdegegner im Zeitpunkt des Vertragsabschlusses seinen Gesamthandanteil habe schenken, das heisst im Sinne von Art. 239 Abs. 1 OR unentgeltlich habe zukommen lassen wollen. Dass die Restschuld noch nicht bezahlt worden sei, ändere nichts an der vereinbarten Entgeltlichkeit des Rechtsgeschäfts. Die Beschwerdeführerin habe die Zuteilung der übrigen Vermögenswerte in ihre Errungenschaft nicht angefochten, sodass die Begleichung des Übernahmewertes nicht anders als aus ihrer Errungenschaft erfolgen könne. Die Eigentumswohnung sei folglich der Gütermasse der Errungenschaft der Beschwerdeführerin zuzuteilen.