Citation: 7B_783/2023 E. 6.1.3

6.1.3. Ein Eingreifen in den Ermessensspielraum des vorinstanzlichen Sachgerichts ist nach der Rechtsprechung nur mit Zurückhaltung (vgl. BGE 149 IV 217 E. 1.1; 144 IV 313 E. 1.2; 136 IV 55 E. 5.6; je mit Hinweisen) und vorliegend, soweit die Einsatzstrafe angefochten ist, nicht angezeigt. Letztlich will die Beschwerdeführerin nur einzelne Strafzumessungsfaktoren anders gewürdigt haben, ohne dass mit ihren Ausführungen eine Ermessensüberschreitung oder ein Ermessensmissbrauch der Vorinstanz dargetan wäre. So wird etwa die Vermeidbarkeit der Verletzung von Art. 47 Abs. 2 StGB ausdrücklich erwähnt. Demnach durfte die Vorinstanz bei der subjektiven Tatschwere berücksichtigen, dass sich die Beschwerdeführerin nicht in einer Notlage befand, entsprechend leicht von ihrem strafbaren Verhalten hätte absehen können und sich trotzdem über viele Jahre hinweg dafür entschied und die betrügerisch erlangten Gelder egoistisch für private Zwecke einschliesslich Ferien an Luxusorten verwendete. Weiter sind zwar Konstellationen denkbar, in denen die Opfermitverantwortung die Arglist nicht ausschliesst, der Betrügerin unter diesem Aspekt aber ein weniger gravierender Vorwurf gemacht werden kann, was bei der Strafzumessung zu berücksichtigen ist (vgl. Urteil 6B_843/2011 vom 23. August 2012 E. 5.4 mit Hinweis). Eine solche Konstellation liegt hier jedoch nicht vor. Die Vorinstanz legt im Rahmen der rechtlichen Würdigung unter Verweis auf das Urteil 6B_636/2011 vom 25. Juni 2012 E. 4.6 nachvollziehbar dar, dass die Beschwerdeführerin verschiedensten Ärzten weitgehend identische chronische Beschwerden geschildert habe, welche medizinisch nur schwer überprüfbar gewesen seien. Die Ärzte seien deshalb in hohem Masse auf ihre Angaben angewiesen gewesen und hätten gestützt darauf entsprechende Diagnosen erstellt. Die SVA SG wiederum habe gestützt auf diese Diagnosen ihre Leistungspflicht bejaht, weshalb ihr keine Opfermitverantwortung anzulasten sei. Diese Ausführungen verdienen Zustimmung. Ergänzend ist anzumerken, dass die SVA SG die Rentenleistung wie üblich mittels Revisionsverfahren regelmässig überprüft hat und nach Eingang der anonymen Meldung sofort weiterführende Abklärungen einleitete. Entsprechend liess sie die notwendige Sorgfalt walten. Dies gilt auch unter Berücksichtigung der bei der Rentenrevision 2009 seitens der IV-Stelle aufgeworfenen Frage, ob sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin womöglich gebessert habe. Der Vergleich der Beschwerdeführerin mit dem schweizweit bekannten Fall "Dieter Behring" ist ebenfalls nicht zielführend. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung sind solche Vergleiche - vor dem Hintergrund des Grundsatzes der Individualisierung und des weiten Ermessens des Sachgerichts - nur beschränkt aussagekräftig. Selbst gleich oder ähnlich gelagerte Fälle unterscheiden sich durchwegs massgeblich in strafzumessungsrelevanten Punkten. Die aus solchen Umständen resultierende Ungleichheit in der Zumessung der Strafe reicht für sich allein nicht aus, um auf eine Ermessensüberschreitung zu schliessen (vgl. BGE 135 IV 191 E. 3.1; 6B_16/2023 vom 17. Mai 2024 E. 5.3.1; je mit Hinweisen). Weshalb dies vorliegend anders sein sollte, geht aus den Ausführungen in der Beschwerde nicht hervor.