Citation: I 369/05 29.09.2005 E. A

Die 1974 geborene, als Kind jahrelang durch ihren Vater sexuell missbrauchte G.________ ist allein erziehende Mutter einer 1997 geborenen Tochter. Nach dem Lehrabschluss als Verkäuferin war sie während rund zweieinhalb Jahren bis zum 13. März 1996 (letzter effektiver Arbeitstag) als Fabrikarbeiterin in der X.________ SA erwerbstätig. Am 1. Dezember 1998 meldete sie sich wegen seit 1991 bestehender chronischer Rücken- und Kniebeschwerden bei der Invalidenversicherung zum Rentenbezug an. Gestützt auf die medizinischen und erwerblichen Abklärungen sowie die Ergebnisse eines polydisziplinären Gutachtens in der Medizinischen Abklärungsstelle B.________ vom 17. April 2000 (nachfolgend: MEDAS-Gutachten 1) verneinte die IV-Stelle Bern zunächst einen Rentenanspruch mit Verfügung vom 30. Juli 2001 ab, hob diese jedoch auf Beschwerde der Versicherten hin am 17. September 2001 wiedererwägungsweise auf. Nach dem Beizug weiterer Arztberichte stellte die IV-Stelle G.________ mit Vorbescheid vom 16. September 2002 die Ausrichtung einer halben Invalidenrente ab 1. Februar 1998 in Aussicht. Auf ein Schreiben der behandelnden Hausärztin Dr. med. U.________ vom 29. September 2002 hin veranlasste die Verwaltung erneut eine polydisziplinäre Begutachtung in der MEDAS (das MEDAS-Gutachten 2 datiert vom 3. Dezember 2003) sowie eine Haushaltabklärung (Bericht vom 27. Januar / 26. Februar 2004). Daraufhin sprach die IV-Stelle der Versicherten mit Wirkung ab 1. Februar 1998 für die befristete Dauer bis zum 31. Juli 2003 eine halbe Invalidenrente zu (Verfügung vom 3. Juni 2004). Am 17. Juni 2004 beauftragte und bevollmächtigte G.________ einen Rechtsanwalt mit der Wahrung ihrer Interessen in Sachen Invalidenversicherung, worauf dieser namens und im Auftrag der Versicherten am 25. Juni 2004 nach Akteneinsichtnahme Einsprache erhob und diese in einer zehnseitigen Eingabe vom 31. August 2004 begründete. In Verbindung damit legte er zwei neue, von ihm selber bei den behandelnden Ärzten eingeholte ausführliche Berichte auf. Weiter liess die Versicherte die Gewährung der unentgeltlichen Verbeiständung beantragen. Mit Einspracheentscheid vom 20. Oktober 2004 hielt die IV-Stelle an ihrer Verfügung vom 3. Juni 2004 fest und verneinte den Anspruch auf unentgeltliche Verbeiständung mit der Begründung, eine anwaltliche Rechtsverbeiständung sei nicht erforderlich.