Citation: 2C_332/2023 E. 6.2

6.2. Aus Art. 8 EMRK ergibt sich kein Anspruch auf Wahl des für das Familienleben am geeignetsten erscheinenden Orts. Entscheidend ist, ob es den Familienangehörigen zugemutet werden kann, ihr gemeinsames Leben im Ausland zu führen (BGE 135 I 153 E. 2.1; Urteil 2C_592/2021 vom 29. August 2022 E. 2.1.1). Die Ehefrau absolvierte ihre Ausbildung in Bosnien und Herzegowina und ist im Gegensatz zu ihrem Mann erst seit rund zehn Jahren in der Schweiz. Die Kinder leben zwar seit Geburt hier, sind jedoch noch in einem anpassungsfähigen Alter (Urteil 2C_685/2014 vom 13. Februar 2015 E. 6.2.2) und wären damit in der Lage, sich mit einem neuen Daheim zu arrangieren, insbesondere zumal auch sie die Landessprache beherrschen. Es wäre der Familie folglich nicht gänzlich unzumutbar, gemeinsam nach Bosnien und Herzegowina zu ziehen und damit eine Trennung der Familie zu verhindern. Vorliegend verfügen aber sowohl die Kinder als auch die Ehefrau über Niederlassungsbewilligungen und haben somit ein selbständiges Aufenthaltsrecht, womit sie ein erhebliches Interesse am Verbleib in der Schweiz haben. Die Ehefrau beabsichtigt, ihr Leben zusammen mit den Kindern in der Schweiz fortzuführen, was - zumindest für eine gewisse Zeit - eine Trennung der Familie zur Folge hätte. Die Betreuung der Kinder durch mindestens einen Elternteil bliebe aber gewährleistet und die Kinder könnten weiterhin in der Schweiz aufwachsen und zur Schule gehen. Mithilfe der elektronischen Kommunikationsmittel und der Möglichkeit von Besuchen könnten die familiären Kontakte aufrecht erhalten werden, wenn auch in veränderter Form (Urteil 2C_832/2021 vom 13. Dezember 2022 E. 8.2.3 mit Hinweisen). Wie die Vorinstanz zutreffend ausführt, besteht spätestens nach rund fünf Jahren die Möglichkeit einer Neuüberprüfung der Fernhaltung (Urteil 2C_790/2017 vom 12. Januar 2018 E. 2.1), womit eine Trennung nicht zwingend dauerhafter Natur wäre.