Citation: 6B_867/2022 E. 4.5

4.5. Der Beschwerdeführer beanstandet die Verhältnismässigkeit der Landesverweisung, weil lediglich seine delinquente Seite ermittelt worden sei. Dabei erhebt er hinsichtlich des von der Vorinstanz festgestellten Sachverhalts keine Willkürrüge (Art. 9 BV; Art. 97 Abs. 1 i.V.m. Art. 106 Abs. 2 BGG). Auch übersieht er, dass die von der Vorinstanz durchgeführte Härtefallprüfung gerade der Umsetzung des Verhältnismässigkeitsprinzips dient (vgl. BGE 146 IV 105 E. 3.4.2; 144 IV 332 E. 3.1.2 und E. 3.3.1). Wie dargelegt, verneint die Vorinstanz im Sinne einer Eventualbegründung auch ein überwiegendes privates Interesse des Beschwerdeführers am Verbleib in der Schweiz. Hierzu äussert sich der Beschwerdeführer bloss in appellatorischer Art und Weise. Nachdem für ein Absehen von der Landesverweisung beide Voraussetzungen kumulativ gegeben sein müssen (E. 4.2 hiervor), erübrigt es sich grundsätzlich, auf die beschwerdeweisen Vorbringen bezüglich des Härtefalls einzugehen (zur Pflicht zur Anfechtung von mehreren selbstständigen Urteilsbegründungen vgl. BGE 142 III 364 E. 2.4 mit Hinweisen). Die Kritik des Beschwerdeführers, die im Wesentlichen appellatorisch gehalten ist, vermöchte jedoch ohnehin nicht zu verfangen. So etwa wenn er zusammengefasst vorbringt, er habe aufgrund der hohen Arbeitslosenquote und der ethnischen Spannungen in Bosnien-Herzegowina Schwierigkeiten, eine existenzsichernde Tätigkeit zu finden, führt er nicht aus, weshalb dies über das Mass hinausgeht, das der Verfassungs- und Gesetzgeber mit der Einführung der obligatorischen Landesverweisung in Kauf nahm, und für ihn daher ein Resozialisierungshindernis darstellt. Die vorinstanzliche Würdigung, wonach unter Berücksichtigung seiner familiären Verbindungen vor Ort, seiner abgeschlossenen Ausbildung als Sanitär/Baupraktiker sowie seiner Erfahrung im Baugewerbe die Stellensuche für ihn erleichtert ausfallen würde, ist in diesem Zusammenhang nicht zu beanstanden. Ausserdem zieht die Vorinstanz seine persönliche Situation, insbesondere auch im Hinblick auf seine fehlenden Bemühungen um die Regelung seines Aufenthalts in der Schweiz, in Betracht. Was er in diesem Zusammenhang mit seinen Ausführungen zu den Hintergründen, weshalb er sich angeblich nicht um die Verlängerung seiner Aufenthaltsbewilligung gekümmert oder die gegen ihn eingeleiteten Betreibungen verdrängt habe, im Hinblick auf die Landesverweisung darlegen will, erschliesst sich nicht. Wenn er moniert, er habe wegen seiner fehlenden Aufenthaltsbewilligung keine Arbeit in der Schweiz finden können, geht dies aufgrund derselben vorinstanzlichen Überlegungen zu seinen (fehlenden) Bemühungen um die Regelung seines Aufenthalts an der Sache vorbei. Die Vorinstanz würdigt auch seine Beziehung zu seiner Partnerin und weist zutreffend darauf hin, dass die Beziehung zu einem Zeitpunkt eingegangen wurde, als das Strafverfahren wegen der Katalogtat des Raubes bereits im Gange war, und deshalb weder der Beschwerdeführer noch seine Partnerin mit einem Familienleben in der Schweiz rechnen durften, wie auch, dass diese Beziehung mit modernen Kommunikationsmitteln oder auch durch Besuche in Bosnien-Herzegowina gepflegt werden kann. Inwiefern der mit seiner Partnerin gemeinsam abgeschlossene Mietvertrag für eine Wohnung in V._________ an dieser Betrachtung allenfalls etwas ändern könnte, legt er nicht dar und ist auch nicht ersichtlich. Nicht stichhaltig erscheint sodann sein Einwand, es sei ein Widerspruch, dass das Regionalgericht Landquart mit seinem Urteil vom 12. August 2021 für die genau gleichen Delikte sich gegen eine Landesverweisung entschieden hätte, zumal die Vorinstanz in die Frage der Interessenabwägung treffenderweise nicht nur das hierfür Anlass bildende Delikt (der Raub), sondern auch die weiteren Straftaten des Beschwerdeführers einzubeziehen hat (vgl. BGE 146 IV 105 E. 3.4.1; 144 IV 332 E. 3.3.2; Urteil 6B_932/2021 vom 7. September 2022 E. 1.3.2; je mit Hinweisen, wonach auch vor dem Inkrafttreten der Bestimmungen über die Landesverweisung begangenen Delikte bei der Beurteilung der Prognose zu berücksichtigen sind). Soweit die Vorinstanz unter Berücksichtigung der sozialen als auch der wirtschaftlichen Integration, der familiären Verhältnisse sowie der Resozialisierungschancen im Heimatland insgesamt das Vorliegen eines schweren persönlichen Härtefalls verneint, ist dies somit nicht bundesrechtswidrig (vgl. E. 4.4.1).