Citation: 5A_947/2023 E. 2

Das Kantonsgericht hat in tatsächlicher Hinsicht festgestellt, dass die Kinder anlässlich ihrer langen Auslandaufenthalte nie eine Schule besucht und auch kaum eine Tagesstruktur gehabt hätten. C.________ habe anlässlich ihrer Anhörung ausgesagt, sie habe in der Dominikanischen Republik kaum andere Kinder kennengelernt und sie habe dort kaum etwas Sinnvolles machen können. Sie sei viel mit dem Handy beschäftigt gewesen; früher sei sie eine Leseratte gewesen, aber dort hätten ihr kaum Bücher zur Verfügung gestanden. D.________ sagte bei der Anhörung aus, in der Dominikanischen Republik habe er Fussball gespielt und "Sachen gemacht". Sie hätten jeweils am Strand gegessen und manchmal sei er ins Fussball-Training oder sie seien auch einfach wieder nach Hause und hätten dort gespielt. In der Schweiz hätten die Kinder grosse schulische Lücken. Die Lehrerin von C.________ berichte, dass sie in den Fremdsprachen nur wenig verstehe und dem Unterricht nur schwer folgen könne; auch wenn auf Deutsch gewechselt werde, verstehe sie die Fragen oft nicht. Sie verfüge aber über ein hohes Allgemeinwissen und habe eine gute Lern- und Merkfähigkeit. Sie mache in fast allen Fächern einen demotivierten und überforderten Eindruck. Der Lehrer von D.________ berichte, dass die Situation ihn belaste und er lieber hier im Unterricht gewesen wäre. Dank schneller Auffassungsgabe sei es ihm gelungen, in den angegangenen Themen rasch wieder Fuss zu fassen. Es würden ihm aber in verschiedenen Fächern wesentliche Kompetenzen fehlen, namentlich in Deutsch und Französisch. Von E.________ werde berichtet, sie sei motiviert, brauche aber für das Nacharbeiten des verpassten Schulstoffes eine enge Begleitung. Die meisten 1x1-Aufgaben habe sie vergessen, auch die Rechtschreibregeln müsse sie wieder üben und im Englisch habe sie grosse Lücken. Davon ausgehend hat das Kantonsgericht befunden, allen drei Kindern habe es in den letzten Jahren an Stabilität gefehlt. Sie zeigten alle grosse schulische Defizite. C.________ wie auch E.________ zeigten in sozialer Hinsicht Schwierigkeiten, während D.________ gut integriert zu sein scheine. Auf der anderen Seite scheine er am meisten zwischen den zwei Welten hin- und hergerissen zu sein. Die Kinder hätten gemäss der Beiständin während des letzten Aufenthaltes immer wieder gefragt, wann sie in die Schweiz zurückreisen würden; die Mutter habe sie stets vertröstet und ihnen gegenüber kommuniziert, dass sie jeweils ein halbes Jahr in der Dominikanischen Republik und ein halbes Jahr in der Schweiz leben wolle. C.________ halte fest, dass es ihr in der Schweiz bedeutend besser gehe als in der Dominikanischen Republik und sie nicht mehr dorthin reisen wolle. Für D.________ gehe es jetzt darum, die Weichen Richtung Berufsausbildung zu stellen. Der Mutter fehle diesbezüglich jegliches Verständnis, sie wolle sich nichts vorschreiben lassen und sie nehme auch keine Rücksicht auf die Konsequenzen ihres Handelns (z.B. Unterbringung der Kinder in einem Heim für Minderjährige in Italien). Insgesamt liege für alle drei Kinder eine Kindeswohlgefährdung vor, der nur mit einer Ausreise- und Passsperre begegnet werden könne. Die Gefährdung sei so offensichtlich, dass es entgegen der Forderung der Mutter keiner weiteren Abklärungen bedürfe. Die Identitätskarten der Kinder seien der Mutter indes zu belassen, da nichts gegen Ferien innerhalb des Schengen-Raumes spreche.