Citation: 4A_148/2021 E. 4.1

4.1. Dagegen rügt die Beschwerdeführerin, die Vorinstanz habe in willkürlicher Weise festgestellt, dass der Beschwerdegegnerin keine subjektive Täuschungsabsicht im Sinne von Art. 40 VVG nachgewiesen werden könne. Die Vorinstanz habe die Beweise einseitig gewürdigt. Sie habe ohne jede Begründung gewisse Beweise bei der Beweiswürdigung ausser Acht gelassen und Beweise offenkundig falsch zu Gunsten der Beschwerdegegnerin gewürdigt. So sei die Beschwerdegegnerin ein halbes Jahr nach den früheren depressiven Symptomen seit 12. Februar 2016 in der Lage gewesen, ihre neue und sehr fordernde Arbeitsstelle bei der Arbeitgeberin anzutreten. Die Arbeitgeberin habe bereits ca. einen Monat nach Beginn der Arbeitsunfähigkeit mitgeteilt, dass sie damit rechne, die Beschwerdegegnerin werde "das Maximum ausreizen". Die Beschwerdegegnerin sei trotz dringender Indikation für einen stationären Klinikaufenthalt resp. angeblich schlechtem Gesundheitszustand zweimal ins Ausland gereist. Die RAD-Ärztin, Frau Dr. med. G.________, habe sich bereits am 9. November 2018 gewundert, dass die Gutachten und Arztberichte nur eine marginale Besserungstendenz dokumentierten. Die Beschwerdegegnerin habe ihre Anmeldung bei der IV nach dem Aufgebot zu einer Begutachtung zurückgezogen und sich bei der IV-Stelle erst wieder angemeldet, nachdem sie im vorinstanzlichen Verfahren mit der Widerklage der Beschwerdeführerin konfrontiert worden sei. Nach Ansicht der Beschwerdeführerin hätte die Vorinstanz die fehlende Erwerbstätigkeit der Beschwerdegegnerin nicht zu Ungunsten der Beschwerdeführerin werten dürfen, weil die Beschwerdegegnerin zum Zeitpunkt der Überwachung im Frühjahr 2019 bereits 58 Jahre alt gewesen sei. Es sei unrealistisch, in diesem Alter noch eine Anstellung zu finden. Dass die Beschwerdegegnerin verschiedene Therapien in Anspruch genommen habe, sei entgegen der Vorinstanz unerheblich, weil Therapien eine Arbeitsfähigkeit nicht ausschlössen, was allgemein bekannt sei. Daraus, dass Frau Dr. med. F.________ die frühere Depressivität der Beschwerdegegnerin nicht bestreite und nicht behaupte, sie sei symptomfrei, könne nichts zu Gunsten der Beschwerdegegnerin abgeleitet werden. Da die Beschwerdegegnerin anlässlich der Besprechung vom 14. Februar 2019 falsche Angaben gemacht habe, die Observation unmittelbar nach dem Gespräch begonnen und die Vorinstanz die genannten Beweise ohne Begründung ausser Acht gelassen habe, erscheine es nicht mehr als überwiegend wahrscheinlich, dass die subjektive Selbsteinschätzung der Arbeitsfähigkeit durch die Beschwerdegegnerin relevant von der objektiven Arbeitsfähigkeit divergiere, somit die Vorinstanz mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das Vorliegen der subjektiven Täuschungsabsicht der Beschwerdegegnerin hätte schliessen müssen.