Citation: 8C_380/2016 E. 3.2.1

3.2.1. Dr. med. J.________ erörterte im Bericht vom 20. November 2014, dass in der medizinischen Literatur als geeignete Verletzungsmechanismen, die einen Riss der Rotatorenmanschette verursachen können, verschiedene Abläufe, wie eine passiv forcierte Aussen- oder Innenrotation bei anliegendem oder abgespreiztem Arm, passive Traktionen nach unten, vorne oder innen, eine starke Zugbelastung beim Abspreizen des Armes oder als Begleitverletzung einer Ausrenkung (Luxation) des Schultergelenks genannt werden. Hinsichtlich möglicher Verletzungsmechanismen des Poulley-Komplexes herrscht weitgehend Einigkeit darüber, dass die axiale Kraft auf das Schultergelenk einwirken muss, zum Beispiel durch Sturz auf die ausgestreckte Hand oder auf den Ellbogen in bestimmten Positionen des Schultergelenks. Einig ist man sich in der Fachwelt, dass ein Anprallereignis des Schultergelenkes nicht geeignet ist, eine Verletzung der Rotatorenmanschette oder des Poulley-Komplexes zu bewirken. Defekte der Rotatorenmanschette werden als multifaktorielles Geschehen angesehen, wobei die degenerativen Veränderungen im Vordergrund stehen. Mit Bericht vom 12. Januar 2016 hielt Dr. med. J.________ in Wiederholung seiner früheren Stellungnahmen fest, dass sich unfallspezifische äussere Zeichen ausschliesslich im Bereich des Schulterblattes fanden, es sei nicht nachvollziehbar, warum es infolge einer von rückwärts einwirkenden Kraft zu einer Extrembelastung der Bizepssehne gekommen sei.