Citation: 1P.290/2002 20.12.2002 E. 2

2.1 Die Beschwerdeführerin verlangte vor Verwaltungsgericht die Feststellung, dass die Gemeinde Jenaz verpflichtet sei, entlang des Trottoirs im Bereich des Werkhofareals eine Mauer anstelle einer Böschung zu erstellen. Das Verwaltungsgericht führte dazu im angefochtenen Entscheid in E. 2e aus, dabei handle es sich um ein Begehren auf Erbringung einer Sachleistung. Dem opponiere die Enteignete, weshalb darauf nach Art. 9 des Enteignungsgesetzes des Kantons Graubünden vom 26. Oktober 1958 (EntG) nicht eingetreten werden könne. Die Gemeinde habe zwar im Rahmen des baurechtlichen Einspracheverfahrens die Erstellung einer solchen Mauer zugesichert. Ob dieser Beschluss durchsetzbar sei, sei nicht im Enteignungsverfahren zu entscheiden; es obliege der Rekurrentin - der heutigen Beschwerdeführerin - allenfalls die geeigneten rechtlichen Schritte einzuleiten. 2.2 Nach Art. 9 EntG besteht die Enteignungsentschädigung in der Regel in Geld. Mit Zustimmung des Enteigneten kann sie indessen ganz oder teilweise als Sachleistung geleistet werden. Entgegen der Ausführung des Verwaltungsgerichts - es handelt sich wohl um ein Versehen - hat die Beschwerdeführerin als Enteignete die Erstellung einer Mauer anstelle der Böschung und damit eine Sachleistung verlangt und keineswegs dagegen opponiert. Indessen hat die Gemeinde Jenaz nach der Darstellung der Beschwerdeführerin im Rahmen eines öffentlich-rechtlichen Baueinspracheverfahrens am 7. Februar 2000 formell beschlossen, die umstrittene Mauer zu erstellen. Dieser Beschluss sei in Rechtskraft erwachsen. War somit die Gemeinde Jenaz bereits auf Grund dieses Beschlusses rechtskräftig zur Erstellung der umstrittenen Mauer verpflichtet, ist nicht ersichtlich, dass die Beschwerdeführerin ein schützenswertes Interesse gehabt haben könnte, vom Verwaltungsgericht die Feststellung zu verlangen, dass die Gemeinde Jenaz zur Errichtung dieser Mauer verpflichtet sei. Das Verwaltungsgericht hat daher jedenfalls im Ergebnis die Verfassung nicht verletzt, indem es auf dieses Begehren der Beschwerdeführerin nicht eintrat.