Citation: 8C_481/2018 E. 4.3.3

4.3.3. Soweit sich der Beschwerdeführer bei seiner Argumentation auf Art. 70 Abs. 2 lit. b ATSG und Art. 15 Abs. 2 AIVG in Verbindung mit Art. 15 Abs. 3 AVIV sowie die ständige Rechtsprechung zur Vorleistungspflicht der Arbeitslosenversicherung während des Zeitraumes stützt, in dem die Erwerbsunfähigkeit in der Invalidenversicherung zur Festsetzung der Invalidenrente abgeklärt wird (Schwebezustand), kann ihm somit nicht gefolgt werden. Auch sein Einwand, wonach die Vorleistungspflicht nicht nur dort zum Tragen komme, wo bei einem anderen Sozialversicherer explizit eine Rente beantragt worden sei, ist nicht stichhaltig. Die Vorleistungspflicht endet nämlich, sobald das Ausmass der Erwerbsunfähigkeit feststeht. Damit eine ausnahmsweise Vorleistungspflicht der Arbeitslosenversicherung überhaupt entstehen kann, ist damit nebst anderem durchaus vorausgesetzt, dass eine andere Versicherung konkreten Anlass hat, die Erwerbsfähigkeit abzuklären. Da im vorliegenden Fall zur Zeit der Wiedererlangung der 50%igen Teilarbeitsfähigkeit (am 16. August 2017) nebst der von der Unfallversicherung negierten Kausalität zudem klare Hinweise bestanden, dass kein bleibender Gesundheitsschaden vorliege und es demgemäss auch zu keiner Erwerbsunfähigkeitsermittlung einer anderen Versicherung kommen werde, durfte und musste sich die Arbeitslosenversicherung darauf beschränken, Taggelder für die wiedergewonnene Arbeitsfähigkeit von 50 %, gestützt auf einen der effektiven Arbeitsfähigkeit angepassten versicherten Verdienst, zu erbringen.