Citation: 1P.50/2000 24.01.2001 E. 3

3.- a) Die Beschwerdeführerin beanstandet auch, dass gewisse Äusserungen der Baukommission tendenziös seien. Der Ausdruck "Die Berliner Mauer kommt nicht nach Meilen" und "wenn wir das Ihnen genehmigen, dann kommen andere auch" lasse nicht auf Objektivität vertrauen. Schliesslich stösst sich die Beschwerdeführerin daran, dass das Verwaltungsgericht in seinem Urteil ausführt, die bisher unverputzte Mauer gleiche eher einer Gefängnismauer. Dies sei im Zusammenhang damit, dass sich in unmittelbarer Nähe (ungefähr 80 m) die Gefängnismauern des Bezirksgefängnisses Meilen befänden, von besonderer Pikanterie. Diese Mauern seien deutlich über 2,20 m hoch. b) Die Baurekurskommission führte am 17. August 1999 einen Referentenaugenschein auf dem Grundstück der Beschwerdeführerin durch. Gemäss dem entsprechenden Protokoll äusserte sich der anwesende Präsident der Baukommission als Vertreter der Gemeinde wie folgt: "Es gehe beim vorliegenden Fall auch um die präjudizielle Wirkung. Ganz Meilen wisse, dass die Mauer ohne Baubewilligung erstellt worden sei. Die Baukommission habe einen schweren Stand, wenn der Mauerbau nicht sanktioniert werde. Die Bauherrschaft habe aber ein Recht auf eine Mauer. Wie diese im Konkreten auszusehen habe, könne in Ruhe besprochen werden. Es gehe aber nicht an, dass einfach eine Mauer aufgestellt werde, wie dies in Berlin geschehen sei.. " Der Hinweis auf Berlin ist sachlich nicht gerechtfertigt. Er weckt Assoziationen hinsichtlich der Geschichte Deutschlands, die mit dem konkreten Mauerbau nichts zu tun haben. Es ist verständlich, dass sich die Beschwerdeführerin, die von Berlin in die Schweiz gezogen ist, durch diese Bemerkung verletzt fühlt. Es wäre an sich Sache des Referenten der Baurekurskommission gewesen, sich im Rahmen einer korrekten Verfahrensleitung davon zu distanzieren. Auf der anderen Seite kommt in der Äusserung des Präsidenten das Anliegen der Baukommission zum Ausdruck, das Baugesetz rechtsgleich anzuwenden. Es wird ausdrücklich festgehalten, dass die Beschwerdeführerin ein Recht auf eine Mauer habe und Dialogbereitschaft bezüglich der konkreten Ausgestaltung signalisiert. Auch wenn der Vergleich mit der Berliner Mauer verfehlt ist, kann aus der Äusserung in ihrem Gesamtkontext gesehen nicht nachträglich der Schluss gezogen werden, die Baukommission habe parteiisch entschieden. Ebenso wenig kann aus der fehlenden Distanzierung des Referenten von der Bemerkung auf Parteilichkeit der Baurekurskommission geschlossen werden. Eine Verletzung des Anspruchs auf ein unparteiisches Gericht (Art. 30 Abs. 1 BV) bzw. auf eine unparteiische Verwaltungsbehörde (Art. 29 Abs. 1 BV) liegt nicht vor. Es ist auch fraglich, ob die Beschwerdeführerin vor Bundesgericht überhaupt noch eine Verletzung des Anspruchs auf ein verfassungsmässiges Gericht geltend machen kann, nachdem sie nicht unmittelbar im Anschluss an den Augenschein einen Antrag auf Ablehnung des Referenten gestellt hat (vgl. BGE 124 I 121 E. 2 S. 123). Inwiefern das Verwaltungsgericht mit seiner Feststellung, die umstrittene Mauer erinnere mindestens in ihrem heutigen Zustand eher an eine Gefängnismauer, die Verfassung verletzt haben soll, ist nicht ersichtlich und wird von der Beschwerdeführerin auch nicht dargelegt. Das Verwaltungsgericht stützte seine Einschätzung auf die bei den Akten liegenden Fotografien. Es war zum Schluss gekommen, die Mauer wirke massig, auffällig und überhöht, dies unabhängig davon, ob sie verputzt werde.