Citation: 6B_601/2019 E. 2.4.2

2.4.2. Mit Art. 428 StPO hat der Gesetzgeber die Kostentragung im Rechtsmittelverfahren nach dem Grundsatz des Obsiegens oder Unterliegens und damit abweichend von Art. 426 und 427 StPO geregelt. Ausnahmen davon sind in Art. 428 Abs. 2 StPO vorgesehen. Zum Vorbringen des Beschwerdeführers, Art. 426 und Art. 427 StPO seien auch im Rechtsmittelverfahren anwendbar, ist festzuhalten, dass sich weder der Gesetzessystematik, dem Gesetzeswortlaut noch der Lehre entnehmen lässt, dass diese Bestimmungen im Rechtsmittelverfahren anwendbar sein könnten. In der Lehre wird indes teilweise die Meinung vertreten, die Rechtsmittelinstanz könne im Rechtsmittelverfahren aus Billigkeitserwägungen auf die Erhebung von Verfahrenskosten verzichten (THOMAS DOMEISEN, in: Basler Kommentar zur StPO, Bd. II, 2. Aufl. 2014, N. 5 zu Art. 428 StPO; STEFAN CHRISTEN, Kostenfolge im kantonalen Beschwerdeverfahren in Strafsachen, ZStrR 2/2013 S. 177 ff., 186). Das Bundesgericht hat diese Frage bisher offen gelassen (Urteil 6B_655/2018 vom 4. April 2019 E. 2.4). Selbst wenn dieser Auffassung zu folgen wäre, liesse sich daraus indes keine Pflicht der Vorinstanz ableiten, der beschuldigten Person trotz Obsiegens die Verfahrenskosten aufzuerlegen, wie dies vom Beschwerdeführer geltend gemacht wird. Die Vorinstanz hat die Kosten des Rechtsmittelverfahrens zutreffend gemäss Art. 428 Abs. 1 StPO verlegt. Auf die Ausführungen des Beschwerdeführers zu einer allfällig rechtswidrigen und schuldhaften Verfahrenseinleitung nach Art. 426 Abs. 2 StPO durch B.________ ist nicht einzugehen. Schliesslich geht der Beschwerdeführer fälschlicherweise davon aus, dass in BGE 138 IV 248 E. 4.2.4 und 4.4.1 betreffend Art. 427 Abs. 2 StPO auch auf das Rechtsmittelverfahren Bezug genommen wird.