Citation: 9C_620/2019 E. 3.2.1

3.2.1. Gemäss der zu Art. 13 Abs. 1 IVG ergangenen Rechtsprechung ist die damit festgelegte Altersgrenze absolut zu verstehen; die Auslegung der Gesetzesbestimmung lässt keine Ausnahme im Sinne einer Einzelfallgerechtigkeit zu (Urteil [des Eidg. Versicherungsgerichts] I 334/88 vom 27. Februar 1989 E. 2c und d, in: ZAK 1989 S. 402). So kann etwa eine Herzoperation, die erst nach dem vollendeten 20. Altersjahr und als Abschluss der bisherigen konservativen Behandlung vorgenommen wird, nicht zulasten der Invalidenversicherung gehen (Urteil [des Eidg. Versicherungsgerichts] I 293/65 vom 24. Januar 1966, in: ZAK 1966 S. 324). Ein entsprechender Anspruch über das vollendete 20. Altersjahr hinaus lässt sich sodann weder mit der Annahme einer unechten Gesetzeslücke (Urteil [des Eidg. Versicherungsgerichts] I 266/89 vom 14. Dezember 1989 E. 3b, in: ZAK 1990 S. 476) noch gestützt auf die Rechtsfigur der Austauschbefugnis begründen (BGE 120 V 277, bestätigt u.a. in BGE 129 V 207 E. 3.3 S. 209 f. und Urteil [des Eidg. Versicherungsgerichts] I 184/02 vom 20. Mai 2003 E. 3; zum Ganzen ferner Meyer/Reichmuth, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, IVG, 3. Aufl. 2014, Rz. 18 zu Art. 13 IVG; Silvia Bucher, Eingliederungsrecht der Invalidenversicherung, 2011, S. 136 f. Rz. 214 f.). Bei der Begrenzung der entsprechenden Leistungen auf unter Zwanzigjährige handelt es sich um einen gesetzgeberischen Grundentscheid, welcher seitens des Gerichts hinzunehmen ist (BGE 120 V 277 E. 2 S. 279; dazu ausführlich auch Urteil [des Eidg. Versicherungsgerichts] I 334/88 vom 27. Februar 1989 E. 2c und d, in: ZAK 1989 S. 402). Leistungspflichtige Behandlungen nach dem vollendeten 20. Altersjahr fallen nur dann in Betracht, wenn die Invalidenversicherung als Schuldnerin dieser Naturalleistung fachlich unrichtig gehandelt, beispielsweise die erforderliche zeitliche Befristung im Rahmen der Leistungszusprechung unterlassen (Urteile [des Eidg. Versicherungsgerichts] I 266/89 vom 14. Dezember 1989 E. 4, in: ZAK 1990 S. 476, und I 339/69 vom 9. März 1970, in: ZAK 1970 S. 496) oder sonst für ihr oder das Verhalten ihrer Durchführungsorgane etwa im Sinne einer verzögert durchgeführten Therapie oder Operation nach Treu und Glauben einzustehen hat (vgl. BGE 101 V 106; 100 V 178; Urteil [des Eidg. Versicherungsgerichts] I 266/89 vom 14. Dezember 1989 E. 4, in: ZAK 1990 S. 476; Meyer/Reichmuth, a.a.O., Rz. 19 zu Art. 13 IVG; Bucher, a.a.O., S. 137 Fn. 718).