Citation: 7B_224/2023 E. 3

Die Vorinstanz erwägt im Wesentlichen was folgt: Die Beschwerdeführerin habe ihre Gesuche um teilweise Freigabe der beschlagnahmten Vermögenswerte zur Deckung der Interventionskosten, subsidiär um Erteilung unentgeltlichen Rechtspflege im hängigen Berufungsverfahren, nicht näher begründet. Insbesondere habe sie nicht substanziiert, inwiefern "sie bzw. die an ihr wirtschaftlich berechtigte (n) Person (en) " für das Berufungsverfahren "nicht über die erforderlichen Mittel verfüge (n) ". Ebenso wenig habe sie diesbezüglich sachdienliche Unterlagen eingereicht. Unklar sei zudem aufgrund der Gesuche, in welchem Umfang eine teilweise Freigabe der beschlagnahmten Vermögenswerte zur Deckung von Interventionskosten beantragt worden sei. Die Gesuche seien bereits in diesem Sinne ungenügend substanziiert, sowohl betreffend den Haupt- als auch den Eventualantrag. Zudem habe die BA in ihrer vorinstanzlichen Stellungnahme dargelegt, es sei "bereits mehrmals richterlich festgehalten worden", dass der Hauptbeschuldigte an der Beschwerdeführerin "alleine wirtschaftlich berechtigt" sei. Es bestehe eine faktische und wirtschaftliche Identität zwischen ihm und der Beschwerdeführerin. Ihr Alleineigentümer habe "ohne Weiteres die Möglichkeit", die zu ihrer anwaltlichen Vertretung notwendigen Vermögenswerte zur Verfügung zu stellen, zumal er auch seinen eigenen Wahlverteidiger selber finanziere. Es wäre hier widersprüchlich und unbillig, die mutmasslich deliktisch erlangten Vermögenswerte an die Beschwerdeführerin (teilweise) freizugeben oder ihr die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren. Faktisch und wirtschaftlich sei der Alleineigentümer direkt betroffen, und es erscheine ungebührlich, dem Hauptbeschuldigten Gelder mutmasslich deliktischer Herkunft freizugeben, um damit in der gleichen Strafsache einen weiteren Anwalt für die Vertretung der von ihm beherrschten A.________ SA finanzieren zu können. In ihrer Anklageschrift habe die BA beantragt, dass in Anwendung von Art. 70 Abs. 1 StGB auf einem Sperrkonto mit Vermögenswerten der Beschwerdeführerin Guthaben im Umfang von ca. EUR 2,1 Mio. einzuziehen seien. Zudem sei gegen die Beschwerdeführerin auf eine staatliche Ersatzforderung im Umfang von EUR 2'878'547.40 zu erkennen. Der Saldo auf dem Sperrkonto betrage ca. USD 3,7 Mio.; auf einem zweiten beschlagnahmten Konto der Beschwerdeführerin lägen ausserdem Vermögenswerte von Fr. 6'488.--. Auch aus diesem Grund falle eine teilweise Freigabe der beschlagnahmten Vermögenswerte zur Deckung der anwaltlichen Interventionskosten der Beschwerdeführerin grundsätzlich ausser Betracht.