Citation: 2P.130/2002 13.12.2002 E. 4

4.1 Das Verwaltungsgericht hat die Regelung der Gemeinde Langnau am Albis geschützt, welche die Anschlussgebühr ausgehend vom Gebäudeversicherungswert berechnet. Die Beschwerdeführer sehen darin eine Verletzung des Willkürverbots, weil die streitige Gebühr dem Betrieb und Unterhalt der Anlagen diene. Es sei nur dann zulässig, den Gebäudeversicherungswert als einziges Kriterium für die Berechnung der Gebühren heranzuziehen, wenn diese die Investitionskosten zu decken hätten, nicht aber, wenn Betrieb und Unterhalt der Anlagen zu finanzieren seien. Bei einer Gebühr wie der vorliegenden müsse deshalb zwingend der tatsächliche Wasserverbrauch in die Berechnung einbezogen werden. 4.2 Diese Rüge geht an der Sache vorbei: Das Verwaltungsgericht hat willkürfrei angenommen, dass die einmalige Anschlussgebühr zur Deckung der Investitionskosten dient, während der Betriebsaufwand aus den periodisch erhobenen Benützungsgebühren - dem Wasserzins - gedeckt wird. Die von den Beschwerdeführern angerufenen Bundesgerichtsentscheide betrafen jährliche Abwassergebühren, welche gleichzeitig die Kosten für Erstellung und Unterhalt der Anlagen decken sollten. Nur insoweit, als die Unterhaltskosten zumindest teilweise von der Menge des in die Kanalisation geleiteten Abwassers abhingen, hat es das Bundesgericht für willkürlich erklärt, allein auf den Gebäudeversicherungswert abzustellen (BGE 125 I 1 E. 2b/ee S. 6; vgl. auch BGE 128 I 46). Ausschlaggebend ist, dass dieser kaum Rückschlüsse auf die tatsächliche Beanspruchung der Kanalisation durch die Bewohner einer Liegenschaft zulässt und deshalb für (wiederkehrende) Benützungsgebühren keinen praktikablen Massstab darstellt. Hinsichtlich einmaliger Anschlussgebühren hat das Bundesgericht den Gebäudeversicherungswert demgegenüber bei Wohnbauten stets als verfassungskonformen Massstab zugelassen (BGE 109 Ia 325 E. 6a S. 330; 125 I 1 E. 2b/bb S. 4, je mit Hinweisen). Diese Praxis, welche vornehmlich anhand von Gebühren für den Kanalisationsanschluss entwickelt worden ist, findet ohne weiteres auch auf Anlagen für die Wasserversorgung Anwendung (unveröffentlichtes Urteil 2P.356/1994 vom 15. Dezember 1995, E. 3b). Wie das Bundesgericht wiederholt festgestellt hat, verfügt der kantonale und kommunale Gesetzgeber bei der Ausgestaltung von Kausalabgaben innerhalb der verfassungsrechtlichen Schranken (namentlich Art. 8 Abs. 1 und Art. 9 BV) über einen weiten Spielraum (BGE 109 Ia 325 E. 4 S. 327 f., mit Hinweisen). Sodann kann bei der Abgabenbemessung nach schematischen, auf der Durchschnittserfahrung beruhenden und leicht zu handhabenden Kriterien vorgegangen werden (BGE 125 I 1 E. 2b/bb S. 4 f.; 109 Ia 325 E. 5 S. 328 f.; 106 Ia 241 E. 3b S. 244). Unter diesen Gesichtspunkten erweist sich der Gebäudeversicherungswert als taugliches Anknüpfungskriterium für die Berechnung von Gebühren oder Vorzugslasten zur Deckung der Baukosten von Wasserversorgungsanlagen. Im Übrigen ist nicht ersichtlich, inwiefern eine Gebühr, welche im Zeitpunkt des Anschlusses der Baute und in Unkenntnis des künftigen Wasserverbrauchs erhoben wird, überhaupt verbrauchsabhängig ausgestaltet werden könnte. 4.3 Nach dem Gesagten kann offen bleiben, ob - wie das Verwaltungsgericht angenommen hat - Wohnbauten mit höherem Gebäudeversicherungswert tatsächlich im Durchschnitt auch grössere Mengen von Frischwasser beziehen als solche mit kleinerem Wert. Die Anschlussgebühr knüpft gerade nicht am Wasserverbrauch an, und das Verwaltungsgericht hat die beanstandete Feststellung im Rahmen einer Eventualbegründung getroffen, welche hier nicht auf ihre Verfassungsmässigkeit überprüft zu werden braucht.