Citation: 5A_408/2022 E. 2

Bei der Abweisung der unentgeltlichen Rechtspflege hatte das Verwaltungsgericht die Aussichtslosigkeit der Beschwerden noch mit Argumenten zur Sache selbst begründet (grosse offene Forderungen und Betreibungen gegen beide Elternteile; deren Mehrfamilienhaus als einziges nennenswertes Vermögensobjekt; Fälligkeit einer Hypothekartranche; Unmöglichkeit einer Erhöhung der Hypotheken oder einer Aufteilung in Stockwerkeigentum und Verkauf einzelner Wohnungen) und das Bundesgericht hatte im Urteil 5A_315/2022 vom 2. Juni 2022 seine Verwunderung zum Ausdruck gebracht, dass die Aussichtslosigkeit der Beschwerden nicht bereits mit der fehlenden Beschwerdelegitimation begründet worden war, weil die Beschwerdeführerin nicht Interessen ihrer Eltern, sondern eigene Interessen geltend gemacht und damit ihre Beschwerdelegitimation im kantonalen Verfahren nicht aus Art. 450 Abs. 2 Ziff. 2 ZGB als den betroffenen Personen nahestehende Person, sondern sinngemäss aus Art. 450 Abs. 2 Ziff. 3 ZGB als Drittperson abgeleitet hatte, wobei diesfalls ein (nicht ersichtliches) rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung des angefochtenen KESB-Entscheides erforderlich wäre. Eben diese Begründungslinie verfolgt das Verwaltungsgericht in seinem zwischenzeitlich ergangenen und vorliegend angefochtenen Nichteintretensurteil. Es hat erwogen, dass ein Näheverhältnis angesichts des Interessenkonfliktes zu verneinen sei und ohnehin nicht ersichtlich wäre, inwiefern der Verkauf der Liegenschaft angesichts der bestehenden Schulden nicht im elterlichen Interesse sein sollte; diese hätten denn auch keine Einwände angebracht. Sodann sei das für eine Beschwerdelegitimation als Drittperson erforderliche direkt mit der angefochtenen Massnahme zusammenhängende rechtlich geschützte Interesse nicht ersichtlich, denn die Tochtereigenschaft für sich allein genüge nicht und ebenso wenig die geltend gemachten Gründe (das Mehrfamilienhaus müsse im Familienbesitz bleiben; Befürchtung, im Verkaufsfall die gratis benutzte Wohnung verlassen zu müssen). Im Zusammenhang mit der Kritik am Vorgehen der Beiständin hat das Verwaltungsgericht bemerkt, entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin habe deren Aufgabe nicht darin bestanden, zum Schutz ihres Erbes bzw. ihrer kostenlosen Wohngelegenheit die verbeiständeten Eltern durch möglichst tiefe Ausgaben an der kurzen Leine zu halten.