Citation: 4C.46/2004 21.04.2004 E. 2

Die Vorinstanz vertritt den Standpunkt, die Klägerin habe nicht nachweisen können, dass die Parteien für die Zeit vom 1. Januar bis zum 31. Oktober 1998 statt eines auftragsrechtlichen einen Arbeitsvertrag abgeschlossen hätten. Die Klägerin sei von 1994 bis 1997 unbestrittenermassen in einem Freelance-Verhältnis als Dozentin für die Beklagte tätig gewesen. Die Zusammenarbeit zwischen den Parteien habe sich ab Januar 1998 nicht wesentlich verändert. Für das Vorliegen eines Auftragsverhältnisses für die Zeitspanne von Januar bis Oktober 1998 spreche, dass die Klägerin für andere Unternehmen tätig gewesen und deshalb von der Beklagte wirtschaftlich nicht völlig abhängig gewesen sei, dass die Klägerin in fachlicher Hinsicht weisungsunabhängig gewesen sei und ihre Arbeit grundsätzlich frei habe einteilen können, dass die Parteien kein Konkurrenzverbot vereinbart hätten und dass erst ab April 1998 die Beklagte der Klägerin regelmässig monatliche Zahlungen von Fr. 10'000.-- geleistet habe, wobei unklar sei, ob es sich um Akonto- oder um Nettozahlungen unter Abzug der Sozialleistungen gehandelt habe. Der Umstand, dass die Beklagte für das Jahr 1998 mit weniger Aufträgen gerechnet und gewusst habe, dass sich die Klägerin im Frühling 1998 einer Unterleibsoperation habe unterziehen müssen, würden ebenfalls darauf hindeuten, dass die Beklagte keinen Arbeitsvertrag mit der Klägerin habe abschliessen wollen. Zudem sei nicht bewiesen, inwieweit die Klägerin auf eine Ferienregelung bestanden und ob die Beklagte über die Klägerin eine Personalakte geführt habe. Da davon auszugehen sei, dass zwischen den Parteien ein Auftragsverhältnis vorliege, sei die von der Klägerin geltend gemachte Lohnforderung für die Monate September und Oktober 1998 hinfällig.