Citation: 8C_447/2017 E. 5.1

5.1. Dr. med. G.________ hatte unter anderem zu beantworten, wie sich die im Zeitpunkt des Endzustands allenfalls bestehenden Unfallfolgen auf die Arbeitsfähigkeit der Versicherten auswirken: (a) im angestammten Beruf als kaufmännische Angestellte (in Prozenten), (b) in einer leidensangepassten Tätigkeit (in Prozenten), und (c) wie das diesbezügliche Zumutbarkeitsprofil aussehen würde. Er hielt dazu fest: "Wenn man [...] zum Zeitpunkt der Beschwerdeeingabe im April 2014 insofern einen gewissen Endpunkt sieht, dass danach nur noch kleine Verbesserungen der Arbeitsfähigkeit zu erzielen gewesen wären, wirken sich die Unfallfolgen wie folgt aus: (a) Eine 70%ige Arbeitsfähigkeit. Die Einschränkungen bestehen in einer schnelleren Ermüdbarkeit, verlängerten Erholungsphasen, Einschränkungen im Alltag durch jederzeit auftretende Triggerreize, dem traumabedingten Vermeidungsverhalten, den Ein- und Durchschlafstörungen mit Albträumen, die jeweils den erholsamen Schlaf stark einschränken können und somit zur erhöhten Ermüdbarkeit am Tag beitragen. Durch die Hypervigilanz und das Hyperarousal benötigt die Versicherte deutlich mehr Energie im Alltag. Sich bewegen zu können, die notwendige Voraussehbarkeit fast aller Situationen im Alltag und die geringe Fähigkeit, auf Unvorhergesehenes zu reagieren[,] führt ebenfalls zu einer Einschränkung. (b) Diese Einschränkungen gelten für den angestammten Beruf als kaufmännische Angestellte. In einer leidensangepassten Tätigkeit wären mit hoher Wahrscheinlichkeit keine höheren Leistungsziele erreichbar, da die Einschränkungen einen grossen Teil der Lebensbereiche betreffen und nicht spezifisch für ihren angestammten Beruf sind. (c) Im Zumutbarkeitsprofil sind die Einschränkungen, wie zuvor im Mini-ICF beschrieben, heranzuziehen. Die Versicherte kann an einem Arbeitsplatz 70 % anwesend sein für Tätigkeiten nach den Möglichkeiten ihres Bildungsniveaus. Konzentrierteres Arbeiten über 3-4 Stunden ist möglich. Bei den Tätigkeiten müsste die Möglichkeit besteh[en,] die Arbeitszeit auf mehrere Tage zu verteilen so dass sie bei dem vorläufigen Endzustand nicht darauf angewiesen ist, sich in grosse Verkehrsströme/Menschenansammlungen zu begeben, keine Abend- und Nachtarbeit gefordert ist und sie verlängerte Ruhezeiten einplanen kann. Es müsste eine Flexibilität bezüglich der Arbeitszeiten bestehen, so dass die Versicherte z.B. im Winter, wenn es früher dunkel wird[,] den Arbeitstag so früh beenden kann, dass sie nicht im Dunkeln nach Hause fahren muss oder die Möglichkeit gewährleistet wird, gewisse Arbeiten aus dem Homeoffice zu verrichten. Inhaltlich müsste die Arbeit voraussehbar sein und möglichst wenige ungeplante Kontakte zu ihr fremden Personen beinhalten."