Citation: 8C_49/2015 E. 3.3

3.3. Die Angelegenheit geht an die Beschwerdegegnerin zurück, damit sie, bzw. nach der Zuständigkeitsordnung die Arbeitslosenkasse (vgl. Art. 81 Abs. 1 lit. a AVIG), unter Berücksichtigung der bereits laufenden Rahmenfrist für den Leistungsbezug eine Prüfung der übrigen Anspruchsvoraussetzungen vornehme und alsdann über den Leistungsanspruch ab 1. März 2014 neu verfüge. Sollte ab diesem Zeitpunkt grundsätzlich ein Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung bestehen, so wird sich mit Blick darauf für die Kasse wohl die Frage stellen, ob der Beschwerdeführer alles Zumutbare unternommen hat, um die für die Zeit ab Januar 2014 möglicherweise voraussehbare Arbeitslosigkeit zu vermeiden. Suchbemühungen im Hinblick auf Dauerstellen waren mit Blick darauf, dass das Arbeitsverhältnis mit der Einzelfirma in den Jahren 2009, 2010 und 2012 jeweils auf Ende Dezember endete, allerdings erst ab Oktober 2013 angebracht. Der Versicherte kann nur eine Bewerbung im Monat Dezember 2013 und acht Arbeitsbemühungen im Februar 2014 nachweisen. Eine Einstellung in der Anspruchsberechtigung wegen ungenügender Arbeitsbemühungen im Sinne von Art. 30 Abs. 1 lit. c AVIG ist jedenfalls auch nach bejahter Vermittlungsfähigkeit noch möglich. Denn bei der Frist des Art. 30 Abs. 3 letzter Satz AVIG handelt es sich um eine Vollstreckungsfrist, welche nicht das Recht der Verwaltung zur Festsetzung von Einstellungstagen beschlägt, sondern einzig die Vollstreckung der Sanktion betrifft. Eine Einstellung kann daher auch nach Ablauf der sechsmonatigen Vollstreckungsfrist verfügt werden, wenn der Vollzug der Einstellung rechtzeitig innerhalb der Verwirkungsfrist von sechs Monaten erfolgt, z.B. durch Nichtauszahlung der Taggelder in der fraglichen Periode (BGE 114 V 350 E. 2b S. 352; THOMAS NUSSBAUMER, a.a.O., S. 2438 f. Rz. 864).