Citation: 2C_317/2015 E. 5.2

5.2. Das gilt auch für die Beurteilung des Gesundheitszustands, der im Rahmen des nachehelichen Härtefalls zu berücksichtigen ist (Art. 31 Abs. 1 lit. f VZAE). Schwere gesundheitliche Probleme können als wichtige persönliche Gründe im Sinne von Art. 50 Abs. 1 lit. b AuG anerkannt werden, wenn sie so gravierend sind, dass eine Rückkehr ins Herkunftsland in medizinischer Hinsicht unhaltbar erscheint. Ob dies der Fall ist, hängt im Wesentlichen von den Behandlungsmöglichkeiten im Herkunftsland ab (Urteile 2C_815/2013 vom 26. Mai 2014 E. 5.1; 2C_268/2013 vom 21. Juni 2013 E. 3.4; 2C_1051/2011 vom 29. Juni 2012 E. 3.2; 2C_316/2011 vom 17. Oktober 2011 E. 3.3). Art. 50 Abs. 1 lit. b AuG deckt sich insoweit weitgehend mit dem Begriff der Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs, wofür vorausgesetzt ist, dass der Ausländer wegen medizinischer Notlage im Heimatstaat konkret gefährdet ist (Art. 83 Abs. 4 AuG; Urteil 2C_721/2014 vom 15. Januar 2015 E. 3.2.2). Soweit die medizinische Versorgung im Heimatland gewährleistet ist, kann allein der Umstand, dass das Gesundheits- oder Sozialversicherungswesen in einem anderen Staat allenfalls nicht mit demjenigen in der Schweiz vergleichbar ist und die hiesige medizinische Versorgung einem höheren Standard entspricht, nicht die Unzumutbarkeit der Rückreise zur Folge haben (BGE 139 II 393 E. 6 S. 403; 128 II 200 E. 5.3 S. 209; Urteile 2C_721/2014 vom 15. Januar 2015 E. 3.2.1; 2C_268/2013 vom 21. Juni 2013 E. 3.4; 2C_833/2011 vom 6. Juni 2012 E. 3.3.2 mit zahlreichen Hinweisen). Dies gilt auch mit Bezug auf Personen, die mit dem HI-Virus infiziert sind (Urteile 2C_815/2013 vom 26. Mai 2014 E. 5.1; 2C_268/2013 vom 21. Juni 2013 E. 3.6). Medizinische Gründe können eine Abschiebung oder Wegweisung auch als unmenschliche Behandlung im Sinne von Art. 3 EMRK erscheinen lassen, doch bestehen insofern relativ hohe Schwellen, da es dabei nicht unmittelbar um Handlungen oder Unterlassungen staatlicher oder privater Akteure geht, sondern ein natürlicher Prozess (Krankheit) zu den entsprechenden Konsequenzen (Tod, Verschlechterung des Gesundheitszustands usw.) führt (Urteil 2C_721/2014 vom 15. Januar 2015 E. 3.2.2 unter Verweis auf das EGMR-Urteil N. c. Vereinigtes Königreich vom 27. Mai 2008 [Grosse Kammer; Nr. 26565/05]).