Citation: 1C_254/2017 E. 2.4

2.4. Im angefochtenen Urteil ging die Vorinstanz nicht auf die Argumentation der Beschwerdeführerin ein, wonach die mit dem Schreiben vom 1. April 2016 eingereichten Fotos zur Abklärung des Sachverhalts hätten berücksichtigt werden müssen. Sie liess jedoch im Anschluss an ihren Augenschein vom 21. Dezember 2016 durch ihren leitenden Gerichtsschreiber an verschiedenen Standorten zusätzliche Fotografien erstellen. Damit brachte die Vorinstanz zum Ausdruck, dass sie solche Fotografien trotz des Augenscheins bezüglich der Erfassung der optischen Wirkung der geplanten Antenne als hilfreich erachtete. Das DBU hätte daher entsprechende Fotos der Beschwerdeführerin in ihrer Eingabe vom 1. April 2016 als Baubewilligungsbehörde in einem Verfahren, in dem gemäss § 12 Abs. 1 VRG/TG der Untersuchungsgrundsatz gilt, beachten müssen, zumal bei der Geltung dieses Grundsatzes neue Beweise grundsätzlich jederzeit während des Verfahrens vorgebracht werden können (FEDI/MEYER/MÜLLER, Kommentar zum Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege des Kantons Thurgau, 2014, N. 3 f. zu § 15 VRG/TG; vgl. auch: MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem Bundesverwaltungsgericht, 2. Aufl. 2013, S. 23 f. Rz. 1.52 und S. 117 f. Rz. 2.204 ff.; BERNHARD WALDMANN, Grundsätze und Maximen in der Verwaltungsrechtspflege, in: Brennpunkte im Verwaltungsprozess, Häner/ Waldmann [Hrsg.], 2013, S. 15. f. mit weiteren Hinweisen; vgl. ferner BGE 135 II 369 E. 3.3 S. 374; Art. 229 Abs. 3 ZPO). Das DBU verletzte daher das Willkürverbot und das rechtliche Gehör der Beschwerdeführerin, wenn sie die von ihr mit der Eingabe vom 1. April 2016 eingereichten Fotos als verspätet aus dem Recht wies. Die Vorinstanz hätte insoweit eine Gehörsverletzung bejahen müssen. Zudem ist es nachvollziehbar, dass es für die Beschwerdeführerin schwierig war, sich bereits anlässlich des Augenscheins sachgerecht zur mündlichen Angabe des AfU zu äussern, dass im Datenblatt vom 8. September 2015 "Schreibfehler" korrigiert worden seien, da insoweit die Funktionsweise des von der Beschwerdegegnerin zur Erstellung der Diagramme verwendeten Softwareprogramms betroffen war. Demnach ist fraglich, ob das DBU zur Wahrung des aus dem rechtlichen Gehör abgeleiteten Replikrechts auch die entsprechenden Ausführungen der Beschwerdeführerin in ihrer Eingabe vom 1. April 2016 hätte beachten müssen, zumal sie innerhalb der Frist zur Ergänzung des Augenscheinprotokolls eingereicht wurden (vgl. BGE 138 I 484 E. 2.1 f. S. 485 f.). Die Frage kann jedoch offen bleiben, weil eine entsprechende Gehörsverletzung im vorinstanzlichen Verfahren geheilt worden wäre, wie nachstehend zu zeigen sein wird.