Citation: 1P.492/2000 18.12.2000 E. 4

4.- Nach Ansicht des Beschwerdeführers ist das angefochtene Urteil auch wegen willkürlicher Beweiswürdigung verfassungswidrig. Er macht geltend, die Aussagen von A.G.________ und B.G.________ sowie von weiteren Personen widersprächen sich in vielen Punkten und seien zudem unlogisch, weshalb nicht darauf hätte abgestellt werden dürfen. Ferner kritisiert er die Würdigung der medizinischen Befunde als unhaltbar. Schliesslich wirft der Beschwerdeführer dem Obergericht vor, offensichtliche Mängel des Glaubhaftigkeitsgutachtens von Dr. Vera Kling übergangen und zu Lasten des Beschwerdeführers darauf abgestellt zu haben. a) Das Obergericht hat im angefochtenen Entscheid die Aussagen, die A.G.________ und B.G.________ sowie Drittpersonen machten, eingehend gewürdigt. Es gelangte zum Schluss, dass den ursprünglichen belastenden Aussagen der beiden Töchter und nicht ihren späteren Widerrufserklärungen Glauben zu schenken sei. Es stützte sich dabei auf das Glaubhaftigkeitsgutachten von Dr. Vera Kling, aber auch auf weitere Indizien und eigene Überlegungen ab. Entscheidend war für das Obergericht, dass die belastenden Aussagen der beiden Töchter im Kerngeschehen weitgehend übereinstimmten und aussagekräftig erschienen. Dass ihre Darstellungen gewisse kleinere Unterschiede aufwiesen, sei auf Grund der ungleichen Situation, in der sich die beiden Töchter bei den Vorfällen befanden, verständlich. Jedenfalls vermöchten die von der Verteidigung vorgebrachten Unstimmigkeiten, die lediglich Nebensächlichkeiten beträfen, die Glaubhaftigkeit der belastenden Aussagen von A.G.________ und B.G.________ nicht zu erschüttern. Schliesslich gebe es auch keine ernsthaften Indizien für die Annahme eines Komplotts der Töchter und der Mutter gegen den Vater. Soweit sich der Beschwerdeführer mit diesen Erwägungen nicht näher auseinander setzt, sondern bloss die bereits vor Obergericht vorgebrachten Argumente wiederholt, ist auf die Beschwerde mangels genügender Begründung nicht einzutreten (Art. 90 Abs. 1 lit. b OG). Im Übrigen geht seine Kritik an der Würdigung der Aussagen der Töchter und weiterer Personen fehl. Bei den aufgelisteten angeblichen Widersprüchen handelt es sich grösstenteils lediglich um kleine Abweichungen, wie sie bei wiederholten Aussagen und der Darstellung eines Sachverhalts durch verschiedene Personen unvermeidlich sind. Sie betreffen zudem fast ausschliesslich Nebensächlichkeiten und vermögen die Glaubhaftigkeit der massgeblichen Aussagen zu den zwei sexuellen Übergriffen nicht in Frage zu stellen. Der Vorwurf, das Obergericht habe die Aussagen von näher bezeichneten Drittpersonen in willkürlicher Weise ausser Acht gelassen, ist ebenfalls unbegründet, da sich diese zum Tatgeschehen gar nicht äusserten und den Beschwerdeführer daher auch nicht entlasten konnten. Ferner ist aus der Tatsache, dass A.G.________ diesen Personen nichts von den umstrittenen sexuellen Übergriffen erzählt hat, entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers keineswegs der Schluss zu ziehen, diese Vorfälle hätten nicht stattgefunden. Ebenso wenig überzeugt seine Behauptung, der unbestrittene Loyalitätskonflikt, der die Töchter zum Widerruf ihrer früheren Aussagen bewogen hat, belege, dass sie ursprünglich eine Falschaussage gemacht hätten. Insgesamt kann von einer willkürlichen Würdigung der Aussagen von A.G.________ und B.G.________ sowie der einvernommenen Drittpersonen keine Rede sein. b) Der weitere Vorwurf des Beschwerdeführers, das Obergericht habe die medizinischen Befunde willkürlich gewürdigt, ist ebenfalls unbegründet. Bei der zunächst kritisierten Erwägung im angefochtenen Entscheid, wo festgestellte Hautrötungen und Hämatome als tatbezogene Anzeichen von Gewaltanwendung bezeichnet werden, handelt es sich lediglich um die Wiedergabe der Ergebnisse des Gutachtens des Instituts für Rechtsmedizin der Universität Basel vom 20./25. Mai 1998. Das Obergericht hat den erwähnten Befund nicht isoliert gewürdigt, wie der Beschwerdeführer unterstellt, sondern im Gesamtzusammenhang mit den übrigen medizinischen Feststellungen. Es trifft auch nicht zu, dass das Obergericht den unauffälligen gynäkologischen Untersuchungsbefund des genannten Instituts als belastendes Indiz wertete. Vielmehr wurde im angefochtenen Entscheid lediglich die Feststellung des erwähnten medizinischen Gutachtens übernommen, wonach der unauffällige Untersuchungsbefund nicht belege, dass kein sexueller Missbrauch stattgefunden habe. Ebenso wenig schliesst die Tatsache, dass beim Beschwerdeführer nach seiner Anhaltung keine Kratzspuren festgestellt wurden, die umstrittenen sexuellen Übergriffe aus. c) Nach Ansicht des Beschwerdeführers ist die Beweiswürdigung auch deshalb willkürlich, weil sie sich bei der Würdigung der Aussagen von A.G.________ und B.G.________ in massgeblicher Weise auf das Glaubhaftigkeitsgutachten von Dr. Vera Kling vom 8. März 1999 abstützt, obwohl dieses offensichtliche Mängel aufweise. Es trifft wohl zu, dass bei der Begutachtung nicht alle Voraussetzungen für die Erstellung einer wissenschaftlich einwandfreien Aussagenanalyse erfüllt waren. Die Gutachterin hat denn auch entsprechende Vorbehalte angebracht, die dem Obergericht nicht entgangen sind. Der Beschwerdeführer verkennt indessen, dass das Gutachten trotz diesen Vorbehalten klare Anhaltspunkte für den Wahrheitsgehalt der belastenden Aussagen von A.G.________ und B.G.________ bzw. für die Wahrheitswidrigkeit von deren Widerruf enthält. Unbegründet ist auch seine Rüge, die Gutachterin habe die Widerrufserklärungen der beiden Töchter nicht effektiv analysiert. Wie bereits erwähnt (E. 3b) äussert sich das Gutachten auch zur Glaubhaftigkeit der Widerrufserklärungen, soweit dies anhand der knappen Äusserungen von A.G.________ und B.G.________ möglich ist. Die entsprechenden Erörterungen sind einleuchtend und nicht geeignet, Zweifel an der Richtigkeit des Gutachtens überhaupt zu wecken. d) Gesamthaft betrachtet erscheint die Beweiswürdigung im angefochtenen Entscheid ohne weiteres vertretbar und damit frei von Willkür.