Citation: 8C_624/2015 E. 3.2.2

3.2.2. Prof. Dr. med. C.________ stellt keine psychiatrische Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit bestehe eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren, eine mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom (reaktiv auf das Schmerzgeschehen und auf psychosoziale Faktoren) sowie eine histrionische Persönlichkeitsakzentuierung. Ist eine mittelgradige depressive Episode eine (reaktive) Begleiterscheinung zu einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren, beurteilt sich die Frage der invalidisierenden Wirkung der gesundheitlichen Beeinträchtigungen entgegen der Ansicht der Versicherten nach der Schmerzrechtsprechung (Urteil 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E. 4.4). Auch nach der Praxisänderung durch BGE 141 V 281 kann eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit nur relevant sein, wenn sie Folge einer fachärztlich einwandfrei diagnostizierten Gesundheitsbeeinträchtigung ist (vgl. BGE 130 V 396). Bei somatoformen Störungen (ICD-10 F45) im Besonderen ist dem diagnoseinhärenten Schweregrad vermehrt Rechnung zu tragen (BGE 141 V 281 E. 2.1.1 S. 286; vgl. auch Urteil 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E. 5.3). Die Versicherte verkennt, dass das kantonale Gericht eine Beurteilung anhand von BGE 141 V 281 durchgeführt hat, welche aber in casu nicht zu einer Besserstellung führt. Der psychiatrische Gutachter betont mehrfach, dass die auf psychisch-geistiger Ebene beklagten Fähigkeitsstörungen psychiatrisch und im Abgleich mit dem Verhalten der Versicherten nicht nachvollziehbar seien und keine gescheiterten rehabilitativen therapeutischen Bemühungen vorlägen. Eine schwer ausgeprägte Schmerzstörung ist eindeutig nicht vorhanden. Da es an einer therapieresistenten invalidisierenden psychischen Störung und folglich auch an einer relevanten psychischen Komorbidität fehlt, durfte die Vorinstanz auf die Einschätzung des psychiatrischen Experten abstellen, wonach keine Arbeitsunfähigkeit vorliegt (vgl. E. 2.2 hiervor). Daran ändert entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin der Umstand nichts, dass Prof. Dr. med. C.________ auf Seite 24 seines Gutachtens im Zusammenhang mit den Foerster-Kriterien von einem "Exploranden G.________" spricht, denn inhaltlich besteht kein Zweifel, dass sich der Psychiater durchwegs mit der Krankengeschichte und den Untersuchungsergebnissen der Versicherten auseinandergesetzt hat.