Citation: 4A_502/2020 E. 3.1

3.1. Der Beschwerdeführer machte vor der Vorinstanz geltend, die Beschwerdegegnerin habe ihn zu Unrecht in eine Einzelttaggeldversicherung übertreten lassen, da der Leistungsfall bereits vor Beendigung des Arbeitsvertrages eingetreten sei und die Leistungspflicht daher bis zum Ende der vertraglich vereinbarten Maximaldauer aus der Kollektivversicherung auszurichten gewesen wäre. Die Vorinstanz erwog dazu, die Beschwerdegegnerin begründe den Ausschluss der Nachleistungen unter Hinweis auf Art. 10 Abs. 3 der Allgemeinen Versicherungsbedingungen (AVB). Nach Art. 10 Abs. 3 lit. a AVB ende die "Versicherungsdeckung und der Anspruch auf Leistung", "[w]enn der Versicherte nicht mehr zum Kreis der Versicherten" zähle. Das Arbeitsverhältnis zwischen dem Beschwerdeführer und der C.________ AG sei am 31. Januar 2018 beendet worden. Ab dem 1. Februar 2018 gehöre der Beschwerdeführer daher nicht mehr zum Kreis der Versicherten. Mit der Auflösung des Arbeitsverhältnisses würde damit "die Versicherungsdeckung und der Anspruch auf Leistungen" enden. Die Bestimmung, wonach auch "der Anspruch auf Leistungen" mit der Auflösung des Arbeitsverhältnisses ende, müsse aufgrund des Wortlautes und der Systematik von Art. 10 Abs. 3 AVB nach Treu und Glauben in dem Sinn verstanden werden, dass Ansprüche auf Leistungen, die durch einen während des Versicherungsverhältnisses eingetretenen Versicherungsfall begründet würden, mit dem Ausscheiden aus dem Kreis der Versicherten endeten. Der Beschwerdeführer berufe sich zur Begründung seines Standpunkts auf die in Art. 6 AVB geregelte BVG-Koordination. Dieser Bestimmung lasse sich aber nicht entnehmen, dass ein Anspruch auf Versicherungsleistungen auch dann noch bestehen solle, wenn eine Person aus dem Kreis der Versicherten ausgeschieden sei. Insbesondere lasse sich aus der Reihenfolge der AVB-Bestimmungen nicht schliessen, die in Art. 6 geregelte BVG-Koordinationspflicht gehe der in Art. 10 enthaltenen Regel über Beginn und Ende der Versicherungsdeckung vor. Auch der Anspruch auf Leistungen im Rahmen der BVG-Koordination setze voraus, dass überhaupt noch ein Anspruch auf Leistungen bestehe. Aus Art. 6 lit. a Ziff. 1 AVB selbst ergebe sich denn auch, dass nicht in jedem Fall Leistungen bis zum Einsetzen des Anspruchs auf eine BVG-Rente ausgerichtet werden sollen. So bestehe nach dieser Bestimmung während höchstens 730 Tagen pro Fall Anspruch auf Leistungen - und zwar auch dann, wenn der Anspruch auf eine BVG-Leistung noch nicht eingesetzt habe. Art. 6 lit. a Ziff. 1 AVB erweitere die Ansprüche der Versicherten demnach nicht, sondern schränke sie mit Blick auf die BVG-Koordination ein. Auch aus diesem Grund lasse sich aus Art. 6 lit. a Ziff. 1 AVB nicht ableiten, der Anspruch auf Leistungen bestehe entgegen Art. 10 Abs. 3 lit. a AVB auch nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses. Aus dem Versicherungsvertrag ergebe sich somit mit hinreichender Klarheit, dass Ansprüche auf Versicherungsleistungen, die durch einen während des Versicherungsverhältnisses eingetretenen Versicherungsfall begründet worden seien, bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses endeten.