Citation: 6B_1095/2017 E. 1.2

1.2. Die Vorinstanz gibt zunächst die bundesgerichtliche Rechtsprechung betreffend Anfechtbarkeit und Nichtigkeit von Entscheiden wieder. Nichtigkeit wird angenommen bei Anordnungen, deren Mangelhaftigkeit besonders schwer wiegt und offensichtlich oder zumindest leicht erkennbar ist (BGE 138 II 501 E. 3.1; 137 I 273 E. 3.1; 128 IV 184 E. 4.2; Urteil 6B_968/2014 vom 24. Dezember 2014 E. 1.4; je mit Hinweisen). Davon kann vorliegend keine Rede sein. Die von der Beschwerdeführerin vorgebrachten inhaltlichen Beanstandungen müssten vielmehr im Rechtsmittel- bzw. Einspracheverfahren vorgebracht werden. Dass die Staatsanwaltschaft dem Strafbefehl im Wesentlichen den Sachverhalt gemäss Polizeirapport vom 13. Februar 2015 zu Grunde legte, hat ebenfalls nicht die Nichtigkeit des Strafbefehls zur Folge. Die Vorinstanz gibt auch diesbezüglich die bundesgerichtliche Rechtsprechung zutreffend wieder. Ein Strafbefehl beruht nur auf einer summarischen Prüfung von Tat und Täter durch die Staatsanwaltschaft. Er stellt einen Vorschlag zur aussergerichtlichen Erledigung des Straffalles bzw. ein Angebot zur summarischen Verfahrenserledigung dar und entfaltet seine rechtliche Wirkung und wird zum Urteil, wenn dagegen keine gültige Einsprache erhoben wird. Die Durchführung eines Beweisverfahrens ist somit nicht unbedingt erforderlich und es wird insbesondere keine Einvernahme der beschuldigten Person durch die Untersuchungsbehörden verlangt. Die Ausgestaltung des Strafbefehlsverfahrens ist mit der verfassungsrechtlichen Rechtsweggarantie bzw. dem konventionsrechtlichen Anspruch auf Zugang zu einem Gericht mit voller Überprüfungskompetenz vereinbar, weil es letztlich vom Willen des Betroffenen abhängt, ob er diesen akzeptieren oder mit blosser Einsprache von dem ihm zustehenden Recht auf gerichtliche Beurteilung Gebrauch machen will. Die Rechtsstaatlichkeit des Strafbefehlsverfahrens lässt sich damit begründen, dass auf Einsprache hin ein Gericht mit voller Kognition und unter Beachtung der für das Strafverfahren geltenden Mindestrechte über den erhobenen Vorwurf entscheidet (Urteil 6B_152/2013 vom 27. Mai 2013 E. 3). Dass die gerichtliche Überprüfung von der fristgemässen Erhebung der Einsprache abhängig gemacht wird, verstösst ebenfalls nicht gegen verfassungs- und konventionsrechtliche Grundsätze und es kann entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin auch nicht davon ausgegangen werden, dass ein rechtsstaatliches Verfahren nur in jenen Fällen gewährleistet ist, in denen der Entscheid der Staatsanwaltschaft einer gerichtlichen Überprüfung unterzogen wird.