Citation: 6B_1068/2022 E. 3.4.2

3.4.2. Die Vorinstanz hält zutreffend fest, dass sich der Beschwerdeführer seit mehr als 21 Jahren im Freiheitsentzug befindet, was - auch mit Blick auf die ausgefällte Strafe von 24 Monaten - aussergewöhnlich lang ist. Der Freiheitsentzug übersteigt selbst die Höchstdauer einer Freiheitsstrafe von grundsätzlich 20 Jahren (vgl. Art. 40 Abs. 2 StGB). Hinzu kommt, dass der Beschwerdeführer die Tat im noch jugendlichen Alter von 19 Jahren und unter massivem Drogen- und Alkoholeinfluss begangen hat. Der Beschwerdeführer war folglich mehr als sein halbes Leben lang seiner Freiheit entzogen. Mit der Vorinstanz wiegt der Eingriff in seine Rechte besonders schwer und sein Anspruch auf Freiheit gewinnt zunehmend an Gewicht (vgl. Beschluss S. 30). Der massive Eingriff in die Grundrechte des Beschwerdeführers ist mit dessen Anlasstaten und der Schwere der in Freiheit zu erwartenden Taten abzuwägen. Ohne seine Taten bagatellisieren zu wollen, ist festzustellen, dass sie sich eher im unteren Bereich der Anlassdelikte für eine Verwahrung bewegen. Jedoch geht der Beschwerdeführer bei seinen diesbezüglichen Ausführungen fälschlicherweise davon aus, das Sachgericht habe keine Verminderung seiner Schuldfähigkeit festgestellt bzw. diese bei der Strafzumessung nicht berücksichtigt (Beschwerde S. 11). Aus dem Urteil des Kreisgerichts VIII Bern-Laupen vom 21. November 2000 ergibt sich klar, dass das Gericht die Strafe gestützt auf Art. 11 und 66 aStGB milderte, weil die Steuerungsfähigkeit des Beschwerdeführers bei den Körperverletzungsdelikten gemäss Gutachten zur Tatzeit in mittlerem bis schwerem Grad beeinträchtigt war (Vollzugsakten, pag. 144, 149). Ebenso ergibt sich aus dem genannten Urteil, dass der Beschwerdeführer gewaltsam auf vier Menschen losgegangen ist und davon zwei verletzt hat, sowie dass er grosses Glück hatte, dass nicht mehr passiert ist (Vollzugsakten, pag. 148 f.). Damit erweist sich sein Einwand, weder dem Urteil noch den Akten lasse sich entnehmen, es sei blosser Zufall gewesen, dass niemand schwerer verletzt worden sei (Beschwerde S. 11), als falsch. Gemäss den vorinstanzlichen Feststellungen bzw. dem Gutachten sind vom Beschwerdeführer in Freiheit (weitere) Gewaltdelikte zu erwarten, die eine schwere körperliche Schädigung eines Opfers nach sich ziehen können. Betroffen ist damit das hochwertige Rechtsgut der körperlichen Integrität. Die bisher verübten und künftig zu erwartenden Straftaten erweisen sich im Verhältnis zu anderen denkbaren Anlasstaten für eine Verwahrung als mittelschwer. Es ist nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz das Ausmass der Gefährdung angesichts der Tatsache, dass der Beschwerdeführer die Anlasstat unter anderem wegen erheblichen Drogen- und Alkoholeinflusses begangen hat, und unter Berücksichtigung des Umstands, dass das Risiko für erneute Gewalttaten bei ihm insbesondere bei einem allfälligen Drogen- oder Alkoholrückfall als hoch eingestuft wird, aufgrund der noch nicht vorliegenden Totalabstinenz des Beschwerdeführers als stark ausgeprägt einstuft. Ferner erwägt sie nachvollziehbar, der Umstand, dass es ohne erkennbaren Grund zur Anlasstat gekommen sei und die Schwelle für aggressives sowie gewalttätiges Verhalten beim Beschwerdeführer weiterhin gering sei, spreche ebenfalls für eine stark ausgeprägte Gefährdung (Beschluss S. 31 f.). Schliesslich ist der Eingabe der BVD vom 11. Januar 2023 zu entnehmen, dass diese mittlerweile beim zuständigen Gericht den Antrag gestellt haben, anstelle der Verwahrung nachträglich gestützt auf Art. 65 Abs. 1 StGB eine stationäre therapeutische Behandlung von psychischen Störungen anzuordnen. Diese Entwicklung ist zu begrüssen, wobei mit dem Beschwerdeführer nicht nachvollziehbar ist (vgl. Replik S. 1), weshalb die BVD dies nicht bereits früher gemacht haben. Die Empfehlung des Sachverständigen war ihnen seit Ende November 2021 bekannt und der vorinstanzliche Beschluss, mit der Anweisung an die BVD, umgehend die Voraussetzungen für eine stationäre therapeutische Massnahme nach Art. 59 StGB zu prüfen, datiert vom 18. Juli 2022. Angesichts der vom Beschwerdeführer in Freiheit ausgehenden Gefahr für das hochwertige Rechtsgut der körperlichen Integrität erscheint die Verwahrung zurzeit im Hinblick auf die Dauer des mit ihr einhergehenden Freiheitsentzugs gerade noch als verhältnismässig.