Citation: I 757/06 05.06.2007 E. 5

Streitig und zu prüfen ist, ob bei der Beschwerdegegnerin, die namentlich an Adipositas leidet, eine leistungsbegründende Invalidität vorliegt. 5.1 Rechtsprechungsgemäss bewirkt Adipositas grundsätzlich keine zu Rentenleistungen berechtigende Invalidität, wenn sie nicht körperliche oder geistige Schäden verursacht und nicht die Folge von solchen Schäden ist. Liegen diese Voraussetzungen nicht vor, muss sie unter Berücksichtigung der besonderen Gegebenheiten des Einzelfalles dennoch als invalidisierend betrachtet werden, wenn sie weder durch geeignete Behandlung noch durch zumutbare Gewichtsabnahme auf ein Mass reduziert werden kann, bei welchem das Übergewicht in Verbindung mit allfälligen Folgeschäden keine voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit bzw. der Betätigung im bisherigen Aufgabenbereich zur Folge hat (ZAK 1984 S. 345 E. 3 mit Hinweisen). Diese Rechtsprechung wurde letztmals mit Urteil der II. sozialrechtlichen Abteilung des Bundesgerichts vom 21. März 2007 in Sachen B. (I 745/06) bestätigt. Soweit sich die Beschwerdeführerin mit dieser Rechtsprechung auseinandersetzt, verkennt sie, dass Adipositas nicht nur dann den Invaliditätsbegriff erfüllt, wenn sie körperliche oder geistige Schäden verursacht oder Folge von solchen Schäden ist. Sie muss unter Berücksichtigung der besonderen Gegebenheiten des Einzelfalles bereits dann als invalidisierend betrachtet werden, wenn sie für sich allein weder durch geeignete Behandlung noch durch zumutbare Gewichtsabnahme reduziert werden kann, bei welchem das Übergewicht in Verbindung mit allfälligen Folgeschäden voraussichtlich keine rentenbegründende Auswirkungen mehr auf die Leistungsfähigkeit im Beruf oder im Aufgabenbereich hat. 5.2 Gemäss vorinstanzlicher Sachverhaltsfeststellung, an die das Bundesgericht aufgrund der neuen Kognitionsregelung grundsätzlich gebunden ist (vgl. E. 3 hievor), lässt sich den medizinischen Akten nicht entnehmen, worin die Ursache für die Adipositas bei der Versicherten (BMI grösser als 40) zu sehen ist. Eine Krankheit, welche die plötzliche Gewichtszunahme erklären würde, werde in den Akten nicht erwähnt. Selbst wenn die Adipositas nicht als Auswirkung eines körperlichen Gesundheitsschadens zu betrachten ist, was jedoch nicht abgeklärt worden sei, sei zu prüfen, ob die geklagten Rücken- und Kniebeschwerden sowie die geltend gemachte Schmerzproblematik für sich genommen als invalidisierend zu betrachten sind. Im Weiteren sei zu prüfen, ob Adipositas durch eine geeignete Behandlung oder durch eine zumutbare Gewichtsabnahme überhaupt auf ein Mass reduziert werden könne, bei welchem sie in Verbindung mit den geklagten Beschwerden keine Invalidität zu bewirken vermag. Sollte das Übergewicht bei aller im Rahmen der Schadenminderungspflicht zumutbaren Anstrengung mit einer geeigneten Behandlung nicht reduziert werden können, sei es im Sinne der erwähnten Rechtsprechung als invalidisierend zu betrachten. All diesen Fragen würden die vorhandenen medizinischen Berichte keine schlüssige Beurteilung liefern. Die Sache sei daher an die IV-Stelle zurückzuweisen, damit sie durch ein medizinisches Gutachten folgende Punkte klären lasse: Einerseits die Auswirkungen der Adipositas und der mit ihr zusammenhängenden Beeinträchtigungen auf die Arbeitsfähigkeit sowie die zumutbaren Arbeitsleistungen im Tätigkeitsbereich als Raumpflegerin ohne Gewichtsreduktion; das Mass der zumutbaren Gewichtsreduktion und der dafür erforderlichen Zeitspanne; die hiefür und für eine nachfolgende Gewichtsstabilisierung geeignete Behandlungsmethode; die Frage der Arbeitsfähigkeit und die zumutbaren Arbeitsleistungen im Tätigkeitsbereich als Raumpflegerin während der für die zumutbare Gewichtsreduktion erforderlichen Zeitspanne. Erst eine umfassende ärztliche Abklärung könne sodann die Notwendigkeit auch einer psychiatrischen Beurteilung abschätzen. Nur wenn sich schliesslich aus dem einzuholenden Gutachten schlüssig ergebe, dass die Versicherte trotz ihres Übergewichts in ihrer Arbeitsfähigkeit als Raumpflegerin nicht in rentenbegründendem Ausmass beeinträchtigt sei, oder dies jedenfalls nach einer zumutbaren Gewichtsreduktion nicht mehr der Fall wäre, dürfe eine Rentenermittlung mangels fehlenden invalidisierenden Gesundheitsschadens unterbleiben.