Citation: 5A_86/2021 E. 5.3

5.3. Die Vorwürfe laufen ins Leere. Die Parteientschädigung wird nach dem kantonalen Tarif zugesprochen (Art. 105 Abs. 2 i.V.m. Art. 96 ZPO). Der kantonalen Tarifautonomie untersteht auch die Frage, welche Prozesse als vermögensrechtliche Streitigkeiten gelten und damit hinsichtlich der Festsetzung der Prozesskosten streitwertabhängig sind (Urteil 5A_945/2017 vom 20. April 2018 E. 4.2). Die Festlegung des massgeblichen Streitwerts erfolgt indes nach Massgabe von Art. 91 ff. ZPO (BGE 139 III 195 E. 4.3 mit Hinweis). Der älteren Rechtsprechung zur Zulässigkeit der Berufung an das Bundesgericht ist zu entnehmen, dass bei der Verbindung der Forderungs- mit der Pfandklage keine Zusammenrechnung stattfindet (BGE 106 II 22 E. 1; 55 II 39 E. 1 mit Hinweis; Urteil 4C.95/2003 vom 25. August 2003 E. 2). Mit Bezug auf die ZPO ist diese Rechtsprechung auf Zustimmung gestossen (s. Matthias Stein-Wigger, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO], 3. Aufl., 2016, N 10 zu Art. 93 ZPO; Martin Sterchi, in: Berner Kommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, Bd. I, 2012, N 6 zu Art. 93 ZPO). Andere Autoren sprechen sich demgegenüber für eine Zusammenrechnung von Forderungsbetrag und Pfandsumme aus (Rüegg/Rüegg, in: Basler Kommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, 3. Aufl, 2017, N 2 zu Art. 93 ZPO; Peter Diggelmann, in: Brunner/Gasser/Schwander [Hrsg.], ZPO Schweizerische Zivilprozessordnung, Kommentar, 2. Aufl., 2016, N 1 zu Art. 93 ZPO; Rainer Schumacher, in BR/DC 2014, S. 163; kritisch Denis Tappy, in: Commentaire romand, Code de procédure civile, 2. Aufl., 2019, N 3 zu Art. 93 ZPO, der zur Vermeidung ungerechter Ergebnisse fordert, bei der Festsetzung der Prozesskosten nach Massgabe der kantonalen Tarifbestimmungen entsprechende Reduktionen vorzunehmen; vgl. zu Art. 52 BGG das Urteil 4D_30/2009 vom 1. Juli 2009 E. 1.1, nicht publ. in: BGE 135 I 221, sowie oben E. 1). Es mag wohl zutreffen, dass das Pfandrecht lediglich akzessorisch zum Forderungsanspruch besteht und die geforderte Leistung (wirtschaftlich betrachtet) nur ein einziges Mal erbracht werden muss (STEIN-WIGGER, a.a.O., N 10 zu Art. 93 ZPO). Ob die gemeinsam geltend gemachten Ansprüche auf Zahlung von Werklohn und auf definitive Eintragung des Baupfandrechts nach Massgabe von Art. 93 Abs. 1 ZPO zusammenzurechnen sind oder sich gegenseitig ausschliessen, bestimmt sich jedoch nicht nach dem wirtschaftlichen Wert der kombinierten Forderungs- und Pfandklage, wie ihn der zitierte Autor verstanden haben will. Ausgangspunkt für die Bestimmung des Streitwerts sind die Rechtsbegehren, die dem Gericht klageweise zur Beurteilung unterbreitet werden (Art. 91 Abs. 1 Satz 1 ZPO). Dass sich der Streit um die obligatorische Werklohnforderung und derjenige um den dinglichen Anspruch auf Eintragung eines gesetzlichen Grundpfandrechts teilweise um dieselben Themen drehen, ändert daran nichts. Das Leistungsbegehren auf Zahlung einer Summe Geldes als Werklohn und das Gestaltungsbegehren auf Errichtung eines gesetzlichen Grundpfandrechts unterscheiden sich nicht nur von ihrer Art her voneinander, sondern auch mit Bezug auf die Voraussetzungen der damit eingeklagten Ansprüche und hinsichtlich des angestrebten Ergebnisses. Auch wenn sie sich gegen dieselbe beklagte Partei richten, schliessen sich die entsprechenden Ansprüche nicht gegenseitig aus und können durchaus abweichend voneinander beurteilt werden (vgl. auch Urteil 5A_77/2018 vom 16. März 2018 E. 1.2.2). Soweit die Beschwerdeführerin darüber hinaus argumentiert, dass die Synergien einer gemeinsamen Beurteilung von Leistungs- und Gestaltungsklage im Rahmen der Anwendung des kantonalen Tarifs nicht berücksichtigt werden können und die Verbindung von Forderungs- und Pfandklage dem Gericht nicht wesentlich mehr Arbeit verursache als der Streit um die Werklohnforderung allein, begnügt sie sich damit, anhand von pauschalen Behauptungen ihre eigene Sichtweise zu präsentieren. Allein damit genügt sie den Anforderungen an die Beschwerdebegründung nicht (Art. 42 Abs. 2 BGG). Gerade die in Baupfandprozessen oftmals anzutreffende Streitfrage, wann die Arbeit der Handwerker und Unternehmer vollendet war (Art. 839 Abs. 2 ZGB), deckt sich nicht zwingend mit den Prozessthemen im Vergütungsstreit und kann im Pfandrechtsprozess erheblichen Aufwand verursachen. Auch unter diesem Gesichtspunkt vermag die Beschwerdeführerin den angefochtenen Entscheid nicht zu erschüttern. Nach dem Gesagten ist nicht zu beanstanden, dass die kantonalen Instanzen die Streitwerte der geltend gemachten Ansprüche auf Zahlung des Werklohns und auf definitive Eintragung des Bauhandwerkerpfandrechts zusammenrechnen. Die Beschwerdeführerin hat die kantonalen Instanzen in ihrer Klage vom 17. Februar 2014 mit einer gehäuften Forderungs- und Pfanderrichtungsklage befasst (s. Sachverhalt Bst. B.a). Dabei bleibt es unabhängig davon, wie der Streit um die definitive Eintragung des Bauhandwerkerpfandrechts ausgeht. Die beiden geltend gemachten Ansprüche sind deshalb gemäss Art. 93 Abs. 1 ZPO zusammenzurechnen. Allein darauf ist im neuerlichen Verfahren vor den kantonalen Instanzen somit nicht zurückzukommen, wenn in der Folge des heutigen Urteils auch über die Prozesskosten des kantonalen Verfahrens neu zu befinden ist.