Citation: 6B_1201/2016 E. 2.4.1

2.4.1. Zum Beschwerdegegenstand bildenden Vorwurf der Verkennung des Verhältnismässigkeitsprinzips im Sinne von Art. 56 Abs. 2 StGB wird im konkreten Zusammenhang vorgetragen, zwar möge es sich bei der Anlasstat um eine nicht unerhebliche Drohung mit einem Messer gehandelt haben. Trotzdem gehe es nicht an, ihm eine "in seinem Gesundheitszustand gründende Gefährlichkeit" zu unterstellen, welche unter Heranziehen der Tagebücher die präzisen und übereinstimmenden Einschätzungen der Gutachter zur Gefährlichkeit und zum Rückfallrisiko in Frage stellen solle. Die Mutmassungen über eine mögliche Eskalation, mögliche Opferverletzungen sowie ein mögliches Worst-Case-Szenario seien rein hypothetischer Natur (Beschwerde S. 18). Bezüglich Gefährlichkeitsprognose und Rückfallgefahr kämen die Gutachter zum Schluss, dass das Risiko für erneute Gewalthandlungen sowie für andere Straftaten im Spektrum der bisher gezeigten Delinquenz unbehandelt als hoch zu beurteilen sei (Gerichtsgutachten) bzw. ein erhöhtes Risiko für allgemeines, gewalttätiges Fehlverhalten bestehe und er bezüglich allgemeiner Gewalt in eine Gruppe mit einem mittleren Rückfall- (Gewalt-) Risiko einzuteilen sei (Privatgutachten). "Diese Gefährlichkeitsprognosen vermögen dem Verhältnismässigkeitsprinzip, bezogen auf die Anlasstaten, nicht standzuhalten". Therapiemöglichkeiten seien durchaus auch im engmaschigen ambulanten Rahmen gegeben, zumal primär die zuverlässige Behandlung der paranoiden Schizophrenie notwendig sei. Krankheitseinsicht und Einsicht in die Notwendigkeit einer antipsychotischen Medikation seien bei ihm nämlich durchaus gegeben (Beschwerde S. 19).