Citation: 9C_390/2020 E. 3.2.2

3.2.2. Als unbehelflich erweist sich ferner auch die Rüge, das Verhalten der Beschwerdegegnerin sei rechtsmissbräuchlich (Art. 2 Abs. 2 ZGB). Mit der Vorinstanz ist allein im Umstand, dass der Krankenversicherer im Sinne einer Vorfinanzierung Hand geboten hat zur Durchführung eines Therapieversuchs, kein Rechtsmissbrauch zu sehen. Der versicherten Person stehen gestützt auf die massgeblichen rechtlichen Grundlagen bei Verneinung der allgemeinen Leistungsvoraussetzungen weder hinsichtlich der Finanzierung eines Behandlungsversuchs noch in Bezug auf die (Weiter-) Finanzierung nach einer von der Zulassungsinhaberin des fraglichen Medikaments vergüteten erfolgreichen Therapiephase eigenständige Ansprüche zu. Anders zu urteilen hiesse, wie im kantonalen Entscheid richtig erkannt, dass einem Krankenversicherer stets rechtsmissbräuchliches Verhalten vorgeworfen werden müsste, wenn er Leistungen nach einem für den Patienten günstig verlaufenden Therapieversuch verweigerte, obschon die gesetzlichen Bedingungen nicht gegeben sind.