Citation: 6B_798/2024 E. 2.6.3

2.6.3. Ob der Versuch einer Gefährdung des Lebens erfolgt ist, ist anhand der konkret zu beurteilenden Konstellation zu prüfen, wobei grundsätzlich sowohl ein beendeter als auch ein unbeendeter tauglicher Versuch denkbar sind. Beim Würgen ist indes zu berücksichtigen, dass das Delikt bereits vollendet ist, sobald die Lebensgefahr eintritt, womit ein beendeter tauglicher Versuch nicht möglich ist; letzterer scheidet auch aus, wenn das Würgen so schwach ist, dass keine Lebensgefährdung eintritt. Möglich erscheint indes ein unbeendeter tauglicher Versuch, und zwar namentlich in der Konstellation, dass ein Täter sich anschickt, das Opfer zu würgen, hiervon aber durch Drittpersonen abgehalten wird (vgl. Urteile 6S.467/2005 vom 7. Juni 2006 E. 2.2.3; 6B_208/2014 vom 28. Januar 2015 E. 1.2.2 und 1.3.3; vgl. auch 6B_1036/2014 vom 16. Februar 2015 E. 1.4 f. und 6B_1258/2020 vom 12. November 2021 E. 1.4 und STEFAN MÄDER, in: Basler Kommentar, Strafrecht II, 4. Aufl. 2019, N. 52 zu Art. 129 StGB).