Citation: 2C_978/2018 E. 3

Gemäss dem angefochtenen Entscheid unterlag die strittige Vergabe den einschlägigen internationalen Abkommen (Art. XX GPA; Art. 5 und Anhang V des Abkommens vom 21. Juni 1999 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Europäischen Gemeinschaft über bestimmte Aspekte des öffentlichen Beschaffungswesens). Diese sehen zwar eine Beschwerdemöglichkeit der "Anbieter" vor, regeln aber nicht im Einzelnen, wer unter welchen Voraussetzungen zur Beschwerde legitimiert ist; dies richtet sich nach nationalem Recht (BGE 141 II 307 E. 6.3 S. 312). Im Staatsvertragsbereich findet die Interkantonale Vereinbarung vom 25. November 1994/15. März 2001 über das öffentliche Beschaffungswesen auf die in den Staatsverträgen definierten Bau-, Liefer- und Dienstleistungsaufträge (IVöB), welche der beigetretene Kanton Basel-Stadt, dessen Gemeinden sowie Einrichtungen des öffentlichen Rechts auf kantonaler oder kommunaler Ebene vergeben, Anwendung (Art. 6 Abs. 1, Art. 8 Abs. 1 lit. a IVöB; Urteil 2C_1014/2015 vom 21. Juli 2016 E. 2.2.1). Gemäss Art. 15Abs. 1bis lit. a IVöB gelten als durch Beschwerde selbstständig anfechtbare Verfügungen der Auftraggeberin oder des Auftraggebers insbesondere die Ausschreibung des Auftrags. Die Vorinstanz erwog im angefochtenen Urteil, für die Beschwerdeführerin sei es aufgrund der Ausschreibung ohne Weiteres ersichtlich gewesen, dass sie das Eignungskriterium der Referenzaufträge nicht erfüllen werde, weshalb in einem späteren Rechtsmittelverfahren gegen ein anderes Anfechtungsobjekt die Rüge des unzulässigen Eignungskriteriums angesichts der unterlassenen Anfechtung der Ausschreibung nach Treu und Glauben als verwirkt anzusehen sei. Diese Auffassung ist entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin nicht willkürlich (Art. 9 BV). Nicht nur das kantonale Beschaffungsrecht, sondern auch die IVöB gehört zu den gesetzlichen Grundlagen, die eine Teilnehmerin an einem Submissionsverfahren kennen muss. Gemäss ständiger bundesgerichtlicher Praxis ist ein Anbieter, welcher in der Ausschreibung eines Auftrags eine Unregelmässigkeit erblickt, verpflichtet, unverzüglich den Richter anzurufen, sofern die Unregelmässigkeit bei gebotener Aufmerksamkeit erkennbar gewesen wäre, ansonsten die entsprechende Rüge in einem späteren Rechtsmittelverfahren als verwirkt anzusehen ist (für das offene Vergabeverfahren vgl. BGE 129 I 313 E. 6.2 S. 321 f.; Urteil 2C_409/2015 vom 28. September 2015 E. 4.2; für das selektive Vergabeverfahren siehe BGE 130 I 241 E. 4.3 S. 246; zum Vergabeverfahren im Kanton Basel-Stadt CASPAR ZELLWEGER/ANNATINA WIRZ, Das öffentliche Beschaffungsrecht des Kantons Basel-Stadt, in: Neues Handbuch des Staats- und Verwaltungsrechts des Kantons Basel-Stadt, 2008, S. 606). Die Beschwerde, wonach es willkürlich sei, im Submissionsrecht von einem Anbieter zu verlangen, gegen die Ausschreibung vorzugehen, bevor er überhaupt mit einer Offerte an einem Verfahren teilnehme, erweist sich als offensichtlich unbegründet und ist, unter Verweis auf den angefochtenen Entscheid (Art. 109 Abs. 3 BGG), mit summarischer Begründung abzuweisen (Art. 109 Abs. 2 lit. a BGG).