Citation: 8C_263/2008 20.08.2008 E. 3.2.3

3.2.3.1 Hinsichtlich des weiter geltend gemachten Schädelhirn-Traumas ergibt sich aus dem Austrittsbericht der Klinik F.________ vom 10. Januar 2006 sowie den konsiliarisch eingeholten Auskünften der Dres. med. G.________ (vom 22. November 2005) und H.________ (vom 1. Dezember 2005), dass der Versicherte beim Unfall vom 11. März 2005 definitionsgemäss mindestens eine leichte traumatische Hirnverletzung (MTBI; minor traumatic brain injury) durchgemacht hat. Die Vorinstanz erwog, nach der Rechtsprechung (Urteil U 276/04 vom 13. Juni 2005 E. 2.2.1 mit Hinweisen) erfolge die Adäquanzbeurteilung bei Schädelhirn-Trauma nur dann nach den zum Schleudertrauma der HWS entwickelten Kriterien, wenn die in Frage stehende Hirnerschütterung mindestens im Grenzbereich zwischen Commotio und Contusio cerebri liege. Gemäss Urteil 8C_101/2007 vom 17. August 2007 E. 5.1 mit Hinweisen werde die Diagnose einer traumatischen Hirnstörung aufgrund bestimmter Symptome nach kranialen Traumen gestellt und bedeute nicht schon, dass eine objektiv nachweisbare Funktionsstörung im Sinne der Rechtsprechung zum Schleudertrauma der HWS oder zum Schädelhirn-Trauma vorliege. Hiezu bedürfe es einer feststellbaren intrakraniellen Läsion oder eines messbaren Defektzustandes in Form neurologischer Ausfälle, wie sie nach einer Contusio cerebri auftreten können. Diese Voraussetzungen lägen hier nicht vor. Laut Bericht der Orthopädischen Universitätsklinik vom 17. März 2005 sei eine retrograde Amnesie einzig gestützt auf die Angaben des Patienten diagnostiziert worden; eine beim Sturz vom 11. März 2005 eingetretene Bewusstlosigkeit werde lediglich vermutet; zudem sei die Commotioüberwachung unauffällig gewesen. Insgesamt sei daher eine Hirnerschütterung im Grenzbereich zwischen Commotio und Contusio cerebri zu verneinen, weshalb die Adäquanz nach den Kriterien gemäss BGE 115 V 133 zu beurteilen sei. 3.2.3.2 Dieser Rechtsauffassung kann nicht in allen Teilen gefolgt werden. In der zitierten Passage des Urteils 8C_101/2007 werden die Voraussetzungen für die Annahme einer organisch nachweisbaren Hirnschädigung genannt. Liegt eine solche vor, erübrigt sich eine besondere Adäquanzprüfung. Aus dieser Rechtslage kann nicht ohne weiteres geschlossen werden, dass bei organisch nicht hinreichend nachweisbarer Hirnschädigung die Rechtsprechung gemäss BGE 115 V 133 (sog. "Psycho-Praxis") anzuwenden ist. Vielmehr kommt die sog. Schleudertrauma-Rechtsprechung auch bei MTBI zur Anwendung, zumal auch nach solchen Verletzungen etwa 15% der Verunfallten auch nach einem Jahr persistierende beeinträchtigende Beschwerden zeigen (Urteil 8C_428/2007 vom 9. Juli 2008 mit Hinweisen auf medizinische Literatur und Rechtsprechung).