Citation: 6B_926/2024 E. 2.3.4

2.3.4. Der Beschwerdeführer bestritt schon im Berufungsverfahren, dass ihm hätte auffallen müssen, dass er mit 136 km/h statt mit 100 km/h gefahren sei. Dazu erwägt die Vorinstanz, das Radargerät sei beim Anschluss Rothenbrunnen positioniert gewesen. Der Beschwerdeführer habe angegeben, ab der Verzweigung Bonaduz habe es nicht mehr viel Verkehr gehabt. Vor ihm seien drei bis vier Fahrzeuge gefahren, wobei der Tachometer zwischen 60 und 80 km/h angezeigt habe. Gemäss Vorinstanz kann davon ausgegangen werden, dass sich die vorausfahrenden Fahrzeuge bis zum Tunnel Isla Bella an die signalisierte Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h hielten. Nach dem Tunnel sei der Beschwerdeführer auf die zweispurige Strecke gekommen und habe den Tempomaten auf 100 km/h eingestellt. Dies bedeute, dass der Beschwerdeführer zwischen der Signalisation "Höchstgeschwindigkeit 100 km/h" und dem Standort des Radargeräts auf einer Strecke von maximal 1.8 km von 80 auf 136 km/h beschleunigt habe. Er habe also die Geschwindigkeit innert höchstens einer Minute um 56 km/h erhöht. Gemäss Vorinstanz hätte diese Beschleunigung beim Beschwerdeführer ernsthafte Zweifel wecken müssen. Die Vorinstanz ergänzt, der Beschwerdeführer sei entgegen der Verteidigung nicht "mehr oder weniger alleine" in dieser Fahrtrichtung unterwegs gewesen. Vielmehr habe er ausgesagt, er habe den Tempomaten eingestellt und dann zwei Autos überholt. Auf dem Radarfoto sei ersichtlich, dass er auf der Überholspur war und dass vor ihm ein Personenwagen auf der Normalspur fuhr. Die Vorinstanz prüft mit Blick auf diesen Personenwagen zwei Varianten: Wäre dieser Personenwagen mit der signalisierten Höchstgeschwindigkeit gefahren, dann hätte dem Beschwerdeführer auffallen müssen, dass er mindestens 36 km/h schneller gefahren sei, was deutlich wahrnehmbar sei. Hätte dieser Personenwagen hingegen das Radargerät ausgelöst, dann hätte dem Beschwerdeführer klar sein müssen, dass auch er die signalisierte Höchstgeschwindigkeit überschritt. Daraus zieht die Vorinstanz den Schluss, dass anhand des Referenzverkehrs deutliche Anhaltspunkte vorlagen, dass die angezeigte und die tatsächliche Geschwindigkeit divergierten.