Citation: U 13/07 07.02.2008 E. 4.3

4.3.1 Für die Adäquanzbeurteilung ist an das (objektiv erfassbare) Unfallereignis anzuknüpfen (BGE 117 V 359 E. 6a S. 366 f.). Das kantonale Gericht hat die Kollision vom 17. Juni 2004 als mittelschwer an der Grenze zu den leichten Unfällen eingeordnet. Diese Beurteilung ist aufgrund des augenfälligen Geschehensablaufs (auch unter Berücksichtigung des Umstands, dass die Kollision auf das Heck rechtsseitig und für die Versicherte unerwartet erfolgte) richtig und steht in Einklang mit der Kasuistik zu vergleichbaren Ereignissen (vgl. Urteil U 193/01 vom 24. Juni 2003 E. 4.2, publ. in: RKUV 2003 Nr. U 489 S. 360). Von den weiteren, objektiv fassbaren und unmittelbar mit dem Unfall in Zusammenhang stehenden oder als Folge davon erscheinenden Umständen, welche als massgebende Kriterien in die Gesamtwürdigung einzubeziehen sind (BGE 117 V 359 E. 6a S. 366 f.), müssten demnach für eine Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhanges entweder ein einzelnes in besonders ausgeprägter Weise oder aber mehrere in gehäufter oder auffallender Weise gegeben sei (BGE 117 V 359 E. 6b S. 367 f.). 4.3.2 Das Kriterium der besonderen Schwere oder Art der Verletzung hat im Bereich der Schleudertraumapraxis als erfüllt zu gelten, wenn die Unfallverletzung in besonderer Weise geeignet ist, eine intensive, dem so genannten typischen Beschwerdebild (BGE 119 V 335 E. 1 S. 338, 117 V 359 E. 4b S. 360) entsprechende Symptomatik zu bewirken (vgl. BGE 117 V 359 E. 7b S. 369 oben). So können pathologische Zustände nach HWS-Verletzungen bei erneuter Traumatisierung ausserordentlich stark exacerbieren (vgl. Urteil U 39/04 vom 26. April 2006 E. 3.4.2, publ. in: SVR 2007 UV Nr. 1 S. 1). Art und Schwere eines HWS-Schleudertraumas können aber auch durch die Körperhaltung im Zeitpunkt der mechanischen Einwirkung beeinflusst werden (vgl. Urteil U 16/97 vom 16. Januar 1998 E. 3c, publ. in: RKUV 1998 Nr. U 297 S. 245; vgl. auch Urteil U 193/01 vom 24. Juni 2003 E. 4.3 mit weiteren Hinweisen, publ. in: RKUV 2003 Nr. U 489 S. 357). Solche Umstände liegen hier nicht vor. Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin trat keine Häufung von für das Beschwerdebild nach HWS-Schleudertrauma typischen Symptomen ein. Die vorbestehenden degenerativen Veränderungen an der HWS waren zudem ohne besondere Relevanz für die geklagten Beschwerden. Von einer ausserordentlich starken Exacerbation eines stummen degenerativen Vorzustandes kann jedenfalls keine Rede sein. 4.3.3 Inwiefern ein schwieriger Heilverlauf gegeben sein soll, wird in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde nicht dargelegt. Unbestritten ist, dass keine ärztliche Fehlbehandlung vorliegt, welche die Unfallfolgen verschlimmerte. Bezüglich der Dauer der ärztlichen Behandlung ist darauf hinzuweisen, dass eine Behandlungsbedürftigkeit von zwei bis drei Jahren nach einem Schleudertrauma der HWS oder äquivalenten Verletzung mit ähnlichem Beschwerdebild durchaus üblich ist (vgl. Urteil U 380/04 vom 15. März 2005 E. 5.2.4 in fine mit Hinweisen, publ. in: RKUV 2005 Nr. U 549 S. 239). Laut Bericht des Dr. med. A.________ vom 15. Juni 2005 war die Fortsetzung der Physiotherapie einerseits vor allem wegen der unfallfremden degenerativen Veränderungen im Bereich der HWS notwendig, weil solche Erkrankungen erfahrungsgemäss im zeitlichen Verlauf eher zunehmen. Anderseits sollte sie dem schrittweisen Abbau der Medikamenteneinnahme dienen. Unter solchen Umständen kann nicht gesagt werden, dass die bei Erlass des Einspracheentscheids weiterhin empfohlene Fortführung der Physiotherapie für sich allein, als auch im Gesamtzusammenhang betrachtet, auf eine spezifische Verbesserung des unfallbedingten Gesundheitsschadens abzielte. Gemäss Austrittsbericht der Rehaklinik X.________ vom 17. März 2005 stand zudem einer Steigerung der Arbeitsfähigkeit in den kommenden Monaten auf 100 % unfallbedingt nichts im Wege. Eine ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung liegt nach dem Gesagten ebenfalls nicht vor. 4.3.4 Die Voraussetzungen für das Vorliegen von Dauerbeschwerden können bejaht werden, jedoch ist eine besondere Ausprägung zu verneinen, da die im Vordergrund stehenden Kopf-/Nackenschmerzen weitgehend belastungsabhängig sind. Das geltend gemachte Kriterium des Grades und der langen Dauer der Arbeitsunfähigkeit schliesslich kann entgegen der vorinstanzlichen Auffassung als erfüllt gelten. Bei der Einschätzung der Rehaklinik X.________ (Bericht vom 17. März 2005) handelt es sich um eine Prognose, welche tatsächlich nicht eintraf. So hielt der SUVA-Kreisarzt vier Monate danach lediglich eine Steigerung auf 2 mal 3.5 Stunden täglich für zumutbar (vgl. Bericht vom 15. Juni 2005), eine Beurteilung, welche der damalige Hausarzt Dr. med. C.________ zumindest implizit teilte (vgl. Bericht vom 26. Juli 2005). Dass es nicht zur Aufnahme der Berufstätigkeit im kreisärztlich geforderten Umfang kam, lag am Umstand, dass die empfohlene zeitliche Arbeitseinteilung am angestammten Arbeitsplatz aus betrieblichen Gründen nicht möglich war (vgl. Bericht der SUVA vom 11. Juli 2005). Daher kann auch dem Vorbringen der Beschwerdeführerin nicht gefolgt werden, sie sei dauernd zu 50 % arbeitsunfähig gewesen. Vielmehr ist davon auszugehen, dass die Versicherte im Zeitpunkt des Einspracheentscheids ungefähr im zeitlichen Rahmen von 20 % in der Arbeitsfähigkeit eingeschränkt war. Unter diesen Umständen ist das Kriterium des Grades und der Dauer der Arbeitsunfähigkeit gegeben, wenn auch nicht in besonders ausgeprägter Weise (vgl. Kasuistik in E. 3d/aa des Urteils U 56/00 vom 30. August 2001, publ. in: RKUV 2001 Nr. U 442 S. 544). 4.4 Zusammengefasst ist festzustellen, dass weder eines der für die Adäquanzbeurteilung massgebenden Kriterien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist, noch mehrere der zu berücksichtigenden Kriterien gegeben sind, weshalb die Unfalladäquanz der geltend gemachten Beschwerden per 31. August 2005 zu verneinen und die vorinstanzlich bestätigte Leistungseinstellung der SUVA im Ergebnis nicht zu beanstanden ist.