Citation: 5A_972/2022 E. 2.3

2.3. Das Obergericht hat im angefochtenen Entscheid erwogen, der Beschwerdeführer stütze sich in seinem Bestreben, gegenüber der gegen ihn in Betreibung gesetzten Bürgschaftsforderung seinerseits einen Verrechnungsanspruch aus Schadenersatz glaubhaft zu machen, auf genau diesen Passus. Es sei unbestritten und dem Obergericht aus dem früheren Verfahren OG.2020.00034 hinlänglich bekannt, dass im Zeitpunkt der Vertragsunterzeichnung eine Bezahlung des Kaufpreises gerade nicht erfolgt sei. In diesem Licht betrachtet könnte es tatsächlich als mögliche Sorgfaltspflichtverletzung angesehen werden, wenn eine Partei in Unkenntnis von Sprache und Schrift ein Vertragsdokument unterzeichne, in dem festgehalten sei, der Kaufpreis sei bezahlt. Indes habe die im früheren Verfahren OG.2020.00034 vom Beschwerdeführer in seiner Funktion als Präsident der Stiftung C.________ eingereichte Übersetzung der betreffenden Vertragsklausel wie folgt gelautet: "Die Abrechnung ist ausserhalb vom Territorium der Republik Belarus vor der Unterfertigung der vorliegenden Vereinbarung ausgeführt worden". Diese Formulierung ["Abrechnung"] dürfte so denn auch den tatsächlichen Sachverhalt abbilden. Denn in jenem Verfahren habe die Stiftung C.________ mit Hinweis auf weitere von ihr eingereichte Belege erwähnt, dass ausserhalb des Kernkaufvertrages ein "Kaufplan" bzw. Abzahlungsplan bestanden habe; gemäss diesem Plan hätte die E.________ GmbH als Käuferin der Anteile an der D.________ GmbH zur Amortisation der Kaufpreissumme von Fr. 2.1 Mio. monatliche Ratenzahlungen zwischen Fr. 5'000.-- und Fr. 10'000.-- leisten sollen, dabei letztmals am 30. Juni 2028. Nach der weiteren Darstellung der Stiftung im damaligen Verfahren hätte die E.________ GmbH gemäss Vertrag bis Ende Februar 2015 Raten von insgesamt Fr. 494'000.-- leisten müssen, habe jedoch nur Fr. 63'310.25 bezahlt. Es sei daher fraglich, ob der Beschwerdeführer im Rechtsöffnungsverfahren eine zutreffende Übersetzung des Vertrags eingereicht habe, wenn demnach im Vertrag festgehalten worden sein soll, die Zahlung sei bereits erfolgt. Es sei offensichtlich, dass es dem Beschwerdeführer auf einer solchermassen zweifelhaften Grundlage nicht gelingen könne, seine Gegenforderung glaubhaft zu machen. Das Kantonsgericht hätte den vom Beschwerdeführer gegenüber der Betreibungsforderung vorgebrachten Verrechnungseinwand deshalb bereits mangels Glaubhaftmachung einer Sorgfaltspflichtverletzung des Beschwerdegegners bei der Vertragsunterzeichnung (und nicht erst wegen fehlender Glaubhaftmachung eines eingetretenen Schadens) zurückweisen müssen.