Citation: 1B_531/2022 E. A

C.A.________ ist Alleinaktionär und Verwaltungsrat der U.________ AG (im Folgenden: U.________ AG). In deren Namen erstattete er am 12. August 2014 eine Strafanzeige, in der er seinen drei Söhnen D.A.________ A.A.________ und B.A.________ vorwarf, sich im Rahmen ihrer Tätigkeit für die U.________ AG bzw. beim Aufbau einer diese konkurrenzierenden Gesellschaft, der V.________ AG (im Folgenden: V.________ AG), in verschiedener Hinsicht strafbar gemacht zu haben. Die Staatsanwaltschaft des Kantons St. Gallen eröffnete in der Folge unter der Nummer ST.2014.27535 ein Strafverfahren. Sie liess die Geschäftsräume der V.________ AG durchsuchen, wobei die dabei sichergestellten Aufzeichnungen und Gegenstände antragsgemäss gesiegelt wurden. Im Rahmen eines Verfahrens vor dem Handelsgericht St. Gallen schlossen die Parteien am 16. August 2016 einen Vergleich, der unter anderem den Rückzug aller Strafanträge und die Abgabe von Desinteresseerklärungen beinhaltete. Gestützt darauf erliess die Staatsanwaltschaft am 29. März 2017 eine Nichtanhandnahme- und eine Einstellungsverfügung, und am 21. Februar 2019 schrieb das Zwangsmassnahmengericht des Kantons St. Gallen das hängige Entsiegelungsverfahren ab. Mit Eingaben vom 6. Juli 2018 und 27. Dezember 2018 erhob die U.________ AG erneut Strafanzeige gegen die V.________ AG sowie D.A.________ A.A.________ und B.A.________. Die Staatsanwaltschaft erliess in Bezug auf einen Teil der Vorwürfe am 10. Februar 2019 eine Nichtanhandnahmeverfügung, in Bezug auf die Vorwürfe des Betrugs (ev. Versuch), der Verletzung des Bundesgesetzes über den unlauteren Wettbewerb (seit 17. August 2016), der Verletzung des Fabrikations- oder Geschäftsgeheimnisses (seit 17. August 2016) und der ungetreuen Geschäftsbesorgung (durch A.A.________) führte sie das Strafverfahren unter der Nummer ST.2018.25058 weiter. Am 26. Februar 2019 führte sie eine Hausdurchsuchung in den Geschäftsräumen der V.________ AG durch und stellte verschiedene Gegenstände sicher (A1-A8). Diese wurden auf Antrag von A.A.________ und B.A.________ versiegelt. Am 5. März 2019 stellte die Staatsanwaltschaft beim Zwangsmassnahmengericht einen Entsiegelungsantrag. Am 26. April 2019 fand eine erneute Hausdurchsuchung in den Geschäftsräumen der V.________ AG statt. Dabei wurden die am 22. Oktober 2014 im Verfahren ST.2014.27535 sichergestellten Gegenstände (A1-A47) gegen Empfangsbestätigung an die V.________ AG bzw. deren Organe zurückgegeben und sogleich wieder für das Verfahren ST.2018.25058 sichergestellt (neu: B1-B47). A.A.________ und B.A.________ verlangten wiederum die Siegelung. Am 29. April 2019 stellte die Staatsanwaltschaft beim Zwangsmassnahmengericht auch bezüglich dieser Gegenstände einen Entsiegelungsantrag. In der Folge vereinigte das Zwangsmassnahmengericht die beiden Entsiegelungsverfahren und entschied am 9. September 2022 zum einen, die Aufzeichnungen und Gegenstände Nrn. A1, A3-A8 und B1-B47 zu entsiegeln, und zum andern, hinsichtlich der Sicherstellungsnummer A2 (Festplatte) das Verfahren weiterzuführen, weil A.A.________ und B.A.________ geltend gemacht hätten, es befinde sich darauf Anwaltskorrespondenz.