Citation: 4C.56/2005 12.01.2006 E. 3

3.1 Weiter beanstandet der Beklagte die Berechnung des Schadenersatzanspruches durch die Vorinstanz, indem diese zu Unrecht die ganze Zeit, für die der Kläger gemäss Zusammenarbeitsvertrag hätte ausgelastet sein sollen, als verrechenbare Zeit angesehen habe. Das Handelsgericht hat in diesem Zusammenhang Ziff. 4.4 des Zusammenarbeitsvertrages ausgehend vom Wortlaut so ausgelegt, dass nur verrechenbare Aufträge Gegenstand der Auslastungsverpflichtung bildeten. Diese Auslegung ist schlüssig, weil es wenig Sinn machen würde, wenn der Beklagte gegenüber dem Kläger eine Verpflichtung eingehen würde, ihn entschädigungslos zu beschäftigen. Daran ändert auch der Umstand nichts, dass der Kläger, der ja nur zu 50 % hätte ausgelastet werden müssen, daneben vielleicht auch zu nicht verrechenbaren Zeiten beschäftigt gewesen wäre. 3.2 Weiter rügt der Beklagte, die Vorinstanz habe ihm zu Unrecht die Beweislast für die Aufwendungen und Auslagen auferlegt, die dem Kläger durch das Ausbleiben der Aufträge erspart geblieben seien. Zur Begründung führt er im Wesentlichen aus, dass ihm offensichtlich unmöglich sei, die ersparten Aufwendungen und Auslagen des Beklagten zu behaupten; es sei gerichtsnotorisch, dass die Bearbeitung von Aufträgen mit Auslagen verbunden sei. Zu dieser Begründung ist zu bemerken, dass schwer nachvollziehbar ist, weshalb dem Beklagten der Beweis von gerichtsnotorischen Tatsachen hätte unmöglich sein sollen. Im Übrigen wird vom Beklagten zu Recht nicht grundsätzlich beanstandet, dass ihm die Beweislast überbunden wurde. 3.3 Die Vorinstanz hat festgestellt, dass die Inkraftsetzung des Zusammenarbeitsvertrages von den Parteien ohne Vorbehalt bezüglich der Ausbildung des Klägers auf den 1. Mai 2001 festgelegt wurde. Das Handelsgericht hat damit den Einwand des Beklagten entkräftet, dass der Kläger infolge Ausbildungsnachholbedarfes ohnehin erst ab Oktober 2001 einsatzbereit gewesen wäre. Soweit der Beklagte in der Berufung den gleichen Einwand erneut erhebt, ist ihm entgegenzuhalten, dass die Verpflichtung zur Auslastung mit durchschnittlich 50 % am 1. Mai 2001 zu laufen begann und dass dem Kläger daneben Zeit geblieben wäre, seine Ausbildung zu vervollständigen.