Citation: 8C_824/2008 30.01.2009 E. 4.2.1

4.2.1.1 Unstreitig kann im vorliegenden Fall weder von besonders dramatischen Begleitumständen noch von einer besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls gesprochen werden. Ebenso wenig ist auf Grund der medizinischen Akten das Kriterium der ärztlichen Fehlbehandlung als gegeben anzusehen. Die ärztlichen Unterlagen enthalten sodann - entgegen den Ausführungen der Beschwerdeführerin - auch keine Anhaltspunkte für einen schwierigen Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen. Zu bejahen sind demgegenüber mit der Vorinstanz die Kriterien der erheblichen Beschwerden sowie der erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen. Auf die diesbezüglichen Erwägungen, welchen letztinstanzlich von keiner Seite opponiert wird, kann vollumfänglich verwiesen werden. 4.2.1.2 Was das Merkmal der fortgesetzt spezifischen, belastenden ärztlichen Behandlung betrifft, ist das kantonale Gericht zum Schluss gelangt, dass insgesamt wohl nicht von einer durch die ärztliche Therapierung verursachten erheblichen zusätzlichen Beeinträchtigung der Lebensqualität gesprochen werden könne; es liess die Frage letztlich aber unbeantwortet. Wie den vorinstanzlichen Ausführungen entnommen werden kann, unterzog die Beschwerdeführerin sich über die Jahre bis zum Fallabschluss diversen therapeutischen Vorkehren (Physiotherapie, Cranio-sakral-Therapie, Akupunktur, Massage, Fitnesstraining zu Hause, autogenes Training) und wiederholten - ambulant und stationär durchgeführten - fachärztlichen Abklärungen (durch neurologische, ophtalmologische, neuro-otologische sowie psychiatrische Spezialisten); ferner stand sie in steter rheumatologischer sowie neuropsychologischer Behandlung. Daraus resultierte sowohl im Rahmen der Alltagsverrichtungen wie auch des beruflichen Fortkommens eine zusätzliche, durch die übrigen (Adäquanz-)Kriterien nicht abgedeckte Belastungssituation, welche durch den Umstand noch verstärkt wurde, dass sich der erhoffte Erfolg trotz der Vielzahl der engagiert angegangenen Massnahmen nicht einstellte. Vor diesem Hintergrund ist auch das Kriterium betreffend ärztlicher Behandlung zu bejahen. 4.2.1.3 Hinsichtlich der Schwere oder besonderen Art der Verletzung gilt es schliesslich zu beachten, dass rechtslogisch die Annahme eines Schleudertraumas der HWS (resp. einer der weiteren, adäquanzrechtlich gleich behandelten Verletzungen) lediglich die Anwendung der Schleudertrauma-Praxis bestimmt. Hingegen genügt die Diagnose einer HWS-Distorsion (oder einer anderen, adäquanzrechtlich gleich zu behandelnden Verletzung) für sich allein nicht zur Bejahung des besagten Kriteriums. Es bedarf hiezu einer besonderen Schwere der für das Schleudertrauma typischen Beschwerden oder besonderer Umstände, welche das Beschwerdebild beeinflussen können (Urteile [des Bundesgerichts] U 339/06 vom 6. März 2007 E. 5.3, in: SVR 2007 UV Nr. 26 S. 86, und [des Eidg. Versicherungsgericht] U 380/04 vom 15. März 2005 E. 5.2.3 mit Hinweisen, in: RKUV 2005 Nr. U 549 S. 236). Diese können beispielsweise in einer beim Unfall eingenommenen besonderen Körperhaltung und den dadurch bewirkten Komplikationen bestehen (Urteile [des Bundesgerichts] U 339/06 vom 6. März 2007 E. 5.3, in: SVR 2007 UV Nr. 26 S. 86, und [des Eidg. Versicherungsgerichts] U 193/01 vom 24. Juni 2003 E. 4.3 mit Hinweisen, in: RKUV 2003 Nr. U 489 S. 357). Auch erhebliche Verletzungen, welche sich die versicherte Person neben dem Schleudertrauma, der äquivalenten Verletzung der HWS oder dem Schädel-Hirntrauma beim Unfall zugezogen hat, können bedeutsam sein (BGE 134 V 109 E. 10.2.2 S. 127 f.). Im angefochtenen Entscheid wurde diesbezüglich zutreffend erwogen, dass die Sachverhaltsdarstellung, wonach die Versicherte sich kurz vor dem Aufprall gebückt habe, um ihre heruntergefallene Brille aufzuheben (vgl. Assessmentbericht der Firma Y.________ AG vom 15. Juli 2005), nicht überwiegend wahrscheinlich erscheint, da in sämtlichen vorangegangenen Unterlagen nichts Entsprechendes vermerkt worden war. Auffällig ist zudem, dass gegenüber Dr. med. M.________ gemäss Bericht vom 25. Januar 2006 nicht mehr von einer Brille sondern von der Handtasche die Rede war, die wegen des abrupten Bremsmanövers vom Beifahrersitz gefallen sei und nach der sich die Beschwerdeführerin im Moment des Zusammenstosses gebückt habe. Entgegen der vorinstanzlichen Betrachtungsweise trat jedoch bereits kurze Zeit nach der Auffahrkollision eine doch beträchtliche Anzahl der für ein HWS-Schleudertrauma charakteristischen Symptome auf (vgl. E. 4.2 hievor), welche insgesamt, wie die vorstehenden Erwägungen zeigen, schwerwiegende Auswirkungen zeitigten. Im vorliegenden Zusammenhang bedeutsam ist ferner die Tatsache, dass im Zeitpunkt des Unfallereignisses bei der knapp 58-jährigen Versicherten degenerative Veränderungen an der HWS bestanden (Osteochondrosen C5/6 und C6/7 mit Streckfehlhaltung; vgl. radiologischer Bericht des PD Dr. med. D.________, IMAMED Radiologie Nordwest, vom 27. Februar 2004), welche aus biomechanischer Sicht als relevanter, die gesundheitlichen Folgen der Kollisionseinwirkung zusätzlich tangierender Umstand im Sinne einer vom "Normalfall" abweichenden Besonderheit gewertet wurden ("Biomechanische Kurzbeurteilung [Triage]" des Prof. Dr. med. W.________ und des Dr. sc. techn. U.________ vom 8. September 2004). Darin sind, wie etwa in einer beim Unfall eingenommenen speziellen Körperhaltung, "besondere Umstände" der hievor genannten Art zu erblicken, die den Beschwerdeverlauf zu beeinflussen vermögen (dazu auch Gutachten des Spitals T.________ vom 5. Juni 2007, S. 17 unten und 19). In Anbetracht dieser - in ihrer Gesamtheit zu interpretierenden - Sachlage kann auch das vorliegend zu prüfende Kriterium als gegeben angesehen werden. 4.2.2 Die Häufung der nach dem Gesagten als erfüllt zu betrachenden Kausalitätskriterien (besondere Art der erlittenen Verletzungen, fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung, erhebliche Beschwerden sowie erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen) reicht aus, um dem Unfall vom 26. Februar 2004 eine massgebende Bedeutung für die über Ende September 2006 hinaus andauernde Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit zuzuschreiben. Die Adäquanz des Kausalzusammenhangs ist mithin zu bejahen. 4.3 Die mit dem Verweis auf fehlende Unfallkausalität des Gesundheitsschadens begründete Leistungsverweigerung ab 1. Oktober 2006 ist folglich bundesrechtswidrig, weshalb die Beschwerdegegnerin, an welche die Sache zurückzuweisen ist, über den Leistungsanspruch der Versicherten, einschliesslich deren Anspruch auf eine Invalidenrente sowie eine Integritätsentschädigung, neu zu befinden hat.