Citation: 6B_1232/2021 E. 2.4.2

2.4.2. Unzutreffend ist der Einwand des Beschwerdeführers, die Vorinstanz habe die Massnahmendauer einzig deshalb nicht gekürzt, weil er "formell" keinen entsprechenden Antrag gestellt habe, was überspitzt formalistisch sei. Die Vorinstanz hält zwar fest, es erschliesse sich ihr nicht, weshalb der Beschwerdeführer im Berufungsverfahren seinen Antrag bezüglich der Massnahmendauer nicht angepasst habe. Jedoch setzt sie sich in der Folge dennoch mit dessen Antrag auseinander und führt zunächst aus, die Dauer der therapeutischen Massnahme sei im Sachurteil nicht festzuhalten (die Anordnung habe einfach fünf Jahre Gültigkeit; Urteil S. 89). Dabei scheint sie zu übersehen, dass das Verhältnismässigkeitsprinzip nach dem Ausgeführten nicht nur bei der Anordnung der stationären Massnahme, sondern auch hinsichtlich deren Dauer zu beachten ist (BGE 145 IV 65 E. 2.2 und E. 2.6.1; 135 IV 139 E. 2.4; Urteil 6B_636/2018 vom 25. Juli 2018 E. 4.2.3; je mit Hinweisen) und das Gericht für die Verhältnismässigkeit der stationären therapeutischen Massnahme in zeitlicher Hinsicht einen allfälligen vorzeitigen Massnahmenvollzug mitzuberücksichtigen hat (BGE 145 IV 65 E. 2.6.1 mit Hinweis auf MARIANNE HEER, Die Dauer therapeutischer Massnahmen und die Tücken deren Berechnung, forumpoenale 3/2018 S. 186 und CHRISTIAN PFENNINGER, Der Beginn der Überprüfungsfrist nach Art. 59 Abs. 4 StGB bei vorzeitigem Massnahmenantritt, SZK 2/2017 S. 37 f.; zum Ganzen: Urteil 6B_1172/2020 vom 21. Dezember 2020 E. 1.7.3; siehe hiervor E. 2.3). Jedoch prüft die Vorinstanz in der Folge eine Beschränkung der Massnahmendauer und gelangt zum Schluss, dass eine solche mit der Einschätzung im Gutachten vom 12. April 2019, wonach einzig ein deutlich gesichertes Setting und eine adäquate Pharmakotherapie, die auf Jahre hinaus angelegt sein müsse, nicht vereinbar wäre. Der Sachverständige habe im forensisch-psychiatrischen Verlaufsgutachten vom 25. Mai 2021 festgehalten, dass aus gutachterlicher Sicht die stationäre Massnahme beim Beschwerdeführer um weitere mindestens drei Jahre (besser fünf Jahre) verlängert werden sollte. Aufgrund seiner eingeschliffenen delinquenten Verhaltensmuster mit schwerer Grunderkrankung und deutlichen Risikofaktoren, die nicht leicht zu managen seien, brauche der Beschwerdeführer noch über viele Jahre hinweg eine engmaschige Betreuung mit haltgebenden Strukturen. Es sei davon auszugehen, dass er aufgrund der nach wie vor deutlichen kognitiven Defekte noch sehr lange (eventuell sein Leben lang) auf deutliche haltgebende Strukturen von aussen angewiesen sein werde (Urteil S. 89).