Citation: 2C_460/2021 E. 3.2

3.2. Die Vorinstanz verwies auf § 5a Abs. 1 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes (des Kantons Zürich) vom 24. Mai 1959 (VRG/ZH; LS 175.2),wonach Personen, die eine Anordnung treffen, dabei mitwirken oder sie vorzubereiten haben, in den Ausstand treten, wenn sie in der Sache persönlich befangen erscheinen. Es genüge, wenn Umstände vorliegen, die bei objektiver Betrachtung den Anschein von Befangenheit und Voreingenommenheit erwecken;dass eine tatsächliche Befangenheit vorliege, werde für die Ablehnung nicht verlangt. Für die Annahme einer Befangenheit müsste vorliegend eine über die üblichen geschäftlichen Beziehungen hinausgehende Beziehung zwischen dem Sachverständigen und der Beschwerdegegnerin bestehen. Die Stellung des Korrektors von CAS-Abschlussarbeiten lasse sich - in struktureller Hinsicht - allerdings ohnehin eher mit derjenigen eines behördeninternen Sachverständigen vergleichen denn mit derjenigen eines externen Gutachters. Zwischen einem behördeninternen Sachverständigen und der entsprechenden Behörde bestünden "naturgemäss" in einem gewissen Umfang ("geschäftliche") Beziehungen. Der fragliche Zweitbegutachter sei verantwortlicher Vertreter der Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften (HAFL) der Berner Fachhochschule im Rahmen des von den Partnerinstitutionen durchgeführten Lehrgangs. Als Dozent sei er bei dieser angestellt und werde dementsprechend von dieser entlöhnt. Eine enge Verbindung direkter Unterordnung und finanzieller Abhängigkeit zur Beschwerdegegnerin bestehe damit nicht. Eine solche ergebe sich auch nicht dadurch, dass der Zweitgutachter zum Leitungsgremium des Lehrgangs gehöre. Sowohl Beschwerdegegnerin als auch Zweitgutachter hätten ein grosses Interesse an einer seriösen Bewertung. Vielmehr erscheine es sinnvoll und zweckmässig, dass als Zweitbegutachter eine französischsprachige, mit der betreffenden Gegend bzw. der Beschaffenheit der dortigen Böden vertraute Person eingesetzt werde, welche auch in der Bewertung von Abschlussarbeiten erfahren sei. Auch in der Beziehung zwischen Erst- und Zweitgutachter lasse sich keine problematische Nähe erkennen. Sie gehe nicht über das Mass des sozial üblichen Umgangs hinaus, weshalb kein Anschein von Befangenheit bestehe. Die Gemeinsamkeiten von Erst- und Zweitbegutachter erschöpften sich darin, dass sie im selben Bereich tätig und insofern "Berufskollegen" seien, beide von der Beschwerdegegnerin als Experten für die Bewertung von Abschlussarbeiten eingesetzt worden und verantwortliche Vertreter ihrer jeweiligen Bildungseinrichtung bei der Durchführung des Lehrgangs seien. Im Hinblick auf die Durchführung des Lehrgangs würden sich sämtliche Vertreter der Partnerorganisation alle zwei Jahre einmal zu einer Sitzung treffen; ihr Unterrichtspensum erfüllten die beiden jedoch nicht bei derselben Bildungseinrichtung. Dies reiche nicht für eine persönliche Beziehungsnähe aus, welche den Anschein von Befangenheit wecken könne und die Beschwerdeführerin vermöge keine konkreten Umstände zu nennen, welche auf eine andere Einschätzung schliessen liessen.