Citation: 6B_180/2023 E. 2.3

2.3. Die Vorinstanz stellt fest, im Untersuchungsverfahren habe der Beschwerdeführer angegeben, sich nicht klar zu erinnern. Bei seiner erstinstanzlichen Befragung habe er die Vorwürfe pauschal bestritten, während der Sachverhalt im erstinstanzlichen Plädoyer grundsätzlich anerkannt worden sei. An der Berufungsverhandlung habe der Beschwerdeführer die Aussage verweigert, derweil im Plädoyer geltend gemacht worden sei, es sei nicht erstellt, dass er überholt habe. Hierzu hält die Vorinstanz fest, der Beschwerdeführer habe den Sachverhalt erstinstanzlich grundsätzlich anerkannt und beantrage wegen des Überholmanövers auch im Berufungsverfahren einen Schuldspruch, wenn auch nicht gemäss Art. 90 Abs. 3 SVG. Wenn der Beschwerdeführer nun geltend mache, er habe nicht überholt, dann widerspreche er sich. Vielmehr habe der Beschwerdeführer, wie in der Anklage festgehalten, kurz vor dem Kreisel in der Rechtskurve das Fahrzeug der Auskunftsperson überholt und sei dabei über die Sicherheitslinie auf die Gegenfahrbahn gefahren. Wegen des Überholmanövers hätten das überholte Fahrzeug und ein entgegenkommendes Fahrzeug stark abbremsen müssen, um eine Kollision zu vermeiden. Sodann erwägt die Vorinstanz, der Beschwerdeführer habe mit überhöhter Geschwindigkeit auf einer unübersichtlichen Strecke ein Fahrzeug überholt. Die Sicht sei durch den bebauten Kreisel zusätzlich eingeschränkt gewesen. Wegen der Galerie mit beidseitig abgeschlossener Fahrstrecke und einem nahenden Verkehrsteiler sei ein Ausweichen unmöglich gewesen. Das überholte Fahrzeug und das im Bereich des Kreisels entgegenkommende Fahrzeug hätten stark abbremsen müssen, um eine Kollision zu vermeiden. Trotz geringem Verkehrsaufkommen habe eine konkrete Gefahr für andere Verkehrsteilnehmer bestanden. Es sei letztlich dem Zufall zu verdanken, dass ein Zusammenprall ausgeblieben sei. Die Verteidigung brachte an der Berufungsverhandlung vor, es habe höchstens ein ungefährlicher Auffahrunfall gedroht. Dem hält die Vorinstanz entgegen, auch bei einer Geschwindigkeit von 50 km/h seien Auffahrunfälle nicht ungefährlich. Hätte der Beschwerdeführer das überholte Fahrzeug beim Einschwenken gestreift, hätte dieses in den Verkehrsteiler oder die rechtsseitige Wand gedrängt werden können. Die überholte Auskunftsperson habe dem Beschwerdeführer durch Abbremsen ermöglichen müssen, wieder auf die rechte Spur zu wechseln, da der Verkehrsteiler dies später verhindert hätte. Die Vorinstanz streicht hervor, dass der Beschwerdeführer in einer Rechtskurve überholte, weshalb die Sicht ohnehin eingeschränkt gewesen sei. Der Verkehrsteiler habe die Sicht zusätzlich eingeschränkt. Falls auf diesem Teilstück ein Fahrzeug entgegengekommen wäre, hätte der Beschwerdeführer dies bei seiner überhöhten Geschwindigkeit nicht rechtzeitig wahrnehmen können, zumal seine Reaktionsfähigkeit durch Drogen eingeschränkt gewesen sein dürfte. Ohne das Abbremsen des überholten Fahrzeugs hätte die Gefahr bestanden, dass dem Beschwerdeführer nicht mehr genügend Platz geblieben wäre, um vor dem Verkehrsteiler auf die rechte Fahrbahn einzuschwenken und er hätte die Fahrt auf der Gegenfahrbahn fortsetzen müssen. Falls es zu einer Frontalkollision mit einem entgegenkommenden Fahrzeug gekommen wäre, so wäre die Gefahr einer schweren oder gar tödlichen Verletzung der Insassen gross gewesen, da sich bei Frontalkollisionen die Geschwindigkeiten der beiden Fahrzeuge kumulieren. Der Beschwerdeführer habe vorsätzlich gehandelt. Deshalb stelle das Manöver eine qualifiziert grobe Verkehrsregelverletzung dar.