Citation: 4A_462/2024 E. 3.2.1

3.2.1. Die Beschwerdegegnerin stützte ihren Standpunkt u.a. auf aufgezeichnete Telefongespräche zwischen ihrem Mitarbeiter D.________ und dem Mitarbeiter der Beschwerdeführerin, C.________, wobei sie die von ihr erstellten Transkripte in ihren Rechtsschriften wiedergab und als Beweis offerierte. Die Beschwerdeführerin kritisierte die transkribierten Auszüge als unvollständig und deren Inhalt als "nicht glaubwürdig", solange sie nicht das gesamte Gespräch abhören könne. Im Übrigen habe die Beschwerdegegnerin die Ausschnitte der Audio-Dateien mit Bezug auf die Klage verspätet eingereicht. Die Vorinstanz folgte der Auffassung der Beschwerdeführerin nicht. Zwar stellten die von der Beschwerdegegnerin offerierten Transkripte blosse Parteibehauptungen dar. Die Beschwerdeführerin habe diese aber nicht substanziiert bestritten, obwohl ihr dies aufgrund der von der Beschwerdegegnerin wiedergegebenen Passagen möglich gewesen wäre. Sie habe in der Duplik eingeräumt, dass sie im Besitz der Aufnahmen der vom Festnetzanschluss von C.________ geführten Gespräche gewesen sei und bei einer "manuellen Sichtung" der Aufzeichnungen gewisse Gespräche zwischen C.________ und D.________ habe ausfindig machen können. Insoweit, als die Beschwerdeführerin über die Aufnahmen verfüge, sei ihr eine Bestreitung mit Nichtwissen daher unbesehen eines möglichen Softwarefehlers verwehrt. Die Anzahl der von der Beschwerdeführerin zum Beweis angeführten Gespräche sei zudem gering und betreffe einen begrenzten Zeitraum zwischen dem 24. Februar 2020 und dem 6. März 2020. Ferner habe die Beschwerdegegnerin zu jedem Gespräch Datum und genaue Uhrzeit angegeben. Es wäre der Beschwerdeführerin daher möglich und zumutbar gewesen, die Vorbringen der Beschwerdegegnerin substanziiert zu bestreiten. Soweit die Beschwerdeführerin über keine eigenen Aufnahmen der Gespräche zwischen D.________ und C.________ verfüge, weil die Gespräche über das Mobiltelefon ihrer im Effektenhandel tätigen Mitarbeiter, wozu auch C.________ zählte, nicht aufgezeichnet würden, habe die Beschwerdeführerin zudem aufsichtsrechtliche Pflichten verletzt. Eine Bestreitung mit Nichtwissen sei daher ebenfalls nicht statthaft. Die von der Beschwerdegegnerin behaupteten Gespräche zwischen C.________ und D.________ bzw. deren Inhalte hätten folglich als unbestritten zu gelten.