Citation: 4A_587/2024 E. 3.1

3.1. Die Vorinstanz stellte fest, die Beschwerdeführerin habe dem Beschwerdegegner auf der Schlussrechnung die Barzahlung unter dem ausgewiesenen Gesamtbetrag mit dem Vermerk "Betrag erhalten" handschriftlich quittiert. Die Beschwerdeführerin beanstande zwar, dass diese Quittung insofern unrichtig sei, als nicht der effektiv quittierte Betrag bezahlt worden sei, sondern nach Abzug der Akontozahlungen und des Rabattes ein entsprechend geringerer Betrag. An den Beweis der Unrichtigkeit einer Quittung seien jedoch aus Gründen der Rechtssicherheit hohe Anforderungen zu stellen. Dieser Grundsatz gelte erst recht, wenn - wie hier - die Schlussrechnung, auf welcher der Erhalt des Betrages handschriftlich quittiert worden sei, einen hohen Detaillierungsgrad aufweise. Zudem entspreche es den kaufmännischen Gepflogenheiten, dass geleistete Akontozahlungen in Schlussrechnungen gesondert ausgewiesen und in Abzug gebracht würden. Vor diesem Hintergrund spreche eine starke tatsächliche Vermutung für die Richtigkeit der Darstellung des Beschwerdegegners. Dieser habe in seiner Einvernahme ausgeführt, Herrn C.________ Fr. 75'000.-- in bar bezahlt zu haben. Demgegenüber habe Herr C.________ in seiner Einvernahme schliesslich eingeräumt, dass er sich nicht mehr erinnern könne, welcher Betrag in bar bezahlt worden sei. Vor diesem Hintergrund habe die Einvernahme nichts ergeben, was die streitige Tatsachenvermutung relativieren könnte. Es sei daher davon auszugehen, dass die Akontozahlung nicht in Abzug gebracht worden sei.