Citation: 5A_998/2019 E. 3.1

3.1. Der Zweck des Konsumkreditgesetzes besteht insbesondere darin, die umfassende Information der Konsumenten über die Bedeutung, den Umfang und die Kosten eines Konsumkreditvertrages sicherzustellen. Der Konsument soll vor einem übereilten Vertragsschluss geschützt werden. Die Kosten und Bedingungen eines Kredits sollen dem Konsumenten klar und transparent dargelegt werden. Um diesen Zielen gerecht zu werden, wurde in Art. 8 aKKG zum einen die Schriftlichkeit vorgeschrieben, zum anderen der Mindestinhalt des Vertrages festgelegt (Urteil 4C.227/2001 vom 29. Oktober 2001 E. 2, in: Pra 2002 Nr. 44 S. 226). Gemäss Art. 8 Abs. 2 lit. g aKGG hat der Vertrag unter anderem anzugeben, dass die Konsumentin oder der Konsument bei vorzeitiger Rückzahlung Anspruch auf Erlass der Zinsen und auf eine angemessene Ermässigung der Kosten hat. Dass dieses Recht auf vorzeitige Erfüllung für den Konsumenten besteht, legt Art. 12 aKKG fest. Diese Möglichkeit muss aber auch aus dem Kreditvertrag klar hervorgehen (WIEGAND, Die zentralen Elemente des Konsumkreditgesetzes, in: Berner Bankrechtstag 1994, Das neue Konsumkreditgesetz, S. 43; KOLLER-TUMLER, in: Basler Kommentar, Abzahlungsrecht und Konsumkreditrecht, Sonderedition aus dem Kommentar zum Obligationenrecht I, 1996, N. 19 zu Art. 8 aKGG).