Citation: 6B_1318/2019 E. 2.4.4

2.4.4. In subjektiver Hinsicht zeigt die Bremsbereitschaft des Beschwerdeführers, dass er an der besagten Stelle mit Fussgängern rechnete. Aufgrund dieser Kenntnis und Erkennbarkeit des Fussgängerstreifens war er sich der konkreten Gefahr bewusst. Indem er nur wenige Meter vor dem Fussgängerstreifen "fast blind" war und dennoch ohne abzubremsen auf diesen zufuhr, zog er pflichtwidrig nicht in Betracht, dass Fussgänger den ihm bekannten Fussgängerstreifen überqueren könnten. Dabei kann er aus dem Umstand, dass er mit reduzierter Geschwindigkeit unterwegs war, Bremsbereitschaft zeigte und somit Vorsicht habe walten lassen, nichts für sich ableiten. Ein vorsichtiges Verhalten im Strassenverkehr wird von jedem Strassenbenützer erwartet (vgl. Art. 31 Abs. 1 SVG; vgl. E. 2.3.2 oben). Dies gilt umso mehr unter dem Gesichtspunkt von Art. 33 Abs. 2 SVG, wonach der Fahrzeugführer vor Fussgängerstreifen besondere Aufmerksamkeit an den Tag zu legen hat. Auch geht die Begründung, er habe nicht mit der Sonne rechnen müssen, fehl (vgl. E. 2.4.3 oben). Von einer kleinen Nachlässigkeit kann nicht die Rede sein. Vorliegend sind keine besonderen Umstände ersichtlich, welche das Verhalten des Beschwerdeführers subjektiv weniger schwer erscheinen lassen würden. Die Vorinstanz ist zu Recht von einem bewusst fahrlässigen bzw. grobfahrlässigen Verhalten ausgegangen.