Citation: I 246/00 26.04.2001 E. 2

2.- Es ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer Anspruch auf eine ganze Invalidenrente ab 1. Januar 1992 hat. Streitig ist jedoch die Nachzahlung der Rente. a) Entgegen den rechtlichen Ausführungen der Vorinstanz kommt eine weitergehende Nachzahlung nach Art. 48 Abs. 2 Satz 2 IVG nicht nur in Frage, wenn der Versicherte wegen höherer Gewalt objektiv verhindert ist zu handeln, sondern auch wenn der anspruchsbegründende Sachverhalt objektiv nicht feststellbar war (oben Erw. 1). Objektive Feststellbarkeit bedingt, dass die Ärzte in der Lage sein müssen, die geklagten Beschwerden zu objektivieren und ihnen Krankheitswert zuzumessen. Denn erst mit Kenntnis eines Leidens, welches einen geistigen oder körperlichen Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 4 IVG darstellen kann, ist der anspruchsbegründende Sachverhalt bekannt (vgl. hiezu BGE 120 V 94 Erw. 4b mit Hinweisen). b) Seit 1992 wurde der Beschwerdeführer von Spezialisten der verschiedensten Fachgebiete untersucht, welche jedoch seine Beschwerden nicht objektivieren konnten und ihm auch keine Arbeitsunfähigkeit bescheinigten (vgl. Schreiben Dr. med. T.________, Facharzt für Innere Medizin, vom 10. Februar 1998). Obwohl 1995 eine arterielle Durchblutungsstörung sowie eine chronische Bursitis olecrani rechts festgestellt wurde, kamen sowohl die neurologischen (Bericht des Dr. med. B.________, Facharzt für Neurologie, vom 23. Mai 1995) als auch die internistischen (vgl. Bericht des Dr. med. T.________, vom 26. Juli 1995) wie auch die rheumatologischen (Berichte des Dr. med. R.________, Facharzt für physikalische Medizin und Rehabilitation, speziell Rheumaerkrankungen, vom 11. August und 10. November 1995 und des PD Dr. med. S.________, vom 7. November 1995) und die angiologischen Untersuchungen (Bericht des Dr. med. F.________, Facharzt für Innere Medizin, speziell Angiologie, vom 25. August 1995) zu keinem Befund, welcher die geklagten Beschwerden (Schwäche in den Oberschenkeln, Oberarmen und den Händen, Hautveränderungen mit Juckreiz, Schwellungen und Schmerzen) zu erklären vermochte. Erst im Jahre 1996 konnten die Ärzte eine Diagnose stellen, welche die Beschwerden des Versicherten objektivierten, Leiden bestätigen, die im Jahr zuvor noch ausgeschlossen wurden (z.B. Claudicatio intermittens), sowie eine entsprechende Behandlung aufnehmen (Berichte des Dr. med. R.________ vom 10. Mai 1996, des Prof. Dr. med. O.________, Facharzt für Dermatologie, vom 20. Juni 1996, der Dres. med. X.________ und Y.________, Departement für Innere Medizin, Abteilung Angiologie, vom 3. Juli 1996 und des Dr. med. C.________, Facharzt für Innere Medizin, speziell Endokrinologie, vom 18. Juli 1996). c) Nach dem Gesagten war der Gesundheitsschaden erst 1996 objektiv feststellbar. Die Anmeldung vom 20. November 1996 erfolgte somit innerhalb von 12 Monaten seit Kenntnis des anspruchsbegründenden Sachverhalts. Der Versicherte hat demnach Anspruch auf weitergehende Nachzahlung, d.h. auf eine ganze Invalidenrente mit Wirkung ab 1. Januar 1992.