Citation: U 485/06 19.07.2007 E. 2

Wie das kantonale Gericht zutreffend erwogen hat, war für die SUVA auf Grund der ihr vorliegenden Akten (Berichte der Klinik Z.________ vom 3. Mai 2004, des SUVA-Arztes Dr. med. H.________ vom 30. Juli 2004 und des Dr. med. A.________ vom 27. Juli 2004) klar ersichtlich, dass der Beschwerdegegner bereits vor der Eröffnung der Verfügungen vom 11. August und 10. September 2004 mangels Urteilsfähigkeit grundsätzlich nicht mehr handlungs- und prozessfähig war (Art. 12 und Art. 16 f. ZGB; vgl. auch BGE 132 III 222 E. 2 Ingress S. 224, 111 V 58 E. 3a S. 61, je mit Hinweisen). Die Zustellung dieser Verfügungen direkt an den Beschwerdegegner war nichtig (Jürg Stadelwieser, Die Eröffnung von Verfügungen, Diss. St. Gallen 1994, S. 33 f.), was jederzeit geltend gemacht werden kann (vgl. auch BGE 129 V 485 E. 2.3 S. 488). Da seine Handlungs- und Prozessunfähigkeit für die SUVA leicht erkennbar war, ist eine Gefährdung der Rechtssicherheit oder des Vertrauensschutzes durch die Annahme der Nichtigkeit nicht auszumachen (vgl. BGE 132 II 21 E. 3.1 S. 27 mit Hinweisen). Weiter hat die Vorinstanz richtig erkannt, dass die SUVA die Verfügung vom 11. August 2004 dem Vater des Beschwerdegegners lediglich in Kopie zugestellt hat, weshalb sie kein Vertretungsverhältnis angenommen hat. Die Kopiezustellung gilt nicht als rechtsgenügliche Eröffnung, selbst wenn der Vater den Beschwerdegegner hätte vertreten dürfen (René A. Rhinow/Beat Krähenmann, Schweizerische Verwaltungsrechtsprechung, Ergänzungsband, Basel 1990, Nr. 84 IV c). Schliesslich ist der Vorinstanz beizupflichten, dass die beiden Verfügungen dem Beschwerdegegner erst nach der amtlichen Ernennung von Rechtsanwalt Wigger zum Vertretungsbeistand (Art. 392 Ziff. 1 ZGB) am 7. Dezember 2005 rechtskonform eröffnet werden konnten.