Citation: 6S.284/2004 16.05.2005 E. 1

Der Beschwerdeführer macht eine "unrichtige" Anwendung von Art. 41 und 44 StGB geltend. 1.1 Der Beschwerdeführer rügt, die Vorinstanz habe die Tatsache nicht gewürdigt, dass er im Zeitpunkt der Verhandlung bewiesener-massen bereits ein Jahr lang erneut eine streng kontrollierte Alko-holabstinenz eingehalten gehabt habe (die er nach wie vor einhalte und kontrollieren lasse). Nicht gewürdigt worden sei ferner, dass seit der Straftat zweieinhalb Jahre vergangen seien. In Bezug auf die zwei einschlägigen Vorstrafen sei darauf hinzuweisen, dass die erste aus dem Jahre 1991 stamme. Was die Vorstrafe wegen Fahrens ohne Führerausweis betreffe, habe er sich damals in einer eigentlichen Zwangslage befunden. Ferner werde keine zutreffende prognostische Würdigung der aktuellen Arbeitslosigkeit des Beschwerdeführers vor-genommen, und schliesslich werde mit keinem Wort gewürdigt, dass er eine lange Probezeit beantragt und angeregt habe, sie könne mit der Weisung verbunden werden, die Alkoholtotalabstinenz während der ganzen Probezeit weiterzuführen (Beschwerdeschrift S. 4/5). 1.2 Gemäss Art. 41 Ziff. 1 Abs. 1 StGB kann der Richter den Vollzug einer Freiheitsstrafe von nicht mehr als 18 Monaten aufschieben, wenn Vorleben und Charakter des Verurteilten erwarten lassen, er werde auch durch eine bedingt vollziehbare Strafe von weiteren Delikten abgehalten. Der Richter hat somit eine Prognose über das zukünftige Verhalten des Täters zu stellen. Dabei steht dem Sachrichter ein erhebliches Ermessen zu, wobei die Gründe im Urteil so wieder-gegeben sein müssen, dass sich die richtige Anwendung des Bundes-rechts überprüfen lässt. Das Bundesgericht hebt einen Entscheid auf, wenn die Vorinstanz von rechtlich nicht massgebenden Gesichts-punkten ausgegangen ist oder wenn sie wesentliche Faktoren in Ver-letzung ihres Ermessens falsch gewichtet, vernachlässigt oder ganz ausser Acht gelassen hat (BGE 118 IV 97 E. 2b). Bei der Prüfung, ob der Betroffene Gewähr für ein dauerndes Wohlverhalten bietet, sind alle wesentlichen Umstände in ihrer Gesamtheit und nicht bloss isoliert voneinander zu würdigen. In die Beurteilung mit einzubeziehen sind neben den Tatumständen das Vorleben und der Leumund sowie alle weiteren Tatsachen, die gültige Schlüsse auf den Charakter des Täters und die Aussichten seiner Bewährung zulassen (BGE 118 IV 97 E. 2b). Um ein vollständiges Bild der Täterpersönlichkeit zu erhalten, sind unter anderem die strafrechtliche Vorbelastung, die Sozialisations-biografie und das Arbeitsverhalten, das Bestehen sozialer Bindungen sowie mögliche Hinweise auf Suchtgefährdungen zu untersuchen. Massgebend sind insoweit die persönlichen Verhältnisse bis zum Zeit-punkt des Entscheides (eingehend Roland M. Schneider, Basler Kom-mentar StGB I, Basel usw. 2003, Art. 41 N. 75 ff., mit zahlreichen Hinweisen). Die Vorinstanz hat sich ausführlich mit der Frage des bedingten Strafvollzugs auseinander gesetzt (angefochtenes Urteil S. 41-44). Es kann darauf verwiesen werden (Art. 36a Abs. 3 OG). Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers ist der Vorinstanz dessen nun länger als ein Jahr währende Alkoholtotalabstinenz nicht entgangen. Sie räumt ihr aber angesichts der verschiedenen Vorgänge betreffend den Beschwerdeführer keine Bedeutung zu (dazu angefochtenes Urteil S. 43/44). Wenn seit dem zu beurteilenden Vorfall im Zeitpunkt der Berufungsverhandlung wiederum zweieinhalb Jahre vergangen waren, so ist dem entgegenzuhalten, dass noch am 30. Mai 2003, also längst nach dem Vorfall vom 8. November 2001, beim Beschwerdeführer wiederum pathologische Blutwerte vorgelegen haben (angefochtenes Urteil S. 44 oben). Die Vorinstanz hat insbesondere auf die Vorstrafe verwiesen, die nur kurze Zeit zurückliegt (angefochtenes Urteil S. 42/43). Ob der Beschwerdeführer beim Fahren trotz Führer-ausweisentzuges (angefochtenes Urteil S. 39) sich in einer "eigent-lichen Zwangslage" (Beschwerde S. 5 oben) befunden hat, geht aus dem angefochtenen Urteil nicht hervor und ist im Übrigen auch unerheblich. Die Vorinstanz hat im Weiteren auf die Arbeitslosigkeit des Beschwerdeführers verwiesen, ohne diese - wie er anzudeuten scheint - prognostisch negativ zu werten. Unerheblich ist schliesslich, dass der Beschwerdeführer eine lange Probezeit beantragt hat, nachdem eine solche - wenn überhaupt die Gewährung des bedingten Strafvollzuges in Frage gekommen wäre - angesichts seines Vorlebens in jedem Fall angeordnet worden wäre. Zusammenfassend ergibt sich somit, dass die Vorinstanz durch die Verweigerung des bedingten Strafvollzugs Bundesrecht nicht verletzt hat. Die Nichtigkeitsbeschwerde ist demnach in diesem Punkt abzu-weisen, soweit darauf einzutreten ist.