Citation: 5A_111/2016 E. 5.4

5.4. Im konkreten Fall verweigerte das Bezirksgericht W.________ der Beschwerdeführerin den nachehelichen Unterhalt mit der (doppelten) Begründung, es sei ihr ohne Übergangsfrist ein hypothetisches monatliches Erwerbseinkommen von Fr. 5'000.-- anzurechnen; unabhängig davon müsste der Beschwerdegegner allfällige Erwerbseinkünfte, die er nach Erreichen des Pensionsalters noch erziele, nicht mit ihr teilen. Einkünfte der Beschwerdeführerin aus Dividendenausschüttung waren im erstinstanzlichen Entscheid kein Thema. Wollte die Beschwerdeführerin den nachehelichen Unterhalt in oberer Instanz erstreiten, so hatte sie bei dieser Ausgangslage allen Grund, im Berufungsverfahren darzulegen, warum sie ihren gebührenden nachehelichen Unterhalt weder aus eigenen Erwerbs- noch aus sonstigen Einkünften bestreiten kann und weshalb der erstinstanzliche Entscheid in dieser Hinsicht fehlerhaft ist. Ob der Wegfall ihres Dividendeneinkommens im erstinstanzlichen Verfahren unbestritten war, spielt in diesem Zusammenhang allein mit Blick auf die Begründungspflicht nach Art. 311 Abs. 1 ZPO keine Rolle: Selbst wenn dies der Fall gewesen wäre, war es nach dem Gesagten nicht Aufgabe der Berufungsinstanz, aus eigenem Antrieb nach Gründen für eine Gutheissung der Berufung zu forschen. Das gilt auch für angeblich unbestrittene Tatsachen, die im Berufungsverfahren den Standpunkt der einen oder anderen Partei möglicherweise stützen könnten. Weitere Gründe, weshalb das Kantonsgericht die Anforderungen an die Berufungsbegründung überspanne, trägt die Beschwerdeführerin nicht vor. Insbesondere geht sie auch nicht auf die vorinstanzliche Beurteilung ein, wonach sie mit ihren Verweisen auf das Berufungsverfahren betreffend vorsorgliche Massnahmen den gesetzlichen Begründungsanforderungen nicht genüge.