Citation: 6B_427/2021 E. 2.1.3

2.1.3. Das strafbare Verhalten besteht darin, den öffentlichen Verkehr zu hindern, zu stören oder in Gefahr zu bringen. Davon erfasst ist somit jede menschliche Handlung, die das Leben oder die körperliche Integrität der am öffentlichen Verkehr teilnehmenden Personen gefährdet, sodass das strafbare Verhalten durch seine Wirkungen, nicht durch eine charakteristische Verhaltensart bestimmt wird. Gemäss der Rechtsprechung genügt es, dass die Handlung das Leben oder die körperliche Integrität einer einzelnen Person in Gefahr gebracht hat; es ist nicht nötig, dass die Gefährdung einen kollektiven Charakter hat. Die Gefährdung muss hingegen hinreichend konkret, das heisst naheliegend und ernsthaft, sein (BGE 134 IV 255 E. 4.1; Urteile 6B_1341/2018 vom 16. April 2019 E. 2.1; 6B_1132/2017 vom 3. Oktober 2018 E. 3.1; 6B_1150/2015 vom 30. August 2016 E. 4.1). Eine lediglich abstrakte Gefährdung der geschützten Rechtsgüter reicht zur Erfüllung des objektiven Tatbestands nicht aus (vgl. Urteile 6B_332/2019 vom 29. Oktober 2019 E. 2.2.3; 6B_1132/2017 vom 3. Oktober 2018 E. 1.10; 6B_689/2015 vom 26. Mai 2016 E. 1.2; siehe ferner HEMPEL, a.a.O., S. 31).