Citation: 1C_263/2023 E. 4.2

4.2. Das Kantonsgericht vertrat die Auffassung, die kantonale Praxis, wonach Einkünfte aus der Landwirtschaft einen Drittel des Privatverbrauchs einer durchschnittlichen bäuerlichen Familie decken müssten, damit der Betrieb als längerfristig gesichert gelten könne, stehe grundsätzlich im Einklang mit der bundesgerichtlichen Rechtsprechung. Dass dieser Privatverbrauch jährlich Fr. 60'000.-- bis Fr. 80'000.-- betrage, sei unbestritten. Das Kriterium der längerfristigen Existenz mit einer im vornherein bestimmten Referenzgrösse zu koppeln, nämlich dem jährlichen Privatverbrauch einer durchschnittlichen bäuerlichen Familie, vermöge zweifelsohne eine gewisse objektive finanzielle Gewähr für die längerfristige Existenz eines Betriebs zu bieten. Zwar werde auf diese Weise eine Person, die den Betrieb allein bewirtschafte, strenger behandelt, da sie für sich ein höheres landwirtschaftliches Einkommen pro Kopf ausweisen müsse als die Mitglieder einer Bewirtschafterfamilie. Allerdings könne die vor dem Hintergrund der haushälterischen und schonungsvollen Bodennutzung zentrale Existenzssicherung nur dann sichergestellt werden, wenn gewisse vereinheitlichte Anforderungen gestellt würden. Dass dies mithilfe des Erfordernisses eines ungefähr bezifferten Mindesteinkommens getan werde, sei sachgerecht. Die Existenzfähigkeit eines Nebenerwerbsbetriebs, der durch eine Einzelperson geführt werde, müsse zudem auch in jenem Sinne längerfristig gesichert sein, als dass aus dem Betrieb nach einer späteren Rechtsnachfolge bzw. nach einer Betriebsübernahme durch einen Mehrpersonenhaushalt ein relevanter Betrag an die konkreten Lebenshaltungskosten erwirtschaftet werden könne. Die Beschwerdeführerin habe das 50. Lebensjahr bereits überschritten. Es sei daher auch aus diesem Grund gerechtfertigt, die genannte Praxis auf die Beschwerdeführerin anzuwenden.