Citation: 8C_914/2017 E. 6

Praxisgemäss durfte die Vorinstanz hinsichtlich der für die Beurteilung der Anwendbarkeit von Art. 24 Abs. 1 UVV massgeblichen Frage, ob im zu berücksichtigenden Zeitraum ein vorübergehender krankheitsbedingter Einkommensverlust aufgetreten sei oder aber ein gesundheitlicher Dauerzustand mit eingeschränkter Erwerbsfähigkeit bestanden habe, auf die Abklärungen der Invalidenversicherung abstellen (BGE 139 V 473 E. 4.2 S. 476 ff.; 122 V 100; Urteile 8C_342/2008 vom 14. Mai 2009 E. 4; 8C_669/2007 vom 14. Oktober 2008 E. 3.1). Es wird von der Beschwerdeführerin zwar bestritten, aber nicht mit abweichenden Arztberichten belegt, inwiefern die vorinstanzliche Annahme einer praktisch durchgehenden, zumeist 100%igen Arbeitsunfähigkeit seit dem 20. Januar 2011 - wegen einer stationär behandelten hypertensiven Krise, einem akuten zervikothorakalen Schmerzsyndrom mit beidseitigen Brachialgien, einer Bandscheibenprotrusion, einer Dorsalgie beziehungsweise eines pseudoradikulären lumbalen Schmerzsyndroms, einer Gonalgie, einer Meniskusoperation sowie eines Hirninfarkts - unrichtig wäre. Das kantonale Gericht berücksichtigte dabei die Berichte der Kliniken D.________ vom 7. Februar 2011 und vom 4. Mai 2012, der Hausärztin Dr. med. E.________, Fachärztin für Allgemeinmedizin, vom 7. Dezember 2011, des Dr. med. F.________, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, vom 7. März 2012 und insbesondere auch des regionalen ärztlichen Dienstes (RAD) der Invalidenversicherung. Dieser bestätigte am 25. September 2013, dass die Beschwerdeführerin bereits ab dem 20. Januar 2011 - abgesehen von einer attestierten, aber nicht verwerteten 35%igen Arbeitsfähigkeit vom 1. Juli bis zum 12. November 2011 und einer vollen Arbeitsfähigkeit während des anschliessenden dreiwöchigen Arbeitsversuchs bis zum 5. Dezember 2011 - praktisch durchgehend zu 100 % in allen Tätigkeiten arbeitsunfähig gewesen sei. Da die Beschwerdeführerin im massgeblichen Zeitraum ab dem 3. Oktober 2011 bis zum 2. Oktober 2012 (ab dem 1. April 2012) während über sechs Monaten eine Invalidenrente bezog, durfte das kantonale Gericht praxisgemäss davon ausgehen, dass eine invaliditätsbedingte Erwerbsbusse die Hauptursache für den verminderten Lohn bildete (BGE 122 V 100). Die vorinstanzliche Schlussfolgerung, dass eine Aufrechnung des Einkommens nach Art. 24 Abs. 1 UVV ausser Betracht falle, ist nicht bundesrechtswidrig. Gleiches gilt für die Feststellung des kantonalen Gerichts, dass die Beschwerdeführerin insbesondere auch im Monat vor dem Unfall wegen Invalidität keinen Lohn bezogen habe und deshalb kein Sonderfall im Sinne von Art. 23 Abs. 1 UVV vorliege. Es besteht keine Taggeld- und Rentenberechtigung.