Citation: 6B_213/2010 02.07.2010 E. 4

4.1 Der Beschwerdeführer wendet sich gegen die Strafzumessung und rügt eine Verletzung von Art. 47 StGB. Er macht geltend, die Vorinstanz habe ihn in Abänderung des erstinstanzlichen Urteils in Bezug auf die angebliche "Scheinhinrichtung" vom Vorwurf der Nötigung zum Nachteil von Z.________ freigesprochen. Dieser Freispruch aber hätte sich in einer deutlicheren Senkung des Strafmasses niederschlagen müssen. In Würdigung sämtlicher Umstände erscheine eine Strafe von sechs Jahren als seinem Verschulden angemessen. Dies ergebe sich auch aus einem Vergleich mit ähnlich gelagerten Fällen (Beschwerde S. 15 ff.). 4.2 Die Vorinstanz führt aus, aufgrund der zielgerichteten, professionellen und gewerbsmässigen Vorgehensweise des Beschwerdeführers müsse die Strafreduktion, welche aufgrund des Freispruchs vom Vorwurf der Nötigung angezeigt sei, gering ausfallen. Der Beschwerdeführer habe in führender Stellung innerhalb eines durch einen hohen Organisationsgrad gekennzeichneten Drogennetzwerks agiert und andere Personen für das risikoreiche Strassengeschäft und die gefährlichen Kurierdienste eingesetzt. Insbesondere mit dem Einsatz von sog. "Body-Packern" als Kuriere habe er eine beträchtliche Skrupellosigkeit offenbart, da ihm habe bekannt sein müssen, dass die Beschädigung eines einzigen der geschluckten "Fingerlinge" zum Tod der betroffenen Person hätte führen können. Negativ ins Gewicht fielen weiter die ausserordentlich hohe Drogenmenge und die Tatsache, dass der Beschwerdeführer massiven Druck auf andere Beteiligte ausgeübt habe. Schliesslich deuteten die Vorstrafen des Beschwerdeführers und die lange Dauer der Delinquenz auf eine beharrliche Unbelehrbarkeit hin. Ausgehend von dem als schwer zu qualifizierenden Tatverschulden erscheine eine Freiheitsstrafe von zehn Jahren angemessen (angefochtenes Urteil S. 14 ff.). 4.3 Nach Art. 47 Abs. 1 StGB misst das Gericht die Strafe nach dem Verschulden des Täters zu. Es berücksichtigt das Vorleben, die persönlichen Verhältnisse sowie die Wirkung der Strafe auf das Leben der schuldigen Person. Die Bewertung des Verschuldens wird in Abs. 2 dahingehend präzisiert, dass dieses nach der Schwere der Verletzung oder Gefährdung des betroffenen Rechtsguts, nach der Verwerflichkeit des Handelns, den Beweggründen und Zielen des Täters sowie danach bestimmt wird, wie weit der Täter nach den inneren und äusseren Umständen in der Lage war, die Gefährdung oder Verletzung zu vermeiden. Nach Art. 50 StGB hält das Gericht die für die Zumessung der Strafe erheblichen Umstände und deren Gewichtung fest. Es liegt im Ermessen des Sachgerichts, in welchem Umfang es die verschiedenen Strafzumessungsfaktoren berücksichtigt. Das Bundesgericht greift auf Beschwerde in Strafsachen hin nur in die Strafzumessung ein, wenn die Vorinstanz den gesetzlichen Strafrahmen über- oder unterschreitet, wenn sie von rechtlich nicht massgebenden Kriterien ausgeht oder wenn sie wesentliche Gesichtspunkte ausser Acht lässt bzw. falsch gewichtet (BGE 134 IV 17 E. 2.1; vgl. zum bisherigen Recht: BGE 129 IV 6 E. 6.1). 4.4 Die Vorinstanz würdigt in ihren Urteilserwägungen zur Strafzumessung sämtliche relevanten rechtlichen und tatsächlichen Gesichtspunkte. Wie sie zutreffend festhält, ist die vom Beschwerdeführer verkaufte respektive in die Schweiz eingeführte Menge Kokain mit mindestens zehn Kilogramm (vgl. E. 1.1 und 1.2 hiervor) sehr beträchtlich. Auch wenn der genauen Betäubungsmittelmenge keine vorrangige Bedeutung zukommt, so durfte die Vorinstanz doch berücksichtigen, dass die Menge den für die Qualifikation als schweren Fall erforderlichen Grenzwert von 18 Gramm reinem Kokain um ein Vielfaches überschreitet. Des Weiteren geht die Vorinstanz gestützt auf den willkürfrei erstellten Sachverhalt zu Recht davon aus, der Beschwerdeführer habe als Drahtzieher fungiert. Ferner durfte die Vorinstanz entgegen den Ausführungen in der Beschwerde berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer sich in Bezug auf die Betäubungsmitteldelinquenz nicht geständig zeigt. Der im angefochtenen Urteil gezogene Schluss auf ein schweres Verschulden des Beschwerdeführers ist nicht zu beanstanden. Die qualifizierten Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz sind als Verbrechen mit einer Sanktion von einem bis zu 20 Jahren Freiheitsstrafe bedroht. Die ausgefällte Strafe von zehn Jahren bewegt sich damit in der Mitte des Strafrahmens und innerhalb des dem Sachgericht bei der Strafzumessung zukommenden Ermessensspielraums. Soweit der Beschwerdeführer sich auf Vergleichsfälle aus der bundesgerichtlichen und der kantonalen Praxis beruft und damit die mangelnde Plausibilität der ausgesprochenen Strafen belegen will, ist ihm nicht zu folgen. Der Umstand, dass die Strafverfolgung grundsätzlich den Kantonen obliegt, bringt das Risiko mit sich, dass sich hinsichtlich der Beurteilung derselben Delikte im Rahmen der Strafzumessung eine unterschiedliche kantonale Praxis entwickelt. Überdies beruht die Strafzumessung auf einer individualisierten Beurteilung aller massgeblichen Umstände und kann daher nicht durch den blossen Verweis auf die in anderen Fällen ausgesprochenen Strafen in Frage gestellt werden. Die aus der Individualisierung und dem dem Sachrichter vom Gesetz eingeräumten weiten Ermessensspielraum resultierende Ungleichheit in der Zumessung der Strafe erlaubt für sich allein den Schluss auf einen Missbrauch des Ermessens nicht (eingehend BGE 123 IV 150 E. 2a mit Hinweisen; vgl. ferner BGE 135 IV 191 E. 3.1).