Citation: 2C_716/2021 E. 3.2.4

3.2.4. Der Beschwerdeführer macht zudem geltend, wenn hier von einer ordnungsgemässen Aufenthaltsdauer von 14 Jahren und 10 Monaten ausgegangen werden sollte (vgl. oben E. 2.1), so müsse für den Widerruf der Niederlassungsbewilligung ein besonders grosses öffentliches Interesse und somit eine entsprechend schwerwiegende Sozialhilfeabhängigkeit vorliegen, sowohl hinsichtlich der Höhe der bezogenen Unterstützungsleistung wie auch des Selbstverschuldens. Das habe umso mehr zu gelten, als ein Widerruf infolge Sozialhilfeabhängigkeit ohnehin nur mit grosser Zurückhaltung angewendet werden solle. Diese speziellen Voraussetzungen seien hier aber nicht erfüllt. Gegen diese Sichtweise ist aber mit dem Verwaltungsgericht Zweierlei festzuhalten. Einerseits hat es der Abwägung der massgeblichen öffentlichen und privaten Interessen zu Recht zugrunde gelegt, dass wegen der erheblichen und fortbestehenden Sozialhilfeabhängigkeit von einem gewichtigen öffentlichen Interesse an der Entfernungsmassnahme auszugehen ist. Es ist nicht ersichtlich, wie über diese langjährige, umfangreiche und ohne absehbares Ende weiterbestehende Abhängigkeit hinaus noch irgendwelche besonders gewichtigen Zusatzerfordernisse erfüllt sein müssten, um von einem grossen öffentlichen Interesse am Widerruf der Niederlassungsbewilligung auszugehen. Andererseits hat die Vorinstanz zutreffend festgehalten, dass sich diese Sozialhilfeabhängigkeit des Beschwerdeführers - im Ergebnis und über die ganze Bezugsperiode betrachtet - nicht allein oder hauptsächlich mit dessen gesundheitlicher Situation erklären oder rechtfertigen lässt. Insoweit muss sich der Beschwerdeführer seine Situation zumindest teilweise selbst zuschreiben und ist die Annahme eines erheblichen öffentlichen Interesses an der Entfernungsmassnahme nicht zu beanstanden.