Citation: 6B_1180/2015 E. 2.3

2.3. Der Beschwerdeführer wendet sich gegen den Schuldspruch der versuchten schweren Körperverletzung. Er bringt zunächst vor, nach den Feststellungen der Vorinstanz sei weder von einer besonderen Heftigkeit der Tritte auszugehen, noch sei das Opfer abwehrunfähig gewesen noch habe es signifikant schwere Verletzungen erlitten. Angesichts der dokumentierten geringen Blessuren hätten die Tritte nur gerade eine für Tätlichkeiten typische Intensität erreicht. Im Rahmen der Strafzumessung habe die Vorinstanz dementsprechend angenommen, eine schwerwiegende Beeinträchtigung der körperlichen Integrität der Privatklägerin habe weit entfernt gelegen. Das aktenmässig belegte Verletzungsbild sowie die medizinischen Befunde ergäben nicht die geringsten Hinweise darauf, dass das effektive Tatgeschehen mit einem relevanten Risiko der Verwirklichung einer Tatbestandsvariante von Art. 122 StGB einhergegangen wäre. Es lägen auch keine aggravierenden Umstände vor, welche den Schluss auf eventualvorsätzliches Handeln zuliessen. Die Vorinstanz wische die gegen eine schwere Körperverletzung sprechenden Anhaltspunkte beiseite, indem sie von einer Kurzschlusshandlung mit komplettem Kontrollverlust ausgehe, welche ihm eine Steuerung der Intensität der Schläge verunmöglicht habe. Diese tatsächlichen Elemente seien in der Anklageschrift jedoch nicht umschrieben, weshalb sie einem Schuldspruch nicht zugrunde gelegt werden dürften. Ausserdem beträfen diese Feststellungen inner-psychische Vorgänge, die den Beizug forensisch-psychiatrischen Fachwissens erforderten. Dies gelte umso mehr, als die Vorinstanz annehme, er leide an einer schweren psychischen Störung im Sinne von Art. 59 StGB. Der Beschwerdeführer macht weiter geltend, die äusserlich feststellbaren Indizien sprächen gegen den Schluss, dass er eine schwere Körperverletzung in Kauf genommen habe. Er habe die Privatklägerin nur mit mässiger Wucht getreten und sei damit entscheidend dafür verantwortlich gewesen, dass sie keine schweren Verletzungen erlitten habe. Es müsse daher davon ausgegangen werden, dass er die Intensität der Tritte habe steuern können und demzufolge bewusst auf eine intensivere Gewalteinwirkung verzichtet habe. Es seien keine Umstände ersichtlich, welche das unkalkulierbare Risiko einer schweren Körperverletzung begründet hätten. Die Vorinstanz lege nicht dar, aus welchen Umständen sie auf Eventualvorsatz für eine schwere Körperverletzung schliesse und in Bezug auf welche Tatbestandsvariante von Art. 122 StGB ein Risiko der Verwirklichung gedroht haben solle. Schliesslich rügt der Beschwerdeführer insofern eine Verletzung von Bundesrecht, als die Vorinstanz lediglich eine bloss leichtgradige Einschränkung der Schuldfähigkeit anerkenne, obwohl sie gleichzeitig davon ausgehe, dass er bei seinem Übergriff vollständig die Kontrolle verloren habe und nicht in der Lage gewesen sei, die Intensität seiner Schläge zu steuern. In dieser Hinsicht weiche sie auch vom psychiatrischen Gutachten ab, welches ihm lediglich eine leichtgradig eingeschränkte Steuerungsfähigkeit attestiere. Soweit die Annahme der Vorinstanz in Bezug auf den Kontrollverlust und die fehlende Steuerungsfähigkeit nicht als haltlos erschienen, wären jedenfalls die vorinstanzlichen Erwägungen zur Schuldfähigkeit unhaltbar (Beschwerde S. 10 ff.).