Citation: 4A_228/2018 E. 5

Die Beschwerdeführerin rügt schliesslich, wenn das Bundesgericht die Auffassung des Obergerichts, wonach kein Gutachten zur Frage der Vorhersehbarkeit hätte eingeholt werden müssen, als korrekt beurteilen sollte, müssten die Begutachtungskosten für das erstinstanzliche Verfahren neu verlegt werden. Es sei nicht die Beschwerdeführerin gewesen, welche das medizinische Gutachten beantragt habe, sondern die Beschwerdegegnerin. Die Beschwerdeführerin habe bereits in der Berufung die Neuverlegung der Kosten und Entschädigungsfolgen beantragt. Dass das Obergericht im Gegensatz zum Regionalgericht eine andere Rechtsauffassung betreffend Umfang der Saldoklausel vertreten würde, sei nicht vorhersehbar gewesen. Die Vorinstanz trat auf die Rügen der Beschwerdeführerin betreffend Neuverlegung der Gerichtskosten mangels fristgerechter Rüge nicht ein. Allerdings hat, wie die Beschwerdeführerin zu Recht geltend macht, erst die Vorinstanz die Auffassung vertreten, es wäre kein Gutachten erforderlich gewesen. Die Beschwerdeführerin hat aber vor den Vorinstanzen und in ihrer Beschwerde selbst die Auffassung vertreten, die Saldoklausel der Vereinbarung sei restriktiv auszulegen und umfasse neue und unvorhersehbare Ansprüche nicht. Sie hat sich in ihrer Beschwerde mehrfach auf das Gerichtsgutachten berufen. Vor diesem Hintergrund ist es nicht zu beanstanden, wenn die Beschwerdeführerin als unterliegende Partei die entsprechenden Kosten für das Gerichtsgutachten zu tragen hat. Eine Neuverlegung nach Art. 107 Abs. 2 ZPO rechtfertigt sich nicht.