Citation: 5A_31/2024 E. 4.2.3

4.2.3. Wie ihre weitschweifigen Erörterungen zeigen, begnügt sich die Beschwerdeführerin damit, dem angefochtenen Entscheid ihre eigene Sicht der Sach- und Rechtslage gegenüberzustellen. Mit den entscheidwesentlichen Erwägungen des Kantonsgerichts setzt sie sich nicht hinreichend auseinander. Auf diese Weise gelingt es ihr nicht, den angefochtenen Entscheid als verfassungswidrig auszuweisen. Im Einzelnen: Die Beschwerdeführerin macht geltend, dass eine Information über die eingegangene Gefährdungsmeldung genügt hätte. Sie beanstandet die "Kontaktaufnahme durch die Beschwerdegegnerin" und insinuiert damit, dass das Telefonat vom 7. Juli 2023 auf die Initiative der Beschwerdegegnerin zurückgehe. Zur vorinstanzlichen Feststellung, dass das Gespräch auf Bitte der Ärztin erfolgt sei, hat sie nichts zu sagen. Ebenso wenig ist ihrem Schriftsatz zu entnehmen, weshalb allein mit dem Hinweis, dass die Gefährdungsmeldung lediglich eine Zusammenfassung vom Hörensagen sei, auch schon der Entscheid über allfällige Kindesschutzmassnahmen und die Ausgestaltung des väterlichen Besuchsrechts endgültig vorgespurt gewesen sein soll. Dasselbe gilt für die Aussage der Beschwerdegegnerin, "sehr nahe" bzw. "näher als normalerweise" am Fall dran zu sein. Warum die Beschwerdegegnerin mit dieser Bezugnahme zum "Fall" gerade ihre besondere Nähe zu der einen Partei in diesem Eheschutzverfahren zum Ausdruck gebracht haben soll, mag die Beschwerdeführerin nicht erklären. Soweit die Beschwerdeführerin Anstoss daran nimmt, dass der angefochtene Entscheid anstelle von häuslicher Gewalt "nur" von einem hochstreitigen Verfahren spricht, vermengt sie die prozessuale Betrachtungsweise, die sich auf die Besonderheit des konkreten Verfahrens zur Regelung des Getrenntlebens bezieht, mit einem von mehreren (möglichen) materiellen Aspekten dieses (oder eines anderen) Verfahrens. Weshalb die Vorinstanz allein mit dieser Formulierung den vorrangigen Schutz der Kinder und des angeblich gewaltbetroffenen Elternteils aus den Augen verloren haben soll, zeigt die Beschwerdeführerin nicht auf. Nichts gewonnen ist sodann mit dem mehrfach wiederholen Vorwurf, wonach die Vorinstanz darüber hinwegsehe, dass die Beschwerdegegnerin mit ihren Aussagen die "erwiesenen" und "dokumentierten" Misshandlungen und Gewaltereignisse bewusst ausblende und so ihre emotionale Nähe zu B.________ bekunde. Abermals verpasst es die Beschwerdeführerin, auf die diesbezüglichen Erwägungen der Vorinstanz einzugehen. Der vorinstanzlichen Feststellung, dass im Eheschutzverfahren weder ein Kontaktverbot noch ein Sorgerechtsentzug ein Thema gewesen sei, hält sie pauschal entgegen, dies sei angesichts von Art. 296 ZPO irrelevant. Entgegen dem, was die Beschwerdeführerin glauben machen will, stellt das Kantonsgericht auch nicht darauf ab, dass sie kein begleitetes Besuchsrecht gefordert habe. Im angefochtenen Entscheid ist lediglich davon die Rede, dass sie in ihrem Haupt antrag ein unbegleitetes Besuchsrecht verlangt habe. Auch mit der Erkenntnis des Obergerichts, wonach die Aussagen zum Verhältnis zwischen dem Vater und den Kindern im Kontext der Interpretationen der Beschwerdegegnerin zu lesen seien, setzt sie sich nicht auseinander. Insbesondere widerspricht die Beschwerdeführerin auch nicht der im angefochtenen Entscheid wiedergegebenen Interpretation der Beschwerdegegnerin, wonach sie die Kinder dem Vater lange Zeit vorenthalten und sie negativ beeinflusst bzw. manipuliert hätte. Soweit die Beschwerdeführerin bemängelt, es habe schon am Tag des Telefonats aktenmässig festgestanden, dass sich die Buben beim Vater nicht wohl fühlten, und die Beschwerdegegnerin ignoriere bewiesene Fakten, ohne die Kinder je angehört zu haben, verlagert sie den Prozess in der Sache in das Verfahren betreffend den Ausstand. Einfach Reklamationen aneinanderzureihen und am Schluss zu behaupten, dass die Beschwerdegegnerin parteiisch zugunsten des Ehemannes agiere, genügt indes nicht als Nachweis dafür, dass sich in (angeblichen) Rechtsfehlern gleichzeitig eine Voreingenommenheit manifestiert. Das Gesagte gilt sinngemäss für die Beanstandungen betreffend die "Gefängnis-Passage" in Dr. med. E.________s Gefährdungsmeldung. Auf die vorinstanzliche Erklärung, dass die Beschwerdegegnerin bloss zugunsten der Ärztin eine Korrektur der Gefährdungsmeldung habe zulassen wollen, reagiert die Beschwerdeführerin mit der nicht weiter begründeten Unterstellung, die Beschwerdegegnerin selbst habe diese Zeilen aus dem Bericht entfernt haben wollen und Dr. med. E.________ mit dem Hinweis auf mögliche rechtliche Schritte des Ehemannes als mögliche Zeugin eingeschüchtert. Soweit die Beschwerdeführerin darauf pocht, dass Dr. med. E.________ in der zweiten Version der Gefährdungsmeldung an der Schuld des Ehemanns festgehalten habe, tut sie nicht dar, inwiefern dies für die Beurteilung der Ausstandsfrage von Bedeutung sein soll. Mit ihren Erörterungen, weshalb der vorinstanzliche Hinweis auf die Unschuldsvermutung fehl am Platz sei, bringt die Beschwerdeführerin wiederum die Beurteilung in der Sache ins Spiel. Dabei verliert sie aus den Augen, dass das Kantonsgericht die Unschuldsvermutung nur hilfsweise zur Erklärung ins Spiel bringt, wie die Reaktion der Beschwerdegegnerin auf die Vorwürfe der Ärztin zu würdigen ist.