Citation: I 767/04 29.03.2005 E. 2

Streitig ist der Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung und dabei vor allem die Frage des Ausmasses der Arbeitsfähigkeit. 2.1 Die Vorinstanz stellt auf die Auffassung des Dr. med. W.________ ab, die sich mit derjenigen des Dr. med. G.________ und auch mit den Aussagen des Versicherten decke. In der Folge geht das kantonale Gericht davon aus, dass keine erhebliche Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit vorliege und die bisherige Tätigkeit mindestens im Umfang von 80 % weiter ausgeführt werden könne. Aus dem erstinstanzlich erstmals geltend gemachten Augenleiden ergebe sich keine Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit. Der Versicherte ist demgegenüber der Auffassung, der Sachverhalt sei ungenügend abgeklärt: So habe sich Dr. med. G.________ nicht zu einer Diskushernie geäussert, die 1996 diagnostiziert worden sei; weiter sei diesem Arzt nicht die ganze Krankengeschichte zur Verfügung gestanden und er habe sich nicht zur Arbeitsfähigkeit geäussert. Dr. med. W.________, auf den die Vorinstanz abstelle, habe den Beschwerdeführer nicht untersucht, während die Augen- und Schulterbeschwerden überhaupt nicht abgeklärt worden seien. 2.2 Im Vordergrund des Beschwerdebildes stehen die Rückenschmerzen, denn allein diese werden in der Anmeldung und im Schreiben des Versicherten vom 25. Oktober 2002, mit welchem er der IV-Stelle diverse Fragen beantwortet hat, erwähnt. Die Rückenschmerzen sind durch Dr. med. W.________ am 2. März 2003 beurteilt worden, wobei er sich auf je einen Bericht des Facharztes Dr. med. G.________ und des Chiropraktors Dr. M.________ sowie ein MRI der LWS vom 18. Dezember 2002 gestützt hat. Entgegen der Auffassung in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde hat Dr. med. W.________ den Beschwerdeführer untersucht; wie aus dem Bericht vom 2. März 2003 ersichtlich ist, war dies am 30. Oktober 2002 geschehen. Weiter war diesem Arzt die langjährige Krankengeschichte insofern bekannt, als er im Rahmen der Anamnese angegeben hat, dass der Versicherte nach eigenen Angaben seit Jahren an Rückenschmerzen leide. Der Bericht des Dr. med. W.________ vom 2. März 2003 ist demzufolge für die streitigen Belange umfassend, beruht auf den dafür notwendigen Untersuchungen, berücksichtigt die eingetretene Krankheit sowie die geklagten Beschwerden und ist in genügender Kenntnis der Vorakten abgegeben worden; zudem ist er in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sowie der medizinischen Situation einleuchtend und enthält begründete Schlussfolgerungen (vgl. BGE 125 V 352 Erw. 3a). Damit ist auf die Einschätzung dieses Arztes abzustellen und von einer Arbeitsfähigkeit von etwa 80 % in der angestammten Tätigkeit als Sportartikelhändler auszugehen. Diese Auffassung deckt sich im Übrigen mit derjenigen des - ein aktuelles MRI berücksichtigenden - Dr. med. G.________, der offensichtlich auch Kenntnis der Röntgenbilder von 1996 und somit der damals erwähnten sehr kleinen Diskushernie hatte. Dieser Arzt äussert sich zwar nicht direkt zur Arbeitsfähigkeit, erachtet aber "eine Anmeldung an die IV als nicht angebracht", was bedeutet, dass Dr. med. G.________ höchstens von einer geringen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ausgegangen ist. Weiter stimmt die Einschätzung des Dr. med. W.________ auch mit den Angaben des Beschwerdeführers gegenüber der IV-Stelle vom 25. Oktober 2002 überein, wonach er immer noch die gleichen Arbeiten wie früher ausführe und die Arbeitszeit ungefähr gleich sei, jedoch mit grossen Einschränkungen, da er sich immer wieder bewegen müsse. Der letztinstanzlich eingereichte Bericht der Frau Dr. med. S.________ vom 22. November 2004 vermag dagegen an der Auffassung des Dr. med. W.________ keine Zweifel zu wecken (vgl. BGE 125 V 353 Erw. 3b/bb); denn die Medizinerin äussert sich darin nur insoweit zur Arbeitsfähigkeit, als sie angibt, der Versicherte sei "gemäss Anamnese seit ca. 1965 in seiner körperlichen Tätigkeit" behindert. Weiter stellt Frau Dr. med. S.________ betreffend Rückenschmerzen keine Diagnose, die von denjenigen der anderen Ärzte wesentlich abweicht und sie führt auch nicht aus, inwiefern die Auffassung des Dr. med. W.________ nicht korrekt sein sollte. Damit sind die Rückenbeschwerden bis zum Zeitpunkt des Einspracheentscheides genügend untersucht; zu berücksichtigen ist zudem, dass Dr. med. W.________ im Bericht von März 2003 eine weitere Abklärung als nicht notwendig erachtet hat. 2.3 Die weiter geklagten Beschwerden an der Schulter sind ebenfalls genügend abgeklärt: Dr. med. G.________ hat dem Beschwerdeführer im Dezember 2001 wegen eines Defekts am Ansatz der Supraspinatussehne sowie einer leichten AC-Gelenksarthrose zu einer Operation geraten. Diese ist in der Folge durchgeführt worden und ergab gemäss der (beiläufigen) Aussage im Bericht des Dr. med. G.________ vom 24. Februar 2003 über die Rückenbeschwerden "ein recht gutes Resultat". Da sich Dr. med. G.________ nicht weiter über die von ihm ausgeführte Schulteroperation geäussert hat, ist davon auszugehen, dass er ihr im Hinblick auf die Arbeitsfähigkeit keinerlei Bedeutung beigemessen hat, während Dr. med. W.________ in seinem Bericht vom 2. März 2003 den diagnostizierten Status nach vorgenommener Schulteroperation explizit als ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eingeschätzt hat und eine weitere Abklärung als nicht notwendig erachtete. In seinem Schreiben an die IV-Stelle vom 25. Oktober 2002 erwähnt der Versicherte denn auch keinerlei Schulterprobleme, während Frau Dr. med. S.________ in ihrem Bericht vom 22. November 2004 ebenfalls keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit infolge Schulterbeschwerden erwähnt. 2.4 Nicht abgeklärt worden sind dagegen die geltend gemachten Beschwerden am rechten Auge, die den hier zeitlich massgebenden Sachverhalt bis zum Einspracheentscheid im März 2004 (RKUV 2001 Nr. U 419 S. 101) beschlagen, da sie im März/April 2003 erstmals aufgetreten sind. Im Verwaltungsverfahren hat sich der Versicherte - aus was für Gründen auch immer - nicht über seine Augenleiden (Netzhaut-Ablösung mit Netzhaut-Foramen am rechten Auge sowie Cataracta complicata mit Kernsklerose und Indexmyopisierung) geäussert. Dr. med. W.________ machte ebenfalls keine Angaben in dieser Hinsicht, jedoch datiert sein Bericht vom 2. März 2003 und basiert auf einer Untersuchung von Ende Oktober 2002, sodass ihm die später eingetretene Netzhautablösung gar nicht bekannt sein konnte. Gemäss den Angaben der behandelnden Augenärztin Frau Dr. med. L.________ führten die Augenleiden vom 4. April bis zum 8. August 2003 zu einer vollständigen und anschliessend zu einer Arbeitsunfähigkeit von 50 %; der Versicherte hat denn auch Leistungen seiner Krankentaggeldversicherung bezogen. Damit liegen genügend Anhaltspunkte vor, die weitere Abklärungen rechtfertigen. Diese wird die Verwaltung in ihr angemessen erscheinender Form vorzunehmen haben.