Citation: 6B_486/2018 E. 2.2.2

2.2.2. Was der Beschwerdeführer gegen die vorinstanzlichen Erwägungen vorbringt, überzeugt nicht. Von vornherein nicht zu hören ist er mit seiner grundsätzlichen Kritik an der Strafnorm des Art. 90 Abs. 3 SVG, welche er für missglückt hält. Auch seine Ausführungen zur seiner Auffassung nach zu schematischen Bestimmung des Art. 90 Abs. 4 SVG sowie die vom Bundesgericht in BGE 142 IV 137 insoweit vorgenommene Relativierung gehen an der Sache vorbei. Entgegen dem Einwand des Beschwerdeführers handelt es sich bei Art. 90 Abs. 3 SVG auch nicht de facto um ein konkretes Gefährdungsdelikt (oben E. 2.1). Auf seine diesbezüglichen Vorbringen ist nicht einzugehen. Gleiches gilt für die Kritik am erstinstanzlichen Urteil. Es lag nicht bloss die allgemeine Möglichkeit der Verwirklichung einer Gefahr vor und zwar auch für die nachfolgenden Fahrzeuge nicht, hinsichtlich welchen auf das bereits Gesagte verwiesen werden kann (oben E. 2.2.1). Ferner verkennt der Beschwerdeführer, dass die konkreten Folgen des eingegangenen Risikos für die Nähe der Gefahr und deren Inkaufnahme durch die Täterschaft nicht entscheidend sind. Der Tatbestand verlangt nicht, dass tatsächlich jemand schwer verletzt oder getötet wird. Aus dem Fehlen von Schwerverletzten oder Toten kann mithin nicht geschlossen werden, es habe keine entsprechende Gefahr bestanden. Auch unter diesem Gesichtspunkt konnte daher auf eine Begutachtung der Fahrzeugschäden verzichtet werden. Ebenso wenig muss ein in Art. 90 Abs. 3 SVG namentlich genanntes Verhalten vorliegen. Es entlastet den Beschwerdeführer nicht, dass von einem waghalsigen Überholen kaum gesprochen werden kann. Auch aus dem zitierten Entscheid 6B_1399/2016 vom 3. Oktober 2017 kann er nichts zu seinen Gunsten ableiten. Darin hatte das Bundesgericht den objektiven Tatbestand von Art. 90 Abs. 3 SVG allein deshalb verneint, weil die als einzige Ursache für den Kontrollverlust ausgemachte Geschwindigkeit nicht annähernd den in Art. 90 Abs. 4 SVG festgelegten Grenzwert erreichte. Der Vorwurf an den Beschwerdeführer besteht hingegen gerade nicht in einer Geschwindigkeitsüberschreitung, sondern im unzulässigen doppelten Spurwechsel vor Abschluss eines Überholmanövers. Im Übrigen ist aufgrund der vorinstanzlichen Feststellungen, namentlich des absichtlichen Abdrängens, nicht von einem typischen Strassenverkehrsdelikt auszugehen, sodass ein Vergleich mit dem Sachverhalt gemäss Urteil 6B_1399/2016 vom 3. Oktober 2017 unstatthaft ist. An der Zulässigkeit der vorinstanzlichen Annahme von Eventualvorsatz hinsichtlich des Risikos von Schwerverletzten oder Toten bei einer Kollision und mässigem Verkehr auf der Autobahn ändern schliesslich die angeblich hohen Sicherheitsstandards für Fahrzeuge nichts.