Citation: 4A_115/2014 E. 8.2

8.2. Die Vorinstanz berücksichtigte im vorliegenden Fall, dass beim Verkehrsunfall vom 28. Juli 1989 von einem objektiv schweren Unfallereignis auszugehen sei, bei dem der Motorradfahrer mit seinem Motorrad weit in das Kornfeld geschleudert wurde, das daraufhin in Flammen aufging, was zum feuerbedingten Tod des Motorradfahrers führte. In der Folge seien Schuldzuweisungen gegenüber dem Beschwerdegegner erfolgt, etwa durch Nothelfer, Tatzeugen, die Polizei oder die Ehefrau des verstorbenen Motorradfahrers. Nach dem Gutachter Dr. Horlacher, dem die Vorinstanz folgte, müsse mit dem Unfall und den sich daraus entwickelnden Folgen ein dramatischer Bruch in der Lebenslinie des Beschwerdegegners festgestellt werden; die hohe, über 100-prozentige Arbeitsleistung sei innert kürzester Zeit auf null gesunken: es müsse angenommen werden, dass sich die Lebensqualität des Beschwerdegegners ohne den Unfall in nicht so dramatischer Weise verschlechtert hätte. An der Kausalität der psychischen Erkrankung seien aber auch die langdauernde Arbeitsunfähigkeit und die spätere Arbeitslosigkeit, das Auseinanderbrechen der Familie und das Scheitern der Ehe, die Erfolglosigkeit psychotherapeutischer Behandlung und die finanzielle Not mitbeteiligt. Diese Umstände liessen sich aber ihrerseits wiederum auf den Unfall und die damit ausgelöste Dynamik zurückführen. Demgegenüber stehe das Mass der Betroffenheit, insbesondere durch die strafrechtlichen Konsequenzen, in keinem direkten Verhältnis mehr zum schädigenden Ereignis. Gerade mit der übergrossen Bedeutung der Strafverfahren für den Umfang des Schadens lägen besondere Umstände vor, die über eine einfache konstitutionelle Prädisposition hinausgingen. Vor diesem Hintergrund sei die zivilgerichtliche Feststellung nicht zu beanstanden, dass die Persönlichkeitsanlagen des Beschwerdegegners den Eintritt des Schadens begünstigt und zur Verschlimmerung der Unfallfolgen beigetragen hätten, dies jedoch nach Berücksichtigung aller Faktoren nicht in schwerwiegendem Masse. Dies gelte umso mehr, als die Quantifizierung der Teilkausalität des Unfalls am heutigen Zustand des Beschwerdegegners durch Dr. Horlacher mit 30 % nach dem Gesagten relativiert werden müsse und nicht direkt für die Reduktion gemäss Art. 44 OR relevant sein könne. Zu beachten sei auch das schwere Verschulden des Unfallgegners, der den Unfall mit weit übersetzter Geschwindigkeit verursacht habe. Der Abzug von 20 % wegen der konstitutionellen Prädisposition erweise sich unter Berücksichtigung aller Umstände als korrekt.