Citation: 6B_110/2022 E. 1.7.2

1.7.2. Wenn nun die beiden Verwaltungsratsmitglieder mit dieser Darlehenssumme zweckwidrig umgegangen sein sollten, wäre damit höchstens eine Veruntreuung zulasten der D.________ AG und nicht der Beschwerdeführerin als Darleiherin begangen worden. Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB schützt zwar durchaus das Vermögen, aber in der vorliegenden Konstellation eben nicht den Rückzahlungsanspruch der Beschwerdeführerin, sondern das Vermögen der Gesellschaft als "Eigentümerin" der Darlehenssumme. Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin kann sie mithin aus einer allfälligen Veruntreuung keinen eigenen, direkten Schadenersatzanspruch gegen die beiden Verwaltungsräte ableiten. Zwar beruft sie sich auch darauf, dass in Bezug auf die ausgerichtete Darlehenssumme eine Werterhaltungspflicht bestehe, womit sie sinngemäss eine Veruntreuung auch zu ihren eigenen Lasten andeutet. Eine solche, d.h. das Anvertrauen eines Vermögenswerts im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB, kann nach der Rechtsprechung auf ausdrücklicher oder stillschweigender Abmachung beruhen (BGE 143 IV 297 E. 1.3; 120 IV 117 E. 2). Nach den für das Bundesgericht verbindlichen Feststellungen der Vorinstanz (Art. 105 Abs. 1 BGG) wurde eine entsprechende Abmachung jedoch nicht getroffen, wogegen die Beschwerdeführerin lediglich unzulässige appellatorische Kritik vorbringt, ohne Willkür bei der Sachverhaltsermittlung aufzuzeigen.