Citation: 8C_788/2019 E. 6.3

6.3. Dass die Vorinstanz zu Unrecht von der Zulässigkeit einer Aktenbeurteilung ausgegangen wäre, ist nicht erkennbar. Der Beschwerdeführer bestreitet nicht, dass die am 22. Mai 2018 erlittene Distorsionsverletzung der Halswirbelsäule keine bildgebend (oder anderweitig) objektivierbaren Befunde verursachte, insbesondere auch keine (bei der Erstuntersuchung sieben Tage nach dem Unfall noch feststellbaren) Muskelrisse, ligamentären Verletzungen oder Ödeme, aber auch keinen Schwindel oder Tinnitus. So lässt sich den Berichten des Spitals C.________ vom 29. Mai 2018 über die Erstkonsultation und die Röntgenuntersuchung vom gleichen Tag entnehmen, dass keine Traumafolgen, das heisst keine Fraktur, festgestellt worden sind. Auch die dort vorgenommenen MRI-Untersuchungen des Schädels und der Halswirbelsäule vom 7. Juni 2018 waren hinsichtlich allfälliger Unfallfolgen unauffällig. Selbst der behandelnde Neurologe Dr. med. E.________ hielt in seinem Bericht vom 16. Oktober 2018 fest, dass beim Unfall keine morphologischen strukturellen Läsionen eingetreten seien. Indessen zeigte sich bei den genannten Untersuchungen ein degenerativer Vorzustand in Form einer Osteochondrose mit foraminalen Einengungen, was ebenfalls unbestritten geblieben ist. Über die letzte neurologische Untersuchung vom 11. September 2018 war Dr. med. G.________ dokumentiert. Es lassen sich daher bezüglich des medizinischen Sachverhalts keine Ungereimtheiten ausmachen, die der Beurteilung des natürlichen Kausalzusammenhangs durch den Rechtsanwender anhand eines blossen Aktenberichts, das heisst ohne klinische Untersuchung durch den Vertrauensarzt, entgegengestanden hätten.