Citation: I 33/06 09.01.2007 E. 6.2

6.2.1 Der Hausarzt und Allgemeinmediziner Dr. med. C.________ diagnostizierte am 13. September 2003 1. Ausgeprägte degenerative Skelettveränderungen, welche komplettiert würden durch den Discusprolaps L4/L5. 2. Verdacht auf vorzeitige cerebrale Durchblutungsstörungen. 3. Ausgeprägte occipital-migränoide Kopfschmerzen mit vermutlich vaskulärer Komponente. 4. Monophasische Depression; bestehe jetzt seit mehreren Jahren und habe sich weitgehend als therapieresistent erwiesen. Besserungen speziell im Skelettbereich und bei den chronischen Kopfschmerzen seien vorübergehend und in unterschiedlichem Grad erreicht worden. Die Besserungen hätten jedoch die Gesamtsituation nicht positiv verändern können. Eine Wiederaufnahme einer Erwerbstätigkeit scheine völlig ausgeschlossen. 6.2.2 Der Orthopäde Dr. med. T.________ diagnostizierte am 27. Mai 2004 eine rezidivierende Lumboischialgie bei präsacraler Osteochondrose, computertomographisch nachgewiesener Bandscheibenvorfall L3/L4; Cervikobrachialgie rechts und intermittierende Basilarinsuffizienz bei beginnender Spondylose und Spondylarthrose der Halswirbelsäule (HWS). Es bestehe Behandlungsbedürftigkeit. Das körperliche Leistungsvermögen sei auf Grund der beschriebenen Befunde doch erheblich eingeschränkt. Am 1. Juli 2004 verwies Dr. med. T.________ in diagnostischer Hinsicht auf seinen Bericht vom 27. Mai 2004. Weiter gab er an, aus orthopädischer Sicht könne eine leichte, der Behinderung angepasste Tätigkeit zu weniger als 50 % ausgeübt werden. Seit wann die Arbeitsunfähigkeit bestehe, könne er nicht beantworten. Mit einer Befundbesserung sei nicht zu rechnen. 6.2.3 Der Neurologe und Psychiater Dr. med. M.________, der den Versicherten seit 1987 behandelt, stellte am 30. Juni 2004 folgende Diagnosen: Nervenwurzelreizsyndrom S1 rechts mit chronischer Lumboischialgie rechts; hirnorganisches Psychosyndrom mit Merkschwäche, Kopfschmerz, ständigem Gefühl von Benommenheit, Antriebsminderung. Wegen diesen Störungen bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von über 50 %; er halte selbst eine leichte Tätigkeit nicht für zumutbar. Die Arbeitsunfähigkeit bestehe seit März 2001. Eine Besserung halte er für wenig wahrscheinlich. Allerdings habe er mit Dr. med. C.________ vor vier Wochen einen nochmaligen Behandlungsaufenthalt in der Klinik Z.________ besprochen und für die nachfolgende Zeit eine psychiatrische Spezialuntersuchung in der geriatrischen Ambulanz geplant. 6.3 Hinsichtlich der Berichte der Dres. med. C.________ und M.________ (Erw. 6.2.1 und 6.2.3 hievor) ist der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass behandelnde Ärzte im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen mitunter eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 353 Erw. 3b/cc, Urteil R. vom 1. März 2006 Erw. 3.3.2, I 963/05, je mit Hinweisen). Dr. med. T.________ führte aus, das körperliche Leistungsvermögen sei doch erheblich eingeschränkt, bzw. aus orthopädischer Sicht könne eine leichte, der Behinderung angepasste Tätigkeit zu weniger als 50 % ausgeübt werden. Indessen machte er keine Angaben zum effektiven Grad bzw. zeitlichen Umfang der Arbeits(un)fähigkeit (Erw. 6.2.2 hievor). Die Einschätzung des Dr. med. Y.________ beschlägt nur den psychischen Aspekt, nicht aber die gesundheitliche Gesamtsituation; hievon abgesehen ist er Kinder- und Jugendpsychiater (Erw. 6.1.1 hievor). Es ist nicht einzusehen, weshalb die IV-Stelle nicht einen Erwachsenenpsychiater beigezogen hat. In Anbetracht dieser Aktenlage ist eine abschliessende und rechtskonforme Beurteilung der Arbeits(un)fähigkeit und des Invaliditätsgrades nicht möglich. Festzuhalten ist weiter, dass es beim Zusammenwirken von physischen und psychischen Beeinträchtigungen grundsätzlich nicht gerechtfertigt ist, die somatischen und psychischen Befunde isoliert zu betrachten (vgl. auch Urteil B. vom 19. Januar 2006 Erw. 4.1, I 763/05, mit Hinweisen). Die IV-Stelle, an welche die Sache zurückzuweisen ist, hat daher eine interdisziplinäre Begutachtung - vorzugsweise in der hierfür spezialisierten Abklärungsstelle der Invalidenversicherung - zu veranlassen. Diese hat sich zum psychischen und physischen Gesundheitszustand, zu seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit im angestammten Beruf und allenfalls in einer zumutbaren Verweisungstätigkeit sowie zur Entwicklung/Veränderung der gesundheitlichen Situation/Restarbeitsfähigkeit seit Rentenbeginn (1. März 2002) zu äussern (vgl. auch Urteil G. vom 4. September 2006 Erw. 5, I 431/06). Gestützt hierauf wird die IV-Stelle über den Leistungsanspruch ab 1. Januar 2003 neu zu befinden haben.