Citation: 6B_587/2017 E. 4.5.2

4.5.2. Im ersten Fall stellte der Beschwerdeführer dem Opfer zwar kein konkretes Übel in Aussicht. Die Aussage "Sobald du um Hilfe rufst, wird es schlimmer" kommt aber an sich bereits in Gestalt einer Drohung daher. Dass das Opfer unter den genannten Umständen (Überraschungseffekt, fremder Täter, physische Unterlegenheit, Einschüchterung) in Angst versetzt wird und sich auf unmittelbar bevorstehende Gewaltanwendung des Täters einstellt, ist nachvollziehbar. Der Beschwerdeführer erfüllte das Tatbestandsmerkmal der Drohung, unabhängig davon, welcher Lehrmeinung gefolgt wird, allemal. Indem die Vorinstanz das Tatmittel der Drohung bejaht, verstösst sie nicht gegen Bundesrecht. Unzutreffend ist, dass die Vorinstanz im zweiten Fall keine konkreten Drohungen nennt. Sie führt diese zwar im Rahmen der rechtlichen Würdigung nicht erneut auf, erwähnte diese jedoch bereits bei der Sachverhaltsfeststellung. Zudem verweist sie auf zahlreiche Aktenstellen. Demnach gab der Beschwerdegegner 3 an, der Täter habe ihm mit Konsequenzen gedroht und dass er sein blaues Wunder erleben werde, wenn er nicht stillhalte. Er habe Angst bekommen und sei wie gelähmt gewesen. Die erwähnten Aussagen können in ihrem Kontext betrachtet nur als Drohung verstanden werden, wobei der Beschwerdegegner 3 das Gefahrenpotential des ihm unbekannten Täters unmöglich abschätzen konnte. Auch in diesem Fall ist das Tatbestandsmerkmal der Drohung erfüllt.