Citation: 4A_475/2022 E. 4.3.3

4.3.3. B.A.________ sel. hat im erstinstanzlichen Verfahren geltend gemacht, E.A.________ sel. habe ihr ein Darlehen im Betrag von Fr. 70'000.-- gewährt. Diese Aussage steht zwar, wie die Beschwerdeführerin zu Recht geltend macht, in einem gewissen Widerspruch zur letztwilligen Verfügung, in der E.A.________ sel. in der Mehrzahl von Darlehensforderungen schreibt. Daraus musste die Vorinstanz aber nicht ableiten, dass es sich bei der Behauptung von B.A.________ sel., sie habe ein Darlehen von Fr. 70'000.-- erhalten, um eine reine Schutzbehauptung handelt. Erst recht ist - entgegen der Beschwerdeführerin - in diesem Fall die Schlussfolgerung keineswegs zwingend, es habe sich auch bei dem am 6. Mai 2010 überwiesenen Betrag von Fr. 100'000.-- um ein Darlehen gehandelt. Entsprechend handelt es sich bei der Behauptung von B.A.________ sel., sie habe ein Darlehen von Fr. 70'000.-- erhalten, auch nicht um eine rechtshindernde bzw. rechtsaufhebende Behauptung, die durch die Beschwerdegegnerinnen nachzuweisen wäre. Die Beschwerdeführerin übergeht, dass es ihr oblag, die Umstände zu behaupten, die betreffend den überwiesenen Betrag von Fr. 100'000.-- auf ein Darlehen schliessen lassen (vgl. hiervor E. 4.1.1). Selbst wenn aus der Verwendung des Plurals in der letztwilligen Verfügung abzuleiten wäre, E.A.________ sel. habe B.A.________ sel. mehr als ein Darlehen gewährt, wäre damit nicht erstellt, dass es sich auch bei dem am 6. Mai 2010 überwiesenen Betrag von Fr. 100'000.-- (wie von der Beschwerdeführerin behauptet) um ein Darlehen gehandelt hat. So wäre beispielsweise auch denkbar, dass es sich aus Sicht von E.A.________ sel. bereits beim Betrag von Fr. 70'000.-- nicht um ein, sondern um zwei Darlehen gehandelt hat.