Citation: 2C_223/2022 E. 5.2.2

5.2.2. Wesentlich ins Gewicht fällt höchstens das Interesse der Tochter B.________, in der Schweiz verbleiben zu können. Sie ist hier geboren und hat mit Ausnahme eines mehrmonatigen Aufenthalts in Spanien im Jahr 2019 stets in der Schweiz gelebt. Im Hinblick auf ihr Alter hat sie inzwischen zwar gewisse eigene soziale Kontakte aufgebaut; eine Rückkehr mit ihrer Mutter nach Bolivien - wie sie dies für den Fall wünscht, dass diese das Land zu verlassen hat, auch wenn sie lieber hier bleiben würde - ist ihr dennoch zumutbar. B.________ kann sich nicht vorstellen, dauerhaft beim Vater zu leben. Zwar ist ihr Wunsch bei der Mutter verbleiben zu können, nicht allein ausschlaggebend, doch ist er in der vorliegenden ausländerrechtlichen Interessenabwägung im Rahmen von Art. 8 Ziff. 2 EMRK doch von Gewicht, weshalb sie denn auch zu ihrem künftigen Aufenthalt selber anzuhören war. Es wird nicht geltend gemacht, dass ihr Vater heute mit ihrer Ausreise zusammen mit der Mutter nicht einverstanden wäre bzw. sich dieser widersetzen würde, womit dahingestellt bleiben kann, wie ein allfälliges zivilrechtliches Verfahren nach Art. 301a Abs. 2 ZGB sich auf das ausländerrechtliche Verfahren auswirken würde und ob BGE 143 I 21 ff. in diesem Zusammenhang allenfalls zu ergänzen oder zu präzisieren ist. Im Übrigen steht es den Eltern nach wie vor frei, B.________ in die Obhut des Vaters zu geben; ein Anspruch auf umgekehrten Familiennachzug besteht so oder anders nicht (fehlendes tadelloses Verhalten; vgl. vorstehende E. 3.2).