Citation: 6B_557/2021 E. 2.4.4

2.4.4. Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers lässt die Vorinstanz seinen Gesundheitszustand nicht unberücksichtigt, sondern führt aus, seine Auffassung, er habe in den letzten sechs Jahren allein durch seinen Reifungsprozess und seinen angeschlagenen Gesundheitszustand sowie die damit einhergehende Einsicht in die eigene Vergänglichkeit die Rückfallprognose gleichermassen verbessern können, wie wenn er sich in dieser Zeit auf eine deliktpräventive Therapie eingelassen hätte, könne nicht geteilt werden. Die Sachverständige sei davon ausgegangen, dass es ihm aus eigener Kraft und ohne ein unterstützendes therapeutisches Umfeld nicht gelinge, sein Wissen um deliktbegünstigende Risikofaktoren innerhalb und ausserhalb seiner Person zu verbessern. Um die Rückfallwahrscheinlichkeit zu senken und die Legalprognose zu verbessern, müsste - so die Sachverständige - konkret eine deliktprotektive Psychotherapie durchgeführt werden, die nicht nur stützenden Charakter habe (Urteil S. 18 f.). Ebenso wenig übersieht die Vorinstanz, dass im aktuellen Vollzugsbericht ausgeführt wird, der Beschwerdeführer sei kooperationsbereit und verhalte sich auch in schwierigen Situationen korrekt sowie ruhig. Allerdings lässt sich daraus, entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers, nicht schliessen, dass seine Aggressions- und Gewaltbereitschaft nicht mehr bestehe. Die Sachverständige hielt im Gutachten fest, es müsse davon ausgegangen werden, dass die hohe Aggressions- und Gewaltbereitschaft in seiner Persönlichkeitsstruktur verankert sei und damit fortbestehe, auch wenn sich diese nicht im Alltag oder in einer psychischen Erkrankung zeige, sondern nur unter bestimmten Konstellationen, wie beispielsweise unter dem Einfluss von psychotropen Substanzen zum Vorschein komme (Vollzugsakten, Gutachten vom 23. Juni 2014, S. 65 und 78).