Citation: 5A_214/2015 E. 3.3

3.3. Was die Frage des Rechtsmissbrauches anbelangt (Beschwerde S. 20 ff.), findet sich im angefochtenen Entscheid keine Grundlage für die Behauptung, die Gegenseite hätte elf Jahre lang Zusicherungen abgegeben. Darauf und auf die Folgebehauptungen ist mangels einer Rüge, das Kantonsgericht habe den Sachverhalt willkürlich festgestellt bzw. willkürlich relevante Feststellungen unterlassen, nicht einzutreten. Soweit die Beschwerdeführerin geltend macht, die Parteien wären angesichts der Wichtigkeit der Fragen im Berufungsverfahren von Amtes wegen zu den früheren Zusagen und Absprachen zu befragen gewesen, so zeigt sie nicht auf, welche Rechtssätze das Kantonsgericht diesbezüglich verletzt haben soll (Art. 42 Abs. 2 BGG), und übergeht sie, dass das Berufungsverfahren nicht dazu dient, im erstinstanzlichen Prozess allenfalls Versäumtes nachzuholen. Insofern geht auch die diesbezügliche Gehörsrüge der Beschwerdeführerin fehl. Fest steht, dass die Beschwerdeführerin weder über eine Dienstbarkeit noch überhaupt über einen schriftlichen Vertrag verfügt, in welchem ihre Rechtsposition bezüglich der Benutzung des Tankraums umschrieben wäre. Es handelt sich mithin gewissermassen um ein präkaristisches Verhältnis. Solange die Beschwerdegegner selbst eine Ölheizung betrieben, hatten sie offensichtlich keinen Anlass, gegen die gemeinsame Benutzung des Tankraums etwas einzuwenden, weshalb nicht von widersprüchlichem oder treuwidrigem Verhalten gesprochen werden kann, wenn sie gegen die Mitbenutzung keinen Einspruch erhoben haben. Die Interessenlage änderte sich, als die Beschwerdegegner im Jahr 2007 auf eine Gasheizung umstellten. Sie haben seither keinen eigenen Bedarf mehr an einem Tankraum und könnten den Raum gegebenenfalls anderweitig nutzen. Allein aus dem Umstand, dass sie dann vier Jahre mit einer Eigentumsfreiheitsklage zuwarteten, vermag angesichts der grundsätzlichen Unverjährbarkeit der Eigentumsfreiheitsklage noch keinen Rechtsmissbrauch zu begründen. Ein krasses Missverhältnis der Interessen macht die Beschwerdeführerin vor Bundesgericht letztlich nicht mehr geltend; sie beschränkt sich auf die Behauptung, dass sie selbst keinen Platz für die Öltanks habe, eine Umstellung auf Gas angesichts der Umstände zu teuer wäre und im Übrigen eine Abhängigkeit von russischem Gas strategisch nicht richtig sei. Solche Argumente vermögen, wie das Kantonsgericht zutreffend erwogen hat, keinen Rechtsmissbrauch zu begründen.