Citation: 7B.79/2002 02.07.2002 E. 3

3.1 Die Beschwerdeführerin hat weiter im kantonalen Verfahren im Wesentlichen vorgebracht, sämtliche Pfändungsgegenstände im Wohnhaus (einschliesslich des Personenwagens), deren Wert in der Pfändungsurkunde zwischen Fr. 1.-- und Fr. 50.-- beziffert worden ist, seien (sofern nicht Kompetenzstücke) aus der Pfändung zu entlassen, da von vornherein anzunehmen sei, dass der Überschuss des Verwertungserlöses derart sei, dass sich eine Wegnahme nicht rechtfertige. Die Aufsichtsbehörde hat in diesem Zusammenhang im Wesentlichen festgehalten, dass bei der Bestimmung dessen, was genügenden Gantwert hat, dem Betreibungsbeamten ein weiter Ermessensspielraum zukomme. Wenn Hausrat von erheblichem Ausmass, Sachgesamtheiten und dergleichen zu pfänden sei, so sei die Rechnung, ob sich die Verwertung lohne, nicht in Bezug auf jeden einzelnen Gegenstand, sondern in Bezug auf die Gesamtheit zu machen, insbesondere wenn die Verwertung an Ort und Stelle ins Auge zu fassen sei. Die Aufsichtsbehörde hat gestützt darauf geschlossen, dass die Pfändung der Gegenstände des Hausrates mit Wert zwischen Fr. 1.-- bis Fr. 50.-- zu Recht erfolgt sei. 3.2 Gemäss Art. 92 Abs. 2 SchKG darf das Betreibungsamt Gegenstände, bei denen von vornherein anzunehmen ist, dass der Überschuss des Verwertungserlöses über die Kosten so gering wäre, dass sich eine Wegnahme nicht rechtfertigt, nicht pfänden. Die Verletzung der Pflicht zur Schätzung der zu pfändenden Gegenstände ist mit Beschwerde ebenso anfechtbar wie die Verletzung der Pflicht zu prüfen, ob nicht Gegenstände ohne genügenden Gantwert (Verwertungswert) vorliegen (BGE 82 III 19 E. 1 S. 22; Gilliéron, Commentaire de la LP, N. 209 zu Art. 92). Ob ein an sich entbehrlicher Gegenstand von der Pfändung auszunehmen ist, weil sich nach Auffassung des Betreibungsamtes dessen Verwertung nicht oder kaum lohnt, ist hingegen eine Frage der Angemessenheit, die mit Beschwerde gemäss Art. 19 SchKG nur auf Rechtsverstösse hin überprüft werden kann (Gilliéron, a.a.O.; Vonder Mühll, in: Kommentar zum SchKG, N. 45 zu Art. 92). Ein Rechtsverstoss liegt vor, wenn die kantonale Behörde das Ermessen missbraucht ober überschritten hat (Art. 19 Abs. 1 SchKG). 3.3 Die Beschwerdeführerin macht im Wesentlichen geltend, der Schätzwert der gepfändeten Positionen 2.5-2.16, 2.20-2.25, 2.27-2.30, 2.32, 2.34-2.38, 2.40-2.42, 2.45-2.52 und 4.1 liege jeweils zwischen Fr. 1.-- und Fr. 50.--. Es rechtfertige sich nicht und es sei unverhältnismässig, ihr ca. 40 Gegenstände wegzunehmen, von denen ein Verwertungserlös von insgesamt ca. Fr. 1'000.-- zu erwarten sei, wenn die restlichen gepfändeten Gegenstände einen Erlös von ca. Fr. 13'000.-- erwarten liessen und sich der Anteil der Kosten gemäss Pfändungsurkunde der (ca. 40 von insgesamt ca. 50) Gegenstände auf ca. Fr. 1'200.-- (jeweils plus Verwertungskosten) belaufe. Diese Vorbringen sind unbehelflich. Die Beschwerdeführerin übergeht zum einen, dass für die Unpfändbarkeit gemäss Art. 92 Abs. 2 SchKG der anzunehmende Gantwert massgebend ist, nicht die Pfändungskosten, d.h. die für den Vollzug der Pfändung erhobene Gebühr, welche sich nach der Höhe der Forderung der Gläubiger bemisst (vgl. Art. 20, Art. 23 GebV SchKG). Zum anderen hält die Beschwerdeführerin selber fest, dass die fraglichen Gegenstände (Hausrat und ein Personenwagen) gemäss Pfändungsurkunde insgesamt einen geschätzten Wert von Fr. 1'004.-- haben. Unter diesen Umständen ist nicht ersichtlich, dass die Aufsichtsbehörde zur Bestimmung des genügenden Gantwertes auf ein sachfremdes Kriterium abgestellt hat, wenn sie zur Aufassung gelangt ist, beim zu pfändenden Hausrat einschliesslich des Personenwagens könne die Verwertung an Ort und Stelle stattfinden, um weitere Verwertungskosten (wie Lager- und Transportkosten) zu vermeiden. Dass gepfändete Gegenstände nicht geschätzt worden seien, oder die Aufsichtsbehörde übergangen habe, dass bei der Pfändung der entbehrlichen Gegenstände keine Prüfung im Hinblick auf einen die Wegnahme nicht rechtfertigenden Verwertungswert vorgenommen worden sei, behauptet die Beschwerdeführerin selber nicht. Soweit die Beschwerdeführerin schliesslich vorbringt, die Höhe der Forderungen würde die Wegnahme der Gegenstände nicht rechtfertigen, geht sie fehl. Die Höhe der Betreibungsforderungen ist - ebenso wie der genügende Verwertungswert anderer Pfändungsgegenstände - im Rahmen der Ermessensbetätigung von Art. 92 Abs. 2 SchKG kein erheblicher Umstand. Vor diesem Hintergrund kann von Ermessensmissbrauch oder -überschreitung nicht die Rede sein, wenn die Aufsichtsbehörde die Pfändung der erwähnten Positionen gemäss der angefochtenen Pfändungsurkunde geschützt hat.