Citation: 5A_907/2019 E. 6.3.1

6.3.1. Die Ehegatten unterstehen den Vorschriften über die Errungenschaftsbeteiligung, sofern sie nicht durch Ehevertrag etwas anderes vereinbaren oder der ausserordentliche Güterstand eingetreten ist (Art. 181 ZGB). Ein Ehevertrag kann vor oder nach der Heirat geschlossen werden (Art. 182 Abs. 1 ZGB). Die Ehegatten können ihren Güterstand nur innerhalb der gesetzlichen Schranken wählen, aufheben oder ändern (Art. 182 Abs. 2 ZGB; BGE 95 II 216 E. 5). Gegenstand des Ehevertrags sind nur der Güterstand als Ganzes und gewisse Änderungen eines bestimmten Güterstandes (bspw. Art. 199 und Art. 216 ZGB), dagegen weder das eheliche Vermögensrecht insgesamt noch blosse Güterstandsausschnitte (DESCHENAUX/STEINAUER/ BADDELEY, Les effets du mariage, 3. Aufl. 2017, Rz. 773a ff.; HAUSHEER/ AEBI-MÜLLER, in: Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch, 6. Aufl. 2018, N. 2 zu Art. 182 ZGB). Die Ehegatten können nur unter den Güterständen der Errungenschaftsbeteiligung, Gütergemeinschaft und Gütertrennung wählen. Eine Mischung unter diesen drei Güterständen durch eine Änderung eines gesetzlich anerkannten Güterstands ist nicht möglich. Die Wahl eines Güterstandes erfasst das ganze Vermögen der Ehegatten; eine Beschränkung auf einen bestimmten Vermögensausschnitt ist unzulässig (DESCHENAUX/STEINAUER/BADDELEY, a.a.O., Rz. 781; HAUSHEER/AEBI-MÜLLER, a.a.O., N. 16 zu Art. 182 ZGB).