Citation: 4A_404/2023 E. 5.3.2

5.3.2. Der Vorinstanz ist sodann zuzustimmen, dass ein Vertrag, dessen Zustandekommen mit dem VBS die Beschwerdeführerin behauptete, grundsätzlich einzuhalten ist. Die von der Beschwerdeführerin geltend gemachten ungenügenden Abklärungen resp. Vertragsverletzungen seitens der Beschwerdegegnerin können daher nicht natürlich und adäquat kausal für das Scheitern des Geschäfts mit dem VBS gewesen sein. Die Beschwerdeführerin zeigt ferner nicht auf, dass die Vorinstanz Bundesrecht verletzt hätte, als sie annahm, die Beschwerdeführerin habe nicht geltend gemacht und es sei nicht ersichtlich, inwiefern das VBS unter den gegebenen Umständen über ein einseitiges Rücktrittsrecht verfügt haben soll, was unabdingbare Voraussetzung für einen gültigen Vertragsrücktritt des VBS gewesen wäre. Soweit die Beschwerdeführerin dies nun tut und vorbringt, bei Vorliegen einer Straftat des Vertragspartners sei ein Grundlagenirrtum zum Vertragsrücktritt denkbar, ist der Einwand verspätet (Art. 99 BGG). Ohnehin geht das Vorbringen an der Sache vorbei, hat doch die Beschwerdeführerin nicht behauptet, dass das VBS einen einseitigen Vertragsrücktritt infolge Grundlagenirrtums - oder aus vergleichbaren Gründen - erklärt hätte. Wie die Vorinstanz im Übrigen überzeugend begründet hat, ist es mit Blick auf den zeitlichen Ablauf der Ereignisse nicht plausibel anzunehmen, dass der Geschäftsabbruch des VBS mit dem gegen die Beschwerdeführerin eingeleiteten Strafverfahren und der MROS-Meldung im Zusammenhang stand. Der Vorinstanz ist zuzustimmen, dass unter diesen Umständen nicht nachvollziehbar wäre, weshalb das VBS trotz Kenntnis dieser Tatsachen wiederholt bestätigte, die Lieferung der Ware durch die Beschwerdeführerin weiterhin annehmen zu wollen. Dies gilt auch mit Bezug auf die von der Beschwerdeführerin behaupteten konspirativen Absprachen zwischen der Beschwerdegegnerin und dem VBS. Unbegründet ist ferner der Einwand der Beschwerdeführerin, angesichts der vermutungsweise böswillig erstatteten MROS-Meldung greife der Verweis der Vorinstanz auf ein fehlendes Rücktrittsrecht des VBS zu kurz. Mit diesem Einwand legt die Beschwerdeführerin ihrer rechtlichen Argumentation einen Sachverhalt zugrunde, der vom für das Bundesgericht verbindlichen abweicht, ohne Willkür darzutun. Auch mit Bezug auf den von der Vorinstanz dargestellten Ablauf des Geschäfts (vgl. oben) zeigt die Beschwerdeführerin keine Willkür auf. Gleichfalls zutreffend ist sodann die Erwägung der Vorinstanz, wonach ein Führungswechsel innerhalb der Armeeapotheke keinen Einfluss auf die Verbindlichkeit des Vertrages mit der Beschwerdeführerin seitens des VBS gehabt hätte. Es ist daher ohne Belang, ob die Vorinstanz die diesbezüglichen Umstände korrekt dargestellt hat, wobei es sich ohnehin um eine nur auf Willkür zu prüfende Tatfrage handelt. Die Beschwerdeführerin ergeht sich bei ihren Ausführungen zur Kausalitätsfrage im Wesentlichen in blossen Spekulationen, etwa, wenn sie darüber mutmasst, was hinter den Kulissen im VBS resp. in der Armeeapotheke passiert sein und zum Geschäftsabbruch geführt haben könnte. Sie erwähnt etwa einen möglichen Reputationsschaden für das VBS als Motiv, was indes ohnehin nicht der Beschwerdegegnerin anzulasten wäre. Dass die Vorinstanz im Rahmen der Sachverhaltsfeststellung und, als sie die Beweisanträge der Beschwerdeführerin abwies, nicht in Willkür verfiel, wurde bereits mehrfach gesagt. Darauf ist nicht neuerlich einzugehen, namentlich, wenn die Beschwerdeführerin dies im Rahmen der behaupteten Treue- und Rechenschaftspflichtverletzung durch die Beschwerdegegnerin abermals rügt.