Citation: 7B_16/2023 E. 2.3

2.3. Der Beschwerdeführer bringt vor, B.________ (nachfolgend: Beschwerdegegner 2) habe ihm vom 13. Januar 2020 (Datum des ersten Sozialhilfegesuchs) bis am 30. November 2020 (Wegzug aus der Gemeinde U.________) die Gewährung des sozialhilferechtlichen Existenzminimums verweigert und ihn unrechtmässig diverser an die Auszahlung der Nothilfe geknüpfter Handlungspflichten unterworfen. Gemäss der am 27. Januar 2020 angeordneten Auflagen und Weisungen sei er namentlich dazu gehalten gewesen, aktiv mit einem Jobcoach zusammenzuarbeiten, stets "pünktlich und gewaschen" zu Terminen zu erscheinen, monatlich mindestens zehn "saubere, branchengerechte Arbeitssuchbemühungen" einzureichen, sich bei den Psychiatrischen Diensten Aargau (nachfolgend: PDAG) zu melden, "um eine Therapie für seine diversen Probleme anzugehen" und ein Zimmer in einer Wohngemeinschaft zu suchen, dies unter monatlichem Nachweis der Suchbemühungen. Dabei sei die Nichteinhaltung der Auflagen und Weisungen mit der sofortigen Kürzung der Auszahlung um Fr. 2.-- pro Tag für die Dauer von einem Monat verbunden worden. In der Folge seien ab März 2020 Leistungskürzungen aufgrund missachteter Auflagen und Weisungen automatisch und ohne Zustellung eines formellen, anfechtbaren Beschlusses erfolgt. Die ausbezahlten Beträge hätten aufgrund dessen unter dem gesetzlich festgelegten Grundbedarf gelegen und sein Existenzminimum nicht mehr zu decken vermocht. Mit den auferlegten Handlungspflichten und dem Kürzungsautomatismus der zugesprochenen Nothilfe im Widerhandlungsfall sei bezweckt worden, ihn zu demütigen, zu entwürdigen und seinen physischen oder psychischen Widerstand zu brechen, sodass er sich zu einem Gemeindewechsel gezwungen gesehen habe, welcher sich mit dem Umzug nach V.________ per 1. Dezember 2020 realisiert habe. Der Beschwerdegegner 2 habe in Kenntnis seiner prekären sozialen, gesundheitlichen sowie schulischen bzw. beruflichen Situation die bezeichneten Verfügungen getroffen und diese - trotz belegter Ausbildungs- und Arbeitsunfähigkeit - über die Dauer von elf Monaten aufrecht erhalten. Gemäss dem vom Beschwerdegegner 2 veranlassten Bericht der PDAG vom 18. August 2020 sei ihm, dem Beschwerdeführer, ein atypischer Autismus mit einer tiefgreifenden Entwicklungsstörung und deutlichen Hinweisen auf eine schizoide sowie paranoide Persönlichkeitsstruktur diagnostiziert worden. Auch sei der Beschwerdegegner 2 schon im März 2020 seitens des behandelnden Facharztes mehrmals ausführlich über sein Krankheitsbild (Störung des Sozialverhaltens mit fehlenden sozialen Bindungen, emotional-instabile Persönlichkeitsstörung mit autistoiden Zügen, Verdacht auf kombinierte Persönlichkeitsstörung, Alkoholabhängigkeit, multipler Substanzmissbrauch, atypische Anorexia nervosa) informiert worden. Gemäss ärztlichem Bericht sei es ihm deshalb unmöglich gewesen, sich in der seitens der Gemeinde vorgesehenen gemeinschaftlichen Wohnform einzufügen. Mehr noch hätten ihn die Wohnsituation und die Existenznöte derart belastet, dass er unter Panikattacken, Angstzuständen sowie Schwächeanfällen gelitten und das Zimmer nicht mehr verlassen habe. Infolgedessen habe er seine Mahlzeiten nur noch in Form von Mikrowellen-Nahrung eingenommen und damit eine Mangelernährung hinnehmen müssen. Überdies hätten seine dokumentierten schwerwiegenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen und die Länge der Fehlbehandlung die Schwere der mutmasslichen Misshandlung verschärft. Belastend trete die besondere Vulnerabilität von ihm, des zu Tatbeginn allein lebenden minderjährigen Beschwerdeführers hinzu, welche besondere staatliche positive Schutzpflichten mit sich bringe.