Citation: 6B_1118/2023 E. 1.2

1.2. Die Vorinstanz hält fest, das in Nachachtung der bundesgerichtlichen Rückweisung eingeholte Gutachten vom 2. Februar 2021 fokussiere darauf, ob die Anlagestrategien des Beschwerdeführers sinnvoll gewesen seien. Der Gutachter komme zum Schluss, vorliegend wäre es nicht zielführend gewesen, im Sinne einer Einzelbetrachtung jede Transaktion auf der Mikroebene zu prüfen, zumal hierfür alle Informationen und relevanten Umstände, die den fraglichen Transaktionen zu Grunde gelegen hätten, nicht vollständig zur Verfügung stünden. Aufgrund der vorhandenen Informationen und Unterlagen habe sich der Sachverständige in der Folge entschieden, nicht auf die einzelnen Transaktionen einzugehen, sondern die wesentlichen Charakteristika der Anlagestrategie des Beschwerdeführers zu beleuchten. Diesbezüglich attestiere ihm der Gutachter eine aktive Anlagestrategie, mithin ein "häufiges Handeln in liquiden Märkten mit dem gegebenen Gebührenmodell". Der Beschwerdeführer habe in mehrere Anlageklassen investiert. Die getätigten Investitionen seien verständlich, er habe sich hierbei aber auch einer Herausforderung gestellt, da ein solches Vorgehen grundsätzlich Zugang zu mehreren qualitativ hochwertigen Informationsquellen erfordere. An zwei Beispielen zeige der Experte sodann auf, dass der Beschwerdeführer keine Verlustlimits gesetzt oder solche nicht eingehalten habe, was im Kontext der gewählten Anlagestrategie kein professionelles Anlageverhalten darstelle. Der Beschwerdeführer habe beispielsweise mit einer Put-Optionsstrategie auf Nasdaq (25 Transaktionen) erhebliche Verluste eingefahren, wobei bis zur 20. Transaktion ein Gewinn resultiert und die Haltedauer zwischen 1-7 Tage betragen habe. Danach habe er - trotz Verlust - das gleiche Produkt aber vier Mal hintereinander gekauft und für seine Verhältnisse unüblich lange gehalten, anstatt den Verlust der Option zu realisieren, als sich der Markt entgegen der Erwartung entwickelt habe. Damit seien die Risiken bei gegenteilig als erwartet erfolgter Marktentwicklung weiter erhöht worden. Ein solches Verhalten sei für einen erfahrenen Anlageberater nicht typisch. Daneben seien zwei weitere Faktoren zu berücksichtigen, die von Beginn an einen Erfolg der angewandten Strategie des Beschwerdeführers mit hoher Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen hätten: Dessen fehlende Positionierung am Markt und die Transaktionsgebühren. So seien insbesondere diejenigen Anlagen als nicht prognostizierbar zu klassifizieren, die zu grossen Verlusten geführt hätten. Es sei bei den getätigten Trades von einer zufälligen Irrfahrt auszugehen. Weiter seien die Mandate so ausgestaltet gewesen, dass das Erreichen einer realistischen Rendite für die Kunden mit der Anlagestrategie und den Fähigkeiten des Beschwerdeführers unmöglich gewesen sei. Das Gebührenmodell sei im Lichte der Anlagestrategie ein Grund dafür, weshalb der Beschwerdeführer nicht habe erfolgreich sein können. Es sei für eine Anlagestrategie mit einer deutlich tieferen Anlagefrequenz angemessen. In diesem Sinne - so der Gutachter - habe der Beschwerdeführer nicht die Interessen seiner Kunden vertreten (Urteil S. 41 f. E. 7.1). Ferner stellt die Vorinstanz fest, der Gutachter habe die Fragestellung, ob die in den Anhängen 4-6 der Anklageschrift aufgeführten Börsentransaktionen im damaligen Zeitpunkt und Kontext mit anderen dort aufgeführten Geschäften ganz oder teilweise wirtschaftlich unsinnig oder aus anderen Gründen nicht im Interesse der Kunden gewesen seien, unter Verweis auf die Ausführungen zur Nachvollziehbarkeit der Transaktionen nicht beantwortet. Ebenso als überflüssig habe der Sachverständige die Frage erachtet, ob die Handelstätigkeit des Beschwerdeführers anhand von Valutadaten beurteilt werden könne (Urteil S. 42 f. E. 7.1).