Citation: 6B_999/2021 E. 5.5

5.5. Ob auf die - soweit ersichtlich - erstmals im bundesgerichtlichen Verfahren vorgetragenen Einwendungen des Beschwerdeführers hinsichtlich der Höhe der erstinstanzlichen Kosten- und Entschädigungsfolgen einzutreten ist, kann offengelassen werden. Denn der Beschwerdeführer dringt mit seinen Vorbringen nicht durch. Unter dem Titel von Art. 426 Abs. 3 lit. a StPO könnte zwar sein Einwand geprüft werden, ob sich angesichts des erst nach drei Jahren erfolgten Widerrufs der notwendigen Verteidigung eine andere Kostenverlegung hinsichtlich der Entschädigung der amtlichen Verteidigung aufdrängt. Diesbezüglich begründet der Beschwerdeführer jedoch nicht hinreichend (Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG), dass der Widerruf der notwendigen amtlichen Verteidigung verspätet erfolgte. Er begründet auch nicht, weshalb seit Anhebung der Untersuchung festgestanden haben soll, dass es sich hier um einen "leichten Fall" handelt. Das ist auch nicht ersichtlich. Denn angesichts der vielfältigen Verstösse des Beschwerdeführers gegen das Betäubungsmittelgesetz schien eine Verurteilung nach Art. 19 Abs. 2 BetmG, der eine Mindestfreiheitsstrafe von einem Jahr statuiert, nicht von Anfang ausgeschlossen gewesen zu sein. Inwiefern mit Blick auf Art. 130 lit. b StPO der Widerruf der notwendigen Verteidigung verspätet erfolgt sein soll, geht aus der Beschwerde nicht hervor. Soweit der Beschwerdeführer im Übrigen in pauschaler Art und Weise vorbringt, die Verfahrenskosten seien für diesen leichten Fall unverhältnismässig hoch, vermag er damit keine Bundesrechtsverletzung aufzuzeigen. Es ist darauf hinzuweisen, dass die im Vorentwurf zu einer Schweizerischen Strafprozessordnung vom Juni 2001 (VE-StPO) und im Entwurf zu einer Schweizerischen Strafprozessordnung vom 21. Dezember 2005 (E-StPO; BBI 2006 1521) vorgesehene Möglichkeit, unverhältnismässig hohe Kosten auf die Staatskasse zu nehmen (vgl. Art. 494 Abs. 4 lit. b VE-StPO; Art. 433 Abs. 3 lit. c E-StPO), etwa bei Gutachterkosten in einem Bagatellfall, keinen Eingang ins Gesetz fand (vgl. Urteil 6B_328/2022 vom 13. Juni 2022 E. 3.4). Dieser Umstand rechtfertigt somit nicht, den Beschwerdeführer von der Pflicht, die betreffenden Kosten zu tragen, zu befreien.