Citation: 1C_172/2022 E. 6

Die Vorinstanz hat zudem erwogen, dass gemäss § 72 Abs. 2 aPBG/ZG eine Aufstockung innerhalb der Fassadenfluchten auch bei abstandswidrigen Bauten im Abstandsbereich zulässig sei (vgl. in diesem Sinne auch FRITZSCHE/BÖSCH/WIPF/KUNZ, a.a.O, S. 1450). Mit anderen Worten wäre die Aufstockung nach der Auffassung des Verwaltungsgerichts selbst dann nicht als stärkere Abweichung von den Bauvorschriften zu qualifizieren, wenn diese von der bestehenden Fassadenflucht nicht zurückversetzt geplant worden wäre und damit den kleinen Grenzabstand von 5 m nicht einhalten würde. Die Beschwerdeführenden zeigen nicht auf, weshalb es offensichtlich unhaltbar sein soll, die Aufstockung eines bestehenden abstandswidrigen Gebäudes nicht als weitergehende Abweichung von den Abstandsvorschriften zu betrachten. Sie bringen lediglich pauschal vor, dass ihre durch die Abstandsvorschriften (insbesondere den Gebäudeabstand) geschützten nachbarlichen Interessen (Wohnhygiene, Lichteinfall) durch die Aufstockung zusätzlich beeinträchtigt würden und die vertikale Erweiterung auch optische Wirkungen auf das Erscheinungsbild habe. Inwieweit die Wohnhygiene der Beschwerdeführenden massiv beeinträchtigt würde, wird von ihnen jedoch nicht näher dargelegt. Ob die rein formelle Betrachtungsweise der Vorinstanz unter Willkürgesichtspunkten zu schützen wäre, braucht vorliegend aber nicht entschieden zu werden, da die Beschwerde bereits aufgrund der vorangehenden Erwägungen abzuweisen ist.