Citation: 9C_435/2020 E. 4.3.2

4.3.2. Das in der Beschwerde angeführte Argument, wonach in Bezug auf Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG sowohl ein wortlautgetreuer als auch ein teleologischer Auslegungsansatz klar darauf hindeuteten, dass nur Einkünfte und Vermögenswerte angerechnet werden könnten, auf welche die Leistungsansprecherin in Kenntnis und im Wissen um den grundsätzlich bestehenden Rechtsanspruch explizit verzichtet habe, ist nicht dergestalt, dass sich eine Modifizierung der bundesgerichtlichen Rechtsprechung rechtfertigte. Insbesondere ist nicht erkennbar - und wird auch nicht konkretisiert -, worin eine wie auch immer geartete Veränderung der diesbezüglich relevanten Elemente seit Ergehen des dannzumaligen Urteils bestehen sollte. Namentlich gilt damals wie heute das in den fraglichen Urteilen hervorgehobene Prinzip, wonach der allgemeinen Schadenminderungspflicht gerade in Fällen, in denen bereits über Jahre Leistungen ausgerichtet wurden, in noch verstärkterem Masse nachzuleben ist. Es führt namentlich dazu, dass die betroffene Person mit äusserster Sorgfalt ihr allenfalls zustehende Rechtsansprüche dem Grundsatz wie auch der Höhe nach zu prüfen und gegebenenfalls durchzusetzen hat. Zwar ist einzuräumen, dass das daraus in Konstellationen wie der hier zu beurteilenden - die Beschwerdeführerin hat sich bei der erbrechtlichen Teilung des väterlichen Nachlasses auf die Auskünfte eines Notars und damit einer Fachperson verlassen - resultierende Ergebnis nicht uneingeschränkt zu befriedigen vermag und ihm eine gewisse Härte nicht abzusprechen ist. Rechnung getragen werden muss dabei jedoch auch der Tatsache, dass den Akten gewisse Anhaltspunkte zu entnehmen sind, wonach die betreffende Liegenschaft im damaligen Zeitpunkt bewusst zum Steuerwert eingesetzt worden war, da "es sonst für den Bruder von A.________ unmöglich gewesen wäre, sie auszuzahlen" (vgl. Einsprache vom 22. Oktober 2019 gegen die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 17. September 2019; ferner Ausführungen anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung vom 21. April 2020). Dieses Votum deutet daraufhin hin, dass die erbrechtliche Anrechnung des Grundstücks zum Steuer- und nicht zum Verkehrswert mit Wissen und Willen der Beteiligten erfolgt war. Sich nunmehr im vorliegenden EL-Verfahren auf Gegenteiliges zu berufen, mutet zumindest widersprüchlich an bzw. führt jedenfalls nicht zu einem für die Beschwerdeführerin günstigeren Ergebnis.