Citation: 5A_739/2014 E. 4.1

4.1. Das Obergericht weist den Landwirtschaftsbetrieb "D.________" der Errungenschaft zu, weil es sich beim Erwerb dieses am 9. Oktober 1995 von den Eltern des Beschwerdegegners übernommenen Gewerbes um einen reinen Kreditkauf handelte, so dass der Erwerb nicht als unentgeltlich im Sinne von Art. 198 Ziff. 2 ZGB gelten könne. Weil es mit dem Landwirtschaftsbetrieb eine Einheit bildet, ist dem angefochtenen Entscheid zufolge auch das Grundstück "E.________" der Errungenschaft des Beschwerdegegners zuzuordnen. Das Obergericht rechnet dem Beschwerdegegner diese Vermögenswerte zu den Ertragswerten von Fr. 494'780.-- (D.________) und Fr. 4'150.-- (E.________) an. Nach Abzug einer Hypothek von Fr. 315'000.-- und einem dinglich gesicherten Kredit der F.________ von Fr. 57'800.--, die den Landwirtschaftsbetrieb belasten, resultiert ein Ertragswert von Fr. 126'130.--. Unter Berücksichtigung weiterer, vor Bundesgericht nicht mehr streitiger Aktiven und Passiven errechnet das Obergericht Vermögenswerte von insgesamt Fr. 140'835.--. Von dieser Summe schreibt es dem Eigengut des Beschwerdegegners eine Ersatzforderung von Fr. 82'275.-- und demjenigen der Beschwerdeführerin eine solche von Fr. 41'000.-- gut, woraus sich als Errungenschaft des Beschwerdegegners der Betrag von Fr. 17'560.-- ergibt. Unter Berücksichtigung der Errungenschaft der Beschwerdeführerin von Fr. 316'783.-- gelangt das Obergericht zu einem güterrechtlichen Anspruch des Beschwerdegegners von Fr. 149'612.-- (1/2 x [Fr. 316'783.-- ./. Fr. 17'560.--]), der sich nach Verrechnung mit der erwähnten Ersatzforderung der Beschwerdeführerin um Fr. 41'000.-- auf Fr. 108'611.-- reduziert. In einem zweiten Schritt prüft das Obergericht gestützt auf Art. 212 Abs. 2 ZGB, welche Beteiligungsforderung dem Beschwerdegegner zustünde, falls der Landwirtschaftsbetrieb in der güterrechtlichen Auseinandersetzung zum Verkehrswert angerechnet wird. Für diese Kontrollrechnung weist das Obergericht das Gewerbe "D.________" (einschliesslich des Grundstücks "E.________") neu dem Eigengut zu, und zwar zu einem Verkehrswert per Ende 2010 von Fr. 993'764.--. Zur Begründung führt die Vorinstanz aus, zum Zwecke der Anrechnung zum Verkehrswert sei auch betreffend den Erwerb des Landwirtschaftsbetriebs auf den Verkehrswert abzustellen. Dies führe dazu, dass der unentgeltlich erworbene Anteil den entgeltlichen Anteil überwiege. Dieser bestehe lediglich in der Leistung der "G.________", die mit Fr. 20'000.-- zu bewerten sei. Der Verkehrswert des Heimwesens per 1995 sei zwar nicht genau bekannt, da der Gutachter den Wohnstock nicht zum Verkehrswert geschätzt habe. Es sei jedoch klar, dass von der Differenz zwischen stipuliertem Kaufpreis und Verkehrswert nur ein geringer Teil durch die "G.________" abgegolten wurde. Die Differenz sei im Wesentlichen unentgeltlich übertragen worden, wessen sich die Vertragsparteien bewusst gewesen seien. Dem Eigengut des Beschwerdegegners seien auch die weiteren Aktiven und Passiven zuzuweisen, die mit dem Landwirtschaftsbetrieb eine rechtliche Einheit bilden (Inventar, Wertschriftenvermögen des Beschwerdegegners und weitere Aktiven des Betriebes) bzw. diesen belasten (Hypothekarschulden, Investitionskredite, diverse Darlehen, Bankkredite des Betriebs und Kreditoren). Gestützt auf diese Überlegungen kommt das Obergericht zum Schluss, nach Massgabe von Art. 212 Abs. 2 ZGB könne der Beschwerdegegner von der Beschwerdeführerin lediglich Fr. 11'385.-- als güterrechtliche Ausgleichszahlung fordern; entsprechend sei ihm nur dieser Betrag und nicht derjenige von Fr. 108'611.-- zuzusprechen.