Citation: U 423/05 06.10.2006 E. 2

Streitig und zu prüfen ist, ob die medizinischen Abklärungen zur Beurteilung des Leistungsanspruches genügen. 2.1 Die Vorinstanz erwog, an die Überzeugungskraft der Berichte aus X.________ sei angesichts dessen, dass die Rehaklinik von der SUVA betrieben werde und der Versicherte dort einen mehrwöchigen Aufenthalt absolviert habe, ein strenger Massstab anzulegen. Zwar erhielten die Einschätzungen der dortigen Ärzte in Anbetracht des stationären Aufenthaltes des Beschwerdegegners ein gewisses Gewicht, doch läge der Bericht der Ärzte an der Klinik Y.________, vom 16. Januar 2004 dem Einspracheentscheid zeitlich am nächsten. Sodann bestünden zwischen den Berichten der Klinik Y.________ und des Hausarztes Dr. med. S.________, Allgemeine Medizin FMH, vom 21. Januar 2003 auf der einen und denjenigen der Rehaklinik X.________ vom 28. Januar 2002 und 1. Mai 2003 auf der anderen Seite hinsichtlich der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit erhebliche Differenzen. Schliesslich seien die beiden Berichte aus X.________ auch unter sich widersprüchlich und es fehlten Ausführungen zur Kausalität und den Auswirkungen der Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen. 2.2 Mit der Rechtsprechung zum Grundsatz der freien Beweiswürdigung ist es nicht zu vereinbaren, die Beweiskraft einer ärztlichen Einschätzung unbesehen des Beweiswertes des konkreten Berichtes oder Gutachtens (hiezu BGE 125 V 352 f. Erw. 3) einzig anhand der zeitlichen Nähe zur Verfügung oder zum Einspracheentscheid festzusetzen. Da für die (richterliche) Prüfung des Leistungsanspruchs die tatsächlichen Verhältnisse zum Zeitpunkt der Verfügung bzw. des Einspracheentscheides massgeblich sind (BGE 129 V 4 169 Erw. 1), kommt den diesen zeitlich am nächsten stehenden ärztlichen Einschätzungen aufgrund ihrer Aktualität zwar besondere Bedeutung zu. Indessen ändert dies nichts daran, dass die Beurteilung, ob und allenfalls inwieweit auf eine ärztliche Einschätzung abzustellen ist, sich - nebst der fachlichen Qualifikation des rapportierenden Arztes - vor allem nach deren Inhalt beurteilt (BGE 122 V 160 f. Erw. 1c mit Hinweisen). Soweit die Vorinstanz dem Bericht der Klinik S.________ vom 16. Januar 2004 deshalb entscheidende Bedeutung beimass, weil er dem Einspracheentscheid vom 10. März 2004 zeitlich am nächsten liegt, kann ihr nach dem Gesagten nicht gefolgt werden. Dies gilt umso mehr, als das Gutachten der Rehaklinik lediglich zehn Monate vor Erlass des Einspracheentscheides datiert und Dr. med. L.________ von der Klinik Y.________ keine Verschlechterung des Gesundheitszustandes, sondern im Gegenteil eine "deutliche Regredienz der vor 4 Monaten akuten Verschlechterung", bemerkte.