Citation: 5A_426/2018 E. 3.2.2

3.2.2. Die Beschwerdegegnerin verweist weiter darauf, dass ihr als Ehefrau auch Erbenstellung zukomme. Dieser Erbanspruch - er sei nicht ungerechtfertigt und sie habe ein Recht darauf - gebe ihr immerhin gewisse Hoffnungen, dass im Falle des Vorversterbens des Beschwerdeführers "die güter- und unterhaltsrechtlichen Ansprüche zumindest teilweise aus ihrem Pflichtteil entschädigt würden". Die Beschwerdegegnerin beruft sich auf die Stellung der (überlebenden) Ehefrau als gesetzliche Erbin und Pflichtteilsberechtigte (vgl. Art. 462 und 471 Ziff. 3 ZGB). Diese Stellung entfällt erst mit Rechtskraft des Scheidungsurteils und bleibt während der Rechtshängigkeit des Scheidungsverfahrens bestehen (vgl. Art. 120 Abs. 2 ZGB; BGE 122 III 308 E. 2b/bb; DANIEL STECK, in: Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 5. Aufl. 2014, N. 18 zu Art. 120 ZGB; PETER WEIMAR, Berner Kommentar, 2009, N. 8 zu Art. 462 ZGB). Das gesetzliche Erbrecht der Ehegatten und deren Pflichtteilsberechtigung gründen in der ehelichen Gemeinschaft (Art. 159 ZGB), mithin in der familiären Beziehung zwischen den Beteiligten (vgl. ARNOLD ESCHER, Zürcher Kommentar, 1959, N. 2 und 6 der Vorbemerkungen, N. 2 zu Art. 462 ZGB und N. 3 vor Art. 470-480 ZGB; WEIMAR, a.a.O., N. 1 und 10 ff. der Einleitung zum 13. Titel). Die eheliche Gemeinschaft zwischen den Parteien wird aktenkundig und unbestritten längst nicht mehr gelebt. Vielmehr stehen die Ehegatten sich seit dem Jahr 2010 in einem aufs Heftigste geführten Scheidungsverfahren gegenüber; ein Verfahren, das im Übrigen die Beschwerdegegnerin eingeleitet hat (vgl. vorne Bst. A.a). Unter diesen Umständen vermag diese sich im Rahmen der vorliegenden Interessenabwägung zur Begründung dafür, dass über die Scheidung erst mit den Nebenfolgen entschieden, das eheliche Band formell also noch etwas länger aufrecht erhalten werden soll, nicht in guten Treuen auf ihre Stellung als gesetzliche Erbin zu berufen (Art. 2 Abs. 2 ZGB; vgl. statt vieler BGE 143 III 666 E. 4.2).