Citation: 8C_618/2019 E. 7.1

7.1. Die Suva stützte sich in ihrem Einspracheentscheid vom 8. Februar 2019 im Wesentlichen auf die Beurteilung ihres Versicherungsmediziners PD Dr. med. D.________ vom 6. Februar 2019. Dieser hielt hinsichtlich der streitigen Läsion der Rotatorenmanschette fest, der MRI-Befund vom 27. Januar 2017 zeige in ihrer Kontinuität durchgehend erhalten dargestellte Sehnen. Zu bestätigen seien gering ausgeprägte Signalveränderungen innerhalb der Sehnen der Mm. supra- und infraspinatus und des langen Bizepskopfes, entsprechend dem Befund des Radiologen Dr. med. J.________. Indessen entspreche eine sogenannte "intratendinöse Partialruptur" nicht einem Riss im Sinne einer akuten, als Folge einer plötzlichen Gewalteinwirkung eintretenden Zusammenhangstrennung von Gewebe. Vielmehr handle es sich um den typischen Befund einer Degeneration. Es sei in der Literatur denn auch unbestritten, dass die meisten Läsionen der Rotatorenmanschette auf der Grundlage degenerativer Veränderungen entstünden. Infolge dauerhafter und regelmässiger Beanspruchung und Überbeanspruchung komme es zu einem Bruch der zwischen den Kollagenfasern gelegenen "crosslinks" sowie zu einer Denaturierung resp. Entzündung mit Ödem und Schmerz. Diese Veränderungen würden in einer sogenannten Tendinose oder auch Tend (in) opathie resultieren, welche als fokales Areal einer innerhalb der Sehne gelegenen (intratendinösen) Degeneration definiert sei und sich unabhängig von unfallbedingter Gewalteinwirkung entwickle. Als Risikofaktor hierfür werde daher in der Literatur übereinstimmend und nachvollziehbar zunehmendes Alter genannt. Bei über 60-jährigen sei mit Läsionen, welche die Sehne in ihrer gesamten Dicke (transmural) als Zusammenhangstrennung und damit Endstadium eines degenerativen Prozesses betreffen, mit einer Häufigkeit von 22 % zu rechnen. Vorliegend stehe indessen kein transmuraler Befund zur Diskussion. Die Häufigkeit tendinopathischer Degeneration, also vor Eintritt einer Zusammenhangstrennung als Endstadium, sei somit in der Altersgruppe des Versicherten weit grösser als 22 %. Soweit Dr. med. H.________ in seinem Schreiben vom 29. August 2017 auf eine "plötzliche Kraftlosigkeit und Schmerzen in der rechten Schulter" hinweise, relativiere sich dies durch die Aussage des Versicherten, wonach er am nächsten Tag trotz Beschwerden in der rechten Schulter die Arbeit aufgenommen habe, um den Seilbagger wieder zusammenzubauen. Ausserdem sei aufgrund der Schilderungen des Versicherten nicht von einem Unfallhergang auszugehen, der die Sehnen der Rotatorenmanschette unter relevante Zugbelastung bringen könnte und geeignet scheine, verletzungsgefährdende Kräfte zu entwickeln. Im Allgemeinen würden nur solche Kräfte für eine Sehnenläsion verantwortlich gemacht, die in einer Zug- oder Scherbelastung einer Sehne resultieren würden. Desgleichen schliesse der beschriebene Unfallhergang eine traumatisch bedingte Verletzung des Pulleys mit weit überwiegender Wahrscheinlichkeit aus. Zudem habe sich anlässlich der Gelenkspiegelung vom 9. März 2017 der Befund einer Tendinitis bestätigt. Hingegen vermöge die Formulierung des Dr. med. K.________, wonach sich im Verlauf zwischen Bizepssehnenanker und Pulley Auffaserungen gezeigt hätten, die mit einer Teilruptur des Bizepssehnenansatzes vereinbar seien, nicht zu überzeugen. Denn der Ansatz der Bizepssehne sei fern vom Pulley am Oberrand der Gelenkspfanne lokalisiert. Gleichwohl seien Auffaserungen des Pulley typische Folge einer Degeneration. Auch die von Dr. med. M.________ am 15. Februar 2017 dokumentierten Befunde (Schulter passiv relativ gute Bewegung; aktiv Schmerzen bei Abduktion und Aussenrotation gegen Widerstand auf der rechten Seite; keine eindeutige Kraftminderung) vermöchten sehr gut einen degenerativ bedingten Zustand zu beschreiben.