Citation: 6B_28/2018 E. 3.3.2

3.3.2. Der erbetene Verteidiger Rechtsanwalt D.________ hat mit Schreiben vom 22. Januar 2018, nachdem sein Gesuch um Erstreckung der gesetzlichen Beschwerdefrist abgewiesen worden war, sein Mandat als erbetener Verteidiger während dem Lauf der Frist für die Einreichung der Beschwerde in Strafsachen niedergelegt (Dossier 6B_28/2018, act. 12). Der Beschwerdeführer hat in der Folge seine Beschwerde an das Bundesgericht in eigenem Namen eingereicht. Er hat weder Rechtsanwalt E.________ noch den amtlichen Verteidiger Rechtsanwalt F.________ für das bundesgerichtliche Verfahren mandatiert, sondern auf einer Erstreckung der Beschwerdefrist beharrt (Beschwerde S. 11; Schreiben von Rechtsanwalt E.________ vom 11. Januar 2018, Dossier 6B_28/2018, act. 6). Aus welchen Gründen weder Rechtsanwalt E.________ noch der amtliche Verteidiger zur fristgerechten Ausarbeitung der Beschwerde nicht hätten in der Lage sein sollen, ist nicht ersichtlich. Wie der erbetene Verteidiger in seinem Schreiben vom 16. Januar 2018 selbst ausführt (Dossier 6B_28 act. 8 S. 12; vgl. auch Beschwerde S. 11), hat er es angesichts der Grösse des Prozesses als nicht verantwortbar erachtet, in der vorinstanzlichen Verhandlung allein als Verteidiger aufzutreten, da ein solcher - aus welchen Gründen auch immer - ausfallen könne; es müsse daher eine Vertretung vor Ort sichergestellt sein. Zu diesem Zweck haben er und der Beschwerdeführer offensichtlich Rechtsanwalt E.________ beigezogen. Warum dieser nach Auffassung des Beschwerdeführers und des früheren erbetenen Verteidigers gegebenenfalls ohne Weiteres hätte im vorinstanzlichen Gerichtsverfahren einspringen können, nicht aber in der Lage gewesen sein soll, die Beschwerde an das Bundesgericht zu verfassen, leuchtet nicht ein. Dasselbe gilt für den am 5. September 2012 eingesetzten amtlichen Verteidiger. Dass dieser den Beschwerdeführer unsachgemäss verteidigt hätte (vgl. Beschwerde S. 11 f., 27 f.; Schreiben des erbetenen Verteidigers vom 22. Januar 2018, Dossier 6B_28/2018 act. 12 S. 4 f.), ist nicht ersichtlich (vgl. unten E. 8.4.2). Der Beschwerdeführer hat mithin, indem er trotz mehrmaliger Aufforderung weder Rechtsanwalt E.________ noch Rechtsanwalt F.________ beigezogen noch einen anderen Anwalt mit der Vertretung beauftragt hat, auf eine Vertretung im Beschwerdeverfahren vor Bundesgericht verzichtet. Bei dieser Sachlage ist nicht zu beanstanden, dass er im bundesgerichtlichen Verfahren nicht anwaltlich vertreten ist, zumal im bundesgerichtlichen Verfahren kein Anwaltszwang besteht (Urteil 4A_93/2015 vom 22. September 2015 E. 1.2.1, nicht publ. in BGE 141 III 426). Dass im Untersuchungs- und im vorinstanzlichen Verfahren grundsätzlich die Voraussetzungen für eine notwendige Verteidigung im Sinne von Art. 130 f. StPO vorlagen (angefochtenes Urteil S. 18), ist im Verfahren vor Bundesgericht ohne Bedeutung, zumal dieses keine notwendige Verteidigung vorsieht (Urteil 6B_720/2015 vom 5. April 2016 E. 3.2; vgl. auch Urteil 5A_761/2016 vom 20. Juni 2017 E. 1.1). Wie sich aus der Beteiligung des Beschwerdeführers am Strafverfahren und der Einreichung einer den Begründungsanforderungen von Art. 42 Abs. 2 BGG im Grundsatz genügenden 50-seitigen Beschwerde in eigenem Namen zudem hinreichend deutlich ergibt, lässt sich auch nicht sagen, jener sei derart unbeholfen, dass er im Sinne von Art. 41 Abs. 1 BGG nicht imstande gewesen wäre, seine Sache selber zu führen und ihm ein Anwalt oder eine Anwältin hätte bestellt werden müssen (LAURENT MERZ, in: Basler Kommentar, Bundesgerichtsgesetz, 2. Aufl. 2011, N 2, 12 ff. Zu Art. 41), zumal Unfähigkeit zur Prozessführung nicht leichthin anzunehmen ist (Urteil 6B_720/2015 vom 5. April 2016 E. 3.2). Zuletzt ist die Annahme eines Verzichts auf die Vertretung durch einen Rechtsanwalt auch unter dem Gesichtspunkt der konventionsrechtlichen Garantien nicht zu beanstanden. Das Recht auf einen Verteidiger gemäss Art. 6 Ziff. 3 lit. c EMRK steht einem Verzicht nicht entgegen (GRABENWARTER/PABEL, a.a.O., § 24 N 128). Unbegründet ist schliesslich das Gesuch des Beschwerdeführers um Bestellung eines unentgeltlichen Verteidigers. Das Recht auf unentgeltliche Verbeiständung erfordert zum einen, dass der Betroffene die notwendigen Mittel für eine Vertretung nicht aufbringen kann, er mithin bedürftig ist, und andererseits, dass die sachkundige Vertretung erforderlich ist (Art. 64 Abs. 2 BGG; vgl. auch Art. 6 Ziff. 3 lit. c EMRK). Beide Voraussetzungen müssen kumulativ erfüllt sein. Wie sich aus E. 15 ergibt, fehlt es im zu beurteilenden Fall bereits an der Bedürftigkeit des Beschwerdeführers. Die Beschwerde erweist sich in diesem Punkt als unbegründet.