Citation: U 358/04 23.03.2005 E. 2

Die gesundheitliche Symptomatik, welche zu einer zunehmenden, letztlich vollen und bleibenden Arbeitsunfähigkeit geführt hat, ist nach der einhelligen und nach Lage der medizinischen Akten zutreffenden Auffassung der Verfahrensbeteiligten mit einer progredienten Hirnatrophie zu erklären. Streitig und zu prüfen ist, ob dieser Gesundheitsschaden zumindest teilweise (zum Genügen der Teilursächlichkeit für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs: BGE 121 V 329 Erw. 2a mit Hinweisen; RKUV 2001 Nr. U 430 S. 315 Erw. 4b) in einer durch Zeckenbiss verursachten Neuroborreliose begründet liegt. Im Gutachten des Spitals X.________ vom 21. Mai 2002 wird diese Frage verneint. Danach sind die cerebralen Ausfälle nicht durch eine Neuroborreliose bedingt, sondern durch eine in ihrer Aetiologie ungeklärte neurodegenerative Erkrankung, eine sogenannte ausgeprägte fronto-temporale Atrophie. Die Expertise vom 21. Mai 2002 erfüllt die Anforderungen an den Beweiswert ärztlicher Berichte (vgl. Erw. 1 hievor), weshalb mit dem kantonalen Gericht darauf abzustellen ist. Eine abweichende Auffassung in der Kausalitätsfrage vertritt von ärztlicher Seite einzig Dr. med. S.________. Dieser hat indessen als behandelnder Arzt Bericht erstattet, was bereits eine zurückhaltende Gewichtung seiner Aussagen rechtfertigt (vgl. BGE 125 V 353 Erw. 3b/cc sowie Urteile H. vom 21. Februar 2005, I 570/04, Erw. 5.1, und S. vom 15. Februar 2005, I 513/04, Erw. 3.4, je mit Hinweisen). Sodann ist Dr. med. S.________ zwar ein anerkannter Spezialist im Bereich der Lyme-Borreliose-Erkrankung. Seine Stellungnahmen vermögen die Zuverlässigkeit des Spitals X.________-Gutachtens aber auch in medizinischer Hinsicht nicht in Frage zu stellen. Hervorzuheben ist, dass der Experte nicht nur geprüft hat, ob das vorliegende Beschwerdebild zu einer Borreliose-Erkrankung passe. Vielmehr hat er eine eingehende Untersuchung des Versicherten vorgenommen und, gestützt auch auf einen interdisziplinären Austausch mit einem Neurologen, unter einlässlicher Darstellung der relevanten medizinischen Grundlagen und Zusammenhänge in überzeugender Weise eine selbstständige, auf ein nicht durch Neuroborreliose bedingtes neurodegeneratives Leiden lautende Diagnose gestellt. Der Umstand, dass die Aetiologie der Erkrankung unklar ist, ändert an der Begründetheit des Gutachtens nichts. Gleiches gilt für die vom Beschwerdeführer erwähnten Ergebnisse einzelner medizinischer Studien. Die Beurteilung des Experten wird im Übrigen bestätigt durch die Ärzte neurologischer und internistischer Fachrichtung des Spital Y.________, welche in ihren verschiedenen Berichten einen kausalen Zusammenhang zwischen einem Zeckenbiss und der gesundheitlichen Störung verneint resp. höchstens für möglich bezeichnet haben. Zwar wären einzelne Spitalärzte gemäss Stellungnahmen vom 4. und 22. Mai 2000 allenfalls zu einer anderen Kausalitätsbeurteilung gelangt, wenn sich der Gesundheitszustand nach der zwischenzeitlich durchgeführten Versorgung mit einem bestimmten Medikament eindeutig gebessert hätte. Eine solche Entwicklung fand indessen nicht statt. Vielmehr hat sich der Gesundheitszustand des Versicherten eindeutig weiter verschlechtert. Es kann im Übrigen auf die einlässliche Beweiswürdigung im angefochtenen Entscheid verwiesen werden. Darin wird richtigerweise auch ein Bedarf für weitere medizinische Abklärungen verneint, da hievon kein entscheidrelevanter neuer Aufschluss zu erwarten ist (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 124 94 Erw. 4b; RKUV 2003 Nr. U 473 S. 50 Erw. 3.4, 2002 Nr. U 469 S. 527 Erw. 2c). Einsprache- und angefochtener Entscheid, worin die Leistungspflicht des Unfallversicherers mangels eines überwiegend wahrscheinlichen natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen dem geltend gemachten Zeckenbiss und dem Gesundheitsschaden verneint wurde, sind somit rechtens.