Citation: 5C.78/2004 07.06.2004 E. 5

Bezüglich der tatsächlichen finanziellen Verhältnisse hat das Obergericht erwogen, das Einkommen des Klägers habe sich seit dem Scheidungszeitpunkt vermindert. Massgebend seien aber vor allem auch die Vermögensverhältnisse, sei doch im Scheidungszeitpunkt geplant gewesen, dass der selbstständig erwerbende Kläger seinen Ruhestand - und desgleichen die Unterhaltsersatzrente der Beklagten - auch mit seinen Liegenschaften finanziere. Dabei habe der Kläger nicht davon ausgehen können, dass dies allein mit dem Vermögensertrag möglich sei, vielmehr habe er bereits im Scheidungszeitpunkt damit rechnen müssen, mit der Zeit auch die Substanz seines Vermögens anzugreifen. Es ist daher zum Schluss gelangt, es sei dem Kläger möglich und zumutbar, die auch wegen des Wegfalls der Indexierung bereits deutlich herabgesetzte Rente im Umfang von monatlich Fr. 2'000.-- zu bezahlen. 5.1 Der Kläger bestreitet im vorliegenden Verfahren nicht, dass er zur Finanzierung der Unterhaltsersatzrente gemäss den obergerichtlichen Erwägungen auch sein Vermögen heranziehen muss. Vielmehr kritisiert er einzig die Feststellungen bezüglich seiner aktuellen Einkommens- und Vermögenslage. Dabei handelt es sich jedoch um tatsächliche Verhältnisse, welche das Bundesgericht im Berufungsverfahren nicht überprüfen kann, zumal der Kläger keine Ausnahme nach Art. 63 Abs. 2 OG geltend macht. Ebenfalls als unzulässig erweist sich die Berufung, soweit in diesem Zusammenhang eine Verletzung des rechtlichen Gehörs, insbesondere der Begründungspflicht (Art. 29 Abs. 2 BV), geltend gemacht wird (Art. 43 Abs. 1 OG; vgl. E. 2 vorangehend). 5.2 Wenn der Kläger zudem die Nichteinvernahme zweier Zeugen bezüglich seiner Liegenschaften rügt, wendet er sich nicht gegen das Urteil des Obergerichts, sondern gegen dasjenige des Kantonsgerichts. Im Übrigen ist der Verzicht auf die Einvernahme ohnehin in antizipierter Beweiswürdigung erfolgt, welche im Berufungsverfahren nicht gerügt werden kann (BGE 114 II 289 E. 2 S. 291). 5.3 Schliesslich kritisiert der Kläger, dass gemäss Auffassung des Obergerichts seine Lebenspartnerin verpflichtet werde, an die monatlichen Hypothekarzinsen der gemeinsam bewohnten Eigentumswohnung beizutragen. Dieser Einwand geht fehl: Durch die Berücksichtigung nur der halben Wohnkosten bei der Bedarfsrechnung des in einer Wohngemeinschaft lebenden Klägers hat das Obergericht kein Bundesrecht verletzt, zumal es auch bei der Bedarfsrechnung der Beklagten einen Anteil der Wohnkosten deren Freund angerechnet hat. Unbehelflich ist zudem der Einwand des Klägers, dass ihm ansonsten ein Beitrag für den Haushalt aufgerechnet werden müsse, welcher ihm seine Lebenspartnerin versehe: Die von ihm geltend gemachten Kosten (Wäsche, Kochen etc.) werden durch den Grundbetrag erfasst, so dass offen gelassen werden kann, ob es sich hierbei nicht ohnehin um ein unzulässiges Novum handelt (Art. 55 Abs. 1 lit. c OG).