Citation: 2C_691/2023 E. 3.5

3.5. Dasselbe gilt für das kollektive Ausstandsgesuch aller männlichen Verwaltungsrichter infolge Frauenfeindlichkeit. Nicht nur haben Ausstandsbegehren in Bezug auf jede Person begründet zu erfolgen (§ 16 VRPG/AG, Art. 42 BGG), sondern entbehrt der Vorwurf der Frauenfeindlichkeit jeglicher Grundlage. Die Beschwerdeführerin argumentiert an den Ausstandsgründen vorbei, wenn sie dem Kollektiv der Richter vorwirft, ihre Situation als Frau in einer kosovarischen Ehe nicht verstehen zu können. Gegenstand des kantonalen Verfahrens war die Frage, ob ausserordentliche Umstände vorliegen, die eine Wiedererwägung zulassen würden. Wenn die Beschwerdeführerin einzig ihre nunmehr getätigten Integrationsbemühungen anpreist, musste sich die Vorinstanz damit nicht auseinandersetzen, da sich die Beschwerdeführerin nicht zu integrieren, sondern auszureisen hatte. Wenn die Vorinstanz fortschreitende Integration nach rechtskräftiger Wegweisung nicht als ausserordentlichen Umstand ansieht, braucht sie sich nicht zu den Ursachen bis anhin unterlassener Integration zu äussern. Darin ist weder fehlendes Verständnis noch Frauenfeindlichkeit zu erblicken. Auch unter diesem Aspekt durfte die Vorinstanz somit ohne Ausschluss des beteiligten Verwaltungsrichters entscheiden und auf das Gesuch wegen offensichtlicher Unbegründetheit nicht eintreten, ohne Art. 30 Abs. 1 BV zu verletzen.