Citation: 8C_638/2020 E. 4.1.2

4.1.2. Weiter hat die Vorinstanz erwogen, gemäss dem im aktuellen Revisionsverfahren eingeholten Verlaufsbericht der psychiatrischen Dienste vom 27. März 2019 leide die Beschwerdeführerin hauptsächlich an einer rezidivierenden depressiven Störung mit leicht- bis schwergradigen Episoden sowie einer ängstlichen (vermeidenden) Persönlichkeitsstörung. Schon bei geringen Anforderungen, vor allem im zwischenmenschlichen Bereich oder bei unbekannten Situationen, leide sie an starken Anspannungs- und emotionalen Unruhezuständen, die zu dissoziativem Erleben, Panikattacken, psychotischen Symptomen sowie Zwangsgedanken und -handlungen führen könnten. Belastbarkeit und Anpassungsfähigkeit seien deutlich eingschränkt. Diese Symptomatik habe bereits im Zeitpunkt der Verfügung vom 31. Mai 2010 vorgelegen. Zwar treffe zu, wie die Beschwerdeführerin geltend mache, dass die psychiatrischen Dienste im Bericht vom 21. Dezember 2017 namentlich eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode mit psychotischen Symptomen (ICD-10 F33.3), differentialdiagnostisch eine akute vorübergehende psychotische Störung (ICD-10 F23), festgehalten hätten. Die diesen Diagnosen zugrunde liegenden Befunde könnten sich allerdings nur auf die Anfangszeit des Klinikaufenthalts bezogen haben. Zum Psychostatus bei Klinikaustritt werde festgehalten, die depressive Symptomatik habe sich deutlich gebessert (weitgehend intakte Konzentration, Merkfähigkeit und Gedächtnis; keine formalen Denkstörungen, sondern höchstens leichtgradige Verlangsamung; deutlich aufgehellte, ausgeglichene und stabile Grundstimmung; keine Antriebsstörung; deutliche Besserung der Ängste; kein Vermeidungsverhalten; im Allgemeinen deutlich gebesserter Schlaf). Im Vergleich zum Gesundheitszustand im Zeitpunkt der Verfügung vom 31. Mai 2010 zeige sich eher eine Verbesserung des Beschwerdebildes. Sodann hat die Vorinstanz erwogen, die Beschwerdeführerin habe im Zeitraum vor Erlass der Verfügung vom 31. Mai 2010 nach durchgeführten beruflichen Eingliederungsmassnahmen auf dem ersten Arbeitsmarkt (unter anderem Praktikum als Büroangestellte bei der Gemeindeverwaltung X.________) eine Arbeitsfähigkeit von 50 % erreichen können. Daher sei die Schlussfolgerung der psychiatrischen Dienste, die Beschwerdeführerin sei lediglich in einem geschützten Rahmen einsetzbar, nicht nachzuvollziehen. Es handle sich dabei angesichts der weitgehend unveränderten medizinischen Situation um eine andere Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts, was revisionsrechtlich unbeachtlich sei. Abschliessend hat das kantonale Gericht erkannt, die Beschwerdeführerin sei abgesehen von der vorübergehenden Verschlechterung des Gesundheitszustandes, aufgrund dessen sie ab dem 23. August bis zum 17. November 2017 stationär habe betreut werden müssen als nach wie vor auf dem ersten Arbeitsmarkt in einer den psychischen Beeinträchtigungen angepassten Erwerbstätigkeit zu 43 % (4 Tage à 4.5 Stunden) arbeitsfähig zu betrachten. Der gemäss Art. 16 ATSG vorzunehmende aktualisierte Einkommensvergleich ergebe unverändert einen Invaliditätsgrad von 66 %.