Citation: 7B_223/2022 E. 5.4

5.4. Die Vorinstanz verneint einen Härtefall. Sie berücksichtigt, dass der in Tunesien geborene und aufgewachsene Beschwerdeführer erst mit 30 Jahren in die Schweiz eingereist ist, seine erste Ehe mit einer Schweizerin wie auch seine zweite Ehe mit einer Tunesierin geschieden wurden und dass aus der zweiten Ehe ein Kind hervorging. Weiter berücksichtigt sie, dass die zweite Ex-Frau mit dem Kind in Tunesien lebt, gleich wie seine Mutter, zwei Brüder und eine Schwester und er aus Tunesien finanziell unterstützt wird. Sodann zieht die Vorinstanz bei ihrer Beurteilung mit ein, dass der Beschwerdeführer in der Schweiz nicht besonders gut sozial integriert ist, hier weder Verwandte noch Schweizer Kollegen hat und er in der Schweiz lediglich Kontakte zu Landsleuten pflegt. Die Vorinstanz berücksichtigt weiter auch die relativ neue Beziehung des Beschwerdeführers mit einer Frau und dass er im Zeitpunkt des erstinstanzlichen Urteils auf Sozialhilfe angewiesen war, jedoch seit dem 1. April 2021 wieder arbeitet, wobei er bei einem geringen Nettoeinkommen gleichzeitig beträchtliche Schulden hat und in der Schweiz mehrfach straffällig geworden ist. Die Resozialisierungschancen schätzt die Vorinstanz als intakt ein, zumal der Beschwerdeführer während der Coronazeit für fast fünf Monate in seine Heimat zurückgereist ist. Namentlich geht sie davon aus, die familiären bzw. sozialen Bindungen lägen eher in Tunesien als in der Schweiz. Diese vorinstanzliche Würdigung hält vor Bundesrecht stand. Dass die Vorinstanz massgebende Kriterien unberücksichtigt gelassen oder falsch gewürdigt hätte, trifft nicht zu. Auf die Ausführungen des Beschwerdeführers zur fakultativen Landesverweisung ist nicht einzutreten, da diese nicht Gegenstand des angefochtenen Entscheids bildet. Nicht zutreffend ist der Vorwurf, die Vorinstanz habe bezüglich seiner sozialen Kontakte sachfremde Kriterien (nämlich die Herkunft der Kollegen) in ihre Würdigung miteinbezogen. Auch das geringe Einkommen bei hohen Schulden durfte die Vorinstanz als eines mehrerer Sachverhaltselemente berücksichtigen. Die Gesamtwürdigung, es liege kein Härtefall vor, ist nicht zu beanstanden.