Citation: 6B_838/2014 E. 2.2

2.2. Die Vorinstanz erwägt (Urteil, S. 59 ff.), die Beschuldigten hätten unter Zuhilfenahme eines Firmenkonstrukts in koordinierter Art und Weise zusammengewirkt, um die involvierten Banken zum Abschluss von Baukreditverträgen zu veranlassen. Alsdann hätten sie - ebenfalls koordiniert und unter Vorlage fiktiver Belege - darauf hingewirkt, Gelder aus diesen Baukrediten erhältlich zu machen mit der Absicht, den Grossteil der Kredite nicht für den Umbau der Liegenschaften, sondern für private Zwecke zu verwenden. Im Fall T.________ hätten die Beschuldigten der geschädigten Bank einen detaillierten Kostenvoranschlag eines Architekten, d.h. einer qualifizierten Drittperson, einen Mieterspiegel mit Renditeberechnungen sowie das Protokoll der ausserordentlichen Generalversammlung der A.________ AG betreffend eine (fingierte) Kapitalerhöhung um Fr. 200'000.-- vorgelegt. Ebenso hätten sie sämtliche Verträge einschliesslich eines Treuhandvertrags unterzeichnet und damit nach aussen ihr Einverständnis mit den Vertragsbedingungen erklärt. Allein dieses Verhalten sei als arglistig zu bezeichnen, zumal es die Verwendung gefälschter Urkunden eingeschlossen habe. Auch sei der von Anfang an fehlende Wille der Beteiligten, sich an den Vertrag zu halten, für die Bank als "innere Tatsache" nicht erkennbar gewesen. Sodann habe der Beschwerdeführer im Rahmen der Kreditauszahlung auf Nachfrage der Bank nähere Informationen über den (angeblichen) Zweck der einzelnen Zahlungen geliefert, damit diese ausgelöst wurden. Im Fall U.________ sei das Vorgehen der Beschuldigten im Wesentlichen identisch gewesen. Auch hier seien Projektunterlagen eines Architekten eingereicht, ein Treuhandvertrag unterzeichnet und die Zahlung von mehreren Tranchen unter Verwendung fiktiver Rechnungen ausgelöst worden. Ob das Opfer jegliche Sorgfalt habe vermissen lassen bzw. ob es leichtfertig gehandelt habe, hänge weitgehend auch davon ab, welchen Aufwand die Täterschaft betreibe. Dieser sei vorliegend erheblich gewesen. Ausserdem habe die A.________ AG bis zum Schluss die Zinsen für die Baukredite gezahlt, was zusätzlich Vertrauen geschaffen habe. Und schliesslich dürfe eine Bank grundsätzlich von legalem Wirtschaften ihrer Klientel ausgehen und müsse nicht hinter allem einen Betrug vermuten. Die Kreditverträge seien auch nicht unsorgfältig abgeschlossen worden, habe die Bank doch nur drei von insgesamt neun Kreditgesuchen bewilligt. Dass die Bank im Fall T.________ trotz Vorsprache des damaligen Geschäftsführers der A.________ AG weitere Zahlungen aus dem Kredit geleistet habe, stelle ebenfalls kein grundlegendes Fehlverhalten dar. Aufgrund der emotionalen Verfassung des Geschäftsführers sei die Bank nachvollziehbar davon ausgegangen, der Auslöser seien lediglich interne Differenzen mit der A.________ AG gewesen. Sämtliche bisherigen Zahlungsaufträge seien bis zu diesem Zeitpunkt rechtsgültig unterzeichnet worden, und es hätten keine Anhaltspunkte für Unstimmigkeiten bei der Zahlungsabwicklung bestanden. Ausserdem habe ein Mitarbeiter vor Ort bestätigt, dass an der Liegenschaft gearbeitet werde. Die Bank habe überdies mit weiteren Verantwortlichen der A.________ AG Rücksprache genommen, die ihre Bedenken offenbar hätten zerstreuen können. Damit sei die geschädigte Bank den Ursachen für die durch den damaligen Geschäftsführer ausgesprochene Warnung durchaus nachgegangen. In einem späteren Schreiben der A.________ AG sei sodann von internen Auseinandersetzungen mit dem - in der Folge zurückgetretenen - Geschäftsführer die Rede gewesen. Unter diesen gesamten Umständen habe die Bank ihre Schlussfolgerung jedenfalls nicht leichtfertig gezogen. Dass die Bank die Baustellen nicht einer stetigen Kontrolle vor Ort unterzogen habe, sei ihr nicht vorzuwerfen. Entsprechendes könne von einer Bank nicht verlangt werden. Mit der Zweckgebundenheit des Baukredits werde bereits eine gewisse Vorkehr zur Sicherung der Kreditrückzahlung getroffen, und dass eine Bank das Eigentum an einer Immobilie überprüfe, die für den Kreditentscheid massgebenden Unterlagen einverlange, den Antrag prüfe und von ihren Mitarbeitern vor Ort eine Stellungnahme zur Liegenschaft einhole, müsse zur Wahrnehmung ihrer Sorgfaltspflichten genügen.