Citation: 6A.14/2005 24.09.2005 E. 5

Der Beschwerdeführer rügt schliesslich eine Verletzung des Beschleunigungsgebots und des Art. 30 Abs. 2 VZV (Beschwerde S. 12 ff.). Jede Person hat Anspruch auf Beurteilung innert angemessener Frist (Art. 29 Abs. 1 BV). Die Entzugsbehörde kann bei Verstreichen einer verhältnismässig langen Zeit seit dem massnahmeauslösenden Ereignis die Massnahmedauer herabsetzen und dabei gegebenenfalls auch die Mindestentzugsdauer unterschreiten sowie im Extremfall von der Anordnung einer Massnahme absehen (BGE 120 Ib 504 E. 4e). Diese Rechtsprechung berücksichtigt, dass der Warnungsentzug wegen seines präventiven und erzieherischen Charakters (Art. 30 Abs. 2 VZV; BGE 129 II 92 E. 2.1) mit der Verkehrsregelverletzung in einem angemessenen zeitlichen Zusammenhang stehen soll (BGE 127 II 297 E. 3d; 120 Ib 504 E. 4d). Die Vorinstanz stellt angesichts der durch Nichtbehandlung des Rekurses vor dem Regierungsrat verursachten Verfahrensdauer (Rekursvernehmlassung vom 20. Juli 2001 bis Entscheid des Regierungsrats vom 8. September 2004; vgl. auch oben Bst. C) eine Verletzung des Beschleunigungsgebots fest (angefochtenes Urteil S. 13 und 15). Die Vorinstanzen berücksichtigen diese Tatsache mit der Herabsetzung der ursprünglich dreimonatigen Entzugsdauer um zwei Drittel auf einen Monat. Damit wurde der überlangen Verfahrensdauer im Rekursverfahren angemessen Rechnung getragen (vgl. BGE 127 II 297 E. 3d). Ein gänzlicher Verzicht auf die Massnahme kommt nicht in Betracht. Es liegt kein unerträglicher Härtefall vor (vgl. BGE 120 Ib 504 E. 4d). Wie die Vorinstanz festhält, drängt sich ein Führerausweisentzug als erzieherische Massnahme auch deshalb auf, weil der neue Vorfall weniger als einen Monat nach Ablauf der früheren Entzugsdauer erfolgte (angefochtener Entscheid S. 15). Eine Verletzung von Bundesrecht ist somit zu verneinen.