Citation: 2P.293/1999 24.03.2000 E. A

A.- Die Gemeinde Guarda erstellte im Jahre 1990 als Be- standteil der damals neu errichteten kommunalen Wasserver- sorgungsanlage ein Kleinwasserkraftwerk (Charal 1), dessen Jahresproduktion im Mittel rund 830'000 kWh beträgt, wovon 280'000 kWh (34 %) im Winter anfallen. Am 4. August 1998 nahm die Gemeinde Guarda ein weiteres kommunales Wasser- kraftwerk (ARA Giarsun) in Betrieb, welches aufgrund eines Gemeindeversammlungsbeschlusses vom 21. August 1995 in Ver- bindung mit einer Bewässerungs- und Kläranlage errichtet worden war (Turbinenanlage im ARA-Gebäude am Inn-Ufer zur Mehrfachnutzung des Wassers des Clozzabaches, der Zuleitung Clozza-Charal sowie der Druckleitung Charal-ARA samt Aus- gleichsspeicherbecken) und jährlich 2'220'000 kWh produ- ziert, wovon rund 858'000 kWh (40 %) im Winter anfallen. Die Gemeinde Guarda, welche die Versorgung der in ihrem Gebiet ansässigen Stromkonsumenten selber betreibt, weist damit pro Jahr einen vorwiegend auf die Sommerperiode entfallenden Produktionsüberschuss von rund 1 Mio. kWh auf. Die Engadiner Kraftwerke AG (nachfolgend: EKW), welche die in einer Korporation zusammengeschlossenen Kon- zessionsgemeinden, worunter die Gemeinde Guarda, mit Energie beliefert, übernahm seit 1991 die aus dem Kleinwasserkraft- werk Charal 1 anfallende Rücklieferungsenergie zu gewissen - inzwischen streitig gewordenen - Bedingungen. Verhandlungen zwischen der Gemeinde Guarda und der EKW über die Übernahme- bedingungen für die in den Werken Charal 1 und ARA Giarsun produzierte Überschussenergie scheiterten im April 1997 endgültig. Auch Verhandlungen mit der - als übergeordnetes Versorgungsunternehmen betrachteten - Elektrizitäts-Gesell- schaft Laufenburg AG führten zu keinem Ergebnis. Die Ge- meinde Guarda gelangte in der Folge gestützt auf Art. 7 Abs. 1 des Energienutzungsbeschlusses vom 14. Dezember 1990 (s.u.) an das Bau-, Verkehrs- und Forstdepartement des Kan- tons Graubünden u.a. mit dem Begehren, es sei festzustellen, dass sie berechtigt sei, die in ihren Kleinwasserkraftwerken produzierte Energie bzw. Überschussenergie an das übergeord- nete Versorgungsunternehmen abzugeben. Die EKW sei zu ver- pflichten, die angebotene Energie abzunehmen, wobei diese ab Inbetriebnahme des Werkes ARA Giarsun mit einem minimalen Jahresmittelpreis von 16 Rp/kWh zu vergüten sei. Das Depar- tement wies das Gesuch mit Verfügung vom 8. Oktober 1998 ab. Das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden bestätigte diesen Entscheid mit Urteil vom 1. Juni 1999 (mitgeteilt am 15. September 1999), soweit es auf den Rekurs eintrat.