Citation: 7B_9/2021 E. 2.3.1

2.3.1. Die Rügen erweisen sich als unbegründet. Der Beschwerdeführer wiederholt weitgehend seine bereits im Berufungsverfahren vorgebrachten Einwände. Die Vorinstanz legt mit ausführlicher und zutreffender Begründung dar, dass in Bezug auf die in Art. 355 Abs. 3 lit. c (Erlass eines neuen Strafbefehls) und d (Anklageerhebung beim erstinstanzlichen Gericht) StPO genannten Vorgehensmöglichkeiten der Staatsanwaltschaft drei Konstellationen zu unterscheiden sind: 1) Es drängen sich für die Staatsanwaltschaft für die vom angefochtenen Strafbefehl erfassten Delikte auf Grund einer geänderten Sach- und/oder Rechtslage ein anderes Strafmass oder andere Sanktionen auf; 2) die Staatsanwaltschaft qualifiziert nachträglich die vom angefochtenen Strafbefehl erfassten Sachverhalte rechtlich anders; 3) es werden neue Straftaten bekannt. Die Staatsanwaltschaft ist in all diesen Fällen nicht an ihren ursprünglichen Strafbefehl gebunden, das Verbot der reformatio in peius gilt nicht. Sie hat je nachdem, ob die neuen Gegebenheiten noch strafbefehlstauglich sind oder nicht, einen neuen Strafbefehl zu erlassen oder aber nach Art. 324 ff. StPO eine selbstständige Anklage beim erstinstanzlichen Gericht zu erheben (vgl. Franz Riklin, in: Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, 2. Aufl. 2014 [nachfolgend: Kommentar StPO], N. 4 zu Art. 355 StPO).