Citation: 9C_595/2015 E. 2.2.2

2.2.2. Es erscheint überspitzt formalistisch, dem Beschwerdeführer vorzuwerfen, er habe sich nicht an den die beiden Verwaltungsräte betreffenden Einspracheverfahren beteiligt, nur weil er nicht die Abweisung der entsprechenden Rechtsvorkehren beantragt hatte, zumal ihm gar nie nachdrücklich eine Frist für eine Stellungnahme zu den Einsprachen eingeräumt worden war. Damit unterscheidet sich die vorliegende Situation klar vom Sachverhalt, der dem im angefochtenen Entscheid erwähnten BGE 134 V 306 zugrunde lag. Dort hatte die beschwerdeführende Person im Einspracheverfahren unmissverständlich die Entlassung auch der übrigen Mitglieder der Verwaltung der in Konkurs gegangenen Genossenschaft aus der Verantwortlichkeit verlangt. Indem sie nachträglich beschwerdeweise die von der Ausgleichskasse in der Folge entschiedene Haftungsbefreiung der anderen Verwaltungsmitglieder beanstandete, setzte sie sich dem Vorwurf des Treu und Glauben widersprechenden "venire contra factum proprium" aus (E. 4.3.1 S. 314). Etwas Derartiges ist jedoch im hier zu beurteilenden Fall nicht auszumachen. Gerade wenn sich, wie vorliegend, die Beteiligung an einem Einspracheverfahren eines solidarisch Mitverpflichteten im Rahmen einer Haftung gemäss Art. 52 AHVG auf den Antrag auf Bestätigung jener Verfügung reduzierte, kann vom Beschwerdeführer nicht verlangt werden, sich mit expliziten Anträgen an den Einspracheverfahren der beiden solidarisch Mitverpflichteten zu beteiligen, um sein Recht auf anschliessende Beschwerdeerhebung zu erhalten. Dies gilt umso mehr, wenn effektiv zu keinem Zeitpunkt Frist für eine Stellungnahme zu den Einsprachen der solidarisch Mitverpflichteten angesetzt worden war.