Citation: 6B_1216/2021 E. 3.2

3.2. Die Vorinstanz hält fest, der Beschwerdeführer sei die wichtigste Bezugsperson der Beschwerdegegnerin 2 gewesen, was ihm bewusst gewesen sei. So habe er selber betont, ausser ihm habe sich niemand wirklich um die Beschwerdegegnerin 2 kümmern können. Diese hätte eigentlich eine viel engmaschigere Betreuung gebraucht, als ihr das Wohnheim habe bieten können. Die Beschwerdegegnerin 2 habe in ihm eine Vaterfigur gesehen. Der Beschwerdeführer habe u.a auch gewusst, dass sie bereits früher sexuell missbraucht worden sei. Dass sie ihm dies anvertraut habe, bezeuge das grosse Vertrauen, das sie in ihn gehabt habe. Dieses Vertrauensverhältnis habe der Beschwerdeführer bewusst dazu ausgenutzt, um mit der Beschwerdegegnerin 2 ein sexuelles Verhältnis einzugehen. Dabei habe er gezielt die Distanz zu ihr durch Berührungen mit zunehmender Intensität abgebaut. Dass die Beschwerdegegnerin 2 vom Beschwerdeführer abhängig gewesen sei, sei anhand ihrer glaubhaften Aussagen - aber auch aufgrund der Aussagen des Beschwerdeführers - offensichtlich. Die Vorinstanz erachtet es ebenso als erstellt, dass die Beschwerdegegnerin 2 nur aufgrund dieses Abhängigkeitsverhältnisses in die sexuellen Kontakte mit dem Beschwerdeführer eingewilligt habe. Sie habe den Sex mit ihm eigentlich nicht gewollt, es sei ihr unangenehm gewesen und habe sie teilweise "gruset"; sie habe sich jedoch nicht getraut, Nein zu sagen. Dies sei dem Beschwerdeführer bewusst gewesen. Weiter erwägt die Vorinstanz, in sexueller Hinsicht sei die Initiative stets vom Beschwerdeführer ausgegangen. Er habe der Beschwerdegegnerin 2 Vorwürfe gemacht, als sie sich letztlich zufolge Schmerzen gegen den Vaginalverkehr gewehrt habe. Auch dafür, dass sich die Beschwerdegegnerin 2 vor dem Oralverkehr geekelt habe, habe der Beschwerdeführer kein Verständnis gehabt. Diesem sei die Vulnerabilität der Beschwerdegegnerin 2 aufgrund seiner langjährigen Berufserfahrung und dem Wissen, das er über sie gehabt habe, stets bewusst gewesen. Er habe sich daher der mehrfachen sexuellen Handlungen mit Anstaltspfleglingen, begangen ab November 2013 (die vorgängigen harmlosen Umarmungen seien nicht als sexuelle Handlungen zu qualifizieren) bis am 13. Februar 2015 schuldig gemacht.