Citation: K 55/99 02.05.2000 E. 3

3.- Zu prüfen ist zunächst, wie es sich hinsichtlich der Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin für die stationäre Behandlung in der Klinik X.________ vom 1. bis 25. Mai 1994 verhält. a) Die Leistungspflicht für Heilanstaltsbehandlung gemäss Art. 12 Abs. 2 Ziff. 2 KUVG setzt voraus, dass eine Krankheit vorliegt, welche eine Spitalbehandlung erforderlich macht. Spitalbedürftigkeit in diesem Sinne ist einerseits dann gegeben, wenn die notwendigen diagnostischen und therapeutischen Massnahmen nur in einem Spital zweckmässig durchgeführt werden können, anderseits auch dann, wenn die Möglichkeiten ambulanter Behandlung erschöpft sind und nur noch im Rahmen eines Spitalaufenthaltes Aussicht auf einen Behandlungserfolg besteht. Dabei kann eine Leistungspflicht für den Spitalaufenthalt auch dann bestehen, wenn der Krankheitszustand des Versicherten einen solchen nicht unbedingt erforderlich macht, die medizinische Behandlung jedoch wegen besonderer persönlicher Lebensumstände nicht anders als im Spital durchgeführt werden kann (BGE 120 V 206 Erw. 6a mit Hinweisen). b) Die Vorinstanz hat die Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin für den streitigen Klinikaufenthalt im Wesentlichen mit der Begründung verneint, dass die ärztliche Einweisungsverordnung auf einen Kuraufenthalt und nicht auf eine ärztliche Behandlung in einer Heilanstalt gemäss Art. 12 Abs. 2 Ziff. 2 KUVG gelautet habe. Sie stützt sich dabei auf die "Ärztliche Kurverordnung" von Dr. D.________ vom 9. März 1994, mit welcher eine "Erholungskur" von vier Wochen in der Klinik X.________ mit gewünschtem Kurbeginn am 2. Mai 1994 verschrieben wurde. In der Folge bestätigte Dr. D.________ allerdings eine Spitalbedürftigkeit (Schreiben vom 21. März 1994). Im Gutachten von Prof. E.________ vom 19. März 1997 wird die Notwendigkeit einer stationären Behandlung unter Annahme eines mittelschweren Krankheitsschubs in der Zeit vor dem Klinikaufenthalt bejaht, jedoch offen gelassen, ob eine Behandlung in der Klinik X.________ angezeigt war. Im Ergänzungsgutachten vom 23. Dezember 1997 wird die Notwendigkeit einer Klinikeinweisung als Ermessensfrage und die Klinik X.________ als für die Behandlung einer entzündlichen Darmkrankheit als geeignet bezeichnet. Im Lichte der vorhandenen Arztberichte bleibt fraglich, inwieweit vor dem Klinikaufenthalt eine Notwendigkeit zu einer stationären Behandlung bestanden hat. Wie es sich damit verhielt, kann indessen offen bleiben, weil die Beschwerdegegnerin für den Klinikaufenthalt auch bei an sich gegebener Spitalbedürftigkeit nur aufzukommen hat, sofern er zur Durchführung diagnostischer und therapeutischer Massnahmen erforderlich war, für welche sie leistungspflichtig ist. Diesbezüglich wird in einem Schreiben der Klinik X.________ zuhanden des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin vom 1. Mai 1995 zwar ausgeführt, im Rahmen des Klinikaufenthaltes habe die klassisch-schulmedizinische Behandlung im Vordergrund gestanden, während die komplementärmedizinischen Massnahmen lediglich ergänzend durchgeführt worden seien. Diese Sachverhaltsdarstellung findet in den Akten indessen keine Stütze. Aufgrund des Austrittsberichts der Klinik vom 6. Juni 1994 ist vielmehr davon auszugehen, dass der Klinikaufenthalt überwiegend der Durchführung alternativ- oder komplementärmedizinischer Massnahmen erfolgte, zu welchem Zweck sich die Beschwerdeführerin ihren Angaben zufolge denn auch in die Pflege seitens dieser Klinik begeben hat (Protokoll der Hauptverhandlung vor dem Versicherungsgericht des Kantons Solothurn vom 2. Februar 1999). Den in den Akten enthaltenen Rechnungsbelegen ist zu entnehmen, dass vorab Eigenbluttherapie nach Höveler, Ozonbehandlung, Colonhydrotherapie, Darminsufflation, Moxatherapie, Leberwickel, und Fussreflexzonenmassage durchgeführt wurde. Dabei handelt es sich um Massnahmen, für welche die Beschwerdegegnerin weder im Rahmen der Grundversicherung noch der bestehenden Zusatzversicherungen aufzukommen hatte. Dass daneben auch schulmedizinische Massnahmen durchgeführt wurden, vermag zu keinem andern Schluss zu führen. Einerseits handelte es sich um diagnostische oder therapeutische Massnahmen (wie Laboruntersuchungen, Injektionen und Infusionen), die in Zusammenhang mit der Durchführung der alternativ-medizinischen Massnahmen erforderlich waren; anderseits ging es um Vorkehren (Verabreichung von Spurenelementen und Vitaminen, Diät, Psychotherapie), die ebenso gut ambulant hätten durchgeführt werden können. Im Rahmen des gesamten Behandlungskomplexes standen eindeutig die Nichtpflichtleistungen im Vordergrund, weshalb die Beschwerdegegnerin für den Klinikaufenthalt nicht aufzukommen hat (BGE 120 V 212 Erw. 7b). c) Nach dem Gesagten hat die Vorinstanz das Begehren um Verpflichtung der Beschwerdegegnerin zur Kostenübernahme des Klinikaufenthaltes vom 1. bis 25. Mai 1994 zu Recht abgelehnt. Zu bestätigen ist der angefochtene Entscheid auch insoweit, als die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen wurde, damit sie über die Leistungspflicht unter dem Titel eines Kuraufenthaltes verfüge. Zu einem Abgehen vom vorinstanzlichen Entscheid in dem Sinne, dass im vorliegenden Verfahren abschliessend über die entsprechenden Leistungen zu entscheiden ist, besteht entgegen dem Beschwerdeantrag kein Anlass.