Citation: H 62/99 03.08.2000 E. 5

5.- Nach den Feststellungen der Vorinstanz hat O.________ die den strittigen Provisionen zu Grunde liegenden Liegenschaftstransaktionen (Kauf und Verkauf von Grundstücken) mit dem Ziel getätigt, der im Bereich der Architektur tätigen Beschwerdeführerin Aufträge zu beschaffen. O.________ mag als Partei der fraglichen Grundstückskaufverträge aufgetreten sein und der damit verbundene grosse Investitionsbedarf als Indiz für selbstständige Erwerbstätigkeit gelten (BGE 122 V 172 Erw. 3c). Vorliegend ist indes zu berücksichtigen, dass sowohl auf Seiten Provisionszahler wie -empfänger mit O.________ letztlich die gleiche Person das wirtschaftliche Risiko - und die damit einhergehenden Chancen - trug. Daher kann von einer selbstständigen Erwerbstätigkeit des O.________, in seinem hier zur Beurteilung anstehenden Verhältnis zur X.________ AG, nicht die Rede sein. Die Provisionszahlungen wurden nach Darstellung der Beschwerdeführerin denn auch geleistet, um die grosse Zinslast (Fremdkapitalzinsen) und die Verluste (durch Wertzerfall) abzugelten, die O.________ als Liegenschaftenhändler tragen musste. Die Vermittlungstätigkeit des O.________ für die von ihm kontrollierte Gesellschaft ist damit im Ergebnis als eine besondere Art der Akquisitionstätigkeit für die von ihm beherrschte Beschwerdeführerin zu sehen. Wenn die Vorinstanz die Provisionszahlungen vor dem Hintergrund der engen wirtschaftlichen Verflechtung von O.________ einerseits und der von ihm als Alleinaktionär vollumfänglich kontrollierten Beschwerdeführerin andererseits beitragsrechtlich als massgeblichen Lohn qualifizierte, so verletzt dies Bundesrecht nicht. Den Vorbringen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde ist in grundsätzlicher Hinsicht entgegenzuhalten, dass die in Art. 23 Abs. 4 AHVV angeordnete Bindungswirkung sich nur auf die Bemessung des massgebenden Einkommens und des im Betrieb investierten Eigenkapitals bezieht. Demgegenüber wird die hier strittige beitragsrechtliche Qualifikation des Einkommens davon nicht erfasst. Hierüber haben Ausgleichskasse und Sozialversicherungsrichter auf Grund des AHV-Rechts selbstständig zu befinden (BGE 121 V 83 Erw. 2c, 114 V 75 Erw. 2, 110 V 86 Erw. 4 und 370 Erw. 2a, 102 V 30 Erw. 3b mit Hinweisen). Deshalb ist die Rüge unbegründet, Beitragsverfügungen seien erst nach rechtskräftiger Bundessteuerveranlagung zulässig. Laut Beschwerdeführerin und nach den Akten ist weiter davon auszugehen, dass die strittigen Provisionen im Jahre 1992 (Fr. 450'000. -) von den Steuerbehörden nicht als verdeckte Gewinnausschüttung qualifiziert wurden. Nach der Beschwerdeführerin ist dies auch im Rahmen der noch ausstehenden Steuerveranlagungen für die Jahre 1993 und 1994 nicht zu erwarten. Selbst wenn jedoch die Steuerbehörden auf verdeckte Gewinnausschüttungen schliessen würden, bestände unter Berücksichtigung der hier gegebenen spezifischen Umstände (besondere Art der Akquisitionstätigkeit bei enger wirtschaftlicher Verflechtung von Gesellschaft und diese kontrollierendem Einzelfirmist) AHV-rechtlich kein Anlass, von beitragsfreiem Kapitalertrag auszugehen.