Citation: 1P.516/2000 07.09.2000 E. 2

2.- Untersuchungshaft kann im Kanton Zürich (u.a.) angeordnet werden, wenn der Angeklagte eines Vergehens oder Verbrechens dringend verdächtig ist und Fluchtgefahr besteht (§ 58 der Zürcher Strafprozessordnung vom 4. Mai 1919; StPO). Liegt ausser dem allgemeinen Haftgrund des dringenden Tatverdachts einer der besonderen Haftgründe vor, steht einer Inhaftierung auch unter dem Gesichtswinkel der persönlichen Freiheit grundsätzlich nichts entgegen. a) In formeller Hinsicht wirft der Beschwerdeführer dem Haftrichter vor, seine Begründungspflicht verletzt zu haben, indem er sich mit seinen Argumenten gegen die Annahme von Fluchtgefahr - seine familiäre Verwurzelung in der Schweiz und sein schlechter Gesundheitszustand - nicht wirklich auseinander gesetzt, sondern unbesehen die Argumentation der Anklagebehörde übernommen habe. b) Aus dem bisher aus Art. 4 aBV abgeleiteten, neu in Art. 29 Abs. 2 BV garantierten Anspruch auf rechtliches Gehör ergibt sich für den Richter die Pflicht, seinen Entscheid zu begründen (BGE 126 I 15 E. 2a/aa S. 17). Er muss wenigstens kurz die wesentlichen Überlegungen darlegen, von denen er sich dabei hat leiten lassen, sodass der Betroffene den Entscheid in voller Kenntnis der Sache anfechten kann. Dabei muss sich der Richter nicht mit allen tatsächlichen Behauptungen und rechtlichen Einwänden auseinander setzen. Er kann sich vielmehr auf die für seinen Entscheid erheblichen Gesichtspunkte beschränken (BGE 122 IV 8 E. 2c; 121 I 54 E. 2c je mit Hinweisen). c) Dem angefochtenen Entscheid lässt sich entnehmen, weshalb der Haftrichter Fluchtgefahr bejaht, nämlich weil er die Bindung des Beschwerdeführers an die Schweiz für schwach und die Beziehungen zu Guyana für ausreichend stark hält, um eine Flucht dorthin als wahrscheinlich erscheinen zu lassen. Diese Begründung genügt den verfassungsrechtlichen Minimalanforderungen; ob sie einer materiellen Überprüfung standhält oder nicht, ist keine Frage des rechtlichen Gehörs. Die Gehörsverweigerungsrüge ist unbegründet.