Citation: 8C_460/2010 04.01.2011 E. 4

4.1 Die Beschwerdeführerin vertritt den Standpunkt, es sei unzulässig, den Umstand ihrer Verwitwung als Anlass zu einer Neuberechnung der Komplementärrente zu nehmen und macht geltend, dies entspreche im Ergebnis auch dem Urteil des Bundesgerichts 8C_607/2008 vom 22. Juli 2009. Dabei übersieht sie allerdings, dass es sich nicht um den gleichen Sachverhalt handelt. Dort bewirkte die nach dem Unfallereignis eingetretene Verwitwung keine Erhöhung der Invalidenrente (E. 2.5). Im vorliegenden Fall verhält es sich jedoch anders: Die Verwitwung führte zu einer Änderung der Berechnungsgrundlagen für die Invalidenversicherung, so dass die Beschwerdegegnerin zu Recht eine Neuberechnung der Komplementärrente gemäss Art. 33 Abs. 2 lit. b UVV vornahm. Die Beschwerdeführerin kann sich auch nicht darauf berufen, ihre Verwitwung stelle einen unfallfremden Faktor dar. Indem sich dieser Faktor auf die Berechnung der IV-Rente der Invalidenversicherung auswirkt, ändern sich vielmehr die Berechnungsgrundlagen. Sodann verhält sich die Beschwerdeführerin letztlich inkonsequent, wenn sie am 23. Januar 2009 - also drei Tage vor dem Tod ihres Ehemannes am 26. Januar 2009 - explizit verlangte, ihre Komplementärrente wegen der Plafonierung der Rente aus Invalidenversicherung anzupassen, dies dann aber bei Wegfall der Plafonierung nicht mehr gelten lassen will. Beim Zuspruch einer ganzen Invalidenrente an den Ehemann der Beschwerdeführerin und der damit bewirkten Plafonierung der Invalidenrente handelt es sich ebenfalls um einen vom Unfallereignis unabhängigen Faktor, der trotzdem zu einer Anpassung der Komplementärrente führte. Dabei ist der Beschwerdeführerin korrekt eine ab 1. Oktober 2008 von Fr. 1'243.- auf Fr. 1'582.- erhöhte Komplementärrente zugesprochen worden, um die durch die Plafonierung bewirkte Reduktion der Invalidenrente aus Invalidenversicherung auszugleichen, soweit dies den erwerblichen Teil betrifft. Daher ist es schon aus Gründen der Konsequenz angezeigt, anschliessend bei Wegfall der Plafonierung wiederum eine Anpassung der Komplementärrente vorzunehmen und dabei den auf den erwerblichen Teil bezogenen Betrag der neu ausgerichteten Invalidenrente aus Invalidenversicherung ab 1. Februar 2009 zur Anrechnung zu bringen. Die von der Beschwerdegegnerin in ihrer Verfügung vom 1. April 2009 vorgenommene Komplementärrentenberechnung erweist sich somit für den (unangefochten gebliebenen) Zeitraum ab 1. Oktober 2008 bis 31. Januar 2009 wie auch für den im Streit liegenden Zeitraum ab 1. Februar 2009 als korrekt. 4.2 Die Beschwerdeführerin will eventualiter den Verwitwetenzuschlag, der ihr gemäss Art. 36 IVG i.V. mit Art. 35 bis AHVG in der Höhe von 20 % ausgerichtet wird, bei der Komplementärrentenberechnung ausser Acht lassen. Sie verlangt dementsprechend eine höhere Komplementärrente von Fr. 1'243.- zuzüglich Teuerungszulage pro Monat. Wie bereits dargelegt (vgl. E. 2.2) ist aus Art. 20 Abs. 2 UVG kein allgemeiner Kongruenzgrundsatz ableitbar. Dieser gilt lediglich soweit, als ihn der Verordnungsgeber vorsieht. Eine Ausnahme, wie sie die Beschwerdeführerin bezüglich des Verwitwetenzuschlags vorsehen will, ist aus Art. 32 UVV nicht ersichtlich. Daher hat in Anwendung von Art. 33 Abs. 2 lit. b UVV eine vollständige Anrechnung der der Beschwerdeführerin ausgerichteten Invalidenrente aus Invalidenversicherung bei der Komplementärrentenberechnung stattzufinden, soweit dies nicht durch Art. 32 UVV eingeschränkt wird. Letzteres wurde von der Beschwerdegegnerin korrekt berücksichtigt, indem lediglich eine Anrechnung der Rente aus Invalidenversicherung zu 85 % stattfand. Eine diesbezügliche Verordnungslücke (vgl. E. 3.3 vorne) liegt nicht vor und es wird von der Beschwerdeführerin auch nicht dargetan, inwiefern eine solche bestehen sollte. Somit ist die Beschwerde sowohl bezüglich des Hauptantrags als auch des Eventualantrags abzuweisen.