Citation: 8C_393/2021 E. 5.1

5.1. Im Abklärungsbericht vom 23. Juli 2020 wird über schwere, kachelnde Atemgeräusche bei teilweise fehlendem Schluck- und Würgereflex des Beschwerdegegners berichtet. Bei ihm müsse - bei der gleichen Behandlungsintensität am Tag und in der Nacht - im Durchschnitt zweimal pro Stunde für zwei Minuten Sekret oral absaugt werden. Betreffend das Monitoring in der Nacht und die Sauerstofftherapie bei Bedarf stellte die Abklärungsperson fest, im Durchschnitt sei aufgrund eines Sauerstoffsättigungsabfalls unter 85 % zweimal in der Woche Sauerstoff via Maske sowie Kontrollen von zweimal zehn Minuten pro Woche nötig. Dies berücksichtigte die Abklärerin im Rahmen des täglichen Mehraufwandes bei der Behandlungspflege (96 Minuten für das Absaugen des Sekrets, acht Minuten für das An-/Abhängen des Monitors in der Nacht, drei Minuten für das Anlegen und Kontrollieren d er Sauer stoffmaske). Eine Überwachung im Sinne des Gesetzes sei nicht nötig. Aufgrund des Alters des Kindes sei dieses noch nicht fähig, Aspekte der Selbst- und Fremdgefährdung einzuschätzen und aus eigenem Antrieb abzuwenden. Jedes Kind sei in einem gewissen Mass der Selbst-/Fremdgefährdung ausgesetzt; der Bereich sei in der Regel ab sechs Jahren anzurechnen. In der ergänzenden Stellungnahme vom 1. Dezember 2020 führte die Abklärungsperson aus, dass das KSIH festlege, eine Überwachung sei erst ab sechs Jahren, in Sonderfällen ab vier Jahren anzunehmen.