Citation: 2C_1022/2020 E. 6.3.2

6.3.2. In Bezug auf die vorliegend angewandte Methodik ist festzuhalten, dass Art. 130 Abs. 2 DBG keine bestimmte Methodik vorschreibt. Auch im Rahmen der ermessensweisen Veranlagung eines Selbständigerwerbenden hat die Steuerbehörde sich am Ziel zu orientieren, mit ihrer Schätzung zu einem möglichst realitätsnahen Ergebnis zu gelangen. Die Erreichung dieses Ziels wird freilich wesentlich erschwert, wenn der Selbständigerwerbende seiner Mitwirkungspflicht wie vorliegend in keiner Art und Weise nachkommt (vgl. Urteil 2C_435/2017 vom 18. Februar 2019 E. 2.2.4 f.). Vor diesem Hintergrund ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz trotz erheblicher betraglicher Schwankungen vom Mittelwert des satzbestimmenden Einkommens von Fr. 816'000.-- ausging und das steuerbare Einkommen tiefer bzw. auf Fr. 500'000.-- und das satzbestimmende Einkommen höher bzw. auf Fr. 1 Mio. festsetzte. Jedenfalls sind keine groben konzeptionellen Fehler zu konstatieren, welche, sofern die ermessensweise Veranlagung rechtzeitig angefochten worden wäre, überhaupt erst ein Einschreiten des Bundesgerichts nach sich gezogen hätten (vgl. Urteile 2C_890/2018 vom 18. September 2019 E. 4.3 mit Hinweisen; 2C_435/2017 vom 18. Februar 2019 E. 2.1 und 2.3.1). Von Nichtigkeit der Ermessensveranlagung (vgl. E. 3 oben) kann damit erst recht nicht die Rede sein.