Citation: 2A.750/2005 10.01.2006 E. 3

Wie die Vorinstanz zutreffend ausgeführt hat, kann der Steuerpflichtige eine Ermessensveranlagung nur wegen offensichtlicher Unrichtigkeit anfechten, wobei er seine Einsprache zu begründen und allfällige Beweismittel zu nennen hat (vgl. Art. 132 Abs. 3 DBG für das Bundesrecht; für das kantonale Recht Art. 191 Abs. 3 und Abs. 5 StG/BE sowie Art. 48 Abs. 2 StHG). Ist die Ermessensveranlagung die Folge davon, dass der Steuerpflichtige Mitwirkungspflichten im Veranlagungsverfahren nicht erfüllt hat, muss dieser für den Unrichtigkeitsnachweis daher zuallererst die versäumten Mitwirkungshandlungen nachholen, insbesondere die Steuererklärung einreichen. Nach der Rechtsprechung handelt es sich insoweit nicht um eine blosse Ordnungsvorschrift, sondern um eine Prozessvoraussetzung, bei deren Fehlen auf die Eingabe nicht eingetreten wird (BGE 123 II 552 E. 4c S. 557; Urteil 2A.39/2004 vom 29. März 2005, E. 5.2). Die Vorinstanz hat festgehalten, der Beschwerdeführer habe weder während der gesetzlichen Einsprachefrist die Steuererklärung eingereicht noch irgendwelche Gründe geltend gemacht, welche dieses Versäumnis entschuldigen würden. Da diese (unbestrittene) Feststellung nicht offensichtlich unrichtig ist (vgl. Art. 105 Abs. 2 OG), steht nach dem Gesagten fest, dass die Einsprache des Beschwerdeführers den gesetzlichen Formerfordernissen nicht genügte. Mithin sind die Steuerbehörden zu Recht nicht darauf eingetreten und der angefochtene Entscheid des Verwaltungsgerichts ist nicht zu beanstanden