Citation: 4P.116/2005 01.09.2005 E. 3

Der Anspruch auf rechtliches Gehör im Sinne von Art. 29 Abs. 2 BV gewährleistet dem Betroffenen das Recht, sich zu den erheblichen Sachumständen vor Erlass eines Entscheides zu äussern, erhebliche Beweise vorzulegen, mit seinen Beweisofferten zu erheblichen Tatsachen zugelassen zu werden und der Beweisabnahme beizuwohnen oder mindestens sich zum Beweisergebnis zu äussern (BGE 129 II 497 E. 2.2 mit Verweisen). Der Anspruch auf rechtliches Gehör gewährleistet nicht, dass sich die entscheidende Behörde zu jedem einzelnen Vorbringen einer Partei äussert; vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (BGE 126 I 97 E. 2b S. 103 mit Verweisen). Die entscheidende Behörde verletzt den Anspruch auf rechtliches Gehör zudem nicht, wenn sie in vorweggenommener Würdigung beantragter Beweise ohne Willkür zum Schluss gelangt, diese vermöchten am Entscheid nichts zu ändern, weil sie untauglich oder unerheblich sind (BGE 117 Ia 262 E. 4b S. 268 f.; 115 Ia 97 E. 5b S. 101 mit Verweisen). 3.1 Der Beschwerdeführer rügt als willkürliche Anwendung von Art. 117 der Zivilprozessordnung des Kantons Graubünden, dass das Kantonsgericht die von der Beschwerdegegnerin vor der Eröffnung - aber nach dem Entscheiddatum - des angefochtenen Entscheides eingereichten Beweise nicht berücksichtigte. Er legt nicht dar (Art. 90 Abs. 1 lit. b OG), dass und inwiefern die angerufene kantonale Bestimmung ihm weitergehende Verfahrensrechte gewährleisten würde, als die verfassungsrechtliche Garantie von Art. 29 Abs. 2 BV. Mangels hinreichender Begründung ist auf die Rüge nicht einzutreten. 3.2 Der Beschwerdeführer rügt, dass das Kantonsgericht allein auf das von der Beschwerdegegnerin eingelegte Arztzeugnis vom 7. März 2003 abstellte und seinen Beweisantrag auf Einvernahme des Arztes als Zeugen abwies. Die Rüge ist unbegründet, soweit das Gericht in vorweggenommener Würdigung der beantragten Zeugeneinvernahme ohne Willkür zum Schluss gelangen konnte, die Aussage des Arztes als Zeuge würde am Verständnis seines Zeugnisses vom 7. März 2003 nichts ändern. 3.3 Der Beschwerdeführer rügt sodann, das Kantonsgericht habe ihm das rechtliche Gehör verweigert, indem es die Eingaben des Rechtsvertreters der Beschwerdegegnerin, mit welchen dieser unter Beilage ärztlicher Zeugnisse auf einen beförderlichen Entscheid drängte, weder berücksichtigte noch ihm zur Kenntnis brachte. Der Rüge ist nicht zu entnehmen, nach welchen kantonalen Prozessnormen das Kantonsgericht zur Berücksichtigung der Eingaben verpflichtet gewesen wäre (Art. 90 Abs. 1 lit. b OG); in der Nichtberücksichtigung prozessual unzulässiger oder verspäteter Eingaben liegt von vornherein keine Verletzung des verfassungsmässigen Anspruchs auf Gewährung des rechtlichen Gehörs. Nachdem das Kantonsgericht nach den eigenen Vorbringen des Beschwerdeführers in seinem Entscheid die Eingaben der Beschwerdegegnerin völlig unberücksichtigt liess, ist nicht ersichtlich und der Beschwerde auch nicht zu entnehmen (Art. 90 Abs. 1 lit. b OG), inwiefern sich aus Art. 29 Abs. 2 BV eine Verpflichtung ergeben könnte, den Beschwerdeführer dazu anzuhören.