Citation: 5A_412/2023 E. 7.3.1

7.3.1. Die Vorinstanz erwog, das Bezirksgericht habe den Nachweis des Kausalzusammenhangs aufgrund einer Gerichtsexpertise für nicht erbracht gehalten. Der Beschwerdeführer behaupte nicht, dass das Gutachten nicht schlüssig oder nicht nachvollziehbar sei, sondern er beanstande, dass das Bezirksgericht unreflektiert ohne Berücksichtigung weiterer Beweise, etwa Expertisen zum Ausmass der Altersentwertung und Bodenmechanik, darauf abgestellt habe. Das Gutachten beantworte die Frage, welche Schäden auf die Bautätigkeiten zurückzuführen seien, wie folgt (S. 44 Antwort 2) : Eine genaue örtliche Zuordnung der Schäden zu den Bautätigkeiten ist nicht möglich (siehe auch nachfolgende Antworten). Grundsätzlich wurden Schäden während und nach den Bautätigkeiten an den Grundstücken/Liegenschaften festgestellt, die in der Bestandesaufnahme von 2009 nicht festgestellt und dokumentiert worden waren. Es ist mit hoher Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die umfangreichen Bautätigkeiten, wie sie in der vorliegenden Expertise beschrieben sind, zu Schäden geführt haben. Inwieweit diese Schäden allerdings nur durch die Bautätigkeiten entstanden sind oder sie mit der Zeit ohnehin aufgetreten wären, kann nicht beurteilt werden (vgl. auch Abschn. 8.2). In örtlicher Hinsicht liessen sich mithin nach der Bestandesaufnahme von 2009 eingetretene Schäden als Objekte kausaler Erklärungen nicht genau Bautätigkeiten zuordnen. Das Gutachten stelle klar, trotz der hochwahrscheinlichen Disposition der Bautätigkeiten, zu Schäden zu führen, könne nicht beurteilt werden, in welchem Umfang die Schäden nur durch die Bautätigkeiten entstanden oder mit der Zeit "ohnehin" aufgetreten wären, wobei nicht feststellbar sei, in welchem Mass und in welchem Zeitraum dies erfolgt wäre (Gutachten, S. 48 Antwort 6). Es sei nicht ersichtlich, inwiefern an diesen beschränkten Möglichkeiten singulärer Kausalbeurteilung die pauschalen Behauptungen des Beschwerdeführers oder andere Beweise etwas ändern könnten. Die Gutachterin habe keine Verletzungen anerkannter Regeln der Baukunde festgestellt. Dazu, dass Schäden "sehr wahrscheinlich" seien, diese aber natürlicherweise auch ohnehin auftreten könnten, halte die Gutachterin ergänzend fest, dass das Mass der Setzungen nicht im Verhältnis zu den natürlicherweise stattfindenden Konsolidationssetzungen angegeben werden könne. Es sei nicht möglich, die im komplex aufgebauten Baugrund ablaufenden bodenmechanischen Prozesse und Setzungen, die ohne Bauprojekt stattgefunden hätten, im Nachhinein belegbar nachzuvollziehen bzw. zu prognostizieren. Könne aber dieses Verhältnis zwischen natürlich vorkommenden und künstlich durch Tiefbauten ausgelösten Setzungen bodenmechanisch nicht geklärt werden, dann könnten die Bautätigkeiten konkret nicht hinreichend wahrscheinlich mit der logischen Folge "weggedacht" werden, dass die vom Beschwerdeführer beanstandeten Schadensereignisse entfallen würden, weil auch andere Kausalerklärungen im Gutachten für nicht unwahrscheinlich gehalten würden und daher nicht rein hypothetisch seien. Für fehlende bodenmechanische Kompetenzen der Gutachterin decke der Beschwerdeführer keine Anhaltspunkte auf. Daher sei die Kausalität nicht nachgewiesen und es seien auch keine Beweise hinsichtlich der detaillierten Bestimmung der Kosten für die Schadensbehebung sowie das Ausmass der Altersentwertung abzunehmen gewesen.