Citation: 1C_553/2023 E. 1.3.2

1.3.2. Analoges gilt im vorliegenden Fall. Der Interkommunale Richtplan ESP Wankdorf soll vor allem die Entwicklung von Siedlung und Verkehr im Planungsperimeter aufeinander abstimmen; dazu werden die in den nächsten Jahren zusätzlich vorgesehenen Nutzungen aufgezeigt. Es handelt sich um ein Koordinations- und Steuerungsinstrument für die kommunale Nutzungs- und Erschliessungsplanung, dem - wie dieser - keine vorwiegend politische Bedeutung zukommt. Ohnehin kann der interkommunale Richtplan lediglich von der Gemeinde oder einer ihr gleichgestellten öffentlich-rechtlichen Organisation angefochten werden. Dabei richtet sich die Beschwerde nicht gegen den (von der Gemeinde selbst festgesetzten) Richtplaninhalt, sondern den Genehmigungsentscheid des AGR, wenn dieser die Genehmigung ganz oder teilweise versagt oder (wie hier) den Richtplan abändert oder ergänzt. Ob dies die Gemeindeautonomie verletzt, ist eine Rechtsfrage, die der richterlichen Überprüfung zugänglich ist. Dies trifft auch auf die vorliegend streitige Frage zu, ob die Koordination mit der Störfallvorsorge abschliessend und verbindlich in der Nutzungsplanung geregelt werden muss (wie vom AGR festgesetzt) oder teilweise auf das Baubewilligungsverfahren verlagert werden darf (wie die Stadt Bern geltend macht).