Citation: C 272/05 13.12.2005 E. 3.3

3.3.1 Selbst wenn - was nach den zutreffenden vorinstanzlichen Erwägungen nicht erstellt ist - die Beschwerdeführerin den RAV-Mitarbeiter anlässlich des Beratungsgesprächs vom 26. Januar 2004 in der Tat persönlich über ihr beabsichtigtes Angebot einer Temporäranstellung in Kenntnis gesetzt und sich dieser hierzu nicht geäussert hat, vermag dies den Vorwurf schuldhafter Nichtannahme zumutbarer Arbeit im Sinne der Rechtsprechung (Erw. 1 hievor) nicht zu entkräften. Dabei kann unter den gegebenen Umständen offen bleiben, ob der RAV-Mitarbeiter im Lichte der individuellen Beratungspflicht nach Art. 27 Abs. 2 ATSG überhaupt verpflichtet gewesen wäre, die Versicherte anlässlich des persönlichen Gesprächs vom 26. Januar 2004 darauf aufmerksam zu machen, dass ein bloss temporäres Angebot ihrer Arbeitskraft die Anstellung in der Firma A.________ AG vereiteln könnte und damit ein arbeitslosenversicherungsrechtlich sanktionswürdiges Verhalten gegeben wäre. Nach der wiederholt bestätigten und unbestritten gebliebenen Sachverhaltsdarstellung der Beschwerdeführerin kontaktierte die Firma A.________ AG die Versicherte am 27. Januar 2004 telefonisch. Diese offerierte dem Firmenvertreter Herr T.________ im erneuten Gespräch über den Arbeitsweg (als mögliches Anstellungshindernis) ihre Unterstützung auf temporärer Basis, was dieser jedoch ablehnte; gleichzeitig betonte er, dass die Firma sehr viel Wert auf ein langfristiges Engagement lege. Nach dem erwähnten Gespräch war ohne Weiteres erkennbar, dass die von der Firma bis Freitag, 30. Januar 2004, eingeräumte Bedenkfrist einzig noch die Entscheidung betraf, sich entweder klar und vorbehaltlos für die unbefristete Vollzeittätigkeit gemäss Stellenprofil der Firma zur Verfügung zu stellen oder die Stelle abzusagen, wobei sich die Beschwerdeführerin - unbestrittenermassen - für letzteren Weg entschied (aktenkundige telefonische Absage vom 30. Januar 2004). 3.3.2 Nach dem Gesagten wusste die Versicherte spätestens ab 27. Januar 2004, dass das Festhalten an der Offerte einer blossen Temporäranstellung das Zustandekommen eines Arbeitsvertrags vereiteln würde, weshalb eine Berufung auf den Grundsatz von Treu und Glauben selbst bei allfällig pflichtwidrig unterbliebener Auskunft des RAV-Mitarbeiters im Sinne der Vorbringen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde scheitert (Erw. 3.2.3 hievor). Im Übrigen bleibt festzuhalten, dass der RAV-Mitarbeiter am 26. Januar 2004 dem geäusserten Bedenken der Beschwerdeführerin, die Autofahrt nach D.________ durch die Stadt (Zürich) sei mühsam, entgegen hielt, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln dauere der Arbeitsweg rund 45 Minuten, wobei die Firma A.________ AG sehr nahe am Bahnhof D.________ gelegen sei (Protokoll Beratungsgespräch vom 26. Januar 2004); damit bekräftigte er klar und eindeutig, dass einer Annahme der Stelle bei besagtem Arbeitgeber unter dem Blickwinkel der Zumutbarkeit nichts im Wege steht. Schliesslich hat die Beschwerdeführerin nie in Frage gestellt, dass sie über ihre aus dem Gebot der Schadenminderung fliessende generelle Pflicht, alles Zumutbare zur Vermeidung oder Verkürzung ihrer Arbeitslosigkeit zu unternehmen und grundsätzlich jede ihr zugewiesene, zumutbare Arbeit unverzüglich anzunehmen (vgl. Erw. 1 hievor), aufgeklärt wurde, wobei die in diesem Zusammenhang relevante allgemeine Aufklärungspflicht gemäss Art. 27 Abs. 1 ATSG (Erw. 3.2.1 hievor) hauptsächlich durch die Abgabe von Informationsbroschüren, Merkblättern und Wegleitungen erfüllt wird (Erw. 4.1 des zur Publikation in der Amtlichen Sammlung vorgesehenen Urteils F. vom 14. September 2005 [C 192/04]). Unter diesen Umständen haben Vorinstanz und Verwaltung das Verhalten der Beschwerdeführerin zu Recht als Ablehnung zumutbarer Arbeit im Sinne von Art. 30 Abs. 1 lit. d AVIG gewertet, weshalb die Einstellung in der Anspruchsberechtigung stand hält. 3.4 Gemäss Art. 30 Abs. 3 AVIG in Verbindung mit 45 Abs. 3 AVIV ist die Ablehnung einer zumutbaren Arbeitsstelle ohne entschuldbaren Grund als schweres Verschulden zu qualifizieren und demnach mit einer Einstellungsdauer von 31 bis 60 Tagen zu sanktionieren (Art. 45 Abs. 2 lit. c AVIV). Da keine - in der subjektiven Situation oder objektiven Gegebenheiten liegenden - entschuldbaren Gründe gegeben sind, welche das Verschulden der Beschwerdeführerin als bloss mittelschwer oder leicht erscheinen lassen, fällt die Möglichkeit einer Unterschreitung der bei Ablehnung einer amtlich zugewiesenen zumutbaren Arbeit vorgesehenen Einstellungsdauer von zwischen 31 und 60 Tagen ausser Betracht (BGE 130 V 128 ff. Erw. 3.4). Innerhalb dieses zeitlichen Rahmens liegt die verfügte Einstellungsdauer von 36 Tagen im unteren Bereich, weshalb sie unter dem Blickwinkel der Angemessenheit (Art. 132 lit. a OG) nicht zu beanstanden ist.