Citation: 4C.304/2000 09.05.2001 E. 2

2.- Kantonale Prozessvorschriften haben der Durchsetzung des Bundesrechts zu dienen. Den Kantonen ist daher verwehrt, Vorschriften zu erlassen, welche die Verwirklichung des Bundesrechts verunmöglichen oder seinem Sinn und Geist widersprechen (BGE 115 II 129 E. 5a S. 131). Dagegen sind die Kantone zum Erlass von Normen befugt, die ein geordnetes Verfahren gewährleisten (BGE 113 Ia 309 E. 3b S. 312). Wenn daher das materielle Bundesrecht verlangt, dass Sachvorbringen einer Partei beachtet werden müssen, sofern sie für eine Beurteilung nach den Normen des Bundesrechts ausreichen, ist es dem kantonalen Recht überlassen, für die entsprechenden Tatsachenvorbringen Formen und Fristen aufzustellen. Das kantonale Prozessrecht kann namentlich bestimmen, ob eine Ergänzung der Sachvorbringen im Beweisverfahren zulässig ist oder ob die Behauptungen bereits im Behauptungsstadium so konkret und detailliert vorgebracht werden müssen, dass das Beweisverfahren allein noch ihrer Überprüfung dient (BGE 108 II 337 E. 3 S. 341 f.). Der Kläger beruft sich auf die von ihm ins Recht gelegten Beilagen 1 - 6 zur Replikschrift und leitet daraus den Sachverhalt ab, auf welchen die Vorinstanz nach seiner Auffassung das Urteil hätte abstützen sollen. Damit verkennt der Kläger, dass die kantonalen Gerichte ohne Verletzung von Bundesrecht gemäss dem kantonalen Verfahrensrecht verlangen konnten, dass er die Sachbehauptungen in den Rechtsschriften selbst vorbringt und nicht bloss auf die Beilagen verweist. Da er nicht darlegt, dass er die massgebenden Sachbehauptungen im kantonalen Verfahren form- und fristgerecht in den Rechtsschriften selbst vorgebracht hat, sind die jetzt in der Berufungsschrift aufgestellten Behauptungen als neu anzusehen, womit sie gemäss dem Novenverbot von Art. 55 Abs. 1 lit. c OG unzulässig sind. Damit fällt auch die Versehensrüge ins Leere, wonach die Vorinstanz die Aktenstelle act. 22/6 übersehen habe. Da die Vorinstanz kein Bundesrecht verletzt hat, wenn sie verlangte, dass der Kläger seine Forderungen bereits im Behauptungsstadium ausreichend substanziiere, durfte sie mangels derartiger Sachbehauptungen - ebenfalls ohne Verletzung von Bundesrecht - die zum Beweis eingereichten Unterlagen unbeachtet lassen. Schliesslich missachtet der Kläger die Bindung des Bundesgerichts an die tatsächlichen Feststellungen der letzten kantonalen Instanz (Art. 63 Abs. 2 OG), wenn er die Beweiswürdigung der Vorinstanz in Bezug auf die Positionen "M.________ AG", "Kostenanteil N.________" und "Bemessung des Wertes der Aktiven" beanstandet. Die entsprechenden Vorbringen sind unzulässig (Art. 55 Abs. 1 lit. c OG).