Citation: 4A_620/2017 E. 4.5

4.5. Konkret wirft die Klägerin der Vorinstanz vor, diese habe das Verhalten der Parteien nach Vertragsschluss ignoriert. So habe die Klägerin in den Rechnungen jeweils den im Vertrag vereinbarten Betrag von Fr. 113'735.-- als Grundlage verwendet. Demgegenüber sei in den Rechnungen betreffend das Ferienhaus Amden, die Vorleistungen zum Architekturvertrag und die Nebenkostenabrechnungen der Aufwand gemäss Stundenliste aufgeführt worden, da die Parteien für diese Leistungen eine Honorierung nach effektivem Aufwand vereinbart hätten. Dies spreche dafür, dass vorliegend ein Pauschalhonorar vereinbart worden sei. Die Beklagten hätten zudem nie nach einer Leistungsabrechnung gefragt und hätten die Honorarhöhe von Fr. 113'735.-- vor dem Prozess nie bestritten. Es sei willkürlich, wenn die Vorinstanz diese Tatsachen als nicht relevante Begleitumstände würdige. Weiter sei nicht nachvollziehbar, weshalb ihr Argument, die Prognose des Aufwandes spreche für ein Festhonorar, nach Ansicht der Vorinstanz nicht greife. Die Vorinstanz klammere sich an den Wortlaut des Vertrages und berücksichtige nicht andere Auslegungsregeln. So hätte sie etwa berücksichtigen müssen, dass die Beklagten ganz offensichtlich nie ihren Aufwand von 2'276 Stunden bestritten hätten und die Rechnungsstellung bei einem Zeithonorar damit viel höher hätte ausfallen müssen. Ein solches Ergebnis der Honorarleistung würde aber mitnichten dem Willen der Parteien entsprechen.