Citation: 4A_392/2021 E. 11.2.3

11.2.3. Aus den in E. 11.2.1 hiervor zusammengefassten Erwägungen der Vorinstanz ergibt sich, dass die Beschwerdegegnerin die Vorbringen der Beschwerdeführerin betreffend die angebliche Nichtüberbindung von Vollmachen bestritt. Wenn die Beschwerdeführerin ohne eine Sachverhaltsrüge zu erheben behauptet, die Beschwerdegegnerin habe nicht bestritten, die Vollmachen nicht weiterüberbunden zu haben, ist dies aktenwidrig und daher unbeachtlich. Entgegen der Beschwerdeführerin liess die Vorinstanz das Schreiben vom 4. Dezember 2018 nicht unbeachtet. Wie sich aus dem Verweis auf die entsprechenden Stellen in der Berufungsschrift in E. 10.1 ergibt, nahm sie dieses in Rz. 25 auf S. 29 der Berufungsschrift zitierte Schreiben zur Kenntnis. In E. 10.3.4 äusserte sie sich explizit dazu (siehe E. 11.2.1 hiervor). Auch zu den Vorbringen der Beschwerdeführerin, wonach die Wohnungen der Überbauung ausserhalb des Dorfzentrums lägen und diese deshalb ohne Parkmöglichkeit schwer verkäuflich seien, äusserte sich die Vorinstanz, wie aus E. 11.2.1 hiervor ersichtlich ist. Eine Verletzung der Begründungspflicht ist folglich nicht nachgewiesen. Aus den von der Beschwerdeführerin zitierten Rz. 29-41 der Klageantwort ergibt sich, dass sie der Beschwerdegegnerin vorwirft, Liegenschaften vertragswidrig an Dritte veräussert zu haben. Die Vertragswidrigkeit soll darin bestanden haben, dass die Beschwerdegegnerin von den Käufern keine Vollmachten für die Begründung von Dienstbarkeiten verlangt und diese Vollmachten nicht an die Beschwerdeführerin übertragen habe. Diese Dienstbarkeiten wären notwendig, um in der Überbauung V.________ sieben Parkplätze erstellen zu können. Trotz Aufforderung der neuen Eigentümer hätten diese der Begründung entsprechender Parkplatzdienstbarkeiten nicht zugestimmt. Deshalb würden in der Überbauung sieben Parkplätze fehlen. Dadurch könne die Beschwerdeführerin nun die restlichen Wohnungen in der Überbauung V.________ nicht verkaufen. Durch dieses vertragswidrige Verhalten habe die Beschwerdegegnerin die Rückführung der Darlehen selbst vereitelt. In Rz. 35 der Klageantwort offerierte die Beschwerdeführerin das erwähnte Schreiben an die Beschwerdegegnerin vom 4. Dezember 2018 zur Behauptung, sie habe der Beschwerdegegnerin diesen Sachverhalt geschildert und Schadenersatz gefordert. In diesem Schreiben hielt die Beschwerdeführerin zusammengefasst Folgendes fest: Im Kaufvertrag vom 10. August 2018 stehe, dass sämtliche Bestimmungen dieses Vertrags allfälligen Rechtsnachfolgern zu überbinden seien. Überdies enthalte der Vertragstext eine Klausel, wonach die Käuferin spätestens bei Vertragsunterzeichnung die Vollmacht zur Bereinigung von Dienstbarkeiten erteile. Die Beschwerdeführerin habe davon Kenntnis, dass die Beschwerdegegnerin den erstgenannten Punkt in ihren Kaufverträgen nicht aufgeführt habe. Auch habe im Zeitpunkt der Vertragsunterzeichnung keine Vollmacht zur Bereinigung vorgelegen. Aufgrund dieses vertragswidrigen Verhaltens könnten bei der Überbauung Y.________ in V.________ keine Wohnungen mehr verkauft werden, da die nötigen Dienstbarkeiten zur Erstellung von zusätzlichen Parkplätzen fehlten. Die Beschwerdegegnerin äusserte sich in Rz. 65-73 der Replik zum Vorwurf der angeblichen Vertragsverletzungen im Zusammenhang mit dem Erwerb von Liegenschaften in der Überbauung V.________. Sie bestritt, ihre Verpflichtung zur Weiterüberbindung von Vollmachten verletzt zu haben. Die Beschwerdeführerin habe zu beweisen, dass die Wohnungen ohne Parkplätze unverkäuflich seien. Gemäss ihrem Kenntnisstand gebe es derzeit sogar noch drei freie Parkplätze (Rz. 70). Inwiefern sie eine Rückführung der Darlehen selbst vereitelt und verhindert habe, substanziiere die Beschwerdeführerin nicht (Rz. 71). Im Übrigen sei die Rückzahlung der Darlehen nicht an die Bedingung geknüpft gewesen, dass die Beschwerdeführerin Liegenschaften verkaufen könne (Rz. 72). Zu diesen Einwänden äusserte sich die Beschwerdeführerin in ihrer Duplik nur rudimentär. Wie die Vorinstanz in E. 10.3.3 zutreffend erwog, erklärte die Beschwerdeführerin im Wesentlichen, an ihren Ausführungen in der Klageantwort festzuhalten. Zu den Einwänden der Beschwerdegegnerin äusserte sie sich nicht näher. Namentlich bleibt unklar, inwiefern die angebliche Verletzung des Kaufvertrags vom 10. August 2018 mit der Rückzahlung der Darlehen gemäss Vertrag vom 11. April 2016 zusammenhängt. Auch hat die Beschwerdeführerin nicht dargelegt, welche Vollmachten für welche Wohnungen die Beschwerdegegnerin nicht übertragen haben soll. Insofern ist nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz mit der Erstinstanz erwog, die Beschwerdeführerin habe die angeblichen Vertragsverletzungen nicht hinreichend substanziiert. Fehlte es an substanziierten Behauptungen, waren keine Beweise abzunehmen (vgl. E. 10.4.1 hiervor). Deshalb ist in der unterlassenen Einvernahme von C.________ und der unterlassenen Anordnung einer Expertise über die Werthaltigkeit der Liegenschaften in der Überbauung V.________ keine Verletzung des Rechts auf Beweis zu erblicken.