Citation: 1A.88/2002 12.08.2002 E. A

Mit Schreiben vom 5. Juni 2001 richtete der Fürstliche Landrichter in Vaduz ein Rechtshilfegesuch an die zuständigen schweizerischen Justizbehörden. Darin führte er aus, dass er gegen X.________ und Y.________ eine Strafuntersuchung wegen Verdachts des versuchten schweren Betrugs führe. Am 20. September 2000 habe die liechtensteinische S.________, deren wirtschaftlich Berechtigter X.________ sei, die A.________ (Liechtenstein) um einen Kredit in der Höhe von 8,9 Mio. USD ersucht, dies für die Finanzierung eines Projekts zur Vermarktung des Produkts "P.________". Als Sicherheit für den betreffenden Kredit sei ein Drittpfand von einer Bank in Monaco in Form einer Bankgarantie über 10 Mio. USD in Aussicht gestellt worden. Als Beweis für diese Garantie seien die Kopie einer entsprechenden Sperrbestätigung eines Kontos von Y.________ bei dieser Bank sowie weitere Bankbelege vorgelegt worden. Abklärungen der A.________ (Liechtenstein) hätten dann aber ergeben, dass diese Dokumente verschiedene Ungereimtheiten aufgewiesen hätten. Die unterdessen durch das Fürstliche Landgericht vorgenommenen Abklärungen im Fürstentum Monaco hätten gezeigt, dass sämtliche der monegassischen Bank zugeordneten Dokumente gefälscht seien. Es bestehe daher der Verdacht, dass Y.________ und X.________ sowie möglicherweise unbekannte Täter unter Vorlage gefälschter Dokumente und mit dem Vorsatz, sich oder einen Dritten unrechtmässig zu bereichern, versucht hätten, einen Kredit über 8,9 Mio. USD zu erschleichen und dadurch die A.________ (Liechtenstein) zu schädigen. In der Folge stellte der Fürstliche Landrichter in Vaduz das Gesuch, in den Wohn- und Geschäftsräumen von X.________ sei eine Hausdurchsuchung durchzuführen. Sodann seien alle die S.________ betreffenden Unterlagen zu beschlagnahmen, ebenso alle Unterlagen bezüglich Geschäftsbeziehungen zwischen X.________ und Y.________, zwischen X.________ und der Firma T.________ GmbH sowie zwischen X.________ und Z.________ bzw. alle Unterlagen, die auf ein über die Bank in Monaco zu finanzierendes Projekt zwischen diesen Personen Bezug nähmen. Ferner ersuchte der genannte Richter um Einvernahme von X.________, wobei er dem zuständigen schweizerischen Untersuchungsrichter einen Fragenkatalog im Hinblick auf diese Einvernahme nachlieferte. Das damals zuständige Bundesamt für Polizeiwesen nahm gestützt auf Art. 78 IRSG eine vorläufige - summarische - Prüfung des Rechtshilfebegehrens vor und kam zum Schluss, die massgebenden Formerfordernisse seien erfüllt und es bestehe kein Grund, die verlangte Rechtshilfeleistung als offensichtlich unzulässig zu erklären. Mit Eintretensverfügung vom 3. Juli 2001 entsprach das Untersuchungsrichteramt Chur dem Rechtshilfebegehren vollumfänglich. Gestützt darauf wurde in den Wohn- und Geschäftsräumen von X.________ eine Hausdurchsuchung vorgenommen, wobei verschiedene Dokumente beschlagnahmt wurden. Sodann wurde X.________ durch den Untersuchungsrichter einvernommen. Mit Schlussverfügung vom 18. Oktober 2001 bestätigte der Untersuchungsrichter seinen ursprünglichen Entscheid. Er ordnete an, der ersuchenden Behörde die gemäss Verzeichnis vom 24. September 2001 aufgeführten Unterlagen (Anhang 1) sowie die Ausdrucke der relevanten Dateien des beschlagnahmten PCs (Anhang 2) herauszugeben. Ferner fügte er seiner Verfügung den üblichen Spezialitätsvorbehalt bei. Er kam zum Schluss, der gemäss dem Begehren und dessen Beilagen geschilderte Sachverhalt sei hinreichend umschrieben. Es lasse sich daraus der Verdacht des versuchten Betrugs und der Urkundenfälschung begründen. Die rechtshilfeweise getroffenen Massnahmen seien angesichts dieses Tatverdachts verhältnismässig, so dass nichts entgegenstehe, alle erhobenen Materialien an die ersuchende Behörde weiterzuleiten. Hiergegen rekurrierte X.________ an die Beschwerdekammer des Kantonsgerichts Graubünden. Mit Entscheid vom 13. März 2002 wies diese die Beschwerde als unbegründet ab.