Citation: 1B_485/2022 E. 3.2

3.2. Beim Beschwerdeführer handelt es sich um einen 21-jährigen algerischen Staatsbürger, der sich im Zeitpunkt seiner Festnahme erst seit zwei Monaten in der Schweiz aufgehalten hatte und hier ein Asylgesuch stellte. Eine enge soziale oder wirtschaftliche Bindung zur Schweiz, die den Beschwerdeführer von einer Flucht abhalten könnte, kann aufgrund einer derart kurzen Aufenthaltsdauer nicht angenommen werden, was die Vorinstanz als gewichtiges Fluchtindiz werten durfte. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers ist bei der Beurteilung der Fluchtgefahr auch die ihm im Falle einer Verurteilung drohende Strafe zu berücksichtigen. Im Wesentlichen wird dem Beschwerdeführer vorgeworfen, im Rahmen einer tätlichen Auseinandersetzung mit einer zerbrochenen Flasche auf B.________ eingeschlagen zu haben, wobei dieser am rechten Arm eine Schnittverletzung der "vena basilica" erlitt und ohne unverzügliche ärztliche Intervention und Operation verblutet wäre. Unabhängig von der vom Beschwerdeführer und der Beschwerdegegnerin diskutierten Frage, ob dieser Tatvorwurf den Tatbestand der einfachen oder schweren Körperverletzung erfüllt, hat der Beschwerdeführer bei dieser Ausgangslage, wie die Vorinstanz nachvollziehbar ausführte, im Falle einer Verurteilung jedenfalls ernsthaft mit einer empfindlichen, mehrmonatigen Freiheitsstrafe zu rechnen. Mit Blick auf die zitierte Rechtsprechung wertete die Vorinstanz diesen Umstand zu Recht als weiteres Fluchtindiz. Entgegen der Kritik des Beschwerdeführers durfte die Vorinstanz bei der Beurteilung der von ihm ausgehenden Fluchtgefahr schliesslich auch seine aufenthaltsrechtliche Situation in der Schweiz berücksichtigen (vgl. Urteile 1B_458/2022 vom 23. September 2022 E. 5.2; 1B_679/2021 vom 30. Dezember 2021 E. 2.3; 1B_334/2018 vom 30. Juli 2018 E. 5.2.3 f.). Insoweit hat die Vorinstanz ausgeführt, die Statistiken des Staatssekretariats für Migration (SEM) zeige auf, dass für das Jahr 2022 von insgesamt 677 erledigten Asylgesuchen von Personen aus Algerien nur in zwei Fällen Asyl gewährt und in keinem Fall eine vorläufige Aufnahme verfügt worden sei. Nach der Auffassung der Vorinstanz erscheint es angesichts dieser statistischen Zahlen und der Tatsache, dass der Beschwerdeführer in einem Bundesasylzentrum für Personen untergebracht sei, welche die Schweiz in der Regel nach kurzer Zeit wieder verlassen müssen, als unwahrscheinlich, dass er ein Bleiberecht erwerben könne. Diese Schlussfolgerung ist, anders als dies der Beschwerdeführer pauschal behauptet, nachvollziehbar und nicht diskriminierend, hat sich die Vorinstanz bei ihrer Beurteilung doch lediglich auf die offiziellen statistischen Zahlen des SEM bezogen, die vom Beschwerdeführer nicht bestritten werden. Dieser hat in Bezug auf seine Person denn auch keine besonderen Umstände geltend gemacht. Er weist bloss auf die "Attraktivität" der Schweiz für ihn und Menschen aus seiner Heimat hin. Wenn die Vorinstanz die unklare Aufenthaltssituation des Beschwerdeführers folglich als ein die Fluchtgefahr zusätzlich erhöhendes Indiz deutete, hält dies vor Bundesrecht stand.