Citation: I 558/99 31.10.2000 E. 1

1.- a) Gemäss Art. 128 OG beurteilt das Eidgenössische Versicherungsgericht letztinstanzlich Verwaltungsgerichtsbeschwerden gegen Verfügungen im Sinne von Art. 97, 98 lit. b-h und 98a OG auf dem Gebiet der Sozialversicherung. Im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren sind grundsätzlich nur Rechtsverhältnisse zu überprüfen bzw. zu beurteilen, zu denen die zuständige Verwaltungsbehörde vorgängig verbindlich - in Form einer Verfügung - Stellung genommen hat. Insoweit bestimmt die Verfügung den beschwerdeweise weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand. Umgekehrt fehlt es an einem Anfechtungsgegenstand und somit an einer Sachurteilsvoraussetzung, wenn und insoweit keine Verfügung ergangen ist (BGE 119 Ib 36 Erw. 1b, 118 V 313 Erw. 3b, je mit Hinweisen). b) Verwaltungsverfügungen sind - unter Vorbehalt von Treu und Glauben - nicht ausschliesslich auf Grund ihres Wortlauts, sondern nach ihrem tatsächlichen rechtlichen Bedeutungsgehalt zu verstehen (BGE 120 V 497 Erw. 1a, 117 V 13 Erw. 2b). Selbstverständlich bilden zunächst diejenigen Rechtsverhältnisse Teil des Anfechtungsgegenstandes, über welche die Verwaltung in der Verfügung tatsächlich eine Anordnung getroffen hat. Zum beschwerdeweise anfechtbaren Verfügungsgegenstand gehören aber - in zweiter Linie - auch jene Rechtsverhältnisse, hinsichtlich deren es die Verwaltung unterlassen hat, verfügungsweise zu befinden. Dies ergibt sich aus dem Untersuchungsgrundsatz und dem Prinzip der Rechtsanwendung von Amtes wegen, welche, wie verschiedene IVG-Bestimmungen zeigen, für das gesamte Administrativverfahren der Invalidenversicherung massgeblich sind (BGE 116 V 26 Erw. 3c mit Hinweis; nicht veröffentlichtes Urteil M. vom 24. November 1999, I 637/98). Nach der Rechtsprechung wahrt der Versicherte mit der Anmeldung grundsätzlich alle nach den Umständen vernünftigerweise in Betracht fallenden Leistungsansprüche. Die Abklärungspflicht der IV-Stelle erstreckt sich auf die nach dem Sachverhalt und der Aktenlage im Bereich des Möglichen liegenden Leistungen. Insoweit trifft sie auch eine Beschluss- bzw. Verfügungspflicht (BGE 111 V 264 Erw. 3b). c) Aus dem Text der Verfügung vom 17. September 1998 geht hervor, dass lediglich der Rentenanspruch Gegenstand des Verwaltungsaktes bildet. Im Lichte der dargestellten Grundsätze ist indessen fraglich, ob die IV-Stelle nicht auch über den Anspruch auf Umschulung und Arbeitsvermittlung, wie vom Beschwerdeführer in der Anmeldung vom 2. Mai 1996 geltend gemacht, hätte befinden müssen. Sowohl Dr. med. G.________ (Bericht vom 3. Februar 1996) wie auch Dr. med. T.________ (Beurteilungen vom 15. August 1996 und 9. September 1997 zuhanden der IV-Stelle) sprachen sich für die Einleitung von beruflichen - namentlich berufsberaterischen - Massnahmen aus. Ferner beanstandete auch der Beschwerdeführer in seinem, auf den Vorbescheid vom 3. März 1998 hin ergangenen Schreiben vom 15. Juni 1998 insbesondere, dass keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen vorgenommen worden seien. Dr. med. B.________ kam in seinem Gutachten vom 16. Februar 1998 sodann zum Schluss, angesichts der somatischen, psychischen und schulischen Fähigkeiten des Beschwerdeführers sowie des dadurch noch möglichen Tätigkeitsbereichs sei von beruflichen Vorkehren wenig zu erwarten. In der angestammten Beschäftigung als Metzger (Verkauf im Ladengeschäft) oder in anderen vergleichbaren leidensangepassten Tätigkeiten bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 50 %, wobei berufliche Massnahmen zu keiner wesentlichen Verbesserung der Leistungsfähigkeit führten und allfällige berufsberaterische Vorkehren lediglich unterstützende Funktion hätten. Auf Grund dieser Aktenlage stand die Frage nach einer allfälligen, zumindest teilweisen Eingliederung durchaus im Raume. Nach dem in Erw. 1b hievor Gesagten hätte die Verwaltung am 17. September 1998 somit nicht nur über den Rentenpunkt, sondern auch über die Anspruchsberechtigung auf berufliche Massnahmen - sei dies in gutheissendem oder abschlägigem Sinne - befinden müssen, wobei der Beschwerdeführer angesichts der klaren Aussage des Dr. med. B.________ bis zum Verfügungserlass, welcher die zeitliche Grenze der richterlichen Prüfungsbefugnis darstellt (BGE 121 V 366 Erw. 1b mit Hinweisen), nicht eingliederungsfähig gewesen sein dürfte. Die Sache ist daher bereits aus diesem Grunde an die IV-Stelle zurückzuweisen, welche über den Eingliederungsanspruch zu verfügen haben wird.