Citation: B 16/06 16.10.2006 E. 2

2.1 In formellrechtlicher Hinsicht wendet der Beschwerdeführer ein, sein Anspruch auf einen fairen Prozess im Sinne von Art. 6 EMRK sei dadurch verletzt worden, dass er bei der vorinstanzlich durchgeführten öffentlichen Verhandlung aus von ihm nicht zu verantwortenden Gründen nicht gehörig vertreten gewesen sei. 2.2 Nach der Rechtsprechung ist die von Art. 6 Ziff. 1 EMRK geforderte und in Art. 30 Abs. 3 BV ausdrücklich verankerte Öffentlichkeit der Verhandlung primär im erstinstanzlichen Rechtsmittelverfahren zu gewährleisten (BGE 122 V 54 ff. Erw. 3 mit Hinweisen). Dabei setzt die Durchführung einer öffentlichen Verhandlung im Sozialversicherungsprozess praxisgemäss einen - im kantonalen Rechtsmittelverfahren zu stellenden - klaren und unmissverständlichen Parteiantrag voraus (BGE 122 V 55 Erw. 3a mit weiteren Hinweisen; vgl. auch BGE 125 V 38 f. Erw. 2). Dem entsprechenden Parteiantrag folgend, führte das kantonale Gericht am 6. April 2005 eine öffentliche Verhandlung durch, wobei richtig ist, dass der Beschwerdeführer ohne seinen unentgeltlichen Rechtsvertreter daran teilgenommen hat. 2.3 Selbst wenn es um Fragen geht, die in gewissen Fällen adäquat in einem schriftlichen Verfahren gelöst werden können, darf nach der Rechtsprechung - bei Vorliegen eines rechtzeitig, unmissverständlich und klar gestellten Parteiantrags - nicht auf die Durchführung einer mündlichen Verhandlung verzichtet werden, wenn diese dem Gericht für die Falllösung relevante Informationen liefern könnte. Dies trifft zu, wenn die betroffene Person die Abnahme eines relevanten, mündlich zu erhebenden Beweises - insbesondere eine Zeugeneinvernahme oder eine Parteibefragung - beantragt, die persönliche Begegnung mit dieser Person der Rechtsfindung förderlich sein könnte oder eine mündliche Verhandlung sonst wie als geeignet erscheint, zur Klärung noch streitiger Punkte beizutragen (vgl. BGE 122 V 59 Erw. 4c; erwähntes Urteil K. vom 8. August 2004 [I 573/03] Erw. 3.5 [insbesondere mit zahlreichen Hinweisen auf die Rechtsprechung des EGMR] und 3.6, je in fine). Im Lichte der Tatsache, dass anlässlich der mündlichen Verhandlung keine Beweise erhoben wurden und auch keine abschliessende Beweiswürdigung vorzunehmen war, da das Gericht nach der Verhandlung beschlossen hatte, beim Gutachter Dr. med. K.________, Leitender Arzt an der Psychiatrischen Klinik Y.________, einen Zusatzbericht (vom 6. Juli 2005) einzuholen, wozu die Parteien schriftlich Stellung nehmen konnten, und da keine Tat- oder Rechtsfragen zu beurteilen sind, die nicht auch adäquat aufgrund der Akten beantwortet werden können, hätte die Vorinstanz auch von der Durchführung einer Verhandlung absehen können (vgl. in BGE 132 V 127 nicht publizierte Erw. 3 des Urteils B. vom 28. Dezember 2005 [B 41/04] unter Hinweis auf frühere Urteile, insbesondere BGE 122 V 55 Erw. 3). Nachdem sich der Beschwerdeführer anlässlich der Verhandlung zur Sache äussern konnte und er von diesem Recht ausführlich und auch sachbezogen Gebrauch gemacht hat, ist das kantonale Gericht dem Antrag auf Durchführung einer öffentlichen Verhandlung im Sinne von Art. 6 Abs. 1 EMRK rechtsgenüglich nachgekommen. Dem letztinstanzlich ebenfalls gestellten Antrag um öffentliche Verhandlung ist demzufolge nicht stattzugeben.