Citation: 2C_842/2019 E. 4.4.3

4.4.3. In rechtlicher Hinsicht hat die Vorinstanz auf Basis des von ihr festgestellten Sachverhalts (vgl. E. 4.4.2 hiervor) zutreffend erwogen, dass die angebliche einmalige Tätlichkeit des Ehemannes gegenüber der Beschwerdeführerin am 3. oder 4. Mai 2017 den von Art. 50 Abs. 1 lit. b AIG vorausgesetzten Schweregrad nicht erreicht (vgl. auch Urteil 2C_155/2011 vom 7. Juli 2011 E. 4.6). Es ist nicht davon auszugehen, dass sich die Beschwerdeführerin aufgrund dieses einmaligen Vorfalls in der für die Annahme des nachehelichen Härtefalls vorausgesetzten Dilemmasituation befand, zwischen dem unzumutbaren Verbleib in der Ehe und der Beendigung des Aufenthalts in der Schweiz entscheiden zu müssen. Dafür spricht nicht zuletzt der Umstand, dass trotz dieses Vorfalls die Initiative zur Trennung nicht etwa von der Beschwerdeführerin, sondern von ihrem Ehegatten ausging (vgl. Urteile 2C_1017/2016 vom 11. November 2016 E. 2 und 2C_1122/2013 vom 15. August 2014 E. 2.3). Diesem Indiz kann zwar keine ausschlaggebende Bedeutung zugemessen werden, wenn von anhaltender Gewalt auszugehen ist (vgl. Urteil 2C_777/2018 vom 8. April 2019 E. 4.3); in einer Situation wie der vorliegenden lässt sich daraus jedoch schliessen, dass der Verbleib in der Ehe nicht unzumutbar war.