Citation: I 867/05 13.09.2006 E. 5

5.1 Die diversen medizinischen Berichte stimmen in der Diagnosestellung grundsätzlich überein; sie unterscheiden sich hingegen hinsichtlich der Einschätzung in der Arbeitsfähigkeit. Als Indiz gegen die Zuverlässigkeit des medizinischen Berichts des Dr. med. M.________ erweist sich vorliegend, dass bei diagnostisch deckungsgleicher medizinischer Aktenlage eine erhebliche Differenz in der Einschätzung der verbliebenen Arbeitsfähigkeit besteht. Aus dem Arztbericht der Klinik V.________, Klinik für Rheumatologie und Rehabilitation des Bewegungsapparates (vom 23. Februar 2004), wo sich der Beschwerdeführer (nach der Operation vom 16. Mai 2003) vom 11. November bis 9. Dezember 2003 zur stationären Rehabilitation aufhielt und gemäss Austrittsbericht sehr motiviert am multidisziplinären Therapieprogramm teilnahm, ergibt sich, dass der Versicherte bei Klinikaustritt für jegliche auch für leichte Tätigkeiten 100 % arbeitsunfähig war. Begründet wurde dies damit, dass er weder in ruhiger Position über längere Zeit noch bei wechselbelastenden Tätigkeiten belastbar sei. Festgehalten wird zudem, dass sich die Beschwerden seit der Operation vom 16. Mai 2003 verstärkt hätten. Diese Einschätzung deckt sich mit derjenigen des Hausarztes Dr. med. H.________ (vom 10. Oktober 2003), der den Rehabilitationsaufenthalt veranlasst hatte. Inwiefern sich die gemäss Bericht des Dr. med. M.________ (vom 16. August 2004) anlässlich der Untersuchung vom 7. Mai 2004 festgestellte Arbeitsfähigkeit in diesem kurzen Zeitraum von 5 Monaten im Vergleich zum Austritt aus der Klinik V.________ derart gesteigert haben soll, wird mit keinem Wort begründet. Diese erhebliche Differenz in der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit erweist sich als nicht ohne weiteres nachvollziehbar und ist auch aufgrund der übrigen Akten nicht schlüssig zu beurteilen. Überdies ist festzustellen, dass der Einschätzung des Dr. med. M.________, welcher von einer verminderten Leistungsfähigkeit von ca. 25 % spricht, eine gewisse Ungenauigkeit anhaftet. Mit Blick auf die gezeigte Ausgangslage kann entgegen der Vorinstanz im Rahmen der Beweiswürdigung nicht ohne Weiteres auf die Einschätzung im Bericht des Dr. med. M.________ abgestellt werden. Vielmehr ist mit dem Beschwerdeführer vorliegend im Rahmen eines zusätzlichen Gutachtens die funktionelle Leistungsfähigkeit aufgrund des unbestrittenen Gesundheitszustandes konkret zu evaluieren und gestützt darauf der Invaliditätsgrad neu zu bestimmen. Die Sache ist daher an die Verwaltung zurückzuweisen, damit sie nach Einholung eines entsprechenden Gutachtens über den Leistungsanspruch ab 1. Juni 2004 neu verfüge. 5.2 Was den Bericht des Prof. Dr. med. B.________ (vom 18. November 2005) betrifft, welcher aufgrund seiner Untersuchung gleichen Datums keine Tätigkeit sieht, die der Versicherte übernehmen könnte, kann entgegen der Vorinstanz nicht bereits deshalb nicht darauf abgestellt werden, weil er nach Erlass des Einspracheentscheides ergangen ist. Vielmehr ist entscheidend, ob er sich bezüglich des Gesundheitszustandes bis zum Zeitpunkt des Einspracheentscheides, welcher die zeitliche Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis bildet (BGE 129 V 169 Erw. 1), äussert. Da dies hier nicht der Fall ist, kann der Bericht aus diesem Grunde nicht berücksichtigt werden.