Citation: C 320/05 20.04.2006 E. 4

4.1 Fortdauernd ungenügende Bemühungen können ein wesentlicher Hinweis darauf sein, dass die versicherte Person während einer bestimmten Zeitspanne überhaupt nicht gewillt war, ihre Arbeitskraft anzubieten, was einen Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung ausschliesst. Dies darf aber nicht ohne weiteres aufgrund der blossen Tatsache unzureichender Stellensuche allein gefolgert werden. Auch dürftige Bemühungen um eine neue Arbeit sind in der Regel nur Ausdruck unzureichender Erfüllung der gesetzlichen Schadenminderungspflicht und nicht Folge davon, dass die versicherte Person in der fraglichen Zeit eine neue Anstellung gar nicht finden wollte (ARV 1996/ 1997 Nr. 8 S. 29). Sind immerhin gewisse Anstrengungen festzustellen, kann grundsätzlich nicht auf fehlende Vermittlungsbereitschaft erkannt werden, es sei denn, dass trotz des äusseren Scheins nachweislich keine Absicht zur Wiederaufnahme einer Arbeitnehmertätigkeit bestanden hat (ARV, a.a.O., S. 31 Erw. 3). Wurde die versicherte Person bereits wegen ungenügender persönlicher Arbeitsbemühungen in der Anspruchsberechtigung eingestellt, lag der entsprechenden Verfügung jedoch nur die Annahme eines leichten Verschuldens zu Grunde, rechtfertigt sich die Verneinung der Anspruchsberechtigung wegen fehlender Vermittlungsfähigkeit nicht. Es widerspricht dem Verhältnismässigkeitsprinzip, wenn einstellungswürdiges Verhalten zunächst mit der leichtesten Massnahme geahndet und dann dieses gleiche Verhalten zum Anlass genommen wird, direkt auf die schwerste Sanktion, die Aberkennung der Vermittlungsfähigkeit, zu schliessen (ARV, a.a.O., S. 33 f. Erw. 4c; bestätigt im Urteil E. vom 19. Januar 2006, C 188/05). 4.2 Dass die Verwaltung an der Bereitschaft der Versicherten zweifelte, eine Dauerstelle anzunehmen, nachdem ihre Stellensuche trotz mehrmaliger Ermahnung und zwei Einstellungen in der Anspruchsberechtigung höchst dürftig blieb, ist nachvollziehbar. Dies gilt umso mehr, als die dauernd qualitativ (und teilweise auch quantitativ) ungenügende Arbeitssuche schliesslich zur Annahme der Vermittlungsunfähigkeit führen kann (BGE 123 V 216 Erw. 3). Indessen gingen die Einstellungsverfügungen vom 26. Mai 2003 und 23. März 2004 lediglich von einem leichten Verschulden aus (Einstellung für die Dauer von acht bzw. neun Tagen; Art. 45 Abs. 2 lit. a AVIV). Unter Berücksichtigung aller Umstände ist, im Sinne eines Grenzfalles, die Vermittlungsfähigkeit der Versicherten gerade noch zu bejahen.