Citation: 9C_532/2022 E. 4.1

4.1. Die Beschwerdeführerin macht im Wesentlichen geltend, die Versicherte habe ihre Meldepflicht grobfahrlässig verletzt. Sie habe sie in jeder Leistungsverfügung ausdrücklich aufgefordert, jede Änderung persönlicher oder wirtschaftlicher Verhältnisse, insbesondere Erbschaften, unverzüglich zu melden. Weiter erscheine in jedem Berechnungsblatt für die jährliche Ergänzungsleistung die Position "unverteilte Erbschaften". Auch im Formular zur periodischen Überprüfung des Anspruchs sei (z.B. 2013) explizit nach Beteiligungen an unverteilten Erbschaften gefragt worden. Trotzdem habe die Versicherte - gemäss eigener Angaben auf Anraten ihres Finanzberaters - die unverteilte Erbschaft nicht mitgeteilt, was sie sich anrechnen lassen müsse. Bei rechtzeitiger Meldung hätte sie die jährlichen Ergänzungsleistungen zunächst provisorisch (auf der Basis des erwarteten Erb- resp. Pflichtteils) und erst nach erfolgter Erbteilung (entsprechend dem tatsächlichen Erbanteil) definitiv angepasst; dieses Vorgehen hätte die spätere Berufung auf den gutgläubigen Leistungsbezug ausgeschlossen. Zudem fehle es nicht nur am gutgläubigen Leistungsbezug, sondern auch an der weiteren Erlassvoraussetzung der grossen Härte.