Citation: U 345/02 30.04.2004 E. 4

In BGE 123 V 45 hat das Eidgenössische Versicherungsgericht erwogen, der Sachverhalt einer erstmaligen Rentenfestsetzung nach mehreren invalidisierenden Unfällen und einem Taggeldbezug von mehr als fünf Jahren (bzw. einem Rentenbeginn später als fünf Jahre nach dem ersten invalidisierenden Unfall) sei in Gesetz und Verordnung nicht ausdrücklich geregelt. Art. 24 Abs. 2 UVV lasse sich nicht entnehmen, wie der versicherte Lohn festzusetzen sei, wenn vor dem Rentenbeginn ein oder mehrere weitere versicherte Unfälle eingetreten seien, während Art. 24 Abs. 4 UVV sich nach dessen klarem Wortlaut allein auf Fälle beziehe, wo eine laufende Rente aufgrund eines invalidisierenden weiteren Unfalles neu festzusetzen sei, nicht dagegen auf den Fall der erstmaligen Rentenfestsetzung. Den Vorschlag des Bundesamtes für Gesundheit, bei der (erstmaligen) Rentenfestsetzung im Anschluss an mehrere Unfälle zwar eine einheitliche Invaliditätsbemessung, jedoch eine für den einzelnen Unfall separate Festsetzung des versicherten Verdienstes vorzunehmen, lehnte das Eidgenössische Versicherungsgericht als systemwidrig ab. Das Rentensystem der obligatorischen Unfallversicherung beruhe auf dem Grundsatz der Gesamtbeurteilung mehrerer versicherter Unfälle und ihrer Folgen. Daraus ergebe sich zum einen, dass mehrere versicherte Schäden zu vereinen und durch eine Rente für die Gesamtinvalidität zu entschädigen seien, welche nicht einfach der Summe der aus den einzelnen Unfällen resultierenden Invaliditätsgrade entspreche. Zum andern folge daraus, dass der Festsetzung der Gesamtrente einheitliche Berechnungsgrundlagen zugrunde zu legen seien (BGE 123 V 48 Erw. 3a und 3b). Ausgehend von Sinn und Zweck der Sonderregelungen von Art. 24 Abs. 2 und Abs. 4 UVV kam das Eidgenössische Versicherungsgericht zum Schluss, dass es im Falle einer erstmaligen Rentenfestsetzung nach mehreren invalidisierenden Unfällen und einem Rentenbeginn später als fünf Jahre nach dem ersten Unfall sachgerecht sei, die Regelung von Art. 24 Abs. 2 und nicht diejenige von Abs. 4 UVV zur Anwendung zu bringen. Insbesondere bestehe kein Grund, Art. 24 Abs. 4 UVV über den klaren Wortlaut der Bestimmung hinaus auch auf Fälle anzuwenden, wo es nicht um die revisionsweise Neufestsetzung einer Rente, sondern um die erstmalige Rentenzusprechung gehe (BGE 123 V 51 Erw. 3c).