Citation: 4A_268/2018 E. 7.2

7.2. Die Haftungsvoraussetzung des Schadens verneinte die Vorinstanz vorab deshalb, weil die Beschwerdeführerin von einem falschen Schadensbegriff ausgehe und in unzutreffender Weise den Schadenersatzanspruch gegenüber den Beklagten aus aktienrechtlicher Verantwortlichkeit mit dem Erfüllungsanspruch gegen die Finance BV und die SAirGroup aus dem Cash Pool und den Festgeldverträgen gleichsetze. In einer Eventualbegründung legte sie aber auch eingehend dar, dass die Beschwerdeführerin keinen Schaden nach der anzuwendenden Differenztheorie dargetan habe (dazu etwa BGE 142 III 23 E. 4.1 S. 27 mit Hinweisen: Differenz zwischen dem gegenwärtigen Vermögensstand und dem Stand, den das Vermögen ohne das schädigende Ereignis hätte). Danach hätte die Beschwerdeführerin unter anderem darlegen müssen, wie sich das Vermögen der Swissair hypothetisch entwickelt hätte, wenn die Beklagten anstelle der als pflichtwidrig gerügten Darlehen pflichtgemässe Entscheide (Austritt aus dem Cash Pool und Nichterneuerung der Festgeldanlagen) getroffen hätten. Dies hat die Beschwerdeführerin aber - wie die Vorinstanz feststellt - nicht getan. Gestützt auf die unbestrittenen Tatsachen, dass die Swissair ihren Flugbetrieb im Interesse der Gläubiger aufrechterhalten musste und sie dafür zusätzliche Liquidität benötigte, erkannte die Vorinstanz schliesslich, dass die Swissair - wenn sie (wie von der Beschwerdeführerin postuliert) nach dem 1. Januar 2001 die Cash-Pool-Guthaben zurückgefordert und im September 2001 die Festgeld-Anlagen nicht erneuert hätte - diese Gelder für die Finanzierung des Flugbetriebs hätte verwenden und vollständig aufbrauchen müssen, bevor sie vom Bund die ohnehin zusätzlich notwendige Liquidität erhalten hätte. Daraus schloss die Vorinstanz betreffend das Vorliegen eines Schadens, die Annahmen der Beschwerdeführerin zur hypothetischen Höhe der Cash-Pool- und Festgeld-Guthaben bei von ihr gefordertem rechtmässigem Handeln der Beklagten seien unzutreffend und ein Schaden damit nicht hinreichend dargetan. Bezüglich des erforderlichen Kausalzusammenhangs folgerte die Vorinstanz aus diesen Tatsachen, dass es an der Haftungsvoraussetzung der "adäquaten Kausalität" fehle, da die Swissair-Gläubiger auch bei dem von der Beschwerdeführerin geforderten rechtmässigen Verhalten der Beschwerdegegner (Austritt aus dem Cash Pool und Nichterneuerung der Festgeldanlagen) nicht besser gestellt gewesen wären (da die Guthaben ohnehin hätten aufgebraucht werden müssen). Es ist nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz mit Blick auf die von ihr getroffenen Sachverhaltsfeststellungen mit diesen Erwägungen das Vorliegen eines (durch die im Rahmen dieser Eventualbegründung unterstellte Pflichtverletzung) kausal verursachten Schadens verneinte. Damit braucht auf die weiteren vorinstanzlichen Erwägungen zum Schaden nicht eingegangen zu werden.