Citation: 2C_737/2021 E. 4.2

4.2. Der Beschwerdeführer verweist darauf, dass der erlittene Schaden zur Halbierung des Gebäudewertes geführt habe. In ihrer Schadenabschätzung vom 20. Oktober 2010 errechnete die Aargauische Gebäudeversicherung bei einem Versicherungswert von Fr. 1'663'000.-- am Schadenstag (24. April 2010) einen Schaden von Fr. 876'716.--. Damit vermengt der Beschwerdeführer die Pflicht zu ausserordentlichen Abschreibungen von Vermögensgegenständen gemäss Art. 665 i.V.m. Art. 669 Abs. 1 Satz 1 OR 1991 mit der Pflicht zur Bildung von Rückstellungen für ungewisse Verpflichtungen und drohende Risiken gemäss Art. 669 Abs. 1 Satz 2 OR 1991. Werteinbussen auf Anlagegegenständen ist mit ausserplanmässigen Abschreibungen zu begegnen. Wäre der Verkehrswert der Liegenschaft aufgrund des Schadensereignisses unter den Bilanzwert gesunken, hätte die Liegenschaft ausserordentlich abgeschrieben werden müssen (Art. 665 Abs. 1 bzw. Art. 669 Abs. 1 Satz 1 OR 1991). Die Betriebsliegenschaft des Beschwerdeführers war in der Jahresrechnung 2012 wie schon im Vorjahr mit Fr. 375'000.-- aktiviert (zusammen mit dem Grund und Boden in einer einzigen Bilanzposition). Weil der Wert der Gesamtimmobilie (Gebäude sowie Grund und Boden) damit nach dem Schadensereignis weiterhin über dem Buchwert lag, erübrigte sich eine ausserplanmässige Abschreibung. Über die nach allgemein anerkannten kaufmännischen Grundsätzen notwendigen Abschreibungen, Wertberichtigung und Rückstellungen hinaus schreibt das Handelsrecht keine weiteren erfolgsmindernden Korrekturen vor. Nebst den Abschreibungen, die vorliegend ausser Betracht fallen, verlangt das Handelsrecht nur bei ungewissen Verpflichtungen und drohenden Verlusten aus schwebenden Geschäften Rückstellungen. Werteinbussen auf Wirtschaftsgütern bilden dagegen keinen Grund für Rückstellungen.