Citation: 6B_225/2017 E. B

Am 4. August 2014 stellte die Staatsanwaltschaft Basel-Stadt das Verfahren gegen X.________ wegen versuchter Erpressung und Ehrverletzung ein, verurteilte sie aber wegen übler Nachrede und Beschimpfung zum Nachteil von A.________ mittels Strafbefehl zu einer bedingten Geldstrafe von 15 Tagessätzen zu Fr. 30.-- bei einer Probezeit von 2 Jahren sowie zu einer Busse von Fr. 300.--. Die Forderungen des Privatklägers A.________ auf eine Genugtuung von Fr. 1'500.-- sowie eine Parteientschädigung von Fr. 4'075.60 verwies sie auf den Zivilweg. A.________ erhob am 18. August 2014 einerseits Beschwerde gegen den Einstellungsbeschluss vom 4. August 2014, andererseits Einsprache gegen den Strafbefehl gleichen Datums mit dem Antrag, X.________ sei zu verpflichten, ihm die Kosten seiner anwaltlichen Vertretung zu entschädigen. Daraufhin verfügte die Staatsanwaltschaft Basel-Stadt am 26. August 2014 im Einspracheverfahren, die Strafuntersuchung wegen übler Nachrede und mehrfacher Beschimpfung werde sistiert, da ihr Fortgang vom Beschwerdeverfahren abhänge. Das Appellationsgericht des Kantons Basel-Stadt hiess die Beschwerde von A.________ am 9. März 2015 teilweise gut, hob die Einstellungsverfügung vom 4. August 2014 hinsichtlich der Ehrverletzungsdelikte auf und wies die Sache zu weiteren Ermittlungen an die Staatsanwaltschaft zurück. Diese verfügte in der Folge nicht nur im (ursprünglich eingestellten) Verfahren wegen Ehrverletzung weitere Beweiserhebungen, sondern auch im bereits durch den Strafbefehl vom 4. August 2014 vorläufig abgeschlossenen Verfahren wegen übler Nachrede. Am 24. September 2015 stellte sie das Verfahren gegen X.________ wegen Ehrverletzung schliesslich erneut ein und überwies den (unveränderten) Strafbefehl betreffend üble Nachrede und Beschimpfung mit der Einsprache von A.________ an das Strafgericht. Am 31. März 2016 kündigte die Strafgerichtspräsidentin dem Anwalt von X.________ telefonisch an, dass sie die auf den 5. April 2016 anberaumte Verhandlung absetzen werde, da A.________ infolge unbekannten Aufenthalts nicht vorgeladen werden könne, und dass sie beabsichtige, das Verfahren zufolge Rückzugs der Einsprache abzuschreiben. Damit erklärte sich der Rechtsvertreter von X.________ nicht einverstanden. Er vertrat die Ansicht, aufgrund der weiteren Ermittlungen, die auch im Strafbefehlsverfahren noch getätigt worden seien, hätte seiner Klientin erneut die Möglichkeit der Einspracheerhebung gegen den unverändert gebliebenen Strafbefehl eingeräumt werden müssen. Deshalb sei das Verfahren nun nicht abzuschreiben, sondern die Verhandlung durchzuführen und die Angelegenheit materiell zu beurteilen. Am 1. April 2016 setzte die Strafgerichtspräsidentin die Verhandlung vom 5. April 2016 ab und kündigte an, A.________ werde auf dem Publikationsweg zu einem neuen Verhandlungstermin geladen. Vor dessen Ansetzen werde über den Antrag von X.________ betreffend Wiederherstellung der Einsprachefrist entschieden. Mit Eingabe vom 20. Juli 2016 stellte sich der Anwalt von X.________ auf den Standpunkt, das Strafverfahren gegen seine Mandantin sei inzwischen verjährt und daher einzustellen. Mit Verfügung gleichen Datums trat das Einzelgericht in Strafsachen auf das Gesuch um Wiederherstellung der Einsprachefrist nicht ein und stellte fest, dass der Strafbefehl vom 4. August 2014 gegen X.________ in Rechtskraft erwachsen sei und die beurteilten Delikte daher nicht verjährt seien. Die gegen diese Verfügung vom 20. Juli 2016 geführte Beschwerde von X.________ wies das Appellationsgericht des Kantons Basel-Stadt am 9. Dezember 2016 ab.