Citation: 1P.193/2005 05.04.2005 E. 3

Schliesslich rügt der Beschwerdeführer auch noch eine Verletzung des rechtlichen Gehörs bzw. der richterlichen Begründungspflicht. Der Haftrichter habe "nicht erläutert, welche konkreten Anzeichen in diesem Fall darauf hindeuten, dass die Geschädigte ausnahmsweise vor Gericht noch einmal anzuhören sein wird". Ausserdem habe der Haftrichter "mit keinem Wort zum ausdrücklich gestellten Eventualantrag des Beschwerdeführers auf Entlassung aus der Untersuchungshaft unter gleichzeitiger Auflage von Ersatzanordnungen gemäss § 72 Abs. 2 StPO/ZH" Stellung genommen. 3.1 Gemäss § 62 Abs. 2 StPO/ZH wird der haftrichterliche Entscheid "mit einer kurzen Begründung schriftlich mitgeteilt". Unter dem Gesichtspunkt des rechtlichen Gehörs (Art. 29 Abs. 2 BV) muss sich der Haftrichter grundsätzlich nicht mit jeder tatsächlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand des Rechtsuchenden ausdrücklich auseinander setzen. Es genügt vielmehr, dass die für den Haftentscheid wesentlichen Gesichtspunkte genannt werden (vgl. BGE 126 I 97 E. 2b S. 102 f.; 124 II 146 E. 2a S. 149; 123 I 31 E. 2c S. 34; 122 IV 8 E. 2c S. 14 f., je mit Hinweisen). Der angefochtene Entscheid stützt sich auf folgende Erwägungen: -:- "Dass die Haftvoraussetzung des dringenden Tatverdachts unbestrittenermassen nach wie vor erfüllt ist, dass es im Strafverfahren gegen den Angeschuldigten entscheidend auf die Aussagen der Geschädigten ankommt, dass nicht ausgeschlossen werden kann, dass das Sachgericht die Geschädigte selbst einvernehmen wird, um sich selbst ein Bild von der Glaubwürdigkeit der Geschädigten machen zu können, dass aus diesem Grunde zumindest bis zum Abschluss des erstinstanzlichen Strafverfahrens die ernsthafte Gefahr besteht, dass der nicht geständige Angeklagte, dem im Verurteilungsfalle eine sehr erhebliche Freiheitsstrafe droht, die Geschädigte zu seinen Gunsten zu beeinflussen versuchen könnte, dass, liegt Kollusionsgefahr vor, offen gelassen werden kann, ob auch Ausführungsgefahr oder allenfalls Wiederholungsgefahr besteht (wobei anzumerken sei, dass die gutachterliche Auffassung, wonach keine Ausführungsgefahr bestehe, bisher der nötigen Substantiierung entbehrt), dass aufgrund der vorstehenden Erwägungen dem Haftentlassungsgesuch nicht stattzugeben ist." 3.2 Diese haftrichterlichen Erwägungen sind zwar summarisch und relativ knapp, und sie gehen nicht auf jedes Argument und Vorbringen des Beschwerdeführers ausdrücklich und im Einzelnen ein. Sie halten jedoch vor dem verfassungsmässigen Anspruch auf rechtliches Gehör stand. Der Beschwerdeführer kann der Begründung die wesentlichen Argumente entnehmen, weshalb der kantonale Haftrichter die Kollusionsgefahr als gegeben erachtete. Dass den Erwägungen keinerlei Hinweise darauf entnommen werden könnten, dass und aus welchem Grund der Haftrichter eine Befragung des mutmasslichen Opfers durch das Strafgericht als möglich einstufte, trifft nicht zu. Nach der dargelegten Praxis musste sich der Haftrichter auch mit dem Eventualantrag des Beschwerdeführers nicht ausdrücklich befassen: Aus dem angefochtenen Entscheid geht zumindest indirekt hervor, dass der Haftrichter allfällige Ersatzmassnahmen für Untersuchungshaft als nicht ausreichend ansah, um die dargelegte Kollusionsgefahr zu bannen. Es ist denn auch nicht ersichtlich, inwiefern die Begründung des angefochtenen Entscheides es dem Beschwerdeführer geradezu verunmöglicht hätte, wirksam den Rechtsweg an das Bundesgericht zu beschreiten.