Citation: 9C_475/2022 E. 3

Die Vorinstanz hat insbesondere erwogen, der behandelnde Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, dipl. Arzt C.________, habe in den Berichten vom 31. Juli und 20. Dezember 2020 als einzige Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine depressive Störung (ICD-10: F33.1) genannt. Der substituierten rezidivierenden Opioidabhängigkeit des Beschwerdeführers (ICD-10: F11.22) habe er keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit beigemessen. Er habe ausgeführt, dass die depressive Symptomatik stark von den körperlichen Beschwerden resp. von den Fussschmerzen des Versicherten abhänge. Er habe diesem keine psychisch bedingte Arbeitsunfähigkeit attestiert. Vielmehr sei er zur Überzeugung gelangt, dass die somatischen Beschwerden im Vordergrund gestanden hätten. Anlässlich eines Telefongesprächs mit der IV-Stelle im Januar 2021 habe der Arzt die Auffassung vertreten, dass der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers lediglich aus somatischer Sicht schlecht sei und sich in psychischer Hinsicht nicht mehr verändern werde. Damit erscheine eine psychisch bedingte Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers nicht überwiegend wahrscheinlich. Diesbezüglich seien keine weiteren Abklärungen angezeigt gewesen. Der Hausarzt Dr. med. D.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, habe in den Berichten vom 28. April 2019 und 27. Januar 2021 mehrere Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit und diesbezüglich eine "äusserst schlechte" Prognose gestellt. Er habe die Frage nach zumutbaren Tätigkeiten mit "???? nur sitzend?" beantwortet und sich nicht in der Lage gesehen, Angaben zur Arbeitsfähigkeit des Versicherten zu machen; im Widerspruch dazu habe er in Arztzeugnissen Arbeitsfähigkeiten von 0 resp. 5 % attestiert ohne diese divergierenden Angaben zu begründen. Seine Angaben zur Arbeitsunfähigkeit seien daher nicht aussagekräftig. Zudem habe er die Eingliederung des Beschwerdeführers durch dessen psychische Situation behindert gesehen. Dr. med. E.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin sowie für Allergologie und klinische Immunologie, habe im Bericht vom 24. April 2019 als Diagnose mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit einzig eine chronische nicht induzierbare Urtikaria genannt und die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers als "gut" beurteilt. Sodann habe Dr. med. F.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, ebenfalls mehrere Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit gestellt (Berichte vom 16. Juni und 7. Juli 2020), jedoch nicht weiter dargelegt, inwiefern diese eingeschränkt sein sollte. Zudem sei er nicht näher auf die Ergebnisse der radiologischen Abklärung eingegangen, wo lediglich ein kleiner plantarer Fersensporn ohne signifikante Entzündungsreaktion der Plantarfaszie erkannt worden sei. Da somit den Berichten des Dr. med. F.________ und auch den Akten insgesamt keine gefestigte somatische Diagnose mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit zu entnehmen sei, seien aus somatischer Sicht keine weiteren Abklärungen angezeigt gewesen. Sodann seien neurologische Berichte von verschiedenen Ärzten des Kantonsspitals St. Gallen aktenkundig. Im jüngsten (vom 27. Juli 2020) sei ein chronisches Schmerzsyndrom nach Gerbershagen Typ II diagnostiziert worden; gleichzeitig hätten die Ärzte aber beginnende positive Auswirkungen der Physiotherapie auf Muskelaufbau und Stimmung festgestellt. Anhaltspunkte für eine eingeschränkte Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers oder die Notwendigkeit ergänzender Abklärungen seien somit auch angesichts der neurologischen Fachberichte nicht ersichtlich. Der Terminvorschlag des lnstituts G.________ zur weiteren Untersuchung der Fussbeschwerden vermöge ebenfalls keine Arbeitsunfähigkeit zu belegen. Gestützt auf die Stellungnahmen der Dres. med. H.________ und I.________, Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie resp. für Physikalische Medizin und Rehabilitation beim Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD), und in Anbetracht des Fehlens einer gefestigten (somatischen) Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit seien auch unter Berücksichtigung des Untersuchungsgrundsatzes keine weiteren medizinischen Abklärungen angezeigt gewesen. Die IV-Stelle habe zu Recht eine (drohende) Invalidität und folglich einen Anspruch auf berufliche Massnahmen oder eine Invalidenrente verneint.