Citation: 2C_357/2022 E. 5.2

5.2. Ein nachehelicher Aufenthalt käme daher nur gestützt auf wichtige persönliche Gründe gemäss Art. 50 Abs. 1 lit. b AIG infrage (sog. nachehelicher Härtefall). In diesem Sinne wichtige persönliche Gründe können gemäss Art. 50 Abs. 2 AIG namentlich vorliegen, wenn die Ehegattin oder der Ehegatte Opfer ehelicher Gewalt wurde oder die Ehe nicht aus freiem Willen geschlossen hat oder die soziale Wiedereingliederung im Herkunftsland stark gefährdet erscheint (vgl. auch BGE 137 II 345 E. 3.2.3). Solche Gründe bringt der Beschwerdeführer nicht vor. Er beruft sich im Wesentlichen darauf, dass seine Ehe nicht als "Kurzehe" betrachtet werden könne und er und seine Ex-Frau bereits ab Oktober 2016 (recte: 2013) eine (voreheliche) Beziehung gepflegt hätten. Darin ist jedoch - gerade auch im Vergleich mit dem Urteil 2C_678/2011 vom 22. Februar 2012, auf das der Beschwerdeführer verweist - noch kein wichtiger persönlicher Grund zu sehen: Im Fall, der dem zitierten Urteil zugrunde lag, hatte die Beziehung der Ausländerin und ihrem Schweizer Ehegatten mindestens 14 Jahre gedauert, bevor sie durch den Tod des Ehegatten beendet wurde (vgl. Urteil 2C_678/2011 vom 22. Februar 2012 E. 3.4; vgl. zum Stellenwert der vorehelichen Beziehungsdauer Urteil 2C_480/2014 vom 15. Januar 2015 E. 5.4.2). Davon unterscheidet sich die Situation des Beschwerdeführers, dessen (effektiv gelebte) Beziehung zu seiner Ex-Frau etwa vier Jahre dauerte und dessen soziale Wiedereingliederung in seinem Heimatland aufgrund dieser Beziehung nicht als gefährdet erscheint, ganz erheblich.