Citation: 5C.292/2001 21.01.2002 E. 3

3.- a) Vor Bezirksgericht hatte der Kläger sich noch auf den in Art. 693 ZGB verankerten Anspruch auf Verlegung der Leitung - als "Korrelat der Duldungspflicht nach 691 ZGB" - berufen und seine Forderung mit dem zu Lasten der Beklagten gehenden Betreffnis der Verlegungskosten begründet. Im kantonalen Berufungsverfahren wies er dann auf Art. 691 ZGB hin und bezeichnete seine Forderung als Entschädigung, die ihm die Beklagte für die Inanspruchnahme der Leitungen auf seinem Grundstück schulde. Soweit seine Ausführungen in der vorliegenden Berufungsschrift überhaupt verständlich sind, scheint er dem Kantonsgericht vorzuwerfen, die von ihm geltend gemachte Forderung zu Unrecht nicht gestützt auf Art. 691 ZGB gutgeheissen zu haben. b) Gemäss Art. 691 Abs. 1 ZGB ist jeder Grundeigentümer gehalten, die Durchleitung unter anderem von unterirdischen Leitungen gegen vorgängigen vollen Ersatz des dadurch verursachten Schadens zu gestatten, insofern sich die Leitung ohne Inanspruchnahme seines Grundstücks gar nicht oder nur mit unverhältnismässigen Kosten durchführen lässt. aa) Dem angefochtenen Urteil ist zu entnehmen, dass durch das klägerische Grundstück Werkleitungen führen, die auch dem Grundstück der Beklagten dienen und wegen der vom Kläger angeordneten Überbauung verlegt werden mussten. Das Urteil enthält keine Feststellungen darüber, seit wann die Leitungen der beklagtischen Liegenschaft dienen und ob der Kläger gegen ihre Inanspruchnahme durch die Beklagte je eine Rechtsverwahrung abgegeben hat oder die Inanspruchnahme widerspruchslos duldete (in welchem Fall der Durchleitungsanspruch wohl als durch konkludentes Verhalten anerkannt zu gelten hätte). Der Kläger macht auch nicht geltend, vor Kantonsgericht einschlägige Tatsachen vorgebracht zu haben. Unter diesen Umständen entbehrt seine Behauptung, eigentlich könnte er der Beklagten die Inanspruchnahme der Leitungen untersagen, der Begründung, was allerdings einem Entschädigungsanspruch nicht entgegenzustehen braucht (dazu Haab/ Simonius/Scherrer/Zobl, Zürcher Kommentar, N 10 zu den Art. 691, 692 und 693 ZGB; Meier-Hayoz, Berner Kommentar, N 54 zu Art. 691 ZGB). bb) Der Anspruch auf vollen Ersatz erfasst alle Vermögensnachteile, die dem Eigentümer infolge der durch die Duldungspflicht verursachten Beschränkung seines Rechts erwachsen. Der Kläger deutet zwar an, dass der Schaden den Ersatz der Kosten der Leitungsverlegung wohl übersteigen dürfte. Doch ermangelt die so begründete Klage jeglicher Substantiierung. Weder ergeben sich aus dem angefochtenen Urteil entsprechende Anhaltspunkte, noch behauptet der Kläger, im kantonalen Verfahren Ausführungen zum erlittenen Schaden gemacht zu haben. c) In der schlichten Bestreitung des Klägers, die Beklagte habe nicht als Berechtigte im Sinne von Art. 691 ZGB zu gelten, ist sodann keine den Anforderungen von Art. 55 Abs. 1 lit. c des Bundesgesetzes über die Organisation der Bundesrechtspflege (OG) genügende Begründung der Rüge zu erblicken, der angefochtene Entscheid verletze Art. 693 ZGB. Darauf ist deshalb von vornherein nicht einzutreten.