Citation: 2C_361/2022 E. 4.2

4.2. Eine solche Feststellung liegt hier mit dem Urteil des Bundesgerichts vom 21. Oktober 2020 vor. Darin erkannte das Bundesgericht letztinstanzlich eine Verletzung von Art. 5 Ziff. 1 lit. f EMRK: Es erwog, dass im Zeitpunkt des Urteils des Verwaltungsgerichts vom 3. September 2020 nur eine höchst unwahrscheinliche, rein theoretische Möglichkeit bestanden habe, dass der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers innert absehbarer Frist durchgeführt werden könne. Dem Haftentlassungsgesuch des Beschwerdeführers hätte gestützt auf Art. 80 Abs. 6 lit. a AIG stattgegeben und dieser unverzüglich aus der Ausschaffungshaft entlassen werden müssen. Das gegenteilige Urteil des Verwaltungsgerichts habe Bundesrecht und Art. 5 Ziff. 1 lit. f EMRK verletzt (Urteil 2C_768/2020 vom 21. Oktober 2020 E. 5, insbesondere E. 5.5). Entgegen der Annahme der Vorinstanz ist nicht mehr zu prüfen, ob die dem Urteil 2C_768/2020 zugrunde liegende Feststellung einer Konventionsverletzung zutreffend war oder nicht (vgl. Urteil 2P.291/1995 vom 31. Januar 1996 E. 2c).