Citation: 9C_144/2019 E. 2.2

2.2. Es ist unbestritten, dass die IV-Stelle die Rentenauszahlung mit Verfügung vom 15. April 2015 zu Recht sistiert hat. Der Versicherte stand dannzumal unter dem Verdacht des Sozialversicherungsbetrugs. Dies insbesondere deshalb weil bei der polizeilichen Überwachung festgestellt wurde, dass er mehr arbeitete als ihm gemäss dem Abklärungsergebnis der Invalidenversicherung zumutbar war (vgl. auf der einen Seite die Verfügungen der IV-Stelle vom 4. und 9. April 2001, Mitteilungen der IV-Stelle vom 12. Juni 2003 und 24. November 2006 sowie auf der anderen Seite der Ermittlungsbericht der Kantonspolizei Zürich vom 15. Juli 2014 und die Anklage der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 21. Juli 2015). In diesem Zusammenhang kann auch auf die Ausführungen des Obergerichts des Kantons Zürich im Entscheid vom 4. April 2017 verwiesen werden, wonach der Versicherte im November 2013 deutlich schwerere Arbeiten verrichtet habe, als ihm gemäss seinen Angaben vom 19. Oktober 2012 und jenen seines behandelnden Arztes vom 4./8. Januar 2013 möglich gewesen wären. Auch habe er diese Tätigkeit damals in einem zeitlichen Rahmen ausgeübt, welcher deutlich über das von ihm als möglich deklarierte 40%-Pensum hinausgegangen sei. Trotz dieser den Versicherten belastenden Umstände wurde der Versicherte freigesprochen. Das Obergericht des Kantons Zürich hielt fest, die Tätigkeit deute nicht mit Sicherheit auf eine Verbesserung des Gesundheitszustands. Es zog in diesem Zusammenhang insbesondere in Erwägung, dass der Kebab-Stand, an welchem der Versicherte arbeitete, kurz vor der Schliessung stand, kein Normalbetrieb mehr herrschte und es in einer derartigen Situation nachvollziehbar erscheine, dass der Versicherte mehr gearbeitet und anstrengendere Arbeiten verrichtet habe, als dies üblich und gesundheitlich zu verantworten gewesen wäre. Von weiteren medizinischen Abklärungen zum Nachweis einer allfälligen gesundheitlichen Verbesserung im massgebenden Zeitraum (2012, 2013) sah das Obergericht ab, da es davon keine weiteren Erkenntnisse erwartete. Zur Klärung der offenen Fragen veranlasste jedoch die IV-Stelle eine Begutachtung im ABI (Expertise vom 17. April 2018). Diese bestätigte, dass der Versicherte in einer angepassten Tätigkeit zu 80 % arbeitsfähig ist. Die Gutachter erachteten die Leistungsfähigkeit ab März 2017 als ausgewiesen. Im Übrigen taten sie sich schwer, die Arbeitsfähigkeit retrospektiv einzuschätzen. Die IV-Stelle formulierte am 18. Juli 2018 Zusatzfragen an die ABI-Gutachter und bat diese, die Arbeitsfähigkeit auch im Hinblick auf die Erkenntnisse aus dem Strafverfahren zu evaluieren. Die gutachterliche Antwort ist noch ausstehend.