Citation: 6B_1294/2022 E. 4.2.1

4.2.1. Die Vorinstanz führt aus, die Beschwerdeführerin sei in U.________/DE aufgewachsen und im Jahr 2009 im Alter von 32 Jahren in die Schweiz eingereist. Trotz ihrer Aufenthaltsdauer von nun rund 13 Jahren sei keine besondere soziale Integration erkennbar. Zur beruflichen Situation der Beschwerdeführerin führt die Vorinstanz aus, sie verfüge über keine Ausbildung. In Deutschland habe sie im Verkauf gearbeitet und sei Hausfrau gewesen. Nach der Einreise in die Schweiz habe sie teilweise gearbeitet und sei zwischenzeitlich auch arbeitslos geworden. Seit Januar 2022 arbeite sie in einem 80 % Pensum, wobei sie monatlich brutto Fr. 3'600.-- verdiene. Die Vorinstanz schliesst daraus, der Beschwerdeführerin sei ein Wechsel der Arbeitsstelle zumutbar, habe sie doch in den vergangenen Jahren mehrfach die Arbeitsstelle gewechselt. Es seien keine Anhaltspunkte ersichtlich, weshalb sie sich in Deutschland nicht reintegrieren könnte. Dabei erwägt sie mit Blick auf den Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin, in Deutschland könne sie grundsätzlich die gleiche medizinische Betreuung erwarten wie in der Schweiz und die laufende psychologische Behandlung fortsetzen. Betreffend die familiäre Situation der Beschwerdeführerin führt die Vorinstanz aus, sie habe drei Kinder; zwei Söhne und eine Tochter. Der jüngste Sohn sei noch minderjährig. Sie lebe gemeinsam mit ihrem Ehemann und ihren beiden Söhnen in V.________; die älteste Tochter sei verheiratet, habe zwei Kinder, lebe im Kanton Thurgau und komme jedes zweite Wochenende zu Besuch. Sie erwägt, die Beziehung zur Tochter der Beschwerdeführerin könne auch im grenznahen Deutschland ohne erheblichen Mehraufwand aufrechterhalten werden. Der mittlere Sohn sei volljährig und finanziell unabhängig; ihm sei sowohl zumutbar, nach Deutschland zu ziehen und seiner bisherigen Arbeit in der Schweiz als Grenzgänger nachzugehen, als auch in der Schweiz zu bleiben und seine Familie in Deutschland regelmässig zu besuchen. Die Vorinstanz hält indes fest, die Landesverweisung würde insbesondere den Ehemann sowie den noch minderjährigen Sohn tangieren. Zwar sei es dem Ehemann grundsätzlich zumutbar, das Familienleben in Deutschland zu pflegen; er könne als Grenzgänger ohne Weiteres seiner bisherigen Arbeit in der Schweiz nachgehen. Jedoch sei die berufliche Zukunft des jüngsten Sohnes, der nach Abschluss der obligatorischen Schule aktuell ein Praktikum bzw. eine Lehrstelle suche, unklar. Die Arbeitsmärkte in der Schweiz und Deutschland seien vergleichbar, dennoch würde ein Umzug nach Deutschland für ihn eine gewisse Härte bedeuten, habe er doch beinahe sein ganzes Leben in der Schweiz verbracht und hier seine gesamte Schulzeit absolviert. Die erstmalige Berufswahl stelle für einen Jugendlichen eine prägende Entscheidung dar. Damit würden einer Landesverweisung nicht unerhebliche private Interessen entgegenstehen. Implizit bejaht die Vorinstanz damit einen schweren persönlichen Härtefall i.S.v. Art. 66a Abs. 2 StGB.