Citation: 4A_264/2019 E. B

B.a. Am 10. Mai 2016 machte die B.________ Ltd. gestützt auf die vertragliche Schiedsklausel bei der International Chamber of Commerce (ICC) ein Schiedsverfahren hängig. Am 12. Oktober 2016 bestätigte der Generalsekretär des ICC auf gemeinsames Begehren der Parteien Rechtsanwalt Thomas Barth als Einzelrichter. Die Klägerin (deren Rechtsbegehren sich wörtlich im Award nicht finden) verlangte die Verpflichtung der Beklagten zur Bezahlung von insgesamt USD 4'047'985, d.h. die ausstehenden 3,3 Mio. USD neben Zins seit 14. November 2014 und Kosten. Mit Schiedsentscheid vom 17. Oktober 2018 verpflichtete der Einzelschiedsrichter die Beklagte, der Klägerin USD 1'650'000.-- nebst 5 % Zins seit 15. November 2014 zu bezahlen und wies alle anderen Ansprüche aus dem Vertrag vom 29. Mai 2012 ab. Die Kosten auferlegte er den Parteien je zur Hälfte und verpflichtete jede der Parteien, die Hälfte der Anwaltskosten der Gegenpartei zu übernehmen. B.b. Das Schiedsurteil vom 17. Oktober 2018 wurde dem Anwalt der Beklagten am 23. Oktober 2018 per Kurier zugestellt, nachdem er eine Kopie des Entscheids im PDF-Format per E-Mail am 22. Oktober 2018 zugestellt erhalten hatte. Aufgrund der E-Mail-Kopie des Entscheides stellte die Beklagte gestützt auf Art. 35 des CCI-Reglements ein Gesuch um Auslegung des Schiedsspruchs, das der Einzelschiedsrichter am 21. März 2019 abwies. Nach Darstellung der Beschwerdeführerin entdeckte sie selbst zu einem nicht genannten Zeitpunkt, dass im Originalentscheid, der am 23. Oktober 2018 per Kurier zugestellt worden war, die Seiten 125, 126, 129, 130, 133 und 134 fehlten. Ihr Anwalt meldete dies am 8. April 2019 per E-Mail dem ICC-Sekretariat und ersuchte um Zustellung eines vollständigen Originals des Final Award vom 18. Oktober 2018. Das ICC-Sekretariat sandte ihm schliesslich am 26. April 2019 ein beglaubigtes Exemplar des Schiedsurteils, das ihm am 29. April 2019 zuging.