Citation: 2C_302/2018 E. 2.2.5

2.2.5. Zu denken ist hierbei namentlich an die Realisation handelsrechtlicher Zwangsreserven. Bei ihrer Ersterfassung und in der Folgebewertung dürfen Aktiven grundsätzlich nicht höher bewertet werden als zu den Anschaffungs- und Herstellungskosten (Art. 960a Abs. 1 und 2 OR), mithin selbst dann nicht, wenn der Verkehrswert höher als bei Anschaffung bzw. Herstellung liegt. Entsprechend können bei günstiger Entwicklung des Verkehrswerts "Zwangs"-Reserven entstehen. Anders verhält es sich nur bei Aktiven "mit Börsenkurs oder einem anderen beobachtbaren Marktpreis in einem aktiven Markt" (Art. 960b Abs. 1 OR). Zwangsreserven schlagen begrifflich nur dann erfolgswirksam zu Buche, wenn es zur Veräusserung oder Privatentnahme des Aktivums kommt, eine anderweitige buchmässige Aufwertung verstösst gegen das Handelsrecht. Wie der bundesrätlichen Botschaft zu entnehmen ist, kommt die privilegierte Besteuerung aber nur dann infrage, wenn sich die Realisation als unmittelbare Folge der Liquidation darstellt (vorne E. 2.2.3).