Citation: 1C_408/2012 E. 6.5

6.5. Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführer hat das Verwaltungsgericht die von ihnen aufgelisteten Arbeiten in ihrer Gesamtheit gewürdigt. Dabei ist es von den Feststellungen des Amts für Landwirtschaft ausgegangen und hat sich zudem mit den Vorbringen der Beschwerdeführer hinsichtlich einzelner Arbeiten auseinandergesetzt. Zu Recht hat es dabei das Hauptaugenmerk nicht einfach auf den zeitlichen Gesamtarbeitsaufwand gelegt (welcher approximativ in der nicht umstrittenen Grösse von ca. 1 SAK zum Ausdruck kommt), sondern auf das Erfordernis der ständigen Anwesenheit auf dem Betrieb. Was die Beschwerdeführer in dieser Hinsicht vorbringen, ist nicht geeignet, die vorinstanzlichen Sachverhaltsfeststellungen als offensichtlich unrichtig (Art. 97 Abs. 1 und Art. 105 Abs. 2 BGG) und die Rechtsanwendung als bundesrechtswidrig erscheinen zu lassen. So ist nicht ersichtlich, weshalb die Beschwerdeführer ständig vor Ort sein müssten, um die Tränke zu warten und etwa bei einer einfrierenden Wasserleitung eingreifen zu können. Dasselbe gilt für Hunde und Touristen, welche die Tiere erschrecken bzw. füttern könnten. Von den Beschwerdeführern ist zu erwarten, dass sie die Anlage so gestalten, dass dieses Risiko möglichst klein gehalten wird. Dass in dieser Hinsicht während der Jahre, die der Betrieb bereits besteht, ernsthafte Probleme entstanden sind, machen die Beschwerdeführer nicht geltend. Schliesslich erscheint auch die Vermarktung des Damhirschfleisches durch die Beibehaltung des Wohnsitzes in der Wohnzone nicht wesentlich beeinträchtigt. Die Vorinstanz hat festgehalten, dass der Verkauf zur Hauptsache über die Homepage der Beschwerdeführer und telefonisch erfolgt, während der Verkauf an Passanten vor Ort untergeordnete Bedeutung habe. Letzterer wird zudem nicht ausgeschlossen, wenn die Beschwerdeführer wie bisher auf dem Betrieb arbeiten, ohne dort zu wohnen; für den Fall ihrer Abwesenheit kann auch mit einem Schild auf die Verkaufsmöglichkeiten aufmerksam gemacht werden. Hinsichtlich der Überwachungsaufgaben, die die Damhirschzucht mit sich bringt, hat das Verwaltungsgericht zudem zu Recht darauf hingewiesen, dass sich diese teilweise mit geringem Aufwand durch technische Überwachungseinrichtungen reduzieren lassen (vgl. Urteil 1C_67/2007 vom 20. September 2007 E. 3.4 mit Hinweis). Die Beschwerdeführer wohnen ca. 2.1 km vom Betrieb entfernt. Das Verwaltungsgericht geht davon aus, dass diese Strecke mit dem Auto in wenigen Minuten bewältigt werden könne. Diese Feststellung scheint haltbar. Die Beschwerdeführer machen zwar geltend, der Gemeinderat Oberiberg habe mitgeteilt, es sei höchstens mit einem Fussmarsch von 20-25 Minuten zu rechnen. Ein Widerspruch zu den Feststellungen des Verwaltungsgerichts, das nach dem Gesagten von einer Autofahrt ausgeht, besteht insoweit nicht. Unmassgeblich ist zudem, dass die Beschwerdeführer die Schneeräumung des letzten Wegstücks von ca. 400 m selber besorgen müssen. Zum einen fällt diese Arbeit nicht täglich an, zum andern würde sie auch bei Verlegung des Wohnsitzes der Beschwerdeführer auf den Betrieb nicht entfallen. Sie ist deshalb im Rahmen des gesamten Arbeitsaufwands zu berücksichtigen, nicht aber für die Berechnung der Wegzeit. Der Einwand der Beschwerdeführer, es müsse nach den neuen rechtlichen Anforderungen auf dem Betrieb ohnehin ein Kleinschlachtlokal errichtet werden und es sei unverhältnismässig, nicht gleichzeitig auch eine Wohnbaute zu bewilligen, verfängt nicht. Auch wenn ein Kleinschlachtlokal mit relativ geringen Mehrkosten durch eine Wohnung ergänzt werden könnte, wie die Beschwerdeführer behaupten, kann Wohnraum nur aufgrund der genannten, restriktiven Kriterien bewilligt werden. Diese sind hier nach dem Gesagten nicht erfüllt. Ob das von den Beschwerdeführern geplante Kleinschlachtlokal bewilligt werden könnte, muss deshalb vorliegend nicht beurteilt werden. Aus demselben Grund erübrigt sich eine Auseinandersetzung mit den in diesem Zusammenhang in der Beschwerdeschrift vorgebrachten Sachverhaltsrügen: Ob die Vorinstanz die Erreichbarkeit des nächstgelegenen Schlachtlokals korrekt festgestellt und ob sie die Absicht der Beschwerdeführer, im Untergeschoss des geplanten Baus tatsächlich ein eigenes Kleinschlachtlokal einzurichten, zu Recht in Frage gestellt hat, ist nicht entscheidwesentlich (Art. 97 Abs. 1 BGG). Insgesamt erscheint die dauernde Anwesenheit der Beschwerdeführer auf dem Betrieb somit nicht unentbehrlich. Die Rüge der Verletzung von Art. 16a RPG und Art. 34 Abs. 3 RPV ist unbegründet.