Citation: 9C_315/2013 E. 4.2

4.2. Der Beschwerdeführer macht zunächst geltend, den Eintritt der Arbeitsunfähigkeit auf Mai 2009 festzulegen sei unhaltbar, weil bereits zu Beginn des Jahres 2008 eine Krankheitssymptomatik bestanden und ein MRI pathologische Befunde gezeigt habe. Diese Rüge dringt nicht durch. Es trifft zwar zu, dass der Beschwerdeführer bereits im Februar 2008 seinen Hausarzt Dr. med. K.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin FMH, konsultierte und dieser ihn wegen Vergesslichkeit und Störung des Kurzzeitgedächtnisses zur weiteren Abklärung an das Zentrum W.________ überwies (Bericht vom 10. Juni 2008). Die neuropsychologische Abklärung im Zentrum W.________ vom 20. März 2008 wies auf erhebliche Leistungsdefizite im mnestischen Funktionsbereich hin, wobei die Zuverlässigkeit der Testwerte fraglich erschien und zudem anamnestische Hinweise auf ein Alkoholproblem sowie ein Beziehungsproblem in der Ehe bestanden. Es wurde der Verdacht auf leichte kognitive Beeinträchtigungen (ICD-10 F10.1) postuliert (Bericht vom 9. Mai 2008). Die in der Folge veranlasste MRT-Untersuchung am Medizinischen Diagnose-Zentrum O.________ vom 22. Mai 2008 zeigte eine asymmetrische Atrophie des Temporallappens links mit sekundärer Erweiterung des Temporalhornes ipsilateral. Gestützt darauf zog die untersuchende Radiologin eine linksseitige isolierte Temporallappendegeneration in Betracht (Bericht der Dr. med. E.________, Fachärztin für Radiologie FMH, vom 22. Mai 2008). Damit wurden bereits im Februar und März 2008 Symptome der später diagnostizierten Krankheit ärztlicherseits dokumentiert, ebenso liessen sich pathologische Veränderungen im Gehirn nachweisen. Indes ist nicht entscheidend, ab welchem Zeitpunkt sich ein pathologisches Geschehen zu entwickeln begann (die Familie des Beschwerdeführers bemerkte bereits 2006 Symptome der Krankheit; Einwand vom 21. Juni 2010 Ziff. 11), sondern wann dieses eine Schwere erreicht hat, die eine länger dauernde und erhebliche Arbeitsunfähigkeit begründete (Urteile B 90/02 vom 23. Mai 2003 E. 2.2; B 106/01 vom 4. Juli 2002 E. 3b/cc). Die bildgebenden Befunde mögen zwar in diagnostischer Hinsicht aufschlussreich sein (Schüssler/Brunnauer, Psychologische Grundlagen psychischer Erkrankungen, in: Möller/Laux/Kapfhammer [Hrsg.], Psychiatrie, Psychosomatik, Psychotherapie, 4. Aufl. 2011, Band 1, S. 306), ein Schluss auf eine (erhebliche) Arbeitsunfähigkeit lässt sich daraus jedoch nicht ziehen. Auch bescheinigten die Ärzte des Zentrums W.________ im Bericht vom 9. Mai 2008 keine Arbeitsunfähigkeit und sahen sich auf Anfrage der IV hin - mit dem Hinweis auf die einmalige Konsultation resp. Testung - ausserstande, den IV-Fragebogen (samt Angaben zur Arbeitsfähigkeit) zu beantworten (Schreiben vom 10. November 2009). Erst in dem - nach der IV-Verfügung datierenden - vorinstanzlich aufgelegten Bericht des Zentrums W.________ vom 6. Mai 2011 rapportierte Dr. med. B.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, es sei "grundsätzlich" davon auszugehen, dass eine solche Störung zu relevanten Schwierigkeiten im Beruf führe, umso mehr, wenn die beruflichen Anforderungen hoch seien. Eine solch allgemein gehaltene und betreffend die Arbeitsfähigkeit vage Beurteilung im Nachhinein vermag keine mindestens 20 %ige Arbeitsunfähigkeit (Urteil 9C_162/2013 vom 8. August 2013 E. 2.1.2 mit Hinweisen) des Beschwerdeführers im relevanten Zeitraum zu belegen. Mithin wäre dieser Bericht nicht geeignet, im Rahmen einer prozessualen Revision (E. 3.2 hievor) zu einer anderen rechtlichen Beurteilung zu führen. Der im vorliegenden Verfahren erstmals aufgelegte Bericht desselben Arztes vom 22. April 2013, gemäss welchem "mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit" eine volle Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers ab 2008 bestanden habe, kann nach dem Grundsatz der "Aussage der ersten Stunde" (BGE 121 V 45 E. 2a S. 47 mit Hinweisen) nicht als beweiskräftig eingestuft werden und vermag - soweit es sich nicht ohnehin ein unzulässiges Novum handelt (Art. 99 Abs. 1 BGG) - am Ergebnis nichts zu ändern. Jedenfalls führt er nicht zur Unhaltbarkeit der in casu verbindlichen IV-rechtlichen Betrachtungsweise (E. 3.1).