Citation: 8C_214/2022 E. 4.1

4.1. Die Vorinstanz führte aus, zur Beurteilung der Einfachheit des Hilfsmittels sei insbesondere zu berücksichtigen, dass das vom Beschwerdegegner beantragte elektronische Kniegelenk bereits seit 1997 auf dem Markt sei. Aus den Berichten des behandelnden PD Dr. med. D.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, könne sodann zwar nicht geschlossen werden, dass dem Beschwerdegegner die Bewältigung des Alltags und die Ausübung seiner bisherigen sportlichen Aktivitäten mit einer herkömmlichen Prothese völlig unmöglich wären. Im Vergleich zu einer Versorgung mit einem elektronischen Kniegelenk seien sie jedoch wesentlich beschwerlicher und teilweise wohl auch nur beschränkt möglich. Weiter habe PD Dr. med. D.________ mehrfach auf die Sturzprophylaxe hingewiesen, wobei, so die Vorinstanz, gerade im fortgeschrittenen Alter des Beschwerdegegners eine Verminderung des Sturzrisikos entscheidend erscheine. Im Gegensatz zum Sachverhalt in BGE 141 V 30 bestünden vorliegend zwar keine Hinweise dafür, dass eine Prothese mit mechanischem Kniegelenk völlig kontraindiziert wäre. So habe PD Dr. med. D.________ die vom Beschwerdegegner geltend gemachten Einschränkungen beim Treppensteigen bzw. Abwärtsgehen mit der herkömmlichen Prothese nicht bestätigt, sondern lediglich festgehalten, dass eine elektronische Prothese besser zur Sturzprophylaxe geeignet sei. Es sei allerdings zu berücksichtigen, dass der Beschwerdegegner - neben dem Verlust eines Grossteils seines rechten Beines - gemäss Gutachten der Medizinischen Gutachtenstelle E.________ vom 31. Januar 2005 weitere somatische und psychische Einschränkungen habe, insbesondere einen Status nach Schädelhirntrauma mit gewissen kognitiven Beeinträchtigungen, eine eingeschränkte Funktion des linken Armes sowie der linken Hand, Schmerzen im Bereich des Iliosakralgelenks und Kniegelenksbeschwerden links. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass es seit BGE 132 V 215 zu einer massgeblichen technischen Entwicklung im Bereich der Beinprothesen gekommen sei, sprächen die Unterschiede nicht gegen eine andere Beurteilung als in diesem Urteil und damit auch nicht gegen eine Kostenübernahme einer C-Leg-Prothese. Zusammengefasst solle eine Oberschenkelprothese vorliegend primär dazu dienen, dem pensionierten Beschwerdegegner die Mobilität bzw. die Erhaltung der Selbstständigkeit zu ermöglichen und Stürze möglichst zu verhindern. Es sei ihm zwar auch mit einer herkömmlichen Prothese möglich, sich im Alltag fortzubewegen und einem Teil seiner Aktivitäten nachzugehen. Er sei dabei jedoch wesentlich eingeschränkt und im Vergleich zur Verwendung eines C-Legs einem deutlich höheren Sturzrisiko ausgesetzt. Damit sei ein elektronisches Kniegelenk im vorliegenden Fall als einfaches und zweckmässiges Hilfsmittel anzusehen, weshalb die Suva die Kosten dafür zu tragen habe.