Citation: 6B_54/2008 09.05.2008 E. 7.4

7.4.1 Über die Ab.________ AG wurde am 14. November 2003 der Konkurs eröffnet. Die objektive Strafbarkeitsbedingung ist damit erfüllt. Der Beschwerdeführer gewährte gemeinsam mit Y.________, den in das risikobehaftete Klinikprojekt von Y.________ in München involvierten Gesellschaften Kredite, ohne dass hierfür ein geschäftsmässig begründeter Anlass bestanden hätte, und ohne eine Kreditwürdigkeitsprüfung vorzunehmen oder Sicherheiten einzufordern. Dabei handelte es sich entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers nicht um eine bloss vorübergehende interne Umschichtung von Geldern. Vielmehr wurden die Kredite an rechtlich von der Ab.________ AG unabhängige Gesellschaften vergeben, die nicht hinreichend Sicherheit für die Rückzahlung boten. Des Weiteren gefährdeten die Kredite mit einer Laufzeit von zwei Jahren die Liquidität und den Bestand der Ab.________ AG, weil hierfür Mittel eingesetzt wurden, die für die Mietzinszahlungen hätten verwendet werden müssen. Der Beschwerdeführer wusste um die prekäre finanzielle Situation der Ab.________ AG und um die Unsicherheit der erfolgreichen Durchführung des Klinikprojekts in München. Mit seinem Handeln nahm er den Erfolg zumindest in Kauf. Der subjektive Tatbestand ist damit erfüllt. Die Vorinstanz hat den Beschwerdeführer damit zu Recht der Misswirtschaft für schuldig befunden. 7.4.2 Gemäss Art. 725 Abs. 2 OR muss eine Zwischenbilanz erstellt und diese der Revisionsstelle zur Prüfung vorgelegt werden, wenn begründete Besorgnis einer Überschuldung besteht (vgl. auch Hanspeter Wüstiner, Basler Kommentar OR II, 2. Aufl., 2002, Art. 725 OR N. 35). Als Verwaltungsratspräsident war der Beschwerdeführer unabhängig von allfälligen Weisungen von Y.________ verpflichtet, diese Anzeigepflicht zu befolgen. Die Vorinstanz hat verbindlich festgestellt, dass dem Beschwerdeführer seit der Übernahme seines Mandats als Verwaltungsratspräsident bewusst war, dass die Ab.________ AG buchmässig überschuldet war. Dem Beschwerdeführer war im Weiteren klar, dass die C.________ AG die Darlehensschuld der Ab.________ AG nicht decken konnte, da sie nebst den erworbenen Aktien keine Aktiven besass. Die C.________ AG verfügte mithin nicht über ausreichend finanzielle Mittel, um eine Überschuldungsanzeige verhindern zu können. Wie dargelegt bot ferner auch der "Side-Letter" zum Anteilskauf- und Abtretungsvertrag vom 30. Oktober 2002 keine Sicherheit, weil darin keine Haftung der Ba.________ GmbH für Verpflichtungen der C.________ AG gegenüber der Ab.________ AG stipuliert worden war. Der Beschwerdeführer hätte deshalb zumindest eine Überprüfung der Finanzlage in die Wege leiten und eine Zwischenbilanz erstellen müssen. Er hat somit die ihm obliegende Anzeigepflicht gemäss Art. 725 OR verletzt und ist auch in diesem Punkt von der Vorinstanz zutreffend der Misswirtschaft schuldig gesprochen worden.