Citation: 5C.249/2006 08.12.2006 E. 3.1

3.1.1 Die Vorinstanz führt - zusammengefasst aus - gemäss Art. 276 Abs. 1 ZGB hätten die Eltern für den Unterhalt des Kindes aufzukommen, inbegriffen die Kosten von Erziehung, Ausbildung und Kindesschutzmassnahmen. Die Unterhaltspflicht dauere gemäss Art. 277 Abs. 1 ZGB bis zur Mündigkeit des Kindes. Habe es dann noch keine angemessene Ausbildung, so hätten die Eltern, soweit es ihnen nach den gesamten Umständen zugemutet werden dürfe, nach Art. 277 Abs. 2 ZGB für seinen Unterhalt aufzukommen, bis eine entsprechende Ausbildung ordentlicherweise abgeschlossen werden könne. Mit der Herabsetzung des Mündigkeitsalters von 20 auf 18 Jahre werde neu in der Phase vom 18. bis zum 20.. Altersjahr häufig Mündigenunterhalt erforderlich sein, ohne dass der eigentliche Berufs- oder Studienwahlentscheid schon getroffen wäre. In einer solchen Übergangssituation sei der früher geltende Ausnahmecharakter des Mündigenunterhalts zu relativieren (BGE 129 III 375 E. 3.3; Peter Breitschmid, Basler Kommentar, N. 10 zu Art. 377 ZGB). In dieser Phase würden selbst bei noch unklarem Ausbildungsplan eher Leistungen zuzusprechen sein als bis anhin. Um weitere Leistungen zu rechtfertigen, müssten sich die Vorstellungen nach Abschluss des schulischen Ausbildungsgangs, d.h. um das 20. Altersjahr, hingegen zu einem konkreten Plan verdichtet haben. Diese Übergangsphase sei erforderlich, weil Ausbildung kontinuierliche, wenn auch nicht unbedingt ununterbrochene Abläufe erfordere. Bei der Bestimmung des Ausbildungswegs hätten Eltern und Kinder bis zur Mündigkeit des Kindes zusammenzuwirken. Grundsätzlich umfasse die elterliche Unterhaltspflicht nur die Erstausbildung des Kindes. Für eine Zweitausbildung könne das Kind keinen Unterhalt beanspruchen. Dagegen umfasse die Erstausbildung neben dessen Grundausbildung auch Zusatzausbildungen. Keine abgeschlossene Berufsausbildung bilde regelmässig die Erlangung der Maturität oder eines anderen allgemein bildenden Schulabschlusses (BGE 117 II 127 E. 3b; Peter Breitschmid, a.a.O., N. 12 ff. zu Art. 277 ZGB). Habe das Kind vor der Mündigkeit eine Berufsausbildung abgeschlossen oder stehe es bei Eintritt der Mündigkeit in einer solchen, umfasse der Anspruch auf angemessene Ausbildung eine Weiterbildung, wenn diese die Grundausbildung erweitere oder vertiefe oder zwingend voraussetze (Cyril Hegnauer, Berner Kommentar, N. 72 ff. zu Art. 277 ZGB). 3.1.2 Das Obergericht fährt fort, der Berufungsbeklagte habe die Sekundarschule abgeschlossen und danach die Aufnahmeprüfung an die Handelsmittelschule bestanden. Im Dezember 2002, als er mithin 18-jährig gewesen sei, habe er mit einer Treuhandgesellschaft in A.________ einen Praktikumsvertrag für ein Jahr (1. Juni 2003 bis 30. Juni 2004) mit einer monatlichen Entschädigung von Fr. 1'410.-- abgeschlossen. Während dieses Praktikums habe er eine praktische Arbeit verfasst, deren Benotung Eingang in das Maturazeugnis gefunden habe. Am 18. Juni 2004 habe er die kaufmännische Berufsmaturität mit einer Durchschnittsnote von 4,96 erlangt. Der Berufungsbeklagte habe ausgeführt, er habe diesen Ausbildungsweg gewählt, weil dieser ihn besser auf ein späteres Studium vorbereite. Er habe seine Mutter und seinen Vater darüber informiert. Seine Mutter habe dieser Absicht zugestimmt; sein Vater habe dagegen "nicht gross opponiert", hätte aber eine Lehre bevorzugt. Bereits im Urteil betreffend Abänderung des Scheidungsurteils sei erwähnt worden, der Berufungsbeklagte besuche eine weiterführende Schule; die Mutter habe ihm versprochen, dass er dies dürfe. Damals sei er noch nicht mündig gewesen, und er habe diesen Ausbildungsweg in Absprache mit seiner Mutter, der gesetzlichen Vertreterin, gewählt. Der Berufungskläger habe bereits seit längerer Zeit jedenfalls Kenntnis vom gewählten Ausbildungsweg seines Sohnes gehabt. Damit entspreche das 2004 begonnene Studium der Wirtschaftswissenschaften an der Fachhochschule B.________ einem längerfristigen und bereits seit längerer Zeit bestehenden beruflichen Lebensplan. Diesen habe er mit der sorgeberechtigten Mutter vereinbart, und der Vater habe davon Kenntnis gehabt, auch wenn er ihn nicht befürwortet habe. Diese Ausbildung sei ohne nennenswerte Unterbrüche erfolgt. Zu Recht habe die Bezirksgerichtliche Kommission in diesem Zusammenhang darauf hingewiesen, die einjährige Tätigkeit bei der Treuhandgesellschaft in A.________ sei ein Praktikum gewesen und nicht eine eigentliche Erwerbstätigkeit.