Citation: 5A_380/2021 E. 9.2

9.2. Die Beschwerdeführerin macht geltend, ein Urkundenbeweis sei nicht erforderlich. Die unerlaubte Handlung, die zu einer verrechenbaren Gegenforderung führe, könne auch sonstwie glaubhaft gemacht werden. Zudem bestehe ihre Darstellung nicht nur aus Behauptungen. Sie habe zahlreiche Indizien ins Recht geführt, die Anlass zur Vermutung geben, dass die Beschwerdegegnerin die unrechtmässig erworbenen Daten und das Knowhow verwertet und ihr damit einen Schaden verursacht habe. Durch die eingereichten Urkunden sei ein Schadenersatzanspruch mindestens glaubhaft gemacht. Die Tatsache, dass eine Strafuntersuchung im Zusammenhang mit der Vereinbarung vom 25. März 2019 gegen die ehemaligen Organe der Beschwerdeführerin F.________, H.________ und G.________ (Letzterer ehedem auch Verwaltungsratspräsident der Beschwerdegegnerin) eingeleitet worden sei und bereits Zwangsmassnahmen (insbesondere Hausdurchsuchungen) durchgeführt worden seien, lasse Schadenersatzforderungen mindestens als glaubhaft erscheinen. Zudem sei das rechtliche Gehör verletzt worden, indem das Appellationsgericht den Antrag auf Beizug der Strafakten mit der Begründung abgewiesen habe, die Beschwerdeführerin habe nicht substantiiert vorgebracht, welche Beweise für ihre Sachverhaltsbehauptungen sich in den Strafakten befinden sollen.