Citation: 7B_1124/2024 E. 4.6.2

4.6.2. Die Vorinstanz stützt sich bei der Beurteilung der Prognose vordergründig auf das forensisch-psychiatrische Gutachten von Dr. med. C.________ vom 7. Dezember 2022 und dessen Ergänzung vom 18. März 2023. Die Gutachterin diagnostizierte der Beschwerdeführerin eine längere depressive Reaktion nach dem Verlust ihres langjährigen Ehemannes, dies auf dem Boden einer Persönlichkeitsakzentuierung mit selbstunsicher-dependenten und impulsiven Anteilen, sowie eine Alkoholabhängigkeit (derzeit abstinent in beschützender Umgebung). In Bezug auf beide Problembereiche zeige die Beschwerdeführerin eine bagatellisierende Haltung und keine tiefergehende Einsicht, obwohl sie im Jahr 2022 innert kürzester Zeit erstmals Erfahrungen mit der Akutpsychiatrie, nach einem Suizidversuch, und der Justiz bzw. dem Gefängnis gemacht habe. Ohne Behandlung der Suchterkrankung und der emotionalen Probleme, Verarbeitung der dysfunktionalen Beziehung zu B.________ und der ihr vorgeworfenen Taten unterliege die Beschwerdeführerin einem hohen Risiko, sich wieder von Alkohol und/oder dysfunktionalen Beziehungen abhängig zu machen. In prognostischer Hinsicht hält die Gutachterin unter anderem fest, für den Fall, dass die Beschwerdeführerin in betrunkenem Zustand erneut in einen Streit mit B.________ gerate, sei bei Verfügbarkeit eines gefährlichen Gegenstandes von einer mittleren Wahrscheinlichkeit dafür auszugehen, dass sie ihn schwer bis lebensbedrohlich verletzen könnte.