Citation: 4A_350/2023 E. 7.3.3

7.3.3. Es kann offenbleiben, ob eine Zurechnung von Wissen einer natürlichen Person an die juristische Person in jedem Fall zu unterbleiben hat, wenn sich diese natürliche Person in einem Interessenkonflikt befindet. Es ist jedenfalls nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz der Beschwerdeführerin in der vorliegenden Konstellation verwehrt, über eine Zurechnung von Wissen von Personen, die sich aufgrund ihrer Doppelrolle in einem Interessenkonflikt befunden haben, eine Genehmigung der Beschwerdegegnerin betreffend die Investition in den Fonds 1 abzuleiten. Die rechtswirksame Genehmigung einer pflichtwidrigen Investition setzt eine genaue Kenntnis des Sachverhalts voraus; es muss sich mit anderen Worten um eine informierte Genehmigung handeln (vgl. dazu CHRISTOPH GUTZWILLER, Rechtsfragen der Vermögensverwaltung, 2008, S. 232; vgl. auch BGE 115 II 62 E. 3d). Eine derartige Genehmigung lässt sich vorliegend nicht über eine Wissenszurechnung konstruieren. Diejenigen Stiftungsräte, die sich in einem Interessenkonflikt befanden, hätten betreffend die Frage der Investition in den Fonds 1 im Stiftungsrat in den Ausstand treten müssen; sie hätten die Investition in den Fonds 1 somit nicht gültig genehmigen können. So erwog die Vorinstanz denn auch mit Bezug auf G.________ und H.________, für diese habe aufgrund des Interessenkonflikts auch intern eine Ausstandsregelung hinsichtlich sämtlicher Fragen im Zusammenhang mit der Geschäftsbeziehung zwischen den Parteien gegolten. Entsprechend ist es nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz betreffend die Frage der Genehmigung der Investition in den Fonds 1 (anstelle einer direkten Investition in die Zielfonds) nicht auf Wissen abstellt, das bei Personen vorhanden gewesen sein soll, die sich in einem Interessenkonflikt befunden haben. Ebenso wenig verletzt es Bundesrecht, wenn die Vorinstanz in zeitlicher Hinsicht auf das Wissen derjenigen Personen abstellt, die im fraglichen Zeitraum - das heisst in den Jahren 2009 bis 2014 - dem Stiftungsrat der Beschwerdegegnerin angehörten. Die Beschwerdeführerin legt bereits nicht hinreichend dar, inwiefern das Wissen von Personen, die im fraglichen Zeitraum nicht mehr dem Stiftungsrat der Beschwerdegegnerin angehörten, innerhalb deren Organisation noch objektiv abrufbar gewesen sein soll, was namentlich eine Speicherung des Wissens vorausgesetzt hätte (vgl. dazu ABEGGLEN, a.a.O., S. 136 f.).