Citation: 9C_497/2016 E. 5.1

5.1. Der Beschwerdeführer stellt den Beweiswert der ABI-Expertise vom 16. Juni 2014 in Frage, weil die Gutachter die angestammte Tätigkeit als Kurierfahrer fälschlicherweise für angepasst gehalten und sich deshalb ungenügend mit seiner Arbeits- und Erwerbsfähigkeit auseinandergesetzt hätten. Die Vorinstanz hat diesbezüglich zutreffend auf die unterschiedlichen Aufgaben von Rechtsanwender und Arztperson im Rahmen der Invaliditätsbemessung hingewiesen. So ist die Arbeitsunfähigkeit ein unbestimmter Rechtsbegriff des formellen Gesetzes (Art. 6 ATSG). Daher kommt der Arztperson bei der Folgenabschätzung der von ihr erhobenen gesundheitlichen Beeinträchtigung keine abschliessende Beurteilungskompetenz zu, sondern sie nimmt hiezu Stellung, d.h. sie gibt eine Schätzung ab. Diese ist durch die rechtsanwendenden Behörden im Rahmen der rechtlichen Vorgaben zu würdigen (BGE 140 V 193 E. 3.1 und 3.2 S. 194 ff.). Weil die Arbeitsfähigkeit somit keine rein medizinische, sondern letztlich eine juristische Frage ist, können sich Konstellationen ergeben, bei welchen von der im medizinischen Gutachten festgestellten Arbeitsfähigkeit abzuweichen ist, ohne dass dieses seinen Beweiswert verlöre (SVR 2013 IV Nr. 9 S. 21, 8C_842/2011 E. 4.2.2). Im vorliegenden Fall ist die Vorinstanz lediglich insofern vom Gutachten abgewichen, als sie die Tätigkeit als Kurierfahrer mit Blick auf das in der Expertise überzeugend dargelegte Anforderungsprofil für nicht angepasst hielt.