Citation: I 197/06 15.03.2007 E. 3.3

3.3.1 Bei der Festsetzung des ohne Gesundheitsschaden hypothetisch realisierbaren Einkommens (Valideneinkommen) haben Vorinstanz und Verwaltung an den Lohn angeknüpft, den der Beschwerdeführer im Jahre 1999/2000 als vollzeitlich angestellter Koch im Restaurant Y.________ GmbH verdiente, bevor für eine solche Tätigkeit ab ca. November 2000 eine bloss noch 50%ige Arbeitsfähigkeit bestand (Bericht des Dr. med. H.________, Facharzt FMH für Handchirurgie und Orthopädische Chirurgie vom 11. November 2002). Ausgehend von einem im Oktober 1999 arbeitsvertraglich vereinbarten Monatslohn von Fr. 4'000.- ermittelte die Vorinstanz für das betreffende Jahr ein Bruttoeinkommen von Fr. 52'000.- (13 x 4'000.-), was aufgerechnet auf das massgebende Jahr 2002 (allfälliger Rentenbeginn) einen Betrag von Fr. 54'502.- ergab. Der Beschwerdeführer hält dagegen, er habe von März bis November 2000 im fraglichen Betrieb effektiv ein Einkommen von Fr. 40'222.- erzielt, weshalb für jenes Jahr von einem umgerechneten Jahreslohn von Fr. 53'630.40 ([40'222.- : 9] x 12) auszugehen sei; unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung bis 2002 belaufe sich das Valideneinkommen auf Fr. 56'210.75. 3.3.2 Sowohl die Vorinstanz wie auch der Beschwerdeführer gehen von der Annahme aus, dass der Versicherte als Gesunder auch im Jahre 2002 noch im Restaurant Y.________ angestellt gewesen wäre. Nach Lage der Akten trifft dies nicht zu. Gemäss Angaben der Arbeitgeberin wurde das Arbeitsverhältnis auf Ende November 2000 infolge Geschäftsaufgabe aufgelöst (Arbeitgeberbericht und Kündigungsschreiben vom 27. Oktober 2000). Der Umstand, dass der Beschwerdegegner nach ärztlicher Einschätzung ab jenem Zeitpunkt als Koch nur noch reduziert arbeitsfähig war, war somit nicht ursächlich für den Stellenverlust; zu diesem wäre es mit Sicherheit auch ohne gesundheitliche Probleme gekommen. Auf den im Restaurant Y.________ erzielten Verdienst darf daher - abweichend vom Grundsatz, dass bei der Festsetzung des Valideneinkommens in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst anzuknüpfen ist - nicht abgestellt werden (vgl. BGE 129 V 222 E. 4.3.1 S. 224). Da auch das im Zeitpunkt des Unfalls am 22. Januar 1998 laufende Arbeitsverhältnis aus nicht-gesundheitlichen Gründen per Ende Juni 1998 aufgelöst worden war (Arbeitszeugnis vom 17. März 1999) und der Beschwerdegegner in den Jahren vor Eintritt des Gesundheitsschadens im Rahmen relativ kurzer Anstellungen bei verschiedenen Arbeitgebern schwankende Einkommen erzielt hatte, fehlt es an einer verlässlichen tatsächlichen Grundlage für die Berechnung des hypothetischen Valideneinkommens im Jahre 2002. Fehlen aber aussagekräftige konkrete Anhaltspunkte, rechtfertigt es sich, auf Erfahrungs- und Durchschnittswerte zurückzugreifen und die statistischen Durchschnittslöhne gemäss LSE (vgl. Erw. 3.2.1 hievor) beizuziehen, wobei die für die Entlöhnung im Einzelfall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren mitzuberücksichtigen sind (AHI 1999 S. 237 E. 3b, I 377/98; vgl. etwa auch Urteile des Eidg. Versicherungsgerichts I 422/06 vom 10. August 2006, E. 6.1; I 756/04 vom 14. März 2005, E. 3.3.1; I 109/03 vom 26. Februar 2004, E. 3.6; I 716 vom 20. November 2001, E. 3a). 3.3.3 Mit Blick darauf, dass der Beschwerdeführer seit Beginn seiner Erwerbstätigkeit in der Schweiz bis zum Eintritt der dauerhaften, gesundheitlichen Beeinträchtigungen an der linken Hand überwiegend im Gastgewerbe tätig gewesen war (1995-1996: Hotel F.________ ; 1996-1997: Brasserie Z.________; 1997-1998: Restaurant O.________; 1999-2000: Restaurant Y.________), er im Jahre 1999 einen Lehrgang im Fachbereich Service mit Ausweis abschloss und gegenüber dem IV-Fachdienst Eingliederung noch am 27. Juni 2003 angab, er sei auf der Suche einer 100%-Stelle im Gastrobereich, ist überwiegend wahrscheinlich, dass er als Gesunder im Jahre 2002 und darüber hinaus in dieser Branche erwerbstätig gewesen wäre. Angesichts der konkreten Erfahrungswerte insbesondere aus der Zeit vor Eintritt des Gesundheitsschadens ist anzunehmen, dass der Beschwerdeführer dem Gastgewerbe trotz des in diesem Arbeitssegment vergleichsweise eher unterdurchschnittlichen, allgemeinen Lohnniveaus aus freien Stücken treu geblieben wäre (vgl. BGE 125 V 146 E. 5c/bb S. 157, mit Hinweisen; AHI 1999 S. 237 E. 3b, I 377/98). Angesichts der beruflichen Erfahrung und des 1999 erworbenen Service-Fachausweises erscheint es sachgerecht, für die Festsetzung des Valideneinkommes auf das durchschnittliche Einkommen männlicher Arbeitnehmer mit gewissen Berufs- und Fachkenntnissen im Gastgewerbe abzustellen, was gemäss LSE 2002/TA1/Kat. 55 [Gastgewerbe]/Anforderungsniveau 3/Männer dem Betrag von Fr. 4'013.- entspricht. Unter Berücksichtigung der im Gastgewerbe im Jahre 2002 beriebsüblichen wöchentlichen Arbeitszeit von 42.2 Stunden (Tabelle B 9.2/Total, in: Die Volkswirtschaft 2005/Heft 12) ergibt dies einen umgerechneten Jahreslohn von Fr. 50'804.60 ([4'013 x 42.2/40] x 12). Der Umstand, dass das auf ein Vollzeitpensum umgerechnete Invalideneinkommen höher ist als dieser Betrag, ändert an dessen Massgeblichkeit nichts; die Invalidenversicherung hat nicht einzustehen für den - hier mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest stehenden - freien Entscheid eines Versicherten, als Gesunder sein Erwerbseinkommen im eher unterdurchschnittlich entlöhnten Gastgewerbe zu erzielen. Noch tiefer wäre übrigens das Valideneinkommen, wenn auf das im Jahr 2001 bei der Firma K.________ AG erzielte Einkommen abgestellt würde (gemäss Arbeitsvertrag vom 26. März 2001: Fr. 3'360.- pro Monat [umgerechnet auf 100%-Anstellung] x 12 = Fr. 40'320.- [zuzüglich Lohnentwicklung bis 2002]) 3.4 Aus dem Vergleich der ermittelten Validen- und Invalideneinkommen resultiert ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von rund 33 % (2002). Eine anspruchsbeeinflussende Änderung bis zum Zeitpunkt des Einspracheentscheids vom 19. August 2004 ist nicht ersichtlich (vgl. Erw. 2 in fine; Invaliditätsgrad 2004: rund 34 %), womit der vorinstanzliche Entscheid im Ergebnis standhält.