Citation: 6B_665/2016 E. 1.4

1.4. Der Beschwerdeführer rügt sodann, es gehe um eine Interessenabwägung, indem seinem Anspruch auf ein begründetes Urteil und auf Weiterzug an die obere Instanz höher zu werten sei als ein Mangel in der Zustellung, von dem er nichts gewusst habe und den er nicht habe beeinflussen können. Allfällige Säumnisfolgen bei Fristen können unter Umständen mit der Wiederherstellung gemäss Art. 94 StPO behoben werden. Hat eine Partei eine Frist versäumt und würde ihr daraus ein erheblicher und unersetzlicher Rechtsverlust erwachsen, so kann sie die Wiederherstellung der Frist verlangen; dabei hat sie glaubhaft zu machen, dass sie an der Säumnis kein Verschulden trifft (Art. 94 Abs. 1 StPO). Dem Beschwerdeführer ist beizupflichten, dass die Zustellfiktion in der Tat zu einschneidendem Verlust von Rechtspositionen führen kann. Dem begegnet der Gesetzgeber in zweifacher Hinsicht: zum einen, indem sie nur anwendbar ist, wenn eine Person mit der Zustellung rechnen musste, und zum anderen mit der Möglichkeit der Wiederherstellung der Frist. Letztere setzt allerdings voraus, dass die säumige Partei kein Verschulden trifft. Die Vorinstanz hat den Beschwerdeführer zur Stellungnahme zur Fristversäumnis aufgefordert. Er hat sich darauf beschränkt darzulegen, dass die Abholungseinladung entweder in seinem Verantwortungsbereich untergegangen sei oder die Post einen Fehler gemacht habe, indem sie ihm diese nicht zugestellt habe. Der Schluss der Vorinstanz, der Beschwerdeführer habe nicht glaubhaft machen können, dass ihn an der Säumnis kein Verschulden treffe, verletzt kein Bundesrecht.