Citation: 6B_1316/2023 E. 1.2.1

1.2.1. Der Vorinstanz zufolge wurde der Beschwerdeführer am xx.xx.1997 in U.________ (Nordmazedonien) geboren. Er sei am 10. Juli 2002 zusammen mit seiner Mutter und seinen Geschwistern im Rahmen des Familiennachzugs zu seinem Vater in die Schweiz eingereist, wo ihm durch die Migrationsbehörde des Kantons Solothurn (heute: Migrationsamt) am 5. August 2002 die Niederlassungsbewilligung erteilt worden sei. Diese sei letztmals am 21. November 2018 bis zum 31. Dezember 2023 verlängert worden. Sie hält weiter fest, der zum Zeitpunkt der vorinstanzlichen Urteils 26-jährige Beschwerdeführer sei nordmazedonischer Staatsbürger. Er sei zwar nicht in der Schweiz geboren worden, habe aber die letzten 21 Jahre und damit den überwiegenden Teil resp. die prägenden Jahre seines Lebens in der Schweiz verbracht. Er sei ledig und kinderlos, habe seine Schuldbildung abgeschlossen und gehe vollzeitlich einer Erwerbstätigkeit nach. Der Beschwerdeführer weise keine Vorstrafen auf. Bis vor kurzem habe er bei seinen Eltern gewohnt, seit dem 16. August 2023 lebe er zusammen mit seiner Freundin in Lenzburg. Auch seine Brüder lebten in der Schweiz. Der Beschwerdeführer verfüge über ein Haus in Nordmazedonien. Die Vorinstanz erwägt, der Beschwerdeführer sei in der Schweiz wirtschaftlich und, soweit ersichtlich, auch sozial gut integriert. Er spreche fliessend Deutsch, habe in der Schweiz die Schulen besucht, eine Ausbildung abgeschlossen und sei arbeitstätig. Soziale bzw. gesellschaftliche Tätigkeiten, die auf eine besondere Verwurzelung schliessen liessen, seien den Akten keine zu entnehmen. Zwar sei der Beschwerdeführer vom 8. November 2017 bis zum 20. September 2021 Mitglied der Feuerwehr V.________ gewesen; allerdings habe er über all die Jahre nie an einem Einsatz teilgenommen. Im Jahre 2018 und 2019 habe er lediglich einen bzw. zwei Kurse gemacht und an fünf bzw. sechs Übungen teilgenommen. Im Jahre 2020 habe sich sein Feuerwehrdienst sodann auf eine 2.5-stündige Übung beschränkt, während er im Jahre 2021 überhaupt keinen Dienst mehr geleistet habe. Sodann habe er in seinem Dienstbüchlein zahlreiche Absenzen verzeichnet, die im Jahre 2021 alle unentschuldigt erfolgt seien. Angesichts dessen überrasche es nicht, dass als Austrittsgrund mangelndes Interesse angegeben worden sei. Insgesamt spreche daher auch die Feuerwehrangehörigkeit nicht für eine besondere Integration in der Schweiz. Darüber hinaus befinde sich der Beschwerdeführer seit 21 Jahren in der Schweiz und habe insbesondere die prägenden Jahre in der Schweiz verbracht. Letzteres habe bereits von Gesetzes wegen ein grösseres Gewicht, als wenn eine Person erst im Erwachsenenalter in die Schweiz einreise. Beide Kriterien, die gute - wenn auch nicht überdurchschnittliche - Integration wie auch die lange Aufenthaltsdauer (bereits von Kindheit an), seien zugunsten des Beschwerdeführers zu werten. Auf der anderen Seite falle ins Gewicht, dass dieser ledig sei und keine Kinder habe, weshalb er in der Schweiz nicht über eine (eigene) Kernfamilie verfüge. Dass er seit kurzem mit seiner Freundin zusammenwohne, ändere daran nichts. Die Beziehung dauere erst rund zwei Jahre und das Paar habe keine Kinder. Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung lasse sich daraus nicht auf eine ausserordentliche Qualität bzw. Festigung der Beziehung schliessen, die den Schutzbereich von Art. 13 BV und Art. 8 EMRK tangierten könnte. Die Freundin des Beschwerdeführer habe zudem, als sie zusammenzogen seien, von der drohenden Landesverweisung Kenntnis gehabt. Dass der Beschwerdeführer die zahlreichen Diebstähle während laufendem Einbürgerungsverfahren begangen habe, spreche ebenfalls nicht für ihn. Dazu komme, dass er nach wie vor Verbindungen zum Herkunftsland Nordmazedonien habe. So verfüge er in Nordmazedonien über ein Haus, in dem sich seine Eltern oft aufhielten. Er habe im letzten Jahr auch Ferien in Nordmazedonien verbracht und dort Verwandte besucht. Er spreche mit Albanisch eine anerkannte Landessprache und kenne die dortige Kultur bzw. lokalen Gepflogenheiten zumindest in den Grundzügen. Eine soziale Wiedereingliederung erscheine möglich und realistisch. Weiter bestünden verwandtschaftliche Beziehungen, lebe doch beispielsweise ein Onkel des Beschwerdeführers in Nordmazedonien. Den Kontakt zu seinen Eltern, die sich regelmässig in ihrem Herkunftsland aufhielten, könne der Beschwerdeführer auch dort pflegen. Es sei nicht absehbar, dass er sich in Nordmazedonien nicht werde integrieren können. Es sei davon auszugehen, dass er dort beruflich Fuss fassen und sich ohne Weiteres in den Arbeitsmarkt integrieren könne, wobei ihm seine in der Schweiz absolvierte Ausbildung zum Logistiker, sein junges Alter und seine gute Gesundheit zugute kommen dürften. Dass in der Schweiz bessere wirtschaftliche Bedingungen herrschten, vermöge die strafrechtliche Landesverweisung nicht zu hindern. Nordmazedonien gehöre sodann zu den sogenannten verfolgungssicheren Heimat- und Herkunftsstaaten im Sinne von Art. 66d Abs. 2 StGB. In einer Gesamtwürdigung aller massgeblichen Tatsachen sei bei restriktiver Auslegung ein persönlicher Härtefall zu verneinen.