Citation: 7B_174/2025 E. 3.3

3.3. Die Beschwerde verfehlt ihr Ziel soweit darin argumentiert wird, es sei nicht vertretbar, die Beschwerdeführerin "einzig deshalb in Untersuchungshaft zu belassen, weil man der angeblich gefährdeten Person [...] nicht zutraut, behördliche Anordnungen zu respektieren". In der Literatur wird überzeugend darauf hingewiesen, dass die Wirksamkeit von Ersatzmassnahmen im Bereich häuslicher Gewalt auch von der psychischen und insbesondere emotionalen Verfassung des Gewaltopfers abhängt (siehe MANFRIN/VOGEL, in: Basler Kommentar StPO, 3. Aufl. 2023, N. 45 zu Art. 237 StPO). Von Bedeutung ist namentlich, ob das Gewaltopfer in der Lage ist und sich zutraut, allfällige Verstösse gegen die angeordneten Ersatzmassnahmen zu melden (vgl. SCHAUB/MANETSCH-IMHOLZ/HOSTETTLER, Wissenschaftliche Begleitstudie "Einsatz technischer Hilfsmittel im Rahmen der Prävention Häuslicher Gewalt", Schlussbericht vom 25. Oktober 2024 zuhanden des Bundesamtes für Justiz, S. 26 f., abrufbar unter: <https://www.krim.unibe.ch/forschung/>, besucht am 25. März 2025). Dementsprechend ist nichts dagegen einzuwenden, wenn die Vorinstanz das vom Opfer zu erwartende Verhalten bei der Prüfung der Wirksamkeit möglicher Ersatzmassnahmen mitberücksichtigt. Weiter ist nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz zum Schluss gelangt, die erwähnten Schreiben des Opfers würden auf ein mangelndes Problembewusstsein bezüglich der Beziehungsdynamik hinweisen. Dies wiederum ist ein starkes Indiz dafür, dass das Opfer allfällige Verstösse gegen die Ersatzmassnahmen nicht melden (oder die Ersatzmassnahmen gar aktiv unterlaufen) würde, weil es die Gefahr für sich selbst unterschätzt oder aber emotional dazu nicht in der Lage ist. Auch ist mit Blick auf die noch kurze Verfahrensdauer nicht zu kritisieren, dass das Opfer zu dieser Thematik noch nicht befragt worden ist. Mit Blick auf allfällige weitere Verlängerungen der Untersuchungshaft drängt sich jedoch eine Befragung des Opfers auf, da sich nur so der Sachverhalt hinreichend erstellen lässt, sofern die Anordnung von Ersatzmassnahmen nicht bereits aus anderen Gründen ausser Betracht fällt.