Citation: 2F_11/2023 E. 3.3.3

3.3.3. Das neu eingereichte Beweismittel ist eine Vereinbarung zwischen der Bank B.________ und der C.________ Group vom 26. April 2016, mit der sich die beiden Parteien für vollständig auseinandergesetzt erklären. Der Gesuchsteller beruft sich dabei auf Passagen aus dieser Vereinbarung, in denen die Parteien erklären, er sei nicht in die Arbeitsorganisation der Bank B.________ einbezogen gewesen, habe sich nie im gesicherten Bereich der Bank aufgehalten und habe nie Zugriff auf Systeme der Bank B.________ gehabt, sondern lediglich in Zusammenarbeit mit der C.________ Group das in der Bank B.________ eingesetzte System RiskCockpit in Rechenzentren seiner Ehefrau in V.________/RU gewartet sowie betrieben und dafür ein von dieser Betriebsstätte in Rechnung gestelltes Honorar erhalten. Vergleichbare Feststellungen finden sich in einem ebenfalls mit dem Revisionsgesuch eingereichten Abschnitt aus einem Software-Kaufvertrag vom 6. November 2011 (Beilage 2b zum Revisionsgesuch). Auch wenn die genannte Vereinbarung bzw. der Software-Kaufvertrag vor Ergehen der beiden Urteile des Bundesgerichts (Urteile 2C_473/2016 / 2C_474/2016 vom 22. August 2016 und 2C_705/2022 vom 15. August 2022) datieren, ist bereits fraglich, ob damit überhaupt neue Tatsachen behauptet werden, oder ob der Gesuchsteller der Sache nach nicht lediglich die vom Verwaltungsgericht aufgrund einer Vielzahl von Indizien vorgenommene steuerrechtliche Qualifikation der Erwerbstätigkeit des Gesuchstellers (wiederum) beanstandet. Selbst wenn jedoch davon ausgegangen wird, die neu eingereichten Dokumente seien Belege dafür - mehr können sie von vornherein nicht belegen -, dass die Parteien dieser Vereinbarungen (aussergerichtlicher Vergleich, Software-Kaufvertrag) darin feststellten, der Gesuchsteller sei nie in die Arbeitsorganisation der Bank B.________ einbezogen gewesen, sondern dieser gegenüber stets als selbständiger Unternehmer aufgetreten, lässt dies, insbesondere angesichts des Fehlens ausreichend substanziierter Rügen im vorangegangenen bundesgerichtlichen Beschwerdeverfahren (oben E. 3.3.2), die Sachverhaltswürdigung durch die Vorinstanz nicht als offensichtlich unrichtig und/oder unvollständig erscheinen. Wie sich nämlich aus der angeführten Passage des verwaltungsgerichtlichen Urteils vom 6. August 2022 (oben E. 3.3.2) ergibt, ging schon das Verwaltungsgericht davon aus, dass es nicht unerhebliche tatsächliche Anhaltspunkte für eine Qualifizierung der Einkünfte des Gesuchstellers als solche aus einer selbständigen Erwerbstätigkeit gebe. Es gelangte aber aufgrund des Überwiegens der für eine unselbständige Erwerbstätigkeit sprechenden tatsächlichen Umstände zu einer von der Auffassung des Gesuchstellers abweichenden steuerrechtlichen Qualifizierung von dessen Einkünften. Das Verwaltungsgericht erachtete somit die für eine selbständige Erwerbstätigkeit sprechenden tatsächlichen Umstände ohnehin nicht als massgeblich für den Entscheid über die steuerrechtliche Qualifikation der Erwerbstätigkeit des Gesuchstellers. Das Bundesgericht hat die für eine unselbständige Erwerbstätigkeit sprechenden Tatsachenfeststellungen des Verwaltungsgerichts, die mit dem Revisionsgesuch gar nicht in Zweifel gezogen werden, in seinen beiden Urteilen nicht als offensichtlich unrichtig und/oder unvollständig erkannt. Es könnte sich also höchstens fragen, ob die neuen Beweismittel bzw. die damit behaupteten Tatsachen an der vom Verwaltungsgericht vorgenommenen Gewichtung, gestützt auf welche dieses zur Qualifikation der Erwerbstätigkeit des Gesuchstellers als unselbständig gelangte, zu ändern vermöchten bzw. diese als unhaltbar erscheinen lassen könnten. Dies ist angesichts dessen, dass bereits das Verwaltungsgericht davon ausging, dass auch durchaus gewichtige Indizien für das Vorliegen einer selbständigen Erwerbstätigkeit sprächen, auszuschliessen. Selbst wenn die Aussagen in den mit dem Revisionsgesuch vorgelegten Dokumenten zuträfen, würde dies daher zu keinem anderen Ergebnis als in den Urteilen führen, um deren Revision nachgesucht wird.