Citation: 2C_169/2017 E. 3.3

3.3. In seiner Funktion als effektiver Geschäftsführer und Verantwortlicher von vier Firmen hat der Beschwerdeführer zwischen 2005 und 2010 durch wahrheitswidrig ausgefüllte Anträge und Rapporte Schlechtwetterentschädigungen bei der Arbeitslosenkasse ertrogen, die zu unberechtigten Auszahlungen von über Fr. 800'000.-- geführt haben. Ferner erschlich er für sich selbst Krankentaggelder in der Höhe von fast Fr. 90'000.-- und half durch die Ausstellung wahrheitswidriger Dokumente seinen Angestellten bei der Täuschung von Sozialversicherungsanstalten, welche in der Folge fast Fr. 340'000.-- an die betreffenden Angestellten auszahlten. Hinzu kommen Konkurs- und Urkundendelikte sowie ein Verstoss gegen das Waffengesetz. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers indiziert eine Freiheitsstrafe von 36 Monaten ein erhebliches migrationsrechtliches Verschulden, liegt doch dieses Strafmass weit über der Grenze von einem Jahr, welche für die Möglichkeit des Widerrufs massgeblich ist (vgl. BGE 139 I 145 E. 2.1 S. 147). Die Vorinstanz weist zutreffend darauf hin, dass der Beschwerdeführer hochwertige Rechtsgüter verletzt bzw. eine Straftat begangen hat, welche im Sinne von Art. 121 Abs. 3 BV seit dem 1. Oktober 2016 eine Anlasstat für eine obligatorische Landesverweisung bildet (Art. 66a Abs. 1 lit. c und e StGB). Auch wenn diese Neuregelung nicht rückwirkend auf den Beschwerdeführer Anwendung findet, kommt darin zum Ausdruck, dass der Verfassungs- und Gesetzgeber Sozialversicherungsbetrug - gleich wie Gewalt-, Sexual- oder Betäubungsmitteldelikte - als besonders verwerflich erachtet, was bei der Interessenabwägung berücksichtigt werden darf (vgl. Urteil 2C_822/2016 vom 31. Januar 2017 E. 3.3.1).