Citation: 6B_876/2022 E. 1.2

1.2. Die kantonalen Instanzen haben eine stationäre Massnahme angeordnet. Wie dem angefochtenen Urteil zu entnehmen ist, geschah dies aufgrund der gutachterlichen Diagnose eines paranoiden Zustandsbilds, welches sowohl einer "anhaltenden wahnhaften Störung", welche sich auf dem Boden einer paranoiden Persönlichkeitsstörung entwickelt habe, als auch einer symptomarm verlaufenden paranoiden Schizophrenie entsprechen könnte. Demnach liege, so die Vorinstanz, eine schwere psychische Störung vor. Diese habe gemäss Darstellung des Experten bereits zum Tatzeitpunkt bestanden und stehe mit den inkriminierten Taten im Zusammenhang. Ein tatpsychologischer Kausalzusammenhang mit den konsumierten Substanzen - Alkohol und Cannabinoide - dürfte hingegen marginal gewesen sein. Sodann sei zu erwarten, dass sich die Gefahr weiterer mit der psychischen Störung in Zusammenhang stehenden Taten mit einer stationären Massnahme begegnen lasse. Ohne Behandlung sei hingegen mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Rückfall in die bereits gezeigten Deliktskategorien zu erwarten. Bei Konflikteskalationen könne es ohne Behandlung zudem mit mittelhoher Wahrscheinlichkeit zu gewalttätigen Übergriffen kommen. Tödliche Aggressionen seien mit eher geringer Wahrscheinlichkeit zu erwarten, aber nicht auszuschliessen. Auch die Eignung einer stationären Massnahme zur Verhinderung weiterer Straftaten sei, zumindest in begrenztem Umfang, zu bejahen. Gegen eine paranoide Störung helfe eine konsequente antipsychotische respektive neuroleptische Behandlung. Aufgrund der fehlenden Therapiewilligkeit und Krankheitseinsicht des Beschwerdeführers sei eine kriminalprognostische Risikoreduktion auf Null wohl nicht möglich. Zu Beginn der Therapie sei zudem möglicherweise ein Sonderarrangement mit mehr oder weniger Einzelbetreuung nötig. Auch um eine Zwangsmedikation werde man wohl kaum herumkommen. Indes sei es durch die Medikamenteneinwirkung möglich, dass auch die inneren Widerstände gegen ein solches Verfahren aufgeweicht würden, sodass zu einem späteren Zeitpunkt mit besserer Kooperativität gerechnet werden könne. Eine ambulante Massnahme könne angesichts der mehr als nur dubiosen Motivationslage des Beschwerdeführers sicher nicht empfohlen werden, da auf diesem Wege kaum eine genügende therapeutische Einflussnahme möglich sei. Auch andere mildere Massnahmen wie ein Kontakt- oder Rayonverbot seien nach Ansicht des Gutachters keinesfalls erfolgsversprechend. Aufgrund der Eignung und Erforderlichkeit komme nur eine stationäre Massnahme in Frage, so die Vorinstanz abschliessend. Die Massnahme sei daher verhältnismässig. Dies gelte angesichts der mit einiger Wahrscheinlichkeit drohenden schweren Rechtsgutsverletzungen trotz des erheblichen Eingriffs in die Freiheitsrechte des Beschwerdeführers.