Citation: 5A_681/2018 E. 5.2.1

5.2.1. Was die verfügbaren Mittel angeht, erörtert die Vorinstanz, ob es der Beschwerdeführerin zuzumuten sei, zur Deckung des gebührenden Unterhalts des Beschwerdegegners für die Dauer des Scheidungsverfahrens ihr Vermögen von anerkanntermassen rund Fr. 30 Mio. anzuzehren. Sie bejaht die Frage. Die Beschwerdeführerin habe anerkannt, dass sie während der letzten Jahre des Zusammenlebens von ihrem Vermögen habe zehren müssen, um die Lebenskosten der Parteien zu bezahlen. Dies habe mithin der ehelichen Lebenshaltung entsprochen. Entgegen der Forderung der Beschwerdeführerin bestehe keinerlei Veranlassung, den bisherigen Lebensstandard des Beschwerdegegners zusätzlich einzuschränken. Das Obergericht konstatiert, dass die Beschwerdeführerin nicht habe beziffern können, wie viel Vermögen sie jeweils habe aufwenden müssen; sie habe gar verneint, eine Vorstellung davon zu haben, was während des Zusammenlebens für den gemeinsamen Lebensbedarf ausgegeben worden sei. Die Beschwerdeführerin rügt Willkür (Art. 9 BV). Die Anzehrung ihres Vermögens könne ihr lediglich zur Finanzierung der trennungsbedingten Mehrkosten zugemutet werden, nicht jedoch für "luxuriöse und völlig unangemessene Ausgaben" des Beschwerdegegners. Der angefochtene Entscheid greife für "nicht mehr einfühlbaren Luxus" des Beschwerdegegners in ihr Vermögen ein, anerkenne aufgrund ihres ausreichenden Vermögens "grosszügig und pauschal" jegliche Bedarfspositionen des Beschwerdegegners und verstosse willkürlich gegen den Grundsatz, dass mit dem Unterhaltsbeitrag keine Ersparnisse gebildet werden dürfen. Die Beschwerdeführerin beruft sich auf den angeblichen "Lebensplan" der Parteien, wonach beide Ehegatten finanziell unabhängig voneinander hätten leben wollen und jeder für seinen eigenen Lebensunterhalt habe aufkommen müssen. Es könne nicht angehen, dass der gehobene Lebensstandard, den sie einzig aufgrund ihres Vermögens führte, dem Beschwerdegegner zugute komme, ohne darüber Beweis führen zu müssen. Die Vorinstanz übersehe, dass der Beschwerdegegner einen selbstgewählten (Not-) Bedarf von maximal Fr. 4'500.-- beanspruche. Die Vorbringen sind unbehelflich. Ohne weitere Erklärungen stellt sich die Beschwerdeführerin einfach gegen die vorinstanzliche Feststellung, wonach sie selbst zugestanden habe, den luxuriösen bisherigen gemeinsamen Lebenswandel der Parteien teilweise aus ihrem Vermögen finanziert zu haben. Allein mit vagen Behauptungen über einen angeblichen Lebensplan kommt sie nicht gegen den Grundsatz auf, dass es im Streit um die Regelung des Getrenntlebens um die Finanzierung der bisherigen Lebenshaltung der Eheleute geht (E. 5.1). Inwiefern sie und der Beschwerdegegner während des Zusammenlebens im gemeinsamen Haushalt zwei von Grund auf verschiedene Lebenshaltungen gepflegt hätten, tut die Beschwerdeführerin nicht dar. Daran ändert auch der Umstand nichts, dass die Parteien die Gütertrennung vereinbart haben. Andere Gründe, weshalb es sich nicht mit ihren verfassungsmässigen Rechten vertrage, ihr für die Dauer des Scheidungsverfahrens zur Finanzierung des ehelichen Unterhalts einen Vermögensverzehr zuzumuten, sind der Beschwerde nicht zu entnehmen.