Citation: 1P.464/2000 25.08.2000 E. 1

1.- a) Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen den (in einer für längere Urteile ungeeigneten Form abgefassten) Entscheid des Obergerichtspräsidiums des Kantons Basel-Landschaft vom 23. Juni 2000, mit dem die von der Präsidentin des Verfahrensgerichts in Strafsachen am 7. Juni 2000 verfügte Verlängerung der Untersuchungshaft des Beschwerdeführers bis 2. August 2000 bestätigt wurde. Die Präsidentin des Verfahrensgerichts hat am 28. Juli 2000 die Untersuchungshaft erneut bis 27. September 2000 verlängert. Der Beschwerdeführer befindet sich somit weiterhin in Haft und hat demzufolge nach wie vor ein aktuelles praktisches Interesse an der Überprüfung des angefochtenen Entscheids (Art. 88 OG). b) Mit einer staatsrechtlichen Beschwerde, die sich gegen die Aufrechterhaltung der Haft richtet, kann in Abweichung vom Grundsatz der kassatorischen Natur der Beschwerde nicht nur die Aufhebung des angefochtenen Entscheids, sondern ausserdem die Entlassung aus der Haft verlangt werden (BGE 124 I 327 E. 4b/aa; 115 Ia 293 E. 1a, je mit Hinweisen). Die mit der vorliegenden Beschwerde gestellten Anträge sind daher zulässig. c) Nicht einzutreten ist auf die Beschwerde, soweit darin eine "Verweigerung der Einsicht in die entlastenden Akten" (Ziff. 11, S. 8) gerügt wird. Die Frage der Akteneinsicht bildete nicht Gegenstand des angefochtenen Entscheids. Sie wird - wie den Akten zu entnehmen ist - in einem separaten Verfahren beurteilt. d) Die Berufung des Beschwerdeführers auf Art. 6 EMRK ist unbehelflich. Diese Bestimmung enthält Verfahrensvorschriften, die für den Zivil- und Strafprozess gelten. Sie sind für das Haftprüfungsverfahren nicht massgebend (BGE 115 Ia 293 E. 4a; 114 Ia 182 E. 3b; Arthur Haefliger/ Frank Schürmann, Die Europäische Menschenrechtskonvention und die Schweiz, 2. Auflage, Bern 1999, S. 122). e) Der Beschwerdeführer ist in seiner Replik vom 7. August 2000 der Meinung, die Vernehmlassung des Obergerichts sei aus dem Recht zu weisen, weil sie nicht durch den Präsidenten des Obergerichts, der den angefochtenen Entscheid erlassen habe, erfolgt sei. Es kann davon ausgegangen werden, dass die von der Gerichtsschreiberin unterzeichnete Vernehmlassung des "Obergerichts Basel-Landschaft" im Auftrag des Obergerichtspräsidenten verfasst bzw. von diesem genehmigt worden ist, auch wenn das in der betreffenden Eingabe nicht ausdrücklich zum Ausdruck gebracht wird. Dass dieses Vorgehen dem dafür massgeblichen Recht widersprechen würde, legt der Beschwerdeführer nicht dar. Es besteht somit kein Anlass, diese Eingabe aus dem Recht zu weisen.