Citation: I 335/06 09.03.2007 E. A

A.a Der 1956 geborene gelernte Elektromonteur L.________ meldete sich am 3. April 1990 wegen Rückenbeschwerden bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug, insbesondere Berufsberatung und Umschulung an. In der Folge gewährte ihm diese verschiedene berufliche Massnahmen (so u.a. Umschulungen zum technischen Kaufmann, zum Naturheilarzt, als PC-Supporter), welche aus diversen Gründen nicht abgeschlossen wurden. Mit Verfügung vom 13. Oktober 2000 sprach die IV-Stelle des Kantons Thurgau dem Versicherten für die Zeit vom 1. September 2000 bis 31. August 2002 weitere berufliche Massnahmen in Form der Kostenübernahme und Taggeldzahlungen für die Ausbildung zum Fitness-Instruktor bei der Schule X.________ zu. Mit separatem Schreiben vom 16. Oktober 2000 machte die IV-Stelle L.________ darauf aufmerksam, er habe sich bei gesundheitlichen oder Ausbildungsschwierigkeiten rasch zu melden. Bei normalem Ausbildungsverlauf erwarte man eine schriftliche Information alle sechs Monate. Da der Versicherte diese Meldungen unterliess, ersuchte die IV-Stelle mit Schreiben vom 3. September, 22. Oktober und 14. Dezember 2001 um einen Bericht. Nach Darstellung des L.________ informierte er die IV-Stelle mit Schreiben vom 20. Dezember 2001 darüber, dass der praktische Teil der Umschulung zum Fitness-Instruktor problemlos verlaufe, dass er aber mit dem theoretischen Teil Mühe bekunde, weil er seit März 2001 gesundheitliche Probleme in Form von "Schlafattacken" habe. Im Oktober sei am Spital Y.________ die Diagnose eines Schlafapnoe-Syndroms gestellt worden. Er zeigte sich hingegen zuversichtlich, im Jahre 2002 die Umschulung erfolgreich abschliessen zu können. In den Akten der Invalidenversicherung fehlt dieses Schreiben. Da die Ausbildungszeit zum Fitness-Instruktor gemäss Verfügung vom 13. Oktober 2000 am 31. August 2002 endete, ersuchte die IV-Stelle den Versicherten mit Schreiben vom 21. August 2002 um eine Kopie des Abschlusszeugnisses und die Rücksendung eines ausgefüllten Fragebogens. L.________ reagierte darauf so wenig wie auf ein Mahnschreiben vom 14. November 2002. In der Folge ging die IV-Stelle in ihrer Verfügung vom 21. Februar 2003 davon aus, der Versicherte habe die Ausbildung erfolgreich bestanden und sei daher rentenausschliessend eingegliedert. Mit der dagegen erhobenen Einsprache reichte L.________ einen Bericht des Dr. med. S.________, Facharzt FMH für Endokrinologie und Diabetologie, vom 10. Juni 2002 ein und machte geltend, es sei ihm auf Grund von gesundheitlichen Problemen nicht möglich gewesen, die theoretische Prüfung abzulegen. Mit Einspracheentscheid vom 10. Juli 2003 hob die IV-Stelle die angefochtene Verfügung auf, da der Versicherte gemäss Stellungnahme ihres Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) als Fitness-Instruktor als nicht mehr arbeitsfähig erachtet wurde. A.b In Umsetzung des Einspracheentscheides vom 10. Juli 2003 veranlasste die IV-Stelle eine medizinische Abklärung hinsichtlich der geltend gemachten gesundheitlichen Verschlechterung und deren Auswirkung auf die Eingliederung. Die Begutachtung der Medizinischen Abklärungsstelle (MEDAS) fand in der Zeit vom 9. bis 11. Februar 2004 statt; die entsprechende Expertise trägt das Datum vom 6. April 2004. Darin wird festgestellt, schwere körperliche Arbeiten seien dem Versicherten nicht mehr zumutbar, hingegen bestehe für eine leichte bis mittelschwere Tätigkeit ohne Heben von Gewichten eine volle Arbeitsfähigkeit. Die Umschulung zur gewünschten Tätigkeit als Liegenschaftsverwalter bzw. Treuhänder sei möglich; auch aus psychiatrischer Sicht bestehe kein Einwand. Mit Verfügung vom 11. Oktober 2004 erteilte die IV-Stelle L.________ Kostengutsprache für die Umschulung zum Immobilientreuhänder inklusive kaufmännische Vorbereitung in der Zeit vom 20. September 2004 bis 30. November 2006 und eröffnete ihm, er habe während der beruflichen Massnahme Anspruch auf Taggelder (separate Verfügung vom 19. Oktober 2004). Mit einer weiteren Verfügung vom 14. Dezember 2004 wurde dem Versicherten zudem vom 12. Februar bis 19. September 2004 ein Wartezeittaggeld zugesprochen. Daran hielt die IV-Stelle auch auf Einsprache hin fest (Entscheid vom 27. Juni 2005).