Citation: 1C_525/2024 E. 3.3

3.3. In seinem Urteil führt das Kantonsgericht aus, das anwendbare Recht halte einzig fest, die Behörden würden ihre Verfügungen den Parteien schriftlich eröffnen, ohne sich zur Form der postalischen Zustellung zu äussern. Weder in der Botschaft des Staatsrats zur Bauverordnung vom 22. März 2017 noch in der Botschaft zum Änderungsentwurf für das Baugesetz und die Bauverordnung Programm eConstruction vom 25. November 2020 liessen sich Ausführungen zur Form der Zustellung von Bauentscheiden finden. Auch anlässlich der Parlamentsdebatte sei die Form der Postzustellung nicht zur Sprache gekommen. Dasselbe gelte für die Parlamentsdebatte und die Materialien zu Art. 29 VVRG. Die kantonalen Verfahrensbestimmungen würden keine Zustellung mit eingeschriebener Postsendung oder auf andere Weise gegen Empfangsbestätigung verlangen. Es sei der Behörde daher freigestellt, ob sie Bauentscheide mit Einschreiben oder A-Post Plus zustelle. Eine analoge Anwendung von Art. 138 Abs. 1 ZPO - nach welcher namentlich Verfügungen und Entscheide gegen Empfangsbestätigung zuzustellen sind - könne auch nicht verlangt werden. Schliesslich bringe die Wahlfreiheit der Gemeinde bezüglich der Zustellungsart keine Ungleichbehandlung mit sich: die Dauer der Rechtsmittelfrist sei für alle dieselbe. Die Zustellung des Bauentscheids durch die Gemeinde Zermatt per A-Post Plus sei daher rechtens gewesen.