Citation: 6B_563/2022 E. 2.2

2.2. Die Vorinstanz erwägt, der Beschwerdeführer habe eine Reihe von primär organisatorischen Vorkehren getroffen, die nach seiner Vorstellung von der Tat auf dem Weg zu dieser erforderlich gewesen seien. Zwar erschienen die einzelnen organisatorischen Handlungen nicht besonders raffiniert, teilweise befremdlich und im Hinblick auf ein Tötungsdelikt teilweise nicht sinnfällig, sie lägen bei einer Gesamtbetrachtung gleichwohl nahe an der Versuchsschwelle. Wer mehrere Handschuhe und ein Leintuch, das er als Leichentuch verwenden wolle, einpacke, eine 300 km lange Autofahrt zurücklege, das Leintuch mit den Namen der ins Auge gefassten Opfer und mit "Tag der Abrechnung" sowie "Tod" mit einem eigens zu diesem Zweck erworbenen Filzschreiber beschrifte, die Opfer zu Hause aufsuche, das Leichentuch ausbreite und mitteile, er werde nun abrechnen und das Opfer sowie dessen Kinder umbringen, sei an der psychologischen Schwelle zur Tatausführung angelangt. Der letzte entscheidende Schritt in das Tötungsdelikt, von dem es in der Regel kein Zurück mehr gebe, liege unter diesen Umständen nahe. Mit anderen Worten sei der Plan des Beschwerdeführers bereits so weit gediehen gewesen, dass habe angenommen werden müssen, er werde ihn in Richtung Tatausführung weiterverfolgen. Er habe denn auch nicht von sich aus von seinem Vorhaben Abstand genommen, sondern sei durch die Polizei an der Fortführung seines Plans gehindert worden. Hinzu komme, dass der Beschwerdeführer das Delikt durch seine Vorkehrungen und seine Aussagen nach Ort, Zeit und Begehungsweise in weitreichender Weise konkretisiert gehabt habe. Dadurch sei im konkreten Fall objektiv und subjektiv eine zureichende Beziehung zwischen den einzelnen Vorkehren und einer mehrfachen vorsätzlichen Tötung entstanden. Angesichts der Nähe der Handlungen zum Versuch und des hohen Konkretisierungsgrads der geplanten mehrfachen Tötung spiele es keine entscheidende Rolle, dass diese nicht von langer Hand und nicht besonders sorgfältig geplant gewesen seien, ebenso wenig, dass alle Vorkehrungen zeitlich relativ nahe zusammengelegen seien. Keinen entscheidenden Einfluss auf die Frage, ob die Grenze von strafbaren Vorbereitungshandlungen im konkreten Fall bereits überschritten gewesen sei oder nicht, könne auch die Tatsache haben, dass die Vorkehrungen des Beschwerdeführers teilweise seltsam angemutet hätten, handle es sich doch dabei um einen Umstand, der auf der Stufe der Schuldfähigkeit und nicht des Vorsatzes zu würdigen sei. Ungeachtet der Schuldunfähigkeit des Beschwerdeführers sei davon auszugehen, dass er die strafbaren Vorbereitungshandlungen wissentlich und willentlich begangen habe. Es sei anzunehmen, dass der Beschwerdeführer zum Tatzeitpunkt über das für den Vorsatz erforderliche Wissen verfügt habe, auch wenn seine psychische Krankheit Einfluss auf seine Handlungsmotive, die Einsichtsfähigkeit in das Unrecht seines Handelns und das Steuerungsvermögen gehabt hätten. Gegen seine Behauptung, er habe mit dem Leintuch seine Beziehung zur Ehefrau symbolisch beerdigen wollen, spreche schon der Umstand, dass er auch die Namen der Kinder der Ehefrau auf dem Leintuch niedergeschrieben und er dieses mit "Tag der Abrechnung" und "Tod" beschriftet habe, was vernünftigerweise nur so verstanden werden könne, dass der Beschwerdeführer seine Ehefrau und deren Kinder habe beseitigen wollen. Dies habe der Beschwerdeführer in der Tatnacht mündlich gegenüber seiner Ehefrau bekräftigt, indem er ihr gesagt habe, er werde sie und die Kinder umbringen, die drei Opfer im Leichentuch wegbringen und Suizid begehen (Urteil S. 15 f. mit Hinweis auf S. 12 f.).