Citation: 4C.79/2001 21.06.2001 E. 3

3.-Die Beklagte stellt sodann die Adäquanz des Kausalzusammenhangs in Frage, einerseits mit der Begründung, der Unfall - so wie ihn das aufgrund eines offensichtlichen Versehens nicht berücksichtigte Gutachten C.________ feststelle - sei gar nicht geeignet, eine Gesundheitsschädigung zu verursachen, wie sie die Klägerin aufweise und anderseits aus der Erwägung, die konstitutionelle Prädisposition der Klägerin hätte mit grösster Wahrscheinlichkeit auch ohne den Unfall zur heutigen gesundheitlichen Situation der Klägerin geführt. a) Ein Ereignis gilt dann als adäquate Ursache eines Erfolges, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt des Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 123 III 110 E. 3a mit Verweisen). Dabei genügt haftpflichtrechtlich, dass der Schädiger eine Schadensursache gesetzt hat, ohne die es nicht zum Schaden gekommen wäre, während Mitursachen wie etwa die konstitutionelle Prädisposition der geschädigten Person den adäquaten Kausalzusammenhang in der Regel weder zu unterbrechen noch auszuschliessen vermögen (BGE 123 III 110 E. 3c S. 114 f.; 113 II 86 E. 1b S. 89 f.). Im Unterschied zur Sozialversicherung (BGE 117 V 359 E. 6a S. 366) ist die Adäquanz haftpflichtrechtlich nicht nach der Schwere des Unfallereignisses zu beurteilen (BGE 123 III 110 E. 3a S. 113). b) Mit der Rüge eines offensichtlichen Versehens verkennt die Beklagte dessen Bedeutung. Ein offensichtliches Versehen im Sinne von Art. 63 Abs. 2 OG liegt nur vor, wenn eine bestimmte Aktenstelle übersehen oder unrichtig (d.h. nicht in ihrer wahren Gestalt, insbesondere nicht mit ihrem wirklichen Wortlaut) wahrgenommen worden ist (BGE 109 II 159 E. 2b S. 162; 104 II 68 E. 3b S. 74). Die versehentlich nicht oder nicht richtig wahrgenommene Aktenstelle muss sodann für die Beurteilung der gerügten Bundesrechtsverletzung erheblich sein (BGE 118 IV 88 E. 2b S. 89), was im Übrigen mit Aktenhinweis zu belegen ist (Art. 55 Abs. l lit. d OG). Die Vorinstanz hat in Würdigung der Beweise, namentlich der von der Erstinstanz eingeholten Gutachten geschlossen, dass die Frontalkollision vom 8. Dezember 1992 für die gesundheitlichen Schäden der Klägerin kausal war. Damit ist der Rüge der Beklagten der Boden entzogen. c) Die Vorbringen der Beklagten zum adäquaten Kausalzusammenhang übersehen sodann, dass Mitursachen wie eine allfällige konstitutionelle Prädisposition der geschädigten Person die Adäquanz kaum je auszuschliessen vermögen, wenn der natürliche Kausalzusammenhang zwischen dem schädigenden Ereignis und dem Schaden wie hier festgestellt ist. Ein vorbestehendes Leiden der Geschädigten kann für den Umfang der Haftpflichtansprüche gemäss Art. 42 bis 44 OR von Bedeutung sein und der geringen Intensität der Unfallursache kann im Rahmen der Ersatzbemessung Rechnung getragen werden (BGE 123 III 110 E. 3c S. 115 mit Verweisen). Soweit allerdings die Beklagte den Umfang der Haftpflicht ebenfalls bestreitet, verkennt sie wiederum die Tragweite der Versehensrüge und von Art. 8 ZGB. Sie beanstandet im Ergebnis die Beweiswürdigung der Vorinstanz, welche in Würdigung der medizinischen Unterlagen einen haftpflichtrechtlich entlastenden Vorzustand verneint hat. Dass die Vorinstanz dabei in vorweggenommener Beweiswürdigung dem Antrag der Beklagten auf Einholung einer orthopädischen Expertise nicht stattgegeben hat, berührt die Beweisnorm des Art. 8 ZGB nicht (oben E. 1b).