Citation: 2C_485/2007 05.12.2007 E. 3

3.1 Nach Art. 10 Abs. 1 lit. a ANAG kann ein Ausländer unter anderem dann aus der Schweiz ausgewiesen werden, wenn er wegen eines Verbrechens oder Vergehens gerichtlich bestraft wurde. Die Ausweisung soll jedoch nur ausgesprochen werden, wenn sie nach den gesamten Umständen verhältnismässig ist (vgl. Art. 11 Abs. 3 ANAG). Dabei sind vor allem die Schwere des Verschuldens des Ausländers, die Dauer seiner Anwesenheit in der Schweiz und die ihm und seiner Familie drohenden Nachteile zu berücksichtigen (vgl. Art. 16 Abs. 3 der Vollziehungsverordnung vom 1. März 1949 zum Bundesgesetz über Aufenthalt und Niederlassung [ANAV; SR 142.201]). Nach der Rechtsprechung kommt es auf die gesamten Umstände des Einzelfalles an. Dabei sind umso strengere Anforderungen an die Anordnung einer Ausweisung zu stellen, je länger ein Ausländer in der Schweiz war. Zu berücksichtigen ist auch, in welchem Alter er eingereist ist. Bei schweren Straftaten, insbesondere bei Gewalt-, Sexual- und schweren Betäubungsmitteldelikten, und erst recht bei Rückfall bzw. wiederholter Straffälligkeit besteht ein gewichtiges öffentliches Interesse an einer Ausweisung. Ausgangspunkt und Massstab für die Schwere des Verschuldens und die fremdenpolizeiliche Interessenabwägung bilden die vom Strafrichter verhängten Strafen (vgl. BGE 129 II 215 E. 3.1 S. 216; 125 II 521 E. 2 S. 523 f.; 122 II 433 E. 2 und 3 S. 435 ff.). 3.2 Der Beschwerdeführer wurde mittlerweile bereits zum zweiten Mal wegen schwerer Betäubungsmitteldelikten bestraft. Insgesamt wurde er zu vier Jahren Freiheitsstrafe (zweimal zwei Jahre) verurteilt. Wie die Vorinstanz für das Bundesgericht verbindlich festgestellt hat, führte jedenfalls das erste Strafurteil aus, beim Beschwerdeführer sei von einem schweren Verschulden auszugehen, was angesichts der erheblichen Menge eingeführter Drogen und der rein finanziellen Motive auch ohne weiteres einleuchtet. Die Begründung des zweiten Strafurteils lag der Vorinstanz noch nicht vor. Der Beschwerdeführer reiste erst im Alter von über 30 Jahren in die Schweiz ein und lebte bis zur Straffälligkeit lediglich rund vier Jahre hier. Inzwischen hat sich diese Anwesenheitsdauer, nicht zuletzt wegen der Strafverfahren und des Strafvollzugs, auf rund acht Jahre verlängert. Dennoch hat der Beschwerdeführer keine intensiven Bindungen zur Schweiz. Seine familiäre Beziehung, deretwegen er ursprünglich hierher übersiedelte, ist nach den insoweit nicht unhaltbaren und damit verbindlichen Feststellungen der Vorinstanz (vgl. E. 2.2) gescheitert und wird demgemäss nicht mehr gelebt. Dass sich der Beschwerdeführer im Strafvollzug und allenfalls im Rahmen eines begleiteten Wohnprojektes wohl verhalten hat bzw. gute Arbeitsleistungen erbringt, belegt keine besondere Beziehung zur Schweiz oder eine geglückte Integration. Seine wiederholte Straffälligkeit spricht denn auch eher für das Gegenteil. Im Übrigen erscheint der Beschwerdeführer uneinsichtig, wenn er vor Bundesgericht erneut behauptet, nicht vorsätzlich gehandelt zu haben, und deswegen die ergangenen - immerhin zwei voneinander unabhängigen - Strafurteile noch immer für verfehlt erachtet, und dies, obwohl beide Verurteilungen vom Bundesgericht geprüft und als bundesrechtskonform beurteilt worden sind. Sodann kann der Beschwerdeführer entgegen seiner Auffassung daraus, dass ihm im Dezember 2003 die Niederlassungsbewilligung erteilt wurde, nichts zu seinen Gunsten ableiten. Damals war er noch nicht von seiner schweizerischen Ehefrau getrennt, und die Ausländerbehörden hatten zwar Kenntnis vom laufenden Strafverfahren, hielten ihm aber die Unschuldsvermutung zugute. Überdies handelte es sich damals lediglich um ein (das erste) Strafverfahren und war die Schwere des Verschuldens noch nicht bekannt. Dass der Beschwerdeführer schliesslich zunächst den Strafvollzug antreten bzw. vollenden musste, bevor er die Schweiz zu verlassen hatte, ergibt sich aus Art. 14 Abs. 8 ANAV; danach besteht insbesondere die bisherige ausländerrechtliche Bewilligung im Strafvollzug bis zur Entlassung fort unter Vorbehalt von Ausweisungs- und Heimschaffungsverfügungen, die aber frühestens mit der Entlassung wirksam werden. Widersprüchliches Behördenverhalten ist somit nicht erkennbar. 3.3 Insgesamt erweist sich die Ausweisung als verhältnismässig, weshalb der angefochtene Entscheid vor Bundesrecht standhält.