Citation: 5A_514/2018 E. 4.3.1

4.3.1. Der Beschwerdegegner ist unbestrittenermassen Teilhaber der gemeinsamen elterlichen Sorge. Als nicht obhutsberechtigter Elternteil hat er einen wechselseitigen Anspruch auf persönlichen Verkehr mit seinem Sohn (Art. 273 Abs. 1 ZGB). Dabei handelt es sich um ein gegenseitiges Pflichtrecht, wobei es in erster Linie dem Interesse des Kindes dient und oberste Richtschnur für seine Ausgestaltung das Kindeswohl ist, welches anhand der Umstände des konkreten Einzelfalles zu beurteilen ist (BGE 131 III 209 E. 5 S. 212; 130 III 585 E. 2.1 S. 587; 122 III 229 E. 3a/bb S. 232 f.; 122 III 404 E. 3b S. 406 f.; 131 III 209 E. 5 S. 212). Im vorliegenden Fall ist nicht ansatzweise dargetan, dass die Vorinstanz die gesetzliche Regelung verkannt oder diese gar willkürlich gehandhabt hätte. Um der Vorinstanz Willkür vorzuwerfen, genügt es nicht, auf ein gerichtsübliches Besuchsrecht und eine einzige Literaturstelle hinzuweisen, wonach sich der persönliche Verkehr bei Kleinkindern auf zwei halbe Tage pro Monat beschränke. Die Kritik an der Vorinstanz ist umso unverständlicher, als dem Zeitempfinden von Kleinkindern häufigere kürzere Kontakte besser entsprechen als wenige längere (vgl. Joachim Schreiner, in: FamKomm Scheidung, Bd. II, Hrsg. Ingeborg Schwenzer/Roland Fankhauser, 3. Aufl., N. 197 Anh. Psych).