Citation: U 168/00 09.10.2001 E. 3

3.- a) Es ist unbestritten und steht fest, dass die Beschwerdegegnerin beim Treppensturz vom 22. Dezember 1991 eine Schulterkontusion rechts erlitt (Bericht der erstbehandelnden Dres. med. T.________ und F.________, Spital Y.________, vom 10. Januar 1992). Magnetische Kernresonanzen (MRI) (vom 24. Januar und 13. Februar 1992) ergaben einen diskreten Schultergelenkserguss sowie eine Kontraktur des Trapezmuskels im Schultergürtel ohne Hinweise auf ein Hämatom oder sonstige Läsionen. Eine Sonographie (vom 13. Februar 1992) bestätigte die Muskelkontraktur und zeigte zudem einen Hochstand des Schulterblattes (Scapula). Gestützt auf die arthroskopische Untersuchung (vom 20. November 1992) wurde ein posttraumatisches Schmerzsyndrom mit reaktiver muskulärer Verspannung im Trapeziusbereich rechts diagnostiziert. Am 21. April 1994 wurde eine operative Reposition der Scapula mit Reinseration der Muskeln an ihren Ursprungsorten durchgeführt. Trotz intensiver physikalischer Therapie persistierten die Schmerzen und Beschwerden im Bereich der rechten Schulter. b) Mit Vorinstanz und Beschwerdegegnerin ist in Würdigung der umfangreichen medizinischen Akten davon auszugehen, dass im massgeblichen Zeitpunkt des Einspracheentscheides (21./29. Oktober 1997; BGE 121 V 366 Erw. 1b) somatische Folgen vorlagen, für welche die Beschwerdeführerin einzustehen hat. Es kann dabei offen bleiben, ob und inwieweit diese auf den Unfall vom 22. Dezember 1991 oder die Operation vom 21. April 1994 zurückzuführen sind, da die Beschwerdeführerin jedenfalls haftet. c) Was die Beschwerdeführerin dagegen vorbringt, ist nicht stichhaltig. aa) Soweit sie für ihre Behauptung, die geklagten Beschwerden seien ausschliesslich psychisch bedingt, auf den (Kurz-)Bericht der Orthopädischen Klinik Z.________ vom 19. März 1997 (verfasst durch Oberarzt Dr. med. L.________, visiert von Chefarzt Prof. Dr. med. G.________) abstützt, ist ihr entgegenzuhalten, dass diesem Bericht nur verminderter Beweiswert zukommt (vgl. BGE 125 V 352 ff. Erw. 3). Der visierende Chefarzt hatte die Versicherte nach den Akten einzig am 25. Januar 1995 untersucht, womit es mit Blick auf den Bericht vom 19. März 1997 an in zeitlicher Hinsicht aussagekräftigen eigenen Untersuchungen mangelt. bb) Im Bericht des Prof. Dr. med. B.________, Chefarzt Handchirurgische Abteilung, Spital A.________, vom 3. Dezember 1997 wird "ein chronisches, dekompensiertes Schmerzsyndrom (...) bei Stellungs- und Haltungsanomalien des Schulterblattes bei Funktionsstörungen des M. serratus anterior und der M. rhomboidei" diagnostiziert. Im Rahmen der Darlegung der Untersuchungsbefunde wird festgestellt, dass der "Trapezius (...) in den mittleren und unteren Anteilen durch Operationsfolge partiell denerviert" ist. Weiter wird eine inaktive Rhomboidei erhoben, wobei offen bleibt, ob diese "mangelhaft angelegt, posttraumatisch vernarbt oder beim Zugang zur Scapula denerviert" worden ist. Entgegen der Beschwerdeführerin ist aus dem Bericht zu schliessen, dass die geklagten Leiden zumindest teilweise als somatisch bedingt beurteilt werden. Soweit die Beschwerdeführerin behauptet, Prof. Dr. med. B.________ habe die seiner dezidierten Auffassung nach nicht indizierte Operation vom 21. April 1994 als Ursache der bestehenden Leiden ausgeschlossen, kann dem ebenfalls nicht beigepflichtet werden. cc) Ob und inwieweit die Beschwerden, diagnostisch steht ein chronifiziertes Schmerzsyndrom im Schulter/Arm-Bereich im Vordergrund, auch oder gar überwiegend psychischer Natur sind, ist insoweit nicht relevant, als die Beschwerdeführerin jedenfalls für die somatischen Folgen des versicherten Geschehnisses aufzukommen hat.