Citation: 1B_446/2018 E. 4.6

4.6. Die geschädigte Person kann bis zum spätest möglichen Zeitpunkt mit der Konstituierung zuwarten. Insbesondere bleibt es ihr unbenommen, die Konstituierung als Straf- und Zivilkläger nicht im gleichen Zeitpunkt vorzunehmen, sofern bei beiden Erklärungen die Frist gemäss Art. 118 Abs. 3 StPO gewahrt wird (Mischa Nydegger, Vom Geschädigten zum Privatkläger, in: ZStrR 136/2018, S. 76 f.; Jeandin/ Matz, in: Commentaire romand, Code de procédure pénale suisse, 2011, N. 8 zu Art. 119 StPO; Schmid/Jositsch, Handbuch des schweizerischen Strafprozessrechts, 3. Aufl. 2017, Rz. 697 Anm. 126; vgl. ferner Mazzucchelli/Postizzi, in: Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, 2. Aufl. 2014, N. 8 zu Art. 118 StPO). Die Konstituierung im Zivilpunkt kann mit anderen Worten selbst dann bis zum Abschluss des Vorverfahrens (Art. 118 Abs. 3 StPO) vorgenommen werden, wenn die Konstituierung im Strafpunkt bereits früher erfolgt ist. Diese Möglichkeit sieht das der Beschwerdeführerin vorgelegte Formular nicht vor, weshalb es zumindest missverständlich ausgestaltet ist. Die Beschwerdeführerin verzichtete vorliegend nicht ausdrücklich und unwiderruflich auf die Geltendmachung von Zivilansprüchen, indem sie am 25. September 2017 einzig Strafklage, aber (noch) keine Zivilklage erhob. Die gegenteilige Auffassung der Vorinstanz verletzt Bundesrecht.