Citation: 2C_364/2024 E. A

A.a. A.________, geb. am xxx 1970, ist slowenische Staatsangehörige und reiste zusammen mit ihrem Ehe- und Landsmann erstmals 1990 in die Schweiz ein. In den Jahren 1992/1993 kehrte sie mit den gemeinsamen Kindern vorübergehend nach Slowenien zurück. Nach ihrer Rückkehr in die Schweiz erhielt sie eine Aufenthaltsbewilligung im Rahmen des Familiennachzugs. Am 28. Mai 1999 verliess sie mit den gemeinsamen Kindern (Jahrgänge 1988, 1990 und 1997) die Schweiz erneut Richtung Slowenien. Sodann reiste sie mit ihren Kindern im August 2000 wieder in die Schweiz ein und erhielt im Rahmen des Familiennachzugs eine Aufenthaltsbewilligung. 2001 trennten sich die Eheleute, 2007 erfolgte die Scheidung. A.b. Am 22. Juni 2004 verfügte das Migrationsamt des Kantons Thurgau (Migrationsamt) die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligungen von A.________ und ihren Kindern sowie deren Wegweisung infolge fortgesetzter erheblicher Unterstützung durch die öffentliche Fürsorge sowie offener Betreibungen und Verlustscheine. Der dagegen erhobene Rekurs wurde mit Entscheid vom 24. März 2005 gutgeheissen. Dabei wurde die Wegweisung angesichts der schwierigen familiären Situation und der Gefährdung des Kindeswohls als unangemessen beurteilt und das Vorliegen eines Härtefalls bejaht. Gleichzeitig wurde A.________ unter Hinweis darauf, dass künftig eine Verbesserung der finanziellen und eine Stabilisierung der familiären Situation erwartet werde, verwarnt. In der Folge wurde ihre Aufenthaltsbewilligung immer wieder verlängert, zuletzt bis zum 20. August 2015 (Aufenthaltszwecke "auf Stellensuche" bzw. "berechtigt zur Erwerbstätigkeit"). A.c. A.________ meldete sich am 31. Januar 2006 zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung (IV) an. Mit Verfügung vom 15. April 2008 lehnte die zuständige IV-Stelle einen Leistungsanspruch bei einer festgestellten Arbeitsunfähigkeit von 27.5% in angestammter und adaptierter Tätigkeit ab. Auf eine Wiederanmeldung wurde mit Verfügung vom 22. Dezember 2008 nicht eingetreten und mit Verfügung vom 17. Juni 2010 wurde ein Rentenanspruch mit derselben Begründung erneut verneint. Gestützt auf eine Wiederanmeldung vom 20. Juli 2015 sprach die zuständige IV-Stelle A.________ mit Verfügung vom 13. April 2017 schliesslich eine befristete ganze IV-Rente für den Zeitraum vom 1. Januar 2016 bis zum 31. Mai 2016 zu bei einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit in adaptierter Tätigkeit vom 1. September 2014 bis zum 28. Februar 2016 sowie ab 1. Juni 2016 eine Dreiviertelsrente unter Hinweis auf eine seit März 2016 bestehende (verwertbare) Restarbeitsfähigkeit von 33% in einer Verweistätigkeit. Seit 1. Januar 2016 bezieht A.________ zusätzlich Ergänzungsleistungen. A.d. Nach diversen Abklärungen zum Gesuch vom 2. September 2015 um weitere Verlängerung ihrer Aufenthaltsbewilligung zwecks "übriger Erwerbstätigkeit" gewährte das Migrationsamt A.________ mit Schreiben vom 23. Januar 2017 das rechtliche Gehör betreffend die beabsichtigte Nichtverlängerung ihrer Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA. Schliesslich sah das Migrationsamt mit Entscheid vom 21. Juni 2019 unter Berücksichtigung der zugesprochenen IV-Rente und der gelungenen Ablösung von der Sozialhilfe von der beabsichtigten Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung ab und verwarnte A.________ stattdessen. Es hielt dabei fest, dass sie die Arbeitnehmereigenschaft im Sinne des massgeblichen Freizügigkeitsabkommens nicht erfülle. Ein Aufenthaltsanspruch als Nichterwerbstätige komme ihr mangels genügender finanzieller Mittel ebenso wenig zu (Minussaldi bei sozialen Institutionen von Fr. 166'064.35, Stand 23. August 2016, und von Fr. 6'446.95, Stand 10. November 2016). A.________ wurde aufgefordert, ihre Restarbeitsfähigkeit von 33% zu verwerten, künftig keine weiteren Schulden zu generieren, die bestehende Verschuldung abzubauen sowie keine Ergänzungsleistungen mehr zu beziehen. A.e. A.________ ist bei den Betreibungsämtern der Bezirke Arbon und Weinfelden mit Verlustscheinen im Umfang von Fr. 18'797.-- (Stand 8. November 2022) und Fr. 28'692.80 (Stand 9. November 2022) verzeichnet.