Citation: 9C_306/2021 E. 4.3

4.3. In beruflich-erwerblicher Hinsicht gilt Folgendes: Eine medizinisch attestierte Verbesserung der Arbeitsfähigkeit ist grundsätzlich auf dem Weg der Selbsteingliederung verwertbar. Indessen können nach langjährigem Rentenbezug ausnahmsweise Erfordernisse des Arbeitsmarktes der sofortigen Anrechnung einer medizinisch vorhandenen Leistungsfähigkeit und medizinisch möglichen Leistungsentfaltung entgegenstehen, wenn aus den Akten einwandfrei hervorgeht, dass die Verwertung eines bestimmten Leistungspotenzials ohne vorgängige Durchführung befähigender Massnahmen allein vermittels Eigenanstrengung der versicherten Person nicht möglich ist (SVR 2011 IV Nr. 30 S. 86, 9C_163/2009 E. 4.2.2). Das bedeutet nicht, dass sich die versicherte Person auf eine Besitzstandsgarantie berufen kann, sondern lediglich, dass ihr zugestanden wird, dass ihre Rente erst nach Prüfung und gegebenenfalls Durchführung von Eingliederungsmassnahmen eingestellt wird. Diese Rechtsprechung wurde allerdings auf Fälle beschränkt, in denen die revisionsweise Rentenaufhebung eine versicherte Person betrifft, die das 55. Altersjahr zurückgelegt oder die Rente seit mehr als 15 Jahren bezogen hat (SVR 2011 IV Nr. 73 S. 220, 9C_228/2010 E. 3.3-3.5; Urteile 8C_418/2021 vom 16. September 2021 E. 8.1; 8C_680/2018 vom 11. Januar 2019 E. 5.2; je mit weiteren Hinweisen). Angesichts des Alters des Beschwerdeführers und der Rentenbezugsdauer von 13 Monaten (vor der verfügten Rentenaufhebung) hat das kantonale Gericht kein Recht verletzt, wenn es in Bezug auf die hinzugewonnene Arbeitsfähigkeit die Selbsteingliederung für zumutbar gehalten hat.