Citation: 6B_26/2021 E. 2.4.4

2.4.4. Nicht offensichtlich unhaltbar ist es schliesslich, die Verletzung der Beschwerdegegnerin 2 als vermeidbar zu bezeichnen. Im vorliegenden Fall gehen die Beurteilung des erlaubten Risikos, wie sie aus der einschlägigen kantonalen Tierschutzgesetzgebung folgt, und der Vermeidbarkeit naturgemäss teilweise ineinander über. Das erlaubte Risiko wurde, wie bereits ausgeführt, durch die fehlende Kontrolle über C.________ und den Angriff auf die Beschwerdegegnerin 2 überschritten. Es scheint offensichtlich, dass der Angriff bei hinreichender Kontrolle über den Hund - sei es etwa durch Führen an der (straffen) Leine oder durch tadellose Folgsamkeit des Hundes - hätte vermieden werden können. Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin spielt es sodann auch hier keine Rolle, ob für C.________ eine Leinenpflicht bestand oder nicht. Unbesehen dieser fehlenden Verpflichtung führte sie den Hund an der Leine, weshalb das Geschehen, wie es die Vorinstanz richtigerweise tut, unter diesem Aspekt zu würdigen ist. Wenn die Vorinstanz demnach folgert, bei strafferer Haltung der Leine wäre der Angriff durch sofortiges Zurückziehen derselben vermeidbar gewesen, ist dies unter Willkürgesichtspunkten nicht zu beanstanden. Davon abgesehen behauptet die Beschwerdeführerin zwar, mit allen Mitteln eingegriffen zu haben, tut aber weder dar, inwiefern sie in dieser Frage zur Ergänzung des von der Vorinstanz für das Bundesgericht verbindlich festgestellten Sachverhalts (Art. 105 Abs. 1 BGG) berechtigt sein soll, noch, mit welchen Mitteln sie überhaupt eingegriffen haben will. Demnach hält insgesamt der gestützt auf § 5 Abs. 1 lit. a und b i.V.m. § 19 Abs. 1 HuG/AG erfolgte Schuldspruch der bundesgerichtlichen Überprüfung stand.