Citation: 9C_756/2023 E. 3.4

3.4. Die Vorinstanz hat für die Steuerperiode 2020 den Abzug von Vorsteuern verweigert, die dem Beschwerdeführer von der Kollektivgesellschaft in der Steuerperiode in der Steuerperiode 2020 in Rechnung gestellt wurden, aber auf Beratungsleistungen anfielen, welche die Kollektivgesellschaft dem Beschwerdeführer bereits in den Jahren 2015 bis 2017 erbracht hatte. Bei Dienstleistungen im Beratungsbereich gilt die gesetzliche Vermutung, dass sie im Zeitpunkt des Bezugs verbraucht und nicht mehr vorhanden sind (Art. 69 Abs. 2 und Art. 72 Abs. 2 MWSTV; vgl. Urteil 9C_154/2023 vom 3. Januar 2024 E. 3.5.5). Vorliegend verhält es sich offensichtlich nicht anders, empfing der Beschwerdeführer die Beratungsleistungen doch nur als indirekter Stellvertreter und verrechnete er sie umgehend an seine Kunden im Ausland weiter. Als der Beschwerdeführer per 1. Januar 2018 in die (obligatorische) Steuerpflicht eintrat, waren die streitbetroffenen Beratungsleistungen also bereits verbraucht. Damit ist aber nicht gesagt, dass der Abzug der Vorsteuern ausgeschlossen wäre. Im Zeitpunkt des Verbrauchs der Beratungsleistungen war der Beschwerdeführer nämlich zwar mangels hinreichender Umsätze im Inland von der Steuerpflicht befreit (Art. 10 Abs. 2 lit. a aMWSTG [AS 2009 5203]). Nach den verbindlichen Feststellungen der Vorinstanz (Art. 105 Abs. 1 BGG) war der Beschwerdeführer indessen bereits im Zeitraum von 2015 bis 2017 unternehmerisch tätig gewesen, indem er die bezogenen Beratungsleistungen an seine Kunden im Ausland weiterverrechnet und so seinerseits Beratungsleistungen (im Ausland; Art. 8 Abs. 1 MWSTG) erbracht hatte. Da der Beschwerdeführer die vorsteuerbelasteten Leistungen also im Rahmen seiner unternehmerischen Tätigkeit und nicht etwa im privaten Bereich oder für die Erstellung von ausgenommenen Leistungen verbrauchte, gibt es keinen Grund, ihm auf den streitbetroffenen Leistungen den Vorsteuerabzug zu verweigern. Das angefochtene Urteil verletzt somit Bundesrecht.