Citation: 4A_464/2019 E. 1.4

1.4. Die Feststellungsklage ist aber nicht schlechthin als der Leistungs- oder Gestaltungsklage nachgehend zu betrachten, so dass sie immer ausgeschlossen wäre, wenn auf Leistung oder Gestaltung geklagt werden kann. In aussergewöhnlichen Umständen (BGE 135 III 378 E. 2.2 S. 380; Urteil 4A_508/2016 vom 16. Juni 2017 E. 3.1, nicht publ. in BGE 143 III 348) kann sich auch bei Möglichkeit der Leistungs- oder Gestaltungsklage ein selbständiges Interesse an einer gerichtlichen Feststellung ergeben (BGE 84 II 685 E. 2 S. 692; Urteile 5A_763/2018 vom 1. Juli 2019 E. 1.2; 4A_280/2015 vom 20. Oktober 2015 E. 6.2.2; 4A_589/2011 vom 5. April 2012 E. 4.1, nicht publ. in: BGE 138 III 304). In der bisherigen Rechtsprechung bejahte das Bundesgericht ein selbstständiges Feststellungsinteresse etwa dann, wenn es darum ging, nicht nur die fällige Leistung zu erhalten, sondern die Gültigkeit des ihr zugrunde liegenden Rechtsverhältnisses auch für dessen künftige Abwicklung feststellen zu lassen (BGE 97 II 371 E. 2 S. 375; 84 II 685 E. 2 S. 692; Urteile 5A_763/2018 vom 1. Juli 2019 E. 1.2; 4A_679/2016 vom 22. Mai 2017 E. 2.1; 4A_280/2015 vom 20. Oktober 2015 E. 6.2.2; 5A_174/2015 vom 14. Oktober 2015 E. 7.2; 5A_881/2012 vom 26. April 2013 E. 3.1; 4A_589/2011 vom 5. April 2012 E. 4.1, nicht publ. in: BGE 138 III 304; 4A_551/2008 vom 12. Mai 2009 E. 3.1; 4C.335/2004 vom 3. Februar 2005 E. 4.3, nicht publ. in BGE 131 III 319). Ebenso wurde ein selbstständiges Feststellungsinteresse angenommen, wenn für längere Zeit nicht auf Leistung oder nicht auf vollen Schadenersatz geklagt werden kann (BGE 123 III 49 E. 1a S. 51; Urteil 4A_679/2016 vom 22. Mai 2017 E. 2.1; vgl. auch BGE 118 II 254 E. 1c; 114 II 253 E. 2a S. 255; 99 II 172 E. 2 S. 174; Urteil 5C.66/2003 vom 24. April 2003 E. 1.4). Schliesslich wurde vom Bundesgericht ein selbstständiges Feststellungsinteresse anerkannt, wenn die Parteien nur in der grundsätzlichen Frage des Bestehens einer Verpflichtung uneinig sind, aber die Erfüllung der Leistung auf blosse Feststellung hin zweifelsfrei gesichert ist. Das trifft in der Regel dann zu, wenn die beklagte Partei eine öffentlichrechtliche Körperschaft ist (BGE 135 III 378 E. 2.4; 97 II 371 E. 2 S. 375 f.; Urteile 8C_1074/2009 vom 2. Dezember 2010 E. 2.4.5; 4C.341/2004 vom 4. November 2004 E. 2.1).