Citation: I 459/01 07.08.2002 E. 3

3.- Zu prüfen sind der Anspruch des Beschwerdegegners auf Eingliederungsmassnahmen und Invalidenrente. a) Der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen nach Art. 8 Abs. 1 IVG - und somit auch derjenige auf Umschulung gemäss Art. 17 IVG - setzt unter anderem die subjektive Eingliederungsbereitschaft des Versicherten voraus (AHI 2002 S. 108, ZAK 1991 S. 180 oben). Der Beschwerdeführer hat klar zum Ausdruck gebracht, dass es ihm daran fehlt; er will vielmehr das Familienunternehmen, in dem er bereits arbeitet, übernehmen, und zeigt daher keinerlei Interesse an einem Wechsel. Der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung ist deshalb zu verneinen und der vorinstanzliche Entscheid in diesem Punkt aufzuheben; weitere Abklärungen erübrigen sich. b) Zu prüfen bleibt der Rentenanspruch. Diesbezüglich ist die Vorinstanz der Auffassung, dass die von der IV-Stelle zur Festsetzung des Einkommens nach Eintritt des Gesundheitsschadens herbeigezogenen Blätter dokumentierter Arbeitsplätze (DAP) nicht genügend aussagekräftig seien und im Weiteren nicht abgeklärt worden sei, ob diese Einkommen die ohne Eingliederung erzielbaren Einkünfte überstiegen. aa) Da der Beschwerdegegner eine ihm medizinisch zumutbare Tätigkeit nicht in vollem Umfang ausübt und er ausserbetrieblich ein höheres Einkommen zu erzielen vermöchte (vgl. RKUV 1991 Nr. U 130 S. 275 Erw. 4d in fine), kann für die Festsetzung des nach Eintritt des Gesundheitsschadens erzielbaren Einkommens grundsätzlich auf statistische Angaben abgestellt werden (vgl. BGE 126 V 76 Erw. 3b/bb für Tabellenlöhne). In diesem Rahmen kann auf den allgemeinen Arbeitsmarkt im Einzugsgebiet des Wohnortes verwiesen werden, der die beiden von der IV-Stelle berücksichtigten DAP-Arbeitsplätze "Bademeister, Mitarbeiter Bad" und "kaufm. Angestellte, Mitarbeiter Kassa" im Bad X.________ umfasst. Entgegen der Auffassung in der Vernehmlassung des Versicherten zur Verwaltungsgerichtsbeschwerde sind ihm diese beiden Tätigkeiten medizinisch gesehen zumutbar, da er gemäss Bericht des Hausarztes Dr. med. S.________ vom 10. Februar 1999 für leichte Arbeit (wie Bürotätigkeit oder Ähnliches) vollständig arbeitsfähig ist. Diese Auffassung wird durch den Bericht des Dr. med. T.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie FMH, vom 2. Januar 2000 bestätigt, wo die sich aus dem Hüftleiden ergebenden Einschränkungen wie folgt beschrieben sind: "Geht recht gut, mit Resultat der operierten li Seite zufrieden, welche auch radiolog. + klinisch sehr gut geht. Rechte Hüfte bei körperlicher Betätigung im Holzlager + beim Führen von Fahrzeugen limitierend. " Ausser dem Hüftleiden liegen keine anderen gesundheitlichen Beeinträchtigungen vor, sodass aus den vorliegenden ärztlichen Berichten die Zumutbarkeit der Tätigkeiten im Bad X.________ oder einer vergleichbaren Arbeit gefolgert werden kann. Da es sich bei den DAP-Blättern um Angaben aus der Region handelt und Art. 28 Abs. 2 IVG von einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt ausgeht, ist es entgegen der Auffassung des Beschwerdegegners weder notwendig, dass die IV-Stelle diese Verweisungstätigkeiten tatsächlich anbieten kann, noch ist ein Abzug wegen des niedrigeren Lohnniveaus einer Randregion vorzunehmen. bb) Behinderungsbedingte Abzüge von statistischen Lohnangaben sind nicht schematisch, sondern in Berücksichtigung der gesamten Umstände des Einzelfalles vorzunehmen, wobei die einkommensbeeinflussenden Merkmale der Behinderung, des Lebensalters, der Anzahl Dienstjahre, der Nationalität oder Aufenthaltskategorie und des Beschäftigungsgrades in Betracht fallen (BGE 126 V 79 Erw. 5b/aa). Für einen solchen Abzug besteht hier jedoch kein Anlass, da die entsprechenden Kriterien im Falle des Beschwerdegegners nicht in erheblicher Weise erfüllt sind. cc) Damit ist das vom Berufsberater der IV-Stelle angenommene Invalideneinkommen von rund Fr. 49'000.- pro Jahr nicht zu beanstanden. Zusammen mit dem nicht bestrittenen und der Lohnentwicklung angepassten Einkommen ohne Invalidität gemäss der Arbeitgeberauskunft vom 15. Mai 1998 von ungefähr Fr. 78'000.- führt dies zu einem rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von rund 37 %. Damit kann offen bleiben, ob für die Festsetzung des Invalideneinkommens nicht auf die (höheren) Zahlen der Tabellenlöhne der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung abzustellen ist.