Citation: 2C_468/2020 E. 6.2

6.2. Der Schluss der Vorinstanz, wonach das persönliche Verhalten des Beschwerdeführers gezeigt habe, dass von ihm eine gegenwärtige Gefährdung der öffentlichen Ordnung ausgehe, ist nicht zu beanstanden: Ins Gewicht fällt insbesondere, dass der Beschwerdeführer die Tat vom 9. Dezember 2015 verhältnismässig kurze Zeit nach der Verurteilung wegen Gehilfenschaft zu Diebstahl, Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch und noch während der diesbezüglich laufenden Probezeit verübte. Unter diesen Umständen kann er sich nicht mit Erfolg zugute halten, dass er anlässlich der ersten Verurteilung nur wegen Gehilfenschaft, nicht aber als Mittäter bestraft wurde und dabei eine relativ geringfügige Strafe ausgesprochen worden war. Weiter kommt hinzu, dass das Tatvorgehen des Beschwerdeführers gemäss der im angefochtenen Urteil wiedergegebenen Würdigung des Strafgerichts bzw. nach den bindenden Feststellungen im angefochtenen Urteil (vgl. E. 3 hiervor) von krasser Rücksichtslosigkeit und äusserster Geringschätzung gegenüber Leib und Leben zeugte, und die Tat nach Einschätzung des Strafgerichts ein geplanter Racheakt bzw. ein Akt völlig übertriebener Selbstjustiz im Zusammenhang mit einem Vorfall um die damalige Freundin des Beschwerdeführers war. Diese konkreten Tatumstände und das genannte, vom Strafgericht beschriebene Verhalten des Beschwerdeführers anlässlich der Tat sprechen für eine relevante Rückfallgefahr. Zwar weist der Beschwerdeführer zu Recht darauf hin, dass im Rahmen von Art. 5 Abs. 1 Anhang I FZA kein vollständiger Ausschluss der Rückfallgefahr verlangt werden kann (vgl. BGE 130 II 176 E. 4.3.1 S. 185 f.). Bei der vom Beschwerdeführer begangenen versuchten Körperverletzung handelt es sich aber um eine Tat, die auf eine erhebliche Beeinträchtigung der physischen und psychischen Integrität eines Dritten ausgerichtet war, so dass ausländerrechtlich höchstens ein minimales Rückfallrisiko in Kauf genommen werden kann (vgl. Urteil 2C_634/2018 vom 5. Februar 2019 E. 5.2.2.1). Von einem solchen minimalen Rückfallrisiko kann schon mit Blick auf die in dieser Erwägung genannten Umstände nicht die Rede sein.