Citation: 8C_254/2023 E. 5.3

5.3. Wenn die Vorinstanz unter diesen Umständen den Fall als einfach qualifizierte, verfiel sie bei der Anwendung des kantonalen Rechts in Willkür (vgl. E. 4.3.3 hiervor). Es kann offen bleiben, inwieweit die Rechtslage vorliegend nach dem Gesagten überhaupt als klar qualifiziert werden kann. Da sich in sachverhaltlicher Hinsicht ganz offensichtlich komplexe Fragen stellen, verletzen die Einstufung des Falles als "einfach" und die damit einhergehende einzelrichterliche Beurteilung die kantonalen Bestimmungen (Art. 17 Abs. 2 GerG in Verbindung mit Art. 18 Abs. 2 OrgR) jedenfalls in eindeutiger Weise. Die im angefochtenen Einzelrichterentscheid vertretene abweichende Sichtweise, wonach bei klarer Rechtslage ein einfacher Fall vorliege, würde dazu führen, dass in praktisch jeder sozialversicherungsrechtlichen Streitsache ein einzelrichterlicher Entscheid gefällt werden könnte, da die Rechtslage in solchen Fällen meist klar ist, nicht aber der Sachverhalt bzw. die Beweiswürdigung der Verwaltung (vgl. E. 4.4.3 hiervor). Die vorinstanzliche Argumentation kann in ihrer absoluten Ausprägung keinen Bestand haben, da sie zu einer Umgehung der kantonalrechtlichen Bestimmungen führt, die eine Einzelrichterbefugnis nur in einfachen Fällen vorsehen.