Citation: 9C_479/2010 02.07.2010 E. 3

3.1 Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, ergibt sich aus der Prüfung, was sie bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen. Die Statusfrage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-) Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 130 V 393 E. 3.3 S. 393; 125 V 146 E. 2c S. 150 mit Hinweisen). Die Feststellung über den Umfang einer Erwerbstätigkeit bzw. einer Tätigkeit im Aufgabenbereich ist Tatfrage, welche letztinstanzlich nur eingeschränkt überprüft werden kann (E. 1 hievor). 3.2 Im "Fragebogen zur Ermittlung der Erwerbstätigkeit" hielt die Abklärungsperson der IV-Stelle am 10. April 2008 folgendes fest: "Die Versicherte hatte in den letzten Jahren immer nur kurzfristige Teilzeitstellen besetzt. Heute würde die Versicherte 40 % arbeiten, wenn sie keine gesundheitlichen Probleme hätte. Die restliche Zeit würde sie sich um ihren Sohn und um ihren Haushalt kümmern." Diese Aussage bestätigte die Beschwerdeführerin unterschriftlich am 27. April 2008. Im Rahmen des Vorbescheidverfahrens machte sie keine Einwände geltend gegen die von der IV-Stelle vorgenommene Gewichtung des Erwerbsbereichs mit 40 %. Erst in ihrer vorinstanzlichen Beschwerdeergänzung brachte sie vor, sie habe die Frage der Abklärungsperson "so verstanden und wahrgenommen, dass es sich um eine Beschäftigung während der Rente handeln würde". Die Abklärungsperson hätte sie darüber aufklären müssen, dass die Frage auf die Erwerbstätigkeit bei voller Gesundheit abzielte und auch nachhaken sollen, ob sie die Frage richtig verstanden habe. Ihre Antwort beziehe sich nicht auf den Beschäftigungsgrad ohne gesundheitliche Beeinträchtigung; bei voller Gesundheit hätte sie auf eine IV-Rente verzichtet. Wenn die Vorinstanz auf die frühere Aussage der Beschwerdeführerin abstellte und in zulässiger antizipierter Beweiswürdigung davon ausging, selbst im Gesundheitsfall hätte keine vollzeitliche, sondern eine 40%ige Erwerbstätigkeit bestanden, verletzte sie damit Bundesrecht nicht. Dass sie sich nicht im Einzelnen mit den diesbezüglichen Rügen der Versicherten auseinandergesetzt, sondern mit dem schlichten Hinweis begnügt hatte, das Vorgehen der Beschwerdegegnerin sei nicht zu beanstanden, verletzt die Begründungspflicht nicht, da hiedurch der Beschwerdeführerin eine sachgerechte Anfechtung des Entscheides nicht verunmöglicht wurde (vgl. BGE 124 V 180 E. 1a S. 181). Dass die Beschwerdeführerin, welche ihre Schulzeit mehrheitlich in Basel absolviert hatte und über sehr gute Deutschkenntnisse verfügt, die Frage der Abklärungsperson ("wieviele Stunden würden Sie heute ohne gesundheitliche Einschränkung beruflich tätig sein?") nicht richtig verstanden hat, ist auch deshalb nicht überwiegend wahrscheinlich, weil es sich dabei nicht um eine komplexe Fragestellung handelt. Schliesslich übte die Beschwerdeführerin bereits vor Eintritt ihrer Gesundheitsprobleme im Jahre 2001 und der Geburt ihres Sohnes im Jahre 2002 keine vollzeitliche Erwerbstätigkeit aus, was ebenfalls dagegen spricht, dass sie als Mutter eines im massgeblichen Zeitpunkt siebenjährigen Kindes vollumfänglich erwerbstätig wäre (zumal sie selbst angab, ihre Eltern wären aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage, das Kind während ihrer Abwesenheit zu betreuen). 3.3 Die weiteren Einwände betreffen die vorinstanzliche Beweiswürdigung, welche das Bundesgericht lediglich auf Willkür hin überprüft (E. 1). Soweit die Beschwerdeführerin darlegt, wie die ihrer Ansicht nach richtige Beweiswürdigung hätte vorgenommen werden müssen, handelt es sich dabei um letztinstanzlich unzulässige appellatorische Kritik am angefochtenen Entscheid. Eine Beweiswürdigung ist nicht bereits dann willkürlich, wenn eine andere Lösung ebenfalls vertretbar erscheint oder gar vorzuziehen wäre, sondern erst, wenn der Entscheid offensichtlich unhaltbar ist, zur tatsächlichen Situation im Widerspruch steht oder auf einem offenkundigen Fehler beruht (BGE 127 I 54 E. 2b S. 56). So verhält es sich hier nicht, zumal das kantonale Gericht nachvollziehbar begründet darlegt, weshalb es den Beurteilungen des Instituts X.________ vollen Beweiswert zumass. Die Schreiben der Frau Dr. med. V.________ sowie des Psychotherapeuten B.________ vom 23. bzw. 21. September 2009, deren Nichtberücksichtigung im angefochtenen Entscheid die Versicherte rügt, datieren nach der Grenze der richterlichen Beurteilung bildenden Verfügung vom 25. August 2009 und können höchstens insoweit einbezogen werden, als sie die dieser vorangehende Zeit betreffen (BGE 132 V 215 E. 3.1.1 S. 220 mit Hinweisen). Die Vorinstanz würdigte die Beurteilung der Frau Dr. med. V.________ einlässlich und legte dar, weshalb sie auf deren Beurteilung, wonach die Beschwerden eindeutig als Spondylarthritis zu deuten seien, nicht abstellte und auch keine Veranlassung zu weiteren Abklärungen sah. Zu beachten gilt es überdies, dass nicht die diagnostische Einordnung der geklagten Beschwerden massgebend ist, sondern deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (vgl. Ulrich Meyer, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung [IVG], 2010, S. 14). Das Schreiben des Psychotherapeuten B.________ schliesslich, bei dem sich die Beschwerdeführerin ab dem 13. August 2009 in Behandlung begab, erschöpft sich weitestgehend in einer Darstellung der subjektiven Befindlichkeit der Versicherten und enthält keine schlüssige Diagnose, weshalb auch nicht weiter geprüft werden muss, inwiefern dessen Bericht über die nur wenige Tage vor dem Verfügungserlass aufgenommene Therapie überhaupt zu berücksichtigen wäre.