Citation: 1A.5/2006 09.02.2006 E. 8

Schliesslich macht die Beschwerdeführerin 3 geltend, die Rechtshilfe sei nach Art. 2 lit. a IRSG unzulässig, weil das griechische Strafverfahren den Mindestanforderungen der EMRK und des UNO Pakts II nicht entspreche. Sie beschuldigt den Generalstaatsanwalt von Athen, das Schreiben der Bundesanwaltschaft über das Konto der Beschwerdeführerin 2 bei der Bank D.________ den Medien zugespielt zu haben, um auf diese Weise die öffentliche Meinung zu manipulieren. Unter diesen Umständen sei kein faires Strafverfahren mehr möglich. Es erscheint fraglich, ob sich die Beschwerdeführerin überhaupt auf Art. 2 IRSG bzw. Art. 2 lit. b EUeR berufen kann, nachdem die inkriminierten Veröffentlichungen sie nicht persönlich betrafen und gegen sie kein Strafverfahren in Griechenland hängig ist (vgl. BGE 125 II 356 E. 8b S. 365 mit Hinweisen). Immerhin besteht die Möglichkeit, dass aufgrund der übermittelten Unterlagen auch gegen sie ein Strafverfahren wegen des Verdachts der Geldwäscherei eröffnet wird. Die Frage kann jedoch offen bleiben, da die Rüge jedenfalls unbegründet ist: Griechenland ist Mitglied der EMRK; sein Strafverfahren genügt grundsätzlich rechtsstaatlichen Anforderungen. Sollte es im Verfahren gegen die Beschwerdeführerin 1 zu Verletzungen des Untersuchungsgeheimnisses gekommen sein - was bislang nicht feststeht - , stehen ihr hiergegen Rechtsmittel zur Verfügung. Es wird Aufgabe der griechischen Gerichte sein, die geeigneten Vorkehrungen zu treffen, um trotz einer allfälligen Vorverurteilung durch die Medien ein unparteiisches, faires Strafverfahren zu gewährleisten. Ein allfälliger Verstoss gegen Rechtshilferegeln durch die vorzeitige Verwendung des Schreiben der Bundesanwaltschaft im griechischen Strafverfahren wäre durch die Schlussverfügung geheilt.