Citation: 4A_131/2024 E. 5.2.2

5.2.2. Die Beschwerdeführerin wandte sich im Berufungsverfahren gegen die erstinstanzliche Qualifikation des Schreibens vom 20. Januar 2020 als Kündigung. Diesen Einwand verwarf die Vorinstanz. Sie hielt fest, in diesem Schreiben habe die Beschwerdegegnerin die Tilgung des Ausstands verlangt und die Abschlussrechnung in Aussicht gestellt. Darin könne ohne Weiteres eine Kündigung erkannt werden, auch wenn die Beschwerdegegnerin das Schreiben nicht als solche bezeichnet habe. In der früheren Korrespondenz zu den Zahlungsmodalitäten sei hingegen nie die Rede von einer Abschlussrechnung gewesen. Insofern sei die erstinstanzliche Beweiswürdigung nachvollziehbar. Im Übrigen ergebe sich aus dem Schreiben vom 20. Januar 2020 ohne Weiteres, dass der Zahlungsausstand von Fr. 171'274.76 aus dem Kontokorrentverhältnis herrühre, das auf dem Kreditvertrag vom 15./17. Mai 2006 beruhe. Damit sei auch klar, auf welchen Vertrag sich die Kündigung bezogen habe. In einer Eventualbegründung erwog die Vorinstanz, es sei ohnehin irrelevant, ob das Schreiben vom 20. Januar 2020 eine Kündigung darstelle. Denn die Beschwerdegegnerin sei gemäss Art. 12 ihrer AGB auch ohne Aussprache einer formalen Kündigung berechtigt gewesen, die Kreditlimite zu annullieren und ausstehende Beträge einzufordern. Dies habe sie mit Schreiben vom 20. Januar 2020 getan, womit sie diese Forderung nun klageweise einfordern könne.