Citation: 9C_542/2022 E. 4.3.2

4.3.2. Aus dem soeben Dargelegten ergibt sich klar, dass die Vorinstanz - im Einklang mit der Auffassung der IV-Stelle beim Erlass der Verfügung vom 1. April 2019 - dem asim-Gutachten für den Zeitraum vom 1. Juli 2013 (frühest möglicher Rentenbeginn) bis im September 2016 (Begutachtung durch asim-Ärzte) implizit Beweiskraft beimass. Weitere medizinische Abklärungen ordnete sie unmissverständlich lediglich in Bezug auf die seitherige gesundheitliche Entwicklung an. Daran waren sie selbst und die IV-Stelle gebunden (vgl. vorangehende E. 4.2). Hinzu kommt, dass das asim-Gutachten für die Phase von Juli 2013 bis September 2016 auch bei freier Überprüfung als beweiskräftig zu qualifizieren ist: Zwar hat das kantonale Gericht im hier angefochtenen Urteil vom 18. Oktober 2022 festgehalten, das genannte Gutachten habe Hinweise auf eine nicht authentische Beschwerdeschilderung durch die Versicherte enthalten. Indessen hat es selbst zutreffend erkannt, dass dem Ermessensspielraum der Experten Rechnung zu tragen ist (vgl. BGE 137 V 210 E. 3.4.2.3; Urteil 9C_385/2022 vom 2. November 2022 E. 3.3), was auch für die Einschätzungen der asim-Ärzte gilt. Ein konkretes Indiz, das gegen deren Zuverlässigkeit spricht (vgl. vorangehende E. 2.3), ist nicht ersichtlich und wird von der IV-Stelle auch nicht geltend gemacht. Sodann beruht die im asim-Gutachten attestierte Arbeitsunfähigkeit von 50 % im Wesentlichen auf einer weitgehend chronifizierten Schmerzstörung mit psychischen und somatischen Anteilen (ICD-10: F45.41). Obwohl die IV-Stelle - abweichend von E. 1.2 und 4.2 des ersten Rückweisungsurteils vom 12. August 2015 - lediglich um Beurteilung ab dem 1. Mai 2014 bat, lässt sich dem asim-Gutachten ohne Weiteres entnehmen, dass die attestierte Einschränkung im Wesentlichen unverändert für die gesamte hier interessierende Zeitspanne gilt.