Citation: 8C_182/2023 E. 4.1.2

4.1.2. Der Beschwerdeführer macht geltend, der medizinische Sachverhalt sei hinsichtlich der Ursachen und Auswirkungen der verschiedenen gesundheitlichen Beeinträchtigungen unzureichend abgeklärt worden. 4.1.2.1. Soweit der Beschwerdeführer unter Hinweis auf die Fachliteratur den Beweiswert des neuropsychologischen Gutachtens bestreitet, wies bereits die Vorinstanz darauf hin, dass für die Beurteilung des Gesundheitsschadens nicht statistische Werte, sondern der konkrete Einzelfall massgebend ist. Inwiefern die gutachterlichen Erläuterungen der Dr. phil. C.________ bezüglich einer HWS-Distorsion und der Folgen eines leichten Schädel-Hirn-Traumas in einem anderen Sozialversicherungsverfahren Zweifel an ihrer Fachkompetenz bzw. dem hier zu beurteilenden Gutachten begründen sollen, ist ebenfalls nicht ersichtlich. Sodann trifft es zwar zu, dass die im neuropsychologischen Gutachten attestierte Leistungsfähigkeit von 80 % in einem offensichtlichen Widerspruch zur späteren Einschätzung des Abklärungszentrums E.________ steht, welches am 31. August 2020, "primär" im Zusammenhang mit der Hörschädigung und dem Tinnitus, eine deutliche Verlangsamung und geringe Belastbarkeit entsprechend einer Leistungsfähigkeit von nur 15 % attestierte. Ein solcher Umstand kann zwar grundsätzlich geeignet sein, ernsthafte Zweifel an einem Gutachten zu begründen (vgl. Urteil 9C_462/2022 vom 31. Mai 2023 E. 4.2.2.1 mit Hinweisen). Wie das kantonale Gericht jedoch festhielt, berücksichtigte das Abklärungszentrum E.________ bei seiner Beurteilung verschiedene gesundheitliche Beeinträchtigungen, die nicht in einem adäquaten Kausalzusammenhang mit dem Unfall vom 9. Februar 2016 stehen. Zudem erachtete Dr. phil. C.________ die vom Beschwerdeführer gezeigten Leistungen und Beeinträchtigungen aufgrund der Resultate verschiedener Performanzvalidierungsverfahren und einer nicht nachvollziehbaren markanten Verschlechterung der gezeigten Leistungsfähigkeit im Vergleich zur Voruntersuchung im Spital F.________ vom 13. Juni 2016 als nicht authentisch. Vor diesem Hintergrund vermag die Einschätzung des Abklärungszentrums E.________, die die subjektive Arbeitsleistung des Beschwerdeführers wiedergibt, jene der Dr. phil. C.________ nicht in Zweifel zu ziehen. 4.1.2.2. Wie der Beschwerdeführer weiter vorbringt, wird im Bericht über die MRT-Untersuchung vom 7. Dezember 2019 zwar eine "degenerative, differentialdiagnostisch auch posttraumatische Läsion des vorderen Längsbandes HWK 5/6" beschrieben. In der Folge legte Dr. med. D.________ unter Bezugnahme auf die klinische und bildgebende Diagnostik jedoch eingehend und überzeugend dar, dass die vom Beschwerdeführer erstmals drei Jahre nach dem Unfall beklagten Kopf-, Nacken- und Lendenschmerzen nicht auf den Unfall vom 9. Februar 2016 zurückzuführen sind. Abweichende ärztliche Einschätzungen, die diese Beurteilung in Frage stellen würden, werden vom Beschwerdeführer nicht aufgezeigt und sind auch nicht ersichtlich. Der Umstand, dass die Vorinstanz im Urteil vom 6. März 2023 (5V 21 305) betreffend die Ansprüche des Beschwerdeführers gegenüber der IV einen weiteren Abklärungsbedarf hinsichtlich des orthopädischen Belastungsprofils, d.h. der Auswirkungen der Rückenbeschwerden auf die Arbeitsfähigkeit erkannte, ist ebenfalls nicht geeignet, vorliegend Zweifel an der kreisärztlichen Beurteilung der Ursache dieser Leiden zu begründen. 4.1.2.3. Auch in sonstiger Hinsicht sind keine Widersprüche zwischen dem hier angefochtenen Urteil und jenem bezüglich der IV-Ansprüche des Beschwerdeführers auszumachen. Soweit das kantonale Gericht dort zusätzlichen medizinischen Abklärungsbedarf erkannte, beruhte dies auf dem Umstand, dass unfallfremde Leiden bestehen (vgl. diesbezüglich auch E. 4.2 hiernach), für welche die Suva nicht aufzukommen hat und entsprechend auch nicht zu weiteren medizinischen Abklärungen verpflichtet ist (BGE 124 V 174 E. 3b; Urteil 9C_8/2022 vom 6. März 2023 E. 5.2 mit Hinweis). 4.1.2.4. Nicht stichhaltig ist die Rüge, das kantonale Gericht hätte die psychischen Störungen weiter medizinisch abklären müssen, bevor es deren Adäquanz zum Unfall hätte verneinen dürfen. Gemäss der vom Beschwerdeführer diesbezüglich geltend gemachten Rechtsprechung ist es zulässig, die Frage des natürlichen Kausalzusammenhangs offen zu lassen, wenn der adäquate Kausalzusammenhang ohnehin zu verneinen ist (BGE 148 V 138 E. 5). Dies entbindet den Unfallversicherer und das kantonale Versicherungsgericht zwar nicht davon, den rechtserheblichen Sachverhalt nach Massgabe des Untersuchungsgrundsatzes vollständig und richtig festzustellen, zumal zahlreiche Angaben in tatsächlicher Hinsicht auch im Rahmen der Adäquanzprüfung von erheblicher Bedeutung sind (Urteile 8C_835/2010 vom 22. Dezember 2010 E. 5; 8C_578/2007 vom 30. Mai 2008 E. 4.2). Dass der Sachverhalt für die Prüfung des letztlich zu Recht verneinten adäquaten Kausalzusammenhangs (vgl. E. 4.2 hiernach) unzureichend abgeklärt worden wäre, macht der Beschwerdeführer nicht geltend. Weiterungen erübrigen sich daher an dieser Stelle.