Citation: 1C_63/2019 E. 4

Die Beschwerdeführer machen dagegen geltend, es liege ein der Anpassung zugänglicher Dauersachverhalt vor, weil ihr Grundstück dauerhaft den Immissionen der Wärmepumpenanlage ausgesetzt sei. Im Übrigen ergebe sich aus dem Zusammenspiel von Art. 11 USG (umweltrechtliches Vorsorgeprinzip) und Art. 16 USG (Sanierungspflicht), dass sich der Nachbar stets und unabhängig von der Bewilligungssituation auf die Einhaltung der Lärmschutzwerte und das Vorsorgeprinzip berufen könne (mit Hinweis auf GRIFFEL/RAUSCH, Kommentar zur Umweltschutzgesetz, Ergänzungsband zur 2. Aufl., Zürich 2011, Art. 11 N. 2). Dieses Argument sei vom Verwaltungsgericht zu Unrecht vom Verfahrensgegenstand ausgeschlossen worden. In tatsächlicher Hinsicht stellten die von den Beschwerdeführern veranlassten Lärmmessungen der Kuster + Partner AG (Lärmmessungsbericht vom 3. März 2017) eine erhebliche Änderung dar, weil damit erstellt sei, dass der massgebliche Planungswert am Fenster der Beschwerdeführer nicht eingehalten sei. Auch in rechtlicher Hinsicht liege eine wesentliche Änderung vor: Einerseits habe das Amt für Umweltschutz des Kantons Schwyz im Dezember 2016 eine Vollzugsänderung vorgenommen, wonach für die Einhaltung der Planungswerte auch bei Einfamilienhäusern (und nicht nur bei Mehrfamilienhäusern) auf den Beurteilungspegel am nächstgelegenen lärmempfindlichen Raum im selben Gebäude bzw. derselben Parzelle abzustellen sei, und nicht mehr nur auf die Nachbarparzelle. Andererseits habe auch die bundesgerichtliche Rechtsprechung eine Verschärfung erfahren, habe das Bundesgericht doch in den Urteilen BGE 141 II 476 und 1C_204/2015 vom 18. Januar 2016 (E. 3.7) verlangt, dass selbst bei Einhaltung der Grenzwerte vorsorgliche Massnahmen zur Minderung des tieffrequenten Schalls zu prüfen seien, darunter auch die Verlegung der Wärmepumpe ins Hausinnere. Es wäre stossend und weder mit dem Vorsorgeprinzip noch dem Grundsatz der Rechtsgleichheit zu vereinbaren, wenn die geänderte Praxis nicht auch auf die fragliche Wärmepumpe angewendet würde.