Citation: 6B_161/2016 E. 1.5

1.5. Der Beschwerdeführer beantragt, er sei vom Vorwurf der schweren Körperverletzung freizusprechen und das Strafverfahren wegen einfacher Körperverletzung sei einzustellen. Bezüglich der Verfahrenserledigung kann in Anwendung von Art. 107 Abs. 2 BGG ein reformatorischer Entscheid ergehen (vgl. Urteile 6B_70/2016 vom 2. Juni 2016 E. 5.5, zur Publ. vorgesehen; 6B_288/2015 vom 12. Oktober 2015 E. 2). Der Schuldspruch wegen versuchter schwerer Körperverletzung (Art. 122 Ziff. 1, Art. 22 StGB) erweist sich als bundesrechtswidrig (vgl. vorstehend E. 1.4) und auch ein Schuldspruch wegen einfacher Körperverletzung kommt infolge Rückzugs des Strafantrags des Opfers nicht in Betracht. Dies hat vorliegend jedoch keinen Freispruch vom Vorwurf der versuchten schweren Körperverletzung zur Folge, sondern führt lediglich zur Verfahrenseinstellung. Der Urteilsspruch muss den durch die zugelassene Anklage vorgegebenen Prozessgegenstand erschöpfend erledigen, was sich anhand eines Vergleichs zwischen Dispositiv und zugelassener Anklage beurteilt. Der Anklage vom 23. Januar 2013 liegt ein einheitlicher Lebenssachverhalt zugrunde, den die Staatsanwaltschaft als versuchte schwere Körperverletzung qualifiziert hat und die begangene einfache Körperverletzung mitumfasst, jedoch im Wege unechter Konkurrenz zurücktreten lässt (vgl. BGE 137 IV 113 E. 1.4.2). Dass der angeklagte Lebenssachverhalt rechtlich anders zu würdigen ist, ändert nichts daran, dass der Anklagesachverhalt durch die Verfahrenseinstellung vollständig behandelt wird (vgl. Urteil 6B_988/2015 vom 8. August 2016 E. 1.3, zur Publ. vorgesehen).