Citation: 6B_1083/2022 E. 2.2.1

2.2.1. In tatsächlicher Hinsicht ist unbestritten, dass es im Anklagezeitraum zwischen dem Beschwerdeführer und der Beschwerdegegnerin 2 zu mehrfachen sexuellen Handlungen, Geschlechts- und Oralverkehr sowie manuellen Masturbationen, kam. Die sexuellen Handlungen sind durch mehrere heimliche Videoaufnahmen der Beschwerdegegnerin 2 dokumentiert. In einer davon ist gemäss Vorinstanz zu hören, wie sie dem sie zum Massieren der Füsse auffordernden Beschwerdeführer im Verlauf mitteilt, sie könne nicht mehr. Sie bitte um Einhalt mit der Begründung, dass es ihr keinen Spass mache, worauf der Beschwerdeführer antworte: "Na gut, Sie müssen ja auch ein bisschen Spass haben". Dass der Beschwerdeführer diese Antwort als Nachweis für seine Rücksichtnahme auf die Beschwerdegegnerin 2 anführe, erscheine zynisch. Die Vorinstanz erachtet als glaubhaft, dass die Beschwerdegegnerin 2 die Handlungen vornahm oder duldete, weil sie auf den Lohn des Beschwerdeführers, in dessen Unterkunft sie auch wohnte, angewiesen gewesen sei. Ihre Aussagen würden ebenso tatsächlich Erlebtem entsprechen wie die geschilderten Reaktionen des Beschwerdeführers auf das durch sie bekundete Befremden über die sexuellen Handlungen. Er habe ihr nicht richtig gedroht, sondern nur geantwortet, dass nichts dabei sei und niemand davon erfahren müsse, dass es ihr gut gehe und sie dankbar sein solle. Zwar seien die Äusserungen der Beschwerdegegnerin 2 hinsichtlich der Frage, ob sie die Videoaufnahmen absichtlich erstellt und Dritten gezeigt habe, widersprüchlich. Sie wirkten aber deswegen nicht als lügenhaft, zumal die Inkonsistenzen nachvollziehbar und aufgrund ihrer sprachlichen Schwierigkeiten erklärbar seien. Hingegen bildeten die konstanten Angaben der Beschwerdegegnerin 2, wonach der Beschwerdeführer sie weder bedroht noch mit physischer Gewalt zu etwas gezwungen habe, starke Realkennzeichen. Dies gelte ebenso für ihr Eingeständnis, dass sie sich nicht richtig gewehrt habe, wobei es jeweils nicht sofort, sondern erst nach Fussmassagen zu sexuellen Handlungen gekommen sei. Einen starken erlebnisorientierten Eindruck hinterlasse auch der Umstand, dass sich die Beschwerdegegnerin 2 teilweise mit Ausreden gegenüber dem Beschwerdeführer sexuellen Handlungen zu entziehen versucht habe. Das von diesem unterstellte Motiv für eine Falschanzeige, wonach ihn die Beschwerdegegnerin 2 habe "erweichen" wollen (wohl, dass sie Geld habe erhältlich machen wollen), sei zwar denkbar, entbehre aber eines realen Bezugs. Der Anklagesachverhalt sei erstellt.