Citation: 8C_521/2020 E. 6.3.3

6.3.3. Im hier zu beurteilenden Fall richtete die Arbeitslosenkasse gestützt auf ihre Abrechnung vom 19. Dezember 2016 der Beschwerdeführerin Arbeitslosenentschädigung für den Monat Mai 2016 aus, obwohl sie sich erst am 2. Juni 2016 zur Arbeitsvermittlung angemeldet hatte. Dem Abrechnungsblatt ist auch eine Rahmenfrist für den Leistungsbezug vom 1. Mai 2016 bis 30. April 2018 zu entnehmen. Dieses erstmalige unrichtige Handeln vermag die einjährige Verwirkungsfrist gemäss Art. 25 Abs. 2 erster Satz ATSG noch nicht auszulösen. Aufgrund einer Meldung des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO) über einen allfälligen Doppelbezug von Arbeitslosenentschädigung und Lohn tätigte die Unia weitere Abklärungen. Unter anderem forderte sie am 25. Januar 2018 bei der Ausgleichskasse einen IK-Auszug an, der am 21. März 2018 bei der Arbeitslosenkasse einging. Erst im Rahmen dieser Abklärungen hätte die Unia erkennen müssen, dass frühestens ab der Anmeldung zur Arbeitsvermittlung am 2. Juni 2016 Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung bestanden hätte. Mit der Rückforderungsverfügung vom 22. Januar 2019 wurde die einjährige relative Verwirkungsfrist somit gewahrt.