Citation: 2C_538/2021 E. 4.4.1

4.4.1. Die Beschwerdeführerin 1 lebt seit über 17 Jahren in der Schweiz. Aufgrund der langen Aufenthaltsdauer stellt der Widerruf der Niederlassungsbewilligung zweifellos eine besondere Härte für sie dar. Da ihr das Aufenthaltsrecht ursprünglich aufgrund der von ihr eingegangenen Scheinehe erteilt worden ist, ist diesem Aspekt vorliegend jedoch kein Gewicht beizumessen. Zudem gilt es zu berücksichtigen, dass ihre Aufenthaltsbewilligung nach 2014 nur aufgrund des Schweizer Bürgerrechts ihres Sohnes verlängert wurde, welches rechtswidrig erlangt worden war, da kein Kindesverhältnis zwischen diesem und C.________ bestand. Aus den verbindlichen Feststellungen der Vorinstanz ergibt sich ferner, dass sie während drei Jahren von der Sozialhilfe abhängig war, weshalb ihre wirtschaftliche Integration nicht als gelungen bezeichnet werden kann, obschon sie mittlerweile über ein ausreichendes Einkommen verfügt. Dass sie dank eines Darlehens ihres Bruders die bezogene Sozialhilfe zu einem späteren Zeitpunkt zurückbezahlt hat, vermag diese Feststellung nicht massgeblich zu beeinflussen. Auch die soziale Integration der Beschwerdeführerin 1 ist mangelhaft, wie die Verurteilung wegen falscher Zeugenaussage im Zusammenhang mit der Vaterschaft ihres Kindes aufzeigt. Negativ fällt ebenfalls ins Gewicht, dass sie erst nach 13 Jahren Aufenthalt in der Schweiz Anfängerkurse für Deutsch im Jahre 2017 (A1 und A2) besuchte, was ihren diesbezüglich unzureichenden Integrationswillen bezeugt. Ob sich ihre Sprachkenntnisse im täglichen Kontakt seitdem verbessert haben, kann offen gelassen werden, da ihre Integration auch ungeachtet dessen insgesamt nicht als gelungen zu bewerten ist.