Citation: I 825/06 14.08.2007 E. 5.2

5.2.1 Die IV-Stelle macht letztinstanzlich geltend, gestützt auf die Berichte des Dr. med. S.________ sei davon auszugehen, der Versicherte sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit von September 2003 bis 15. August 2005 in leichter und angepasster Arbeit voll arbeitsfähig gewesen und erst ab 16. August 2005 in einem für einen möglichen Leistungsanspruch erheblichen Ausmass arbeitsunfähig geworden. Die Wartezeit für eine Invalidenrente habe damit erst einen Monat vor Erlass des Einspracheentscheides (19. September 2005) zu laufen begonnen. Die Berichte des Dr. med. R.________ vom 18. Augsut 2004 und 23. März 2005 seien nicht schlüssig, da er den Krankheitsverlauf nicht kenne. Hievon abgesehen würden von zusätzlichen rückwirkenden Abklärungen betreffend Beginn und Grad der Arbeitsunfähigkeit nur spekulative Annahmen resultieren, was dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nicht zu genügen vermöchte. 5.2.2 Die IV-Stelle übersieht zunächst, dass sich die von Dr. med. S.________ ab 16. August 2005 attestierte 50%ige Arbeitsunfähigkeit auf eine leidensangepasste Tätigkeit (Zeugnis vom 18. Oktober 2005) bezog. Demgegenüber bedeutet die für die Bestimmung des Rentenbeginns im Wartejahr nach Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG massgebende Arbeitsunfähigkeit eine Einbusse an funktionellem Leistungsvermögen im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich (BGE 130 V 97 E. 3.2 S. 99, 343 E. 3.1 S. 345 f., je mit Hinweisen; vgl. Art. 6 ATSG). Hievon abgesehen ist das Bestehen einer Wartezeit nicht Voraussetzung für die Entstehung des Anspruchs auf berufliche Eingliederungsmassnahmen (Art. 10 und Art. 15 ff. IVG), der gemäss vorinstanzlichem Entscheid ebenfalls zu prüfen ist. 5.2.3 Weiter kann vorliegend nicht im Sinne einer antizipierten Beweiswürdigung (BGE 124 V 90 E. 4b S. 94; SVR 2005 MV Nr. 1 S. 1 E. 2.3, M 1/02) gesagt werden, dass von einer zusätzlichen, medizinisch nachvollziehbar und schlüssig begründeten Beurteilung keine verwertbaren entscheidrelevanten Erkenntnisse zum Beginn und Grad der Arbeitsunfähigkeit zu erwarten sind. 5.3 In diesem Lichte ist der vorinstanzliche Rückweisungsentscheid nicht zu beanstanden.