Citation: 1B_350/2022 E. 3.4

3.4. Nach den Vorakten hat der Beschwerdeführer betreffend den ihm vorgeworfenen Diebstahl vom 4. Mai 2022 zunächst ausgesagt, er könne sich nicht an diesen Tag erinnern und anschliessend die Aussage verweigert. Hierzu ist er als beschuldigte Person aufgrund seines Aussage- und Mitwirkungsverweigerungsrechts berechtigt, ohne dass ihm daraus Nachteile erwachsen dürfen (vgl. Art. 113 Abs. 1 und Art. 158 Abs. 1 lit. b StPO; BGE 142 IV 207 E. 8.3; 138 IV 47 E. 2.6.1; je mit weiteren Hinweisen). Dementsprechend durfte die Vorinstanz die Verweigerung der Aussage nicht als Indiz für seine Täterschaft berücksichtigen. Hingegen durfte sie aufgrund des widersprüchlichen Aussageverhaltens des Beschwerdeführers, der Aufnahmen der Überwachungskamera und deren Analyse durch einen Fachspezialisten sowie aufgrund des fehlenden Alibis von einem dringenden Tatverdacht gegen den Beschwerdeführer ausgehen, zumal dieser keine substanziierte Einwände gegen diese Annahme erhebt. Da der Beschwerdeführer den Diebstahl vom 9. Mai 2022 gestanden hat, ist der dringende Tatverdacht auch diesbezüglich offensichtlich gegeben. Dass der Beschwerdeführer den Diebstahl nicht vollenden konnte, kann allenfalls bei der Strafzumessung berücksichtigt werden (vgl. Art. 22 Abs. 1 StGB), ist jedoch für die Prüfung des allgemeinen und der besonderen Haftgründe grundsätzlich irrelevant. Zur Annahme der Gewerbsmässigkeit im Besonderen hat der Beschwerdeführer keine Einwände vorgebracht. Diese wurde von der Vorinstanz auch hinreichend begründet. Der angefochtene Entscheid ist damit in diesem Punkt jedenfalls im Ergebnis nicht zu beanstanden.