Citation: 2C_514/2014 E. 3.2

3.2. Der Beschwerdeführer rügt zunächst, gemäss Rechtsprechung des EGMR müsse insbesondere das Verhalten nach der Strafentlassung berücksichtigt werden. Das werde verunmöglicht, wenn der Widerruf der Niederlassungsbewilligung verfügt werde, bevor die Strafe vollzogen sei. Das gemäss Rechtsprechung im Rahmen der Verhältnismässigkeit zu berücksichtigende Kriterium der seit der Tatbegehung verstrichenen Zeit und des Verhaltens während dieser Zeit (BGE 139 I 31 E. 2.3.3 S. 34 ff.) will verhindern, dass einem Ausländer lange nach einer Straftat bzw. Strafverbüssung wegen dieses Delikts noch die Bewilligung entzogen wird. Daraus kann nicht umgekehrt gefolgert worden, der Widerruf dürfe erst geraume Zeit nach Strafentlassung verfügt werden; vielmehr ist das Anwesenheitsverhältnis auf den Zeitpunkt der Entlassung aus dem Strafvollzug zu regeln (Art. 70 Abs. 2 VZAE; vgl. BGE 137 II 233 E. 5 S. 234 ff.).