Citation: 9C_97/2024 E. 4.1.1

4.1.1. Es ist mit dem Beschwerdeführer festzuhalten, dass der Begriff des "Familienlebens" nach Art. 8 EMRK gemäss Urteilsbegründung des EGMR nicht nur soziale, moralische oder kulturelle, sondern auch materielle Interessen umfasst (§§ 44 und 59 des Urteils 78630/12). Richtig ist auch sein Einwand, der Anwendungsbereich von Art. 14 in Verbindung mit Art. 8 EMRK könne nach Auffassung des EGMR umfassender sein als jener von Art. 8 EMRK allein (§ 61 f. des Urteils 78630/12). Daraus sowie aus dem generellen Hinweis auf mögliche finanzielle Belastungen beim Versterben eines Elternteils vermag der Beschwerdeführer indessen nichts zu seinen Gunsten abzuleiten. So hat wohl jede Geldleistung regelmässig gewisse Auswirkungen auf die Gestaltung des Familienlebens. Dennoch führt - wie das Bundesgericht (vgl. Urteil 9C_491/2023 vom 3. April 2023 E. 4.3.2) und der EGMR (§ 72 EGMR-Urteil 78630/12) unlängst klar festgehalten haben - nicht jede wirtschaftliche Einbusse zur Bejahung des Anwendungsbereichs von Art. 8 EMRK. Damit Art. 14 EMRK zum Tragen kommen kann, ist erforderlich, dass die umstrittene Leistung auf die Förderung des Familienlebens abzielt und sich notwendigerweise auf dessen Organisation auswirkt. Dazu sind insbesondere folgende Elemente in ihrer Gesamtheit massgebend: der Zweck der Leistung, die gesetzlichen Bedingungen für deren Gewährung (sowie Berechnung und Beendigung), die vom Gesetzgeber beabsichtigten Auswirkungen auf die Organisation des Familienlebens sowie die tatsächlichen Auswirkungen der Leistung im Einzelfall für den Beschwerdeführer und sein Familienleben (erwähntes Urteil 9C_491/2023 E. 4.3.2).