Citation: 4A_321/2015 E. 2.4

2.4. Nach Art. 56 OR kann sich die Tierhalterin von der Haftung befreien, wenn sie nachweist, dass der Schaden auch bei Anwendung der gebotenen Sorgfalt eingetreten wäre. Die Beurteilung, ob sich der Unfall bei Einhaltung der gebotenen Vorkehren zur Sicherung dennoch ereignet hätte, beruht auf dem Vergleich der (hypothetischen) Ereignisse unter der Annahme aller gebotenen Sicherungen mit dem tatsächlichen Geschehen. Die Massnahmen, die bei gebotener Sorgfalt zur Sicherung des Tieres hätten ergriffen werden müssen, sind daher wesentlich für die Beurteilung, ob damit der Schaden hätte verhindert werden können. Die Definition der nach den Umständen gebotenen Massnahmen, welche die Tierhalterin hätte ergreifen müssen, ist daher für die Beurteilung des Entlastungsbeweises erforderlich. Inwieweit jedoch die nach den Umständen gebotenen Sicherheitsmassnahmen tatsächlich getroffen wurden, beeinflusst diesen Vergleich entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin nicht.