Citation: 2C_515/2023 E. 6.4.2

6.4.2. Aus der im angefochtenen Urteil erwähnten Auskunft der zuständigen KESB von März 2022 ergibt sich, dass sich die Tochter wochentags jeweils bei der Mutter aufhält, wobei sie den Beschwerdeführer jeweils am Wochenende besuchen könne. Dies komme allerdings nicht so oft vor; meistens sei die Tochter an den Wochenenden bei den Grosseltern, zu denen ein enges Verhältnis bestehe (vgl. die mündliche Auskunft gemäss Aktennotiz, S. 581 der Akten des Migrationsamts Solothurn; Art. 105 Abs. 2 BGG). Damit liegt die Art von Besuchsrecht vor, für die es rechtsprechungsgemäss in der Regel nicht erforderlich ist, dass der Beschwerdeführer dauerhaft im selben Land wie seine Tochter lebt und hier über ein Anwesenheitsrecht verfügt (vgl. vorne E. 7.4.1). Auch wenn - wie dies die Vorinstanz erwägt - glaubhaft erscheinen mag, dass die Tochter für den Beschwerdeführer eine wichtige Bezugsperson ist und er seinerseits zumindest beabsichtigte, vermehrt an ihrem Leben teilzuhaben, ist angesichts dieser Besuchsmodalitäten nicht ohne Weiteres eine beidseitig enge affektive Beziehung dargetan. Der Beschwerdeführer hat die Qualität der Beziehung zu seiner Tochter kaum beweismässig unterlegt. Gemäss Auskünften der KESB wurden die Besuche zudem auf Wunsch der Tochter geregelt, nachdem deren Beiständin bei Besuchen festgestellt hatte, dass der Beschwerdeführer harte Drogen wie Crack, Kokain und Heroin in Anwesenheit seiner Tochter konsumierte; dazu wurde eine sozialpädagogische Familienbegleitung eingerichtet (vgl. die vorzitierte mündliche Auskunft der KESB). Ungeachtet der Frage des Vorhandenseins der beidseitigen engen und affektiven Beziehung hat der Beschwerdeführer auch nicht dargetan, dass er seinen wirtschaftlichen Unterhaltspflichten vollumfänglich nachkommt. Ohnehin kann angesichts seiner anhaltenden Straffälligkeit nicht von einem tadellosen Verhalten die Rede sein. Hinzu kommt, dass es sich bei Italien um ein Nachbarland der Schweiz handelt, weshalb das Ausüben eines allfälligen Besuchsrechts in Form von Ferienreisen der Tochter oder Kurzaufenthalten des Vaters in der Schweiz möglich bleibt und auch zumutbar erscheint. Die Vorinstanz weist in diesem Zusammenhang insbesondere darauf hin, dass gegen den Beschwerdeführer kein Einreiseverbot ausgesprochen wurde. Bei einer Gesamtbetrachtung dieser Verhältnisse ist nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz zum Schluss kommt, dass die räumliche Trennung für die Familie - und insbesondere den Beschwerdeführer und seine Tochter - zwar mit Unannehmlichkeiten und Herausforderungen einhergeht, dass die gemeinsame Beziehung aber auch bei einer Aufenthaltsbeendigung und Wegweisung des Beschwerdeführers nach Italien sowohl über moderne Kommunikationsmittel als auch auf dem Weg persönlicher Besuche noch gepflegt werden kann.