Citation: 8C_298/2008 05.11.2008 E. 6.3

6.3.1 Weder aufgrund der Akten, noch der Vorbringen in der letztinstanzlichen Beschwerde sind besondere Begleitumstände oder eine besondere Eindrücklichkeit des Unfalles vom 18. Mai 2004 ersichtlich (vgl. den vorinstanzlich aufgelegten Rapport der Polizei vom 18. Mai 2004). 6.3.2 Gemäss BGE 134 V 109 genügt die Annahme eines HWS-Schleudertraumas für sich allein nicht zur Bejahung des Kriteriums der Schwere oder besonderen Art der erlittenen Verletzung. Es bedarf hiezu einer besonderen Schwere der dafür typischen Beschwerden oder besonderer Umstände, welche das Beschwerdebild beeinflussen können (SVR 2007 UV Nr. 26 S. 86, U 339/06 E. 5.3; RKUV 2005 Nr. U 549 S. 236, U 380/04 E. 5.2.3 mit Hinweisen). Diese können beispielsweise in einer beim Unfall eingenommenen besonderen Körperhaltung und den dadurch bewirkten Komplikationen bestehen (SVR 2007 UV Nr. 26 S. 86, U 339/06 E. 5.3; RKUV 2003 Nr. U 489 S. 357, U 193/01 E. 4.3 mit Hinweisen). Auch erhebliche Verletzungen, welche sich die versicherte Person neben dem Schleudertrauma, der äquivalenten Verletzung der HWS oder dem Schädel-Hirntrauma beim Unfall zugezogen hat, können bedeutsam sein (BGE 134 V 109 E. 10.2.2 S. 127 f.). Solche Umstände liegen hier insoweit vor, als der Versicherte zwei Schleudertraumen der HWS erlitten hat. Nach der Rechtsprechung können pathologische Zustände nach HWS-Verletzungen bei erneuter Traumatisierung ausserordentlich stark exazerbieren; eine HWS-Distorsion, welche eine bereits durch einen früheren versicherten Unfall erheblich vorgeschädigte HWS betrifft, ist speziell geeignet, die typischen Symptome hervorzurufen, und deshalb als Verletzung besonderer Art zu qualifizieren (SVR UV Nr. 1 S. 1, U 39/04 E. 3.4.2). Hier litt der Versicherte allerdings bereits vor dem ersten Unfall vom 12. November 1997 an multiplen und jedenfalls teilweise mit dem typischen Beschwerdebild nach Schleudertrauma der HWS vergleichbaren gesundheitlichen Einschränkungen. Zudem beeinträchtigte die auf diesen Unfall zurückzuführende Symptomatik die Arbeitsfähigkeit im angestammten Beruf ab August 1998 nicht mehr. Auf der anderen Seite begründeten die unfallbedingt verbliebenen Restbeschwerden einen Anspruch auf Integritätsentschädigung (vgl. Verfügung der Zürich vom 10. August 2004). Zudem steht fest, dass es beim zweiten Unfall vom 18. Mai 2004 zu einer Verstärkung der Symptomatik mit vorübergehender Einschränkung der Arbeitsfähigkeit kam. Das Kriterium der Schwere oder besonderen Art der erlittenen Verletzung ist daher insgesamt zu bejahen. 6.3.3 Hinsichtlich des Kriteriums der fortgesetzt spezifischen, den Versicherten belastenden ärztlichen Behandlung ist darauf hinzuweisen, dass bis zum Fallabschluss auf den 1. Juni 2006 hin viele der ärztlich angeordneten Massnahmen einzig der Abklärung der geltend gemachten Beschwerden dienten. Nach dem Unfall vom 12. November 1997 wurden im Wesentlichen Analgetika zur Linderung der Schmerzen verabreicht sowie Physiotherapie verordnet (vgl. Bericht des Dr. med. F.________ vom 23. Dezember 1998). Trotz dem damit erreichten stationären Endzustand im Frühjahr 1999 (vgl. Berichte des Dr. med. F.________ vom 13. April und 26. August 1999) übernahm die Zürich eine medizinische Trainingstherapie mit guten Erfolgsaussichten (vgl. Bericht des Dr. med F.________ vom 31. März 2000 sowie des Dr. med. K.________, Allgemeine Medizin FMH, vom 30. März 2000) sowie eine Craniosacraltherapie (vgl. Bericht der dipl. Bewegungspädagogin PSB M.________, vom 29. Oktober 2000). Danach standen als wichtigste Massnahme die vom Versicherten selber durchzuführenden Dehnungsübungen und eine angepasste sportliche Aktivität im Vordergrund (vgl. Bericht des Dr. med. N.________, Spezialarzt FMH orthop. Chirurgie, vom 19. Januar 2001). Die nach dem Unfall vom 18. Mai 2004 applizierte Akupunktur wurde bereits im März 2005 abgeschlossen (vgl. Bericht der Frau Dr. med. C.________ vom 14. März 2005), ohne dass weitere medizinische Behandlung notwendig war (vgl. Bericht des Dr. med. F.________ vom 25. April 2005). Die im Mai 2006 aufgetretene und danach behandelte psychische Dekompensation mit Depression (vgl. Bericht des Facharztes H.________ und der Fachpsychologin I.________ vom 5. Dezember 2006) beruht, wie die Vorinstanz zutreffend festgestellt hat, überwiegend auf psychosozialen Faktoren (u.a. Arbeitslosigkeit). Insgesamt betrachtet ist das zu beurteilende Kriterium nicht erfüllt. 6.3.4 Der Beschwerdeführer legt nicht dar und aus den Akten ist auch nicht ersichtlich, inwiefern unfallbedingt gesundheitliche Beeinträchtigungen vorliegen, welche ihn in seinem Lebensalltag deutlich einschränken. Wie in vorstehender Erwägung festgehalten, beruht die Exacerbation der subdepressiven Stimmungslage im Mai 2006 weitgehend auf psychosozialen Gründen (u.a. Arbeitslosigkeit). Das Kriterium der erheblichen Beschwerden ist ebenfalls nicht erfüllt. 6.3.5 Eine ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmerte, liegt unstreitig nicht vor. 6.3.6 Das Vorbringen in der letztinstanzlichen Beschwerde, der Versicherte habe trotz regelmässiger Therapien weder eine Beschwerdefreiheit noch eine (vollständige) Arbeitsfähigkeit erreichen können, ist nicht stichhaltig. Solche Umstände sind bei der Beurteilung der beiden Teilaspekte des Kriteriums des schwierigen Heilverlaufs und der erheblichen Komplikationen, welche nicht kumulativ erfüllt sein müssen (BGE 117 V 359 E. 7b S. 369), praxisgemäss nicht zu berücksichtigen (Urteile 8C_252/2007 vom 16. Mai 2008 E. 7.6 und 8C_57/2008 vom 16. Mai 2008 E. 9.6.1, je mit Hinweisen). Bis zum Fallabschluss auf den 1. Juni 2006 hin kann nicht von einem schwierigen Heilverlauf ausgegangen werden. Komplikationen lagen unstreitig nicht vor. 6.3.7 Der Versicherte war nach den Unfällen im ausgeübten Beruf jeweils nur von beschränkter Dauer vollständig und teilweise arbeitsunfähig. Die seit 1. Juli 2005 dauernde Arbeitslosigkeit beruht auf invaliditätsfremden Gründen. Auf die Ausführungen in der letztinstanzlichen Beschwerde, bei der Prüfung des Kriteriums der erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen sei auch eine Erwerbsunfähigkeit zu berücksichtigen, ist nicht einzugehen. 6.4 Insgesamt betrachtet liegt allenfalls eines der massgebenden unfallbezogenen Adäquanzkriterien gemäss BGE 134 V 109 E. 10.3 S. 130 vor. Der adäquate Kausalzusammenhang des Unfalles vom 18. Mai 2004 mit den über den 1. Juni 2006 hinaus geltend gemachten gesundheitlichen Beeinträchtigungen ist daher in Bestätigung des vorinstanzlichen Ergebnisses zu verneinen.