Citation: 8C_198/2023 E. 5.2.1

5.2.1. Gemäss angefochtenem Entscheid stellte schon Dr. med. C.________ in seinem neurologischen und psychiatrischen Gutachten vom 3. April 2012 Inkonsistenzen, Aggravation oder Simulation fest. Dementsprechend schätzte er die Restarbeitsfähigkeit auf 35%. Gestützt auf die damalige medizinische Aktenlage begründete die IV-Stelle den von ihr auf 1% ermittelten Invaliditätsgrad bereits mit Verfügung vom 22. Januar 2013 ausdrücklich unter Verweis auf Inkonsistenzen, Verdeutlichung oder gar Simulation von Symptomen einer psychischen Beeinträchtigung. Die Neurologin Dr. med. D.________, Mitarbeiterin der IV-Stelle, wies mit Blick auf das Observationsmaterial und die Stellungnahme vom 9. März 2018 des Psychiaters Dr. med. E.________ schon in ihrem Bericht vom 18. Dezember 2018 einerseits auf eine überwiegend wahrscheinliche signifikante Verbesserung des Gesundheitszustandes nach dem Referenzzeitpunkt hin. Andererseits hielt sie ausdrücklich fest, dass die von Dr. med. E.________ beschriebenen "zahlreichen Inkonsistenzen hinsichtlich der monierten Einschränkungen und des Aktivitätsniveaus [...] schon im früheren Verlauf aufgefallen" waren. Daraus schloss die Vorinstanz, offenkundig zeigten sich gestützt auf das ZVMB-Gutachten keine neuen relevanten Tatsachen, welche eine Wiederaufnahme des kantonalen Beschwerdeverfahrens IV 2013/90 rechtfertigen würden. Die unbestrittene Tatsache, dass schon vor Erlass der Verfügung vom 22. Januar 2013 "zahlreiche Ungereimtheiten [und] mehr oder weniger eindeutige Hinweise auf eine mangelnde Anstrengungsbereitschaft" nicht nur Dr. med. C.________, sondern auch der Vorinstanz bei Abschluss des Beschwerdeverfahrens IV 2013/90 bekannt waren, reduziert - entgegen der Beschwerdeführerin - die Bedeutung des Informationsgewinnes durch die Observation. Die IV-Stelle zeigt nicht in der geforderten Weise auf, inwiefern das kantonale Gericht mit angefochtenem Entscheid willkürlich verneinte, dass bereits im ursprünglichen Verfahren der untersuchende Arzt und die entscheidende Behörde das Ermessen wegen der neuen Erkenntnisse aus der Observation zwingend anders hätten ausüben und infolgedessen zu einem anderen Ergebnis hätten gelangen müssen (E. 4.2.2).