Citation: 2C_1015/2014 E. 5.4

5.4. Das Verwaltungsgericht geht nicht von einer besonders engen affektiven Beziehung zwischen dem Beschwerdeführer und seiner Tochter aus und hegt Zweifel daran, dass der Beschwerdeführer sein Besuchsrecht tatsächlich kontinuierlich und reibungslos ausübe. Der Beschwerdeführer bestreitet diese Feststellungen und behauptet, er pflege zu seiner Tochter eine intakte Beziehung. Er legt jedoch in keiner Weise dar, wann, wie oft oder in welcher Form er den Kontakt zu seiner Tochter pflege. Dem von der Vorinstanz zitierten Amtsbericht des gesetzlichen Betreuungsdienstes vom 4. Dezember 2013 lässt sich entnehmen, dass die Beziehung zwischen Vater und Tochter recht oberflächlich sei und sich der Beschwerdeführer nicht gross um die Belange seiner Tochter kümmere. Ferner geht aus den Akten hervor, dass sich der Beschwerdeführer - entgegen seinen Behauptungen - in den letzten Jahren offensichtlich wiederholt mehrere Wochen bzw. Monate allein in seinem Heimatland aufgehalten hat (vgl. Rückreisevisumsgesuche vom 12. Juli 2013, vom 3. Januar 2012, vom 28. Juli 2011, vom 21. April 2011, vom 30. Juli 2010). Ob unter diesen Umständen von einem besonders engen affektiven Verhältnis zwischen Vater und Tochter gesprochen werden kann, ist fraglich, muss aber nicht abschliessend geklärt werden, da weder eine enge wirtschaftliche Beziehung besteht noch die Voraussetzung des tadellosen Verhaltens gegeben ist. Eine enge wirtschaftliche Beziehung zwischen Vater und Tochter ist auszuschliessen, da der Beschwerdeführer - wie er selbst einräumt - seinen Unterhaltspflichten nicht nachgekommen ist und die Alimente für die Tochter von der Gemeinde bevorschusst werden mussten. Schliesslich kann angesichts der Schuldenwirtschaft des Beschwerdeführers und seiner (wenn auch geringfügigen) strafrechtlichen Verfehlungen nicht von einem "tadellosen Verhalten" im Sinne der zitierten Rechtsprechung gesprochen werden (vgl. Urteil 2C_385/2014 vom 19. Januar 2015 E. 5.2.2 mit Hinweisen). Zudem ist fraglich, ob der Beschwerdeführer überhaupt gewillt ist, seine finanzielle Situation zu sanieren bzw. sich in Zukunft an die Rechtsordnung zu halten, da ihn selbst die wiederholte Androhung ausländerrechtlicher Massnahmen unbeeindruckt liess. In Anbetracht dieser Umstände ist es dem Beschwerdeführer zumutbar, sein Besuchsrecht im Rahmen von Kurzaufenthalten vom Ausland her auszuüben, wobei allenfalls die Modalitäten des Besuchsrechts geeignet aus- bzw. umzugestalten sind. Im Übrigen können die familiären Beziehungen nicht nur besuchsweise, sondern auch vom Ausland aus über Briefverkehr, Telefonate, E-Mail oder Internet (Skype etc.) gepflegt werden.