Citation: 6B_621/2016 E. 1.4

1.4. Die Vorinstanz macht zunächst Ausführungen zu den örtlichen Gegebenheiten und den Sichtverhältnissen am Tatort. Demnach bestehe beim Rückwärtsfahren aus der Privatstrasse auf die A.________-Strasse werktags und um die Mittagszeit, wenn das Verkehrsaufkommen regelmässig relativ hoch sei, ein nicht unerhebliches Gefährdungspotential. Bei einem solchen Verkehrsmanöver bestehe eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass der vortrittsberechtigte Verkehr auf der A.________-Strasse zumindest behindert werde. Zudem müsse zunächst das parallel zur A.________-Strasse verlaufende Trottoir überquert werden, wobei Fussgänger aufgrund einer Hecke teilweise erst sehr spät erkannt werden könnten. Weiter sei notorisch, dass die Sicht beim Rückwärtsfahren eingeschränkt sei. Der Gesetzgeber habe daher diesbezüglich besondere Vorsichtsregeln aufgestellt, welche beim normalen Vorwärtsfahren nicht gelten würden. In einer Situation wie der vorliegenden, welche zumindest abstrakt ein erhebliches Risikopotential berge, bestehe die Pflicht, eine Hilfsperson beizuziehen. Auch durch langsames Rückwärtsfahren könne die Gefahr nicht gebannt werden. Durch den Beizug einer Hilfsperson hätte der Erfolgseintritt und somit der Tod der Fussgängerin vermieden werden können.