Citation: 4A_617/2021 E. 4.1.3

4.1.3. Im Unterschied zum Firmenrecht als Registerrecht ergibt sich die Normverletzung im UWG aus dem Verhalten des Beklagten und damit aus den tatsächlichen Gegebenheiten. Im Lauterkeitsrecht können deshalb die begleitenden Umstände eine Verwechslungsgefahr begründen oder aufheben. Massgebend ist somit sowohl ein Vergleich der Kennzeichen wie auch des weiteren Verhaltens (SPITZ/BRAUCHBAR BIRKHÄUSER, in: Bundesgesetz gegen den unlauteren Wettbewerb [UWG], Jung/Spitz [Hrsg.], 2. Aufl. 2016, N. 26 und 34 zu Art. 3 Abs. 1 lit. d UWG; ANDREAS HEINEMANN, in: UWG Bundesgesetz gegen den unlauteren Wettbewerb, Heizmann/Loacker [Hrsg.], 2018, N. 39 zu Art. 3 Abs. 1 lit. d UWG). Entsprechend geht auch die bundesgerichtliche Rechtsprechung davon aus, ein nach Art. 3 Abs. 1 lit. d UWG (oder einer anderen Bestimmung des UWG) verpöntes Verhalten könne selbst dann vorliegen, wenn eine firmenrechtliche Verwechslungsgefahr verneint wird (BGE 128 III 224 E. 2c; zit. Urteil 4A_125/2019 E. 3; Urteil 6B_298/2013 vom 16. Januar 2014 E. 1.2.1). Nicht erforderlich ist schliesslich im Wettbewerbsrecht eine produktbezogene Verwechselbarkeit. Eine Verwechselbarkeit in Bezug auf das Unternehmen reicht aus (BGE 116 II 365 E. 3a; HEINEMANN, a.a.O., N. 39 zu Art. 3 Abs. 1 lit. d UWG; SPITZ/BRAUCHBAR BIRKHÄUSER, in: Bundesgesetz gegen den unlauteren Wettbewerb [UWG], Jung/Spitz [Hrsg.], 2. Aufl. 2016, N. 28 zu Art. 3 Abs. 1 lit. d UWG).