Citation: 6B_985/2023 E. 2.1

2.1. In rechtlicher Hinsicht rügen die Beschwerdeführer eine Verletzung von Art. 117 StGB. Sie machen geltend, die Vorinstanz habe zu Unrecht eine Verletzung der Verkehrssicherungspflicht des Beschwerdegegners 2 verneint. Die Verunfallte sei auf der durch Spuren erweiterten Piste gestürzt. Auch im Pistenrandbereich wäre die Absturzstelle zu signalisieren gewesen. Im angefochtenen Urteil werde davon ausgegangen, die Verkehrssicherungspflicht bestehe ausschliesslich auf den markierten Pisten. Dies sei grundlegend falsch und widerspreche Bundesrecht. Bei fallenartigen Hindernissen liege eine qualifizierte Sicherungspflicht vor; diese Hindernisse seien jedenfalls auch im Randbereich zu signalisieren und ausnahmsweise sogar über den Pistenrandbereich hinaus. Vorliegend sei nicht ersichtlich gewesen, dass sich an jener Stelle ein Graben befinde. Ebenso wenig sei eine Pistenbegrenzung erkennbar gewesen. Entsprechend liege ein Verstoss gegen die von der Schweizerischen Kommission für Unfallverhütung auf Schneesportabfahrten ausgearbeiteten Richtlinien für Anlage, Betrieb und Unterhalt von Schneesportabfahrten (SKUS-Richtlinien) und die von der Kommission Rechtsfragen auf Schneesportabfahrten der Seilbahnen Schweiz herausgegebenen Richtlinien (SBS-Richtlinien) vor. Die blosse Kennzeichnung entlang dem Pistenverlauf genüge den Anforderungen an eine wirksame Pistensicherung nicht; durch die parallel zur Piste angebrachten schwarz-gelben Wimpelketten sei der Graben nicht gesichert gewesen. Die Gefahr sei nicht erkennbar gewesen. Wirkungsvoll sichern hiesse, dass das Wimpelseil bis an das Buschwerk hin entlang des Bachverlaufs hätte gezogen werden müssen. Erst dann wäre die Gefahrenstelle erkennbar gewesen. Bei richtiger Signalisation oder Zuschütten des Grabens wäre der Unfall vermeidbar gewesen. Es liege in mehrfacher Hinsicht ein willkürliches Urteil vor, welches Bundesrecht verletze. Zudem sei die bundesgerichtliche Rechtsprechung zu den Sicherungspflichten in Skigebieten in bundesrechtswidriger Weise missachtet worden, was ebenso willkürlich sei. Sodann sei in willkürlicher Weise die fahrlässige Tatbegehung im Sinne der Anklageschrift verneint worden.