Citation: 8C_612/2014 E. 4.1.2

4.1.2. Wie der Beschwerdeführer selber einräumt, gibt Dr. phil. G.________ in ihrem Untersuchungsbericht vom 14. August 2013 ausdrücklich an, dass die vom Institut I.________ am 22. Januar 2008 erhobenen Befunde mit ihren Ergebnissen - beide gestützt auf eine ungefähr sechsstündige Untersuchung - "weitgehend kongruent" seien, wobei sich aktuell keine allgemeine Verlangsamung und keine Reduktion des Arbeitsgedächtnisses mehr, jedoch weiterhin eine zunehmende Ermüdung im Verlauf mit Leistungseinbrüchen und Minderleistungen in spezifischen Aufmerksamkeitsaspekten manifestiere. Soweit er eine unterschiedliche Einschätzung seiner Leistungsfähigkeit durch Dr. phil. G.________ geltend macht, welche allenfalls zu weiteren Abklärungen Anlass gebe, ist ihm entgegenzuhalten, dass auch die von ihm beigezogene Neuropsychologin in den ersten vier Stunden der Untersuchung keine eigentlichen kognitiven Defizite in den höheren kortikalen Leistungen, weder im Lern- und Neugedächtnisvermögen, noch in den Exekutivfunktionen, noch in den visuell-räumlichen bzw. konstruktiv-praktischen Leistungen feststellen konnte. Erst nach einer mittleren Untersuchungsdauer von ungefähr vier Stunden konnte sie eine deutliche Ermüdung mit kognitiver Verlangsamung, mit etwas erschwerter Auffassung und mit Leistungseinbrüchen beobachten. Entsprechend den Ergebnissen in der Beurteilung der Klinik K.________ vom 27. April 2012 stellt sie deshalb eine leichte kognitive Funktionsstörung (mit im Vordergrund stehender reduzierter kognitiver Belastbarkeit und erhöhter Ermüdbarkeit sowie Minderleistungen in spezifischen Aufmerksamkeitsaspekten) fest. Während die Klinik K.________ annimmt, der Versicherte sei durch seine minimale neuropsychologische Störung in seinem Beruf als Detailhandelsfachmann ohne Leistungseinbussen bei vollem Arbeitspensum arbeitsfähig, geht Dr. phil. G.________ von einer 10 bis 20%igen Einschränkung der Leistungsfähigkeit in dieser Beschäftigung aus. Sie nennt diese Einschränkung allerdings "theoretisch" und weist auch darauf hin, dass der Versicherte angegeben habe, er verspüre beim Arbeiten keine Einschränkungen. Daraus leitet sie ab, dass die der Arbeitsstelle zugrunde liegenden Strukturen und Abläufe zu einer optimalen Kompensation der heute eruierbaren verminderten kognitiven Belastbarkeit und erhöhten Ermüdbarkeit beitragen würden, eventuell durch die Möglichkeit einer adäquaten Pausengestaltung und der Möglichkeit einer seriellen Abarbeitung von Aufträgen, also weitgehender Vermeidung von "Multi-Tasking". Überdies weist sie darauf hin, dass die Leistungsfähigkeit im Beruf als Lehrer wegen der höheren Anforderungen an die kognitive Belastbarkeit höhergradig, nämlich zu 30 bis 40 %, eingeschränkt sei. Weil sie sich zur Vergleichbarkeit der Tätigkeit als Detailhandelsfachmann mit der Situation nach einer mittleren Untersuchungsdauer von vier Stunden nicht äussert und selber feststellen muss, dass der Versicherte in der aktuellen, verglichen mit dem Lehrerberuf kognitiv weniger anspruchsvollen Beschäftigung keine Leistungseinbussen hinzunehmen hat, ist ihre Einschätzung einer 10 bis 20%igen Einschränkung nicht nachvollziehbar. Die Vorinstanz durfte deshalb mit Blick auf die ansonsten übereinstimmenden Angaben in den Untersuchungsberichten ohne weitere Abklärungen von einer vollen Arbeits- und Leistungsfähigkeit im ausgeübten Beruf als Detailhandelsfachmann ausgehen.