Citation: 4A_226/2020 E. 9.1

9.1. Die Beschwerdeführerin wendet sich nicht gegen die Anwendung der relativen Methode als solche und auch nicht gegen die verwendeten Werte; letztere bestätigt sie vielmehr explizit als für das Bundesgericht verbindlich. Sie macht aber geltend, es bestehe ein atypischer Fall. Normalerweise lägen der ursprünglich vereinbarte Werkpreis und der objektive Wert des mängelfreien Werks in der gleichen Grössenordnung. Vorliegend bestehe aber ein offensichtliches Missverhältnis zwischen dem Betrag für eine mängelfreie Anlage und dem geschätzten Verkehrswert der gelieferten Anlage. Unbestritten sei einzig der Füller/Rinser das Problem gewesen, die andern Teile der Anlage hätten funktioniert. Bei der Berechnung der Vorinstanz würde sie für die mängelfreien Anteile gerade noch EUR 259'600.-- erhalten, was nicht sein könne. Die Beschwerdegegnerin habe die mängelfreien Teile denn auch ohne Einschränkung benutzt. Die sachgerechte Methode zur Berechnung des Minderwerts müsse daher von einer Aufteilung der Anlage bzw. des Werkpreises ausgehen. Auf den mangelhaften Füller/Rinser entfalle dabei EUR 300'000.-- und auf die übrigen Werkteile EUR 559'900.--. Nur der Füller/Rinser berechtige zur Minderung. Da gutachterliche Werte für den objektiven Wert eines mängelfreien Füller/Rinser fehlten, lasse sich die Beschwerdeführerin zur Vermeidung einer Rückweisung den Preis des von der Beschwerdegegnerin zum Ersatz gekauften K.________-Füllers von EUR 582'000.-- anrechnen. Die prozentuale Wertverminderung betrage bei dieser Berechnung bloss 48.45 % und der Herabsetzungsanspruch EUR 141'361.-- [recte: EUR 145'361.--]. Ziehe man diesen Betrag von der offenen Schlussrate von EUR 275'970.-- ab, so verbleibe eine Kaufpreisrestanz von EUR 134'309.-- [recte: EUR 130'609.--] bzw. inkl. 8 % MwSt. eine solche von EUR 145'378.-- [recte: EUR 141'058.--], entsprechend dem gestellten Eventualbegehren (sic).