Citation: 4A_230/2022 E. 10.1.1

10.1.1. Die Vorinstanz erwog, da die Beschwerdeführerin gefälschte Dokumente verwendet habe, sei auch das Tatbestandsmerkmal der Arglist zu bejahen. Auch wenn die Auftragsbestätigungen ex post betrachtet etwas plump wirkten, könne nicht gesagt werden, sie würden ernsthafte Anhaltspunkte für ihre Unechtheit enthalten. Dabei falle insbesondere ins Gewicht, dass die Auftragsbestätigungen zusammen mit zahlreichen weiteren Dokumenten übermittelt worden seien. Auch wenn Banken zu erhöhter Aufmerksamkeit verpflichtet seien, bleibe die zur Straflosigkeit des Täters führende Eigenverantwortung des Opfers dennoch die Ausnahme. Die Erstinstanz habe zu Recht erwogen, dass das betrügerische Wirken der Beschwerdeführerin gegenüber der Leichtfertigkeit der Beschwerdegegnerin nicht in den Hintergrund trete. Die Beschwerdeführerin sei in der fraglichen Zeit Geschäftsführerin und faktisches Organ der E.________ AG gewesen. Die E.________ AG sei Teil der F.________ Holding AG, zu der auch die G.________ S.p.A. gehört habe, die tatsächlich mit Schmiedepressen gehandelt habe. In Anbetracht der bestehenden Versicherungsverträge mit der Versicherung J.________ AG sei es nachvollziehbar, dass die Beschwerdegegnerin von realen Verkaufsgeschäften ausgegangen sei. Zudem habe zwischen der Beschwerdegegnerin und der E.________ AG vor Abschluss der streitgegenständlichen Verträge ein Vertrauensverhältnis aufgrund einer langjährigen Geschäftsbeziehung bestanden, in deren Verlauf die E.________ AG unbestritten Forfaitierungskredite im Betrag von rund 180 Mio. Euro zurückbezahlt habe.