Citation: I 677/02 03.02.2003 E. 3

Gegen die vorinstanzliche Prozesserledigung bringt der Beschwerdeführer in formellrechtlicher Hinsicht vor, die eine (befristete) ganze Invalidenrente ab 1. Januar 1999 zusprechende Verfügung vom 17. April 2001 sei nicht angefochten worden und daher in Rechtskraft erwachsen, weshalb sie nicht Gegenstand einer gerichtlichen Überprüfung bilden könne. Dazu gilt es festzuhalten, dass nach der in BGE 125 V 413 präzisierten Rechtsprechung in anfechtungs- und streitgegenständlicher Hinsicht ein einheitliches Rechtsverhältnis (Rentenanspruch) vorliegt, wenn rückwirkend eine abgestufte und/oder befristete Rente zugesprochen wird, unabhängig davon, ob diesem eine oder mehrere am gleichen Tag erlassene Verwaltungsverfügungen zu Grund liegen. Dessen Entwicklung kann in hinsichtlich des Umfanges des Rentenanspruchs nach Art. 28 Abs. 1 IVG nach Massgabe des Eintritts erheblicher Tatsachenänderungen (analog zu Art. 41 IVG) nur dann sachgerecht beurteilt werden, wenn die gesamte Leistungsbezugszeit in die Beurteilung miteinbezogen wird, wie das kantonale Gericht zutreffend erkannt hat. Weil einer rückwirkend verfügten abgestuften und/oder befristeten Rente nach der Rechtsprechung Revisionsgründe unterlegt sein müssen (BGE 109 V 125), könnte die Frage nach der Rechtmässigkeit der Abstufung gar nicht beurteilt werden, wenn unbestritten gebliebene Rentenbezugszeiten von der richterlichen Prüfung ausgenommen blieben. Denn die revisionsweise Herauf-, Herabsetzung oder Aufhebung der Invalidenrente beruht, selbst wenn sie rückwirkend gleichzeitig mit der erstmaligen Rentenzusprechung vorgenommen wird, immer auf einem Vergleich der zeitlich massgeblichen Sachverhalte, d.h. den Entwicklungen in den tatsächlichen Verhältnissen in dem durch die Rentenzusprechungsverfügung oder den Rentenbeginn und die Revisionsverfügung bestimmten Zeitraum (BGE 125 V 418 Erw. 2d). Ergibt die Prüfung, dass bei richtiger Betrachtungsweise kein, ein geringerer oder ein höherer Rentenanspruch bestand, als die Verwaltung in der Verfügung oder in den Verfügungen betreffend die abgestufte/befristete Rentenzusprechung annahm, ist das angerufene Gericht im Rahmen der fehlenden Bindung an die Parteianträge (Art. 69 IVG in Verbindung mit Art. 85 Abs. 2 lit. c AHVG; Art. 132 lit. c OG) befugt, unter Gewährung des rechtlichen Gehörs, insbesondere des Hinweises auf die Möglichkeit zu einem Rückzug der Beschwerde (BGE 122 V 166, vgl. auch BGE 125 V 417 Erw. 2c), gegebenenfalls in peius oder in melius reformierend, die zugesprochene befristete oder abgestufte Rente aufzuheben, herabzusetzen oder zu erhöhen. Diese prozessualen Voraussetzungen sind von der Vorinstanz unbestrittenermassen beachtet worden.