Citation: 9C_350/2016 E. 5.2

5.2. Der Beschwerdeführerin ist entgegenzuhalten, dass eine Barauszahlung der Austrittsleistung bei Aufnahme einer selbstständigen Erwerbstätigkeit an die anspruchsberechtigte versicherte Person im Sinne von Art. 5 Abs. 1 lit. b FZG der schriftlichen Zustimmung des Ehegatten bedarf (Art. 5 Abs. 2 FZG). Da vorliegend keine Anhaltspunkte ersichtlich sind und die Beschwerdeführerin auch nicht geltend macht, dass sie die entsprechende Einwilligung verweigert hatte, ist von einer grundsätzlich rechtmässig erfolgten Barauszahlung auszugehen. Es kann daher als erstellt gelten, dass die Vorsorgeeinrichtung weder irrtümlich geleistet hat noch der Beschwerdegegner 1 durch die Ende Januar 2004 erfolgte Barauszahlung ungerechtfertigt bereichert wurde. Vielmehr ist mit dem Beschwerdegegner 1 anzunehmen, dass "das während der Ehe ausbezahlte Pensionskassenguthaben beiden Ehegatten zur Bestreitung des gemeinsamen Lebensunterhalts ausbezahlt worden" war. Die Vorinstanz hat den entsprechenden Betrag somit zu Recht nicht in den Vorsorgeausgleich einbezogen (aArt. 22 Abs. 2 Satz 3 FZG). Rechtsprechungsgemäss fallen während der Ehe vorgenommene Barauszahlungen nicht mehr unter die nach aArt. 122 ZGB zu teilenden Austrittsleistungen. Ein allfälliger Ausgleich kann lediglich über aArt. 124 Abs. 1 ZGB durch eine angemessene Entschädigung erfolgen, wofür das Scheidungsgericht zuständig ist (BGE 133 V 205 E. 5.3 S. 215; 132 V 332 E. 3 S. 332 f.; 129 V 251 E. 2.2 S. 254; 128 V 41 E. 3b S. 48 f.; 127 III 433 E. 2b S. 437 f.). Die vor der Scheidung bar ausbezahlten Kapitalien stehen nicht mehr der Vorsorge zur Verfügung. Sie werden gemäss ausdrücklichem Wortlaut von aArt. 22 Abs. 2 Satz 3 FZG in der Berechnung der zu teilenden Austrittsleistungen folgerichtig nicht berücksichtigt und können auch nicht Anlass im Sinne des in der Beschwerde vertretenen Votums dafür bieten, bei der Ermittlung der relevanten Austrittsleistung nach aArt. 22 Abs. 2 Satz 1 FZG auf den Abzug der "Austrittsleistung zuzüglich allfälliger Freizügigkeitsguthaben im Zeitpunkt der Eheschliessung" zu verzichten. Dadurch würde der betreffende Betrag wiederum, was die Beschwerdeführerin verkennt, implizit Teil der zu teilenden Austrittsleistung nach aArt. 122 ZGB und aArt. 22 FZG.