Citation: U 295/04 30.05.2005 E. 4

4.1 Nicht gefolgt werden kann der Beschwerdeführerin zunächst, soweit sie dem Gutachten des Spitals X.________ generell den Beweiswert abspricht. Dass es sich um ein vom beteiligten Privatversicherer in Auftrag gegebenes Gutachten handelt, begründet für sich allein keine Zweifel an seinem Beweiswert (vgl. BGE 125 V 353 Erw. 3b/dd). Unbestritten ist, dass die SUVA die beim Beizug von Gutachten aus anderen Verfahren zu beachtenden Parteirechte (BGE 125 V 332 ff.) gewahrt hat. Entgegen den Ausführungen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde kann sodann nicht gesagt werden, das Gutachten beruhe auf einem in zeitlicher Hinsicht überholten Sachverhalt. Es datiert vom 27. Juni 2001 und stützt sich auf Untersuchungen vom 9. und 10. April 2001. Anhaltspunkte dafür, dass sich der massgebende Sachverhalt in der Zeit bis zum Beginn des Rentenanspruchs am 1. Mai 2002 und dem Einspracheentscheid vom 10. Juli 2003 in einer für den Rentenanspruch erheblichen Weise geändert hätte, liegen nicht vor. Auch anlässlich der kreisärztlichen Untersuchung vom 9. Januar 2002 wurde ein im Wesentlichen unveränderter Befund festgestellt und die Auffassung vertreten, das gegenwärtige Zustandsbild sei als Endzustand zu werten. Da von weiteren Behandlungen keine wesentliche Besserung des Gesundheitszustandes mehr zu erwarten war, erweist sich im Lichte von Art. 19 Abs. 1 UVG auch der Einwand als unbegründet, die gutachtliche Beurteilung sei aus Sicht der Unfallversicherung zu früh erfolgt. 4.2 Entgegen den Ausführungen der Beschwerdeführerin hat das kantonale Gericht bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nicht ausschliesslich auf das Gutachten des Spitals X.________ abgestützt. Die Vorinstanz hat vielmehr erwogen, darauf könne allein nicht abgestellt werden, weil sich die ärztlichen Angaben auf die Tätigkeiten als Verkäuferin sowie als Fusspflegerin beschränkten und es bei der Invaliditätsbemessung um die Verwertbarkeit der verbleibenden Leistungsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt gehe. Das Gericht verweist diesbezüglich auf den kreisärztlichen Bericht vom 9. Januar 2002, worin Dr. med. S.________ zum Schluss gelangt ist, der Versicherten wäre trotz der Unfallrestfolgen eine leichte wechselbelastende Tätigkeit halbtags zumutbar. Dies gelte nicht mehr für Überkopfarbeiten und Tätigkeiten in Zwangshaltung des Oberkörpers sowie repetitive Belastungen des Schultergürtels und der oberen Extremitäten. In Frage kämen Kontroll- und Überwachungsfunktionen, leichte industrielle Produktions- und Montagetätigkeiten auf Tischhöhe, Tätigkeiten in einem Kleinteilersatzteillager, Portierdienste, hausinterne Botengänge sowie administrative Tätigkeiten. Die Vorinstanz hat diese Beurteilung als schlüssig erachtet und es als nachvollziehbar bezeichnet, dass die Beschwerdeführerin nach dem Gutachten des Spitals X.________ in der angestammten Tätigkeit als Kassiererin stärker eingeschränkt sei als in einer der von Dr. med. S.________ genannten Verweisungstätigkeiten. Des Weiteren hat sie festgestellt, auf die nicht näher begründete Einschätzung des Dr. med. H.________, welcher in absehbarer Zeit keine Möglichkeit für einen vernünftigen Arbeitseinsatz der Beschwerdeführerin sehe, könne nicht abgestellt werden, zumal die Beurteilung ohne Kenntnis der Vorakten erfolgt sei und bei Berichten des behandelnden Arztes der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen sei, dass sie im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten des Patienten aussagten (BGE 125 V 353 Erw. 3b/cc). 4.3 Soweit sich die in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde erhobene Kritik am Gutachten des Spitals X.________ gegen die Annahme eines Vorzustandes und die Schätzung des Anteils der unfallfremden Faktoren auf ca. 50 % richtet, übersieht die Beschwerdeführerin, dass das kantonale Gericht bei der Beurteilung der unfallbedingten Beeinträchtigung der Arbeits- bzw. Erwerbsfähigkeit keinen Vorzustand berücksichtigt hat (vgl. Art. 36 Abs. 2 Satz 2 UVG). Die Beurteilung stützt sich auf die ärztlichen Schätzungen der Arbeitsfähigkeit im Gutachten des Spitals X.________ (Arbeitsunfähigkeit von 70 % in der bisherigen Tätigkeit und der vorgesehenen Tätigkeit als Pediküre) und des Kreisarztes (Arbeitsfähigkeit von 50 % in einer der Behinderung angepassten Tätigkeit), welche ohne Berücksichtigung unfallfremder Faktoren erfolgten. Im Hinblick darauf, dass sich die kreisärztliche Beurteilung auf die somatischen Befunde beschränkt, stellt sich indessen die Frage, ob weitere unfallbedingte Beeinträchtigungen bestehen, welche die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit zusätzlich beeinflussen. Diesbezüglich ist den Akten zu entnehmen, dass schon während des Aufenthaltes der Beschwerdeführerin in der Rehaklinik Y.________ vom 10. Februar bis 9. März 2000 erhebliche Einschränkungen der kognitiven Funktionen insbesondere hinsichtlich Aufmerksamkeit, Konzentration und Reizverarbeitung festgestellt worden waren (Bericht vom 21. März 2000). Bei der erneuten neuro-psychologischen Untersuchung im Spital X.________ vom 9. und 10. April 2001 wurden die Befunde als mittelschwer beurteilt und mit den früheren Untersuchungsergebnissen als vergleichbar bezeichnet. Des Weiteren wurde festgestellt, es bestehe eine gewisse Diskrepanz zwischen der subjektiven Einschätzung und den objektiv doch als alltagsrelevant zu beurteilenden neuropsychologischen Defiziten. Zusammen mit den bestehenden Verhaltensauffälligkeiten müsse neben der Schmerzsymptomatik eine erhebliche psychoreaktive Komponente im Sinne einer larvierten Depression angenommen werden, die zusätzlich auf Art und Ausmass der neuropsychologischen Befunde Einfluss nehme. Inwiefern eine prämorbide psychische Vulnerabilität bzw. eine psychopathologische Fehlverarbeitung vorliege, könne nicht beurteilt werden. Es wäre diesbezüglich eine psychiatrische Abklärung notwendig. Eine entsprechende Untersuchung wurde in der Folge nicht durchgeführt. Es liegt jedoch ein von der Beschwerdeführerin im kantonalen Verfahren eingereichter Bericht des Dr. med. E.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 9. Februar 2004 vor. Darin wird zwar vorab zur Frage nach dem Vorliegen eines psychischen Vorzustandes Stellung genommen. Es geht daraus aber auch hervor, dass die Untersuchungen vom 6. und 9. Februar 2004 zu keiner psychiatrischen Diagnose geführt haben; auch das Bestehen einer Symptomausweitung wird verneint. Es ist daher davon auszugehen, dass keine psychische Störung mit Krankheitswert vorliegt. Ob es sich bei den neuropsychologischen Funktionsstörungen um unmittelbare Folgen der beim Unfall vom 15. April 1999 erlittenen HWS-Distorsion handelt oder ob sie eher psychoreaktiver Natur sind, kann offen bleiben. Aufgrund der medizinischen Akten ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit anzunehmen, dass es sich dabei um Unfallfolgen handelt. Daraus ergibt sich indessen keine andere Beurteilung der Arbeitsfähigkeit. Zum einen ist davon auszugehen, dass in der Schätzung der Arbeitsfähigkeit im Gutachten des Spitals X.________ die neuropsychologischen Defizite berücksichtigt sind, welche sich nach den ärztlichen Angaben vorab in einer eingeschränkten Stresstoleranz und Reaktionsfähigkeit auswirken. Zum andern ist der Vorinstanz darin beizupflichten, dass die Arbeitsfähigkeit in einer der Behinderung angepassten Tätigkeit höher zu veranschlagen ist. Dies hat nicht nur in Bezug auf die somatischen Beeinträchtigungen, sondern auch hinsichtlich der kognitiven Defizite zu gelten, welchen bei der Wahl einer geeigneten Tätigkeit weitgehend Rechnung getragen werden kann, sodass sich daraus keine wesentliche zusätzliche Beeinträchtigung der Arbeits- bzw. Erwerbsfähigkeit ergibt. Insgesamt besteht somit kein Grund, von der vorinstanzlichen Beurteilung abzugehen, wonach der Beschwerdeführerin im Rahmen einer den Behinderungen angepassten leichten Tätigkeit ein Arbeitseinsatz von 50 % zumutbar wäre. Zu weiteren Abklärungen besteht kein Anlass.