Citation: B 81/04 03.08.2005 E. 6

Umstritten ist weiter der Beginn der psychisch bedingten Arbeitsunfähigkeit, die zur Erhöhung des Invaliditätsgrades und zum Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung geführt hat. Diesbezüglich greift eine freie und nicht auf offensichtliche Unhaltbarkeit beschränkte Prüfung der tatsächlichen Verhältnisse Platz (Erw. 4 hievor). 6.1 Dr. med. M.________, bei dem die Beschwerdegegnerin seit 8. März 2001 in psychiatrischer Behandlung war, diagnostizierte im Bericht vom 7. Juni 2001 eine anhaltende mittelschwere depressive Episode mit somatischen Symptomen (ICD-10: F33.1), eine mittelgradige depressive Reaktion (zusätzlich; ICD-10: F43.21), eine sthenische Persönlichkeit sowie ein chronisches lumbo- und cervicovertebrales Syndrom/weichteilrheumatisches Schmerzsyndrom/Fingerpolyarthrose PIP-Gelenke. Bereits vor 1990 habe die Beschwerdegegnerin an depressiven Episoden gelitten. Der Hausarzt Dr. med. L.________ habe 1990 eine depressive Episode festgestellt. Die Beschwerdegegnerin leide in zunehmendem Ausmass an einem ausgeprägten und komplexen depressiven Syndrom, das sich zusätzlich zur somatischen Erkrankung invalidisierend auswirke. Die Arbeitsunfähigkeit als Lageristin bei der Firma Y.______ betrage seit Februar 2001 auf unbestimmte Zeit 70 bis 80 % (auf Grund eigener Abklärung). Bereits seit 3. September 1997 sei die Beschwerdegegnerin faktisch teils bis zu 100 % arbeitsunfähig gewesen. Im Bericht vom 19. Februar 2003 legte Dr. med. M.________ dar, die Beschwerdegegnerin sei bei ihm vom 8. März bis 18. September 2001 in Abklärung gewesen. Eine letzte Konsultation habe am 3. April 2002 stattgefunden. Grundsätzlich könne er ihre Störung nur für diesen Zeitraum, in dem er sie selber beobachtet habe, beurteilen. Ob die von ihm festgestellte depressive Episode eine Verschlimmerung im Vergleich zum Jahr 1990 sei, könne er nicht objektiv sagen, da er die Beschwerdegegnerin damals nicht gekannt habe. Die Aussage, sie sei seit 3. September 1997 "faktisch teils bis zu 100 % arbeitsunfähig" gewesen, habe er auf Grund der Kenntnis der Arztberichte gemacht. Eine weitere, detaillierte Stellungnahme zum Zustand vor dem 8. März 2001 sei ihm nicht möglich. Die Depressivität sei eine eigene Störung. Er habe sie als neu und parallel zu den somatischen Beschwerden interpretiert. Die IV-Stellenärztin Frau Dr. med. R.________ führte am 2. August 2001 aus, das psychische Leiden sei in der Beschreibung des klinischen Bildes wie auch diagnostisch medizinisch glaubwürdig dokumentiert. Die Verschlechterung des Gesundheitszustandes sei damit ausgewiesen und die Arbeitsunfähigkeit von 70 bis 80 % nachvollziehbar. 6.2 Die Vorinstanz hat erwogen, es sei irrelevant, ob die auf dem psychischen Leiden gründende Arbeitsunfähigkeit 1997 oder 2001 eingetreten sei, da die Beschwerdegegnerin bei der Pensionskasse seit 1. April 1989 versichert sei. Hiebei hat sie jedoch übersehen, dass das Vorsorgeverhältnis nur bis 30. Juli 2000 gedauert hat (Erw. 3 hievor). Entscheidend ist mithin, ob die psychisch bedingte Arbeitsunfähigkeit bis zum 31. Juli 2000 eingetreten ist oder, bei späterem Beginn, mit dem körperlichen Gesundheitsschaden, der während des Vorsorgeverhältnisses eine teilweise Arbeitsunfähigkeit bewirkt hat (Invaliditätsgrad von 21 %; Erw. 4 und 5.2 hievor), in einem engen sachlichen und zeitlichen Konnex steht (BGE 130 V 275 Erw. 4.1 mit Hinweisen; vgl. auch Urteil B. vom 21. Januar 2005 Erw. 3.1 und 5.2.1, B 32/03). Die Aktenlage lässt eine abschliessende Beurteilung dieser Fragen nicht zu. Als Erstes ist festzuhalten, dass in der Expertise des Spitals Q.________ vom 23. Juni 1999 einerseits Hinweise auf eine psychische Störung verneint wurden, andererseits jedoch ausgeführt wurde, bei der Untersuchung seien Verdachtsmomente aufgekommen, die an eine gewisse psychische Überlagerung der angegeben Beschwerden denken liessen. Trotz dieser Divergenz wurde im Rahmen der damaligen Begutachtung keine psychiatrische Abklärung durchgeführt (Erw. 5.1.4 hievor). Im Weiteren ging der Psychiater Dr. med. M.________ zwar von einem Beginn der psychisch bedingten Arbeitsunfähigkeit im Februar 2001 aus. Er legte jedoch gleichzeitig dar, dass bereits 1990 eine depressive Episode festgestellt worden sei. Im Verlauf der seither aufgetretenen somatischen Affektionen sei die Beschwerdegegnerin phasenweise sehr depressiv gewesen. Sie leide psychisch seit langem erheblich und ihr Zustand habe sich inzwischen zum Teil chronifiziert. Abgesehen von diesen Unklarheiten hinsichtlich des Eintritts der psychischen Gesundheitsstörung nahm Dr. med. M.________ keine Stellung zum Konnex zwischen somatischem und psychischem Leiden. Demnach ist die Sache an die Vorinstanz (BGE 129 V 451 f. Erw. 2 mit Hinweisen) zurückzuweisen, damit sie eine psychiatrische Expertise betreffend den Zeitpunkt des Eintritts des psychischen Gesundheitsschadens, seinen Konnex zu den somatischen Gebrechen sowie seine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit veranlasse. Gestützt auf die Ergebnisse dieser Abklärung wird sie über die Klage neu zu befinden haben.