Citation: 9C_618/2022 E. 4.2

4.2. Die Beschwerdeführerin macht nicht geltend, dass die Gebühr von Fr. 20.- in einem offensichtlichen Missverhältnis zum objektiven Wert des zusätzlichen Prüfaufwands betreffend die Anhängerkupplung stehe, den das Strassenverkehrsamt mit rund sieben Minuten beziffert hat. Ihre Rüge zielt also richtig besehen nicht auf die Bemessung der streitbetroffenen Gebühr oder die Bewertung der gebührenpflichtigen Leistung in Geld. Vielmehr stellt sie ganz grundsätzlich infrage, ob die abgegoltene Leistung für das angestrebte Ziel überhaupt erforderlich gewesen sei. Dies ist keine Frage der Abgabenbemessung und des Äquivalenzprinzips, sondern des allgemeinen Verhältnismässigkeitsprinzips (Art. 5 Abs. 2 BV). Dieser Verfassungsgrundsatz kann im Rahmen der Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten direkt und unabhängig von einem Grundrecht angerufen werden (BGE 148 II 475 E. 5; 141 I 1 E. 5.3.2). Soweit aber - wie hier - die Auslegung und Anwendung kantonalen Rechts infrage steht und kein Grundrecht betroffen ist, prüft das Bundesgericht die Einhaltung des Verhältnismässigkeitsprinzips nur unter dem Gesichtspunkt des Willkürverbots (BGE 141 I 1 E. 5.3.2; 139 II 7 E. 7.3; 134 I 153 E. 4.3). Gemäss der ständigen Praxis des Bundesgerichts ist ein Entscheid willkürlich, wenn er offensichtlich unhaltbar ist, mit der tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft. Das Bundesgericht hebt einen Entscheid jedoch nur auf, wenn nicht bloss die Begründung, sondern auch das Ergebnis unhaltbar ist; dass eine andere Lösung ebenfalls als vertretbar oder gar besser erscheint, genügt nicht (BGE 148 II 465 E. 8.1; 148 I 145 E. 6.1; 144 I 170 E. 7.3).