Citation: 9C_915/2013 E. 4.2

4.2. Die Beschwerdeführerinnen rügen, das kantonale Gericht sei unter Verletzung der Beweisregeln und des Untersuchungsgrundsatzes davon ausgegangen, nur für die letzten Monate wäre eine mindestens 20%ige Arbeitsunfähigkeit überwiegend wahrscheinlich dargetan. Es sei aber kein einziges Indiz geltend gemacht worden, das für die vorangehende Zeit einen wesentlichen Unterbruch der Arbeitsunfähigkeit darzutun vermöchte, weshalb zwischen April 2008 und November 2010 eine dauernde, mindestens eine 20 % Arbeitsunfähigkeit deutlich wahrscheinlicher sei. Seit April 2008 habe der Verstorbene an einer mindestens mittelschweren depressiven Episode mit Somatisierungen (ICD-10 F32.1/2) gelitten, sich aber nach vier Monaten einer Behandlung entzogen, weshalb eine volle Arbeitsfähigkeit unwahrscheinlicher sei als eine mindestens 20%ige Arbeitsunfähigkeit. Die aus gesundheitlichen Gründen erfolgte Kündigung des Verstorbenen vom 15. Mai 2008 sowie die anschliessende Freistellung durch die Arbeitgeberfirma sprächen ebenfalls gegen eine Arbeitsfähigkeit. Zweifel an der Beweiskraft des Gutachtens S.________ hätte das kantonale Gericht durch Zeugenbefragungen (der Witwe, der ältesten Tochter, des Hausarztes sowie von Arbeitskollegen und Vorgesetzten) aus dem Weg räumen müssen. Dass sich das kantonale Gericht nicht zu den bereits im vorinstanzlichen Verfahren gestellten Beweisanträgen geäussert habe, verstosse gegen den Gehörsanspruch. Schliesslich verletze die Vorinstanz auch den Grundsatz der freien Beweiswürdigung, soweit sie auf einem echtzeitlichen Beleg für die Arbeitsunfähigkeit beharre, was umso stossender sei, wenn es - wie hier - gerade prägendes Merkmal der die Arbeitsunfähigkeit verursachenden Krankheit sei, dass sich Betroffene der medizinischen Behandlung entzögen.