Citation: 6B_797/2020 E. 4.2

4.2. Die Vorinstanz stellt fest, es sei vom Vorliegen einer Lebensgefahr im Sinne von Art. 140 Ziff. 4 StGB für die von C.________ mit der Schusswaffe bedrohten Personen, namentlich die Verkäuferin und den Reinigungsmitarbeiter, auszugehen. Aufgrund der Beschaffenheit der Waffe stehe fest, dass diese nach dem Abfeuern eines Schusses automatisch erneut durchgeladen und der Abzug gespannt werde, womit das Abzugsgewicht auf 1,75 kg reduziert sei. C.________ habe knapp an der Verkäuferin vorbeigeschossen. Die Lebensgefahr sei schon deshalb zu bejahen, weil es nicht vorhersehbar gewesen sei, ob das Opfer eine unbedachte oder ungewöhnliche Bewegung mache und so in die Schussbahn gelange. Zudem bestehe in einer solchen Situation auch die Gefahr des Abprallens des Projektils. Eine unmittelbare Lebensgefahr ergebe sich in der Folge ohne weiteres, als C.________ damit den hinzukommenden Reinigungsmitarbeiter bedroht habe. Schon eine kleine Bewegung hätte einen Schuss auslösen können (Urteil S. 7 E. 3.4.1). Weiter erwägt die Vorinstanz, der Beschwerdeführer habe beim Raub auf die Tankstelle unbestrittenermassen als Mittäter mitgewirkt. Über den Tatplan sei nicht wirklich gesprochen worden. Insbesondere sei der Einsatz der Schusswaffe nicht besprochen respektive es sei nicht ausdrücklich geäussert worden, ob damit ein Schuss abgegeben werden soll oder nicht (Urteil S. 7 f. E. 3.4.2). Sowohl der Beschwerdeführer als auch B.________ hätten ausgesagt, der Beschwerdeführer und C.________ hätten diskutiert sowie gestritten, was darauf hinweise, dass die Schussabgabe nicht die direkte Absicht gewesen sei. Andererseits habe dem Beschwerdeführer klar sein müssen, dass C.________ bereits mehrere Raubüberfalle begangen und dabei mindestens einmal einen Schuss abgefeuert habe. Dies ergebe sich aus den Aussagen von B.________, der ausgeführt habe, dass C.________ kein Deutsch spreche und der Beschwerdeführer ihm alles habe übersetzen müssen und andererseits, dass er (B.________) denke, dass C.________ schon einen Raubüberfall mit einer Waffe verübt habe, wobei auch ein Schuss gefallen sei. Daraus erschliesse sich, dass diese Information nur via den übersetzenden Beschwerdeführer zu B.________ gelangt sein könne. Zudem habe der Beschwerdeführer unumwunden zugegeben, dass es sich bei C.________ um einen Kriminellen handle, der schon viel "Seich" gemacht habe. Es liege daher auf der Hand, dass er über die gleichen Informationen verfügt habe wie B.________, zumal er deutlich mehr Zeit mit C.________ verbracht habe als jener. Somit sei davon auszugehen, dass dem Beschwerdeführer der modus operandi von C.________ bei Raubüberfällen durchaus bekannt gewesen sei. Da beim Überfall auf die Tankstelle wiederum eine echte Pistole im Spiel gewesen sei, die der Beschwerdeführer auch als solche erkannt habe, sei es nicht abwegig, sich darüber Gedanken zu machen, ob C.________ erneut schiessen könnte. Der Beschwerdeführer habe es jedoch unterlassen, abzuklären, ob die Waffe geladen gewesen sei. Wem dies aber gewissermassen egal sei, und dies, wie hier, schlicht nicht anspreche, nehme die Möglichkeit in Kauf, dass die Pistole geladen sein könnte und demnach eine Schussabgabe möglich wäre. Aufgrund dessen erhelle, dass die geladene Pistole bis hin zum Abfeuern eines Schusses vom Tatplan erfasst gewesen und die Handlung von C.________ - die Schussabgabe - auch dem Beschwerdeführer zuzurechnen sei. Dieser habe sich demnach ebenfalls des qualifizierten Raubes gemäss Art. 140 Ziff. 4 StGB schuldig gemacht (Urteil S. 9 f. E. 3.4.2).