Citation: 4A_368/2020 E. 3.2

3.2. Die Vorinstanz erwog hierzu, die SIA-Norm 118 in der Ausgabe von 1977/1991 sei global übernommen worden. Hierzu seien im erstinstanzlichen Verfahren zwar keine Behauptungen aufgestellt worden, doch würden Allgemeine Geschäftsbedingungen - wie hier - durch Verweisung in den Vertrag überführt, sei die Globalübernahme zu vermuten. Der Vertragstext beinhalte keinen ausdrücklichen Hinweis auf die Bestimmung von Art. 154 Abs. 3 SIA-Norm 118. Dass die Beschwerdegegner anderweitig auf diese Klausel hingewiesen worden wären, sei nicht geltend gemacht worden. Die Beschwerdegegner hätten vorgebracht, sie seien in Bausachen unerfahren, was von der Beschwerdeführerin erst verspätet bestritten worden sei, weshalb dies als unbestritten zu gelten habe. Mithin seien die Beschwerdegegner nicht branchenkundig und hätten dementsprechend nach Treu und Glauben nicht mit einer Klausel in der global übernommenen SIA-Norm 118 rechnen müssen, welche der Bauleitung die Befugnis erteile, stellvertretend für sie die Schlussabrechnung zu genehmigen. Mithin habe Art. 154 Abs. 3 SIA-Norm 118 keine Geltung erlangt. Selbst wenn man die Anwendbarkeit von Art. 154 Abs. 3 SIA-Norm 118 bejahen würde, habe die Beschwerdeführerin erstens nicht prozesskonform behauptet, dass der Bauleiter einen (vorbehaltlosen) Prüfungsbescheid im Sinne der erwähnten Bestimmung aus der SIA-Norm 118 erteilt habe; zweitens könne es aufgrund der knappen Aussagen des Bauleiters nicht als erstellt gelten, dass dieser die Schlussabrechnung geprüft und der Beschwerdeführerin einen vorbehaltlosen mündlichen Prüfungsbescheid gegeben habe.