Citation: 1A.252/2004 25.02.2005 E. 3

Gesuche um Entschädigung oder Genugtuung müssen innert zwei Jahren nach der Straftat bei der Behörde eingereicht werden; andernfalls sind die Ansprüche verwirkt (Art. 16 Abs. 3 OHG). Das zürcherische Einführungsgesetz zum Opferhilfegesetz vom 25. Juni 1995 (EG OHG/ZH) sieht indessen für Opfer, die zur Zeit der Straftat minderjährig waren, eine grosszügigere Regelung vor. Gemäss § 13 lit. a dieses Gesetzes beginnt die Verwirkungsfrist von Art. 16 Abs. 3 OHG erst mit Eintritt der Volljährigkeit. Vorausgesetzt wird allerdings, dass die Straftat im Kanton Zürich begangen wurde und das Opfer sowohl im Zeitpunkt der Straftat als auch im Zeitpunkt der Einreichung des Gesuchs im Kanton Zürich Wohnsitz hatte. Der Beschwerdeführer wurde am 7. April 1986 geboren. Im Zeitpunkt der Einreichung des Entschädigungsgesuchs am 22. Juli 2003 war er siebzehn Jahre alt und somit noch nicht volljährig (Art. 14 ZGB). In der Zeitspanne der sexuellen Übergriffe von Mitte 1994 bis März 1995, welche in 8048 Zürich stattfanden, wohnte der Beschwerdeführer in 8048 Zürich. Im Zeitpunkt der Einreichung des Entschädigungsgesuchs am 22. Juli 2003 hatte er seinen Wohnsitz in 8908 Hedingen. Die Voraussetzungen bezüglich des Orts der Straftat sowie des Alters und des Wohnsitzes des Opfers gemäss § 13 lit. a EG OHG/ZH sind damit erfüllt, weshalb der Entschädigungsanspruch im Zeitpunkt der Einreichung des Gesuchs nicht verwirkt war.