Citation: 8C_467/2008 04.11.2008 E. 3

Streitig und zu prüfen ist, ob die über den 31. Oktober 2005 hinaus geklagten Beschwerden in einem rechtserheblichen Kausalzusammenhang zum Unfallereignis vom 30. Januar 2003 stehen, der eine fortdauernde Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin begründet. 3.1 Im Lichte der fachärztlichen Beurteilungen unter den Verfahrensbeteiligten zu Recht unbestritten ist, dass sich die Beschwerdeführerin anlässlich des Ende Januar 2003 erlittenen Verkehrsunfalles ein HWS-Distorsionstrauma zugezogen hat, welches in Form eines chronifizierten, rezidivierend auftretenden zervikozephalen Schmerzsyndroms mit zahlreichen Begleiterscheinungen andauert. 3.2 Während Vorinstanz und Unfallversicherer das Vorliegen unfallbedingter organischer (struktureller) Schäden, welche die persistierenden Beschwerden zu erklären vermöchten, verneinen, erachtet die Beschwerdeführerin solche nach Lage der medizinischen Akten für ausgewiesen. 3.2.1 Wie sich aus dem Bericht der Frau Dr. med. H.________ vom 30. Januar 2003 ergibt, waren mittels unmittelbar nach dem Unfall durchgeführter röntgenologischer Untersuchungen weder im Bereich der HWS noch der BWS ossäre Läsionen erkennbar. 3.2.2 Soweit die Beschwerdeführerin geltend macht, gemäss dem durch Dr. med. N.________ am 16. Oktober 2007 auf Grund einer funktionellen Magnetresonanztomographie (fMRT) des cranio-cervicalen Übergangs erhobenen Befund sei eine Strukturalteration an der Membrana atlanticooccipitalis posterior, vereinbar mit einer Läsion Grad II nach Krakenes, erstellt, kann ihr nicht gefolgt werden. Eine medizinisch-diagnostische Methode muss wissenschaftlich anerkannt sein, damit der mit ihr erhobene Befund eine zuverlässige Beurteilungsgrundlage zu bieten vermag. Als wissenschaftlich anerkannt gilt eine Untersuchungsart jedoch erst dann, wenn sie von Forschern und Praktikern der medizinischen Wissenschaft auf breiter Basis anerkannt ist (BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232 f. mit Hinweisen). Wie in BGE 134 V 231 (E. 5.2-5.5 S. 233 ff.) erwogen wurde, stellen fMRT-Untersuchungen jedenfalls nach dem aktuellen Stand der medizinischen Wissenschaft kein geeignetes Beweismittel zur Beurteilung der Unfallkausalität von Beschwerden nach HWS-Traumen dar (vgl. auch BGE 134 V 109 E. 7.2 S. 119 mit Hinweisen). Die von Dr. med. N.________ festgehaltenen Untersuchungsergebnisse lassen demnach keine zuverlässigen Rückschlüsse auf ein den Unfallfolgen zugrunde liegendes organisches Substrat zu, zumal ein am 15. Juli 2005 in der Radiologie A.________ durchgeführtes MRT der HWS mit Funktionsuntersuchung lediglich Anhaltspunkte für eine "möglicherweise traumabedingte Weichteilpathologie" ergeben hatte. 3.2.3 Die Beschwerdeführerin verweist zur Untermauerung ihres Standpunktes ferner auf die Angaben des Dr. med. L.________ in dessen Untersuchungsbericht vom 22. Januar 2004, wonach aus organischen Gründen weiterhin leichte myofasziale Schmerzhaftigkeiten des Nackens und - in leichterem Ausmasse - des Schultergürtels beidseits bestünden. Wie sich sowohl aus dem Kontext der betreffenden Stellungnahme selber wie auch aus den vorangegangenen (Bericht vom 24. April 2003) und anschliessenden (Berichte vom 27. Mai, 9. Juni und 5. November 2004 sowie 6. April und 31. Mai 2005) Beurteilungen des Kreisarztes ergibt, bejahte dieser nicht das Vorhandensein objektivierbarer, auf ein strukturelles Korrelat zurückzuführender Befunde. Vielmehr betonte er damit - die Gegensätzlichkeit zur unmittelbar zuvor erwähnten, durch die Kündigung des Arbeitsverhältnisses hervorgerufenen psychischen Belastung herausstreichend - lediglich den somatischen Charakter der sich in Form der dokumentierten Druckdolenzen manifestierenden Nacken- und Schultergürtelbeschwerden. 3.2.4 Ebenfalls zu keinem anderen Ergebnis führt schliesslich der Einwand der Versicherten, die im Bereich C4/5 festgestellte geringe Chondrose stelle entweder selber eine Unfallfolge dar oder habe - als pathologischer Vorzustand - zusammen mit dem Unfallereignis zu den HWS-Beschwerden geführt bzw. diese verstärkt. Dem Bericht des Spital Y.________, Institut für Medizinische Radiologie, vom 17. März 2003, in welchem der Befund erstmals erhoben worden war, ist der Beurteilungshinweis "Geringe Chondrose C4/5, im Übrigen kein pathologischer Prozess erkennbar" zu entnehmen. Daraus erhellt, dass das betreffende Beschwerdebild als vorbestandene degenerative Veränderung und nicht als durch das Unfallereignis ausgelöstes Geschehnis eingestuft wurde, was angesichts der Kürze der verstrichenen Zeitdauer nicht weiter erstaunt. Dass ein entsprechender Abnützungsvorgang durch eine traumatische Einwirkung einen zusätzlichen Schub erfährt oder seinerseits die unfallbedingten gesundheitlichen Schäden intensiviert, ist sodann zwar denkbar und hätte die Leistungspflicht des Unfallversicherers für das unmittelbar im Zusammenhang mit dem Unfall stehende Schmerzsyndrom zur Folge (Urteil [des Eidg. Versicherungsgerichts] U 149/99 vom 7. Februar 2000 E. 3, in: RKUV 2000 Nr. U 378 S. 190). Allerdings kann das Erreichen des Status quo sine etwa bei posttraumatischen Lumbalgien und Lumboischialgien nach drei bis vier Monaten erwartet werden, wogegen eine allfällige richtunggebende Verschlimmerung röntgenologisch ausgewiesen sein und sich von der altersüblichen Progression abheben muss; eine traumatische Verschlimmerung eines klinisch stummen degenerativen Vorzustandes an der Wirbelsäule ist in der Regel nach sechs bis neun Monaten, spätestens aber nach einem Jahr als abgeschlossen zu betrachten (Urteil [des Bundesgerichts] 8C_468/2008 vom 25. September 2008 E. 5.2 mit Hinweis). Eine solche sich von der altersüblichen Progression abhebende richtunggebende Verschlimmerung wäre vorliegend, falls überhaupt erstellt, wofür jedoch keine Anzeichen bestehen, somit im Zeitpunkt der Leistungseinstellung auf Ende Oktober 2005 bereits wieder abgeklungen gewesen. Eine Rückweisung der Sache zur näheren medizinischen Abklärung (im Rahmen einer polydisziplinären Begutachtung) insbesondere dieses Punktes, wie von der Beschwerdeführerin beantragt, erübrigt sich demnach.