Citation: 4A_620/2017 E. 4.6

4.6. Soweit die Klägerin eine Berücksichtigung anderer Auslegungsregeln fordert, verkennt sie, dass die Vorinstanz den Vertrag nicht nach dem Vertrauensprinzip ausgelegt hat, sondern einen übereinstimmenden wirklichen Willen der Parteien festgestellt hat. Das Bundesgericht greift in diese Beweiswürdigung nur ein, wenn diese willkürlich ist. Dies ist vorliegend nicht der Fall. Die Vorinstanz hat die Vorbringen der Klägerin in ihrer Beweiswürdigung durchaus berücksichtigt. Zur Rechnungsstellung führte die Vorinstanz aus, es sei umstritten, ob die von der Klägerin herangezogenen Rechnungen für "Vorleistungen" tatsächlich solche betroffen hätten. Selbst wenn Vorleistungen zum Architekturvertrag nach Zeitaufwand berechnet worden wären, würde dies mangels weiteren Anhaltspunkten nicht dafür sprechen, dass die Parteien für die eigentlichen Architekturleistungen ein Pauschalhonorar vereinbart hätten. Selbst wenn weiter die Beklagten die Akontorechnungen nie in Frage gestellt bzw. nie nach einer Zeitaufwandaufstellung gefragt hätten, sei festzuhalten, dass sie gerade nicht sämtliche Akontozahlungen beglichen hätten. Die Vorinstanz ist auch auf das Vorbringen der Klägerin eingegangen, wonach bei einem Aufwand von 2'276 Stunden ihr Honorar viel höher ausgefallen wäre, wenn sie nach Zeit abgerechnet hätte. Dazu führte die Vorinstanz aus, es handle sich gemäss Ausführungen der Klägerin bei A.________ um einen langjährigen, erfolgreichen Architekten. In Anbetracht dessen spreche der Umstand, dass der von der Klägerin behauptete - nicht vollumfänglich in Rechnung gestellte - Aufwand von 2'276.2 Stunden mehr als das Doppelte über dem geschätzten Aufwand liege, gegen die Vereinbarung eines Pauschalhonorars. Jedenfalls seien die Erfahrungen des Architekten mit der Vorausberechnung von Architektenhonoraren kein Indiz dafür, dass er mit den Beklagten ein Pauschalhonorar hätte vereinbaren wollen. Was schliesslich die Prognose des Aufwandes angeht, so machen die vorinstanzlichen Erwägungen entgegen der Ansicht der Klägerin durchaus Sinn: Wenn eine solche Prognose sowohl beim Honorar nach Zeitaufwand als auch beim Pauschalhonorar üblich ist, ist nicht ersichtlich, inwiefern die Vornahme einer Prognose für ein Pauschalhonorar sprechen soll. Die Vorinstanz hat die Vorbringen der Klägerin in ihrer Beweiswürdigung berücksichtigt. Ihre Erwägungen sind - gerade auch angesichts des klaren Wortlauts des Vertrags - vertretbar. Damit erweist sich die Rüge der Klägerin als unbegründet.