Citation: 4P.152/2005 10.08.2005 E. A

B.________ gebar am 15. Februar 1994 A.________. Bei der Entlassungsuntersuchung vom 19. Februar 1994 zeigte A.________ somatisch und neurologisch keine Auffälligkeiten. In der Folge entwickelte sich A.________ normal. Im Entlassungsbericht von Dr. med. W.________ vom 14. März 1994 wurde ausgeführt: "Am Ende der Untersuchung, als das Kind nach dem Anziehen abgelegt wurde, hat es sich für einen kurzen Moment zusammengezuckt als hätte es sich erschrocken. Während dieser Zeit war das Bewusstsein des Kindes da, es zeigte aber einen vertikalen Nystagmus. Das ganze Geschehen hat nicht länger als vielleicht 1-2 Sek. gedauert und hat sich nicht mehr wiederholt. Da man es überhaupt nicht als ein Krampfereignis bewerten kann, haben wir keine weiteren Abklärungen gemacht." Am 13. April 1994 und am 8. Juni 1994 impfte Dr. med. X.________, Facharzt FMH für Kinder- und Jugendmedizin, A.________ gegen Diphtherie, Tetanus und Pertussis (insgesamt DTP Dreifachimpfung genannt), Hämophilus-Typ Ib, Meningitis und Kinderlähmung. Am Abend des 15. Juni 1994, d.h. sieben Tage nach der zweiten Impfung, wurden bei A.________ Zuckungen der Beine beobachtet, die in ein allgemeines Zittern übergingen und von Bewusstseinsverlust begleitet waren, worauf sie hospitalisiert wurde. Später wurde festgestellt, dass A.________ unter Epilepsie litt. Sie ist heute ein geistig schwer behindertes Kind und zu 100 % invalid. Ihre Mutter ging davon aus, die Krankheit von A.________ sei auf die DTP-Impfungen von Dr. X.________ zurückzuführen, was von ihm bestritten wird. Seine Haftpflichtversicherung zog Prof. Dr. med. Y.________ als Privatgutachter bei, der einen Kausalzusammenhang zwischen den Impfungen und der Krankheit von A.________ verneinte. Demgegenüber hielt der von B.________ beigezogene Privatgutachter, Dr. med. Z.________, die Impfung für die wahrscheinlichste Ursache der Krankheit von A.________. Eine von ihr gegen den Kanton St. Gallen eingereichte Klage auf Zahlung einer Entschädigung gemäss Epidemiengesetz wurde zur Zeit abgewiesen, da noch nicht feststehe, ob und in welcher Höhe ein ungedeckter Schaden verbleiben würde.