Citation: 9C_117/2024 E. 4.2

4.2. Die Vorinstanz hatte in ihrem Urteil vom 12. November 2015 (S 2015 24) hinsichtlich des Rückkommenstitels der Wiedererwägung nach Art. 53 Abs. 2 ATSG erwogen, in der Verfügung vom 6. Januar 2005 werde nicht explizit erwähnt, gestützt auf welche medizinischen Unterlagen man damals zum Invaliditätsgrad von 79 % gekommen sei. Bei den Akten lägen jedoch ein Bericht der Berufsberaterin vom 4. Dezember 2002 sowie ein gleichentags erstellter Einkommensvergleich, mittels welchem ein Invaliditätsgrad von 79 % errechnet worden sei. Diese Berechnung stütze sich eindeutig auf den Abschlussbericht des Zentrums C.________, in welchem der Schluss gezogen worden sei, dass die Leistung des Beschwerdeführers während eines vollen Arbeitstages schätzungsweise nicht mehr als 20 % betrage. Vor diesem Hintergrund, so das Gericht weiter, sei davon auszugehen, dass nicht das Gutachten der Klinik B.________, sondern der Bericht des Zentrums C.________ Grundlage für die Rentenzusprache im Januar 2005 gebildet habe. Die Gutachter hätten nämlich ausgeführt, der Beschwerdeführer sei auch für leichte Arbeiten voll arbeitsunfähig, was konsequenterweise dann zu einem Invaliditätsgrad von 100 % hätte führen müssen. So oder anders hätten die genannten Grundlagen jedenfalls gravierende Mängel aufgewiesen. Die Einschätzung des Zentrums C.________ vom 6. November 2002 hätte im Wesentlichen auf einer gewissermassen empirischen Beurteilung der Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers basiert. Weil dieser im Abklärungszeitraum vom 19. August 2002 bis zum 15. November 2002 bzw. bis zum Abbruch der Abklärung am 25. Oktober 2002 oft gefehlt und enorme gesundheitliche Probleme gehabt habe, hätten die Abklärungspersonen eine Leistungsfähigkeit von 20 % festgehalten. Zwar stütze sich das Zentrum C.________ auch auf eine Beurteilung der Oberärztin der Abteilung für Rehabilitation, doch hätte sich diese in ihrem Bericht mit keinem Wort zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers geäussert. Vielmehr hätte sie lediglich diverse Diagnosen gestellt, ohne eine Einschätzung der massgeblichen Arbeitsfähigkeit abzugeben. Damit erweise sich der Bericht des Zentrums C.________ mangels Nachvollziehbarkeit klar als untaugliche Grundlage für die Invaliditätsbemessung. Hinzu komme, dass selbst wenn das Gutachten der Klinik B.________ vom 17. Mai 2004 Grundlage für die damalige Rentenverfügung gewesen wäre, auch dieses beanstandet werden müsste. Zunächst sei dazu festzuhalten, dass dieses Gutachten damals im Auftrag der Unfallversicherung erstellt worden sei und es sich daher naturgemäss mehr mit der Unfallkausalität als mit dem finalen Gesundheitszustand des Beschwerdeführers auseinandergesetzt habe. Weiter habe das Gutachten lediglich die Disziplinen Neurologie und Neuropsychiatrie enthalten, obwohl angesichts der vielfältigen gesundheitlichen Beschwerden des Beschwerdeführers eine umfassende Abklärung angezeigt gewesen wäre. Insbesondere hätte es zusätzlich einer orthopädischen sowie einer rein psychiatrischen Begutachtung bedurft. Zu bemängeln sei sodann, dass die Gutachter dem Beschwerdeführer eine vollständige Arbeitsunfähigkeit attestiert hätten, obwohl sie erhebliche Diskrepanzen zwischen dem Verhalten und dem klinischen Befund festgestellt hätten und eine neurologische Diagnose gerade nicht hätte gestellt werden können. Bei dieser Sachlage könne festgehalten werden, dass auch die ärztliche Einschätzung der massgeblichen Arbeitsfähigkeit im Gutachten der Klinik B.________ vom 17. Mai 2004 nicht nachvollziehbar sei, weswegen auch dieses Gutachten keine geeignete medizinische Grundlage für die Verfügung vom 6. Januar 2005 habe sein können. Eine auf keiner nachvollziehbaren ärztlichen Einschätzung der massgeblichen Arbeitsfähigkeit beruhende Invaliditätsbemessung sei nicht rechtskonform und die gestützt darauf erlassene Verfügung zweifellos unrichtig im wiedererwägungsrechtlichen Sinne. Damit stehe fest, dass die Beschwerdegegnerin gestützt auf Art. 53 Abs. 2 ATSG zu Recht auf die Verfügung vom 6. Januar 2005 habe zurückkommen bzw. diese habe aufheben dürfen.