Citation: 1P.437/2004 01.12.2004 E. 5.3

5.3.1 Das Appellationsgericht wertet als weiteres Indiz für die Richtigkeit des Anklagesachverhalts auch die Aussagen der Mutter der Beschwerdegegnerin. Insbesondere deren Schilderung über die psychische Verfassung ihrer Tochter am Abend des betreffenden Tages erachtet das Appellationsgericht als bedeutsam. Danach sei die Beschwerdegegnerin emotional aufgewühlt gewesen und habe sich geweigert, am nächsten Tag nochmals an den Schnupperlehrplatz zurückzukehren. Auf Nachfrage der Mutter habe sie zu weinen begonnen und bruchstückweise erzählt, was passiert sei, allerdings - wahrscheinlich aus Ekel - ohne Details nennen zu wollen. Überdies habe die Mutter die Aussagen ihrer Tochter bestätigt, wonach der Beschuldigte sie schon vor dem inkriminierten Vorfall auf ihre Intimsphäre, insbesondere die weibliche Periode, angesprochen habe und ihr dies unangenehm gewesen sei. Demgegenüber behaupte der Beschuldigte, eine solche Bemerkung erst im Abschlussgespräch am Donnerstagabend und bloss im Hinblick auf den Vorfall mit dem Liftknopf gemacht zu haben. Keine massgeblichen Schlüsse zieht das Appellationsgericht hingegen aus dem Umstand, dass der Beschuldigte beim Anruf der Mutter einige Tage nach dem Vorfall allgemein nervös gewirkt, sich entschuldigt und jedenfalls keine Empörung über eine falsche Beschuldigung geäussert habe. 5.3.2 Dem hält der Beschwerdeführer entgegen, das Appellationsgericht hätte sich damit auseinander setzen müssen, dass es der Beschwerdegegnerin vielleicht aus einem anderen Grund an diesem Abend nicht gut gegangen sei. Eine zweite Variante habe das Gericht nicht untersucht. Damit habe es eine willkürliche Hypothese aufgestellt, die nicht geeignet sei, die Glaubhaftigkeit der Beschwerdegegnerin zu untermauern. Das Appellationsgericht habe ohne nachvollziehbare Begründung die Aussagen der Mutter als Indiz für die Glaubwürdigkeit der Tochter beurteilt, ohne sich mit den Einwendungen des Beschwerdeführers resp. der Gutachterin auseinanderzusetzen. Die Beschwerdegegnerin habe der Mutter zuerst nur vom "offenen Hosenschlitz" erzählt, erst mit der Zeit sei daraus eine sexuelle Handlung konstruiert worden. Auch diese Argumentation vermag nicht aufzuzeigen, weshalb die vom Appellationsgericht im Gesamtzusammenhang der Ereignisse als erwiesen erachtete Version klar falsch sein sollte. Es musste dem Appellationsgericht keineswegs abwegig erscheinen, dass das Mädchen nicht sofort Details geschildert, sondern in seiner Aufregung erst nach und nach erzählt hat, was vorgefallen war. Insbesondere geht der Beschwerdeführer darin fehl, das Appellationsgericht habe seine Schlussfolgerungen nicht hinreichend begründet. Selbst wenn das Abschlussgespräch offensichtlich bereits am Mittwochabend (siehe E. 5.4.2 hiernach) stattgefunden hat, ist dem Appellationsgericht daraus noch kein Vorwurf der Willkür zu machen.