Citation: 6B_783/2018 E. 2.6.1

2.6.1. Indem der Beschwerdeführer geltend macht, er habe umgehend angehalten, als sich die Polizisten als solche zu erkennen gegeben hätten, weicht er vom vorinstanzlich festgestellten Sachverhalt ab. Insofern sind seine Ausführungen unbeachtlich. Der Beschwerdeführer beruft sich ferner auf das bundesgerichtliche Urteil 6S.561/2006 vom 17. Mai 2007 E. 6.2.3. Der Entscheid betrifft die Abgrenzung der straflosen Selbstbegünstigung vom Tatbestand der Hinderung einer Amtshandlung. Gemäss Bundesgericht ist nach Art. 286 StGB straflos, wer die Flucht ergreift, bevor sich ihm die Polizei mit ihren Absichten entgegenstellt. Vorliegend gaben sich die Polizisten als solche zu erkennen und dem Beschwerdeführer war klar, dass eine Polizeikontrolle bevorstand. Die Voraussetzungen der Straflosigkeit sind daher nicht gegeben. Der Tatbestand von Art. 286 StGB setzt sodann entgegen der Meinung des Beschwerdeführers nicht voraus, dass die Amtshandlung zum Zeitpunkt, in dem sich der Täter entzieht, bereits im Gange ist. Es genügt, dass die Amtshandlung (unmittelbar) bevorsteht. Den Tatbestand erfüllt damit auch, wer - wie vorliegend der Beschwerdeführer - durch sein Verhalten bewirkt, dass die ihm angekündigte Amtshandlung, etwa die Kontrolle der Personalien, gar nicht erst beginnen kann (Urteil 6B_115/2008 vom 4. September 2008 E. 4.3.2, nicht publ. in: BGE 135 IV 37). Die Vorinstanz sprach den Beschwerdeführer zu Recht der Hinderung einer Amtshandlung schuldig. Unbehelflich ist der Hinweis auf den strafprozessualen Grundsatz "nemo tenetur" sowie Art. 6 EMRK, wonach der Beschuldigte das Recht hat, zu schweigen und sich nicht belasten muss (BGE 130 I 126 E. 2.1, S. 128 f. mit Hinweisen). Das "nemo-tenetur-Prinzip" berührt den Straftatbestand von Art. 286 StGB nicht. Dem Beschuldigten werden dadurch keine Mitwirkungspflichten auferlegt, deren Missachtung sanktioniert würde, sondern es wird die Hinderung rechtmässiger Amtshandlung unter Strafe gestellt (Urteil 6S.561/2006 vom 17. Mai 2007 E. 6.2.2, nicht publ. in: BGE 137 IV 97).