Citation: 2C_355/2020 E. 7

Was die privaten Interessen am weiteren Verbleib in der Schweiz angeht, bringt der Beschwerdeführer vor, die Vorinstanz gehe zu Unrecht von einer mangelnden Integration aus. Er sei abgesehen von kurzen Unterbrüchen stets erwerbstätig gewesen. Für den Widerruf der Niederlassungsbewilligung sei mutwillige Verschuldung erforderlich. Davon könne in seinem Fall nicht die Rede sein: Die Mehrheit der sich mittlerweile auf Fr. 98'243.65 belaufenden Betreibungen habe er mit Rechtsvorschlag bestritten und die jeweiligen Rechtsvorschläge seien offenbar nicht beseitigt worden. Im Gegenteil habe er einen Grossteil der unbestrittenen Schulden beglichen. Er sei um eine Verbesserung der finanziellen Situation bemüht und sei zudem seit dem 6. Mai 2020 wieder erwerbstätig. Auch in sozialer Hinsicht seien die Annahmen der Vorinstanz unzutreffend: Er sei (auch sprachlich) bestens integriert und pflege nicht nur zu seiner Familie und zu Landsleuten regen Kontakt, sondern auch zu Schweizerinnen und Schweizern; selbstverständlich könne er dies auf erste Aufforderung hin auch durch Vorlage einer vollständigen Liste seines Schweizer Bekannten- und Freundeskreises belegen. Soweit die Vorinstanz ihm vorhalte, dass er seine Tochter nicht anerkannt habe und zu ihr keinen Kontakt pflege, sei festzuhalten, dass ihm die Anerkennung derzeit nicht möglich sei, weil das Zivilstandsamt auf der Zustellung einer Geburtsurkunde bestehe und er diese Urkunde im Irak besorgen müsse. Dies sei ihm angesichts des gegenwärtigen Verfahrens nicht möglich. Sodann sei er mit den sprachlichen, kulturellen und gesellschaftlichen Gepflogenheiten im Irak nicht vertraut und mit dem Land abgesehen von Ferienaufenthalten auch nicht verbunden. Es werde ihm nicht möglich sein, dort einen Arbeitsplatz zu finden, zumal er nicht über gesellschaftliche und politische Beziehungen verfüge.