Citation: 6P.9/2006 05.07.2006 E. 9

Die Vorinstanz hält fest, die erste Instanz habe mit überzeugenden Argumenten dargelegt, weshalb der Anklagesachverhalt rechtsgenüglich erstellt sei (angefochtenes Urteil S. 25 E. 4.2.1.1), dass mithin der Beschwerdeführer entsprechend der Anklage den Schulungsordner kopierte respektive durch eine seiner Angestellten kopieren liess (siehe angefochtenes Urteil S. 25 E. 4.2.1). Die Vorinstanz ist somit im Anklagepunkt II/1 in tatsächlicher Hinsicht der erstinstanzlichen Hauptbegründung gefolgt. Die Vorinstanz hat die erstinstanzliche Eventualbegründung, wonach der Beschwerdeführer, falls er keine Anweisung zum Kopieren des Schulungsordners erteilt haben sollte, in Anwendung von Art. 6 Abs. 2 VStrR gemäss Art. 67 Abs. 1 lit. e URG zu verurteilen wäre, nicht ebenfalls übernommen, wozu auch kein Anlass bestand. Daher stösst die in der Nichtigkeitsbeschwerde erhobene Rüge der falschen Anwendung des VStrR ins Leere. Im Übrigen kann Art. 6 VStrR entgegen der Meinung des Beschwerdeführers auch bei Urheberrechtsverletzungen im Sinne von Art. 67 URG zur Anwendung gelangen, wie sich aus Art. 71 URG ("Widerhandlungen in Geschäftsbetrieben") ergibt, der ausdrücklich Art. 6 und 7 VStrR für anwendbar erklärt.