Citation: 1C_616/2023 E. 4.4

4.4. Ebenso wenig verfängt das Vorbringen der Beschwerdeführenden, die bundesgerichtliche Rechtsprechung aus Urteil 1C_229/2011 vom 8. November 2011 E. 2.4.1, wonach § 139 Abs. 2 Anhang PBG/LU auf Mobilfunkantennen nicht zur Anwendung gelange, sei vorliegend nicht einschlägig. Diese Rechtsprechung basiere auf der Annahme, dass es im überbauten Gebiet zu einem weitgehenden Verbot von Mobilfunkantenne führe, wenn diese generell den Höhenbeschränkungen unterlägen. Dies wäre mit dem Fernmelderecht unvereinbar, welches u.a. eine zuverlässige und erschwingliche Grundversorgung mit Fernmeldediensten für alle Bevölkerungskreise in allen Landesteilen gewährleisten soll. Vorliegend fehle jedoch ein solches öffentliches Interesse, da der Betrieb mit veralteten, rein konventionellen Antennentypen geplant sei und zudem von den möglichen je 6 unterschiedlichen Frequenzbändern nur die Hälfte genutzt werden solle. Wie in derselben Erwägung des angeführten Urteils ebenso festgehalten wird, sind Mobilfunkantennen in der Bauzone grundsätzlich zonenkonform, soweit sie der Abdeckung derselben dienen. Die Erstellung einer Mobilfunkantenne verlangt keinen Bedürfnisnachweis. Die Entscheidung, ein Gebiet mit Mobilfunk zu versorgen und dazu eine Antenne zu errichten, soll vielmehr bei den Mobilfunkanbieterinnen selbst liegen, die diese grundsätzlich aufgrund von marktwirtschaftlichen Überlegungen treffen (vgl. Urteile 1C_547/2022 vom 19. März 2024 E. 4.4; 1C_41/2023 vom 24. Juli 2023 E. 6.4). Aus raumplanerischer Sicht ist eine Interessenabwägung ebenfalls nicht geboten (vgl. Urteile 1C_493/2014 vom 16. März 2015 E. 3.2; 1C_245/2013 vom 10. Dezember 2013 E. 2.3), weshalb die Ausführungen zum Alter der Antennenanlage und deren Verhältnis zu den Höhenbestimmungen auch unter diesem Blickwinkel ins Leere laufen. Die Baubewilligung für einen älteren Antennentyp - soweit es vorliegend überhaupt um einen solchen handelt - steht nicht in Widerspruch zu Bundesrecht.