Citation: 6B_1035/2016 E. 1.6

1.6. Aneignung bedeutet, dass der Täter die fremde Sache oder den Sachwert wirtschaftlich seinem eigenen Vermögen einverleibt, sei es, um sie zu behalten oder zu verbrauchen, sei es, um sie an einen andern zu veräussern, beziehungsweise dass er wie ein Eigentümer über die Sache verfügt, ohne diese Eigenschaft zu haben. Die Aneignung setzt einerseits einen Willen des Täters auf dauernde Enteignung des Eigentümers voraus und andererseits einen Willen auf mindestens vorübergehende Zueignung an sich selbst, d.h. auf Verwendung der Sache zu seinen eigenen Gunsten. Dieser Wille muss sich nach aussen manifestieren (BGE 129 IV 223 E. 6.2.1; 118 IV 148 E. 2; Urteil 6B_827/2010 vom 24. Januar 2011 E. 5.5). Der Täter eignet sich eine Sache nicht erst dadurch an, dass er sie veräussert, sondern schon dadurch, dass er sie zum Verkauf anbietet (TRECHSEL/CRAMERI, in: Schweizerisches Strafgesetzbuch, 2. Aufl. 2013, N. 9 zu Art. 138 StGB). Eine Sache eignet sich auch an, wer sie einem Dritten überlässt, damit dieser sie einem andern zum Verkauf anbiete (siehe ANDREAS DONATSCH, Strafrecht III, Delikte gegen den Einzelnen, 10. Aufl. 2013, § 6 Ziff. 2.1.1.1.2 S. 116). So verhält es sich im vorliegenden Fall. Der Beschwerdeführer überliess das Fahrzeug E.________, damit dieser einen Käufer finde. Er unternahm nichts, um sicherzustellen, dass E.________ das Fahrzeug erst verkaufe, nachdem der Leasingvertrag aufgelöst und der dem Restwert entsprechende Betrag bezahlt worden war, sondern er kümmerte sich nicht weiter um die Angelegenheit. Durch das Überlassen des Fahrzeugs an E.________ zwecks Verkaufs manifestierte der Beschwerdeführer unter den gegebenen Umständen seinen Aneignungswillen. Er betätigte diesen Aneignungswillen überdies dadurch, dass er das Fahrzeug am Ende der Dauer des Leasingvertrags nicht der Leasinggeberin zurückgab, weil ihm dies zufolge Überlassung des Fahrzeugs an einen Dritten unmöglich war.