Citation: U 328/06 25.07.2007 E. 10

10.1 In der Praxis werden Auffahrkollisionen auf ein (haltendes) Fahrzeug regelmässig als mittelschweres, im Grenzbereich zu den leichten Unfällen liegendes Ereignis eingestuft (vgl. RKUV 2005 Nr. U 549 S. 236 E. 5.1.2 mit Hinweisen, U 380/04). 10.2 Laut der Biomechanischen Beurteilung des Prof. Dr. med. W.________, Facharzt FMH für Rechtsmedizin Spez. Forensische Biomechanik, und des Dr. med. L.________, Assistenzarzt, vom 27. Oktober 2003 liegt der Harmlosigkeitsbereich für nicht unerhebliche HWS-Beschwerden nach Heckkollisionen im "Normalfall" bei kollisionsbedingten Geschwindigkeitsänderungen des angestossenen Fahrzeuges (Delta-v) im Bereich von 10 bis 15 km/h. Die kollisionsbedingte Geschwindigkeitsänderung "Delta-v" des Fahrzeugs, in dem die Versicherte als Beifahrerin sass, dürfte unterhalb oder knapp innerhalb dieses Bereichs gelegen haben. Auf Grund dieser Umstände, des äusseren Unfallablaufs (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts U 503/05 vom 17. August 2006, E. 2.2 und 3.1 f.) und der fotomässig belegten Schäden am Auto, in dem sich die Versicherte befand, hat die Vorinstanz den Unfall vom 21. Mai 2002 zu Recht als mittelschwer im Grenzbereich zu den leichten qualifiziert, was denn auch unbestritten ist. Selbst wenn der Unfall als leicht qualifiziert würde, wäre die Adäquanzfrage nach den Kriterien für Unfälle im mittleren Bereich zu prüfen, da das Ereignis unmittelbare Folgen zeitigte, die sich nicht offensichtlich als unfallunabhängig erweisen (RKUV 1998 Nr. U 297 S. 243; SVR 2007 UV Nr. 1 S. 1 E. 3.3.1, U 39/04). Damit die Adäquanz des Kausalzusammenhangs bejaht werden kann, muss ein einzelnes der in die Beurteilung einzubeziehenden sieben Kriterien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt sein oder die zu berücksichtigenden Kriterien müssen in gehäufter oder auffallender Weise gegeben sein (BGE 117 V 359 E. 6b S. 367 f.; erwähntes Urteil U 479/05, E. 7.2).