Citation: 5A_288/2023 E. 2.4.2

2.4.2. Weder gibt es Hinweise in tatsächlicher Hinsicht auf ein derartiges Verhalten des Betreibungsamtes, noch läge es in dessen Kompetenz, über eine postalische Frist zu befinden und damit die gesetzliche Beschwerdefrist von zehn Tagen durch das Hinausschieben der Abholungsfrist faktisch zu verlängern, zumal der Beschwerdeführer nicht im Ausland wohnt (Art. 33 Abs. 2 SchKG). Ob die Zustellungsfiktion bei der Pfändungsankündigung zum Tragen kommt, was der Beschwerdeführer bestreitet, ist vorliegend nicht massgebend (vgl. dazu Urteil 5A_590/2020 vom 12. April 2021 E. 3, BlSchK 2021 S. 109; SIEVI, a.a.O., N. 10 zu Art. 90). Er ist von der unteren Aufsichtsbehörde in einem vorangegangenen Verfahren ausdrücklich auf die baldige Zustellung der Pfändungsurkunde hingewiesen worden, so dass er damit rechnen musste. Zudem wurde er an seine Pflicht erinnert, dass er dafür zu sorgen habe, dass die Zustellung ordnungsgemäss erfolgen könne. Damit musste dem Beschwerdeführer klar sein, dass er die ordnungsgemässe Zustellung der Pfändungsurkunde zu erwarten hatte. Die Zustellung der Pfändungsurkunde mit Zustellungsfiktion ist möglich (Urteil 5A_707/2021 vom 19. Mai 2022 E. 2.2), und ein Zurückbehaltungsauftrag kann die Zustellungsfiktion am siebten Tag der Abholungsfrist nicht verhindern (NORDMANN/ONEYSER, in: Basler Kommentar, Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs, 3. Aufl. 2021, N. 8d zu Art. 34). Von einer Verletzung des Grundsatzes von Treu und Glauben durch das Verhalten der Behörden (vgl. dazu allgemein BGE 146 I 105 E. 5.1.1) kann damit keine Rede sein. Wenn die Vorinstanz zum Schluss gelangt ist, dass die Eingabe des Beschwerdeführers vom 22. Dezember 2022 (Postübergabe) verspätet sei, kann ihr keine Verletzung von Bundesrecht vorgeworfen werden.