Citation: 9C_897/2015 E. 2.2

2.2. Die Beschwerde stellt zwar zu Recht nicht in Abrede, dass der Hilfsmittelanspruch nach Rz 13.02* HVI-Anhang die Fähigkeit der versicherten Person voraussetzt, in einem der daselbst erwähnten Eingliederungsbereiche tätig sein zu können, was sich direkt aus Art. 8 Abs. 1 lit. a IVG (Geeignetheit und Eingliederungswirksamkeit; vgl. SVR 2010 IV Nr. 16 S. 50, 9C_547/2009 E. 2, 1999 IV Nr. 27 S. 84 E. 3c, I 415/97 E. 3c) ergibt, greift die Entscheidbegründung aber mit dem Hinweis auf den Bericht des Amtes für Volksschule vom 6. Januar 2014 an, welcher ausdrücklich festhalte, dass die Versicherte sonderschulbedürftig sei; deshalb sei sie durch Entscheid des Amtes vom 29. Januar 2014 der Sonderschule B.________ zugewiesen, damit sie in einer internen Schulung in einem geeigneten Rahmen die nötige Förderung bekommt; demzufolge sei ihr die Einhaltung der obligatorischen Schulpflicht nach thurgauischem Recht auferlegt; sollten die Eltern den Eintritt in die Sonderschule verweigern, müsse die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) informiert werden. Demgemäss diene das Stehbrett dem Eingliederungszweck der Schulung und Ausbildung. Nur aufgrund der Tatsache, dass die Beschwerdeführerin schwerstbehindert ist, fehle es nicht an einer Bildungsfähigkeit. Wäre die Schulung von "beeinträchtigten Kindern" zwecklos, gäbe es schon gar keinen Grund, Sonderschulen wie den B.________ einzurichten, die darauf ausgerichtet sind, "behinderten Kindern eine ihrer Beeinträchtigung entsprechende Schulung anzubieten, um die Ziele von § 2 des Gesetzes über die Volksschule des Kantons Thurgau soweit möglich zu erreichen". Zu diesem Zweck habe das Amt im Bericht vom 6. Januar 2014 als Ziel für die Betreuung die logopädische Erarbeitung einer gezielteren Kommunikation festgesetzt. Träfe die vorinstanzliche Annahme vollständiger Bildungsunfähigkeit zu, hätte das Amt nicht auf Sonderschuldbedürftigkeit erkannt. Das Stehbrett helfe der Beschwerdeführerin, dank der aufrechten Haltung direkter mit ihrer Umwelt in Kontakt zu treten und am schulischen Unterricht in einem grösseren Ausmass teilzunehmen. Die Kommunikation könne umso eher verbessert werden, je präsenter sie am Unterricht teilnehmen könne. Auch könnten die von der Invalidenversicherung bereits abgegebenen Hilfsmittel effizienter für die Schuldung/Ausbildung eingesetzt werden, wenn sie in aufrechter Position dem Schulunterricht folgen kann; deswegen diene das Stehbrett unmittelbar der Schulung. Dass die konkrete Schulung nicht der üblichen "normalen" Ausbildung entspricht, schliesse die allgemeine Bildungsfähigkeit nicht aus. Mit dem Besuch der Werkklasse 2 des B.________s erfülle die Versicherte ihre obligatorische Schulfpflicht wie jedes andere Kind im Kanton Thurgau auch. Soweit eine versicherte Person nach kantonalem Recht die obligatorische Schulpflicht erfüllt, müsse auch für die Belange der Invalidenversicherung stets von Schulung ausgegangen werden.