Citation: U 34/05 20.07.2005 E. 4

4.1 Mit dem Gesuch vom 4. Juli 2002 machte die Beschwerdeführerin neue Erkenntnisse bezüglich des Kausalzusammenhangs geltend, da gemäss Bericht des Dr. med. M.________ vom 29. Juni 2002 für die Schmerzsymptomatik sowie die Schwindel- und Gleichgewichtsbeschwerden nunmehr ein morphologisches Substrat vorliege, welches überwiegend wahrscheinlich auf den erlittenen Unfall zurückzuführen sei. 4.2 Streitig und zu prüfen ist zunächst, ob darin neue erhebliche Tatsachen oder Beweismittel zu erblicken sind, die gemäss Art. 53 Abs. 1 ATSG eine Revision der Leistungseinstellung per 18. Januar 1999 rechtfertigen. 4.2.1 Die Beschwerdeführerin bejaht dies mit der Begründung, dass gemäss Auffassung des Dr. med. M.________ für die limitierenden Befunde ein organisches Substrat existiere, welches die Beurteilung der Kausalitätsfrage entscheidend verändere. Im Bericht vom 29. Juni 2002 wird hiezu ausgeführt, schon im Jahre 1999 sei anhand von grundlegenden experimentellen und klinischen Untersuchungen von Croft, Swerdlow und Bogduk längst bekannt gewesen, dass bei zwei Dritteln der Patienten nach einem HWS-Beschleunigungstrauma multisegmentale Läsionen der cervicalen zyoapophysealen Gelenke vorlägen, welche weder durch konventionelle Röntgenaufnahmen noch durch die HWS-Kernspintomographie objektivierbar seien. Die Objektivierbarkeit solcher Läsionen der kleinen Facettengelenke sei nur durch die Technik/Methode möglich, die vor über zehn Jahren N. Bogduk der New Castle University in Australien entwickelt habe und die seit Jahren an vier Kliniken in der Schweiz durchgeführt werde. Angesichts der aktuell vorhandenen komplexen Symptomatik sei festzuhalten, dass im Vordergrund der Beschwerden der Versicherten die handicapierenden rechts betonten Cervico-Cephalgien stünden, welche in den letzten zwei Jahren stark von psycho-depressiven Symptomen überlagert worden seien. Die Schwindel- und Gleichgewichtsbeschwerden würden demgegenüber zurücktreten, seien jedoch von der Schmerzsymptomatik und von schnellen Kopfbewegungen abhängig und provozierbar. Anhand der ausführlichen neuro-otometrischen Testbatterie könne grundsätzlich davon ausgegangen werden, dass sich eine bimodale Funktionsstörung innerhalb des Gleichgewichtssystems objektivieren lasse und als gering- bis mittelgradig einzustufen sei. Die Schwindel- und Gleichgewichtsstörungen der Beschwerdeführerin seien einerseits cervicogenen Ursprungs und mit einer cervico-proprio-nociceptiven Funktionsstörung sehr wahrscheinlich auf der Basis multisegmentaler Läsionen der cervicalen zygoapophysealen Gelenke erklärbar sowie andererseits auf eine gering- bis mittelgradige visuo-oculomotorische Funktionsstörung mit visuo-vestibulärer Integrationsstörung zurückzuführen. 4.2.2 Selbst wenn das Ergebnis der durch Dr. med. M.________ getroffenen Abklärungen als neue Tatsache im Sinne des Art. 53 Abs. 1 ATSG gewertet würde, wären die Revisionsvoraussetzungen, da nicht angenommen werden kann, dass der Beweis der behaupteten organischen Unfallverletzungen trotz hinreichender Sorgfalt nicht bereits im früheren Verfahren hätte erbracht werden können (vgl. Erw. 2.2.2 hievor), zu verneinen. Die (noch) nicht validierte Untersuchungsmethode nach N. Bogduk, welche die Objektivierung von Läsionen der kleinen Facettengelenke ermöglichen soll, wird gemäss Aussage des Dr. med. M.________ seit vielen Jahren in der Schweiz praktiziert. Es kann indes nicht angehen, Abklärungsmassnahmen, auf welche zuvor verzichtet worden war und die bei Beachtung der erforderlichen Sorgfalt damals hätten beantragt werden müssen, im Revisionsverfahren nachzuholen (Urteil L. vom 11. April 2002, I 708/01, Er. 3c in fine mit Hinweisen; nicht veröffentlichte Urteile W. vom 6. Mai 1994, U 109/93, und J. vom 31. Januar 1990, U 20/89).