Citation: 9C_399/2022 E. 2.3

2.3. Der Beschwerdeführer betont, es fehlten echtzeitliche Hinweise auf eine relevante Einschränkung vor dem 15. Mai 2017. Früher aufgetretene Symptome genügten nicht, um auf eine Arbeitsunfähigkeit zu schliessen. Die Vorinstanz stütze sich auf nicht echtzeitliche Berichte des behandelnden Psychiaters vom 14. Dezember 2017 und 12. Januar 2018. Der betreffende Arzt habe den Beschwerdeführer erst ab Mitte Juni 2017 behandelt. Die fehlende Echtzeitlichkeit betreffe auch das psychiatrische Gutachten zuhanden der Invalidenversicherung vom 4. Oktober 2018 und den (nicht vom behandelnden Arzt verfassten) Verlaufsbericht der E.________ AG vom 27. Juni 2018. Die Vorinstanz verletze Art. 23 Abs. 1 lit. a BVG, wenn sie gestützt auf diese Berichte davon ausgehe, eine vorsorgerechtlich relevante Arbeitsunfähigkeit bestehe schon mindestens seit dem 5. Mai 2017. Krankgeschrieben worden sei er, so der Beschwerdeführer weiter, erst später. Die Frage laute nicht, ob es Anzeichen für ein zeitliches Auseinanderfallen von Arbeitsunfähigkeitsbeginn und Eintritt des Gesundheitsschadens gebe, sondern, ob die vorsorgerechtlich erhebliche Arbeitsunfähigkeit überhaupt mit dem gesundheitlichen Einbruch vom 5. Mai 2017 (vgl. oben E. 2.1) zusammenhänge. Nach Auffassung des Regionalen Ärztlichen Dienstes der Invalidenversicherung (RAD) könne die Frage, seit wann eine medizinisch begründete Arbeitsunfähigkeit vorliege, nicht beantwortet werden (Stellungnahme des RAD vom 28. März 2018). Deshalb - und weil sich eine entsprechende Leistungsminderung bis zur Auflösung der Anstellung auch arbeitsrechtlich nicht manifestiert habe - sei auch die vorinstanzliche Annahme willkürlich, spätestens seit dem 5. Mai 2017 habe eine Teilarbeitsunfähigkeit von mindestens 20 Prozent vorgelegen, die die Leistungspflicht der Beklagten ausschliesse. Vielmehr sei die zur Invalidität führende Arbeitsunfähigkeit erst am 8. Juni 2017 (mit der erstmaligen Krankschreibung) eingetreten, mithin zu einem Zeitpunkt, als er bei der Beschwerdegegnerin vorsorgeversichert gewesen sei. Die Vorinstanz verfalle auch deswegen in Willkür, weil sie über die Bestätigung der E.________ AG vom 21. September 2021 hinweggehe, dass am 11. Mai 2017 noch keine Arbeitsunfähigkeit vorgelegen habe.