Citation: 7B_1289/2024 E. 2.4

2.4. Was der Beschwerdeführer dagegen vorbringt, lässt die vorinstanzliche Annahme von Verdunkelungsgefahr und den abschlägigen Entscheid betreffend Gewährung des vorzeitigen Strafantritts nicht als bundesrechtswidrig erscheinen. Für die Frage, ob Kollusionsgefahr besteht, ist zunächst zu berücksichtigen, dass dem Beschwerdeführer bei einem Schuldspruch eine mehrjährige Freiheitsstrafe droht (vgl. Art. 221 Abs. 1 und 2 StGB in Verbindung mit Art. 24 Abs. 1 StGB und Art. 146 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB). Darin liegt, wie die Vorinstanz zu Recht annimmt, grundsätzlich ein beträchtlicher Anreiz für den Beschwerdeführer, den Mitbeschuldigten C.________ zu einem Widerruf oder einer Abschwächung der ihn belastenden Aussagen zu veranlassen. Zwar haben sowohl der Beschwerdeführer als auch C.________ eingestanden, in gewisser Weise an der Brandstiftung beteiligt gewesen zu sein und ist die Strafuntersuchung bereits abgeschlossen. Der Beschwerdeführer stellt allerdings nicht in Abrede, dass seine Darstellungen in Bezug auf die Fragen, wer welchen Anteil an der Planung hatte, von wem die Initiative einer Brandlegung mit Treibstoff ausging und wer wovon wusste und was in Kauf nahm, in Widerspruch zu jenen von C.________ stehen und er durch dessen Aussagen über sein Geständnis hinaus erheblich belastet wird. Insbesondere sagte C.________ aus, der Beschwerdeführer habe von der Gefährdung für die Bewohner der Wohnungen und Zimmer in den oberen Stockwerken des Gebäudes im Fall eines Brandes gewusst, was der Beschwerdeführer bestreitet (vgl. angefochtener Beschluss E. 4.2.2 S. 10 und E. 5.1 S. 11 f.). Nach den zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz erscheint der Sachverhalt damit in entscheidenden Punkten nach wie vor unklar. Eine erneute Befragung des Beschwerdeführers und von C.________ durch das Sachgericht ist deshalb wahrscheinlich (vgl. Art. 343 Abs. 3 StPO), zumal neben deren Aussagen keine anderen verfügbaren Beweise dargetan oder ersichtlich sind, welche zur Klärung dieser noch offenen Fragen beitragen könnten. Das Interesse an der Vermeidung von Kollusionshandlungen ist daher nach wie vor gegeben. Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers erscheint die Annahme, dass C.________ seine Darlegungen zugunsten des Beschwerdeführers ändern könnte, ferner nicht rein theoretisch. Wie aus dessen Aussagen hervorgeht, wollte dieser anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 15. Juni 2023 den Namen des Beschwerdeführers nicht nennen, da er Angst um sich und seine Familie habe (vgl. angefochtener Beschluss E. 4.2.1 S. 8), was bei der Prüfung der Verdunkelungsgefahr mitberücksichtigt werden kann. Zudem ist nicht ersichtlich, inwiefern mit dem Rückzug, der Abschwächung oder der Relativierung belastender Aussagen zwingend eine Selbstbelastung einhergehen sollte. Die Argumentation des Beschwerdeführers, C.________ werde sich nicht dazu bewegen lassen, sich mehr und ihn weniger zu belasten, überzeugt insofern nicht. Dass die Vorinstanz eine erhebliche und konkrete Gefahr einer Einflussnahme auf das Aussageverhalten des Mitbeschuldigten C.________ konstatiert, ist in Anbetracht des Ausgeführten und mit Blick auf die dem Beschwerdeführer drohende mehrjährige Freiheitsstrafe insgesamt nicht zu beanstanden. Nicht gefolgt werden kann dem Beschwerdeführer schliesslich, wenn er geltend macht, eine bestehende Kollusionsgefahr könne im vorzeitigen Strafvollzug mittels der in Art. 84 Abs. 2 StGB vorgesehenen Möglichkeit der Beschränkung der Aussenkontakte gebannt werden. Im Strafvollzug, in welchem der Gefangene Kontakt namentlich mit den Mitgefangenen hat, von denen der eine oder andere gegebenenfalls demnächst Urlaub erhält oder (bedingt) entlassen wird, kann der Verdunkelungssgefahr nicht gleich wirksam begegnet werden wie in Untersuchungshaft (Urteil 1B_641/2022 vom 12. Januar 2023 E. 2.1 mit Hinweisen). Der vom Beschwerdeführer angerufene Art. 84 Abs. 2 StGB lässt keine haftähnlichen Freiheitsbeschränkungen zur Verhinderung kolludierender Handlungen zu, zumal er sich einzig auf die Aussenkontakte (und nicht etwa auf die Kontakte zu den Mitgefangenen) bezieht. Dass sich der Mitbeschuldigte C.________ derzeit ebenfalls in Haft befindet, vermag die Kollusionsgefahr sodann zwar zu reduzieren, schliesst diese aber ebenso wenig aus, wie eine Platzierung desselben in einer anderen Justizvollzugsanstalt, zumal eine Beeinflussung auch durch Vermittlung von Drittpersonen geschehen kann (in diesem Sinne etwa Urteil 1B_48/2013 vom 19. Februar 2013 E. 5.2). Eine Verletzung von Art. 236 StPO und Art. 84 Abs. 2 StGB ist zu verneinen.