Citation: 1C_619/2017 E. 3.1

3.1. Während sich das Bundesgericht in diversen Entscheiden mit der Frage befasst hat, ob eine geplante Zweckänderung neue Auswirkungen im Sinne von Art. 24a Abs. 1 RPG mit sich bringt, blieb bisher unbeantwortet, welche Nutzung als Vergleichsmassstab zu gelten hat: Im Urteil 1A.214/2002 vom 12. September 2002 war die Umnutzung einer ehemaligen Pferdescheune in der Landwirtschaftszone Streitgegenstand. Diese wurde später für die Hundezucht benutzt, welche durch eine Hundeschule erweitert werden sollte. Das Bundesgericht hielt (in E. 5.1.1) fest, die beantragte Nutzungsänderung hätte rund eine Verdoppelung des bisherigen Verkehrs zur Folge, wodurch neue Auswirkungen auf Erschliessung und Umwelt im Sinne von Art. 24a RPG entstünden. Ob es dabei die gegenwärtige Nutzung (Hundezucht) oder die ursprüngliche Nutzung (Pferdescheune) als Referenzmassstab heranzog, spielte keine Rolle und blieb offen. Auch im Urteil 1A.176/2002 vom 28. Juli 2003 musste das Bundesgericht die Frage nicht beantworten, da unabhängig davon, mit welchem Zustand die beabsichtigte Nutzung verglichen wurde, zusätzliche Immissionen zu erwarten waren (E. 4.1). Es hielt jedoch fest, bei gestaffelten baulichen Änderungen und Nutzungsänderungen müsse eine gesamthafte Beurteilung vorgenommen werden. In diesem Zusammenhang steht auch die Aussage, dass nach Bewilligung einer neuen Lagerhalle allfällige Ansprüche auf die Weiterführung der bisherigen Nutzung untergehen und an ihre Stelle die neue Nutzung tritt (E. 2.1). Hingegen lässt sich daraus, entgegen der Auffassung des Beschwerdegegners, nicht ohne weiteres schliessen, für die Beurteilung von Auswirkungen nach Art. 24a RPG sei auf die gegenwärtige und nicht die ursprüngliche, zonenkonforme Nutzung abzustellen. Im Urteil 1C_127/2008 vom 4. Dezember 2008 erwog das Bundesgericht unter Berufung auf eine Stellungnahme des ARE, der Beschwerdeführer könne nicht geltend machen, bei der herkömmlichen landwirtschaftlichen Nutzung wären die Auswirkungen auf die Umwelt eher grösser als bei seinem nichtlandwirtschaftlichen Betrieb. Dies würde zu einer nicht vorgesehenen, unzulässigen Verrechnung von wegfallenden landwirtschaftlichen Auswirkungen und neuen, nichtlandwirtschaftlichen Auswirkungen führen (E. 2.5). In Frage standen Geruchsimmissionen, die auch bei der früheren landwirtschaftlichen Nutzung nicht aufgetreten und deshalb neu und unzulässig waren. Ein Entscheid bezüglich der heranzuziehenden Referenznutzung kann somit auch diesem Urteil nicht entnommen werden. Nicht festgelegt hat sich das Bundesgericht sodann im Urteil 1C_336/2015 vom 19. Januar 2016. Dieses Urteil betraf die geplante Umnutzung eines ungenutzten Militärareals (Tanklager) in eine Hundebetreuungsanlage. Das Bundesgericht hielt lediglich fest, selbst wenn die geplante Nutzung als Hundebetreuungsanlage mit der ursprünglichen, militärischen Nutzung (und nicht mit der Stilllegung) zu vergleichen wäre, führe die beabsichtigte Umnutzung zu einer Zunahme der Verkehrsbewegungen und damit zu einer Mehrbelastung der Erschliessung (E. 4.3). Zuletzt hat sich das Bundesgericht im Urteil 1C_283/2017 vom 23. August 2017 mit Art. 24a RPG auseinandergesetzt. Verfahrensgegenstand war dort jedoch der Umfang der im Jahre 2001 bewilligten Nutzung der ehemaligen Hühnerfarm als stilles Lager (E. 5.3). Die vorliegend interessierende Frage, welche Nutzung als Referenzmassstab heranzuziehen ist, blieb in diesem Entscheid ebenfalls offen.