Citation: 2C_140/2020 E. 4.2.2

4.2.2. Es trifft zu, dass der qualifizierte Drogenhandel aus rein finanziellen Motiven nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung als schwerwiegendes Delikt gilt (vgl. BGE 139 II 121 E. 6.3 S. 130 f.; Urteil 2C_17/2019 vom 31. Oktober 2019 E. 2.2). Anders als im Geltungsbereich des Abkommens vom 21. Juni 1999 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der Europäischen Gemeinschaft und ihren Mitgliedstaaten andererseits über die Freizügigkeit (FZA; SR 0.142.112.681), wo die Fernhaltung nach Art. 5 Abs. 1 Anhang I FZA nur bei aktueller Gefährdung der öffentlichen Ordnung, Sicherheit und Gesundheit in Frage kommt, dürfen gegenüber Drittstaatenangehörigen wie dem Ehegatten der Beschwerdeführerin auch generalpräventive Aspekte in der Interessenabwägung berücksichtigt werden (vgl. statt vieler Urteile 2C_1121/2018 vom 3. Oktober 2019 E. 2.4.2; 2C_385/2018 vom 29. November 2018 E. 5.3). Das bedeutet, dass es ein schwerwiegendes Delikt unter Umständen rechtfertigen kann, einen Drittstaatenangehörigen auch noch zu einem Zeitpunkt fernzuhalten, zu welchem von ihm keine relevante Rückfallgefahr (mehr) ausgeht. Vor diesem Hintergrund ist es nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz das öffentliche Interesse auch über sechs Jahre nach der Ausreise des Ehegatten und trotz seitherigen Wohlverhaltens angesichts der schwerwiegenden Straftat des Ehegatten der Beschwerdeführerin als sehr gross einstufte und erwog, dass dieses Interesse erst mit Ablauf des achtjährigen Einreiseverbots am 9. Juni 2021 an Gewicht verlieren werde.