Citation: 2C_294/2023 E. 6.2

6.2. Der Beschwerdeführer bringt in Bezug auf die Auslegung von Art. 36 Abs. 1 TSchV vor, es sei unzulässig, dass die Vorinstanz die von 16 Kantonen und dem Fürstentum Liechtenstein herausgegebene "Kurzinformation Haltung von Schafen" (<www.veta.zh.ch> unter Nutztiere & Pferde/Merkblätter & Downloads) als Auslegungshilfe beigezogen habe. Hingegen hätte sie sachgerechterweise neben der Fachinformation Nr. 7.3 des BLV, "Witterungsschutz bei der dauernden Haltung von Schafen im Freien", vom September 2008 (nachfolgend: Fachinformation 7.3) auch die Fachinformation Nr. 7.6, "Witterungsschutz bei Wanderschafherden", vom November 2019 (nachfolgend: Fachinformation 7.6) zur Auslegung heranziehen sollen (für beide <www.blv.admin.ch> unter Tiere/Tierschutz/Nutztierhaltung/Schafe). Inhaltlich macht der Beschwerdeführer geltend, der Begriff der extremen Witterung setze kumulativ Nässe, Kälte und Wind voraus; ein Witterungselement allein genüge entgegen der Vorinstanz nicht. Die Studie Piirsalu und andere (E. 3 hiervor) zeige zudem, dass Schafe auch bei sehr tiefen Temperaturen (bis minus 20 °C) mehrheitlich lieber draussen als in einem Witterungsschutz seien. Die Vorinstanz sei daher viel zu schnell von extremer Witterung ausgegangen. Art. 36 Abs. 1 TSchV verlange sodann keinen dauerhaft verfügbaren Witterungsschutz. Handlungsbedarf bestehe erst, wenn extreme Witterung "über längere Zeit" vorliege, was eine Dauer von mehr als zwei Tagen voraussetze. Die bloss abstrakte Möglichkeit, dass extreme Witterung auftritt, genüge nicht; vielmehr müsse dauerhaft extreme Witterung tatsächlich auftreten oder zumindest konkret absehbar sein.