Citation: 1C_656/2020 E. A

Die C.________ AG (im Folgenden: C.________) ist Eigentümerin des Grundstücks Nr. 1044 in Horw. Die Parzelle liegt in der Zentrumszone Bahnhof und im Perimeter des Bebauungsplans Zentrumszone Bahnhof Horw. Mit Entscheid vom 4. Mai 2016 erteilte der Gemeinderat Horw der C.________ die Bewilligung, die bestehende Überbauung auf dem Grundstück abzureissen und ein neues Wohn- und Geschäftshaus samt Autoeinstellhalle zu bauen. Gleichzeitig verfügte er, für die fehlenden Spiel- und Freizeitanlagen habe die Gesuchstellerin eine Ersatzabgabe von Fr. 50'454.-- zu entrichten. Die Rechnungsstellung erfolge durch das Baudepartement der Gemeinde Horw nach Vollendung des Bauvorhabens und durchgeführter Schlusskontrolle. In der Folge unterbreitete die Genossenschaft A.________ (im Folgenden: A.________) dem Gemeinderat ein Baugesuch für verschiedene Projektänderungen. Die A.________ trat in diesem Zusammenhang neu als Bauherrin anstelle der C.________ auf. Letztere blieb allerdings Grundeigentümerin. Die Änderungen betrafen zur Hauptsache den Verzicht auf das zweite Untergeschoss und zwei zusätzliche Wohnungen (neu 46 statt 44). Mit Entscheid vom 3. August 2017 erteilte der Gemeinderat der A.________ und der C.________ die Baubewilligung. Als Ersatzabgabe für die fehlenden Spiel- und Freizeitanlagen setzte er einen Betrag von Fr. 46'028.50 ein. Mit Schreiben vom 18. April 2019 teilte das Baudepartement der Gemeinde Horw der A.________ mit, die Ersatzabgabe sei falsch berechnet worden. Die richtige Berechnung ergebe einen Betrag von Fr. 134'433.--. Gemäss § 115 des Gesetzes des Kantons Luzern vom 3. Juli 1972 über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; SRL Nr. 40) könne die Behörde Fehlschreibungen und Rechnungsfehler in der Ausfertigung eines Entscheids jederzeit berichtigen. Mit Entscheid vom 26. September 2019 in Sachen "Berichtigung Ersatzabgabe für fehlende Spiel- und Freizeitanlagen" verfügte der Gemeinderat schliesslich eine Ersatzabgabe von Fr. 230'142.55. Er erwog, es könne nicht sein, dass die A.________ wegen eines offensichtlichen Berechnungsfehlers in erheblichem Umfang von der Leistung einer Ersatzabgabe für fehlende Spielplätze und andere Freizeitanlagen befreit werde. An der Abgabe bestehe ein gewichtiges öffentliches Interesse. Es sei deshalb gestützt auf § 116 Abs. 1 VRG eine Änderung des Entscheids vom 3. August 2017 gerechtfertigt. Auf das Schreiben vom 18. April 2019 nahm der Gemeinderat nur insofern Bezug, als er festhielt, damit und mit einem weiteren Schreiben der Gemeinde sei der Gesuchstellerin das rechtliche Gehör gewährt worden. Gegen den Entscheid des Gemeinderats vom 26. September 2019 erhoben die A.________ und die B.________ AG Verwaltungsgerichtsbeschwerde. Mit Urteil vom 13. Oktober 2020 wies das Kantonsgericht Luzern das Rechtsmittel ab.