Citation: 1C_330/2023 E. 4.1.2

4.1.2. Aus den Akten ergibt sich jedoch, dass der Beschwerdeführer seine Aussage mehrfach angepasst hat, um den Einwänden der Gegenseite Rechnung zu tragen: Bei der Befragung vom 1. Oktober 2021 sagte er, er könne sich nicht erklären, weshalb sein Name und Kurzzeichen (CARE) in den Metadaten als "Autor" des Strafanzeigeformulars erscheine; Metadaten könne jeder verändern. Mit Stellungnahme vom 1. November 2021 erklärte er dann, den Betreibern der Webseite ein Anzeigeformular für Ehrverletzungsdelikte zur Verfügung gestellt zu haben, weshalb er in den Metadaten als Autor des Dokuments genannt werde; mit der Änderung und Aufschaltung des Formulars habe er jedoch nichts zu tun gehabt. In der Rekursschrift vom 6. Dezember 2021 beharrte der Beschwerdeführer darauf, das Strafanzeigeformular weder verfasst noch veröffentlicht zu haben, ohne weitere Erklärungen abzugeben. Im Übrigen sei an diesem Formular auch nichts zu beanstanden; im Gegenteil gewährleiste es den gleichen Zugang zum Recht. Nachdem im Rekursentscheid festgehalten worden war, schon das "zur Verfügung stellen" des Strafanzeigeformulars an die Betreiber der Plattform stelle eine gravierende Treuepflichtverletzung dar, präzisierte der Beschwerdeführer vor Verwaltungsgericht, er habe das Dokument nicht direkt den Betreibern übermittelt. Vielmehr sei er in einem Gruppenchat von "Wir für Euch" angefragt worden, ob jemand ein Formular für die Anzeige von Ehrverletzungsdelikten zur Verfügung stellen könne. Da er Zugang zu solchen Formularen gehabt habe, habe er ein solches übermittelt, ohne sich Gedanken zum Verwendungszweck zu machen. Die Kantonspolizei wandte dagegen in ihrer Vernehmlassung ein, dass der Name des Beschwerdeführers nicht als Verfasser des Dokuments in den Metadaten erscheinen würde, wenn er ein Strafanzeigeformular lediglich übermittelt hätte: Nur, wer ein Word-Dokument "von Grund auf" erstelle, erscheine bei dessen Umwandlung in ein PDF-Dokument als "Autor". In der Replik vom 5. September 2022 (Rz 18 S. 8) wies der Beschwerdeführer nochmals auf die Manipulierbarkeit von Metadaten hin. Erst in der Triplik vom 14. November 2022 ergänzte er, er habe nicht das Strafanzeigeformular als solches übermittelt, sondern dessen Text in ein neues Worddokument kopiert, weil er der anfragenden Person das Dokument nicht mit dem Polizeilogo habe überlassen wollen. Er erklärte, der unter einem Pseudonym auftretende Chatpartner, an welchen er das Formular übermittelt habe, habe von der Kündigung erfahren und sich daraufhin bei ihm gemeldet. Er habe mitgeteilt, dass er das Dokument in ein Formular für die Anzeige von Nötigung und Amtsmissbrauch umgearbeitet und zwecks Überprüfung an den damaligen Assistenzstaatsanwalt B.________ weitergeleitet habe. Der Chatteilnehmer sei offensichtlich selbst Polizist und bestehe auf strikter Anonymität, weshalb seine Identität nicht offengelegt werden könne. Dagegen habe B.________ bestätigt, das Strafanzeigeformular fertiggestellt und zusammen mit einer entsprechenden Handlungsanweisung an die Administratoren der Webseite übermittelt zu haben. Dafür reichte der Beschwerdeführer eine "Stellungnahme Urheberschaft" von B.________ und die Kopie einer E-Mail vom 24. September 2021 mit 6 Anhängen (Handlungsempfehlungen, Strafanzeige und Vorlage Einsprache, je als Word- und als PDF-Dokument) zu den Akten. Diese wurde vom Konto " liberate.corona@ protonmail.com " an die Adresse info@wirfuereuch.ch verschickt.