Citation: 5A_1038/2020 E. 4.3.2

4.3.2. Die These, dass der Streit um die Erbenstellung des Beschwerdeführers eine Statusfrage beschlage, vermag nicht zu überzeugen. Der Begriff der vermögensrechtlichen Streitigkeit in Art. 6 IPRG entspricht inhaltlich demjenigen des vermögensrechtlichen Anspruchs, wie er in Art. 5 Abs. 1 IPRG betreffend die Gerichtsstandsvereinbarung verwendet wird (VASELLA/KUNZ, in: Basler Kommentar, Internationales Privatrecht, 4. Aufl. 2021, N 13 zu Art. 6 IPRG; MÜLLER-CHEN, in: Zürcher Kommentar zum IPRG, 3. Aufl. 2018, Bd. I, N 21 zu Art. 6 IPRG; BUHR/GABRIEL/SCHRAMM, in: CHK Handkommentar zum Schweizer Privatrecht, 3. Aufl. 2016, N 10 zu Art. 6 IPRG). Diesbezüglich hat das Bundesgericht erkannt, dass die Zulässigkeit einer Gerichtsstandsvereinbarung im Bereich des Erbrechts nach ganz überwiegender Auffassung bejaht wird (BGE 138 III 570 E. 3.2 mit Hinweisen). Ein Grund, die Einlassung (Art. 6 IPRG) anders zu behandeln, ist nicht ersichtlich. Nachdem Streitigkeiten um erbrechtliche Ansprüche vermögensrechtlicher Natur sind (so ausdrücklich BUCHER, in: Commentaire romand, Loi sur le droit international privé [LDIP] - Convention de Lugano [CL], 2011, N 3 zu Art. 86 IPRG), kann die Zuständigkeit des angerufenen schweizerischen Gerichts auch durch eine Einlassung im Sinne der zitierten Norm begründet werden (KÜNZLE, in: Zürcher Kommentar zum IPRG, 3. Aufl. 2018, Bd. I, N 19 zu Art. 86 IPRG; GÖKSU, in: CHK Handkommentar zum Schweizer Privatrecht, 3. Aufl. 2016, N 4 zu Art. 86 IPRG; s. auch den Beschluss des Handelsgerichts des Kantons Zürich vom 15. Mai 2007, in: ZR 107/2008 S. 29). Als Ausnahme davon steht einer Einlassung im Bereich des Erbrechts immerhin die Zuständigkeit des Staates entgegen, der für Grundstücke auf seinem Gebiet die ausschliessliche Zuständigkeit vorsieht (Art. 86 Abs. 2 IPRG; statt vieler: BUCHER, a.a.O., N 5 zu Art. 6 IPRG). Der Begriff der erbrechtlichen Streitigkeit, wie er dem IPRG zugrunde liegt (vgl. Art. 86 Abs. 1 IPRG) und auf den es auch für die Anwendung von Art. 6 IPRG ankommt, ist nach schweizerischem Erbrecht zu qualifizieren (SCHNYDER/LIATOWITSCH/DORJEE-GOOD, in: Basler Kommentar, Internationales Privatrecht, 4. Aufl. 2021, N 86 zu Art. 10 IPRG; KÜNZLE, a.a.O., N 5 zu Art. 86 IPRG; GÖKSU, a.a.O, N 5 zu Art. 86 IPRG). Nach der Rechtsprechung betreffen erbrechtliche Streitigkeiten Klagen, mit denen der Bestand oder die Höhe erbrechtlicher Ansprüche geltend gemacht oder bestritten wird (BGE 137 III 369 E. 4.3; 132 III 677 E. 3.3 mit Hinweisen; Urteil 5A_313/2015 vom 26. Mai 2015 E. 4). Der Streitgegenstand bestimmt sich nach dem Klagebegehren und den zu seiner Begründung angerufenen Tatsachen (BGE 136 III 123 E. 4.3.1 mit Hinweisen). Hier stellen die Beschwerdegegner das Klagebegehren, die letztwillige Verfügung des Erblassers insoweit für ungültig zu erklären, als der Beschwerdeführer als Erbe eingesetzt bzw. in irgendeiner anderen Form begünstigt wurde; eventualiter verlangen sie festzustellen, dass der Beschwerdegegner als Erbe von der Erbschaft des Erblassers ausgeschlossen bzw. auch nicht in irgendeiner anderen Form aus dieser Erbschaft begünstigt ist (s. Sachverhalt Bst. B.a). Die Beschwerdegegner haben es mit ihrer Klage also darauf abgesehen, dem Beschwerdeführer jegliches Recht "als Erbe" am Nachlass des Erblassers abzusprechen. Anders gesagt: Sie bestreiten den Bestand seiner erbrechtlichen Ansprüche. Weshalb diese Streitigkeit trotz ihrer erbrechtlichen Natur nicht als (ausschliesslich) vermögensrechtlich gelten kann, sondern als Streit um die Erbenstellung eine (der Einlassung nicht zugängliche) Statusfrage beschlagen soll, mag der Beschwerdeführer im hiesigen Verfahren nicht erklären. Zur Begründung verweist er stattdessen auf seine Berufungsreplik. Damit verkennt er, dass blosse Verweise auf die den Vorinstanzen eingereichten Rechtsschriften den Begründungsanforderungen im bundesgerichtlichen Verfahren (Art. 42 Abs. 2 BGG) nicht genügen (BGE 133 II 396 E. 3.2). Bleibt aber im Dunkeln, weshalb die Klage eine Statusfrage zum Gegenstand haben soll, so hilft dem Beschwerdeführer auch das Argument nicht weiter, wonach Art. 6 IPRG angesichts der engen Verknüpfung von Status- und Vermögensfragen jedenfalls "sehr restriktiv auszulegen" sei. Dasselbe gilt hinsichtlich seiner weiteren Einwände, wonach ein schweizerisches Sachurteil aufgrund seiner Natur als Statusentscheid in Norwegen nicht anerkenn- und vollstreckbar wäre, die Nachlasswerte sich praktisch ausschliesslich in Norwegen befänden und der Erblasser testamentarisch das norwegische Recht für anwendbar erklärt habe. Abermals begnügt sich der Beschwerdeführer mit einem unzulässigen Verweis auf seine Berufungsreplik. Nach alledem ist auch der Schlussfolgerung des Beschwerdeführers, dass das Bezirksgericht in pflichtgemässer Ausübung seines Ermessens von seinem Ablehnungsrecht hätte Gebrauch machen müssen, der Boden entzogen. Ebenso unbegründet ist der Vorwurf, das Kantonsgericht erkläre die in der Berufungsreplik vorgebrachten Hinweise auf das norwegische Recht "flugs als unbehelflich" und verletze damit seine Begründungspflicht. Ob sich die betroffene Person über die Tragweite eines behördlichen Entscheids Rechenschaft geben und ihn in voller Kenntnis der Sache anfechten kann (vgl. BGE 134 I 83 E. 4.1; 133 III 439 E. 3.3), beurteilt sich anhand des Ergebnisses des Entscheids, das im Urteilsspruch zum Ausdruck kommt und das allein die Rechtsstellung der betroffenen Person berührt (BGE 145 III 324 E. 6.1). Eingedenk dessen hält der angefochtene Entscheid vor Art. 29 Abs. 2 BV stand. Die vorinstanzlichen Erwägungen lassen gar mit einer mehrfachen Begründung erkennen, weshalb das Kantonsgericht das Bezirksgericht als örtlich zuständig erachtet.