Citation: 7B.195/2001 18.10.2001 E. 3

3.- a) Im Konkurs über eine Bank übt nach Art. 36 Abs. 2 BankG die Konkursverwaltung "sämtliche Rechte auch der Gläubigerversammlung aus". Sie ist also insbesondere berechtigt, im Sinne von Art. 253 Abs. 2 SchKG unbeschränkt "alles Weitere für die Durchführung des Konkurses" anzuordnen; im Übrigen sind im Bankenkonkurs die allgemeinen Regeln des Konkursverfahrens anwendbar (BGE 93 III 23 E. 1 S. 25/26). So hat die Konkursverwaltung die Geschäfte zu besorgen, welche zur Erhaltung und Verwertung der Masse notwendig sind (Art. 240 SchKG; vgl. Bodmer/Kleiner/Lutz, Kommentar zum schweizerischen Bankengesetz, Stand: 12. Lieferung 2001, N. 125 zu Art. 36-37 BankG). Die Verfügungen der Konkursverwaltung unterliegen der Beschwerde (Art. 36 Abs. 2 BankG; Lorandi, Betreibungsrechtliche Beschwerde und Nichtigkeit, N. 48 u. 81 zu Art. 17 SchKG). b) Soweit die Beschwerdeführerin geltend macht, die Zweitausstellung einer Abtretungserklärung aus dem Jahre 1992 falle in den Kompetenzbereich der Konkursverwaltung, und sie aus diesem Grund im Beschwerdeverfahren verlangt, dass die Konkursverwaltung anzuweisen sei, eine erneute Abtretungserklärung einer Briefgrundschuld auszufertigen, geht sie fehl. Wenn die Konkursverwaltung für die Konkursmasse bestreitet, dass sie verpflichtet sei, eine vollzugsfähige Erklärung der vor dem Konkurs bereits erklärten Abtretung der Briefgrundschuld abzugeben, hat sie zu einer gegenüber der Masse behaupteten Pflicht Stellung bezogen und nicht eine konkret auf den Gang des Vollstreckungsverfahrens einwirkende Massnahme getroffen (vgl. Art. 17 Abs. 1 SchKG; BGE 116 III 91 E. 1 S. 93; Amonn/Gasser, Grundriss des Schuldbetreibungs- und Konkursrechts, 6. Aufl. 1997, § 6 Rz. 7; vgl. Jaeger/Walder/ Kull/Kottmann, Bundesgesetz über SchK, 4. A., N. 13 zu Art. 17 SchKG, m.H.). Im Übrigen rügt die Beschwerdeführerin selber weder einen Verfahrensfehler, noch beantragt sie eine vollstreckungsrechtlich wirksame Berichtigung von Handlungen der Konkursverwaltung. Vielmehr sind die Beschwerdeführerin und die Konkursverwaltung offensichtlich verschiedener Meinung über die rechtliche Pflicht zur Ausstellung sowie die rechtlichen Wirkungen der verlangten Erklärung bzw. Bestätigung. Dass sich die Aufsichtsbehörden in diesen gewöhnlichen Rechtsstreit mischen und den Prozess für die Beschwerdeführerin dadurch überflüssig machen könnten, dass sie die Konkursverwaltung anweisen, den Anspruch der Beschwerdeführerin auf die Abgabe einer derartigen Erklärung anzuerkennen, steht ausser Frage. Das Aufsichtsrecht über die Konkursverwaltung erstreckt sich nur auf die Einhaltung der Verfahrensvorschriften, und nicht auf die Art und Weise der Stellungnahme zu streitigen Rechtsansprüchen, die an die Masse gestellt werden (BGE 35 I 628 S. 630; Jaeger, Schuldbetreibung und Konkurs, Bd. II, N. 5 zu Art. 240 SchKG, S. 203; Fritzsche/ Walder, Schuldbetreibung und Konkurs nach schweizerischem Recht, Bd. I, 3. Aufl. 1984, § 8 Rz. 13; Jaeger/Walder/Kull/ Kottmann, a.a.O., N. 4 a.E., N. 9 a.E. zu Art. 240 SchKG). Vor diesem Hintergrund ist die Auffassung der Vorinstanz, dass der Entschluss der Konkursverwaltung, keine vollzugsfähige Zweitausfertigung der Abtretungserklärung betreffend die Briefgrundschuld zu erklären, keine beschwerdefähige Verfügung im Sinne von Art. 17 SchKG darstelle, nicht zu beanstanden. Die Beschwerde gegen den angefochtenen Nichteintretensentscheid erweist sich als unbegründet. c) Bei diesem Ergebnis erübrigt sich, über die weiteren Anträge der Beschwerdeführerin, dass die erkennende Kammer selber die beantragte Erklärung über die Zweitausfertigung der fraglichen Abtretungserklärung abzugeben habe (Beschwerdeantrag Ziff. 2) und die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen sei (Beschwerdeantrag Ziff. 3), zu befinden.