Citation: 8C_660/2014 E. 3.2

3.2. Unbestritten ist, dass die Versicherte mit der seit 1. September 2013 während 32-35 Wochenstunden ausgeübten Tätigkeit als Betriebsmitarbeiterin Hausdienst beim Verein B.________ ihre auf 100 % festgelegte Arbeitsfähigkeit nicht voll ausschöpft. Sie macht geltend, ihr Invalideneinkommen sei zu Unrecht gestützt auf den LSE-Tabellenlohn ermittelt worden. Vielmehr sei ihr Lohn bei dieser Firma auf ein 100%iges Pensum aufzurechnen, was jährlich Fr. 31'960.- ergebe (47 Arbeitswochen à 40 Std. x Fr. 17.- inkl. Ferienentschädigung und 13. Monatslohn). Sie beruft sich auf das Urteil 9C_720/2012 vom 11. Februar 20013 E. 2.3.2. Hierin wurde unter anderem ausgeführt, es widerspräche offensichtlich der bundesgerichtlichen Rechtsprechung, das hypothetische Invalideneinkommen stets aufgrund statistischer Durchschnittswerte zu bestimmen, wenn der tatsächlich erzielte Verdienst unter dem gestützt auf das zumutbare Pensum ermittelten Tabellenlohn liege. Dabei würde der Sinn und Zweck des Kriteriums der "voll ausgeschöpften Restarbeitsfähigkeit" verkannt. Zu beachten sei, dass das Kriterium "stabile Arbeitsverhältnisse" verhindern soll, dass zu Ungunsten der versicherten Person von einem (zu) hohen tatsächlichen Einkommen ausgegangen werde, das sie nicht ohne weiteres auch in Zukunft verdienen könne. Die Versicherte wendet ein, gerade dies sei hier der Fall. Sie habe in ihrer ganzen Berufskarriere nie ein Einkommen von Fr. 50'453.- und mehr erwirtschaften können; ihr maximales Einkommen habe in einem einzigen Jahr (2009) Fr. 41'000.- betragen. Ansonsten sei es erheblich tiefer gewesen. Da das Kriterium des "stabilen Arbeitsverhältnisses" dem Schutz der versicherten Person diene, spiele es keine Rolle, dass sie im Verfügungszeitpunkt erst fünf Monate angestellt gewesen sei; es komme hinzu, dass sie zuvor beim selben Arbeitgeber bereits im Rahmen eines Arbeitsversuchs sechs Monate gearbeitet habe und immer noch dort arbeite. Dieser Argumentation kann nicht gefolgt werden. Denn Voraussetzung für die Anrufung des Schutzzwecks ist zunächst, dass überhaupt ein "besonders stabiles Arbeitsverhältnis" vorliegt (E. 3.1 hievor). Dies kann hier allein gestützt auf einen sechsmonatigen Arbeitsversuch und eine anschliessende rund fünfmonatige Arbeitsdauer bis zum massgebenden Zeitpunkt des Verfügungserlasses (BGE 132 V V 215 E. 3.1.1 S. 320) nicht bejaht werden (vgl. auch Urteile 8C_799/2912 von 15. Januar 2013 E. 4.2 und 8C_825/2011 vom 11. April 2012 E. 4.3.2). Da mithin bereits das kumulativ vorausgesetzte Kriterium des "besonders stabilen Arbeitsverhältnisses" für das Abstellen auf die konkrete erwerbliche Situation der Versicherten nicht erfüllt ist, ist die vorinstanzliche Heranziehung des LSE-Tabellenlohns für die Ermittlung des Invalideneinkommens nicht zu beanstanden. Unter diesen Umständen braucht das Kriterium des Soziallohns nicht geprüft zu werden; gleiches gilt für die Frage, ob der Verein B.________ die Versicherte auch zu 100 % beschäftigen würde (vgl. Urteile 8C_7/2014 vom 10. Juli 2014 E. 7.2 [zusammengefasst in SZS 2014 S. 463] und 9C_720/2012 E. 2.3.2).