Citation: 2C_1056/2021 E. A

A.________ (geb. 1991) wurde am 24. November 2014 sowie am 6. März 2015 als kosovarische Staatsangehörige je eine Kurzaufenthaltsbewilligung zur Einreise in die Schweiz erteilt. Am 8. Oktober 2015 reiste A.________ erneut in die Schweiz ein und ersuchte mit einem slowenischen Reisepass um Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung. Am 16. Oktober 2015 wurde ihr eine Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA zur Ausübung einer unselbständigen Erwerbstätigkeit mit Gültigkeit bis zum 7. Oktober 2020 erteilt. Am 5. August 2016 heiratete A.________ einen in der Schweiz aufenthaltsberechtigten ungarischen Staatsangehörigen (geb. 1976). Am 4. Oktober 2016 ersuchte sie um Erteilung eines neuen Ausländerausweises als kosovarische Staatsangehörige mit dem Zweck "Verbleib beim Ehemann". Das Migrationsamt des Kantons Thurgau teilte ihr mit, hierfür sei ein Gesuch um Familiennachzug zu stellen. Daraufhin ersuchten die beiden Ehegatten am 19. Oktober 2016 um eine Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA für A.________ als kosovarische Staatsangehörige zwecks Verbleib beim Ehegatten. Das Migrationsamt kam diesem Ersuchen am 16. November 2016 nach. Mit E-Mail vom 18. Juli 2018 teilte die Schweizer Vertretung in Slowenien dem Migrationsamt auf dessen Nachfrage hin mit, das Aussenministerium der Republik Slowenien habe bestätigt, dass der slowenische Reisepass von A.________ eine Fälschung sei. A.________ sei keine slowenische Staatsangehörige. Am 20. Juli 2018 reichte das Migrationsamt gegen A.________ Strafanzeige ein. Mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Bischofszell vom 5. August 2020 wurde der Ehemann von A.________ wegen Eingehen einer Scheinehe mit ihr zwecks Umgehung der Vorschriften über die Zulassung und den Aufenthalt von Ausländerinnen und Ausländern schuldig gesprochen. A.________ wurde mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Bischofszell vom 5. August 2020 unter anderem wegen rechtswidriger Einreise und Eingehen einer Scheinehe zwecks Umgehung der Vorschriften über die Zulassung und den Aufenthalt von Ausländerinnen und Ausländern für schuldig erkannt. Dieser Strafbefehl ist nicht rechtskräftig. Am 10. Juni 2020 ersuchte A.________ um Erteilung einer Niederlassungsbewilligung. Am 14. Oktober 2020 teilten die Einwohnerdienste Amriswil dem Migrationsamt mit, dass sich der ungarische Ehemann von A.________ per 19. Oktober 2020 ins Ausland abgemeldet habe. Mit Entscheid vom 9. Juni 2021 des Bezirksgerichts Arbon wurde die Ehe von A.________ und ihrem ungarischen Ehemann geschieden.