Citation: 5P.160/2004 08.07.2004 E. 2

Die Beschwerdeführerin 1 hat innert Frist je ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege gestellt, während die übrigen Beschwerdeführer weder ein entsprechendes Gesuch eingereicht noch den verlangten Kostenvorschuss bezahlt haben. Allein dies hat aber nicht zur Folge, dass auf die staatsrechtlichen Beschwerden insgesamt wegen Säumnis ohne jede Prüfung der Rügen nicht eingetreten werden kann. In den gegen die Beschwerdeführerin 1 als Solidarschuldnerin eingeleiteten Betreibungen auf Grundpfandverwertung sind sämtliche Gesamteigentümer Mitbetriebene, denen - wie im vorliegenden Fall geschehen - je ein Zahlungsbefehl zugestellt werden muss. Stehen Pfandgrundstücke - wie hier - im Gesamteigentum von mehreren Personen, so genügt der Rechtsvorschlag eines Einzelnen unter ihnen, um die Betreibung gegen alle Beteiligten bis zur Beseitigung des Rechtsvorschlages zum Stillstand zu bringen (Bernheim/Känzig, Kommentar zum Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs, SchKG II, 1998, N. 10, 31, 38 zu Art. 153 SchKG). Die Verwertung des Grundpfandes darf erst fortgesetzt werden, wenn alle Zahlungsbefehle rechtskräftig geworden sind (Bernheim/Känzig, a.a.O., N. 31 zu Art. 153 SchKG; Gilliéron, Commentaire de la loi fédérale sur la poursuite pour dettes et la faillite, 2000, N. 22 zu Art. 153 SchKG) bzw. wenn alle Rechtsvorschläge beseitigt worden sind. Damit aber ist auch jeder mitbetriebene Gesamteigentümer allein berechtigt, sich gegen die Erteilung der provisorischen Rechtsöffnung zur Wehr zu setzen und ist insoweit auch persönlich legitimiert (Art. 88 OG), gegen einen die provisorische Rechtsöffnung gewährenden letztinstanzlichen Entscheid staatsrechtliche Beschwerde zu erheben. Ob im Verfahren der staatsrechtlichen Beschwerde sämtliche betriebene Beschwerdeführer, welche sich mit gemeinsamer staatsrechtlicher Beschwerde gegen die Gewährung der provisorischen Rechtsöffnung zur Wehr gesetzt haben, den Kostenvorschuss leisten bzw. ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege stellen, ist unerheblich. Vielmehr genügt die rechtzeitige Leistung des Kostenvorschusses bzw. das rechtzeitige Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege eines Einzelnen unter ihnen, damit auf dessen staatsrechtliche Beschwerde unter dem Gesichtspunkt der Säumnis einzutreten ist. Unter diesem Gesichtspunkt kann somit auf die staatsrechtliche Beschwerde der Beschwerdeführerin 1 eingetreten werden. Demgegenüber sind die sieben übrigen Beschwerdeführer säumig, welche den Kostenvorschuss nicht bezahlt und auch kein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege gestellt haben; auf ihre staatsrechtlichen Beschwerden ist androhungsgemäss in Anwendung von Art. 150 Abs. 4 OG nicht einzutreten.