Citation: 9C_627/2022 E. 4.2

4.2. Vorliegend hat die Steuerverwaltung die Veranlagung vom 17. August 2020 mit der sog. A-Post-Plus-Versandmethode versendet: Bei der sog. A-Post-Plus-Sendung wird der Brief mit einer Nummer versehen und ähnlich wie ein eingeschriebener Brief mit A-Post spediert. Im Unterschied zu den eingeschriebenen Briefpostsendungen wird aber durch den Empfänger der Empfang nicht quittiert. Die Zustellung wird vielmehr elektronisch erfasst, wenn die Sendung in das Postfach oder in den Briefkasten des Empfängers gelegt wird. Auf diese Weise ist es möglich, mit Hilfe des elektronischen Suchsystems "Track & Trace" der Post die Sendung bis zum Empfangsbereich des Empfängers zu verfolgen (BGE 142 III 599 E. 2.2; Zweifel/Hunziker, a.a.O., N. 19a zu Art. 116). Entsprechend wird der Adressat im Falle seiner Abwesenheit auch nicht durch Hinterlegung einer Abholungseinladung avisiert, sondern die Sendung in den Briefkasten oder das Postfach des Empfängers gelegt (vgl. Beschreibung der Versandmethode gemäss BGE 142 III 599 E. 2.4.1; Urteil 5A_305/2021 vom 4. Oktober 2021 E. 4.4.1.2; siehe auch Ueli Kieser, Kommentar zum Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts ATSG, 4. Aufl. 2020, N. 16 zu Art. 38). Hier hat die Steuerverwaltung bei der Zustellung der Veranlagung vom 17. August 2020, wie dargelegt, zulässigerweise von dieser Versandform Gebrauch gemacht. Der Streit dreht sich denn auch nur darum, ob die infrage stehende A-Post-Plus-Sendung dem Beschwerdeführer bzw. seiner Steuervertreterin zugestellt werden konnte resp. als zugestellt zu gelten hat.