Citation: 4A_501/2021 E. 7.2.1

7.2.1. Die Vorinstanz erwog, strittig sei, bis zu welchem Zeitpunkt die Beklagte die Kosten im Zusammenhang mit der Fabrikhalle zu ersetzen habe. Geltend gemacht würden Kosten bis maximal September 2016. Dabei sei zu berücksichtigen, dass die Fabrikhalle (spätestens) ab November 2016 für den Betrieb der Ersatzmaschine genutzt worden sei. Die Klägerin habe die Vorbereitungsarbeiten auch für den späteren Betrieb der Ersatzmaschine verwerten können. Daraus lasse sich schliessen, dass zumindest eine Dauer von rund zwei Monaten (die von der Klägerin behauptete Vorbereitungszeit) ohnehin erforderlich gewesen wäre. Spätestens per 25. August 2016 (bei Inbetriebnahme im November 2016) hätte die Klägerin folglich die fragliche Fabrikhalle mieten müssen, um die nach eigenen Angaben erforderlichen Vorbereitungsarbeiten vorzunehmen. Seitens der Beklagten sei bestritten worden, dass die Ersatzmaschine erst im November 2016 geliefert worden sei. Trotzdem mache die Klägerin diesbezüglich keine näheren Ausführungen. Einen eigentlichen Beweis dafür, wann die Lieferung erfolgt sei, könne die Klägerin nicht erbringen. Dies könne aber nicht per se zur Abweisung des Schadenersatzanspruchs in diesem Punkt führen. Die Klägerin mache eine Lieferung der Ersatzmaschine rund 14 Monate nach Vertragsrücktritt geltend. Die entsprechende Bestellung habe sie umgehend nach Scheitern der Vergleichsgespräche getätigt. Dieser Zeitablauf erscheine durchaus plausibel. Immerhin mache die Klägerin bis Anfang 2016 laufende Vergleichsgespräche geltend, womit die Ersatzmaschine rund sieben bis zehn Monate nach Vertragsschluss geliefert worden wäre. Dies liege im ähnlichen Rahmen wie die im Vertrag zwischen den Parteien ursprünglich vorgesehene Produktionsdauer. Damit könne der Klägerin einzig vorgeworfen werden, dass sie die schadenmindernden Massnahmen nicht umgehend nach Vertragsrücktritt eingeleitet habe. Es wäre an ihr gelegen, umgehend die Beschaffung der Ersatzmaschine einzuleiten. Dies habe sie nach eigener Darstellung nur beschränkt gemacht. So habe sie zwar Vertragsverhandlungen aufgenommen, aber (vermutlich) erst im März 2016 den Vertrag unterzeichnet. Wie lange die Vertragsverhandlungen gedauert hätten, lege die Klägerin nicht dar. Es könne von ihr aber nicht verlangt werden, dass sie für jede erdenkliche Variante der Schadensberechnung eine Alternativbegründung aufstelle. Vielmehr sei in Anwendung von Art. 42 Abs. 2 OR eine angemessene Frist für die Vertragsverhandlungen anzurechnen. Dabei erscheine aufgrund der Komplexität der zu produzierenden Maschine und angesichts der von der Klägerin dargelegten Dauer der (ursprünglichen) Vertragsverhandlungen zwischen den Parteien eine Verhandlungsdauer von rund zweieinhalb Monaten angemessen. Es sei folglich davon auszugehen, dass die Klägerin bei umgehendem Vertragsschluss die Fabrikhalle rund zwei Monate früher, also ab dem 25. Juli 2016, für die neue Maschine benötigt hätte.