Citation: 2C_148/2022 E. 4.1

4.1. Der Beschwerdeführer beanstandet die vorinstanzliche Interessenabwägung. Er macht geltend, die Vorinstanz würdige die Umstände falsch, die zugunsten seines privaten Interesses sprächen. Der Widerruf der Niederlassungsbewilligung sei nicht erforderlich. Ihm werde gemäss den Verlaufsberichten vom Juni 2020 und Februar 2021 sowie dem Gutachten vom Februar 2021 lediglich ein geringes Rückfallrisiko sowie eine niedrige Rückfallwahrscheinlichkeit attestiert. Die Tatsache, dass er nach der künftigen Entlassung aus dem Massnahmenvollzug darauf angewiesen sei, bei seiner Familie zu leben, begünstige die Wahrscheinlichkeit für sein Wohlverhalten weiter. Trotz dieser Bestätigung gehe die Vorinstanz unzutreffend davon aus, dass er mit erheblicher Wahrscheinlichkeit gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung verstossen werde. Überdies, so der Beschwerdeführer weiter, sei der Widerruf der Niederlassungsbewilligung nicht zumutbar. Er sei im Jahr 1997 in der Schweiz geboren worden und lebe seither hier. In der tamilischen Sprache verständige er sich lediglich mit seinen Eltern, während er mit seinem Bruder Mundart spreche. Die tamilische Schrift sowie die in Sri Lanka gesprochene singhalesische Sprache beherrsche er nicht. Zwar sei er im Kindesalter einmal mit seiner Familie in Sri Lanka in den Ferien gewesen. Jedoch habe er keinen Kontakt zu allfälligen Verwandten, die in Sri Lanka leben würden. Entgegen der vorinstanzlichen Auffassung habe er in Sri Lanka kein soziales Netz. Nach Auffassung des Beschwerdeführers lässt die Vorinstanz im Übrigen ausser Acht, dass er im Zeitpunkt der Anlasstat erst 18-jährig und psychisch beeinträchtigt gewesen sei. Zunächst seien die Gutachter im Jahr 2016 von einer kombinierten Persönlichkeitsstörung ausgegangen. Im Nachhinein sei mit Gutachten vom 5. Februar 2021 eine paranoide Schizophrenie in schwerem Ausmass diagnostiziert worden. Im Schreiben des Massnahmenzentrums für junge Erwachsene vom 6. Mai 2021 werde festgehalten, dass die Anlasstat im Zusammenhang mit dieser Erkrankung stehe. Selbst das Amt für Justiz führe im Schreiben vom 21. Mai 2021 aus, dass die diagnostizierte paranoide Schizophrenie in schwerem Ausmass wohl weit über die ursprüngliche Diagnose einer schweren Persönlichkeitsstörung hinausgehe und es sich um eine deliktsrelevante paranoide Schizophrenie handle. Ferner sei er bei der Tat, die dem Urteil vom 4. Oktober 2017 zugrunde liege, das erste und einzige Mal strafrechtlich in Erscheinung getreten.