Citation: 6B_976/2015 E. 1.4.3

1.4.3. Zu beachten ist überdies, dass im frühen Verfahrensstadium der ersten Einvernahme eine gewisse Verallgemeinerung des Tatvorhalts im Hinblick auf eine erfolgreiche Durchführung der Strafuntersuchung zulässig ist. Die beschuldigte Person muss in allgemeiner Weise und nach dem aktuellen Verfahrensstand darüber aufgeklärt werden, was ihr vorgeworfen wird. Massgebend ist die Tathypothese, mit welcher die Strafverfolgungsbehörde arbeitet (Urteil 6B_1262/2015 vom 18. April 2016 E. 3.2 mit Hinweis; vgl. zudem Urteil 6B_518/2014 vom 4. Dezember 2014 E. 1.4). Diesen Anforderungen genügt der dem Beschwerdeführer gemachte Tatvorhalt. Die Strafverfolgungsbehörden sind auch nicht verpflichtet, vor der ersten Einvernahme ihr gesamtes Wissen offenzulegen. Nicht zwingend war, dass sie bereits anlässlich der ersten Einvernahme detaillierte Angaben zu der Marihuanamenge und den Bandenmitgliedern machten (vgl. Urteile 1B_311/2015 vom 18. Mai 2016 E. 4.4.3; 6B_518/2014 vom 4. Dezember 2014 E. 1.4), zumal wie dargelegt in dieser Hinsicht noch vieles unklar war. Die Rüge der Verletzung von Art. 158 Abs. 1 lit. a StPO ist unbegründet. Dies gilt auch mit Blick auf den erst in der 13. delegierten Einvernahme erfolgten Vorhalt zum Anstaltentreffen zur Veräusserung von 200 kg Marihuana. Dem Beschwerdeführer ist insoweit zuzustimmen, dass ihm anlässlich dieser Einvernahme kein konkreter Tatvorhalt gemacht wurde. Allerdings zeigt er nicht substanziiert auf und ist nicht offenkundig, dass die Strafverfolgungsbehörden bereits vorher detaillierte Kenntnis von diesem beabsichtigten Geschäft hatten. Der anlässlich der fraglichen Einvernahme anwaltlich vertretene Beschwerdeführer schilderte auf die Frage, was er über 200 kg Marihuana sagen könne, von sich aus das geplante Geschäft und erläuterte im weiteren Verlauf der Einvernahme, weshalb es schliesslich nicht dazu kam. Er konnte den Vorhalt offensichtlich erfassen und entschied sich, ein Geständnis abzulegen. In Anbetracht der gesamten Umstände kann den Strafverfolgungsbehörden somit nicht vorgeworfen werden, bereits vorher vorhandenes Wissen zurückgehalten zu haben.