Citation: 1C_497/2021 E. 7.2.2

7.2.2. Die Vorinstanz erwog in ihrer Stellungnahme, das partielle Ackerbauverbot in der Schutzzone S2 diene der Sicherstellung einer einwandfreien Trinkwasserversorgung. Auch das BUD weist in seiner Vernehmlassung zur Eingabe des BAFU darauf hin, dass mit dem partiellen Ackerbauverbot keine präventiven Zwecke verfolgt würden, sondern dem relativ geringen Flurabstand und den im Rahmen des Zulässigen erhöhten Nitratwerten begegnet werden soll, die ihren Ursprung insbesondere im Ackerbau bzw. der Stickstoffdüngung und der Bodenbearbeitung hätten. Beim Ackerbau handle es sich um eine Tätigkeit, die im Sinne von Anhang 4 Ziff. 222 Abs. 1 lit. d GSchV die Trinkwassernutzung gefährden könne. Führe der Ackerbau beim gefassten Trinkwasser zu Qualitätsproblemen, so hätten die Behörden gemäss der Wegleitung Grundwasserschutz des BAFU für diese Nutzung die notwendigen Einschränkungen zu verfügen. Als eine solche Einschränkung sehe Art. 19 SZR in Verbindung mit dem Umgrenzungsplan in einem die Zone S1 umgebenden Teilbereich der Zone S2 ein Ackerbauverbot vor. Dieses Verbot stelle unter den gegebenen hydrogeologischen Verhältnissen und der Nitratbelastung zur Verhinderung der Verunreinigung des Trinkwassers eine geeignete und erforderliche Massnahme dar, zumal sie erlaube, die Zone S1 mit den strengeren Anforderungen klein zu halten. Diese Ausführungen überzeugen. Das in Art. 19 Abs. 3 SZR vorgesehene, örtlich begrenzte Ackerbauverbot erscheint als Konkretisierung von Anhang 4 Ziff. 222 Abs. 1 lit. d GSchV, der neben den in Anhang 4 Ziff. 222 Abs. 1 lit. a-c GSchV konkret umschriebenen Tätigkeiten in allgemeiner Weise auch andere Tätigkeiten untersagt, welche die Trinkwasserversorgung gefährden. Eine solche Gefährdung geht vorliegend vom Ackerbau im Nahbereich der Schutzzone S1 aus, weshalb ein auf diesen Bereich beschränktes Ackerbauverbot in der Schutzzone S2 nicht über das notwendige Mass hinausgeht.