Citation: 6B_643/2022 E. 1.4.2

1.4.2. Die Kritik des Beschwerdeführers zielt im Übrigen ins Leere. Die Vorinstanz legt dem Beschwerdeführer denselben Lebenssachverhalt zur Last, wie er in der Anklage, d.h. im Strafbefehl, enthalten ist. Er soll den Fahrtschreiber nicht korrekt bedient haben, indem er nur die Lenkzeit aufgezeichnet habe. Wie die Vorinstanz überzeugend darlegt, handelt es sich bei der Bemerkung des erstinstanzlichen Gerichts, wonach Privatfahrten und Lenkzeiten nicht auseinandergehalten worden seien, lediglich um eine ausführlichere Beschreibung der dem Beschwerdeführer konkret vorgeworfenen Tathandlung und nicht etwa um einen anderen Tatvorwurf. Es wurden durch die Ausführungen der Vorinstanz keine Zweifel aufgeworfen, wogegen sich der Beschwerdeführer zur Wehr setzen musste. Der Strafbefehl, welcher als Anklageschrift gilt, enthält alle für den Tatbestand von Art. 16a ARV 2 i.V.m. Art. 14 Abs. 1, Art. 14a Abs. 3 und Art. 21 Abs. 2 lit. a und c ARV 1 erforderlichen Sachverhaltselemente. Durch die abweichende rechtliche Würdigung wird der Anklagegrundsatz nicht verletzt. Es ist zudem weder ersichtlich noch dargetan, aus welchen Gründen dem Beschwerdeführer eine Verteidigung nicht möglich gewesen sein soll. Dabei ist ihm nicht zu folgen, soweit er geltend macht, er habe aufgrund des (von ihm als falsch erachteten) Strafbefehls davon ausgehen dürfen, dass ihn die Vorinstanz aufgrund Art. 15 Abs. 1 ARV 2 büssen wolle. Er belässt es dabei zu behaupten, der Fahrtschreiber schreibe von sich aus ohne sein Dazutun ständig Lenkzeit, weshalb das ihm vorgeworfene Verhalten nicht strafbar sein könne. Dies verfängt unter dem Gesichtspunkt des Anklageprinzips nicht.