Citation: 9C_179/2021 E. 3.1

3.1. Hinsichtlich des Versicherten selber erwog die Vorinstanz im Wesentlichen, diesem sei es ab September 2015 bis mindestens zum Zeitpunkt des Verfügungserlasses am 6. Februar 2016 zwar objektiv möglich, aber nicht zumutbar gewesen, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. Aufgrund Verdachts auf eine axiale Spondyloarthritis habe er bei der IV-Stelle ein Rentenerhöhungsgesuch gestellt und sei von seinem Hausarzt voll arbeitsunfähig erachtet worden, worauf er habe vertrauen dürfen. In dieser Situation Arbeitsbemühungen zu verlangen, würde - so das kantonale Gericht - der "EL-spezifischen Schadenminderungspflicht" insofern die subjektive Komponente absprechen als einzig darauf abgestellt würde, ob ein EL-Bezüger bei rein objektiver Betrachtungsweise fähig sei, den EL-spezifischen Schaden durch die Erzielung eines Erwerbseinkommens zu mindern. Wie die Beschwerdeführerin richtig geltend macht, verletzt die Vorinstanz damit Bundesrecht. Die EL-Organe und Sozialversicherungsgerichte haben in Bezug auf die invaliditätsbedingte Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit grundsätzlich die Invaliditätsbemessung der Invalidenversicherung zu übernehmen (BGE 141 V 343 E. 5.7; BGE 140 V 267 E. 5.1). Diese ermittelte hier einen unveränderten Invaliditätsgrad von 47 % bei einer Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit von 65 %. Die Ausgleichskasse macht zu Recht - unter Verweis auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung (SVR 2019 EL Nr. 15 S. 37, Urteil 9C_653/2018 vom 26. Juli 2019 E. 5.1; Urteil 9C_251/2019 vom 9. Januar 2020 E. 7.2 und 7.3.2) - geltend, dass es sich bei der hiervon abweichenden Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung des behandelnden Hausarztes nicht um einen invaliditätsfremden Grund handelt, der die gesetzliche Vermutung der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit umzustossen vermag und es mit der Schadenminderungspflicht nicht vereinbar ist, während eines laufenden Rentenrevisionsverfahrens die allenfalls verbleibende Restarbeitsfähigkeit nicht zu verwerten. Darauf kann verwiesen werden, zumal das Zeugnis des Hausarztes vom 15. Februar 2016 lediglich eine neue Verdachtsdiagnose erwähnt. Dem Versicherten musste mithin bekannt sein, dass die Sachlage (noch) nicht klar und ein Vertrauen in die Arbeitsfähigkeitsbescheinigung des Hausarztes demnach nicht angebracht war.