Citation: 6B_526/2020 E. 1.3

1.3. Die Vorinstanz erwägt, der Beschwerdegegner habe dem Opfer mindestens einmal die Faust ins Gesicht geschlagen, worauf es zu Boden gegangen sei. Danach habe der Beschwerdegegner dem Opfer mit dem Fuss zweimal heftig gegen den Kopf getreten, wobei nicht davon auszugehen sei, dass das Opfer bewusstlos gewesen sei. Der Beschwerdegegner habe keine zielführenden Angaben in Bezug darauf gemacht, was ihm bei der Tat durch den Kopf gegangen sei. Auf die Frage anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung, was passieren könne, wenn man gegen den Kopf eines Menschen trete und ob dies gefährlich sei, habe der Beschwerdegegner geantwortet, man könne diesen Menschen verletzen und dies könne einfache oder schwere Verletzungen zur Folge haben. Der Beschwerdegegner habe ausgeführt, bereits 2017 gewusst zu haben, dass es gefährlich sei. Nach den vorinstanzlichen Erwägungen könne aus diesen zwei Jahre nach dem Ereignis deponierten Aussagen aber nicht geschlossen werden, dass dem Beschwerdegegner zur Tatzeit die Grösse des Risikos der Tatbestandsverwirklichung bekannt gewesen sei. Daran ändere auch die Vorstrafe wegen einfacher Körperverletzung vom 27. November 2015 nichts. Der Beschwerdegegner habe im Jahr 2013 einem am Boden liegenden Mann von der Seite mit Fäusten gegen den Kopf und den Oberkörper geschlagen und mit den Füssen gegen dessen Bauch getreten. Das Opfer habe keine schweren Körperverletzungen erlitten, was den Schluss zulasse, dass der Beschwerdegegner gestützt auf diese Erfahrung davon ausgegangen sei, Schläge und Tritte gegen den Oberkörper und Kopf eines Menschen würden einfache Körperverletzungen verursachen. Aufgrund der früheren Verurteilung des Beschwerdegegners wegen einfacher Körperverletzung sei es mehr als fraglich, ob ihm ein Wissen um die Möglichkeit des Erfolgseintritts einer schweren Körperverletzung zugerechnet werden könne. Selbst wenn dies zu bejahen wäre, könne nicht unbesehen auf die Inkaufnahme des Erfolges geschlossen werden. Zum Wissenselement müssten weitere Umstände wie beispielsweise ein durch den Täter bekanntes, aber unkalkulierbares Risiko oder ein Opfer ohne Abwehrchancen hinzukommen. Gestützt auf die Zeugenaussagen sei zwar davon auszugehen, dass der Angriff des Beschwerdegegners heftig gewesen sei. Die Tritte erschienen aber nicht so unkontrolliert, dass anzunehmen sei, der Beschwerdegegner habe das Risiko nicht kalkulieren können. Der Zeitraum, während dem das Opfer dem Beschwerdegegner schutzlos ausgeliefert war, sei sehr kurz gewesen. Zusammengefasst sei nicht davon auszugehen, dass der Beschwerdegegner um die Gefährlichkeit seiner Schläge gewusst und eine schwere Körperverletzung in Kauf genommen habe.