Citation: 2C_10/2023 E. 3.1

3.1. Nach Art. 50 Abs. 1 lit. a AIG besteht ein Bewilligungsanspruch nach Art. 42 AIG trotz der Auflösung bzw. des definitiven Scheiterns der Ehegemeinschaft fort, wenn diese mindestens drei Jahre gedauert und die betroffene ausländische Person sich hier zudem erfolgreich integriert hat (Art. 50 Abs. 1 lit. a AIG; BGE 136 II 113 E. 3.3.3; Urteile 2C_888/2022 vom 10. März 2023 E. 3.1; 2C_862/022 vom 16. März 2022 E. 4.2). Eine (relevante) Ehegemeinschaft liegt vor, solange die eheliche Beziehung tatsächlich gelebt wird und ein gegenseitiger Ehewille besteht (BGE 137 II 345 E. 3.1.2; Urteile 2C_888/2022 vom 10. März 2023 E. 3.1; 2C_862/2021 vom 16. März 2022 E. 4.2). Für die Berechnung des Beginns der Ehedauer ist, wie die Vorinstanz korrekt erwägt, vorliegend auf das Datum der zivilrechtlichen Eheschliessung in der Schweiz abzustellen (25. November 2016; vgl. BGE 144 I 266 E. 2.6; 140 II 345 E. 4.1 mit Hinweisen). Gemäss dem durch die Vorinstanz willkürfrei festgestellten Sachverhalt zog die Ex-Ehegattin des Beschwerdeführers nach ihren eigenen Angaben am 10. Juli 2019 aus der gemeinsamen ehelichen Wohnung aus und liess sie der Vermieterin der ehelichen Wohnung am 17. September 2019 das Kündigungsschreiben zukommen, in dem sie den 13. August 2019 als Trennungsdatum anführte; diesen Trennungszeitpunkt bestätigte sie im November desselben Jahres auch gegenüber den Steuerbehörden. Mit einem Nachtrag zum Mietvertrag (betreffend Mieterwechsel), zugestellt am 18. Oktober 2019 durch die Vermieterin, sollte die Ex-Ehegattin aus dem Mietverhältnis entlassen werden. Die Vorinstanz durfte gestützt darauf davon ausgehen, der Ehewille sei spätestens im Oktober 2019 erloschen (vgl. vorne E. 2.3.1). Der Beschwerdeführer lebte damit weniger als drei Jahre im gemeinsamen Haushalt mit seiner Ex-Ehegattin. Dass der Beschwerdeführer, wie er vorbringt, von dem Untergehen des Ehewillens bei der Ehegattin nichts gewusst haben will oder sein eigener Ehewille damals noch nicht erloschen sein soll, ist praxisgemäss nicht entscheidend; es muss ein gegenseitiger Ehewille bestehen (BGE 138 II 229 E. 2; 137 II 345 E. 3.1.2; Urteil 2C_880/2022 vom 22. März 2023 E. 3.2). Es besteht kein Anspruch auf weiteren Aufenthalt gestützt auf Art. 50 Abs. 1 lit. a AIG.