Citation: 4A_307/2020 E. 4.2.3

4.2.3. Zusammengefasst sei im Lichte der objektivierten Auslegung festzustellen, dass es dem mutmasslichen Willen der Vertragsparteien (d.h. der C.________ AG und der Beschwerdegegnerin) entsprochen habe, dass die C.________ AG einen Anspruch auf eine Teilvergütung haben sollte, sobald sie jeweils nachgewiesen habe, dass der im Zahlungsplan definierte Meilenstein erreicht gewesen sei. Bei diesen Teilvergütungen handle es sich um Akonto- und nicht um Teilzahlungen. Ob diese Akontozahlungen Abschlags- oder Vorauszahlungen darstellten, könne nicht abschliessend ermittelt werden. Indessen sei die Fälligkeit einer Akontozahlung nicht vom Nachweis abhängig gewesen, dass bestimmte Leistungen als Gegenleistung für die entsprechende Akontozahlung erbracht worden seien. Entsprechende Leistungen seien weder vertraglich definiert, noch seien sie von der C.________ AG vor Auszahlung der Akontozahlung genau nachzuweisen gewesen. Auch ein mutmasslicher Wille der Vertragsparteien, dass sie eine Tatsachenvermutung hätten aufstellen wollen, wonach der Wert des teilausgeführten Werks aufgrund der Akontozahlungen und ohne Gewissheit über die erbrachten Leistungen zu vermuten wäre, könne nicht erstellt werden.