Citation: 1P.7/2006 27.01.2006 E. 4

Schliesslich rügt der Beschwerdeführer, die Haftrichterin habe bei der Begründung des besonderen Haftgrundes der Fluchtgefahr seinen Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt. "Die Begründung der Einzelrichterin, wonach ihr erst nach Stellung des Gesuchs um Haftentlassung" im "November 2005 zugetragen worden sei, dass die Frau des Beschwerdeführers ursprünglich aus Mazedonien stamme", sei "in keiner Weise nachvollziehbar". Darin liege ein "erheblicher Mangel". Ausserdem habe er, der Beschwerdeführer, aufgrund der Prozessgeschichte nicht damit rechnen müssen, dass die Haftrichterin den besonderen Haftgrund der Fluchtgefahr heranziehen würde. Insofern sei auch sein Anspruch auf Replik "faktisch" missachtet worden. 4.1 Die Rüge der Verletzung des rechtlichen Gehörs erscheint unbegründet. Im angefochtenen Entscheid (Seiten 3-4) werden die wesentlichen Gründe dargelegt, die für die Annahme von Fluchtgefahr und für die Untauglichkeit blosser Ersatzmassnahmen sprechen. Die betreffenden Erwägungen halten vor dem Anspruch auf rechtliches Gehör stand. Es ist nicht ersichtlich und wird vom Beschwerdeführer nicht dargelegt, inwiefern die Begründung des angefochtenen Entscheides es ihm geradezu verunmöglicht hätte, seine prozessualen Rechte wirksam zu wahren (vgl. BGE 126 I 97 E. 2b S. 102 f.; 124 II 146 E. 2a S. 149; 123 I 31 E. 2c S. 34; 122 IV 8 E. 2c S. 14 f., je mit Hinweisen). Dass die Haftrichterin das Ausmass der festgestellten Fluchtgefahr am 15. Dezember 2005 offenbar höher einschätzte als in ihrem früheren Entscheid vom 3. August 2005, ist - wie bereits dargelegt - nicht zu beanstanden und verstösst auch nicht gegen den verfassungsmässigen Anspruch auf rechtliches Gehör. Die vom Beschwerdeführer ausführlich erörterte Frage, wann die Haftrichterin gewusst habe oder hätte wissen können, dass seine Ehefrau "ursprünglich aus Mazedonien stamme", erweist sich in diesem Zusammenhang als irrelevant. 4.2 Nicht zu folgen ist auch dem Einwand, der Beschwerdeführer habe "davon ausgehen" dürfen, "dass die Fluchtgefahr beim vorliegenden Haftentlassungsverfahren nicht mehr von Belang" sei. Weil der Haftgrund der Fluchtgefahr "nie mehr zur Diskussion" gestanden habe, sei der prozessuale Anspruch des Inhaftierten auf Anhörung bzw. Replik "faktisch ausgeschlossen" worden. Sowohl in seinem Haftentlassungsgesuch vom 28. November 2005 als auch in der Beschwerdeschrift übersieht der Beschwerdeführer, dass das Bestehen von Fluchtgefahr im haftrichterlichen Entscheid vom 3. August 2005 nicht apriori (oder gar für alle nachfolgenden Haftprüfungen verbindlich) verneint worden war. Vielmehr hatte die Haftrichterin von einem "mässigen" Fluchtrisiko gesprochen, dem (nach ihrer damaligen Beurteilung) noch mit Ersatzmassnahmen hätte begegnet werden können. Hinzu kommt, dass der Beschwerdeführer durchaus damit rechnen musste, dass der bereits im August 2005 diskutierte Haftgrund der Fluchtgefahr einige Monate später (und im Rahmen der fortschreitenden Untersuchung) unter neuem Licht beurteilt werden könnte. Er erhielt auch Gelegenheit, sich im kantonalen Verfahren zu den Haftgründen und zur Stellungnahme des Verhöramtes zu äussern. Eine Verletzung des Anspruches auf Replik ist in diesem Zusammenhang nicht ersichtlich.