Citation: 2C_181/2014 E. 3.1

3.1. Nicht strittig ist, dass das Nachzugsgesuch für die Tochter B.A.________ zu spät im Sinne des Art. 47 Abs. 1 AuG gestellt wurde (14. September 2012 bei einer Frist bis zum 10. Oktober 2010). Ein entsprechender Nachzugsanspruch besteht deshalb nur noch, "wenn wichtige familiäre Gründe" für die Familienzusammenführung sprechen (Art. 47 Abs. 4 AuG [SR 142.20] bzw. Art. 73 Abs. 3 VZAE [SR 142.201]; Urteil 2C_276/2011 vom 10. Oktober 2011 E. 4, nicht publ. in: BGE 137 II 393 ff.). Das ist der Fall, wenn das Kindeswohl schwergewichtig nur durch einen Nachzug in die Schweiz sachgerecht gewahrt werden kann (vgl. Art. 75 VZAE). Dabei ist jedoch nicht ausschliesslich das Kindeswohl von Bedeutung; es bedarf praxisgemäss vielmehr einer Gesamtschau unter Berücksichtigung aller relevanten Elemente im Einzelfall. Es ist dem Sinn und Zweck der Fristenregelung Rechnung zu tragen, welche die Integration der Kinder erleichtern will, indem diese durch einen frühzeitigen Nachzug unter anderem auch eine möglichst umfassende Schulbildung in der Schweiz geniessen sollen. Zudem geht es darum, Nachzugsgesuchen entgegenzuwirken, die rechtsmissbräuchlich erst kurz vor Erreichen des erwerbstätigen Alters gestellt werden und bei denen die erleichterte Zulassung zur Erwerbstätigkeit und nicht (mehr) die Bildung einer echten Familiengemeinschaft im Vordergrund steht (Botschaft zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März 2002, BBl 2002 3754 f. Ziff. 1.3.7.7). Die Bewilligung des Nachzugs nach Ablauf der Fristen hat nach dem Willen des Gesetzgebers die Ausnahme zu bleiben; dabei ist Art. 47 Abs. 4 Satz 1 AuG bzw. Art. 73 Abs. 3 VZAE jeweils aber dennoch so zu handhaben, dass der Anspruch auf Schutz des Familienlebens nach Art. 8 EMRK bzw. Art. 13 BV nicht verletzt wird (vgl. Urteile 2C_97/2013 vom 26. August 2013 E. 2.3 und 2C_906/2012 vom 5. Juni 2013 E. 3.2).