Citation: 6B_634/2019 E. 2.1

2.1. Die Beschwerdeführerin macht geltend, vom Strafbefehl zunächst keine Kenntnis gehabt zu haben, da die Abholungseinladung bei ihrer Nachbarin im Briefkasten deponiert worden sei. Erst am 21. November 2018 habe sie vom Strafbefehl Kenntnis erlangt, als ihr dieser durch die Polizei ausgehändigt worden sei. Daraufhin habe sie umgehend Einsprache erhoben. Nachdem ihr die Staatsanwaltschaft mit Schreiben vom 27. November 2018 mitgeteilt habe, dass ihre Einsprache verspätet sei, habe sie sich sofort auf die zuständige Poststelle begeben, um sich darüber zu beschweren, dass die Abholungseinladung nicht in ihren, sondern in den Briefkasten ihrer Nachbarin gelegt worden sei. Aus diesen Ausführungen gehe klar hervor, dass sie sich um die Inempfangnahme ihrer Post gekümmert und umgehend die notwendigen Schritte eingeleitet habe. Die Vorinstanz habe verschiedene Sachverhaltselemente wie etwa ihre umgehende Reklamation bei der zuständigen Poststelle vom 1. Dezember 2018 unberücksichtigt gelassen. Weiter sei der Tragweite der vom Service Center der Post erhaltenen Informationen nicht ausreichend Beachtung geschenkt worden. So enthalte das Schreiben des Contact Centers der Post vom 1. Dezember 2018 folgende Passage: "Après avoir clarifié avec la distribution concernée, je vous informe, Madame X.________, que les recherches effectuées ont montré qu'il s'agit d'une négligence de notre part. Nous nous excusons du désagrément que cela a pu vous importuner." In einem Schreiben der Post vom 5. April 2019 werde ferner festgehalten, es könne nicht mit Sicherheit bestätigt werden, dass die Abholungseinladung korrekt im Briefkasten der Beschwerdeführerin deponiert worden sei. In einem zweiten Schreiben der Post vom 5. April 2019 sei von Seiten der Post bezüglich der fraglichen Abholungseinladung mitgeteilt worden: "Celui-ci a probablement été remis dans la mauvaise boîte aux lettres et cela a pu porter aux conséquences connues. Je vous prie de bien vouloir nous excuser pour le désagrément causé." Entgegen den Erwägungen der Vorinstanz seien die Ausführungen der Mitarbeitenden des Post Service Centers in den Schreiben vom 5. April 2019 nicht vage. Die Post habe sich mehrmals für Versehen ihrerseits entschuldigt. Gestützt auf die erwähnten Schreiben müsse darauf geschlossen werden, dass der Post bei der Zustellung des Strafbefehls ein Fehler unterlaufen und die Abholungseinladung im Briefkasten der Nachbarin deponiert worden sei. Indem die Vorinstanz dies verneine und von einer ordnungsgemässen Zustellung ausgehe, verfalle sie in Willkür. Die Beschwerdeführerin rügt zudem eine Verletzung des Grundsatzes "in dubio pro reo". Indem die Abholungseinladung nicht in ihren Briefkasten, sondern in denjenigen einer Nachbarin gelegt worden sei, seien schliesslich die Zustellvorschriften von Art. 85 StPO verletzt worden.