Citation: 8C_182/2023 E. 5.3.2

5.3.2. Die von der Vorinstanz gewählte Methode, den versicherten Verdienst in Anwendung von Art. 22 Abs. 4 Satz 1 UVV auf der Grundlage des Einkommens im Jahr vor dem Unfall zu bestimmen, vermag letztlich allerdings nicht zu überzeugen. Denn wie bereits dargelegt, ist für die Ermittlung des versicherten Verdienstes von der normalen Beschäftigungsdauer auszugehen, die aufgrund der bisherigen oder beabsichtigten künftigen Erwerbsbiographie festgestellt werden kann (vgl. vorne E. 5.1). Nun trifft es zwar zu, dass die Erwerbsbiographie des Beschwerdeführers während Jahren von befristeten Anstellungsverhältnissen mit regelmässigen Phasen ohne Erwerbstätigkeit geprägt war. Entscheidend ist vorliegend jedoch, dass er per 1. Juni 2015, d.h. acht Monate vor dem Unfall, eine unbefristete Anstellung bei der B.________ GmbH fand. Insofern hat sich die berufliche Situation des Beschwerdeführers (trotz unbezahlten Urlaubs im Winter 2015/2016; vgl. dazu E. 5.3.3 hiernach) im Zeitraum vor dem Unfall durchaus geändert, zumal auch die Vorinstanz und die Suva nicht davon ausgingen, dass das Arbeitsverhältnis ohne Unfall nach wenigen Monaten wieder aufgelöst worden wäre. Mit anderen Worten würde bei einer Bestimmung des versicherten Verdienstes anhand der gesamten Einkünfte im Jahr vor dem Unfall - d.h. unter anderem gestützt auf die wenigen und kurzen temporären Anstellungen bis zum Juni 2015 - eine Erwerbssituation in die Berechnung einfliessen, die im Zeitpunkt des Unfalls gar nicht mehr bestand. Mit Blick auf die von der Rechtsprechung verlangte möglichst angemessene Entschädigung der versicherten Person erscheint es daher im vorliegenden Fall gerechtfertigt, den versicherten Verdienst gestützt auf Art. 22 Abs. 4 Satz 2 UVV zu berechnen, indem der bei der B.________ GmbH erzielte Lohn auf ein ganzes Jahr umgerechnet wird.