Citation: 1C_105/2022 E. 7.1

7.1. Nach den für das Bundesgericht verbindlichen Feststellungen der Vorinstanz nahm der Beschwerdeführer das Rechtsüberholmanöver auf der Autobahn bei schwachem Verkehrsaufkommen vor, wobei auf keinem Fahrstreifen Kolonnenverkehr herrschte. Beim Überholmanöver handelt es sich somit nicht um ein zulässiges Rechtsvorbeifahren im Sinne von Art. 36 Abs. 5 lit. a VRV. Auch die übrigen Varianten eines straffreien Rechtsvorbeifahrens gemäss Art. 36 Abs. 5 lit. b - d VRV kommen vorliegend nicht in Frage. Mit Blick auf die erwähnte Rechtsprechung stellt das strittige Überholmanöver des Beschwerdeführers vom 4. Juli 2020 - auch wenn nach dem Überholen kein weiterer Spurenwechsel stattfand - daher sowohl nach altem wie auch nach geltendem Recht ein strafbares Rechtsüberholen auf der Autobahn dar. Fraglich und zu prüfen ist allerdings, ob mit der Vorinstanz auch insoweit übereinzustimmen ist, dass das Verhalten nach dem Inkrafttreten von Ziff. 314.3 von Anhang 1 OBV weiterhin als grobe Verkehrsregelverletzung gemäss Art. 90 Abs. 2 SVG zu beurteilen oder ob es ausnahmsweise als Ordnungswidrigkeit zu behandeln ist.