Citation: 2C_1011/2022 E. 4.2

4.2. Die Vorinstanz stellt die Betreuungs- und Pflegebedürftigkeit der Beschwerdeführerin nicht grundsätzlich in Frage, erachtet sie jedoch als eine alters- und krankheitsbedingte und nicht als eine personenspezifisch ausgerichtete Pflegebedürftigkeit, weshalb diese Pflegebedürftigkeit kein Abhängigkeitsverhältnis zu ihren in den Schweiz lebenden Kindern begründe. Die Beschwerdeführerin sei gemäss den eingereichten ärztlichen Berichten in erster Linie auf Hilfe bei alltäglichen Besorgungen und auf regelmässige Betreuung durch medizinisches Fachpersonal angewiesen. Beides erfordere keine Wohnsitznahme bei ihrer Tochter oder ihrem Sohn in der Schweiz. Für die notwendige Unterstützung und medizinische Betreuung könne auch Hilfe von Drittpersonen in der Heimat in Anspruch genommen werden. Diesbezüglich bestehe sowohl in Serbien als auch im Kosovo, wo sie sich jeweils habe medizinisch betreuen lassen, ein hinreichendes, mithin ein Überangebot an Pflegekräften. Da sich die Tochter und der Sohn der Beschwerdeführerin bereit erklärt hätten, für ihre Mutter in der Schweiz aufzukommen, sei es ihnen auch möglich, finanziell für die Pflege und Betreuung in Serbien (oder allenfalls im Kosovo) aufzukommen, zumal die Lebenshaltungskosten dort deutlich niedriger seien. Zudem könne die Beschwerdeführerin bei ihren Arztbesuchen jeweils auf die Unterstützung von Nachbarn zählen. Auch soweit die Beschwerdeführerin geltend mache, es sei ein komplexer chirurgischer Eingriff vonnöten, der in Serbien nicht durchgeführt werden könne, resultiere daraus im Rahmen von Art. 8 EMRK keine Notwendigkeit für eine Wohnsitznahme in der Schweiz.