Citation: U 320/06 30.10.2007 E. 4.1

4.1.1 Zur Begründung des zusätzlichen Abklärungsbedarfs wies die Vorinstanz auf Widersprüche in den medizinischen Akten hin. Hinsichtlich der Problematik der Lendenwirbelsäule gingen namentlich Dr. med. A.________, Spezialarzt FMH für Neurologie, wie auch der neue Hausarzt Dr. med. P.________, Allgemeine Medizin FMH, von einer traumatisch verursachten Diskushernie aus (Berichte vom 27. Februar und 12. Mai. 2003). Prof. Dr. med. K.________, Chefarzt Rheumatologie an der Klinik F.________, hingegen habe von degenerativen Veränderungen der Lendenwirbelsäule gesprochen (Bericht vom 20. Juni 2003). Der SUVA-Arzt Dr. med. S.________, Facharzt FMH für Chirurgie, habe sich sodann in seiner ärztlichen Beurteilung vom 4. August 2004 gegen das Vorliegen eines dauernden und erheblichen Integritätsschadens an der Lendenwirbelsäule ausgesprochen und auch die Möglichkeit einer unfallbedingten sekundären Verschlimmerung verneint. Diese Widersprüche liessen sich gerade auch in Berücksichtigung des Urteils U 16/03 vom 22. Februar 2006 des Eidgenössischen Versicherungsgerichts (heute Bundesgericht) ohne weitere Abklärung und mit dem blossen Hinweis auf die fehlende Schwere des Unfallereignisses nicht auflösen. Des Weiteren sei auch die Rüge des Versicherten - es sei aufgrund der medizinischen Unterlagen nicht nachvollziehbar, weshalb das zervikospondylogene Schmerzsyndrom nicht unfallkausal sein sollte - nicht gänzlich von der Hand zu weisen, zumal die Ausführungen der SUVA-Ärzte nicht oder kaum begründet seien. Man könne nicht ausschliessen, dass die HWS-Beschwerden schon längere Zeit latent vorhanden gewesen seien und daher unfallkausal sein könnten. Ebenso wenig ergäben die medizinischen Akten hinsichtlich der psychischen Problematik ein schlüssiges Bild. Während Dr. med. A.________ am 27. Februar 2003 bestätigte, der Versicherte sei psychisch nicht speziell auffällig und es seien keine Aggravationstendenzen ersichtlich, sei Dr. med. O.________ anlässlich einer kreisärztlichen Untersuchung am 15. April 2003 von einer "klaren Diskrepanz" zwischen geklagten Beschwerden und dem Gangbild sowie von einer Ausweitung des Beschwerdebildes ausgegangen. Die Ärzte der Rehaklinik Y.________ hätten sodann offenbar einen "aggressiven Spannungszustand" mit psychischem Krankheitswert erkannt (Austrittsbericht vom 21. Mai 2004), Prof. Dr. med. D.________, Leitender Arzt, Schmerzzentrum, Klinik B.________, wiederum habe ihn als sehr sympathisch, intelligent und nachdenklich ohne Verhaltensauffälligkeiten geschildert (Bericht vom 21. Dezember 2004), während dem Dr. med. J.________, Chefarzt Wirbelsäulenchirurgie an der Klinik B.________ im Bericht vom 22. November 2004 den Verdacht auf Aggravation geäussert habe. 4.1.2 Der Beschwerdegegner führt sodann vernehmlassungsweise an, auch unter Berücksichtigung des von der IV-Stelle am medizinischen Zentrum Z.________ in Auftrag gegebenen polydisziplinären Gutachtens vom 15. Februar 2005, welches überdies weder nachvollziehbar noch schlüssig sei, bestünde - nicht zuletzt aufgrund der Tatsache, dass der Versicherte am 1. Mai 2005 einen weiteren, die rechte Schulter betreffenden Unfall erlitten habe - zusätzlicher medizinischer Abklärungsbedarf. 4.2 Mit Blick auf die Wirbelsäulenproblematik ist unstreitig, dass der Versicherte an einem chronischen zervikospondylogenen und lumbospondylogenen Schmerzsyndrom leidet (Austrittsbericht der Rehaklinik Y.________ vom 21. Mai 2004, Gutachten des medizinischen Zentrums Z.________ vom 15. Februar 2005), wobei sich aufgrund der bildgebenden Abklärungen Segmentsdegenerationen von C3/4 bis C6/7 und von L3/4 bis L5/1 ohne elektromyografisch verifizierbare Nervenwurzelreizungen fanden (Gutachten des medizinischen Zentrums Z.________ vom 15. Februar 2005; Bericht der Rheumaklinik und Institut für Physikalische Medizin des Spitals E.________ vom 23. Oktober 2003; Röntgenberichte des Neuroradiologischen und Radiologischen Instituts C.________, vom 11. November und 5. Dezember 2003). Ob die Lendenwirbelsäulenproblematik durch eine traumatisch entstandene mediolaterale Diskushernie verursacht oder ausgelöst wurde (Bericht des Dr. med. A.________ vom 27. Februar 2003), spielt hier insoweit keine Rolle, als die SUVA die sich im Anschluss an das Unfallereignis entwickelte chronifizierte Schmerzkrankheit im Sinne eines lumbospondylogenen Schmerzsyndroms als unfallursächlich anerkannte und diese dementsprechend bei der Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit berücksichtigte. Folglich ist auch der vorinstanzliche Verweis auf das Urteil U 16/03 vom 22. Februar 2006 irrelevant und nicht näher darauf einzugehen. 4.3 Was das HWS-Schmerzsyndrom betrifft, kann dem kantonalen Gericht insofern nicht gefolgt werden, als es eine Unfallkausalität nicht ausschliesst. Mit der Beschwerde führenden SUVA lassen sich hinsichtlich des Unfallhergangs in den initialen Akten keinerlei Hinweise dafür finden, dass sich der Versicherte beim Sturz von der Ladebrücke nebst der Lendengegend auch den Halswirbelsäulenbereich anschlug. Es wurde einzig eine Kontusion der Lendengegend mit Schmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule und des Gesässes vermerkt. Die Beschwerdeführerin erwähnt zutreffend, dass erstmals bei einer Befragung am 22. Dezember 2003 - mithin knapp eineinhalb Jahre nach dem Unfallereignis - der Nacken vom Beschwerdegegner erwähnt wurde (SUVA-Bericht vom 22. Dezember 2003) und am 4. Februar 2004 im Rahmen einer Untersuchung am Spital E.________ die Diagnose eines chronischen zervikospondylogenen Schmerzsyndroms diagnostiziert wurde (ärztlicher Zwischenbericht vom 4. Februar 2004). Gestützt auf die medizinische Aktenlage ist aufgrund dieser langen Latenzzeit der Symptome und der vorbestehenden Segments-Degenerationen an der Halswirbelsäule (vgl. E. 4.2 hievor) auch eine unfallbedingte Verschlimmerung einer vorbestandenen, degenerativen Erkrankung der Halswirbelsäule beim vorliegenden Unfallhergang (ohne Erwähnung einer HWS-Beteiligung) nicht überwiegend wahrscheinlich (vgl. RKUV 2000 Nr. U 363 S. 45 E. 3a, U 355/98). 4.4 Die Schulterbeschwerden sind sodann ausweislich der Akten ebenfalls nicht auf das Unfallereignis vom 25. August 2002 zurückzuführen. Der Versicherte erlitt gemäss seiner eigenen Schilderung am 1. Mai 2005 einen weiteren Unfall, indem er beim Treppensteigen strauchelte und sich das rechte Knie und die rechte Schulter anschlug (SUVA-Bericht vom 9. September 2005). Vorbestehende Schulterbeschwerden, wie sie in der beschwerdegegnerischen Vernehmlassung geltend gemacht werden sind medizinisch nicht dokumentiert. Gemäss dem vom Beschwerdegegner eingereichten Bericht der Klinik F.________ vom 6. September 2006 leidet er an einer rechtsseitigen Frozen shoulder bei Status nach Schulterarthroskopie, Refixation Rotorenmanschette (Supraspinatus), SLAP-Repair, AC-Gelenksresektion, Mini-Acromioplastik der rechten Schulter am 6. Januar 2006) bei Rotorenmanschettenruptur (Supraspinatus partiell), SLAP II-Läsion, AC-Arthropatie). Entgegen der beschwerdegegnerischen Ansicht sind die Voraussetzungen für die Ausdehnung des Verfahrens auf die Frage der Leistungspflicht der SUVA aus dem Unfall vom 1. Mai 2005 nicht erfüllt. Es rechtfertigt sich vorliegend weder die Ausdehnung des richterlichen Beurteilungszeitraums über den grundsätzlich massgebenden Sachverhalt bis zum Erlass des Einspracheentscheids (BGE 130 V 140 E. 2.1) hinaus, noch eine Ausdehnung des Verfahrens in sachlicher Hinsicht, zumal sich die SUVA in keiner Prozesserklärung zu den sich im Zusammenhang mit der Schulterproblematik stellenden Fragen geäussert hat (BGE 130 V 503 mit Hinweis). 4.5 Hinsichtlich der im Austrittsbericht der Rehaklinik Y.________ vom 21. Mai 2004 genannten psychogenen Überlagerung und im Gutachten des medizinischen Zentrums Z.________ vom 15. Februar 2005 diagnostizierten somatoformen Schmerzstörung (ICD-10 F45.4; ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit) sowie der in den weiteren Berichten erwähnten Hinweise auf eine Symptomausweitung fehlt es am adäquaten Kausalzusammenhang zwischen einer psychogenen Störung und dem Unfallgeschehen vom 25. August 2002. Das Ereignis ist aufgrund des augenfälligen Geschehensablaufs und der erlittenen einfachen Rückenprellung ohne traumatische Läsionen der Gruppe der leichten Unfälle zuzuordnen, weshalb die Adäquanz zwischen dem Unfall und der psychischen Beeinträchtigung rechtsprechungsgemäss (BGE 115 V 139 E. 6a) ohne Abhandlung der bei mittleren Unfällen massgeblichen Kriterien zu verneinen ist. Ein Sturz aus knapp einem Meter Höhe auf die Füsse und das Gesäss, der eine Kontusion der Lendenwirbelsäule zur Folge hat, ist nach der allgemeinen Lebenserfahrung nicht geeignet, einen erheblichen psychischen Gesundheitsschaden zu verursachen. 4.6 Betreffend Invalidenrente ist die von der SUVA anhand statistischer Werte gemäss LSE vorgenommene Einkommenfestsetzung nach Eintritt des Gesundheitsschadens (Invalideneinkommen) nicht zu beanstanden. Ebenso ist das Einkommen ohne Invalidität (Valideneinkommen) zu Recht anhand des zuletzt erzielten Verdienstes bestimmt worden. In der Beschwerdeantwort werden diese beiden Einkommen denn auch nicht bestritten. Somit ist der von der SUVA auf 26 % festgelegte Invaliditätsgrad zu bestätigen.