Citation: 4A_504/2024 E. B

Mit Teilklage vom 12. Mai 2021 verlangte die Versicherung vor dem Bezirksgericht Pfäffikon von der Beklagten Fr. 30'000.-- nebst Zins. B.a. Das Bezirksgericht beschränkte das Verfahren entsprechend dem Antrag der Beklagten, dem die Versicherung zugestimmt hatte, mit Verfügung vom 23. Juni 2022 auf die Frage der grundsätzlichen Haftung. Die Hauptverhandlung fand am 28. Oktober 2022 statt. Am 22. Januar 2024 erhob die Klägerin eine Rechtsverzögerungsbeschwerde, die mit Urteil vom 15. März 2024 gutgeheissen wurde. B.b. Am 22. März 2024 wies das Bezirksgericht die Klage ab. Die Versicherung stütze sich auf das Unfallprotokoll in der ursprünglichen Version sowie in einer zweiten Version vom 8. Februar 2002 und auf den Polizeirapport. Sie stelle aber nur auf die für sie vorteilhaften Feststellungen und Äusserungen ab. Nachteilige Aspekte, wie das Fahren der Verunfallten ohne Licht oder mit dunkler Kleidung, lasse sie ohne schlüssige Begründung nicht gelten und spreche den Unfallprotokollen und dem Polizeirapport diesbezüglich den Beweiswert ab. Betreffend Unfallskizze und das ungenügende Beaufsichtigen des Hundes stütze sie sich mehrfach auf das korrigierte Unfallprotokoll, wobei auf dieses gemäss ihren eigenen Angaben gerade nicht abgestellt werden könne. Der widersprüchliche Umgang mit ein und demselben Beweismittel sei nicht nachvollziehbar. Das Bezirksgericht erachtete die Unfallprotokolle und den Polizeirapport insgesamt nicht als taugliche Beweismittel. Die Folgen der Beweislosigkeit habe die Versicherung zu tragen. B.c. Die Berufung der Versicherung, mit der diese beantragt hatte, das Urteil des Bezirksgerichts Pfäffikon vom 22. März 2024 aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung an dieses zurückzuweisen, hiess das Obergericht des Kantons Zürich mit Urteil vom 20. August 2024 gut, hob das Urteil des Bezirksgerichtes auf und wies die Sache zur Prüfung der weiteren Haftungsvoraussetzungen im Sinne der Erwägungen, zu einer allfälligen Ergänzung des Verfahrens und zu neuer Entscheidung zurück. B.c.a. Mit Blick auf die Verfahrensbeschränkung erachtet das Obergericht das kassatorische Begehren der Versicherung als hinreichend, da im Falle einer Gutheissung der Berufung kein reformatorischer Entscheid betreffend die Forderungsklage möglich wäre. B.c.b. Sodann erkannte das Obergericht, es würden keine Umstände genannt, die darauf hindeuteten, dass die Natur des Tieres den Ausschlag für die Kollision gegeben habe. Jedenfalls stelle das Laufen eines Hundes an einer 3-4 Meter langen Auszugsleine keine unvorhergesehene, selbstständige Reaktion eines Tieres dar. Somit fehle es im Tatsachenvortrag der Klägerin an Sachverhaltselementen für eine Tierhalterhaftung nach Art. 56 OR. B.c.c. In Bezug auf den Unfallhergang stellte das Obergericht auf die im Polizeirapport festgehaltenen Aussagen der Beklagten ab, die am 8. Februar 2002 noch am Unfallort ausgeführt hatte, es sei inmitten der Kreuzung zum Zusammenstoss zwischen der Hündin D.________ und der Fahrradlenkerin gekommen. Gestüzt darauf hielt es für überwiegend wahrscheinlich, dass eine Kollision mit dem Hund Ursache für den Sturz der Verunfallten gewesen sei. Ferner sei unbestritten und aufgrund der Aussagen der Beklagten im Polizeirapport und im Unfallprotokoll erstellt, dass sich die Hündin D.________ beim Überqueren der Strasse U.________ an einer 3-4 Meter langen Auszugsleine vor der Beklagten befunden habe. Das Obergericht erachtete es nicht für zulässig, wegen der Argumentation der Klägerin im Zusammenhang mit den die Beklagte entlastenden Sachverhaltselementen den Polizeidokumenten von vornherein jeden Beweiswert abzusprechen. B.c.d. Was die Sorgfaltspflichverletzung anbelangt, erkannte das Obergericht, beim Überqueren einer Strasse sei der dadurch für andere Verkehrsteilnehmer geschaffenen Gefahr Rechnung zu tragen, indem der Hund von der Hundehalterin eng zu führen sei. Das Halten eines Hundes an einer 3-4 Meter langen Auszugsleine beim Überqueren einer Strasse stelle demnach eine Sorgfaltspflichtverletzung dar.