Citation: 1B_204/2018 E. 4.2

4.2. Die Rechtsauffassung des Beschwerdeführers, für die Anordnung von Sicherheitshaft im gerichtlichen Nachverfahren bestehe keinerlei gesetzliche Grundlage, hat das Bundesgericht bereits in mehreren Urteilen verworfen: Zwar trifft es zu, dass die StPO keine spezifischen, auf das gerichtliche Nachverfahren (Art. 363-365 StPO) zugeschnittenen Bestimmungen zur Sicherheitshaft enthält und de lege ferenda detailliertere systemkohärente Regeln aus Gründen der Rechtssicherheit durchaus zu wünschen wären (so ausdrücklich Urteile 1B_270/2017 vom 28. Juli 2017 E. 6 und 1B_371/2016 vom 11. November 2016 E. 5.2; vgl. kritisch zur geltenden Rechtslage auch MARIANNE HEER, in: Basler Kommentar StGB, 3. Aufl. 2013, Art. 63b N. 23; Alain Joset/Markus Husmann, Freiheitsentzug jenseits des Rechts - eine Kritik der "vollzugsrechtlichen Sicherheitshaft", forumpoenale 2016 Nr. 3, S. 165 ff.). Anderseits hat das Bundesgericht schon mehrfach bestätigt, dass die (analog anwendbaren) Bestimmungen von Art. 229-233 i.V.m. Art. 221 und Art. 220 Abs. 2 StPO de lege lata noch eine ausreichende gesetzliche Grundlage für die Anordnung und Fortsetzung von strafprozessualer Sicherheitshaft im Nachverfahren bilden (BGE 139 IV 175 E. 1.1-1.2 S. 178; 137 IV 333 E. 2.2-2.3 S. 336-338; Urteile 1B_548/2017 vom 29. Januar 2018 E. 3.1; 1B_270/2017 E. 1.3 und E. 6; 1B_490/2016 vom 24. Januar 2017 E. 2; 1B_371/2016 E. 4.6). Im Vorentwurf vom Dezember 2017 zur hängigen Teilrevision der StPO hat der Bundesrat die Einführung von einschlägigen haftrechtlichen Bestimmungen für die gerichtlichen Nachverfahren vorgeschlagen (vgl. Art. 364a und Art. 364b VE/StPO; s.a. Erläuternder Bericht, S. 46-48; Forster, a.a.O., Rz. 38-42). In der Beschwerdeschrift bleibt der VE/StPO, der vom 1. Dezember 2017 bis zum 14. März 2018 in Vernehmlassung war (BBl 2017 7836), unerwähnt. Das Bundesgericht hat diesen Vorschlag des Bundesrates begrüsst. Sowohl für den Haftanordnungsentscheid vom 26. Januar 2018des Zwangsmassnahmengerichtes als auch für die provisorische Inhaftierung während des Haftanordnungsverfahrens bestand demgemäss (auch noch de lege lata) eine ausreichende gesetzliche Grundlage (vgl. Art. 219 Abs. 3 und Art. 224-226 i.V.m. Art. 229 und Art. 220 Abs. 2 sowie Art. 221 StPO). Für eine Änderung der bundesgerichtlichen Rechtsprechung besteht kein Anlass.