Citation: 2A.242/2000 03.08.2000 E. 2

2.- a) Zweck des Familiennachzuges nach Art. 17 Abs. 2 ANAG ist es, das familiäre Zusammenleben zu ermöglichen. Sind die Eltern voneinander getrennt oder geschieden und hält sich der eine Elternteil in der Schweiz, der andere aber im Ausland auf, kann es nicht um die Zusammenführung der Gesamtfamilie gehen. In solchen Fällen entspricht es dem Gesetzeszweck nicht, einen bedingungslosen Anspruch auf Nachzug der Kinder anzunehmen. Ein Nachzugsrecht setzt vielmehr voraus, dass das Kind zu dem in der Schweiz lebenden Elternteil die vorrangige familiäre Beziehung unterhält. Das gesetzgeberische Ziel von Art. 17 Abs. 2 ANAG, das familiäre Zusammenleben zu ermöglichen und rechtlich abzusichern, wird im Übrigen, wie das Bundesgericht mehrfach festgehalten hat, nicht erreicht, wenn der in der Schweiz niedergelassene Ausländer jahrelang von seinem Kind getrennt lebt und dieses erst kurz vor Erreichen des 18. Altersjahrs in die Schweiz holt. Eine Ausnahme kann nur gelten, wenn aus guten Gründen die Familiengemeinschaft in der Schweiz erst nach Jahren hergestellt wird; solche Gründe müssen sich aus den Umständen des Einzelfalls ergeben (BGE 125 II 585 E. 2a S. 586 f., mit Hinweisen). b) Im Verfahren sowohl vor der Vorinstanz als auch vor Bundesgericht (vgl. aber Art. 105 Abs. 2 OG) gilt zwar grundsätzlich die Untersuchungsmaxime. Diese wird jedoch relativiert durch die Mitwirkungspflicht der Parteien, welche namentlich insoweit greift, als eine Partei das Verfahren durch eigenes Begehren eingeleitet hat oder darin eigene Rechte geltend macht (BGE 122 II 385 E. 4c/cc S. 394; vgl. dazu Ulrich Häfelin/Georg Müller, Grundriss des Allgemeinen Verwaltungsrechts, 2. Auflage, Zürich 1993, Rz. 1285, S. 304; Pierre Moor, Droit administratif, Bd. II, Bern 1991, N. 2.2.6.3, S. 176). Die Mitwirkungspflicht gilt insbesondere für Tatsachen, welche eine Partei besser kennt als die Behörden und welche diese ohne ihre Mitwirkung gar nicht oder nicht mit vernünftigem Aufwand erheben können. Im vorliegenden Zusammenhang trifft dies auf die vom Beschwerdeführer angerufenen Umstände persönlicher Art - namentlich betreffend die Beziehung des Sohnes L.G.________ zum Beschwerdeführer bzw. zu seiner Mutter im Heimatland - zu; solche Tatsachen lassen sich erfahrungsgemäss von den schweizerischen Behörden, wenn überhaupt, nur mit erhöhtem Aufwand abklären (BGE 122 II 385 E. 4c/cc S. 394). Der anwaltlich vertretene Beschwerdeführer konnte nicht verkennen, dass die Vater-Sohn-Beziehung entscheidwesentlich war. Zu Recht wird nicht geltend gemacht, angebotene Beweismittel seien nicht abgenommen worden. Von einer offensichtlich unrichtigen bzw. unvollständigen Feststellung des Sachverhaltes durch die Vorinstanz kann somit nicht die Rede sein. c) Die Vorinstanz hat demnach für das Bundesgericht verbindlich festgestellt (Art. 105 Abs. 2 OG), dass der nachzuziehende Sohn nicht zum Beschwerdeführer sondern zur Mutter im Heimatland die vorrangige Beziehung unterhält. Klare Anhaltspunkte für neue familiäre Abhängigkeiten oder für eine wesentliche Verlagerung der Beziehungsintensitäten bestehen nicht. Der vom Beschwerdeführer ursprünglich angegebene Grund (bessere Berufsausbildung des Sohnes, um sich eine Existenz in der Schweiz aufzubauen) für das verspätete Gesuch entspricht zudem nicht dem Zweck des Familiennachzugs nach Art. 17 Abs. 2 ANAG. In Übereinstimmung mit der einschlägigen Rechtsprechung rechtfertigt es sich daher nicht, dem Gesuch um Familiennachzug zu entsprechen. Es besteht umso weniger Anlass, von diesem Grundsatz abzuweichen, als der Beschwerdeführer seinen Sohn trotz ablehnender Entscheide der Fremdenpolizeibehörden illegal in die Schweiz holte.