Citation: K 92/06 17.04.2007 E. 2

2.1 Im letztinstanzlichen Verfahren ist nicht mehr streitig, dass die chirurgisch durchgeführte Aufklappung der Wurzelreste 36 und 47, Aufklappung mit Separation 16 sowie Extraktion der beherdeten Zähne 26 und 44 zahnärztliche Behandlungen darstellen, welche nicht der Leistungspflicht der obligatorischen Krankenpflegeversicherung unterliegen. Zu prüfen ist, wie es sich mit der Exzision von Fremdkörperimprägnationen (Amalgam) im Bereich der Mundschleimhaut verhält. Die Vorinstanz verneinte auch diesbezüglich eine Leistungspflicht aus der obligatorischen Krankenpflegeversicherung im Wesentlichen mit der Begründung, bei der diagnostizierten Argyrose handle es sich nicht um eine Krankheit. 2.2 Bei dem in Art. 3 Abs. 1 ATSG definierten Krankheitsbegriff, welcher im Bereich der Krankenversicherung anwendbar ist (Art. 1 Abs. 1 und Art. 1a Abs. 2 lit. a KVG), handelt es sich um einen Rechtsbegriff, der sich nicht notwendigerweise mit dem medizinischen Krankheitsbegriff deckt (BGE 124 V 118 E. 3b S. 120 f. mit Hinweisen; Urteil K 1/05 vom 16. August 2005 E. 1.2). Während die Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit die medizinische Seite des Krankheitsbegriffs darstellt, ist die Untersuchungs- und Behandlungsbedürftigkeit die leistungsbezogene Komponente. Dadurch wird der in tatsächlicher Hinsicht umfassendere medizinische Krankheitsbegriff auf die versicherungsrechtlich relevanten Ziele eingeengt. Verlangt eine gesundheitliche Beeinträchtigung weder Untersuchung noch Behandlung und verursacht sie keine Arbeitsunfähigkeit, liegt grundsätzlich keine Krankheit im Sinne von Art. 1a Abs. 2 lit. a KVG in Verbindung mit Art. 3 Abs. 1 ATSG vor (Gebhard Eugster, Krankenversicherung, in: Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht [SBVR], Soziale Sicherheit, 2. Aufl., S. 477 Rz 248 mit Hinweisen). Übliche und erträgliche Abweichungen von Ideal- oder Normvorstellungen stellen als solche keine Krankheit dar (vgl. BGE 129 V 32 E. 4.2.1 S. 38). Diese Grundsätze verkennt die Beschwerdeführerin, wenn sie geltend macht, die Operation sei nach Angaben des Dr. med. et med. dent. S.________ medizinisch indiziert gewesen. Auch die gesetzliche Vermutung, wonach die ärztliche Behandlung den gesetzlichen Prinzipien der Wirksamkeit, Wirtschaftlichkeit und Zweckmässigkeit entspricht (Art. 32 Abs. 1 KVG; BGE 129 V 167 E. 4 S. 174), kommt nur zum Tragen, wenn überhaupt eine Krankheit vorliegt, was hier gemäss den zutreffenden Erwägungen im angefochtenen Entscheid, worauf im Übrigen verwiesen wird, nicht zutrifft.