Citation: 6B_138/2022 E. 3.3

3.3. Die Anordnung der Landesverweisung hält vor Bundesrecht stand. Nach dem in Erwägung 2 Gesagten hat der Beschwerdeführer mehrfach eine Anlasstat nach Art. 66a Abs. 1 lit. o StGB - je im Fall 1 und im Fall 2 gemäss Anklage - begangen und ist insoweit jeweils von zusammenhängenden Einzeltaten auszugehen. Entgegen seiner Auffassung ist vor diesem Hintergrund ohne Belang, ob die nach Inkrafttreten der obligatorischen Landesverweisung begangenen Handlungen mit Bezug auf die Betäubungsmittelmenge den Tatbestand gemäss Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG erfüllen würden oder nicht; auszugehen ist nach den Feststellungen der Vorinstanz ab Oktober 2016 von 44 Gramm Kokaingemisch im Fall 1 und 50 Gramm im Fall 2. Beide Mengen würden, ausgehend von einem Reinheitsgrad von 33.3%, die erforderliche Menge von 18 Gramm reinen Kokains nicht erreichen (44 x 0.33 = 14.52; 50 x 0.33 = 16.5). Indes ist hinsichtlich der Fälle 1 und 2 jeweils über den gesamten Deliktszeitraum von einem einzigen Delikt auszugehen (dazu oben E. 2.2.2). Beide Fälle erfüllen für sich genommen den Tatbestand von Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG, was die obligatorische Landesverweisung nach sich zieht. Damit steht vorliegend - angesichts der Tateinheit -, im Unterschied zur vom Beschwerdeführer zitierten Lehrmeinung von ZURBRÜGG/HRUSCHKA (in Basler Kommentar, Strafrecht I, 4. Aufl. 2018 N. 61 zu Vor Art. 66a-66d StGB), fest, dass der Beschwerdeführer auch nach Inkrafttreten der neuen Bestimmungen zur Landesverweisung Anlassdelikte begangen hat. Die Vorinstanz begründet zudem schlüssig, weshalb sie einen besonderen Härtefall trotz der langen Aufenthaltsdauer und der Ehe des Beschwerdeführers mit einer Schweizerin verneint und das öffentliche Interesse höher gewichtet als die privaten Interessen der Eheleute. Darauf kann verwiesen werden. Von einer besonders schützenswerten Integration kann keine Rede sein. Im Rahmen der Verhältnismässigkeitsprüfung ist ferner die Gehilfenschaft zu mehrfacher schwerer Widerhandlung gegen das BetmG und in diesem Zusammenhang die grosse Menge an reinerem Kokain zu berücksichtigen. Diese wiegt mit Bezug auf das Fernhalteinteresse und vor dem Hintergrund des gesetzgeberischen Willens, "Drogenhandel" zu verhindern, ebenfalls schwer. Der Beschwerdeführer bringt nichts vor, was die vorinstanzlichen Erwägungen als bundesrechtswidrig erscheinen liesse. Dies gilt namentlich für die Erwerbstätigkeit in nunmehr ungekündigter Anstellung, die Rückzahlung von Schulden und den Wunsch der Ehefrau, die Beziehung in der Schweiz fortzusetzen. Soweit der Beschwerdeführer auf ein E-Mail des kubanischen Konsulats vom 4. Januar 2022 verweist, wonach sein gegenwärtiger immigrationsrechtlicher Status keinen permanenten Aufenthalt in Kuba gestatte, legt er nicht dar, dass dies einer Landesverweisung nach Schweizer Recht entgegen stünde. Er bestreitet nicht, Staatsangehöriger Kubas zu sein, und aus den eingereichten Dokumenten ist nicht ersichtlich, was der Grund für die geltend gemachte zeitliche Aufenthaltsbeschränkung ist. Dieser Umstand steht der Anordnung einer Landesverweisung daher nicht entgegen. Zu deren Dauer äussert sich der Beschwerdeführer nicht.