Citation: 9C_415/2022 E. 4.5

4.5. Schliesslich zielt auch der Einwand betreffend Leidensabzug ins Leere. Entgegen der Beschwerde ist nicht offensichtlich widersprüchlich oder willkürlich, dass das kantonale Gericht trotz Annahme eines unveränderten Gesundheitszustands einen leidensbedingten Abzug von 10 % gewährte, wohingegen die IV-Stelle im Rahmen der unangefochten gebliebenen Verfügung vom 22. Februar 2015 keinen solchen gewährt hatte. Der Beschwerdeführer verkennt, dass die Höhe eines allenfalls gewährten Abzugs keine direkten Rückschlüsse auf den Gesundheitszustand zulässt. So stellt sich die Frage eines möglichen Abzugs vom statistischen Lohn erst im Rahmen der Bestimmung der erwerblichen Auswirkungen der ärztlich festgestellten Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Die Beantwortung dieser Frage fällt nicht in den Zuständigkeitsbereich der Ärzteschaft (vgl. dazu BGE 125 V 246 E. 4), sondern in denjenigen der Verwaltung und im Beschwerdefall in denjenigen des Gerichts. Mit dem Abzug soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 148 V 174 E. 6.3 mit Hinweisen). Nur der Vollständigkeit halber sei zudem darauf hingewiesen, dass die IV-Stelle weder in der Verfügung vom 26. Februar 2015 noch in der hier streitbetroffenen Verfügung vom 22. Juni 2021 einen leidensbedingten Abzug gewährt hatte.