Citation: 2C_830/2019 E. 11.2

11.2. Gemäss Art. 1 Abs. 1 Satz 1 aVBA bzw. aArt. 1 Abs. 1 Satz 1 VBA/BE massgebend ist der Aufwand des (nach Aufwand besteuerten) Steuerpflichtigen und der von ihm unterhaltenen Personen. Der Aufwand wird dabei pauschaliert mit dem Fünffachen des Mietwertes erfasst (Art. 1 Abs. 1 Satz 2 lit. a aVBA bzw. aArt. 1 Abs. 1 Satz 2 lit. a VBA/BE; vgl. E. 3.1 hiervor). Vorliegend ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin dem Beschwerdeführer zwei Liegenschaften (bzw. je deren Hälfte) zum Eigengebrauch zur Verfügung stellte. Im Gegenzug übernahm der Beschwerdeführer die laufenden Kosten (Steuern, Schuldzinsen sowie Verwaltungs- und Unterhaltsaufwand). Bei dieser Sachlage hat die Beschwerdeführerin mindestens im gleichen Umfang zum Lebensunterhalt des Beschwerdeführers beigetragen wie der Beschwerdeführer für den Unterhalt der Beschwerdeführerin aufgekommen ist. Daran nichts ändern kann der Umstand, dass die Beschwerdeführerin in der Steuerperiode 2012 lediglich ein Erwerbseinkommen von rund Fr. 6'000.-- erzielte und ihr steuerbares Einkommen im Übrigen aus dem Mietwert der in ihrem Eigentum stehenden Liegenschaften bestand. Vor diesem Hintergrund kann - anders als die Vorinstanz annimmt - nicht die Rede davon sein, dass der Beschwerdeführer im massgeblichen Sinne für den Unterhalt der Beschwerdeführerin aufgekommen ist. Damit ist die Beschwerdeführerin keine im Sinne von Art. 1 Abs. 1 Satz 1 aVBA und aArt. 1 Abs. 1 Satz 1 VBA/BE vom Steuerpflichtigen (bzw. dem Beschwerdeführer) unterhaltene Person. Folglich ist gemäss diesen Bestimmungen für die Pauschalbesteuerung nur der Aufwand des pauschalbesteuerten Beschwerdeführers mit einzubeziehen. Der Aufwand der Beschwerdeführerin ist hingegen nicht massgebend. Da pauschalierend davon auszugehen ist, dass das Ehepaar die Liegenschaft je hälftig nutzte, ist somit lediglich das Fünffache des hälftigen Mietwertes massgebend. Die vorinstanzliche Anwendung von aArt. 14 Abs. 1 DBG und aArt. 6 Abs. 3 StHG bzw. aArt. 16 Abs. 3 StG/BE (sowie von Art. 1 Abs. 1 Satz 1 aVBA und aArt. 1 Abs. 1 Satz 1 VBA/BE) erweist sich folglich als bundesrechtswidrig. Daran nichts ändern kann der von der Vorinstanz genannte, bei der Pauschalbesteuerung eines Hauseigentümers, nicht aber vorliegend relevante Umstand, dass im Rahmen der Aufwandbesteuerung der durch die Selbstnutzung eines Eigenheims entstehende ökonomische Vorteil, keine Miete zahlen zu müssen, grundsätzlich nicht erfasst wird. Ob die hier genannten Bestimmungen (aArt. 14 Abs. 1 DBG, aArt. 6 Abs. 3 StHG bzw. aArt. 16 Abs. 3 StG/BE, Art. 1 Abs. 1 Satz 1 aVBA und aArt. 1 Abs. 1 Satz 1 VBA/BE) ohnehin nur für die grundsätzliche Bemessung der Steuer nach dem Aufwand und damit nicht für die Bemessung des Minimalaufwandes die Berücksichtigung der Lebenshaltungskosten der vom Steuerpflichtigen unterhaltenen Personen vorschreiben, muss nach dem Gesagten nicht geklärt werden. Offen gelassen werden kann auch die Frage, ob bei einer gemischten Pauschalbesteuerung (bei welcher nur ein Ehegatte nach dem Aufwand, der andere jedoch ordentlich besteuert wird) im Rahmen der Aufwandbesteuerung von vornherein nur der Lebensaufwand des pauschalbesteuerten Steuerpflichtigen berücksichtigt werden darf (in dieser Richtung MARCO BERNASCONI, Die Pauschalbesteuerung, 1983, S. 25, wonach die Aufwandsteuer im Falle, dass die Ehegattin der nach dem Aufwand besteuerten Person erwerbstätig ist, "unter Ausklammerung der Aufwandquote der Ehefrau" festzulegen sei). Entsprechend dem Ausgeführten ist das angefochtene Urteil insoweit aufzuheben, als damit die Anweisung der kantonalen Steuerrekurskommission an die KSTV/BE bestätigt wurde, wonach eine Neuveranlagung mit einem Minimalaufwand des Beschwerdeführers in der Höhe des Fünffachen (statt 2,5-fachen) des Eigenmietwertes des Chalets C.________ vorzunehmen ist.