Citation: 6B_92/2015 E. 1.1

1.1. Der Beschwerdeführer bestreitet nicht, dass sein Abstand von 12 Metern bei einer Geschwindigkeit von 90 km/h nicht ausreichend war. Er rügt jedoch, es habe dadurch keine abstrakte Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer bestanden. Er habe den verkürzten Abstand ausreichend kompensiert, indem er auf der Fahrbahn links gefahren sei. Dadurch habe er freien Blick auf das Geschehen vor dem vor ihm fahrenden Fahrzeug gehabt und mögliche Hindernisse zeitgleich mit dem Lenker dieses Fahrzeugs gesehen. Auch könne sein Verhalten nicht als rücksichtslos bezeichnet werden. Die Vorinstanz verweise für die Begründung des subjektiven Tatbestands einzig auf die Erfüllung des objektiven Tatbestands. Hätte er beim herrschenden Kolonnenverkehr die "Zwei-Sekunden"-Regel eingehalten, wären ihm ständig von der Normalspur Autos vor die Nase gefahren. Nur um dies zu verhindern, habe er seinen Abstand zum vorderen Fahrzeug etwas reduziert. Er habe die Mindestabstandsregel nur knapp unterschritten. In den vom Bundesgericht als grobe Verkehrsregelverletzungen beurteilten Fällen seien die Abstände jeweils geringer gewesen und zusätzliche Umstände wie eine Nötigung des vorderen Lenkers oder ungünstige Strassen- und Sichtverhältnisse hinzugekommen. Alle anderen Verkehrsteilnehmer in der Kolonne hätten sich gleich verhalten. Er wehre sich gegen eine Kriminalisierung sämtlicher Verkehrsteilnehmer als Folge des zunehmenden Verkehrs, welcher zu einem Dichtestress auf den Strassen und unweigerlich zu einer Verkürzung der Abstände im Kolonnenverkehr führe.