Citation: 2C_770/2019 E. 6.3.4

6.3.4. Die Vorinstanz hat sich zudem nicht einzig auf die Einstellung des Strafverfahrens abgestützt, sondern zusätzliche Erwägungen angestellt. Gemäss den grundsätzlich verbindlichen vorinstanzlichen Feststellungen stand jedenfalls am Anfang der Schwierigkeiten in der Beziehung eine Zurückweisung des Werbens der Beschwerdeführerin durch den Ehemann. Es sei zwar nicht ausgeschlossen, dass sich die Absicht des Ehemannes, die Verbindung mit seiner Ehefrau entgegen deren Willen aufzulösen, in einer Ausübung von Gewalt niederschlug. Allerdings sei das Aussageverhalten der Beschwerdeführerin im Strafprozess widersprüchlich gewesen. Zwar könne eine mögliche Erklärung dafür, dass ihre Ausführungen im Lauf der Strafuntersuchung gegen den Ehemann zunehmend konkreter wurden, das Überwinden innerer Barrieren bei der Befragung zum ehelichen Intimleben sein. Dazu im Widerspruch stehe allerdings die Feststellung, dass sie sich bereits am Anfang des Deutschkurses im Kreis der Kursteilnehmerinnen relativ freimütig geäussert habe. Weiter sei die Wahrnehmung der Leiterin des Deutschkurses und der im Strafverfahren ebenfalls einvernommenen Teilnehmerin bezüglich allfälliger blauer Flecken an Gesicht und Armen der Beschwerdeführerin uneinheitlich gewesen. Inwiefern diese vorinstanzlichen Sachverhaltsfestellungen bundesrechtswidrig sein sollten, ist nicht ersichtlich: Ein Mangel in der Sachverhaltsfeststellung gemäss Art. 105 Abs. 2 BGG liegt nicht bereits dann vor, wenn eine andere Lösung ebenfalls vertretbar erscheint oder gar vorzuziehen wäre, sondern erst dann, wenn der Entscheid offensichtlich unhaltbar ist, zur tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch steht oder auf einem offenkundigen Fehler beruht (BGE 127 I 54 E. 2b S. 56; vgl. auch BGE 135 V 2 E. 1.3 S. 4 f.). Die Vorinstanz hat keine wesentlichen Beweismittel ausser Acht gelassen und weder Sinn und Tragweite eines Beweismittels offensichtlich verkannt noch unhaltbare Folgerungen gezogen. Der blosse Umstand, dass einzelne Beweismittel allenfalls auch anders hätten gewichtet werden können, begründet noch keine Willkür (BGE 143 IV 241 E. 2.3.1; 140 III 264 E. 2.3). Mit Blick auf den Ausgang des gegen den Ehegatten eingeleiteten Strafverfahrens (Einstellung durch die Staatsanwaltschaft auch bezüglich einfacher Körperverletzung und Tätlichkeiten nach eingehender strafrechtlicher Untersuchung und in umfassender Würdigung aller massgeblichen Beweismittel) erscheint es nicht als willkürlich, trotz der Aussage der Deutschlehrerin eine eheliche Gewalt jedenfalls nicht in einer Intensität als glaubhaft gemacht zu erachten, die eine Annahme eines nachehelichen Härtefalls rechtfertigen würde.