Citation: I 598/99 07.06.2000 E. 5

5.- Kommt die IV-Stelle dabei zum Schluss, dass der Versicherte bezüglich beruflicher Eingliederungsmassnahmen einzig Anspruch auf Arbeitsvermittlung hat, so kann sie trotz des in Art. 28 Abs. 2 UVG festgehaltenen Grundsatzes Eingliederung vor Rente (BGE 108 V 212, 99 V 48) ohne weiteres über den Rentenanspruch befinden, da sich diese Massnahme nicht auf die Arbeitsfähigkeit auswirkt. Weiter wird sie bei derzeitiger Aktenlage in Übereinstimmung mit der Vorinstanz für die Bemessung des mutmasslichen Verdienstes ohne Invalidität auf das zuletzt bei der Firma V.________ AG als Lagerist erzielte Einkommen im Jahre 1994 von Fr. 48'100. - abstellen dürfen. Allerdings wird sie diesen Betrag entgegen der Auffassung des kantonalen Gerichts einem auf der Basis von Tabellenlöhnen festgelegten Invalideneinkommen als massgebender Vergleichsgrösse im Sinne von Art. 28 Abs. 2 IVG gegenüberstellen dürfen (vgl. ZAK 1989 S. 456). Dies deshalb, weil der bei der im Handel tätigen Firma zuletzt erzielte Verdienst nur unwesentlich unter dem branchenüblichen Einkommen lag (vgl. Schweizerische Lohnstrukturerhebung [LSE] 1994 des Bundesamtes für Statistik, Tabelle TA1, Ziff. 50). Soweit die IV-Stelle bei der Festsetzung des Invalideneinkommens tatsächlich auf in der LSE ausgewiesene Durchschnittseinkommen abstellen wird, hat sie - wie von der Vorinstanz an sich richtig dargelegt - zu beachten, dass die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit davon abweichen kann (LSE 1994 S. 42), was ein entsprechendes Umrechnen des tabellarisch ausgewiesenen Einkommens zur Folge hat (BGE 124 V 323 Erw. 3b/bb). Für 1994 betrug die durchschnittliche Betriebsarbeitszeit jedoch 41,9 und nicht 42 Stunden (Die Volkswirtschaft 1997, Heft 7, Anhang, S. 26, Tabelle B9.2), wovon indessen die Vorinstanz ausgegangen ist.