Citation: 2C_337/2020 E. 4.3.2

4.3.2. Zwar trifft es zu, wie vom Beschwerdeführer behauptet, dass für die retrospektive Berechnung der Dauer der ehelichen Gemeinschaft in der Regel die Aufgabe des gemeinsamen Haushalt massgebend ist; von diesem Grundsatz kann nach der Rechtsprechung jedoch abgewichen werden, wenn aufgrund der besonderen Umstände des Einzelfalls anzunehmen ist, dass die eheliche Beziehung - trotz eines weiterbestehenden gemeinsamen Wohnsitzes - nicht mehr gelebt wird und der Ehewille mindestens eines Ehegatten erloschen ist (vgl. E. 3.4 hiervor). Wie die Vorinstanz zu Recht ausführt, bestehen vorliegend konkrete Indizien dafür, dass der Ehewille bereits vor dem Auszug der Ex-Ehefrau aus der gemeinsamen Wohnung, im November 2016, erloschen war. So ergibt sich aus den von der Vorinstanz beigezogenen fast gleichlautenden Schreiben der Ex-Eheleute an das Migrationsamt vom März 2017, dass der Beschwerdeführer und seine Ex-Frau angegeben hatten, dass ihr Ehewille "ca. am 1. Juni 2016" erloschen sei und seit "ca. 1. Juni 2016" keine eheliche Beziehung mehr bestanden habe. Ebenso gaben beide an, dass eine Scheidung beabsichtigt sei, wobei keine entsprechenden Schritte eingeleitet worden seien. Auf die Frage, wann die eheliche Beziehung aufgegeben worden sei, antwortete zudem die Ex-Ehefrau des Beschwerdeführers anlässlich einer polizeilichen Befragung vom 2. November 2018, dass sie bereits im Mai 2016 die Scheidung gewollt habe. Dem Beschwerdeführer gelingt es nicht, die Widersprüche zwischen diesen klaren Angaben und seinen späteren Aussagen, wonach der Ehewille erst nach dem Auszug der Ex-Ehefrau aus der gemeinsamen Wohnung bzw. erst im Februar 2017 erloschen sei, plausibel zu erklären. Dass es sich dabei um ein Missverständnis gehandelt haben soll, ist nicht glaubhaft, zumal die Angaben der Ex-Eheleute im März 2017 übereinstimmend und unmissverständlich waren.