Citation: 4A_23/2018 E. 2.1.2

2.1.2. Damit bleibt die Frage nach der Behandlung einer derartigen Verknüpfung. 2.1.2.1. Die Klagen wurden im Ergebnis im Wesentlichen mit den Begründungen abgewiesen, sowohl C.________ (so die Auffassung im diesbezüglich unangefochtenen Entscheid des Bezirksgerichts) als auch der Beschwerdeführer (gemäss dem angefochtenen Entscheid der Vorinstanz) hätten dieselben Aktien gültig erworben. Es können aber nicht beide Versionen zutreffen. Auf derartige in sich unvereinbare Versionen dürfte sich eine Partei (jedenfalls gegenüber ein und derselben Gegenpartei in demselben Prozess) nach Treu und Glauben nicht berufen, da dies auf eine in sich völlig unvereinbare und darum widersprüchliche Verhaltensweise hinausliefe (BGE 143 III 55 E. 3.4 S. 62, 666 E. 4.2 S. 673; 138 III 401 E. 2.2 S. 403). Der Beklagte dürfte, wenn er nur einem Kläger gegenüber stünde, zwar die Abweisung beider Klageposten verlangen, aber nach Treu und Glauben nicht mit Sachverhaltsdarstellungen oder Rechtspositionen, die sich gegenseitig ausschliessen (vgl. BGE 143 III 55 E. 3.4 S. 62). Ein derartiger Vortrag wäre nicht schlüssig, da bei der Unterstellung, die eine Version treffe zu, die andere nicht zutreffen kann, so dass sich gestützt auf eine derartige Argumentation nicht die Abweisung beider Klagen schlüssig begründen liesse. Solche in sich widersprüchliche Versionen sind in demselben Prozess zwischen denselben Parteien daher nur in einer eventuellen Staffelung zulässig, indem der Beklagte, wenn er primär die Gültigkeit des Erwerbs des Klägers 1 behauptet, die Gültigkeit des Erwerbs durch den Beschwerdeführer nach Treu und Glauben nur noch eventuell behaupten kann, für den Fall, dass der Erwerb des Klägers 1 nicht gültig sein sollte. Denn die ursprünglichen Aktien können nicht gleichzeitig voll gültig (so das Bezirksgericht) und gültig kraftlos erklärt worden sein (so der angefochtene Entscheid). Damit kann sich die Frage stellen, ob und wenn ja wie es sich vermeiden lässt, dass bei Ansprüchen, die sich gegenseitig ausschliessen, die aber nicht von derselben sondern von zwei verschiedener Parteien eingeklagt werden, beide Klagen gestützt auf zwei miteinander unvereinbaren Annahmen abgewiesen werden, von denen objektiv nur eine zutreffen kann. Dies wollten die Kläger mit ihrem koordinierten Vorgehen vermeiden und genau dies geschieht nun aufgrund des vorinstanzlichen Entscheides. 2.1.2.2. Zur Beantwortung dieser Frage ist der zu beurteilende Fall aber einerseits nur bedingt geeignet und andererseits genügt die Beschwerde insoweit den Begründungsanforderungen nicht. Vor der Vorinstanz hatte der Rechtsvertreter die Berufungsantwort im Namen beider Kläger eingereicht und subeventualiter beantragt, es sei C.________ vorab die Gelegenheit zu bieten, sich als Anschlussberufungskläger zu statuieren und in der Folge sei über beide Rechtsbegehren des erstinstanzlichen Entscheides ein neuer Entscheid zu fällen. Mit dem angefochtenen Entscheid hat die Vorinstanz diesem Begehren nicht stattgegeben. Gestützt auf Art. 115 lit. a oder Art. 76 Abs. 1 lit. a BGG hätte C.________ seinerseits den Entscheid der Vorinstanz fristgerecht anfechten und sich so gegen den Ausschluss aus dem Verfahren vor der Vorinstanz wehren können. Dies hätte dem Bundesgericht erlaubt, darüber zu entscheiden, ob die Vorinstanz zu Recht davon ausging, er hätte selbst fristgerecht Berufung erheben müssen, wenn er weiter am Verfahren beteiligt sein wollte (in diesem Sinne: HOHL, a.a.O., S. 395 Rz. 2376 mit Hinweis auf vor Inkrafttreten der ZPO ergangene kantonale Praxis; vgl. auch Urteile des Bundesgerichts 4A_495/2007 vom 12. Januar 2009 E. 3.3; 9C_400/2012 vom 4. April 2013 E. 4.1, nicht publiziert in BGE 139 V 176, dafür in: Pra, 102/2013 Nr. 119 S. 912 ff.), oder ob er infolge der Verknüpfung der beiden Klagen davon unabhängig am Verfahren beteiligt bleibt (vgl. BGE 83 II 79 E. 2 S. 84 f.) oder ihm zumindest die Möglichkeit zu einer Beteiligung hätte eröffnet werden müssen (vgl. den Hinweis auf eine entsprechende kantonale Praxis vor Inkrafttreten der ZPO bei HOHL, a.a.O., S. 395 Rz. 2377 f.), wie die Kläger dies in der Berufungsantwort verlangt haben. C.________ hat den Entscheid der Vorinstanz indessen nicht angefochten - die Beschwerde wurde nur im Namen des Beschwerdeführers erhoben. Damit stellt sich aber weder die allgemeine Frage, ob sich widersprechende Urteile wie hier des Bezirksgerichts und der Vorinstanz vermeiden lassen, noch ob C.________ vorsorglich hätte Berufung erheben müssen, wenn er im Falle einer Berufung des Beschwerdegegners am Verfahren beteiligt bleiben wollte. Im zu beurteilenden Fall besteht vielmehr die Eigenheit, dass beide Kläger zwar erst- und zweitinstanzlich sich widersprechende Urteile zu verhindern suchten, vor Bundesgericht das Urteil der Vorinstanz aber von C.________ nicht mehr angefochten wird, der sich mithin mit den sich widersprechenden Urteilen und der Tatsache, dass er am Verfahren nicht mehr beteiligt ist, abgefunden zu haben scheint. Damit könnte nur dieser Spezialfall behandelt werden. Selbst wenn auch diesem Fall grundsätzliche Bedeutung zukommen sollte, wird er aber unter diesem Gesichtspunkt in der Beschwerde nicht thematisiert. 2.1.2.3. Die Rechtsfrage, ob die Nichtanmeldung des Kaufs vinkulierter Namenaktien zu einer Verwirkung des Eigentumsanspruches führt, betrifft dagegen von vornherein nur C.________, der vor Bundesgericht nicht Prozesspartei ist. Anzumerken bleibt, dass die Vorinstanz genau besehen keine Verwirkung des Eigentumsanspruches annahm, sondern davon ausging, C.________ sei mangels Eintrags nie gültig Eigentümer der Namenaktien geworden.