Citation: 9C_296/2022 E. 5.2.2

5.2.2. Dieser im angefochtenen Urteil vertretenen Auffassung ist beizupflichten. Sie vermag sich insbesondere auch auf die ergänzende Stellungnahme vom 18. Oktober 2021 abzustützen, in welcher der Gutachter auf die belastenden Lebensereignisse, welche die Beschwerdeführerin in ihrer Kindheit erlitt, Bezug nahm und überzeugend darlegte, weshalb die Kriterien einer posttraumatischen Belastungsstörung (ICD-10: F62.0) nicht erfüllt sind. Entgegen der in der Beschwerde vertretenen Auffassung schmälert die Aussagekraft seiner Ausführungen nicht etwa, dass Dr. med. B.________ nicht auch die komplexe posttraumatische Belastungsstörung erwähnte, weil diese sich von der posttraumatischen Belastungsstörung (gemäss ICD-11) durch Symptome aus drei weiteren Bereichen unterscheidet (Schwierigkeiten in der Regulierung von Emotionen, überdauerndes negatives Konzept des Selbst, Beziehungsschwierigkeiten) und in diesem Sinne bei Nichterfüllen der PTBS-Kriterien erst recht keine komplexe posttraumatische Belastungsstörung gegeben sein kann. Abgesehen davon wurde die komplexe posttraumatische Belastungsstörung in der ICD-10, auf welche sich der Gutachter stützte, noch nicht als eigenständige Diagnose aufgeführt, sondern erst in der ICD-11 ( https://icd.who.int/en), die im Zeitpunkt der Begutachtung noch nicht in Kraft stand. Insgesamt vermag die Beschwerdeführerin damit nicht aufzuzeigen, inwiefern Dr. med. B.________ die erhobenen Befunde nicht im Rahmen seines gutachterlichen Ermessens (vgl. dazu BGE 137 V 210 E. 3.4.2.3; Urteil 9C_397/2015 vom 6. August 2015 E. 5.3) adäquat einzuschätzen vermocht hätte.