Citation: 8C_290/2023 E. 4.3

4.3. Weiter bringt die Beschwerdeführerin vor, es hätte aufgrund der anlässlich der internistischen Untersuchung festgestellten fehlenden Reflexe zwingend eine neurologische Exploration veranlasst werden müssen. Stattdessen habe die internistische Gutachterin lediglich auf eine mögliche beginnende diabetische Polyneuropathie hingewiesen. Der medizinische Sachverhalt sei somit ungenügend abgeklärt. Wie die Vorinstanz richtig erkannt hat, liegt es grundsätzlich im Ermessen der Gutachter, ob der Beizug weiterer Experten notwendig ist (statt vieler: Urteil 8C_153/2023 vom 17. Juli 2023 E. 5.1 mit Hinweis). Im Übrigen legte Dr. med. B.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) in seiner Stellungnahme vom 27. April 2022 nachvollziehbar dar, dass im ABI-Gutachten Befunde einer manifesten peripheren Polyneuropathie, wie etwa starke Schmerzen in der Extremitäten-Peripherie mit tiefgehenden Gefühlsstörungen in den unteren Extremitäten und damit verbundenen motorischen Beeinträchtigungen beim Stehen und Gehen, fehlten. Lediglich ein leicht abgeschwächter Vibrationssinn und fraglich abgeschwächte Muskelreflexe seien festgestellt worden. Die Beurteilung einer "möglichen beginnenden diabetischen Polyneuropathie" sei daher zutreffend. Eine Arbeitsunfähigkeit könne daraus nicht abgeleitet werden und eine fachneurologische Begutachtung wäre unverhältnismässig gewesen. Mit Blick auf diese überzeugende ärztliche Einschätzung ist nicht zu beanstanden, dass die IV-Stelle und die Vorinstanz eine neurologische Exploration als entbehrlich erachteten. Eine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes ist damit zu verneinen.