Citation: 2C_797/2020 E. 3.2

3.2. Entgegen der Beschwerdeführerin und auch entgegen der Steuerverwaltung Zug lässt sich auch nicht etwa sagen, den in V.________ ausgeführten Tätigkeiten komme jedenfalls in quantitativer Hinsicht ein so geringes Gewicht zu, dass dem Logistikcenter deshalb die Qualität als Betriebsstätte abzusprechen wäre. Es mag zwar zutreffen, dass, wie die Steuerverwaltung Zug geltend macht, sich das Verhältnis zwischen dem im Kanton Zug und dem im Kanton Luzern steuerbaren Anteil am Reingewinn der Beschwerdeführerin in den letzten Jahren stark zulasten des Kantons Luzern verschoben, d.h. der dorthin zu allozierende gegenüber dem in den Kanton Zug zu allozierenden Gewinn stark abgenommen hat. Das ändert indessen nichts daran, dass, wie die Vorinstanz hervorgehoben hat, zum einen der in V.________ anfallende Mietaufwand für eine Halle mit einer Fläche von 3'000 m2 mit Fr. 166'019.-- nicht unbedeutend ist und dass auch der Lohnaufwand für die in V.________ ständig im Vollzeitäquivalent beschäftigten 4 bis 5 Personen gemäss Angaben der Beschwerdeführerin mit Fr. 539'600.-- beträchtlich ist. Dabei bleibt, was weder von den beteiligten Steuerverwaltungen noch von der Vorinstanz abgeklärt wurde, unberücksichtigt, dass die Beschwerdeführerin neben festangestellten Arbeitnehmern in grossem Umfang Leiharbeitskräfte beschäftigte (gemäss Feststellung der Vorinstanz insgesamt 53 Festangestellte und 288 Leiharbeitskräfte) und nicht klar ist, ob und welchem Umfang ein Teil der Leiharbeitskräfte (auch) in V.________ Arbeiten verrichtete. Wie es sich damit verhält, muss im bundesgerichtlichen Verfahren offenbleiben. Unabhängig davon lässt sich angesichts des Miet- und des Personalaufwands in V.________ nicht sagen, die Tätigkeiten in V.________ seien zumindest in quantitativer Hinsicht derart unbedeutend, dass für das Jahr 2016 nicht (mehr) vom Vorliegen einer Betriebsstätte im Kanton Luzern ausgegangen werden müsste. Dies gilt insbesondere auch deshalb, weil zwar die bundesgerichtliche Rechtsprechung zum interkantonalen Doppelbesteuerungsverbot, wie bereits dargelegt (E. 3.1.1), dem Anliegen verpflichtet ist, eine Zersplitterung der kantonalen Steuerhoheiten soweit möglich zu vermeiden. Die quantitative Erheblichkeit ist indes gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung aufgrund der Betriebstätigkeit als solcher (absolut) und nicht aufgrund ihres Grössenverhältnisses zum Gesamtbetrieb (relativ) zu beurteilen (BGE 52 I 238 E. 3a = Locher/Locher, a.a.O., § 8 I C, 4 Nr. 3; Locher, a.a.O., S. 45; De Vries Reilingh, a.a.O., § 11 Rz. 18 S. 130; Vogelsang, a.a.O., S. 364). Andernfalls wäre dieselbe ständige körperliche Anlage dann, wenn sie zu einem grossen Unternehmen gehört, in dem ihr insgesamt, aus der Perspektive des ganzen Unternehmens, nur eine untergeordnete und nebensächliche Bedeutung zukommt, keine Betriebsstätte. Hingegen wäre sie dann, wenn sie einem kleineren Unternehmen zugehörig ist, als Betriebsstätte zu qualifizieren (De Vries Reilingh, a.a.O., § 11 Rz. 18 S. 130). Auch wenn der Aufwand der Beschwerdeführerin für die Miete der Lagerhalle in V.________ gemessen am gesamten Mietaufwand ebenso wie der Lohnaufwand für das in V.________ tätige Personal gemessen am gesamten Lohnaufwand relativ bescheiden sein mag, ändert dies angesichts des für die Gesamtleistungserstellung unverzichtbaren Charakters der in V.________ ausgeführten Arbeiten und des absolut gesehen erheblichen Aufwands im Zusammenhang mit den in V.________ ausgeführten Tätigkeiten nichts am Ergebnis, dass das Vorliegen einer Betriebsstätte im Kanton Luzern zu bejahen ist. Die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten erweist sich damit als unbegründet.