Citation: 6B_796/2023 E. 4.4.7

4.4.7. Wie bereits ausgeführt und von der Vorinstanz korrekt wiedergegeben, kann sich der von einer Landesverweisung Betroffene nur dann überhaupt auf das Recht auf Achtung des Familienlebens i.S.v. Art. 8 EMRK berufen, wenn eine staatliche Entfernungs- oder Fernhaltemassnahme eine nahe, echte und tatsächlich gelebte familiäre Beziehung einer in der Schweiz gefestigt anwesenheitsberechtigten Person beeinträchtigt (vgl. oben E. 4.3.3; Urteil 6B_542/2023 vom 15. Februar 2024 E. 2.2.2). Die Vorinstanz ergänzt ebenso zutreffend, ein gefestigtes Anwesenheitsrecht sei praxisgemäss der Fall, wenn die Person das Schweizer Bürgerrecht besässe, ihr die Niederlassungsbewilligung gewährt worden sei oder sie über eine Aufenthaltsbewilligung verfüge, die ihrerseits auf einem gefestigten Rechtsanspruch beruhe. Der Beschwerdeführer verfügt als rechtskräftig abgewiesener Asylsuchender über kein gefestigtes Anwesenheitsrecht in der Schweiz. Ob seine Familienangehörigen, insbesondere seine Kinder, in der Schweiz gefestigt anwesenheitsberechtigt sind, geht aus den vorinstanzlichen Erwägungen indes nicht hervor. Die Vorinstanz verweist mit Bezug auf das Verhältnis zwischen dem Beschwerdeführer und seinen Kindern bzw. seiner Exfreundin aber mitunter auf den Abschlussbericht des Amts für Erwachsenen- und Kindesschutz des Kantons Bern vom 23. März 2023 (kantonale Akten, pag. 473 ff.). Diesem sowie dem sich ebenfalls in den kantonalen und vom Bundesgericht beigezogenen Akten befindlichen Bericht im Hinblick auf die Prüfung der strafrechtlichen Landesverweisung des Migrationsdiensts des Kantons Bern vom 27. Januar 2023 (kantonale Akten, pag. 398 f.) ist zu entnehmen, dass seine Exfreundin und seine Kinder über den Status vorläufig aufgenommener Ausländer (Ausweis F) verfügen. Die vorläufige Aufnahme ist keine Aufenthaltsbewilligung, sondern ein vorübergehender Status, der die Anwesenheit regelt, solange der Wegweisungsvollzug nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich erscheint (zur vorläufigen Aufnahme siehe BGE 147 I 268 E. 4.2.1; Urteil 2C_611/2023 vom 23. April 2024 E. 4.4; je mit Hinweisen). Damit haben auch die Kinder des Beschwerdeführers kein gefestigtes Aufenthaltsrecht im Sinne der Rechtsprechung zu Art. 8 Ziff. 1 EMRK. Der vorinstanzlich erstellte Sachverhalt wird vom Beschwerdeführer im Übrigen auch nicht als willkürlich gerügt; mit den Feststellungen zum Aufenthaltsstatus setzt er sich überhaupt nicht auseinander (Art. 42 Abs. 2, 105 Abs. 1 BGG). Im Ergebnis ist mit der Vorinstanz davon auszugehen, dass der Schutzbereich des Rechts auf Familienlebens i.S.v. Art. 8 EMRK nicht betroffen ist. Dies gilt aufgrund des fehlenden gefestigten Aufenthaltsrechts sowohl von ihm als auch von seinen Kindern selbst dann, wenn zwischen dem Beschwerdeführer und seinen beiden Kindern eine nahe, echte und tatsächlich gelebte Beziehung vorliegen würde. Entsprechend durfte die Vorinstanz auch in familiärer Hinsicht einen schweren persönlichen Härtefall verneinen (vgl. Urteil 6B_542/2023 vom 15. Februar 2024 E. 2.2.2 mit Hinweisen). Die übrigen von der Vorinstanz in ihre Beurteilung miteinbezogenen Elemente (das fehlende Zusammenleben, Kenntnis der Wegweisung, kein reibungsloser Kontakt, Unterstützung durch das Amt für Erwachsenen- und Kindesschutz; vgl. E. 4.4.6) wären anlässlich einer allfälligen Interessenabwägung i.S.v. Art. 8 Ziff. 2 EMRK von Belang, brauchen vorliegend aus den erwähnten Gründen aber nicht näher erörtert zu werden.