Citation: 2A.275/2005 17.10.2005 E. 2

2.1 Nach Art. 9 Abs. 4 lit. a ANAG kann die Niederlassungsbewilligung widerrufen werden, wenn der Ausländer sie durch falsche Angaben oder wissentliches Verschweigen wesentlicher Tatsachen erschlichen hat. Dies gilt insbesondere für den Fall, dass sich nachträglich Indizien ergeben, die die mittlerweile aufgelöste Ehe, auf die sich der Ausländer berufen hat, als Scheinehe oder als bloss aus fremdenpolizeilichen Gründen aufrechterhaltene Ehe erscheinen lassen (vgl. BGE 112 Ib 161 E. 3b S. 163; Urteil 2A.346/2004 vom 10. Dezember 2004). Der Widerruf nach der erwähnten Bestimmung setzt voraus, dass der Betroffene wissentlich falsche Angaben gemacht oder Tatsachen verschwiegen hat, in der Absicht gestützt darauf den Aufenthalt oder die Niederlassung bewilligt zu erhalten. Nach Art. 3 Abs. 2 ANAG ist der Ausländer verpflichtet, der Behörde wahrheitsgetreu über alles Auskunft zu geben, was für den Bewilligungsentscheid massgebend sein kann. Wesentlich sind dabei nicht nur Umstände, nach denen die Fremdenpolizei ausdrücklich fragt, sondern auch solche, von denen der Gesuchsteller wissen muss, dass sie für den Bewilligungsentscheid massgeblich sind. Dazu gehört auch die Tatsache, dass der Betroffene aussereheliche Kinder hat (Urteil 2A.346/2004 vom 10. Dezember 2004 E. 2.2, mit zahlreichen Hinweisen). 2.2 Die Niederlassungsbewilligung erlischt nach Art. 9 Abs. 3 lit. b ANAG mit der Ausweisung. Der Ausländer kann nach Art. 10 Abs. 1 lit. b ANAG aus der Schweiz oder aus einem Kanton ausgewiesen werden, wenn sein Verhalten im Allgemeinen und seine Handlungen darauf schliessen lassen, dass er nicht gewillt oder nicht fähig ist, sich in die im Gaststaat geltende Ordnung einzufügen. 2.3 Sowohl bei der Gesetzesbestimmung betreffend den Widerruf der Niederlassungsbewilligung als auch bei derjenigen betreffend die Ausweisung handelt es sich um Kann-Vorschriften. In beiden Fällen haben die zuständigen Behörden, bevor sie eine entsprechende Verfügung erlassen, eine Interessenabwägung vorzunehmen. Für den betroffenen Ausländer bedeutet sowohl der Widerruf der Niederlassungsbewilligung (mit anschliessender Wegweisung) als auch die Ausweisung, dass er die Schweiz zu verlassen hat. Im Unterschied zum Widerruf hat die Ausweisung jedoch zur Folge, dass er sich während der Dauer der Ausweisung selbst besuchshalber nicht in die Schweiz begeben darf (Art. 11 Abs. 4 ANAG).