Citation: U 142/03 12.01.2004 E. 3

In medizinischer Hinsicht ging das kantonale Gericht davon aus, ab März 1999 habe keine körperliche Gesundheitsschädigung mehr bestanden, welche auf den versicherten Unfall zurückzuführen sei. Dagegen leide der Versicherte als Folge des Ereignisses vom 1. September 1998 weiterhin an psychischen Beschwerden. 3.1 Umstritten ist zunächst, von welchem Unfallhergang für die medizinische Beurteilung auszugehen ist. Den Akten ist zu entnehmen, dass sich der Beschwerdeführer bei der Erneuerung des Strassenbelages im Bereich der Belagseinbaumaschine fast in der Mitte der Strasse befand, wobei er frontal zur Maschine stand. Plötzlich wurde er unerwartet von rechts durch einen Personenwagen angefahren, wobei er einen heftigen Schlag gegen Hüfte und Oberschenkel erlitt. Der Versicherte sagte am 22. März 1999 gegenüber dem Sachbearbeiter der SUVA aus, es habe ihn irgendwie abgedreht und er sei rücklings auf den Asphaltboden geprallt. Beim Sturz habe er sich den rechten Ellenbogen angeschlagen, den Kopf jedoch glücklicherweise nicht. Dr. med. I.________, Allgemeine Medizin FMH, der ihn noch am Unfalltag behandelte, stellte Kontusionen von Becken und Ellenbogen rechts sowie Prellungen und Schürfungen fest (Bericht vom 12. Dezember 1998). Der Polier N.________, der auf der Baustelle anwesend war, erklärte als Zeuge im zivilrechtlichen Direktschadensprozess, er habe nicht sehen können, wie der Versicherte durch den Personenwagen angefahren worden sei, da er sich auf die Arbeit an der Maschine konzentriert habe. Anschliessend habe er den Versicherten jedoch "wegfliegen" sehen. Angesichts der gegen diese Darstellung sprechenden Angaben des Beschwerdeführers vom 22. März 1999 und Befunde des erstbehandelnden Arztes ist jedoch auch unter Einbezug der Aussage des Poliers nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 360 Erw. 5b mit Hinweisen) dargetan, dass der Personenwagen den Versicherten weggeschleudert hätte (zur Beweislast für das Unfallereignis RKUV 2002 Nr. U 469 Erw. 3a S. 528 mit Hinweis). Unter diesen Umständen konnte das kantonale Gericht zulässigerweise von einer persönlichen Befragung N.________s absehen, hätte doch auch die zu erwartende Bestätigung von dessen amtsgerichtlicher Aussage am Beweisergebnis nichts zu ändern vermocht. 3.2 Das kantonale Gericht ging davon aus, nach März 1999 habe keine körperliche Gesundheitsschädigung mehr bestanden, welche auf den versicherten Unfall zurückzuführen sei. Es stützte sich dabei in erster Linie auf das neurochirurgische Gutachten des Dr. med. Z.________ vom 5. April 2001, welchem es volle Beweiskraft beimass. Dieser Beurteilung, welche die Vorinstanz ausführlich begründet hat, ist zuzustimmen. Hinsichtlich der Rückenbeschwerden entspricht die vom Gutachter vertretene Ansicht zur Unfallkausalität von Diskushernien im Allgemeinen den von der Rechtsprechung entwickelten Grundsätzen (RKUV 2000 Nr. U 379 S. 192 f. Erw. 2a mit Hinweisen; Urteil Z. vom 9. Oktober 2003 [U 360/02] Erw. 4.2). Gestützt darauf, ausgehend vom hinreichend nachgewiesenen Unfallhergang gemäss Erw. 3.1 hievor und in Berücksichtigung der anschliessenden, aktenmässig dokumentierten Entwicklung des Beschwerdebildes gelangt Dr. med. Z.________ mit schlüssiger und nachvollziehbarer Begründung zum Resultat, das Unfallereignis vom 1. September 1998 habe den Vorzustand vorübergehend verschlimmert; die nach März 1999 geklagten Rückenschmerzen seien jedoch mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht mehr auf den Unfall zurückzuführen. Wie die Vorinstanz ebenfalls zu Recht erkannt hat, bestehen auch keine hinreichenden Anhaltspunkte für unfallbedingte Kopf- und Nackenschmerzen mit organischer Ursache, ist doch das Auftreten derartiger Beschwerden für die ersten Monate nach dem Unfall nicht dokumentiert. 3.3 Nach dem Gesagten ist mit der Vorinstanz davon auszugehen, dass die über März 1999 hinaus fortbestehenden Beschwerden psychischer Natur sind. Im Gutachten des Psychiatrischen Zentrums Y.________, welches auf einem Studium der Vorakten, Angaben des Versicherten und von Drittpersonen sowie eigenen Untersuchungen der Gutachterinnen basiert, werden eine mittelgradige depressive Episode ohne somatisches Syndrom bei ausgeprägter Tendenz zur Somatisierung und dysphorischer Stimmungslage und bei Zustand nach Unfall am Arbeitsplatz und seither bestehender psychosozialer Belastungssituation diagnostiziert. Der natürliche Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis vom 1. September 1998 und dem psychischen Beschwerdebild ist gestützt auf die diesbezüglichen Ausführungen im Gutachten zu bejahen.