Citation: U 78/06 04.04.2007 E. 6

6.1 Zweck der Integritätsentschädigung ist der Ausgleich immaterieller Unbill, indem die versicherte Person, welche durch einen Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der Integrität erleidet, den dadurch entgangenen Lebensgenuss mit Hilfe einer Entschädigung wenigstens teilweise kompensieren können soll (RKUV 2004 Nr. U 508 S. 265 E. 5.3.1, U 105/03). Für die Ermittlung der "dauernden erheblichen Schädigung" ist somit die mutmassliche zukünftige Entwicklung des Gesundheitszustandes ausschlaggebend. Ob in Anbetracht dieses Grundgedankens auch der mit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde eingereichte Bericht des Dr. med. M.________ vom 31. Januar 2006 zu berücksichtigen ist, kann offen bleiben, da er im hier massgebenden Punkt (Quadrizepsatrophie) nichts Neues bringt, sondern vielmehr die früher vertretene Einschätzung bestätigt, wonach eine schwere Atrophie vorliegt, welche auch durch intensives Training nicht wiederaufbaubar sei (vgl. Berichte vom 20. Dezember 2004, vom 10. Juni und 25. März 2003 sowie vom 10. Juli 2002). 6.2 Dr. med. D.________ setzte sich in seinem Abschlussbericht vom 4. Februar 2003 nicht mit der von Dr. med. M.________ bis zu diesem Zeitpunkt mehrfach erwähnten und problematisierten Quadrizepsatrophie auseinander; er hielt lediglich fest, diese sei reversibel, begründete seine dem Verlauf widersprechende Einschätzung aber nicht. In der Beurteilung des Integritätsschadens erwähnte Dr. med. D.________ die Atrophie überhaupt nicht. Dr. med. S.________ erachtete anderthalb Jahre später (Aktennotiz vom 6. September 2004) die Quadrizepsatrophie ebenfalls als reversibel, da neurologisch keine Lähmung vorliege. Obwohl Dr. med. M.________ die Atrophie zwischenzeitlich als schwer bezeichnete und die gescheiterten Bemühungen zum Muskelaufbau schilderte, begründete Dr. med. S.________ seine gegenteilige Ansicht nicht weiter. In diesem Zusammenhang fällt auf, dass sich bei den Akten keine Ergebnisse einer fachärztlichen neurologischen Untersuchung finden lassen, obwohl Dr. med. M.________ eine entsprechende Abklärung bereits im März 2003 für angebracht hielt. Bei dieser Aktenlage ist die Sache an die SUVA zurückzuweisen, damit sie nach erneuter Abklärung über den Anspruch auf Integritätsentschädigung neu verfüge.