Citation: 1C_117/2020 E. 5.6

5.6. Zu prüfen bleibt, ob die Auferlegung einer Anteilsquote von 30 % im vorliegenden Fall nachvollziehbar ist bzw. nicht den Rahmen der pflichtgemässen Ermessensausübung (vgl. vorne E. 4.4) sprengt. Aus dem einschlägigen Voruntersuchungsbericht geht hervor, dass gemäss den Erfahrungen mit vergleichbaren Standorten von potentiellen Sanierungskosten von Fr. 500'000.-- zuzüglich mutmasslicher weiterer belastungsspezifischer Mehrkosten von Fr. 250'000.--, mithin von Gesamtsanierungskosten im Betrag von Fr. 750'000.-- auszugehen ist. Dieser Betrag entspricht dem zurzeit bekannten altlasten- bzw. belastungsbedingten Minderwert des fraglichen Grundstücks. Daraus ergibt sich, dass der Beschwerdeführerin nach derzeitigem Erkenntnisstand durch die Sanierung ihres Grundstücks ein Vermögensvorteil in gleicher Höhe von rund Fr. 750'000.-- zufliessen wird. Die Beschwerdeführerin bestreitet dies grundsätzlich nicht, nachdem sie selbst vorträgt, die Sanierung führe dazu, dass die bisher durch die bestehende Belastung bzw. deren Aufnahme in den Belastungskataster erlittene Wertminderung ausgeglichen werde und für das Grundstück wieder ein realistischer Marktwert erzielt werden könne. Die Voruntersuchung stellt insofern einen ersten und unvermeidlichen Teil der Gesamtsanierung dar, weshalb ein wirtschaftlicher Vorteil, der sich aus letzterem ergibt, auf ersteres durchschlägt. Anders verhielte es sich etwa, wenn sich aus der Voruntersuchung kein Sanierungsbedarf ergäbe oder der Wertzuwachs kleiner ausfiele als die Sanierungskosten. Im vorliegenden Fall erweist sich die Sanierung hingegen als erforderlich und wertsteigernd. Bereits angesichts des dadurch zu erwartenden Wertzuwachses erscheint die Haftungsquote von 30 % auf der Voruntersuchung bzw. der bisher strittige Betrag von Fr. 9'561.10 zumutbar. Daran ändert nichts, dass vor der eigentlichen Sanierung weitere Untersuchungs- oder Überwachungskosten hinzu kommen können, solange diese in einem damit vergleichbaren überschaubaren Rahmen verbleiben. Genauso wenig fällt entscheidend ins Gewicht, dass im Zeitpunkt der Erbteilung lediglich ein Verdacht einer Altlast, aber noch keine gesicherte Kenntnis davon bestand. Jedenfalls musste die Beschwerdeführerin mit möglichen Sanierungskosten rechnen. Es ist demnach auch nicht weiter von Belang, ob die Beschwerdeführerin ihrer Mitwirkungspflicht hinsichtlich ihrer sonstigen Vermögensverhältnisse nachgekommen ist bzw. ob das Verwaltungsgericht insofern von einer Verletzung einer solchen Pflicht ausgegangen ist oder nicht (vgl. vorne E. 5.4) und ob dies gegebenenfalls rechtmässig gewesen wäre.