Citation: 5A_140/2010 11.06.2010 E. 3

3.1 Ferner macht die Beschwerdeführerin geltend, gemäss Art. 273 Abs. 2 ZGB könne die Vormundschaftsbehörde Eltern ermahnen und ihnen Weisungen erteilen, wenn sich die Ausübung oder Nichtausübung des persönlichen Verkehrs für das Kind nachteilig auswirke oder wenn eine Ermahnung oder eine Weisung aus andern Gründen geboten sei. Im Rahmen von Art. 133 ZGB könne sodann das Gericht im Sinne von Art. 273 Abs. 2 ZBG einschreiten. Das Obergericht habe in seinem Entscheid keine Prüfung der Verhältnismässigkeit vorgenommen und es gänzlich unterlassen, eine rechtliche Abwägung in Bezug auf eine allenfalls zur Verfügung stehende mildere Massnahme vorzunehmen. Sein Entscheid sei wegen Verletzung von Art. 273 und 307 ZGB aufzuheben. 3.2 Im Gutachten des KJPD St. Gallen vom 5. Mai 2008 wird im Kernpunkt das Folgende festgestellt (Urteil Obergericht S. 23/24): Die Beschwerdeführerin habe, unterstützt von einem Helfersystem und dessen Einschätzung einer Gefährdung von Mutter und Kind, nach eigenen Vorstellungen von "Kindesschutz" gehandelt bis hin zu ihrem Umzug ins Frauenhaus und später an eine geheim gehaltene Wohnadresse in der Ostschweiz, wo sie sich sicher gefühlt und aus ihrer Sicht dem Kind eine ungestörte Entwicklung ermöglicht habe. Für das Kind sei damit ein positiv besetztes Vaterbild verloren gegangen; es habe die Ängste und Bedrohungsgefühle und andere starke Affekte der Mutter erlebt, verbunden mit einer Ortsveränderung im Sinne einer Flucht und Entwurzelungserlebnissen und der Übernahme der ausschliesslichen Sichtweise der Mutter. In seiner Identifikation mit der Sichtweise der Mutter erlebe Z.________ das Thema "Vater" als schwere Bedrohung und habe ein feindliches Bild des Vaters internalisiert. Das Kind zeige einerseits gute kognitive und auch sprachliche Fähigkeiten und eine reiche Phantasie. Es zeigten sich aber auch aggressive Phantasien, aggressive Affekte, Traumatisierungssymptome sowie starke Vermeidungsreaktionen und Fluchtphantasien. Beim Kind liege diagnostisch gesehen eine Belastungsreaktion vor. Wohl unterstütze und fördere die Beschwerdeführerin das Kind in vielerlei Hinsicht gut; es zeige sich zwischen ihnen aber eine enge, verstrickte Bindung und Z.________ zeige eine Verweigerungshaltung gegenüber dem Vater, welche durch die Entwicklung seit 2003 und die Haltung der Beklagten geprägt worden sei. Es liege eine Symptomatik im Sinne eines mittelstarken bis schweren Elternentfremdungssyndroms (PAS) vor. In seiner abschliessenden Erwägung hat das Obergericht befunden (S. 30/31), aufgrund des Ausgeführten sei die Mutter daher im Rahmen einer Weisung zu verpflichten, sich bei einer auf Elternentfremdungssyndrome spezialisierten Fachkraft in therapeutische Behandlung zu begeben. Zwar befinde sich die Beschwerdeführerin gegenwärtig in einer (traumatologisch ausgerichteten) Therapie, die zur Behandlung der PAS-Indikation offenkundig nicht geeignet sei. Angesichts der zur Zeit nur sehr vagen Motivation zu einer solchen Therapie bzw. der fehlenden Einsicht der Mutter in die Zusammenhänge sei mit der Anordnung der Therapie die Androhung der Überweisung an den Strafrichter im Unterlassungsfall gemäss Art. 292 StGB zu verbinden. Gemäss dem obergerichtlichen Urteil hatte bereits im Jahre 2005 eine Gutachterin vom Institut T.________ eine Analyse der Eltern-Kind-Beziehungen betreffend die Schwierigkeiten bei der Ausübung des Besuchsrechts durch den Vater vorgenommen und im September 2006 ein Ergänzungsgutachten erstellt. Die Auffassung der Beschwerdeführerin, eine Mahnung gegenüber ihr im Sinne von Art. 307 Abs. 3 ZGB hätte ausgereicht, lässt sich gestützt auf das von der Vorinstanz veranlasste Gutachten nicht rechtfertigen, denn die Schlussfolgerungen des Gerichts hat die Beschwerdeführerin nicht als Verletzung von Art. 9 BV darzutun vermocht (E. 2.1 hiervor; Beschwerde S. 16 Abs. 4 mit Hinweis auf die Darlegungen unter II.). Damit ist der konnexen Rüge, die angeordnete Weisung sei unverhältnismässig und verletze Art. 273 und 307 ZGB, der Boden entzogen (s. Urteil 5A_457/2009 vom 9. Dezember 2009 E. 4.3 betreffend die Anordnung einer Mediation zwischen den Eltern).