Citation: 2C_255/2014 E. 2.3.4

2.3.4. Nichts anderes ergibt sich aus Konventionsrecht: Ein Elternteil kann sich im Verhältnis zu seinen minderjährigen Kindern zwar auch auf Art. 8 EMRK berufen (BGE 136 II 177 E. 1.2 S. 180). Unter den Schutzbereich des Anspruchs auf Achtung des Familienlebens im Sinne von Art. 8 Ziff. 1 EMRK fällt ein ausländischer Elternteil aber nur, soweit eine intakte, tatsächlich gelebte Beziehung zu seinem Kind in der Schweiz besteht. Vorausgesetzt wird zudem, dass das hier lebende Kind über ein gefestigtes Anwesenheitsrecht verfügt (Urteil 2C_1112/2012 vom 14. Juni 2013 E. 1.2, nicht publ. in: BGE 139 I 315; Urteil 2C_711/2010 vom 1. April 2011 E. 1.3, nicht publ. in: BGE 137 I 284; BGE 135 I 143 E. 1.3.1 S. 145 f.). Praxisgemäss folgt aus Art. 8 EMRK kein unumstössliches Recht auf Aufenthalt in einem Konventionsstaat, wodurch dieser verpflichtet wäre, ausländischen Personen die Einreise, die Erteilung oder Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung vorbehaltlos zu gewähren (BGE 140 I 145 E. 3.1 S. 146 f.; 137 I 247 E. 4.1 S. 249; 137 I 284 E. 2.1 S. 288; Urteile des EGMR M.P.E.V. und weitere gegen Schweiz vom 8. Juli 2014 [910/13] § 51; A.A. gegen Schweiz vom 7. Januar 2014 [58802/12] § 38; Vasquez gegen Schweiz vom 26. November 2013 [1785/08] § 36; Hasanbasic gegen Schweiz vom 11. Juni 2013 [52166/09] § 46). In diesem Sinne schliesst Art. 8 EMRK nicht aus, dass die Konventionsstaaten die Anwesenheit auf ihrem Staatsgebiet eigenständig regeln und den Aufenthalt ausländischer Personen unter Beachtung überwiegender Interessen des Familien- und Privatlebens auch wieder beenden (BGE 140 I 145 E. 3.1 S. 147; 138 I 246 E. 3.2.1 S. 250; 137 I 247 E. 4.1.1 S. 249). Ist die Ausreise dem aufenthaltsberechtigten oder niedergelassenen ausländischen Kind zumutbar, genügt dies - anders als im Fall eines Kindes mit Schweizerbürgerrecht - für eine Bewilligungsverweigerung an den sorge- bzw. obhutsberechtigten ausländischen Elternteil (BGE 137 I 247 E. 4.2.3 S. 251; dazu hinten E. 2.4.4).