Citation: 6B_676/2024 E. 3.2

3.2. Die Vorinstanz erachtet angesichts der konkreten Verhältnisse eine Reduktion des üblichen Tagessatzes bei kurzer Haftdauer von Fr. 200.-- auf CHF 100.-- als angemessen. Daraus resultiert bei 117 Tagen rechtswidriger Haft eine Entschädigung von Fr. 11'700.--, zuzüglich Zins zu 5 % seit 28. Juni 2022. Was der Beschwerdeführer gegen die vorinstanzlichen Erwägungen vorbringt, ist nicht geeignet, die Herabsetzung des üblichen Tagessatzes von Fr. 200.-- auf die Hälfte als missbräuchlich oder offensichtlich unbillig erscheinen zu lassen. Wie die Vorinstanz zu Recht erwägt, kann angesichts der Tatsache, dass sich der Beschwerdeführer seit Jahren in einer stationären Massnahme und nach deren Aufhebung bis zur vorinstanzlichen Verhandlung während insgesamt 559 Tagen in Sicherheitshaft befand, nicht gesagt werden, er wäre durch die rechtswidrige Haft von 117 Tagen aus seinem persönlichen oder beruflichen Umfeld herausgerissen worden. Dies macht er denn auch nicht geltend. Zudem muss unter den gegebenen Umständen von einer erheblichen Haftgewöhnung ausgegangen werden, sodass es nachvollziehbar ist anzunehmen, die psychische Belastung des Beschwerdeführers erscheine aufgrund der rechtswidrigen Haft als einigermassen gering. Ferner berücksichtigt die Vorinstanz zu Recht die Dauer der Sicherheitshaft und in diesem Zusammenhang den Umstand, dass vor allem die erste Haftzeit besonders schwer ins Gewicht fällt (oben E. 3.1.1). Das Bundesgericht hat erst kürzlich die Herabsetzung des üblichen Tagessatzes auf Fr. 100.-- durch die Vorinstanz in einem ähnlich gelagerten Fall aufgrund von Haftgewöhnung sowie bei einer Dauer der Sicherheitshaft von 9 Monaten als nicht missbräuchlich geschützt (vgl. Urteil 7B_834/2023 vom 17. September 2024 E. 3.4). Schliesslich legt der Beschwerdeführer nicht dar, dass die erhebliche Voralterung und die geltend gemachten, nicht substanziierten, multiplen gesundheitlichen Probleme mit der rechtswidrigen Haft in Verbindung gebracht werden könnten. Er führt die psychische Lähmung und Subdepressivität im Gegenteil auf die Unsicherheit zurück, ob er für den Rest seines Lebens verwahrt werden würde. Zu den weiteren gesundheitlichen Problemen äussert er sich nicht. Sein Alter von nun 67 Jahren begründet per se keine besonderen Umstände, die zu einer Erhöhung des vorinstanzlich angenommenen Tagessatzes führen müssten. Nicht zu hören ist der Beschwerdeführer im Übrigen, soweit er die Schwere des Eingriffs in seine Freiheit und damit die Höhe der geforderten Entschädigung damit begründet, dass er sich aufgrund der Fehleinschätzung des Zwangsmassnahmengerichts während 611 Tagen zu Unrecht in Haft befunden habe. Zwar spielt die Dauer der Haft an sich eine Rolle (oben E. 3.1.1); indes war diese, soweit die Frage überhaupt noch Verfahrensgegenstand bildet, nach dem in E. 2 Gesagten zum grössten Teil rechtmässig.