Citation: I 4/00 23.05.2000 E. 4

4.- a) Im Gutachten vom 4. November 1991 gelangten die Ärzte der Klinik X.________ zum Schluss, im angestammten Beruf als Zimmermann sei der Versicherte zufolge der Knie- beschwerden und des chronischen Lumbovertebralsyndroms zu 40 % arbeitsunfähig, in einer körperlich leichten Tätigkeit (ohne knien) aber voll einsatzfähig. Im Abklärungsbericht der BEFAS vom 12. August 1993 wurde festgestellt, der Be- schwerdeführer sei im bisherigen Beruf nicht eingliederbar, dagegen sei ihm eine leichte manuelle Tätigkeit in sitzen- der oder wechselnder Körperhaltung vollzeitlich und bei normaler Leistung zumutbar. Auf Grund dieser übereinstim- menden Beurteilung ist anzunehmen, dass der Versicherte bei Ablauf der Wartezeit im Mai 1989 oder Januar 1990 zumutba- rerweise in der Lage war, eine geeignete körperlich leich- tere Tätigkeit vollzeitlich auszuüben. Nach den Angaben der R.________ AG hätte der Beschwer- deführer 1989 ein Jahreseinkommen (einschliesslich 13. Mo- natslohn) von Fr. 47'800.- und 1990 ein solches von Fr. 51'120.- erzielt. Demgegenüber hätte er nach den Fest- stellungen der BEFAS mit einer geeigneten leichteren Tätig- keit in einem Fabrikationsbetrieb im Jahr 1993 Fr. 3200.- bis Fr. 3600.- (x 12) verdient. Wird von einem durch- schnittlichen Lohn in der Höhe von Fr. 3400.- ausgegangen und dieser Betrag teuerungsbedingt auf die Jahre 1989 und 1990 zurückgerechnet (Erhöhung des Nominallohnindex für männliche Arbeitnehmer 1990 5,9 %, 1991 7,2 %, 1992 4,9 % und 1993 2,6 %; vgl. Tabelle 2.2 der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen "Lohnentwicklung 1995"), so ergibt sich für das Jahr 1989 ein Invalideneinkommen von Fr. 35'356.- und für das Jahr 1990 ein solches von Fr. 37'442.-, was im Vergleich zum Valideneinkommen von Fr. 47'800.- bzw. Fr. 51'120.- einem Invaliditätsgrad von 26 % bzw. 26,75 % entspricht. Zu einem noch geringeren Invaliditätsgrad führt ein Abstellen auf die Tabellenlöhne nach den Lohn- und Gehalts- erhebungen des BIGA vom Oktober 1989 und 1990. Danach be- liefen sich die durchschnittlichen Monatslöhne (ein- schliesslich 13. Monatslohn) an- und ungelernter Arbeiter auf Fr. 3770.- im Jahre 1989 und Fr. 4280.- im Jahre 1990, was Jahreseinkommen von Fr. 45'240.- bzw. Fr. 51'360.- ent- spricht. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers besteht kein Anlass zur Vornahme eines so genannten invaliditäts- bedingten Leidensabzuges vom hypothetischen Invalidenein- kommen. Es kann diesbezüglich auf die Erwägungen im Urteil vom heutigen Tag betreffend Leistungen der Unfallversiche- rung verwiesen werden (U 379/99), welche auch für die Inva- liditätsbemessung in der Invalidenversicherung massgebend sind. Im Übrigen würde selbst bei einem maximalen Abzug von 25 % der für den Rentenanspruch vorausgesetzte Invalidi- tätsgrad von mindestens 40 % nicht erreicht. Dem Begehren um Zusprechung einer Rente ab 1. Mai 1989 kann somit nicht entsprochen werden. b) An diesem Ergebnis vermag nichts zu ändern, dass der Versicherte im zweiten Gutachten der Klinik X.________ vom 6. Juli 1995 auch in einer körperlich nicht schweren Tätigkeit als zu 50 % arbeitsunfähig bezeichnet wurde. Im Hinblick darauf, dass die Ärzte der Klinik X.________ im ersten Gutachten zuhanden der Invalidenversicherung vom 4. November 1991 bei geeigneter leichterer Tätigkeit eine volle Arbeitsfähigkeit und im Gutachten vom 6. Juli 1995 bei im Wesentlichen unveränderten Befunden eine Arbeitsun- fähigkeit von 50 % angegeben hatten, holte die IV-Stelle bei der Klinik X.________ einen ergänzenden Bericht ein. In der Stellungnahme der Klinik vom 9. Januar 1996 wird aus- geführt, die Situation habe sich insofern geändert, als zufolge der zwischenzeitlich durchgeführten MRI-Unter- suchung, Computertomographie und Kontrast-Diskomanometrie eine subligamentäre Diskusprotrusion L4/L5 habe festge- stellt werden können. Diese Diagnose sei auf Grund der damaligen Befunde nicht möglich gewesen. Nach wie vor weise der Versicherte keine neurologischen Ausfälle auf und es sei keine Nervenwurzelkompression ersichtlich, jedoch be- stehe ein direkter Kontakt vor allem auf der Höhe L4/L5 zur Dura und es sei auch auf der Höhe L5/S1 ein subligamentärer Ausfluss festzustellen. Angesichts dieser Befunde sei der Versicherte unter gleichzeitiger Berücksichtigung der Knie- beschwerden für leichte Arbeiten als zu 50 % arbeitsunfähig bezeichnet worden, was der maximalen Arbeitsunfähigkeit entspreche. Es sei aber zu betonen, dass er auch unter Be- rücksichtigung der im Gutachten aus dem Jahr 1995 genannten Befunde für leichtere körperliche Arbeiten als voll ar- beitsfähig hätte betrachtet werden können. Es habe sich jedoch gezeigt, "dass dieser Versuch auch aus psychischen Gründen und wegen dieser lang dauernden Geschichte mit Herrn M.________ völlig illusorisch ist". Im Lichte dieser Stellungnahme lässt sich aus dem Gutachten vom 6. Juli 1995 entgegen der Auffassung des Be- schwerdeführers nicht ableiten, dass bereits in den Jahren 1989 und 1990 eine relevante Beeinträchtigung der Arbeits- fähigkeit auch im Rahmen einer körperlich leichteren Tätig- keit bestanden hat. Zwar hat die Klinik X.________ im Jahre 1995 weitgehend die gleichen Befunde erhoben wie anlässlich der gutachtlichen Untersuchung im Jahr 1991. Mit der Stel- lungnahme vom 9. Januar 1996 wird die abweichende Beurtei- lung der Arbeitsfähigkeit im Gutachten von 1995 jedoch insofern relativiert, als hiefür auch invaliditätsfremde Gründe angeführt werden. Wie die IV-Stelle in der Vernehm- lassung zu Recht feststellt, können invaliditätsfremde Gründe, wozu auch psychosoziale Ursachen der Erwerbslosig- keit zu rechnen sind (nicht veröffentlichtes Urteil A. vom 31. Juli 1997, I 323/96), bei der Festsetzung des hypothe- tischen Invalideneinkommens nicht berücksichtigt werden (BGE 107 V 21 Erw. 2c; ZAK 1989 S. 313). In Bezug auf die allein massgebenden invaliditätsbedingten Faktoren ist auf Grund der ergänzenden Stellungnahme der Klinik X.________ vom 9. Januar 1996 davon auszugehen, dass der Versicherte auch unter Berücksichtigung der im Gutachten von 1995 genannten Befunde für eine körperlich leichtere Tätigkeit als voll arbeitsfähig zu gelten hat. Zu diesem Schluss war auch die BEFAS in ihrem Bericht vom 12. August 1993 ge- langt. Die mit den ergänzenden Untersuchungen festgestell- ten Diskusprotrusionen L4/L5 und L5/S1 stellen im Übrigen keine neuen Befunde dar, ging die Klinik X.________ doch schon im Gutachten vom 4. November 1991 von einer ent- sprechenden Diagnose aus. Es muss daher bei der Feststel- lung bleiben, dass der Invaliditätsgrad kein rentenbe- gründendes Ausmass erreicht hat.