Citation: 1C_118/2019 E. 6.3

6.3. Zwar trifft es zu, dass nach der bundesgerichtlichen Praxis grundsätzlich auf die tatsächlichen Verhältnisse zum Zeitpunkt der Waldfeststellungsverfügung abzustellen ist (vgl. z.B. BGE 124 II 165 E. 9b S. 176), wobei allerdings zugunsten des Waldschutzes Ausnahmen möglich sind (vgl. Urteil 1A.30/2004 vom 11. August 2004 E. 2.2.2). Das vom Beschwerdeführer zitierte Urteil 1A.242/2002 E. 3.4 betraf die Altersbestimmung: hierfür sei darauf abzustellen, ob eine Mehrheit der im Zeitpunkt des erstinstanzlichen Entscheids vorhandenen Waldbäume, Baumstrünke und Waldsträucher das notwendige Mindestalter überschritten hatten. Wie das Obergericht jedoch zutreffend und unter Verweis auf die einschlägige Rechtsprechung dargelegt hat, lässt es die Rechtsprechung für den Wuchszusammenhang genügen, wenn ein Kronenschluss der zum massgeblichen Zeitpunkt über 15-jährigen Bäume im ausgewachsenen Zustand möglich ist und eine durchgängige Strauchschicht oder Bodenvegetation mit Waldcharakter vorhanden ist (vgl. Urteile 1A.30/- 2004 vom 11. August 2004 E. 3.1 und 1A.44/2003 vom 19. August 2003 E. 3.2, in: ZBl 106/2005 S. 110, betr. Kanton Thurgau). Dafür bedarf es einer Prognose über den natürlichen Wuchs der Bäume, welche auf spezifischen Fachkenntnissen beruhen muss und von den Gerichten (wenn auch mit einer gewissen Zurückhaltung) überprüft werden kann (Urteil 1A.30/2004 E. 3.1 mit Hinweisen). Hierzu eignet sich auch ein gerichtlicher Augenschein, der mehrere Jahre nach dem erstinstanzlichen Entscheid durchgeführt wird: Wird - wie vorliegend - konstatiert, dass der Kronenschluss zwischenzeitlich erfolgt ist, so belegt dies die Richtigkeit der ursprünglich getroffenen Prognose. Vorliegend hat das Obergericht festgestellt, dass sich am Augenschein vom 24. Mai 2018 der bereits aus den Luftbildern erkennbare Sachverhalt bestätigt habe, wonach über die westliche Sandsteinrippe hinweg und damit auch intern durchgehend ein Kronenschluss bestehe. Dabei befasste sich das Obergericht ausführlich mit den Einwänden des Beschwerdeführers und legte dar, weshalb diese unbegründet seien (angefochtener Entscheid S. 13 f.). Diese Erwägungen werden vom Beschwerdeführer nicht substanziiert bestritten und erst recht wird keine Willkür dargelegt.