Citation: 9C_415/2013 E. 5.3

5.3. Die Beschwerdeführerin macht geltend, selbst wenn aus medizinischer Sicht doch von einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes ausgegangen werden könnte, sei diese jedenfalls nicht dauerhaft und damit nicht invalidisierend. Zur Begründung führt sie unter Berufung auf medizinische Literatur (Rainer Tölle, Psychiatrie, 11. Aufl., Berlin/Heidelberg/New York 1996, S. 106 f.) an, dass bei einer Änderung der äusseren Umstände zugunsten des Erkrankten die Auswirkungen der Persönlichkeitsstörung wieder zurücktreten würden. Die zitierte Fachliteratur vermag indessen nichts daran zu ändern, dass sich sämtliche mit dem konkreten Fall beschäftigten Ärzte einig sind, dass die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdegegners nicht nur vorübergehend beeinträchtigt ist. So gehen Dr. med. L.________ (Bericht vom 22. November 2011) und Dr. med. F.________ (Gutachten vom 8. Januar 2012) übereinstimmend davon aus, dass nicht nur in der angestammten, sondern auch in einer angepassten Tätigkeit - und damit bei zugunsten des Versicherten veränderten äusseren Umständen - keine verwertbare Arbeitsfähigkeit bestehe. Dass von einer anhaltenden Einschränkung auszugehen ist, ergibt sich auch aus der Einschätzung des Dr. med. F.________, wonach der Versicherte durch eine (grundsätzlich) nicht mehr korrigierbare Kursänderung in seinen jetzigen Zustand hineingeraten sei; der einzigen Chance für eine Kursänderung, einer psychotherapeutischen Behandlung, stehe das durch die Krankheit bedingte Misstrauen entgegen. Diese Auffassung bestätigt Dr. med. L.________, welcher es als eher fraglich bezeichnet, dass eine psychotherapeutische-psychosomatische Behandlung am Zustand des Versicherten etwas zu ändern vermöchte.