Citation: H 3/02 04.07.2002 E. 3

3.- Es ist demnach zu prüfen, ob die X.________ GmbH im Zeitpunkt, als der Beschwerdeführer Gesellschafter wurde, überschuldet war und ob nach diesem Zeitpunkt weitere Lohnzahlungen erfolgten. a) Der Beschwerdeführer hatte innert der von der Vorinstanz gesetzten Frist keine Klageantwortschrift eingereicht. Indessen wäre das kantonale Gericht gemäss Art. 85 Abs. 2 lit. c AHVG gehalten gewesen, von Amtes wegen die für die Einwendungen des Beschwerdeführers, die er im Einspruchsverfahren vorgebracht hatte, notwendigen Beweise zu erheben oder ihm eine Nachfrist zur Einreichung derselben anzusetzen. Nachdem sie dies unterlassen hat, verletzte sie eine wesentliche Verfahrensvorschrift, weshalb die mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde neu aufgelegten Beweismittel zuzulassen sind (siehe Erw. 1c). b) Aufgrund der Vorbringen des Beschwerdeführers und der neu aufgelegten Beweismittel erscheint es als überwiegend wahrscheinlich, dass die X.________ GmbH zu Beginn des Jahres 1998 überschuldet war. Die Gründer der Gesellschaft beabsichtigten, die zum Archipel Y.________ gehörende Insel Z.________ zu kaufen und sie mit einem Verwaltungsgebäude, einem Gasthof und Bungalows zu überbauen, die sie weiterveräussern oder vermieten wollten. Der Beschwerdeführer und sein Mitgesellschafter investierten als Interessenten im Jahre 1996 Kapital in das Unternehmen, in der Absicht, eine Liegenschaft zu erwerben. Nachdem die Stammeinlagen im Februar 1998 auf sie übertragen worden waren, reisten sie in die Südsee, um nachzuforschen, was der Geschäftsführer unternommen hatte. Danach beauftragten sie Rechtsanwalt lic. iur. S.________ mit der Liquidation der Gesellschaft. Mit Schreiben vom 8. September 1998 reichte dieser gegen den ehemaligen Geschäftsführer Anzeige wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung, Veruntreuung und anderer Straftatbetände ein und legte dar, dass die vom Beschwerdeführer und dessen Mitgesellschafter im Rahmen einer vertraglichen Vereinbarung überwiesenen Geldsummen von Fr. 150'000.- bzw. Fr. 210'000.- in der Buchhaltung nicht ausgewiesen wurden und über den Verbleib nichts herausgefunden werden konnte. Für die Annahme, dass die Gesellschaft überschuldet war, spricht weiter die Tatsache, dass die ehemalige Besitzerin aller 20 Stammeinlagen der X.________ GmbH diese gemäss öffentlicher Urkunde des Notariats Q.________ vom 17. Februar 1998 an den Beschwerdeführer und dessen Mitgesellschafter zum symbolischen Preis von Fr. 1.- übertrug. Ausserdem verzichtete der Geschäftsführer auf sämtliche arbeitsrechtlichen Forderungen und verpflichtete sich, für den von ihm der Gesellschaft verursachten Schaden aufzukommen (Schreiben vom 17. Februar 1998). Zusammengefasst ist festzuhalten, dass am 17. Februar 1998, also im Zeitpunkt, als der Beschwerdeführer Gesellschafter der X.________ GmbH wurde, diese mit überwiegender Wahrscheinlichkeit bereits überschuldet war und der Beschwerdeführer für die davor ausbezahlten und nicht abgerechneten Löhne nicht haftpflichtig ist, weil der Schaden bereits entstanden war. c) Es bleibt zu prüfen, ob der Beschwerdeführer für den ab Eintritt in die X.________ GmbH entstandenen Schaden aufzukommen hat. Der Beschwerdeführer bringt glaubhaft vor (vgl. Erw. 3b), dass ab diesem Zeitpunkt keine Arbeitnehmer beschäftigt und keine Löhne ausbezahlt worden sind. Die Verwaltung hat zum Beweis ihrer Schadenersatzforderung keine Unterlagen aufgelegt, woraus ersichtlich wäre, wann der Betrag von Fr. 10'000.- im Jahre 1998 und an wen er ausbezahlt worden ist. Es ist demnach nicht mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 360 Erw. 5b) erstellt, dass die X.________ GmbH nach dem Eintritt des Beschwerdeführers in die Gesellschaft Arbeitnehmer beschäftigt hatte und der Ausgleichskasse nach diesem Datum ein Schaden entstanden ist.