Citation: 9C_656/2022 E. 2.2.2

2.2.2. Von der Nichtigkeit einer solchen Ermessensveranlagung ist erst dann auszugehen, wenn die Veranlagungsbehörde in aussergewöhnlich schwerer bzw. krasser Weise gegen die ihr obliegende Untersuchungs- und Überprüfungspflicht verstösst und in krasse Willkür verfällt, mithin das steuerbare Einkommen bewusst und willkürlich zum Nachteil der steuerpflichtigen Person bemisst. Das ist dort der Fall, wo die Behörde aus fiskalischen und pönalen Motiven bewusst von der tatsächlichen wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit und den sonstigen Umständen abweicht sowie die Steuerfaktoren zum Nachteil des Steuerpflichtigen festsetzt. Mit anderen Worten erfordert Nichtigkeit einen ins Auge springenden, materiell- und verfahrensrechtlich aussergewöhnlich schwerwiegenden Mangel (vgl. BGE 145 V 326 E. 4.1; Urteile 2C_259/2021 vom 30. November 2021 E. 5.2 u. 5.3; 2C_1022/2020 vom 18. Mai 2021 E. 3.3; 2C_587/2020 vom 6. Mai 2021 E. 3.3.2; 2C_573/2020 vom 22. April 2021 E. 8.1; 2C_720/2018 vom 11. September 2018 E. 3.2.3 u. 3.3; 2D_42/2017 vom 28. November 2017, Erw. 2.5; 2C_679/2016 vom 11. Juli 2017 E. 5.3).