Citation: 8C_475/2020 E. 6.3

6.3. Dass der Beschwerdegegner laut SMAB-Gutachten in einer leidensangepassten Tätigkeit unter Berücksichtigung aller Unfallrestfolgen ein beliebiges 50 %-Pensum - zum Beispiel an zweieinhalb ganzen oder fünf halben Arbeitstagen pro Arbeitswoche mit voller Leistungsfähigkeit - ohne weitere Einschränkungen absolvieren kann, ist nicht ersichtlich und macht die Beschwerdeführerin jedenfalls nicht substanziiert geltend. Laut SMAB-Gutachten ist die Leistungsfähigkeit infolge verschiedener unfallbedingter Beeinträchtigungen eingeschränkt. Zum einen sind Schmerzen bei chronisch rezidivierenden Blasenentzündungen, aber auch phasenweises Einnässen aufgrund von Stomaversagen sowie Rücken- und Beckenschmerzen und Schmerzen beim Gehen zu berücksichtigen. Zudem ist das Heben und Tragen auf leichte Lasten limitiert. Zwangshaltungen sind unzumutbar und der Selbstkatheterismus muss möglich sein. Die Positionen Gehen und Sitzen müssen frei wählbar gewechselt werden können. Schliesslich dürfen Selbsteinnässungs-Ereignisse nicht relevant beziehungsweise unerträglich werden (SMAB-Gutachten S. 18). Der urologische SMAB-Gutachter hielt fest, dass nur noch körperlich nicht sehr anstrengende "back-stage" Tätigkeiten in in einem reduzierten Pensum zumutbar seien, bei denen kurze Abwesenheiten keine Rolle spielten.