Citation: 6B_1472/2021 E. 3.5.1

3.5.1. Dem Beschwerdeführer wurde im Strafbefehl eine Übertretung im Bagatellbereich vorgeworfen. Der Fall war weder rechtlich noch tatsächlich besonders komplex. Allerdings hat der Beschwerdeführer vor Beizug eines Rechtsvertreters bereits zweimal einen schriftlichen Einwand mit Beilage gegen die verhängte Busse verfasst. Seine erste Eingabe reichte er am Tag der Ausstellung der Busse auf dem vorgesehenen Weg ein. Er bestritt den Vorwurf, beschrieb insbesondere, wo er den Parkzettel hingelegt habe, und legte dar, dass es sehr stark geregnet habe am fraglichen Tag, was vielleicht das Übersehen des Parkzettels erklären möge. Zum Beweis seiner Unschuld legte er den unbestrittenermassen vor der Kontrolle gelösten, gültigen Parkzettel bei. In der Folge wurde ihm mitgeteilt, dass die Polizei an der Busse festhalte und das kostenpflichtige ordentliche Strafverfahren eingeleitet werde, sollte er diese nicht bezahlen. Seine zweite schriftliche Eingabe reichte der Beschwerdeführer rund ein halbes Jahr später nach mehreren Mahnungen ein. Diese formulierte er etwas anders als seinen ersten Einwand, inhaltlich aber gleichbleibend. Wiederum legte er den gültigen Parkzettel bei. Rund elf Monate nach Ausstellung der Busse und seiner ersten Laien-Einsprache erging der Strafbefehl, mittels welchem er zu einer Busse von Fr. 40.-- und zu Verfahrenskosten von Fr. 90.-- verurteilt wurde. Nach der Zustellung des Strafbefehls zog er einen Rechtsvertreter bei. Auf die durch diesen ausgearbeitete Einsprache hin erfolgte die Einstellung des Strafverfahrens (vgl. angefochtener Entscheid E. 1.1 f. S. 2 f. mit den Verweisen auf die kantonalen Akten, insbesondere auf die Einwand-Schreiben pag. 9/1/1 und 9/1/6).