Citation: 5A_593/2021 E. 4.1.1

4.1.1. In ihrer Beschwerde im Verfahren 5A_1023/2020 machte die Beschwerdeführerin geltend, die Vorinstanz habe in den Unterhaltsberechnungen selbst dort, wo vom ursprünglichen Einkommensüberschuss des Beschwerdegegners nach Deckung der Mankos der Töchter ein Restbetrag verblieben sei, keine eigentliche Überschussbeteiligung der Töchter vorgenommen. So habe das Kantonsgericht trotz eines errechneten ursprünglichen Einkommensüberschusses des Beschwerdegegners von Fr. 2'275.-- den Töchtern lediglich die von ihm errechneten Mankos von Fr. 200.-- bzw. rund Fr. 1'500.-- zugesprochen und eine Überschussbeteiligung der Töchter am verbleibenden Überschuss des Beschwerdegegners in Höhe von Fr. 575.-- nicht einmal geprüft. Dies widerspreche in krasser Weise dem Grundsatz, dass bei genügenden finanziellen Mitteln der verbleibende Einkommensüberschuss angemessen auf die Familienmitglieder zu verteilen ist, und sei daher als willkürlich zu bezeichnen. Die vom Kantonsgericht willkürlich unterlassene Prüfung einer Überschussbeteiligung der Kinder sei nicht nur bezüglich des Unterhalts ab September 2020 entscheidwesentlich, sondern sie sei es auch, wenn in Gutheissung der Beschwerde von einer höheren finanziellen Leistungsfähigkeit des Beschwerdegegners auszugehen sei.