Citation: 4A_56/2021 E. 5.1

5.1. Die Beschwerdeführerin bringt vor, sie habe in ihrer Berufung die vollumfängliche Abweisung der Klage des Beschwerdegegners verlangt. In ihrer Berufungsschrift habe sie die zugesprochenen Krankentaggelder als "unrichtig und zu korrigieren" bezeichnet. Desweiteren habe sie den Untergang der Forderungen bezüglich der Weiterleitung der Krankentaggelder infolge Verrechnung mit einer Gegenforderung geltend gemacht. Auch wenn die betreffenden Ausführungen "sicherlich klarer und detaillierter hätten vorgebracht werden können", sei für die Vorinstanz dennoch ohne Weiteres erkennbar gewesen, dass sie der Auffassung gewesen sei, dass sie dem Beschwerdegegner die unter den Titeln "Krankentaggelder" und "Lohn" zugesprochenen Beträge nicht schulde. Bereits der erstinstanzliche Entscheid habe auf offensichtlichen rechtlichen Mängeln beruht, die einem geradezu ins Auge sprängen. Die Vorinstanz könne sich daher nicht mit dem Argument aus der Verpflichtung ziehen, die rechtlichen Mängel seien für sie mangels ausreichender Begründung nicht erkennbar geworden. Sie habe einen Anspruch darauf, dass die Vorinstanz mit freier rechtlicher Kognition prüfe, ob der Beschwerdegegner Anspruch auf die eingeklagten Forderungen habe. Die Vorinstanz habe Art. 57 ZPO verletzt und übermässige Anforderungen an die rechtliche Begründungspflicht nach Art. 311 Abs. 1 ZPO gestellt. Dabei sei auch zu berücksichtigen, dass die Beschwerdeführerin weder vor erster noch vor der Vorinstanz anwaltlich vertreten gewesen sei.