Citation: 6B_496/2020 E. 2.5.2

2.5.2. Der Beschwerdeführer hat betreffend den Tatkomplex "D.________" vor der Vorinstanz lediglich die gewerbsmässige Begehung, nicht aber den Grundtatbestand des Betrugs angefochten. Für die Frage der gewerbsmässigen Begehung war die Frage der Opferverantwortung nicht massgebend. Es erschliesst sich vor diesem Hintergrund nicht, weswegen die Vorinstanz die betroffenen Personen im Hinblick auf eine allfällige Opferverantwortung hätte befragen sollen. Entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers liegt kein Anwendungsfall von Art. 404 Abs. 2 StPO vor. Nach dieser Bestimmung kann das Berufungsgericht zugunsten der beschuldigten Person auch nicht angefochtene Punkte überprüfen, um gesetzwidrige oder unbillige Entscheidungen zu verhindern. Art. 404 Abs. 2 StPO kommt vorwiegend bei einer qualifiziert unrichtigen Rechtsanwendung durch die Vorinstanz bei gleichzeitiger Beschränkung der Berufung auf die Sanktion zur Anwendung. Es soll verhindert werden, dass das Berufungsgericht auf einer materiell unrichtigen Grundlage urteilen muss (Urteile 6B_360/2020 vom 8. Oktober 2020 E. 1.5.2, zur Publikation vorgesehen; 6B_769/2016 vom 11. Januar 2017 E. 2.3 mit Hinweisen). Inwiefern sich vorliegend aus dieser Bestimmung eine Pflicht der Vorinstanz zur Überprüfung der erstinstanzlichen Erwägungen zur Opferverantwortung bzw. zur Einvernahme der betroffenen Personen ableiten liesse, vermag der Beschwerdeführer nicht aufzuzeigen.