Citation: 5A_891/2020 E. 3

In der Sache hat das Kantonsgericht erwogen, dass nach der publizierten Rechtsprechung des Bundesgerichtes bei Fragen der Aufenthaltsänderung und des Obhutsrechts in der Regel die aufschiebende Wirkung zu erteilen sei, wenn als bisherige Regelung die alternierende Betreuung galt, ausser die neue Regelung wäre zur Wahrung des Kindeswohls dringlich geboten. Zwar könne der Betreuungsanteil des Vaters aufgrund der zusätzlichen Nacht als minim grösser betrachtet werden, aber er sei keineswegs die Hauptbezugsperson, sondern die Obhut sei geteilt. Er könne sich deshalb nicht auf sofortige Vollstreckbarkeit des ihm die alleinige Obhut zuteilenden erstinstanzlichen Massnahmeentscheides berufen. Weil überdies auf die Verhältnisse vor dem superprovisorischen Entscheid abzustellen sei, könne auch nicht relevant sein, dass C.________ seit dem 31. August 2020 den Kindergarten in W.________ besuche und dort erste Freundschaften geschlossen habe; ansonsten würde der mit dem Superprovisorium geschaffene (und wegen des formell gesetzwidrigen Vorgehens der Vorinstanz verlängerte) Zustand, dessen Rechtmässigkeit genau Gegenstand des Berufungsverfahrens bilde, bereits präjudiziert, was es ja mit dem Vollstreckungsaufschub gerade zu vermeiden gelte. Im Übrigen möge es zutreffen, dass der Kindergartenunterricht in Romanisch für C.________ anfänglich gewisse Schwierigkeiten bereite; erfahrungsgemäss sei sie aber nicht das einzige betroffene Kind deutschsprachiger Eltern und überdies habe sie in der Kindertagesstätte schon gewisse Romanischkenntnisse erworben; eine Gefährdung des Kindeswohles, welche eine sofortige Umteilung in den Kindergarten von W.________ erforderlich machen würde, sei jedenfalls nicht ersichtlich. Der Beschwerdeführer sieht darin in verschiedener Hinsicht das Willkürverbot gemäss Art. 9 BV und ferner Art. 11 BV verletzt.