Citation: 5P.274/2005 13.02.2006 E. 6

Als willkürlich bezeichnet der Beschwerdeführer hingegen die Höhe der von der ersten Instanz festgelegten und vom Obergericht bestätigten Unterhaltsbeiträge. Willkür im Sinne von Art. 9 BV liegt nach ständiger Rechtsprechung nicht schon dann vor, wenn eine andere Lösung als die beanstandete ebenfalls vertretbar erscheint oder gar vorzuziehen wäre. Das Bundesgericht hebt einen kantonalen Entscheid wegen materieller Rechtsverweigerung nur dann auf, wenn er offensichtlich unhaltbar ist, mit der tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder sonst wie in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft. Die Aufhebung eines kantonalen Entscheids rechtfertigt sich in jedem Fall nur dort, wo nicht nur die Begründung, sondern auch das Ergebnis unhaltbar ist (BGE 131 I 57, E. 2 S. 61, und 217, E. 2.1 S. 219, mit Hinweisen). 6.1 Einerseits beanstandet der Beschwerdeführer, dass das Obergericht, unter Mitwirkung des gegnerischen Anwalts, seine Auslagen ohne Berücksichtigung der beim Amtsgericht hinterlegten Unterlagen und Belege mehrfach korrigiert und seine finanzielle Situation lediglich auf Grund seines schönen Autos und seiner Ferien am Meer eingeschätzt habe, ohne den von den Steuerbehörden akzeptierten Zahlen, namentlich den Auto- und Krankenkassenkosten, Rechnung zu tragen. Andererseits hält er die vom Obergericht vorgenommene hälftige Teilung des Einkommensüberschusses für rechnerisch verfehlt. 6.2 Das Obergericht hat auf Seiten des Beschwerdeführers auf die im erstinstanzlichen Entscheid berücksichtigten Auslagen abgestellt mit dem Bemerken, diese seien grundsätzlich unwidersprochen geblieben. Dieser Feststellung widerspricht der Beschwerdeführer nicht. Die erst in der staatsrechtlichen Beschwerde erhobenen Einwände erscheinen deshalb als neu und sind demnach unbeachtlich (vgl. oben E. 2.2). Worauf die Beschwerdegegnerin bzw. deren Rechtsvertreter das Unterhaltsbegehren abstützte, ist im Übrigen ebenso irrelevant wie die Geschehnisse anlässlich der Gerichtsverhandlung vom 5. Juli 2004. Anzumerken ist ausserdem, dass die Kriterien für die Berechnung der massgeblichen Einkünfte und Ausgaben in einem Scheidungsverfahren nicht die gleichen sind wie in einem Steuerverfahren, so dass für einzelne Posten (namentlich die Transport- und Krankenkassenkosten) die Beträge abweichen können. Bei seinen gegen die Festsetzung des Unterhaltsbeitrags bzw. die Behandlung des Überschusses gerichteten Vorbringen verkennt der Beschwerdeführer, dass das Obergericht mit dem erstinstanzlichen Richter von dem sich auf seiner Seite ergebenden Einnahmenüberschuss von Fr. 4'455.-- der Beschwerdegegnerin vorab den auf ihrer Seite resultierenden Fehlbetrag von Fr. 397.-- und zusätzlich noch die Hälfte des verbleibenden Betrags (Fr. 2'029.--) zugesprochen hat. Die sich so ergebende Summe von Fr. 2'426.-- wurde unter Übernahme des erstinstanzlichen Hinweises auf die Steuerreduktion auf Seiten des Beschwerdeführers, die dessen Unterhaltspflicht zur Folge haben werde, auf Fr. 2'500.-- aufgerundet. Dass das Vorgehen des Obergerichts willkürlich wäre, legt der Beschwerdeführer nicht dar.