Citation: I 225/02 20.10.2003 E. 3

Steht die dem Leiden angepasste Tätigkeit und die damit verbundene Restarbeitsfähigkeit fest, bleiben die erwerblichen Auswirkungen dieser Einschränkung zu prüfen. 3.1 Was die Höhe des hypothetischen Verdienstes ohne Gesundheitsschaden (Valideneinkommen) anbelangt, so hat die Vorinstanz zu Recht das im individuellen Konto (nachfolgend: IK) 1993 ausgewiesene Einkommen von Fr. 41'974.- herangezogen und der Nominallohnentwicklung der Jahre 1994 und 1995 angepasst, was zu einem Jahresverdienst von Fr. 43'157.- führt (41'974 x 1.015 x 1.013). Dass der Versicherte zum Zeitpunkt des Eintritts des Gesundheitsschadens (Oktober 1994) mehr als den der Nominallohnentwicklung angepassten Jahreslohn aus dem Jahr 1993 verdient hat, ist nicht belegt. Im IK ist für das Jahr 1994 ein Betrag von Fr. 41'975.- ausgewiesen. Ein Abweichen von den Einträgen aus Angestelltenverhältnissen im IK ist nur statthaft, wenn die Unrichtigkeit offenkundig ist oder dafür der volle Beweis erbracht wird (nicht veröffentlichtes Urteil E. vom 19. November 1996, I 133/96; ähnlich bezüglich eingetragener Lohnsummen aus selbstständiger Erwerbstätigkeit: Urteil Z. vom 29. Januar 2003, I 305/02, Erw. 2.2.1). Dies ist aber nicht der Fall. Soweit die Arbeitgeberin im UV-Verfahren mit der Unfallmeldung vom 21. Oktober 1994 einen Grundlohn von monatlich Fr. 3498.- (x 13) zuzügl. Fr. 420.- (x 12) Naturallohn gemeldet hat, so steht dies - wie bereits von der Vorinstanz dargetan - mit dem ebenfalls von der Firma am 28. Dezember 1995 ausgefüllten Lohnausweis im Widerspruch, worin für das Jahr 1993 ein Bruttolohn von Fr. 41'603.- und für das Jahr 1994 ein solcher von Fr. 41'003.- bestätigt und dabei gleichzeitig darauf hingewiesen wird, die Beträge würden die Naturalleistungen beinhalten. Soweit der Beschwerdeführer ferner nicht mit der Ausgleichskasse abgerechnete Trinkgelder behauptet, fehlt es für deren Berücksichtigung ebenfalls an geeigneten Beweisen. Einzig der Hinweis auf die Erfahrungstatsache, dass im Gastgewerbe oftmals auch Trinkgelder bezahlt würden, genügt nicht. Ob gesundheitsbedingt ausgebliebene Gewinne der Aktiengesellschaft als fehlendes Einkommen geltend gemacht werden können, kann vorliegend offen bleiben, denn die behaupteten Gewinneinbussen sind in Übereinstimmung mit der Vorinstanz zu wenig stringent ausgewiesen: In den Jahren 1993 und 1994 hat die Firma trotz bereits mehrjährigem Bestehen jeweils einen Verlust ausgewiesen. 3.2 Zur Bestimmung des Invalideneinkommens zog die Vorinstanz wegen fehlender Erwerbstätigkeit nach Eintritt des Gesundheitsschadens (vgl. BGE 126 V 76 Erw. 3b/bb) in zulässiger Weise die sogenannten Tabellenlöhne gemäss der vom Bundesamt für Statistik herausgebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) aus dem Jahr 1994 heran und stellte dabei auf den statistischen Durchschnittslohn eines Mannes für einfache repetitive Tätigkeiten im Dienstleistungsbereich der Privatwirtschaft ab. Dabei ist allerdings nicht das regelmässig etwas höher liegende arithmetische Mittel, sondern der Zentralwert (Median) aus der Tabelle A 1.1.1 Ausgangspunkt (BGE 126 V 77 Erw. 3b/bb; LSE 1994 S. 53, TA 1.1.1: Fr. 3'735.-). Da der Versicherte in einer solchen Tätigkeit zumutbarerweise nur noch seine Restarbeitsfähigkeit von 50 % verwerten kann, reduzierte die Vorinstanz alsdann das Invalideneinkommen um die Hälfte, rechnete es sodann auf ein Jahressalär um und wertete es anschliessend um die Nominallohnentwicklung des Jahres 1995 auf, woraus sich bei korrekter Ausgangsgrösse ein Betrag von Fr. 22'701.- ergibt (3'735 / 2 x 12 x 1.013). Zusätzlich gilt es den von der Vorinstanz unbeachtet gelassenen Umstand zu berücksichtigen, dass die Tabellenlöhne einer wöchentlichen Arbeitszeit von 40 Stunden entsprechen, dagegen die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit im Jahr 1995 41,9 Stunden betrug (Die Volkswirtschaft 12/2001 S. 80 Tabelle B 9.2 Zeile A-O "Total"), was zu einem Invalideneinkommen von Fr. 23'780.- führt (22'701 / 40 x 41,9). Ob nun wegen diverser besonderer Umstände mit der Vorinstanz ein Abzug vom Tabellenlohn in der Höhe von 10 % oder, wie vom Beschwerdeführer gefordert, von 25 % vorzunehmen ist, kann offen bleiben, weil der Versicherte selbst bei Vornahme des höchstmöglichen zulässigen Abzuges von 25 % (BGE 126 V 78 Erw. 5; AHI 2002 S. 67 Erw. 4) gesamthaft gesehen keinen eine ganze Rente begründenden Invaliditätsgrad von mindestens 66 2/3 % erreicht würde (1- [23'780 x 0,75 : 43'157] = 58,7 %; bei einem Abzug von 10 % : 1- [23'780 x 0,9 : 43'157] = 50,4 %).