Citation: 6B_565/2022 E. 1.4.4

1.4.4. Nachdem das alleinige Zurverfügungstellen der Konten und Empfangen der darauf überwiesenen Gelder als tatbestandsmässige Geldwäschereihandlungen ausser Betracht fallen, ist hinsichtlich der direkt an den Beschwerdeführer gegangenen Überweisungen relevant, ob an das Empfangen anschliessende Handlungen stattgefunden haben. Solche allfälligen Handlungen, wie die in der Anklageschrift aufgeführten Barabhebungen und Weiterleitungen der Gelder, kommen als Geldwäschereihandlungen in Frage (vgl. BGE 149 IV 248 E. 6.4.2 S. 257; 142 IV 333 E. 5.1; ferner auch Urteil 6B_239/2023 vom 10. August 2023 E. 3.1). Wie es sich damit verhält, geht aus dem vorinstanzlichen Urteil allerdings nicht nachvollziehbar hervor. Die Vorinstanz führt zwar aus, der Beschwerdeführer sei geständig, nicht nur "seiner Schwester sein Konto für die fraglichen Einzahlungen zur Verfügung gestellt", sondern auch "diese Gelder an seine Schwester weitergeleitet zu haben", gefolgt von der Feststellung, der Sachverhalt sei daher in objektiver Hinsicht grundsätzlich "erfüllt". Sie relativiert diese Feststellung unmittelbar darauf allerdings, indem sie festhält (davon ausgehend, das blosse Empfangen der Überweisungen würde für eine Erfüllung des objektiven Geldwäschereitatbestands ausreichen, was, wie gezeigt, jedoch nicht zutrifft), "Selbst wenn vorliegend unklar bleibt, welche der in der Anklage aufgeführten Bargeldabhebungen der Beschuldigte oder seine Ehefrau konkret getätigt haben, kann der Beschuldigte daraus nichts zu seinen Gunsten ableiten [...]." (vgl. angefochtenes Urteil E. III.E. 4.1 S. 16). Aus dieser - nicht lediglich im Konjunktiv formulierten - Relativierung ist zu schliessen, dass der Urheber der Abhebungen und Weiterleitungen der überwiesenen Gelder für die Vorinstanz unklar ist. Ob es der Beschwerdeführer war, der die Gelder in bar abgehoben und an seine Schwester weitergeleitet hat, bleibt damit offen, muss nach dem Gesagten aber grundsätzlich feststehen, um ihn hinsichtlich der vom Beschwerdegegner 2 direkt auf seine Konten überwiesenen Gelder wegen Geldwäscherei zu verurteilen. Die Vorinstanz stellt den Sachverhalt insoweit folglich unvollständig fest. Sie begründet im Übrigen auch nicht, dass und weshalb allenfalls die Abhebungen und Weiterleitungen dem Beschwerdeführer als eigene Handlungen zuzurechnen wären, sollte er sie nicht selbst vorgenommen haben. Die Begründung im angefochtenen Urteil genügt in diesem Punkt daher den Anforderungen von Art. 112 Abs. 1 lit. b BGG nicht. Da es um grundlegende Sachverhaltsfragen und nicht allein um eine offene Rechtsfrage geht, fällt eine im bundesgerichtlichen Verfahren ausnahmsweise mögliche Heilung des Mangels bzw. der damit verbundenen Verletzung des Gehörsrechts des Beschwerdeführers ausser Betracht.