Citation: 8C_785/2007 11.06.2008 E. 4

4.1 Gemäss der Diagnose des erstbehandelnden Dr. med. C._______ auf dem Dokumentationsbogen vom 18. Juni 2005 erlitt die Versicherte am 6. Juni 2005 ein Beschleunigungstrauma der Halswirbelsäule. Diese Diagnose wurde auch von den nachbehandelnden Ärzten nicht bezweifelt. Aus den Akten ist weiter ersichtlich, dass die Beschwerdeführerin an multiplen krankhaften Vorzuständen, insbesondere an einer immobilisierenden Rückenproblematik litt und zum Unfallzeitpunkt eine Rente der Invalidenversicherung bei einem Invaliditätsgrad von 60 % bezog. Organisch hinreichend nachweisbare Unfallfolgen wurden demgegenüber nicht beschrieben (vgl. auch die Stellungnahme des Vertrauensarztes der Beschwerdegegnerin, Dr. med. W.________ vom 11. September 2006). Wie die Vorinstanz zutreffend ausführt, braucht nicht abschliessend geprüft zu werden, ob die über den 31. Dezember 2006 hinaus anhaltend geklagten, organisch nicht hinreichend nachweisbaren, Beschwerden noch mindestens teilweise auf das Unfallereignis vom 6. Juni 2005 zurückzuführen sind, da die Adäquanz eines allfälligen natürlichen Kausalzusammenhanges - wie nachfolgende Prüfung ergibt - zu verneinen ist. Auf die Erstellung eines Gutachtens zur Frage der natürlichen Kausalität kann somit verzichtet werden. 4.2 Die Schwere des Unfalles ist auf Grund des augenfälligen Geschehensablaufs mit den sich dabei entwickelnden Kräften zu bestimmen (SVR 2008 UV Nr. 8 S. 26, E. 5.3.1 [U 2/07]). Dabei werden einfache Auffahrkollisionen auf ein haltendes Fahrzeug in der Regel als mittelschwerer Unfall im Grenzbereich zu den leichten Unfällen betrachtet (RKUV 2005 Nr. U 549 S. 236 E. 5.1.2 S. 237 [U 380/04]). Die entsprechende Qualifikation des Unfallereignisses vom 6. Juni 2005 durch die Vorinstanz ist nicht zu beanstanden. Die Adäquanz des Kausalzusammenhanges wäre somit dann zu bejahen, wenn eines der in E. 2. 2 hievor aufgezählten Adäquanzkriterien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt wäre, oder wenn mehrere dieser Kriterien in gehäufter oder auffallender Weise erfüllt wären. 4.3 Wie das kantonale Gericht zutreffend erwogen hat, ist das Kriterium der besonders dramatischen Begleitumstände oder der besonderen Eindrücklichkeit des Unfalles offensichtlich nicht erfüllt. 4.4 Das Bundesgericht hat im erwähnten Urteil BGE 134 V 109, E. 10.2.2 S. 127 f. seine Rechtsprechung bestätigt, wonach die Diagnose einer HWS-Distorsion für sich allein nicht zur Bejahung des Kriteriums der Schwere und besonderen Art der erlittenen Verletzung genügt. Es bedarf hiezu einer besonderen Schwere der für das Schleudertrauma typischen Beschwerden oder besonderer Umstände, welche das Beschwerdebild beeinflussen können (SVR 2007 UV Nr. 26 S. 86 [U 339/06], E. 5.3; RKUV 2005 Nr. U 549 S. 236 [U 380/04] E. 5.2.3 mit Hinweisen). Diese können beispielsweise in einer beim Unfall eingenommenen besonderen Körperhaltung und den dadurch bewirkten Komplikationen bestehen (SVR 2007 UV Nr. 26 S. 86 [U 339/06], E. 5.3; RKUV 2003 Nr. U 489 S. 357 [U 193/01] E. 4.3 mit Hinweisen). Daneben gilt es zu beachten, dass eine HWS-Distorsion, welche eine bereits erheblich vorgeschädigte Wirbelsäule trifft, speziell geeignet ist, die "typischen" Symptome hervorzurufen, weshalb sie als Verletzung besonderer Art zu qualifizieren ist (vgl. SVR 2007 UV Nr. 1 S. 1 [U 39/04], E. 3.4). Die Beschwerdeführerin bezog im Unfallzeitpunkt auf Grund ihres vorbestehenden Rückenleidens eine 60 % Rente der Invalidenversicherung. Das Beschleunigungstrauma traf eine erheblich vorgeschädigte Wirbelsäule; es ist somit als Verletzung besonderer Art zu qualifizieren. Das Kriterium ist damit - wenn auch nicht in besonders ausgeprägtem Masse - erfüllt. 4.5 Neu gefasst wurde in BGE 134 V 109 E. 10.2.3 S.128 das Kriterium der ärztlichen Behandlung. Nunmehr ist zu seiner Bejahung erforderlich, dass nach dem Unfall fortgesetzt eine spezifische, die versicherte Person belastende ärztliche Behandlung bis zum Fallabschluss notwendig war. Eine solche ist vorliegend nicht aktenkundig; Dr. med. C.________ erwähnte in seinem Bericht vom 27. Juli 2006 als Therapie lediglich den sparsamen Einsatz von Schmerz- und Schlafmitteln sowie Akupunktur. 4.6 Ebenfalls nicht erfüllt ist das Kriterium der erheblichen Beschwerden. Zwar bestanden gemäss dem Bericht des Dr. med. I.________ vom 31. August 2006 permanente Nacken- und Kopfschmerzen, welche indessen mit hoher Wahrscheinlichkeit durch den Analgetikaüberkonsum mitverursacht waren. Die Kopfschmerzen bestanden zudem schon vor dem Unfallereignis. Es ist nicht ersichtlich, dass die Beschwerdeführerin durch die Nackenschmerzen erheblich in ihrem Lebensalltag eingeschränkt wäre. 4.7 Aus den Akten ist keine ärztliche Fehlbehandlung ersichtlich; wie die Vorinstanz zutreffend erwogen hat, besteht zudem auch kein Grund zur Annahme eines schwierigen Heilverlaufes. Die beiden Kriterien sind nicht erfüllt. 4.8 Bezüglich des durch BGE 134 V 109 E. 10.2.7 S. 129 f. präzisierten Kriteriums der erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen ist festzuhalten, dass die Versicherte ihre Arbeit bereits am 23. Juli 2005, mithin weniger als zwei Monate nach dem Unfall, wieder im Rahmen ihres vor dem Unfall ausgeübten Pensum aufnehmen konnte. Das Kriterium ist somit nicht gegeben. Adäquanzrechtlich ohne Bedeutung ist, ob der Wechsel in eine administrative Tätigkeit per 1. Januar 2006 unfallbedingt erfolgte oder bereits vor dem Unfall geplant war. Die Frage kann daher offenbleiben. 4.9 Von den massgebenden Kriterien ist somit lediglich eines - wenn auch nicht in besonders ausgeprägtem Masse - erfüllt. Die Adäquanz eines allfälligen natürlichen Kausalzusammenhanges zwischen dem Unfallereignis vom 6. Juni 2005 und den über den 31. Dezember 2006 hinaus anhaltend geklagten, organisch nicht hinreichend nachweisbaren Beschwerden ist zu verneinen. Einsprache- und kantonaler Gerichtsentscheid sind somit rechtens.