Citation: U 507/00 25.10.2001 E. 3

3.- a) Obwohl bei der Versicherten eine HWS-Distorsion und damit ein dem Schleudertrauma äquivalenter Verletzungsmechanismus oder ein leichtes Schädel-Hirntrauma aufgrund der medizinischen Akten nicht ganz auszuschliessen ist (Bericht der Orthopädischen Klinik Y. vom 17. Oktober 1997, Medizinische Abklärungsstelle am Kantonsspital B. [MEDAS], vom 25. Juni 1999), nahm das kantonale Gericht richtigerweise die Adäquanzbeurteilung unter dem Gesichtspunkt der in BGE 115 V 133 entwickelten Grundsätze betreffend psychische Fehlentwicklungen nach Unfällen vor, da die seelische Problematik der Versicherten gegenüber des somatischen Beschwerdebildes deutlich in den Vordergrund getreten ist (Bericht des Neurologen Dr. med. A.________ vom 22. April 1998, Kreisärztliche Untersuchung des Dr. med. L.________ vom 20. Mai 1998). Der natürliche Kausalzusammenhang zwischen physischem Beschwerdebild und Unfallereignis vom 6. August 1996 kann daher offenbleiben, derjenige zwischen psychischer Problematik und Unfallgeschehen wird vorinstanzlich hingegen zu Recht ohne weiteres bejaht, zumal es nach der Rechtsprechung genügt, wenn das Unfallereignis eine Teilursache für die Beschwerden darstellt (BGE 119 V 337 Erw. 1, 118 V 289 Erw. 1b, je mit Hinweisen). b) Was die Beschwerdeführerin letztinstanzlich hiegegen vorbringt, vermag an diesem Ergebnis nichts zu ändern. Auch anhand des Berichts des Augenarztes Dr. med. G.________ vom 25. November 1999 kann nicht mit dem notwendigen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ein Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und der festgestellten Sehproblematik bewiesen werden. Dr. med. G.________ räumt ausdrücklich ein, dass sich die festgestellte eingeschränkte Akkommodationsbreite sowohl bei nicht korrigierter Fehlsichtigkeit - welche bei der Versicherten vorlag - als auch nach HWS-Distorsionstraumen findet, sodass es sich beim geklagten Beschwerdebild nur möglicherweise um einen Residialbefund nach HWSTrauma handeln könnte. Der Beschwerdeführerin kann insofern ebenfalls nicht gefolgt werden, als sie aus der MRI-Untersuchung an der Klinik X. vom 15. Dezember 1999 eine Unfallursächlichkeit ableiten will. Soweit sich dieser Bericht nicht auf den praxisgemäss (BGE 121 V 366 Erw. 1b mit Hinweis) massgebenden Zeitraum bis zum Erlass des Einspracheentscheids (vom 16. September 1999) bezieht, kann er der Beurteilung der vorliegenden Streitsache nicht zu Grunde gelegt werden. Der Befund ergab zudem lediglich eine leichte beginnende Bandscheibendegeneration C4 bis 7, ohne Nachweis einer Spinalkanalstenose, Discushernie oder Zeichen einer Neurokompression (Bericht der Klinik X. vom 15. Dezember 1999). c) Hinsichtlich der für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs massgebenden Kriterien hat die Vorinstanz ausgehend vom augenfälligen Geschehensablauf und den erlittenen Verletzungen zutreffend erwogen, dass der Verkehrsunfall dem mittleren Bereich zuzuordnen ist. Es kann weder ein Grenzfall zu einem schweren Unfall noch ein schwerer Unfall angenommen werden. Er ereignete sich bei objektiver Betrachtungsweise nicht unter besonders dramatischen Begleitumständen, auch wenn ihm eine gewisse Eindrücklichkeit nicht abzusprechen ist. Verständlicherweise bestand auch Angst um den Ehemann und die drei Kinder, die sich ebenfalls im Auto befanden. Das subjektive Empfinden der Beschwerdeführerin fällt bei der Beurteilung der Schwere des Unfalls jedoch ausser Betracht, da nicht das Unfallerlebnis, sondern das objektivierte Unfallereignis massgebend ist. Dieses führte bei keinem der Insassen zu Verletzungen besonderer Art, zumal keine ambulante spitalärztliche Betreuung notwendig war, sondern anderntags ein Arzt die Familie zu Hause medizinisch versorgen konnte. Initial gab die Beschwerdeführerin Schmerzen in der rechten Schulter und Kreuzgegend an (SUVA-Bericht vom 23. Januar 1997), was sich mit der Diagnose des in der Schweiz erstbehandelnden Arztes deckt (Bericht des Dr. med. F.________ vom 24. August 1996, Kreisärztliche Untersuchung vom 16. April 1997). Nacken- und Kopfschmerzen bestehen laut Rückfallmeldung vom 4. Dezember 1997 erst seit August 1997). Die Versicherte war weder bewusstlos, noch erlebte sie das Ereignis als traumatisch (Unfallbericht vom 20. August 1996). Sie nahm bereits am 12. August 1996 ihre Tätigkeit wieder zu 100% auf, sodass entgegen ihrer Ansicht auch nicht von einer langandauernden physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit gesprochen werden kann. Soweit eine ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung und eine vollständige Arbeitsunfähigkeit seit 17. November 1997 besteht, sind sie auf psychische Gründe zurückzuführen, welche in diesem Zusammenhang ausser Acht zu lassen sind (BGE 115 V 140 Erw. 6c/aa). Gleiches gilt für die noch bestehenden körperlichen Dauerschmerzen, zumal eine ausgeprägte Schmerzfixierung bei einer Anpassungsstörung mit Angst und Depression festgestellt wurde (Kreisärztliche Untersuchung des Dr. med. L.________ vom 20. Mai 1998, Bericht der MEDAS vom 15. Juni 1999).