Citation: 6B_402/2022 E. A

Am 8. September 2015 hat sich der damals 17-jährige A.________ in U.________ im Park V.________ auf eine Wiese gesetzt und auf seinem Mobiltelefon Videospiele gespielt. Gegen 20 Uhr hat er aus einer Entfernung von ca. 20 bis 25 Metern bemerkt, wie er vom damals 64 Jahre alten B.B.________ angestarrt und beobachtet wurde. Dieser hat sich A.________ angenähert und ist bald einmal in einer Baumgruppe verschwunden. A.________ hat sich hierdurch bedroht gefühlt und sich in die Nähe des Spielplatzes begeben. Dort hat er sich umgedreht und B.B.________ onanierend in der Mitte einer Baumgruppe entdeckt. A.________ hat sich dadurch belästigt gefühlt, weshalb er die Polizei über das Verhalten von B.B.________ informiert hat. A.________ hat sich sodann auf eine Bank im eingezäunten Spielplatz gesetzt und dort auf das Eintreffen der Polizei gewartet. Nach einigen Minuten hat sich B.B.________ langsam dem Spielplatz genähert, ist schliesslich ungefähr einen Meter vor dem Zaun stehen geblieben und hat A.________ angestarrt. A.________ hat auf sein Mobiltelefon geschaut, weil er B.B.________ ignorieren wollte. Als er den Blick dann doch gehoben hat, hat er gesehen, wie B.B.________ mit den Fingern über der Hose seinen erigierten Penis gestreichelt hat, diesen dann ausgepackt und erneut zu onanieren begonnen hat. A.________ hat den Spielplatz verlassen und sich draussen vor dem Zaun in einem Abstand von ungefähr 70 cm vor B.B.________ hingestellt und diesen laut und deutlich gebeten, von ihm wegzugehen, er sei nicht homosexuell. Daraufhin hat er bei B.B.________ einen völlig veränderten Gesichtsausdruck festgestellt, welchen er mit Hass und Aggressivität interpretierte. B.B.________ setzte zu einer Packbewegung in Richtung der oberen Körperhälfte (Hals/Schulterbereich) von A.________ an. A.________ hat darauf mit mindestens zwei oder drei heftigen Faustschlägen gegen das Gesicht von B.B.________ reagiert. B.B.________ ist zu Boden gefallen und bewusstlos liegen geblieben. Auch A.________ ist hingefallen. Aufgrund einer tiefen Bewusstlosigkeit am Tatort sowie einer lagebedingten Atemwegsverlegung durch die im Rachen zurückgesunkene Zunge und der bei ungeschützten Atemwegen in den Rachen und die Atemwege zurücklaufenden Blutung bei Mittelgesichtsbrüchen bestand für B.B.________ Lebensgefahr. Durch die Schläge hat B.B.________ ein schweres Schädel-Hirn-Trauma, Brüche in der Augenhöhlenplatte rechts und der vorderen Kieferhöhlenwand links sowie einen mehrteiligen Bruch der seitlichen Kieferhöhlenwand links mit einer Blutansammlung in der linken Kieferhöhle erlitten. Ferner erlitt er multiple Rissquetschwunden am Kopf sowie einen Zahnschmelzabbruch. B.B.________ wurde hospitalisiert und verweilte bis am 30. Juni 2016 in einer Rehaklinik. Er bleibt in seiner Funktionsfähigkeit im Alltag erheblich eingeschränkt. Insbesondere seine Aufmerksamkeit sowie seine Gedächtnisleistung sind deutlich gestört und sein Antrieb reduziert. Die Wiederaufnahme seiner angestammten Berufstätigkeit als Rechtsanwalt ist nicht realistisch.