Citation: 5P.93/2004 26.04.2005 E. 5.4

5.4.1 Die Beschwerdeführerin vertritt die Meinung, dass das Urteil des Obergerichts auf krass unhaltbarer Beweiswürdigung und daher auf willkürlicher Sachverhaltsfeststellung beruhe; vor allem sei unberücksichtigt geblieben, dass der Zeuge Meier seine bedingte Offerte zur Zusammenarbeit zweifellos auch dann widerrufen hätte, wenn der BAR-Artikel vom 2. Juli 1992 überhaupt nicht oder zumindest ohne die persönlichkeitsverletzende Aufmachung im Titel erschienen wäre. 5.4.2 Soweit sich die Ausführungen der Beschwerdeführerin nicht in appellatorischer Kritik erschöpfen, erweist sich der Willkürvorwurf als unbegründet. Auf der einen Seite vermögen die Einwendungen der Beschwerdeführerin das Argument nicht vollständig zu entkräften, der Zeuge Meier sei bereits im Zeitpunkt seiner Offerte über die schwierige Wirtschaftslage, über die zweifelhafte Freundschaft des Beschwerdegegners und über das Gerede der Leute im Bilde gewesen, weshalb diese Umstände doch nicht entscheidend sein konnten. Selbst wenn andere Umstände für den Entschluss des Zeugen Meier, die geplante Zusammenarbeit mit dem Beschwerdegegner schliesslich doch nicht zu realisieren, eine erhebliche Rolle gespielt haben mögen, kann nicht ernsthaft in Abrede gestellt werden, dass die gegen den Beschwerdegegner geführte Pressekampagne, und insbesondere der fragliche, als rechtswidrig erkannte Artikel vom 2. Juli 1992 an sich geeignet war, die vom Beschwerdegegner angesprochenen Konsequenzen nach sich zu ziehen. Es ist ja schliesslich immer noch der Zeuge Meier, der in seiner Aussage auf die Bedeutung der Presse hingewiesen hat: So musste er eingestehen, dass das Ganze vielleicht auch anders rausgekommen wäre, wenn man weniger geschrieben hätte (Zeugenaussage, S. 20 ); zwar möge er sich nicht mehr an den Inhalt des fraglichen Artikels erinnern (Zeugenaussage, S. 22 ) und könne auch nicht sagen, ob dieser Artikel allein ausschlaggebend gewesen sei (Zeugenaussage, S. 23 fünfter Absatz); sicher aber wäre das Ganze ohne die Medien nicht so hochgespielt worden (Zeugenaussage, S. 25 dritter Absatz). Aus diesen Aussagen ergibt sich, dass auch dem Zeugen Hans Meier die Bedeutung der Presse klar war. Unter diesen Umständen erweist sich die Annahme des Obergerichts, der fragliche Zeitungsartikel habe für die Absage ausschlaggebende Bedeutung gehabt, nicht als willkürlich.