Citation: 8C_413/2024 E. 3.1

3.1. Das kantonale Gericht stellte fest, dass der Beschwerdegegner mit der fristlosen Kündigung vom 1. Juli 2023 durch die beiden anderen Verwaltungsratsmitglieder seine Stellung als Geschäftsführer der C.________ AG verloren habe sowie anlässlich einer Videokonferenz vom 29. Juni 2023 auch als Verwaltungsratspräsident abgewählt worden sei. Hingegen sei er bis zu seiner Rücktrittserklärung vom 10. August 2023 - und der im Anschluss daran veranlassten Löschung aller seiner Funktionen aus dem Handelsregister per 11. August 2023 - Verwaltungsratsmitglied geblieben, weshalb er aufgrund der sich daraus ergebenden arbeitgeberähnlichen Stellung bis zu diesem Zeitpunkt keinen Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung gehabt habe. Ab dem 11. August 2023 könne der Beschwerdegegner, der im Zeitraum zumindest bis zum Datum des angefochtenen Einspracheentscheids immer noch Eigentümer von 49 % der Aktien der C.________ AG gewesen sei, wegen seiner Stellung als Minderheitsaktionär jedoch nicht mehr vom Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung ausgeschlossen werden. Der Beschwerdegegner sei als Minderheitsaktionär einer einzigen Mehrheitsaktionärin gegenübergestanden. Sodann habe der im Kaufvertrag vom 23. Juni 2022 ausdrücklich formulierte Hauptzweck darin bestanden, der Käuferin die Kontrolle über die C.________ AG zu verschaffen. Entsprechend sei vereinbart gewesen, dass die Käuferin bis Ende 2022 sämtliche Aktien der Gesellschaft übernehme. Die Ereignisse hätten alsdann gezeigt, dass die Käuferin beziehungsweise deren Rechtsnachfolgerin G.________ GmbH diese Kontrolle bereits nach der Übernahme des ersten, 51 % der Anteile umfassenden Aktienpakets aktiv ausgeübt habe und der Beschwerdegegner im Gang der Geschäfte der C.________ AG fortan keine Rolle mehr spielen sollte. Dies sei ihm unter den gegebenen Umständen auch nicht mehr möglich gewesen. Aufgrund des statutarisch vorgesehenen Stimmrechts der Aktionäre nach dem Verhältnis des Nennwerts ihrer Aktie und dem für die Beschlussfassung grundsätzlich erforderlichen absoluten Mehr der anwesenden und vertretenen Stimmen, habe der Beschwerdegegner in seiner Eigenschaft als Minderheitsaktionär nur noch Einfluss nehmen können auf diejenigen Punkte, die in Art. 704 Abs. 1 OR aufgelistet seien und eine Zweidrittelmehrheit der vertretenen Stimmen erforderten. Die Einflussnahme in diesen Bereichen sei jedoch nicht dazu geeignet, dem Beschwerdegegner einen Einfluss in Belangen zu verschaffen, die von der Regelung in Art. 31 Abs. 3 lit. c AVIG anvisiert würden und mit denen er eine Wiederanstellung bei der C.________ AG hätte erwirken können. Des Weiteren sei angesichts der Zahlungsaufforderung vom 20. Juli 2023 auch nicht ersichtlich gewesen, dass der Beschwerdegegner, der das Geld für den Verkauf des ersten Aktienpakets bereits erhalten hatte, wegen des Verzugs der Käuferin im Zusammenhang mit dem Erwerb des zweiten Aktienpakets einen Rücktritt vom Vertrag in Betracht gezogen und damit die Kontrolle über die C.________ AG zurückzugewinnen beabsichtigt hätte.