Citation: U 66/04 14.10.2004 E. 6

6.1 Der Auffahrunfall vom 13. März 2000 als solcher ist in den Akten nur mit dem von den beteiligten Fahrzeuglenkern selbst erstellten, im Wesentlichen vorformulierten Unfallprotokoll dokumentiert. Dieses enthält keine Angaben, die Rückschlüsse auf die Schwere des Unfallereignisses zuliessen. Die Beschwerdegegnerin war indessen nach dem Untersuchungsgrundsatz verpflichtet, die äusseren Umstände und technischen Daten des Unfallherganges soweit als möglich abzuklären. Sie trägt überdies die Beweislast für das Dahinfallen des natürlichen Kausalzusammenhanges (Erw. 3.2 hievor). Demgemäss ist zu ihren Ungunsten bei der Adäquanzprüfung davon auszugehen, dass es sich beim Auffahrunfall vom 13. März 2000 nicht um einen leichten, sondern um einen mittelschweren Unfall gehandelt hat, der weder dem unteren noch dem oberen Grenzbereich dieser Unfallkategorie zuzuordnen ist. Die objektiven Adäquanzkriterien müssen daher in gehäufter oder auffallender Weise erfüllt sein, damit die Adäquanz der bei der Beschwerdeführerin eingetretenen psychischen Fehlentwicklung bejaht werden kann (BGE 115 V 140 Erw. 6c/bb). 6.2 Von besonders dramatischen Begleitumständen oder einer besonderen Eindrücklichkeit des Unfalles kann nicht gesprochen werden. 6.3 Ist die Adäquanz einer psychischen Fehlentwicklung nach einem Schleudertrauma - wie hier - allein nach dem erlittenen körperlichen Gesundheitsschaden und dessen objektiven Folgen zu beurteilen, fällt das Adäquanzkriterium der besonderen Art der erlittenen Verletzung sachlogisch ausser Betracht. Denn ein Schleudertrauma der HWS oder eine ihm gleichgestellte äquivalente Verletzung stellt in solchen Fällen überhaupt keine unfallkausale Teilursache oder nur eine solche von ganz untergeordneter Bedeutung für die eingetretene psychische Fehlentwicklung dar. Analog verhält es sich mit den übrigen unfallbezogenen Adäquanzkriterien, soweit die ihnen zu Grunde liegenden Unfallfolgen durch die psychische Fehlentwicklung bestimmt oder beeinflusst worden sind. Mit Bezug auf die Adäquanzkriterien der Dauer der unfallbedingten Beschwerden, der ärztlichen Behandlung und der Arbeitsunfähigkeit ist deshalb in Fällen wie dem vorliegenden allein massgebend, wie lange die Unfallfolgen durch den erlittenen körperlichen Gesundheitsschaden in erheblichem Ausmass mitverursacht worden sind. Die somatischen Unfallfolgen der Beschwerdeführerin wurden zuletzt von Chiropraktor Dr. M.________ behandelt und zwar in der Zeit vom 5. März bis 19. Juli 2001. Im Zeitpunkt des Behandlungsabschlusses erachtete er die Beschwerdeführerin wieder als arbeitsfähig. Bei allen späteren ärztlichen und (neuro-)psychologischen Berichten handelt es sich um Verlaufs- oder Abklärungsberichte, denen nicht eine regelmässige, zielgerichtete ärztliche Behandlung zu Grunde lag. Somit betrug die wenigstens teilweise durch körperliche Beschwerden bedingte Behandlungsdauer rund sechzehn Monate. In dieser Zeit war die Versicherte während rund zweieinhalb Monaten (4. Dezember 2000 bis 21. Februar 2001) unter somatischen Gesichtspunkten zur Hälfte und danach wieder vollständig arbeitsfähig (ab 19. Juli 2001). Auswirkungen eines unfallbedingten körperlichen Gesundheitsschadens von dieser Dauer erfüllen die Adäquanzkriterien - auch nicht in besonders auffallender Weise - nicht, die auf den zeitlichen Verlauf der objektiven Unfallfolgen abstellen. Die beiden verbleibenden unfallbezogenen Adäquanzkriterien - ärztliche Fehlbehandlung/schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen - stehen nicht zur Diskussion. 6.4 Zusammenfassend haben somit Vorinstanz und Allianz sowohl das Vorliegen von mehreren objektiven Adäquanzkriterien in gehäufter oder auffallender Weise als auch die Verwirklichung eines einzigen Kriteriums in besonders ausgeprägter oder auffallender Weise zu Recht verneint. Demgemäss fehlt es an einem adäquaten Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis vom 13. März 2000, dem dadurch ausgelösten psychischen Gesundheitsschaden der Versicherten und ihrer darauf zurückzuführenden Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit. Die Allianz hat daher ihre weitere Leistungspflicht mit Wirkung ab 1. August 2002 zu Recht verneint. Da sich an diesem Ergebnis auch unter Einbezug der Eingabe vom 27. Juli 2004 nichts ändert, kann offen bleiben, wie es sich mit der prozessualen Zulässigkeit dieser nachträglich eingereichten Mitteilung der IV-Stelle vom 13. Juli 2004 verhält (vgl. hiezu BGE 127 V 353). Anlass für ergänzende Beweisvorkehren besteht nach dem Gesagten nicht.