Citation: 6B_779/2016 E. 2.3.2

2.3.2. Dem Beschwerdeführer kann nicht vorgeworfen werden, dass er im unmittelbaren Nachgang zum Schreiben vom 22. Juli 2013 auf eine Einsprache verzichtete. Als juristisch Unkundiger konnte er die Fehlerhaftigkeit der Rechtsmittelbelehrung nicht ohne weiteres erkennen. Ihm ist daher zuzugestehen, dass er nicht umgehend mit einer - ausdrücklich als unzulässig bezeichneten - Einsprache reagierte. Eine grobe prozessuale Unsorgfalt ergibt sich daraus nicht. Der Beschwerdeführer verhielt sich auch nicht völlig passiv. Mit seinem Schreiben vom 16. Oktober 2013 auf die "letzte Mahnung" vom 18. September 2013 brachte er vielmehr klar zum Ausdruck, dass er mit dem Strafbefehl nicht einverstanden war und dessen Rechtmässigkeit anfocht. Da er im Anschluss an dieses Schreiben nichts mehr vom Stadtrichteramt hörte, durfte er in guten Treuen davon ausgehen, die Angelegenheit habe sich, wie vermutet, als Irrtum herausgestellt oder erledigt.