Citation: I 948/05 26.10.2006 E. 3

3.1 Streitig ist zunächst, in welchem Umfang die Beschwerdeführerin ohne Invalidität erwerbstätig wäre. Sie macht geltend, die IV-Stelle habe zu Unrecht auf ihre Aussage gegenüber der Abklärungsperson abgestellt, welche die Einschränkungen im Haushalt überprüft hat. Damals hatte sie angegeben, als Gesunde würde sie ein Pensum von 80 % versehen, ein volles Pensum möchte sie nicht leisten müssen. Bei jener Abklärung habe es die IV-Stelle jedoch zu Unrecht unterlassen, den Beistand der Versicherten zu begrüssen. Dieser sei der Auffassung, ohne gesundheitliche Einschränkungen wäre die Beschwerdeführerin zu 100 % erwerbstätig, wie sie das auch bis Mitte der 90er Jahre gewesen sei. Die Versicherte selber sei sich der Tragweite ihrer Äusserungen anlässlich der Abklärung im Haushalt nicht bewusst gewesen. 3.2 Wie das Eidgenössische Versicherungsgericht in BGE 131 V 51 erkannt hat, ist die Reduktion des zumutbaren erwerblichen Arbeitspensums, ohne dass die dadurch frei werdende Zeit für die Tätigkeit in einem Aufgabenbereich nach Art. 5 Abs. 1 IVG (in Kraft gestanden bis 31. Dezember 2002; ab 1. Januar 2003: Art. 8 Abs. 3 ATSG) verwendet wird, für die Methode der Invaliditätsbemessung ohne Bedeutung. Wenn anzunehmen ist, dass die versicherte Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung teilerwerbstätig wäre, ohne daneben in einem andern Aufgabenbereich tätig zu sein, ist die Invalidität ausschliesslich nach den Grundsätzen für Erwerbstätige, somit nach Art. 16 ATSG zu bemessen. Die gemischte Methode gelangt hier ebenso wenig zur Anwendung wie bei ohne Gesundheitsschaden Vollerwerbstätigen. Bei einer hypothetisch (im Gesundheitsfall) lediglich teilerwerbstätigen versicherten Person ohne einen Aufgabenbereich bemisst sich somit die Invalidität nach der allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs oder einer Untervariante davon (BGE 131 V 53 Erw. 5.1.2). Insbesondere allein stehende Personen werden bei einer Reduktion des Beschäftigungsgrades aus freien Stücken nicht gleichsam automatisch zu Teilerwerbstätigen mit einem Aufgabenbereich Haushalt neben der Berufsausübung (BGE 131 V 54 Erw. 5.2). Dies gilt auch, wenn und soweit gesundheitliche Gründe beim Entscheid, lediglich zu 80 % erwerbstätig zu sein, eine Rolle gespielt haben sollten (BGE 131 V 55 Erw. 5.3.2). 3.3 Ein solcher Fall liegt hier vor. Die Beschwerdeführerin hat zuletzt, vor ihrer Anmeldung bei der Invalidenversicherung, ein 80 %-Pensum versehen, ohne daneben eine Tätigkeit in einem Aufgabenbereich auszuüben. Ob sie ihre Erwerbstätigkeit im Jahr 1996 wegen gesundheitlicher Beschwerden reduziert hat, wie in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde geltend gemacht wird, lässt sich kaum eruieren, zumal die Versicherte auch früher schon unter Depressionen gelitten hat. Dies kann jedoch nach der dargelegten Rechtsprechung (Erw. 3.2) offen gelassen werden, denn selbst wenn solche Gründe mitverantwortlich waren für die Aufnahme einer Teilerwerbstätigkeit, ist hier mangels Tätigkeit in einem Aufgabenbereich die Einkommensvergleichsmethode anzuwenden. Im Übrigen ist nicht ersichtlich, weshalb die Versicherte ohne Beistand nicht in der Lage sein sollte, verlässliche Angaben über ihr Arbeitspensum im Gesundheitsfall zu machen. Letztlich ist dies jedoch nicht von Belang, wie noch zu zeigen ist. Weitere Ausführungen zur gerügten Gehörsverletzung erübrigen sich damit.