Citation: 2A.579/2003 02.03.2004 E. 3

3.1 Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung setzt der nachträgliche Familiennachzug des ausländischen Kindes eines vom anderen Elternteil getrennt lebenden oder geschiedenen Schweizers gestützt auf Art. 17 Abs. 2 dritter Satz ANAG bzw. Art. 8 EMRK und Art. 13 BV eine nachgewiesene vorrangige Beziehung des Kindes zum in der Schweiz lebenden Elternteil bzw. eine Rechtfertigung durch besondere stichhaltige familiäre Gründe, insbesondere eine Änderung der Betreuungsverhältnisse, voraus (BGE 129 II 249 E. 2 S. 252 ff.; 125 II 585; 118 Ib 153 E. 2b-d S. 159 ff.; zur Publikation bestimmtes Urteil 2A.457/2003 vom 16. Januar 2004, E. 2.2). 3.2 Im vorliegenden Fall hat der Regierungsrat in seinem Entscheid vom 9. April 2003 festgestellt, zur Intensität der Beziehungen der betroffenen Geschwister zu ihren geschiedenen, in Pakistan und der Schweiz lebenden Elternteilen äussere sich das erste Urteil des Bundesgerichts vom 23. Juni 1998 (BGE 124 II 361); weder werde geltend gemacht noch fänden sich in den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sich hinsichtlich des jüngsten Beschwerdeführers an der damaligen Beurteilung etwas geändert habe; damit sei ohne weiteres davon auszugehen, dass er die vorrangige Beziehung nach wie vor zu der in Pakistan lebenden Mutter unterhalte. Das Verwaltungsgericht hält dazu im Wesentlichen fest, die bei ihm eingereichte Beschwerdeschrift äussere sich weder zu den massgeblichen familiären Verhältnissen noch werde gerügt, entsprechende Feststellungen des Regierungsrates seien falsch oder mangelhaft. Auch werde kein anderer Sachverhalt behauptet. Aus diesem Grund seien keine weiteren Untersuchungshandlungen vorzunehmen, und es habe bei den Feststellungen des Regierungsrates zu bleiben, die nicht widerlegt worden seien. 3.3 Die Beschwerdeführer haben bis vor Verwaltungsgericht bestritten, dass das Kriterium der vorrangigen Beziehung massgeblich sei, da ihnen ein Anspruch aus dem Freizügigkeitsabkommen zustehe, dem dieser Gesichtspunkt fremd sei. Auch vor Bundesgericht argumentieren sie primär mit der gleichen Begründung, haben sich nun aber für den jüngsten Beschwerdeführer subsidiär auch zu den fraglichen familiären Verhältnissen geäussert. Dabei sind verschiedene Vorbringen zur aktuellen Betreuungssituation neu. 3.4 Zwar erging das bundesgerichtliche Urteil 2A.91/2003 vom 4. November 2003, das im Anschluss an das und in Übereinstimmung mit dem Urteil des Gerichtshofes der Europäischen Gemeinschaften (EuGH) vom 23. September 2003 in der Rechtssache C-109/01, Secretary of State c. Akrich (publ. in: EuGRZ 2003 S. 607) eine gewisse Wende für die Frage des Nachzugs von Familienmitgliedern mit Drittstaatsangehörigkeit mit sich brachte, erst nach dem angefochtenen Entscheid des Verwaltungsgerichts. Sowohl das Migrationsamt als auch der Regierungsrat haben aber bereits vorher hauptsächlich auf den Gesichtspunkt der vorrangigen Beziehung abgestellt. Der Regierungsrat hat überdies ausführlich begründet, weshalb das Freizügigkeitsabkommen nicht anwendbar sei und dass daher ein Nachzug eine vorrangige familiäre Beziehung voraussetze, welche nicht vorliege. Er hat sogar ausdrücklich festgehalten, dass im Vergleich zum früheren gescheiterten Nachzugsverfahren weder neue Umstände geltend gemacht würden noch sich dafür in den Akten Anhaltspunkte fänden. Damit hätte für den jüngsten Beschwerdeführer Anlass bestanden, sich spätestens in der Beschwerde an das Verwaltungsgericht wenigstens subsidiär zu diesem Gesichtspunkt zu äussern und allfällige ergänzende Beweise einzureichen bzw. Beweisanträge zu stellen. Unter den gegebenen Umständen durfte er damit nicht bis zur Erhebung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Bundesgericht zuwarten. Im Übrigen war gerade den Beschwerdeführern aus ihrem früheren Verfahren bekannt, welche Bedeutung der Mitwirkungspflicht bei der Frage des Familiennachzuges zukommen kann (vgl. BGE 124 II 361 E. 2b S. 365). 3.5 Weder musste die Vorinstanz die geltend gemachten neuen Umstände von Amtes wegen ermitteln noch liegt in ihrer Nichtberücksichtigung eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör. Damit handelt es sich bei den von den Beschwerdeführern erst vor Bundesgericht geltend gemachten Tatsachen um unzulässige Noven. Die Vorbringen zur Betreuungssituation des jüngsten Beschwerdeführers können daher nicht gehört werden. Unter diesen Umständen ist die Folgerung der Vorinstanz, es bestehe keine vorrangige Beziehung zwischen dem jüngsten Beschwerdeführer und seinem hier anwesenden Vater, weshalb die verlangte Anwesenheitsbewilligung nicht zu erteilen sei, nicht zu beanstanden. Der angefochtene Entscheid verstösst somit nicht gegen Bundesrecht.