Citation: I 476/04 04.04.2005 E. 3

Auf Grund der Vorbringen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde ist zunächst zu prüfen, in welchem Ausmass die gesundheitliche Behinderung des Beschwerdeführers dessen Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt. 3.1 Der Beschwerdeführer leidet - nach eigenen Angaben seit Jahren - an Rückenschmerzen, teilweise mit Ausstrahlung in die linke Wade, und Schmerzen im oberen Sprunggelenk links. Nebst den Bein- und Rückenbeschwerden liegen deutliche Anzeichen einer morbides Ausmass erreichenden Adipositas vor. Nach ersten rheumatologischen Abklärungen im Spital W.________, welche ein thorako- und lumbovertebrales Syndrom bei degenerativen Veränderungen der Lendenwirbelsäule mit Haltungsinsuffizienz und muskulärer Dysbalance ergeben hatten, wurde dort am 16. November 1998 noch eine 100%ige Arbeitsfähigkeit bescheinigt. Der Hausarzt Dr. med. R.________ diagnostizierte am 7. Juni 1999 eine chronische Lumboischialgie bei degenerativen Veränderungen der Lendenwirbelsäule. Im Rahmen eines vom 7. April bis 6. Mai 1999 dauernden stationären Rehabilitationsaufenthaltes in der Klinik X.________ wurden zudem eine Instabilität in der unteren Lendenwirbelsäule festgestellt und der Verdacht auf einen Gichtanfall geäussert. Während der Hausarzt ab 18. März 1999 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestierte, wobei "von einer bleibenden Einschränkung von 20 % ausgegangen werden sollte, möglicherweise sogar mehr", veranschlagten Frau Dr. med. E.________ und Dr. med. D.________ von der Klinik X.________ in ihrem Bericht vom 27. Mai 1999 die Arbeitsfähigkeit ab 7. Mai 1999 für leichte, wechselbelastende Tätigkeiten ohne Heben von Lasten von mehr als 10 kg auf 100 %. Verbunden mit dem Ersuchen, dem Patienten bei der Stellensuche behilflich zu sein, bestätigte Frau Dr. med. E.________ diese Einschätzung gegenüber der IV-Stelle am 2. November 1999 nochmals ausdrücklich. Anlässlich einer weiteren multidisziplinären Begutachtung in der Klinik X.________ stellte Dr. med. K.________, Chefarzt Rheumatologie, im Bericht vom 12. Juli 2000 nebst einer Adipositas der Klasse I ein chronisches lumbosakrales Schmerzsyndrom bei Instabilität L3/4, Spondylarthrosen L3 bis S1 sowie Knick-Senkfüsse rechts mehr als links fest und äusserte anamnestisch den Verdacht auf einen Gichtanfall OSG links 1999. Gleichwohl bescheinigte auch er für eine körperlich leicht wechselbelastende Tätigkeit eine 100%ige Arbeitsfähigkeit. Bis zu der mit kantonalem Gerichtsentscheid vom 23. August 2001 - mit Ausnahme des Anspruchs auf Arbeitsvermittlung - bestätigten Verfügung vom 25. August 2000 lagen demnach eindeutige ärztliche Stellungnahmen vor, welche die ablehnende Haltung der IV-Stelle gegenüber den Leistungsbegehren des Beschwerdegegners zu stützen vermochten. Die abweichende Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch den Hausarzt Dr. med. R.________ in der Stellungnahme vom 24. November 1999 ändert daran nichts, zumal auch er eine leichte Tätigkeit mit Wechselbelastungen sitzend und stehend grundsätzlich als möglich erachtete und lediglich für die Tätigkeit an der früheren, unterdessen aber zufolge Kündigung durch den Arbeitgeber auf Ende Mai 1999 bereits aufgegebenen Stelle, als problematisch einstufte. Dass auch die Bewältigung wechselbelastender Aufgaben in der Industrie, wovon Dr. med. K.________ beispielhaft Kontroll- und Überwachungsfunktionen, leichte industrielle Produktions- und Montagetätigkeiten, Archiv- und Magazinerarbeiten, Portiersdienste, hausinterne Botengänge, Chauffeurtätigkeiten ohne Auf- und Abladen schwerer Lasten sowie administrative Tätigkeiten aufgeführt hatte, ausgeschlossen wäre, ist dem erwähnten Hausarztbericht jedenfalls nicht zu entnehmen. 3.2 Im Anschluss an den kantonalen Gerichtsentscheid vom 23. August 2001 gab die IV-Stelle im Hinblick auf den darin zugestandenen Anspruch auf Arbeitsvermittlung/Einarbeitung beim Internisten und Rheumatologen Dr. med. O.________ eine rheumatologisch-orthopädische Expertise in Auftrag, welche am 29. November 2002 erstattet wurde. Am 8. Februar 2003 wurde dazu ein psychiatrisches Konsiliargutachten des Dr. med. M.________ vom 8. Februar 2003 nachgereicht, welches sich auf eine am 2. Oktober 2002 erfolgte Untersuchung stützte. Nach Ansicht des Dr. med. O.________ resultiert aus somatischer Sicht keine Einschränkung des Leistungsvermögens bei einer leichten Arbeit mit maximal gelegentlicher Hebebelastung zwischen 5 und 10 kg. Dr. med. M.________ hielt in seiner Stellungnahme vom 8. Februar 2003 fest, auch psychiatrischerseits ergäben sich keine Hinweise auf das Vorliegen eines geistigen Gebrechens oder einer psychischen Beeinträchtigung/Störung in einem Ausmass, das die Arbeitsfähigkeit nachhaltig tangieren würde; eine depressive Störung habe ebenfalls nicht aufgezeigt werden können. Angesichts dieser fachärztlichen Befunde und Arbeitsfähigkeitsschätzungen ist auch unter Berücksichtigung des unmittelbar als Reaktion auf die Verfügung vom 25. August 2000 erstatteten Berichts des Hausarztes Dr. med. R.________ vom 22. September 2000 und der Stellungnahme des Dr. med. W.________ von der Klinik Y.________ vom 12. April 2001 nicht ersichtlich, weshalb und inwiefern die erneut ablehnende Verwaltungsverfügung vom 9. Mai 2003 - abgesehen von der Missachtung des bereits am 23. August 2001 gerichtlich festgestellten Anspruchs auf Arbeitsvermittlung - ernsthaft in Frage gestellt werden könnte. Daran ändert der im Einspracheverfahren neu aufgelegte Bericht des Dr. med. W.________ vom 15. April 2003 ebenso wenig wie die im anschliessenden kantonalen Beschwerdeverfahren beigebrachte Stellungnahme des Dr. med. B.________ von der Klinik Z.________ vom 16. Dezember 2003 und der erst im letztinstanzlichen Verfahren eingereichte Bericht desselben Arztes vom 19. August 2004. 3.3 Wie das kantonale Gericht richtig erkannt hat, ist aus den Ergebnissen der spezialärztlichen Untersuchungen, insbesondere durch die Ärzte der Klinik X.________ sowie durch Dr. med. O.________ und den Psychiater Dr. med. M.________ zu schliessen, dass der Beschwerdeführer in einer leidensangepassten leichten, wechselbelastenden Tätigkeit praktisch uneingeschränkt einsetzbar ist, wobei allenfalls die Möglichkeit bestehen sollte, gelegentlich über den ganzen Tag verteilt Pausen von insgesamt etwa einer Stunde einzuschalten. Dass Dr. med. R.________, Dr. med. W.________ und Dr. med. B.________ diese Auffassung nicht ohne weiteres teilen und von einer höheren Beeinträchtigung des Leistungsvermögens ausgehen wollen, vermag demgegenüber nicht zu überzeugen. Abgesehen davon, dass Dr. med. R.________ als Hausarzt in einer auftragsrechtlichen Vertrauensstellung steht und daher in Zweifelsfällen eher zu Gunsten seines Patienten aussagt, welcher Erfahrungstatsache rechtsprechungsgemäss Rechnung zu tragen ist (BGE 125 V 353 Erw. 3b/cc mit Hinweisen), setzt er sich primär gegen die Verweigerung beruflicher Eingliederungsmassnahmen zur Wehr, ging aber ursprünglich selbst von einer auf die Dauer bloss um rund 20 % eingeschränkten Leistungsfähigkeit selbst in der früher noch ausgeübten Tätigkeit als Verkäufer aus, wobei er hinsichtlich der Diagnosestellung dennoch nicht wesentlich von der Beurteilung durch die Ärzte der Klinik X.________ und durch die Dres. med. O.________ und M.________ abwich. Was die Stellungnahme des Dr. med. W.________ vom 12. April 2001 anbelangt, ist festzuhalten, dass sich der Arzt grundsätzlich nicht zur Rentenberechtigung als solcher, sondern zu der trotz medizinisch begründeter Beeinträchtigungen noch zumutbaren Arbeitsleistung zu äussern hat (BGE 125 V 261 Erw. 4, 115 V 134 Erw. 2, 114 V 314 Erw. 3c, 105 V 158 Erw. 1). Gerade Letzteres ist im erwähnten Bericht weitgehend unterblieben, weshalb der Beschwerdeführer aus den Angaben des Dr. med. W.________ vom 12. April 2001 nichts zu seinen Gunsten ableiten kann. Im Übrigen begründet Dr. med. W.________ - wie die Vorinstanz richtig darlegt - seine Arbeitsfähigkeitsschätzung vom 15. April 2003 vorwiegend mit Faktoren nicht orthopädischer Natur wie etwa der Persönlichkeitsstruktur mit katastrophierender Interpretation seiner Beschwerden sowie mit einer Dekonditionierung und Übergewicht zufolge lang anhaltender Inaktivität, welchen mit der Vorinstanz indessen nicht invalidisierende Bedeutung beizumessen ist, zumal eine Überwindung der dadurch bedingten Schwierigkeiten im Berufsalltag erwartet werden kann und im Hinblick auf die jedem Versicherten obliegende Schadenminderungspflicht auch verlangt werden muss. Die von Dr. med. W.________ erwähnte Symptomausweitung schliesslich ist auch von Dr. med. O.________ nicht übersehen worden und hat denn auch Eingang in dessen Beurteilung gefunden, wo ausdrücklich von einer Symptomausweitung nach Matheson die Rede ist. Soweit Dr. med. B.________ - und mit ihm Dr. med. W.________ - ebenfalls von einer Symptomausweitung sprechen, liegt demnach kein neu erkannter Befund vor. Dass sich die diesbezügliche bereits in der Expertise des Dr. med. O.________ vom 29. November 2002 erkannte Gefahr, deren Thematik auch im Gutachten des Dr. med. M.________ vom 8. Februar 2003 aufgegriffen wird, in der kurzen Zeit bis zum Erlass des Einspracheentscheids vom 3. Juli 2003, auf welche die Beurteilung vorliegend beschränkt ist (vgl. Erw. 2.1 hievor; BGE 129 V 4 Erw. 1.2, 121 V 366 Erw. 1b mit Hinweisen), bereits in erheblichem Ausmass verwirklicht hat, ist kaum zu erwarten. Zu beachten ist ferner, dass die Stellungnahmen des Dr. med. B.________ im Wesentlichen den jeweiligen Zustand zur Zeit der Berichterstattung betreffen, womit zumindest die im vor- wie auch im letztinstanzlichen Verfahren beigebrachten Atteste vom 16. Dezember 2003 und 19. August 2004 unberücksichtigt bleiben müssen. Dass Dr. med. B.________ in den erst nach Erlass des Einspracheentscheids vom 3. Juli 2003 erstellten Röntgenbildern vom 2. Dezember 2003 anders als Dr. med. O.________ in den von ihm noch berücksichtigten älteren Bildern vom 14. April 1998 und einem MRI der LWS vom 13. Januar 1999 zusätzlich "eine deutliche kernspintomographische Progredienz der Osteochondrose L3/L4 mit Deckplatten-nahen Erosionen sowie auch eine konventionell radiologisch nachweisbare Retrolisthesis L3 gegenüber LWK 4" erkannt haben will, ändert daran nichts. Wann eine daraus allenfalls abzuleitende, sich auf das Leistungsvermögen auswirkende Verschlechterung des Gesundheitszustandes eingetreten wäre, ist nicht mehr eruierbar. Dass die Vorinstanz die Einschränkung des Leistungsvermögens - unter Berücksichtigung der in der Klinik X.________ empfohlenen einstündigen Pause - auf 12 % festsetzte erscheint unter den gegebenen Umständen vertretbar und gibt daher zu keinen Beanstandungen Anlass.