Citation: 8C_565/2021 E. 4

Die Vorinstanz hat bundesrechtskonform die Observationsergebnisse sowie sämtliche Akten, die darauf Bezug nehmen - insbesondere das MZR-Gutachten, worin, wie bereits erwähnt, eine vollständige Arbeitsfähigkeit als Automechaniker und Geschäftsführer festgehalten wurde - in die Beweiswürdigung miteinbezogen (vgl. BGE 143 I 377 E. 5.1). Fest steht, dass der Beschwerdeführer gegenüber der Beschwerdegegnerin am 24. November 2000 erklärte, nicht arbeitsfähig zu sein. Auch anlässlich der kreisärztlichen Untersuchung am 20. Dezember 2002 (Bericht vom 23. Dezember 2002) schilderte er Beschwerden und Leistungseinschränkungen, die klar widersprüchlich sind zu seiner verbliebenen Tätigkeit in der B.________ GmbH (vgl. Urteil 8C_626/2014 E. 3.2f.). Nicht stichhaltig ist insbesondere der Einwand, der Beschwerdegegnerin seien die tatsächlichen betrieblichen Verhältnisse der B.________ GmbH bereits bei der Rentenzusprache im April 2003 bekannt gewesen. Wie die Vorinstanz feststellte, beschlagen die der Beschwerdegegnerin dannzumal vorliegenden Angaben zu den Geschäftsergebnissen der B.________ GmbH einen Zeitraum vor Zusprache der Invalidenrente am 25. April 2003. Der Beschwerdeführer bestreitet sodann nicht, am 31. August 2001 gegenüber der Beschwerdegegnerin angegeben zu haben, seit Mai 2000 vollständig arbeitsunfähig zu sein. Weshalb die Vorinstanz damit die Beweise "willkürlich gewürdigt" und die Begründungspflicht verletzt haben soll, ist nicht ersichtlich. Sie durfte als erhebliche neue Tatsachen im Sinne von Art. 53 Abs. 1 ATSG werten, dass der Beschwerdeführer, entgegen seinen mehrfachen Schilderungen im Rahmen des Unfall- wie des Invalidenversicherungsverfahrens, seit längerer Zeit in erheblichem Umfang in der B.________ GmbH tätig (ist) und damit im hier interessierenden Zeitraum in der Lage war, mit seiner selbstständigen Erwerbstätigkeit ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen. Damit liegt auch nicht bloss eine - prozessualrevisionsrechtlich unbeachtliche - andere Bewertung des seinerzeitigen Leistungsvermögens vor, wie der Beschwerdeführer einwendet. Bereits im Urteil 8C_626/2014 E. 4.3 wurde überdies festgehalten, was der Beschwerdeführer auszublenden scheint, dass weder ein Umsatzrückgang noch ein finanzieller Mehraufwand durch seine Behinderungen und Einschränkungen entstanden sind. Er konnte, wie das Bundesgericht im soeben zitierten Urteil erwog, weiterhin uneingeschränkt als Geschäftsführer tätig sein, sodass sich der geltend gemachte Gesundheitsschaden offensichtlich nicht erwerblich ausgewirkt hatte, indem sich kein entsprechender Niederschlag der behaupteten Arbeitsunfähigkeit als Automechaniker im Jahresumsatz und auf den Gewinn der Gesellschaft finden liess. Ebenso wenig ist ferner plausibilisiert, dass die 90-tätige relative Frist zur prozessualen Revision nicht eingehalten wurde, nachdem das MZR-Gutachten am 12. Mai 2011 erging und die rentenaufhebende Verfügung am 28. Juli 2011 erlassen wurde. Ins Leere zielt ebenso der Einwand in der Beschwerde, es sei nicht ersichtlich, welche finanzielle Veränderung vor oder nach der rentenzusprechenden Verfügung vom 25. April 2003 meldepflichtig gewesen wäre. Soweit der Beschwerdeführer damit vorbringen will, es liege keine Veränderung in erwerblicher Hinsicht vor, ist ihm entgegenzuhalten, dass die Vorinstanz nicht die Voraussetzungen einer nachträglichen Anpassung aufgrund veränderter Verhältnisse im Sinne einer materiellen Revision nach Art. 17 ATSG bejahte, sondern von einer ursprünglichen Unrichtigkeit der Verfügung vom 25. April 2003 ausging, wie sie die prozessuale Revision nach Art. 53 Abs. 1 ATSG verlangt. Dies hält, wie soeben dargelegt, vor Bundesrecht stand. Nachdem die erstatteten Leistungen somit unrechtmässig bezogen wurden, ist nicht erkennbar, weshalb die Vorinstanz den allgemeinen Grundsatz der Verhältnismässigkeit verletzt haben soll, indem sie in Anwendung von Art. 25 ATSG die Rückforderung der zu Unrecht ausgerichteten Leistungen bestätigte. Weder ist ihr Vorgehen damit willkürlich noch rechtsmissbräuchlich. Wie die Vorinstanz bereits zutreffend darlegte, ändert sodann der Einwand des Beschwerdeführers, die Beschwerdegegnerin habe Regressleistungen vom zuständigen Haftpflichtversicherer in der Höhe von Fr. 2'272'905.05 erhalten, nichts am Ergebnis. Entgegen seiner Rechtsauffassung sind diese Leistungen der Beschwerdegegnerin nicht anzurechnen, weshalb ein allfälliger Rückerstattungsanspruch dadurch auch nicht getilgt ist. Die den Streitgegenstand des vorinstanzlichen Verfahrens bildenden Rentenanspruch sowie Bestand und Höhe der Rückerstattungsforderung hängen nicht von einer Regressforderung gegenüber einem Dritten ab, sondern umgekehrt. Im vorliegenden Verfahren zu beurteilen ist allein das Rechtsverhältnis zwischen den Parteien. Welche Folgerungen sich aus der revisionsweisen Rentenaufhebung auf den Regressanspruch der Beschwerdegegnerin ergeben, ist hier nicht zu beurteilen (vgl. Urteile 8C_120/2013 vom 11. September 2013 E 4.2; 9C_998/2010 vom 8. März 2011 E. 3.3.2). Nicht stichhaltig ist schliesslich der Einwand des Beschwerdeführers, es fehle an einer gesetzlichen Grundlage für die Rückerstattung, da die materiellen Bestimmungen des ATSG, so auch dessen Art. 25, bei In-Kraft-Treten des ATSG am 1. Januar 2003 auf laufende Leistungen nicht anwendbar seien. Die Rückforderungsverfügung vom 28. Juli 2011 bzw. der sie bestätigende Einspracheentscheid vom 19. März 2020 sind nach In-Kraft-Treten des ATSG ergangen. Die Rückerstattung betrifft mit Verfügung vom 25. April 2003 ab 1. April 2003 ausgerichtete Rentenleistungen. Unter diesen Umständen ist Art. 25 ATSG ohne Weiteres anwendbar, wobei ansonsten die bis Ende 2002 geltende Rückerstattungsordnung gemäss Art. 52 UVG anwendbar gewesen wäre. Nach dem Gesagten hält das angefochtene Urteil vor Bundesrecht stand.