Citation: 5A_293/2024 E. 3.2

3.2. Wie die Beschwerdeführerin richtig bemerkt, hat der Beschwerdegegner sich seit der Anhörung durch die Erstinstanz nicht mehr vernehmen lassen und insbesondere auch vor Obergericht keine Vernehmlassung eingereicht und keine Anträge gestellt (vgl. auch vorne Bst. A.b). Hieraus schliesst die Beschwerdeführerin, der Beschwerdegegner habe kein Interesse (mehr) an einem Besuchsrecht bei seiner Tochter bzw. es bleibe offen, ob er solche Besuche überhaupt wolle. Auch bei Geltung des Offizialgrundsatzes könne dem Vater nicht ohne seine ausdrückliche Zustimmung ein (begleitetes) Besuchsrecht eingeräumt werden. Das vorliegende Kindesschutzverfahren ist durch den Offizialgrundsatz geprägt (Art. 446 Abs. 3 i.V.m. Art. 314 Abs. 1 ZGB), der auch im Rechtsmittelverfahren Anwendung findet (Urteil 5A_327/2013 vom 17. Juli 2013 E. 3.1). Dieser verpflichtet und ermächtigt die Behörde, einen Entscheid auch ohne das Vorliegen eines Rechtsbegehrens zu treffen (Urteil 5A_765/2014 vom 5. Dezember 2014 E. 5; MARANTA, in: Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 7. Aufl. 2022, N. 38 zu Art. 446 ZGB). Daher konnte die erste Instanz das Verfahren ohne Rechtsverletzung vom Amtes wegen einleiten (vgl. 298d Abs. 1 ZGB; Urteil 5A_273/2024 vom 4. Dezember 2024 E. 4.4) und das Obergericht trifft keinen Vorwurf, weil es ohne das Vorliegen eines Antrags des Beschwerdegegners über dessen persönlichen Verkehr mit der Tochter entschieden hat (vgl. Urteil 5A_210/2018 vom 14. Dezember 2018 E. 2.5). Dem steht auch die Rechtsnatur des persönlichen Verkehrs nach Art. 273 ff. ZGB nicht entgegen, bei dem es sich um ein Pflichtrecht handelt, das in erster Linie den Interessen des Kindes dient (BGE 127 III 295 E. 4a; 122 III 404 E. 3a; Urteil 5A_783/2023 vom 2. Juli 2024 E. 3.1). Oberste Richtschnur für die Ausgestaltung des persönlichen Verkehrs ist das Kindeswohl, hinter dem die Interessen der Eltern zurückzutreten haben (BGE 131 III 209 E. 5; 130 III 585 E. 2.1; Urteile 5A_670/2023 vom 11. Juni 2024 E. 5.2.1; 5A_608/2023 vom 6. Februar 2024 E. 3.1). Der Kontakt zu seiner Tochter steht damit nicht im freien Belieben des Beschwerdegegners. Selbst ein allfälliges Desinteresse an einem Besuchsrecht hätte die Behörde folglich nicht davon entbunden, eine Regelung zum persönlichen Verkehr zu treffen. Die Beschwerde ist insoweit unbegründet und die Vorinstanz trifft auch keinen Vorwurf, sollte sie, wie die Beschwerdeführerin weiter vorbringt, die genaue Motivation des Beschwerdegegners für Kontakte zu seiner Tochter nicht abgeklärt haben, zumal keine Gefährdung des Kindeswohls ersichtlich ist (vgl. hinten E. 4.3).