Citation: U 69/00 19.06.2001 E. 4

4.- a) Aufgrund der Akten, insbesondere der neuropsychologischen Berichte, ist im Sinne von BGE 117 V 378 Erw. 3d vom Bestehen neuropsychologisch zuverlässig festgestellter Funktionsausfälle auszugehen. An dieser Beurteilung vermag der Umstand nichts zu ändern, dass neurologisch keine Befunde erhoben werden konnten (BGE 117 V 378 f. Erw. 3d). Anderseits kann, entgegen den Vorbringen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde, der natürliche Kausalzusammenhang zwischen den Unfällen vom 3. Mai 1982 und 7. Februar 1984 und den hier im Vordergrund stehenden neuropsychologischen Defiziten (im Wesentlichen verbale Lern- und Gedächtnisschwächen, Störungen von Frontalhirnfunktionen, insbesondere im konzeptuellen Lernen) nicht allein aufgrund der erwähnten fachspezifischen Unterlagen als erstellt gelten (vgl. BGE 119 V 341 Erw. 2b/bb sowie RKUV 2000 Nr. U 395 S. 318 Erw. 3). Für die Frage der natürlichen Kausalität nicht von Bedeutung ist im Übrigen der nuklearmedizinisch mit dem typischen Bild einer frontalen Schädelkontusion vereinbare SPECT (Single Photon Emission Computed Tomography)-Befund. Die SPECT-Untersuchung des Gehirns stellt nach dem gegenwärtigen Kenntnisstand keine wissenschaftlich anerkannte Methode zur Beurteilung von Schleudertraumata, schleudertraumaähnlichen Verletzungen und Schädel-Hirntraumata dar, weshalb ihr ebenfalls die Geeignetheit als Beweismittel zur Beurteilung des natürlichen Kausalzusammenhangs abgesprochen werden muss (RKUV 2000 Nr. U 395 S. 320 f. Erw. 6). b) aa) Dagegen, die Unfälle vom 3. Mai 1982 und 7. Februar 1984 im Sinne überwiegender Wahrscheinlichkeit zumindest als Teilursache der Hirnleistungsstörungen zu betrachten, spricht in erster Linie der Umstand, dass nach Lage der Akten die Beschwerdeführerin sich erstmals im September 1991, somit über sieben Jahre nach dem zweiten Unfall vom 7. Februar 1984, gegenüber dem SUVA-Inspektor über Vergesslichkeit beklagt hatte. Es ist allerdings nicht auszuschliessen, dass solche Defizite schon vorher bestanden, sich aber insofern nicht auswirkten und demzufolge von der Versicherten auch nicht angegeben wurden, als sie während dieser Zeit von wenigen nicht ins Gewicht fallenden Ausnahmen abgesehen keiner Erwerbstätigkeit nachgegangen war. Es kommt dazu, dass Dr. med. T.________, welcher als Einziger die Beschwerdeführerin neurologisch untersucht hat, in seinem Bericht vom 17. November 1992 ausdrücklich darauf hinweist, dass es sich gemäss Überweisung nicht um eine Begutachtung handle, "weshalb ich mich auf meine konsiliarisch-neurologischen Feststellungen beschränke, ohne in die Beurteilung der Kausalität (...) vertieft einzugehen". Bei dieser Sachlage könnte der natürliche Kausalzusammenhang nur verneint werden, wenn die Tatsache der gemäss Akten erst einige Jahre nach den Unfällen geklagten und in der Folge festgestellten neuropsychologischen Defizite allein diesen Schluss zuliesse. bb) Auf eine Abklärung dieser auch im Lichte der Gerichtspraxis nicht in zuverlässiger Weise beantwortbaren Frage kann nicht verzichtet werden. Zum einen bedeutet die Rechtsprechung, wonach die Neuropsychologie die Beurteilung der Genese nicht selbstständig und abschliessend vorzunehmen vermag (BGE 119 V 341 Erw. 2b/bb, RKUV 2000 Nr. U 395 S. 318 Erw. 3), nicht, dass solchen Berichten beweismässig überhaupt kein Gewicht zukommt (BGE 117 V 380 ff. Erw. 3f). Zumindest wenn, wie vorliegend, mehrere übereinstimmend die natürliche Kausalität bejahende Aussagen neuropsychologischer Fachleute vorliegen und diese nicht als so genannte "post hoc ergo propter hoc"-Beurteilungen (BGE 119 V 341 unten, RKUV 1999 Nr. U S. 408 Erw. 3b) bezeichnet werden können, bedarf es (anderer) fachmedizinischer Unterlagen, um den Zusammenhang zu verneinen. Solche fehlen indessen, da, wie gezeigt, Dr. med. T.________ der Kausalitätsfrage nicht vertieft nachgegangen ist. Zum andern ist fraglich, ob hier die bei einem Schädel-Hirntrauma sinngemäss anwendbare Rechtsprechung zur Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zum Tragen kommt, wie die Vorinstanz annimmt. Abgesehen davon, dass mit Bezug auf die Gedächtnisstörungen ein neuropsychologisch zuverlässig festgestellter Befund gegeben ist (Erw. 4a), entsprechen die geklagten Beschwerden insofern nicht dem typischen (bunten) Beschwerdebild bei Schleuderverletzungen der HWS, als die Funktionsausfälle klar im Vordergrund stehen und ausser ebenfalls erstmals 1991 erwähnten Kopfschmerzen keine anderen nennenswerten Beeinträchtigungen aktenkundig sind (vgl. BGE 117 V 359 in Verbindung mit BGE 117 V 382 f. Erw. 4b und c). Im Übrigen bestehen keine gewichtigen Anhaltspunkte in den Akten für eine allenfalls schon bald nach den beiden Unfällen begonnene oder manifest gewordene psychische Fehlentwicklung. c) Nach dem Gesagten bedarf es eines neurologischen Gutachtens und allenfalls weiterer fachärztlicher Unterlagen, um die Frage der natürlichen Kausalität zuverlässig beurteilen zu können. Dabei erscheint es mit Blick auf den vorinstanzlichen Rückweisungsentscheid betreffend allfälliger Unfallfolgen am Unterschenkel rechts (Erw. 1) zweckmässig, auch insoweit die Sache an die SUVA zurückzuweisen.