Citation: 8C_751/2009 24.02.2010 E. 1.3

1.3.1 Rechtsprechungsgemäss bewirkt ein Rückweisungsentscheid in der Regel keinen irreversiblen Nachteil im Sinne von Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG, da der Rechtsuchende ihn später zusammen mit dem neu zu fällenden Endentscheid wird anfechten können (vgl. Art. 93 Abs. 3 BGG). Anders verhält es sich allerdings für die Verwaltung bzw. den Versicherungsträger, wenn diese durch den Rückweisungsentscheid gezwungen werden, eine ihres Erachtens rechtswidrige Verfügung zu treffen. Diesfalls kann bereits dieser Entscheid angefochten werden, ohne dass der Endentscheid abgewartet werden müsste (BGE 133 V 477 E. 5.2, 5.2.1-5.2.4 S. 483 ff.; Urteil 8C_682/2007 vom 30. Juli 2008 E. 1.2.1, nicht publ. in: BGE 134 V 392, aber in: SVR 2008 UV Nr. 31 S. 115). Die Erwägungen, auf welche das Rückweisungsurteil verweist, sind für die Verwaltung verbindlich (BGE 113 V 159), woran sich mit dem Inkrafttreten des BGG am 1. Januar 2007 nichts geändert hat (Urteil 9C_703/2009 vom 30. Oktober 2009 E. 2.2). 1.3.2 Im vorliegenden Fall lässt sich das Argument der Beschwerdeführerin, wonach die subjektive Einschätzung der versicherten Person hinsichtlich des Ausmasses der verbleibenden Arbeitsfähigkeit im Rahmen der Prüfung des Rentenanspruchs nicht massgebend sei, nicht von der Hand weisen. Der Versicherte leidet unter anderem an einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung nach ICD-10 F 45.4. Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege artis auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (vgl. BGE 130 V 396). Entscheidend ist, ob und inwiefern, allenfalls bei geeigneter therapeutischer Behandlung, bei objektiver Betrachtungsweise von der versicherten Person trotz des Leidens willensmässig erwartet werden kann zu arbeiten (BGE 127 V 294 E. 4b/cc in fine und E. 5a S. 297 ff.). Dies gilt insbesondere auch bei anhaltenden somatoformen Schmerzstörungen im Sinne von ICD-10 F45.4 (BGE 132 V 65 E. 4.2.2 S. 71; 130 V 352 E 2.2.3 S. 353 ff.). Ob und allenfalls in welchem Ausmass sich die versicherte Person selber als arbeitsfähig einschätzt, ist demzufolge entgegen der Ansicht des kantonalen Gerichts nicht relevant. Die ärztlichen Stellungnahmen zum psychischen Gesundheitszustand und zu dem aus medizinischer Sicht (objektiv) vorhandenen Leistungspotential bilden unabdingbare Grundlage für die Beurteilung der Rechtsfrage, ob und gegebenenfalls inwieweit einer versicherten Person unter Aufbringung allen guten Willens die Überwindung ihrer Schmerzen und die Verwertung ihrer verbleibenden Arbeitskraft zumutbar ist (BGE 130 V 352 E. 2.2.5 S. 355). Die Rückweisung an die IV-Stelle soll gemäss den vorinstanzlichen Erwägungen in erster Linie dazu dienen, zu ermitteln, ob und allenfalls in welchem Ausmass sich der Beschwerdegegner als arbeitsfähig hielt. Falls sich ergebe, dass er (bis zur Kenntnisnahme des Gutachtens der Klinik X.________ vom 13. März 2007, welche wohl erst nach dem 6. Mai 2007 erfolgt sei) nicht von einer vollen Arbeitsfähigkeit habe ausgehen müssen, so sei der Anspruch auf eine befristete Rente ab Ablauf des Wartejahres im April 2005 grundsätzlich gegeben. Infolge der Verbindlichkeit des auf seine Motive verweisenden angefochtenen Rückweisungsentscheides (E. 1.3.1 hiervor) sind hier die Voraussetzungen, unter denen die Anfechtung eines kantonalen Zwischenentscheides durch die Verwaltung ausnahmsweise nach Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG zulässig ist, erfüllt: Sollte sich nämlich gestützt auf die zusätzlich vorzunehmenden Abklärungen herausstellen, dass der Versicherte "subjektiv davon ausgehen durfte, nicht mehr arbeitsfähig zu sein" (E. 3.3 des angefochtenen Gerichtsentscheides), so wird die IV-Stelle durch den vorinstanzlichen Rückweisungsentscheid gezwungen, eine aus ihrer Sicht rechtswidrige Verfügung zu erlassen, indem sie daran gebunden ist, die subjektive Einschätzung der Arbeitsfähigkeit als massgebendes Kriterium bei der Prüfung der Rentenfrage zu berücksichtigen und gegebenenfalls auf der Basis der Selbsteinschätzung des Versicherten eine Invalidenrente zuzusprechen. Auf die Beschwerde ist daher einzutreten.