Citation: 2C_852/2022 E. 7.5.3

7.5.3. Mit Bezug auf die Erforderlichkeit ist zunächst festzuhalten, dass der temporäre Schulausschluss der Beschwerdeführerin dadurch hätte verhindert werden können, dass sie am Ausbruchstest an ihrer Schule teilnimmt. Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführer handelt es sich beim vorliegend angewendeten Testverfahren, welches darin besteht, den Mund mit einer Salzwasserlösung eine Minute lang zu spülen und die Lösung danach in ein Proberöhrchen zu spucken, um keinen erheblichen Eingriff in die persönliche Freiheit (vgl. Urteile 2C_99/2022 vom 16. Februar 2023 E. 7.1; 2C_106/2022 vom 2. November 2022 E. 4.5.4). Die Hinweise der Beschwerdeführer auf Presseberichte, wonach es zu Rückrufen von potenziell verunreinigten Speicheltests gekommen sei, genügen nicht, um die von ihnen behauptete (grundsätzliche) Gefährlichkeit dieser Art der Testung für die Gesundheit der Kinder zu belegen. Sodann sind unter den konkreten Umständen keine milderen Massnahmen ersichtlich. Angesichts der Unsicherheiten betreffend die Ansteckungsfähigkeit und die Gefährlichkeit der damals vorherrschenden Virusvariante können die Beschwerdeführer nicht aufzeigen, dass Abstands- und Hygienevorschriften, wie von ihnen vorgeschlagen, gleich gut geeignet gewesen wären, die weitere Verbreitung des Coronavirus innerhalb des Schulhauses zu verhindern. Auch der spezifische Schutz "vulnerabler Personen" stellt aufgrund der damals herrschenden Unsicherheiten keine taugliche Alternative dar, zumal eine eindeutige Zuordnung der Betroffenen zu Risikogruppen nicht möglich war (vgl. auch E. 3.5.3 des angefochtenen Urteils).