Citation: 6B_961/2016 E. 3.2

3.2. Die Vorinstanz führt aus, der Beschwerdeführer habe in seiner Berufungserklärung die Einvernahme der Geschädigten I.________ als Auskunftsperson beantragt. Diese werde in einem Strafverfahren in Frankreich einer schweren Straftat (Tötungsdelikt) dringend verdächtigt und sei daher in Frankreich inhaftiert. Da bislang noch keine Konfrontation des Beschwerdeführers mit der Belastungszeugin stattgefunden habe, habe die Verfahrensleitung dem Beweisantrag teilweise stattgegeben und am 17. Juli 2014 die Einvernahme der Geschädigten auf dem Rechtshilfeweg verfügt. Sie habe den Parteien Gelegenheit gegeben, ihre Fragen an die Zeugin schriftlich einzureichen. Nachdem die zuständige französische Untersuchungsrichterin die Einvernahme am 23. Januar 2015, am 20. Februar 2015 und am 19. März 2015 durchgeführt hatte, hätten die Parteien Gelegenheit erhalten, im Sinne von Art. 148 Abs. 1 lit. c StPO schriftliche Ergänzungsfragen zu stellen. Nach Eingang der Ergänzungsfragen habe am 10. September 2015 eine weitere Einvernahme stattgefunden. Die französischen Behörden hätten eine persönliche Teilnahme der Parteien an den Einvernahmen im Rechtshilfeverfahren entgegen dem Ersuchen der Verfahrensleitung verweigert. Insgesamt sei die Einvernahme der Geschädigten I.________ getreu der Vorschrift von Art. 148 StPO vorgenommen worden. Die Geschädigte habe sich im Rechtshilfeverfahren umfassend zur Sache geäussert, und der Beschwerdeführer habe von seinem Recht, schriftliche Ergänzungsfragen zu stellen, Gebrauch gemacht. Die durch Bundesverfassung und EMRK gewährten Verteidigungsrechte seien damit gewahrt worden, so dass grundsätzlich alle Aussagen der Geschädigten I.________ verwertbar seien. Dass die französische Untersuchungsrichterin der Geschädigten I.________ vor der zweiten Einvernahme die Liste mit den Fragen in deutscher Sprache überlassen habe, erscheine zwar als befragungstechnisch nicht besonders geschickt, dieses Vorgehen bewirke aber nicht die Unverwertbarkeit der Erkenntnisse aus den Befragungen. Zudem habe der Beschwerdeführer im Berufungsverfahren die Unverwertbarkeit der Einvernahmen geltend gemacht, ohne entsprechende Befragungen zu beantragen. Darin liege ein Verzicht auf das Konfrontationsrecht. (angefochtenes Urteil S. 10 ff.).