Citation: 9C_724/2015 E. 4.1

4.1. Das kantonale Gericht setzte sich eingehend mit den medizinischen Unterlagen auseinander und stellte fest, dem Vorbescheid vom 19. Oktober 2007 hätten übereinstimmende Beurteilungen zugrunde gelegen, die auf eine volle Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit hätten schliessen lassen. Obwohl einzig ein unbegründeter, keine nennenswerte Befundaufnahme enthaltender Formularbericht des Dr. med. B.________, Neurologe FMH, vom 11. Dezember 2007 eine abweichende Beurteilung (Arbeitsfähigkeit von 50 %) enthalten habe, seien die Mängel dieser Einschätzung vom RAD nicht beachtet, sondern es sei ohne nachvollziehbare Begründung die Schlussfolgerung des Neurologen übernommen worden. Die damalige Annahme einer 50 %igen Arbeitsfähigkeit sei daher zweifellos unrichtig gewesen, korrekterweise hätte ein Rentenanspruch verneint werden müssen. Die der Rentenerhöhung vom 11. Dezember 2009 zugrunde liegende RAD-Einschätzung sei "eine derartige Gemenglage von möglicherweise anspruchsrelvanten und klarerweise invaliditätsfremden Elementen", dass eine nachvollziehbare Begründung für die Leistungszusprache fehle. Vor diesem Hintergrund könne nicht einfach von einer etwas fragwürdigen Ermessensbetätigung gesprochen werden, weshalb die Voraussetzungen für eine wiedererwägungsweise Neubeurteilung erfüllt seien. Für die aktuelle Anspruchsprüfung habe die Beschwerdegegnerin zulässigerweise auf das ABI-Gutachten vom 20. August 2013 abgestellt. Gestützt auf dieses beweiskräftige, mit dem Observationsmaterial übereinstimmende Gutachten stehe fest, dass die 2009 angenommene Funktionsunfähigkeit der linken Hand nicht mehr bestehe, weshalb auch die entsprechende Hilfsbedürftigkeit entfalle. Die revisionsrelevante Änderung des massgebenden Sachverhalts erlaube und gebiete eine erneute Anspruchsprüfung. Richtigerweise hätte die Beschwerdegegnerin die im Ergebnis zutreffende Aufhebungsverfügung mit dem Vorliegen eines Revisionsgrundes begründen müssen.