Citation: 7B_267/2022 E. 2.2

2.2. Nach Art. 183 Ziff. 1 StGB macht sich strafbar, wer jemanden unrechtmässig festnimmt oder gefangen hält oder jemandem in anderer Weise unrechtmässig die Freiheit entzieht (Freiheitsberaubung) oder wer jemanden durch Gewalt, List oder Drohung entführt (Entführung). Erschwerende Umstände liegen namentlich vor, wenn die Täterschaft das Opfer grausam behandelt (Art. 184 Abs. 3 StGB). Grausamkeit in diesem Sinne ist anzunehmen, wenn die Täterschaft dem Opfer wissentlich und willentlich besondere Leiden zufügt, sei es körperlicher oder seelischer Natur, die über das Mass an Entbehrungen hinausgehen, das schon zur Verwirklichung des Grundtatbestands gehört (Urteile 6B_602/2008 vom 19. November 2008 E. 1.1; 6S.128/2005 vom 11. Juli 2006 E. 2.3; je mit Hinweisen). Damit sind Leiden gemeint, welche die Täterschaft dem Opfer aus Sadismus, Brutalität oder Gefühllosigkeit dem Schmerz des anderen gegenüber zufügt (vgl. bei qualifizierter sexueller Nötigung BGE 119 IV 224 E. 3; Urteile 7B_202/2022 vom 18. Oktober 2023 E. 5.1; 6B_1208/2022 vom 16. Februar 2023 E. 1.1.1; je mit Hinweisen). Die besonderen Leiden können in der Stärke, der Dauer oder Wiederholung begründet sein (vgl. BGE 106 IV 363 E. 4d; Urteil 6B_602/2008 vom 19. November 2008 E. 1.1 mit Hinweis). Der Qualifikationsgrund muss sich unmittelbar auf die Umstände der Tatbegehung beziehen, das heisst die Freiheitsberaubung selber muss in besonderem Masse belastend, unerträglich oder quälerisch ausgestaltet sein (Urteil 6B_602/2008 vom 19. November 2008 E. 1.1; 6S.128/2005 vom 11. Juli 2006 E. 2.3; je mit Hinweisen). Dient der Freiheitsentzug zudem im Wesentlichen der Verübung anderer Straftaten, z.B. schwerer sexueller Übergriffe, rechtfertigt dies die Anwendung der Qualifikation nicht (Urteil 6S.128/2005 vom 11. Juli 2006 E. 2.4).