Citation: 8C_677/2023 E. 4.1

4.1. Der behandelnde Arzt der Beschwerdeführerin, Dr. med. E.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, berichtete am 18. November 2021, dass sich im Rahmen der laufenden psychotherapeutischen Behandlung zunehmend die Verdachtsdiagnose einer komplexen Traumafolgestörung (ICD-10 F43.1) mit Hinweisen auf dissoziative Amnesie (ICD-10 F44.0) erhärtet habe. Diese sei in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit als Hauptfaktor zu gewichten. Es trifft zu, dass die Sachverständigen der Klinik D.________ diese Diagnose der komplexen Traumafolgestörung in ihrem Bericht vom 8. Dezember 2022 als einleuchtend erachteten, wie die Beschwerdeführerin vorbringt. Allerdings setzten sie den Fokus auf die ängstlich (vermeidende) Persönlichkeitsstörung, da ihnen diese als vordergründig und zentraler erschien und führten entsprechend auch nur die Persönlichkeitsstörung bei den Diagnosen auf. Insofern ist die vorinstanzliche Feststellung, wonach Dr. med. E.________ mit dieser Diagnose alleine dastehe, zumindest nicht willkürlich. Am 6. Januar 2023 äusserte sich auch Dr. med. F.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD), zu der von Dr. med. E.________ diagnostizierten Traumafolgestörung (zum Beweiswert von versicherungsinternen medizinischen Fachpersonen vgl. BGE 139 V 225 E. 5.2). Er hielt fest, dass bereits im Gutachten des Dr. med. C.________ vom 21. Mai 2004die sexuellen und anderweitigen Traumatisierungen in der Anamnese in angemessener Genauigkeit beschrieben worden und bei der Beurteilung des Gesundheitszustands sowie der Arbeitsfähigkeitsschätzung berücksichtigt worden seien. Nichts anderes hat auch für die Expertise des Dr. med. C.________ vom 25. Mai 2018 zu gelten. Auch dort befasste er sich mit diesem Thema und berichtete, dass sich bei der Beschwerdeführerin keine typischen Intrusionen nachweisen liessen. Sie könne zudem während der aktuellen Untersuchung ohne äusserlich sichtbare psychovegetative Mitbeteiligung über den sexuellen Missbrauch in der Kindheit sprechen, auch wenn sie diese Traumatisierung bis heute noch nicht adäquat habe verarbeiten können. Unter Berücksichtigung aller Faktoren könne er die Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung jedoch nicht stellen, so Dr. med. C.________ weiter. Vor dem Hintergrund des Gesagten steht zwar mit der komplexen Traumafolgestörung eine neue Diagnose im Raum. Allerdings ergeben sich keine Hinweise auf eine Verschlechterung des Gesundheitszustands in diesem Bereich. Somit hat die Vorinstanz willkürfrei davon ausgehen dürfen, dass es sich bei der Einschätzung des Dr. med. E.________ um eine abweichende Würdigung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen medizinischen Sachverhaltes handelt, was für die Glaubhaftmachung einer Verschlechterung nicht genügt, wie sie zutreffend erwogen hat (vgl. Urteile 9C_552/2022 vom 20. März 2023 E. 4.2; 9C_24/2019 vom 14. Mai 2019 E. 4.2).