Citation: 1C_538/2016 E. 3.3

3.3. Insofern kann der Vorinstanz nicht gefolgt werden, wenn sie ausführt, die auf das aufsichtsrechtliche Verfahren zugeschnittene Auskunftsbestimmung in § 51 Abs. 2 OG/BS gehe auch nach dessen Abschluss als lex specialis dem IDG/BS vor. Vielmehr besteht gestützt auf den in § 25 Abs. 1 IDG/BS vollzogenen Paradigmenwechsel hin zum Öffentlichkeitsprinzip ein Recht auf Zugang zu den in der Stellungnahme der Justizkommission vorhandenen Informationen. Dies bedeutet aber nicht, dass dieses Dokument letztlich auch (vollständig) offenzulegen ist. Denn das Einsichtsrecht steht unter dem Vorbehalt besonderer gesetzlicher Geheimhaltungspflichten oder überwiegender öffentlicher oder privater Interessen (§ 75 Abs. 2 KV/BS und § 29 Abs. 1 IDG/BS). In diesem Rahmen können auch die von der Vorinstanz angeführte, im Aufsichtsbeschwerdeverfahren geltende Vertraulichkeit und allfällige, dem Notariatsgeheimnis gemäss § 21 des Notariatsgesetzes des Kantons Basel-Stadt vom 18. Januar 2006 (SG 292.100) unterliegende Informationen berücksichtigt werden, sofern die mit der Zugangsgewährung drohende Verletzung gewichtig ist. Dabei ist aber stets dem Verhältnismässigkeitsprinzip (vgl. Art. 5 Abs. 2 BV) Rechnung zu tragen, indem geprüft wird, ob ein eingeschränkter Zugang in Frage kommt, etwa durch Teilveröffentlichung oder Anonymisierung (vgl. § 30 IDG/BS).