Citation: 6B_513/2021 E. 1.3

1.3. Die Vorinstanz erwägt, der Beschwerdeführer habe sich der qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz schuldig gemacht, weshalb er für 5-15 Jahre obligatorisch des Landes zu verweisen sei (Art. 66a Abs. 1 lit. o StGB). Er sei türkischer Staatsangehöriger, in der Schweiz geboren und habe hier seine gesamte Schul- und Berufsbildung absolviert. Nach einer Lehre als Metallbauschlosser habe er eine weitere Lehre als Logistiker begonnen, sei jedoch im 3. Lehrjahr freigestellt worden. Danach sei er für längere Zeit ohne Arbeit bzw. vereinzelt temporär arbeitstätig gewesen. Sein Vater und seine Schwester hätten ihn damals finanziell unterstützt. Nach der Entlassung aus der Untersuchungshaft habe er sich zum Gebäudereiniger umschulen lassen und arbeite seit Juni 2020 mit einem Pensum von 50% in jenem Beruf. Er sei nicht verheiratet, habe keine Kinder und lebe seit zwei Jahren in einer festen Beziehung. Seine Mutter, seine Schwester sowie einige Tanten wohnten in der Schweiz, sein Vater und viele weitere Verwandte in der Türkei. Er pflege zu sämtlichen Familienmitgliedern ein gutes Verhältnis, besuche seinen Vater regelmässig und reise pro Jahr zweimal in die Türkei in die Ferien. Er spreche fliessend Deutsch. Türkisch könne er ebenfalls gut sprechen, aber nicht schreiben. Er leide an chronischer Akne am Bein, sowie seit September 2019 an Cluster-Kopfschmerzen, bei welchen schlagartig heftigste Kopfschmerzen auftreten. Er werde deswegen behandelt. Dazu gehöre die Verabreichung von Sauerstoff und diversen Medikamenten und Infusionen. Ergänzend sei er in psychologischer Behandlung. Die Vorinstanz verneint einen Härtefall. Der Beschwerdeführer sei zwar hier geboren und aufgewachsen, aber trotz langer Aufenthaltsdauer (wirtschaftlich) nur mässig integriert. Er habe sich beruflich mehrfach neu orientiert und sei längere Zeit ohne Arbeit gewesen. Mit Ausnahme von wenigen Temporäreinsätzen habe es bis Juni 2020 gedauert, biser eine Anstellung gefunden habe. Im Zeitraum von 14. Oktober 2019 bis 1. Juni 2020, in welchem er vollständig arbeitsunfähig geschrieben gewesen sei, habe er sich mehrfach für Vollzeitstellen beworben. Diese Bemühungen stünden im Widerspruch zu den medizinischen Unterlagen und liessen am Ausmass der Arbeitsunfähigkeit zweifeln. Er stehe am Anfang seiner beruflichen Karriere und könne seine Tätigkeit als Gebäudereiniger in der Türkei fortführen. Auch in persönlicher Hinsicht sei keine besonders enge Verbindung zur Schweiz erkennbar. Seine engsten Familienangehörigen verteilten sich auf die Schweiz und die Türkei. Die Beziehung zu seiner Freundin in der Schweiz daure mit zwei Jahren noch nicht derart lange, dass von einer eheähnlichen Beziehung auszugehen wäre, die den Schutz von Art. 8 EMRK verdiente. Ausserdem sei seine Freundin bereit, ihm in die Türkei zu folgen. Der Beschwerdeführer kenne die Türkei, spreche die türkische Sprache und befasse sich mit den politischen Begebenheiten seines Landes. Er verfüge über enge Beziehungen zur Schweiz und zur Türkei. Einer Resozialisierung in seiner Heimat stehe nichts entgegen. Seine medizinischen Probleme liessen sich auch in der Türkei behandeln, selbst wenn sich das türkische Gesundheitssystem möglicherweise qualitativ von jenem der Schweiz unterscheide. Den Interessen des Beschwerdeführers gegenüber stünden die höherrangigen öffentlichen Interessen. Die Praxis sei streng bei Straftaten gegen das Betäubungsmittelgesetz. Das Interesse der öffentlichen Sicherheit wiege schwer. Trotz der engen Beziehungen zur Schweiz habe der Beschwerdeführer bestehende Beziehungen zur Türkei. Seine persönlichen Interessen am Verbleib in der Schweiz seien gesamthaft gesehen weniger gewichtig als das öffentliche Interesse an seiner Wegweisung.