Citation: 8C_689/2019 E. 5.2

5.2. Die behandelnden Ärzte der Klinik D.________ gingen aufgrund der Beschwerden des Versicherten nach der Schulterarthroskopie vom 3. November 2014 zunächst von einer postoperativen frozen shoulder aus (vgl. etwa Berichte vom 10. März, 22. April, 5. Juni, 16. und 22. September 2015). Dabei handelt es sich praxisgemäss grundsätzlich um einen organisch objektiv nachweisbaren Gesundheitsschaden (Urteil 8C_184/2017 vom 13. Juli 2017 E. 5.1 mit Hinweisen). Von dieser Diagnose nahmen die Ärzte später aber wieder Abstand. So zeigte sich anlässlich der Operation vom 15. Oktober 2015 in der Narkoseuntersuchung eine freie passive Schulterbeweglichkeit, sodass eine mechanische Ursache der Bewegungseinschränkung ausgeschlossen werden konnte (vgl. Operationsbericht vom 15. Oktober 2015 und Berichte vom 29. Januar und 6. Oktober 2016). Die belastungsabhängige schmerzhafte Bewegungseinschränkung konnte mit anderen Worten keinem morphologischen Korrelat zugewiesen werden (vgl. Bericht vom 24. November 2015). Ein differentialdiagnostisch in Betracht gezogenes komplexes regionales Schmerzsyndrom (CRPS) wurde offenbar nicht als weiter abklärungsbedürftig betrachtet. Zuletzt gingen die Ärzte der Klinik D.________ nach einer neurologischen Abklärung von unklaren immobilisierenden Schmerzen der Schulter links mit/bei Myofaszialem Schmerzsyndrom aus (vgl. Bericht des Dr. med. J.________, Oberarzt Orthopädie Obere Extremitäten, vom 11. Januar 2017). Dabei handelt es sich rechtsprechungsgemäss nicht um organisch nachweisbare Unfallfolgen (vgl. SVR 2007 UV Nr. 26 S. 86, U 339/06 E. 4.1; Urteile 8C_404/2011 vom 15. September 2011 E. 3.2; 8C_918/2010 vom 11. März 2011 E. 4.2). Sodann werteten auch die Gutachterin Dr. med. E.________ (vgl. Gutachten S. 66) und der beratende Arzt der AXA, Dr. med. G.________ (Beurteilung vom 14. Juni 2018), die freie passive Schulterbeweglichkeit unter Narkose als Hinweis dafür, dass kein mechanisches Hindernis der Beweglichkeit bestehe. Sie hielten fest, dass die weitgehende Funktionsunfähigkeit durch die objektiven Befunde nicht erklärt werden könne. Auch in dem im kantonalen Beschwerdeverfahren vom Versicherten eingereichten Bericht des Dr. med. K.________, Klinik L.________, vom 16. Oktober 2018 ist unter den Diagnosen keine frozen shoulder aufgeführt. Der Facharzt diagnostizierte stattdessen eine schmerzhafte Funktionseinschränkung der Schulter links (DD: Low Grade Infekt), wobei auch er dafür patho-anatomisch kein eindeutiges Korrelat fand. Auch eine Re-Ruptur im anterioren Bereich vermöge die Schmerzsymptomatik nicht zu erklären. Wenn demgegenüber Dr. med. H.________ die Diagnose einer frozen shoulder als eindeutig bezeichnet, ohne dies näher zu begründen, überzeugt dies nicht. Jedenfalls ergeben sich auch aus seiner Stellungnahme keine organisch objektiv ausgewiesenen Befunde, die mit apparativen/bildgebenden Abklärungen (vgl. dazu BGE 138 V 248 E. 5.1 S. 251; 134 V 109 E. 7 ff. S. 118 ff.; vgl. auch BGE 117 V 359 E. 5 S. 361 ff.) bestätigt werden könnten. Soweit er die frozen shoulder mit einer adhäsiven Kapsulitis gleichsetzt, ist ferner darauf hinzuweisen, dass im Rahmen des Eingriffs vom 15. Oktober 2015 intraoperativ kein Anhalt für eine Kapsulitis oder eine andere mechanische Ursache bestand (vgl. Berichte des Dr. med. J.________ vom 15. Oktober 2015 und 1. März 2016).