Citation: 1P.88/2000 15.08.2000 E. 2

2.- a) Der Beschwerdeführer hatte von Anfang an geltend gemacht, dass er zum Mittagessen lediglich 3 dl Wein mit einer anderen Person geteilt und kurz vor 14 Uhr wegen Magenbrennens einen doppelten Fernet-Branca getrunken habe. Anlässlich der erstinstanzlichen Gerichtsverhandlung legte der Leiter des Instituts für Rechtsmedizin der Universität Basel dar, dass diese Menge Fernet-Branca (40 ml) für sich allein höchstens eine Blutalkoholkonzentration von etwa 0,25 Promille bewirkt habe. Gestützt hierauf sowie auf eine anscheinend nicht protokollierte weitere Angabe des Experten, dass 1,5 dl Wein ca. 0,1 Promille Blutalkohol ergäben, folgerte der Beschwerdeführer in seiner Appellation, dass seine Blutprobe verwechselt worden sei, und er beantragte die Durchführung einer DNA-Analyse, um die Identität der Blutprobe abzuklären. Das Obergericht lehnte diesen Beweisantrag unter Hinweis darauf ab, dass im Verfahren keine Anhaltspunkte für eine Verwechslung der Blutprobe vorlägen und schon der Atemlufttest einen Blutalkoholgehalt von 0,79 Promille ergeben habe; die für Atemlufttests verwendeten Geräte würden auch vom Bundesgericht als vergleichsweise zuverlässig anerkannt (BGE 116 IV 75 E. 4b S. 77). Damit hielt das Obergericht den Nachweis einer 0,8 Promille übersteigenden Blutalkoholkonzentration für erwiesen. b) In der staatsrechtlichen Beschwerde wird ausgeführt, dass der Beschwerdeführer den Sachverhalt und insbesondere seinen Alkoholkonsum am fraglichen Tage immer in gleicher Weise geschildert habe. Die Verteidigung sei im erstinstanzlichen Verfahren irrigerweise zunächst aber davon ausgegangen, dass ein doppelter Fernet-Branca zu einer wesentlich höheren Blutalkoholkonzentration als 0,25 Promille führe. Erst die anders lautenden Ausführungen des Experten an der erstinstanzlichen Hauptverhandlung hätten den begründeten Verdacht aufkommen lassen, dass die Blutprobe Gegenstand einer Verwechslung geworden sei. Diese Gefahr sei nicht von der Hand zu weisen; an der erstinstanzlichen Hauptverhandlung sei vom Experten auch eingeräumt worden, dass es schon zu Verwechslungen gekommen sei; diese Äusserung sei indessen nicht protokolliert worden. Deshalb sei in der Appellation eine DNA-Analyse beantragt worden. Dieser Beweisantrag sei wesentlich. Der Alkomattest, der einen Wert unter 0,8 Promille angezeigt habe, bilde seinerseits ein Indiz für eine geringere Blutalkoholkonzentration; er reiche jedenfalls als Grundlage einer Verurteilung nicht aus. Die Nichtabnahme eines wesentlichen Beweisantrages in einem zentralen Punkt verletze Art. 6 EMRK, den Anspruch auf rechtliches Gehör und auf ein faires Verfahren sowie die Unschuldsvermutung. Dies müsse zur Aufhebung des angefochtenen Urteils führen.