Citation: U 282/04 14.03.2005 E. A

Der 1966 geborene S.________ arbeitete seit 1. Juni 1999 als technischer Modellbauer bei der Firma B.________ AG und war bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen sowie Berufskrankheiten versichert. Wegen zunehmender Muskelschmerzen, Müdigkeit sowie Schlaf- und Konzentrationsstörungen seit Oktober 1999 suchte er Dr. med. H.________, Facharzt FMH für Allgemeine Medizin auf, welcher eine durch Zeckenstich übertragene Borreliose in Erwägung zog und entsprechende Untersuchungen veranlasste. Dabei zeigte sich, dass eine Borrelien-Infektion stattgefunden hatte (positive Werte für Borrelia burgdorferi IgG und IgM); eine eindeutige Neuroborreliose konnte dagegen nicht bestätigt werden (Bericht Dr. med. H.________ vom 10. April 2000). Im Februar 2000 begab sich S.________ zu Dr. med. A.________, Facharzt FMH für Innere Medizin in Behandlung, welcher eine Lyme-Borreliose Stadium II mit ausgeprägter Malaise diagnostizierte. Auf eine Unfallmeldung vom 28. März 2000 hin holte die SUVA Berichte zu den erfolgten Laboruntersuchungen sowie weitere Arztberichte ein und zog ein von der Invalidenversicherung in Auftrag gegebenes Gutachten der Medizinischen Abklärungsstelle (MEDAS) vom 25. September 2001 bei. Darin wurden die Hauptdiagnosen einer Neurasthenie (ICD-10 F48.0) sowie einer Verschlechterung des Allgemeinzustandes mit Erschöpfungsgefühl, Leistungsverminderung sowie Muskel- und Gelenkschmerzen ohne Hinweis auf ein organisches neurologisches Korrelat, insbesondere eine Neuroborreliose, gestellt und die - ausschliesslich psychogen bedingte - Arbeitsunfähigkeit auf 50% geschätzt. Gestützt hierauf sprach die IV-Stelle des Kantons St. Gallen dem Versicherten mit Wirkung ab 1. Dezember 2000 eine halbe Rente aufgrund eines Invaliditätsgrades von 55% zu. Die SUVA holte bei der MEDAS einen ergänzenden Bericht vom 1. Mai 2002 ein, worin das Vorliegen einer Neuroborreliose als nicht wahrscheinlich bezeichnet und daran festgehalten wurde, dass die Arbeitsfähigkeit ausschliesslich aus psychischen Gründen beeinträchtigt sei. Mit Verfügung vom 21. Juni 2002 lehnte die SUVA die Ausrichtung von Versicherungsleistungen mangels einer Unfallkausalität der bestehenden Beschwerden ab. Auf die dagegen erhobene Einsprache, mit welcher der Versicherte einen Bericht des Dr. med. A.________ vom 20. Juni 2002 einreichte, unterbreitete sie den Fall Dr. med. I.________, Abteilung Arbeitsmedizin der SUVA, zur Stellungnahme. Gestützt darauf wies sie die Einsprache mit der Begründung ab, dass ein natürlicher Kausalzusammenhang zwischen dem Zeckenstich und den gemeldeten Beschwerden nicht mit der erforderlichen überwiegenden Wahrscheinlichkeit ausgewiesen sei, weshalb die Leistungspflicht zu verneinen sei, ohne dass zu prüfen wäre, wie es sich hinsichtlich der Adäquanz des Kausalzusammenhangs verhalte und ob im Zeitpunkt des Ereignisses eine Versicherungsdeckung bestanden habe (Einspracheentscheid vom 9. Januar 2003).