Citation: U 231/04 05.11.2004 E. 2

2.1 Die medizinische Aktenlage zeigt das folgende Bild: 2.1.1 Mit Arztzeugnis UVG vom 18. Oktober 1993 hatte der Hausarzt Dr. med. H.________, nach der Erstbehandlung vom 20. September 1993, zufolge der festgestellten leichten Schwellung ohne Hämatom im rechten Daumengrundgelenk ("keine sichere Aufklappbarkeit") eine Distorsion des rechten Daumengrundgelenkes diagnostiziert. Auf Grund des Röntgenbefundes wurde eine ossäre Läsion verneint. Der Arzt ordnete eine Ruhigstellung für acht Tage in einer Alu-Schiene an und attestierte eine vollständige Arbeitsunfähigkeit bis auf Weiteres. Dem Bericht des Dr. med. J.________ vom 26. Januar 2001 ist sodann zu entnehmen, dass die Versicherte wegen persistierender Schmerzen vier Wochen nach dem Ereignis vom 19. September 1993 beim hausärztlichen Stellvertreter vorstellig geworden war, welcher - ohne röntgenologische Erhebung - eine Fraktur angenommen und Physiotherapie verordnet hatte. Im weiteren Verlauf habe die Rechtshänderin über Schmerzen bei Belastung, wie beispielsweise beim Schreiben, geklagt, sei aber als Zahnarztgehilfin dennoch stets voll leistungsfähig gewesen. 2.1.2 Gestützt auf den Röntgenbericht vom 26. Januar 2001, wonach altersentsprechend normale ossäre Strukturen und Gelenksverhältnisse im ersten Strahl rechts ohne Nachweis von degenerativen oder posttraumatischen Veränderungen bestanden, stellte Dr. med. J.________ gleichentags eine partielle Insuffizienz des ulnaren Kollateralbandes bei Status nach vermutlich Stener-Läsion nach Distorsion des MP1-Gelenkes vor neun Jahren rechts fest. Am 26. Juni 2001 bejahte er ohne nähere Begründung die überwiegende Wahrscheinlichkeit zwischen den aktuellen Beschwerden und dem Vorfall vom 19. September 1993. 2.1.3 Ende 2001 gab Dr. med. U.________ auf Anfrage der Beschwerdeführerin an, dass die Versicherte zwischen 1996 und 2000 einige Male wegen einer Distorsion des oberen Sprunggelenkes (OSG) bei seinem Vorgänger in Behandlung gewesen sei. Eine Daumenverletzung werde in den entsprechenden Akten indes nicht erwähnt. 2.1.4 Anlässlich einer Befragung vom 18. Oktober 2001 führte die Versicherte aus, seit 1993 immer wieder Schmerzen im rechten Daumen zu verspüren, welche regelmässig mit Cortison-Spritzen behandelt worden seien. 2.1.5 Der beratende Arzt der Beschwerdeführerin, Dr. med. M.________, gelangte mit Stellungnahme vom 28. Januar 2002 zum Schluss, dass mangels genügender klinischer Angaben nur möglicherweise, nicht aber überwiegend wahrscheinlich ein Rückfall vorliege. 2.1.6 Die Ärzte des Spitals X.________ erhoben im Rahmen ihrer Begutachtung u.a. einen radiologischen Befund (vom 28. November 2002), welcher am MP-Gelenk bei glatter Konturierung sowohl des MC-I-Köpfchens wie auch der Grundphalanxbasis eine geringgradige subchondrale Sklerosierung radialseitig ergab. In ihrer Gesamtbeurteilung vom 31. Januar 2003 diagnostizierten sie eine Distorsion des MP-I-Gelenkes rechts dominant mit Partialruptur des ulnaren Kollateralbandes und rezidivierend transitorischer Hyperpathie des MP-Gelenkes sowie eine persistierende Schmerzauslösung durch Bagatelltraumen im Bereich des MP-I-Gelenkes rechts. Auf Grund der Schilderung der Patientin nahmen sie für den Zeitraum nach dem Ereignis vom 19. September 1993 fünf bis sechs Bagatelltraumen mit Distorsion des MP-Gelenkes an, die jeweils zu verlängerten Schmerzepisoden von insgesamt drei bis vier Wochen geführt hätten. Die Wahrscheinlichkeit, dass die aktuell feststellbaren Beeinträchtigungen auf den Vorfall vom 19. September 1993 zurückzuführen seien, wurde mit mehr als 50 % angegeben. 2.1.7 Dr. med. Y.________ hielt demgegenüber in seiner Stellungnahme vom 17. Juli 2003 dafür, dass eine Unfallkausalität zwar möglich, wahrscheinlicher aber ein krankhafter Prozess im Rahmen normaler degenerativer Vorgänge sei.