Citation: 2C_870/2019 E. 5.2.2

5.2.2. Die Beschwerdeführerin 3 bringt vor, zwar sei keine Betreuung durch ihre Mutter nötig, es seien aber die gesamten Umstände, in denen sie zurückgelassen würde, zu beachten. Sie sei als junge Frau alleine und ohne familiären Schutz in Ghana zahlreichen frauenspezifischen Risiken und einem erheblichen Druck einer viel zu raschen Verheiratung ausgesetzt. Es sei insbesondere im Licht von Art. 8 EMRK unzulässig und unverhältnismässig, das Zusammenleben der gesamten Familie in der Schweiz zu verhindern. Zwar mag es zutreffen, dass ein Verbleib in Ghana für die inzwischen volljährige Beschwerdeführerin 3 ohne ihre Mutter und ihre Geschwister mit Schwierigkeiten verbunden ist, darin ist jedoch noch kein wichtiger Grund im Sinne von Art. 47 Abs. 4 AIG zu erblicken, zumal die allgemeinen Risiken für alleinstehende junge Frauen keine konkrete Gefährdung darstellen, welche im Rahmen einer Gesamtwürdigung eine Übersiedlung in die Schweiz erforderlich machen würden. Die Erwägung der Vorinstanz, dass die Beschwerdeführerin 3 bei einem Verbleib in Ghana in der ihr vertrauten Umgebung bleiben könne und ihr dortiges soziales Beziehungsnetz nicht verlassen müsse, ist nicht zu beanstanden. Es kann davon ausgegangen werden, dass die junge und soweit bekannt gesunde Beschwerdeführerin 3, die eigenen Angaben zufolge nicht in einem besonderen Abhängigkeitsverhältnis zu ihrer Mutter steht, in Ghana auch ohne die Anwesenheit ihrer Mutter und Geschwister zurechtkommen wird. Dass das (Kindes-) Wohl der Beschwerdeführerin 3 nur durch einen Nachzug in die Schweiz sachgerecht gewahrt werden könnte, ergibt sich aus ihren Vorbringen nicht.