Citation: 4A_295/2022 E. B

B.a. Mit Klage vom 21. August 2017 beantragte die Patientin beim Zivilgericht Basel-Stadt, es sei der Hausarzt zu verpflichten, ihr Fr. 41'503.35 nebst Zins zu bezahlen. B.b. Mit Klageantwort vom 9. Oktober 2017 beantragte der Hausarzt die Abweisung der Klage. Nach einem zweiten Schriftenwechsel beantragte auch die Nebenpartei die Abweisung der Klage. B.c. Mit Verfügung vom 27. November 2018 beschränkte das Zivilgericht das Verfahren auf die Fragen der Vertragsverletzung und des Kausalzusammenhangs. Sodann gab es am 11. Juni 2019 ein zweiteiliges medizinisches Gutachten bei PD Dr. E.________ (nachfolgend: Gutachter) in Auftrag. Dieser erstattete am 29. August 2019 sein erstes Teilgutachten (vor der Untersuchung der Patientin) und am 29. Januar 2020 sein zweites Teilgutachten (nach der persönlichen Untersuchung der Patientin). B.d. Mit Entscheid vom 26. November 2020 wies das Zivilgericht die Klage ab. Es erwog, namentlich gestützt auf das zweiteilige Gutachten, der Kausalzusammenhang zwischen der angeblichen Vertragsverletzung durch den Hausarzt und dem geltend gemachten Schaden sei nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen. B.e. Eine dagegen gerichtete Berufung der Patientin wies das Appellationsgericht des Kantons Basel-Stadt mit Entscheid vom 17. Mai 2022 ab. Es erwog, die Erstinstanz habe gestützt auf die beiden Teilgutachten zu Recht angenommen, am 11. März 2013 (anlässlich der Untersuchung durch den Hausarzt) sei ein Kraftgrad von M3 oder gar schlechter nicht erstellt. Damit stelle sich die Frage nach den Heilungschancen bei einer Operation innerhalb von 48 Stunden - mangels dringlicher Operationsindikation - nicht mehr. In einer Eventualbegründung hielt es fest, es sei richtig, dass die Erstinstanz betreffend die Heilungschancen nicht allein auf die Studie von PETR (ONDRA PETR UND ANDERE, Immediate Versus Delayed Surgical Treatment of Lumbar Disc Herniation for Acute Motor Deficits, Spine Journal 44/7 S. 454-463) abgestellt habe. Die Aussagen des Gutachters würden nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eine vollständige Erholung bei einer zeitnahen Operation belegen.