Citation: I 64/06 21.08.2006 E. 4.4

4.4.1 Fraglich bleibt, ob die im ZMB-Gutachten attestierte 60%ige Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten tatsächlich, wie vorinstanzlich angenommen, auf einer revisionsrechtlich erheblichen Verbesserung des psychischen Gesundheitszustands beruht oder es sich dabei nicht vielmehr um eine - verglichen mit den der ursprünglichen Rentenverfügung vom 11. Januar 2001 zugrunde gelegten Einschätzungen in den Berichten von H.________ vom 30. August 2000 und vom 23. Juli 1999 - bloss unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts handelt, welche praxisgemäss nicht als revisionsbegründende Änderung gilt (BGE 112 V 372 unten mit Hinweisen; SVR 2004 IV Nr. 5 S. 13 Erw. 2 [Urteil K. vom 25. März 2003, I 574/02]). Wie es sich damit verhält, bedarf indessen keiner abschliessenden Prüfung, da die Revisionsverfügung vom 19. Mai 2004 sowie der bestätigende Einspracheentscheid vom 26. August 2004 jedenfalls unter dem Blickwinkel der Wiedererwägung formell-rechtskräftiger Verfügungen zu schützen ist (vgl. Erw. 3.2 hievor und nachstehende Erw. 4.4.2 und 5). 4.4.2 Die Zusprechung einer ganzen Invalidenrente gemäss Verfügung vom 11. Januar 2001 stützt sich allein auf die in den Berichten des behandelnden H.________ vom 23. Juli 1999 und 30. August 2000 attestierte 100%ige Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen, nachdem eine somatisch bedingte Arbeitsunfähigkeit im Gutachten des Spitals X.________ vom 27. Mai 1999 - ebenso wie im ZMB-Gutachten vom 13. April 2004 - sowohl für die angestammte Funktion als Montagearbeiter wie auch für Vergleichstätigkeiten (ohne Heben von Lasten über 10 kg und ohne repetitives Heben und Sitzen von Dauer über einer Stunde) verneint worden war. Die einzig von H.________ angenommene volle Arbeitsunfähigkeit wurde von diesem kaum begründet, was erhebliche, aufgrund der verfügbaren Akten nicht auszuräumende Zweifel an deren Richtigkeit offen liess und selbst den Rechtsvertreter des Versicherten veranlasste, eine (unabhängige) psychiatrische Begutachtung zu beantragen (Schreiben vom 29. Oktober 1999 und vom 24. Mai 2000); eine solche wurde indessen trotz ungenügender und mangelhafter Entscheidungsgrundlagen betreffend den psychischen Gesundheitszustand nicht durchgeführt. Zum andern bezieht sich die fragliche Einschätzung der Arbeitsfähigkeit einzig auf die angestammte Arbeit und nicht auf eine leidensangepasste Verweisungstätigkeit, wie sie für die Bestimmung des Invaliditätsgrades massgebend wäre. Die IV-Stelle unterliess es dementsprechend denn auch, den gesetzlich vorgesehenen Einkommensvergleich nach Art. 28 Abs. 2 IVG (in der bis 31. Dezember 2002 gültig gewesenen Fassung) vorzunehmen; vielmehr schloss sie von der attestierten vollen Arbeitsunfähigkeit ohne Weiteres auf eine 100%ige Invalidität. Die Zusprechung einer ganzen Rente erfolgte damit nicht nur in offenkundiger Verletzung des im Sozialversicherungsrecht allgemein geltenden Untersuchungsgrundsatzes im Sinne mangelhafter Sachverhaltsabklärung (vgl. BGE 115 V 314 Erw. 4a/cc), sondern auch in unrichtiger Anwendung (vgl. dazu ARV 1997 Nr. 28 S. 158 Erw. 3c) der für die konkrete Invaliditätsbemessung einschlägigen Rechtsregeln; namentlich bewegte sich die damalige Bejahung einer vollen Invalidität nicht mehr im Bereich vertretbarer Ermessensausübung (welche die Annahme zweifelloser Unrichtigkeit ausscheiden liesse; Urteil B. vom 19. Dezember 2002 [I 222/02] Erw. 3.2 mit Hinweis auf RKUV 1998 Nr. K 990 S. 251; ARV 1982 Nr. 11 S. 74 f. Erw. 2c; ZAK 1980 S. 496, 1965 S. 60). Die Zusprechung einer ganzen Rente gemäss ursprünglicher Verfügung vom 11. Januar 2001 ist damit als zweifellos unrichtig einzustufen (vgl. zum Ganzen auch SVR 2006 IV Nr. 21 S. 75 f. Erw. 1 [= Urteil C. vom 17. August 2005, I 545/02). Da deren Berichtigung angesichts des geldwerten Charakters der Leistung von erheblicher Bedeutung ist (vgl. Erw. 3.2 hievor), war die Verwaltung wenn nicht revisionsweise (Erw. 4.4.1 hievor), so jedenfalls unter dem Blickwinkel der Wiedererwägung befugt, darauf zurückzukommen.