Citation: 6B_630/2018 E. 1.5.1

1.5.1. Der Beschwerdeführer macht weiter zusammengefasst geltend, er habe nach dem Spiel keinen Grund gehabt, sich von seinem Bekannten und dessen Freunden abzusondern und alleine zum Bahnhof zurückzulaufen, zumal er ja nicht habe ahnen können, was danach passieren würde. Nach Anschluss an die Gruppe sei es bis zur Konfrontation auf der Höhe des Restaurants "Schoren-Pintli" nicht notwendig gewesen, sich von dieser zu distanzieren, da der Fanmarsch bis dahin problemlos verlaufen sei. Anschliessend, nach Beginn der Auseinandersetzung vor dem "Schoren-Pintli" mit den gegnerischen SC Langenthal Fans und der Polizei, sei es ihm nicht mehr möglich gewesen, sich räumlich von der Gruppe zu distanzieren. Auch nach der Konfrontation beim "Schoren-Pintli" habe er sich nicht mehr von der Gruppe lösen können, da die Polizei die Visper geschlossen Richtung Bahnhof getrieben habe. Die gegenteilige Feststellung der Vorinstanz, wonach er sich ohne Weiteres von der Gruppe Visper Fans hätte distanzieren können, verletze Bundesrecht. Hinzu komme, dass er sich während dem Fanmarsch völlig passiv verhalten und die Fangruppe weder mit Gesten noch mit Worten unterstützt habe. Bei den jeweiligen Auseinandersetzungen mit den Langenthaler Fans sei er jeweils so weit wie möglich zur Seite getreten. Es sei unhaltbar, wenn die Vorinstanz unter diesen Umständen annehme, er habe sich mit der Rotte Visper Fans solidarisiert. Auch aus seinem Verhalten im Stadion könne nichts dergleichen geschlossen werden. So habe er zwar zu Beginn des Spiels das Lied "Warum seid ihr Huren so wenig" mitgesungen, sich aber bereits nach 20 Minuten vom Match entfernt. Die Sprechgesänge und Provokationen während des Spiels würden zudem ein fragmentiertes dezentrales Geschehen darstellen und könne damit weder eine strafrechtliche Verantwortung begründen noch zur Begründung der Solidarisierung oder des Vorsatzes hinzugezogen werden. Ihm sei es bei Abmarsch vom Stadion nur darum gegangen, zum Bahnhof zu gelangen bzw. nach der ersten Konfrontation mit den gegnerischen Fans möglichst sicher zum Bahnhof zu gelangen, was ihm in der Nähe der Polizei am logischsten erschienen sei.