Citation: 5A_763/2018 E. 2.2.1

2.2.1. 2.2.1.1. Zum Bericht der I.________ GmbH vom 6. Februar 2017 und den damit im Zusammenhang stehenden Beweisanträgen führt das Obergericht aus, die Klägerinnen hätten die Zulässigkeit dieser Noven in ihrer Beschwerde nicht ausreichend begründet, die in der Berufungsreplik nachgeschobenen Erklärungen seien verspätet und alles andere als schlüssig bzw. nachvollziehbar, die Noven seien ohnehin offensichtlich unzulässig, weil die Klägerinnen die Tatsachen bereits vor oder während des erstinstanzlichen Verfahrens hätten in Erfahrung bringen können und schliesslich seien die Ausführungen im Bericht vom 6. Februar 2017 in keiner Weise schlüssig, denn sie gründeten auf Vermutungen. 2.2.1.2. Dagegen wenden die Klägerinnen ein, es gehöre nicht zu den Sorgfaltspflichten der Parteien, von den Gegenparteien im Vorfeld eines Prozesses Auskünfte von Privatdetektiven einzuholen. Überhaupt habe erst die Hauptverhandlung vom 29. November 2016 zur Beauftragung der Detektei Anlass gegeben, weil der Beklagte 1 behauptet habe, er verfüge über einen einwandfreien Leumund. Sie hätten dies alles in ihrer mehrseitigen - dem Bezirksgericht zugesandten - Noveneingabe vom 15. Februar 2017 geltend gemacht und ihre Ausführungen in der Berufungsreplik lediglich wiederholt. Damit seien die Ausführungen auch nicht verspätet. 2.2.1.3. Wie die Klägerinnen selbst ausführen, bezweckten sie mit dem Bericht der I.________ GmbH, die Erbunwürdigkeit des Beklagten 2 [ recte: des Beklagen 1] zu belegen. Die Erbunwürdigkeit des Beklagten 1 war indes von Anfang an Prozessthema. Soweit sie diesem den guten Leumund absprechen wollten, oblag es ihnen, rechtzeitig die erforderlichen Abklärungen zu treffen. Damit kann keine Rede davon sein, erst die Befragung des Beklagten 1 an der Hauptverhandlung habe Anlass dazu gegeben, weitere Abklärungen zu treffen. Bei diesem Ergebnis zielen alle anderen Argumente der Klägerinnen an der Sache vorbei, sodass nicht näher darauf einzugehen ist. Lediglich der guten Ordnung halber sei erwähnt, dass sie die Eingabe vom 15. Februar 2017 dem Bezirksgericht nach dem - ihnen damals noch nicht bekannten - erstinstanzlichen Urteilsdatum haben zukommen lassen, dieses die darin enthaltenen Tatsachen und Beweismittel nicht mehr berücksichtigte und die Klägerinnen es unterliessen, den Inhalt ihrer Eingabe in ihre Berufungsschrift vom 16. Juni 2017 zu übernehmen. Damit erweist sich die Erwägung des Obergerichts, die erstmals in der Berufungsreplik vom 2. November 2017 vorgetragene substanziierte Begründung für den Beweisantrag sei verspätet, als zutreffend.