Citation: 2C_75/2023 E. 10.1

10.1. Die Beschwerdeführerin vertritt die Ansicht, das Bundesgericht habe zwar unlängst erwogen, dass die Verjährungsfristen des Schweizerischen Strafgesetzbuchs sowie des Bundesgesetzes vom 22. März 1974 über das Verwaltungsstrafrecht (VStrR; SR 313.0) in den kartellrechtlichen Verfahren nicht anwendbar seien. Damit habe es sich aber nicht dazu geäussert, welche Verjährungsfristen im Zusammenhang mit Art. 49a Abs. 1 KG an deren Stelle Anwendung fänden. Dass keine Verjährungsregeln anzuwenden seien, sei nicht nachvollziehbar. Die Beschwerdeführerin vertritt der bundesgerichtlichen Rechtsprechung unbesehen die Auffassung, dass auf die strafrechtlichen Verjährungsregeln abzustellen sei, da unbestritten sei, dass die unter Art. 49a Abs. 1 KG verhängten Sanktionen strafrechtlicher Natur und die Kartellverfahren für die betroffenen Unternehmen regelmässig sehr belastend seien.