Citation: 4C.433/1999 22.02.2000 E. 2

2.- Die Beklagte macht geltend, die Vorinstanz habe im Verhältnis der Prozessparteien bundesrechtswidrig auf die Schuldanerkennung vom 2. April 1997 abgestellt, weil deren Adressatin und Empfängerin nicht die Klägerin, sondern die drü-LINDE-handels AG gewesen sei. Die Schuldanerkennung beruht auf der Erklärung eines Schuldners, dass er den Bestand einer Schuld bekenne oder anerkenne (Schmidlin, Berner Kommentar, N. 15 zu Art. 17 OR). Zwar ist diese Erklärung unmittelbar oder mittelbar (dazu Gauch/Schluep/Schmid/Rey, Schweizerisches Obligationenrecht, Allgemeiner Teil, 7. Aufl., Band I, Rz 185 f.) an die als Gläubiger erachtete Person gerichtet (Schönenberger/ Jäggi, Zürcher Kommentar, N. 5 zu Art. 17 OR), doch beziehen sich ihre Rechtswirkungen wesensgemäss auf den Bestand des obligatorischen Anspruchs und nicht auf die Frage der persönlichen Zuständigkeit daran, d.h. der Sachlegitimation (Bucher, Schweizerisches Obligationenrecht, Allgemeiner Teil, 2. Aufl., S. 50 f.). Namentlich wirkt eine Schuldanerkennung auch zu Gunsten des Zessionars, weil der Gläubigerwechsel sich an verkehrsfähigen Forderungen unabhängig von einer Zustimmung oder Mitwirkung des Schuldners vollzieht. Folgerichtig gibt das Gesetz daher dem Zessionar auch Anspruch auf Übergabe der Schuldurkunde (Art. 170 Abs. 2 OR). Nichts anderes aber gilt für die deklaratorische Anerkennung einer bestehenden und bereits abgetretenen Forderung (zur deklaratorischen Anerkennung namentlich Alfred Koller, Schweizerisches Obligationenrecht, Allgemeiner Teil, Band I, S. 380 f., Rz 1640 ff.). Sie bestätigt den Bestand des Anspruchs unabhängig davon, ob sie dem Zedenten oder dem Zessionar gegenüber erklärt wird, weil sich die Frage, welchem von beiden die Forderung subjektiv zusteht, unabhängig vom Willen des Schuldners beantwortet und die Antwort seine Rechtsstellung nicht beeinträchtigt (Art. 169 OR). Nach den verbindlichen Feststellungen der Vorinstanz ist die Abtretung der streitigen Forderung von der drü-LINDE-handels AG an die Klägerin im kantonalen Verfahren unbestritten geblieben. Damit entfaltete die Schuldanerkennung der Beklagten nach dem Gesagten ihre Wirkungen auch gegenüber der Klägerin und zwar unbesehen darum, ob sie zeitlich vor oder nach der Abtretung erklärt wurde. Der Abtretungszeitpunkt, den das Kantonsgericht nicht festgestellt hat, ist folglich entscheidunwesentlich. Eine entsprechende Sachverhaltsergänzung erübrigt sich.