Citation: 6B_1442/2021 E. 2.2

2.2. Die Vorinstanz führt aus, sie sei am 15. Februar 2021 entgegen einem Minderheitsantrag auf Feststellung der Nichtigkeit des Revisionsbeschlusses der I. Strafkammer vom 6. Oktober 2020 "definitiv auf die Berufung eingetreten". Es sei fraglich, ob die Revision zu Recht gutgeheissen wurde, da die Glaubhaftigkeit der Aussagen des Mitbeschuldigten C.________ bereits Thema des ersten Berufungsverfahrens gewesen sei und es sich nicht um eine neue Tatsache handle. In der Sache erachtet die Vorinstanz das undatierte Selbstanzeige-Schreiben, welches ca. Mitte Mai 2020 verfasst worden sein müsse, als Gefälligkeitsschreiben zugunsten des Beschwerdeführers, mit welchem dessen auf den 25. Mai 2020 angesetzter Antritt des Strafvollzugs verhindert werden sollte. Es sei nicht glaubhaft, dass C.________ in allen Einvernahmen bis zum Oktober 2015 gelogen habe. Das Schreiben sei offensichtlich nicht von C.________ eigenständig verfasst, sondern von diesem nur handschriftlich abgeschrieben worden. Es enthalte Begriffe und Bezeichnungen, die weder alltäglich seien noch zu dessen Sprachgebrauch zu gehören scheinen. Der Zeuge C.________ habe auf Vorhalt Teile des Inhalts nicht wiedererkannt und aufgrund fehlender Deutschkenntnisse einzelne Worte nicht verstanden. An einer Stelle sei ein Teil einer Textzeile ein zweites Mal geschrieben und wieder durchgestrichen worden. C.________ sage nicht die volle Wahrheit über das Zustandekommen des Schreibens. Er habe sodann mit seiner Selbstanzeige so lange zugewartet, bis eine allfällige Bestrafung wegen falscher Anschuldigung strafrechtlich nicht mehr verfolgt werden könne. Im Gegensatz zu seinen früheren Aussagen seien die Aussagen des Zeugen C.________ in der zweiten Berufungsverhandlung nicht glaubhaft. Sie seien widersprüchlich und falsch, was sich aus den Akten ergebe. Die Kehrtwende des Zeugen bezüglich der Belastung des Beschwerdeführers erweise sich angesichts seiner eigenen überzeugenden und konstanten Darlegungen und seiner umfassenden, detaillierten Belastungen im Verfahren als eine von Dritten initiierte und beeinflusste nachträgliche Begünstigung des Beschwerdeführers. Bei einer Gesamtwürdigung der glaubhaften früheren Aussagen von C.________ sei kein Grund ersichtlich, nicht weiterhin darauf abzustellen. Es verbleiben für die Vorinstanz keinerlei Zweifel an der aktiven Beteiligung des Beschwerdeführers an der mittäterschaftlich begangenen schweren Körperverletzung.