Citation: 6B_213/2019 E. 4.2

4.2. Die Vorinstanz erwägt, aus der auf den Videoaufzeichnungen ersichtlichen Stärke der Rückwärtsbewegung und der Dynamik des Sturzes der Beschwerdegegnerin 2 lasse sich zwanglos auf die grosse Wucht und damit den Willen des Beschwerdeführers schliessen, mit welchem er sie in Richtung des Zuges gestossen habe. Dies im Wissen darum, dass der Zug in Fahrt gewesen sei. Die Beschwerdegegnerin 2 sei aufgrund der Wucht des heftigen Stosses und der ihr dabei verabreichten Energie nicht bloss hingefallen und habe sich dabei die Knie aufgeschürft, sondern sei seitlich, mit dem Rücken zum Perron und dem Kopf in Fahrtrichtung des Zuges, unaufhaltbar gegen diesen geschlittert und seitlich kollidiert (angefochtenes Urteil, E. IV. 3.4.1 S. 30 f.). Der Beschwerdeführer sei aufgrund seiner Beobachtungen vor der Tat davon ausgegangen, dass die Beschwerdegegnerin 2 ebenfalls vom Ausgang oder von einer Party gekommen und angetrunken gewesen sei oder "etwas eingeworfen" gehabt habe. Sie habe auf dem Perron erbrechen müssen, und sei anfänglich durch ihre Unruhe, daneben aber auch durch ihren unsicheren Gang aufgefallen. Damit seien dem Beschwerdeführer im Zeitpunkt der Tat die von ihm beobachteten Beeinträchtigungen und ihre auch diesbezügliche Unterlegenheit bewusst gewesen. Hätten seine Beweggründe demgegenüber bloss darin bestanden, eine mögliche Tätlichkeit von ihr abwehren zu wollen, sei ein leichtes Beiseiteschubsen völlig ausreichend gewesen. Da er sie nicht bloss beiseite geschubst, sondern heftig in Richtung des Zuges gestossen habe, sei die Tathandlung zumindest teilweise auch durch seinen Willen mitgetragen gewesen, einen Zusammenstoss der Beschwerdegegnerin 2 mit dem fahrenden Zug herbeizuführen (angefochtenes Urteil, E. IV. 3.4.2 S. 31). Es gehöre zu elementarstem Allgemeinwissen, dass der Zusammenstoss eines Menschen mit einem fahrenden Zug zu sehr schweren Verletzungen und somit zum Tod führen könne. Dies habe auch der Beschwerdeführer gewusst. Er habe den Sturz offensichtlich willentlich herbeigeführt. Aufgrund der Stossrichtung, dem Kräfteeinsatz, dem Ausfallschritt in Richtung des fahrenden Zuges und seinem Stoss dadurch verliehenen grossen Wucht habe sich ihm der äusserst gefahrenträchtige Zusammenstoss mit dem fahrenden Zug förmlich aufgedrängt. Ein Verfehlen des fahrenden Zuges sei angesichts der geringen Distanz zu diesem von bloss ca. drei bis vier Metern und der mit dem Stoss verabreichten Energie (Rückwärtsdrall hin zum fahrenden Zug) äusserst unwahrscheinlich gewesen. Dadurch habe die auch für den Beschwerdeführer naheliegende Gefahr von sehr schweren, möglicherweise tödlichen Verletzungen der Beschwerdegegnerin 2 bestanden. Die Sorgfaltspflichtverletzung des Beschwerdeführers wiege extrem schwer, weshalb sich der Schluss, dass er den möglichen Tod der Beschwerdegegnerin 2 in Kauf genommen habe, geradezu aufdränge (angefochtenes Urteil, E. IV. 3.4.3 S. 31 f.).