Citation: 1C_372/2022 E. 3.3

3.3. Der Beschwerdeführer wendet zusammengefasst ein, gemäss der von der Vorinstanz zitierten Rechtsprechung des Bundesgerichts beruhe die Vermutung der fehlenden Fahreignung gemäss Art. 16c Abs. 1 lit. e SVG auf der Annahme, dass ein Fahrzeuglenker eine Gefahr für andere Verkehrsteilnehmer darstelle, weil er zusätzlich zu den innerhalb einer Zehnjahresfrist begangenen wiederholten Widerhandlungen gegen das SVG eine schwere Widerhandlung begangen habe. Der Beschwerdeführer habe jedoch angesichts seiner nachgewiesenen vollständigen Alkoholabstinenz und der Bejahung seiner Fahreignung durch das verkehrsmedizische Gutachten vom 19. Juli 2021 keine anderen Verkehrsteilnehmer konkret gefährdet, als er am 5. Juni 2021 auf dem Zollareal in Castasegna ein Motorfahrzeug trotz Führerausweisentzugs gelenkt habe. Aus diesem Verhalten könne daher nicht abgeleitet werden, dass er im Sinne von Art. 16d Abs. 1 lit. c SVG nicht Gewähr biete, künftig beim Führen eines Motorfahrzeuges die Vorschriften zu beachten und auf die Mitmenschen Rücksicht zu nehmen. Dies zeige der Vergleich mit den von der Vorinstanz zitierten Urteilen (BGE 141 II 220; 139 II 95), die Widerhandlungen betroffen hätten, die zu einer konkreten Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer geführt hätten. Der vorinstanzliche Entscheid führe demnach zu einem unverhältnismässigen Ergebnis, das den Umständen des vorliegenden Falls nicht gerecht werde. Die starre Praxis bezüglich der unwiderlegbaren gesetzlichen Vermutung der Fahruntauglichkeit sei daher zu überdenken bzw. abzuändern.