Citation: 6B_796/2023 E. 1.4.1

1.4.1. Für die Frage, ob der Beschwerdeführer um die Offenlegungs- und Meldepflicht wusste, stellt die Vorinstanz im Wesentlichen auf die E-Mail der Sachbearbeiterin des Amtes für Bevölkerungsdienste des Kantons Bern (ABEV) bzw. des Migrationsdienstes des Kantons Bern (MIDI) vom 10. Mai 2021 ab. Die Vorinstanz erwägt, gestützt auf diese E-Mail sei belegt, dass der Beschwerdeführer beim Ausfüllen beider Anträge - die "Application for social benefits" vom 19. März 2014 und der "Antrag auf Nothilfe" vom 21. April 2020 - auf seine Offenlegungs- und Meldepflicht hingewiesen worden und ihm klargemacht worden sei, dass er jede Änderung seiner Einkommens- und Vermögenslage deklarieren müsse. Diese Ausführungen sind unter Willkürgesichtspunkten nicht zu beanstanden und was der Beschwerdeführer dagegen einwendet, verfängt nicht. Er macht geltend, aus besagter E-Mail gehe lediglich hervor, wie das standardisierte Vorgehen üblicherweise ablaufe. Dass der standardisierte Ablauf vorliegend effektiv eingehalten worden und der Beschwerdeführer angemessen über seine Pflichten und das Subsidiaritätsprinzip informiert worden sei, gehe indes aus den Akten gerade nicht hervor. Der Beschwerdeführer setzt sich grösstenteils nicht begründet mit den nachvollziehbaren Erwägungen der Vorinstanz auseinander. Vielmehr legt er seine eigene Sicht der Dinge dar, indem er ausführt, ihm sei bloss mitgeteilt worden, er dürfe nicht arbeiten und kein Konto haben. Zwar habe er schriftlich Kenntnis genommen von der Offenlegungs- und Meldepflicht, habe es aber nicht gewusst. So sei es zwar seine Unterschrift, er wisse aber nicht mehr, wer das verfasst habe. Damit vermag der Beschwerdeführer, soweit er überhaupt den Begründungsanforderungen i.S.v. Art. 42 Abs. 2 BGG genügt, keine Willkür in der vorinstanzlichen Beweiswürdigung darzutun. Die Behauptung, es sei beweismässig einzig erstellt, dass er das Formular unterschrieben habe, nicht aber, dass er auch von dessen Inhalt Kenntnis genommen und ihn verstanden habe, ist unbehelflich. Die Vorinstanz durfte ohne Weiteres auf den Inhalt der E-Mail vom 10. Mai 2021 abstellen. Daran ändert - wie die Vorinstanz zu Recht erwägt - auch nichts, dass die "Application for social benefits" vom 19. März 2014 erst knapp ein Jahr nach der Ankunft des Beschwerdeführers in der Schweiz ausgefüllt wurde. Was er daraus für sich ableiten will, ist nicht ersichtlich und wird von ihm auch nicht begründet. Das Gleiche gilt für den Umstand, dass der "Antrag auf Nothilfe" erst im Jahr 2020 und nicht beim effektiven Wechsel von der Asylsozial- in die Nothilfe im Jahr 2015 eingereicht wurde. Ebenso wenig vermag der Beschwerdeführer Willkür darzutun, wenn er rügt, mangels Aktennotiz in den Akten sei nicht erstellt, dass beim Ausfüllen der Anträge ein Gespräch mit dem Beschwerdeführer stattgefunden habe und er auf seine Pflichten aufmerksam gemacht worden sei. Dies insbesondere, da die Vorinstanz sich auf ein Schreiben des Zentrumsleiters des Rückkehrzentrums V.________ vom 27. Mai 2021 beruft, wonach der "Antrag auf Nothilfe" von einem Mitarbeitenden der D.________ AG zusammen mit dem Beschwerdeführer ausgefüllt worden sei, und sich der Beschwerdeführer damit nicht auseinandersetzt. Insgesamt ist weder ersichtlich noch begründet dargetan, inwieweit die schlüssigen Erwägungen der Vorinstanz offensichtlich falsch und der Grundsatz "in dubio pro reo" verletzt seien. Die Beschwerde ist in diesem Punkt unbegründet.