Citation: 1B_120/2022 E. 3.1

3.1. Zur strafprozessualen Haftdauer bzw. zum Beschleunigungsgebot in Haftsachen (Art. 5 Abs. 2 StPO) bringt der Beschwerdeführer Folgendes vor: Anlässlich der Vorverhandlung des Bezirksgerichtes am 3. Dezember 2021 sei festgehalten worden, dass die Verfahren getrennt geführt würden. Für die noch hängigen konnexen Untersuchungen gegen vier Mitbeschuldigte (drei in jugendstrafrechtlicher Kompetenz, eines im Erwachsenenstrafrecht) seien damals Anklageerhebungen bis Ende 2021 bzw. Ende Januar 2022 in Aussicht gestellt worden. Diese lägen jedoch (Stand Anfang März 2022) noch nicht vor. In seinem Urteil 1B_672/2021 vom 31. Dezember 2021, welches einen damals ebenfalls noch inhaftierten Mitbeschuldigten betraf, habe das Bundesgericht eine Verletzung des Beschleunigungsgebotes in Haftsachen festgestellt. Zwei der Mitbeschuldigten seien im Verlaufe des Monats Januar 2022, auf entsprechende Haftentlassungsgesuche hin, von den kantonalen Strafbehörden aus der Sicherheitshaft entlassen worden, unter Anordnung von Ersatzmassnahmen. Das Bezirksgericht wolle alle sachkonnexen Fälle gemeinsam behandeln. Die Hauptverhandlung sei auf 16. Mai bis 7. Juni 2022 terminiert worden. Dies liege 12 Monate nach der Anklageerhebung. Da er, der Beschwerdeführer, diesen Zeitablauf nicht zu verantworten habe, hätten die kantonalen Strafbehörden das Beschleunigungsgebot in Haftsachen verletzt. Es habe keine sachlichen Gründe gegeben, die Hauptverhandlung seines Falles nicht zeitlich vorzuziehen. Allfälligen Vorbefassungs- und Ausstandsproblemen bei einer späteren Beurteilung der konnexen Fälle hätte insbesondere durch verschiedene richterliche Besetzungen entgegengewirkt werden können. Verzögerungen durch noch nicht abgeschlossene Untersuchungen bzw. Koordinationsbemühungen der Gerichtsleitung dürften sich nicht zu seinen Lasten auswirken. Das Bezirksgericht habe, anders als die Vorinstanz, selber nie die Komplexität des Falles als Grund für den Zeitbedarf genannt. Dass am 3. Dezember 2021 bereits eine Vorverhandlung durchgeführt wurde, sei im vorliegenden Zusammenhang "nicht relevant und höchstens irreführend". Die Verletzung des Beschleunigungsgebotes habe ein Ausmass angenommen, das eine weitere Inhaftierung des Beschwerdeführers nicht mehr rechtfertige. Zumindest sei eine Verletzung des Beschleunigungsgebotes förmlich festzustellen.