Citation: 2C_233/2021 E. 4.2

4.2. In der Folge klagte der Verzeiger den Beschwerdeführer vor dem Bezirksgericht Zürich auf Schadenersatz ein. In teilweiser Gutheissung der Klage verpflichtete das Bezirksgericht Zürich den Beschwerdeführer, dem Verzeiger Schadenersatz im Umfang von Fr. 176'866.-- (bestehend aus den Gerichtskosten von Fr. 10'000.-- und der Parteientschädigung von Fr. 126'900.--, die der Verzeiger gemäss dem Urteil des Bezirksgerichts Liestal vom 7. Dezember 2011 zu leisten verpflichtet worden war, sowie aus an den Beschwerdeführer geleisteten Vorschüssen von Fr. 39'966.--) zuzüglich Zins zu bezahlen. Eine Widerklage des Beschwerdeführers auf Bezahlung von Honorar im Umfang von Fr. 98'566.10 wies das Bezirksgericht Zürich ab, mit der Begründung, dieser habe verschiedene Sorgfaltspflichtverletzungen begangen. So habe er sich zunächst vom Verzeiger alle Ansprüche gegen Haftpflichtige zahlungshalber abtreten lassen und anschliessend gleichwohl im Namen des Verzeigers Klage beim Bezirksgericht Liestal erhoben, ohne zu erkennen, dass es an der Aktivlegitimation gefehlt habe. Weiter habe der Beschwerdeführer die Klage mit überhöhtem Streitwert eingeleitet bzw. den Schaden falsch berechnet, wobei er weder habe dartun können, dass ein bewusstes Überklagen mit dem Verzeiger abgesprochen worden sei, noch wie der geltend gemachte Schaden auch nur zu einem kleinen Teil hätte bewiesen werden können. Weiter habe der Beschwerdeführer den Verzeiger nicht mit der nötigen Deutlichkeit über die Prozess- und Kostenrisiken aufgeklärt. Zusammenfassend hätten nach Auffassung des Bezirksgerichts Zürich keine vernünftigen Chancen bestanden, im Verfahren vor dem Bezirksgericht Liestal auch nur annähernd einen Prozessgewinn in der Grössenordnung der eingeklagten Streitsumme zu realisieren, worüber sich der Verzeiger aufgrund der diesbezüglichen mangelhaften Aufklärung nicht habe im Klaren sein können. Genauso wenig sei er sich der möglichen Konsequenzen bewusst gewesen, die ein derart waghalsiges Prozessieren mit sich bringen könne, insbesondere hinsichtlich des Kostenrisikos. Es sei davon auszugehen - so das Bezirksgericht Zürich weiter - dass der Verzeiger bei einer ordnungsgemässer Aufklärung über die Prozess- und Kostenrisiken den Prozess vor Bezirksgericht Liestal mit überwiegender bzw. an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht geführt hätte.