Citation: 4A_412/2019 E. 8.3.2

8.3.2. Angesichts der Schwierigkeit, das Verhältnis der nicht gehörig erbrachten Leistungen zu den Gesamtleistungen zu eruieren, kann zwar vom Auftraggeber unter Umständen keine Genauigkeit verlangt werden (vgl. zu dieser praktischen Schwierigkeit in Zusammenhang mit der werkvertragsrechtlichen Minderung etwa Urteile 4A_667/2016 vom 3. April 2017 E. 5.2.1 und 4A_65/2012 vom 21. Mai 2012 E. 12.6 mit Hinweisen). Jedoch darf sich dieser nicht damit begnügen, eine Prozentzahl zu nennen, um welche das Honorar des Beauftragten seines Erachtens herabzusetzen ist, ohne eine entsprechende Begründung zu liefern. Ausgehend vom Vertrag, von den erhaltenen Rechnungen oder von weiteren (allenfalls zu edierenden) Dokumenten sind die mangelhaften Leistungen der Gegenpartei zu umschreiben. Dabei genügt ein pauschaler Verweis auf die Mängel der Baute oder die erlittenen Schäden nicht. Die Höhe des von ihr beantragten Abzuges begründete die Beschwerdeführerin in ihrer Klage mit einem einzigen Satz: "Im Hinblick auf die aber doch äusserst wesentlichen Mängel bei der Bauleitung (und auch im Rahmen der Planung) durch die Beklagte ist eine Minderung des Bauleitungshonorars um 50 % gerechtfertigt " [Klage, Rz. 268]. Wie diese Zahl hergeleitet wird, erklärt die Beschwerdeführerin nicht. Welche der verschiedenen Bauleitungsaufgaben der Beschwerdegegnerin sie als nicht gehörig erbracht erachtet, führt sie nicht aus. In Zusammenhang mit der pauschalen Kürzung des Honorars wurden auch keine Beweise offeriert, verweist doch die Beschwerdeführerin im Anschluss an Rz. 268 der Klage einzig auf die SIA-Norm 102/2003. Deshalb ist die Erwägung der Vorinstanz, ihr würden die Grundlagen fehlen, welche eine begründete Kürzung des Honorars erlauben würden [ang. Entscheid, p. 130], nicht zu beanstanden.