Citation: 4A_441/2019 E. 2.3

2.3. Durch den Darlehensvertrag verpflichtet sich der Darleiher zur Übertragung des Eigentums an einer Summe Geldes oder an andern vertretbaren Sachen, der Borger dagegen zur Rückerstattung von Sachen der nämlichen Art in gleicher Menge und Güte (Art. 312 OR). Die Pflicht zur Rückzahlung von erhaltenem Geld ergibt sich nicht schon aus der blossen Geldhingabe, sondern aus dem Rückzahlungsversprechen. Die Geldhingabe ist nur eine notwendige Voraussetzung für die Rückzahlungspflicht. Das Gericht muss gemäss den Regeln zur Vertragsauslegung bestimmen, ob die Parteien eine Rückzahlungsverpflichtung vereinbarten; hierfür stützt es sich auf alle konkreten Umstände, die vom Darleiher zu beweisen sind (Art. 8 ZGB). Unter gewissen Umständen kann ausnahmsweise die blosse Tatsache, dass eine Person Geld erhalten hat, ein genügendes Element sein, um einen Darlehensvertrag und damit eine Rückzahlungsverpflichtung zu bejahen. Das setzt allerdings voraus, dass sich die Geldhingabe vernünftigerweise nicht anders denn als Darlehen erklären lässt (BGE 144 III 93 E. 5.1.1 S. 96 f. mit Hinweisen; Urteil 5A_626/2017 vom 29. Juni 2018 E. 3.3.1). Vorliegend ist ausgewiesen, dass der Beschwerdeführer dem Beschwerdegegner einen Betrag von Fr. 475'000.-- übertragen hat. Strittig ist die Vereinbarung einer Rückerstattungsverpflichtung. Die Vorinstanz hat aus der E-Mail des Beschwerdeführers vom 14. Oktober 2014, worin dieser ein " C.________-Investment" erwähnte, geschlossen, dass grundsätzlich auch ein Investment als Rechtsgrund für die Zahlungen nicht ausgeschlossen sei. Die blosse Zahlung genügt somit nicht für den Nachweis eines Darlehens.