Citation: 5A_553/2012 E. 3.1

3.1. Ausgehend von den verbindlichen Sachverhaltsfeststellungen, wonach der Beschwerdeführer auf der Abbildung für Dritte klar erkennbar - mithin identifizierbar - ist und wonach keine Zustimmung vorliegt, hat das Obergericht die Persönlichkeitsverletzung bejaht, was in der Beschwerde letztlich nicht bestritten wird und deshalb in der gebotenen Kürze abgehandelt sei. Ein Teilgehalt des Persönlichkeitsrechts ist das Recht am eigenen Bild; grundsätzlich darf niemand ohne seine Zustimmung abgebildet werden (BGE 127 III 481 E. 3a/aa S. 492; 129 III 715 E. 4.1 S. 723; 136 III 401 E. 5.2.1 S. 404). Die Beschwerdegegner haben eine Abbildung des Kopfes des Beschwerdeführers verwendet und diesen in erkennbarer Weise auf einen fremden Körper montiert. Zunächst ist fraglich, ob bei absoluten oder relativen Personen der Zeitgeschichte - beim Beschwerdeführer als langjährigem CEO und VR-Präsidenten der Novartis handelt es sich um eine absolute Person der Zeitgeschichte, weil die Unternehmung und er als deren Repräsentant unter permanenter Presseberichterstattung stehen bzw. standen und seine Person einer breiten Öffentlichkeit bekannt ist - eine Abbildung auch ohne ausdrückliche Zustimmung erlaubt ist (bejahend MEILI, Basler Kommentar, N. 20 und 52 zu Art. 28 ZGB). Weiter stellt sich die Frage, ob das Recht am eigenen Bild bei einer Bildmontage auch die hinzugefügten fremden Teile des Körpers erfasst. Unabhängig von diesen Fragen verletzt aber jedenfalls die konkrete Verwendung des Kopfbildes das Recht am eigenen Bild. Bei diesem geht es um die Selbstbestimmung des Abgebildeten in Bezug auf seine Darstellung mittels Personenbildern ( BÄCHLI, Das Recht am eigenen Bild, Basel 2002, S. 71) und der Beschwerdeführer wollte sein "Kopfbild" offensichtlich nicht so wie erfolgt verwendet wissen. Weil das Antlitz ausschlaggebend für die Identifizierung einer Person ist, wird bei einer Bildmontage, selbst wenn sie als solche erkennbar ist, letztlich doch die gesamte Erscheinung der betreffenden Person zugerechnet. Insofern ist die Persönlichkeit des Beschwerdeführers verletzt. Zu den geschützten Aspekten der Persönlichkeit gehören sodann auch das berufliche Ansehen und die soziale Geltung einer Person. Ob diese durch die eingeklagte Darstellung geschmälert worden sind, beurteilt sich nicht nach dem subjektiven Empfinden des Betroffenen, sondern nach einem objektiven Massstab. Es ist zu prüfen, ob das Ansehen vom Standpunkt des Durchschnittslesers oder Durchschnittsbetrachters aus gesehen als beeinträchtigt erscheint, wobei der Rahmen der Äusserung bzw. Darstellung eine bedeutende Rolle spielt (vgl. BGE 126 III 209 E. 3a S. 213; 127 III 481 E. 2b/aa S. 487; 132 III 641 E. 3.1 S. 644; 135 III 145 E. 5.2 S. 152). Die unvorteilhafte Aufmachung (schmieriger nackter Körper und Schamgefühle evozierende Körperhaltung) ist geeignet, auch wenn es sich erkennbar um eine Fotomontage handelt, den Beschwerdeführer, der sich unbestrittenermassen nicht so abgebildet sehen will, nach dem Empfinden des Durchschnittlesers des Tages-Anzeigers in seinem beruflichen und gesellschaftlichen Ansehen herabzusetzen. Mithin ist seine Persönlichkeit durch die Darstellung, welcher er nicht zugestimmt hat, verletzt.