Citation: 9C_213/2009 19.01.2010 E. 4

4.1 Für die Ermitlung des Valideneinkommens stellte die Vorinstanz auf den vom Beschwerdegegner zuletzt, seit 1. Juli 2003, bei einer temporären Anstellung als Oberdreh-Kranführer erzielten Stundenlohn von Fr. 40.- ab. Diesen rechnete sie unter Berücksichtigung eines Jahresvollpensums von 1943 Stunden und des Nominallohnindexes auf das Jahr 2004 hoch und gelangte so zu einem Einkommen von Fr. 78'005.65. 4.2 Die IV-Stelle macht beschwerdeweise geltend, es könne nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit gesagt werden, dass der Versicherte als Gesunder Fr. 78'005.65 verdient hätte. Das Vorgehen der Vorinstanz, den temporären Stundenlohn - aus einer konjunkturellen und saisonalen Momentaufnahme heraus - auf ein Vollpensum umzurechnen und dann als Valideneinkommen einzusetzen, sei unzulässig. Es sei nicht davon auszugehen, dass der im Jahre 2005 43-jährige Versicherte und Familienvater, mit einer verbleibenden Arbeitskarriere von rund 22 Jahren, weiterhin Temporärarbeit geleistet hätte, sondern davon, dass der Versicherte spätestens 2005 die bisherige Tätigkeit auf dem Bau ohne Gesundheitsschaden in einem Festanstellungsverhältnis fortgesetzt hätte. Die IV-Stelle habe deshalb richtigerweise anhand der LSE ein Valideneinkommen von Fr. 64'296.- ermittelt. Die der Beschwerde beiliegenden IK-Auszüge würden zudem belegen, dass der Versicherte nie annähernd den Betrag von Fr. 78'005.65 verdient habe. Der anwaltlich vertretene Versicherte habe das von der IV-Stelle festgelegte Valideneinkommen weder im Vorbescheid- noch im Beschwerdeverfahren bestritten, weshalb die IV-Stelle keine weiteren Erläuterungen dazu abgegeben habe. 4.3 Zu Recht macht die IV-Stelle damit eine offensichtlich unrichtige Feststellung des Valideneinkommens geltend. Denn aus den Akten ergibt sich zwar, dass der Versicherte immer wieder temporär angestellt war, ab Mai 1999 als Baggerführer zu einem Stundenlohn von Fr. 27.-, ab Oktober 2001 ebenfalls als Baggerführer zu einem Stundenlohn von Fr. 36.50 und schliesslich ab 1. Juni 2003 - nach Absolvierung einer Ausbildung zum Kranführer - temporär als Oberdreh-Kranführer zum Höchstansatz von Fr. 40.- pro Stunde. Dabei weisen die IK-Auszüge für die Jahre 1999 bis 2003 Einkommen zwischen Fr. 49'585.- und Fr. 66'096.- (1999: Fr. 51'395.-; 2000: Fr. 55'953.-; 2001: Fr. 51'501.-; 2002: Fr. 66'096.-; 2003: Fr. 49'585.-) und für das Jahr 2004 ein solches von Fr. 17'922.- aus. Bei dieser Sachlage, namentlich auch mit Blick auf den sich für die Jahre 1999 bis 2003 ergebenden, deutlich unter dem von der Vorinstanz ermittelten Einkommen von Fr. 78'005.65 liegenden Durchschnittslohn von Fr. 54'906.-, wendet die IV-Stelle zutreffend ein, dass die vorinstanzliche Umrechnung des im Rahmen des Temporärarbeitsverhältnisses bezahlten Stundenlohnes von Fr. 40.- auf ein Jahresgehalt - unter Zugrundelegung eines einer Festanstellung entsprechenden vollen Arbeitspensums von 1943 Stunden - rechtlich nicht angeht (vgl. auch Urteile 9C_177/2007 vom 10. Juli 2007 E. 3.2 und I 597/02 vom 27. August 2003 E. 4.1). Mit der IV-Stelle rechtfertigt sich vielmehr, für das Valideneinkommen auf Tabellenlöhne abzustellen, welches Vorgehen nach Aufrechnung auf die durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit (in der Baubranche 41.7 Stunden) und Berücksichtigung der Teuerung (in der Baubranche 2005 und 2006 je 1.1 %) zu einem Einkommen von Fr. 67'766.- im Jahr 2005 (LSE 2004, S. 53, TA1, Pos. 45, Niveau 3, Fr. 5'358.- : 40 x 41.7 [durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit] x 1.011 [Nominallohnbereinigung] x 12) und Fr. 68'511.- im Jahr 2006 führt. Dies entspräche bei einem zu einem Stundenlohn von Fr. 40.- eingegangenen Temporärarbeitsverhältnis einem Jahreseinsatz von knapp 1700 Stunden, was mit Blick auf die IK-Einträge und den diesen zugrunde liegenden Stundenlöhne realistisch sein dürfte.