Citation: 4A_196/2021 E. 4.2.1

4.2.1. Die Rüge, die Vorinstanz habe den Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 157 ZPO) verletzt, indem sie ausschliesslich auf der Grundlage der neu eingereichten Krankengeschichte geurteilt habe, statt sämtliche Beweise im Zusammenspiel zu würdigen, geht fehl. Die Vorinstanz würdigte die in der Krankengeschichte enthaltenen Angaben vor dem Hintergrund der Angaben der Beschwerdeführerin beim Eintritt ins Spital zur Niederkunft (KB 10) und der Anfrage ihres Anwalts bei der pränatalen Diagnostik des Spital X.________ vom 23. Oktober 2007, d.h. 8 Monate nach der Geburt (KB 16a). Sie erachtete es als bezeichnend, dass die Beschwerdeführerin gegenüber Dritten ausschliesslich eine Vaterschaft des neuen Partners erwähnt und die mögliche Vaterschaft des Vaters ihres ersten Kindes ausgeblendet habe, sogar noch, als sie gewusst habe, dass auch ihr zweites Kind an CF erkrankt sei. Die Aufzeichnung der Beschwerdegegnerin, wonach die Beschwerdeführerin die zweite Schwangerschaft auch bei erneuter CF unbedingt gewollt habe, passe in dieses Bild. Von einer isolierten Betrachtungsweise kann keine Rede sein. Soweit die Beschwerdeführerin unter Aktenhinweisen ausführt, im Prozess über die Teilklage seien unter anderem der behandelnde Oberarzt der Medizinischen Universitäts-Kinderklinik des Spital X.________ und die Abteilungsleiterin Humangenetik befragt worden, behauptet sie zwar, die Befragung dieser Zeugen habe klar ergeben, dass die glaubwürdige Beschwerdeführerin gegenüber der Beschwerdegegnerin nie erklärt habe, sie wolle das Kind in jedem Fall austragen. Sie fasst aber nicht zumindest kurz zusammen, was die Zeugen an den angegebenen Stellen ausgesagt haben sollen und inwiefern dies zwingend zum Schluss führen sollte, die Beschwerdeführerin habe nie erklärt, sie wolle das Kind in jedem Fall austragen. Insoweit mangelt es der Beschwerde wiederum bereits an einer hinreichenden Begründung (vgl. zit. Urteil 4A_496/2019 E. 4.6.1).