Citation: 9C_674/2023 E. 3.1

3.1. Das Sozialversicherungsgericht legt im angefochtenen Urteil die gesetzlichen Grundlagen und die Rechtsprechung zur Frage dar, unter welchen Voraussetzungen - aus objektiver Sicht - ein entstellender ästhetischer Mangel gegeben ist, der, vor allem wenn er zu einem körperlichen oder psychischen Folgeschaden führt, gegebenenfalls eine Kostengutsprache der obligatorischen Krankenpflegeversicherung ermöglicht (E. 1). Die Vorinstanz würdigt die ärztlichen Berichte zum Leidensdruck des Beschwerdeführers und zur Indikation eines korrektiven Eingriffs (E. 3). Sie kommt, auch hier unter Berücksichtigung der ärztlichen Stellungnahmen, zum Schluss, bei objektiver Betrachtungsweise stellten eine kleine Beule auf dem linken Supraorbitalwulst und die nicht gänzlich gegebene Symmetrie der Kieferpartien links und rechts keinen entstellenden Mangel dar (E. 4.1). Der geltend gemachte ästhetische Mangel führe auch nicht zu psychischen Beschwerden mit Krankheitswert, die mit der strittigen Operation behoben werden könnten. Der Beschwerdeführer leide zwar unbestrittenermassen seelisch. Doch werde aktuell keine psychiatrische Diagnose gestellt; auch werde der Beschwerdeführer seit Sommer 2016 nicht mehr psychiatrisch oder psychologisch behandelt. Anhand der Akten sei daher nicht mit dem notwendigen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit auf das Vorliegen eines krankhaften psychischen Gesundheitsschadens zu schliessen. Der Beschwerdeführer bestreite die vertrauensärztliche Beurteilung, wonach eine komplexe Körperbildstörung (körperdysmorphe Störung) mit einer sich seit 2017 abzeichnenden Symptomausweitung bestehe; er mache geltend, an einer Depression zu leiden. Nach Lage der Akten sei jedoch zu bezweifeln, dass eine allfällige depressive Erkrankung ursächlich allein auf die vom Beschwerdeführer geltend gemachten Gründe zurückzuführen sei. Selbst wenn es sich so verhalten würde, scheine ausgeschlossen, dass eine operative ästhetische Gesichtskorrektur eine wirksame Massnahme zur Bekämpfung dieser Depression darstellen könnte. Nach ärztlicher Einschätzung müsste, wenn die operative Gesichtskorrektur durchgeführt würde, eine mindestens einjährige Psychotherapie folgen. Dass eine depressive Störung und auch die vermutete komplexe Wahrnehmungsstörung hinsichtlich des Körpers durch den streitgegenständlichen Eingriff überwiegend wahrscheinlich nicht geheilt würden, zeige ausserdem der Umstand, dass der Beschwerdeführer bereits eine weitere ästhetisch motivierte Operation in Form einer Beinverlängerung zumindest in Betracht gezogen habe. Unter dem Gesichtspunkt der Wirtschaftlichkeit der Behandlung komme hinzu, dass das vorhandene Beschwerdebild zunächst konsequent psychotherapeutisch und gegebenenfalls medikamentös behandelt werden müsste. Zusammengefasst habe die Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht für die vorgesehenen operativen Eingriffe zu Recht verneint (E. 4.2).