Citation: 9C_647/2022 E. 5.3

5.3. Nach der Lehre ist von einer Betriebsstätte einer steuerpflichtigen Person gemäss Art. 52 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 51 Abs. 2 DBG auszugehen, wenn ihr eine feste Geschäftseinrichtung nicht bloss kurzfristig zur Verfügung steht, sie mithin darüber tatsächliche Verfügungsmacht ausübt. Hingegen ist nicht zwingend erforderlich, dass diese Person als Eigentümerin oder Mieterin an der Geschäftseinrichtung berechtigt ist (Urteil 2C_110/2018 vom 28. Februar 2019 E. 3.3, in: StE 2019 B 11.2 Nr. 14, StR 74/2019 S. 364; vgl. PETER BRÜLISAUER, in: Internationales Steuerrecht der Schweiz, 2023, § 14 N. 46 f.; LOCHER/GIGER/PEDROLI, Kommentar zum Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer, Teil II, 2. Aufl. 2022, N. 12 zu Art. 51 DBG; OESTERHELT/SCHREIBER, in: Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer, Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, 4. Aufl. 2022, N. 28 zu Art. 51 DBG; MARC VOGELSANG, Der Begriff der Betriebsstätte im schweizerischen und internationalen Steuerrecht, 2015, S. 316). In diesem Sinne ist der Gesellschaft zuzustimmen, dass eine "Substance over form"-Betrachtung massgebend ist. Dies hat jedoch auch die Vorinstanz nicht übersehen. Vielmehr hat sie die privatrechtlichen Verhältnisse als Anhaltspunkt dafür gewertet, dass die Gesellschaft keine tatsächliche Verfügungsmacht über die feste Geschäftseinrichtung gehabt habe. Den Umstand, dass die Gesellschaft Kosten im Zusammenhang mit dem Standort E.________ und dessen Umbau übernommen habe, betrachtete die Vorinstanz zwar zumindest sinngemäss als Anhaltspunkt für tatsächliche Verfügungsmacht der Gesellschaft. Indessen wog er aus ihrer Sicht nicht schwer genug, um alleine gestützt darauf auf die tatsächliche Verfügungsmacht der Gesellschaft zu schliessen.