Citation: 1A.239/2006 10.07.2007 E. 4.1

4.1.1 Gemäss Art. 2 Abs. 4 LRV gelten als neue Anlagen auch Anlagen, die umgebaut, erweitert oder instand gestellt werden, wenn dadurch höhere oder andere Emissionen zu erwarten sind (lit. a) oder mehr als die Hälfte der Kosten aufgewendet wird, die eine neue Anlage verursachen würde (lit. b). Das BAFU führt dazu in seiner Stellungnahme aus, es sei unbestritten, dass die Nutzungserweiterung der Sport- und Erholungsanlage zu einer Verkehrszunahme und somit auch zu einer - wenn auch geringen - Zunahme von Luftschadstoffen führen werde. Aus luftreinhalterischer Sicht sei die gesamte Anlage folglich als neue Anlage zu betrachten und zu beurteilen. Zu Recht wirft das Bundesamt sodann die Frage auf, ob diese Qualifikation zwingend zum Ergebnis habe, dass die Erweiterung der Anlage wesentlich im Sinne der UVPV sei: 4.1.2 Das BAFU rechnet dazu mit der seines Erachtens zu hoch geschätzten Fahrtenlänge von 15 km pro Besucherfahrzeug. Die daraus resultierenden 104-138 kg Stickoxid (Nox) entsprechen gemäss den Angaben des Bundesamtes im Jahr 2005 etwa 0.001 % der gesamten Nox-Emissionen im Kanton Zürich, was nach Beurteilung des BAFU eine bloss untergeordnete zusätzliche Belastung der Umwelt darstellt. Die Ziele des kantonalen Massnahmenplans würden durch die Kinovorstellungen nicht gefährdet. Der Jahresmittelimmissionsgrenzwert für Stickstoffdioxid (NO2) von 30 µg/m3 sei in Dielsdorf und Umgebung klar eingehalten. Die Schwebestaub (PM10)-Belastung liege im Bereich des Jahresmittelimmissionsgrenzwertes von 20 µg/m3. Um die Auswirkungen auf die Jahresmittelimmissionsgrenzwerte zu bestimmen, müssten die durch die Kinovorstellungen erzeugten 900-1200 Fahrten pro Vorstellung über das Jahr gemittelt werden, woraus ein durchschnittlicher täglicher Verkehr (DTV) von 60-80 Fahrten pro Tag resultiere. Die daraus erzeugten Zusatzbelastungen liegen nach den Berechnungen des BAFU deutlich unter 0.1 µg/m3 NO2 bzw. PM10. Es kommt deshalb zum Schluss, die lufthygienische Situation in Dielsdorf und Umgebung werde durch die Kinovorstellungen nur unwesentlich beeinflusst. Eine ins Gewicht fallende Veränderung liege nicht vor. 4.2 Es besteht kein Anlass, die Ausführungen des BAFU in Frage zu stellen. Was der Beschwerdeführer dagegen vorbringt, ist unbehelflich. Soweit er auch in diesem Zusammenhang geltend macht, für die Kinovorstellungen ständen 670 Parkplätze zur Verfügung, verkennt er, dass diese Parkplätze bereits bestehen und dem Erlenpark sowie dem GC/Campus während des ganzen Jahres dienen. Dies haben sowohl der Regierungsrat wie auch das Verwaltungsgericht festgehalten, ohne dass der Beschwerdeführer dies je bestritten hätte. Die Beschwerdegegnerin geht zwar in ihrer Beschwerdeantwort von insgesamt rund 480 vorhandenen Parkplätzen aus. Die genaue Zahl kann offen bleiben: Selbst wenn die Parkanlage den Schwellenwert nach Nr. 11.4 Anhang UVPV überschreitet, ist sie doch vorbestehend und löst keine UVP-Pflicht aus, da es sich nicht um eine neue Anlage i.S.v. Art. 1 UVPV handelt (dazu sogleich E. 5). 4.3 Nicht zu erkennen ist, worin der Nachteil des Beschwerdeführers bestehen soll, wenn das BAFU erwähnt, dass seines Erachtens eine Anfahrtstrecke von 15 km zu lang sei. Es stellt bei seinen Berechnungen dennoch darauf ab und hält sich an die Zahlen, welche der Beschwerdeführer selber in seiner Eingabe benützt. Zudem ist die dem Betriebskonzept zu Grunde liegende Besucherkapazität von 1'800 Personen grosszügig bemessen, wie ein Blick auf die Besucherzahlen der letzten Jahre zeigt. Es dürfte sich demnach unter lufthygienischen Aspekten um ein "worst-case" Szenario handeln. Selbst in diesem Fall nimmt aber die Luftbelastung nicht in signifikantem Masse zu. Ebenfalls nicht nachvollziehbar ist der Vorwurf des Beschwerdeführers, wonach das BAFU zu Unrecht auf den Jahresmittelwert abgestellt habe. Dies entspricht der Systematik der LRV (siehe insbesondere Anhang 7 der LRV). Aufgrund der geringen Mehrbelastung musste sich das BAFU nicht veranlasst sehen, den 24-h-Mittelwert zu berechnen. Kein Indiz für eine UVP-Pflicht ist die Einholung eines Lärmschutzgutachtens, wie sie der Regierungsrat angeordnet hat. Ein solches kann auch im ordentlichen Baubewilligungsverfahren einverlangt werden, ohne dass ein Vorhaben deswegen schon unter die UVP-Pflicht fallen würde. Gleiches gilt für die Aspekte der Luftreinhaltung: Auch eine Anlage, welche nicht der UVP-Pflicht unterliegt, ist auf ihre Vereinbarkeit mit den bundesrechtlichen Umweltschutzvorschriften zu prüfen (Art. 4 UVPV).