Citation: 9C_415/2013 E. 5.4

5.4. Zu Unrecht stellt sich die Beschwerdeführerin schliesslich auf den Standpunkt, die krankheitsbedingte Einschränkung sei nicht invalidisierend, weil sie im Sinne der Rechtsprechung gemäss BGE 127 V 294 E. 5a S. 299 "in den psychosozialen und soziokulturellen Umständen ihre hinreichende Erklärung" finde. Denn auf die Frage nach der Bedeutung der psychosozialen Faktoren ("Welche Rolle spielen psychosoziale Faktoren, wie wirken sich diese allein auf die Arbeitsfähigkeit aus?") hielt Dr. med. L.________ ausdrücklich fest, dass die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit gesundheitsbedingt und nicht auf psychosoziale Faktoren zurückzuführen sei (Bericht vom 22. November 2011). Dieses Bild vermitteln auch die übrigen Akten, indem psychosoziale Faktoren (Schichtarbeit, nicht gut gesinnter Vorgesetzter, Mobbing am letzten Arbeitsplatz) lediglich als Auslöser des Zustandes, in welchen der Versicherte hineingeraten ist, erwähnt werden (vgl. dazu auch die Beispiele bei Norbert Nedopil, Forensische Psychiatrie, 3. Aufl. 2007, S. 194), mit anderen Worten an der Entstehung der gesundheitlichen Beeinträchtigung beteiligt waren (vgl. dazu E. 4 hiervor). Keine ärztliche Einschätzung bestätigt die von der IV-Stelle sinngemäss aufgestellte Behauptung, dass die von den Ärzten erhobenen Befunde in den psychosozialen Umständen aufgingen, sodass kein verselbstständigter Gesundheitsschaden vorliege. Dass eine Wiedererlangung der Arbeitsfähigkeit im Falle des Versicherten nicht bloss durch eine Änderung der psychosozialen Umstände wie namentlich ein wohlwollendes Arbeitsumfeld erreicht werden kann, ergibt sich schliesslich auch daraus, dass die Ärzte auf die Frage, welche Bedingungen oder Auflagen eine leidensangepasste Tätigkeit zu erfüllen hätte, antworteten, dass der Versicherte in jeder Tätigkeit aus psychischen Gründen vollständig arbeitsunfähig sei (Bericht des Dr. med. L.________ vom 22. November 2011 und Gutachten des Dr. med. F.________ vom 8. Januar 2012).