Citation: 6B_775/2020 E. 6.2

6.2. Die Staatsanwaltschaft ging offensichtlich davon aus, die Anklageziffer "1.2.3 Zu günstiger Privatkauf der Wohneinheiten C und D (Verschleudern von Vermögenswerten) " stelle eine Tateinheit dar. Diese Auffassung machte sich auch die Vorinstanz zu eigen, wenn sie den Beschwerdeführer in Bezug auf diese Anklageziffer der Misswirtschaft schuldig sprach. Sie ist nicht zu beanstanden: Die Untergliederung in die Ziffern "1.2.3.2 Zu grosser Honorarbezug" und "1.2.3.3 Falsche Aufteilung der Baumeisterarbeiten" bedeutet nicht, dass es sich dabei um zwei "völlig isolierte" Vorwürfe handelt, wie der Beschwerdeführer meint. Ob und unter welchen Voraussetzungen bei der Misswirtschaft überhaupt Tatmehrheit vorliegen kann (vgl. dazu BGE 123 IV 193 E. 2 S. 194 f.), braucht unter diesen Umständen nicht erörtert zu werden. Die vom Beschwerdeführer in diesem Zusammenhang gerügten Rechtsverletzungen liegen nicht vor, auch nicht mit Blick auf die Kostenfolgen des Verfahrens. Da kein Teilfreispruch zu ergehen hatte, ist insbesondere nicht erkennbar, weshalb die Strafzumessung anders hätte ausfallen müssen. Die Vorinstanz erwog, auch bei Annahme eines insgesamt noch leichten Verschuldens hätte unter Berücksichtigung des Strafrahmens von Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe (Art. 165 Ziff. 1 StGB) die Strafe deutlich höher ausfallen müssen. Da jedoch nur der Beschwerdeführer Berufung erhoben habe, gelte das Verschlechterungsverbot und es könne keine höhere als die von der Erstinstanz ausgesprochene Geldstrafe von 90 Tagessätzen ausgesprochen werden. Wenn sich die Vorinstanz nicht im Einzelnen mit den Strafzumessungskriterien (Art. 47 StGB) auseinandergesetzt hat, liegt darin entgegen der Beschwerde keine Gehörsverletzung, zumal der Beschwerdeführer in seiner Berufung auf Ausführungen zur Strafzumessung verzichtet hatte.