Citation: 5A_53/2020 E. 3.6.2

3.6.2. Gegenstand der Widerspruchsklage des betreibenden Gläubigers gegen den im Ausland wohnhaften Drittansprecher ist sodann die (Un-) Zulässigkeit der Zwangsvollstreckung in die angesprochenen Vermögenswerte. Dieser Streitgegenstand ist ausschlaggebend, weil darauf Art. 22 Ziff. 5 LugÜ (bzw. Art. 16 Ziff. 5 des LugÜ von 1988) Bezug ("Durchführung der Zwangsvollstreckung") genommen wird, und bedeutet den von der Rechtsprechung geforderten "engen Zusammenhang" mit dem eigentlichen Vollstreckungsverfahren (vgl. ROTH, Art. 16 Nr. 5 EuGVÜ [...], IPRax 2001 S. 323). Die weitere Überlegung in BGE 107 III 118 (E. 2), dass wegen der engen Verknüpfung mit dem Zwangsvollstreckungsverfahren nur der schweizerische Richter zur Beurteilung der Klage zuständig sei, zumal eine Zwangsvollstreckung in inländisches Vermögen nur von den schweizerischen Behörden vollzogen werden könne, legt den Schluss nahe, die Klage unter die "zwangsvollstreckungsrechtlichen Klagen" im Sinne von Art. 22 Ziff. 5 LugÜ einzuordnen.