Citation: 5P.139/2005 01.07.2005 E. 3

Die Beschwerdeführerin macht in zweierlei Hinsicht eine Verletzung des rechtlichen Gehörs geltend. Wegen dessen formeller Natur führt eine Gehörsverletzung ungeachtet der Erfolgsaussichten der Beschwerde in der Sache selbst zur Aufhebung des angefochtenen Entscheids, weshalb die Gehörsrügen vorweg zu prüfen sind (BGE 121 I 230 E. 2a S. 232; 122 II 464 E. 4a S. 469). 3.1 Die Beschwerdeführerin macht geltend, die Gerichtsgebühr für die erste Instanz sei durch das Kantonsgericht erhöht worden, weil sie, obwohl das Güterrecht insgesamt in ein Separatverfahren verwiesen worden sei, nicht herabgesetzt worden sei. In Verletzung des rechtlichen Gehörs habe das Kantonsgericht den Parteien keine Gelegenheit gegeben, sich vorgängig zu dieser Gebührenerhöhung zu äussern. Die Rüge geht insofern von einer falschen Prämisse aus, als die Gerichtsgebühr betragsmässig gar nicht erhöht worden ist. Im Übrigen sind die Kosten ein Akzessorium des materiellen Prozesses und werden von der urteilenden Instanz im Endentscheid (vgl. § 267 ZPO/SG) festgesetzt. Aufgrund des Devolutiveffekts bleibt die Kostenfrage deshalb offen, jedenfalls soweit die Hauptsache wie vorliegend in umfassender Weise (Antrag auf Nichteintreten bzw. auf Abweisung der Scheidungsklage) mit einem ordentlichen Rechtsmittel weitergezogen wird. Entsprechend wären die Parteien gehalten gewesen, sich bereits im Rahmen des Schriftenwechsels bzw. an der Hauptverhandlung, soweit ein mündlicher Termin stattgefunden hat, von sich aus zu den Kosten zu äussern (vgl. auch Leuenberger/Uffer-Tobler, Kommentar zur Zivilprozessordnung des Kantons St. Gallen, Bern 1999, N. 3b zu § 267 ZPO/SG). Die Rüge ist demnach unbegründet. 3.2 Soweit die Beschwerdeführerin eine Verletzung der Begründungspflicht als Teilgehalt des rechtlichen Gehörs rügt, bringt sie selbst nicht vor, sie habe sich über die Tragweite des Entscheids kein Bild machen und diesen nicht sachgerecht anfechten können (vgl. BGE 126 I 97 E. 2b S. 102). Das Kreisgericht hat denn die massgeblichen gesetzlichen Grundlagen für die Bestimmung der Gerichtskosten - insbesondere auch diejenige für die ausserordentliche Erhöhung der Entscheidgebühr (Ziff. 303 lit. b GKT) - genannt, und das Kantonsgericht hat keine verfassungsmässigen Rechte verletzt, wenn es diese Begründung mangels abweichender Ausführungen zu seiner eigenen gemacht hat. Die Beschwerdeführerin war ohne weiteres in der Lage, sich über die Grundlagen der Kostenfestsetzung ein Bild zu machen und diese auch sachgerecht anzufechten, wie die staatsrechtliche Beschwerde zeigt (vgl. im Einzelnen E. 4.1). Auf die Rüge ist folglich nicht einzutreten.