Citation: 8C_599/2016 E. 3.3

3.3. Was die Beschwerdeführerin im Wesentlichen in Wiederholung der vorinstanzlichen Beschwerde vorbringt, dringt nicht durch. Es mag zutreffen, dass sie als Chemielaborantin überdurchschnittlich anspruchsvolle Arbeiten verrichtet hatte. Indessen übersieht sie zunächst, dass nach der Rechtsprechung Berufserfahrung allein in der heutigen Arbeitswelt, wo praktisch in allen Bereichen ein Diplom oder Aus- und Weiterbildungen verlangt werden, die fehlende anerkannte Berufsausbildung nicht aufwiegen. Dies gilt insbesondere auch dann, wenn die über eine erfolgreich abgeschlossene Berufslehre verfügende versicherte Person geltend macht, das Valideneinkommen sei gestützt auf das Anforderungsniveau 2 der LSE (Verrichtung selbstständiger und qualifizierter Arbeiten) statt des Niveaus 3 (Berufs- und Fachkenntnisse vorausgesetzt) zu bestimmen (vgl. MEYER/REICHMUTH, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung [IVG], Zürich/Basel/ Genf, 3. Aufl. 2014, Rz. 58 zu Art. 28a mit Hinweisen). Zum anderen ist die geltend gemachte besondere Berufserfahrung, wie die Vorinstanz zutreffend angenommen hat, auch deshalb zu relativieren, weil die Beschwerdeführerin nach dem Wiedereinstieg ins Erwerbsleben während sechs Jahren unqualifizierte, in keinem Zusammenhang mit ihrer Ausbildung zur Chemielaborantin stehende Heimarbeit leistete, obwohl ihr unbestritten in diesem Zeitraum möglich gewesen wäre, den erlernten Beruf auszuüben. In diesem Zusammenhang ist auf das von MEYER/REICHMUTH, a.a.O., zitierte Urteil 8C_281/2011 vom 29. Juni 2011 E. 3.4.2 zu verweisen, wonach das Valideneinkommen eines im Heimatland ausgebildeten Zahntechnikers, der zwischen Einreise in die Schweiz und dem Leistungsgesuch sechs Jahre als Hilfsarbeiter beschäftigt gewesen war, aufgrund der standardisierten Bruttolöhne des Anforderungsniveaus 4 statt 3 zu bestimmen war. Am vorinstanzlichen Ergebnis ändert auch das im bundesgerichtlichen Verfahren erstmals eingereichte, angeblich der Dokumentation für Arbeitsplätze (DAP) der SUVA entnommene Aktenstück, wonach eine Laborantin einen Lohn zwischen Fr. 100'500.- und 114'000.- zu erzielen vermöchte, nichts. Die Beschwerdeführerin übersieht, dass dieses Salär ausweislich des genannten Dokumentes nur erzielt werden könnte, wenn die angestellte Person als Leiterin in der Produktion tätig sein könnte, welche Funktion im vorliegenden Fall nie zur Diskussion stand. Die Beschwerdeführerin macht denn auch nicht geltend, sie habe jemals eine Kaderstellung eingenommen oder gar angestrebt. Unter diesen Umständen kann offen bleiben, ob das angeblich aus der DAP der SUVA stammende Aktenstück ein zulässiges Beweismittel im Sinne von Art. 99 BGG darstellte und ob ihm überhaupt Beweiswert zuerkannt werden könnte.