Citation: 5A_318/2021 E. 3.3.3

3.3.3. Weiter weist der Beschwerdeführer darauf hin, dass seine Mutter aufgrund ihrer Schichtarbeit regelmässig zu "betreuerisch besonders wichtigen Zeiten" am Morgen vor der Schule sowie am Nachmittag und Abend bis zur Schlafenszeit nicht anwesend sei. Trotz der hohen Anforderungen, welche die Rückkehr zur Mutter und der Eintritt in die Oberstufe an ihn stellen würden, wäre er sehr oft auf sich alleine gestellt und müsste vor und nach der Schule ohne Bezugsperson zurechtkommen. Der Beschwerdeführer erhebt abermals eine Sachverhaltsrüge und hält dem Obergericht vor, sich in keiner Weise mit der Arbeitssituation der Beschwerdegegnerin 1 auseinanderzusetzen, obwohl die Frage der konkreten Betreuung relevant sei. Die Aussicht, im Falle einer Rückkehr zur Mutter sehr viel Verantwortung für sich selbst übernehmen zu müssen und oft auf sich allein gestellt zu sein, habe dazu geführt, dass er in der Pflegefamilie bleiben möchte und die Einreichung der Beschwerde an das Bundesgericht wünschte. Dies zeige, dass die Arbeitssituation der Beschwerdegegnerin 1 für den Entscheid über die Rückplatzierung sehr wohl relevant ist. Der Rüge kann kein Erfolg beschieden sein. Auch wenn sich der angefochtene Entscheid nicht im Einzelnen mit der Arbeitssituation der Beschwerdegegnerin 1 befasst, ist dem Obergericht doch nicht entgangen, dass die Beschwerdegegnerin 1 Schicht arbeitet. Ebenso ist ihm bewusst, dass die Beschwerdegegnerin 1 ihrem Sohn nicht immer eine optimale alltägliche Struktur und schulische Förderung wird bieten können (s. E. 3.2.4). Dass sich der geregelte Tages- und Wochenplan eines schulpflichtigen Kindes nicht vollends mit den Arbeitszeiten des betreuenden Elternteils in Einklang bringen lässt, ist keine Eigenheit des konkreten Falls, sondern eine Lebensrealität, mit der zahllose Familien konfrontiert sind und die - auch unter Beherzigung der besonderen Bedürfnisse des Beschwerdeführers - für sich allein kein Grund ist, der Beschwerdegegnerin 1 das Aufenthaltsbestimmungsrecht über ihren bald 13-jährigen Sohn dauerhaft vorzuenthalten. Im Übrigen behauptet der Beschwerdeführer nicht, dass eine konkrete Betreuung durch seine Mutter zu den Randzeiten am Morgen und am Abend überhaupt nie gewährleistet wäre. Unbehagen und Unsicherheit über eine so tief greifende Veränderung wie die Rückkehr ins Elternhaus nach mehr als fünfeinhalb Jahren Fremdplatzierung sind nachvollziehbar und mögen den Beschwerdeführer sogar dazu bewogen haben, den obergerichtlichen Entscheid anzufechten. Sie sind jedoch kein Grund zur Annahme, dass das Wohl des Beschwerdeführers im Falle einer Rückplatzierung in einer Weise gefährdet wäre, die eine Fortsetzung der Fremdplatzierung als unausweichlich erscheinen lässt.