Citation: 5A_673/2022 E. 4.1

4.1. Nach Ansicht des Obergerichts erfolgt die Verteilung des von beiden Elternteilen erwirtschafteten Überschusses nach Massgabe der hier anwendbaren zweistufigen Methode mit Überschussverteilung in der Regel nach "grossen und kleinen Köpfen". Eine Limitierung des Überschussanteils des Beschwerdeführers rechtfertige sich sodann nicht, da keine weit überdurchschnittlichen Verhältnisse vorlägen. Auch eine Sparquote sei nicht vorhanden. Entsprechend seien dem Beschwerdeführer 20 % des Überschusses zuzuweisen. Während die Kindseltern den Beschwerdeführer je ungefähr zur Hälfte betreuen, erwirtschafte der Vater indes den zu verteilenden Überschuss während sämtlichen Unterhaltsphasen nahezu allein. Zudem wachse das Einkommen des Vaters seit der Trennung der Eltern stetig, während jenes der Mutter angesichts der beiden nicht gemeinsamen Kinder (vgl. vorne Bst. A.a) abnehme. Der Beschwerdegegner trage sodann die nicht im Bedarf enthaltenen Kosten für den Musikunterricht des Beschwerdeführers, während die Mutter keine weiteren Kosten übernehme. Daher rechtfertige es sich, den dem Beschwerdeführer zugewiesenen Überschuss zu 70 % dem Haushalt des Vaters und nur zu 30 % jenem der Mutter anzurechnen. Auf diese Weise werde sichergestellt, dass der Beschwerdeführer während der Betreuung durch die Mutter Freizeitaktivitäten nachgehen könne, und gleichzeitig verhindert, dass es zu einer indirekten Finanzierung des anderen Elternteils komme.