Citation: 1C_446/2022 E. 5.1

5.1. Vorliegend hat die Beschwerdegegnerin 1 die zukünftige Nutzung der Parzelle Nr. 414 nach den baulichen Veränderungen weder im Baubewilligungsgesuch noch im weiteren Verlauf des Verfahrens angegeben. Da die zukünftige Nutzung nicht bekannt ist, stützte sich die Vorinstanz im angefochtenen Urteil auf die ursprünglich bewilligte Tätigkeit des Stahlhandels und der Stahlverarbeitung, um die Bewilligungsfähigkeit zu bejahen. Sie nahm an, es handle sich dabei um eine bewilligte Nutzung, weshalb das Bauvorhaben - ungeachtet der künftigen, allenfalls noch zu bewilligenden Nutzung - keinen Mehrverkehr verursache. In Anbetracht der Faktenlage verfängt jedoch diese Argumentation nicht: Die Beschwerdegegnerin 1 hat weder im Vorfeld noch während des vorliegenden Verfahrens die Absicht geäussert, den Stahlhandel- und -verarbeitungsbetrieb weiterzuführen bzw. wieder aufzunehmen. Im Gegenteil: Sie hat das Grundstück seit dessen Kauf im Jahr 2006 und während fast 15 Jahren für ihr Kerngeschäft, d.h. zu logistischen Zwecken, benutzt. Erst im Zuge des vorliegenden Baubewilligungsverfahrens hat sie diese Nutzung aufgegeben, als klar wurde, dass sie nicht bewilligt worden war und zudem zonenwidrig geworden ist. Für die Abklärung der Bewilligungsfähigkeit des vorliegenden Baugesuchs kann nicht von einer Nutzung ausgegangen werden, die gar nicht beabsichtigt ist. Hinzu kommt, dass die seinerzeit auf dem Areal bewilligte Nutzung (Stahlverarbeitung und -handel) bereits vor vielen Jahren aufgegeben worden ist, weshalb insofern kaum von einer weiterhin gültigen Nutzungsbewilligung ausgegangen werden kann, von der die Beschwerdegegnerin 1 ohne Berücksichtigung der seitherigen Entwicklung im interessierenden Gebiet ohne Weiteres wieder Gebrauch machen könnte.