Citation: 6S.262/2006 23.10.2006 E. 1

1.1 Die Vorinstanz stellt fest, dass der Beschwerdegegner als Baustellenleiter für die Einhaltung der massgeblichen Sicherheitsbestimmungen verantwortlich war. Nach den zur Zeit des Unfalls gültigen Vorschriften und Weisungen für die Arbeiten in der Nähe von Bahnanlagen (SBB, RhB, FO) des Tiefbauamts durften die Erstellung und der Abbruch von Schutzgerüsten in unmittelbarer Nähe von Hochspannungsanlagen (d.h. näher als ca. drei Meter) nur bei ausgeschalteter Leitung und in Anwesenheit eines Aufsichtsbeamten vom Fahrleitungsdienst der Bahn ausgeführt werden. In Missachtung dieser Regel erteilte der Beschwerdegegner dem Beschwerdeführer und dem weiteren beigezogenen Arbeiter um 21.00 Uhr den Auftrag, das Plastik und das Holz des Gerüsts bereits vor der Abschaltung der Fahrleitung um 23.00 Uhr zu entfernen, obwohl sich dieses Material weniger als drei Meter von der Leitung entfernt befand. 1.2 Die Vorinstanz erklärt weiter, dass diese Sorgfaltspflichtverletzung jedoch nicht Ursache der schweren Körperverletzung des Beschwerdeführers gewesen sei. Zu Letzterer sei es dadurch gekommen, dass der Beschwerdeführer und sein Arbeiter bereits vor 23.00 Uhr begonnen hatten, die Metallpfosten des Gerüsts mit der Trennscheibe zu entfernen. Die Arbeit am und auf dem Metallgerüst selbst hatte der Beschwerdegegner indessen dem Beschwerdeführer und B.________ vor dem Abschalten der Fahrleitung um 23.00 Uhr unmissverständlich untersagt. Als zentrale Ursache der Körperverletzung erscheine damit der Entscheid des Beschwerdeführers, trotz der entgegenstehenden Weisung des Beschwerdegegners mit dem Abtrennen der Metallpfosten zu beginnen. Dieser Umstand dränge die Sorgfaltspflichtverletzung des Beschwerdegegners völlig in den Hintergrund, weshalb diese nicht als adäquate Ursache der schweren Körperverletzung erscheine. 1.3 Wie der Beschwerdeführer zu Recht darlegt, kann die erwähnte Argumentation nur so verstanden werden, dass die Vorinstanz bereits Zweifel am Vorliegen des natürlichen Kausalzusammenhangs hat, dazu aber letztlich keine eindeutige Feststellung trifft. Nach ihrer Ansicht fehlt es - unabhängig davon - jedenfalls an der Adäquanz der Sorgfaltspflichtverletzung des Beschwerdegegners für den Eintritt der schweren Körperverletzung. Der Beschwerdeführer macht geltend, die Verneinung des adäquaten Kausalzusammenhangs verletze Bundesrecht.