Citation: 9C_57/2023 E. 3.3

3.3. Vorab ist festzustellen, dass die strittigen Fragen, bei denen die kardiologische Begutachtung eine Rolle spielt, spezifisch versicherungsmedizinische Punkte betreffen (dazu unten E. 4). Da sich diese nicht mit therapeutischen Fragestellungen überschneiden, kommt es auch nicht zu den vom Beschwerdeführer befürchteten Komplikationen. Die Rüge ist insofern unbegründet. Ohnehin führen die organisatorischen Gegebenheiten vorliegend nicht zu einer Verletzung der Garantie eines unabhängigen Gutachters im Sinn von Art. 44 ATSG. Zwar ist die mit der Erstellung des Administrativgutachtens betraute MEDAS hier demjenigen Spital angegliedert, in dem der Begutachtete kardiologisch betreut wird; der Teilgutachter dieser Disziplin ist dort offenbar hauptberuflich klinisch tätig. Solange er indes selbst nicht in die Behandlung des Beschwerdeführers involviert war - was dieser nicht behauptet -, ist eine derartige Konstellation nicht von vornherein unzulässig. Darüber hinaus ist nicht ersichtlich, inwiefern die Unabhängigkeit des Gutachters im Rahmen seiner Tätigkeit für die MEDAS etwa durch die Weisungsbefugnis eines Vorgesetzten der Abteilung Kardiovaskuläre Prävention gefährdet sein sollte. In seiner Eigenschaft als MEDAS-Gutachter ist der betreffende Arzt nicht in die Hierarchie dieser Abteilung eingebunden. Mit Blick auf die versicherungsmedizinischen Gutachterfragen einerseits und die vom Beschwerdeführer geschilderten Therapieinhalte (z.B. Besprechen des weiteren Prozederes bezüglich des Defibrillators im Rahmen einer Verlaufskontrolle) anderseits ist auch nicht erkennbar, dass die Gegenstände der Begutachtung einen befangenheitsrelevanten Bezug zu Verlauf und Erfolg der Therapie haben könnten.