Citation: 1B_298/2018 E. 2.3

2.3. Wenn eine Partei eines Strafverfahrens ein Schreiben von der Staatsanwaltschaft erhält, das als Absender den Namen eines Staatsanwalts angibt, der in den Ausstand versetzt wurde, weil er wegen Freundschaft oder Feindschaft mit ihr oder ihrem Rechtsbeistand befangen sein könnte, mag das bei ihr ein ungutes Gefühl verursachen. Die Mitteilung vermittelt jedoch nicht zwingend den Anschein, dieser habe sie verfasst. So ist es immerhin der neu für die Untersuchung zuständige Beschwerdegegner, der das Schreiben unterzeichnet hat. Zudem lässt seine Begründung, der Name des früheren Staatsanwalts erscheine darauf, weil er ein von diesem erfasstes Dokument weiter bearbeitet und abgeändert habe, sein Verhalten als möglicherweise ein wenig ungeschickt erscheinen, ist aber plausibel. Überdies wäre eine "Strohmannfunktion" des Beschwerdegegners ebenso möglich, wenn der Name des in den Ausstand versetzten Staatsanwalts nicht im Absender der Mitteilung erscheinen würde - etwa weil das Dokument von einer anderen Person erstellt oder der Absender auch angepasst worden wäre. Bei objektiver Betrachtungsweise reicht alleine der Vermerk des früheren Staatsanwalts im Absender daher nicht, um den Anschein zu begründen, dieser führe weiterhin das Verfahren, während der Beschwerdegegner nur gegen aussen auftrete. Selbst wenn dieser in seiner Stellungnahme vom 26. Februar 2018 anerkennt, dass der Name im Absender "offenbar" die Vermutung erweckt habe, der in den Ausstand versetzte Staatsanwalt sei der Verfasser des Schreibens, hat die Vorinstanz folglich durch die Nichterwähnung dieser Äusserung keine willkürliche Beweiswürdigung begangen. Der angefochtene Entscheid verletzt kein Bundesrecht.