Citation: 2A.112/2004 07.10.2004 E. 3

3.1 Die Beschwerdeführer berufen sich schliesslich auf den Grundsatz von Treu und Glauben und auf die so genannte "kunden- resp. bürgerfreundliche Verwaltungsführung". Danach habe die Steuerverwaltung ihre Einsprache vom 11. August 1999 kommentarlos entgegengenommen und die Beschwerdeführer spätestens mit der Verfügung vom 2. November 2000 darauf aufmerksam machen müssen, dass gegen die nachträglich ergangene Verfügung über die streitige Periode, zu der bereits verfrüht Einsprache erhoben worden war, nochmals innert Frist Einsprache eingereicht werden müsse. 3.2 Die Beschwerdeführer legen nicht dar und es ist auch nicht ersichtlich, inwieweit sie aus dem Prinzip einer kunden- bzw. bürgerfreundlichen Verwaltungsführung Rechte ableiten könnten, die ihnen im vorliegenden Zusammenhang zugute kämen. Aber auch der Grundsatz von Treu und Glauben (vgl. Art. 5 Abs. 3 und Art. 9 BV) erweist sich nicht als verletzt. Die Steuerverwaltung ist nicht gehalten, bei der Zustellung einer Veranlagung in den Akten nachzuforschen, ob eventuell bereits vorgängig eine (verfrühte) Einsprache eingegangen ist, um dann den Steuerpflichtigen ausdrücklich darauf aufmerksam zu machen, er müsse nochmals eine solche einreichen. Der Steuerpflichtige wird dadurch denn auch überhaupt nicht in seinen Rechten gekürzt; vielmehr bleibt sein Einspracherecht unangetastet, und die Pflicht der Steuerbehörde, die Veranlagungsverfügung mit einer Rechtsmittelbelehrung zu versehen (Art. 116 Abs. 1 DBG), führt dazu, dass er auf die Einsprachemöglichkeit und die entsprechende Frist ausdrücklich hingewiesen wird. Dies ist im vorliegenden Fall denn auch geschehen. Dass eine besondere vertrauensbegründende Ausgangslage gegeben wäre, die einen Grund für eine darüber hinaus gehende Anwendung des Vertrauensprinzips setzen würde, ist nicht ersichtlich. Namentlich können die Beschwerdeführer aus der Entgegennahme ihrer Einsprache vom 11. August 1999 nichts zu ihren Gunsten ableiten, musste die Steuerverwaltung diese doch insoweit in Empfang nehmen, als sie sich in gültiger Weise gegen die Veranlagungen der anderen fraglichen Jahre richtete. Die Steuerverwaltung war damals nicht gehalten, bereits eine Vorprüfung vorzunehmen und die Beschwerdeführer darauf aufmerksam zu machen, für die Jahre 1995/96 liege noch gar kein Anfechtungsobjekt vor. Sie hat somit nicht gegen den Grundsatz von Treu und Glauben verstossen.