Citation: H 24/98 04.07.2000 E. 4

4.- Wie von der Vorinstanz zutreffend und einlässlich dargetan - worauf zu verweisen ist -, konnte die Ausgleichskasse die für die Geltendmachung des Anspruchs erforderliche Kenntnis des Schadens frühestens mit dem Erhalt der Einladung der Konkursverwaltung zur zweiten Gläubigerversammlung vom 12. April 1995 erlangen, weshalb die Kasse die Schadenersatzverfügung vom 15. Januar 1996 innerhalb der einjährigen Verwirkungsfrist des Art. 82 Abs. 1 AHVV erlassen hat. Was der Beschwerdeführer dagegen vorbringt, überzeugt nicht. Zwar gab die Konkursverwaltung in ihrem ersten Rundschreiben vom 4. Mai 1994 insoweit eine Prognose über die zu erwartenden Verluste ab, als sie die per 1. März 1993 bewerteten freien Aktiven von rund Fr. 820'000. - den provisorisch im noch zur Veröffentlichung anstehenden Kollokationsplan aufgenommenen Forderungen gegenüberstellte. Gleichzeitig wies sie aber darauf hin, bezüglich möglicher Verantwortlichkeiten die als richtig erscheinenden Massnahmen bereits in die Wege geleitet zu haben. Was sie damit meinte, zeigt die von ihr nur kurze Zeit später (am 27. Juni 1994) beim Handelsgericht des Kantons Aargau eingereichte Verantwortlichkeitsklage gegen Organe der konkursiten Firma in der Höhe von über Fr. 1,3 Mio. Bei voller Gutheissung dieser Klage hätte dies - ausgehend von den im Schreiben vom 4. Mai 1994 als provisorisch im Kollokationsplan aufgenommen aufgeführten Forderungen - bei einer entsprechenden Solvenz der Beklagten eine volle Befriedigung der ersten beiden Gläubigerklassen und damit auch der zur zweiten Klasse gehörenden Ausgleichskasse (Art. 219 Abs. 4 zweite Klasse lit. f-h SchKG in der bis Ende 1996 gültig gewesenen und hier anwendbaren Fassung) bedeutet. Allein der Umstand, dass die Konkursverwaltung von sich aus einzelne Organe ins Recht zu fassen versuchte, zeigt auf, dass sie die dabei geltend gemachten Forderungen nach einer ersten Prüfung der Sach- und Rechtslage als begründet sowie als erhältlich betrachtete, weshalb für die Ausgleichskasse nach dem Erhalt des besagten Rundschreibens vom 4. Mai 1994 noch nicht absehbar war, ob ihre Forderung durch die Dividende, die sie im Konkurs erwarten durfte, sehr wahrscheinlich nicht voll gedeckt sein würde (BGE 121 V 242 Erw. 3c/bb mit Hinweis).