Citation: 1C_668/2021 E. 3.2

3.2. Das Verwaltungsgericht erwog, bei der Errichtung von Anlagen der bäuerlichen Tierhaltung und der lntensivtierhaltung müssten vorsorglich die nach den anerkannten Regeln der Tierhaltung erforderlichen Mindestabstände zu bewohnten Zonen eingehalten werden (vgl. Art. 3 in Verbindung mit Anhang 2 Ziff. 512 Abs. 1 der Luftreinhalte-Verordnung des Bundes vom 16. Dezember 1985 [LRV; SR 814.318.142.1]). Als solche Regeln gälten insbesondere die Empfehlungen der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Betriebswirtschaft und Landtechnik (FAT) im Bericht Nr. 476 (1995) "Mindestabstände von Tierhaltungsanlagen - Empfehlungen für neue und bestehende Betriebe". Übermässige Immissionen seien (im Sinne einer Faustregel) zu erwarten, wenn der halbe Mindestabstand unterschritten werde. Massgebend für die Legitimation seien jedoch nicht einzig die Mindestabstände, sondern die konkreten örtlichen Verhältnisse. Bei Geruchsimmissionen sei darauf abzustellen, ob die Immissionen deutlich wahrnehmbar seien. Dies sei u.a. aufgrund der örtlichen Windverhältnisse zu beurteilen. Die Liegenschaft der Beschwerdeführerin befinde sich in nördlicher Richtung zum Bauvorhaben und weise zu diesem einen Abstand von 270 m auf. Die geplante Geflügelhalle habe gemäss Berechnung des Amtes für Umwelt (AfU), Abteilung Luftreinhaltung, einen vorsorglichen Mindestabstand von 162 m gegenüber Wohnzonen einzuhalten. Die Liegenschaft der Beschwerdeführerin überschreite diesen Mindestabstand somit um 108 m. Sie liege zudem 34 m höher als das Niveau der geplanten Geflügelhalle und sei von dieser durch eine Geländekuppe getrennt, weshalb keine direkte Sichtbeziehung bestehe. Unbestritten sei ferner, dass (mindestens) ein Gebäude zwischen der geplanten Geflügelhalle und der Liegenschaft der Beschwerdeführerin liege. Diese befinde sich weder im Einflussbereich der Haupt- noch der zweithäufigsten Windrichtung. Der hier massgebende Südwind trete nur an 6,4 - 6,8 % Tagen im Jahr und damit selten auf und wehe mit rund 3,3 m/s eher schwach; hinzu kämen die Geländeform (Kuppe) und die fehlenden Kaltluftabströmungen in Richtung der Liegenschaft der Beschwerdeführerin. Unter diesen Umständen sei nicht von einer deutlichen Wahrnehmbarkeit der Geruchsimmissionen auszugehen. Soweit die Beschwerdeführerin für eine Anwendung des doppelten LRV-Mindestabstandes plädiere, sei ihr nicht zu folgen: Die topografischen Verhältnisse (insbesondere Geländekuppe) wichen im vorliegenden Fall deutlich vom Regelfall ab, was gegen die schematische Anwendung eines fixen Radius beim Entscheid über die Legitimation spreche. Die Beschwerdeführerin sei auch durch die beabsichtigte Terrainveränderung nicht mehr als beliebige Dritte oder die Allgemeinheit betroffen, da sie diese Aufschüttung von ihrer Liegenschaft aus optisch nicht wahrnehmen könne.