Citation: 5A_758/2020 E. 7.9.1

7.9.1. Das Klagebegehren, den Beschwerdeführern die Behauptung zu verbieten, "Stadtpräsident X.________ bzw. seine Enkelkinder hätten durch die Kesb L.________ eine 'Sonderbehandlung' erfahren" hat das Kantonsgericht anhand der Klagebegründung dahin gehend ausgelegt, den Beschwerdeführern sei die Behauptung zu verbieten, "der ehemalige Stadtpräsident von D.________ X.________ habe durch die KESB L.________ eine 'Sonderbehandlung' erfahren, um seine Enkel persönlich betreuen zu dürfen bzw. zu können", und gutgeheissen. Es ist davon ausgegangen, dieses gemischte Werturteil, dessen Sachbehauptungskern in den Akten keine Stütze finde und dessen Wertungskomponente sich als unhaltbar erwiesen habe, lasse sich unter keinen Umständen rechtfertigen (E. III/5.2.2.6 S. 214 und Dispositiv-Ziff. 6.9). Der Fall "X.________" steht vor dem Hintergrund, dass die Tochter des damaligen Stadtpräsidenten X.________ Mitte Januar 2015 an die KESB L.________ gelangte und um Hilfe ersuchte, da sie wegen angeblicher psychischer Probleme allenfalls stationär behandelt werden müsse und während dieser Zeit die Betreuung ihrer zwei Kinder nicht sichergestellt sei. Die Mitarbeiterin der KESB sah keinen Handlungsbedarf und verwies die Gesuchstellerin zur freiwilligen Beratung an das Regionale Beratungszentrum weiter. Die damalige Stellvertreterin der Zentrumsleiterin fand zusammen mit der Gesuchstellerin - ohne Einbeziehung der KESB - eine private Lösung, worauf die beiden Kinder zunächst in einer Pflegefamilie und anschliessend bei ihren Grosseltern, also bei X.________ und dessen Ehefrau, untergebracht wurden (E. III/4.9.1 S. 177). Die "E.________" berichteten über das "Dickicht im Sozialwesen L.________" erstmals in der Ausgabe vom 17. März 2016. Die Berichterstattung verlegte sich alsdann auf das Thema "KESB und Stadtrat: Freundschaftsdienste und Sonderrechte" bzw. "KESB: Sonderdienste für den Stadtpräsidenten", wo auch von "Männerfreundschaft " und "Extra-Service" geschrieben wurde (E. III/4.9.2 S. 177). Das Kantonsgericht ist zum Ergebnis gelangt, dass die Beschwerdeführer durch die fragliche Berichterstattung über Macht, Kompetenzüberschreitungen, Regelbrüche und Gefälligkeiten das Pflichtbewusstsein und die moralische Integrität des Beschwerdegegners und zweier Mitglieder des Stadtrates und damit der Beschwerdegegnerin in Frage gestellt und die Persönlichkeit beider Beschwerdegegner verletzt hätten (E. III/4.9.3.1 S. 180). Mit Ausdrücken wie "Sonderbehandlung" hätten die Beschwerdeführer die falsche Vorstellung erweckt, dass dieser Fall anders behandelt worden wäre, wenn es sich nicht um die Tochter und die Enkel des Stadtpräsidenten gehandelt hätte, und ihre Wertung, Stadtpräsident X.________ seien mit der Betreuung seiner Enkel "Sonderrechte" verschafft worden, erweise sich aufgrund des wirklich zugrunde liegenden Sachverhalts als unhaltbar (E. III/4.9.3.2.2 S. 184 des angefochtenen Entscheids).