Citation: 4A_110/2017 E. 4

Die Vorinstanz erwog hinsichtlich des Vertragsrücktrittes im Einzelnen, in den Akten fänden sich keine Anhaltspunkte dafür und die Beschwerdegegnerin mache auch nicht geltend, dass der Beschwerdeführer die vom 24. April 2014 bis 31. Oktober 2014 erhaltenen Krankentaggelder unrechtmässig erwirkt habe, das heisst trotz gemeldeter Arbeitsunfähigkeit ganz oder teilweise einer Arbeit bzw. Erwerbstätigkeit nachgegangen sei. Von einer allfälligen späteren Täuschungshandlung seien die für diese Zeit ausgerichteten Taggelder mithin nicht betroffen. Auch für die Zeit vom 19. Februar 2015 bis Ende April 2015 seien Täuschungshandlungen des Beschwerdeführers mit dem erforderlichen Beweisgrad "weder nachgewiesen noch erkennbar". Frühestens per 29. April 2015 sei eine Arbeitstätigkeit des Beschwerdeführers erstellt, und per Ende April 2015 sei von einer vollen (oder jedenfalls über 75 % liegenden) Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers auszugehen. Demgegenüber habe der Beschwerdeführer am 21. Mai 2015 und am 23. Mai 2015 wahrheitswidrige Angaben gemacht. In diesem Punkt stützte sich die Vorinstanz auf die Observationen vom 29. April 2015, 21. Mai 2015 und 23. Mai 2015. Sie führte aus, am Mittwoch, 29. April 2015, habe der Beschwerdeführer zusammen mit seiner Partnerin in U.________ von 06.30 Uhr bis ca. 17.45 Uhr bei der Arbeit an seinem Marktstand beobachtet werden können, am 21. Mai 2015 von 10.30 Uhr bis 17.00 Uhr alleine in V.________ und am 23. Mai 2015 von 13.00 bis 18.30 Uhr alleine in W.________. In V.________ und W.________ habe er den Marktstand alleine aufgestellt. An diesen drei Tagen habe er am Steuer des Lieferwagens rund 82, 42 und 195 Kilometer zurückgelegt. Augenscheinlich hätten weder Schonhaltungen noch Einschränkungen festgestellt werden können. Der Beschwerdeführer habe sich in der Öffentlichkeit absolut normal verhalten. Besonderheiten seien nicht beobachtet worden. Weiter führte die Vorinstanz aus, am 21. Mai habe der Beschwerdeführer auf einen Anruf der Beschwerdegegnerin zunächst nicht geantwortet. Bei seinem Rückruf um 11.30 Uhr habe er erklärt, alleine zu Hause zu sein. Am 29. Mai 2015 habe er anlässlich einer telefonischen Besprechung erklärt, nur zwei Mal mit seiner Partnerin an einen Marktstand gegangen zu sein, ohne gearbeitet zu haben. Nach rund zwei Stunden sei es ihm schlecht geworden, so dass er mit dem Zug nach Hause habe fahren müssen. Sodann berücksichtigte die Vorinstanz auch die medizinischen Akten und erwog, diese änderten nichts daran, dass der Beschwerdeführer gegenüber der Beschwerdegegnerin nachweislich falsche Angaben gemacht habe. Das (sinngemässe) Vorbringen des Beschwerdeführers, nur der Empfehlung der Ärzte Folge geleistet und einen Arbeitsversuch unternommen zu haben, beurteilte die Vorinstanz als reine Schutzbehauptung. Die Vorinstanz schloss, das Verhalten des Beschwerdeführers sei der Versicherungsnehmerin C.________ GmbH anzurechnen, und die Beschwerdegegnerin sei daher berechtigt gewesen, vom Vertrag (per Ende April 2015) zurückzutreten.