Citation: I 477/04 14.03.2005 E. 3

3.1 In der Verwaltungsgerichtsbeschwerde stellt sich die IV-Stelle neu auf den Standpunkt, der Versicherte könne anstelle der Tätigkeit als selbstständiger Landwirt, in der er noch zu 50% arbeitsfähig sei, eine der Behinderung angepasste unselbstständige Tätigkeit ausüben, welche ihm zu 100% zumutbar wäre. Ein solcher Berufswechsel sei ihm unter Berücksichtigung der subjektiven und objektiven Umstände und insbesondere im Hinblick darauf, dass er - bezogen auf den Einspracheentscheid - erst 35 Jahre alt sei, zumutbar. Mit einer geeigneten unselbstständigen Tätigkeit vermöchte er ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen, weshalb der Einspracheentscheid vom 24. März 2004 zu bestätigen sei. 3.2 Wie das Eidgenössische Versicherungsgericht wiederholt festgestellt hat, folgt aus der sozialversicherungsrechtlichen Schadenminderungspflicht (BGE 123 V 233 Erw. 3c mit Hinweisen), dass eine versicherte Person unter Umständen so zu behandeln ist, wie wenn sie ihre Tätigkeit als Selbstständigerwerbende aufgäbe; d.h. sie hat sich im Rahmen der Invaliditätsbemessung jene Einkünfte anrechnen zu lassen, welche sie bei Aufnahme einer leidensangepassten unselbstständigen Erwerbstätigkeit zumutbarerweise verdienen könnte. Bei der Frage nach der Zumutbarkeit einer Aufgabe der selbstständigen Erwerbstätigkeit sind praxisgemäss die gesamten subjektiven und objektiven Gegebenheiten des Einzelfalles zu berücksichtigen. Im Vordergrund stehen bei den subjektiven Umständen die verbliebene Leistungsfähigkeit sowie die weiteren persönlichen Verhältnisse, wie das Alter, die berufliche Stellung und die Verwurzelung am Wohnort. Bei den objektiven Umständen sind insbesondere der ausgeglichene Arbeitsmarkt und die noch zu erwartende Aktivitätsdauer massgeblich (AHI 2001 S. 283 Erw. 5a/bb mit Hinweisen). Im vorliegenden Fall sprechen insbesondere das noch jugendliche Alter des Beschwerdegegners, die zu erwartende lange Aktivitätsdauer sowie der Umstand, dass er als selbstständiger Landwirt noch zu 50%, in einer angepassten unselbstständigen Erwerbstätigkeit aber zu 100% arbeitsfähig ist, für die Zumutbarkeit eines Berufswechsels. Einen solchen hat der Beschwerdegegner denn auch in Betracht gezogen, ersuchte er in der Neuanmeldung vom 17. Juni 2002 doch um Berufsberatung, nicht um Zusprechung einer Rente, und hielt ergänzend fest, er müsse sich demnächst einer vierten Rückenoperation unterziehen und es sei noch ungewiss, ob er den Beruf als Landwirt weiter ausüben könne. Dessen ungeachtet hat die IV-Stelle die Frage der beruflichen Eingliederung nicht näher geprüft und das Leistungsbegehren ausschliesslich unter dem Aspekt des Rentenanspruchs beurteilt. Sie ist damit selbst davon ausgegangen, dass der Beschwerdegegner - unter Berücksichtigung der vorgenommenen betrieblichen Umstellungen und der ihm abgegebenen Hilfsmittel - als selbstständiger Landwirt hinreichend eingegliedert ist. Wenn sie nachträglich zu einem andern Schluss gelangt, so lässt sich damit eine rückwirkende Ablehnung des Rentenanspruchs nicht begründen, zumal dem Beschwerdegegner für einen allfälligen Berufswechsel eine angemessene Übergangszeit einzuräumen ist. Was in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde vorgebracht wird, ist daher nicht geeignet, zu einer Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheids zu führen. Der IV-Stelle bleibt es jedoch unbenommen, die Eingliederungsfrage für die Zukunft neu zu prüfen. Des Weiteren wird sie festzustellen haben, ob in der Zeit nach Erlass des Einspracheentscheids vom 24. März 2004 eine anspruchsbeeinflussende Änderung der Arbeits- bzw. Erwerbsfähigkeit eingetreten ist. Laut Bericht des Dr. med. M.________ vom 20. Dezember 2002 kam es nach der letzten Operation vom 28. Juni 2002 zu einer Besserung der klinischen Symptomatik, und es ist nicht auszuschliessen, dass sich der Gesundheitszustand in der Folge weiter gebessert hat. Wie es sich damit verhält, wird von der Verwaltung im Rahmen eines Rentenrevisionsverfahrens (Art. 17 ATSG) zu prüfen sein.