Citation: 6B_521/2022 E. 2.2.3

2.2.3. Die Vorinstanz verneint sodann die vom Beschwerdeführer geltend gemachte Angriffssituation. Solches widerspreche den Aussagen sämtlicher Zeugen und einigen Aussagen des Beschwerdeführers selbst. Daraus gehe hervor, dass der Beschwerdegegner 2 ihn beleidigt, festgehalten und geschüttelt, aber nicht geschlagen habe bzw. dass er sagte, er würde ihn schlagen. Ebenso habe kein Zeuge bestätigt, dass der Beschwerdegegner 2 wackelig auf den Beinen gewesen wäre, sodass es für einen Sturz wenig Kraft gebraucht hätte. Auch die vom Beschwerdeführer beschriebene hektische Bewegung des Beschwerdegegners 2 kurz vor dem Zuschlagen lasse auf keinen unmittelbaren körperlichen Angriff schliessen. Dagegen spreche zudem, dass der Beschwerdeführer ausgesagt habe, er habe den Beschwerdegegner 2 mehrmals gewarnt, bevor er zugeschlagen habe. Soweit der Zeuge F.________ zunächst von einem drohenden Faustschlag gesprochen habe, habe er dies später nicht bestätigt und eingeräumt, das Geschehen nicht richtig gesehen zu haben. Auch aus der Behauptung, wonach der Beschwerdegegner 2 die Hand aus der Jackentasche gezogen habe, unmittelbar bevor der Beschwerdeführer zugeschlagen habe, könne dieser nichts für sich ableiten, etwa, dass er gedacht hätte, jener greife nach einer Waffe. Er habe selbst ausgesagt, dass der Beschwerdegegner 2 dies zuvor mehrmals gemacht und die Hand jeweils wieder "versorgt" habe. Es sei daher nicht erkennbar, inwiefern eine Steigerung des verbal und drohend aggressiven Verhaltens des Beschwerdegegners 2 vorgelegen hätte, bevor der Beschwerdeführer zugeschlagen habe. Deshalb habe objektiv weder ein Angriff bestanden, noch habe der Beschwerdeführer Anlass gehabt, sich einen solchen vorzustellen. Angesichts seiner Aussage, wonach er früher selbst Baseball gespielt habe, sei ihm die Krafteinwirkung des Schlägers bewusst gewesen. Schliesslich seien kein wesentlicher Alkoholeinfluss während der Tat und kein Einfluss von Drogen, namentlich von Amphetaminen, nachgewiesen. Der Beschwerdeführer habe gegenüber der Polizei ausgesagt, gegen Mittag des 8. Februar 2015, mithin nach der Tat, Amphetamine geschnupft zu haben, was mit den toxikologischen Befunden vereinbar sei. Die anderslautenden Vorbringen des Beschwerdeführers im Laufe des Verfahrens, wonach er in der Tatnacht Alkohol, Amphetamine und Cannabis konsumiert habe, seien als Schutzbehauptungen zu werten, zumal auch keiner der Zeugen Derartiges berichtet habe.