Citation: 2C_403/2019 E. 4.2.2

4.2.2. Das Verwaltungsgericht räumt ein, dass bei einer Lohnpfändung unter Umständen zusätzliche Schulden dazu kommen können und die Verschuldung aufgrund neuer in Betreibung gesetzter Verlustscheine zwar tatsächlich auch etwas tiefer hätte angesetzt werden können; der Beschwerdeführer legte indessen in keiner Weise dar, inwiefern dies tatsächlich der Fall gewesen ist. Primär obliegt es zwar der Behörde abzuklären, ob eine Mutwilligkeit vorliegt (vgl. Urteil 2C_27/2018 vom 10. September 2018 E. 2.2). Die Ausländerinnen und Ausländer sind allerdings nach Art. 90 AIG verpflichtet, an der Feststellung des für die Anwendung des Gesetzes massgebenden Sachverhalts mitzuwirken. Insbesondere erstreckt sich die Mitwirkungspflicht dabei auf Tatsachen, die eine Partei besser kennt als die Behörden und die diese ohne Mitwirkung der Betroffenen gar nicht oder nicht mit vernünftigem Aufwand erheben können (BGE 143 II 425 E. 5.1 S. 439 mit Hinweis). Anwendbar ist dieser Grundsatz auch dann, wenn aufgrund der gesamten Sachlage die Hinweise für einen ausländerrechtlichen Tatbestand sich so verdichtet haben, dass ohne Not davon ausgegangen werden kann, der strittige Tatbestand liege vor (vgl. das Urteil 2C_138/2018 vom 16. Januar 2019 E. 3.2). Insofern besteht quasi eine Tatsachenvermutung. In solchen Konstellationen ist es an der betroffenen Person, den entsprechenden Gegenbeweis zu erbringen (vgl. das Urteil 2C_138/2018 vom 16. Januar 2019 E. 3.2).