Citation: 6B_486/2018 E. 2.2.1

2.2.1. Wie die Vorinstanz zutreffend erwägt und unbestritten ist, hat der Beschwerdeführer - resp. der Fahrer des Unfallfahrzeugs - bei seinem zur Streifkollision führenden Überholmanöver mit doppeltem Fahrstreifenwechsel keinen ausreichenden resp. faktisch gar keinen Abstand zum überholten BWM eingehalten. Gemäss ihren willkürfreien und damit für das Bundesgericht verbindlichen Feststellungen (Art. 105 BGG) hat er dem BMW richtiggehend den Weg abgeschnitten. Wenn die Vorinstanz daraus schliesst, der Beschwerdeführer habe mit seinem Manöver weder dem überholten noch den nachfolgenden Fahrzeugen gegenüber die nötige Rücksicht genommen, ist dies nicht zu beanstanden. Sie verletzt kein Bundesrecht, wenn sie annimmt, er habe damit gegen elementare Verkehrsregeln verstossen. Art. 34 Abs. 3 SVG verpflichtet den Fahrzeugführer, beim Ändern der Fahrrichtung auf den Gegenverkehr und auf die nachfolgenden Fahrzeuge Rücksicht zu nehmen (vgl. dazu Urteil 6B_1324/2017 vom 9. Mai 2018 E. 2.2 f.). Zudem darf der Fahrzeugführer gemäss dem Art. 34 Abs. 3 und 4 SVG ausführenden Art. 10 Abs. 2 der Verkehrsregelnverordnung vom 13. November 1962 (VRV; SR 741.11) nach dem Überholen erst dann wieder einbiegen, wenn für den überholten Strassenbenützer keine Gefahr mehr besteht. Auch diese Vorschrift hat der Beschwerdeführer missachtet. Gemäss nachvollziehbarer Feststellung der Vorinstanz handelt es sich bei der Unfallstelle im Bereich Bern-Wankdorf um eine heikle Verzweigung, wo mit in verschiedene Richtungen einspurenden Fahrzeugen gerechnet werden muss. Ihr ist zuzustimmen, dass dies das Fahrmanöver des Beschwerdeführers unbesehen der effektiven Folgen besonders gefährlich macht und, dass der Eintritt einer konkreten Gefahr oder gar einer Verletzung angesichts der gefahrenen Geschwindigkeiten und des mässigen Verkehrsaufkommens besonders nahe lag. Dies ist mit Bezug auf den überholten BMW augenscheinlich und klar gegeben, da es zur Kollision kam, gilt aber auch für die unmittelbar nachfolgenden Fahrzeuge. Nach dem zum Sachverhalt Gesagten war der Zusammenprall derart heftig, dass der BMW ins Schleudern geriet und über zwei Fahrbahnen hinweg unkontrolliert in die Leitplanke prallte (oben E. 1.2.2). Die Vorinstanz verletzt kein Bundesrecht wenn sie erwägt, es sei letztlich dem Zufall zu verdanken, dass lediglich ein Sachschaden entstanden sei und wenn sie den objektiven Tatbestand von Art. 90 Abs. 3 SVG aufgrund des Manövers des Beschwerdeführers bejaht. Dies gilt auch in subjektiver Hinsicht. Wie sie willkürfrei feststellt, fuhr der Beschwerdeführer auf dem Überholstreifen geradeaus, bevor er unvermittelt und brüsk nach rechts über zwei Fahrstreifen hinweg in Richtung Bern-Neufeld zog und mit dem BMW auf dem Normalstreifen kollidierte, wobei die Zeugen ein absichtliches Abdrängen beschrieben. Wenn die Vorinstanz gestützt darauf einen wissentlichen, willentlichen und rücksichtslosen Fahrbahnwechsel annimmt, ist dies nachvollziehbar. Gleiches gilt nach dem Gesagten, wenn sie erwägt, der Beschwerdeführer habe das Risiko eines Unfalls mit Schwerverletzen oder Toten unter den gegebenen Umständen mindestens in Kauf genommen.