Citation: 8C_933/2009 28.04.2010 E. 4.4

4.4.1 Das Kriterium der besonders dramatischen Begleitumstände oder besonderen Eindrücklichkeit des Unfalles ist objektiv und nicht auf Grund des subjektiven Empfindens bzw. Angstgefühls der versicherten Person zu beurteilen (Urteile U 56/07 vom 25. Januar 2008 E. 6.1 und [des Eidg. Versicherungsgerichts] U 287/97 vom 20. November 1998 E. 3b/cc, in: RKUV 1999 Nr. U 335 S. 207). Zu beachten ist, dass jedem mindestens mittelschweren Unfall eine gewisse Eindrücklichkeit eigen ist, die für eine Bejahung des Kriteriums somit noch nicht ausreichen kann (vgl. Urteil 8C_39/2008 vom 20. November 2008 E. 5.2). In jüngerer Zeit bejahte das Bundesgericht dieses Kriterium etwa bei einer Massenkarambolage auf einer Autobahn (Urteil 8C_623/2007 vom 22. August 2008 E. 8.1; vgl. auch Urteil 8C_633/2007 vom 7. Mai 2008 E. 6.3), bei einem Zusammenstoss zwischen einem Personenwagen und einem Lastwagen in einem Autobahntunnel mit mehreren sich anschliessenden Kollisionen mit der Tunnelwand (Urteil 8C_257/2008 vom 4. September 2008 E. 3.3.3), bei einem Zusammenprall zwischen einem Sattelschlepper und einem Personenwagen, wobei der Fahrer des Sattelschleppers die Kollision zunächst nicht bemerkte und den Personenwagen der versicherten Person noch auf einer längeren Distanz vor sich herschob, während die Insassen des Personenwagens verzweifelt versuchten, den Unfallverursacher auf sich aufmerksam zu machen (Urteil 8C_508/2008 vom 22. Oktober 2008 E. 5.3, zusammengefasst wiedergegeben in: SVS 2009 3 S. 60), oder bei einem Unfall mit hoher Geschwindigkeit auf einer Autobahn, bei dem das Fahrzeug des Versicherten bei starkem Verkehr mehrmals über die Fahrbahn geschleudert wurde und sich dabei wiederholt überschlug (Urteil 8C_799/2008 vom 11. Februar 2009 E 3.2.3). Die Beschwerdeführerin führt an, der Unfall habe sie unvorbereitet getroffen und sie habe dabei eine Amnesie erlitten. Der Unfall sei eindrücklich gewesen, weil sich das Fahrzeug überschlagen und der Airbag geöffnet habe; besonders ins Gewicht falle zudem, dass sie als erfahrene Kurierfahrerin betroffen gewesen sei. Wie im angefochtenen Entscheid zutreffend dargelegt wurde, ist nicht als erstellt anzusehen, dass die Versicherte anlässlich des Unfalles das Bewusstsein verloren hat. Selbst wenn davon auszugehen wäre, würde dies allerdings zu keiner anderen Beurteilung führen, ist doch das Vorliegen einer Amnesie bei der Frage nach der Eindrücklichkeit des Unfalls nicht von massgebender Bedeutung. Entgegen der Darstellung der Beschwerdeführerin überschlug sich deren Fahrzeug sodann auch nicht, sondern kippte seitwärts um (Rapport der Kantonspolizei N.________ vom 29. August 2005, S. 4). Das plötzliche Schleudern, der Aufprall auf die Mittel- und Seitenleitplanke sowie das anschliessende Umkippen des Fahrzeugs waren zwar zweifelsohne für die betroffene Fahrerin von einer gewissen Eindrücklichkeit, wie auch die Vorinstanz zu Recht feststellte. Indessen ist nicht einsichtig, weshalb dieses Ereignis für eine erfahrene Kurierfahrerin im Vergleich zu anderen Fahrzeuglenkerinnen oder -lenkern besonders oder ausserordentlich eindrücklich gewesen sein soll. Im Lichte der vorstehend angeführten Judikatur, bei welchen das Bundesgericht eine besondere Eindrücklichkeit bejahte und die allesamt eindrücklicher als der vorliegend zur Beurteilung stehende Unfall erscheinen, ist das Kriterium der besonderen Eindrücklichkeit nicht erfüllt. 4.4.2 Hinsichtlich des Kriteriums der ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung ist den Akten zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin seit dem Unfall bis zum Fallabschluss in regelmässiger ärztlicher Behandlung stand. Sie unterzog sich, wie sich der von ihr verfassten Aufstellung entnehmen lässt, auch verschiedentlich stationären therapeutischen Vorkehren. Mit Ausnahme des Rehabilitationsaufenthaltes in der Klinik Y.________ vom 29. September bis zum 26. Oktober 2005 dienten diese Aufenthalte aber nicht der Behandlung des somatischen Leidens, sondern waren primär auf Grund der psychischen Problematik indiziert. Die Behandlung des psychischen Beschwerdebildes hat im vorstehenden Zusammenhang aber ausser Betracht zu bleiben (vgl. E. 4.2 hievor). Bezogen auf die organischen Unfallfolgen kann deshalb nicht von einer besonders langen Dauer der ärztlichen Behandlungsmassnahmen gesprochen werden. 4.4.3 Für die Adäquanzfrage von Bedeutung können im Weiteren körperliche Dauerbeschwerden sein. Aus den Akten ergibt sich, dass die Versicherte seit dem Unfall fast täglich an Nacken- und Kopfschmerzen leidet. Die Beschwerden sind gemäss ärztlicher Beurteilung jedenfalls teilweise mit pathophysiologisch bekannten Mechanismen erklärbar und haben damit eine somatische Komponente, wenn sie auch durch psychische Faktoren prädisponiert und aufrecht erhalten werden (psychiatrischer Bericht des Dr. med. S.________ vom 28. Oktober 2006, S. 11). Unter diesen Umständen kann das Kriterium der Dauerbeschwerden allenfalls als erfüllt betrachtet werden, angesichts der starken psychischen Mitbeteiligung aber keinesfalls in ausgeprägtem Masse.