Citation: I 112/04 11.05.2004 E. 2

In tatsächlicher Hinsicht ist davon auszugehen, dass dem Beschwerdeführer, bedingt durch seine in die unteren Extremitäten ausstrahlenden Rückenbeschwerden, körperlich schwere Arbeiten nicht mehr zumutbar sind, er hinsichtlich wechselbelastender Tätigkeiten ohne Heben und Tragen von schweren Lasten sowie ohne Verrichtungen ausserhalb der Körperachse indes zu 100 % arbeitsfähig ist. Der entsprechenden Stellungnahme des Dr. med. W.________ (Expertise vom 5. Juli 2002), anknüpfend an die Diagnose einer Segmentdegeneration C5/6 und L3/4 (sowie je beginnend C6/7 und L4/5), kommt, wie die Vorinstanz einlässlich erwog, voller Beweiswert zu (vgl. Erw. 1 in fine). 2.1 Die Behauptung, wonach die am 7. Juni 2000 akut aufgetretenen und nachfolgend persistierenden Beschwerden am Bewegungsapparat bereits während des vom 16. Oktober 1989 bis 3. Oktober 1997 dauernden Arbeitsverhältnisses mit der Q.________ AG die Arbeitsfähigkeit - dauernd - eingeschränkt hätten, findet in den Akten keine Stütze. Laut Schreiben vom 26. März 1997 erfolgte die Kündigung des Arbeitsverhältnisses aus wirtschaftlichen Gründen. Im Bericht vom 23. November 2000, wonach der Beschwerdeführer in den Jahren 1996 und 1997 krankheitsbedingt während rund einer Woche (21. bis 28. Juni 1996) gefehlt hatte, gab die ehemalige Arbeitgeberin an, sie habe keinerlei Kenntnis "von einer gesundheitlichen Schädigung". Schliesslich bezog der Beschwerdeführer gemäss Auskunft der Arbeitslosenkasse (vom 31. Oktober 2000) vom 6. Oktober 1997 bis 5. Oktober 1999 Arbeitslosentaggelder auf der Grundlage einer 100%igen Arbeitsfähigkeit. 2.2 Dr. med. S.________, Spezialarzt FMH für Neurologie, verneinte in seinem zuhanden des Hausarztes Dr. med. R.________ thologisch-anatomisches Substrat für die geklagte Beschwerdesymptomatik in der linken Körperhälfte. Dr. med. M.________, der in seinem Bericht vom 4. Oktober 2000 die Frage nach einem zentralen Geschehen noch offen gelassen hatte, war anlässlich der Untersuchung vom 26. Februar 2001 zur Auffassung gelangt, bei der nunmehr geringfügigen Reflexdifferenz lägen keine überzeugenden Hinweise für ein prozesshaftes zentrales Geschehen vor (Bericht vom 27. Februar 2001). 2.3 Entgegen dem Beschwerdeführer besteht sodann weder aus psychiatrischer noch aus gastroenterologischer Hinsicht Anlass für ergänzende Abklärungen mit Bezug auf die hier allein massgebende Frage, ob im für die Beurteilung relevanten Zeitpunkt des Erlasses der Verwaltungsverfügung vom 14. Oktober 2002 (vgl. Erw. 1 hievor) ein die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigender Gesundheitsschaden bestand und dieser im Hinblick auf den geltend gemachten Rentenanspruch als invalidisierend zu qualifizieren ist: 2.3.1 Dr. med. U.________ hat in seiner konsiliarischen Beurteilung vom 8. Februar 2001 schlüssig und in allen Teilen überzeugend das Vorliegen eines psychischen Gesundheitsschadens mit Krankheitswert verneint. Dem Beschwerdeführer ist beizupflichten, dass Dr. med. R.________ als behandelnder Internist in seinem zuhanden des Rechtsvertreters erstellten Kurzbericht vom 29. Oktober 2002, anders als im Verlaufsbericht vom 25. Juni 2001, von einer depressiven Verstimmung spricht. Deswegen auf eine nach der psychiatrischen Begutachtung im Februar 2001 eingetretene Verschlechterung der psychischen Gesundheit zu schliessen, geht indes nicht an. Dr. med. R.________ hat aktenkundig bereits in seinem Bericht vom 9. November 2000, mithin vor der fachärztlichen Expertise im Februar 2001, ausdrücklich von einer depressiven Verstimmung gesprochen. Schliesslich genügt ein depressiver Verstimmungszustand, anders als eine hievon klar unterscheidbare andauernde Depression im fachmedizinischen Sinne oder ein damit vergleichbarer psychischer Leidenszustand (BGE 127 V 299 unten Erw. 5a), nicht für das Vorliegen eines - rechtserheblichen - psychischen Gesundheitsschadens mit Krankheitswert. 2.3.2 Dr. med. E.________, Spezialarzt FMH für Gastroenterologie, diagnostizierte am 4. Februar 2002 endoskopisch eine erosive Refluxösophagitis. Er beschrieb den Oesophagus als in den proximalen zwei Dritteln unauffällig in Bezug auf Lumen, Schleimhaut und Motilität. Bei distal ausgefranster Z-Linie sowie kleinen, roten, nicht konfluierenden Strassen verneinte er das Vorliegen von Ulcera, Varizen oder Tumoren (Bericht vom 5. Februar 2002). 2.3.2.1 Bei der Refluxkrankheit handelt es sich um chronische Beschwerden mit Schmerzen im Oberbauch, ausgelöst durch einen erhöhten Rückfluss von Mageninhalt in die Speiseröhre aufgrund eines Versagens des Verschlussmechanismus des unteren Oesophagusmundes. Bei der Refluxösophagitis führt der permanente Rückfluss von Magensäure zu Defekten in der Schleimhaut und zur entzündlichen Schleimhautinfiltration (Chirurgische Universitätsklinik Heidelberg: Refluxkrankheit und Refluxösophagitis in www.chirurgieinfo.com/ de/refluxkrankheit.html). Die gastroösophalen Refluxkrankheiten umfassen ein breites Spektrum klinischer Manifestationen mit dem Leitsymptom Sodbrennen. Der Schweregrad der Erkrankung wird nach dem endoskopischen Bild definiert und reicht von der eingangs beschriebenen, nicht-erosiven Refluxkrankheit bis zum so genannten Barrett. Ungefähr 70 % der Patienten haben eine Refluxkrankheit ohne Refluxösophagitis, bei 30 % besteht eine Refluxerkrankung mit Refluxösophagitis, d.h. es liegen endoskopisch erkennbare Läsionen und histologisch nachweisbare entzündliche Schleimhautinfiltrationen im Oesophagus vor. Epidemiologisch gilt, dass in Deutschland etwa 8 Millionen Bundesbürger von Sodbrennen betroffen sind, 800'000 Personen unter einer Refluxösophagitis leiden und rund 10 % von diesen eine Barrett-Metaplasie aufweisen (Gerards/Peitz/Malfertheiner, Reflux-Oesophagitis- eine Volkskrankheit auf dem Vormarsch, S. 137 ff. in: Therapeutische Umschau, Band 58, Bern 2001). In pathologisch-anatomischer Hinsicht werden gemäss der am häufigsten angewandten Savary Miller Klassifikation vier Stadien unterschieden (vgl. Gerards/Peitz/Malfertheiner, a.a.O., S. 140 oben sowie Pschyrembel, 259. Aufl., Berlin/New York 2002, S. 1427 f.). Stadium I ist dabei gekennzeichnet durch erosive Schleimhautdefekte. Im Stadium II konfluieren erosive Defekte, jedoch nicht die gesamte Zirkumferenz umfassend. 2.3.2.2 Der Umstand, dass im Rahmen der endoskopischen Untersuchung vom 4. Februar 2002 keine konfluierenden erosiven Defekte erhoben wurden, spricht dafür, dass der Beschwerdeführer an einer Refluxösophagitis Stadium I leidet. Die exakte medizinische Klassifikation ist insofern sekundär, als unabhängig davon gestützt auf den Bericht des Dr. med. E.________ jedenfalls hinsichtlich der Verhältnisse im Zeitpunkt des Erlasses der Verwaltungsverfügung vom 14. Oktober 2002 (vgl. Erw. 1 hievor) ein die Arbeitsfähigkeit beschränkender Gesundheitsschaden ausgeschlossen werden kann. Dr. med. E.________ spricht im Bericht vom 5. Februar 2002 unter dem (abschliessenden) Titel "Empfohlenes Procedere" davon, dass der Beschwerdeführer (wohl initial) von einem Protonenpumpenhemmer profitiere. Eventuell bedürfe der Beschwerdeführer einer medikamentösen Langzeittherapie. Breiten Raum nehmen demgegenüber die Informationen über die so genannten allgemeinen Massnahmen ein. Dem Beschwerdeführer wurde ein Merkblatt übergeben, worin bestimmte Verhaltens- und Ernährungsregeln (wie das Meiden von Alkohol und Nikotin, die Einnahme mehrerer, eher kleineren Mahlzeiten etc.) genannt werden, um die Refluxsymptome zu lindern. Dafür, dass diese - konservativen - Massnahmen in der Zeit von Februar bis Mitte Oktober 2000 nicht gegriffen hätten, vielmehr ein die Arbeitsfähigkeit einschränkender Gesundheitszustand eingetreten ist, liegen nach Lage der Akten keine Anhaltspunkte vor.