Citation: 8C_742/2023 E. 4.4

4.4. Im Nachgang zum vorinstanzlichen Rückweisungsentscheid vom 2. September 2020 klärte die IV-Stelle die Verhältnisse bei der Beschwerdeführerin zu Hause ab. Gestützt auf die Ergebnisse dieser Abklärung und die RAD-Beurteilung des Dr. med. Keller vom 27. März 2022 kam sie zum Schluss, dass die Eltern der Beschwerdeführerin und die Stiftung C.________ die von der Kinderspitex beantragten Leistungen selbstständig erbringen könnten, weshalb diese nicht als medizinische Massnahmen zu qualifizieren seien. Diese Sichtweise schützte das kantonale Gericht im angefochtenen Entscheid vom 13. September 2023. Es gab dabei zwar seine Erwägungen aus dem Rückweisungsentscheid vom 2. September 2020 wieder. Weshalb es sich über die dortigen Vorgaben hinwegsetzte, wonach die Beschwerdeführerin zu Hause unbestrittenermassen auf medizinische Massnahmen angewiesen resp. wonach der Anspruch auf Kinderspitexleistungen bei Aufenthalt zu Hause unbestritten sei, begründete es jedoch nicht. Ebenso wenig ist dem angefochtenen Entscheid zu entnehmen, wie es sich mit der im Rückweisungsentscheid (zu Recht, vgl. BGE 113 V 17 E. 1c; Urteile 8C_572/2022 vom 21. Juni 2023 E. 3.2.4.2; I88/04 vom 24. Mai 2005 E. 3.1; I 494/01 vom 4. Juni 2003 E. 2.2) aufgeworfenen Frage verhält (vgl. im Übrigen auch E. 1.3.5 des angefochtenen Entscheids), ob im massgebenden Vergleichszeitraum eine Veränderung des für den Anspruch auf medizinische Massnahmen relevanten Sachverhalts eingetreten ist. Bestand bis Ende Juli 2020 nach den Erwägungen im Rückweisungsentscheid grundsätzlich Anspruch auf Kinderspitexleistungen zu Hause, so wäre darzulegen gewesen, weshalb dies ab August 2020 nicht mehr der Fall gewesen sein soll. Das gilt selbstredend auch für die bisher von der Kinderspitex in der Stiftung C.________ erbrachten und von der IV-Stelle bis Ende Juli 2020 vergüteten Leistungen. Es sei in diesem Zusammenhang an die ständige Rechtsprechung erinnert, wonach die Vorinstanz an die Vorgaben ihres eigenen Rückweisungsentscheids gebunden ist (BGE 140 III 466 E. 4.2; 133 V 477 E. 5.2.3; 128 III 191 E. 4a; 117 V 237 E. 2a; Urteil 8C_190/2011 vom 13. Februar 2012 E. 4, nicht publ. in: BGE 138 V 161, aber in: SVR 2012 UV Nr. 14 S. 51; Urteile 8C_677/2017 vom 23. Februar 2018 E. 6.1; 9C_765/2015 vom 21. April 2016 E. 3.4; SVR 2013 IV Nr. 43 S. 131, 8C_3/2013 E. 3.5; 2C_232/2012 vom 23. Juli 2012 E. 1.6; 9C_522/2007 vom 17. Juni 2008 E. 3.1). Die Beschwerdeführerin beanstandet insofern zu Recht, dass die IV-Stelle - und in der Folge das kantonale Gericht selbst - die Anordnungen im Rückweisungsentscheid missachtet haben.