Citation: I 633/01 12.09.2002 E. 3

3.- Dr. med. U.________, Leiter der Abteilung für Orthopädie und Traumatologie, Spital S.________, diagnostiziert ein generalisiertes Panvertebralsyndrom bei psychosozialer Problematik, Status nach cervikaler Discushernie C5/C6 rechts sowie Discusprotrusion C4/C5 mit Status nach Spondylodese C5/C6 und Operation nach Smith-Robinson und Morscher-Platten-Stabilisation. Es seien leichte degenerative Veränderungen erkennbar; Zeichen für eine Instabilität seien jedoch nicht gegeben. Seiner Meinung nach liege primär eine psychosoziale Problematik mit einem zur Generalisation tendierenden chronischen Schmerzsyndrom der Halswirbelsäule vor (Bericht vom 10. August 2000). In seinem Bericht vom 20. September 2000 hält Dr. med. Z.________ ein Panvertebralsyndrom, einen Status nach cervikaler Discushernie C5/C6 rechts, Discusprotrusion C4/C5, Spondylodese C5/C6 und Operation nach Smith-Robinson und Morscher-Platten-Stabilisation fest. Zudem diagnostiziert er eine seit vielen Jahren bestehende psychosoziale Problematik, gynäkologische Affektionen und ein rezidivierendes Ekzem der Hände. Die Versicherte leide seit Jahren an Schmerzen im Bereich des Nackens und der Schultern, die besonders beim Heben schwerer Gegenstände, aber auch beim Bücken auftreten würden. Während der letzten Monate hätten die Schmerzen zugenommen und die Beschwerdeführerin sei mit acht bis zwölf Wochenstunden Putzen überfordert. Dazu kämen familiäre und soziale Probleme. Sie lebe seit vielen Jahren im Konkubinat und sei auch in dieser Situation überfordert. Die Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit seien ausschliesslich körperlich. Die Versicherte sei grazil, habe wenig Muskulatur. Wegen des Zervikalsyndroms seien Arbeiten, die Kraft erforderten, nur begrenzt zumutbar. Das Heben schwerer Gegenstände sei nicht möglich; Sitzdauer und Gehstrecke seien nicht eingeschränkt. Bei Verteilung des körperlichen Einsatzes als Raumpflegerin auf zwei Stunden pro Tag sei die Erwerbsfähigkeit von 25 % weiterhin zumutbar. In seinem Schreiben vom 18. April 2001 bekräftigt Dr. med. Z.________ nochmals, die Beschwerdeführerin könne wegen des Zervikalsyndroms nur wenige Stunden als Putzfrau arbeiten. Am 7. Juni 2001 hält er fest, dass sie weiterhin zu 25 % erwerbstätig sein, aber seit Jahren aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr als diese Leistung erbringen könne. Frau Dr. med. Y.________ diagnostiziert eine Zervikobrachialgie rechts bei Status nach Microdiscectomie und Spondylodese C5/6 rechts, radiologisch korrekter Lage des Osteosynthesematerials mit keinen Anhaltspunkten für Instabilität oder wesentliche Forameneinengung sowie keine neurologischen Anhaltspunkte für ein radikuläres Geschehen. Die Versicherte könne als Raumpflegerin weiterhin während zwei Stunden an vier bis fünf Wochentagen arbeiten. Eine angepasste Tätigkeit mit wiederholtem Positionswechsel, ohne Heben von Gewichten über 10 kg und ohne reklinierte Kopfstellung mit erhobenen Armen sei zeitlich und leistungsmässig ohne wesentliche Einschränkung zumutbar (Gutachten vom 20. Februar 2001). Dr. med. X.________ erhebt in seinem Gutachten vom 26. Februar 2001 einen unauffälligen psychiatrischen Befund. Die Beschwerdeführerin sei über ihre früheren Depressionen hinweggekommen. Es sei kaum etwas Psychopathologisches nachzuweisen; zumindest berichte sie nicht über entsprechende Symptome. Sie sei auf die körperlichen Beschwerden fixiert. Es liege keine psychosomatische Krankheit vor. Die bei Somatisierungsstörungen in der Regel vorhandenen Depressionen und Ängste seien hier nicht gegeben. Die von dritter Seite erwähnte psychosoziale Problematik sei zwar teilweise vorhanden, doch dürfte sich diese nicht massgeblich auf die Arbeitsfähigkeit auswirken. Die Probleme würden sich in erster Linie auf die finanzielle Lage beziehen, ansonsten gehe es ihr sozial gut und sie sei im Kontakt stets aufgeschlossen geblieben. In seinem Bericht vom 14. Dezember 2001 schliesst Dr. med. W.________ auf eine Persönlichkeitsstörung mit ängstlichen, asthenischen und depressiven Zügen (IDC-10 F 61.0). Mindestens seit Dezember 2000 sei die Arbeitsfähigkeit zu 50 % aus psychischen Gründen eingeschränkt. Die Versicherte sei sehr verunsichert und verletzlich und nehme vor allem gegenüber Männern eine ängstlich-fügsame Haltung ein. Ihre emotionale Grundverfassung sei schon 1989 und 1994, besonders aber im Jahr 2001 depressiv gewesen. Sie fühle sich ohnmächtig und entkräftet infolge der seelischen Beschwerden, welche in den letzten Jahren zunehmend von den körperlichen überlagert und verstärkt worden seien. Zeitweise gebe sie sich auf, ziehe sich zurück und verfalle bohrenden Suizidgedanken. Dr. med. V.________ bezweifelt in seinem Bericht vom 27. Dezember 2001, ob die Versicherte weiterhin auf die Erwerbstätigkeit von 25 % angewiesen sei. Die Einschätzung der Einschränkung im Haushalt sei schwierig, da bekanntlich divergierende Beurteilungen bestünden. Eine 50 %-Berentung könne aus neurologischer Sicht nicht ohne Vorbehalt befürwortet werden, da zweifellos noch andere Elemente zu berücksichtigen wären. Er empfehle eine polydisziplinäre Abklärung und Behandlung.