Citation: 8C_676/2023 E. 5.2

5.2. Das kantonale Gericht hat sich mit den geltend gemachten, im Lokalstatus detailliert beschriebenen orthopädischen Befunden an der vom Unfall betroffenen rechten Schulter und den spezifisch daraus resultierenden Einschränkungen der Leistungsfähigkeit auch in einer angepassten Tätigkeit gemäss bidisziplinärem Gutachten nicht auseinander gesetzt. Auch wenn sich die Suva an der medizinischen Sachverhaltsabklärung der Invalidenversicherung nicht beteiligte und feststeht, dass diese Exploration auftragsgemäss auch unfallfremde Gesundheitsschäden mitzuberücksichtigen hatte, kommt dem im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten bidisziplinären Gutachten hinsichtlich des umfassend erhobenen Lokalstatus am rechten Schultergelenk eine höhere Beweiskraft zu als den äusserst knapp abgefassten kreisärztlichen Aktenbeurteilungen vom 10. und 18. März 2022. Hinsichtlich der Auswirkungen des Schadens an der rechten - dominanten - Schulter auf die Leistungsfähigkeit in angepasster Tätigkeit gelangte der persönlich explorierende Orthopäde Dr. med. F.________ zu weitergehenden Einschränkungen im Vergleich zur Aktenbeurteilung des Kreisarztes. Dr. med. F.________ setzte nicht nur eine tiefere Belastungslimite beim Tragen und Heben von höchstens leichten, bis zu maximal fünf Kilogramm schweren Lasten, sondern empfahl auch eine rein wechselbelastende Tätigkeit ohne Zwangspositionen und repetitive Bewegungen im Bereich der rechten Schulter. Zudem ging er aus orthopädischer Sicht von einem erhöhten Pausenbedarf im Umfang einer 20%-igen Reduktion der ganztägigen Arbeitsfähigkeit aus. Obwohl nicht auszuschliessen ist, dass für diese Einschätzung des Dr. med. F.________ teilweise auch unfallfremde orthopädische Befunde mitursächlich sein könnten, bleiben zumindest geringe Zweifel an der kreisärztlichen Aktenbeurteilung vom 10. März 2022, wonach der Beschwerdeführerin mittelschwere Tätigkeiten bis Schulterhöhe bei voller Leistungsfähigkeit angeblich ohne weitere Einschränkungen zumutbar sein sollen. Entgegen dem angefochtenen Urteil sind nicht konkrete Indizien erforderlich, welche gegen die Beweiswertigkeit der versicherungsinternen Aktenbeurteilungen des Kreisarztes Dr. med. B.________ sprechen; vielmehr genügen dafür praxisgemäss bereits geringe Zweifel (vgl. E. 3.3 hiervor).