Citation: 1C_94/2018 E. 3.1

3.1. Gemäss Art. 1 des Gesetzes über den vorbeugenden Brandschutz und die Feuerwehr im Kanton Graubünden vom 15. Juni 2010 (Brandschutzgesetz; BR 840.100) regelt das Gesetz den Schutz von Personen, Tieren, Sachen und der Umwelt vor den Gefahren und Auswirkungen von Feuer, Rauch, Explosionen und Naturereignissen sowie den Einsatz der Feuerwehr als allgemeine Schadenwehr. Die allgemeinen Bestimmungen des vorbeugenden Brandschutzes werden mit Art. 5 Brandschutzgesetz eingeführt: Art. 5 Brandschutzvorschriften 1 Gebäude, Anlagen und Einrichtungen sind so zu erstellen, zu betreiben und zu unterhalten, dass: a) die Sicherheit von Personen und Tieren gewährleistet ist; b) der Entstehung von Bränden und Explosionen vorgebeugt und die Ausbreitung von Flammen, Hitze und Rauch begrenzt wird; c) die Ausbreitung von Feuer auf benachbarte Bauten und Anlagen begrenzt wird; d) die Tragfähigkeit während eines bestimmten Zeitraumes erhalten bleibt; e) eine wirksame Brandbekämpfung vorgenommen werden kann und die Sicherheit der Rettungskräfte gewährleistet wird. 2 Gebäude, Anlagen und Einrichtungen sind zu diesem Zweck nach den Vorschriften zu erstellen, zu betreiben und zu unterhalten, welche das Vollzugsorgan der Interkantonalen Vereinbarung zum Abbau technischer Handelshemmnisse erlassen oder für verbindlich erklärt hat. 3 Eigentümerinnen oder Eigentümer von Gebäuden und Anlagen sind dafür verantwortlich, dass die Brandschutzvorschriften eingehalten werden. Aus Art. 5 Abs. 2 Brandschutzgesetz ergibt sich, dass bezüglich der Errichtung von Bauten die vom Vollzugsorgan der Interkantonalen Vereinbarung zum Abbau technischer Handelshemmnisse (Interkantonales Organ Technische Handelshemmnisse; IOTH) erlassenen Vorschriften anwendbar sind. Als verbindliche Vorschriften für den Brandschutz gelten sodann gemäss Art. 1 der Verordnung zum Brandschutzgesetz des Kantons Graubünden vom 26. Oktober 2010 (Brandschutzverordnung; BR 840.110) die Brandschutzvorschriften der VKF (Brandschutzvorschriften 2015) gemäss Anhang 1 in der jeweils aktuellen Fassung. Nach diesem Anhang bestehen die Brandschutzvorschriften aus der Brandschutznorm Nr. 1-15 sowie den Brandschutzrichtlinen (vgl. auch Art. 4 Brandschutznorm). Gemäss Art. 6 Brandschutznorm ergänzen die Brandschutzrichtlinien mit detaillierten Anforderungen und Massnahmen die in der Brandschutznorm gesetzten Vorgaben. Die Brandschutznorm selbst setzt gemäss ihrem Art. 5 den Rahmen für den allgemeinen, baulichen, technischen und organisatorischen sowie den damit verbundenen abwehrenden Brandschutz. Sie bestimmt die (allgemein) geltenden Sicherheitsstandards. Die VKF, ein privatrechtlich organisierter Verein, kann zur Umsetzung der Brandschutzvorschriften weitere Publikationen anerkannter Fachorganisationen als massgebend erklären (Art. 7 Abs. 2 Brandschutznorm). Im Verzeichnis "weitere Bestimmungen" sind diejenigen technischen Publikationen als "Stand der Technik Papiere" aufgeführt, die die VKF für geeignet hält, die grundlegenden Anforderungen der Brandschutzvorschriften zu konkretisieren (abrufbar unter: www.bsvonline.ch [besucht am 4. Juni 2018]). Publikationen Dritter, die die VKF als nützlich erachtet, die aber nicht als "Stand der Technik Papier" in Frage kommen, werden ebenfalls an dieser Stelle aufgeführt. Darunter fallen auch die von der Beschwerdegegnerin und der Vorinstanz herangezogenen SVGW-Flüssiggasleitsätze.