Citation: K 76/98 23.10.2001 E. 3

3.- Zu prüfen ist zunächst die anwendbare Rechtsgrundlage. a) Die Krankenkasse verneint von vornherein jegliche Leistungspflicht gestützt auf das KVG, da sie gemäss Art. 19 KLV nur diejenigen Kosten einer zahnärztlichen Behandlung zu übernehmen habe, die vorgängig einer Strahlen- oder Chemotherapie notwendig seien, die Zahnsanierung der Beschwerdegegnerin jedoch mehrere Jahre nach der Chemotherapie nötig geworden sei. Art. 18 KLV erwähne sodann weder den mediastinalen Tumor noch die Strahlen- oder Chemotherapie als schwere Allgemeinerkrankung beziehungsweise konsekutive Behandlung, wobei es sich mit Blick auf Art. 19 KLV dabei nicht um ein offensichtliches Versehen oder Vergessen des Verordnungsgebers handeln könne. Eine Leistungspflicht gestützt auf Art. 17 lit. b Ziff. 3 KLV, welcher irreversible Nebenwirkungen von Medikamenten betreffe, komme schliesslich nicht in Frage, da vorliegend keine Medikamente eingesetzt worden seien, die direkt zu Zahnfleischschäden führten und die durch Chemotherapie indirekt über Mundtrockenheit und Karies bedingte Parodontitis als vermeidbar gelte. b) Die Beschwerdegegnerin verneint im Wesentlichen die Gesetzmässigkeit der Art. 17 und 18 KLV, da der Bundesrat anstatt die zahnärztlichen Leistungen im Sinne von Art. 31 Abs. 1 KVG näher zu bezeichnen, eine auf nur wenige, zufällig und willkürlich ausgewählte Krankheiten reduzierte Liste aufgestellt habe. c) Die Vorinstanz schliesslich hat für den vorliegenden Fall die Voraussetzungen von Art. 17 lit. b Ziff. 3 KLV geprüft und ist zum Schluss gelangt, dass aufgrund der vorhandenen medizinischen Aussagen nicht abschliessend beurteilt werden könne, ob die Zahnschäden mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf irreversible Nebenwirkungen von Medikamenten zurückzuführen seien. Während sie einen Zusammenhang mit der Radiotherapie ausschliesst, weist sie die Sache zur Prüfung der Kausalität zwischen Chemotherapie und Zahnschäden zu weiteren Abklärungen zurück. Auf die Art. 19 und 19a KLV ist das kantonale Gericht nicht eingegangen, da deren Voraussetzungen klarerweise nicht erfüllt seien. Bezüglich Art. 18 KLV liess es die Frage der gerügten Unvollständigkeit offen. d) Die Krankenkasse hält im Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren an ihrer Auffassung fest, wonach Art. 17 lit. b Ziff. 3 KLV bei Chemotherapie nicht anwendbar sei.