Citation: 5A_92/2024 E. 1.1

1.1. Angefochten ist ein Urteil des Obergerichts, welches die erstinstanzliche Abweisung eines Gesuchs um Hinterlegung nach Art. 315 Abs. 2 SchKG bestätigt hat. Über die Hinterlegung der auf eine bestrittene Nachlassforderung entfallenden Beträge bis zur Erledigung des Prozesses entscheidet nicht das mit der Hauptsache (Klage auf Anerkennung einer bestrittenen Forderung nach Art. 315 Abs. 1 SchKG) befasste Gericht, sondern nach dem klaren Wortlaut des Gesetzes das Nachlassgericht, und zwar im summarischen Verfahren unter Geltung des Untersuchungsgrundsatzes (Art. 251 lit. a, Art. 255 lit. a ZPO; BERNHEIM/GEIGER, Der Sachwalter im Nachlassverfahren, ZZZ 2021 S. 667; KESSELBACH/DUC/HOSTETTLER, in: Kommentierte Musterklagen [...], Bd. V, 2. Aufl. 2022, § 97a Rz. 8; GUGGISBERG/JAKOB, in: Basler Kommentar, Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs, 3. Aufl. 2021, N. 27 f. zu Art. 315; JUNOD MOSER/GAILLARD, in: Commentaire romand, Poursuite et faillite, 2005, N. 8, 14 zu Art. 315). Unabhängig davon, dass sich das Amtsgericht nicht als "Nachlassgericht" bezeichnet hat, liegt ein Entscheid in einer Schuldbetreibungs- und Konkurssache vor, welcher der Beschwerde in Zivilsachen unterliegt (Art. 72 Abs. 2 lit. a BGG).