Citation: 5C.215/2006 18.10.2006 E. 5

Die Entmündigung ist ein schwerer Eingriff in die persönliche Freiheit. Sie darf daher nur angeordnet werden, wenn sich diese Massnahme im Hinblick auf das Schutzbedürfnis des Betroffenen als verhältnismässig erweist. Sie muss geeignet sein und darf nur soweit gehen, als es im konkreten Fall nötig ist (Bernhard Schnyder/Erwin Murer, Berner Kommentar, Systematischer Teil, N. 275 ff., S. 101; Ernst Langenegger, Basler Kommentar, ZGB I, 3. Aufl. 2006, N. 29 zu Art. 369 ZGB, S. 1810). Der Berufungskläger bedarf der Betreuung und Fürsorge, um seine auffälligen und gefährdenden Verhaltensweisen in Griff zu bekommen. Die Ernennung eines Vormundes, der ihn zudem für eine fachärztliche Behandlung seiner psychischen Anfälligkeiten und seiner Suchtprobleme motivieren kann, ist damit angebracht. Die Erfahrungen während der früheren Entmündigung weisen in diese Richtung. Das nunmehr gewählte Vorgehen ist zudem einer erneuten Verbringung in eine Anstalt nach den Regeln des fürsorgerischen Freiheitsentzuges auf jeden Fall fürs Erste vorzuziehen (vgl. dazu: Ernst Langenegger, a.a.O., N. 31 zu Art. 369 ZGB). Die Vorinstanz hat das ihr bei der Beurteilung der zutreffenden Massnahme zustehende Ermessen im vorliegenden Fall nicht überschritten und damit auch kein Bundesrecht verletzt.