Citation: 4A_211/2023 E. 6

Die kantonalen Instanzen schliessen allerdings eine Haftpflicht des Beschwerdegegners mit Blick auf Art. 29 lit. b AKV ohnehin aus, da die Käuferin bei Anwendung der gebotenen Sorgfalt den von ihr geltend gemachten Schaden hätte vermeiden können. Falls dem Sohn die Steuerrückstellungen zu tief erschienen wären - insbesondere angesichts der geänderten Bewertungsgrundsätze zu den "angefangenen Arbeiten" und der aufgelösten Reserven per Ende 2011 -, hätte er diesbezüglich im Verwaltungsrat eine Korrektur des Betrags verlangen und sich durchsetzen müssen. Diese Argumentation ist im Ansatz verfehlt. Höhere Rückstellungen hätten den Schaden nicht verhindert. Der Schaden liegt nicht darin, dass keine höheren Rückstellungen vorgenommen wurden, sondern darin, dass höhere Steuerforderungen bestehen, als vertraglich zugesichert. Die Beschwerdeführer beanstanden den angefochtenen Entscheid auch insoweit zu Recht. Art. 29 lit. b AKV käme zum Zuge, wenn es in der Macht der Käufer gestanden hätte, bei korrektem Verhalten die Steuerforderung gegen die Gesellschaft, so wie sie übernommen wurde, auf den Betrag der Rückstellungen zu reduzieren. Das ist nicht der Fall.