Citation: I 269/06 29.11.2006 E. 5

5.1 In BGE 114 Ia 312 f. Erw. 3c hat das Bundesgericht erwogen, eine Verletzung der Verfahrensgarantien, deren Missachtung eine formelle Rechtsverweigerung darstelle, könne unbekümmert um die fehlende Legitimation in der Sache selbst geltend gemacht werden. Das rechtlich geschützte Interesse ergibt sich diesfalls nicht aus einer Berechtigung in der Sache, sondern aus der Berechtigung, am Verfahren teilzunehmen. Eine solche besteht dann, wenn dem Beschwerdeführer im vorinstanzlichen Verfahren Parteistellung zukommt. Diesfalls kann er die Verletzung jener Parteirechte rügen, die ihm nach kantonalem Verfahrensrecht oder unmittelbar gestützt auf Verfassung (insbesondere Art. 29 BV) oder EMRK zustehen. Der Beschwerdeführer kann beispielsweise geltend machen, auf ein Rechtsmittel sei zu Unrecht nicht eingetreten worden, er sei nicht angehört worden oder habe keine Gelegenheit erhalten, Beweisanträge zu stellen. Hingegen kann weder die Würdigung der beantragten Beweise noch die Tatsache, dass Anträge wegen Unerheblichkeit oder aufgrund antizipierter Beweiswürdigung abgelehnt wurden, gerügt werden. 5.2 Verfahrensgarantien gelten nicht um ihrer selbst willen. Auch wenn die fehlende Legitimation in der Sache die Rüge der formellen Rechtsverweigerung nicht generell ausschliesst, muss der Beschwerdeführer wenigstens ein aktuelles praktisches Interesse an der formellen Rüge haben. Dieses bestimmt sich nach der Zielsetzung der erhobenen Beschwerde und ist zu messen an der möglichen Auswirkung und Tragweite einer allfälligen Gutheissung (BGE 118 Ia 492 Erw. 2a). Wird ein Entscheid in der Sache nicht angefochten, sondern ausschliesslich eine Verletzung der Verfahrensgarantien gerügt, ist das aktuelle Rechtsschutzinteresse an der Aufhebung des Entscheids besonders sorgfältig zu prüfen (und nur unter besonderen Umständen - etwa wenn sich eine Frage jederzeit wieder stellen könnte und von grundsätzlilcher Bedeutung ist; vgl. BGE 118 Ia 494 Erw. 3b - zu bejahen). 5.3 Stellt die Ernennung eines Sachverständigen einen selbstständig anfechtbaren Zwischenentscheid dar, sofern die versicherte Person substantiiert gesetzliche Ausstandsgründe geltend gemacht hat und diese abgewiesen werden (vgl. dazu BGE 132 V 93 ff.), muss das Rechtsschutzinteresse auch bejaht werden, wenn ihr gar keine Gelegenheit gegeben worden ist, Ausstandsgründe vorzubringen, weil ihr die Namen der Gutachter nicht bekannt gegeben worden sind.