Citation: 5A_758/2020 E. 3.4.1

3.4.1. Die Zulässigkeit der Feststellungsklage wird in Art. 28a Abs. 1 Ziff. 3 ZGB und in Art. 9 Abs. 1 lit. c UWG wörtlich gleich umschrieben. Zur Auslegung von Art. 9 Abs. 1 lit. c UWG hat die I. zivilrechtliche Abteilung festgehalten, dass Äusserungen in der Presse regelmässig die Vorstellung jedenfalls eines beachtlichen Teils der Leser auch längerfristig prägen und dass Presseerzeugnisse nicht nur von den Lesern aufbewahrt werden können, sondern auch in Archiven zugänglich bleiben. Sofern eine wettbewerbsverletzende Äusserung in der Presse verbreitet worden ist, kann dem Verletzten daher ein schutzwürdiges Interesse an der gerichtlichen Feststellung ihrer Widerrechtlichkeit nur abgesprochen werden, wenn sich die Verhältnisse derart geändert haben, dass die Äusserung jede Aktualität eingebüsst oder eine beim Durchschnittsleser hervorgerufene Vorstellung jede Bedeutung verloren hat, und deshalb auch auszuschliessen ist, dass die verletzende Äusserung bei neuem aktuellem Anlass wieder aufgegriffen und neuerdings verbreitet wird (BGE 123 III 354 E. 1g; Urteile 4C.375/2002 vom 2. Mai 2003 E. 4.2, nicht publ. in: BGE 129 III 426, wohl aber in: sic! 2003 S. 831; 4A_483/2018 vom 8. Februar 2019 E. 3.2.3, in: sic! 2019 S. 444).