Citation: 1A.244/2000 08.11.2001 E. 2

2.- a) Beim kommunalen Uferschutzplan, der auch die Hafenplanung enthält, handelt es sich um einen Nutzungsplan im Sinn der Art. 14 ff. RPG. Gemäss Art. 34 Abs. 1 RPG ist die Verwaltungsgerichtsbeschwerde im Bereich der Raumplanung auf letzte kantonale Entscheide über Entschädigungen als Folge von Eigentumsbeschränkungen, über die Zonenkonformität von Bauten und Anlagen ausserhalb der Bauzonen sowie über Bewilligungen im Sinne der Art. 24-24d RPG beschränkt. Alle anderen Entscheide können grundsätzlich nur mit staatsrechtlicher Beschwerde beim Bundesgericht angefochten werden (Art. 34 Abs. 3 RPG). Eine Ausnahme besteht nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung lediglich, soweit die Anwendung des bundesrechtlich geordneten Umwelt- oder Naturschutzrechts in Frage steht (BGE 121 II 72 E. 1b S. 75). Nach der Rechtsprechung betrifft die Rüge, mit der angefochtenen Nutzungsplanung werde Art. 24 RPG umgangen, eine der Verwaltungsgerichtsbeschwerde unterliegende Frage (BGE 123 II 289 E. 1b und c S. 291 mit Hinweisen). Die Beschwerdeführer tragen diese Rüge somit zu Recht mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde vor. Soweit sie allerdings geltend machen, die Hafenplanung erfülle die Voraussetzungen von Art. 11 Abs. 1 bzw. Abs. 2 des Baugesetzes des Kantons Bern vom 9. Juni 1985 (BauG) nicht, bestreiten sie die materiellen Voraussetzungen der umstrittenen Nutzungsplanfestsetzungen. Diese können jedoch nur mit staatsrechtlicher Beschwerde angefochten werden (Art. 34 Abs. 3 RPG). Daran ändert nichts, dass die in Art. 11 Abs. 1 und 2 BauG aufgestellten Kriterien (Standortgebundenheit und Interessenabwägung) mit denjenigen von Art. 24 RPG vergleichbar sind; denn mit Blick auf diese Bestimmung wird einzig geprüft, ob mit der Festsetzung des Hafens im Nutzungsplan das Ausnahmebewilligungsverfahren umgangen wurde. Ebenfalls nur mit staatsrechtlicher Beschwerde kann dem Bundesgericht der Einwand unterbreitet werden, die kommunale und die kantonale Kompetenzordnung seien missachtet worden. Die Beschwerdeführer vertreten sodann den Standpunkt, die angefochtene Nutzungsplanung widerspreche dem in Art. 39 Abs. 1 GSchG aufgestellten Verbot des Einbringens fester Stoffe in Seen, und die Voraussetzungen für eine Schüttung (Art. 39 Abs. 2 und 3 GSchG) seien nicht erfüllt. Diese Rüge ist ebenfalls mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde vorzubringen. b) Soweit kein enger Sachzusammenhang mit den aufgeworfenen bundesverwaltungsrechtlichen Fragen - insbesondere Art. 39 GSchG - besteht, sind die übrigen Rügen der Beschwerdeführer im Rahmen der staatsrechtlichen Beschwerden zu prüfen. Allerdings setzt die Prüfung voraus, dass die Legitimation gegeben ist. Hierzu wird unten in E. 7 Stellung genommen. VERWALTUNGSGERICHTSBESCHWERDEN 3.- a) Zur Verwaltungsgerichtsbeschwerde ist nach Art. 103 lit. a OG legitimiert, wer durch den angefochtenen Entscheid berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung hat. Dabei muss es sich um ein aktuelles und praktisches Interesse handeln, das rechtlicher oder tatsächlicher Natur sein kann und nicht unter den Schutz der als verletzt angerufenen Norm zu fallen braucht. Weiter ist zur Bejahung der Legitimation erforderlich, dass das Anfechtungsobjekt den Beschwerdeführer in stärkerem Mass berührt als die Allgemeinheit und er dazu eine besondere, beachtenswerte und nahe Beziehung aufweist (BGE 124 II 293 E. 3c S. 305; 121 II 39 E. 2c/aa, 171 E. 2b; 120 Ib 379 E. 4 S. 386 f.). In der bundesgerichtlichen Rechtsprechung wird darauf verzichtet, hinsichtlich der Legitimation zur Anfechtung von Bauprojekten auf bestimmte räumliche Distanzen oder andere fixe Werte abzustellen. Vielmehr ist unter Berücksichtigung der Umstände des Einzelfalls zu prüfen, ob sich die projektierte Anlage mit Sicherheit oder grosser Wahrscheinlichkeit störend auf das Grundstück des Betroffenen auswirkt (vgl. BGE 121 II 171 E. 2b; 120 Ib 59 E. 1c und 379 E. 4c S. 387; 119 Ib 179 E. 1c S. 184). Ein schutzwürdiges Anfechtungsinteresse setzt sodann voraus, dass die Auswirkungen des beanstandeten Bauvorhabens nach ihrer Art und Intensität so beschaffen sind, dass sie auch bei objektivierter Betrachtungsweise als Nachteil empfunden werden müssen; eine besondere subjektive Empfindlichkeit des Betroffenen verdient keinen Rechtsschutz (BGE 112 Ia 119 E. 4a). Die Mole umschliesst die nebeneinander liegenden Uferparzellen der Beschwerdeführer 1 sowie zwei weitere in der Bucht Herzogenacker liegende Grundstücke (Freifläche 36). Sie ist von jenen rund 20-30 m entfernt. In westlicher Richtung endet die Mole unmittelbar neben dem östlichen Zipfel von Parzelle Nr. 1371, die im Eigentum der Beschwerdeführer 2 steht. Nach dem Richtplan Bootsstationierung sind in der Bucht 30-40 Bootsanbindestellen am Ufer vorgesehen. Auch wenn hinsichtlich Anzahl und Standorte dieser Boots-plätze noch nichts Definitives feststeht und der Bootshafen nicht über eines der erwähnten Grundstücke erschlossen werden soll, ist damit zu rechnen, dass die Beschwerdeführer von ihren Liegenschaften aus gewisse Geräusche, insbesondere Stimmenlärm, wahrnehmen werden. Weiter hat die Benützung des Bootshafens und des auf der Mole verlaufenden Fusswegs für die Beschwerdeführer eine Beeinträchtigung der Seesicht zur Folge. Sie haben somit ein schutzwürdiges faktisches Inte-resse an der Aufhebung der Hafenplanung. Da auch die übrigen Sachurteilsvoraussetzungen erfüllt sind, ist im dargelegten Umfang auf die Verwaltungsgerichtsbeschwerden einzutreten. b) Vorliegend hat eine richterliche Behörde als Vorinstanz entschieden. Das Bundesgericht ist daher an die Feststellung des Sachverhalts gebunden, sofern diese nicht offensichtlich unrichtig, unvollständig oder unter Verletzung wesentlicher Verfahrensbestimmungen zustande gekommen ist (Art. 105 Abs. 2 OG). Die Beschwerdeführer 1 beanstanden die Ausführungen des Verwaltungsgerichts zur Entstehungsgeschichte der Richt-planung Bootsstationierung und der Uferschutzplanung, soweit darin Angaben zur früheren Nutzung der Bucht im Herzogen-acker gemacht werden. Bei den dahingehenden Ausführungen handelt es sich jedoch lediglich um Randbemerkungen, wie sich aus dem angefochtenen Entscheid selbst ergibt (in E. 6d). Sie sind daher auch für das vorliegende Verfahren unbeachtlich.