Citation: 7B_244/2024 E. 2.2

2.2. Die Rügen des Beschwerdeführers erweisen sich als begründet. Soweit es sich aus den Vorbringen des Beschwerdeführers und der Vorinstanz sowie aus den von dieser zur Verfügung gestellten Akten ergibt, fand die Berufungsverhandlung vom 3. bis 5. Oktober 2022 statt und scheint das Beweisverfahren abgeschlossen zu sein. Es mag zwar zutreffen, dass es sich beim Verfahren aufgrund der insgesamt sieben beschuldigten Personen, der schwerwiegenden Tatvorwürfe und der Vielzahl an zu beurteilenden Sachverhaltskomplexen um ein aufwändiges Berufungsverfahren handelt. In Anbetracht der Tatsache, dass das Gericht ein Urteil gemäss Art. 84 Abs. 4 StPO innert 60 Tagen, ausnahmsweise 90 Tagen, zu begründen hat, geht es jedoch nicht an und ist mit dem Beschleunigungsgebot nicht vereinbar, wenn die Vorinstanz bis zum heutigen Zeitpunkt, also über eineinhalb Jahre nach der Berufungsverhandlung, dem Beschwerdeführer noch nicht einmal ein Urteilsdispositiv eröffnet hat. Dies gilt umso mehr, als sich der Beschwerdeführer - soweit ersichtlich - seit dem 2. Dezember 2021 ununterbrochen in Haft befindet und das Verfahren deshalb gestützt auf Art. 5 Abs. 2 StPO besonders vordringlich behandelt werden muss. Nicht nachvollziehbar ist der Einwand der Vorinstanz, wonach das Beschleunigungsgebot unter Hinweis auf das bundesgerichtliche Urteil 6B_1119/2022 vom 30. März 2023 (E. 5.3.2) nicht verletzt sein soll, da zwischen den Tatvorwürfen und der auf Ende Mai 2024 angekündigten Urteilseröffnung noch nicht sechs Jahre vergangen seien. Vorliegend ist einzig die seit der Hauptverhandlung verstrichene Zeitspanne zu beurteilen und erweist sich diese, selbst unter Berücksichtigung der Komplexität der Sache (siehe dazu die Zusammenfassung der Rechtsprechung im Urteil 1B_443/2021 vom 6. Oktober 2021 E. 3.3), aus den vorgenannten Gründen als mit dem Beschleunigungsgebot nicht vereinbar.