Citation: I 97/03 27.02.2004 E. 2.1

2.1.1 Das kantonale Gericht gelangte auf Grund einer einlässlichen Würdigung der ärztlichen Berichte und Gutachten zum Ergebnis, der Gesundheitsschaden und die Erwerbsunfähigkeit seien im für die Beurteilung massgebenden Zeitraum im Wesentlichen gleich geblieben. Ab 1. Dezember 1994 sei der Beschwerdeführer in einer den Leiden angepassten, körperlich nicht anstrengenden Tätigkeit, die in wechselnder Stellung ausgeübt werden könne, zu 50 % leistungsfähig. 2.1.2 Demgegenüber bringt der Beschwerdeführer vor, gemäss Angaben des Dr. med. B.________ habe im Zeitraum vor Erstattung des Gutachtens der MEDAS vom 23. Juni 1997 für körperlich belastende Tätigkeiten eine vollständige und für andere auch leichte Tätigkeiten eine Arbeitsunfähigkeit von mindestens zwei Dritteln bestanden. Die Ärzte der MEDAS hätten ausdrücklich festgehalten, dass die von ihnen eingeschätzte Arbeitsfähigkeit von 50 % erst ab 23. Mai 1997 gelte. Daher stehe fest, dass er ab Dezember 1994 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente habe. Aus dem Gutachten der MEDAS könne nicht geschlossen werden, dass sich die tatsächlichen Verhältnisse geändert hätten. Die nachträglichen Stellungnahmen des Dr. med. B.________ vom 13. September 2000 und 19. Februar 2001 seien reine retrospektive Neubeurteilungen. Die Voraussetzungen einer Rentenrevision (Änderung der tatsächlichen Verhältnisse) seien daher nicht mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen. 2.2 Wird rückwirkend erstmals eine Invalidenrente festgelegt, ist den bereits in diesem Zeitpunkt eingetretenen Tatsachenänderungen (die zu einer Erhöhung, Herabsetzung oder Aufhebung des Rentenanspruchs führen können) Rechnung zu tragen. Diese rückwirkende (abgestufte und/oder befristete) Rentenzusprechung ist nach der Rechtsprechung dem Revisionsrecht nach Art. 41 IVG unterworfen, was bedeutet, dass sich die rückwirkend festgelegten Invaliditätsgrade auf entsprechende Tatsachenänderungen stützen müssen (BGE 106 V 16; Meyer-Blaser, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, Zürich 1997, S. 254). Im vorliegenden Fall hat die Vorinstanz in Bestätigung der Verwaltungsverfügung seit Rentenbeginn durchgehend eine gleich gebliebene gesundheitliche Beeinträchtigung mit im Wesentlichen unveränderten erwerblichen Auswirkungen festgestellt, sodass sie dementsprechend den Invaliditätsgrad für den ganzen Zeitraum gleich bestimmt hat. Wird der Invaliditätsgrad ab Rentenbeginn bis zum Verfügungszeitpunkt einheitlich festgelegt, ist nicht zu prüfen, ob Revisionsgründe im Sinne von Art. 41 IVG vorgelegen haben. Dass die IV-Stelle in der ersten Verfügung vom 27. Januar 1998 ab 1. Dezember 1994 bis 31. August 1997 eine ganze Rente zugesprochen hatte, ist ohne Belang, da diese Verfügung nicht rechtskräftig geworden war. Geht es demnach nicht um einen Revisionstatbestand, hat die Invalidenversicherung auch keinen revisionsbegründenden Sachverhalt nachzuweisen. 2.3 Entgegen den Vorbringen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde ist die aus den medizinischen Unterlagen gezogene Schlussfolgerung des kantonalen Gerichts, der Beschwerdeführer sei in einer den Leiden angepassten Erwerbstätigkeit im Umfang von 50 % arbeitsfähig, nicht zu beanstanden. Gemäss Bericht vom 13. September 2000 schloss sich Dr. med. B.________ der Beurteilung der MEDAS an. Den Beginn der Arbeitsfähigkeit für leichte Tätigkeiten legte er auf den 6. Juni 1995 fest (Zeitpunkt seines ersten Berichts vom 6. Juni 1995). Weil Dr. med. B.________ damit hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit im vorangegangenen Zeitraum keine Auskunft gegeben hatte, verlangte die IV-Stelle eine ergänzende Stellungnahme ein mit der Frage, ob der Arzt sich mit der von ihr vertretenen Auffassung einverstanden erklären könne, dass dem Versicherten bereits ab Dezember 1994 eine leichte Tätigkeit mit Wechselpositionen im Umfang von 50 % zumutbar gewesen sei (Schreiben der IV-Stelle vom 21. Dezember 2000). Mit Faksimile vom 19. Februar 2001 weist Dr. med. B.________ darauf hin, dass sich gemäss seinen Eintragungen in der Krankengeschichte der Gesundheitszustand des Patienten von Dezember 1994 bis Juni 1995 nicht wesentlich verändert habe. Retrospektiv wäre es deshalb "denkbar, dass dem Patienten bereits ab Dezember 1994 eine leichte Tätigkeit in Wechselpositionen zumutbar gewesen wäre". Der Beschwerdeführer macht geltend, die Fragestellung der IV-Stelle sei suggestiv und die Antwort des Hausarztes unbestimmt gewesen. Entscheidend ist indessen nicht, dass sich der Arzt der Einschätzung der Invalidenversicherung anschliesst, sondern dass er anhand der Eintragungen in der Krankengeschichte festgestellt hat, der Gesundheitszustand sei von Dezember 1994 bis Juni 1995 im Wesentlichen gleich geblieben. Zudem weist er auf die Beurteilung des Dr. med. S.________, Leitender Arzt für Rheumatologie im Spital Y.________ (Bericht vom 15. März 1995) hin, wonach für eine mittelschwere körperliche Tätigkeit eine vollständige Arbeitsfähigkeit (mit vorübergehender Teilarbeitsfähigkeit während der Überbrückungsphase) gegeben war. Gestützt auf diese medizinischen Angaben ist mit der Vorinstanz anzunehmen, dass der Beschwerdeführer zwar in seiner angestammten, körperlich schweren Tätigkeit vollständig arbeitsunfähig, in einer den Leiden angepassten, leichten und wechselbelastenden Tätigkeit ab 1. Dezember 1994 hingegen zu mindestens 50 % arbeitsfähig war. Auf den Aktenvermerk der IV-Stelle vom 30. Juni 1996, wonach Dr. med. B.________ telefonisch angegeben habe, der Versicherte sei auch für leichte Tätigkeiten mindestens zu zwei Dritteln arbeitsunfähig, ist nicht abzustellen, da formlos eingeholte und in einer Aktennotiz festgehaltene mündliche bzw. telefonische Auskünfte zu wesentlichen Umständen des rechtserheblichen Sachverhalts kein zulässiges und taugliches Beweismittel darstellen (BGE 117 V 285 Erw. 4c). Nicht stichhaltig ist schliesslich der Einwand des Beschwerdeführers, die Abklärungen zur Arbeitsunfähigkeit im Zeitraum vor Erstattung des Gutachtens der MEDAS vom 23. Juni 1997 seien ungenügend gewesen. Wie die Vorinstanz zutreffend erwogen hat, bestand keine andere Möglichkeit, als durch Befragung des behandelnden Hausarztes den weit zurückliegenden Sachverhalt festzustellen.