Citation: 4A_257/2024 E. 3.2.1

3.2.1. Zum einen bestehe kein Konsens zwischen den Parteien, der die Beschwerdegegnerin zur Erstellung eines Abdichtungskonzepts verpflichten würde. Die Beschwerdeführerin habe keine mündliche Vereinbarung geltend gemacht, ein stillschweigend vereinbarter Vertragsinhalt beruhe auf einer vorliegend nicht ersichtlichen Gegenseitigkeit und könne nicht im blossen Hegen einer Erwartung liegen. Inwiefern ein natürlicher Konsens bestehen soll, für die Abdichtung ein in SIA Norm 103 vorgesehenes, generelles Konstruktionskonzept zu erstellen, lege die Beschwerdeführerin nicht substanziiert dar. Zudem habe sie erstinstanzlich selbst eingewendet, im Werkvertrag keine SIA Norm als Grundlage vereinbart zu haben. Inwiefern das später erstellte Nutzungskonzept vom 22. Juli 2010 zum Vertragsinhalt zählen solle, begründe die Beschwerdeführerin nicht. Die Vorinstanz verneinte auch einen normativen Konsens: Sie erwog im Wesentlichen, die Beschwerdeführerin lege nicht nachvollziehbar dar, in welchem weiteren Sinn und unter welchen Umständen die Erstellung eines Abdichtungskonzepts unter die im Vertrag aufgezählten Leistungen zu subsumieren sei. Inwiefern aus der mit Schreiben der Beschwerdegegnerin vom 17. Juli 2008 ausgedrückten Bereitschaft zu Anpassungen an statische Anforderungen gemäss geotechnischem Grundlagenbericht eine vertraglich vereinbarte Verantwortlichkeit der Beschwerdegegnerin für eine genügende Wasserdichtigkeit abzuleiten sei, erschliesse sich gemäss Vorinstanz nicht. Ausserdem lasse sich aus der Nutzungsvereinbarung und dem Parteigutachten vom 22. Januar 2016 auch nicht ableiten, dass die Beschwerdegegnerin für ein Abdichtungskonzept zuständig gewesen sei. Inwiefern sich aus der vertraglich vereinbarten Leistung von "Schalungs- und Armierungsplänen mit Fachbauleitung (Kontrolle / Abnahme) " die Verantwortlichkeit der Beschwerdegegnerin für ein geeignetes Abdichtungskonzept ableiten liesse, sei ebenfalls nicht ersichtlich. Nicht nachvollziehbar sei die Behauptung der Beschwerdeführerin, als Laie die Erwartung gehabt zu haben, die Beschwerdegegnerin als Ingenieurin sei für die Umsetzung und Kontrolle der Nutzungsvereinbarung zuständig. Als Generalunternehmerin sei die Beschwerdeführerin nicht als Laie zu betrachten. Sie habe auch nicht aufgezeigt, bereits im erstinstanzlichen Verfahren mit den fehlenden Fachkenntnissen bezüglich die hydrologischen Besonderheiten der Baustelle argumentiert zu haben.