Citation: 1B_211/2022 E. 2.6

2.6. Die Vorinstanz stützt die Annahme von erheblicher Fluchtgefahr auf folgende Anhaltspunkte: Der Beschwerdeführer habe sich bereits früher einmal den Schweizer Strafverfolgungsbehörden entzogen. Er habe deshalb international zur polizeilichen Verhaftung ausgeschrieben werden müssen. Er sei mehrere Monate lang untergetaucht; vor einer Festnahme habe er sich versteckt. In Deutschland sei er dann verhaftet worden. Er sei Staatsangehöriger von Bosnien-Herzegowina und pflege offenbar Verbindungen in sein Heimatland, zumal seine Eltern dort ein Haus besässen. Mit seiner aktuellen Ehefrau habe er sich wohl mehrere Monate in Deutschland aufgehalten. Dort sei auch das gemeinsame Kind geboren worden. Folglich könne davon ausgegangen werden, dass er auch in Deutschland über gute soziale Kontakte verfüge. Sein Vorbringen, er habe sich vor seiner Verhaftung in einer stabilen familiären Situation befunden und sei ein glücklicher und fürsorglicher Vater, vermöge an diesen Fluchtindizien nichts zu ändern, zumal es durchaus vorstellbar sei, dass der Beschuldigte sich mit Frau und Kind erneut ins Ausland absetzen könnte. Für ein Untertauchen bzw. eine Flucht sprächen zudem noch die am 17. März 2021 vom erstinstanzlichen Gericht gegen den Beschwerdeführer ausgefällten Sanktionen wegen gewerbs- und bandenmässigen Diebstahls und weiteren Delikten, darunter eine Freiheitsstrafe von 44 Monaten und eine Landesverweisung für die Dauer von 9 Jahren. Dies müsse umso mehr gelten, als die Staatsanwaltschaft in ihrer Berufungsschrift beantrage, die Freiheitsstrafe sei auf 7 Jahre und die Dauer der Landesverweisung auf 12 Jahre zu erhöhen. Angesichts der drohenden Landesverweisung sei auch nicht erkennbar, inwiefern ein offener vorzeitiger Strafvollzug "für die Wiedereingliederung sinnvoll" erschiene. Neben massiver Fluchtgefahr bestehe auch noch erhebliche Wiederholungsgefahr (Art. 221 Abs. 1 lit. c StPO). Das Strafregister des Beschwerdeführers weise diverse Vorstrafen aus, und er habe noch während der laufenden Strafuntersuchung weiter einschlägig delinquiert.