Citation: 5C.174/2000 16.10.2000 E. 2

2.- Das Kantonsgericht hat erwogen, eine Zuständigkeit schweizerischer Gerichte nach Art. 59 lit. b IPRG liege nicht vor, da die Klägerin erst bei Klageeinleitung von Deutschland her wieder in die Schweiz eingereist sei. Betreffend die Zuständigkeit am Wohnsitz des Beklagten (Art. 59 lit. a IPRG) hat es festgehalten, dass der Beklagte seinen Lebensmittelpunkt - falls dieser aufgrund der Heirat und des Zusammenlebens mit der Klägerin zeitweilig überhaupt in St. Gallen lag - im Zeitpunkt, als sich die Parteien in den Jahren 1995/1996 trennten, spätestens jedoch bei Studienabschluss des Beklagten im Jahre 1998 aufgegeben habe. Im April 1999 habe der Beklagte zwar bei der Versicherung X.________ eine Teilzeitstelle angetreten und sich wieder in St. Gallen angemeldet. Nach seinen glaubhaften Angaben habe er jedoch die Freizeit regelmässig in seiner Heimat, d.h. in Deutschland verbracht, wo ihm auch eine Wohnung zur Verfügung stehe, und er habe sich oft an seinem Studienplatz in England aufgehalten. Demzufolge könne nicht davon ausgegangen werden, dass er sich bei Einleitung der Scheidungsklage durch die Klägerin im Oktober 1999 mit der Absicht dauernden Verbleibens in St. Gallen aufgehalten und hier seinen Lebensmittelpunkt gehabt habe. Dafür würden ausser der zeitweisen Präsenz am Arbeitsplatz keine Anhaltspunkte bestehen. Im Übrigen sei unbestritten, dass er in einer kleiner Studentenwohnung gelebt habe, was darauf hinweise, dass er nicht bereit gewesen sei, sich dauerhaft niederzulassen. Die sozialen Kontakte, auch der persönliche Verkehr mit den Kindern, hätten in Deutschland stattgefunden, wohin 1998 auch die Klägerin mit der Absicht dauernden Verbleibens zurückgekehrt sei. Somit sei insgesamt davon auszugehen, der Beklagte habe bei Einleitung der Scheidungsklage durch die Klägerin in St. Gallen lediglich gewöhnlichen Aufenthalt gehabt. Aus Art. 59 lit. a IPRG ergebe sich somit keine Zuständigkeit schweizerischer Gerichte, zumal nicht angenommen werden könne, der Beklagte habe nirgends, d.h. weder im In- noch im Ausland Wohnsitz gehabt. Er habe vielmehr überzeugend dargelegt, dass sein Lebensmittelpunkt und damit sein Wohnsitz bei Klageeinleitung in Deutschland gewesen sei.