Citation: 1B_562/2019 E. 3.4

3.4. Der Beschwerdeführer bringt ausserdem vor, die Vorinstanz habe sich damit begnügt, die erwähnten drei Verfahrenshandlungen (Telefongespräch, Beweisverfügung, Einholung der Unterlagen entgegen dieser Verfügung) einzeln und isoliert darauf zu prüfen, ob sie einen Ausstandsgrund bildeten. Bei einer derartigen Betrachtungsweise könnte in der Tat argumentiert werden, diese Verfahrenshandlungen seien nicht geeignet, den Anschein der Befangenheit zu begründen. Dieses Vorgehen blende jedoch aus, dass eine Gesamtbetrachtung erforderlich sei. Bei einer solchen könne der Beschwerdegegner nicht mehr als unbefangen angesehen werden. Wieso eine Gesamtbetrachtung zu einem anderen Ergebnis führen sollte als die vorinstanzliche Einzelbeurteilung der fraglichen Verfahrenshandlungen, wird aus den Ausführungen des Beschwerdeführers nicht gänzlich klar. Als entscheidend erachtet er offenbar, dass die Unterlagen, deren Edition er mit seinem abgewiesenen Beweisantrag verlangt hat, vonseiten des Gerichts entgegen der Beweisverfügung bzw. dem Willen des Beschwerdegegners eingeholt worden und in die Akten gelangt seien. Damit stehe der Beschwerdegegner diskreditiert da. Zudem müsste er sich im Rahmen der Sachverhaltsermittlung, der Beweiswürdigung und der anschliessenden Urteilsfällung offenkundig "contre coeur" mit diesen Unterlagen befassen. Bei dieser Ausgangslage sei es schlicht nicht vorstellbar, dass er seine richterliche Tätigkeit noch unbefangen ausüben könne. Dem kann nicht gefolgt werden. Der Beschwerdeführer macht nicht geltend, dass die vorinstanzliche Feststellung, die Einholung der fraglichen Unterlagen sei auf ein gerichtsinternes Missverständnis zurückzuführen, offensichtlich unrichtig sei (vgl. vorne E. 2). Ebenso wenig bringt er vor, der Beschwerdegegner habe entgegen der Beurteilung der Vorinstanz nicht plausibel erklärt, wie es zu diesem Missverständnis gekommen sei. Wieso der Beschwerdegegner durch die entgegen seiner Beweisverfügung vonseiten des Gerichts erfolgte Einholung der fraglichen Unterlagen "diskreditiert" sein sollte, erschliesst sich daher nicht. Ebenso wenig ist ersichtlich, wieso er sich deshalb "contre coeur" mit diesen Unterlagen befassen müsste. Da deren Einholung auf ein plausibel erklärbares gerichtsinternes Missverständnis zurückzuführen ist, besteht vielmehr objektiv besehen auch bei einer Gesamtbetrachtung, wie sie der Beschwerdeführer verlangt, kein Anlass zur Befürchtung, der Beschwerdegegner könnte sich aufgrund der Umstände, wie die Unterlagen in die Verfahrensakten gekommen sind, im anstehenden Gerichtsverfahren nicht mehr ohne sachfremde Vorbehalte damit auseinandersetzen. Das Misstrauen des Beschwerdeführers in die Unparteilichkeit des Beschwerdegegners erscheint daher auch bei der von ihm geforderten Betrachtungsweise als unbegründet, zumal auch keine Anhaltspunkte dafür bestehen, dass sich der Beschwerdegegner bereits vor der Durchführung der Hauptverhandlung eine abschliessende Meinung zur Relevanz der Unterlagen gebildet hätte. Die Beschwerde erweist sich daher auch in diesem Punkt und damit insgesamt als unbegründet.