Citation: 4A_235/2023 E. 3.2

3.2. Das Kantonsgericht prüfte zunächst in eingehender Würdigung der Parteivorbringen sowie der vorliegenden Beweise, insbesondere des gerichtlichen Gutachtens und des Ergänzungsgutachtens, der Aussagen der Parteien anlässlich der Parteibefragung, der Zeugenaussagen des Kantonschemikers und dessen Aktennotiz vom 28. Oktober 2015 betreffend die Besprechung vor Ort mit den Parteien sowie weiterer Dokumente, ob die Beschwerdegegnerin vertragliche Nebenpflichten verletzt hat, wie die Beschwerdeführerin geltend machte. Dabei kam es zum Schluss, dass alle Vorwürfe der Beschwerdeführerin an die Beschwerdegegnerin nicht hätten erhärtet werden können, mithin, dass der Schimmelbefall beim Abfüllen der Pfeffermischungen entstanden sei, weil sich in den Behältnissen der Beschwerdegegnerin wegen zu grosser Temperaturschwanken Kondenswasser habe bilden können bzw. dass keine regelmässige Risikoanalyse nach HACCP-Standard durchgeführt und die Hygienevorschriften nicht eingehalten worden seien. Ebenso verwarf das Kantonsgericht den weiteren Vorwurf der Beschwerdeführerin, wonach - sollte tatsächlich ein Problem mit dem Ursprungsprodukt vorgelegen haben - die Beschwerdegegnerin dieses hätte erkennen und abmahnen müssen, da ein Schimmelbefall bei regelmässigen Kontrollen mit blossem Auge sichtbar sei. Namentlich gestützt auf die Ausführungen der gerichtlichen Gutachterin könne nicht auf einen Verstoss gegen die Lebensmittelgesetzgebung infolge Weiterverarbeitung des Pfeffers trotz erkennbarem Schimmelbefall geschlossen werden. Im Ergebnis gelangte das Kantonsgericht zum Schluss, die Beschwerdeführerin habe nicht beweisen können, dass die Beschwerdegegnerin die objektiv gebotene Sorgfaltspflicht im Prozess der Abfüllung der Pfeffermix-Chargen und bei der Prüfung des gelieferten Pfeffers missachtet und damit eine vertragliche Nebenpflicht verletzt hätte. Das Kantonsgericht fügte an, selbst wenn eine Vertragsverletzung der Beschwerdegegnerin vorliegen würde und unter dem Vorbehalt, dass die Beschwerdeführerin zudem einen Schaden substantiiert hätte belegen können, würde der geltend gemachte Haftungsanspruch in jedem Fall am Nachweis des natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen dem geltend gemachten Schaden und den behaupteten Vertragsverletzungen fehlen. Der Kantonschemiker habe ausgesagt, für den Schimmelbefall kämen verschiedene mögliche Ursachen in Frage. Die Ursache könne nicht eindeutig eruiert werden. Ob das eine eher wahrscheinlich sei als das andere, sei sehr schwierig abzuschätzen. Auch für die Gutachterin kämen mehrere oder eine Kombination von Ursachen in Betracht. Laut Gutachterin sei es sehr unwahrscheinlich, dass es in einer ganzen Serie von leeren Pfeffermühlen zu einer Kondenswasserbildung gekommen wäre. Allfälliges Kondenswasser in einzelnen Pfeffermühlen hätte sich angesichts der Grösse der Gebindeart in kurzer Zeit nach dem Transport in den Abfüllraum wieder aufgelöst. Gestützt auf die Aussagen des Kantonschemikers und die Angaben der Gutachterin gebe es weitere mögliche Ursachen, die genauso gut für die Entstehung des Schimmels in Betracht kämen. Im Ergebnis sei der Kausalzusammenhang nicht rechtsgenüglich nachgewiesen.