Citation: 4A_581/2015 E. 5.2.2

5.2.2. Was Sinn und Zweck von Ziff. 4.2 des TU-Werkvertrages anbelangt, so lässt sich sowohl die Auslegung der Beschwerdegegnerin als auch jene der Beschwerdeführerin vertreten. Der Unterschied besteht darin, dass die teuerungsberechtigten Arbeiten zu einem unterschiedlichen Preis abgerechnet werden. Nach den Feststellungen der Vorinstanz betrug der massgebliche Baukostenindex (Basis April 2005 = 100 Punkte) am 1. Januar 2008 109.4 Punkte. Die Lesart der Beschwerdeführerin bedeutet somit, dass die am 1. Januar 2008 offenen Arbeiten zu Preisen abgerechnet würden, die ab diesem Datum gemäss Berechnungen der Beschwerdeführerin um 9,67 % höher sind als gemäss Pauschalwerkvertrag. Demgegenüber sind diese Arbeiten nach Auffassung der Beschwerdegegnerin zwar grundsätzlich ebenfalls teuerungsberechtigt, jedoch beginnt die Teuerung mit 0 % ab dem 1. Januar 2008. Bei der einen Interpretation trägt die Beschwerdegegnerin für am 1. Januar 2008 offene Arbeiten die gesamte Teuerung ab Offerteinreichung, während diese bei der anderen Interpretation zwischen den Parteien aufgeteilt wird - die Beschwerdeführerin trägt sie bis und mit 31. Dezember 2007, die Beschwerdegegnerin ab diesem Datum. Entgegen der Ansicht der Vorinstanz führt jedoch keine der beiden Interpretationen dazu, dass auch auf vor dem 31. Dezember 2007 begonnenen Arbeiten die Teuerung erhoben werden könnte, was in der Tat Sinn und Zweck der Klausel widersprechen würde.