Citation: 5A_685/2016 E. 6.3

6.3. Aufgrund der Prozesslage wäre der von den Beklagten behauptete (implizite) Vorbehalt auch zwecklos gewesen. Einzig die Kläger haben Editions- und Forderungsbegehren betreffend Liegenschaftsabrechnung gestellt. Die Beklagten hingegen haben sich darauf beschränkt, zu ihrer Verteidigung Gegenforderungen aus dem Miteigentumsverhältnis zur Verrechnung zu stellen, und damit auf einen Gegenangriff durch Erhebung einer Widerklage verzichtet. Sie haben im hängigen Verfahren somit keinerlei Forderungsbegehren erhoben, deren Vollstreckung durch den hinterlegten Betrag irgendwie hätte gesichert werden können. Daran ändert die Verrechnungseinrede der Beklagten nichts. Denn bei geschützter Einrede lautet das Urteil auf Abweisung des klägerischen Forderungsbegehrens, aber nicht auf Zusprechung des die klägerische Forderung überschiessenden Teils der zur Verrechnung gestellten Gegenforderung, auf deren selbstständige Geltendmachung durch Widerklage die Beklagten hier verzichtet haben (vgl. zu den prozessualen Möglichkeiten und Wirkungen: KUMMER, Grundriss des Zivilprozessrechts, 4. Aufl. 1984, S. 116 f. und S. 146).