Citation: 8C_336/2021 E. 5.2.1

5.2.1. Die Beschwerdeführerin lässt einwenden, die neuropsychologische Begutachtung durch Dr. phil. I.________ am 17. März 2015 (neuropsychologisches Teilgutachten vom 18. März 2015 im Rahmen der SMAB-Expertise vom 28. Mai 2015) habe - im Gegensatz zum Bericht des Spitals E.________ vom 2. April 2019 - bloss eine leichte authentische kognitive Funktionsstörung bestätigt. Es sei keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeits- bzw. Erwerbsfähigkeit gestellt und auf das psychiatrische Gutachten verwiesen worden. Dieses sei allerdings erst nachträglich am 26. März 2015 verfasst worden, weshalb Dr. phil. I.________ davon noch keine Kenntnis gehabt habe. Es trifft zu, dass das vom 10. April 2015 datierende psychiatrische SMAB-Teilgutachten auf der Untersuchung vom 26. März 2015 fusst. Der Verweis der Neuropsychologin vom 18. März 2015 auf diese (damals noch nicht vorliegende) psychiatrische Beurteilung bezieht sich jedoch offensichtlich nicht auf die konkreten Ergebnisse der psychiatrischen Exploration. Die Beschwerdeführerin hatte in der neuropsychologischen Testung leicht, mittelschwer, schwer sowie sehr schwer gestörte kognitive Funktionen gezeigt. Die Symptomvalidierung war quantitativ und qualitativ sowohl im Aufmerksamkeits- als auch im Gedächtnisbereich hoch auffällig. Aus neuropsychologischer Sicht wurde deshalb von nicht authentischen kognitiven Funktionsstörungen ausgegangen. Als Ursache wurden bei fehlenden Hinweisen für eine klinisch relevante organische Hirnfunktionsstörung unbewusst psychogene Anteile, aber auch Anteile bewusster Aggravation genannt. Da die Neuropsychologin bei eher unwahrscheinlichen, höchstens aber leichten kognitiven Funktionsstörungen keine Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit feststellen konnte, verwies sie "bei psychischer Symptomatik" auf das psychiatrische Gutachten, das vielleicht über eine allfällige psychische Ursache des auffälligen Verhaltens der Beschwerdeführerin Auskunft geben konnte. Es ist nicht einzusehen, weshalb die Neuropsychologin bei Anbringen dieses Verweises in ihrem Teilgutachten über das Ergebnis der psychiatrischen Untersuchungen schon hätte Bescheid wissen müssen. Das beschwerdeführerische Argument, wonach sich seit 2015 eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes eingestellt habe, ist ebenfalls nicht zielführend. Denn gemäss Bericht des Spitals E.________ über die neuropsychologische Untersuchung vom 2. April 2019 zeigte die Beschwerdeführerin dort die gleichen schwergradigen kognitiven Beeinträchtigungen, namentlich in den Bereichen Aufmerksamkeit und Konzentration sowie Lernen und Gedächtnis, wie schon in der neuropsychologischen Abklärung im Jahr 2015. Der Neuropsychologin des Spitals E.________ lag das SMAB-Gutachten nicht vor und sie führte die schweren Einschränkungen (wohl in Ermangelung der vollständigen fachärztlichen Unterlagen) vermutungsweise auf eine hirnorganische Schädigung zurück. Aus dem Umstand, dass sie - bei den im Vergleich zur ihr nicht bekannten neuropsychologischen Untersuchung der SMAB-Gutachterin identisch gezeigten Beeinträchtigungen - von einer 70 bis 90%igen Arbeitsunfähigkeit ausgeht, lässt sich deshalb keine Verschlechterung des Gesundheitszustandes ableiten. Soweit die Beschwerdeführerin geltend macht, die unterschiedlichen Einschätzungen der Neuropsychologinnen der SMAB und des Spitals E.________ hätten zwar eine Rentenaufhebung, nicht jedoch eine Rentenerhöhung bewirken können, was klar willkürlich sei und keinen Rechtsschutz verdiene, lässt sich schon ihre Argumentation schwer nachvollziehen. Denn die Rente war mit Verfügung vom 22. Februar 2017 basierend auf lit. a Abs. 1 SchlBest. IVG aufgehoben worden. Gemäss dieser Norm wird für die Rentenaufhebung kein Revisionsgrund vorausgesetzt. Hier kann es allerdings einzig um die Frage gehen, ob seit der Rentenaufhebungsverfügung vom 22. Februar 2017 eine erhebliche Änderung eingetreten ist, was die Vorinstanz gestützt auf die Ergebnisse der neuropsychologischen Untersuchungen aus den Jahren 2015 und 2019 willkürfrei verneint hat.