Citation: 2P.79/2004 02.04.2004 E. 2

2.1 Nach der Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts des Kantons Aargau wird eine Überführung eines Geschäftsbetriebes angenommen, wenn damit die Geschäftsführung durch den neuen Eigentümer verbunden ist. Auch ein landwirtschaftlicher Kleinbetrieb kann nach aargauischer Praxis die Merkmale der selbständigen Erwerbstätigkeit und damit die Qualifikation als Geschäftsvermögen aufweisen (AGVE 1980 S. 214; Jürg Altdorfer/Julia von Ah, in: Kommentar zum Aargauer Steuergesetz, 2. Aufl. 2004, N 130 zu § 27). Geschäftsvermögen ist gemäss dieser Rechtsprechung in der Regel auch das zum landwirtschaftlichen Geschäftsbetrieb gehörende Wohnhaus, und zwar unabhängig davon, ob es mit dem Ökonomiegebäude verbunden ist oder nicht. Der Grund ist darin zu sehen, dass zwischen Wohnteil und Ökonomiegebäude betriebliche Berührungspunkte bestehen (vgl. AGVE 1986 S. 375 E. 1a; 1980 S. 214 E. 4; 1972 S. 441 E. a; Altdorfer/von Ah, a.a.O.). Lediglich bei kleinen landwirtschaftlichen Betrieben, wo die landwirtschaftliche Nutzfläche 3 ha nicht übersteigt und die Landwirtschaft nur nebenberuflich betrieben werden kann, überwiegt die private Nutzung die landwirtschaftliche Nutzung des Wohnhauses und wird dieses ausnahmsweise dem Privatvermögen zugerechnet (AGVE 1975 S. 359 E. 1c; Altdorfer/von Ah, a.a.O., N 131 zu § 27, mit weiteren Nachweisen). 2.2 Das Verwaltungsgericht führt im angefochtenen Entscheid aus, dass die Parzelle 1111 beim Beschwerdeführer 1, auch als der Betrieb noch grösser war, immer als Geschäftsvermögen behandelt worden sei. Dass in der Zeit vor der Übertragung auf den Sohn die Betriebsfläche auf unter 3 ha zurückgegangen sei, ändere daran nichts, weil der Beschwerdeführer 1 gegenüber den Steuerbehörden nie eine Privatentnahme deklariert habe und die Behörden aus dem Sachverhalt (auslaufender Kleinbetrieb) nicht von sich aus auf eine Privatentnahme hätten schliessen müssen. Beim übernehmenden Sohn sei die Parzelle demgegenüber Privatvermögen. Dieser sei im Hauptberuf Magaziner und habe nach der Übernahme aus der Landwirtschaft nur einen bescheidenen Nebenverdienst erzielt. Auch der Beweis, dass er 20 a Land dazu gepachtet habe, sei nicht geleistet worden. Es wäre möglich gewesen, beim Verkauf dafür zu sorgen, dass der Sohn den Betrieb als ein Ganzes zu den Buchwerten übernehme und weiterführe, so dass die stillen Reserven gebunden geblieben wären, doch hätten die Parteien keine derartige Vereinbarung getroffen. Im Gegenteil habe der Sohn ausdrücklich erklärt, er betrachte das Wohnhaus als Privatvermögen. Gegen seinen Willen könne das Wohnhaus nicht als Geschäftsvermögen behandelt werden. Es sei daher nicht sichergestellt, dass beim Ausscheiden von Vermögenswerten aus dem übertragenen Betrieb die stillen Reserven steuerlich erfasst werden könnten. 2.3 Mit dieser Begründung hat das Verwaltungsgericht im angefochtenen Entscheid eine Privatentnahme beim Beschwerdeführer 1 und damit die Liquidationsgewinnsteuerpflicht bejaht. Weshalb dieser Entscheid willkürlich sein oder gegen das Gebot der rechtsgleichen Behandlung verstossen soll, wie die Beschwerdeführer geltend machen, ist nicht ersichtlich. Der Entscheid hält sich an die Grundsätze, wie sie in der aargauischen Rechtsprechung zur Abgrenzung von Privatvermögen und Geschäftsvermögen bei landwirtschaftlichen Grundstücken zum Ausdruck kommen. Der Fall weist zudem kaum Besonderheiten auf. Es geht um die Übertragung eines landwirtschaftlichen Kleinbetriebs vom Vater auf den Sohn, ohne dass der Betrieb durch den Sohn als ein Ganzes zu den bisherigen Buchwerten übernommen wurde. Das bedingte beim Beschwerdeführer 1 eine Privatentnahme der fraglichen Liegenschaft. Dabei ist über die stillen Reserven steuerlich abzurechnen (vgl. Peter Locher, Kommentar zum DBG, I. Teil, N 97, 100 ff. zu Art. 18). Die Besteuerung der stillen Reserven erfolgt aus steuersystematischen Gründen, weshalb eine ausdrückliche Willenserklärung des bisherigen Eigentümers nicht nötig ist. Diesen Tatbestand verkennen die Beschwerdeführer, wenn sie einwenden, es fehle am erklärten Willen des Beschwerdeführers 1, die fragliche Parzelle in das Privatvermögen überführen zu wollen. Nachdem der Betrieb nicht als ein Ganzes übertragen wurde, spielt es - entgegen der Ansicht der Beschwerdeführer - auch keine Rolle, zu welchem Preis die fragliche Parzelle die Hand wechselte. Sowohl die Schenkung wie auch die entgeltliche oder teilentgeltliche Übertragung eines Vermögensgegenstandes, der aus dem Geschäftsvermögen ausscheidet, bedingt eine Privatentnahme (s. auch Locher, a.a.O., N 108 f. zu § 18). Diesem Aspekt tragen die Beschwerdeführer keine Rechnung.