Citation: I 150/02 10.01.2003 E. 4

4.1 Die Vorinstanz weist mit Blick auf RKUV 1986 Nr. U 3 S. 262 f. Erw. 3a zunächst zutreffend darauf hin, dass die durch den funktionellen Verlust eines Auges hervorgerufene Beeinträchtigung im Tiefen- und Plastisch-Sehen durch Angewöhnung und Anpassung weitgehend korrigiert werde, so dass es auch einem Einäugigen möglich sei, räumlich zu sehen. Hiezu ist jedoch einschränkend festzuhalten, dass der in RKUV 1986 Nr. U 3 S. 258 ff. unfallbedingt von einem nahezu gänzlichen Visusverlust an seinem linken Auge betroffene Bauarbeiter über "einen völlig normalen anatomischen und funktionellen Befund" an seinem rechten Auge verfügte. Dies trifft auf den vorliegend zu beurteilenden Fall gerade nicht zu, da gemäss Anmeldung zum Leistungsbezug seit dem Jahre 2000 zunehmend beide Augen vom grauen Star betroffen waren (rechtes Auge mehr als linkes) und die Augenärztin Dr. med. Z.________, über Visuswerte von 0,2 rechts und 0,8 links berichtete. Entgegen den Ausführungen im angefochtenen Entscheid, wonach "es beispielsweise einer einäugigen Person uneingeschränkt gestattet [sei], einen Personenwagen zu steuern", steht fest, dass ein einseitig Erblindeter erst nach einer viermonatigen Wartefrist und einer Prüfung durch den Sachverständigen unter Vorweisung eines augenärztlichen Zeugnisses grundsätzlich die medizinischen Mindestanforderungen zum Führen eines normalen Personenwagens (Führerausweis-Kategorie B) gemäss Anhang 1 zur Verordnung über die Zulassung von Personen und Fahrzeugen zum Strassen-verkehr (VZV; SR 741.51) erfüllen kann (Urteil S. vom 5. November 2002, I 149/02), wenn er am sehenden Auge über einen (korrigierten oder unkorrigier-ten) Visus von "minimal 0,8" verfügt. Daraus erhellt, dass die Sehfähigkeit des Versicherten vor Durchführung der Kataraktoperation nur noch den für Personenwagenlenker im Strassenverkehr erforderlichen Mindestanforderun-gen genügte bei zunehmender Behinderung durch den grauen Star. 4.2 Wenn das kantonale Gericht gestützt auf die gegebene Aktenlage darauf schloss, unter diesen Umständen sei nicht dargetan, inwiefern der Versicherte als Bauarbeiter/Maschinist besonders auf Binokularsehen angewiesen sei, um seine Arbeitstätigkeit weiter ausführen zu können, weshalb keine Invalidität vorliege und demzufolge kein Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen im Sinne von Art. 8 Abs. 1 IVG bestehe, so kann ihm darin nicht gefolgt werden. Ist gemäss der mit einem Stempel des Dr. med. N.________, versehenen Anmeldung zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung vom 21. August 2001 von einer seit dem Jahre 2000 zunehmenden Beeinträchtigung der Sehfähigkeit durch den an beiden Augen festgestellten grauen Star auszugehen und genü-gen die erhoben Visuswerte (Erw. 4.1 hievor) nur noch den strassenverkehrs-rechtlich vorgeschriebenen Mindestanforderungen an die Sehkraft eines Perso-nenwagenlenkers, so kann auf Grund der vorliegenden Akten nicht mit dem im Sozialversicherungsrecht geltenden Beweisgrad der überwiegenden Wahr-scheinlichkeit (BGE 126 V 360 Erw. 5b mit Hinweisen) beurteilt werden, ob der Versicherte im Zeitpunkt der rechtsseitigen Kataraktoperation nicht unmittelbar von Invalidität bedroht war (Art. 8 Abs. 1 IVG). Dies hängt einerseits davon ab, in welchem Zeitraum und Ausmass sich die Sehfähigkeit beider Augen infolge des grauen Stars verschlechterte. Anderseits ist nicht klar, welche Maschinen der Versicherte bei Ausübung seiner Berufstätigkeit als Baumaschinist zu bedienen hatte und ob er dabei auf eine minimale Sehfähigkeit gemäss VZV Anhang I angewiesen war. Die IV-Stelle, an welche die Sache zu ergänzenden Abklärungen zurückzuweisen ist, wird gestützt auf die entsprechenden Ergebnisse über das Leistungsgesuch neu verfügen.