Citation: 6B_1235/2021 E. 2.4.2

2.4.2. Im Zusammenhang mit seiner Kritik, die Vorinstanz stütze ihre Beweiswürdigung auf die angeblich engen Platzverhältnisse im Kreisverkehr, ohne diese jedoch darzulegen, stellt er lediglich seine Sicht der Dinge dar und reisst die Erwägung aus dem Zusammenhang. Was er daraus zu seinen Gunsten unter Willkürgesichtspunkten ableiten will, ist nicht ersichtlich, zumal er unter dem Hinweis darauf, in einem Kreisel sei es naturgemäss gar nicht möglich, mit viel Abstand zu überholen, selbst einräumt, er sei "notwendigerweise relativ nah" an der Fahrradfahrerin vorbeigefahren (kant. Akten, pag. 207). Zudem verkennt er, dass sich die vorinstanzlichen Ausführungen zu den Platzverhältnissen im Kreisel keineswegs auf den seitlichen Abstand beim Überholen beschränken, sondern insbesondere das zu nahe Wiederein- und Abbiegen vor der überholten Fahrradfahrerin erfassen. Dies verdeutlicht die Vorinstanz gar, indem sie explizit festhält, der Beschwerdeführer habe einen leichten Bogen um die Fahrradfahrerin gemacht. Nicht zu beanstanden ist zudem, dass die Vorinstanz in Bezug auf das objektive Verkehrsgeschehen weniger auf die Sachverhaltsversion des Beschwerdeführers als auf die Aussagen der ihn belastenden Fussgängerin und die damit übereinstimmenden Aussagen der Fahrradfahrerin abstellt, zumal sich der Beschwerdeführer gemäss eigenen Angaben nicht an den Vorfall zu erinnern vermag. Die Vorinstanz ist von den übereinstimmenden und glaubhaften Aussagen der beteiligten Frauen ausgegangen und hat sie mit den örtlichen Verhältnissen verglichen. Dabei kommt sie überzeugend zum Schluss, dass der Beschwerdeführer in der Kurve im Kreisverkehr trotz der engen Platzverhältnisse in einem leichten Bogen um die Fahrradfahrerin habe herumfahren und gleichzeitig beschleunigen müssen, um diese trotz der leichten Steigung vor der Ausfahrt in die Seftigenstrasse Richtung Wabern überholen zu können. Sie geht nachvollziehbar davon aus, dass das beschriebene Überholmanöver angesichts der Platzverhältnisse im Kreisverkehr und des Abstands der Fahrradfahrerin von einem Meter zum Strassenrand nicht möglich sei, ohne äusserst nah an der Fahrradfahrerin vorbeizufahren bzw. wieder einzubiegen. Diese Schlussfolgerungen, mit welchen sich der Beschwerdeführer nicht auseinandersetzt, sind frei von Willkür, zumal der Kreisverkehrsplatz nur eine Fahrspur aufweist, die auf die Einfahrt aus der Weissensteinstrasse folgenden zwei Ausfahrten in die Südbahnhofstrasse und in die Seftigenstrasse Richtung Wabern jeweils unmittelbar aufeinander folgen und die beiden Fahrzeuglenker mit relativ niedrigen Geschwindigkeiten (Fahrrad ca. 10 km/h, Auto max. 30-35 km/h) fuhren. Wenn die Vorinstanz aufgrund der glaubhaften Aussagen der Fussgängerin und der Fahrradfahrerin davon ausgeht, dass der Beschwerdeführer beim Abbiegen nach rechts das Vorderrad des Velos mit der rechten Seite seines Autos touchierte, ist das vor dem Hintergrund der Wahrnehmungen der Zeugin, wonach das Fahrrad auf die Seite, nach rechts gegangen sei, und aufgrund der beobachteten Reaktion der Fahrradfahrerin, die "stocksteif" auf dem Kreisverkehrsplatz stehen geblieben sei, geschrien und gezittert bzw. geschlottert habe, ebenfalls weder unhaltbar noch unvertretbar, zumal die Fahrradfahrerin der Zeugin gegenüber unmittelbar nach dem Vorfall gesagt hatte, das Auto habe sie touchiert. Ebenso ist nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz zum Schluss kommt, die von beiden Zeuginnen übereinstimmend geschilderte Temporeduktion des Beschwerdeführers nach dem Abbiegen aus dem Kreisverkehr stehe mit den Geschehnissen im Kreisverkehr in Zusammenhang und sei darauf zurückzuführen, dass der Beschwerdeführer diese wahrgenommen hatte, sich danach aber entschied, seine Fahrt fortzusetzen. Nachvollziehbar verwirft die Vorinstanz die Einwendungen des Beschwerdeführers hinsichtlich eines Ausrollens bzw. Verzögerns im Hinblick auf die in Fahrtrichtung folgende Ampel. Sie erwägt einerseits, der Beschwerdeführer sei aufgrund der übereinstimmenden Beobachtungen der Zeuginnen nach der Temporeduktion wieder aufs Gas gegangen. Andererseits erachtet sie als unwahrscheinlich, dass er angesichts der gefahrenen Geschwindigkeit von höchstens 30-35 km/h und der Entfernung zur Ampel von 80 Metern das Tempo mit Blick auf die Ampel reduzierte. Seine Einwendungen hiergegen erschöpfen sich weitgehend in appellatorischer Kritik. Daran vermag auch nichts zu ändern, wenn er dartut, er verlangsame an dieser Stelle immer. Was er für den konkreten Fall unter Willkürgesichtspunkten zu seinen Gunsten aus dieser Behauptung ableiten will, ist nicht ersichtlich.