Citation: 4A_521/2008 26.02.2009 E. A

A.a A.________ (Kläger) war während dreissig Jahren Kunde bei der Berner Zweigniederlassung der heutigen Bank X.________ (Beklagte). Er unterhielt bei der Beklagten unter anderem ein Depot, das per 31. Dezember 2000 einen Gesamtwert von Fr. 2'106'726.-- aufwies. Im Rahmen seiner Anlagestrategie schloss er mit der Beklagten Lombardkreditverträge ab, wovon der erste vom 25. November 2000 datiert und über Fr. 1,2 Mio. lautet. Dieser wurde durch den Lombardkreditvertrag vom 19. August 2001 über Fr. 1,5 Mio. abgelöst. Dem Kläger standen jeweils feste Vorschüsse zur Verfügung; für Überzüge verwendete er sein Kontokorrent-Konto, während das Depot gemäss Faustpfandverschreibung vom 25. November 2000 als Sicherheit für den Kredit diente. Vom 9. August 1996 datieren zudem die vom Kläger unterzeichneten Bedingungen für die Vermittlung von Optionskontrakten. Der Kläger ist Berufsmaturalehrer für Recht und Wirtschaft und als solcher ein Anleger mit Sachkenntnis. Einen Vermögensverwaltungsauftrag hat er nicht unterzeichnet. Er pflegte im Rahmen seiner Anlagestrategie auch derivative Instrumente (Short-Puts oder Calls) einzusetzen, wobei er seine Anlageentscheide stets selber traf, nachdem er sich jeweils ausführlich durch den zuständigen Anlageberater der Bank informieren liess. A.b Am 11. September 2001 hatte die Beklagte den Kläger darauf angesprochen, dass sein Depot nicht mehr durch die von ihm verpfändeten Wertschriften gedeckt sei, ohne dabei genaue Zahlen zu nennen. Am 13. September 2001 fand eine Besprechung des Klägers mit seinem Anlageberater bei der Beklagten, B.________, statt. Dabei ging es unter anderem darum, den dem Kläger bekannten Minussaldo auf seinem Kontokorrent zu bereinigen. Wie am 11. September 2001 bereits vereinbart, brachte der Kläger zur Besprechung einen Teil seiner Lebensversicherungen mit. Am 13. und 17. September 2001 verpfändete er diese an die Beklagte. Beide Parteien gingen davon aus, dass die Unterdeckung damit bereinigt sei. Weiter versuchte der Kläger, mittels auf den 14. September 2001 terminierter Verkäufe von Wertschriften, den Minussaldo auf dem Kontokorrent zu reduzieren. Da er gleichzeitig die Möglichkeit wahren wollte, an einem allfälligen Wiederaufschwung der Börsenkurse zu partizipieren, kaufte der Kläger am 14. September 2001 auf Hinweis von B.________ 10 Futures auf den Swiss Market Index. Gleichentags verkaufte er 1000 Nestlé-Aktien, wodurch sich die Short-Position Nestlé Calls im Depot jedoch plötzlich als ungedeckt erwies. Beide Transaktionen lösten ein zusätzliches Deckungserfordernis aus. Am 20. September 2001 teilte die Beklagte dem Kläger telefonisch mit, der Belehnungswert der Lebensversicherungen betrage nur rund Fr. 200'000.--, ohne den genauen Betrag der Unterdeckung zu benennen. Am 21. September 2001 fand eine weitere Besprechung zwischen dem Kläger und B.________ statt. Der Kläger ging zu jenem Zeitpunkt davon aus, dass das Ziel der Besprechung sei, die im Hinblick auf seine Ferien nötigen Dispositionen zu tätigen. Demgegenüber beabsichtigte die Beklagte, die unter anderem aufgrund fallender Kurse eingetretene Unterdeckung von Fr. 373'000.-- mittels Verkäufen von Aktien bzw. Glattstellung von Short-Put-Positionen zu beheben und das Depot so zu positionieren, dass während der Ferien des Klägers keine weiteren Transaktionen notwendig sein würden. Anlässlich der Besprechung hat die Beklagte den Kläger auf das Deckungsproblem hingewiesen und ihm die Lösungsvarianten "light" und "heavy" vorgestellt. Nach Aussage von B.________ musste dem Hauptsitz der Beklagten bis am Mittag mitgeteilt werden, was man zu unternehmen gedenke, andernfalls die Positionen glattgestellt würden. Noch am selben Tag wurden schliesslich Wertschriften im Umfang von ca. Fr. 600'000.-- verkauft und Short-Put-Positionen glattgestellt. Beim 21. September 2001 handelte es sich um einen sog. freaky friday oder triple witching day (dreifacher Hexensabbat). An solchen Tagen verfallen an den Terminbörsen gleichzeitig Optionen auf Aktien sowie Optionen und Futures auf Indizes, was zu starker Volatilität der Kurse führt. Am 24. September 2001 teilte der Stellvertreter von B.________ dem Kläger telefonisch mit, es sei noch eine weitere Unterdeckung zu bereinigen. Der Kläger schlug vor, Short-Put-Positionen in das Depot seiner Lebenspartnerin zu übertragen, was allerdings von der Beklagten als unrealisierbar eingeschätzt wurde. Somit wurden am 25. September 2001 weitere Verkäufe getätigt bzw. weitere Short-Put-Positionen eingedeckt. Mit Schreiben vom 12. April 2002 kündigte der Kläger schliesslich die Geschäftsbeziehungen mit der Beklagten.