Citation: I 797/05 29.08.2006 E. 4

4.1 Dr. med. S.________ führte am 8. Juli 2003 aus, der Versicherte sei in seiner angestammten Tätigkeit als Bauarbeiter seit 14. Dezember 2001 bis auf Weiteres vollständig arbeitsunfähig. Die Arbeitsfähigkeit könne durch medizinische Massnahmen nicht verbessert werden und andere Tätigkeiten seien unzumutbar. Im Gutachten vom 12. November 2003 kamen die Ärzte der MUP zum Schluss, als angelernter Zimmermann bzw. Bauarbeiter sei der Beschwerdegegner, bedingt durch die fortgeschrittene Arthrose des rechten Ellenbogens, vollständig arbeitsunfähig. Für körperlich leichte Tätigkeiten ohne Belastung des rechten Armes, welche häufige Positionswechsel zulassen, beispielsweise Schreib- oder Kontrollarbeiten respektive Wachdienste oder Verkauf (ohne Sortieren), bestehe keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Indessen sei zu berücksichtigen, dass der Versicherte über limitierte Deutsch- und keine Computerkenntnisse verfüge. Formal bestehe die Indikation zur offenen Gelenkstoilette und eventuell zur Ellenbogenprothese. Auch bei operativem Vorgehen sei aber die Prognose bezüglich Beweglichkeit ungünstig. Die Gutachter empfahlen eine Abklärung der Arbeitsmöglichkeiten und der Arbeitsvermittlung durch die IV. 4.2 Entgegen der Auffassung der Vorinstanz sind dem Beschwerdegegner somit nicht nur Schreib- und Kontrollarbeiten, Überwachung und Verkauf (ohne Sortieren) möglich. Vielmehr könnte er, gemäss den Gutachtern der MUP (gegen deren Diagnosen der Versicherte letztinstanzlich zu Recht keine Einwände mehr erhebt), angepasste leichte Tätigkeiten (ohne Belastung des rechten Armes, mit der Möglichkeit zu häufigen Positionswechseln) generell ausüben. Aus dem Gutachten geht zwar nicht im Einzelnen hervor, inwieweit ein Einsatz des rechten Armes noch möglich ist. Auch ist dem kantonalen Gericht darin zuzustimmen, dass die funktionellen Einschränkungen die Einsatzmöglichkeiten für leichte Tätigkeiten reduzieren. Indessen ist die Arbeitsfähigkeit für körperlich leichtgradige Tätigkeiten mit den erwähnten Einschränkungen erhalten und beschränkt sich insbesondere auch nicht auf einen bestimmten Wirtschaftszweig (anders etwa als in dem mit Urteil P. vom 29. Januar 2003, U 425/00, beurteilten Fall, wo dem Versicherten eine Teilarbeitsfähigkeit für leichte Bürotätigkeiten attestiert wurde und aufgrund der funktionellen Einhändigkeit nicht klar war, welche Büroarbeiten mit welchen Einschränkungen konkret möglich wären, was eine zusätzliche berufsberaterische Abklärung erforderte). Entsprechende Arbeitsstellen sind auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt in genügender Anzahl vorhanden (SVR 1999 IV Nr. 6 S. 15 Erw. 2b/aa; ZAK 1991 S. 318; vgl. auch Urteil V. vom 27. April 2001, I 259/00, je mit Hinweisen). Dem Beschwerdegegner steht auch unter Berücksichtigung der fortgeschrittenen Arthrose am rechten Ellenbogen ein genügend breiter Fächer an Arbeitsgelegenheiten offen (vgl. Urteile B. vom 9. März 2001, I 113/00 [hysterische Armlähmung links], und C. vom 30. März 2003, I 446/02 [Lähmung des rechten Armes]). 4.3 Soweit die IV-Stelle die Auffassung vertritt, auf eine Stellungnahme der Berufsberater könne - unbesehen der Umstände des konkreten Falles - generell verzichtet werden, wenn der Invaliditätsbemessung die tiefsten Tabellenlöhne zugrunde gelegt und der maximal zulässige behinderungsbedingte Abzug gewährt wird, widerspricht dieses Vorgehen der Rechtsprechung (Erw. 3.1 hievor) und kann nicht geschützt werden. Indessen ist in Anbetracht dessen, dass dem Versicherten angepasste leichte Tätigkeiten - mit den erwähnten Einschränkungen - generell zumutbar sind, im Ergebnis nicht zu beanstanden, dass die IV-Stelle auf eine Konkretisierung möglicher Arbeitsstellen durch Fachleute der Berufsberatung verzichtet hat.