Citation: 5A_968/2021 E. 5.1

5.1. Im Berufungsverfahren war weiter umstritten, ob die Beschwerdeführerin sich bei Abschluss des Erbverzichtsvertrags in einem wesentlichen Irrtum befunden hat (Art. 23 OR) und ob sie Opfer einer absichtlichen Täuschung (Art. 28 OR) oder einer Übervorteilung (Art. 21 OR) geworden ist. Das Obergericht trat insoweit auf die Berufung nicht ein. Die Erstinstanz sei mit einlässlicher und zutreffender Begründung zum Schluss gelangt, dass es an schlüssigen Behauptungen zu diesem Themenbereich fehle. Entsprechend habe sie einen Willensmangel oder eine Übervorteilung verneint. Hierauf sei zu verweisen. In der Berufung beschränke die Beschwerdeführerin sich im Wesentlichen auf die Wiederholung ihrer früheren Ausführungen und setze sich nicht mit dem erstinstanzlichen Erkenntnis auseinander. Damit sei das Rechtsmittel nicht hinreichend begründet. Ohnehin wären allfällige Willensmängel der Beschwerdeführerin irrelevant, da derartige Mängel im Rahmen der Ungültigkeitsklage nur beachtlich seien, wenn sie bei der Erblasserin (und nicht bei einer weiteren Vertragspartei) nachgewiesen würden.