Citation: 8C_170/2024 E. 5.2

5.2. Die AXA wendet im Wesentlichen ein, entgegen der Vorinstanz hätten die Gutachter der Gutachterstelle B.________ am Thalamusinfarkt des Beschwerdegegners vom 10. Februar 2008 nicht gezweifelt. Im Gutachten vom 21. Dezember 2011 hätten sie den Infarkt nicht verneint, sondern einzig seine Relevanz für die geklagten kognitiven Beschwerden relativiert, indem die Arbeitsunfähigkeit von 50 % gemäss dem Gutachten der Gutachterstelle B.________ vom 28. Januar 2010 auf 25 % herabgesetzt worden sei. Trotzdem hätten sie die Folgen des thalamischen Insults unverändert als unfallkausal erachtet. Hieran habe auch der Neurologe Dr. med. D.________ im vom Beschwerdegegner veranlassten Gutachten vom 18. Dezember 2012 nicht gezweifelt. Zudem habe der beratende Arzt der AXA in der Stellungnahme vom 4. September 2013 den Thalamusinfarkt vom 10. Februar 2008 bejaht. Im Zeitpunkt des Einspracheentscheids vom 23. September 2013 habe für die AXA somit kein begründeter Anlass bestanden, am Vorliegen eines Thalamusinfarkts zu zweifeln. Die Einholung eines weiteren Gutachtens durch sie wäre somit als "second opinion" unzulässig gewesen. Erst die im Rahmen des ABI-Gutachtens vom 30. Oktober 2015 erfolgte neuroradiologische Abklärung mit einer MRI-Untersuchung des Neurocraniums vom 3. September 2015 habe zuverlässig den Schluss zugelassen, dass in den Gutachten der Gutachterstelle B.________ (und den medizinischen Berichten davor) mit der Bejahung eines Thalamusinfarkts eine Fehldiagnose gestellt worden sei. Selbst wenn mit der Vorinstanz davon ausgegangen würde, dass das Gutachten der Gutachterstelle B.________ vom 21. Dezember 2011 gemäss ihrem Beschluss vom 25. März 2015 nicht überzeugt habe, ändere dies nichts daran, dass erst mit dem ABI-Gutachten vom 30. Oktober 2015 und somit nach dem Einspracheentscheid vom 23. September 2013 ein Thalamusinfarkt habe ausgeschlossen werden können. Dieses Gutachten sei somit ein neues Beweismittel nach Art. 53 Abs. 1 ATSG, das Tatsachen belege, die zwar im früheren Verfahren allenfalls bereits hätten bekannt sein können, aber unbewiesen bzw. nicht beweisbar gewesen seien. Weil die Vorinstanz sich nicht damit auseinandergesetzt habe, dass ein neues Beweismittel vorgelegen habe, habe sie auch die Tatsache nicht berücksichtigt, dass am 10. Februar 2008 kein Thalamusinfarkt stattgefunden habe. Es liege damit eine neue Tatsache und nicht einzig eine neue Würdigung einer bekannten Tatsache vor. Diese neue Tatsache sei auch erheblich. Sie verändere die tatsächliche Grundlage des Einspracheentscheids vom 23. September 2013 und führe zu einer anderen Entscheidung, da laut dem ABI-Gutachten vom 30. Oktober 2015 kein relevanter Insult erfolgt sei, der die geklagten Beschwerden hätte erklären können.