Citation: 6B_1032/2023 E. 2.3.3

2.3.3. Weiter ist es nicht willkürlich, wenn die Vorinstanz dem Beschwerdeführer die Inkaufnahme der Verletzung einer unbeteiligten Drittperson durch ein Projektil (-Splitter) unterstellt. Unbestritten ist, dass sich in besagter Liegenschaft mehrere (mindestens fünf) "Lokale" befanden. Der Beschwerdeführer erklärte anlässlich der (vorinstanzlich wiedergegebenen) polizeilichen Einvernahme vom 17. Oktober 2016 selber, dass es im V.________-Gebäude fünf bis sechs "Räume mit Musik" habe, wobei der Cousin seiner Frau in einem dieser Räume Musik spiele und in einem weiteren Lokal eine Geburtstagsfeier stattgefunden habe. Es trifft zu, dass die Vorinstanz ihre Feststellung, wonach sich in den Lokalen zur Tatzeit noch Besucher befunden hätten, nicht eingehend begründet. Dies mag dem Umstand geschuldet sein, dass sich dies bis dato (und soweit ersichtlich) als unstrittig erwiesen hatte. Schon die erste Instanz stellte fest, dass zum Tatzeitpunkt noch Besucher in den Clubs im V.________-Gebäude weilten und bejahte letztlich auch aus diesem Grund eine eventualvorsätzliche Tatbegehung (" Auch hätten jederzeit weitere Personen aus dem Lokal, welches sich hinter dem [Beschwerdeführer] befand, hinaus auf den Gang treten können. Es war daher durchaus möglich, dass der [Beschwerdeführer] von einer dieser Personen gestossen wird, sei es unbewusst oder auch bewusst [...] "). Zwar liess der Beschwerdeführer im Rahmen der Berufungsverhandlung ausführen, es sei nicht klar, woraus die Vorinstanz auf die Präsenz weiterer Personen hinter ihm geschlossen habe. Er machte dabei aber nicht geltend, dass sich ausser den Beteiligten niemand mehr in den Lokalen in der Umgebung des Tatorts befunden habe. Ungeachtet dessen gibt das vorinstanzliche Urteil einschlägige Aussagen des Beschwerdeführers wieder, ohne dass er diese als falsch rügen würde. Namentlich erklärte er im Rahmen des Augenscheins vom 6. Oktober 2020, es sei im Vorfeld der Schussabgabe im Gang sehr laut gewesen, jede Türe habe offen gestanden und es habe viel Musik gegeben. Damit suggerierte er selber, dass sich mehr als ein geöffnetes Lokal im betreffenden Korridor befand. Sodann erklärte er in der Befragung im Rahmen der erstinstanzlichen Hauptverhandlung auf die Frage hin, ob er vor der Schussabgabe eine Warnung ausgesprochen habe, "das sei sehr schnell gewesen. Da sei Musik gewesen". Im Lichte dieser ureigenen Ausführungen des Beschwerdeführers ist es im Ergebnis nicht willkürlich, wenn die Vorinstanz von mehreren zur Tatzeit geöffneten und besuchten Lokalen im fraglichen Korridor und damit in direkter Umgebung zum Tatort ausgeht. Dass sich bei der Schussabgabe der Vorinstanz zufolge nur zwei Personen im unmittelbaren Sichtfeld (vor dem Lokal Nr. 5) des Beschwerdeführers befunden hätten, steht - entgegen seinem Dafürhalten - nicht im Widerspruch zu dieser Feststellung. Ungeachtet dieser Ausführungen scheint eine genaue Verortung der übrigen Clubs für die Frage der vom Beschwerdeführer in Kauf genommenen Folgen seines Handelns nicht entscheidend. Unbestritten ist, dass Letzterer zwei Schüsse in die Richtung des Bereichs vor der Eingangstüre zu Lokal Nr. 5 abgab. Wie oben dargetan, schliesst die Vorinstanz willkürfrei und damit für das Bundesgericht verbindlich auf die Anwesenheit diverser Besucher. Schon alleine deshalb musste der Beschwerdeführer damit rechnen, dass eine Drittperson aus dem Lokal Nr. 5 heraustreten oder - wie geschehen - von einem der abgehenden Flure zu diesem Lokal zurückkommen könnte. Dies gilt umso mehr, als der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde erklärt, er habe den Quergang zu den Toiletten aus seiner Perspektive nicht sehen können. Er schoss folglich in Richtung eines Bereichs, den er nicht abschliessend überblickte, woraus sich in Bezug auf die von ihm in Kauf genommenen Folgen seiner Schüsse nichts zu seinen Gunsten ableiten lässt. Die Vorinstanz erwägt sodann plausibel, der Beschwerdeführer habe das von ihm geschaffene Risiko nicht kontrollieren können. Er habe weder gewusst, wie sich das Projektil nach dem Eintreffen auf dem Boden verhalten würde, noch hätte eine sich in Schussnähe aufhaltende Person die Chance gehabt, sich rechtzeitig in Sicherheit zu bringen. Dem ist nichts hinzuzufügen. Das Ausmass und die Schwere der von einem Projektil (splitter) potentiell verursachten Verletzungen werden vom Beschwerdeführer schliesslich nicht thematisiert.