Citation: 5A_479/2022 E. 3.2

3.2. Für die Beschwerdeführerin ist nicht nachvollziehbar, weshalb die Vorinstanz dem Beschwerdegegner fünf Wochen Ferien mit C.________ zugesteht, ihr jedoch gar keine. Gerade die Anordnung der alternierenden Obhut hätte dazu führen müssen, auch ihr Ferien zuzugestehen. Der Entscheid des Obergerichts sei willkürlich. Die Beschwerdeführerin rechnet vor, dass sie ihren Sohn ohne Ferienanspruch nie länger als zehn Tage am Stück betreuen könne, abgesehen vom Fall, da ein Monat fünf Wochenenden hat, was nach der vorinstanzlichen Betreuungsregelung zu einer zusätzlichen Phase von zwölf Tagen führe. Im "krassesten Fall", wenn die Ferien des Vaters auch die Wochenenden einschliessen, habe sie kein einziges Wochenende mehr mit ihrem Sohn. Dass sie das 40%-Pensum gerade an denjenigen Tagen leisten könne, die das Kind unter der Woche beim Vater verbringe, sei unrealistisch. Die Beschwerdeführerin verweist auf das Bundesgerichtsurteil 5A_888/2016 vom 20. April 2018. Danach sei eine ungleiche Verteilung der Wochenenden willkürlich, weil diese für das familiäre Zusammenleben eine zentrale Bedeutung hätten. Laut dem zitierten Urteil sei es zudem willkürlich, bei alternierender Obhut nur einer Partei einen Ferienanspruch zuzugestehen - auch wenn diese Frage mangels Rüge offengelassen wurde. Weiter argumentiert die Beschwerdeführerin, dass die vorinstanzliche Betreuungs- und Besuchsregelung nicht dem Kindeswohl entspreche, weil der Kontakt zwischen Mutter und Sohn stark eingeschränkt werde, wenn die beiden nie mindestens zwei Wochen Ferien zusammen verbringen können und/oder die gemeinsamen Wochenenden stark eingeschränkt werden. Weil die uneingeschränkte Untersuchungsmaxime (Art. 296 Abs. 1 ZPO) gelte, hätte die Vorinstanz bei der gegebenen Ausgangslage mit Rücksicht auf das Kindeswohl von Amtes wegen auch zugunsten von ihr, der Beschwerdeführerin, einen Ferienanspruch festlegen müssen. Es könne ihr daher nicht entgegenhalten werden, für sich keinen Ferienanspruch geltend gemacht zu haben. Der angefochtene Entscheid lasse eine Abwägung vermissen, weshalb ein Ferienanspruch des Beschwerdegegners von fünf Wochen im Kindeswohl liegt und sie, die Beschwerdeführerin, nicht die Möglichkeit haben soll, mit ihrem Sohn zu verreisen und soziale Kontakte zu pflegen. Daher sei auch der Anspruch auf eine Begründung und damit Art. 29 Abs. 2 BV verletzt. Schliesslich rügt die Beschwerdeführerin einen Verstoss gegen Art. 8 Abs. 1-3 BV. Das Obergericht behandle die Parteien ungleich. Es verschaffe dem Beschwerdegegner eine optimale Lösung mit Wochenendbetreuung und mute ihr eine Arbeitsstelle zu, die dazu führe, dass sie noch weniger Wochenenden mit C.________ verbringen kann. Die Beschwerdeführerin erklärt, sie opponiere weder gegen die erhöhte Zahl an Wochenenden beim Beschwerdegegner noch gegen die Wiederaufnahme ihrer Arbeitstätigkeit. Wenn aber zusätzlich die Ferien einseitig geregelt werden, sei die Ungleichheit schlicht unbillig und verletze ihre verfassungsmässigen Rechte. Im Ergebnis fordert die Beschwerdeführerin, beiden Parteien je vier Wochen Ferien mit C.________ zuzusprechen; weshalb der Beschwerdegegner fünf Wochen benötige, habe weder er noch die Vorinstanz dargelegt. Für den Fall, dass das Bundesgericht die Sache an das Obergericht zurückweist, verlangt die Beschwerdeführerin, auch den vorinstanzlichen Urteilsspruch betreffend den Unterhalt aufzuheben; eine Neuentscheidung mache nur Sinn, wenn auch die Frage des Arbeitspensums neu betrachtet werden kann.