Citation: 2C_476/2023 E. 3.6

3.6. Bezüglich den Verhaltensauffälligkeiten des Pferdes nach der Beschlagnahme bis Dezember 2021stellte die Vorinstanz mit Verweis auf den Rekursentscheid in tatsächlicher Hinsicht fest, das Pferd habe damals ein traumatisiertes Verhalten gegenüber Menschen gezeigt. Bei geringstem "Handling" durch Menschen habe es mit Stress und Panik reagiert. Die tägliche Pflege, Hufpflege und allfällige Behandlungen von Verletzungen seien, auch unter hochgradiger Sedierung oder Betäubung, nicht möglich gewesen. Verschiedene Versuche, die Hufpflege vorzunehmen, hätten für die betreuende Person, den Hufpfleger und den beigezogenen Tierarzt in lebensgefährlichen Situationen resultiert. Der Erfolg einer Verhaltenstherapie sei als höchst unwahrscheinlich einzustufen gewesen. Auch ein Verkauf und eine Neuplatzierung des Pferdes seien nicht zu verantworten gewesen. Diese Erkenntnisse der Vorinstanzen stützen sich auf mehrere Berichte und Mitteilungen der betreuenden Personen, der involvierten Tierärzte und des Hufpflegers (vgl. Mitteilungen der betreuenden Person vom 5. August 2021, 26. Oktober 2021, 23. November 2021 und 30. November 2021; Videoaufnahmen der betreuenden Person vom 26. und 28. November 2021; Berichte des Tierarzts vom 28. Oktober 2021 und 9. November 2021; Kurzbericht des Hufpflegers vom 26. November 2021 sowie die weitere veterinärmedizinische Einschätzung vom 26. November 2021). Ferner sind gemäss dem veterinärmedizinischen Gutachten vom 15. Juni 2022 "menschenverursachte Versäumnisse" für die Verhaltensstörungen verantwortlich, was bereits der tierärztliche Bericht vom 5. Dezember 2021 erwähne. Die Mängel seien von diesem Tierarzt im November 2020 und März 2021 gemeldet worden (Gutachten, S. 8). Der Gutachter (Mitglied der Gesellschaft Schweizer Tierärzte und der Schweizerischen Vereinigung für Pferdemedizin) hielt weiter fest, dass seine eigene Begutachtung vom 9. Juni 2022 ergeben habe, dass eine Euthanasierung zu diesem Zeitpunkt nicht mehr unterstützt werden konnte, dass die Situation im Sommer und Herbst 2021 jedoch anders gewesen war. Wie aus verschiedenen Berichten hervorgehe, habe sich das Verhalten des Pferdes deutlich verbessert (Gutachten, S. 11). Er wies zudem auch im Juni 2022 noch darauf hin, dass das "Szenario der Euthanasie" wieder in Betracht gezogen werden könnte, wenn nach den medizinischen "Bewältigungsversuchen innert 3 Monaten keine Fortschritte zu verzeichnen" seien (Gutachten, S. 13).