Citation: 6B_279/2024 E. 2.4.2

2.4.2. Mit Blick auf das Willenselement braucht das allerdings nicht vertieft zu werden. Denn die Vorinstanz weist zu Recht auf Aspekte hin, die gewisse Zweifel jedenfalls daran aufkommen lassen, ob die Beschwerdegegner 2 und 3 entsprechende schwere Tatfolgen, hätten sie solche bedacht, in Kauf genommen haben. Sie nennt vorab die Stellung der Beschwerdeführerin als Tochter des Beschwerdegegners 2 bzw. Stieftochter der Beschwerdegegnerin 3, welche wegen der nahen familiären Bindung nicht ohne Weiteres annehmen lässt, die Letztgenannten hätten eine schwere psychische Schädigung der Beschwerdeführerin gleichgültig hingenommen. Weiter erwähnt die Vorinstanz, dass die Beschwerdegegner 2 und 3 keine physische Gewalt angewandt und von der Beschwerdeführerin strikt verteidigte Grenzen (z.B. Ablehnung von Analverkehr) respektiert hätten (vgl. dazu ebenso angefochtenes Urteil Sachverhalt lit. A.d. S. 4 unten und S. 5 oben). Wohl wiegt das Tathandeln trotz der fehlenden physischen Gewalt und des Akzeptierens von Grenzen, wie erwähnt, schwer. Da die Nötigungshandlung "einzig" im Aufbauen eines hohen psychischen Drucks unter Ausnutzen des bestandenen Vertrauensverhältnisses lag und dadurch eine vermeintliche Freiwilligkeit der sexuellen Handlungen erzielt wurde, ist das Tatvorgehen allerdings geeignet, die Schwere des Handelns und damit auch die potentiellen Opferfolgen verschwimmen zu lassen. Angesichts dieser relativierender Aspekte ist vertretbar, wenn die Vorinstanz nicht ausräumbare Zweifel daran hat, ob die Beschwerdegegner 2 und 3 eine schwere psychische Schädigung der Beschwerdeführerin effektiv in Kauf genommen haben, und sie im Ergebnis folglich davon ausgeht, die Beschwerdegegner 2 und 3 hätten zumindest noch auf das Ausbleiben solcher Folgen, so sie diese erkannt haben, vertraut. Mit ihren Vorbringen betreffend die Intensität des Tathandelns und die Umstände, aufgrund derer insbesondere dem Beschwerdegegner 2 die Möglichkeit schwerer Gesundheitsfolgen für das Opfer habe bewusst sein müssen, vermag die Beschwerdeführerin diese Beurteilung nicht als rechtswidrig auszuweisen. Das gilt nicht zuletzt auch mit Bezug auf die Notizen des Beschwerdegegners 2. Die Beschwerdeführerin leitet daraus hinsichtlich des Willenselements einzig ab, es sei dem Beschwerdegegner 2 geradezu (mithin als Hauptmotiv) um die Zerstörung ihrer Persönlichkeit und somit um das Zufügen schweren psychischen Schadens gegangen (vgl. Beschwerde Ziff. III.1.5 in fine S. 4 f.). Damit aber bringt sie einerseits, und soweit ersichtlich erstmals, den direkten Vorsatz ins Spiel. Sie setzt sich dadurch nicht nur mit der vorinstanzlichen Ansicht in Widerspruch, wonach Hauptmotiv des Beschwerdegegners 2 die Befriedigung seiner sexuellen (Unterwerfungs-) Fantasien dargestellt hat und die Absicht einer schweren Opferschädigung höchstens als Nebenfolge in Betracht kommt (vgl. angefochtenes Urteil E. 7.6.1 S. 16). Auch widerspricht sie ihrer eigenen, übrigen Argumentation, in der sie stets von einer eventualvorsätzlichen Schädigung spricht. Andererseits ergibt sich hinsichtlich des fraglichen Eventualvorsatzes aus ihrem Einwand nichts Zusätzliches: Gründe, die es entgegen dem oben Dargelegten geradezu als ausgeschlossen erscheinen liessen, dass der Beschwerdegegner 2 zumindest noch auf das Ausbleiben einer schweren psychischen Schädigung seines Opfers vertraut hat, zeigt die Beschwerdeführerin ebenso in diesem Kontext im Einzelnen nicht auf. Die erwähnten Notizen des Beschwerdegegners 2 sind grundsätzlich zwar mit der Vorstellung einer von ihm beabsichtigten umfassenden Entwertung der Beschwerdeführerin (nicht nur im sexuellen Bereich, sondern im gesamten Alltagsleben) vereinbar, unter welcher Annahme sich der Schluss auf eine Inkaufnahme schwerer psychischer Beeinträchtigungen aufdrängte. Dass der Beschwerdegegner 2 von einer solchen Absicht effektiv getragen gewesen wäre, vermag die Beschwerdeführerin indes nicht darzutun; sie spricht im Zusammenhang mit den Notizen vielmehr selbst von einem sexuellen Bezug seines Handelns, wenn sie erwähnt, die Notizen zeigten überdeutlich, dass der Beschwerdegegner 2 sie "entgegen ihrer Akzeptanz in seine sexuellen Praktiken einbinden wollte" (vgl. Beschwerde Ziff. III.1.5 S. 4 und E. 2.1 oben). Die Beschwerdeführerin geht insofern im Ergebnis mit der vorinstanzlichen Ansicht eines primär sexuell ausgerichteten Handelns des Beschwerdegegners 2 überein, bei der sich unter den gegebenen Umständen relevante Zweifel an einer Inkaufnahme schwerer psychischer Schädigungen, wie ausgeführt, halten lassen. Zu den persönlichkeitsgebundenen Aspekten der Beschwerdegegnerin 3, die laut Vorinstanz bei derselben erst Recht zu Zweifeln an einer eventualvorsätzlichen Schädigung führten, äussert sich die Beschwerdeführerin ferner nicht; darauf ist daher nicht weiter einzugehen. Gleiches gilt im Übrigen für die pauschalen Verweise der Beschwerdeführerin auf die österreichische Rechtsprechung, aus denen sich hier nichts ableiten lässt.