Citation: 6B_1062/2021 E. 5.4.1

5.4.1. Die Vorinstanz erwägt, die Beschwerdeführerin sei am 30. Mai 2020 um 14.25 Uhr vorläufig festgenommen worden. Um ca. 15.00 Uhr habe der Amtsarzt die Hafterstehungsfähigkeit festgestellt; um 16.15 Uhr sei ihr die vorläufige Festnahme eröffnet worden. Die Beschwerdegegnerinnen 2 und 4 hätten den Festnahmerapport sowie das Effektenverzeichnis anschliessend E.________ übergeben. Sie seien danach nicht mehr mit dem Fall befasst gewesen. Es sei dann die Aufgabe der Haftleitstelle gewesen, die notwendigen Abklärungen zu treffen. Mangels Hinweisen in den Akten und aufgrund der Schilderungen der Beschwerdegegnerinnen 2 und 4 habe die Staatsanwaltschaft davon ausgehen dürfen, dass die beiden keinen Einfluss auf den Entscheid gehabt hätten, die Beschwerdeführerin über Nacht in Polizeihaft zu behalten. Obgleich die Haftleitstelle formal den Fall (erst) am 31. Mai 2020 um 07.00 Uhr übernommen habe, sei nicht ausgeschlossen, dass diese die notwendigen Abklärungen bereits zuvor gemacht habe, da andernfalls die Einvernahme mit der Beschwerdeführerin nicht um 09.19 Uhr hätte durchgeführt werden können. Um 10.50 Uhr sei die Beschwerdeführerin sodann entlassen worden. Es sei weder die maximale Frist von 24 Stunden nach Art. 219 Abs. 4 StPO überschritten worden noch sei die Haftdauer übermässig lang gewesen. Es fänden sich keine Hinweise darauf, dass die Haftleitstelle den Fall nicht mit der erforderlichen Dringlichkeit behandelt hätte. Diese habe im Übrigen keine Anhaltspunkte dafür gehabt, dass der Fall der Beschwerdeführerin gegenüber den übrigen Haftfällen hätte prioritär behandelt werden müssen. Damit sei nicht zu beanstanden, dass die Staatsanwaltschaft den Verdacht gegen die Beschwerdegegner 2-4 wegen Amtsmissbrauchs und Freiheitsberaubung verneint habe.