Citation: 5A_391/2018 E. 2.4.2

2.4.2. Zu prüfen bleibt, ob die Beschwerdegegnerin ihren Anspruch auf Art. 208Abs. 1 Ziff. 2 ZGB stützen kann. Gemäss dieser Bestimmung sind Vermögensentäusserungen zur Errungenschaft hinzuzurechnen, die ein Ehegatte während der Dauer des Güterstandes vorgenommen hat, um den Beteiligungsanspruch des anderen zu schmälern. Von einer Vermögensentäusserung im Sinne von Art. 208 ZGB kann nur gesprochen werden, wenn eine Vermögensdisposition aus der Errungenschaft getätigt wurde (Alexandra Jungo, in: Personen- und Familienrecht - Partnerschaftsgesetz, Handkommentar, 3. Aufl. 2016, N. 2 zu Art. 208 ZGB inkl. Titel der Note). Damit ist auch klar, dass Art. 208 ZGB nur zur Anwendung kommen kann, wenn tatsächlich Vermögen der Ehegatten veräussert wurde. Dies ist vorliegend nicht der Fall. Die veräusserte Liegenschaft befand sich nicht im Eigentum der Ehegatten, sondern im Eigentum der GmbH. D ass die Ehegatten die GmbH gemeinsam gegründet haben und (einzige) Mitinhaber der GmbH waren, ändert nichts am eigenständigen juristischen Schicksal (und Vermögen) der GmbH. Indem die Ehegatten einen Teil ihrer finanziellen Geschäfte, namentlich den Kauf der Familienwohnung, über die GmbH abwickelten, unterstellten sie die Vorgänge den entsprechenden Regeln ausserhalb der güterrechtlichen Vorschriften. Auch die Anwendung von Art. 208 Abs. 1 Ziff. 2 ZGB fällt daher ausser Betracht.