Citation: 1P.631/1999 26.01.2000 E. 4

4.-Hinsichtlich der Geschwindigkeit des Unfallfahrzeuges macht der Beschwerdeführer geltend, das Gutachten gehe "von einer maximal nachweisbaren Geschwindigkeit von 48 km/h aus". Die Annahme der kantonalen Instanzen, die Geschwindigkeit habe 50 km/h betragen, sei "willkürlich". Die Rüge erweist sich ebenfalls als unbegründet, soweit sie überhaupt ausreichend substanziert erscheint (Art. 90 Abs. 1 lit. b OG). a) Aus der Länge der vorgefundenen Bremsspur von 10.05 m Länge errechnete der Unfallexperte eine Fahrzeuggeschwindigkeit (beim Einleiten der Bremsung) von "ca. 42 - 48 km/h". Dabei sei "einerseits eine höhere Geschwindigkeit ebenfalls möglich, jedoch aufgrund der Spuren nicht beweisbar", anderseits könne die Geschwindigkeit "auch tiefer gewesen sein", falls die Lenkerin "keine 'optimale Vollbremsung' durchgeführt" hätte. "Eine genauere Angabe" sei "nicht möglich". Dass die kantonalen Instanzen von einer Fahrzeuggeschwindigkeit von "ca. 50 km/h" ausgingen (Urteil des Bezirksgerichtes, S. 30), erscheint bei dieser Sachlage nicht willkürlich. Das Gutachten spricht keineswegs von einer absoluten technischen Obergrenze von 48 km/h, sondern ausdrücklich von ungefähr ("ca. ") 42 - 48 km/h. Der Experte weist in diesem Zusammenhang auch besonders darauf hin, dass bei der Berechnung der Fahrzeuggeschwindigkeit verschiedene Unsicherheitsfaktoren bestünden. Zum einen variiere "die bei einer 'Vollbremsung' wirksame Verzögerung in gewissen Grenzen, was auf unterschiedliche Fahrbahnbeläge, Reifen, Temperaturen etc. zurückzuführen" sei. Ausserdem sei - besonders beim Bremsbeginn - "eine wesentliche Verzögerung eines Fahrzeuges möglich, ohne dass sich dabei Spuren abzeichnen". Bei der Bremsauslösung kämen noch weitere Streufaktoren (Intensität der Bremspedalbelastung, Bremskraftverteilung usw. ) hinzu. Die Annahme, eine Fahrzeuggeschwindigkeit von ca. 50 km/h liege noch innerhalb des gutachterlich festgestellten Streubereichs, ist nicht offensichtlich unhaltbar. Willkürfrei sind auch die ergänzenden Erwägungen, der Beschwerdeführer selbst habe die Geschwindigkeit anlässlich der untersuchungsrichterlichen Befragung auf "mindestens 50 km/h" geschätzt, und im Gutachten werde teilweise ebenfalls von 50 km/h ausgegangen ("Da das Schätzen von Geschwindigkeiten erfahrungsgemäss schwierig ist, ist nach Ansicht des Unterzeichnenden von der Anhaltestrecke aus der örtlich zulässigen Geschwindigkeit von 50 km/h auszugehen" [Gutachten, S. 7]). b) Im Übrigen stellt sich die Frage einer willkürlichen Beweiswürdigung nur bei entscheiderheblichen Beweiselementen. Der Beschwerdeführer legt nicht dar, inwieweit es für die Klärung seiner strafrechtlichen Verantwortlichkeit von Relevanz sei, ob seine Unfallgegnerin - wie er geltend macht - nicht mit 50 sondern nur mit 48 km/h gefahren sei. Mit anderen Worten ist nicht ersichtlich, inwiefern es sich bei der streitigen geringen Differenz von 2 km/h im vorliegenden Fall um ein entscheiderhebliches Element der Beweiswürdigung gehandelt hätte. Der Beschwerdeführer macht ausdrücklich geltend, der Experte habe aufgrund der Bremsspuren einen möglichen "Bereich von 42 - 48 km/h" errechnet. Gestützt auf den Grundsatz "in dubio pro reo" müsse dabei "die obere Grenze", nämlich 48 km/h, massgeblich sein (Beschwerdeschrift, S. 8 Ziff. 2.6). Er legt nun aber nicht dar, weshalb die Annahme einer sogar noch um 2 km/h höheren Geschwindigkeit willkürlich sei bzw. gegen den Grundsatz "in dubio pro reo" verstosse.