Citation: 5A_412/2014 E. 3.4

3.4. Ferner wird eine Verletzung des Diskriminierungsverbotes im Sinn von Art. 8 Abs. 2 BV und eine Verletzung des Rechtes auf ein faires Verfahren gemäss Art. 6 Ziff. 1 EMRK gerügt mit der Begründung, Männer würden sich in Bezug auf die empfängnisrelevante Zeit aufgrund ihres Geschlechts in einem Wissensdefizit im Vergleich zu Frauen befinden. Diese wüssten genau, was in der kritischen Zeit geschehen sei, während Männer dies unter Umständen nicht so genau wissen könnten; sie müssten sich deshalb auf die Zusicherungen der Frauen verlassen dürfen und dieses Vertrauen dürfe ihnen nicht zur Last gelegt werden. Diesen Ausführungen ist nicht zu folgen. Die angesprochene faktische Tatsache hat nichts mit einer Diskriminierung aufgrund des Geschlechts im Sinn von Art. 8 Abs. 2 ZGB zu tun und eine - vorliegend ohnehin nicht festgestellte - "Zusicherung" der Kindsmutter könnte nicht per se irrtumsbegründend sein, sondern wäre ein Element im Rahmen der Gesamtwürdigung, ob der Anerkennende einem Irrtum im Sinn von Art. 260a Abs. 2 ZGB erlegen ist.