Citation: 4A_414/2022 E. 3.3

3.3. Die Beschwerdeführerin bringt vor, die Vorinstanz habe den allgemeinen Grundsatz des Überentschädigungsverbots und der Notwendigkeit der Koordination zwischen den Sozialversicherungen nicht berücksichtigt. Die Frage hätte die Vorinstanz aufgrund des sozialen Untersuchungsgrundsatzes im Sinne von Art. 247 Abs. 2 ZPO jedoch von Amtes wegen prüfen müssen. Wäre die Untersuchung entsprechend Art. 247 Abs. 2 ZPO durchgeführt worden, hätte die Vorinstanz festgestellt, dass der Beschwerdegegner einerseits ab dem 1. Juli 2021 eine Rente aus der beruflichen Vorsorge bezogen habe, und andererseits, dass er sich bei der Invalidenversicherung angemeldet habe. Auch diese Rüge geht fehl. Aus dem vorinstanzlichen Entscheid ist nicht ersichtlich, dass die Beschwerdeführerin im vorinstanzlichen Verfahren die Tatsachenbehauptung aufgestellt hätte, dass der Beschwerdegegner eine Rente aus der beruflichen Vorsorge beziehe und sich bei der Invalidenversicherung angemeldet habe, noch ist ersichtlich, dass sie diesbezüglich Beweise offeriert hätte. Die Beschwerdeführerin verlangt auch hier keine rechtsgenügliche Sachverhaltsergänzung (Erwägung 2.2). Unter diesen Umständen war die Vorinstanz nicht gehalten, von sich aus eigene Ermittlungen zu machen, denn auch bei Geltung der sozialpolitisch begründeten Untersuchungsmaxime nach Art. 247 Abs. 2 lit. a ZPO tragen die Parteien die Verantwortung für die Sachverhaltsermittlung. Sie sind nicht davon befreit, bei der Feststellung des entscheidwesentlichen Sachverhalts aktiv mitzuwirken und die allenfalls zu erhebenden Beweise zu bezeichnen. Das Gericht hat lediglich seine Fragepflicht auszuüben (vgl. Art. 56 ZPO), die Parteien auf ihre Mitwirkungspflicht sowie das Beibringen von Beweisen hinzuweisen (BGE 141 III 569 E. 2.3.1).