Citation: 5A_473/2021 E. 2

Das Bundesgericht hat in seinem Entscheid vom 19. Oktober 2020 festgestellt, dass die Voraussetzungen für eine alternierende Obhut erfüllt seien. Daran war das Obergericht, wie es zutreffend feststellt, gebunden. Wegen dieser Bindung war es ihm wie auch den Parteien, abgesehen von allenfalls zulässigen Noven, verwehrt, der Beurteilung des Rechtsstreits einen anderen als den bisherigen Sachverhalt zu unterstellen oder die Sache unter rechtlichen Gesichtspunkten zu prüfen, die im Rückweisungsentscheid ausdrücklich abgelehnt oder überhaupt nicht in Erwägung gezogen worden waren (BGE 135 III 334 E. 2 mit Hinweisen). Unter diesen Umständen hätte es gegebenenfalls echte Noven berücksichtigen dürfen, welche eine Abänderung des bundesgerichtlichen Entscheids zu rechtfertigen vermocht hätten (BGE 143 III 42 E. 4.1 und E. 5). Aus dem angefochtenen Entscheid ergibt sich nicht, dass die Beschwerdeführerin derartige Noven vorgetragen hätte. Ebenso wenig behauptet diese, neue Tatsachen in das vorinstanzliche Verfahren eingebracht zu haben, welche das Obergericht zu Unrecht unberücksichtigt gelassen hätte. Die Beschwerdeführerin meint, die Anordnung der alternierenden Obhut sei mit dem Kindeswohl nicht vereinbar, und begründet ihren Standpunkt mit zahlreichen Tatsachenbehauptungen (das Kind leide unter einer obstruktiven chronischen Bronchitis, habe Ohren- und Lungenentzündungen sowie Blutungen aus dem Verdauungstrakt; es werde häufig hospitalisiert und müsse täglich wachstumsstörende Medikamente einnehmen; der Vater sei bei der Betreuung unachtsam und unverantwortlich; das Kind habe Zahnschmelzbeschädigungen; der Vater gebe ihm Schokolade zum Einschlafen; das Kind erhalte beim Vater minderwertige Ernährung begleitet von süssen Getränken; die psychische Gesundheit des Kindes sei bereits aufgrund des bisherigen ausgedehnten Besuchsrechts angeschlagen; es sei traumatisiert und seine sprachliche wie auch emotionale Entwicklung leide; nach den Wochenenden beim Vater habe das Kind häufig Beulen am Kopf, es wache in der Nacht mehrmals auf und sei durch den ständigen Wechsel des Schlafortes desorientiert; schon das ausgedehnte Besuchsrecht und die grosszügigen Ferien mit mehrtäglichen Übernachtungen beim Vater entsprächen nicht der psychologischen Reife des Kindes; das Kind wolle häufig gar nicht zum Vater gehen, es verstecke sich und weine; sie habe die Traumata, welche das Kind bei den Übergaben erlebe, der KESB U.________ gemeldet), welche sich nicht aus dem angefochtenen Entscheid ergeben. Es kann hier offengelassen werden, ob es sich dabei um echte oder unechte Noven handelt; so oder anders sind sie im Sinn von Art. 99 Abs. 1 BGG neu und daher unbeachtlich. Dasselbe gilt sinngemäss, soweit die Beschwerdeführerin im Widerspruch zur E. 3.2 des Rückweisungsurteils des Bundesgerichts vom 19. Oktober 2020 behauptet, die Eltern seien nicht in der Lage, miteinander über die Kinderbelange zu kommunizieren.