Citation: U 360/02 09.10.2003 E. 3

Umstritten und zu prüfen ist zunächst, ob das Ereignis vom 8. September 2000 einen Unfall im Sinne von Art. 9 Abs. 1 UVV darstellt. Nach Lage der Akten stimmen die Verfahrensbeteiligten zu Recht darin überein, dass eine unfallähnliche Körperschädigung gemäss Art. 9 Abs. 2 UVV (vgl. Erw. 2.2 hievor) ausser Betracht fällt. 3.1 Mit Bezug auf das Ereignis vom 8. September 2000 liegen unterschiedliche Sachverhaltsschilderungen des Beschwerdeführers vor. Gestützt auf die Angaben des Versicherten gegenüber der SUVA vom 7. September 2001, welchen es als "Aussagen der ersten Stunde" vorrangigen Beweiswert beimass, sowie die Unfallmeldungen vom 27. September 2000 und 21. Januar 2002 ging das kantonale Gericht schliesslich davon aus, dass der Versicherte am 8. September 2000 beim Heben und Drehen einer 25 bis 30 kg schweren Vakuumstufe einen Schmerz im linken Arm verspürt habe, der jedoch nach relativ kurzer Zeit abklang, und dass nach diesem Ereignis die Rückenschmerzen wieder zunahmen. 3.2 Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, bei seiner Beschreibung des Ereignisses vom 8. September 2000 gegenüber dem SUVA-Inspektor (7. September 2001), wonach beim Heben einer ca. 30 kg schweren Vakuumstufe ein "chrosendes Geräusch" im linken Arm aufgetreten sei, handle es sich nicht um eine in beweismässiger Hinsicht ausschlaggebende "Aussage der ersten Stunde", ist dem beizupflichten. Zwar ist nach den zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz bei sich widersprechenden Angaben der versicherten Person über den Unfallhergang auf die Beweismaxime abzustellen, wonach die so genannten spontanen, kurz nach dem Unfall gemachten "Aussagen der ersten Stunde" in der Regel unbefangener und zuverlässiger sind als spätere Darstellungen, die bewusst oder unbewusst von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art beeinflusst sein können, und ihnen daher meistens grösseres Gewicht zukommt als jenen nach Kenntnis einer Ablehnungsverfügung des Versicherers (BGE 121 V 47 Erw. 2a mit Hinweisen; RKUV 2000 Nr. U 377 S. 184 Erw. 3b). Hingegen liegt eine mit besonderer Beweiskraft ausgestattete "Aussage der ersten Stunde" nach der Rechtsprechung dann nicht vor, wenn die erste schriftliche Fixierung des Unfallablaufes erst längere Zeit nach dem Ereignis erfolgt. Diesfalls ist vielmehr zu beachten, dass das menschliche Erinnerungsvermögen vor allem mit Bezug auf Einzelheiten eines Geschehens relativ rasch verblasst. Eine nach Monaten erstmals zu Protokoll oder zuhanden der ärztlichen Krankengeschichte erklärte Unfallschilderung darf deshalb nicht von vornherein als glaubwürdiger qualifiziert werden als spätere Darstellungen (Alfred Bühler, Der Unfallbegriff, in: Alfred Koller [Hrsg.], Haftpflicht- und Versicherungsrechtstagung 1995, St. Gallen 1995, S. 267 f.; Urteile K. vom 18. Dezember 2002 [U 6/02] Erw. 2.2, W. vom 21. August 2001 [U 26/00] Erw. 1b, S. vom 3. Januar 2000 [U 236/98] Erw. 2c, K. vom 12. Mai 1999 [U 121/98] Erw. 2c). In Anbetracht dessen können die am 7. September 2001, mithin erst ein Jahr nach dem Ereignis vom 8. September 2000 zu Protokoll gegebenen Angaben des Versicherten nicht als spontane "Aussagen der ersten Stunde" gewertet werden. Dem betreffenden Aktenstück kommt daher entgegen den vorinstanzlichen Erwägungen kein vorrangiger Beweiswert zu; vielmehr sind sämtliche Unterlagen über den Hergang des Ereignisses vom 8. September 2000 umfassend zu würdigen. Ob der SUVA-Bericht vom 7. September 2001 dem Versicherten hätte zur Unterzeichnung vorgelegt werden müssen, wie in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde eingewendet wird, kann vor diesem Hintergrund offen bleiben.