Citation: 8C_429/2022 E. 4.2.1

4.2.1. Der orthopädisch-traumatologische Gutachter Dr. med. C.________ diagnostizierte mit Blick auf die HWS ein chronisches zerviko-vertebrogenes Syndrom mit leichter Bewegungseinschränkung der HWS ohne radikuläre Reiz- oder Ausfallsymptomatik bei Fehlhaltung der HWS und reversibler Kopfgelenksstörung, Status nach HWS-Distorsionstrauma am 22. Februar 2018. Die Röntgenbilder der HWS am 20. April 2018 ergäben keinen Hinweis auf eine frische ossäre Läsion. Es seien keine posttraumatischen Folgen erkennbar. Ferner führte er einen Status nach Skiunfall ca. 2005 mit HWS-Distorsion, einen Status nach Motorbike-Unfall 2009 mit HWS-Distorsion und einen Status nach E-Bike-Sturz 2012 mit HWS-Distorsion auf. Eine MRI-Untersuchung der HWS vom 20. März 2013 habe im Vergleich zur Voruntersuchung vom 26. Januar 2005 eine neu nachweisbare kleine ventrale Deckplattenimpression am Brustwirbel Th1 und eine neu nachweisbare diskrete Diskusprotrusion im Segment WK6/7 parasagittal rechts ohne Neurokompression gezeigt. Bei der Untersuchung stellte der Experte u.a. eine Funktionseinschränkung der Kopfgelenke mit einer Schmerzhaftigkeit subokzipital im Atlasbereich und an den subokzipitalen rechtsseitigen Muskelansätzen fest, ohne Hinweise auf radikuläre Irritationen oder Defizite. Bei bereits vorbestehender Symptome aufgrund der Vorgeschichte mit weiteren Nackenverletzungen erachtete er einen wesentlichen Einfluss des Unfalls 2018 auf die aktuelle (nur geringe objektivierbare) Funktionsstörung als unwahrscheinlich. Richtig ist, dass Dr. med. C.________ die bereits im Austrittsbericht Bericht der Klinik D.________ vom 25. Mai 2018 festgestellte Fehlhaltung (spontane vermehrte Streckhaltung des Kopfes nach vorne) als entscheidenden Faktor für die subokzipitale Sehnenansatzschmerzhaftigkeit sowie die (reversible) Funktionsstörung der Kopfgelenke bezeichnete. Indem die Vorinstanz hierzu feststellte, dass die Fehlhaltung (Streckhaltung des Kopfes nach vorne) gemäss Dr. med. C.________ als entscheidender Faktor für die aktuelle Symptomatik im Zusammenhang mit der HWS anzusehen sei, formulierte sie die Ausführungen des Experten zwar um. Darin kann aber keine willkürliche Interpretation der Darlegungen des Dr. med. C.________ gesehen werden, denn es ergibt sich ohne Weiteres, worauf sich die Vorinstanz hiermit bezog. In der gleichen Erwägung erwähnte sie zum einen die gutachterlich festgestellte Funktionsstörung der Kopfgelenke mit einer Schmerzhaftigkeit subokzipital im Atlasbereich und an den subokzipitalen Muskelansätzen rechts. Zum andern verwies sie auf die vom Beschwerdeführer genannten Darlegungen des Dr. med. C.________, worin dieser die Fehlhaltung als entscheidenden Faktor für die subokzipitale Sehnenansatzschmerzhaftigkeit sowie die (reversible) Funktionsstörung der Kopfgelenke nannte. Anders als der Beschwerdeführer anzunehmen scheint, ergibt sich demnach aus den Erwägungen im angefochtenen Urteil nicht, dass die Vorinstanz fälschlicherweise davon ausging, dass sich Dr. med. C.________ damit auch zu den übrigen vom Beschwerdeführer beklagten schleudertraumassoziierten Beschwerden äusserte. Es steht fest, dass der Beschwerdeführer beim Unfall vom 22. Februar 2018 ein HWS-Scheudertrauma erlitt. Somit ist nicht ersichtlich, weshalb Dr. med. C.________, rund zweieinhalb Jahre danach, unabhängig von der noch geklagten Restsymptomatik, nicht einen Status nach Schleudertrauma festhalten sollte. Damit bezog sich der Experte einzig auf das zurückliegende Traumaereignis. Etwas anderes lässt sich hieraus nicht schliessen.