Citation: 2C_952/2019 E. 4.2.4

4.2.4. Andere vertiefte soziale Bindungen zur Schweiz, die eine Ausreise unzumutbar erscheinen liessen, sind nicht ersichtlich. Gemäss den willkürfreien Sachverhaltsfeststellungen der Vorinstanz ist der Beschwerdeführer in einer türkischen Familie aufgewachsen und kennt sein Heimatland - wo noch seine Grossmutter lebt - von Urlaubsaufenthalten her; nach eigenen Angaben vertritt er türkische Werte und es fällt ihm schwer, dass seine Schwester sich an westlichen Werten orientiert. Gegen die vorinstanzliche Feststellung, wonach der Beschwerdeführer trotz seines bisherigen Lebens in der Schweiz mit der Sprache und der Kultur seiner Heimat eng verbunden sei, wendet dieser ein, er spreche immer schlechter Türkisch. Zudem relativiert er seine kulturellen Wertvorstellungen. Zwar treffen ihn der Widerruf seiner Niederlassungsbewilligung und die Wegweisung schwer. Dennoch dürfte ein Neuanfang in der Türkei den noch jungen Beschwerdeführer, der bei guter Gesundheit ist, nicht vor unüberwindliche Schwierigkeiten stellen, zumal er sich vorstellen kann, von der Türkei aus auf einem Kreuzfahrtschiff als Koch zu arbeiten. Dabei können ihm das hier im Rahmen verschiedener Ausbildungen Gelernte sowie seine Deutschkenntnisse nützlich sein. Einer Rückkehr steht auch ein allfälliger Militärdienst nicht entgegen. Ohne zu prüfen, ob der Beschwerdeführer in seinem Heimatstaat tatsächlich zum Militärdienstpflicht verpflichtet wäre und einberufen würde, ist festzuhalten, dass es sich dabei um eine Bürgerpflicht nach dem Recht des Heimatstaates des Beschwerdeführers handelt, wie sie für alle Türken und in ähnlicher Form auch in der Schweiz besteht (Urteile 2C_740/2016 vom 13. Februar 2017 E. 5.1; 2C_359/2014 vom 1. Dezember 2014 E. 5.3).