Citation: 1C_315/2014 E. 2.4

2.4. Die Wiederherstellungsverfügung vom 22. September 2010, deren Widerruf in Frage steht, wurde vom Verwaltungsgericht auf Beschwerde hin überprüft und mit Urteil vom 8. Februar 2011 als rechtmässig eingestuft. Das Bundesgericht hat diesen Entscheid mit Urteil 1C_287/2011 vom 25. November 2011 bestätigt (vgl. Sachverhalt lit. A. hiervor). Eine Anpassung respektive ein Widerruf einer Verfügung wegen Änderung der Rechtslage kommt zwar grundsätzlich auch in Betracht, wenn die ursprüngliche Verfügung in einem Rechtsmittelverfahren überprüft worden ist (Martin Bertschi, in: Alain Griffel (Hrsg.), Kommentar VRG, 3. Aufl. 2014, Vorbemerkungen zu §§ 86a-86d, N. 17 f.). Nicht jede Gesetzesänderung stellt indes einen Widerrufsgrund dar. Entscheidend ist, ob sich die Rechtslage in Bezug auf die konkret zu beurteilende Rechtsfrage geändert hat. Dies ist vorliegend nicht der Fall. Der Beschwerdeführer bestreitet nicht, dass es sich bei der Nordfassade des Baus nicht um die Hauptfassade handelt. Vielmehr geht er selbst ausdrücklich davon aus (vgl. Wiedererwägungsgesuch vom 12. Juli 2013, S. 4), dass gemäss Art. 20 i.V.m. Art. 44 BauG/Cazis 1994 ein Grenzabstand von 2,5 m zum Grundstück Gbbl. Nr. 1'055 zulässig gewesen wäre. Weshalb er dennoch am 1. Oktober 2007 ein Baugesuch stellte, welches einen Grenzabstand von 4 m zum Grundstück Gbbl. Nr. 1'055 vorsieht und von der Gemeinde am 30. Oktober 2007 entsprechend bewilligt wurde, führt er nicht aus. Die Rechtslage hat sich daher mit dem Inkrafttreten des BauG/Cazis 2009 nicht geändert, da der einzuhaltende Grenzabstand zum Grundstück von B.________ unverändert 2,5 m beträgt. Im Übrigen hat das Verwaltungsgericht bei seiner Überprüfung der Wiederherstellungsverfügung vom 22. September 2010 explizit auf das am 24. August 2010 in Kraft getretene BauG/Cazis 2009 abgestellt (vgl. Urteil des Verwaltungsgerichts vom 8. Februar 2011 S. 5). Der Beschwerdeführer hat bzw. hätte mithin seine Einwände bereits in früheren Verfahren vorbringen können. Die Sachlage hat sich insoweit nicht geändert. Die Vorinstanz hat somit entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers Art. 25 Abs. 1 lit. a VRG/GR nicht willkürlich angewendet, indem sie geschlossen hat, es läge keine veränderte Rechts- oder Sachlage vor. Bei diesem Ergebnis ist auch eine Verletzung der Eigentumsgarantie zu verneinen.