Citation: 4C.279/2006 23.10.2006 E. 3

Im Berufungsverfahren ist das Bundesgericht an die tatsächlichen Feststellungen der letzten kantonalen Instanz gebunden, wenn sie nicht offensichtlich auf Versehen beruhen, unter Verletzung bundesrechtlicher Beweisvorschriften zustande gekommen (Art. 63 Abs. 2 OG) oder im Hinblick auf den Tatbestand einer anwendbaren Sachnorm ergänzungsbedürftig sind (Art. 64 OG). Werden solche Ausnahmen geltend gemacht, so hat die Partei, welche den Sachverhalt berichtigt oder ergänzt wissen will, darüber genaue Angaben mit Aktenhinweisen zu machen (Art. 55 Abs. 1 lit. c und d OG; BGE 130 III 102 E. 2.2 S. 106 mit Hinweisen). Blosse Kritik an der vorinstanzlichen Beweiswürdigung ist im Berufungsverfahren unzulässig (BGE 127 III 73 E. 6a; 126 III 10 E. 2b S. 13; 120 II 97 E. 2b S. 99; 119 II 84 E. 3, je mit Hinweisen). 3.1 Art. 8 ZGB regelt für den gesamten Bereich des Privatrechts zunächst die Verteilung der Beweislast und verleiht darüber hinaus der beweisbelasteten Partei das Recht, zu dem ihr obliegenden Beweis zugelassen zu werden. Allerdings besteht der Beweisanspruch nur in Bezug auf rechtserhebliche Tatsachenbehauptungen und setzt voraus, dass die beweisbelastete Partei im kantonalen Verfahren rechtzeitig und formgerecht entsprechende Beweisanträge gestellt hat. Art. 8 ZGB schreibt dem Sachgericht dagegen nicht vor, mit welchen Mitteln der Sachverhalt abzuklären ist oder wie die Beweise zu würdigen sind und schliesst die vorweggenommene Würdigung von Beweisanerbieten nicht aus. Dem Sachgericht bleibt vielmehr unbenommen, von beantragten Beweiserhebungen abzusehen, weil es sie für untauglich hält, die behaupteten Tatsachen zu beweisen, oder weil es seine Überzeugung bereits aus anderen Beweisen gewonnen hat und mit Gewissheit davon ausgeht, weitere Beweisabnahmen vermöchten diese Überzeugung nicht zu erschüttern (BGE 122 III 219 E. 3c; 118 II 365 E. 1; 114 II 289 E. 2a, je mit Hinweisen). 3.2 Die Beklagte kritisiert, die Vorinstanz habe ohne jeden Beweis festgestellt, dass sie 34 bzw. 36 Bankaufträge selber gefälscht habe, dass sie diese selber gebraucht habe und dass sie damit die Banken getäuscht habe; ausserdem beanstandet sie, die Vorinstanz habe bei der Beweiswürdigung ihr Ermessen überschritten, sie habe ohne Beweis festgestellt, die Beklagte habe die beiden Obligationen gegen den Willen von Y.________ an sich genommen und sie habe der Beklagten schliesslich den Gegenbeweis dafür verweigert, dass die beiden Schriftgutachten wissenschaftlich nicht haltbar seien. Die Vorinstanz hat in Erwägung 3 des angefochtenen Urteils auf die Erwägungen im Strafurteil verwiesen. In diesem am gleichen Tag vom selben Spruchkörper erlassenen Strafurteil kommt das Gericht in Würdigung der Beweise zu den Feststellungen, welche im angefochtenen Urteil übernommen werden. Die Abnahme weiterer Beweise ebenso wie der von der Beklagten beantragten Gegenbeweise hat das Gericht in antizipierter Würdigung abgelehnt. Da die Vorinstanz in Würdigung der Beweise geschlossen hat, die von der Beklagten bestrittenen Tatsachen seien erstellt, ist Art. 8 ZGB gegenstandslos. Die Kritik der Beklagten an der Beweiswürdigung ist im Berufungsverfahren unzulässig; auf ihre Vorbringen ist insoweit nicht einzugehen.