Citation: U 209/02 10.09.2003 E. 2

2.1 Der Versicherte leidet infolge der Scaphoidfraktur der linken Hand vom 3. Februar 1997 an einem komplexen regionalen Schmerzsyndrom der linken Hand und einer posttraumatischen Anpassungsstörung mit ängstlich-depressiver Verarbeitung der erlittenen Verletzung. Ausserdem beklagt er eine Ausstrahlung der Schmerzen in den ganzen Arm (Brachialgie). Die anfänglich bestehende Beeinträchtigung der linken Schulter (Periarthropathia humeroscapularis), als Zustand nach mehrwöchiger Gipsruhigstellung eine sekundäre Unfallfolge, konnte therapeutisch erfolgreich angegangen werden und hat sich zurückgebildet. 2.2 Der Beschwerdeführer rügt zunächst, die Beurteilung der Unfallkausalität des Karpaltunnelsyndroms, welches seinerseits die Brachialgie zu erklären vermöge, sei unter Verletzung des Untersuchungsprinzips erfolgt; da die Neurologin Dr. B.________, im Bericht vom 18. Februar 1999 keine abschliessende Antwort auf diese Frage gebe, hätten weitere medizinische Stellungnahmen eingeholt werden müssen. Verwaltung und Vorinstanz durften indes auf weitere Beweismassnahmen verzichten, ohne damit gegen die Untersuchungsmaxime zu verstossen. Dr. B.________ hat im erwähnten Bericht zwar festgestellt, neurographisch hätten sich Hinweise auf ein leichtes Karpaltunnelsyndrom auf beiden Seiten ergeben. Es sei jedoch eher unwahrscheinlich, dass die linksseitige Brachialgie hiedurch verursacht werde, da sich der Befund auf der rechten Seite, auf welcher keine Beschwerden aufgetreten seien, etwas ausgeprägter darstelle. Da das Karpaltunnelsyndrom am rechten, durch den Unfall nicht beeinträchtigten Handgelenk asymptomatisch geblieben ist, kann, selbst wenn man mit dem Sachverständigen Prof. X.________, Chefarzt der Abteilung für Handchirurgie am Spital Y.________, die Kausalität zwischen Unfall und Karpaltunnelsyndrom der linken Hand an sich bejahen wollte (Gutachten vom 18. Mai 2001), nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, die Brachialgie sei auf diese Weise verursacht worden. Die massgebenden Gründe sind vielmehr in der psychischen Fehlverarbeitung des Unfallereignisses und seiner Folgen zu suchen. 2.3 Hinsichtlich der ärztlichen Stellungnahmen zum Grad der Arbeitsfähigkeit macht der Beschwerdeführer geltend, die vom Gutachter Prof. X.________ vertretene Schätzung verdiene vor derjenigen des SUVA-Kreisarztes Dr. A.________ (Beurteilung vom 25. März 1999) den Vorzug. Nach Auffassung des letzteren sind auf Grund der feststellbaren Unfallresiduen Überkopfarbeiten unter Belastung nicht mehr möglich. Vermieden werden müssen nach dieser Zumutbarkeitsbeurteilung auch repetitive Umwendbewegungen des Handgelenkes und das Tragen von Lasten über 15 Kilogramm. Schliesslich sollte das betroffene Gelenk keinen Schlägen ausgesetzt werden. In zeitlicher Hinsicht gibt der Kreisarzt keine Einschränkung an. Gemäss Prof. X.________ kann die Arbeitsleistung in zeitlicher Hinsicht schrittweise auf 75 % ausgedehnt werden; dies gelte mit Bezug auf Tätigkeiten, die verhältnismässig wenig Kraft erforderten und bei welchen keine Belastungsspitzen jenseits von 10 Kilogramm Faustschlusskraft und nicht vorwiegend repetitive belastende Arbeiten anfielen. Entgegen der Auffassung des Versicherten ist davon auszugehen, dass der Sachverständige dabei nicht allein die Auswirkungen der organischen Befunde einbezog: Der im Gutachten vom 18. Mai 2001 enthaltene Diagnosenkatalog verweist namentlich auch auf eine posttraumatische Anpassungsstörung, also auf ein psychisches Geschehen; dazu wird festgehalten, die Fehlverarbeitung sei hauptsächlich für das unbefriedigende Funktionsverhalten der linken Hand verantwortlich. Diese Ausführungen zeigen, dass die Feststellung einer Arbeitsfähigkeit von 75 % für eine leidensangepasste Tätigkeit zu einem wesentlichen Teil dem Einbezug psychischer Unfallfolgeschäden zuzuschreiben ist. Soweit der Sachverständige angibt, dafür bestünden zu einem Drittel unfallkausale und zu zwei Dritteln unfallfremde Ursachen, so ist diese Beurteilung (hinsichtlich des unfallkausalen Teils) im Übrigen nur rechtserheblich, wenn auch deren Adäquanz bejaht werden kann (vgl. dazu aber Erw. 3 hienach). Das Gleiche gilt auch mit Bezug auf die Einschätzung des Dr. S.________, Medizinische Abteilung des Spitals Y.________, der in seinem Bericht vom 15. Mai 2001 unter Einbezug der psychosomatischen Aspekte des Falles zum Schluss kommt, mit der aktuell ausgeübten Tätigkeit zu 50 % in der Küche eines Restaurants sei die Restarbeitsfähigkeit vollständig ausgeschöpft. Damit ist die in Würdigung der medizinischen Unterlagen entstandene vorinstanzliche Erkenntnis, dass dem Beschwerdeführer unter Berücksichtigung allein der körperlichen Unfallfolgen eine vollzeitliche Erwerbstätigkeit zugemutet werden kann, sofern die leidensbedingten Rahmenbedingungen eingehalten werden, nicht zu beanstanden.