Citation: 6B_852/2019 E. 3.2

3.2. Die Beschwerdeführerin weist zutreffend darauf hin, dass die Begründung der Vorinstanz, mangels Androhung ernstlicher Nachteile durch den Beschwerdegegner liege lediglich eine Warnung vor, sodass auch die Tatbestandsalternative der anderen Beschränkung der Handlungsfreiheit ausscheide, eher "lapidar" ausfällt. Dies führt vorliegend jedoch nicht zur Gutheissung der Beschwerde. Der Auffangtatbestand der anderen Beschränkung der Handlungsfreiheit sanktioniert Verhaltensweisen, die eine der Anwendung von Gewalt und der Androhung ernstlicher Nachteile vergleichbare Zwangswirkung auf die Willensbildung und -betätigung des Opfers erzeugen. Scheitert die Subsumtion des dem Täter vorgeworfenen Verhaltens unter die Nötigungshandlungen der Drohung oder Gewalt, weil - wie vorliegend - die objektiven Tatbestandsvoraussetzungen nicht vorliegen, kann nicht ungesehen ersatzweise auf die Tatbestandsvariante der anderen Beschränkung der Handlungsfreiheit zurückgegriffen werden, da ansonsten die geforderte vergleichbare Zwangswirkung mit den gesetzlich genannten Tathandlungen der Gewaltanwendung und Drohung unterlaufen würde. Die Vorinstanz verletzt im Ergebnis kein Bundesrecht, wenn sie die Voraussetzungen des Auffangtatbestandes durch die Aufforderung des Beschwerdegegners, nicht über die sexuellen Handlungen zu sprechen, verneint. Ob eine "Warnung" gegenüber Kindern im Einzelfall das üblicherweise geduldete Mass an Beeinflussung in ähnlicher Weise wie die ausdrücklich genannten Nötigungsmittel eindeutig überschreiten kann, ist vorliegend nicht zu entscheiden, da keine (besonderen) Umstände gegeben sind, die auf eine andere Beschränkung der Handlungsfreiheit der Privatklägerin im Sinne von Art. 180 StGB schliessen lassen. Der von der Beschwerdeführerin bemühte Vergleich mit "der Warnung vor dem bösen Zauberer" geht angesichts des Alters der 14½-jährigen Privatklägerin an der Sache vorbei. Nach der Äusserung kam es gemäss Akten trotz der von der Privatklägerin erkannten "Gefahr", dass ihre betrogene Schwester sie aus "Wut und Eifersucht" töten könnte, zu mindestens vier weiteren einvernehmlichen sexuellen Handlungen mit dem Beschwerdegegner. Dass die Warnung des Beschwerdegegners die Privatklägerin in ihrer Handlungsfreiheit eingeschränkt, insbesondere davon abgehalten haben könnte, mit einer Bezugsperson wie letztlich auch geschehen über die Vorkommnisse zu sprechen, ist nicht belegt und konnte die Vorinstanz, ohne Bundesrecht zu verletzen, verneinen. Die von der Beschwerdeführerin angeführten Beispiele wie das organisierte und mit Megaphon verstärkte Niederschreien eines Redners (BGE 101 IV 167), die Bildung eines Menschenteppichs zur Hinderung am Verlassen eines Ausstellungsgeländes (BGE 108 IV 165), Blockademassnahmen (BGE 129 IV 6) oder Schikanestopps (BGE 137 IV 326), in denen das Bundesgericht eine andere Beschränkung der Handlungsfreiheit bejaht hat, unterscheiden sich grundlegend vom vorliegend zu beurteilenden Sachverhalt und sind für einen (Rechts-) Vergleich ungeeignet.