Citation: 5A_72/2009 14.05.2009 E. 6

Vorliegend nennt die Beschwerdeführerin als einzige Grundlage ihres Interesses an der Rechenschaftsablegung die wiederholte Aufforderung der Steuerverwaltung Graubünden, zu Steuerzwecken einen Steuerauszug des fraglichen Depots einzureichen. Was den Steuerauszug per 31. Dezember 2004 anbelangt, der die detaillierten Erträge des Jahres 2004 sowie die Steuerwerte per 31. Dezember 2004 enthält, verlangte ihn die Steuerverwaltung mit Schreiben vom 3. Mai 2006, also erst nach dem Scheidungsurteil vom 24. Februar 2006. Der Beschwerdeführerin kann deshalb - entgegen der Auffassung des Obergerichts (vorne E. 2.2) - kein Vorwurf gemacht werden, wenn sie diesen Auszug nicht bereits im Scheidungsverfahren begehrt hat. Dasselbe gilt für den Steuerauszug per Ende 2005, welchen die Steuerverwaltung am 6. Februar 2007 verlangt und am 21. Mai 2007 gemahnt hat. Für diese Informationen hat die Beschwerdeführerin somit ein hinreichendes Rechtsschutzinteresse nachgewiesen. Über diesen Zeitraum hinaus ist jedoch ein Interesse der Beschwerdeführerin an der Rechenschaftsablegung mangels hinreichender Begründung zu verneinen, sodass ihr Begehren diesbezüglich zu Recht abgewiesen worden ist.