Citation: 8C_616/2021 E. 4.1.2

4.1.2. Hinsichtlich des konkreten Anspruchs der Beschwerdeführerin 2 auf nachträgliche Kostenübernahme führte die Vorinstanz aus, D.________ sei am 25. Dezember 2018 in das Spital eingetreten. Die Beschwerdeführerin 2 habe der Beschwerdegegnerin mit Schreiben vom 8. Januar 2019 unter anderem ein von der Beschwerdeführerin 1 unterschriebenes Gesuch um materielle Hilfe für D.________ und eine entsprechende Vollmacht zugunsten eines Spitalarztes sowie der Beschwerdeführerin 2 übermittelt. Entgegen der Ansicht der Beschwerdestelle SPG sei damit kein Kostenübernahmegesuch der Beschwerdeführerin 2 für die von ihr erbrachten medizinischen Leistungen gestellt worden. Die Bezeichnung des Gesuchs, dessen Einreichung im Namen von D.________ sowie die betreffende Vollmacht sprächen klar dagegen, dass die Beschwerdeführerin 2 für sich selbst bzw. in eigenem Namen eine Kostenübernahme verlangt habe. Bezeichnenderweise sei auf das Schreiben der Beschwerdegegnerin, wonach Nothilfe nur an lebende Personen ausgerichtet werde, nicht geltend gemacht worden, dass es sich bei der Eingabe vom 8. Januar 2019 um ein Kostenübernahmegesuch der Beschwerdeführerin 2 gehandelt habe. Letztere habe erstmals im Schreiben vom 28. Februar 2019 erwähnt, in eigenem Namen ein Kostenübernahmegesuch gemäss § 9 Abs. 3 SPV zu stellen. Nachdem der Rechtsstillstand im Verfahren vor der Sozialbehörde nicht gelte, sei die 60-tägige Frist seit Spitaleintritt zu diesem Zeitpunkt jedoch bereits abgelaufen gewesen. Die Rechnung für die Spitalbehandlung sei von der Beschwerdeführerin 2 sodann erst am 9. Mai 2019 erstellt und der Beschwerdegegnerin mit Eingabe vom 16. Mai 2019 übermittelt worden. Ein vollständiges Gesuch um Kostenübernahme sei somit erst zu diesem Zeitpunkt und damit verspätet erfolgt. In einem solchen Fall bestehe gemäss § 9 Abs. 4 SPV keine Pflicht zur Kostenübernahme für bereits erbrachte Leistungen.