Citation: 2C_154/2016 E. 3.4

3.4. Was die Beschwerdeführerin in Bezug auf die Zumutbarkeit einer Rückkehr nach Bosnien-Herzegowina vorbringt, vermag keinen nachehelichen Härtefall zu begründen. Sie nennt keine wichtigen persönlichen Gründe, welche den Verbleib in der Schweiz erforderlich machen. Wenngleich es anerkennenswert ist, dass die Beschwerdeführerin erwerbstätig ist und an ihrem Arbeitsplatz geschätzt wird, ist die berufliche Verwurzelung dennoch nicht so stark, dass der weitere Aufenthalt in der Schweiz deswegen geboten wäre. Die Tatsache, dass eine gelungene Integration im Sinn von Art. 50 Abs. 1 lit. a AuG vorliegt, genügt nicht für die Erfüllung der Voraussetzungen nach Art. 50 Abs. 1 lit. b AuG (Urteile 2C_777/2015 vom 26. Mai 2016 E. 5.1; 2C_362/2014 vom 1. Mai 2014 E. 5.2; 2C_826/2011 vom 17. Januar 2012 E. 5.2). Vielmehr ist in der vorliegenden Konstellation darzutun, dass eine Wiedereingliederung stark gefährdet erscheint (vgl. Art. 50 Abs. 2 AuG). Die Vorbringen der Beschwerdeführerin, wonach die Betreuung von C.A.________ in Bosnien-Herzegowina nicht sichergestellt werden könne, überzeugen nicht. Zwar soll nicht in Abrede gestellt werden, dass alleinerziehende Frauen in Bosnien nicht die gleichen Strukturen vorfinden wie in der Schweiz, sondern auf familiäre oder nachbarschaftliche Netze zurückgreifen müssen. Ein solches Netz aufzubauen dürfte auch der Beschwerdeführerin möglich sein, zumal der Sohn C.A.________ im Zeitpunkt des angefochtenen Urteils viereinhalb Jahre alt und damit kein Kleinkind mehr war. Zudem hat die Beschwerdeführerin zwei Kinder, die in Bosnien-Herzegowina leben und im Zeitpunkt des angefochtenen Urteil erwachsen bzw. fast erwachsen waren. Dies ist ein wichtiger familiärer Anknüpfungspunkt. Vor diesem Hintergrund erscheint es keineswegs ausgeschlossen, dass die Beschwerdeführerin zumindest stundenweise einer Erwerbstätigkeit nachgeht. Dass sie nicht ein annähernd gleich hohes Einkommen erzielen wird wie in der Schweiz, liegt auf der Hand, begründet aber keinen Härtefall. Die Beschwerdeführerin lebte bis zum 39. Altersjahr in Bosnien-Herzegowina und hat nur wenige Jahre in der Schweiz verbracht. Trotz der Schwierigkeiten, mit denen sie als alleinerziehende Mutter konfrontiert sein mag, dürfte sie in ihrem Herkunftsland, allenfalls mit Hilfe der dort lebenden Familienangehörigen, rasch wieder Fuss fassen.