Citation: 4A_55/2022 E. 6.1.1

6.1.1. Es sei davon auszugehen, dass die betriebliche Neuorganisation in der Form der vertikalen Integration des Absatzes der Beschwerdegegnerinnen durch den generellen Ausschluss der Grosshandelsstufe einen sachlichen Grund für den Lieferabbruch darstelle. Diese Feststellung gelte umso mehr, als es um den Handel mit Uhrenersatzteilen gehe, die von Reparaturbetrieben (und nicht von Endverbrauchern) erworben würden, um sie im Rahmen von Unterhalts- und Reparaturarbeiten in Uhren der Beschwerdegegnerinnen zu verbauen. Wie diese zu Recht geltend machten, erforderten solche Güter einen sachgemässen Umgang, der durch Schulungen und Fachpersonal der Gruppe X.________ sowie eine enge Qualitätskontrolle sichergestellt werde. Die Beschwerdegegnerinnen würden nach wie vor an diejenigen Uhrenreparateure liefern, die ihrem selektiven Vertriebssystem angeschlossen seien. Gemäss Einschätzungen des Europäischen Gerichts bestehe auf diesem Reparaturmarkt grundsätzlich noch Wettbewerb und das selektive Vertriebssystem stehe allen interessierten Uhrenreparateuren offen, welche die Voraussetzungen erfüllen würden. Die Vorinstanz stützte sich dabei namentlich auf das Urteil CEAHR/ Kommission (Urteil des EuG vom 23. Oktober 2017 T-712/14 CEAHR/Kommission).