Citation: U 361/05 16.08.2006 E. 5

5.1 Das kantonale Gericht hat den Unfall als mittelschwer im Grenzbereich zu den leichten Unfällen qualifiziert. Davon wird in der Regel bei einfachen Auffahrunfällen ausgegangen (RKUV 2005 Nr. U 549 S. 237 Erw. 5.1.2 mit Hinweisen). Im vorliegenden Fall handelt es sich um eine seitliche Kollision, wobei der fehlbare Autolenker mit einer Geschwindigkeit von 40 - 50 km/h praktisch ungebremst in den Personenwagen der Versicherten stiess (Polizeirapport vom 6. November 2002). Dabei entstanden am Fahrzeug der Beschwerdeführerin geschätzte Reparaturkosten von rund 26'000.- (Totalschaden) und am Fahrzeug des Unfallverursachers - polizeilich geschätzt - solche von rund Fr. 6000.- (vgl. Expertengutachten vom 12. November 2002 und Polizeirapport vom 6. November 2002). Aufgrund des Geschehensablaufs, wie er sich aus den Polizeiakten ergibt, den erlittenen Verletzungen und der Fahrzeugschäden ist der Unfall als mittelschwer im engeren Sinn zu qualifizieren. Um einen mittelschweren Unfall im Grenzbereich zu den schweren Unfällen oder gar einen schweren Unfall handelt es sich nicht (vgl. die in SZS 2001 S. 431 erwähnte Rechtsprechung; ferner auch RKUV 2005 Nr. U 548 S. 231 Erw. 3.2.2 und 1999 Nr. U 330 S. 122, je mit Hinweisen). Zu weiteren Abklärungen besteht auch in diesem Punkt kein Anlass. Die Adäquanz des Kausalzusammenhangs wäre daher zu bejahen, wenn ein einzelnes der in die Beurteilung einzubeziehenden Kriterien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt wäre oder mehrere der zu berücksichtigenden Kriterien gegeben wären (BGE 115 V 140 Erw. 6c/bb). 5.2 Auch wenn es sich um eine heftige Kollision handelte, hat sich der Unfall vom 25. Oktober 2002 nicht unter besonders dramatischen Begleitumständen ereignet noch war er - objektiv betrachtet (RKUV 1999 Nr. U 335 S. 209 Erw. 3b/cc; vgl. auch RKUV 2000 Nr. U 394 S. 313, je mit Hinweisen) - von besonderer Eindrücklichkeit. Er hatte auch keine schweren Verletzungen oder Verletzungen besonderer Art zur Folge. Die Diagnose eines Schleudertraumas oder einer schleudertraumaähnlichen Verletzung der HWS vermag die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzung und insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen, für sich allein nicht zu begründen. Es bedarf hiezu einer besonderen Schwere der für das Schleudertrauma typischen Beschwerden oder besonderer Umstände, welche das Beschwerdebild beeinflussen können (Urteile S. vom 10. Februar 2006, U 79/05, P. vom 28. April 2005, U 386/04, D. vom 4. September 2003, U 371/02, T. vom 6. Februar 2002, U 61/00, und D. vom 16. August 2001, U 21/01). Diese können beispielsweise in einer beim Unfall eingenommenen besonderen Körperhaltung und den dadurch bewirkten Komplikationen bestehen (RKUV 2003 Nr. U 489 S. 361 Erw. 4.3 mit Hinweisen). Solche Umstände sind hier nicht gegeben. In diesem Zusammenhang ist festzuhalten, dass die Versicherte bereits kurz nach dem Unfall keine Angaben über ihre Kopfstellung im Moment des Unfalles machen konnte und der erstbehandelnde Dr. med. S.________ die Rotationsstellung lediglich vermutete (vgl. Bericht vom 30. Oktober 2002), sodass seine Einschätzung "Schleudertrauma der HWS in Rotationsstellung" nicht erstellt ist. Es liegt auch keine besondere Schwere der für das Schleudertrauma typischen Beschwerden vor. Nicht erfüllt ist sodann das Kriterium der ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung. Die medizinischen Massnahmen beschränkten sich zunächst auf ambulante Physiotherapie und eine medikamentöse Behandlung, die jedoch keine wesentliche Besserung der geklagten Beschwerden brachten (Berichte des Dr. med. U.________ vom 4. Dezember 2002 und vom 25. Februar 2003). Die Versicherte wurde vom behandelnden Arzt, Dr. med. U.________, daher bereits im Februar 2003 einer schmerzpsychologischen Behandlung zugeführt, welche nach den Angaben von Dr. phil. A.________ am 14. März 2003 einsetzte. Vom 2. Mai bis 6. Juni 2003 hielt sich die Versicherte zur stationären Rehabilitation in B.________ auf, wo nebst physikalischen und ergotherapeutischen Massnahmen auch ein psychologische Betreuung stattfand (Bericht vom 23. Juni 2003). Im Anschluss an den Klinikaufenthalt wurden ambulante physiotherapeutische sowie ergotherapeutische Massnahmen durchgeführt und die psychologische Betreuung durch Dr. phil. A.________ wieder aufgenommen. Wegen Erfolglosigkeit der somatischen Behandlung wurden Versuche mit Kraniosakraltherapie, Osteopathie, Körperschulungs- und Maltherapie sowie Homöopathie unternommen, welche durchwegs erfolglos blieben. Insgesamt handelte es sich nicht um eine kontinuierliche, mit einer gewissen Planmässigkeit auf die Verbesserung des Gesundheitszustandes gerichtete ärztliche Behandlung von ungewöhnlich langer Dauer (Urteile N. vom 14. März 2005, U 82/04, P. vom 24. September 2003, U 361/02, und S. vom 8. April 2002, U 357/01). Im Vordergrund stand die Behandlung eines weitgehend psychisch bedingten Schmerzsyndroms, was bei der Adäquanzbeurteilung unberücksichtigt zu bleiben hat (Urteil S. vom 10. Februar 2006, U 79/05). Von einer ärztlichen Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert hat, kann ebenso wenig gesprochen werden, wie von einem schwierigen Heilungsverlauf und erheblichen Komplikationen. Es bedarf hiezu besonderer Gründe, welche die Heilung beeinträchtigt haben (Urteile S. vom 10. Februar 2006, U 79/05, F. vom 10. September 2002, U 343/02, und B. vom 7. August 2002, U 313/01). Solche Gründe sind hier nicht gegeben. Vielmehr war es die psychische Symptomatik, welche zu einem protrahierten Heilungsverlauf geführt hat. Zum Kriterium von Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit ist festzustellen, dass die Beschwerdeführerin bereits am 25. November 2002 die Arbeit wieder zu 50 % aufnehmen konnte und bis zu der auf den 30. April 2003 wegen "Umstrukturierungen" erfolgten Kündigung des Arbeitsverhältnisses in diesem Umfang erwerbstätig war. In der Folge war sie arbeitslos und bezog Leistungen der Arbeitslosenversicherung. Soweit nach Auflösung des Arbeitsverhältnisses und nach Durchführung des Rehabilitationsaufenthaltes weiterhin eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % und ab 1. November 2003 von 100 % bescheinigt wurde (vgl. die entsprechenden Unfallscheine), tragen die Arztzeugnisse in erster Linie den im Vordergrund stehenden psychischen Beeinträchtigungen Rechnung. Das Kriterium von Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit kann bei dieser Sachlage nicht als erfüllt gelten. Ob schliesslich das Kriterium der körperlichen Dauerschmerzen zu bejahen ist, kann offen bleiben, weil es jedenfalls nicht in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist. Da somit weder eines der für die Adäquanzbeurteilung massgebenden Kriterien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist noch mehrere der zu berücksichtigenden Kriterien gegeben sind, ist die Unfalladäquanz der geltend gemachten Beschwerden zu verneinen. Vorinstanz und Verwaltung haben demnach den Anspruch auf weitere Leistungen, wie Invalidenrente und Integritätsentschädigung, zu Recht abgelehnt.