Citation: 6P.72/2003 01.10.2003 E. 1

Das Obergericht geht von folgendem Sachverhalt aus: Die Beschwerdeführerin fuhr am 14. Dezember 1999 kurz vor 07.00 Uhr bei starkem Regen mit ihrem Personenwagen auf der Istighoferstrasse in Bürglen in Richtung SBB-Bahnübergang. Dort setzte die Wechselblinklichtanlage (vgl. Art. 28 SVG; Art. 93 Abs. 1 SSV), nachdem sich die Bahnschranken erst kurz zuvor geöffnet hatten, bei der Anfahrt der Beschwerdeführerin bereits wieder ein. Trotz des eingeschalteten Blinklichtsignals überquerte diese in der Folge den Bahnübergang. Zur gleichen Zeit nahte auf dem östlichen Trottoir der Istighoferstrasse der Geschädigte auf seinem Fahrrad in Richtung Bahnübergang heran. Ungefähr 60 bis 70 Meter vor diesem verliess er das Trottoir und bog auf die aus seiner Sicht linke Fahrbahn der Istighoferstrasse ein, in der Absicht, an der vor dem Bahnübergang stehenden Fahrzeugkolonne vorbeizufahren. Dort stiess er frontal mit dem ihm entgegenkommenden Fahrzeug der Beschwerdeführerin zusammen. Keiner der beiden Unfallbeteiligten hatte eine Bremsreaktion eingeleitet. Der Geschädigte wurde bei der Kollision gegen die Windschutzscheibe des Personenwagens und anschliessend auf die Strasse geschleudert, wobei er schwere Verletzungen erlitt (Frakturen an beiden Vorderarmen sowie am Unterschenkel und Knie rechts).