Citation: 1A.5/2000 02.03.2000 E. 3.-

Es ist grundsätzlich nicht Aufgabe der Rechtshilfe- behörde zu prüfen, ob eine strafbare Handlung vorliegt und welche konkreten Straftatbestände erfüllt sind. Dies wird - im Falle einer Anklageerhebung - vielmehr vom erkennenden Strafrichter zu beurteilen sein. Gerade in einem komplexen Fall wie dem vorliegenden kann auch nicht verlangt werden, dass die ersuchende Behörde die Tatvorwürfe bereits ab- schliessend mit Beweisen belegt. Andernfalls würde der Sinn und Zweck der Rechtshilfe praktisch hinfällig (vgl. BGE 122 II 134 E. 7b S. 137, 367 E. 2c S. 371; 120 Ib 251 E. 5c S. 255, je mit Hinweisen). Die Einwände, es gebe keine aus- reichenden Anhaltspunkte für den terroristischen Hintergrund der hier untersuchten Delikte, bzw. es fehle am Rechtshilfe- erfordernis der beidseitigen Strafbarkeit, werden in der nachfolgenden Erwägung 6 geprüft. Darüber hinaus würde die blosse Bestreitung der dem Verfolgten zur Last gelegten Straftaten nur dann zu einem Auslieferungshindernis führen, wenn er den Alibibeweis an- träte. Trotz der in Art. 1 EAUe verankerten grundsätzlichen Auslieferungspflicht ist der Möglichkeit eines Alibibeweises nach der Praxis des Bundesgerichtes auch im Rahmen eines nach dem EAUe durchgeführten Auslieferungsverfahrens ange- messen Rechnung zu tragen. Es würde den allgemeinen Prinzi- pien des Auslieferungsrechtes und auch dem Verhältnismässig- keitsgebot widersprechen, einen offensichtlich Unschuldigen auszuliefern. Den Alibibeweis könnte der Verfolgte jedoch nur mit dem Nachweis führen, dass er zur fraglichen Zeit überhaupt nicht am Tatort war. Dieser Nachweis wäre unver- züglich und ohne Weiterungen zu erbringen (BGE 113 Ib 276 E. 3b - c S. 281 - 83.). Von einem Alibibeweis kann im vor- liegenden Fall nicht die Rede sein. Gegenteiliges wird auch vom Beschwerdeführer nicht behauptet.