Citation: 5A_846/2020 E. 3.1

3.1. Das Obergericht setzte sich zunächst mit der bezirksgerichtlichen Beurteilung des Begehrens auseinander. Das Bezirksgericht sei auf das Begehren nicht eingetreten (vgl. Sachverhalt Bst. A.f), da der Beschwerdegegner nicht den Beschwerdeführer, sondern den Nachbarn von D.________ für die angeblichen Manipulationen des Videos verantwortlich gemacht habe, womit dem Beschwerdeführer in Bezug auf Ziff. 2 des Klagebegehrens das "schutzwürdige Interesse" abgehe. Gemäss dem Obergericht betrifft diese Argumentation indessen nicht das Rechtsschutzinteresse, sondern vielmehr die Aktivlegitimation, weil es um die Frage gehe, wessen Persönlichkeit die strittige Äusserung verletze resp. welche Person die umstrittene Aussage konkret betreffe. Mit anderen Worten, so das Obergericht, betreffe die Aktivlegitimation die Frage der Berechtigung der klagenden Partei, das eingeklagte Recht oder Rechtsverhältnis geltend zu machen, mithin die materiellrechtliche Begründetheit des eingeklagten Anspruchs. Demzufolge stelle die Aktivlegitimation keine Prozessvoraussetzung dar, welche bei Fehlen zu einem Nichteintretensentscheid führe. Fehle die Aktivlegitimation, sei die Klage vielmehr durch Sachentscheid abzuweisen, welcher in materielle Rechtskraft erwachse. Weiter prüfte das Obergericht, ob der Beschwerdeführer von der in der E-Mail vom 13. November 2018 wiedergegebenen Äusserung konkret betroffen sei. Allein mit dem Wortlaut der Äusserung lasse sich die Betroffenheit des Beschwerdeführers nicht begründen. Allerdings sei, wie der Beschwerdeführer zutreffend ausführe, auch zu berücksichtigen, in welchem Zusammenhang oder Kontext der Beschwerdegegner die Äusserung gemacht habe. Dieser habe die Aussage im Rahmen seiner Antwort an F.________, welche am 13. November 2018 via E-Mail erfolgte, gemacht. F.________ habe ihn gleichentags (ebenfalls via E-Mail) auf sein Interview in der Sendung xxx angesprochen. Dabei habe F.________ dem Beschwerdegegner vorgeworfen, er hätte im Interview von "objektivem Beurteilungsvermögen" gesprochen, weshalb er sich auch daran hätte halten sollen. Sodann habe F.________ den Beschwerdegegner gefragt, wie er behaupten könne, dass keine Misshandlungen auf dem Video zu sehen seien; wenn dieses sein Verständnis von artgerechter Tierhaltung sei, könne sie nur "schrecklich!!" sagen. Darauf habe der Beschwerdegegner unter anderem mit der hier zur Diskussion stehenden Passage geantwortet ("Wie oft haben Sie sich das Video angeschaut, und dabei sich selbst die Frage gestellt, wie es aussehen würde, wenn es nicht manipuliert wäre?"). Aus den Begleitumständen lasse sich somit ebenfalls keine Betroffenheit des Beschwerdeführers ableiten. Demzufolge bleibe es auch mit Blick auf den Kontext dabei, dass der Beschwerdegegner mit dieser Äusserung (lediglich) seine Auffassung gegenüber F.________ kundgetan habe, das Video mit der behaupteten Tierquälerei sei manipuliert beziehungsweise dass ohne die Manipulation des Videos keine Tiermisshandlungen zu sehen wären. Ferner sei im Auge zu behalten, dass sich der Beschwerdegegner in der Sendung xxx gar nicht zum Video geäussert habe. Mit anderen Worten führe es zu weit, wenn der Beschwerdeführer aus der umstrittenen Äusserung herauslesen wolle, der Beschwerdegegner hätte damit den in der Sendung xxx erhobenen Vorwurf, wonach der Beschwerdeführer "zur blossen Stimmungsmache wissentlich oder zumindest fahrlässig falsche beziehungsweise haltlose respektive unwahre Tierquälereivorwürfe gegen die Familie des Mästers erhoben und eine missbräuchliche Strafanzeige gegen D.________ eingereicht habe" verstärkt. Zusammenfassend fehle es hier an der Betroffenheit des Beschwerdeführers, womit ihm die Aktivlegitimation abzusprechen sei. Wolle man im Übrigen aus der umstrittenen Äusserung den Vorwurf der Veröffentlichung eines manipulierten Videos ableiten, wäre nicht der Beschwerdeführer, sondern der Verein C.________, welcher das Video für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht habe, aktivlegitimiert. Der Verein C.________ stelle als Verein ein eigenständiges Rechtssubjekt mit eigener Persönlichkeit dar. Daraus folge, dass der Verein C.________ eine allfällige Verletzung seiner Persönlichkeit selber geltend machen müsste. Damit sei der Beschwerdeführer, so das Obergericht, in Bezug auf Ziff. 2 der Klagebegehren nicht aktivlegitimiert. Konsequenterweise hätte das Bezirksgericht das Rechtsbegehren abweisen müssen (anstatt wegen fehlendem Rechtsschutzinteresse darauf nicht einzutreten). Gleichwohl erweise sich die Anschlussberufung des Beschwerdeführers in diesem Punkt als unbegründet.