Citation: 5P.476/1999 06.03.2000 E. 4

4.- Im Rahmen der Willkürrüge bringt die Beschwerdeführerin ferner vor, sie habe bei der Rekurskommission beantragt, es sei ihr für das Rekursverfahren die unentgeltliche Prozessführung samt Offizialverteidiger zu bewilligen. Auf diese Begehren sei die Kommission weder in der Begründung noch im Dispositiv eingegangen. Das Obergericht hat das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege für das Rekursverfahren im Ergebnis abgewiesen, indem es sich in seinem Entscheid gar nicht dazu geäussert hat. In der Erwägung über die Kosten verweist die Rekurskommission auf ihre Rechtsprechung (RBOG 1932 Nr. 6), die sich zwar zu den Kosten im Rekursverfahren betreffend unentgeltliche Rechtspflege äussert, jedoch nichts darüber aussagt, wie mit dem Gesuch um Erteilung der unentgeltlichen Prozessführung und um Bestimmung eines Offizialanwalts zu verfahren ist. Die Rekurskommission hat sich in ihrer Vernehmlassung zu dieser Frage nicht geäussert. Allein mit dem Hinweis aber, dass das Verfahren betreffend unentgeltliche Rechtspflege mit Offizialanwalt kostenlos sei, lässt sich nicht begründen, weshalb im konkreten Fall dem Gesuch um Erteilung eines Offizialanwalts - wenigstens für das Rekursverfahren - nicht entsprochen wird; denn auch im Verwaltungsverfahren ist die unentgeltliche Rechtspflege samt Beiordnung eines Offizialanwalts nicht ausgeschlossen (BGE 112 Ia 14 E. 3c S. 17; 121 I 60 E. 2a/bb mit Hinweisen), und selbst der Umstand, dass dieses Verfahren von der Offizialmaxime beherrscht ist, spricht nicht dagegen (BGE 104 Ia 72). Zudem war der Rekurs auch nicht aussichtslos, führte er doch dazu, dass der durch die erste Instanz verfügte Entzug der unentgeltlichen Rechtspflege aufgehoben wurde. Sodann gilt die Beschwerdeführerin als bedürftig, und es kann auch nicht ohne weiteres davon ausgegangen werden, sie sei als Ausländerin aufgrund ihrer Ausbildung in der Lage gewesen, das Rekursverfahren, in dem erhebliche Interessen auf dem Spiele standen, ohne Beizug eines Anwaltes zu bestreiten (BGE 104 Ia 72 E. 3c S. 77). Die Verweigerung der unentgeltlichen Rechtspflege und Verbeiständung für das Rekursverfahren lässt sich auf keine sachlichen Gründe stützen und ist daher als willkürlich zu bezeichnen (BGE 111 Ia 161 E. 1a S. 163; 113 Ib 307 E. 2a S. 311).