Citation: 1C_92/2018 E. 3.5

3.5. Gemäss § 69 PBG/ZH kann die kommunale Bau- und Zonenordnung (BZO) in den Bauzonen Arealüberbauungen zulassen. Sie kann Bauvorschriften enthalten, die von den Bestimmungen für die Regelbauweise und von den kantonalen Mindestabständen abweichen (§ 72 Abs. 1 PBG/ZH). Gewissermassen zur Kompensation dieser Privilegierungen definiert § 71 PBG/ZH qualifizierte Anforderungen, denen die Arealüberbauungen zu genügen haben. Die Bauten und Anlagen sowie deren Umschwung müssen besonders gut gestaltet sowie zweckmässig ausgestattet und ausgerüstet sein (§ 71 Abs. 1 PBG/ZH). Das Erfordernis der besonders guten Gestaltung wird in Abs. 2 näher definiert. Bei der Beurteilung sind insbesondere folgende Merkmale zu beachten: a. Beziehung zum Ortsbild sowie zur baulichen und landschaftlichen Umgebung, b. kubische Gliederung und architektonischer Ausdruck der Gebäude, c. Lage, Zweckbestimmung, Umfang und Gestaltung der Umgebungsanlagen, d. Wohnlichkeit und Wohnhygiene, e. Versorgungs- und Entsorgungslösung, f. Art und Grad der Ausrüstung. Die Vorinstanz hat erwogen, § 71 Abs. 1 PBG/ZH eröffne den Verwaltungsbehörden einen Entscheidungsspielraum, der durch den nachfolgenden Abs. 2 insofern strukturiert werde, als in einer nicht abschliessenden Aufzählung die massgeblichen Beurteilungskriterien aufgeführt würden. Ob eine besonders gute Gestaltung im Sinne von Abs. 1 vorliege, sei anhand der in Abs. 2 genannten und allfälliger weiterer Kriterien zu beurteilen. Diese Überlegungen sind zutreffend. Die kommunalen Behörden dürfen somit von Gesetzes wegen eine Arealüberbauung nur bewilligen, wenn diese selbst sowie ihr Umschwung besonders gut gestaltet sind, und sie müssen dies anhand der im Art. 71 Abs. 2 PBG/ZH genannten Kriterien prüfen; insoweit verfügen die Gemeinden über keinerlei Autonomie. Bei der Frage dagegen, ob diese Merkmale im Einzelfall eingehalten sind oder nicht, steht der rechtsanwendenden Gemeindebehörde ein gewisser Spielraum zu. Bei den im Gesetz genannten Beurteilungskriterien handelt es sich weitgehend um unbestimmte Rechtsbegriffe, die eine Wertung erlauben. Die Gerichte haben eine vertretbare Einschätzung hinsichtlich der Beziehung einer geplanten Arealüberbauung zum Ortsbild, hinsichtlich der Qualität der Bauten, der Umgebungsanlagen usw. zu respektieren und dürfen nicht ihre eigene Einschätzung an die Stelle einer mit dem Gesetzeszweck ebenfalls zu vereinbarenden Lösung setzen.