Citation: 2C_688/2017 E. 3.3

3.3. Soweit der Beschwerdeführer seine Aufenthaltsberechtigung schon daraus herzuleiten scheint, dass er in Deutschland eine Aufenthaltsbewilligung gestützt auf seine Beziehung zu seinem schweizerischen Stiefvater erhalten habe, kann ihm nicht gefolgt werden: Die Aufenthaltsbewilligungen gemäss FZA (bzw. innerhalb der EU gemäss der früher dort geltenden VO 1612/68, die dem FZA zugrunde liegt), sind deklaratorisch: Die Aufenthaltsrechte bestehen einerseits unabhängig vom Vorliegen einer Bewilligung (BGE 136 II 329 S. 332 f.; 134 IV S. 57 f.). Sind umgekehrt die Aufenthaltsvoraussetzungen nicht erfüllt, so wird der Aufenthalt nicht rechtmässig dadurch, dass eine Bewilligung vorliegt (Urteil EuGH C-325/09 vom 21. Juli 2011 [ Dias], Rn. 54 f.). Die Wirkungen der Aufenthaltsgenehmigung, die die Behörden eines Vertragsstaates einem Staatsangehörigen eines Drittstaats erteilen, sind auf das Gebiet dieses Vertragsstaates beschränkt. Andere Vertragsstaaten sind nicht verpflichtet, im Fall der Rückkehr eines Wanderarbeitnehmers in seinen Heimatstaat dem drittstaatsangehörigen Familienangehörigen ein Einreise- und Aufenthaltsrecht schon deshalb zu gewähren, weil dieser in einem anderen Vertragsstaat über eine gültige personenfreizügigkeitsrechtliche Aufenthaltsgenehmigung verfügt hat (so zu Art. 10 der Verordnung Nr. 1612/68 das Urteil EuGH C-291/05 vom 11. Dezember 2007 [ Eind], Rn. 25 f.). Massgebend ist vielmehr, ob der betreffende Familienangehörige (weiterhin) die materiellrechtlichen Voraussetzungen für den Familiennachzug erfüllt.