Citation: 2C_982/2013 E. 2.3.3

2.3.3. Die Beschwerdeführerin beruft sich zusätzlich auch auf Art. 50 Abs. 1 lit. b und Abs. 2 AuG. Ein nachehelicher Härtefall nach dieser Gesetzesbestimmung setzt aufgrund der konkreten Umstände eine erhebliche Intensität der Konsequenzen für das Privat- und Familienleben der ausländischen Person voraus, die mit ihrer Lebenssituation nach dem Dahinfallen der gestützt auf Art. 42 Abs. 1 bzw. Art. 43 Abs. 1 AuG abgeleiteten Anwesenheitsberechtigung verbunden sind. Hat der Aufenthalt nur kürzere Zeit gedauert und wurden keine engen Beziehungen zur Schweiz geknüpft, lässt sich ein Anspruch auf weiteren Verbleib nicht begründen, wenn die erneute Integration im Herkunftsland keine besonderen Probleme stellt (Botschaft AuG, BBl 2002 3709 Ziff. 1.3.7.6 S. 3754). Entscheidend ist, ob die persönliche, berufliche und familiäre Wiedereingliederung als stark gefährdet zu gelten hat und nicht, ob ein Leben in der Schweiz einfacher wäre (zum Ganzen BGE 138 II 229 E. 3.1; 137 II 345 E. 3.2.3). Die Beschwerdeführerin macht hauptsächlich geltend, getrennt lebende oder geschiedene Frauen würden in Marokko insbesondere in ländlichen Gegenden, wo sie herkomme, gesellschaftlich in erheblichem Mass geächtet und sexuellen Übergriffen ausgesetzt. Die Vorbringen der Beschwerdeführerin erschöpfen sich indessen in allgemein gehaltenen Ausführungen betreffend die islamische Tradition und den religiösen Fundamentalismus, woraus sich jedoch nicht auf eine konkrete Gefährdung der Wiedereingliederung der Beschwerdeführerin schliessen lässt. Aufgrund ihrer Mitwirkungspflicht (Art. 90 AuG) obliegt es der Beschwerdeführerin, die geltend gemachten Nachteile in ihrer Heimat zumindest glaubhaft zu machen. Diesen Anforderungen vermögen blosse Behauptungen und allgemeine Vorbringen nicht zu genügen. Auch die "sehr ländliche" Gegend, aus der sie stammen will, bezeichnet die Beschwerdeführerin nicht näher. Aus den Akten geht dagegen hervor, dass die Beschwerdeführerin in Marrakesch und damit in der viertgrössten marokkanischen Stadt, die über 900'000 Einwohner zählt, geboren ist und dort mit ihrer Mutter und ihrem Bruder gelebt hat, bevor sie in die Schweiz kam. Insofern ist die Behauptung der Beschwerdeführerin, sie könne unmöglich in einer Stadt leben, da sie dort über keinen familiären Hintergrund verfüge, nicht nachvollziehbar. Zu der ihr angeblich drohenden Gefährdung aufgrund ihrer im Übrigen nicht belegten Zugehörigkeit (seitens ihres verstorbenen Vaters) zum Stamm der Berber und dessen Traditionen macht sie keine konkreten Angaben. Dass die Beschwerdeführerin nur über die obligatorische Schulausbildung verfügt und keine Berufsausbildung absolviert hat, vermag sodann keinen nachehelichen Härtefall zu begründen. Die Vorinstanz hat somit zu Recht geschlossen, dass vorliegend die Voraussetzungen für eine Bewilligungsverlängerung gestützt auf Art. 50 Abs. 1 lit. b und Abs. 2 AuG nicht gegeben sind und es der Beschwerdeführerin zumutbar ist, in ihr Heimatland, wo sie aufgewachsen ist und über familiäre Beziehungen verfügt, zurückzukehren. Dass die Vorinstanz in vorweggenommener Beweiswürdigung darauf verzichtet hat, ein Gutachten eines Länderexperten einzuholen, ist nicht zu beanstanden. Diesbezüglich sowie für alles Weitere kann auf die Erwägungen im angefochtenen Urteil verwiesen werden (Art. 109 Abs. 3 BGG).