Citation: 4A_588/2021 E. 3.4.1

3.4.1. In BGE 142 III 413 führte das Bundesgericht im Zusammenhang mit dem zweitinstanzlichen Novenrecht aus, das Berufungsverfahren diene nicht der Vervollständigung des vorinstanzlichen Verfahrens, sondern der Überprüfung und Korrektur des erstinstanzlichen Entscheids im Lichte konkret dagegen vorgebrachter Beanstandungen (BGE 142 III 413 E. 2.2.2). Vorliegend geht es nicht darum, dass die Beschwerdeführerin vor Kantonsgericht Noven hätte vortragen wollen, mit denen sie nicht gehört worden wäre. Vielmehr meint sie, davon dispensiert gewesen zu sein, ihre erstinstanzlichen Vorbringen und Beweisanträge im Berufungsverfahren wiederholen zu müssen. Damit geht sie aber fehl. Es kann aus praktischen Gründen vom Berufungsgericht nicht verlangt werden, dass es die - oft umfangreichen - erstinstanzlichen Akten nach erstinstanzlich erhobenen, vor zweiter Instanz jedoch nicht erneuerten Beweisanträgen durchforscht. Zudem entspräche dies nicht der Natur des Berufungsverfahrens als eigenständiges Verfahren (BGE 144 III 394 E. 4.2). Das Kantonsgericht war demnach nicht gehalten, von sich aus zu den im Berufungsverfahren konkret strittigen Fragen in den erstinstanzlichen Rechtsschriften der Beschwerdeführerin nach diesbezüglichen Vorbringen und Beweisanträgen zu suchen.