Citation: 2C_758/2020 E. 7.2.2

7.2.2. Es ist nachvollziehbar, dass der Beschwerdeführer nach Erleiden des erheblichen Verlustes im Zusammenhang mit der Aufhebung des EUR/CHF-Mindestkurses im Jahr 2015 keine Transaktionen mehr tätigte. Damit können aber die Häufigkeit und das Volumen der Handelsgeschäfte im Jahr 2015 nicht mehr gleichermassen als Indiz gegen die Annahme eines gewerbsmässigen Wertschriftenhandels in diesem Jahr herangezogen werden (im Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass im Jahr 2015 entgegen den Ausführungen der Vorinstanz anstelle eines Volumens von Fr. 92.50 Mio. ein solches von Fr. 13.3 Mio. bewegt wurde). Vielmehr ist zur Beurteilung, ob auf einen gewerbsmässigen Wertschriftenhandel in der Steuerperiode 2015 geschlossen werden kann, die Entwicklung der Handelstätigkeit in den Vorjahren zu berücksichtigen (was die Vorinstanz an sich richtig erkannt hat) sowie gegebenenfalls die Entwicklung in den Folgejahren mit einzubeziehen (vgl. zur Berücksichtigung der Vorperioden Urteil 2C_389/2018 vom 9. Mai 2019 E. 4.4; zur Berücksichtigung der folgenden Steuerperioden Urteil 2C_375/2015 vom 1. Dezember 2015 E. 7.4.3). Vorliegend fehlt es aber an vorinstanzlichen Feststellungen zur Häufigkeit der Transaktionen und zur Haltedauer in den Jahren 2012 und 2013, so dass eine umfassende Würdigung der Handelstätigkeit des Beschwerdeführers ohne weitere Sachverhaltsfeststellungen bzw. -ergänzungen nicht als möglich erscheint. Zur Häufigkeit der Transaktionen, zur Haltedauer und zum Transaktionsvolumen in den Steuerperioden nach 2015 enthält das angefochtene Urteil ebenfalls keine Feststellungen. Immerhin erscheint es aufgrund des Umstandes, dass der Beschwerdeführer in den drei Jahren vor 2015 jeweils Verluste oder Gewinne im vierstelligen Frankenbetrag, in den zwei Jahren nach 2015 dagegen jeweils Verluste oder Gewinne im fünfstelligen Frankenbetrag erzielte, als möglich, dass er die Häufigkeit der Transaktionen und/oder das Transaktionsvolumen (abgesehen von der Steuerperiode 2015) stetig steigerte. Die Häufigkeit der Transaktionen und das Transaktionsvolumen in den Jahren 2016 und 2017 lassen sich aber gestützt auf die Feststellungen der Vorinstanz nicht hinreichend beurteilen. Es fehlt sodann an vorinstanzlichen Feststellungen, welche es erlauben würden, das Transaktionsvolumen mit dem Guthaben auf dem Depot zu Beginn der Steuerperioden (entsprechend dem Kreisschreiben) oder mit dem durchschnittlichen Guthaben auf dem Depot (vgl. dazu Urteil 2C_375/2015 vom 1. Dezember 2015 E. 6.1 zum Optionshandel) zu vergleichen.