Citation: 2C_65/2023 E. 7.2

7.2. Die WEKO bringt in ihrer Vernehmlassung vor Bundesgericht vor, es sei mit Blick auf die Nicht-Kommissionierung von Zuschlägen jedenfalls von einer abgestimmten Verhaltensweise auszugehen. Die Vorinstanz habe den Informationsaustausch im Rahmen des "L1.________" ausführlich ermittelt. Entscheidend sei, dass sich die Beschwerdeführerin nicht vom gemeinsamen Vorgehen im Rahmen des "L1.________", dessen Mitglied sie gewesen sei, distanziert habe. Sie habe vielmehr Kund getan, dass sie auch in Zukunft die Zuschläge nicht kommissionieren werde. Der blosse Umstand, dass ein anderes (ausländisches) Gericht zu einem anderen Beweisergebnis gelange, zeige noch nicht, dass die vorinstanzliche Sachverhaltsermittlung offensichtlich unrichtig sei. Ausserdem, so die WEKO in rechtlicher Hinsicht weiter, sei für die Sanktionierung bloss von Bedeutung, dass die Abrede nach dem Inkrafttreten von Art. 49a KG aufrechterhalten worden sei und sie sich nach wie vor wettbewerbsbeschränkend ausgewirkt habe. Im Übrigen sei entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin lediglich erforderlich, dass die Abrede objektiv geeignet sei, eine Wettbewerbsbeschränkung durch die Beeinträchtigung eines Wettbewerbsparameters zu bewirken. Mit Bezug auf das erforderliche Marktverhalten sei festzuhalten, dass die Verhaltensweisen der Beschwerdeführerin sowie der übrigen Mitglieder des "L1.________" übereingestimmt hätten. Sie alle hätten die Kommissionierung verweigert. Durch den Informationsaustausch habe sich die Beschwerdeführerin in ihrem zukünftigen Verhalten bestärkt gesehen und die Ungewissheit über das Verhalten der Mitbewerber sei reduziert worden. Selbst wenn die Beschwerdeführerin nicht geplant habe, zukünftig Zuschläge zu kommissionieren, habe sie fortan die Gewissheit gehabt, dass sich die anderen Mitglieder gleich verhalten würden.