Citation: C 380/99 23.08.2000 E. 3

3.- Es steht fest und ist im Übrigen unbestritten, dass die Versicherte in den eingeleiteten Betreibungsverfahren keine Pfändungsbegehren gestellt hat. Auf die telefonische Anfrage der Vorinstanz hin bestätigte eine Mitarbeiterin des Betreibungsamtes H.________ zudem, dass über K.________ kein Konkurs eröffnet worden ist. a) Nach Auffassung des kantonalen Gerichts wäre die Versicherte durch den Umstand, dass sich die Schuldnerin ins Ausland abgesetzt hatte, nicht verhindert gewesen, ein Pfändungsbegehren zu stellen. Weil sie dies unterlassen habe, sei das Vorliegen der Anspruchsvoraussetzungen für die Gewährung einer Insolvenzentschädigung zu verneinen. Dagegen führt die Arbeitslosenkasse an, gemäss Auskunft des Betreibungsamtes H.________ sei es wegen des unbekannten Aufenthaltes der Schuldnerin nicht mehr möglich gewesen, das Betreibungsverfahren fortzusetzen und die Pfändung einzuleiten. Die Versicherte habe alles Zumutbare unternommen, die Forderung gegenüber ihrer ehemaligen Arbeitgeberin durchzusetzen. Die Tatsache, dass K.________ sich ins Ausland abgesetzt habe, dürfe der Versicherten nicht zum Nachteil gereichen. Deshalb seien auf Grund der aussergewöhnlichen Situation die Voraussetzungen für die Ausrichtung einer Insolvenzentschädigung nach Art. 51 AVIG als erfüllt zu betrachten. b) Gemäss der schuldbetreibungsrechtlichen Ordnung konnte die Versicherte - entgegen der Ansicht der Vorinstanz - eine Fortsetzung der von ihr eingeleiteten Betreibungen nach dem Wegzug von K.________ aus der Schweiz nicht mehr verlangen, weil die Eintreibungsverfahren hier noch nicht bis zur Pfändungsankündigung gediehen waren (Art. 53 SchKG e contrario; Jaeger/Walder/Kull/Kottmann, SchKG, 4. Aufl. , N 5 zu Art. 53). Verwaltung wie kantonales Gericht übersehen, dass es der Versicherten allerdings bei dieser Lage offen gestanden hätte, am letzten schweizerischen Wohnsitz der Schuldnerin die Konkurseröffnung zu beantragen (Art. 190 Abs. 1 Ziff. 1 SchKG; Jaeger/ Walder/ Kull/Kottmann, a.a.O., N 3 und 4 zu Art. 190; zur Zahlungsflucht vgl. Staehelin/Bauer/Staehelin, Kommentar zum SchKG, N 4 zu Art. 54). Es wäre ihr daher möglich und zumutbar gewesen, die Eröffnung des Konkurses über ihre ehemalige Arbeitgeberin zu erwirken. Mit der Konkurseröffnung hätten die Anspruchsvoraussetzungen zum Bezug von Insolvenzentschädigung gemäss Art. 51 Abs. 1 lit. a AVIG vorgelegen. Sodann hätte die Versicherte auch Anrecht auf Insolvenzentschädigung gehabt, wenn der Konkurs in der Folge nur deswegen nicht eröffnet worden wäre, weil sich auf Grund offensichtlicher Überschuldung von K.________ kein Gläubiger bereit gefunden hätte, die Kosten vorzuschiessen (Art. 51 Abs. 1 lit. b AVIG). c) Die Versicherte verfügte nach dem Gesagten auch nach der Abreise von K.________ ins Ausland über eine - ihr offenbar nicht bekannte - Möglichkeit, die Anspruchsvoraussetzungen für die Ausrichtung von Insolvenzentschädigung gemäss Art. 51 Abs. 1 AVIG zu erfüllen. Da sie davon nicht Gebrauch gemacht hat und niemand Vorteile aus seiner eigenen Rechtsunkenntnis ableiten kann (BGE 124 V 220 Erw. 2b/aa mit Hinweisen), lässt sich der ablehnende Entscheid des kantonalen Gerichts im Ergebnis nicht beanstanden.