Citation: 1P.47/2004 28.04.2004 E. 3

Der Beschwerdeführer beanstandet vorab, dass das Obergericht die geschädigte Y.________ als Zeugin und nicht als Auskunftsperson einvernommen hat. Er beruft sich auf § 105 Abs. 1 des aargauischen Gesetzes über die Strafrechtspflege (Strafprozessordnung; StPO AG) vom 11. November 1958 und macht geltend, wegen ihrer direkten Betroffenheit von der geltend gemachten Straftat sei die Geschädigte als befangen zu betrachten, weshalb nur eine Befragung als Auskunftsperson möglich gewesen wäre. Da das Obergericht nicht darauf hingewiesen habe, dass die Geschädigte keine unbefangene Drittzeugin war, habe es ihre Aussagen willkürlich gewürdigt. Y.________ wurde bereits anlässlich der Verhandlung vom 2. April 2003 vor dem Bezirksgericht Aarau als Zeugin einvernommen, wogegen seitens des Beschwerdeführers keinerlei Einwendungen erhoben worden sind. Der Beschwerdeführer hat auch vor Obergericht gegen die Einvernahme der Geschädigten als Zeugin nicht remonstriert. Das Vorbringen, Y.________ hätte nicht als Zeugin, sondern als Auskunftsperson befragt werden müssen, ist somit im bundesgerichtlichen Beschwerdeverfahren neu. Mit staatsrechtlicher Beschwerde können, unter Vorbehalt von hier nicht zutreffenden Ausnahmen (vgl. dazu Walter Kälin, Das Verfahren der staatsrechtlichen Beschwerde, 2. Auflage, Bern 1994, S. 369 f.), keine rechtlichen Argumente vorgebracht werden, die nicht bereits im kantonalen Verfahren geltend gemacht worden sind. Grundsätzlich müssen die vom Beschwerdeführer vor Bundesgericht erhobenen rechtlichen Rügen auch inhaltlich den Instanzenzug durchlaufen haben. Der kantonale Instanzenzug wird nicht ausgeschöpft, wenn der Beschwerdeführer den kantonalen Rechtsweg zwar formell beschreitet, bestimmte Beschwerdegründe aber erst nachträglich vor Bundesgericht anruft (Marc Forster, Staatsrechtliche Beschwerde, in: Thomas Geiser/Peter Münch [Hrsg.], Prozessieren vor Bundesgericht, zweite Auflage, Basel und Frankfurt am Main 1998, Rz. 2.14 S. 63). Auf dieses neue Argument und die damit verbundene Rüge ist somit nicht einzutreten.