Citation: 8C_710/2018 E. 5

In seinem Gutachten vom 18. November 2014 stellte Dr. med. C.________ die Diagnose einer residuellen leichten distal-betonten sensomotorischen Armparese links. Es bestehe ein Status nach initial nahezu kompletter Armplexusparese links aufgrund intraoperativer mechanischer, wahrscheinlich zugbedingter, Nervenschädigung anlässlich der offenen Schultergelenksoperation links am 7. Juli 2009 sowie ein Status nach erstmaliger, sturzbedingter Schulterluxation links am 1. Januar 2003 und erneuter Schulterluxation links Anfang und Ende März 2009. Zum Verlauf seit der Operation vom 7. Juli 2009 führte er aus, die Lähmung und die Fühlstörung des linken Armes habe sich unter Physiotherapie langsam aber stetig gebessert. Aktuell beklage die Explorandin noch eine Kraftminderung im Bereich des Unterarms und der Hand links sowie eine Fühlstörung am Unterarm mit Betonung im Bereich der radialen Handpartie. Die Instantkraft des linken Armes sei recht gut. Es bestehe aber eine deutliche Krafteinbusse bei anhaltender oder repetitiver Kraftentfaltung, insbesondere im Bereich der Hand. Durch die verminderte Belastbarkeit des linken Armes (Linkshänderin) setze sie vermehrt den rechten Arm ein. Dadurch komme es häufig zu schmerzhaften Verspannungen im Nacken- und Schulterbereich, aber auch an Unterarm und Hand links. Der Gutachter hielt fest, dass die subjektiven Beschwerden durch die objektiven Befunde gut erklärbar seien. Weiter führte er aus, in der aktuellen Tätigkeit als Primarlehrerin - auf die neurologisch bedingte Funktionseinschränkung des linken Armes angepasst unter weitgehender Vermeidung einer übermässigen Belastung von Arm und Hand links, insbesondere durch Schreibarbeiten speziell an der Wandtafel - schätze die Explorandin ihre eigene Arbeitsfähigkeit auf 100 % ein. Entsprechend erachtete Dr. med. C.________ die aktuell ausgeübte Tätigkeit als optimal angepasst (Frage 7.1). Darüber hinausgehende intensivere und länger andauernde physische Belastungen im Bereich von Arm und Hand links seien der Versicherten aus neurologischer Sicht indessen nicht zumutbar. Zur Frage 7.2 nach der zumutbaren Arbeitszeit in der bisherigen Tätigkeit als Primarlehrerin führte er sodann wörtlich aus, "[i]n - wie oben ausgeführt - adaptierter Tätigkeit als Primarlehrerin ist ein Vollzeitpensum zumutbar". In nicht adaptierter Tätigkeit als Primarlehrerin sei hingegen von einer Einschränkung um 30 bis 50 % in Bezug auf ein Vollzeitpensum auszugehen. Um dies genauer quantifizieren zu können, wäre ein Arbeitsversuch notwendig. Zusätzlich zur zeitlichen Einschränkung bestehe hinsichtlich des linken Armes auch eine leistungsmässige Einbusse (insbesondere bei länger dauernder repetitiver oder anhaltender Belastung des linken Armes), die er auf 30 bis 50 % einschätze. Auf die Frage nach der maximal zumutbaren Arbeitszeit in einer leidensangepassten Tätigkeit antwortete Dr. med. C.________, er schätze diese - wie bereits ausgeführt - auf 100 % bezogen auf ein Vollzeitpensum als Primarlehrerin.