Citation: 6B_1235/2021 E. 3.2

3.2. Die Vorinstanz erwägt zusammengefasst, der Beschwerdeführer habe mit seinem Manöver für die Fahrradfahrerin die konkrete Gefahr eines Sturzes mit entsprechenden Verletzungsfolgen geschaffen und damit eine wichtige Verkehrsregel in schwerwiegender Weise missachtet und zugleich die Verkehrssicherheit ernsthaft gefährdet (angefochtenes Urteil S. 28). Aufgrund der situativen Umstände sei davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer sowohl die Fahrradfahrerin, ihre Position im Kreisverkehr sowie die Geschwindigkeits- und Platzverhältnisse wahrgenommen habe und sich bewusst für das beschriebene Überholmanöver entschieden habe, weshalb er beschleunigt, einen Bogen um die Fahrradfahrerin gemacht und in die zweite Ausfahrt abgebogen sei. Dazu passe auch die Schilderung der Zeugin, welche den Fahrstil des Beschwerdeführers als "so gang jetzt wäg, i bi pressiert" bezeichnet habe (angefochtenes Urteil S. 20 ff.). Dem Beschwerdeführer sei bewusst gewesen, dass er mit seinem Überholmanöver im Kreisverkehr für die Fahrradfahrerin eine gefährliche Verkehrssituation geschaffen habe und aus diesem Grund sei er nach dem Verlassen des Kreisverkehrs kurz vom Gas gegangen, danach aber trotzdem weitergefahren (angefochtenes Urteil S. 24). Insbesondere als erfahrener Automobilist, der für sich in Anspruch nehme, auf Fahrradfahrer generell viel Rücksicht zu nehmen, habe ihm bewusst sein müssen, dass er damit für die Fahrradfahrerin eine äusserst prekäre und gefährliche Situation geschaffen habe und das Risiko eingegangen sei, diese zu touchieren und damit einen Sturz zu verursachen. Bei der Polizei habe er die ihm vorgehaltene Situation denn auch als "gefährlich" bezeichnet. Die Entscheidung, das Überholmanöver trotz dieser Ausgangslage durchzuführen, könne nicht anders gedeutet werden, als dass er die Gefährdung der Fahrradfahrerin mindestens in Kauf genommen habe. Er habe eventualvorsätzlich gehandelt, da er die ernsthafte Gefährdung erkannt, in Kauf genommen und damit rücksichtslos im Sinne des Tatbestandes gehandelt habe (angefochtenes Urteil S. 29).