Citation: 4A_605/2019 E. 3.1

3.1. Das Gutachten D.________/E.________ stützt sich auf die Studie Mattle, die auf der Einteilung von 57 untersuchten Patienten nach intravenöser Thrombolyse gemäss der mRS-Skala beruht: mRS-Wert Zustand: Personen In % (rund) 0 keinerlei Symptome 3 Monate nach der Hirnschädigung resp. nach der Behandlung; 3 5 % 1 keine relevante Beeinträchtigung ; 7 13 % 2 leichte Beeinträchtigung, kann sich ohne Hilfe selber versorgen ist aber im Alltag eingeschränkt; 3 5 % 3 mittelschwere Beeinträchtigung: benötigt im Alltag Hilfe, kann aber ohne Hilfe gehen; 12 21 % 4 höhergradige Beeinträchtigung: benötigt Hilfe bei der Körperpflege, kann nicht ohne Hilfe gehen; 19 33 % 5 Schwere Behinderung: Bettlägrigkeit, Inkontinenz, benötigt ständig pflegerische Hilfe, kaum Kommunikationsmöglichkeiten; 0 0 % 6 Tod infolge Hirnschlags. 13 23 % Total: 57 100 % mRS-Wert Zustand: Personen In % (rund) 0 keinerlei Symptome 3 Monate nach der Hirnschädigung resp. nach der Behandlung; 3 5 % 1 keine relevante Beeinträchtigung ; 7 13 % 2 leichte Beeinträchtigung, kann sich ohne Hilfe selber versorgen ist aber im Alltag eingeschränkt; 3 5 % 3 mittelschwere Beeinträchtigung: benötigt im Alltag Hilfe, kann aber ohne Hilfe gehen; 12 21 % 4 höhergradige Beeinträchtigung: benötigt Hilfe bei der Körperpflege, kann nicht ohne Hilfe gehen; 19 33 % 5 Schwere Behinderung: Bettlägrigkeit, Inkontinenz, benötigt ständig pflegerische Hilfe, kaum Kommunikationsmöglichkeiten; 0 0 % 6 Tod infolge Hirnschlags. 13 23 % Total: 57 100 % Gestützt auf diese Studie gingen die Gutachter von einer Wahrscheinlichkeit von 18 % aus, dass beim Beschwerdegegner bei rechtzeitiger Behandlung mit einer besseren Prognose zu rechnen gewesen wäre. Dabei wandten sie eine binäre Betrachtungsweise an, bei der sie die Ergebnisse der Studie in ein gutes (mRS-Werte 0 bis 2) und ein schlechtes (mRS-Werte 3 bis 6) Resultat einteilten, wobei sie den Zustand des Beschwerdegegners als schlechtes Resultat einstuften. Vom Wert von 23 % zogen sie gestützt auf die Proact II-Studie 5 % ab, die Wahrscheinlichkeit, dass ein Patient auch ohne Thrombolyse nach drei Monaten ein unabhängiges Leben führen kann. Bei der Beantwortung der Ergänzungsfragen vor dem Regionalgericht hielten die Gutachter an der binären Betrachtungsweise fest und bestätigten, dass für den Beschwerdegegner eine Wahrscheinlichkeit von 18 % bestanden habe, bei einer Behandlung mit Thrombolyse ein gutes Resultat (mRS-Werte 0 bis 2) zu erzielen. Seinen Zustand schätzten sie zunächst auf einen mRS-Wert 4, korrigierten dies jedoch im Anschluss und gaben einen mRS-Wert 5 an.