Citation: I 538/03 12.03.2004 E. 2

2.1 Streitig und zu prüfen ist der Invaliditätsgrad. Das kantonale Gericht hat erwogen, dass der Versicherte seit 1. Mai 1999 aus somatischen Gründen in einer angepassten Tätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit von 33 % bis 50 % aufweise. Zudem sei von einer 25%igen Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen in einer leidensangepassten Tätigkeit auszugehen, mithin von einer Gesamtarbeitsunfähigkeit von 58 %. Dr. med. S.________, FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, habe in seiner im Auftrag der MEDAS durchgeführten Untersuchung vom 11. Februar 2000 zwar keine schwerwiegende psychische Erkrankung feststellen können. Vielmehr habe er eine psychische Überlagerung der körperlichen Beschwerden bei Status nach Unfall diagnostiziert und dabei eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von rund 25 % attestiert, aber auch festgestellt, spätestens nach Ablauf von sechs Monaten, wenn der Explorand aus somatischen Gründen wieder einen stabilen Zustand erreicht habe, gelte er wegen der psychischen Gesundheitssituation wieder als voll arbeitsfähig. In ihrem MEDAS-Teilgutachten vom 22. März 2000 habe Dr. med. E.________ sodann zu Unrecht dem Umstand Rechnung getragen, dass derjenige Zustand, wie er sich nach dem Verlauf des krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall eingestellt hätte, rund zwei Jahre danach erreicht worden wäre. Eine Verminderung der Wirbelsäulenbeschwerden lasse sich aus dem orthopädischen Teilgutachten allerdings nicht ableiten, sondern lediglich, dass der Versicherte zwei Jahre nach dem Unfallereignis zufolge Fortschreitens des krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall unter den gleichen Beschwerden gelitten hätte, weshalb auch die psychischen Leiden fortbestehen würden. In erwerblicher/ wirtschaftlicher Hinsicht wurde ein massgebliches Valideneinkommen von Fr. 61'037.70 einem Invalideneinkommen von Fr. 19'164.10 gegenübergestellt. Dabei gelangte die Vorinstanz zu einem Invaliditätsgrad von 68,6 % ab 1. Mai 1999 und bejahte den Anspruch auf eine ganze Invalidenrente. 2.2 Demgegenüber macht die Beschwerdeführerin geltend, zusätzlich zu einer somatisch bedingten Restarbeitsfähigkeit von 50 % in einer angepassten Tätigkeit habe keine dauernde Einschränkung aus psychischen Gründen objektiviert werden können. Auch ein halbes Jahr nach Erlass des MEDAS-Gutachtens seien anlässlich eines zweiwöchigen Aufenthaltes in der Klinik Z.________ im September 2000 keine psychischen Leiden mit dauerndem Krankheitswert festgestellt worden, und zwar, weder solche, die mit dem Unfallereignis im Zusammenhang stehen könnten, noch allfällige andere. Die diagnostizierten Anpassungsstörungen seien nicht dauernden Charakters und die erhobenen Befunde fänden allein in der psychosozialen Situation ihre Erklärung. Offen bleiben könne, ob die von der Vorinstanz berechneten Vergleichseinkommen richtig seien, da sich auch diesfalls ein Invaliditätsgrad von unter 66 2/3 % ergebe.