Citation: 8C_350/2018 E. 4.1

4.1. Am 16. und 17. Oktober 2012 wurde der Beschwerdeführer im Auftrag der Suva durch die MEDAS polydisziplinär (Allgemeine Innere Medizin, Rheumatologie, Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie) untersucht. Gemäss zusammenfassender Beurteilung litt der Versicherte seit dem Autounfall vom 21. Juli 2010 hauptsächlich unter anhaltenden Nacken- und Kopfschmerzen sowie unter einer deutlich erhöhten Ermüdbarkeit. Anlässlich der polydisziplinären Abklärung hätten die Gutachter eine wesentliche psychische Verursachung des Beschwerdebildes nicht bestätigen können. Die früher diagnostizierte Depression sei remittiert gewesen. Psychiatrisch habe lediglich eine die Arbeitsfähigkeit nicht beeinträchtigende chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren diagnostiziert werden können. Relevante Einschränkungen hätten sich hingegen von Seiten der Halswirbelsäule (HWS) ergeben. Rheumatologisch hätten ein myofaszialer Reizzustand im Nackenbereich und eine erheblich eingeschränkte Kopfbeweglichkeit festgestellt werden könne. Die diesen Befunden zu Grunde liegenden strukturellen Veränderungen seien aber nicht klar gewesen. In der letzten CT der HWS vom 1. Dezember 2010 hätten sich unter anderem ein noch immer abgrenzbarer Frakturspalt im Bereich des Dens, eine kranial überstehende Dens-Schraube mit Kontakt zum Clivus und eine konsolidierte Atlasfraktur mit Kontakt des vorderen Atlasbogens zum Körper des Axis darstellen lassen. Alle späteren Aufnahmen, ausschliesslich konventionell radiologisch, seien bezüglich dieser Veränderungen nicht schlüssig beurteilbar gewesen. Aufgrund der beschriebenen CT-Befunde würden sich diverse Fragen stellen, z.B. nach einer Non-union der Densfraktur, einer möglichen Irritation im Bereich des Clivus infolge der überstehenden Dens-Schraube, einer Instabilität C1/C2 sowie einer sekundären atlanto-axialen Arthrose rechts. Diese Probleme müssten wirbelsäulenorthopädisch geklärt werden. Aus rheumatologischer Sicht könnten dem Versicherten zurzeit keine körperlich schweren oder häufig mittelschweren Tätigkeiten zugemutet werden, auch keine Arbeitspositionen mit Zwangshaltung sitzend oder stehend, keine Arbeiten auf Höhe der Schulterhorizontalen oder darüber sowie keine Arbeiten mit deutlich inklinierter HWS oder mit wiederholten resp. maximalen Rotationen des Kopfes. Angepasste, körperlich leichte und wechselbelastende Verweistätigkeiten, bei welchen die erwähnten Einschränkungen berücksichtigt würden, seien dem Versicherten während maximal sechs Stunden täglich zumutbar, mit einer geschätzten Leistungseinbusse von 25 %, was zusammengefasst einer 50%igen Arbeitsfähigkeit entspreche. Die deutlich eingeschränkte Belastbarkeit der HWS lasse auch bei einer den Unfallfolgen angepassten Erwerbstätigkeit eine Beschäftigung ganztags mit voller Leistungsfähigkeit nicht zu. Rein neurologisch hätten sich sodann keine pathologischen Befunde gefunden. Auf die Frage, ob von einer weiteren medizinischen Behandlung noch eine wesentliche Besserung der Unfallfolgen zu erwarten sei, antworteten die Gutachter, es empfehle sich bezüglich des weiteren therapeutischen Prozederes eine wirbelsäulenorthopädische Abklärung in einem entsprechenden Zentrum. Der Endzustand könne noch nicht festgelegt werden, weshalb zurzeit keine Angaben zur Integritätseinbusse gemacht werden könnten. Im Hinblick auf eine namhafte Besserung der psychischen Störung sei eine weitere Psychotherapie zumindest sinnvoll und einen Versuch wert. Ob dadurch die Arbeitsfähigkeit relevant verbessert werde, lasse sich im Moment nicht sagen, vor allem auch deshalb nicht, weil die Arbeitsfähigkeit aus rein psychiatrischer Sicht zurzeit nicht eingeschränkt sei. Im rheumatologischen Teilgutachten wies der Experte im Übrigen auf den hohen Schmerzmittelkonsum hin. Die Maximaldosis von 400 mg der Wirksubstanz Tramadol werde mit 600 mg deutlich überschritten. Relevante Opioid-Nebenwirkungen wie auch eine Opioid-Abhängigkeit seien "hochwahrscheinlich". Allein dieser Umstand dürfte sich ebenfalls negativ auf die Arbeitsfähigkeit auswirken im Sinne einer erhöhten Ermüdbarkeit und einer Konzentrationsschwäche.