Citation: 4A_42/2021 E. 4.3.2

4.3.2. Das Obergericht (welches das Bestehen einer Aufklärungspflicht einzig unter dem Aspekt von Art. 28 OR untersuchte) kam hingegen zum Ergebnis, dass der beweisbelasteten Beschwerdeführerin der Nachweis einer "grosse[n] Wertdifferenz" und damit eines "schweren Mangels" nicht gelungen sei. Es verwarf zunächst die Argumentation der Erstinstanz. Die von dieser herangezogenen Schätzpreise taugten zum Vergleich nicht, da es sich erstens um nicht aussagekräftige Mittelwerte handle und zweitens zumindest in einem Fall unklar sei, ob sich der Schätzpreis auf eine von Yves Klein oder posthum gesockelte Skulptur bezogen habe. Sodann ging das Obergericht auf die (weiteren) von der Beschwerdeführerin genannten Beispiele vergangener Versteigerungen anderer Schwammskulpturen ein und sprach diesen die Vergleichbarkeit ab. Es fehle - so hielt die Vorinstanz zusammenfassend fest - an einer zuverlässigen Grundlage, um einen grossen Wertunterschied zwischen Schwammskulpturen mit von Yves Klein vorgenommener und mit posthumer Sockelung festzustellen. Die Beschwerdegegnerin sei folglich nicht aufklärungspflichtig gewesen und die Beschwerdeführerin könne sich nicht auf die Unverbindlichkeit des Kaufvertrags berufen.