Citation: 6B_238/2013 E. 10.1

10.1. Der zur Erfüllung des subjektiven Tatbestands von Art. 260ter Ziff. 1 Abs. 2 StGB erforderliche (Eventual-) Vorsatz muss sich auf denjenigen Sachverhalt beziehen, welcher den objektiven Tatbestand erfüllt. Der Vorsatz der Beschuldigten muss sich mithin gemäss den zutreffenden Erwägungen im angefochtenen Urteil (S. 335) darauf beziehen, dass die kriminellen Organisationen die Zwangsabgabe erhoben. Der Vorsatz setzt somit voraus, dass die Beschuldigten wussten und wollten respektive in Kauf nahmen, dass die kriminellen Organisationen eine Zwangsabgabe kassierten. Eine ungefähre Vorstellung der Beschuldigten, dass die kriminellen Organisationen in irgendeiner Weise in das Zigarettengeschäft involviert waren und davon finanziell profitierten, reicht nach der zutreffenden Auffassung der Vorinstanz zur Bejahung des subjektiven Tatbestands nicht aus. Der Vorsatz ist entgegen den Ausführungen in der Beschwerde (S. 51 Ziff. 2.2.10.1) nicht schon gegeben, wenn die Beschuldigten wussten oder wissen mussten, dass ihre Geschäftspartner Mitglieder krimineller Organisationen waren. Denn die Beschuldigten erfüllten den objektiven Tatbestand der Unterstützung einer kriminellen Organisation nicht schon dadurch, dass sie Geschäfte mit Mitgliedern krimineller Organisationen tätigten, sondern dadurch, dass sie durch diese Geschäfte zur finanziellen Stärkung der kriminellen Organisationen beitrugen, die in der Erhebung der Zwangsabgabe ("pizzo") bestand.