Citation: 1P.574/2006 08.02.2007 E. A

Am 16. Juli 1997 erhob die Staatsanwaltschaft des Kantons Zürich Anklage gegen X.________ wegen versuchter vorsätzlicher Tötung und sexueller Handlungen mit einem Kind; dies gestützt auf folgenden Sachverhalt: Am Samstag, 18. Mai 1996, nachmittags, habe sich X.________ ab ca. 15.45 Uhr in seiner im 8. Stock gelegenen Wohnung aufgehalten. Gegen 20.00 Uhr habe er seine Wohnung verlassen und sei mit dem Lift direkt zum Kellergeschoss gefahren. Um ca. dieselbe Zeit habe sich Y.________ (geb. 1989; im Folgenden: Geschädigte), welche mit ihrer Mutter und den beiden Geschwistern auf dem Spielplatz vor dem Haus geweilt habe, in die im 4. Stock desselben Hauses gelegene Wohnung auf die Toilette begeben. In der Folge sei sie wieder mit dem Lift bis zum Ausgang gefahren, um durch die Haustüre auf den Spielplatz zu gelangen. Als sich die Geschädigte mit Rollschuhen an den Füssen vom Lift zur Haustüre begeben habe, sei X.________ von der Kellertüre her, die er in der Zwischenzeit geöffnet habe, die Treppe hinaufgekommen, habe von hinten plötzlich die überraschte und nichts ahnende Geschädigte an ihrem Pullover gepackt, habe sie die Treppe hinuntergezogen und sie durch die von ihm geöffnete Kellertüre in die Kellerräumlichkeiten geschleppt. Er habe das schreiende und weinende Mädchen durch den rechten Kellergang und an dessen Ende nach rechts in den Vorraum seines Kellerabteils gezogen und geschleppt; dies in der Absicht, die Geschädigte sexuell zu missbrauchen. Da diese weiterhin geschrien ("brüelet") habe, habe sie X.________ - ohne ein Wort zu sagen - mit einer, eventuell mit beiden Händen um dem Hals gefasst und sie unter erheblicher Kompression des Halsgebietes gewürgt in der Absicht, sie am Schreien zu hindern und gefügig zu machen. Er habe ihr die Hand auf den Mund gedrückt, so dass sie kaum noch habe atmen können, habe ihr ins Gesicht und auf den Rücken geschlagen und ihr ihre grüne, kurze Hose und die Unterhose bis zu den Knien hinuntergezogen. In diesem Moment habe eine Hausbewohnerin die Kelleräumlichkeiten betreten, um in der Waschküche die Wäsche zu machen. Dies habe X.________ gehört, der erschrocken sei und sogleich von der Geschädigten abgelassen habe. Er sei in den Kellergang getreten und habe der Hausbewohnerin, die in der Zwischenzeit von der Kellertüre herkommend ebenfalls den Quergang ereicht habe und dort stehen geblieben sei, da sie eine leise weinende, wimmernde Kinderstimme gehört habe, wahrheitswidrig gesagt, das Mädchen sei wohl umgefallen. Darauf habe X.________ den Keller verlassen, sei mit dem Lift in den 8. Stock gefahren und habe sich in seine Wohnung begeben. Dort habe er sich sogleich umgezogen. Die Geschädigte und darauf auch die Hausbewohnerin hätten den Keller verlassen. Die Geschädigte habe sich sogleich vor das Haus zu ihrer Mutter begeben und ihr berichtet, was vorgefallen sei. Die Geschädigte habe durch die Strangulation und die Schläge verschiedene Verletzungen erlitten. Der heftige Angriff von X.________ auf den Hals der Geschädigten und dessen zeitliche Dauer hätten zu einer massiven, lebensbedrohlichen Störung der Blutzirkulation im Kopfbereich geführt. X.________ sei sich bewusst gewesen, dass er mit seinem heftigen Würgegriff (Strangulation) und dem Zuhalten des Mundes die Geschädigte in höchste Lebensgefahr gebracht habe. Dabei habe er den Tod des Mädchens in Kauf genommen.