Citation: 5A_174/2015 E. 5.2

5.2. Mit der Marginalie "Art der Teilung" regelt Art. 651 ZGB die Aufhebung von Miteigentum allgemein (Abs. 1) und im gerichtlichen Verfahren (Abs. 2) sowie die Ausgleichszahlung im Falle körperlicher Teilung (Abs. 3). Wenn sich die Miteigentümer über die Art der Aufhebung nicht einigen können, so wird nach Anordnung des Gerichts die Sache körperlich geteilt oder versteigert, sei es öffentlich oder - wie hier - unter den Miteigentümern (Art. 651 Abs. 2 ZGB). Die Aufhebung betrifft die gemeinschaftliche Sache, d.h. es geht um die Teilung der "ganzen Sache" (Art. 651 Abs. 1 ZGB). Versteigert wird somit die Sache selber und nicht ein Miteigentumsanteil. Rechtlich erwirbt der Ersteigerer das Alleineigentum an der ganzen Sache und nicht an den einzelnen Miteigentumsanteilen, die alsdann aufgrund seiner Erklärung oder sonstwie noch zu Alleineigentum bzw. einer "ganzen Sache" vereinigt werden müssten. Dass Gegenstand der Veräusserung im Sinne von Art. 650/651 ZGB die Sache und nicht ein Anteil ist, betonen Rechtsprechung und Lehre im Zusammenhang mit dem gesetzlichen Vorkaufsrecht der Miteigentümer (BGE 80 II 369 E. 3 S. 372 ff.; SUTTER-SOMM, Eigentum und Besitz, SPR V/1, 2. Aufl. 2014, S. 117 Rz. 249; BRUNNER/WICHTERMANN, Basler Kommentar, 2011, N. 7 zu Art. 650 ZGB), gilt aber auch für die vorliegende Frage. Der Beklagte selber beantragt, die Grundstücke, an denen Miteigentum besteht, zu versteigern (Ziff. 4a der Begehren), und räumt andernorts auch ein, dass eine Versteigerung des Miteigentums auf das Ganze geht (S. 22 Ziff. 2.3b/aa der Beschwerdeschrift).