Citation: 6B_1026/2024 E. 5.1

5.1. Die gegen die Erwägungen der Vorinstanz vorgebrachte Kritik verfängt nicht. Der Beschwerdeführer verzichtete anlässlich der Hauptverhandlung auf eine mündliche Urteilsverkündung und wünschte die schriftliche Zustellung des Dispositivs. Nachdem ihm das Urteilsdispositiv schriftlich zugestellt wurde, meldete er am 3. Juli 2024 persönlich Berufung an. Mit seiner Berufungsanmeldung hat er das Rechtsmittelverfahren willentlich und wissentlich in Gang gesetzt. Damit hat er aktiv ein Prozessrechtsverhältnis begründet, und er musste folglich zwingend mit weiteren gerichtlichen Zustellungen, insbesondere auch mit der Zustellung des begründeten Urteils, rechnen. Entsprechend hätte er nach Treu und Glauben dafür Sorge tragen müssen, dass ihm (oder allenfalls einem Stellvertreter) gerichtliche Post während des hängigen Verfahrens zugestellt werden kann. Dass er sich "bis Mitte Oktober 2024" zur Abholung bereitgehalten haben will, indes "nach so langer Zeit" nicht mehr damit gerechnet habe, dass "ein Schreiben überhaupt noch" eintreffe, ist nicht entscheiderheblich; dies umso mehr, als die Zeitspanne zwischen Berufungsanmeldung und Zustellung des begründeten Urteils in einem Zeitrahmen liegt, während dem die Zustellfiktion nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung aufrechterhalten werden darf, ohne dass verfahrensbezogene Handlungen erfolgen.