Citation: 2C_542/2016 E. 3.2

3.2. Das Gebot von Treu und Glauben kennt mehrere Ausprägungen: Im vorliegenden Fall stehen der Grundsatz des Vertrauensschutzes einerseits und das Verbot widersprüchlichen Verhaltens andererseits im Vordergrund (zu den Ausprägungen TSCHANNEN/ZIMMERLI/MÜLLER, Allgemeines Verwaltungsrecht, 4. Aufl. 2014, § 22 Rz. 2; DUBEY/ ZUFFEREY, Droit administratif général, 2014, S. 258 ff.). Die Vorinstanz behandelt die Angelegenheit eher unter dem Grundsatz des Vertrauensschutzes und kommt zum Schluss, dass eine Vertrauensgrundlage fehle. Der Beschwerdeführer moniert dagegen eher eine Verletzung des Verbots widersprüchlichen Verhaltens (zur engen Beziehung zwischen dem Vertrauensschutz des Bürgers und dem an die Behörden gerichteten Verbot, sich widersprüchlich zu verhalten, THOMAS GÄCHTER, Rechtsmissbrauch im öffentlichen Recht, 2005, S. 187). Das Verbot widersprüchlichen Verhaltens untersagt folgewidriges und schwankendes Handeln. Behörden dürfen von einem Standpunkt, den sie in einer bestimmten Angelegenheit einmal eingenommen haben, nicht ohne sachlichen Grund abweichen (dazu TSCHANNEN/ZIMMERLI/MÜLLER, a.a.O., § 22 Rz. 21). Die Abgrenzung zwischen den beiden Ausprägungen ist allerdings umstritten. In jedem Fall sind die Voraussetzungen gleich: Voraussetzung für eine Berufung auf Vertrauensschutz ist danach, dass die betroffene Person sich berechtigterweise auf die Vertrauensgrundlage verlassen durfte und gestützt darauf nachteilige Dispositionen getroffen hat, die sie nicht mehr rückgängig machen kann. Die Berufung auf Treu und Glauben scheitert sodann, wenn ihr überwiegende öffentliche Interessen entgegenstehen (dazu BGE 137 I 69 E. 2.5.1 S. 72 f.).