Citation: 2C_113/2023 E. 5.6

5.6. Im Rahmen der Interessenabwägung fallen die Höhe und Dauer des Sozialhilfebezugs ins Gewicht. Der Beschwerdeführer bezog während sechs Jahren von 2003 bis 2009 sowie seit 2011 bis heute andauernd wirtschaftliche Sozialhilfe. Der Gesamtbetrag belief sich bis zum Entscheid über die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung im Jahr 2019 auf etwa Fr. 490'000.--. Da der Beschwerdeführer nach wie vor keiner existenzsichernden Erwerbstätigkeit nachgeht, dürfte sich der Betrag in Übereinstimmung mit der vorinstanzlichen Einschätzung weiter erhöht haben. Die bezogenen Unterstützungsleistungen erweisen sich damit als erheblich. Es wäre dem Beschwerdeführer jedoch möglich gewesen, trotz seiner gesundheitlichen Probleme einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. Er ist unbestrittenermassen in einer leichten, angepassten Tätigkeit zu 50 Prozent erwerbstätig. Auch die Kinderbetreuung stand einer Erwerbstätigkeit nicht entgegen. Dennoch arbeitet er seit 2016 nur mit einem Kleinstpensum von 4 Stunden pro Woche in der reformierten Kirchgemeinde, womit er seinen Lebensbedarf nicht annähernd decken kann. Dies, obschon er 2017 auf die ausländerrechtlichen Konsequenzen des Sozialhilfebezugs aufmerksam gemacht wurde. Inwiefern eine nicht diagnostizierte psychische Erkrankung, die er unbestrittenermassen auch nicht hat therapieren lassen, gesundheitliche Probleme im Jahr 2002 und 2003 oder die definitive Trennung von der Ehefrau im 2012 den andauernden Sozialhilfebezug rechtfertigen sollen, wie er geltend macht, ist nicht ersichtlich. Mit der Vorinstanz ist vielmehr davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer ohne spezifische Gründe und damit selbstverschuldet dauerhaft und in erheblichem Mass sozialhilfeabhängig geworden ist, wobei keine konkreten Anzeichen auszumachen sind, welche nahelegen würden, dass sich die Situation kurz- oder mittelfristig ändern könnte. Die Vorinstanz durfte folglich ohne Verletzung von Bundes- oder Konventionsrecht davon ausgehen, es bestehe mit der ihm vorwerfbaren Sozialhilfeabhängigkeit und im Hinblick auf die öffentlichen Finanzen ein erhebliches - auch vom EGMR anerkanntes - öffentliches Interesse daran, dass der Beschwerdeführer das Land verlässt (BGE 139 I 330 E. 3.2; Urteil des EGMR Hasanbasic gegen Schweiz vom 11. Juni 2013 [Nr. 52166/09] § 59; Urteil 2C_260/2022 vom 23. August 2022 E. 5.2.6 mit Hinweisen). Die aufenthaltsbeendende Massnahme dient dazu, weiteren Belastungen der Sozialhilfe vorzubeugen, nachdem der Beschwerdeführer sich - trotz der ihm gebotenen Chancen - nicht veranlasst sah, sich zeitgerecht um eine angemessene Erwerbstätigkeit und eine Ablösung von der Sozialhilfeabhängigkeit zu bemühen.