Citation: 1C_569/2019 E. 5.2.2

5.2.2. Die Vorinstanz hat im angefochtenen Urteil erwogen, der Lauf der Frist von drei Jahren gemäss § 322 Abs. 1 PBG/ZH habe zwar grundsätzlich erst mit der rechtskräftigen Bewilligung der in der Baubewilligung vom 5. März 1991 geforderten, von der Bauherrschaft noch einzureichenden Abänderungspläne ausgelöst werden können. Angesichts der Zielsetzung von § 322 PBG/ZH - nämlich dem Verhindern von Baubewilligungen auf Vorrat - sei es jedoch nicht mit dieser Bestimmung vereinbar, es ins Belieben der Bauherrschaft zu stellen, den Eintritt des Fristenlaufs dadurch jahrelang hinauszuschieben, dass sie die Erfüllung von nebenbestimmungsweise statuierten Pflichten unterlässt, über die mittels baurechtlicher Bewilligung zu entscheiden ist. Es sei zu verlangen, dass von der Bauherrschaft das Zumutbare unternommen werde, um ein Ausführungshindernis zu beseitigen. Andernfalls verwirke eine Baubewilligung mit der nebenbestimmungsweise statuierten Pflicht, der Baubehörde Abänderungspläne einzureichen. In diesem Zusammenhang hat die Vorinstanz zunächst auf den unangefochten gebliebenen Beschluss des Stadtrats vom 11. Juli 2000 sowie auf ihre ebenfalls in Rechtskraft erwachsene Abschreibungsverfügung vom 9. November 2000 hingewiesen (vgl. Sachverhalt Lit. C). Entscheidend für den vorliegenden Fall sei, ob bzw. wann die Bauherrschaft in der Folge erneut um die Beurteilung von Änderungsplänen im Sinne der Baubewilligung vom 5. März 1991 ersucht habe und ob sie mit ihrem Handeln das ihr Zumutbare unternommen habe. Die Vorinstanz setzte sich im angefochtenen Urteil ausführlich damit auseinander, was die Bauherrschaft in dieser Sache in der Folge unternommen hat. Zusammengefasst führte sie aus, das Zusenden von zwei Plänen durch ein Ingenieurbüro im Frühjahr 2001 und die Korrespondenz von der Bauherrschaft an die Gemeinde seien nicht als Gesuch der Bauherrschaft um Beurteilung von Änderungsplänen zu qualifizieren. Die Bauherrschaft habe den Stadtrat vielmehr erst am 2. Juni 2009 ausdrücklich aufgefordert, Abänderungspläne zu beurteilen. Zuvor habe die Bauherrschaft es über acht Jahre lang unterlassen, ein korrektes und vollständiges Abänderungsgesuch einzureichen oder zumindest um die Prüfung der im Frühjahr 2001 zugesandten Pläne zu ersuchen. Damit sei die Baubewilligung vom 5. März 1991 nach § 322 PBG/ZH verwirkt.