Citation: I 428/04 07.06.2006 E. 4

Der Beschwerdeführer beanstandet, die Vorinstanz habe ihm das rechtliche Gehör verweigert, indem er zum Stellenvermittlungsbericht der IV-Stelle vom 16. April 2004 nicht habe Stellung nehmen können. Es ist zu prüfen, ob tatsächlich eine Verweigerung des rechtlichen Gehörs vorliegt und bejahendenfalls, ob allenfalls eine Heilung der Gehörsverletzung im vorliegenden Verfahren anzunehmen ist. 4.1 Gemäss Art. 29 Abs. 2 BV haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör. Das rechtliche Gehör dient einerseits der Sachaufklärung, andererseits stellt es ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass eines Entscheids dar, welcher in die Rechtsstellung einer Person eingreift. Dazu gehört insbesondere deren Recht, sich vor Erlass des in ihre Rechtsstellung eingreifenden Entscheids zur Sache zu äussern, erhebliche Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen Beweisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung wesentlicher Beweise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen (BGE 129 II 504 Erw. 2.2, 127 I 56 Erw. 2b, 127 III 578 Erw. 2c, 126 V 131 Erw. 2b; zu Art. 4 Abs. 1 aBV ergangene, weiterhin geltende Rechtsprechung: BGE 126 I 16 Erw. 2a/aa, 124 V 181 Erw. 1a, 375 Erw. 3b, je mit Hinweisen). 4.2 In casu geht es um die Frage der Ausrichtung einer Invalidenrente. Erkenntnisse bezüglich Ausrichtung resp. Verweigerung einer Rente sind dem vom Beschwerdeführer angeführten Stellenvermittlungsbericht vom 16. April 2004 nicht zu entnehmen. Dieser wurde vielmehr im Hinblick darauf erstellt, in welcher Art dem Beschwerdeführer Leistungen der Invalidenversicherung in Form von Arbeitsvermittlung (Art. 18 IVG) gewährt werden können. Bereits mit separater (und unangefochten gebliebener) Verfügung vom 29. August 2003 war ihm Beratung und Unterstützung bei der Stellensuche gewährt worden. Der Bericht vom 16. April 2004 war im Rahmen jenes Verfahrens ausgefertigt worden. Die Beschwerdegegnerin wie auch die Vorinstanz haben sich im Renten-Verfahren gar nicht auf diesen Bericht berufen. Überdies vermerkte die Vorinstanz in Erwägung 6 zutreffend, dass der Stellenvermittlungsbericht auch in wesentlichen Teilen identisch ist mit dem Zwischenbericht der IV-Stelle vom 30. September 2003. Im Übrigen hätte der Beschwerdeführer auch die Möglichkeit gehabt, in seiner vorinstanzlichen Eingabe vom 10. Juni 2004 materielle Ausführungen vorzubringen, wenn er tatsächlich der Meinung gewesen wäre, der Stellenvermittlungsbericht enthalte für das Renten-Verfahren neue wesentliche Erkenntnisse. Dies unterblieb jedoch. Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs kann somit nicht angenommen werden. Selbst wenn eine solche gegeben wäre, ist darauf hinzuweisen, dass eine nicht besonders schwerwiegende Verletzung des rechtlichen Gehörs ausnahmsweise als geheilt gelten kann, wenn die betroffene Person die Möglichkeit erhält, sich vor einer Beschwerdeinstanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt wie auch die Rechtsfragen frei überprüfen kann (BGE 127 V 437 Erw. 3d/aa mit Hinweisen). Dies trifft vorliegend zu.