Citation: 4A_462/2024 E. 4.2.5

4.2.5. Schliesslich schulde die Beschwerdeführerin auf der Forderung Zins ab 1. April 2020. Dessen Höhe hätten die Parteien vertraglich geregelt, was zulässig sei. Die einschlägige Klausel lautet: "Where you are in default by virtue of late payment [...] you will have to pay interest, [...], at a rate equal to three per cent above the prevailing base rate in the relevant currency." Die Vorinstanz erwog, die Beschwerdegegnerin verstehe unter der "prevailing base rate in the relevant currency" den im Zeitpunkt der Fälligkeit ("due date") geltenden USD-3-Mt.-Libor-Zinssatz. Demgegenüber wolle die Beschwerdeführerin die tägliche oder zumindest dreimonatliche Änderung während des ganzen Zeitraums des Zinsenlaufs berücksichtigen. Dieses Vertragsverständnis liesse sich zwar ebenfalls mit dem Vertragswortlaut vereinbaren, würde aber für beide Parteien eine Unsicherheit hinsichtlich der Zinshöhe und erhebliche Probleme bei der Vollstreckung verursachen. Es bestehe kein Grund zur Annahme, dass vernünftige Parteien eine solche Regelung hätten vereinbaren wollen. Der beschwerdegegnerischen Auslegung sei deshalb der Vorzug zu geben. Die Zinshöhe am 31. März 2020 sei belegt, weshalb die Beschwerdeführerin ab dem 1. April 2020 4.45 % Verzugszins schulde.