Citation: 1C_332/2019 E. 4.3.4

4.3.4. Weiter bemängeln die Beschwerdeführer mit Blick auf die Stellungnahmen des Amts für Denkmalpflege, dass dieses in Verletzung des Vorsorgeprinzips erst im Nachhinein zu klären beabsichtigt, ob das Bauprojekt auf den geschützten Dorfkern übermässig einwirke. Zudem habe die Gemeinde keine Ergebnisbewertung vorgenommen und sei weder belegt noch nachgewiesen, dass die Verglasungen im ersten Obergeschoss und im Attikageschoss durch mindestens 20% opake Flächen unterbrochen seien. Gemäss Stellungnahme des Amts für Denkmalpflege vom 1. Dezember 2017 bezweckten die verschiebbaren Elemente sowohl eine Reduktion der sichtbaren Glasflächen als auch eine Verringerung der Lichtemissionen. Da diesen Aspekten erst in jüngster Zeit vermehrt Beachtung geschenkt werde, empfahl es, nach der Umsetzung der Massnahmen für die zukünftige Bewilligungspraxis der Gemeinde eine abschliessende Ergebnisbewertung vorzunehmen. Dabei handelt es sich um eine zukunftsgerichtete Empfehlung an die Gemeinde; bezüglich des zu beurteilenden Bauprojekts hatte das Amt aus denkmalpflegerischer Sicht keine Vorbehalte mehr anzubringen, was es im Schreiben an das DBU vom 16. April 2018 nochmals bestätigte. Dass die Eingliederung des Bauprojekts erst im Nachhinein geprüft werden soll, lässt sich aus dieser Empfehlung, entgegen der Auffassung der Beschwerdeführer, sodann nicht ableiten, zumal das Amt für Denkmalpflege hinsichtlich des ersten Bauprojekts Vorbehalte angebracht hatte und dieses vom Gemeinderat in der Folge nicht bewilligt wurde. Zudem kam auch das BAK in seiner Vernehmlassung an das Bundesgericht zum Schluss, dass beim geplanten Projekt eine eingehende Auseinandersetzung mit den Interessen des Ortsbildschutzes stattgefunden habe. Was die Beschwerdeführer aus ihrem Vorbringen, es sei keine Ergebnisbewertung erfolgt, zu ihren Gunsten ableiten wollen, ist vor diesem Hintergrund nicht ersichtlich. Jedenfalls vermögen sie auch damit keine willkürliche Anwendung von § 10 NHG/TG darzutun. Dies gilt auch in Bezug auf ihr Vorbringen, es sei weder belegt noch nachgewiesen, dass die Verglasung effektiv durch mindestens 20% opake Flächen unterbrochen sei. Das Amt für Denkmalpflege bezog sich dabei auf eine vergleichbare Situation im ISOS-Gebiet am Untersee, ohne jedoch eine Bedingung oder Auflage für das vorliegende Bauprojekt zu formulieren. Schliesslich ist es sodann der Gemeinderat, der - auch unter Berücksichtigung der Eingliederung - über die Erteilung einer Baubewilligung entscheidet.