Citation: 6P.124/2002 06.10.2003 E. 3

Das Obergericht stützt sich unter anderem auf einen Informanten der Polizei, der teilweise allerdings nicht selber Erlebtes wiedergab, sondern erzählte, was er von einer Drittperson gehört hatte. Die Beschwerdeführerin bemängelt, dass nicht auch die Drittperson einvernommen wurde, zumal die Aussagen des Informanten teilweise offensichtlich unrichtig seien (vgl. Beschwerde S. 16/17). Es mag zutreffen, dass eine Einvernahme der Drittperson vor deren Ausschaffung aus der Schweiz wünschenswert gewesen wäre, zumal der Informant auf die Drittperson verwies, die "bestimmt mehr dazu sagen könne" (angefochtener Entscheid S. 199). Entscheidend ist jedoch, dass die Aussagen des Informanten zu einem erheblichen Teil mit den übrigen Ermittlungsergebnissen übereinstimmen. Nur in einem Punkt, nämlich in Bezug auf das von der Beschwerdeführerin abgehobene Geld, sind die Aussagen unrichtig, was allerdings auch das Obergericht ausdrücklich festgestellt hat (angefochtener Entscheid S. 202). Dass in Bezug auf das Geld eine Ungereimtheit besteht, ist jedoch nicht weiter erstaunlich. Der Informant hatte in diesem Punkt ausgesagt, es sei "in Albanerkreisen bekannt", dass die Tat für 200'000 Franken hätte ausgeführt werden sollen (angefochtener Entscheid S. 199). Solche auf Gerüchten basierende Zahlenangaben sind jedoch notorisch unzuverlässig. Die unrichtige Zahlenangabe musste deshalb für sich allen nicht dazu führen, dass auf die Angaben des Informanten generell nicht abgestellt werden durfte. Zur Frage, ob die Beschwerdeführerin durch die Beteiligten erpresst worden sein könnte, ist weiter unten Stellung zu nehmen. An dieser Stelle ist nur festzuhalten, dass sich aus den Aussagen des Informanten nichts ergibt, was auf eine Erpressung hindeuten könnte.