Citation: 6B_120/2015 E. 2.3.1

2.3.1. Gemäss Einstellungsverfügung vom 14. Juli 2014 ging die Staatsanwaltschaft von folgendem Sachverhalt aus: Der Beschwerdegegner wurde vom Beschwerdeführer angegriffen. Dabei brachte der Beschwerdeführer ein Messer ins Spiel. Der Beschwerdegegner verteidigte sich lediglich, indem er den Beschwerdeführer in den Schwitzkasten nahm, ihn zu Boden brachte und dort fixierte. Die Staatsanwaltschaft stützte sich dabei auf die Aussagen von B.________, der befreundeten C.________ und des Beschwerdegegners. Die Vorinstanz hält ergänzend fest, B.________ sei erstmals einen Tag nach dem Vorfall einvernommen worden. Sie habe damals ausgesagt, die Auseinandersetzung nicht von Anfang an mitbekom-men zu haben. Als sie dazugestossen sei, habe sie gesehen, wie der Beschwerdegegner auf dem Beschwerdeführer gelegen sei und ihm gesagt habe, er solle verschwinden. Der Beschwerdegegner habe den Beschwerdeführer bloss am Boden fixiert. Er habe ihn jedoch nicht geschlagen. Sobald er den Beschwerdeführer losgelassen habe, sei dieser auf ihn losgegangen. Daraufhin habe der Beschwerdegegner den Beschwerdeführer gepackt und erneut zu Boden gelegt. In der Konfrontationseinvernahme habe B.________ an ihren bisherigen Aussagen festgehalten. Ergänzend habe sie angegeben, der Beschwerdegegner habe sich lediglich verteidigt, da er vom Beschwerdeführer angegriffen worden sei. Der Beschwerdeführer habe ihren Aussagen nicht widersprochen. Am Ende der Befragung habe B.________ die Anzeige mit der Begründung zurückgezogen, sie wolle nicht, dass der Beschwerdeführer in eine Massnahme komme. C.________ sei ebenfalls einen Tag nach der Auseinandersetzung einvernommen worden. Sie habe ausgesagt, der Beschwerdeführer sei am Wohnort des Beschwerdegegners aufgetaucht und habe "Sturm geläutet". Sie sei mit dem Beschwerdegegner vor das Haus getreten. Der Beschwerdeführer sei um die Hausecke angerannt gekommen, woraufhin sie dem Beschwerdegegner zugerufen habe, um diesen vor dem Beschwerdeführer zu warnen. Der Beschwerdegegner habe sich umgedreht und den Beschwerdeführer auf sich zukommen sehen. Es sei zu einem Gerangel gekommen. Plötzlich habe sie ein Messer in der Hand des Beschwerdeführers gesehen. Sie sei daraufhin kurz ins Treppenhaus gegangen. Als sie zurückgekehrt sei, habe der Beschwerdegegner den Beschwerdeführer am Boden fixiert. Er habe ihm gesagt, er solle sie in Ruhe lassen und gehen. Kaum habe er ihn losgelassen, habe der Beschwerdeführer ihn wieder angegriffen. Danach habe der Beschwerdegegner den Beschwerdeführer in den Schwitzkasten genommen. Auch C.________ habe ihre Aussagen in der Konfrontationseinvernahme bestätigt. Wer die Schlägerei angefangen habe, habe sie nicht mehr angeben können. Sie sei aber eher der Meinung, es seien beide gleichzeitig aufeinander losgegangen. Sie wisse nicht mehr, ob geschlagen oder gerungen worden sei. Der Beschwerdegegner habe den Beschwerdeführer auf den Boden gedrückt. Er habe ihn auch ins Bein gekickt und gewürgt. Dass er ihn geschlagen hätte, habe sie nicht gesehen. Aus ihrer Sicht habe der Beschwerdegegner dem Beschwerdeführer "mehr gemacht" als umgekehrt. Der Beschwerdeführer habe hingegen nichts Aktives gemacht. Es sei kein direkter Angriff gewesen. Die Vorinstanz erwägt, die Aussagen der Beteiligten stimmten in den wesentlichen Punkten überein und seien in den Konfrontationseinvernahmen bestätigt worden. Auch die "WhatsApp"-Nachrichten zwischen B.________ und dem Beschwerdeführer vom 25./26. Mai 2014 bestätigten die Version des Beschwerdegegners, wonach ihn der Beschwerdeführer angegriffen habe. Zudem habe weder B.________ noch C.________ bestätigt, dass der Beschwerdegegner den Beschwerdeführer geschlagen habe. Die von der Staatsanwaltschaft nicht berücksichtigten Konfrontationseinvernahmen enthielten damit keine neuen sachverhaltsrelevanten Erkenntnisse.