Citation: 2C_933/2018 E. 5.3

5.3. Die Aufsichtskommission hat in ihrem Entscheid vom 6. Juli 2017 festgehalten, der Beschwerdeführer habe als Vertreter des Willensvollstreckers auch dessen Pflichten gegenüber den Erbinnen übernommen, auch wenn formell nicht von einer Interessenvertretung derselben ausgegangen werden könne. Im Rahmen seiner Mandate, in welchen er als Rechtsvertreter des Willensvollstreckers persönlich gegen die zivil-, aufsichts- und strafrechtlichen Vorwürfe der Erbinnen auftrete, schütze der Beschwerdeführer jedoch ausschliesslich die persönlichen Interessen seines Klienten gegen die Angriffe der Erbinnen. Daher müsse eine Interessenkollision mindestens insofern bejaht werden, als eine unabhängige Interessenvertretung in den jeweiligen Verfahren nicht mehr möglich erscheine. Die persönlichen Interessen des Willensvollstreckers stünden mit den Aufgaben des Willensvollstreckers, welche der Beschwerdeführer als dessen Vertreter zu wahren habe, in Konflikt. In den übrigen von den Verzeigerinnen geltend gemachten Beziehungen und Tätigkeiten des Beschwerdeführers verneinte die Aufsichtskommission das Vorliegen von Interessenkollisionen. Die Aufsichtskommission subsumierte diesen Sachverhalt unter Art. 12 lit. c BGFA (vgl. Beschluss der Aufsichtskommission, E. 3.4.3 und 3.4.6 und E. 4.1 des angefochtenen Urteils). Nach Ansicht der Aufsichtskommission soll das Verschulden des Beschwerdeführers nicht mehr leicht wiegen. Es sei ihm zwar zugute zu halten, dass er in den von ihm betreuten Verfahren bemüht scheine, die sowohl in der Sache wie auch auf der Beziehungsebene komplexe Erbsache zu einem für alle Beteiligten zufriedenstellenden Abschluss zu bringen. Auch die Übernahme der Interessenvertretung des Willensvollstreckers stehe in diesem Zusammenhang und erscheine aufgrund der langjährigen Klientenbeziehung zu diesem nachvollziehbar. Dass er damit eine Interessenkollision eingegangen sei, hätte vom Beschwerdeführer aber erkannt werden müssen. Deshalb erscheine es als angemessen, ihn mit einer Busse von Fr. 1'500.-- zu bestrafen.