Citation: 2C_890/2017 E. 5

Der Beschwerdeführer rügt im Wesentlichen, die angeordnete Massnahme sei unverhältnismässig. Die erhobene Rüge geht jedoch fehl: Richtig ist wohl, dass ein Widerruf der Bewilligung aufgrund der gesamten Umstände des Einzelfalls verhältnismässig sein muss (Art. 8 Abs. 2 EMRK; Art. 96 AuG). Dies hat das Verwaltungsgericht aber nicht verkannt. Vielmehr hat es sich mit den diesbezüglichen Einwendungen des Beschwerdeführers sorgfältig auseinandergesetzt. In sachgerechter Weise hat es sodann die hier massgeblichen öffentlichen Interessen an einer Ausreise des Beschwerdeführers und dessen private Interessen an einem Verbleib in der Schweiz gewürdigt und es für zumutbar erachtet, dass der Beschwerdeführer nach Sri Lanka zurückkehrt. Auf die entsprechenden Ausführungen kann verwiesen werden (Art. 109 Abs. 3 BGG). Der Beschwerdeführer macht vor Bundesgericht hauptsächlich geltend, es bestehe kein Rückfallrisiko, da die fragliche Straftat eine persönlichkeitsatypische und affektnahe Handlung in einer absoluten Ausnahmesituation gewesen sei, die sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht wiederholen werde. Diese Argumentation überzeugt nicht. Der Beschwerdeführer wurde wegen eines versuchten Tötungsdelikts zu einer mehrjährigen Freiheitsstrafe verurteilt. Eine solche Tat wird vom Verfassungs- und Gesetzgeber als besonders verwerflich erachtet und zieht seit dem 1. Oktober 2016 eine obligatorische Landesverweisung nach sich (Art. 66a Abs. 1 lit. a StGB). Auch wenn diese Neuregelung nicht rückwirkend auf den Beschwerdeführer Anwendung findet, darf der darin zum Ausdruck gebrachten Wertung im Rahmen der ausländerrechtlichen Interessenabwägung Rechnung getragen werden. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung besteht bei schweren Straftaten regelmässig ein wesentliches öffentliches Interesse daran, die Anwesenheit eines Ausländers zu beenden, der die Sicherheit und Ordnung derart beeinträchtigt hat (vgl. BGE 139 I 16 E. 2.2.1 S. 19). Wie die Vorinstanz ferner zutreffend ausführt, hat die konkrete Rückfallgefahr im vorliegenden Fall eine untergeordnete Bedeutung, da bei ausländischen Personen, die sich - wie der Beschwerdeführer - nicht auf das Freizügigkeitsabkommen (FZA; SR 0.142.112.681) berufen können, generalpräventive Überlegungen in die Beurteilung miteinfliessen dürfen (vgl. BGE 136 II 5 E. 4.2 S. 20; 130 II 176 E. 3.4.1 S. 183; je zum FZA). Aus dem in diesem Zusammenhang vom Beschwerdeführer zitierten BGE 135 II 110 vermag dieser nichts zu seinen Gunsten ableiten, ging es dabei doch um den Widerruf der Niederlassungsbewilligung eines anerkannten Flüchtlings. Der Beschwerdeführer hat jedoch weder eine Niederlassungsbewilligung noch verfügt er über den Flüchtlingsstatus. Dessen ungeachtet ist selbst bei Berücksichtigung des Rückfallrisikos zu beachten, dass die Anforderungen an die in Kauf zu nehmende Rückfallgefahr umso niedriger sind, je schwerer die begangenen Rechtsgüterverletzungen wiegen (vgl. Urteil 2C_299/2017 vom 11. Januar 2018 E. 4.4). Eine strenge Praxis gilt insbesondere bei Delikten gegen die körperliche Integrität; in diesen Fällen muss rechtsprechungsgemäss selbst ein geringes Restrisiko weiterer Delinquenz nicht hingenommen werden (BGE 139 I 145 E. 2.5 S. 149 f.; 139 I 31 E. 2.3.2 S. 34; 139 I 16 E. 2.2.1 S. 20). Dass im vorliegenden Fall selbst ein geringes Rückfallrisiko auszuschliessen wäre, ist nicht ersichtlich: Die vom Beschwerdeführer geltend gemachte "absolute Ausnahmesituation", in der er sich befunden haben will, ergibt sich weder aus den Akten noch wird sie in der Beschwerdeschrift substanziiert dargelegt. Gemäss Urteil vom 1. Juli 2014 war sein Handeln im Zeitpunkt der Tat durch heftige Wut bestimmt. Hingegen hat das Obergericht die Entschuldbarkeit dieser Gemütsbewegung klar verneint und die Reaktion des Beschwerdeführers als völlig unverhältnismässig bezeichnet (vgl. S. 26 bzw. 31 des Urteils vom 1. Juli 2014). Wenn die Vorinstanz es nicht für völlig ausgeschlossen hielt, dass der Beschwerdeführer sich auch in Zukunft erneut zu gewalttätigem Handeln könnte hinreissen lassen, ist dies - entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers - mit Blick auf die genannten Umstände nicht zu beanstanden.