Citation: 4A_488/2023 E. 5.2

5.2. Die Beschwerdeführerin beanstandet zunächst, sie habe das positive Testergebnis der drei fraglichen Urinproben vom 28. Juni 2014, 7. August 2014 und 6. Juni 2015 nie überprüfen lassen können. Entgegen ihren Vorbringen bedeutet der Umstand, dass die fraglichen drei Urinproben nicht mehr existieren, nachdem das Moskauer Labor die Proben noch in den Jahren 2014 und 2015 vernichtet hatte und die Proben daher nicht für weitere Analysen verfügbar waren, keine Verletzung des Rechts auf Beweis durch das Schiedsgericht. Die fehlende Möglichkeit weiterer Untersuchungen der Urinproben führte dazu, dass eine entsprechende Beweisführung im Schiedsverfahren naturgemäss nicht offenstand. Dies stellt jedoch einen tatsächlichen Nachteil dar; dem Schiedsgericht kann gestützt darauf nicht vorgeworfen werden, es habe der Beschwerdeführerin verunmöglicht, mit tauglichen sowie rechtzeitig und formrichtig angebotenen Mitteln zum Beweis zugelassen zu werden. Sie hätte die nunmehr vorgebrachten Umstände und Zusammenhänge hinsichtlich des Umgangs des Moskauer Labors mit den fraglichen Urinproben ins Schiedsverfahren einbringen können, womit sie im Rahmen der Beweiswürdigung hätten berücksichtigt werden können. Inwiefern die nunmehr vor Bundesgericht beanstandete Unmöglichkeit der Beweisführung im Schiedsverfahren nicht hätte vorgebracht werden können, wie die Beschwerdeführerin behauptet, vermag nicht einzuleuchten. Indem sich die Beschwerdeführerin darauf beruft, es hätte nach Art. 3.2.2 B.________ ADR die Vermutung der korrekten Durchführung der Analyse zum Tragen kommen müssen bzw. nach Art. 2.2 B.________ ADR sei die Verurteilung aufgrund einer positiven Dopingprobe nur bei Vorliegen einer B-Probe möglich, übt sie unzulässige inhaltliche Kritik am angefochtenen Schiedsentscheid.