Citation: 5A_677/2022 E. 1.2.3

1.2.3. Die Beschwerdeführerin hat mit diesen Einschränkungen des Streitgegenstands, auf welche sie zu behaften ist, insofern kein schutzwürdiges Interesse an der Aufhebung des angefochtenen Entscheids (Art. 76 Abs. 1 BGG), als ihre Begehren über ihre Zugeständnisse hinausgehen. Nicht beschwert ist die Beschwerdeführerin sodann, soweit ihr das Obergericht mit Bezug auf die Pflicht zur Herausgabe der Schlüssel der beiden Wohnungen an der V.________strasse zzz das Rechtsschutzinteresse abgesprochen hat und diesbezüglich nicht auf die Berufung eingetreten ist. Nachdem die Beschwerdeführerin zugestandenermassen das Wohnrecht wahlweise entweder am Einfamilienhaus (V.________strasse yyy) oder an der Parterrewohnung (V.________strasse zzz) ausüben kann und zurzeit wahlweise im Einfamilienhaus wohnt, ist nicht ersichtlich, welchen praktischen Nutzen sie aus der Aufhebung der Verpflichtung zur Herausgabe der Schlüssel der Wohnungen an der V.________strasse zzz ziehen könnte. Solange die Beschwerdeführerin im Einfamilienhaus wohnt, steht die Nutzung der Parterrewohnung allein dem Beschwerdegegner zu. Welches schutzwürdige Interesse die Beschwerdeführerin am Zugang zur Obergeschosswohnung haben könnte, für welche sie zugestandenermassen keinerlei Rechte beansprucht, ist ebenfalls nicht einsichtig. Ebenso wenig hat sie ein schutzwürdiges Interesse an der Beurteilung der Frage, ob die beiden kantonalen Instanzen die Dispositionsmaxime verletzt haben, insofern der Beschwerdegegner in seiner Klage und vor Obergericht beantragt hatte, die Beschwerdeführerin sei unter Androhung der Straffolgen zu verurteilen, die Liegenschaft U.________-Gbbl. Nr. xxx umgehend zu verlassen, das Regionalgericht die Beschwerdeführerin aber verurteilte, die Parterre- und die Obergeschosswohnung an der V.________strasse zzz innert 10 Tagen seit Rechtskraft des Entscheids zu verlassen und dem Beschwerdegegner die Schlüssel auszuhändigen. Nachdem die Beschwerdeführerin zurzeit (wahlweise) das Einfamilienhaus bewohnt, hält sie sich offensichtlich weder in der Parterre- noch in der Obergeschosswohnung auf und zöge sie aus der Aufhebung des angefochtenen Entscheids in diesem Punkt keinen ersichtlichen praktischen Nutzen. Dasselbe gilt für die behauptete Verletzung der Dispositionsmaxime hinsichtlich der Herausgabe der Schlüssel zu den beiden Wohnungen an der V.________strasse zzz wie auch die in diesem Kontext erhobene Rüge der Verletzung des rechtlichen Gehörs. Auf die diesbezüglichen Rügen ist folglich nicht einzutreten.