Citation: 2C_409/2020 E. A

A.a. Die Kraftwerke Oberhasli AG (im Weiteren auch: KWO) betreibt im oberen Aaretal zahlreiche miteinander verbundene Wasserkraftwerksanlagen, die durch acht Stauseen gespeist werden. Zu den Kraftwerksanlagen gehört namentlich auch der künstliche Speichersee Grimsel, der durch zwei Talsperren ("Seeuferegg" und "Spitallamm") gestaut wird. Er verfügt zwischen dem Stauziel auf 1'908.74 m.ü.M. und der minimalen Betriebskote auf 1'850.00 m.ü.M. über ein nutzbares Stauvolumen von 94 Mio. m3. Innerhalb des Kraftwerksgeflechts erfüllt der Stausee Grimsel eine Doppelfunktion. Einerseits dient er als Triebwasserspeicher für die beiden dreistufigen Kraftwerkskaskaden Grimsel 1 (Maschinengruppe Grimsel) - Handeck 2 und 3 - Innertkirchen 1 sowie Grimselnollen - Handeck 1 - Innertkirchen 1. Andererseits funktioniert er als unteres Becken des Umwälzwerks Grimsel 2. A.b. Die Bogengewichtsstaumauer "Spitallamm" ist von einer stetig zunehmenden vertikalen Bauwerkstrennung zwischen dem talseitigen Massen- und dem seeseitigen Vorsatzbeton betroffen. Dabei entfernen sich die Mauerkrone und der seeseitige Bereich immer mehr vom Massenbeton, woraus ein Riss mit einer Breite im Zentimeterbereich entstanden ist. Die vertikale Bauwerkstrennung geht rund 10 m unterhalb der Krone auf ca. 1'900 m.ü.M. in einen Horizontalriss über. Diese Situation wird anhand der nachfolgenden Grafik (Quelle: KWO, Beilagen zum Gesuch um Investitionsbeitrag vom 25. Mai 2018, S. 6) verdeutlicht, welche die KWO dem vorinstanzlichen Verfahren beigelegt hat (Art. 105 Abs. 2 BGG). Untersuchungen zeigten zudem, dass eine Quellreaktion im Beton vorhanden ist. Infolge dieser Gegebenheiten verschlechtert sich der Zustand der Talsperre "Spitallamm" kontinuierlich (vgl. dazu KWO, Beilagen zum Gesuch um Investitionseitrag vom 25. Mai 2018, S. 16; Art. 105 Abs. 2 BGG). Das Bundesamt für Energie forderte im September 2015 die KWO deshalb auf, bis im Jahr 2017 über ein genehmigungsreifes Sanierungsprojekt für die Talsperre "Spitallamm" zu verfügen. Das daraufhin ausgearbeitete Projekt sieht den Bau einer neuen, doppelt gekrümmten Staumauer mit identischer Kronenhöhe vor, die talseitig unmittelbar vor der bestehenden Mauer angeordnet wird. Für den Ausgleich des Wasserspiegels beidseits der alten Mauer ist der Bau eines Ausgleichsstollens vorgesehen. Das nutzbare Volumen würde dasselbe bleiben. Das Amt für Wasser und Abfall des Kantons Bern erteilte am 21. März 2018 die Baubewilligung. A.c. Am 4. Juni 2018 bestätigte das Bundesamt für Energie der KWO per E-Mail, dass, falls sie das Neubauprojekt Spitallamm auf absehbare Zeit nicht realisiere, die Aufsicht Talsperren umgehend eine Absenkung der Staukote bis zum Zeitpunkt der Realisierung von Sanierungsmassnahmen an der alten Staumauer verfügen würde. A.d. Die KWO reichte am 29. Juni 2018 beim Bundesamt für Energie ein "Gesuch um Investitionsbeitrag für eine Grosswasserkraftanlage" ein. Darin ersuchte sie für die Erneuerung "Ersatz Staumauer Spitallamm" um die Gewährung eines Investitionsbeitrags in der Höhe von Fr. 22'591'000.--, der 20% der anrechenbaren Investitionskosten von Fr. 112'958'269.-- entspricht (vgl. dazu KWO, Gesuch um Investitionsbeitrag für eine Grosswasserkraftanlage vom 29. Juni 2018, S. 3 und 5; Art. 105 Abs. 2 BGG). Gleichzeitig beantragte sie die Bewilligung eines früheren Baubeginns. Das Bundesamt für Energie bewilligte am 6. Juli 2018 den früheren Baubeginn und überprüfte in der Folge das Gesuch. A.e. Am 22. August 2018 forderte das Bundesamt für Energie die KWO auf, Angaben sowie Unterlagen anzupassen und zu ergänzen. Daraufhin reichte die KWO am 24. September 2018 ein überarbeitetes Gesuch in drei Versionen (A, B und C) ein. Die drei Versionen unterscheiden sich bezüglich den anzurechnenden Geldzuflüssen bzw. Anlagen sowie der Staukote des Stausees: - Bei der Version A resultieren die anzurechnenden Geldzuflüsse aus der Differenz zwischen den erzielbaren preisoptimierten Erlösen aus dem gesamten Kraftwerksgeflecht der KWO (vgl. vorstehende Sachverhaltserwägung A.a.) und den erzielbaren preisoptimierten Erlösen aus dem Kraftwerksgeflecht ohne die abgegrenzte Anlage (bestehend aus: Grimselsee, Turbine Grimselsee-Räterichsbodensee im Kraftwerk Grimsel 1, Kraftwerk Grimselnollen sowie Umwälzwerk Grimsel 2 [im Weiteren auch: Anlage Grimselsee]). Bei der Version A wird die Wirtschaftlichkeit demnach unter der Annahme berechnet, dass die Anlage ohne den Neubau der Staumauer Spitallamm nicht weiter betrieben werden kann und sämtliche Geldzuflüsse, welche aufgrund der Erneuerung (Neubau der gesamten Mauer) generiert und für die Amortisation der Investition verwendet werden können, massgebend sind. Bei dieser Version ergeben sich keine nicht amortisierbaren Mehrkosten, weshalb die Investition in eine neue Staumauer gemäss den unbestritten gebliebenen Feststellungen wirtschaftlich ist (vgl. die unbestrittene konkrete Berechnung der nichtamortisierbaren Mehrkosten in numerischer Hinsicht; E. 5 des angefochtenen Urteils). - Die Version B berücksichtigt lediglich die mit der Anlage Grimselsee (vgl. zu deren Umfang Gesuchsversion A) erzielbaren preisoptimierten Erlöse. Geldzuflüsse aus dem übrigen Kraftwerksgeflecht sind darin nicht eingeschlossen. Bei der Version B ergeben sich nicht amortisierbare Mehrkosten in der Höhe von Fr. 27'100'180.--. - Bei der Version C ergeben sich die anzurechnenden Geldzuflüsse aus der Differenz zwischen den erzielbaren preisoptimierten Erlösen aus dem gesamten Kraftwerksgeflecht nach der Investition und den erzielbaren preisoptimierten Erlösen aus dem gesamten Kraftwerksgeflecht ohne die Investition, wobei von einer Stauzielbeschränkung des Grimselsees auf 1'888 m.ü.M. ausgegangen wird. Dieser Berechnung liegt also die Annahme zugrunde, dass im Fall einer Nichterneuerung der Staumauer das Bundesamt für Energie eine Stauzielbeschränkung auf 1'888.00 m.ü.M. verfügen werde, was eine Einschränkung des Nutzungsvolumens auf ca. 46 Mio. m3 sowie eine Senkung des Energiegehalts von 263 GWh auf 128 GWh zur Folge hätte. Bei der Version C ergeben sich gemäss der ersten Gesuchseinreichung nicht amortisierbare Mehrkosten in der Höhe von Fr. 38'790'843.--. Es handelt sich folglich um die Berechnung der Wirtschaftlichkeit der Erneuerung, wenn die Anlage auf Dauer auf dem angedrohten reduzierten Stauziel betrieben werden könnte. Für den Fall einer Investition in eine neue Staumauer würden nicht amortisierbare Kosten im genannten Umfang entstehen, weshalb die Erneuerungsinvestition gemäss den unbestritten gebliebenen Feststellungen in dieser Situation nicht wirtschaftlich ist (vgl. die unbestrittene konkrete Berechnung der nichtamortisierbaren Mehrkosten in numerischer Hinsicht; E. 5 des angefochtenen Urteils). Die KWO beantragte die Gewährung eines Investitionsbeitrags basierend auf der Gesuchsversion C, eventuell basierend auf der Gesuchsversion B. Version A reichte sie lediglich informationshalber zur Kenntnis ein. A.f. Nach Überprüfung des überarbeiteten Gesuchs wurde die KWO zur Vornahme geringfügiger Anpassungen der Gesuchsunterlagen aufgefordert. Am 11. Januar 2019 reichte sie die angepassten Unterlagen ein. Bei der überarbeiteten Version A resultierten wiederum keine nichtamortisierbaren Mehrkosten. Die KWO bekräftigte im definitiven Gesuch vom 11. Januar 2019 ihren Antrag vom 24. September 2018, wonach die Version C und eventuell die Version B berücksichtigt werden sollen und ersuchte um die Gewährung eines Investitionsbeitrags in der Höhe von Fr. 23'510'000.-- (20% der anrechenbaren Investitionskosten von Fr. 117'552'000.--; vgl. dazu KWO, Gesuch um Investitionsbeitrag für eine Grosswasserkraftanlage vom 11. Januar 2019 [Version B und C], S. 3 und 5; Art. 105 Abs. 2 BGG).