Citation: 4A_536/2021 E. 2.4

2.4. Die Beschwerdeführerin macht geltend, das Kantonsgericht habe in E. 5.4 Folgendes festgehalten: " Die Berufungsbeklagte muss sich die ses Handeln bzw. Unterlassen ihres Arbeitnehmers anrechnen lassen (vgl. Art. 55 OR)." Damit habe es in einem einzigen Satz die Geschäftsherrenhaftung geprüft und bejaht, ohne deren Voraussetzungen im Einzelnen zu prüfen und seinen Entscheid zu begründen. Dies verletze Art. 29 Abs. 2 BV und sei willkürlich. Entgegen der Beschwerdeführerin prüfte das Kantonsgericht in der zitierten Erwägung (und auch im übrigen Urteil) nicht die Voraussetzungen der Geschäftsherrenhaftung nach Art. 55 OR. Vielmehr prüfte es ausschliesslich, ob die Beschwerdeführerin als Werkeigentümerin nach Art. 58 OR haftpflichtig ist. Hierzu legte es in E. 4.1 die Voraussetzungen einer Haftung dar, äusserte sich in E. 4.2 allgemein zu den Sicherungsmassnahmen, die im Zusammenhang mit Bodenöffnungen zu treffen sind und kam in E. 4.3 zum Ergebnis, es habe ein Werkmangel vorgelegen, für den die Beschwerdeführerin einstehen müsse. In E. 5 prüfte es sodann, ob ein Selbstverschulden des Beschwerdegegners vorliegt, das die Haftung der Beschwerdeführerin ausschliesst (Unterbrechung des Kausalzusammenhangs). Da das Kantonsgericht das Selbstverschulden nicht als derart gravierend qualifizierte, dass dadurch der Kausalzusammenhang unterbrochen worden wäre, prüfte es in E. 6, ob die Schadenersatzpflicht nach Art. 44 Abs. 1 OR wegen des Selbstverschuldens des Beschwerdegegners zu reduzieren ist. Da das Kantonsgericht eine Haftung der Beschwerdeführerin gestützt auf Art. 58 OR bejahte, erübrigte sich eine Prüfung der Geschäftsherrenhaftung. Der von der Beschwerdeführerin zitierte Satz findet sich bei der Prüfung, ob der Kausalzusammenhang durch das Selbstverschulden des Beschwerdegegners unterbrochen wurde und damit innerhalb der Prüfung der Tatbestandselemente von Art. 58 OR. Dies und die Tatsache, dass das Kantonsgericht Art. 55 OR lediglich in einer Klammerbemerkung und mit dem Zusatz "vgl." erwähnte, zeigt, dass es die Geschäftsherrenhaftung nicht prüfte. So führt das Kantonsgericht in seiner Stellungnahme zur vorliegenden Beschwerde denn auch an, es sei nicht von einer Geschäftsherrenhaftung ausgegangen und habe sich mit dieser auch nicht näher auseinandergesetzt. Der Verweis auf Art. 55 OR habe einzig als Vergleich dazu gedient, aufzuzeigen, dass es grundsätzlich möglich sei, dem Arbeitgeber ein schädigendes Verhalten eines seiner Mitarbeiter anzurechnen.