Citation: 5P.9/2005 22.02.2005 E. 1

1.1 Wird gegen den nämlichen Entscheid gleichzeitig sowohl eine Berufung als auch eine staatsrechtliche Beschwerde eingereicht, dann wird die Entscheidung über die Berufung in der Regel bis zur Erledigung der staatsrechtlichen Beschwerde ausgesetzt (Art. 57 Abs. 5 OG). Diese Regel erfährt dann eine Ausnahme, wenn die Berufung aus besonderen Gründen sinnvollerweise vor der staatsrechtlichen Beschwerde behandelt werden muss. Diese Voraussetzung ist insbesondere erfüllt, wenn auf die Berufung nicht eingetreten werden kann (BGE 117 II 630 E. 1a S. 631). Das Bundesgericht ist im Verfahren 5C.18/2005 mit heutigem Datum auf die Berufung nicht eingetreten. 1.2 Der angefochtene Entscheid wurde im Rahmen eines Kindesschutzverfahrens um Rückübertragung der Obhut und Aufhebung der Beistandschaft getroffen. Es handelt sich somit um einen selbständig eröffneten Zwischenentscheid. Gegen einen solchen Entscheid ist die staatsrechtliche Beschwerde zulässig, wenn er einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken kann (Art. 87 Abs. 2 OG). Diese Voraussetzung ist vorliegend erfüllt, weil das begleitete Besuchsrecht, einmal ausgeübt, nicht wieder rückgängig gemacht werden kann. Auf die staatsrechtliche Beschwerde kann grundsätzlich eingetreten werden. 1.3 Die Beschwerdeführerin hat die Berufung und die staatsrechtliche Beschwerde beinahe wortgleich abgefasst und in beiden Rechtsmitteln Fragen der Sachverhaltsfeststellung und Beweiswürdigung, des kantonalen Verfahrensrechts und des Bundesrechts aufgeworfen und behandelt. Mit der staatsrechtlichen Beschwerde kann ausschliesslich die Verletzung verfassungsmässiger Rechte gerügt werden (Art. 84 Abs. 1 lit. a OG). Eine Verfassungsverletzung liegt nicht nur vor, wenn der Sachverhalt willkürlich festgestellt und die Beweiswürdigung unhaltbar vorgenommen, sondern auch dann, wenn kantonales Verfahrensrecht oder Bundesrecht willkürlich ausgelegt und angewendet worden sind. 1.4 Im Verfahren der staatsrechtlichen Beschwerde wendet das Bundesgericht das Recht nicht von Amtes wegen an, sondern beschränkt sich auf die Prüfung der rechtsgenüglich erhobenen und begründeten Rügen (BGE 129 III 626 E. 4 mit Hinweisen). Die Beschwerdeführerin muss gemäss Art. 90 Abs. 1 lit. b OG den wesentlichen Sachverhalt darlegen, die als verletzt behauptete Verfassungsbestimmung nennen und überdies dartun, inwiefern diese verletzt sein soll (BGE 129 I 185 E. 1.6 S. 189 mit Hinweisen). Rügt die Beschwerdeführerin eine willkürliche Anwendung von kantonalem Verfahrensrecht oder von materiellem Bundesrecht, hat sie die kantonalen oder eidgenössischen Bestimmungen zu benennen und darzutun, inwiefern sie durch die kantonale Behörde in verfassungswidriger Weise angewendet worden sind. Das Bundesgericht prüft insoweit nur klar und einlässlich erhobene Rügen (BGE 127 I 38 E. 3 S. 42 f. mit Hinweisen). Neue Tatsachenbehauptungen, neue Beweisanträge und neue rechtliche Argumente sind grundsätzlich unzulässig (BGE 128 I 354 E. 6c S. 357).