Citation: H 449/00 29.10.2002 E. 3

3.1 Seine vorinstanzliche Klageantwort vom 15. April 1999 leitete der Beschwerdeführer mit folgenden Sätzen ein: "In meiner Stellungnahme zu den von der Klägerin vorgebrachten Forderungsgründen möchte ich vorausschicken, dass ich als AHV-Rentner und EL-Bezüger kein Vermögen besitze und somit finanziell ausserstande bin, einen erfahrenen Anwalt zur Wahrung meiner Rechte einzusetzen. Es entzieht sich meiner Kenntnis, ob in diesem Falle unentgeltliche Rechtshilfe möglich ist." Damit hat er eine unentgeltliche Rechtsverbeiständung für das erstinstanzliche Verfahren beantragt (in diesem Sinne SZS 2002 S. 511). Das Sozialversicherungsgericht liess das Gesuch unbeantwortet. Es hat die Voraussetzungen für die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege nicht abgeklärt und auch keinen entsprechenden Zwischenentscheid getroffen. Ebenso wenig wurde das Gesuch im angefochtenen Entscheid erwähnt und beantwortet. 3.2 Schadenersatzansprüche gemäss Art. 52 AHVG werden laut Art. 81 Abs. 3 AHVV vor der kantonalen Rekursinstanz im Klageverfahren erledigt. Dabei kommt der Argumentation des Beklagten entscheidendes Gewicht zu. Vorliegend geht es um einen Schadenersatzanspruch in der Höhe von Fr. 256'705.75. Dementsprechend erscheint eine Rechtsverbeiständung zur gehörigen Interessenwahrung erforderlich. Das Gesuch hätte mittels Zwischenentscheid beantwortet werden müssen, damit ein - eventuell - bewilligter Rechtsvertreter Gelegenheit gehabt hätte, seine Argumente und möglichen Beweisanträge im ordentlichen Schriftenwechsel einzubringen. Bei Abweisung des Gesuches hätte dem Beschwerdeführer offen stehen müssen, den Zwischenentscheid dem Eidgenössischen Versicherungsgericht zur Beurteilung zu unterbreiten. Dieser Mangel kann nicht nachträglich geheilt werden, dies zum einen, weil der Beschwerdeführer ein Anrecht darauf hat, dass die Haftung für Schadenersatzansprüche der Ausgleichskasse von zwei Gerichtsinstanzen unter Wahrung seines rechtlichen Gehörs beurteilt wird und zum andern, weil das Eidgenössische Versicherungsgericht vorliegend mit beschränkter Kognition urteilt (vgl. Erw. 1.1 und 2.3). Damit hat die Vorinstanz nach dem Gesagten das rechtliche Gehör des Beschwerdeführers und Art. 85 Abs. 2 lit. f AHVG verletzt. Der angefochtene Entscheid wird daher aus formellen Gründen aufgehoben und die Sache zur Durchführung eines korrekten Verfahrens - mit einem vorgängigen Entscheid über den Anspruch des Beschwerdeführers auf unentgeltliche Verbeiständung - an das kantonale Gericht zurückgewiesen.