Citation: 6B_1170/2019 E. 1.2

1.2. Der Beschwerdeführer rügt, die vorinstanzliche Strafzumessung trage dem Leitgedanken der Resozialisierung nicht Rechnung. Wenn die Vorinstanz allein von Sühne und Vergeltung als Strafzwecken ausgehe, so missachte dies Bundesrecht. Zudem sei sein rechtliches Gehör verletzt: Die Vorinstanz setze sich nicht mit dem im Berufungsverfahren geltend gemachten Aspekt auseinander, dass eine unbedingte Freiheitsstrafe spezial- oder generalpräventiv notwendig sein müsse. Hier treffe weder das eine noch das andere zu. Zwar stelle die Vorinstanz zu Recht fest, dass er nach einer kurzen Phase der Delinquenz und seiner Entlassung aus der Untersuchungshaft im März 2017 wieder ins normale Leben zurückgefunden habe. Soweit sie aber festhalte, der Resozialisierungsgedanke könne nicht zu einer "Unterschuldstrafe" führen, verkenne sie, dass ein vorwiegend an Vergeltung und Sühne orientiertes Strafsystem nicht mit dem modernen Konzept der spezialpräventiven Resozialisierung vereinbar sei. Er sei bereits vollständig resozialisiert. Der unbedingte Vollzug einer sechsjährigen Freiheitsstrafe würde diesen Effekt zunichte machen. Gerade in einer solchen Situation seien die Wirkungen der Strafe auf das Leben des Täters (Art. 47 Abs. 1 StGB) zu berücksichtigen. Ansonsten verkomme die Strafe zum Selbstzweck, diene sie nur der Vergeltung. Eine teilbedingte Strafe von drei Jahren trage neben dem Verschulden und Gesichtspunkten der Vergeltung sowie der Generalprävention auch der Wirkung auf sein Leben Rechnung. Der Beschwerdeführer beanstandet die vorinstanzliche Strafzumessung zunächst unter übergeordneten Gesichtspunkten. Er wirft die Fragen auf, ob das Anliegen der Resozialisierung genügend berücksichtigt worden ist, ob spezial- und generalpräventive Aspekte in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander stehen und ob die Vorinstanz den Strafzweck der Vergeltung übermässig gewichtet hat. Diese Vorbringen sind nicht justiziabel, soweit sie die vorinstanzliche Strafzumessung aus allgemeiner rechtspolitischer Warte kritisiert. Die Bundesrechtskonformität der Strafzumessung ist im Einzelfall auch nicht direkt anhand von Strafzwecktheorien überprüfbar.