Citation: 2C_885/2022 E. 6.2

6.2. Massgeblich für die Bestimmung des hier strittigen Hauptwohnsitzes der Beschwerdeführerin ist der Begriff des Hauptwohnsitzes nach § 4 Abs. 1 ErG bzw. der Niederlassungsgemeinde nach Art. 3 lit. b Satz 1 RHG. Nur wenn eine Bestimmung aufgrund dieser Definition nicht zweifelsfrei möglich ist, kommt die Vermutung in Art. 3 lit. b Satz 2 RHG zur Anwendung, dass die betreffende Person ihre Niederlassungsgemeinde dort hat, wo sie das erforderliche Dokument hinterlegt hat (Urteil 2C_413/2011 vom 13. April 2012 E. 3.2). Der registerrechtliche Wohnsitzbegriff ist im Verhältnis zu anderen Sachgebieten wie dem Zivil- oder Steuerrecht autonom zu bestimmen (BGE 137 II 122 E. 3.5; Urteil 2C_413/2011 vom 13. April 2012 E. 3.1). Anders als die Beschwerdeführerin vorzubringen scheint, ist deshalb eine bereits ergangene steuerbehördliche Festlegung des Steuerdomizils einer Person für die Bestimmung ihres registerrechtlichen Wohnsitzes nicht massgeblich. Die Autonomie des registerrechtlichen Wohnsitzbegriffs schliesst indessen nicht aus, zu seiner Auslegung über den Normtext hinaus die zu anderen Wohnsitzbegriffen entwickelte Rechtsprechung beizuziehen (Urteile 2C_270/2012 vom 1. Dezember 2012 E. 2.1 und 2C_919/2011 vom 9. Februar 2012 E. 3.2).