Citation: 1C_252/2017 E. 5.3

5.3. Die Vollzugshilfen unterscheiden zwischen dem Normalbetrieb und den sogenannten seltenen Ereignissen, welche lediglich an einigen Tagen pro Jahr stattfinden dürfen (Vollzugshilfe 2013 Ziff. 3.2.1 und 3.2.2 S. 14 f.; Vollzugshilfe 2017 Ziff. 3.2.1 und 3.2.2 S. 18 f.). Für den Normalbetrieb ist nicht der Jahresdurchschnitt, sondern der maximal zulässige Betrieb eines normalen Tages massgeblich. Für den Normalbetrieb wird sowohl zwischen verschiedenen Beurteilungszeiten (Tag, Nacht und Ruhezeiten während des Tages) als auch zwischen Werktagen und Sonn- und Feiertagen differenziert. Während die Vollzugshilfe 2013 Ruhezeiten am frühen Morgen (06-08 bzw. 07-09 Uhr an Sonn- und Feiertagen), am Abend (20-22 Uhr) und (nur für Sonn- und Feiertage) am Mittag (12-14 Uhr) unterscheidet, beschränkt sich die Vollzugshilfe 2017 (Ziff. 3.2.2 S. 19) auf die Beurteilungszeiträume Tag (07-20 Uhr an Werktagen und 08-20 Uhr an Sonn- und Feiertagen), Abend (20-22 Uhr) und Nacht (22-07 bzw. 08 Uhr an Sonn- und Feiertagen). Die Ruhezeit über den Mittag wird nicht mehr separat beurteilt; allerdings wird empfohlen, ihr durch den Erlass von vorsorglichen Massnahmen Rechnung zu tragen. Die Vollzugshilfe 2013 enthält Richtwerte (RW) für neue und für bestehende Anlagen, abgestuft nach Empfindlichkeitsstufen (ES I-IV). Diese Richtwerte werden in der Vollzugshilfe 2017 Planungs- bzw. Immissionsrichtwerte genannt (nachfolgend: PRW und IRW). Die Richtwerte 2017 stimmen grundsätzlich mit denjenigen der Vollzugshilfe 2013 überein; nur für die Nacht liegen die Richtwerte 2017 i.d.R. um 5 dB (A) höher als gemäss Vollzugshilfe 2013. Die Richtwerte für seltene Ereignisse liegen 5 dB über denjenigen für bestehende Anlagen bzw. IRW. Gemäss Vollzugshilfe 2013 werden Geräuschspitzen separat beurteilt; die Vollzugshilfe 2017 verzichtet darauf, trägt aber regelmässig auftretenden Geräuschspitzen durch Pegelkorrekturen Rechnung (S. 21).