Citation: 5A_734/2019 E. 3.1

3.1. Erbunwürdigkeit erblickt die Beschwerdeführerin darin, dass die Beschwerdegegnerin bewirkt - oder zumindest durch Unterlassung ihrer Aufklärungspflicht - nicht verhindert habe, dass der Vater sie erbrechtlich gegenüber ihren Geschwistern begünstigt habe. Die Beschwerdegegnerin habe eine Erkrankung an Multipler Sklerose (MS) vorgetäuscht (nachfolgend E. 3.4). Weiter habe sie H.________ veranlasst, beim Vater zu intervenieren, um diesen zu veranlassen, sie erbrechtlich besserzustellen (nachfolgend E. 3.5). Schliesslich wirft die Beschwerdeführerin der Beschwerdegegnerin auch vor, einen eigenen Vorteil angestrebt zu haben, soweit der Vater in der letzten Testamentsänderung die Erziehungs- und Ausbildungskosten aller Kinder von der Ausgleichungspflicht ausgenommen hat (nachfolgend E. 3.6). Zum Streit führten ein Testamentsentwurf des Vaters vom 4. November 1983, in dem die Beschwerdegegnerin als Vorerbin der freien Quọte eingesetzt worden sei, mit der Auflage, die freie Quote sicherzustellen und diese nur anzuzehren, falls sie wegen ihrer MS darauf angewiesen sei, und die endgültige Fassung des Testaments vom 14. November 1983, in welchem die Beschwerdegegnerin wegen der MS vorbehaltlos als Erbin der freien Quote eingesetzt worden sei.