Citation: 4A_502/2020 E. 4.1

4.1. Die Vorinstanz erwog in der Folge, zu prüfen bleibe, ob diese Regelung in den allgemeinen Versicherungsbedingungen vor der Ungewöhnlichkeitsregel standhalte. Eine vertragliche Regelung, wonach der Anspruch auf Versicherungsleistungen mit der Beendigung des Versicherungsvertrages ende, sei grundsätzlich zulässig. Eine solche Regelung dürfe allerdings den Vertragscharakter der Taggeldversicherung nicht ändern, ansonsten sie als ungewöhnlich zu qualifizieren sei. Im vorliegenden Fall gelte es zu berücksichtigen, dass arbeitsunfähige Versicherte, die nicht mehr zum Kreis der Versicherten gehörten, aufgrund von Art. 11 Ziff. 1 AVB das Recht hätten, ihre Versicherungsdeckung beim Versicherer als Einzelversicherte fortzuführen. Mit dem Recht, in die Einzelversicherung überzutreten, werde die Regel ergänzt, wonach der Anspruch auf Versicherungsleistung bei Aufhebung des Arbeitsvertrages ende. Damit werde der Vertragscharakter der Taggeldversicherung ohne weiteres gewahrt. Der Versicherte habe aufgrund des Übertrittrechts die Möglichkeit, die Ansprüche aus dem eingetretenen Versicherungsfall sinnvoll zu wahren. Die Ungewöhnlichkeitsregel sei daher nicht anwendbar.