Citation: 8C_492/2020 E. 8.3

8.3. Die Beschwerdeführerin macht mit Blick auf die Gehörsverletzung weiter geltend, sie sei am 28. Februar 2017 - mithin einen Tag nach Empfang der Kündigung vom 24. Februar 2017 - erkrankt. Diese Erkrankung habe bis 7. Mai 2017 gedauert. Sie beruft sich auf ein Arztzeugnis vom 1. Mai 2017. In dieser Zeit habe sie sich nicht mit dem Arbeitgeber auseinandersetzen müssen. Aufgrund der Krankschreibung hätte das rechtliche Gehör somit ohnehin nicht vor dem 1. Mai 2017, als sie wieder teilweise arbeitsfähig gewesen sei, erfolgen können. Infolge ihrer Krankheit sei auch eine anwaltliche Instruktion lange Zeit nicht möglich gewesen, weshalb auch die erste vorinstanzliche Beschwerde gegen die Kündigung vom 24. Februar 2017 erst am 5. April 2017 eingereicht worden sei. Da das Arbeitsverhältnis erst nach Gewährung des rechtlichen Gehörs hätte beendet werden können, sei dies frühestens ab 5. April 2017 möglich gewesen. Dem kann nicht beigepflichtet werden, da die fristlose Kündigung vom 24. Februar 2017 nicht nichtig ist (vgl. E. 8.2.3 hiervor), womit es bei der sofortigen Beendigung des Arbeitsvertrages bleibt. Unter diesen Umständen kann offen bleiben, ob der Einwand des Beschwerdegegners berechtigt ist, dass das von der Beschwerdeführerin aufgelegte Arztzeugnis vom 1. Mai 2017 ein unzulässiges unechtes Novum nach Art. 99 Abs. 1 BBG sei.