Citation: 8C_351/2018 E. 3.1.2

3.1.2. Pract. med. E.________ bleibt in seiner versicherungsmedizinischen Beurteilung vom 4. Januar 2018 zuhanden des kantonalen Gerichts bei seiner abweichenden Ansicht. Er erachtet die stufenförmige Reduktion der physiotherapeutischen Beübung und physikalischen Massnahmen als WZW-konform, d.h. wirksam, zweckmässig und wirtschafltich, da nach zehnjähriger intensiver Physiotherapie und medizinischer Versorgung keine namhafte Besserung zu erwarten und der Endzustand als "restitutio cum defectum" (Defektheilung) erreicht sei. Er gehe mit Dr. med. C.________ einig, dass keine Rehabilitation möglich sei. Die Wirksamkeit physiotherapeutischer Massnahmen sei in der Akutphase (Zeitraum bis zwölf Monate nach Ereignis) bei spezifischen Schulterleiden wissenschaftlich belegt. Hier gehe es aber um ein chronisches Schulterleiden, das der hochfrequenten (nicht WZW-konformen) physiotherapeutischen Beübung nicht mehr zugänglich sei, da keine namhafte Besserung zu erwarten sei. Welche Physiotherapiedosis zur Erhaltung des Ist-Zustandes ausreichend sei, lasse sich nur durch individuelle Zieldefinition und Überprüfung des Erreichten (sowie durch eigenverantwortliche Gesundheitsfürsorge mittels selbstverantwortlicher Fortführung des bisher Erlernten) ermitteln. In der retrospektiven Individualbetrachtung der bisherigen Wirkung der Physiotherapie lasse sich objektiv keine Besserung nachweisen. Die dafür eingesetzten Mittel seien unwirksam. Eine wissenschaftliche Evidenz für diese Therapiedichte bestehe nicht und die dafür aufgewendeten Ressourcen würden in einem deutlichen Missverhältnis zum "Nicht-Erreichten" stehen.