Citation: 2C_599/2017 E. 3.3

3.3. Die prospektive Einschätzung der künftigen Fürsorgeabhängigkeit setzt eine Gesamtbetrachtung unter Einbezug der spezifischen flüchtlingsrechtlichen Situation voraus, wobei die Bemühungen des Flüchtlings mit Asyl, sich hier zu integrieren und für seine Familie eigenständig aufkommen zu können, sowie die mittel- bis längerfristig zu erwartende Situation zu berücksichtigen sind. Der Beschwerdeführer hat sich in der Schweiz zwar um seine berufliche Integration bemüht; jedoch war er nie im ersten Arbeitsmarkt tätig und ist seit Jahren auf Sozialhilfe angewiesen. Seit Mai 2010 ist er als Betriebsmitarbeiter der Velowerkstatt im Geschäftsbereich Arbeitsintegration in C.________ der Stadt U.________ angestellt. Sein Monatslohn betrug bis Ende 2014 rund Fr. 1'150.--, danach Fr. 1'825.--. Seit Mitte August 2015 absolviert er eine Lehre zum Fahrradmechaniker, welche er voraussichtlich im Juli 2018 abschliessen wird. Sein Monatslohn seit Lehrbeginn beträgt Fr. 1'480.-- netto. Vom 1. November 2009 bis zum 5. September 2014 wurde er von der Sozialhilfe im Umfang von insgesamt rund Fr. 200'000.-- unterstützt. Sein aktuelles Einkommen (Fr. 1'480.--) vermag lediglich seinen eigenen Grundbedarf für den Lebensunterhalt (Fr. 986.--) und seine Krankenkassenprämien (Fr. 380.-- Stand 2016) zu decken (ohne Wohnkosten oder allfällige situationsbedingte Ausgaben). Es ist daher unbestritten, dass die Unterstützung mindestens bis zum Lehrabschluss weiter andauern wird. Die Beschwerdeführerin hat ein iranisches Bachelordiplom als Agraringenieurin. Bis 2016 war sie als Fachspezialistin für Bewässerung und Kanalbau bei einem Ingenieurbüro in Teheran tätig. Die Vorinstanz ist davon ausgegangen, dass durch die Einreise der Beschwerdeführerin zusätzliche Kosten von rund Fr. 525.-- für den Grundbedarf für den Lebensunterhalt anfielen und von Krankenkassenprämien in der Höhe von mindestens Fr. 824.-- für beide Personen auszugehen wäre. Zwar dürfte die absolvierte Ausbildung des Beschwerdeführers zu einem späteren Zeitpunkt die Erwirtschaftung eines die Lebenshaltungskosten des Ehepaares deckenden Einkommens ermöglichen, jedoch sei der Zeitpunkt derzeit ungewiss. Dass die Beschwerdeführerin nach ihrer Einreise rasch eine Stelle finden würde, sei angesichts ihrer nicht nachgewiesenen Deutschkenntnisse ebenfalls nicht garantiert. Folglich müsse von einer konkreten Gefahr einer erheblichen und fortgesetzten Sozialhilfeabhängigkeit ausgegangen werden.