Citation: 2C_512/2023 E. 1.2.2

1.2.2. Die Beschwerdeführerinnen werfen die Frage auf, ob und unter welchen Umständen sich eine Partei in einem Vergabeverfahren auf die Beschwerdefrist berufen kann, die in einer öffentlichen Publikation auf SIMAP angegeben werde, wenn sie vorab bereits eine schriftliche Mitteilung mit einer Rechtsmittelbelehrung samt Hinweis auf die geltende zehntägige Frist erhalten habe. Das Bundesgericht hat sich mit dieser Thematik bis anhin nicht eingehend befasst (vgl. aber Urteile 2D_42/2018 vom 11. März 2019 E. 3.3 f.; 2C_1014/2015 vom 21. Juli 2016 E. 4.1.1-4.1.3). In Anbetracht der kurzen Beschwerdefrist von zehn Tagen nach Art. 15 Abs. 2 der vorliegend noch anwendbaren Interkantonalen Vereinbarung über das öffentliche Beschaffungswesen vom 25. November 1994 / 15. März 2001 (IVöB 2001; SR 172.056.5; AS 2003 196 ff.; vgl. auch § 1 des Gesetzes des Kantons Zürich vom 15. September 2003 über den Beitritt zur revidierten Interkantonalen Vereinbarung über das öffentliche Beschaffungswesen vom 15. März 2001 [aufgehoben am 1. Oktober 2023; LS 720.1]) ist die Klärung der Frage, wann der Fristenlauf beginnt, von grosser Bedeutung. Daran ändert sich im Übrigen auch unter der Geltung der neuen Interkantonalen Vereinbarung über das öffentliche Beschaffungswesen vom 15. November 2019 (IVöB 2019; vgl. auch § 1 des Gesetzes des Kantons Zürich vom 20. März 2023 über den Beitritt zur Interkantonalen Vereinbarung über das öffentliche Beschaffungswesen vom 15. November 2019 [in Kraft getreten am 1. Oktober 2023; LS 720.1]) nichts, auch wenn die Beschwerdefrist auf 20 Tage verlängert wurde (vgl. Art. 56 Abs. 1 IVöB 2019). Art. 51 Abs. 1 IVöB 2019 räumt den Vergabebehörden ausdrücklich die Möglichkeit ein, Verfügungen den Anbieterinnen durch Veröffentlichung oder durch individuelle Zustellung zu eröffnen. Die vorliegend zu beurteilende Konstellation ist folglich auch in Zukunft denkbar.