Citation: 1P.121/2007 05.03.2008 E. 3

Im konnexen separaten Strafverfahren haben die kantonalen Gerichte B.________ als Todesschützen (Auftragsmörder) und A.________ als Mittäterin (Auftraggeberin und Mitorganisatorin des Mordes an ihrem Ehemann) rechtskräftig verurteilt. Im hier angefochtenen Entscheid wurde der Beschwerdeführer wegen Mittäterschaft verurteilt. 3.1 Die konnexen rechtskräftigen Urteile gehen (im wesentlichen zusammengefasst) davon aus, dass A.________ ihrer Ehe überdrüssig gewesen sei und mit ihrem damaligen Liebhaber, Z.________, der sie diesbezüglich zu einer Entscheidung gedrängt habe, ein neues Leben beginnen wollte. Die mögliche Entdeckung dieser Liebesaffäre bzw. eine Scheidung oder Trennung hätte erhebliche finanzielle Einbussen für sie, ihr Kind und ihre Eltern (die ebenfalls von ihrem Ehemann grosszügig unterstützt worden seien) nach sich gezogen. A.________ habe auch vom Testament ihres Mannes gewusst, in welchem sie bzw. ihre Tochter begünstigt gewesen sei. Sie habe sich daher über einen gedungenen Mörder, der einer kriminellen Bande angehört habe, ihres Ehemannes entledigt. Die rechtskräftigen Verurteilungen stützen sich insbesondere auf zahlreiche Beweisaussagen, auf DNA-Analysen von Kleidungsstücken, die in der Nähe des Tatortes aufgefunden worden waren, auf Bankerhebungen sowie auf die Auswertung von telefonischen Kontakten. 3.2 Auf der sichergestellten Wollmütze wurden zwei DNA-Spuren von C.________ erhoben. Dabei handelt es sich um den (ursprünglich mitangeklagten) jüngeren Bruder des Beschwerdeführers, der am 22. August 2000 in der Sicherheitshaft Suizid verübt hat. Weitere genetische Spuren (aus derselben Wollmütze sowie aus in der Nähe des Tatortes ebenfalls gefundenen Handschuhen) konnten B.________ zugeordnet werden. Gemäss dem hier angefochtenen Entscheid habe B.________ am 16. September 1998 gestanden, den Auftrag zur Tötung von Y.________ von C.________ entgegen genommen und gegen ein versprochenes Entgelt von Fr. 160'000.-- am 5. Mai 1998 ausgeführt zu haben. Mit A.________ habe der Todesschütze nie direkten Kontakt unterhalten. Diese habe am Tattag (um 11.20 Uhr) zunächst vergeblich versucht, Fr. 100'000.-- von einem Konto bei der UBS abzuheben. Um 14.51 Uhr habe sie bei der CS Fr. 20'000.-- in bar abgehoben. Am 22. Dezember 1999 habe auch C.________ ein Geständnis abgelegt. Demnach habe er die von B.________ beschaffte Tatwaffe samt Munition vor der Tat bei sich aufbewahrt, dem B.________ Handschuhe ausgeliehen, ihn per Taxi an den Bärengraben begleitet und ihm dort (bei zweimaliger Vorbeifahrt) die A.________ sowie deren Ehemann (als zu tötende Zielperson) gezeigt. Von A.________ habe er, C.________, am Tattag Fr. 20'000.-- in bar erhalten. Diesen Betrag habe er nach der Tat dem B.________ übergeben, worauf ihm dieser Fr. 3'000.-- (angeblich leihweise) überlassen habe. 3.3 Im angefochtenen Entscheid wird dem Beschwerdeführer vorgeworfen, er sei (als enger Vertrauter bzw. früherer Liebhaber von A.________ sowie als älterer Bruder von C.________) an der Planung und Organisation des Tötungsdeliktes massgeblich beteiligt gewesen. Er habe die Tatausführung (in Absprache mit A.________ und mit dieser gemeinsam) geplant und organisiert. Für die Organisation habe er seinen Bruder C.________ zur Hilfe genommen. Diesen habe der Beschwerdeführer insbesondere mit dem Anheuern des tatausführenden B.________ betraut. Mit seiner Abreise in den Kosovo zwei Tage vor dem Tötungsdelikt habe sich der Beschwerdeführer ein Alibi verschaffen wollen. Nach der Abreise des Beschwerdeführers am 3. Mai 1998 habe C.________ bei A.________ wie geplant den verabredeten "Honorar-Vorschuss" von Fr. 20'000.-- eingefordert und abgeholt und diesen Betrag an B.________ weitergegeben. Diesem habe C.________ unmittelbar vor der Tat detaillierte Instruktionen erteilt (vgl. angefochtener Entscheid, S. 76).