Citation: 6B_97/2019 E. 3.3.1

3.3.1. Die Begehung der Geldwäscherei setzt voraus, dass die tatbestandsmässige, rechtswidrige und unverjährte Vortat abgeschlossen ist. Die Vermögenswerte gelten mithin erst mit Abschluss der Vortat als deliktisch erlangt und kommen nur dann als Tatobjekt einer sich an die Vortat anschliessenden Geldwäschereihandlung in Frage. Bis zu diesem Zeitpunkt sind allfällige strafbare Handlungen nur als Gehilfenschaft oder Mittäterschaft an der Vortat zu würdigen. Nach der neueren Rechtsprechung setzt die Anwendung des Tatbestands der Geldwäscherei bei Vortaten mit überschiessender Innentendenz, namentlich beim Tatbestand des Betruges, nicht voraus, dass die Vortat beendet ist. Eine Sicherung der illegalen Vermögenswerte durch den Geldwäscher bzw. eine Behinderung der staatlichen Einziehung ist unabhängig von einer Beendigung der Vortat, mithin auch in der Phase zwischen Vollendung und Beendigung möglich (Urteil 6B_295/2019 vom 8. August 2019 E. 1.3 f.; vgl. auch Urteile 6B_497/2014 vom 6. März 2015 E. 5.3.1; 6B_115/2007 vom 24. September 2007 E. 5.3 [zum Tatbestand der Hehlerei]).