Citation: 4A_240/2021 E. 4.2

4.2. Der Einzelschiedsrichter erwog, im Rahmen des "Y.________ Projekts" hätten die vereinbarten Leistungen der Beschwerdeführerin in der Lieferung einer spezialisierten und individualisierten Software (einschliesslich der Lieferung des vereinbarten "prototype to encrypt video communication" unter dem "Y.________ Work Order No. 2") bestanden. Der Schwerpunkt der "Y.________ Agreements" (gemeint: die entsprechenden "Y.________ Work Order No. 1-3") sei die Lieferung einer individualisierten Software gewesen, womit ein Erfolg geschuldet gewesen sei. Es fänden die Regeln des Werkvertragsrechts (Art. 363 ff. OR) auf die Frage Anwendung, ob die Beschwerdeführerin ihren Verpflichtungen nachgekommen sei. Er erwog weiter, die Beschwerdeführerin sei - namentlich aufgrund der fehlenden Lieferung des "Y.________ Quellcodes" - ihrer vertraglichen Verpflichtung, das "Y.________ Produkt" zu liefern, nicht nachgekommen. Mangels einer ordnungsgemässen Lieferung des "Y.________ Produkts" sei die Frage irrelevant, ob das Produkt fehlerhaft gewesen sei. Es könne nicht davon ausgegangen werden, dass die Beschwerdegegnerin das Produkt akzeptiert bzw. auf jegliche Gewährleistungsansprüche verzichtet habe. Die geltend gemachten Ansprüche unterstünden den allgemeinen Bestimmungen von Art. 107-109 OR. Die Beschwerdegegnerin habe entschieden, von den "Y.________ Agreements" zurückzutreten und die Erstattung der geleisteten Vergütung sowie zusätzlich die Bezahlung von Schadenersatz ("additional damages ") zu fordern. Sie habe ihre Rechte im Einklang mit Art. 107-109 OR ausgeübt und die Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Beschwerdeführerin hätten solche Rechte nicht ausgeschlossen. Die Beschwerdeführerin sei daher verpflichtet, der Beschwerdegegnerin unter den "Y.________ Agreements" insgesamt Fr. 391'040.80 zu bezahlen ("reimbursement of fees"). Zusätzlich gewährte er "additional damages" (Art. 109 Abs. 2 OR) im Betrag von insgesamt Fr. 88'170.20.