Citation: U 189/05 05.12.2005 E. 3

3.1 Das kantonale Gericht hat in einlässlicher und überzeugender Würdigung der medizinischen Aktenlage dargelegt, dass dem Beschwerdeführer in einer handwerklich leichten Tätigkeit mit geringer Hebe- und Tragebelastung sowie unter Vermeidung von stressrepetitiven Bewegungsabläufen und Arbeiten mit hoher Anforderung an eine gute Handgelenksbeweglichkeit seit 1. März 2003 wiederum ein volles Arbeitspensum zuzumuten ist. Namentlich die Ärzte der Rehaklinik Y.________, welche eine Arbeitsfähigkeit in diesem Sinne bescheinigten, haben den Versicherten während vier Wochen stationär behandelt und ihn unter anderem auch handchirurgischen und psychosomatischen Abklärungen unterzogen. Die entsprechenden konsiliarischen Berichte wie auch der Austrittsbericht der Dres. med. U.________ und T.________ vom 7. August 2003 erfüllen die von der Rechtsprechung an beweiskräftige medizinische Unterlagen gestellten Anforderungen (vgl. BGE 125 V 352 Erw. 3a mit Hinweis) vollumfänglich, weshalb ohne weiteres auf deren, durch die Dres. med. M.________ (Bericht vom 4. März 2003) und W.________ (Bericht der kreisärztlichen Abschlussuntersuchung vom 19. September 2003) im Übrigen bestätigten Schlussfolgerungen abgestellt werden kann. Die Ärzte der Rehaklinik wiesen dabei insbesondere auf die auffällige Diskrepanz zwischen den objektivierbaren Befunden und den subjektiv geklagten Schmerzen hin, welche auch Dr. med. W.________ mit der Feststellung bejahte, dass die objektiv kräftige und gut ausgebildete Ober- und Unterarm- sowie Handmuskulatur rechts nicht mit den geltend gemachten Beschwerden korrelierte. 3.2 Die in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde dagegen erhobenen Einwendungen vermögen, soweit nicht bereits im vorinstanzlichen Verfahren entkräftet, zu keinem anderen Ergebnis zu führen. 3.2.1 Soweit der Beschwerdeführer sich hinsichtlich des ihm verbliebenen Leistungsvermögens auf die Aussage des Dr. med. B.________ gemäss Bericht vom 27. März 2003 beruft, ist ihm entgegenzuhalten, dass der Arzt die grundsätzlich ebenfalls auf 100 % geschätzte Arbeitsfähigkeit in einer leichten Beschäftigung ausdrücklich in Korrelation zur bis Ende Februar 2003 ausgeübten, körperlich anspruchsvollen Tätigkeit als Mitarbeiter einer Verzinkerei setzte und das Leistungsvermögen damit auf 50 % reduzierte. Im Zeitpunkt der Herabsetzung der Taggelder (1. Oktober 2003) war der Versicherte indes bereits seit sieben Monaten arbeitslos und es wäre ihm möglich und zumutbar gewesen, eine - bezogen auf den gesamten Arbeitsmarkt - geeignete Stelle zu finden (vgl. auch Erw. 2.2 hievor und 3.3 hienach). Eine mit der ursprünglichen Tätigkeit begründete Reduktion der Arbeitsfähigkeit (in einer leidensangepassten Tätigkeit) rechtfertigt sich deshalb nicht (mehr). 3.2.2 Ebenfalls nicht unbesehen abgestellt werden kann sodann auf die aus handchirurgischer Sicht ergangene Einschätzung des Dr. med. H.________ in dessen Bericht vom 10. Juni 2003, wonach die Arbeitsfähigkeit zwar nicht auf Grund eines eigentlichen somatischen Korrelats für die vom Versicherten angegebenen Beschwerden, aber zufolge verstärkt empfundener Schmerzen im rechten Handgelenk nurmehr 30 % betrage. Wie insbesondere das an der Rehaklinik Y.________ durchgeführte psychosomatische Konsilium vom 23. Juli 2003 gezeigt hat, bestehen keine Anhaltspunkte für eine psychische Störung mit Krankheitswert, wobei insbesondere Hinweise auf eine somatoforme Schmerzstörung ausgeschlossen werden konnten. Diagnostiziert wurde einzig eine - das erwerbliche Leistungsvermögen jedoch nicht beeinträchtigende - deutliche Selbstlimitierung bezüglich der Funktion der rechten Hand (Symptomausweitung) bei lokalisierten Schmerzklagen. Soweit Dr. med. H.________ die reduzierte Arbeitsfähigkeit nicht gestützt auf objektive Befunde, sondern einzig mit den subjektiven Schmerzangaben des Beschwerdeführers begründet, kann ihm somit nicht gefolgt werden. Wenn der Versicherte in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde unter Bezugnahme auf die Rechtsprechung zum Beschwerdebild der anhaltenden somatoformen Schmerzstörung (BGE 130 V 352) eine Rückweisung der Sache an den Unfallversicherer zur Vornahme vertiefter psychiatrischer bzw. psychosomatischer Abklärungen beantragt, verkennt er, dass im hier zu beurteilenden Fall bereits die entsprechende Diagnose verneint wurde, sodass sich weitere Untersuchungen zur Frage erübrigen, ob die versicherte Person über psychische Ressourcen verfügt, die es ihr - trotz Vorliegens der Schmerzsymptomatik - erlauben, einer Arbeit nachzugehen. 3.2.3 Selbst wenn im Übrigen eine erhebliche psychische Gesundheitsstörung zu bejahen wäre, mangelte es jedenfalls - nach Massgabe der in BGE 115 V 133 festgehaltenen Grundsätzen - an deren Adäquanz zum Unfallereignis. Da die Schilderung des Beschwerdeführers, er sei im Zeitpunkt des Zugunglücks im umgekippten Waggon gesessen, angesichts des aktenkundigen Zeitungsausschnitts, wonach sich keine Passagiere im umgekippten Wagen befunden hätten und sich lediglich eine Person im auf den Schienen stehen gebliebenen Zugsteil an der Hand verletzt habe, zumindest, wie bereits das kantonale Gericht und die SUVA im Rahmen ihrer vorinstanzlichen Beschwerdeantwort vom 19. April 2004 festgestellt haben, zweifelhaft erscheint, kann das Ereignis höchstens als mittelschwerer Vorfall eingestuft werden. Damit die adäquate Kausalität als gegeben zu betrachten wäre, müsste also entweder eines der Beurteilungskriterien in besonders ausgeprägter Form erfüllt oder mehrere der unfallbezogenen Kriterien zu bejahen sein (BGE 115 V 140 f. Erw. 6c/bb). Aus den medizinischen Unterlagen ergeben sich hinsichtlich der allein massgeblichen unfallbedingten physischen Beeinträchtigungen (RKUV 1993 Nr. U 166 S. 94 Erw. 2c mit Hinweisen) indessen keine Hinweise auf eine ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung, Dauerschmerzen oder einen schwierigen Heilungsverlauf mit erheblichen Komplikationen. Ebenfalls zu verneinen ist sodann das Kriterium der - rein somatisch bedingten - lange dauernden, erheblichen Arbeitsunfähigkeit und auch eine, die Unfallfolgen erheblich verschlimmernde ärztliche Fehlbehandlung ist nicht auszumachen. 3.2.4 Der Einwand des Beschwerdeführers schliesslich, es handle sich vorliegend um die gleiche Problematik "wie in vielen Fällen von HWS Distorsionstraumata, wo mit bildgebenden Methoden keine Verletzung der HWS nachgewiesen werden kann, aber trotzdem Schmerzen und Erwerbsunfähigkeit gegeben sind", geht fehl. Aus dem Umstand, dass ein Unfall mit Schleudertrauma der Halswirbelsäule in der charakteristischen Erscheinungsform einer Häufung von typischen Beschwerden (wie diffusen Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit, Visusstörungen, Reizbarkeit, Affektlabilität, Depression, Wesensveränderung usw. [BGE 117 V 360 Erw. 4b]) eine Arbeits- bzw. Erwerbsunfähigkeit verursachen kann, auch wenn die festgestellten Funktionsausfälle organisch nicht nachweisbar sind (BGE 117 V 364 Erw. 5d/aa), lässt sich nichts zu Gunsten des Standpunktes des Beschwerdeführers ableiten. Bei der durch ein Schleudertrauma der Halswirbelsäule verursachten Verletzung handelt es sich auf Grund seiner Komplexität und Vielschichtigkeit um ein besonderes Beschwerdebild, welches eine Unterscheidung der aufgetretenen Gesundheitsstörungen in solche eher organischer und/oder psychischer Art charakteristischerweise eben gerade nicht erlaubt. Eine damit vergleichbare Konstellation ist im Falle einer Verletzung des Handgelenkes offensichtlich nicht gegeben, da namentlich auch die festgestellte Symptomausweitung nicht als eine diesem Beschwerdebild inhärente Verletzungsform gewertet werden kann. 3.3 Zwischen der Aufgabe der ursprünglichen Tätigkeit per Ende Februar 2003 und der auf den 1. Oktober 2003 verfügten Herabsetzung der Taggeldleistung entsprechend einer Arbeitsfähigkeit von 50 % liegen sieben Monate. Dieser Zeitraum ist, zumal dem Beschwerdeführer ab 1. März 2003 bereits eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit attestiert worden ist, ohne weiteres als ausreichende Übergangszeit anzusehen, um eine geeignete (Teilzeit-)Beschäftigung zu finden (Erw. 2.2 hievor; vgl. auch die in Rumo-Jungo, a.a.O., S. 115 f. genannten Beispiele aus der Rechtsprechung). Die Zusprechung eines Taggeldes auf der Grundlage einer 50%igen Arbeitsfähigkeit ab 1. Oktober 2003 ist folglich nicht zu beanstanden.