Citation: 4A_18/2021 E. 4.3.2

4.3.2. Die Erstinstanz hatte den Streitgegenstand - der Argumentation in der Klage entsprechend - noch ausschliesslich unter dem Aspekt der Vertrauenshaftung geprüft. Die Vorinstanz räumte den Parteien mit Verfügung vom 4. Juni 2020 Gelegenheit ein, sich "unter dem Gesichtspunkt der vertraglichen Haftung" zum Rechtsstreit zu äussern, verneinte eine vertragliche Anspruchsgrundlage in der Folge jedoch. Sie erwog, der Beschwerdeführer hätte selbst für den Fall, dass die bis 1. Juli 2003 bestehende Betriebshaftpflichtversicherung im bisherigen Umfang, d.h. inklusive Privathaftpflicht, weitergeführt worden wäre, Gläubiger einzig hinsichtlich einer gestützt auf den Versicherungsvertrag entstandenen Forderung auf Versicherungsleistungen werden können. Dagegen sei nicht ersichtlich, wie vertragliche Schadenersatzansprüche, die den Versicherungsnehmern (Vater und Onkel des Beschwerdeführers) aus einer allfälligen positiven Vertragsverletzung durch die Beschwerdegegnerin entstanden sein mögen, auf den Beschwerdeführer hätten übergehen können. Dies gelte auch für Ansprüche aus culpa in contrahendo, die den Versicherungsnehmern allenfalls gegenüber der Beschwerdegegnerin aus der Verletzung von diese in den Vertragsverhandlungen treffenden Aufklärungs- und Informationspflichten entstanden und infolge des Zustandekommens eines Vertrags nach der Absorptionstheorie zu vertraglichen Ansprüchen geworden seien. Diese Umdeutung an sich nicht vertraglicher Ansprüche in vertragliche finde nur im Verhältnis zwischen den Versicherungsnehmern und dem Versicherer als Vertragsparteien statt. Dass solche vertraglichen Ansprüche von den Versicherungsnehmern auf den Beschwerdeführer übergegangen sein sollten, werde von diesem denn auch nur behauptet. Eine rechtliche Begründung fehle.