Citation: K 75/06 07.12.2006 E. 1

1.1 Die massgebenden gesetzlichen Grundlagen über den Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Krankenpflegeversicherung für zahnärztliche Behandlungen (Art. 31 Abs. 1 KVG, Art. 33 Abs. 2 und 5 KVG in Verbindung mit Art. 33 lit. d KVV und Art. 17-19 KLV) sowie die Rechtsprechung dazu (BGE 127 V 328 und 391) sind im Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Juni 2003 und im Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 2. Februar 2005 dargelegt worden. Darauf kann verwiesen werden. Zu wiederholen ist, dass bei der Erkrankung der Zähne als Teil des Kausystems die Übernahme der Kosten gestützt auf Art. 31 Abs. 1 lit. a KVG in Verbindung mit Art. 17 lit. a Ziff. 2 KLV eine Verlagerung oder Überzahl von Zähnen und Zahnkeimen mit qualifiziertem Krankheitswert voraussetzt, wobei der Krankheitswert gemäss Rechtsprechung bei der Dentition in Entwicklung in der Behinderung einer geordneten Gebissentwicklung oder in einem pathologischen Geschehen, bei bleibender Dentition in einem pathologischen Geschehen besteht. Neben den in Art. 17 lit. a Ziff. 2 KLV in Klammern aufgeführten Beispielen des Abszesses und der Zyste hat das Gericht das Erfordernis des qualifizierten Krankheitswertes in Form von pathologischem Geschehen bei Erscheinungsformen als erfüllt gesehen, die erhebliche Schäden an den benachbarten Zähnen, am Kieferknochen und an benachbarten Weichteilen verursacht haben oder gemäss klinischem und allenfalls radiologischem Befund mit hoher Wahrscheinlichkeit verursachen werden. Bei in Entwicklung befindlicher Dentition ist der qualifizierte Krankheitswert auch gegeben, wenn verlagerte Zähne den Durchbruch benachbarter Zähne behindern oder verlagerte Zähne trotz Beseitigung von Durchbruchshindernissen und genügendem Platzangebot nicht durchbrechen können (vgl. BGE 127 V 328 und 391). 1.2 Ebenfalls dargelegt wurde im Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 2. Februar 2005, dass hinsichtlich der Übernahme der Kosten für zahnärztliche Behandlungen in Art. 17 lit. a Ziff. 2 KLV nicht zwischen der Behandlung von Weisheitszähnen und von andern Zähnen unterschieden wird und dass deswegen gemäss Rechtsprechung (BGE 130 V 464) aufgrund der Unterschiede zwischen Weisheitszähnen und andern Zähnen bezüglich Häufigkeit von Lageanomalien und daraus resultierender Folgen sowie bezüglich Behandlung bei Weisheitszähnen nicht jede Pathologie genügt, die bei andern verlagerten Zähnen die Übernahme der Kosten rechtfertigt.