Citation: 6B_275/2019 E. 4.2

4.2. Hinsichtlich der "Beweisunterschlagung" macht die Beschwerdeführerin geltend, dass der Beschwerdegegner auch eine andere Frau, B._________, festgehalten, bedroht, beleidigt und genötigt habe. Deshalb sei es zu einer Anzeige gekommen. Obwohl das kriminelle Verhalten gegenüber B._________ aktenmässig bekannt gewesen sei, habe die Vorinstanz es aus unerfindlichen Gründen unterlassen, die Erkenntnisse aus den besagten Strafakten in die Urteilsbegründung einfliessen zu lassen. Die "Beweisunterschlagung" dieses Dossiers sei nicht nachvollziehbar und stelle eine Art der Täterbegünstigung dar, die nicht zu rechtfertigen sei. So mache sich des Amtsmissbrauchs gemäss Art. 312 StGB schuldig, wer als Mitglied einer Behörde oder Beamter einem anderen einen unrechtmässigen Vorteil verschaffe oder einem anderen einen Nachteil zufüge. Die Vorinstanz mache sich zur Komplizin des Beschwerdegegners und begünstige damit seine schändlichen Taten und werde diese weiter fördern, sollte keine Korrektur durch das Bundesgericht erfolgen. Die Vorinstanz hätte die Aussagen des Beschwerdegegners unter keinem Titel als glaubhaft qualifizieren können, wenn sie die vorangegangenen Strafakten berücksichtigt hätte. Das Strafverfahren, auf welches sich die Beschwerdeführerin bezieht, wurde bereits am 23. Mai 2016 infolge eines Vergleichs eingestellt (kantonale Akten, act. 69/14). Eine rechtskräftige Einstellungsverfügung kommt einem freisprechenden Endentscheid gleich (Art. 320 Abs. 4 StPO), womit die Vorinstanz zu Recht davon absah, die entsprechenden Verfahrensakten zu berücksichtigen. Die Rüge ist unbegründet.