Citation: 5A_1021/2021 E. A

A.a. A.a.a. A.________ (geb. 2003) leidet seit dem 11. Lebensjahr an chronischer langandauernder "Anorexia nervosa" (ICD-10 F50.1). Sie wurde mehrfach stationär behandelt und war mehrmals gestützt auf Verfügungen der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Region St. Gallen (KESB) fürsorgerisch untergebracht. A.a.b. Das sie betreuende Ostschweizer Kinderspital reichte am 23. Juni 2021 bei der KESB eine Gefährdungsmeldung ein. Mit Verfügungen vom 30. Juli 2021 und 10. August 2021 erweiterte die KESB die Aufträge der Beiständin auf gesundheitliche und medizinische Angelegenheiten und gab eine ambulante Begutachtung in Auftrag. Das Gutachten wurde am 15. August 2021 erstattet. A.a.c. Mit Verfügung vom 18. August 2021 ordnete der Amtsarzt die fürsorgerische Unterbringung von A.________ im Kantonsspital St. Gallen (KSSG) für höchstens sechs Wochen an. Dagegen erhob A.________ gleichentags Beschwerde bei der Verwaltungsrekurskommission des Kantons St. Gallen (VRK SG). Diese wies das Rechtsmittel am 31. August 2021 ab. A.a.d. Mit Verfügung vom 28. September 2021 verlängerte die KESB auf Antrag des KSSG die fürsorgerische Unterbringung und ergänzte die bestehenden Aufträge der Beiständin damit, dass sie "für das gesundheitliche Wohl sowie für hinreichende medizinische Betreuung von A.________ zu sorgen und sie bei allen dafür erforderlichen Vorkehrungen soweit nötig zu vertreten" habe. Dagegen reichte A.________ am 11. Oktober 2021 Beschwerde bei der VRK SG ein. A.b. Am 11. Oktober 2021 ordnete Dr. med. B.________, stellvertretender Chefarzt der Klinik für Allgemeine Innere Medizin/Humanmedizin des KSSG, für A.________ folgende Behandlung ohne Zustimmung an: " Anordnung einer Behandlung ohne Zustimmung (gemäss Art. 434 ZGB) Hiermit wird für Frau A.________, geb. 2003, eine zwangsweise Ernährung angeordnet. Bei Frau A.________ drohen aufgrund ihrer schwersten Mangelernährung multiple Gesundheitsschäden (Knochen- und Muskelschwund, Störungen des Blutbilds, hormonelle Störungen, Salzhaushalt- und Nierenstörungen, Leberschädigung, Hirnschrumpfung, usw.) und lebensgefährliche Herz-Kreislaufkomplikationen, die zum Tod führen können. Frau A.________ wird bezüglich ihrer Krankheit (Essstörung) und deren Behandlungsnotwendigkeit in zwei Gutachten und auch von unserem Psychiater Dr. med. C.________ als urteilsunfähig eingeschätzt. Es wurde mehrfach und über lange Zeit, ambulant und stationär (und ohne Zwangsmassnahmen) versucht, eine Gewichtszunahme zu erreichen, ohne jeglichen Erfolg. Es ist eine Zwangsernährung über eine Sonde in den Magen oder Dünndarm geplant. Falls sich Frau A.________ gegen die Einlage der Sonde wehren würde, müsste sie evtl. physikalisch fixiert und/oder medikamentös ge dämpft/ruhiggestellt werden. Das Belassen der Sonde und die Weiterführung der Ernährung wird bei Bedarf mit personellen, physikalischen und/oder medikamentösen Massnahmen gewährleistet. Zusätzlich zu den üblichen Massnahmen/Überwachungen (Blutdruckmessungen, Pulsmessungen, etc.) werden eine Dauerinfusion und regelmässige Blutuntersuchungen notwendig sein. Aufgrund aller bisherigen Erfahrungen besteht keine Aussicht, dass Frau A.________ rechtzeitig, d.h. in den nächsten Tagen, in diese Behandlung einwilligt. Deshalb muss leider die zwangsweise Ernährung angeordnet wer den. Alle Voraussetzungen von Art. 434 ZGB sind dafür erfüllt. Diese Anordnung wurde Frau A.________ am 11. Oktober 2021 mündlich persönlich eröffnet und ihr persönlich abgegeben. " A.c. Gegen diese Anordnung reichte A.________ am 15. Oktober 2021 eine Beschwerde bei der VRK SG ein, welche das Rechtsmittel mit Entscheid vom 22. Oktober 2021 abwies.