Citation: 6B_47/2021 E. A

Am 26. Mai 2015 führte C.________ als Angestellter des Malers D.________ Malerarbeiten an einer Müll-Press-Box aus, die vor der Laderampe der Bäckerei E.________ (nachfolgend: Bäckerei) abgestellt war. Dabei bat er einen Angestellten dieser Bäckerei, den Techniker F.________, ihm beim Öffnen der ca. 220 kg schweren Entladekappe des Müllcontainers behilflich zu sein. Dieser fragte seinen Vorgesetzten, B.________, ob er und der Betriebsmechaniker G.________ dem Maler helfen könnten, die besagte Klappe zu öffnen und ob sie dafür den Elektro-Niederhubwagen (auch "Ameise" genannt) benützen dürften. B.________ erlaubte dies mit dem Hinweis, dass die Entladeklappe beim Öffnen gesichert werden müsse. C.________ und G.________ hoben die Klappe mit Muskelkraft ein Stück weit an. F.________, der mit der "Ameise" auf der Rampe war, schob deren Gabeln unter die Klappe, so dass diese auf den Gabelenden auflag. Dann hob er die Klappe mit den Gabeln weiter an. Sekunden später rutschte die Entladeklappe von den Gabelenden, schlug zu und traf dabei C.________ am Kopf. Dieser erlitt schwerste Kopfverletzungen und verstarb noch am Unfallort. Die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland wirft B.________ vor, dass er als Sicherheitsbeauftragter der Bäckerei vertraglich verpflichtet gewesen sei, die Sicherheit im Betrieb zu gewährleisten, gefährliche Situationen zu erkennen und die nötigen Massnahmen zu treffen. Er hätte insbesondere die Bedienungsanleitung für den Müllcontainer kennen und somit wissen müssen, dass Wartungs- sowie Reparaturarbeiten an diesem Container ausschliesslich von Fachpersonal mit entsprechenden Kenntnissen durchgeführt werden dürften und sich beim Öffnen der besagten Klappe niemand hinter ihr aufhalten dürfe. B.________ hätte auch bekannt sein müssen, dass der Container dabei auf einem Transportfahrzeug (Kipplaster) stehen müsse, so dass die Klappe durch ihr Eigengewicht aufpendle. Deshalb hätte er das manuelle und maschinelle Hochheben der Entladeklappe verbieten müssen, nachdem er von der diesbezüglichen Absicht von C.________, F.________ und G.________ erfahren habe. Da er dies unterlassen habe, seien die drei Männer auf die vorerwähnte Weise vorgegangen, worauf es vorhersehbar zum tödlichen Unfall gekommen sei. Das Unglück wäre nicht geschehen, wenn B.________ pflichtgemäss gehandelt hätte.