Citation: 1P.579/2004 28.10.2004 E. 1

Das Kriminalgericht des Kantons Luzern sprach mit Urteil vom 24. Mai 2002 X.________ wegen Unzurechnungsfähigkeit nach Art. 10 StGB von den Vorwürfen des vollendeten Versuchs der vorsätzlichen Tötung, der einfachen Körperverletzung, der Sachbeschädigung, der Widerhandlung gegen das Tierschutzgesetz, des pflichtwidrigen Verhaltens bei Unfall und der Nichtabgabe des Führerausweises trotz behördlicher Aufforderung frei und ordnete eine stationäre Massnahme nach Art. 43 Ziff. 1 Abs. 1 StGB an. Der Angeklagten wird vorgeworfen, am 27. März 2000 mit ihrem Auto auf der Liegenschaft des Privatklägers Y.________ dessen Hund angefahren und rund 70 Meter weit unter dem Auto mitgeschleift zu haben. Als sie vor dem über die Zufahrt zu ihrer Liegenschaft gespannten Maschendrahtzaun angehalten habe, habe sich der Privatkläger zu ihrem Auto begeben, um den darunter eingeklemmten, erheblich verletzten Hund zu befreien. Nachdem der Ehemann der Angeklagten den Zaun geöffnet habe, sei sie weitergefahren und habe den sich vor dem Auto befindlichen Privatkläger erfasst und "aufgeladen". Danach habe sie mit ihrem Auto die Holzwand eines Schopfs gestreift. Der Privatkläger sei daran entlanggeschleift und infolge eines Ausweichmanövers der Angeklagten schliesslich zu Boden geworfen worden. Gegen das Urteil des Kriminalgerichts appellierte X.________. Die II. Kammer des Obergerichts des Kantons Luzern sprach X.________ mit Urteil vom 4. März 2004 vom Vorwurf des vollendeten Versuchs der vorsätzlichen Tötung frei, da die mutmasslichen Willensvorstellungen der Angeklagten nicht rechtsgenüglich auf Tötungsvorsatz schliessen liessen. Hinsichtlich der einfachen Körperverletzung, der Sachbeschädigung, der Widerhandlung gegen das Tierschutzgesetz, des pflichtwidrigen Verhaltens bei Unfall und der Nichtabgabe des Führerausweises trotz behördlicher Aufforderung wurde X.________ wegen Zurechnungsunfähigkeit freigesprochen. Das Obergericht ordnete für X.________ eine stationäre Massnahme nach Art. 43 Ziff. 1 Abs. 1 StGB mit Zwangsmedikation an.