Citation: 5A_163/2017 E. 3.1

3.1. Rechtssicherheit und Rechtsfrieden gebieten, dass ein Urteil zufolge seiner Rechtskraft den Streit der Parteien verbindlich ein für allemal entscheiden soll und grundsätzlich nicht mehr in Frage gestellt werden darf, selbst wenn es auf unrichtigen Grundlagen beruhen sollte (BGE 115 II 187 E. 3b S. 191; 127 III 496 E. 3b S. 499 ff.). Von materieller Rechtskraft kann im vorliegenden Bereich der freiwilligen Gerichtsbarkeit (E. 2.1 oben) allerdings insoweit nicht gesprochen werden, als auf Entscheidungen zurückgekommen werden kann (BGE 136 III 178 E. 5.2 S. 182/183). Dennoch besteht - im Interesse der Beteiligten gleichwie im öffentlichen Interesse - das Bedürfnis, eine beliebige Neuaufrollung der Angelegenheit zu verbieten. Ein zweites Verfahren zwischen den gleichen Parteien und ihren Rechtsnachfolgern über denselben Gegenstand kann zwar nicht an der negativen Wirkung der materiellen Rechtskraft ("ne bis in idem"), wohl aber am fehlenden Rechtsschutzinteresse scheitern (HABSCHEID, Freiwillige Gerichtsbarkeit, in: Deutsche Landesreferate zum VII. Internationalen Kongress für Rechtsvergleichung in Uppsala 1966, 1967, S. 213 ff., S. 242/243).