Citation: I 235/06 12.01.2007 E. 5

Unbestritten ist die dem Beschwerdeführer mit Einspracheentscheid vom 11. Mai 2005 rückwirkend für die Periode vom 1. Mai 2002 bis 30. September 2004 zuerkannte ganze Invalidenrente, basierend auf einem Invaliditätsgrad von 100 %. Darüber ist auch im vorliegenden Verfahren nicht mehr zu befinden, jedoch entgegen der Vorinstanz, nicht zufolge der Teilrechtskraft des Rentenentscheides (BGE 130 V 502 Erw. 1.1, 125 V 415 Erw. 2 mit Hinweisen), sondern, weil aufgrund der sich aus den Akten ergebenden Anhaltspunkte, insbesondere des psychiatrischen Gutachtens des Dr. med. I.________ vom 30. Januar 2003, kein hinreichender Anlass zur Ueberprüfung nicht beanstandeter Aspekte besteht, zumal auch der Regionale Ärztliche Dienst gemäss Protokolleintrag vom 18. Februar 2003 eine volle Arbeitsunfähigkeit als ausgewiesen erachtete. Streitig und zu prüfen bleibt somit die Frage, ob die IV-Stelle zu Recht den geltend gemachten Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Rente der Invalidenversicherung ab 1. Oktober 2004 abgewiesen hat. Zu prüfen ist mithin, ob sich die gesundheitlichen Verhältnisse ab diesem Zeitpunkt in rentenausschliessendem Mass verbessert haben. 5.1 Die Vorinstanz ging in Bestätigung der Verwaltung davon aus, dass der Beschwerdeführer bedingt durch die geringgradigen depressiven Beschwerden für jegliche Tätigkeit nur noch zu 10 % in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sei. Sie stützte sich in ihrem Entscheid auf das Gutachten des Psychiaters Dr. med. C.________ vom 1. Dezember 2004. Danach leidet der Beschwerdeführer u.a. an einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig leichter Episode (ICD-10 F33.0), sowie Verdacht auf chronische Glomerulonephritis mit: mittelschwerer, reduzierter Nierenfunktion, arterieller Hypertonie, Proteinurie und minimer glomerulärer Mikrohämaturie sowie Hypercholesterinämie. Gemäss Gutachter würden sich die Aussagen des Versicherten, welche in diversen im Gutachten aufgelisteten Berichten festgehalten seien, in zahlreichen Bereichen (z.B. Kriegserlebnisse, Zeitpunkt der Entdeckung des Nierenleidens, Ursache der partiellen Fingeramputation) widersprechen. Diese Widersprüche seien nicht durch eine rezidivierende depressive Störung erklärbar. In den verschiedenen Berichten seien unterschiedlichste immer neu auftretende und wechselnde Beschwerden aufgelistet, welche ebenso nicht durch eine psychische Krankheit erklärbar seien. Es fänden sich insbesondere keine Hinweise für eine posttraumatische Belastungsstörung. Zusammenfassend könne festgehalten werden, dass neben der rezidivierenden depressiven Störung mit aktuell geringgradigen depressiven Beschwerden ein Rentenbegehren vorliege. Bezüglich Arbeitsfähigkeit ging der Psychiater von einer leichten Leistungsverminderung von 10 % betreffend alle Tätigkeiten aus. 5.2 Demgegenüber vertritt der Beschwerdeführer den Standpunkt, sein Gesundheitszustand habe sich seit der Rentenzusprache nicht derart verbessert. Im Gegenteil müsse davon ausgegangen werden, dass sich die Arbeitsfähigkeit nur schon aufgrund der somatischen Krankheit, des Nierenleidens, in dieser Zeit verschlimmert habe und im massgebenden Zeitpunkt des Einspracheentscheides eine diesbezügliche Arbeitsunfähigkeit von 50 % vorlag. Da sich somatische und psychische Krankheitsursachen gegenseitig beeinflussen können, bedürfe es zur Beurteilung der vorliegend strittigen Arbeitsunfähigkeit einer polydisziplinären Untersuchung. 5.3 Mit der Vorinstanz kann zur Beurteilung der verbliebenen Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers auf das psychiatrische Gutachten des Dr. med. C.________ vom 1. Dezember 2004 abgestellt werden. Zwar werden in dieser Expertise zu einem grossen Teil lediglich die medizinischen Unterlagen reproduziert und in den Schlussfolgerungen ist es eher knapp gehalten. Die Diagnosen und Beurteilungen im Gutachten sind jedoch nachvollziehbar und klar. Zudem beruht es auf eigenen Untersuchungen. Insgesamt vermag es den rechtsprechungsgemäss erforderlichen Kriterien (BGE 125 V 352 Erw. 3 mit Hinweisen) an eine beweiskräftige medizinische Entscheidsgrundlage zu genügen. Nachdem gemäss Gutachten nur noch eine geringgradige depressive Störung aktuell war, kann in psychischer Hinsicht von einer klaren Besserung des Gesundheitszustandes im Vergleich zum Zeitpunkt der Begutachtung durch den Psychiater Dr. med. I.________ ausgegangen werden. Was die somatische Seite betrifft, ist aktenkundig, dass der Versicherte unter anderem an einer Niereninsuffizienz leidet. Der Psychiater Dr. med. C.________ hielt in seinem Gutachten diesbezüglich fest, dass die Einschränkung der Nierenfunktion stabil zu sein scheine. Aus dem mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde eingereichten Bericht des Nephrologen Dr. med. S.________ vom 18. November 2005 - der entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin prozessual beachtlich ist, da er sich bezüglich des Gesundheitszustandes bis zum Zeitpunkt des Einspracheentscheides, welcher die zeitliche Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis bildet (BGE 129 V 169 Erw. 1), äussert - ergibt sich, dass die Arbeitsfähigkeit im Jahr 2002 wegen der Niere zwar noch nicht eingeschränkt war, dass das Nierenleiden in der Zwischenzeit aber deutlich zugenommen hat und die Niereninsuffizienz bei unverändertem Fortschreiten in absehbarer Zeit (im Laufe des folgenden Jahres) zur Dialysebedürftigkeit führen dürfte. Mithin ist nicht auszuschliessen, dass das Nierenleiden zu einer erheblichen, invaliditätsrelevanten Arbeitsunfähigkeit führt. Allerdings ist aufgrund der Akten nicht überwiegend wahrscheinlich, dass dies bereits im massgebenden Zeitpunkt des Einspracheentscheides vom 11. Mai 2005 der Fall gewesen war. So hat das Nierenleiden erst im Oktober 2005 zu einer Hospitalisation geführt; vorher hat sich der Beschwerdeführer gemäss Bericht des Dr. med. S.________ vom 18. November 2005 seit 2002 nie beim Nephrologen gemeldet. Auch aus den übrigen prozessual beachtlichen Akten ergeben sich keine Anhaltspunkte dafür, dass das Nierenleiden schon im Zeitpunkt des Einspracheentscheides eine relevante Arbeitsunfähigkeit bewirkt hätte. Von zusätzlichen Abklärungen sind diesbezüglich keine neuen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb darauf verzichtet wird (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 124 V 94 Erw. 4b, 122 V 162 Erw. 1d). Mit Blick auf diese Ausgangslage ist die Verwaltungsgerichtsbeschwerde abzuweisen. Die Akten sind jedoch an die IV-Stelle zu überweisen, damit sie die Auswirkungen des ab Oktober 2005 ausgewiesenen erheblichen Nierenleidens prüfe.