Citation: 2C_1031/2020 E. 2.3.4

2.3.4. Die Belegenheitsgemeinde weist in diesem Zusammenhang - an sich mit Recht - auf die geübte Buchungspraxis hin. Wiederum nach den verbindlichen Feststellungen der Vorinstanz hatte die Steuerpflichtige beide Objekte unter ihrem Anlagevermögen ausgewiesen. Die Belegenheitsgemeinde schliesst daraus, dass es sich um Anlageobjekte gehandelt haben müsse, ansonsten die Grundstücke im Umlaufvermögen eingestellt worden wären. Dazu ist folgendes zu sagen: Von Handelsrechts wegen müssen einerseits die flüssigen Mittel, anderseits die Aktiven, die voraussichtlich innerhalb eines Jahres ab Bilanzstichtag oder innerhalb des normalen Geschäftszyklus zu flüssigen Mitteln werden oder anderweitig realisiert werden, als Umlaufvermögen bilanziert werden (Art. 959 Abs. 3 Satz 1 OR). Im Umkehrschluss ergibt sich, dass Aktiven, die nicht innerhalb der nächsten zwölf Monate verkäuflich sind, im Anlagevermögen auszuweisen sind (Art. 959 Abs. 3 Satz 2, Art. 960d Abs. 1 und 2 OR; Ulrike Stefani, in: Dieter Pfaff/Stephan Glanz/Thomas Stenz/Florian Zihler [Hrsg.], Rechnungslegung nach Obligationenrecht, 2. Aufl. 2019, N. 47 zu Art. 959 OR; ähnlich Peter Böckli, Neue OR-Rechnungslegung, 2. Aufl. 2019, N. 367).