Citation: 5A_463/2014 E. 7.4

7.4. Schliesslich legt der Beschwerdeführer den Finger auf die Art und Weise, wie die Vorinstanz der Verschuldung der Arztpraxis Rechnung trägt. Er besteht darauf, dass die Schulden in der Höhe von rund Fr. 500'000.-- aus dem Geschäftserlös beglichen werden müssen. Bevor von einem Privatbezug des Geschäftsinhabers gesprochen werden könne, seien vom vorläufigen Ertrag die geschäftsbedingten Verpflichtungen bzw. die im laufenden oder folgenden Jahr zu erbringenden Schuldentilgungen abzuziehen. Das liege in der "wirtschaftlichen Logik des Geschäftsbetriebes" und müsse als "gerichtsnotorisch" gelten. Auch damit vermag der Beschwerdeführer nichts auszurichten. Zum einen stellt das Obergericht fest, der Beschwerdeführer habe die einzelnen Positionen seiner Schulden ebenso wenig klar beziffern können wie die erste Instanz. Die von ihm behaupteten und in Abzug gebrachten Schulden würden zwischen Fr. 130'000.-- und Fr. 500'000.-- schwanken. Der Beschwerdeführer bringe immer wieder neue Zahlen vor und vermische nicht nur Ertrags- und Bilanzwerte, sondern unzulässigerweise auch private und geschäftliche Aufwendungen. Schulden von einer halben Million Franken seien jedenfalls nicht ausgewiesen. Dagegen kommt der Beschwerdeführer vor Bundesgericht nicht auf. Seine Vorbringen erschöpfen sich in appellatorischer Kritik. Bloss zu behaupten, der angefochtene Entscheid sei "realitätsfremd", genügt nicht, um die buchhalterischen Überlegungen des Obergerichts als offensichtlich unhaltbar auszuweisen. Die vorinstanzliche Erkenntnis, dass er mit seinen Forderungen Erfolgs- und Bilanzwerte vermische, stellt der Beschwerdeführer nicht in Abrede. Er tut auch nicht dar, weshalb die Vorinstanz elementare Regeln des Rechnungswesens verkennt, wenn sie die Privatentnahmen als erfolgsneutral bezeichnet und die Tilgung von Schulden (Bank- und Privatdarlehen, Steuerschulden, Versicherung, Kreditoren etc.) nicht als Abzug vom Reingewinn zulassen will, weil sie sich als erfolgsneutraler Vorgang lediglich in der Bilanz niederschlage. Im Ergebnis hält es also vor der Verfassung stand, wenn das Obergericht sich weigert, den Saldo der Erfolgsrechnung durch die behaupteten Geschäftsschulden zu schmälern, und zum Schluss kommt, dass dieser Saldo im Einzelunternehmen das Unternehmereinkommen darstellt, das der Einzelunternehmer frei verwenden kann. Ob und gegebenenfalls in welchem Umfang der Beschwerdeführer seinen Unternehmensgewinn zur Schuldentilgung verwenden kann, ist nicht eine Frage seines Einkommens und damit seiner wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit, sondern eine solche der Verwendung der verfügbaren Mittel. Darauf wird zurückzukommen sein (dazu E. 9.3 und 9.5).