Citation: 1C_493/2021 E. 4.2

4.2. Das Baurekursgericht führte einen Augenschein durch und gelangte zum Schluss, dass die Balkonverlängerung, mit welcher der Balkon rund 2.5 m über die Giebelfassade in den Freiraum hinausrage, äusserst störend in Erscheinung trete. Balkone fänden sich bei kernzonentypischen Gebäuden eher selten und stellten daher per se ein eher fremdkörperhaft wirkendes Element dar. Das streitbetroffene Gebäude sei zwar aus dem Inventar der Schutzobjekte von kommunaler Bedeutung entlassen worden, gleichwohl handle es sich aber um einen typischen Kernzonenbau mit Fachwerkoptik, dem eine nicht unerhebliche Wirkung im Ortsbild zukomme. Mit der ursprünglichen Platzierung des Balkons in der Mitte der Giebelfassade sei der Balkon vom öffentlichen Strassenraum her nicht einsehbar gewesen; die mittige Ausrichtung habe ein trotz der modernen Materialisierung harmonisches Bild ergeben und habe daher bewilligt werden können, womit den privaten Interessen an einem nutzbaren Aussenraum habe nachgekommen werden können. Mit der unbewilligten Erweiterung habe sich dies grundlegend geändert. Die Balkonerweiterung sei vom Strassenraum her gut einsehbar. Der Balkon wirke durch die Auskragung über die Fassadenflucht äusserst dominant und störend und beeinträchtige somit sowohl das Erscheinungsbild des Gebäudes selbst als auch seine nähere landschaftliche Umgebung. Auch die Materialisierung des Balkons vermöge mit der seitlichen Auskragung nicht mehr zu überzeugen und wirke gegenüber dem kernzonentypischen Gebäude befremdlich. Die Ausführungen der kommunalen Vorinstanz, dass mit dem strittigen Balkon die Proportionen des Gebäudes nachteilig verändert würden und der Balkon wie ein vorgestelltes Möbel wirke, seien zutreffend. Somit seien weder die Anforderungen nach Art. 3 BZO erfüllt, noch sei die in der Kernzone geforderte gute Einordnung nach § 238 Abs. 2 PBG gegeben. Das Verwaltungsgericht erachtete die - mit der kommunalen Baubewilligungsbehörde sowie der Baudirektion übereinstimmende - Einschätzung der Vorinstanz mit Blick auf das bei den Akten liegende Augenscheinprotokoll mit Fotografien als überzeugend. Die dominante und störende Wirkung - insbesondere der Auskragung - des Balkons sei aus den bei den Akten liegenden Fotografien ersichtlich. Entgegen dem Beschwerdeführer sei der Balkon auch nicht schwebend, sondern er stehe auf mehreren Beinen; der Vergleich mit einem "vorgestellten Möbel" erscheine durchaus stimmig. Der Balkon sei sodann vom Strassenraum durchaus gut einsehbar, doch würde selbst die blosse Einsehbarkeit von Nachbargrundstücken genügen. Es sei auch plausibel, dass mit der Materialisierung des Balkons bei einer Länge von 4,5 m eine andere Wirkung einhergehe, als dies nun bei einer Länge von 11,5 m der Fall sei.