Citation: 5A_13/2024 E. 4.1

4.1. Gemäss Art. 298d ZGB regelt die Kindesschutzbehörde auf Begehren eines Elternteils, des Kindes oder von Amtes wegen die Zuteilung der elterlichen Sorge neu, wenn dies wegen wesentlicher Änderung der Verhältnisse zur Wahrung des Kindeswohls nötig ist (Absatz 1). Sie kann sich auf die Regelung der Obhut, des persönlichen Verkehrs oder der Betreuungsanteile beschränken (Absatz 2). Die Neuregelung unterliegt damit zwei Voraussetzungen: Es muss eine wesentliche Änderung der Verhältnisse eingetreten sein und die Neuordnung der Obhut muss sich unter dem Blickwinkel des Kindeswohls aufdrängen (Urteile 5A_414/2022 vom 27. März 2023; 5A_100/2021 vom 25. August 2021 E. 3.1). Ein Wechsel um des Wechsels Willen kann nicht im Interesse des Kindes sein. Dem Kriterium der Stabilität der Verhältnisse ist im Abänderungsverfahren deshalb ein besonderes Gewicht beizumessen (Urteil 5A_428/2014 vom 22. Juli 2014 E. 6.2). Entsprechend kann eine Änderung der Besuchsregelung auch nicht dazu dienen, unliebsame behördliche Entscheidungen nachträglich zu Gunsten einer Partei abzuändern oder das ursprüngliche Verfahren erneut aufzurollen (vgl. Urteil 5C.146/2001 vom 26. Oktober 2001 E. 2c). Die Ermessensfrage, ob eine wesentliche Veränderung der Verhältnisse eingetreten ist, hat die kantonale Behörde unter Berücksichtigung sämtlicher Umstände des Einzelfalls zu prüfen (Urteil 5A_30/2017 vom 30. Mai 2017 E. 4.2). Bei Überprüfung solcher Ermessensentscheide auferlegt sich das Bundesgericht im eingangs beschriebenen Sinn Zurückhaltung (s. vorne E. 2.2).