Citation: 8C_316/2024 E. 5.1

5.1. Die Vorinstanz prüfte hinsichtlich der Frage der Rechtmässigkeit des Nichteintretens auf das Neuanmeldungsgesuch bundesrechtskoform, ob die Beschwerdeführerin eine anspruchserhebliche Veränderung der tatsächlichen Verhältnisse seit der letzten materiellen Prüfung des Anspruchs glaubhaft gemacht habe. Die diesbezügliche Sachverhaltsfeststellung im angefochtenen Urteil ist für das Bundesgericht grundsätzlich verbindlich (E. 1 hiervor). Mit ihren Vorbringen vermag die Beschwerdeführerin weder eine offensichtlich unrichtige Tatsachenfeststellung noch eine willkürliche Beweiswürdigung darzutun. Soweit sie sich auf den Standpunkt stellt, die Beschwerdegegnerin hätte auf die Neuanmeldung eintreten müssen, weil die neu geltend gemachten psychischen Beschwerden nicht Gegenstand der Verfügung vom 7. Juni 2022 gebildet hätten und daher einen neuen Versicherungsfall dokumentieren würden, kann ihr nicht gefolgt werden. Entscheidend für die glaubhaft zu machende Verschlechterung des Gesundheitszustands ist nicht allein das Hinzutreten einer Diagnose, da damit über das quantitative Element der erheblichen Gesundheitsverschlechterung noch nichts ausgesagt ist. Dies gilt unabhängig davon, ob es sich um eine zusätzliche somatische oder um eine neu hinzutretende psychische Diagnose handelt. Massgebend ist einzig, ob mit der weiteren Diagnose eine anspruchsrelevante Veränderung einhergeht. Dies hat die Vorinstanz mit Blick auf die neu aufgelegten Berichte des Dr. med. B.________ vom 13. August 2022 und des Spital C.________ vom 1. Juli 2022 willkürfrei verneint, indem sie zunächst aufzeigte, dass weder die Terminierung des ersten Behandlungsgesprächs nach dem Anruf beim behandelnden Psychiater noch der Abstand zum zweiten Termin für eine Dringlichkeit und engmaschige Betreuung sprechen würden, wie sie bei einer erheblichen Verschlechterung bzw. bei anspruchsrelevanten Beschwerden zu erwarten wären. Das kantonale Gericht stellte sodann in bundesrechtskonformer Beweiswürdigung fest, der Bericht des Dr. med. B.________ enthalte neben allgemeinen Angaben über die Lebenssituation der Beschwerdeführerin (z.B. ihre Kinder, somatische Beschwerden und Probleme am Arbeitsplatz) weitgehend unauffällige objektive Befunde, was auch von der RAD-Ärztin med. pract. D.________ in ihrer Stellungnahme vom 13. September 2022 bestätigt worden sei. Der behandelnde Psychiater habe sich weder zum Verlauf seit dem 7. Juni 2022 geäussert, noch habe er die Erheblichkeit der geschilderten Beschwerden gewürdigt, womit letztlich unklar bleibe, inwieweit er im Psychostatus einfach die subjektive Darstellung der Beschwerdeführerin übernommen habe. Der Bericht des Spital C.________ vom 1. Juli 2022 dokumentiere sodann mit Relevanz für das Neuanmeldungsverfahren lediglich die Einnahme des Antidepressivums. Die vorinstanzlich gezogene Schlussfolgerung, wonach sich durch die beiden Berichte daher keine anspruchserhebliche gesundheitliche Veränderung glaubhaft ergebe, hält vor Bundesrecht stand. Selbst wenn an einen Bericht eines behandelnden Arztes zur Glaubhaftmachung einer Sachverhaltsveränderung nicht allzu strenge Anforderungen gestellt werden dürfen (Urteil 8C_619/2022 vom 22. Juni 2023 E. 5.1 mit Hinweis), ist doch zu verlangen, dass er sich nicht in einer Wiedergabe der Vorbringen der versicherten Person erschöpft, sondern nachvollziehbar aufzeigt, aufgrund welcher Befunde die behandelnde Fachperson von einer erheblichen Verschlechterung des Gesundheitszustands und namentlich auch einer Arbeitsunfähigkeit ausgeht. Diese Anforderungen zur Glaubhaftmachung einer anspruchsrelevanten Veränderung sind bei den neu aufgelegten Berichten nicht erfüllt; dies auch mit Blick auf den kurzen Zeitraum von nur rund zweieinhalb Monaten zwischen den Vergleichszeitpunkten, der es rechtfertigt, höhere Anforderungen an die Glaubhaftmachung zu stellen (vgl. E. 2.3.2 hiervor).