Citation: 2C_376/2021 E. 4.3.2

4.3.2. Ebenso geht der Vorwurf der Beschwerdeführerin fehl, die Vorinstanz habe den Bericht der Opferhilfestelle, den Bericht der Ärztin und die Strafanzeige als Beweismittel in willkürlicher Weise unrichtig gewürdigt. Art. 77 Abs. 6 und 6 bis VZAE halten fest, dass insbesondere Arztzeugnisse und Strafanzeigen als Hinweise für eheliche Gewalt gelten und Hinweise und Auskünfte von spezialisierten Fachstellen mit zu berücksichtigen sind. Eine Vorgabe, wie die Beweiswürdigung durch die Behörden vorzunehmen ist, enthalten sie jedoch nicht. Die Vorinstanz hat dem Bericht der Opferhilfe, dem Schreiben der Ärztin und der am 16. November 2020 eingereichten Strafanzeige nicht in genereller Weise die Qualität als Beweismittel abgesprochen, sondern zutreffend darauf hingewiesen, dass diese alleine auf den Schilderungen der Beschwerdeführerin beruhen und nicht zeitnah zu den geschilderten Vorfällen verfasst worden sind. Dass die Beschwerdeführerin - wie sie vorbringt - diese Angebote aufgrund ihrer Unkenntnis erst mit Verzögerung in Anspruch genommen hat, ändert daran nichts. Soweit die Beschwerdeführerin auf die dem Arztbericht vom 26. Oktober 2020 vorangegangene Behandlung verweist, hat die Vorinstanz diesen Umstand berücksichtigt, indem sie erwog, die Beschwerdeführerin habe sich erst rund zwei Monate nach der Trennung (vom 14. April 2018) in Behandlung gegeben. Inwiefern beim Vorgehen der Vorinstanz Delikte nicht mehr geahndet werden können, bei denen nur Opfer und Täter zugegen waren, erschliesst sich nicht. Auch in Konstellationen ohne Zeugen sind die Aussagen der beteiligten Personen durch das Gericht zu würdigen. Mit dem pauschalen Vorbringen, es gebe klare Hinweise auf die Wahrheit des von der Beschwerdeführerin Gesagten, ihren Angaben seien detailliert, widerspruchsfrei und frei von Lügenkennzeichen, vermag die Beschwerdeführerin ebenfalls keine willkürliche Beweiswürdigung darzutun. Die Vorinstanz ist aufgrund der im Arztbericht gestellten Diagnose einer Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion nach Trennung von ihrem Ehemann davon ausgegangen, dass die Trennung, und nicht das während der Ehe Erlebte Ursache für die psychiatrische Behandlung war. Mit ihren Ausführungen, wonach der Bericht auch so gelesen werden könne, dass die Beschwerdeführerin eine längere depressive Reaktion hatte nach der Trennung vom Ehemann wegen häuslicher Gewalt, zeigt die Beschwerdeführerin keine geradezu willkürliche Beweiswürdigung durch die Vorinstanz auf.