Citation: 6B_433/2024 E. 2.2.2

2.2.2. Die Vorinstanz hält fest, im Strafprozess richte sich die konkrete Bemessung der Entschädigung nach den §§ 16 ff. AnwGebV/ZH. Sie verweist auf § 17 Abs. 1 lit. b AnwGebV/ZH, wonach die Grundgebühr für die Führung eines Strafprozesses vor den Bezirksgerichten einschliesslich Vorbereitung des Parteivortrags und Teilnahme an der Hauptverhandlung in der Regel Fr. 1'000.-- bis Fr. 28'000.-- beträgt. Diese Pauschalgebühr gelte auch für das Verfahren vor Obergericht. Denn gemäss § 18 Abs. 1 AnwGebV/ZH werde die Gebühr im Berufungsverfahren grundsätzlich nach den für die Bezirksgerichte geltenden Regeln bemessen, wobei auch berücksichtigt werde, ob das Urteil vollumfänglich oder nur teilweise angefochten worden sei. Zur Grundgebühr könnten gemäss § 17 Abs. 2 AnwGebV/ZH Zuschläge berechnet werden. Die Vorinstanz berücksichtigte, dass nur der Beschuldigte Berufung erhoben hatte. Es sei lediglich eine bedingte Freiheitsstrafe von 17 Monaten in Betracht gekommen. Auch über die vor Erstinstanz noch beantragte Landesverweisung habe im Berufungsverfahren wegen des Verschlechterungsverbots nicht mehr entschieden werden müssen. Den Schwierigkeitsgrad des Falls stuft die Vorinstanz als "eher tief" ein. Die Akten seien zwar umfangreich, doch stellten sich "keine komplexen formellen oder prozessualen Fragen". Dies gelte auch für die Beweiswürdigung und die Rechtsfragen. Der notwendige Zeitaufwand für deren Analyse sei deshalb im unteren Drittel des Spektrums einzuordnen. In rechtlicher Hinsicht biete der Fall keine besonderen Anforderungen, was sich auch darin widerspiegle, dass das Plädoyer des Beschwerdeführers im Wesentlichen aus Ausführungen zum Sachverhalt bestanden und kaum rechtliche Ausführungen enthalten habe. Aufgefallen seien beim Plädoyer "die teilweise redundanten und äusserst ausschweifenden Ausführungen", die sich in einem beträchtlichen Ausarbeitungsaufwand niedergeschlagen hätten. Von insgesamt 109.58 geltend gemachten Stunden seien rund 80 Stunden darauf entfallen. Die Vorinstanz fasst zusammen, dass sowohl die Bedeutung des Falls, die Verantwortung der Verteidigung, der notwendige Zeitaufwand und die Schwierigkeit "nicht über dem unteren Wert" lägen. Dementsprechend sei der Beschwerdeführer für das Berufungsverfahren unter Berücksichtigung der geltend gemachten Aufwandspositionen und der Dauer der Berufungsverhandlung pauschal mit Fr. 9'000.-- inkl. Barauslagen und MWST zu entschädigen.