Citation: 1P.529/2001 25.10.2001 E. 3

3.- Das Obergericht geht gestützt auf die Aussagen des Geschäftsinhabers davon aus, dass das Geld in der Zeit zwischen Samstag, dem 10. Januar 1998, kurz vor 16.30 Uhr und Montag, dem 12. Januar 1998, ca. 10.30 Uhr gestohlen wurde. Am Montag zwischen 10.30 und 11.00 Uhr soll dieser das Geld nachgezählt haben. Da im Gebäude keine Einbruch- oder Suchspuren und am Montagmorgen kein offenes Fenster festgestellt worden seien, deute alles darauf hin, dass es sich beim Täter um einen Angestellten des Geschäfts handle, der vom aufbewahrten Geld, nicht aber von der Videoaufzeichnung gewusst und zum Laden Zugang gehabt habe. Die Videoaufzeichnung im Bereich des Ladeneingangs habe gemäss dem Visionierungsbericht ergeben, dass zwischen dem 10. Januar 1998 um 16.00 Uhr bis am 12. Januar 1998 um 10.00 Uhr ausser dem Beschuldigten und dem Geschäftsinhaber keine weiteren Personen festgestellt worden seien. Auch seien die Bänder jeweils gewechselt worden, bevor sie bis zum Ende durchgelaufen gewesen seien. Gegen einen Aussenstehenden als Täter spricht sodann nach Auffassung des Obergerichts, dass nicht die ganzen in der Schublade vorhandenen Fr. 1'600.--, sondern bloss ein Teil davon entwendet wurde. Vermutlich habe mit diesem Vorgehen der Diebstahl verdeckt werden sollen. Da die Angestellten über die Installation des Aufnahmegeräts nicht informiert worden seien, habe sich der Beschwerdeführer nicht veranlasst sehen müssen, auf anderem Weg in das Geschäft zu gelangen. Der Tatverdacht werde auch nicht dadurch entkräftet, dass es im Geschäft auch noch zu Diebstählen gekommen sei, nachdem der Beschwerdeführer bereits nicht mehr dort gearbeitet habe. Auszuschliessen sei auch, dass ihm der Geschäftsinhaber etwas habe "anhängen" wollen. Jedenfalls sei der Beschwerdeführer bis August 1998 weiter dort tätig gewesen. Schliesslich habe sich der Beschwerdeführer durch sein Verhalten nach der Tat zusätzlich verdächtig gemacht. Zusammenfassend hält das Obergericht fest, dass durch die lückenlose Überwachung des Geschäfts und den Ausschluss der übrigen Möglichkeiten des Betretens des Geschäfts feststehe, dass in der fraglichen Tatzeit nur der Beschuldigte neben dem Geschäftsinhaber die Firma Y.________ betreten habe. Dies genüge, um Zweifel an der Täterschaft in der Person des Beschuldigten auszuräumen.