Citation: 1P.236/2005 21.07.2005 E. 5

Im Weiteren stellt die Beschwerdeführerin in Abrede, behauptet zu haben, ein Patient sei gestorben und ein anderer fast, weil kein künstlicher Darmausgang angelegt wurde. Sie bestreitet somit, einen Zusammenhang beziehungsweise eine Kausalität zwischen der Todes- oder beinahen Todesfolge und dem operativen Vorgehen von Prof. Y.________ behauptet zu haben, und macht geltend, sie habe nur gesagt, der Patient sei dann gestorben, womit sie nur eine zeitliche Abfolge angesprochen habe. Im Gesamtzusammenhang ist indessen die Annahme, die Beschwerdeführerin habe mit ihren Behauptungen den Tod oder beinahen Tod der von ihr angesprochenen Patienten als Folge der planmässigen Nichtanlegung künstlicher Darmausgänge dargestellt, jedenfalls nicht willkürlich. So hat die Beschwerdeführerin in den von ihr mitunterzeichneten Schreiben der Schweizerischen Patienten-Organisation SPO vom 23. Februar 1999 ausgeführt, im Jahre 1994 sei während einer Zeitspanne von einem halben bis einem Jahr bei Patienten mit Nahtinsuffizienz nach Kolonresektion kein Anus praeter mehr angelegt worden. Ein Patient mit einer Divertikulitis sei dem Vernehmen nach an den Folgen der Komplikationen verstorben, ein weiterer Patient mit dem gleichen Krankheitsbild sei knapp dem Tod entronnen. Auf Anfrage sei vom damaligen Oberarzt die Antwort gegeben worden, es müsse der Befehl des Chefs befolgt werden, und er habe gegen seine eigene Überzeugung eine End-zu-End-Anastomose anlegen müssen. Damit wird jedenfalls sinngemäss ein innerer Zusammenhang zwischen der Todes- oder beinahen Todesfolge und der angesprochenen Operationstechnik behauptet. Die diesbezüglich wortklauberisch anmutenden Ausführungen der Beschwerdeführerin sind somit nicht geeignet, die Beweiswürdigung der Anklagekammer als willkürlich erscheinen zu lassen.