Citation: 1C_103/2016 E. 4.1

4.1. Der Bericht Geotest ging aufgrund der durchgeführten Sondierungen mittels vier Baggerschlitzen davon aus, dass die bestehende Deponie (Aahus III) zumeist aus einem siltigen Sand mit unterschiedlichem Anteil an Kies, wenig Steinen und Blöcken sowie sehr wenig Fremdmaterial (einzelne Backsteinreste, etwas Plastik) bestehe; im Untergrund befinde sich Moräne bzw. Fels. Gestützt darauf und auf Erfahrungswerte aus der Umgebung wurden vorsichtige Bodenkennwerte geschätzt und Stabilitätsberechnungen für die steilsten Querprofile A-A (Nord) und B-B (Ost) durchgeführt. Der Bericht kommt zum Ergebnis, dass die Stabilität der Deponie (Böschungen und Gesamtstabilität) bei korrektem Einbau und der gezielten Verwendung von lokal besserem Schüttmaterial gewährleistet sei. Hierfür seien bestimmte Randbedingungen einzuhalten (Verzahnung von Deponiematerial mit dem Untergrund in geneigtem Gelände; Verwendung von trockenem und grobkörnigen Material zur Gestaltung der Böschungen, insbesondere der Böschungsfussbereiche, Einbringen des Materials in Lagen zu 30 - 50 cm und Verdichtung mindestens mit dem Dozer; Schutz des Aushubmaterials gegen Durchnässung bzw. Stabilisierung von durchnässtem Material mittels Kalk; Einhaltung eines Quergefälles von 3-5° zur Entwässerung; Vermeidung von Staunässen; Massnahmen zum Schutz gegen Erosion). Konsolidationssetzungen des Deponiekörpers sowie des künstlich geschütteten Untergrundes (alte Deponie) könnten nicht verhindert werden. Da die Deponieoberfläche nach heutigem Kenntnisstand wieder einer landwirtschaftlichen Nutzung zugeführt werde, seien diese Setzungen jedoch von untergeordneter Bedeutung und nicht stabilitätsrelevant. Der Bericht hält abschliessend fest, dass die getätigten Untersuchungen nur eine generelle Beurteilung der geotechnischen Verhältnisse erlaubten. Aus diesem Grund werde eine geotechnische Begleitung während der Deponiephase zur Überprüfung der zum Teil auf Annahmen gestützten Aussagen für erforderlich gehalten. Das AfU beantragte in seiner Beurteilung des UVP-Berichts vom 30. Oktober 2013 (Ziff. 6.2), dass die Vorgaben aus dem Bericht der Geotest AG einzuhalten seien und eine geotechnische Begleitung der Schüttarbeiten mit vorgängiger Genehmigung eines Prüf- resp. Überwachungsprogramms durch das AfU verlangt werde. Im kantonalen Gesamtentscheid wird dafür ein Monitoringkonzept verlangt; in diesem Zusammenhang sei insbesondere die Notwendigkeit von Inklinometern zu prüfen. Die Deponiearbeiten seien durch ein Grundbaubüro geotechnisch begleiten zu lassen. Die im Projekt geplanten Böschungsneigungen von ca. 27° (1:2) dürften auf keinen Fall steiler angelegt werden. Falls standfestes Ablagerungsmaterial nicht in genügender Menge zur Verfügung stehe, müssten die Böschungen entsprechend abgeflacht werden (Auflagen Ziff. 2d S. 6 f.). Diese Auflagen bilden integrierenden Bestandteil der bezirksrätlichen Baubewilligung; die Einreichung und Genehmigung des Monitoringkonzepts ist Voraussetzung für die Erteilung der Baufreigabe (Auflage 10a des Bezirksrats).