Citation: 1C_210/2022 E. 5.2.2

5.2.2. Nach der Auffassung der Vorinstanz legen auch die Aussagen des früheren Ehemanns der Beschwerdeführerin nahe, dass die eheliche Gemeinschaft schon im Zeitpunkt der Gesuchstellung nicht (mehr) von einem intakten Ehewillen getragen worden sei und der Beschwerdeführerin das Bewusstsein in Bezug auf die bestehenden Eheprobleme nicht gefehlt haben könne: Anlässlich seiner zweiten Befragung habe der Ehemann zu Protokoll gegeben, sie hätten bereits zum Zeitpunkt seines ausserehelichen Verhältnisses gewusst, dass sie auseinandergehen würden. Nach dem Tod der Geliebten sei die Ehe noch schlechter gewesen als davor. Dass ihr früherer Ehemann mit dieser Aussage erst den Zeitraum nach der Unterzeichnung der Erklärung betreffend die eheliche Gemeinschaft im Januar 2013 gemeint haben könnte, vermag die Beschwerdeführerin nicht überzeugend darzutun. Die Vorinstanz verwies in diesem Zusammenhang auf ihre Erwägung 9.3.2.5, in der sie die Aussagen des früheren Ehemanns der Beschwerdeführerin zusammengefasst wiedergegeben hat. Demnach sei für den früheren Ehemann klar gewesen, dass er sich scheiden lassen wolle, bevor er seine Freundin kennengelernt habe. Nach dem Tod seiner Freundin habe es sich nur noch um eine theoretische Ehe gehandelt, wobei man wie Bruder und Schwester zusammengelebt habe. Auf die Frage, wie diese Aussage vor dem Hintergrund zu verstehen sei, dass die Geliebte bereits im August 2011 verstorben sei, die Erklärung zum Zustand der Ehe aber erst im Januar 2013 unterschrieben worden sei, habe er angegeben, die Ehe sei nach dem Tod der Freundin noch schlechter gewesen als davor und dass er sich nicht an jedes Detail erinnern könne. Bei der Unterzeichnung der Erklärung habe er sich nicht viel gedacht, sondern einfach unterschrieben. Dass der frühere Ehemann der Beschwerdeführerin mit seiner Aussage "nach dem Tod der Freundin" nicht den Zeitraum nach dem 30. August 2011, sondern jenen nach Januar 2013 gemeint haben könnte, ist nicht ersichtlich. Daran ändert nichts, dass der frühere Ehemann weiter angab, sie seien ja dann auch getrennt gewesen, nachdem die Beschwerdeführerin eine Wohnung gefunden habe. Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin kann aus dieser Aussage jedenfalls nicht geschlossen werden, dass ihr früherer Ehemann die Verschlechterung des ehelichen Lebens "ganz klar zeitlich nach der Einbürgerung der Beschwerdeführerin einordne[...]", nur weil sie im Herbst 2014 in eine eigene Wohnung gezogen sein soll. Auch insofern vermag die Beschwerdeführerin mithin nicht darzutun, dass die Sachverhaltsfeststellungen der Vorinstanz offensichtlich unzutreffend sind.