Citation: 6B_736/2024 E. 1.4.4

1.4.4. Fraglich erscheint, ob auf die in Zusammenhang mit der gerügten Verletzung von Art. 6 EMRK erhobene Rüge der Beschwerdeführerin, die Vorinstanz verletze ihren Anspruch auf rechtliches Gehör, indem sie ihre Beweisanträge mit Beschluss vom 14. Februar 2024 in unzulässiger antizipierter Beweiswürdigung abgewiesen habe, einzugehen ist. Dem vorinstanzlichen Urteil ist diesbezüglich einzig zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 8. Februar 2024 diverse Beweisanträge, unter anderem die Einvernahme von verschiedenen Personen, stellte, die, mit Ausnahme der Anträge, es seien zwei Videodateien und diverse medizinische Dokumente betreffend den Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin zu den Akten zu erkennen, mit Beschluss der Vorinstanz vom 14. Februar 2024 abgewiesen wurden (Urteil S. 7 mit Hinweis auf die kantonalen Akten, pag. 5126 ff., 5191 ff.). Gemäss Art. 331 Abs. 3 StPO können abgelehnte Beweisanträge an der Hauptverhandlung erneut gestellt werden. Diese Bestimmung gilt auch im Berufungsverfahren (Art. 405 Abs. 1 StPO [vgl. Urteile 6B_187/2020 vom 21. Oktober 2020 E. 4.4; 6B_1068/2017 vom 28. Juni 2018 E. 2.6.1; 6B_811/2017 vom 23. März 2018 E. 1.5]). Die Beschwerdeführerin wiederholte die Anträge auf Einvernahme der verschiedenen Personen, die sie in ihrer Beschwerde als Belastungszeugen bezeichnet, anlässlich der Berufungsverhandlung, soweit aus dem vorinstanzlichen Urteil und dem Protokoll der Berufungsverhandlung ersichtlich, nicht (vgl. Urteil S. 7; kantonale Akten, pag. 5214 ff.). Auch begründet die Vorinstanz die Abweisung der entsprechenden Beweisanträge in ihrem Urteil nicht. Folglich basiert die Rüge der Beschwerdeführerin, die Vorinstanz verletze ihren Gehörsanspruch, nicht auf den tatsächlichen Grundlagen im vorinstanzlichen Urteil, weshalb darauf grundsätzlich nicht eingetreten werden kann. Selbst wenn die Begründung der Vorinstanz im Beschluss vom 14. Februar 2024 herangezogen würde, erwiese sich die Rüge als unbegründet, soweit sie überhaupt den qualifizierten Begründungsanforderungen genügte. Einerseits ergibt sich aus der Beschwerde nicht eindeutig, ob sich die Beschwerdeführerin damit gegen die Abweisung des Antrags auf Einvernahme aller von ihr im Beweisantrag genannten Personen wendet oder ob nur die von ihr in der Beschwerde in Strafsachen namentlich genannten Zeugen D.________ und E.________ gemeint sind. Andererseits beschränkt sich die Beschwerdeführerin darauf, geltend zu machen, die (erneute) Befragung der Zeugen wäre zur Wahrung der Verteidigungsrechte zwingend gewesen, wobei sie sich in ihrer Kritik nur teilweise mit der Begründung der Vorinstanz für die Abweisung der Beweisanträge, in der diese teilweise auf die ihres Erachtens zutreffenden Ausführungen der Generalstaatsanwaltschaft verweist, auseinandersetzt und insbesondere nicht aufzeigt, dass die antizipierte Beweiswürdigung der Vorinstanz willkürlich ist (vgl. zur antizipierten Beweiswürdigung: BGE 147 IV 534 E. 2.5.1; 146 III 73 E. 5.2.2; 144 II 427 E. 3.1.3; Urteil 6B_953/2023 vom 15. Dezember 2023 E. 1.4.6, nicht publ. in: BGE 150 IV 1). Die Vorinstanz hat in ihrem Beschluss schlüssig aufgezeigt, weshalb aus ihrer Sicht aus einer erneuten Einvernahme der Zeugen D.________ und E.________ auch nach dem Versterben von F.________ keine relevanten neuen Erkenntnisse zu erwarten seien (vgl. kantonale Akten, pag. 5193 f.). Verletzungen des Anspruchs auf rechtliches Gehör und des Rechts auf ein faires Verfahren sind nicht ersichtlich.