Citation: U 300/02 28.07.2003 E. 2

Die SUVA erbrachte die gesetzlichen Leistungen aus dem Unfall vom 25. April 1991 bis zum 28. Februar 1995 und schloss danach den Versicherungsfall mit Verfügung vom 2. Juni 1995, in welchem sie eine Invalidenrente von 20 % sowie eine 10%ige Integritätsentschädigung zusprach, ab. Streitig und zu prüfen ist, ob dem Versicherten auf Grund des am 27. Juli 2000 gemeldeten Rückfalls weitere Versicherungsleistungen wie Taggelder und Heilkostenersatz oder eine volle Invalidenrente zustehen. 2.1 Zur Beurteilung der seit dem am 27. Juli 2000 gemeldeten Rückfall vorhandenen gesundheitlichen Beeinträchtigungen und zur Beantwortung der Frage, ob zwischen den geltend gemachten Beschwerden und dem Unfallereignis vom 25. April 1991 ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, hat sich das kantonale Gericht in einlässlicher und sorgfältiger Würdigung auf die im Administrativ- und Einspracheverfahren eingeholten, alle rechtsprechungsgemäss erforderlichen Kriterien für beweiskräftige ärztliche Entscheidungsgrundlagen erfüllenden (vgl. BGE 125 V 352 Erw. 3a mit Hinweis) medizinischen Unterlagen gestützt. Dabei kam es zum Schluss, dass die neueren Gutachten keine zusätzlichen erheblichen organischen Schäden nachweisen, die nicht schon in den vor dem letzten Fallabschluss erstellten Berichten aufgeführt worden waren, dass indessen zunehmend eine Überlagerung der alten organischen Schäden durch psychische Probleme stattgefunden hatte. Auf Grund der ärztlichen Berichte konnte die Frage des natürlichen Kausalzusammenhangs bezüglich der psychischen Unfallfolgen nicht abschliessend geprüft werden. Nachdem die Vorinstanz den Unfall als mittelschwer qualifiziert und das Ereignis im Grenzbereich zu den leichten Fällen eingeordnet hatte, konnte sie jedoch offen bleiben, da die Voraussetzungen des adäquaten Kausalzusammenhangs fehlten. 2.2 Der Beschwerdeführer macht geltend, der natürliche und der adäquate Kausalzusammenhang seien klar zu bejahen und der Unfall sei als mittelschwer an der Grenze zu den schweren Fällen zu beurteilen. Er erfülle sowohl das Kriterium der psychischen Fehlentwicklung, welche die erlittenen Verletzungen erfahrungsgemäss auszulösen geeignet sind, als auch die Kriterien der ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung, der körperlichen Dauerschmerzen und der Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit. 2.3 Den - in beweismässiger Hinsicht überzeugenden - medizinischen Angaben des Dr. med. S.________, Oberarzt des Externen Psychiatrischen Dienstes, vom 3. August 2000, sowie der Dres. med. W.________ und H.________, die in einem Austrittsbericht vom 20. Dezember 2000 ausführlich über den stationären Aufenthalt des Beschwerdeführers in der Klinik Y.________ vom 20. September bis 20. Oktober 2000 berichteten, ist zu entnehmen, dass der Versicherte seit ca. einem Jahr ein depressives Syndrom (ICD-10 F32.1) bei anhaltender somatoformer Schmerzstörung (ICD-10 F45.4), bestehend seit ca. zwei Jahren, aufwies. Er leide unter einer Anpassungsstörung mit Angst und Depression im Sinne von ICD-10 F43.2 bei degenerativen Veränderungen der HWS/BWS und LWS und Status nach Wirbelkörperfraktur BWK 12 mit keilförmiger Wirbelkörperdeformierung ICD-10 M54.5 und M54.6 bei Status nach Autounfall 1986 mit Th-12-Kompressionsfraktur und Status nach Sturz im April 1991 mit LWS-Kontusion. Beim Beschwerdeführer sei eine ausgeprägte Symptomausweitung mit Tendenz zu ausgeprägter Somatisierung bei initial thorakolumbalem Schmerzsyndrom festzustellen. Zusätzlich habe sich eine depressive Entwicklung, ausgelöst durch diverse Ereignisse und Kränkungen im Sinne einer Anpassungsstörung, ergeben. Vor diesem Hintergrund hat die Vorinstanz zu Recht eine Adäquanzbeurteilung nach der in BGE 115 V 133 ff. zitierten Rechtsprechung vorgenommen. Zutreffenderweise ausgehend von im mittleren Bereich den leichteren Ereignissen zuzuordnenden Unfällen (vgl. hierzu auch RKUV 1999 Nr. U 330 S. 122 ff. Erw. 4b/bb und 1995 Nr. U 215 S. 91 Erw. b) hat sie alsdann richtig erkannt - auf die diesbezüglichen Erwägungen im kantonalen Entscheid kann verwiesen werden -, dass die rechtsprechungsgemäss in die Prüfung miteinzubeziehenden Kriterien (BGE 115 V 140 Erw. 6c/aa) weder in gehäufter Weise erfüllt sind noch eines der Kriterien in besonders ausgeprägter Form gegeben ist. Immerhin ist entgegen der vorinstanzlichen Würdigung gestützt auf die medizinischen Akten zu erkennen, dass beim Versicherten das Adäquanzkriterium einer ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung zu bejahen ist, wenn auch nicht in ausgeprägter Form. Nachdem der SUVA-Kreisarzt in seiner medizinischen Beurteilung vom 20. Dezember 1994 auch das Vorhandensein von körperlichen Dauerschmerzen ermittelt hatte, ist dieses Kriterium ebenfalls zu bejahen, jedoch auch nicht in ausgeprägter Form. Demzufolge sind die Voraussetzungen für den adäquaten Kausalzusammenhang insgesamt nicht erfüllt. Unter diesen Umständen kann die Frage nach dem natürlichen Kausalzusammenhang offen bleiben. 2.4 Nach dem Gesagten kam es verglichen mit dem Zustand vor Juli 2000 zu keiner Verschlimmerung der auf das Unfallereignis vom 25. April 1991 zurückzuführenden somatischen Folgen und ebenso kamen keine neuen organischen Beschwerden hinzu. Im Hinblick auf eine leichte, nicht allzu stark rückenbelastende, ganztags und ohne nennenswerte Einschränkungen auszuübende Tätigkeit nahm die IV-Stelle des Kantons Aargau eine Umschulung des Beschwerdeführers zum Werkzeugmaschinisten vor, deren Ausbildung der Versicherte im Jahr 2002 mit gutem Erfolg abschloss. Die zunehmend psychischen Beschwerden in Form einer Symptomausweitung mit Tendenz zu ausgeprägter Somatisierung und depressiver Entwicklung begründen daher weder die Ausrichtung von Taggelder und Übernahme von Heilungskosten noch die Zusprechung einer höheren Invalidenrente.