Citation: 5A_361/2022 E. 2.4.2

2.4.2. Ein Vermögensverzehr kommt ausnahmsweise dann in Betracht, wenn das Einkommen der Ehegatten nicht ausreichen würde, um den Bedarf zu decken (BGE 146 III 263 E. 7.1; 138 III 289 E. 11.1.2; 137 III 102 E. 4.2.1.1), was vorliegend offensichtlich nicht der Fall ist. Selbst wenn ein Vermögensertrag von 3 % berücksichtigt würde - eine bei den aktuellen Zinsen eher unrealistische Prozentzahl - und die Leistungsfähigkeit des Beschwerdegegners dadurch um Fr. 500.-- im Monat steigen würde (3 % von 200'000/12), wäre das Ungleichgewicht zwischen den Parteien betreffend ihre Leistungsfähigkeit immer noch hoch. Aus diesen Gründen besteht kein Anlass, das Vermögen des Beschwerdegegners für die Kindesunterhaltsbeiträge anzugreifen.