Citation: 6B_332/2023 E. 5.2.2

5.2.2. Die Vorinstanz untermauert ihren Befund zusätzlich durch die Videoaufnahmen der Überwachungskameras des G.________ Shops. Die in diesem Zusammenhang vom Beschwerdeführer erhobene Rüge der Verletzung des rechtlichen Gehörs und der Nichtgewährung einer Stellungnahme zu diesen Videoaufnahmen, weil ihm diese Aufnahmen im Rahmen seiner Akteneinsicht nicht zugestellt worden seien und er und seine Verteidigung diese folglich nicht gekannt hätten, erweist sich als unbehelflich. Bei den Videoaufnahmen der Tankstelle G.________ Shop handelt es sich um elektronische Dokumente. Diese zählen zu den sachlichen Beweismitteln im Sinne von Art. 192 StPO und werden gemäss Art. 192 Abs. 2 StPO den Urkunden gleichgesetzt (SCHMID/JOSITSCH, Handbuch des schweizerischen Strafprozessrechts, 3. Aufl. 2017, N. 958 mit Hinweis). Werden die sachlichen Beweisgegenstände nicht direkt in die Akten integriert, muss einem sich in den Akten befindenden Verzeichnis entnommen werden können, dass diese zu den Akten genommen wurden und aufbewahrt werden (MARTIN BÜRGISSER, in: Basler Kommentar zur schweizerischen Strafprozessordnung, 2. Aufl. 2014, N. 10 zu Art. 192 StPO). Art. 192 Abs. 3 StPO räumt den Parteien lediglich das Recht ein, die zu den Akten erhobenen Beweisgegenstände einzusehen. Ein Anspruch auf Herausgabe bzw. Zustellung an Parteivertreter nach Art. 102 Abs. 2 StPO besteht bei den in Original zu den Akten genommenen Beweisgegenständen nicht. Eine Herausgabe bzw. Zustellung nach Art. 102 Abs. 2 StPO ist einzig bei den in die Akten integrierten Kopien von Urkunden und Aufzeichnungen möglich (MARTIN BÜRGISSER, a.a.O., N. 11a und 13 zu Art. 192 StPO; SCHMID/JOSITSCH, Schweizerische Strafprozessordnung, Praxiskommentar, 3. Aufl. 2018, N. 7 zu Art. 102 StPO). Der Beschwerdeführer ersuchte um Aktenzustellung in elektronischer Form, entsprechend wurden ihm von der Staatsanwaltschaft und der ersten Instanz die Akten jeweils elektronisch zugestellt. Der Beschwerdeführer räumt selbst ein, dass in act. 2504 die Existenz eines "USB-Stick, Überwachungsvideo Raub" dokumentiert ist. Folglich konnte der Beschwerdeführer den ihm zugestellten Akten entnehmen, dass Aufnahmen der Überwachungskamera des G.________ Shops als Beweisgegenstand in Form eines USB-Sticks im Original zu den Akten genommen wurden. Auf eine Zustellung der Originalaufnahme im Rahmen der Akteneinsicht hatte der Verteidiger des Beschwerdeführers keinen Anspruch. Hingegen stand es ihm frei, die Aufnahmen entweder direkt bei der Behörde einzusehen, um die Anfertigung einer Kopie zu ersuchen oder nachzufragen, ob ihm entgegenkommenderweise der USB-Stick im Original zugeschickt würde. Von keiner dieser Möglichkeiten machte die Verteidigung Gebrauch. Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs liegt nicht vor. Die vom Beschwerdeführer in Zusammenhang mit den Videoaufnahmen vorgebrachten Willkürrügen erweisen sich zudem als unbehelflich. Mit dem Heranziehen der Videoaufnahmen wird das bereits gestützt auf die übrigen den Beschwerdeführer belastenden Beweismittel Erstellte lediglich zusätzlich untermauert. Selbst wenn diesbezüglich eine Verletzung des rechtlichen Gehörs vorläge, vermöchte dies nichts am gestützt auf das übrige Gesamtbeweisergebnis von der Vorinstanz willkürfrei festgestellten Sachverhalt zu ändern. Die Beschwerde erweist sich auch in diesem Punkt als unbegründet.