Citation: U 252/00 28.03.2002 E. 2

2.- Streitig und zu prüfen ist, ob zwischen den heute beklagten und am 22. September 1997 als Rückfall gemeldeten Beschwerden und dem Unfall vom 30. Oktober 1986 der natürliche Kausalzusammenhang mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit gegeben ist. a) Die Vorinstanz verneinte diese Frage. Sie erwog, Frau Dr. med. J.________ habe die Kausalität lediglich mit "Ja" beantwortet, ohne dies näher zu begründen, weshalb ihr Bericht die von der Rechtsprechung herausgebildeten Erfordernisse an einen beweiskräftigen Arztbericht nicht erfülle. Ebenso verhalte es sich mit den Berichten des Dr. med. E.________ vom 11. Januar 1999 und des Dr. med. D.________ vom 6. März 1998. Letzterer halte lediglich Folgendes fest: "Il est bien évident, que les lésions que j'ai observées lors de l'intervention du 16.1.98 sont d'origine arthrosique, à mon avis, posttraumatique". Demgegenüber sei auf den Bericht des Kreisarztes Dr. med. R.________ vom 16. November 1998 abzustellen, der in Kenntnis aller Akten einen Kausalzusammenhang als möglich, aber nicht wahrscheinlich erachte, insbesondere, weil der Beschwerdeführer am 30. Oktober 1986 eine Bogenfraktur von C6 erlitten habe, die 1997 und 1998 festgestellte Arthrose sich jedoch auf dem Niveau C3-C4 und C4-C5 befinde. b) Der Beschwerdeführer lässt in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde geltend machen, die Aussage des Kreisarztes gründe einzig darauf, dass sich seine heutigen Beschwerden nicht auf dem gleichen Niveau wie die Unfallverletzung befänden. Diese Aussage sei medizinisch nicht ausreichend, weshalb die Beschwerden weiter abzuklären seien; dazu sei ein Gutachten im Spital X.________ veranlasst worden. c) Im nun vorliegenden Gutachten des Dr. med. H.________, Leiter Wirbelsäulenchirurgie des Spitals X.________, vom 10. April 2001 führt dieser in Bezug auf die Kausalität aus, auf Grund der anlässlich des Unfallereignisses angefertigten Röntgenaufnahmen vom November 1986 müsse konstatiert werden, dass im Bereich C5/C6 als auch C4/C5 degenerative Veränderungen erkenntlich seien im Sinne der Spondylose mit dorsalen Spondylophyten. Diese Veränderungen im Sinne eines Vorzustandes seien relevant, und die sich im Verlauf ergebende Progression entspreche der Prinzip der sog. "natural history". Es sei anzunehmen, dass das Segment C6/C7 unfallbedingt geschädigt worden sei und konsekutiv einen raschen Verschleiss durchgemacht habe, während sich in den cranialen Abschnitten eher der natürliche Verlauf manifestiere. In dem Sinne seien die nach 1990 erfolgten Interventionen doch eher als Folge der krankhaften Veränderungen zu sehen als des Unfallereignisses. Hervorzuheben sei zudem, dass auf der initialen Aufnahme vom November 1986 degenerative Veränderungen auszumachen seien, aber auch der Verdacht auf eine Instabilität im Bereich C6/C7 bestehe. Die Interpretation sei allein auf einer konventionellen Röntgenaufnahme schwierig und die Beschreibung des CT-Befundes sei insuffizient. Wie so häufig sei letztlich eine kombinierte Pathologie gegeben, einerseits traumatisch und sich daraus ergebende posttraumatische Veränderung, andererseits manifestiere sich hier der natürliche Verlauf von degenerativen Veränderungen. d) Aus diesen Ausführungen des Dr. med. H.________ ergibt sich, dass die am 22. September 1997 als Rückfall gemeldeten Beschwerden nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit unfallbedingt sind. Gerade mit Blick auf die von der Vorinstanz zu Recht als nicht umfassend gewürdigten Berichte der Dres. med. J.________ und D.________ und andererseits den schlüssigen Bericht des Kreisarztes Dr. med. R.________ besteht kein Anlass, nicht auf die nachvollziehbaren Schlussfolgerungen des Dr. med. H.________ abzustellen, nachdem das Gutachten alle rechtsprechungsgemässen (BGE 125 V 352 Erw. 3 mit Hinweisen) Kriterien für eine beweiskräftige ärztliche Entscheidungsgrundlage erfüllt, nämlich umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und schliesslich die Schlussfolgerungen begründet sind. Damit steht aber fest, dass die Kausalität nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen und die Abweisung des Leistungsanspruchs im Ergebnis nicht zu beanstanden ist.