Citation: 1B_413/2018 E. 1

Im Berufungsverfahren gegen das Urteil des Regionalgerichts Berner Jura-Seeland vom 13. Mai 2016 betreffend Nötigung, Missbrauch einer Fernmeldeanlage und Beschimpfung stellte der Beschuldigte A.________ mit Schreiben vom 28. Mai 2018 ein Gesuch um Wechsel der amtlichen Verteidigung. Die 1. Strafkammer des Obergerichts des Kantons Bern wies das Gesuch mit Verfügung vom 31. Juli 2018 ab. Zur Begründung führte die Strafkammer zusammenfassend aus, es fehle an konkreten Anhaltspunkte, dass der amtliche Verteidiger den Beschuldigten nicht hinreichend verteidigt hätte. Ein amtlicher Verteidiger sei nicht verpflichtet, als unkritisches Sprachrohr des Beschuldigten alle vom Beschuldigten gewünschten Beweisanträge zu stellen. Im Übrigen habe der amtliche Verteidiger die Edition verschiedener Verfahrensakten beantragt und anlässlich der erstinstanzlichen Fortsetzungsverhandlung den Antrag gestellt, den Beschuldigten erneut gerichtlich zu befragen. Oberinstanzlich habe er die vom Beschuldigten gestellten Beweisanträge weitergeleitet. Entsprechend seien bislang zwei Beweisbeschlüsse erfolgt. Zusammenfassend seien keine konkreten Hinweise ersichtlich, die in objektiv nachvollziehbarer Weise für ein erheblich gestörtes Verhältnis zwischen dem Beschuldigten und dem amtlichen Verteidiger sprechen würden.