Citation: 5A_558/2024 E. 4.1.2

4.1.2. Das Kind wurde zwar nicht von der Vorinstanz, aber vom Amtsgericht Frankfurt am Main im Rahmen des vom Beschwerdegegner initiierten Rückführungsverfahrens am 11. September 2023 angehört. Die Vorinstanz setzte sich mit den vom Kind anlässlich dieser Anhörung getätigten Äusserungen (insbesondere mit dem Wunsch, bei der Beschwerdeführerin leben zu wollen) auseinander, erachtete diese jedoch unter anderem angesichts des grossen Loyalitätskonflikts für nicht entscheidend. Zur Beantwortung der Frage, ob die Vorinstanz ohne Verletzung von Art. 314a Abs. 1 ZGB bzw. des Rechts auf Beweis der Beschwerdeführerin auf eine erneute Anhörung des Kindes verzichten durfte, ist letztlich massgebend, ob das Amtsgericht das Kind zu den entscheidrelevanten Punkten befragt hat und die Anhörung bzw. deren Ergebnis noch aktuell ist (oben E. 4.1.1). Ersteres ergibt sich direkt aus dem Anhörungsprotokoll: Der Richter am Amtsgericht befragte das Kind insbesondere dazu, bei welchem Elternteil es leben will, und hakte nach, was denn beim Beschwerdegegner - bei welchem das Kind gemäss seinen Aussagen nicht leben wollte - nicht gut gewesen sei. Was Zweiteres anbelangt, macht die Beschwerdeführerin jedenfalls nicht geltend, die rund ein halbes Jahr vor der vorinstanzlichen Verhandlung durchgeführte Anhörung sei zum Zeitpunkt des vorinstanzlichen Entscheids nicht mehr aktuell gewesen; im Gegenteil scheint sie die Auffassung zu vertreten, dass das Kind - wie bereits vor dem Amtsgericht - hätte bestätigen können, dass es nach wie vor bei ihr leben wolle. Der Verzicht auf eine erneute Anhörung des Kindes durch die Vorinstanz verletzt mithin kein Bundesrecht.