Citation: 9C_570/2017 E. 2

Die Vorinstanz stellte gestützt auf die medizinischen Unterlagen fest, dass die Beschwerdegegnerin aus psychischen Gründen als Kosmetikerin und auch in jeder anderen in Betracht fallenden Tätigkeit nur noch hälftig arbeitsfähig sei. Sie habe in den letzten Jahren als selbstständige Kosmetikerin einen Reingewinn von durchschnittlich Fr. 33'805.- im Jahr erzielt. Dieser Verdienst könne jedoch für den Einkommensvergleich gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG nicht als hypothetisches Einkommen ohne Invalidität (Valideneinkommen) herangezogen werden, da sich die Erwerbsfähigkeit darin nicht ohne weiteres widerspiegle. Vielmehr seien die erwirtschafteten Einkünfte auch von zahlreichen anderen Faktoren abhängig. Um ihre Arbeitsleistung zu bestimmen, müsste eine aufwändige betriebswirtschaftliche Expertise durchgeführt werden. Daher erscheine es angebracht, zur Bemessung ihrer hypothetischen Erwerbsfähigkeit ohne Gesundheitsschaden auf eine durchschnittliche Leistung einer Kosmetikerin abzustellen. Für die Belange des Einkommensvergleichs sei für beide hypothetischen Einkommen von der zuletzt verrichteten Tätigkeit als selbstständige Kosmetikerin auszugehen, da sie bei dieser wie auch jeder anderen Arbeit aus psychischen Gründen zu 50 % eingeschränkt ist. In Anlehnung an einen Prozentvergleich sei von einem von der Versicherten erzielbaren Invalideneinkommen von 50 % des Lohnes einer vollzeitlich arbeitenden Kosmetikerin auszugehen. Indessen sei zu berücksichtigen, dass sie im Vergleich zu voll leistungsfähigen Kosmetikerinnen aufgrund ihres psychischen Leidens erheblich behindert sei. So sei sie ausserstande, Überstunden zu leisten und sie sei nicht flexibel. Ferner sei mit vermehrten Krankheitsabsenzen zu rechnen. Unter Berücksichtigung einer verwertbaren Arbeitsfähigkeit von 50 % und eines invaliditätsbedingten Abzugs von 10 % vom Invalideneinkommen resultiere ein Invaliditätsgrad von 55 %.