Citation: 1P.324/2001 30.05.2001 E. 3

3.- Zu prüfen ist somit nur noch die Rüge der Rechtsverweigerung (Art. 29 Abs. 1 BV), weil das Obergericht auf den in der Stellungnahme des Beschwerdeführers zum Haftverlängerungsgesuch gestellten Antrag nicht eingetreten ist, der darauf zielt, Kopien betreffend das Aufsichtsbeschwerdeverfahren gegen Untersuchungsrichter A.________ aus den Haftakten zu entfernen. Das Obergericht begründete sein Nichteintreten damit, dass noch keine Verfügung des Untersuchungsrichters vorliege, mit der ein entsprechendes Gesuch abgewiesen worden wäre, und es somit an einem zulässigen Anfechtungsobjekt fehle. a) Der Beschwerdeführer hält dies für überspitzt formalistisch: Erst im Zusammenhang mit dem Haftverlängerungsgesuch des Untersuchungsrichters habe er Einsicht in die Haftakten erhalten und feststellen können, das sich darin die erwähnten Kopien befinden. In der knappen Vernehmlassungsfrist von 3 Tagen sei es ihm unmöglich gewesen, zuerst beim Untersuchungsrichter eine entsprechende Verfügung zu verlangen, die er dann beim Obergericht hätte anfechten können. Ausserdem habe der Untersuchungsrichter, indem er die Urkunden zu den Akten nahm, bereits Fakten geschaffen, welche den Inhalt einer entsprechenden Verfügung vorweggenommen hätten. Der Inhalt einer entsprechenden Verfügung sei damit so klar, dass es als überspitzter Formalismus betrachtet werden müsse, wenn das Obergericht auf einer schriftlichen Verfügung als Anfechtungsobjekt bestehe. b) Wie das Obergericht jedoch in seiner Vernehmlassung ausgeführt hat, setzt die Beschwerde an das Obergericht - mit Ausnahme der Beschwerde um Haftentlassung - einen Entscheid oder die Säumnis des Untersuchungsrichters voraus. In Bezug auf die Entfernung der umstrittenen Akten aus den Haftakten lag jedoch weder das eine noch das andere vor. Das Beharren auf einer Verfügung als Anfechtungsobjekt sollte dem Untersuchungsrichter Gelegenheit geben, sich zu dem neuen Antrag zu äussern und ihm gegebenenfalls stattzugeben, womit sich ein gerichtliches Verfahren erübrigt hätte. Die Vorgehensweise des Obergerichts stellte somit keinen leeren Formalismus dar, sondern diente einem berechtigten Zweck. Es ist nicht ersichtlich, dass dem Beschwerdeführer dadurch ein Nachteil entstanden wäre: Das Obergericht hat in seinem Entscheid über die Haftbeschwerde bzw. die Haftverlängerung nicht auf die fraglichen Aktenkopien abgestellt und der Beschwerdeführer hat weiterhin die Möglichkeit, eine entsprechende Verfügung des Untersuchungsrichters zu erwirken und diese gegebenenfalls gerichtlich anzufechten.