Citation: 6B_492/2022 E. 3.3.3

3.3.3. Zusammengefasst verkennt die Vorinstanz keineswegs, dass die Verwahrung nur angeordnet werden kann, wenn eine stationäre Massnahme gemäss Art. 59 StGB keinen Erfolg verspricht, d.h. im Urteilszeitpunkt eine langfristige Nichttherapierbarkeit ausgewiesen ist (Urteil S. 30 f.). Eine Verwahrung kommt insoweit nur unter dieser Voraussetzung von Art. 64 Abs. 1 lit. b StGB überhaupt in Betracht, insbesondere auch nicht (wie dem Beschwerdeführer zuzustimmen ist), wenn erst längerfristig ein Behandlungserfolg zu erreichen ist (BGE 140 IV 1 E. 3.2.4). Indes befand sich der Beschwerdeführer seit seiner Jugend nahezu ununterbrochen in Therapie und erreichte auch während der fast zehnjährigen stationären therapeutischen Massnahme keine namhaften Fortschritte (Urteil S. 32). Es tritt die Sicherungsfunktion in den Vordergrund und angesichts seiner Gefährlichkeit und sehr schlechten Legalprognose die Verwahrung. Die Vorinstanz stellt fest, dass sich aus den Gutachten 2018 und 2013 das Bild einer nicht therapierbaren Person ergibt. Die langjährigen Therapien hätten keine oder nicht ausreichende Erfolge gezeitigt. Der Beschwerdeführer befinde sich seit 1997 nahezu durchgehend in Therapie. Es liege eine Therapieresistenz vor. Auch das Anlassdelikt von 2005 habe er während eines Vollzugs in der Therapie begangen. Nach der Kastration (vgl. bereits Urteil 6B_975/2020 vom 14. Oktober 2020 E. 3.4.4 mit Hinweis) finde sich in den Akten keine massgebende Veränderung in der Therapie. Er sei zumindest zurzeit nicht therapierbar. Bezüglich seiner Argumentation, es seien nicht sämtliche möglichen Therapien ausprobiert worden, verweist die Vorinstanz auf das Gutachten 2018, woraus klar ersichtlich ist, dass der Gutachter keine weitere Therapiemöglichkeit sieht (Urteil S. 31). Abzustellen ist diesbezüglich auf das forensische Gutachten (vgl. BGE 140 IV 49 zu Art. 56 Abs. 3 StGB). Aufgrund dieser tatsächlichen Feststellungen durfte die Vorinstanz den Antrag auf Anordnung einer stationären therapeutischen Massnahme ablehnen, ohne Bundesrecht zu verletzen. Unter dem Titel der Legalprognose, bei der auch die Vorstrafen zu berücksichtigen sind (BGE 148 IV 1 E. 3.6.1), und der Verhältnismässigkeit (vgl. Urteile 6B_1076/2021 vom 28. Oktober 2021 E. 2.6.1; 6B_381/2021 vom 17. Juni 2021 E. 4.6.3) ist festzustellen, dass mit grosser Wahrscheinlichkeit erneut Gewalttaten zu erwarten sind, die hochrangige Rechtsgüter der sexuellen Integrität und von Leib und Leben betreffen. Die bisher verübten (oben Sachverhalt A) und künftig zu erwartenden Straftaten sind schwerwiegend. Wie die Vorinstanz schliesst, erreicht die Gefährlichkeit einen Grad, der angesichts des nicht deliktorientiert therapierten und sich zumindest zurzeit als unbehandelbar erweisenden Beschwerdeführers die Verwahrung rechtfertigt. Es besteht zurzeit kein Raum für eine mildere Massnahme (Urteil S. 32). Indes ist darauf hinzuweisen, dass auch im Verwahrungsvollzug die Behandlungswilligkeit zu fördern und Behandlungsversuche durchzuführen bzw. fortzusetzen sind, wenn zu erwarten ist, dadurch lasse sich die Legalprognose massgeblich verbessern (oben E. 2.6; Urteil 6B_381/2021 vom 17. Juni 2021 E. 4.7).