Citation: 6B_492/2022 E. 3.2

3.2. Die Vorinstanz beurteilt bereits die vom Beschwerdeführer erneut vorgetragenen Einwände einer "Aggravation der Diagnosen" insbesondere im Verhältnis des aktuellen Gutachtens 2018 zum Gutachten 2013 und stellt fest, der Gutachter weise im 192 Seiten umfassenden Gutachten 2018 immer wieder auf die verschiedenen Widersprüche in den Therapieberichten und Gutachten hin (Urteil S. 10 ff.). Sie setzt sich mit den Diagnosen der schweren Persönlichkeitsstörung, der Psychopathie und der Störung der Sexualpräferenz (Voyeurismus, Pädophilie, Sadismus, Opfer erschreckende Anteile, chronifizierte Vergewaltigungsdisposition) auseinander (Urteil S. 12 ff.) und erläutert auf die gutachterlichen Ausführungen gestützt, weshalb das angepasste Vollzugsverhalten des Beschwerdeführers nicht ausschlaggebend sein könne und die Diagnosen bzw. das Gutachten damit nicht in Frage zu stellen seien. Sie weist den Vorwurf zurück, das "desaströse Gutachten 2018" beende einen positiv eingeschlagenen Weg. Zum "pauschalen" Einwand, der Beschwerdeführer sei zur Manipulation der Therapiepersonen gar nicht in der Lage, hält die Vorinstanz fest, dass er sich nach dem Gutachten im institutionellen Alltag gut anpassen könne; er habe nach eigener Aussage mit der Zeit gelernt zu sagen, "was Therapeuten hören wollen" (Urteil S. 14). Bereits das Gutachten 2013 habe der Ansicht der Therapeuten nicht folgen können. Die Vollzugslockerungen seien jeweils gescheitert und hätten in der jüngeren Vergangenheit nicht umgesetzt werden können, da den Vorhaben der mangelnde Fortschritt, insbesondere im Bereich der deliktorientierten Therapie, im Wege gestanden sei und nach dem Gutachten 2018 immer noch stehe (Urteil S. 20). So könne oder wolle sich der Beschwerdeführer mit dem letzten Delikt vom 8. Mai 2005 nicht auseinandersetzen (sexuelle Nötigung mit Messerführung an den Hals der Frau, die Pfefferspray einsetzte, worauf er von ihr abliess, zurückkehrte und versuchte, auf die rücklings am Boden liegende Frau wahllos mehrere Male einzustechen, ohne dass es ihm gelang, die Frau, die sich mit Händen, Füssen, Schreien und Pfefferspray zur Wehr setzte, zu verletzen). Das sei auch an der vorinstanzlichen Verhandlung offensichtlich geworden und im Gutachten 2018 zutreffend analysiert worden (Urteil S. 21, 26 f.). Bereits der Gutachter 2013 habe festgehalten, dass die Bearbeitung dieser Tat für das Erreichen relevanter risikosenkender Effekte unabdingbar wäre, da dieses Anlassdelikt im Vergleich zu den drei gestandenen Vergewaltigungen eine progrediente Entwicklung sichtbar werden lasse. Wie die Vorinstanz feststellt, ist auch der Hinweis auf die Kastration unbegründet, denn nach dem Gutachten 2018 erscheine die psychopathische Kernpersönlichkeit unverändert; durch diese Behandlung könnten die Paraphilien nicht geheilt werden, auch wenn das sexuelle Interesse im Moment reduziert sein dürfte. Der Beschwerdeführer habe auch unter einer in der Abgabe eng kontrollierten chemischen Kastration mit Androcur weiter rezidiviert. Eine misogyne, d.h. frauenfeindliche, Grundhaltung und Persönlichkeitsproblematik seien deliktdynamisch mindestens genau so bedeutsam und würden durch einen tiefen Testosteronspiegel nicht zum Verschwinden gebracht (Urteil S. 22 f.).