Citation: 1P.404/2006 12.09.2006 E. 4

4.1 In der Folge zog das Obergericht in Betracht, dass die als ordnungsgemäss geltende Zustellung des Strafbefehls in die am 10. Juli 2005 begonnenen Gerichtsferien fiel (§ 140 Abs. 1 GVG). Die Rechtsmittelfrist stand bis 20. August 2005 still und begann erst am 21. August 2005 wieder zu laufen. Die zehntägige Einsprachefrist endete nach richtiger Berechnung des Obergerichts am 30. August 2005, weshalb die Einsprache am 9. September 2005 verspätet erfolgt ist. Das Obergericht prüfte daher, ob allenfalls eine Fristwiederherstellung in Frage kommen könnte: § 199 Abs. 1 GVG sieht vor, dass das Gericht auf Antrag der säumigen Partei eine Frist wiederherstellen und eine Verhandlung neu ansetzen kann, bei grobem Verschulden der Partei oder ihres Vertreters aber nur mit Einwilligung der Gegenpartei. Nach Abs. 3 der zitierten Bestimmung ist das Wiederherstellungsgesuch spätestens zehn Tage nach dem Wegfall des Hindernisses zu stellen. 4.2 Das Obergericht kam zum Schluss, aufgrund des Verhaltens des Beschwerdeführers, welches zur schuldhaften Verhinderung der Zustellung geführt habe, sei die Fristversäumnis ohne weiteres als grobe Nachlässigkeit zu werten, die eine Wiederherstellung verbiete. Es kann wiederum auf den angefochtenen Beschluss verwiesen werden (Art. 36a Abs. 3 OG). Die Argumentation des Obergerichts ist verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden. Der Beschwerdeführer vermag weder eine Konventions- noch eine Verfassungsverletzung darzutun.