Citation: 8C_123/2007 19.02.2008 E. 5

5.1 In sachverhaltlicher Hinsicht hat sich die Vorinstanz auf das zuhanden der Invalidenversicherung erstellte Gutachten in der medizinischen Abklärungsstelle vom 14. Februar 2006 gestützt. Demnach besteht eine Arbeitsfähigkeit von 40 %. 5.2 Was zunächst die Knie-, Becken- und Rückenschmerzen betrifft, ist dem Gutachten Folgendes zu entnehmen: Aus internistischer Sicht ergab sich keine Arbeitsunfähigkeit der Versicherten. Die funktionelle Untersuchung der Hüftgelenke durch den Orthopäden zeigten volle Bewegungsumfänge. Bei Endphasenbewegungen an der rechten Hüfte gab die Versicherte Schmerzen an (im Tractus-Bereich), welche der Gutachter auf die Fehlbelastung im Gangbild zurückführte; Impingement-Zeichen im Sinne einer Limbusläsion bestanden indessen nicht. Die funktionelle Untersuchung der Kniegelenke war unauffällig. In sämtlichen Wirbelsäulenbereichen wurden Druck- und Klopfdolenzen paravertebral beidseits angegeben, bei problemlosen und vollen Beweglichkeitsumfängen, voller Reklinations- und Seitenneigungsfähigkeit nach beiden Seiten, allerdings mit Schmerzangabe in sämtlichen Endbereichen, vor allem im Bereich von Lendenwirbelsäule/Sakrum. In der Beurteilung erachtete der Orthopäde die Wiedereingliederung in einen regelmässigen Arbeitsprozess als unwahrscheinlich. Aus neurologischer Sicht war der klinische Befund im Bereich des Kreuzes trotz Angabe von Schmerzen unauffällig, insbesondere war die Beweglichkeit frei und die Muskulatur nicht vermehrt tonisiert. Die geklagten Schmerzen in Knie, Becken und Rücken finden damit keine hinreichende somatische Erklärung. Dass sie durch die Verletzung des Fusses verursacht wurden, ist nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt (BGE 126 V 353 E. 5b S. 360, 130 III 321 E. 3.2 u. 3.3 S. 324 f.). Im Übrigen geben die Ärzte in den Teilgutachten keine konkreten Stellungnahmen zur Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ab. 5.3 In der Gesamtbeurteilung wird die 40%ige Arbeitsfähigkeit in einer leidensbedingten Tätigkeit denn auch mit "der chronischen Schmerzproblematik und der verminderten psychophysischen Belastbarkeit" begründet. Der begutachtende Psychiater diagnostizierte eine depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F32.01), als Ausdruck einer chronifizierten Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion (ICD-10 F43.21), sowie eine depressive Neurose bzw. Dysthymie (ICD-10 F34.1). Nach der Rechtsprechung ist eine Invalidisierung durch eine Schmerzstörung nur ausnahmsweise anzunehmen, wobei das Kriterium der psychischen Komorbidität von erheblicher Schwere, Ausprägung und Dauer im Vordergrund steht (BGE 130 V 352, 131 V 49 E. 1.2 S. 50). Daran fehlt es vorliegend. Weder der Diagnosestellung noch der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit kann entnommen werden, dass der Versicherten die Ressourcen für den Umgang mit ihren Schmerzen fehlen. 5.4 Selbst wenn vom Vorliegen invalidisierender Knie-, Becken-, Rücken- und psychischer Beschwerden auszugehen und überdies ein natürlich-kausaler Zusammenhang zur fehlgeschlagenen Heilbehandlung anzunehmen wäre (was mit dem Gutachten der medizinischen Abklärungsstelle nicht abzuklären war und daher nicht erstellt ist), müsste die adäquate Kausalität - im Sinne der allgemeinen Adäquanzformel (E. 4) - verneint werden. Wie die SUVA in ihrer Beschwerde richtig anmerkt, ist Ausgangspunkt der Beurteilung nicht das Unfallereignis, sondern die von der Versicherten als traumatisch empfundene Heilbehandlung, nämlich die Operation vom 26. November 2001 (Arthrodese des unteren Sprunggelenks) und der nachfolgende ungünstige Verlauf mit Re-Arthrodese am 12. Februar 2003. Auch in Anbetracht der weiten Bandbreite der Versicherten ist ein solcher Eingriff nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung nicht geeignet, eine schmerzbedingte Arbeitsunfähigkeit von 60 % zu bewirken, auch unter Berücksichtigung der hier unbestrittenen Einschränkung, die allein auf die Fussbeschwerden zurückzuführen ist (Arbeitsfähigkeit von 6 Stunden pro Tag). Damit hat die SUVA - gestützt auf die spezialärztlichen Untersuchungen ihres Dr. med. S.________ und dessen Stellungnahmen insbesondere vom 6. April 2004 und vom 29. Juli 2004 - zu Recht nur die Beschwerden am rechten Fuss als unfallbedingt berücksichtigt. Zu ergänzen ist in diesem Zusammenhang mit Blick auf die beschwerdegegnerische Rüge, dass von der geltend gemachten kurzen Dauer der Untersuchung nicht auf die Mangelhaftigkeit der ärztlichen Stellungnahme geschlossen werden kann, zumal Dr. med. S.________ durch die medizinischen Vorakten über den Verlauf des Leidens ausführlich dokumentiert war. Der vorinstanzliche Entscheid ist daher aufzuheben und der Einspracheentscheid der SUVA vom 7. Juni 2006 zu bestätigen.