Citation: 6B_1468/2020 E. 2.1

2.1. Im Einzelnen macht er geltend, er sei im Jahr 1996 führendes Mitglied einer Gruppierung gewesen, die unter anderem die Korruption bekämpft habe und dafür verfolgt worden sei. Nach einer Anti-Korruptions-Demonstration seien vier regierungstreue, bewaffnete Männer in das Haus seiner Familie eingedrungen und hätten nach ihm gefragt. Als sein Vater sich ihnen in den Weg gestellt habe, hätten sie diesen erschossen. Er selbst habe flüchten können und habe seither versteckt gelebt, bis er Nigeria verlassen habe. Seiner Mutter werde heute noch damit gedroht, dass ihr Sohn im Falle einer Rückkehr das gleiche Schicksal erleiden werde wie sein Vater. Eine Rückkehr nach Nigeria komme folglich einem Todesurteil gleich. Der Polizeirapport von damals, ein Zeitungsartikel sowie die Todesbescheinigung des Vaters würden diese Umstände belegen. Dabei sei verständlich, dass sich der von ihm bei der vorinstanzlichen Einvernahme geschilderte Ablauf anders darstelle als im Artikel beschrieben, da die Ereignisse immerhin bereits 24 Jahre zurücklägen. Entgegen der Vorinstanz sei es nicht an ihm, den Nachweis dafür zu erbringen, dass er aktuell immer noch verfolgt werde. Die Strafverfolgungsbehörde müsse bei einer geltend gemachten, drohenden Verletzung des Non-Refoulement-Prinzips umfassend abklären, ob tatsächlich eine Bedrohungslage vorliege. Misslinge der Nachweis, dass der Beschwerdeführer in seinem Heimatland nicht in Gefahr sei, sei in Anwendung des Grundsatzes "in dubio pro reo" von einer Landesverweisung abzusehen.