Citation: 6B_182/2021 E. B

Auf Berufungen von A.________ und der Staats- und Jugendanwaltschaft des Kantons Glarus sowie auf Anschlussberufung von B.________ hin sprach das Obergericht des Kantons Glarus A.________ am 26. Juni 2020 der versuchten schweren Körperverletzung zum Nachteil von B.________ schuldig; von den übrigen Anklagevorwürfen sprach es ihn frei. Es bestrafte A.________ mit einer bedingten Freiheitsstrafe von 18 Monaten bei einer Probezeit von zwei Jahren. Das Obergericht erachtet folgenden Sachverhalt als erstellt: Am Nachmittag des 19. Mai 2013 begegnete die Tochter von A.________ am Bahnhof U.________ ihrem Ex-Freund B.________ und fürchtete sich deshalb davor, in den Zug zu steigen. Auf Anraten ihrer Mutter rief sie ihren Bruder an und bat ihn, sie mit dem Auto beim Spital abzuholen. Ihr Bruder informierte ihren gemeinsamen Vater, A.________, telefonisch, dass seine Schwester von B.________ belästigt worden sei (was sich jedoch als falsch herausstellte) und dass er sie beim Kantonsspital abholen gehe. Nachdem der Sohn von A.________ mit einem Kollegen seine Schwester abgeholt hatte, fuhren sie zum Bahnhof, um B.________ zu suchen. Sie entdeckten ihn mit seinen drei Kollegen, C.________, D.________ und E.________, beim Güterschuppen, worauf der Sohn von A.________ denselben telefonisch über deren Aufenthaltsort informierte. Um ca. 16.15 Uhr fuhr A.________ am Güterschuppen entlang, hielt sein Auto wenige Meter von B.________ entfernt brüsk an, stieg aus und ging direkt auf diesen zu (angefochtener Entscheid E. III.4 S. 14 f.). Als A.________ B.________ fragte, was zwischen ihm und seiner Tochter vorgefallen sei, gab es ein erstes Wortgefecht, nach welchem sich A.________ umdrehte und Anstalten machte, zu seinem Auto zurückzugehen. In diesem Moment rief ihm C.________etwas zu, worauf sich A.________ wieder der Gruppe zuwandte und erneut auf B.________ zusteuerte. C.________, der über das angespannte Verhältnis zwischen A.________ und B.________ Bescheid wusste, stellte sich zwischen die beiden, wonach es zu einem ersten Handgemenge zwischen C.________ und A.________ kam. Im Verlauf der Auseinandersetzung mischte sich auch B.________ ein und A.________ zog, um sich vor dessen Schlägen zu schützen, C.________ vor sich hin, sodass dieser versehentlich durch einen Faustschlag von B.________ getroffen und ausser Gefecht gesetzt wurde. Abgesehen von einem leichten "Anpuffen" hat sich D.________ zurückgehalten und sich nicht in das Geschehen eingemischt, ebenso wenig wie E.________, der seinen Hund die ganze Zeit über etwas abseits an der Leine hielt (angefochtener Entscheid E. III.6.4 S. 24 f., E. III.7.3 S. 26 f., E. III.8.5.1 ff. S. 34 f.). Nach diesem ersten Gerangel ging A.________ vier bis fünf Meter zu seinem Auto zurück, öffnete die hintere Fahrzeugtüre, behändigte einen roten Baseballschläger aus Aluminium und kehrte damit wild um sich schlagend zu B.________ zurück, den er unmittelbar neben der Rampe mit voller Wucht gegen den Kopf schlug, sodass dieser zu Boden ging (angefochtener Entscheid E. III.8.1.1 S. 27, E. III.8.3 S. 29 f., E. III.8.5.5 S. 36). A.________ liess darauf von ihm ab, ging zu seinem Auto zurück und fuhr nach V.________ in sein Geschäft, wo er den Baseballschläger im Magazin deponierte, sich sein Gesicht wusch und sich mit seinem Sohn unterhielt. Erst danach fuhr er wieder Richtung U.________, um sich in ärztliche Behandlung zu begeben (angefochtener Entscheid E. III.9.3 S. 41).