Citation: I 174/02 23.12.2003 E. 3

Streitig ist des Weiteren, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Invalidenrente hat. 3.1 Laut Bericht des behandelnden Arztes Dr. med. G.________ vom 7. November 2000 war der Beschwerdeführer seit dem Unfall vom 22. Dezember 1999 nie mehr als zu 50 % arbeitsfähig. Vom 7. April bis 23. Juli 2000 war er zu 100 % und vom 24. Juli bis 3. Oktober 2000 zu 70 % arbeitsunfähig. Während des zuletzt genannten Zeitabschnitts war er beim bisherigen Arbeitgeber zu 30 % als Hilfsmagaziner beschäftigt, konnte aber selbst leichtere Arbeiten behinderungsbedingt nicht selbstständig verrichten. Im Anschluss an die Operation vom 4. Oktober 2000 bestand wieder eine volle Arbeitsunfähigkeit, welche nach den Berichten der Klinik Y.________ und des behandelnden Arztes mindestens bis Januar 2001 andauerte. Nach der am 8. Mai 2001 erfolgten dritten Operation bestätigte die Klinik Y.________ am 4. Oktober 2001 rückwirkend eine volle Arbeitsunfähigkeit seit Januar 2001 und stellte fest, dass mit einer postoperativen vollen Arbeitsunfähigkeit von bis zu sechs Monaten, d.h. bis Ende 2001 zu rechnen sei. Auf Grund dieser ärztlichen Angaben, von welchen abzugehen keine Anlass besteht, ist anzunehmen, dass der Beschwerdeführer in der Zeit nach dem Unfall vom 22. Dezember 1999 und bis zu dem für die Beurteilung des Leistungsanspruchs massgebenden Zeitpunkt des Verfügungserlasses (BGE 121 V 366 Erw. 1b) nie mehr als zu 30 % arbeitsfähig gewesen ist. Bei Ablauf der für den Rentenanspruch nach Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG geltenden Wartezeit am 21. Dezember 2000 war er während eines Jahres durchschnittlich mindestens zu zwei Dritteln arbeitsunfähig und weiterhin mindestens im gleichen Mass erwerbsunfähig. Eine Verwertung der restlichen Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt war ihm auf Grund der gesundheitlichen Beeinträchtigungen und der durchgeführten medizinischen Massnahmen (einschliesslich der Operation vom 4. Mai 2001) weder bei Ablauf der Wartezeit noch in der Zeit bis zum Verfügungserlass am 16. Mai 2001 zumutbar. Er hat daher ab 1. Dezember 2000 (Art. 28 Abs. 3 Satz 1 IVG) Anspruch auf eine ganze Rente der Invalidenversicherung. 3.2 Nicht zu prüfen ist, wie es sich hinsichtlich des Rentenanspruchs in der Zeit nach Erlass der streitigen Verfügung verhält. Darüber wird die IV-Stelle noch zu entscheiden haben. Sie wird auf Grund ergänzender Arztberichte vorab darüber zu befinden haben, ab welchem Zeitpunkt dem Beschwerdeführer eine Verwertung der Restarbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt möglich und zumutbar war. Bei der Ermittlung des für die Invaliditätsbemessung massgebenden Invalideneinkommens wird sie die Rechtsprechung zu beachten haben, wonach das Abstellen auf DAP-Löhne voraussetzt, dass in der Regel mindestens fünf zumutbare Arbeitsplätze angegeben werden. Im Hinblick auf die geforderte Repräsentativität der DAP-Profile und der daraus abgeleiteten Lohnangaben bedarf es zusätzlicher Angaben über die Gesamtzahl der auf Grund der gegebenen Behinderung in Frage kommenden dokumentierten Arbeitsplätze, über den Höchst- und den Tiefstlohn sowie über den Durchschnittslohn der dem jeweils verwendeten Behinderungsprofil entsprechenden Gruppe, womit eine Überprüfung des Auswahlermessens ermöglicht wird. Fehlt es an entsprechenden Angaben, hat die Invaliditätsbemessung auf Grund von Tabellenlöhnen gemäss den vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) zu erfolgen (zur Publikation in der Amtlichen Sammlung vorgesehenes Urteil C. vom 28. August 2003, U 35 und 47/00, Erw. 4.2.2). Im genannten Urteil hat das Eidgenössische Versicherungsgericht des Weiteren entschieden, dass bei der Ermittlung des Invalideneinkommens auf Grund von DAP-Löhnen leidensbedingte Abzüge, wie sie praxisgemäss bei den statistischen Tabellenlöhnen der LSE vorgenommen werden können (vgl. BGE 126 V 75 ff.), nicht sachgerecht und nicht zulässig sind. Bezüglich der weiteren persönlichen und beruflichen Merkmale (Teilzeitarbeit, Alter, Dienstjahre, Aufenthaltsstatus), die bei der Anwendung der LSE zu einem Abzug führen können, ist darauf hinzuweisen, dass auf den DAP-Blättern in der Regel nicht nur ein Durchschnittslohn, sondern ein Minimum und ein Maximum angegeben sind, innerhalb deren Spannbreite auf die konkreten Umstände Rücksicht genommen werden kann (Erw. 4.2.3).