Citation: 6B_1334/2020 E. 2.1

2.1. Der Beschwerdeführer rügt, die Vorinstanz - wie auch die kantonalen Behörden - hätten auf sein Gesuch um Aufhebung der Massnahme und Haftentlassung eintreten müssen. Art. 62d Abs. 1 StGB begründe die Pflicht der Behörde, sein Gesuch zu prüfen. Der vorinstanzlichen Begründung, auf sein Gesuch nicht einzutreten, da die Sache im Zeitpunkt der Gesuchstellung beim Bundesgericht hängig gewesen sei, könne nicht gefolgt werden. Gegenstand des bundesgerichtlichen Verfahrens 6B_850/2020 sei lediglich die Zulässigkeit der Fortführung der Massnahme zum Zeitpunkt des 14. Mai 2020 gewesen. Vorliegend gehe es jedoch nicht um "die Zurücknahme des [vorinstanzlichen] Urteils vom 14. Mai 2020, sondern um eine neue Beurteilung im Lichte der Verhältnisse vom 25. August 2020. Ob die zwischenzeitlich veränderten Umstände seit der letzten Überprüfung zu einem anderen Ergebnis geführt hätten, sei - soweit die Änderungen nicht offenkundig irrelevant und das Gesuch rechtsmissbräuchlich seien - im Rahmen eines Sachentscheides zu prüfen. Dies sei vorliegend der Fall gewesen, da sich der Beschwerdeführer seit dem 4. November 2019 in Haft und nicht (mehr) im Massnahmevollzug befunden habe. Die Fortsetzung der stationären Massnahme sei insbesondere im Lichte der EMRK und der hierzu ergangenen Rechtsprechung nur bei einer (zügigen) Unterbringung in einer geeigneten Einrichtung zulässig. Hierauf habe das Bundesgericht in seinem Urteil vom 8. Oktober 2020 explizit hingewiesen (Verfahren 6B_850/2020 E. 2.5.4). Die letzte klinische Berichterstattung und Anhörung des Beschwerdeführers habe im Zeitpunkt der erneuten Gesuchstellung am 25. August 2020 bereits mehr als zehn Monate zurückgelegen und es habe sich abgezeichnet, dass sich der Vollzug der Massnahme weiter verzögern werde. Mangels geeigneter Unterbringung hätte die Vorinstanz die Massnahme aufheben und den Beschwerdeführer aus der Haft entlassen müssen, zumal der Massnahmevollzug und der Freiheitsentzug die Dauer der aufgeschobenen Haft bereits um ein Vielfaches überschreite.