Citation: 8C_68/2021 E. 5.2

5.2. Der Vorinstanz ist darin zuzustimmen, dass aufgrund der Unfallschwere (mittelschwer im Grenzbereich zu den schweren Unfällen) und der gehäuft gegebenen Adäquanzkriterien ein Anspruch auf eine Integritätsentschädigung für die psychischen Unfallfolgen grundsätzlich in Betracht kommt (vgl. E. 4.2 hiervor). Wie die Suva aber zu Recht vorbringt, fehlt es vorliegend an einer eindeutigen individuellen Langzeitprognose, wonach mit Bezug auf die psychischen Unfallfolgen mit dem erforderlichen Beweisgrad erstellt wäre, dass lebenslänglich keine Besserung oder Erholung eintreten wird. Vielmehr erachteten die asim-Gutachter eine dem Störungsbild angemessene, ausreichend lange vollstationäre Behandlung als angebracht. Es sei vorstellbar, dass schon aufgrund des Milieuwechsels (Familie) und im Zusammenhang mit einer Förderung resp. therapeutischen Begleitung integrativer Reflexion und Introspektion zumindest eine gewisse Besserung der dysfunktionalen Verhaltensweisen möglich sei. Eine derartige Massnahme sei der Versicherten aus psychiatrischer Sicht vollumfänglich zumutbar. In diesem Sinne sei aus Sicht der Experten der Endzustand für die Einschätzung eines psychischen Integritätsschadens noch nicht erreicht. Aus diesen Ausführungen erhellt, dass sich die Anspruchsvoraussetzungen für eine Integritätsentschädigung bei psychischen Unfallfolgen noch nicht zuverlässig beurteilen lassen. Zwar waren die Gutachter hinsichtlich einer Zustandsbesserung skeptisch. Eine gesicherte Prognose hinsichtlich der Dauerhaftigkeit der Beeinträchtigung kann aber nach Ansicht der Experten offenbar erst zu einem späteren Zeitpunkt gestellt werden kann (vgl. E. 4.4 hiervor). Indem die Vorinstanz entgegen der klaren medizinischen Beurteilung auf die Dauerhaftigkeit des psychischen Gesundheitsschadens schloss, hat sie Bundesrecht verletzt (vgl. E. 4.3 hiervor).