Citation: 1P.557/2002 09.12.2002 E. 4

Aus den dargelegten Erwägungen des angefochtenen Entscheides ergibt sich, dass sowohl die Verweigerung des bedingten Strafvollzuges als auch die Verweigerung des Strafaufschubes zugunsten einer ambulanten Massnahme unter dem Gesichtspunkt des rechtlichen Gehörs ausreichend begründet wurde. Es lassen sich ihnen die wesentlichen Gründe entnehmen, weshalb das Obergericht den Vollzug der Freiheitsstrafe anordnete und keinen Strafaufschub zugunsten der ambulanten Massnahme gewährte. Daran ändert auch das Vorbringen des Beschwerdeführers nichts, die Begründung enthalte seiner Ansicht nach einen "Gedankensprung". Soweit er ausführlich darlegt, wie die Urteilsmotive seiner Ansicht nach aufzubauen gewesen wären, enthält die Beschwerde unzulässige appellatorische Kritik an den Erwägungen des Obergerichtes (vgl. Art.90 Abs.1 lit.b OG), indem nicht dargelegt wird, inwiefern diese das rechtliche Gehör verletzten bzw. den Verurteilten am Beschreiten des Rechtsweges behinderten. Dabei verkennt der Beschwerdeführer, dass dem Richter bei der Strukturierung seiner Erwägungen ein weit gehendes Ermessen zukommt und die Urteilsbegründung sich nach der dargelegten Praxis des Bundesgerichtes nicht ausnahmslos mit sämtlichen Vorbringen der Parteien ausdrücklich und im einzelnen auseinander zu setzen braucht. Der Vorwurf, das Obergericht habe die relevanten Feststellungen des Gutachters nicht wiedergegeben und sich zu den gutachterlich festgestellten bzw. für einen Strafaufschub notwendigen Therapieaussichten nicht geäussert, erschiene im Übrigen offensichtlich unzutreffend (vgl. oben, E.3.2-3.4).