Citation: 6B_70/2023 E. 2.5

2.5. Im Übrigen ist es nicht Sache des Bundesgerichts, sich zwecks Anwendung von Art. 141 Abs. 5 StPO mit rein theoretischen Verwertungsverboten auseinanderzusetzen, obschon es zu keiner (belegten) Verwertung des entsprechenden Beweises kam oder zumindest zu keiner Verwertung zuungunsten der vom Verwertungsverbot betroffenen beschuldigten Person im Sinne von Art. 147 Abs. 4 StPO (Urteil 6B_475/2022 vom 5. April 2023 E. 4.4). Hinzu kommt, dass sich das vorliegende Verfahren gegen vier Beschuldigte richtete. Selbst wenn der Beschwerdeführer an einer Einvernahme in Verletzung von Art. 147 Abs. 1 StPO nicht hätte teilnehmen können, kann die Einvernahme zugunsten der weiteren Beschuldigten und, soweit deren Teilnahmerecht gewährleistet war, auch zu deren Ungunsten verwertbar sein. Fraglich ist, ob sich der Beschwerdeführer unter diesen Umständen überhaupt auf Art. 141 Abs. 5 StPO berufen kann (vgl. dazu WOHLERS/BLÄSI, Dogmatik und praktische Relevanz der Beweisverwertungsverbote im Strafprozessrecht der Schweiz, recht 2015 S. 158 ff., S. 171 f.).