Citation: 6B_695/2024 E. 4.3.3

4.3.3. Was allfällige Rechtfertigungs- oder Schuldausschlussgründe betrifft, verweist die Vorinstanz auf ihre Ausführungen zum Angriff. Demnach führt die Alkoholisierung des Beschwerdeführers nicht zu einer verminderten Schuldfähigkeit. Die Vorinstanz verweist zutreffend auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung, wonach für die Beeinträchtigung der Einsichts- und Steuerungsfähigkeit infolge von Trunkenheit der psychopathologische Zustand (der Rausch) massgebend ist und nicht dessen Ursache, die Alkoholisierung, die sich in der Blutalkoholkonzentration widerspiegelt. Zwischen dieser und darauf beruhender forensisch relevanter Psychopathologie gibt es keine feste Korrelation; stets sind Alkoholgewöhnung, die Tatsituation sowie die weiteren Umstände in die Beurteilung der Schuldfähigkeit einzubeziehen. Im Sinne einer groben Faustregel geht die Rechtsprechung dennoch davon aus, dass bei einer Blutalkoholkonzentration unter zwei Gewichtspromille in der Regel keine Beeinträchtigung der Schuldfähigkeit gegeben ist und dass bei einer solchen von drei Promille und darüber meist Schuldunfähigkeit vorliegt. Bei einer Blutalkoholkonzentration zwischen zwei und drei Promille besteht im Regelfall eine Vermutung für die Verminderung der Schuldfähigkeit. Diese Vermutung kann jedoch im Einzelfall durch Gegenindizien umgestossen werden (BGE 122 IV 49 E. 1b; Urteile 6B_953/2023 vom 15. Dezember 2023 E. 1.4.4; 6B_1363/2019 vom 19. November 2020 E. 1.7.2; 6B_79/2019 vom 5. August 2019 E. 2.3.2; 6B_648/2014 vom 28. Januar 2015 E. 2.2, nicht publ. in: BGE 141 IV 34; je mit Hinweisen). Die Vorinstanz knüpft an ihre Erwägungen zur Einholung eines psychiatrischen Gutachtens an (siehe dazu E. 2 hiervor) und gelangt zum Schluss, die Aussagen des Beschwerdeführers hinsichtlich seines Alkoholkonsums vor der Tat seien unglaubhaft. An der Berufungsverhandlung habe er erklärt, dass er nur noch drei Viertel von der Tat wisse, da er betrunken gewesen sei. Dies wertet die Vorinstanz als Schutzbehauptung. Denn gleichzeitig habe er erklärt, er sei absolut sicher, den Beschwerdegegner 2 nicht mit dem Hammer geschlagen zu haben. Er habe nämlich gewusst, was er tat, als er zusammen mit dem Mitbeschuldigten C.________ die Türe aufgestossen habe. Die Vorinstanz nimmt an, dass der Beschwerdeführer vor der Tat Alkohol konsumierte, die Menge bleibe jedoch unklar. Weiter geht sie davon aus, dass der Beschwerdeführer damals täglich getrunken habe. Objektive Beweismittel, die seine Blutalkoholkonzentration während der Tat festhalten, würden jedoch fehlen. Darüber hinaus lasse sich den Akten kein Hinweis auf eine verminderte Schuldfähigkeit entnehmen. Keinem der Beteiligten sei diesbezüglich etwas aufgefallen. Teilweise hätten sie nicht einmal sagen können, ob der Beschwerdeführer überhaupt alkoholisiert gewesen sei. Der Beschwerdeführer und die Mitbeschuldigten C.________ und D.________ seien gemeinsam mit E.________ mit dem Auto von St. Gallen nach Zürich gefahren, wobei der Beschwerdeführer den Hammer mitgenommen habe. Sie hätten in Zürich den Wohnort des Beschwerdegegners 2 und dessen Mitbewohners aufgesucht, die Türe aufgebrochen, den Angriff vollzogen und den Tatort teils rennend verlassen, um gemeinsam mit dem Auto wieder nach Hause zu fahren. Die Vorinstanz bejaht angesichts dieses Tatablaufs zu Recht einen Realitätsbezug des Beschwerdeführers. Selbst wenn er vor der Tat Alkohol konsumiert haben sollte, bleibt es dabei, dass keine Schuldausschlussgründe ersichtlich sind.