Citation: 6P.55/2001 26.06.2001 E. 6

6.- Der Beschwerdeführer macht geltend, die Vorinstanz habe Art. 9 Abs. 3 OHG verletzt, weil sie die Haftungsquote nicht angegeben habe (Beschwerde, S. 12). a)Sinn und Zweck des Opferhilfegesetzes ist es unter anderem, die Verfahren zu vereinfachen, mit denen Opfer von Straftaten ihre Ansprüche geltend machen können. Über die Forderungen des Opfers soll deshalb möglichst im Adhäsionsverfahren zum Strafverfahren befunden werden. Gemäss Art. 9 Abs. 3 OHG kann der Strafrichter die Zivilansprüche aber auch nur dem Grundsatz nach entscheiden und das Opfer im Übrigen auf den Zivilweg verweisen, falls die Beurteilung der Zivilansprüche einen unverhältnismässigen Aufwand erfordern würde. Der Strafrichter wird dann lediglich von der Berechnung der Höhe des Schadens, nicht aber von dessen Bemessung entbunden. Zu den Grundsatzfragen, die der Strafrichter in jedem Fall zu entscheiden hat, gehört die Verantwortlichkeit des Beschuldigten gegenüber dem Opfer. Darunter fällt auch die Haftungsquote, zumindest soweit kein Anteil eines Dritten zu beachten ist, der am Verfahren nicht teilnimmt (BGE 125 IV 153 E. 2b/ aa; 123 IV 78 E. 2b; 122 IV 37 E 2c S. 41 f.). Die Bestimmung der Haftungsquote bildet einen Bestandteil der gesetzlichen Pflicht des Richters, über die zivilrechtliche Verantwortlichkeit des Beschuldigten im Grundsatz zu entscheiden. b) Die Vorinstanz stellt in Ziffer 2 des Urteilsdispositivs fest, "dass der Berufungsbeklagte dem Berufungskläger für den eingetretenen Schaden haftet" (angefochtenes Urteil, S. 2). Die Vorinstanz hat zwar die Haftungsquote nicht ausdrücklich genannt, doch fehlt eine Beschränkung der Haftung im Urteilsdispositiv. Zudem ergibt sich aus der Urteilsbegründung, in welcher keinerlei potenziell haftungsreduzierende Faktoren, wie etwa ein Mitverschulden des Beschwerdeführers, genannt werden (angefochtenes Urteil, S. 14 ff.), dass die Vorinstanz eine volle Haftung des Beschwerdegegners für den beim Beschwerdeführer entstandenen Schaden bejaht hat. Die Beschwerde erweist sich damit in diesem Punkt als unbegründet.