Citation: 4A_507/2024 E. 5.3

5.3. Die Vorinstanz verneinte die Missbräuchlichkeit der Kündigung. Der Beschwerdegegner habe keine Gewissheit gehabt, dass die abgemahnten Mietzinse nicht geschuldet seien. Vielmehr hätten erhebliche Rechtsunsicherheiten bestanden bezüglich der Wirkung der mit den Nachträgen 1-5 behaupteten Abreden betreffend Mietzinse, die erst nach Pfändungsbeschlag entstehen. Der Beschwerdegegner habe daher mit guten Gründen den höchst möglichen Mietzinsausstand abgemahnt. Wie sich ergeben habe, hätten die behaupteten Stundungs- und Erlassabreden (einschliesslich der Teilerlassabrede) für die abgemahnten Mietzinse wegen des Pfändungsbeschlags keine Wirkung entfalten können. Somit sei der in der Kündigungsandrohung vom 19. April 2022 abgemahnte Mietzinsausstand gar nicht zu hoch. Auch das Zuwarten von rund zwei Monaten seit Ablauf der in der Kündigungsandrohung angesetzten Frist sei bei den gegebenen Umständen, welche die Vorinstanz im Einzelnen darlegt, nicht als missbräuchlich zu betrachten. Sodann gebe es keinen Anlass zur Annahme, auf den Beschwerdegegner sei Druck von einem Gläubiger ausgeübt worden, sodass er nur deshalb die ausserordentliche Kündigung ausgesprochen habe. Im Rahmen der Zwangsverwaltung sei es die Aufgabe des Beschwerdegegners, für die Mietzinserträge des Mietobjekts besorgt zu sein und zu vermeiden, dass die Beschwerdeführerin zu Lasten der Pfändungsgläubiger bevorzugt werde.