Citation: 1B_418/2018 E. 2.4

2.4. Der Beschwerdegegner bringt vor, es sei unerheblich, was er anlässlich der Einvernahme zugegeben haben solle. Massgebend sei, dass er als beschuldigte Person einvernommen und ihm vorgehalten worden sei, als mutmasslicher (Mit-) Verursacher für 123 Sprayereien verantwortlich zu sein. Erforderlich sei somit eine ex-ante-Betrachtung. Entgegen der Auffassung der Staatsanwaltschaft sei von einer natürlichen Handlungseinheit auszugehen. Vermutlich seien in einer einzigen Nacht 61 Sprayereien entstanden, die darüber hinaus einen engen örtlichen Zusammenhang hätten. Zudem gehe es auch um Mittäterschaft oder Teilnahme. Wenn die Staatsanwaltschaft vorbringe, der Vorhalt des Fotodossiers dürfe nicht mit einem Tatverdacht in Bezug auf alle darin abgebildeten Graffitis gleichgesetzt werden, rüge sie die Sachverhaltsfestellung durch die Vorinstanz, die allerdings verbindlich sei. Er folge zudem der bundesgerichtlichen Auffassung in BGE 144 IV 217 nicht. Im Übrigen habe das Bundesgericht auch als zulässig erkannt, verschiedene Straftaten in einem Gesamtzusammenhang zu betrachten und anstelle einer Geld- eine Freiheitsstrafe als Gesamtstrafe zu verhängen (Urteil 6B_157/2014 vom 26. Januar 2015 E. 3.1 mit Hinweisen). Folglich habe der Sachrichter die Möglichkeit, die kriminelle Energie trotz fehlender Handlungseinheit in einen Zusammenhang zu stellen.