Citation: 4A_360/2020 E. 5.3.3

5.3.3. Die Vorinstanz nahm zu Recht an, von der Beschwerdeführerin sei ein Verhalten ausgegangen, aus dem die Beschwerdegegnerin auf eine Bevollmächtigung schliessen durfte. Diese war gestützt auf Art. 3 Abs. 2 ZGB berechtigt, sich auf ihren guten Glauben zu berufen. Wie die Vorinstanz zutreffend erwog, war die Beschwerdegegnerin angesichts der faktischen Organisation der Leitung der Baustelle und der kurzfristigen Arbeitsvergabe nicht gehalten, sich im Handelsregister oder bei F.________ nach Unterschriftsberechtigungen, Vollmachten und Kompetenzen zu erkundigen, zumal die Beschwerdeführerin die ersten beiden Rechnungen anstandslos bezahlt hatte. Dem kommt massgebende Bedeutung zu, brachte die Beschwerdeführerin doch damit bei objektiver Betrachtung nach dem Vertrauensprinzip nicht nur zum Ausdruck, dass sie mit der Leistungserbringung durch die Beschwerdegegnerin einverstanden war, sondern auch, dass sie sich bewusst war, dass sie von der Beschwerdegegnerin als Vertragspartnerin angesehen wurde und für die Leistungen aufzukommen hatte.