Citation: 8C_106/2023 E. 5

Die Suva hat im vorliegenden Fall die Leistungen an den Beschwerdegegner nicht im Sinne von Art. 21 Abs. 4 ATSG i.V.m. Art. 61 UVV gekürzt oder verweigert, sondern den medizinischen Endzustand nach Art. 19 Abs. 1 UVG angenommen. Entgegen der vorinstanzlichen Auffassung durfte die Suva in Würdigung der von ihr angeführten medizinischen Berichte (vgl. E. 4.3 hiervor) und aufgrund der Weigerung des Beschwerdegegners, sich einer Rückeninfiltration zu unterziehen, ohne Verletzung von Bundesrecht von einem stabilen Zustand - und somit von einem Endzustand - ausgehen. Die Suva macht denn auch zu Recht geltend, dass dieser operative Eingriff höchstens eine Verringerung der Beschwerden herbeigeführt hätte. In einer solchen Konstellation ist - entgegen der Auffassung der Vorinstanz und des Beschwerdegegners - ein Mahn- und Bedenkzeitverfahren praxisgemäss nicht erforderlich, wie die Suva richtig vorbringt (vgl. Urteil 8C_186/2016 vom 30. September 2016 E. 3.5). Somit ist ihr beizupflichten, dass das angefochtene Urteil insofern bundesrechtswidrig und aufzuheben ist, als die Vorinstanz sie angewiesen hat, bei Zumutbarkeit der Infiltration für den Beschwerdegegner ein Mahn- und Bedenkzeitverfahren nach Art. 21 Abs. 4 ATSG durchzuführen. Nach dem Gesagten kann der Beschwerdegegner aus den Urteilen BGE 134 V 189 E. 2 und 8C_836/2013 vom 27. März 2014 E. 6.3, aus denen er die Notwendigkeit des Mahn- und Bedenkzeitverfahrens begründet, nichts zu seinen Gunsten ableiten. Damit bleibt es im Ergebnis bei der vorinstanzlich angeordneten Rückweisung zwecks Klärung der Dauerleistungen.