Citation: 1B_98/2010 22.04.2010 E. 2

Nach Art. 113 des Strafprozessgesetzes des Kantons St. Gallen (StP) kann Untersuchungshaft angeordnet oder aufrecht erhalten werden, wenn der Angeschuldigte dringend eines Verbrechens oder Vergehens verdächtig ist und soweit u.a. Fluchtgefahr angenommen werden darf und die Haft als verhältnismässig bezeichnet werden kann. Der Beschwerdeführer bestreitet das Vorliegen dieser Voraussetzungen. 2.1 Als Erstes macht der Beschwerdeführer geltend, die Anklagekammer habe in Missachtung der Unschuldsvermutung angenommen, die vom Bundesgericht verlangten zusätzlichen Beweisabklärungen würden im Schuld- und Strafpunkt nicht ohne Weiteres zu einer Entlastung führen. Die Auffassung der Anklagekammer trifft vor dem Hintergrund des Bundesgerichtsurteils vom 6. Januar 2010 tatsächlich zu. Es ist nicht ersichtlich, dass die Vorinstanz damit die Unschuldsvermutung gemäss Art. 32 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 2 EMRK verletzt und den erforderlichen Tatverdacht in willkürlicher Beweiswürdigung bejaht hätte. 2.2 Weiter zieht der Beschwerdeführer das Vorliegen von Fluchtgefahr in Frage. Hierfür müssen konkret Gründe dargetan werden, die eine Flucht nicht nur als möglich, sondern als wahrscheinlich erscheinen lassen (vgl. BGE 125 I 60 E. 3a S. 62; 123 I 31 E. 3d S. 36; 117 Ia 69 E. 4a S. 70; 107 Ia 3 E. 5 S. 6; je mit Hinweisen). Der Beschwerdeführer setzt sich mit den zahlreichen Erwägungen der Anklagekammer zur Fluchtgefahr nicht auseinander. Diese erwähnte insbesondere den fehlenden Wohnsitz in der Schweiz, den Wohnsitz der (geschiedenen) Ehefrau und des gemeinsamen Kindes im Ausland, die bekundete Absicht auszureisen, die empfindliche zu erwartende Freiheitsstrafe und den Umstand, dass keine Gewähr für eine Rückkehr in die Schweiz bestehe. Der Beschwerdeführer beschränkt sich auf den Hinweis, dass er bei Vorliegen von Fluchtgefahr nicht in den vorzeitigen Strafvollzug hätte versetzt werden dürfen. Überdies kritisiert er die kantonale Praxis, wonach ein Haftentlassungsgesuch zum Widerruf des vorzeitigen Strafvollzuges und zu einer Rückversetzung in die Untersuchungshaft führe. Diese beiden Punkte sind nicht geeignet, die Fluchtgefahr in Zweifel zu ziehen. In dieser Hinsicht ist die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann. 2.3 Im angefochtenen Entscheid wird eingehend ausgeführt, dass auch Ersatzmassnahmen die bejahte Fluchtgefahr nicht zu bannen vermöchten. Der Beschwerdeführer bestreitet dies, gibt dazu aber keinerlei Begründung ab. 2.4 Schliesslich legt der Beschwerdeführer auch hinsichtlich der Verhältnismässigkeit der Haft nicht dar, inwiefern die Aufrechterhaltung Verfassungsrecht verletzen sollte.