Citation: U 548/06 20.09.2007 E. A

Die 1974 geborene S.________ war seit dem 1. März 2004 Aspirantin in der Schule X.________ und in dieser Eigenschaft bei der Winterthur Schweizerische Versicherungs-Gesellschaft (nachfolgend: Winterthur) gegen Unfall versichert. Im Dezember 2004 weilte sie zusammen mit einer Freundin auf einer kleinen Insel in Thailand in den Ferien. Dort erlebte sie das grosse Seebeben (Tsunami), das am 26. Dezember 2004 im Indischen Ozean eine Flutwelle auslöste und unter anderem auch thailändische Küstengebiete schwer in Mitleidenschaft gezogen hat. Zwei Tage nach dem Ereignis wurde die Versicherte und ihre Begleiterin von der Marine des thailändischen Militärs nach Phuket gebracht, von wo aus sie am 28. Dezember 2004 den Rückflug in die Schweiz antreten konnten. Die Reisenden wurden von der Psychotherapeutin und Fachpsychologin SBAP für Notfallpsychologie, Frau E.________, betreut. S.________ begab sich anschliessend ab dem 2. Januar 2005 wegen einer schweren akuten Belastungsstörung (ICD-10 F43.0) dreimal wöchentlich in Einzeltherapie zu ihr in Behandlung. Am 17. Januar 2005 suchte die Versicherte zudem den Internisten Dr. med. C.________ auf, welcher eine akute, eindrucksmässig schwere Belastungsreaktion und eine Distorsion der rechten Kleinzehe diagnostizierte. Der Arzt bestätigte die Notwendigkeit einer vorübergehenden Psychotherapie bei einer Person mit Erfahrung in Katastrophenmanagement und attestierte eine vollständige Arbeitsunfähigkeit bis voraussichtlich Ende Januar 2005. Die Ausbildung in der Schule X.________ brach S.________ in der Folge ab. Die Winterthur richtete Taggelder aus und kam für die Heilbehandlung auf. Zur Klärung der medizinischen Situation holte sie die Berichte von Frau E.________ vom 14. Februar und 9. März 2005 sowie von Frau Dr. med. L.________ von der Psychiatrischen Klinik Y.________ vom 11. Mai 2005 ein. Am 7. Oktober 2005 teilte der Unfallversicherer S.________ mit, aufgrund der Geschehnisse, wie sie von der Fachärztin festgehalten worden seien, liege kein Unfall im Rechtssinne vor. Im Rahmen des ihr gewährten rechtlichen Gehörs hielt die Versicherte den Hergang der Ereignisse aus ihrer Sicht am 12. Oktober 2005 schriftlich fest. Mit Verfügung vom 3. November 2005 verneinte die Winterthur das Vorliegen eines Unfalles und lehnte den Anspruch auf Versicherungsleistungen ab. Für die Rückerstattung der Heilungskosten werde sie sich direkt an die Krankenkasse wenden. Daran hielt sie mit Einspracheentscheid vom 16. Februar 2006 fest.