Citation: U 70/04 27.09.2004 E. 2

Streitig ist der Anspruch auf Invalidenrente und Integritätsentschädigung und dabei insbesondere die Frage, ob der rechtserhebliche Sachverhalt genügend abgeklärt ist. 2.1 Die Vorinstanz geht angesichts der Aktenlage davon aus, dass spätestens ab August 2001 keine organischen Folgen des Unfalles von April 1999 mehr vorlägen, und dass allfällig bestehende psychische Beschwerden nicht adäquate Unfallfolgen seien. Der Beschwerdeführer ist demgegenüber der Auffassung, der Sachverhalt sei in medizinischer Hinsicht nicht genügend abgeklärt: So habe er über Kopfschmerzen und Gedächtnisverlust geklagt, was aber ebenso wenig abgeklärt worden sei wie ein Syndrom der Halswirbelsäule und eine Plexusläsion. Im Übrigen seien die Schulterbeschwerden nicht psychosomatischer, sondern somatischer Natur, was auch vom Psychiater Dr. med. V.________ und vom Neurologen Dr. med. J.________ bestätigt worden sei. Deshalb sei eine polydisziplinäre Abklärung vorzunehmen. 2.2 Der Aktenbericht des SUVA-Arztes Dr. med. C.________ vom 3. Mai 2001 geht davon aus, dass somatisch keine Invalidität bestehe und theoretisch eine volle Arbeitsfähigkeit vorliege, was sich mit dem Bericht der Klinik I.________ vom 15. November 2000 deckt, wonach eine Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit nicht auf objektivierbare somatische Feststellungen gestützt werden könne und - nach einer stufenweisen Erhöhung - eine vollständige Arbeitsfähigkeit anzunehmen sei. Diese übereinstimmenden ärztlichen Einschätzungen sind für die streitigen Belange umfassend, beruhen auf allseitigen Untersuchungen, berücksichtigen die geklagten Beschwerden und sind in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden; zudem sind die Ausführungen in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sowie der medizinischen Situation einleuchtend und enthalten begründete Schlussfolgerungen (BGE 125 V 352 Erw. 3a). Nicht gegen die Zuverlässigkeit dieser Einschätzungen (BGE 125 V 353 Erw. 3b/ee) spricht der Bericht des SUVA-Kreisarztes Dr. med. K.________ vom 10. Januar 2001, wonach eine vollständige Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit bestehe (keine schwere körperliche Arbeit, keine Gewichte über 15 kg heben, nicht mit dem linken Arm in Brusthöhe tätig sein, den linken Arm nicht in gestreckter Position oder mit schnellen repetitiven Bewegungen belasten, keine Arbeit an stark vibrierenden Maschinen, d.h. dieser Arzt geht implizit davon aus, dass Unfallrestfolgen vorliegen). Dr. med. K.________ führt jedoch selber aus, dass das Schmerzsyndrom nicht habe objektiviert werden können, und begründet seine von der (ihm bekannten) Einschätzung der Klinik I.________ abweichende Meinung nicht; schliesslich weist der SUVA-Arzt Dr. med. C.________ zu Recht darauf hin, dass der Kreisarzt die Grundlagen allfälliger Einschränkungen nicht habe feststellen können. Weiter ist in somatischer Hinsicht zu berücksichtigen, dass der Neurologe Dr. med. J.________ im Bericht vom 22. März 2000 klar festgehalten hat, dass "direkt im neurologischen Bereich liegende Diagnosen ... auch jetzt nicht massgeblich" seien, während die im gleichen Bericht erwähnte Algodystrophie szintigraphisch wiederholt ausgeschlossen werden konnte und dem Bericht des Dr. med. V.________ vom 30. März 2001 in dieser Hinsicht keine Bedeutung zukommt, da dieser Arzt mit der Bewertung neurologischer Probleme sein Fachgebiet der Psychiatrie verlässt. Entgegen dem, was in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde angenommen zu werden scheint, liegen die zum typischen Beschwerdebild eines Schädel-Hirntraumas resp. eines Schleudertraumas der Halswirbelsäule gehörenden Beeinträchtigungen (diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit, Visusstörungen, Reizbarkeit, Affektlabilität, Depression, Wesensveränderung usw.; BGE 117 V 360 Erw. 4b, vgl. BGE 119 V 338 Erw. 2) hier nicht vor, so dass der Versicherte daraus nichts zu seinen Gunsten ableiten kann. 2.3 In psychischer Hinsicht hat die Vorinstanz zu Recht festgehalten, dass der Treppensturz von April 1999 in Anbetracht des augenfälligen Geschehensablaufes einen mittleren Unfall im Grenzbereich zu einem leichten Unfall darstellt, und dass die nach der Rechtsprechung notwendigen weiteren Kriterien nicht gegeben sind. Die Verneinung der Adäquanz zu allfälligen psychischen Gesundheitsschäden ist in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde denn auch nicht bestritten. Der Versicherte weist in diesem Zusammenhang einzig darauf hin, dass in der Klinik A.________ keine echte Behandlung vorgenommen worden und damit ein vier Monate dauernder "Leerlauf" entstanden sei, was eine ärztliche Fehlbehandlung darstelle, die im Rahmen der Kriterien nach BGE 115 V 140 Erw. 6c/aa zu berücksichtigen sei. Diese Frage kann letztlich offen blieben, da auch bei - allerdings nicht nahe liegender - Fehlbehandlung die Adäquanz verneint werden müsste, wäre doch dieses Kriterium angesichts der Umstände offensichtlich nicht in besonders ausgeprägter Weise erfüllt (BGE 115 V 141 oben). Da ein adäquater Kausalzusammenhang allfälliger psychischer Beschwerden zum Unfall von April 1999 zu verneinen ist, kann in der Folge offen bleiben, ob überhaupt ein krankhafter psychischer Gesundheitsschaden mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit besteht. Schliesslich ist auch die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch das Institut X.________ in der Expertise vom 27. August 2002 im vorliegenden Verfahren nicht massgebend, da sich diese Aussage auf die Berücksichtung des Nichtgebrauches des linken Armes stützt; Letzteres stellt jedoch keine direkte Unfallfolge dar, sondern wäre allenfalls mittels Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens dem Unfall indirekt zurechenbar (wobei - wie dargestellt - die Adäquanz jedoch zu verneinen ist). Dasselbe gilt im Grundsatz auch für die Ergebnisse des letztinstanzlich eingereichten Berichtes der BEFAS vom 14. November 2003, abgesehen davon, dass diese Äusserungen (wie auch diejenigen des Instituts X.________) nicht den Zeitraum bis zum Einspracheentscheid betreffen, was jedoch die Grenze richterlicher Überprüfungsbefugnis darstellt (RKUV 2001 Nr. U 419 S. 101). 2.4 Mangels zurechenbarer Unfallrestfolgen besteht kein Anspruch auf weitere Leistungen gegenüber der Unfallversicherung.