Citation: 1P.387/2003 14.07.2003 E. 2

Der Beschwerdeführer rügt, die Anordnung der Untersuchungshaft verletzte sein Recht auf persönliche Freiheit. Der dringende Tatverdacht sei sachlich nicht zu begründen. Der Entscheid des Haftrichters verletze insoweit das Willkürverbot. 2.1 Gemäss Art. 10 Abs. 2 BV hat jeder Mensch das Recht auf persönliche Freiheit, insbesondere auf Bewegungsfreiheit. Bei staatsrechtlichen Beschwerden, die gestützt auf das verfassungsmässige Recht der persönlichen Freiheit wegen der Anordnung der Untersuchungshaft erhoben werden, prüft das Bundesgericht die Auslegung und Anwendung des kantonalen Rechts frei (BGE 123 I 268 E. 2d mit Hinweis). Der Willkürrüge kommt insoweit keine selbständige Bedeutung zu. Gemäss Art. 176 Abs. 2 StPO/BE kann die angeschuldigte Person in Untersuchungshaft versetzt werden, wenn sie eines Verbrechens oder Vergehens dringend verdächtig ist und Flucht-, Kollusions- oder Wiederholungsgefahr besteht. Der Beschwerdeführer stellt die Annahme der Flucht- und Kollusionsgefahr nicht in Frage. Er richtet sich einzig gegen die Bejahung des dringenden Tatverdachts. Nach der Rechtsprechung ist es bei der Prüfung des dringenden Tatverdachts nicht Sache des Bundesgerichts, dem Sachrichter vorgreifend eine erschöpfende Abwägung sämtlicher belastender und entlastender Umstände vorzunehmen. Zu prüfen ist vielmehr, ob genügend konkrete Anhaltspunkte für eine Straftat und eine Beteiligung des Beschwerdeführers daran vorliegen, die Untersuchungsbehörden somit das Bestehen eines dringenden Tatverdachts mit vertretbaren Gründen bejahen durften (BGE 116 Ia 143 E. 3c). Bei Beginn der Strafuntersuchung sind die Anforderungen an den dringenden Tatverdacht noch geringer. Im Laufe des Strafverfahrens ist ein immer strengerer Massstab an die Erheblichkeit und Konkretheit des Tatverdachts zu stellen (Urteile 1P.255/2000 vom 22. Mai 2000 E. 3b; 1P.464/1999 vom 31. August 1999 E. 3a; 1P.662/1995 vom 11. Dezember 1995 E. 3; Urteil des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte i. S. Murray, Série A vol. 300-A, Ziff. 55 mit Hinweisen). Muss nach Durchführung der in Betracht kommenden Untersuchungshandlungen eine Verurteilung als wahrscheinlich erscheinen, so können am Anfang der Untersuchung noch wenig genaue Verdachtsmomente - die sich z.B. aus Lügen des Angeschuldigten oder Abweichungen in seinen Aussagen ergeben - als ausreichend angesehen werden (Urteil 1P.137/1991 vom 25. März 1991 E. 2c). 2.2 Aus den Akten, welche der Untersuchungsrichter dem Haftrichter eingereicht hat, ergeben sich folgende Verdachtsmomente: In der Asylantenunterkunft, in welcher der Beschwerdeführer festgenommen wurde, wurde Kokain sichergestellt. Der Beschwerdeführer war überdies im Besitz von Fr. 4'000.--, was angesichts der Tatsache, dass er nach seinen eigenen Angaben Fr. 368.-- Sozialgeld pro Monat erhielt, einen hohen Betrag darstellt. Dies bildet ein Indiz dafür, dass das Geld aus dem Drogenhandel stammt. Der Beschwerdeführer räumte ausserdem ein, Y.________ - einen der beiden Hauptverdächtigen - zu kennen. In Anbetracht dieser Verdachtsmomente ist es vertretbar, wenn der Haftrichter den dringenden Tatverdacht bejaht hat. Das gilt jedenfalls dann, wenn man berücksichtigt, dass die Strafuntersuchung gegen den Beschwerdeführer mit Verfügung vom 12. Juni 2003 eröffnet wurde und sich somit im Zeitpunkt des angefochtenen Entscheids noch am Anfang befand.