Citation: 1C_444/2022 E. 6.3

6.3. Schliesslich rügt die Beschwerdeführerin, die Baubehörde hätte zwingend ein Konzept zur Baustellenerschliessung verlangen und dieses zusammen mit dem Baugesuch auflegen und bewilligen müssen (Art. 22 und Art. 25a RPG). Da die projektierte Neubaute die Bauparzelle Nr. 1787 fast vollständig erfasse, bestehe keine Möglichkeit, auf dem Baugrundstück einen Baustelleninstallationsplatz zu errichten, d.h. es müssten zwingend Drittgrundstücke beansprucht werden. Der Regierungsrat ging davon aus, die Beanspruchung öffentlichen Grunds für die Baustelle sei Gegenstand einer separaten Bewilligung. Es sei auch nicht Aufgabe der Baubehörde, über zivilrechtliche Verhältnisse zu entscheiden, sollte privater Grund für die Baustelle beansprucht werden (§ 30d Abs. 1 aVPBG). Auch das Verwaltungsgericht sah keinen Grund, die Baustellenerschliessung einer öffentlich-rechtlichen Prüfung zu unterziehen, weil keine Anhaltspunkte dafür bestünden, dass die geplanten Bauarbeiten und/oder die Zu- und Wegfahrten die Umgebung des Baugrundstücks besonders zu gefährden drohten. Diese Ausführungen lassen keine Verletzung von Bundesrecht erkennen. In der Regel unterliegt die Baustelleninstallation nicht der Baubewilligungspflicht (vgl. JONAS ALIG, in: Alain Griffel [Hrsg.], Fachhandbuch Öffentliches Baurecht, 2016, Rz. 3.727). Ob die Bauherrschaft private Grundstücke für die Bauinstallation beanspruchen darf, ist eine zivilrechtliche Frage und keine Frage des öffentlichen Baurechts (vgl. dazu Art. 695 ZGB i.V.m. § 111 des Zuger Gesetzes betreffend die Einführung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches für den Kanton Zug vom 17. August 1911 [EG ZGB; BGS 211.1]). Letztlich trägt die Bauherrschaft das Risiko, dass sich die Baubewilligung mangels genügender Baustelleninstallationsflächen und -zufahrten nicht realisieren lässt.