Citation: 5A_11/2010 18.03.2010 E. 2

Die Ausgangslage für das Urteil, in welcher Höhe und wie lange ein Beitrag im Sinne von Art. 125 ZGB zu leisten sei, zeigt sich wie folgt: 2.1 Die 1994 geschlossene Ehe der Parteien hat bis zur tatsächlichen Trennung (2003) gut neun Jahre und bis zur rechtskräftigen Scheidung (2009) knapp fünfzehn Jahre gedauert. Es sind aus ihr zwei Kinder hervorgegangen. Die Beschwerdegegnerin hat ihre Erwerbstätigkeit nach der Geburt des ersten Kindes (1996) aufgegeben und ihren Beitrag an den gebührenden Unterhalt der Familie durch Besorgen des Haushalts und Betreuen der Kinder geleistet, während der Beschwerdeführer seiner beruflichen Tätigkeit nachgegangen ist und durch Geldzahlungen an den Familienunterhalt beigetragen hat. Es darf von einer sog. lebensprägenden Ehe ausgegangen werden mit einem grundsätzlichen Anspruch beider Ehegatten auf Fortführung der ehelichen Lebenshaltung. Das Vertrauen auf den Weiterbestand der bisherigen, frei vereinbarten Aufgabenteilung ist objektiv schutzwürdig (vgl. BGE 135 III 59 E. 4.1 S. 61). Der gebührende Unterhalt im Sinne von Art. 125 ZGB knüpft an den in der Ehe zuletzt gemeinsam gelebten Standard (zuzüglich scheidungsbedingter Mehrkosten) an, auf dessen Fortführung bei genügenden Mitteln beide Teile Anspruch haben, der aber gleichzeitig auch die Obergrenze des gebührenden Unterhalts bildet (vgl. BGE 135 III 158 E. 4.3 S. 160). Die Dauer des Getrenntlebens von knapp sechs Jahren bewirkt nicht, dass auf die Lebenshaltung während der Trennungszeit abzustellen ist (vgl. BGE 132 III 598 E. 9.3 S. 601). 2.2 Die kantonalen Gerichte haben zuerst die massgebenden Lebensverhältnisse der Parteien festgestellt und sodann geprüft, inwiefern jeder Ehegatte für den ihm gebührenden Unterhalt selbst aufkommen kann. In der Annahme, die Eigenversorgung sei der Beschwerdegegnerin nicht möglich und zumutbar, haben die kantonalen Gerichte den Anspruch der Beschwerdegegnerin auf nachehelichen Unterhalt gegen den Beschwerdeführer im Grundsatz anerkannt, die Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers ermittelt und den geschuldeten Unterhaltsbeitrag an die Beschwerdegegnerin bemessen (E. 4.3.1 S. 16 f. des angefochtenen Urteils). Die Vorgehensweise kann nicht beanstandet werden (vgl. BGE 134 III 145 E. 4 S. 146 f.). Mit Rücksicht auf die guten Einkommensverhältnisse (mehr als Fr. 17'000.-- monatlich) haben die kantonalen Gerichte die tatsächliche Lebenshaltung, von gewissen Pauschalisierungen (z.B. Kinderkosten) abgesehen, konkret ermittelt (E. 4.3.3 S. 18 f. des angefochtenen Urteils). Methodisch brauchen sich die kantonalen Gerichte auch diesbezüglich nichts vorwerfen zu lassen (vgl. Urteile 5C.308/2005 vom 12. April 2006 E. 3.3 und 5A_288/2008 vom 27. August 2008 E. 5.4; BGE 134 III 577 E. 3 S. 579). 2.3 Das Obergericht ist von einem Einkommen des Beschwerdeführers von rund Fr. 17'000.-- monatlich ausgegangen und hat es abgelehnt, die geltend gemachte Kündigung der Arbeitsstelle durch den Beschwerdeführer während des Scheidungsprozesses zu berücksichtigen (E. 2.2 S. 2 f. des Beschlusses vom 15. September 2009). Es hat festgestellt, dass die monatlichen Einkünfte von über Fr. 17'000.-- während der Ehe vollumfänglich für den laufenden Unterhalt der Familie verbraucht wurden (E. 4.3.3 S. 18 f.). Mit Rücksicht darauf hat das Obergericht die massgebliche Lebenshaltung und entsprechend den nachehelichen Bedarf der Beschwerdegegnerin auf monatliche Beträge zwischen Fr. 6'206.-- (2010) und Fr. 7'542.-- (2020) bestimmt (E. 4.4 S. 19 ff.). Das Obergericht ist von einem erzielbaren Erwerbseinkommen der Beschwerdegegnerin von Fr. 4'500.-- (März 2010) und von Fr. 5'000.-- (März 2016) und einer ihr zumutbaren Erwerbstätigkeit von 30 % ab März 2010, von 50 % ab März 2012 und von 100 % ab März 2016 ausgegangen (E. 4.5 S. 29 ff.). Es hat die Differenz zwischen Bedarf und Erwerbseinkommen der Beschwerdegegnerin als angemessenen Unterhaltsbeitrag zuerkannt (E. 4.6 S. 37 f.) und die Pflicht des Beschwerdeführers zur Leistung von Unterhalt bis Ende Februar 2020 befristet (E. 4.7 S. 39 ff. des angefochtenen Urteils).