Citation: 1C_756/2021 E. 3.2

3.2. Das Obergericht hat nach einer zutreffenden Darstellung der von der Beschwerdeführerin angerufenen Straftatbestände (Amtsmissbrauch und verschiedene Ehrverletzungstatbestände, E. II. 2. S. 3 ff.), der Meldepflicht nach Art. 443 Abs. 2 ZGB - wer in amtlicher Tätigkeit von einer Person erfährt, die hilfsbedürftig erscheint und nicht selber Abhilfe schaffen kann, ist der KESB meldepflichtig - und der Rechtmässigkeit einer nach dieser Bestimmung gebotenen Meldung gemäss Art. 14 StPO, erwogen (E. II. 3.1 S. 5 f.), es sei nicht ersichtlich, inwiefern die der Beschwerdegegnerin vorgeworfenen Handlungen nicht durch die Amtspflicht geboten und damit rechtmässig gewesen seien. Die im Übrigen gar nicht von der Beschwerdegegnerin selber erstattete Meldung an die KESB enthalte nur die gesetzeskonforme Mitteilung, dass sich im Rahmen der Leistungsprüfung für den Sohn der Beschwerdeführerin die Frage gestellt habe, ob eine Hilfsbedürftigkeit vorliegen und eine Schutzmassnahme prüfenswert sein könnte. Abklärungen über die Hilflosigkeit und den Betreuungsaufwand beträfen zwangsläufig private bzw. persönliche Aspekte, wodurch sich die Betroffenen möglicherweise ehr- oder rufschädigender Aussagen ausgesetzt sähen. Erforderlich und nicht zu beanstanden seien sachbezogene eigene Beobachtungen und Einschätzungen der abklärenden Person, wie etwa die Beurteilung des Betreuungsaufwandes beim "Verrichten der Notdurft" des Sohnes, Nachfragen hinsichtlich der Überprüfung der Körperhygiene und die Einschätzung, dass das Kind möglicherweise häufig keine Unterwäsche trage und es die Mutter nach der Verrichtung der Notdurft nur unregelmässig kontrolliere. Der Abklärungsbericht der Beschwerdegegnerin sei damit von Art. 14 StGB gedeckt, es fehle an einem Anfangsverdacht auf ein strafrechtlich relevantes Verhalten.