Citation: 6S.238/2002 25.08.2003 E. 6

Obwohl die angefochtene Strafzumessung aus den genannten Gründen mangelhaft ist, muss dies nicht zu einer Aufhebung des angefochtenen Entscheids führen, weil sich die ausgesprochene Strafe von drei Jahren Zuchthaus im Ergebnis als gerechtfertigt erweist. Dabei ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer mit der grossen Menge von 700 Gramm Heroin Handel getrieben hat. Bereits bei 12 Gramm reinem Heroin liegt ein schwerer Fall vor (BGE 120 IV 334 S. 338), der mit einer Mindeststrafe von einem Jahr Zuchthaus oder Gefängnis bedroht ist (Art. 19 BetmG). Der Beschwerdeführer hat mit einem Vielfachen dieser Menge Handel getrieben. Erschwerend kommt dazu, dass er diesen Handel ausschliesslich betrieb, in der Absicht sich zu bereichern, ohne selber süchtig zu sein oder sich in einer Notlage zu befinden. Strafschärfend ist überdies die Irreführung der Rechtspflege zu berücksichtigen. Der Beschwerdeführer wurde nun allerdings vom Vorwurf des Handels mit 1850 Gramm Heroin freigesprochen, was zu einer Reduktion der früher ausgesprochenen Strafe von sechs Jahre Zuchthaus führen muss. Das Strafmass wird jedoch nicht vorrangig durch die gehandelte Drogenmenge, sondern in erster Linie durch das Verschulden des Täters bestimmt (BGE 118 IV 342 S. 348). Dieses ist im vorliegenden Fall nach wie vor sehr gross. Deshalb erscheinen trotz der erheblich geringeren Drogenmenge die von der Staatsanwaltschaft beantragten 4 ½ Jahre Zuchthaus als angemessene Grundstrafe. Zu Gunsten des Beschwerdeführers kann einzig berücksichtigt werden, dass das Berufungsverfahren zu lange gedauert hat. Wäre mit der Vorinstanz nur von einer Verzögerung um wenige Monate auszugehen, käme nur eine geringe Reduktion der Grundstrafe in Betracht. Das Berufungsverfahren dauerte jedoch aus Gründen, die der Beschwerdeführer nicht zu verantworten hat, mehr als fünf Jahre. Dem ist durch die Reduktion der Grundstrafe um einen Drittel auf drei Jahre Zuchthaus Rechnung zu tragen. Damit erweist sich das angefochtene Strafmass im Ergebnis als gerechtfertigt, weshalb es dabei sein Bewenden haben kann und die Beschwerde abzuweisen ist.