Citation: 4A_583/2024 E. 3.4

3.4. Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB) sind Vertragsbestimmungen, die im Hinblick auf den künftigen Abschluss einer Vielzahl von Verträgen generell vorformuliert wurden (BGE 148 III 57 E. 2). Die SIA-Norm 102 (2003) wurde vom Schweizerischen Ingenieur- und Architektenverein (SIA) verfasst. Aufgrund ihrer nicht hoheitlichen Urheberschaft entfaltet sie keine gesetzesgleiche, allgemeinverbindliche Wirkung. Vielmehr handelt es sich dabei um ein privates Regelwerk. Die SIA-Norm 102 (2003) wurde im Hinblick auf den künftigen Abschluss einer unbestimmten Vielzahl von Verträgen über Architekturleistungen vorformuliert. Damit sind deren Bestimmungen als Allgemeine Geschäftsbedingungen zu qualifizieren. Allgemeine Geschäftsbedingungen haben von sich heraus keine Geltung zwischen den Vertragsparteien. Sie gelten nur dann und nur soweit, wie die Vertragsparteien sie ausdrücklich oder zumindest stillschweigend übernommen haben (BGE 148 III 57 E. 2.1; Urteil 4C.261/2005 vom 9. Dezember 2005 E. 2.3). Dabei haben Individualabreden stets Vorrang vor abweichenden allgemeinen Vertragsbedingungen (BGE 148 III 57 E. 2.1.1; 125 III 263 E. 4b/bb; Urteil 4A_503/2020 vom 19. Januar 2021 E. 5.3).