Citation: 6B_104/2023 E. 3.2

3.2. Die von der Vorinstanz beurteilten Straftaten haben sich im Zeitraum zwischen August 2017 bis zur Hausdurchsuchung am 25. August 2020 ereignet. In diesem Zeitraum wurde der Beschwerdegegner mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Baden vom 18. Januar 2019 wegen Nötigung und Widerhandlung gegen das Waffengesetz zu einer bedingten Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu Fr. 30.-- und einer Busse von Fr. 500.-- und am 1. November 2019 mit einem weiteren Strafbefehl der gleichen Staatsanwaltschaft wegen Betrugs und Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz zu einer unbedingten Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu Fr. 30.00 und einer Busse von Fr. 200.00 verurteilt. Die von der Vorinstanz beurteilten Delikte ereigneten sich sowohl vor, zwischen als auch nach diesen beiden Strafbefehlen. Da die Vorinstanz für sämtliche neu zu beurteilenden Delikte eine Geldstrafe oder Busse als Strafart für angemessen hielt, ging sie in zweifacher Hinsicht von einem Fall von teilweiser retrospektiver Konkurrenz aus. Zur Begründung der Strafart führte die Vorinstanz vor Bildung der Zusatzstrafen aus, eine Freiheitsstrafe sei weder aufgrund des Tatverschuldens gerechtfertigt, noch lasse sich aus den Vorstrafen des Beschwerdegegners auf eine Unzweckmässigkeit der Geldstrafe schliessen, zumal diese teilweise erst nach den vorliegend zu beurteilenden Delikten begangen worden seien und eine solche daher von vornherein nicht zu begründen vermögen. In der Folge legte die Vorinstanz für die vor dem Strafbefehl vom 18. Januar 2019 zu beurteilenden Delikte der mehrfachen Pornografie gemäss Art. 197 Abs. 5 Satz 2 StGB (mehr aIs 1000 konsumierte Dateien, die von der mildesten Erscheinungsform von Abbildungen ohne sichtbare sexuelle Handlung bis hin zu schwersten Formen der Abbildung eines sehr kindlichen Mädchens, das von einem erwachsenen Mann anal penetriert wird) eine Zusatzstrafe von 30 Tagessätzen zu Fr. 30.-- fest und gewährte den bedingten Strafvollzug. Sie ging unter dem Gesichtspunkt des Ausmasses der Gefährdung des geschützten Rechtsguts, die ungestörte sexuelle Entwicklung von Kindern und Jugendlichen (BGE 131 IV 16 E. 1.2), von einem nicht mehr leichten Tatverschulden aus. Der Beschwerdegegner habe kinderpornografisches Material im Darknet gesucht, konsumiert und für den späteren Konsum gespeichert. Die vom Beschwerdegegner zwischen dem 18. Januar 2019 und dem 1. November 2019 begangenen Delikte der mehrfachen Pornografie gemäss Art. 197 Abs. 5 Satz 2 StGB sowie der Widerhandlung gegen das Waffengesetz gemäss Art. 33 Abs. 1 lit. a WG ahndete die Vorinstanz ebenfalls mit einer Geldstrafe. Für die mehrfache Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz gemäss Art. 19a Ziff. 1 BetmG fällte sie eine Busse aus. Mengenmässig ging sie hinsichtlich des Tatbestands der Pornografie von rund 750 konsumierten Bilddateien aus. Dabei stützte sie sich auf dasselbe Konsumverhalten, von dem sie bereits im Hinblick auf die erste Zusatzstrafe ausging. In Anbetracht dessen nahm sie ein ebenfalls nicht mehr leichtes Tatverschulden an. Die (zweite) Zusatzstrafe legte die Vorinstanz auf 80 Tagessätze zu Fr. 30.-- (unbedingt) fest. Schliesslich fällte die Vorinstanz für die nach dem 1. November 2019 begangenen Delikte der mehrfachen Pornografie gemäss Art. 197 Abs. 5 Satz 2 StGB und der Widerhandlung gemäss Art. 12 des Bundesgesetzes über den Schutz vor Gefährdungen durch nichtionisierende Strahlung und Schall (NISSG, SR 814.71) sowie der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz gemäss Art. 19a Ziff. 1 BetmG eine selbstständige Strafe aus. Zuerst setzte sie für den konkret schwersten Fall der Pornografie gemäss Art. 197 Abs. 5 Satz 2 StGB eine Einsatzstrafe von 90 Tagessätzen fest. Es handelte sich nach Darlegung der Vorinstanz aufgrund der Intensität der sexuellen Handlung und dem kindlichen Alter des betroffenen Mädchens um den Besitz bzw. Konsum einer pornografischen Bilddatei, die ein Mädchen im Vorschulalter zeigt, wie es von einem erwachsenen Mann anal penetriert wird, um eine sehr schwere Form von Pornografie. Entsprechend qualifizierte sie das Tatverschulden als schwer. Diese Einsatzstrafe erhöhte die Vorinstanz für die weitere, jeweils mehrfach begangene Pornografie gemäss Art. 197 Abs. 5 Satz 2 StGB. Es wurden 517 Bilddateien und zwei Videos gefunden, wovon der Beschwerdegegner mindestens 182 Bilddateien bewusst auf seinem Rechner abgespeichert hatte. Nach Darstellung der Vorinstanz reicht das sichergestellte Bildmaterial von schwersten (vaginale, anale und orale Penetration von Mädchen) bis hin zu vergleichsweise weniger gravierend erscheinenden Formen von Pornografie (Abbildungen ohne sichtbare Vornahme von sexuellen Handlungen). Das Verschulden qualifizierte die Vorinstanz als mittelschwer und hielt diesbezüglich fest, die Vielzahl heruntergeladener Bilder sowie Videos mit mitunter auch sehr schweren Formen der Pornografie wirke sich mittelschwer bis schwer verschuIdenserhöhend aus, auch wenn die einzelnen Tathandlungen in einem engen Zusammenhang stünden und der Gesamtschuldbeitrag hinsichtlich eines jeden einzelnen Bildes oder Videos entsprechend geringer erscheine. Das Tatverschulden bezeichnete die Vorinstanz als mittelschwer mit der Begründung, die Handlungsweisen seien nicht wesentlich über die blosse Tatbestandserfüllung hinausgegangen. Die Vorinstanz kommt zum Schluss, dass aufgrund der Vielzahl von Bildern sowie Videos in Anwendung des Asperationsprinzips eine Erhöhung der Strafe vorzunehmen wäre, die die maximal zulässige Obergrenze von 180 Tagessätzen überschreiten würde. Da ein Wechsel der Strafart ausgeschlossen sei, bleibe es bei einer Geldstrafe von 180 Tagessätzen. Eine Erhöhung wegen der Widerhandlung gegen Art. 12 NISSG sei ebenfalls ausgeschlossen. Die Tagessatzhöhe setzte die Vorinstanz wiederum auf Fr. 30.-- fest.