Citation: 2C_827/2017 E. 3.2

3.2. Eine relevante, dreijährige Ehegemeinschaft setzt eine tatsächlich gelebte eheliche Beziehung und einen gegenseitigen Ehewillen voraus. Vom Erfordernis des Zusammenwohnens kann nach Art. 49 AuG abgesehen werden, wenn für getrennte Wohnorte wichtige Gründe geltend gemacht werden können und die Ehegemeinschaft weiter besteht (BGE 138 II 229 E. 2; Urteil 2C_544/2010 vom 23. Dezember 2010 E. 2.1). "Wichtige Gründe" können in beruflichen Verpflichtungen oder kurzfristigenehelichen Schwierigkeiten bzw. Ehekrisen liegen (vgl. Art. 76 der Verordnung vom 24. Oktober 2007 über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit [VZAE; SR 142.201]; BGE 138 II 229 E. 2 S. 231; Urteil 2C_781/2010 vom 16. Februar 2010 E. 2.1.1). Die Gründe für das Getrenntleben müssen objektivierbar sein und ein gewisses Gewicht aufweisen. Von einem wichtigen Grund kann desto eher gesprochen werden, je weniger die Ehegatten auf die Situation des Getrenntlebens Einfluss nehmen können, ohne einen grossen Nachteil in Kauf nehmen zu müssen (Urteil 2C_386/2016 vom 22. Mai 2017 E. 2.3.1; Urteil 2C_544/2010 vom 23. Dezember 2010 E. 2.3.1). Es ist jeweils aufgrund sämtlicher Umstände im Einzelfall zu bestimmen, ab welchem Zeitpunkt die eheliche Gemeinschaft als definitiv aufgelöst zu gelten hat (BGE 138 II 229 E. 2 S. 231; Urteil 2C_781/2010 vom 16. Februar 2011 E. 2.1.1).