Citation: 5A_101/2017 E. 3.2

3.2. Eine Partei, die eine Gerichtsperson ablehnen will, hat dem Gericht unverzüglich ein entsprechendes Gesuch zu stellen, sobald sie vom Ausstandsgrund Kenntnis erhalten hat (Art. 49 Abs. 1 Satz 1 ZPO). Diese Obliegenheit zur sofortigen Geltendmachung wurzelt im Prinzip von Treu und Glauben (Art. 5 Abs. 3 BV; Art. 52 ZPO). Eine Partei verwirkt deshalb ihr Recht, sich auf die unregelmässige Besetzung des Gerichts zu berufen, wenn sie ihr bekannte Einwände erst nach einem ungünstigen Verfahrensausgang vorbringt (BGE 132 II 485 E. 4.3 S. 496 f.). Hat eine Gerichtsbehörde im konkreten Streitfall schon einmal einen Entscheid gefällt und ist sie in derselben Angelegenheit ein weiteres Mal zur Entscheidung berufen, zum Beispiel weil sie die Sache an eine untere Instanz zurückwies und später erneut mit einem Rechtsmittel befasst ist, so kann von einer Partei erwartet werden, dass sie sich im Hinblick auf den neuen, von derselben Instanz zu fällenden Entscheid aus eigenem Antrieb nach der konkreten Besetzung erkundigt und gestützt auf die Antwort handelt (vgl. STEPHAN WULLSCHLEGER, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO], 3. Aufl. 2016, N 8 zu Art. 49 ZPO; Urteil 1P.346/2000 vom 17. August 2000 E. 3c).