Citation: 6B_1381/2022 E. 2.4.3

2.4.3. Bei den im angefochtenen Revisionsentscheid mitwirkenden Richterpersonen handelt es sich um gewählte Mitglieder des Obergerichts des Kantons Aargau. Sie verfügen über richterliche Unabhängigkeit und sind nur Gesetz und Recht unterworfen (§ 20 GOG/AG). Sie sind in der Entscheidfindung demnach selbstständig und nicht weisungsgebunden. Damit war und ist bei objektiver Betrachtungsweise der Ausgang des vorliegenden Revisionsverfahrens durchaus offen. Dass die Mitglieder des Obergerichts durch die beruflichen Kontakte infolge der Zusammenarbeit im gleichen Strafgericht und der gesetzlich vorgesehenen Amtsdauer von vier Jahren (§ 17 GOG/AG) in einer fachlich-kollegialen Beziehung stehen, ist dem Kollegialprinzip inhärent, vom Gesetzgeber ausdrücklich gewollt und hinzunehmen. Dieser Umstand alleine vermag jedenfalls keine Befangenheit im Sinne von Art. 56 lit. f. StPO zu begründen. Konkrete andere Gründe, die in der Person der jeweiligen Richterperson liegen könnten, die am Revisionsentscheid mitgewirkt haben, sind nicht ersichtlich und werden vom Beschwerdeführer auch nicht dargetan. Die Rüge erweist sich als unbegründet.