Citation: 2C_693/2021 E. 2.2.2

2.2.2. Der Grund der Landesabwesenheit spielt beim Erlöschen der Bewilligung grundsätzlich keine Rolle, weshalb nicht entscheidend ist, dass die Beschwerdeführerin das Land am 17. März 2016 verlassen hat, weil das Migrationsamt des Kantons Zürich sie hierzu - nach ihrer heutigen Auffassung unzuständigerweise - angehalten hatte; auch das unfreiwillige Verweilen im Ausland lässt die Bewilligung erlöschen (vgl. MARC SPESCHA, in: Spescha/Zünd/Bolzli/Hruschka/de Weck, Migrationsrecht, 5. Aufl. 2019, N. 6 zu Art. 61 AIG). Die Entscheide der Zürcher Behörden, wonach die Bewilligung wegen Landesabwesenheit erloschen sei, sind rechtskräftig geworden, selbst wenn die Beschwerdeführerin sich weiterhin an wechselnden Adressen in der Schweiz aufgehalten und hier gearbeitet hat. Es kann nicht gesagt werden, dass die Zürcher Entscheide, die im Rahmen der Gesuche um Kantonswechsel die Niederlassungsbewilligung des Kantons Obwalden als erloschen werteten, nichtig wären (fehlende Offensichtlichkeit; vgl. zu den Voraussetzungen der Nichtigkeit wegen örtlicher Unzuständigkeit: BGE 132 II 342 E. 2.1 S. 346 mit Hinweisen). Ausländerinnen und Ausländer können nur in einem Kanton eine Kurzaufenthalts-, Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung besitzen (Art. 66 VZAE); die Aufenthaltsbewilligung der Beschwerdeführerin zum Verbleib bei ihrem Gatten im Kanton Zürich ist an die Stelle ihrer erloschenen Niederlassungsbewilligung getreten. Diese hat nicht fortbestanden, sondern ist spätestens zwischen ihrer Aus- und Wiedereinreise vor der zweiten Ehe erloschen.