Citation: 2A.381/2000 13.11.2000 E. 3

3.- a) Je länger ein Ausländer in der Schweiz anwesend war, desto strengere Anforderungen sind grundsätzlich an die Anordnung einer Ausweisung zu stellen. Zu berücksichtigen ist auch, in welchem Alter der Ausländer in die Schweiz eingereist ist. Selbst bei einem Ausländer, der bereits hier geboren ist und sein ganzes bisheriges Leben in der Schweiz verbracht hat (Ausländer der "zweiten Generation"), ist eine Ausweisung nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung nicht ausgeschlossen. Erst recht gilt dies für Ausländer, die - wie der Beschwerdeführer - erst als Kind oder Jugendlicher in die Schweiz gelangt sind (BGE 125 II 521 E. 2b S. 523 f., mit Hinweisen). Die Ausweisung ist im Übrigen eher zulässig, wenn der Ausländer, obwohl er seit längerer Zeit in der Schweiz wohnt, sich nicht integriert hat, hauptsächlich mit Landsleuten zusammen ist und enge Beziehungen zu seinem Heimatland pflegt sowie dessen Sprache spricht (vgl. Alain Wurzburger, La jurisprudence récente du Tribunal fédéral en matière de police des étrangers, in RDAF 53/1997, S. 314, mit Hinweisen). Bei schweren Straftaten, insbesondere bei Gewalt-, Sexual- und schweren Betäubungsmitteldelikten, besteht ein wesentliches öffentliches Interesse an einer Ausweisung (BGE 122 II 433 E. 2c S. 436). b) Die vom Beschwerdeführer begangenen Straftaten wiegen schwer: mehrmals belästigte der Beschwerdeführer seine Cousine sexuell, indem er sie gegen ihren Willen berührte; im Herbst 1996 vergewaltigte er das damals 14-jährige Mädchen. Dass er dafür eine relativ milde Strafe erhalten hat, verdankt er unter anderem seinem jugendlichen Alter, was aber an der Schwere der Straftat nichts ändert. Nach einer Verurteilung wegen Vergewaltigung ist das öffentliche Interesse an einer Ausweisung derart gewichtig, dass sich ein Verbleib des Ausländers in der Schweiz nur in Ausnahmefällen rechtfertigen lässt. Ein solcher liegt hier nicht vor, auch wenn für den noch jungen Beschwerdeführer eine Rückkehr in den Kosovo, insbesondere wegen der Trennung von seiner Familie und seiner Freundin, die er bald hätte heiraten wollen, hart sein wird. c) Der Beschwerdeführer könnte auch aus einem allfälligen, aus Art. 8 EMRK fliessenden Anspruch auf Achtung des Familien- bzw. des Privatlebens nichts zu seinen Gunsten ableiten, da ein solcher Eingriff nach Art. 8 Ziff. 2 EMRK vorliegend gerechtfertigt ist.