Citation: 7B_309/2023 E. 2.4.1

2.4.1. Unbegründet ist zunächst der Einwand, der Entscheid über die Aufhebung der Massnahme stütze sich nicht auf ein aktuelles Gutachten. Wie die Vorinstanz zutreffend ausführt, verlangt zwar die Anordnung einer Massnahme nach Art. 56 Abs. 3 StGB zwingend eine Begutachtung, nicht aber ihre Aufhebung (HEER, in: Basler Kommentar, Strafrecht I, 4. Aufl. 2019, N. 14 zu Art. 62c StGB). Im Weiteren geht die Vorinstanz zu Recht davon aus, dass das im Zeitpunkt des Entscheids über die bedingte Entlassung gut zwei Jahre alte forensisch-psychiatrische Gutachten vom 3. Dezember 2020 aufgrund der unveränderten Verhältnisse weiterhin aktuell ist. Die Gutachterin stellte bereits vor Anordnung der Massnahme fest, dass das Störungsbild des Beschwerdeführers zu ausgeprägt sei, um mit einem vorwiegend (sozial-) pädagogischen Ansatz, wie ihn die Massnahme für junge Erwachsene nach Art. 61 StGB verfolgt, nachhaltige Erfolge erzielen zu können. Dies habe sich in der Vorgeschichte des Beschwerdeführers immer wieder gezeigt. Der Verlauf der sozialpädagogischen Massnahme für junge Erwachsene hat diese Schlussfolgerungen bestätigt, wie die Vorinstanz zutreffend festhält. Der Beschwerdeführer ist zweimal aus der Massnahme entwichen und hat auf der Flucht erneut und wiederholt Straftaten begangen. Nebst (teilweise versuchtem) Diebstahl wurde er per Strafbefehl vom 7. März 2023 wiederum wegen zahlreicher SVG-Delikte zu einer unbedingten Strafe von insgesamt sechs Monaten verurteilt. Das im Gutachten als "hoch" eingestufte Rückfallrisiko hat sich mitunter realisiert. Während seiner Flucht wurde der Beschwerdeführer darüber hinaus hinsichtlich des Konsums von Suchtmitteln rückfällig und nahm Alkohol, Cannabis sowie Kokain zu sich. Auch unter Berücksichtigung des Umstandes, dass keine nennenswerten Therapieerfolge erzielt werden konnten und eine vertiefte therapeutische Arbeit mit dem Beschwerdeführer nicht möglich war, erscheinen die Schlussfolgerungen des Gutachtens nach wie vor aktuell. Der Beschwerdeführer seinerseits beschränkt sich im Verfahren vor Bundesgericht im Wesentlichen darauf, in appellatorischer Weise zu rügen, es verstosse gegen "verschiedenste Bestimmungen auf verschiedensten formellen Gesetzesstufen", dass die Erfolglosigkeit der Massnahme nicht gutachterlich festgestellt worden sei, ohne sich jedoch mit dem Gutachten oder dessen Würdigung durch die Vorinstanz auseinanderzusetzen. Die Rüge ist ohne Substanz.