Citation: 6B_914/2020 E. 1.1

1.1. Der Beschwerdeführer rügt, die Vorinstanz habe seine Integrationsfortschritte unzureichend berücksichtigt. Diese wirkten sich im Zusammenhang mit der Landesverweisung günstig auf die Beurteilung des Härtefalls resp. auf die Interessenabwägung (Art. 66a Abs. 2 StGB) aus. Beim Härtefall halte die Vorinstanz zu recht fest, dass er in Brasilien auf sich allein gestellt wäre und dort kaum eine geeignete Arbeit finden könnte. Darüber hinaus hätten sich verschiedene Problematiken, die für die Delinquenz relevant gewesen seien, positiv entwickelt. Eine Landesverweisung risse ihn aus bestehenden sozialen Strukturen. Insgesamt sei der schwere persönliche Härtefall nicht (wie es die Vorinstanz annehme) nur ganz knapp, sondern ganz klar gegeben. Auf die Annahme eines schweren persönlichen Härtefalls folgt eine Interessenabwägung (Art. 66a Abs. 2 StGB; Grundsatz der Verhältnismässigkeit, Art. 5 Abs. 2 BV; dazu BGE 146 IV 105 E. 3.4.2 S. 108; Urteile 6B_1178/2019 vom 10. März 2021 E. 3.2.5, 6B_1146/2018 vom 8. November 2019 E. 6.4.2 a.E.; vgl. BGE 139 I 16 E. 2.2.1 S. 19). Die Vorinstanz erwägt, das öffentliche Interesse an einer Landesverweisung überwiege das durchaus beträchtliche Interesse des Beschwerdeführers, in der Schweiz bleiben zu können. Der Beschwerdeführer wendet ein, sein privates Interesse an einem Verbleib in der Schweiz sei mit zunehmender Aufenthaltsdauer stärker zu gewichten. Hier habe er einen grossen Teil seiner Kindheit verbracht und die Schule absolviert. In Brasilien habe er ausser seiner betagten Grossmutter weder Verwandte noch andere Bezugspersonen. Der inzwischen erfolgte Antritt einer Lehre und die familiären und sozialen Beziehungen, insbesondere zu seiner Mutter und zu seiner Freundin, widerlegten die Feststellung der Vorinstanz, er lebe in wenig stabilen wirtschaftlichen und persönlichen Verhältnissen. Vor diesem Hintergrund gebe es keine konkreten Anhaltspunkte, wonach die öffentliche Sicherheit erheblich gefährdet wäre. Bei den beiden Raubdelikten sei er nicht von krimineller Energie getrieben gewesen, sondern habe sich damals in einer sozial ausnehmend instabilen Situation befunden. Die Legalprognose sei günstig, zumal er seit 2018 nicht mehr mit dem Gesetz in Konflikt geraten sei. Es bestünden sehr realistische Aussichten auf eine erfolgreiche Integration.