Citation: 1B_486/2018 E. 6.4

6.4. Der Beschwerdeführer räumt ein, dass er vom Zwangsmassnahmengericht persönlich angehört wurde. Er stellt sich jedoch auf den Standpunkt, die Vorinstanz habe erst im Beschwerdeverfahren die Sicherheitshaft gegen ihn angeordnet, weshalb auch sie von Bundesrechts wegen verpflichtet gewesen sei, ihn nochmals mündlich anzuhören. Die Rüge ist unbegründet, soweit darauf überhaupt eingetreten werden kann: In der StPO ist keine mündliche Haftverhandlung vor der kantonalen Beschwerdeinstanz vorgeschrieben. Die Beschwerde wird im schriftlichen Verfahren behandelt (Art. 397 Abs. 1 i.V.m. Art. 222 StPO). Der Beschwerdeentscheid wird auf dem Zirkularweg oder in einer nicht öffentlichen Beratung aufgrund der Akten und allfälliger zusätzlicher Beweisabnahmen gefällt (Art. 390 Abs. 4 i.V.m. Art. 379 StPO; vgl. BGE 138 IV 92 E. 3.4 S. 98 f.). Die Verfahrensleitung kann von Amtes wegen oder auf Antrag einer Partei eine Beschwerdeverhandlung anordnen (Art. 390 Abs. 5 StPO). Diese Regelung gilt nach der Praxis des Bundesgerichtes grundsätzlich auch bei Haftbeschwerdeverfahren (vgl. Urteil 1B_26/2017 vom 8. Februar 2017 E. 2.1.1-2.1.2). Da es sich im vorliegenden Fall faktisch um eine förmliche Anordnung von Sicherheitshaft durch die Beschwerdeinstanz handelt, liesse sich allerdings die Frage aufwerfen, ob und inwieweit Art. 225 StPO in einer solchen Konstellation sinngemäss heranzuziehen bzw. mitzuberücksichtigen wäre. Dass die Vorinstanz auf eine weitere mündliche Anhörung verzichtet und ein schriftliches Haftbeschwerdeverfahren durchgeführt hat, hält hier vor dem Bundesrecht stand. Dabei ist insbesondere dem Umstand Rechnung zu tragen, dass der Beschwerdeführer im Haftverfahren bereits zwei Mal von den zuständigen Gerichten mündlich angehört worden ist, nämlich ein erstes Mal am 7. August 2018 durch die Verfahrensleitung des Strafgerichtes (in analoger Anwendung von Art. 224 Abs. 1 i.V.m. Art. 229 Abs. 2 StPO) und ein zweites Mal am 9. August 2018 durch das Zwangsmassnahmengericht (gestützt auf Art. 225 i.V.m. Art. 229 Abs. 3 lit. a StPO). Hätte der anwaltlich vertretene Beschwerdeführer ein drittes Mal - auch noch durch die Vorinstanz - persönlich angehört werden wollen, wäre es ihm durchaus zuzumuten gewesen, eine mündliche Haftverhandlung bei der kantonalen Beschwerdeinstanz rechtzeitig zu beantragen: Angesichts der gesetzlichen Regelungen (Art. 397 Abs. 1 und Art. 390 Abs. 4-5 StPO) musste der Beschwerdeführer mit einem schriftlichen Beschwerdeverfahren rechnen. Ebenso war ihm der Beschwerdeantrag der Staatsanwaltschaft auf Anordnung von Sicherheitshaft seit Eröffnung des Schriftenwechsels bekannt. Wie sich aus den Haftakten ergibt, hat der Beschwerdeführer in seinen vorinstanzlichen Eingaben vom 14. und 27. August 2018 nicht den Antrag gestellt, er sei auch noch durch die kantonale Haftbeschwerdeinstanz mündlich anzuhören (Art. 390 Abs. 5 StPO). Er hat lediglich ein (schriftliches) Replikrecht verlangt, welches ihm von der Vorinstanz eingeräumt worden ist. Indem der Beschwerdeführer erst nachträglich, im Verfahren vor Bundesgericht, einen Anspruch auf eine mündliche Haftverhandlung vor dem Kantonsgericht reklamiert, hat er den kantonalen Instanzenzug nicht erschöpft (Art. 80 Abs. 1 BGG) und ist er mit diesen unzulässigen prozessualen Noven nicht zu hören (vgl. Art. 99 BGG).