Citation: 8C_620/2017 E. 5.5

5.5. Im Rahmen des kantonalen Verfahrens reichten beide Parteien das polydisziplinäre MEDAS-Gutachten vom 5. Dezember 2016 ein. Dabei waren Fachärzte aus den Disziplinen Chirurgie, Orthopädie, Psychiatrie, Neurologie und allgemeine Innere Medizin beteiligt. Der chirurgische Experte diagnostizierte den Status nach retrospektiv eher mildem Abdominaltrauma am 13. August 2014 (mit initialem Verdacht auf Muskelfaserriss, unter anderem auch der HWS und im Psoasbereich, sowie Hämatombildung daselbst, Verdacht auf Atrophie der Bauchwand rechts [Denervation], sekundär nicht bestätigt, aktuell regredient, eine kleine Inguinalhernie rechts klinisch nicht sicher ausgeschlossen, persistierende Schmerzsymptomatik inguinal rechts) sowie chronische Lumbalgien (S. 23) und bestätigte, auch gestützt auf eigene radiologische Abklärungen, explizit die Schlussfolgerungen des Prof. Dr. med. D.________ (S. 23, 29); weiter stellte er fest, der Versicherte sei aus chirurgisch-unfallchirurgischer Sicht für eine angepasste Tätigkeit (maximal mittelschwere Belastung) voll arbeitsfähig. Insgesamt wird hinsichtlich des Ereignisses vom 13. August 2014 im Gutachten festgehalten, bei einer Verletzung wie jener vom 13. August 2014 bestehe während sechs bis acht Wochen eine Arbeitsunfähigkeit (S. 29, 35). Zwar spielt bei den von der IV-Stelle veranlassten Begutachtungen die Beurteilung der Kausalität in der Regel keine Rolle. In diesem Zusammenhang ist vorliegend aber darauf hinzuweisen, dass sich der federführende chirurgische Teilgutachter explizit auch in unfallchirurgischer Hinsicht äusserte und die Fragestellung aus unfallversicherungsrechtlicher Sicht berücksichtigte. Der neurologische Experte nahm ebenfalls auf das Ereignis vom 13. August 2014 Bezug und hielt fest, dass diesbezüglich (Diskussion einer Affektion des Musculus psoas, Zerrungen) zumindest im Untersuchungszeitpunkt (1. September 2016) keinerlei Einschränkungen mehr vorliegen würden, attestierte aus neurologischer Sicht eine volle Arbeitsfähigkeit in rückengerechten Tätigkeiten ohne Heben oder Tragen von schweren Lasten und verwies darauf, dass Befundinkonsistenzen gegeben seien und eine allfällige Arbeitsunfähigkeit orthopädisch und chirurgisch zu bestimmen wäre (S. 68 f.). Bezüglich der Beurteilung der Neurologen der Suva vom 24. Februar 2016 bestätigte er, dass im Begutachtungszeitpunkt (1. September 2016) keine Einschränkungen mehr vorliegen würden sowie aus neurologischer Sicht keine längeren Zeiten der Arbeitsunfähigkeit nachvollziehbar seien, und schloss sich der bereits im Bericht der Klinik O.________ vom 29. September 2015 gemachten Ansicht einer erheblichen Symptomausweitung an (S. 71).