Citation: 6B_258/2018 E. 2.2

2.2. Die Vorinstanz wertet die Anordnung des Zugriffs der Sondereinheit als Pflichtverletzung des Beschwerdegegners. Die Verletzung von C.D.________ erachtet sie als voraussehbar, nicht jedoch als vermeidbar. Es sei möglich gewesen, dass der Einsatz eines Verhandlers nicht zur Entspannung der Situation geführt und sich C.D.________ auch nach sehr langer Zeit noch in dem geschilderten psychischen Ausnahmezustand befunden hätte. Wenn er sich auch nach erfolglosem Ausschöpfen milderer Mittel nicht beruhigt gehabt hätte, sei nur noch der Zugriff durch die Sondereinheit in Frage gekommen, bei welchem es zu denselben Verletzungsfolgen hätte kommen können. Auch wäre eine vorherige Eskalation der Situation möglich gewesen, namentlich indem C.D.________ sich selber ernsthaft verletzt hätte. Auch dann hätte die Polizei sofort eingreifen müssen und ihm dieselben Verletzungen zufügen können. Das Risiko dafür wäre zwar sicher kleiner gewesen, aber es lasse sich nicht mit hoher Wahrscheinlichkeit behaupten, ein Zugriff der Sondereinheit und die daraus resultierenden Verletzungen wären auch später noch vermeidbar gewesen. Im Zweifel müsse für den Beschwerdegegner angenommen werden, dass auch bei diesem hypothetischen Kausalverlauf die schwere Verletzung nicht hätte verhindert werden können und nicht vermeidbar gewesen wäre (angefochtenes Urteil, E. 4.4. S. 36 f.).