Citation: 4C.191/2000 23.11.2001 E. 1

1.- Der Kläger rügt, dass die Vorinstanz die bundesrechtliche Beweisregel von Art. 8 ZGB und "von Art. 99 Abs. 3 i.V.m. Art. 42 Abs. 2 OR" verletzt hat. Die Vorinstanz ist zutreffend davon ausgegangen, dass der den Ersatz eines angeblichen Schadens beanspruchende Kläger für den Schaden bzw. die entsprechenden anspruchsbegründenden Umstände beweispflichtig ist bzw. im Falle der Beweislosigkeit nach Art. 8 ZGB die Beweislast trägt. Dies gilt auch insoweit, als der Kläger behauptet, er hätte bei Durchführung des Staatshaftungsverfahrens seinen Schaden beweisen und entsprechenden Ersatz erhalten können. Der Kläger verkennt, dass der von ihm zu beweisende Schaden Voraussetzung sowohl seines (hypothetischen) Ersatzanspruchs im Staatshaftungsprozess wie seines Ersatzanspruchs im vorliegenden Prozess wegen sorgfaltspfswidriger Mandatsführung ist. Soweit der Kläger den Schaden im - wegen einer Sorgfaltswidrigkeit nicht geführten - Staatshaftungsprozess nicht hätte beweisen können, hat er auch keinen - von ihm im vorliegenden Verfahren ebenfalls zu beweisenden - Schaden erlitten. Insofern geht es nicht um hypothetische Schadensereignisse, sondern um tatsächlich (durch die sich als ungerechtfertigt erweisende Haft) erlittenen Schaden, den der Kläger als Anspruchsvoraussetzung zu beweisen hat. Art. 8 ZGB ist nicht verletzt. Die Vorinstanz hat auch das (in der Tat auf überwiegende Wahrscheinlichkeit herabgesetzte, vgl. BGE 122 III 219 E. 3a S. 221) Beweismass für den Schaden und dessen Eintritt nicht verkannt. Sie hat die gesamten Aussagen des Zeugen als derart vage und unbestimmt qualifiziert, dass auf sie nicht abgestellt werden könne. Daraus ergibt sich, dass sie auch das hinreichende Mass an Wahrscheinlichkeit nicht als gegeben erachtet hat. Das (bundesrechtliche) Beweismass ist nicht verletzt.