Citation: 6B_492/2018 E. 2.5.3

2.5.3. Schliesslich verletzt die Vorinstanz auch kein Bundesrecht, indem sie das Verhalten des Beschwerdeführers zumindest implizit als Mord qualifiziert beziehungsweise den entsprechenden erstinstanzlichen Schuldspruch als zutreffend bezeichnet. Eine vorsätzliche Tötung ist als Mord zu qualifizieren, wenn der Täter besonders skrupellos handelt, namentlich wenn sein Beweggrund, der Zweck der Tat oder die Art der Ausführung besonders verwerflich sind (Art. 112 StGB). Mord zeichnet sich nach der Rechtsprechung durch eine aussergewöhnlich krasse Missachtung fremden Lebens bei der Durchsetzung eigener Absichten aus. Es geht um die besonders verwerfliche Auslöschung eines Menschenlebens. Für die Qualifikation verweist das Gesetz in nicht abschliessender Aufzählung auf äussere (Ausführung) und innere Merkmale (Beweggrund, Zweck). Diese müssen nicht alle erfüllt sein, um Mord anzunehmen. Entscheidend ist eine Gesamtwürdigung der äusseren und inneren Umstände der Tat. Eine besondere Skrupellosigkeit kann beispielsweise entfallen, wenn das Tatmotiv einfühlbar und nicht krass egoistisch war, so etwa wenn die Tat durch eine schwere Konfliktsituation ausgelöst wurde. Für Mord typische Fälle sind die Tötung eines Menschen zum Zwecke des Raubes, Tötungen aus religiösem oder politischem Fanatismus oder aus Geringschätzung. Die für eine Mordqualifikation konstitutiven Elemente sind jene der Tat selber, während Vorleben und Verhalten nach der Tat nur heranzuziehen sind, soweit sie tatbezogen sind (BGE 141 IV 61 E. 4.1 S. 64 f.; 127 IV 10 E. 1a S. 13 f.; Urteile 6B_28/2017 vom 23. Januar 2018 E. 2.3; 6B_480/2016 vom 5. August 2016 E. 1.3.2; je mit Hinweisen). Angesichts der vorinstanzlichen Sachverhaltsfeststellungen ist es nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz mit der ersten Instanz die Tatausführung als besonders grausam bezeichnet. Der Beschwerdeführer hat insgesamt 37 Mal auf das Opfer eingestochen, wobei es zu fünf vollständigen Durchstichen kam, was gemäss Vorinstanz eine grosse Wucht beziehungsweise enorme Kraft voraussetzt. Dem Argument der Verteidigung, wonach unzählige wahllose Messerstiche gegen ein besonders geplantes respektive skrupelloses Verhalten, sondern vielmehr dafür sprächen, dass sich der Täter in einer emotionalen Schieflage befunden habe, kann nicht gefolgt werden. Gemäss den tatsächlichen Feststellungen war keiner der Stiche für sich alleine tödlich, was zu einem langen Todeskampf des Opfers führte. Dies zeigt die besondere Grausamkeit des Vorgehens des Beschwerdeführers auf. Indem der Beschwerdeführer das Opfer ziellos brutal niederstach und dieses dadurch unnötig leiden liess, handelte er besonders skrupellos. Sein krass egoistischer Beweggrund, der gemäss den verbindlichen vorinstanzlichen Feststellungen im Zusammenhang mit der sexuellen Dienstleistung des Opfers zu orten ist, vermag die besondere Skrupellosigkeit selbstredend nicht entfallen zu lassen. Angesichts der gesamten äusseren und inneren Umstände verletzt der Schuldspruch wegen Mordes kein Bundesrecht.