Citation: 6B_141/2022 E. 2.4

2.4. Die Vorinstanz nimmt eine vertiefte Beweiswürdigung vor, die sie eingehend und nachvollziehbar begründet (Entscheid S. 9 ff.). Ihre Schlussfolgerungen sind vertretbar. Mit seinen Vorbringen vermag der Beschwerdeführer nicht aufzuzeigen, dass die Vorinstanz die Beweise willkürlich würdigt. Unbegründet ist beispielsweise sein Einwand, die Vorinstanz verfalle in Willkür, weil sie zum Schluss gelange, ein Indiz für die Glaubhaftigkeit der Aussagen der Beschwerdegegnerin 2 liege im Umstand, dass der Schwerpunkt in ihrer ersten Einvernahme nicht bei der Vergewaltigung gelegen habe, obwohl dieser Vorwurf schon bei der Ankündigung der Anzeige erwähnt worden sei und sich die Beschwerdegegnerin 2 somit auf diese Befragung habe vorbereiten können (Beschwerde S. 6 f. Ziff. 12 ff.). Dass bereits anlässlich der telefonischen Voranmeldung der Strafanzeige darauf hingewiesen wurde, es gehe auch um Vergewaltigung, steht nicht im Widerspruch zur zutreffenden vorinstanzlichen Schlussfolgerung, wonach der Schwerpunkt der ersten Einvernahme der Beschwerdegegnerin 2 nicht auf diesem Vorwurf gelegen habe. Denn an dieser Befragung machte die Beschwerdegegnerin 2 zunächst spontan keine Angaben zu einer Vergewaltigung, sondern erst auf Nachfrage, wobei ihre diesbezüglichen Schilderungen noch nicht sehr detailliert ausfielen (Entscheid S. 10; kantonale Akten, Untersuchungsakten act. S1/2, ab Frage 19). Weiter ist dem Beschwerdeführer zwar beizupflichten, dass es sich bei den Widersprüchen bzw. Unstimmigkeiten in den Aussagen der Beschwerdegegnerin 2 entgegen den Feststellungen der Vorinstanz nicht lediglich um "einzelne kleinere Abweichungen im Verlaufe mehrerer Befragungen" handelt. Vielmehr beschlagen diese nicht nur das Datum der Tat (Frühling 2014 bzw. Herbst 2015), sondern durchaus auch das Kerngeschehen und das Nachtatverhalten (insbesondere betreffend Geschlechtsverkehr nach dem Vorfall bis zu den Sommerferien 2016). Gleichwohl ist die Schlussfolgerung der Vorinstanz, die Beschwerdegegnerin 2 habe ihre schlüssigen ersten Aussagen anlässlich der polizeilichen Befragung, in den folgenden Einvernahmen in sich stimmig und nachvollziehbar zu ergänzen vermocht, unter Willkürgesichtspunkten nicht zu beanstanden. Es ist vertretbar, dass die Vorinstanz den Umstand, dass die Beschwerdegegnerin 2 anlässlich ihrer ersten Befragung lediglich das Geschehen im Gästezimmer erwähnte, während sie in den späteren Einvernahmen überdies von einem der Vergewaltigung vorausgehenden Kampf in der Küche berichtete, weder als widersprüchliches noch als aggravierendes Aussageverhalten der Beschwerdegegnerin 2 qualifiziert, sondern als Ergänzung ihrer früheren Schilderung wertet. Die Vorinstanz unterlässt es im Weiteren nicht, auf die teilweisen Inkonsistenzen in den Aussagen der Beschwerdegegnerin 2 bezüglich des eigentlichen Kerngeschehens im Gästezimmer einzugehen. Sie hält dabei fest, im Lichte des anlässlich der Berufungsverhandlung gewonnenen Eindrucks gründeten diese Unstimmigkeiten wohl auf die fehlende sprachliche Präzision der Beschwerdegegnerin 2. Insgesamt habe diese den Ablauf realistisch, detailgetreu und mit Nebensächlichkeiten geschildert. Zudem habe die Beschwerdegegnerin 2 immer wieder ihre damaligen Gefühle und Gedanken beschrieben. Ihre Aussagen seien bemerkenswert detailgetreu und die gesamte Handlung erscheine anschaulich, nachvollziehbar sowie in sich geschlossen. Im Ergebnis ist es daher nicht unhaltbar, dass die Vorinstanz zum Schluss gelangt, die Aussagen der Beschwerdegegnerin 2 seien glaubhaft. Es muss in diesem Zusammenhang darauf hingewiesen werden, dass das Bundesgericht keine eigenständige Beweiswürdigung vornimmt und namentlich erst dann eingreift, wenn das Sachgericht Sinn und Tragweite eines Beweismittels offensichtlich verkannt hat, wenn es ohne sachlichen Grund ein wichtiges und entscheidwesentliches Beweismittel unberücksichtigt gelassen hat oder wenn es auf der Grundlage der festgestellten Tatsachen unhaltbare Schlussfolgerungen gezogen hat. Willkür ist nicht schon dann zu bejahen, wenn die Beweiswürdigung nicht mit der Darstellung der beschwerdeführenden Partei übereinstimmt, sondern bloss, wenn sie offensichtlich unhaltbar ist (vgl. BGE 140 III 264 E. 2.3; 135 II 356 E. 4.2.1; 129 I 8 E. 2.1; je mit Hinweisen). Dies ist vorliegend nicht der Fall. Angesichts der vorinstanzlichen Begründung ist es ferner nicht willkürlich, dass die Vorinstanz hinsichtlich des Vorwurfs der Vergewaltigung von einem fehlenden Motiv der Beschwerdegegnerin 2 für eine Falschbelastung ausgeht und in diesem Zusammenhang erwägt, mangels feststellbarer Suggestion sei von einer hohen Aussagezuverlässigkeit der Beschwerdegegnerin 2 auszugehen (vgl. E. 2.2.3; Urteil S. 15 f.).