Citation: 4A_90/2019 E. 4.2

4.2. Das Obergericht erwog, der Beschwerdegegner sei keine geschäftsgewandte Person im Sinne der bundesgerichtlichen Rechtsprechung und müsse sich daher nicht auf den Wortlaut ("Solidarhaftung" beziehungsweise "solidarisch") behaften lassen. Entscheidend sei, dass die Klausel eine subsidiäre, nachrangige Haftung des Beschwerdegegners konstruiere. Ein für das Vorliegen einer kumulativen Schuldübernahme sprechendes Eigeninteresse des Beschwerdegegners am Geschäft könne nicht einzig mit dessen Organstellung bei der Borgerin begründet werden. Es sei ihm um das Interesse des Unternehmens und nicht um seine Privatinteressen gegangen. Die Klausel sei daher als Solidarbürgschaft auszulegen.