Citation: 5A_758/2020 E. 3.4.2

3.4.2. Die II. zivilrechtliche Abteilung hat sich der Rechtsprechung für die Auslegung von Art. 28a Abs. 1 Ziff. 3 ZGB angeschlossen (BGE 127 III 481 E. 1c) und ihre frühere Praxis aufgegeben, wonach der Feststellungskläger dartun musste, inwieweit der Fortbestand eines die Persönlichkeit verletzenden Presseerzeugnisses einer andauernden Störungswirkung gleichkommt, mithin der Störungszustand sich effektiv noch oder erneut störend auswirkt (BGE 127 III 481 E. 1b). Eine weiterhin störende Auswirkung ist vor allem denkbar, wenn Dritte Kenntnis von der Verletzung erhalten und deshalb einen falschen oder für das Opfer sonst wie nachteiligen Eindruck bewahrt haben. Das Fortbestehen der Äusserung oder des Äusserungsträgers (wie das Archiv der Zeitung oder im Internet) genügt (BGE 127 III 481 E. 1c/aa; Urteil 5A_365/2017 vom 13. April 2018 E. 4.1).