Citation: 2C_646/2023 E. 4.4

4.4. Rechtsprechungsgemäss obliegt der Beweis der Tatsache sowie des Zeitpunkts der Zustellung von Verfügungen der Verwaltung; diese trägt hierfür mithin die (objektive) Beweislast. Wird die Tatsache oder das Datum der Zustellung uneingeschriebener Sendungen bestritten, muss daher im Zweifel auf die Darstellung des Empfängers abgestellt werden (BGE 124 V 400 E. 2a; Urteile 9C_551/2022 vom 4. März 2024 E. 5.3.1; 2C_179/2021 vom 25. Oktober 2021 E. 4.6; vgl. auch BENOÎT BOVAY, Procédure administrative, 2. Aufl. 2015, S. 378). Wird eine an eine vertretene Partei adressierte Verfügung nicht (auch) der Rechtsvertretung eröffnet, gilt diese Beweisregel sinngemäss (Urteil 9C_791/2010 vom 10. November 2010 E. 4.1). Stellt sich die verfügende Behörde auf den Standpunkt, die Verfügung sei dem Rechtsvertreter früher zugegangen oder zugänglich gewesen als von ihm vorgebracht, muss sie dies folglich belegen können.