Citation: 6B_347/2012 E. 1.2

1.2. Die Vorinstanz stützt sich für den Schuldspruch des Mitangeklagten X.________ wegen Betruges im Wesentlichen auf die Aussagen des Vertreters der Beschwerdegegnerin 2. Der Kaufvertrag liefere für sich allein keinen Beweis für die Geldübergabe. Der Vertreter der Beschwerdegegnerin 2 habe in der Untersuchung erklärt, er handhabe die Klausel, nach welcher bei Abschluss des Vertrages zwei Drittel des Kaufpreises zu bezahlen seien, nicht so streng. Es käme immer wieder vor, dass er den Kaufvertrag unterschreibe, obwohl er kein Geld erhalten habe. In diesen Fällen werde den Käufern jeweils ein Einzahlungsschein mitgegeben. Es sei auch schon vorgekommen, dass ein Kunde die Waren ohne Anzahlung mitgenommen habe. Der Mitangeklagte X.________ habe zudem bei der Abholung des MG A Roadster sein eigenes Auto zurückgelassen. Darüber hinaus habe ihm dieser auch versichert, er könne sich auf ihn verlassen, er sei ein Ehrenmann (vgl. angefochtenes Urteil S. 19 f.). Die Vorinstanz erachtet diese Aussagen als glaubhaft. Sie ergäben ein stimmiges, einheitliches Ganzes. Demgegenüber erwiesen sich die Erklärungen des Mitangeklagten X.________ teilweise als falsch, in anderen Punkten als unglaubwürdig. Insgesamt gelangt sie zum Schluss, es spreche nichts dafür, dass ein schlitzohriger Verkäufer unberechtigterweise versucht habe, eine doppelte Bezahlung zu erwirken und einen Unschuldigen aufgrund seiner Vergangenheit zu erpressen (angefochtenes Urteil S. 26 ff.; vgl. Beschwerde S. 9). In Bezug auf die vom Mitangeklagten X.________ und der Beschwerdeführerin unterzeichnete und zum Nachweis der finanziellen Leistungsfähigkeit der Polizei übergebene "Quittung für Zahlung/Auftrag MGA, Colabar, Mercedes Scooter, Pontiacsofa" vom 8. September 2009 nimmt die Vorinstanz an, das Dokument sei erst nachträglich erstellt worden und habe lediglich dazu gedient, die behauptete Zahlung an C.________ plausibel zu machen. Sie stützt sich hiefür auf die technische Auswertung des auf den beschlagnahmten Laptops der Beschuldigten gefundenen Dokuments "AutoRecovery save of MGA.doc", einer Sicherungskopie des im Original nicht mehr vorhandenen Dokuments "MAG.doc", welches teilweise den Inhalt der als Beweismittel eingereichten Quittung vom 8. September 2009 wiedergebe. Die Ergebnisse der computertechnischen Abklärungen lieferten zumindest ein starkes Indiz für den Nachweis des Sachverhalts. Es sei mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass am 29. September 2009, an welchem Tag der Mitangeklagte X.________ bei seiner ersten polizeilichen Befragung die fragliche Quittung in Kopie einreichte, auf dem sichergestellten Notebook ein Dokument mit dem Namen "MGA.doc" und mit ähnlichem Inhalt wie die physisch vorhandene Quittung vom 8. September 2009 auf nicht bestimmbare Art und Weise bearbeitet, z.B. geöffnet, gelöscht, gespeichert, überschrieben, abgeändert oder ausgedruckt worden sei. In diesem Zusammenhang sei von Bedeutung, dass die Beschwerdeführerin und der Mitangeklagte X.________ offen gelassen hätten, wo die Originaldatei ursprünglich abgespeichert bzw. ob, wann und warum sie allenfalls gelöscht worden sei, obwohl sich das Vorhandensein der Originaldatei bei ihrer Gutgläubigkeit für sie hätte entlastend auswirken können. Die erstmals im Rahmen des Parteivortrags in der zweitinstanzlichen Hauptverhandlung vorgebrachte Erklärung für den Vermögenszuwachs der Beschwerdeführerin sei als reine Schutzbehauptungen zu qualifizieren. Zudem seien deren Aussagen zum Betrag, welche sie dem Mitangeklagten X.________ übergeben haben wolle, äusserst widersprüchlich. Schliesslich weise der Inhalt der Quittung mehrere Widersprüche zum Kaufvertrag bzw. zu den erwiesenen Umständen der Vertragsschliessung auf. Eine Gesamtwürdigung aller Umstände zeige, dass die Darstellungen der Beschwerdeführerin und des Mitangeklagten X.________ unlogisch, widersprüchlich, in höchstem Masse unglaubhaft und zum Teil schlichtweg falsch seien. Es sei daher davon auszugehen, dass zwischen der Beschwerdeführerin und dem Mitangeklagte X.________ kein Geld geflossen sei, dass die Quittung erst am 29. September 2009, mithin nach dem 8. September 2009, zur Plausibilisierung der behaupteten Zahlung von CHF 50'300.-- angefertigt worden sei und dass die Beschwerdeführerin gegenüber der Kantonspolizei Bern durch ihre wahrheitswidrigen Auskünfte versucht habe, sich und den Mitangeklagten X.________ der Strafverfolgung zu entziehen (angefochtenes Urteil S. 11 ff., 32 ff.).