Citation: 8C_84/2022 E. 4

Die Beschwerdeführerin wendet im Wesentlichen ein, alle Arztpersonen, sowohl die sie behandelnden als auch die ABI-Gutachter, hätten ihre Arbeitsfähigkeit unter Einbezug der somatischen und psychischen Symptome auf insgesamt 50 % geschätzt. Bei Zweifeln am ABI-Gutachten vom 26. Oktober 2020 hätte die Vorinstanz nicht einzelne Aspekte herauspicken, sondern das Gutachten als Ganzes nicht berücksichtigen dürfen. Der Sachverhalt sei somit weiterhin ungenügend abgeklärt. Indem die Vorinstanz auf weitere psychiatrische Abklärungen verzichtet habe, habe sie den Untersuchungsgrundsatz und die Beweiswürdigungsregeln verletzt. Zudem werde bestritten, dass dem psychiatrischen ABI-Gutachten nur teilweiser Beweiswert zukomme. Das Trauma der komplexen PTBS sei gemäss ICD-11 seit 18. Juni 2018 und damit bereits im Gutachtenszeitpunkt anwendbar gewesen. Der psychiatrische ABI-Gutachter habe unter dem Titel "Herleitung der Diagnosen" sehr ausführlich und nachvollziehbar erklärt, weshalb bei der Beschwerdeführerin eine komplexe PTBS diagnostiziert werden müsse. Es sei deshalb dem RAD zuzustimmen, dass das ABI-Gutachten beweiskräftig sei. Im Übrigen habe die Vorinstanz selber eingeräumt, dass der Beweiswert eines Gutachtens allein durch eine unrichtige diagnostische Einordnung des gesundheitlichen Leidens nicht beeinträchtigt werde. Die ABI-Gutachter hätten ihre Arbeitsunfähigkeitsschätzung unter Beachtung der massgebenden Indikatoren hinreichend und nachvollziehbar begründet, weshalb die Vorinstanz keine neue Indikatorenprüfung im Sinne einer Parallelüberprüfung habe vornehmen dürfen. Zudem sei die durch sie erfolgte Indikatorenprüfung aufgrund der Akten nicht nachvollziehbar und falsch. Bei der Beschwerdeführerin sei nur noch eine 50%ige Leistungsfähigkeit ausgewiesen.