Citation: 5A_349/2020 E. 2

Das Kantonsgericht hat u.a. auf den Entwicklungsbericht der Beiständin vom 13. Februar 2020 abgestellt, wonach es B.________ im Heim sehr gut gefalle, er positive Erfahrungen mache, neue Umgangsformen kennenlerne und feststelle, wie er früher seine Aggressionen unterdrückt habe; auch erfahre er Unterstützung, könne über seine Emotionen sprechen und sehe seine Bedürfnisse und Interessen berücksichtigt, was vorher nicht der Fall gewesen sei. Im Heim gefalle es ihm viel besser und er habe Albträume beim Gedanken, nach Hause zurückkehren zu müssen. Derzeit wünsche er sich keinen Kontakt zur Mutter; sein grösster Wunsch sei aber, die Halbgeschwister in Sicherheit zu bringen. Bei der Anhörung am 9. März 2020 hielt B.________ fest, im Heim gehe es ihm jeden Tag etwas besser und er durchlebe weniger "Angstwellen"; auch würden sich die Mitarbeitenden besser um ihn kümmern, als dies seine Eltern getan hätten. Angesicht der positiven Entwicklungen habe er auch schulisch die Motivation wiedergewonnen. Je mehr Abstand er gewinne, desto eher erkenne er, dass seine Mutter und nicht sein Stiefvater das Hauptproblem gewesen sei. Ausgehend von diesen Grundlagen sowie von den bestreitenden Vorbringen der Mutter hat das Kantonsgericht erwogen, diese sei irrigerweise der Überzeugung, dass der Streit um den Computer (der Sohn wünschte sich einen Computer, welcher sich gemäss der Mutter im Nachhinein als "Gaming-Computer" erwiesen habe und für die Schule ungeeignet sei, was zu einem Streit geführt habe) Anlass für den Auszug ihres Sohnes war und nicht die familiäre Belastungssituation. Ihr fehle jegliches Bewusstsein, dass sie mit ihrem Verhalten das Kindeswohl schwer gefährdet habe. Die Mutter-Kind-Beziehung habe unter der jahrelangen Untätigkeit und Emotionslosigkeit der Mutter gelitten, namentlich auch, weil sie es unterlassen habe, etwas gegen die häusliche Gewalt zu tun. B.________ habe unbestrittenermassen von sich aus Hilfe gesucht. Grund sei primär die Gewaltausübung durch den Stiefvater gegenüber den anderen Familienmitgliedern gewesen, aber auch, dass er sich von den Eltern vernachlässigt gefühlt habe. Der gereifte Entschluss und das dringende Bedürfnis des beinahe volljährigen Sohnes, nicht in den elterlichen Haushalt zurückzukehren, sei angesichts der gesamten Umstände zu schützen, insbesondere auch, weil sich seine Situation seit dem Heimeintritt massgeblich verbessert habe.