Citation: I 945/06 11.07.2007 E. 5

5.1 Die Vorinstanz gelangte im angefochtenen Entscheid zum Ergebnis, der rechtserhebliche medizinische Sachverhalt sei nun in somatischer und psychischer Hinsicht hinreichend abgeklärt; von weiteren Untersuchungen, insbesondere der beantragten interdisziplinären Begutachtung, sei abzusehen, da davon keine neuen Erkenntnisse zu erwarten seien; dies gelte auch bezüglich der beantragten neurologischen Untersuchung, zumal sich den Akten keine Hinweise auf eine radikuläre Symptomatik (neurologische Ausfälle) entnehmen liessen; es sei davon auszugehen, dass der Gesundheitszustand es dem Beschwerdeführer erlaube, eine leidensangepasste Tätigkeit (mittelschwere manuelle Tätigkeit in Wechsellage) vollzeitig auszuüben. 5.2 Dabei handelt es sich um Sachverhaltsfeststellungen, die das Bundesgericht nur auf Rechtsfehlerhaftigkeit hin prüft, d.h. ob der rechtserhebliche Sachverhalt offensichtlich unrichtig, unvollständig oder unter Verletzung wesentlicher Verfahrensbestimmungen festgestellt worden ist (vgl. oben E. 2). 5.3 Entgegen der beschwerdeführerischen Argumentation ist dies hier nicht der Fall. Es besteht auf Grund der Akten kein Anlass zur Annahme, Dr. med. S.________ sei bei der Abklärung des Versicherten und der Erstellung des Gutachtens vom 15. Juni 2004 nicht lege artis vorgegangen. Die Expertise basiert nicht, wie der Beschwerdeführer es wiederholt vorbringt, auf unvollständigen bzw. mangelhaften radiologischen (Sachverhalts-)Abklärungen, weil Röntgenaufnahmen im Bereich der HWS und LWS erstellt und ausgewertet worden sind, nicht aber Magnetresonanzuntersuchungen, wie vom Parteigutachter Dr. med. K.________, Spezialarzt FMH für Chirurgie, (vgl. Expertise vom 11. November 2004). Denn laut Debrunner, Orthopädie, orthopädische Chirurgie, 4. Aufl. Bern 2002, S. 783, steht nach der Anamnese und der klinischen Untersuchung das konventionelle Röntgenbild an dritter Stelle der Hilfsmittel zur Diagnosestellung bei Beschwerden im Bereich der Wirbelsäule. Der Autor führt aus, die scheinbar unbegrenzten Möglichkeiten der apparativen Diagnostik (CT, MRI usw.) erweckten Hoffnungen bei Ärzten und Patienten, dass man jetzt auf diesen Bildern die Ursache jedes Rückenschmerzes sehen könne. Dies fördere die Tendenz, solche Untersuchungen bei allen Rückenpatienten routinemässig durchzuführen (und sich gar klinische Untersuchung und konventionelles Röntgen überhaupt zu ersparen). Die computerisierten Schnittbilder mit den Beschwerden zu korrelieren sei schwierig. Die Gefahr sich zu täuschen sei ebenso gross wie die Tendenz zur Überinterpretation unklarer Befunde. Bei der grossen Mehrzahl der Rückenpatienten würden sie nicht viel weiter helfen, könnten aber Verwirrung stiften. 5.4 Der medizinische Sachverhalt war, wie die Vorinstanz zu Recht festgestellt hat, mit dem Gutachten des Rheumatologen Dr. med. S.________ und den aus diesem Anlass erstellten konventionellen Röntgenbildern genügend und vollständig abgeklärt. Wenn der Beschwerdeführer vorbringt, die Interpretation der Röntgenbilder durch Dr. med. S.________ sei zweifelhaft, da sich dem Parteigutachter Dr. med. K.________ anhand der Röntgendokumentation Hinweise auf Osteochondrose L2 bis S1 gezeigt hätten, Dr. med. S.________ hingegen lediglich diskrete degenerative Veränderungen erwähnt habe, ist dem entgegen zu halten, dass es sich bei der Osteochondrose um degenerative Knochen-Knorpel-Veränderungen handelt, die beiden Ärzte also nur bei der Einschätzung ihres Ausmasses voneinander abweichen. Wie Debrunner, a.a.O., S. 783, in diesem Zusammenhang ausführt, sind Technik und Beurteilung von Wirbelsäulenbildern nicht einfach. Vor allem die Interpretation der Befunde verlangt viel Erfahrung. So zeigen z.B. praktisch alle älteren Leute degenerative Veränderungen, meist ohne Beschwerden. Dies erklärt hier mögliche Abweichungen. Nach dem Gesagten sind die beschwerdeführerischen Rügen betreffend Sachverhaltsermittlung, -würdigung und -feststellung durch die Vorinstanz nicht begründet.