Citation: U 89/99 10.07.2000 E. 3

3.- a) Parteien und Vorinstanz gehen vorliegend zu Recht von einem mittelschweren Unfall im Sinne der Rechtsprechung (BGE 115 V 133) aus. Der Unfall ist allerdings an der Grenze zu den schweren Unfällen einzustufen. Es liegt ihm ein ausser Kontrolle geratener Einsturz eines Garagengebäudes zu Grunde. Die Gewalteinwirkung auf den Beschwerdegegner durch die einstürzende Seitenwand des Gebäudes war erheblich, sie hatte verschiedene Frakturen und andere Verletzungen zur Folge. b) Das kantonale Gericht hat mit zutreffender Begründung, auf welche verwiesen wird, bejaht, dass das Kriterium der besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls vom 21. Juli 1992 erfüllt sei. Die SUVA wendet dagegen ein, der vorinstanzliche Entscheid verstosse diesbezüglich gegen die Rechtsprechung des Eidgenössischen Versicherungsgerichts. Dem ist entgegenzuhalten, dass in den von der SUVA angeführten nicht veröffentlichten Urteilen S. vom 23. Februar 1998, U 244/96, und B. vom 13. November 1989, U 38/89, Unfälle beurteilt worden sind, welche mit den Umständen des Unfalls vom 21. Juli 1992 nicht vergleichbar sind. Zu beachten ist, dass vorliegend nicht abzuschätzen war, welche Trümmermassen aus der einstürzenden Seitenwand auf den Versicherten zukommen und ihn noch stärker gegen die Mulde drücken und dabei möglicherweise zerquetschen würden. Von Bedeutung ist auch, dass das Flachdach des Garagengebäudes gegen die zerstörte Rückseite des Gebäudes einknickte. Als die Seitenwand gegen den Versicherten hin zerbarst, war damit zu rechnen, dass der Einsturzvorgang noch nicht beendet sein könnte, sondern dass auch das Dach der Länge nach, mithin im Bereich des Versicherten, bersten und weitere Trümmer gegen ihn schleudern könnte. Berücksichtigt man zudem, dass sich der Versicherte hiegegen in keiner Weise schützen konnte, muss die besondere Eindrücklichkeit des Unfalls als in ausgeprägtem Masse erfüllt angesehen werden. c) Die Vorinstanz hat auch das Kriterium der langen Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit als erfüllt qualifiziert; auch diesbezüglich wird auf deren zutreffende Erwägungen verwiesen. Zu Recht begründet das kantonale Gericht seinen Entscheid u.a. unter Hinweis auf RKUV 1998 Nr. U 307 S. 448, insbesondere S. 450 Erw. 3b. In jenem Fall war der Versicherte während sieben Monaten auf Grund körperlicher Symptome vollumfänglich arbeitsunfähig gewesen, zudem hatte er nach dem Unfall die bisherige Berufstätigkeit nicht mehr ausüben können. Letzteres trifft vorliegend gemäss den Feststellungen im Gerichtsgutachten ebenfalls zu. Zudem verweist die Vorinstanz zu Recht darauf, dass der Beschwerdegegner im Juli/August 1992, im November 1992 und im April/Mai 1993 wegen somatischer Leiden behandelt wurde und jedenfalls bis zum letztgenannten Spitalaufenthalt aus somatischen Gründen nicht arbeitsfähig war. Das Kriterium der lange dauernden physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit ist demzufolge erfüllt. d) Da nach dem Dargelegten das Kriterium der besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls in ausgeprägtem Masse und zudem das Kriterium der lange dauernden physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit erfüllt sind, ist die Adäquanz des Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfall vom 21. Juli 1992 und den psychischen Beschwerden, welche als solche unbestritten sind (Gerichtsgutachten S. 32: einerseits chronifizierte posttraumatische Belastungsstörung, andererseits somatoforme Schmerzstörung nach Verschüttungstrauma), zu bejahen.