Citation: 5A_866/2022 E. 2.3

2.3. Gemäss Art. 143 Abs. 1 ZPO müssen Eingaben spätestens am letzten Tag der Frist beim Gericht eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen Post oder der schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Vertretung übergeben werden. Entscheidendes Kriterium zur Einhaltung der Frist ist die Übergabe an die Schweizerische Post (oder eine schweizerische diplomatische oder konsularische Vertretung) spätestens am letzten Tag der Frist (sog. Expeditionsprinzip; Urteil 5A_536/2018 vom 21. September 2018 E. 3.2). Vorliegend steht fest (E. 2.1.1), dass die Beschwerdeführerin die Berufungsschrift (das Paket mit der Berufung) am 24. Februar 2022, dem letzten Tag der Berufungsfrist, bei der Schweizerischen Post aufgab, welche die Sendung nicht refüsierte, sondern entgegegennahm und bearbeitete. Weiter steht fest, dass die Sendung korrekt an das Obergericht adressiert war. Damit ist die Übergabe "zu Handen des Gerichts" (Berufungsinstanz) im Sinne von Art. 143 Abs. 1 ZPO erfüllt und die Postaufgabe der Eingabe vom 24. Februar 2022 gilt insoweit als fristwahrend.