Citation: 1C_96/2016 E. 2.2

2.2. Art. 46 Abs. 1 OR regelt den Schadenersatz bei Körperverletzung wie folgt: "Körperverletzung gibt dem Verletzten Anspruch auf Ersatz der Kosten, sowie auf Entschädigung für die Nachteile gänzlicher oder teilweiser Arbeitsunfähigkeit, unter Berücksichtigung der Erschwerung des wirtschaftlichen Fortkommens." Das Verwaltungsgericht hat dazu im angefochtenen Entscheid, namentlich unter Berufung auf den Basler und den Berner Kommentar (Martin Kessler, in: Basler Kommentar, 6. Aufl. 2015, N. 10a zu Art. 46 OR; Roland Brehm, in: Berner Kommentar, 4. Aufl. 2005, N. 87 ff. zu Art. 46 OR), erwogen, nach der Praxis zum Schadenersatzrecht stelle die Erschwerung des wirtschaftlichen Fortkommens keinen eigenen Schadensposten dar, sondern werde bei der Bemessung des künftigen Erwerbsausfalls berücksichtigt. Für das Verwaltungsgericht ergab sich daraus, dass allfällige Ansprüche unter dem Titel Erschwerung des wirtschaftlichen Fortkommens bereits durch die dem Beschwerdeführer zugesprochenen Leistungen abgegolten wurden und ein entsprechender opferhilferechtlicher Anspruch damit nicht bestand. Der Beschwerdeführer macht dagegen, gestützt namentlich auf den Zürcher Kommentar (Hardy Landolt, in: Zürcher Kommentar, 2007, N. 1210 zu Art. 46 OR), geltend, die Erschwerung des wirtschaftlichen Fortkommens sei ein eigenständiger Schadensposten, der nicht in der Entschädigung des künftigen Erwerbsausfalls enthalten sei, weshalb (zusätzlich zu den bereits zugesprochenen Leistungen) ein entsprechender opferhilferechtlicher Anspruch bestehe. Sowohl die Unfall- als auch die Invalidenversicherung hätten ihm gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 60 % eine Rente zugesprochen. Beide Versicherungen seien damit davon ausgegangen, dass es ihm möglich sei, im ersten Arbeitsmarkt im Rahmen eines Teilzeitpensums eine Arbeit anzunehmen. Lebenstatsächlich sei ihm dies nicht möglich, es sei ihm lediglich gelungen, in einem geschütztem Rahmen einer Arbeitstätigkeit nachzugehen. Damit sei die Beeinträchtigung einer geldwerten Chance in concreto nachgewiesen, was gemäss Opferhilfegesetz zu entschädigen sei.