Citation: 5A_555/2023 E. 9

Strittig ist ferner der Kindesunterhalt, sowohl für die Zeit nach der Trennung als auch ab dem tatsächlichen Wegzug (dazu angefochtener Entscheid S. 43-77). Soweit der Beschwerdeführer dem Obergericht vorwirft, in Willkür verfallen zu sein, wenn es ihm rückwirkend ein hypothetisches Einkommen angerechnet hat (Rz. 59), gründen seine Ausführungen auf der - nicht den Tatsachen entsprechenden (dazu E. 6) - Behauptung, es habe dem Familienmodell entsprochen, dass die Mutter vollzeitig erwerbstätig sei, während er nur Teilzeit arbeite und das Kind betreue, sowie auf der ebenfalls falschen Behauptung, der Bezug von Arbeitslosengeld und die Unterstützung durch das Sozialamt dokumentiere, dass er weder in der Lage noch verpflichtet sei, ein höheres Einkommen zu erzielen. Mit der Erwägung des Obergerichtes, wonach keine Anpassungsfrist beanspruchen könne, wer bislang gearbeitet habe, was erst recht gelte, wenn wie vorliegend der Beschwerdeführer trotz Anstrengungspflicht bezüglich des Kindesunterhaltes absichtlich keine neue Stelle suche, setzt sich dieser beschwerdeweise nicht auseinander und schon gar nicht erhebt er diesbezüglich Verfassungsrügen. Worin sodann Willkür liegen soll, wenn das Obergericht für die Zeit bis zur Auswanderung des Kindes - ausgehend von einer alternierenden Betreuung durch Mutter und Vater nach der Trennung - Letzterem ein hypothetisches Einkommen von Fr. 3'300.-- auf einer Teilzeitbasis von 50 % angerechnet hat, ist nicht erkennbar. Mit dem blossen Verweis auf die Unterstützung durch das Sozialamt ist jedenfalls keine Willkür darzutun (Rz. 60), umso weniger als in Bezug auf den Kindesunterhalt eine Anstrengungspflicht mit hohen Anforderungen an die Ausschöpfung der Erwerbskapazität gilt (dazu E. 6) und keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen bekannt sind, welche den Vater an einer Erwerbsarbeit hindern würden. Die als Willkürrüge deklarierten Ausführungen in Rz. 61 betreffen nicht die Unterhaltspflicht des Beschwerdeführers, sondern bestehen in einer erneuten Bestreitung des mütterlichen Einkommens als Mitarbeiterin eine Call-Centers nach ihrer Rückkehr nach Mexiko und einer damit einhergehenden Behauptung, die Gesundheit des Kindes sei gefährdet. Die Unterhaltsfestsetzung auf Fr. 288.-- ab dem Zeitpunkt des Wegzuges des Kindes nach Mexiko hatte das Obergericht damit begründet, dass sich die Parteien hierzu nicht geäussert hätten, weshalb es bei der erstinstanzlichen Unterhaltsfestsetzung zu bleiben habe. Der Beschwerdeführer ist der Ansicht (Rz. 62), es mache "keinen Sinn", wenn das Obergericht über 20 Seiten Berechnungen anstelle, um dann festzuhalten, es habe beim erstinstanzlich festgesetzten Betrag zu bleiben. Im Übrigen sei er nicht in der Lage, Unterhalt zu bezahlen, wenn er vom Sozialamt unterstützt werde. Ferner sei es unbillig, wenn die Mutter auf ein sehr gutes Einkommen in der Schweiz verzichte und ohne Not nach Mexiko ziehe. All dies begründet nicht ansatzweise die behauptete Willkür: Die Motive des auswanderungswilligen Elternteils - welche vorliegend ohnehin augenfällig sind - stehen nicht zur Debatte (BGE 142 III 481 E. 2.5). Sodann treffen den Beschwerdeführer ab dem Zeitpunkt der Auswanderung des Kindes keine erwerbshindernden Betreuungspflichten mehr; deshalb hätte das Obergericht den ab der Auswanderung geschuldeten Kindesunterhalt, welchen die Mutter berufungsweise mit Fr. 1'194.-- gefordert zu somit zum Berufungsgegenstand gemacht hatte, in Anwendung der Offizial- und Untersuchungsmaxime ausgehend von der bereits mehrmals angesprochenen Anstrengungspflicht des unterhaltspflichtigen Elternteils und der Tatsache, dass beim Beschwerdeführer keine objektiven Erwerbshindernisse bekannt sind, auch auf der Basis eines Vollzeiterwerbes festsetzen können; dies hätte umso mehr nahe gelegen, als das Bezirksgericht nicht den Wegzug, sondern die Unterhaltslage in der Schweiz geregelt hatte. Weiterungen erübrigen sich aber, weil damit der Unterhalt höher, nicht tiefer ausgefallen wäre und insofern die Willkürrüge des Vaters ins Leere stösst.