Citation: 8C_27/2017 E. 4.2

4.2. Der Beschwerdeführer wendet ein, die ALV habe ihn darauf hingewiesen, dass die IV für die hier strittige Periode leistungspflichtig sei und er die ALV-Taggelder zurückzahlen müsse, falls die IV die Taggelder doch bezahle. Dieses Vorgehen der ALV sei korrekt, sei sie doch vorleistungspflichtig. Demnach habe die Vorinstanz Art. 18 Abs. 4 IVV falsch angewendet. Dieser Einwand ist nicht stichhaltig. Art. 70 Abs. 2 lit. b ATSG regelt zwar eine Vorleistungspflicht der ALV u.a. für Leistungen, deren Übernahme durch die IV umstritten sind. Indessen ist zu beachten, dass das ATSG auf die Koordination von Taggeldern verzichtet und zugleich die Arbeitslosenentschädigung, die als Taggeld ausgerichtet wird (vgl. Art. 21 AVIG), die hauptsächliche Leistungsart der ALV darstellt (vgl. Art. 8 ff. AVIG). Mithin regelt die ATSG-Bestimmung eine Vorleistungspflicht, ohne dass das ATSG die intersystemische Koordination von Taggeldern vornimmt. Es obliegt bei dieser Ausgangslage in wesentlichen Bereichen der Rechtsprechung, die sich stellenden Fragen zu beantworten (UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 3. Aufl. 2015, N. 63 Vorbemerkungen und N. 26 zu Art. 70 ATSG). Das Urteil 9C_942/2009 liefert im vorliegenden Fall die Lösung (vgl. E. 4.1 hiervor). Ernsthafte sachliche Gründe für eine Praxisänderung (hierzu siehe BGE 141 II 297 E. 5.5.1 S. 303; 140 V 538 E. 4.5 S. 541) werden nicht geltend gemacht und sind auch nicht ersichtlich.