Citation: 4P.84/2005 20.05.2005 E. 4

Ein erster Rügenkomplex bezieht sich auf die geklagten somatischen Beschwerden des Beschwerdeführers. 4.1 Der Beschwerdeführer rügt zunächst, das Obergericht habe es in willkürlicher Weise abgelehnt, ein medizinisches Gutachten dazu in Auftrag zu geben. Zudem habe es gegen "die Auslegung des Novenverbots nach § 205 Abs. 1 ZPO-ZG" verstossen. Das Obergericht wies den Antrag des Beschwerdeführers auf Anordnung einer medizinischen Begutachtung mit der Begründung ab, der Beschwerdeführer sei nach eigener Darstellung im Sozialversicherungsverfahren eingehend medizinisch abgeklärt und begutachtet worden. In seiner Klagschrift habe er ausgeführt, die Abklärungsberichte könnten auch für das haftpflichtrechtliche Verfahren herangezogen werden und sie seien beweistauglich. Sollte die Beweistauglichkeit bestritten werden, werde vorsorglich eine umfassende ärztliche Begutachtung verlangt. Nachdem die Beschwerdegegner die Beweistauglichkeit nicht bestritten hätten, habe das Kantonsgericht zu Recht auf die vorhandenen medizinischen Unterlagen abgestellt und einzig hinsichtlich der Frage, inwieweit die psychischen Beschwerden unfallkausal seien, ein Gutachten angeordnet. Dem hätten sich die Parteien denn auch nicht widersetzt. Wenn der Beschwerdeführer im Berufungsverfahren ein medizinisches Gutachten über das Ausmass somatisch bedingter Beschwerden verlange, setze er sich in Widerspruch zu seinen eigenen Aussagen im vorinstanzlichen Verfahren. Der diesbezügliche Antrag sei zudem neu und wegen des im Berufungsverfahren geltenden Novenverbots nach § 205 Abs. 1 ZPO-ZG ohnehin nicht zu hören. Diese Überlegungen sind nachvollziehbar und nicht zu beanstanden. Das Obergericht zog die Ausführungen des Beschwerdeführers in seiner Klagschrift, S. 13 Ziffer 29, wörtlich heran. Wenn dieser nun in der Beschwerdeschrift seine damalige Erklärung anders darstellt, ist dies schlicht unzutreffend. Sein Verzicht auf eine erneute medizinische Begutachtung geht auch daraus hervor, dass er die Verfügung des erstinstanzlichen Referenten vom 23. Januar 2003 akzeptierte. Darin wurde lediglich betreffend die psychischen Beschwerden ein gerichtliches Gutachten angeordnet, da die Parteien übereinstimmend ausgeführt hätten, die im Rahmen des Sozialversicherungsverfahrens eingeholten Berichte könnten für den vorliegenden Prozess herangezogen werden und seien beweistauglich, weshalb auf weitere medizinische Gutachten verzichtet werden könne. Es ist daher keineswegs willkürlich, wenn das Obergericht erkannte, der Beschwerdeführer setze sich mit dem in der Berufung gestellten Antrag auf medizinische Begutachtung in Widerspruch zu seinen Ausführungen im vorinstanzlichen Verfahren und verstosse zudem gegen das Novenverbot nach § 205 Abs. 1 ZPO-ZG. 4.2 Weiter rügt der Beschwerdeführer, das Obergericht habe die im Sozialversicherungsverfahren erstellten medizinischen Abklärungsberichte willkürlich gewürdigt. Mit seinen diesbezüglichen Ausführungen wird er indessen den Begründungsanforderungen an eine Rüge willkürlicher Beweiswürdigung (Erwägung 3 hiervor) kaum gerecht. Er breitet in seiner Beschwerdeschrift die eigene Darstellung und Gewichtung der vorhandenen medizinischen Berichte aus. Dabei zeigt er keine Elemente auf, die den erhobenen Willkürvorwurf zu begründen geeignet wären, und stützt diesen auf unzutreffende Behauptungen. So trifft der Vorwurf, das Obergericht habe die Kaskadenordnung von Arztberichten nicht beachtet und die kreisärztlichen Berichte beweismässig über das umfassende MEDAS-Gutachten gestellt, nicht zu. Ebenso wenig ist der Vorwurf nachvollziehbar, das Obergericht habe einseitig auf die einzelnen SUVA-Berichte abgestellt. Vielmehr ging das Obergericht primär vom polydisziplinären MEDAS-Gutachten vom 18. November 1999 aus, das zum Schluss gelangte, dass keine unfallbedingten somatischen Beschwerden mit wesentlicher Einschränkung der Arbeitsfähigkeit vorlägen und sich einzig die psychiatrischen Befunde limitierend auswirkten. Zusätzlich berücksichtigte das Obergericht die im MEDAS-Gutachten erwähnten früheren medizinischen Berichte, so die Berichte der SUVA-Kreisärzte, das Zeugnis des Hausarztes und den Austrittsbericht der Rehabilitationsklinik Bellikon. Von einer Missachtung der "Kaskadenordnung von Arztberichten" oder einem einseitigen Abstellen auf die SUVA-Arztberichte kann daher keine Rede sein. Das Obergericht gelangte in Würdigung der medizinischen Berichte zum Schluss, dass allfällige somatische Beschwerden, die der Beschwerdeführer heute beklage, in keinem Zusammenhang mit dem Unfallereignis stünden; es fehle daher sowohl die natürliche als auch die adäquate Kausalität. In diesem Schluss sah sich das Obergericht durch die eigenen Angaben des Beschwerdeführers und dessen Verhalten nach dem Unfall bestätigt. So habe er dem gerichtlichen Gutachter erklärt, von November 1995 bis am 19. März 1997 voll gearbeitet zu haben, was bis auf kleinere Unterbrüche gut gegangen sei, ohne Leistungs- und Lohneinbusse. Während dieser Zeit habe er seinen Hausarzt nie wegen Hals-, Schulter- oder Nackenbeschwerden aufgesucht, was der Beschwerdeführer, dem aggravierendes Verhalten attestiert werde, sicherlich getan hätte, wenn sich die Schmerzen in heute geschildertem Ausmass ausgewirkt hätten. Inwiefern das Obergericht in Willkür verfallen sein soll, indem es diese Elemente, die lediglich als Bestätigung des aus den medizinischen Berichten gezogenen Schlusses dienten, bei der Beantwortung der Frage nach der Kausalität des Unfalls für die geklagten somatischen Beschwerden berücksichtigte, ist nicht ersichtlich; der Beschwerdeführer vermag insoweit namentlich keine willkürliche Beweiswürdigung darzutun, indem er geltend macht, das Obergericht habe aus dem Umstand, dass er nach dem Unfall eine gewisse Zeit lang voll gearbeitet habe, in unhaltbarer Weise auf völlige Beschwerdefreiheit geschlossen, weil es nicht beachtet habe, dass er die dabei aufgetretenen Schmerzen bei verschiedenen späteren Befragungen als gravierend geschildert habe. Die Rüge willkürlicher Beweiswürdigung ist unbegründet, soweit sie überhaupt als rechtsgenüglich motiviert betrachtet und auf sie eingetreten werden kann.