Citation: 8C_523/2024 E. 5.9

5.9. Die Vorinstanz bejahte einen Kausalzusammenhang zwischen der Schnitt- resp. Stichverletzung und den Handbeschwerden links im Wesentlichen mit der Begründung, der Beschwerdegegner habe bis zur Entfernung des Fremdkörpers im August 2023 durchgehend unter Beschwerden an der linken Hand gelitten. Dies trifft jedoch nicht zu, wie die Suva zu Recht vorbringt. Abgesehen davon, dass von Januar 2023 bis zur Operation im August 2023 keine ärztlichen Untersuchungen aktenkundig sind und ab 1. Dezember 2022 auch keine Arbeitsunfähigkeit mehr attestiert wurde, gab der Beschwerdegegner in seinem Schreiben an die Suva vom 24. Mai 2023 selbst an, seine Hand sei nun in Ordnung. Er habe keinerlei Beschwerden mehr, wolle aber den Fremdkörper entfernt haben. Litt der Beschwerdegegner aber bereits Monate vor der Operation vom August 2023 unter keinen Beschwerden mehr, so ist der vorinstanzlichen Argumentation die Grundlage entzogen, wonach der Beschwerdegegner durchgehend unter Beschwerden an der linken Hand gelitten und erst die Entfernung des Fremdkörpers eine Beschwerdefreiheit gebracht habe und folglich ein natürlicher Kausalzusammenhang erstellt sei. Soweit der Hausarzt ohne nähere Begründung festhält, die Handbeschwerden seien auf die Schnittverletzung zurückzuführen, so vermag dies ebenso wenig zu überzeugen wie die Beurteilung des Dr. med. D.________, wonach "wenn überhaupt" eine aktivierte Arthrose nach Fremdkörpereinschluss vorliege. Die Formulierung des Handchirurgen lässt vielmehr darauf schliessen, dass dieser einen entsprechenden Kausalzusammenhang bezweifelt, zumal er auch keinen weiteren Handlungsbedarf in Bezug auf den in der Sonographie festgestellten marginalen Fremdkörper sah. Im Weiteren hat der Suva-Arzt Dr. med. C.________ - entgegen der Sichtweise der Vorinstanz - überzeugend aufgezeigt, dass es zu keiner unfallbedingten Ausbreitung eines Infekts im Bereich der linken Hand gekommen ist (vgl. E. 5.2 hiervor). Auch die behandelnden Ärzte und die untersuchende Radiologin sahen keine Hinweise für eine bakterielle Entzündung resp. ein septisches Geschehen. Beschwerden speziell im Bereich des Mittelfingers links wurden nicht beschrieben. Bereits Dr. med. G.________ hielt fest, die Narbe der Schnittverletzung sei komplett reizlos und indolent (vgl. Bericht vom 26. Juni 2022). Hinzu kommt, dass im Rahmen der Untersuchung durch Dr. med. D.________ am 12. Dezember 2022 eine beidseitige Schwellung der MCP-Gelenke II und III erkennbar war, was für eine krankheitsbedingte Ursache spricht. Demgegenüber fehlt eine überzeugende ärztliche Einschätzung, derzufolge die über den 31. August 2022 hinaus geklagten linksseitigen Handbeschwerden (auch nur teilweise) auf eine Fremdkörperinokulation zurückzuführen sein sollen. Soweit der Beschwerdegegner geltend macht, es sei schon in der Vergangenheit zu Infektionen und entzündlichen Reaktionen bei ähnlichen Verletzungen gekommen, vermag er daraus nichts zu seinen Gunsten abzuleiten. Zwar berichtete Dr. med. D.________ von Hohlhandinfekten in den Jahren 2013 und 2017 bei Verletzungen mit Holz, die unter Antibiotikatherapie suffizient behandelt werden konnten. Vorliegend konnte eine Infektion aber gerade ausgeschlossen werden. Ausserdem gehören Schübe von schmerzhaften Gelenkentzündungen zu den Symptomen der von den Fachärzten diagnostizierten CPPD (www.ksw.ch/gesundheitsthemen/pseudogicht-chondrokalzinose/, besucht am 5. Februar 2025).