Citation: 5A_763/2018 E. 8.5.3

8.5.3. 8.5.3.1. Hinsichtlich der für das Verfahren vor Bezirksgericht zugesprochenen Parteientschädigungen wenden die Klägerinnen ein, der Beklagte 1 habe sich auf insgesamt 40,5 Seiten und der Beklagte 2 auf 36,5 Seiten geäussert. Bezogen auf die zugesprochene Entschädigung ergäben sich beim Beklagten 1 Fr. 1'975.-- pro Seite und beim Beklagten 2 Fr. 2'192.-- pro Seite. Bei einem Stundenansatz von Fr. 300.-- habe der Beklagte 1 etwa 6.5 Stunden und der Beklagte 2 etwas mehr als 7 Stunden pro Seite aufwenden müssen. Insgesamt hätte der Beklagte 1 263,35 Stunden, d.h. 33 Tage à 8 Stunden oder etwas mehr als 6 Wochen, und der Beklagte 2 255,5 Stunden, d.h. 32 Tage à 8 Stunden oder etwas mehr als 6 Wochen, für das Hauptverfahren aufgewendet. Dies stehe jedoch in keinem Verhältnis zum effektiven Aufwand. In der Regel sei von einem grosszügigen Zeitaufwand von 2 Stunden pro Seite auszugehen, was einem Aufwand von 52 bzw. 58 Stunden für das Hauptverfahren entsprechen und bei einem Stundenansatz von Fr. 300.-- einer Entschädigung von Fr. 15'600.-- für den Beklagten 1 und Fr. 17'400.-- für den Beklagten 2 bedeuten würde. Die zugesprochenen Entschädigungen seien fünfmal höher. Selbst wenn man 4 Stunden pro Seite zugestehen wollte, resultierten nicht die vom Obergericht zugesprochenen Parteientschädigungen. Schliesslich habe es das Obergericht ebenso wie das Bezirksgericht unterlassen, von den Beklagten eine Kostennote einzuholen. Ferner stimme, wie sie dies bereits im Zusammenhang mit den Gerichtskosten geltend gemacht hätten, auch das Verhältnis zwischen Hauptverfahren und Massnahmeverfahren nicht. Schliesslich sei anzumerken, dass eine Entschädigung von Fr. 88'000.-- für das erstinstanzliche Verfahren einem Jahreseinkommen eines durchschnittlichen Bürgers gleichkomme. Alleine mit zwei erstinstanzlichen Verfahren würden die Rechtsvertreter der beiden Beklagten mehr Verdienst erzielen, als die Schweizer National- oder Ständeräte im Jahr erhielten. 8.5.3.2. Mit Bezug auf die oberinstanzlich zugesprochenen Parteientschädigungen führen die Klägerinnen aus, das Obergericht sei von einer Grundentschädigung von Fr. 90'000.-- ausgegangen und habe diese ohne weitergehende Begründung um 50 % reduziert. Damit habe das Obergericht seine Begründungspflicht verletzt. Es seien lediglich zwei Schriftenwechsel ohne Beweisabnahmen durchgeführt worden. Insgesamt habe sich der Beklagte 1 auf 55,5 Seiten und der Beklage 2 auf 110 Seiten geäussert. Rechne man die zugesprochene Prozessentschädigung auf die einzelnen Seiten herunter, wäre eine Seite des Beklagten 1 Fr. 811.-- und eine Seite des Beklagten 2 Fr. 409.-- wert. Bei einem Stundenansatz von Fr. 300.-- hätte der Beklagte 1 knapp 3 Stunden und der Beklagte 2 knapp 1,5 Stunden pro Seite aufwenden müssen. Angefochten werde deshalb lediglich die Parteientschädigung des Beklagten 1, der im Berufungsverfahren nur halb so viele Seiten eingereicht habe wie der Beklagte 2, und das bei gleich hoher Parteientschädigung. Entsprechend sei die Parteientschädigung des Beklagten 1 auf die Hälfte, d.h. auf Fr. 22'500.-- zu reduzieren.