Citation: 4A_507/2015 E. 4.3

4.3. Nach Ansicht der Vorinstanz spricht der Wortlaut der Vertragsdokumente für den Standpunkt der Beschwerdegegnerin, wonach die Teuerung des Stahlpreises über Fr. 600.-- pro Tonne nicht in der Pauschale enthalten gewesen sei. Die Vorinstanz hat sich sodann über mehrere Seiten hinweg mit den zum Beweis zugelassenen Beweismitteln (Parteibefragungen, Zeugenaussagen und Urkunden) auseinandergesetzt. Das Schreiben der Beschwerdeführerin vom 5. Juli 2010 würdigte sie als gewisses Indiz dafür, dass die Beschwerdeführerin tatsächlich auch zu jenem Zeitpunkt von dem von ihr behaupteten wirklichen Willen der Parteien ausgegangen sei, die Stahlkosten in den Pauschalpreis einzuschliessen. Den von der Beschwerdeführerin behaupteten Vorbehalt resp. die Resolutivbedingung zugunsten der Beschwerdegegnerin (Stahlkosten inbegriffen, wenn später keine Mitteilung von F.________, dass der Stahllieferant einen höheren Preis verlange) habe die Beschwerdeführerin dagegen im Schreiben mit keinem Wort erwähnt; von einem solchen Vorbehalt scheine sie damals nicht ausgegangen zu sein. Aufgrund der Aussagen der Organe der Beschwerdeführerin habe diese nicht nur im Januar 2010 den Werkvertrag und dessen Bestandteile mit dem Inhalt verfasst, dass die Stahlkosten nicht abschliessend im Pauschalpreis enthalten seien, sondern nach Rücksendung des unterschriebenen Vertrags sogar noch explizit festgestellt, dass der Vertrag diese Regelung enthalte. Die Organe der Beschwerdeführerin hätten demnach tatsächlich zur Kenntnis genommen, dass die Beschwerdegegnerin - wie von ihr geltend gemacht - durch Unterzeichnung des Vertrages mit diesem Inhalt ihren entsprechenden Willen (Stahlkosten nicht abschliessend in Pauschalpreis enthalten) erklärt habe. Auch die Beschwerdeführerin habe alsdann den Vertrag mit diesem von ihr auch tatsächlich so verstandenen Inhalt unterzeichnet und ihn vorbehaltlos an die Beschwerdegegnerin retourniert. Dadurch habe auch die Beschwerdeführerin ihren tatsächlichen Willen erklärt, den Vertrag mit der Vereinbarung einer zusätzlichen Abrechnung der Teuerung der Stahlkosten über dem im Pauschalpreis enthaltenen Preis von Fr. 600.-- pro Tonne zu ihren Lasten zu akzeptieren. Es sei daher bewiesen, dass diese Regelung dem tatsächlichen übereinstimmenden Willen der Parteien entsprochen habe.