Citation: 1P.19/2000 23.03.2000 E. 3

3.- a) Ausgangspunkt der Beurteilung sind die rechtlichen Voraussetzungen für den Erhalt von Stipendien: Unterstützt werden gemäss § 5 Abs. 1 StipV/ZH schulische und berufliche Ausbildungen, die zu einem vom Bund, vom Kanton oder von der kantonalen Stipendienbehörde anerkannten Studien- oder Berufsabschluss führen, sowie notwendige Vor- und Weiterbildungskurse. Gemäss Abs. 2 wird in erster Linie der Besuch von kantonalzürcherischen und diesen stipendienrechtlich gleichgestellten Ausbildungsstätten unterstützt. Der Besuch weiterer (d.h. auch ausländischer) Ausbildungsstätten wird gemäss Abs. 3 unterstützt, wenn ein entsprechendes öffentliches Angebot im Kanton Zürich fehlt oder andere Gründe für deren Wahl vorliegen; zudem muss der Ausbildungsgang stipendienrechtlich anerkannt sein. Sind die Gründe für die Wahl einer solchen Ausbildungsstätte nicht zwingend, wird bei der Bemessung der Beiträge von der kostengünstigeren Lösung ausgegangen. b) Die kantonalen Behörden gehen davon aus, dass der Besuch ausländischer Mittelschulen nur zurückhaltend unterstützt werden soll, da ein genügendes und zumutbares Angebot im Kanton Zürich bestehe. Auch Kindern tief religiöser Eltern sei der Besuch der öffentlichen Schulen grundsätzlich zumutbar. Die Mittelschulausbildung in "Tomer Debora" sei deshalb nur dann zu unterstützen, wenn die dort vermittelte Verbindung von profaner Mittelschulausbildung und Unterweisung in jüdischen Fächern im Hinblick auf die von der Tochter des Beschwerdeführers angestrebte Berufsausbildung zwingend sei. Hingegen sei es nicht der Zweck des Stipendienwesens, Ausbildungen zu unterstützen, die deshalb absolviert werden, weil die Gesuchsteller Zugang zu Instituten finden wollen, welche allein aus religiösen Gründen eine staatliche Vorbildung nicht anerkennen. c) Diese Rechtsauffassung der kantonalen Behörden wird vom Beschwerdeführer jedenfalls nicht substanziiert in Frage gestellt. Sie ist auch nicht zu beanstanden: Die Schweiz kennt ein konfessionell neutrales öffentliches Schulsystem (vgl. Art. 27 Abs. 2 und 3 aBV, Art. 62 Abs. 2 BV; BGE 125 I 347 E. 3b und 4a S. 355 f.; 123 I 296 E. 4b/bb S. 308 ff., je mit Hinweisen). Dessen Besuch ist für Angehörige aller Konfessionen zumutbar, zumal den religiösen Bedürfnissen auf Grund der Religionsfreiheit (vgl. Art. 49 aBV und Art. 15 BV) auch in der Schule entgegenzukommen ist (vgl. Art. 27 Abs. 3 aBV und BGE 119 Ia 178 E. 6 S. 187 ff.; 117 Ia 311 E. 4 und 5 S. 317 ff.). Die Religionsfreiheit erlaubt zwar den Besuch konfessioneller Privatschulen, gibt aber keinen Anspruch auf staatliche Unterstützung, sondern nur Anspruch auf Gleichbehandlung aller Konfessionen, wenn eine staatliche Unterstützung ausgerichtet wird (vgl. BGE 125 I 347 E. 4e S. 357 und E. 5 S. 358 ff.; Peter Karlen, Das Grundrecht der Religionsfreiheit in der Schweiz, Zürich 1986, S. 179 f.). Der Beschwerdeführer macht nicht geltend, gemäss der Praxis der kantonalen Behörden würden Angehörigen anderer Konfessionen oder Glaubensrichtungen Stipendien für den Besuch ausländischer religiöser Mittelschulen ausgerichtet. Soweit der Beschwerdeführer für seine Tochter einzig aus religiösen Gründen den Besuch einer jüdischen Mittelschule anstrebt, ist dies daher von vornherein kein Grund für die Ausrichtung von Stipendien. Rechtserheblich ist hingegen, ob der Besuch einer solchen Mittelschule notwendig ist, damit die Tochter ihr Berufsziel als jüdische Lehrerin erreichen kann. Eine willkürliche Sachverhaltsfeststellung oder eine Verletzung des rechtlichen Gehörs kann von vornherein nur hinsichtlich von Tatsachen vorliegen, die für die Beurteilung dieser Frage erheblich sind.