Citation: 6S.550/2000 27.09.2000 E. 2

2.-Wer fahrlässig den Tod eines Menschen verursacht, wird mit Gefängnis oder Busse bestraft (Art. 117 StGB). Fahrlässig handelt, wer die Folge seines Verhaltens aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit nicht bedacht oder darauf nicht Rücksicht genommen hat (Art. 18 Abs. 3 Satz 1 StGB). Grundvoraussetzung für das Bestehen einer Sorgfaltspflichtsverletzung und mithin für die Fahrlässigkeitshaftung ist die Vorhersehbarkeit des Erfolgs. Die zum Erfolg führenden Geschehensabläufe müssen für den Täter mindestens in ihren wesentlichen Zügen vorhersehbar sein (BGE 126 IV 13 E. 7a/bb). Ein fahrlässiges Erfolgsdelikt wie die fahrlässige Tötung kann auch durch Unterlassen begangen werden. Dieses unechte Unterlassungsdelikt ist anzunehmen, wenn die Herbeiführung des Erfolgs durch Tun ausdrücklich mit Strafe bedroht ist, der Beschuldigte infolge seiner besonderen Rechtsstellung als Garant zur Abwendung des Erfolgs verpflichtet war und er durch die unterlassene (indes mögliche und zumutbare) Handlung den Erfolg tatsächlich hätte abwenden können (vgl. BGE 122 IV 61 E. 2a/aa; 117 IV 130 E. 2a; 116 IV 182 E. 4). Die Vorinstanz legt diese Haftungsvoraussetzungen ausführlich und zutreffend dar. Darauf kann verwiesen werden (Art. 36a OG).