Citation: 9C_743/2020 E. 5.1.1

5.1.1. Im Gutachten wurde die Arbeitsfähigkeit zur Angewöhnung und zum Belastungsaufbau auf 30 % geschätzt, die nach Massgabe der wiedererlangten psychomentalen Belastbarkeit schrittweise auf 70 % gesteigert werden könne. Der RAD erachtete mit der Stellungnahme vom 9. Januar 2020 am ehesten als zielführend, wenn Wiedereingliederungsmassnahmen an einem Büroarbeitsplatz beginnend mit einem 30 %-Pensum und sukzessiver Steigerung sofort an die Hand genommen werden. Die Beschwerdegegnerin erkannte daraufhin auf einen Anspruch der Beschwerdeführerin auf Arbeitsvermittlung sowie Abklärung der beruflichen Eingliederungsmöglichkeiten (Mitteilung vom 14. Januar 2020). Sie lud die Beschwerdeführerin deshalb zu einem Gespräch am 11. Februar 2020 ein. Die Beschwerdeführerin erklärte, dass sie dies mit Blick auf ihren Einwand betreffend die Rente für hinfällig halte. Nachdem sie auf ihre Schadenminderungspflicht hingewiesen wurde (Mitteilung vom 21. Januar 2020), gab sie umgehend bekannt, sie könne den Termin zum Gespräch (voraussichtlich) aus gesundheitlichen Gründen nicht wahrnehmen (Eingaben vom 22., 27., 28. Januar 2020und 5. Februar 2020). Die Beschwerdeführerin erachtete sich somit offensichtlich nicht als eingliederungsfähig, was auch aus ihren E-Mails vom 25. September 2019, 1., 3. und 15. Oktober 2019hervorgeht. Aus der Korrespondenz erschliesst sich, dass die Beschwerdeführerin sich für eine Arbeitsvermittlung nur interessierte, weil das Sozialamt das von ihr verlangte. Entsprechend wollte sie (in Vorwegnahme des Ausgangs der beruflichen Massnahmen) denn auch schon wissen, ob bei erfolglos verlaufender Arbeitsvermittlung eine Rente gewährt würde. Ein Blick in die Akten zeigt zudem, dass auch Bemühungen von anderer Seite, die Beschwerdeführerin als Mitarbeiterin am Mittagstisch, Empfang oder als Aushilfe im Sekretariat einzugliedern, ohne Erfolg waren.