Citation: 5A_1004/2018 E. 4.3

4.3. In beweismässiger Hinsicht macht die Beschwerdeführerin geltend, die Verkeimungsgefahr bei Entkalkungsanlagen sei eine offenkundige Tatsache, und meint damit zumindest sinngemäss, sie bedürfe keines Beweises. Ausserdem führe der Einbau der Entkalkungsanlage, so die Beschwerdeführerin weiter, zu drei zentralen Beeinträchtigungen: Erstens erleide das Wasser einen erheblichen Qualitätsverlust, indem die Anlage dem Wasser die Mineralien Magnesium und Kalzium entziehe, die der menschliche Körper nicht selber produzieren könne und als Nahrungsergänzung hinzugefügt werden müssen. Zweitens führe das Verfahren zu einer Versalzung, die mit erheblichen gesundheitlichen Risiken wie zum Beispiel rheumatischen Beschwerden, Gicht und Herzlaufkrankheiten verbunden sei; ebenso seien die Umweltbelastung und die Verkeimungsgefahr erstellt. Drittens könne sich die Beschwerdeführerin nicht von einer Veränderung des Kaltwassers ausnehmen, weil die Wasserverteilung zentral organisiert werde. Der Einbau der Entkalkungsanlage würde bei ihr Kosten auslösen, die nicht zumutbar und unwirtschaftlich seien. Um die gleiche Qualität des Wassers zu erreichen, müsste sie dauernd Wasser einkaufen und dem Körper die Mineralien anderweitig zuführen. Das Wasser könne auch nicht durch einen Veredelungsprozess wiederaufbereitet werden. Die Irreparabilität des veränderten Wassers rechtfertige es nicht, in ihre persönliche Freiheit und ihre körperliche Unversehrtheit einzugreifen. Da vermöge auch der Hinweis nicht abzuhelfen, dass die Vorschriften des Lebensmittelgesetzes einzuhalten seien (Genusstauglichkeit und Mikrobenfreiheit) und der Ionentauscher gesetzlich zugelassen sei und nach wissenschaftlichen Erkenntnissen funktioniere. Namentlich die Mikrobenfreiheit des Wassers sei gerade nicht gewährleistet, was in die Waagschale zu werfen sei. Die Gefahr der Verkeimung werde nicht negiert; hingegen sei der Hinweis auf die Wartungspflicht unzulässig, weil die Verkeimungsgefahr einem Erfahrungswert entspreche, der dem Allgemeinwissen zuzuordnen sei.