Citation: K 83/00 20.08.2001 E. 3

3.- a) Gestützt auf das am 26. Januar 1996 gestellte Gesuch konnte die Beschwerdeführerin per 1. März 1996 in die Einzelversicherung der Beschwerdegegnerin übertreten. Während diese geltend macht, die Leistungen der Einzelversicherung entsprächen denjenigen gemäss dem Kollektivversicherungsvertrag (Wartezeit von 14 Tagen, anschliessend Anspruch auf ein Taggeld von 100 % des AHV-Bruttolohns bis zum 374. Tag und 80 % des AHV-Bruttolohns vom 375. bis zum 734. Tag) auf der Basis des bis Ende Februar 1996 erzielten Verdienstes, vertritt die Beschwerdegegnerin den Standpunkt, es sei von einer Wartefrist von 30 Tagen, vom ab 1. März 1996 erzielten Lohn sowie von geringeren versicherten Leistungen (80 % des Bruttolohns) auszugehen. Diese Versicherungsdeckung sei auf Grund der per 1. März 1996 veränderten Verhältnisse (neue Arbeitsstelle mit geringerem Verdienst und längerer Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber) festgelegt worden. b) Beim Wechsel von der Kollektiv- zur Einzelversicherung sind der übertretenden Person die gleichen Leistungen zu gewähren wie in der Kollektivversicherung (BGE 127 III 238 Erw. 2c mit Hinweis). Die Beschwerdeführerin hatte somit das Recht, die bisherige Versicherungsdeckung auch nach dem Wechsel in die Einzelversicherung beizubehalten (vgl. auch Art. 11 Ziff. 3 der Statuten der Beschwerdegegnerin vom 1. Januar 1984 und Art. 10 Abs. 3 des Reglementes der Beschwerdegegnerin, Ausgabe 01.97). Entgegen der Auffassung der Vorinstanz ist somit, falls keine abweichende Vereinbarung vorliegt, von den Leistungen der Kollektivversicherung auszugehen. c) Es bestehen keine hinreichenden Anhaltspunkte dafür, dass die Parteien bezüglich der Leistungen der Einzelversicherung einvernehmlich eine vom Kollektivvertrag abweichende Regelung getroffen hätten. Wohl ist, wie die Vorinstanz darlegt, auf einem bei den Akten befindlichen ausgefüllten Formular "Uebertrittsgesuch" vermerkt, das Taggeld sei ab dem 31. Tag auszurichten. Das Formular enthält jedoch eine ganze Reihe von Eintragungen, welche offensichtlich nicht von der Beschwerdeführerin stammen, sodass nicht davon auszugehen ist, diese habe in ihrem Übertrittsgesuch einen entsprechenden Antrag gestellt, zumal das von der Beschwerdeführerin der Vorinstanz eingereichte Exemplar des Übertrittsgesuchs keine Angabe zur Wartefrist enthält. Gegen die Annahme, die Beschwerdeführerin habe selbst eine Wartefrist von 30 Tagen vorgeschlagen, spricht auch, dass sie sich kurze Zeit später nach Möglichkeiten zum Abschluss einer zusätzlichen Versicherung erkundigte (vgl. Schreiben der Beschwerdegegnerin vom 12. Februar 1996). Die Beschwerdegegnerin führt denn auch in ihrer Vernehmlassung unter Bezugnahme auf das Übertrittsgesuch vom 26. Januar 1996 aus, sie selbst habe Taggeldleistungen ab dem 31. Tag vorgesehen. Eine konkrete Taggeldhöhe wird im Übertrittsgesuch nicht genannt. Die Versicherungsausweise für 1997 und 1998 wurden erst lange nach dem Eintritt des Versicherungsfalls erstellt und konnten daher keine einvernehmliche Regelung von dessen Folgen darstellen. Auch dass die Versicherte die entsprechenden Prämienrechnungen offenbar anstandslos bezahlte, kann nicht als Zustimmung zur Reduktion der Versicherungsdeckung gewertet werden, zumal auch diese Zahlungen erst nach dem Eintritt des Versicherungsfalls (Arbeitsunfähigkeit ab 23. März 1996) erfolgten. d) Die Beschwerdegegnerin beruft sich im Einspracheentscheid vom 24. März 1998 auf BGE 111 V 333, wonach eine Krankenkasse ohne Einwilligung der versicherten Person die Krankentaggeldversicherung aufheben oder die Deckung vermindern darf, wenn die versicherte Person am Fortbestand oder am bisherigen Mass der Versicherung vernünftigerweise kein Interesse mehr haben kann, namentlich weil sie die Erwerbstätigkeit endgültig aufgibt oder für dauernd reduziert und die Taggeldversicherung dadurch ganz oder teilweise gegenstandslos wird (vgl. auch BGE 112 V 195). Der Auffassung, die Beschwerdegegnerin sei gestützt auf diese Grundsätze berechtigt gewesen, die Leistungen einseitig herabzusetzen, kann aus mehreren Gründen nicht gefolgt werden: Zunächst ist fraglich, ob die zitierte Rechtsprechung ohne weiteres auf die Taggeldversicherung nach KVG übertragen werden kann (vgl. SVR 2001 KV Nr. 28 S. 84 Erw. 3b). Sodann hat die Beschwerdeführerin ihre Erwerbstätigkeit per 1. März 1996 nicht für dauernd reduziert, sondern sie arbeitete weiterhin mit einem vollen Pensum (wenn auch zu einem geringeren Lohn). Schliesslich kann das einer Verminderung der Deckung entgegenstehende Interesse der versicherten Person auch darin bestehen, sich für die Zukunft eine bestimmte Versicherungsdeckung ohne zusätzlichen Vorbehalt zu erhalten (SVR 2001 KV Nr. 28 S. 84 Erw. 3b mit Hinweisen). e) Nicht zu überzeugen vermag auch die in der Vernehmlassung zur Verwaltungsgerichtsbeschwerde vorgebrachte sinngemässe Berufung auf die "clausula rebus sic stantibus", ist doch nicht ersichtlich, warum sich durch die Wiederaufnahme einer Erwerbstätigkeit mit einem gegenüber der früheren Tätigkeit um rund 15 % reduzierten Verdienst am 1. März 1996 die Verhältnisse grundlegend geändert haben sollten, während die verlängerte Lohnfortzahlungspflicht des Arbeitgebers das Risiko der Beschwerdegegnerin sogar verringerte. Die Voraussetzungen für eine einseitige Herabsetzung der versicherten Leistungen durch die Beschwerdegegnerin sind daher nicht erfüllt, weshalb die Versicherungsdeckung derjenigen gemäss dem Kollektivversicherungsvertrag zu entsprechen hat.