Citation: 2C_360/2023 E. 5.5.2

5.5.2. Die Vorinstanz schloss aufgrund der wiederholten Verurteilungen auf die Gleichgültigkeit der Beschwerdeführerin gegenüber gesetzlichen Vorschriften - nicht zuletzt, weil ein Fall in die Zeit nach der letzten Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung im Jahr 2016 fällt. Der Beschwerdeführerin ist insofern Recht zu geben, dass die Verurteilungen überwiegend Übertretungen betreffen und über einen langen Zeitraum (seit 2002) verteilt sind. Als reine Bagatellen können sie dennoch nicht abgetan werden: Mit den Strassenverkehrsdelikten geht - zumindest abstrakt - eine Gefährdung von Drittpersonen bzw. der Rechtsgüter von Leib und Leben einher (vgl. Urteil 2C_884/2022 vom 16. Januar 2024 E. 5.4.2 mit Hinweisen). Zudem hat es mit den Verkehrsbussen nicht sein Bewenden - es stehen auch Verurteilungen wegen Raufhandels und eines geringfügigen Vermögensdelikts sowie wegen Tätlichkeiten und Beschimpfung im Raum. Wenngleich die Verfehlungen der Beschwerdeführerin nicht stark ins Gewicht fallen und bei isolierter Betrachtung die Integration wohl nicht auszuschliessen vermögen, darf ihre Straffälligkeit im Rahmen der Gesamtbeurteilung der Integration sehr wohl zu Ungunsten der Beschwerdeführerin berücksichtigt werden. Es ist demnach nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz diesen Aspekt als weiteres Indiz für die ungenügende Beachtung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung (in altrechtlicher Terminologie: für mangelnden Respekt gegenüber der rechtsstaatlichen Ordnung) angesehen hat.