Citation: 5A_747/2020 E. 4.1.1

4.1.1. Die kantonalen Instanzen berechneten den nachehelichen Unterhalt nach der einstufig-konkreten Methode und befassten sich in der Folge mit den einzelnen monatlichen Bedarfspositionen der Beschwerdegegnerin. Mit Bezug auf das Ferienanwesen in Y.________ (GR), für dessen Benützung das Bezirksgericht im Bedarf der Beschwerdegegnerin monatlich Fr. 3'065.-- veranschlagt hatte, zieht das Obergericht in Erwägung, dass die Beschwerdegegnerin wohl mit dem Ort verbunden sei und Ferien im Sinne einer Ortsveränderung in bürgerlichen Kreisen zum fast selbstverständlichen Standard gehören würden. Anderseits sei unbestritten, dass die Liegenschaft ein Familien-Ferienhaus war, das "vermutungsweise wie üblich" mehrheitlich durch alle vier Familienmitglieder genutzt wurde. Nachdem die Kinder volljährig sind, steht für die Vorinstanz als notorisch fest, dass gemeinsame (Familien-) Ferien selten werden. Angesichts der Tatsache, dass auch die Eltern nicht mehr zusammen sind, könne auch nicht argumentiert werden, dass das Paar das Ferienhaus immerhin regelmässig zu zweit nutzen würde. Unter diesen Umständen sei es nicht angemessen, im Bedarf der Beschwerdegegnerin die Kosten für das Ferienhaus einzusetzen. In der Folge stellt die Vorinstanz klar, dass die Position "Ferien", für die das Bezirksgericht im monatlichen Bedarf der Beschwerdegegnerin den Betrag von Fr. 625.-- berücksichtigte, von der Sache her eine Einheit mit der Position "Ferienhaus" bilde. Nachdem die Parteien - wie in den gehobenen Verhältnissen üblich - mit und ohne ihre Kinder unstreitig regelmässig Ferien genossen hätten, die exklusive Nutzung des Ferienanwesens in Y.________ (GR) durch die Beschwerdegegnerin nach der Scheidung aber über den ehelichen Standard hinausgehe, sei ein angemessener Betrag statt für das Ferienhaus für die allgemeinen Ferienausgaben einzusetzen. Dem angefochtenen Entscheid zufolge kann die Beschwerdegegnerin unter diesem Titel "alles in allem einen durchaus gehobenen Standard beanspruchen". Dazu gehöre auch die Möglichkeit der Beschwerdegegnerin, ihre Kinder und Freunde in einem Ferienhaus oder Hotel zu empfangen und zu beherbergen, was ebenfalls durchaus erhebliche Kosten verursache, wenn auch weniger als das Halten einer der "E.________" vergleichbaren Ferienanlage. Da das Ferienhaus und die allgemeine Position "Ferien" inhaltlich eng zusammenhängen würden, werde durch eine Erhöhung der letzteren auch der Grundsatz nicht verletzt, wonach einer Partei nicht mehr zugesprochen werden darf, als sie verlangt. Angesichts der ganzen Umstände hält es das Obergericht für angemessen, für die Position Ferien insgesamt Fr. 2'300.-- einzusetzen. Dieser Betrag stehe zu den alltäglichen Wohnkosten in einem ähnlichen Verhältnis wie während der Ehe.