Citation: 1C_18/2023 E. 5.4

5.4. Vorliegend sind sich die Parteien zwar einig, dass der grösste Teil der Verschmutzungen im Untergrund der betroffenen Parzelle vor Betriebsaufnahme der Beschwerdeführerin entstanden ist. Diese macht jedoch geltend, die von der Vorinstanz vorgebrachten Elemente würden nicht ausreichen, um mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eine Mitverursachung ihrerseits festzustellen. Dabei bestreitet sie nicht die Existenz des Risses im Stapelbecken, sondern dessen Einfluss auf die PER-Belastung, die im Untergrund nachgewiesen wurde, sowie die Messresultate, die dies beweisen sollten. Sie bringt zur Begründung mehrere alternative Versionen - Kontamination des Kühlwassers im Stapelbecken von aussen, undichte Abwasserleitung, altes Leitungssystem - vor, ohne näher zu erklären, auf welche Sachverhaltselemente sie sich dabei stützt und wie wahrscheinlich diese Varianten sind im Vergleich zu jener des Durchsickerns von kontaminiertem Wasser durch den Riss in den Untergrund. Vorliegend ist jedoch wie erwähnt der Beweismassstab der überwiegenden Wahrscheinlichkeit anzuwenden, wodurch es eben gerade nicht ausreicht, lediglich zu erwähnen, eine andere Ursache sei nicht ausgeschlossen. Die Beschwerdeführerin vermag auch keine ernsthaften Zweifel an den Feststellungen der Vorinstanz aufkommen lassen, wenn sie über die Höhe des Überlaufrohres spekuliert. Aufgrund des Zeitablaufs sind nicht alle Sachverhaltselemente mit letzter Sicherheit bestimmbar. Hingegen kann vorliegend mit der Vorinstanz mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass vom undichten Stapelbecken PER-belastetes Wasser in den Untergrund gelangte. Weiter bestreitet die Beschwerdeführerin zwar nicht, dass die PER-Werte nach Reparatur des Stapelbeckens und Aufgabe des Betriebs gesunken sind. Sie macht aber geltend, der Rückgang sei nur bei einem der Messwerte erheblich gewesen. Auch diese Argumentation vermag nicht zu überzeugen, da sich die Vorinstanz lediglich auf den blossen Rückgang der gemessenen PER-Konzentration stützt und nicht auf den Umfang des Rückgangs. Es kann somit ohne Weiteres festgehalten werden, dass bei allen drei Messwerten die PER-Konzentration zurückgegangen ist, nachdem das Stapelbecken repariert worden ist und die Beschwerdeführerin den Betrieb aufgegeben hat. Schliesslich bringt die Beschwerdeführerin vor, aufgrund der Kontrollen durch den VKTS könne vor 2013 nicht von einem Austreten von PER ausgegangen werden. Aus den Prüfprotokollen des VKTS geht jedoch nicht hervor, dass der VKTS das Stapelbecken überprüft hat. Da sich die Prüfprotokolle nicht zu diesem Aspekt äussern, kann nicht davon ausgegangen werden, dass der Betrieb diesbezüglich bis 2013 mängelfrei gewesen ist. Unbestritten geblieben ist schliesslich, dass die Beschwerdeführerin in ihrem Betrieb während vieler Jahre erhebliche Mengen an PER verwendet hat. Insgesamt vermag die Beschwerdeführerin mit ihrer Argumentation somit nicht zu überzeugen. Es ist vielmehr mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass PER-belastetes Wasser über das undichte Stapelbecken in den Untergrund gelangt ist und so zu dessen Verunreinigung geführt hat. Die Rüge der Beschwerdeführerin, sie sei zu Unrecht als Verhaltensverursacherin qualifiziert worden, erweist sich somit als unbegründet.