Citation: 6B_477/2009 24.09.2009 E. 2

2.1 Der Beschwerdeführer rügt, die Vorinstanz verletze Art. 12 Abs. 2 StGB, indem sie beim Schuldspruch der versuchten vorsätzlichen Tötung von EB.________ von einem Eventualvorsatz ausgehe. Er hätte sein Opfer zusammen mit seinem Bruder töten können, wenn er dies gewollt hätte. Das Opfer sei ihnen vollkommen ausgeliefert gewesen. Im Ergebnis hätten sie lediglich eine einfache Körperverletzung bewirkt. Daraus dränge sich der Schluss auf, dass dem Beschwerdeführer der Wille zu einer Tötung gefehlt habe. 2.2 Nach den vorinstanzlichen Feststellungen ereignete sich die tätliche Auseinandersetzung mit EB.________ nach jener mit A.________ um ca. 2 Uhr nachts. Der Beschwerdeführer und sein Bruder hätten das Opfer zu Fuss verfolgt. Dabei habe der Beschwerdeführer ein Messer mit einer Klingenlänge von 13 cm und der Bruder den Drehmomentschlüssel mitgeführt. Auf dem ansteigenden Weg hätten sie das flüchtende Opfer eingeholt. Der Beschwerdeführer habe waagrechte Stichbewegungen gegen das Opfer ausgeführt. Es habe ihn aufgefordert, das Messer wegzulegen. Bei der Abwehr der Stiche habe es sich am Handgelenk verletzt. Darauf habe der Bruder dem Opfer mit dem Drehmomentschlüssel einen Schlag auf das Handgelenk versetzt, worauf es zu Boden fiel. Der Beschwerdeführer sei mit Fusstritten und dem Messer auf das Opfer losgegangen. Dieses habe dem ersten Stich ausweichen können. Durch die Wucht des verfehlten Stichs sei der Beschwerdeführer in die Knie gegangen. Mit einer zweiten Stichbewegung gegen den Oberkörper habe er dem links ausweichenden Opfer in den Oberarm gestochen. Die Klinge sei ca. 7 bis 9 cm in den Arm eingedrungen und abgebrochen. Der Beschwerdeführer habe um die hohe Gefahr gewusst, dass er das Opfer durch ein Einstechen auf den Oberkörper mit einem Messer töten könne. Dies habe er selbst zugegeben. Zur Willensseite stellt die Vorinstanz fest, der Beschwerdeführer und sein Bruder hätten sich für die Rauferei am Winzerfest rächen und das Opfer verprügeln wollen. Aus diesem Grund hätten sie die Leute der gegnerischen Gruppe mit Messer und Drehmomentschlüssel angegriffen. Der Beschwerdeführer habe mit dem Messer in den Bereich des Oberkörpers des Opfers eingestochen. Durch die Drehbewegung des Opfers habe er damit rechnen müssen, lebenswichtige Organe zu treffen, was tödliche Folgen hätte haben können. Der Beschwerdeführer habe kräftig zugestochen, dies zeige der Stichkanal im Oberarm von 7 bis 9 cm und das Abbrechen des Messers. Unter den gegebenen Umständen habe sich dem Beschwerdeführer die Möglichkeit des Todes als derart wahrscheinlich aufgedrängt, dass sein Handeln trotz des Wissens um den möglichen Tod nur als Inkaufnahme des allfälligen Erfolgs gedeutet werden könne. Der Beweggrund der Rache und die Art der Tatausführung sprächen für einen Eventualvorsatz. Wer in der Art des Beschwerdeführers Stiche mit einem Messer gegen den Oberkörper eines Menschen ausführe, der finde sich mit der allfälligen Todesfolge ab. 2.3 Der Beschwerdeführer bestreitet die vorinstanzliche Feststellung nicht, wonach er wusste, dass er mit den Messerstichen gegen den Oberkörper sein Opfer hätte töten können. Er wendet sich lediglich gegen den von der Vorinstanz angenommenen Tötungswillen. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung drängt sich einem Täter, der mit einem Messer unkontrolliert fünfmal im Bereich des Oberkörpers auf ein wehrloses Opfer einsticht, die Möglichkeit der tödlichen Verletzung als derart wahrscheinlich auf, dass sein Verhalten vernünftigerweise nur als Inkaufnahme dieses Erfolgs ausgelegt werden kann (Urteil 6S.553/1991 vom 2. September 1992 E 5c/cc, nicht publ. in: BGE 118 IV 227). Der Beschwerdeführer stach nach den Feststellungen der Vorinstanz derart heftig in Richtung Oberkörper des Opfers ein, dass er selbst umfiel, die Klinge mit einer Gesamtlänge von 13 cm beim Einstich 7 bis 9 cm in den Arm des Opfers eindrang und abbrach. Während der Stichbewegungen bewegte sich das Opfer, um den Stichen auszuweichen. Von einer fehlenden Inkaufnahme des möglichen Todes des Opfers kann unter den gegebenen Umständen keine Rede sein.