Citation: I 613/99 18.10.2000 E. 2

2.- Gegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet der Anspruch auf eine Invalidenrente. Zu prüfen ist zunächst, in welchem Umfang die Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist. a) Gemäss Arztbericht des Dr. med. W.________ vom Juni 1997 leidet der Beschwerdeführer an rezidivierenden Lumboischialgien mit Neurokompressionen bei Bandscheibenvorfällen auf verschiedenen Etagen bei einem Status nach Infiltrationstherapie, nach zweimaliger Diskushernienoperation sowie nach einmaliger Steroidinfiltration lumbal. Ab 1. Juli 1997 erachtete der Hausarzt die Wiederaufnahme der angestammten Tätigkeit im Umfang von 50 % zumutbar, wobei die bisher ausgeführten körperlich schweren mechanischen Arbeiten - insbesondere das Tragen von Lasten wie Mineralölfässern über 15 kg - zu unterlassen und einzig noch leichte Beschäftigungen wie Büroarbeiten und Kundenbesuche möglich seien. Auch Dr. med. S.________ hatte in seinem Bericht vom 23. Mai 1997 festgestellt, dass der Beschwerdeführer die bisherige Schwerarbeit (Verladen von Fässern mit Lösungsmitteln und anderen Chemikalien) kaum je wieder werde vollumfänglich leisten können. Es sei davon auszugehen, dass dieser inskünftig nur noch im Ausmass von 50 % - im Rahmen des administrativen Teils seines Geschäftes - werde zu arbeiten imstande sein. b) Den Berichten des internen Abklärungsdienstes der IV-Stelle vom 25. November 1997/22. April 1998 sowie der IV-Zweigstelle Biel vom 11. März 1998 sind Hinweise auf ein Augenleiden - die Sehkraft des linken Auges betrage noch ungefähr 60 %, diejenige des rechten noch maximal 20 % - zu entnehmen, welches Beschäftigungen wie häufiges Lesen und Autofahren praktisch verunmögliche. Der behandelnde Augenarzt Dr. med. X.________, G.________, habe insbesondere die für die Fahrtauglichkeit von Lastwagentransporten erforderliche minimale Sehfähigkeit verneint. Keine Anhaltspunkte sind in den Akten indes zur Frage zu finden, inwiefern der Versicherte angesichts seines gesamten Beschwerdebildes - namentlich auch unter Einbezug des seitens der Dres. med. W.________ und S.________ unberücksichtigt gebliebenen Augenleidens - in seinem Leistungsvermögen beeinträchtigt ist. So erscheint es doch offenkundig, dass gerade diese Gesundheitsstörung die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers sowohl im Rahmen der durch die Ärzte für zumutbar befundenen Administrativtätigkeiten und Kundenbesuche am bisherigen Arbeitsplatz wie auch in anderen körperlich leichten Beschäftigungen nicht unerheblich einzuschränken vermag. c) Da sich die medizinische Aktenlage somit als unvollständig erweist, kann der Aussage des internen Abklärungsdienstes der IV-Stelle in dessen Bericht vom 25. November 1997/22. April 1998, die Arbeitsfähigkeit sei bei Ausübung einer der Behinderung angepassten Tätigkeit mit nahezu 100 % einzuschätzen, wobei von einem zeitlichen Rendement von 80 % auszugehen sei, nicht gefolgt werden, zumal im Schlussbericht der IV-Zweigstelle Biel vom 11. März 1998 demgegenüber eine Leistungsfähigkeit für leichte Arbeit von lediglich 50 % angenommen worden war. Die Sache ist daher an die Verwaltung zurückzuweisen, welche eine medizinische Begutachtung veranlassen und hernach über den Rentenanspruch neu verfügen wird. Die Expertise wird darüber Aufschluss zu geben haben, in welchem Umfang der Beschwerdeführer im massgebenden Zeitraum (bis zum Zeitpunkt des Verfügungserlasses vom 9. Dezember 1998 [BGE 121 V 366 Erw. 1b]) in seinen angestammten Tätigkeitsbereichen arbeitsfähig war und welche anderen leidensangepassten erwerblichen Beschäftigungenzumutbargewesenwären.