Citation: 5A_311/2024 E. 2.2

2.2. Das Bezirksgericht befand, aus dem belgischen Urteil vom 29. Juli 2020 gehe nicht hervor, dass die Mutter einen Kindesunterhalt von EUR 150.-- zu leisten hätte; die urteilsweise genehmigte Vereinbarung der Eltern verpflichte sie lediglich, für die Kosten der Privatschule aufzukommen und die Hälfte der ausserordentlichen Kosten zu übernehmen. Dem Urteil sei zwar zu entnehmen, dass jeder Elternteil die gewöhnlichen Aufwendungen für das Kind trage, während es bei ihm untergebracht sei, nicht aber, wer den Barunterhalt zu bestreiten habe. Sodann seien die Parteien gemeinsam davon ausgegangen, dass es im Wohl des Kindes sei, wenn dieses den Lebensmittelpunkt ab Juli 2020 in die Schweiz verlege und hier beschult werde. Vor diesem Hintergrund hätte das belgische Gericht ab dem Wechsel des gewöhnlichen Aufenthaltes des Kindes schweizerisches Recht anwenden und dabei zum Schluss kommen müssen, dass angesichts des schweizerischen Preisniveaus ein Unterhaltsbeitrag von monatlich EUR 150.-- den hiesigen gesetzlichen Anforderungen nicht ansatzweise genüge. Das Bezirksgericht erwog weiter, angesichts der Pauschalbesteuerung der Mutter und ihres Ehemannes könne der Steuererklärung keine Information über das Einkommen entnommen werden. Auf der Website der C.________ S.A. sei sie aber als Gründerin und Aktionärin der Gesellschaft und als Leiterin der Personalabteilung aufgeführt. Die Gesellschaft besitze drei eigene und zwei verwaltete Flugzeuge. Soweit die Mutter tatsächlich durch ihr viertes, Ende 2020 geborenes Kind von einer Erwerbstätigkeit abgehalten worden wäre, müsste sie rechtsprechungsgemäss jedenfalls spätestens ein Jahr nach dessen Geburt wieder einer Erwerbstätigkeit nachgehen, um ihrer Unterhaltspflicht gegenüber dem Kind aus der Beziehung mit dem Beschwerdeführer nachzukommen. Als international bekannte Konzertpianistin, die mit führenden Orchestern in den renommiertesten Konzertsälen der Welt und früher auch als Galeristin in U.________ und V.________ aufgetreten sei, könnte sie zweifellos auch ausserhalb der C.________ S.A. ein namhaftes Einkommen generieren. Es rechtfertige sich, der Mutter ermessensweise ein Einkommen von Fr. 20'000.-- anzurechnen. Auf dieser Berechnungsgrundlage habe sie als nicht obhutsberechtigter Elternteil grundsätzlich den gesamten Barunterhalt zu tragen.