Citation: 8C_285/2007 13.12.2007 E. 2

Streitig und zu prüfen ist, ob die von der Beschwerdeführerin über den Zeitpunkt der Leistungseinstellung per 31. Mai 2005 geklagten Beschwerden (noch) in einem rechtserheblichen Kausalzusammenhang mit dem versicherten Unfall vom 28. Dezember 2001 stehen. 2.1 Die Beschwerdeführerin leidet vor allem an Kopf- und Nackenschmerzen (Gutachten Dr. med. A.________ vom 24. Dezember 2004). Im Hinblick auf die rechtliche Beurteilung ist vorweg zu untersuchen, ob diese Leiden einer klar fassbaren organischen Ursache zuzuordnen sind und ob eine allfällig vorhandene derartige Ursache unfallbedingt ist. Die vorgenannten Leiden weisen insofern eine organische Genese auf, als sie sich laut dem erwähnten Gutachten durch eine Veränderung der Halswirbelsäule (HWS) sowie eine vestibuläre Störung erklären lassen. Inwieweit die geklagten Beschwerden allerdings tatsächlich auf die festgestellte Gefügelockerung an der HWS und die Spinalkanalstenose zurückzuführen sind, erscheint nicht eindeutig, werden doch diese Befunde vom Neurochirurgen PD Dr. med. M.________ angesichts fehlender Myelopathiezeichen als klinisch zur Zeit irrelevant bezeichnet. Mit dem Gutachter und auch in weitgehender Übereinstimmung mit den übrigen behandelnden und untersuchenden Ärzten ist aber davon auszugehen, dass die pathologischen Befunde im Bereich der HWS eine wesentliche Ursache der geklagten Beschwerden darstellen. Umstritten ist denn auch nicht die grundsätzlich ursächliche Bedeutung der Befunde an der HWS für die geklagten Beschwerden. Vielmehr ist strittig, ob diese Befunde unfallbedingt sind. Die SUVA geht im Wesentlichen gestützt auf das Gutachten Dr. med. A.________ davon aus, das Distorsionstrauma vom 28. Dezember 2001 habe eine bereits degenerativ vorgeschädigte Halswirbelsäule getroffen und damit zwar erneute Beschwerden ausgelöst, mittlerweile sei aber der status quo sine wieder eingetreten. Die Beschwerdeführerin räumt zwar das Vorliegen eines Vorzustandes ein, ist aber der Meinung, das Erreichen des status quo sine sei nicht erstellt. 2.2 Die Vorinstanz gelangte aufgrund eines Vergleichs der Röntgenbefunde vor und nach dem versicherten Unfall gestützt auf den Bericht des untersuchenden Radiologen (Bericht Dr. med. W.________ vom 12. November 2002) zum Ergebnis, durch den Unfall sei keine wesentliche Befundänderung eingetreten. Sie wies im Weiteren darauf hin, dass sich die pathologischen Befunde an der HWS bereits vor dem versicherten Unfall derart präsentierten, dass eine Operation ernsthaft in Betracht gezogen worden war (vgl. Bericht Dr. med. F.________ vom 16. November 2001). Diese vorinstanzlichen Erwägungen sind zutreffend. Nachdem zwei Monate vor dem versicherten Unfall wegen Schmerzen im Nackenbereich Röntgenaufnahmen der HWS erstellt wurden, ist die Folgerung zulässig, dass die erlittene HWS-Distorsion nicht zu einer feststellbaren Verschlimmerung der - degenerativ oder allenfalls wegen eines früheren Ereignisses - vorgeschädigten Halswirbelsäule geführt hat. Eine durch den Unfall gesetzte, bildgebend feststellbare Ursache für die von der Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden besteht demnach nicht. In dieser Hinsicht lassen sich auch durch das von der Beschwerdeführerin beantragte neurologische Obergutachten keine neuen Erkenntnisse gewinnen. 2.3 Mit der Feststellung, dass keine objektivierbaren organischen Unfallfolgen vorliegen, stehen die Aussagen des Gutachters A.________, die Nacken- und Hinterkopfschmerzen seien zumindest zum Teil unfallbedingt und auch organischer Genese, nicht im Widerspruch. Die Ausführungen des Gutachters - insbesondere auch die Bemerkungen zum nachträglichen Wegfall der unfallkausalen Ursachen - besagen, dass von der degenerativ geschädigten Halswirbelsäule Schmerzen auszugehen vermögen und diese insofern eine organische Ursache aufweisen. Ein Unfallereignis mit einer HWS-Distorsion wie der Unfall vom 28. Dezember 2001 erscheint geeignet, durch die Einwirkung auf die Halswirbelsäule Schmerzen auszulösen. Der Gutachter geht deshalb davon aus, die Beschwerden seien in einer ersten Phase unfallbedingt. Damit nimmt er dieselbe Beurteilung vor wie Dr. med. F.________, welcher in seinem Bericht vom 31. Oktober 2002 von einer Traumatisierung der vorgeschädigten Halswirbelsäule spricht. Beide Ärzte bringen damit zum Ausdruck, dass die im Gefolge des Unfalls aufgetretenen Beschwerden auf diesen zurückzuführen sind. Hinsichtlich der Frage einer dauerhaften - richtungsgebenden - Veränderung des Gesundheitszustandes lässt sich daraus allerdings nichts ableiten. Diese Frage ist vielmehr - da die bildgebende Diagnostik keine Aufschlüsse gibt - aufgrund des gesamten Verlaufs der gesundheitlichen Entwicklung zu beantworten. Dies hat der Gutachter in nachvollziehbarer Weise getan. Entgegen der Meinung der Beschwerdeführerin kam der Experte nicht einzig aufgrund der ihrer Meinung nach veralteten Erfahrungstatsache, wonach Verletzungen der Wirbelsäule ohne strukturelle Schädigungen nach spätestens einem Jahr abheilen, zum Ergebnis, der status quo sine sei wieder erreicht. Vielmehr ist er aufgrund der gesamten medizinischen Aktenlage zum Schluss gelangt, dass die Nackenbeschwerden im Zeitpunkt der Leistungseinstellung auch ohne den Unfall vom 28. Dezember 2001 vorhanden gewesen wären. Wesentlich für diese Einschätzung war nicht zuletzt die Tatsache, dass die Beschwerdeführerin bereits vor dem Unfall im Laufe des Jahres 2001 an Nackenbeschwerden litt, welche auch zu einer vorübergehenden Arbeitsunfähigkeit führten (vgl. auch den Bericht Dr. med. F.________ vom 16. November 2001). Die Beurteilung des Gutachters steht im Einklang mit der Prognose des früheren Hausarztes der Beschwerdeführerin, Dr. med. U.________, der in seinem Bericht vom 28. August 2001 - also ebenfalls vor dem Unfall - auf die Wahrscheinlichkeit weiterer Schmerzschübe und ein dauernd vorhandenes Verspannungsgefühl hinwies; die damaligen Beschwerden wurden im Zusammenhang mit dem früheren Unfall vom 8. Juli 1999 diskutiert. Die Schlussfolgerung, dem Unfall vom 28. Dezember 2001 sei im Zeitpunkt der Leistungseinstellung keine ursächliche Bedeutung mehr für die von der geschädigten Halswirbelsäule ausgehenden Nacken- und Hinterkopfbeschwerden zugekommen, ist deshalb begründet.