Citation: 2C_64/2023 E. 8.1

8.1. Die Beschwerdeführerinnen tragen vor, die Handlungen der M1.________ AG könnten ihnen nicht zugerechnet werden. Die M1.________ AG habe in der Funktion des Generalverkaufsagenten für die Beschwerdeführerinnen zwar Dienstleistungen in den Bereichen Verkauf, Marketing, Frachtreservation und Abwicklung erbracht. Dabei habe sie die Beschwerdeführerinnen während des fraglichen Zeitraums jedoch nicht im "K1.________" vertreten. Die M1.________ AG sei überdies eine unabhängige Drittpartei mit unabhängiger Geschäftsführung und habe eine Vielzahl von Fluggesellschaften vertreten. Die von der Vorinstanz vorgenommene Zurechnung der Handlungen und Unterlassungen der M1.________ AG an die Beschwerdeführerinnen setze indes voraus, dass die Beschwerdeführerinnen und die M1.________ AG eine "wirtschaftliche Einheit" bildeten. Eine solche Einheit liege aber nur vor, wenn die Beschwerdeführerinnen die Kontrolle über die M1.________ AG inne hätten und die M1.________ AG kein wirtschaftliches Risiko für die Tätigkeit trage, die sie zugunsten der Beschwerdeführerinnen ausübe. Weder die WEKO noch die Vorinstanz hätten den Beweis dafür erbracht, dass die M1.________ AG als Generalverkaufsagent kein wirtschaftliches Risiko für die die Beschwerdeführerinnen betreffenden Tätigkeiten getragen habe. Im Übrigen habe die M1.________ AG an den "K1.________"-Treffen zwar teilgenommen. Sie sei aber lediglich passive Empfängerin des jeweiligen Informationsaustauschs gewesen und habe, wenn überhaupt, bereits öffentlich bekannte Informationen den Beschwerdeführerinnen mitgeteilt. Bei den wenigen einseitigen Mitteilung durch den Generalverkaufsagenten fehle es an der nötigen Gegenseitigkeit, um eine abgestimmte Verhaltensweise anzunehmen.