Citation: 6B_902/2021 E. 3.5.1

3.5.1. Die Staatsanwaltschaft verfügt die Nichtanhandnahme, sobald aufgrund der Strafanzeige oder des Polizeirapports feststeht, dass die fraglichen Straftatbestände oder die Prozessvoraussetzungen eindeutig nicht erfüllt sind (Art. 310 Abs. 1 lit. a StPO). Der Rechtsbegriff "sobald" ist in der Hinsicht zu verstehen, dass er weitere Untersuchungshandlungen ausschliesst. Die Staatsanwaltschaft verzichtet auf die Eröffnung, wenn sie sofort eine Nichtanhandnahmeverfügung oder einen Strafbefehl erlässt (Art. 309 Abs. 4 StPO; Urteile 6B_89/2022 vom 2. Juni 2022 E. 2.2; 6B_1272/2021 vom 28. April 2022 E. 2.3; 1B_734/2012 vom 7. März 2013 E. 2.2). Die Strafverfolgungsbehörde und die Beschwerdeinstanz verfügen über einen gewissen Ermessensspielraum, in den das Bundesgericht nur mit Zurückhaltung eingreift (Urteile 6B_700/2020 vom 17. August 2021 3.3; 6B_472/2020 vom 13. Juli 2021 E. 2.2.3).