Citation: 2C_1057/2022 E. 5.3

5.3. Gemäss der nach Art. 105 Abs. 1 BGG verbindlichen und unwidersprochen gebliebenen Feststellung der Vorinstanz ist der rechtskräftige Widerruf der Niederlassungsbewilligung des Ehemanns mit Entscheid des Bundesgerichts vom 11. März 2021 bestätigt worden. Die Auflösung der ehelichen Gemeinschaft hingegen erfolgte erst frühstens am 15. Juni 2021 (vgl. E. 4.4 hiervor) und damit drei Monate nach dem Widerruf der Niederlassungsbewilligung des Ehemanns. Zum Zeitpunkt der Auflösung der ehelichen Gemeinschaft bestand keine originäre Bewilligung des niederlassungsberechtigten Ehemanns mehr, aus der sich der Anspruch der Beschwerdeführerin hätte ableiten können (vgl. E. 5.1 hiervor). Da die Trennung nach dem rechtskräftigen Widerruf der Niederlassungsbewilligung des Ehemanns erfolgte, kann sich die Beschwerdeführerin nicht auf Art. 50 AIG berufen. Die Vorinstanz hat den Anspruch auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung im Rahmen eines nachehelichen Härtefalls somit rechtmässig verneint. Ein Aufenthaltsanspruch der Beschwerdeführerin gestützt auf Art. 50 AIG fällt nach dem Gesagten ausser Betracht. Bei diesem Ergebnis kann offen bleiben, ob die übrigen Voraussetzungen gemäss Art. 50 Abs. 1 lit. a oder b AIG gegeben wären.