Citation: 1C_460/2018 E. 4.4.1

4.4.1. Unbestritten ist, dass die aus der Parzellierung neu entstandene Parzelle Nr. 1562 aufgrund der vorgesehenen nichtlandwirtschaftlichen Nutzung nicht dem Bundesgesetz vom 4. Oktober 1991 über das bäuerliche Bodenrecht (BGBB; SR 211.412.11) untersteht. Die Vorinstanz erwog diesbezüglich, es spiele vorliegend für die Beurteilung des vorhandenen Wohnraums keine Rolle, dass das neue Wohnhaus Nr. 576 nicht mehr dem BGBB unterstellt sei, da es freiwillig abgetreten worden sei. Diese Erwägung steht in Übereinstimmung mit der bundesgerichtlichen Rechtsprechung. Es kann kein Anspruch auf Bewilligung eines neuen Wohnhauses ausserhalb der Bauzone verschafft werden, wenn der Betriebsgrösse angepasste bestehende Gebäulichkeiten in der Absicht veräussert werden, auf dem nicht verkauften Teil der Liegenschaft neue Gebäude zu erstellen. Eine freiwillige Veräusserung hat nicht zur Folge, dass neue Bauten ausserhalb der Bauzone bewilligt werden müssen. Eine solche Gesetzesumgehung soll verhindert werden (vgl. dazu: BGE 103 Ib 115 E. 2b S. 119 f.). Bei der Abparzellierung und nichtlandwirtschaftlichen Nutzung ursprünglich landwirtschaftlicher Bauten und Anlagen ist insbesondere sicherzustellen, dass damit nicht der Grundstein für ein Bedürfnis nach landwirtschaftlichen Neubauten gelegt wird (vgl. Urteil 1C_262/2018 vom 3. Dezember 2018 E. 3.4 mit Hinweis). Die Vorinstanz hat in Übereinstimmung mit der BVE daher zutreffend ausgeführt, dass es einer Gesetzesumgehung gleichkäme, wenn nach der freiwilligen Veräusserung von der Betriebsgrösse angemessenen Wohn- und Ökonomiebauten an den nicht in der Landwirtschaft tätigen Bruder des Beschwerdeführers 1, eine zonenkonforme Neubaute bewilligt werden würde. Es ist folglich nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz erwogen hat, das abparzellierte Wohnhaus zähle raumplanerisch weiterhin zum landwirtschaftlichen Betrieb. Die Vorinstanz hat demnach kein Bundesrecht verletzt, wenn sie festgehalten hat, solange vorhandener Wohnraum fremdvermietet oder von nicht überwiegend in der Landwirtschaft oder auf dem Betrieb tätigen Personen bewohnt werde, dürfe kein neuer landwirtschaftlich begründeter Wohnraum erstellt werden. Bestehender Wohnraum, der zur Bewirtschaftung erforderlich ist, muss der Landwirtschaft vorbehalten bleiben (vgl. Themenblatt L2, Landwirtschaftliches Wohnen, Art. 16a RPG, der Justiz-, Gemeinde- und Kirchendirektion des Kantons Bern).