Citation: 4P.241/2004 22.03.2005 E. 4

Die Beschwerdeführerin rügt schliesslich eine Verletzung des rechtlichen Gehörs und des Anspruchs auf Mitwirkung am Beweisverfahren (Art. 29 Abs. 2 BV) mit der Begründung, jeder am Gerichtsverfahren Beteiligte habe Anspruch auf die Abnahme formgerecht angebotener Beweismittel, wenn sie eine erhebliche Tatsache betreffen und nicht offensichtlich untauglich sind, um über die Tatsachen Beweis zu erbringen. Sie verweist in diesem Zusammenhang auf Häfelin/Müller, Allgemeines Verwaltungsrecht, 4. Aufl., Zürich 2002, Rz. 1686, S. 354. Die Beschwerdeführerin übersieht, dass sie ihre Beweismittel - insbesondere die von ihr in der Beschwerdeschrift mehrmals erwähnte Expertise - gerade nicht "formgerecht" angeboten hat, was aber nach ständiger Praxis des Bundesgerichts, auf welche auch die von der Beschwerdeführerin zitierten Autoren abstellen, eine unerlässliche Voraussetzung des verfassungsmässigen Beweisanspruchs bildet (BGE 124 I 241 E. 2 S. 242; 119 II 386 E. 1b S. 389; 106 II 170 E. 6b S. 171; 101 Ia 102 E. 3 S. 104). Werden nämlich die erforderlichen Sachbehauptungen nicht oder ungenügend substanziiert in das Prozessverfahren eingeführt, gelten auch die zugehörigen Beweismittel als formell mangelhaft angeboten. Eine Partei kann sich nicht mit allgemeinen, ungenügend substanziierten Behauptungen begnügen, in der Meinung, die Begründung ihres Prozessstandpunktes werde sich aus dem Beweisverfahren ergeben; denn die Durchführung eines solchen setzt entsprechende Behauptungen der beweisführenden Partei voraus (BGE 108 II 337 E. 3; Frank/Sträuli/Messmer, a.a.O., N. 5 zu § 113 ZPO ZH). Damit scheidet eine Verletzung von Art. 29 Abs. 2 BV bzw. der ebenfalls angerufenen Art. 6 und 14 EMRK sowie Art. 14 Abs. 1 Satz 1 UNO-Pakt II durch das Kantonsgericht aus.