Citation: 7B_601/2023 E. 2.3

2.3. Die Vorinstanz erwägt zusammengefasst, die Tonaufnahme der Hauptverhandlung vom 19. September 2022 brauche nicht beigezogen zu werden, da einzig auf nicht umstrittene Umstände respektive Aussagen von Roger Harris abgestellt werden könne, welche dieser im Rahmen seiner Stellungnahmen im Ausstandsverfahren bestätigt habe. Roger Harris mache geltend, dass die Berichterstattung in der Zeitschrift D.________ nicht neutral sei respektive das von ihm Gesagte verkürzt wiedergebe. Er stelle jedoch nicht in Abrede, dass er betont habe, wie wichtig es sei, für seine Ansichten einzutreten, und dass er den Kindern der freigesprochenen Beschuldigten respektive Klimademonstrantin mitgeteilt habe, dass sie stolz auf ihre Mutter sein könnten. Dies - so die Vorinstanz - erwecke den Anschein, es fehle Roger Harris an der gebotenen Distanz. Des Weiteren mache er zwar geltend, an mündlichen Urteilseröffnungen (in den Verfahren GB220026 und GG220099, in denen er eine Klimademonstrantin respektive einen Klimademonstranten im Zusammenhang mit der Teilnahme an einer Aktion von "C.________" vom 20. Juni 2020 auf der Quaibrücke in Zürich freigesprochen habe) mitgeteilt zu haben, jeden Fall neu zu beurteilen. Hierbei habe er jedoch lediglich explizit Bezug auf den Tatbeitrag, die betroffenen Rechtsgüter und die Dauer der Teilnahme an einer Demonstration genommen. In der Folge habe er festgehalten: "Es ist jedoch noch einmal festzuhalten, dass selbstredend jeder Fall vor dem Hintergrund der Rechtsprechung des EGMR zu beurteilen sein wird. Wenn dies auch zukünftig zu Freisprüchen führen wird, liegt das nicht an irgendeiner Einstellung des Richters, sondern an dessen Anwendung der massgeblichen Rechtsprechung des EGMR." Diese im Rahmen einer parteiöffentlichen Stellungnahme abgegebene Äusserung erwecke - so die Vorinstanz weiter - gerade mit Blick auf seine Äusserungen gegenüber den Kindern einer Freigesprochenen, den Anschein, dass Roger Harris nicht bereit sei, im Gerichtsverfahren betreffend die Beschwerdeführerin die rechtlichen Argumente aller Parteien zu prüfen respektive seine Auffassung betreffend die Rechtsprechung des EGMR jeweils aufs Neue zu hinterfragen. Der Verfahrensausgang erscheine somit nicht als offen.