Citation: 8C_429/2013 E. 7.2.3

7.2.3. Der Beschwerdeführer kritisiert überdies unter Hinweis auf die von ihm eingereichten Gutachten von Prof. Dipl. Ing. E.________ vom 24. Januar 2009 und Prof. Dr. med. C.________ vom 9. Oktober 2010 die vorinstanzliche Beweiswürdigung. 7.2.3.1. Prof. Dipl. Ing. E.________ kam in seiner Beurteilung zum Schluss, dass der Versicherte im Rahmen seiner Tätigkeit bei der B.________ AG einer Höchstbelastung ausgesetzt war. Das Privatgutachten stützt sich zur Hauptsache auf von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz im Jahre 1991 publizierte Messdaten, welche in den 80er-Jahren in deutschen Betrieben der Gummiindustrie an verschiedenen Arbeitsplätzen erhoben wurden. Die Tatsache, dass die B.________ AG über Absaugeanlagen verfügte, liess er unberücksichtigt. Da die Expertise auf keinen konkreten, bei der ehemaligen Arbeitgeberin erhobenen Messwerten basiert, bezeichnete die Vorinstanz deren Beweiswert als zweifelhaft. Dem Einwand des Beschwerdeführers, gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung (BGE 133 V 421 E. 7.2.2 S. 430) könne auf in anderen Betrieben oder Arbeitsposten erhobene Messwerte zurückgegriffen werden, wenn für den angestammten Betrieb glaubwürdige Messungen fehlten, hielt das kantonale Gericht entgegen, die Spannbreite der von Prof. Dipl. Ing. E.________ gewonnenen Daten sei erheblich. Dieser habe bei seiner Berechnung nicht Mittelwerte verwendet, sondern auf Maximalwerte abgestellt. Dies wurde auch von G.________ und Dr. med. F.________ in ihren Stellungnahmen vom 7. und 27. April 2011 eingehend kritisiert. G.________ wies darauf hin, dass die vom Gutachter verwendeten Staubkonzentrationen zwar bei einzelnen Messungen in deutschen Gummiproduktionsbetrieben in den 80er-Jahren gefunden worden seien. Insgesamt lägen diese jedoch um Faktoren höher als der von den Autoren der 1991 in der Schriftenreihe der Bundesanstalt für Arbeitsmedizin publizierten Broschüre "Stoffbelastungen in der Gummiindustrie" ermittelte Medianwert. 7.2.3.2. Die Ausführungen des Prof. Dr. med. C.________ vom 9. Oktober 2011 basieren auf dem Gutachten des Prof. Dipl. Ing. E.________ und ergänzen das dem Urteil des Bundesgerichts vom 7. Mai 2007 zugrunde gelegene Gutachten des Mediziners vom 10. April 2006. Auch Prof. Dr. med. C.________ stützt sich bei seinen Überlegungen auf Extremexpositionen, ohne sich auf Messungen oder andere konkrete Daten der B.________ AG berufen zu können. Gemäss den Erwägungen des Bundesgerichts im Urteil U 95/06 kann auf die im Gutachten vom 10. April 2006 vertretene Auffassung, wonach die Magenkrebshäufigkeit bei Gummiarbeitern mit der Höhe der Staubexposition zusammenhänge, indessen nur dann abgestellt werden, wenn konkrete, bei der Arbeitgeberfirma während des massgebenden Expositionszeitraums erhobene, quantitative Messdaten oder Zeugenaussagen ehemaliger Mitarbeiter entsprechende Daten bestätigen. Die von den Gutachtern herangezogenen Messwerte aus deutschen Betrieben der Gummiindustrie besagen nur, dass in gewissen Gummiwerken entsprechend hohe Expositionswerte gemessen wurden und Arbeiter generell solchen möglicherweise ausgesetzt waren. Nicht belegt ist damit jedoch, dass der Beschwerdeführer überwiegend wahrscheinlich zu den am meisten exponierten Arbeitern gehörte. Dass die erhobenen Daten nicht ohne Weiteres mit der Arbeitsplatzsituation des Versicherten verglichen werden können, zeigt nicht nur die Kontroverse unter den beteiligten Experten bezüglich der heranzuziehenden Vergleichsdaten, sondern auch die Diskussion in den Akten darüber, ob an den jeweiligen Produktionsstätten Absaugvorrichtungen vorhanden waren und wie effizient diese gegebenenfalls waren. 7.2.3.3. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass dem Gutachten von Prof. Dipl. Ing. E.________ vom 24. Januar 2009 und dem sich darauf stützenden Bericht von Prof. Dr. med. C.________ keine beweismässige Relevanz zukommt, weil sie auf keinen bei der B.________ AG erhobenen Messwerten basiert. Die vorinstanzliche Schlussfolgerung, der Nachweis einer besonders hohen Schadstoffexposition werde nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erbracht, ist daher nicht zu beanstanden.