Citation: U 82/04 14.03.2005 E. 2

2.1 Streitig ist die Unfallkausalität der am 7. Dezember 2000 als Rückfall zum Unfallereignis vom 12. Mai 1998 gemeldeten Beschwerden. Diese bestehen laut Gutachten der Institution I.________ vom 11. September 2002 in einem leicht bis mässig ausgeprägten Zervikalsyndrom mit zervikozephalen Beschwerden und einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung (ICD-10 F45.4). Das Zervikalsyndrom ist nach Auffassung der Gutachter mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das Unfallereignis zurückzuführen, wobei die vom Beschwerdeführer geltend gemachten starken Nacken- und Kopfschmerzen in diesem Ausmass mit dem Unfallereignis nicht vereinbar sind. Ein natürlicher Kausalzusammenhang wird auch bezüglich der somatoformen Schmerzstörung angenommen, welche nach ärztlicher Auffassung ohne den Unfall nicht in diesem Ausmass erklärt werden kann. In gleichem Sinn hatte sich die Klinik H.________ im Austrittsbericht vom 6. Februar 2001 ausgesprochen mit der Feststellung, dass der Unfall mit grosser Wahrscheinlichkeit zu einer richtunggebenden Verschlimmerung vorbestandener psychischer Störungen geführt habe. Demzufolge ist davon auszugehen, dass die bestehenden Beschwerden mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zumindest im Sinne einer Teilkausalität auf den Unfall vom 12. Mai 1998 zurückzuführen sind, was für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs genügt (BGE 119 V 338 Erw. 1 in fine, 117 V 360 Erw. 4b). 2.2 Aus den Akten geht hervor, dass der Beschwerdeführer schon vor dem Unfall vom 12. Mai 1998 psychische Probleme hatte, welche in Zusammenhang mit einer Lebenskrise standen. Laut Bericht des Dr. med. G.________ vom 15. Juni 1998 war er deshalb seit dem 8. Mai 1998 arbeitsunfähig. Im Spital P._______, wo sich der Versicherte vom 14. bis zum 15. Mai 1998 aufhielt, waren die im Anschluss an den Unfall aufgetretenen HWS-Beschwerden regredient und trat am zweiten Tag die psychische Problematik in den Vordergrund, was zu einem Konsilium durch das Psychiatrische Zentrum X.________ Anlass gab. In dessen Bericht vom 15. Mai 1998 wurde eine starke depressive Reaktion mit Suizidalität im Rahmen einer Anpassungsstörung (ICD-10 F43.20) nach Beziehungsende diagnostiziert und eine stationäre psychiatrische Behandlung empfohlen. Eine solche fand anscheinend nicht statt. Auf Anordnung von Dr. med. G.________, welcher eine völlige psychische Dekompensation feststellte, unterzog sich der Beschwerdeführer aber einer ambulanten psychiatrischen Behandlung durch Dr. med. W.________. Bezüglich der somatischen Unfallfolgen war er nach einer Akupunkturbehandlung durch Dr. med. B.________, Ende Juli 1998 beschwerdefrei. In der Folge traten zwar noch gelegentlich Beschwerden auf, die mit Akupunktur, Bioresonanz und Schmerzmitteln angegangen wurden. Dabei handelte es sich jedoch um leichtere Beschwerden, welche den Versicherten seinen Angaben zufolge im Alltag nicht stark beeinträchtigten (Bericht des Dr. med. B.________ zur Krankheitsgeschichte vom 10. August 2001). Er war denn auch ohne wesentliche Einschränkungen voll erwerbstätig. Im Frühjahr 2000 kündigte er das Arbeitsverhältnis und hielt sich während 3½ Monaten in den USA auf. Anschliessend absolvierte er vom 26. Juni bis zum 7. Juli 2000 einen militärischen Wiederholungskurs und trat am 17. Juli 2000 eine Stelle als kaufmännischer Angestellter an. Bei der am 7. Dezember 2000 erfolgten Rückfallmeldung liessen sich trotz eingehender Untersuchungen keine erheblichen somatischen Befunde feststellen. Nach Meinung der Ärzte des Kantonsspitals St. Gallen stand eine Somatisierungsstörung bzw. somatoforme Störung (ICD-10 F45.4) im Vordergrund (Austrittsbericht vom 25. Oktober 2000). Zum gleichen Schluss gelangten die Ärzte der Klinik H.________ (Bericht vom 6. Februar 2001) und der Institution I.________ (Gutachten vom 11. September 2002). Auch wenn im psychiatrischen Teilgutachten der Institution I.________ die Auffassung vertreten wird, es sei nicht anzunehmen, dass die somatoforme Störung schon kurz nach dem Unfall aufgetreten sei, ist aufgrund der gesamten medizinischen Akten davon auszugehen, dass die psychischen Beeinträchtigungen schon kurz nach dem Unfall und während der ganzen Zeit bis zum Entscheid über die als Rückfall gemeldete gesundheitliche Beeinträchtigung eindeutig im Vordergrund gestanden haben, weshalb die Adäquanzbeurteilung nach den für psychische Unfallfolgen geltenden Kriterien zu erfolgen hat (BGE 127 V 103 Erw. 5b/bb, 123 V 99 Erw. 2a; RKUV 2002 Nr. U 465 S. 437 ff.).