Citation: 1C_10/2009 04.05.2009 E. 2.2

2.2.1 Nach Art. 6 Ziff. 1 EMRK besteht in Verfahren über zivilrechtliche Streitigkeiten ein Anspruch auf öffentliche Verhandlung, sofern die Parteien nicht ausdrücklich oder stillschweigend darauf verzichten. Ein Entscheid über zivilrechtliche Ansprüche im Sinne von Art. 6 Ziff. 1 EMRK liegt unter anderem vor, wenn eine bau- oder planungsrechtliche Massnahme direkte Auswirkungen auf die Ausübung der Eigentumsrechte der Grundeigentümer hat (BGE 127 I 44 E. 2 S. 45). § 17 Abs. 1 VRP/SZ sieht überdies vor, dass das Verfahren vor den Verwaltungsbehörden, den selbständigen Rekurskommissionen und dem Verwaltungsgericht unter Vorbehalt abweichender Vorschriften schriftlich ist. Laut Abs. 2 dieser Bestimmung kann die Behörde auf Antrag einer Partei oder von Amtes wegen eine mündliche Verhandlung anordnen. 2.2.2 Aus der sich in den Akten befindenden Beschwerdeschrift vom 28. Juli 2008 geht hervor, dass die Beschwerdeführer im Verfahren vor dem Verwaltungsgericht wohl die Gewährung des rechtlichen Gehörs und einen Augenschein verlangt, aber nicht explizit um die Durchführung einer öffentlichen Verhandlung ersucht haben. Sie machten lediglich geltend, im ersten Baueinspracheverfahren, welches mit dem Rückzug des Baugesuches jedoch gegenstandslos geworden ist, hätten sie eine Einspracheverhandlung verlangt. Dazu musste das Verwaltungsgericht nicht Stellung nehmen. Hinsichtlich der von ihnen behaupteten Forderung im Einspracheverfahren vor dem Gemeinderat, findet sich in der Rechtsschrift vom 31. Oktober 2007 nirgends der Antrag auf Durchführung einer mündlichen Verhandlung, sondern einzig die Forderung nach der fairen Gewährung des rechtlichen Gehörs. Das rechtliche Gehör kann aber auch ohne mündliche Verhandlung rechtsgenüglich gewährt werden. Die vorzitierten Normen wurden vom Verwaltungsgericht jedenfalls nicht verletzt. 2.3 Was den anbegehrten Augenschein anbelangt, ist Folgendes festzuhalten: Das rechtliche Gehör gemäss Art. 29 Abs. 2 BV dient einerseits der Sachaufklärung, andererseits stellt es ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass eines Entscheides dar, welcher in die Rechtsstellung des Einzelnen eingreift. Dazu gehört insbesondere das Recht des Betroffenen, sich vor Erlass eines solchen Entscheides zur Sache zu äussern, erhebliche Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen Beweisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung wesentlicher Beweise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen. Der Anspruch auf rechtliches Gehör umfasst als Mitwirkungsrecht somit alle Befugnisse, die einer Partei einzuräumen sind, damit sie in einem Verfahren ihren Standpunkt wirksam zur Geltung bringen kann (BGE 133 I 270 E. 3.1 S. 277; 127 I 54 E. 2b S. 56; 117 Ia 262 E. 4b S. 268, mit Hinweisen). Die Verfassungsgarantie steht indes einer vorweggenommenen Beweiswürdigung nicht entgegen. Das Gericht kann auf die Abnahme von Beweisen verzichten, wenn es aufgrund bereits abgenommener Beweise seine Überzeugung gebildet hat und ohne Willkür annehmen kann, seine Überzeugung werde durch weitere Beweiserhebungen nicht geändert (BGE 134 I 140 E. 5.3 S. 148). 2.4 Das Verwaltungsgericht war aufgrund der vorstehenden Ausführungen in E. 2.2 nicht verpflichtet, sich von den Verhältnissen vor Ort ein Bild zu verschaffen. Es ist ihm nicht vorzuwerfen, dass es seine Einschätzung aufgrund der Pläne und der Akten vorgenommen hat. Es hat denn auch dargetan, dass von weiteren Beweisvorkehren keine neuen Erkenntnisse zu erwarten seien.