Citation: 8C_623/2007 22.08.2008 E. 8.7

8.7.1 Was schliesslich das Kriterium der Arbeitsunfähigkeit anbelangt, ist dem Umstand Rechnung zu tragen, dass bei leichten bis mittelschweren Schleudertraumen der HWS ein längerer oder gar dauernder Ausstieg aus dem Arbeitsprozess vom medizinischen Standpunkt aus als eher ungewöhnlich erscheint. Nicht die Dauer der Arbeitsunfähigkeit ist daher massgebend, sondern eine erhebliche Arbeitsunfähigkeit als solche, die zu überwinden die versicherte Person ernsthafte Anstrengungen unternimmt. Darin liegt der Anreiz für die versicherte Person, alles daran zu setzen, wieder ganz oder teilweise arbeitsfähig zu werden. Gelingt es ihr trotz solcher Anstrengungen nicht, ist ihr dies durch Erfüllung des Kriteriums anzurechnen. Konkret muss ihr Wille erkennbar sein, sich durch aktive Mitwirkung raschmöglichst wieder optimal in den Arbeitsprozess einzugliedern. Solche Anstrengungen der versicherten Person können sich insbesondere in ernsthaften Arbeitsversuchen trotz allfälliger persönlicher Unannehmlichkeiten manifestieren. Dabei ist auch der persönliche Einsatz im Rahmen von medizinischen Therapiemassnahmen zu berücksichtigen. Sodann können Bemühungen um alternative, der gesundheitlichen Einschränkung besser Rechnung tragende Tätigkeiten ins Gewicht fallen. Nur wer in der Zeit bis zum Fallabschluss nach Art. 19 Abs. 1 UVG in erheblichem Masse arbeitsunfähig ist und solche Anstrengungen auszuweisen vermag, kann das Kriterium erfüllen (BGE 134 V 109 E. 10.2.7 S. 129 mit Hinweisen; Urteil 8C_252/2007 vom 16. Mai 2008, E. 7.7.1, mit Hinweis). 8.7.2 Soweit die Beschwerdeführerin gemäss Beurteilung ihres behandelnden Arztes Dr. med. A.________ ab 20. Januar 1997 wieder zu 50% arbeitsfähig war und sie in diesem Umfang auch einen Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung geltend machte, ist anhand eines einzigen eintägigen Arbeitsversuches als Servicefachangestellte in der Zeitdauer zwischen Unfall und Oktober 1998 (Gutachten des Medizinischen Zentrums Z.________ S. 5) kein ausreichend konkret erkennbarer Wille ersichtlich, sich möglichst rasch wieder in den Arbeitsprozess eingliedern zu wollen. Laut Bericht des Spitals Y.________ vom 26. Januar 1998 waren der Versicherten nach Austritt aus dem dortigen stationären Aufenthalt - unter Ausklammerung der psychosozialen Problematik - leichte wechselbelastende oder überwiegend im Sitzen zu verrichtende Tätigkeiten ohne Überkopfarbeiten theoretisch sogar ohne Einschränkungen zumutbar. In den Akten finden sich jedoch keine Anhaltspunkte dafür, dass sie ernsthafte Versuche zur Wiederaufnahme einer leidensangepassten Erwerbstätigkeit unternommen hätte. Das Kriterium der erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen ist nicht erfüllt.