Citation: 8C_717/2014 E. 5.1

5.1. IV-Stelle und kantonales Gericht haben beim Einkommensvergleich zur Bemessung der Invalidität für die Berechnung des Invalideneinkommens auf die Tabellen der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) abgestellt. Dieses Vorgehen ist entgegen der Ansicht des Versicherten nicht zu beanstanden. Insbesondere entspricht die Anwendung der Tabelle TA1 Total der Praxis, sind doch die Lohnverhältnisse im gesamten privaten Bereich massgebend (vgl. statt vieler SVR 2010 IV Nr. 26 S. 79 E. 4, 8C_9/2009, sowie Urteil 9C_383/2015 vom 18. September 2015 E. 5.3). Wenn der Versicherte in diesem Zusammenhang geltend macht, es seien ihm einige der gut bezahlten Tätigkeiten auf dem Arbeitsmarkt, welche in der Lohnstrukturerhebung eingeflossen seien, wegen seiner subjektiven Verhältnisse (geringe Bildung, Alter, beschränkte Sprachkenntnisse) nicht zugänglich, dann verkennt er einerseits, dass auf den sogenannt ausgeglichenen Arbeitsmarkt abzustellen ist (vgl. BGE 140 V 267 E. 5.3 S. 275 oder SVR 2012 UV Nr. 3 S. 9 E. 2.3, 8C_237/2011). Bei diesem ist nicht massgeblich, ob eine invalide Person unter den konkreten Arbeitsmarktbedingungen vermittelt werden kann, sondern einzig, ob sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen könnte, wenn die verfügbaren Arbeitsplätze dem Angebot an Arbeitskräften entsprechen würden. Andererseits lässt der Versicherte bei seiner Argumentation ausser Acht, dass Verwaltung und Vorinstanz bei der Ermittlung des Invalideneinkommens das (niedrigste) Anforderungsniveau 4 in Anschlag brachten. Es kann deshalb keine Rede davon sein, dass ihm ein Lohn angerechnet würde, welchen Förster, Bauarbeiter, Näher, Metallbauer, Pharmaassistenten, einfache Bank- und Versicherungsangestellte oder Erziehungspersonen erzielen. Angerechnet werden nur Löhne, die für einfache und repetitive Arbeiten von ungelernten Arbeitnehmenden bezahlt werden. Das Alter und die beschränkten Sprachkenntnisse einer versicherten Person sind zudem im Wesentlichen invaliditätsfremde Faktoren, die bei der Invaliditätsbemessung grundsätzlich unbeachtlich sind. Es kann ihnen jedenfalls nicht durch eine entsprechende Wahl der anwendbaren Lohntabellen Rechnung getragen werden, einzig allenfalls durch Gewährung eines sogenannten leidensbedingten Abzugs (vgl. dazu etwa BGE 135 V 297 E. 5.3 S. 302 und E. 6.2 S. 305), wobei auch ein solcher mit Blick auf die genannten Gründe äusserst fraglich erscheint. Die Anwendbarkeit der (niedrigeren) Lohnansätze aus dem Dienstleistungsbereich allgemein oder gar besonders aus einem bestimmten Niedriglohnsektor kommt nach der Rechtsprechung nur dann in Frage, wenn einer versicherten Person wegen ihrer Behinderung keine normal entlöhnten Hilfsarbeiten (u.a. auch im Produktionssektor) zumutbar wären (RKUV 2001 Nr. U 439 S. 347, U 240/99; vgl. auch BGE 134 V 322 E. 5.2 S. 327). Dafür bestehen im vorliegenden Fall keine Anhaltspunkte. Die von Verwaltung und Vorinstanz angenommenen Grundlagen für die Ermittlung des Invalideneinkommens erweisen sich somit als bundesrechtskonform. Dasselbe gilt auch für die Aufrechnung des Lohnes gemäss Tabelle TA1 unter Berücksichtigung der betriebsüblichen Wochenarbeitszeit sowie der Nominallohnentwicklung (BGE 126 V 75 E. 3b/bb S. 77).