Citation: 7B_108/2024 E. 3.4.4

3.4.4. Darüber hinaus nahm der polizeiliche Sachbearbeiter in der zweiten E-Mail an Snap Inc. nicht nur Bezug auf das fragliche Video, sondern auch auf die der Polizei gegenüber gemachten Angaben von D.________. Wie aus dem angefochtenen Entscheid hervor geht, wandte sich D.________ mit einem Schreiben vom 12. Mai 2021 an die Kantonspolizei Zürich. Darin beschrieb sie ein Treffen mit einem Freier vom 16. oder 17. April 2021, welcher sie auf der App "My Sugar Daddy" gesehen habe, wie folgt: "Dann liefen wir etwas und gingen zu einem Haus was ein Hotel oder so war. Wir gingen ganz nach oben in ein Zimmer man musste am Türgriff einen Code eingeben dann ging die Tür auf. Er sagte sei ein 'Seitensprung Zimmer'. Es sah aus wie ein Puff Zimmer oder so, es war ein schwarzes Gestell mit Dildos Peitschen und Fesseln von der Decke hingen auch Fesseln. Ich stellte meine Tasche Auf den Boden neben ein schwarzes Sofa und legte meine Jacke darauf. Er kam zu mir küsste mich und schmiss mich aufs Bett. Er zog sich aus und sagte ich sollte mich dann auch ausziehen und tat es. Er fing dann an mich zu ficken er schlug mich dann auch ins Gesicht und auf den Arsch manchmal auch meine Titten. Er würgte mich auch sehr so dass ich kleine rote flecken am Hals hatte. Ich weinte. Manchmal sagte ich es sei ok weil ich so angst hatte irgendwann sagte ich muss gehen als ich richtig am weinen war. Und nachdem ich mehrmals sagte ich will nicht. Er sagte jedes mal wenn ich die Hand vors Gesicht oder so hielt ich soll sie wegnehmen sonst tut es mehr weh und er fesselt mich sonst. Er gab mir dann 800.--". Im Rahmen der polizeilichen Einvernahme vom 17. Mai 2021 führte sie sodann aus, ihr Auftraggeber habe verschiedene Mädchen, welche er anbiete. Betreffend das Treffen vom 16. oder 17. April 2021 gab sie an, dass der Freier sie geschlagen und "solche Sachen" gemacht habe, weshalb sie "mega geweint" habe. Er habe sie mit der flachen Hand überall geschlagen, auf das Gesicht, die "Titten", den "Arsch", die Beine etc. Er habe sie oft geschlagen. Die Schläge seien, auf einer Skala von eins bis zehn, eine Acht gewesen. Von den Schlägen sei ihr Körper am Anfang rot und ihre Brüste violett verfärbt gewesen, weil er sie so zerdrückt habe. Sie habe noch ein Video, worauf man es aber nicht so gut sehen könne, es sei auf Snapchat. Er habe sie manchmal ein bis zwei Minuten lang mit einer Hand gewürgt, indem er sie hinuntergedrückt habe. Hierbei habe er sexuelle Handlungen vollzogen, da er "auf solche Sachen" stehe. Er habe sie oft gewürgt, wobei das Würgen auf einer Skala von eins bis zehn eine Acht oder Neun gewesen sei. Luft habe sie keine mehr bekommen, das Bewusstsein indes nie verloren. Einen Urinabgang habe sie nicht gehabt. Sie habe vom Würgen vorne am Hals rote Flecken davongetragen, welche ein paar Tage geblieben seien. Schliesslich sagte auch der Bruder von D.________ in seiner Befragung vom 11. Mai 2021 aus, dass sie ihm gegenüber von einer Vergewaltigung gesprochen habe, wovon sie blaue Flecken davongetragen habe; diese blauen Flecken habe er auch gesehen. D.________ habe ihm erzählt, der mutmassliche Freier habe sie stark gewürgt, sodass sie etwa eine Minute lang keine Luft mehr bekommen habe. Er habe blaue Flecken auf ihren Brüsten gesehen.