Citation: 5A_240/2023 E. 3.3

3.3. Der Beschwerdeführerin ist zuzustimmen, wenn sie der Meinung ist, dass Ziffer 5 der Verfügung des Bezirksgerichts vom 10. September 2021 keine Klarheit darüber schafft, ob vor dem Übergang zu nicht begleiteten Besuchen ein erneuter Entscheid des Bezirksgerichts nötig wird. Entsprechend sind zur Auslegung dieses Urteilsspruchs weitere Umstände heranzuziehen, namentlich die Erwägungen. Die Vorinstanz tut dies trotz vermeintlicher Klarheit des Dispositivs und kommt zum Schluss, dass der Übergang zu unbegleiteten Besuchen keines weiteren Entscheids des Gerichts bedarf. Die Ausführungen der Beschwerdeführerin sind nicht geeignet, den angefochtenen Entscheid diesbezüglich als willkürlich auszuweisen. Dafür genügt es nicht, wenn die Beschwerdeführerin ihre Interpretation der Prozessgeschichte und der ergangenen Entscheide derjenigen der Vorinstanz gegenüberstellt und behauptet, diese sei willkürlich. Insbesondere geht die Beschwerdeführerin auch nicht auf die vorinstanzliche Erwägung ein, wonach in der Verfügung vom 10. September 2021 nirgends davon die Rede sei, dass die zweite Phase solange dauern (oder gar aufhören) werde, bis die Stellungnahmen zum Bericht und der Entscheid über eine dritte Phase vorlägen. An alledem ändert schliesslich auch der Einwand nichts, wonach es rechtlich unzulässig sei, den Entscheid über unbegleitete Besuche der Beiständin zu überlassen. Allein mit dem Hinweis auf die Bedeutung begleiteter Besuche lässt sich keine Willkür begründen. Unbegleitete Besuche stellen die Regel, begleitete Besuche die Ausnahme dar. Von daher ist nicht einzusehen, weshalb das Gericht den Übergang von begleiteten zu unbegleiteten Besuchen nicht der Einschätzung der Beistandsperson überlassen darf. Ein richterlicher Entscheid ist höchstens für die Anordnung begleiteter Besuche nötig. Allein unter dem eingeschränkten Blickwinkel der Verletzung verfassungsmässiger Rechte (Art. 98 BGG) ist die vorinstanzliche Erkenntnis, dass hinsichtlich des unbegleiteten Besuchsrechts mit begleiteten Übergaben gemäss Dispositiv-Ziffer 5 der Verfügung des Bezirksgerichts vom 10. September 2021 kein separater gerichtlicher Entscheid erforderlich und Dispositiv-Ziffer 3 der Verfügung desselben Gerichts vom 16. Dezember 2022 in der Folge kein (berufungstauglicher) Entscheid über den Übergang zu unbegleiteten Besuchen sei, nicht zu beanstanden. In der Folge fällt auch der Vorwurf dahin, dass das Bezirksgericht das rechtliche Gehör der Beschwerdeführerin verletzt habe (Art. 29 Abs. 2 BV) oder sich gar eine Rechtsverweigerung zuschulden kommen liess. Daran ändert nichts, dass die Beschwerdeführerin einen nochmaligen Entscheid über ein unbegleitetes Besuchsrecht mit Nachdruck forderte bzw. ihre Bereitschaft, sich unbegleiteten Besuchen zu fügen, von einem solchen Entscheid abhängig machte.