Citation: 6P.151/2005 17.08.2006 E. 4

Die Beschwerdeführer erachten die Beweiswürdigung im angefochtenen Entscheid aus mehreren Gründen für willkürlich. Es sei unhaltbar anzunehmen, für den Beschwerdegegner sei die ASK 21 vor der Kollision möglicherweise nicht früh genug sichtbar gewesen, um eine Kollision vermeiden zu können. Vielmehr habe sich dieses Flugzeug für ihn, als er seinen Geradeausflug in Richtung Südwesten aufgenommen habe, in einer 12- bis 2-Uhr-Position befunden und sei während mindestens 30 Sekunden sichtbar gewesen. Ein anderer Schluss erschiene nur möglich, wenn die ASK 21 auf kürzeste Distanz aus den Wolken aufgetaucht wäre, wofür aber keine vernünftigen Anhaltspunkte bestünden. Die Argumentation der Beschwerdeführer stützt sich unter anderem auf Aussagen des Piloten, der die DG-600 hinaufgeschleppt hatte, und auf die Ergebnisse des erwähnten Schlussberichts des Büros für Flugunfalluntersuchungen, vor allem aber auf eigene Berechnungen des Zeitraums, während dessen die ASK 21 für den Beschwerdegegner mindestens habe sichtbar sein müssen. Es ist durchaus einzuräumen, dass der in der Beschwerde geschilderte Ablauf der Kollision eine gewisse Plausibilität für sich beanspruchen kann. Im genannten Schlussbericht wird als mögliche Unfallursache denn auch ausdrücklich erwähnt, dass die Piloten der ASK 21 am Kreisen gewesen sein könnten und geglaubt hätten, der auf sie zufliegende Beschwerdegegner habe sie gesehen und wolle zu ihnen in den gleichen Aufwind fliegen, dieser aber die ASK 21 in Wirklichkeit nicht gesehen habe (Hypothese 3). Allerdings steht nach dem Schlussbericht nicht fest, warum der Beschwerdegegner die ASK 21 nicht wahrnahm, und es werden dazu verschiedene Hypothesen aufgestellt. Auch das Obergericht schliesst nicht aus, dass es in der von den Beschwerdeführern beschriebenen Art zur Kollision kam und die ASK 21 für den Beschwerdegegner eine gewisse Zeit sichtbar war. Es hält jedoch angesichts des ungeklärten Flugverlaufs der ASK 21 auch einen anderen Hergang für möglich und legt deshalb seinem Urteil nicht den von den Beschwerdeführern behaupteten Ablauf zugrunde. Für diese Würdigung kann es sich auf sachliche Gründe stützen. So beruht die in der Beschwerde vorgenommene Berechnung auf der Annahme, dass sich die beiden Flugzeuge einander geradlinig angenähert haben. Ob es sich so verhielt, konnte aber gerade nicht ermittelt werden. Die Beschwerdeführer klammern ausserdem zu Unrecht die Möglichkeit aus, dass sich die ASK 21 nicht erst in der Schlussphase, sondern bereits zuvor von schräg hinten - im sichttoten Winkel - der DG-600 genähert haben könnte. Schliesslich ist es auch nicht unhaltbar, wenn das Obergericht eine gewisse Sichtbehinderung wegen herunterhängender Wolkenfetzen in Betracht zieht, nachdem im Schlussbericht ebenfalls auf diese Möglichkeit hingewiesen wird. Auch die weiteren von den Beschwerdeführern vorgebrachten Einwände lassen die Beweiswürdigung im angefochtenen Entscheid nicht als willkürlich erscheinen.