Citation: 6S.113/2007 12.06.2007 E. 2

2.1 Der Schuldspruch basiert auf folgendem Sachverhalt: Mit Urteil des Amtsgerichts Luzern-Land vom 28. November 1994 wurde die Ehe der Beschwerdegegnerin und des Beschwerdeführers geschieden und dieser zur Bezahlung von Unterhaltsbeiträgen an die Beschwerdegegnerin sowie an die beiden gemeinsamen Kinder verpflichtet. Der Beschwerdeführer ist von Beruf Versicherungskaufmann, hat eine Ausbildung zum Wirtschaftsberater absolviert und ist seit mehr als 20 Jahren als Unternehmensberater tätig. Im Jahr 1991 machte er sich als Versicherungs- und Finanzmakler selbständig und erwirtschaftete mit seiner Einzelunternehmung ein monatliches Einkommen von rund Fr. 25'000.--. Von 1995 bis Ende 2002 war der Beschwerdeführer als freier Berater bei der B.________ GmbH mit einem garantierten Monatseinkommen von Fr. 25'000.-- bis Fr. 30'000.-- zuzüglich Spesen beschäftigt. Da die B.________ GmbH seinen Ende 2002 auslaufenden Vertrag nicht mehr automatisch verlängerte, sondern ihn (bloss) zu neuen Vertragsverhandlungen einlud, machte sich der Beschwerdeführer Anfang 2003 (erneut) selbständig (angefochtenes Urteil S. 11 f.). Seither ist er als freier, organisatorisch unabhängiger Handelsvertreter auf reiner Provisionsbasis für die C.________ GmbH tätig. Die Vorinstanz hat für den Kassationshof verbindlich festgestellt, dass der Beschwerdeführer unter Einbezug der verdeckten Privatbezüge im Jahr 2003 ein Einkommen von Fr. 6'148.-- pro Monat erzielte (angefochtenes Urteil S. 9). Erstellt ist, dass der Beschwerdeführer seinen Unterhaltsverpflichtungen bis Ende 2003 vollumfänglich nachgekommen ist, in der Zeitspanne vom 1. Januar bis zum 22. April 2004 jedoch statt der geschuldeten rund Fr. 28'000.-- nur Fr. 1'747.50 an Unterhaltsbeiträgen bezahlt hat (angefochtenes Urteil S. 6). 2.2 Den Tatbestand von Art. 217 StGB erfüllt, wer seine familienrechtlichen Unterhalts- oder Unterstützungspflichten nicht erfüllt, obschon er über die Mittel dazu verfügt oder verfügen könnte. Die Vorinstanz sieht den objektiven Tatbestand von Art. 217 StGB aus zwei Gründen als gegeben an: Einerseits habe der Beschwerdeführer im Februar und April 2004 über die nötigen Mittel verfügt, um in höherem Umfang Unterhaltszahlungen zu leisten, als er dies tatsächlich getan habe (angefochtenes Urteil S. 7 - 11; hierzu nachfolgend E. 3). Andererseits und vor allem aber sei es dem Beschwerdeführer möglich und zumutbar gewesen, vom 1. Januar bis zum 22. April 2004 eine andere, besser bezahlte Tätigkeit zu verrichten, um seinen finanziellen Verpflichtungen in höherem Masse nachkommen zu können (angefochtenes Urteil S. 11 - 15; hierzu nachfolgend E. 4). Beruht der angefochtene Entscheid - wie vorliegend in Bezug auf die Monate Februar und April 2004 der Fall - auf zwei selbständigen Begründungen, so müssen beide angefochten werden. Der Entscheid ist nur vollumfänglich aufzuheben, wenn die Beurteilung des Rechtsmittels ergibt, dass beide Begründungen unzutreffend sind (BGE 121 IV 94 E. 1b; 115 II 300 E. 2; Urteil 6P.141/2006 vom 28. Dezember 2006, E. 2.1; Erhard Schweri, Eidgenössische Nichtigkeitsbeschwerde in Strafsachen, Bern 1993, N. 443).