Citation: 1C_84/2023 E. 4.3.5

4.3.5. Die Vorinstanz legt hinreichend dar, dass der Stadtrat Sursee eine genügende Interessenabwägung vorgenommen und eine Abweichung von den ISOS-Vorgaben zum Erhaltungsziel "a" nachvollziehbar begründet habe. Die Beschwerdeführenden zeigen nicht näher auf, inwiefern die diesbezüglichen vorinstanzlichen Erwägungen zur Interessenabwägung im Einzelnen rechtswidrig sein sollen. Eine blosse Wiederholung des Parteistandpunkts ohne Bezugnahme auf den angefochtenen Entscheid genügt den Begründungsanforderungen nach Art. 42 Abs. 2 BGG nicht. Soweit die Beschwerdeführenden bemängeln, der Stadtrat Sursee begründe nicht, weshalb die Verdichtung vorliegend dem ISOS vorgehe und ihm vorwirft, die gegenseitigen Interessen nicht abgewogen zu haben, fehlt demnach bereits eine genügende Auseinandersetzung mit dem angefochtenen Urteil (vgl. E. 2.1 hiervor). Dahingestellt bleiben kann daher, ob sich ihre Kritik überhaupt auf den zu beurteilenden neuen Gestaltungsplan bezieht oder wiederum auf eine (ohnehin nicht vorzunehmende) akzessorische Überprüfung der Grundnutzungsordnung hinausläuft (vgl. E. 4.3.3 hiervor). Im Übrigen ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanzen in der vorliegenden Umgebungsrichtung VI das Erhaltungsziel "a" zunächst auf seine Aktualität überprüft und dieses nicht direkt in die Interessenabwägung haben einfliessen lassen, zumal die aktuelle geltende Fassung des ISOS (Oktober 2005) bereits älter ist. In solchen Fällen drängt es sich auf, die reale Situation zu überprüfen, insbesondere ob die vom ISOS umschriebenen Qualitäten noch vorhanden sind. Das Erhaltungsziel ist dabei zu differenzieren und zu konkretisieren bzw. mit den kantonalen- bzw. kommunalen Schutzinteressen abzustimmen (vgl. ARE, ISOS und Verdichtung, Bericht der Arbeitsgruppe, Bern 2016, S. 12 f.). Die Beschwerdeführenden bringen weiter vor, die entscheidende Frage, ob der neue Gestaltungsplan die Schutzziele des ISOS im noch möglichen Rahmen respektiere, bleibe von den Vorinstanzen unbeantwortet. Sie begründen dies aber nicht näher. Sie scheinen davon auszugehen, dass den ISOS-Schutzinteressen - im noch verbleibenden Umfang - bzw. die zum Schutz des Ortsbildes strengeren Gestaltungsvorschriften, die mit einem Gestaltungsplanobligatorium einhergehen, nur mittels eines reduzierten Bauvolumens bzw. einer geringeren Ausnützung Rechnung getragen werden könne. In diesem Zusammenhang zeigt die Vorinstanz jedoch auf, dass sich die vorgesehenen Bauvolumen - trotz beanspruchtem Gestaltungsplanbonus zur Überbauungsziffer - insbesondere auch aufgrund der sorgfältigen Materialisierung und Gestaltung, als siedlungsgerecht und architektonisch qualitätsvoll bezeichnen lassen. Auch die Umgebungsgestaltung - mit dem grosszügigen Grün- und Freiraum im Zentrum - erfülle die qualitativen Anforderungen. Sie ist - wie bereits der Stadtrat - davon ausgegangen, die Bebauung füge sich trotz der angestrebten Verdichtung gut in die Umgebung ein und weise gegenüber der Regelbauweise wesentliche Vorteile auf, wie eine gemeinsame Erschliessung, ein grosszügiger Grün- und Freiraum sowie gemeinschaftliche Einrichtungen. Mit diesen vorinstanzlichen Ausführungen zur Rechtfertigung des Gestaltungsplanbonus zur Überbauungsziffer setzen sich die Beschwerdeführenden nicht ansatzweise auseinander. Dass die Vorinstanz keine Reduktion des Bauvolumens bzw. der gemäss neuem Gestaltungsplan maximal zulässigen Überbauungsziffer verlangte, ist unter dem Blickwinkel des Willkürverbots auch nicht zu beanstanden. Vorliegend wurde nachvollziehbar begründet, dass das Erhaltungsziel "a" (Erhalten der Beschaffenheit als Kulturland oder Freifläche) aufgrund der seit Jahren bestehenden Überbauung und der in Kraft gesetzten Planungsinstrumente nicht mehr umgesetzt werden kann. Dem Ortsbildschutz wurde mit der Gestaltungsplanpflicht und den damit einhergehenden erhöhten Anforderungen an die Gestaltung (vgl. § 65 Abs. 2 PBG/LU), dem Erhalt des schutzwürdigen Chalets, einer Reduktion der Gebäudehöhe sowie einer grosszügigen Grün- und Freifläche im Zentrum der Überbauung Rechnung getragen. Vor diesem Hintergrund und unter Berücksichtigung des der Stadt Sursee zustehenden Ermessensspielraums (vgl. dazu Urteil 1C_328/2020 vom 22. März 2022 E. 3.3.2) ist es jedenfalls vertretbar, dass das Interesse an der Verdichtung vorliegend höher gewichtet und eine Reduktion der Überbauungsziffer bzw. einen Verzicht auf den Überbauungsziffer-Bonus als nicht erforderlich erachtet wurde. Die Vorinstanz durfte deshalb zum Schluss kommen, der Entscheid der Stadt Sursee sei diesbezüglich nicht zu beanstanden. Die Beschwerde erweist sich somit auch in diesem Punkt und damit insgesamt als unbegründet, soweit sie überhaupt den Rüge- und Begründungsanforderungen genügt.