Citation: 2C_169/2018 E. 3.1

3.1. Im hier zu beurteilenden Fall ist das kantonale Migrationsamt aufgrund verschiedener Indizien - so insbesondere wegen des zeitlichen Ablaufs (Antrag auf Erteilung der Niederlassungsbewilligung unmittelbar nach Ablauf der Fünfjahresfrist gemäss Art. 43 Abs. 2 AuG; in kurzem Abstand zur Erteilung der Niederlassungsbewilligung erfolgte Trennung von der Ehefrau mit anschliessender unverzüglicher Scheidung von dieser; Heirat mit der jetzigen Ehefrau vier Monate nach der Scheidung von seiner früheren Ehefrau) -, ferner weil die jetzige Ehefrau des Beschwerdeführers aus dem gleichen Ort wie er selber stammt und weil sie am 2. Juli 2010, d.h. während der Ehe des Beschwerdeführers mit einer in der Schweiz niedergelassenen Landsfrau, eine nichteheliche Tochter geboren hat, die sie in die Ehe gebracht hat, zum Schluss gelangt, dass die Wahrscheinlichkeit des Vorliegens einer Schein- bzw. Ausländerrechtsehe mit Bezug auf die 2008 geschlossene Ehe sehr hoch sei. Aufgrund der Umstände sei davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer während der Ehe mit seiner früheren Ehefrau eine Parallelbeziehung mit seiner jetzigen Ehefrau geführt habe und die nichtehelich geborene Tochter aus dieser Beziehung stamme. Dementsprechend hat das kantonale Migrationsamt vom Beschwerdeführer verlangt, dass er an sich und der nichtehelichen Tochter seiner Ehefrau einen DNA-Test durchführen lässt, der darüber Aufschluss gibt, ob die Tochter biologisch von ihm abstammt. Während der Beschwerdeführer zur Durchführung des verlangten DNA-Tests Hand geboten hatte, verweigerte die Kindsmutter die Abnahme einer DNA-Probe bei ihrer Tochter. Die Vorinstanz ist deshalb zum Ergebnis gelangt, namentlich aufgrund der Verweigerung des DNA-Tests sei davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer und seine jetzige Ehefrau dessen Vaterschaft zumindest nicht ausschliessen könnten und im Zeugungszeitpunkt miteinander sexuell verkehrt hätten. Da die Bewilligungsbehörde erst bei Offenlegung des Kindsverhältnisses eigene Abklärungen treffen könne, habe der Betroffene mindestens den retrospektiven Nachweis zu erbringen, dass der Zeugung keine die bewilligungsrelevante eheliche Gemeinschaft konkurrierende Beziehung zugrunde gelegen habe. Es erscheine daher auch im Lichte der neuesten bundesgerichtlichen Praxis - insbesondere zu vor- und nachehelich gezeugten Kindern aus einer anderen Beziehung - vertretbar, dass der Beschwerdeführer bereits mit dem Verschweigen des ausserehelich gezeugten Kindes den Widerrufsgrund von Art. 63 Abs. 1 lit. a i.V.m. Art. 62 Abs. 1 lit. a AuG gesetzt habe. Da er jedoch entgegen der klaren Indizienlage seine Vaterschaft aktiv leugne und nicht bloss verschweige, könne dies letztlich offenbleiben. Selbst wenn nämlich das Vorliegen eines Widerrufsgrunds nach Art. 63 Abs. 1 lit. a i.V.m. Art. 62 Abs. 1 lit. a AuG zu verneinen wäre, wäre es aufgrund der klaren Indizienlage Sache des Beschwerdeführers gewesen, den hieraus resultierenden Verdacht einer Parallelbeziehung durch Antreten des Gegenbeweises zu entkräften.