Citation: 1P.323/2001 03.07.2001 E. 3

3.- a) Willkürlich ist ein Entscheid, der mit der tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft. Dabei genügt es nicht, dass die Begründung unhaltbar ist, der Entscheid muss sich vielmehr im Ergebnis als willkürlich erweisen (BGE 125 I 166 E. 2a; 125 II 10 E. 3a; 129 E. 5b; 122 I 61 E. 3a je mit Hinweisen). b) Die harten Formulierungen, mit welchen der Beschwerdeführer das Kassationsgericht (rabulistische, wortklauberische Auslegung) und das Obergericht (bedenkliche sprachliche Qualität des Urteils) kritisiert, stehen im Gegensatz zur geringen Substanz seiner Vorwürfe. Die Auslegung des Kassationsgerichts, wonach das Obergericht die Tatbestandsmässigkeit des dem Beschwerdeführer vorgeworfenen Verhaltens gestützt auf zwei selbständige Begründungen bejahte, ist alles anderes als willkürlich: c) Das Obergericht führt zunächst aus, das Tatbestandselement der "ernstlichen Gefahr" von Art. 90 Ziff. 2 SVG sei nicht nur erfüllt, wenn der Täter eine konkrete, sondern bereits dann, wenn er eine erhöhte abstrakte Gefahr für die Sicherheit anderer hervorrufe oder in Kauf nehme. Daran anschliessend führt es im ersten Satz der unter B.- im Wortlaut zitierten Erwägung aus, der Beschwerdeführer habe unter den gegebenen Verhältnissen bereits durch sein Einbiegen in die mittlere Fahrspur eine erhöhte abstrakte Gefährdung geschaffen, weil die ihm zur Verfügung stehende Lücke zwischen Z.________ und dessen Vordermann für dieses Einbiegemanöver zu klein gewesen sei. Dann führt es weiter aus, dass der Beschwerdeführer "darüber hinaus" eine Beinahe-Kollision verursachte und damit eine konkrete Gefahr schuf, deren Eintritt Z.________ nur durch eine Vollbremsung verhindern konnte. Diese Ausführungen durfte dass Kassationsgericht ohne weiteres so verstehen, dass das Obergericht den Beschwerdeführer auch dann wegen Verletzung von Art. 90 Ziff. 2 SVG verurteilt hätte, wenn Z.________ durch das Einbiegemanöver nicht konkret gefährdet und zu einer Vollbremsung gezwungen worden wäre. Damit aber hätte der Beschwerdeführer Anlass gehabt, beide Begründungen anzufechten, da selbst die erfolgreiche Anfechtung einer von ihnen (z.B. mit der Behauptung, Z.________ nicht konkret gefährdet zu haben) an der bestehenden Verurteilung des Beschwerdeführers nichts hätte ändern können. Der Nichteintretensentscheid des Kassationsgerichts ist daher verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden.