Citation: 6B_683/2022 E. 1.2.4

1.2.4. Die Vorinstanz hält fest, das staatliche Interesse am Vollzug der Sanktion überwiege das Interesse der Beschwerdeführerin am Ausschluss allfälliger Gesundheitsrisiken. Sie weist darauf hin, dass es nicht um den Vollzug einer einzelnen Ersatzfreiheitsstrafe geht. Am Anfang stünden vielmehr 43 Ersatzfreiheitsstrafen von 373 Tagen aus Strafen in einem Zeitraum vom 9. März 2016 bis 16. Oktober 2018. Insgesamt könne daher nicht von einer Bagatelle gesprochen werden. Aufgrund von Zahlungen der Beschwerdeführerin seien es per 12. Februar 2021 noch 39 Ersatzfreiheitsstrafen von 371 Tagen gewesen, per 23. August 2021 noch 23 Ersatzfreiheitsstrafen von 243 Tagen. Die Beschwerdeführerin habe vor allem dann Zahlungen an die ausstehenden Bussen und Geldstrafen erbracht, wenn der Vollzug der Ersatzfreiheitsstrafen unmittelbar gedroht habe. Daneben bestünden aber nach wie vor viele offene Strafen. Das öffentliche Interesse am Ersatzvollzug dieser Strafen sei in dieser Konstellation höher zu gewichten als eine mögliche Aggravation der leichten depressiven Episode der Beschwerdeführerin.