Citation: U 29/03 27.02.2004 E. 3.2

3.2.1 Hinsichtlich der LWS-Beschwerden verneinte das kantonale Gericht das Vorliegen von Unfallfolgen. Es gelangte zum Ergebnis, der natürliche Kausalzusammenhang sei diesbezüglich etwa ein Jahr nach dem Unfallereignis, jedenfalls aber im Zeitpunkt des Rentenbeginns am 1. August 1999 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht (mehr) gegeben gewesen. In der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird der Vorinstanz darin beigepflichtet, dass das Beschwerdebild an der LWS gesondert zu demjenigen an der HWS zu beurteilen sei, da keine überschneidenden Beschwerdebilder vorlägen. Die LWS-Beschwerden stellten jedoch Unfallfolgen dar. 3.2.2 Dr. med. K.________ diagnostiziert in seinem Gutachten vom 20. April 1999 einen Status nach direktem Schädeltrauma und axialem Stauchungstrauma der HWS mit zusätzlicher Stauchung/Distorsion der BWS und LWS am 25. Februar 1996 mit posttraumatisch festgestellten Diskushernien auf drei Etagen im Bereich der LWS sowie vorbestehenden degenerativen Veränderungen der HWS und LWS. Er hält fest, für die Zeit vor dem Unfall vom 25. Februar 1996 seien degenerative Veränderungen im Bereich der LWS aktenkundig, welche Anlass zu mehreren Behandlungen über mehrere Jahre hinweg geboten hätten. Es sei davon auszugehen, dass im Bereich der LWS der status quo sine ein Jahr nach dem Unfall erreicht worden sei. Das Auftreten von einer oder mehreren der drei Diskushernien als Folge des Unfalls sei möglich, jedoch nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachzuweisen. Prof. Dr. med. N.________ beurteilt in seiner Stellungnahme vom 4. Februar 2003 die Situation insoweit ähnlich, als auch er auf recht deutliche, die Beweglichkeit der LWS und des thorakolumbalen Übergangs begrenzende degenerative Veränderungen hinweist, welche gelegentlich zu Beschwerden geführt hätten. Er geht ebenfalls davon aus, dass die vorbestandenen rezidivierenden Beschwerden mit überwiegender Wahrscheinlichkeit im weiteren Verlauf auch ohne Unfall an Intensität noch zugenommen hätten. Diese Zunahme hätte jedoch nach seiner Beurteilung niemals zu einer derartigen Intensität der Beschwerden und der Funktionsbehinderung geführt. Im Rahmen der Beweiswürdigung hat das kantonale Gericht zulässigerweise der durch die Gerichtspraxis anerkannten medizinischen Erfahrungstatsache Rechnung getragen, dass praktisch alle Diskushernien bei Vorliegen degenerativer Bandscheibenveränderungen entstehen und ein Unfallereignis nur ausnahmsweise, unter besonderen Voraussetzungen, als eigentliche Ursache in Betracht fällt. Im häufiger vorkommenden Fall einer blossen Auslösung, nicht aber eigentlichen Verursachung durch den Unfall ist der UVG-Versicherer nur für den damit verbundenen Beschwerdeschub leistungspflichtig (RKUV 2000 Nr. U 379 S. 193 Erw. 2a mit Hinweisen; Urteil Z. vom 9. Oktober 2003 [U 360/02], Erw. 4.2). Im Lichte dieser Grundsätze sowie angesichts der schlüssigen Aussagen im Gutachten des Dr. med. K.________, welches den von der Rechtsprechung entwickelten Anforderungen an eine beweiskräftige medizinische Stellungnahme (BGE 125 V 352 Erw. 3) gerecht wird, ist nicht zu beanstanden, dass das kantonale Gericht den natürlichen Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis vom 25. Februar 1996 und während des vorliegend relevanten Zeitraums ab 1. August 1999 (Entstehung des Rentenanspruchs) noch vorhandenen LWS-Beschwerden verneint hat. Die letztinstanzlich aufgelegte Stellungnahme von Prof. Dr. med. N.________ vermag an diesem Ergebnis nichts zu ändern. Angesichts der auch von ihm festgestellten vorbestehenden degenerativen Veränderungen rechtfertigt es sich vielmehr, auf die Beurteilung durch Dr. med. K.________ abzustellen. 3.3 Der Beschwerdeführer bringt unter Berufung auf das Gutachten des Prof. Dr. med. N.________ vom 25. Juni 2002 und dessen Stellungnahme vom 4. Februar 2003 des weiteren vor, er leide an einem "Thoracic outlet Syndrom" (TOS). Prof. Dr. med. N.________ begründet diese Beurteilung mit den festgestellten Beschwerden im Bereich der Arme. Gemäss den Leitlinien der deutschen Gesellschaft für Neurologie, Nr. 030/019 (vgl. http://leitlinien.net) tritt das TOS sehr selten auf. Dieser statistische Befund lässt zwar keine zuverlässigen Rückschlüsse auf den konkreten Fall des Beschwerdeführers zu. Für die Annahme des Vorliegens eines TOS wären jedoch deutliche Einschränkungen der Beweglichkeit der Arme vorauszusetzen, da Prof. Dr. med. N.________ daraus die testpositive Thoracic-outlet-Symptomatik ableitet. Diesbezüglich enthalten die Akten aber keine hinreichend klaren medizinischen Feststellungen. PD Dr. med. F.________ weist in seinem Gutachten vom 22. Januar 1997 vielmehr auf die Diskrepanz zwischen der Einschränkung der Beweglichkeit der BWS und dem Umstand hin, dass sich der Versicherte problemlos an- und ausziehen konnte. Dr. med. K.________ traf in seinem Gutachten vom 20. April 1999 ebenfalls keine Feststellungen, welche auf das Vorliegen eines TOS hinweisen würden. Unter diesen Umständen ist der entsprechenden Aussage des Prof. Dr. med. N.________, der sich insbesondere nicht mit der erwähnten Beobachtung von PD Dr. med. F.________ auseinandersetzt, nur der Stellenwert einer Hypothese beizumessen, welche in den übrigen medizinischen Akten keine Stütze findet. Überdies werden von Prof. Dr. med. N.________ auch keine eindeutigen und nachvollziehbaren Angaben darüber gemacht, dass das TOS in einem natürlichen Kausalzusammenhang mit dem Unfallereignis stehen soll. Es kann daher mit hinreichender Gewissheit ausgeschlossen werden, dass sich das Vorliegen eines TOS mit anspruchsrelevanten Auswirkungen durch zusätzliche Abklärungen mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachweisen liesse. Daher ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz in antizipierter Beweiswürdigung (dazu SVR 2001 IV Nr. 10 S. 28 Erw. 4b mit Hinweis auf BGE 124 V 94 Erw.4b und 122 V 162 Erw.1d) von der Anordnung weiterer Untersuchungen abgesehen hat. 3.4 Hinsichtlich der Beschwerden im Bereich der HWS haben Versicherer und Vorinstanz eine richtunggebende und andauernde Verschlimmerung des Vorzustandes mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit bejaht, es jedoch abgelehnt, das psychische Beschwerdebild in die Beurteilung einzubeziehen. In der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird dies beanstandet und ausserdem die Anerkennung einer höheren durch die physischen Beschwerden bedingten Arbeitsunfähigkeit verlangt. 3.4.1 Bei der Beurteilung der Adäquanz von psychischen Unfallfolgen ist wie folgt zu differenzieren (vgl. BGE 127 V 103 Erw. 5b/bb): Zunächst ist festzustellen, ob die versicherte Person beim Unfall ein Schleudertrauma der HWS, einen äquivalenten Verletzungsmecha-nismus (RKUV 2000 Nr. U 395 S. 317 Erw. 3; SVR 1995 UV Nr. 23 S. 67 Erw. 2) oder ein in seinen Folgen vergleichbares Schädel-Hirntrauma (BGE 117 V 282 f. Erw. 4a) erlitten hat. Diesfalls ist die Adäquanz nach Massgabe der in BGE 117 V 359 ff. begründeten Rechtsprechung zu beurteilen. Handelt es sich dagegen um einen Unfall mit anderen somatischen Verletzungen und gesundheitlichen Auswirkungen, richtet sich die Adäquanzbeurteilung psychischer Unfallfolgen nach den in BGE 115 V 133 ff. entwickelten Kriterien. Der Unterschied besteht darin, dass bei Unfällen mit Schleudertrauma der HWS oder einer äquivalenten Verletzung auf eine Differenzierung zwischen physischen und psychischen Unfallfolgen verzichtet wird (BGE 117 V 367 Erw. 6a am Ende), während bei den übrigen Unfällen für die Beurteilung der Adäquanz psychischer Fehlentwicklungen lediglich das Unfallereignis als solches und die dabei erlittenen körperlichen Gesundheitsschäden sowie deren objektive Folgen massgebend sind (BGE 115 V 140 Erw. 6c/aa). Als Ausnahme von diesen Regeln greift allerdings die auf die objektiven, physischen Unfallfolgen beschränkte Adäquanzbeurteilung auch bei Unfällen mit Schleudertrauma der HWS oder einer gleichgestellten Verletzung Platz, wenn die zum hiefür typischen Beschwerdebild gehörenden Beeinträchtigungen zwar teilweise gegeben sind, im Vergleich zur ausgeprägten psychischen Problematik aber ganz in den Hintergrund treten (BGE 123 V 99 Erw. 2a mit Hinweisen; RKUV 2002 Nr. U 465 S. 438 f. Erw. 3). 3.4.2 Das kantonale Gericht hat zu Recht erkannt, es sei nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit dargetan, dass der Versicherte anlässlich des Unfalls vom 25. Februar 1996 ein Schleudertrauma der HWS, eine diesem adäquate Verletzung oder ein Schädel-Hirntrauma mit vergleichbaren Folgen erlitten hat (vgl. zu den Anforderungen an diesen Nachweis BGE 119 V 340 ff. Erw. 2b) und in der Folge das nach derartigen Verletzungen nicht selten beobachtete und deshalb von der Rechtsprechung als typisch bezeichnete Beschwerdebild (BGE 119 V 338 Erw. 1, 117 V 360 Erw. 4b, 382 Erw. 4b) aufgetreten ist. Insbesondere enthalten die ersten nach dem Unfallereignis verfassten medizinischen Berichte keine hinreichenden diesbezüglichen Aussagen. Auch Prof. Dr. med. N.________ erklärt in seiner Stellungnahme vom 4. Februar 2003, der Beschwerdeführer habe keine Distorsion der HWS erlitten. Die Adäquanz des Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfallereignis und dem psychischen Beschwerdebild ist daher nicht nach der Praxis zum Schleudertrauma der HWS (BGE 117 V 366 ff. Erw. 6), sondern nach derjenigen zu den psychischen Unfallfolgen (BGE 115 V 138 ff. Erw. 6) zu prüfen. An diesem Ergebnis würde sich im Übrigen nichts ändern, wenn ein Verletzungsmechanismus der genannten Art und das Auftreten des typischen Beschwerdebildes als erstellt anzusehen wären. Auch in diesem Fall müsste auf Grund der Aktenlage letztlich die psychische Fehlentwicklung als klar dominierend betrachtet werden, sodass praxisgemäss (BGE 123 V 99 Erw. 2a mit Hinweisen; RKUV 2002 Nr. U 465 S. 438 f. Erw. 3) trotzdem die Rechtsprechung gemäss BGE 115 V 138 ff. Erw. 6 Anwendung fände. 3.4.3 Im Rahmen der für die Belange der Adäquanzbeurteilung vorzunehmenden Kategorisierung der Unfälle (BGE 115 V 138 Erw. 6) ist das Ereignis vom 25. Februar 1996 auf Grund des augenfälligen Geschehensablaufs und der erlittenen Verletzungen dem mittleren Bereich zuzuordnen und dabei im Grenzbereich zu den leichten Unfällen anzusiedeln. Die Adäquanz des Kausalzusammenhangs ist demzufolge zu bejahen, falls ein einzelnes der in die Beurteilung einzubeziehenden Kriterien (besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls; Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzung; ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung; Dauerbeschwerden; ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert; schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen; Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit; BGE 115 V 140 Erw. 6c/aa) in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist oder die zu berücksichtigenden Kriterien insgesamt in gehäufter oder auffallender Weise gegeben sind (BGE 115 V 140 Erw. 6c/bb). Dies ist, wie die Vorinstanz mit zutreffender Begründung, auf welche vollumfänglich verwiesen werden kann, erkannt hat, nicht der Fall. Das psychische Beschwerdebild steht daher nicht in einem adäquaten Kausalzusammenhang zum Unfallereignis vom 25. Februar 1996. 3.4.4 Der Beschwerdeführer weist unbestrittenermassen organisch nachweisbare Schädigungen im Bereich der HWS auf. Diesbezüglich ist nach Auffassung des kantonalen Gerichts eine richtunggebende und andauernde Verschlimmerung des Vorzustandes zu bejahen. Diese Beurteilung, welche sich wiederum auf das Gutachten des Dr. med. K.________ vom 20. April 1999 stützt, ist zu Recht unbestritten geblieben. Nicht zu beanstanden ist auf derselben Grundlage auch die Bezifferung der durch diese gesundheitliche Beeinträchtigung begründeten Arbeitsunfähigkeit auf 20 % und, ausgehend davon, die Festsetzung des Invaliditätsgrades auf 25 % durch Vorinstanz und Beschwerdegegnerin.