Citation: 4A_372/2019 E. 2.5

2.5. Entgegen der Andeutung des Beschwerdeführers in seiner Begründung zur vermeintlich rechtlichen Rüge war die Vorinstanz davon überzeugt, dass die Stute und der Wallach durch die herüberkommenden Kühe in Panik gerieten und ihre Weide verliessen beziehungsweise hatte sie keine ernsthaften Zweifel daran, dass sich der Sachverhalt so abspielte. Die rein theoretische Möglichkeit, dass sich nicht mehr vollständig rekonstruierbare Vorgänge anders verhielten, führt nicht zum Scheitern des (Entlastungs-) Beweises (vgl. zum vorliegend anwendbaren ordentlichen Beweismass BGE 140 III 610 E. 4.1 mit Hinweisen). Die vom Beschwerdeführer vorgebrachten alternativen Geschehnis-Abläufe erschöpfen sich denn auch in unbelegten Hypothesen, womit er von vornherein keine Willkür am festgestellten Sachverhalt im angefochtenen Urteil aufzuzeigen vermag. Abgesehen von der nicht weiter substanziierten Bestreitung des Beschwerdeführers sprechen keinerlei Anhaltspunkte dafür, dass der Zaun in besagter Nacht ausnahmsweise nicht unter Strom gestanden oder dass der Beschwerdegegner respektive eine seiner Hilfspersonen vergessen hätte, den Durchgang von der Kuhweide zur Weide der Pferde zu schliessen. Zudem ist wenig plausibel, dass die grundsätzlich nicht nachtaktiven Pferde bei einem schon lange offen stehenden Tor ihre Weide erst in den frühen Morgenstunden der Nacht verlassen haben sollen. Nach weiteren Feststellungen der Vorinstanz, mit der sich der Beschwerdeführer nicht auseinandersetzt, war ausserdem noch genügend Gras auf der Pferdeweide vorhanden, weshalb die Vorinstanz zutreffend ausschloss, dass die Pferde die Weide zufolge Futtermangels verlassen hatten. Sodann kann dem Polizeibericht entgegen anderslautenden Andeutungen des Beschwerdeführers nur nichts zum Entlaufen der Pferde entnommen werden, weil diese Thematik gar nicht Gegenstand der polizeilichen Ermittlungen war. Dass den Zeugenaussagen der beteiligten Personen insoweit ein entscheidendes Gewicht zukam, als die der Vorinstanz zur Verfügung stehenden Beweismittel naturgemäss beschränkt waren, ist mangels Indizien, die gegen die Glaubhaftigkeit dieser Aussagen sprächen, nicht zu beanstanden. Entgegen dem, was aus Vorwürfen des Beschwerdeführers abgeleitet werden könnte, schloss die Vorinstanz insbesondere zufolge der Nähe der Zeugen zum Beschwerdegegner denn auch erst nach einer eingehenden Prüfung, dass die Aussagen glaubhaft wirken. Insoweit der Beschwerdeführer einen diametralen Widerspruch im Aussageverhalten des Zeugen E.________ darin erblickt, dass dieser einerseits angab, das Tor der Kuhweide sei "offen bzw. runtergelegt" gewesen und andererseits aussagte, das Tor sei in der Nacht womöglich von Viehdieben oder "Lausbuben" geöffnet worden, reisst er dessen Aussage aus dem Zusammenhang und erfindet eine Zeitangabe. Entgegen der unzutreffenden Behauptung des Beschwerdeführers gab der Zeuge E.________ nicht an, er habe das Tor bereits am Abend zuvor offen bzw. "runtergelegt" erblickt. Mangels Zeitangabe ging die Vorinstanz zu Recht davon aus, diese Aussage decke sich mit der Hypothese des gescheiterten Versuchs des Viehdiebstahls respektive eines "Lausbubenstreichs"; zumal die Vorinstanz keinen Anlass hatte, die unplausible Annahme zu treffen, E.________ habe am Vorabend ein offenes Durchgangstor von der Kuh- zur Pferdeweide erblickt, ohne etwas zu unternehmen. Der Beschwerdeführer verfällt einem Zirkelschluss, wenn er einzig von dem für den Beschwerdegegner positiven Beweisergebnis darauf schliesst, die Beweise seien einseitig zu dessen Gunsten gewürdigt worden. Die Vorinstanz kam nach freier Würdigung aller tauglicher Beweismittel (vgl. Art. 157 ZPO) nicht zuletzt mangels plausibler alternativer Geschehensabläufe zum willkürfreien Schluss, die unfallbeteiligte Stute sei zufolge Eindringens der Kühe in die Pferdeweide panikartig geflüchtet, woran sie auch ein ordnungsgemäss erstellter Zaun nicht gehindert hätte. Der Beschwerdeführer bestreitet denn auch zu Recht die Feststellung im angefochtenen Urteil nicht, wonach gutachterlich erstellt ist, dass ein pflichtgemäss errichteter Zaun, die in Panik geratenen Pferde ebenfalls nicht am Verlassen der Weide gehindert hätte. Entgegen den unsubstanziierten Andeutungen des Beschwerdeführers konnte die Vorinstanz aber auch insoweit auf das Gutachten abstellen, als sie feststellte, die Pferde hätten einen stromgeladenen Zaun durchbrechen können, ohne sich Verletzungen zuzuziehen. An der Willkürfreiheit des Beweisergebnisses ändert schliesslich auch nichts, dass nicht abschliessend festgestellt ist, weshalb die Durchgänge zwischen der Kuh- und Pferdeweide geöffnet waren. Mithin kann dahingestellt bleiben, ob es sich um einen "Lausbubenstreich" gehandelt haben mag oder allenfalls einen gescheiterten Versuch, die Kühe zu stehlen. Um den Entlastungsbeweis als gelungen betrachten zu können, ist einzig massgebend, dass die Vorinstanz ohne in Willkür zu verfallen, zur vollen Überzeugung gelangte, der zu tiefe Zaun sei nicht ausschlaggebend dafür gewesen, dass die unfallbeteiligte Stute ihre Pferdeweide verliess.