Citation: 2C_935/2016 E. 3.3

3.3. Es trifft zwar zu, dass die erschwerte Kommunikation zwischen Ehepartnern nicht notwendigerweise Zeichen einer Scheinehe sein muss. Ebenso kann das Vergessen des Hochzeitsdatums oder von Einzelheiten der Hochzeitsfeier nicht per se zur Annahme führen, die Ehe sei nur zum Schein eingegangen worden. Mit seiner Argumentation, wonach die Indizien einzeln nicht zwangsläufig Ausdruck einer Scheinehe sein müssen, übersieht der Beschwerdeführer indessen, dass es gerade in der Natur von Indizien liegt, auf einen möglichen Sachverhalt nur, aber immerhin hinzuweisen. Die Vorinstanz schloss keineswegs vom Vorliegen eines einzelnen Hinweises ohne weitere Abwägungen auf eine Umgehungsehe, sondern gelangte aufgrund einer Mehrzahl von Indizien in der Gesamtwürdigung zum Schluss, der Beschwerdeführer habe die Ehe nur aus ausländerrechtlichen Motiven geschlossen oder aufrechterhalten. Die Erwägungen der Vorinstanz zu den Wissenslücken des Beschwerdeführers hinsichtlich der familiären Verhältnisse seiner Ehefrau sind nicht zu beanstanden. Entgegen der in der Beschwerde vertretenen Auffassung scheint es trotz sprachlicher Barrieren schwer vorstellbar, dass sich ein verheiratetes Paar nicht (gerade auch zu Beginn der Ehe) über die Familie, die Herkunft und die Arbeit austauscht. Der vorgebrachte Analphabetismus des Beschwerdeführers dürfte in diesem Zusammenhang nicht relevant sein. Dass der Beschwerdeführer über die Familie seiner Frau nichts zu berichten wusste, wertete die Vorinstanz somit berechtigterweise als Indiz für eine Scheinehe. Der Beschwerdeführer weist zwar zu Recht darauf hin, dass der Umstand, dass seine Ehefrau anfänglich für den Lebensunterhalt aufkam, typischerweise nicht für eine Scheinehe spreche, zumal diesfalls eher seine Ehefrau Geld von ihm hätte bekommen sollen. Das Desinteresse an der Führung eines gemeinsamen Lebens, das er unter anderem durch den fehlenden Beitrag zum gemeinsamen Lebensunterhalt sowie durch seine Aussage, das Einzige, was er mit seiner Frau mache, sei schlafen, an den Tag legte, durfte die Vorinstanz indessen als Indiz dafür betrachten, dass er die Ehe einzig aus ausländerrechtlichen Überlegungen und ohne Willen zur Führung einer Lebensgemeinschaft eingegangen war.