Citation: 8C_193/2024 E. 5

Die IV-Stelle macht geltend, das kantonale Gericht habe Bundesrecht verletzt, indem es einen Revisionsgrund nach Art. 17 Abs. 1 ATSG verneint habe. Soweit es zum Schluss gelangt sei, dass ein ausgeprägtes hirnorganisches Psychosyndrom zur Rentenzusprache geführt habe, sei verkannt worden, dass nicht die Diagnosen als solche, sondern deren funktionelle Auswirkungen massgebend seien. Seine Feststellung, die neuropsychologischen Einschränkungen seien für die Rentenzusprache nicht ausschlaggebend gewesen, stehe im Widerspruch zu den medizinischen Akten und sei offensichtlich unrichtig. Die Vorinstanz hätte deshalb prüfen müssen, ob sich diese seit der Rentenzusprache verändert hätten. Aufgrund des beweiskräftigen Gutachtens der ABI vom 20. Dezember 2016 sei eine relevante Verbesserung der neuropsychologischen Befunde sodann auch eindeutig ausgewiesen. Die Vorinstanz habe dieses Gutachten jedoch nicht beachtet und insofern eine fehlerhafte Beweiswürdigung vorgenommen. Zudem habe sie nicht schlüssig begründet, weshalb die im Verlaufsgutachten der ABI vom 18. Mai 2021 festgestellte Aggravation nicht überwiegend wahrscheinlich ausgewiesen sei. Beweisrechtlich sei entweder davon auszugehen, dass sich die im Gutachten vom 20. Dezember 2016 valide erhobenen und seit der Rentenzusprache nachweislich verbesserten neuropsychologischen Befunde bis zum Zeitpunkt des Verlaufsgutachtens vom 18. Mai 2021 nicht mehr verändert hätten, oder aber es sei ab dem Zeitpunkt der Verlaufsbegutachtung neu von einer Leistungseinschränkung aufgrund einer Aggravation oder einer ähnliche Konstellation auszugehen, was ebenfalls einen Revisionsgrund darstelle. Ein anderer Schluss aus den beiden beweiskräftigen Gutachten der ABI sei nicht zulässig, weshalb die Vorinstanz einen Revisionsgrund hätte bejahen und die Rentenaufhebung hätte schützen müssen.