Citation: 8C_661/2010 18.10.2010 E. 4

Was Parteigutachten anbelangt, rechtfertigt der Umstand allein, dass eine ärztliche Stellungnahme von einer Partei eingeholt und in das Verfahren eingebracht wird, nicht Zweifel an ihrem Beweiswert (BGE 125 V 351 E. 3b/dd S. 353). Auch ein Parteigutachten enthält somit Äusserungen eines Sachverständigen, welche zur Feststellung eines medizinischen Sachverhalts beweismässig beitragen können. Daraus folgt indessen nicht, dass ein solches Gutachten den gleichen Rang wie ein vom Gericht oder von einem Unfallversicherer (beziehungsweise von der Invalidenversicherung) nach dem vorgegebenen Verfahrensrecht eingeholtes Gutachten besitzt. Es verpflichtet indessen - wie jede substantiiert vorgetragene Einwendung gegen ein solches Gutachten - das Gericht, den von der Rechtsprechung aufgestellten Richtlinien für die Beweiswürdigung folgend, zu prüfen, ob es in rechtserheblichen Fragen die Auffassungen und Schlussfolgerungen des vom Gericht oder vom Unfallversicherer förmlich bestellten Gutachters derart zu erschüttern vermag, dass davon abzuweichen ist (BGE 125 V 351 E. 3c S. 354). Diese hinsichtlich der von der Beschwerdeführerin eingeholten Stellungnahme des Dr. med. S.________ vom 29. Januar 2009 allein massgebliche Frage hat das kantonale Gericht verneint mit der Begründung, dass der Parteigutachter vorab auf die von der Versicherten geklagten, wenig überprüfbaren Beschwerden abgestellt habe. Demgegenüber ging die MEDAS-Gutachterin anhand der Angaben der Versicherten, wonach sie bei der Erledigung des Haushaltes keine Mühe bekunde, verschiedenen Hobbys nachgehe und Kontakt mit guten Kolleginnen pflege, davon aus, dass sie die wesentlichen Anforderungen des täglichen Lebens zu bewältigen vermöge. Die Beschwerdeführerin räumt ein, dass sich der von ihr eingeholte psychiatrische Bericht in der Diagnosestellung nur minimal vom MEDAS-Gutachten unterscheide. Dies lässt die vorinstanzliche Beurteilung der entscheidwesentlichen Frage, ob die Einschätzung der Ärzte des Zentrums O.________ durch das Privatgutachten erschüttert werde, auch mit Blick auf die dargelegte Begründung des kantonalen Gerichts nicht als offensichtlich unrichtig erscheinen.