Citation: 1C_360/2017 E. 8.2

8.2. Das Kantonsgericht setzte sich ausführlich mit den Berechnungen in den Projektunterlagen zu den bei einem HQ 100 zu erwartenden effektiven Wasser- und Geschiebemengen und der sich daraus ergebenden Gefahr einer Verklausung im bestehenden Durchlass auseinander, unter Berücksichtigung der Berichte der Flussbau AG (Bericht zur Überarbeitung der Gefahrenkarte vom 20. Februar 2012; Bericht Dimensionierung Durchlass Kantonsstrasse K14 vom 26. April 2012) und dem Bericht der AF-Colenco AG sowie der Keller+Lorenz AG für die Erstellung der Gefahrenkarte Suhrental 2010. Es erachtete diese als schlüssig und nachvollziehbar. Diese zeigten insbesondere, dass bei einem HQ 100 aufgrund des hohen Geschiebeanfalls, den unterschiedlichen Querschnittsprofilen und dem relativ geringen Gefälle des Durchlasses mit dessen kompletter Verfüllung mit Geschiebe zu rechnen sei. Dagegen könne das Hochwasserziel mit dem geplanten Projekt, welches über einen vereinheitlichten Querschnitt des Dorfbachdurchlasses sowie ein konstantes Gefälle verfüge, erreicht werden; insbesondere werde ein Geschiebeanfall aufgrund der glatten Sohlenausführung und eines gleichbleibenden und zugleich erhöhten Gefälles verhindert. Den Bericht Kohler erachtete das Kantonsgericht als teilweise unvollständig und nicht schlüssig. Es fehlten wichtige Plandarstellungen (insbesondere Längenprofil), so dass unklar bleibe, wie sich diese Variante auf die nachfolgende Flachstrecke auswirken würde. Der Bericht äussere sich nicht zu den aus hydraulischer Sicht ungünstigen unterschiedlichen Querschnitten des bestehenden Durchlasses. Nicht berücksichtigt werde auch der Geschiebeanfall, der nach Erstellung des Geschiebesammlers im Risiwald noch verbleibe, was einen gravierenden Mangel darstelle. Die Kohler+Partner AG habe eingeräumt, dass es sich bei den von ihr vorgenommenen Berechnungen um eine Listenberechnung handle, die lediglich eine Grössenordnung und nicht exakte Werte zeige. Hinzu komme, dass die Breitenangaben der im Bericht Kohler verzeichneten Querprofile des sanierten Durchlasses nicht mit den in der Listenrechnung verwendeten Angaben (Hydraulik sanierter Durchlass) übereinstimmten. Der Bericht sei daher nicht geeignet, die Nachvollziehbarkeit, Vollständigkeit und Schlüssigkeit der Projektunterlagen ernsthaft in Zweifel zu ziehen.