Citation: 1B_446/2019 E. 5.1

5.1. Nach dem Grundsatz "locus regit actum" werden Rechtshilfehandlungen grundsätzlich nach den Vorschriften des ersuchten Staates durchgeführt (Art. 3 Ziff. 1 EueR, Art. V ZP-I; Art. 12 Ziff. 1 GwUe, Art. 65 Abs. 1 IRSG e contrario). Folglich haben die zuständigen Justizbehörden des ersuchten ausländischen Staates beim Vollzug des Rechtshilfeersuchens ihr eigenes, inländisches Recht anzuwenden, sofern kein Staatsvertrag etwas anderes vorsieht (vgl. bei einem passiven Rechtshilfeersuchen in der Schweiz: RIEDO/FIOLKA/NIGGLI, a.a.O., N. 3789; SABINE GLESS, Internationales Strafrecht, 2. Aufl. 2015, N. 299). Der Staat, der Rechtshilfe leistet, hat nach Massgabe seiner eigenen Rechtsordnung sicherzustellen, dass bei der Leistung von Rechtshilfe auch die Interessen des Verfolgten bzw. des betroffenen Individuums hinreichend berücksichtigt werden. Obschon dieser nicht Partei im Rechtshilfeverkehr an sich ist, ist er es aber im Rechtshilfeverfahren im ersuchten Staat und verfügt über seine Parteirechte im Strafverfahren im ersuchenden Staat (vgl. RIEDO/FIOLKA/NIGGLI, Strafprozessrecht sowie Rechtshilfe in Strafsachen, 2011, N. 3162 f.).