Citation: 6B_419/2023 E. 1.5.3

1.5.3. Der Beschwerdeführer weist darauf hin, dass er in der Schweiz geboren sei. Er sei in der Schweiz aufgewachsen und sei hier verwurzelt. Gemäss Feststellungen der Vorinstanz ist der Beschwerdeführer in der Schweiz geboren und aufgewachsen. Daraus alleine lässt sich jedoch noch kein für die Annahme eines Härtefalls genügend gewichtiges persönliches Interesse an seinem Verbleib in der Schweiz ableiten. Ob ein Härtefall vorliegt, entscheidet sich weder anhand von starren Altersvorgaben, noch führt eine lange Anwesenheitsdauer automatisch zur Annahme eines Härtefalls. Die Härtefallprüfung ist vielmehr in jedem Fall anhand der gängigen Integrationskriterien vorzunehmen (vgl. oben E. 1.3.2). Eine längere Aufenthaltsdauer, zusammen mit einer guten Integration, ist in aller Regel ein starkes Indiz für das Vorliegen eines Härtefalls (BGE 146 IV 105 E. 3.4.4). Die Vorinstanz trägt diesem Umstand korrekterweise als ein Element unter anderen in der Härtefallprüfung im Einklang mit Art. 66a Abs. 2 StGB Rechnung und anerkennt, dass der Beschwerdeführer sein ganzes Leben seit seiner Geburt in der Schweiz verbracht hat. Sie stellt ebenfalls fest, dass er einwandfrei Schweizerdeutsch spricht. Die Vorinstanz stellt die lebensprägende Aufenthaltsdauer den weiteren Integrationskriterien gegenüber und stellt in dieser Hinsicht fest, dass er über keine Berufsausbildung verfüge, finanziell bislang nie auf eigenen Füssen habe stehen können und Schulden habe. Auch bestehe keine reelle Aussicht auf eine berufliche (Wieder) -Eingliederung in der Schweiz. Er sei nicht verheiratet und habe keine Kinder. Nebst den Beziehungen zu seiner Mutter, seiner Schwester und seiner Verlobten scheine er wenig bis keine sozialen Kontakte zu haben. Strafrechtlich sei er zudem stark vorbelastet. Soweit er in diesem Zusammenhang vorbringt, seine Jugendstrafen dürften ihm nicht mehr vorgehalten werden, kann ihm nicht gefolgt werden, da ein Sachgericht die unter das JStG fallenden - und somit nicht als Anlasstaten zählenden - strafbaren Handlungen zu berücksichtigen hat (vgl. Urteil 6B_1037/2021 vom 3. März 2022 E. 6.3.2 mit Hinweis). Die Vorinstanz gelangt aufgrund ihrer Feststellungen zum nachvollziehbaren Ergebnis, dass der Beschwerdeführer sowohl beruflich als auch sozial schlecht integriert ist.