Citation: 9C_685/2023 E. 2.3.6

2.3.6. Im vorliegenden Fall bringt der Steuerpflichtige dem Sinne nach vor, er habe - mangels eines Negativkatalogs - mit gutem Grund von "Gerichtsferien" ausgehen dürfen, weil ihm solche aus den zahlreichen sozialversicherungsrechtlichen Verfahren vor bernischen Behörden vertraut gewesen seien. Überdies sei er dadurch getäuscht worden, dass er als rechtsunkundige Person in der Rechtsmittelbelehrung nicht ausdrücklich auf das Fehlen von Gerichtsferien hingewiesen worden sei. Er ruft damit den Vertrauensschutz an, wie er im Fall der mangelhaften Eröffnung fraglos besteht (vorne E. 2.3.5). Sein Standpunkt verfängt jedoch nicht: Wie das Bundesgericht bei früherer Gelegenheit ausgeführt hat, besteht im Umfeld der harmonisierten Steuern von Bund, Kantonen und Gemeinden kein Anlass zur Vermutung, dass "Gerichtsferien" bestünden bzw. dass andernfalls in der Rechtsmittelbelehrung ausdrücklich auf die (Nicht-) Anwendbarkeit des Fristenstillstandes hingewiesen werden müsste (Urteil 2C_756/2017 vom 21. September 2017 E. 3.3). Gegenteils hat das Bundesgericht erwogen, dass niemand auf das eigene "Gefühl" abstellen und bewusst von einer (zutreffenden) Rechtsmittelbelehrung abweichen dürfe (Urteil 2C_407/2012 vom 23. November 2012 E. 3.2).