Citation: U 173/06 04.12.2006 E. 2

Der Beschwerdeführer macht geltend, die medizinischen Berichte seien widersprüchlich bezüglich der Einsatzfähigkeit seiner linken Hand. 2.1 Gemäss Austrittsbericht der Rehaklinik X.________ vom 26. Juni 2003 war die Funktion der linken, adominanten Hand nach einer Handgelenksarthrodese schmerzbedingt stark vermindert, die Feinmotorik indessen ordentlich erhalten. Die Schmerzen seien einer Überlastung zuzuschreiben. Leichte Arbeiten, die mehrheitlich mit der rechten Hand ausgeführt werden könnten und bei denen die linke Hand nur zeitweilig als leichte Hilfs- und Haltehand eingesetzt werden müsse, seien ganztags zumutbar. Nicht zuzumuten seien Tätigkeiten mit repetitiven Umwendbewegungen des linken Unterarms, mit Schlägen oder Vibrationen auf das linke Handgelenk sowie kraftvolles Halten und Manipulieren von Gegenständen links. 2.2 Nach seiner Abschlussuntersuchung berichtete SUVA-Kreisarzt Dr. med. L.________ am 11. November 2003, die Fingerfunktion sei in der Motilität nicht eingeschränkt, intrinsische Motorik und Sensibilität seien zur Zeit der Untersuchung nicht gestört. Der Feingriff sei gezielt und einwandfrei. Eine Dreipfundhantel könne ohne weiteres gefasst und hochgehoben, mit hängendem Arm auch die 5 kg-Hantel gefasst und getragen werden. Es bestehe jedoch eine starke Druckschmerzhaftigkeit im Bereich des Trapezium beziehungsweise radial im distalen arthrodesierten Carpus. Zudem bestünden Schmerzhaftigkeiten auf Druck ulnar im Bereich des Styloid, die nicht ohne weiteres zu erklären seien. Durch die persistierende Schmerzhaftigkeit sei die Belastbarkeit der linken Hand eindeutig eingeschränkt, könne aber zumindest für Feingriffe und als Hilfshand für Gegenhalten ohne weiteres eingesetzt werden. Eine leidensangepasste Tätigkeit sei ganztags zumutbar. 2.3 Dr. med. B.________, Chirurgie FMH, spez. Handchirurgie, welcher am 14. März 2002 die formelle Handgelenksarthrodese vorgenommen hatte und den Versicherten seither betreute, berichtete am 4. Februar 2004, dass vom objektivierbaren, handchirurgischen Standpunkt aus eine ganztägige Präsenz am Arbeitsplatz zumutbar sei, sofern für den linken Arm nur leichte Verrichtungen anfallen. 2.4 Aus der Aktennotiz der Ergotherapeutin (Spital Y.________, Ergotherapie-Institut) vom 24. März 2004, die auf einer längeren Behandlungsperiode mit Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit beruht, ergibt sich, dass das Tragen (im Training ein Plasticsack mit einem Gewicht von 0,5-1,5 kg) zeitlich nur sehr limitiert möglich war und eine Steigerung zu keiner Erhöhung der Belastbarkeit führte, da eine Schwellung und Schmerzverstärkung eintrat. Auch wenn die linke Hand nur für sehr leichte und sehr kurzzeitige Halte- und Hilfstätigkeiten eingesetzt wurde, nahm die Schmerzintensität schon nach 5-15 Minuten zu und es zeigte sich im Bereich der Operationsnarbe eine Schwellung. Die Ergotherapeutin ging deshalb davon aus, dass eine mehrstündige verwertbare Arbeitsleistung in einer bimanuellen Tätigkeit nicht erreicht werden könne. 2.5 Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers zeigt sich mit diesen Berichten kein widersprüchliches Bild. Eine 100%ige Erwerbstätigkeit ist ihm gestützt auf diese Angaben durchaus zuzumuten. So bezieht die Ergotherapeutin ihre Aussage, eine mehrstündige verwertbare Arbeitsfähigkeit könne nicht erreicht werden, ausdrücklich auf bimanuelle Tätigkeiten. Indessen ist zu berücksichtigen, dass die linke adominante Hand nur recht reduziert eingesetzt werden kann. Dies schränkt den Versicherten bei der Suche eines geeigneten Arbeitsplatzes ein und verlangt ein besonderes Entgegenkommen des Arbeitgebers. Dies ist jedoch nicht für den Umfang der zumutbaren Tätigkeit, die keine weiteren medizinischen Abklärungen erfordert, massgebend, sondern im Rahmen des leidensbedingten Abzuges vom hypothetischen Invalideneinkommen in Rechnung zu stellen. Gleiches gilt bezüglich der Kniebeschwerden, was im Übrigen unbestritten ist. 2.6 Zu ergänzen ist in diesem Zusammenhang, dass Dr. med. A.________, Spital Y.________, am 29. Juni 2005 bei der SUVA um Kostengutsprache für eine weitere Operation ersucht hat. Wie den Akten zu entnehmen ist, hat die SUVA diesen Bericht als Rückfallmeldung entgegengenommen und ihrem Kreisarzt vorgelegt. In der Folge stellte sich jedoch bei weiteren Abklärungen heraus, dass vorerst doch keine Operation geplant sei.