Citation: 6B_787/2022 E. 3.3.2

3.3.2. Die Strafanzeige ist eine blosse Wissenserklärung und für die Durchführung eines Strafverfahrens rechtlich weder notwendig noch hinreichend. Sie begründet keinen Anspruch des Anzeigers auf Eröffnung einer Untersuchung und Durchführung eines Strafverfahrens und verschafft dem Anzeiger keine besondere Rechtsposition (RIEDO/ BONER, in: Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, Jugendstrafprozessordnung, 2. Aufl. 2014, NN. 4, 6 und 23 zu Art. 301 StPO). Der Anzeiger kann neben dem vorangehend erwähnten Anspruch auf Information gemäss Art. 301 Abs. 2 StPO keine weitergehenden Ansprüche geltend machen. Einzelheiten über die Tat und den Gang des Verfahrens unterliegen der Geheimhaltungspflicht (Art. 320 StGB betr. das Amtsgeheimnis; RIEDO/BONER, a.a.O., N. 33 zu Art. 301 StPO). Aus der Anzeige ergeben sich somit keine weiteren Ansprüche, insbesondere keine eigentlichen Verfahrensrechte. Mitzuteilen ist nur die Information gemäss Art. 301 Abs. 2 StPO. Einzelheiten oder Begründungen brauchen nicht angegeben zu werden (Botschaft StPO, BBl 2006 1085, S. 1259). Die Beschwerdeführer sind im Sinne von Art. 301 Abs. 2 StPO informationsberechtigt und wurden über die Nichtanhandnahme informiert. Ihnen steht als blossen Anzeigeerstattern, die "weder geschädigt noch Privatkläger" (Art. 301 Abs. 3 StPO) sind, keine "weitergehenden Verfahrensrechte" zu. Sie haben grundsätzlich keinen Anspruch auf Akteneinsicht, sodass die Vorinstanz ihr Akteneinsichtsgesuch abweisen durfte (Urteil 1B_202/2019 vom 15. November 2019 E. 4.1-4.3).