Citation: 1A.63/2005 22.08.2005 E. 6

6.1 Nach dem Gesagten ergibt sich, dass das Kantonsgericht den Streitgegenstand zu Unrecht auf die Parzelle Nr. 1058 beschränkt hat und die Rechtsverweigerungsrüge der Beschwerdeführer daher begründet ist. Ausgangspunkt bildet im vorliegenden Verfahren der 1994 aufgelegte Waldkataster bzw. das damit verbundene Waldfeststellungsverfahren mit den dagegen erhobenen Einsprachen. Darunter fällt nach den zutreffenden Erwägungen des Kantonsgerichts auch die Einsprache der Beschwerdeführer, obwohl sie erst am 12. August 2002 eingelegt wurde. Im Rahmen dieser Einsprache sind nebst der Parzelle Nr. 1058 auch die Parzellen Nrn. 1101, 1012 und 907 in das Verfahren mit einzubeziehen. Dabei ist zu prüfen, ob die Bestockung gesamthaft betrachtet die Waldkriterien im Sinne der Waldgesetzgebung erfüllt. Sollte zwischen den Bestockungen auf den einzelnen Parzellen nur teilweise oder gar kein räumlicher Zusammenhang bestehen, was aufgrund der Akten kaum zutreffen dürfte, wird zu untersuchen sein, ob sie trotzdem als Wald zu qualifizieren sind. 6.2 Ist die Waldeigenschaft auf den vorerwähnten Parzellen im Sinne der vorstehenden Erwägungen neu zu überprüfen, stellt sich die Frage, welcher Zeitpunkt hierfür massgebend ist. Nach den Erwägungen des Kantonsgerichts ist auf die Verhältnisse im Jahr 1994 abzustellen, weil damals die Dienststelle den Waldfeststellungsplan aufgelegt und damit die fragliche Fläche als Wald ausgewiesen habe. Diese Auffassung entspricht der bundesgerichtlichen Praxis, wonach grundsätzlich die tatsächlichen Verhältnisse im Zeitpunkt des (erstinstanzlichen) Entscheids massgebend sind (BGE 124 Il 85 E. 4d, S. 92; Urteil des Bundesgerichts 1A.44/2003 vom 19. August 2003, E. 2.2; 1A.208/2002 vom 16. Juli 2002, E. 2.1). Die Beschwerdeführer halten es jedoch aufgrund der sehr langen Dauer des Waldfeststellungsverfahrens als gerechtfertigt, vorliegend von diesem Grundsatz abzuweichen und auf die tatsächlichen Verhältnisse im Zeitpunkt ihrer Einsprache vom 12. August 2002 abzustellen. Auch wenn die Verfahrensdauer als überaus lang bezeichnet werden muss und daher das Abstellen auf die tatsächlichen Verhältnisse von 1994 mit Fug in Frage gestellt werden kann, ist auf das Datum der Auflage des Waldfeststellungsplans abzustellen. Dies dient unter anderem dazu, den Grundeigentümern Gewähr zu bieten, dass nachträgliche Veränderungen der Bestockung unberücksichtigt bleiben und sie daher nicht gehalten sind, im Hinblick auf den Waldfeststellungsentscheid gegen den Waldwuchs Vorkehrungen zu treffen. Es liesse sich daher mit dem Vertrauensgrundsatz nicht vereinbaren, wenn dessen ungeachtet auf den Zeitpunkt der Einsprache der Beschwerdeführer abgestellt würde. Dieser Zeitpunkt könnte allenfalls dann in Betracht gezogen werden, wenn die lange Verfahrensdauer auf rechtsmissbräuchliches Verhalten der Grundeigentümer zurückzuführen wäre. Hiefür bestehen indessen keine Anhaltspunkte. Ist somit mit dem Kantonsgericht davon auszugehen, dass für die Beurteilung, ob die Bestockung Wald im Rechtssinne darstellt, der 1. April 1994 massgebend ist, stellt sich die Frage, ob der Kreisforstinspektor bei der Nachmessung auf diesen Zeitpunkt abgestellt hat. Hierüber geben weder sein Faxschreiben vom 1. Dezember 2004 noch die übrigen im Recht liegenden Akten Aufschluss. Das Kantonsgericht wird somit auch diese Frage zu klären haben.