Citation: 2P.209/2002 16.01.2003 E. 3

Der Beschwerdeführer rügt, der Einzelrichter sei im Berufungsverfahren in Personalunion als Untersuchungsrichter/Anklagebehörde einerseits und als Berufungsrichter anderseits aufgetreten, womit er den Anspruch auf einen unabhängigen und unparteiischen Richter verletzt habe. Diese Rüge hat jedoch keine selbständige Bedeutung. Ist der Richter im Berufungsverfahren an die rechtliche Qualifikation der Straftat nicht gebunden, so kann es auch nicht gegen den angerufenen Verfassungsgrundsatz verstossen, wenn er einen entsprechenden Entscheid fällt. Analoges gilt für die Rüge, dass es Sache der Steuerbehörden gewesen wäre, für die Steuerperiode 1993/94 ein Nachsteuerverfahren bzw. ein Verfahren für vollendete Steuerhinterziehung einzuleiten, statt das nicht deklarierte Einkommen in der Steuerperiode 1995/96 aufzurechnen.