Citation: 4A_62/2023 E. 4.2

4.2. Die Vorinstanz erwog betreffend den Bezug von Stammdaten, die Beschwerdeführerin leite aus diesem Bezug einen vertraglichen Schadenersatzanspruch ab, zu dessen Bezifferung sie sich auf die Gebühren für die Portfolioaufnahme von Bonitätsdaten im "Y.________" (Tool der Beschwerdeführerin) stütze. Diese Gebühren könnten jedoch nicht beigezogen werden, da es sich gerade nicht um Bonitätsdaten handle. Sie behaupte auch nicht, der Preis der Stammdaten entspreche den Portfoliogebühren. In ihrer Replik ersuche sie das Gericht, die Bestimmung des Schadens alternativ gestützt auf Art. 43 OR vorzunehmen. Sie verkenne dabei, dass Art. 43 i.V.m. Art. 99 Abs. 3 OR sie nicht davon entbinde, den Schaden zu beziffern. Nur wenn sich der Schaden nicht ziffernmässig nachweisen lasse, sei er nach richterlichem Ermessen abzuschätzen (Art. 42 Abs. 2 OR). Der behauptete entgangene Gewinn liesse sich - so die Vorinstanz weiter - anhand der Preise für Gesamtdatenabgleiche nachweisen, weshalb Art. 42 Abs. 2 OR nicht einschlägig sei. Mangels Bezifferung des behaupteten Schadens könne für den Bezug der Stammdaten kein Schadenersatz zugesprochen werden. Eine Entschädigung der Stammdaten aus ungerechtfertigter Bereicherung könne die Beschwerdeführerin nicht erwirken, da aus Art. 62 Abs. 1 OR einzig ein Anspruch auf Datenlöschung erwachse. Dass die Beschwerdegegnerin gestützt auf die erlangten Daten einen Gewinn erwirtschaftet habe, werde nicht behauptet und sei auch nicht ersichtlich, weshalb sich die Prüfung allfälliger Ansprüche auf Gewinnherausgabe erübrige.