Citation: 2C_159/2014 E. 5.4

5.4. Zu prüfen bleibt, ob die vom Beschwerdeführer ausgehende Gefahr für die öffentliche Ordnung, Sicherheit und Gesundheit aktuell und erheblich im Sinn der Rechtsprechung zu Art. 5 Abs. 1 Anhang I FZA ist, d.h. ob ein manifestes Rückfallrisiko besteht. Der Beschwerdeführer ist seit dem Jugendalter strafrechtlich aufgefallen. Nach Erreichen des 18. Altersjahrs wurde er zwei Mal während der Probezeit straffällig. Die daraufhin ausgesprochene ausländerrechtliche Verwarnung zeigte keine Wirkung, obwohl der Beschwerdeführer im Rahmen des vorgängig gewährten rechtlichen Gehörs beteuert hatte, sich bessern zu wollen (vgl. E. 4.2.2 hiervor). Kurze Zeit nach der Verwarnung setzte er seine Deliktstätigkeit - wiederum während der Probezeit - fort, wobei in zwei Fällen das Rechtsgut der körperlichen Integrität betroffen war. Wie in E. 4.3 und 4.4 dargelegt, offenbarte der Beschwerdeführer bei drei Delikten (bandenmässiger und gefährlicher Raub, Beschimpfung und einfache Körperverletzung) eine grosse Skrupellosigkeit. Nachdem weder Bewährungszeiten, Untersuchungshaften, Verwarnungen noch (teilweise) vollzogene Strafen den Beschwerdeführer zu beeindrucken vermochten, muss er als unbelehrbarer, charakterlich wenig gefestigter und daher unberechenbarer Delinquent gelten. Angesichts der wiederholten, teilweise schweren, in kurzen Abständen verwirklichten Delinquenz ist ein konkretes Rückfallrisiko zu bejahen, welches mit Blick auf die bisher geschädigten Rechtsgüter nicht in Kauf genommen werden kann. Was der Beschwerdeführer dagegen vorbringt, überzeugt nicht. Dass er sich nunmehr um ein geordnetes Leben bemüht und seine Drogensucht zu kontrollieren scheint, darf von ihm erwartet werden. Die deliktsfreie Zeitspanne zwischen der letzten Straftat vom 22. Juli 2011 und der Einleitung des Widerrufsverfahrens am 10. August 2012 betrug nur ein gutes Jahr, so dass daraus nichts abgeleitet werden kann. Seit dem 1. Oktober 2012 befand sich der Beschwerdeführer im Strafvollzug, wo ein makelloses Verhalten rechtsprechungsgemäss erwartet wird (BGE 139 II 121 E. 5.5.2). Das vom Beschwerdeführer seither gezeigte Betragen bzw. die geltend gemachte Entwicklung geschieht in ständiger Begleitung durch Fachpersonal, weshalb daraus keine Schlüsse für das Verhalten nach der Entlassung gezogen werden können. Eine aus der Sicht des Massnahmevollzugs positive Entwicklung oder ein klagloses Verhalten im Strafvollzug schliessen eine Rückfallgefahr und eine fremdenpolizeiliche Entfernungsmassnahme nicht aus (BGE 137 II 233 E. 5.2.2 S. 236 f.). Im Übrigen ist daran zu erinnern, dass der Beschwerdeführer in der Vergangenheit seine Fähigkeiten, straffälliges Verhalten zu unterlassen, überschätzt hat. Aufgrund der klaren Sachlage ist auch nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz die Legalprognose nicht durch ein Gutachten abklären liess. Mit der Vorinstanz ist von einer aktuellen, hinreichend schweren Gefährdung der öffentlichen Ordnung, Sicherheit und Gesundheit auszugehen. Art. 5 Abs. 1 Anhang I FZA steht folglich dem Widerruf der Niederlassungsbewilligung nicht entgegen.