Citation: C 198/01 06.02.2002 E. 3

3.- a) Mit Verwaltungsverfügung vom 6. April 2000 hatte die Kasse zur Begründung der Rückerstattungsforderung von Fr. 3162. 40 sinngemäss abschliessend angeführt, am 12. und 13. Dezember 1999 habe das seco bei ihr eine Revision durchgeführt, dabei auch das Dossier des Versicherten überprüft und festgestellt, "dass der versicherte Verdienst vom Versicherten zu hoch festgesetzt" worden sei und durch die entsprechende Korrektur eine Rückforderung von Fr. 3162. 40 an zu viel ausgerichteter Arbeitslosenentschädigung resultiere. Weder erfolgte ein ziffernmässiger Hinweis auf den angeblich zu hohen versicherten Verdienst noch wurde dargelegt, wie sich der korrigierte neue versicherte Verdienst berechne. Inwieweit die Kasse damit der Begründungspflicht (Bestandteil des verfassungsrechtlichen Gehörsanspruchs: Art. 29 Abs. 2 BV bzw. Art. 4 Abs. 1 aBV [vgl. BGE 126 V 130 Erw. 2a]) genügt hat, kann hier offen bleiben. Daraufhin rügte R.________ beschwerdeweise, der versicherte Verdienst sei ursprünglich von den zuständigen Behörden von Fr. 3320.- auf Fr. 3900.- erhöht worden (Verfügung des Amtes für den Arbeitsmarkt des Kantons Freiburg vom 20. September 1999), weil er infolge von Unterhaltszahlungen an seinen Sohn seine Erwerbstätigkeit im Sinne von Art. 14 Abs. 2 AVIG habe ausweiten müssen. Sinngemäss machte der Beschwerdeführer weiter geltend, es sei für ihn nicht nachvollziehbar, weshalb nun sein versicherter Verdienst wieder gekürzt werde. Er beantrage, die unrechtmässige Reduktion seines versicherte Verdienstes sei aufzuheben. Streitig war somit schon im vorinstanzlichen Verfahren die Frage, wie der versicherte Verdienst von Rechts wegen korrekt zu berechnen ist. b) Das kantonale Gericht begründete die Gegenstandsloserklärung des Verfahrens gemäss angefochtenem Abschreibungsbeschluss damit, das Amt für den Arbeitsmarkt des Kantons Freiburg habe durch Gutheissung des Erlassgesuchs mit Verfügung vom 19. April 2001 auf die geforderte Rückerstattung des Betrages von Fr. 3162. 40 gegenüber dem Beschwerdeführer verzichtet und dadurch dem vorinstanzlichen Beschwerdeverfahren die Grundlage entzogen. Dies trifft indes nicht zu. Die Vorinstanz verkannte, dass es sich beim Erlass einer Rückerstattungsforderung im Sinne von Art. 95 Abs. 2 AVIG einerseits und bei der Ermittlung des versicherten Verdienstes (Art. 23 AVIG) unter Berücksichtigung einer allfälligen Befreiung von der Erfüllung der Beitragszeit (Art. 23 Abs. 2 AVIG in Verbindung mit Art. 14 Abs. 2 AVIG) anderseits um zwei klar von einander zu unterscheidende und separat zu beantwortende Fragen handelt. Im vorinstanzlichen Verfahren war nicht die Frage der Gutheissung oder Abweisung eines Erlassgesuches im Sinne von Art. 95 Abs. 2 AVIG rechtshängig (vgl. zur Gegenstandslosigkeit des Verfahrens infolge lite pendente erlassener Verfügung BGE 113 V 237, 107 V 250), sondern die als Voraussetzung für die Begründung der Rückerstattungsforderung grundlegende Frage nach der richtigen Festsetzung des versicherten Verdienstes. Durch die Gutheissung des Erlassgesuchs (Verfügung vom 19. April 2001) wurde somit das nach wie vor offene, vorinstanzlich gestellte Rechtsbegehren nach einer Aufhebung der Reduktion des versicherten Verdienstes (Verwaltungsverfügung vom 6. April 2000) in keiner Weise tangiert. Demnach ist der Entscheid des kantonalen Gerichts aufzuheben und die Sache zur materiellen Beurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen.