Citation: 1C_170/2023 E. 6.1.1

6.1.1. Nach der früheren bundesgerichtlichen Rechtsprechung war bei vorsätzlichem und grobfahrlässigem Führen eines Motorfahrzeugs trotz Führerausweisentzugs die Mindestentzugsdauer von sechs Monaten anwendbar und bei bloss einfacher Fahrlässigkeit von einem Monat auszugehen (BGE 124 II 103 E. 2a; 123 II 225 E. 2b/bb; 117 IV 302 E. 3b/dd; je mit Hinweisen). Zudem konnte die Entzugsbehörde die obligatorische Mindestentzugsdauer unterschreiten und allenfalls von der Anordnung einer Massnahme absehen, wenn seit dem massnahmenauslösenden Ereignis verhältnismässig lange Zeit verstrichen war, sich die betroffene Person während dieser Zeit wohl verhalten hatte und sie an der langen Verfahrensdauer keine Schuld traf (BGE 127 II 297 E. 3d; 122 II 180 E. 5a; 120 Ib 504 E. 4e; zum Ganzen: Urteil 1C_102/2016 vom 20. Dezember 2016 E. 2.5).