Citation: I 385/06 26.09.2006 E. 6.2

6.2.1 Daraus erhellt, dass die Versicherte bis zu ihrem Unfall im Oktober 1994 trotz ihrer zwei kleinen Kinder stets im Umfang von - bezogen auf ein wöchentliches Arbeitspensum von 42 Stunden - knapp 58 % erwerbstätig war. Im Rahmen der Abklärung vor Ort im Mai 1999 gab sie an, dass sie ohne Unfall bei Schuleintritt ihres jüngsten Sohnes, d.h. ab August 1995, wieder eine 50 %-Bürotätigkeit habe aufnehmen und daneben weiterhin bei der Firma O.________ habe unterrichten wollen (Bericht vom 28. Mai 1999). Diese Angaben bestätigte sie sowohl anlässlich der Mitte November 1999 wie auch der im Oktober 2004 durchgeführten Haushaltsabklärungen (Berichte vom 16. November 1999 und 28. Oktober 2004). Gemäss letzterem Bericht hätte sie, obwohl ihre Söhne inzwischen 15- und 17-jährig waren, auch ohne gesundheitliche Beeinträchtigungen kein grösseres Arbeitspensum übernommen, da sie die familiären Verpflichtungen rund einen knappen halben Tag beanspruchten. Im auf die rentenaufhebende Verfügung vom 6. Dezember 2004 folgenden Verfahren machte die Beschwerdeführerin 1 demgegenüber geltend, als Valide spätestens ab Juli 2001 zu 65 bis 70 % und ab Frühjahr 2003 zu mindestens 75 % (ergänzende Einsprache vom 3. Januar 2005, S. 2) bzw. ab Mai 2002 zu 100 % (ergänzende Beschwerde vom 27. September 2005, S. 6) ausserhäuslich gearbeitet zu haben. 6.2.2 Die dargelegte Sachlage verdeutlicht, dass die Beschwerdeführerin 1 sich sowohl anlässlich der durch die IV-Stelle im Jahre 1999 durchgeführten Erhebungen im Haushalt wie auch im Oktober 2004 klar für eine im Gesundheitsfall zu 58 % ausgeübte Teilerwerbstätigkeit ausgesprochen hat. Dies geschah bereits vor dem Hintergrund des auf Ende April 1999 erfolgten Auszugs des Ehemannes aus der gemeinsamen Familienwohnung und - wie sich aus dem Bericht vom 28. Oktober 2004 explizit ergibt - im Bewusstsein darum, dass die beiden im damaligen Zeitpunkt 15- und 17-jährigen Söhne der intensivsten Betreuungsphase entwachsen und, obwohl noch zu Hause lebend, weitgehend selbstständig waren. Hinweise dafür, dass die Versicherte die diesbezügliche Fragestellung ("Würde heute ohne Behinderung eine Erwerbstätigkeit ausgeübt?") bzw. deren Bedeutungsgehalt nicht verstanden hatte, sind nicht erkennbar. Namentlich war die Beschwerdeführerin 1 - anders als die versicherte Person in dem von ihr erwähnten Urteil S. vom 7. Juni 2005, I 108/05 - bis zum Unfall vom 19. Oktober 1994 vollkommen gesund gewesen und daher durchaus in der Lage, sich ein Leben ohne Behinderung vorzustellen. Ferner bestehen - die Versicherte war über Jahre als Sprachlehrerin und Übersetzerin am Gericht tätig - auch keine Anhaltspunkte, dass Verständigungsschwierigkeiten sprachlicher oder sonstiger Art vorgelegen hätten, zumal es sich bei der im Oktober 2004 vorgenommenen Haushaltsabklärung bereits um die dritte Erhebung vor Ort handelte und der Beschwerdeführerin 1 das damit verbundene Prozedere samt den dazugehörigen Fragen und Beurteilungen deshalb bestens bekannt waren. Praxisgemäss sind im Verlauf des Abklärungsverfahrens gemachte Aussagen schliesslich ohnehin stärker zu gewichten als spätere, anders lautende Erklärungen, welche von Überlegungen sozialversicherungsrechtlicher Natur beeinflusst sein können (AHI 2000 S. 197 Erw. 2d; Erw. 3 des in RKUV 2001 Nr. U 437 S. 342 ff. auszugsweise publizierten Urteils C. vom 18. Juli 2001, U 430/00; vgl. auch BGE 121 V 47 Erw. 2a mit Hinweisen; Urteile R. vom 24. Juli 2006, I 116/06, Erw. 5.2.2, und P. vom 16. März 2006, I 629/05, Erw. 4.3). An diesem Ergebnis ändert im Übrigen der Umstand, dass die Versicherte den besagten Abklärungsbericht vom 28. Oktober 2004 weder unterschriftlich bestätigt noch diesen vor Erlass der Verfügung vom 6. Dezember 2004 zur Kenntnisnahme erhalten hat, nichts, hatte sie doch Gelegenheit, von welcher sie denn auch Gebrauch machte, sich im Rahmen des Einspracheverfahrens dazu zu äussern. Mit dem kantonalen Gericht und der IV-Stelle ist demnach davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin 1 ohne gesundheitliche Beeinträchtigungen auch nach Mai 2002 weiterhin nur im Umfang von 58 % erwerbstätig gewesen wäre. Entgegen den Erwägungen im vorinstanzlichen Entscheid kann jedoch auch für die Zeit ab März 2005 (Erreichen des 16. Altersjahres des jüngeren Sohnes) keine Ausdehnung des bisherigen Pensums angenommen werden. Wenn auch, wie das Sozialversicherungsgericht zutreffend erkannt hat, die konkreten Lebensumstände (Ausbildung der Versicherten, bisherige berufliche Erfahrungen, Alter der Söhne, eher angespannte finanzielle Situation auf Grund des Getrenntlebens von ihrem Ehemann etc.) eine Erhöhung des Beschäftigungsgrades im Gesundheitsfall als naheliegend hätten erscheinen lassen, kann die Ende Oktober 2004 gegenüber der IV-Abklärungsperson klar auch für die nähere Zukunft geäusserte Bestätigung des - als Gesunde - bis anhin geleisteten Pensums nicht ohne weiteres ausser Acht gelassen werden. Zu keinem anderen Resultat vermag überdies die von der Vorinstanz in entscheidwesentlichem Sinne beigezogene scheidungsrechtliche Rechtsprechung zum nachehelichen Unterhalt (Art. 125 Abs. 2 ZGB) zu führen, wonach es für (gesunde) geschiedene Frauen bis zum 45. Altersjahr zumutbar ist, sich wieder vollzeitlich ins Erwerbsleben einzugliedern, wenn das jüngste Kind das 16. Altersjahr zurückgelegt hat (BGE 127 III 137 ff. Erw. 2, 115 II 10 Erw. 3c mit Hinweis; Gloor/Spycher, Kommentar zum Schweizerischen Privatrecht [Basler Kommentar], Zivilgesetzbuch I, 2. Aufl., Basel 2002, N 10 zu Art. 125 ZGB; vgl. auch Urteil P. vom 16. März 2006, I 629/05, Erw. 3.2.2). Zum einen war die Beschwerdeführerin 1 im vom kantonalen Gericht für die hypothetische Erweiterung des Arbeitspensums als massgeblich erachteten Zeitpunkt (März 2005) beinahe 51 Jahre alt und hatte damit bereits die gemäss zitierter Praxis für die Zumutbarkeit der Aufnahme einer Vollzeiterwerbstätigkeit wesentliche Altersgrenze überschritten. Zum anderen handelt es sich dabei nicht um eine starre, in jedem Fall unbesehen der Einzelfallproblematik strikte anzuwendende Regel (nicht veröffentlichtes bundesgerichtliches Urteil S. vom 7. März 1991, 5C.218/1988, Erw. 1c/cc). Des Weitern führt die Beschwerdeführerin 2 letztinstanzlich zu Recht an, dass es in der vorliegend zu beurteilenden Konstellation nicht um die Frage geht, wie viel die Versicherte unter scheidungsrechtlichen Aspekten arbeiten sollte, sondern in welchem Umfang sie unter den gegebenen Umständen hypothetisch arbeiten würde. Dass die Beschwerdeführerin 1 ihr 58 %-Pensum ab März 2005 auf 80 % erhöht hätte, erscheint in Anbetracht der Verhältnisse - jedenfalls bis zum hier bezüglich der zeitlichen Überprüfungsbefugnis relevanten Erlass des Einspracheentscheides vom 8. Juli 2005 (vgl. Erw. 3 hievor; BGE 130 V 446 Erw. 1.2 mit Hinweisen) - nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ausgewiesen.