Citation: 1C_609/2019 E. 3.2

3.2. Daran ändert auch der Einwand der Beschwerdeführerinnen nichts, wonach die Baumeisterarbeiten noch nicht ausgeschrieben worden seien und der vorzeitige Abbruch der Kies- und Betonwerkanlagen mithin keinen Zeitgewinn brächte. Das Kantonsgericht verwies im angefochtenen Entscheid auf das Terminprogramm für die Umsetzung der 2. Etappe des Hochwasserschutzprojekts, wonach Anfang Dezember mit dem Rückbau des Kieswerks und der Betonzentrale begonnen werden solle, damit ab August 2020 die Geschiebesperre und das Rückhaltebecken erstellt werden könnten. Die Beschwerdeführerinnen räumen ein, dass die Abbrucharbeiten bereits (im Einladungsverfahren) ausgeschrieben worden sind. Insofern ermöglicht es die vorzeitige Besitznahme, zumindest mit den - unstreitig notwendigen - Abbrucharbeiten zu beginnen. Die Dauer der Abbrucharbeiten wie auch der verschiedenen Verfahren (Schätzungsverfahren, allfällige Submissionsverfahren) lässt sich im Voraus nur schwer abschätzen. Dies gilt auch für die Anordnung der vorzeitigen Besitznahme, die durch Ausschöpfung aller Verfahrens- und Rechtsmittelmöglichkeiten verzögert werden kann. Insofern muss es zulässig sein, die vorzeitige Besitznahme bei dringlichen Werken frühzeitig anzuordnen, um termingerecht mit der ersten Bauphase (hier: Rückbau des Kies- und Betonwerks) beginnen zu können, auch wenn noch nicht mit Sicherheit feststeht, ob auch alle nachfolgenden Bauphasen den Terminplan einhalten können.