Citation: 5A_273/2024 E. 5.2.2

5.2.2. Der Entscheid über die Einholung eines Gutachtens liegt im pflichtgemässen Ermessen der Kindesschutzbehörde (Urteile 5A_470/2016 vom 13. Dezember 2016 E. 4.1.2; 5A_280/2016 vom 18. November 2016 E. 3.3.2; 5A_160/2009 vom 13. Mai 2009 E. 3.2, in: FamPra.ch 2009 S. 731 [alle zum Eheschutzverfahren]; Affolter-Fringeli/Vogel, a.a.O., N. 111 zu Art. 314 ZGB). Die Begutachtung kommt umso eher in Betracht, je komplexer und schwieriger sich die familiäre Situation aus medizinischen, psychologischen oder psychiatrischen Gesichtspunkten darstellt (MICHEL/GAREUS, Das Gutachten im Verfahren vor der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde, in: FamPra.ch 2016 S. 874 ff., 888). Auf ein Gutachten kann dagegen verzichtet werden, wenn die Behörde sich anhand von Befragungen und anderen Sachverhaltsabklärungen ein hinreichendes Bild von der Sachlage zu machen vermag (Urteil 5A_265/2015 vom 22. September 2015 E. 2.2.2 [zum Eheschutzverfahren]). Bei der Überprüfung solcher Ermessensentscheide auferlegt sich das Bundesgericht Zurückhaltung. Es schreitet nur ein, wenn die kantonale Instanz von ihrem Ermessen offensichtlich falschen Gebrauch gemacht hat. Das ist insbesondere dann der Fall, wenn sie Gesichtspunkte berücksichtigt hat, die keine Rolle hätten spielen dürfen, wenn sie umgekehrt rechtserhebliche Umstände ausser Acht gelassen hat oder wenn sich der Ermessensentscheid im Ergebnis als offensichtlich unbillig oder ungerecht erweist (BGE 142 III 612 E. 4.5; 141 III 97 E. 11.2).