Citation: U 236/04 10.01.2005 E. 3

3.1 Die Vorinstanz hat des Weiteren mit zutreffender Begründung, auf welche verwiesen wird, dargelegt, dass auch keine unfallähnliche Körperschädigung im Sinne von Art. 9 Abs. 2 UVV vorliegt. Eine Verrenkung des Handgelenks, die als unfallähnliche Körperschädigung gemäss Art. 9 Abs. 2 lit. b UVV zu gelten hätte, wurde von den beteiligten Ärzten nicht diagnostiziert. Vielmehr gingen die Spezialärzte des Spitals Y.________ von einer Distorsion aus, was einer Verstauchung des Handgelenks entspricht. Art. 9 Abs. 2 lit. b UVV erfasst nur eigentliche Gelenksverrenkungen (Luxationen), nicht aber unvollständige Verrenkungen (Subluxationen) oder Distorsionen, welche durch gewaltsame übermässige Bewegungen zu einer Zerrung der Gelenkskapselbänder führen (Urteil N. vom 12. April 2000, U 110/99). Ferner wurde im Bericht der Abteilung für Hand- und Plastische Chirurgie des Spitals Y.________ vom 17. Dezember 2001 die Verdachtsdiagnose «Teilruptur der Extensor pollicis longus-Sehne» gestellt; bei der MRI-Untersuchung vom 8. Januar 2002 fanden sich indessen keine Hinweise auf eine Sehnenläsion (Bericht des Spitals Y.________ vom 11. Januar 2002), weshalb eine unfallähnliche Körperschädigung im Sinn von Art. 9 Abs. 2 lit. f UVV (Sehnenrisse) ebenfalls ausser Betracht fällt. 3.2 Zu prüfen bleibt die Leistungspflicht der Concordia unter dem Titel Berufskrankheiten gemäss Art. 9 UVG. Da der im Anschluss an die Handgelenksdistorsion aufgetretene Morbus Sudeck nicht in der im Anhang 1 zur UVV enthaltenen, vom Bundesrat gestützt auf Art. 9 Abs. 1 Satz 2 UVG erlassenen Liste der arbeitsbedingten Erkrankungen im Sinne von Art. 9 Abs. 1 Satz 1 UVG aufgeführt ist, kommt als Grundlage für die Haftung der Unfallversicherung lediglich Art. 9 Abs. 2 UVG in Frage. Nach dieser Bestimmung gelten als Berufskrankheiten auch andere Krankheiten, von denen nachgewiesen wird, dass sie ausschliesslich oder stark überwiegend durch berufliche Tätigkeit verursacht worden sind. Die Voraussetzung des ausschliesslichen oder stark überwiegenden Zusammenhanges ist erfüllt, wenn die Berufskrankheit mindestens zu 75 % durch die berufliche Tätigkeit verursacht worden ist (BGE 126 V 186 Erw. 2b, 114 V 109). Sofern der Nachweis eines qualifizierten (zumindest stark überwiegenden [Anteil von mindestens 75 % ]) Kausalzusammenhangs nach der medizinischen Empirie allgemein nicht geleistet werden kann, scheidet die Anerkennung als Berufskrankheit im Einzelfall aus (BGE 126 V 190 Erw. 4b mit Hinweisen). Wie die Vorinstanz unter Hinweis auf Debrunner, Orthopädie, orthopädische Chirurgie: Patientenorientierte Diagnostik und Therapie des Bewegungsapparates, 4. Auflage, Bern 2002, S. 695, festgehalten hat, wird das Sudecksyndrom in der Regel durch eine mehr oder weniger schwere Verletzung, meist durch eine Fraktur, eine Weichteilverletzung, eine Operation, eine periphere Nervenläsion, gelegentlich auch durch ein geringfügiges Trauma, selten durch eine Krankheit, ausgelöst (vergleiche auch Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, 260. Auflage, Berlin, New York 2004, S. 1549). Auf Grund dieser Erkenntnisse der medizinischen Wissenschaft ist ein stark überwiegender Zusammenhang zwischen einer beruflichen Tätigkeit und dem Sudecksyndrom nicht nachgewiesen. Auf nähere Abklärungen im vorliegenden Fall ist damit zu verzichten, da eine Anerkennung des Leidens der Beschwerdeführerin als Berufskrankheit nicht in Betracht fällt.