Citation: 5A_892/2023 E. 3.3

3.3. Die Vorinstanz erwog zusammengefasst, die erstinstanzliche Erwägung, der Beschwerdegegner habe ein unklares Testament unerlaubt zu seinen Gunsten ausgelegt, offenbare Auslegungsfragen, deren Beantwortung dem ordentlichen Zivilgericht zu überlassen seien. Lasse das Testament die Art und Weise - also die Form - der Aktienübernahme durch den Willensvollstrecker offen, fehle es an der hinreichenden Bestimmung einer formellen Vorgehensweise, in Bezug auf welche die Aufsichtsbehörde die Handlungen des Willensvollstreckers zur Aktienübernahme überprüfen könne. Im Rahmen der beschränkten aufsichtsrechtlichen Kognition könne dem Willensvollstrecker keine fehlende persönliche Eignung für das Amt oder eine Pflichtverletzung vorgeworfen werden, namentlich nicht, mit dem Verkauf der Aktien aus dem Nachlass an sich selbst Kompetenzen überschritten zu haben. Ob der Beschwerdegegner die ihm letztwillig verschaffte Eigenmacht unter Umgehung der Anhörungsrechte der Beschwerdeführer missbraucht habe, hänge ebenfalls von einer der Aufsichtsbehörde nicht zustehenden Auslegung des Testaments ab. Die Richtigkeit der entsprechenden "konkreten Handlungen" des Willensvollstreckers bestimme sich nach der Gültigkeit bzw. Interpretation der letztwilligen Anordnungen des Erblassers. Unter diesen Umständen wegen Auslegungsstreitigkeiten eine erhebliche Zerrüttung des Vertrauens zwischen den Parteien festzustellen, um das mutmassliche Interesse des Erblassers an der Absetzung des Willensvollstreckers zu eruieren, falle nicht in die sachliche Zuständigkeit der Aufsichtsbehörde.