Citation: 4C.386/1999 05.12.2000 E. 3

3.- Der Kläger macht zudem geltend, er habe entgegen den Feststellungen des Obergerichts sowohl erst- wie zweitinstanzlich bestritten, dass F.________ als Ersatzmieter vorgeschlagen worden sei. Aus den von ihm angegebenen Aktenstellen ergibt sich in der Tat, dass er erstinstanzlich behauptet hatte, es hätte ausser D.________ und E.________ keine weiteren Interessenten gegeben (Klagebegründung [act. 7] S. 3 und 5). Im obergerichtlichen Verfahren hat er sodann in der Berufungsantwortschrift vom 21. Juni 1999 (act. 33 S. 7 und 8 Ziffer 9) zu den Anmeldeformularen G.________ und F.________ (act. 10/4 und 5) wie folgt Stellung genommen: "Es fällt auf, dass die entsprechenden Anmeldeformulare erst im Rahmen des Verfahrens vor der Vorinstanz erwähnt und zu den Akten gereicht worden sind. Diese Formulare waren dem Beklagten [recte Kläger] bis anhin auch unbe- kannt. Es muss daher erneut bestritten werden, dass die Beklagten weitere Nachmieter i.S.v. OR Art. 264 vorge- schlagen haben." Mit der Berufung kann geltend gemacht werden, dass die Feststellung einer nach dem Bundesrecht zu beurteilenden Tatsache durch die Vorinstanz auf einem offensichtlichen Versehen beruhe, wobei die Feststellung und die dazu im Widerspruch stehende Aktenstelle genau angegeben werden müssen (Art. 55 Abs. 1 lit. d OG). Nach der Praxis des Bundesgerichts kann sich ein solches Versehen auch auf Prozesserklärungen der Parteien beziehen, falls die unrichtige Anwendung des kantonalen Prozessrechts unmittelbar eine Verletzung von Bundesrecht zur Folge hat (BGE 96 I 193 E. 3 S. 197 f.; 99 II 324 E. 2a S. 329; 108 II 314 E. 4 S. 317 f.). Diese letzte Voraussetzung ist hier offensichtlich gegeben. Dazu kommt, dass die zitierten Äusserungen des Klägers in der Berufungsantwortschrift in offensichtlichem Widerspruch stehen zur Feststellung der Vorinstanz, dieser habe sich im obergerichtlichen Verfahren nicht zur Behauptung der Beklagten geäussert, wonach es neben D.________ und E.________ noch weitere Interessenten gegeben habe. Der Kläger hat vielmehr ausgeführt, die Anmeldeformulare G.________ und F.________ seien ihm "bis anhin" unbekannt gewesen und er bestreite, dass die Beklagten - neben D.________ und E.________ - weitere Nachmieter vorgeschlagen hätten. Das Versehen hat dazu geführt, dass der Sachverhalt in Bezug auf die entscheiderhebliche Frage nicht abgeklärt wurde, ob dem Kläger bzw. seiner Vertreterin die Interessenten G.________ und F.________ unterbreitet worden sind. Es liegt damit eine unvollständige Feststellung des Sachverhalts durch das Obergericht vor, was gemäss Art. 64 Abs. 1 OG zur Aufhebung des angefochtenen Urteils und zur Rückweisung der Streitsache an das Obergericht führen muss. Zu den übrigen mit der Berufung aufgeworfenen Fragen braucht damit nicht Stellung genommen zu werden.