Citation: 6B_718/2016 E. 2.3

2.3. Gemäss Art. 125 Abs. 1 StGB wird auf Antrag mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft, wer fahrlässig einen Menschen am Körper oder an der Gesundheit schädigt. Ebenso wird nach Art. 229 StGB bestraft, wer bei der Leitung oder Ausführung eines Bauwerkes oder eines Abbruches die anerkannten Regeln der Baukunde fahrlässig ausser Acht lässt und dadurch Leib und Leben von Mitmenschen gefährdet. Fahrlässig begeht ein Verbrechen oder Vergehen, wer die Folge seines Verhaltens aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit nicht bedenkt oder darauf nicht Rücksicht nimmt. Pflichtwidrig ist die Unvorsichtigkeit, wenn der Täter die Vorsicht nicht beachtet, zu der er nach den Umständen und nach seinen persönlichen Verhältnissen verpflichtet ist (Art. 12 Abs. 3 StGB). Ein Schuldspruch wegen fahrlässiger Körperverletzung setzt somit voraus, dass der Täter den Erfolg durch Verletzung einer Sorgfaltspflicht verursacht hat. Dies ist der Fall, wenn der Täter im Zeitpunkt der Tat auf Grund der Umstände sowie seiner Kenntnisse und Fähigkeiten die Gefährdung der Rechtsgüter des Opfers hätte erkennen können und müssen, und wenn er zugleich die Grenzen des erlaubten Risikos überschritten hat. Wo besondere, der Unfallverhütung und der Sicherheit dienende Normen ein bestimmtes Verhalten gebieten, bestimmt sich das Mass der zu beachtenden Sorgfalt in erster Linie nach diesen Vorschriften (BGE 135 IV 56 E. 2.1 mit Hinweisen). Wie die Vorinstanz korrekt feststellt, handelt es sich in dem zu beurteilenden Fall nicht um einen Liftschacht. Folgerichtig gelangte sie daher zum Schluss, dass die Richtlinien der SUVA in Bezug auf Liftschachtgerüste nicht anwendbar sind. Dass es dennoch in technischer Hinsicht möglich gewesen sein soll, diese Richtlinien einzuhalten, ändert nichts an deren fehlenden Anwendbarkeit. Dass andere, der Unfallverhütung dienende Vorschriften missachtet worden seien, rügt der Beschwerdeführer nicht. Er stellt in diesem Sinne nicht in Abrede, dass das Gerüst als solches regelkonform erstellt worden sei. Die Rüge, der Beschwerdegegner 2 hätte wegen der Gefahr der Entfernung der Deckenspriessen ein anderes Gerüst auswählen müssen, ist unbegründet. Die Spriessen waren mittels Nägeln befestigt und konnten nicht versehentlich entfernt werden. Dass die Entfernung tragender Elemente eines Gerüstes dessen Stabilität beeinträchtigt, ist als bekannt zu qualifizieren. Wie die Vorinstanz zutreffend erwägt, musste der Beschwerdegegner 2 nicht mit einem derartigen Fehlverhalten rechnen, weshalb es vorliegend nicht von Bedeutung ist, ob er sämtliche auf dem Bau tätigen Personen instruierte oder beaufsichtigte. Der Freispruch verletzt kein Bundesrecht.