Citation: 5A_479/2022 E. 3.3.2

3.3.2. In der Sache will die Beschwerdeführerin nicht hinnehmen, dass die Vorinstanz ihr gar keine Ferien zugesteht und den Ferienanspruch des Beschwerdegegners erhöht. Dies gehe zu weit, nachdem sie akzeptiert habe, dass der Beschwerdegegner die Betreuung am Wochenende grösstenteils übernimmt, und bereit sei, ihre Arbeitstätigkeit wieder aufzunehmen. Die vorinstanzlichen Feststellungen, wonach sie vor erster Instanz mit der Erweiterung der Betreuungsanteile des Beschwerdegegners, einschliesslich derjenigen an den Wochenenden, einverstanden gewesen sei und im Berufungsverfahren für sich keine Ferienzeit verlangt habe, stellt sie freilich nicht in Abrede. Zur Begründung, weshalb die Berufungsinstanz trotzdem auch für sie eine (mehrwöchige) Ferienzeit hätte festsetzen müssen, verweist sie auf den Untersuchungsgrundsatz (Art. 296 Abs. 1 ZPO). Damit ist nichts gewonnen. Der Untersuchungsgrundsatz beschlägt die Erarbeitung der Tatsachen und die dazugehörigen Beweismittel. Er betrifft die Art der Sammlung des Prozessstoffes und steht dem Verhandlungsgrundsatz gegenüber, der besagt, dass die Parteien dem Gericht die Tatsachen und Beweismittel darbringen müssen (Art. 55 Abs. 1 ZPO; s. BGE 137 III 617 E. 5.2). Der Untersuchungsgrundsatz hat nichts mit der Frage zu tun, ob das Gericht an die Rechtsbegehren der Parteien gebunden ist (Dispositionsgrundsatz) oder unabhängig davon, also von Amtes wegen, entscheidet (Offizialgrundsatz; s. Art. 58 ZPO). Gewiss gilt nach Art. 296 Abs. 3 ZPO in Kinderbelangen (auch) der Offizialgrundsatz. Dass sich das Obergericht auch bei der Anwendung dieses Grundsatzes auf geradezu unhaltbare Weise vertan und verfassungsmässige Rechte verletzt hätte, behauptet die Beschwerdeführerin aber nicht, noch erhebt sie andere Verfassungsrügen zur Begründung, weshalb ihr das Obergericht losgelöst von einem entsprechenden Begehren Ferienzeit mit C.________ hätte zusprechen müssen.