Citation: 9C_305/2022 E. 3.2.2

3.2.2. Der Beschwerdeführer macht - entgegen dem angefochtenen Urteil - einen Abzug vom Tabellenlohn von 25 % geltend. 3.2.2.1. Soweit der Beschwerdeführer den Faktor Alter zu Unrecht für nicht berücksichtigt hält, ist ihm zu entgegnen, dass Anhaltspunkte dafür fehlen, dass er auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt wegen seines Alters mit einem geringeren Lohn rechnen müsste. In der Beschwerde findet sich denn auch lediglich eine entsprechende Behauptung. Aufgrund der verfügbaren statistischen Angaben (Tabelle TA9 der LSE 2016) lässt sich jedenfalls nicht feststellen, dass Arbeitnehmer in seiner Alterskategorie unter Berücksichtigung ihrer kurzen Aktivitätsdauer bis zur Pensionierung (bedeutsame) Lohneinbussen in Kauf zu nehmen hätten. Dem Umstand, dass die Stellensuche altersbedingt erschwert sein mag, wird zudem als invaliditätsfremder Faktor bezüglich des Abzugs regelmässig keine Bedeutung beigemessen (BGE 146 V 16 E. 7.2.1). 3.2.2.2. Darüber hinaus hält der Beschwerdeführer einen leidens- oder behinderungsbedingten Abzug für berechtigt. 3.2.2.2.1. Nach der Rechtsprechung ist zu beachten, dass das medizinische Anforderungs- und Belastungsprofil eine zum zeitlich zumutbaren Arbeitspensum hinzutretende qualitative oder quantitative Einschränkung der Arbeitsfähigkeit darstellt, wodurch in erster Linie das Spektrum der erwerblichen Tätigkeiten (weiter) eingegrenzt wird, welche unter Berücksichtigung der Fähigkeiten, Ausbildung und Berufserfahrung der versicherten Person realistischerweise noch in Frage kommen. Davon zu unterscheiden ist die Frage, ob mit Bezug auf eine konkret in Betracht fallende Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage verglichen mit einem gesunden Mitbewerber nur bei Inkaufnahme einer Lohneinbusse reale Chancen für eine Anstellung bestehen. Lediglich wenn - auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt - unter Berücksichtigung solcher Einschränkungen, die personen- oder arbeitsplatzbezogen sein können, kein genügend breites Spektrum an zumutbaren Verweisungstätigkeiten mehr besteht, rechtfertigt sich allenfalls ein (zusätzlicher) Abzug vom Tabellenlohn (Urteil 8C_48/2021 vom 20. Mai 2021 E. 4.3.3 mit Hinweis). 3.2.2.2.2. Im SMAB-Gutachten vom 22. März 2018 wurde dem Beschwerdeführer, auch wenn er schmerzbedingt alle 50 bis 60 Minuten eine Pause einlegen muss und seine Leistungsfähigkeit am Vormittag aufgrund von Schmerzen eingeschränkt ist, in einer leidensangepassten Tätigkeit eine volle Arbeitsfähigkeit attestiert. Mit anderen Worten berücksichtigten die Gutachter im Rahmen der Festsetzung des Arbeitsfähigkeitsgrades nicht, dass der Beschwerdeführer verglichen mit einem gesundheitlich nicht beeinträchtigten Arbeitnehmer in derselben Zeitspanne eine geringere Leistung erbringt bzw. seine Arbeitszeit entsprechend seiner schmerzbedingt schwankenden Leistungsfähigkeit einteilen muss. In diesem Sinne bestehen im Rahmen des für zumutbar gehaltenen vollen Arbeitspensums zusätzliche Einschränkungen, welche einen Abzug vom Tabellenlohn rechtfertigen (vgl. dazu Urteil 8C_163/2015 vom 16. Juni 2016 E. 3.2.2), denn dem aufgrund des Schmerzsyndroms erhöhten Pausenbedarf und der aus demselben Grund eingeschränkten Leistungsfähigkeit am Vormittag wurde auf dieser Stufe noch nicht Rechnung getragen (anders als beispielsweise in den Urteilen 8C_799/2018 vom 30. April 2019 E. 4.4 und 9C_584/2015 vom 15. April 2016 E. 6.2). Die entsprechenden Limitierungen schränken das Spektrum der erwerblichen Tätigkeiten, welche realistischerweise noch in Frage kommen, erheblich ein, indem sie von einem möglichen Arbeitgeber höhere Flexibilität verlangen, und führen letztlich dazu, dass der Beschwerdeführer verglichen mit einem gesunden Mitbewerber nur bei Inkaufnahme einer Lohneinbusse reale Chancen auf eine Anstellung hätte. Die fehlende Gewährung eines Abzuges erweist sich unter diesen Umständen als bundesrechtswidrig. In der hier vorliegenden Konstellation rechtfertigt sich eine Reduktion um 10 %.