Citation: 4A_210/2020 E. 7.2.1

7.2.1. Die Vorinstanz erwog, zutreffend sei, dass die generelle Zulässigkeit von Optionsgeschäften noch nichts darüber aussage, ob ein solches Geschäft im Einzelfall auch tatsächlich angebracht sei. Massgebend seien dabei die Umstände beim bzw. vor dem Abschluss eines solchen Geschäftes und nicht solche, die sich erst im Nachhinein ergeben würden. In Betracht falle vorab der Umstand, dass die Beschwerdeführer bereits im Juni 2014 für die Dauer eines halben Jahres eine Short Put-Option geschrieben haben, die offenbar zu ihrer Zufriedenheit verlaufen sei. Die strittige Option sei nach Auslaufen der ersten Option im Dezember 2014 für eine weitere Laufzeit von sechs Monaten geschrieben worden; die Beschwerdeführer seien zu diesem Zeitpunkt ein halbes Jahr älter gewesen, ihr Alter habe somit - entgegen der Erstinstanz - kein massgebliches Kriterium sein können, ansonsten auch bereits die erste Short Put-Option nicht hätte geschrieben werden dürfen. Die Beschwerdeführer seien gewillt gewesen, bei der Anlage ihres Vermögens Risiken einzugehen, wie die vereinbarte Anlagestrategie zeige. Sie hätten eine dynamische Anlagestrategie vereinbart, welche u.a. Anlagen in Wertpapiere umfasst habe. Auch wenn der Depotvorschlag nur als Beispiel gedient und nicht Vertragsbestandteil gebildet habe, habe dieser eine erwartete langfristige Rendite von 6 % und einen maximalen Verlust von 30 % prognostiziert. Es sei notorisch, dass an Börsen gehandelte Wertpapiere, namentlich Aktien, ständigen, teilweise erheblichen Schwankungen unterlägen und keinen Kapitalgewinn garantieren würden. Zu berücksichtigen sei ferner, dass die Beschwerdeführer der strittigen Option zugestimmt hätten. Bei einem eigenmächtigen Vorgehen der Beschwerdegegnerin wäre eine gutachterliche Einschätzung zur Frage, ob diese Anlage dem Portfolio der Beschwerdeführer und der vereinbarten Anlagestrategie angemessen gewesen sei, allenfalls angebracht gewesen. Da die einzelnen Anlagen von den Beschwerdeführern hätten genehmigt werden müssen, rücke die generelle Anlagestrategie in den Hintergrund. Bei dieser Ausgangslage bzw. in diesem Zusammenhang sei der Sinn resp. Zweck des von der Erstinstanz dazu durchgeführten Beweisverfahrens und der Einholung eines Gutachtens nicht restlos klar. Die Frage, ob die strittige Short Put-Option durch den Vertrag gedeckt gewesen sei, gelte es anhand der vertraglichen Dokumente und den von den Parteien im Vorfeld der abgeschlossenen Option geführten Gespräche zu klären bzw. zu beurteilen. Hierzu falle in Betracht, dass Optionen als Anlageinstrument vom Vertrag gedeckt seien und die Beschwerdeführer vor der hier strittigen Short Put-Option eine gleichartige Anlage getätigt und dem umstrittenen Geschäft vorgängig zugestimmt hätten. Die Beschwerdeführer würden ihren Vorwurf, die Beschwerdegegnerin sei mit der strittigen Anlage ein unverhältnismässiges Risiko eingegangen, nicht näher begründen, sodass darauf nicht eingegangen werden müsse.