Citation: 7B_1139/2024 E. 4.5.2

4.5.2. Die Vorinstanz hält weiter fest, auch das Parteigutachten von Prof. Dr. F.________ [vom 18. Juni 2024] komme zum Schluss, dass "nicht sicher" gesagt werden könne, ob der Verlauf tatsächlich anders gewesen wäre, wenn die Chemotherapie gestoppt worden wäre. Es sei gemäss dem Parteigutachter gut möglich, dass es auch ohne die Verabreichung der Medikamente zu einem derart schweren Verlauf gekommen wäre (act. 8/S/14.2, S. 2, S. 6-8). Damit kann gemäss der Vorinstanz auch aus dem Parteigutachten nicht abgeleitet werden, dass allfällige Sorgfaltspflichtverletzungen kausal für den Tod der Patientin gewesen seien. Mangels Obduktion könnten auch andere mögliche Todesursachen wie beispielsweise Vorerkrankungen nicht ausgeschlossen werden. Der Parteigutachter habe im Übrigen darauf hingewiesen, dass so schwere Komplikationen selten seien und eine Fortsetzung der Therapie in einer Situation wie derjenigen der Verstorbenen in den allermeisten Fällen schadlos bleiben würde (act. 8/S/14.2, S. 9). Laut der Vorinstanz würde es somit (auch) an der Voraussehbarkeit der zum Todeseintritt führenden Geschehensabläufe mangeln, selbst wenn in der Weiterführung der Chemotherapie - entgegen der Ansicht der amtlichen Gutachterin - eine kausale Sorgfaltspflichtverletzung erblickt werden müsste, wofür jedoch keine Anhaltspunkte vorlägen.