Citation: 1P.69/2007 12.04.2007 E. B

Der amtlich verteidigte Angeklagte meldete am 18. April 2006 rechtzeitig die Berufung an. Mit Eingabe vom 8. September 2006 liess er die Berufungsanträge stellen und die Beanstandungen benennen. Die Anträge lauteten sinngemäss wie folgt: Die Schuldsprüche und der Entscheid über die Zivilforderungen gemäss dem erstinstanzlichen Urteil seien zu bestätigen. Die Strafe sei hingegen auf 2 1/2 Jahre Gefängnis herabzusetzen. Mit der Auferlegung der Verfahrens- und Verteidigungskosten erklärte sich der Berufungskläger einverstanden, verlangte jedoch die sofortige und definitive Abschreibung. Als Beanstandung wurde ausgeführt, die Berufung richte sich hauptsächlich gegen die Strafzumessung; die Strafe sei zu hoch ausgefallen. Das Obergericht des Kantons Zürich, II. Strafkammer, setzte dem Angeklagten mit Präsidialverfügung vom 8. November 2006 Frist an, um seine Beanstandungen zu ergänzen. Es verband die Aufforderung mit der Androhung, dass bei Säumnis auf die Berufung nicht eingetreten würde. In der gleichen Verfügung setzte es auch eine parallele Frist für die Einreichung begründeter Beweisanträge fest. Daraufhin wiederholte der Verteidiger mit Eingabe vom 23. November 2006 die gestellten Berufungsanträge und äusserte als Beanstandung neu Folgendes: "Zur Begründung darf ich darauf hinweisen, dass nur die Strafzumessung beanstandet wird, und der Angeklagte der Auffassung ist, dass die Strafe zu hoch ist." Mit Beschluss vom 6. Dezember 2006 trat die II. Strafkammer des Obergerichts auf die Berufung des Angeklagten nicht ein.