Citation: 4A_471/2014 E. 5.2

5.2. Im angefochtenen Urteil wurde das Vorliegen einer "atypischen" Konstellation nach Massgabe des erwähnten Urteils 4A_280/2013 bejaht. Das kantonale Gericht hat ferner erwogen, gestützt auf die medizinische Aktenlage sei vor Frühjahr 2012 keine verlässliche retrospektive ärztliche Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdegegners ausgewiesen. Erst aus den Stellungnahmen der Dres. med. D.________, Kreisarzt der Militärversicherung, vom 30. März 2012 und E.________, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD) der Invalidenversicherung, vom 15. Juni 2012 hätten sich beweisrechtlich genügend gesicherte Rückschlüsse auf eine ab Januar 2011 erhebliche und dauerhafte Einschränkung der langjährig und konstant bestehenden Arbeitsfähigkeit von unter 50 % ergeben. Diese Einschätzungen stellten die erste geeignete Grundlage dar, die Arbeitsunfähigkeit als Leistungsvoraussetzung im Sinne von Ziff. B4.1 der Allgemeinen Versicherungsbedingungen der Beschwerdeführerin, Ausgabe 7/2006, (nachfolgend: AVB) zuverlässig ermitteln zu können. Vor März 2012 und einzig auf der Basis der - den eigenen echtzeitlichen medizinischen Unterlagen widersprechenden - rückschauenden Beurteilung des Dr. med. F.________, FMH Allgemeine Medizin, St. Gallen, vom 31. Mai bzw. 27. und 28. Juni 2011 wäre es dem Beschwerdegegner nicht möglich gewesen, gegenüber der Beschwerdeführerin das Tatbestandselement der rückwirkend bestehenden leistungsbegründenden Arbeitsunfähigkeit hinreichend zu belegen. Die Verjährungsfrist von zwei Jahren habe folglich frühestens Ende März 2012 zu laufen begonnen. Allfällige Ansprüche des Beschwerdegegners auf Leistungen der Beschwerdeführerin seien somit bei Einreichung der Klage am 26. Februar 2014 noch nicht verjährt gewesen.