Citation: 9C_855/2017 E. 3.2

3.2. Inwieweit diese Therapieformen im konkreten Fall geeignet gewesen sein sollen, den therapeutischen Erfolg in einfacher und zweckmässiger Weise sicherzustellen (vgl. Art. 2 Abs. 3 GgV), ist nicht ersichtlich. Vielmehr holten die Kinder- und Jugendpsychiater der Dienste B.________ bei der Maltherapeutin und der behandelnden Logopädin Angaben über den bisherigen Therapieverlauf ein. Mit Blick darauf hielten sie klar fest, trotz der Intelligenz des Versicherten und seines Eifers hätten sich dessen Defizite (bisher) nicht ausreichend kompensieren lassen. Daher werde eine Ergotherapie (ergotherapeutische Begleitung) empfohlen. Diese biete dem Beschwerdegegner die Möglichkeit, einen optimalen Umgang mit seinen Schwächen (Mühe bei der Aufmerksamkeit/Konzentration, der Selbst- und Fremdwahrnehmung sowie im Bereich der Feinmotorik) zu erlernen und eine Verbesserung seines Selbstwertgefühls zu erfahren (vgl. Bericht der Dienste B.________ vom 18. November 2013, S. 3; ebenso die Stellungnahmen vom 13. Mai 2014 und 9. März 2015). Hingegen geht aus den medizinischen Akten mit keinem Wort hervor, dass die Mal- und Gestaltungstherapie oder die Logopädie zur Behandlung der ADHS (weiterhin) erforderlich gewesen wäre. Die nicht ärztlichen Angaben der behandelnden Maltherapeutin, auf welche sich der Versicherte in seiner Vernehmlassung hauptsächlich beruft, helfen unter diesen Umständen nicht weiter. Entgegen der Ansicht des kantonalen Gerichts ergibt sich aus dem Urteil I 9/05 vom 16. Juni 2005 nichts anderes: Die dort verordnete Psychomotorik-Therapie war von der Invalidenversicherung zu übernehmen, weil sie - trotz erst nachträglicher Diagnosestellung - von Anfang an auch als notwendige Behandlung der ADHS zu werten war. Indessen waren im Gegensatz zur vorliegenden Aktenlage medizinische Unterlagen vorhanden, welche diesen Schluss zuliessen.