Citation: 6B_239/2022 E. 7.5.1

7.5.1. Abgesehen davon enthält der angefochtene Entscheid auch keine hinreichende Begründung, weshalb von einer Haftungsquote von 100 % auszugehen ist. Der Beschwerdegegner 2 machte gegenüber dem Beschwerdeführer im Strafverfahren (mangels anderweitiger Angaben) adhäsionsweise Schadenersatzansprüche aus unerlaubter Handlung gestützt auf Art. 41 Abs. 1 OR geltend, während er für seinen Schadenersatzanspruch gestützt auf die Motorfahrzeughalterhaftung (vgl. Art. 58 ff. SVG) offenbar direkt gegenüber der Motorhaftpflichtversicherung des Beschwerdeführers vorging (vgl. Art. 65 Abs. 1 SVG). Art. 44 Abs. 1 OR sieht u.a. vor, dass der Richter die Ersatzpflicht ermässigen kann, wenn Umstände, für die der Geschädigte einstehen muss, auf die Entstehung oder Verschlimmerung des Schadens eingewirkt oder die Stellung des Ersatzpflichtigen sonst erschwert haben. Einem allfälligen Mitverschulden des Beschwerdegegners 2 ist daher bei der Beurteilung der Höhe des Schadenersatzanspruchs Rechnung zu tragen (vgl. Art. 44 Abs. 1 OR; BGE 131 III 12 E. 8; 128 II 49 E. 4.2; Urteil 6B_54/2021 vom 26. September 2022 E. 3.1). Gleiches ergibt sich für die Halterhaftung nach Art. 58 ff. SVG aus Art. 59 Abs. 2 SVG. Die Haftungsquote kann bei einem Selbstverschulden des Geschädigten gestützt auf Art. 59 Abs. 2 SVG daher auch für die Motorfahrzeughalterhaftung herabgesetzt werden (vgl. BGE 137 IV 290 E. 3.5; 132 III 249 E. 3.1; 117 II 609 E. 5a; siehe auch Urteile 4A_74/2016 vom 9. September 2016 E. 4 f.; 4A_179/2016 vom 30. August 2016 E. 6, nicht publ. in: BGE 142 III 653). Soweit der Beschwerdegegner 2 in seiner Stellungnahme sinngemäss geltend macht, ein allfälliges Selbstverschulden seinerseits sei im Rahmen der Halterhaftung gemäss Art. 58 ff. SVG für die Berechnung des Schadenersatzanspruchs irrelevant, kann ihm daher nicht gefolgt werden.