Citation: 2C_408/2017 E. 4.4.2

4.4.2. Zu beachten ist ferner, dass sich die Schuldensituation des Beschwerdeführers seit der Verwarnung - welche auch aufgrund der Nichterfüllung finanzieller Verpflichtungen ausgesprochen worden war - nicht verbessert hat. Der Beschwerdeführer macht in diesem Zusammenhang geltend, die Höhe der Verlustscheine und betriebenen Forderungen sei offensichtlich falsch berechnet worden. Verlässliche Angaben über die Höhe der tatsächlich bestehenden Schulden würden fehlen. Die Vorinstanz wäre verpflichtet gewesen, die Höhe der effektiv bestehenden Schulden zu berechnen. Die Vorinstanz hält in sachverhaltlicher Hinsicht fest, der Beschwerdeführer sei beim Betreibungsamt U.________ per 20. April 2016 mit Betreibungen über Forderungen von insgesamt Fr. 628'058.35 und mit Verlustscheinen in Höhe von total Fr. 656'835.65 verzeichnet gewesen. Die Vorinstanz nimmt dabei Bezug auf das Dokument "Schuldner-Informationen" des Betreibungsamtes U.________ vom 20. April 2016. Dieses enthält eine Aufstellung über sämtliche zwischen dem 1. Januar 2011 und dem 20. April 2016 in Betreibung gesetzte Beträge, woraus sich ein Gesamtbetrag in Höhe von Fr. 628'058.35 ergibt. Diese Auflistung sämtlicher Betreibungshandlungen vermag keine präzisen Informationen über das effektive Ausmass der Schulden des Beschwerdeführers zu geben. Dasselbe gilt für das beigelegte Verlustschein-Journal, welches Operationen im Gesamtbetrag von Fr. 656'835.65 verzeichnet, worunter jedoch auch gelöschte Verlustscheine fallen. Mehr Aufschluss über die Schuldensituation des Beschwerdeführers liefern die in den Akten befindlichen Auszüge aus dem Betreibungsregister des Betreibungsamtes U.________ (Art. 105 Abs. 2 BGG). Gemäss Auszug vom 28. Januar 2016 waren zu diesem Zeitpunkt 420 betreibungsrechtliche Ereignisse in Höhe von über Fr. 200'000.-- und 35 offene Verlustscheine aus Pfändungen über einen Gesamtbetrag von ebenfalls rund Fr. 200'000 verzeichnet. Betreffend die Firma "C.________ GmbH", deren alleiniger Geschäftsführer der Beschwerdeführer ist, waren zum damaligen Zeitpunkt Betreibungen im Umfang von über Fr. 20'000.-- verzeichnet. In Bezug auf die inzwischen aufgelöste Firma des Beschwerdeführers "D.________ GmbH" waren gemäss Auszug vom 9. November 2015 Betreibungen in Höhe von rund Fr. 200'000.-- und 3 offene Verlustscheine aus Pfändungen im Gesamtbetrag von über Fr. 15'000.-- registriert. Dem Beschwerdeführer ist zwar darin zuzustimmen, dass die Betrachtung seiner Schuldensituation durch die Vorinstanz insgesamt zu kurz greift. Nichtsdestoweniger ergibt sich aus den Akten, dass er nach wie vor hoch verschuldet ist. Zudem handelt es sich dabei nicht nur um ältere Schulden, sondern auch um neu, d.h. nach der Verwarnung, entstandene Schulden. Der Beschwerdeführer behauptet zwar, grosse Bemühungen an den Tag zu legen, um aus der Schuldenspirale herauszukommen. Er zeigt aber nicht auf, welche konkreten Anstrengungen er diesbezüglich ergriffen haben will (z.B. Schuldenberatung, Abzahlungsvereinbarungen, etc.). Seine Vorbringen bleiben insgesamt vage und unsubstantiiert. Aus dem Umstand, dass das Migrationsamt den Widerruf erst zweieinhalb Jahre nach der strafrechtlichen Verurteilung verfügte, kann der Beschwerdeführer entgegen seiner Auffassung nichts zu seinen Gunsten ableiten, kann ihm doch für diesen Zeitraum kein Wohlverhalten bescheinigt werden: Zum einen ist gegen ihn ein weiterer Strafbefehl ergangen und zum andern hat er in dieser Zeit weitere Schulden angehäuft (vgl. Auszug aus dem Betreibungsregister vom 28. Januar 2016). Bei dieser Sachlage ist es deshalb im Ergebnis nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz nicht nur mit Blick auf die Delinquenz, sondern auch in Anbetracht der Schuldensituation des Beschwerdeführers von einem gewichtigen öffentlichen Interesse an der Aufenthaltsbeendigung ausgegangen ist.