Citation: 8C_658/2022 E. 5.2

5.2. Verwaltung und Vorinstanz stützten den Revisionsgrund auf den mit der Geburt der Tochter vom 11. April 2020 verbundenen Statuswechsel. Laut angefochtenem Urteil galt die Beschwerdeführerin im hypothetischen Gesundheitsfall bis zum 11. April 2020 als voll erwerbstätig. Ab dem Zeitpunkt der Geburt hätte sie hypothetisch ohne Gesundheitsschäden ihr Erwerbspensum auf 70% reduziert und wäre zu 30% im Haushalt tätig gewesen. Das Zumutbarkeitsprofil habe sich bei bundesrechtskonformer Würdigung der medizinischen Aktenlage seit Oktober 2014 nicht verändert. In einer leidensangepassten Tätigkeit sei die Beschwerdeführerin daher auch ab 11. April 2020 weiterhin zu 50% leistungsfähig geblieben. Im Aufgabenbereich Haushalt sei sie gemäss Abklärungsbericht vom 9. Dezember 2020 invaliditätsbedingt nur zu 15,7% eingeschränkt. Im Erwerbsbereich resultiere unter Berücksichtigung eines Tabellenlohnabzuges eine gesundheitsbedingte Einbusse der Leistungsfähigkeit von 71,65%. Nach der gemischten Methode der Invaliditätsbemessung führe dies zu einem Invaliditätsgrad von gerundet 55%. Mit Blick auf aArt. 28 Abs. 2 IVG sei demnach die gestützt auf den Revisionsgrund des familiär bedingten Statuswechsels per 11. April 2020 (vgl. BGE 147 V 124) in Anwendung von Art. 88bis Abs. 2 lit. a IVV mit Wirkung ab 1. Mai 2022 verfügte Herabsetzung der bisherigen Dreiviertelsrente auf eine halbe Invalidenrente nicht zu beanstanden.