Citation: 6B_196/2021 E. 5.2

5.2. Die Vorinstanz erwägt, das Gesetz sehe für die Tatbestände der versuchten eventualvorsätzlichen Tötung und die Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz (Verbrechen) nur Freiheitsstrafe als Sanktion vor. Indes seien auch für alle übrigen Tatbestände, welche alternativ Geld- oder Freiheitsstrafe vorsähen (Raufhandel, mehrfache Lebensgefährdung, einfache Körperverletzung, Nötigung, Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz (Vergehen), Widerhandlung gegen das Waffengesetz (Vergehen)), Freiheitsstrafen auszufällen, da bei einer isolierten Betrachtung das jeweilige objektive Tatverschulden als nicht mehr leicht einzustufen sei. Hinzu komme, dass die Straftaten in einem engen zeitlichen und sachlichen Zusammenhang mit der versuchten eventualvorsätzlichen Tötung stünden; die mehrfache Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz (Vergehen) weise einen Bezug mit den als Verbrechen qualifizierten Widerhandlungen auf. Damit scheine es gerechtfertigt, auch diese Straftaten mit einer Freiheitsstrafe zu ahnden bzw. erschienen der Unrechts- und Schuldgehalt der begangenen Straftaten und das Mass der Vorwerfbarkeit zu gross, als dass eine Geldstrafe ausgesprochen werden könnte. Gestützt auf Art. 49 Abs. 1 StGB lasse sich damit ohne weiteres eine Gesamtfreiheitsstrafe bilden (angefochtenes Urteil S. 157 bis 160; vgl. auch S. 169). Da die versuchte eventualvorsätzliche Tötung und die einfache Körperverletzung zum Nachteil des Beschwerdegegners 3, die mehrfache Gefährdung des Lebens zum Nachteil der Beschwerdegegner 2 und 3 sowie die Nötigung zum Nachteil von G.________ in Mittäterschaft begangen worden seien, das psychiatrische Gutachten dem Beschwerdeführer 1 in Bezug auf die Delikte nach der tätlichen Auseinandersetzung im Club eine verminderte Schuldfähigkeit attestiere und mit Blick auf den engen sachlichen Zusammenhang der genannten Delikte rechtfertige es sich, diese zusammen zu würdigen. Die mehrfachen Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz (Verbrechen; Vergehen), die Widerhandlungen gegen das Waffengesetz (Vergehen) sowie der Raufhandel würden bei der Strafzumessung (vorerst) ausgeklammert (angefochtenes Urteil S. 160). Auszugehen sei von der versuchten eventualvorsätzlichen Tötung als schwerstem Delikt. Zu würdigen sei, dass es einzig dem Zufall zu verdanken sei, dass der Beschwerdegegner 3 nicht getroffen worden sei und der Beschwerdeführer 1 eventualvorsätzlich gehandelt habe. Dem Umstand, dass es sich um einen vollendeten Versuch handle, sei im ordentlichen Strafrahmen Rechnung zu tragen. Das Vorgehen zeuge von einer beträchtlichen kriminellen Energie und habe der Beschwerdeführer 1 als "Taktgeber" die aktivere Rolle (als der Beschwerdeführer 3 [D.________]) gespielt. Insgesamt sei damit hinsichtlich der versuchten eventualvorsätzlichen Tötung, der mehrfachen Gefährdung des Lebens, der Nötigung und der einfachen Körperverletzung von einem mittelschweren bis schweren Verschulden auszugehen, womit eine Einsatzstrafe von achteinhalb Jahren als angemessen erscheine. Unter zusätzlicher Berücksichtigung der dem Beschwerdeführer 1 attestierten, höchstens mittelgradig verminderten Schuldfähigkeit sei von einem nicht mehr leichten bis mittelschweren Verschulden auszugehen und erscheine eine Reduktion der Einsatzstrafe auf sechseinhalb Jahre als angemessen. Bei den Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz (Verbrechen; Vergehen), der Widerhandlung gegen das Waffengesetz sowie beim Raufhandel wiege das Verschulden jeweils nicht mehr leicht; entsprechend sei die Einsatzstrafe auf siebendreiviertel Jahre zu erhöhen (angefochtenes Urteil S. 161 bis 163). In Würdigung der Täterkomponenten und dabei insbesondere unter Berücksichtigung der stabilen privaten und beruflichen Verhältnisse des Beschwerdeführers 1, dass er sich nach der Untersuchungshaft nichts mehr habe zu Schulden kommen lassen und sich beim Beschwerdegegner 3 und G.________ schriftlich entschuldigt habe, reduziert die Vorinstanz die Freiheitsstrafe schliesslich um zweieinviertel Jahre auf fünfeinhalb Jahre (angefochtenes Urteil S. 163 bis 165).