Citation: 2C_608/2015 E. 2

Die Niederlassungsbewilligung kann widerrufen werden, wenn die ausländische Person zu einer längerfristigen Freiheitsstrafe verurteilt wird (Art. 63 Abs. 1 lit. a i.V.m. Art. 62 lit. b AuG). Als längerfristige Freiheitsstrafe gilt eine solche von mehr als einem Jahr, wobei unerheblich ist, ob die Strafe bedingt, teilbedingt oder unbedingt ausgesprochen wurde (BGE 139 I 31 E. 2.1 S. 32; 139 I 145 E. 2.1 S. 147; je mit Hinweisen). Der Widerrufsgrund der längerfristigen Freiheitsstrafe gelangt auch bei niederlassungsberechtigten Personen zur Anwendung, die sich wie der Beschwerdeführer seit mehr als 15 Jahren ununterbrochen und ordnungsgemäss in der Schweiz aufhalten (Art. 63 Abs. 2 AuG). Mit Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 13. Juni 2013 wurde der Beschwerdeführer zu 36 Monaten Freiheitsstrafe und Geldstrafe von 60 Tagessätzen verurteilt. Damit liegt ein Widerrufsgrund gemäss den genannten Bestimmungen vor, was der Beschwerdeführer zu Recht nicht bestreitet. Indessen muss ein Widerruf der Niederlassungsbewilligung wie jedes staatliche Handeln dem Grundsatz der Verhältnismässigkeit (Art. 5Abs. 2 BV) entsprechen, was eine Interessenabwägung unter Berücksichtigung sämtlicher wesentlichen Umstände erfordert (vgl. Art. 96 AuG; BGE 139 I 16 E. 2.2.1 S. 19). Der Beschwerdeführer kann sich sodann auf den Schutz des Privat- und Familienlebens im Sinne von Art. 8 Ziff. 1 EMRK berufen, da er mit einer Schweizer Staatsangehörigen verheiratet ist und mit ihr sowie den beiden gemeinsamen Kindern, welche ebenfalls über das Schweizer Bürgerrecht verfügen, zusammenlebt. Die Notwendigkeit einer Verhältnismässigkeitsprüfung ergibt sich demnach nicht nur aus dem internen Recht, sondern auch aus Art. 8 Ziff. 2 EMRK (vgl. Urteil 2C_536/2013 vom 30. Dezember 2013 E. 2.5, nicht publ. in: BGE 140 II 129; BGE 122 II 1 E. 2 S. 5 f.; Urteil 2C_295/2014 vom 12. Januar 2015 E. 3.2). Die Zulässigkeit aufenthaltsbeendender Massnahmen beurteilt sich im Landesrecht grundsätzlich nach denselben Kriterien wie im Anwendungsbereich von Art. 8 Ziff. 2 EMRK (vgl. BGE 139 I 31 E. 2.3 S. 33 ff., 139 I 16 E. 2.2.2 S. 20). Zu berücksichtigen sind namentlich die Schwere des Delikts und des Verschuldens des Betroffenen, der seit der Tat vergangene Zeitraum, das seitherige Verhalten des Ausländers, der Grad seiner Integration bzw. die Dauer der bisherigen Anwesenheit sowie die ihm und seiner Familie drohenden Nachteile (BGE 139 I 31 E. 2.3 S. 33 ff., 139 I 16 E. 2.2.1 S. 19). Die Niederlassungsbewilligung einer ausländischen Person, die sich schon seit langer Zeit in der Schweiz aufhält, soll zwar nur mit besonderer Zurückhaltung widerrufen werden, doch ist dies bei schwerer Straffälligkeit selbst dann nicht ausgeschlossen, wenn sie hier geboren ist und ihr ganzes bisheriges Leben im Land verbracht hat (vgl. BGE 139 I 31 E. 2.3.1 S. 33 f.; Urteil 2C_676/2015 vom 8. September 2015 E. 2.1; Urteil des EGMR Trabelsi gegen Deutschland vom 13. Oktober 2011 [Nr. 41548/ 06] §§ 53 ff.). Ausgangspunkt und Massstab für die migrationsrechtliche Interessenabwägung ist die Schwere des Verschuldens, die sich in der Dauer der verfahrensauslösenden Freiheitsstrafe niederschlägt (BGE 129 II 215 E. 3.1 S. 216; 134 II 10 E. 4.2 S. 23; Urteil 2C_1076/2013 vom 2. Juni 2014 E. 4.1). Für das migrationsrechtliche Verschulden ist allerdings nicht nur das für die Anlasstat verhängte Strafmass ausschlaggebend, sondern die Gesamtbetrachtung des deliktischen Verhaltens bis zum angefochtenen Urteil (Urteil 2C_1046/2014 vom 5. November 2015 E. 4.1). Im vorliegenden Fall bemängelt der Beschwerdeführer die Interessenabwägung der Vorinstanz und macht eine Verletzung von Art. 8 EMRK sowie Art. 13 Abs. 1 BV geltend. Im Folgenden ist daher das öffentliche Fernhalteinteresse den privaten Interessen des Beschwerdeführers an einem Verbleib in der Schweiz gegenüberzustellen.