Citation: C 390/99 16.05.2000 E. 3

3.- a) Es steht fest und ist unbestritten, dass keine Arbeitsverweigerung vorliegt. Zu prüfen ist jedoch die Ein- stellung in der Anspruchsberechtigung auf Grund der Nicht- teilnahme an der angeordneten Aussprache. b) Gemäss Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIV gilt die Arbeits- losigkeit dann als selbstverschuldet, wenn die betroffene Person durch ihr Verhalten, namentlich wegen Verletzung vertraglicher Pflichten, dem Arbeitgeber Anlass zur Auf- lösung des Arbeitsverhältnisses gegeben hat. Es genügt, wenn das allgemeine Verhalten der versicherten Person zur Kündigung oder Entlassung geführt hat; Beanstandungen in beruflicher Hinsicht müssen keine vorgelegen haben (ARV 1995 Nr. 18 S. 107 Erw. 1 mit Hinweisen; SVR 1996 ALV Nr. 72 S. 220 Erw. 3b/aa). Als Verletzung arbeitsvertraglicher Pflichten gilt jedes vermeidbare Fehlverhalten; dessen Aus- mass oder allfällige Eignung zur Unzumutbarkeit der Ver- tragsfortsetzung spielt für die Rechtmässigkeit der Ein- stellung keine Rolle, sondern wird bei der Bemessung des Verschuldens berücksichtigt (Jacqueline Chopard, Die Ein- stellung in der Anspruchsberechtigung, Diss. Zürich 1998, S. 108 f.; Gerhards, Kommentar zum AVIG, Bd. I, N 8 zu Art. 30). Das der versicherten Person zur Last gelegte Ver- halten muss in beweismässiger Hinsicht klar feststehen, ansonsten eine Einstellung in der Anspruchsberechtigung ausser Betracht fällt (ARV 1995 Nr. 18 S. 108 Erw. 1 mit Hinweis). c) Es ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer an der Aussprache vom 25. Juni 1997 nicht teilnahm. Ob er dies aus subjektiv entschuldbaren Gründen nicht getan hat, spielt für die Beurteilung der Rechtmässigkeit der Einstel- lung keine Rolle; massgebend ist alleine, dass er der Wei- sung seiner Arbeitgeberin keine Folge geleistet hatte, wo- mit ein objektiv vermeidbares Fehlverhalten vorliegt. Die Einstellung in der Anspruchsberechtigung auf Grund der ver- weigerten Teilnahme am Gespräch erfolgte somit zu Recht. d) Mit der Vorinstanz ist davon auszugehen, dass der Versicherte aus subjektiv nachvollziehbaren Gründen an der Aussprache nicht teilnahm, was beim Verschulden zu seinen Gunsten zu berücksichtigen ist. Von Bedeutung ist auch, dass die in die Unstimmigkeiten involvierte andere Person ebenfalls sanktioniert wurde, der Beschwerdeführer sich zwar nicht zum anberaumten Gespräch, sehr wohl aber zu einer Einzelaussprache mit seinem Vorgesetzten bereit er- klärte und die gespannte Arbeitsatmosphäre in der Gruppe des Versicherten entstand, weil dieser die Interessen der Arbeitgeberin bezüglich Termin- und Qualitätsvorgaben durchsetzte (vgl. Schreiben vom 20. April 1997 und Arbeits- zeugnis vom Juni 1997). Vor allem aber ist in Betracht zu ziehen, dass die Arbeitslosenkasse bei Erlass der Verfügung vom 23. Oktober 1997 dem Beschwerdeführer zwei Verhaltens- weisen zur Last legte. Nachdem keine Arbeitsverweigerung gegeben ist, gereicht dem Versicherten lediglich die Nicht- teilnahme an der erwähnten Aussprache zum Vorwurf, weshalb das zu berücksichtigende Verschulden entsprechend geringer ausfällt. In Anbetracht all dieser Umstände ist von einem leich- ten Verschulden des Beschwerdeführers auszugehen und eine Einstellung von 8 Tagen angemessen.