Citation: 5A_980/2018 E. 1.3

1.3. Nach dem Grundsatz der materiellen Erschöpfung des Instanzenzuges sind sämtliche rechtserheblichen Einwände bereits vor der Vorinstanz vorzubringen und dürfen nicht erst vor Bundesgericht erhoben werden (vgl. statt vieler Urteil 5A_171/2019 vom 17. April 2019 E. 6.2.2). Dies hat seinen Grund darin, dass Beschwerde ans Bundesgericht grundsätzlich nur gegen Entscheide letzter kantonaler Instanzen erhoben werden kann, die als Rechtsmittelinstanzen entscheiden (Art. 75 Abs. 1 und 2 BGG; zu den hier nicht einschlägigen Ausnahmen vgl. Art. 75 Abs. 2 Bst. a-c BGG; BGE 138 III 41 E. 1.1; 137 III 424 E. 2.2). Entsprechend muss der kantonale Instanzenzug nicht nur formell, sondern auch materiell durchlaufen werden; d.h. es sind die dem Bundesgericht unterbreiteten Rügen soweit möglich schon vor der Vorinstanz vorzubringen. Ein Rechtsstreit soll nicht vor das Bundesgericht getragen werden können, ohne dass er zuvor von einer höchsten kantonalen Instanz beurteilt worden ist (vgl. zum Ganzen BGE 143 III 290 E. 1.1 mit zahlreichen Hinweisen). Die Beschwerdeführerin macht vor Bundesgericht geltend, Ziffer II.B.10 des Ehevertrages sei als Schenkungsversprechen nach Art. 243 OR zu verstehen und die Abfindung von Fr. 1,2 Mio. sei ihr aus diesem Grund geschuldet. Sie bestreitet nicht, dass diese Frage bisher nicht Thema des Verfahrens war, macht aber unter Hinweis auf BGE 142 I 155 und das Urteil 1C_265/2017 vom 25. Juni 2018 geltend, das Bundesgericht habe das Recht von Amtes wegen anzuwenden, weshalb neue rechtliche Vorbringen im Rahmen des Streitgegenstands zulässig seien. Zwar trifft zu, dass das Bundesgericht Bundesrecht von Amtes wegen anwendet (Art. 95 Bst. a und Art. 106 Abs. 1 BGG). Dennoch prüft es unter Berücksichtigung der allgemeinen Pflicht zur Begründung der Beschwerde (Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG) grundsätzlich nur die vorgebrachten Rügen (BGE 143 V 19 E. 2.3; 142 III 364 E. 2.4). Unter diesen Umständen spricht nichts dagegen, von den Parteien mit Blick auf den Grundsatz der materiellen Erschöpfung des Instanzenzugs auch im Zusammenhang mit der Anwendung von Bundesrecht zu verlangen, dass sie soweit möglich sämtliche Rügen bereits im vorinstanzlichen Verfahren vorbringen. Dem stehen auch die von der Beschwerdeführerin zitierten Entscheide nicht entgegen, verweisen doch auch diese auf besagten Grundsatz (BGE 142 I 155 E. 4.4.3) und schützen sie keinesfalls treuwidriges Verhalten (Urteil 1C_265/2017 vom 25. Juni 2018 E. 2.4; vgl. dazu BGE 133 III 639 E. 2). Die Beschwerdeführerin hat ihr Vorbringen zum Schenkungsversprechen erstmals vor Bundesgericht erhoben. Sie begründet nicht und es ist auch nicht evident, weshalb sie diese Rüge nicht bereits im kantonalen Verfahren hätte vorbringen können. Auf die Beschwerde ist auch insoweit nicht einzutreten.