Citation: 1C_548/2019 E. 2.3

2.3. Im Rechtshilfeverfahren (nach EUeR und IRSG) hat die mit dem Vollzug des Ersuchens betraute Strafbehörde keine detaillierte Durchsuchung und Auswertung der sicherzustellenden Unterlagen und Aufzeichnungen vorzunehmen. Die strafprozessuale Durchsuchung rechtshilfeweise erhobener Gegenstände ist vielmehr Sache der zuständigen Untersuchungsbehörde des ersuchenden Staates. Unter dem Gesichtspunkt der Untersuchungsrelevanz von Beweisunterlagen ist die Verweigerung der Rechtshilfe nur zulässig, wenn offensichtlich kein Sachzusammenhang besteht zwischen den betreffenden Aufzeichnungen und dem Gegenstand des ausländischen Strafverfahrens (vgl. BGE 136 IV 82 E. 4.1 S. 85 f. mit Hinweisen). Die mit dem Vollzug des Ersuchens betraute innerstaatliche Behörde hat anlässlich der Hausdurchsuchung zu prüfen, ob die rechtshilfeweise sicherzustellenden Objekte grundsätzlich unter die im Ersuchen genannten Gegenstände fallen; ausserdem hat sie die mutmasslich untersuchungsrelevanten sichergestellten Aufzeichnungen und Unterlagen kursorisch zu sichten und im Hausdurchsuchungsprotokoll (stichwortartig) zu benennen. Im Übrigen obliegt es den Parteien, welche die Schlussverfügung anfechten wollen, rechtzeitig darzulegen, für welche sichergestellten Aufzeichnungen und Unterlagen inwiefern ein Rechtshilfehindernis bestehe. Die spezifische strafprozessuale Durchsuchung von rechtshilfeweise übermittelten Gegenständen und (gestützt darauf) die Erstellung detaillierter Aktenverzeichnisse bleibt dann grundsätzlich die Aufgabe der zuständigen Untersuchungsbehörde des ersuchenden Staates.