Citation: 1C_529/2014 E. 5.4

5.4. Die in Art. 42 und 44 KRVO und in Art. 122 des Baugesetzes der Gemeinde Ardez vorgesehenen formellen Anforderungen an Baugesuche beziehen sich auf das ordentliche Baubewilligungsverfahren bezüglich noch nicht ausgeführter Bauprojekte (progets da fabrica). Solche Projekte müssen planmässig genau definiert sein, um die Übereinstimmung der nachträglich errichteten Baute mit den bewilligten Plänen prüfen zu können. Bauten, die ohne Bewilligung erstellt wurden, sind dagegen im nachträglichen Baubewilligungsverfahren von Amtes wegen zu prüfen, wobei die Baubehörde die nachgereichten Pläne anhand der bestehenden Baute überprüfen, ergänzen oder korrigieren kann. Entsprechend gehen die Beschwerdeführer selber davon aus, die Baubewilligungsbehörde dürfe bei mangelhaften nachträglichen Baugesuchen nicht gestützt auf Art. 44 Abs. 3 KRVO von einem Rückzug des Baugesuchs ausgehen, sondern habe das Verfahren von Amtes wegen weiterzuführen. Die Vorinstanz verfiel daher nicht in Willkür, wenn sie annahm, formelle Mängel des nachträglichen Baugesuchs dürften unbeachtet bleiben, wenn die Baubehörde im Stande sei, den massgeblichen Sachverhalt zu erheben. Dass dies vorliegend nicht zutraf, machen die Beschwerdeführer nicht geltend. Vielmehr bestätigen sie, dass die Prüfung der relevanten baurechtlichen Fragen gestützt auf die vorhandenen Unterlagen möglich ist, indem sie dem Bundesgericht beantragen, die Anwendung der einschlägigen Brandschutzvorschriften auch dann zu prüfen, wenn gemäss dem Hauptantrag auf das Baugesuch nicht einzutreten wäre.