Citation: 6B_335/2020 E. 3.4.1

3.4.1. Die Vorinstanz führt sodann weiter aus (bereits oben E. 3.2), die Staatsanwaltschaft habe mit Verfügung vom 29. Januar 2016 den Verfahrenskomplex des Zeitraums Januar 2009 bis 30. September 2012 und damit den vorliegend zu beurteilenden und unter das HMG zu subsumierenden Sachverhalt abgetrennt (oben Sachverhalt A.d). Es frage sich, inwieweit die aus dem ungeteilten Verfahren gewonnenen Erkenntnisse im vorliegenden (zufolge Verjährungsproblematik abgetrennten) Verfahren verwertbar seien (Urteil S. 21; zu den Beschwerdevorbringen oben E. 3.1 ad Beschwerde Ziff. 80 ff.). Die Vorinstanz hält fest, die Verteidigung rüge, durch den Beizug der Akten ST.2014.42 des ungeteilten Verfahrens seien etliche direkte und indirekte Erkenntnisse aus geheimen Überwachungsmassnahmen in das laufende Verfahren gelangt und würden nun im HMG-Verfahren verwendet. Dem Beschwerdeführer seien Erkenntnisse vorgehalten worden, die den Zeitraum vor dem 1. Oktober 2012 beträfen. Daher stelle sich die Frage der Fernwirkung i.S.v. Art. 141 Abs. 4 StPO. Der Standort U.________ habe nur so ermittelt werden können und C.________ sei erst aufgrund der Überwachung des Telefonanschlusses des Beschwerdeführers in das Visier der Strafbehörden geraten. Die Vorinstanz stellt klar, die qualifizierte Widerhandlung gegen das HMG sei im zu beurteilenden Zeitraum keine Katalogtat (Art. 269 Abs. 2 StPO) gewesen, so dass Erkenntnisse nur unter der Prämisse von Art. 141 StPO verwertbar seien (Urteil S. 22). Sie seien nicht per se unverwertbar. Wenn nämlich der Beschwerdeführer Aussagen zu unter das HMG fallenden Taten vor dem 1. Oktober 2012 mache, handle es sich bei diesen Aussagen nicht um unverwertbare Folgebeweise gemäss Art. 141 StPO, da sie nicht gestützt auf einen unverwertbaren Primärbeweis erhoben worden seien, selbst wenn anfangs kein genügender einfacher Tatverdacht für die Eröffnung eines Strafverfahrens wegen HMG-Widerhandlungen vorgelegen hätte. Hätte der Beschwerdeführer auf Vorhalt nicht verwertbarer Beweise (aus ab Juni 2014 überwachten Telefongesprächen, die den Zeitraum vor dem 1. Oktober 2012 zum Inhalt haben) Aussagen gemacht, wären diese unverwertbar. Der Beschwerdeführer habe nach seiner Verhaftung bzw. bei der per 31. März 2015 erfolgten Hafteröffnung in Anwesenheit seines (damaligen) Verteidigers eingestanden, seit 5 bis 6 Jahren diverse illegale Substanzen hergestellt und verkauft zu haben, wobei das Label "X.________" erst gegen Schluss hinzugekommen sei. Unter Vorbehalt der rechtlichen Würdigung habe er den ihm vorgeworfenen Sachverhalt anerkannt (Urteil S. 23). Die Vorinstanz beurteilt das Geständnis des Beschwerdeführers in Anwesenheit seines Verteidigers im Rahmen der Hafteröffnung per 31. März 2015 (Urteil S. 23 f.), das grundsätzliche Anerkenntnis im Vorfeld der ersten Einvernahme vom 17. April 2015 (Urteil S. 25), die Einvernahme vom 23. April 2015 (Urteil S. 26), die Frage des USB-Sticks (Urteil S. 27), weiter die Verkäufe an B.________ (Urteil S. 28 ff.), C.________ (Urteil S. 31 f.) und D.________ (Urteil S. 32). Sie kommt zum Ergebnis, der Beschwerdeführer habe im Zeitraum Juli 2010 bis September 2012 und damit während rund 27 Monaten mit 25 Verkäufen einen Umsatz von gerundet Fr. 929'800.-- generiert (Urteil S. 32).