Citation: 8C_725/2020 E. 4.2

4.2. Auf ein im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholtes Gutachten ist rechtsprechungsgemäss abzustellen, wenn nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 135 V 465 E. 4.4 S. 470). Solche konkrete Indizien vermag der Beschwerdeführer vorliegend keine zu nennen. So diagnostizierten die Gutachter des ABI unter anderem eine leichte bis mittelgradige depressive Episode; damit haben sie sich offensichtlich mit dem Schweregrad der Depression auseinandergesetzt. Die anderslautenden Ausführungen in der Beschwerde, wonach die Gutachter nicht geprüft haben sollen, ob allenfalls eine schwere Depression vorliegt, erweisen sich demnach als nicht überzeugend. Weiter ist das Gutachten nachvollziehbar und schlüssig; insbesondere ist es nicht widersprüchlich, wenn die Gutachter einerseits eine (wenn auch eingeschränkte) Arbeitsfähigkeit attestieren, andererseits festhalten, dass der Explorand - aufgrund einer deutlich ausgeprägten Krankheits- und Behinderungsüberzeugung - in absehbarer Zeit nicht wieder einer Erwerbstätigkeit nachgehen wird. Wenn der neurologische Teilgutachter schliesslich eine ergänzende Untersuchung vorschlägt, auf eine solche selber verzichtet, die gestellten Gutachterfragen aber beantwortet, so ist daraus zu schliessen, dass die vorgeschlagene Untersuchung nach Ansicht des Gutachters zur Beantwortung dieser Fragen entbehrlich ist. Damit hat das kantonale Gericht nicht gegen den Untersuchungsgrundsatz verstossen, als es von Weiterungen zu diesem Punkt absah.