Citation: 7B_242/2022 E. 4.2

4.2. Eine besondere Pflicht, deren Verletzung die Strafbarkeit begründet oder erhöht, und die nur der juristischen Person, der Gesellschaft oder der Einzelfirma obliegt, wird einer natürlichen Person zugerechnet, wenn diese als Mitarbeiter mit selbständigen Entscheidungsbefugnissen in seinem Tätigkeitsbereich einer juristischen Person, einer Gesellschaft oder einer Einzelfirma handelt (Art. 29 lit. c StGB). Sind Vermögenswerte einer juristischen Person nach Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB anvertraut, so erlaubt es Art. 29 StGB, die innerhalb der Gesellschaft verantwortliche natürliche Person zu bestrafen, welche die Vermögenswerte vereinbarungs- bzw. zweckwidrig verwendet (vgl. betreffend Art. 29 lit. a StGB: Urteil 6B_1443/2021 vom 13. Februar 2023 E. 1.1.2 mit Hinweisen).