Citation: 1C_511/2021 E. 3.2

3.2. Nach Art. 22 Abs. 2 RPG setzt die Erteilung einer Baubewilligung voraus, dass die Bauten und Anlagen dem Zweck der Nutzungszonen entsprechen (lit. a) und das Land erschlossen ist (lit. b). Für die Erschliessung von Land setzt Art. 19 Abs. 1 RPG unter anderem eine für die betreffende Nutzung hinreichende Zufahrt voraus. Dies ist dann zu bejahen, wenn sie aus technischer und rechtlicher Sicht genügt, um den gesamten Verkehr des Gebiets, das sie erschliesst, zu bewältigen. Dazu gehört auch, dass die Sicherheit der Nutzerinnen und Nutzer auf ihrer gesamten Länge gewährleistet ist, der Belag für die Art der Fahrzeuge, die sie benutzen werden, geeignet ist, die Sicht und die Kreuzungsmöglichkeiten ausreichend sind und der Zugang für Rettungs- und Strassendienste, wie beispielsweise die Feuerwehr, gewährleistet ist (vgl. Urteil 1C_471/2020 vom 19. Mai 2021 E. 3.1). Die Anforderungen an die Erschliessung im Einzelnen ist sodann Sache des kantonalen Rechts (BGE 136 III 130 E. 3.3.2). Bei der Beurteilung, ob eine Zufahrt ein Baugrundstück hinreichend erschliesst, steht den kantonalen und kommunalen Behörden ein erhebliches Ermessen zu (Urteil 1C_175/2018 vom 7. März 2019 E. 3.1). § 7 Abs. 1 der Verordnung vom 18. Februar 1997 zum Gesetz über Strassen und Wege des Kantons Zug (V GSW/Zug; BGS 751.141) hält sodann fest, dass die Normen der Vereinigung Schweizerischer Strassenverkehrsfachleute (VSS) für den Bau von Strassen und Wegen wegleitend sind. Weiter sind Strassen nach Art. 17 Abs. 1 des Strassenreglements vom 19. Juni 2007 der Gemeinde Baar in der Regel nach den Normen des Schweizerischen Verbandes der Strassen- und Verkehrsfachleute (VSS) zu projektieren und zu erstellen.