Citation: 2P.227/2005 24.01.2006 E. 3.5

3.5.1 Die im Arbeitsvertrag enthaltene Regelung über die Kündigung ist recht detailliert; sie enthält eine Bestimmung für die Beendigung des Arbeitsverhältnisses während der Probezeit (Ziff. 12 lit. a), Modalitäten für die Kündigung nach Ablauf der Probezeit (Ziff. 12 lit. b und Abs. 2) und Regeln für die fristlose Auflösung (Ziff. 13). Die Regelung erscheint auf den ersten Blick als umfassend, weshalb der Schluss des Verwaltungsgerichts, sie sei nicht abschliessend, nicht auf der Hand liegt. Allerdings ist einzuräumen, dass der Vertragstext selber zusätzliche Auflösungsmöglichkeiten nicht ausschliesst und der Vertrag daher als solchen Ergänzungen grundsätzlich zugänglich betrachtet werden kann. 3.5.2 Es ist im Weiteren nicht zu übersehen, dass der Arbeitsvertrag den Erfordernissen organisatorischer Anpassungen bzw. den Bedürfnissen an einer Vertragsauflösung wegen dringender Umstrukturierungen kaum oder nur ungenügend Rechnung trägt. Insbesondere wenn - wie hier - die Sicherheit der Schulkinder auf dem Spiel steht, erscheint die ordentliche Kündigung bei Unmöglichkeit einvernehmlicher Vertragsanpassung als inadäquat; diese ist lediglich unter Einhaltung einer Kündigungsfrist von vier Monaten und nur auf das Ende eines Schuljahres möglich. Das von der Beschwerdeführerin erwähnte Bestreben, die Kontinuität des Lehrer-/Schülerverhältnisses zu fördern, kann in derartigen Fällen vernünftigerweise nicht das einzig massgebliche oder vorrangige Kriterium sein. Sowohl das kantonale Personalgesetz als auch das Lehrerpersonalgesetz enthalten denn auch besondere Regeln für die Kündigung aus organisatorischen Gründen. Selbst für die Lehrer stehen dabei andere Gesichtspunkte im Vordergrund als die Kontinuität des Lehrverhältnisses. Zudem enthält der Arbeitsvertrag für weitere Tatbestände der Beendigung des Arbeitsverhältnisses ebenfalls keine besonderen Klauseln (z.B. bei Auflösung durch Tod, altershalber, Invalidität oder Befristung), so dass ein Rückgriff auf kantonales Personalrecht auch noch in anderen Auflösungsfällen in Frage kommen könnte. 3.5.3 Vor diesem Hintergrund erscheint die Auffassung des Verwaltungsgerichts als sachlich vertretbar und jedenfalls nicht geradezu abwegig, wonach die im Arbeitsvertrag enthaltenen Kündigungsmodalitäten keinen abschliessenden Charakter haben und insbesondere im Fall, dass eine Beendigung des Arbeitsverhältnisses aus organisatorischen Gründen erforderlich ist, das Heranziehen der einschlägigen kantonalen Normen erlauben. Es ist zwar verständlich, dass die Beschwerdeführerin ausgehend vom Text von Ziff. 12 des Arbeitsvertrags gemeint hat, die Kündigung sei nur auf das Ende eines Schuljahres möglich. Indessen ist es nicht unhaltbar, wenn das Verwaltungsgericht den Vertrag für die Beendigungsmöglichkeiten in den Zusammenhang der einschlägigen Erlasse gestellt und die dort getroffene, komplettere Regelung ergänzend angewendet hat (vgl. auch E. 3.4.1 und 3.4.2 hiervor). Dass sich die gegenteilige, engere Auffassung ebenfalls vertreten liesse, hilft der Beschwerdeführerin nicht (vgl. oben, E. 3.3). Der Willkürvorwurf erweist sich daher auch in diesem Punkt als unbegründet. Da die Beschwerdeführerin nicht vorbringt, bei einem Rückgriff auf das kantonale Recht hätten andere Normen als der vom Verwaltungsgericht als einschlägig betrachtete § 8 Abs. 3 LPG/ZH Anwendung finden müssen oder diese Bestimmung sei willkürlich verstanden und angewendet worden, erübrigen sich weitere Ausführungen zu dieser Vorschrift. 3.6 Die Auffassung des Verwaltungsgerichts kann schliesslich auch nicht als im Ergebnis unhaltbar bezeichnet werden. Die Schulgemeinde hat die Beschwerdeführerin recht frühzeitig über die beabsichtigte Umstrukturierung orientiert; sie hätte den Arbeitsvertrag bei unverzüglichem Handeln wohl selbst gestützt auf dessen Ziff. 12 lit. b noch rechtzeitig auf das Ende des Schuljahres 2003/2004 auflösen können. Dass die Schulgemeinde dies nicht getan hat, scheint im Wesentlichen auf ihre Bemühungen zurückzugehen, mit der Beschwerdeführerin eine einvernehmliche Lösung zu finden. Es vermöchte deshalb nicht zu befriedigen, wenn die Schulgemeinde die Beschwerdeführerin noch während eines ganzen weiteren Schuljahres besolden müsste, obwohl sie deren Dienste - wie die Beschwerdeführerin wusste - aus zureichenden Gründen nicht mehr in Anspruch nehmen wollte und nahm. Jedenfalls erscheint der angefochtene Entscheid auch im Ergebnis nicht als geradezu stossend.