Citation: I 347/05 09.11.2005 E. 5

5.1 Nach der Rechtsprechung ist unter dem Einkommen, das der Versicherte erzielen könnte, wenn er nicht invalid geworden wäre, jenes Einkommen zu verstehen, welches er als Gesunder tatsächlich erzielen würde. Ist auf Grund der Umstände des Einzelfalles anzunehmen, dass der Versicherte sich ohne gesundheitliche Beeinträchtigung voraussichtlich dauernd mit einer bescheidenen Erwerbstätigkeit begnügte, so ist daraus abzustellen, auch wenn er an sich besser entlöhnte Erwerbsmöglichkeiten hätte (BGE 125 V 157 Erw. 5c/bb mit Hinweisen; Urteil M. vom 4. April 2002, I 696/01, Erw. 4a). Die selbstständige Erwerbstätigkeit des Beschwerdeführers währte von 1992 bis zur Geschäftsübergabe im Sommer 2001. Der im individuellen Konto verzeichnete Jahresverdienst stieg in diesem Zeitraum von zunächst rund Fr. 17'000.- an und betrug in den der invalidisierenden Gesundheitsschädigung vorangegangenen Jahren 1998 und 1999 je Fr. 39'800.-. Dass dieses Einkommen nicht existenzsichernd gewesen wäre (vgl. ZAK 1992 S. 92 Erw. 4b), kann nicht gesagt werden. Auch gilt es die ansteigende Tendenz des Einkommens zu berücksichtigen. Zwar erzielen Angestellte in der Informatikbranche in der Regel höhere Löhne, was mit ein Beweggrund für den Verkauf der Firma im Sommer 2001 gewesen sein mag. Der Versicherte hatte sich aber zuvor aus freien Stücken über mehrere Jahre hinweg, auch während der üblicherweise besonders kostenintensiven Adoleszenzjahre der beiden Kinder (geboren 1981 und 1983), mit dem bescheideneren Verdienst als Selbstständigerwerbender begnügt. Bei der gebotenen gesamthaften Beurteilung der Umstände des Falles (vgl. Urteil M. vom 4. April 2002, I 696/01, Erw. 4a) ist daher mit überwiegender Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 360 Erw. 5b) davon auszugehen, dass der Versicherte im Gesundheitsfalle die selbstständige Erwerbstätigkeit weitergeführt hätte und deren Aufgabe massgeblich in der sich ab Ende Mai 2000 auswirkenden invalidisierenden Gesundheitsschädigung begründet lag. Hiefür spricht auch die Darstellung in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde, wonach der Versicherte durch die Annahme des Teilpensums als Angestellter ab 1. September 2001 überdies durch den Bezug von Krankentaggeldern nebst dem ausgerichteten Lohn profitieren konnte. 5.2 Verwaltung und Vorinstanz habe demzufolge die Frage des hypothetischen Erwerbsstatus im Gesundheitfalle richtig beantwortet. Damit ist auch dem Vorbringen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde, es sei der ab 1. September 2001 bezogene, auf ein Vollpensum umgerechnete Lohn als Valideneinkommen anzurechnen, die Grundlage entzogen. An diesem Ergebnis ändern die weiteren Vorbringen des Beschwerdeführers nichts. Der Standpunkt, die Geschäftsaufgabe sei nicht invaliditätsbedingt erfolgt, wird durch den geltend gemachten Umstand, dass er von diesem beruflichen Schritt anlässlich des koronaren Eingriffes von 1994 noch abgesehen hatte, nicht gestützt, zumal die damalige Arbeitsunfähigkeit, anders als die ab Mai 2000 aufgetretene, nach absehbarer Zeit endete. Sodann gibt der Bruder, mit welchem der Versicherte die Kollektivgesellschaft betrieben hat, in der letztinstanzlich eingereichten Bestätigung vom 28. Februar 2004 an, der Betrieb sei aufgrund des schlechten Auftragslage und der daraus resultierenden finanziellen Schieflage aufgegeben worden. Indessen hatten gemäss den aufliegenden Erfolgsrechnungen in den Geschäftsjahren 1997/98 bis 2000/01 (jeweils von Juli bis Juni) stets Gewinne resultiert, zuletzt (2000/2001) in der Höhe von immerhin Fr. 106'303.-. Dass eine betrieblich-wirtschaftliche Zwangslage entscheidend zum Verkauf der Firma beigetragen hat, erscheint daher nicht nachvollziehbar, auch wenn in deren Liquidationsbilanz per 26. Juni 2001 ein Passivenüberschuss von rund Fr. 50'000.- genannt wird.