Citation: 1B_446/2019 E. 4.2

4.2. Art. 76 Abs. 1 lit. c IRSG hält aber fest, dass einem Ersuchen um Rechtshilfe bzw. den Anträgen auf Durchsuchung von Personen oder Räumen, Beschlagnahme oder Herausgabe von Gegenständen eine Bestätigung beizufügen ist, dass diese Massnahme im ersuchenden Staat zulässig sind. Damit soll verhindert werden, dass der ersuchende Staat mittels Rechtshilfe solche Zwangsmassnahmen in der Schweiz erreichen kann, die in seiner eigenen Rechtsordnung nicht zulässig wären (vgl. BGE 118 Ib 457 E. 5 S. 460 f.). Im Sinne des zwischen den Staaten geltenden Vertrauensprinzips braucht eine Bestätigung über die Zulässigkeit allerdings nicht in jedem Fall eingereicht zu werden, sondern nur dann, wenn starke Zweifel darüber bestehen, dass die ersuchende Behörde nach dem ausländischen Recht eine entsprechende Massnahme tatsächlich anordnen dürfte (vgl. SUSANNE KUSTER, in: Basler Kommentar, Internationales Strafrecht, 2015, N. 2 zu Art. 76 IRSG). Art. 31 Abs. 2 IRSV hält fest, dass der von einer ausländischen Behörde dem Ersuchen beigefügte Durchsuchungs- oder Beschlagnahmebefehl als Bestätigung der Zulässigkeit der Massnahme gilt. Damit nimmt er Bezug auf die Praxis anderer Staaten, welche diese Dokumente im umgekehrten Fall auch von der Schweiz akzeptieren (KUSTER, a.a.O., N. 4 zu Art. 76 IRSG mit Hinweis). Die vorliegend in Frage kommenden Staatsverträge (vgl. ZV-I und EueR) enthalten hingegen keine analoge Bestimmung. Einzig Art. 27 Ziff. 1 lit. d Ziff. ii GwUe schreibt vor, jedes Ersuchen müsse eine Erklärung enthalten, dass die erbetene Massnahme oder eine andere Massnahme mit ähnlichen Wirkungen im Hoheitsgebiet der ersuchenden Vertragspartei nach ihrem innerstaatlichen Recht ergriffen werden könnte.