Citation: 4A_492/2016 E. 3.3.2

3.3.2. Das Schiedsgericht hat massgebend auf Artikel 22 ("Zuständigkeit der FIFA") des FIFA-Reglements bezüglich Status und Transfer von Spielern ("Regulations for the Status and Transfer of Players"; Ausgabe 2009) abgestellt, der wie folgt lautet: "Without prejudice to the right of any player or club to seek redress before a civil court for employment-related disputes, FIFA is competent to hear: -..] b) employment-related disputes between a club and a player of an international dimension, unless an independent arbitration tribunal guaranteeing fair proceedings and respecting the principle of equal representation of players and clubs has been established at national level within the framework of the association and/or a collective bargaining agreement; [...]" ("Unbeschadet des Rechts jedes Spielers oder Vereins, bei arbeitsrechtlichen Streitigkeiten ein Zivilgericht anzurufen, ist die FIFA in folgenden Fällen zuständig: -..] b) internationale arbeitsrechtliche Streitigkeiten zwischen einem Verein und einem Spieler, falls auf nationaler Ebene innerhalb des Verbandes und/oder im Rahmen eines Tarifvertrags kein unabhängiges Schiedsgericht angerufen werden kann, das ein faires Verfahren garantiert und auf einer paritätischen Vertretung von Spielern und Vereinen basiert; [...]") Das Schiedsgericht erwog, dass es sich beim konkreten Rechtsstreit um eine internationale arbeitsrechtliche Streitigkeit im Sinne von Artikel 22 (b) des FIFA-Reglements bezüglich Status und Transfer von Spielern handle. Dies leuchtet auch ohne Weiteres ein: Der Beschwerdegegner hat als professioneller Fussballspieler für den Beschwerdeführer in X.________ gearbeitet und macht ausstehende Lohnansprüche sowie vertraglichen Schadenersatz aus dem Arbeitsverhältnis geltend. Internationale arbeitsrechtliche Streitigkeiten zwischen einem Verein und einem Spieler sind nach Artikel 22 (b) in Verbindung mit Artikel 24 Abs. 1 des Reglements grundsätzlich der Kammer zur Beilegung von Streitigkeiten der FIFA zu unterbreiten. Gegen Entscheidungen der Kammer kann nach Art. 24 Abs. 3 a.E. beim TAS Berufung eingelegt werden. Abgesehen vom Recht, ein Zivilgericht anzurufen, das von der Regelung unberührt bleibt, sieht Artikel 22 (b) als Ausnahme von der Zuständigkeit der FIFA lediglich den Fall vor, dass auf nationaler Ebene innerhalb des Verbands und/oder im Rahmen eines Tarifvertrags ("collective bargaining agreement") ein unabhängiges Schiedsgericht angerufen werden kann, das ein faires Verfahren garantiert und auf einer paritätischen Vertretung von Spielern und Vereinen ("equal representation of players and clubs") basiert. Der Beschwerdeführer bringt nicht etwa vor, es habe auf nationaler Ebene ein paritätisch zusammengesetztes Schiedsgericht bestanden, das diesen Vorgaben genügen würde. Wie im angefochtenen Entscheid zutreffend ausgeführt, stellt auch das TAS kein derartiges nationales Schiedsgericht dar, weshalb es zu Recht davon ausging, dass im konkreten Fall keine in Artikel 22 vorgesehene Ausnahme von der Zuständigkeit der FIFA-Kammer vorlag. Die in der Beschwerde vertretene Auffassung, das FIFA-Reglement bezüglich Status und Transfer von Spielern schränke das Recht der daran gebundenen Parteien nicht ein, selbst ein Schiedsgericht zu bestimmen, überzeugt angesichts der in Artikel 22 klar umschriebenen Ausnahmen nicht. Inwiefern das in dieser Bestimmung vorbehaltene Recht, ein Zivilgericht anzurufen, "in Übereinstimmung mit Art. 30 BV" auch die Möglichkeit einschliessen soll, anstelle eines staatlichen Gerichts ein Schiedsgericht zu wählen, wird vom Beschwerdeführer nicht hinreichend dargetan und vermag auch nicht einzuleuchten, wurde der Vorbehalt nach der in der Beschwerdeschrift zitierten Kommentarstelle doch im Hinblick auf die in verschiedenen Rechtsordnungen zu beachtende zwingende Zuständigkeit staatlicher Gerichte angebracht, die eine Vereinbarung eines Schiedsgerichts gerade ausschliesst.