Citation: 1P.603/2002 16.12.2002 E. 4

4.1 Kollusionsgefahr hat die Präsidentin des Verfahrensgerichts im angefochtenen Entscheid angenommen, weil das BUR die meisten Anleger noch nicht befragt hat und der Beschwerdeführer daher versuchen könnte, diese zu beeinflussen. Der Beschwerdeführer hält dem entgegen, dies sei ihm gar nicht möglich, da seine Geschäftsunterlagen beschlagnahmt seien und er die vielen, ihm zumeist nicht persönlich bekannten Anleger daher gar nicht erreichen könne. Zudem habe das BUR bei verschiedenen Banken Verfügungssperren über Konten angeordnet, die auf ihn, seine Tochter, seine Ehefrau oder verschiedene seiner Firmen lauteten. Er habe damit keine Möglichkeit, die Untersuchung zu behindern, weshalb keine Kollusionsgefahr bestehe. Auch wenn die Kollusionsgefahr unter den gegebenen Umständen wohl nicht mehr besonders akut ist, erscheint es doch nicht ausgeschlossen, dass dem Beschwerdeführer, sei es aus dem Gedächtnis, aufgrund von Akteneinsicht oder weil er entgegen seiner Behauptung noch über Geschäftsunterlagen bzw. Kopien davon verfügt, wenigstens ein Teil der Anleger mitsamt deren Anschrift bekannt ist und er in Freiheit versuchen könnte, sie zu beeinflussen. Ebenfalls nicht von der Hand zu weisen ist die Befürchtung, dass der Beschwerdeführer in Freiheit die noch nicht sichergestellten Einnahmen aus den umstrittenen Kreditvermittlungsgeschäften zur Seite schaffen oder deren Spuren verwischen könnte. Insgesamt ist die Einschätzung der Präsidentin des Verfahrensgerichts im angefochtenen Entscheid vertretbar, bis zur Befragung der Anleger durch das BUR bestehe weiterhin Kollusionsgefahr. 4.2 Die Präsidentin des Verfahrensgerichts hat im angefochtenen Entscheid indessen zu Recht ausgeführt, dass das BUR die Fragebogen zur Befragung der Anleger früher hätte verschicken können und sollen und bewilligte die Fortsetzung der Haft nur für sechs Wochen. Wie sich in der Zwischenzeit herausgestellt hat, war die Einschätzung, dass innerhalb dieser Frist ein repräsentativer Teil der Fragebogen beantwortet sein würde, zu optimistisch. Die Präsidentin verlängerte am 4. Dezember 2002 die Untersuchungshaft gegen den Beschwerdeführer wegen Kollusionsgefahr um weitere sechs Wochen. Auch wenn dieser Entscheid formell nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens ist, rechtfertigt sich aus prozessökonomischen Gründen die Bemerkung, dass diese weitere vom Beschwerdeführer nicht zu verantwortende Verzögerung unter dem Gesichtspunkt des Beschleunigungsgebotes jedenfalls noch nicht derart gravierend ist, dass sie zu einer Haftentlassung führen müsste (vorn E. 2.3).