Citation: 5A_549/2015 E. 3.2

3.2. Die Beschwerdeführerin hält dem im Wesentlichen entgegen, Art. 42 ZGB diene nicht bloss der Änderung eines von Anfang an falschen Eintrages. Vielmehr könne nach dieser Bestimmung auch eine Berichtigung des Zivilstandsregisters erfolgen, wenn ein Eintrag nachträglich unrichtig geworden sei, wie sich im Zusammenhang mit den Geschlechtsumwandlungen und einer von Art. 42 ZGB abgeleiteten Klageform sui generis gezeigt habe. Das Gesuch, ihr Geburtsdatum nachträglich rückzudatieren, sei unter Art. 42 ZGB zu subsumieren. Sofern dieser Auffassung nicht gefolgt werde, müsse es der Beschwerdeführerin möglich sein, analog zur Klage auf Abänderung des Geschlechts nach einer erfolgten Geschlechtsumwandlung eine Klage sui generis auf Umdatierung ihres Geburtsdatums einzureichen. Zudem sei das Geburtsdatum in der Tat veränderbar. Das habe sich im Zusammenhang mit der Berichtigung des Zivilstandseintrages bei Asylsuchenden gezeigt, wenn das Geburtsdatum auf Grund von falschen Angaben oder eines Fehlers der Behörde falsch eingetragen worden sei. Die Verweigerung der Änderung stelle eine Grundrechtsverletzung dar, weil damit der Anspruch jedes Einzelnen, die wesentlichen Aspekte seines Lebens selber zu gestalten und seine Persönlichkeit zu entfalten (Art. 10 Abs. 2 BV) missachtet werde (Beschwerdeschrift, S. 18, Ziff. 31).