Citation: 8C_806/2007 07.08.2008 E. 4

4.1 Der Versicherte macht geltend, auf die vom Haftpflichtversicherer in Auftrag gegebenen Berichte der Firma Y.________ betreffend seine Überwachung könne nicht abgestellt werden. Sie seien aus dem Recht zu weisen. Die Berichte enthielten eine Ansammlung von Mutmassungen, Gerüchten etc.. Es werde nicht eine einzige Person als Zeuge genannt. Die SUVA habe seit 11. März 2003 aufgrund des von ihm ausgefüllten Fragebogens bzw. spätestens seit 6. Juni 2003 gewusst, dass er seit 1. April 2003 ein Geschäft auf selbstständiger Basis betreibe. Es hätte genügt, wenn sie ihn nochmals zu sich bestellt hätte und ihn bezüglich seiner Tätigkeit als selbstständigerwerbender Handwerker und Fussballtrainer sowie zu seinen Einkommensverhältnissen befragt hätte. Auf jeden Fall sei der Einsatz eines Privatdetektivbüros völlig unverhältnismässig gewesen. 4.2 Die vom Haftpflichtversicherer veranlassten Ermittlungsberichte und DVD's der Firma Y.________ sind zulässige Beweismittel, da die Observierung rechtmässig war (Art. 28 Abs. 2 ZGB) und deren Ergebnisse von der SUVA verwertet werden durften (Art. 13 und 36 BV; zum Ganzen: BGE 129 V 323). Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers war die Beobachtung insbesondere auch verhältnismässig; so hätte eine (weitere) medizinische Abklärung (dazu Walter Kälin, Die staatsrechtliche Rechtsprechung des Bundesgerichts in den Jahren 2003 und 2004, in: ZBJV 2004 S. 657) es nicht ermöglicht, festzustellen, was der Versicherte effektiv noch zu leisten vermag. Zu berücksichtigen ist, dass seit BGE 129 V 323 das Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 in Kraft getreten ist. Art. 43 Abs. 1 ATSG auferlegt dem Unfallversicherer - gleich wie Art. 47 UVG in der bis Ende 2002 geltenden Fassung - die Pflicht zur Sachverhaltsabklärung, ohne dabei eine Beschränkung der Beweismittel vorzusehen. Sodann sind nach Art. 96 lit. b UVG die mit der Durchführung des UVG betrauten Organe befugt, die Personendaten, einschliesslich besonders schützenswerter Daten und Persönlichkeitsprofile, zu bearbeiten oder bearbeiten zu lassen, die sie benötigen, um Leistungsansprüche zu beurteilen. Diese Normen bilden eine ausreichende Grundlage für den mit der Beobachtung durch einen Privatdetektiv verbundenen Eingriff in die Privatsphäre des Versicherten, zumal dieser Eingriff auch nicht schwer wiegt, wurde doch der Beschwerdeführer nur in öffentlich einsehbaren Räumen und bei Tätigkeiten beobachtet und aufgenommen, die er aus freiem Willen ausgeführt hat (vgl. BGE 131 I 272 E. 4.1.1 S. 278, E. 5.1 S. 283 sowie nicht publizierte E. 6.2). Damit bilden diese Normen eine ausreichende gesetzliche Grundlage für den mit der Beobachtung durch einen Privatdetektiv verbundenen Eingriff in die Privatsphäre des Versicherten. Dies gilt gestützt auf Art. 61 lit. c ATSG auch für das Verfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht (BGE 132 V 241 E. 2.5.1 S. 242 mit Hinweisen).