Citation: U 19/06 18.10.2006 E. 4

4.1 Die unfallbezogenen Kriterien der Eindrücklichkeit des Ereignisses und der besonderen Schwere der Verletzung wurden im bereits zitierten RKUV 1999 Nr. U 346 bejaht, weil mit der Totalamputation der Finger III-V praktisch die linke Hand eines Handwerkers verloren ging, als dieser damit in eine Fräse geriet, indessen in einem Fall verneint, da die Verletzung die dominante Hand für die Arbeit weitgehend unbrauchbar machte, aber für den Alltagsgebrauch weitgehend einsetzbar liess (Urteil RKUV 2002 Nr. U 449 S. 53 [Urteil A. vom 22. November 2001, U 25/99]), dies ebenso im bereits zitierten Fall K. vom 7. Mai 2001, U 38/99, als die Finger eines Versicherten in ein Stahlseil gerieten und dabei auf der Höhe des Mittelgelenks bzw. der Endphalanx abgetrennt wurden. Der Unfall vom 14. Dezember 2001 ereignete sich nicht unter besonders dramatischen Begleitumständen im Sinne der Rechtsprechung, auch wenn ihm eine gewisse Eindrücklichkeit nicht abzusprechen ist. Solche wurden im bereits zitierten Urteil M. vom 22. April 2002, U 82/00, ebenfalls verneint, obwohl dort eine bedrohlichere Situation in dem Sinne bestand, als beim Einzug des Armes in die Walzenräder die Gefahr weiterer Verletzungen drohte. Die hier erlittene Handverletzung war - auch angesichts der vorgenommenen operativen Rekonstruktion - zweifellos komplex, jedoch weniger eindrücklich als in dem bereits zitierten, vom Eidgenössischen Versicherungsgericht in RKUV 1999 Nr. U 346 S. 428 beurteilten Fall. Im Vergleich zu ähnlich gelagerten Fällen (vgl. den bereits zitierten Fall in RKUV 2002 Nr. U 449 S. 53 [Urteil A. vom 22. November 2001, U 25/99] sowie das nicht veröffentlichte Urteil K. vom 17. Dezember 1996, U 185/96, wo ein Arbeitsunfall zu beurteilen war, bei dem sich der Versicherte Quetsch- und Amputationsverletzungen an den Dig. II und III rechts sowie an den Dig. II, III und IV links zuzog) ist auch die besondere Art der Verletzung zu verneinen, umso mehr, als der Unfall nicht die Gebrauchshand betraf (dazu Urteil K. vom 25. Januar 2002, U 38/00). Daran ändern die Ausführungen des Beschwerdeführers, wonach es sich zwar weniger um seine dominante, aber dafür um seine "Krafthand" handle, nichts. Es bleibt festzuhalten, dass die Vorinstanz entgegen der Auffassung des Versicherten sehr wohl berücksichtigt hat, dass ein Transfer des Mittelfingers zum Daumen erfolgte. Letztlich wurde damit jedoch ein objektiv gutes Resultat erzielt. 4.2 Trotz der komplexen Handverletzung kann nicht von einem schwierigen Heilungsverlauf gesprochen werden. Zwar musste sich der Versicherte im August 2002 und Januar 2003 zwei Nachoperationen unterziehen. Solche sind nach komplexeren Handverletzungen indes häufig unumgänglich (vgl. Urteil P. vom 1. April 2005, U 325/04). Zudem sprachen die behandelnden Ärzte bei der Daumenrekonstruktion von einem guten Resultat. Erhebliche Komplikationen sind ebenso wenig ausgewiesen wie eine ärztliche Fehlbehandlung. Auch liegt keine ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung vor, sind doch diesbezüglich nur die körperlichen, nicht jedoch die psychischen Beschwerden zu berücksichtigen und war die ärztliche Behandlung der somatischen Beschwerden, wie die Vorinstanz zutreffend ausführt, entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers mit der Operation vom Januar 2003 im Wesentlichen abgeschlossen. Unter dem gleichen Blickwinkel ist entgegen der Auffassung des kantonalen Gerichts auch das Kriterium der Dauerschmerzen nicht als erfüllt zu betrachten. Soweit der Beschwerdeführer über anhaltende Dauerschmerzen klagte, konnte diesen bereits anfangs 2003 kein organisches Substrat mehr zugeordnet werden. Neurologisch waren die Schmerzen nicht erklärbar und sind deshalb nicht als - hier massgebende - organisch bedingte Schmerzen zu betrachten. 4.3 Auch im Zusammenhang mit dem unfallbezogenen Kriterium der langdauernden Arbeitsfähigkeit ist darauf hinzuweisen, dass bei dessen Beurteilung nur die körperlich bedingte Arbeitsunfähigkeit massgebend ist. Zwar ist die linke Hand in der Greif- und Haltefunktion eingeschränkt und verfügt über weniger Kraft als rechts (wobei das beschwerdeführerische Vorbringen, wonach die linke Hand nur noch zu 10 % einsetzbar sei, nicht aktenkundig ist). Insgesamt besteht aber bei vorhandener Faustschlussfähigkeit und möglicher eingeschränkter Opposition von Daumen und Kleinfinger in somatischer Hinsicht eine Arbeitsfähigkeit für leichte, angepasste Arbeiten. Im Vordergrund steht die diagnostizierte Anpassungsstörung. Zudem sind die Einschränkungen in der Arbeitssuche überwiegend invaliditätsfremd. Insgesamt kann die langdauernde Arbeitsunfähigkeit mit der Vorinstanz als erfüllt betrachtet werden, jedoch nicht in besonders ausgeprägter Weise. 4.4 Zusammenfassend ist deshalb die Adäquanz der psychischen Beeinträchtigungen zu verneinen. Diese sind damit in der Beurteilung der verbleibenden Leistungsfähigkeit entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers nicht mit einzubeziehen, weshalb - wie die Vorinstanz in einlässlicher Würdigung der verschiedenen ärztlichen Berichte zutreffend erwogen hat - auf die Arbeitsfähigkeitsbeurteilung des Dr. med. W.________ vom 18. November 2003 abzustellen ist, auf wechen auch im Austrittsbericht der Rehaklinik Y.________ vom 15. September 2004 verwiesen wird.