Citation: C 228/00 16.07.2001 E. 2

2.- a) Streitig und zu prüfen ist, ob die Geltendmachung der Kurzarbeits- und Schlechtwetterentschädigung für die Monate November 1996 bis Februar 1997 rechtzeitig erfolgte. Das kantonale Versicherungsgericht vertritt die Auffassung, der Nachweis der Übergabe der fraglichen Anmeldeformulare am 21. April 1997 an die Post sei auch unter Berücksichtigung der Zeugenaussagen nicht rechtsgenüglich erbracht. Da die erstmalige telefonischen Anfrage der S.________ AG bei der Arbeitslosenkasse betreffend die Auszahlung der Entschädigungen auf Juli 1998 zu terminieren sei, erweise sich die Geltendmachung der Ansprüche als verspätet. Die Beschwerdeführerin bringt demgegenüber vor, es sei mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen, dass ihr als Zeuge durch die Vorinstanz einvernommene langjähriger Mitarbeiter H.________ die Anmeldungsunterlagen am 21. April 1997 in das betriebseigene Fach für die externe Post gelegt habe und diese am selben Tag vom internen Postdienst als Bestandteil einer "Postkiste" der Post übergeben worden seien. b) Aus den von der Beschwerdeführerin angeführten Sachumständen ergibt sich nicht mit hinreichender Wahrscheinlichkeit, dass die Anträge tatsächlich am 21. April 1997 bzw. in Bezug auf die Entschädigungsansprüche für die Monate Januar und Februar 1997 innerhalb der gesetzlichen Dreimonatsfrist zuhanden der Arbeitslosenkasse der Post übergeben worden sind. Selbst wenn als erstellt gelten könnte, dass die fraglichen Formulare rechtzeitig dem firmeninternen Postdienst übergeben wurden, sind administrative Fehlleistungen bzw. der Verlust der Sendung auf dem Weg zur Post keineswegs ausgeschlossen. Soweit die Beschwerdeführerin einwendet, der Verlust des einzelnen Couverts oder der ganzen "Postkiste" widerspreche sowohl der allgemeinen Lebenserfahrung wie auch der klaren, auf langjähriger Erfahrung basierenden Aussage ihres Mitarbeiters H.________, wonach es, von nicht zustellbaren Sendungen abgesehen, noch nicht vorgekommen sei, dass Adressaten Schreiben der S.________ AG nicht erhalten hätten, kann daraus nicht gefolgert werden, dass im konkreten, zur Beurteilung stehenden Fall keine Unregelmässigkeiten aufgetreten sind. Denn so wenig der normale Arbeitsablauf in der Verwaltung geeignet ist, die Zustellung einer Verfügung zu belegen (BGE 103 V 66 Erw. 2b; vgl. auch ZAK 1992 S. 370 Erw. 3), so wenig vermag ein Arbeitgeber die rechtzeitige Geltendmachung von Entschädigungsansprüchen allein mit dem sonst im Betrieb die Regel bildenden Vorgehen rechtsgenüglich nachzuweisen (nicht veröffentlichtes Urteil H. vom 9. Januar 1997, C 294/96). Die Vorinstanz durfte somit zu Recht davon ausgehen, die Kurzarbeits- und Schlechtwetterentschädigungen für die Abrechnungsperioden November 1996 bis Februar 1997 seien nicht fristgerecht geltend gemacht worden. Die Wertungsgesichtspunkte, welche den Bestimmungen von Art. 38 Abs. 1 und Art. 47 Abs. 1 AVIG zu Grunde liegen, lassen das Beharren auf der Einhaltung der Dreimonatsfrist nicht als überspitzt formalistisch erscheinen. Die strikte Fristenregelung wird denn im Grundsatz auch durch die Zulassung von Wiederherstellungsgründen gemildert (BGE 114 V 123). In einem Verlust der fraglichen Unterlagen auf dem Weg zur Arbeitslosenkasse könnte indes kein unverschuldetes, zur Wiederherstellung führendes Hindernis erblickt werden.