Citation: 2C_868/2016 E. 5.2.5

5.2.5. Der Beschwerdeführer hat vorliegend konkret geltend gemacht - und im Rahmen des ihm Zumutbaren belegt (vgl. zur Mitwirkungspflicht: MEYER-LADEWIG/LEHNERT, a.a.O., N. 70 zu Art. 3 EMRK; BESSON/KLEBER, a.a.O., N. 22 zu Art. 3 EMRK) -, dass er nicht nur von der Opferfamilie gesucht und bedroht wird, sondern nächste Angehörige des Opfers gewichtige Positionen in der Staatsorganisation der Republik Kosovo und eine einflussreiche Rolle in Regierung, Politik und Gesellschaft spielten. Der Onkel des Getöteten sei Dienstchef der Polizei und persönlicher Leibwächter des ehemaligen Premierministers und heutigen Präsidenten Hashim Thaci; dies sei durch offizielles Fotomaterial belegt, welches jenen in unmittelbarer Nähe des Premierministers bzw. Präsidenten bei Staatsbesuchen bzw. hohen Staatstreffen zeige. Ein weiterer Onkel des Opfers sei Politiker und Mitglied des Gemeinderats der Heimatstadt des Beschwerdeführers. F.________, ein Cousin des Getöteten, schliesslich sei - so der Beschwerdeführer - Kommandant einer kosovarischen Spezialeinheit der Streitkräfte und habe sich in den sozialen Medien öffentlich für die Anwendung des "Kanun" ausgesprochen ("Kanun": jahrhundertealtes, mündlich überliefertes Gewohnheitsrecht der albanischen Gemeinschaft, welches unter anderem das Recht auf Blutrache regelt: vgl. BARBARA EGELER, Der Kanun - Gewohnheitsrecht als rechtliche Grundlage für Unrecht?, Diplomarbeit MAS Forensics Luzern vom 16. April 2007). Schliesslich habe das Tötungsdelikt im Kosovo allgemein hohe Wellen geworfen und auch Gegenstand von Berichten am Fernsehen gebildet.