Citation: 9C_592/2023 E. 3.3

3.3. Die Vorinstanz geht davon aus, dass die Steuerbehörde die geldwerte Leistung der Gesellschaft an die ihr nahestehende Person nachzuweisen hat, wenn sie die entsprechende Aufrechnung von geldwerten Leistungen nicht auf eine rechtskräftige Veranlagung der juristischen Person stützen kann. Die C.________ AG sei für das Jahr 2013 nach Ermessen veranlagt worden, nachdem sie trotz Mahnung keine Steuererklärung und somit auch keine Jahresrechnung eingereicht hatte. Am 21. Februar 2021 habe die Abteilung Juristische Personen des Kantonalen Steueramtes der Abteilung Natürliche Personen von zwei Rechnungen der C.________ AG an eine Drittfirma aus dem Jahr 2013 über Fr. 43'000.- und Fr. 45'360.- Kenntnis gegeben. Die Zahlungen seien bei der Drittfirma als Aufwand verbucht und von ihrem Konto auf das auf den Rechnungen als Zahlungsverbindung angegebene Konto überwiesen worden. Da es sich bei dem im kantonalen Beschwerdeverfahren eingereichten buchhalterischen Kontoauszug der Drittfirma um ein unechtes Novum handle, sei das Dokument nicht aus dem Recht zu weisen. Das Veranlagungsverfahren betreffend die Gewinn- und Kapitalsteuer 2013 der C.________ AG sei zum Zeitpunkt der Meldung längst rechtskräftig abgeschlossen gewesen. Da die Gesellschaft seit August 2017 nicht mehr existiere, habe ihr gegenüber kein Nachsteuerverfahren zwecks Überprüfung der Verbuchung der fraglichen Zahlungen eröffnet werden können. Insoweit bestehe keine Vermutung, die Zahlungen seien als Gewinnvorwegnahme an die Beschwerdeführerin geflossen. Es sei somit an der Steuerbehörde, Tatsachen nachzuweisen, die dafür sprächen, die Beschwerdeführerin habe die Zahlungen vereinnahmt. Lege sie ausreichend Indizien hierfür vor, hätten die Beschwerdeführer den betreffenden Sachverhalt durch Gegenbeweis zu widerlegen. Aufgrund der Umstände sei davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin als damalige Alleinaktionärin der C.________ AG die Zahlungen der Drittfirma als Gewinnvorwegnahme direkt vereinnahmt habe. Es sei nicht anzunehmen, dass die C.________ AG, die 2012 keine Geschäftstätigkeit ausgewiesen und 2013 bis 2016 keine Steuererklärung eingereicht habe und im August 2017 mangels Geschäftstätigkeit und verwertbarer Aktiven im Handelsregister gelöscht worden sei, die beiden Zahlungen vereinnahmt habe. Ein Zufluss an die Beschwerdeführerin, die bei Ausstellung der Rechnungen Alleinaktionärin und einzige Verwaltungsrätin der C.________ AG gewesen sei und damit allein darüber habe disponieren können, liege auf der Hand. Der Sachverhalt sei zudem nur unter Mitwirkung der Beschwerdeführer feststellbar. Das Steueramt habe diese mehrmals, aber ohne Erfolg aufgefordert, Belege einzureichen, aus denen allenfalls hervorgehe, dass die Zahlungen an die Gesellschaft (oder einen anderen Dritten) gegangen seien. Diesen Nachweis hätte die Beschwerdeführerin als damalige Alleinaktionärin, einzige und alleinzeichnungsberechtigte Verwaltungsrätin sowie Geschäftsführerin auch noch nachträglich erbringen können, allenfalls mithilfe ihres Nachfolgers im Verwaltungsrat. Es hätte bereits genügt nachzuweisen, dass das Konto, auf welches die beiden Beträge überwiesen worden seien, damals auf die C.________ AG lautete. Aus der Einreichung von Kontoauszügen zweier anderer Bankkonti lasse sich mangels Vollständigkeitsbescheinigung der betreffenden Bank nichts ableiten. Die Verletzung der Mitwirkungspflicht bezwecke erkennbar die Verschleierung des wahren Sachverhalts; dies sei als weiteres Indiz für die zur Aufrechnung führende Tatsache zu werten. Insgesamt sei es den Beschwerdeführern nicht gelungen, die aufgrund gewichtiger Indizien bestehende natürliche Vermutung, im Steuerjahr 2013 sei bei ihnen die Besteuerung von Einkünften in Höhe von Fr. 88'360.- unterblieben, mit Gegenbeweis zu entkräften. Die Aufrechnung der Einkünfte als Nachsteuer für das Jahr 2013 sei daher zu Recht erfolgt.