Citation: 8C_303/2008 20.10.2008 E. A

E.________, geboren 1977, ist gelernter Koch, ledig und Vater von zwei Kindern, welche bei ihren Müttern leben. Seit Juni 2003 war er als Barmann und Geschäftsführer für die seinem Bruder gehörende Firma X.________ erwerbstätig und in dieser Eigenschaft bei der Schweizerische Mobiliar Versicherungsgesellschaft (nachfolgend: Mobiliar) obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert. Am Sonntag, den 2. November 2003 um 06.00 Uhr war der Versicherte laut eigenen Angaben gemäss Bericht der Klinik Y.________ vom 16. Dezember 2003 "bei einer Rangelei mit einem Kollegen über eine Stufe im Boden gestolpert und dabei mit der Oberseite des Kopfes voran gegen eine Wand gestürzt. Direkt nach dem Trauma habe er Schmerzen im Nacken auf beiden Seiten empfunden. [...] Etwa vierzehn Tage nach dem Trauma habe er erstmals einen Schwankschwindel verspürt, der momentan plötzlich auftreten würde, 30 Minuten bis zu [...] drei Stunden anhalte und sich anschliessend vollständig zurückbilden würde." Dr. med. A.________ von der Praxisgemeinschaft B.________, welcher den Versicherten am 3. November 2003 einmalig behandelte, diagnostizierte eine Commotio cerebri, verordnete eine analgetische Therapie und bescheinigte, dass E.________ arbeitsfähig sei. Dr. med. C.________ berichtete am 21. Januar 2004 über eine vollständige Kopfbeweglichkeit. Er fand bei seiner Erstbehandlung vom 10. November 2003 ein Schleudertrauma der Halswirbelsäule (HWS), attestierte Arbeitsunfähigkeit vom 2. November bis 2. Dezember 2003 bei vollständiger Wiederaufnahme der angestammten Tätigkeit ab 3. Dezember 2003 und schloss seine Behandlung am 28. November 2003 ab (Arztzeugnis UVG vom 21. Januar 2004). Gleichzeitig verordnete er eine dritte Serie physiotherapeutische Behandlungen. Die Mobiliar übernahm in der Folge des ersten Unfalles vom 2. November 2003 die Heilbehandlung und richtete ein Taggeld aus. Ab 17. Februar 2004 war E.________ als Geschäftsführer der Bar D.________ für die Firma F.________ erwerbstätig und über diese Arbeitgeberin bei der Winterthur Versicherungen (heute: AXA Winterthur; nachfolgend: AXA oder Beschwerdegegnerin) gegen die Folgen von Unfällen versichert. Als er sich nach Arbeitsende am 24. März 2004 um 02.30 Uhr mit seinem Personenwagen VW Polo bei starkem Schneefall auf dem Heimweg befand, geriet sein Auto beim Befahren der Ausfahrt G.________ auf der Autobahn von H.________ nach I.________ ins Schleudern und stiess dabei mit der Front in die stark verschneite Leitplanke, ohne diese zu beschädigen. Die Polizei wurde nicht an den Unfallort beigezogen. Der Versicherte vermochte die Heimfahrt mit seinem Auto selbstständig fortzusetzen. Laut unfallanalytischem Gutachten der AXA vom 28. September 2005 betrug die kollisionsbedingte Geschwindigkeitsänderung beim Aufprall zwischen 7 und 12 km/h. In der Folge dieses zweiten Unfalles vom 24. März 2004 begab sich E.________ erstmals am 19. April 2004 in ärztliche Behandlung zu Dr. med. C.________, welcher die geklagten Beschwerden jedoch im Zusammenhang mit dem ersten Unfall sah und den Versicherten nach dessen eigenen Angaben als Simulanten bezeichnete. Dr. med. K.________, den E.________ daraufhin am 5. Mai 2004 erstmals aufsuchte, berichtete am 21. Juni 2004, nach dem zweiten Unfall habe der Versicherte zunächst keine Beschwerden verspürt. Etwa zehn Tage später sei dann "erneut stärkerer Schwindel [aufgetreten], zudem Nacken-, Kopf- und Rückenschmerzen." Seit 22. April 2004 habe er mehrmals wegen Beschwerden seinen Arbeitsplatz als Barkeeper vorzeitig verlassen müssen. Dr. med. K.________ diagnostizierte eine HWS-Distorsion, attestierte E.________ vom 24. bis 30. April sowie ab 4. Mai 2004 eine volle Arbeitsunfähigkeit und überwies ihn zur Rehabilitation in die Klinik L.________, wo er vom 2. August bis 3. September 2004 zur stationären Behandlung weilte. Am 7. Mai 2004 meldete die Firma F.________ der Mobiliar, das Schleudertrauma des Versicherten habe sich wieder massiv verschlechtert, weshalb er seit dem 22. April 2004 arbeitsunfähig sei. In der Folge richtete die Mobiliar wiederum ein Taggeld aus. Mit Unfallmeldung UVG vom 7. Juli 2004 zeigte die Firma F.________ das Ereignis vom 24. März 2004 auch der AXA an. Diese zog zur Prüfung der Unfallkausalität die Akten der Mobiliar bei, tätigte eigene Abklärungen, berief sich auf die Vorleistungspflicht des Krankenpflegeversicherers und hielt schliesslich mit Verfügung vom 16. Mai 2006, bestätigt durch Einspracheentscheid vom 21. Juli 2006, daran fest, dass die circa zehn Tage nach dem zweiten Unfall neu geklagten Beschwerden nicht in einem natürlichen Kausalzusammenhang mit dem Ereignis vom 24. März 2004 stünden und folglich ein Anspruch auf Leistungen nach UVG zu verneinen sei.