Citation: U 128/06 17.04.2007 E. 3

3.1 Die Vorinstanz stützt sich, um daraus zu schliessen, bereits wenige Wochen nach dem Unfall hätten deutliche Hinweise für eine sich anbahnende psychische Problematik bzw. Fehlverarbeitung des Ereignisses bestanden, einerseits auf die Aussagen des SUVA-Arztes Dr. med. W.________, welcher am 27. März 2002 ausgeführt hatte, er stehe unter dem Eindruck, dass die Problematik psychosomatisch sei, und am 3. Oktober 2002 präzisierte, die psychischen und psychovegetativen Beschwerden stünden mit noch nicht völliger Verdauung des Unfallerlebnisses im Vordergrund. Andererseits stützt sich das kantonale Gericht auf die Würdigung mehrerer Berichte. Insbesondere wurde im Austrittsbericht der Rehaklinik X.________ vom 17. Juli 2002 festgehalten, dass die Arbeitsunfähigkeit vor allem in Berücksichtigung der psychischen Belastbarkeit festgelegt werden sollte. Aus den ärztlichen Ausführungen von Dr. med. B.________ als Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie geht hervor, dass der Unfall zu einer Reaktivierung alter seelischer Verletzungen und einer anhaltenden schreckhaft-ängstlichen Abwehrhaltung geführt hat (Bericht vom 31. Januar 2003). In seinem Bericht vom 28. August 2003 hielt Dr. med. E.________ als Begründung für die Beschwerden eine konversionsneurotische Entwicklung fest und führte aus, die weitere Betreuung sei nur noch auf psychotherapeutische Massnahmen beschränkt. Auch in der Rehaklinik Y.________ wurde die Beschwerdeführerin gemäss Bericht vom 6. November 2003 lediglich wegen der bestehenden psychischen Problematik behandelt. 3.2 In der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird dagegen vorgebracht, es sei kaum ein ICD-Merkmal für eine Depressionsdiagnose erfüllt. Insbesondere habe der Psychiater Dr. med. B.________ keine klare Diagnose gestellt, habe auch nicht ausgeführt, welchen Grades die Depressivität sein würde und welche ICD-Kriterien allenfalls erfüllt wären. Eine posttraumatische Belastungsstörung werde weder von diesem, noch von irgendeinem anderen Arzt diagnostiziert, so dass angenommen werden müsse, dass die vorhandenen psychischen Verstimmungen von untergeordneter Bedeutung waren und keinen Krankheitswert erreicht hatten. 3.3 Anhand der gesamten medizinischen Aktenlage ist ersichtlich, dass bei der Beschwerdeführerin drei Monate nach dem Unfallereignis eine psychische Überlagerung vorgelegen hat. Dabei ist festzuhalten, dass die neuropsychologisch festgestellten Defizite auf eine psychische Überlagerung schliessen lassen und dass diese nicht nur bestehen kann, wenn eine Depression diagnostiziert wurde (Urteile C. vom 19. September 2006, U 60/06, E. 4.2.2, und T. vom 22. März 2006, U 285/05, E. 3.2.1). Unter diesen Umständen wurde die Prüfung der adäquaten Kausalität zu Recht unter dem Gesichtspunkt einer psychischen Fehlentwicklung nach Unfall gemäss BGE 115 V 133 vorgenommen, wobei - wie aus dem Folgenden hervorgeht - auch eine Beurteilung nach der Schleudertraumapraxis am Ergebnis nichts ändern würde. 3.4 Zutreffend hat die Vorinstanz den am 3. Januar 2002 erlittenen Unfall dem mittleren Bereich im Grenzbereich zu den leichten Unfällen zugeordnet. Damit die Adäquanz des Kausalzusammenhangs bejaht werden könnte, müsste somit ein einzelnes der in die Beurteilung einzubeziehenden Kriterien (BGE 115 V 133 E. 6c/aa S. 140) in besonders ausgeprägter Weise erfüllt sein oder die zu berücksichtigenden Kriterien müssten in gehäufter oder auffallender Weise gegeben sein (BGE 115 V 133 E. 6c/bb S. 140). In Beurteilung der einzelnen Kriterien ist im Lichte der Rechtsprechung festzustellen, dass im vorliegenden Fall die Kriterien der Arbeitsunfähigkeit (vgl. RKUV 2001 Nr. U 442 S. 544) und allenfalls der körperlichen Dauerbeschwerden erfüllt sind, während die übrigen Kriterien verneint werden müssen. Da der Unfall als mittelschwer an der Grenze zu leichten Unfällen zu betrachten ist, genügen für die Bejahung der Adäquanz die beiden Kriterien allerdings nicht. Die SUVA hat ihre Leistungspflicht mangels Unfallkausalität ab 17. Juli 2004 somit zu Recht eingestellt.