Citation: 1C_244/2020 E. 4.5

4.5. Ein weiterer Kritikpunkt betrifft den Güterumschlag. Nach der Vorinstanz besteht ein wesentlicher Aspekt der in der Lärmprognose vom 5. Oktober 2018 berücksichtigten Projektänderung darin, dass die Lastwagen nicht auf dem Vorplatz, sondern im Gebäudeinnern ent- und beladen werden. Dabei steht das Garagentor offen, weil die Fahrerkabine aus dem Gebäude herausragt (vgl. oben E. 2.1). Nach der Vorinstanz beruht die Lärmprognose auf der Annahme, dass jeweils nur ein Garagentor während des Warenumschlags geöffnet ist; die übrigen Tore müssten geschlossen sein. Darauf sei der Beschwerdegegner zu behaften, weil die BVE das Betriebskonzept und die Lärmprognose als massgeblich erklärt habe. In der Vernehmlassung an das Bundesgericht fügt die Vorinstanz bei, dass die (vierrädrigen) Zustellfahrzeuge der Post auf dem Vorplatz beladen würden. Die Beschwerdeführerinnen erwidern, es sei aktenwidrig, von einem Beladen der Vierradfahrzeuge im Gebäudeinnern auszugehen. Deswegen würden sich die Aussenlärmimmissionen entsprechend weniger verringern. Zudem ergebe sich die Verpflichtung zum Warenumschlag betreffend die Lastwagen bei nur einem geöffneten Tor nicht aus einer verbindlichen Auflage. Die Baubewilligung sei insoweit ergänzungsbedürftig. Nach dem BAFU wurde die Abstrahlung des Lärms aus dem Tor beim Ent- und Beladen der Lastwagen in der Halle korrekt berücksichtigt. Auch das Beladen der Zustellfahrzeuge auf dem Vorplatz gemäss Betriebskonzept sei in der Lärmprognose beachtet worden. Für diesen Vorgang sei der gleiche Schallleistungspegel wie für das Entladen der vollen Sammelbehälter aus den Lastwagen angenommen worden. Dies entspreche einer konservativen Annahme. Wie die Vorinstanz und das BAFU dargelegt haben, unterscheidet die Lärmprognose vom 5. Oktober 2018 zwischen dem Ent- und Beladen der Lastwagen in der Halle und dem Beladen der vierrädrigen Zustellfahrzeuge auf dem Vorplatz. Bei der betreffenden Stelle steht in der Lärmprognose, dass das Beladen der Zustellfahrzeuge auf dem Vorplatz als eine 30 Minuten dauernde Lärmphase ab 7.00 Uhr bewertet wird. Mit anderen Worten findet dieser Beladungsvorgang am Tag statt. In dieser Hinsicht sind keine Indizien für eine unvollständige oder offensichtlich unzutreffende Lärmermittlung ersichtlich. Im Übrigen ist es nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz die Verpflichtung zum Schliessen der anderen Garagentore beim Ent- und Beladen der Lastwagen als Bestandteil der Verbindlichkeit von Betriebskonzept und Lärmprognose für die Baubewilligung angesehen hat. Letztere erweist sich insoweit entgegen den Beschwerdeführerinnen nicht als ergänzungsbedürftig.