Citation: 1P.482/2000 08.09.2000 E. 6

6.- a) Im Weiteren bringt der Beschwerdeführer vor, im angefochtenen Entscheid werde die Annahme, es bestehe nach wie vor Kollusions- und Fortsetzungsgefahr, nicht hinreichend begründet. Er beklagt sich damit sinngemäss über eine Verletzung der aus Art. 29 Abs. 2 BV folgenden Pflicht zur Begründung der Entscheide. Zur Frage, ob besondere Haftgründe bestünden, beschränkte sich die Präsidentin des Verfahrensgerichts im angefochtenen Entscheid (S. 26, Ziff. 57) auf die Feststellung, da sich bezüglich der vom Besonderen Untersuchungsrichteramt geltend gemachten Kollusions- und Fortsetzungsgefahr keine Änderungen ergeben hätten, würden diese Haftgründe weiterhin bejaht. Sie verwies auf die Ausführungen in ihren Entscheiden vom 16. Februar, 12. April und 7. Juni 2000 sowie auf den Beschluss des Obergerichts vom 29. Februar 2000 und denjenigen des Obergerichtspräsidiums vom 23. Juni 2000. Ein solcher Verweis auf die in früheren Entscheiden enthaltenen Begründungen ist unter dem Gesichtspunkt von Art. 4 aBV bzw. Art. 29 Abs. 2 BV zulässig (BGE 123 I 31 E. 2c). Eine Verletzung der Begründungspflicht liegt nicht vor. Es ist indes zu bemerken, dass es im Falle einer weiteren Haftverlängerung angebracht wäre, wenn das Präsidium des Verfahrensgerichts nicht bloss auf frühere Ausführungen verweisen, sondern in seinem Entscheid kurz darlegen würde, aus welchen Überlegungen die besonderen Haftgründe weiterhin gegeben seien. Ob die Präsidentin des Verfahrensgerichts mit der Bejahung von Kollusions- und Fortsetzungsgefahr die vom Beschwerdeführer angerufenen Vorschriften von § 77 Abs. 1 lit. b und c StPO, Art. 5 Ziff. 1 EMRK und Art. 9 BV verletzte, betrifft die materielle Beurteilung und ist dort zu behandeln (vgl. E. 7d und 7e). b) Im angefochtenen Entscheid (S. 7, Ziff. 12) wird gesagt, gemäss dem Antrag auf Haftverlängerung vom 18. Juli 2000 ermittle das Besondere Untersuchungsrichteramt gegen den Beschwerdeführer wegen Betrugs (Art. 146 StGB) und Geldwäscherei (Art. 305bis StGB). Der Beschwerdeführer macht geltend, es fehle eine Begründung für den gegen ihn neu erhobenen Vorwurf der Geldwäscherei. Das trifft zu, doch ist dies nicht zu beanstanden. Gegen den Beschwerdeführer wird in erster Linie wegen Betrugs ermittelt, und die Präsidentin des Verfahrensgerichts hat eingehend geprüft, ob insoweit die allgemeine Haftvoraussetzung des dringenden Tatverdachts gegeben sei. Nachdem sie diese Frage bejaht hatte, erübrigte es sich - wie ohne Verletzung der Verfassung angenommen werden konnte - abzuklären, ob auch ein dringender Tatverdacht bezüglich Geldwäscherei bestehe.