Citation: 4A_476/2020 E. 4.2

4.2. Der Beschwerdeführer verkennt diese Grundsätze, indem er davon ausgeht, er könne sich im Sinne eines zusätzlichen Anfechtungsgrunds sui generis unmittelbar auf Art. 6 Ziff. 1 EMRK berufen, und sich auf den Standpunkt stellt, ein Verstoss gegen diese Bestimmung stelle eo ipsoeine Verletzung des verfahrensrechtlichen Ordre public nach Art. 190 Abs. 2 lit. e IPRG dar. Abgesehen davon kann dem Beschwerdeführer nicht gefolgt werden, wenn er unter Berufung auf einen Entscheid des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) ( Mutu und Pechstein gegen die Schweiz Nrn. 40575/10 et 67474/10 vom 2. Oktober 2018 § 95 f.) geltend macht, die Garantien nach Art. 6 Ziff. 1 EMRK seien in seinem Fall unmittelbar anwendbar, da es sich dabei um eine erzwungene Schiedsgerichtsbarkeit ("compulsory arbitration") und nicht um eine freiwillige Schiedsgerichtsbarkeit ("voluntary arbitration") handle. Insbesondere behauptet er zur Begründung eines angeblichen Zwangs, die Schiedsgerichtsbarkeit zu akzeptieren, sein Arbeitsvertrag habe einzig einen privaten Streitbeilegungsmechanismus zugelassen und die Aufhebungsvereinbarung vom 19. Januar 2012 habe die Möglichkeit vorgesehen, die Streitigkeit vor die Kammer zur Beilegung von Streitigkeiten der FIFA zu bringen. Dabei zitiert er die Aufhebungsvereinbarung unvollständig (FN 66), sieht diese in der ins Feld geführten Ziffer 4C doch Folgendes vor: "[...] B.C.________ FC acknowledges and agrees that the Football Player may, without prejudice to his right to refer the matter to the civil courts, immediately refer the matter to the FIFA Dispute Resolution Chamber for enforcement in accordance with the 'FIFA Regulations of the Status and Transfer of Players' [Hervorhebung hinzugefügt]". Entgegen der Darstellung in der Beschwerde trifft demnach nicht zu, dass der Beschwerdeführer gezwungen worden wäre, sich einer privaten Streitbeilegung zu unterwerfen. Im Gegenteil erlaubte es die vertragliche Bestimmung im Aufhebungsvertrag dem Beschwerdeführer ausdrücklich, bei einer Streitigkeit die staatlichen Gerichte anzurufen. Im Weiteren lässt er im Zusammenhang mit seinem Arbeitsvertrag unerwähnt, dass das FIFA-Reglement bezüglich Status und Transfer von Spielern ("Regulations for the Status and Transfer of Players" [Ausgabe 2009]) in Artikel 22 ebenfalls ausdrücklich vorsah, Streitigkeiten einem staatlichen Gericht zu unterbreiten: "Without prejudice to the right of any player or club to seek redress before a civil court for employment-related disputes, FIFA is competent to hear: [...]" (dazu Urteil 4A_492/2016 vom 7. Februar 2017 E. 3.3.2). Von einer erzwungenen Schiedsgerichtsbarkeit im Sinne der EGMR-Rechtsprechung kann daher keine Rede sein. Ohnehin verweist der Beschwerdeführer zur Begründung einer angeblichen Rechtsverweigerung bzw. einer Verletzung des Grundsatzes des fairen Verfahrens lediglich auf seine vorangehenden Vorbringen zur angeblichen Verletzung des Prinzips der res iudicata, die sich als unbegründet erwiesen haben.