Citation: 6B_776/2016 E. 2.5.3

2.5.3. Die Bereicherung des Täters entspricht in der Regel der Entreicherung des Opfers. Art. 140 Ziff. 1 StGB setzt keinen Mindestwert voraus. Was der Täter nicht begehrt, dessen wird er sich in aller Regel auch nicht gewaltsam bemächtigen wollen (zum Schadensbegriff etwa Urteil 4A_49/2016 vom 9. Juni 2016 E. 5.1 sowie BGE 129 IV 124 E. 3.1). Unter dem Gesichtspunkt ihres ideellen Werts sind nicht nur "nicht ersetzbare" Sammlerstücke vor Raub geschützt, sondern "das Vermögen" überhaupt. Der "ideelle" Wert für den Beschwerdeführer wie der Affektionswert für die Opfer sind überdies keineswegs als zu gering zu veranschlagen (vgl. PHILIPPE WEISSENBERGER, in: Basler Kommentar, Strafrecht II, 3. Auf. 2013, N. 32 zu Art. 172ter StGB), wandte der Beschwerdeführer mit Hilfe seiner Mittäter doch erhebliche Gewalt an, um dieser Fanartikel habhaft zu werden und dienten sie ihm sowohl der "Präsentation" vor seinen Kollegen als auch der angestrebten Provokation. Den Opfern konnten die Gegenstände, in deren Besitz der Beschwerdeführer und seine Mittäter direktvorsätzlich gelangen wollten und gelangten, erst nach erheblicher physischer Gewalteinwirkung entrissen werden. Die Bereicherung kann nicht nur im tatsächlichen Wert der Sache (vgl. oben Bst. A), sondern auch in ihrem Gebrauche liegen (NIGGLI/RIEDO, a.a.O., N. 82 Vor Art. 137 StGB). Das Besitzen einer nicht ohne weiteres käuflich erwerbbaren Sache stellt einen über ihren Schätzungswert hinausgehenden vermögensrechtlichen Vorteil dar, der als Bereicherung im Sinne von Art. 137 StGB zu qualifizieren ist, weil eben dem Besitz an dieser Sache grössere Bedeutung zukommt als ihrem Schätzwert (BGE 107 IV 166 E. 2b S. 168; zustimmend STRATENWERTH/JENNY/BOMMER, a.a.O., S. 301, Rz. 34). Ihren über den Schätzwert hinausgehenden besonderen (Gebrauchs-) Wert erhielt der Besitz der gegnerischen Club-Insignien gerade durch die Eroberung im "Kampf", d.h. durch den Raub. Ein Kauf erschiene in dieser Rowdy-Dynamik als schiere Unmöglichkeit.