Citation: 6B_739/2021 E. 2.1

2.1. Der Beschwerdeführer rügt eine Verletzung von Art. 97 Abs. 1 BGG und Art 95 lit. a BGG. Zwar anerkenne die Vorinstanz anhand der Gesprächsprotokolle vom 17./31. Januar 2019, dass teils neue Tatsachen vorlägen. Indes verneine sie deren Erheblichkeit, indem sie revisionsrechtlich neue Tatsachen willkürlich würdige und den Sachverhalt willkürlich feststelle. Gestützt darauf verkenne sie die rechtliche Relevanz der neuen Tatsachen im Hinblick darauf, ob diese zu einem im Schuld- oder Strafpunkt günstigeren Urteil führen können. Anhand der früheren Aussagen von B.________ sei das Obergericht im Jahr 2012 zum Schluss gelangt, diese hätte ihm keinen Anlass für die Annahme einer Einwilligung in die sexuellen Handlungen gegeben. Die neuen Tatsachen widerlegten diesen Schluss. Da B.________ neu in Abrede stelle, Widerstand geäussert oder gezeigt zu haben und auch, dass er Gewalt angewandt hätte, stelle sich die Frage einer sexuellen Nötigung durch "psychisches Unter-Druck-Setzen". Wahrscheinlich sei indes, dass der Tatvorwurf mangels Gewalt, Drohung aber auch "psychischen Unter-Druck-Setzens" in Bezug auf den grössten Teil des Geschehens dahin falle, zumal der Oralverkehr gemäss den Aussagen von B.________ nicht gegen ihren Willen erfolgt sei. Dies müsse sich erheblich auf den Strafpunkt auswirken. Auch in Bezug auf das Strafmass lasse sich anhand der neuen Tatsachen und damit, dass nur das Schlucken des Ejakulats gegen den Willen von B.________ erfolgt sei, nicht mehr vertreten, dass sich das Obergericht am Strafrahmen der Vergewaltigung orientiere. Es liege hinsichtlich der sexuellen Intensität kein mit dem vaginalen Geschlechtsverkehr vergleichbarer Vorgang vor. Ebenso wenig lasse sich noch vertreten, dass er mit direktem Vorsatz gehandelt habe. Zu berücksichtigen und gesamthaft zu würdigen seien die im Jahr 2014 mangels Erheblichkeit abgelehnten Revisionsgründe und die neu in den Gesprächsprotokollen gemachten Angaben. Mit diesen würden genau jene Aspekte widerlegt bzw. relativiert, anhand derer im Urteil 2012 darauf geschlossen worden sei, er hätte erkennen können und gewusst, dass B.________ ihn nicht oral befriedigen wolle. Die Vorinstanz verfalle in Willkür, wenn sie hiervon angesichts der neuen Aussagen von B.________ nach wie vor ausgehe. Konkret bringe sie neu vor, freiwillig in die Toilette eingetreten zu sein, dass die anfänglichen Küsse freiwillig ausgetauscht worden seien und sie ihm, dem Beschwerdeführer, nicht gesagt habe, die Toilette verlassen zu wollen; sie habe "mitgemacht" und sei von ihm geführt, aber nicht "gewaltvoll" (auf die Toilette) niedergedrückt oder an etwas gehindert worden; der Oralverkehr sei ihrerseits "wie willenlos" und damit nicht gegen ihren Willen vollzogen worden. Ebenso wenig könne daran festgehalten werden, dass B.________ mit ihrer Aussage, keinen Sex zu wollen, selbstredend auch Oralsex gemeint habe. Sie hätten sich nach dieser Aussage weiter geküsst, obwohl B.________ die Toilette hätte verlassen können und sie habe seinen Penis "selbst [ohne Gewalteinwirkung seinerseits] in den Mund genommen". Unter diesen Umständen könne nicht davon ausgegangen werden, B.________ habe zum Ausdruck bringen wollen, keinen Oralsex zu wollen, respektive dass er sich dessen hätte bewusst sein müssen. Stattdessen sei gemäss deren Angaben erst ab dem Zeitpunkt etwas gegen ihren Willen geschehen, indem er gesagt haben solle, "bei ihm schlucke jede". Im Ergebnis beschreibe B.________ damit einen nicht gegen ihren Willen vollzogenen Oralverkehr, den sie ihm auch nicht vorwerfe, "wobei sie am Ende gegen ihren Willen das Ejakulat geschluckt habe". Mithin entfielen die objektiven Anhaltspunkte dafür, dass er sich bewusst über den Willen von B.________ hinweggesetzt oder dies in Kauf genommen habe. Damit sei es willkürlich, weiterhin darauf zu schliessen, er hätte die von B.________ beschriebenen subjektiven Momente erkannt, konkret, dass sie Angst gehabt und sich die Situation aus ihrer Sicht zugespitzt habe. Da sie beim Oralverkehr neu "wie willenlos" mitgemacht habe, habe sich der Sachverhalt stattdessen von einem vermeintlich klaren Fall, in dem der Täter von Anfang an, gezielt rücksichtslos und eindeutig direkt vorsätzlich den Willen des Opfers übergehe, in eine Konstellation gewandelt, in der sich das Opfer allenfalls in einer subjektiven Zwangslage wähnte, dies seinem Gegenüber aber nicht deutlich gemacht habe. Entsprechend habe er auch nicht bereits vor dem Öffnen der Hose erkannt, dass B.________ ihn nicht habe oral befriedigen wollen.