Citation: 6B_575/2018 E. 2.7

2.7. Die Vorinstanz begründet den Schuldspruch hinreichend. Der Beschwerdeführer sucht sich mit jenen Umständen zu entlasten, welche schlicht die Folgen seines pflichtwidrigen Verhaltens sind. Der Beschwerdeführer bestreitet nicht, dass "ein absolut korrektes Verhalten" wohl einen unverzüglichen Anruf bei der Polizei vorausgesetzt hätte. Diese Pflichtwidrigkeit werde aber vom Grundtatbestand von Art. 92 Abs. 1 SVG als Übertretung ausreichend erfasst (Beschwerde S. 10). Dieser Rechtsauffassung kann nicht gefolgt werden. Die Verletzung einer Person ist das konstitutive objektive Tatbestandsmerkmal von Art. 92 Abs. 2 SVG (BGE 124 IV 79 E. 2d S. 81 mit Verweisung auf BGE 122 IV 356 E. 3b S. 358). Art. 92 Abs. 2 ist im Verhältnis zu Abs. 1 der qualifizierte Tatbestand, der entsprechend objektiv und subjektiv erfüllt sein muss (BGE 124 IV 79 E. 2d S. 81). Die Verletzung konstituiert genau dieses objektive Merkmal des Tatbestands von Art. 92 Abs. 2 SVG. Damit ist die Anwendung von Abs. 1 des Art. 92 SVG ausgeschlossen. Art. 92 Abs. 2 SVG geht dem Grundtatbestand in Abs. 1 als qualifizierte Tat vor (UNSELD, a.a.O., N. 74 zu Art. 92 SVG). Ob der Täter hingegen vorsätzlich oder fahrlässig handelte, wirkt sich lediglich auf die Strafhöhe aus (UNSELD, a.a.O., N. 29 zu Art. 92 SVG).