Citation: 1C_140/2022 E. 3.2

3.2. Der Beschwerdeführer 1 macht geltend, das Fremdgehen seiner Ex-Ehefrau habe als ausserordentliches Ereignis zu gelten, das nach der Einbürgerung erfolgt sei und zum raschen Zerfall des Willens zur ehelichen Gemeinschaft geführt habe. Zum Zeitpunkt der Einbürgerung sei für ihn nicht absehbar gewesen, dass seine damalige Ehefrau sieben Monate nach der Einbürgerung in eine Art Midlife-Crisis geraten und das Bedürfnis verspüren würde, sich mit anderen Männern zu treffen. Anfang Januar 2017 habe sie ihm gegenüber zugegeben, dass sie sexuellen Kontakt mit ihrem Ex-Freund hatte. Ab diesem Zeitpunkt hätten sie in getrennten Zimmern geschlafen, wobei der Beschwerdeführer 1 zunächst noch versucht habe, die Ehe zu retten. Er habe Ferien in München und Verona organisiert, sie zum Essen eingeladen und ihr Geschenke gemacht. Die Versuche, die Liebe seitens der damaligen Ehefrau wieder zu entfachen, führten jedoch nicht zum gewünschten Erfolg. Seine Ex-Ehefrau habe ihm ca. im März 2017 definitiv mitgeteilt, dass sie die Trennung wünsche, was der Beschwerdeführer 1 schliesslich akzeptiert habe. Er habe sich daraufhin eine eigene Wohnung gesucht. In der gleichen Zeit knüpfte er während eines Besuchs seiner Familie in Torino wieder Kontakt zu einer alten Schulfreundin (seiner jetzigen Ehefrau). Sie habe ihm geholfen, die Krise zu überstehen. Dabei seien sie sich schnell näher gekommen und sie wurde ungeplant schwanger. Seine Ex-Ehefrau habe sämtliche seiner Aussagen bestätigt. Die Vorinstanz schliesse einzig aufgrund der ehemaligen Beziehung der Ehegatten ohne weitere Begründung auf ein Näheverhältnis und messe ihren Aussagen deshalb nur untergeordnetes Gewicht bei. Solange keine Anzeichen für eine Begünstigung vorhanden seien, dürften ihre Aussagen jedoch nicht automatisch weniger bedeutsam sein. Es bestehe eine gesetzliche Wahrheitspflicht und es sei kein einziges Indiz genannt worden, wonach die beiden Eheleute nicht die Wahrheit gesagt hätten. Seine Ausführungen qualifiziere die Vorinstanz generell als Schutzbehauptungen, ohne hierfür Gründe zu nennen. Damit kehre die Vorinstanz jedoch die Beweislast um und verstosse gegen das Willkürverbot.