Citation: 6B_781/2010 13.12.2010 E. 3

3.1 Der Beschwerdeführer bestreitet die Tat. Er rügt eine Verletzung des in Art. 32 Abs. 1 BV, Art. 6 Ziff. 2 EMRK und Art. 26 Abs. 4 der Verfassung des Kantons Bern (KV/BE) verankerten Grundsatzes in dubio pro reo sowie Willkür bei der Sachverhaltsfeststellung. Trotz umfangreicher Ermittlungen habe kein Sachbeweis für seine Täterschaft gefunden werden können. Es gebe keine direkten Zeugen. Er sei einzig aufgrund einer Reihe von Indizien, welche angeblich gegen ihn sprechen würden, schuldig erklärt worden (Beschwerde S. 3). Die Vorinstanz habe den bundesrechtlich anerkannten Begriff des Indizienbeweises verletzt. Beim Indizienbeweis werde vermutet, dass eine nicht bewiesene Tatsache gegeben sei, weil sich diese Schlussfolgerung aus bewiesenen Tatsachen (Indizien) nach der Lebenserfahrung aufdränge. Die einzelnen Indizien müssten nachgewiesen sein. Diese dürften nicht auf Vermutungen abgestützt werden. Zweifel im tatsächlichen Geschehen seien bei der Würdigung der einzelnen Indizien zugunsten des Angeschuldigten zu werten (Beschwerde S. 4 und 7). 3.2 Für die dem Beschwerdeführer zur Last gelegte Tat gibt es weder objektive Sachbeweise noch direkte Augenzeugen, welche dessen Täterschaft beweisen würden. Der Beschwerdeführer wurde daher in einem reinen Indizienprozess verurteilt (angefochtenes Urteil S. 16). Liegen keine direkten Beweise vor, ist nach der Rechtsprechung auch ein indirekter Beweis zulässig. Beim Indizienbeweis wird aus bestimmten Tatsachen, die nicht unmittelbar rechtserheblich, aber bewiesen sind (Indizien), auf die zu beweisende, unmittelbar rechtserhebliche Tatsache geschlossen (Urteil 6B_297/2007 vom 4. September 2007 E. 3.4). Eine Mehrzahl von Indizien, welche für sich alleine nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auf die Täterschaft oder die Tat hinweisen und einzeln betrachtet die Möglichkeit des Andersseins offen lassen, können einen Anfangsverdacht verstärken und in ihrer Gesamtheit ein Bild erzeugen, das bei objektiver Betrachtung keine Zweifel bestehen lässt, dass sich der Sachverhalt so verwirklicht hat (vgl. Urteile 6P.13/2003 vom 16. April 2003 E. 4.3; 1P.87/2002 vom 17. Juni 2002 E. 3.4; 1P.458/1999 vom 4. November 1999 E. 7). Der Grundsatz in dubio pro reo als Beweiswürdigungsregel besagt, dass sich der Strafrichter nicht von einem für den Angeklagten ungünstigen Sachverhalt überzeugt erklären darf, wenn bei objektiver Betrachtung Zweifel bestehen, ob sich der Sachverhalt so verwirklicht hat. Dabei sind bloss abstrakte und theoretische Zweifel nicht massgebend, weil solche immer möglich sind und absolute Gewissheit nicht verlangt werden kann. Es muss sich um erhebliche und nicht zu unterdrückende Zweifel handeln, d.h. um solche, die sich nach der objektiven Sachlage aufdrängen (BGE 124 IV 86 E. 2a; 120 Ia 31 E. 2c). 3.3 Die Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz kann im Verfahren vor dem Bundesgericht nur gerügt werden, wenn sie willkürlich (Art. 9 BV) ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruht, und wenn die Behebung des Mangels für den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein kann (Art. 97 Abs. 1 BGG; BGE 134 IV 36 E. 1.4.1). Willkür bei der Beweiswürdigung liegt vor, wenn der angefochtene Entscheid offensichtlich unhaltbar ist oder mit der tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch steht. Dass eine andere Lösung oder Würdigung ebenfalls vertretbar erscheint oder gar vorzuziehen wäre, genügt für die Annahme von Willkür nicht (BGE 134 I 140 E. 5.4 mit Hinweisen). Der in Art. 32 Abs. 1 BV, Art. 6 Ziff. 2 EMRK und Art. 26 Abs. 4 KV/BE verankerten Unschuldsvermutung kommt in ihrer Funktion als Beweiswürdigungsregel im Verfahren vor dem Bundesgericht keine über das Willkürverbot von Art. 9 BV hinausgehende selbständige Bedeutung zu (BGE 127 I 38 E. 2a; 124 IV 86 E. 2a, mit Hinweisen). Die Rüge der Willkür muss in der Beschwerde anhand des angefochtenen Entscheids präzise vorgebracht und begründet werden, ansonsten darauf nicht eingetreten wird (Art. 106 Abs. 2 BGG; BGE 134 II 244 E. 2.2; vgl. supra E. 1). 3.4 Würdigt das erkennende Gericht einzelne, seinem Entscheid zugrunde liegende, belastende Indizien willkürlich oder lässt es entlastende Umstände willkürlich ausser Acht, führt dies nicht zwingend zur Aufhebung des angefochtenen Urteils durch das Bundesgericht. Die Beschwerde ist nur gutzuheissen, wenn das Gericht aufgrund der willkürfrei belastend berücksichtigten Indizien nicht zu einer Verurteilung gelangen durfte, wenn also bei objektiver Würdigung des ganzen Beweisergebnisses offensichtlich erhebliche und schlechterdings nicht zu unterdrückende Zweifel an der Täterschaft zurückbleiben mussten. Dies ist nicht der Fall, wenn sich die von der Vorinstanz willkürfrei als belastend gewerteten Indizien zu einer Gewissheit verdichten, welche die ausser Acht gelassenen, entlastenden Umstände als unerheblich erscheinen lassen (vgl. Urteil 6P.3/2004 vom 18. Juni 2004 E. 6).