Citation: 1P.301/2000 23.05.2000 E. 2

2.- a) Nach der alten, bis Ende Februar 2000 gültigen Fassung (Art. 87 aOG) ist die staatsrechtliche Beschwerde gegen letztinstanzliche Zwischenentscheide wegen Verletzung von Art. 4 aBV nur zulässig, soweit sie einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil zur Folge haben. Mit dem Bundesgesetz über prozessuale Anpassungen an die neue Bundesverfassung vom 8. Oktober 1999 ist der Wortlaut von Art. 87 aOG geändert worden (AS 2000 416/417): Nach Art. 87 Abs. 2 OG ist die Beschwerde allgemein und unabhängig vom Beschwerdegrund gegen selbständig eröffnete Vor- und Zwischenentscheide nur zulässig, wenn sie einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken können. Diese Gesetzesnovelle ist am 1. März 2000 in Kraft getreten (AS 2000 418). b) Es wird von der Beschwerdeführerin nicht in Frage gestellt, dass es sich beim angefochtenen Entscheid um einen (letztinstanzlichen) Zwischenentscheid handelt. Als Zwischenentscheide gelten solche Entscheidungen, welche das Verfahren nicht abschliessen, sondern bloss einen Schritt auf dem Weg zum Endentscheid darstellen (BGE 122 I 39 E. 1a/bb S. 41, 117 Ia 396 E. 1 S. 398). Die Überweisung einer Strafsache an die Staatsanwaltschaft nach § 34 der Zuger Strafprozessordnung (StPO) stellt lediglich einen Entscheid auf dem Wege zu deren gerichtlicher Beurteilung und zu einem Endentscheid dar. Sie gilt daher nach ständiger Rechtsprechung als Zwischenentscheid (BGE 115 Ia 311 E. 1a S. 313). Demnach findet die Regelung von Art. 87 aOG bzw. OG unabhängig von der massgeblichen Fassung grundsätzlich Anwendung. c) Die genannte Änderung des Organisationsgesetzes enthält keine Übergangsbestimmung. Demgegenüber schlossen die Schlussbestimmungen zur Änderung des OG vom 20. Dezember 1968 die Anwendung der neuen Bestimmungen aus auf Beschwerden gegen Verfügungen, die vor dem Inkrafttreten getroffen worden waren (III Abs. 2). Die Schlussbestimmungen zur Änderung des OG vom 4. Oktober 1991 erklärten die Novelle lediglich anwendbar, wenn auch der angefochtene Entscheid nach dem Inkrafttreten ergangen ist (Ziff. 3 Abs. 1). Nach allgemeiner Auffassung sind neue Verfahrensvorschriften auf hängige Verfahren sofort anwendbar (vgl. BGE 79 I 84 E. 1). Davon werden Ausnahmen für das Rechtsmittelverfahren in genereller Weise oder ab einem bestimmten Stadium gemacht (vgl. Kölz/Häner, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. Auflage 1998, S. 29, mit Hinweisen). In diesem Sinne ist insbesondere - neben den erwähnten Übergangsbestimmungen zum OG - entschieden worden, wenn eine grundlegend neue Verfahrensordnung geschaffen wurde (vgl. BGE 110 V 330, 112 V 356, 115 II 97 und 120 Ia 101 E. 1; vgl. aber auch BGE 118 Ib 145 sowie zum Ganzen ASA 67 409). Im vorliegenden Fall ist der angefochtene Entscheid noch unter der Herrschaft des bisherigen Wortlautes gefällt worden; die Beschwerde ist nach Inkrafttreten der neuen Bestimmung erhoben worden. Für die Beurteilung, ob die alte oder die neue Version anwendbar ist, fällt ins Gewicht, dass der neue Wortlaut die Beschwerdemöglichkeiten einschränkt (vgl. Botschaft über die Inkraftsetzung der neuen Bundesverfassung und die notwendige Anpassung der Gesetzgebung, BBl 1999 7922 [7937 f.]). Während nach altem Recht letztinstanzliche Zwischenentscheide wegen Verletzung eines speziellen Freiheitsrechtes bzw. wegen der eigenständigen Anrufung eines speziellen Freiheitsrechts neben der Berufung auf Art. 4 aBV auch ohne nicht wieder gutzumachenden Nachteil anfechtbar waren (Art. 86/87 aOG), kann nach dem neuen Recht unabhängig vom Beschwerdegrund nur dann Beschwerde erhoben werden, wenn der angefochtene Entscheid einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken kann (Art. 87 Abs. 2 OG; vgl. die genannte Botschaft). Der Vergleich von alter und neuer Fassung legt es nahe, auf den vorliegenden Fall das alte Recht nach Art. 87 aOG zur Anwendung zu bringen. Wie es sich mit dieser übergangsrechtlichen Frage letztlich verhält, kann indessen offen gelassen werden, wenn sich die vorliegende Beschwerde sowohl nach neuem (nachfolgend E. 3) als auch nach altem Recht (nachfolgend E. 4) als unzulässig erweisen sollte.