Citation: I 196/06 21.08.2006 E. 4

4.1 Laut Bericht des Hausarztes Dr. med. G.________ vom 7. Juni 2004 leidet die Beschwerdeführerin seit Sommer 1997 an Angstattacken, phasenweise depressiven Verstimmungen, chronischer Überlastung und chronischer Störung des Tag-Nacht-Rythmus. Die Schlafstörungen hätten behoben werden können, wobei es nicht gelungen sei, das verabreichte Medikament "Deanxit" wieder abzusetzen. Auf Wunsch der Patientin habe er im Februar 2003 eine psychotherapeutische Betreuung bei Dr. med. E.________ angeordnet, der die Muttersprache der Beschwerdeführerin spreche. Wegen der seit Jahren bestehenden Überforderung (vollzeitliche Erwerbstätigkeit, Führung eines Haushaltes und Erziehung des Kindes) sei die Prognose ungünstig. Zur Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit verwies Dr. med. G.________ auf die Einschätzung des Dr. med. E.________. Dieser diagnostizierte im Bericht vom 13. Juni 2004 eine ausgeprägte Angsterkrankung und Depression bei soziokulturellen Belastungen und genetischer Disposition. Seit ungefähr fünf Jahren hätten sich langsam und zunehmend verminderte Freudempfindung, Pessimismus, Überempfindlichkeit, Antriebsarmut und Affektlabilität (leichtes Weinen) bemerkbar gemacht. Die Patientin könne sich oft nicht richtig ausdrücken, weine immer wieder, wirke hilf- und ratlos und habe das Gefühl zu versagen. Trotz ihrer Beschwerden habe sie ihre Arbeit immer erledigen wollen. Neben den Gesprächen in türkischer Sprache benötige sie eine genügend dosierte Psychopharmaka-Therapie. Unter der Medikation sei eine leichte Verbesserung der Symptomatik erreicht worden. Die Patientin vermöge ihre Arbeit mit Mühe und Not im Umfang von höchstens 50 % zu erledigen. Die Prognose sei erfahrungsgemäss ungünstig. 4.2 Aus diesen ärztlichen Stellungnahmen ist der Schluss zu ziehen, dass die Arbeitsunfähigkeit auf einer Überlastungssituation beruht. Die Begründung des Dr. med. E.________ für die diagnostizierte genetische Disposition, dass die "Grossfamilie väterlicher- und mütterlicherseits stark mit Angst und Depression belastet", "viele Familienmitglieder (...) hier in der Schweiz" lebten und "wegen Angst und Depression invalid" seien, überzeugt nicht. Diese nicht verifizierten Umstände können auch Folge soziokultureller Anpassungsschwierigkeiten anderer aus der Türkei stammender Verwandter sein. Die vorinstanzliche Feststellung, die psychischen Beeinträchtigungen fänden ihre hinreichende Erklärung in den - invaliditätsfremden - psychosozialen und soziokulturellen Faktoren, lässt sich daher nicht beanstanden. Nachdem Dr. med. E.________ keine invalidenversicherungsrechtlich relevante psychische Krankheit nach einem wissenschaftlich anerkannten Klassifikationssystem stellt und auch sonst keine Anzeichen für eine solche bestehen, erübrigen sich weitere Abklärungen.