Citation: 5D_12/2009 11.03.2009 E. 2

Soweit für das vorliegende Verfahren relevant, wies die Vorinstanz die Klage der Beschwerdeführerin aus folgenden Überlegungen ab: Nach der Zivilprozessordnung des Kantons Wallis hätten die Parteien die aus ihrer Sicht für den Ausgang des Verfahrens wesentlichen Tatsachen grundsätzlich in den Rechtsschriften in substanziierter Form vorzubringen (Art. 126 Abs. 1 lit. d, Art. 130 Abs. 1 lit. c und d ZPO). Mit den angerufenen Beweismitteln hätten sie sich in ihren Rechtsschriften auseinanderzusetzen, d.h. sie hätten den wesentlichen Inhalt der Beweisurkunden in ihre Schriften aufzunehmen. Die Beilagen hätten die Funktion, die Tatsachendarstellung der Rechtsschrift zu belegen, keineswegs aber diese zu ersetzen oder die beweisbelastete Partei von ihrer Behauptungslast zu entbinden. Es obliege denn auch nicht dem Gericht oder dem Prozessgegner, sich aus diversen Unterlagen die wesentlichen herauszusuchen und derart den rechtlich relevanten Sachverhalt zu ermitteln. Die Vorverhandlung sei in der Regel der letzte Zeitpunkt, in welchem neue Tatsachen vorgebracht werden könnten (Art. 142 ZPO). Danach seien grundsätzlich auch keine neuen Beweismittel mehr zulässig (Art. 145 Abs. 1 ZPO). Ausnahmsweise könne der Richter gemäss Art. 145 Abs. 2 ZPO nach der Vorverhandlung neue Beweismittel zulassen, wenn sich aus den Akten ergäbe, dass diese Beweise notwendig sind, um die behaupteten Tatsachen, auf denen die Rechte und Ansprüche der Parteien beruhen, vollständig und wahrheitsgetreu festzustellen. Voraussetzung für die Anordnung von Beweisen von Amtes wegen sei aber stets, dass die Parteien beweispflichtige Tatsachen rechtzeitig vorgebracht, also behauptet haben. Wie weit anspruchsbegründende Tatsachen inhaltlich zu substanziieren seien, damit sie unter die massgeblichen Bestimmungen des materiellen Rechts subsumiert werden können, bestimme demgegenüber das materielle Bundesrecht. Die jeweiligen Anforderungen ergäben sich einerseits aus den Tatbestandsmerkmalen der angerufenen Norm und andererseits aus dem prozessualen Verhalten der Gegenpartei. Tatsachenbehauptungen müssten dabei so konkret formuliert sein, dass ein substanziiertes Bestreiten möglich sei oder der Gegenbeweis angetreten werden könne. In concreto behaupte die Beschwerdeführerin in der Klage, mit dem Schreiben an den Bezirksrichter vom 2. April 2007 das Vorkaufsrecht ausgeübt zu haben. Diesbezüglich bringe die Beschwerdeführerin bis und mit Vorverhandlung keine weiteren Tatsachenbehauptungen vor (s. E. 2.a/bb des angefochtenen Entscheids). In tatbeständlicher Hinsicht hielt die Vorinstanz fest, die Beschwerdeführerin habe spätestens am 19. März 2007 vom Verkauf der Miteigentumsanteile Kenntnis erhalten, womit die Frist zur Abgabe der Ausübungserklärung zu laufen begonnen und mithin spätestens am 20. Juni 2007 und damit einige Tage vor der Klageeinleitung am 29. Juni 2007 geendet habe. Mit dem Schreiben vom 2. April 2007 an das Bezirksgericht Leuk sei zwar innert Frist eine Ausübungserklärung erfolgt, jedoch nicht an die Eigentümer des Vorkaufsobjekts, an die sie hätte abgegeben werden müssen. Dass das Vorkaufsrecht innert der gesetzlichen Dreimonatsfrist auch gegenüber den Beschwerdegegnern als Eigentümer des Vorkaufsobjekts geltend gemacht worden sei, werde seitens der Beschwerdeführerin nicht in prozessual gehöriger Form behauptet. Mangels Behauptung sei demnach nicht erstellt, dass die Beschwerdeführerin das Vorkaufsrecht fristgerecht ausgeübt habe.