Citation: 2C_592/2021 E. 3.1

3.1. Der Beschwerdeführer reiste erstmals am 27. April 2018 als Asylgesuchsteller in die Schweiz ein und hielt sich hier auf, bis er am 29. August 2019 nach Italien, den für die Behandlung des Asylgesuchs zuständigen Staat, rücküberstellt wurde. Derzeit hält er sich aufgrund seines AsyImehrfachgesuchs vom 12. November 2019 in der Schweiz auf, das gemäss Verfügung des SEM vom 23. Juli 2020 materiell behandelt wird, weil die Frist zur Überstellung des Beschwerdeführers nach Italien abgelaufen und die Zuständigkeit daher auf die Schweiz übergegangen ist. Er verfügte in der Schweiz noch nie über einen anderen Aufenthaltstitel aIs über ein prozedurales Anwesenheitsrecht während der Hängigkeit der Asylverfahren, die aufgrund der Gesuche vom 27. April 2018 und vom 12. November 2019 eröffnet wurden. Vor diesem Hintergrund hat die Vorinstanz festgehalten, dass hier die erstmalige Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung infrage steht. Im Einklang mit der bundesgerichtlichen Rechtsprechung sei eine in affektiver Hinsicht besonders enge Beziehung nur zu bejahen, wenn ein grosszügig ausgestaltetes Besuchsrecht kontinuierlich und reibungslos wahrgenommen werde. Im Vaterschaftsurteil des Bezirksgerichts Frauenfeld vom 2. Mai 2019 sei auf eine Regelung des Besuchsrechts verzichtet worden. Nachdem zuvor nur unregelmässige Kontakte stattgefunden hätten, hätten der Beschwerdeführer und die Kindsmutter im Mai 2020 eine Vereinbarung getroffen, wonach Ersterer seinen Sohn während zwei bis drei Stunden pro Woche besuche. Ein grosszügiges Besuchsrecht im Sinne der Rechtsprechung sei somit nicht gegeben. Die Kontakte würden sich zudem auf das Spielen im Beisein der Kindsmutter beschränken, woraus zu schliessen sei, dass der Beschwerdeführer gegenüber seinem Sohn keine Verantwortung oder Erziehungsfunktion wahrnehme. Dieses Element erweist sich schon als genügend, um zum Schluss zu gelangen, dass der Beschwerdeführer gemäss Art. 8 EMRK keinen Anspruch auf eine Aufenthaltsbewilligung hat.