Citation: 2C_620/2020 E. 9.3

9.3. Die Beschwerdeführer machen sinngemäss geltend, es sei vorliegend schon deshalb nach Treu und Glauben davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer in der Steuerperiode 2012 einer selbständigen Erwerbstätigkeit nachgegangen sei, weil die kantonale Steuerverwaltung in den vorangegangenen Steuerperioden über Jahre hinweg das Vorliegen einer selbständigen Erwerbstätigkeit anerkannt habe und sich die Verhältnisse nicht geändert hätten (vgl. Beschwerde, S. 5). Nach Auffassung der Beschwerdeführer ist beim hier zu beurteilenden Fall die Rechtsprechung einschlägig, wonach die Steuerbehörde bei gleichbleibenden Verhältnissen aufgrund des aus dem Grundsatz von Treu und Glauben (vgl. Art. 5 Abs. 3 und Art. 9 BV) abgeleiteten Gebotes der Rechtssicherheit bzw. des Verbotes widersprüchlichen Verhaltens an eine über längere Zeit akzeptierte Qualifikation gebunden ist (vgl. zu dieser Rechtsprechung - allerdings zur Zuordnung von Wirtschaftsgütern zum Geschäfts- oder Privatvermögen - Urteil 2C_41/2016 / 2C_42/2016 vom 25. April 2017 E. 4.3). Mit diesem Vorbringen stossen die Beschwerdeführer jedenfalls insoweit ins Leere, als sie damit aus der steuerlichen Behandlung in der Steuerperiode 2008 Folgen für die Steuerperiode 2012 abzuleiten suchen. Denn wie ausgeführt, ist nicht erstellt, dass in der Steuerperiode 2008 Gewinne und/oder Verluste aus selbständiger Erwerbstätigkeit von der kantonalen Steuerverwaltung akzeptiert wurden (vgl. E. 5.1 hiervor). Auch im Übrigen verfängt das Vorbringen der Beschwerdeführer nicht: Selbst wenn - entgegen Ausführungen in den angefochtenen Urteilen, wonach hinsichtlich der veranlagten Erträge und Verluste aus selbständiger Erwerbstätigkeit und selbständigem Nebenerwerb des Beschwerdeführers aus den Jahren 2009 bis 2011 ein unstetes Bild der Veranlagungspraxis vorlag - angenommen würde, dass (zumindest) in den Steuerperioden 2009 bis 2011 durchgängig die von den Beschwerdeführern geltend gemachte, angeblich im Jahr 2012 fortgeführte selbständige Erwerbstätigkeit steuerlich anerkannt worden ist, könnte daraus nichts zugunsten der Beschwerde abgeleitet werden. Denn es ist nicht ersichtlich, auf welcher konkreten tatsächlichen Grundlage die entsprechenden früheren Veranlagungsentscheide getroffen wurden. Deshalb kann von vornherein nicht davon die Rede sein, dass die massgeblichen Verhältnisse in der Steuerperiode 2012 im Vergleich zu den Vorjahren (etwa in Bezug auf die Zusammensetzung der Aufwendungen) gleich geblieben seien und die Veranlagungsbehörde damit nach Treu und Glauben an ihre frühere Bejahung der selbständigen Erwerbstätigkeit gebunden gewesen sei.