Citation: 1P.797/2000 11.01.2001 E. 3

3.- a) Im Rahmen der Beurteilung des dringenden Tatverdachts wägt das Bundesgericht - im Gegensatz zum erkennenden Sachrichter - die belastenden und entlastenden Beweise nicht erschöpfend gegeneinander ab, sondern beschränkt sich auf die Prüfung, ob für die fragliche Straftat genügend konkrete Anhaltspunkte vorliegen (BGE 116 Ia 143 E. 3c). Für den dringenden Verdacht der Geldwäscherei sprechen neben der unbestrittenen Tatsache, dass im Haus der Beschwerdeführerin und ihres Ehemannes leere Notengeld-Verpackungen vorgefunden wurden, insbesondere die bei den Akten liegenden Protokolle der polizeilich aufgezeichneten Telefongespräche. Auffällig ist die Diskussion zwischen der Beschwerdeführerin und ihrem in Montenegro wohnhaften Vater vom 16. Oktober 2000. Dieses Gespräch lässt trotz gewisser Ungenauigkeiten darauf schliessen, dass mit grosser Wahrscheinlichkeit von verbotenem Geldtransfer die Rede war. Die Beschwerdeführerin erklärte damals, es würden "noch 200 fehlen", aber sie mache sich keine Sorgen. Wenn ihre Schwiegermutter "es" nicht finden könne, müssten "sie" eben Kredite aufnehmen oder "das eigene geben". Weiter versprach die Beschwerdeführerin, "es" zu bringen. Der Bemerkung ihres Vaters, dies stelle ein Risiko dar, setzte sie entgegen, sie werde ihre kleine Tochter mitnehmen und "alles auf sich tragen". Ausserdem habe beim "letzten und vorletzten Mal" auch kein Risiko bestanden. Der Haftrichter hat mit dem Hinweis auf die Protokolle der Telefonüberwachungen der Beschwerdeführerin sowie die Stellungnahme der Bezirksanwaltschaft II vom 10. November 2000 - in welcher auf das Gespräch vom 16. Oktober 2000 ausdrücklich Bezug genommen wird - den konkreten Tatverdacht ausreichend dargelegt. Dass er in seiner Verfügung nicht näher auf die einzelnen Aussagen eingeht, verletzt die Anforderungen an die Begründung eines Haftprüfungsentscheids nicht (vgl. BGE 123 I 31 E. 2c und d S. 34 f.). b) Das von der Beschwerdeführerin angerufene Prinzip, wonach mit fortschreitendem Verfahren ein immer strengerer Massstab an die Erheblichkeit und Konkretheit des Tatverdachts zu stellen ist, hat nicht zur Folge, dass der Haftrichter immer neue, zusätzliche Verdachtsmomente darlegen müsste. Sind, wie vorliegend, von Anfang an erhebliche Verdachtsgründe vorhanden, so genügt es für die fortgesetzte Annahme des dringenden Tatverdachts, dass dieser nicht durch andere Umstände oder neue Vorbringen des Verhafteten widerlegt wird. Im Übrigen ist zu beachten, dass sich die Untersuchung immer noch in einem Anfangsstadium befindet, was angesichts der Bedeutung und Komplexität des Falles nicht zu beanstanden ist. Der Einwand der Beschwerdeführerin, der Haftrichter nehme irrtümlich an, Fundort des sichergestellten Bargelds in Millionenhöhe sei ihr Wagen, steht in klarem Widerspruch zur angefochtenen Verfügung. Dies gilt auch für ihre Behauptung, sie befinde sich hauptsächlich als Folge ihrer familiären Beziehung zu anderen Verdächtigen in Haft. Nicht entlastend wirkt sich, jedenfalls in der aktuellen Untersuchungsphase, sodann die von ihr vorgebrachte Tatsache aus, dass sie im vergangenen März ein Kind geboren und seither für dieses zu sorgen hat. Insgesamt vermag die Beschwerdeführerin mit ihren Einwänden die vom Haftrichter dargelegten Verdachtsgründe keineswegs zu entkräften. Es verstösst daher auch unter Berücksichtigung des erwähnten zeitlichen Aspekts nicht gegen die persönliche Freiheit der Beschwerdeführerin, wenn der Haftrichter den Tatverdacht als für die Aufrechterhaltung der Haft nach wie vor hinreichend betrachtet.