Citation: 5P.155/2006 27.07.2006 E. 3

3.1 Die Beschwerdeführerin wirft dem Verwaltungsgericht in verschiedener Hinsicht eine Verletzung des rechtlichen Gehörs gemäss Art. 29 Abs. 2 BV vor. Von vornherein unzulässig ist die Mitanfechtung der Entscheide der Vormundschaftsbehörde, da die Beschwerdeführerin hier keinen Ausnahmegrund anführt (dazu: BGE 128 I 51 E. 1c). 3.1.1 Sie rügt vorerst, sie sei zwar - allerdings ungenügend - angehört worden, doch seien Art. 29 Abs. 1 und 2 BV verletzt worden, weil der Vater des Kindes nicht angehört worden sei. Das Verwaltungsgericht hat mit Bezug auf die Anhörung des Vaters des Kindes - zusammengefasst - ausgeführt, gemäss Art. 298 Abs. 1 ZGB stehe bei unverheirateten Eltern die elterliche Sorge allein der Kindsmutter zu. Dementsprechend könne der unverheiratete Vater nur ihr gegenüber das Besuchsrecht geltend machen. Der Anspruch gründe (von Gesetztes wegen) im Umstand, dass der Vater über sein Kind kein elterliches Sorgerecht habe und auf das Recht auf persönlichen Verkehr angewiesen sei. Dieses habe seinen Grund mithin nicht im behördlich gegenüber der Mutter angeordneten Obhutsentzug. Nur diese könne in jenem Verfahren ihre Rechte geltend machen. Dementsprechend habe das Gericht auf eine Beiladung des vom Obhutsentzug über die Tochter nicht betroffenen Vaters des Kindes verzichtet und habe es der Mutter des Kindes freigestellt, diesen zwecks Anhörung an die mündliche Verhandlung beizuziehen, was in der Folge dann auch so geschehen sei. Die Beschwerdeführerin setzt sich mit diesen Ausführungen nicht ansatzweise im Sinne von Art. 90 Abs. 1 lit. b OG auseinander, weshalb auf ihre Rüge nicht eingetreten werden kann. 3.1.2 Als Nächstes rügt die Beschwerdeführerin eine Verletzung von Art. 29 BV, weil die Begründung gemessen an der Tragweite der Angelegenheit "zu kurz" ausgefallen sei und ihre Argumente nicht zur Kenntnis genommen worden seien. Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung muss die Begründung eines Entscheids so abgefasst sein, dass der Betroffene ihn gegebenenfalls sachgerecht anfechten kann. Dies ist nur möglich, wenn sowohl er wie auch die Rechtsmittelinstanz sich über die Tragweite des Entscheids ein Bild machen können. In diesem Sinne müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich die Behörde leiten liess und auf welche sich ihr Entscheid stützt. Diese muss sich ausdrücklich nicht mit jeder tatbeständlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzen. Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (BGE 126 I 97 E. 2b S. 102, mit Hinweisen). Das Verwaltungsgericht hat sich ausgiebig mit den juristischen Voraussetzungen für die Errichtung einer Beistandschaft und den Obhutsentzug befasst. Die tatsächlichen Feststellungen dazu und zur Einräumung des Besuchsrechts seitens der Beschwerdeführerin nehmen mehrere Seiten in Anspruch (S. 17-23). Inwiefern das Verwaltungsgericht gegen die Begründungspflicht verstossen haben soll, wird von der Beschwerdeführerin nicht substantiiert dargetan (E. 2.1 hiervor). Darauf ist nicht einzutreten. 3.1.3 Sodann bringt die Beschwerdeführerin vor, da ihr Rechtsvertreter nicht angehört worden sei, habe das Verwaltungsgericht eine Gehörsverweigerung begangen. Die Beschwerdeführerin legt nicht dar, mit Bezug auf welche Anhörung dies der Fall gewesen sein soll, weshalb darauf nicht eingetreten werden kann. Die weitere in diesem Zusammenhang erhobene Rüge, diese Verfassungsnorm sei ebenfalls missachtet worden, weil die Anhörung nur durch den Präsidenten und einen Protokollführer der Vormundschaftsbehörde, nicht aber durch die Gesamtbehörde erfolgt sei, ist eine Rechtsfrage und der Berufung vorbehalten (dazu: BGE 131 III S. 409 ff.).