Citation: 4A_546/2014 E. 2.2.2

2.2.2. Die Vorinstanz führte unter Hinweis auf Art. 89 lit. a der Zollverordnung vom 1. November 2006 (ZV; SR 631.01) aus, eine nachträgliche Umbuchung, also eine nachträgliche Anwendung des Kontingentzollansatzes nach Art. 34 Abs. 4 lit. b des Zollgesetzes vom 18. März 2005 (ZG; SR 631.0), könne nur dann erfolgen, wenn im Zeitpunkt der ursprünglichen Zollanmeldung die materiellen und formellen Voraussetzungen für die Gewährung einer Zollermässigung erfüllt waren. Mit anderen Worten, so die Vorinstanz, mussten im massgebenden Zeitpunkt der Einfuhr die benötigten Zollkontingente vorliegen, damit ein Beschwerdeverfahren hätte erfolgreich sein können. Erst wenn feststehe, dass im relevanten Zeitpunkt ausreichend Zollkontingente vorhanden waren, sei demnach zu prüfen, ob das Beschwerdeverfahren aufgrund einer allfälligen Nachlässigkeit der Beschwerdegegnerin - wie von der Beschwerdeführerin behauptet - erfolglos gewesen sei. Die Vorinstanz berücksichtigte unter anderem die Aussage des sachverständigen Zeugen E.________, wonach am 15. Mai 2008 (recte: 2007) nach erfolgter Verzollung eines Teils der Warenpartie (d.h. 5'707.4 kg von insgesamt 17'937 kg) zum Kontingentzollansatz bei den verfügbaren Kontingenten ein Restsaldo von 11'469.6 kg bestanden habe; zudem sei offenbar eine Verzollung des verbleibenden Anteils von 12'229.6 kg versucht worden, womit ein Kontingentanteil von 760 kg gefehlt habe. Das verfügbare Kontingent der Beschwerdeführerin sei demnach um 760 kg zu klein gewesen. Auch der Zeuge F.________ habe zu Protokoll gegeben, dass im Zeitpunkt der Einfuhr 760 kg im Kontingent gefehlt hätten; zudem sei vom Zeugen G.________ bestätigt worden, dass zu wenig Kontingente vorhanden gewesen seien. Die Vorinstanz fasste die Zeugenaussagen dahingehend zusammen, dass im massgebenden Zeitpunkt der Einfuhr Kontingentanteile für 760 kg gefehlt hätten, "so dass diese zum Ausserkontingentzollansatz hätten verzollt werden müssen [Hervorhebung hinzugefügt]". Somit stehe fest, dass die Beschwerdeführerin im Zeitpunkt der Einfuhr nicht über die benötigten Kontingentanteile verfügt habe, "um die ganze Menge zum tieferen Kontingentzollansatz zu verzollen [Hervorhebung hinzugefügt]".