Citation: 8C_437/2018 E. 4.6

4.6. Entscheidend ist, ob sich eine Teilursächlichkeit mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellen lässt. Dies ist vorliegend trotz ausgebliebener Obduktion der Fall. Zwar kann die unmittelbare Todesursache nicht abschliessend bestimmt werden. Genau so wenig kann mit Bestimmtheit die effektive Ursache für die plötzliche Verschlechterung des Gesundheitszustands am 27. August 2014 ermittelt werden. Als in Frage kommende Ursachen für die Gesundheitsverschlechterung nannten die Ärzte indessen übereinstimmend lediglich zwei Möglichkeiten, wovon die Lungenembolie als die wahrscheinlichere bezeichnet wurde. Andere Ursachen schlossen sie dagegen entweder ausdrücklich (Hirnblutung) oder stillschweigend aus. Insoweit ist die Zustandsverschlechterung gemäss den allgemeinen beweisrechtlichen Grundsätzen (vgl. E. 2.2 hiervor) überwiegend wahrscheinlich als durch eine Lungenembolie hervorgerufen zu betrachten, welche wiederum dem unfallbedingten Absetzen der oralen Antikoagulantien zuzuschreiben war. Sollte der Versicherte alsdann am Folgetag tatsächlich wegen der Lungenembolie und nicht, wie von ärztlicher Seite wegen der Beendigung der Dialyse als alternative Möglichkeit aufgegriffen, an einer Niereninsuffizienz gestorben sein, wäre damit die mittelbare Teilursächlichkeit des Unfalls für den Tod ohne weiteres gegeben. Wird hingegen der von den Angehörigen wegen des schlechten Allgemeinzustandes getroffene, von den behandelnden Ärzten mitgetragene Entscheid, die Dialyse einzustellen, als die wahrscheinlichere unmittelbare Todesursache betrachtet, ist der Beschwerdeführerin zwar insoweit zu folgen, als sich dieser Entscheid als richtungsweisend für den Tod (zum eingetretenen Zeitpunkt) erweist. Daran ändert aber nichts, dass die Umstände, die zu diesem von ärztlicher Seite getragenen Entscheid geführt haben, zumindest teilweise durch den Unfall mitverursacht worden sind, hätte doch ohne diesen ein solcher Entscheid gar nicht erst gefällt werden müssen. Hätte der Entscheid indessen ohne den Unfall erst gar nicht gefällt werden müssen und erweist er sich als sachlich begründet, kann auch nicht geltend gemacht werden, damit sei die Kausalkette "Unfall - Hirnblutung - Sistierung der Antikoagulation - Zustandsverschlechterung (Lungenembolie) - Tod" unterbrochen worden. Vielmehr ist sie für den Fall, dass der Tod nicht unmittelbar durch die Lungenembolie, sondern durch Niereninsuffizienz eingetreten ist, um die Glieder "Entscheid Einstellung Dialyse - Niereninsuffizienz - Tod" zu erweitern. Für andere unmittelbare Todesursachen finden sich in den Akten keine Hinweise. Ebenso wenig wird Derartiges behauptet. Damit erweist sich der vorinstanzliche Entscheid als rechtens.