Citation: 1C_678/2023 E. 2.3

2.3. Die Vorinstanz hält zusammengefasst fest, bei Art. 29 Abs. 2 BV handle es sich um eine verfassungsrechtliche Minimalgarantie, die durch das anwendbare Verfahrensrecht erweitert werden könne. § 8 Abs. 1 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes des Kantons Zürich vom 24. Mai 1959 (VRG; LS 175.2), der das Recht auf Akteneinsicht im kantonalen Verwaltungsverfahren statuiere, gehe indes nicht über die Garantie von Art. 29 Abs. 2 BV hinaus. Indem die Rechtsvertretung der Beschwerdeführenden unbestrittenermassen die Möglichkeit zur Einsicht in die Akten auf dem Bauamt, zur Anfertigung von Notizen und zur Herstellung von Kopien der Akten, namentlich der Baupläne, auf einem Kopiergerät der Verwaltung gegeben worden sei, seien den Beschwerdeführenden alle gemäss der Rechtsprechung aus Art. 29 Abs. 2 BV ableitbaren Ansprüche gewährt worden. Der geltend gemachte technische Fortschritt und der nicht weiter substanziierte Überfluss an Kopiergeschäften stellten keine ernsthaften sachlichen Gründe für eine Praxisänderung dar. Es gelte zu bedenken, dass die geforderte Erweiterung in Bezug auf die Ansprüche aus Art. 29 Abs. 2 BV generell in allen zukünftigen Fällen - unbesehen der konkreten technischen Ausstattung der jeweiligen Behörde und der konkreten Angebotssituation von Kopiergeschäften vor Ort - zur Anwendung gebracht werden müsste. Ein absoluter Anspruch auf Herstellung auch von Kopien von grossformatigen Plänen durch die Behörden lasse sich mit dem Zweck einer verfassungsrechtlichen Minimalgarantie nicht in Einklang bringen. Vielmehr seien solche weitergehenden Ansprüche in den anwendbaren Verfahrensgesetzen zu verankern. Entgegen den Vorbringen der Beschwerdeführenden ergebe sich aus der Rechtsprechung des Bundesgerichts auch kein unbedingter verfassungsrechtlicher Anspruch auf Aktenzustellung oder -herausgabe an die Anwaltschaft. Ein solcher könne nur im Rahmen einer von der jeweils zuständigen Behörde konstant ausgeübten Praxis aus dem Grundsatz der rechtsgleichen Behandlung bei vergleichbaren Fällen abgeleitet werden, an der es vorliegend fehle. Auch den Einwand des fehlenden öffentlichen Interesses und der zu Unrecht unterlassenen Verhältnismässigkeitsprüfung hält die Vorinstanz für unbegründet. Die Baubehörde verfüge nach Eröffnung der Baubewilligung bzw. während laufender Rechtsmittelfrist nur noch über ein abgestempeltes Exemplar der Plansätze. Die Aufbewahrung dieses Exemplars ermögliche es ihr, das Akteneinsichtsrecht sämtlichen betroffenen Personen zu gewährleisten. Darüber hinaus stehe auch die Gewährleistung der Authentizität der Originalakten im öffentlichen Interesse. Das beanstandete Vorgehen sei geeignet, die genannten öffentlichen Interessen zu wahren, gehe nicht über das zur Zielerreichung Notwendige hinaus und erweise sich als zumutbar. Die den Beschwerdeführenden entstandenen zeitlichen und geldwerten Nachteile vermöchten die öffentlichen Interessen nicht zu überwiegen. Den Beschwerdeführenden sei es zudem trotz vorgebrachter mangelnder Genauigkeit der Plankopien möglich gewesen, ihre Standpunkte im Rechtsmittelverfahren wirksam zur Geltung zu bringen.