Citation: 9C_154/2023 E. 3.3.5

3.3.5. Dementsprechend wäre es Sache der Steuerpflichtigen gewesen, im bundesgerichtlichen Verfahren aufzuzeigen, dass und weshalb es verfassungsrechtlich unhaltbar sei, von einer "gleichmässig über den Leistungszeitraum" erfolgten Leistungserbringung auszugehen. Dies hat sie nicht getan. Allem voran hat sie es unterlassen, den im Ursprungsvertrag vom 12. Juni 2014 in Aussicht genommenen Projektzeitplan vorzulegen oder anhand anderer Beweismittel nachzuweisen, in welchem konkreten Zeitpunkt bzw. Zeitraum die Beraterin 1 welche konkreten Leistungen erbracht hat. Dies bleibt weiterhin im Unklaren, wobei festzuhalten ist, dass diese Sachlage nicht der ESTV angelastet werden kann. Die Beweisführungs- und Beweislast liegt, ausgehend von der Mitwirkungspflicht (Art. 13 VwVG; vorne E. 2.3.4), ausschliesslich bei der Steuerpflichtigen. Denn diese leitet aus dem Umstand, dass keine gleichmässige Leistungserbringung vorgelegen habe, Rechte für sich ab (Art. 8 ZGB per analogiam bzw. Normentheorie; vorne E. 2.3.6). Die ESTV befindet sich insofern in einem Untersuchungsnotstand, da es ihr verunmöglicht ist, ohne näheren Aufschluss über die konkrete Leistungserbringung und den konkreten zeitlichen Ablauf ein umfassendes Bild zu gewinnen.