Citation: 6B_643/2020 E. 2.2

2.2. Die Vorinstanz erwägt, das Tatverschulden des Beschwerdeführers sei nicht mit demjenigen eines Bodypackers zu vergleichen. Er habe sich ohne gesundheitliche Risiken und dank der guten Organisation auf sicheren Reiserouten bewegen können. Es sei um keine Gelegenheitsdelinquenz gegangen. Vielmehr habe er eine gewisse Vertrauensstellung genossen, sei er doch innert kurzer Zeit mit dem Transport von hochwertigem und kostbarem Stoff betraut worden. Dass ihn ein geeignetes und reiseerfahrenes Bandenmitglied sofort hätte ersetzen können, sei eher unwahrscheinlich. Hingegen treffe es zu, dass der Beschwerdeführer weisungsabhängig gewesen sei und die Kurierdienste unter engmaschiger Begleitung der Hintermänner ausgeführt habe. Das objektive Tatverschulden wiege daher mittelschwer. Beim subjektiven Tatverschulden sei ein finanzielles Motiv vorgelegen. So habe der Beschwerdeführer in zweieinhalb Monaten rund Euro 10'000.-- verdient, abzüglich maximal Fr. 2'500.-- Reisekosten. Das sei für einen in Spanien lebenden Familienvater mit unregelmässigem Erwerbseinkommen zweifellos ein beträchtlicher Beitrag an die Lebenshaltungskosten. Dass eine eigentliche finanzielle Notlage bestanden habe, sei nicht klar ersichtlich. Der Beschwerdeführer lebe seit 1998 in Spanien. Er habe eine gute Ausbildung in Nigeria als Elektroingenieur abgeschlossen. In Spanien habe er in einer chemischen Fabrik auf Stundenlohnbasis gearbeitet. Er habe einzig während zwei Monaten Arbeitslosengeld bezogen. Er besitze ein eigenes Auto. Damit unterscheide sich seine finanzielle Lage nicht von derjenigen einer Vielzahl anderer in Spanien lebender Personen. Seine Passeinträge von Mai bis Oktober 2017 belegten intensive Reisen in Länder wie die Türkei via Griechenland, Äthiopien und Moçambique. Diese hätten offensichtlich finanziert werden können. Von einer eigentlichen Notlage sei daher nicht auszugehen. Alles in allem rechtfertige es sich angesichts des mittelschweren Verschuldens, eine Einsatzstrafe von 4 Jahren Freiheitsstrafe festzulegen. Bei der Täterkomponente seien noch die Vorstrafen aus Dänemark und Frankreich zu beachten. Trotz massiver Vorwarnungen und Verbüssung von 20 Monaten in Frankreich und rund 2 Monaten in Dänemark hätten ihm jene Strafen offenbar keinen Eindruck gemacht. Das Urteil aus Frankreich datiere vom 4. April 2007 und laute auf 2 Jahre Gefängnis. Es sei dem Beschwerdeführer nach Art. 369 StGB noch immer entgegenzuhalten. Eine besondere Strafempfindlichkeit wegen der familiären Situation sei zu verneinen. Der Beschwerdeführer habe sich zu den Reisen in Kenntnis seiner Verpflichtungen gegenüber seiner Ehefrau und seinen drei Kindern entschlossen. Dass die 17-jährige Tochter in der Zwischenzeit von zuhause ausgerissen sein soll und die Ehefrau eine Fehlgeburt erlitten habe, mag belastend sein. Was die gesundheitliche Situation anbelange, so berufe er sich darauf, dass er nun Probleme an der rechten Schulter habe, welche er bei der angeblich brutalen Festnahme durch die Polizei verursacht worden seien. Diese These werfe ein besonders ungünstiges Licht auf den Beschwerdeführer. Der eingereichte Arztbericht spreche von chronischer anteriorer Luxationsfraktur. Dies passe zu den Ausführungen des Beschwerdeführers, er habe schon im Jahr 2015 einen Unfall gehabt. Dass nun die seit langem bestehenden Schulterschmerzen und der schlecht verheilte Bruch der Polizei angelastet werden sollten, zeige, dass er taktiere und sich durch Angriff zu verteidigen versuche. Er habe es übrigens verstanden, die Ärzte insofern irrezuführen, als diese vermerkt hätten, es handle sich um eine in Fehlstellung verheilte Luxationsfraktur nach Trauma im April 2018. Die hier manifestierte Gesinnung zeige sich auch in den diversen Einvernahmen. Bewusst falsche Schuldzuweisungen an andere würfen kein gutes Licht auf ihn. Die Erhöhung der Strafe durch die Vorinstanz um ein halbes Jahr angesichts der Unbeeindruckbarkeit des Beschwerdeführers durch Strafverfahren sei nicht zu beanstanden. Auch seine Eingabe im Berufungsverfahren zeuge nicht von Unrechtsbewusstsein, sondern diene letztlich einer Anklage an die Justiz und Polizei. Ob der Beschwerdeführer das Unrecht seiner Tat, abgesehen von einem Bedauern, dass er dem Schweizer Staat Kosten verursacht habe, bereut habe, sei nicht ersichtlich. Insgesamt erweise sich eine Freiheitsstrafe von 4 ½ Jahren als angemessen (vgl. angefochtenes Urteil, E. 4. S. 9 ff.).