Citation: U 128/05 12.09.2005 E. 3

Beschwerdeführerin, Verwaltung und Vorinstanz sind sich insoweit einig, dass der versicherte Verdienst wegen der ab 1. September 1999 eingetretenen Arbeitslosigkeit in Anwendung von Art. 24 Abs. 1 UVV zu ermitteln ist. Divergenzen bestehen lediglich noch für die Zeit ab 1. September bis 4. Oktober 1999, da Verwaltung und Vorinstanz auch diesbezüglich von einer Teilzeitstelle, die Beschwerdeführerin hingegen von einer Vollzeitstelle ausgehen. 3.1 Wie das Eidgenössische Versicherungsgericht wiederholt festgehalten hat, werden mit den Sonderregeln von Art. 22 Abs. 4 Satz 2 UVV und denjenigen von Art. 24 UVV Ausnahmen vom allgemeinen Grundsatz der Rentenbemessung nach dem effektiven Jahreslohn vor dem Unfall statuiert. Zweck dieser Sonderregeln ist es, die versicherte Person oder ihre Hinterlassenen vor unbilligen Nachteilen zu schützen, welche sich bei bestimmten Sachverhalten aus der Anwendung der Grundregel ergeben würden (BGE 114 V 117 Erw. 3c; RKUV 2003 Nr. U 483 S. 247 Erw. 3.3; Frésard, L'assurance-accidents obligatoire, in: Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht [SBVR], Soziale Sicherheit, Rz 53; Maurer, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, S. 326). Es sollen damit Lohnlücken geschlossen werden, die resultieren, wenn die versicherte Person im Jahr vor dem Unfall nicht während des ganzen Jahres Lohn bezogen oder aus bestimmten Gründen nur einen verminderten Verdienst erzielt hat. Mit der Sonderregel von Art. 22 Abs. 4 Satz 2 UVV im Besonderen wird für unterjährige Arbeitsverhältnisse die Umrechnung des tatsächlichen, nicht während des ganzen Jahres bezogenen Lohnes auf ein Jahreseinkommen angeordnet. Damit sollen rein zeitlich bedingte Lohnlücken ausgeglichen werden; dies im Gegensatz zum Ausgleich von quantitativen Verdiensteinbussen bei den Ausnahmetatbeständen von Art. 24 UVV (RKUV 2003 Nr. U 483 S. 247 Erw. 3.3 mit Hinweisen). 3.2 Nach Gesagtem ist die Beschwerdeführerin für die Ermittlung des versicherten Verdienstes so zu stellen, wie wenn sie im Jahr vor dem Unfall nicht arbeitslos geworden wäre. Es ist deshalb auf den Lohn abzustellen, den die Versicherte ohne Arbeitslosigkeit mutmasslich erzielt hätte. Dabei sind die konkreten Umstände zu berücksichtigen. Die Versicherte kündigte ihre Teilzeitstelle (ca. 30 Stunden pro Woche) per 31. August 1999, ohne bereits eine andere Stelle zu haben, und bemühte sich ab 1. September 1999 um eine Vollzeitstelle. Als Grund für die Kündigung erwähnte sie gegenüber der Arbeitslosenversicherung das schlechte Arbeitsklima, an welchem sie psychisch gelitten habe. Wenn Verwaltung und Vorinstanz aufgrund der Umstände davon ausgehen, es sei nicht genügend erstellt, dass die im Zeitpunkt des Unfalls 43-jährige Beschwerdeführerin unmittelbar im Anschluss an das von ihr beendete Arbeitsverhältnis eine Vollzeitstelle gehabt oder zumindest mehr verdient hätte als vorher, ist dies nicht zu beanstanden. Allein die geäusserte Bereitschaft der Versicherten gegenüber der Arbeitslosenversicherung und der Nachweis einiger persönlicher Arbeitsbemühungen um Vollzeitstellen sind nicht genügende Anhaltspunkte für eine andere Betrachtungsweise. Die vorgenommene Ermittlung des versicherten Verdienstes ist demzufolge korrekt erfolgt.