Citation: 2C_422/2022 E. 5.1

5.1. Der Beschwerdeführer bringt vor, er habe in Deutschland eine Apotheke als Filialleiter geführt. Im Kanton Bern habe er bloss eine Stellvertretungsbewilligung erhalten, die eine örtlich und zeitlich eng begrenzte Stellvertretung der Betriebsleitung einer Apotheke erlaube. Der Beschwerdeführer beanstandet die vorinstanzliche Auffassung, wonach die Berufsausübung als Apotheker in eigener fachlicher Verantwortung nicht vom Mindesttätigkeitsfeld gemäss Art. 45 Abs. 2 RL 2005/36/EG erfasst werde. Der Apothekerberuf gehöre zu den freien Berufen und werde typischerweise selbständig ausgeübt. Wäre die Berufstätigkeit in eigener fachlicher Verantwortung vom Mindesttätigkeitsfeld nicht erfasst, hätte dies in Art. 45 RL 2005/36/EG explizit Niederschlag gefunden. Das in Art. 45 Abs. 2 RL 2005/36/EG umschriebene Mindesttätigkeitsfeld entspreche denn auch demjenigen eines selbständigen Apothekers. Aus historischer Sicht sei nicht der unselbständige, sondern der selbständig tätige Apotheker im Fokus der Freizügigkeit gestanden. Die Unterscheidung zwischen selbständig und unselbständig respektive zwischen in eigener und fremder Verantwortung, so der Beschwerdeführer weiter, sei der Richtlinie und auch den meisten EU-Mitgliedstaaten fremd. Vielmehr sollte jede Art der Berufsausübung mit der Richtlinie harmonisiert werden. Da mit dem Weiterbildungserfordernis nach Art. 36 Abs. 2 MedBG eine weitergehende Voraussetzung verlangt werde, als es die Richtlinie erlaube, sei sein Zugang zur Erwerbstätigkeit nicht mit dem europäischen Recht koordiniert, was nach Auffassung des Beschwerdeführers Art. 9 FZA und Anhang III FZA verletzt.