Citation: 1C_543/2021 E. 8.6.2

8.6.2. In BGE 146 II 36 (vgl. dazu die Anmerkung von ALAIN GRIFFEL, in: URP 2020, S. 173, S. 186 ff.) ging es um die Frage, ob Off-Airport-Parkplätze bei der Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) für ein auf dem Flughafenareal geplantes Parkhaus zu berücksichtigen seien. Das Bundesgericht bejahte dies für Off-Airport-Parkplätze von Drittunternehmen mit eigener Infrastruktur am Flughafen, da hier eine enger räumlicher und funktionaler Zusammenhang mit dem Betrieb des Flughafens gegeben sei. Es hielt dabei unter anderem fest, die Emissionsbegrenzung beim motorisierten Individualverkehr im Zusammenhang mit dem Flughafen dürfe nicht durch den vorgeschriebenen marktwirtschaftlichen Wettbewerb beim diesbezüglichen Parkplatzangebot unterlaufen werden (E. 5.1). Anders beurteilte es Drittunternehmen, bei denen die Flugpassagiere direkt zu den Off-Airport-Parkplätzen führen und von dort aus - beispielsweise mit Sammeltransporten - im Sinne eines Park-and-Ride-Systems an den Flughafen gelangten. Zwar sei bei derartigen Parkierungsanlagen ein gewisser funktionaler Zusammenhang mit dem Flughafen gegeben, weshalb es sachgerecht sei, dass raumplanerisch auch in dieser Hinsicht eine Gesamtbetrachtung angestellt werde (unter Verweis auf das Urteil 1C_290/2017 vom 15. Januar 2018, E. 7.4). Diesem Zweck dienten die verkehrsplanerischen Instrumente des SIL und des kantonalen Richtplans. Bei den entsprechenden Parkierungsanlagen fehle aber ein genügend enger räumlicher und funktionaler Zusammenhang für die Pflicht zum projektbezogenen Einbezug in eine UVP für die Flughafenanlage. Die Drittunternehmen, welche derartige Parkierungsanlagen betrieben, wirkten organisatorisch und betrieblich nur in untergeordnetem Umfang mit der Flughafenbetreiberin zusammen, sodass insoweit das Vorliegen einer Gesamtanlage zu verneinen sei (E. 5.2).