Citation: 1B_137/2007 18.07.2007 E. 3

Der angefochtene Entscheid erweist sich somit als verfassungs- und konventionswidrig und ist demzufolge aufzuheben. Indes hat die Anklagekammer inzwischen am 4. Juli 2007 dem Fristverlängerungsgesuch für die Durchführung der Hauptverhandlung (diese ist auf den 10. August 2007 angesetzt) entsprochen. Die Anklagekammer beschränkt sich aber bei der Beurteilung eines Verlängerungsgesuches auf die Überprüfung der Verhältnismässigkeit der Haft (siehe auch Thomas Maurer, Das bernische Strafverfahren, 2. Auflage, Bern 2003, S. 434). Ob eine weitere Haft materiell gerechtfertigt ist, d.h. ob die gesetzlichen Haftgründe gegeben sind, wurde seit dem Fristverlängerungsbeschluss auf kantonaler Ebene nicht geprüft und bildet deshalb nicht Streitgegenstand des vorliegenden bundesgerichtlichen Verfahrens. Es ist nicht Aufgabe des Bundesgerichts, erstinstanzlich darüber - und damit über eine allfällige Haftentlassung - zu entscheiden. Deswegen rechtfertigt es sich, in Beachtung des Beschleunigungsgebots vor Ablauf der Replikfrist über die Beschwerde zu befinden, damit die kantonalen Behörden unverzüglich prüfen können, ob eine materielle Rechtsgrundlage für eine weitere Inhaftierung bis zur Hauptverhandlung besteht.