Citation: I 827/02 03.12.2003 E. 2

2.1 Bei der Ermittlung des ohne Invalidität erzielbaren Einkommens (Valideneinkommen) ist entscheidend, was die Versicherte im massgebenden Zeitpunkt nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 360 Erw. 5b) als Gesunde tatsächlich verdienen würde. Die Einkommensermittlung hat so konkret wie möglich zu erfolgen. Massgebend ist, was die versicherte Person auf Grund ihrer beruflichen Fähigkeiten und persönlichen Umstände unter Berücksichtigung ihrer beruflichen Weiterentwicklung, soweit hiefür hinreichend konkrete Anhaltspunkte bestehen, zu erwarten gehabt hätte (BGE 96 V 29, ZAK 1985 S. 635 Erw. 3a sowie RKUV 1993 Nr. U 168 S. 100 f. Erw. 3b). Da nach empirischer Feststellung in der Regel die bisherige Tätigkeit im Gesundheitsfall weitergeführt worden wäre, ist Anknüpfungspunkt für die Bestimmung des Valideneinkommens häufig der zuletzt erzielte, der Teuerung sowie der realen Einkommensentwicklung angepasste Verdienst (RKUV 1993 Nr. U 168 S. 101 Erw. 3b am Ende; vgl. auch ZAK 1990 S. 519 Erw. 3c). 2.2 Die IV-Stelle legte das Valideneinkommen entsprechend dem in den Salärempfehlungen 2001 des Schweizerischen Kaufmännischen Verbandes (SKV) für 37 Jahre alte kaufmännische Angestellte der (untersten) Funktionsstufe B verzeichneten Minimaleinkommen fest (minimales Einkommen Fr. 51'039.-, mittleres Einkommen Fr. 60'045.-, maximales Einkommen Fr. 69'051.-). Die IV-Berufsberaterin begründete dies in einer Notiz vom 18. Juni 2001 mit der im Arbeitgeberbericht vom 21. September 1999 als Kündigungsgrund angegebenen mangelnden Grundausbildung und unbefriedigenden Qualifikation der Beschwerdeführerin, was jene als falsch bezeichnet und als den wahren Grund häufige Absenzen wegen Krankheit und Mutterschaft geltend macht. Die Vorinstanz liess die Frage offen und rechnete auf der Basis des 1992 zuletzt erzielten vollen Jahreslohns für das Jahr 2001 ein Valideneinkommen von Fr. 54'958.-. 2.3 Das Eidgenössische Versicherungsgericht hat in BGE 128 V 174 (für den Bereich der Invalidenversicherung: SVR 2003 IV Nr. 11 S. 31) entschieden, dass für die Vornahme des Einkommensvergleichs grundsätzlich auf die Gegebenheiten im Zeitpunkt des allfälligen Rentenbeginns abzustellen ist. Dieser fällt vorliegend in das Jahr 1998. Die Beschwerdeführerin erzielte als 27-Jährige 1991 - im letzten Jahr, in welchem nach ihrer Darstellung das Einkommen in Höhe und Anstieg nicht durch Krankheitsabsenzen verfälscht wurde - einen Lohn von Fr. 43'735.-. Unter Berücksichtigung der bis zum Rentenbeginn 1998 laufenden Nominallohnentwicklung (1992 4,1 %, 1993 2,8 %, 1994 1,2 %, 1995 2,1 %, 1996 1,2 %, 1997 0,7 %, 1998 0,6 %; vgl. Bundesamt für Statistik, Lohnentwicklung 2000, Tabelle T1P.39, Nominallohnindex für weibliche Angestellte) errechnet sich daraus ein um 12,7 % aufgewertetes Jahreseinkommen von Fr. 49'290.-. Nach Abzug des nach den SKV-Empfehlungen im Kanton Zürich zu berücksichtigenden Regionalzuschlages von 5,7 % ergibt sich ein Jahreslohn von Fr.46'480.-, der etwas unter dem in der SKV-Salärempfehlung 1998 für eine 27-Jährige empfohlenen Minimallohn (Fr. 47'259.-) liegt. Die Beschwerdeführerin war somit vor ihrer Erkrankung im Vergleich zu dem nach den SKV-Empfehlungen abgestuften Salärband tatsächlich im Minimalbereich eingereiht. Da die Ermittlung des Valideneinkommens so konkret wie möglich zu erfolgen hat, und weil keine hinreichend gefestigten Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die Versicherte auf Grund ihrer beruflichen Fähigkeiten und persönlichen Umstände im Rahmen ihrer beruflichen Weiterentwicklung im SKV-Salärband bis 1998 in den mittleren Bereich hätte aufsteigen können (vgl. Erw. 2.1), sind die Verwaltung und im Ergebnis auch die Vorinstanz zu Recht von dem vom SKV für die Funktionsstufe B empfohlenen Minimaleinkommen ausgegangen. Dieses hat 1998 für eine nunmehr 34-jährige kaufmännische Angestellte der Funktionsstufe B Fr. 51'463.- betragen. Es ist für den Einkommensvergleich auf Grund des regionalen Lohnniveaus nach den SKV-Empfehlungen um 5,7 % auf Fr. 54'396.- zu erhöhen; würde man dieses Einkommen bis zu dem von der Vorinstanz gewählten Vergleichsjahr 2001 (Erw. 2.2) dem oben erwähnten Nominallohnindex für weibliche Angestellte anpassen (1999 0,7 %, 2000 1,6 %, 2001 2,5 %), beliefe es sich auf Fr. 57'007.- und läge damit höher als das vorinstanzlich festgesetzte Valideneinkommen für das Jahr 2001. Die Festsetzung des massgeblichen Valideneinkommens auf Fr. 54'396.- (1998) führt damit zu einer entsprechenden Gutheissung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde.