Citation: 5A_569/2021 E. 2.1.3

2.1.3. 2.1.3.1. Der Kindesunterhalt (Bar- und Betreuungsunterhalt) wird nach der Lebenshaltungskostenmethode bzw. der zweistufigen Methode mit Überschussverteilung berechnet (betreffend Betreuungsunterhalt: BGE 144 III 377 E. 7, betreffend Barunterhalt BGE 147 III 265 E. 6). Dabei werden die zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel festgestellt, wofür in erster Linie die effektiven oder hypothetischen Einkommen relevant sind (BGE 147 III 265 E. 7). Diese Einkommen sind im Rahmen einer Gesamtrechnung einmal zu berechnen, unabhängig davon, ob in der Folge ein Bar- und/oder Betreuungsunterhalt resultiert. Eine unterschiedliche Berechnung bzw. Berücksichtigung des (hypothetischen) Einkommens, je nachdem, ob Bar- oder Betreuungsunterhalt zur Debatte steht, scheidet daher aus (vgl. BGE 147 III 265 E. 6.1, 301 E. 2.2 und E. 4.3; Urteile 5A_112/2020 vom 28. März 2022 E. 2.2; 5A_743/2017 vom 22. Mai 2019 E. 5.4.5, in: FamPra.ch, 2019 S. 1000). Damit ist der Argumentation des Beschwerdeführers, das hypothetische Einkommen sei für den Betreuungsunterhalt - anders als für den Barunterhalt - auch dann zu berücksichtigen, wenn es faktisch gar nicht erzielbar wäre - was ohnehin nicht zutrifft - bereits die Grundlage entzogen. 2.1.3.2. Was die von der Vorinstanz eingeräumte Übergangsfrist anbelangt, so sei Folgendes bemerkt: Einer Person, die vom Gericht zur Aufnahme oder Ausweitung einer Erwerbstätigkeit verpflichtet und von der durch die Anrechnung eines hypothetischen Einkommens eine Umstellung ihrer Lebensverhältnisse verlangt wird, ist hinreichend Zeit zu lassen, die rechtlichen Vorgaben in die Tat umzusetzen. Die Dauer der Übergangsfrist beurteilt sich nach den Umständen des Einzelfalls (Urteile 5A_90/2017 vom 24. August 2017 E. 6.2; 5A_224/2016 vom 13. Juni 2016 E. 3.3 mit Hinweis auf BGE 129 III 417 E. 2.2; 114 II 13 E. 5; vgl. auch BGE 147 III 308 E. 5.4). Die Vorinstanz hat in Bezug auf die eingeräumte Übergangsfrist ausgeführt, zwar habe die Beschwerdegegnerin spätestens seit dem angefochtenen erstinstanzlichen Urteil damit rechnen müssen, dass sie ihr Einkommen werde steigern müssen. Da die Einkommenserhöhung aber nicht unerheblich sei und eine gewisse Organisation erfordere sowie aufgrund der gesamten finanziellen Verhältnisse der Parteien rechtfertige es sich, ihr das hypothetische Einkommen erst ab dem 1. Januar 2022 anzurechnen. Der Beschwerdeführer zeigt nicht auf, inwiefern die Vorinstanz in Bezug auf die Dauer der Übergangsfrist - bzw. hinsichtlich der Frage, ob eine solche einzuräumen war - ihr Ermessen in Verletzung von in Lehre und Rechtsprechung anerkannten Grundsätzen ausgeübt, Tatsachen berücksichtigt, die keine Rolle hätten spielen dürfen, oder umgekehrt rechtserhebliche Umstände ausser Acht gelassen hätte. Dies ist denn auch nicht ersichtlich. Die eingeräumte Übergangsfrist ist bundesrechtlich nicht zu beanstanden.