Citation: 8C_313/2018 E. 6.5

6.5. In ihrer Verfügung vom 21. Mai 2015 verwies die Suva auf den Vorbescheid der IV-Stelle vom 9. Oktober 2014 und übernahm den von dieser berechneten Invaliditätsgrad. Die IV-Stelle hatte das Invalideneinkommen anhand von statistischen Löhnen ermittelt, da der Versicherte seine zumutbare Restarbeitsfähigkeit als Taxifahrer nicht optimal verwertet habe. Soweit der Beschwerdegegner vorbringt, die Suva habe ihm bis zum Einspracheentscheid vom 29. August 2017 nie unterstellt, die ihm verbliebene Arbeitskraft nicht in zumutbarer Weise voll auszuschöpfen, kann ihm demnach nicht gefolgt werden. Es erscheint auch nicht widersprüchlich oder treuwidrig, wenn die Suva den Versicherten bei seiner Wiedereingliederung als Taxifahrer zunächst begleitete, bei der Ermittlung des Invalideneinkommens dann aber auf Tabellenlöhne abstellte. So war zunächst durchaus denkbar, dass dem Beschwerdegegner der vollständige Wiedereinstieg in die Taxifahrertätigkeit im Verlauf gelingen würde. Zum Zeitpunkt der Suva-Verfügung betrug die verbliebene Aktivitätsdauer bis zur ordentlichen Pensionierung noch 2,25 Jahre. Auch unter diesem Aspekt wäre dem Beschwerdegegner ein Stellenwechsel zumutbar gewesen.