Citation: I 556/02 25.03.2003 E. 3

3.1 Zur Begründung des hier streitigen Leistungsgesuchs reichte die Beschwerdeführerin Berichte von Dr. med. X.________, FMH Rheumatologie und Innere Medizin, vom 22. Februar 2001 und von Dr. med. S.________ vom 9. Mai 2001 ein. Dr. S.________ hat die Versicherte in psychiatrischer Hinsicht untersucht und bringt namentlich vor, dass diese viele schwere Erlebnisse habe verkraften müssen: ihr Ehemann sei arbeitslos und mit einem drogensüchtigen Sohn in die Türkei zurückgekehrt, sie selbst sei am Bahnhof Bern überfallen und einer grösseren Geldsumme beraubt worden, habe ihren Quartierladen schliessen und sich einer ablatio mammae unterziehen müssen. Die nachfolgende Behandlung habe zu einer erheblichen Gewichtszunahme geführt. Es seien erste Rheumaschübe aufgetreten. Dr. X.________ führt aus, hinsichtlich der Diagnosen habe seine Abklärung keine neuen Gesichtspunkte ergeben. An der somatoformen Schmerzstörung mit Aspekten eines Fibromyalgie-Syndroms sei nicht zu zweifeln. Zwar fielen die klinisch objektivierbaren Befunde diskret aus. Bei dieser Sicht werde jedoch der subjektive Leidensdruck völlig ausser Acht gelassen. Die von der Beschwerdeführerin geschilderten Einschränkungen erschienen echt, wie dies bei chronischen Schmerz- und insbesondere Fibromyalgie-Patienten häufig der Fall sei. Daher sei eine halbe IV-Rente gerechtfertigt bzw. indiziert. 3.2 Dass in somatischer Hinsicht keine schwer wiegenden Einschränkungen vorliegen, lässt sich schon früheren medizinischen Akten (Gutachten des Inselspitals Bern vom 29. Januar 1999; Arbeitsfähigkeit 100% in leichten und mittelschweren Tätigkeiten) entnehmen. In Bezug auf die körperliche Leiden ist daher keine Verschlechterung des Gesundheitszustandes glaubhaft gemacht. Die hauptsächlichen Beeinträchtigungen ergeben sich auf Grund der psychischen Probleme. Diesbezüglich hat Dr. med. I.________, Spezialarzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, in seinem Gutachten vom 27. Februar 1999 eine Arbeitsunfähigkeit von 1/3 in Haushalt und bisherigem Beruf festgehalten. 3.3 Der Bericht von Dr. S.________ vom 9. Mai 2001 vermag diese Einschätzung nicht in Zweifel zu ziehen. Darin wird eine Reihe von Ereignissen aufgelistet, welche Auswirkungen auf die psychische Verfassung der Beschwerdeführerin ausgeübt hätten. Soweit diese nicht als invaliditätsfremde Faktoren ausser Betracht fallen oder schon im Zeitpunkt der Untersuchung durch Dr. I.________ bekannt waren, sind sie nicht geeignet, eine relevante Verschlechterung des seelischen Gesundheitszustandes glaubhaft zu machen. Es wird auch nicht behauptet, dass sich die Versicherte nicht mehr aus eigener Kraft von den verschiedenen schweren Erlebnissen zu erholen vermöchte. Eine Berentung mit dem Ziel, der Versicherten "wieder ein Stück Autonomie und Lebensqualität" zu verschaffen, wie in diesem Bericht postuliert wird, ist IV-rechtlich nicht möglich.