Citation: U 39/01 26.11.2002 E. 2

Streitig und zu prüfen ist die Leistungspflicht der Hotela für die ab 12. April 1997 behandelten Beschwerden und in diesem Rahmen zunächst der natürliche Kausalzusammenhang zum Unfallereignis vom 10. August 1995. 2.1 Das kantonale Gericht erwog, die Ursache der Beschwerden liege gemäss den medizinischen Unterlagen in einer Rotatorenmanschettenläsion. Zu prüfen sei, ob diese in einem natürlichen Kausalzusammenhang zum Unfall vom 10. August 1995 stehe, bei dem sich der Versicherte eine Prellung zugezogen habe. In der Folge nahm die Vorinstanz eine ausführliche Analyse der verfügbaren medizinischen Berichte vor. Aus der Tatsache, dass die nach dem Ereignis vom 10. August 1995 durchgeführte ärztliche Behandlung bereits am nächsten Tag abgeschlossen wurde, ohne dass dem Versicherten eine Arbeitsunfähigkeit attestiert wurde, zog sie die Folgerung, es könne sich lediglich um eine leichte Prellung gehandelt haben. Eine solche sei aber, wie sich aus den ärztlichen Aussagen übereinstimmend ergebe, nicht geeignet, zu einer Rotatorenmanschettenläsion zu führen. Gegen das Bestehen eines natürlichen Kauslzusammenhangs spreche ausserdem und vor allem der Umstand, dass für den Zeitraum von mehr als eineinhalb Jahren zwischen dem Behandlungsabschluss am 11. August 1995 und dem ersten im Zusammenhang mit den Beschwerden an der linken Schulter erfolgten Arztbesuch vom 25. März 1997 (Konsultation von Dr. med. W.________, Allgemeine Medizin FMH, erwähnt im Bericht des Dr. med. V.________ vom 20. Oktober 1998) keine Beschwerden an der linken Schulter dokumentiert seien. Zusammenfassend sei das Bestehen eines natürlichen Kausalzusammenhangs nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt. 2.2 Aus den medizinischen Akten geht nicht klar hervor, wie schwer die Prellung war, welche sich der Versicherte anlässlich des Unfalls vom 10. August 1995 zuzog. Die Annahme des kantonalen Gerichts, auf Grund der damals gestellten Diagnosen und des raschen Abschlusses der Behandlung komme nur eine leichte Prellung in Frage, was auch durch die bekannten Fakten über den Unfallhergang nicht ausgeschlossen werde, ist nicht rechtlicher, sondern medizinischer Natur und setzt daher eine zuverlässige Grundlage in den ärztlichen Berichten voraus, welche jedoch nicht vorliegt. Gleiches gilt für die vorinstanzliche Aussage, bloss eine schwere Prellung sei geeignet, eine Rotatorenmanschettenläsion zu verursachen. Ebenso ist aktenmässig nicht hinreichend erstellt, ob, wie das kantonale Gericht annimmt, zwischen dem 11. August 1995 und dem 27. März 1997 ein beschwerdefreies Intervall gegeben war (was anamnestisch abzuklären bleibt) und welche Tragweite einem solchen gegebenenfalls beizumessen ist (vgl. dazu die einander widersprechenden Beurteilungen des Dr. med. V.________ [Stellungnahmen vom 9. Oktober 1997 und 20. Oktober 1998] und des Prof. Dr. med. S.________ [Stellungnahme vom 10. Januar 1999]). Angesichts der Aussagen des durch das kantonale Gericht befragten Dr. med. E.________ stellt sich ausserdem die Frage, ob das Alter des Versicherten medizinisch richtig gewichtet wurde. Da die vorhandenen medizinischen Akten somit keine hinreichende Grundlage für die gerichtliche Beurteilung liefern, erweist sich die Anordnung eines Gerichtsgutachtens zur Klärung der offenen Fragen als unumgänglich. Erst auf dieser Basis wird es möglich sein, mit hinreichender Zuverlässigkeit zu beurteilen, ob der natürliche Kausalzusammenhang mit überwiegender Wahrscheinlichkeit gegeben ist. Die Sache ist dementsprechend an die Vorinstanz zurückzuweisen.