Citation: I 784/03 31.08.2004 E. 3

Die Verfahrensbeteiligten sind sich zunächst uneins, ob der Invaliditätsgrad nach der spezifischen Methode zu bestimmen ist, wie von Verwaltung und Vorinstanz angenommen, oder aber nach der gemischten Methode, wie dies die Versicherte geltend macht. 3.1 Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist - was je zur Anwendung einer anderen Methode der Invaliditätsbemessung führt -, ergibt sich aus der Prüfung, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen. Die Statusfrage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 125 V 150 Erw. 2c mit Hinweisen). 3.2 IV-Stelle und kantonales Gericht gehen davon aus, dass die Beschwerdeführerin als Gesunde ausschliesslich den Haushalt führen würde. Diese Auffassung stützt sich namentlich auf die im Haushaltabklärungsbericht vom 10. April 2002 erwähnte Aussage der Versicherten, wonach sie auch ohne Behinderung weiterhin als Hausfrau und Mutter tätig wäre und keiner Erwerbstätigkeit nachginge; eine solche käme erst in etwa drei Jahren in Frage, sobald das jüngste Kind, derzeit in der 3. Schulklasse, die Oberstufe besuche. Die genannte Aussage ist unmissverständlich. Sie ist auch offensichtlich richtig wiedergegeben, zumal die Beschwerdeführerin - zwischenzeitlich anwaltlich vertreten - in ihrer Stellungnahme zum Vorbescheid vom 31. Mai 2002 den Haushaltabklärungsbericht zwar ausführlich kommentierte, ohne indessen abweichend von der darin erwähnten Äusserung geltend zu machen, dass sie im Gesundheitsfall bereits vor den besagten drei Jahren eine Erwerbstätigkeit in Betracht gezogen hätte. Entsprechendes wurde erstmals im kantonalen Gerichtsverfahren und erneut mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde vorgebracht. 3.3 Zur Begründung hiefür wird im Wesentlichen angeführt, dass die Versicherte aufgrund ihrer beengten finanziellen Verhältnisse ohne Behinderung gezwungen wäre, eine Erwerbstätigkeit aufzunehmen. Dies werde von ihr auch zivilrechtlich gestützt auf das neue Ehescheidungsrecht verlangt. Im Zeitpunkt ihrer Äusserung gegenüber der Haushaltabklärungsperson lebte die Beschwerdeführerin indessen bereits zweieinhalb Jahre vom Ehemann getrennt. Die finanziellen Probleme bestanden ebenfalls schon, zumal der Gatte die im Eheschutzverfahren festgelegten Unterhaltsbeiträge wegen Arbeitslosigkeit vorübergehend nicht leisten konnte und die Versicherte deswegen Sozialhilfe beanspruchen musste. Trotz dieser Umstände und des damals schon über zwei Jahre in Kraft gestandenen neuen Ehescheidungsrechts hat sie erklärt, die Aufnahme einer (Teil-)Erwerbstätigkeit im Gesundheitsfalle wäre vor Ablauf von drei Jahren nicht denkbar. Dass sie entgegen dieser klaren Meinungsäusserung schon früher eine ausserhäusliche Arbeit angestrebt hätte, ist unter diesen Umständen nicht als wahrscheinlich zu betrachten. Es bestehen sodann keine Anhaltspunkte, dass in der Zeit zwischen der erwähnten Aussage und dem nur knappe drei Monate danach erfolgten Erlass der streitigen Verwaltungsverfügung vom 26. Juli 2002 eine wesentliche Änderung der Verhältnisse eingetreten ist, welche andere Rückschlüsse betreffend die Zukunftsplanung nahe legen könnte. Die Versicherte ist somit zu Recht als Nichterwerbstätige qualifiziert worden.