Citation: I 373/05 14.10.2005 E. 4

Das BSV führt in seinen Stellungnahmen aus, dass das Erfordernis der Gleichwertigkeit mit der angestrebten Ausbildung zur Sozialpädagogin nicht erfüllt sei. Der Berufsberater hat sich dazu in seinem Bericht vom 5. Januar 2004 einlässlich geäussert. Zutreffend stellt er fest, dass die Versicherte ihr vorhandenes Potential nicht in eine entsprechende Berufstätigkeit hat umsetzen können. Gemäss dem ersten berufsberaterischen Bericht wollte die IV-Stelle eine Ausbildung zur Krankenschwester oder Ergotherapeutin gewähren; zuletzt musste die Versicherte die Tätigkeit als Schwesternhilfe aus behinderungsbedingten Gründen aufgeben. Der Berufsberater hat die Berufsmöglichkeiten der Beschwerdeführerin einlässlich evaluiert und ist zum Schluss gekommen, dass im medizinischen Bereich keine valablen beruflichen Alternativen zu der beantragten Ausbildung bestehen. Aufgrund der Hörbehinderung ist weder die Tätigkeit als Arztgehilfin noch die einer Arztsekretärin möglich. Ebenfalls nicht in Betracht kommen die verwandten Berufe wie etwa Dentalassistentin, Fachfrau für medizinisch-technische Radiologie, Technische Operationsfachfrau oder Pharmaassistentin zufolge der Anforderungen an die mündliche Kommunikationsfähigkeit. Nach seinen Abklärungen werden Laborantinnen in einem medizinischen Spitallabor telefonisch kontaktiert, weshalb dieser Beruf ebenfalls ungeeignet ist. In anderen Arbeitsbereichen wäre die Tätigkeit als Laborantin zwar grundsätzlich denkbar, die Beschwerdeführerin müsste jedoch - 25 Jahre nach ihrem Arztgehilfinnen-Diplom - zuerst die vollständige dreijährige Ausbildung durchlaufen. Dies dürfte auch für die zuvor genannten Berufe gelten. Schliesslich finden sich nach den Angaben des Berufsberaters einfache Routinetätigkeiten, die eine Hörbehinderte mit entsprechender Grundausbildung und Einarbeitungszeit ausüben könnte, in der pharmazeutischen Industrie. Wie der Berufsberater zu Recht festhält, wären solche (Hilfs-) Arbeiten der Beschwerdeführerin jedoch insbesondere aufgrund ihrer qualifizierten Ausbildung nicht zumutbar, zumal sie dabei invaliditätsbedingt eine Einkommenseinbusse hinnehmen müsste. Rechtsprechungsgemäss soll der Versicherten eine einkommensmässig der früheren annähernd gleichwertige Erwerbsmöglichkeit vermittelt werden, und in der Regel besteht nur ein Anspruch auf die dem jeweiligen Eingliederungszweck angemessenen, notwendigen Massnahmen, nicht aber auf die nach den gegebenen Umständen bestmöglichen Vorkehren (BGE 124 V 109 Erw. 2a mit Hinweisen). Diesbezüglich ist hier zu berücksichtigen, dass der Versicherten, wie ausgeführt, keine anderen sozialen oder medizinischen Berufe offen stehen, die ihr auch zumutbar wären. Bei der gewünschten Ausbildung zur Sozialpädagogin handelt es sich daher um eine notwendige Massnahme, um die Erwerbsfähigkeit zu erhalten. Da das Eingliederungsziel durch die Massnahme voraussichtlich erreicht werden kann, besteht dementsprechend Anspruch auf Kostenübernahme für die gesamte Ausbildung (BGE 124 V 110 Erw. 2a in fine mit Hinweis).