Citation: 6B_810/2021 E. 3

Der Beschwerdeführer wendet sich gegen den Freispruch des Beschwerdegegners 1 und verlangt dessen Bestrafung. Wie er indessen selbst zutreffend einräumt, stehen ihm keine Zivilansprüche zu, die er adhäsionsweise im Strafverfahren geltend machen könnte. Die von ihm erhobenen Vorwürfe richten sich gegen den Beschwerdegegner 1, der die angeblich strafbaren Handlungen im Rahmen seiner Funktion als Berufsbeistand der Tochter des Beschwerdeführers begangen haben soll. Nach Art. 1 Abs. 1 des Verantwortlichkeitsgesetzes des Kantons St. Gallen vom 7. Dezember 1959 (VG/SG; sGS 161.1) haften der Staat, die Gemeinden, die übrigen öffentlich-rechtlichen Körperschaften und die öffentlich-rechtlichen Anstalten des kantonalen Rechtes für den Schaden, den ihre Behörden und Angestellten in Ausübung dienstlicher Verrichtungen Dritten widerrechtlich zufügen. Der Geschädigte kann Behördemitglieder und Angestellte nicht unmittelbar belangen (Art. 1 Abs. 3 VG/SG). Allfällige Schadenersatz- und/oder Genugtuungsansprüche des Beschwerdeführers gegen den Beschwerdegegner 1 beurteilen sich mithin allein nach dem kantonalen Verantwortlichkeitsgesetz und sind öffentlich-rechtlicher Natur. Die vom Beschwerdeführer erhobenen strafrechtlichen Vorwürfe können sich daher allenfalls auf Staatshaftungsansprüche, nicht aber auf Zivilansprüche im Sinne von Art. 81 Abs. 1 Ziff. 5 lit. b BGG auswirken. Dass sich der Freispruch des Beschwerdegegners 1 allenfalls auf einen Staatshaftungsprozess auswirken könnte, begründet keine Beschwerdeberechtigung des Beschwerdeführers. In BGE 146 IV 76 hat sich das Bundesgericht mit der fraglichen Problematik unter Berücksichtigung der teils kritischen Lehre einlässlich auseinandergesetzt und seine bisherige Rechtsprechung, wonach die Privatklägerschaft keine Zivilansprüche i.S.v. Art. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 5 BGG geltend machen kann, wenn eine Körperschaft des öffentlichen Rechts für die der beschuldigten Person vorgeworfenen Handlungen haftet, erneut bestätigt und auch eine damit verbundene ungerechtfertigte Ungleichbehandlung verneint. Darauf kann vollumfänglich verwiesen werden.