Citation: 5A_515/2023 E. 3.1

3.1. Das Obergericht erläutert seine neuere Praxis, wonach das Arrestverfahren ein einziges einheitliches summarisches Verfahren im Sinne von Art. 248 ff. ZPO sei, das aus dem Bewilligungs- und dem Einspracheverfahren bestehe. Demnach entspreche die Arresteinsprache (Art. 278 Abs. 1 SchKG) der Stellungnahme (Art. 253 bzw. Art. 265 Abs. 2 ZPO). Nachdem die Parteien im Summarverfahren keinen Anspruch darauf hätten, sich zweimal mit unbeschränktem Novenrecht zur Sache zu äussern, bedeute dies für das Arrestverfahren, dass der Aktenschluss grundsätzlich nach der Begründung der Arresteinsprache eintritt und nach diesem Zeitpunkt vorgebrachte Noven nur noch unter den Voraussetzungen von Art. 229 Abs. 1 ZPO zulässig sind. An dieser Rechtsprechung sei auch im konkreten Fall festzuhalten, auch wenn das Bezirksgericht davon ausging, dass der Aktenschluss erst nach der Stellungnahme zur Arresteinsprache eintrat. In Anwendung dieser Praxis erklärt das Obergericht eine Reihe von (ergänzenden) Vorbringen der Beschwerdeführerin in ihrer Stellungnahme zur Arresteinsprache vom 7. Februar 2022 für verspätet und unbeachtlich, darunter insbesondere die Behauptung, dass der "Investment Report as of 30.4.2020" dem Beschwerdegegner und seiner Ehefrau zugestellt worden sei und aus der Ziehung des Saldos in diesem Dokument sowie dessen stillschweigender Anerkennung eine Novation der Forderung im Sinne von Art. 117 Abs. 2 OR resultiere. Im Übrigen stellt die Vorinstanz klar, dass der Beschwerdegegner die Zustellung dieses Reports bestritten und die Beschwerdeführerin für die Zustellung keine Beweismittel beigebracht habe. Dass der Beschwerdegegner Kenntnis vom gezogenen Saldo erhielt, sei daher nicht glaubhaft; eine stillschweigende Anerkennung des Saldos stehe ausser Frage. In der Folge lässt das Obergericht offen, ob die Rechtsfolge der Novation im Sinne von Art. 117 OR aufgrund der Angabe im erwähnten "Report" hätte eintreten können.