Citation: 6B_669/2018 E. 2.4

2.4. Die Vorinstanz hält zutreffend fest, dass die Beschwerdeführerin die Abweisung des Fristerstreckungsgesuchs vom 7. Dezember 2017 nicht innert zehn Tagen mit Beschwerde angefochten hat. Die Abweisung des Fristerstreckungsgesuchs vom 7. Dezember 2017 ist nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens. Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin lässt sich aus Art. 429 Abs. 2 StPO nicht ableiten, dass auf die Anfechtung der Abweisung des Fristerstreckungsgesuchs verzichtet werden konnte. Die Beschwerdeführerin äusserte sich indes mit Eingabe vom 15. Dezember 2017 an die Staatsanwaltschaft sowie mit Beschwerde gegen die Einstellungsverfügung zu ihrem gesundheitlichen Zustand und brachte gegen die Abweisung des Fristerstreckungsgesuchs insbesondere vor, ab dem 23. November 2017 hospitalisiert gewesen zu sein, was ein Grund für eine Fristwiederherstellung sein könnte. Ob die Ausführungen der anwaltlich vertretenen Beschwerdeführerin als Fristwiederherstellungsgesuch zu qualifizieren sind, ist vorliegend indes nicht ausschlaggebend. Denn nach Wegfall des allfällig unverschuldeten Säumnisgrundes wäre nicht nur ein Fristwiederherstellungsgesuch zu stellen, sondern auch die versäumte Verfahrenshandlung nachzuholen gewesen (Art. 94 Abs. 2 StPO). Die Beschwerdeführerin hat jedoch zu keinem Zeitpunkt ihre Entschädigungsansprüche beziffert oder belegt und auch die auf den Verfahrensakten beruhenden Erwägungen der Vorinstanz widerlegt sie nicht substanziiert. Vielmehr geht sie fälschlicherweise davon aus, dass sie aufgrund von Art. 429 Abs. 2 StPO davon entbunden sei, ihre Ansprüche innert Frist zu beziffern und zu belegen, und es an der Vorinstanz gewesen wäre, alle für die Beurteilung des Entschädigungsanspruchs bedeutsamen Tatsachen von Amtes wegen abzuklären. Damit verkennt sie die Tragweite von Art. 429 Abs. 2 StPO, wonach die Strafbehörde die Pflicht hat, die beschuldigte Person zur Frage der Entschädigung mindestens anzuhören und gegebenenfalls aufzufordern, die Ansprüche zu beziffern und zu belegen, die für die Beurteilung des Entschädigungs- und Genugtuungsanspruchs bedeutsamen Tatsachen jedoch nicht im Sinne des Untersuchungsgrundsatzes abzuklären hat (oben, E. 2.3). Es obliegt im Übrigen entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin nicht den Strafbehörden, der anwaltlich vertretenen Beschwerdeführerin zu erklären, welche Belege benötigt werden. Vor dem Hintergrund der Fristansetzung zur Geltendmachung und Bezifferung des Entschädigungs- und Genugtuungsanspruchs, der mehrfachen Fristerstreckung und der auf den Akten beruhenden Prüfung der Entschädigungsansprüche ist entgegen den Vorbringen der Beschwerdeführerin keine Verletzung von Art. 429 Abs. 2 StPO ersichtlich.