Citation: 1C_615/2022 E. 4.1.4

4.1.4. Dasselbe gilt, soweit sich der Beschwerdeführer auf einen Verstoss gegen Art. 31 Abs. 1 Satz 2 BauR bzw. Art. 108 Abs. 1 und Abs. 2 PBG/SG beruft. Aus den Erwägungen des Verwaltungsgerichts ergibt sich zwar nicht klar, ob Art. 31 Abs. 1 Satz 2 BauR nicht zum Tragen kommen soll, weil die Bestimmung entgegen dem Wortlaut aufgrund ihres Sinns und Zweck hier gar keine Anwendung findet, oder weil die Voraussetzungen gemäss Art. 108 Abs. 1 und Abs. 2 PBG/SG für eine Ausnahme vom grundsätzlich anwendbaren Art. 31 Abs. 1 Satz 2 BauR gegeben sind. Beide Auslegungsmöglichkeiten von Art. 31 Abs. 1 Satz 2 BauR erweisen sich hier jedoch als vertretbar, da die Zufahrt ungeachtet des fehlenden Einlenkradius funktionstüchtig ist. Ausserdem weist der Beschwerdeführer nicht als schlechterdings unhaltbar aus, dass die Ausnahmebestimmung von Art. 108 Abs. 1 und Abs. 2 PBG/SG im Sinne einer Motivsubstitution nach dem kantonalen Verfahrensrecht auch noch im kantonalen Rechtsmittelverfahren angerufen werden kann. Eine willkürliche Rechtsanwendung liegt auch insoweit nicht vor.