Citation: 2A.221/2005 06.09.2005 E. 2.5

2.5.1 Da das Verwaltungsgericht wie auch das kantonale Departement vom 22. April 1997 als massgebendem Zeitpunkt ausgegangen sind, wurden zum Zustand der Ehe am 24. Oktober 1996 keine Feststellungen getroffen. Die von den Vorinstanzen vorgelegten Akten erlauben es dem Bundesgericht nicht, Schlüsse zum Zustand der Ehe am 24. Oktober 1996 zu ziehen. Aus dem Umstand, dass die Ehefrau am 13. August 1997, knapp vier Monate nach der Einbürgerung, die Scheidungsklage anhängig gemacht hat, kann nicht bereits gefolgert werden, die Ehe habe schon im Oktober 1996 nur noch formell und ohne Aussicht auf Aufnahme bzw. Wiederaufnahme einer ehelichen Gemeinschaft bestanden. Immerhin liegt dieser Zeitpunkt rund zehn Monate vor Einreichung der Scheidungsklage. Zwar haben das Bundesgericht im erwähnten Urteil vom 18. Juli 2003 (vgl. dort E. 3.2), das (vormalige) Bundesamt für Ausländerfragen sowie das Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartement in ihren Entscheiden vom 26. März 2002 bzw. 28. April 2003 über die Nichtigerklärung der Einbürgerung aus den Scheidungsakten zitiert; daraus ergibt sich unter anderem, dass die Ehe nur kurze Zeit harmonisch verlaufen sei; nach einer Auseinandersetzung habe die Ehefrau bereits früher einmal die Scheidung erwogen; die eheliche Gemeinschaft sei dann aber wieder aufgenommen worden. Diese Umstände wären für den hier zu treffenden Entscheid zu erhellen gewesen. 2.5.2 Das kantonale Departement hat zudem den Vorwurf der Bigamie erhoben; der Beschwerdeführer habe in Indien noch während bestehender Ehe mit der Schweizer Gattin eine Inderin geheiratet. Wenn der Beschwerdeführer diese Ehe vor oder kurze Zeit nach dem 24. Oktober 1996 eingegangen sein sollte, könnte hieraus tatsächlich auf einen Rechtsmissbrauch bzw. darauf geschlossen werden, dass er schon damals nur noch zwecks Einbürgerung oder aus aufenthaltsrechtlichen Gründen an der Ehe mit der Schweizer Partnerin festhielt (vgl. Urteile 2A.567/2000 vom 28. Februar 2001, E. 5; 2A.364/1999 vom 6. Januar 2000, E. 4 und 5). Dabei wären die näheren Umstände der Eheschliessung in Indien aber noch zu eruieren. In den dem Bundesgericht zur Verfügung gestellten Akten finden sich hierzu nicht genügend Anhaltspunkte. Fest steht bisher nur, dass der Beschwerdeführer ab dem 22. Dezember 1998, also einige Zeit nach Scheidung von der Schweizer Ehefrau, mit einer Inderin verheiratet war und dass diese Ehe mit Urteil vom 16. Dezember 2003 geschieden wurde (vgl. indisches Scheidungsurteil). Das Verwaltungsgericht hat wie schon das Bundesgericht im Verfahren um die Nichtigerklärung der Einbürgerung offen gelassen, ob und wann sich der Beschwerdeführer während der Ehe mit der Schweizer Ehefrau anderweitig verehelicht hatte, da es diese Frage im damaligen Zeitpunkt als nicht entscheidrelevant betrachtete. 2.6 Insoweit ist die Sache zu weiteren Abklärungen, ob die Ehe bereits am 24. Oktober 1996 nur noch formell bestanden hat und eine Berufung auf die Ehe zu diesem Zeitpunkt rechtsmissbräuchlich war, an die Vorinstanz zurückzuweisen (vgl. Art. 114 Abs. 2 OG; BGE 123 II 49 E.6 S. 54 f.; 126 II 265 E. 2d S. 269). Darauf könnte allerdings verzichtet werden, wenn sich herausstellen sollte, dass der Beschwerdeführer - entsprechend der Meinung der Vorinstanzen - ohnehin auszuweisen wäre (vgl. Art. 7 Abs. 1 Satz 3, Art. 9 Abs. 3 lit. b ANAG). Das wird im Folgenden geprüft.