Citation: 2C_644/2022 E. 7.3.5

7.3.5. Was sodann die vorgebrachte gesundheitliche Gefährdung anbelangt, stellte die Vorinstanz in sachverhaltlicher Hinsicht fest, dass dem Beschwerdeführer mit dem Arztbericht des C.________ Spitals vom 12. März 2021 eine mittelgradige depressive Episode und eine komplexe Traumafolgestörung diagnostiziert worden seien, welche eine psychotherapeutische und medikamentöse Behandlung erfordere (angefochtener Entscheid E. 6.4). Dass jedoch bei einer Rückkehr entgegen den Vorgaben von Art. 2 und 3 EMRK eine überlebensnotwendige Behandlung nicht erhältlich gemacht werden könnte (vgl. Urteil des EGMR Paposhvili gegen Belgien vom 13. Dezember 2016 [Nr. 41738/10] § 183; ferner Urteil 2C_853/2022 vom 29. März 2023 E. 3.1 m.w.H.), ist in diesem Zusammenhang nicht erstellt. Insbesondere dafür, dass in der Türkei keine "sichere Umgebung" für eine Therapie bestehe, gibt es keine ausreichenden Hinweise (vorstehende E. 7.3.4). In Bezug auf das geltend gemachte hohe Suizidrisiko im Falle einer Wegweisung gilt sodann rechtsprechungsgemäss, dass die schweizerischen Behörden gehalten sind, im Rahmen der konkreten Rückkehrmassnahmen alles ihnen Zumutbare vorzukehren, um medizinisch bzw. betreuungsmässig sicherzustellen, dass das Leben und die Gesundheit der betroffenen Person nicht beeinträchtigt wird; sie sind jedoch nicht verpflichtet, im Hinblick auf eine psychisch kritische Situation in Abweichung von den gesetzlichen Vorgaben dem Ansinnen auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung (und den damit verbundenen weiteren Fürsorgeleistungen) zu entsprechen (BGE 139 II 393 E. 5.2.2; Urteile 2C_853/2022 vom 29. März 2023 E. 3.3; 2C_940/2020 vom 9. August 2021 E. 3.5).