Citation: 6B_129/2022 E. 2.4.2

2.4.2. Mit Blick auf die privaten Interessen moniert der Beschwerdeführer, die Vorinstanz gehe zu Unrecht davon aus, seine Beziehung zur Schweiz sei in vielerlei Hinsicht nicht "besonders intensiv". Dabei belässt er es vorwiegend dabei, theoretische Fragen aufzuwerfen, was unter einer "besonders intensiven" Verwurzelung noch zu verstehen sei, wenn unter anderem das "Seit-über-dreissig-Jahren-hier-Leben" und das "Hier-zur-Schule-gegangen-sein" dafür nicht genüge. Daraus kann er nichts für sich ableiten. Er übersieht, dass das Bundesgericht in seiner Rechtsprechung zur Landesverweisung nicht schematisch ab einer gewissen Aufenthaltsdauer eine Verwurzelung in der Schweiz annimmt (vgl. BGE 146 IV 105 E. 3.4.4; Urteile 6B_224/2022 vom 16. Juni 2022 E. 2.2; 6B_300/2020 vom 21. August 2020 E. 3.4.1; 6B_15/2020 vom 5. Mai 2020 E. 1.4.4; je mit Hinweisen). Die Vorinstanz berücksichtigt zu Recht, dass der Beschwerdeführer seine Jugend- und Adoleszenzphase in der Schweiz verbracht hat und einwandfrei Dialekt spricht. Alleine gestützt darauf ist jedoch entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers nicht von einer Landesverweisung abzusehen. Angesichts des Umstands, dass der Beschwerdeführer in der Schweiz nicht verheiratet ist, keine Kinder hat und dementsprechend nicht über eine Kernfamilie verfügt (zum Begriff vgl. BGE 147 I 268 E. 1.2.3; 144 II 1 E. 6.1; Urteil 6B_255/2021 vom 3. Oktober 2022 E. 1.3.3; je mit Hinweisen), und er überdies kein soziales Umfeld aufzuweisen scheint, ist nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz sowohl in familiärer als auch in sozialer Hinsicht nicht von einer besonders starken Verwurzelung des Beschwerdeführers in der Schweiz ausgeht. Alleine die Tatsache, dass seine Mutter und sein Bruder ebenfalls in der Schweiz leben und er zu ihnen - wie er vorbringt - ein enges Verhältnis hat, reicht nicht aus. Selbst unter dem Gesichtswinkel des Schutzes des Anspruchs auf Familienleben i.S.v. Art. 8 EMRK genügt es nach den Umständen, dass der Kontakt im Rahmen von Kurzaufenthalten, Ferienbesuchen oder über die modernen Kommunikationsmittel vom Ausland her wahrgenommen werden kann (BGE 143 I 21 E. 5.3; vgl. Urteil 6B_255/2021 vom 3. Oktober 2022 E. 1.3.3; je mit Hinweisen). Umso mehr gilt dies für den Kontakt des Beschwerdeführers mit seiner Mutter und seinem Bruder. Seine Rügen sind in dieser Hinsicht unbegründet. Zu keinen Bemerkungen Anlass geben auch die vorinstanzlichen Erwägungen zur beruflichen und wirtschaftlichen Integration des Beschwerdeführers in der Schweiz sowie zu seiner Wiedereingliederung in seinem Heimatland, zumal der Beschwerdeführer dagegen auch keine begründeten Rügen erhebt (Art. 42 Abs. 2 BGG). Gemäss verbindlichen Feststellungen der Vorinstanz sind zwar gewisse Bemühungen in beruflicher Hinsicht vorhanden; jedoch erachtet sie es als höchst fragwürdig, ob der seit dem 15. März 2020 von Sozialhilfe lebende Beschwerdeführer tatsächlich wieder in einem gefestigten Arbeitsverhältnis stehe. Dazu äussert sich der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde nicht. Er verfügt in der Schweiz über kein nennenswertes Vermögen, weist hingegen Schulden im hohen sechsstelligen Bereich auf. Angesichts dessen ist nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz sowohl die berufliche als auch die wirtschaftliche Integration als gescheitert erachtet. Soweit der Beschwerdeführer vorbringt, er habe in seinem Heimatland keinerlei Perspektiven, so vermag er damit den strengen Begründungsanforderungen vor Bundesgericht nicht zu genügen (Art. 42 Abs. 2 BGG).