Citation: U 175/06 16.08.2006 E. 3

3.1 Es steht fest und ist unbestritten, dass der Versicherte an einer zentralen Atemlähmung starb, die als Folge einer Mischvergiftung mit Kokain (in sehr hoher Konzentration) und Heroin (in sehr niedriger Konzentration) eingetreten ist (Obduktionsgutachten vom 15. April 2002, S. 4 f.). Laut chemisch-toxikologischem Untersuchungsbericht vom 5. März 2002 des obduzierenden Instituts für Rechtsmedizin ist auf Grund der Analyseergebnisse darauf zu schliessen, dass der Tod auf eine Intoxikation mit Kokain zurückzuführen ist, wobei Opiat-Drogen am Todesgeschehen eine zusätzliche Rolle gespielt haben dürften. 3.2 Aus den polizeilichen Ermittlungsakten geht hervor, dass der Versicherte während Jahren in erheblichem Masse Drogen konsumiert hat, wobei er hauptsächlich Kokain, gelegentlich aber auch Heroin, zu sich genommen hat. So gab sein Bruder zu Protokoll, er habe ungefähr ein Jahr vor der im Jahre 1999 erfolgten Ehescheidung erstmals Drogen zu sich genommen. Er habe Kenntnis davon, dass sein Bruder wegen des gemischten Konsums von Kokain und Heroin ein Mal habe hospitalisiert werden müssen. Die Ehescheidung hat den Versicherten offenbar stark belastet und in der Folge zu einem erhöhten Drogenmissbrauch geführt. Die Mutter der Beschwerdeführerin räumte in der kantonalen Beschwerde ein, sie habe dem Verstorbenen nach der Scheidung einige Male Kokain intravenös verabreicht. P.________, in deren Wohnung der Versicherte tot aufgefunden worden war, sagte schliesslich aus, sie habe sich während zirka einem halben Jahr ein Mal pro Monat mit dem Verstorbenen getroffen, wobei jeweils grosse Mengen an Kokain, am Todestag gemischt mit wenig Heroin, konsumiert worden seien. Insgesamt ist mit der Vorinstanz davon auszugehen, dass der regelmässige, exzessive Konsum von Suchtmitteln für den Versicherten nichts Ungewöhnliches darstellte; auch waren ihm die Risiken seines Handelns bekannt, insbesondere nach der von seinem Bruder erwähnten Hospitalisation, welche offenbar auch Folge eines so genannten Mischkonsums von Kokain und Heroin gewesen war. Was die Beschwerdeführerin dagegen vorbringen lässt, vermag zu keinem anderen Ergebnis zu führen. Unfallversicherungsrechtlich ist insbesondere nicht massgebend, dass der Versicherte anscheinend sozial weitestgehend integriert war, er einer geregelten Arbeit nachging, sich die Drogen jeweils durch eine Drittperson intravenös verabreichen liess und der Suchtmittelmissbrauch für Aussenstehende nicht offen zu Tage trat. 3.3 Bei dieser Sachlage sowie im Lichte der in Erw. 2.1 hievor dargelegten Grundsätze haben Vorinstanz und SUVA das Ereignis vom 22. Oktober 2001 zu Recht nicht als Unfall im Rechtssinne qualifiziert, womit der angefochtene Entscheid vor Bundesrecht stand hält.