Citation: 6B_353/2024 E. 4.3

4.3. Wie die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland bei einem allfällig verspäteten Eintreffen des Beschwerdeführers verfahren wäre, muss offenbleiben. Das Obergericht weist richtig darauf hin, dass die StPO keine "Respektstunde" kenne (s. BGE 145 I 201 E. 4.2.1 S. 205; s.a. CHRISTOF RIEDO, in: Basler Kommentar Schweizerische Strafprozessordnung, 3. Aufl. 2023, N. 8, 9 und 10 zu Art. 93 StPO; JOSITSCH/SCHMID, Schweizerische Strafprozessordnung, Praxiskommentar, 4. Aufl. 2023, N. 1 zu Art. 93 StPO), das Verbot des überspitzten Formalismus dennoch zu beachten und nach der Rechtsprechung unter Würdigung der konkreten Umstände des Einzelfalls und der auf dem Spiel stehenden Interessen zu prüfen wäre, ob die strikte Anwendung der prozessualen Regeln verhältnismässig wäre und sich die Säumnisfolgen rechtfertigen liessen (BGE, a.a.O., E. 4.2.1 S. 205). Dass dem Beschwerdeführer, wie das Obergericht weiter ausführt, entsprechende Anstrengungen "wahrscheinlich ermöglicht" hätten, "mit relativ wenig Verspätung und damit im Sinne der erwähnten Bundesgerichtspraxis wohl noch ausreichend zeitnah zum Einvernahmetermin zu erscheinen, sodass die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland möglicherweise noch keine Säumnis angenommen hätte", mag zwar so sein, bleibt aber für die Beurteilung des vorliegenden Falles angesichts des Nichterscheinens des Beschwerdeführers unerheblich. Weitere Ausführungen hierzu erübrigen sich.