Citation: 6B_278/2017 E. 4.5

4.5. Nicht zu folgen ist der Vorinstanz, soweit sie ein Selbstverschulden des Beschwerdegegners einzig deshalb zu verneinen scheint, weil die Beschwerdeführer ein Verschulden trifft. Gemäss dem verbindlich festgestellten Sachverhalt ist davon auszugehen, dass der Beschwerdegegner in seiner Entwicklung vom Hilfsarbeiter zum Monteur bereits fortgeschritten war, womit er bereits über einige Erfahrung verfügte. Damit konnte er die Gefahren, die er durch sein Vorgehen beim Abbau des Gerüsts schaffte, erkennen. Auch einem durchschnittlich sorgfältigen Menschen wäre in der Lage des Beschwerdegegners aufgefallen, dass er zumindest beim Seilzugfeld quasi ungeschützt ist, wenn er das Bordbrett und den Zwischenholm entfernt und nur noch den Geländerholm stehen lässt. Der Beschwerdegegner hätte den erkannten Gefahren, insbesondere jener des Absturzes, mit geeigneten Massnahmen (bei seinem Bruder nachfragen, Abbau Feld für Feld, Belassen des Bordbretts) begegnen sollen. Unter Würdigung aller Umstände erscheint es vorliegend gerechtfertigt, den Schadenersatz- und Genugtuungsanspruch (vgl. zu Letzterem: Urteile 6B_531/2017 vom 11. Juli 2017 E. 3.3.1; 6P.58/2003 vom 3. August 2004 E. 13; je mit Hinweisen) des Beschwerdegegners infolge Selbstverschuldens um 20 % herabzusetzen.