Citation: U 410/04 03.11.2006 E. 5

5.1 Erlässt der Sozialversicherer jedoch wie hier die SUVA mit der Verfügung vom 26. November 2003 in einem der Endverfügung vorangehenden Verfahren eine Zwischenverfügung zur Frage, ob der beantragten medizinischen Begutachtung stattzugeben sei, ist diese selbstständig anfechtbar, wenn sie einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken kann (Art. 55 Abs. 1 ATSG in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 und Abs. 2 lit. f VwVG). 5.2 Die Voraussetzung des nicht wieder gutzumachenden Nachteils muss auch erfüllt sein für die Anfechtung von Zwischenverfügungen über die Ablehnung von Beweisanerbieten, woran nichts ändert, dass diese in Art. 45 Abs. 2 lit. f OG ausdrücklich erwähnt sind (grundlegend BGE 98 Ib 283 Erw. 3; vgl. auch BGE 127 II 136 Erw. 2a, 122 II 213 Erw. 1c, je mit Hinweisen). Mit der Beschränkung der Anfechtbarkeit von Zwischenverfügungen soll verhindert werden, dass die Gerichte Anordnungen überprüfen müssen, die durch einen günstigen Endentscheid für die betroffene Person jeden Nachteil verlieren; die Gerichte sollen sich in der Regel nur einmal mit einer bestimmten Streitsache befassen müssen (BGE 116 Ib 344 347 Erw. 2c). Dafür, ob ein Gericht schon vor Abschluss des Verfahrens soll angerufen werden können, sind insbesondere auch Überlegungen der Prozessökonomie und der Zweckmässigkeit von Bedeutung. Dabei ist eine separate Anfechtung nicht für jede Art von Zwischenverfügungen gerechtfertigt. Zwischenverfügungen über die (umstrittene) Zuständigkeit einer Instanz oder über Ausstandsbegehren sollen grundsätzlich selbstständig angefochten werden können (Urteil X. vom 17. März 2005, 2A. 149/2005, mit Hinweis auf Art. 87 Abs. 1 OG für das Verfahren der staatsrechtlichen Beschwerde, wo ansonsten die Anfechtung von Zwischenverfügungen nur mit grosser Zurückhaltung zugelassen wird). Anders verhält es sich bei Zwischenverfügungen über die Ablehnung von Beweisanträgen. Ob mit einem solchen Entscheid das rechtliche Gehör verletzt wird, hängt im Wesentlichen von einer antizipierten Beweiswürdigung ab, was letztlich bereits eine recht weitgehende Auseinandersetzung mit den im Hinblick auf den Endentscheid massgebenden Fragen erfordert (vgl. BGE 98 Ib 286 Erw. 3). Mit einer Anfechtung soll darum regelmässig bis zum Vorliegen des Endentscheids zugewartet werden. Dies ist der betroffenen Person umso mehr zumutbar, als es auch ihr leichter fällt, bei Kenntnis der vollständigen Erwägungen des Endentscheids wirksam die zur Ablehnung des Beweisantrages führende antizipierende Beweiswürdigung zu beanstanden. Nach der Rechtsprechung ist daher die Beschwerde gegen Beweisanträge ablehnende Zwischenverfügungen unabhängig von der Endverfügung nur zulässig, wenn die Beweise gefährdet erscheinen und sie erhebliche, bisher noch nicht geklärte Umstände betreffen (ZAK 1988 S. 524; Urteil S. vom 29. November 2005, I 757/05).