Citation: 5A_304/2015 E. 6.3

6.3. Für die Annahme des Beklagten, alle drei Miterben hätten (unbewusst) eine einfache Gesellschaft begründet, fehlen genügende Anhaltspunkte. Wesentlich an der vertragsmässigen Bindung im Sinne von Art. 530 OR ist, dass die Gesellschafter das künftige Verhalten auf die Verfolgung des vereinbarten Zwecks ausrichten. Von der Verfolgung eines gemeinsamen Zwecks mit gemeinsamen Kräften oder Mitteln kann nur dort gesprochen werden, wo ein Wille besteht, die eigene Rechtsstellung einem gemeinsamen Zweck unterzuordnen, um auf diese Weise einen Beitrag an die Gemeinschaft zu leisten (BGE 137 III 455 E. 3.1 S. 456; Urteil 4A_533/2014 vom 29. April 2015 E. 2.2.3). Tatsachenfeststellungen oder Indizien, dass die Erblasserin mit den Parteien einen bezogen auf die Liegenschaft gemeinsamen Sanierungs- oder Bewirtschaftungszweck verfolgt habe und dazu im Alter von sechsundachtzig Jahren auch in der Lage gewesen sei, fehlen vollständig. Das Verhalten der Erblasserin belegt vielmehr das Gegenteil, wie es das Obergericht hervorgehoben hat. Die Erblasserin hat sich nicht auf den angeblichen gemeinsamen Zweck eingelassen, sondern mit ihrer letztwilligen Verfügung die Teilung des Eigentumsviertels geregelt. Es ist aufgrund ihres Alters auch naheliegend, dass die Erblasserin die Nachlassliegenschaft wie in den letzten rund dreissig Jahren nutzen und verwalten lassen und sich nicht in neue Bauprojekte stürzen wollte. Unter diesen Umständen aber kann nicht als erstellt gelten, eine einfache Gesellschaft, bestehend aus den Parteien und der Erblasserin, sei nachträglich an die Stelle der im Grundbuch eingetragenen Erbengemeinschaft getreten.