Citation: 8C_949/2009 28.04.2010 E. 9

Dem in E. 8 Gesagten ist in allen Teilen beizupflichten. 9.1 Gestützt auf Art. 19 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer den Fall (unter Einstellung der vorübergehenden Leistungen [Heilbehandlung, Taggeld] und Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung) abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der versicherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind (BGE 134 V 109 E. 4.1 S. 113 f. mit Hinweisen; Urteil U 291/06 vom 4. März 2008 E. 4.1). Was unter einer namhaften Besserung des Gesundheitszustandes im genannten Sinne zu verstehen ist, bestimmt sich namentlich nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, soweit unfallbedingt beeinträchtigt, wobei die durch weitere Heilbehandlung zu erwartende Besserung ins Gewicht fallen muss. Unbedeutende Verbesserungen genügen nicht (BGE 134 V 109 E. 4.3 S. 115 mit Hinweisen; Urteil U 291/06 vom 4. März 2008 E. 4.2). Die bei der Adäquanzprüfung psychischer Unfallfolgen einzig zu berücksichtigenden physischen Komponenten lassen sich im Zeitpunkt, in welchem von einer Fortsetzung der auf die somatischen Leiden gerichteten ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung mehr erwartet werden kann, zuverlässig beurteilen (BGE 134 V 109 E. 6.1 S. 116 mit Hinweisen; Urteile 8C_76/2008 vom 15. Januar 2009 E. 7 in fine und U 98/06 vom 5. April 2007 E. 3.1, in: SVR 2007 UV Nr. 29 S. 99). 9.2 Die Rechtmässigkeit des Fallabschlusses beurteilt sich vorliegend - da Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung, zumindest eine Umschulung, offenbar nicht zur Diskussion stehen - danach, ob von einer Fortsetzung der spezifischen ärztlichen Behandlung der genannten unfallbedingten rheumatologischen und neurologischen Beschwerden (Bein- und Rückenschmerzen, Gleichgewichtsstörungen/Schwindel mit Gangunsicherheit) über den 11. Juni 2007 hinaus noch eine namhafte Besserung des somatischen Gesundheitszustandes erwartet werden konnte, was von der Vorinstanz zu Recht bejaht wird. Zu erwähnen ist in diesem Zusammenhang, dass die prospektive Festsetzung der Arbeitsfähigkeit rechtsprechungsgemäss zwar zulässig, jedoch einer Überprüfung ex post zugänglich ist, wobei im Einsprache- und Beschwerdeverfahren insbesondere geltend gemacht werden kann, die Prognose habe sich aufgrund der tatsächlichen Entwicklung als falsch erwiesen (RKUV 2005 Nr. U 560 S. 398, U 3/04 E. 2.2). 9.3 Die Beschwerdeführerin macht diesbezüglich lediglich geltend, es sei nicht ersichtlich, inwiefern der Versicherte durch diese Beschwerden am 11. Juni 2007 noch in der Arbeitsfähigkeit eingeschränkt gewesen sei, und beruft sich auf das Gutachten der Gutachterstelle Y.________ vom 17. Juni 2008, wonach die Beeinträchtigung neuropsychologisch und psychiatrisch begründet ist. Das kantonale Gericht hat sich indessen, nach entsprechenden Abklärungen, einlässlich auch zur gesundheitlichen Entwicklung geäussert, womit sich die Beschwerdeführerin nicht auseinandersetzt. Danach bestand zum Zeitpunkt der von der Beschwerdeführerin vorgenommenen Leistungseinstellung noch eine Arbeitsunfähigkeit, die nicht vollumfänglich auf das psychische Beschwerdebild, sondern in signifikantem Ausmass auf die somatischen Störungen zurückzuführen war, und durfte diesbezüglich noch eine namhafte Verbesserung im Sinne einer wesentlichen Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit erwartet werden. 9.4 Dem kantonalen Gericht ist daher beizupflichten, dass der Unfallversicherer zufolge der noch bestehenden beträchtlichen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus somatischen Gründen mit Aussicht auf namhafte Besserung auch über den 11. Juni 2007 hinaus leistungspflichtig ist und unter den gegebenen Umständen auch bezüglich der psychischen Beschwerden ein Fallabschluss noch nicht zulässig war.