Citation: 1C_220/2021 E. 2.2

2.2. Das Obergericht hat im angefochtenen Entscheid (E. II.g und h S. 5 f.) erwogen, die Beschwerdegegnerin habe sich am 24. Februar 2016 an die KESB gewandt, nachdem die Beschwerdeführerin in den vergangenen Jahren keine Steuererklärungen mehr eingereicht habe mit der Begründung, sie sei aufgrund ihrer Krankheit nicht in der Lage, ihren steuerlichen und weiteren administrativen Pflichten nachzukommen. Die Beschwerdeführerin habe damit den Anschein der Hilfsbedürftigkeit erweckt, womit die Beschwerdegegnerin nach Art. 443 Abs. 2 ZGB (in der bis Ende 2018 geltenden Fassung auch ohne Entbindung von einem allfälligen strafrechtlichen Berufsgeheimnis) berechtigt und verpflichtet gewesen sei, die KESB zur Prüfung von allfälligen erwachsenenschutzrechtlichen Massnahmen einzuschalten. Der pauschale und zusammenhanglose Vorwurf, die Beschwerdegegnerin habe mit der Gefährdungsmeldung ihrem Arbeitgeber - dem Kantonalen Steueramt - einen Rechtsvorteil verschaffen wollen, entbehre jeder Grundlage. Es bestehe kein Anfangsverdacht auf ein strafbares Verhalten der Beschwerdegegnerin, weshalb die Ermächtigung zu ihrer strafrechtlichen Verfolgung nicht zu erteilen sei.