Citation: 6B_458/2008 05.08.2008 E. A

Xa.________ wurde vom Obergericht des Kantons Bern am 18. März 2005 wegen vorsätzlicher Tötung zu 12 Jahren Zuchthaus und 15 Jahren Landesverweisung verurteilt. Es hielt für erwiesen, dass er am 23. Dezember 2001 in Münchenbuchsee seinen Schwager Aa.________ erschossen hat. Am 1. April 2008 reichte Xa.________ beim Kassationshof des Obergerichts des Kantons Bern ein Revisionsgesuch ein mit dem Antrag, dieses obergerichtliche Urteil aufzuheben. Er berief sich auf ein Schreiben von N.________ vom 28. November 2007 als neues Beweismittel. Nach diesem Schreiben soll die Familie X.________ einen "Herrn b.________" (Gb.________) an die Polizei verraten haben, welcher in der Folge des Landes verwiesen worden sei. Gb.________ habe von der Familie X.________ eine finanzielle Genugtuung von 3'000 Franken monatlich verlangt und diese Forderung durch Aa.________ eintreiben wollen. Es sei deswegen zu heiklen Eskalationen zwischen Xa.________ und Aa.________ gekommen. Die Gewaltbereitschaft von Aa.________ und Gb.________ sei gross gewesen, und beide seien zeitweise scharf bewaffnet gewesen. Er, Neuburger, kenne die genauen Tatumstände zwar nicht, aber er hätte jedenfalls definitiv grosse Angst gehabt vor einer Konfrontation mit den beiden. Dieses Schreiben belegt nach der Auffassung von Xa.________, dass er sich bei der Schussabgabe in einer Notstands- oder Notwehrsituation befand. Der Kassationshof trat am 7. April 2008 auf das Revisionsgesuch nicht ein. Er erwog, das Schreiben enthalte Anhaltspunkte für die Motivation der Straftat und die Gewaltbereitschaft des Opfers. Es liefere neu eine mögliche Erklärung für das angespannte Verhältnis zwischen den beiden und mit dem "Verrat" an Gb.________ einen möglichen Grund, weshalb Aa.________ Xa.________ mit Blutrache gedroht haben könnte. Zu den Tatumständen ergebe sich aus dem Schreiben indessen nichts, weshalb es keinen Einfluss auf die konkrete Beurteilung des Tatgeschehens haben könne. Es lägen damit keine neuen Anhaltspunkte vor, welche die Beurteilung des Obergerichts, es habe weder eine Notwehr- noch eine Notstandssituation vorgelegen, in Frage stellen würden. Das Schreiben N.________s stelle somit zwar ein neues Beweismittel dar, welches aber nicht geeignet sei, den Freispruch oder eine erheblich geringere Bestrafung Xa.________s zu erwirken.