Citation: 5A_682/2022 E. 5.4.2

5.4.2. Der Beschwerdeführer ist mit der vorinstanzlichen Beweiswürdigung wiederum nicht einverstanden. Prof. Dr. med. F.________ habe es als kritisch erachtet, dass er selbst Mühe gehabt habe, die Schlussfolgerungen von Dr. med. D.________ nachzuvollziehen und fände es befremdlich, bei einem 45-jährigen in einem anspruchsvollen Beruf tätigen Menschen von Unreife zu sprechen. Eine vollständige Aktenkenntnis sei nicht erforderlich gewesen, da es sich beim Gutachten von Prof. Dr. med. F.________ nicht um ein eigentliches Gutachten handle. Durch die Lektüre des behördlichen Gutachtens sei Prof. Dr. med. F.________ die Vorgeschichte durchaus bekannt gewesen. Der Niveauunterschied der Gutachten sei eklatant. Es könne sodann nicht ernsthaft davon ausgegangen werden, dass Prof. Dr. med. F.________ seinen Ruf für ein methodenkritisches Gutachten aufs Spiel setze. Im Gegenteil scheine es vermessen, seinem methodenkritischen Gutachten nur dann einen Beweiswert zumessen zu wollen, wenn er ermahnt worden wäre. Der Beschwerdeführer stellt ausserdem die Erwägungen der Vorinstanz zur nicht gänzlich unauffälligen Befundlage in Frage. Was die Kehrtwende anbelange, so habe der Beschwerdeführer umgehend, nämlich noch am selben Tag (der Gefährdungsmeldung) von einer behördlichen Massnahme Abstand genommen und erklärt, dass er auf keinen Schutz von seiner Ehefrau angewiesen sei. Die Schilderungen der C.________ AG deckten sich nicht mit denjenigen des Beschwerdeführers, was die Vorinstanz verkenne, indem sie von einer "Kehrtwende" ausgehe. Aus der Tatsache, dass er denn auch Geld von seiner Frau zurückklagen könne und dieses auch erhalten habe, zeige sich, dass er sich selbst helfen könne. Massgebend verkannt werde sodann, dass sich der Beschwerdeführer nach dem Tod seiner Mutter im Herbst 2019 in einer Ausnahmesituation befunden habe. Diese kurzfristige Überforderung habe dazu geführt, dass er sich hilfesuchend an seinen Bankberater gewandt und man sich gemeinsam zur Meldung an die KESB entschlossen habe. Dennoch habe er umgehend keine Einschränkung seiner Verfügungsfähigkeit gewollt. Er habe daher seine Meinung auch nicht geändert. Nicht zu folgen sei der vorinstanzlichen Schlussfolgerung, der behördliche Gutachter schliesse nicht aus einer vermeintlichen Irrationalität von Geldausgaben oder eines vermeintlichen Machtgefälles zwischen den Eheleuten auf ein Störungskonzept, sondern dieser berücksichtige und bewerte die in den Akten dokumentierten Umstände der Vermögenstransaktionen, das in Bezug darauf wechselhafte Verhalten und die Erklärungen des Beschwerdeführers. Dem Gutachten sei dies nicht zu entnehmen. Der Gutachter stütze sich lediglich auf die "Befundlage", wonach der Beschwerdeführer nur vage Schilderungen zum Paarleben machen wolle oder könne. Dies reiche nicht aus, um auf eine mittelschwere bis schwere Reifungsstörung und damit auf einen Schwächezustand zu schliessen. Der Gutachter stütze sich ausschliesslich auf die vagen Schilderung der ehelichen Beziehung ab. Dies sei willkürlich, daraus lasse sich nichts ableiten. Es handle sich eben doch um grosszügige - und allenfalls von aussen als irrational empfundene - Geldausgaben im Beziehungskontext, was auch Prof. Dr. med. F.________ so sehe, der bemängle, dass es zu Wertungen hinsichtlich der Lebens- und Beziehungsgestaltung komme. Eine Begründung, inwiefern es sich nicht nur um grosszügige Geldausgaben im Beziehungskontext handle, bleibe die Vorinstanz im Detail schuldig. Dass es auffällig sei, dass der Beschwerdeführer eine Gefährdungsmeldung mache, reiche nicht aus, insbesondere, da die Vorinstanz die Ausführungen zur Ausnahmesituation des Beschwerdeführers im Herbst 2019 vollständig übergehe.