Citation: 4A_528/2022 E. 4.3.1

4.3.1. Das Bundesgericht hat bereits verschiedentlich entschieden, dass die Regel, wonach bei einem positiven Befund verbotener Substanzen ohne Weiteres Doping vermutet wird (sog. "strict-liability-Prinzip") und dem Sportler der Entlastungsnachweis offensteht, nicht gegen den Ordre public verstösst (Urteile 4A_522/2012 vom 21. März 2013 E. 4.2.2; 4P.148/2006 vom 10. Januar 2007 E. 7.3.2; 4P.105/2006 vom 4. August 2006 E. 8.2 mit weiteren Hinweisen; vgl. auch BGE 134 III 193 E. 4.6.3.2; "il n'y a rien d'insoutenable à imposer au coureur cycliste qui veut obtenir une suppression ou une réduction de la peine disciplinaire le devoir de démontrer comment la substance interdite s'est retrouvée dans son organisme"). Ein solcher Fall liegt hier vor: Das TAS erwog, der Beschwerdegegner (die Anti-Doping-Agentur von U.________) habe das Vorhandensein einer verbotenen Substanz nachweisen können, womit der Dopingverstoss vermutet werde. Das TAS auferlegte sodann - in Anwendung der entsprechenden Regularien - dem Beschwerdeführer die (Entlastungs-) Beweislast hinsichtlich der Frage, wie die verbotene Substanz in seinen Körper gelangte. Diese Vorgehensweise - die namentlich im Dienst einer effizienten Dopingbekämpfung steht - ist nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung konform mit dem Ordre public. Es besteht kein Grund, von dieser Rechtsprechung abzugehen respektive diese - in den Worten des Beschwerdeführers - "weiterzuentwickeln". Auch das Argument des Beschwerdeführers, die Dopinganalysen würden "immer präziser", gibt dazu nicht Anlass. Im Übrigen hat sich das Bundesgericht in ebendiesem Zusammenhang (Vermutung des Dopingverstosses bei erstelltem Dopingbefund) schon einlässlich mit dem Einwand der stets genauer werdenden Analysetechnik auseinandergesetzt (BGE 134 III 193 E. 4.6.3.2.1 f.).