Citation: U 338/04 20.07.2005 E. 2

Die Zusprechung der Invalidenrente erfolgte im Voraus für eine Dauer von drei Jahren. Während in der Invalidenversicherung eine antizipierte Invaliditätsschätzung grundsätzlich nicht zulässig ist (BGE 119 V 471 Erw. 2b, 97 V 58; AHI 1998 S. 174 Erw. 6a), betrachten Rechtsprechung und Lehre die Zusprechung abgestufter und/oder befristeter Renten für die Unfallversicherung bei Fingerverletzungen als zulässig (BGE 106 V 49 Erw. 1 mit Hinweisen). Die SUVA hat in zutreffender Ausnützung dieses Gestaltungsspielraums der Erfahrungstatsache Rechnung getragen, dass Fingerverstümmelungen geringeren Ausmasses trotz des bleibenden Defekts nach einer gewissen Phase der Anpassung und Angewöhnung keine oder nur noch eine minimale Verminderung der Erwerbsfähigkeit bewirken. Dieser Faktor ist bei der Festsetzung der Rente zu berücksichtigen und daher in solchen Fällen in der Regel eine zeitlich befristete Rente zuzusprechen (BGE 106 V 50 Erw. 2a). Im Zeitpunkt des Wirksamwerdens der prognostisch verfügten Abstufung oder Aufhebung kann die Richtigkeit der Prognose überprüft werden. Dies hat verfahrensmässig entweder durch die Einleitung eines Revisionsverfahrens von Amtes wegen oder durch Einreichung eines Revisionsgesuches durch den Versicherten zu geschehen (RKUV 2001 Nr. U 444 S. 552, 1993 Nr. U 173 S. 145). Nach ärztlicher Feststellung kann die Versicherte aufgrund der sehr gut erhaltenen Feinmotorik, bei allerdings verminderter Kraftentfaltung der rechten dominanten Hand, ganztägig eine leichte Arbeit ohne Belastungen über zehn Kilogramm ausüben, ohne dass dabei weitere Einschränkungen anfallen (Austrittsbericht der Klinik B.________ vom 5. März 2003, S. 3 unten). Vorliegend ist somit keine dauerhafte funktionelle Einschränkung gegeben, die der Angewöhnung nicht zugänglich wäre. Die Beschwerdeführerin rügt das Vorgehen des Unfallversicherers in diesem Punkt denn auch zu Recht nicht mehr.