Citation: 4A_166/2008 07.08.2008 E. 3

Der Beschwerdeführer macht geltend, es fehle an der Kausalität der Weisung für den aufgetretenen Mangel. Massgeblich für den Mangel sei nicht die Weisung des Beschwerdeführers, sondern ein Herstellungsfehler. Die Weisung des Beschwerdeführers hätte den Beschwerdegegner nur zu entlasten vermocht, wenn das vom Beschwerdeführer gewählte Material an sich für den vorgesehenen Verwendungszweck nicht geeignet wäre. Liegt dagegen bei einem an sich geeigneten Material ein Herstellungsfehler vor, haftet nach Meinung des Beschwerdeführers der Unternehmer, es sei denn, der Besteller hätte Bedenken gegen den vorgeschriebenen Lieferanten haben müssen. 3.1 Mit Bezug auf die Vorschrift des Bestellers, ein bestimmtes Material zu verwenden, werden in der Literatur zwei Konstellationen unterschieden. Ist das durch den Besteller vorgeschriebene Material zur Herstellung eines mängelfreien Werks nicht geeignet, wird der Unternehmer, der den Mangel nicht erkannt hat und nicht hätte erkennen müssen, befreit, sofern er abgemahnt hat oder keine Abmahnungspflicht bestand. Demgegenüber bleibt die Haftung des Unternehmers grundsätzlich bestehen, wenn der vorgeschriebene Stoff seiner Art nach für die Herstellung eines mängelfreien Werkes geeignet ist, und der vom Unternehmer konkret verwendete Stoff einen individuellen Qualitätsfehler aufweist (Heribert Trachsel, Die Verantwortlichkeit des Bestellers bei Werkmängeln, Diss. St. Gallen 2000, N. 425 ff. S. 212; Gauch, Der Werkvertrag, 4. Aufl., N. 2017 ff. S. 531 f.). 3.2 Gesondert wird der Fall behandelt, in welchem der Besteller dem Unternehmer nicht nur das Material, sondern auch den Hersteller oder Lieferanten vorgeschrieben hat. So wird die Meinung vertreten, der Unternehmer könne sich von der Haftung befreien, wenn er Bedenken gegen den Lieferanten hat und diesbezüglich den Besteller abmahnt, oder auch ohne Abmahnung, wenn der Besteller, nicht aber der Unternehmer kraft seiner besonderen Erfahrung Bedenken gegen den vorgeschriebenen Zulieferer oder Hersteller hätte haben müssen (Gauch, a.a.O., N. 2021 S. 532). In kantonalen Gerichtsentscheiden wird auch die Auffassung vertreten, bei einer doppelten Weisung bezüglich des zu verwendenden Stoffes und des Lieferanten treffe den Unternehmer auch bei individueller Fehlerhaftigkeit des Stoffes keine Haftung (Trachsel, a.a.O., N. 428 S. 213). 3.3 Die zuletzt genannte Auffassung geht zu weit. Übernimmt der Unternehmer die Lieferung des Materials, hat er grundsätzlich auch für dessen Mängelfreiheit einzustehen, auch wenn der Besteller vorschreibt, welches Material von welchem Hersteller verwendet werden soll, jedenfalls wenn keine grundsätzlichen Bedenken gegen den Lieferanten im Raum stehen. Ein Ausschluss der Haftung rechtfertigt sich unter diesen Umständen nur dort, wo die Weisung des Bestellers sich als alleinmassgebliche adäquat kausale Mangelursache erweist (Trachsel, a.a.O., N. 428 S. 213). Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn es dem Unternehmer in Befolgung der Weisung überhaupt nicht möglich ist, mangelfreies Material zu beschaffen, etwa wenn der vorgeschriebene Lieferant im Moment des Stoffbezuges nur über fehlerhaftes Material verfügt, weil ihm eine ganze Ausreisserserie geliefert wurde (Trachsel, a.a.O., N. 428 S. 213) oder wenn der fachkundig beratene Besteller sich eine bestimmte einzelne Partie des zu verwendenden Materials selbst ausgesucht hat (Trachsel, a.a.O., N. 427 S. 212 inkl. Fn. 947 mit Hinweis). Ausschlaggebend ist, wie intensiv der Unternehmer durch die Weisung zum Bezug des (vorgeschriebenen) Stoffes bei einem bestimmten Lieferanten in seiner Entscheidungsfreiheit eingeschränkt worden ist (Trachsel, a.a.O., N. 428 S. 213). 3.4 Der Beschwerdeführer behauptet, es liege offenkundig ein individueller Qualitätsfehler vor. Massgebend ist nach dem Gesagten nicht, ob das vom Beschwerdeführer ausgewählte Parkett mit einem anderen Klebstoff mangelfrei verlegt werden kann, sondern ob der Beschwerdegegner im massgebenden Zeitpunkt von der Nebenintervenientin 1 das vom Beschwerdeführer gewählte Produkt in ausreichender Menge mängelfrei hätte beziehen können. Nur wenn der Beschwerdegegner tatsächlich statt des gelieferten mangelhaften einen mangelfreien Parkettboden hätte erwerben können, ist der aufgetretene Mangel Folge eines Qualitätsfehlers im Einzelfall, für welchen der Beschwerdegegner haftbar bleibt, und nicht Folge der Weisung des Beschwerdeführers. 3.5 Die Vorinstanz erkannte, der Gutachter halte im Rahmen der vorsorglichen Beweisabnahme fest, die Ursache des Mangels liege beim Parketthersteller, da offenkundig ein Materialfehler im Klebstoff vorliege. Sie gibt ausserdem die Erwägung der ersten Instanz wieder, wonach der Gutachter die Ursache für den Nachklebeeffekt zu 100 % im Klebestoffbereich ortet. Daraus lässt sich indessen nicht mit Sicherheit ableiten, dass der Beschwerdegegner den Weisungen des Beschwerdeführers entsprechend tatsächlich von der Nebenintervenientin 1 Material für einen mangelfreien Parkettboden hätte erhalten können. Insoweit erweisen sich die tatsächlichen Feststellungen im angefochtenen Entscheid als unvollständig. Die Vorinstanz wird abzuklären haben, ob die Nebenintervenientin 1 in der Lage gewesen wäre, mangelfreie Ware zu liefern. Sollte dies der Fall sein, wird die Vorinstanz zudem Feststellungen zu den weiteren Voraussetzungen und gegebenenfalls zum Umfang der Haftung zu treffen haben.