Citation: I 80/02 09.07.2002 E. 2

2.- Streitig ist einzig, ob die Invalidenversicherung das Lordosekissen als Hilfsmittel zu übernehmen hat; die ebenfalls verfügungsweise abgelehnte Leistung für eine Zäpfchen-Einführhilfe ist bereits im kantonalen Verfahren nicht angefochten worden. a) Die Vorinstanz hat den streitigen Anspruch verneint, da ein Lordosekissen keine individuell angepasste Sitzvorrichtung sei und deswegen nicht unter Ziff. 13.02* HVI Anhang subsumiert werden könne, was auch schon wegen der Geringfügigkeit der Kosten nicht möglich sei; im Übrigen habe die Invalidenversicherung das Lordosekissen auch nicht via Lückenfüllung des HVI Anhanges zu übernehmen. b) Praxisgemäss ist unter einem Hilfsmittel des IVG ein Gegenstand zu verstehen, dessen Gebrauch den Ausfall gewisser Teile oder Funktionen des menschlichen Körpers zu ersetzen vermag (BGE 112 V 15 Erw. 1b mit Hinweis). Nach der Aktenlage hat die Beschwerdeführerin das Lordosekissen wegen der schwächer werdenden Rumpfmuskulatur beantragt; in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde führt sie weiter aus, dass sie ohne dieses Kissen wegen der flachen Rückenlehne des Rollstuhls infolge ihrer Muskelschwäche vornübersinke und in dieser Haltung weder Selbstsorge noch Aufgaben im Haushalt erfüllen könne. Damit hat die Versicherte grundsätzlich Anspruch auf ein Hilfsmittel, das die Funktion der schwächer gewordenen Muskulatur ersetzen kann. Da die aufrechte Sitzhaltung im Rollstuhl für die Ausübung der Tätigkeiten im Aufgabenbereich (Haushalt) notwendig ist (Art. 2 Abs. 2 HVI) und dies mindestens teilweise noch möglich ist, besteht ein Anspruch auf ein Hilfsmittel gemäss Ziff. 13.02* (eine der Behinderung individuell angepasste Sitzgelegenheit), d.h. auf einen Rollstuhl mit individuell angepasster Rückenlehne. Da sich die Versicherte jedoch mit einem kostengünstigeren Hilfsmittel begnügt, das dem gleichen Zweck dient, ist ihr dieses gemäss Art. 2 Abs. 5 HVI abzugeben, auch wenn es nicht auf der Liste des HVI Anhanges aufgeführt ist. Nach Ziff. 13.02* HVI Anhang gehen jedoch der Behinderung individuell angepasste Sitzvorrichtungen, deren Anschaffungskosten geringfügig sind, zu Lasten des Versicherten. Ein den individuellen Bedürfnissen der Beschwerdeführerin angepasster Umbau des Rollstuhles würde jedoch nicht unerhebliche Kosten verursachen, so dass das Erfordernis der nicht geringfügigen Kosten gemäss Ziff. 13.02* HVI Anhang erfüllt ist und ein substitutionsfähiger Anspruch vorliegt (BGE 127 V 124 Erw. 2b). Da - wie bereits erwähnt - auch die funktionelle Gleichartigkeit des Umbaus des Rollstuhls und des Lordosekissens zu bejahen ist, hat die Invalidenversicherung für das Lordosekissen aufzukommen. c) Bei diesem Ausgang des Verfahrens kann offen bleiben, ob das Lordosekissen Zubehör zum Rollstuhl im Sinne des Art. 2 Abs. 3 HVI ist.