Citation: 5A_486/2022 E. 5.1.2

5.1.2. In Bezug auf das Gutachten vom 30. Januar 2022 rügt der Beschwerdeführer willkürliche Sachverhaltsfeststellung. Der Expertin hätten nicht alle medizinischen Unterlagen zur Verfügung gestanden. So seien ihr die medizinischen Akten von 1996 bis 2000 und 2017/2018 bis 2021, welche bezüglich der Jahre 2018 bis 2021 seine somatischen Erkrankungen aufzeigten, nicht übermittelt worden. Bei Kenntnis aller wesentlichen objektiven Befunde wäre sie zu anderen Einschätzungen gekommen. Hier geht es dem Beschwerdeführer im Wesentlichen darum aufzuzeigen, dass bei ihm tatsächlich somatische Beschwerden vorliegen und diese nicht Teil von Wahnvorstellungen, also Symptome der Schizophrenie, sind. Insofern beabsichtigt er darzutun, dass seine psychische Erkrankung nicht - wie von der Vorinstanz angenommen - derart stark ist, dass sie (weiterhin) eine fürsorgerische Unterbringung rechtfertigte. Die Vorinstanz sei auf seine diesbezügliche Rüge nicht eingegangen, womit sie sein rechtliches Gehör und seinen Anspruch auf Beweis verletzt habe. Die Gutachterin führte aus, trotz periodischer Überprüfung hätten beim Beschwerdeführer keine objektiven Befunde für eine organische Herzerkrankung gefunden werden können, wobei die Diagnose einer Sinustachykardie (Herzschlag über 100 pro Minute) bestehe. Der Beschwerdeführer sei körperlich stabil. Ausser erhöhten Cholesterolwerten zeige er keine somatischen Erkrankungen. Die Vorinstanz erwog in diesem Zusammenhang, soweit der Beschwerdeführer einen stärkeren Miteinbezug früherer Verhältnisse (insbesondere Zeitraum 1989 bis 2002) beantrage und diesbezüglich weitere Abklärungen erwarte, könne darauf mangels Relevanz bzw. in antizipierter Beweiswürdigung verzichtet werden, zumal im Ergebnis auch der Beschwerdeführer davon ausgehe, dass bei ihm eine psychische Erkrankung vorliege. Antizipierte Beweiswürdigung verletzt den Anspruch auf Beweis nur dann, wenn ihr der Makel der Willkür anhaftet (BGE 138 III 374 E. 4.3.2 mit Hinweis). Um Willkür in der Sachverhaltsfeststellung darzutun, müsste der Beschwerdeführer beispielsweise aufzeigen, dass er vor den kantonalen Instanzen den Beizug konkret bezeichneter medizinischer Unterlagen beantragte, die spezifische organische Erkrankungen ausweisen würden, welche die Vorinstanz zu Unrecht als wahnhaft abgetan hätte (vgl. BGE 140 III 86 E. 2). Dies tut er nicht. Soweit er in seiner weitschweifigen Beschwerdeschrift überhaupt einschlägige medizinische Akten zumindest annähernd benennt (die "deutlich erhöhten Aminosäuren" bzw. die "EKGs mit abnormer Graphik bzw. pathologischem Befund"), tut er dies jeweils an anderer Stelle und ohne entsprechende Sachverhaltsrüge. Ebenso wenig erläutert er, inwiefern der Beizug der Krankenakten von 1996 bis 2000 und 2017/2018 bis 2021 eine abweichende Beurteilung seines aktuellen psychischen Gesundheitszustands durch die Gutachterin zu begründen vermocht hätte. Die behauptete Willkür in der Sachverhaltsfeststellung bzw. Verletzung des Anspruchs auf Beweis ist damit nicht dargetan. Soweit der Beschwerdeführer der Vorinstanz sinngemäss eine Verletzung ihrer Begründungspflicht vorhält, ist seine Rüge ebenfalls unbegründet. Die Vorinstanz führte aus, das Gutachten sei gestützt auf eine einlässliche psychiatrische Untersuchung sowie in Kenntnis der relevanten Vorakten ergangen und sei für die streitigen Belange umfassend. Dies erlaubte dem Beschwerdeführer eine sachgerechte Anfechtung des Entscheids (vgl. BGE 142 III 433 E. 4.3.2 mit Hinweisen), sodass dem Begründungserfordernis Genüge getan ist.