Citation: 5A_326/2016 E. 3.2

3.2. Die Beschwerdeführerinnen werfen der Vorinstanz einen "Überlegungsfehler" vor. Zutreffend habe die Vorinstanz zunächst festgehalten, dass der herabsetzbare Betrag nach der Quotenmethode zu ermitteln und somit der Wert der Liegenschaft beim Erbgang (Todestag des Erblassers am xx.xx.2008) für die Berechnung des herabsetzbaren Schenkungsanteils heranzuziehen sei. Beim Wert der Liegenschaft per xx.xx.2008 habe die Vorinstanz dann aber fälschlicherweise nicht alle Liegenschaftsteile berücksichtigt, die der Erblasser am 30. September 1993 an den Beschwerdegegner 1 veräussert habe, sondern nur das landwirtschaftliche Restgrundstück GB ttt sowie die beiden verschenkten Bauparzellen GB vvv und www. Die vier verkauften Bauparzellen GB uuu, xxx, zzz und yyy beziehe die Vorinstanz in die Wertermittlung per xx.xx.2008 hingegen nicht ein, weil diese Grundstücke laut der Vorinstanz bereits bei der Ausgleichung berücksichtigt worden seien und daher beim Herabsetzungstatbestand nicht erneut zu berücksichtigen seien. Diese Nichtberücksichtigung der verkauften Bauparzellen GB uuu, xxx, zzz und yyy beim Verkehrswert per xx.xx.2008 verletze Art. 474 f. und Art. 522 ff. ZGB. Nach der Meinung der Beschwerdeführerinnen hat die Berechnungsweise der Vorinstanz zur Folge, dass bei der Quotenmethode Liegenschaften mit unterschiedlichen Flächen einander gegenüber gestellt worden seien. Beim Wert der Liegenschaft bei Vertragsschluss (30. September 1993) seien die Flächen GB uuu, xxx, zzz und yyy berücksichtigt worden, nicht hingegen, als es galt, den Wert der Liegenschaft beim Erbgang zu ermitteln. Bei der Berechnungsweise der Vorinstanz beeinflusse die Ausgleichungspflicht von erlassenen Gewinnanteilsansprüchen die Höhe des Pflichtteils. Der Pflichtteil sei aber eine fixe Grösse, deren Höhe gerade nicht davon abhängen könne, ob und in welchem Umfang Ausgleichungsansprüche bestehen. Ob der Erblasser auf Gewinnansprüche verzichtet habe, könne mit anderen Worten auf die Höhe des Pflichtteils der Beschwerdeführerinnen keinen Einfluss haben. Entgegen der Vorinstanz seien daher die vier verkauften Bauparzellen GB uuu, xxx, zzz und yyy beim Verkehrswert per xx.xx.2008 zu berücksichtigen. Ausgehend von diesen Überlegungen gelangen die Beschwerdeführerinnen zu einem Verkehrswert der landwirtschaftlichen Restparzelle GB ttt und der abparzellierten Parzellen GB vvv, www, xxx, uuu, zzz und yyy per xx.xx.2008 von Fr. 3'668'800.--. Gestützt auf die Quotenmethode resultiere daraus ein herabsetzbarer Betrag von Fr. 2'926'614.--. Der so bestimmte Betrag sei um den Ausgleichungsbetrag für den erlassenen Grundstückgewinn von Fr. 790'434.60 zu reduzieren, weil in diesem Umfang nicht der Herabsetzung unterliegen könne, was bereits ausgeglichen werden müsse. Die herabsetzbare Zuwendung aus Liegenschaftsübertragung belaufe sich daher auf Fr. 2'136'179.40 (Fr. 2'926'614.--./. 790'434.60). Die Aktiven der Pflichtteilsberechnungsmasse würden sich damit nicht gemäss Vorinstanz auf Fr. 2'557'416.77, sondern auf Fr. 3'027'369.27 (Fr. 2'557'416.77 + Fr. 469'952.50) belaufen. Die Abweichung von Fr. 469'952.50 rühre daher, dass die Vorinstanz bei der Quotenmethode die vier Baulandparzellen aufgrund der ausgleichungspflichtigen (erlassenen) Grundstückgewinne zu Unrecht nicht einbezog. Unter Abzug der Passiven von Fr. 27'050.-- resultiere daraus eine massgebliche Pflichtteilsberechnungsmasse von Fr. 3'000'319.27. Der Pflichtteil der Beschwerdeführerinnen betrage je 3/20. Daraus ergebe sich ein Betrag von je Fr. 450'047.90. Dass diese Berechnungsweise die richtige sei, zeigt sich für die Beschwerdeführerinnen auch darin, dass mit ihr immer der gleiche (fixe) Pflichtteil resultiere, gleichviel ob und in welchem Umfang Gewinnansprüche bestünden bzw. zufolge Schulderlasses auszugleichen seien. Hätte sich zum Beispiel der Erblasser gegenüber dem Beschwerdegegner 1 keine Gewinnansprüche vorbehalten, bestünden keine Ausgleichungspflichten. Der herabsetzbare Betrag würde alsdann Fr. 2'926'614.-- betragen. Die Berechnungsweise der Vorinstanz führe hingegen zu ganz unterschiedlichen Pflichtteilen, je nachdem, ob und in welchem Umfang Gewinnansprüche bzw. diesbezügliche Ausgleichungspflichten bestehen. Das zeige sich allein schon darin, dass die Höhe der Gewinnansprüche (und mithin die Höhe der Ausgleichungspflichten) durch den Besitzesdauerabzug beeinflusst werde. Je nach Zeitpunkt der (Weiter-) Veräusserung seien die Gewinnansprüche daher höher oder tiefer. Nach der Berechnungsweise der Vorinstanz beeinflusse dies unmittelbar die Höhe der Pflichtteilsberechnungsmasse, was aber schlechterdings nicht richtig sein könne, ansonsten es der Beschwerdegegner 1 in der Hand hätte, durch den Zeitpunkt der Veräusserung, aber auch durch die Gestaltung der Verkaufspreise, unmittelbar den Pflichtteil der Beschwerdeführerinnen zu beeinflussen.