Citation: 5A_561/2014 E. 2.4

2.4. Mit dieser Sichtweise blendet die Beschwerdeführerin aus, dass die untere Aufsichtsbehörde sie bereits bei der Zustellung der neuen Schätzung auf die Möglichkeit einer Oberexpertise hingewiesen hatte. Ein entsprechendes (Eventual-) Begehren wäre damals sehr wohl möglich gewesen. Zudem läuft die Argumentation der Beschwerdeführerin auf ein stufenweises Vorgehen hinaus, das im Gesetz keine Grundlage findet. Aus der Bestimmung, dass die kantonale Aufsichtsbehörde Streitigkeiten über die Höhe der Schätzung endgültig beurteilt (Art. 9 Abs. 2 VZG), lässt sich nicht ableiten, dass in Kantonen, wo zwei Aufsichtsbehörden bestehen, nicht nur die untere, sondern auch die obere Instanz ein Gutachten einzuholen habe (BGE 86 III 91 S. 93). Inwieweit die untere Aufsichtsbehörde sie während des bei ihr hängigen Verfahrens über eine allfällige Abweisung des Ergänzung- bzw. Erläuterungsbegehrens hätte informieren müssen und weshalb sie dann noch eine Oberexpertise hätte beantragen können, ist nicht nachvollziehbar. Damit kann die Bedeutung des in Art. 326 Abs. 1 ZPO für das Beschwerdeverfahren statuierten Novenverbots neben der Regelung von Art. 9 i.V.m. Art. 99 VZG offen bleiben.