Citation: I 388/03 08.09.2003 E. 4

4.1 Das kantonale Gericht hat nicht explizit geprüft, ob die Voraussetzungen für die Ermittlung des Invaliditätsgrades nach Massgabe der konkreten beruflich-erwerblichen Situation gegeben sind (vgl. Erw. 2.2.1). Aufgrund der Erhebungen des Abklärungsdienstes der IV-Stelle (Bericht vom 25. Juni 2001 sowie Stellungnahmen vom 15. Januar und 22. Mai 2002) ist diese Frage indessen zu verneinen. Von weiteren diesbezüglichen Beweismassnahmen sind im Übrigen keine neuen verwertbaren Erkenntnisse zu erwarten. 4.2 Im Weitern wirft die Bemessung der Invalidität nach der Einkommensvergleichsmethode (Art. 28 Abs. 2 IVG) durch die Vorinstanz verfahrensrechtlich und auch in materieller Hinsicht Fragen auf. 4.2.1 Die IV-Stelle bestimmte den Invaliditätsgrad in Anwendung des ausserordentlichen Bemessungsverfahrens (Erw. 2.2.3). In den vorinstanzlichen Rechtsschriften wurden weder zur Zumutbarkeit der Aufgabe der angestammten selbstständigen Erwerbstätigkeit und der Aufnahme einer neuen Beschäftigung im Anstellungsverhältnis noch zur Anwendbarkeit der allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs Ausführungen gemacht. Ob der Invaliditätsgrad auf diese oder auf jene Art zu ermitteln ist, ist unzweifelhaft ein bedeutsamer Teilaspekt des streitigen Rentenanspruchs. Das kantonale Gericht hätte daher den Parteien Gelegenheit geben müssen, sich zur vorgesehenen Anwendung der allgemeinen Einkommensvergleichsmethode zu äussern. Das betrifft insbesondere die Zumutbarkeit der Aufgabe der selbstständigen Erwerbstätigkeit zu Gunsten einer anderen unselbstständigen Beschäftigung. Dazu bestand gegenüber dem Beschwerdeführer umso mehr Anlass, als die IV-Stelle in der Vernehmlassung nach wie vor die Ermittlung des Invaliditätsgrades im ausserordentlichen Bemessungsverfahren verfocht. Dieses Versäumnis der Vorinstanz stellt eine Verletzung des Gehörsanspruchs dar. Die Anwendung der allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs stellt eine neue Begründung für die Verneinung der Anspruchsberechtigung dar, mit welcher der Versicherte nicht ohne weiteres rechnen konnte und musste (vgl. BGE 128 V 278 Erw. 5b/bb mit Hinweisen). 4.2.2 Die vom kantonalen Gericht angeführten Gründe für die Zumutbarkeit einer beruflichen Umstellung sodann überzeugen nicht restlos. Dass die angestammte Tätigkeit als Gipser/Maler lediglich noch zu 50 % ausübbar ist, in leidensangepassten Tätigkeiten dagegen eine Arbeitsfähigkeit von 100 % besteht, genügt nicht. Ebenso ist nicht von entscheidender Bedeutung, dass die administrativen Arbeiten seit jeher von der Frau des Beschwerdeführers ausgeführt wurden. Aus dieser insoweit unbestrittenen Tatsache kann jedenfalls entgegen der Vorinstanz nicht ohne weiteres gefolgert werden, der Versicherte habe praktisch keinen Anteil an der Betriebsleitung gehabt (vgl. Erw. 3.1.2). Im Weitern ist die Zumutbarkeit einer beruflichen Neuausrichtung nicht bloss eine medizinische Frage. Vielmehr sind, wie in Erw. 2.2.2 hievor dargelegt, auch Ausbildung und berufliche Karriere, Stabilität des Arbeitsverhältnisses sowie die Aussichten im konkreten Beruf und nicht zuletzt auch die familiäre Situation zu berücksichtigen. Im Lichte dieser Kriterien erscheint die Beurteilung der Zumutbarkeit einer beruflichen Neuausrichtung unter Aufgabe der Selbstständigkeit durch das kantonale Gericht zu summarisch. Insbesondere kann nicht ohne weiteres gesagt werden, grundsätzlich alle einfachen und repetitiven Tätigkeiten im privaten Sektor gemäss Schweizerischer Lohnstrukturerhebung kämen in Betracht. Es ist nicht auszuschliessen, dass unter Berücksichtigung der gesamten Umstände lediglich ganz bestimmte Beschäftigungen zumutbar sind mit der Folge, dass für die Bestimmung des Invalideneinkommens nicht auf die entsprechenden Durchschnittslöhne abgestellt werden kann. Es kann auch sein, dass eine berufliche Umstellung erst nach Durchführung von Eingliederungsmassnahmen beruflicher Art zumutbar ist, dafür diese Massnahme zu einem höheren Erwerbseinkommen führt. 4.3 Nach dem Gesagten ist die Sache aus formellen und materiellen Gründen an das kantonale Gericht zurückzuweisen, damit es den Parteien Gelegenheit gibt, sich zur Zumutbarkeit einer beruflichen Umstellung im Sinne der Darlegungen in Erw. 2.2.2 und 4.2.2 zu äussern. Nötigenfalls wird die Vorinstanz weitere Abklärungen vorzunehmen haben. Je nachdem wird sie den Invaliditätsgrad nochmals mittels Einkommensvergleich oder aber bei Unzumutbarkeit der Aufgabe der angestammten selbstständigen Erwerbstätigkeit im ausserordentlichen Bemessungsverfahren ermitteln. In diesem Sinne ist die Verwaltungsgerichtsbeschwerde begründet.