Citation: 1P.304/2006 24.08.2006 E. 6

Aus dem Umstand, dass das Obergericht den Beschwerdeführer vom Vorwurf, er habe am 11./12. Juli 2002 von Y.________ ein Paket mit ca. 500 Gramm Kokain übernommen, freisprach, lässt sich entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers nichts ableiten, woraus sich auch ein Freispruch hinsichtlich der ihm vorgeworfenen Übernahme von ca. 500 Gramm Kokain am Abend des 6. August 2002 hätte ergeben müssen. Das Obergericht hielt im angefochtenen Urteil fest, den abgehörten Telefongesprächen könne nicht entnommen werden, dass sich Y.________ und der Beschwerdeführer in den frühen Morgenstunden des 12. Juli 2002 tatsächlich getroffen hätten. Aus dem Gespräch vom 12. Juli 2002, 0.58 Uhr, ergebe sich nur, dass die beiden beabsichtigten, sich in den Morgenstunden des 12. Juli 2002 zu treffen. Im Gegensatz zur vorgeworfenen Drogenübergabe an den Beschwerdeführer vom 6. August 2002, die Y.________ mehrfach ausdrücklich zugab, beruhte das seinerzeitige Geständnis von Y.________, er habe dem Beschwerdeführer am 12. Juli 2002 zuhanden von Z.________ 500 Gramm Kokain übergeben, jedoch auf einem Irrtum der Bezirksanwältin. Richtigerweise ging es dabei um eine Drogenübergabe vom 19. Juli 2002, für die der Beschwerdeführer denn auch schuldig gesprochen wurde. Zudem untermauern die am Abend des 6. August 2002 von Y.________ mit der dem Beschwerdeführer zuzuordnenden Rufnummer ... geführten Telefongespräche dieses Geständnis, während für eine Drogenübergabe vom 12. Juli 2002 keine weiteren Beweismittel vorlagen. Eine Parallele zwischen den beiden Daten kann daher nicht gezogen werden. Die Annahme, dass es am Abend des 6. August 2002 zur Übergabe eines Pakets von ca. 500 Gramm Kokain an den Beschwerdeführer kam, erscheint auch im Lichte des Freispruchs betreffend einer Drogenübergabe vom 12. Juli 2002 nicht als willkürlich. Soweit der Beschwerdeführer eine Verletzung des Grundsatzes "in dubio pro reo" als Beweiswürdigungsregel überhaupt rechtsgenüglich gerügt hat, ist festzuhalten, dass keine erheblichen Zweifel bestehen, die geeignet wären, den Schuldspruch im Anklagepunkt 1.A.8.10 in Frage zu stellen.