Citation: 1C_525/2024 E. 4.1

4.1. Der Grundsatz von Treu und Glauben verleiht Rechtsuchenden unter gewissen Umständen Anspruch auf Schutz ihres Vertrauens auf die Richtigkeit behördlichen Handelns. Potenzielle Vertrauensgrundlagen sind dabei alleine jene behördlichen Handlungen, die sich auf eine konkrete, die rechtsuchende Person berührende Angelegenheit beziehen und von einer Behörde ausgehen, die für die betreffende Handlung zuständig ist oder die rechtsuchende Person aus zureichenden Gründen für zuständig hält (BGE 150 I 1 E. 4.1 mit Hinweisen). Des Weiteren müssen nach der Rechtsprechung Praxisänderungen angekündigt werden, wenn sie Fragen der Zulässigkeit eines Rechtsmittels berühren und der rechtsuchenden Person deshalb Rechte verlustig gehen würden, die sie bei Vorwarnung hätte geltend machen können. Es widerspräche dem Grundsatz von Treu und Glauben, wenn derjenigen Person, die eine Frist- oder Formvorschrift nach der bisherigen Praxis beachtet hat, aus einer ohne Vorwarnung erfolgten Änderung dieser Praxis ein Nachteil erwachsen würde. Hingegen gibt es keinen allgemeinen Vertrauensschutz gegen Änderungen der materiellen Praxis (BGE 146 I 105 E. 5.2.1 mit Hinweisen).