Citation: 6B_683/2022 E. A

Die Bewährungs- und Vollzugsdienste des Amts für Justizvollzug des Kantons Bern boten A.________ am 13. September 2019 zum Vollzug von 43 Geldstrafen und Bussen auf, die in Ersatzfreiheitsstrafen von insgesamt 373 Tagen umgewandelt worden waren. Am 17. September 2019 ersuchte A.________ um Strafvollzug in Form von gemeinnütziger Arbeit. Die Bewährungs- und Vollzugsdienste des Amts für Justizvollzug des Kantons Bern teilten ihr am 4. Oktober 2019 mit, dass dies nicht möglich sei, und boten sie erneut zum Vollzug auf. Am 10. Oktober 2019 ersuchte A.________ um Anordnung der Ersatzmassnahme der elektronischen Überwachung. Dies lehnten die Bewährungs- und Vollzugsdienste am 11. September 2020 ab. Die dagegen erhobene Beschwerde wies die Sicherheitsdirektion des Kantons Bern am 18. November 2020 rechtskräftig ab. Am 12. Februar 2021 boten die Bewährungs- und Vollzugsdienste A.________ erneut zum Vollzug auf und teilten ihr mit, der Strafantritt erfolge am 19. April 2021. Am 12. April 2021 machte sie geltend, die Verfügung vom 12. Februar 2021 sei nicht anfechtbar und die Verfügung vom 4. Oktober 2019 umfasse Strafen, die bei Strafantritt am 19. April 2021 verjährt sein dürften. Sie beantragte eine nochmalige Prüfung und eine neue Verfügung. Am 16. April 2021 beantragte sie die gutachterliche Abklärung ihrer Hafterstehungsfähigkeit und legte einen ärztlichen Bericht der Psychiatrischen Dienste U.________ bei. Die Sicherheitsdirektion teilte den Bewährungs- und Vollzugsdiensten am 16. April 2021 sinngemäss mit, die Verfügung vom 4. Oktober 2019 sei nicht vollstreckbar. Da A.________ bei der Abweisung des Gesuchs um elektronische Überwachung nicht zu einem neuen Termin aufgeboten worden sei, sei dies mit einer neuen Verfügung nachzuholen. Ohnehin liege zwischenzeitlich ein Gesuch um Vollzugsaufschub vor, weshalb sie bei einer allfälligen Abweisung dieses Gesuchs neu zum Vollzug aufzubieten wäre. Gleichentags forderten die Bewährungs- und Vollzugsdienste A.________ auf, diverse Fragen zu ihrem Gesundheitszustand der zuständigen Ärzteschaft zur Beantwortung zu unterbreiten. Dem kam sie am 7. Mai 2021 nach und machte gestützt darauf geltend, der Beizug eines Gutachtens zur Beurteilung der Hafterstehungsfähigkeit sei unausweichlich. Die Bewährungs- und Vollzugsdienste gewährten A.________ am 9. Juni 2021 das rechtliche Gehör zur geplanten Abweisung des Gesuchs um Vollzugsaufschub. Am 5. Juli 2021 teilte sie mit, ihr Gesundheitszustand scheine sich erneut verschlechtert zu haben. Sodann teilte sie am 28. Juli 2021 mit, gemäss ärztlichem Bericht sei bei einem Freiheitsentzug eine Aggravation ihrer Depression zu erwarten. Dem behandelnden Hausarzt sei die psychische Situation nicht gänzlich bekannt, sodass ein Gutachter beizuziehen sei.