Citation: 2A.221/2005 06.09.2005 E. 4

Es fragt sich, ob bei der gegebenen Sachlage nicht ein Widerrufsgrund gemäss Art. 9 Abs. 2 lit. a bzw. Abs. 4 lit. a ANAG gegeben ist. Das Verwaltungsgericht hat sich dazu nicht geäussert, während das kantonale Departement und davor das Amt für Polizeiwesen Graubünden von diesen Widerrufsgründen ausgegangen waren. Das Departement führte insoweit aus, dass wenn dem Beschwerdeführer am 22. April 1997 statt der Einbürgerung die Niederlassungsbewilligung erteilt worden wäre, diese nun aus den gleichen Gründen wie die Einbürgerung zu widerrufen wäre. Auch in diesem Zusammenhang ist jedoch darauf hinzuweisen, dass es insoweit nicht auf die eheliche Situation im April 1997 ankommt, sondern auf diejenige bis zum 24. Oktober 1996; hierzu ist der Sachverhalt nicht genügend festgestellt. Zwar hat das Bundesgericht die auf Art. 9 Abs. 4 lit. a ANAG gestützte Verweigerung einer Niederlassungsbewilligung für einen Ausländer, dessen Einbürgerung nichtig erklärt worden war, auch schon geschützt. Dabei waren die vom Ausländer den Behörden zu Unrecht verschwiegenen Tatsachen (weitere Ehe mit einer Landsfrau und Geburt eines Kindes aus dieser Beziehung) aber bereits innerhalb der Fünfjahresfrist des Art. 7 Abs. 1 Satz 3 ANAG gegeben (Urteil 2A.567/2000 vom 28. Februar 2001, insbes. E. 5). Dass der Beschwerdeführer schon vor dem 24. Oktober 1996 auch mit einer Inderin verheiratet gewesen wäre, ist bisher nicht erstellt (siehe oben E. 2.5.2; vgl. zum Widerrufsgrund bei Bigamie auch Urteile 2A.439/1999 vom 13. Januar 2000, E. 2; 2A.483/ 2000 vom 23. April 2001, E. 2; 2A.69/2001 vom 29. Juni 2001, E. 3 und 4, zusammengefasst in FamPra.ch 2002 S. 330).