Citation: 2C_638/2017 E. 2.2

2.2. Die Beschwerdeführerin ist mit einem Ausländer verheiratet, der bloss eine Aufenthaltsbewilligung hat; die ihr erteilte Bewilligung stützte sich auf Art. 44 AuG, eine Norm, die - vorbehältlich gewisser Umstände, deren Vorliegen hier nicht behauptet wird - keinen Bewilligungsanspruch verschafft. Nachdem die Beschwerdeführerin nicht mehr in Ehegemeinschaft lebt, hat sie keinen bundesgesetzlichen Anspruch auf Bewilligungserneuerung; namentlich fällt Art. 50 AuG als Anspruchsnorm ausser Betracht, lässt diese doch höchstens Bewilligungsansprüche nach Art. 42 und 43 AuG weiterbestehen. Da es an einer gelebten ehelichen Beziehung mit einem hier anwesenheitsberechtigten Ehemann fehlt, kann die Beschwerdeführerin auch keinen Bewilligungsanspruch nach Art. 8 EMRK geltend machen. Einen solchen will sie indessen aus Art. 10 Abs. 1 und 2 BV ableiten. Gemäss Art. 10 Abs. 1 BV hat jeder Mensch das Recht auf Leben. Art. 10 Abs. 2 BV gewährt jedem Menschen das Recht auf persönliche Freiheit, insbesondere auf körperliche und geistige Unversehrtheit. Die Beschwerdeführerin beruft sich auf diese verfassungsmässigen Rechte im Zusammenhang mit ihren gesundheitlichen Problemen; ihre psychische Gesundheit ist beeinträchtigt. Medizinische Aspekte sind mit zu berücksichtigen bei der Prüfung, ob ein nachehelicher Härtefall im Sinne von Art. 50 Abs. 1 lit. b und Abs. 2 AuG vorliegt (Urteil 2C_837/2016 vom 23. Dezember 2016 E. 1.4) und die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gestützt auf diese Anspruchsnorm zulässig ist. Ausserhalb des Anwendungsbereichs einer derartigen Anspruchsnorm sind gesundheitliche Probleme primär von Bedeutung im Zusammenhang mit der Prüfung, ob Vollzugshindernisse bei der Wegweisung bestehen, wobei diesbezüglich die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten unzulässig ist (Art. 83 lit. c Ziff. 4 BGG) und allein die subsidiäre Verfassungsbeschwerde offen steht. Um ausnahmsweise direkt aus Art. 10 BV einen den Weg zur Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten öffnenden Anspruch auf Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung anzuerkennen und nicht bloss einen Aufschub des Wegweisungsvollzugs zu erwägen, bedürfte es ganz ausserordentlicher Umstände, sind doch selbst im Rahmen einer Beurteilung unter dem Aspekt von Art. 50 Abs. 2 AuG die Schranken hoch, um aus gesundheitlichen Gründen die Fortführung des Aufenthalts zu gestatten (vgl. Urteil 2C_721/2014 vom 15. Januar 2015 E. 3.2.2). Selbst im Hinblick auf einen blossen Aufschub des Wegweisungsvollzugs ist erforderlich einerseits ein lebenskritischer Gesundheitszustand und andererseits, dass der Staat, in den der Ausländer wegzuweisen ist, keine medizinische Versorgung aufweist, sodass die Rückkehr zu einer raschen und lebensgefährlichen Beeinträchtigung des Gesundheitszustandes führen würde (BGE 137 II 305 E. 4.3 S. 311 f.). Die Wertung ihrer psychischen Probleme durch die Beschwerdeführerin, verbunden mit der Wiedergabe von Einschätzungen von Fachpersonen, sind - auch im Lichte der Erwägungen des angefochtenen Entscheids (E. 3.2.3 und 3.3) - offensichtlich nicht geeignet, den im beschriebenen Sinn erforderlichen hohen Grad gesundheitlicher Beeinträchtigung und eine konkrete Lebensgefährdung spezifisch in ihrer Heimat und mithin ausserordentliche, einen Bewilligungsanspruch schaffende Umstände aufzuzeigen. Zu erwähnen ist auch, dass die Ängste und negativen Reaktionen, die durch einen negativen Bewilligungsentscheid ausgelöst werden, grundsätzlich nicht zu einer Bewilligungserteilung führen können. Es besteht keine Handhabe, ausnahmsweise aus Art. 10 BV einen Anspruch auf Bewilligungsverlängerung abzuleiten. Die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten ist nach Art. 83 lit. c Ziff. 2 BGG offensichtlich unzulässig.