Citation: 8C_495/2018 E. 4.2.1

4.2.1. Im Gutachten der MEDAS Interlaken aus dem Jahr 2012 waren folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit gestellt worden: eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (F45.4, ED 1996), eine chronische Depression, derzeit leicht- bis mittelgradig (F33.1, ED 1999), ein generalisiertes Weichteilschmerzsyndrom (M79.89, EM 1999) sowie degenerative Diskopathien der Hals- und Lendenwirbelsäule (M51.3 ED 1996). Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit wurden diagnostiziert: eine vorbefundlich arterielle Hypertonie (I10, EM 1999), ein sinu-aortales Aneurysma (I71.2, ED 2006), eine hypertensive Kardiopathie (I11.9, ED 2012) sowie ein kranker Sinusknoten mit Sinusbradykardie und paroxysmalem Vorhofflimmern (I49.5, ED 2012). In rheumatologischer Hinsicht wurde dem Beschwerdeführer eine Arbeitsfähigkeit von acht Stunden pro Tag in einer angepassten Tätigkeit (in Wechselpositionen, ohne Anheben und Tragen von Lasten über 7 kg, ohne rezidivierendes Bücken und Aufrichten, ohne Arbeitsverrichtungen in monotoner Vorhaltung) attestiert (wobei eine anfängliche Leistungsminderung von 30 % infolge einer Schmerzchronifizierung und einer somatischen Dekonditionierung durch eine medizinische Trainingstherapie und Angewöhnung an den Arbeitsplatz korrigiert werden könnte). Aus psychiatrischen Gründen seien ihm solche angepasste Tätigkeiten allerdings nur noch maximal fünf Stunden pro Arbeitstag zumutbar, mit einer Leistungsminderung von 20 %. Die Gutachter der MEDAS Interlaken wiesen insbesondere darauf hin, dass die vom Versicherten beklagten Schmerzen sich nicht oder nur sehr bedingt durch entsprechende somatische Korrelate erklären liessen. Dies zeigten sowohl frühere Untersuchungsbefunde als auch die aktuelle rheumatologische Teilbegutachtung. Die Diagnose einer somatoformen Schmerzstörung sei weiterhin gegeben und das Zustandsbild unverändert chronifiziert. Ebenso seien unverändert Verdeutlichung und Aggravation sowie eine Symptomausweitung festzustellen, wozu auch die Bewertung des Unfallgeschehens, das retrospektiv als banal einzustufen sei, zu rechnen sei.