Citation: 1B_235/2015 E. 3

Dem Entsiegelungsgesuch der Staatsanwaltschaft liegt ein sog. Cyberangriff (Hacking) zugrunde, mit welchem eine unbekannte Täterschaft am 23. und 25. April 2013 mithilfe eines "Trojaners" bei einem Schweizer Finanzinstitut insgesamt neun Zahlungsaufträge im Gesamtbetrag von ca. Fr. 1,267 Mio. auszulösen versuchte. Die drei grössten Zahlungen hätten an zwei Unternehmen geleistet werden sollen, von denen das eine in Spanien (Teneriffa) und das andere in Sarnen domiziliert ist. Der private Beschwerdegegner hatte (unbestritten) mit beiden Firmen bzw. den daran berechtigten Privatpersonen geschäftliche bzw. private Kontakte: Während es sich bei der in Teneriffa ansässigen Unternehmung um die Gesellschaft eines russischen Partners handelt, pflegt er seit Jahren eine freundschaftliche Beziehung zum Eigentümer der Schweizer Gesellschaft. Die Staatsanwaltschaft erachtet es als sehr unwahrscheinlich, dass der Beschwerdegegner aus blossem Zufall zwei der durch die versuchten illegalen Zahlungen am meisten Begünstigten kenne. Vielmehr bestehe der Verdacht, dass er als Bindeglied zwischen den Hackern und den Zahlungsempfängern gedient habe. Ausserdem mache ihn verdächtig, dass er über mehrere gefälschte Ausweise und ein (in einer Krawatte verstecktes) illegales Aufnahmegerät verfüge. Der Beschwerdegegner bestreitet einen Zusammenhang zwischen den beiden oben erwähnten Bekanntschaften und dem Cyberangriff. Die Vorinstanz ist ebenfalls der Auffassung, die Kontakte mit den Berechtigten an den genannten Unternehmen, zu deren Gunsten die illegalen Zahlungen hätten ausgeführt werden sollen, begründeten noch keinen Anfangsverdacht.