Citation: 6B_480/2024 E. 2.2.2

2.2.2. In subjektiver Hinsicht ist gemäss Vorinstanz unbestritten, dass die Beschwerdegegnerin den Privatkläger nicht direkt habe beschimpfen wollen. Vielmehr sei sie fälschlicherweise davon ausgegangen, den Hörer aufgehängt zu haben, bevor sie den Privatkläger als "Neger" betitelt habe. Dies hätten die Beschwerdegegnerin und der Arbeitskollege übereinstimmend ausgesagt. Hingegen nimmt die Vorinstanz an, dass die Beschwerdegegnerin eventualvorsätzlich handelte, weil sie in Kauf genommen habe, dass der Arbeitskollege ihre rassistische Beschimpfung höre. Denn dieser habe das von ihr in einer Fremdsprache geführte Telefonat mithören sollen zur Erstellung einer Aktennotiz, weil "vier Ohren besser hören als zwei". Die Beschimpfung nach Art. 177 Abs. 1 StGB erfasse auch ehrverletzende Werturteile gegenüber Dritten. Somit habe die Beschwerdegegnerin auch den subjektiven Tatbestand der Beschimpfung erfüllt.