Citation: 6B_736/2024 E. 2.4.9

2.4.9. Bezüglich der Angabe der Beschwerdeführerin, sie habe sich am Tatabend zu Hause befunden und ihre Wohnung nicht verlassen, hält die Vorinstanz fest, das Mobiltelefon der Beschwerdeführerin habe sich vom 18. Oktober 2020, 19:09 Uhr, bis am 19. Oktober 2020, 07:29 Uhr, an ihrem Domizil befunden. Das Gerät sei am 18. Oktober 2020 zwischen 21:16 Uhr und 22:59 Uhr im «Locked»-Status gewesen. Die Analyse des Tablets habe ergeben, dass ab 21:17:50 Uhr während einer Stunde und 40 Minuten ohne Unterbruch ein Film gestreamt worden sei (Urteil S. 59 f.). Aus den Analysen ergebe sich, dass die Beschwerdeführerin am 18. Oktober 2020 zwischen 21:16 Uhr und 22:59 Uhr ihr Mobiltelefon weder verwendet noch bewegt und auch nicht auf drei eingehende Benachrichtigungen reagiert habe. Ferner sei festzustellen, dass die Beschwerdeführerin den Inhalt des gestreamten Films anlässlich ihrer Einvernahme vom 2. November 2020 nicht habe wiedergeben können. Insgesamt könnten diese Umstände einerseits darauf zurückzuführen sein, dass die Beschwerdeführerin den Film nicht geschaut habe, weil sie sich zur fraglichen Zeit gar nicht in ihrer Wohnung befunden habe, zumal sie sich gemäss eigenen Aussagen viel mit ihrem Mobiltelefon beschäftigte. Die erwähnten Elemente könnten als entsprechende Indizien gewürdigt werden. Anderseits sei es trotz den genannten Umständen auch noch denkbar, dass die Beschwerdeführerin dem abgespielten Film tatsächlich aufmerksam gefolgt sei und dadurch ihr Mobiltelefon ausser Acht gelassen habe, sich aber zwei Wochen später nicht mehr an den Inhalt des Films habe erinnern können. So oder anders sei festzuhalten, dass sich die Anwesenheit der Beschwerdeführerin am 18. Oktober 2020 zwischen 21:16 Uhr und 22:58 Uhr gestützt auf die dargelegte Auswertung ihrer elektronischen Geräte nicht nachweisen lasse. Hinzu komme, dass die Aussagen der Beschwerdeführerin zu ihrer Tätigkeit am Abend resp. in der Nacht des 18. Oktober 2020 eher oberflächlich wirkten und in Widerspruch zu jenen von ihrem Sohn stünden. Ferner habe sie ihre Textnachricht an G.________, wonach sie joggen gegangen sei, obwohl sie an ihrer Einvernahme erklärt habe, sie sei nicht joggen gegangen, nicht nachvollziehbar erklären können. Es sei von einer Schutzbehauptung der Beschwerdeführerin auszugehen. Es erscheine vielmehr so, als ob die Beschwerdeführerin einerseits ihren Sohn mit ihrer Mitteilung vorgängig habe besänftigen wollen für den Fall, dass er erwache und sie nicht in der Wohnung gewesen wäre, und dass sie sich andererseits mit der SMS an G.________ ein Alibi habe verschaffen wollen. Im Ergebnis liessen die widersprüchlichen Mitteilungen der Beschwerdeführerin bezüglich Joggen, die fehlenden Aktivitäten auf ihrem Mobiltelefon im massgeblichen Zeitraum sowie ihre fehlende Erinnerung an den Inhalt des gestreamten Films gesamthaft als wahrscheinlich erscheinen, dass sie am Abend des 18. Oktobers 2020 zwischen 21:16 Uhr und 22:58 Uhr nicht ununterbrochen zu Hause gewesen sei. Dies führe zu keiner Umkehr der Beweislast, sondern stelle das Ergebnis der Beweiswürdigung dar. Sie - so die Vorinstanz - werte die dargelegten Umstände als Indiz für die Täterschaft der Beschwerdeführerin (Urteil S. 63 ff.). Mit ihren Vorbringen vermag die Beschwerdeführerin weder Willkür noch eine Verletzung von Bundesrecht aufzuzeigen. Die Vorinstanz legt anhand der verschiedenen aufgezeigten Umstände schlüssig dar, weshalb sie als wahrscheinlich erachtet, dass die Beschwerdeführerin in der fraglichen Zeit nicht durchgehend zu Hause war. Da sich die Beschwerdeführerin lediglich marginal und einzig betreffend ihre Erinnerung an den Inhalt des Films mit der ausführlichen vorinstanzlichen Würdigung auseinandersetzt, sind ihre Vorbringen von vornherein nicht geeignet, Willkür aufzuzeigen. Sie kritisiert das Vorgehen der Vorinstanz in methodischer Hinsicht und macht geltend, jene gehe einerseits lediglich von einer gewissen Wahrscheinlichkeit aus, dass sie (die Beschwerdeführerin) am Tatabend nicht ununterbrochen zu Hause gewesen sei, womit sie verkenne, dass es sich bei einem Indiz um eine gesicherte Tatsache handeln müsse, und andererseits könne aus dem (nicht erwiesenen) Umstand, dass sie nicht zu Hause gewesen sei, nicht auf ihre Täterschaft geschlossen werden. Zunächst ist festzuhalten, dass es weder willkürlich noch methodisch falsch ist, wenn die Vorinstanz gestützt auf die von ihr gewürdigten Beweise (Analyse der elektronischen Gegenstände, Auswertung der Mobiltelefondaten, Aussagen und Textnachrichten) zum Schluss gelangt, es sei nicht erwiesen, dass die Beschwerdeführerin am Tatabend ununterbrochen zu Hause war. Dabei lässt sie nicht ausser Betracht, dass zumindest ein Teil der Beweismittel bzw. die damit belegten Tatsachen den Schluss zulassen würden, dass die Beschwerdeführerin am Tatabend zu Hause war. Jedoch hält sie es insbesondere aufgrund der Aussagen der Beschwerdeführerin zu ihrer Tätigkeit am Tatabend und ihren widersprüchlichen Mitteilungen zum Joggen mit überzeugender Begründung im Ergebnis nicht für erwiesen, dass die Beschwerdeführerin am Tatabend ununterbrochen zu Hause war. Ebenso wenig ist zu beanstanden, wenn die Vorinstanz ausführt, es sei wahrscheinlich, dass die Beschwerdeführerin nicht zu Hause gewesen sei. Mit anderen Worten geht sie davon aus, dass die Beschwerdeführerin für die Tatzeit kein Alibi hat. Sie berücksichtigt, dass die von ihr gewürdigten Beweise nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auf eine bestimmte Tatsache - den Umstand, dass die Beschwerdeführerin nicht ununterbrochen zu Hause war - hindeuten. Aus dieser Tatsache kann zwar - wie die Beschwerdeführerin zutreffend vorbringt - nicht direkt auf deren Täterschaft geschlossen werden, jedoch ist sie geeignet, zusammen mit weiteren Indizien in der Gesamtheit ein Bild zu erzeugen, das den Schluss auf den vollen rechtsgenügenden Beweis ihrer Täterschaft erlaubt (vgl. E. 2.3.2 hiervor).