Citation: U 237/03 13.05.2004 E. 3

Im Rentenpunkt hat das kantonale Gericht zunächst richtig erkannt, dass dem von der IV-Stelle bei der Prüfung des Anspruchs auf berufliche Massnahmen der Invalidenversicherung ermittelten Invaliditätsgrad von 11 % unter den gegebenen Umständen keine Bindungswirkung für den Unfallversicherer zukommt. Eine Wiederholung der von keiner Seite beanstandeten Erwägungen der Vorinstanz hiezu erübrigt sich. Die Rückweisung zur erneuten Prüfung des Rentenanspruchs wird im angefochtenen Entscheid damit begründet, die bestehenden Knie- und Beinbeschwerden seien unfallkausal. Der Versicherte sei deswegen im angestammten Beruf eines Gipsers zu 50 % arbeitsunfähig, während in jeder körperlich mittelschweren Tätigkeit eine volle Arbeitsfähigkeit bestehe. Gestützt auf diese Feststellungen habe der Unfallversicherer den Invaliditätsgrad mittels Einkommensvergleich zu ermitteln. In der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird hiegegen vorgebracht, der Beschwerdeführer sei unfallbedingt in körperlich leichten bis mittelschweren Tätigkeiten höchstens noch zu 50 % und in körperlich schweren Tätigkeiten, wie der eines Gipsers, überhaupt nicht mehr arbeitsfähig, was bei der Invaliditätsbemessung zu berücksichtigen sei. 3.1 Das kantonale Gericht hat die seiner Beurteilung zugrunde gelegten ärztlichen Stellungnahmen im angefochtenen Entscheid eingehend wiedergegeben. Hervorzuheben sind zunächst die Berichte der Klinik S.________, wo der Beschwerdeführer nach Auftreten der am 21. Juni 2001 als Rückfall gemeldeten Symptomatik auf Veranlassung seines Hausarztes wiederholt orthopädisch abgeklärt wurde. Die Klinikärzte interpretierten, gestützt unter anderem auf ein MRI vom 18. Mai 2001, die geklagten Beschwerden als chronisches femoro-patelläres Reizsyndrom sowie in der Folge Quadrizepsatrophie (Bericht vom 22. Juni 2001). Eine bestehende Arbeitsunfähigkeit wurde in diesem und den folgenden Berichten vom 17. August 2001 und 20. Dezember 2001 nicht bestätigt. In der letztgenannten Stellungnahme stellten die Klinikärzte aber eine Umschulung des Patienten vom aktuell ausgeübten Beruf eines Gipsers auf eine die Kniegelenke weniger belastende Tätigkeit zur Diskussion. Gegenüber der IV-Stelle wurde dann die bisherige Berufstätigkeit des Versicherten für halbtags und eine behinderungsangepasste Tätigkeit, wie Lagerist, für ganztags zumutbar erklärt (Bericht vom 22. Dezember 2001). Grundsätzlich gleich äusserte sich im IV-Abklärungsverfahren Dr. med. B.________, Orthopädische Chirurgie FMH. Er beurteilte den Beschwerdeführer als voll einsatzfähig für mittelschwere körperliche Arbeiten (Bericht vom 17. Dezember 2001). Sodann wurde der Versicherte eingehend durch Kreisarzt Dr. med. L.________, FMH für Chirurgie, untersucht. In dessen Bericht vom 21. Mai 2002 wird eine berufliche Umdisposition als sinnvoll bezeichnet, auch wenn sich eine solche medizinisch nicht überzeugend begründen lasse. Dr. med. L.________ erachtete die vollschichtige Ausübung einer mittelschweren Tätigkeit, sowohl sitzend, als auch gehend und stehend, für zumutbar. Häufiges Leiter- und Treppensteigen, insbesondere mit Zusatzgewichten, und Tätigkeiten, die mehr als nur sporadisch in kauernder oder knieender Position ausgeübt werden müssen, ferner das Anheben aus Kauerstellung und das häufige Tragen schwerer Gewichte (20 Kilogramm), insbesondere auch über Treppen oder auf unebener Unterlage, sei zu vermeiden. Unter Berücksichtigung dieser Einschränkungen bestehe volle Arbeitsfähigkeit. 3.2 Der Beschwerdeführer stützt seine abweichende Auffassung zur Arbeitsfähigkeit auf Dr. med. X.________, Facharzt Innere Medizin und Arbeitsmedizin FMH. Dieser Arzt macht indessen für die von ihm angenommene gesundheitsbedingte Beeinträchtigung nicht nur die unbestrittenermassen unfallkausalen Beschwerden im Knie und - ausstrahlend - im Bein, sondern auch Schmerzen im linken Hüftgelenk und in der Lendenwirbelsäulen-Gegend sowie eine Depression verantwortlich (Bericht vom 15. November 2002). Dass solche Leidensmanifestationen ursächlich auf das versicherte Unfallereignis zurückzuführen sind, wird von Dr. med. X.________ zwar bejaht. Eine überzeugende Begründung wird hiefür aber nicht abgegeben. Aus den weiteren medizinischen Akten ergeben sich ebenfalls keine zuverlässigen Anhaltspunkte für eine möglicherweise unfallkausale Symptomatik neben den Knie- und Beinbeschwerden. Einzig im Bericht des Dr. med. W.________, FMH Rheumatologie, Physikalische Medizin/Rehabilitation, vom 4. Juli 2002 wird eine lumbospondylogene Komponente erwähnt. Der Rheumatologe stützte sich bei dieser Aussage aber nur auf die vom Exploranden geschilderten Beschwerden. Er konnte hiefür keinen pathologischen Befund erheben und bestätigte auch keinen kausalen Zusammenhang zum Unfallereignis. Zu erwähnen bleibt, dass auch der behandelnde Physiotherapeut lediglich von Beschwerden in Knie und Oberschenkel spricht (Schreiben vom 12. August 2001). Zusammenfassend lässt sich nicht beanstanden, wenn die Vorinstanz, namentlich gestützt auf die übereinstimmenden und einen schlüssigen Gesamteindruck vermittelnden Stellungnahmen der Klinik S.________, des Dr. med. B.________ und des Kreisarztes, geschlossen hat, dass der Beschwerdeführer unfallbedingt in der Arbeitsfähigkeit als Gipser zu 50 % und für mittelschwere Tätigkeiten gar nicht einschränkt ist. Von weiteren medizinischen Abklärungen ist hiezu kein entscheidrelevanter neuer Aufschluss zu erwarten, weshalb mit dem kantonalen Gericht darauf zu verzichten ist (antizipierte Beweiswürdigung; RKUV 2003 Nr. U 473 S. 50 Erw. 3.4 mit Hinweisen, 2002 Nr. U 469 S. 527 Erw. 2c mit Hinweis). Die von den genannten Arztberichten abweichende Beurteilung des Dr. med. X.________ rechtfertigt schon aufgrund der von diesem Arzt mit einbezogenen und nicht nachweislich auf den Unfall zurückzuführenden Leidensbilder keine andere Betrachtungsweise. Dies gilt auch für die mit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde aufgelegte Stellungnahme dieses Arztes vom 23. September 2003. Die durch die medizinische Aktenlage bestätigte vorinstanzliche Einschätzung der unfallbedingten Beeinträchtigung wird auch nicht durch den Umstand in Frage gestellt, dass die Firma H.________ AG auf Ende Januar 2002 die Kündigung des Arbeitsverhältnisses ausgesprochen hat. Es kann im Übrigen auf die einlässliche Begründung im angefochtenen Entscheid verwiesen werden. 3.3 Am 10. Dezember 2002 und 30. Mai 2003 wurden erneut MRI-Untersuchungen durchgeführt. Aus den dabei erhobenen Befunden und den Äusserungen hiezu des Prof. Dr. med. Y.________, Spezialarzt für Chirurgie und Orthopädie, sowie des Dr. med. T.________, Orthopädische Chirurgie FMH, ergeben sich indessen in Bezug auf den im massgebenden Zeitpunkt des Einspracheentscheides gegebenen Sachverhalt (Erw. 2.1 hievor) keine Anhaltspunkte, welche zu einer anderen Beurteilung führen könnten. Der Vollständigkeit halber ist zu erwähnen, dass die SUVA offenbar einen der Berichte des Prof. Dr. med. Y.________ als Meldung eines weiteren - hier nicht zu beurteilenden - Rückfalles betrachtet. Die SUVA hat letztinstanzlich nach Abschluss des Schriftenwechsels einen Operationsbericht vom 12. Januar 2004 über eine am 7. Januar 2004 durchgeführte Arthroskopie aufgelegt. Dieser Beleg kann aus prozessualen Gründen bei der Beurteilung nur berücksichtigt werden, wenn er eine Revision des Urteils zu begründen vermöchte (BGE 127 V 355 ff. insbes. 357 Erw. 4). Dies trifft nicht zu, womit es diesbezüglich ebenfalls sein Bewenden hat.