Citation: 1P.710/2003 22.12.2003 E. 4

Der Beschwerdeführer wendet sich sodann gegen die Annahme von Flucht- und Kollusionsgefahr. 4.1 Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtes braucht es für die Annahme von Fluchtgefahr eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass sich der Angeschuldigte, wenn er in Freiheit wäre, der Strafverfolgung und dem Vollzug der Strafe durch Flucht entziehen würde. Die Schwere der drohenden Strafe darf als ein Indiz für Fluchtgefahr gewertet werden. Sie genügt jedoch für sich allein nicht, um den Haftgrund zu bejahen. Vielmehr müssen die konkreten Umstände des betreffenden Falles, insbesondere die gesamten Lebensverhältnisse des Angeschuldigten, in Betracht gezogen werden (BGE 125 I 60 E. 3a S. 62; 117 Ia 69 E. 4a S. 70, je mit Hinweisen). So ist es zulässig, die familiären und sozialen Bindungen des Häftlings, dessen berufliche Situation und Schulden sowie Kontakte ins Ausland und Ähnliches mitzuberücksichtigen. Auch bei einer befürchteten Ausreise in ein Land, das den Angeschuldigten grundsätzlich an die Schweiz ausliefern bzw. stellvertretend verfolgen könnte, ist die Annahme von Fluchtgefahr nicht ausgeschlossen (BGE 123 I 31 E. 3d S. 36 f.). 4.2 Gemäss den vorliegenden Akten handelt es sich beim Beschwerdeführer um einen Kosovaren serbisch-montenegrinischer Staatsangehörigkeit, der erst seit März 2002 ständig in der Schweiz lebt. Zwar wohnen auch seine Ehefrau und Kinder hier. Er pflegt jedoch enge soziale Beziehungen zu seiner Heimat, wo auch ein wichtiger Teil seiner Familienangehörigen lebt (namentlich die Mutter und der einzige noch lebende Bruder). Ausserdem ging der Beschwerdeführer vor seiner Verhaftung keiner geregelten Arbeit nach und droht ihm (im Falle einer strafrechtlichen Verurteilung) der Vollzug einer empfindlichen Freiheitsstrafe, welche einen gewissen Fluchtanreiz darstellt. Schliesslich besteht nach den vorliegenden Akten ernsthafter Anlass zur Befürchtung, der Beschwerdeführer könne zu impulsiven Reaktionen bzw. einer gewissen Gewaltbereitschaft neigen (Verdacht verschiedener Gewalttätigkeiten gegen Private bzw. Polizisten, illegaler Schusswaffenbesitz usw.). Bei dieser Sachlage bestehen genügend Anhaltspunkte für die Annahme einer konkreten Fluchtgefahr. Auch mit den vom Beschwerdeführer vorgeschlagenen Ersatzmassnahmen (Pass- und Schriftensperre, Weisungen, Meldepflicht usw.) könnte der erheblichen Fluchtneigung im vorliegenden Fall nicht ausreichend begegnet werden. Nach dem Gesagten braucht nicht zusätzlich geprüft zu werden, ob neben der Fluchtgefahr auch noch der besondere Haftgrund der Kollusionsgefahr zu bejahen wäre. Immerhin ist in diesem Zusammenhang zu bemerken, dass die Strafuntersuchung noch nicht abgeschlossen ist und dass mutmassliche Geschädigte (gemäss den vorliegenden Untersuchungsakten) ausgesagt haben, sie seien von Personen aus dem Umfeld des Beschwerdeführers unter Druck gesetzt worden.