Citation: 9C_475/2022 E. 4.1

4.1. Der Beschwerdeführer rügt eine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes. Er macht im Wesentlichen geltend, entgegen den Ausführungen der Vorinstanz bestehe keine hinreichende Klarheit über seinen Gesundheitszustand und seine Arbeitsfähigkeit. Er leide an einem komplexen Beschwerdebild und habe sich bei vielen Spezialisten psychiatrisch und somatisch untersuchen und behandeln lassen. Es seien diverse Diagnosen gestellt worden. Die Angaben des Hausarztes zur Arbeitsunfähigkeit seien nicht widersprüchlich; vielmehr habe er mit Bezug auf den ersten Arbeitsmarkt stets eine vollständige Arbeitsunfähigkeit attestiert. Dass die beigezogenen Spezialärzte keine Einschätzung der Arbeitsfähigkeit abgaben, dürfe nicht mit dem gänzlichen Fehlen einer relevanten Arbeitsunfähigkeit gleichgesetzt werden. Auch wenn sich die erheblichen Fussbeschwerden nicht abschliessend erklären liessen, seien sie nicht in Zweifel gezogen worden; verschiedene Ärzte hätten denn auch unklare Schmerzen resp. eine allfällige psychosomatische Problematik erkannt. Die Stellungnahmen der RAD-Ärzte hätten nicht auf eigenen Untersuchungen beruht und keine abschliessende Beurteilungsgrundlage bilden können, sofern - wie hier - die Akten keine genügenden beweistauglichen Unterlagen enthielten. Zwar sei nachvollziehbar, dass für die Arbeitsfähigkeit nicht auf die Einschätzungen seines Hausarztes abgestellt werden könne; indessen hätte zwingend ein unabhängiges medizinisches Gutachten eingeholt werden müssen. Erst auf einer solchen Basis lasse sich der Anspruch auf eine Rente oder auf Eingliederungsmassnahmen zuverlässig beurteilen.