Citation: 5C.55/2000 13.03.2000 E. 2

2.- Der Kläger rügt erfolglos, das Obergericht habe den Begriff des Alkoholismus nach jener Bestimmung in Verletzung des Vertrauensgrundsatzes falsch ausgelegt und den festgestellten Sachverhalt zu Unrecht unter diesen Begriff subsumiert. Der Kläger unterstellt den behaupteten Rechtsverletzungen in unzulässiger Weise, nach seinen Angaben im kantonalen Verfahren habe er nicht mehr als täglich 1 - 2 Glas Wein, hin und wieder ein Kaffee Schnaps und wenig Bier getrunken. Das Obergericht hat darauf nicht abgestellt, sondern, ohne dass der Kläger dies mit einer der gemäss Art. 63 Abs. 2 OG zulässigen Einwendungen angriffe, und deshalb für das Bundesgericht verbindlich festgestellt, er habe den ärztlichen Berichten wie dem Gutachten zufolge übermässig, über das sozialübliche Mass hinaus Alkohol getrunken; auch die Frage nach der Üblichkeit aber ist tatsächlicher Natur (BGE 117 II 286 E. 5a mit Hinweisen). Derart extensiver Alkoholkonsum, der nach der verbindlichen tatsächlichen Feststellung des Obergerichts zu einer Leberzirrhose geführt hat, erfüllt den vom EVG nach der enger gefassten Definition der WHO umschriebenen Begriff des Alkoholismus, wie er vom Obergericht zutreffend wiedergegeben worden ist, fraglos; der Kläger versucht dies denn auch gar nicht erst zu widerlegen. Er genügt notwendigerweise auch dem weiter gefassten Begriff des Alkoholismus als einmaliger oder dauernder, aus Gewohnheit oder in Form einer Sucht verstandenen, über das soziale Mass hinausgehender Genuss von alkoholischen Getränken, so dass es auf den Unterschied in der Begriffsbestimmung nicht ankommt. Wird nach der verbindlichen tatsächlichen Feststellung des Obergerichts Alkoholismus im Allgemeinen der Alkoholkrankheit gleichgesetzt, die den Missbrauch oder die Abhängigkeit vom Alkohol mit somatischen, psychischen oder sozialen Folgeschäden zum Inhalt hat, so durfte und musste Art. 4 lit. b Abs. 1 der Allgemeinen Bedingungen aufgrund der gesamten Umstände vom Kläger nach Treu und Glauben (BGE 124 III 196 E. 1b mit Hinweisen) insoweit nicht anders verstanden werden, als ihn das Obergericht begriffen hat. Von einem insoweit unbestimmten oder gar zweideutigen Inhalt der Ausschlussnorm kann keine Rede sein.