Citation: 1B_542/2018 E. 3.2

3.2. Vorab ist festzuhalten, dass der Zeitpunkt der Akteneinsicht im vorliegenden Fall entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers nicht ausschlaggebend sein kann. Durch die Einsicht wurden dem Beschwerdeführer keine neuen Tatsache bekannt, welche einen Ausstandsgrund begründet hätte. Es ist nämlich unbestritten, dass B.________ den Beschwerdeführer bei der Einvernahme vom 2. Juli 2018 offen darüber informiert hat, er sei der betroffene Fahrradlenker bzw. Anzeigeerstatter. Diese nach der Auffassung des Beschwerdeführers den Ausstand begründende Tatsache war ihm folglich bereits seit dem 2. Juli 2018 und nicht erst seit der Akteneinsicht vom 21. September 2018 bekannt. Er wäre daher nach der erwähnten Rechtsprechung gehalten gewesen, ohne Verzug, d.h. kurz nach der Kenntnisnahme des Ausstandsgrunds den Ausstand des Polizisten zu verlangen und nicht bis am 21. September 2018 zuzuwarten. Daran ändert insbesondere auch nichts, dass der Beschwerdeführer zum Zeitpunkt der polizeilichen Einvernahme noch nicht anwaltlich vertreten war und sein Rechtsvertreter erst am 21. September 2018 Akteneinsicht erhalten hat. Unbehelflich ist diesbezüglich auch der Einwand des Beschwerdeführers, er sei ein juristischer Laie, der noch nie in ein Strafverfahren involviert gewesen sei und sich anlässlich der polizeilichen Einvernahme überrumpelt gefühlt habe. Dies mag zwar durchaus zutreffen, doch wäre es ihm möglich gewesen, ein paar Tage nach der Einvernahme ein Ausstandsbegehren zu stellen. Im Übrigen gab er bei der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme selbst zu Protokoll, er habe noch gedacht, es sei komisch, dass er [B.________] es [die Einvernahme] selber mache. Es wäre mithin zu erwarten gewesen, dass er sich nach der polizeilichen Einvernahme rechtskundig gemacht und sich einige Tage später über das Vorgehen beklagt hätte. Indem er stattdessen über zwei Monate zugewartet und erst nach Erhalt des Strafbefehls vom 4. September 2018 bzw. der Akteneinsicht vom 21.September 2018 tätig wurde, hat er seinen Anspruch, ein Ausstandsbegehren zu stellen, verwirkt. Als unbegründet erweist sich im Übrigen auch die Rüge des Beschwerdeführers, wonach ein offensichtlicher Anschein der Befangenheit vorgelegen habe, weshalb B.________ ohnehin zwingend von sich aus in den Ausstand hätte treten müssen. Dies trifft nicht zu. Bei der vorliegenden Konstellation kann nicht von einer derart offensichtlichen Ausstandspflicht gesprochen werden, dass der geltend gemachte Ausstandsgrund trotz Verspätung beachtet werden müsste.