Citation: 2C_169/2018 E. 3.3.6

3.3.6. Als unbegründet erweisen sich auch die Einwendungen des Beschwerdeführers hinsichtlich der Einseitigkeit der Beweiswürdigung, indem ohne Durchführung weiterer Untersuchungen allein aufgrund der Verweigerung des DNA-Tests davon ausgegangen werde, er habe mit seiner Ehefrau eine Parallelbeziehung unterhalten, welche er den schweizerischen Migrationsbehörden verschwiegen habe. Im Verwaltungsprozessrecht gilt ganz allgemein der Grundsatz der freien Beweiswürdigung (BGE 130 II 482 E. 3.2 S. 485). Frei ist die Beweiswürdigung vor allem darin, dass sie nicht an bestimmte starre Beweisregeln gebunden ist, die dem Richter vorschreiben, wie ein gültiger Beweis zu Stande kommt und welchen Beweiswert die einzelnen Beweismittel im Verhältnis zueinander haben. Freie Beweiswürdigung ist indessen nicht mit freiem Ermessen zu verwechseln; es wird dadurch keine Wahlfreiheit eingeräumt (Urteil 2C_244/2010 vom 15. November 2010 E. 3.3 mit Hinweisen). Im Bereich der Beweiswürdigung steht dem Sachgericht regelmässig ein erheblicher Beurteilungsspielraum zu, in welchen das Bundesgericht auf Beschwerde hin nur eingreift, wenn die Vorinstanz ihr Ermessen missbraucht, insbesondere offensichtlich unhaltbare Schlüsse zieht, erhebliche Beweise übersieht oder solche willkürlich ausser Acht lässt (vgl. BGE 132 III 209 E. 2.1; 129 I 8 E. 2.1 S. 9; 120 Ia 31 E. 4b S. 40 sowie Urteil 2C_1008/2015 vom 20. Juni 2016 E. 3.4). Hier sprachen allein schon wegen des zeitlichen Ablaufs erhebliche Indizien dafür, dass der Beschwerdeführer eine Parallelbeziehung zu seiner jetzigen Ehefrau verschwiegen hat. Das klarerweise am besten geeignete Beweismittel zur Erhärtung - oder eben sogar im Interesse des Beschwerdeführers zur Entkräftung - der tatsächlichen Vermutung für eine Schein- bzw. Ausländerrechtsehe und das Verschweigen einer Parallelbeziehung bestand in der vorliegenden Konstellation in der Durchführung eines DNA-Tests bei der nichtehelichen Tochter der Ehefrau des Beschwerdeführers. Es war daher nicht nur pflichtwidrig, sondern erweist sich unter dem Gesichtspunkt der Beweiswürdigung auch als nicht nachvollziehbar, dass die Ehefrau des Beschwerdeführers sich einem DNA-Test widersetzt hat (vgl. auch vorne E. 3.3.4). Wenn die Vorinstanz diesem Verhalten im Rahmen ihrer Beweiswürdigung besonderes Gewicht beigemessen und nicht noch weitere Beweiserhebungen angestellt hat, sondern die Vereitelung des nach menschlichem Ermessen entscheidenden Beweises für bzw. gegen die Annahme einer Parallelbeziehung und deren pflichtwidriges Verschweigen genügen hat lassen, so erweist sich dies ohne weiteres als vertretbar. Freie Beweiswürdigung besteht gerade nicht in einer mechanischen Addition und Gegenüberstellung für bzw. gegen das Vorliegen eines Sachverhalts sprechender Indizien, sondern in der begründeten Gewichtung des Beweismaterials. Dass bei Verweigerung eines DNA-Tests und gleichzeitigem Fehlen gewichtiger Indizien, welche gegen einen Parallelbeziehung sprechen, auf das Vorliegen einer solchen geschlossen wird, ist entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers nicht nur naheliegend, sondern in jeder Hinsicht überzeugend. Von einer willkürlichen Beweiswürdigung kann keine Rede sein.