Citation: 2C_27/2015 E. 2.3

2.3. Zum Geschäftsvermögen gehören nach der Legaldefinition die Vermögenswerte, die ganz oder überwiegend der selbständigen Erwerbstätigkeit dienen (Art. 18 Abs. 2, 3. Satz, 1. Halbsatz DBG). Was Geschäftsvermögen ist, bestimmt sich somit massgeblich aufgrund des Begriffs der selbständigen Erwerbstätigkeit (Art. 18 Abs. 1 DBG). Ein dazugehöriger Betrieb ist weder für die Einstufung als selbständige Erwerbstätigkeit noch für die Qualifikation als Geschäftsvermögen erforderlich. Für die Einordnung als Privat- oder Geschäftsvermögen ist somit massgeblich auf die aktuelle technisch-wirtschaftliche Funktion, die dem Vermögenswert zukommt, abzustellen (BGE 133 II 420 E. 3.2 S. 422; vgl. Martin Arnold, Geschäfts- und Privatvermögen im schweizerischen Einkommenssteuerrecht, in: ASA 75 S. 265, 271 ff.; Reich, a.a.O., N. 44 f. zu Art. 18 DBG; Höhn/Waldburger, a.a.O., § 14 Rz. 49 S. 312; Locher, a.a.O., N. 124 zu Art. 18 DBG). Ob ein Vermögensgegenstand der selbständigen Erwerbstätigkeit dient, hängt letztlich davon ab, ob er von der selbständig erwerbenden Person für diese Tätigkeit gewidmet wird (Arnold, a.a.O., S. 277 f.). Von Kapitalgewinnen aus der Veräusserung von Privatvermögen ist demgegenüber dann auszugehen, wenn sie in Ausnützung einer zufällig sich bietenden Gelegenheit, also ausserhalb einer auf Erwerb gerichteten Tätigkeit, erzielt worden sind. Die lediglich auf Erhalt und Nutzung des eigenen Vermögens gerichtete Tätigkeit, die sogenannte blosse Verwaltung des eigenen Vermögens, stellt keine selbständige Erwerbstätigkeit dar (BGE 125 II 113 E. 5 S. 120 ff.). Das gilt auch dann, wenn das Vermögen erheblich ist und professionell verwaltet wird (Urteil 2C_1273/2012 vom 13. Juni 2013 E. 2.1 mit weiteren Hinweisen, in: StE 2013 B 23.1 Nr. 79).