Citation: 5A_148/2014 E. 6.1

6.1. Das Obergericht führt aus, dass der gefestigte Wunsch eines Kindes, beim andern Elternteil zu wohnen, wohl einen Abänderungsgrund darstellen kann. Im Interesse einer kontinuierlichen Entwicklung des Kindes dürften die Elternrechte aber nicht leichtfertig, sondern nur dann neu geregelt werden, wenn die Beibehaltung der geltenden Regelung das Wohl des Kindes ernsthaft zu gefährden drohe. Eine Neuregelung setze mithin voraus, dass die aktuelle Regelung dem Kind mehr schadet als der Verlust an Kontinuität in der Erziehung und in den Lebensumständen, der mit der Änderung der Hauptbezugsperson verbunden ist. Bezogen auf den konkreten Fall kommt die Berufungsinstanz zum Schluss, der Gutachter Dr. med. F.________ habe in seiner Expertise vom 18. Juni 2013 keine Hinweise ausmachen können, dass die Kinder bei einem Verbleib bei der Klägerin in "grundlegende Schwierigkeiten" kämen. Dem Gutachten zufolge seien sich beide Knaben in den Einzelgesprächen darin einig gewesen, "dass man sowohl beim Vater wie auch bei der Mutter leben könne". Der Prozessbeistand mache in seiner Berufung nicht geltend, dass das Wohl der beiden Knaben unter der (weiteren) Obhut ihrer Mutter irgendeiner Gefahr ausgesetzt wäre. Eine konkrete Gefahr werde auch vom Beschwerdeführer "weder behauptet geschweige denn dargetan". Seine Vorbringen würden sich in der Befürchtung erschöpfen, dass die Kinder bei Beibehaltung der aktuellen Obhutssituation "latent gefährdet" seien. Zur Frage der Zuteilungspräferenzen der beiden Knaben hält die Berufungsinstanz fest, zum einen könne den beiden (im Urteilszeitpunkt) unter zwölfjährigen Knaben hinsichtlich der Frage der Zuteilung der elterlichen Obhut noch keine Urteilsfähigkeit zugebilligt werden. Zum andern anerkenne Dr. med. F.________ in seinem Gutachten, dass die beiden Kinder in ihrer Entwicklung gut vorangeschritten sind und sich im Rahmen ihres Alters "schon recht differenziert" zur gesamten Situation äusserten. Ihre Begründung, weshalb sie beim Vater leben möchten, überzeuge bei Nachfragen aber wenig. Ihre Argumente stünden im Widerspruch zu ihrer weiteren Aussage, wie gut es ihnen in der heutigen Situation bei der Mutter in D.________ gehe. Möglicherweise seien die Kinder (bewusst oder unbewusst) durch den Vater beeinflusst worden.