Citation: U 71/02 27.03.2003 E. 5

Streitig ist, ob die SUVA für Folgen des Unfalles vom 22. Juli 1994 eine Invalidenrente sowie eine Integritätsentschädigung auszurichten hat. Nach Auffassung von Verwaltung und Vorinstanz liegen keine Unfallfolgen mehr vor, die einen Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung begründen könnten. Demgegenüber macht der Beschwerdeführer einen Tinnitus und psychische Beschwerden sowie weitere Leiden (Kopf- und Rückenschmerzen, Schwindel) geltend, für die die Unfallkausalität feststehe. Zu prüfen ist, ob die im Zeitpunkt des Erlasses des Einspracheentscheides (26. Januar 2000; vgl. Erw. 1 hievor; BGE 121 V 366 Erw. 1b, 116 V 248 Erw. 1a; RKUV 2001 Nr. U 419 S. 101) bestehenden Beschwerden des Versicherten auf den Unfall vom 22. Juli 1994 zurückzuführen sind. 5.1 Die Vorinstanz und die SUVA stützten sich im Wesentlichen auf die im Sachverhalt des angefochtenen Entscheides zitierte Passage aus dem neurootologischen Untersuchungsbericht von Dr. med. Z.________ von der Abteilung Arbeitsmedizin der SUVA vom 9. März 1999, in welchem dieser den zentral fixierten und dekompensierten Tinnitus des Beschwerdeführers als primär unfallbedingt erkannte und zum folgenden Schluss gelangte: "Beim Beschwerdeführer besteht ein Tinnitus, welcher als sehr schwerer, respektive dekompensierter zu bezeichnen ist. Dabei spielt die stark psychisch belastete Situation, respektive depressive Verstimmung sicher eine wesentliche und auslösende Rolle. Wenn man also davon ausgehen will, dass diese psychischen Veränderungen Unfallfolge sind, dann kann auch der heute sehr schwere und dekompensierte Tinnitus als Unfallfolge bezeichnet werden. Wenn aber die heutige psychische Situation des Patienten keine Unfallfolge darstellt, dann ist auch der dekompensierte Tinnitus heute keine Unfallfolge mehr." Offenbar sind damit die SUVA und die Vorinstanz davon ausgegangen, dass sich der Tinnitus des Beschwerdeführers als Folge psychischer Probleme entwickelt hat, die aber mangels Adäquanz des Kausalzusammenhangs nicht zu einer Leistungspflicht des Unfallversicherers führen können. Es finden sich in den Akten keine Hinweise dafür, dass sich die gravierenden psychischen Probleme als Folge des Tinnitus entwickelt haben könnten. 5.2 Der Tinnitus des Beschwerdeführers ist bereits unmittelbar nach dem Unfall diagnostiziert worden, und zwar lange bevor die psychischen Beschwerden rapportiert wurden. Dr. med. H.________, Spezialarzt FMH für Hals-, Nasen-, Ohrenkrankheiten, Hals- und Gesichtschirurgie, untersuchte den Beschwerdeführer bereits am 17.August 1994 hinsichtlich des während der Hospitalisation nach dem Unfall im Spital X.________ festgestellten Rauschens im Kopf. Im Audiogramm zeigte sich beidseits eine leichte Senke im Hochtonbereich (6'000 Hz). Der Arzt bezeichnete den Tinnitus als mögliche Folge einer direkten Labyrinthkontusion oder früherer Lärmtraumatisierungen. Laut dem Bericht des SUVA-Inspektors L.________ über die einen Monat nach dem Unfallereignis am 24.August1994 mit dem Beschwerdeführer geführte Besprechung hat dieser ausgesagt, früher nie unter Kopfschmerzen, Ohrensausen oder dergleichen gelitten zu haben. Seit dem Unfall leide er unter einem lästigen Ohrensausen, -surren, was ihn je nachdem stark störe. Der behandelnde Arzt Dr. med. I.________, Spezialarzt für Innere Medizin, erbat in seinem Zwischenbericht an die SUVA vom 5.November 1994, den Beschwerdeführer, der vor allem wegen des Tinnitus stark verängstigt sei, zu einer kreisärztlichen Untersuchung aufzubieten. Dr.med. V.________, Neurologie FMH, befand in seinem ausführlichen Bericht vom 14.November 1994, die vom Versicherten geklagten Beschwerden seien durchaus glaubhaft und müssten auf Grund der zeitlichen Koinzidenz vollumfänglich auf den Unfall vom 22.Juli 1994 zurückgeführt werden und seien im Rahmen von postcommotionellen Beschwerden zu deuten. Der SUVA-Kreisarzt Dr.med. N.________, erwähnte in seinem Bericht vom 14.Dezember 1994 den Tinnitus. Das Ohrgeräusch werde wahrscheinlich lange andauern; in der Regel gewöhnten sich die Patienten mit der Zeit etwas daran. Auch im Bericht der Klinik K.________ über das psychosomatische Konsilium vom 29. Januar 1999 wird ein "namhafter Kern von somatischen Beschwerden (Kopfschmerzen und Tinnitus)" erwähnt.