Citation: 5A_174/2015 E. 8.4

8.4. Das Kantonsgericht hat diese Zuständigkeitsordnung nicht übersehen. Gleichwohl ist es davon ausgegangen, die Zulässigkeit des widerklageweise erhobenen Ausgleichsanspruchs gemäss Art. 649 Abs. 2 ZGB am Ort der gelegenen Sache im Sinne von Art. 29 Abs. 2 ZPO müsse verneint werden. Denn die Forderung auf Kosten- und Lastenausgleich habe keinen absoluten Rechtscharakter. Sobald die Forderungen (real) entstanden seien, unterscheide sie nichts mehr von gewöhnlichen, bloss persönlichen Schulden, die am Wohnsitz des Schuldners einzuklagen seien (E. 2a/bb S. 10 des angefochtenen Urteils). Entgegen der Darstellung des Beklagten trifft es zu, dass nach einem Teil der Lehre die Beitragspflicht des Miteigentümers nur in ihrer Entstehung eine reale Obligation, die fällige und/oder entstandene einzelne Verpflichtung aber eine gewöhnliche Schuld ist. Davon weichen indessen andere Lehrmeinungen grundsätzlich oder mit Bezug auf die Rechtsfolgen ab (vgl. zum Meinungsstand: STREBEL, Der Ausgleichsanspruch des Miteigentümers gemäss Art. 649 Abs. 2 ZGB, AJP 2010 S. 1113, S. 1117 ff. Ziff. 2.2.1 mit Hinweisen). Unter dem Blickwinkel des Gerichtsstandes mag eine unterschiedliche Beurteilung durchaus als gerechtfertigt erscheinen, wenn der Ausgleichsanspruch gegenüber einem Miteigentümer erhoben wird, der bereits aus der Gemeinschaft ausgetreten ist. Wo aber - wie hier - der Ausgleichsanspruch im bestehenden Miteigentumsverhältnis gerichtlich geltend gemacht wird, in dem laufend Ausgleichsforderungen gegen einen Miteigentümer bis zu dessen Ausscheiden entstehen können, überwiegt die sachenrechtliche Komponente (vgl. BGE 105 Ia 23 E. 1c S. 25/26). Die daherige Klage bezieht sich auf Rechte an einem Grundstück und kann auch am Ort, an dem das Grundstück im Grundbuch aufgenommen ist, erhoben werden (Art. 29 Abs. 2 ZPO).