Citation: 1B_32/2019 E. 4.2

4.2. Die Vorinstanz erwägt, die Staatsanwaltschaft fordere in der Anklage eine bedingte Freiheitsstrafe von 24 Monaten. Die Möglichkeit des bedingten Vollzugs lasse die Fluchtgefahr grundsätzlich nicht dahinfallen. Da der Beschwerdeführer soweit ersichtlich keine Vorstrafen aufweise, erscheine die Gewährung des bedingten Strafvollzugs hier aber möglich. Bei einer Anrechnung der bisher erstandenen Haft von ca. fünf Monaten begründe der drohende (Rest-) Strafvollzug kein gewichtiges Indiz für Fluchtgefahr. Der Umstand, dass die Blutalkoholkonzentration des Beschwerdeführers 3.3 Gewichtspromille betragen habe, lasse eine Verurteilung noch nicht als unwahrscheinlich erscheinen. Der Beschwerdeführer stamme aus Eritrea. Er verfüge über eine vorläufige Aufenthaltsbewilligung F und lebe seit ca. dreieinhalb Jahren in der Schweiz. Er habe hier keine Arbeit und sei von der Sozialhilfe abhängig. Seine Familie lebe in Eritrea. Ein Bruder wohne in Holland. Er wolle nicht zurück nach Eritrea. Seine Freunde und Nachbarn seien Eriträer. Die Staatsanwaltschaft habe in der Anklage eine Landesverweisung von 10 Jahren beantragt, was nach der Rechtsprechung einen erheblichen Fluchtanreiz darstellen könne. Im Falle eines Schuldspruchs wegen versuchter schwerer Körperverletzung drohe dem Beschwerdeführer grundsätzlich die obligatorische Landesverweisung. Von dieser könne das Gericht unter den Voraussetzungen der Härtefallklausel (Art. 66a Abs. 1 lit. b i.V.m. Abs. 2 StGB) ausnahmsweise absehen, was hier zumindest fraglich sei. Sein Asylgesuch sei abgelehnt worden. Er sei vorläufig aufgenommen worden. Sollte bei einem Schuldspruch eine Landesverweisung ausgesprochen werden, würde die vorläufige Aufnahme erlöschen (vgl. Art. 83 Abs. 9 AIG; SR 142.20). Dadurch würde der Beschwerdeführer seinen Anspruch auf Sozialhilfe verlieren und würde allenfalls noch Nothilfe erhalten (vgl. Botschaft zur Änderung des Strafgesetzbuchs und des Militärstrafgesetzes [Umsetzung von Art. 121 Abs. 3-6 BV über die Ausschaffung krimineller Ausländerinnen und Ausländer] vom 26. Juni 2013, BBl 2013 6007 f.). Seine Mittellosigkeit dürfte ihn nicht von einem Untertauchen im In- oder Ausland abhalten.