Citation: 2C_842/2016 E. 3.3.1

3.3.1. Diese Erwägungen sind nicht zu beanstanden. So ist es zwar durchaus üblich, dass Eltern ihren Kindern Erbvorbezüge als Schenkungen ausrichten. Auch das Aufnehmen eines von den Kindern gewährten Darlehens erscheint für sich genommen nicht ungewöhnlich. Die zeitgleiche Vornahme der beiden Rechtsgeschäfte ist indessen als ungewöhnlich zu bezeichnen. Dies gilt auch im vorliegenden Fall, in welchem die Schenkungen einen höheren Betrag aufweisen als die gleichzeitig aufgenommenen Darlehen. Für die gewählte Rechtsgestaltung sind keine aussersteuerlichen Gründe erkennbar. Die Beschwerdeführenden machen geltend, die Schenkungen seien im Hinblick auf eine mögliche Annahme der Erbschaftssteuerreform (Eidgenössische Volksinitiative 'Millionen-Erbschaften besteuern für unsere AHV'; BBI 2013 2267) erfolgt. Dies stelle einen wirtschaftlich ausserhalb der Vermögens- und Einkommenssteuern liegenden Grund dar, welcher die Annahme einer Steuerumgehung ausschliesse. Hinsichtlich der verschiedenen Steuerarten auf eine Gesamtbetrachtung abzustellen, sei unzulässig. Dieser Argumentation kann nicht gefolgt werden: Selbst wenn die beabsichtigte Einsparung von Erbschaftssteuern hinsichtlich der Vermögenssteuer als aussersteuerlicher Grund betrachtet werden könnte, würde sich dieser Grund nur auf die Schenkungen erstrecken, nicht aber auf die Aufnahme von Darlehen. Die beiden gegenläufigen Rechtsgeschäfte sind jedoch als Gesamtes zu betrachten. Dafür, dass mit den Schenkungsverträgen gleichzeitig Darlehensverträge über zwei Drittel der geschenkten Beträge geschlossen wurden, ist kein sachlicher, ausserhalb von steuerlichen Überlegungen liegender Grund ersichtlich. Das Vorliegen aussersteuerlicher Gründe ist daher zu verneinen. Dass es ökonomisch erforderlich gewesen sein soll, die Schenkungen zu zwei Dritteln als Darlehensschuld auszugestalten, vermögen die Beschwerdeführenden nicht darzutun.