Citation: 5A_542/2021 E. 3.3

3.3. Letztlich ausschlaggebend gegen die alternierende Obhut spräche allerdings die Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit der Parteien. Bereits die Gutachterin habe festgehalten, dass die Voraussetzungen für eine alternierende Obhut nicht gegeben seien, da die andauernden Konflikte über alle Belange einen ruhigen Austausch verhindern würden und das konflikthafte Klima das Kind stark belasten würde. Es gäbe vorliegend keine triftigen Gründe, von diesem Gutachten abzuweichen. Die zahlreichen Konflikte seien aus den Akten ersichtlich, wobei sich die Parteien auch über Kleinigkeiten und alltägliche Belange gestritten hätten und sich jeweils nur sehr beschränkt kompromissfähig zeigten. Auch die Beiständin habe geäussert, dass sich die Beschwerdegegnerin ihr gegenüber sehr kooperativ zeige, der Beschwerdeführer hingegen zwar zu den Terminen komme, ihren Empfehlungen und Anweisungen jedoch nicht folgen würde und die für eine alternierende Obhut unabdingbare Absprachefähigkeit beim Beschwerdeführer nur eingeschränkt vorhanden sei. Die Vorinstanz kommt schliesslich zum Schluss, dass sich die Ursache und Dynamik des elterlichen Konflikts seit der Begutachtung nicht verändert hätten und ein sachlicher persönlicher Austausch zwischen den Eltern nicht möglich sei. Daher sei von einem schwerwiegenden Dauerkonflikt und von anhaltenden Kommunikationsschwierigkeiten auszugehen. Die Einschätzung der Gutachterin, wonach den Parteien nicht zugetraut werden könne, die im Rahmen einer alternierenden Obhut zu treffenden zahlreichen Absprachen innert nützlicher Frist zu treffen, erweise sich daher weiterhin als aktuell. Aus diesem Grund sei von einer akuten Gefahr auszugehen, dass das Kind durch die Anordnung einer alternierenden Obhut aufgrund des hochstrittigen Elternkonflikts in seinem Wohlbefinden beeinträchtigt würde, da die Parteien voraussichtlich hinsichtlich der zu regelnden zahlreichen Alltagsfragen in Streit geraten würden. Demgegenüber ergäben sich auch aus den Angaben der Beiständin keine konkreten Hinweise auf eine Kindeswohlgefährdung bei der Zuteilung der alleinigen Obhut an eine der Parteien.