Citation: U 96/00 12.10.2000 E. 4

4.- a) Mit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird die vorinstanzlich verfügte Rückweisung der Sache zur Neubeurteilung des Integritätsschadens nicht beanstandet. In der Verwaltungsverfügung bzw. im kantonalen Gerichtsentscheid festgelegte, aber auf Grund der Beschwerdebegehren nicht mehr streitige Fragen prüft der (letztinstanzliche) Richter nur, wenn die nicht beanstandeten Punkte in engem Sachzusammenhang mit dem Streitgegenstand stehen (BGE 125 V 415 Erw. 1b mit Hinweisen). Des Weitern prüft er den Streitgegenstand bestimmende, aber nicht beanstandete Elemente, wenn hiezu auf Grund der Vorbringen der Parteien oder anderer sich aus den Akten ergebender Anhaltspunkte hinreichender Anlass besteht (BGE 125 V 417 Erw. 2c). Im vorliegenden Fall ist die Unfallkausalität der von der Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden streitig, was sowohl den Rentenanspruch wie auch den Anspruch auf Integritätsentschädigung beschlägt. Damit sind die Voraussetzungen für eine Ausdehnung des Verfahrens auf die Integritätsentschädigung gegeben. b) Mit dem angefochtenen Entscheid hat die Vorinstanz die Sache an die SUVA zurückgewiesen, damit sie die Integritätsentschädigung unter Berücksichtigung des gesamten Beschwerdebildes, einschliesslich der psychischen Komponenten, neu festsetze. Dieser Auffassung kann nach dem Gesagten nicht beigepflichtet werden. Die psychischen Störungen (Schmerzverarbeitungsstörung und sekundäres FibromyalgieSyndrom) sind als selbstständige Gesundheitsschädigung aufzufassen, welche nicht als adäquat unfallkausal zu betrachten ist und daher bei der Bemessung des Integritätsschadens unberücksichtigt zu bleiben hat. c) Bei der medizinischen Beurteilung des Integritätsschadens vom 3. November 1998 ging Kreisarzt Dr. med. O.________ davon aus, dass lediglich die Integritätseinbusse aufgrund des chronischen Zervikovertebralsyndroms, nicht aber die (unfallfremde) Periarthropathia humero-scapularis, die (abgeheilte) Commotio cerebri, die (nicht unfallbedingten) leichten Hirnleistungsstörungen und die psychogene Symptomausweitung im Rahmen einer Schmerzverarbeitungsproblematik zu entschädigen sei. Die Beurteilung steht im Einklang mit den Feststellungen im Gutachten der Rheuma- und Rehabilitationsklinik Zurzach, von welchen abzugehen kein Anlass besteht. Dr. med. O.________ hat der Bemessung des Integritätsschadens Tabelle 7 (Integritätsschaden bei Wirbelsäulenaffektionen) der von der SUVA unter dem Titel "Integritätsentschädigung gemäss UVG" veröffentlichten Richtwerte zugrundegelegt und in Anwendung des für Osteochondrosen bei Schmerzgrad ++ (geringe Dauerschmerzen, bei Belastung verstärkt, auch in Ruhe) geltenden Richtwertes von 5 - 10 % den Integritätsschaden mit 10 % bemessen. Im Hinblick auf den Vorzustand hat er die zu entschädigende unfallbedingte Integritätseinbusse auf 5 % festgesetzt. Es besteht kein Grund, von dieser Beurteilung abzugehen. Nach ständiger Rechtsprechung stellen die von der SUVA herausgegebenen Tabellen eine geeignete Bemessungsgrundlage dar, soweit sie lediglich Richtwerte enthalten, mit denen die Gleichbehandlung der Versicherten gewährleistet werden soll (BGE 124 V 32 Erw. 1c). Die hier zur Anwendung gebrachte Tabelle 7 enthält zwar keine spezifischen Richtwerte für die Bemessung des Integritätsschadens bei Zervikovertebralsyndromen. Es erscheint indessen als zutreffend und angemessen, wenn im vorliegenden Fall die für Osteochondrosen geltenden Richtwerte herangezogen werden und dabei von einem Schmerzgrad im Grenzbereich ++ (geringe Dauerschmerzen, bei Belastung verstärkt, auch in Ruhe) und +++ (mehr oder weniger starke Dauerschmerzen, Zusatzbelastung nicht möglich, auch nachts und in Ruhe, bei Verstärkung lange Erholungszeit) ausgegangen und der Integritätsschaden mit 10 % bemessen wird. Nicht zu beanstanden ist auch die aufgrund der gutachtlichen Angaben über den Vorzustand erfolgte Kürzung der Entschädigung um die Hälfte (Art. 36 Abs. 2 Satz 1 UVG).