Citation: 5A_819/2023 E. 4.1.3

4.1.3. Wohl kann das gänzliche Fehlen der Rechtsmittelbelehrung unter gewissen Umständen den Eintritt der Rechtskraft aufschieben (STAEHELIN, in: Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO], Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], 3. Aufl. 2016, N. 28 zu Art. 238, mit Hinw. auf BGE 119 IV 330 E. 1c). Hingegen darf bei anwaltlich vertretenen Parteien vorausgesetzt werden, dass Kenntnis von den gesetzlichen Regelungen der Rechtsmittel und der entsprechenden Fristen besteht (STAEHELIN, a.a.O.; HEINZMANN/BRAIDI, in: Petit commentaire, Code de procédure civile, 2020, N. 21 zu Art. 238). Etwas anderes wird - mit Blick auf die Zulässigkeit der Revision - in der Beschwerdeschrift nicht behauptet. Ebenso wenig wird behauptet, dass die Parteibezeichnung in der Publikation ("... Handelsgesellschaft mit beschränkter Haftung", anstelle von "... Trading Company Ltd.") oder dass die Verfahren vor dem Arrest- und Rechtsöffnungsgericht etwas an der Rechtskraft des Anerkennungsentscheides ändern könnten. Die Vorbringen der Beschwerdeführerin (betreffend Zeitpunkt der Kenntnisnahme) sind jedenfalls nicht geeignet, die Rechtskraft des Anerkennungsentscheides vom 18. November 2020 (publiziert am 20. November 2020) in Frage zu stellen. Soweit sie mit dem Hinweis auf die bundesgerichtliche Erwägung geltend machen will, das Obergericht habe in seiner Beurteilung rückweisungsbedingte Vorgaben (Prüfung der Revision) übergangen, geht sie fehl. Es bleibt dabei, dass der Anerkennungsentscheid vom 18. November 2020, publiziert am 20. November 2020, nach Ablauf der 10-tägigen Beschwerdefrist in Rechtskraft getreten ist.