Citation: 6P.47/2004 06.10.2004 E. 5

Der Beschwerdeführer rügt eine Verletzung von Art. 13 StGB. Sein massiver Alkoholkonsum spiele im Zusammenhang mit den ihm vorgeworfenen Taten eine bedeutsame Rolle. Aufgrund der sich daraus ergebenden Zweifel an seiner Zurechnungsfähigkeit hätte die Vorinstanz von Bundesrechts wegen ein Gutachten einholen müssen. 5.1 Die Vorinstanz hat die Voraussetzungen der Pflicht zur Einholung eines Gutachtens und die bundesgerichtliche Rechtsprechung zu Art. 13 StGB korrekt wiedergegeben. Auf ihre zutreffenden Ausführungen kann verwiesen werden. 5.2 Nach den verbindlichen tatsächlichen Feststellungen der Vorinstanz hat der Beschwerdeführer, welcher gemäss dem Bericht des Psychiatriezentrums Schaffhausen vom 22. Oktober 2002 an einer Alkoholabhängigkeit und an einer Anpassungsstörung leidet, im Vorfeld der ihm zur Last gelegten Tat einige Flaschen Bier konsumiert. Aufgrund der von ihm genossenen Alkoholmenge hat die Vorinstanz eine Blutalkoholkonzentration von weniger als zwei Gewichtspromille angenommen. Bei dieser Sachlage musste sie keine ernsthaften Zweifel an der Zurechnungsfähigkeit des Beschwerdeführers im Sinne von Art. 13 StGB hegen (vgl. dazu BGE 122 IV 49 E. 1b). Davon ist selbst dann auszugehen, wenn dessen - unter Alkoholeinfluss verstärkt - vorhandene Schwierigkeit, aggressive Impulse zu kontrollieren, berücksichtigt wird. Denn nicht jede geringfügige Herabsetzung der Fähigkeit, sich zu beherrschen, genügt, um Zweifel an der Zurechnungsfähigkeit zu wecken. Der Täter muss vielmehr, zumal der Begriff des normalen Menschen nicht eng zu fassen ist, in hohem Masse in den Bereich des Abnormen fallen, seine Geistesverfassung nach Art und Grad stark vom Durchschnitt nicht bloss der Rechts-, sondern auch der Verbrechensgenossen abweichen (BGE 102 IV 225 E. 7). Davon kann hier aber nicht die Rede sein. Unter diesen Umständen musste die Vorinstanz keine Begutachtung des Beschwerdeführers anordnen. Wenn sie dennoch von einer verminderten Zurechnungsfähigkeit gemäss Art. 11 StGB ausgegangen ist, hat sie dies zu seinen Gunsten getan. Eine Bundesrechtsverletzung ist mithin zu verneinen und die Rüge daher unbegründet.