Citation: 8C_38/2022 E. 6.1

6.1. Der IV-Rechtsdienst hat mit der analyse vom 16. April 2019 die sich aus den Strafakten ergebenden Fakten hinsichtlich der in den vergangenen Jahren tatsächlich gezeigten Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers aufgearbeitet. Der Bericht zeigt klar, dass die von Dr. med. B.________ und später auch von Dr. med. C.________ aus der wahnhaften Störung abgeleitete 50%ige Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit keineswegs der Realität entspricht. Dr. med. C.________ befasste sich nicht wirklich damit, in welchem Ausmass und in welcher Hinsicht der Beschwerdeführer Aktivitäten entfaltete, seien es deliktische, seien es politische oder anderweitige, und was daraus für sein Leistungsvermögen zu folgern ist. Die betreffende Würdigung - basierend auf einem Mini-ICF-APP - fällt sehr knapp aus, ohne jeden Bezug zum gezeigten Aktivitätsniveau, das namentlich auch keinen Eingang in die Prüfung von Konsistenz und Plausibilität findet. Dass ihrem Gutachten vor diesem Hintergrund und nicht zuletzt auch mit Blick auf das Ergebnis der neuropsychologischen Begutachtung die Beweiswertigkeit abgesprochen wurde, stellt keine Bundesrechtsverletzung dar. Wie bereits in BGE 127 V 294 (E. 4c und 5a) festgehalten wurde, ist eine fachärztlich festgestellte psychische Krankheit nicht ohne Weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Es kann dahingestellt bleiben, ob der Beschwerdeführer an einer wahnhaften Störung leidet. Fest steht jedenfalls, dass diese keinen einschränkenden Einfluss auf seine Arbeitsfähigkeit hatte. Der Beschwerdeführer hat mit seinen zahlreichen kriminellen Tätigkeiten neben seiner Teilzeitanstellung in einem Reisebüro den Tatbeweis einer 100%igen Arbeitsfähigkeit ohne Weiteres erbracht. Wären seine Machenschaften schon im Rahmen der ersten Leistungsabklärung bis zum Zeitpunkt der Rentenverfügung vom 18. April 2011 bekannt geworden, wäre eine Rente demzufolge gar nie zugesprochen worden.