Citation: 6B_225/2023 E. 1.5.2

1.5.2. Die Beschwerdeführerin ist zwar nicht vorbestraft, wurde jedoch wegen diverser Delikte verurteilt. Richtigerweise bezieht die Vorinstanz in die Frage der Interessenabwägung nicht nur das hierfür Anlass bildende Delikt (wobei die Beschwerdeführerin drei unter die Katalogtaten von Art. 66a Abs. 1 StGB fallende Straftatbestände erfüllte), sondern auch die weiteren Straftaten ein (vgl. BGE 146 IV 105 E. 3.4.1; 144 IV 332 E. 3.3.2; 6B_760/2022 vom 5. Juni 2023 E. 5.3.6; je mit Hinweisen). Hingegen können der Beschwerdeführerin die blosse Eröffnung von (auch mehreren) Strafuntersuchungen nicht angelastet werden. Wie von der Beschwerdeführerin geltend gemacht und auch von der Vorinstanz berücksichtigt, richten sich die von ihr begangenen Delikte nicht gegen Leib und Leben oder die sexuelle Integrität. Nichtsdestotrotz handelt es sich keineswegs um Bagatellkriminalität. So werden sowohl der gewerbsmässige Betrug wie auch der gewerbsmässige betrügerische Missbrauch einer Datenverarbeitungsanlage mit hohen Sanktionen von bis zu 10 Jahren Freiheitsstrafe geahndet. Konkret habe die Beschwerdeführerin von Dezember 2017 bis April 2018, im Oktober 2018 sowie vom Dezember 2019 bis im April 2020 ganze 103 Geschädigte um insgesamt Fr. 43'132.70 betrogen. Dabei sei sie zu dieser Zeit von der Sozialhilfe respektive von ihrem Ehemann unterstützt worden und habe sich entsprechend nicht in einer akuten finanziellen Notlage befunden. Die erste Instanz wie auch die Vorinstanz werten das Tatverschulden als "mittelschwer". In Bezug auf den gewerbsmässigen betrügerischen Missbrauch einer Datenverarbeitungsanlage hält die Vorinstanz fest, die Beschwerdeführerin habe - ebenfalls ohne finanzielle Not - mithilfe einer gefundenen Kreditkarte zwischen dem 20. Mai 2020 und dem 2. Juni 2020 (also innert wenigen Tagen) Waren und Dienstleistungen im Wert von Fr. 12'939.60 für ihre eigene Bedürfnisse erworben. Sie habe einen eigentlichen "Shopping-Exzess" ausgelebt und eine breite Palette von Gütern, über Lebensmittel, Kleidung, Parfums und Kosmetikartikel bis hin zu EDV-Geräten und Einrichtungsartikel bezogen. Dabei habe sie teilweise Kassenpersonal dazu gebracht, den Preis in Tranchen von Fr. 80.-- zu stückeln, um ohne Verwendung des ihr unbekannten Codes bezahlen zu können. Weiter sei die Beschwerdeführerin zwischen Dezember 2017 bis und mit April 2018 von der Sozialhilfe V.________ unterstützt worden. Sie habe in dieser Zeit Einnahmen aus Internetverkäufen in Höhe von Fr. 15'975.70 erwirtschaftet, die sie den Sozialbehörden wider besseres Wissen verschwiegen habe. Hinzu kommen eine Verurteilung wegen mehrfacher Urkundenfälschung (die Beschwerdeführerin habe gemäss unbestrittenen vorinstanzlichen Ausführungen versucht, einen Bekannten mittels Fälschung eines Vaterschaftstests zur Zahlung von Unterhaltsbeiträgen an ihren Sohn zu bewegen) sowie unrechtmässiger Verwendung von Vermögenswerten. Ihr Vorgehen - insbesondere die grosse Anzahl Geschädigter und die lange Dauer der Delinquenz - zeugen von einer beträchtlichen kriminellen Energie und einer ausgesprochenen Geringschätzung fremder Vermögensinteressen sowie der hiesigen Rechtsordnung. Mithin resultierte denn auch eine unbedingte Freiheitsstrafe von 34 Monaten und 10 Tagen. Eine Verurteilung zu einer längerfristigen Freiheitsstrafe (zu deren Begriff vgl. BGE 139 I 16 E. 2.1; 139 I 145 E. 2.1; je mit Hinweisen) begründet für sich bereits ein erhebliches öffentliches Interesse an einer Landesverweisung (Urteil 6B_959/2021 vom 9. November 2022 E. 3.2.1). Dass die von der Beschwerdeführerin begangenen Straftaten in der Regel "nicht einmal die Anordnung von Untersuchungshaft" rechtfertigten, ist demgegenüber eine unsubstanziierte Pauschalisierung. Hinzu kommt, dass die Gefahr für gleich gelagerte Straftaten gemäss psychiatrischem Gutachten erheblich ist. Alles in allem besteht damit ein gewichtiges öffentliches Interesse an der Landesverweisung.