Citation: 6B_591/2016 E. 1.4.3

1.4.3. Im Lichte der von der Vorinstanz nachvollziehbar als glaubhaft beurteilten Aussagen der Geschädigten ist es nicht willkürlich, wenn die Vorinstanz - trotz den insoweit knappen Angaben - auch den Vorwurf der Vergewaltigung als erstellt erachtet. Sie nennt zudem hierfür eine jedenfalls nicht unhaltbare Erklärung. Sie erwägt, ausgehend von der Aussage der Geschädigten habe der Beischlaf aus einer spontanen Reaktion des Beschwerdeführers heraus stattgefunden. Es sei daher verständlich, dass sie, als sie realisiert habe, dass eine Vergewaltigung zwar fehlendes Einverständnis, nicht aber zwingend Gewalt voraussetze, den Vorwurf auf dem Formular betreffend Entbindung vom ärztlichen Berufsgeheimnis durchgestrichen und ihn später nicht mehr von sich aus erwähnt habe. Zudem ist es durchaus nicht aussergewöhnlich, dass Opfer von Sexualdelinquenz und häuslicher Gewalt aus Scham, Furcht oder Schuldgefühlen über das Vorgefallene nicht, oder nicht ausführlich sprechen können. Es spricht daher nicht gegen die Glaubhaftigkeit der Geschädigtenaussage, dass diese mit Bezug auf den Vergewaltigungsvorwurf recht knapp ausgefallen ist und dass die Geschädigte im Verfahrensverlauf keine Angaben hierzu mehr machen wollte. Zutreffend und unbestritten ist schliesslich, dass die Geschädigte den Beschwerdeführer nicht übermässig belastet hat. Sie hat ausgesagt, er habe beim Geschlechtsakt keine Gewalt angewandt und es tue ihm jeweils Leid, dass er sie geschlagen habe. Auch ein Motiv für eine Falschanzeige ist mit der Vorinstanz nicht ersichtlich. Dies ist ebenfalls unbestritten. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers verletzt es nicht die Unschuldsvermutung, diesen Umstand als Indiz für die Glaubhaftigkeit der Aussagen der Geschädigten zu werten. Soweit er deren Glaubwürdigkeit unter Hinweis auf ein Strafverfahren in Frage stellt, weist die Vorinstanz zutreffend darauf hin, dass für die Wahrheitsfindung nicht die Glaubwürdigkeit als persönliche Eigenschaft, sondern die Glaubhaftigkeit der konkreten Aussage im Vordergrund steht (BGE 133 I 33 E. 4.3 S. 45 f.; Urteil 6B_851/2015 vom 7. März 2016 E. 3.2).