Citation: 1C_784/2013 E. 5.4

5.4. Auf diese Rüge ist nicht einzutreten, weil sie mit unzulässigen echten Noven begründet wird (vgl. E. 1.4 hiervor). Angemerkt sei jedoch, dass das Bundesgericht zwar offenliess, ob die 30-jährige Frist auch dann gilt, wenn innert dieser Frist kein Abbruchbefehl erlassen bzw. durchgesetzt wurde, die Behörden aber dennoch nicht untätig blieben, sondern insbesondere die nachträgliche Baubewilligung verweigerten. Es wies jedoch darauf hin, dass die ausserordentliche Ersitzung gemäss Art. 662 ZGB einen 30-jährigen "unangefochtenen" Besitz als Eigentümer voraussetzt (BGE 136 II 359 E. 8.2 S. 367 f.). Im Sinne von Art. 662 ZGB gilt der Besitz als unangefochten, wenn der wahre Berechtigte sein Eigentum nicht klageweise geltend gemacht hat ( HERRMANN LAIM, in: Basler Kommentar, ZGB II, 4. Aufl. 2011, N. 13 zu Art. 661 ZGB i.V.m. N. 8 zu Art. 662 ZGB; ARTHUR MEIER-HAYOZ, in: Berner Kommentar, 3. Aufl. 1964, N. 23 zu Art. 661 ZGB i.V.m. N. 17 zu Art. 662 ZGB ). Zudem finden gemäss Art. 663 ZGB für die Unterbrechung der Ersitzung die Vorschriften über die Verjährung von Forderungen entsprechend Anwendung. Nach Art. 135 Ziff. 2 OR wird die Verjährung namentlich durch Schlichtungsgesuche und Klagen unterbrochen. Diesen zivilrechtlichen Rechtsvorkehren, die zu einer richterlichen Beurteilung einer Forderung führen, ist im Verwaltungsrecht die Aufforderung zur Einreichung eines nachträglichen Baugesuchs gleichzusetzen, weil diese Aufforderung zur Beurteilung der Zulässigkeit einer Baute in einem Baubewilligungsverfahren führt. Gemäss Art. 137 Abs. 2 OR beginnt eine neue Verjährungsfrist, wenn eine zivilrechtliche Forderung durch Urteil des Richters festgestellt wird. In analoger Anwendung dieser Regelung führt jedenfalls die Feststellung der Rechtswidrigkeit einer Baute in einem Baubewilligungsverfahren zum Neubeginn der Verwirkungs- bzw. Ersitzungsfrist.