Citation: 4A_412/2019 E. 6.1.4

6.1.4. Es sei - so die Vorinstanz weiter - unbestritten, dass sowohl die Schwedenschnitte als auch die Gleitlager zu den allgemeinen Regeln der Baukunde zu zählen seien. Jedoch habe die Beschwerdeführerin die Behauptung der Beschwerdegegnerin, das Anbringen von Schwedenschnitten sei nicht erforderlich gewesen, nicht substanziiert bestritten. Ohnehin sei es an der Beschwerdeführerin gewesen, den Mangel zu beweisen. Diese habe weder substanziierte Behauptungen aufgestellt noch geeignete Beweismittel genannt. Auch bezüglich der Gleitlager habe sie die Behauptung der Beklagten, diese geplant und ausgeschrieben zu haben, nur pauschal bestritten. Insbesondere enthalte das Privatgutachten von D.________ keine Aussage darüber, ob Gleitlager tatsächlich geplant worden seien. Weder eine Befragung der beiden Privatgutacher noch die Anordnung einer Expertise seien zur Klärung des Geplanten geeignet, zumal die Beschwerdeführerin die zu beurteilenden Pläne nicht als Beweismittel ins Recht gelegt habe. Zudem könne nicht der Beschwerdegegnerin vorgeworfen werden, ihren Aufsichtspflichten als Bauleiterin nicht nachgekommen zu sein, handle es sich doch bei den Schwedenschnitten um ein untergeordnetes Detail im Rahmen der Gipserarbeiten, weshalb eine "allgemeine Überwachung" genüge. Hinsichtlich der Gleitlager habe die Beschwerdeführerin keine substanziierten Ausführungen zur Zuständigkeit der Beschwerdegegnerin für die Kontrolle gemacht und insbesondere nicht dargelegt, welche Fehler in welchen Filialen und an welchen Stellen vorliegen würden.