Citation: U 266/03 28.05.2004 E. 4

4.1 In der Unfallmeldung vom 5. Dezember 2001 wird als Unfallhergang festgehalten, beim Kochen des Mittagessens habe die Versicherte den Topf vom Kochherd genommen und dabei ein Knacksen im linken Ellenbogen verspürt. Angefügt wird der Begriff "Schmerzen", ohne jedoch eine genaue Zeitangabe zu machen. Im Bericht der Klinik für Unfallchirurgie, Spital Z.________, vom 10. Dezember 2001 wird der Hergang wie folgt beschrieben: "Am 10.11.01 beim Heben eines Topfes verspürte die Patientin ein Knacken. Primär keine Schmerzen, 2 Tage später dann Schmerzen und Schwellung am Unterarm palmarseits. ..." Die Neurologische Klinik des Spitals Z.________ hält in der Krankengeschichte am 4. Februar 2002 fest: "11/01 beim Anheben eines Kochtopfes (ca 3 l) plötzliches Knacken in der Ellbeuge bemerkt, anschliessende Schwellung und Schmerzen. ..." Im Bericht vom 30. Juni 2002 beurteilt Dr. med. S.________, Orthopädische Klinik Y.________, bezüglich der Frage Unfall oder Krankheit die Situation als unfallbedingt. Die Versicherte habe trotz vorbestehender Verletzung keine Schmerzen bis November 2001 gehabt; sie habe dann einen schweren Gegenstand gehoben und ein starkes Knacken mit einschiessenden Schmerzen und folgendem Hämatom verspürt. In diesem Sinne handle es sich um eine durch dieses Ereignis ausgelöste unfallähnliche Körperschädigung. In weiteren Berichten vom 14. August 2002 und vom 23. September 2002 macht Dr. med. S.________ im Wesentlichen die selben Aussagen. Die übrigen (medizinischen) Akten enthalten keine Schilderung des Vorfalles vom 10. November 2001 seitens der Versicherten. 4.2 Nach den obigen Darlegungen und in Anbetracht des Vorrangs der Aussagen der ersten Stunde (BGE 121 V 47 Erw. 2a mit Hinweisen) ist fraglich, ob die für die geltend gemachte Schädigung nach Art. 9 Abs. 2 UVV typischen Schmerzen unmittelbar im Anschluss an das Ereignis vom 10. November 2001 auftraten. Diesbezüglich sind auch die Berichte des Dr. med. S.________ nicht beweiskräftig, da sie einerseits in grosser zeitlicher Distanz zum Ereignis liegen und andererseits Dr. med. S.________ eine für den medizinischen Experten unzulässige rechtliche Subsumtion vornimmt (AHI 2000 S. 152 Erw. 2c mit Hinweis). Die Frage kann aber offen bleiben. Denn das Anheben des Kochtopfes stellt für sich allein keinen äusseren Faktor mit erheblichem Schädigungspotenzial dar (BGE 129 V 470 Erw. 4.2.2), zumal es sich bei einem nur 3 l Flüssigkeit fassenden Topf - selbst wenn er voll ist - nicht um eine schwere Pfanne handelt. Etwas Spezielles wie etwa eine brüske Bewegung oder eine unerwartete zusätzliche Krafteinwirkung wird jedoch in keiner der Schilderungen geltend gemacht. Insofern fehlt es an der erforderlichen gesteigerten Gefahrenlage oder dem Hinzutreten eines zur Unkontrolliertheit der in Frage stehenden Bewegung führenden Momentes (BGE 129 V 471 Erw. 4.3). 4.3 Nach dem Gesagten sind die Voraussetzungen des Art. 9 Abs. 2 UVV nicht erfüllt. Ob die Versicherte Anspruch auf eine Feststellungsverfügung hatte und zu Recht einen Widerspruch zwischen den vorinstanzlichen Erwägungen und dem Dispositiv rügte, braucht daher nicht entschieden zu werden.