Citation: 4C.456/1999 16.03.2000 E. 3

3.- a) Der Kläger beruft sich ausdrücklich nicht auf die kaufrechtliche Sachgewährleistung. Die Vorinstanz hat überdies erkannt - und soweit blieb das Urteil unangefochten -, dass die Ansprüche aus Sachgewährleistung wegen verspäteter Mängelrüge verwirkt seien. Somit ist vor Bundesgericht nur noch strittig, ob sich der Kläger auf Grundlagenirrtum berufen kann. b) Grundsätzlich sind die Regeln über den Grundlagenirrtum neben den Ansprüchen aus Sachmängelgewährleistung alternativ anwendbar (BGE 114 II 131 E. 1 mit Hinweisen). Die Parteien haben im Kaufvertrag jedoch durch handschriftliche Klausel jede Gewährleistung ausgeschlossen. Es ist unbestritten, dass die Freizeichnungsklausel gültig vereinbart wurde und als Individualabrede den sich auf der Rückseite des Kaufvertrags befindenden Allgemeinen Geschäftsbedingungen vorgeht. Es fragt sich deshalb, inwiefern diese Freizeichnungsklausel auch der Geltendmachung eines Grundlagenirrtums entgegensteht. c) Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts versagt die Berufung auf Grundlagenirrtum dann, wenn der Irrtum mit fehlenden Eigenschaften der Kaufsache begründet wird, für welche der Verkäufer die Gewährleistung wegbedungen oder entsprechende Zusicherungen abgelehnt hat. Der Käufer, der den Vertrag trotz Wegbedingung der Gewährleistung mit Bezug auf bestimmte Eigenschaften abschliesst, nimmt die Gefahr in Kauf, dass die betreffenden Eigenschaften fehlen (zur Veröffentlichung in BGE 126 III bestimmtes Bundesgerichtsurteil vom 7. Dezember 1999, E. 3; BGE 91 II 275 E. 2b S. 279). Wird die Gewährleistung nicht nur für bestimmte Eigenschaften, sondern vollständig ausgeschlossen, erweitert sich die Risikosphäre des Käufers entsprechend. Er nimmt diesfalls grundsätzlich das Risiko jeglicher Abweichung des Kaufgegenstandes von der vorausgesetzten Beschaffenheit in Kauf (vgl. zu den Schranken E. 4 hienach). Deshalb darf er das Fehlen von Mängeln, für welche die Gewährleistung ausgeschlossen wurde, nach Treu und Glauben im Geschäftsverkehr nicht als notwendige Grundlage des Kaufvertrages betrachten. Ein Irrtum über diesen Punkt kann somit nicht als wesentlich im Sinne von Art. 24 Abs. 1 Ziff. 4 OR gelten (zur Veröffentlichung in BGE 126 III bestimmtes Bundesgerichtsurteil vom 7. Dezember 1999, E. 3; BGE 91 II 275 E. 2b S. 279; Schmidlin, Berner Kommentar, N. 448 zu Art. 23/24 OR; Giger, Berner Kommentar, N. 25 zu Art. 199 OR; Honsell, Basler Kommentar, N. 5 zu Art. 199 OR). Soweit der Mangel des Ferraris im vorliegenden Fall von der Freizeichnungsklausel erfasst wird, schliesst diese daher auch eine Anfechtung des Kaufvertrages wegen Grundlagenirrtums aus. Diese Rechtslage macht es notwendig, die Tragweite des vereinbarten Gewährleistungsausschlusses zu bestimmen.