Citation: 7B_193/2022 E. 2.4

2.4. Nach den Feststellungen der Vorinstanz hatte der Geschädigte eine vor dem Herzen liegende Stichverletzung im Brustraum, Schnittwunden an Stirn, linkem Unterarm, rechter Hand und rechtem Fuss sowie Blutergüsse an Hals, Rücken und rechtem Oberschenkel. Gemäss rechtsmedizinischem Gutachten zeigten sämtliche Hautdurchtrennungen die typischen Merkmale einer scharfen Gewalteinwirkung und konnten aufgrund ihrer Morphologie dem Tatzeitraum zugeordnet werden. Der Geschädigte sei an der Brust in unmittelbarer Nähe lebenswichtiger Organe und grosser Blutleiter verletzt worden. Obwohl anhand der festgestellten Verletzungen keine konkrete Lebensgefahr bestanden habe, seien die Stiche in den Brustkorb aus rechtsmedizinischer Sicht eine lebensbedrohliche Handlung. Es sei lediglich dem Zufall zu verdanken, dass keine tödlichen Verletzungen oder Komplikationen resultierten. Die anderen Wunden, insbesondere die Schnitte am Unterarm, seien aus Abwehrhandlungen heraus entstanden.