Citation: 2C_397/2022 E. 4.1

4.1. Die Vorinstanz hat in tatsächlicher Hinsicht festgestellt, dass die Ehefrau des Beschwerdeführers fast 15 Jahre älter sei als er. Als beruflich nicht besonders qualifizierter Drittstaatsangehöriger hätte der Beschwerdeführer ohne die Heirat mit einer hier anwesenheitsberechtigten Person keine realistischen Aussichten auf Erhalt einer Aufenthaltsbewilligung. Anlässlich der Kontrollen der ehelichen Wohnung durch die Kantonspolizei am 9. November 2018 und 22. Oktober 2020 hätten kaum Hinweise darauf gefunden werden können, dass der Beschwerdeführer dort lebe. Dass anlässlich einer Nachkontrolle einige einer männlichen Person zuzuordnende Kleidungsstücke in der Wohnung aufgefunden wurden, ändere daran nichts. Der Vermieter und Nachbar der ehelichen Wohnung habe gegenüber der Kantonspolizei ausgesagt, dass er die Ehefrau des Beschwerdeführers noch nie mit einem Mann gesehen habe und er nicht das Gefühl habe, dass diese einen Partner habe. Diese Umstände würden - so die Vorinstanz - darauf hindeuten, dass sich der Lebensmittelpunkt des Beschwerdeführers nicht in der ehelichen Wohnung befinde. Die Familienangehörigen des Beschwerdeführers würden - so die Vorinstanz - weiterhin im selben Haushalt oder zumindest im selben Haus wie seine Ex-Ehefrau leben. Es sei davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer mit seiner Ex-Ehefrau eine Parallelbeziehung führe. Der Beschwerdeführer und seine Ehefrau hätten im Zeitpunkt des Kennenlernens keine gemeinsame Sprache gesprochen und hätten nur mithilfe einer Übersetzung kommunizieren können. Der Ehemann habe noch im November 2020 angegeben, dass er nicht problemlos mit seiner Ehefrau kommunizieren könne. Das Kennenlernen der Ehegatten sei nur indirekt mit Übersetzung durch den Onkel des Beschwerdeführers möglich gewesen. Weiter hat die Vorinstanz festgestellt, dass die vom Beschwerdeführer eingereichten Fotos zeigen würden, dass er sporadisch etwas mit seiner Ehefrau unternehme. Der Inhalt der Chat-Nachrichten, welche die Ehegatten einander wiederholt schreiben, würde sich zum Grossteil auf ein- und dieselben Texte und den Versand von Emojis beschränken (vorinstanzliches Urteil E. 3.1-3.5).