Citation: 4C.189/2006 04.08.2006 E. A

Dr. med. A.________ (Kläger) wurde am 16. Mai 2001 mit Wirkung ab 1. Juli 2001 als Oberarzt vom Spital X.________ (Beklagte) angestellt. Der Kläger wurde gemäss Anstellungsvertrag in dieser Funktion im Ambulatorium des Psychiatriezentrums beschäftigt. Ab 1. März 2002 wurde er mit der ärztlichen Leitung der Bettenstation betraut und in die Klinikleitung berufen, was einer funktionellen und hierarchischen Beförderung gleich kam, ohne dass sich seine Anstellungsbedingungen veränderten. Er war für 28 von 40 Betten verantwortlich. A.a Der Kläger hatte sowohl bei der Führung der Bettenstation wie auch in fachlicher Hinsicht Probleme. Mit diesen von ihm verursachten Führungsproblemen wurde er in einer ersten Phase durch die betroffenen Mitarbeiter der Bettenstation selber konfrontiert. Da innerhalb des Teams keine Besserung in Sicht war, weil der Kläger offensichtlich meinte, er könne als "Chef" im Team getroffene Absprachen wieder abändern und rückgängig machen, eröffnete ihm sein Vorgesetzter Dr. B.________ die entsprechenden Vorwürfe wiederholt mündlich in der Meinung, dass der Kläger "bereit und fähig war, diese Punkte umzusetzen". Diese Annahme brachte Dr. B.________ in der Schlussbemerkung einer E-Mail vom 27. Dezember 2002 zum Ausdruck. A.b Der Kläger zeigte bereits ab August/September 2002 - und damit nur wenige Monate nach Übernahme der Leitung der Bettenstation - Führungsschwächen und sein Führungsstil war auf allen Ebenen des involvierten Personals einer zunehmenden und in der Schlussphase massiven Kritik ausgesetzt. Zunächst machten ihn seine Mitarbeiter und dann ab anfangs 2003 sein Vorgesetzter auf die Probleme in persönlichen Gesprächen aufmerksam. Der Chefarzt eröffnete dem Kläger anlässlich der Klinikleitungssitzung vom 10. Februar 2003, dass er von den Pflichten als Oberarzt auf der Bettenstation entbunden werde. A.c Mit Schreiben vom 12. Februar 2003 teilte Dr. B.________ dem Kläger unter Bezugnahme auf verschiedene - datumsmässig bezeichnete - Gespräche zur Situation der Psychiatrischen Station und seiner Funktion als Abteilungs-Oberarzt mit, dass er ihn mit sofortiger Wirkung von allen Aufgaben entbinde, die mit seiner Funktion als Abteilungs-Oberarzt verbunden waren. Gleichzeitig bestätigte der Chefarzt dem Kläger das Angebot, im Bereich des Ambulatoriums und im Bereich Sucht wichtige Aufgaben zu übernehmen. A.d Der Kläger war mit dieser Versetzung nicht einverstanden. In einem Gespräch mit dem Vizedirektor der Beklagten erklärte er, dass er bis zur Klärung der Lage seine bezahlten Absenzen beziehen werde. Der Rechtsvertreter des Klägers teilte der Beklagten am 19. März 2003 mit, der Kläger sei unter keinen Umständen bereit, seine Rückversetzung ins Ambulatorium zu akzeptierten. Er stellte sich auf den Standpunkt, die hierarchische Rückstufung bedeute eine Persönlichkeitsverletzung. A.e Die Beklagte sprach darauf am 27. März 2003 unter Einhaltung der zweimonatigen Frist die Kündigung des Arbeitsverhältnisses auf den 31. Mai 2003 aus. Der Kläger nahm die Kündigung am 1. April 2003 entgegen. Er bestritt diese Kündigung als missbräuchlich im Sinne von Art. 336 Abs. 1 lit. d OR und erklärte, er werde die Arbeit verweigern und folglich ab dem 7. April 2003 nicht mehr zur Arbeit erscheinen, wenn er nicht als ärztlicher Leiter der Bettenstation eingesetzt werde. Die Beklagte forderte darauf den Kläger am 7. April 2003 auf, seine Arbeit an dem durch den Chefarzt zugeteilten Arbeitsort und mit dem durch den Chefarzt genannten Arbeitsumfang unverzüglich wieder aufzunehmen. Diese Aufforderung verband sie mit der Androhung, dass sie die Lohnzahlungen andernfalls einstellen werde. Der Kläger bot darauf seine Arbeitsleistung während der Kündigungsfrist unter der Bedingung an, dass er seine vorgängige Funktion als leitender Oberarzt der Bettenstation ausüben könne. Die Beklagte zahlte darauf dem Kläger den Lohn ab 7. April 2003 nicht mehr aus.