Citation: 1C_254/2023 E. 5.3

5.3. Bezüglich der gerügten unzulässigen Beweisanforderung bleibt die Kritik des Beschwerdeführers ebenfalls unsubstanziiert. Nicht ersichtlich ist, was er aus dem Grundsatz "negativa non sunt probanda" zu seinen Gunsten ableiten will. Der sich für das mutmassliche Opfer regelmässig ergebenden Beweisnot, wenn wegen Ablaufs der Strafantragsfrist oder Eintritts der Verfolgungsverjährung keine Strafuntersuchung erfolgen kann, trug die Vorinstanz vorliegend insofern Rechnung, als sie unter Hinweis auf BGE 144 II 406 den Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit heranzog. Das in diesem Leitentscheid bezüglich Ansprüche auf Entschädigung und Genugtuung im Sinne von Art. 19 ff. OHG Erwogene ist auch bei Kostenbeiträgen für längerfristige juristische Hilfe durch Dritte einschlägig, entfällt hier doch - anders als bei Leistungen im Bereich der Beratung und Soforthilfe nach Art. 2 lit. a und b OHG - das Element der zeitlichen Dringlichkeit, das eine (zusätzliche) Herabsetzung des Beweismasses rechtfertigen würde (vgl. vorne E. 3.3). Es ist somit bundesrechtlich nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz auf den vorliegenden Fall das Beweismass der überwiegenden Wahrscheinlichkeit angewendet hat.