Citation: 2C_622/2021 E. 3.2

3.2. Es ist vorliegend erstellt, dass die Ehe des Beschwerdeführers bereits am 10. Februar 2017 - also noch während des Bewilligungsverfahrens - rechtskräftig geschieden wurde und im Zeitpunkt der Erteilung der Aufenthaltsbewilligung am 18. Mai 2017 formal nicht mehr bestand. Damit waren die Voraussetzungen für den Familiennachzug des Beschwerdeführers nach Art. 3 Abs. 1 Anhang I FZA von Beginn weg nicht erfüllt. Unbestritten ist sodann, dass sich der Beschwerdeführer auch aktuell nicht auf Art. 3 Abs. 1 Anhang I FZA berufen kann und seine Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA gestützt auf Art. 23 Abs. 1 der Verordnung vom 22. Mai 2002 über die Einführung des freien Personenverkehrs (VFP; SR 142.203) i.V.m. Art. 62 lit. d AIG (Nichteinhalten einer mit der Verfügung verbundenen Bedingung) grundsätzlich widerrufen werden kann (vgl. BGE 144 II 1 E. 3.1). Der Beschwerdeführer bringt indessen vor, dass ihm gestützt auf Art. 50 Abs. 1 AIG (vgl. nachstehende E. 4) sowie Art. 8 Ziff. 1 EMRK und Art. 13 Abs. 1 BV (vgl. nachstehende E. 5; sog. umgekehrter Familiennachzug) ein Aufenthaltsanspruch zukomme.