Citation: 9C_293/2019 E. 3.2

3.2. Die IV-Stelle wendet ein, der Beschwerdegegner habe sich seit der Einreise in die Schweiz nie ernsthaft um ein vollzeitliches Arbeitspensum bemüht, obwohl er mit Rücksicht auf seinen Gesundheitszustand in der Lage gewesen wäre, eine volle Erwerbstätigkeit auszuüben. Er sei arbeitsunwillig und aus diesem Grund weitgehend untätig gewesen. Die Invalidenversicherung decke nur gesundheitlich verursachte Erwerbsausfälle, nicht Einbussen, die auf persönliche Gründe zurückzuführen sind. Nütze eine versicherte Person ihr wirtschaftliches Potenzial nicht aus, verzichte sie freiwillig auf einen Teil ihres Lohnes, den sie mit voller Erwerbsarbeit verdienen könnte. Dass sie kein Erwerbseinkommen erziele, sei die Folge ihrer Wahl und nicht von der Invalidenversicherung gedeckt. Im vorliegenden Fall bedeute dies, dass dem Beschwerdegegner, der auch ohne erhebliche gesundheitliche Beeinträchtigung kein existenzsicherndes Einkommen erzielte, ein solches auch im Krankheitsfall nicht hypothetisch anerkannt werden dürfe. Die Invalidenversicherung treffe somit keine Leistungspflicht.