Citation: 5A_924/2012 E. 6.2

6.2. Das Obergericht hat (unter Hinweis auf die Rechtsprechung des belgischen Kassationshofes, Urteil C.07.0199.N vom 5. Juni 2008, Ziff. III.1, sowie die von der Beschwerdeführerin erkannten belgischen Rechtsgrundsätze) erwogen, dass nach belgischem Recht der Beschwerdeführerin obliege, den Kausalzusammenhang zwischen der Vertragsverletzung und dem geltend gemachten Schaden zu beweisen. Dieser Zusammenhang setze voraus, dass ohne die Vertragsverletzung sich der Schaden nicht so verwirklicht hätte, wie er sich verwirklicht hat. In diesem Sinne müsse die Vertragsverletzung conditio sine qua non für den Schadenseintritt sein. Gemäss Art. 2 Abs. 1 des belgischen Konkursgesetzes vom 8. August 1997 befinde sich ein Kaufmann, der seine Zahlungen auf dauerhafte Weise eingestellt hat und dessen Kreditwürdigkeit beeinträchtigt ist, im Konkurs. Diese beiden Voraussetzungen seien eng miteinander verbunden. Insbesondere die Gesellschaft, welche ihre fälligen Schulden nicht bezahlen oder die Schulden nicht innert kurzer Frist begleichen könne, indem sie weder auf eigene Mittel noch auf einen Kredit zurückgreifen könne, sei konkursit. Das Gleiche gelte, wenn die Gläubiger es ablehnten, eine Nachfrist oder einen Schuldenerlass zu gewähren und der Schuldner keinen neuen Kredit erhältlich machen könne. Geniesse der Schuldner aber nach wie vor das Vertrauen der Gläubiger oder eines wesentlichen Teils derselben, so dass der Schuldner seine Kreditwürdigkeit bewahre, befinde er sich nicht im Konkurs.