Citation: 9C_651/2017 E. 4.2.2

4.2.2. Unter dem Indikator Komorbidität (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.3 S. 300 ff.) ist eine Gesamtbetrachtung der Wechselwirkungen und sonstigen Bezüge der Schmerzstörung zu sämtlichen begleitenden krankheitswertigen Störungen erforderlich. In Präzisierung von BGE 141 V 281 E. 4.3.1.3 fallen Störungen unabhängig von ihrer Diagnose bereits dann als rechtlich bedeutsame Komorbidität in Betracht, wenn ihnen im konkreten Fall ressourcenhemmende Wirkung beizumessen ist (BGE 143 V 418 E. 8.1 S. 429 f.). Der Umstand, dass die im vorliegenden Fall diagnostizierte chronische Schmerzstörung (ICD-10 F45.41) somatische und psychische Faktoren beinhaltet, führt entgegen der Versicherten nicht dazu, dass diese bereits bei der Diagnosestellung berücksichtigten Faktoren darüber hinaus als rechtlich bedeutsame Komorbiditäten heranzuziehen sind. Laut Expertise der asim vom 21. April 2016 würden die Beschwerdebilder aus rheumatologischer Sicht (muskuläre Dysbalance und chronisches thorako-lumbales Schmerzsyndrom) keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit nach sich ziehen. Dass diese Diagnosen ressourcenhemmende Wirkungen hätten, geht aus dem Gutachten nicht hervor. Das kantonale Gericht stellte darüber hinaus fest, der psychiatrische Gutachter habe nachvollziehbar dargelegt, weshalb keine weiteren psychiatrischen Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vorhanden seien. So seien die Experten zum Schluss gekommen, es läge keine somatische oder psychiatrische Komorbidität vor.