Citation: 5C.163/2004 12.08.2004 E. 3

Art. 397e Ziff. 5 ZGB schreibt vor, dass bei psychisch Kranken nur unter Beizug von Sachverständigen über die Anordnung oder Weiterführung einer fürsorgerischen Freiheitsentziehung entschieden werden darf. Zu verlangen ist ein objektives Gutachten eines fachkundigen neutralen Arztes (BGE 118 II 249 E. 2a S. 252). Der Sachverständige muss von Bundesrechts wegen einerseits ein ausgewiesener Fachmann und anderseits unbefangen sein (BGE 128 III 12 E. 4a S. 15; 118 II 249 E. 2c S. 253; 119 II 319 E. 2b S. 321 f.). Beide Voraussetzungen sind vorliegend erfüllt. Die Gutachterin ist als Spezialärztin FMH für Psychiatrie und Psychotherapie eine ausgewiesene Fachfrau. Sie ist zudem nicht am Psychiatriezentrum A.________ tätig, so dass sie grundsätzlich als unbefangen zu gelten hat. Der Berufungskläger hat entgegen seiner Auffassung keinen Anspruch darauf, einen Gutachter seiner Wahl beiziehen zu lassen. Es genügt vielmehr, dass gegen den Sachverständigen keine Ausstandsgründe vorliegen. Solche werden auch mit dem Einwand des Berufungsklägers nicht nachgewiesen, die Gutachterin habe sich lange Zeit mit der zuständigen Klinikärztin, mit dem Berufungskläger dagegen weniger als 10 Minuten unterhalten. Zunächst ist diesbezüglich darauf hinzuweisen, dass sich die Gutachterin über ihren Exploranden geeignet kundig machen muss, was unter anderem den Beizug der Krankengeschichte und ein Gespräch mit der zuständigen Klinikärztin voraussetzt. Die Behauptung des Berufungsklägers, das Gespräch mit ihm habe weniger als 10 Minuten gedauert, ist dem massgeblichen Sachverhalt im angefochtenen Entscheid nicht zu entnehmen und widerspricht seinen eigenen Ausführungen im kantonalen Verfahren. Die Gutachterin hat vor Gericht ausgeführt, sie habe drei Viertel Stunden mit dem Berufungskläger gesprochen. Es kann bei dieser Sachlage nicht gesagt werden, eine objektive und unabhängige Willensbildung durch die Sachverständige sei nicht möglich gewesen.