Citation: 5A_1023/2015 E. 3.3.2

3.3.2. Sinn und Zweck der Regelung zur Miet- und Pachtzinssperre ist eine möglichst schnelle Klärung der Frage, ob die Betreibung und damit auch die Zinsensperre begründet ist. Der Schuldner soll weiterhin von den oftmals existenziellen Miet- und Pachtzinsen profitieren können, wenn der Gläubiger nicht innert kurzer Zeit zu erkennen gibt, dass er den Widerstand des Schuldners gegen die Betreibung zu überwinden bereit ist. Dies wird in der Rechtsprechung ausführlich begründet (BGE 39 I 476 E. 2 S. 480 ff.; Urteil 5A_606/2013 vom 21. März 2014 E. 3.2.3, Pra 2014 Nr. 60 S. 454) und in der Lehre bestätigt (u.a. FRITZSCHE/WALDER, Schuldbetreibung und Konkurs nach schweizerischem Recht, Bd. I, 1984, § 34 Rz. 33; FOËX, a.a.O., N. 2 zu Art. 153a). Wenn der Gläubiger indes fristgerechte Handlungen gemäss Art. 153a Abs. 1 und 2 SchKG (Rechtsöffnungsbegehren oder Feststellungsklage) vorgenommen hat, vermag auch eine nach erteilter Rechtsöffnung eingereichte Aberkennungsklage die Zinsensperre nicht aufzuheben, wie die Praxis zu Recht erkannt hat (FRITZSCHE/WALDER, a.a.O., § 34 Rz. 33 Fn. 63 mit Hinweis; BERNHEIM/KÄNZIG, a.a.O., N. 19 und 20 zu Art. 153a).