Citation: 9C_105/2022 E. 4.2

4.2. Die im Sommer 2020 erfolgte Reise war für die PMEDA-Experten nicht von ausschlaggebender Bedeutung. Vielmehr begründeten sie ihre Einschätzungen insbesondere mit den Angaben der Versicherten, den selbst erhobenen Untersuchungsbefunden, den festgestellten Diskrepanzen im Verhalten und den Ergebnissen der Laboruntersuchung, wonach die behauptete Medikamenteneinnahme nicht nachweisbar war. Dass im rheumatologischen Teilgutachten die Benutzung eines Rollators nur ungenügend berücksichtigt worden sein soll, ist nicht ersichtlich. Sodann schloss der Rheumatologe eine Polyarthritis "sowohl klinisch als auch laborchemisch" und damit nachvollziehbar aus. Hinsichtlich einer Fibromyalgie (deren Folgen grundsätzlich ebenfalls an der Rechtsprechung gemäss vorangehender E. 2.2.2 zu messen sind; Urteil 9C_701/2020 vom 6. September 2021 E. 4.1) hielt er zwar die "formalen Kriterien" für erfüllt; er ging aber insofern von einem geringfügig ausgeprägten Leiden aus, als er die entsprechenden "subjektiven" Beschwerden für gut therapierbar hielt. Dass in psychischer Hinsicht eine frühere "passagere" Einschränkung der Arbeitsfähigkeit für möglich gehalten wurde, aber rückblickend aufgrund der Aktenlage keine weiteren Aussagen dazu möglich waren, schmälert die Beweiskraft des Gutachtens nicht. Weiter legten die Gutachter einleuchtend dar, weshalb sie von den Einschätzungen anderer Ärzte abwichen. Zudem ist im Zusammenhang mit unterschiedlichen ärztlichen Einschätzungen sowohl dem Ermessensspielraum der Experten (vgl. BGE 137 V 210 E. 3.4.2.3; Urteil 9C_397/2015 vom 6. August 2015 E. 5.3) als auch dem Unterschied zwischen Behandlungs- und Begutachtungsauftrag (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/cc; Urteil 9C_561/2018 vom 8. Februar 2019 E. 5.3.2.2) Rechnung zu tragen. Es trifft zwar zu, dass die umfangreiche PMEDA-Expertise aussergewöhnlich viele Wiederholungen enthält. Das ändert indessen nichts daran, dass keine konkreten Indizienersichtlich sind, die gegen die Zuverlässigkeit de s Gutachtens sprechen (vgl. BGE 125 V 251 E. 3b/bb S. 353). Laut dem rheumatologischen Teilgutachten scheiden aufgrund der Unfallfolgen "überwiegend schwere körperliche Tätigkeiten mit Belastung der Wirbelsäule, in Vor- und Rückneige sowie häufig schwerem Heben und Tragen von Lasten sowie ständig Arbeiten im Stehen" auf Dauer aus. Darüber hinaus wurde keine Arbeitsunfähigkeit attestiert. Es ist ohne Belang, ob die zuletzt ausgeübte Erwerbstätigkeit im PMEDA-Gutachten zu Unrecht als leicht und leidensangepasst erachtet wurde, zumal die Beschwerdeführerin nach eigener Darstellung seit der Geburt ihrer Kinder (2006) nicht mehr erwerbstätig war. Weshalb und inwiefern bei den Anforderungen an eine leidensangepasste Tätigkeit die Arbeit im Haushalt erheblich eingeschränkt sein soll, ist nicht ersichtlich und wird auch nicht ausgeführt.