Citation: U 487/00 09.07.2001 E. 4

4.- Die Vorinstanz geht davon aus, dass das Erwerbseinkommen, welches der Beschwerdeführer im Gesundheitsfall erzielt hätte, im Jahr 1996 Fr. 65'000.- betrug und sich bis 1999 nicht verändert hätte. Der Beschwerdeführer widerspricht dieser Auffassung. a) Bei der Ermittlung des Erwerbseinkommens, welches die versicherte Person ohne invalidisierenden Gesundheitsschaden erzielen könnte (Valideneinkommen), ist entscheidend, was sie im massgebenden Zeitpunkt auf Grund ihrer beruflichen Fähigkeiten und persönlichen Umstände nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit verdient hätte (RKUV 1993 Nr. U 168 S. 100 f. Erw. 3b mit Hinweis). Die Einkommensermittlung hat so konkret wie möglich zu erfolgen. Es ist daher in der Regel vom letzten Lohn, welchen die versicherte Person vor Eintritt der Gesundheitsschädigung erzielt hat, auszugehen (ZAK 1980 S. 593 mit Hinweisen). b) Die Vorinstanz hat das Valideneinkommen ausgehend von der Annahme, dass der Beschwerdeführer im Gesundheitsfall weiterhin bei der H.________ AG gearbeitet hätte, und gestützt auf die Angaben von Frau B.________ (Personalwesen der H.________ AG) vom 4. Oktober 1999 auf Fr. 65'000.- festgesetzt. Der Versicherte lässt geltend machen, die Angaben über den ihm ausbezahlten Lohn seien unzutreffend, zumal er nicht als Chauffeur, sondern als Mechaniker angestellt gewesen sei. Falls sein Lohn von 1996 bis 1999 nicht erhöht worden wäre, was unglaubwürdig sei, hätte er die Stelle gewechselt und bei einem anderen Arbeitgeber mehr verdient. c) Der Beschwerdeführer hat ursprünglich eine Lehre als Landmaschinenmechaniker absolviert und nach dem Lehrabschluss zwei Jahre in diesem Beruf gearbeitet. Gemäss den Angaben des Betriebsinhabers vom 9. Juni 1994 war er jedoch bei der H.________ AG seit Beginn der Anstellung am 5. September 1988 als Chauffeur beschäftigt. Der Umstand, dass er die entsprechende Prüfung erst am 26. Oktober 1988 absolvierte, spricht nicht dagegen, dass die Anstellung am 5. September 1988, also rund sieben Wochen vorher, im Hinblick auf den Einsatz als Chauffeur erfolgte. Auch in der Unfallmeldung vom 18. Juni 1993 wird als übliche berufliche Tätigkeit "Chauffeur" angegeben. Dieselbe Berufsbezeichnung findet sich auf dem Mitarbeiter-Stammblatt. Diese Angaben werden bestätigt durch die Aussagen von Frau B.________ vom 4. Oktober 1999, welchen ausserdem zu entnehmen ist, dass sich der Tätigkeitsbereich in der Folge wahrscheinlich nicht verändert hätte. Für eine geplante Änderung des Aufgabenbereichs des Beschwerdeführers sprechen einzig die Angaben in einem an dessen Vertreter gerichteten, von U.H.________ namens der H.________ AG verfassten Schreiben vom 15. April 1996, in welchem ausgeführt wird, es sei vorgesehen gewesen, den Versicherten als Allrounder einzusetzen. Diesem Schreiben, welches einem Brief desselben Verfassers vom 9. April 1996 widerspricht, kann jedoch nicht dieselbe Glaubwürdigkeit beigemessen werden wie den Aussagen von Frau B.________ vom 4. Oktober 1999, welche unter anderem gestützt auf eine Rücksprache mit dem ehemaligen Betriebsinhaber O.H.________ erfolgten. Frau B.________ bezeichnete die Aussagen im Schreiben vom 15. April 1996 als nicht mehr nachvollziehbar und bezweifelte überdies, dass U.H.________ für die Ausstellung derartiger Bestätigungen zuständig gewesen sei. Insgesamt überwiegen diejenigen Anhaltspunkte deutlich, welche dafür sprechen, dass der Beschwerdeführer als Chauffeur angestellt war und im Gesundheitsfall weiterhin in dieser Funktion tätig gewesen wäre. d) Gemäss den Bestätigungen der Arbeitgeberin vom 17. November 1995 belief sich der Bruttojahresverdienst des Versicherten im Jahr 1994 auf Fr. 62'400.- und im Jahr 1995 auf Fr. 63'700.-. Über das Einkommen im Jahr 1996 enthalten die Akten verschiedene Aussagen der Arbeitgeberin, nämlich die beiden Briefe an den Vertreter des Versicherten vom 9. und 15. April 1996 sowie die mündlichen Angaben von Frau B.________ gegenüber der SUVA vom 4. Oktober 1999. Im Schreiben vom 9. April 1996 wird ausgeführt, der Versicherte beziehe einen Monatslohn von Fr. 5000.-, abzüglich 20 %. Dieser Lohn entspreche demjenigen, den er auch ohne Behinderung erhalten würde. Im Brief vom 15. April 1996 werden diese Angaben wiederholt; zusätzlich wird ausgesagt, der Versicherte sei als gelernter Landmaschinenmechaniker für einen Einsatz als Allrounder vorgesehen gewesen, womit er zum damaligen Zeitpunkt einen Lohn von rund Fr. 5200.- erhalten hätte. Frau B.________ widersprach diesen Angaben am 4. Oktober 1999 und erklärte, der Verdienst des Versicherten hätte sich 1996 auf Fr. 65'000.- belaufen und wäre bis 1999 unverändert geblieben. Wie bereits dargelegt, erscheinen diese Aussagen als glaubwürdiger als diejenigen im Schreiben vom 15. April 1996, welches überdies dem Brief vom 9. April 1996 widerspricht. Die Aussage, dass bis 1999 keine Lohnerhöhung erfolgt wäre, wird durch die statistischen Werte über die allgemeine Lohnentwicklung gestützt, denn diese ergeben für den Bereich "Verkehr und Nachrichtenübermittlung" von 1996 auf 1997 eine Reduktion um 0,5 %, von 1997 auf 1998 eine Erhöhung um 1,3 % und von 1998 auf 1999 eine Reduktion um 0,5 % (Die Volkswirtschaft 3/2000 S. 28 Tabelle B 10.2). Nicht beigepflichtet werden kann auch der Auffassung, die in der Lohnabrechnung für April 1996 ausgewiesenen Fixspesen von Fr. 270.- pro Monat seien in die Berechnung des Valideneinkommens einzubeziehen, erscheint doch dieser Spesenersatz für einen Chauffeur als nicht übersetzt. Schliesslich kann aus dem Umstand, dass dem Beschwerdeführer gemäss der Lohnabrechnung für April 1996 nicht nur Fr. 4000.-, sondern Fr. 4190.- ausbezahlt wurde, nicht abgeleitet werden, der Betrag von Fr. 4190.- habe einer Arbeitsfähigkeit von 80 % entsprochen und der volle Lohn sei durch Hochrechnung dieser Summe von 80 % auf 100 % zu bestimmen. Vielmehr ersetzte der Arbeitgeber dem Beschwerdeführer offenbar einfach die Differenz zwischen den Taggeldern von Fr. 810.- und dem vollen Monatslohn von Fr. 5000.-. e) Das Argument, der Beschwerdeführer hätte eine besser bezahlte Stelle angetreten, wenn ihm die Arbeitgeberin in den Jahren 1997 bis 1999 Lohnerhöhungen verweigert hätte, überzeugt nicht, denn es kann nicht davon ausgegangen werden, dass er bei einem anderen Arbeitgeber einen Jahresverdienst von mehr als Fr. 65'000.- brutto erreicht hätte: Gemäss Tabelle A1 der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung 1998 (LSE 1998) betrug der Zentralwert des standardisierten Monatslohns der im Bereich "Landverkehr/Rohrfernleitung" mit Arbeiten, welche Berufs- und Fachkenntnisse voraussetzen (Anforderungsniveau 3), beschäftigten Männer Fr. 4901.- pro Monat (einschliesslich Anteil Gratifikation oder 13. Monatslohn). Wird dieser auf 40 Wochenstunden beruhende Betrag auf die durchschnittliche betriebsübliche Arbeitszeit von 41,9 Stunden pro Woche (BGE 126 V 77 mit Hinweis) hochgerechnet, ergibt sich ein Wert von Fr. 61'606.- pro Jahr. Von 1998 auf 1999 erfuhren die relevanten Löhne, wie bereits erwähnt, keine allgemeine Erhöhung.