Citation: H 154/06 05.04.2007 E. 6

Das kantonale Gericht hat in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht zutreffend dargelegt, dass das in E. 5 dargestellte und zum Beitragsverlust führende schuldhafte Verhalten dem Beschwerdeführer als formelles Organ der Firma anzurechnen ist. Was er dagegen einwendet, dringt nicht durch: 6.1 Er macht zunächst geltend, die Forderung stütze sich auf die Rechnung vom 23. Mai 2002, welche bei seinem am 18. Juni 2002 erfolgten Austritt aus dem Verwaltungsrat noch nicht fällig gewesen sei. 6.1.1 Einerseits übersieht er, dass weder Abrechnungspflicht, Beitragsschuld noch Fälligkeit von der Zustellung einer Rechnung, einer Veranlagungs- oder Nachzahlungsverfügung seitens der Ausgleichskasse abhängig sind. Vielmehr entsteht die Beitragsschuld im Zeitpunkt der Lohnzahlung ex lege (Art. 14 und Art. 51 AHVG; BGE 110 V 225 E. 3a S. 327) und wird mit dem Ablauf der Zahlungsperiode fällig, wobei die Beiträge erst nach Ablauf einer Zahlungsfrist gefordert werden können (vgl. Erläuterungen des BSV zur Änderung der AHVV auf den 1. Januar 2001, in AHI 2000 S. 124). 6.1.2 Anderseits kann ein Verwaltungsrat auch für Schaden haftbar erklärt werden, der auf die Nichtbezahlung von Beiträgen zurückzuführen ist, welche erst nach seinem effektiven Austritt entstanden oder fällig wurden. Dies ist nach der Rechtsprechung dann der Fall, wenn der Schaden durch Handlungen verursacht worden ist, deren Wirkungen sich jedoch erst nach seinem Rücktritt als Verwaltungsrat entfaltet haben (BGE 126 V 61 E. 4a S. 62). Dies trifft hier zu. Unter der seit 1. Januar 2001 geltenden Rechtslage ist nämlich zu beachten, dass die Arbeitgeber in Art. 35 Abs. 2 AHVV ausdrücklich verpflichtet werden, wesentliche Änderungen der Lohnsumme während des laufenden Jahres zu melden. Dabei ist die Missachtung derartiger Meldepflichten grundsätzlich - wenn nicht durch besondere Umstände gerechtfertigt - als grobfahrlässiges Verhalten zu qualifizieren (Urteil H. vom 21. April 2006, H 157/05, E. 4.1). Wie in jenem Fall ist auch hier haftungsbegründend die Unterlassung der vor dem Austritt aus dem Verwaltungsrat angezeigten Meldung nach Art. 35 Abs. 2 AHVV, welche entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers auch kausal zum Schaden ist. Hätte die Ausgleichskasse von der höheren Lohnsumme gewusst, hätte sie bereits während des Jahres 2001 die Akontorechnungen angepasst. Da die nachmalige Konkursitin gemäss den Vorbringen des Beschwerdeführers damals (Zeitpunkt des Austrittes) noch aufrechtstehend war, ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit anzunehmen, dass in diesem Fall die Beiträge rechtzeitig bezahlt worden wären. Dementsprechend haftet der Beschwerdeführer für die ausstehenden, das Jahr 2001 betreffenden Beiträge. 6.2 Soweit der Beschwerdeführer im Übrigen die bereits von der Vorinstanz entkräfteten Einwendungen wiederholt, kann auf die zutreffenden Erwägungen im angefochtenen Entscheid verwiesen werden (Art. 36a Abs. 3 zweiter Satz OG). Dies betrifft insbesondere die Erwägungen zum treuhändischen Verwaltungsrat, zum Organisationsreglement, zum gewährten Zahlungsaufschub und zur (Mit-)Verantwortung des Alleinaktionärs und Geschäftsführers.