Citation: 1C_477/2020 E. 3.2

3.2. Die Vorinstanz hielt fest, gemäss § 14 Abs. 3 der Bauordnung der Stadt Zug vom 7. April 2009 betrage der Grenzabstand für Unterniveaubauten 1.00 m. Unterniveaubauten enthielten unterirdisch angelegte Räume und überragten das gewachsene, in besonderen Fällen das neue Terrain an keinem Punkt in erheblichem Masse (§ 5 aV PBG). Zur Beantwortung der Frage, ob eine Unterniveaubaute in erheblichem Masse aus dem Terrain herausrage, könnten verschiedene Kriterien herangezogen werden. Als Richtgrösse sei der Regierungsrat in ständiger Praxis von einem Mass von 1.00 m ausgegangen. Im vorliegenden Fall bestehe das Untergeschoss des umstrittenen Bauprojekts aus einer Auto-/Velo-Einstellhalle mit sieben (Auto-) Parkplätzen, zwei Kellerräumen, zwei Technikräumen, einem Raum für Waschen/Trocknen und einem Korridor. Auf der Südseite des geplanten Gebäudes liege der Garagenteil im Westen unter dem Terrain. Ab der Fassade des Erdgeschosses überrage das Untergeschoss das gewachsene Terrain auf einer Länge von ca. 0.50 m um über 1.00 m und anschliessend, auf einer Länge von 5.00 m, um 0.00 bis 1.00 m, wobei es bis zur Südostecke wieder unter das Terrain zu liegen komme. Auf der Westseite rage das Untergeschoss auf rund der Hälfte um 1.15 bis 1.32 m über das gewachsene Terrain hinaus und liege auf der anderen Hälfte unter dem Terrain. Auf der Nordseite überrage das Untergeschoss das gewachsene Terrain im Westen um 1.32 m und im Osten noch um 0.75 m, wobei das Mass auf etwa zwei Dritteln der Nordseite auf über 1.00 m bleibe. Auf der Ostseite sei das Untergeschoss im Norden auf einer Länge von 1.30 m um 0.75 m offengelegt, welches Mass sich auf einer Länge von 4.40 m auf 0.00 m reduziere. Auf den restlichen 14.50 m befinde sich das Untergeschoss wieder unter dem Terrain. Somit sei das Untergeschoss ungefähr zur Hälfte unterirdisch, überrage das gewachsene Terrain zu einem Teil um weniger als 1.00 m und nur zu knapp 30 % um über 1.00 m. Mit Blick auf die bisherige Praxis, wonach das Mass von 1.00 m nicht an jedem Punkt der Unterniveaubaute eingehalten werden müsse, soweit dieses Mass auch unterschritten werde, sei der oberirdische Teil im vorliegenden Fall von so geringer Bedeutung, dass das Untergeschoss seinen Charakter als unterirdische Baute behalte. Es überrage das gewachsene Terrain nur in unerheblichem Masse. Die Qualifikation des Untergeschosses als Unterniveaubaute sei somit zu Recht erfolgt.