Citation: I 61/07 04.05.2007 E. 5

5.1 Die IV-Stelle stützte die rentenzusprechende Verfügung vom 18. Juli 2001 in medizinischer Hinsicht einzig auf den Bericht des behandelnden Arztes Dr. med. M.________, Arzt für Allgemeine Medizin FMH, vom 10. November 2000. Dort wurde der Beschwerdegegnerin eine seit Ende November 1999 bestehende Arbeitsunfähigkeit im bisherigen Beruf von 100 % bis 27. Februar 2000 und von 50 % ab 29. Februar 2000 (seither einzig unterbrochen durch eine zweitägige völlige Arbeitsunfähigkeit im April 2000) bescheinigt. Gestützt auf diese Einschätzung der Leistungsfähigkeit wurde dann der Einkommensvergleich durchgeführt. Die Beschwerdeführerin macht nun zu Recht geltend, die Verfügung vom 18. Juli 2001 sei zweifellos unrichtig gewesen, da einerseits die Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit, die gemäss Gutachten des Dr. med. N.________, Spezialarzt Orthopädische Chirurgie FMH, vom 18. Mai 2005, 70 % betrage, nicht eruiert und anderseits der Einkommensvergleich basierend auf dem Einkommen im bisherigen Beruf durchgeführt worden sei. 5.2 Aus den Akten geht ohne weiteres hervor, dass sich die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit von Dr. med. M.________ einzig auf die angestammte Arbeit und nicht auf eine leidensangepasste Verweisungstätigkeit, wie sie für die Bestimmung des Invaliditätsgrades massgebend wäre, bezieht. Auch kreuzte der behandelnde Arzt in seinem Bericht vom 10. November 2000 an, dass diese Arbeitsansprüche (gemeint ist wohl: Arbeitsunterbrüche) nicht ausschliesslich gesundheitlich begründet seien. Die Beschwerdeführerin hat aber trotz dieser offenkundig mangelhaften Sachverhaltsabklärungen einen Einkommensvergleich durchgeführt, wobei sie im Ergebnis von der attestierten Arbeitsunfähigkeit auf den Invaliditätsgrad schloss, da sowohl das Validen- als auch fälschlicherweise das Invalideneinkommen auf der bisherigen Tätigkeit basierte. Die Zusprechung der halben Rente erfolgte damit nicht nur in offenkundiger Verletzung des im Sozialversicherungsrecht allgemein geltenden Untersuchungsgrundsatzes im Sinne mangelhafter Sachverhaltsabklärung, sondern auch in unrichtiger Anwendung der für die konkrete Invaliditätsbemessung einschlägigen Rechtsregeln (siehe dazu Urteil O. vom 21. August 2006, I 64/06 mit Hinweisen). 5.3 Trotz dieser offenkundigen Mängel hält das kantonale Gericht das Erfordernis der zweifellosen Unrichtigkeit als nicht erfüllt, da nicht erstellt sei, dass eine konkrete Invaliditätsbemessung hinsichtlich des Leistungsanspruchs zu einem anderen Ergebnis geführt hätte. Dem ist entgegenzuhalten, dass im Einspracheentscheid vom 30. Januar 2006 ein in allen Teilen zutreffender und nachvollziehbarer Einkommensvergleich für das Jahr 2000, basierend auf einer Arbeitsfähigkeit von 70 % in einer leidensangepassten Tätigkeit, zu einem rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von 38,64 % führt. Dabei ist auch ein Leidensabzug von 10 % berücksichtigt. Die damalige Bejahung einer halben Invalidität bewegte sich daher nicht mehr im Bereich vertretbarer Ermessensausübung. Daran ändert wiedererwägungsrechtlich nichts, dass die Beschwerdeführerin bei den beiden Überprüfungen des Invaliditätsgrades an der ursprünglichen Rentenzusprache festhielt (BGE 105 V 29). Ihren Fehler hat sie offensichtlich erst im Rahmen des Einspracheverfahrens gegen die Verfügung vom 20. Juli 2005 entdeckt.