Citation: U 46/05 29.06.2006 E. 2.2

2.2.1 Umstritten bleibt das Ausmass der körperlich bedingten Arbeitsunfähigkeit. Das kantonale Gericht bejahte - namentlich unter Verweis auf das Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 30. Dezember 2002 - eine diesbezügliche Bindung der Unfallversicherung an die rechtskräftigen Feststellungen und Beweiswürdigungen der Invalidenversicherung und bestätigte den von der IV-Stelle ermittelten Invaliditätsgrad von 100 % (gemäss unangefochten gebliebener IV-Verfügung vom 7. Juli 1999). Die Beschwerdeführerin bestreitet demgegenüber, dass der rechtskräftige IV-Entscheid für den Unfallversicherer verbindlich sei und dessen Invaliditätsbemessung bezüglich der organischen Unfallfolgen präjudiziere; eine solche Bindungswirkung lasse sich namentlich auch nicht aus dem Rückweisungsentscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 30. Dezember 2002 ableiten. 2.2.2 Das Eidgenössische Versicherungsgericht hat im erwähnten Urteil im Lichte der damals geltenden Rechtsprechung (BGE 126 V 288 ff.) eine grundsätzliche Bindung des Unfallversicherers an die rechtskräftig gewordene Invaliditätsbemessung der Invalidenversicherung bejaht. Dies war indessen nicht ausschlaggebendes Motiv der Rückweisung der Sache an das kantonale Gericht. Diese erfolgte aufgrund des Umstands, dass zwischen objektiven Befunden und subjektivem Beschwerdebild eine Diskrepanz bestand und weder die Invalidenversicherung noch die SUVA den psychischen Gesundheitszustand hatte fachärztlich abklären lassen; angesichts insgesamt erheblich divergierender ärztlicher Tatsachenfeststellungen und Einschätzungen der Arbeitsunfähigkeit konnte das Gericht daher nicht abschliessend beurteilen, ob überhaupt und gegebenenfalls in welchem Umfang die von der SUVA in ihrem Einspracheentscheid vom 29. Januar 1999 behaupteten und als nicht adäquat unfallkausal beurteilten Leistungseinschränkungen aus psychischen Gründen auch tatsächlich bestanden und - umgekehrt - welchen Anteil die anerkanntermassen unfallkausalen organischen Befunde hatten. Die Pflicht zur Klärung dieses Sachverhaltselements im unfallversicherungsrechtlichen Verfahren ergibt sich unmittelbar aus dem von diesem Sozialversicherungszweig (allein) abgedeckten Risiko "Unfall" und dem Grundsatz, wonach der rechtserhebliche Sachverhalt von Amtes wegen vollständig abzuklären ist; sie wäre ebenfalls - und umso mehr - zu bejahen gewesen, wenn das Gericht eine grundsätzliche Bindung an die Invaliditätsschätzung der Invalidenversicherung verneint hätte. Daraus erhellt, dass die koordinationsrechtlichen Erwägungen im Urteil vom 30. Dezember 2002 nicht konstitutives Begründungselement der Rückweisung der Sache an die Vorinstanz waren, weshalb sie vom Verweis in Dispositiv-Ziff. 1 nicht erfasst und im aktuellen Verfahren dementsprechend auch nicht verbindlich sind (vgl. Erw. 1.1. hievor). 2.2.3 Gemäss neuerer Rechtsprechung des Eidgenössischen Versicherungsgerichts ist der Unfallversicherer - als Kehrseite der fehlenden Einsprache- und Beschwerdebefugnis nach Art. 129 Abs. 1 UVV [in Kraft gestanden bis 31. Dezember 2002] bzw. seit 1. Januar 2003 - Art. 49 Abs. 4 (in Verbindung mit Art. 52 Abs. 1 ATSG), Art. 56 Abs. 1 und Art. 62 ATSG sowie nach Art. 103 lit. a OG in Streitigkeiten betreffend den invalidenversicherungsrechtlichen Rentenanspruch als solchen oder den im IV-Verfahren ermittelten Invaliditätsgrad - an die Invaliditätsschätzung der Invalidenversicherung nicht gebunden (BGE 131 V 362 ff.; AHI 2004 S. 181). Diese Rechtsprechung ist auch auf das hängige Verfahren anwendbar, ohne dass hierin eine unzulässige Rückwirkung liegt (BGE 114 V 318 Erw. 5c; RKUV 1995 Nr. U 232 S. 208 Erw. 3b, 1992 Nr. K 895 S. 137 Erw. 3d; ZAK 1990 S. 257 Erw. 3b mit Hinweisen). Bei der hier umstrittenen Beurteilung der unfallkausalen, körperlich bedingten Arbeitsunfähigkeit ist somit - insoweit ist den in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde erhobenen Einwänden beizupflichten - die (gesamte) medizinische Aktenlage frei zu würdigen.