Citation: I 264/06 13.02.2007 E. 4

4.1 Die Vorinstanz hat das vom Versicherten ohne die Invalidität erzielbare Einkommen (Valideneinkommen) auf Fr. 65'831.80 für das Jahr 2001 festgesetzt. Dabei ging sie mit der Verwaltung davon aus, der Beschwerdeführer wäre ohne den Gesundheitsschaden weiterhin in unselbständiger Stellung als Schreiner erwerbstätig gewesen. Ausgehend von dem im Jahr 1990 erzielten Lohn von Fr. 52'000.- (Fr. 4'000.- x 13), führt dies unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung im Baugewerbe zum genannten Valideneinkommen. In der Verwaltungsgerichtsbeschwerde ist dieses, gegenüber dem Einspracheentscheid vom 4. Oktober 2004 leicht höhere Valideneinkommen zu Recht unbestritten geblieben. 4.2 Streitig und zu prüfen ist die Bemessung des Einkommens, welches der Beschwerdeführer im hier relevanten Zeitpunkt (2001) trotz des Gesundheitsschadens auf dem allgemeinen (ausgeglichenen) Arbeitsmarkt noch zu erzielen vermöchte (Invalideneinkommen). 4.2.1 In der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird vorab geltend gemacht, die Festsetzung des Invalideneinkommens habe generell nach der DAP-Methode und nur als "ultima ratio" aufgrund von Tabellenlöhnen zu erfolgen, weil die DAP-Löhne das konkrete und spezifische Behinderungsprofil berücksichtigten, während die Tabellenlöhne auch eine Vielzahl von ungeeigneten Arbeitsplätzen umfassten. In BGE 129 V 472 ff. hat das Eidg. Versicherungsgericht die Vor- und Nachteile der beiden Methoden im Einzelnen dargelegt und ausgeführt, eine einheitliche und rechtsgleiche Praxis liesse sich am ehesten über eine Prioritätenordnung gewährleisten. Diese abschliessend festzulegen sei beim gegenwärtigen Stand der Dinge indessen schwierig. Es wurde damit - zumindest vorläufig - von einer Gleichwertigkeit der Methoden ausgegangen. Zu einer anderen Beurteilung besteht auch im heutigen Zeitpunkt kein Anlass. Abgesehen von der Frage nach der Repräsentativität der DAP-Angaben im Allgemeinen und im konkreten Einzelfall (vgl. hiezu BGE 129 V 479 f.) ist zu berücksichtigen, dass die DAP als versicherungsinternes Hilfsmittel der SUVA nicht allgemein zugänglich ist, die Invaliditätsbemessung nicht in allen Gebieten der Sozialversicherung und - im Hinblick auf die bisher in das DAP-Projekt nicht einbezogenen anderen registrierten Unfallversicherer - selbst innerhalb der Unfallversicherung nicht in allen Fällen auf diesen Grundlagen vorgenommen werden kann (BGE 129 V 477). Dies gilt noch vermehrt für den Bereich der Invalidenversicherung, wo die DAP-Methode bisher nur teilweise Anwendung findet (vgl. BGE 129 V 476). Nicht gefolgt werden kann dem Beschwerdeführer auch hinsichtlich seines Vorbringens, die IV-Stelle habe einen unzulässigen Methodenwechsel vorgenommen, indem sie das Invalideneinkommen in der Verfügung zunächst aufgrund von DAP-Lohnangaben festgesetzt, im Einspracheverfahren hingegen neu auf Tabellenlöhne gemäss LSE abgestellt habe. Hiezu ist festzuhalten, dass die Invaliditätsbemessung aufgrund von DAP-Löhnen nach der Rechtsprechung voraussetzt, dass mindestens fünf geeignete DAP-Blätter aufgelegt und zusätzlich Angaben über die Gesamtzahl der aufgrund der gegebenen Behinderung in Frage kommenden dokumentierten Arbeitsplätze, über den Höchst- und den Tiefstlohn sowie über den Durchschnittslohn der entsprechenden Gruppe gemacht werden (BGE 129 V 472 ff.). Diesen Anforderungen genügte die verfügte Festsetzung des Invalideneinkommens schon deshalb nicht, weil sie sich auf lediglich drei DAP-Blätter stützte. Zwar hätte die IV-Stelle diesem Mangel in der Weise Rechnung tragen können, dass sie im Einspracheverfahren zusätzliche DAP-Blätter aufgelegt hätte. Damit allein hätte sie indessen noch keine für die Ermittlung des Invalideneinkommens gültige Grundlage geschaffen, weil im Hinblick auf die Repräsentativität der DAP-Profile weitere Angaben zu machen sind. Diese machten eine Anpassung der Datenbank notwendig und standen der IV-Stelle jedenfalls im damaligen Zeitpunkt nicht zur Verfügung (vgl. hiezu Stefan Dettwiler, SUVA "DAP"t nicht im Dunkeln, in: SZS 50/2006 S. 6 ff., insbes. S. 11). Es ist daher nicht zu beanstanden, dass sie Tabellenlöhne gemäss LSE herangezogen hat. 4.2.2 Bei der Festsetzung des Invalideneinkommens ist das kantonale Gericht vom monatlichen Bruttolohn (Zentralwert einschliesslich 13. Monatslohn bei einer standardisierten wöchentlichen Arbeitszeit von 40 Stunden) für die im privaten Sektor mit einfachen und repetitiven Tätigkeiten (Anforderungsniveau 4) beschäftigten Arbeitnehmer von Fr. 4'437.- (LSE 2000, S. 31 Tabelle TA1) ausgegangen und hat unter Berücksichtigung der berufsüblichen Arbeitszeit im Jahr 2001 von 41,7 Stunden (Stat. Jahrbuch 2005, S. 205 T3.2.3.5) und einer Nominallohnerhöhung von 2,5 % im Jahr 2001 (BFS, Lohnentwicklung 2002, S. 32 T1.1.93) ein Jahreseinkommen von Fr. 56'894.40 ermittelt. Unter Berücksichtigung einer Arbeitsfähigkeit von 50 % und eines Abzuges vom Tabellenlohn von 15 % setzte sie das hypothetische Invalideneinkommen auf Fr. 24'180.10 fest. Der Beschwerdeführer beanstandet diese Berechnung lediglich insofern, als er einen Abzug von 25 % verlangt und die vorinstanzliche Begründung in diesem Punkt als mangelhaft rügt. Er beruft sich dabei auf die Rechtsprechung, wonach von der Verwaltung bzw. dem Versicherer - und im Beschwerdefall - dem Gericht kurz zu begründen ist, weshalb ein Abzug vom Tabellenlohn gewährt wird und welche Merkmale im Rahmen der gesamthaften Schätzung berücksichtigt werden (BGE 126 V 80 Erw. 5 b/dd). Mit dem blossen Hinweis auf das Alter und die Behinderung des Beschwerdeführers sind Verwaltung und Vorinstanz diesem Erfordernis nur teilweise nachgekommen. Zu einer Rückweisung der Sache besteht indessen kein Anlass, weil der Abzug unter Berücksichtigung aller in Betracht fallender Merkmale im Ergebnis als richtig erscheint. Der Beschwerdeführer verfügt über eine abgeschlossene Berufsausbildung und über Erfahrung auch als Selbständigerwerbender, weshalb sich die Behinderung lohnmässig nicht in gleichem Masse auswirken dürfte wie bei einem Hilfsarbeiter, welcher ausschliesslich körperliche (Schwer)Arbeit ausgeübt hatte. Zudem wurde das Invalideneinkommen aufgrund des Tabellenlohnes für einfache und repetitive Tätigkeiten (Anforderungsniveau 4) festgesetzt, obschon für den Beschwerdeführer auch Tätigkeiten in Betracht fallen dürften, welche Berufs- und Fachkenntnisse voraussetzen. Erfüllt ist das Merkmal des Beschäftigungsgrades, weil der Beschwerdeführer nur noch zu 50 % arbeitsfähig ist und teilzeitbeschäftigte Männer mit einer zusätzlichen Lohndifferenz rechnen müssen (LSE 2000 S. 24 Tab. 9). Höchstens teilweise erfüllt sind dagegen die Merkmale des Alters, der Dienstjahre und der Nationalität/Aufenthaltskategorie. Der Beschwerdeführer ist niederländischer Staatsangehöriger, hält sich jedoch seit 1982 in der Schweiz auf und verfügt über die Niederlassungsbewilligung C. Im Zeitpunkt des Rentenbeginns war er noch nicht 50 Jahre alt. Insgesamt trägt der von Verwaltung und Vorinstanz berücksichtigte Abzug von 15 % den tatsächlichen Umständen angemessen Rechnung. 4.3 Bei einem Valideneinkommen von Fr. 65'831.60 und einem Invalideneinkommen von Fr. 24.180.10 beläuft sich der Invaliditätsgrad auf 63,27 % und erreicht damit nicht das für den Anspruch auf eine ganze Invalidenrente erforderliche Mass. Der vorinstanzliche Entscheid ist daher zu bestätigen.