Citation: 2E_2/2015 E. 1

A.________ wurde, nachdem er eine schwere Hirnhautentzündung überstanden hatte, der Obhut des Vereines St. Iddazell übergeben. Er absolvierte die Sekundarschule im Kinderheim St. Iddazell in Fischingen. Er ist seit Jahrzehnten gesundheitlich schwer angeschlagen, was er auf die ihm während des Heimaufenthalts widerfahrene Behandlung (Demütigungen, sexuelle Übergriffe), zusätzlich auf an ihm in der Psychiatrischen Klinik Münsterlingen durchgeführte Experimente zurückführt. Einem vom Kanton Thurgau bestellten Bericht vom 4. Mai 2014 über das betroffene Kinderheim entnahm er, dass der Kanton Thurgau es unterlassen habe, die Aufsicht über Pflegekinder zu verstärken und namentlich eine Aufsicht über das Kinderheim St. Iddazell auszuüben. Nach seiner Auffassung hätten die Garantien von Art. 3 EMRK und Art. 10 BV sowie Art. 8 EMRK das Gemeinwesen verpflichtet, geeignete Massnahmen zur Verhinderung von deren Verletzung zu treffen. Angesichts der von ihm festgestellten diesbezüglichen Unterlassung macht er den Kanton Thurgau für seine Leiden verantwortlich. Gestützt auf Art. 41 EMRK bzw. § 4 des thurgauischen Gesetzes vom 14. Februar 1979 über die Verantwortlichkeit (Verantwortlichkeitsgesetz, VerantwG) fordert er im Sinne einer gerechten Entschädigung vom Kanton die Entrichtung eines Betrags von Fr. 1'389'538.-- zuzüglich 5 % Zins ab dem 12. Juli 1995. Eventuell will er den Kanton verpflichtet sehen, ihm aus Billigkeit einen Betrag von Fr. 250'000.-- zu bezahlen. Diese Forderungen gegen den Kanton Thurgau hat A.________ am 5. Mai 2015 mit Klage beim Bundesgericht und zugleich beim Verwaltungsgericht des Kantons Thurgau geltend gemacht. Letzteres hat er dabei um Sistierung des Verfahrens ersucht.