Citation: 6P.132/2003 02.12.2003 E. 3

Der Beschwerdeführer macht geltend, wenn nicht mehr mit Sicherheit erstellt werden könne, ob und inwieweit die Zurechnungsfähigkeit des Beschwerdeführers zum Tatzeitpunkt beeinträchtigt gewesen sei, müsse er in Anwendung der Maxime "in dubio pro reo" freigesprochen werden. 3.1 Gemäss der aus Art. 32 Abs. 1 BV und in Art. 6 Ziff. 2 EMRK verankerten Maxime "in dubio pro reo" ist bis zum gesetzlichen Nachweis seiner Schuld zu vermuten, dass der wegen einer strafbaren Handlung Angeklagte unschuldig ist. Als Beweiswürdigungsregel besagt die Maxime, dass sich der Strafrichter nicht von der Existenz eines für den Angeklagten ungünstigen Sachverhalts überzeugt erklären darf, wenn bei objektiver Betrachtung Zweifel bestehen, ob sich der Sachverhalt so verwirklicht hat (vgl. dazu BGE 124 IV 86 E. 2a mit Hinweisen). Die Frage, ob sich der Grundsatz "in dubio pro reo" auch auf die tatsächlichen Voraussetzungen der Zurechnungsfähigkeit bezieht, hat das Bundesgericht bis anhin noch nicht beantwortet. 3.2 Vorliegend lässt sich gemäss ärztlichem Bericht vom 19. Mai 2003 zwar nicht mehr erstellen, ob die Zurechnungsfähigkeit vermindert war. Indizien, dass der Beschwerdeführer vollkommen zurechnungsunfähig war, finden sich jedoch weder in einem der ärztlichen Berichte noch im übrigen Sachverhalt. Das Obergericht stellt ferner darauf ab, dass laut Dr. med. A.________ eine allfällige subklinische manische Veränderung im Tatzeitpunkt in jedem Fall als leichtgradig einzustufen wäre. Einwände, die geeignet wären, diese Feststellung erheblich in Zweifel zu ziehen, bringt der Beschwerdeführer nicht vor. Eine Verletzung der Maxime "in dubio pro reo" fällt damit ausser Betracht. Bei diesem Ergebnis kann offen bleiben, ob dieser Grundsatz hinsichtlich der Frage der Zurechnungsfähigkeit überhaupt Geltung beansprucht.