Citation: 6P.148/2004 08.02.2005 E. 3

3.1 Die Vorinstanz gelangt in rechtlicher Hinsicht zum Schluss, dem Beschwerdegegner könne keine Sorgfaltspflichtverletzung vorgeworfen werden. Die Kollision mit dem Opfer sei für ihn weder vorhersehbar noch vermeidbar gewesen. Der Beschwerdegegner habe nicht mit einem auf der Fahrbahn liegenden Verunfallten rechnen müssen, weil plötzlich von der Seite her ein Hindernis in den Fahrbereich gelangt sei und jener wegen des fehlenden Kontrastes zur Fahrbahn oder wegen der hohen Lichtabsorption ungewöhnlich schwer zu erkennen gewesen sei. Das dunkel gekleidete Opfer sei im vorliegenden Fall regungslos und schwer verletzt parallel zur Fahrtrichtung des herannahenden Fahrzeuges des Beschwerdegegners zwischen den beiden Spuren auf der Fahrbahn gelegen. Dadurch habe sich seine Silhouette in der Dunkelheit kaum von der Strasse abgehoben und sei für den Beschwerdegegner auch bei einer den Umständen angepassten Geschwindigkeit praktisch nicht zu erkennen gewesen. Dies um so weniger als er kurz vor dem Zusammenstoss mit dem Opfer nach seinen eigenen Angaben einem nicht näher identifizierten Gegenstand auf der Fahrbahn habe ausweichen müssen. Die Vorinstanz führt weiter aus, dem Beschwerdegegner könne auch nicht mangelnde Aufmerksamkeit vorgeworfen werden. Es sei nämlich zu berücksichtigen, dass er nach den Untersuchungsakten unmittelbar vor der Kollision nicht näher identifizierten Gegenständen, vermutlich Teilen des Unfallfahrzeugs des Opfers, habe ausweichen müssen, die auf der rechten Fahrspur gelegen und für ihn eine nicht unerhebliche Unfallgefahr dargestellt hätten. In diesem Augenblick habe seine Konzentration naturgemäss ganz diesem Ausweichmanöver gegolten, bei welchem er mit seinem Fahrzeug auf die linke Spur gewechselt und dabei offenbar auch das Opfer erfasst habe. 3.2 Die Beschwerdeführer machen geltend, die Vorinstanz habe zu Unrecht eine Sorgfaltspflichtverletzung verneint. Diese ergebe sich aus der ausserordentlichen Situation des Unfallorts. Der Beschwerde-gegner habe grundsätzlich damit rechnen müssen, dass auf der Autobahn ein Unfall passieren könne. Aufgrund des Umstands, dass ein offensichtliches Unfallfahrzeug quer auf dem Pannenstreifen gestanden und in die Fahrbahn hinein geragt habe und sich ausserdem auf der Fahrbahn Gegenstände befunden hätten, hätte der Beschwerdegegner zudem seine Geschwindigkeit so mässigen müssen, dass er rechtzeitig hätte anhalten können. Er hätte sich im Mindesten auf eine mögliche gefährliche Situation einstellen müssen, um sich wie die nachfolgenden Fahrzeuglenker entsprechend verhalten zu können. Trotz des auf dem Pannenstreifen stillstehenden Unfallfahrzeugs und der bestehenden Gefahrensituation sei der Beschwerdegegner aber mit unverminderter Geschwindigkeit weiter gefahren und sei erst ca. 250 m nach dem Überfahren des Opfers zum Stillstand gekommen.