Citation: 4A_411/2023 E. 4.5.1

4.5.1. Der Beschwerdeführer macht zumindest in Bezug auf die Beschwerdegegnerin 1 als einem Versicherungskonzern geltend, es habe stets dem Willen des Gesetzgebers entsprochen, im Bereich der Motorfahrzeughaftpflicht keine Haftungslücken entstehen zu lassen. Daher habe er neben der Bestimmung von Art. 58 Abs. 1 SVG in Art. 76 SVG einen Nationalen Garantiefonds (NGF) eingerichtet, der Schäden decke, die durch nicht ermittelte oder nicht versicherte Motorfahrzeuge verursacht würden. Mit der Einrichtung des NGF habe der Gesetzgeber die Schliessung der Lücken des Systems der obligatorischen Motorfahrzeughaftpflichtversicherung bezweckt. Soweit hier eine Haftungslücke gegeben sei, liege eine Gesetzeslücke im SVG vor, die das Gericht nach Art. 1 Abs. 2 ZGB zu füllen habe. Dabei sei in erweiterter Auslegung von Art. 60 Abs. 1 SVG unter rechtsvergleichendem Verweis auf § 830 Abs. 1 Satz 2 BGB im Bereich der scharfen Kausalhaftung nach SVG Solidarhaftung anzunehmen, wenn sich unter beteiligten Motorfahrzeugen nicht ermitteln lasse, wer von mehreren Beteiligten den Schaden durch seine Handlung verursacht habe.