Citation: C 326/00 22.03.2002 E. 2

2.- a) Zur Begründung seines ablehnenden Entscheides verweist das kantonale Gericht insbesondere auf die Aussage der Beschwerdeführerin vom 11. Oktober 1999 gegenüber dem AWA, wonach sie nicht bereit sei, eine Stelle ausserhalb ihres Wohnortes Y.________ anzunehmen. Den von der Versicherten ausgefüllten Formularen über den Nachweis der persönlichen Arbeitsbemühungen der Monate Juni bis September 1999 ist indes zu entnehmen, dass sie sich bei der Stellensuche keineswegs auf ihren Wohnort beschränkt hat. Entgegen der Ansicht der Vorinstanz setzte sich die Beschwerdeführerin somit bei der Auswahl des Arbeitsplatzes in örtlicher Hinsicht keine derart engen Grenzen, dass das Finden einer Stelle schon aus diesem Grund äusserst ungewiss gewesen wäre (BGE 123 V 216 Erw. 3, 120 V 388 Erw. 3a mit Hinweisen). b) Im Antrag auf Arbeitslosenentschädigung vom 2. Juni 1999 führte die Versicherte aus, sie habe das letzte Arbeitsverhältnis wegen "Familienaufgaben nach der 2. Schwangerschaft" (ihr erstes Kind wurde am 26. Oktober 1995 geboren) aufgelöst. Sie sei bereit und in der Lage, Teilzeit, höchstens 20 Stunden pro Woche, zu arbeiten. Auf Anfrage der Industrie-Arbeitslosenkasse Winterthur nannte sie als Grund der Kündigung den Umstand, dass sie beim ehemaligen Arbeitgeber auch mittags hätte arbeiten müssen und abends zu wenig und zu kurzfristig zum Einsatz gekommen wäre. Am 11. Oktober 1999 gab sie gegenüber dem AWA an, sie könne von Montag bis Freitag, jeweils von 18.30 bis 24.00 Uhr, und an den Wochenenden von 10.00 bis 14.00 Uhr einer Erwerbstätigkeit nachgehen, weil in dieser Zeit ihr Ehemann die Kinder betreuen könne. Der Ehemann der Beschwerdeführerin unterschrieb gleichentags eine Bestätigung über die Kinderbetreuung, in welcher festgehalten wurde, dass er bereit und in der Lage sei, die Kinder von Montag bis Freitag jeweils ab 18.00 Uhr und samstags und sonntags von 10.00 bis 14.00 Uhr zu beaufsichtigen. Für die Versicherte kommen in erster Linie Tätigkeiten im Gastgewerbe oder im Reinigungsdienst in Frage, bei welchen abendliche Einsätze häufig sind. Mit Blick auf diesen Arbeitsmarkt bleibt ihr deshalb trotz ihrer familiären Verpflichtungen eine genügend grosse Auswahl an Erwerbsmöglichkeiten, sodass ihr die Vermittlungsfähigkeit auch wegen der zeitlichen Arbeitseinschränkungen nicht abgesprochen werden kann (vgl. SVR 1997 ALV Nr. 81 S. 246 Erw. 3a/bb). Als Anspruchsvoraussetzung schliesst der Begriff der Vermittlungs(un)fähigkeit graduelle Abstufungen aus (BGE 125 V 58 Erw. 6a mit Hinweisen). Entweder ist die versicherte Person vermittlungsfähig, insbesondere bereit, eine zumutbare Arbeit (im Umfang von mindestens 20 Prozent eines Normalarbeitspensums; vgl. Art. 5 AVIV und BGE 125 V 58 Erw. 6a in fine mit Hinweisen) anzunehmen, oder nicht. Erst bei der Bemessung des Entschädigungsanspruchs wird daher die zeitlich eingeschränkte Disponibilität der Versicherten zu berücksichtigen sein. c) Insgesamt lässt sich dem Verhalten der Beschwerdeführerin keine Absicht zur Nichtwiederaufnahme einer Arbeitnehmertätigkeit entnehmen. Ihre allenfalls qualitativ nicht in jeder Hinsicht genügenden Arbeitsbemühungen wären - nach dem auch im Arbeitslosenversicherungsrecht geltenden Verhältnismässigkeitsprinzip - mit einer Einstellung in der Anspruchsberechtigung (Art. 30 Abs. 1 lit. c AVIG) zu sanktionieren (SVR 1997 ALV Nr. 81 S. 246 Erw. 3b/bb mit Hinweisen).