Citation: 1A.171/2002 23.12.2002 E. 4

Weiter machen die Beschwerdeführer geltend, die rechtshilfeweise erhobenen Dokumente seien zur Aufklärung des inkriminierten Sachverhaltes nicht geeignet. 4.1 Gemäss Art. 14 Ziff. 1 lit. b EUeR muss die ersuchende Behörde den Gegenstand und den Grund ihres Gesuches spezifizieren. Daraus leitet die Praxis ein Verbot der Beweisausforschung ab. Dieses richtet sich gegen Beweisaufnahmen "auf's Geratewohl". Es dürfen keine strafprozessualen Untersuchungshandlungen zur Auffindung von Belastungsmaterial zwecks nachträglicher Begründung eines Tatverdachtes (oder zur Verfolgung nicht rechtshilfefähiger Fiskaldelikte) durchgeführt werden. Eine hinreichend präzise Umschreibung der Verdachtsgründe soll möglichen Missbräuchen vorbeugen. Bei Ersuchen um Kontenerhebungen sind nach der Praxis des Bundesgerichtes grundsätzlich alle Aktenstücke zu übermitteln, welche sich auf den im Ersuchen dargelegten Verdacht beziehen können. Mithin muss ein ausreichender sachlicher Konnex zwischen dem untersuchten Sachverhalt und den fraglichen Dokumenten erstellt sein (BGE 122 II 367 E. 2c S. 371; 112 Ib 462 E. 2b S. 463 f., je mit Hinweisen; vgl. Peter Popp, Grundzüge der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen, Basel 2001, N. 400 ff., 407). 4.2 Laut Ersuchen und dessen Ergänzungen hätten die drei Gesellschaften von der Bank R.________ (als Darlehen getarnte) Überweisungen in der Höhe von mehreren Millionen USD erhalten, welche auf einer (verschleierten) unrechtmässigen Abschöpfung von Bargeldreserven der Fa. Y.________ beruht hätten. Die drei Gesellschaften und die beschwerdeführenden Firmen würden vom Beschwerdeführer 1 wirtschaftlich bzw. faktisch kontrolliert. Dieser sei an acht Konten bei der Bank A.________, welche auf die beschwerdeführenden Firmen 2-9 lauten, wirtschaftlich berechtigt. Von zwei dieser Konten seien zwischen 31. August und 25. September 2001 vier Überweisungen von insgesamt EUR 3,65 Mio. und USD 1,072 Mio. auf ein Konto der beschwerdeführenden Firma 12 bei der Bank B.________ erfolgt. Auch am betreffenden Konto sei der Beschwerdeführer 1 wirtschaftlich berechtigt. Analoges gelte für die Konten der beschwerdeführenden Firmen 10 und 11 bei der Bank D.________. Nach dem Gesagten hat die ersuchende Behörde ein sachdienliches Interesse daran zu erfahren, wohin die von der Bank R.________ ausbezahlten Gelder weitertransferiert wurden und wer an den fraglichen Konten wirtschaftlich berechtigt ist. Zwischen den erhobenen Kontenunterlagen und dem Gegenstand der Untersuchung besteht eine ausreichende sachliche Konnexität.