Citation: 1C_205/2019 E. 3.4.2

3.4.2. Aus dem vorgenannten Entscheid geht zwar hervor, dass sexgewerbliche Betriebe vor allem wegen damit einhergehender materieller Immissionen zu Einwirkungen auf das psychische Wohlbefinden führen, weshalb Auflagen, die sich gegen materielle Immissionen richten, auch geeignet sind, die Störung der Wohnnutzung durch ideelle Immissionen zu verringern. Die Möglichkeit entsprechender Auflagen kann deshalb in Kernzonen der genannten Art bei der Prüfung der Zonenkonformität entsprechender Betriebe ohne Willkür zu deren Gunsten berücksichtigt werden. Dass dies auch in Wohnzonen gelten würde, die, wie im vorliegenden Fall, vorwiegend für die Wohnnutzung vorgesehen sind, ergibt sich aus dem genannten Entscheid wegen dessen streitgegenständlicher Beschränkung jedoch nicht. Ebenso wenig folgt daraus, die von der Vorinstanz angeführte bundesgerichtliche Rechtsprechung zur Zonenkonformität von Sexgewerbebetrieben in entsprechenden Wohnzonen - wonach solche Betriebe ohne Willkür ungeachtet ihrer konkreten Immissionen als zonenwidrig beurteilt werden dürfen (vgl. die vorne in E. 2.1 zitierten Entscheide; Urteile 1C_157/2012 vom 16. Juli 2012 E. 4.4; 1P.191/1997 vom 26. November 1997 E. 5c) - habe keine Geltung mehr (vgl. auch Urteil 1C_283/2016 vom 11. Januar 2017 E. 5.2.2). Aus dem genannten Entscheid kann demzufolge auch nicht (im Sinne eines Analogieschlusses) abgeleitet werden, ein zwingendes öffentliches Interesse am Verbot eines sexgewerblichen Betriebs in einer solchen Zone könne ebenfalls nur gestützt auf eine konkrete Prüfung bejaht werden.