Citation: I 568/04 16.02.2005 E. 4

4.1 Aus den medizinischen Unterlagen, namentlich den Arztzeugnissen der Frau Dr. med. T.________ vom 1. Februar und 13. März 2001 sowie den Berichten des PD Dr. med. H.________ vom 26., 27. März und 14. Mai 2002 sowie 13. März 2003 und 2. Februar 2004, geht allseits unbestritten hervor, dass die Beschwerdeführerin in ihrem bisherigen Beruf als Sekretariatsangestellte oder in jeder anderen leidensangepassten Tätigkeit - nach einer anfänglichen, vom 19. Januar bis 15. Juli 2001 dauernden vollständigen Arbeitsunfähigkeit - seit 16. Juli 2001 zu 50 % eingeschränkt ist. Dies bedeutet, wie Vorinstanz und Verwaltung unter Bezugnahme auf die in BGE 125 V 159 ff. Erw. 5c/dd festgehaltene und seitherige ständige Rechtsprechung (Urteil B. vom 2. März 2004, I 640/03, Erw. 4.2 mit diversen Hinweisen sowie - für die Zeit nach In-Kraft-Treten des ATSG - BGE 130 V 393) zutreffend dargelegt haben und auf deren Ausführungen vollumfänglich verwiesen werden kann (vgl. auch das Schreiben der Beschwerdegegnerin an PD Dr. med. H.________ vom 6. Februar 2004), dass ein im Gesundheitsfall zu 40 % ausgeübtes Arbeitspensum ohne weiteres zumutbar ist und in diesem Bereich, da allfälligen Wechselwirkungen zwischen der Erwerbs- und der Haushaltsarbeit grundsätzlich eben nicht Rechnung zu tragen ist, folglich keine Erwerbsunfähigkeit besteht (vgl. auch Rz 3111 des vom BSV herausgegebenen Kreisschreibens über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung [KSIH]). 4.2 Die krankheitsbedingte Einschränkung in den häuslichen Verrichtungen wurde gestützt auf die Ergebnisse einer am 4. Dezember 2002 vor Ort durchgeführten Erhebung gemäss Abklärungsbericht vom 20. Januar 2003, bestätigt durch die Stellungnahme des Abklärungsdienstes vom 9. September 2003, auf gesamthaft 18 % veranschlagt. Dem hält die Beschwerdeführerin namentlich mit Verweis auf die Angaben des PD Dr. med. H.________ vom 2. Februar 2004 entgegen, dass im Haushaltsbereich ebenfalls von einer verminderten Leistungsfähigkeit im Umfang von 50 % auszugehen sei. 4.2.1 Das kantonale Gericht hat erwogen, nach der Rechtsprechung bilde die in Art. 69 Abs. 2 IVV vorgesehene Abklärung an Ort und Stelle die geeignete Vorkehr zur Ermittlung der gesundheitlichen Einschränkungen im Haushalt. Das im angefochtenen Entscheid erwähnte Urteil BGE 128 V 93 bezog sich auf die Bemessung des Betreuungsaufwandes im Zusammenhang mit der Übernahme zusätzlicher Kosten der Hauspflege gemäss Art. 14 Abs. 3 Satz 2 IVG in Verbindung mit Art. 4 IVV (in der bis Ende 2003 gültig gewesenen Fassung). Die dort formulierten Grundsätze können auf die Abklärung im Haushalt übertragen werden, welche die IV-Stelle entsprechend den Randziffern 3090 ff. des KSIH vornimmt. Für den Beweiswert eines diesbezüglichen Berichtes ist demzufolge wesentlich, dass er von einer qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis der örtlichen und räumlichen Verhältnisse sowie der aus den medizinischen Diagnosen sich ergebenden Beeinträchtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Angaben der versicherten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plausibel, begründet und angemessen detailliert bezüglich der einzelnen Einschränkungen sein sowie in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen (in der Amtlichen Sammlung nicht veröffentlichte, aber in AHI 2003 S. 218 publizierte Erw. 2.3.2 des Urteils BGE 129 V 67). Der Abklärungsbericht ist seiner Natur nach in erster Linie auf die Ermittlung des Ausmasses physisch bedingter Beeinträchtigungen zugeschnitten. Seine grundsätzliche Massgeblichkeit erfährt daher, auch wenn die vorstehenden Anforderungen erfüllt sind, praxisgemäss Einschränkungen, wenn die versicherte Person an psychischen Beschwerden leidet (AHI 2001 S. 162 Erw. 3d mit Hinweis). Im - in AHI 2004 S. 137 veröffentlichten - Urteil B. vom 22. Dezember 2003, I 311/03, hat das Eidgenössische Versicherungsgericht seine Rechtsprechung zur Bemessung der Invalidität ganz oder teilweise im Haushalt tätiger Personen, welche an einem psychischen Gesundheitsschaden leiden, präzisiert. Danach bildet die Abklärung im Haushalt auch hier grundsätzlich ein geeignetes Mittel der Invaliditätsbemessung im Aufgabenbereich. Im Falle eines Widerspruchs zwischen den Ergebnissen der Abklärung vor Ort und den fachmedizinischen Feststellungen zur Fähigkeit der versicherten Person, ihre gewohnten Aufgaben zu erfüllen, ist jedoch den ärztlichen Stellungnahmen in der Regel mehr Gewicht einzuräumen als dem Bericht über die Haushaltsabklärung. Diese prinzipielle Gewichtung hat ihren Grund darin, dass es für die Abklärungsperson regelmässig nur beschränkt möglich ist, das Ausmass des psychischen Leidens und der damit verbundenen Einschränkungen zu erkennen. Für die Rechtsanwendung im konkreten Fall bedeutet dies, dass nach Massgabe der von der Rechtsprechung entwickelten Kriterien der Beweiswert sowohl der medizinischen Unterlagen (dazu BGE 125 V 352 ff. Erw. 3) als auch des Haushalt-Abklärungsberichts zu beurteilen ist. Liegen gleichermassen beweiskräftige Stellungnahmen vor, muss geprüft werden, ob die gemachten Aussagen vereinbar sind oder einander widersprechen. Diesfalls ist mit Bezug auf die einzelnen Fragestellungen eine Würdigung vorzunehmen, wobei die ärztlichen Berichte den Vorrang geniessen, soweit die Auswirkungen von psychischen Krankheitsbildern zu beurteilen sind (zum Ganzen: Urteil P. vom 6. April 2004, I 733/03, Erw. 5.1.2 und 5.1.3 mit Hinweisen). 4.2.2 In seinen Berichten vom 26. und 27. März 2002 diagnostizierte PD Dr. med. H.________ einen Lupus erythematosus disseminatus sowie ein lumbospondylogenes Syndrom bei Osteochondrose L4/5 und L5/S1. Unter der Rubrik "Angegebene Beschwerden" führte er ferner einen "Erschöpfungszustand" an und beurteilte die psychischen Funktionen der Versicherten in den Kategorien "Anpassungsfähigkeit" und "Belastbarkeit" als eingeschränkt. Am 14. Mai 2002 erwähnte der Arzt zwar noch die Einnahme von Medikamenten zur Regulation des Schlafes, erachtete im Bericht vom 13. März 2003 indessen lediglich noch die "Anpassungsfähigkeit" als vermindert. Mit Eingabe vom 2. Februar 2004 schliesslich sprach er nurmehr von einer ernsthaften entzündlichen rheumatologischen Erkrankung, an der die Patientin leide und welche die Einnahme starker Medikamente erforderlich mache. Aus diesen ärztlichen Angaben erhellt, dass die Beschwerdeführerin zu keinem Zeitpunkt an erheblichen psychischen Problemen gelitten hat und sich die anfänglich noch vorhandenen Erschöpfungs- und Belastungssituationen im Laufe der Zeit deutlich abgeschwächt haben. Stellt sich somit die Frage nach allfälligen, psychisch bedingten Beeinträchtigungen im Haushalt nicht, bildet die Erhebung vor Ort grundsätzlich, soweit den relevanten Beweiskriterien entsprechend, das geeignete Mittel zur Invaliditätsbemessung (Erw. 4.2.1 hievor). Die im Abklärungsbericht Haushalt vom 20. Januar 2003 enthaltene Umschreibung der Tätigkeitsbereiche stimmt mit den in Rz 3095 des KSIH enthaltenen Vorgaben überein. Die Gewichtung der einzelnen Haushaltsverrichtungen hält sich ebenfalls innerhalb der dort angegebenen Bandbreiten und ist in Anbetracht der konkreten Umstände nicht zu beanstanden. Das Gleiche gilt des Weitern für die in den einzelnen Teilbereichen angenommenen, im vorinstanzlichen Entscheid detailliert wiedergegebenen Einschränkungen im Umfang von insgesamt 18 %, welchen die Beschwerdeführerin denn auch nicht substanziiert sondern einzig in Form eines Pauschaleinwandes, wonach die Beeinträchtigung im Haushaltsbereich gemäss Aussage des PD Dr. med. H.________ ebenfalls 50 % betrage, opponiert. Zu berücksichtigen gilt es in diesem Zusammenhang überdies, dass der Versicherten die im Lichte der konkreten Umstände zumutbare Mithilfe der Familienangehörigen - so namentlich des im Zeitpunkt der Abklärung arbeitslosen Ehemannes sowie der im gleichen Haus wohnenden Eltern - anzurechnen ist. Im Haushalt tätige Versicherte haben im Rahmen ihrer Schadenminderungspflicht (BGE 123 V 233 Erw. 3c mit Hinweisen) die Auswirkungen des Gesundheitsschadens auf die Arbeitsfähigkeit insbesondere durch die zumutbare Mithilfe von Familienangehörigen möglichst zu mildern, wobei diese Mithilfe weitergeht, als die ohne Gesundheitsschaden üblicherweise zu erwartende Unterstützung (in BGE 130 V 396 nicht publizierte Erw. 8 des Urteils B. vom 18. Mai 2004, I 457/02, mit weiteren Hinweisen; Urteil V. vom 13. September 2004, I 253/04, Erw. 5.2 in fine). Bestehen somit keine Anhaltspunkte für Fehleinschätzungen der Abklärungsperson, welche eine gerichtliche Ermessenskorrektur der vor Ort erhobenen gesundheitsbedingten Beeinträchtigungen rechtfertigen, hat es bei der festgestellten Einschränkung von gesamthaft 18 % sein Bewenden.