Citation: 9C_552/2021 E. 7.2.2

7.2.2. Dem (fehlenden) Unternehmerrisiko kommt in Fällen wie dem vorliegenden indessen im Vergleich zum Kriterium der arbeitsorganisatorischen Abhängigkeit ohnehin nur untergeordnete Bedeutung zu (vgl. E. 3.3 hievor). Die Beschwerdeführerin bestreitet die Feststellung des kantonalen Gerichts nicht, sie preise auf ihrer Homepage unter der Rubrik "unser Angebot" Ausbildungs- und Kursangebote an, welche im "Campus A.________" von dessen Dozentinnen und Dozenten abgehalten würden. Ebenso wenig stellt sie in Abrede, dass sie in Bezug auf die von der Beigeladenen dort abgehaltenen Kurse und Ausbildungen die gesamte Organisation und Durchführung inklusive Inkasso übernommen und kontrolliert hat. Weiter blieb die Feststellung unbeanstandet, dass jeweils sie - die Beschwerdeführerin - die Verträge mit den einzelnen Kursteilnehmenden abgeschlossen, die Kurspreise und Zahlungsmodalitäten festgelegt und allfällige Rabatte gewährt hat. Letzteres ergibt sich denn auch ohne Weiteres aus den auf der Website der Beschwerdeführerin einsehbaren Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB), auf welche auch das kantonale Gericht Bezug genommen hat. Dieses stellte weiter fest, die AGB enthielten Bestimmungen über die Verbindlichkeit der Anmeldung, die Benutzung der Infrastruktur, die Zahlungsmodalitäten, die Rücktrittsbedingungen sowie das Recht der Beschwerdeführerin, Änderungen am Lehrplan oder bei den Lehrkräften vorzunehmen. Dagegen fehlten, so das kantonale Gericht weiter, Hinweise darauf, dass auch die Beigeladene "nach eigenem Gutdünken" hätte Kurse absagen können. Insofern die Beschwerdeführerin in Bezug auf Letzteres vor Bundesgericht erneut das Gegenteil behauptet, vermag sie dies nicht zu begründen. Sie verweist zwar auf eine unter anderem auch an die Beigeladene adressierte E-Mail vom 12. April 2014, woraus sich indessen nichts dergleichen ergibt. Die Beschwerdeführerin wies darin einzig darauf hin, dass jeweils spätestens zehn Tage vor dem Kurs zu entscheiden sei, ob dieser stattfinde. Bezüglich Entscheidungsträger findet sich einzig ein Hinweis auf die AGB. Dass diese der Beigeladenen das Recht eingeräumt hätten, Kurse zu stornieren, macht die Beschwerdeführerin nicht geltend. All dies spricht deutlich dafür, dass die Beigeladene nicht in eigenem Namen auftrat und arbeitsorganisatorisch in hohem Mass von der Beschwerdeführerin abhängig war. Daran ändert nichts, dass die Beigeladene im Rahmen der gehaltenen Kurse ihre eigenen Konzepte vermittelte und in der Unterrichtsgestaltung grundsätzlich frei war. Rechtsprechungsgemäss gründet diese Freiheit in der Natur der Lehrtätigkeit (AHI 2003 S. 361, H 276/02 E. 7). Sinngemäss erkennt dies auch die Beschwerdeführerin, wenn sie geltend macht, es habe ihr am nötigen Know-how gefehlt, um überhaupt Einfluss auf die Inhalte der Kurse zu nehmen. Insofern sie indessen mit eben dieser Begründung auf ein fehlendes Subordinationsverhältnis und damit auf eine selbständige Erwerbstätigkeit schliessen will, kann ihr nicht gefolgt werden. Dasselbe gilt in Bezug für ihre generell formulierte Kritik, ein Schützen der vorinstanzlichen Argumentation hätte zur Folge, dass sämtliche Unternehmen, welche lediglich Räumlichkeiten für die Durchführung von Veranstaltungen anbieten, als Arbeitgeber zu qualifizieren wären. So stellte das kantonale Gericht explizit fest, die Beschwerdeführerin vermiete ergänzend auch Kursräume. Dieser Geschäftsbereich ist indessen für die hier zu klärende Frage, ob die von der Beigeladenen bei der Beschwerdeführerin ausgeübte Beschäftigung als selbständige oder als unselbständige Erwerbstätigkeit zu betrachten ist, nicht von Belang. Dass das hier streitbetroffene Angebot an Kursen weit über das blosse Vermieten von Kursräumen hinausgeht, ist im Lichte des Ausgeführten offensichtlich.