Citation: 7B_984/2023 E. 3.1.2

3.1.2. Aus Art. 5 Ziff. 4 EMRK, Art. 31 Abs. 4 BV und Art. 5 Abs. 2 StPO folgt, dass das gesamte Haftprüfungsverfahren "so rasch wie möglich" bzw. "innerhalb kurzer Frist" abzulaufen hat (MARC FORSTER, in: Basler Kommentar, Strafprozessordnung/Jugendstrafprozessordnung, 3. Aufl. 2023, N 11 zu Art. 227 StPO). Die Verletzung des Beschleunigungsgebots führt nur dann zu einer Haftentlassung, wenn sie derart gravierend ist, dass deshalb die Rechtmässigkeit der Haft zu verneinen ist. Dies ist der Fall, wenn die Verfahrensverzögerung besonders schwer wiegt und zudem die Strafverfolgungsbehörden, z.B. durch eine schleppende Ansetzung der Termine für die anstehenden Untersuchungshandlungen, erkennen lassen, dass sie nicht gewillt oder nicht in der Lage sind, das Verfahren mit der für Haftfälle verfassungs- und konventionsrechtlich gebotenen Beschleunigung voranzutreiben und zum Abschluss zu bringen (zum Ganzen BGE 140 IV 74 E. 3.2 mit Hinweisen; Urteil 1B_651/2022 vom 18. Januar 2023 E. 7.1). Haftentlassungen sind mithin die Ausnahme. In der Regel genügt, sofern die Haftgründe in materiell-rechtlicher Hinsicht gegeben sind und die Haftdauer verhältnismässig erscheint, die förmliche Feststellung der Verletzung des Beschleunigungsgebots im Dispositiv des Haftentscheids. Zudem ist der festgestellten Grundrechtsverletzung im Rahmen der Kostenfolge angemessen Rechnung zu tragen (BGE 137 IV 118 E. 2.2; zum Ganzen Urteil 1B_138/2021 vom 9. April 2021 E. 2.3; je mit Hinweisen). Im Übrigen wird das Sachgericht darüber befinden, in welcher Weise - z.B. durch eine Strafreduktion - eine allfällige Verletzung des Beschleunigungsgebots wieder gut zu machen ist (Urteile 1B_651/2022 vom 18. Januar 2023 E. 7.1; 1B_592/2022 vom 8. Dezember 2022 E. 2.6; je mit Hinweisen; vgl. BGE 142 IV 245 E. 4.1).