Citation: 2C_769/2022 E. 6.5

6.5. Ebenso wenig ist konventionsrechtlich zu beanstanden, dass die Vorinstanz angesichts der nicht als ausserordentlich zu bezeichnenden Integration den von Art. 8 Ziff. 1 EMRK gewährten Schutzbereich des Privatlebens verneint hat. Zunächst hält sich die Beschwerdeführerin nicht seit zehn Jahren rechtmässig im Land auf. Der von ihr im Jahr 2011 ersuchte und bewilligte Aufenthalt endete im Jahr 2018, als ihr das Migrationsamt die Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung verweigerte. Hernach war sie hier lediglich geduldet. Diese Zeit zählt nicht als Aufenthalt, der an die erforderlichen zehn Jahre angerechnet wird (BGE 149 I 207 E. 5.3.3. mit Hinweisen). Weiter ist ohne zehnjährigen rechtmässigen Aufenthalt, der die besondere Verwurzelung in der Schweiz vermuten lässt, eine besonders ausgeprägte Integration erforderlich (Urteil 2C_1002/2022 vom 16. August 2023 E. 1.3). Das gilt auch für die Beschwerdeführerin, welche erst im Rentenalter zu ihrer Tochter und ihrem pflegebedürftigen Enkelsohn in die Schweiz gezogen ist, zumal ihr Lebensunterhalt damals noch gesichert war. Dies änderte sich im Juni 2016, als sie von der Sozialhilfe unterstützt werden musste. Folglich ist die besonders intensive Integration vorliegend nicht gegeben. Die Beschwerdeführerin hat zudem ausser ihrer Beziehung zu ihrer Tochter und ihrem Enkelsohn keine anderen sozialen Beziehungen in der Schweiz dargetan. Die ausschliessliche Pflege von familiären Beziehungen genügt für eine Integration aber nicht. Ferner kann sie angesichts ihrer langjährigen Unterstützung durch die Sozialhilfe auch wirtschaftlich nicht als integriert bezeichnet werden. Dem Vorbringen der Beschwerdeführerin, wonach angesichts ihres Alters und ihres Aufenthaltszwecks keine weitere wirtschaftliche Integration erwartet werden könne, kann vor diesem Hintergrund nicht gefolgt werden.