Citation: 8C_125/2008 13.10.2008 E. 3

Nachdem dem Versicherten seitens der BEFAS gemäss Schlussbericht vom 8. Februar 2005 eine mindestens 50 prozentige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit mit Steigerungsmöglichkeit bis auf 100 Prozent attestiert und ein Arbeitstraining im geschützten Rahmen der Stiftung Y.________ empfohlen worden war, bewilligte die IV-Stelle diese berufliche Massnahme mit Verfügung vom 27. Mai 2005 zunächst für drei Monate. Da die von der BEFAS erwartete Leistungssteigerung laut Schlussbericht der Stiftung Y.________ vom 22. August 2005 nicht herbeigeführt werden konnte und eine Prüfung der Rentenfrage empfohlen wurde, sah die IV-Stelle von einer Verlängerung des Arbeitstrainings um weitere drei Monate ab. Der Arzt des Regionalen Ärztlichen Dienstes konnte das schlechte Ergebnis des Arbeitstrainings aufgrund der medizinischen Unterlagen und der Beurteilung der BEFAS nicht nachvollziehen, weshalb die IV-Stelle auf dessen Vorschlag hin eine polydisziplinäre Abklärung beim Institut F.________ veranlasste. Wann die IV-Stelle im Sinne von Art. 43 Abs. 3 ATSG vorzugehen hat, hängt von den Umständen des Einzelfalles ab. Selbst bei passiver Haltung oder schuldhafter Unterlassung der notwendigen und zumutbaren Mitwirkung der versicherten Person hat die Verwaltung die ohne Schwierigkeiten und besonderen Aufwand zu treffenden Sachverhaltsabklärungen zu tätigen und anschliessend materiell zu entscheiden (BGE 97 V 173 E. 3 S. 176, 108 V 229 E. 2 S. 231). Die IV-Stelle hat weder im Sinne von Art. 43 Abs. 3 ATSG aufgrund der Akten verfügt oder die Erhebungen eingestellt noch Leistungen verweigert, weil sich die versicherte Person im Sinne von Art. 21 Abs. 4 ATSG einer Massnahme widersetzt, entzogen oder nicht aus eigenem Antrieb das ihr Zumutbare beigetragen hätte. Sie hat kein Verhalten des Versicherten sanktioniert, sondern durch die Einholung eines medizinischen Gutachtens ihre Entscheidungsgrundlagen erweitert. Erst gestützt auf das Gutachten vom 11./24. August 2006, welches aus orthopädisch/rheumatologischer wie auch aus psychiatrischer Sicht für eine körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeit eine volle Arbeitsfähigkeit attestierte, kam sie zum Schluss, dem Versicherten sei es zumutbar, höhere als die im Rahmen des Arbeitstrainings gezeigten Leistungen zu erbringen. Da der Einkommensvergleich einen Invaliditätsgrad von lediglich 15 Prozent ergab, lehnte sie das Leistungsbegehren ab. Nachdem sich die Verwaltung für ergänzende Abklärungen entschieden hatte, durfte sie gestützt darauf über den Leistungsanspruch befinden. Es ist bei diesen Gegebenheiten nicht ersichtlich, welche Rechtsfolgen sie dem Versicherten androhen sollte. Die Vorinstanz hätte daher die IV-Stelle nicht verpflichten dürfen, ein Mahn- und Bedenkzeitverfahren durchzuführen. Der angefochtene Entscheid verletzt somit Bundesrecht. Die Sache ist daher zur materiellen Beurteilung der in der Beschwerde vom 18. Januar 2007 vorgebrachten Anträge "zum Verfahren" und "zur Sache" an die Vorinstanz zurückzuweisen.