Citation: 8C_565/2019 E. 5.2

5.2. Eventualiter verlangt der Beschwerdeführer einen zusätzlichen leidensbedingten Abzug vom Invalideneinkommen in der Höhe von 20 %. Mit dem Abzug vom Tabellenlohn nach BGE 126 V 75 soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können und je nach Ausprägung die versicherte Person deswegen die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten kann (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301; Urteil 8C_114/2017 vom 11. Juli 2017 E. 3.1). Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25 % nicht übersteigen (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301; 134 V 322 E. 5.2 S. 327 f.; 126 V 75 E. 5b/bb-cc S. 80). Bei der hier strittigen Frage, ob ein Abzug vom Tabellenlohn zu gewähren ist, handelt es sich um eine vom Bundesgericht frei überprüfbare Rechtsfrage (BGE 137 V 71 E. 5.1 S. 72). Aus dem BEGAZ-Gutachten ergeben sich - abgesehen von der 40%igen Arbeitsunfähigkeit - weder in qualitativer noch in quantitativer Sicht zusätzliche Leistungsdefizite in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit. Einzig der Faktor "Teilzeitarbeit" wäre unter den vorliegenden Umständen grundsätzlich geeignet, einen Leidensabzug zu begründen. Allerdings kann dem Versicherten nicht gefolgt werden, soweit er zur Prüfung eines allfälligen Minderverdienstes bei Teilzeit statistische Vollzeit-Frauenlöhne in diesem Sektor beiziehen will. Denn mit seiner zeitlichen Leistungseinschränkung hat der Versicherte seinen Lohnvorteil als Mann, wie er statistisch gegenüber den Erwerbseinkommen von Frauen ausgewiesen ist, nicht eingebüsst. Gemäss Tabelle T18 der LSE 2014, Monatlicher Bruttolohn nach Beschäftigungsgrad, beruflicher Stellung und Geschlecht, wird Teilzeitarbeit (50 % bis 74 %: Fr. 10'245.-) bei Männern im obersten, oberen und mittleren Kader zu 5,7 % niedriger entlöhnt als Vollzeitarbeit (90 % oder mehr: Fr. 10'865.-). Im unteren Kader beträgt der Unterschied 7 % (Fr. 8072.- bei Teilzeit [50 bis 74 %]; Fr. 8675.- bei Vollzeit [90 % oder mehr]). Es ist nicht belegt, dass sich Teilzeitarbeit im Banken- und Finanzsektor im Vergleich zum Total der Teilzeitlöhne gestützt auf die Zahlen der LSE-Tabelle T18 überproportional negativ auswirken würde. Da bei der Beurteilung der Frage, ob und allenfalls in welcher Höhe ein Leidensabzug vorzunehmen ist, die gesamten Umstände in die Würdigung einzubeziehen sind, verletzt die vom kantonalen Gericht vertretene Auffassung, wonach zusätzlich zum 40%igen Abzug für eine eingeschränkte Arbeitsfähigkeit kein leidensbedingter Abzug beim Invalideneinkommen vorzunehmen sei, kein Bundesrecht.