Citation: 6B_702/2009 08.01.2010 E. 2.3

2.3.1 Die erste Instanz nahm an, der als Auskunftsperson befragte Geschädigte A.________ habe in der Einvernahme vom 15. Januar 2005 versucht, von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch zu machen. Dies sei von der Befragungsperson jedoch ignoriert worden. Seine Aussage sei daher von demjenigen Zeitpunkt an, in welchem erstmals deutlich geworden sei, dass er nicht aussagen wollte, unverwertbar (erstinstanzliches Urteil S. 25). 2.3.2 Das Obergericht des Kantons Zürich erkannte in seinem Zirkulationsbeschluss vom 9. Juli 2008, der Geschädigte A.________ hätte im Untersuchungsverfahren als Zeuge einvernommen werden müssen. Er sei in der Einvernahme vom 15. Januar 2005 jedoch lediglich als Auskunftsperson befragt und dementsprechend nicht auf die Pflicht zur wahrheitsgemässen Aussage gemäss Art. 307 StGB hingewiesen worden. Aus diesem Grund sei seine Aussage nach kantonalem Verfahrensrecht nicht verwertbar. Das Obergericht wies das Verfahren daher an die Staatsanwaltschaft zur Durchführung einer Einvernahme des Geschädigten als Zeuge zurück (Zirkulationsbeschluss vom 9.7.2008, Akten des Obergerichts, act. 84c S. 9 ff.; angefochtenes Urteil S. 16 ff.). 2.3.3 Das Obergericht gelangt im angefochtenen Urteil zum Schluss, nachdem der Geschädigte nunmehr formell als Zeuge einvernommen worden sei und der Beschwerdeführer seine Verteidigungsrechte habe ausüben können, sei auch die erste Einvernahme des Geschädigten als Auskunftsperson verwertbar, da dieser die früheren Angaben in der Zeugeneinvernahme als richtig bestätigt habe (angefochtenes Urteil S. 18). Im Weiteren nimmt sie an, die angeklagten Vorfälle hätte schon im Jahr 2003 begonnen, zu welchem Zeitpunkt der Geschädigte A.________ noch nicht 16 Jahre alt gewesen sei. Dies werde auch vom Geschädigten B.________ bestätigt (angefochtenes Urteil S. 34 ff.).