Citation: 8C_560/2022 E. 4.2.2

4.2.2. 4.2.2.1. Allerdings macht die Beschwerdeführerin weiter geltend, sie müsse beim Zubettgehen im Bett vom Ehemann gelagert werden, was im ersten Abklärungsbericht, nicht aber im zweiten festgehalten worden sei. Dennoch habe sich die Vorinstanz bezüglich dieser alltäglichen Lebensverrichtung einseitig auf die Auskünfte der Abklärungsperson bezogen. Sie habe damit den Untersuchungsgrundsatz verletzt, bzw. den Sachverhalt offensichtlich unrichtig festgestellt. 4.2.2.2. Nach der Rechtsprechung ist bei Lebensverrichtungen, welche mehrere Teilfunktionen umfassen, nicht verlangt, dass der Versicherte bei der Mehrzahl dieser Teilfunktionen fremder Hilfe bedarf. Vielmehr ist bloss erforderlich, dass er bei einer dieser Teilfunktionen regelmässig in erheblicher Weise auf direkte oder indirekte Dritthilfe angewiesen ist (BGE 117 V 146 E. 2 mit Hinweisen). Gemäss Rz. 8016 KSIH gilt die versicherte Person in der Lebensverrichtung "Aufstehen, Absitzen, Abliegen" als hilflos, wenn sie nicht in der Lage ist, sich ins Bett zu legen. 4.2.2.3. Es trifft zu, wie die Beschwerdeführerin vorbringt, dass das kantonale Gericht auf diesen Punkt nicht eingegangen ist, obwohl der Ehemann der Beschwerdeführerin anlässlich der mündlichen Parteiverhandlung (Protokoll vom 10. Mai 2022) ausgesagt hatte, die Ehefrau brauche auch in der Nacht seine Hilfe. Er müsse sie umlagern, sie könne wegen der Druckstellen nicht die ganze Nacht auf dem Rücken liegen. Manchmal habe sie Schlafapnoe, dann müsse er ihr helfen, sich umzulagern. Zudem hatte die Fachperson schon im Abklärungsbericht vom 23. Oktober 2020 festgehalten, die Beschwerdeführerin bedürfe beim Transfer ins Bett der Dritthilfe, inklusive Hilfe beim Lagern. Allerdings hat sie auch festgehalten, in der Nacht sei kein Umlagern nötig. Wie es sich damit verhält, bleibt unklar. In der Selbstdeklaration vom 11. Februar 2021 gab die Beschwerdeführerin allgemein an, sie bekomme Hilfe und Unterstützung bei den Transfers vom Ehepartner. Sie könne fast alles selbst erledigen, benötige aber punktuell Hilfe. Die Beschwerdegegnerin ging anlässlich der vorinstanzlichen Parteiverhandlung auf die geltend gemachte Notwendigkeit, die Beschwerdeführerin müsse im Bett gelagert und/oder in der Nacht umgelagert werden, nicht ein. Sie beschränkte sich ohne weitere Ergänzungen darauf, auf Rz. 8016 KSIH hinzuweisen. Unter diesen Umständen erweist sich die vorinstanzliche Sachverhaltsfeststellung als unvollständig. Die Sache ist zur Klärung des angesprochenen Punktes an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.