Citation: 4A_48/2019 E. 5.4.1

5.4.1. Der Beschwerdeführer wendet ein, von den Parteien sei nicht ansatzweise behauptet worden, beim streitgegenständlichen Bauprojekt habe es sich um ein standardisiertes Projekt mit denselben Akteuren gehandelt. Vielmehr hätten die Kläger behauptet, die Ausarbeitung der detaillierten Baueingabe durch das Architekturbüro des Klägers 1 habe monatelange Arbeit erfordert sowie Aufwendungen zur Marktfähigmachung. Beides widerspreche der vom Gutachter angenommenen erneuten Realisierung desselben oder auch nur vergleichbarer Wohnprojekte. 5.4.1.1. Damit setzt der Beschwerdeführer einerseits der Auffassung des Gutachters, die sich auf dessen Augenschein stützen kann, einfach seine eigenen Schlüsse entgegen, die er aus den Aussagen der Kläger zieht. Zudem verkennt er dabei einerseits, dass die Parteien nicht alle Umstände behauptet haben müssen, die ein Gutachter für die Beantwortung der ihm unterbreiten Fragen berücksichtigt (soweit den Parteien das notwendige Fachwissen fehlt, wären sie unter Umständen gar nicht in der Lage zu beurteilen, welches die entscheidenden Punkte sind; vgl. HEINRICH ANDREAS MÜLLER, in: Schweizerische Zivilprozessordnung, Alexander Brunner und andere [Hrsg.], Bd. I, 2. Aufl. 2016, N. 18 zu Art. 186 ZPO). Notwendig ist allerdings, dass bereits behauptet ist, was das Gutachten letztlich dartun soll (vgl. THOMAS WEIBEL, in: Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, Thomas Sutter-Somm und andere [Hrsg.], 3. Aufl. 2016, N. 6 zu Art. 189 ZPO). Dies ist hier kein Problem, weil die Behauptungs- und Beweislast für ein zusätzliches Entgelt der Aktiengesellschaft der Beschwerdeführer trägt, der es für seine Aktiengesellschaft beansprucht. Dass die Kläger es nicht hinreichend bestritten hätten, behauptet er nicht. Andererseits wäre der Richter selbst an übereinstimmende Parteibehauptungen nicht gebunden, sondern kann von Amtes wegen Beweis abnehmen, wenn ihm aufgrund der Ausführungen des Gutachters erhebliche Zweifel an unbestrittenen Tatsachen kommen (Art. 153 Abs. 2 ZPO). 5.4.1.2. Gerade vor diesem Hintergrund hätte der Beschwerdeführer, wenn er mit der Einschätzung des Gutachters nicht einverstanden war, vor der Vorinstanz im Einzelnen dartun müssen, inwiefern sich die verschiedenen Projekte konkret tatsächlich unterschieden, und offenlegen, welche Personen an deren Realisierung beteiligt waren. Dass er dies getan hätte, zeigt er nicht auf. Er macht an anderer Stelle zwar geltend, in Bezug auf den nie identischen Baugrund und die stets unterschiedlichen Erschliessungsvehältnisse sowie Umwelteinwirkungen könne es sich effektiv ohnehin nie um dieselbe Baukonstruktion handeln. Er zeigt aber nicht auf, dass er vor der Vorinstanz dargelegt hat, in welchen entscheidenden Punkten sich die verschiedenen Projekte konkret unterscheiden, so dass die an einem Projekt gesammelten Erfahrungen nicht übertragen werden könnten. Damit ist es nicht offensichtlich unhaltbar, wenn die Vorinstanz der Einschätzung des Gutachters folgt, der die Objekte in Augenschein genommen hat, um beurteilen zu können, ob es sich um ein Standardprojekt handelt.