Citation: U 145/00 16.05.2001 E. 1

1.- a) In formeller Hinsicht rügt der Beschwerdeführer, dass sowohl Vorinstanz wie auch Verwaltung die Aufhebung seiner Rente ohne seine Anwesenheit "behandelt" hätten. Er macht jedoch nicht geltend, er habe sich zur Sache nicht äussern können. b) Für das Verwaltungsverfahren, das in der Unfallversicherung bei Erhebung einer Einsprache erst mit dem Einspracheverfahren beendet wird (Kieser, Das Verwaltungsverfahren in der Sozialversicherung, Zürich 1999, Rz. 644; Rumo-Jungo, Das Verwaltungsverfahren in der Unfallversicherung, in: Schaffhauser/Schlauri, Verfahrensfragen in der Sozialversicherung, St. Gallen 1996, S. 203), ergibt sich weder aus den Bestimmungen des UVG noch aus jenen des VwVG ein Anspruch auf öffentliche Verhandlung (vgl. Art. 30 Abs. 1 und 2 VwVG in Verbindung mit Art. 105 UVG). Etwas anderes lässt sich auch nicht aus Art. 29 Abs. 2 der auf 1. Januar 2000 in Kraft getretenen Bundesverfassung vom 19. April 1999 bzw. aus Art. 4 Abs. 1 der bis 31. Dezember 1999 in Kraft gewesenen Bundesverfassung vom 29. Mai 1874 oder Art. 6 Abs. 1 EMRK ableiten (Albertini, Der verfassungsmässige Anspruch auf rechtliches Gehör im Verwaltungsverfahren des modernen Staates, Diss. Bern, Bern 2000, S. 337; Kieser, a.a.O., Rz. 236 ff.; Rumo-Jungo, a.a.O., S. 204 f.). Der SUVA kann demnach kein Vorwurf gemacht werden, dass sie ihre Verfügung bzw. ihren Einspracheentscheid in Abwesenheit des Versicherten gefällt hat. c) Art. 30 Abs. 3 der auf den 1. Januar 2000 in Kraft getretenen Bundesverfassung (BV) garantiert die öffentliche Verhandlung und Urteilsverkündung, wobei das Gesetz Ausnahmen vorsehen kann. Gemäss Art. 37 Abs. 1 lit. b des Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege des Kantons Bern (VRPG; BSG 155.21) berät und fällt das Verwaltungsgericht sein Urteil öffentlich, ausser auf dem Gebiet des Sozialversicherungsrechts; nach Art. 21 Abs. 1 VRPG gewährt das Verwaltungsgericht den Parteien das rechtliche Gehör, wobei jedoch im Allgemeinen kein Anspruch auf eine persönliche Anhörung durch die Mitglieder des Gerichts besteht (Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum Gesetz vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege des Kantons Bern, Bern 1997, N 6 zu Art. 21). Art. 30 Abs. 3 BV ist im Wesentlichen von Art. 6 Abs. 1 EMRK angeregt worden (Häfelin/Haller, Schweizerisches Bundesstaatsrecht, 5. Auflage, Zürich 2001, Rz. 857). Gemäss Rechtsprechung des Eidgenössischen Versicherungsgerichts schliesst Art. 6 Abs. 1 EMRK Ausnahmen vom Grundsatz der Öffentlichkeit nicht aus. So ist im Sozialversicherungsprozess für die Durchführung einer öffentlichen Verhandlung ein im erstinstanzlichen Verfahren zu stellender Parteiantrag erforderlich, welcher klar und unmissverständlich vorliegen muss (BGE 122 V 55 Erw. 3a; RKUV 1996 Nr. U 246 S. 161 Erw. 4; je mit Hinweisen). Nachdem der Beschwerdeführer keinen entsprechenden Antrag stellte, hat die Vorinstanz weder Art. 30 Abs. 3 BV noch Art. 6 Abs. 1 EMRK verletzt, indem sie ohne öffentliche Verhandlung und persönliche Anhörung des Versicherten entschied.