Citation: 4A_131/2024 E. 4.1.2

4.1.2. Weiter hatte die Erstinstanz erwogen, im Kreditvertrag vom 15./17. Mai 2006 hätten die Parteien mit Bezug auf den Kontokorrentkredit einen Zinssatz von 5 % pro Jahr vereinbart. Sie hätten festgelegt, dass die Zinssätze von der Beschwerdegegnerin jederzeit den veränderten Verhältnissen am Geld- oder Kapitalmarkt angepasst werden können. Als Grund für die Anpassung des Zinssatzes habe die Beschwerdegegnerin auf die Verletzung verschiedener Kreditklauseln durch die Beschwerdeführerin in den Jahren 2007 und 2008 und der damit einhergehenden Verschlechterung von deren Bonität verwiesen. Die Beschwerdegegnerin habe die vorgenommene Zinsanpassung somit nicht auf die Veränderungen im Geld- und Kapitalmarkt, sondern auf den Zustand der Kundenbeziehung gestützt, was nicht der Vereinbarung im Kreditvertrag entsprochen habe. Dennoch habe die Beschwerdeführerin nachweislich nie Widerspruch gegen die Kontoauszüge und Zinsabrechnungen erhoben. Im Gegenteil habe sie den Zinssatz von 9.5 % mehrfach unterschriftlich bestätigt. So beziehe sich das im Recht liegende Schreiben vom 26. August 2011 auf eine Besprechung zwischen den Parteien vom 24. August 2011 und bestätige die anlässlich dieser Besprechung getroffenen Vereinbarungen. Dort anerkenne die Beschwerdeführerin in Ziff. 2, der Beschwerdegegnerin auf dem Firmenkonto Fr. 371'033.53 nebst Zins zu 9.5 % pro Jahr und Kreditkommission zu 0.25 % pro Quartal zu schulden. Dieses Schreiben habe die Beschwerdeführerin zwar nie unterzeichnet. Hingegen habe sie das Schreiben der Beschwerdegegnerin vom 3. Januar 2012 unterzeichnet, das sich ausdrücklich auf den Inhalt des Schreibens vom 26. August 2011 beziehe. Darin werde festgehalten, dass die gemäss Schreiben vom 26. August 2011 vereinbarte Zahlung von Fr. 100'000.-- nicht eingetroffen sei. Unter Ziff. 1 stehe ausserdem, dass die Beschwerdeführerin anerkenne, der Beschwerdegegnerin auf dem Firmenkonto Fr. 390'801.51 nebst Zins zu 9.5 % pro Jahr und Kreditkommission zu 0.25 % pro Quartal zu schulden. Ein drittes Schreiben der Beschwerdegegnerin datiere vom 31. Januar 2014 und beziehe sich auf eine Besprechung vom 30. Januar 2014. Auch darin würden die besprochenen Vereinbarungen bestätigt. So werde in Ziff. 3 festgehalten, die Beschwerdegegnerin werde nach Eingang der per Ende Januar 2014 geschuldeten Zahlung und Erhalt des rechtsgültig unterzeichneten Doppels dieses Schreibens den Zins von 9.5 % pro Jahr und die Kreditkommission von 0.25 % pro Quartal auf einen Zins von 5 % pro Jahr netto reduzieren. Dies habe die Beschwerdeführerin mit Unterschrift vom 10. März 2014 bestätigt. Gemäss Erstinstanz machen die Bestätigungen in diesen Schreiben deutlich, dass die Beschwerdeführerin mit Sicherheit um den Zinssatz von 9.5 % gewusst und diesen ausdrücklich anerkannt habe. Selbst wenn sich die einseitige Erhöhung des Zinssatzes durch die Beschwerdegegnerin nicht mit den im Kreditvertrag festgelegten Änderungsgründen decke, stehe angesichts der Wirkungen der Genehmigungsklausel und der unterzeichneten Schreiben vom 3. Januar 2012 und 31. Januar 2014 fest, dass die Beschwerdeführerin der Zinserhöhung ausdrücklich zugestimmt habe.