Citation: 5A_228/2016 E. 3.3

3.3. Ob eine Expertise den Voraussetzungen von Art. 450e Abs. 3 ZGB entspricht, ist Rechtsfrage, die der freien Prüfung durch das Bundesgericht unterliegt. Ist kein Gutachten vorhanden oder erweist sich dieses als unvollständig, liegen mit anderen Worten offensichtliche rechtliche Mängel vor, hebt das Bundesgericht den angefochtenen Entscheid auf. Bei Unvollständigkeit erfolgt eine Rückweisung an die Vorinstanz zwecks Ergänzung des Gutachtens durch den gerichtlich bestellten Sachverständigen (vgl. Sachverhalt C.e zum Rückweisungsentscheid 5A_765/2015 vom 23. November 2015 in vorliegender Sache; zum Ganzen auch BGE 140 III 105 E. 2.3 S. 106; 140 III 101 E. 6.2.2 S. 103; Urteil 5A_879/2012 vom 12. Dezember 2012 E. 4.2 und E. 5. Jedes Gutachten bedarf einer Würdigung. Zieht das Gericht mangels eigener Fachkenntnis eine sachverständige Person bei, ist es bei der Würdigung des Gutachtens grundsätzlich frei. Ob das Gericht die in einem Gutachten enthaltenen Erörterungen für überzeugend hält oder nicht und ob es dementsprechend den Schlussfolgerungen der Experten folgen will, ist mithin eine Frage der Beweiswürdigung (BGE 141 IV 369 E. 6.1 S. 372). In Fachfragen darf das Gericht nicht ohne triftige Gründe von den gutachterlichen Schlussfolgerungen abrücken und muss Abweichungen begründen. Stützt das Gericht aber auf eine nicht schlüssige Expertise ab bzw. verzichtet es auf gebotene zusätzliche Beweiserhebungen, verstösst es gegen das Verbot willkürlicher Beweiswürdigung (Art. 9 BV; BGE 141 IV 369 E. 6.1 S. 373). Den kantonalen Instanzen steht dabei ein weiter Spielraum des Ermessens zu. Willkür im Sinne von Art. 9 BV liegt nur vor, wenn der angefochtene Entscheid auf einer schlechterdings unhaltbaren Beweiswürdigung beruht, d.h. wenn die Behörde in ihrem Entscheid von Tatsachen ausgeht, die mit der tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch stehen oder auf einem offenkundigen Fehler beruhen (BGE 141 IV 369 E. 6.3 S. 375; mit Hinweis auf BGE 140 I 201 E. 6.1 S. 205 f.; 138 I 49 E. 7.1 S. 51). Will der Beschwerdeführer bestimmte von der Vorinstanz in Würdigung eines Gutachtens getroffene Feststellungen angehen, muss er substanziiert darlegen, weshalb die kritisierten Feststellungen willkürlich sein oder sonstwie Bundesrecht verletzen sollen (BGE 141 IV 369 E. 6.3 S. 375; Urteil 5A_719/2014 vom 29. September 2014 E. 3.2). Vor diesem Hintergrund setzt das Bundesgericht auch im vorliegenden Fall nicht sein eigenes Ermessen an die Stelle desjenigen der Vorinstanz, sondern es hat sich darauf zu beschränken, ausgehend von den oben dargelegten Voraussetzungen einer fürsorgerischen Unterbringung (E. 3.1) die Einhaltung des Bundesrechts zu prüfen.