Citation: 8C_59/2020 E. 5.1

5.1. Nach Würdigung der medizinischen Akten mass die Voristanz der Beurteilung des Dr. med. E.________, Versicherungsmedizin Kompetenzzentrum Suva, vom 6. August 2019, welche im Rahmen des kantonalen Verfahrens von der Beschwerdegegnerin ins Recht gelegt wurde, volle Beweiskraft bei. Der Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates habe unter anderem überzeugend dargelegt, dass bezüglich der Interpretation der kernspintomographischen Bilder vom 9. März 2017 Beurteilungen von vier Orthopäden und von drei Radiologen vorlägen und alle vier Orthopäden und zwei Radiologen die Veränderungen der Supraspinatussehne als tendinotisch, d.h. verschleissbedingt interpretierten. Allein der Radiologe PD Dr. med. F.________, FMH Radiologie - Muskuloskelettale Radiologie, dessen Bericht vom 31. Mai 2019 ebenfalls im vorinstanzlichen Verfahren eingereicht wurde, habe die Veränderungen als Partialruptur, d.h. als Strukturveränderung der Sehne mit partieller Rissbildung bezeichnet. Weiter habe Dr. med. E.________ einleuchtend festgehalten, dass eine akute, unfallbedingte Verletzung der Sehnenmanschette zu unmittelbar eintretendem Funktionsverlust bestimmter Bewegungen führen würde. Dies liesse eine zeitnahe Inanspruchnahme eines Arztes erwarten. Sodann habe Dr. med. E.________ zu Recht darauf hingewiesen, dass es infolge von direkten Anprallereignissen des Schultergelenkes nur in einem geringen Teil der Fälle zu traumatisch bedingten Schäden an der Rotatorenmanschette komme. So seien geeignete Mechanismen, um eine Ruptur der Supraspinatussehne hervorzurufen, beispielsweise eine Schulterverrenkung oder ein massives plötzliches Hoch- oder Rückwärtsreissen des Armes, z.B. beim Hängenbleiben mit dem Arm bei erheblicher Beschleunigung des Körpers oder Sturz auf den nach hinten ausgestreckten Arm. Das kantonale Gericht befand, dass derartige Verletzungsmechanismen angesichts des hier geschilderten Verlaufs nicht ersichtlich seien. Weiter habe Dr. med. E.________ ausgeführt, dass für eine unfallbedingte Veränderung ein Decrescendo-Verlauf von Schmerzen und Symptomen typisch gewesen wäre. Im vorliegenden Fall zeige sich aber ein Crescendo-Verlauf, d.h. nach anfänglicher Verbesserung der Beschwerden sei es zu einer zunehmenden Schmerzsymptomatik gekommen. Das kantonale Gericht folgerte daraus, dass auch dies gegen eine traumatische Ursache der Verletzung spreche. Sodann stellte die Vorinstanz fest, dass Dr. med. E.________ sich mit der radiologischen Stellungnahme des PD Dr. med. F.________ vom 31. Mai 2019 auseinandergesetzt und nachvollziehbar aufgezeigt habe, dass dieser eine plausible Erklärung eines kausalen Zusammenhanges der sich darstellenden Veränderungen in der kritischen Zone der Sehnenmanschette als Folge des Ereignisses schuldig bleibe. Zeitliche Zusammenhänge, klinische Befunde, Diskussion der entsprechenden Fachliteratur, der Unfallhergang und auch wesentliche Aspekte der Bildgebung wie Begleitverletzungen (Stichwort Kollateralschäden) seien in seiner Stellungnahme ausser Acht geblieben. Das kantonale Gericht wies im Übrigen darauf hin, dass PD Dr. med. F.________ selber ausgeführt habe, dass beim Versicherten eine subacromiale Impingementkonfiguration bestehe, welche für eine verfrühte Degeneration und Partialruptur der Supraspinatussehne prädisponiere. In der Folge habe PD Dr. med. F.________ trotzdem die Ansicht vertreten, dass die Verletzung traumatisch bedingt sei. Selbst wenn diese Theorie durchaus möglich sei, reichten die diesbezüglich spärlich begründeten Ausführungen nicht aus, um an der akribisch begründeten Beurteilung des Dr. med. E.________ auch nur geringe Zweifel zu erwecken. Gestützt darauf sei eine traumatisch bedingte Rotatorenmanschettenläsion nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt. Damit seien sowohl eine Kausalität als auch eine Teilkausalität zu verneinen.