Citation: 6B_521/2022 E. 4.3.2

4.3.2. Auch die konkrete Strafzumessung ist bundesrechtskonform. Zunächst ist es nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz von einem mittelschweren bis schweren Verschulden ausgeht und folglich die hypothetische Einsatzstrafe auf 10 Jahre festsetzt. Sie liegt damit ohne Weiteres innerhalb des gesetzlichen Strafrahmens (Art. 111 i.V.m. Art. 40 StGB) und ihres Ermessens. Die Vorinstanz durfte zudem unbesehen der Unsicherheiten hinsichtlich des aktuellen Gesundheitszustandes des Beschwerdegegners 2 von einem mittelschweren bis schweren objektiven Tatverschulden ausgehen. Dies namentlich angesichts des konkreten Vorgehens des Beschwerdeführers und der Schwere der unmittelbaren Folgen für den Beschwerdegegner 2, einschliesslich der vom Beschwerdeführer nicht bestrittenen ärztlichen Nachbehandlung und Rehabilitation der physischen und psychischen Folgen während 1,5 Jahren. Von einer exorbitant hohen hypothetischen Einsatzstrafe kann keine Rede sein. Die Vorinstanz trägt auch den übrigen relevanten Strafzumessungskriterien angemessen Rechnung. Namentlich war sie angesichts der Tatsache, dass es letztlich nur der notfallmässigen Operation und gehörigem Glück zu verdanken ist, dass der Taterfolg nicht eintrat, nicht gehalten, die Einsatzstrafe aufgrund des Versuchs um mehr als 1,5 Jahre zu reduzieren. Es steht im Gegenteil fest, dass sich der Beschwerdeführer nach der Tat in sein Auto setzte und davon fuhr, ohne sich um sein Opfer zu kümmern. Er hat somit nichts unternommen, um den Erfolgseintritt abzuwenden. Soweit der Beschwerdeführer mit Bezug auf die subjektive Tatschwere neuerlich die vorinstanzlichen Erwägungen zu Schlagrichtung und -stärke kritisiert, ist darauf nicht einzugehen. Entgegen seiner Auffassung durfte die Vorinstanz den aus diesen Umständen abgeleiteten beachtlichen deliktischen Willen ohne Verletzung des Doppelverwertungsverbots strafschärfend berücksichtigen. Dies gilt ebenso für die mehrmaligen, provokativen Verwarnungen an den Beschwerdegegner 2. Der Vorinstanz ist zudem zuzustimmen, dass es dem Beschwerdeführer, objektiv betrachtet, ein leichtes gewesen wäre, sich vom Tatort zu entfernen, gar nicht erst einzugreifen oder wenigstens ein weniger empfindliches Körperteil des Beschwerdegegners 2 zu avisieren. Zu Recht wertet sie daher das Verschulden als schwer. Zutreffend ist auch, dass der Beschwerdeführer die Situation ohne äusseren Anlass eskaliert hat. Es kann auf das zum Sachverhalt Gesagte verwiesen werden. Nicht neuerlich einzugehen ist nach dem vorstehend Gesagten auf die Einwände des Beschwerdeführers zur Schuldfähigkeit und daraus folgend den Antrag einer Strafminderung oder die Notwendigkeit eines Obergutachtens. Der schweren Bedrängnis des Beschwerdeführers sowie den Drohungen und Beschimpfungen des Beschwerdegegners 2 trägt die Vorinstanz mit einer Strafminderung von insgesamt 1 Jahr angemessen Rechnung. Dies gilt ebenso für die Verletzung des Beschleunigungsgebots. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers trifft die Vorinstanz auch hier die wesentlichen Tatsachenfeststellungen, indem sie festhält, sowohl das Untersuchungs- als auch das Berufungsverfahren hätten unverhältnismässig lange gedauert resp. ohne Grund geruht. Es ist nicht ersichtlich, dass sie ihre Begründungspflicht verletzt oder in willkürlicher Weise wesentliche Tatsachen nicht festgestellt hätte. Die Strafreduktion um ein Jahr infolge Verletzung des Beschleunigungsgebots ist nachvollziehbar. Daran ändert nichts, dass zwischen mündlicher Eröffnung und schriftlicher Begründung des vorinstanzlichen Urteils mehr als die gesetzlich vorgesehenen 60 resp. 90 Tage vergingen. Immerhin ist der Vorinstanz zugutezuhalten, dass wesentliche Punkte des erstinstanzlichen Entscheids strittig waren und dass angesichts der Schwere der Vorwürfe eine einlässliche Begründung vorzunehmen war. Eine weitere Reduktion der Freiheitsstrafe um 2,5 Jahre, wie sie der Beschwerdeführer verlangt, ist nicht zuletzt mit Blick auf die Schwere der Rechtsgutsverletzung nicht angezeigt. Im Übrigen scheint der Beschwerdeführer zu verkennen, dass die vorinstanzliche Strafe ohne Weiteres innerhalb des gesetzlichen Strafrahmens liegt und dass die Vorinstanz sämtliche relevanten Zumessungskriterien berücksichtigt. Die ausgefällte Strafe von 4 Jahren erscheint im Ergebnis eher tief, jedenfalls aber keineswegs zu hoch. Soweit der Beschwerdeführer die Busse von Fr. 100.-- für den leichten Verkehrsregelverstoss beanstandet und beantragt, angesichts der seit der Tat vergangen Zeit sei von Strafe Umgang zu nehmen, begründet er keine Bundesrechtsverletzung.