Citation: 2C_710/2022 E. 5.1

5.1. Streitig ist zunächst, ob in affektiver Hinsicht eine enge Beziehung vorliegt und ob der Beschwerdeführer in diesem Zusammenhang ein übliches Besuchsrecht wahrnimmt (vorstehende E. 4.2 und 4.3). In sachverhaltlicher Hinsicht stellte die Vorinstanz fest, dass dem Beschwerdeführer nach dem Eheschutzentscheid vom 6. Juli 2020 in einer ersten Phase ein begleitetes Besuchsrecht im Umfang von einem halben Tag alle 14 Tage sowie in der Zwischenwoche zwei Stunden zuerkannt wurde, wobei die Einzelheiten vom Beistand zu regeln und aufzugleisen waren. Im ersten Jahr nahm der Beschwerdeführer dieses Besuchsrecht nur sehr eingeschränkt wahr und verzichtete zeitweise sogar freiwillig darauf. Sein erster Besuch am 19. Januar 2021 fand erst statt, nachdem der Beschwerdeführer im Dezember 2020 Kenntnis von seinem Wegweisungsverfahren erlangt hatte. Gemäss den weiteren vorinstanzlichen Feststellungen finden mittlerweile im Schnitt alle 14 Tage Besuche von ca. drei Stunden statt, ausschliesslich in Begleitung eines Sozialpädagogen. Den jeweils anwesenden Sozialpädagogen zufolge entwickelten sich die Besuche in der Tendenz in eine positive Richtung. Gemäss dem Scheidungsurteil vom 22. Juli 2022 haben die Besuche bis Ende des Jahres 2022 weiterhin in Begleitung stattzufinden. Im Scheidungsurteil ist gemäss den Feststellungen der Vorinstanz ebenfalls vorgesehen, dass der Beschwerdeführer ab dem 1. Januar 2023 das Recht hat, seinen Sohn für sechs Monate jedes zweite Wochenende einen Tag für drei Stunden unbegleitet zu sehen, wobei die Übergaben bei Bedarf noch begleitet zu erfolgen haben. Sofern diese Phase ohne Probleme erfolgt, erweitert sich das Besuchsrecht nach einem halben Jahr auf jeden zweiten Sonntag, von 10.00 bis 17.00 Uhr, ohne Begleitung. Bei reibungslosem Ablauf in den darauf folgenden sechs Monaten kann der Beschwerdeführer seinen Sohn schliesslich jedes zweite Wochenende von Samstag, 10.00 Uhr, bis Sonntag, 17.00 Uhr, sowie drei Wochen in den Schulferien und die Hälfte der Feiertage unbegleitet sehen. Der Beistand des Kindes kann den Beginn der jeweils nächsten Phase um jeweils längstens sechs Monate aufschieben, sofern das Kindeswohl dies gebietet. Vor dem Hintergrund dieser verbindlichen Feststellungen (Art. 105 Abs. 1 BGG) ist nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz unter Berücksichtigung der konkreten Ausgestaltung des Besuchsrechts verneint, dass sich dieses im Rahmen des Üblichen bewegt: Rechtsprechungsgemäss liegt ein "übliches Besuchsrecht" vor, wenn sich dieses auf "jedes Wochenende und die Hälfte der Ferien" (BGE 144 I 91 E. 5.2.1), oder "mindestens jedes zweite Wochenende" (z.B. Urteil 2C_934/2021 vom 15. Februar 2022 E. 4.4) erstreckt und kontinuierlich und reibungslos ausgeübt wird (BGE 139 I 315 E. 2.5). Der Beschwerdeführer übt sein Besuchsrecht gemäss den Feststellungen der Vorinstanz zwar alle 14 Tage aus und die Besuche entwickeln sich positiv. Allerdings beschränken sich die Besuche in zeitlicher Hinsicht im Schnitt auf jeweils drei Stunden und sie finden ausschliesslich in Begleitung statt. Eine sukzessive Ausweitung des Besuchsrecht ohne Begleitung steht erst in Aussicht, wenn die Bedingungen hierfür erfüllt sind. Hinzu kommt, dass der Beschwerdeführer sein Besuchsrecht in der Anfangsphase nicht oder kaum wahrnahm. Im Ergebnis hat die Vorinstanz damit eine enge affektive Beziehung zu Recht verneint. Dass der Sohn noch sehr jung und mittlerweile die gemeinsame elterliche Sorge vereinbart worden sei, vermag dies nicht zu ändern.