Citation: U 103/01 10.12.2001 E. A

A.- Die 1971 geborene S.________ war seit 15. April 1988 in einem Teilzeitpensum als Parfumerieverkäuferin für die Drogerie von A.________ tätig und in dieser Eigenschaft bei den Winterthur-Versicherungen (nachfolgend: Winterthur oder Beschwerdegegnerin) gegen Berufsunfälle versichert. Anlässlich einer seitlich versetzten Personenwagen-Frontalkollision zog sie sich am 29. Oktober 1990 auf dem Heimweg von der Arbeit als Beifahrerin in dem von ihrer Mutter gelenkten Personenwagen Verletzungen zu. Bei der unmittelbar im Anschluss an den Unfall in der Notfallstation des Spitals X.________ durchgeführten Untersuchung fand Dr. med. H.________ eine "klare, orientierte Patientin, keine Amnesie oder Bewusstlosigkeit, feine Schnitte [an der] Stirn links und atemabhängige Thoraxschmerzen sternal mit Kompressionsschmerz" (Bericht zur ambulanten Untersuchung im Spital X.________ vom 29. Oktober 1990). Er diagnostizierte eine Sternumfraktur bei einem schlanken Mediastinum, eine Rissquetschwunde links frontal und eine Oberschenkelkontusion rechts. Nach ambulanter Versorgung der Unfallverletzungen konnte S.________ aus dem Spital entlassen werden. Seit dem Unfall war sie - abgesehen von der Zeitdauer zwischen 13. und 30. November 1990 (50 % arbeitsunfähig) - bis Ende Januar 1991 ganz arbeitsunfähig gewesen, bevor sie ab 1. Februar 1991 wieder die volle Arbeitsfähigkeit erreichte. Ihre hauptberuflich ausgeübte Tätigkeit als Kosmetikerin hat sie 1996 wegen den belastungsabhängigen Rückenbeschwerden aufgegeben und statt dessen zunächst eine Tätigkeit im Büro des elterlichen Geschäfts und später als Kundenberaterin im Aussendienst für die "Zürich" Versicherungs-Gesellschaft aufgenommen. Zur Abklärung des ursächlichen Zusammenhanges zwischen den immer wiederkehrenden Rückenbeschwerden im Bereich der Brustwirbelsäule (BWS) und dem Unfall einigte sich die Winterthur mit dem Rechtsvertreter der Versicherten hinsichtlich der Person des Gutachters auf Dr. med. T.________ (Begutachtungsauftrag der Winterthur vom 23. August 1996). Dieser untersuchte S.________ am 15. November 1996 und gelangte dabei zur Beurteilung, die schubweise auftretenden Schmerzen im oberen Bereich der BWS seien auf die vorbestehende Haltungsstörung (Streckhaltung der BWS bei Status nach Morbus Scheuermann) zurückzuführen, durch den Unfall sei es nicht zu einer richtunggebenden Verschlimmerung gekommen und der Status quo sine sei heute erreicht (Bericht des Dr. med. T.________ vom 14. Januar 1997). Vor der beabsichtigten Leistungseinstellung gewährte die Winterthur der Versicherten das rechtliche Gehör. Mit Stellungnahme vom 15. April 1997 liess S.________ einen Bericht ihres behandelnden Arztes im Kneipp-Kurhaus in Dussnang, Dr. med. G.________, vom 9. April 1997 einreichen, worin dieser die Auffassung vertrat, die letzten Röntgenbilder vom Februar 1996 würden in Bezug auf die Keilwirbeldeformation des siebten Brustwirbelkörpers (BWK 7) "eindeutig auf ein Unfallgeschehen" hinweisen und die belastungsabhängigen Rückenbeschwerden seien somit klar unfallbedingt. In Absprache mit dem Rechtsvertreter der Versicherten legte die Winterthur die fraglichen Röntgenbilder Prof. Dr. med. O.________ (Institut für Radiologie des Spitals Y.________) vor mit dem Auftrag zur Aktenbeurteilung. Dr. med. M.________ vom Institut für Radiologie des Spitals Y.________ fand auf den Röntgenbildern keine posttraumatischen Restzustände. In Bezug auf weitere Abklärungsmassnahmen hielt er fest, abgesehen von den als Morbus Scheuermann interpretierten Veränderungen seien konventionellradiologisch keine pathologischen Befunde zu erheben, sodass auch keine weiteren diagnostischen Massnahmen vorgeschlagen werden könnten (Bericht vom 23. Juli 1997). Mit Schreiben vom 20. Oktober 1997 liess die Versicherte geltend machen, Dr. med. G.________ halte, trotz gegenteiliger Auffassung des Dr. med. M.________, an seiner Beurteilung fest. Dr. med. G.________, der schon "seit Jahren mit der Patientin arbeite", habe "zweifellos eine bessere Übersicht über den Fall" als ein blosser Aktengutachter. Nach den getätigten Abklärungen verfügte die Winterthur am 31. Oktober 1997, dass S.________ ab dem 1. November 1997 keinen Anspruch mehr auf Versicherungsleistungen nach dem Bundesgesetz über die Unfallversicherung (UVG) für die Gesundheitsschädigung an der Brustwirbelsäule habe. Es fehle der kausale Zusammenhang zwischen dem Unfall und den vorliegenden Beschwerden. Daran hielt die Winterthur gegenüber den Einsprecherinnen (Versicherte und SWICA Gesundheitsorganisation [nachfolgend: SWICA]) mit Einspracheentscheid vom 23. Dezember 1997 fest.