Citation: I 554/99 27.03.2000 E. 2

2.- Zunächst ist umstritten, ob nebst den ausgewiese- nen Rückenbeschwerden auch ein psychischer Gesundheitsscha- den mit Krankheitswert die Arbeitsfähigkeit des Beschwerde- führers beeinträchtigt. In Würdigung der medizinischen Ak- ten, insbesondere des im Administrativverfahren eingeholten Gutachtens des Dr. med. M.________, Spezialarzt FMH für Physikalische Medizin und Rehabilitation, speziell Rheuma- erkrankungen, vom 6. Mai 1996, sowie unter Berücksichtigung der vom Beschwerdeführer im kantonalen Verfahren ins Recht gelegten Privatexpertise des Dr. med. H.________, Psychiat- rie und Psychotherapie FMH, vom 31. Januar 1997, hat dies die Vorinstanz verneint, was aufgrund folgender Überlegun- gen nicht zu überzeugen vermag. a) In den Akten sind verschiedene ärztliche Aussagen vorhanden, welche das Vorliegen einer psychischen Störung beim Beschwerdeführer bejahen. So findet sich in der Kran- kengeschichte der Rehabilitationsklinik F.________ am 16. Februar 1995 der Vermerk, es habe bereits bei Eintritt eine allgemeine regressive und auch depressive Stimmungsla- ge bestanden, weswegen eine antidepressive Medikation mit Aurorix vorgenommen wurde. Im Bericht der Orthopädischen Universitätsklinik X.________ vom 3. September 1996 wurde unter anderem eine psychische Depression und Überlagerung diagnostiziert. Dr. med. M.________ hingegen beantwortete die ihm von der IV-Stelle unterbreitete Frage nach dem Be- stehen einer Krankheit des psychiatrischen Formelkreises mit "eher nein", während Dr. med. H.________ die Diagnosen "Episode einer Major Depression" und "Schmerzstörung in Verbindung mit sowohl psychischen Faktoren wie einem medi- zinischen Krankheitsfaktor" stellt. Zu Recht hat zwar das kantonale Gericht dem Gutachten des Dr. med. M.________ vollen Beweiswert (vgl. dazu BGE 125 V 352 ff. Erw. 3 mit Hinweisen) zuerkannt. Hingegen erfüllt dieser Experte mangels Spezialausbildung in Psy- chiatrie die Voraussetzungen, die Frage nach dem Bestehen eines psychischen Leidens mit Krankheitswert rechtsgenüg- lich zu beantworten, nicht. Es kann aber auch nicht auf das Privatgutachten des Dr. med. H.________ abgestellt werden. Dies weil es einerseits aus den von der Vorinstanz genann- ten Gründen nicht zu überzeugen vermag. Dann aber auch, weil es die Bejahung eines psychischen Leidens mit Krank- heitswert beim Beschwerdeführer wegen des Vorhandenseins von Umständen bejaht, die bei der grossen Mehrheit der in der Schweiz lebenden Fremdarbeiter mit gleichen oder ver- gleichbaren somatischen Beschwerden als gegeben angesehen werden müssten. Auch ist darauf hinzuweisen, dass der So- zialversicherungsrichter nach ständiger Rechtsprechung die Rechtmässigkeit der Verwaltungsverfügungen in der Regel nach dem Sachverhalt beurteilt, der bis zur Zeit des Ver- fügungserlasses eingetreten ist (BGE 121 V 366 Erw. 1b mit Hinweisen). Dr. med. H.________ weist ausdrücklich darauf hin, dass seine Beurteilung den heutigen Zustand (Datum der Untersuchung) betreffe, diese damit keine Rückschlüsse auf denjenigen zur Zeit des Erlasses der Verfügung zulässt. b) Angesichts der dargelegten Umstände lässt sich nicht schlüssig beurteilen, ob der Beschwerdeführer nebst den somatischen Beschwerden auch an einem invalidisierenden psychischen Gesundheitsschaden leidet. Zur Beantwortung dieser Frage drängt sich eine fachärztliche Begutachtung geradezu auf. Die Sache ist daher an die IV-Stelle zurück- zuweisen, damit sie die notwendigen Abklärungen veranlasst und anschliessend über den Rentenanspruch neu verfügt.