Citation: 6S.459/2002 15.10.2003 E. 3

Der Beschwerdeführer macht weiter geltend, er habe nicht mit Eventualvorsatz gehandelt. Er habe möglichst bald wieder zur Unfallstelle zurückkehren wollen. Tatsächlich sei er nach 30 Minuten dorthin zurückgekehrt, nachdem er in der Liegenschaft nach seiner kranken Freundin gesehen und sie mit der nötigen Pflege versehen habe. Er habe nicht in Kauf genommen, dass er sich durch das Sich-Entfernen vom Unfallort einer Blutprobe entziehen würde. Die Vorinstanz hielt fest, der Beschwerdeführer habe gewusst, dass A.________ die Polizei beiziehen wollte. Er habe mit der Anordnung einer Blutprobe gerechnet. Er habe die Unfallstelle für mindestens 30 Minuten verlassen und sich erst 36 Stunden später bei der Polizei gemeldet. Durch dieses Verhalten habe er die Vereitelung einer Blutprobe zumindest in Kauf genommen. 3.1 Zur Erfüllung des subjektiven Tatbestands von Art. 91 Abs. 3 SVG genügt Eventualvorsatz (BGE 126 IV 53 E. 2a, mit Hinweisen). Eventualvorsatz ist unter anderem gegeben, wenn der Fahrzeuglenker die Umstände kannte, welche die Meldepflicht (1) sowie die hohe Wahrscheinlichkeit der Anordnung einer Blutprobe (2) begründen, so dass die Unterlassung der gemäss Art. 51 Abs. 3 SVG vorgeschriebenen und ohne Weiteres möglichen Meldung an die Polizei vernünftigerweise nur als Inkaufnahme der Vereitelung einer Blutprobe gewertet werden kann (BGE 126 IV 53 E. 2a; 109 IV 137 E. 2b). Dasselbe gilt unter der zweiten Voraussetzung, wenn ein Unfallverursacher die Tatsachen kannte, welche eine Mitwirkungspflicht gemäss Art. 56 Abs. VRV auslösen, und er dieser nicht nachkommt. 3.2 Der Einwand des Beschwerdeführers geht fehl. Selbst wenn er angenommen haben sollte, dass die Polizeibeamten nach 30 Minuten noch an der Unfallstelle anwesend seien und eine Blutprobe anordnen könnten, erfüllte er den Tatbestand mit seinem weiteren Verhalten (eventual-)vorsätzlich. Der Beschwerdeführer kannte die Umstände, welche die Meldepflicht gemäss Art. 51 Abs. 3 SVG begründen. Auch waren ihm die Tatsachen bekannt, die ihn gestützt auf Art. 56 Abs. 2 VRV verpflichteten, bei der Feststellung des Sachverhalts mitzuwirken. Zudem war ihm bewusst, dass aufgrund der Umstände die Anordnung der Blutprobe sehr wahrscheinlich war. Indem er es unterliess - nachdem er feststellen musste, dass entgegen seiner (angeblichen) Vorstellung die Polizei nicht mehr an der Unfallstelle anwesend war -, sich unverzüglich bei der Polizei zu melden, hat er zumindest in Kauf genommen, dass durch sein Verhalten eine Blutprobe vereitelt wurde. Die Beschwerde ist somit auch in diesem Punkt abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.