Citation: 6S.192/2003 01.10.2003 E. 7.1

7.1.1 Im Zivilpunkt rügt die Beschwerdeführerin sodann eine Verletzung von Art. 8 ZGB, weil die Vorinstanz die angebotenen Beweise nicht abgenommen habe. 7.1.2 Gemäss Art. 8 ZGB hat, wo das Gesetz es nicht anders bestimmt, derjenige das Vorhandensein einer behaupteten Tatsache zu beweisen, der aus ihr Rechte ableitet. Die Bestimmung regelt einerseits für den ganzen Bereich des Bundeszivilrechts die Folgen der Beweislosigkeit und gibt anderseits der beweisbelasteten Partei einen bundesrechtlichen Anspruch darauf, für rechtserhebliche Sachvorbringen zum Beweis zugelassen zu werden, sofern ihr Beweisantrag nach Form und Inhalt den Vorschriften des kantonalen Rechts genügt (BGE 122 III 219 E. 3c; 114 II 289 E. 2a). Demgegenüber bietet Art. 8 ZGB keine Handhabe für Kritik an der Beweiswürdigung des kantonalen Sachgerichts. Hiefür steht allein die in der staatsrechtlichen Beschwerde vorzubringende Willkürrüge wegen Verletzung von Art. 9 BV zur Verfügung (BGE 120 II 97 E. 2b; 119 II 380 E. 3b; Peter Münch, Berufung und zivilrechtliche Nichtigkeitsbeschwerde, in: Prozessieren vor Bundesgericht, 2. Aufl. 1998, 4.62). Dies gilt im selben Masse für die Nichtigkeitsbeschwerde, soweit mit ihr die Beurteilung des Zivilanspruchs gerügt wird. 7.1.3 Die Vorinstanz äussert sich zu den Anträgen auf Einvernahme der zum Fahrstil des Geschädigten angerufenen Zeugen nicht ausdrücklich. Sie geht sinngemäss in antizipierter Beweiswürdigung davon aus, der rechtlich erhebliche Sachverhalt sei genügend abgeklärt bzw. durch die zusätzlich beantragten Beweise werde ihre Überzeugung nicht mehr geändert. Das Bundesgericht hat in seinem Entscheid zur staatsrechtlichen Beschwerde angenommen, die Auffassung der Beschwerdeführerin, der Geschädigte habe durch die Haltung auf dem Fahrrad mit seinem Oberkörper das Vorderlicht verdeckt, sei abwegig (6P.72/2003 E. 4.2). Dementsprechend hat es eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör verneint. Was die Beschwerdeführerin in diesem Zusammenhang vorbringt, knüpft nicht an den Begriff der Beweislosigkeit an, sondern richtet sich gegen die Beweiswürdigung. Diese kann aber, wie ausgeführt, im Rahmen der eidgenössischen Nichtigkeitsbeschwerde nicht überprüft werden. Auf die Beschwerde kann in diesem Punkt nicht eingetreten werden. 7.2 Zuletzt macht die Beschwerdeführerin geltend, die Vorinstanz verharmlose das Fehlverhalten des Geschädigten. Dieser habe sich derart ungewöhnlich verhalten, dass damit schlechthin nicht zu rechnen gewesen sei. Sein Verhalten stelle die eigentliche Unfallursache dar, im Vergleich zu welchem ein allfälliges Fehlverhalten ihrerseits völlig in den Hintergrund trete. Der adäquate Kausalzusammenhang sei daher unterbrochen worden. Mit dieser Rüge bringt die Beschwerdeführerin auch im Rahmen des Zivilpunktes vor, der Geschädigte sei unvermittelt vor ihr Auto gefahren. Damit wendet sie sich erneut gegen die tatsächlichen Feststellungen der Vorinstanz, so dass auf ihre Beschwerde auch in dieser Hinsicht nicht eingetreten werden kann (vgl. oben E. 4.3).