Citation: 5A_298/2023 E. 1

Das Obergericht hat erwogen, dass es der Beschwerde an expliziten Anträgen fehle, aber der Vater von einer fehlenden Authentizität des Wunsches des Sohnes ausgehe und er sinngemäss die Weiterführung der Beistandschaft verlange, damit die Beiständin auf funktionierende Besuche hinarbeiten könne. Es legte seinen weiteren Erwägungen zugrunde, dass der Sohn sich seit längerer Zeit konstant gegen Besuche äussere und dies damit begründe, dass sein Vater mit ihm schimpfe, schlecht über die Mutter und den Stiefvater spreche und er gerne auch seine Verwandtschaft im Iran besuchen möchte, was aber nicht möglich sei, weil die Eltern dort als nicht geschieden gälten und der Vater aus iranischer Optik über das Sorgerecht verfüge. Die Argumente seien nachvollziehbar und es deute nichts darauf hin, dass die Haltung des Sohnes auf mütterlicher Indoktrination beruhen würde. Die negativ befrachtete Sicht des Vaters auf die neue mütterliche Familie stehe einem Besuchsrecht nicht grundsätzlich entgegen, bedeutete aber eine starke Belastung für den Sohn. Dieser ertrage die ständige Kritik und das Anschreien durch seinen Vater nicht mehr und könne auch die Herabsetzung seiner Mutter und des Stiefvaters nicht mehr hören. Er stehe unter hohem Leidensdruck und seine ablehnende Willensäusserung gegenüber Kontakten mit dem Vater sei konstant. Bis zu einem gewissen Grad zu berücksichtigen seien auch die Vollzugsprobleme; vor dem Hintergrund, dass seit langer Zeit keine Besuche mehr stattgefunden hätten, sei nicht zu erwarten, dass weitere Bemühungen der Beiständin erfolgreich wären. Zudem erscheine die Belastungssituation, die dadurch entstehen würde, für den Sohn unzumutbar. Dieser sei zwischenzeitlich 14-jährig und die Aufrechterhaltung der Besuchsrechtsbeistandschaft würde für ihn eine Fortführung der ständigen Konfrontation mit dem Unvermögen des Vaters bedeuten, die familiären Realitäten anzuerkennen. Die Aufhebung der Beistandschaft nach Art. 308 Abs. 2 ZGB sei somit geboten.