Citation: 5A_45/2024 E. 5.2.3

5.2.3. Ausgangspunkt ist die Erkenntnis, dass bei der C.________. Ltd. bzw. deren Rechtsnachfolgerinnen (s. Sachverhalt Bst. A.a-A.c) auf den Namen der Beschwerdegegnerin übers Internet eine Kontobeziehung eröffnet und dabei auch der hierzu erforderlichen Nutzungs- und Gerichtsstandsvereinbarung zugestimmt wurde. Dies stellt auch die Beschwerdegegnerin jedenfalls nicht rechtsgenüglich in Abrede. Sie begnügt sich mit dem pauschalen Einwand, aus der ohne ihre Ermächtigung erfolgten eigenmächtigen Kontoeröffnung durch E.________ könne nicht abgeleitet werden, dass automatisch eine formgültige Zustimmung und/oder ein gültiger Abschluss der Gerichtsstandsklausel vorliege; dies gelte umso mehr, als die Vorinstanz zumindest bei einigen Beweismitteln Zweifel an der Echtheit geäussert habe. Vom Beweisthema her beziehen sich diese Vorbehalte des Obergerichts freilich auf die Frage, ob die Beschwerdegegnerin persönlich das Bankkonto eröffnete und dabei der Gerichtsstandsvereinbarung gemäss Ziffer 15.2 der Nutzungsvereinbarung zustimmte. Dasselbe gilt auch für alle übrigen Erwägungen, in denen sich die Vorinstanz ausschliesslich mit der Frage befasst, ob die Beschwerdeführerin den Abschluss der Gerichtsstandsvereinbarung durch die Beschwerdegegnerin persönlich glaubhaft gemacht habe (s. vorne E. 3). Losgelöst von der Frage, wer das Konto bei der C.________. Ltd. eröffnete und dabei der in der Nutzungsvereinbarung enthaltenen Gerichtsstandsklausel zustimmte, findet sich in den Ausführungen der Beschwerdegegnerin jedoch keine hinreichend begründete Erklärung, weshalb die Gerichtsstandsvereinbarung nicht unter Einhaltung der Formvorschriften von Art. 5 IPRG zustande gekommen sein soll. Gewiss enthält der angefochtene Entscheid keine eigenständigen Feststellungen darüber, ob tatsächlich der frühere Ehemann der Beschwerdegegnerin das umstrittene Konto bei der C.________. Ltd. für die Beschwerdegegnerin eröffnete und dabei die Nutzungs- und Gerichtsstandsvereinbarung akzeptierte, ohne dazu von der Beschwerdegegnerin ermächtigt zu sein. Das Obergericht zitiert in diesem Zusammenhang die Schilderungen des Kantonsgerichts, denen zufolge die Beschwerdegegnerin Entsprechendes - wenn auch ohne Erfolg - im erstinstanzlichen Verfahren geltend gemacht habe. Im hiesigen Verfahren macht die Beschwerdegegnerin aber nicht geltend, dass - alternativ zu ihr selbst - jemand anderes als ihr früherer Ehemann das Konto bei der C.________. Ltd. eröffnet und dabei die diesbezügliche Nutzungsvereinbarung samt der umstrittenen Gerichtsstandsklausel akzeptiert hätte. Mithin ergeben sich - auf der Ebene des Zustandekommens der Gerichtsstandsklausel - zwei Möglichkeiten: Entweder wurde die Gerichtsstandsvereinbarung von der Beschwerdegegnerin selbst oder (in ihrem Namen und auf ihre Rechnung) von ihrem früheren Ehemann abgeschlossen. Die Beschwerdeführerin stellt sich diesbezüglich auf den Standpunkt, es komme gar nicht darauf an, ob das fragliche Konto durch die Beschwerdegegnerin selbst oder durch ihren früheren Ehemann eröffnet wurde; massgeblich sei allein, dass die gültig erfolgte Kontoeröffnung und Zustimmung zur Nutzungs- und Gerichtsstandsvereinbarung der Beschwerdegegnerin zuzurechnen ist. Diese Sichtweise trifft insofern zu, als die Beschwerdeführerin vor Bundesgericht nicht mehr als verfassungswidrig rügt, dass das Obergericht die Glaubhaftmachung eines Vertragsabschlusses durch die Beschwerdegegnerin selbst verneinte (s. vorne E. 5.1). Von daher stellt sich in der Tat nur noch die Frage, ob E.________s rechtsgeschäftliches Handeln der Beschwerdegegnerin nach den gemäss Art. 126 Abs. 2 IPRG anwendbaren Regeln über die Stellvertretung zuzurechnen ist. Dem angefochtenen Entscheid ist nicht zu entnehmen, wo E.________ im Sinne der zitierten Norm seine Niederlassung hatte oder im Einzelfall hauptsächlich handelte, als er im Namen der Beschwerdegegerin das Konto bei der C.________. Ltd. eröffnete. Daran ändert auch die nicht weiter belegte Behauptung der Beschwerdeführerin nichts, wonach E.________ im relevanten Zeitraum "unbestrittenermassen" in der Schweiz gewohnt habe. Allein gestützt darauf kann das Bundesgericht nicht als erste und einzige Instanz einen reformatorischen Entscheid fällen. Im Ergebnis ist der vorinstanzliche Schluss, dass die beweispflichtige Beschwerdeführerin keinen übereinstimmenden Willen der Parteien zum Abschluss einer Gerichtsstandsvereinbarung glaubhaft gemacht habe, in dem Sinne offensichtlich unhaltbar, als das Obergericht in willkürlicher Anwendung von Art. 5 IPRG die Möglichkeit ausschliesst, dass die Beschwerdegegnerin die Gerichtsstandsvereinbarung nach den Regeln der Stellvertretung zum Abschluss brachte, insbesondere nach den Regeln über die nachträgliche Genehmigung eines ohne Ermächtigung in fremdem Namen getätigten Geschäfts. Das Obergericht wird sich in einem neuen Entscheid mit den diesbezüglichen Tat- und Rechtsfragen zu befassen haben.