Citation: H 68/00 16.02.2001 E. 4

4.- Es ist unbestritten und steht fest, dass die Y.________ AG sämtliche bis 31. Dezember 1996 fällig gewordenen Sozialversicherungsbeiträge bezahlt hat. Die Firma hat noch am 18. März 1997, d.h. kurze Zeit vor Konkurseröffnung (7. April 1997), die Beiträge für den Monat Dezember 1996 auf entsprechende Mahnung vom 6. Februar 1997 hin bezahlt. Die am 15. Dezember 1987 gegründete Firma ist - weder nach den Akten noch auf Grund der Vorbringen der Parteien bestehen gegenteilige Anhaltspunkte - ihrer Beitragszahlungspflicht bis im Frühjahr 1996 klaglos nachgekommen. Wie das kantonale Gericht verbindlich festgestellt hat (vgl. Erw. 1 hievor), resultierte, bei sich stetig verschlechternder Auftragslage, für das erste Halbjahr 1996 noch ein Reingewinn im Betrag von Fr. 25'715.55; die Jahresrechnung 1996 (am 27. März 1997 erstellt) wies in der Folge einen Verlust in Höhe von Fr. 94'390.50 aus. Wegen Überschuldung musste der Richter benachrichtigt werden, der am 7. April 1997 den Konkurs über die Gesellschaft eröffnete (Art. 725 und 725a OR). Das bis im Frühjahr 1996 zu keinen Beanstandungen Anlass gebende Beitragswesen war in den Monaten vor dem Konkurs nicht mehr ganz einwandfrei und straff gehandhabt worden. Dies zeigt sich darin, dass die Gesellschaft ab Februar 1996 die Beiträge verschiedentlich verspätet bezahlte und häufig gemahnt werden musste, wobei sie zumindest auf jeweils erste Mahnung der Ausgleichskasse hin, abgesehen von den Beiträgen für die Monate August und Dezember 1996, jeweils innert kurzer Frist die versäumten Zahlungen (der bis Ende 1996 fällig gewordenen Beiträge) nachholte. Eine Gesamtwürdigung der konkreten Verhältnisse (namentlich die kurze Dauer des Beitragsausstandes, das über Jahre hinweg klaglose Beitragswesen, der einen Reingewinn ausweisende Halbjahresabschluss 1996, die im letzten Jahr vor Konkurseröffnung verschiedentlich verspätete, auf Mahnung hin indes regelmässig prompte Zahlung der Beiträge) belegt, dass die Gesellschaft nicht beabsichtigte, ihren Betrieb auf Kosten der Ausgleichskasse weiterzuführen. Daran vermag die Tatsache nichts zu ändern, dass durch die Erhöhung des Aktienkapitals im Dezember 1996 (von Fr. 50'000.- auf Fr. 100'000.-) die Liquidität, entgegen den Darlegungen der Beschwerdeführer, nicht verbessert worden war: Die Liberierung erfolgte durch Verrechnung mit einer Darlehensschuld der Gesellschaft gegenüber dem Präsidenten des Verwaltungsrates und Alleinaktionär (Art. 652e Ziff. 2 OR), womit der Gesellschaft keine neuen flüssigen Mittel zugingen, sondern einzig Fremd- in Eigenkapital umgewandelt wurde, was geeignet war, die Gefahr einer Überschuldung zu verringern (vgl. Art. 725 OR; Böckli, Schweizer Aktienrecht, 2. Aufl., N 206 f. und N 1684). Unter Berücksichtigung sämtlicher Umstände kann nicht von einem im Sinne der obgenannten Ausführungen (vgl. Erw. 3 hievor) schweren Normenverstoss gesprochen werden, wenn die Beschwerdeführer die Beiträge für die Monate Januar und Februar 1997 nicht mehr ablieferten. Somit fällt ein haftungsbegründendes qualifiziertes Verschulden, wie es Art. 52 AHVG für die Schadenersatzverpflichtung verlangt, ausser Betracht.