Citation: 7B_676/2024 E. 4.3.4

4.3.4. Schliesslich wendet der Beschwerdeführer ein, die involvierten Gutachter würden nicht davon ausgehen, dass sexuelle Übergriffe auf fremde Kinder zu erwarten wären. Ein Rückfallrisiko bestehe nur, wenn er wieder Kontakte zu minderjährigen Kindern aufbauen bzw. pflegen könne. Er behauptet weiter, ein derartige Kontaktaufbau bis zu einem allfälligen Übergriff beanspruche mehrere Wochen bis Monate Zeit. Ein solch deliktisches Verhalten sei mit flankierenden Massnahmen seitens der Behörden kontrollierbar. Dem ist mit der Vorinstanz entgegenzuhalten, dass das bestehende Risiko laut Gutachter nur durch umfangreiche Kontroll- und Beschränkungsmassnahmen "etwas" reduziert werden könne. Die vom Gutachter beschriebenen Massnahmen (kontrollierende und betreuende, im Umgang mit Sexualstraftätern erfahrene Wohneinrichtung mit Personalpräsenz rund um die Uhr, Begleitung und Kontrolle durch eine professionelle, forensisch-psychiatrische Nachsorgeeinrichtung, Kontrolle und Einschränkung der Nutzung digitaler Medien und des Internets sowie strikte Vermeidung jeglicher persönlicher Kontakte mit Minderjährigen) gehen weit über einfache "flankierende Massnahmen" hinaus. In diesem Sinne hat die frühere Feststellung des Bundesgerichts, wonach letztlich extramural verwahrungsanaloge Strukturen aufgebaut und unterhalten werden müssten, um den Beschwerdeführer verantwortbar bei gleichzeitig zu gewährleistendem Schutz der Kinder bedingt entlassen zu können, was ein Widerspruch in sich sei (Urteil 6B_124/2021 vom 24. März 2021 E. 2.6.2, nicht publiziert in: BGE 147 I 259), nach wie vor Geltung. Ausserdem weist die Vorinstanz zu Recht darauf hin, dass die erneuten Verurteilungen des Beschwerdeführers während dem Verwahrungsvollzug berechtigte Zweifel an seiner Absprachefähigkeit bezüglich eines Entlassungssettings, welches mit Weisungen und Auflagen verbunden ist, aufkommen liessen. Bekräftigt werden diese Zweifel vom Gutachter, der ausführt, aufgrund seiner insgesamt gegenüber der Justiz skeptischen bis feindseligen Haltung und den manipulativen und egozentrischen Anteilen in der Persönlichkeit des Beschwerdeführers scheine es zweifelhaft, dass er künftig eine ausreichend gute Compliance und Kooperation inkl. Offenheit und Transparenz gegenüber betreuenden oder kontrollierenden Institutionen entwickeln und aufrechterhalten würde. Darüber hinaus verweist Dr. med. B.________ auf die guten Kenntnisse und Fähigkeiten des Beschwerdeführers im Umgang mit Computern und dem Internet. Diese könnte er, so das Gutachten, nutzen, um über digitale Medien Kontakt zu Minderjährigen aufzubauen, ohne dass dies von aussen zu erkennen wäre. Vor diesem Hintergrund erscheint der Umstand, dass ein sexueller Übergriff bei einem Rückfall eine gewisse Vorlaufzeit in Form von Kontaktaufbau benötigen würde, für die Legalprognose alles in allem von untergeordneter Bedeutung.