Citation: 6B_1155/2017 E. 2.8.3

2.8.3. Die Gutachter fragen sich, ob der Beschwerdeführer nicht ohne jede therapeutische oder sonstige Intervention im Falle einer Freilassung straffrei leben könnte. Auch jetzt erscheine eine - nicht nur, aber auch deliktorientierte - Psychotherapie unverzichtbar. Seine Ansicht, bereits genug Therapie erfahren zu haben, könne nicht geteilt werden. Es sei von ihm ein Umdenken im Sinne belastbarer Therapiebereitschaft und -motivation zu erwarten (Gutachten S. 124). Im Vergleich zu den probeweisen Entlassungen von 1980, 1991 und 1994 lägen heute für den älteren Beschwerdeführer eher günstigere individuelle Voraussetzungen vor. Von einer wirklich günstigen Prognose sei schon damals nicht auszugehen gewesen. Verändert hätten sich die juristischen und gesellschaftlichen Vorgaben. Auf seine Willenskraft, dem Alkohol zu entsagen, könne nicht abgestellt werden. Da er sich einer deliktorientierten Therapie beim PPD nicht unterziehen wolle und nicht in einen (therapeutischen) Massnahmenvollzug verlegt werden möchte, könne dies angesichts der notwendigen Mitarbeit nicht empfohlen werden (Gutachten S. 125). Als konkret realisierbarer Kompromiss erscheine vertretbar, dass er in der Strafanstalt verbleibe und sich in die Behandlung eines forensisch und mit Sexualdelikten erfahrenen, vom PPD unabhängigen Psychotherapeuten begebe. Sobald ein tragfähiges Arbeitsbündnis hergestellt sei, wäre eine Versetzung in eine halboffene Vollzugsform vertretbar. Eine vom Vollzug losgelöste Psychotherapie sei nicht zweckmässig und nicht empfehlenswert, was der Beschwerdeführer einsehen müsste (Gutachten S. 126). Eine deutliche Verhaltensberuhigung sei beobachtet worden, jedoch könne nicht festgestellt werden, dass in seiner Persönlichkeits-, psychosexueller und Alkoholproblematik grundlegende Veränderungen eingetreten seien. Es seien objektiver Stillstand und subjektive Perspektivlosigkeit eingetreten, die unter definierten Bedingungen, die von ihm akzeptiert werden müssten, überwunden werden könnten (Gutachten S. 127).