Citation: 8C_85/2024 E. 4.3

4.3. Dass die Vorinstanz mit der Qualifikation des Vorfalls als Wagnis und dabei als besonders schweren Fall Bundesrecht verletzt haben sollte, vermag der Beschwerdeführer nicht aufzuzeigen. Die vom kantonalen Gericht festgestellte, vom Beschwerdeführer insoweit nicht bestrittene Situation muss zunächst als unkontrollierbare Gefahr auch für das eigene Leben gelten. Daran kann nichts ändern, dass sich der Beschwerdeführer nach eigenen Angaben bloss als Vermittler habe anbieten wollen, zumal, wie aus den Akten der Staatsanwaltschaft und aus dem Einspracheentscheid weiter hervorgeht, der eigentliche Hintergrund der Entführung ein Streit um 10 kg Marihuana beziehungsweise um Fr. 50'000.- war. Sich in eine solche Gefahr zu begeben, kann zudem jedenfalls nicht als schützenswert gelten. Dass die Vorinstanz auf ein Wagnis erkannt hat, ist nicht zu beanstanden. Es lässt sich ferner auch nicht ersehen, inwieweit das kantonale Gericht die hier weiter zu beachtenden Grundsätze verletzte, indem es angesichts der vorliegenden Umstände gar von einer besonderen Gefahr und einem besonderen Verschulden ausging. Dies lässt sich unabhängig von der strafrechtlichen Qualifikation der im Raum stehenden, allenfalls bandenmässig verübten Drogendelikte im Einzelnen beurteilen. Zudem ist hier auch nicht von Belang, ob gegen den Beschwerdeführer selber ein Strafverfahren eröffnet wurde oder nicht. So zog das kantonale Gericht insbesondere in Erwägung, dass bei einer Entführung mit Drohungen und einer Lösegeldforderung jedenfalls nicht das persönliche Gespräch mit den Entführern zu suchen sei, sondern die Polizei zu alarmieren wäre, zumal entgegen den Vorbringen des Beschwerdeführers nicht davon auszugehen gewesen sei, dass es sich bei den Entführern um harmlose Kinder und Jugendliche handle, sondern vielmehr mit Tätern mit erheblicher krimineller Energie zu rechnen gewesen sei, die vor Gewalt nicht zurückschreckten.