Citation: 6B_1138/2017 E. 2.3.2

2.3.2. Der Beschwerdeführer bringt weiter vor, die Vorinstanz irre sich bezüglich des Motivs der Beschwerdegegnerin. Diese habe sich im Zeitpunkt der Verfahrenswiederaufnahme in einer orientierungslosen Lebenssituation befunden. Ein mutmasslicher sexueller Missbrauch während der Kindheit, welcher sich durch Auto- oder Fremdsuggestion bei der Beschwerdegegnerin während den rund 20 Jahren vor der zweiten Strafanzeige gedanklich erhärtet habe, soll ihr in dieser Lebenssituation helfen, mit der Vergangenheit abschliessen zu können. Durch wiederholte Fragen könnten falsche Gedächtnisinhalte implantiert und suggestiv Erinnerungsverfälschungen bewirkt werden. Die Beschwerdegegnerin sei mehrfach mit Mutmassungen bezüglich der Missbrauchsthematik konfrontiert und gar bedrängt worden. Es sei möglich, dass sich aufgrund dessen über all die Jahre falsche bzw. für wahr gehaltene Erinnerungen an einen vermeintlichen Missbrauch verfestigt hätten. Auch die Therapie, welche die Beschwerdegegnerin ein halbes Jahr vor der Anzeige begonnen habe, habe zur Suggestion beigetragen. Die Argumentation des Beschwerdeführers ist nicht stichhaltig. Die Vorinstanz befasst sich ausführlich mit dem Einwand der Auto- bzw. Fremdsuggestion und mit der Motivlage der Beschwerdegegnerin. Sie erwägt, die Beschwerdegegnerin habe von sich aus entschieden, die Taten zur Anzeige zu bringen. Es sei nicht ersichtlich, weshalb die Beschwerdegegnerin den Beschwerdeführer rund 17 Jahre nach den vorgeworfenen Taten zu Unrecht belasten und sich erneut einem für sie ebenfalls belastenden Strafverfahren aussetzen sollte. Der Vorwurf, die Beschwerdegegnerin suche für ihre Orientierungslosigkeit einen Grund, sei geradezu zynisch. Die Beschwerdegegnerin habe eine Lehre abgeschlossen und studiere. Dass sie zuvor mehrfach die Studienrichtung gewechselt habe, sei für eine junge Person nicht unüblich. Die Vorinstanz erwägt weiter, auch die Entstehungsgeschichte der Aussagen spreche gegen die These der Suggestion. Die ersten Aussagen gegenüber C.________ seien ohne jegliche suggestive Einflüsse entstanden. Auch bei der damaligen Therapeutin und bei der ersten polizeilichen Einvernahme habe die Beschwerdegegnerin den Beschwerdeführer nicht belastet, was ebenfalls gegen eine Beeinflussung spreche. Sie sei auch nicht, wie behauptet, dauernd mit dem Thema Missbrauch konfrontiert worden. Ihre Familie habe zudem von den Wiederaufnahmeplänen nichts gewusst. Auch sei die Anzeigeerstattung erwiesenermassen nicht durch die Therapeutin beeinflusst worden. Diese Erwägungen sind unter Willkürgesichtspunkten nicht zu beanstanden. Die bloss theoretische Möglichkeit, dass falsche Erinnerungen durch Suggestion entstehen können, reicht nicht aus, um dies im konkreten Fall zu bejahen. Die Vorinstanz liess sich bei ihrem Entscheid auch nicht von der Motivlage leiten. Vielmehr stellt diese lediglich ein Element der ausgewogenen und detaillierten Beweiswürdigung dar.