Citation: 5A_463/2022 E. 6.6.1

6.6.1. Vorliegend ist die erstmalige Festsetzung des vom Beschwerdeführer zu bezahlenden Unterhalts zu beurteilen. Es ist jedoch eine Konstellation gegeben, die der soeben in E. 6.5.2 geschilderten Situation entspricht: Der Beschwerdeführer hat nach Abschluss des erstinstanzlichen Verfahrens und damit nachdem erstmals festgelegt wurde, welches Einkommen ihm zu erzielen möglich und zumutbar ist, die Anstellung gewechselt. Dabei ist vor Bundesgericht unbestritten, dass die Höhe des bei einem Beschäftigungsgrad von 80 % erzielten Verdienstes von Fr. 4'707.-- auf Fr. 4'400.-- gesunken ist. Sodann ist auch hier die Unterhaltspflicht gegenüber einem minderjährigen Kind betroffen. Im Verhältnis zu minderjährigen Kindern sind rechtsprechungsgemäss aber besonders hohe Anforderungen an die Ausnützung der Erwerbskraft zu stellen, insbesondere in engen wirtschaftlichen Verhältnissen, wie sie hier vorliegen. Die Eltern müssen sich in beruflicher und unter Umständen auch örtlicher Hinsicht so ausrichten, dass sie ihre Arbeitskapazität maximal ausschöpfen können (BGE 147 III 265 E. 7.4; 137 III 118 E. 3.1; Urteile 5A_337/2022 vom 8. November 2022 E. 3.1, in: FamPra.ch 2023 S. 299; 5A_899/2019 vom 17. Juni 2020 E. 2.2.2; 5A_90/2017 vom 24. August 2017 E. 5.3.1).