Citation: 6B_1470/2022 E. 2.6.4

2.6.4. Nicht überzeugend ist schliesslich das Argument, wonach der Beschwerdeführer seinen sri-lankischen Pass nicht erneuern könne, weshalb er nunmehr staatenlos sei. Das UNO Übereinkommen vom 28. September 1954 über die Rechtsstellung der Staatenlosen (Staatenlosen-Übereinkommen; SR 0.142.40) definiert in Art. 1 Abs. 1 den Staatenlosen als "eine Person, die kein Staat aufgrund seiner Gesetzgebung als seinen Angehörigen betrachtet" (amtliche Übersetzung aus dem französischen, spanischen und englischen Originaltext; gemäss dem französischen Originaltext steht der Begriff "apatride" für "une personne qu'aucun Etat ne considère comme son ressortissant par application de sa législation"). Nach dieser Definition fallen unter den Begriff des Staatenlosen ausschliesslich Personen, die in formeller Hinsicht keine Staatsangehörigkeit besitzen (de iure Staatenlose). Hingegen sind danach Personen, die formell zwar noch eine Staatsangehörigkeit besitzen, denen aber der Heimatstaat seinen Schutz nicht mehr zukommen lässt oder die den Schutz des Heimatstaates ablehnen (de facto Staatenlose), nicht als Staatenlose zu betrachten (vgl. BGE 147 II 421 E. 5.1 mit Hinweisen; 115 V 4 E. 2b; Urteile 2C_127/2022 vom 10. August 2022 E. 4.2; 2C_330/2020 vom 6. August 2021 E. 5.1). Vorliegend ist es nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz den Beschwerdeführer als Bürger von Sri Lanka betrachtet. Unbestrittenermassen erhielt er im Jahre 2005 einen entsprechenden Pass, der im Jahre 2010 für fünf Jahre erneuert wurde. Ungeachtet seiner aktuellen Schwierigkeiten im Zusammenhang mit dessen erneuten Verlängerung, scheint der Beschwerdeführer damit (mindestens zwei Mal) von den zuständigen Behörden als Staatsangehöriger anerkannt worden zu sein. Insofern überzeugt sein Vorbringen, wonach er in Sri Lanka mangels dortiger Geburt nie "eingebürgert" worden sei, nicht. Dass ihm die Staatsbürgerschaft zwischenzeitlich (aufgrund einer Gesetzesänderung oder sonstwie) entzogen resp. aberkannt worden wäre, macht er sodann nicht geltend. Vielmehr stellt er die Erneuerung seines Ausweises im Rahmen seiner Ausführungen zu seiner beruflichen Situation implizit in Aussicht (vgl. Beschwerde S. 9: " Sobald er endlich wieder über einen gültigen Pass verfügt, wird ihn sicherlich auch wieder ein Arbeitgeber anstellen "), und scheint damit selber davon auszugehen, dass er über die betreffende Nationalität verfügt. So oder anders fällt der Beschwerdeführer nicht in den Schutzbereich des Staatenlosen-Übereinkommens und seine entsprechenden Vorbringen sind unbehelflich.