Citation: 1C_15/2023 E. A

Die Kraftwerke llanz AG (nachfolgend KWI) nutzen die Wasserkräfte des Vorderrheins und seiner Zuflüsse nach rechtsgültigen Wasserrechtsverleihungen vom 13. Juli 1964 gestützt auf eine von der Regierung des Kantons Graubünden im Oktober 1991 genehmigten und bis ins Jahr 2071 dauernden Konzession. Das Wasser aus einem Gesamt-Einzugsgebiet von 605 km2 wird an fünf Stellen gefasst (Wasserentnahmen). Die Verarbeitung des Wassers erfolgt über zwei Stufen in der Zentrale Ilanz, wo es auch dem Vorderrhein zurückgegeben wird. In der Stufe Tavanasa (Kraftwerke Ilanz I) wird das Wasser des Vorderrheins (Einzugsgebiet: 558 km2) in einem 12 km langen Druckstollen und anschliessendem Druckschacht (Gefälle: 100 m) der Zentrale in Ilanz zugeführt und verarbeitet (installierte Leistung: 34.5 MW; durchschnittliche Jahresleistung: 125 GWh). Das Ausgleichsbecken in Tavanasa wird einerseits mit Wasser der Rheinfassung Tavanasa und andererseits mit dem von den Kraftwerken Vorderrhein in der Zentrale in Tavanasa verarbeiteten Wasser gespiesen. Die Kraftwerkstufe Tavanasa ist seit 1990 in Betrieb. Die Kraftwerkstufe Panix (Kraftwerke Ilanz II) nutzt die Wasserkräfte des Panixer- und Siatertals (Einzugsgebiet: 47 km2) zwischen dem Stausee Panix (Nutzungsinhalt: 7.3 Mio. m3) und der Zentrale Ilanz. In der 7.8 km langen Druckleitung und dem anschliessenden 2 km langen Druckschacht (Gefälle: rund 750 m) wird das entnommene Wasser der Zentrale in Ilanz (installierte Leistung: 52.3 MW; durchschnittliche Jahresleistung: 135 GWh) zugeführt und verarbeitet. Die Stufe Panix hat Ende 1992 ihren Betrieb aufgenommen. Im beschriebenen Einzugsgebiet besteht heute lediglich für die Fassung des Vorderrheins in Tavanasa eine Restwasserregelung. Bei allen übrigen Fassungen besteht keine Dotierung bzw. Dotierwasserregelung. Mit Entscheid vom 26. Oktober 2021 (Prot. Nr. 932/2021) beschloss die Regierung des Kantons Graubünden, die Restwassersanierung der von der KWI genutzten Gewässer nach Massgabe der von der Arbeitsgruppe erarbeiteten Sanierungslösung zu vollziehen. Demnach wurden vier der fünf Wasserfassungen der KWI als nicht sanierungsbedürftig qualifiziert. Hinsichtlich der fünften Fassung, derjenigen der Ual da Siat, wurde die KWI verpflichtet, eine Dotierung von 80 I/s abzugeben. Während der Bewässerungsperiode sind ab der KWl-Wasserfassung Ual da Siat in Absprache mit der Gemeinde Ilanz/Glion zwischen 160 l/s bis 200 l/s zu dotieren, damit beim bachabwärts liegenden Bewässerungswerk der Gemeinde Ilanz/Glion im bisherigen Rahmen maximal 50 l/s für Bewässerungszwecke entnommen werden können. Hierbei ist durch die Gemeinde Ilanz/Glion sicherzustellen, dass die minimale Grunddotierung von 80 l/s auch nach der Fassung des Bewässerungswerks im Gewässer verbleibt. Weiter wurde festgestellt, dass die Restwassersanierung nach Art. 80 Abs. 1 und Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 24. Januar 1991 über den Schutz der Gewässer (GSchG; SR 814.20) mit den in Ziffer 1 angeordneten Massnahmen vollständig erledigt sei und folglich keine weiteren Sanierungsmassnahmen anzuordnen sind.