Citation: 4A_25/2021 E. 2.5

2.5. Die Vorinstanz hiess die dagegen gerichtete Berufung der Beschwerdegegnerin gut und erklärte, der Entlastungsbeweis sei gelungen. Die Erstinstanz habe nicht erklärt, in welchem Tun oder Unterlassen des Fuhrmanns sie eine Sorgfaltspflichtverletzung erblicke. Auch habe sie nicht ausgeführt, weshalb sie ein solches Tun oder Unterlassen als erstellt erachte. Zur Zwischenphase nach dem Abschluss der Linkswende und vor dem Durchgehen des Pferds würden sich im erstinstanzlichen Urteil keine Sachverhaltsfeststellungen finden. Der Fuhrmann habe ausgesagt, das Pferd sei nach 3 bis 5 Metern durchgegangen, obwohl für ihn nach der abgeschlossenen Wende alles in Ordnung gewesen sei. Ihm sei ein Rätsel, ob das Pferd auf den Mistkran reagiert habe. Detailliertere Angaben fehlten und seien weder von der Beschwerdeführerin noch von der Erstinstanz erfragt worden, als der Fuhrmann einvernommen worden sei. Einzig der Sachverständige habe von sich aus die Frage nach der Leinenhaltung und Leineneinwirkung beim Durchgehen des Pferds aufgeworfen. Allerdings habe der Sachverständige nicht näher ausgeführt, welche Leinenhaltung und Leineneinwirkung korrekt gewesen wären und wie sich eine abweichende Leineneinwirkung ausgewirkt hätte. In der Folge hätten alle Parteien auf Ergänzungsfragen verzichtet und keine Behauptungen zur Leinenhaltung aufgestellt. Damit sei die Leinenhaltung nicht zum Beweisthema geworden. Bis zum Abschluss des Beweisverfahrens sei dem Fuhrmann weder von der Beschwerdeführerin noch vom Sachverständigen ein Vorwurf gemacht worden für die Zwischenphase nach der kontrollierten Linkswende und vor dem Durchgehen des Pferds. Damit habe für den Fuhrmann kein Anlass bestanden, sein Verhalten während dieser wenigen Meter bis ins Detail zu beschreiben und etwa die Leinenhaltung zu beschreiben. Dies umso mehr, als er sich das Durchgehen des Pferds selbst nicht habe erklären können.