Citation: 5P.178/2002 22.07.2002 E. 6

Schliesslich macht die Beschwerdeführerin ein Versehen des Obergerichts geltend, da dieses ihre am 10. April 2000 im Hinblick auf die strittige Mietzinsabrechnung eingereichten Belege - da unaufgefordert zu den Akten gegeben - als unzulässige Noven aus dem Recht gewiesen und die darauf gestützt erhobene Verrechnungseinrede als unbeachtlich erklärt habe. Diese Rüge wird von der Beschwerdeführerin auch in ihrer Berufungsschrift erhoben. Da das Obergericht sich auf das Novenverbot des § 184 Abs. 1 in Verbindung mit § 321 Abs. 1 ZPO-AG berufen hat, ist der Vorwurf in der staatsrechtlichen Beschwerde zu überprüfen (BGE 126 III 370 E. 5; zur Abgrenzung der Versehensrüge nach Art. 55 Abs. 1 lit. d OG von offensichtlich aktenwidrigen Annahmen: Messmer/Imboden, Die eidgenössischen Rechtsmittel in Zivilsachen, S. 138 Fn 8 und S. 213 Fn 42/43). In der Tat erliess der Gerichtspräsident anlässlich der Sitzung vom 9. März 2000 zwei Beweisanordnungen, nach welchen ein Grundbuchauszug, Belege betreffend die Hypotheken und den Steuerwert sowie die Kündigung des Mietvertrages zu hinterlegen seien. Damit übersah das Obergericht, dass die Eingabe vom 10. April 2000 nicht unaufgefordert erfolgt war und hat die dazugehörigen Unterlagen zu berücksichtigen.