Citation: 8C_358/2016 E. 4.3

4.3. Die von der Beschwerdeführerin erwähnte Beweismaxime kommt insbesondere dann zum Zuge, wenn die erste Schilderung des Geschehensablaufs mit späteren Darstellungen in wesentlichen Punkten nicht oder nicht mehr übereinstimmt. Sie beruht auf der Erfahrung, dass die ersten spontanen Angaben einer versicherten Person in der Regel unbefangener und zuverlässiger sind als die nachträglich im Wissen um die rechtlichen Konsequenzen gemachten Depositionen. Die Leistungsablehnung der SUVA vom 17. September 2014 bezog sich auf den allfälligen Zusammenhang zwischen der Stockbenützung wegen der Fussverletzung und den Schulterbeschwerden. Sie berührte somit einen früheren Unfall, welcher nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet. Wenn der Versicherte im Zeitpunkt der Befragung zum früheren Unfallereignis zunächst vermutete, die Schulterbeschwerden seien allenfalls darauf zurückzuführen, dass er über ein halbes Jahr lang an Stöcken ging, ist dies nachvollziehbar. Ein anderer Schluss lässt sich auch nicht aufgrund der identischen Meldung bei der Swica (vorleistungspflichtiger Krankentaggeldversicherer) ziehen. Es ist mit der Vorinstanz glaubhaft, dass sich der Versicherte in der Folge fragte, ob nicht der Vorfall mit dem Enkelkind für die Schulterverletzung verantwortlich gewesen sein könnte. Am 6. Oktober 2014 teilte er der zuständigen SUVA-Mitarbeiterin telefonisch mit, er habe am 25. August 2014 seine Enkelkinder gehütet. Dabei sei sein dreijähriger Enkelsohn auf ihn zugerannt. Er habe ihn mit Schwung angehoben und herumgeschwungen. Dem Beschwerdegegner vorzuwerfen, er habe nicht schon im Rahmen des Gesprächs mit dem Aussendienstmitarbeiter vom 17. September 2014 auf dieses Ereignis hingewiesen, ist nicht gerechtfertigt. Gegenüber der zuständigen SUVA-Mitarbeiterin legte dieser am 29. Oktober 2014 in nachvollziehbarer Weise dar, dass er zu jenem Zeitpunkt gar nicht an den Vorfall vom 25. August 2014 gedacht habe. Zudem schilderte er den Hergang nochmals gleich wie am 6. Oktober 2014. Seine Tochter legte am 29. Oktober 2014 schriftlich einen damit inhaltlich übereinstimmenden Vorgang dar. D ie Schilderungen des Versicherten und seiner Tochter zum Vorfall sind plausibel und schlüssig. Mit dem Hinweis im Überweisungsschreiben vom 18. September 2014 und im Arztzeugnis vom 21. Oktober 2014, wonach sich der kleine Enkel dem Patienten rennend in den Arm geworfen habe, hat Dr. med. C.________ das sinnfällige Ereignis nicht grundsätzlich anders, sondern allenfalls weniger präzis wiedergegeben. Ein entscheidender Widerspruch kann darin nicht erblickt werden. Zwar hat der Beschwerdegegner wegen der Schulterbeschwerden erst am 10. September 2014 seinen Hausarzt aufgesucht. Da er wegen der Fussbeschwerden regelmässig Schmerzmittel einnahm, verspürte er an der Schulter offenbar unmittelbar keinen abnormen Schmerz. Insgesamt erscheinen die Angaben des Versicherten zum Ereignis vom 25. August 2014 mit der Vorinstanz kohärent und glaubhaft.