Citation: 6B_888/2021 E. 10.4.4

10.4.4. Insofern der Beschwerdeführer 1 weiter seine Beteiligung als Unschuldigen am Strafverfahren gegen ihn als "Sonderopfer" wertet und auf das Verfassungsgebot der vollen Entschädigung (Art. 26 Abs. 2 BV) verweist (Beschwerde Ziff. 35 S. 15), kann ihm ebenfalls nicht gefolgt werden. Wie bereits dargelegt (vgl. oben E. 10.3), steht bei Art. 429 Abs. 1 StPO nicht der Ersatz des erlittenen Schadens zur Diskussion, sondern der Ausgleich der Auslagen im Zusammenhang mit dem Strafverfahren. Der freigesprochene Beschuldigte ist damit in vermögensrechtlicher Hinsicht nicht so zu stellen, wie wenn er ohne Vorliegen des ungerechtfertigten Strafverfahrens stehen würde. Ihm sind vielmehr nach Art. 429 Abs. 1 StPO nur, aber immerhin, die Auslagen zu erstatten, die durch das Strafverfahren verursacht worden sind.