Citation: 6B_536/2018 E. 2.3.2

2.3.2. Gemäss Art. 6 Ziff. 3 lit. a und e EMRK hat jede angeklagte Person mindestens das Recht, innerhalb möglichst kurzer Frist in einer ihr verständlichen Sprache in allen Einzelheiten über Art und Grund der gegen sie erhobenen Beschuldigung unterrichtet zu werden sowie auf unentgeltliche Unterstützung durch einen Dolmetscher, wenn sie die Verhandlungssprache des Gerichts nicht versteht oder spricht. Gemäss Art. 67 Abs. 1 StPO bestimmen Bund und Kantone die Verfahrenssprachen ihrer Strafbehörden (Art. 67 Abs. 1 StPO). Gemäss Art. 2 Abs. 3 des Dekrets über die Gerichtssprachen des Kantons Bern vom 24. März 2010 (GSD/BE; BSG 161.13) ist die Amtssprache der Gerichtsbehörden und Staatsanwaltschaften in der Gerichtsregion Bern-Mittelland das Deutsche. Schriftsätze und mündliche Anbringen sind in deutscher Sprache zu formulieren (Art. 3 Abs. 2 GSD). Versteht eine am Verfahren beteiligte Person die Verfahrenssprache nicht oder kann sie sich darin nicht genügend ausdrücken, so zieht die Verfahrensleitung eine Übersetzerin oder einen Übersetzer bei. Sie kann in einfachen oder dringenden Fällen mit dem Einverständnis der betroffenen Person davon absehen, wenn sie und die protokollführende Person die fremde Sprache genügend beherrschen (Art. 68 Abs. 1 StPO; vgl. auch Art. 6 Abs. 1 GSD/BE). Nicht massgebend ist vorliegend Art. 68 Abs. 2 StPO, da dieser die Ansprüche der beschuldigten Person regelt.