Citation: 1C_21/2023 E. 3.3

3.3. Das Bundesgericht hat sich im von den Beschwerdeführern erwähnten Urteil 1C_12/2007 vom 8. Januar 2008 bereits eingehend mit der Bewilligungspflicht von Werbemonitoren in Vitrinen auseinandergesetzt. Es erwog, im Hinblick auf die räumlichen Auswirkungen fielen die Veränderungen bei den Lichtemissionen in Betracht. Bei der Beleuchtung einer Vitrine handle es sich vom Ansatz her um eine Innenbeleuchtung. Die Vitrine lade Passanten ein, unmittelbar vor das Geschäft bzw. den Betrieb heranzutreten und davor zu verweilen. Selbst das Ausstellen kleinerer Bildschirme oder anderer leuchtender Objekte (z.B. Lampen) in einer Vitrine bewirke in der Regel nur eine punktuelle Zunahme der Lichtemissionen. Demgegenüber führe die Installation grosser Leuchtreklamen in einer Vitrine zu einer beträchtlichen Intensivierung der Lichtimmissionen in der Umgebung. Derartige Apparate bzw. die von ihnen vermittelten Werbebotschaften wollten direkt ein Publikum erreichen, das in erheblicher Entfernung vom Gebäude stehe oder vorbeigehe. Das hierbei ausgestrahlte Licht sei somit notwendigerweise in einer weiteren Umgebung wahrnehmbar. Im Ergebnis werde die Fassadenöffnung der Vitrine in einem solchen Fall dazu benutzt, das Gebäude mit einer Aussenbeleuchtung auszustatten. Mittels grossformatiger Bildschirme würden nicht nur grossflächig Lichtemissionen aus der Fassadenöffnung hinaus ausgestrahlt, die Lichtsignale könnten zudem rasch verändert werden. Die mit den Bildschirmen im Ergebnis erzielte Aussenbeleuchtung des Gebäudes wirke unruhig bzw. instabil. Eine langfristig angelegte Umgestaltung der Vitrine mittels eines grossformatigen Bildschirms sei als Nutzungsänderung einzustufen, bei der die Öffentlichkeit und die Nachbarn ein Interesse an einer vorgängigen Kontrolle hätten (a.a.O., E. 2.5). In Anwendung dieser Grundsätze beurteilte das Bundesgericht das Aufstellen der damals zur Diskussion stehenden 50-Zoll-Bildschirme als baubewilligungspflichtig. Dabei berücksichtigte es, dass sie bzw. die von ihnen ausgestrahlten Werbebotschaften in einem Umkreis von bis zu 6 Metern sichtbar und auf die Passanten ausgerichtet waren. Auch ging es davon aus, dass das Verwaltungsgericht eine grosse Leuchtkraft habe bejahen dürfen, obwohl die Bildschirme nur matt und nicht grell leuchteten. Weiter berücksichtigte es, dass die Lichtemissionen in kurzen Zeitabständen wechselten (a.a.O., E. 2.6). Im vorliegenden Fall sind die Bildschirme mit einer Diagonale von 28 Zoll bzw. ca. 71 cm kleiner. Sie entsprechen damit eher den vier 30-Zoll-Monitoren, die das Bundesgericht im Urteil 1C_538/2010 vom 18. Mai 2011 zu beurteilen hatte. Die Baubewilligungspflicht war in jenem Verfahren von der Beschwerdeführerin allerdings nicht in Frage gestellt worden. Das Verwaltungsgericht hat festgestellt, dass die Fernwirkung bei Dunkelheit mehrere Meter beträgt. Dies ist gestützt auf die Augenscheinfotos ohne Weiteres nachvollziehbar, wobei hinzu kommt, dass die Froschaugasse zum Zeitpunkt des Augenscheins durch die Weihnachtsbeleuchtung erhellt war und somit davon auszugehen ist, dass die Leuchtkraft der Monitore ohne eine solche zusätzliche Beleuchtung noch stärker zum Tragen kommt. Indem das Verwaltungsgericht auch die in candela (cd) pro m2 ausgewiesene Lichtdichte (als Mass für den Helligkeitseindruck) heranzog, berücksichtigte es den von den Beschwerdeführern kritisierten Umstand, dass Fotos die Lichtverhältnisse teilweise nicht realistisch abbildeten. Weshalb der gemessene Wert von 250 cd/m2 offensichtlich falsch sein sollte (Art. 97 Abs. 1 BGG), ist gestützt auf die pauschale Bestreitung nicht erkennbar, wobei diesbezüglich zu berücksichtigen ist, dass die Beschwerdeführer ohne Weiteres die technischen Parameter der beiden Monitore hätten zum Beweis vorlegen können, wovon sie jedoch offenbar absahen. Schliesslich berücksichtigte das Verwaltungsgericht zu Recht auch den Umstand, dass alle zehn Sekunden ein Bildwechsel stattfindet, womit die Aussenbeleuchtung unruhig wird, und dass es sich um kalt-weisses Licht handelt, das als weniger angenehm empfunden wird. Insgesamt hat es vor dem Hintergrund der erwähnten Rechtsprechung Art. 22 Abs. 1 RPG nicht verletzt, wenn es die Baubewilligungspflicht bejahte. Aus bundesrechtlicher Sicht (Art. 29 Abs. 2 BV) erweisen sich die von den kantonalen Vorinstanzen vorgenommenen Beweiserhebungen als ausreichend. Es ist danach auch nicht zu beanstanden, wenn am Augenschein des Baurekursgerichts nicht der gesamte Spruchkörper teilnahm (vgl. BGE 110 Ia 81 E. 5c mit Hinweis; Urteil 1C_554/2015 vom 2. Mai 2016 E. 2.4). Dass sich aus dem kantonalen Verfahrensrecht etwas andere ergibt, behaupten die Beschwerdeführer nicht.