Citation: 8C_360/2018 E. 6.2.2

6.2.2. Nachdem der Rechtsvertreter im Vorfeld der zuerst für den 14. September 2017 geplanten Verhandlung der Vorinstanz am 31. Juli 2017 mitteilte, angesichts der Länge seines Plädoyers könne die Verhandlung nicht an einem Stück durchgeführt werden, informierte ihn diese am 24. August 2017 dahingehend, dass die Verhandlung allenfalls zu einem späteren Zeitpunkt fortgesetzt werde und Plädoyernotizen erbeten seien. Aus dem Verhandlungsprotokoll ergibt sich, dass die Vorinstanz zu Beginn die 113 Seiten umfassenden Plädoyernotizen samt der 62, meist mehrseitigen Beilagen entgegen nahm und dem Rechtsvertreter das Wort erteilte. Nach Verlesen von etwas mehr der ersten der über 110 Seiten Plädoyer unterbrach das Gericht den Vortrag des Rechtsanwalts und beriet sich. In der Folge teilte es mit, die Replik werde wegen Weitschweifigkeit zurückgewiesen und bot für das weitere Vorgehen drei Varianten an: Nach der ersten beschränke der Rechtsanwalt sein Plädoyer auf die Unbrauchbarkeit des Gutachtens; nach der zweiten verkürze der Rechtsanwalt das Plädoyer ad hoc; nach der dritten werde die Verhandlung abgebrochen und ein neuer Termin angesetzt, damit sich der Rechtsanwalt entsprechend vorbereiten könne. Die Verhandlung wurde erneut unterbrochen, damit der Rechtsvertreter sich mit dem Versicherten beraten konnte. In der Folge vertrat der Rechtsanwalt die Ansicht, dass alle drei Vorschläge schlecht handzuhaben und die ersten beiden mit dem Grundsatz des fairen Verfahrens nicht vereinbar seien sowie die dritte machbar, aber nicht verhältnismässig sei. Weiter machte er dem Gericht den Vorschlag, den Versicherten zu befragen und danach verfahrensmässig festzustellen, dass das Plädoyer als verlesen und die Beilagen als eingereicht gelten würden. Man könne ihm nach der Befragung des Versicherten auch Frist für eine schriftliche Stellungnahme ansetzen, wobei das Gericht zu sagen habe, was es hören wolle. Nach erneuter Beratung erklärte sich das Gericht bereit, den Versicherten zu befragen und dem Rechtsvertreter eine 20-tägige Frist für eine gehörige Replik setzen, sofern auf eine weitere mündliche Verhandlung verzichtet werde. Der Rechtsvertreter erklärte sein Einverständnis dazu; das vom Gericht dargelegte Vorgehen entspreche seinem Vorschlag. In der Folge berichtete der Versicherte auf eigenen Wunsch zuerst frei und beantwortete danach die Fragen des Gerichts sowie des Rechtsvertreters. Zudem nahm das Gericht die vom Versicherten mitgebrachten medizinischen Bilder entgegen. Der Rechtsvertreter reichte am 18. Dezember 2017 eine verkürzte, noch 27 Seiten umfassende schriftliche Replik ein.