Citation: 6B_177/2025 E. 3.1

3.1. Aus den erstinstanzlichen Akten ergibt sich, dass der Beschwerdeführer das Urteilsdispositiv am 6. Juli 2024 in Empfang genommen hat. Die 10-tägige Frist für Berufungsanmeldung dauerte damit bis am 16. Juli 2024. Gemäss den für das Bundesgericht verbindlich festgestellten Tatsachen (Art. 105 Abs. 1 BGG) kontaktierte der Beschwerdeführer am 8. Juli 2024 telefonisch das Jugendgericht und erklärte, Einsprache erheben zu wollen. Er wurde darauf hingewiesen, dass die Berufung schriftlich angemeldet werden muss, woraufhin er erklärte, keine Zeit zu haben, "da er Ferien gebucht habe und dies aus dem Ausland nicht machen könne". Er beantragte zudem eine Fristerstreckung, worauf ihm erklärt wurde, dass gesetzliche Fristen nicht erstreckt werden können. Am 15. und 17. Juli 2024 kam es zu weiteren Telefonaten zwischen dem (sich zwischenzeitlich im Ausland aufhaltenden) Beschwerdeführer und dem Jugendgericht. Die Vorinstanz erwägt, der Beschwerdeführer habe zwei in arabischer Sprache verfasste und in der Folge übersetzte Arztbescheinigungen vorgelegt. Diese datierten vom 14. und vom 18. Juli 2024. Aus keiner der Bescheinigungen ergebe sich indes, dass der Beschwerdeführer völlig handlungsunfähig gewesen wäre. Sie erwägt weiter, dass er im Zeitraum der attestierten Krankheiten ohne Weiteres in der Lage gewesen sei, mit der ersten Instanz zu telefonieren. So etwa am 15. Juli 2024, als die Frist für die Berufungsanmeldung noch gelaufen sei und er nachgefragt habe, ob das Urteil zu einem Strafregistereintrag führe und wann sein DNA-Profil aus der Datenbank gelöscht werde. Auch am 17. Juli 2024 habe er zweimal mit der ersten Instanz telefoniert. Die Vorinstanz folgert, dass es ihm damit auch möglich gewesen wäre, die Berufung anzumelden oder jemanden damit zu beauftragen. Damit einhergehend weist sie darauf hin, dass die Berufungsanmeldung keiner Begründung bedürfe. Als wenig glaubhaft erachtet sie es schliesslich, dass der Beschwerdeführer nicht um die Möglichkeit gewusst habe, eine Drittperson mit der Anmeldung der Berufung zu beauftragen. Es sei allgemein bekannt, dass in Strafverfahren z.B. Rechtsanwältinnen oder Rechtsanwälte beigezogen werden könnten. Ein entsprechender Auftrag hätte auch aus dem Ausland erteilt werden können.