Citation: 2C_394/2017 E. 4.1

4.1. Sie bringt vor, sie sei während der Zeit des Zusammenlebens mit ihrem Ehemann mehrmals Opfer von häuslicher Gewalt geworden. Die Übergriffe des Ehemannes hätten an Intensität zugenommen, bis er sie schliesslich gewürgt und damit einer potentiellen Lebensgefahr ausgesetzt habe. Es habe zwar keine akute Lebensgefahr bestanden, dies sei aber für die Bejahung eines nachehelichen Härtefalles nicht vorausgesetzt. Das Würgen am Hals sei als derart intensiver Eingriff zu werten, dass ein Verbleib in der Ehegemeinschaft nicht zumutbar gewesen sei. Auch eine Rückkehr in die Türkei sei für die Beschwerdeführerin nicht zumutbar. Ihr Aufenthalt in der Schweiz dauere nunmehr rund acht Jahre, sie habe hier soziale Kontakte geschlossen und werde von den Nachbarn geschätzt. Eine soziale Wiedereingliederung in der Türkei sei theoretisch denkbar, ihr Lebensmittelpunkt befinde sich jedoch in der Schweiz. Die jüngste Tochter sei erst 20 Jahre alt und nicht imstande, ohne die Unterstützung ihrer Familie eine Ausbildung zu machen und auf eigenen Beinen zu stehen. Diese engen Beziehungen der Beschwerdeführerin zur Schweiz würden eine Wiedereingliederung in der Türkei verunmöglichen. Ohnehin stelle die erfahrene häusliche Gewalt einen schwerwiegenden Eingriff in die Persönlichkeit der Beschwerdeführerin dar, sodass es genüge, dass die Wiedereingliederung in der Heimat praktisch mit Problemen verbunden sei.