Citation: 4A_578/2014 E. 3.1.1

3.1.1. Gemäss den Übergangsbestimmungen der Schweizerischen Zivilprozessordnung (ZPO), gilt für Verfahren die bei deren Inkrafttreten (1. Januar 2011) rechtshängig sind, das bisherige Verfahrensrecht bis zum Abschluss vor der betroffenen Instanz (Art. 404 ZPO). Bei denjenigen Verfahren, die zu einem Entscheid führen, der einem Rechtsmittel unterliegt, ist zudem Art. 405 ZPO zu beachten: Diese Bestimmung präzisiert Art. 404 ZPO in der Hinsicht, als dass für die Rechtsmittel dasjenige Verfahrensrecht gilt, das bei der Eröffnung des Entscheids in Kraft ist. Die Rechtsmittelinstanz hat somit einzig die rechtsmittelspezifischen Bestimmungen der neuen Zivilprozessordnung anzuwenden (BGE 138 III 41 E. 1.2.2; 138 I 1 E. 2.1; Urteil 4A_608/2011 vom 23. Januar 2012 E. 3.3.2). Dies hat zur Folge, dass der Verfahrensabschluss und somit insbesondere der Inhalt eines Entscheids und dessen Eröffnung den Voraussetzungen des neuen Rechts zu genügen haben (Art. 238 ff. ZPO; zum Begriff der Eröffnung gemäss Art. 405 ZPO siehe auch BGE 137 III 127 und 130), ansonsten eine Anfechtung nach neuem Recht nicht gewährleistet wäre (Walther, in: Berner Kommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, 2012, N. 7 zu Art. 404 mit Hinweisen). Die Berufung ist bei der Rechtsmittelinstanz innert 30 Tagen seit Zustellung des begründeten Entscheides beziehungsweise seit der nachträglichen Zustellung der Entscheidbegründung (Art. 239 ZPO) schriftlich und begründet einzureichen (Art. 311 ZPO). Fristauslösender Moment ist die Zustellung des begründeten Entscheides der ersten Instanz. Die Zustellung der Entscheidbegründung steht mithin mit der Wahrung der Fristen für die Berufung in einem engen Zusammenhang, womit auch die Zustellung der Entscheidbegründung nach Bundesrecht und nicht nach bisherigem kantonalem Zivilprozessrecht zu erfolgen hat, ansonsten die Anfechtung nach neuem Recht nicht gewährleistet wäre. Die Form der Zustellung richtet sich mithin nach den Bestimmungen gemäss Art. 138 ff. ZPO.