Citation: 8C_351/2019 E. 4.3.2

4.3.2. 4.3.2.1. Prof. Dr. med. E.________ legte im Bericht vom 27. November 2018 dar, die mediale Schenkelhalsfraktur sei mit einer sehr hohen Osteonekrose-Rate im Femurkopfbereich vergesellschaftet, auch wenn dies auf den konventionellen Röntgenaufnahmen vom 22. August 2017 nicht beschrieben worden sei. Eine Weiterabklärung mittels MRI sei gar nicht einfach, da die Metallimplantate im Hüftkopf trotz MARS-MRI-Technik nicht zwingend eine zuverlässige Antwort erlauben würden. An anderer Stelle dieses Berichts führte er aus, die aktuelle Belastungseinschränkung könne nicht mit rein degenerativen Veränderungen im Hüftgelenk abschliessend beurteilt werden. Dazu müsste sicher nochmals eine MRI-Bewertung der Muskulatur und der Hüftkopfdurchblutung versucht werden, wobei dies, bedingt durch die Metallschraube im Hüftkopf, unter Umständen zu einem unbefriedigenden Resultat führe. Dr. med. D.________ gab am 18. Dezember 2018 an, die Art der von der Versicherten erlittenen Fraktur könne zu einem bestimmten Prozentsatz (zwischen 20 und 50 %) nach vier Jahren zu einer Nekrose führen. Die bevorzugte radiologische Untersuchung zur Feststellung einer Nekrose wäre tatsächlich ein MRI gewesen. Dieses könne jedoch aufgrund des vorhandenen Osteosynthesematerials, das nicht entfernt werde sollte, nicht unter optimalen Bedingungen durchgeführt werden. 4.3.2.2. Aufgrund der ärztlichen Berichte ist es zwar nicht sicher, aber auch nicht unmöglich, mittels eines MRI zu eruieren, ob nach dem 22. August 2017 am Hüftgelenk der Beschwerdeführerin eine unfallbedingte Schädigung vorlag. Nicht überzeugend ist zudem das Argument der Vorinstanz, Dr. med. D.________ habe am 18. Dezember 2018 nachvollziehbar festgehalten, der klinische Verlauf einer Besserung spreche gegen die Bildung einer Femurkopfnekrose. Denn er untersuchte die Versicherte nie selber und führte ohne nähere Begründung lediglich in einem Satz aus, der klinische Verlauf befinde sich in der Besserung, was gegen die Bildung einer Nekrose des Femurkopfs spreche. Demgegenüber stellte der behandelnde Arzt Prof. Dr. med. E.________ im Bericht vom 27. November 2018 - trotz Verbesserung der Leistungsfähigkeit der Versicherten in den letzten drei Jahren unter Physiotherapie - weiterhin ein deutliches Abduktoren-Hinken rechts und eine Belastungseinschränkung fest. Unter diesen Umständen ist der Beschwerdeführerin beizupflichten, dass die Vorinstanz und die Vaudoise den Untersuchungsgrundsatz (Art. 43 Abs. 1, Art. 61 lit. c ATSG) verletzten, indem sie auf weitere medizinische Abklärungen - insbesondere auf die Anordnung eines MRI - verzichteten. Entgegen der Auffassung der Vorinstanz kann nicht in antizipierter Beweiswürdigung (hierzu vgl. E. 2 hiervor) gesagt werden, von zusätzlichen Abklärungen seien keine entscheidrelevanten Erkenntnisse mehr zu erwarten. Die Sache ist daher zu weiteren Abklärungen und evtl. zur Einholung eines Gutachtens an die Vaudoise zurückzuweisen, damit sie gestützt darauf über den Leistungsanspruch der Beschwerdeführerin neu verfüge.