Citation: 8C_355/2007 16.05.2008 E. 3.2

3.2.1 Der Hausarzt Dr. med. A.________ bezeichnete am 4. September 2003 die persistierenden Beschwerden in Form von Kopf- und Nackenschmerzen, Schmerzen am ganzen Rücken mit Einschlafen der linken Körperhälfte, - mithin rund ein Jahr nach dem Unfallereignis - als chronisch, welche wenig Abhängigkeit zeigen würden und von der Beschwerdegegnerin nicht beeinflussbar seien. Er erachtete die Versicherte ansonsten als somatisch gesund, wobei er von einer zunehmend schweren, durch den Unfall nicht erklärbaren Schmerzproblematik ausging. Gleiches ergibt sich aus dem Bericht des Dr. med. E.________, FMH für Innere Medizin, vom 14. Januar 2004, den die Versicherte am 18. und 19. August 2003 konsultiert hatte. Er kam zum Schluss, dass ein generalisiertes Schmerzsyndrom (bei Status nach Kontusion Gesicht links und linke Körperseite am 13. September 2003) vorliege und schlug eine Anmeldung zur Teilnahme am ambulanten interdisziplinären Schmerzprogramm (AISP) am Spital F.________ vor. Beide Ärzte gingen überdies von einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit aus, was auch der im Umfang von 80 % tatsächlich ausgeübten Pflegetätigkeit entsprach, wobei ärztlicherseits auf eine völlige kräftemässige Überlastung mit der Berufstätigkeit und alleinigen Führung des Haushalts mit drei schulpflichtigen Kindern hingewiesen wurde. Diese Diagnosestellung deckt sich sodann mit derjenigen der Klinik D._______ im Austrittsbericht vom 16. Juni 2004. Die zur Behandlung des chronischen panvertebralen Schmerzsyndroms durchgeführten stationären Therapien hatten die Tonusregulation der Rumpf- und Nackenmuskulatur sowie die Kräftigung der Rumpfmuskulatur zur Haltungsverbesserung zum Ziel. Hiezu wurde nach Beendigung des Klinikaufenthaltes ambulante Physiotherapie verordnet. Die festgestellte depressive Entwicklung bedurfte offenbar keiner Behandlung. Daraus ergibt sich, dass die von den Fachärzten empfohlenen therapeutischen Massnahmen primär zur Schmerzlinderung und Stabilisierung des Erreichten dienen sollten. Obwohl sich die Beschwerdegegnerin auch nach Fallabschluss weiterhin physiotherapeutischen und chiropraktischen Massnahmen unterzog, war demnach von einer Fortsetzung der Heilbehandlung ab 1. Oktober 2003 keine namhafte Besserung mehr zu erwarten, zumal Physiotherapie und Chiropraxis die Beschwerden eher verschlimmerten (Bericht des Dr. med. E.________ vom 14. Januar 2004). Die nach dem Unfall notwendig gewordene Zahnbehandlung war offensichtlich beendet. 3.2.2 Gestützt auf die gesamte medizinische Aktenlage durfte die Beschwerdeführerin sodann davon ausgehen, dass keine unfallbedingten, somatischen Gesundheitsschäden mehr vorlagen. Wenn das kantonale Gericht einzig gestützt auf die im Rahmen des vorinstanzlichen Verfahrens erstellten Berichte vom 22. April 2005 und 9. März 2006 des seit Oktober 2004 neu als Hausarzt konsultierten Dr. med. G.________, prakt. Arzt, Zweifel am fehlenden organischen Substrat hegte, kann ihr nicht gefolgt werden. Mit der Beschwerdeführerin ist vielmehr festzuhalten, dass sich aus den initialen Unfallakten keinerlei Hinweise auf eine Verletzung der rechten Schulter ergeben. Sowohl der Unfallmeldung vom 17. Oktober 2002 wie dem Polizeirapport vom 13. September 2002 ist zu entnehmen, dass das Gesicht und die linke Körperseite betroffen waren. Gegenüber der Polizei gab die Versicherte an, nach dem brüsken Bremsmanöver des Buschauffeurs nebst Oberkiefer- und Kopfschmerzen, Schmerzen am linken Bein und Oberarm zu verspüren. Auch Dr. med. E.________ und die Ärzte der Klinik D._______ gingen von einer unfallbeteiligten linken und nicht rechten Körperhälfte aus; der Hausarzt Dr. med. H.________ stellte zu Beginn einzig eine leichte Druckdolenz der linken Schulter fest (Bericht vom 4. September 2003). Auf die knappe Aussage des Dr. med. G.________ im Bericht vom 9. März 2006 "der dabei erhobene Befund eines Risses der Supraspinatussehne im rechten Schultergelenk ist meiner Meinung nach unfallbedingt und spricht für eine doch beträchtliche äussere Gewalteinwirkung" ist daher nicht abzustellen. Gleiches gilt für seine ungenauen Ausführungen zu den festgestellten Befunden an der HWS und LWS (rechtsseitige DH C4/5, linkslaterale DH L4/5), welche in die gleiche Richtung weisen würden. Die am Röntgeninstitut Oerlikon durchgeführten Untersuchungen der HWS und LWS ergaben vielmehr eine Osteochondrose C4/5/6 mit entsprechend verschmälertem Zwischenwirbelraum, eine Uncovertebralarthrose in Höhe C3/4 rechts und C5/6 beidseits sowie eine mittelgradige ossäre Einengung des Neuroforamens C3/4 rechts, geringfügige ossäre Einengung der Neuroforamina C5/6 beidseits bei ansonsten unauffälliger Knochenstrukur. Weiter fand sich eine kleine, subligamentäre, medio-linkslaterale Diskushernie LWK 4/5 und eine geringfügige Protrusion LWK 5/S1 (Berichte vom 23. März und 5. April 2005). Ebenfalls nicht beweiskräftig ist das Schreiben des Dr. med. G.________ vom 22. April 2005, worin er eine unfallbedingte Diskushernie theoretisch auch bei relativ geringer Krafteinwirkung auf eine auf den Unfall nicht vorbereitete Patientin als plausibel erachtete. Er begründete jedoch nicht nachvollziehbar, weshalb hier die erst rund zweieinhalb Jahre nach dem Unfall festgestellte Diskushernie ausnahmsweise nicht degenerativer Natur sein sollte (RKUV 2000 Nr. U 379 S. 192 E. 2a [U 138/99] mit Hinweis auf das nicht veröffentlichte Urteil U 159/95 vom 26. August 1996, E. 1b; zuletzt Urteil 8C_167/2008 vom 8. April 2008, E. 3.2.2), zumal er einräumte, den genauen Unfallablauf und die einwirkenden Kräfte nicht zu kennen. Der Fallabschluss auf den genannten Zeitpunkt ist daher nicht zu beanstanden.