Citation: 6B_1172/2020 E. 1.4

1.4. Grundsätzlich ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer an einer schweren psychischen Störung im Sinne von Art. 59 Abs. 1 StGB leidet (chronifizierte paranoide Schizophrenie [ICD-10: F20.0] sowie Abhängigkeitserkrankung von multiplen Substanzen [ICD-10: F19.2]), mit der die von ihm begangenen Vergehen in Zusammenhang stehen. Erstellt ist zudem, dass sich der Gefahr weiterer mit der schweren psychischen Störung in Zusammenhang stehender Taten durch eine stationäre therapeutische Behandlung grundsätzlich begegnen lässt und der Beschwerdeführer sowohl therapiebedürftig als auch therapiefähig ist. Fraglich ist demgegenüber die Verhältnismässigkeit einer stationären therapeutischen Massnahme, wobei insbesondere die Fragen der vom Beschwerdeführer ausgehenden Rückfallgefahr, der hinreichenden Anlasstat und der Erforderlichkeit umstritten sind.