Citation: 2C_108/2018 E. 5.4.4

5.4.4. Zu prüfen ist schliesslich, ob eine Ausweisung des Beschwerdeführers - wie von ihm geltend gemacht - gegen das Non-Refoulement-Prinzip (Art. 5 AsylG; Art. 25 Abs. 2 und 3 BV; Art. 33 FK) verstossen würde. Im Einklang mit Art. 25 Abs. 2 und 3 BV und Art. 3 EMRK sind Wegweisungen unzulässig, wenn nachweisbar ernsthafte Gründe dafür sprechen, dass die betroffene Person im Falle der Wegweisung bzw. deren Vollzugs tatsächlich Gefahr läuft, sich im Aufnahmeland einer Behandlung ausgesetzt zu sehen, die gegen diese Bestimmung verstösst. Wurde ein solches Risiko mit stichhaltigen Gründen konkret und ernsthaft glaubhaft gemacht ("real risk"), ist die Wegweisung bzw. ihr Vollzug völker- und verfassungsrechtlich unzulässig (vgl. u.a. das Urteil 2C_868/2016 vom 23. Juni 2017 E. 5.2.2 mit Hinweisen). Die Äusserungen des Beschwerdeführers vor Bundesgericht (wie übrigens gegenüber der Vorinstanz) verbleiben im Allgemeinen. Es handelt sich im Wesentlichen um generelle Hinweise auf die politische Lage in der Türkei sowie um blosse Vermutungen in Bezug auf die Repression, die gegen Kurden nach deren Rückkehr in die Türkei ausgeübt werden könnte. Solch allgemeine und unsubstanziierte Behauptungen sind nicht geeignet, eine konkrete Gefährdung für den Beschwerdeführer persönlich aufzuzeigen. Auch ergeben sich keine glaubhaften Hinweise auf eine menschenrechtswidrige Behandlung, falls der Beschwerdeführer bei seiner Rückkehr Militärdienst leisten müsste. Gegen eine konkrete Verfolgungsgefahr des Beschwerdeführers spricht auch die Tatsache, dass sämtliche Familienangehörige, einschliesslich seines Vaters, inzwischen auf den Flüchtlingsstatus verzichtet haben und unbeschadet in die Türkei einreisen und das Land wieder verlassen konnten (vgl. E. 3.3 des angefochtenen Urteils). Im Zusammenhang mit der allgemeinen Lage in der Türkei ist schliesslich darauf hinzuweisen, dass das Bundesverwaltungsgericht in konstanter Praxis festgehalten hat, dass - selbst nach dem Militärputschversuch vom 15./16. Juli 2016 - keine landesweite Situation allgemeiner Gewalt oder bürgerkriegsähnlichen Verhältnisse herrschen. Dies gilt auch für Angehörige der kurdischen Minderheit (vgl. Urteil [des BVGer] E-3131/2018 vom 7. Juni 2018 E. 7.3 mit Hinweisen). Insbesondere hat das Bundesverwaltungsgericht das Vorliegen einer Situation allgemeiner Gewalt in der Provinz Ganziantep, aus welcher der Beschwerdeführer stammt, in ständiger Rechtsprechung verneint (vgl. BVGE 2013/2 E. 9.6.2 S. 16, bestätigt beispielsweise im Urteil [des BVGer] D-1392/2018 vom 2. August 2018 E. 7.3). Folglich verstösst eine Wegweisung des Beschwerdeführers in die Türkei nicht gegen das Non-Refoulement-Prinzip.