Citation: 6B_563/2021 E. 4.3

4.3. Die Vorinstanz erwägt, die Beschwerdegegnerin 2 habe sehr sorgfältig und mit - trotz beachtlicher zeitlicher Distanz zwischen den Einvernahmen - grosser Konstanz dargelegt, was für sexuelle Handlungen sie vom Beschwerdeführer habe erdulden müssen. Sie habe sich klar und direkt ausgedrückt und differenziert von den von ihr angezeigten Vorfällen gesprochen. Ihre Aussagen erwiesen sich als detailliert, weitestgehend konstant, in sich stimmig, authentisch und nachvollziehbar. Trotz grossem Abstand zum Tatzeitpunkt liessen sich aus ihren Schilderungen durchlaufene Steigerungen in den Übergriffen ebenso gut nachvollziehen wie ihre eigenen Entwicklungsschritte, Erkenntnisse, Gefühle und Reaktionen. Ihre Aussagen enthielten Realkennzeichen. Die Schilderungen der Beschwerdegegnerin 2 seien auch deshalb glaubhaft, weil diese nuanciert und frei von Übertreibungen seien. Sie habe zurückhaltend ausgesagt, manche Fragen verneint, Nichtwissen und fehlende Erinnerungen stets offengelegt. Hätte sie den Beschwerdeführer zu Unrecht oder übermässig an den Pranger stellen wollen, hätte sie wohl viel häufigere oder gravierendere sexuelle Handlungen und darüber hinaus auch ein gewaltsames Vorgehen des Beschwerdeführers geltend gemacht. Es sei nicht erkennbar, dass es sich bei den Schilderungen der Beschwerdegegnerin 2 um Scheinerinnerungen handeln könnte. Weiter erschienen die von der Beschwerdegegnerin 2 geschilderten Übergriffe selbsterlebt. So liessen sich ihren Aussagen keinerlei Hinweise für falsche oder übermässige Belastungen des Beschwerdeführers finden. Auch das besonnene Aussageverhalten der Beschwerdegegnerin 2, die das Geschehene ebenso freimütig wie zurückhaltend sowie konstant und einsichtig darlegte, sowie die von ihr geschilderten inneren Vorgänge, Gefühle und Überlegungen, würden gegen das Vorliegen von bewussten oder unbewussten Beeinflussungen bzw. falsch interpretierten Erlebnissen, fehlerhaften Wiedergaben oder Scheinerinnerungen sprechen. So seien insbesondere ihre sehr plastischen, nachvollziehbaren und detaillierten Aussagen über ihre eigenen psychischen Vorgänge und ihre Angst vor dem Zerbrechen der Familie und der Freundschaft zwischen den Familien ein starkes Realitätskriterium. Es bleibe kein Raum für die Annahme, dass es sich bei den Schilderungen der Beschwerdegegnerin 2 um Scheinerinnerungen handeln könnte. Demgegenüber seien die Aussagen des Beschwerdeführers oft vage, schwammig und gespickt mit Beschönigungen. Das Aussageverhalten des Beschwerdeführers sei mit Bezug auf die sexuellen Übergriffe nicht besonders überzeugend. Ferner sei auch aufgrund der mehr als einjährigen und vom Beschwerdeführer freiwillig absolvierten deliktpräventiven Therapie sowie des Berichts des damaligen behandelnden Arztes Dr. med. E.________, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, davon auszugehen, dass es zu den angeklagten sexuellen Handlungen gekommen sei. Im Übrigen habe die damalige Ehefrau des Beschwerdeführers ausgesagt, dass dieser die sexuellen Übergriffe im Jahr 2006 eingestanden habe, nachdem alles ausgekommen sei.