Citation: 6B_56/2021 E. 2.2.4

2.2.4. Wie soeben ausgeführt, dürfen gemäss der gefestigten bundesgerichtlichen Rechtsprechung Vorgänge, die sich im nach Art. 186 StGB geschützten Bereich ereignen, nicht mit technischen Hilfsmitteln beobachtet oder aufgenommen werden. Geschützt ist damit insbesondere das Innere von privaten Gebäuden. Die Szenen, die sich im Innern des Stalls abspielten, ereigneten sich damit fraglos im geschützten Bereich und deren Aufzeichnung ist grundsätzlich strafbar im Sinne von Art. 179quater Abs. 1 StGB. Daran ändert auch die Rechtsprechung in BGE 137 I 327 nichts. Der Fall betraf das Beobachten einer Person bei der Vornahme von Alltagsverrichtungen auf einem von aussen gut einsehbaren Balkon. Dabei wurde angenommen, die Person habe auf den Schutz der Privatheit verzichtet. Der Grundsatz, wonach das Innere von Gebäuden unter den Schutzbereich von Art. 186 StGB respektive Art. 179quater StGB fällt, wurde dabei allerdings nicht in Frage gestellt. Jedenfalls musste der Beschwerdegegner 2, der sich bei der Arbeit in seinem mehrfach umfriedeten Stall befand, nicht damit rechnen, dabei gefilmt zu werden und es kann nicht ohne Weiteres davon ausgegangen werden, der Beschwerdegegner 2 habe auf den Schutz der Privatheit verzichtet. Dies gälte selbst dann, wenn der Stall - was von der Vorinstanz jedoch in tatsächlicher Hinsicht nicht festgestellt worden ist - von der Strasse her gut einsehbar wäre, denn auch offenes bzw. nicht heimliches Aufnehmen ist im geschützten privaten Bereich strafbar (vgl. Urteil 6B_569/2018 vom 20. März 2019 E. 3.4). Ebenfalls nicht stichhaltig ist die Argumentation des Beschwerdeführers, wonach es sich bei der Arbeitstätigkeit des Beschwerdegegners 2 um eine nicht vom Schutzbereich der Strafnorm erfasste Alltagsverrichtung gehandelt habe. Schliesslich ist vorliegend unbestritten, dass der Beschwerdeführer ein körperliches bzw. rechtlich-moralisches Hindernis überwunden hat, indem er eine starke Zoomfunktion verwendet und aus seinem Haus heraus gefilmt hat. Die Erwägungen der Vorinstanz zum objektiven Tatbestand von Art. 179quater Abs. 1 StGB sind nicht zu beanstanden. Somit ging die Vorinstanz zu Recht davon aus, dass es sich vorliegend um eine unerlaubte Aufnahme im Sinne von Art. 179quater Abs. 1 StGB handelte, deren Weitergabe gemäss Art. 179quater Abs. 3 StGB strafbar ist.