Citation: 8C_170/2021 E. 5.2

5.2. Schliesslich macht die Beschwerdeführerin geltend, die Vorinstanz habe kein Zeugnis der Tochter abgenommen. Vielmehr sei der Beweisantrag auf Zeugenbefragung nicht einmal erwähnt worden. Der psychiatrische Gutachter würde sich auf die Angaben der Beschwerdeführerin zu ihrem bisherigen Lebensweg verlassen. Bei der Diagnose einer kombinierten Persönlichkeitsstörung sei von einem Gutachter jedoch zu erwarten, dass er die Selbstdarstellung der Exploranden kritisch hinterfrage. Wenn ein Gericht - übrigens ohne jegliche Begründung - ein rechtzeitig und formell korrekt angebotenes Beweismittel nicht abnehme, müsse von einem vollständigen Ermessensausfall, der per se immer willkürlich sei, gesprochen werden. Im angefochtenen Urteil wird jedoch dargelegt, weshalb für den psychiatrischen Gutachter eine Fremdanamnese entbehrlich war. Insofern versteht sich auch ohne weitere Ausführungen, dass es keiner gerichtlichen Einvernahme der Tochter der Beschwerdeführerin als Zeugin bedurfte. War es nämlich für den psychiatrischen Experten nicht notwendig, Auskünfte bei der Tochter der Beschwerdeführerin einzuholen, so ist von vornherein nicht einsehbar, welchem Zweck die Befragung der Tochter als Zeugin durch das in medizinischen Fragen nicht ausgebildete Gericht hätte dienen können. Die insoweit implizite antizipierende Beweiswürdigung der Vorinstanz lässt sich daher, da willkürfrei, nicht beanstanden (BGE 136 I 229 E. 5.3; 134 I 140 E. 5.3; 124 V 90 E. 4b). Ob im Verfahren vor Bundesgericht eine diesbezügliche Verletzung der Begründungspflicht überhaupt rechtsgenüglich gerügt wird (vgl. E. 1.1 hiervor), kann unter diesen Umständen offen bleiben. Die Beschwerdeführerin legt jedenfalls nicht dar und es ist nicht ersichtlich, dass das Urteil infolge einer ungenügenden Begründung nicht sachgerecht anfechtbar gewesen wäre.