Citation: 6P.144/2006 16.08.2006 E. 2

Mit staatsrechtlicher Beschwerde macht die Beschwerdeführerin eine Verletzung von Art. 9 BV (Willkürverbot) und Art. 32 BV (Unschuldsvermutung) in Verbindung mit Art. 6 EMRK geltend (staatsrechtliche Beschwerde S. 3 Ziff. 3). Das Obergericht stellt fest, das Amtsstatthalteramt habe aufgrund der glaubhaften Aussagen eines Zeugen, der hinter der Beschwerdeführerin her fuhr, als erstellt annehmen dürfen, dass diese entgegen ihrer Behauptung die Ampel nicht noch bei Grün- oder Gelblicht, sondern erst bei Rotlicht überfahren habe (angefochtener Entscheid S. 6). Das Amtsstatthalteramt stützte sich auf Deposition 6 des Zeugen, wonach dieser auf die Frage, ob er genau gesehen habe, welche Farbe die Ampel hatte, als die Beschwerdeführerin über die Linie fuhr, antwortete: "Ja, es war rot" (Einvernahme vom 8. September 2004 S. 2). Die Beschwerdeführerin verweist demgegenüber auf Deposition 21 des Zeugen (staatsrechtliche Beschwerde S. 8 Ziff. 4). Es trifft zu, dass der Zeuge die Frage 21 nicht mehr so sicher wie die Frage 6 beantwortete (Einvernahme vom 8. September 2004 S. 3: "Es könnte gelb oder rot gewesen sein"). Aber von Willkür kann dennoch nicht gesprochen werden. Denn die Vorinstanz konnte sich unter anderem zusätzlich darauf abstützen, dass die Beschwerdeführerin ihre eigene Strafverfügung wegen Überfahrens eines Rotlichts angenommen hat (angefochtener Entscheid S. 6). Dies spricht dafür, dass die Annahme auch tatsächlich zutrifft. In diesem Punkt ist die Beschwerde abzuweisen. Ob sich die Beschwerdeführerin, die die Einstellung eines Strafverfahrens gegen eine andere Person anficht, überhaupt auf die Unschuldsvermutung berufen kann, muss nicht weiter geprüft werden. In diesem Zusammenhang macht sie geltend, bei konsequenter Anwendung dieses Grundsatzes hätte das Obergericht zum Schluss kommen müssen, dass sie die Ampel bei gelb passiert habe (staatsrechtliche Beschwerde S. 8/9 Ziff. 5). Dies trifft nach dem im letzten Absatz Gesagten nicht zu. Inwieweit sich aus den "Distanzberechnungen" bzw. den "Distanzangaben des Zeugen" ergeben sollte, dass die Beschwerdeführerin die Ampel gar nicht bei rot passiert haben könne (staatsrechtliche Beschwerde S. 10 Ziff. 6), wird in der Beschwerde nicht in einer Weise ausgeführt, die den Voraussetzungen von Art. 90 Abs. 1 lit. b OG genügt. Insoweit kann darauf nicht eingetreten werden.