Citation: 8C_685/2010 25.01.2011 E. 3

3.1 Streitig ist zunächst, ob unfallbedingte organisch objektivierbare Befunde vorliegen. Die Beschwerdeführerin macht geltend, bei ihr sei von objektivierbaren Unfallfolgen auszugehen. 3.2 Im Gutachten der Medizinischen Abklärungsstelle (MEDAS) vom 12. Oktober 2007 wurde mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit ein zervikozephaler Symptomenkomplex rechts bei Status nach HWS-Distorsionstrauma infolge Heckauffahrunfall am 10. Mai 2003 und eine in Rückbildung begriffene retraktile Capsulitis Schulter rechts diagnostiziert. Bildgebend konnte eine Osteochondrose C5/6 mit Spondylarthrose und eine segmentale Geflügellockerung sowie eine leichte Segmentkyphosierung nachgewiesen werden. Bei diesen Befunden müssen organisch objektivierbare Unfallfolgen verneint werden (zu deren Nachweis vgl. Urteil 8C_216/2009 vom 28. Oktober 2009 E. 2 mit Hinweis, nicht publ. in: BGE 135 V 465, aber in: SVR 2010 UV Nr. 6 S. 25). Ein zervikozephaler Symptomenkomplex stellt keine entsprechende Unfallfolge dar. Soweit bildgebende Befunde ausgewiesen sind, handelt es sich - wie die Vorinstanz richtig festgestellt hat - um unfallfremde degenerative Veränderungen. 3.3 Die MEDAS-Gutachter bescheinigten eine dauernde Verschlimmerung des degenerativen Vorzustandes. Diese Angaben können allerdings nicht zu einer unmittelbaren Bejahung des Kausalzusammenhangs führen, denn es entspricht einer medizinischen Erfahrungstatsache im Bereich des Unfallversicherungsrechts, dass die traumatische Verschlimmerung eines klinisch stummen degenerativen Vorzustandes an der Wirbelsäule in der Regel nach sechs bis neun Monaten, spätestens aber nach einem Jahr als abgeschlossen zu betrachten ist. Eine allfällige richtunggebende Verschlimmerung eines solchen Vorzustandes müsste röntgenologisch ausgewiesen sein und sich von der altersüblichen Progression abheben (vgl. SVR 2009 UV Nr. 1 S. 1, 8C_677/2007 2.3.2 mit Hinweisen). Die MEDAS-Gutachter konnten eine Verschlimmerung des degenerativen Vorzustandes nicht bildgebend belegen. Es darf daher nicht ohne Prüfung der Adäquanz von einer Unfallkausalität der Befunde ausgegangen werden. 3.4 Weitere organisch objektivierbare Unfallfolgen bestätigen die Gutachter nicht. Weder der festgestellte myofasziale Reizzustand (SVR 2007 UV Nr. 26 S. 86, Urteil U 339/06 E. 4.1) noch das diagnostizierte Spannungskopfweh stellen einen solchen Befund dar. Soweit die MEDAS-Gutachter einen natürlichen Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis vom 10. Mai 2003 und den anhaltend geklagten Beschwerden bejahten, hat somit zur rechtlichen Eingrenzung der sich aus dem natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers für die geklagten Beschwerden eine separate Prüfung der Adäquanz gemäss den Vorgaben von BGE 134 V 109 zu erfolgen (E. 2 hievor).