Citation: 4A_391/2022 E. B

Im Jahr 2010 wurden die Beschwerdegegnerin sowie die B.________ Ltd. mit Sitz in W.________ (Beklagte 2), ebenfalls eine Gesellschaft der B.________-Gruppe, von einem brasilianischen Bergbauunternehmen (C.________ SA) mit der Ausarbeitung eines Versicherungsprogramms für deren Minenprojekte in Brasilien, Kanada und Australien beauftragt. An diesem Programm wollte sich auch die D.________ Ltd., eine Rückversicherung mit Sitz in V.________, beteiligen. Aufgrund deren ungenügenden Ratings verlangte der Direktversicherer, die E.________ Company Ltd., eine sog. Fronting-Lösung, d.h. das Zwischenschalten eines weiteren Versicherers zwischen die E.________ AG als Direktversicherer und die D.________ Ltd. als Rückversicherer. Dieser sog. "Fronter" würde gegenüber dem Direktversicherer haften und könnte sich seinerseits beim Rückversicherer (sog. Retrozessionär) schadlos halten. Die Beschwerdegegnerin und die B.________ Ltd. vermittelten eine Versicherungslösung zwischen der Beschwerdeführerin als Fronter und der D.________ AG als Retrozessionärin. Während der Vertragslaufzeit kam es zu grösseren Schadensfällen beim Bergbauunternehmen C.________ SA in Kanada und Australien, welche die Direktversicherer decken mussten. In der Folge weigerte sich die D.________, die von der Beschwerdeführerin übernommenen Versicherungssummen zu bezahlen. Hierauf leitete die Beschwerdeführerin ein Schiedsverfahren bei einem Schiedsgericht mit Sitz in Zürich ein. Dessen Entscheid vom 15. Februar 2017 hob das Bundesgericht am 4. Oktober 2017 mangels Zuständigkeit des Schiedsgerichts auf (Urteil 4A_150/2017). Daraufhin leitete die Beschwerdeführerin Gerichtsverfahren in Kanada und Australien ein. Letzterer Prozess wurde mittlerweile durch Vergleich beendet. Der Prozess in Kanada ist weiterhin hängig.