Citation: 1C_223/2024 E. 3.6

3.6. Andere Umstände, die dafür sprächen, dass sich sein Wohnsitz im Zeitpunkt der Verfahrenseinleitung durch das Strassenverkehrsamt Graubünden nicht im Kanton Zürich befunden habe, seien vom Beschwerdeführer gemäss dem angefochtenen Entscheid nicht vorgetragen worden. Dass die Vorinstanz die Beweislast hierfür beim Beschwerdeführer verortet, weil sein Standpunkt - im Kanton Zürich gar keinen oder jedenfalls nicht vor Juni 2022 einen Wohnsitz begründet zu haben - vom äusseren Anschein abweiche, wie er sich der Vorinstanz anhand der Akten präsentierte, ist von Bundesrechts wegen ebenfalls nicht zu beanstanden: Der Untersuchungsgrundsatz entbindet die Parteien nicht von der Mitwirkung bei der Sachverhaltsermittlung, wenn sie selbst Begehren stellen (vgl. § 7 Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes des Kantons Zürich vom 24. Mai 1959 [VRG; LS 175.2]; siehe auch Art. 13 VwVG [SR 172.021]). Sie müssen ihre eigenen Vorbringen begründen, das Gericht über den Sachverhalt in Kenntnis setzen und ihm die verfügbaren Beweismittel nennen, insbesondere wenn es um die Klärung von Tatsachen geht, welche die Parteien selbst am besten kennen. Kommt eine Partei dieser Mitwirkungsobliegenheit nicht nach, verfällt die Behörde weder in Willkür noch verstösst sie gegen Art. 8 ZGB, wenn sie eine Tatsache ohne weitere Instruktionsmassnahmen als nicht erstellt ansieht (vgl. BGE 148 II 465 E. 8.3; 140 I 285 E. 6.3.1). Der Beschwerdeführer hatte sich auf das Verfahren vor den Zürcher Behörden eingelassen und rügte erst vor dem Verwaltungsgericht deren Unzuständigkeit. Er beantragte gestützt darauf die Feststellung der Nichtigkeit der erstinstanzlichen Verfügung bzw. die Aufhebung des angefochtenen Rekursentscheids. Bei der Bestimmung seines Wohnsitzes musste die Vorinstanz auf Sachverhaltselemente abstellen, die der Beschwerdeführer selbst am besten kannte. Somit hatte er bei der Sachverhaltsfeststellung mitzuwirken. Die Vorinstanz war demnach befugt, gestützt auf die Akten zu entscheiden, nachdem sie zum Schluss gelangte, die vom Beschwerdeführer vorgetragenen Tatsachenbehauptungen und Beweismittel vermöchten seine Rechtsbehauptung nicht zu untermauern. Sie war nicht gehalten, von sich aus weitere Nachforschungen zu tätigen.