Citation: 8C_507/2020 E. 6

Gemäss der orthopädisch-chirurgischen Beurteilung vom 5. März 2020, auf die das kantonale Gericht abstellte, liegen an beiden Schultern beziehungsweise an den Rotatorenmanschetten Läsionen der Supraspinatussehne sowie der langen Bicepssehne (insbesondere Bicepssehnen-Pulley an der rechten Schulter) vor, bei denen es sich um Listenverletzungen handelt (Sehnenrisse beziehungsweise Bandläsionen). Die Suva-Ärzte PD Dr. med. F.________ und Dr. med. G.________ führen dazu aus, dass gemäss einschlägiger medizinischer Literatur die meisten Läsionen an der Rotatorenmanschette auf der Grundlage degenerativer Veränderungen entstünden, wobei diese auch bei beschwerdefreien Personen festzustellen, also auch vollkommen asymptomatische Verläufe möglich seien. Sofern nicht eine akute Gewalteinwirkung stattgefunden habe, gälten solche Läsionen, so die Suva-Ärzte weiter, als vorwiegend durch Abnützung oder Erkrankung verursacht, Letzteres etwa zufolge medikamentöser beziehungsweise toxischer Einwirkung, Infektion, Bestrahlung, Injektion oder Rauchen. Gemäss den Suva-Ärzten seien partielle, das heisst nicht die gesamte Sehnendicke betreffende, Läsionen an der Rotatorenmanschette vorwiegend degenerativ beziehungsweise altersbedingt und könnten bereits ab 40 Jahren auftreten. Um degenerative Veränderungen handle es sich insbesondere auch bei Tendinopathien bei Impingement, welche Befunde im vorliegenden Fall (beidseits) im November 2017 am Spital D.________, im März 2018 aber auch von PD Dr. med. E.________ erhoben worden seien. Letzterer habe später jedoch (an der rechten Schulter) eine Biceps-Pulley-Ruptur diagnostiziert. Diese Bandläsion sei als Listenverletzung zu qualifizieren. Auch diese Schädigung sei indessen nur selten traumatisch, sondern meistens degenerativ bedingt. Hinweise auf eine Gewalteinwirkung hätten sich anlässlich des Kernspintomogramms der rechten Schulter vom 18. Februar 2019 nicht gezeigt. Mit weit überwiegender Wahrscheinlichkeit seien die Läsionen daher sowohl an der rechten (am 10. September 2019 operierten) wie auch an der linken Schulter vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen. Hinsichtlich der linken Schulter seien ab Februar 2019 allerdings ohnehin keine Beschwerden mehr dokumentiert worden. Bezüglich der vom behandelnden Arzt PD Dr. med. E.________ vertretenen Auffassung der Verursachung durch das Ereignis vom 27. Juli 2017 wird bekräftigt, dass "nur eine geeignete Gewalteinwirkung mit akuter Zerreissung nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen" sei.