Citation: 4A_18/2023 E. 4.4

4.4. Das Handelsgericht konnte keinen relevanten Schaden ausmachen: In Bezug auf die im Hauptbegehren verlangte "Naturalrestitution" (Rückzahlung des Kaufpreises) führte die Vorinstanz aus, dass ein Schaden in der Höhe des Kaufpreises nur dann gegeben wäre, wenn der Beschwerdeführer ohne das angeblich unerlaubte Handeln der Beschwerdegegnerin überhaupt kein Fahrzeug gekauft hätte. Nur in diesem Fall wäre - so das Handelsgericht - nach der Differenztheorie davon auszugehen, dass er ohne das schädigende Ereignis im aktuellen Vermögen noch immer über den Kaufpreisbetrag verfügen könnte. In casu behaupte der Beschwerdeführer jedoch nicht, dass er gar kein Automobil erworben hätte. Ohnehin sei nach der allgemeinen Lebenserfahrung zu erwarten, dass sich der Beschwerdeführer in Kenntnis der angeblichen Softwaremanipulation ein alternatives Fahrzeug angeschafft hätte. Ein Schaden entsprechend dem Betrag des Kaufpreises sei somit nicht dargetan. Auch ein Schaden in Höhe des vermeintlich zu hohen Kaufpreises ("Overcharge", Differenz zwischen dem bezahlten Kaufpreis und dem damaligen hypothetischen Preis bei Offenlegung aller Informationen) sei nicht ausgewiesen. Nachdem der Beschwerdeführer sein Fahrzeug am 11. Juni 2020 verkauft habe, hätte er - so das Handelsgericht weiter - darlegen müssen, inwiefern wegen der behaupteten Softwaremanipulation nur ein reduzierter Wiederverkaufspreis erzielbar gewesen sei. Die Differenz zwischen dem tatsächlichen Wiederverkaufspreis und dem hypothetischen Wiederverkaufspreis ohne die behauptete Manipulation hätte sodann den sich realisierten Minderwert als Schaden dargestellt. Derartige Ausführungen habe der Beschwerdeführer indes unterlassen. Im Übrigen trage er dem Umstand nicht Rechnung, dass er das Automobil seit dem Kauf am 3. Februar 2015 intensiv genutzt habe.