Citation: K 3/02 06.06.2005 E. 9

Die Ausführungen im vorinstanzlichen Entscheid sowie der dabei gezogene Schluss, die Leistungen der Assura müssten die vom Spital X.________ (und den operierenden Ärzten) in Rechnung gestellten Kosten nicht zwingend decken, erweisen sich angesichts der dargestellten gesetzlichen Regelung (vgl. Erw. 4 - 6 hiervor) als bundesrechtswidrig, soweit damit in Kauf genommen wird, dass der Beschwerdeführerin ungedeckte Kosten erwachsen. Beim Spital X.________ handelt es sich laut Anhang II der kantonalen Einführungsverordnung zum KVG um einen zur Tätigkeit zulasten der sozialen Krankenversicherung unter anderem mit einem Leistungsauftrag für Gynäkologie und Chirurgie auf der Spitalliste des Kantons Bern aufgeführten Leistungserbringer (Art. 39 Abs. 1 lit. e KVG), welcher im Wahlrecht der Beschwerdeführerin stand. Wie das Eidgenössische Versicherungsgericht vor kurzem in einem gleich gelagerten Berner Fall entschieden hat, gilt unter den genannten Voraussetzungen der Tarifschutz (zur Publikation in der Amtlichen Sammlung vorgesehenes Urteil S. vom 17. Mai 2005, K 134/01, Erw. 9.1). Deshalb dürfen der Versicherten aus der Behandlung (inkl. Operation), der Pflege und dem Aufenthalt in der allgemeinen Abteilung des Spitals X.________ (mit Ausnahme der Kostenbeteilung nach Art. 64 KVG) keine von der obligatorischen Krankenpflegeversicherung ungedeckte Kosten erwachsen. Die von der Assura im Einspracheentscheid vom 10. Mai 2001 ohne nähere Begründung vertretene Rechtsauffassung, die obligatorische Krankenpflegeversicherung decke lediglich den Aufenthalt in der allgemeinen Abteilung eines öffentlichen Spitals im Wohnkanton ab, nicht aber den Aufenthalt in einer Privatklinik, ist gesetzeswidrig.