Citation: 6B_265/2024 E. 2.7

2.7. Das öffentliche Interesse an der Landesverweisung wiegt mit Blick auf die begangene Katalogtat (Art. 122 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB) schwer. Wie die Vorinstanz zutreffend zusammenfasst, übte der Beschwerdeführer aus nichtigem Anlass - aufgrund einer banalen Auseinandersetzung wegen eines Feuerzeugs - massive Gewalt (insbesondere Faustschläge gegen den Kopf und erheblichen Druck auf den Hals des Opfers) aus. Er schuf auf diese Weise (eventualvorsätzlich) eine hohe Gefahr für schwere Verletzungen (namentlich Hirnschäden) des höchsten Rechtsguts (Leib und Leben) (vgl. Urteil E. IV.3a/bb S. 26, E. V.4c S. 43 sowie vorstehend E. 2.5.2 und E. 2.6.2). Die Vorinstanz berücksichtigt, dass der Beschwerdeführer mit Jahrgang 1987 seit seinem fünften Altersjahr ununterbrochen in der Schweiz lebt, weist aber zu Recht auch darauf hin, dass er sprachlich und kulturell mit dem Heimatstaat nach wie vor verbunden ist und dort über ein tragfähiges soziales Umfeld verfügt, was die Härte der Landesverweisung mindert (vgl. Urteil E. V.3a/dd f. S. 35 f. sowie E. V.4b/bb S. 40). Ferner zeigt sie anschaulich auf, dass er sich trotz seiner langen Aufenthaltsdauer in der Schweiz hier nicht erfolgreich sozial und wirtschaftlich integrieren konnte. Er lebt in prekären finanziellen Verhältnissen, ist verschuldet und hat seit seiner Jugend eine Vielzahl von Delikten, darunter auch mehrere Verbrechen, begangen, womit er eine hartnäckige Unbelehrbarkeit der Schweizer Rechtsordnung gegenüber offenbart (vgl. E. 2.5.2 und E. 2.6.2). Seine Delinquenz erreichte in jüngerer Vergangenheit insofern eine neue Dimension, als sich diese gegen Mitglieder seiner eigenen Familie richtete. Wie die Vorinstanz zu Recht hervorhebt, beging der Beschwerdeführer die versuchte schwere Körperverletzung zum Nachteil seiner Ehefrau und machte er seinen älteren, zum Tatzeitpunkt 12- bzw. 13-jährigen Söhnen Bildmaterial mit harter Pornografie zugänglich (vgl. E. 2.5.2). Die Vorinstanz konstatiert zu Recht, dass beim Beschwerdeführer keine Kehrtwende auszumachen ist, mithin die von ihm ausgehende Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung nicht gebannt ist. Überzeugend verneint sie eine gute Legalprognose und stellt in deliktischer Hinsicht aufgrund der im sozialen Nahraum begangenen gewalttätigen Katalogtat eine Aggravation fest (vgl. E. 1.2.1 und E. 1.3.2). Bei dieser Ausgangslage durfte die Vorinstanz - selbst bei der Annahme einer familiären Trennung bzw. einer stark eingeschränkten Weiterführung der Beziehung über moderne Kommunikationsmittel, Ferienbesuche der Ehefrau und Kinder sowie allenfalls bewilligungsfähige Kurzaufenthalte - die öffentlichen Interessen an einer Landesverweisung höher gewichten als die privaten Interessen des Beschwerdeführers am Verbleib in der Schweiz. Die Landesverweisung erweist sich als verhältnismässig und ist auch unter dem Blickwinkel von Art. 8 Ziff. 2 EMRK rechtmässig.