Citation: 7B_799/2023 E. 2.7

2.7. Was der Beschwerdeführer gegen diese äusserst sorgfältige und umfassende vorinstanzliche Würdigung seiner konkreten Situation und die damit einhergehende Interessenabwägung vorträgt, überzeugt nicht. Wenn die Vorinstanz berücksichtigt, dass die Ehefrau des Beschwerdeführers dessen frühere rege Delinquenz (und nicht die Verfahrensgegenstand bildenden Delikte) kannte und entsprechend nicht mit einem ungehinderten Zusammenleben in der Schweiz rechnen durfte, so bezieht sie zu Recht eines der Kriterien ein, die der EGMR in solchen Fällen anwendet (Urteile des EGMR Veljkovic-Jukic gegen die Schweiz vom 21. Juli 2020, Nr. 59534/14, § 44; Üner gegen die Niederlande vom 18. Oktober 2006, Nr. 46410/99, §§ 57 ff.; Boultif gegen die Schweiz vom 2. August 2001, Nr. 54273/00, §§ 46 ff.). Ebenso wenig ist der Vorinstanz vorzuwerfen, dass sie aus den gesamten Umständen (d.h. der sozialen und beruflichen Situation) auf eine schlechte Integration schliesst. Wenn sie dabei berücksichtigt, dass der Beschwerdeführer bloss innerfamiliären Kontakt pflegt und im Kulturkreis seiner Heimat verwurzelt ist, so ist dies nicht zu beanstanden. Schliesslich durfte die Vorinstanz auch die kosovarischen Wurzeln der Ehefrau in ihre Würdigung einbeziehen. Selbst wenn diese nicht perfekt Albanisch spricht, so erleichtert die gemeinsame Herkunft der Eheleute die Zumutbarkeit einer Rückkehr des Beschwerdeführers in seine Heimat zweifellos. Der Beschwerdeführer trägt auch nichts Substantielles gegen die von der Vorinstanz berücksichtigte Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und die Rückfallgefahr vor, welche sich aus seiner stetigen Delinquenz gegen hochwertige Rechtsgüter und aus den Ausführungen des psychiatrischen Gutachters ergeben. Danach sind mit hoher Wahrscheinlichkeit impulshafte, nicht oder lediglich kurzfristig vorbereitete Straftaten wie Drohungen, Tätlichkeiten und gegebenenfalls Körperverletzungen in Konfliktsituationen, überwiegend im öffentlichen Raum, zu erwarten. Mit derselben Wahrscheinlichkeit seien Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz und das Betäubungsmittelgesetz zu erwarten. Nichts an der Interessenabwägung ändert der Umstand, dass der Beschwerdeführer im Zeitpunkt des vorinstanzlichen Urteils kurz davor stand, Vater zu werden. Wie die Vorinstanz zu Recht ausführt, durften der Beschwerdeführer und dessen Ehefrau im Zeitpunkt der Zeugung ihres Kindes aufgrund der bestehenden erstinstanzlichen Verurteilung und Landesverweisung des Beschwerdeführers nicht damit rechnen, dass der Beschwerdeführer in der Schweiz wird verbleiben können. Insoweit ging die Vorinstanz treffend davon aus, dass das ungeborene Kind nichts am Ergebnis ihres Entscheids ändert. Insgesamt erweist sich die von der Vorinstanz für vier Jahre befristet ausgesprochene Landesverweisung als bundesrechts- und konventionskonform. Gegen die Ausschreibung der Landesverweisung im SIS sowie die Regelung der Kosten- und Entschädigungsfolgen des angefochtenen Urteils wendet sich der Beschwerdeführer nur für den Fall der Gutheissung seiner Beschwerde im Hauptpunkt der Landesverweisung. Auf seine diesbezüglichen Rügen ist demzufolge nicht weiter einzugehen.