Citation: 7B_730/2023 E. 4.4

4.4. An vorderster Stelle bei seinen privaten Interessen an einem fortbestehenden Aufenthaltsrecht in der Schweiz steht die familiäre Situation des Beschwerdeführers. Wie die Vorinstanz feststellt, ist er seit dem 28. Oktober 2012 mit einer eingebürgerten Schweizerin verheiratet und er lebt seither (bis auf seine Flucht nach Mazedonien im Mai 2019) mit ihr zusammen. Aus der Ehe sind zwei Söhne, geboren am 18. Januar 2014 und am 2. August 2015, sowie eine Tochter, geboren am 29. April 2019, hervorgegangen, die allesamt das Schweizer Bürgerrecht besitzen. Der Beschwerdeführer selber verfügt über eine Aufenthaltsbewilligung B. Es liegt somit eine "nahe, echte und tatsächlich gelebte familiäre Beziehung einer in der Schweiz gefestigt anwesenheitsberechtigten Person" vor, weshalb die Landesverweisung Art. 8 EMRK berührt (vgl. BGE 144 I 266 E. 3.3; 144 II 1 E. 6.1; je mit Hinweisen). In dieser Absolutheit unzutreffend ist in diesem Zusammenhang die Feststellung der Vorinstanz, die Kinder würden sich noch in anpassungsfähigem Alter befinden. Bei Kindern, die, wie zumindest die beiden Söhne des Beschwerdeführers, bereits die Schule besuchen, ist dies nach der Rechtsprechung grundsätzlich nicht mehr der Fall. Eine Rückkehr in ihr Heimatland zusammen mit einem oder beiden Elternteilen ist schulpflichtigen Kindern nur zumutbar, wenn sie durch Sprachkenntnisse, gelegentliche Ferienaufenthalte und eine entsprechende Kulturvermittlung im familiären Rahmen mit den Verhältnissen im Heimatland vertraut sind (Urteil 7B_267/2022 vom 13. Mai 2024 E. 7.2 mit Hinweisen). Dem angefochtenen Urteil ist in diesem Zusammenhang einzig zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer und seine Ehefrau, die ebenfalls mazedonischer Herkunft ist, auf Mazedonisch kommunizieren, woraus geschlossen werden kann, dass auch die Kinder der Sprache mächtig sind. Inwieweit sie darüber hinaus mit den Verhältnissen in Nordmazedonien vertraut sind, geht aus dem angefochtenen Urteil nicht hervor. Darüber hinaus besitzen - wie bereits erwähnt - sowohl die Ehefrau als auch die Kinder des Beschwerdeführers das Schweizer Bürgerrecht und sie alle sind in der Schweiz aufgewachsen. Die Ehefrau hat hier ein eigenes Unternehmen aufgebaut, konnte ein Eigenheim erwerben und hat die Familie über die Arbeitslosigkeit des Beschwerdeführers hinaus finanziell versorgt. Vor diesem Hintergrund ist ihr und den Kindern, selbst wenn die Ehefrau mit den kulturellen Gepflogenheiten in Nordmazedonien zumindest in den Grundzügen vertraut sein sollte, wie die Vorinstanz annimmt, ein Umzug dorthin nicht ohne Weiteres zumutbar. Die Landesverweisung würde somit voraussichtlich zu einer Trennung der Familie führen, was insbesondere nicht im Interesse des Kindeswohls ist und auf Seiten der privaten Interessen stark ins Gewicht fällt.