Citation: 6B_429/2021 E. 3.3.2

3.3.2. Sodann ist nicht ersichtlich, dass die Vorinstanz mit Bezug auf die Interessen des Beschwerdeführers an einem Verbleib in der Schweiz wesentliche Gesichtspunkte ausser Acht gelassen oder diese in Verletzung des Grundsatzes der Verhältnismässigkeit falsch gewürdigt hätte. Nach den verbindlichen und unbestritten gebliebenen Feststellungen der Vorinstanz (Art. 105 Abs. 1 BGG) ist der Beschwerdeführer weder sozial noch beruflich in der Schweiz integriert. Seine einzigen familiären Kontakte in der Schweiz sind jene zu seiner Mutter und seinem Cousin. Zum geschützten Familienkreis gehört in erster Linie die Kernfamilie, d.h. die Gemeinschaft der Ehegatten mit ihren minderjährigen Kindern (BGE 145 I 227 E. 5.3; 144 I 266 E. 3.3; 144 II 1 E. 6.1; je mit Hinweisen). Andere familiäre Verhältnisse fallen in den Schutzbereich von Art. 8 EMRK, sofern eine genügend nahe, echte und tatsächlich gelebte Beziehung besteht (BGE 144 II 1 E. 6.1). Volljährigen Kindern kann Art. 8 EMRK ein Anwesenheitsrecht verleihen, wenn ein besonders Abhängigkeitsverhältnis besteht, namentlich infolge von Betreuungs- und Pflegebedürfnissen bei körperlichen oder geistigen Behinderungen und schwerwiegenden Krankheiten (BGE 145 I 227 E. 3.1; Urteile 6B_1178/2019 vom 10. März 2021 E. 3.4.1, nicht publ. in: BGE 147 IV 340). Der heute 38 Jahre alte Beschwerdeführer legt in seiner Beschwerde nicht ansatzweise dar, dass zu seiner Mutter eine Beziehung besteht, die von der Übernahme von Verantwortung oder einer finanziellen Abhängigkeit geprägt wäre; ebenso wenig, dass seine Beziehung zu seinem Cousin in den Schutzbereich von Art. 8 EMRK fallen könnte. Eine Verletzung des in Art. 8 EMRK verankerten Anspruchs auf Achtung des Familienlebens ist damit nicht ersichtlich. Auch über besonders intensive, über eine normale Integration hinausgehende Bindungen gesellschaftlicher oder beruflicher Natur bzw. vertiefte soziale Beziehungen zum ausserfamiliären bzw. ausserhäuslichen Bereich verfügt der Beschwerdeführer nicht. Nach den verbindlichen und unbestritten gebliebenen Feststellungen der Vorinstanz (Art. 105 Abs. 1 BGG) lebt er aktuell von einer halben IV-Rente; sein Kollegenkreis ist sehr beschränkt. Bis in das Jahr 2016 reiste er regelmässig in die Türkei, wo sein Vater seit dem Jahr 2000, mithin nachdem er des Landes verwiesen worden war, bis zu seinem Tod lebte. Der Beschwerdeführer ist demnach zweifelsohne mit den dortigen gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Gegebenheiten vertraut. Der Schluss der Vorinstanz, dass nichts gegen eine erfolgreiche Integration im Heimatland spreche, ist damit nicht schlechterdings unhaltbar; zumindest erscheint eine solche dort nicht wesentlich schlechter möglich als in der Schweiz. Inwiefern die Vorinstanz schliesslich in Willkür verfällt, wenn sie davon ausgeht, dass die dem Beschwerdeführer gestellten Diagnosen ohne Weiteres auch in der Türkei behandelbar sind bzw. dass nicht ersichtlich sei, dass durch eine Abschiebung in die Türkei eine aktuell nachhaltige positive Persönlichkeitsentwicklung gefährdet würde, wird vom Beschwerdeführer nicht ansatzweise dargetan. Dies ist denn auch nicht ersichtlich.