Citation: 4A_51/2023 E. 4.2

4.2. Verwendet jemand zu einem Bau auf seinem Boden fremdes Material oder eigenes Material auf fremdem Boden, so wird es Bestandteil des Grundstücks (Art. 671 Abs. 1 ZGB). Findet keine Trennung des Materials vom Boden statt, so hat der Grundeigentümer für das Material eine angemessene Entschädigung zu leisten (Art. 672 Abs. 1 ZGB). Diese Bestimmungen finden nicht Anwendung, wenn der Einbau des Materials aufgrund eines Vertrags zwischen dem Material- und dem Grundeigentümer erfolgte (BGE 99 II 131 E. 4a; Urteile 4A_178/2013 vom 31. Juli 2013 E. 2; 4C.399/2004 vom 30. August 2005 E. 2.1; 4C.87/2003 vom 25. August 2003 E. 6.2.1, nicht publ. in BGE 129 III 738), und ebenso wenig, wenn die Verbindung des Materials mit dem Grundstück von jemandem vorgenommen wurde, der weder Material- noch Grundeigentümer ist (BGE 99 II 131 E. 4b; Urteil 4C.399/2004 vom 30. August 2005 E. 2.1). Der Entschädigungsanspruch von Art. 672 ZGB setzt voraus, dass der Grundeigentümer durch den Bau bereichert ist, zumindest wenn er gutgläubig ist (BGE 103 II 227 E. 5 [dort S. 239 f.]; 99 II 131 E. 6b und 6c; Urteil 4A_178/2013 vom 31. Juli 2013 E. 2.3.1; zum Ganzen JÖRG SCHMID, Einbau von eigenem Material auf fremdem Grund, in: Schweizerische Baurechtstagung 2019, S. 169 und 171-173).