Citation: 6B_1416/2020 E. 1.4

1.4. Mit 55-seitiger Anklageschrift vom 14. Februar 2018 wirft die Staatsanwaltschaft dem Beschwerdeführer in Ziffer 1.1.1.1 lit. a vor, im Zeitraum von mindestens Januar 2010 bis Ende Dezember 2012 sei monatlich mindestens ein Transport von mindestens 40 kg Cannabis durchgeführt worden, insgesamt in diesem Zeitraum also 36 Transporte à je mindestens 40 kg Cannabis, was 1'440 kg Cannabis entspreche (vgl. kant. Akten, act. 300006). Dieser Vorwurf ist in zeitlicher, örtlicher und sachlicher Hinsicht unpräzise. Die von der Vorinstanz wiedergegebenen weiteren Angaben (vgl. E. 1.2 hiervor) aus den zwei Seiten vor dem soeben zitierten Abschnitt der Anklageschrift beziehen sich auch auf die in Ziffer 1.1.1.1 lit. b näher umschriebenen Tatvorwürfe an spezifischen Daten im späteren Zeitraum Februar 2013 bis September 2013. Die Unklarheiten in Ziffer 1.1.1.1 lit. a beseitigen sie indessen nur ansatzweise und Konkretisierungen für Tatzeitpunkte im diesbezüglich einschlägigen Zeitraum Januar 2010 bis Dezember 2012 sind der Anklageschrift, entgegen der Ansicht der Vorinstanz, nicht zu entnehmen. Die weiteren Angaben beschränken sich auf die Bezeichnung der zusätzlich beschuldigten Personen, der Herkunftsländer des Cannabis, der Transportart, des ungefähren Umsatzes und Mindestgewinns sowie des Abladeorts in der Schweiz. Bezogen auf den Beschwerdeführer selbst wird lediglich ausgeführt, er habe mit den restlichen Personen vereinbart, über das Busunternehmen B.________ AG fortsetzt Cannabis einzuführen. Er sei grundsätzlich für die Organisation des Einkaufs und den Verkauf zuständig gewesen und habe das für den Kauf benötigte Bargeld den anderen beschuldigten Personen teilweise persönlich übergeben. Er habe das Cannabis am Abladeort abgeholt oder eine Drittperson damit beauftragt (vgl. kant. Akten, act. 300004 f.). Was der Beschwerdeführer jedoch konkret wann und wo getan haben soll, bleibt auch unter Berücksichtigung dieser Ausführungen unklar. Folgt man der Anklage, soll der Beschwerdeführer während drei Jahren an mindestens einem beliebigen Tag eines jeden Monats an der Einfuhr von jeweils mindestens 40 kg Cannabis an irgendeinem Ort in der Schweiz mitgewirkt haben. Insbesondere die angeblichen Tatzeitpunkte innerhalb des dreijährigen Anklagezeitraums nach Ziffer 1.1.1.1 lit. a sind unklar. Mit einer derart pauschalen Anklage kann nicht davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer genau wusste, welcher konkreter Handlungen er beschuldigt wird. Mit Blick auf nicht spezifizierte Tatzeitpunkte im Zeitraum von 2010 bis 2012 konnte er sich auch unbesehen von den örtlichen und sachlichen Unklarheiten kaum wirksam verteidigen. Der Beschwerdeführer hätte unmöglich lückenlos aufzeigen können, was er während dieser ganzen Zeit getan hatte und ein Alibibeweis erscheint geradezu unmöglich. Damit grenzt die Anklageschrift die Tatvorwürfe für den Zeitraum gemäss Ziff. 1.1.1.1 lit. a insgesamt nicht genügend ein. Der diesbezügliche Schuldspruch verletzt den Anklagegrundsatz. Die Beschwerde ist in diesem Punkt folglich gutzuheissen und die Sache zur neuen Entscheidung an die Vorinstanz zurückzuweisen.