Citation: I 866/06 16.11.2007 E. 4

Strittig ist, ob der Beschwerdeführer ab 1. August 2005 Anspruch auf Übernahme der anbegehrten medizinischen Massnahme hat. Dabei ist nicht zu bezweifeln, dass es zweckmässig und sinnvoll erscheint, wenn der als Geschäftsführer eines Speditionsunternehmens voll erwerbstätige Versicherte angesichts seiner körperlichen Behinderung (Paraparese der unteren Extremitäten) und deren labilen Folgeerscheinungen kontinuierlich zur Stärkung der Beinmuskulatur sowie zur Verhinderung von Kontrakturen Physiotherapie beansprucht. 4.1 Das kantonale Gericht hat gestützt auf die medizinische Aktenlage in tatsächlicher Hinsicht für das Bundesgericht verbindlich festgestellt, dass die physiotherapeutische Behandlung einer Stärkung der Beinmuskulatur diene und Kontrakturen verhindere. Dies ermögliche es dem Beschwedeführer, dass er mit orthopädischen Schuhen selbstständig gehfähig bleibe, ohne auf Beinorthesen mehr angewiesen zu sein. Die Vorinstanz gelangte zur Auffassung, mit Blick auf Art. 2 Abs. 3 IVV und die dazu ergangene Praxis sei der Zustand des Versicherten als stationär, nicht aber stabil zu bezeichnen. Die Labilität des sekundären, auf die Paraparese der unteren Extremitäten zurückgehenden Krankheitsgeschehens zeige sich gerade auch darin, dass trotz langjähriger physiotherapeutischer Behandlung keine dauerhafte Besserung habe erzielt werden können. Auch wenn sich die Physiotherapie günstig auf die Gehfähigkeit auswirke und somit - wie jede Leidensbehandlung - für die Erhaltung der Erwerbsfähigkeit wesentlich sein könne, sei diese Behandlung nicht mehr als medizinische Eingliederungsmassnahme von der Invalidenversicherung zu übernehmen, sondern gehöre in den Aufgabenbereich der Krankenpflegeversicherung. 4.2 Demgegenüber macht der Beschwerdeführer geltend, die Physiotherapie beeinflusse bei ihm die motorischen Funktionen (Gehfähigkeit). Früher habe er zum Gehen Beinstützen benötigt. Dank konsequentem Training sei er heute nicht mehr darauf angewiesen. Weder Gesetz noch Verordnung sähen für die Übernahme einer physiotherapeutischen Behandlung im Rahmen von Art. 2 Abs. 3 IVV eine Beschränkung in zeitlicher Hinsicht vor. Es liege insoweit ein stabiler Defektzustand vor, als der Versicherte ohne Physiotherapie unverändert nicht ohne Beinstützen gehen könnte. Aus der Stellungnahme des BSV vom 8. August 1990 und dem in Rechtskraft erwachsenen Entscheid der AHV-Rekurskommission des Kantons Zürich vom 15. Juni 1993 folge, dass der Anspruch auf Übernahme der Physiotherapie als medizinische Eingliederungsmassnahme nicht verneint werden könne, so lange die Revisionsvoraussetzungen nicht erfüllt seien. Schliesslich habe die IV-Stelle den zu beurteilenden Sachverhalt nicht genügend abgeklärt.