Citation: 8C_232/2013 E. 4.4

4.4. Zwar stellte sich der Gutachter damit gegen die erstmals durch die Klinik X._________ am 15. Oktober 2008 gestellte, später von der Klinik Y.________ am 12. April 2011 sowie der Klinik O.________ als Kompetenzzentrum für die Behandlung von Alkohol-, Medikamenten- und Tabakabhängigkeit am 31. Januar und 18. April 2011 übernommene Diagnose einer seit Jugendzeit bestehenden kombinierten Persönlichkeitsstörung mit schizoiden, zwanghaften und narzistischen Anteilen nach ICD-10 F61.0. Auch wertete er damit die Schilderungen des Versicherten zu den in der Vergangenheit liegenden Geschehnissen teils anders. Begründet ist dies - wie von der Vorinstanz dargelegt - indessen nicht allein in einer Würdigung der bis dato erfassten Arztberichte, sondern beruht ergänzend auf eigenen Untersuchungen sowie der zusätzlich durch den Fachpsychologen FSP Dr. phil. A.________ durchgeführten persönlichkeitspsychologischen Tests. Dazu führte Dr. med. L.________ näher aus, die meisten formalen Gedankenstörungen - wie sie von den anderen Ärzten jeweils ins Zentrum der Einschätzung gestellt worden seien - müssten im Gespräch auffallen; dies sei indessen nicht der Fall gewesen; die Ausführungen des Versicherten zum "Verästeln" seiner Gedanken und dem Spüren der Auren der ihm gegenüberstehenden Personen seien objektiv nicht fassbar; solche Wahrnehmungsstörungen seien abgesehen davon keine typischen Symptome einer Persönlichkeitsstörung, sondern allenfalls einer Schizophrenie, was indessen von keinem der Ärzte diagnostiziert worden sei (und auch von ihm nicht könne); die Diagnose der kombinierten Persönlichkeitsstörung sei im Wesentlichen von den subjektiven Angaben und dem an den Tag gelegten Verhalten des Versicherten geprägt gewesen; die von Dr. phil. A.________ nicht auf die Diagnose der Erkrankung, sondern die Beantwortung der Frage ausgerichteten persönlichkeitspsychologischen Tests, ob sich allenfalls Persönlichkeitsanteile negativ auf die Arbeitsfähigkeit auswirken könnten, hätten trotz der geltend gemachten Gedankenverästelungen insgesamt eine durchschnittliche Konzentrationsfähigkeit zu Tage gefördert. Ferner erklärte er nachvollziehbar den Aufbau der Testanlage und wie aus deren Ergebnissen auf eine mangelhafte Mitarbeit und Motivation des Versicherten geschlossen werden könne, die - wie vorliegend durch die anderen Ärzte geschehen - häufig als verminderte Belastbarkeit, verstärkte Erschöpfbarkeit, etc. ausgelegt würden. Damit erörterte der Gutachter insgesamt in nachvollziehbarer Weise und somit willkürfrei sein Abweichen. Auch wenn die von ihm angestrengten Überlegungen zu den Motiven, weshalb die Ärzte der Klinik X._________ erst nach dem dritten Aufenthalt des Versicherten die Diagnose der Persönlichkeitsstörung gestellt haben, im Einzelnen diskutabel sein mögen, hat er doch deren Einschätzung aufgegriffen und als Ausgangspunkt für seine eigenen Abklärungen genommen. Letztlich war deren Diagnose nach nicht zu beanstandender Feststellung des Gutachters genau so wie jene der Klinik Y.________ vom 12. April 2011 wesentlich von den Schilderungen des Versicherten über die massiven Konzentrationsschwierigkeiten wegen der Gedankenverzweigungen und der daraus auch auf Grund eigener Beobachtungen abgeleiteten ausgeprägten Belastungsminderung und starken Erschöpfbarkeit getragen. Gesagtes gilt sinngemäss auch für die Beurteilung der Kinik O.________ vom 18. April 2011, bei welcher der Versicherte in erster Linie zur Bekämpfung der Alkoholsucht vom 8. Juli 2010 bis 7. März 2011 weilte. Zwar trat dort nach Einschätzung der behandelnden Ärzte im Behandlungsverlauf deutlich eine erfolglos unterdrückte, eine Rückführung in den Arbeitsprozess erschwerende psychotische Symptomatik auf. Dass diese indessen nicht einer vorübergehenden psychischen Erkrankung zurechenbar ist, wurde damit nicht abschliessend geklärt. Dr. med. L.________ dagegen hat sich dazu in Berücksichtigung eigener Untersuchungen und der Abklärungen von Dr. phil. A.________ klar geäussert.