Citation: 1P.764/2000 09.07.2001 E. 3

3.- Der Beschwerdeführer wendet ein, die kantonale Instanz werfe ihm "implizit oder durch ihre 'Anfügung'" eine "schuldhafte Verletzung seiner Unterhaltspflicht" vor. Dies erwecke den Eindruck, sie halte ihn trotz der Einstellung des Strafverfahrens für schuldig im Sinne der Anklage. Die kantonale Instanz rechne ihm vor, dass seine finanziellen Mittel ausgereicht hätten, um die Unterhaltsbeiträge zu bezahlen. Damit werde ihm eine Schuld vorgehalten, ohne dass diese zuvor in einem gesetzlich vorgeschriebenen Verfahren nachgewiesen worden wäre und ohne dass er seine Verteidigungsrechte hätte ausüben können. Die Garantie der Unschuldsvermutung sei dadurch verletzt worden. Wie dargelegt, verstösst eine Kostenauflage bei Einstellung des Strafverfahrens dann gegen den Grundsatz der Unschuldsvermutung, wenn dem Angeschuldigten in der Begründung des Kostenentscheids direkt oder indirekt vorgeworfen wird, er habe sich strafbar gemacht bzw. es treffe ihn ein strafrechtliches Verschulden. Die oben (E. 2) angeführten Überlegungen des Obergerichts enthalten keinen solchen Vorwurf. Das Obergericht führte aus, der Beschwerdeführer sei seiner ihm mit Urteil des Bezirksgerichts Brugg vom 12. April 1994 auferlegten Unterhaltspflicht im massgeblichen Zeitraum (von Februar 1997 bis Januar 1999) nicht nachgekommen. Es betonte, er habe dadurch in zivilrechtlich vorwerfbarer Weise das Strafverfahren verursacht, da die Eltern gemäss Art. 276 ZGB verpflichtet seien, für den Unterhalt ihrer Kinder aufzukommen. Damit wird weder direkt noch indirekt der Eindruck erweckt, der Beschwerdeführer habe sich der Vernachlässigung von Unterhaltspflichten nach Art. 217 StGB schuldig gemacht. Es ist hier ausdrücklich und klar festzuhalten, dass strafrechtlich gegen den Beschwerdeführer keinerlei Schuldvorwurf erhoben wird.