Citation: I 22/01 21.06.2001 E. 3

3.- Die Beschwerdeführerin macht geltend, bei der Invaliditätsbemessung sei nicht auf die Ergebnisse der versicherungsinternen Abklärung im Haushalt vom 24. August 1998, sondern auf die Angaben des behandelnden Arztes Dr. med. T.________, Innere Medizin FMH, und den Bericht von Dr. med. K.________, Zentrum für Arbeitsmedizin, Ergonomie und Hygiene Z.________ (AEH), vom 3. April 2000 abzustellen, wonach die Arbeitsunfähigkeit im Haushalt mindestens 50 % betrage. a) Entgegen dem, was die Beschwerdeführerin anzunehmen scheint, kommt den ärztlichen Schätzungen der Arbeitsfähigkeit kein genereller Vorrang gegenüber den Abklärungen der Invalidenversicherung im Haushalt zu. So wenig wie bei der Bemessungsmethode des Einkommensvergleichs nach Art. 28 Abs. 2 IVG kann beim Betätigungsvergleich nach Art. 27 IVV auf eine medizinisch-theoretische Schätzung der Invalidität abgestellt werden. Massgebend ist die Unmöglichkeit, sich im bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen, was unter Berücksichtigung der konkreten Verhältnisse im Einzelfall festzustellen ist. Die von der Invalidenversicherung nach den Verwaltungsweisungen des Bundesamtes für Sozialversicherung (Kreisschreiben über Invalidität und Hilflosigkeit [KSIH] gültig ab 1. Januar 2001, Rz 3090 ff.) eingeholten Abklärungsberichte im Haushalt stellen eine geeignete und im Regelfall genügende Grundlage für die Invaliditätsbemessung im Haushalt dar (AHI 1997 S. 291 Erw. 4a, ZAK 1986 S. 232 ff.). Nach der Rechtsprechung bedarf es des Beizuges eines Arztes, der sich zu den einzelnen Positionen der Haushaltführung unter dem Gesichtswinkel der Zumutbarkeit zu äussern hat, nur in Ausnahmefällen, insbesondere bei unglaubwürdigen Angaben des Versicherten, die im Widerspruch zu den ärztlichen Befunden stehen (nicht veröffentlichte Urteile St. vom 26. Oktober 2000, I 99/00, und W. vom 17. Juli 1990, I 151/90). Der Abklärungsbericht im Haushalt stellt allerdings dann keine beweistaugliche Grundlage dar, wenn es um die Bemessung einer psychisch bedingten Invalidität geht (nicht veröffentlichte Urteile St. vom 26. Oktober 2000, I 99/00, und C. vom 9. November 1987, I 277/87). Im vorliegenden Fall geht es nicht um die Bemessung einer psychisch bedingten Invalidität. Es sind auch keine besonderen Umstände gegeben, welche den Abklärungsbericht als ungeeignet erscheinen liessen. Als unbegründet erweist sich namentlich der Einwand der Beschwerdeführerin, wonach der Bericht wegen sprachlicher Verständigungsschwierigkeiten keine zuverlässige Beurteilungsgrundlage darstelle. Aus den Akten geht hervor, dass der Ehemann der Beschwerdeführerin bei der Befragung als Übersetzer tätig und zumindest zeitweise auch der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin anwesend war. b) Der behandelnde Arzt Dr. med. T.________ führte in einem Bericht an die Invalidenversicherung vom 8. Mai 1998 aus, die Versicherte sei bis zum 8. März 1998 zu 100 % arbeitsunfähig gewesen; seit dem 9. März 1998 arbeite sie wieder zu ca. 25 % im eigenen Haushalt, sie koche und wasche das Geschirr ab, könne ihr 24 Monate altes Kind aber noch nicht selber betreuen und könne nicht waschen, bügeln oder putzen. In einem Zeugnis vom 2. Oktober 1998 stellte Dr. med. T.________ sinngemäss fest, die Versicherte könne leichtere Reinigungsarbeiten ausführen; sämtliche Arbeiten, bei denen sie sich Vornüberbeugen müsse, bereiteten ihr grosse Schwierigkeiten; sie könne nicht staubsaugen, waschen und bügeln, bereits das Wechseln der Windeln des jüngsten Kindes bereite ihr starke Beschwerden, das Duschen der Kinder sei ihr nicht möglich, kochen könne sie nur mit Hilfe des Ehemannes. Die Feststellungen des behandelnden Arztes beruhen weitgehend auf den Angaben der Versicherten über die bestehenden Beeinträchtigungen und Beschwerden. Sie erfolgten ohne genaue Kenntnis der konkreten Verhältnisse im Haushalt und ohne Berücksichtigung der zumutbaren Mithilfe der Familienangehörigen. Wenn Dr. med. T.________ in einer Stellungnahme zuhanden des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin vom 3. Januar 2001 ausführt, massgebend sei allein, was die Versicherte selber machen könne und nicht, was sie im Rahmen einer ehelichen Rollenverteilung zu erledigen im Stande sei, verkennt er, dass auch im Haushalt tätige Versicherte der Schadenminderungspflicht (BGE 115 V 53, 114 V 285 Erw. 3, 111 V 239 Erw. 2a) unterliegen und die Auswirkungen des Gesundheitsschadens auf die Arbeitsfähigkeit durch geeignete organisatorische Massnahmen und die zumutbare Mithilfe der Familienangehörigen möglichst zu mildern haben, wobei die Mithilfe der Familienangehörigen weiter geht, als die ohne Gesundheitsschaden üblicherweise zu erwartende Unterstützung (Ulrich Meyer-Blaser, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, Zürich 1997, S. 222 f. mit Hinweisen). Zudem nimmt auch Dr. med. T.________ an, dass sich die Verhältnisse bis zum Erlass der streitigen Verfügung vom 26. November 1998 insofern geändert haben, als sich der psychische Gesundheitszustand in einer Weise gebessert hatte, dass die antidepressive Behandlung sistiert werden konnte. Soweit später wieder eine Verschlechterung des psychischen Zustandes eingetreten ist, kann dies nach dem Gesagten im vorliegenden Verfahren nicht berücksichtigt werden. c) Die von Dr. med. K.________ im Auftrag des Haftpflichtversicherers vorgenommene Beurteilung der Arbeitsfähigkeit vom 3. April 2000 beruht auf einer sog. funktionsorientierten medizinischen Abklärung (FOMA), welche u.a. eine detaillierte Evaluation der arbeitsbezogenen Leistungsfähigkeit umfasst. Aus dem Bericht geht hervor, dass die Beurteilung der Belastbarkeit zufolge "Vermeidenshaltung" und "Selbstlimitierung" der Versicherten nur begrenzt möglich war (zu welcher Feststellung der gleiche Arzt bereits im Bericht der Rheumaklinik des Spitals Y.________ über die Evaluation der arbeitsbezogenen funktionellen Leistungsfähigkeit vom 23. September 1998 gelangt war). Nach Auffassung des Berichterstatters sind der Versicherten jedoch die meisten Tätigkeiten im Haushalt bei geeigneten organisatorischen Anpassungen möglich und zumutbar; die nicht regelmässig anfallenden schwereren Arbeiten (Waschen und Aufhängen von Vorhängen, Verschieben von Möbeln, Grossreinigung) vermag sie nicht ohne Hilfe auszuführen. Diese Feststellungen lassen darauf schliessen, dass die Beschwerdeführerin im Haushalt zu mehr als 50 % arbeitsfähig ist. Wenn Dr. med. K.________ dennoch zu einer Arbeitsunfähigkeit von 50 % gelangt, so geschah dies unter Berücksichtigung der vom beigezogenen Dr. med. B.________, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, erhobenen psychischen Befunde. Nach dem neuropsychiatrischen Teilgutachten dieses Arztes besteht eine chronifizierende mittelschwere depressive Entwicklung auf dem Boden einer sicher sozio-kulturell bedingten Schmerzverarbeitung mit einer erheblichen Einschränkung des Leistungs- und Funktionspotentials. Demgegenüber hatte die Psychiatrische Poliklinik des Spitals Y.________ noch am 9. April 1999 festgestellt, die anamnestisch bekannte längere depressive Reaktion im Sinne einer Anpassungsstörung sei zur Zeit remittiert. Die Versicherte übe die meisten Tätigkeiten im Haushalt ohne grosse Probleme aus; ihr Alltag sei nicht auf die Schmerzsymptomatik eingeschränkt; im Antrieb und der Lebensfreude sei sie nicht beeinträchtigt. Auch aus dem Bericht des Spitals Y.________ zur funktionellen Leistungsfähigkeit vom 23. September 1998 ergeben sich keine Anhaltspunkte für eine depressive Symptomatik. Anlässlich der Abklärung im Haushalt gab der Ehemann der Beschwerdeführerin denn auch an, es gehe seiner Frau heute diesbezüglich gut und die Behandlung sei abgeschlossen. Mit der Vorinstanz ist daher anzunehmen, dass jedenfalls in dem für die Beurteilung massgebenden Zeitpunkt des Verfügungserlasses keine die Arbeitsfähigkeit wesentlich beeinträchtigende psychische Behinderung mehr bestanden hat, weshalb auf die Schätzung der Arbeitsfähigkeit durch Dr. med. K.________, welche unter Berücksichtigung einer psychischen Beeinträchtigung erfolgte, nicht abgestellt werden kann. Dies umso weniger als Dr. med. B.________ die psychischen Störungen teilweise auf sozio-kulturelle Faktoren zurückführt, welche bei der Invaliditätsbemessung nicht zu berücksichtigen sind (AHI 2000 S. 153 Erw. 3 mit Hinweisen). Schliesslich erfolgte auch die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit durch Dr. med. K.________ ohne Berücksichtigung der zumutbaren Mithilfe der Familienangehörigen im Haushalt. Der Vorinstanz ist daher darin beizupflichten, dass die vorhandenen Arztberichte nicht geeignet sind, die Abklärungsergebnisse der IV-Stelle als unzutreffend erscheinen zu lassen.