Citation: I 601/02 09.04.2003 E. 2

Streitig und zu prüfen ist die Leistungspflicht der Invalidenversicherung für das dynamische Sitzsystem vom Typ "Aktivline". 2.1 Die Vorinstanz hat mit zutreffender Begründung, auf welche vollumfänglich verwiesen wird, dargelegt, dass das zur Diskussion stehende Sitzsystem kein medizinisches Behandlungsgerät darstellt. Eine Übernahme durch die Invalidenversicherung kommt daher nur in Frage, wenn die Voraussetzungen des Hilfsmittelanspruchs erfüllt sind. 2.2 Der Beschwerdeführer hat unbestrittenermassen Anspruch auf ein Hilfsmittel in Form eines geeigneten Sitzsystems mit fahrbarem Unterbau (Ziffer 9.01 HVI-Anhang in Verbindung mit Art. 2 Abs. 1 HVI). Die beantragte Ausführung fällt unter die Kategorie "Rollstühle ohne motorischen Antrieb" im Sinne von Ziffer 9.01 HVI-Anhang. Die Leistungspflicht der Invalidenversicherung hängt somit davon ab, ob das beantragte Hilfsmittel einfach und zweckmässig im Sinne von Art. 21 Abs. 3 Satz 1 IVG sowie Art. 2 Abs. 4 HVI ist. Das Kriterium der Zweckmässigkeit verlangt insbesondere, dass das Hilfsmittel bestimmt und geeignet ist, dem gesundheitlich beeinträchtigten Versicherten in wesentlichem Umfang zur Erreichung eines der gesetzlich anerkannten Ziele zu verhelfen (BGE 122 V 214 Erw. 2c mit Hinweis). Indem die einschlägigen Vorschriften die Leistungspflicht der Invalidenversicherung auf Hilfsmittel in einfacher Ausführung beschränken, wird dem allgemeinen Grundsatz der Verhältnismässigkeit Rechnung getragen. Danach ist die Eingliederung nur soweit sicherzustellen, als sie im Einzelfall notwendig, aber auch genügend ist. Die versicherte Person hat dementsprechend in der Regel nur Anspruch auf die dem jeweiligen Eingliederungszweck angemessenen, notwendigen Massnahmen, nicht aber auf die nach den gegebenen Umständen bestmöglichen Vorkehren. Ferner muss der voraussichtliche Erfolg einer Eingliederungsmassnahme in einem vernünftigen Verhältnis zu ihren Kosten stehen (BGE 124 V 110 Erw. 2a, 122 V 214 Erw. 2c, je mit Hinweisen). Eine betragsmässige Begrenzung der Kosten eines Hilfsmittels käme allerdings mangels einer ausdrücklichen gegenteiligen Bestimmung nur in Frage, wenn zwischen der Vorkehr und dem Eingliederungszweck ein derart krasses Missverhältnis bestünde, dass sich die Abgabe des Hilfsmittels schlechthin nicht verantworten liesse (vgl. BGE 115 V 198 Erw. 4e/cc). 2.3 Aus den medizinischen Akten (Stellungnahmen des Kinderspitals Q.________ vom 7. Februar und 18. März 2002) und den Aussagen von therapeutischer Seite (Schreiben von I.________/Deutschland, vom 25. Februar 2002 sowie von Frau C.________, Heim X.________, vom 13. März 2002) in Verbindung mit der fachtechnischen Beurteilung der Hilfsmittelberatung Z.________ für Behinderte vom 22. September 2001 geht mit der erforderlichen Klarheit hervor, dass das neuartige Sitzsystem für den Beschwerdeführer - insbesondere auf Grund der häufig auftretenden Streckspasmen - gegenüber der herkömmlichen Versorgung eindeutig Vorteile aufweist. Es kann daher als erstellt gelten, dass das beantragte Hilfsmittel mit Bezug auf den Beschwerdeführer zweckmässig ist und eine dem Eingliederungszweck angemessene Vorkehr darstellt. 2.4 Die Vorinstanz gelangte zum Ergebnis, das beantragte Sitzsystem stelle keine einfache Massnahme im Sinne des Gesetzes dar, da gegenüber der herkömmlichen Versorgung Mehrkosten in Höhe von Fr. 7000.- entstünden. Die zu dieser Feststellung führende Berechnung sowie die ihr zu Grunde liegenden Annahmen werden jedoch durch die in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde vorgebrachten neuen Argumente in Frage gestellt. Da auf der Grundlage der vorliegenden Akten nicht zuverlässig beurteilt werden kann, ob und in welchem Ausmass das neue Sitzsystem gegenüber einer zweckmässigen herkömmlichen Versorgung Mehrkosten (unter Einbezug der mutmasslichen Folgekosten) verursacht, ist die Sache an die IV-Stelle zurückweisen, damit sie diesbezüglich - unter Beizug der Firma Y.________ AG - ergänzende Abklärungen treffe und anschliessend über den Anspruch neu verfüge.