Citation: 5A_471/2020 E. 2.2.1

2.2.1. Die Beschwerdeführerin besteht darauf, dass die Erblasserin das Grundstück Nr. xxx ihrem Ehemann im Testament vom 14. Dezember 1991 (s. Sachverhalt Bst. A.a) nicht als Erbe, sondern als Vorvermächtnis zuwies. Die gesetzliche Vermutung nach Art. 608 Abs. 3 ZGB setze voraus, dass der Erblasser eine Erbschaftssache an einen Erben zugewiesen hat. Dies verkenne die Vorinstanz, indem sie umgekehrt von einer vermuteten Teilungsvorschrift auf eine Erbeinsetzung schliesse. Die Zuwendung eines bestimmten Objekts - hier des hälftigen Miteigentumsanteils am Grundstück Nr. xxx - sei im Zweifelsfall ein Vermächtnis und nur dann eine Erbeinsetzung, wenn dies ausdrücklich angeordnet wurde, denn die Erbeinsetzung sei gemäss Art. 483 ZGB grundsätzlich immer die Zuwendung einer Quote bzw. eines Bruchteils der Erbschaft. Wenn die Beschwerdegegner geltend machen, dass die Erblasserin ihren Ehemann im Rahmen der frei verfügbaren Quote als Erben eingesetzt hatte, seien sie hierfür beweispflichtig. Die Beschwerdeführerin bestreitet, dass keine eindeutigen Hinweise für ein Vermächtnis bestehen. Sie erläutert, weshalb Ziffer III des Testaments vom 14. Dezember 1991 unter Berücksichtigung der übrigen Anordnungen im Testament als (Vor-) Vermächtnis auszulegen sei. Dem Obergericht wirft sie vor, sich mit den entsprechenden Ausführungen in ihrer Berufung nicht auseinanderzusetzen; diese mangelhafte Begründung des angefochtenen Entscheids verletze das rechtliche Gehör.