Citation: 4A_588/2023 E. 3.4.5

3.4.5. Der Beschwerdeführer moniert, die Vorinstanz habe den Verhandlungsgrundsatz gemäss Art. 55 Abs. 1 ZPO sowie seinen Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt, indem sie sich auf Feststellungen stützte, die vom Beschwerdegegner nie behauptet worden seien: Einerseits ergänze die Vorinstanz den Sachverhalt zugunsten des "Narrativs" des Beschwerdegegners, wenn sie vermute, mit der Geheimhaltung des Namens des Beschwerdeführers hätte das Auftauchen von Fotografen auf der Alp verhindert werden sollen. Dies ist unzutreffend: Die Vorinstanz würdigt in der kritisierten Erwägung das Interesse des Beschwerdeführers, als wirtschaftlicher Eigentümer der Alp nicht persönlich in Erscheinung treten zu wollen. Die Aussage zum Auftauchen von Fotografen dient offensichtlich der Plausibilisierung dieses Bedürfnisses des Beschwerdeführers nach Diskretion, was auch sprachlich durch die Verwendung des Konjunktivs zum Ausdruck kommt. Unabhängig von der Frage, ob und wie substanziiert der Beschwerdegegner diese Behauptung aufstellte, übersieht der Beschwerdeführer, dass die Vorinstanz diese als nicht restlos schlüssig und nicht nachgewiesen würdigte. Aus den Vorbringen des Beschwerdeführers ist nicht ersichtlich, was er aus dieser Würdigung einer angeblich nicht behaupteten Tatsache zugunsten seines Hauptbeweises ableitet; er zeigt nicht auf, inwiefern dies für den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein soll. Andererseits habe die Vorinstanz auf die Aussagen des Zeugen H.________ zur Nutzung der Alp und zur Kontrolle des Zugangs durch den Beschwerdeführer abgestellt, ohne dass diese auf Behauptungen des Beschwerdegegners beruhen würden; auf dieses "überschiessende Beweisergebnis" hätte sie nicht abstellen dürfen. Gegenstand des Beweisverfahrens waren Indizien, die Rückschlüsse auf den wirklichen Willen der Parteien zuliessen. Der Beschwerdegegner stellte in der Klageantwort im Rahmen seiner Bestreitung Behauptungen zur Nutzung der Alp auf und beantragte namentlich die Befragung des Zeugen H.________. Selbst wenn die Aussagen des Zeugen H.________ in ihren Einzelheiten unbehauptete Tatsachen enthalten würden, zeigt der Beschwerdeführer nicht auf und ist nicht ersichtlich, dass diese ausserhalb des Rahmens der Behauptungen des Beschwerdegegners liegen; sie erscheinen vielmehr insbesondere deshalb vom Beweisthema gedeckt, da sie Aussagen zur Interessenlage des Beschwerdeführers an der Alp beinhalten, bzw. diese konkretisieren (vgl. GULDENER, Schweizerisches Zivilprozessrecht, 3. Aufl. 1979, S. 165; LEUENBERGER, Nicht behauptete Tatsachen als Ergebnisse des Beweisverfahrens, in: Rechtsetzung und Rechtsdurchsetzung, 2005 S. 318; HURNI, in: Berner Kommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, Bd. I, 2012, N. 36 zu Art. 55 ZPO). Dem Vorwurf einer Verletzung des Verhandlungsgrundsatzes ist damit die Grundlage entzogen.