Citation: 9C_360/2023 E. 3.2

3.2. Zu prüfen bleibt somit, ob rein unter Berücksichtigung der Morphologie eine Leistungspflicht im Rahmen der OKP für die anbegehrten gesichtsfeminisierenden Eingriffe Abbohren der supraorbitalen Prominenz, Rhinoseptoplastik sowie Konturierung des Unterkiefers durch Abschleifung in Frage kommt (E. 2.2.2 hiervor). Die Beschwerdeführerin rügt diesbezüglich an verschiedenen Stellen eine willkürliche Beweiswürdigung durch das kantonale Gericht. Dem ist - soweit relevant - dahingehend zuzustimmen, dass die behandelnden Fachärzte im Gegensatz zu den Vertrauensärzten sehr wohl auf ein typisch männliches Erscheinungsbild des Gesichts und damit auf ein mit dem weiblichen Geschlecht unvereinbares Gesicht schliessen. Davon ist auch auszugehen, wenn nirgends von "typisch" männlich die Rede ist. So sprechen die Behandler insbesondere von einem männlichen Erscheinungsbild im Bereich des Gesichtes und einer deutlich männlichen Gesichtsform. Zudem stellen sie im Wiedererwägungsgesuch einen Zusammenhang mit der supraorbitalen Prominenz her, indem sie auf ein CT des Schädels vom Juni 2021 verweisen (Kostengutsprachegesuch vom 13. Januar 2021, Wiedererwägungsgesuch vom 13. August 2021). Soweit die Vorinstanz dies verneint hat (vorinstanzliche Erwägungen 5.3 und 5.5 f. S. 15 und 17), ist sie in Willkür verfallen. Es liegt somit ein Widerspruch zwischen der Einschätzung der behandelnden Fachärzte und der Vertrauensärzte (dazu E. 3.2.2 hiernach) vor. Auf diesen Widerspruch ist nachfolgend einzugehen.