Citation: 6B_1040/2023 E. 3.4.2

3.4.2. Mit der Vorinstanz ist der objektive Tatbestand des (versuchten) Mordes zu bejahen. Gemäss den verbindlichen Sachverhaltsfeststellungen der Vorinstanz schoss der Beschwerdeführer fünf Mal auf seine ehemalige Lebenspartnerin. Sie erlitt multiple, teils lebensbedrohliche, Schussverletzungen im Abdominal- und Genitalbereich sowie an beiden Beinen und überlebte. Der Beschwerdeführer beschaffte gemäss eigenen Aussagen die dazu verwendete Faustfeuerwaffe in der Absicht dieser Tat. Er kam bereits mit geladener Waffe in die Wohnung seiner ehemaligen Lebenspartnerin. Sein Vorgehen war heimtückisch. Er verleitete seine ehemalige Lebenspartnerin unter einem Vorwand - der angeblichen Übergabe von Pass und Geld, was er nicht mit sich führte - zu einem Treffen. Hinzu kommt, dass er D.________ beizog, weil er wusste, seine ehemalige Lebenspartnerin würde ansonsten dazu nicht einwilligen. Besonders grausam und gefühlskalt ist sodann, dass der Beschwerdeführer zur Tat schritt, als sich seine ehemalige Lebenspartnerin in einer sowohl wehr- als auch auswegslosen Situation befand. Er überraschte sie mit dem Hervorziehen der bereits geladenen Waffe und schoss unmittelbar aus kurzer Distanz. Zudem schoss er, bis das Magazin leer war. Ausserdem waren die gemeinsame siebenjährige Tochter sowie D.________ in der Wohnung anwesend, in den Flur getreten und mussten die Tat mitansehen. Das vom Beschwerdeführer gewählte Vorgehen spricht gerade nicht - wie von ihm vorgebracht - gegen Heimtücke. Es mag zutreffen, dass er seinen Plan am Vorabend beim Arbeitsort seiner ehemaligen Lebenspartnerin oder auf dem Parkplatz vor ihrem Wohnblock früher hätte umsetzen können. Ob dies in der Tat einfacher gewesen wäre, bleibt dahin gestellt, zumal D.________ sowie seine Tochter auf dem Parkplatz erschienen und mit ihm sprachen. Ohnehin erklärt der Beschwerdeführer sein Vorgehen unter anderem damit, dass er sich am Vortag noch nicht zur Tat habe durchzuringen vermögen. Zudem gesteht er eine gewisse Planung der Tat ein. Selbst wenn diese als kurzfristig zu bezeichnen wäre, stünde dies der Qualifikation als Mord nicht entgegen. Ebenso wenig schliesst die Mordqualifikation aus, dass die Tat nur wenige Minuten gedauert und er seine ehemalige Lebenspartnerin fliehen lassen haben soll, zumal er alle in der Waffe vorhandenen Schüsse abgab. Überdies waren die rein egoistischen Beweggründe des Beschwerdeführers niederschwellig. So handelte er - wie er im Einklang mit der Vorinstanz ausführt - aus Eifersucht und Rache. Allfällige finanzielle Aspekte zwischen ihm und seiner ehemaligen Lebenspartnerin führen zu keiner anderen rechtlichen Würdigung. Ein unmittelbar vor der Tat erfolgtes Gespräch zwischen dem Beschwerdeführer und seiner ehemaligen Lebenspartnerin, ein allfälliger Streit am vorangehenden Donnerstag sowie 55 Telefonanrufe in den 24 Stunden vor der Tat lassen seine Handlungen nicht in einem besseren Licht erscheinen und vermögen die vorliegend erfüllten Qualifikationsmerkmale des Mordes nicht zu entkräften.