Citation: 6B_230/2022 E. 3.3.1

3.3.1. Nach Art. 305 Abs. 1 StGB wird wegen Begünstigung bestraft, wer jemanden der Strafverfolgung, dem Strafvollzug oder dem Vollzug einer der in den Artikeln 59- 61, 63 und 64 StGB vorgesehenen Massnahmen entzieht. Die Begünstigung dient dem Schutz der ungehinderten Strafrechtspflege (BGE 141 IV 459 E. 4.2; Urteile 6B_928/2017 vom 20. Dezember 2017 E. 2.1.2; 6B_444/2014 vom 7. Januar 2015 E. 2.3; je mit Hinweisen). Die Tathandlung des Entziehens setzt voraus, dass der Täter eine Amtshandlung im Strafverfahren mindestens für eine gewisse Zeit verhindert hat. Eine blosse Beistandshandlung, welche die Strafverfolgung nur vorübergehend oder geringfügig behindert bzw. stört, genügt jedoch nicht (vgl. BGE 141 IV 459 E. 4.2; 129 IV 138 E. 2.1; je mit Hinweisen). Es muss mindestens die Erschwerung der Ermittlung oder Verfolgung tatsächlich erfolgt sein (Urteil 6B_928/2017 vom 20. Dezember 2017 E. 2.1.2 mit Hinweisen). Der subjektive Tatbestand erfordert Vorsatz, wobei Eventualvorsatz genügt (vgl. Art. 305 Abs. 1 i.V.m. Art. 12 Abs. 1 und 2 StGB). Verlangt ist, dass der Täter sich des bevorstehenden oder laufenden Verfahrens bzw. Vollzugs bewusst ist und dass er den Willen hat, den Begünstigten zu unterstützen (Urteil 6B_928/2017 vom 20. Dezember 2017 E. 2.1.2 mit Hinweis).