Citation: 4A_29/2024 E. B

Am 25. August 2020 gelangte die Klägerin an das Handelsgericht des Kantons Aargau. Sie stellte gegen die Beklagte aus 46 Schadensfällen unter Nachklagevorbehalt 46 Leistungsbegehren, die sie in der Klagebegründung auf insgesamt Fr. 499'132.46 [recte: Fr. 499'132.45] bezifferte, nebst Zins, und beantragte im Umfang von Fr. 499'132.46 den Rechtsvorschlag in der von ihr angehobenen Betreibung aufzuheben. B.a. Die Klägerin behauptete im Wesentlichen, der von der Beklagten speziell für sie hergestellte Lack sei mangelhaft geliefert worden, wodurch bei den lackierten X.________-Fassadenelementen im Aussenbereich grossflächige Lackablösungen auftreten würden. Die Beklagte habe daher die Kosten der Klägerin für die Demontage, Neulackierung und Remontage der X.________-Fassadenplatten zu ersetzen. Die Beklagte bestritt die Mangelhaftigkeit des gelieferten Lacks und dass sie für die Nachbesserungskosten der Klägerin aufzukommen habe. B.b. Das Handelsgericht beschränkte das Verfahren in der Folge auf die Frage, ob die AGB der Beklagten (namentlich der Ausschluss der Haftung für Mangelfolgeschäden) gültig einbezogen wurden. Mit Zwischenentscheid vom 29. September 2021 erkannte es, der in den AGB (Ziff. 3.4) enthaltene Haftungsausschluss für Mangelfolgeschäden sei zwischen den Parteien nicht rechtsgültig vereinbart worden. Auf die von der Beklagten gegen diesen Zwischenentscheid erhobene Beschwerde in Zivilsachen trat das Bundesgericht mit Urteil 4A_563/2021 vom 9. Februar 2023 nicht ein. B.c. Mit Urteil vom 27. November 2023 wies das Handelsgericht die Klage kostenfällig ab. Die Klägerin habe nicht substanziiert, wann sie welchen Mangel entdeckt und gegenüber der Beklagten gerügt haben wolle. Allfälligen Mängelrügen betreffend das Schadensbild 1 mass es keine Bedeutung zu, da die Klägerin selbst ausgeführt habe, das Schadensbild 1 müsse von einem anderen Mangel ausgelöst worden sein, als das Schadensbild 2. Und nur um dieses ging es im Prozess.