Citation: 8C_119/2021 E. 5.2.6

5.2.6. Was der Beschwerdeführer schliesslich unter Berufung auf den Bericht des Dr. sc. nat. G.________ vom 26. Januar 2019 gegen die Beweiskraft des bidisziplinären Verwaltungsgutachtens vorbringt, verfängt ebenfalls nicht. 5.2.6.1. Entgegen der Behauptung des Beschwerdeführers hat Dr. med. C.________ begründet, weshalb die Diagnose einer Persönlichkeitsänderung gemäss ICD-10 nicht gestellt werden kann, worauf bereits die Vorinstanz hingewiesen hat. Danach könne eine Persönlichkeitsänderung eigentlich nur nach einer schizophrenen Erkrankung, nach einer erlittenen Traumatisierung, Folter oder Ähnlichem, oder bei Vorliegen schwerster, somatisch begründbarer Schmerzen diagnostiziert werden. Weder aus psychiatrischer noch aus somatischer Sicht seien beim Beschwerdeführer Gründe gegeben, die zu einer Persönlichkeitsänderung hätten führen können. Insbesondere bestehe beim Beschwerdeführer keine Traumafolgestörung. Er habe den Unfall im Jahr 1990 gut verarbeiten können und leide weder an angstbesetzten Träumen noch an Nachhallerinnerungen. Soweit der Beschwerdeführer behauptet, der Gutachter habe sich in keiner Weise an anerkannten Kriterien orientiert, kann ihm nicht gefolgt werden: So steht etwa die Diagnose F62.0 gemäss ICD-10 für eine andauernde Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung (z.B. Folter oder Katastrophen). Unter F62.1 fällt die andauernde Persönlichkeitsänderung nach psychischer Krankheit und F62.80 nennt die andauernde Persönlichkeitsänderung bei chronischem Schmerzsyndrom. Indem der Gutachter eine Persönlichkeitsänderung als Traumafolgestörung resp. eine Persönlichkeitsänderung nach psychischer Krankheit oder bei schwerster, somatisch begründbarer Schmerzen verneinte, orientierte er sich somit an einem anerkannten Klassifikationssystem. 5.2.6.2. Sodann bezweifelt der Beschwerdeführer, dass zwischen den beiden Gutachtern eine Konsensbeurteilung stattgefunden habe. Er begründet dies damit, dass die Experten lediglich die Befunde aus dem jeweiligen anderen Gutachten "repetiert" hätten, ohne sich damit auseinanderzusetzen. Das zeige sich etwa darin, dass Dr. med. B.________ festgehalten habe, Ritalin habe den Tremor des Beschwerdeführers um Welten verbessert, während gemäss Dr. med. C.________ Ritalin zu einem markanten Gewichtsverlust geführt habe. Die Frage, ob die Behandlung des Tremors vertretbar sei, sei demnach offenbar nicht diskutiert worden. Abgesehen davon, dass die Gutachter explizit bestätigten, am 14. September 2018 habe eine ausführliche telefonische Konsensuskonferenz stattgefunden, gestützt worauf eine interdisziplinäre Gesamtbeurteilung zu Papier gebracht worden sei, bestehen auch sonst keine Anhaltspunkte dafür, dass hinsichtlich der relevanten Punkte keine Aussprache stattgefunden hätte. In Bezug auf die Behandlung des Tremors hielt Dr. med. C.________ im Übrigen fest, diese sei adäquat, das Ritalin sollte aber niedriger dosiert werden. 5.2.6.3. Soweit sich der Beschwerdeführer auf die Tonbandaufnahmen stützt, um zu belegen, dass er im Alltag unter schweren, quälenden Schmerzen leide, vermag er damit bereits mangels novenrechtlicher Zulässigkeit der Beweismittel nicht durchzudringen (vgl. E. 2.3 hiervor). Abgesehen davon ist es Aufgabe des medizinischen Sachverständigen zu beurteilen, ob die vom Beschwerdeführer angegebenen Schmerzen die für die Diagnose einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung vorausgesetzte Schwere erreicht oder nicht. Der Beschwerdeführer legt im Übrigen nicht ansatzweise dar, dass diese Diagnose von anderen Fachärzten je gestellt worden wäre.