Citation: 1C_291/2022 E. 4.4

4.4. Das Baugrundstück befindet sich nicht im Geltungsbereich, sondern in der Nachbarschaft des (nach wie vor) inventarisierten bzw. (noch) nicht rechtskräftig aus dem Inventar entlassenen Schutzobjekts. Der Beschwerdeführer scheint zu übersehen, dass sich § 238 Abs. 2 PBG/ZH immer auf Vorhaben ausserhalb des geschützten Objekts bezieht, denn dieses selber wird durch die Schutzmassnahmen geschützt. Ob ein Bauvorhaben im Einzelfall eine Beeinträchtigung des Schutzobjekts zur Folge hat, wird im Rahmen der materiellen Beurteilung von § 238 Abs. 2 PBG/ZH geprüft (vgl. FRITZSCHE/BÖSCH/WIPF/ KUNZ, a.a.O., S. 823 f. mit Hinweis). Das Vorbringen des Beschwerdeführers, wonach vorab über den Umfang der Unterschutzstellung bzw. den Einbezug des Baugrundstücks in den Schutzumfang entschieden werden müsste, ist somit von vornherein unbegründet. Dass die Vorinstanz für die Anwendbarkeit von § 238 Abs. 2 PBG/ZH keinen Schutzentscheid voraussetzte, ist im Übrigen nicht zu beanstanden. Wie bereits dargelegt (vgl. E. 4.1 hiervor), bedarf es keiner formellen Unterschutzstellung, damit der Schutz nach § 238 Abs. 2 PBG/ZH greift; die Schutzwürdigkeit kann sich auch aus einem Inventareintrag ergeben (vgl. dazu E. 4.1 hiervor). Der Einwand des Beschwerdeführers, wonach vorab ein Schutzverfahren durchgeführt und über die Unterschutzstellung samt deren Umfang entschieden werden müsste, falls der Inventareintrag wider Erwarten beizubehalten wäre, verfängt somit nicht. Auch die vom Beschwerdeführer gerügte Verletzung von Art. 33 Abs. 2 RPG, Art. 29 Abs. 2 und Art. 29a BV infolge des angeblichen Bauverbots ohne Inventarentlassungs- bzw. Schutzentscheid ist vorliegend unbegründet. Der Beschwerdeführer konnte sich im Verfahren betreffend Inventarentlassung als Beigeladener beteiligen und hat den Entscheid des Baurekursgerichts, das streitbetroffene Schutzobjekt im Inventar zu belassen, ans Verwaltungsgericht weitergezogen.