Citation: 6B_511/2020 E. 2.2

2.2. Die Beschwerdeführerin bringt vor, die Vorinstanz habe im zu beurteilenden Sachverhaltskomplex zu Recht festgestellt, dass es an einer Grundlage für die Transaktionen im Umfang von Fr. 142'209.10 gefehlt habe. Sie habe daher die Tatbestandsmerkmale der fremden Vermögenswerte sowie der unrechtmässigen Bereicherung zutreffend als erfüllt angesehen. Indessen sei sie fälschlicherweise zum Schluss gelangt, es sei fraglich, ob es dem Beschwerdegegner 1 als Gesellschaftsorgan einzig darum gegangen sei, sich die Vermögenswerte der Gesellschaft zur persönlichen Bereicherung anzueignen. Soweit die Vorinstanz annehme, die Bereicherungsabsicht stehe nicht ohne jeden Zweifel fest, überdehne sie die Anforderungen an das Beweismass. Die Beschwerdeführerin macht weiter in Bezug auf den Freispruch von der Anklage der Veruntreuung geltend, die Barbezüge seien mit dem offensichtlichen Ziel der Bereicherung erfolgt. Der Beschwerdegegner habe bewusst eine Verrechnungsposition geschaffen, um dem Schein nach eine Rechtsgrundlage für die Bezüge zu begründen. Dass eine sehr geringe Möglichkeit der Wertvermehrung der Aktien bestanden habe, treffe nicht zu. Dem stünden die desolate finanzielle Situation der E.________.ch AG, die Überschuldung der Gesellschaft und die Tatsache des Konkurses entgegen. Der Abzug der Liquidität sei ausschliesslich mit dem Ziel erfolgt, sich und die L.________ AG zu bereichern, und könne nicht der Geschäftsführung zugeordnet bzw. als pflichtwidrige Vermögensdisposition im Rahmen der Organtätigkeit gewürdigt werden. Damit bestehe für die Anwendung von Art. 158 StGB kein Raum. Soweit die Vorinstanz dennoch den Tatbestand der ungetreuen Geschäftsbesorgung prüfe, verletze sie insofern Bundesrecht, als sie die Bereicherungsabsicht und damit die Erfüllung des qualifizierten Tatbestandes im Sinne von Art. 158 Ziff. 1 Abs. 3 StGB verneine. Für die Annahme der Bereicherung genüge bereits eine eventuelle Absicht. Wenn die Vorinstanz erwäge, die Bereicherung sei eine "angenehme Nebenfolge" des Aktienkaufs gewesen, bringe sie zum Ausdruck, dass der Beschwerdegegner 1 die Möglichkeit der Bereicherung für den Fall ihres Eintritts zumindest gebilligt habe. Darüber hinaus verkenne sie die Aktenlage, da sowohl die Abtretung der Debitoren wie auch der Aktienkauf und die Barbezüge offensichtlich mit der Absicht der Bereicherung erfolgt seien. Wer bei offensichtlicher Überschuldung einer Gesellschaft, in zeitlicher Nähe zu deren Übernahme, die gesamte Liquidität entziehe, sei dies durch Barbezüge oder durch die Abtretung von Debitorenforderungen, könne nur in der Absicht der Bereicherung handeln (Beschwerde S. 5 ff.).