Citation: 6B_833/2022 E. 2.2

2.2. Die Vorinstanz stellt fest, nach dem Gutachten vom 23. März 2020 müsse die Persönlichkeitsentwicklung des Beschwerdeführers als mässig bis stark beeinträchtigt angesehen werden. Es zeige sich eine emotional-instabile Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typ. Es könne davon ausgegangen werden, dass er auch in Zukunft in nahen Beziehungen mit Gewalt auf Frustration und verwehrte Bedürfnisbefriedigung (Grenzsetzungen) reagiere. Würden Rückfallprävention und positive Entwicklung als Parameter genommen, müssten die bisherigen Interventionen als gescheitert betrachtet werden. Bei erfolgreicher therapeutischer Auseinandersetzung sei von einer deutlichen Verbesserung der Legalprognose auszugehen. Es werde aber vermutlich viel Fingerspitzengefühl verlangen, eine ausgewogene Balance zwischen Fordern, Fördern, Nachsicht und Kontrolle bezüglich vereinbarter Ziele und Zielerreichung zu finden. Der Beschwerdeführer erscheine dazu grundsätzlich bereit, es sei aber nicht absehbar, wie weit er eine Eskalationsspirale (Selbstverletzung, Suizidandrohung, Suizidversuche) bei mittel- bis langfristiger geschlossener Unterbringung treiben würde, um seinen Willen durchzusetzen. Die Vorinstanz hält weiter fest, im Abschlussbericht vom 4. Januar 2022 des U.________ werde der Beschwerdeführer als stark massnahmenbedürftig erachtet und eine grundlegende Massnahmenfähigkeit als gegeben angesehen. Die Massnahmenwilligkeit werde als wenig vorhanden eingeschätzt. Im Hinblick auf die Rückfallgefahr sei eine Entlassung zum jetzigen Zeitpunkt nicht indiziert. Die Vorinstanz stützt sich zudem auf ein Protokoll vom 13. Februar 2022 und ein Schreiben vom 28. Februar 2022 der ZSP. Die Vorinstanz schliesst, der Beschwerdeführer sei nach wie vor massnahmenbedürftig. Sein Zustand habe sich seit dem Gutachten vom 23. März 2020 nicht grundlegend verbessert. Dass die Massnahme gescheitert sei und keine Wirkung mehr entfalten könne, lasse sich nicht sagen, zumal bereits das Gutachten Rückschläge als wahrscheinlich angesehen habe. Vor diesem Hintergrund sei wohl auch die Einnahme von Reissnägeln bzw. Batterien einzuordnen. Zumindest lägen keine Hinweise vor, dass die Suizidversuche mit einem durch die Massnahme aufgebauten unangemessenen Druck zusammenhingen. Dass er "lediglich" zu 180 Tagen Freiheitsentzug verurteilt worden sei, lasse die Weiterführung der Massnahme nicht als unverhältnismässig erscheinen. Ein allzu schnelles Aufgeben der Schutzmassnahme liege klar nicht in seinem Interesse. Inzwischen habe eine geeignete Einrichtung gefunden werden können.