Citation: 4A_414/2022 E. 3.2.1

3.2.1. Die Beschwerdeführerin moniert, dass die Vorinstanz entschieden habe, dass die Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdegegners vom 1. Juli 2021 bis zum 23. August 2022 entschädigt werden müsse. Aus dem angefochtenen Entscheid ergebe sich nicht, auf welche Akten die Vorinstanz die Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdegegners stütze. Die Vorinstanz habe es auch nicht als notwendig erachtet, ein medizinisches Gutachten in Auftrag zu geben, um die genaue Arbeitsfähigkeit zu ermitteln. In seiner Klage habe der Beschwerdegegner nur Arztzeugnisse vorgebracht, welche eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bis zum 30. November 2021 attestierten. Folglich habe die Vorinstanz willkürlich gehandelt, indem sie die Beschwerdeführerin dazu verurteilt habe, bis zum 23. August 2022 Leistungen ohne Beweis für die Arbeitsunfähigkeit vom 1. Dezember 2021 bis zum 23. August 2022 zu erbringen. Ohne Nachweis einer tatsächlichen Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit sei die Vorinstanz nicht berechtigt, von einer Arbeitsunfähigkeit nach dem 30. November 2021 auszugehen. Die Vorinstanz hätte nur die Auszahlung bis zu diesen Datum anordnen dürfen, was einem Betrag von Fr. 31'296.15 entspreche (153 Tage x Fr. 204.55). Es sei offensichtlich, dass die Vorinstanz ihr Ermessen überschritten habe, indem sie ein Urteil ultra petita erlassen habe.