Citation: 4C.189/2006 04.08.2006 E. C

Mit Urteil vom 19. April 2006 wies das Kantonsgericht Wallis die Klage ab. Das Gericht erwog, die Beklagte habe sachliche Gründe gehabt, den Kläger von seiner Funktion als leitender Oberarzt eines Teils der Bettenstation zu entbinden und sie habe ihm gleichzeitig angeboten, seine frühere Aufgabe im Ambulatorium wieder aufzunehmen, für die er angestellt worden war. Das Kantonsgericht verneinte eine Verletzung von Art. 328 OR mit der Begründung, die fachlichen Schwächen und die wiederholten Führungsfehler des Klägers, die er nicht auszumerzen versuchte, bildeten triftige in der Person des Klägers liegende und von diesem zu verantwortende Gründe für die Funktionsänderung und der Kläger sei auch nicht vor vollendete Tatsachen gestellt, sondern dessen Unzulänglichkeiten seien an Rapporten, Supervisionen, Einzelgesprächen und sogar an Klinikleitungssitzungen thematisiert worden, mit dem Ziel einer Verbesserung. Da der Kläger daher zur Leistung der ihm zugewiesenen Arbeit im Ambulatorium verpflichtet gewesen wäre, verneinte das Gericht den eingeklagten Lohnanspruch bis zum Ablauf der ordentlichen Kündigungsfrist. Das Gericht verneinte sodann die Missbräuchlichkeit der Kündigung mit der Begründung, der Kläger habe nicht nur keinen vertraglichen Anspruch darauf gehabt, in seiner bisherigen Funktion weiterbeschäftigt zu werden, sondern er habe diesen Anspruch auch nicht in guten Treuen im Sinne von Art. 336 Abs. 1 lit. d OR geltend gemacht; er habe vielmehr die berechtigte Weisung seiner Arbeitgeberin missachtet, eine andere Tätigkeit auszuüben und damit geradezu wider besseres Wissen gehandelt.