Citation: 2C_201/2023 E. 5.4

5.4. Auch eine gefährdete Wiedereingliederung i.S.v. Art. 50 Abs. 2 AIG ist vorliegend nicht ersichtlich. Die Beschwerdeführerin hat den grössten Teil ihres Lebens in ihrem Herkunftsland verbracht, wo sie bis 2017 lebte und welches sie auch seither wiederholt besucht hat. Mit den Vorinstanzen ist davon auszugehen, dass sie mit den dortigen Verhältnissen nach wie vor vertraut sein dürfte. Zwar mag ihre Situation als geschiedene Frau mit gewissen Schwierigkeiten verbunden sein. Gleichzeitig ist nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz unter Verweis auf entsprechende Statistiken feststellt, dass Scheidungen auch in Bosnien und Herzegowina regelmässig vorkommen und deshalb nicht per se als ungewöhnlich gelten können. Dass die Beschwerdeführerin als geschiedene Frau mit einem gewissen sozialen Stigma konfrontiert sein wird, lässt eine Rückkehr nicht automatisch als unzumutbar erscheinen. Auch vor Bundesgericht tut sie die vermeintliche Gefährdungssituation im Rückkehrfall nicht rechtsgenügend dar. Die angebliche Bedrohung durch ihren Vater wird zwar behauptet, aber nicht rechtsgenüglich substanziiert. In diesem Kontext nicht zu beanstanden ist, dass die Vorinstanz es als zumutbar erachtet, dass sich die Beschwerdeführerin gegebenenfalls in den liberaleren städtischen Gebieten des Landes niederlässt und sich dort ein Beziehungsnetz aufbaut. Sie hat sich auch in der Schweiz rasch beruflich und sozial eingliedern können, weshalb nicht ersichtlich ist, dass eine solche (Wieder-) Eingliederung nicht auch in ihrem Herkunftsland möglich wäre, das sie erst vor wenigen Jahren verlassen hat.