Citation: 1C_260/2016 E. 5.3

5.3. Anh. 7 LRV enthält keine Immissionsgrenzwerte für Ammoniak. Bestehen für einen Schadstoff keine Immissionsgrenzwerte, so gelten Immissionen nach Art. 2 Abs. 5 LRV als übermässig, wenn sie Menschen, Tiere, Pflanzen, ihre Lebensgemeinschaften oder ihre Lebensräume gefährden (lit. a), aufgrund einer Erhebung feststeht, dass sie einen wesentlichen Teil der Bevölkerung in ihrem Wohlbefinden erheblich stören (lit. b), sie Bauwerke beschädigen (lit. c) oder sie die Fruchtbarkeit des Bodens, die Vegetation oder die Gewässer beeinträchtigen (lit. d). Im Rahmen des Übereinkommens über weiträumige grenzüberschreitende Luftverunreinigung vom 13. November 1979 (SR 0.814.32) und ihrer Protokolle werden von der United Nations Economic Commission für Europe [UN/ECE] kritische Eintragsraten ( Critical Loads) für Stickstoff und kritische Konzentrationen ( Critical Levels) für Ammoniak festgelegt, bei deren Überschreitung mit Schäden an empfindlichen Rezeptoren gerechnet werden muss. Diese Belastungsgrenzen werden praxisgemäss zur Beurteilung herangezogen, ob Ammoniak- und andere Stickstoffimmissionen übermässig sind (vgl. BAFU/BLW, Vollzugshilfe Baulicher Umweltschutz in der Landwirtschaft, Mai 2012 [nachfolgend: Vollzugshilfe], Anhang B2-5 S. 109 f.; Eidgenössische Kommission für Luftreinhaltung [EKL], Ammoniak-Immissionen und Stickstoffeinträge, Abklärungen zur Beurteilung der Übermässigkeit 2014, insbes. S. 6 f. und S. 53). Sie gelten allerdings für sensitive Ökosysteme ausserhalb der landwirtschaftlichen Nutzfläche. Die Beschwerdeführer machen nicht geltend, dass diese Belastungsgrenzen in der Umgebung überschritten seien, sondern halten die Ammoniak- und anderen Geruchsimmissionen vor ihren Fenstern für übermässig. Es ist daher nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanzen hierfür den Grenzwert für das gefährlichere NO2 herangezogen und gestützt darauf die Übermässigkeit der gemessenen Ammoniakimmissionen verneint haben.