Citation: 6P.140/2004 15.12.2004 E. 3.3

3.3.1 Für die Frage, ob der Täter mit Vorsatz im Sinne von Art. 18 Abs. 2 StGB gehandelt hat, ist sein Handlungsmotiv, d.h. der mit der Handlung angestrebte äussere Zweck und der hinter seinem Verhalten liegende Antrieb, ohne Bedeutung. Das Tatmotiv kann ohne weiteres auch ausserhalb des Vorsatzes liegen (BGE 101 IV 92 E. 2c S. 66). Dies gilt grundsätzlich auch für die rechtliche Würdigung der Tat, soweit der gesetzliche Tatbestand nicht ausdrücklich besondere Beweggründe als belastende (vgl. etwa Art. 112 und 115 StGB) oder entlastende (Art. 114 StGB) subjektive Merkmale aufführt (vgl. Günter Stratenwerth, Schweizerisches Strafrecht, Allg. I, 2. Aufl., Bern 1996, § 9 N 125 f.). Hingegen sind die Beweggründe bei der Strafzumessung zu berücksichtigen (vgl. Art. 63 und 64 Abs. 1 StGB; vgl. Hans Wiprächtiger, Basler Kommentar, Strafgesetzbuch I, Art. 63 N 103). Nach den Erwägungen der kantonalen Instanzen liess sich der Vorwurf der Schutzgelderpressung nicht nachweisen. Das Kantonsgericht hat denn eine solche im Rahmen der Strafzumessung auch nicht strafmindernd berücksichtigt. 3.3.2 Soweit der Beschwerdeführer aus der angeblichen Schutzgelderpressung des Geschädigten ableiten will, er habe nicht mit Eventualvorsatz gehandelt, geht seine Beschwerde somit an der Sache vorbei. Wie das Kantonsgericht zu Recht ausführt, vermöchten solche Drohungen allenfalls die Tat zu erklären, könnten aber nichts daran ändern, dass er mit Eventualvorsatz gehandelt habe. Die Abweisung der Beweisanträge des Beschwerdeführers durch das Kantonsgericht ist in diesem Lichte zu würdigen. Zwar trifft zu, dass das Kantonsgericht die Anträge auf Einvernahme von A.________, B.________, C.________ und D.________ als Zeugen ohne Begründung übergangen hat. Doch bedeutet dies nicht eine Verletzung des rechtlichen Gehörs des Beschwerdeführers. Denn aufgrund des Umstands, dass der Nachweis einer Schutzgelderpressung seitens des Geschädigten weder an der rechtlichen Würdigung als versuchte vorsätzliche Tötung noch an der Annahme des Eventualvorsatzes etwas hätte ändern können, durfte das Kantonsgericht ohne weiteres zum Schluss gelangen, dass die beantragten Zeugeneinvernahmen an der Würdigung der bereits abgenommenen Beweise voraussichtlich nichts mehr ändern würden. Da die Frage zudem nicht entscheiderheblich war, musste sich das Kantonsgericht in seiner Urteilsbegründung auch nicht ausdrücklich mit den entsprechenden Anträgen auseinandersetzen. 3.3.3 Im Übrigen erweist sich der Verzicht auf die Einvernahme der beantragten Zeugen B.________, C.________ und D.________ auch mit Blick auf die Strafzumessung nicht als willkürlich. Die in der erstinstanzlichen Verhandlung als Zeugin geladene B.________ blieb der Verhandlung fern und reichte statt dessen eine Erklärung ein, in der sich indes keine Angaben zu einer Schutzgelderpressung finden. Die Punkte, zu welchen die Zeugin nach der Auffassung des Beschwerdeführers hätte Angaben machen können, wurden von ihr schon in der schriftlichen Erklärung erwähnt. Diese wurde entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers von der ersten Instanz berücksichtigt. Nichts anderes ergibt sich hinsichtlich des beantragten Zeugen C.________. Aus dem von ihm unaufgefordert eingereichten Schreiben, auf welches der Beschwerdeführer seinen Beweisantrag stützt, ergeben sich nach den zutreffenden Ausführungen des Bezirksgerichts ebenfalls keine konkreten Anhaltspunkte für den geltend gemachten Sachverhalt. Unter diesen Umständen durften die kantonalen Instanzen ohne weiteres annehmen, auch eine formelle Zeugeneinvernahme werde zu keinem anderen Ergebnis führen. Dasselbe gilt schliesslich hinsichtlich der Ablehnung des Antrags auf Einvernahme von D.________ als Zeuge. Zwar spricht das von diesem dem Bezirksgericht nachträglich eingereichte Schreiben für die Darstellung, wonach der Geschädigte Schutzgelder eingetrieben habe. Doch durften die kantonalen Instanzen ohne weiteres annehmen, angesichts der ausführlichen, konstanten und detailreichen Ausführungen anlässlich der verschiedenen mündlichen Befragungen im Untersuchungsverfahren, vermöge der spätere Widerruf seiner Aussagen nicht zu überzeugen. Jedenfalls wäre dies nicht schlechterdings unhaltbar. Hinsichtlich des beantragten Zeugen A.________ führt der Beschwerdeführer zuletzt selbst nicht aus, was dieser zur Erhellung des behaupteten Sachverhalts beitragen könnte. Insofern genügt die Beschwerde den Begründungsanforderungen von Art. 90 Abs. 1 lit. b OG nicht. Soweit er in seiner Beschwerde auf die Berufungsbegründung verweist, ist er nicht zu hören. Die tatsächlichen und rechtlichen Vorbringen müssen aus der staatsrechtlichen Beschwerde selber hervorgehen. Es ist nicht Sache des Bundesgerichts, sich aus den Akten weiterreichende Kenntnisse zu verschaffen (BGE 115 Ia 27 E. 4a). Die Beschwerde erweist sich in diesem Punkt als unbegründet, soweit auf sie überhaupt eingetreten werden kann.