Citation: 1P.495/2001 16.08.2001 E. 4

4.-Der Beschwerdeführer wendet sich sodann gegen die Annahme der besonderen Haftgründe der Flucht- und der Kollusionsgefahr. a) Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtes, die mit jener des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte übereinstimmt, braucht es für die Annahme von Fluchtgefahr eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass sich der Angeschuldigte, wenn er in Freiheit wäre, der Strafverfolgung und dem Vollzug der Strafe durch Flucht entziehen würde. Die Schwere der drohenden Strafe darf als ein Indiz für Fluchtgefahr gewertet werden. Sie genügt jedoch für sich allein nicht, um den Haftgrund zu bejahen. Vielmehr müssen die konkreten Umstände des betreffenden Falles, insbesondere die gesamten Lebensverhältnisse des Angeschuldigten, in Betracht gezogen werden (BGE 125 I 60 E. 3a S. 62; 117 Ia 69 E. 4a S. 70, je mit Hinweisen). So ist es zulässig, die familiären und sozialen Bindungen des Häftlings, dessen berufliche Situation und Schulden sowie Kontakte ins Ausland und Ähnliches mitzuberücksichtigen. Auch bei einer befürchteten Ausreise in ein Land, das den Angeschuldigten grundsätzlich an die Schweiz ausliefern bzw. stellvertretend verfolgen könnte, ist die Annahme von Fluchtgefahr nicht ausgeschlossen (BGE 123 I 31 E. 3d S. 36 f.). b) Die Rüge des Beschwerdeführers, die Annahme von Fluchtgefahr sei "willkürlich", erweist sich als unbegründet. Die im Falle einer strafrechtlichen Verurteilung wegen Beteiligung an qualifizierten Drogendelikten drohende Freiheitsstrafe stellt einen erheblichen Fluchtanreiz dar. Hinzu kommen weitere konkrete Indizien für eine mögliche Flucht oder ein allfälliges "Untertauchen". Zwar ergibt sich aus den Akten, dass der Beschwerdeführer seit 1996 mit einer Schweizerin verheiratet ist und seit einigen Jahren regelmässig in der Schweiz gelebt hat. Er ist jedoch mazedonischer Staatsangehöriger, und seine engsten Verwandten (Eltern, Geschwister usw.) wohnen in Mazedonien, wo sich auch seine zwei Kinder (aus einer früheren Beziehung) befinden. Nach eigenen Angaben besitzt er in Lopate (zusammen mit seinen Eltern und Geschwistern) ein Haus. Unbestrittenermassen hat er sich noch im Januar 2001 dort aufgehalten. Ebenso wenig bestreitet er, dass er Schulden hat und bei seiner Einvernahme vom 11. Juni 2001 zu Protokoll gab, nach einer allfälligen Haftentlassung werde er die Schweiz verlassen und "in den Krieg" ziehen. Daraus ergeben sich im vorliegenden Fall ausreichend konkrete Anzeichen für das Bestehen von Fluchtgefahr. Diese erschiene durch die in der Beschwerde vorgeschlagenen Ersatzmassnahmen nicht ausreichend gebannt. c) Bei dieser Sachlage kann offen bleiben, ob neben der Fluchtgefahr auch noch der (alternative) besondere Haftgrund der Kollusionsgefahr zu bejahen wäre.