Citation: 6B_157/2016 E. 4.4.2

4.4.2. Die Beschwerde geht auch in Bezug auf die Anklageziffer 2 im Wesentlichen nicht über eine blosse appellatorische Kritik hinaus. Zunächst ist nicht ersichtlich, inwiefern der von der ersten Instanz festgestellte Sachverhalt vom Anklagesachverhalt abweichen sollte. Zwar trifft zu, dass die Anklageschrift in Bezug auf die Ohrfeige gegen die rechte Gesichtshälfte nicht ganz schlüssig formuliert ist. Dies ergibt sich ohne weiteres aus der Umschreibung, wonach der Beschwerdeführer dem Privatkläger "mit der rechten offenen Hand vom Beschuldigten ausgesehen von links nach rechts" eine heftige Ohrfeige auf dessen rechte Gesichtshälfte und das Ohr verpasst habe (Anklageschrift S. 3). Was der Beschwerdeführer in diesem Zusammenhang zur Krafteinwirkung einer verdrehten Ohrfeige einwendet, grenzt indes an Rabulistik. Ausser Frage steht jedenfalls, dass der Privatkläger am rechten Ohr eine Trommelfellverletzung erlitten hat. Unbestritten ist auch, dass der Beschwerdeführer den Privatkläger, wie er selbst eingeräumt hat, mehrfach, auch gegen die rechte Gesichtshälfte, geohrfeigt hat. Es ist daher nicht unhaltbar, wenn die Vorinstanz annimmt, die Trommelfellverletzung des Privatklägers rühre von der ihm vom Beschwerdeführer verpassten Ohrfeige her. Hiefür spricht in ausreichendem Masse, dass die Schilderungen der Schmerzen, eines Dumpfheitsgefühls und eines Pfeifen im Ohr nach dem ersten Schlag mit der Symptomatik eines Trommelfellrisses übereinstimmen. Zum anderen ist nicht ersichtlich, weshalb der Privatkläger, der in der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme klar ausschloss, dass die Verletzung von einer anderern Auseinandersetzung herrührte, den ihm bis zum fraglichen Vorfall unbekannten Beschwerdeführer zu Unrecht hätte beschuldigen sollen (erstinstanzliches Urteil S. 16). Was der Beschwerdeführer hiegegen vorbringt, ist nicht geeignet Willkür darzutun, soweit überhaupt darauf einzutreten ist. Dies gilt namentlich, soweit er die Glaubhaftigkeit der Aussagen des Privatklägers in Zweifel zieht. So führt die Vorinstanz überzeugend aus, dessen Erinnerungsvermögen sei noch soweit intakt gewesen, dass er den ganzen Vorfall in einer logischen Abfolge ohne Erinnerungslücken detailliert habe schildern können. Ausserdem habe er auch anhand der Videoaufzeichnung den ihm damals völlig unbekannten Beschwerdeführer identifizieren können. Daran ändert nichts, dass der Privatkläger damals offensichtlich alkoholisiert war. Dabei ist ebenfalls nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz lediglich von einer "gewissen Angetrunkenheit" ausging. Es mag zutreffen, dass dies angesichts der Aussagen des Beschwerdeführers, seiner als Zeugin befragten Begleiterin und eines weiteren Beschuldigten, welche den Beschwerdeführer als "total besoffen" beschrieben, etwas beschönigend wirkt. Entscheidend ist hier indes nicht die treffende Umschreibung des Trunkenheitsgrades, sondern der Umstand, dass die Aussagen des Privatklägers als verlässlich gewertet werden. Im Übrigen mag sein, dass eine Beweiswürdigung, wie sie der Beschwerdeführer für richtig ansieht, ebenfalls als vertretbar erscheint. Nach konstanter Rechtsprechung genügt für die Begründung von Willkür indes nicht, dass das angefochtene Urteil mit der Darstellung der beschwerdeführenden Partei nicht übereinstimmt oder auch eine andere Lösung oder Würdigung in Betracht gezogen werden könnte (BGE 141 I 49 E. 3.4 und 70 E. 2.2; 140 I 201 E. 6.1; 138 I 49 E. 7.1 und 305 E. 4.3; 138 V 74 E. 7).