Citation: 4A_12/2023 E. 8.2.2

8.2.2. Die obigen Grundsätze gelten grundsätzlich auch, wenn die Beschwerdegegnerin - wie vorliegend - vor der Erstinstanz unterliegt aber vor der Vorinstanz obsiegt. Der Vorinstanz ist zwar - wie gezeigt - nicht zu folgen, wenn sie entgegen der Erstinstanz eine klare Rechtslage verneint. Das Urteil leidet aber nicht an einem offensichtlichen Mangel im Sinne der obigen Rechtsprechung. Es liegt insbesondere kein krasser Verfahrensmangel vor, den die Beschwerdegegnerin hätte erkennen müssen. Entsprechend ist noch nicht von einem missbräuchlichen Prozessieren der Beschwerdegegnerin auszugehen, wenn sie den zu ihren Gunsten ausfallenden vorinstanzlichen Entscheid im bundesgerichtlichen Verfahren verteidigt. Der Standpunkt der Beschwerdegegnerin kann entsprechend nicht als aussichtslos bezeichnet werden, nachdem die Vorinstanz entsprechend entschieden hat. Der Beizug eines Rechtsanwalts erscheint noch als notwendig. Demnach sind die Gerichtskosten einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen. Herrn Rechtsanwalt Daniel Buff wird ein Honorar von Fr. 2'500.-- aus der Gerichtskasse entrichtet. Die Beschwerdegegnerin wird darauf hingewiesen, dass sie der Bundesgerichtskasse Ersatz zu leisten hat, falls sie dazu später in der Lage ist (Art. 64 Abs. 4 BGG). Hingegen entbindet die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege die Beschwerdegegnerin nicht davon, der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung zu bezahlen (vgl. Art. 64 Abs. 1 BGG).