Citation: 1C_210/2022 E. 5.2.3

5.2.3. Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin stellte die Vorinstanz sodann nicht allein auf die Chronologie der Ereignisse oder die Einschätzung ihres früheren Ehemanns ab. Vielmehr würdigte sie die Aussagen von beiden früheren Eheleuten und hielt fest, dass diese anlässlich der getrennten Befragungen voneinander abweichende Aussagen zum Trennungsgrund (Untreue, Streit bzw. Auseinanderleben) gemacht, sie ihr Aussageverhalten im Verlauf des Verfahrens mehrfach geändert und sich mit ihren Angaben zunehmend in Widersprüche verstrickt hätten. So habe die Beschwerdeführerin in ihrer ersten Stellungnahme vom 7. Mai 2018 sowie anlässlich ihrer Befragung vom 19. März 2019 noch einzig die Untreue ihres früheren Ehegatten - angeblich im letzten Jahr der Ehe - als Trennungsgrund angegeben. Zudem habe sie ausgesagt, die aussereheliche Beziehung erst nach ihrer Einbürgerung entdeckt zu haben und dass die Geliebte ihres früheren Ehemanns im Zeitraum der Scheidung verstorben sei. Erst nachdem objektiv festgestanden sei, dass sich die aussereheliche Beziehung des Schweizer Ehegatten aufgrund des Todes seiner Geliebten im August 2011 bereits vor dem Einbürgerungsverfahren zugetragen haben musste, habe die Beschwerdeführerin einen alternativen Geschehensablauf dargelegt. Erstmals habe sie einen Streit um die Wohnungsschlüssel als Auslöser für die Scheidung vorgetragen. Sodann habe sich die Beschwerdeführerin neu auf den Standpunkt gestellt, nach dem Tod der Geliebten habe sich ihre Ehe zunächst wieder stabilisiert und sie habe ihrem damaligen Ehemann gar dabei geholfen, über den Verlust hinwegzukommen. Diese Ausführungen bestreitet die Beschwerdeführerin nicht. Vielmehr bringt sie vor, sie habe die aussereheliche Beziehung ihres früheren Ehemanns bei rückblickender Betrachtung letztlich doch als Grund für das Scheitern ihrer Ehe gesehen. Mit dieser Argumentation vermag sie ihr oben geschildertes Aussageverhalten nicht schlüssig zu erklären, sondern verstrickt sich weiter in Widersprüche. Es ist auch vor diesem Hintergrund nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz erwog, die Beschwerdeführerin könne aufgrund der Änderung in der Darstellung der Ereignisse nicht mehr als glaubwürdig erachtet werden.