Citation: 2C_715/2013 E. 2.3.1

2.3.1. Das allgemeine Verwaltungs- und Verwaltungsjustizverfahren wird zwar vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht ( Art. 12 f. VwVG), weswegen es der Behörde obliegt, die rechtserheblichen Tatsachen zu ermitteln ( Beweisführungslast ). Besonderheiten bestehen allerdings im Mehrwertsteuerrecht von 1999, auf welches Art. 12-19 VwVG nicht anwendbar sind (Art. 2 Abs. 1 VwVG) und für welches das Prinzip der Selbstveranlagung kennzeichnend ist. Das Selbstveranlagungsprinzip ist nicht "rein prozessualer Natur", weswegen es im vorliegenden Zusammenhang weiterhin massgebend bleibt (Art. 113 Abs. 3 e contrario i. V. m. Art. 112 Abs. 1 MWSTG 1999). Die Aufgabe der Eidgenössischen Steuerverwaltung beschränkt sich nach dem Konzept der reinen Selbstveranlagung (Art. 46 MWSTG 1999) auf den Bezug und die Kontrolle der Steuer unter dem Gesichtspunkt der Richtigkeit und Vollständigkeit. Der Grundsatz der Selbstveranlagung verdeutlicht, dass das Untersuchungsprinzip nicht uneingeschränkt gilt und seine Begrenzung namentlich an der Mitwirkungspflicht der Parteien findet ( Urteil 2C_104/2013 / 2C_105/2013 vom 27. September 2013 E. 2.4; BGE 138 II 465 E. 8.6.4 S. 497; 138 V 86 E. 5.2.3 S. 97; 130 II 482 E. 3.2 S. 486; 125 V 193 E. 2 S. 195).