Citation: I 442/01 04.04.2002 E. 2

2.- Unbestritten ist die Anwendung der gemischten Methode mit Anteilen von je 50 % im Erwerbs- und Haushaltsführungsbereich. Streitig ist dagegen die Höhe des Invaliditätsgrades, welcher sich daraus ergibt. a) aa) Die Vorinstanz hat im Erwerbsbereich auf die effektiv erzielten Einkünfte abgestellt und einen Invaliditätsgrad von 38.5 % angenommen, während die Beschwerdeführerin von einer mangelhaften Sachverhaltsabklärung und einer willkürlichen Beweiswürdigung durch das kantonale Gericht und die IV-Stelle ausgeht, da der Bericht des Dr. med. M.________ - welcher das unvollständige Gutachten des Spitals R.________ ergänze - nicht richtig gewürdigt worden sei. bb) Aus den Akten ergibt sich und ist unbestritten, dass das von der Versicherten ohne Invalidität erzielbare und der Teuerung angepasste Einkommen (Valideneinkommen) Fr. 20'975.-- beträgt. cc) Für die Bestimmung des trotz Gesundheitsschädigung zumutbarerweise noch realisierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die Versicherte konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der - kumulativ - besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, sowie das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn erscheint, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn (BGE 126 V 76 Erw. 3b/aa mit Hinweisen). Gemäss individuellem Konto übt die Beschwerdeführerin seit 1999 eine Erwerbstätigkeit als Putzfrau sowie als Mesmerin der evangelischen Kirchgemeinde aus und erzielte dabei im praxisgemäss (BGE 121 V 366 Erw. 1b) massgebenden Jahr des Verfügungserlasses (2000) ein Einkommen in Höhe von Fr. 9'394. 20. Der Hausarzt Dr. med. K.________ erachtete diese Tätigkeiten bereits in seinem Bericht vom 20. Dezember 1998 als "ideale Lösung", da die Arbeitspensen je nach aktuellem Gesundheitszustand eingeteilt werden können. Damit ist davon auszugehen, dass die verbliebene Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausgeschöpft wird. Dass die Tätigkeit nur vorübergehender Natur sei (sie wird seit 1999 ausgeübt) oder ein Soziallohn vorliege (Art. 25 Abs. 1 lit. b IVV; ZAK 1980 S. 344), hat die Versicherte - obwohl die IV-Stelle bereits im vorinstanzlichen Verfahren auf die Thematik hingewiesen hat - weder im vor- noch im letztinstanzlichen Verfahren vorgebracht und ist auch nicht anzunehmen, da sich diesbezüglich keinerlei Angaben in den Akten finden lassen. dd) Der Invaliditätsgrad ist keine medizinische, sondern eine wirtschaftliche Grösse (vgl. Art. 28 Abs. 2 IVG). Da die Versicherte optimal eingegliedert ist (vgl. Erw. 2a/cc hievor) und ihre Arbeitsfähigkeit erwerblich umsetzen kann, ist die medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit von vornherein nicht massgebend. Das Gutachten des Spitals R.________ vom 24. September 1999 und dessen Ergänzung vom 16. Dezember 1999 sowie der Bericht des Dr. med. M.________ vom 8. Januar 2001 weichen zwar in der rein zahlenmässigen Schätzung der medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit voneinander ab. Weder den Aussagen des Spitals R.________ noch denjenigen des Dr. med. M.________ ist aber zu entnehmen, dass die seit 1999 effektiv ausgeübten Tätigkeiten aus medizinischen Gründen nicht möglich oder nicht zumutbar seien; deswegen erübrigen sich weitere Abklärungen. Aus einer erneuten medizinischen Untersuchung würde keine Änderung des Invaliditätsgrades resultieren, da dieser als wirtschaftliche Grösse vom Verhältnis zwischen den - hier feststehenden (vgl. Erw. 2a/bb und cc hievor) - Grössen des Validen- und Invalideneinkommens abhängt. ee) Bei einem Valideneinkommen von Fr. 20'975.-- und einem Invalideneinkommen von Fr. 9'394. 20 resultiert eine Invalidität von 55.21 % im Erwerbsbereich. b) Betreffend Beeinträchtigung im Haushaltsbereich ist festzuhalten, dass für die Bestimmung des Invaliditätsgrades der medizinisch-theoretische Grad der Arbeitsfähigkeit ebenfalls nicht unbesehen auf die Einschränkung im Haushaltsbereich übernommen werden kann (vgl. dazu AHI 2001 S. 161 Erw. 3c sowie Urteil D. vom 12. November 2001, I 497/01). Die medizinischen Abklärungen sind erst nach Vornahme der Haushaltsabklärung (vgl. dazu ZAK 1986 S. 235 Erw. 2d) vorgenommen worden. In keinem der medizinischen Berichte wird eine bestimmte Einschränkung im Haushalt aufgeführt. Die ärztlichen Angaben sprechen deshalb nicht gegen den Abklärungsbericht vom 16. September 1999, welcher eine Beeinträchtigung im Haushaltsbereich von 23.5 % ausweist. c) Da die Beeinträchtigung im Erwerbsbereich 55.21 % und die Behinderung im Haushaltsbereich 23.5 % beträgt, führt dies bei je hälftiger Gewichtung der beiden Bereiche zu einem Invaliditätsgrad von unter 40 % (39. 35 %), was den Anspruch auf eine Invalidenrente für das Jahr 2000 ausschliesst.