Citation: 6B_384/2022 E. 2.3.2

2.3.2. Schliesslich rügt die Beschwerdeführerin eine Verletzung ihres Anspruchs auf rechtliches Gehör. Das kantonale Verfahren sei schriftlich durchgeführt worden. Die Erstinstanz habe keine Beweise erhoben. Dennoch erwähne sie im angefochtenen Urteil eine Nachstellung. Dies lasse einzig den Schluss zu, dass die Vorinstanz den Vorfall nachgestellt habe. In diesem Fall hätte den Parteien die Teilnahme mit der Möglichkeit zur Stellungnahme gewährt werden müssen. Auch diese Rüge ist unbegründet. Zwar trifft zu, dass die Vorinstanz im angefochtenen Urteil schreibt, "bei dieser Positionierung erscheint bei einer Nachstellung sowohl eine Distanz von weniger als 50 cm aber auch von mehr als 50 cm möglich, je nachdem wie sich die Beteiligten genau bewegten". Diese Formulierung mag ungeschickt anmuten, da dem angefochtenen Urteil nicht zu entnehmen ist, dass die Vorinstanz eine Nachstellung im eigentlichen Sinn vorgenommen hätte. Vielmehr würdigt die Vorinstanz bloss die Aussagen des Beschwerdegegners und der Polizeibeamten und versucht daraus abzuleiten, wie sich das Gerangel abgespielt hat. Dabei kommt sie zum unbestrittenen Schluss, dass die Polizeibeamtin links hinter dem Beschwerdegegner stand, als er mit der rechten Hand die Pfefferspray-Pistole auf sie abfeuerte. Wenn die Vorinstanz ausführt, "bei einer Nachstellung" erschienen verschiedene Distanzen "möglich", dann nimmt sie nur auf eine mögliche Nachstellung Bezug, die aber nie stattgefunden hat.