Citation: 1C_481/2014 E. 4.2

4.2. Die Beschwerdeführerin bestreitet nicht, dass es sich beim Beschwerdegegner 1 nicht um einen Arzt handelt und ihm somit die von Art. 321 StGB geforderte besondere persönliche Eigenschaft fehlt. Sie macht jedoch geltend, dass der Tatbestand von Art. 321 StGB hier in mittelbarer Täterschaft erfüllt worden sei. Dabei übersieht sie, dass jemand, dem die für ein echtes Sonderdelikt erforderliche persönliche Eigenschaft fehlt, weder als unmittelbarer noch als mittelbarer Täter in Betracht kommt (zur mittelbaren Täterschaft beim echten Sonderdelikt siehe BGE 71 IV 132 E. 3 S. 136 f.; ANDREAS DONATSCH/BRIGITTE TAG, Strafrecht I, 9. Aufl. 2013, S. 191; MARC FORSTER, in: Basler Kommentar, Strafrecht I, 3. Aufl. 2013, N. 32 vor Art. 24 StGB; STEFAN TRECHSEL/PETER NOLL, Schweizerisches Strafrecht, Allgemeiner Teil I, 6. Aufl. 2004, S. 209). Auch dass die Beschwerdegegner 2 und 3 vom Arztgeheimnis entbunden worden sind (Art. 321 Ziff. 2 StGB), bestreitet die Beschwerdeführerin nicht. Sie betont indessen, dass sie selbst weiterhin ans Arztgeheimnis gebunden sei und dementsprechend die ihr auferlegte Pflicht durch die Handlungen der Beschwerdegegner verletzt worden sei. Mit dieser Argumentation lässt sie ausser Acht, dass die Beschwerdegegner 2 und 3 sich nur für die Verletzung einer ihnen selbst obliegenden Pflicht strafbar machen können. Von dieser Pflicht wurden sie jedoch wie erwähnt von der vorgesetzten Behörde entbunden.