Citation: 8C_368/2021 E. 5

Strittig ist hingegen die beruflich-erwerbliche Seite der Invaliditätsbemessung (Art. 16 ATSG). Die Vorinstanz führte aus, das von der IV-Stelle angenommene, im Gesundheitsfall erzielbare Valideneinkommen der Beschwerdeführerin von Fr. 54'270.- sei unbestritten. Es basiere auf ihrem Jahreseinkommen im Jahr 2018 Das Valideneinkommen wäre grundsätzlich ausgehend vom zuletzt vor dem Unfall vom 9. April 1986 erzielten Verdienst von monatlich Fr. 2150.- und der Lohnentwicklung bis 2019 festzusetzen. Es sei indessen insofern eine Veränderung eingetreten, als die Beschwerdeführerin im Unfallzeitpunkt im Service gearbeitet habe. Seit Dezember 2004 sei sie aber zeichnungsberechtigte Gesellschafterin der Kollektivgesellschaft Hotel B.________. Da sie somit eine höhere berufliche Stellung innehabe als im Unfallzeitpunkt, könne beim Valideneinkommen nicht mehr von der ursprünglichen Tätigkeit im Service ausgegangen werden. Vielmehr sei aufgrund dieser Verbesserung der beruflichen Stellung eine mutmassliche berufliche Entwicklung im Gesundheitsfall anzunehmen. Das Valideneinkommen sei daher - im für die Beschwerdeführerin günstigsten Fall - gestützt auf die Tabelle TA1 der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) 2018, Frauen, Abteilungen 55 und 56 "Gastgewerbe/Beherbergung u. Gastronomie", Kompetenzniveau 4 (Tätigkeiten mit komplexer Problemlösung und Entscheidungsfindung, welche ein grosses Fakten- und theoretisches Wissen in einem Spezialgebiet voraussetzen), zu bestimmen. Unter Berücksichtigung der betriebsüblichen wöchentlichen Arbeitszeit von 42.6 Stunden im Jahr 2019 und der Lohnentwicklung bei Frauen in den Jahren 2018 bis 2019 im Bereich "Beherbergung und Gastronomie" sei das Valideneinkommen auf Fr. 65'651.90 festzusetzen. Beim trotz Gesundheitsschadens erzielbaren Invalideneinkommen sei zu berücksichtigen, dass die Beschwerdeführerin auf Erfahrungen im angestammten Beruf zurückgreifen könne und sich seit Jahren besondere Fähigkeiten und Kenntnisse angeeignet habe, die sich in den ihr zumutbaren Tätigkeiten gewinnbringend einsetzen liessen. Das Invalideneinkommen sei somit gestützt auf die Tabelle TA1 der LSE 2018, Kompetenzniveau 2, Total, Frauen, zu bemessen. Angesichts der betriebsüblichen wöchentlichen Arbeitszeit von 41.7 Stunden im Jahr 2019 im Bereich Total und der Lohnentwicklung bei Frauen von 2018 bis 2019 sei das Invalideneinkommen auf Fr. 61'291.10 festzusetzen. Gründe für einen Abzug von diesem Tabellenlohn bestünden nicht. Der Vergleich von Invaliden- und Valideneinkommen ergebe einen rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von gerundet 7 %.