Citation: 2C_204/2016 E. 3.5

3.5. Es ist somit festzuhalten, dass mangels Aufnahme einer selbständigen Erwerbstätigkeit ein Barauszahlungsgrund nicht gegeben war. Die Barauszahlung (Kapitalleistung) diente somit nicht der Vorsorge, weshalb eine separate Besteuerung gemäss Art. 11 Abs. 3 StHG i.V.m. Art. 68 Abs.1 StHG 2000 nicht zulässig gewesen wäre. Vielmehr greift gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung grundsätzlich die ordentliche Besteuerung und ist die Kapitalauszahlung zusammen mit dem übrigen Einkommen ordentlich zu versteuern (Urteil 2C_156/2010 vom 7. Juni 2011 E. 4.3). Das Bundesgericht hat allerdings in diesem, auch von den Verfahrensbeteiligten zitierten Entscheid den Fall vorbehalten, dass eine nicht rechtmässig bezogene oder zweckentfremdet verwendete Barauszahlung an die Vorsorgeeinrichtung zurückbezahlt bzw. wieder ihrem Zweck zugeführt wird. Im vorliegenden Fall wurde diese Frage bislang nicht abgeklärt. Die Beschwerdeführer drücken jedenfalls vor Bundesgericht die Bereitschaft aus, die Kapitalzahlung wieder zurückzubezahlen. Wenn das kantonale Steueramt Aargau in diesem Zusammenhang rügt, dass die Beschwerdeführer die Rückzahlung erstmals im bundesgerichtlichen Verfahren anbieten würden, verkennt es, dass aus Sicht der Beschwerdeführer in Bezug auf die Kapitalleistung rechtskräftige Steuerveranlagungen des Kantons Graubünden bestehen und es somit kein Anlass für eine Rückzahlung gegeben hatte. Zudem liegen noch pendente Veranlagungsverfügungen der Steuerkommission U.________ vom Februar 2013 vor, die ebenfalls von einer Barauszahlung ausgegangen waren. Des Weiteren steht fest, dass die Steuerkommission U.________ zu Recht von ihrer Zuständigkeit ausgegangen ist. Die Beschwerdeführer hatten Ende der Steuerperiode 2009 ihren Wohnsitz unbestrittenermassen in der Gemeinde U.________. Die Steuererhebungs- und -bezugskompetenz für das Steuerjahr 2009 kommt deshalb der Gemeinde U.________ resp. dem Kanton Aargau zu (vgl. Art. 68 Abs. 1 Satz 1 StHG 2000). Auf die Vorbringen der Verfahrensbeteiligten bezüglich der umstrittenen Wohnsitznahme im Kanton Graubünden braucht bei diesem Ergebnis nicht weiter eingegangen zu werden. Insbesondere kann offen bleiben, wo die Beschwerdeführer zum "Zeitpunkt der Fälligkeit" gemäss Art. 68 Abs. 1 Satz 2 StHG 2000 ihren Wohnsitz hatten (vgl. dazu Urteil 2C_245/2009 vom 20. Oktober 2009 E. 3.3 ff. und 4.3, in: ASA 79 S. 399, StE 2010 B 21.2 Nr. 26, StR 65/2010 S. 471, wonach im Falle der Aufnahme einer selbständigen Erwerbstätigkeit bei gegebenen Barauszahlungsvoraussetzungen auf die Fälligkeit und nicht auf die tatsächliche Auszahlung abzustellen ist).