Citation: 2C_183/2018 E. 5.3.2

5.3.2. Die Regeln bezüglich der Liegenschaftsvermittlung durch Notare haben sich seither inhaltlich nicht geändert. Die Überlegungen, die dem Kreisschreiben von 1965 zugrunde lagen, bilden auch Grundlage der heute im Notariatsgesetz und dem KS LH 2012 festgesetzten Bestimmungen. Dass vorliegend keine vom Kaufpreis abhängige Provision vereinbart wurde, bedeutet noch nicht, dass damit kein persönliches Interesse des Notars an der Liegenschaftsvermittlung bestand. Vielmehr vermag auch der Umstand, dass die vereinbarte Entschädigung nur bei erfolgreicher Vermittlung geschuldet ist, ein persönliches Interesse am Erfolg der Vermittlung zu begründen. Zwar dürfte bei einer Provision in Form eines Prozentsatzes des Kaufpreises zusätzlich das Interesse am Erzielen eines möglichst hohen Preises entstehen und damit eine grössere Gefahr, dass die Interessen der Vertragsparteien zurückgestellt werden. Dennoch erweist sich die Überlegung, dass das durch die Erfolgsabhängigkeit des Honorars begründete persönliche Interesse an der erfolgreichen Vermittlung mit dem Grundgedanken der Unabhängigkeit von Notarinnen und Notaren nicht vereinbar sei und folglich mit Würde und Ansehen des Standes gefährde, als nachvollziehbar und kann nicht als willkürlich bezeichnet werden. Die Erwägung, dass das Ansehen des Notariats nicht nur beeinträchtigt werde, wenn die Urkundsperson in einem konkreten Fall von einem offensichtlichen Interessenkonflikt betroffen sei, sondern dass es ausreiche, dass die Nebenerwerbstätigkeit mit der Möglichkeit von Interessenkonflikten verbunden sei, ist ebenfalls nicht willkürlich. Es bedarf daher keiner weiteren Sachverhaltsabklärungen bezüglich eines im Fall des Beschwerdeführers bestehenden zusätzlichen Sonderinteresses. Die vorinstanzliche Einschätzung, dass auch ein vom Verkaufspreis unabhängiges, erfolgsbedingtes Honorar als unzulässige Provision im Sinne des KS LH 2012 gelte, verstösst entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers nicht gegen das verfassungsmässige Willkürverbot oder anderweitiges übergeordnetes Recht.