Citation: 4A_211/2023 E. 5.6

5.6. Dass sich die Käuferin nicht nur das Wissen, sondern auch das "Wissenmüssen" ihre Sohnes anrechnen lassen müsse, ergibt sich nach Ansicht der Vorinstanz auch aus der systematischen Zuordnung von Art. 12 Abs. 5 AKV, der als letzter Absatz von Art. 12 AKV die Haftungsbeschränkung bezüglich vertraglicher Zusicherungen regle, auf die in Art. 12 Abs. 1 AKV verwiesen werde. Absatz 2 halte fest, dass die an der Pre Due Diligence offengelegten Dokumente als bekannt gälten, Absatz 3 schliesse Zusicherungen für künftige Ereignisse aus, auf welche die Verkäufer keinen Einfluss mehr hätten, und mit Absatz 4 würden die Zusicherungen, "die sich nicht [sic] aus dem Kaufvertrag ergeben" [recte: "die sich aus dem Kaufvertrag ergeben"] als die einzig massgebenden erklärt [alle weiteren Gewährleistungen, Zusicherungen und Garantien schliessen die Verkäufer in diesem Absatz ausdrücklich aus]. Art. 12 Abs. 5 AKV begrenze die Haftung der Verkäufer für Zusicherungen, welche die Käufer aufgrund ihrer Aktionärsstellung oder aber durch ihre Vertretung im Verwaltungsrat der Gesellschaft nicht [sic] gekannt" haben (tatsächlich werden die Zusicherungen unter den Vorbehalt gestellt, dass die Käuferinnen als Aktionäre oder durch ihre Vertretung im Verwaltungsrat der Gesellschaft allfällige haftungsbegründete [sic] Tatsachen nicht gekannt haben). Auch die Systematik spreche dafür, dass einerseits der Sohn der Käuferin alle offengelegten Dokumente in der Pre Due Diligence gekannt habe - bzw. aufgrund seiner Verwaltungsratsfunktion hätte kennen müssen, soweit er Nichtwissen behaupten würde - und andererseits das Wissen bzw. Wissenmüssen des Sohnes der Käuferin zugerechnet werde. Diese Ausführungen sind nicht nachvollziehbar: