Citation: 6B_510/2022 E. 1.4.1

1.4.1. Im Strafverfahren sind die Strafbehörden im Sinne des Untersuchungsgrundsatzes verpflichtet, den strafrechtlich relevanten Sachverhalt von Amtes wegen zu ermitteln, wobei sie die belastenden und entlastenden Umstände mit gleicher Sorgfalt zu untersuchen haben (Art. 6 Abs. 1 und 2 StPO). Bestehen unüberwindliche Zweifel an der Erfüllung der tatsächlichen Voraussetzungen der angeklagten Tat, so geht das Gericht von der für die beschuldigte Person günstigeren Sachlage aus (Art. 10 Abs. 3 StPO). Gehören zum Sachverhalt - wie im vorliegenden Fall - auch zivilrechtliche Vorfragen, ist Art. 8 ZGB insoweit für die Abklärung der strafrechtsrelevanten Tatsachen und damit die Beurteilung der Strafbarkeit nicht einschlägig. Selbst wenn C.________ der Ansicht wäre, sie sei stets lediglich Untermieterin gewesen, hat die Vorinstanz nicht einfach auf diese Aussage abzustellen, sondern sie hat alle erhobenen Beweise frei nach ihrer aus dem gesamten Verfahren gewonnenen Überzeugung zu würdigen (Art. 10 Abs. 2 StPO). Die Rüge des Beschwerdeführers zur angeblichen Verletzung diverser Rechtsgrundsätze und Verfahrensgarantien beschränkt sich inhaltlich auf eine Kritik an der vorinstanzlichen Sachverhaltsfeststellung und Beweiswürdigung. Eine darüber hinausgehende, eigenständige Verletzung dieser Rechte ist weder ersichtlich noch hinreichend dargetan. Dies gilt insbesondere, soweit der Beschwerdeführer in nicht nachvollziehbarer Weise die Unverwertbarkeit von Beweisen und in diesem Zusammenhang eine Verletzung der Selbstbelastungsfreiheit rügt.