Citation: I 609/05 01.02.2006 E. 4

4.1 Umstritten ist vorab die Methode der Invaliditätsbemessung. Während das kantonale Gericht die allgemeine Methode des Einkommensvergleichs für ausschliesslich anwendbar erklärt, macht die Beschwerdeführerin geltend, die Invalidität sei - unter Berücksichtigung auch der gesundheitsbedingten Einschränkungen im Haushalt - nach der gemischten Methode zu ermitteln. 4.2 Nach Lage der Akten ist unbestritten, dass die Beschwerdegegnerin, welche mindestens seit 1993 stets während 23 Stunden pro Woche als Kassiererin bei der Firma C.________ gearbeitet hatte (entspricht gemäss Auskunft der Arbeitgeberin vom 4. Dezember 2002 einem 56 %-Pensum), ohne gesundheitliche Beeinträchtigungen weiterhin in gleichem zeitlichem Umfang erwerbstätig gewesen wäre. Daran ändert der Umstand, dass sowohl anlässlich der Instruktionsverhandlung vom 18. Mai 2005 wie auch im "Fragebogen zur Rentenabklärung betreffend Erwerbstätigkeit/Haushalt" vom 8. Dezember 2002 von einem 50 %-Pensum die Rede war, nichts, gab die Versicherte doch vor dem kantonalen Gericht ausdrücklich zu Protokoll, sie würde im Gesundheitsfall arbeiten, "wie sie dies vorher getan habe". 4.2.1 Ist anzunehmen, die versicherte Person wäre ohne gesundheitliche Beeinträchtigung teilerwerbstätig oder sie arbeite unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mit, ohne daneben in einem andern Aufgabenbereich nach Art. 5 Abs. 1 IVG (in Verbindung mit Art. 27 IVV [je in der bis 31. Dezember 2002 in Kraft gestandenen Fassung]) bzw. Art. 5 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 Abs. 3 ATSG und Art. 27 IVV (in den vom 1. Januar bis 31. Dezember 2003 gültig gewesenen Fassungen) bzw. Art. 5 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 Abs. 3 ATSG und Art. 28 Abs. 2bis IVG sowie Art. 27 IVV (je in der seit 1. Januar 2004 geltenden Fassung) (im Folgenden: Aufgabenbereich nach Art. 5 Abs. 1 IVG) tätig zu sein, ist die Invalidität ausschliesslich nach den Grundsätzen für Erwerbstätige, somit nach Art. 28 Abs. 2 IVG (in der bis 31. Dezember 2002 gültig gewesenen Fassung) oder - seit 1. Januar 2003 - Art. 16 ATSG zu bemessen (Art. 27bis Abs. 1 erster Satz sowie Abs. 1 zweiter und dritter Satz e contrario IVV [in der vom 1. Januar 2001 bis 31. Dezember 2002 in Kraft gestandenen Fassung]; Art. 27bis Abs. 1 erster Satz IVV in Verbindung mit Art. 16 ATSG sowie Art. 27bis Abs. 1 zweiter [in Verbindung mit Art. 8 Abs. 3 ATSG] und dritter Satz e contrario IVV [je in der vom 1. Januar bis 31. Dezember 2003 gültig gewesenen Fassung]; Art. 28 Abs. 2ter erster Satz sowie zweiter und dritter Satz e contrario IVG [in der seit 1. Januar 2004 geltenden Fassung]). Die gemischte Methode gelangt hier ebenso wenig zur Anwendung wie bei ohne Gesundheitsschaden voll Erwerbstätigen (Art. 27bis Abs. 2 IVV [in der bis 31. Dezember 2003 in Kraft gestandenen Fassung]; Art. 27bis IVV [in der seit 1. Januar 2004 geltenden Fassung]). Bei einer hypothetisch (im Gesundheitsfall) lediglich teilerwerbstätigen versicherten Person ohne einen Aufgabenbereich nach Art. 5 Abs. 1 IVG bemisst sich somit die Invalidität nach der allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs oder einer Untervariante davon (Schätzungs- oder Prozentvergleich, ausserordentliches Bemessungsverfahren: BGE 128 V 30 Erw. 1, 104 V 136 ff. Erw. 2a-c; vgl. auch BGE 114 V 313 Erw. 3a). Das Valideneinkommen ist nach Massgabe der ohne Gesundheitsschaden ausgeübten Teilerwerbstätigkeit festzulegen. Entscheidend ist, was die versicherte Person als Gesunde tatsächlich an Einkommen erzielen würde, und nicht, was sie bestenfalls verdienen könnte. Wäre sie gesundheitlich in der Lage, voll erwerbstätig zu sein, reduziert sie aber das Arbeitspensum aus freien Stücken, insbesondere um mehr Freizeit zu haben, oder ist die Ausübung einer Ganztagestätigkeit aus Gründen des Arbeitsmarktes nicht möglich, hat dafür nicht die Invalidenversicherung einzustehen (BGE 125 V 157 Erw. 5c/bb mit Hinweisen; ZAK 1992 S. 92 Erw. 4a). Das Invalideneinkommen bestimmt sich entsprechend den gesetzlichen Vorgaben danach, was die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte. Dabei kann das - vom Arzt festzulegende - Arbeitspensum unter Umständen grösser sein als das ohne gesundheitliche Beeinträchtigung geleistete (zum Ganzen: BGE 131 V 53 f. Erw. 5.1.2). 4.2.2 Nach der dargelegten Konzeption ist die Reduktion des zumutbaren erwerblichen Arbeitspensums, ohne dass die dadurch frei werdende Zeit für die Tätigkeit in einem Aufgabenbereich nach Art. 5 Abs. 1 IVG verwendet wird, für die Methode der Invaliditätsbemessung ohne Bedeutung. Die Gründe für eine ohne Gesundheitsschaden bloss teilzeitlich ausgeübte Erwerbstätigkeit sind für die Wahl der Bemessungsmethode lediglich insofern von Interesse, als sie in Zusammenhang stehen mit der Tätigkeit in einem Aufgabenbereich nach Art. 5 Abs. 1 IVG. Insbesondere werden allein stehende Personen bei einer Reduktion des Beschäftigungsgrades aus freien Stücken nicht gleichsam automatisch zu Teilerwerbstätigen mit einem Aufgabenbereich Haushalt neben der Berufsausübung (BGE 131 V 54 Erw. 5.2).