Citation: U 234/02 26.05.2003 E. 3

Streitig ist zunächst der Invaliditätsgrad und in diesem Zusammenhang die Frage der Arbeitsfähigkeit. 3.1 Das kantonale Gericht geht davon aus, dass aufgrund der somatischen Einschränkungen (Beinverkürzung) leichte, vorwiegend im Sitzen zu verrichtende Tätigkeiten vollzeitig zumutbar seien, während die geltend gemachten psychischen Beschwerden nicht in adäquat kausalem Zusammenhang zum Unfall von November 1997 stünden. Der Versicherte ist demgegenüber der Ansicht, er sei vollständig arbeitsunfähig, wobei er die Adäquanz der geklagten psychischen Beschwerden zum Unfall bejaht. 3.2 Gemäss dem Bericht der Klinik Y.________ vom 6. Januar 2000 ist dem Versicherten eine sitzende Tätigkeit ganztägig zumutbar. Diese ärztliche Stellungnahme ist für die streitigen Belange umfassend, beruht auf allseitigen Untersuchungen, berücksichtigt die geklagten Beschwerden und ist in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden; zudem ist sie in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sowie der medizinischen Situation einleuchtend und beinhaltet begründete Schlussfolgerungen (BGE 125 V 352 Erw. 3a). Der im Einspracheverfahren aufgelegte Bericht der Klinik A.________ vom 24. April 2001, wonach ab dem 18. April 2001 eine Arbeitsunfähigkeit von 20% vorliege, spricht nicht gegen die Zuverlässigkeit der Angaben der Klinik Y.________ (BGE 125 V 353 Erw. 3b/bb), da in diesen Ausführungen nicht zwischen physisch und psychisch bedingten Einschränkungen unterschieden wird, was hier jedoch von Bedeutung ist (vgl. Erw. 3.4 hienach). 3.3 Die Diagnose des psychosomatischen Konsiliums der Klinik Y.________ vom 9. Dezember 1999 lautet auf eine chronifizierte Unfallverarbeitungsstörung mit histrionischer und konversionsneurotischer Symptomatik, persistierenden Ängsten und dysphorisch-depressiver Verstimmbarkeit (ICD-10 F43.23, F44) sowie auf akzentuierte Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z73.1). Die Unfallversicherung hat für dieses Beschwerdebild nur bei Vorliegen eines adäquaten Kausalzusammenhanges zum Unfall von November 1997 einzustehen. 3.3.1 In Anbetracht der Umstände hat die Vorinstanz den Unfall von November 1997 zu Recht den schwereren Ereignissen im Bereich der mittleren Unfälle zugeordnet, während in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde fälschlicherweise angenommen wird, das kantonale Gericht sei von einem schweren Fall ausgegangen. 3.3.2 Bei psychischen Beeinträchtigungen nach einem mittleren Unfall sind gemäss Rechtsprechung weitere Kriterien notwendig, um den adäquaten Kausalzusammenhang bejahen zu können (BGE 115 V 140 Erw. 6c/aa): - Entgegen der Auffassung der Vorinstanz ist dem Unfall von November 1997 eine gewisse Eindrücklichkeit nicht ohne weiteres abzusprechen, da der Beschwerdeführer mit seinem Auto zwei entgegenkommende Fahrzeuge seitlich touchiert hat und mit einem dritten Wagen frontal zusammengestossen ist. Es kann dennoch nicht davon gesprochen werden, dass die Eindrücklichkeit objektiv besonders ausgeprägt ist, so dass dieses Kriterium allein noch nicht zur Bejahung der Adäquanz führt (vgl. BGE 115 V 141 oben). - Die erlittenen Verletzungen (gemäss dem erstbehandelnden Spital eine Oberschenkeltrümmerfraktur links sowie eine Gesichtskontusion mit Lockerung der Frontzähne) waren weder besonders schwer noch erfahrungsgemäss geeignet, eine psychische Fehlentwicklung auszulösen. - Die Dauer der ärztlichen Behandlung ist nicht somatisch bedingt, sondern mit der psychischen Fehlverarbeitung zu erklären; dasselbe gilt für den Heilverlauf. Anhand der im Recht liegenden Arztberichte fällt nämlich auf, dass relativ schnell eine psychische Überlagerung stattgefunden hat: So sprach der SUVA-Arzt Dr. med. W.________ schon im Bericht vom 25. Mai 1998 von einer erheblichen Diskrepanz zwischen dem guten klinischen Befund und dem massiven Beschwerdebild, während ein Arzt der Klinik A.________ in einem Telephongespräch mit dem SUVA-Arzt Dr. med. W.________ bereits am 5. Juni 1998 ausführte, subjektiv lägen jetzt eindeutige Hinweise für eine Symptomausweitung vor. - Eine ärztliche Fehlbehandlung ist nicht ersichtlich. - Die Orthopädische Klinik des Spital X.________ nahm im Bericht vom 21. August 1998 eine Arbeitsfähigkeit für leichte Tätigkeiten wenigstens halbtags an, während der SUVA-Arzt Dr. med. W.________ in seinen Ausführungen vom 14. September 1998 ab dem 13. September 1998 von einer hälftigen und ab dem 12. Oktober 1998 von einer vollständigen Arbeitsfähigkeit ausgegangen ist. Insofern fallen Grad und Dauer der rein physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit nicht allzu schwer ins Gewicht, sondern es liegt relativ schnell eine psychische Überlagerung vor. Da die gemäss Rechtsprechung bei einem mittleren Unfall notwendigen objektiven Kriterien nicht gehäuft vorliegen und auch keines davon in besonders ausgeprägter Weise gegeben ist (BGE 115 V 140 Erw. 6c), muss der adäquate Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall von November 1997 und den von der Klinik Y.________ diagnostizierten psychischen Gesundheitsschäden verneint werden. Dies hat zur Folge, dass der Unfall zwar unter Umständen eine natürlich kausale Teilursache der psychischen Beschwerden darstellt, ihm aber rechtlich nicht zugerechnet werden kann. Somit erübrigt sich das in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde beantragte Einholen eines Gutachtens zur Kausalität zwischen dem Unfall von November 1997 und dem geklagten psychischen Gesundheitsschaden; dies wäre im Übrigen nur bezüglich des natürlichen Kausalverlaufes möglich, da es sich bei der Adäquanz um eine Rechtsfrage handelt (BGE 117 V 382 Erw. 4a). 3.4 Da der adäquate Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall von November 1997 und den geklagten psychischen Beschwerden zu verneinen ist (vgl. Erw. 3.3.2 hievor), bemisst sich die Leistungspflicht der SUVA einzig nach den somatischen Einschränkungen (vgl. Erw. 3.2 hievor). Die von SUVA und Vorinstanz anhand konkreter Arbeitsplatzbeschriebe vorgenommene Festsetzung des Einkommens nach Eintritt des Gesundheitsschadens (Invalideneinkommen) ist nicht zu beanstanden, da auf die körperlichen Einschränkungen genügend Rücksicht genommen wird; ebenso ist das Einkommen ohne Invalidität (Valideneinkommen) zu Recht anhand des zuletzt erzielten Verdienstes bestimmt worden. In der Verwaltungsgerichtsbeschwerde werden diese Einkommen denn auch nicht bestritten. Somit ist der vom kantonalen Gericht und der SUVA auf 25% festgelegte Invaliditätsgrad zu bestätigen.