Citation: 1A.244/2000 08.11.2001 E. 5

5.- Die Beschwerdeführer vertreten den Standpunkt, die angefochtene Nutzungsplanung verletze Art. 39 GSchG. Nach dieser Bestimmung ist es untersagt, feste Stoffe in Seen einzubringen, auch wenn sie Wasser nicht verunreinigen können (Art. 39 Abs. 1 GSchG). Die kantonale Behörde kann indessen in überbauten Gebieten für standortgebundene Bauten Schüttungen bewilligen, wenn überwiegende öffentliche Interessen eine Schüttung erfordern und sich der angestrebte Zweck anders nicht erreichen lässt (Art. 39 Abs. 2 lit. a GSchG). a) Die Beschwerdeführer 2 halten die Erteilung einer Ausnahmebewilligung für ausgeschlossen. Soweit nämlich die Mole als Uferweg Verwendung finden solle, fehle es an der Standortgebundenheit; der Weg könne - und müsse nach Art. 4 Abs. 2 SFG - am Ufer geführt werden. Dem ist entgegenzuhalten, dass der angefochtene Uferschutzplan einerseits die Uferwegplanung und andererseits die Planung der neuen Hafenanlage umfasst. Für die Standortgebundenheit der Mole ist die geplante Hafenanlage ausschlaggebend. Die Standortgebundenheit ist unter dem Blickwinkel von Art. 39 Abs. 2 lit. a GSchG ohne weiteres zu bejahen. Wenn die geplante Hafenmole realisiert wird, ist es durchaus sinnvoll und - in Abweichung von der in Art. 4 Abs. 2 SFG vorgeschriebenen und im See- und Flussufer-Richtplan festgelegten ufernahen Wegführung - auch zulässig, den Uferweg über die Mole zu führen. b) Die Beschwerdeführer 1 bestreiten zudem ein öffentliches Interesse an der geplanten Hafenanlage. Der angestrebte Zweck lasse sich auch anders erreichen, indem beispielsweise ein Hafen andernorts geplant, zusätzliche Bojen bewilligt oder bestehende Bootsanbindeanlagen massvoll vergrössert werden könnten. Wie bereits ausgeführt, wurde der Standort Herzogenacker im Rahmen der Richtplanung Bootsstationierung gewählt, die parallel zur Uferschutzplanung erfolgte und neben dem Bedarf an Bootsplätzen auch Anliegen des Gewässerschutzes, des Natur- und Heimatschutzes und der Fischerei miteinbezog. Im verwaltungsgerichtlichen Verfahren konnte die OLK ihre Vorbehalte anbringen. Das Verwaltungsgericht hat sich mit diesen auseinander gesetzt und aufgezeigt, inwieweit den geäusserten Bedenken Rechnung getragen werden könne. Unter dem Blickwinkel des Gewässerschutzes erscheint die von den kantonalen Behörden getroffene Standortwahl nicht bundesrechtswidrig. Das Verwaltungsgericht durfte die Voraussetzungen für eine Ausnahmebewilligung nach Art. 39 Abs. 2 lit. a GSchG grundsätzlich bejahen. Allerdings stellen sich noch Fragen im Zusammenhang mit der Befestigung der Mole und der Nutzungsintensität des von dieser umschlossenen Seegebiets, besonders im unmittelbaren Uferbereich. Für die Ausarbeitung des konkreten Projekts besteht aber nach der kommunalen Nutzungsplanung genügend Spielraum für eine umweltrechtskonforme Lösung, die zugleich dem Ufer- und Landschaftsbild Rechnung trägt. Das BUWAL weist in seiner Stellungnahme darauf hin, dass insbesondere eine auf Pfählen errichtete Mole den Vorteil eines flächenmässig begrenzten Eingriffs auf den Seegrund hätte, welcher die freie Zirkulation der Fische und des Wassers nicht behindern würde. Im Gegensatz zu einer mit Ketten verankerten Mole bestehe dabei auch nicht die Gefahr, dass der Seegrund durch Scheuerbewegungen beschädigt werde. Die Ausgestaltung im Einzelnen wird Gegenstand des Baubewilligungsverfahrens sein, in dessen Rahmen neben der Art und Weise der Befestigung der Mole auch über die Anzahl und die jeweiligen Stand-orte der Anlegestellen definitiv zu befinden sein wird. Die Feststellung des Verwaltungsgerichts, die angefochtene Planung lasse verschiedene Varianten von Hafenmolen zu, die nicht gegen Art. 39 GSchG verstiessen, ist somit nicht bundesrechtswidrig.