Citation: 5A_800/2022 E. 5.2

5.2. Die Vorinstanz erwägt mit dem Bezirksgericht, dass beide Elternteile erziehungsfähig sind. Auch verneint sie unüberwindbare Kommunikations- und Kooperationsprobleme, die eine Einigung in Kinderbelangen verunmöglichen bzw. den Beschwerdegegner 1 einem ausgeprägten Elternkonflikt aussetzen würden. Der Vater wohne in U.________ (LU), die Mutter in Luzern (LU). Die Distanz betrage 25 km, was ausserhalb des täglichen Pendlerverkehrs eine Fahrzeit von 25 bis 30 Minuten mit dem Auto bedeute. Mit dem Bus benötige man für die Strecke plus/minus eine Stunde. Weiter hält die Vorinstanz dafür, dass die Beschwerdegegnerin 2 den Beschwerdegegner 1 im ersten Lebensjahr allein und während des Zusammenlebens mit dem Beschwerdeführer für die Dauer von acht Monaten zum grössten Teil betreut habe. Auch seit der Trennung im Sommer 2018 sei von einer praktischen Alleinbetreuung des Beschwerdegegners 1 durch die Beschwerdegegnerin 2 auszugehen, abgesehen von den regelmässigen Wochenendbesuchen des Beschwerdegegners 1 beim Beschwerdeführer. Mithin stehe fest, dass es sich bei der Beschwerdegegnerin 2 "eindeutig" um die Hauptbetreuungsperson des Beschwerdegegners 1 handle und die Parteien bisher eine klassische Rollenteilung gelebt hätten. Schliesslich äussert sich die Vorinstanz zum Kriterium der persönlichen Betreuung. Diese spiele bei einem Kind im Alter des Beschwerdegegners 1 noch eine wesentliche Rolle. Der Beschwerdeführer lege nicht dar, wie er sich den Ablauf der Woche bzw. die Betreuungszeit von 50% vorstelle. Die Betreuung eines Kindes im Alter des Beschwerdegegners 1 setze Regelmässigkeit, Strukturierung des Tagesablaufs und Planung voraus. Nur darauf hinzuweisen, dass er als Selbständigerwerbender arbeiten könne, wann er wolle, genüge nicht. Eine hälftige Betreuung des Beschwerdegegners 1 komme daher nicht in Frage. Im Hinblick auf den Kindergarteneintritt ab September 2022 seien hingegen die Betreuungszeiten des Beschwerdeführers anzupassen. Für eine Einschränkung der Betreuungszeit durch den Beschwerdeführer gebe es aufgrund der seit rund zwei Jahren gelebten Aufteilung keinen Grund. Aus praktischen Gründen sei die Betreuung an jedem zweiten Freitag (bisher) auf wöchentlich jeden Mittwochmittag ab Schluss des Kindergartens bis Donnerstagmorgen, Kindergartenbeginn, zu legen. Zusätzlich soll der Beschwerdegegner 1 weiterhin jeden zweiten Freitag bis Sonntag beim Vater verbringen, und zwar von Freitag, 19:00 Uhr, bis Sonntag, 19:00 Uhr. Dem Beschwerdeführer obliege es, den Beschwerdegegner 1 bei der Beschwerdegegnerin 2 abzuholen und zu ihr zurückzubringen.