Citation: 4C.139/2005 29.03.2006 E. 1

Die Beklagte stellt sich auf den Standpunkt, dem Kläger sei der Beweis misslungen, dass ein zu hoher Kohlendioxid-Wert für den Tod seiner Mutter verantwortlich sei. Dies habe die Vorinstanz verkannt und dadurch Art. 8 ZGB verletzt. 1.1 Die Vorinstanz ging davon aus, dass zwar nicht mit an Sicherheit grenzender, aber jedenfalls mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen sei, dass aus der Heizung ausgetretenes Kohlendioxid den Tod der Mutter des Klägers verursacht habe. Dies müsse für den Nachweis des natürlichen Kausalzusammenhangs genügen, zumal ein strikter Beweis nicht mehr erbracht werden könne, weil am Tag des Unfalls niemand daran gedacht habe, nach Kohlendioxid zu suchen. 1.2 In seinem Anwendungsbereich bestimmt das Bundesrecht das Beweismass. Frage der kantonalrechtlich geregelten Beweiswürdigung ist dagegen die Beweiskraft eines Beweismittels (Bundesgerichtsurteil 4C.225/2002 vom 7. Februar 2003 E. 2.1 mit Hinweisen, publiziert in Pra 2003 Nr. 145 S. 786 f.). Das Bundesgericht geht in ständiger Rechtsprechung davon aus, dass in Bezug auf den natürlichen Kausalzusammenhang das Beweismass herabgesetzt ist, wo der Natur der Sache nach ein direkter Beweis nicht geführt werden kann. Diesfalls genügt es, wenn der Richter die Überzeugung gewinnt, dass die überwiegende Wahrscheinlichkeit für einen bestimmten Kausalverlauf spricht (BGE 128 III 271 E. 2b/aa S. 276; 121 III 358 E. 5 S. 363; 107 II 269 E. 1b S. 273, je mit Hinweisen). Da die Beklagte in der Berufung selbst ausführt, der Richter könne sich in Bezug auf den Beweis des Kausalzusammenhangs mit der überwiegenden Wahrscheinlichkeit der Verursachung begnügen, ist der angefochtene Entscheid in diesem Punkt nicht zu überprüfen (Art. 55 Abs. 1 lit. c OG; BGE 116 II 745 E. 3 S. 748 f.). Sie macht aber geltend, aufgrund der Beweislage sei die natürliche Kausalität zwischen allfälligen Mängeln der Heizanlage und dem Tode der Mutter des Klägers nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit gegeben. Sie übersieht dabei, dass das Bundesgericht im Rahmen der Berufung nur prüfen kann, ob die Vorinstanz vom richtigen Beweismass ausgegangen ist. Ob der Beweis gemäss dem bundesrechtlichen vorgegebenen Beweismass im konkreten Fall erbracht wurde, ist eine Frage der Beweiswürdigung, welche das Bundesgericht im Berufungsverfahren nicht überprüft (BGE 128 III 271 E. 2b/aa S. 275 ff.; Bundesgerichtsurteil 4C.225/2002 vom 7. Februar 2003 E. 2.1, publiziert in Pra 2003 Nr. 145 S. 786 f., je mit Hinweisen; vgl. auch BGE 127 III 73 E. 6a S. 81; 126 III 10 E. 2b S. 13; 119 II 84 E. 3 S. 85). Kommt die kantonale Instanz in Anwendung des korrekten Beweismasses zum Schluss, eine Tatsache sei erwiesen oder widerlegt, fällt eine Verletzung von Art. 8 ZGB ausser Betracht, da diese Bestimmung an die Folgen der Beweislosigkeit anknüpft (BGE 130 III 591 E. 5.4 S. 601 f.; 128 III 22 E. 2d S. 25; 271 E. 2b/aa S. 277). Auf die Ausführung der Beklagten ist insoweit nicht einzutreten.