Citation: 2P.97/2004 16.09.2004 E. 3

Mit dieser Argumentation rügen die Beschwerdeführer vorab verschiedene Verletzungen ihres Anspruchs auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV). 3.1 In erster Linie machen sie geltend, das Verwaltungsgericht habe den Schätzungsentscheid der Rekurskommission zu Unrecht nur auf Ermessensüberschreitung bzw. -missbrauch überprüft. Ihrer Argumentation kann indessen nicht gefolgt werden. Wenn das kantonale Recht der Vorinstanz einen Beurteilungs- oder Schätzungsermessensspielraum gewährt, kann die letzte kantonale Instanz einen solchen Entscheid mit gebührender Zurückhaltung überprüfen, ohne dabei eine formelle Rechtsverweigerung zu begehen (vgl. BGE 116 Ib 270 E. 3b u. 3c S. 273 f.). Es ist deshalb nicht zu beanstanden, dass sich das Verwaltungsgericht im Bereich des vorinstanzlichen Schätzungsermessens Zurückhaltung auferlegt hat und von der Expertenmeinung bzw. vom vorinstanzlichen Schätzungsermessen nicht abgewichen ist, soweit seine Vorinstanz von richtigen Voraussetzungen und von einleuchtenden, rechtlich abgestützten Schätzungsnormen oder allgemein anerkannten Schätzungsmethoden ausgegangen ist, diese Normen bzw. Methoden richtig angewendet hat und gesamthaft gesehen zu einem vertretbaren Ergebnis gelangt ist. Die insoweit beschränkte Prüfungsdichte rechtfertigt sich hier insbesondere, weil die Steuerverwaltung und die Rekurskommission je einen Augenschein durchgeführt haben (vgl. zum Ganzen auch S. 3 f. sowie 8 f. des angefochtenen Entscheids). 3.2 Auch aus einem anderen Grund musste sich der angefochtene Entscheid nicht detailliert mit jeder der zahlreichen Einwendungen der Beschwerdeführer auseinandersetzen: Entgegen deren Vorbringen stützt sich das Verwaltungsgericht zu Recht auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung zum Grundsatz des rechtlichen Gehörs: Art. 29 Abs. 2 BV verlangt, dass der Entscheid so begründet wird, dass der Betroffene ihn gegebenenfalls sachgerecht anfechten kann. In diesem Sinne müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich die Behörde leiten liess und auf welche sich ihr Entscheid stützt. Dabei muss sich die Begründung nicht mit jeder tatsächlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand ausdrücklich auseinandersetzen. Es genügt vielmehr, wenn die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte genannt werden (vgl. BGE 126 I 97 E. 2b S. 102 f.; 124 II 146 E. 2a S. 149; 123 I 31 E. 2c S. 34; 122 II 359 E. 2a S. 362 f.; 122 IV 8 E. 2c S. 14 f., je mit Hinweisen). Vor diesem Hintergrund ist nicht ersichtlich, dass das Verwaltungsgericht gegen seine Begründungspflicht verstossen hätte. Im Rahmen seiner Überprüfungsbefugnis hat es sich verfassungsgemäss mit der Argumentation der Beschwerdeführer auseinandergesetzt. Eine formelle Rechtsverweigerung liegt nicht vor. 3.3 Das gilt auch insoweit, als das Verwaltungsgericht die Einwendungen der Beschwerdeführer gegen den von der Rekurskommission vorgenommenen Augenschein verworfen hat. Zu Recht hat es erwogen, dass die Kommission den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen hat und demgemäss grundsätzlich unabhängig von der Auffassung der Parteien darüber befinden kann, ob die entscheidrelevante Sachlage umfassend geklärt ist oder ob zwecks Vervollständigung derselben zusätzliche Beweismittel zu erheben sind. Vorliegend schien die Durchführung eines zweiten Augenscheins schon deshalb angebracht, weil die der Schätzung zugrunde zu legenden tatsächlichen Begebenheiten angesichts der vielen detaillierten Rügen neu festzustellen oder zumindest vor Ort zu überprüfen waren. Eine Verletzung der Privatsphäre (Art. 13 BV) ist hier ebenfalls nicht ersichtlich, umso weniger, als die Beschwerdeführer selbst in all ihren Rechtsschriften und mit zahlreichen Einzelheiten ihre Wohnverhältnisse den Behörden beschrieben haben. Ihr Vorwurf ist unbegründet, soweit er sich überhaupt als zulässig erweist (vgl. dazu oben E. 1.3 und E. 1.5).