Citation: 1C_404/2021 E. 5.4

5.4. Schützt das Gewässerschutzgesetz mithin im Wesentlichen vor Gefährdungen, die durch gegenwärtige Belastungen entstehen, dient die altlastenrechtliche Sanierung demgegenüber der Beseitigung vorbestandener Belastungen (vgl. Art. 32c USG). Sanierungskosten werden grundsätzlich auch hier dem Verursacher, nicht aber dem gutgläubigen Standorteinhaber auferlegt, und überdies übernimmt das zuständige Gemeinwesen den Kostenanteil der Verursacher, die nicht ermittelt werden können oder zahlungsunfähig sind (vgl. Art. 32d). Im Altlasten- und Gewässerschutzrecht gelten jeweils eigene Grenz- bzw. Konzentrationswerte für die verschiedenen belastenden Substanzen, die nicht deckungsgleich sein müssen (vgl. die Anhänge zur Altlastenverordnung und diejenigen zur Gewässerschutzverordnung). Beispielsweise betragen diese Werte bei den hier unter anderem fraglichen Substanzen Zink (Zn) und Nickel (Ni) für oberirdische Gewässer altlastenrechtlich 5 mg/l Zn bzw. 0.7 mg/l Ni und gewässerschutzrechtlich 0.02 mg/l (gesamt) sowie 0.005 mg/l (gelöst) Zn bzw. 0.01 mg/l (gesamt) und 0.005 mg/l (gelöst) Ni (vgl. Anhang 1 AltlV sowie Anhang 2 GschV Ziff. 11). Die gewässerschutzrechtlichen Werte sind deutlich geringer und damit im Ergebnis strenger als die altlastenrechtlichen.