Citation: 5A_644/2013 E. 2.4.3

2.4.3. Eine Beurkundung des Todesscheins im Zivilstandsregister setzt gemäss Art. 23 Abs. 2 lit. a ZStV voraus, dass "die Beurkundung familienrechtliche Wirkungen" für die Beschwerdeführerin als Person mit Schweizer Bürgerrecht hat. Ob der Begriff "familienrechtliche Wirkungen" (deutlicher in den lateinischen Texten: "des effets relevant du droit de la famille" und "produce effetti di diritto di famiglia") eher materiell-rechtlich (so die kantonalen Behörden) oder registerrechtlich (so das Bundesamt für Justiz) zu verstehen ist , spielt im vorliegenden Fall keine Rolle und führt zum gleichen Ergebnis. Zum einen darf der Begriff wörtlich ausgelegt werden, weil Inhalt des Zivilstandsregisters die familienrechtliche Stellung einer Person ist (E. 2.1). Mit "familienrechtliche Wirkungen" sind deshalb die Wirkungen gemäss dem zweiten Teil des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (Art. 90 ff.) über "Das Familienrecht" ("Droit de la famille"; "Del diritto di famiglia") gemeint und nicht erbrechtliche Wirkungen gemäss dem dritten Teil des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (Art. 457 ff.), wie sie die Beschwerdeführerin geltend macht. Zum anderen ändert der Tod ihres Vaters nichts daran, dass die Beschwerdeführerin von ihm abstammt. Sie ist während der Ehe ihrer Eltern geboren und gilt damit "für ehelich" (aArt. 252 Abs. 1 ZGB von 1907/12), d.h. als Tochter des Ehemannes ihrer Mutter. Eine Beurkundung des Todesscheins hat insoweit keine Auswirkungen auf die Abstammungsdaten der Beschwerdeführerin, zumal ihre Abstammung von ihrem Vater im Zivilstandsregister verzeichnet ist und daran der Tod ihres Vaters nichts ändert (act. 12 ff. im Dossier der Polizei- und Militärdirektion).