Citation: H 166/06 09.01.2008 E. 5

5.1 Letztinstanzlich ist unbestritten, dass der Ausgleichskasse aufgrund unbezahlt gebliebener AHV/IV/EO/ALV-Beiträge auf Lohnsummen des Jahres 2001 und 2002 (bis September 2002) ein erheblicher Schaden in der Höhe von Fr. 78'604.85 (einschliesslich Verwaltungskostenbeiträgen, Mahngebühren und Verzugszinsen) entstanden ist. Dass der Schaden Folge einer Verletzung der Beitragspflicht (Art. 14 AHVG in Verbindung mit Art. 34 ff. AHVV) und somit eines widerrechtlichen Verhaltens der Firma Y.________ AG ist, steht ebenso ausser Frage wie das qualifiziert schuldhafte Handeln der Arbeitgeberin. Einzig umstritten ist die Rechtsauffassung der Vorinstanz, der Beschwerdeführer sei - als ehemaliges Mitglied und von Ende Mai 2001 bis anfangs Februar 2003 Präsident des Verwaltungsrates der Firma Y.________ AG - für den entstandenen Schaden persönlich haftbar. 5.2 Vorab ist festzuhalten, dass die Schadenersatzpflicht entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers nicht bereits aufgrund einer verspäteten Geltendmachung der Schadenersatzforderung der Ausgleichskasse (Verfügung vom 12. September 2005) ausser Betracht fällt: Nach dem unter E. 4.2 hievor Gesagten findet im hier zu beurteilenden Fall für die Verjährung - ungeachtet dessen, ob die Frist zur Geltendmachung der Schadenersatzforderung prozessualer oder materiellrechtlicher Natur ist (zu dieser Unterscheidung vgl. etwa BGE 102 V 112 E. 2b S. 116; Urteile des Eidg. Versicherungsgerichts C 108/06 vom 14. August 2006, E. 4.2, publ. in: SVR 2007 AlV Nr. 1 S. 2 und K 26/05 vom 28. Juli 2005, E. 3.5) - ausschliesslich das seit 1. Januar 2003 geltende Recht Anwendung und gilt demnach entgegen dem in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde vertretenen Standpunkt die zweijährige relative Verjährungsfrist ab Kenntnis des Schadens. Mit der Schadenskenntnis frühestens am 12. Dezember 2003 (E. 4.2 hievor) wurde die Schadenersatzverfügung vom 12. September 2005 rechtzeitig innert Zweijahresfrist erlassen. 5.3 Gemäss vorinstanzlichem Entscheid hat der Beschwerdeführer die Zahlung der im umstrittenen Zeitraum 2001/2002 fällig gewesenen AHV/IV/EO/ALV-Beiträge nicht durchgesetzt und dadurch seine Sorgfaltspflichten als verantwortliches Organ verletzt, was ihm als Widerrechtlichkeit im Sinne von Art. 52 AHVG anzulasten sei. Sein Verhalten sei als grobfahrlässig einzustufen, weil er es trotz Kenntnis der im Jahr 2001 und in den Monaten Januar bis September 2002 laufenden Lohnzahlungen und der diesbezüglich ausstehenden Beitragszahlungen unterlassen habe, aktiv auf die korrekte Abrechnung und Bezahlung der Beiträge hinzuwirken und namentlich nur so viel Löhne auszahlen zu lassen, dass die darauf anfallenden Sozialversicherungsbeiträge gedeckt gewesen wären. Rechtfertigungs- und Exkulpationsgründe vermöge der Beschwerdeführer nicht nachzuweisen: Zwar mache er geltend, er habe den Geschäftsführer immer wieder zur Zahlung der ausstehenden Beiträge gemahnt, doch seien diese Mahnungen offensichtlich wirkungslos geblieben, sodass der Beschwerdeführer gehalten gewesen wäre, die Bezahlung der Sozialversicherungsbeiträge persönlich zu überwachen und nötigenfalls selber zu veranlassen. Habe er sich gegenüber dem Geschäftsführer nicht durchsetzen können, liege in der Beibehaltung des Verwaltungsratsmandats auch ein gewisses Übernahmeverschulden, zumal seine Verwaltungsfunktion, nicht aber seine Verantwortlichkeit an den Geschäftsführer delegierbar gewesen sei. Das grobfahrlässige Verhalten stehe schliesslich auch in einem adäquaten Kausalzusammenhang zum eingetretenen Schaden, zumal dieser nicht entstanden wäre, wenn der Beschwerdeführer dafür gesorgt hätte, dass die Firma ihrer Beitragsablieferungspflicht nachkommt oder zumindest Rückstellungen bildet. 5.4 Der Beschwerdeführer bestreitet, persönlich in grobfahrlässiger, unentschuldbarer Weise gegen das AHV-rechtliche Beitragsregime verstossen zu haben. So habe er die Geschäftsführung überwacht und den Geschäftsführer wiederholt zum Begleichen der ausstehenden Sozialversicherungsbeiträge gemahnt, ferner "auch Bericht verlangt und sich immer wieder darum gekümmert". Vom nicht geschäftsführenden Verwaltungsratsmitglied mehr zu verlangen als die von ihm gegenüber der im operativen Bereich zuständigen Geschäftsführung getätigten Schritte überschreite das Mass der zumutbaren Oberaufsichts- und Kontrollpflichten und laufe im Ergebnis auf eine AHV-rechtliche Kausalhaftung hinaus.