Citation: 8C_188/2015 E. 4.2.3

4.2.3. Die Experten des Spitals D.________ gehen von einem CRPS II der linken oberen Extremität aus und bejahen diesbezüglich einen natürlichen Kausalzusammenhang zum Unfall vom 26. Mai 1998. In Bezug auf die generalisierten Körperschmerzen, welche neurologisch nicht erklärt werden konnten, erachten sie einen natürlichen Kausalzusammenhang hingegen als nicht wahrscheinlich. Sowohl aus handchirurgisch-neurologischer als auch aus psychiatrischer Sicht werden dieser Diagnose keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit zugeschrieben. Beim CRPS handelt es sich um eine zusammenfassende Bezeichnung für Krankheitsbilder, welche die Extremitäten betreffen, sich nach einem schädigenden Ereignis entwickeln und durch anhaltenden Schmerz mit Störungen des vegetativen Nervensystems, der Sensibilität und der Motorik gekennzeichnet sind. Das CRPS II bezeichnet brennende Schmerzen und Störungen des sympathetischen Nervensystems als Folge einer definierten peripheren Nervenläsion (häufig Hyperkompression). Klinische Zeichen bzw. Symptome des CRPS sind schwer lokalisierbare brennende Schmerzen (z.B. Allodynie, Hyperalgesie) zusammen mit autonomen (Ödeme, Temperatur- und Schweisssekretionsstörung, eventuell trophische Störung der Haut, Nagelveränderungen, lokal vermehrtes Haarwachstum), sensiblen und motorischen Störungen. Das CRPS gehört zu den neurologisch-orthopädisch-traumatologischen Erkrankungen und ist ein organischer bzw. körperlicher Gesundheitsschaden (Urteil 8C_673/2009 vom 22. März 2010 E. 5.1). Bei der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Beschäftigung haben die Gutachter nur die Einschränkungen infolge des unbestrittenermassen unfallbedingten CRPS II berücksichtigt. Dabei begründen sie nachvollziehbar, dass - trotz leichter Besserung bzw. im Vergleich zur Beschreibung des Dr. med. G.________ vom 24. Juni 2004 etwas weniger stark ausgeprägtem Befund an der linken oberen Extremität - ein über vier Stunden andauernder Einsatz nicht möglich ist. Da sie aus den von handchirurgisch-neurologischer Seite diagnostizierten generalisierten Körperschmerzen bzw. aus den psychiatrischerseits erhobenen Befunden keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit ableiten, ist die Forderung der Beschwerdeführerin nach einer gesonderten Adäquanzprüfung obsolet. Offen gelassen werden kann schliesslich auch, ob der Unfall - wie von Dr. med. G.________ im Zeitpunkt der Rentenzusprechung angegeben - eine Nervus-ulnaris-Läsion oder (nach Meinung der Gutachter des Spitals D.________) eine Verletzung lokaler Hautnervenäste bewirkt hat, weil diese Unterscheidung an der somatischen Diagnose und der Ausprägung des CRPS II nichts ändert.