Citation: U 218/04 03.03.2005 E. 5

Art und Ausmass der geklagten Beschwerden sowie die zeitliche Verteilung ihres Auftretens sprechen gegen einen Zusammenhang mit dem am 18. September 2000 erlittenen Auffahrunfall. Der erstbehandelnde Hausarzt Dr. med. U.________ stellte zwar die Diagnose einer Distorsion der HWS (vgl. dazu RKUV 1995 Nr. U 221 S. 112 und SVR 1995 UV Nr. 23 S. 67 Erw. 2). Bei der Untersuchung am Tag nach dem Unfall hatte die Beschwerdegegnerin indessen lediglich erwähnt, unmittelbar nach der Kollision etwas benommen gewesen zu sein und in der Nacht schlecht geschlafen zu haben. Röntgenologisch zeigte sich eine deutliche Streckhaltung der HWS sowie leichte degenerative Veränderungen an den Wirbelkörper-Vorderkanten. Sodann bestand eine Druckdolenz der Querfortsätze beidseits auf Höhe C4-C6 sowie Trigger-points paravertebral links und rechts auf Höhe C5 (Arztzeugnis UVG vom 26. Februar 2001). Erst mehr als drei Monate später begab sich die Versicherte wieder in hausärztliche Behandlung. Die Untersuchung vom 27. Dezember 2000 ergab ausser Verspannungen im Nacken- und Schulterbereich links sowie einem druckdolenten Punkt paravertebral links auf der Höhe von C5 keine relevanten Befunde. Bei Distorsionen der HWS typischerweise auftretende Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, rasche Ermüdbarkeit, Visusstörungen und Reizbarkeit wurden nicht geklagt (Schreiben Dr. med. U.________ vom 26. Februar 2001 an Dr. med. H.________). Das Gesamtbild der regelmässig bei einem Schleudertrauma der HWS ohne Kopfanprall beobachteten Symptomatik kann erstmals am 11. September 2002 gut zwei Jahre nach dem Unfall vom 18. September 2000 als voll in Erscheinung getreten gelten. Damals klagte die Versicherte gegenüber Dr. med. Z.________ vom Schmerz Zentrum B.________ über Schwindel, Schlafstörung, Tinnitus, Zittern und Konzentrationsschwächen sowie über konstante Nacken- und Kopfschmerzen mit Ausstrahlung in beide oberen Extremitäten (Berichte vom 18. September 2002 und 21. Mai 2003). Dieser Beschwerdekomplex lässt sich auf Grund der zweijährigen Latenzzeit nicht mehr mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf den Auffahrunfall vom 18. September 2000 zurückführen (RKUV 2000 Nr. 359 S. 29 Erw. 5e und Nr. 391 S. 308 Erw. 2b; vgl. auch RKUV 1997 Nr. U 275 S. 191 unten). Die Akten sind in diesem Punkt spruchreif und es besteht entgegen der Vorinstanz kein Abklärungsbedarf.