Citation: 1C_348/2022 E. 4.1.2

4.1.2. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist die Rechtmässigkeit eines Bauvorhabens - bei Fehlen einer speziellen übergangsrechtlichen Regelung - grundsätzlich nach dem Recht zu beurteilen, das im Zeitpunkt des erstinstanzlichen Entscheids der Baubehörde gilt (BGE 144 II 326 E. 2.1.1; 139 II 470 E. 4.2; Urteile 1C_332/2019 vom 18. Dezember 2020 E. 4.2.3; 1C_23/2014 und 1C_25/2014 vom 24. März 2015 E. 7.4.2). Später eingetretene Rechtsänderungen sind nur ausnahmsweise zu berücksichtigen, wenn zwingende Gründe für die sofortige Anwendung des neuen Rechts sprechen (BGE 135 II 384 E. 2.3; 125 II 591 E. 5e/aa; Urteile 1C_23/2014 und 1C_25/2014 vom 24. März 2015 E. 7.4.2; je mit Hinweisen). Vorliegend besteht eine übergangsrechtliche Bestimmung in Art. 81 Abs. 1 BZO 2020. Diese sieht vor, dass die im Zeitpunkt des Inkrafttretens hängigen Baugesuche nach dem neuen Recht beurteilt werden. Die Bestimmung ist unter dem Blickwinkel des Willkürverbots gemäss Art. 9 BV indes nicht zwingend so zu verstehen, dass Rechtsänderungen bis zum kantonal letztinstanzlichen Urteil berücksichtigt werden müssen. Gegenteiliges machen die Beschwerdeführenden jedenfalls nicht rechtsgenüglich geltend. Etwas anderes ergibt sich auch nicht aus den von den Beschwerdeführenden angerufenen Art. 21 Abs. 1 und Art. 26 Abs. 3 RPG, welche die Verbindlichkeit von Nutzungsplänen betreffen. Somit ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz die BZO 2020, die teilweise (mit Ausnahme von Art. 28 Abs. 1 lit. a, e und f sowie Art. 28 Abs. 2 BZO 2020) am 1. Oktober 2021 und im Übrigen (bezüglich der genannten Ausnahmen) am 1. April 2022 in Kraft getreten ist, nicht unmittelbar angewendet hat. Die Beschwerdeführenden vermögen nicht aufzuzeigen, weshalb sich die Anwendung des neuen Rechts aus zwingenden Gründen aufdrängen sollte. Auch die Rüge der formellen und materiellen Rechtsverweigerung erweist sich vor diesem Hintergrund als unbegründet.