Citation: 8C_590/2019 E. 3.2

3.2. Die Beschwerdeführerin geht ebenfalls von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit für die Tätigkeit als Tramführerin und dem vom kantonalen Gericht ermittelten Valideneinkommen aus. Hingegen rügt sie die vorinstanzliche Feststellung einer 100%igen Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten als offensichtlich unrichtig und willkürlich. Zudem hätten die IV-Stelle und die Vorinstanz den Untersuchungsgrundsatz (Art. 43 Abs. 1 und Art. 61 lit. c ATSG i.V.m. Art. 6 Ziff. 1 EMRK) verletzt. Aus dem Bericht der Vertrauensärztin der Pensionskasse vom 11. Januar 2017 gehe klar hervor, dass die 50%ige Arbeitsunfähigkeit nicht nur für die bisherige Tätigkeit als Tramführerin, sondern auch in Bezug auf jede andere Tätigkeit gelte. Unabhängig davon sei bei der Berechnung des Invalideneinkommens anstelle von Tabellenwerten die konkrete Erwerbssituation zu berücksichtigen, zumal bei der bisherigen Arbeitgeberin ein besonders stabiles Arbeitsverhältnis vorliege, kein Soziallohn ausgerichtet werde und sie die ihr verbliebene Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpfe. Ausgehend vom effektiv erzielten Lohn von Fr. 42'496.06 resultiere ein Invaliditätsgrad von 54 %, was einem Anspruch auf eine halbe Rente entspreche.