Citation: 1C_505/2017 E. 4.1

4.1. Das Verwaltungsgericht verneinte dies, weil die temporäre Ablagerung von Schnee aus Strassenräumungen im Winter weder eine Baute noch eine Geländeveränderung i.S.v. Art. 22 RPG sei. In der Regel sei sie auf drei bis vier Monate im Jahr beschränkt und verschwinde wieder ohne menschliches Zutun. Hinzu komme, dass lediglich lokal bei der Strassenräumung anfallender Schnee aus wenig befahrenen Strassen (Quartier Tschuppmoos und Seestrasse) abgelagert werde. Die Ablagerung sei nicht ungewöhnlich gross und führe weder zu einer erheblichen äusseren Veränderung des Raums noch zu einer Störung des Landschaftsbilds. Der durch den Transport von Schnee verursachte Verkehr sei vernachlässigbar und von den Anwohnern grundsätzlich hinzunehmen. Es lägen auch keine Anhaltspunkte für eine Gewässergefährdung durch den abgelagerten Schnee vor. Bei Einhaltung der Vorgaben gemäss Merkblatt des AfU für die Schneeablagerung sei eine solche auch künftig nicht zu erwarten: Danach dürfe in Gewässer nur Schnee eingebracht werden, der weniger als 48 Stunden alt sei und daher nur wenig von Strassenstaub, Pneuabrieb usw. belastet sei. Schnee von Hauptstrassen müsse noch am Tag des Schneefalls weggebracht werden. Es handle sich somit nicht um eine gewässergefährdende Tätigkeit, weshalb auch keine kantonale Bewilligung nach Art. 19 Abs. 2 GSchG erforderlich sei, obwohl das Grundstück am Rand eines Gewässerschutzbereichs AU liege. Die Nichteinhaltung der gewässerschutzrechtlichen Vorgaben könne ein Delikt i.S.v. Art. 70 Abs. 1 lit. a i.V.m. Art. 6 GSchG darstellen und strafrechtlich zu ahnden sein, rechtfertige indessen nicht die Baubewilligungspflicht. Gleiches gelte bei einer Schädigung der Ufervegetation (Art. 24 Abs. 1 lit. b des Bundesgesetzes vom 1. Juli 1966 über den Natur- und Heimatschutz [NHG; SR 451]).