Citation: U 5/06 23.05.2006 E. 4

4.1 Nach der Rechtsprechung werden einfache Auffahrunfälle in der Regel als mittelschwer im Grenzbereich zu den leichten Unfällen qualifiziert (RKUV 2005 Nr. U 549 S. 237 Erw. 5.1.2 mit Hinweisen [Urteil C. vom 15. März 2005, U 380/04]). Im vorliegenden Fall handelt es sich indessen nicht um einen Auffahrunfall, sondern um eine seitliche, bei relativ hohen Geschwindigkeiten der beteiligten Fahrzeugen erfolgte Kollision (Streifkollision) von Personen- und Lieferwagen. Unter Berücksichtigung des Unfallhergangs und der entstandenen Fahrzeugschäden, wie sie sich aus den Polizeiakten ergeben, kann jedoch nicht von einer sehr heftigen Kollision ausgegangen werden. Der Unfall ist daher - im Rahmen der nach objektiven Gesichtspunkten (BGE 124 V 44 Erw. 5c/aa, 115 V 139 Erw. 6) und ohne Berücksichtigung der Persönlichkeitsstruktur der Versicherten (RKUV 2000 Nr. U 394 S. 313 [Urteil S. vom 31. Mai 2000, U 248/98]; Urteil A. vom 13. Februar 2006, U 462/04, Erw. 2.3 mit diversen Hinweisen) vorzunehmenden Kategorisierung der Unfallschwere - mit dem kantonalen Gericht als mittelschwer und jedenfalls nicht als mittelschwer im Grenzbereich zu den schweren Unfällen oder gar als schwerer Unfall zu qualifizieren (vgl. die in SZS 2001 S. 431 ff. erwähnte Rechtsprechung). Die Adäquanz wäre daher zu bejahen, wenn ein einzelnes der in die Beurteilung einzubeziehenden Kriterien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt wäre oder mehrere der zu berücksichtigenden Kriterien gegeben wären (BGE 115 V 140 f. Erw. 6c/bb). Bei der Prüfung der einzelnen Kriterien sind nur die organisch bedingten Beschwerden zu berücksichtigen, während die psychisch begründeten Anteile, deren hinreichender Zusammenhang mit dem Unfall den Gegenstand der Prüfung bildet, ausgeklammert bleiben (Urteil P. vom 30. September 2005, U 277/04, Erw. 4.3). 4.2 Der Unfall vom 20. Mai 1996 hat sich weder unter besonders dramatischen Begleitumständen ereignet, noch war er - objektiv betrachtet - von besonderer Eindrücklichkeit. Ebenfalls zu verneinen sind schwere oder besonders geartete Körperverletzungen, welche geeignet sind, eine psychische Fehlentwicklung im Sinne einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung in besonderer Weise zu begünstigen. Im Rahmen der die psychischen Faktoren ausblendenden Adäquanzprüfung nach BGE 115 V 133 ff. sind sodann eine ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung, ein schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen sowie eine ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert hat, ohne weiteres auszuschliessen. Es kann diesbezüglich vollumfänglich auf die Erwägungen im kantonalen Entscheid verwiesen werden. Hinsichtlich des Kriteriums der ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung hat die Vorinstanz namentlich zutreffend festgestellt, dass vor und zwischen den Aufenthalten in der Rehaklinik X.________ (vom 9. Dezember 1996 bis 24. Januar 1997 und vom 20. Mai bis 20. Juni 1997) in körperlicher Hinsicht zwar jeweils physiotherapeutische Massnahmen durchgeführt worden waren, im Austrittsbericht der Rehaklinik X.________ vom 5. August 1997 indes ausdrücklich die Fortführung der ambulanten Physiotherapie als wenig sinnvoll erachtet und die Aufnahme von - in diesem Zusammenhang nicht massgeblichen - psychotherapeutischen Vorkehren unter Einbezug der Familie empfohlen wurde. Die Weiterbehandlung durch den Hausarzt bestand in der Folge zur Hauptsache in der Abgabe von Schmerzmitteln (vgl. Gutachten des Dr. med. M.________ vom 15. Februar 1999, S. 2 unten). Vor diesem Hintergrund sowie mit Blick darauf, dass eine Behandlungsbedürftigkeit (im Sinne medikamentöser Schmerz- und Physiotherapie) während zwei bis drei Jahren nach einem Schleudertrauma der HWS respektive äquivalenten Verletzungen mit ähnlichem Beschwerdebild durchaus üblich ist (RKUV 2005 Nr. U 549 S. 239 Erw. 5.2.4 in fine [Urteil C. vom 15. März 2005, U 380/04]; Urteil A. vom 13. Februar 2006, U 462/04, Erw. 2.4.3 mit Hinweisen), ist eine spezifische, zielgerichtete ärztliche Behandlung (vgl. u.a. RKUV 2005 Nr. U 549 S. 238 f. Erw. 5.2.4 [Urteil C. vom 15. März 2004, U 380/04]; Urteile L. vom 5. Dezember 2005, U 32/05, Erw. 4.3, B. vom 9. Mai 2005, U 407/04, Erw. 2.3, C. vom 14. Juni 2004, U 76/04, Erw. 3.5.4, und S. vom 8. April 2002, U 357/01, Erw. 3c/bb; ferner Erw. 4.3.3 des in RKUV 2004 Nr. U 503 S. 186 auszugsweise publizierten Urteils M. vom 21. Oktober 2003, U 282/00) von ungewöhnlich langer Dauer zu verneinen. Zwar lässt sich alsdann in Würdigung der ärztlichen Angaben die Annahme einer bezüglich Grad und Dauer erheblichen Arbeitsunfähigkeit sowie von Dauerschmerzen rechtfertigen. Da hierfür aber spätestens ab Sommer 1997 überwiegend psychische Gründe verantwortlich zeichneten, können auch diese Adäquanzkriterien nicht als erfüllt betrachtet werden, zumal die Beschwerdegegnerin ihre Leistungen erst auf den 30. September 1997 eingestellt hat. Selbst wenn mit der Beschwerdeführerin die Eindrücklichkeit des Unfallgeschehens als - wenn auch nicht in besonders ausgeprägter Form - gegeben zu erachten wäre, reichte dies nach dem Gesagten nicht aus, um die adäquanzrechtlich massgebende Bedeutung des Unfalles vom 20. Mai 1996 für die über Ende September 1997 hinaus bestehende Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit zu bejahen. Dementsprechend hat das kantonale Gericht die auf 1. Oktober 1997 verfügte Leistungseinstellung zu Recht bestätigt.