Citation: 8C_526/2016 E. 4

Das kantonale Gericht hat erkannt, der Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit seien anhand des in allen Teilen beweiskräftigen Gutachtens des ABI vom 3. Februar 2015 zu beurteilen. Zu berücksichtigen seien leichte bis mässiggradige degenerative Veränderungen an der Wirbelsäule sowie ein subakromiales Impingement der Schulter beidseits, welche zu einer leicht verminderten Belastbarkeit der Wirbelsäule und der oberen Extremitäten führten. Für körperlich leichte bis mittelschwere wechselbelastende Tätigkeiten (ohne wiederholtes Heben und Tragen von Lasten über 15 Kilogramm und ohne wiederholten Einsatz der oberen Extremitäten oberhalb des Schulterniveaus) bestehe aus orthopädischer Sicht eine volle Arbeits- und Leistungsfähigkeit. Aus psychiatrischer Sicht schränke eine leichte depressive Episode bei im Verlauf rezidivierender depressiver Störung die Arbeitsfähigkeit um 20 Prozent ein, bedingt durch eine erhöhte Ermüdbarkeit, welche einen vermehrten Pausenbedarf erfordere. Nach Einschätzung der Gutachter sei das zumutbare 80-Prozent-Pensum vollschichtig umzusetzen mit leicht erhöhtem Pausenbedarf und leicht reduziertem Rendement. Es sei seit der letzten Begutachtung im Jahr 2011 keine wesentliche Veränderung eingetreten. Nach den vorinstanzlichen Feststellungen haben sich die Gutachter mit der abweichenden Diagnosestellung des behandelnden Psychiaters sowie der Ärzte des Spitals D.________ (jeweils ohne Einschätzung der Arbeitsfähigkeit) auseinandergesetzt. Die von ihnen stärker berücksichtigten Belastungsfaktoren (Flüchtlingsschicksal und erlebte Gewalt als Angehörige einer kurdischen Familie in der Heimat Türkei) seien den Gutachtern schon bei der letzten Abklärung im Jahr 2011 bekannt gewesen. Zur Dauer der psychiatrischen Untersuchung hat sich die Vorinstanz zutreffend geäussert. Zu berücksichtigen ist dabei auch, dass es sich hier um die zweite Verlaufsbegutachtung handelt und der psychiatrische Experte die Beschwerdeführerin bereits kannte. In somatischer Hinsicht decke sich die Einschätzung der Gutachter mit derjenigen des behandelnden Rheumatologen. Auf die Einholung eines Berichts über ein Belastbarkeitstraining bei der Genossenschaft C.________ verzichtete das kantonale Gericht, denn die Berufsfachleute vermöchten nur über die gezeigte subjektive Leistung und nicht die massgebliche objektive Leistungsfähigkeit zu berichten. Gestützt auf das ABI-Gutachten vom 3. Februar 2015 war nach der Beurteilung des kantonalen Gerichts erstellt, dass seit 2011 keine wesentliche Änderung des Gesundheitszustandes eingetreten sei.