Citation: 6S.272/2004 28.02.2005 E. 1

Nach der Vorinstanz wird der gleichzeitige Vollzug von Strafe und Massnahme gemäss den gutachterlichen Ausführungen zwar als wenig sinnvoll betrachtet. Auf der anderen Seite werde aber auch festgehalten, dass der Erfolg der Massnahme bei Weiterführung der psychotherapeutischen Gespräche durch den Strafvollzug nicht grundsätzlich beeinträchtigt oder verhindert würde. Eine erhebliche Beeinträchtigung der Behandlung bzw. eine klare Verminderung der Resozialisierungschancen, wie sie von der Rechtsprechung vorausgesetzt werde (BGE 129 IV 162 und 124 IV 247), liege nicht vor. Zudem müsse nach der Rechtsprechung (BGE 124 IV 247 und 120 IV 3) die Abnormität desto ausgeprägter sein und mithin ein Aufschub um so zurückhaltender gehandhabt werden, je länger die zu Gunsten der ambulanten Behandlung aufzuschiebende Freiheitsstrafe sei. Der Beschwerdeführer leide ohne Zweifel lediglich unter einer leichteren Form der Alkoholsucht. Unter diesen Umständen gehe die Generalprävention der Spezialprävention vor. Somit verbiete auch das Gleichheitsgebot einen Strafaufschub (angefochtenes Urteil S. 13).