Citation: I 137/02 26.07.2002 E. 2.2

Nach Abschluss der Schreinerlehre arbeitete der Beschwerdeführer nicht im erlernten Beruf, sondern nahm eine Beschäftigung im Verkauf an, die er gemäss seinen Angaben im Juni 1990 aus gesundheitlichen Gründen aufgeben musste. Während die Ärzte des Psychiatriezentrums X.________ im Bericht vom 3. September 1997 die Auffassung vertraten, dass für eine Tätigkeit im erlernten Beruf keine Kontraindikation bestehe, führt Dr. med. K.________ im Bericht vom 6. April 2000 aus, der Versicherte habe schon während der Ausbildung gewusst, dass er nicht als Schreiner arbeiten wolle. Durch die Krankheitsphasen habe sich einiges verändert und der Versicherte wäre in dieser Arbeit heute nicht mehr einsatzfähig. Ob dem Beschwerdeführer aus gesundheitlichen Gründen eine Tätigkeit als Schreiner nicht möglich und zumutbar wäre, kann dahingestellt bleiben. Nachdem er seit dem Lehrabschluss nie im Beruf gearbeitet hat, ist jedenfalls anzunehmen, dass er eine entsprechende Beschäftigung nicht ohne vorgängige Eingliederungsmassnahmen (berufliche Neuausbildung nach Art. 16 Abs. 2 lit. b IVG) auszuüben vermöchte. Als Theologe wäre der Versicherte gemäss Einschätzung der Ärzte des Psychiatriezentrums X.________ nicht in der Lage, ein öffentliches Amt zu führen, weil er in depressiven Phasen schnell überfordert wäre und in manischen Phasen die Gefahr der Überaktivität bestünde. Dr. med. K.________ äussert sich dazu zwar nicht, die Darlegungen im Bericht des Psychiatriezentrums leuchten jedoch ohne weiteres ein. Der Beschwerdeführer bringt in der Stellungnahme zum Vorbescheid der IV-Stelle vom 22. September 2000 glaubhaft vor, dass die psychischen Belastungen in der Seelsorge und dem Führen von religiösen Gruppen für ihn zu gross seien, solange er mit Krankheitsschüben rechnen müsse. Zwar hat sich sein psychischer Gesundheitszustand aufgrund der durchgeführten medikamentösen Therapie gebessert. Nach den Arztberichten bestehen aber weiterhin starke Stimmungsschwankungen, welche seine Leistungsfähigkeit beeinträchtigen. Denkbar wäre allenfalls eine Tätigkeit ohne seelsorgerliche Aufgaben; entsprechende Beschäftigungsmöglichkeiten dürften jedoch nicht zahlreich sein, zumal der Beschwerdeführer das Studium an einer evangelischen Freikirche in der Bundesrepublik Deutschland absolviert hat. Ungeeignet ist auch die Arbeit eines Vorsorgeberaters, nachdem der Versicherte die Stelle bei der Firma W.________ aus gesundheitlichen Gründen verloren hat und nach den ärztlichen Feststellungen anzunehmen ist, dass er wegen seines psychischen Leidens auch in diesem Beruf lediglich teilweise leistungsfähig wäre. Unbestritten ist, dass er als Hilfspfleger zumutbarerweise arbeitsfähig wäre. Der Beschwerdeführer macht jedoch glaubhaft geltend, dass er ab dem Jahre 1992 lediglich während der Semesterferien und nach Abschluss des Theologiestudiums im Jahre 1995 während einer Übergangsphase Hilfspfleger war, um hernach ein Fernstudium in Arbeits- und Organisationspsychologie aufzunehmen. Angesichts seiner Ausbildung und den bisherigen Beschäftigungen ist der Versicherte als Hilfspfleger nicht hinreichend eingegliedert. Da er in dem für die Beurteilung massgebenden Zeitpunkt bei Verfügungserlass (BGE 121 V 366 Erw. 1b mit Hinweisen) Bezüger einer ganzen Invalidenrente war und nach den übereinstimmenden ärztlichen Feststellungen trotz Besserung des Gesundheitszustandes weiterhin in der Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt war, ist die Notwendigkeit beruflicher Eingliederungsmassnahmen zu bejahen. Fraglich ist, ob die vorgesehene Ausbildung zum Ergotherapeuten eine zweckmässige und verhältnismässige Massnahme zur Verbesserung der Erwerbsfähigkeit darstellt.