Citation: 8C_305/2018 E. 5.1

5.1. Wie die Beschwerdeführerin zu Recht vorbringt, stimmt das Gutachten des Dr. med. F.________ vom 7. September 2017 mit der versicherungsinternen Beurteilung des Dr. med. E.________ vom 11. Juli 2016 insbesondere bezüglich Diagnosestellung wie auch bezüglich Arbeitsunfähigkeit und Unfallkausalität nicht überein. So hat Dr. med. F.________ nach eingehender eigener psychiatrischer Untersuchung der Versicherten sowie in Kenntnis der Vorakten diagnostisch festgehalten, dass weiterhin Symptome einer PTBS bestehen und er der diesbezüglichen Auffassung von Dr. med. E.________ nicht uneingeschränkt folgen könne. Er gehe mit diesem zwar darin einig, dass die Diagnose einer voll ausgeprägten PTBS nicht mehr zu stellen sei, doch liege eine Restsymptomatik (Albträume, Erstarrungsreaktionen, Triggerreize, Hypervigilanz) vor, welche mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit direkt auf das Unfallereignis zurückgeführt werden könne und durchaus Einfluss auf die Lebensgestaltung der Versicherten habe. Neben dieser spezifischen Symptomatik fänden sich eine erhöhte Ermüdbarkeit, Konzentrationsstörungen, Einschlafstörungen, Zukunftsängste etc., welche am ehesten einer Anpassungsstörung mit vorwiegender Beeinträchtigung von anderen Gefühlen entsprechen würden. Diese Störung könne nicht als direkte Folge des Unfalls betrachtet werden. Der Unfall und seine Folgen hätten jedoch eine grosse Belastung dargestellt, welche die Resilienz der Versicherten verringere, weshalb davon auszugehen sei, dass die zusätzliche Symptomatik auf dem Boden der Unfallfolgen entstanden sei. Die unfallbedingte Behandlung habe in einer traumaspezifischen Therapie bestanden. Vor dem Ereignis sei kein psychischer Gesundheitsschaden vorgelegen, jetzt sei ein solcher vorhanden, der allerdings nicht vollumfänglich auf das Unfallereignis zurückzuführen sei. Dennoch finde sich nach wie vor eine Symptomatik, welche nur plausibel durch das Unfallereignis erklärt werden könne. Somit seien weder der status quo ante noch der status quo sine erreicht. Die Krebserkrankung des Ehemannes und deren Folgen stellten zwar eine schwere Belastung dar, doch sei er der Ansicht, dass die Versicherte aufgrund des hohen praemorbiden Funktionsniveaus und der Resilienz deswegen eher keine krankheitswertige psychische Beeinträchtigung entwickelt hätte. Die Versicherte habe relativ bald nach dem Unfall ihr 50%iges Arbeitspensum wieder aufgenommen, was auch von der behandelnden Psychotherapeutin als ungewöhnlich angesehen worden sei. Mit ihrem Pensum sei sie mit überwiegender Wahrscheinlichkeit an der Grenze ihrer Arbeitsfähigkeit gewesen. Bei einem Pensum von 100% sei auch aktuell eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit gegeben. Davon seien seines Erachtens höchstens 10% dem Unfallereignis zuzuordnen, die restlichen 40% seien Folge der psychischen Entwicklung aufgrund unfallfremder Faktoren. Eine weitere Psychotherapie sei zur Aufrechterhaltung der jetzigen Arbeitsfähigkeit notwendig, wobei der Fokus auf die unfallfremden Prozesse zu richten sei. Zusammenfassend hätten sich bei der Versicherten unmittelbar nach dem Unfall eine akute Belastungsreaktion und ohne freies Intervall eine PTBS mit entsprechender Symptomatik entwickelt. Auch heute fänden sich noch solche Symptome, bei welchen die natürliche Kausalität zum auslösenden Ereignis zweifelsfrei gegeben sei. Das Unfallereignis sei seiner Meinung nach zudem nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet, diese posttraumatischen Symptome herbeizuführen, weshalb auch die Adäquanz zu bejahen wäre. Bezüglich der PTBS sei das Endstadium erreicht, nicht jedoch für die Symptomatik, welche durch die zusätzlichen Belastungen begründet werde.