Citation: 8C_32/2009 04.01.2010 E. 9.3.2

9.3.2.1 Die Annahme des kantonalen Gerichts, die private Beschwerdeführerin arbeite häufig mit dementen Personen oder Personen mit "anderen psychischen Problemen", findet in den Akten keine Stütze. Sie beruht offenbar auf den Ausführungen der privaten Beschwerdeführerin in deren Rekurs an den Stadtrat von Zürich und in der Beschwerde an die Vorinstanz, wonach die Aktivierungstherapeutin ihre Aufgabe hauptsächlich im Geriatrie- und Psychiatriebereich sowie in Spitälern mit überwiegend dementen und/oder psychisch kranken Personen wahrnehme bzw. es sich bei der Zielgruppe um überwiegend demente Langzeitpatienten handle. Die Stadt Zürich hatte bereits in ihrer vorinstanzlichen Stellungnahme zur Beschwerde der privaten Beschwerdeführerin ausgeführt, dass der Anteil der im mittleren und schweren Grad Pflegebedürftigen in den Altersheimen nur etwa 20 % betrage. Dies blieb unbestritten. Massgeblich ist vorliegend die Tätigkeit der privaten Beschwerdeführerin im Altersheim und nicht ein von Psychiatrie- und/oder Geriatriepatientinnen und -patienten geprägtes Umfeld. Auch aus dem aktenkundigen Wochenprogramm des Altersheims X.________ ist ersichtlich, dass zwar eine spezielle, besonders zu therapierende "Dementengruppe" existiert. Die entsprechenden Aktivierungstherapien finden aber teilweise nur alle 14 Tage statt und werden zum Teil durch eine Kollegin der privaten Beschwerdeführerin durchgeführt. Es ist daher aktenwidrig, wenn im angefochtenen Entscheid der Bewertung der Tätigkeit der privaten Beschwerdeführerin ein häufiger - und damit die Arbeit prägender - Umgang mit dementen und psychisch kranken Heimbewohnern zugrunde gelegt wird. 9.3.2.2 Die Stadt Zürich rügt ferner zu Recht, dass die Vorinstanz nicht begründet, weshalb die private Beschwerdeführerin die Heiminsassen auf einer pädagogischen Ebene kommunikativ erreichen muss. Es wird einzig gestützt auf deren Angaben in der kantonalen Beschwerdeschrift ausgeführt, zu den Aufgaben gehörten Gedächtnis-, Bewegungs- sowie gestalterisches Training, Gesprächsgruppen, Kochen und Backen sowie Musik und Vorlesen. Mit derartigen Verrichtungen erfülle die private Beschwerdeführerin Verpflichtungen, die mit pädagogischen verwandt seien. Die private Beschwerdeführerin hatte in diesem Zusammenhang aber selber nicht von pädagogischen Aufgaben gesprochen. Es ist denn auch nicht ersichtlich, dass es darum ginge, den Heimbewohnern neue geistige oder handwerkliche Fähigkeiten beizubringen. 9.3.2.3 Zu vergleichen war daher eine Tätigkeit, die wegen der häufigen Gruppenarbeit und des anzusprechenden Personenbereichs zweifellos hohe Anforderungen an die Kommunikation stellt. Die Funktion des Polizeidienstes ist durch eine andere Art von Kommunikation geprägt: Sie richtet sich nicht an eine bestimmte Zielgruppe, sondern an Personen unterschiedlichster Herkunft und ist von daher anspruchsvoll. Es besteht aber anderseits weniger die Notwendigkeit, auf die spezifischen Bedürfnisse der jeweiligen Person einzugehen. Zu vergleichen sind somit zwei qualitativ stark differierende Kommunikationsformen, die in unterschiedlichen Aspekten zum einen höhere und zum anderen tiefere Anforderungen stellen. Unter diesen Umständen überschritt die Vorinstanz die ihr zustehende Prüfungsbefugnis, wenn sie das von der Stadt Zürich mit Blick auf das Kriterium Kommunikation als gleichwertig eingestufte Anforderungsprofil korrigierte. 9.4 Führungs- und Beratungskompetenz 9.4.1 Sowohl die private Beschwerdeführerin als auch die Polizeisoldaten wurden diesbezüglich mit null Punkten bewertet. Das kantonale Gericht beurteilte die entsprechende Vorgehensweise mit der Begründung als geschlechtsdiskriminierend, dass die private Beschwerdeführerin gemäss Stellenbeschrieb die Verantwortung für eine fachgerechte "Einführung neuer MitarbeiterInnen, PraktikantInnen, SchülerInnen und freiwilliger HelferInnen" trage; sie habe "Führungs-und Weisungsbefugnisse". Daraus ergebe sich eine signifikant höhere Führungsverantwortung als bei anderen Aktivierungstherapeutinnen. Zum Vergleich verwies es auf seinen Entscheid PB.2007.00043 vom 5. November 2008. Der privaten Beschwerdeführerin seien daher beim Unterkriterium Führung 0,5 Punkte zuzugestehen. Die Bewertung des Unterkriteriums "Führungsunterstützung/Beratung" wurde demgegenüber nicht bemängelt. Die Stadt Zürich rügt in diesem Zusammenhang im Wesentlichen, Führung bedeute die von der Funktion erforderte Fähigkeit, als Linienvorgesetzte oder Projektverantwortliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu führen. Diese Führung müsse dabei in der Regel permanent erfolgen. Dies sei weder bei der privaten Beschwerdeführerin noch bei den Polizisten der Fall. Die Einführung der von der Vorinstanz erwähnten Personen bezwecke lediglich die Vornahme von Hilfstätigkeiten. Es seien daher folgerichtig keiner der beiden Tätigkeiten Punkte zuzubilligen. 9.4.2 Im vom kantonalen Gericht zitierten Entscheid PB.2007.00043 vom 5. November 2008 waren der betroffenen Aktivierungstherapeutin "gewisse leitende Funktionen, insbesondere gegenüber Auszubildenden" zugestanden worden. Dies könnte es, so das Gericht im Weiteren, grundsätzlich rechtfertigen, ihren Berufsbereich hinsichtlich des Kriteriums "Führung" mit 0,5 Punkten zu bewerten. Indessen gelte es zu beachten, dass mit der Patrouillenführung im Polizeidienst auch der Tätigkeit der Vergleichsgruppe Funktionsstufe 7/Funktionskette 207 gewisse leitende Aufgaben vermittelt würden, was ebenfalls die Bewertung mit 0,5 Punkten nahe legte. Dass beide Funktionen mit null Punkten veranschlagt worden seien, beinhalte daher keine Ungleichbehandlung. Damit bezog sich die Vorinstanz bezüglich des Polizeidienstes auf die Angaben im Fragebogen eines Streifenwagenfahrers, der auf die Frage nach Führungsfunktionen im Rahmen der hierarchischen Stellung zwar keine direkt unterstellten Personen vermerkt, jedoch auf die Gruppenführung bei Patrouillen als temporäre Aufgabe verwiesen hatte. Das kantonale Gericht ging somit davon aus, generell bestehe führungsmässig zwischen dem Allgemeinen Polizeidienst und der Tätigkeit der Aktivierungstherapeutinnen zwar kein massgeblicher Unterschied. Konkret seien in Bezug auf die private Beschwerdeführerin jedoch erhöhte Anforderungen ausgewiesen. Mangels weiterer Begründung ist nicht klar, woraus diese höhere Führungskompetenz abgeleitet wird. 9.4.3 Laut Stellenbeschreibung gehört zum "personellen Aufgabenbereich" der privaten Beschwerdeführerin die "Einführung neuer Mitarbeitenden (auch aus anderen Bereichen), PraktikantInnen, SchülerInnen und freiwilliger HelferInnen". Bei "Unterstellungen" werden "Fachlehrerinnen" genannt. Gegenüber den genannten Personen hat sie eine Führungs- und Weisungsbefugnis. Als Zusatzaufgabe mit vermehrter Verantwortung wird u.a. die Verantwortung für den Bereich Zivilschutz und die Freiwilligenarbeit aufgeführt. Gestützt allein auf diese Stellenbeschreibung ist zwar theoretisch, nicht aber faktisch klar, bezogen auf welche Personen die private Beschwerdeführerin tatsächlich Führungsaufgaben wahrnimmt und worin die Führung inhaltlich besteht. 9.4.3.1 Auf Grund ihrer eigenen Darstellung in den Rechtsschriften ist von Folgendem auszugehen: Im Rahmen ihrer Eingaben an den Stadtrat von Zürich, den Bezirksrat Zürich sowie die Vorinstanz hatte die private Beschwerdeführerin im Wesentlichen gerügt, sie habe sehr wohl eine Führungsfunktion inne, indem sie innerhalb des Bereichs Aktivierungstherapie seit 2001 insbesondere die Verantwortung für die Zivildienstleistenden sowie gewisse Funktionen im Kaderbereich wahrgenommen habe. Ab 2002 sei zusätzlich die Co-Leitung im Bereich der gesamten aktivierungstherapeutischen Aufgaben und die Organisation der Freiwilligenarbeit hinzugekommen. Vom 1. Februar 2004 bis 31. Januar 2007 habe ihr schliesslich die alleinige Leitung des Fachbereichs obliegen. Ferner habe sie regelmässig Auszubildende sowie Praktikantinnen und Praktikanten betreut. In ihrer gemeinsam mit anderen Aktivierungstherapeutinnen eingereichten Stellungnahme im Rekursverfahren vor dem Bezirksrat hatte sie sodann konkret die Bewertung der Führung beanstandet und eine Erhöhung um 0,5 Punkte verlangt. Sie machte namentlich eine Ungleichbehandlung gegenüber den Physiotherapeutinnen geltend, welche diesbezüglich mit 0,5 Punkten veranschlagt worden waren. Deren Führungsfunktion liege darin, mit angehenden Physiotherapeutinnen praktische Lernziele zu vereinbaren und sie anzuweisen. Durch diese "Vorgesetztenfunktion" vermöchten sich die Physiotherapeutinnen jedoch nicht von den Aktivierungstherapeutinnen abzugrenzen, denn Letztere seien im Rahmen ihrer Tätigkeit regelmässig damit beauftragt, freiwillige MitarbeiterInnen und Zivildienstleistende zu führen und anzuleiten. Aus diesem Grund sei die Bewertung des Kriteriums "Führung" auch bei den Aktivierungstherapeutinnen um mindestens 0,5 Punkte anzuheben. 9.4.3.2 Obwohl in der Stellenbeschreibung bei "Unterstellung" "Fachlehrerinnen" angeführt werden, macht die private Beschwerdeführerin selber nicht geltend, ihr seien tatsächlich solche unterstellt gewesen. Es ist anzunehmen, dass auf entsprechende Aufgaben hingewiesen worden wäre, wenn solche existiert hätten. Sie beruft sich einzig auf die Führung und Anleitung von freiwilligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Zivildienstleistenden sowie Praktikantinnen und Praktikanten. Davon ist somit auszugehen. Auf Seiten des Allgemeinen Polizeidienstes stellte die Vorinstanz dem die Patrouillenführung als in einem gewissen Sinne leitende Aufgabe gegenüber. Hinzu kommt - was vom kantonalen Gericht übersehen wurde -, dass im Fragebogen des Streifenwagenfahrers unter Frage 5.1 zur Führung darauf hingewiesen wird, dass eine "Götti, Führungsaufgabe" bezüglich "Junge in RS; Praktikum" bestehe. 9.4.4 Entscheidend ist, was nach dem GFO-Kriterienkatalog inhaltlich unter Führungskompetenz zu verstehen ist. Gemäss Definition geht es um "die von der Funktion erforderte Fähigkeit", als Linienvorgesetze(r) oder Projektleiter(in) Mitarbeitende zu führen. Es wird unterschieden zwischen Linienführung (in der Regel permanent), Projektführung (in der Regel temporär) und fachlicher Führung (in der Regel permanent). Die temporäre Projektführung steht hier nicht zu Diskussion. Dass "Führung" nebst "Selbstständigkeit" und "Wissen, Zusatzwissen, Wissensaktualisierung" zu den am stärksten gewichteten Unterkriterien gehört, belegt, dass damit nicht nur eine Nebenaufgabe, sondern ein zentraler Inhalt einer Funktion erfasst werden soll. Die Funktion muss derart sein, dass sie Führung erfordert ("die von der Funktion erforderte Fähigkeit ..."). Das ist in der Regel nur der Fall, wenn der entsprechenden Stelle auf Dauer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zugewiesen sind. Kann sie demgegenüber mit aber auch ebenso gut ohne unterstellte Personen ausgeübt werden, lässt sich nicht sagen, die Funktion erfordere die Fähigkeit der Mitarbeiterführung. Daher ist es auch folgerichtig, wenn in der Regel nur die permanente Führung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern darunter fällt, hingegen nicht die Anleitung und Betreuung von Auszubildenden oder von sporadisch eingesetzten Hilfskräften. Die blosse "Einführung oder Anleitung neuer MitarbeiterInnen, PraktikantInnen, SchülerInnen und freiwilliger HelferInnen" erfüllt diese Kriterienumschreibung offensichtlich nicht. Von "Führung" im Sinn der GFO-Bewertung könnte nur gesprochen werden, wenn die Funktion der privaten Beschwerdeführerin permanent auf dem Einsatz zum Beispiel von Zivildienstleistenden beruht, entsprechende Stellen also ausgeschieden und ihr unterstellt sind. Andernfalls ist - jedenfalls ohne weitere Angaben und nachdem sich aus dem Stellenbeschrieb diesbezüglich nichts Konkretes ergibt - nicht ersichtlich, worin sich die Beurteilung und Begleitung von Zivildienstleistenden und freiwilligen Mitarbeitenden von der "Götti, Führungsaufgabe" bezüglich "Junge in RS; Praktikum" unterscheiden soll. Legt die private Beschwerdeführerin aber selber solche konkreten, wesentlichen Unterschiede nicht dar, war die Vorinstanz auch nicht verpflichtet, dazu eine Expertise betreffend Arbeitswert anzuordnen (Urteil 1C_420/2008 vom 14. September 2009 E. 3.2.2). Nichts an diesem Ergebnis zu ändern vermag schliesslich auch der Umstand, dass der privaten Beschwerdeführerin ab Februar 2004 die alleinige Leitung des Bereichs Aktivierungstherapie oblag. 9.5 Zusammenfassend resultiert, selbst wenn bezüglich des Unterkriteriums "Flexibilität" der vorinstanzlich angerechnete zusätzliche Punkt mitgezählt würde, ein Wert von nicht mehr als 22,5 Punkten. Die Funktionsstufe 7 beginnt jedoch erst bei 23,5 Punkten. Eine geschlechtsspezifische Diskriminierung durch die Überleitung in die Funktionsstufe 6 ist mithin nicht erstellt.