Citation: 5P.133/2000 15.05.2000 E. 5

5.- a) Die kantonalen Behörden haben festgestellt, der Ehegatte der Beschwerdeführerin verfüge über eine Liegenschaft in Mazedonien. Diese stehe leer, und der Ehemann habe bereits erwogen, sie zu verkaufen. Die kantonalen Behörden haben daraus abgeleitet, die Veräusserung oder Belastung der Liegenschaft innert nützlicher Frist sei möglich und zumutbar. Selbst wenn man die Einschätzung des Liegenschaftswertes durch den Ehemann selber als unrealistisch hoch betrachte, könnten bei Veräusserung des Hauses die Kosten des Scheidungsverfahrens gedeckt werden. b) Die Beschwerdeführerin wendet ein, theoretisch könnten mit dem Verkauf des Hauses in Mazedonien Mittel freigemacht werden, doch praktisch würden diese mit Sicherheit nie "in einer schweizerischen Staatskasse enden". Ihr Ehemann sei in keiner Art und Weise motiviert, das Haus - sofern dies überhaupt möglich sei - zu belasten oder gar zu veräussern, um ihr den Scheidungsprozess finanzieren zu können. Selbstverständlich werde sie nun ein Gesuch um Verpflichtung des Ehemannes zur Leistung eines Prozesskostenvorschusses gemäss Art. 137 ZGB einreichen, und es sei auch abzusehen, dass diesem Gesuch entsprochen werde. Vollstreckbar sei aber eine solche Anordnung nicht. Man könne daher weder von vorhandenem noch von verfügbarem Vermögen sprechen. c) Aus den Vorbringen der Beschwerdeführerin geht hervor, dass diese die Möglichkeit des Ehemannes, ihr nach Belastung oder Verkauf des Hauses einen Prozesskostenvorschuss zu leisten, nicht bestreitet. Sie befürchtet bloss, dass er dazu nicht bereit und eine allfällige richterliche Verpflichtung nicht vollstreckbar sei, weil sich der interessierende Vermögenswert in Mazedonien befindet. Zwar mögen sich hinsichtlich der tatsächlichen Realisierbarkeit von Liegenschaftswerten in Mazedonien Bedenken rechtfertigen, namentlich wenn die Realisierung gegen den Willen des Verfügungsberechtigten geschehen müsste. Das ändert freilich nichts daran, dass die hier interessierende Liegenschaft tatsächlich vorhanden und an sich sofort verfügbar ist. Wegen möglicher Schwierigkeiten kann nicht von einem nicht vorhandenen oder verfügbaren Vermögenswert gesprochen werden. Die kantonalen Behörden haben deshalb nicht gegen die Verfassung verstossen, wenn sie die Liegenschaft in ihre Überlegungen einbezogen haben. Zudem steht noch dahin, ob die Beschwerdeführerin ihren Ehemann nicht gerichtlich zur Leistung eines Prozesskostenvorschusses verpflichten lassen kann, und - wenn ja - ob und wie dieser der Verpflichtung nachkommt. Die Beschwerdeführerin hat erst in Aussicht gestellt, ein entsprechendes Gesuch einzureichen. Ebenso ungewiss ist heute, ob und wie sich eine allfällige Verpflichtung des Ehemannes zur Leistung eines Prozesskostenvorschusses auf dem Wege der Schuldbetreibung durchsetzen liesse. Wenn die kantonalen Behörden unter diesen Umständen, d.h. mit Blick auf die noch offenen Fragen und die Subsidiarität der unentgeltlichen Rechtspflege, die Bedürftigkeit der Beschwerdeführerin mit Bezug auf das Scheidungsverfahren als nicht erstellt erachtet und ihr Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege verweigert haben, ist der Vorwurf einer Verletzung der Verfassung unbegründet.