Citation: 6S.445/2006 23.11.2006 E. 1

Die polnische Staatsangehörige X.________, die mit einem Schweizer eine Tochter hat, reiste am 11. Februar 2004 in die Schweiz ein. Nach Ablauf des für polnische Staatsangehörige ohne Visum geltenden bewilligungsfreien Aufenthalts von drei Monaten hielt sie sich weiterhin in Zürich auf, weil sie mit ihrer Tochter in der Schweiz bleiben wollte, obwohl ihr vom Migrationsamt des Kantons Zürich Ausreisefristen per 15. Juli und 30. November 2004 sowie letztmals per 15. März 2005 gesetzt wurden. Nachdem das Bundesamt für Migration dem Migrationsamt des Kantons Zürich mit Schreiben vom 18. Juli 2005 mitgeteilt hatte, dass die inzwischen stattgefundene Einbürgerung der Tochter gültig sei, wurde die mit Verfügung vom 15. März 2005 erlassene Einreisesperre am 29. Juli 2005 aufgehoben. X.________ wird vorgeworfen, sich vom 16. März 2005 (erster Tag nach Ablauf der ihr zuletzt angesetzten Ausreisefrist) bis zum 19. Juli 2005 (Eingang des Schreibens des Bundesamtes für Migration vom 18. Juli 2005) unrechtmässig in der Schweiz aufgehalten zu haben. Das Obergericht des Kantons Zürich bestrafte X.________ mit Urteil vom 16. Juni 2006 im Berufungsverfahren wegen Widerhandlung gegen das Bundesgesetz über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer (ANAG) im Sinne von dessen Art. 23 Abs. 1 al. 4 mit einer Busse von Fr. 500.--. X.________ führt eidgenössische Nichtigkeitsbeschwerde und beantragt, sie sei von Schuld und Strafe freizusprechen. Es sei die Richtigkeit der Handlungen und Entscheide des Migrationsamtes des Kantons Zürich zu überprüfen. Ihr sei die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren.