Citation: 6B_321/2021 E. 3.5.6

3.5.6. Die Anordnung der stationären Massnahme durch die Vorinstanz verletzt Bundesrecht, da keine Befristung vorgesehen wird, obwohl dies angesichts der Umstände angezeigt ist. Die Dauer der stationären Massnahme ist in Nachachtung des Verhältnismässigkeitsprinzips auf drei Jahre zu beschränken. Spätestens zu diesem Zeitpunkt ist unter erneutem Beizug eines Sachverständigen zu prüfen, ob die vom amtlichen Gutachter definierten Kriterien (insbesondere ausreichende Besserung der psychischen Störung, Compliance und Therapieadhärenz) erfüllt sind, um die Therapie des Beschwerdeführers in einem (engmaschigen) ambulanten Setting weiterführen zu können. Der Vollzugsbehörde steht es frei, den Beschwerdeführer auf dessen Gesuch hin oder von Amtes wegen vor Ablauf der drei Jahre bedingt aus dem stationären Massnahmenvollzug zu entlassen bzw. in eine ambulante Massnahme zu überführen, sobald die Voraussetzungen hierfür erfüllt sind, was mindestens einmal jährlich zu überprüfen ist (vgl. Art. 62 und 62d StGB).