Citation: 6B_1144/2023 E. 1.4.1

1.4.1. Vorliegend ist unbestritten, dass der objektive Tatbestand von Art. 222 Abs. 1 StGB erfüllt ist. Vorinstanz und Beschwerdeführer gehen übereinstimmend davon aus, dass die Sorgfaltspflichten unter anderem nach Massgabe des Merkblatts "Arbeiten mit offener Flamme bei Abdichtungen von Hochbauten" zu bestimmen sind. Dem scheint sich die Beschwerdegegnerin anzuschliessen. Unbestritten ist ferner, dass das Brandrisiko bei den vorgenommenen Arbeiten gestützt auf das genannte Merkblatt als hoch einzustufen war, da die Wand, in deren Nähe gearbeitet wurde, aus Holz bestand und hinterlüftet war, und der Beschwerdeführer seine Sorgfaltspflicht verletzte, indem er nicht während vier Stunden eine Brandwache stellte und keinen Feuerlöscher auf der Terrasse platziert hatte. Einig sind sich die Vorinstanz und der Beschwerdeführer im Weiteren darüber, dass er bei den Trocknungsarbeiten mit dem Gasbrenner den geforderten Mindestabstand von einem Meter zu An- und Abschlüssen an Bauteilen mit brennbaren Anteilen einhielt und diesbezüglich keine Sorgfaltspflichtverletzung vorliegt. Indem die Beschwerdegegnerin dem vernehmlassungsweise entgegenhält, es sei davon auszugehen, dass ein erforderlicher Sicherheitsabstand weder ausgemessen noch markiert worden sei und es sich beim aus praktischen Gründen eingehaltenen Abstand von zirka einem Meter lediglich um eine ungefähre Grössenordnung handle, weshalb sich nicht ableiten lasse, dass bei den fraglichen Trocknungsarbeiten der erforderliche Mindestabstand von einem Meter konsequent eingehalten worden sei, weicht sie vom vorinstanzlich festgestellten Sachverhalt ab, ohne Willkür darzutun (vgl. Art. 97 Abs. 1 und Art. 105 Abs. 1 BGG). Die Vorinstanz stellt für das Bundesgericht verbindlich fest, dass der Beschwerdeführer und die Hilfsperson die Arbeiten mit dem Gasbrenner in einem Bereich von zirka einem Meter ab dem Geländer und auf dessen gesamter Breite - abgesehen von einem Bereich von zirka einem Meter bei der Wand - ausführten (Urteil S. 19). Daraus folgert sie zutreffend, dass der verlangte Mindestabstand eingehalten wurde und der Beschwerdeführer seine Sorgfaltspflicht in diesem Punkt nicht verletzte (Urteil S. 20). Dass der Abstand aus praktischen Gründen und nicht zu Sicherheitszwecken eingehalten sowie nicht abgemessen worden sei, ändert daran nichts. Gleiches gilt für das Vorbringen, mangels einer anderen plausiblen Brandursache sei davon auszugehen, dass der Glimmbrand durch die Trocknungsarbeiten mit dem Gasbrenner ausgelöst worden sei (Vernehmlassung S. 1 f.). Auch hiermit vermag die Beschwerdegegnerin weder Willkür in der vorinstanzlichen Sachverhaltsfeststellung noch eine Sorgfaltspflichtverletzung aufzuzeigen.