Citation: 6B_480/2024 E. 2.2.3

2.2.3. Die Vorinstanz erwägt, der Privatkläger habe die Combox-Nachricht der Beschwerdegegnerin aufgezeichnet. Auf dieser Audio-Aufnahme sei aber auch zu hören, wie er auf Französisch sage, er werde Anzeige erstatten gegen diese "pute". Damit habe der französischsprachige Privatkläger unmissverständlich seinen Unmut über die Beschimpfung der Beschwerdegegnerin geäussert. Beim Begriff "pute", zu Deutsch "Hure", handle es sich ebenfalls um ein ehrverletzendes Werturteil, welches der Privatkläger unmittelbar auf den Angriff auf seine Ehre durch die Beschwerdegegnerin geäussert habe. Die Voraussetzungen der Unmittelbarkeit sowie der Erwiderung mittels ehrverletzender Äusserung seien somit erfüllt. In Berücksichtigung der gesamten Umstände geht die Vorinstanz davon aus, dass der Privatkläger sich durch seine eigene ehrenrührige Äusserung hinreichend Gerechtigkeit verschafft habe, auch wenn die Beschwerdegegnerin erst im Rahmen des Strafverfahrens Kenntnis von seiner Äusserung erlangt habe. Ein öffentliches Interesse an der Bestrafung bestehe nicht mehr. Entsprechend sei davon abzusehen. Die Vorinstanz ergänzt, dass dies zur Folge habe, dass die Verurteilung der Beschwerdegegnerin nicht im Privatauszug aus dem Strafregister erscheine (vgl. Art. 41 i.V.m. Art. 40 Abs. 1 lit. b Ziff. 1 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2016 über das Strafregister-Informationssystem VOSTRA [SR 330]).