Citation: 2C_188/2023 E. A

Mit Schreiben vom 21. Februar 2017 richtete der niederländische Belastingdienst (nachfolgend: ersuchende Behörde) gestützt auf Art. 26 des Abkommens vom 26. Februar 2010 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und dem Königreich der Niederlande zur Vermeidung der Doppelbesteuerung auf dem Gebiet der Steuern vom Einkommen (DBA CH-NL; SR 0.672.963.61) ein Amtshilfeersuchen an die Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV). Als vom Ersuchen betroffene Personen wurden mutmasslich in den Niederlanden steuerpflichtige Personen genannt, welche anhand einer dem Ersuchen beigelegten Liste identifizierbar seien. Informationsinhaberin in der Schweiz sei die C.________ AG (nachfolgend: Informationsinhaberin). Das Amtshilfeersuchen betreffe die niederländische Einkommens- und Körperschaftssteuer vom 1. März 2010 bis 31. Dezember 2015. A.a. Die ersuchende Behörde führte weiter aus, die niederländischen Steuerbehörden hätten mittels verschiedener Projekte unter anderem festgestellt, dass fast 40 % der niederländischen Steuerpflichtigen, die Vermögen bei Banken in der Schweiz hätten, ihre Guthaben bei den schweizerischen Banken nicht in ihren Steuererklärungen angegeben hätten. Im Weiteren hätten sich aufgrund einer Selbstanzeigeregelung in den letzten Jahren ungefähr 28'000 niederländische Steuerpflichtige mit nicht deklarierten Vermögenswerten im Ausland gemeldet. Ungefähr 1/3 dieser selbstanzeigenden Personen hätten Vermögenswerte auf einem Bankkonto in der Schweiz. Aus den vorhandenen Auskünften gehe hervor, dass ungefähr 45 % der "schweizerischen Selbstanzeiger" ein Konto bei der Informationsinhaberin geführt hätten. A.b. Die ersuchende Behörde legte ferner dar, im Jahr 2016 habe sie Spontanauskünfte von der zuständigen Behörde in Deutschland empfangen. Diese Erteilung habe sich auf das deutsch-niederländische Steuerabkommen und auf die Richtlinie 2011/16/EU gestützt. Die erhaltene Übersicht beziehe sich auf Bankkonten bei der Informationsinhaberin mit dem Domizilcode für die Niederlande. Das niederländische Finanzamt habe die Identität der dahinterstehenden Personen teilweise nicht feststellen können. Die Identifizierung der Personen im Zusammenhang mit diesen Bankkonten sei notwendig, damit die entsprechenden Prüfungen durchgeführt werden könnten. Für diese Identifizierung müsse die Amtshilfe in Steuersachen in Anspruch genommen werden, da sämtliche Ermittlungsmöglichkeiten ausgeschöpft seien. A.c. Die ESTV ersuchte die Informationsinhaberin am 3. April 2017, die betroffenen und beschwerdeberechtigten Personen über das Amtshilfeverfahren und den wesentlichen Inhalt des Amtshilfeersuchens zu informieren. Ausserdem informierte die ESTV die betroffenen und beschwerdeberechtigten Personen mit Publikation im Bundesblatt vom 16. Mai 2017 über das laufende Amtshilfeverfahren und den wesentlichen Inhalt des Amtshilfeersuchens (vgl. BBl 2017 3402). In der Folge meldeten sich A.________ und B.________ mit Schreiben vom 12. Juli 2017 unter Angabe der Zustellungsbevollmächtigten und ersuchten um Akteneinsicht. A.d. In Erwartung eines Urteils des Bundesgerichts, welches aufgrund eines ähnlich gelagerten Amtshilfeersuchens der zuständigen französischen Behörden über die Zulässigkeit eines solchen Listenersuchens zu entscheiden hatte, setzte die ESTV alle Verfahren aus, die vom Amtshilfeersuchen der ersuchenden Behörde vom 21. Februar 2017 betroffen waren. Im Anschluss an die Eröffnung des (teilweise) amtlich publizierten Bundesgerichtsurteils 2C_653/2018 vom 26. Juli 2019 (BGE 146 II 150) nahm die ESTV die Bearbeitung des vorliegenden Amtshilfeersuchens vom 21. Februar 2017 wieder auf.