Citation: 4A_226/2020 E. 9

Die Vorinstanz berechnete den Minderungsanspruch von EUR 600'300.-- aufgrund der relativen Methode. Demnach entspricht der Herabsetzungsbetrag der proportionalen Kürzung der Vergütung um das Mass des Minderwerts des Werkes (BGE 116 II 305 E. 4a S. 313; 111 II 162 E. 3a S. 163; Urteil 4A_667/2016 vom 3. April 2017 E. 5.2.1). Sie ging von einem bereinigten Kaufpreis von EUR 859'900.-- bzw. Fr. 1'030'880.-- (bei einem Wechselkurs von rund Fr. 1.20 im Juni 2012) aus. Werde von einem objektiven Wert einer mängelfreien Anlage von Fr. 2'650'000.-- (Mittelwert gemäss Gutachten vom 10. Oktober 2018) und der Verkehrswertschätzung der gelieferten Anlage in Höhe von Fr. 800'000.-- ausgegangen, habe die Beschwerdegegnerin Anspruch auf Minderung des Kaufpreises im Umfang von gerundet 69.81 %. Wende man diesen Satz auf den bereinigten Kaufpreis von EUR 859'900.-- an, betrage der Minderwertsanspruch gerundet EUR 600'300.--.