Citation: 9C_67/2018 E. 12.3

12.3. Nach dem Gesagten kann dem Praxismerkmal "Bewilligung zur Führung einer Praxisapotheke" nicht erst bei der Berechnung der (allenfallls) rückzuerstattenden Vergütungen im Sinne der Kompensation der direkten mit veranlassten Medikamentenkosten Rechnung getragen werden. Der Vergleichsgruppe gemäss RSS und ANOVA können keine Fachärzte angehören, deren Praxis nicht diese Besonderheit aufweist. In diesem Sinne hält das Vorgehen des kantonalen Schiedsgerichts bei der Prüfung der Wirtschaftlichkeit der Behandlungsweise des Beschwerdeführers in den Jahren 2013 bis 2015 Bundesrecht nicht stand. Dieses wird auf entsprechend angepassten Grundlagen neu über die streitige Rückerstattungspflicht zu entscheiden haben. Sollte sich für die enger gefasste Facharztgruppe "Allgemeine Innere Medizin mit Bewilligung zur Führung einer Praxisapotheke" in der ganzen Schweiz kein ANOVA-Index berechnen lassen oder wäre dies unverhältnismässig, was die Beschwerdegegner zumindest glaubhaft zu machen hätten, ist ein (reiner) Durchschnittskostenvergleich durchzuführen, allenfalls kombiniert mit der analytischen Methode, sofern allenfalls weitere geltend gemachte Praxisbesonderheiten, etwa dass unter der ZSR-Nr. des Beschwerdeführers mehrere, zeitweise drei Ärzte mit einem Gesamtarbeitspensum von 250 % abrechneten, dazu Anlass geben. Der Vertrag vom 27. Dezember 2013/16. Januar 2014 zwischen der FMH, santésuisse und curafutura betreffend die Anwendung des Varianzanalysenmodells (ANOVA) als statistische Methode zur Kontrolle der Wirtschaftlichkeit (E. 10) steht dem nicht entgegen.