Citation: 9C_757/2023 E. 5.4

5.4. Die Beschwerdeführerin macht geltend, dass die Fondsleitung wöchentlich eine Bewertung des ausländischen Anlagefonds publiziere und die Anleger quartalsweise einen Depotauszug erhielten, der den Anteilswert verbindlich festlege. Solche Bewertungen und Depotauszüge sind nach der dargestellten Verwaltungspraxis jedoch irrelevant für den Besteuerungszeitpunkt. Massgebend ist bei ausländischen Thesaurierungsfonds vielmehr der jährliche Geschäftsabschluss, in dessen Rahmen die relevante Gutschrift erfolgt. Zuzugestehen ist der Beschwerdeführerin einzig, dass die jährliche Besteuerung von thesaurierten Vermögenserträgen die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit von Anlegern nicht optimal erfasst, wenn sie ihre Anteile unterjährig erwerben oder veräussern. Nach ständiger Rechtsprechung sind jedoch Schematisierungen und Pauschalisierungen im Steuerrecht als Massenverwaltungsrecht aus praktischen und veranlagungsökonomischen Gründen unvermeidlich und in einem gewissen Ausmass zulässig, auch wenn dabei die rechtsgleiche Behandlung nicht durchwegs gewährleistet ist (vgl. BGE 148 I 210 E. 4.4.4; 131 I 291 E. 3.2.2). Wenn nun also auch thesaurierte Vermögenserträge von kollektiven Kapitalanlagen einmal pro Jahr besteuert statt den Anlegern laufend zugerechnet werden, liegt darin eine Schematisierung, für die - wie erwähnt (vgl. oben E. 5.2 und 5.3.1) - gewichtige praktische und veranlagungsökonomische Gründe sprechen.