Citation: I 681/02 11.08.2003 E. 5

5.1 Die Beschwerdeführerin wäre in der fraglichen Zeit von August 1999 bis Juli 2000 ohne Gesundheitsschaden im Rahmen eines Pensums von 43 % ausserhäuslich tätig gewesen. Infolge der gesundheitlich bedingten Aufgabe der Teilzeiterwerbstätigkeit gewann sie mehr Freiraum für die Erledigung der Aufgaben im Haushalt, die sie nicht mehr in der bisher üblichen Zeit zu bewältigen hatte. Sie kann sich die Arbeit besser einteilen, Pausen einlegen und nicht regelmässig anfallende Tätigkeiten aufschieben. Dies gilt, entgegen der in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde vertretenen Auffassung, namentlich auch für den Bereich "Ernährung", in welchem der Aufwand durch den Kauf von einfach zuzubereitenden Nahrungsmitteln stark eingegrenzt werden kann. Soweit der erhöhte Zeitaufwand jedoch dazu führt, dass die Versicherte während einer zumutbaren Normalarbeitszeit im Haushalt nicht mehr alle Arbeiten erledigen kann und daher in wesentlichem Umfang auf Fremdhilfe angewiesen ist, ist ihr dies als invaliditätsbedingter Ausfall anzurechnen (ZAK 1984 S. 140 Erw. 5). 5.2 Gemäss Abklärungsbericht Haushalt vom 7. Februar 2000 hilft eine Nichte aus Italien täglich während vier bis fünf Stunden im Haushalt mit, was von der Versicherung Y.________ bezahlt werde. Dazu gilt es festzuhalten, dass die 1994 geborene Tochter, welche seit dem Unfall vom 21. August 1998 an den Folgen eines Schädel-Hirntraumas leidet, besonderer erzieherischer Zuwendung bedarf. Die Angaben im Haushaltbericht lassen darauf schliessen, dass ein wesentlicher Teil der Mithilfe der Nichte diesem Umstand zuzurechnen ist. So fallen beispielsweise die bei der Position "Ernährung" erwähnten Tätigkeiten, welche unter anderem von der Nichte verrichtet werden (Boden aufnehmen, schwere Töpfe heben und reinigen, Fensterreinigung, Grobreinigung von Küchenschränken), nicht jeden Tag an. Auch die im Aufgabenbereich "Wäsche und Kleiderpflege" erwähnte Mithilfe beim Bügeln vermag die gesamte zeitliche Beanspruchung der Fremdhilfe nicht zu begründen. Dies wäre selbst dann nicht der Fall, wenn die Nichte auch noch weitere Hilfestellungen wie Staubsaugen, Böden aufnehmen oder sonstige Reinigungsarbeiten übernehmen würde. Soweit die von der Versicherung Y.________ entschädigte Dritthilfe den durch die gleichzeitig mit der Versicherten verunfallten Tochter bedingten Mehraufwand betrifft, ist dieser Anteil nicht (zusätzlich) als Leistungseinschränkung in den Betätigungsvergleich der Beschwerdeführerin miteinzubeziehen. 5.3 Sodann enthält der Abklärungsbericht Haushalt bei verschiedenen Positionen den Hinweis auf die Mithilfe des Ehemannes und des 1985 geborenen Sohnes im Rahmen der Schadenminderungspflicht. Der Beschwerdeführerin geht dies zu weit. Ihre in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde geäusserte Kritik beschränkt sich indessen auf die generelle Zulässigkeit der Berücksichtigung von Tätigkeiten von andern Familienmitgliedern, ohne dass sie im Einzelnen darlegen würde, mit Bezug auf welche Arbeiten die Berichterstatterin von einer das übliche Mass übersteigenden Hilfestellung ausgegangen sein soll. Die Vorinstanz hat den Haushaltbericht vom 7. Februar 2000 als den Anforderungen der Rechtsprechung (BGE 128 V 93) genügendes Beweismittel bezeichnet, auf dessen Schlussfolgerungen abgestellt werden könne. Zu prüfen ist, ob dies auch mit Blick auf die beanstandete Inanspruchnahme von Familienmitgliedern bestätigt werden kann. In Position Ziff. 6.1 "Haushaltführung" (Planung, Organisation, Arbeitseinteilung, Kontrolle) wird festgehalten, die Versicherte könne diese Aufgabe mehrheitlich selber erledigen, doch sei sie wegen ihrer Vergesslichkeit auf die Hilfe des Ehemannes angewiesen. Dessen Inanspruchnahme hält sich aber offenbar in engen Grenzen, zumal die Abklärungsperson für diesen Teilbereich keine Einschränkung in Anschlag gebracht hat. Diese von der Beschwerdeführerin in ihrer Stellungnahme zum Vorbescheid vom 3. November 2000, in welcher sie zu einzelnen Positionen des Haushaltberichts Stellung genommen hat, unbeanstandet gelassene Betrachtungsweise lässt sich umso mehr bestätigen, als sich dem Gutachten des Dr. med. R.________ vom 30. August 2000 zwar eine gewisse Depressivität und Ängstlichkeit mit Beschwerdeverdeutlichungstendenz, aber keine kognitiven Störungen entnehmen lassen. Bezüglich der Position "Ernährung" (Rüsten, Kochen, Reinigungsarbeiten in der Küche, Vorrat) erklärte die Versicherte gegenüber der Berichterstatterin, abwaschen, abtrocknen, auf- und abtischen könne sie selber. Wenn im Haushaltbericht trotzdem festgehalten wird, eine gewisse Mithilfe in diesen Tätigkeiten könne vorausgesetzt werden, kann dies nur im Sinne eines allgemeinen Hinweises auf allfällige Entlastungsmöglichkeiten verstanden werden. Die Verwaltung hat sich zudem nicht darauf beschränkt, auf die zumutbare Hilfe von Familienangehörigen und die von der Nichte verrichteten grösseren (Reinigungs)arbeiten in der Küche zu verweisen, sondern hat der Behinderung der Versicherten durch die Annahme einer Einschränkung von 35 % angemessen Rechnung getragen. Dasselbe gilt für den Aufgabenbereich "Einkauf und weitere Besorgungen", wo das Tragen von schwereren Sachen vom rund zwei Minuten entfernt gelegenen Einkaufszentrum in die Wohnung als zur Schadenminderungspflicht von Ehemann und Sohn gehörend bezeichnet wurde, unter gleichzeitiger Annahme einer Einschränkung von 10 %. Bezüglich der Position "Wäsche und Kleiderpflege" wird das Transportieren des Waschkorbes in den Keller und zurück in die Wohnung sowie das Schuheputzen als Obliegenheit der Familienangehörigen betrachtet, gleichzeitig aber auch eine Einschränkung von 60 % für diesen Teilbereich angenommen. Die im Bericht vermerkte Mitarbeit lässt im Vergleich zu den in den einzelnen Positionen in Anschlag gebrachten Einschränkungen der Versicherten, welche gewichtet insgesamt 35 % entsprechen, den Schluss nicht zu, dass bei einem Wegfall der Mithilfe der Familienangehörigen über das übliche Ausmass hinaus eine zusätzliche Leistungseinschränkung im Haushaltbereich von insgesamt 6,5 % oder mehr und somit eine Gesamtinvalidität im hauswirtschaftlichen Aufgabenbereich von mindestens 42 % resultieren würde. 5.4 Das Ergebnis der Abklärung an Ort und Stelle steht zudem im Einklang mit der Beurteilung des Psychiaters Dr. med. R.________, welcher dieses überprüft und im Gutachten vom 30. August 2000 ausdrücklich bestätigt hat. Er selber bezeichnete die Einschränkung im Haushalt als im Bereich von 30 % liegend. Der Facharzt wurde auf Vorschlag der Abklärungsperson beigezogen, weil diese aufgrund der "farbigen" Schilderungen der Versicherten Zweifel daran hegte, ob deren Angaben mit dem medizinischen Befund übereinstimmten. Die Beschwerdeführerin wendet zwar ein, die von der Verwaltung angenommene Einschränkung im Haushalt lasse sich mit der vollen Invalidität als Raumpflegerin nicht vereinbaren. Soweit Dr. med. R.________ wegen der somatoformen Schmerzstörung und somit aus psychischen Gründen eine volle Arbeitsunfähigkeit für jegliche ausserhäusliche Tätigkeit attestiert hat, gilt es festzuhalten, dass sich das psychische Leiden in der Haushalttätigkeit, welche weitergehend im Rahmen der Familie und ohne äusseren Druck verrichtet werden kann, nicht in gleichem Masse auswirkt. Zwischen der Annahme einer vollen Arbeitsunfähigkeit in der Erwerbstätigkeit und einer Beeinträchtigung von lediglich 35 % im Haushalt besteht daher kein grundsätzlicher Widerspruch. Bezüglich der somatischen Beschwerden bildet die hauswirtschaftliche Abklärung eine hinreichende Entscheidungsgrundlage (vgl. Erwägung 2), zumal der Berichterstatterin die medizinischen Befunde bekannt waren und sich die Versicherte zu den Beschwerden äussern konnte. Die Ärzte der Klinik X.________ gingen in ihrem Bericht vom 22. März 2000 aus rheumatologischer Sicht gar von einer vollen Arbeitsfähigkeit im Haushaltbereich aus.