Citation: 8C_71/2009 23.03.2009 E. 5

Den vorinstanzlichen Erwägungen ist beizupflichten. Hierauf kann verwiesen werden (Art. 109 BGG). Sämtliche Einwendungen der Beschwerdeführerinnen vermögen an diesem Ergebnis nichts zu ändern. 5.1 Sie machen im Wesentlichen geltend, I.________ sei dem Asbest bereits während seiner Arbeit in den Jahren 1972-1975 ausgesetzt gewesen, mithin mehr als fünf Jahre vor dem Beginn der Hinterlassenenrenten (1. Dezember 2007). Hätte er damals nicht eine erst sehr viel später ausbrechende Berufskrankheit, sondern einen Unfall erlitten, und wäre daraus wegen eines Rückfalls im Jahre 2007 eine Erwerbsunfähigkeit entstanden, würde gemäss Art. 24 Abs. 2 UVV für die Berechnung der Invalidenrente das Einkommen im Unfallzeitpunkt mittels des Nominallohnindexes hochgerechnet (erwähntes Urteil U 79/06). Für die Ermittlung des versicherten Verdienstes sei vorliegend demnach in analoger Anwendung des Art. 24 Abs. 2 UVV der von I.________ im Jahre 1975 erzielte Lohn von Fr. 29'979.- mit der allgemeinen statistischen Nominallohnentwicklung hochzurechnen. Für dieses Vorgehen sprächen auch Art. 77 Abs. 1 UVG sowie das Äquivalenzprinzip BGE 118 V 298. 5.2 Diesen Einwänden kann nicht gefolgt werden. Art 24 Abs. 2 UVV geht nach seinem klaren Wortlaut im Falle einer Berufskrankheit von deren Ausbruch und nicht vom Zeitpunkt der Einwirkung des gefährlichen Stoffes oder der Verrichtung der krankmachenden Arbeit (sog. Exposition; vgl. RKUV 2005 Nr. U 544 S. 209 E. 3.3 [U 20/04]) aus. Diese Verordnungsbestimmung kommt nur zur Anwendung, wenn zwischen dem Zeitpunkt des Ausbruchs der Berufskrankehit und dem Rentenbeginn mehr als fünf Jahre liegen. Es sind keine Gründe ersichtlich, von dieser Regelung des Art. 24 Abs. 2 UVV abzuweichen. 5.3 Die Beschwerdeführerinnen berufen sich auf Art. 77 Abs. 1 Satz 2 UVG, der bestimmt, dass bei Berufskrankheiten der Versicherer zu Leistungen verpflichtet ist, bei dem die Versicherung bestanden hat, als der Versicherte zuletzt durch schädigende Stoffe oder bestimmte Arbeiten oder durch berufliche Tätigkeiten gefährdet war. Aus dieser Norm, welche einzig die Leistungspflicht der Versicherer regelt, können sie bezüglich der Frage der Ermittlung des versicherten Verdienstes nichts zu ihren Gunsten ableiten. Soweit sie in diesem Zusammenhang das Urteil RKUV 2005 Nr. U 544 S. 209 (U 20/04) ins Feld führen, ist dies unbehelflich. Denn auch dieses betraf einzig eine Kompetenzstreitigkeit zwischen UVG-Versicherern nach Art. 77 Abs. 1 Satz 2 UVG, in deren Rahmen zu entscheiden war, ob die Ersatzkasse UVG für den mehrere Jahrzehnte nach der Asbestexposition erfolgten Ausbruch der Berufskrankheit eines Arbeitnehmers leistungspflichtig sei. 5.4 Nicht stichhaltig ist schliesslich die Berufung der Beschwerdeführerinnen auf das aus Art. 61 Abs. 2 UVG abgeleitete Äquivalenzprinzip. Hiezu ist festzuhalten, dass diesem Prinzip lediglich die Bedeutung eines Grundsatzes für die Prämienfestsetzung in dem Sinne zukommt, dass zwischen den Prämien und den Versicherungsleistungen ein Gleichgewicht bestehen soll. Ein Grundsatz, wonach der versicherte Verdienst im Einzelfall stets dem prämienpflichtigen Verdienst zu entsprechen hat, lässt sich daraus nicht ableiten (BGE 127 V 165 E. 4a S. 173 f.; vgl. auch Urteil U 385/00 vom 8. April 2002 E. 2c). Hievon abgesehen hatte I.________ im nach Art. 22 Abs. Abs. 4 UVV massgebenden Jahr vor dem Ausbruch der Berufskrankheit lediglich Prämien auf dem erzielten Lohn von Fr. 14'136.80 zu bezahlen. Dass er allenfalls in früheren Jahren - insbesondere im von den Beschwerdeführerinnen angerufenen Zeitraum 1972-1975 - auf Grund höherer Löhne höhere Prämien entrichtete, ist vorliegend nicht relevant. 5.5 Nach dem Gesagten bleibt es dabei, dass der Tatbestand des Art. 24 Abs. 2 UVV vorliegend nicht erfüllt ist. Denn die Berufskrankheit brach bei I.________ im Mai 2007 aus und der Anspruch auf die Hinterlassenenrenten entstand am 1. Dezember 2007, dem Monat nach seinem Tod (Art. 29 Abs. 6 und Art. 30 Abs. 3 UVG). SUVA und Vorinstanz haben demnach zu Recht die Grundregel des Art. 15 Abs. 2 UVG in Verbindung mit Art. 22 Abs. 4 Satz 3 UVV angewandt (vgl. BGE 127 V 165 E. 3b S. 171 ff.), die auch bei Berufskrankheiten gilt, falls Art. 24 Abs. 2 UVV nicht zum Tragen kommt.