Citation: 5A_673/2022 E. 3.2

3.2. Damit hat das Obergericht nach Dafürhalten des Beschwerdeführers "komplett unbeachtet" gelassen, dass die Kindsmutter nicht erst ab Mittwochmittag (nach Schulschluss) die Betreuungsverantwortung für den Sohn übernehme, sondern bereits ab Mittwochmorgen um acht Uhr. Das vom Obergericht verwendete Phasenmodell gebe sodann zu verschiedenen Fragen Anlass und missachte insbesondere die Rechtsprechung, wonach der Naturalunterhalt nicht nur die unmittelbare Aufsicht über das Kind, sondern auch Leistungen wie Kochen, Waschen, Einkaufen, Hausaufgabenhilfe, Krankenbetreuung, Nacht- und Taxidienste sowie die Unterstützung bei der Bewältigung der Alltags- und von sonstigen Sorgen des heranwachsenden Kindes umfasse. Auch bei einer phasenweisen Betrachtung frage sich, ob nicht zu gewichten sei, dass die Mutter das Kind persönlich betreue, während der Beschwerdegegner seine Betreuungszeit durch Fremdbetreuung abdecke. Die Betreuungsverantwortung während der Schulzeit sei jenem Elternteil zuzuweisen, das bei Krankheit oder Unfall einspringen und die weiteren genannten Arbeiten übernehmen müsse. Vor diesem Hintergrund gehe es nicht an, die Betreuung der Mutter am Mittwochmorgen auszublenden. Vorliegend sei insgesamt von einem Betreuungsverhältnis von 65 % (Kindsmutter) zu 35 % (Kindsvater) auszugehen.