Citation: 4A_34/2024 E. 3.2

3.2. Die Rügen der Beschwerdeführerin könnten mithin von vornherein nur Erfolg haben, wenn das Bundesgericht von diesem behaupteten Doppelfehler auszugehen hätte. Dies trifft jedoch nicht zu: Wie die Beschwerdeführerin selbst darlegt, beruht der erste Fehler auf einer (angeblich) unzutreffenden Interpretation des NMV und der Änderungsvereinbarung 2014; der zweite Fehler besteht in einer inkohärenten und daher ungerechten Anwendung des (angeblich) unzutreffenden Auslegungsergebnisses auf die Ansprüche der Parteien. Es geht mithin beides Mal um materielle Rechtsanwendung (Vertragsinterpretation/Anwendung auf die Parteiansprüche). Das scheint der Beschwerdeführerin bewusst zu sein, schreibt sie doch in der Zusammenfassung der Beschwerde (Rz. 16) : "Le présent recours est fondé sur quatre griefs, tous en lien avec la double erreur commise par le tribunal arbitral dans l'application de la période de référence : non seulement il a matériellement [Hervorhebung hinzugefügt] appliqué une période de référence amputée, mais il ne l'a fait qu'à une partie seulement des prétentions des parties." Das Bundesgericht kann aber im Rahmen einer internationalen Schiedsbeschwerde die materielle Rechtsanwendung des Schiedsgerichts einzig unter dem engen Blickwinkel des Ordre public überprüfen (BGE 121 III 331 E. 3a). Ansonsten entzieht sich die schiedsgerichtliche Rechtsanwendung der bundesgerichtlichen Kognition. Das Bundesgericht kann somit vorliegend nicht prüfen, ob der behauptete Doppelfehler, also eine falsche Vertragsauslegung und in der Folge eine inkohärente Rechtsanwendung, effektiv vorliegt.