Citation: 6B_1301/2021 E. 2.2.4

2.2.4. Zusammenfassend hält die Vorinstanz fest, dass sich eine Schussabgabe durch den Beschwerdegegner 2 auf den davonrennenden Beschwerdeführer nicht rechtsgenüglich erstellen lasse. Die Schüsse seien einzig zur Abwehr des akut psychotisch erkrankten, mit einem gefährlichen Messer aggressiv auf den Beschwerdegegner 2 losgehenden und aufgrund beeinträchtigter Impulskontrolle mit aufgehobener Steuerungsfähigkeit agierenden Beschwerdeführers, mithin zur Abwehr einer Notlage erfolgt (angefochtenes Urteil S. 48 f.). Im Ergebnis sei der Beschwerdegegner 2 in Anwendung des Grundsatzes "in dubio pro reo" und gestützt auf Art. 15 StGB (rechtfertigende Notwehr) vom Vorwurf der versuchten vorsätzlichen Tötung freizusprechen (angefochtenes Urteil S. 50).