Citation: 4A_249/2013 E. 3.1

3.1. Zwischen den Parteien ist das Vorliegen eines Schadens unbestritten, weshalb die Vorinstanz das Verfahren auf die Frage der Verletzung einer Fürsorge- und Schutzpflicht beschränkt hat. Dabei hat sie festgestellt, dass die gegenüber der Beschwerdeführerin getätigten Anweisungen hinsichtlich der Reinigung der Fenster klar und unmissverständlich gewesen seien; die Beschwerdeführerin sei ausdrücklich dahin gehend instruiert worden, keine Fenster mit Querverstrebungen zu reinigen, nirgendwo hinaufzusteigen und ganz allgemein lediglich diejenigen Fenster zu reinigen, die leicht zugänglich seien. Die Beschwerdeführerin habe den ihr erteilten Auftrag richtig verstanden, was nicht zuletzt dem Umstand zu entnehmen sei, dass sie bis zum Unfall diejenigen Fenster mit davor befindlichen Metallverstrebungen von den Reinigungsarbeiten ausgenommen habe. Es sei demnach festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin am Unfalltag weisungswidrig ein Geländer überstiegen bzw. hinter diesem durchgegangen sei und sich damit in den Gefahrenbereich begeben habe. Die Beschwerdeführerin habe dies deshalb getan, um ein Fenster mit einer sich davor befindlichen Metallverstrebung zu reinigen, welches gemäss Instruktion - gerade wegen der ungenügenden Zugänglichkeit und der sich daraus ergebenen Gefahrensituation - explizit von der Reinigung ausgeschlossen gewesen sei. Für die Beschwerdegegnerin sei nicht vorhersehbar gewesen, dass die Beschwerdeführerin ohne ersichtlichen Grund von ihrer anfänglichen Arbeitsweise abweichen und sich über die entsprechenden Weisungen hinwegsetzen würde. Die Beschwerdegegnerin habe demnach keine Fürsorge- und Schutzpflichten verletzt.