Citation: 8C_408/2022 E. 3.1

3.1. Die Vorinstanz erwog, aus den medizinischen Berichten ergebe sich übereinstimmend, dass eine degenerative, median und paramedian rechtsbetonte sowie rechts foraminale Diskusprotrusion mit Einengung des Rezessus sowie des Neuroforamens HWK 3/4 mit geringgradiger Spinalkanalstenose als Vorbefund diagnostiziert worden sei. Der Unfall habe zu keinen strukturellen Läsionen der Wirbelsäule geführt, was die Ärzte am Spital C.________ mit Bericht vom 17. November 2021 bestätigt hätten. Traumatische Organ- oder Weichteilläsionen sowie Läsionen der ossären Strukturen seien im Rahmen der unfallbedingten Hospitalisation bildgebend ausgeschlossen worden. Dr. med. D.________, Facharzt für Neurologie, Mitglied FMH, Suva Versicherungsmedizin, habe im Bericht vom 8. September 2021 festgehalten, die Symptomatik sei im Austrittsbericht als Contusio spinalis bei degenerativer, mittelgradig und rechtsbetonter Spinalkanalstenose bezeichnet worden. Mit Blick auf den Verlauf und die fehlenden strukturellen Schädigungen müsse aber von der leichteren Form, einer Commotio spinalis, ausgegangen werden. Dementsprechend sei nur im Austrittsbericht von einer Contusio spinalis die Rede gewesen, in den späteren Berichten sei sowohl von den Traumatologen des Spitals C.________ als auch von der Neurologin Dr. med. E.________, die den Beschwerdeführer auf Zuweisung durch das Spital C.________ hin untersucht habe, nur noch eine Commotio spinalis diagnostiziert worden (Bericht vom 7. Oktober 2020). Es sei daher nicht nachvollziehbar, weshalb Dr. med. F.________, Facharzt Neurochirurgie, Zentrum G.________, den der Beschwerdeführer für eine Zweitmeinung betreffend stabilisierende Operation konsultiert habe, entgegen diesen Berichten von einer Contusio spinalis ausgehe. In seinen zwei Berichten vom 21. Juli 2021 und 1. Februar 2022 fehle jegliche Auseinandersetzung mit der Tatsache, dass die behandelnden Ärzte lediglich eine Commotio spinalis ohne strukturelle Läsionen diagnostiziert hätten. Seine Begründung für die Indikation einer Stabilisierungsoperation, wonach Patienten, die aufgrund einer Spinalkanalstenose eine Contusio spinalis erlitten hätten, ein erhöhtes Risiko für eine erneute Rückenmarksverletzung tragen würden, sei damit nicht stichhaltig. Auch Dr. med. F.________ habe betont, dass ohne Vorgeschichte einer Contusio spinalis keine prophylaktische Dekompression notwendig sei. Sowohl der Traumatologe der Suva als auch der Neurologe Dr. med. D.________ hätten daher ausgeschlossen, dass die Stabilisierungsoperation zur Behandlung von Unfallfolgen durchgeführt werde. Nichts anderes ergebe sich aus dem Bericht der Klinik für Traumatologie des Spitals C.________ vom 17. November 2021, wonach bei nicht vorhandener Wirbelsäulenverletzung durch den Unfall vom 23. Juli 2020 keine Indikation zur protektiven dorsalen Stabilisierung bestehe. Ebenso wenig habe Dr. med. E.________ diese Operation in ihrem Bericht vom 20. Oktober 2021 als Therapieoption aufgenommen. Sie habe anlässlich der Verlaufskontrolle im September/Oktober 2021 keine Vorschläge für ein operatives Vorgehen genannt, obwohl der Beschwerdeführer sie über die Empfehlung einer Stabilisierungsoperation orientiert habe.