Citation: 5A_983/2022 E. 7

Am Schluss der Beschwerde äussert sich die Beschwerdeführerin unter dem Titel "Verletzung des Willkürverbots" erneut zu diversen Themen, wobei die Äusserungen von der Sache her weitgehend appellatorisch bleiben und einfach die eigene Sicht der Dinge geschildert wird (die Gefährdungsmeldung des Schulleiters wiederhole bloss die Position des Vaters und allein gestützt hierauf hätte ihr niemals die Obhut entzogen werden dürfen; sie habe von Anfang an auf die massive physische und psychische Gewalt hingewiesen, welche sie nur durch Umzug in eine andere Stadt unter strikter Geheimhaltung ihres Aufenthaltsortes habe durchbrechen können, aber das Obergericht sei überhaupt nicht auf die häusliche Gewalt eingegangen; der Beschwerdegegner habe gar nie versucht, direkten Kontakt mit dem [damals sechs- bis siebenjährigen] Kind herzustellen, sondern sich zur betreffenden Kontaktaufnahme immer nur an sie gewandt, was sie vor dem Hintergrund der häuslichen Gewalt zu Recht unterbunden habe). Als appellatorisch sind sodann die pauschalen Vorbringen anzusehen, nähere Abklärungen zur familiären Situation seien bislang unterblieben und die eine Errichtung einer Kindesvertretung rechtswidrig verweigert worden. Im Übrigen ist eine solche im Berufungsverfahren betreffend die Scheidung geplant und die Frage der Kindesvertretung im seinerzeitigen Verfahren vor dem Kantonsgericht Gegenstand des Urteils 5A_906/2022 heutigen Datums; was sodann die Abklärung der familiären Situation anbelangt, kann auf das heutige Urteil 5A_76/2023 verwiesen werden, welches das im Rahmen des Scheidungsverfahrens in Auftrag gegebene interdisziplinäre Doppelgutachten zum Gegenstand hat. Im vorliegend angefochtenen Entscheid ging es indes um die vom Obergericht vorsorglich angeordnete Platzierung des Kindes beim Vater aufgrund der akuten Gefährdung des Kindeswohls. Inwiefern es vor dem Hintergrund der Dringlichkeit und des bereits bestehenden umfangreichen Aktenmaterials willkürlich gewesen sein soll, wenn das Obergericht umgehend geeignete Massnahmen im Summarium getroffen hat, ohne in dessen Rahmen zuerst eine Kindesvertretung anzuordnen und ein Gutachten einzuholen, wird nicht und schon gar nicht mit der nötigen Substanziierung dargelegt. Keine Willkür ist schliesslich ersichtlich im Zusammenhang mit dem Umstand, dass das Kind sich seinerzeit beim Ambulatorium der Klinik D.________ gemeldet und dort zum Ausdruck gebracht hat, nicht zum Vater gehen zu wollen. Es ist nicht bekannt, welche Anteile die Beschwerdeführerin am diesbezüglichen Verhalten des Kindes hatte. Das Obergericht hat (unter Bezugnahme auf den diesbezüglichen SMS-Verkehr zwischen den Parteien) erwogen, möglicherweise sei das Verhalten auch auf Eindrücke zurückzuführen, welche nichts mit dem Beschwerdegegner zu tun hätten, sondern sich auf eine andere männliche Person bezögen, denn die Beschwerdeführerin habe aus einer anderen Beziehung eine Totgeburt erlitten, welche zweifellos eine äusserst tragische und möglicherweise traumatische Erfahrung dargestellt habe. Was schliesslich den Vorhalt anbelangt, das Kind hätte vor so einem starken Eingriff in die Mutterrechte erneut angehört werden müssen, liegt keine sich mit den Erwägungen des angefochtenen Entscheides auseinandersetzende und eine Verfassungsverletzung aufzeigende Rüge vor. Das Obergericht hat diesbezüglich erwogen, dass unter den gegebenen Umständen einem allfälligen Wunsch des Kindes keine vorrangige Bedeutung zukäme und eine erneute Anhörung derzeit eine mit dem Erkenntniswert in keinem Verhältnis stehende Belastung bedeuten würde, nachdem es bereits vor Kantonsgericht angehört und inzwischen auch im Rahmen des Strafverfahrens ausführlich befragt worden sei. Vielmehr stehe die fachärztliche Befragung im Rahmen des dualen Gutachtens im Vordergrund, welches im Hauptverfahren in Auftrag gegeben worden sei.