Citation: 6B_1072/2023 E. 4

Indem die Vorinstanz mit ihrem Beschluss vom 15. September 2023 die Berufungserklärung des Beschwerdeführers als rechtzeitig ergangen qualifiziert und ihren Nichteintretensbeschluss vom 18. August 2023 aufgehoben hat, ist sie auf ihren abschlägigen Prozessentscheid zugunsten des Beschwerdeführers zurückgekommen. Mit der Aufhebung des Nichteintretensbeschlusses ist der Gegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens nachträglich weggefallen. Vor dem Hintergrund, dass die Strafprozessordnung eine Wiedererwägung grundsätzlich nicht vorsieht (vgl. dazu namentlich Urteil 1B_57/2022 vom 27. Dezember 2022 E. 2.3 mit Hinweis), mag das Vorgehen der Vorinstanz zwar als zumindest diskutabel erscheinen. Insbesondere unter Berücksichtigung, dass der Nichteintretensbeschluss nicht in Rechtskraft erwachsen, sondern vom Beschwerdeführer vor Bundesgericht angefochten worden ist, lässt sich fragen, ob nicht eine Stellungnahme der Vorinstanz im vorliegenden Beschwerdeverfahren mit dem Hinweis, die Berufungserklärung sei fälschlicherweise aufgrund eines organisatorischen Versehens unbeachtet geblieben, sie sei rechtzeitig eingereicht worden und die Beschwerde sei deshalb gutzuheissen und die Sache zur Fortsetzung des Berufungsverfahrens an die Vorinstanz zurückzuweisen, das prozessrechtlich korrekte Vorgehen gewesen wäre. Das braucht hier jedoch nicht vertieft zu werden, nachdem das Handeln der Vorinstanz jedenfalls keine Gründe erkennen lässt, die nachgerade eine Nichtigkeit des Aufhebungsbeschlusses vom 15. September 2023 nahelegten (zur Nichtigkeit von Entscheiden vgl. statt vieler BGE 147 IV 93 E. 1.4.4), und das Vorgehen der Vorinstanz ebenfalls zu dem richtigen Ergebnis führt, das Berufungsverfahren - wie vom Beschwerdeführer verlangt - fortzusetzen. Damit bleibt es dabei, dass mit der Aufhebung des angefochtenen Nichteintretensbeschlusses vom 18. August 2023 der Gegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens nachträglich weggefallen ist. Dass sich im Übrigen der Beschwerdeführer mit seiner Stellungnahme vom 14. Oktober 2023 (auch) gegen den Aufhebungsbeschluss vom 15. September 2023 gewandt und diesen vor Bundesgericht angefochten hätte, ergibt sich aus seiner Eingabe nicht explizit und würde, selbst wenn hiervon auszugehen wäre, an der dargelegten Beurteilung schon deshalb nichts ändern, weil der Beschwerdeführer zu einer entsprechenden Beschwerde gegen den zu seinen Gunsten lautenden Aufhebungsbeschluss mangels Rechtsschutzinteresses nicht legitimiert wäre (vgl. Art. 81 Abs. 1 lit. b BGG).