Citation: 8C_715/2022 E. 10.4.2

10.4.2. 10.4.2.1. Mit der Vorinstanz ist davon auszugehen, dass die gesundheitsbedingten Einschränkungen, einschliesslich des vermehrten Pausenbedarfs, im von den SMAB-Gutachtern formulierten Zumutbarkeitsprofil (E. 7.2.1 hiervor) bereits enthalten sind. Sie dürfen daher im Rahmen eines allfälligen Abzugs nicht erneut berücksichtigt werden (vgl. Urteil 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.4.1 mit Hinweisen). Praxisgemäss ist sodann der Umstand allein, dass nur noch leichte Arbeiten zumutbar sind, kein Grund für einen zusätzlichen leidensbedingten Abzug, weil der LSE-Tabellenlohn im hier beigezogenen Kompetenzniveau 1 bereits eine Vielzahl von leichten Tätigkeiten umfasst (vgl. Urteile 8C_623/2022 12. Januar 2023 E. 5.2.2 und 8C_799/2021 vom 3. März 2022 E. 4.3.3 mit Hinweis). Weiter verkennt die Beschwerdeführerin, dass die gutachterlich festgestellten qualitativen Einschränkungen ihrer Arbeitsfähigkeit im Rahmen körperlich leichter Tätigkeiten (E. 7.2.1 hiervor) keinen Schluss darauf erlauben, dass sie deswegen im Kompetenzniveau 1 über die Lohneinbusse aufgrund eines lediglich 80%igen Pensums hinaus weitere finanzielle Nachteile gewärtigen müsste. Denn es steht ihr ein genügend breites Spektrum an körperlich leichten Hilfsarbeitertätigkeiten auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zur Verfügung, in denen sich die qualitativen Einschränkungen nicht zusätzlich lohnrelevant auswirken (vgl. auch Urteil 8C_623/2022 12. Januar 2023 E. 5.2.2). 10.4.2.2. Unbehelflich ist die Berufung der Beschwerdeführerin auf eine fehlende Berufsbildung. Gemäss eigenen Angaben hat sie nämlich in L.________ in den Jahren 1977 bis 1981 den Beruf als Sekretärin gelernt. Selbst wenn davon auszugehen wäre, dass diese Ausbildung in der Schweiz nicht mehr verwertbar ist, ist festzuhalten, dass sich eine fehlende Ausbildung in Form einer Lehre bei den der Beschwerdeführerin zumutbaren Tätigkeiten im Kompetenzniveau 1 nicht negativ auswirkt (Urteile 8C_192/2022 vom 7. Juli 2022 E. 7.2.2 und 8C_549/2019 vom 26. November 2019 E. 7.7, je mit Hinweisen). 10.4.2.3. Soweit die Beschwerdeführerin argumentiert, ihre fehlende vielseitige Arbeitserfahrung an unterschiedlichen Stellen rechtfertige einen Tabellenlohnabzug, ist auf die Kasuistik zu verweisen. In dem von ihr angerufenen Urteil 8C_319/2017 vom 6. September 2017 E. 3.3.2.1 wurden eine fehlende vielseitige Arbeitserfahrung an unterschiedlichen Stellen zusammen mit den gesundheitsbedingten Defiziten und einer mangelnden Berufsbildung als Gründe dafür angesehen, dass die versicherte Person im untersten Anforderungs- bzw. Kompetenzniveau auch auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt insgesamt nur mit einem unterdurchschnittlichen erwerblichen Erfolg zu rechnen habe. Demgegenüber wurde im Urteil 9C_862/2017 vom 29. Juni 2018 E. 3.3.1 f. erwogen, eine fehlende Arbeitserfahrung bei vielen verschiedenen Arbeitgebern sei im Rahmen der beigezogenen Verweisungstätigkeit im tiefsten Anforderungsniveau irrelevant. Wie es sich hiermit grundsätzlich verhält, kann offen bleiben. Die Beschwerdeführerin gibt nämlich an, sehr gut deutsch zu sprechen, was Dr. med. C.________ in der Stellungnahme vom 1. Januar 2021 bestätigte. Laut ihrem Gutachten vom 13. August 2021 arbeitete die Beschwerdeführerin in der Schweiz zunächst von 1990 bis 2007 in einem Hotel in der Hauswirtschaft. Gemäss den Angaben der B.________ AG im Fragebogen vom 6. Januar 2017 arbeitete die Beschwerdeführerin bei ihr seit 1. Januar 2007 als Maschinenführerin. Ihr Tätigkeitsprofil umfasste das Bedienen von Verpackungsmaschinen, das Verpacken von Hand, Reinigungsarbeiten, hygienisches Arbeiten mit Lebensmitteln sowie die Einhaltung und Kontrolle von Qualitätsvorgaben. Diese Arbeitserfahrungen der Beschwerdeführerin lassen insgesamt nicht darauf schliessen, dass sie durch Umorientierung auf eine Hilfsarbeit im Vergleich zum LSE-Tabellenlohn nur einen unterdurchschnittlichen Lohn zu erzielen vermöchte (vgl. Urteil 8C_250/2022 vom 8. November 2022 E. 5.3.1). 10.4.2.4. Insgesamt ist die Nichtgewährung eines Abzugs vom statistischen Wert nicht bundesrechtswidrig.