Citation: 4A_593/2024 E. 6.3.2

6.3.2. Inwiefern die Leistung der Taggelder für den Zeitraum vom 12. März 2022 bis zum 3. Juli 2022 ein Beleg dafür sein soll, dass die Beschwerdegegnerin die Zustimmung zur Auslandreise nicht verweigert hätte, erschliesst sich aus den Vorbringen der Beschwerdeführerin indes auch nicht. Ihre Vorbringen zielen am angefochtenen Urteil vorbei. Sie setzt sich damit nicht mit der ausführlichen und überzeugenden Auslegung der Vorinstanz zum Zweck der Obliegenheit und den ( ex ante beurteilten) berechtigten Interessen der Beschwerdegegnerin an einer Verweigerung auseinander. Vielmehr schliesst sie ex post gestützt auf die Leistung von Taggeldern im (vorliegenden nicht strittigen) Zeitraum vom 12. März 2022 bis zum 3. Juli 2022 pauschal auf eine fehlende Auswirkung für den (vorliegend strittigen) Zeitraum vom 14. Januar bis zum 11. März 2022. Sie geht dabei insbesondere nicht darauf ein, dass die Vorinstanz die AVB dahingehend ausgelegt hat, dass die Rechtsnachteile die Beschwerdeführerin auch dann treffen können, wenn sich die Obliegenheitsverletzung nicht auf den Eintritt des befürchteten Ereignisses und den Umfang der von der Beschwerdegegnerin geschuldeten Leistung ausgewirkt hat. Mit ihren Vorbringen scheint sich die Beschwerdeführerin indes auf einen solchen Kausalzusammenhang zu berufen, ohne aufzuzeigen, inwiefern die vorinstanzliche Begründung gegen Art. 45 VVG in der vorliegend anwendbaren Fassung, welche kein Kausalitätserfordernis vorsieht, verstösst. Darüber hinaus setzt sie sich auch nicht hinreichend damit auseinander, dass gemäss Vorinstanz sich die fehlende Zustimmung auf die berechtigten Interessen der Beschwerdegegnerin insoweit negativ auswirkte, indem - für den streitgegenständlichen Zeitraum - medizinische Unterlagen der Behandlung im Ausland nicht erhältlich gemacht werden konnten und die Mitwirkungsrechte der Beschwerdegegnerin gerade vereitelt wurden. Die Beschwerdeführerin verfällt in appellatorische Kritik, wenn sie der Vorinstanz ohne Auseinandersetzung mit diesen Erwägungen und einzig mit Verweis auf die Leistung von Taggeldern nach dem Auslandaufenthalt vorwirft, die Vorinstanz verstricke sich in Widersprüche.