Citation: 1B_251/2017 E. 5.2.1

5.2.1. Die Voraussetzungen der Echtzeit-Überwachung gemäss Art. 269 StPO wurden bereits dargelegt (oben E. 4.2). Nebst der eigentlichen geheimen inhaltlichen Überwachung des Post- und Fernmeldeverkehrs sieht Art. 273 StPO die weitere Möglichkeit vor, dass die Staatsanwaltschaft (ebenfalls zunächst geheime) Auskünfte einholt betreffend Verkehrs- und Rechnungsdaten bzw. Teilnehmeridentifikation. Besteht der dringende Verdacht, ein Verbrechen oder Vergehen oder eine Übertretung nach Art. 179septies StGB sei begangen worden, und sind die Voraussetzungen nach Artikel 269 Absatz 1 lit. b und c erfüllt, so kann gemäss Art. 273 StPO die Staatsanwaltschaft Auskunft verlangen darüber, wann und mit welchen Personen oder Anschlüssen die überwachte Person über den Post- oder Fernmeldeverkehr Verbindung hat oder gehabt hat, sowie über Verkehrs- und Rechnungsdaten (Abs. 1). Die Anordnung bedarf ebenfalls der Genehmigung durch das Zwangsmassnahmengericht (Abs. 2). Auskünfte nach Absatz 1 können unabhängig von der Dauer der Überwachung und bis 6 Monate rückwirkend verlangt werden (Abs. 3). Art. 273 StPO erlaubt ausschliesslich die Erhebung von Randdaten der Kommunikation, nicht hingegen von Inhalten des Fernmeldeverkehrs im Sinne des Informationsflusses. Der mit Auskunftsbegehren nach Art. 273 StPO verbundene Eingriff in das Grundrecht auf Schutz der Privatsphäre (Art. 13 BV) wiegt daher deutlich weniger schwer als bei der inhaltlichen Überwachung (BGE 142 IV 34 E. 4.3.2 S. 38 f.; 141 IV 108 E. 4.4 S. 117 f.; 139 IV 98 E. 4.2 S. 99; je mit Hinweisen).