Citation: 1B_656/2021 E. 6.2

6.2. Zum Zwecke der vorläufigen Sicherstellung darf die Untersuchungsbehörde die Aufzeichnungen thematisch grob sichten, um zu gewährleisten, dass nur Gegenstände sichergestellt werden, die potentiell untersuchungsrelevant erscheinen (BGE 143 IV 270 E. 7.5; Urteil 1B_134/2018 vom 24. September 2018 E. 2.4). Sie kann hierzu sachverständige Personen beiziehen (vgl. Art. 247 Abs. 2 StPO). Eine detaillierte inhaltliche Durchsuchung und Auswertung (im Sinne von Art. 246 StPO) darf hingegen in der Regel erst erfolgen, nachdem der betroffenen Inhaberin oder dem betroffenen Inhaber die Gelegenheit gegeben wurde, sich zum Inhalt der sichergestellten Aufzeichnungen grundsätzlich zu äussern (Art. 247 Abs. 1 StPO) bzw. ein Siegelungsgesuch (Art. 248 Abs. 1 StPO) zu stellen (BGE 143 IV 270 E. 7.5; Urteil 1B_134/2018 vom 24. September 2018 E. 2.4). Der Zweck dieser Grobsichtung liegt primär darin, die Menge der zu versiegelnden Unterlagen und Daten möglichst klein zu halten (vgl. MARTIN REIMANN, Die strafprozessuale Siegelung, Basel 2022, N. 113). Allgemeine Beweisverwertungsverbote gemäss Art. 140 und 141 StPO sind im Entsiegelungsprozess nur durchzusetzen, wenn die Unverwertbarkeit offensichtlich ist (BGE 143 IV 387 E. 4.4; 143 IV 270 E. 7.6; je mit Hinweisen). "In keinem Falle verwertbar" sind gemäss Art. 141 Abs. 1 StPO Beweise, die in Verletzung von Art. 140 StPO erhoben wurden (Satz 1) oder bei denen das Gesetz die Unverwertbarkeit ausdrücklich vorsieht (Satz 2). Gemäss Art. 140 Abs. 1 StPO sind bei der Beweiserhebung Zwangsmittel, Gewaltanwendung, Drohungen, Versprechungen, Täuschungen und Mittel, welche die Denkfähigkeit oder die Willensfreiheit einer Person beeinträchtigen können, untersagt.