Citation: 1B_49/2021 E. 5.1

5.1. Die Vorinstanz stellt im angefochtenen Nichteintretensentscheid (zusammengefasst) Folgendes fest: Am 4. April 2019 habe die FINMA beim EFD Strafanzeige eingereicht gegen die verantwortlichen Organe der Beschwerdeführerin und allfällige weitere involvierte Personen. Ihrer Strafanzeige habe die FINMA unter anderem die ihr im vorangegangenen bankenaufsichtsrechtlichen Verfahren von der Bank edierten Unterlagen beigelegt. Das EFD habe die ihm übermittelten Unterlagen bei der Eröffnung des Verwaltungsstrafverfahrens zu den Akten genommen und danach die Strafuntersuchung eröffnet. Eine strafprozessuale Zwangsmassnahme (Editions- oder Beschlagnahmeverfügung) sei diesbezüglich nicht erfolgt. Das EFD habe in diesem Zusammenhang keinen Anlass gesehen, die Bank auf ein allfälliges Siegelungsrecht hinzuweisen. Nach Eröffnung des Strafverfahrens habe das EFD auch die BA (am 6. und 21. Februar 2020) um rechtshilfeweise Einsicht in die Akten eines bei der BA hängigen Strafverfahrens gebeten. Die BA habe dem EFD die angeforderten Unterlagen am 28. Februar 2020 rechtshilfeweise zugestellt und keine Einwände gegen deren Verwendung im Verwaltungsstrafverfahren erhoben. Auf Siegelungsbegehren der Bank vom 2. April 2020 hin habe das EFD am 6. April 2020 die Verfahrensakten der FINMA und der BA gesiegelt. Weiter erwägt die Vorinstanz Folgendes: Beabsichtige eine Strafverfolgungsbehörde von sich aus den Beizug von Unterlagen im Gewahrsam einer anderen staatlichen Behörde, habe Erstere den Amts- bzw. Rechtshilfeweg zu beschreiten. Eine Siegelung sei nach erfolgter Amts- bzw. Rechtshilfe grundsätzlich nicht mehr am Platz, weshalb die Beschwerdeführerin in der vorliegenden Konstellation auch nicht legitimiert sei, die Siegelung zu verlangen. Deren abweichender Standpunkt, wonach in solchen Fällen allen potenziellen Geheimnisträgern (nochmals) von Amtes wegen Gelegenheit gegeben werden müsste, die Siegelung und ein Entsiegelungsverfahren einzuleiten, erscheine praxisuntauglich, zumal diesfalls die Einleitung von straf- und verwaltungsstrafrechtlichen Verfahren regelmässig verzögert oder gar verunmöglicht würde. Dabei sei auch der Wahrung des Amtsgeheimnisses (Art. 320 StGB) Rechnung zu tragen. Hinzu komme, dass die Beschwerdeführerin als Drittbetroffene (Art. 105 Abs. 2 StPO) und ohne direkten Gewahrsam eigene rechtlich geschützte Interessen hätte darlegen müssen, um zur Siegelung legitimiert zu sein. Dies habe sie nicht getan. In ihrem Siegelungsbegehren vom 2. April 2020 finde sich nur ein einziger Satz, in dem die Bank pauschal Geschäftsinteressen bzw. Persönlichkeitsrechte ihrer Mitarbeitenden als tangiert anrufe. Im Verfahren vor der Vorinstanz habe sie wiederum nur allgemeine Geschäftsgeheimnisse genannt und ausgeführt, dass die fraglichen Akten Namen von Mitarbeitenden enthielten, die nicht als Täter in Frage kämen, da sie bankintern nicht für Verdachtsmeldungen an die MROS zuständig gewesen seien. Solche Interessen und Vorbringen stünden einer Entsiegelung aber nicht entgegen. Mangels Siegelungsberechtigung der Bank und Siegelungsfähigkeit der behördlichen Akten seien die Unterlagen der FINMA und der BA vom EFD zu Unrecht gesiegelt worden. Auf dessen Entsiegelungsgesuch vom 1. Mai 2020 sei folglich nicht einzutreten (BE.2020.10). Die Verfahrensakten stünden dem EFD uneingeschränkt und unversiegelt zur Verfügung.