Citation: U 271/99 11.04.2000 E. 2

2.- Zu prüfen ist zunächst, wie es sich hinsichtlich der Unfallkausalität der geltend gemachten somatischen Unfallfolgen verhält. a) Beim Unfall vom 10. Mai 1995 hat sich der Beschwerdeführer eine Metatarsale V-Schaftfraktur links zugezogen, welche mit Osteosynthese behandelt wurde und - abgesehen von einem vorübergehenden Sudeck'schen Zustandsbild - komplikationslos abgeheilt ist. Nachdem Dr. med. E.________, Facharzt für orthopädische Chirurgie, bereits am 26. Oktober 1995 weitgehend unauffällige Verhältnisse und eine deutliche Diskrepanz zwischen den massiven subjektiven Beschwerden und dem geringen objektiven Befund festgestellt hatte, fand auch das Kantonsspital, wo am 1. Dezember 1995 die Metallentfernung erfolgte, radiologisch eine einwandfreie Heilung und wies den Versicherten darauf hin, dass nunmehr unbedingt eine Vollbelastung des Fusses zu erfolgen habe. Kreisarzt Dr. med. C.________ fand anlässlich einer Untersuchung vom 5. Januar 1996 ebenfalls völlig unauffällige Verhältnisse vor, schloss indessen nicht aus, dass auf Grund einer (nach Auffassung des Kantonsspitals vorbestandenen) Osteoporose noch gewisse Beschwerden vorhanden seien, wobei jedoch eine psychische Überlagerung anzunehmen sei. Nach einer weiteren Untersuchung vom 10. Mai 1996 gelangte der Kreisarzt zum Schluss, dass sich die geltend gemachten Beschwerden mit dem aktuellen Befund nicht erklären liessen; zwar könne nicht ausgeschlossen werden, dass noch gewisse Beschwerden vorlägen, es ergebe sich daraus jedoch weder eine Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit oder der Integrität, noch bestehe eine weitere Behandlungsbedürftigkeit. Im Bericht des Dr. med. M.________ vom 2. Oktober 1996 wird eine chronisch-persistierende Metatarsalgie V links diagnostiziert; gleichzeitig wird jedoch ausgeführt, dass es sich dabei um ein Nebenproblem handle und der Versicherte einen (vorbestandenen) Senk-Spreizfuss Grad I-II mit Hallux valgus beidseits aufweise. Auf Grund dieser ärztlichen Angaben ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit anzunehmen, dass wegen des Unfalls vom 10. September 1995 keine leistungsbegründenden somatischen Folgen mehr bestehen. Weiterer Abklärungen bedarf es nicht. b) Was den Unfall vom 15. August 1994 betrifft, ist auf Grund der Akten davon auszugehen, dass der Versicherte eine HWS-Distorsion sowie eine Schulter- und Thoraxkontusion erlitten hat. Im Arztzeugnis UVG vom 31. August 1994 gab Dr. med. F.________ auch ein Schleudertrauma der HWS an, welche Diagnose von SUVA und Vorinstanz nicht als ausgewiesen betrachtet wird. Ob der Beschwerdeführer ein "klassisches" Schleudertrauma oder eine Distorsion der HWS erlitten hat, kann indessen offen bleiben, da die Rechtsprechung hinsichtlich der Kausalitätsbeurteilung nicht danach unterscheidet, ob die versicherte Person ein eigentliches Schleudertrauma erlitten hat oder einem äquivalenten Verletzungsmechanismus mit Distorsion der HWS ausgesetzt war (RKUV 2000 Nr. U 359 S. 29, 1999 Nr. U 341 S. 408 Erw. 3b). In der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird geltend gemacht, es sei unabgeklärt geblieben, ob der Versicherte nicht eine organische Hirnschädigung in Form eines milden Schädel-Hirn-Traumas erlitten habe. Für eine solche Schädigung finden sich indessen keine Anhaltspunkte. Von einem Kopfanprall ist in den Akten nicht die Rede. Auch fehlen in den ärztlichen Berichten Hinweise auf pathologische neurologische Befunde. Zu weiteren Abklärungen besteht daher kein Anlass. c) Fraglich ist, ob wegen des Unfallereignisses vom 15. August 1994 die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit beeinträchtigende somatische Folgen bestehen. Diesbezüglich ist davon auszugehen, dass Dr. med. F.________ die Behandlung am 29. September 1994 abschliessen und der Beschwerdeführer die Arbeit Anfang Oktober wieder zu 100 % aufnehmen konnte. In der Folge gab er weder anlässlich der Behandlung der Metatarsale-Fraktur vom 10. Mai 1995 noch bei den anschliessenden kreisärztlichen Untersuchungen vom 25. August 1995, 13. November 1995 und 5. Januar 1996 je Rückenbeschwerden an. Auch gegenüber dem Arbeitgeber und dem Aussendienst der SUVA war stets nur von Fussschmerzen und Beschwerden in den Beinen die Rede. Erst im Mai 1996 klagte der Beschwerdeführer bei Dr. med. F.________ erneut über Rückenbeschwerden sowie Beschwerden an der HWS und im linken Thoraxbereich. Es kann daher als erwiesen gelten, dass in der Zeit von Oktober 1994 bis April 1995 keine erheblichen, die Arbeits- bzw. Erwerbsfähigkeit beeinträchtigende Rückenschmerzen mehr bestanden haben. Anderseits geht aus dem Bericht des Dr. M.________ vom 2. Oktober 1996 hervor, dass der Versicherte bereits seit 1983 an rezidivierenden Nacken- und Rückenbeschwerden gelitten hatte, welche zu ambulanten und stationären Behandlungen Anlass gegeben und eine vorübergehende Arbeitsunfähigkeit bewirkt hatten. Daraus ist zu schliessen, dass der Unfall vom 15. August 1994 lediglich zu einer vorübergehenden Verschlimmerung eines vorbestandenen Nacken- und Rückenleidens geführt hat. Eine richtunggebende Verschlimmerung, wie sie der Beschwerdeführer behauptet, liegt nicht vor, weil der Beschwerdeschub schon kurz nach dem Unfall behoben war, bis zum Rückfall vom Mai 1996 ein längeres beschwerdefreies Intervall bestanden und der Unfall nicht zu einer progressiven Zunahme der Gesundheitsschädigung geführt hat (vgl. hiezu Debrunner/Ramseier, Die Begutachtung von Rückenschäden, Bern 1990, S. 63 ff.; Fredenhagen, Das ärztliche Gutachten, 3. Aufl. Bern 1994, S. 97). Da anzunehmen ist, dass im Oktober 1994 der Status quo ante bzw. sine erreicht war, stehen die ab Mai 1996 geklagten und in der Folge zunehmend psychisch überlagerten Nacken- und Rückenbeschwerden, einschliesslich des von Dr. med. M.________ diagnostizierten sekundären Fibromyalgie-Syndroms, nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit in einem natürlichen Kausalzusammenhang mit dem Unfall vom 15. August 1994, weshalb die SUVA hiefür keine Leistungen zu erbringen hat.