Citation: 1P.494/2000 18.08.2000 E. 2

2.- a) Der Beschwerdeführer rügt als willkürlich, dass ihm die 30-tägige Rekursfrist auf 20 Tage verkürzt wurde. Dies sei nach § 22 Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRPG) nur bei besonderer Dringlichkeit zulässig. Davon könne in seinem Fall keine Rede sein. Die Direktion der Justiz und des Innern habe in ihrer Vernehmlassung vom 24. Mai 2000 ans Bundesgericht im Beschwerdeverfahren gegen einen früheren Strafantrittsbefehl festgehalten: "Nachdem die absolute Vollstreckungsverjährung bezüglich aller im vorliegenden Fall betroffener Strafen erst in geraumer Zeit eintreten wird, besteht kein Grund dafür, mit deren Vollzug nicht zuzuwarten, bis Ihr Entscheid vorliegt". b) Willkürlich ist ein Entscheid, der mit der tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft. Dabei genügt es nicht, dass die Begründung unhaltbar ist, der Entscheid muss sich vielmehr im Ergebnis als willkürlich erweisen (BGE 125 I 166 E. 2a; 125 II 10 E. 3a; 129 E. 5b; 122 I 61 E. 3a je mit Hinweisen). c) Nach § 23 Abs. 1 und 2 des Kantonalen Straf- und Vollzugsgesetzes vom 30. Juni 1974 (StVG) ist eine vollstreckbare Freiheitsstrafe sofort zu vollziehen, wenn Fluchtgefahr oder eine erhebliche Gefährdung der Öffentlichkeit besteht. In den übrigen Fällen hat die Vollzugsbehörde einen Strafantrittsbefehl zu erlassen, wobei sie einen Aufschub bewilligen kann, wenn besondere Gründe vorliegen. Aus dieser Regelung leitet die Direktion der Justiz und des Innern im angefochtenen Entscheid ab, dass der Strafantritt zügig zu erfolgen habe, wenn keine besonderen Gründe für einen Strafaufschub vorlägen. Es ist nicht ersichtlich und wird vom Beschwerdeführer auch nicht in einer Art. 90 Abs. 1 lit. b OG genügenden Weise dargetan, inwiefern diese Auslegung willkürlich sein sollte. Seine Auffassung, dass die Vollstreckung einer Freiheitsstrafe immer erst kurz vor dem Eintreten der absoluten Vollstreckungsverjährung dringlich wird, findet im Gesetz keine Stütze. Daran ändert nichts, dass sich die Direktion der Justiz und des Innern in einem früheren Verfahren in einem ähnlichen Sinn vernehmen liess. d) Vorliegend wurde der Beschwerdeführer bereits mehrmals zum Strafantritt aufgefordert (er spricht selber von einer "Strafantrittsbefehlsorgie"), ein erstes Mal mit Verfügung vom 22. September 1997 auf den 26. Januar 1998. Die Strafantrittsbefehle wurden sämtliche hinfällig, hauptsächlich weil die vom Beschwerdeführer gegen sie angestrengten Rechtsmittelverfahren an den festgesetzten Strafantrittsdaten noch nicht abgeschlossen waren. Unter diesen Umständen ist nicht zu beanstanden, dass das Amt für Strafvollzug, nachdem seit dem ursprünglich angesetzten Strafantrittsdatum bereits rund 2 1/2 Jahre verstrichen und mehrere Versuche, die Strafen zu vollziehen, gescheitert waren, den Fall des Beschwerdeführers als zeitlich dringlich einstufte und die Rekursfrist abkürzte, um das Verfahren zu beschleunigen. Dies rechtfertigte sich umso mehr, als der Beschwerdeführer bereits gegen die früheren Strafantrittsbefehle rekurriert hatte und somit mit dem Verfassen entsprechender Rechtsschriften vertraut war, weshalb er durch die mässige Verkürzung der Rekursfrist von 30 auf 20 Tage nicht an einer effektiven Wahrnehmung seiner Parteirechte gehindert wurde. Die Direktion der Justiz und des Innern ist somit keineswegs in Willkür verfallen, indem sie die Rekursfrist in Anwendung von § 22 Abs. 2 VRPG wegen "besonderer Dringlichkeit" um 10 Tage verkürzte. Die Rüge ist unbegründet.