Citation: I 681/00 21.02.2001 E. 2

2.- Vorliegend ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer in seiner bisherigen Tätigkeit als Lastwagenchauffeur gesundheitsbedingt über eine verminderte Arbeitsfähigkeit verfügt. Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine Invalidenrente. a) Nach Auffassung der Vorinstanz hat die Verwaltung bei der Bestimmung des Ausmasses der Arbeitsunfähigkeit zu Recht auf das Gutachten der MEDAS vom 27. Oktober 1999 abgestellt. Danach ist der Beschwerdeführer unter Berücksichtigung sämtlicher - auch der psychischen - Gesundheitsbeeinträchtigungen für alle körperlich leichten bis mittelschweren Tätigkeiten (Vermeidung des Hebens von Lasten über 15-20 kg und häufigen Bückens), einschliesslich der Arbeit als Lastwagenchauffeur, schätzungsweise zu 30 % arbeitsunfähig; von beruflichen Massnahmen rät die MEDAS gestützt auf den psychiatrischen Konsiliarbericht des Dr. med. S.________ vom 27. September 1999, welcher Umschulungsbestrebungen als kaum erfolgversprechend beurteilt, ab. Das kantonale Gericht spricht dem Gutachten der MEDAS hohe Glaubwürdigkeit zu. Indem es auf einer eingehenden Untersuchung des Versicherten beruhe, unter Berücksichtigung sämtlicher vorhandener Akten der SUVA und der Invalidenversicherung erstellt worden sei, ein rheumatologisches und ein psychiatrisches Consilium in die Beurteilung einbeziehe, auf die geklagten Beschwerden eingehe und die Schlussfolgerungen der Experten einlässlich begründet seien, genüge es in beweismässiger Hinsicht vollumfänglich den von der Rechtsprechung umschriebenen Anforderungen (siehe Erw. 1a hievor mit Hinweisen). Demgegenüber könnten dem Bericht des Dr. med. E.________, Spezialarzt für Neurologie, der den Versicherten seit März 2000 mehrmals untersucht hatte und dessen Arbeitsunfähigkeit auf 40-50 % für leichte körperliche Tätigkeiten schätzt, keine Befunde entnommen werden, die von der MEDAS nicht schon berücksichtigt worden seien; die Stellungnahme zur Arbeitsunfähigkeit werde von Dr. E.________ im Übrigen nicht näher begründet. Anlass für weitere medizinische Abklärungen bestehe daher nicht. b) Den Erwägungen der Vorinstanz ist beizupflichten. In der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird nichts vorgebracht, was ein anderes Ergebnis zu begründen vermöchte. Insbesondere kann dem Einwand nicht gefolgt werden, den Auswirkungen der psychischen Leiden auf die Arbeitsfähigkeit sei nicht gebührend Rechnung getragen worden. Die MEDAS hat die Arbeitsfähigkeit unter einlässlicher Würdigung des psychiatrischen Konsiliums des Dr. med. S.________ vom 27. September 1999 eingeschätzt, an dessen Ergebnissen zu zweifeln kein Anlass besteht. Es ist zwar richtig, dass der Arzt mit Blick auf die "Wiedererlangung der Arbeitsfähigkeit" aus psychiatrischer Sicht düstere Prognosen stellt; diese Aussage bezieht sich indessen nicht auf die objektiv verbleibende, zumutbare Arbeitsfähigkeit als solche, sondern auf die Chancen ihrer tatsächlichen Verwertung auf dem Arbeitsmarkt in Berücksichtigung der Gesamtsituation des Beschwerdeführers (persönliche Einschätzung des Leidens, Emigrationsproblematik, wirtschaftliche Situation, mangelhafte Ausbildung, Krankheit der Ehefrau, lange Abwesenheit vom Arbeitsprozess) und wurde daher bei der Stellungnahme der Gutachter zur Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zu Recht ausser Acht gelassen. Soweit der Beschwerdeführer ferner geltend macht, sein psychisches Leiden habe sich seit Erstellung des MEDAS-Gutachens "massiv verschlechtert" und er sei seit 31. August 2000 in psychiatrischer Behandlung, muss dies hier unbeachtlich bleiben. Die Entwicklung der Verhältnisse bis zum massgebenden Zeitpunkt des Verfügungserlasses (siehe Erw. 1b hievor) lässt auf keine rechtserhebliche Verschlechterung des Gesundheitszustandes schliessen; diese Beurteilung wird im Übrigen gestützt durch die Feststellung des Dr. med. E.________ im Bericht vom 17. April 2000, der Versicherte habe "im Moment keine Chance", auf dem Beschwerdeweg Leistungen der Invalidenversicherung zu erwirken. Sollte im Verlauf der aktuellen psychiatrischen Behandlung eine Verschlimmerung des Leidens ärztlich ausgewiesen werden, ist es dem Versicherten unbenommen, bei der Invalidenversicherung ein neues Leistungsbegehren zu stellen. c) Im Rahmen des Einkommensvergleichs gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG ist die IV-Stelle von einem ohne Gesundheitsschaden mutmasslich erzielbaren Einkommen (Valideneinkommen) von Fr. 4544.- monatlich ausgegangen, was dem versicherten Lohn gemäss Angaben der Arbeitslosenkasse entspricht (möglicher Lohn beim letzten Arbeitgeber ab 1. Januar 1996: 4195.- x 13 : 12 = Fr. 4544.-; jährlich Fr. 54'535.-). Von diesem Wert hat sie zur Ermittlung des trotz Gesundheitsschädigung zumutbarerweise noch realisierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) in der Annahme, der Versicherte wäre auch nach Eintritt der Invalidität beim selben Arbeitgeber tätig gewesen, 30 % (Ausmass der Arbeitsunfähigkeit) in Abzug gebracht, was einen Betrag von rund Fr. 38'170.- ergibt beziehungsweise einen Invaliditätsgrad von 30 %. Geht man bei der Ermittlung des Invaliditätsgrades von den Tabellenlöhnen der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung 1996 (LSE) und der Lohnentwicklung 1997 aus, ändert dies am Ergebnis nichts: Gemäss TA1, Sektor 3 (Dienstleistungen), Position 60 (Landverkehr), Kategorie 3 (Berufs- und Fachkenntnisse vorausgesetzt) ergibt sich umgerechnet auf eine übliche wöchentliche Arbeitszeit von 41,9 Stunden und in Berücksichtigung des Nominallohnindexes für das Jahr 1997 ein ohne Gesundheitsschaden hypothetisch erzielbares Einkommen von Fr. 59'483.- (4746.- x 41,9/40 x 102,5/102,8 = 4956.93; 4956.93 x 12 = 59'483.-). Mit Blick auf das Invalideneinkommmen ist von einer Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen beruflichen Tätigkeit als Lastwagenchauffeur von 30 % auszugehen; aufgrund der körperlichen Beeinträchtigung des Beschwerdeführers - das Heben von Lasten über 20 kg sowie häufiges Bücken sind ihm nicht zuzumuten - sowie der Tatsache, dass er nur noch in reduziertem Arbeitspensum tätig sein wird, rechtfertigt sich ein leidensbedingter Abzug vom statistischen Lohn (vgl. hierzu BGE 126 V 78 ff. Erw. 5) von höchstens 10 %. Entsprechend beläuft sich das Invalideneinkommen auf Fr. 37'474.- jährlich (59'483.- x 70/100 = 41'638.-; 41'638.- - 4164.- [= 10 % von 41'638.-] = 37'474.-). Weitere einkommensrelevante, jedoch nicht leidensbedingte Faktoren wie Nationalität/Aufenthaltskategorie, Lebensalter oder Dienstjahre sind bei der Bestimmung des Invalideneinkommens ausser Acht zu lassen, da ihnen auch beim Valideneinkommen, soweit man bei dessen Ermittlung auf das durchschnittliche Lohnniveau in der betreffenden Branche gemäss LSE-Tabellen abstellt, nicht Rechnung getragen wird. Nur dadurch ist der Grundsatz gewahrt, dass die Invalidenversicherung für die auf invaliditätsfremde Gesichtspunkte zurückzuführenden Lohneinbussen nicht aufzukommen hat (vgl. ZAK 1989 S. 458 f. Erw. 3b mit Hinweisen). Ausgehend von einem Valideneinkommen von Fr. 59'483.- und einem Invalideneinkommen von Fr. 37'474.- resultiert ein Invaliditätsgrad von 37 %, sodass ein Anspruch auf eine Invalidenrente zu verneinen ist.