Citation: U 171/99 15.02.2000 E. 2

2.- a) Die Vorinstanz ist in Würdigung der medizinischen Unterlagen davon ausgegangen, dass im Zeitpunkt, in welchem die SUVA ihre Leistungen eingestellt hat (30. Juni 1996), keine wesentlichen organischen Unfallfolgen mehr vorlagen. Demgegenüber verlangt der Beschwerdeführer in diesem Punkt zusätzliche Abklärungen. Dabei beruft er sich im Wesentlichen auf den Bericht des Dr. O.________ vom 9. Januar 1996. b) aa) Zwar äussert Dr. O.________ in dieser Stellungnahme erstmals den Verdacht, ein anatomisches Substrat auf der Ebene der Wirbelgelenke am cervicothoracalen Übergang könnte die Ursache für die rezidivierenden Blockierungen am erwähnten Übergang rechts mit deutlich eingeschränkter Rotationsfähigkeit des Kopfes sein. Indessen brachten die bereits vor dem 9. Januar 1996 erfolgten umfassenden Abklärungen, welche neben zwei röntgenologischen Untersuchungen (vom 7. oder 8. Februar und 28. März 1994) und mehreren CT auch ein neurologisches Konsilium umfassten, keinen pathologischen Befund hervor, welcher mit dem Unfall vom 7. Februar 1994 in Verbindung gebracht werden konnte. So zeigte insbesondere die speziell den zerviko-thoracalen Übergang betreffende CT-Untersuchung des Röntgeninstituts A.________ vom 19. Oktober 1994 keine Abnormitäten auf. Weiter liessen weder die in Kenntnis der Vermutung des Dr. O.________ durchgeführten Schmerzanalysen in der Rehabilitationsklinik L.________ vom 7. Februar bis 1. März 1996 noch die am 18. März 1996 durchgeführte kreisärztliche Abschlussuntersuchung ein anatomisches Substrat erkennen. bb) Zudem geht aus den Akten hervor, dass die geklagten Beschwerden einige Zeit nach dem Unfallereignis zunehmend von einer psychischen Störung überlagert wurden. Anlässlich des Aufenthaltes des Versicherten in der Rehabilitationsklinik L.________ der SUVA vom 25. Juli bis 19. August 1994 wurden erste Anzeichen von Unzufriedenheit und Schlafstörungen wegen der dauernden Beschwerden festgestellt, indessen noch ohne Anzeichen für eine depressive Verstimmung. Dr. O.________ sprach in seinem Bericht vom 2. Mai 1995 von zunehmenden depressiven Momenten. Im psychiatrischen Bericht vom 30. Oktober 1995 stellte PD Dr. K.________ schliesslich die Diagnose einer Schmerzpersönlichkeit mit zusätzlich deutlichen Zügen einer neurotischen depressiv-narzisstischen Störung, was ein psychotherapeutisches Vorgehen erschwere, wenn nicht sogar verunmögliche. Zum Ergebnis, dass der Beschwerdeführer an einer neurotisch-depressiv-narzisstischen Schmerzstörung leidet, ist in der Folge auch die Rehabilitationsklinik L.________ gelangt (Psychiatrisches Konsilium Dr. R.________ vom 16. Februar 1996). Nach Auffassung der Klinik-Ärzte ist die bestehende Arbeitsunfähigkeit ausschliesslich auf den psychischen Befund zurückzuführen. cc) Bei dieser Beweislage ist dem Eventualantrag auf Rückweisung zu ergänzenden Abklärungen nicht stattzugeben. Ebenso wenig besteht letztinstanzlich hinreichender Anlass für weitere Abklärungen in dieser Richtung. Insbesondere ist von einer von Dr. O.________ erwogenen röntgenkontrollierten gezielten Anästhesie verschiedener Wirbelgelenke am cervicothoracalen Übergang abzusehen. Mit SUVA und Vorinstanz ist davon auszugehen, dass im Zeitpunkt, in welchem die Anstalt ihre Leistungen eingestellt hat (30. Juni 1996), keine wesentlichen organischen Unfallfolgen mehr vorlagen. Eine solche antizipierte Beweiswürdigung ist zulässig und verstösst insbesondere nicht gegen Verfassungsrecht, wie die ständige Rechtsprechung zu Art. 4 Abs. 1 aBV zeigt (BGE 124 V 94 Erw. 4b, 122 V 162 Erw. 1d mit Hinweis). Diese Rechtsprechung gilt auch unter der Herrschaft von Art. 29 Abs. 2 der auf den 1. Januar 2000 in Kraft getretenen neuen BV, welche Bestimmung betreffend den verfassungsmässigen Anspruch auf rechtliches Gehör keine beweisrechtlich erheblichen Änderungen bringt. Daher kann vorliegend offen bleiben, in welchen Rechtsanwendungslagen die neue BV intertemporalrechtlich zum Zuge kommt (nicht veröffentlichtes Urteil S. vom 8. Februar 2000, I 362/99).