Citation: 9C_48/2016 E. 4.2

4.2. Ebenfalls unbegründet ist die Rüge, die Vorinstanz habe (auch) insofern ihre Begründungspflicht (vgl. Art. 61 lit. h ATSG und Art. 112 Abs. 1 lit. b BGG) verletzt, als sie die "anfänglich nicht vorhandene Gutgläubigkeit" ins Feld führe, ohne zu sagen, worin diese zu erblicken sei: Mit Entscheid vom 9. Januar 2001 hatte die Vorinstanz, nach vorgängiger Androhung einer reformatio in peius, die eine halbe Invalidenrente ab 1. Januar 1996 zusprechende Verfügung vom 23. September 1999 aufgehoben und einen Rentenanspruch verneint. Mit Urteil I 116/01 vom 27. November 2001 hob das Eidg. Versicherungsgericht beide Rechtsanwendungsakte auf und wies die Sache an die IV-Stelle zurück, damit sie die Versicherte begutachten lasse und anschliessend über den Rentenanspruch neu befinde (womit es das Verfahren in den Zustand vor Erlass der Verfügung zurückversetzte; vgl. auch BGE 137 V 314 E. 3.1 S. 318). In E. 3.3 des angefochtenen Entscheids wird unter Hinweis auf das Urteil 9C_805/2008 vom 13. März 2009 E. 2.4 u.a. festgehalten: "Wenn das kantonale Gericht - wie im vorliegenden Fall - nach Androhung einer reformatio in peius die von der Verwaltung zugesprochene Rente reduziert oder aufhebt, muss die versicherte Person ab Eröffnung des kantonalen, in peius reformierenden Entscheides damit rechnen, dass sie die ihr während des Beschwerdeverfahrens vor dem Bundesgericht weiterhin ausgerichtete Rente bei Abweisung des Rechtsmittels zurückzuerstatten hat; mit anderen Worten ist ab diesem Zeitpunkt der gute Glaube zu verneinen." Dies gelte, so das kantonale Verwaltungsgericht weiter, umso mehr, als auch das Bundesgericht die entsprechende Verfügung (vom 23. September 1999) aufgehoben habe und die Rechtsprechung gemäss BGE 137 V 314 noch nicht gegolten habe. Somit durfte nach Auffassung der Vorinstanz die Beschwerdeführerin spätestens nach Eröffnung des Entscheids vom 9. Januar 2001 bzw. des Urteils I 116/01 des Eidg. Versicherungsgerichts vom 27. November 2001 in dem Sinne nicht mehr in gutem Glauben von einem rechtmässigen Rentenbezug ausgehen, dass sie je nach Ausgang des Verfahrens mit der Rückerstattung von Leistungen rechnen musste. Daran änderte sich in der Folge nichts mehr. Im Gegenteil verneinte die Beschwerdegegnerin gestützt auf das von ihr eingeholte interdisziplinäre Gutachten vom 24. Februar 2004 mit Verfügung vom 7. April 2004 und Einspracheentscheid vom 23. Januar 2006 den Anspruch auf eine Invalidenrente, nachdem sie ursprünglich noch eine halbe Rente zugesprochen hatte. Unter diesen Umständen hätte der gute Glaube nur dann wiederhergestellt werden können, wenn die Beschwerdeführerin die IV-Stelle auf das Fehlen einer (rechtskräftigen) Verfügung als Grundlage für die Ausrichtung der Rente hingewiesen hätte, was sie jedoch nicht tat, und trotzdem weiterhin Leistungen ausgerichtet worden wären.