Citation: 4P.250/2006 17.01.2007 E. 7

Die Beschwerdeführerin rügt weiter, das Obergericht habe seinen Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt, indem es seiner Begründungspflicht nicht nachkam und trotz illiquidem Sachverhalt das Beweisergebnis eines summarischen Verfahrens übernahm. 7.1 Der aus Art. 29 Abs. 2 BV fliessende Anspruch auf rechtliches Gehör dient einerseits der Sachaufklärung und stellt anderseits ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass eines Entscheids dar, welcher in die Rechtsstellung des Einzelnen eingreift. Er verlangt insbesondere, dass die Gerichte die rechtserheblichen Vorbringen der Parteien anhören und bei der Entscheidfindung berücksichtigen (BGE 124 I 241 E. 2 S. 242). Damit sich die Parteien ein Bild über die Erwägungen des Gerichts machen können, ist sein Entscheid zu begründen. Die Begründung muss kurz die Überlegungen nennen, von denen sich das Gericht hat leiten lassen und auf die sich sein Entscheid stützt. Nicht erforderlich ist hingegen, dass sich der Entscheid mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinander setzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt. Es genügt, wenn der Entscheid gegebenenfalls sachgerecht angefochten werden kann (BGE 129 I 232 E. 3.2 S. 236; 126 I 97 E. 2b S. 102 f., je mit Hinweisen). 7.2 Soweit die Beschwerdeführerin rügt, das Obergericht habe nicht begründet, warum es die Aussagen der Zeugen K.________ und I.________ nicht beachtet habe, kann ihr nicht gefolgt werden. Das Gericht hat sich in seinen Erwägungen wiederholt mit den Zeugenaussagen auseinandergesetzt. Es war nicht verpflichtet, für jede einzelne Antwort von K.________ und I.________ auszuführen, warum es von ihrer Richtigkeit nicht überzeugt war. Auf die von der Beschwerdeführerin als zentral bezeichnete Aussage der Zeugen, wonach der Dr. H.________ gegenüber geäusserte Wille nur auf die Befreiung von B.________ ging, ist das Obergericht zumindest indirekt eingegangen, indem es die Schreiben der F.________ AG an die Beschwerdeführerin und an Dr. H.________, die eine entsprechende Aussage enthalten, als "nachgeschobene Erklärungsversuche" einstufte. Der Vorwurf, das Obergericht habe trotz illiquidem Sachverhalt das Beweisergebnis eines summarischen Verfahrens übernommen, indem es zur Beurteilung der Frage des Konsenses aus einem eigenen früheren, auf Art. 147 Abs. 1 OR abgestützten Urteil zitierte, das vor Einvernahme der genannten Zeugen und in einem Verfahren mit Beschränkung auf den Urkundenbeweis erging, ist ungerechtfertigt. Das Obergericht hat nämlich in E. 6 seines Entscheids die Rechtslage auch unter dem Aspekt des (nach seiner Ansicht im vorliegenden Fall zum selben Ergebnis führenden) Art. 147 Abs. 2 OR geprüft und sich in diesem Zusammenhang ausdrücklich mit den Aussagen der Zeugen K.________ und I.________ auseinandergesetzt. Die in dieser Hinsicht geltend gemachte Rüge der Verletzung von Art. 29 Abs. 2 BV ist schon deshalb unbegründet.