Citation: 5A_511/2020 E. 4.3

4.3. Schliesslich erblickt die Beschwerdeführerin auch darin Willkür, dass das Gerichtspräsidium innert zweier Jahre zwei Eheschutzurteile getroffen hat, welche hinsichtlich der Unterhaltsbeiträge stark unterschiedlich ausfielen. Das Gerichtspräsidium wandte für die Neufestsetzung der Unterhaltsbeiträge in seinem zweiten Entscheid die zwischenzeitlich ergangene bundesgerichtliche Rechtsprechung an, mit welcher sowohl für den Kindes- als auch den nachehelichen Unterhalt das Schulstufenmodell für verbindlich erklärt wurde (zum Ganzen: BGE 144 III 481 E. 4.7.6 und 4.8.2). Diesem zufolge ist dem hauptbetreuenden Elternteil ab der obligatorischen Beschulung des jüngsten Kindes eine Erwerbstätigkeit von 50 %, ab dessen Eintritt in die Sekundarstufe I eine solche von 80 % und ab Vollendung von dessen 16. Lebensjahr ein Vollzeiterwerb zuzumuten (a.a.O., E. 4.7.6). Gestützt darauf rechnete das Gerichtspräsidium der Beschwerdeführerin ein hypothetisches Einkommen an, wodurch unter anderem der Betreuungsunterhalt entfiel, sodass bedeutend geringere Kinderalimente resultierten. Ein solches Vorgehen im Eheschutzverfahren, d.h. der Beizug der für den nachehelichen Unterhalt massgeblichen Kriterien (Art. 125 ZGB), kann zulässig sein, sofern mit einer Wiederaufnahme des gemeinsamen Haushaltes nicht mehr ernsthaft gerechnet werden kann (BGE 138 III 97 E. 2.2 mit Hinweis). Die Beschwerdeführerin macht nicht geltend, dass sie mit einer Ausweitung ihres Erwerbspensums nicht vor Ergehen des Scheidungsurteils rechnen musste und die Vorinstanz die soeben zitierte Rechtsprechung falsch angewandt hätte, sodass keine Willkür ausgewiesen ist.