Citation: 5A_430/2023 E. 4.4.3

4.4.3. Es wurde bereits aufgezeigt, dass die Vorinstanz weder bei der Feststellung, die Vater-Kind-Beziehung befinde sich noch im Aufbau, noch bei der Schlussfolgerung, das Kind wäre zum jetzigen Zeitpunkt bei einer hälftigen Betreuung durch den Beschwerdeführer massiv überfordert, in Willkür verfallen ist. Zwar trifft es zu, dass sich die Vorinstanz nicht im Detail mit den vom Bundesgericht entwickelten Kriterien zur Anordnung der alternierenden Obhut (dazu E. 4.1) auseinandergesetzt hat. Sie hat ihre Überlegungen aber auf das Kindeswohl gegründet, das als oberste Maxime des Kindesrechts gilt (BGE 141 III 328 E. 5.4) und für die Regelung des Eltern-Kind-Verhältnisses demnach immer der entscheidende Faktor ist, während die Interessen und Wünsche der Eltern in den Hintergrund zu treten haben (BGE 142 III 612 E. 4.2). Im Übrigen hätte der Beschwerdeführer aufzuzeigen, dass nicht nur die Begründung des Entscheids, sondern auch das Ergebnis unhaltbar ist. Er behauptet dies zwar, vermag aber nicht weiter zu konkretisieren, inwiefern die Verweigerung der alternierenden Obhut vorliegend konkret unhaltbar wäre. Dies ist basierend auf den vorinstanzlichen, willkürfrei getroffenen und für das Bundesgericht verbindlichen Feststellungen (Art. 105 Abs. 1 BGG) nicht ersichtlich: Der Beschwerdeführer hat seinen Sohn seit mindestens kurz nach der Geburt bis zum 6. Altersjahr nie unbegleitet betreut und noch keine tragfähige Vater-Kind-Beziehung entwickeln können. Bei dieser Ausgangslage scheint es sachgerecht, zunächst den Aufbau dieser Beziehung zu priorisieren. Sodann verweist der Beschwerdeführer zwar auf die Rechtsprechung, wonach es willkürlich sein kann, beim erstmaligen Obhutsentscheid für die Stabilität der Verhältnisse eine vor der Trennung der Eltern gelebte alternierende Kinderbetreuung nicht zu berücksichtigen und stattdessen auf die Situation nach der Trennung abzustellen, als ein Elternteil den Kontakt zwischen dem Kind und dem anderen Elternteil unterband (Urteil 5A_367/2020 vom 19. Oktober 2020 E. 3.4.3, in: FamPra.ch 2021 S. 185). Eine solche Situation liegt aber gerade nicht vor: Weder behauptet der Beschwerdeführer, seinen Sohn in der kurzen Zeit vor der Trennung bzw. seinem Klinikeintritt (alternierend) betreut zu haben, noch liegen Feststellungen vor, wonach die Beschwerdegegnerin den Kontakt des Beschwerdeführers zum Kind - gegen seinen Willen - eingeschränkt hätte. Die gegenteiligen tatsächlichen Behauptungen des Beschwerdeführers sind vor Bundesgericht unbeachtlich, zumal in diesem Zusammenhang keine Sachverhaltsrügen erhoben werden.