Citation: K 143/02 11.11.2004 E. 4

Streitig und zu prüfen ist vorliegend - wie bereits im kantonalen Verfahren - lediglich die Leistungspflicht der obligatorischen Krankenpflegeversicherung bezüglich der Behandlungskosten der oberen Weisheitszähne 18 und 28. Was zunächst die Frage der Verlagerung der beiden oberen Weisheitszähne anbelangt, gehen die Meinungen des behandelnden Arztes Dr. med. Dr. med. dent. S.________ und des Vertrauenszahnarztes Dr. med. dent. B.________ auseinander, indem der erstere eine Verlagerung bejaht und behauptet, ein Durchbruch der Zähne könne wegen des abgeschlossenen Wurzelwachstums nicht mehr erfolgen, während der letztere eine Verlagerung verneint und die Wahrscheinlichkeit des spontanen Durchbruchs bejaht. Die Frage der Verlagerung der beiden oberen Weisheitszähne 18 und 28 kann indessen offen bleiben, weil die Pathologie einerseits und die notwendigen Massnahmen zu deren Beseitigung oder Verringerung andrerseits für das Vorliegen des erforderlichen qualifizierten Krankheitswertes nicht ausreichen. Hinsichtlich der Pathologie diagnostizierte Dr. med. Dr. med. dent. S.________ rezidivierende pericoronale Infekte, Parodontaltaschen mit Verbindung zur Mundhöhle, follikuläre Zysten, eine Denudierung von Zahnhals und Wurzeln der angrenzenden Zähne sowie eine drohende Verschiebung der angrenzenden Zähne mit Engstandbildung in der Oberkieferfront. Demgegenüber hält der Vertrauenszahnarzt der EGK fest, die Osteolyse sei im Rahmen des Durchbruchs normal und zur Schaffung des Durchbruchswegs durch den Knochen notwendig; dies habe nichts mit einer follikulären Zyste zu tun. Auch die Parodontaltasche sowie die Denudierung des angrenzenden Zahnes seien normale vorübergehende Begleiterscheinungen. Den behaupteten drohenden Engstand schliesslich bezeichnet Dr. med. dent. B.________ als wissenschaftlich umstritten. Eine solche Gefährdung wäre nach Auffassung des Gerichts neben der Pathologie allenfalls dann zu gewichten, wenn bereits orthodontische Massnahmen zur geordneten Gebissentwicklung eingeleitet worden wären und der Erfolg der Massnahme durch die Weisheitszähne in Frage gestellt würde. Solche Massnahmen sind vorliegend nicht ausgewiesen. Selbst wenn die vom behandelnden Arzt geltend gemachte Pathologie vorhanden war, konnte sie durch die Entfernung der Weisheitszähne behoben werden, ohne dass ein Ersatz der entfernten Zähne oder andere aufwändige Massnahmen notwendig geworden wären. Auch fehlen jegliche Anhaltspunkte für irgendwelche Schwierigkeiten oder besondere Komplikationen, sodass in Anbetracht der Rechtsprechung der erforderliche qualifizierte Krankheitswert nicht gegeben ist. Damit kann die Frage, ob für die Behandlung die Dienste eines Spitals, gar unter Beizug eines Assistenten, in Anspruch genommen werden mussten, offen bleiben.