Citation: 6B_1078/2009 13.12.2010 E. 3.4

3.4.1 Die Vorinstanz setzt sich im Rahmen der Sachverhaltsfeststellung praktisch ausschliesslich mit den Aussagen der Beschwerdegegnerin 1 sowie der Zeugin B.________ auseinander. Die übrigen Tatbeteiligten, deren Anzahl und Identität die Vorinstanz nicht abschliessend festhält, bleiben unerwähnt. Die Vorinstanz führt entsprechend auch nicht aus, welche Aussagen diese Beteiligten zur Tat gemacht haben und wie diese zu werten sind. Sie verweist lediglich auf die - allgemein gehaltenen - erstinstanzlichen Ausführungen, wonach das Beweisverfahren von der Uneinheitlichkeit und Lückenhaftigkeit der Aussagen der Beteiligten geprägt gewesen sei (angefochtenes Urteil, S. 5). Dieser pauschale Verweis lässt keine differenzierte Analyse der verschiedenen Aussagen erkennen. 3.4.2 Die ausführlicher gewürdigten Aussagen der Beschwerdegegnerin 1 stuft die Vorinstanz als glaubhaft ein. Der Beschwerdeführer weist allerdings richtigerweise darauf hin, dass diese Aussagen nicht immer präzise und konstant waren. Ihr Nachtatverhalten ist zwar entgegen dem Beschwerdeführer nicht derart ungewöhnlich, dass hierdurch ihre Aussagen als unglaubhaft einzustufen wären. Ihr Verhalten ist aus psychologischer Sicht denn auch durchaus nachvollziehbar. Die Vorinstanz leitet aus dem Nachtatverhalten allerdings ein starkes Indiz für die Glaubhaftigkeit der Aussagen ab, was zu weit führt. Der Beschwerdeführer macht in diesem Zusammenhang zu Recht geltend, ohne Beizug eines psychiatrischen Experten sei das erwähnte psychologische Phänomen einer Fixierung auf triviale Gegenstände nach einem traumatischen Ereignis (angefochtenes Urteil, S. 8) lediglich eine unbewiesene Spekulation. Dass die Beschwerdegegnerin 1 versuchte, das Geschehene zu verdrängen und sich hierfür schämte, lässt sich ebenfalls nachvollziehen. Entgegen der vorinstanzlichen Auffassung erscheint dieses Verhalten aber nicht geradezu als typisch und zeigt namentlich nicht auf, ob und inwieweit sie zu den inkriminierten Handlungen genötigt wurde. 3.4.3 Die Aussagen der Zeugin B.________ werden von der Vorinstanz in Bezug auf den Ablauf des fraglichen Abends als glaubwürdig bezeichnet, während sie die von ihr angegebene Begründung, weshalb die Beschwerdeführerin 1 die Polizei informiert haben soll, als reine Schutzbehauptung einstuft (angefochtenes Urteil, S. 11). Bei der Aussagewürdigung von B.________ steht die Motivation, weshalb die Beschwerdegegnerin 1 die Polizei alarmiert haben könnte, allerdings nicht im Vordergrund, zumal es sich um offensichtliche Vermutungen der Zeugin handelt. Der Beschwerdeführer wendet zudem zu Recht ein, die Vorinstanz begründe nicht, weshalb sie Teile der Aussagen als glaubhaft, andere aber als unglaubhaft einstuft. Entscheidend sind jedenfalls diejenigen Äusserungen, welche im Sinne von Indizien Rückschlüsse auf die Aussagen der Beschwerdegegnerin 1 zulassen. Hiermit setzt sich die Vorinstanz nicht auseinander. Ebenso wenig geht aus den vorinstanzlichen Ausführungen hervor, wie sich die Beschwerdegegnerin 1 zu diesen Zeugenaussagen stellt. 3.4.4 Die vorinstanzliche Beweiswürdigung enthält weiter keine konkreten Ausführungen zur Nötigungshandlung als zentralem Tatbestandsmerkmal der sexuellen Nötigung sowie der Vergewaltigung. Die Nötigungshandlung besteht gemäss den Art. 189 StGB und Art. 190 StGB namentlich darin, dass der Täter das Opfer bedroht, Gewalt anwendet, es unter psychischen Druck setzt oder zum Widerstand unfähig macht. Die Vorinstanz führt hierzu lediglich aus, die Beschwerdegegnerin 1 habe in die sexuellen Handlungen nicht eingewilligt (angefochtenes Urteil, S. 10 und 13). Zur Erfüllung der beschriebenen Tatbestände reicht ein fehlendes Einverständnis aber nicht aus. So könnte sich die Beschwerdegegnerin 1 (was die Vorinstanz nicht thematisiert) dem Willen des Beschwerdeführers und der anderen Teilnehmer (wenn auch vielleicht widerwillig) gefügt haben. Für diese Variante spricht etwa die Aussage der Zeugin B.________, wonach die Beschwerdegegnerin 1 naiv gewesen sei und sich darum auf die Sache eingelassen habe. Sie habe den Beschwerdeführer nicht verlieren wollen und deshalb alles gemacht, was er gesagt habe (pag. 20499 der Vorakten). Der Beschwerdeführer weist in diesem Zusammenhang ausserdem nicht unberechtigt darauf hin, dass die Beschwerdegegnerin 1 auf die Frage, ob sie in den Gruppensex eingewilligt habe, nicht klar mit "nein", sondern lediglich unbestimmt geantwortet habe. Die Beweiswürdigung erweist sich insgesamt als ungenügend und daher als willkürlich, was zur Gutheissung der Beschwerde in diesem Punkt führt.