Citation: U 196/99 19.09.2000 E. 3

3.- a) Was die Invaliditätsbemessung betrifft, rügt der Beschwerdeführer zunächst, dass die durch den zweiten Unfall bewirkte zusätzliche Einbusse an Erwerbsfähigkeit lediglich mit 8 1/3 % bewertet werde, obwohl die erwerblichen Auswirkungen dieses Unfalls wesentlich schwerer wögen als diejenigen des ersten Unfalls, welcher mit einer Rente von 25 % entschädigt worden sei. Dem ist entgegenzuhalten, dass die aus mehreren Unfällen resultierende Erwerbsunfähigkeit gesamthaft zu bemessen und dabei auf die Verhältnisse bei Erlass der zweiten Verfügung bzw. des Einspracheentscheids vom 15. Mai 1998 abzustellen ist. Nach dem Gesagten ist anzunehmen, dass bezüglich der Restfolgen des Unfalls vom 14. September 1989 eine Besserung eingetreten ist, was sich bei der Beurteilung der Gesamtinvalidität entsprechend auswirkt. b) Nach den unbestritten gebliebenen Feststellungen der SUVA ist das für die Invaliditätsbemessung nach der Methode des Einkommensvergleichs massgebende Einkommen, welches der Versicherte ohne die Invalidität zu erzielen vermöchte (Valideneinkommen) auf Fr. 73'335.- festzusetzen. Das Vergleichseinkommen, welches der Beschwerdeführer trotz der Invalidität auf dem in Betracht fallenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt noch zu erzielen vermöchte (Invalideneinkommen), wurde von SUVA und Vorinstanz auf Fr. 49'000.- festgesetzt. Die Bemessung stützt sich auf Lohnangaben zu sechs Arbeitsplätzen aus der SUVA-internen Dokumentation über Arbeitsplätze (DAP). Dabei handelt es sich um Schleifarbeiten (DAP-Nummer 1308), Prüf- und Kontrollarbeiten (DAP-Nummern 580, 1160 und 2953) sowie die Montage von Kleinteilen in Industriebetrieben (DAP-Nummern 1044 und 1169). Der durchschnittliche Jahreslohn aus diesen Tätigkeiten beläuft sich auf Fr. 53'889.-. Wenn die SUVA das Invalideneinkommen auf Fr. 49'000.- festgesetzt hat, so hat sie einen Abzug von gegen 10 % auf dem ermittelten Durchschnitt vorgenommen. Der Beschwerdeführer bestreitet die Zumutbarkeit sämtlicher Verweisungstätigkeiten und macht geltend, die angegebenen Arbeitsplätze liessen unberücksichtigt, dass ihm weder eine beidhändige feinmotorische noch eine längerdauernde sitzende Tätigkeit möglich sei; zudem handle es sich um untergeordnete repetitive Arbeiten, die ihm auch unter Berücksichtigung der bisherigen Beschäftigung und seiner persönlichen Verhältnisse nicht zumutbar seien. Entgegen der Auffassung des Versicherten können die von der SUVA genannten Verweisungstätigkeiten nicht schon deshalb als unzumutbar gelten, weil es sich um wenig anspruchsvolle Industriearbeiten handelt und er früher eine Metallbauschlosserei mit mehreren Angestellten geführt hat. Abgesehen davon, dass er die selbstständige Erwerbstätigkeit wegen eines Herzinfarktes bereits im Jahre 1991 auf einen Einmann-Betrieb reduziert hat, sind an die Zumutbarkeit von Arbeitsleistungen grundsätzlich strenge Anforderungen zu stellen; insbesondere kann einem in gehobener Stellung tätig gewesenen Versicherten auf Grund der ihm obliegenden Schadenminderungspflicht auch eine Erwerbstätigkeit in einer gegenüber früher offensichtlich untergeordneten Stellung zumutbar sein (vgl. ZAK 1976 S. 278 Erw. 3b). Zu den konkreten Vorbringen gegen die von der SUVA genannten Arbeitsplätze ist nach dem Gesagten festzustellen, dass sich die Unmöglichkeit einer beidhändigen feinmotorischen Tätigkeit mit den vorhandenen ärztlichen Beurteilungen des medizinischen Sachverhalts nicht begründen lässt. Aus den Arbeitsplatzbeschrieben geht zudem hervor, dass es sich zwar um manuell leichte, nicht aber um ausgesprochen feinmotorische Beschäftigungen handelt. Bezüglich der geltend gemachten Unmöglichkeit einer längerdauernden sitzenden Arbeit ist festzustellen, dass sämtliche der von der SUVA angegebenen Tätigkeiten sitzend auszuüben sind; nur an einem Arbeitsplatz ist die Beschäftigung auch mit gelegentlichem Gehen verbunden; an keinem Arbeitsplatz ist die Tätigkeit auch stehend auszuführen. Die angegebenen DAP-Arbeitsplätze erfüllen damit die Zumutbarkeitskriterien, wie sie Dr. med. L.________ anlässlich der kreisärztlichen Abschlussuntersuchung vom 27. August 1997 umschrieben hat. Es fragt sich indessen, ob eine ausschliesslich sitzende Tätigkeit der bestehenden Beeinträchtigung, welche sich vorab in Form von Schmerzen im rechten Oberschenkel und in der Hüfte äussert, genügend Rechnung trägt, oder ob nicht vielmehr eine wechselbelastende Arbeit, wie sie die Klinik Z.________ im Gutachten vom 22. April 1998 als möglich und zumutbar bezeichnet, als angezeigt zu erachten ist. Unter diesen Umständen bilden die von der SUVA aufgelegten DAP-Unterlagen keine zuverlässige Grundlage für die Invaliditätsbemessung. Da anderseits feststeht, dass dem Beschwerdeführer jedenfalls eine leichte wechselbelastende Tätigkeit ganztags zumutbar wäre, kann der Invaliditätsgrad anhand von Tabellenlöhnen festgesetzt werden (vgl. hiezu BGE 124 V 322 Erw. 3b/aa mit Hinweisen), womit sich eine Rückweisung der Sache zur ergänzenden Abklärung und Neubeurteilung erübrigt. c) Nach Tabelle A 1 der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) 1996 betrug der monatliche Bruttolohn (Zentralwert) für männliche Arbeitnehmer im Sektor Produktion bei einfachen und repetitiven Tätigkeiten (Anforderungsniveau 4) Fr. 4503.- (einschliesslich 13. Monatslohn). Umgerechnet auf die betriebsübliche durchschnittliche Wochenarbeitszeit von 41,9 Stunden (Statistisches Jahrbuch der Schweiz 1999, Tabelle 3.11, S. 115) und unter Berücksichtigung der Erhöhung des Nominallohnindexes von 0,5 % im Jahr 1997 (Tabelle 2.2 der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen "Lohnentwicklung 1997") ergibt sich ein Jahreseinkommen von Fr. 56'885.-. Zusätzlich zu berücksichtigen ist, dass der Beschwerdeführer auch bei einer geeigneten leichten Tätigkeit in der Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist und leidensbedingt vermehrt Pausen einzuschalten hat, was praxisgemäss einen Abzug vom Invalideneinkommen rechtfertigt (BGE 124 V 323 f. Erw. 3b/bb; AHI 1999 S. 180 f. Erw. 3b, je mit Hinweisen; noch nicht veröffentlichtes Urteil A. vom 9. Mai 2000, I 482/99). Wenn die SUVA das Invalideneinkommen auf Fr. 49'000.- festgesetzt hat, so entspricht dies unter Zugrundelegung des Tabellenlohnes von Fr. 56'885.- einem Abzug von rund 14 %, was im vorliegenden Fall als angemessen erscheint. Im Übrigen ist anzunehmen, dass der Versicherte seine Berufs- und Fachkenntnisse auch im Rahmen einer geeigneten leichteren Tätigkeit (beispielsweise Montage- und andere Werkstattarbeit in einem metallverarbeitenden Betrieb oder im Apparatebau) zu verwerten vermöchte. Es liesse sich daher auch rechtfertigen, vom Tabellenlohn für das Anforderungsniveau 3 (Berufs- und Fachkenntnisse vorausgesetzt) auszugehen, welcher bei einer standardisierten Arbeitszeit von 40 Stunden in der Woche Fr. 62'700.- im Jahr beträgt, was umgerechnet auf die betriebsübliche Arbeitszeit und unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung ein Jahreseinkommen von Fr. 66'006.- ergibt. Das Invalideneinkommen würde damit selbst dann den von der SUVA ermittelten Betrag von Fr. 49'000.- übersteigen, wenn der nach der Rechtsprechung höchstzulässige Abzug von 25 % (noch nicht veröffentlichtes Urteil A. vom 9. Mai 2000, I 482/99) vorgenommen würde. Es muss folglich bei dem von SUVA und Vorinstanz ermittelten Invalideneinkommen von Fr. 49'000.- und dem aus dem Vergleich mit dem Valideneinkommen von Fr. 73'335.- resultierenden Invaliditätsgrad von 33 1/3 % bleiben, was zur Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde führt.