Citation: 6A.37/2002 21.08.2002 E. 3.3

3.3.1 Das Bundesgericht hat schon im Aargauer Fall 6A.23/2002 vom 30. April 2002 - auf den für Einzelheiten zu verweisen ist - festgehalten, dass die Auffassung der Vorinstanz, eine Sanktionsempfindlichkeit sei in erster Linie bei unbescholtenen Fahrzeugführern zu beachten, in einer solch absoluten Form nicht geschützt werden könne, werde doch der auf ein Motorfahrzeug angewiesene Motorfahrzeugführer wegen der grösseren Massnahmeempfindlichkeit - auch im Rückfall - in der Regel schon durch eine kürzere Entzugsdauer wirksam gewarnt und von weiteren Widerhandlungen abgehalten. Die zusätzliche Berücksichtigung des Rückfalls bei der Prüfung der beruflichen Notwendigkeit, ein Motorfahrzeug zu führen, verletzt daher Bundesrecht. 3.3.2 Es trifft zu, dass der Beschwerdeführer seine berufliche Situation in der Eingabe vom 27. Oktober 2000 an das Strassenverkehrsamt des Kantons Aargau (Ziff. 5 und 6) recht eingehend umschrieben hat. Aus seiner Darstellung ergibt sich, dass er das Auto auch als Transportmittel und nicht nur als Fortbewegungsmittel benötigt. Er schildert die Einzelheiten zwar erst in seiner Eingabe ans Bundesgericht (Ziff. 18). Die Vorinstanz hat es aber unterlassen, den beantragten Beweis abzunehmen. Sie übergeht auch wortlos den Umstand, dass der Beschwerdeführer eben nicht nur mit dem Auto zu Kunden fahren muss, sondern für die Bewirtschaftung derer Sortimente, mithin für die auf Abruf zu erfolgende Ablieferung von Glückwunschkarten aller Art, verantwortlich ist. Damit ist die Willkürrüge begründet (zum Begriff der Willkür vgl. BGE 127 I 38 E. 2a). 3.3.3 Es bedarf keiner langen Ausführungen, dass der Alleininhaber einer Glückwunschkartenfirma, der zu 100 % im Aussendienst tätig ist, für die Ausübung seines Berufes und die Aufrechterhaltung des Unternehmens unabdingbar auf ein Fahrzeug angewiesen ist, umso mehr, als er einerseits aus nachvollziehbaren Gründen beständig eine grössere Menge von Werbematerial mitführen und andererseits die bestellte Ware ausliefern muss. Damit ist von einer erheblichen Massnahmeempfindlichkeit auszugehen. Denn es gibt nicht bloss Fahrzeuglenker, die beruflich entweder überhaupt nicht oder dann wie Berufsfahrer auf den Ausweis angewiesen sind; vielmehr ist der Übergang fliessend, das heisst es gibt auch Betroffene, bei denen eine leicht oder mittelgradig erhöhte Massnahmeempfindlichkeit gegeben ist (BGE 123 II 572 E. 2c, S. 575). 3.4 Die Beschwerde ist daher auch in diesem Punkt gutzuheissen.