Citation: 6B_685/2017 E. 3

Das Obergericht stellt für das Bundesgericht verbindlich fest (Art. 105 Abs. 1 und 2 BGG), der zur Anklage erhobene Sachverhalt (unter "Vorgeschichte" und "Tatausführung" in der Anklageschrift vom 22. September 2015) sei abgesehen von einem nicht ins Gewicht fallenden Umstand in objektiver und subjektiver Hinsicht vollständig und zweifelsfrei erstellt. Gestützt darauf erwägt das Obergericht im Wesentlichen, sowohl das Vorgehen als auch die Beweggründe seien als ausgesprochen skrupellos, feige und hinterhältig zu bezeichnen. Der Beschuldigte und die Ehefrau des Opfers hätten nur ein Ziel verfolgt, den ungeliebten Ehemann, welcher in ihren Augen nichts weiter mehr als einen lästigen Störfaktor darstellte, aus dem Weg zu räumen. Der Beschuldigte habe sich im damaligen Zeitpunkt nichts mehr als eine gemeinsame Zukunft und eine eigene Familie mit seiner Geliebten gewünscht. Regelrecht getrieben von diesem Wunsch, habe er sich von ihr faktisch vor die Wahl gestellt gesehen, den Ehemann zu töten oder sich von ihr und den gemeinsamen Zukunftsplänen zu verabschieden. Wie kalt und berechnend der Beschuldigte vorgegangen sei, zeige der Umstand, dass er sich nach dem gescheiterten Vorhaben am Abend zuvor, als er den Mut für eine erste Tatbegehung nicht aufbringen konnte, nicht davon habe abbringen lassen, kaum 24 Stunden später erneut einen Anschlag auf dessen Leben zu verüben. Dabei habe er sich auch nicht gescheut, seinen eigenen Bruder aus vollkommen niederträchtigen und feigen Motiven zu seinem Komplizen zu machen. Das in jeder Hinsicht erschreckend egoistische und gefühlskalte Vorgehen müsse klarerweise als (versuchter) Eliminationsmord bezeichnet werden. In subjektiver Hinsicht habe der Beschuldigte, so das Obergericht, den Ehemann der Geliebten "mittels Aufschlitzens der Kehle" töten wollen. Seine Äusserungen, wonach er gegen den Ehemann seiner Geliebten nichts gehabt und dessen Tod "eigentlich" nicht aus eigenem Antrieb gewollt habe, machten deutlich, dass er dessen Eliminierung sozusagen als notwendige Durchgangsstufe auf dem Weg zum eigentlichen Handlungsziel der Erlangung einer gemeinsamen Zukunft mit dessen Ehefrau wollte. Damit habe er direkt vorsätzlich gehandelt.