Citation: 6P.82/2000 22.01.2001 E. 19

19.- Im Juli/August 1989 schlossen der Beschwerdeführer und seine Frau einen Leasingvertrag über einen VW Golf GTI ab; Leasingnehmerin war die Hotel AG und der Vertrag sollte am 30. Juni 1992 ablaufen. Im Juni 1991 kaufte der Beschwerdeführer in eigenem Namen einen Mazda Mx-5, wobei er den VW Golf an Zahlung gab, wofür ihm Fr. 16'000.-- angerechnet wurden. Den Mazda überliess er seiner Tochter, die in der Hotel AG als Receptionistin arbeitete. Im September 1992 schloss der Beschwerdeführer namens der Hotel AG einen neuen Leasingvertrag per 1. Juli 1992 über den VW Golf ab, den er mehr als ein Jahr zuvor beim Kauf des Mazda an Zahlung gegeben hatte. Dieser Vertrag hatte eine Dauer von 24 Monaten bei einem monatlichen Leasingzins von Fr. 461.-- (angefochtener Entscheid S. 31 f.). Das Kantonsgericht geht im Wesentlichen davon aus, dass die Hotel AG ab Mitte 1992 Leasingzinsen für ein Fahrzeug bezahlt habe, das der Gesellschaft nicht mehr zur Verfügung gestanden sei. Der Beschwerdeführer habe darüber nach Belieben verfügen können; die Gesellschaft habe dazu nichts zu sagen gehabt. Zweifellos habe der Beschwerdeführer die Hotel AG geschädigt, indem er das von der Hotel AG geleaste Fahrzeug verkauft, dieses beim Kauf eines eigenen Autos an Zahlung gegeben und trotzdem darüber unter Verpflichtung der Hotel AG einen zweiten Leasingvertrag abgeschlossen habe. Spätestens beim Abschluss dieses zweiten Vertrages habe er wissen müssen, dass er den Interessen der Hotel AG zuwidergehandelt habe. Auch in diesem Fall habe er die notwendige Unterscheidung zwischen den Angelegenheiten der von ihm vertretenen Gesellschaft und seinen persönlichen Belangen nicht vorgenommen und damit in Kauf genommen, dass durch die Vermischung dieser beiden Bereiche die Gesellschaft habe zu Schaden kommen können (angefochtener Entscheid S. 33). Der Beschwerdeführer wirft dem Kantonsgericht vor, es habe in willkürlicher Beweiswürdigung angenommen, dass die Hotel AG für die Leasingzahlungen keinen Gegenwert erhalten habe. Diese Feststellung sei unter dem Blickwinkel einer wirtschaftlichen Betrachtungsweise nicht haltbar. Der Tochter des Beschwerdeführers, deren Anspruch auf die Benutzung eines Geschäftsfahrzeugs seitens des Kantonsgerichts anerkannt worden sei, sei der Mazda zur Verfügung gestanden. Wirtschaftlich betrachtet sei einzig dies von Bedeutung. Für das Vermögen der Hotel AG sei ohne Belang gewesen, ob der Tochter des Beschwerdeführers ein Fahrzeug der Marke VW Golf oder Mazda als Geschäftsfahrzeug zur Verfügung gestanden sei; die finanzielle Belastung sei für die Arbeitgeberin die Gleiche gewesen. Die Tatsache, dass der Mazda seitens des Beschwerdeführers seiner Tochter vom Kaufdatum bis zu seinem erzwungenen Austritt aus dem Verwaltungsrat der Hotel AG als Geschäftsfahrzeug zur Verfügung gestellt worden sei, belege sodann eindeutig den fehlenden Schädigungsvorsatz beim Abschluss des neuen Leasingvertrags (Beschwerdeschrift S. 81 ff. Ziff. 11). Zunächst ist festzuhalten, dass das Kantonsgericht entgegen der Behauptung des Beschwerdeführers einen Anspruch der Tochter auf die Benutzung eines Geschäftsfahrzeugs nirgends anerkannt hat (vgl. angefochtener Entscheid S. 32 f.). Entsprechend geht die Argumentation des Beschwerdeführers an der Sache vorbei. Insbesondere setzt er sich nicht mit dem Vorwurf des Kantonsgerichts auseinander, dass die Hotel AG beim Kauf des Mazda durch den Beschwerdeführer das Fahrzeug teilweise finanzierte und dafür keinen Gegenwert erhielt. Unter diesen Umständen ist die Annahme einer Schädigung der Hotel AG durch das Kantonsgericht jedenfalls nicht willkürlich. Dasselbe gilt für die Feststellung, spätestens beim Abschluss des neuen Leasingvertrags, als er ausdrücklich für die Hotel AG eine Verpflichtung eingegangen sei, obwohl er gewusst habe, dass das Vertragsobjekt nicht mehr vorhanden gewesen sei, habe ihm bewusst sein müssen, dass er den Interessen der Hotel AG zuwidergehandelt habe. Im Übrigen beschlägt die Argumentation des Beschwerdeführers den Begriff des Vermögensschadens, der in der staatsrechtlichen Beschwerde nicht zur Diskussion gestellt werden kann. Damit erweisen sich die entsprechenden Rügen (inklusive Verletzung des Grundsatzes "in dubio pro reo" und des Anspruchs auf rechtliches Gehör) als unbegründet, soweit darauf überhaupt einzutreten ist.