Citation: 8C_27/2019 E. 4.2

4.2. Dr. med. C.________ ging vom Ablauf gemäss Unfallmeldung vom 15. Juni 2015 aus und schloss auf ein Bagatelltrauma, das nicht geeignet gewesen sei, eine mediale Meniskusläsion zu verursachen. So habe sich im ersten MRI vom 9. Juni 2015 kein Meniskusriss, sondern lediglich ein Knochenmarködem am Tibiakopf gezeigt. Diese Veränderung sei wahrscheinlich eher durch Überlastung als durch das Trauma bedingt gewesen. Im zweiten MRI vom 2. September 2015 sei dieses Ödem praktisch vollständig ausgeheilt und der Status quo ante damit eigentlich erreicht gewesen. Trotzdem sei in der Folge bei anhaltender Beschwerdesymptomatik eine Arthroskopie des linken Kniegelenks durchgeführt worden, bei der eine gewisse Instabilität des Innenmeniskus zur Darstellung gekommen sei, nicht hingegen eine gesicherte durchgehende Rissbildung. Weder die erste Operation mit Refixation des medialen Meniskus noch die zweite Arthroskopie mit Teilresektion des medialen Meniskus hätten zu einer Verbesserung der Beschwerdesymptomatik geführt. Demzufolge sei es unwahrscheinlich, dass die Beschwerden auf die Meniskusinstabilität zurückzuführen seien. Vielmehr sei davon auszugehen, dass der Status quo sine spätestens Ende Februar 2016 erreicht gewesen sei. Die spätere Symptomatik und insbesondere die später durchgeführte, dritte Operation (Valgisationsosteotomie), von der der Patient ebenfalls nicht profitiert habe, könnten nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit auf das Unfallereignis vom 27. Mai 2015 zurückgeführt werden. Worauf die aktuellen Beschwerden des Patienten zurückzuführen seien, sei unklar; in Frage komme die unterdessen eingetretene Gonarthrose oder allenfalls ein CRPS. Im Rahmen des Unfalls sei es höchstens zu einer vorübergehenden, aber nicht richtungweisenden Verschlimmerung eines Vorzustands, möglicherweise im Rahmen einer beginnenden medialen Gonarthrose und einem möglicherweise kontusionsbedingten Ödem im medialen Tibiakopf gekommen.