Citation: 1C_172/2022 E. 5.8

5.8. Die Beschwerdeführenden rügen weiter, die Vorinstanz sei in Willkür verfallen, indem diese die Ausnahmebewilligung als Grundlage für die Begründung der Zulässigkeit der Aufstockung heranziehe, ohne dessen eigentlichen Kerngehalt (kleine Bauhöhe und tiefe Lage) zu berücksichtigen. Die Vorinstanz hat zwar zutreffend festgestellt, dass der im Jahr 1959 mit einer Ausnahmebewilligung auf 4,75 m festgelegte Gebäudeabstand durch die Aufstockung nicht weiter unterschritten werde. Sie begründet ihren Entscheid jedoch nicht primär mit dieser Feststellung, sondern erachtet es für ausschlaggebend, dass die Aufstockung durch das zurückversetzte Obergeschoss den massgeblichen kleinen Grenzabstand von 5 m gegenüber dem Nachbargrundstück Nr. 1458 exakt einhalte und damit auch der erforderliche Gebäudeabstand zur Nachbarliegenschaft eingehalten werde. In diesem Zusammenhang hielt das Verwaltungsgericht auch den Umstand für beachtlich, dass das Zweifamilienhaus der Beschwerdeführenden an der U.________strasse yyy deutlich mehr zur Unterschreitung des Grenzabstands - und damit auch des Gebäudeabstands - beiträgt als das streitbetroffene Einfamilienhaus an der U.________strasse xxx. Wenn die Vorinstanz der ursprünglichen Begründung der Ausnahmebewilligung aus dem Jahr 1959 in antizipierter Beweiswürdigung nicht unmittelbar entscheiderhebliche Bedeutung zugemessen hat, kann dies somit nicht als willkürlich bezeichnet werden. Soweit die Beschwerdeführenden die vorinstanzlichen Erwägungen dahingehend verstehen, dass das Verwaltungsgericht aus der Ausnahmebewilligung ein Näherbaurecht bzw. die Zulässigkeit der Reduktion des Gebäudeabstands nach heutigem Recht ableite, kann ihnen nicht gefolgt werden. Wie die Beschwerdegegnerin in ihrer Beschwerdeantwort vom 11. April 2022 zu Recht festhält, begründet die Ausnahmebewilligung aus dem Jahr 1959 als solche kein Näherbaurecht, weder ein allgemeines noch ein projektbezogenes; sie dispensierte "lediglich" von der Einhaltung des damaligen Gebäudeabstands von 10 m. Soweit die Beschwerdeführenden ihre Willkürrüge damit begründen, dass es sich bei der Ausnahmebewilligung um ein projektbezogenes Näherbaurecht zur Unterschreitung des Gebäudeabstands handle, welches einzig die Erstellung eines Gebäudes mit tiefer Lage und kleiner Bauhöhe zulasse, argumentieren sie nicht überzeugend. Die für die Baubehörde dazumal bei der Erteilung der Ausnahmebewilligung relevanten Gründe können nicht ohne Weiteres auch als für den damaligen Eigentümer massgebend unterstellt werden. Dass die Ausnahmebewilligung auf der Tatsache beruhe, dass der damalige Eigentümer das Gebäude an der U.________strasse xxx in Zukunft nicht aufstocken werde, ist somit nicht stichhaltig.