Citation: U 11/07 27.02.2008 E. 10

Streitig und zu prüfen ist weiter der Anspruch auf Integritätsentschädigung. 10.1 Die Vorinstanz ist im Rahmen ihrer Entscheidsbegründung auf die Beschwerde gegen den Einspracheentscheid nicht eingetreten, soweit damit eine Integritätsentschädigung beantragt wurde. Sie begründete dies damit, dass sich die Einsprache vom 4. Oktober/20. Dezember 2005 nicht auf die Abweisung der Integritätsentschädigung, sondern einzig auf die Kausalität der psychischen Beschwerden bezogen habe. Im Sinne einer Eventualbegründung führte die Vorinstanz aus, dass selbst bei Eintreten auf diesen Punkt ein Anspruch sowohl wegen fehlender natürlicher als auch adäquater Kausalität abgewiesen werden müsste. Im grundsätzlich massgebenden Dispositiv ihres Entscheides (vgl. BGE 120 V 233 E. 1a S. 237) hat die Vorinstanz - entgegen ihren Erwägungen - die Beschwerde betreffend die Integritätsentschädigung abgewiesen. Es liegt mithin formell kein Nichteintretensentscheid vor. 10.2 Zum erwägungsweise erfolgten Nichteintreten betreffend die Integritätsentschädigung ist ergänzend Folgendes festzuhalten. 10.2.1 Der Versicherte macht letztinstanzlich geltend, dass sich im Hauptstreitpunkt auch Kausalitätsfragen gestellt hätten und er einspracheweise zudem die Aufhebung der gesamten Verfügung vom 28. September 2005 beantragt habe. Diese sei somit auch bezüglich der Integritätsentschädigung nicht in Rechtskraft erwachsen. Damit ist er seiner Begründungspflicht hinsichtlich des vorinstanzlichen Nichteintretens nachgekommen (BGE 123 V 335; vgl. auch Bühler, in: Niggli/Uebersax/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Bundesgerichtsgesetz, Basel 2008, Art. 42 N 77). 10.2.2 Im Einspracheverfahren gilt grundsätzlich das Rügeprinzip (Art. 52 Abs. 1 ATSG, Art. 10 Abs. 1 ATSV) und die Verfügung des Versicherungsträgers tritt deshalb in Rechtskraft, soweit sie unangefochten bleibt und nicht von Amtes wegen überprüft wird (BGE 119 V 347 E. 1b S. 350; RKUV 1999 Nr. U 323 S. 98; Urteil 8C_164/2007 vom 13. September 2007, E. 2.1 mit Hinweis). Von vornherein nicht der Teilrechtskraft zugänglich ist demgegenüber die Beurteilung der nicht (ausdrücklich) angefochtenen Leistungsansprüche, wenn mit der Einsprache nicht nur Elemente der jeweiligen Leistungsart (wie z.B. der Invaliditätsgrad, der versicherte Jahresverdienst, der Rentenbeginn), sondern das gesetzliche Kausalitätserfordernis (Art. 6 UVG) streitig sind, welches seiner Natur sowohl für den Rentenanspruch als auch für den Anspruch auf Integritätsentschädigung von Bedeutung ist (RKUV 1999 Nr. U 323 S. 98; Urteile U 152/01 vom 8. Oktober 2003, E. 3, und U 434/00 vom 17. Mai 2001, E. 2b). Weil vorliegend der Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom 22. Mai 1997 und den aktuellen Beschwerden streitig war und ist, bezog sich die Einsprache gegen die Verfügung vom 28. September 2005 sinngemäss auch auf die Integritätsentschädigung. Die SUVA hätte deshalb im Einspracheentscheid auch darüber materiell entscheiden müssen. Soweit die Vorinstanz im Rahmen ihrer Entscheidsbegründung auf die Beschwerde betreffend die Integritätsentschädigung nicht eintrat, ist ihr Vorgehen mithin nicht rechtskonform.