Citation: 7B_640/2023 E. 5.2

5.2. Weiter ist zu prüfen, ob im vorliegenden Fall objektive Anhaltspunkte für eine Befangenheit der Beschwerdegegner im Sinne von Art. 56 lit. f StPO bestehen. Dass das Bundesgericht in seinem Urteil 6B_472/2021 vom 27. April 2023 das Verfahren an das Berufungsgericht zurückwies zum Erlass eines Urteils, das keine Verletzung der Unschuldsvermutung mehr erkennen lässt, begründet keinen Ausstandsgrund im Sinne der oben (E. 4.4) dargelegten Praxis. In seinem Entscheid vom 25. November 2020 hatte das Obergericht das Verfahren für die verjährten Anklagesachverhalte mit Recht eingestellt. Das Bundesgericht hatte beanstandet, dass die Begründung des Berufungsurteils diesbezüglich keine Tatbestandsmässigkeit andeuten bzw. nicht den (unzutreffenden) Eindruck eines "Schuldvorwurfes in den verjährten Anklagepunkten" erwecken dürfe. Darin liegen keine besonders krassen oder ungewöhnlich häufigen Fehlleistungen der Beschwerdegegner, welche bei gesamthafter Würdigung eine schwere Verletzung ihrer Amtspflichten darstellen könnten (vgl. BGE 143 IV 69 E. 3.2; 141 IV 178 E. 3.2.3; 138 IV 142 E. 2.3). Alle übrigen damaligen Rügen des Beschuldigten hatte das Bundesgericht im Urteil 6B_472/2021 als unbegründet verworfen. Was der Beschwerdeführer sonst noch vorbringt, begründet weder Verfahrensfehler der Beschwerdegegner noch den Anschein von Befangenheit. Das gilt insbesondere für die im Zusammenhang mit Ersatzmassnahmen für strafprozessuale Haft verfügte Hinterlegung der Identitätskarten und Reisepässe des Beschwerdeführers, für die Äusserung der Beschwerdegegnerin 1, dass angesichts der erstinstanzlichen Verurteilung zu vier Jahren Freiheitsstrafe und den Berufungsanträgen der Parteien "nach wie vor eine empfindliche Freiheitsstrafe im Raum" stehe, oder für den Umstand, dass die Verfahrensleitung des Berufungsgerichtes derzeit keine weiteren Beweiserhebungen in Aussicht gestellt habe. Dem Beschwerdeführer ist es unbenommen, ihm notwendig erscheinende Beweisanträge anlässlich der Berufungsverhandlung zu stellen. Damit sind hier auch keine objektiven Anhaltspunkte für eine Befangenheit der Beschwerdegegner 1 und 3-4 im Sinne von Art. 56 lit. f StPO dargetan.