Citation: 1A.174/2003 04.05.2004 E. 5

Schliesslich rügt die Beschwerdeführerin eine Verletzung der Eigentumsgarantie (Art. 26 BV). Sie macht geltend, für den mit dem GGEP verbundenen Eingriff in ihr Eigentum fehle ein ausreichendes öffentliches Interesse, und der Eingriff sei unverhältnismässig. 5.1 Was das öffentliche Interesse an der Planung angeht, so kann auf die in E. 3.2 erwähnten Gründe verwiesen werden. Die vorliegende Planung betrifft ein relativ kleines, in der Bauzone liegendes Gebiet, innerhalb dessen die Baumassenverteilung mit Blick auf die Wahrung des Ortsbildschutzes anders als bisher geregelt werden soll. Der GGEP ermöglicht eine Überbauung, welche auf das bestehende, schützenswerte Ortsbild Rücksicht nimmt, Wohnungen mit benutzerfreundlichen Grundrissen enthält und grosszügige Aussenräume aufweist, die an die bestehenden Gärten anschliessen. Damit orientiert sich die angefochtene Planung an Zielen und Grundsätzen der Raumplanung, namentlich an Art. 1 Abs. 2 lit. b und Art. 3 Abs. 3 des Bundesgesetzes über die Raumplanung vom 22. Juni 1979 (RPG, SR 700). Dies liegt im öffentlichen Interesse, unabhängig davon, dass damit auch das private Interesse der Bauherrschaft, welche die Überbauung realisiert, abgedeckt wird. Das öffentliche Interesse wird auch nicht dadurch verletzt, dass sich der Plan auf ein relativ kleines Gebiet beschränkt. Zwar dürfen Teilrevisionen nicht beliebig weit oder eng gezogen werden, sondern müssen so abgegrenzt werden, dass sie alle wesentlichen Gesichtspunkte umfassen. Unter dieser Voraussetzung kann eine kommunale Nutzungsplanung indes für einen Teil des Gemeindegebiets oder sogar für eine einzelne Liegenschaft gesondert erfolgen (vgl. BGE 115 Ia 85 E. 3b/cc S. 89; Urteil des Bundesgerichts vom 4. Juni 1993, in: ZBl 95/1994 S. 133, E. 7b). Es bestehen im Lichte der Vorbringen der Beschwerdeführerin keinerlei Anhaltspunkte dafür, dass sich die angefochtene Revision auf ein unzweckmässig abgegrenztes Gebiet beziehe und wesentliche ortsplanerische Aspekte zu wenig oder gar nicht berücksichtigt würden. 5.2 Zur Verhältnismässigkeit ist zunächst festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin die Nachteile überzeichnet, die sie durch den GGEP erfährt. Es ist unbestritten, dass die mit der neuen Planung ermöglichte Überbauung die Aussicht der Beschwerdeführerin Richtung Rosegtal verdecken wird. Die Beschwerdeführerin übergeht aber mit Stillschweigen, dass auch nach den bisher gültigen Vorschriften eine Überbauung zulässig gewesen wäre, welche die Aussicht in vergleichbarer Weise beschränkt hätte. Dies ist die Folge davon, dass das Baugebiet Laret für eine relativ dichte Überbauung vorgesehen ist, welche Möglichkeit indessen von verschiedenen Grundeigentümern bisher nicht wahrgenommen wurde. Das Baufenster 1 gemäss GGEP ist zwischen 10 und 15 m von der Grenze der Parzelle Nr. 2064 entfernt und hält damit einen deutlich grösseren als den minimalen Grenzabstand ein. Dass der im Baufenster 1 ermöglichte Baukörper dem Grundstück der Beschwerdeführerin so viel Licht und Sonne entzieht, dass darauf keine vernünftige Überbauung mehr möglich ist, erscheint als unsubstanziierte Schutzbehauptung. Im Planungs- und Mitwirkungsbericht vom Juni/November 2001 wird eine mögliche Neuüberbauung des Baubereichs II aufgezeigt, in welcher der auf der Parzelle Nr. 2064 vorgesehene Baukörper einen Mindestabstand zum Baufenster 1 von 25 m einhält, so dass - auch angesichts der Lage praktisch am Rande des Dorfkerns - keineswegs von einer unverhältnismässigen Beeinträchtigung durch Lichtentzug gesprochen werden kann. Sodann fällt in Betracht, dass auch der Beschwerdeführerin die Nutzungsübertragung von der Kern- in die Wohnzone W4 Laret zugestanden wird. Das ist insofern nicht unbedeutend, als gleichzeitig mit dem Erlass des GGEP durch den Teilzonenplan Laret / Puntraschins suot 1:2000 die Dorfkernzone im Baubereich II nach Osten erweitert wurde, so dass nun ein etwas grösserer Teil der Parzelle Nr. 2064 in der Dorfkernzone Laret liegt. Schliesslich ermöglicht der GGEP der Beschwerdeführerin, ihr Grundstück über die neu zu erstellende Erschliessung des Baubereichs I zu erschliessen, was eine deutliche Aufwertung darstellt. Von einer unverhältnismässigen Belastung der Beschwerdeführerin kann daher keine Rede sein. Dass der GGEP den noch zu erlassenden Quartierplan teilweise präjudiziert, dürfte zutreffen. Das Eigentum der Beschwerdeführerin wird dadurch jedoch nicht in unzulässiger Weise beschränkt.