Citation: 1C_489/2015 E. 2.1

2.1. Das Verwaltungsgericht führt im angefochtenen Urteil aus, die Gemeinde hätte den Wiederaufbau des Betriebsgebäudes nach dem Brand im Jahr 1999 wegen der fehlenden Zonenkonformität in der Wohnzone W2 nicht bewilligen dürfen. Nach der Praxis zu Art. 3 des Baugesetzes des Kantons Bern vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721.0) bestehe jedoch eine Besitzstandsgarantie im Rahmen des Umfangs, in dem die Schreinerei bis zum Zuzug der beiden neuen Unternehmen betrieben worden sei. Aus den Akten ergebe sich insofern, dass nach dem Wiederaufbau des Betriebsgebäudes im Jahr 1999 eine Möbelwerkstätte-Schreinerei mit einem bis drei Angestellten untergebracht gewesen sei, so dass mit dem damaligen Inhaber und seiner Ehefrau insgesamt drei bis fünf Personen zum Betrieb gehört hätten. Zudem habe der Betrieb über einen Lieferwagen verfügt. Da Inhaber und Mitarbeitende mit dem Auto zur Arbeit gefahren seien, seien dem Betrieb insgesamt fünf Fahrzeuge zuzurechnen gewesen. Der Betrieb sei jährlich zwei- bis dreimal mit Holzplatten beliefert worden. In der Folge sei es aufgrund der Pensionierung von W.________ zu einer vorübergehenden Reduktion der Betriebstätigkeit gekommen, was die Besitzstandsgarantie jedoch nicht tangiere. Diese umfasse deshalb eine Nutzung des Grundstücks als Schreinerei mit drei bis fünf Personen. Der von der Besitzstandsgarantie geschützten Möbelwerkstätte- Schreinerei mit drei bis fünf Mitarbeitenden sowie fünf Fahrzeugen, darunter einem Lieferwagen, stehe heute ein hauptsächlich auf Bauschreinerarbeiten ausgerichteter Betrieb mit drei Inhabern, acht Angestellten sowie vier Lieferwagen und acht bis neun Personenwagen gegenüber. Zudem hätten seit der Zusammenlegung der drei Unternehmen die Zulieferungen zur Schreinerei zugenommen: früher sei zwei bis dreimal im Jahr Material geliefert worden, heute rund fünfmal im Monat mit Lastwagen zwischen 3,5 und 14,5 t. Im neuen Betrieb arbeiteten die Beschäftigten mehrheitlich auf Baustellen. Während sich einige Mitarbeitende direkt dorthin begäben, kämen andere am Morgen zunächst in die Schreinerei, um auf den Baustellen benötigtes Material und Werkzeug bereitzustellen und in die Lieferwagen zu verladen. Abends kehrten sie zum Entladen der Fahrzeuge wieder zum Betriebsgebäude zurück. Dieses werde demnach vor allem als Ausgangs- und Rückkehrpunkt benutzt. Demgegenüber seien die Mitarbeitenden des ursprünglichen Betriebs vorwiegend ganztags in der Schreinerei tätig gewesen.