Citation: U 357/04 22.09.2005 E. 4

Zu prüfen bleibt, wie sich die festgestellte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in erwerblicher Hinsicht auswirkt. Der für die Invaliditätsbemessung bei Erwerbstätigen massgebende Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt. 4.1 Hinsichtlich des Valideneinkommens beruft sich der Beschwerdeführer auf das im Zeitpunkt des Unfallereignisses als Hauswart tatsächlich erzielte Einkommen, während SUVA und Vorinstanz sich auf den Standpunkt stellen, dieses sei unter Berücksichtigung der unfallfremd verminderten Leistungsfähigkeit aus psychischen Gründen zu bestimmen. 4.1.1 Wie bereits aufgeführt, können die gesundheitlichen Beeinträchtigungen, die dem Rentenentscheid der IV-Selle zu Grunde liegen, von den Folgen des Unfalls vom 11. Oktober 1992 getrennt werden; es handelt sich um verschiedene Krankheitsbilder. Fest steht auch, dass der Beschwerdeführer bereits vor dem Rückfall im Jahre 2000 aufgrund einer nicht versicherten Gesundheitsschädigung in seiner Leistungsfähigkeit beeinträchtigt war. Gemäss Akten der Invalidenversicherung verblieb lediglich noch eine Arbeitsfähigkeit in einem geschützten Arbeitsrahmen (vgl. Bericht des Dr. med. W.________, Leitender Arzt des Ambulanten Psychiatrischen Dienstes vom 23. März und vom 31. Juli 1998, Schlussbericht über die erwerblichen Eingliederungsmöglichkeiten der IV-Stelle Zug vom 4. Juni 1999, Schlussbericht der Werkstätte Z.________ für Behinderte vom 21. Mai 1999). Die Bestimmung des Invaliditätsgrades hat deshalb in der Weise zu erfolgen, dass das Valideneinkommen - das aufgrund der psychischen Gesundheitsstörung bereits ein Invalideneinkommen darstellt - dem Lohn entspricht, den der Beschwerdeführer aufgrund der dadurch bedingten verminderten Leistungsfähigkeit zu erzielen im Stande wäre (vgl. Erw. 2.4). Auf das im Zeitpunkt des Unfalles erzielte Einkommen könnte deshalb nur abgestellt werden, falls es unter Berücksichtigung der verminderten Leistungsfähigkeit den tatsächlichen Erwerbsmöglichkeiten entspricht. Dies ist mit Bezug auf die langjährige Tätigkeit als Hauswart bei der Q.________ & Co, die bis im Frühjahr 1996 ausgeübt wurde, nicht der Fall. Wie dem Bericht des Dr. med. W.________ vom 23. März 1998 zu entnehmen ist, musste der Beschwerdeführer aufgrund seiner manisch-depressiven Krankheit und den damit zusammenhängenden ausgeprägten Stimmungsschwankungen die Arbeit wiederholt und zum Teil während längerer Zeit unterbrechen. Im Bericht der Invalidenversicherung über die beruflichen Eingliederungsmöglichkeiten vom 30. November 1998 wurde festgehalten, da sich der Versicherte, wenn es ihm etwas besser gehe, offenbar nicht begrenzen könne, müsse von einer leistungsinkonstanten Arbeitssituation ausgegangen werden. Er könne somit nicht mehr als vollverantwortlicher Hauswart eingesetzt werden. In der Werkstätte Z.________ für Behinderte wurde der Beschwerdeführer während der dreimonatigen Abklärungszeit mit verschiedenen Hauswarttätigkeiten konfrontiert. Gemäss Schlussbericht vom 21. Mai 1999 betrug die Leistungsfähigkeit, welche starken Schwankungen ausgesetzt war, zwischen 40 % und 80 %. In der freien Wirtschaft sei er den Anforderungen aus psychischen Gründen nicht gewachsen. 4.1.2 Es ist daher nach dem hypothetischen Einkommen zu fragen, d.h. nach jenem Lohn, den der Beschwerdeführer aufgrund der vorbestehenden, aus unfallfremden Gründen reduzierten Arbeitsfähigkeit zu erzielen im Stande gewesen wäre. Bei der Tätigkeit als Hilfsabwart in der Werkstätte Z.________ für Behinderte, welche der Beschwerdeführer auf Zusehen hin ausüben konnte, erzielte er im Jahre 1999 ein Jahreseinkommen von Fr. 8667.10. Dieses legte die IV-Stelle als Invalideneinkommen der Bemessung des Invaliditätsgrades zu Grunde. Im April 2000 trat der Beschwerdeführer in der L.________ GmbH eine Stelle als Chauffeur auf Abruf mit einem Pensum von etwa 50 % an und erzielte bei einem vereinbarten Stundenlohn von Fr. 20.- (inkl. Ferienentschädigung) ein Jahreseinkommen von rund Fr. 18'000.-, von welchem die Vorinstanz ausgegangen ist. Die Anstellung dauerte zwar nur bis Ende September 2000, zeigt jedoch, dass ein Einsatz in der freien Wirtschaft in bescheidenem Umfang nicht ausgeschlossen ist. Unter diesen Umständen ist die vom Bundesamt für Statistik herausgegebene Schweizerische Lohnstrukturerhebung (LSE) heranzuziehen. Das statistische Einkommen von Männern im Anforderungsniveau 4 für einfache und repetitive Tätigkeiten betrug gemäss LSE 2000 unter Berücksichtigung der betriebsüblichen Arbeitszeit Fr. 55'640- (LSE 2000 TA1, Fr. 4437.- x 12 = Fr. 53'244.- : 40 x 41,8). Das von der Vorinstanz berücksichtigte Einkommen von Fr. 18'000.- entspricht rund einem Drittel des statistischen Wertes. Aufgrund der aus unfallfremden Gründen bestehenden stark verminderten Leistungsfähigkeit erscheint die Annahme eines Valideneinkommens in dieser Höhe als realistisch. 4.2 Hinsichtlich des Invalideneinkommens ist zu berücksichtigen, dass dem Beschwerdeführer von den Unfallfolgen her eine 100%ige Arbeitstätigkeit in einer leidensangepassten schulterschonenden Beschäftigung zumutbar ist. Massgebend ist jener Betrag, den der Beschwerdeführer trotz Unfallfolgen und unfallfremder Beeinträchtigung noch zu erzielen in der Lage ist. Ausgangspunkt ist dabei wiederum das hypothetische Jahreseinkommen von Fr. 18'000.-. Da bei Annahme eines solchen Einkommens dem Umstand bereits gebührend Rechnung getragen wird, dass der Versicherte seine Restarbeitsfähigkeit nur mit deutlich unterdurchschnittlichem erwerblichen Erfolg verwerten und wegen seiner unfallbedingten Beeinträchtigung nur noch körperlich leichte Arbeiten verrichten kann, rechtfertigt sich kein weitergehender Abzug. Gemäss den Angaben in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde soll der Beschwerdeführer übrigens mittlerweile bei der O.________ AG eine Stelle im Parkplatzdienst gefunden haben und dort 4 Stunden am Tag zu einem Stundenlohn von Fr. 25.- (inkl. Ferienentschädigung) arbeiten. 4.3 Da das unter Berücksichtigung der invaliditätsfremden verminderten Leistungsfähigkeit festgelegte Valideneinkommen auch einem zumutbaren Invalideneinkommen entspricht, resultiert kein unfallbedingter Erwerbsausfall.