Citation: 2C_1052/2020 E. 3.2.6

3.2.6. Damit von Eventualvorsatz ausgegangen werden kann, ist folglich zu verlangen, dass sowohl das Wissens- als auch das Willensmoment nachgewiesen sind (BGE 143 V 285 E. 4.2.2; 137 IV 1 E. 4.2.3; 135 IV 12 E. 2.3.1; 133 IV 1 E. 4.1). Je höher die Wahrscheinlichkeit der Tatbestandsverwirklichung ist und je schwerer die Sorgfaltspflichtverletzung wiegt, umso eher ist anzunehmen, die Tatbestandsverwirklichung werde in Kauf genommen (Urteil 6B_282/2021 vom 23. Juni 2021 E. 7.3.1, zur Publ. vorgesehen; BGE 143 V 285 E. 4.2.2; 138 V 74 E. 8.4.1; 133 IV 9 E. 4.1; 133 IV 222 E. 5.3; Urteile 6B_67/2019 vom 16. Dezember 2020 E. 5.9.1; 2C_257/2018 / 2C_308/2018 vom 11. November 2019 E. 4.4.1). Daher gilt eine gewisse Beweiserleichterung: Das Gericht darf vom Wissen des Täters auf den Willen schliessen, wenn sich dem Täter der Eintritt des Erfolgs als so wahrscheinlich aufdrängte, dass die Bereitschaft, ihn als Folge hinzunehmen, vernünftigerweise nur als Inkaufnahme des Erfolgs ausgelegt werden kann (dazu wiederum Urteil 6B_282/2021 vom 23. Juni 2021 E. 7.3.1, zur Publ. vorgesehen; BGE 133 IV 1 E. 4.1; 133 IV 9 E. 4.1, 1 E. 4.1).