Citation: 8C_295/2023 E. 8.2.1

8.2.1. Im relevanten Zeitpunkt am 30. Dezember 2020 (E. 8 Ingress und E. 8.1.2 hiervor) war die Beschwerdeführerin 62 Jahre und rund 2 Monate alt. Bis zum AHV-Pensionsalter verblieb ihr somit eine Aktivitätsdauer von weniger als 2 Jahren. Hinzu kommt eine ausgeprägte arbeitsmarktliche Desintegration, arbeitete die Beschwerdeführerin doch aufgrund der Akten seit 2009 ausschliesslich als selbstständige Werbeartikelverkäuferin im Aussendienst. Was ihre Erwerbsbiografie betrifft, so absolvierte sie bis 1975 eine zweijährige Bürolehre. Ihre diversen beruflichen Tätigkeiten ausserhalb der selbstständigen Erwerbstätigkeit liegen 11 Jahre und länger zurück. Folglich kann sie nicht mehr hinreichend von bereits erworbenen Kompetenzen profitieren, die in einer Verweistätigkeit im Anstellungsverhältnis auf dem als ausgeglichen unterstellten Arbeitsmarkt verwertbar wären. Dies führt auch bei einer optimal angepassten Tätigkeit oder einem Nischenarbeitsplatz zu einem für einen zukünftigen Arbeitgeber erheblichen Umstellungs- und Einarbeitungsaufwand, sodass aufgrund der konkreten Umstände, insbesondere der nur noch weniger als zwei Jahre dauernden Arbeitszeit, praktisch keine Anstellungschancen bestehen (vgl. auch Urteile 9C_644/2019 vom 20. Januar 2020 E. 4.3 und 9C_52/2014 vom 28. Mai 2014 E. 3.1.3).