Citation: 5A_241/2023 E. 3.2

3.2. Die Vorinstanz erwägt, dass das Bezirksgericht in seiner Verfügung vom 16. Dezember 2022 (s. Sachverhalt Bst. B.b) noch nicht in der Sache entschieden, sondern nebst den Disziplinarmassnahmen lediglich Vollstreckungsmassnahmen bezüglich (früher) getroffener vorsorglicher Massnahmen angeordnet habe. Vor diesem Hintergrund seien die Disziplinarmassnahmen nicht bloss akzessorischer Natur. Der Umstand, dass die Beschwerdeführerin als Adressatin der Disziplinarmassnahmen nicht Partei des vorinstanzlichen Verfahrens ist, ändere nichts daran, dass die entsprechenden Anordnungen im Rahmen der dem Bezirksgericht obliegenden Verfahrensleitung ergingen. Die Beschwerdeführerin gehe deshalb zu Recht davon aus, dass es sich bei der Anordnung der Disziplinarmassnahmen um einen prozessleitenden Entscheid handelt. Das Bezirksgericht habe in seiner Rechtsmittelbelehrung hinsichtlich des Rechtsmittels auf die Beschwerde hingewiesen, die binnen dreissig Tagen zu erheben sei. Diese Rechtsmittelangabe ist laut dem Obergericht falsch, denn nach Art. 321 Abs. 2 ZPO betrage die Beschwerdefrist zur Anfechtung eines prozessleitenden Entscheids nur zehn Tage, wenn das Gesetz nichts anderes bestimmt. Nachdem die Beschwerdeführerin den Entscheid des Bezirksgerichts am 27. Dezember 2022 entgegengenommen habe, sei die zehntägige Frist am 12. Januar 2023 abgelaufen. Damit erweise sich die am 1. Februar 2023 der Schweizerischen Post übergebene Beschwerde als verspätet. An diesem Ergebnis würde sich dem angefochtenen Entscheid zufolge selbst dann nichts ändern, wenn man die Disziplinarmassnahmen als akzessorisch zur gleichzeitig angeordneten (und von B.________ binnen zehn Tagen angefochtenen) Vollstreckungsmassnahme betrachten würde. Die Rechtsmittelfrist im summarischen Verfahren, das für vorsorgliche Massnahmen und die Vollstreckung anwendbar sei (Art. 248 Bst. d und Art. 339 Abs. 2 ZPO), betrage nämlich ebenfalls lediglich zehn Tage (Art. 321 Abs. 2 und Art. 314 Abs. 1 ZPO). In der Folge erörtert das Obergericht, ob die Beschwerdeführerin die Folgen aus der falschen Rechtsmittelbelehrung zu tragen hat. Auf ihr Vertrauen in eine unrichtige Rechtsmittelbelehrung könne sich eine Prozesspartei nur berufen, wenn sie die Unrichtigkeit nicht erkannte und bei gebührender Aufmerksamkeit auch nicht hätte erkennen müssen, wobei nur eine grobe prozessuale Unsorgfalt der betroffenen Partei oder ihres Anwalts eine unrichtige Rechtsmittelbelehrung aufzuwiegen vermöge. Bezogen auf den konkreten Fall konstatiert das Obergericht, die Beschwerdeführerin habe richtig erkannt, dass die bezirksgerichtliche Verfügung prozessleitender Natur ist. Dagegen sei - wie dem Gesetz entnommen werden könne - grundsätzlich binnen zehn Tagen Beschwerde zu erheben (Art. 321 Abs. 2 ZPO). Entsprechend hätte die Beschwerdeführerin als Anwältin die Fehlerhaftigkeit der Rechtsmittelbelehrung ohne Weiteres erkennen können. Der Vertrauensschutz greife somit nicht, weshalb auf die Beschwerde zufolge Verspätung nicht einzutreten sei. An diesem Ergebnis ändere sich auch dann nichts, wenn man zugunsten der Beschwerdeführerin davon ausginge, dass erst der von ihr am 13. Januar 2023 mandatierte Rechtsvertreter die Fehlerhaftigkeit hätte erkennen müssen, denn diesfalls wäre ein Gesuch um Wiederherstellung der versäumten Rechtsmittelfrist zu stellen gewesen, was jedoch unterblieben sei.