Citation: 6B_86/2010 09.04.2010 E. 2

2.1 Der Beschwerdeführer macht geltend, für die Frage der adäquaten Kausalität sei nicht nur auf die Wahrscheinlichkeit von Geschehensabläufen, sondern auch darauf abzustellen, welche Risiken nach allgemeiner Auffassung, unter dem Aspekt der sozialen Adäquanz, in Kauf genommen würden. Der Beschwerdegegner sei als erfahrener Baufachmann beim Abladen des Schotters behilflich und voll auf die Bewegungen des Greifers fokussiert gewesen. Deshalb sei die adäquate Kausalität zwischen seinem (des Beschwerdeführers) Handeln und der eingetretenen Körperverletzung zu verneinen bzw. diese werde durch das Verhalten des Beschwerdegegners unterbrochen, welcher in den Schalengreifer des Krans fasste. Das grobfahrlässige Verhalten des Beschwerdegegners dränge andere Ursachen der Verletzung vollständig in den Hintergrund. Damit habe er (der Beschwerdeführer) nicht rechnen müssen. 2.2 Die Vorinstanz erwägt, das Verhalten des Beschwerdegegners sei zwar völlig falsch und grobfahrlässig gewesen, weil er ohne Verständigung mit dem Beschwerdeführer und ohne Gewissheit, dass dieser keine Manipulationen am Greifer vornehme, hineingegriffen habe. Indessen könne nicht gesagt werden, dass der Beschwerdeführer mit der Handlung des Beschwerdegegners nicht habe rechnen müssen und sein Fehlverhalten dadurch völlig in den Hintergrund gedrängt werde. Der adäquate Kausalzusammenhang werde durch das Fehlverhalten des Beschwerdegegners nicht unterbrochen. 2.3 Ob der adäquate Kausalzusammenhang gegeben ist, entscheidet sich anhand des Verhaltens des Täters, welches geeignet sein muss, nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und den Erfahrungen des Lebens einen Erfolg wie den eingetretenen herbeizuführen oder mindestens zu begünstigen. Die Adäquanz ist nur zu verneinen, wenn ganz aussergewöhnliche Umstände, wie das Mitverschulden des Opfers beziehungsweise eines Dritten oder Material- oder Konstruktionsfehler, als Mitursache hinzutreten, mit denen schlechthin nicht gerechnet werden musste und die derart schwer wiegen, dass sie als wahrscheinlichste und unmittelbarste Ursache des Erfolgs erscheinen und so alle anderen mitverursachenden Faktoren, namentlich das Verhalten des Angeschuldigten, in den Hintergrund drängen (vgl. BGE 135 IV 56 E. 2 und 3 S. 63 ff.; 134 IV 193 E. 7.3 S. 204; je mit Hinweisen). Das Verhalten des Geschädigten oder eines Dritten vermag im Normalfall den adäquaten Kausalzusammenhang zwischen Schaden und Verhalten des Schädigenden nicht zu beseitigen, selbst wenn das Verschulden des Geschädigten oder des Dritten dasjenige des Schädigers übersteigt. Auch wenn neben die erste Ursache andere treten und die Erstursache in den Hintergrund drängen, bleibt sie adäquat kausal, solange sie im Rahmen des Geschehens noch als erheblich zu betrachten ist, solange nicht eine Zusatzursache derart ausserhalb des normalen Geschehens liegt, derart unsinnig ist, dass damit nicht zu rechnen war. Entscheidend ist die Intensität der beiden Kausalzusammenhänge. Erscheint der eine bei wertender Betrachtung als derart intensiv, dass er den andern gleichsam verdrängt und als unbedeutend erscheinen lässt, wird eine sogenannte Unterbrechung des andern angenommen (BGE 116 II 519 E. 4b S. 524 mit Hinweisen; vgl. zur Unterbrechung des Kausalzusammenhangs auch BGE 134 IV 255 E. 4.4.2 S. 265 f. mit Hinweisen). 2.4 Nicht einzutreten ist auf die Ausführungen des Beschwerdeführers, soweit er einen anderen Sachverhalt darlegt, als von der Vorinstanz festgestellt wurde (insbesondere, der Beschwerdegegner habe sich voll auf die Bewegungen des Greifers fokussiert). Denn er erhebt diesbezüglich weder die Rüge der willkürlichen Sachverhaltsfeststellung noch begründet er eine solche näher (vgl. BGE 134 II 244 E. 2.2 S. 246 mit Hinweisen). Den Beschwerdegegner trifft nach den zutreffenden vorinstanzlichen Erwägungen ein erhebliches Mitverschulden an seiner Verletzung, denn der Griff in eine sich bewegende Maschine durch einen Baufachmann ist als leichtfertig zu bezeichnen. Das Mitverschulden ist jedoch nicht derart gross, dass das Verhalten des Beschwerdeführers vollständig in den Hintergrund rückt und als unbedeutend bezeichnet werden könnte. Vielmehr haben sowohl der Beschwerdeführer als auch der Beschwerdegegner zum Unfallgeschehen beigetragen, indem sie beide bei ihrer Handlung nicht auf das Tun des anderen achteten: der eine betätigte den Schalengreifer, ohne Sichtkontakt zu den unmittelbar in der Nähe befindlichen Menschen zu haben, der andere fasste ohne Vorwarnung in den Schalengreifer hinein. Die Vorinstanz durfte ohne Bundesrechtsverletzung davon ausgehen, dass das Verhalten des Beschwerdeführers nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und den Erfahrungen des Lebens geeignet ist, die eingetretenen Verletzungen zu bewirken.