Citation: 8C_437/2021 E. 5.1.4

5.1.4. Soweit ersichtlich hatte sich das Bundesgericht bisher noch nie mit der Frage der Unfalladäquanz und der Unfallschwere im Zusammenhang mit einem Blitzunfall zu befassen. Die Vorinstanz qualifizierte den oben beschriebenen Geschehensablauf als mittelschweren Unfall im engeren Sinne, wobei sie sich an der Rechtsprechung zu den (Stark) Stromunfällen orientierte. Der Beschwerdeführer weist diesbezüglich zu Recht darauf hin, dass sich die Unfälle in den von der Vorinstanz zitierten Fällen (Urteile 8C_362/2011 vom 30. Juni 2011 E. 3.2; 8C_584/2010 vom 11. März 2011 E. 4.2.4) mit Spannungen zwischen 230 und 552 Volt ereigneten. Demgegenüber sind Blitzunfälle durch eine extrem hohe Stromstärke und eine sehr kurze Expositionsdauer charakterisiert. Das Schädigungsproblem bei Blitzunfällen sind die elektrische Energie, die hohe Temperatur und/oder die explosive Kraft der Druckwelle (vgl. Stellungnahme Dr. med. univ. F.________ vom 24. September 2020). Gemäss der vom kantonalen Gericht zitierten Quelle können bei einem Blitz Spannungen von mehr als 100 Mio. Volt auftreten. Die Blitzentladung dauert etwa 0,02 Sekunden und geht mit Stromstärken bis zu einigen 100'000 Ampere einher. Die Luft erhitzt sich dabei im Blitzkanal bis auf etwa 25'000 bis 30'000 Grad Celsius. Mit Blick auf diese enorme elektrische Energie und die bei einer Blitzentladung entstehende Druckwelle, die beim Beschwerdeführer unbestritten zu einem Barotrauma führte, lässt sich ein Blitzunfall nicht mit einem (Stark) Stromunfall aus einer künstlichen Stromquelle vergleichen.