Citation: 1P.588/2006 06.03.2007 E. 3

Nach dem angefochtenen Entscheid ist der umstrittene Balkon baulich und funktional Bestandteil des Dachgeschosses. Die in den Grenzabstandsbereich ragende Balkonplatte soll unter die Dachtraufe zu liegen kommen. Das aus Sicherheitsgründen notwendige Geländer durchstösst in geringfügigem Umfang die Schnittlinie zwischen Fassade und Dachfläche. Diese sachverhaltlichen Feststellungen werden nicht detailliert bestritten. Dennoch wenden sich die Beschwerdeführer gegen die funktionale Betrachtungsweise des kantonalen Gerichts. Sie behaupten, der Balkon rage nicht in den Dachbereich hinauf, sondern befinde sich im Wesentlichen vor der Fassade. Mit diesen Vorbringen vermögen die Beschwerdeführer dem Verwaltungsgericht indessen nicht mit Erfolg Willkür vorzuwerfen. Ob die fragliche Balkonplatte als Dach für den darunter liegenden Balkon bewilligungsfähig wäre, war im kantonalen Verfahren nicht Streitgegenstand. Im Übrigen behaupten die Beschwerdeführer nicht ernsthaft, ein Vordach sei mit einem Balkon vergleichbar. Es hilft den Beschwerdeführern auch nichts, wenn die kommunale Baukommission die Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts insofern als widersprüchlich kritisiert. Zwar hat das kantonale Gericht in einem Entscheid vom 17. Juni 1998 festgehalten, ein offenes Sicherungsgeländer auf einer begehbaren Dachfläche sei nicht an die erlaubte Gebäudehöhe anzurechnen (vgl. Rechenschaftsbericht des Verwaltungsgerichts [RB] 1998 Nr. 110). Im Unterschied zur Konstellation im vorliegenden Fall ging es aber dort nicht um eine Dachvorbaute. Hinzu kommt, dass der frühere Entscheid ein sog. "besonderes Gebäude" im Sinne von § 273 PBG/ZH betraf, das nicht für den dauernden Aufenthalt von Menschen bestimmt ist, und in Anwendung von § 49 Abs. 3 PBG/ZH erging. § 260 Abs. 3 PBG/ZH bezieht sich hingegen nach der kantonalen Praxis auf Hauptgebäude (vgl. Baurechtsentscheide Kanton Zürich [BEZ] 21/2001 Nr. 36 E. 2b). Der angefochtene Entscheid weist darauf hin, dass § 260 Abs. 3 PBG/ZH nicht für oberirdische Vorsprünge von besonderen Gebäuden gilt (vgl. RB 2001 Nr. 72). Wenn das Verwaltungsgericht hier Balkonplatte und Geländer als Einheit behandelt und die gesamte Anbaute dem Dachbereich zugeordnet hat, ist dies aus Sicht des Willkürverbots nicht zu beanstanden.