Citation: 6B_1085/2023 E. 3.2.4

3.2.4. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zur Opfermitverantwortung im Onlinehandel missachtet derjenige grundlegendste Vorsichtsmassnahmen und verhält sich leichtfertig, der bei einem Kauf über das Internet ein Produkt mit einem hohen Warenwert auf Rechnung an eine unbekannte Privatperson liefert, ohne deren Bonität zumindest rudimentär zu prüfen. Das Bundesgericht erwägte, dass bei der Bestellung eines leistungsstarken Druckers durch eine Privatperson für rund Fr. 2'200.-- nicht von einem Alltagsgeschäft gesprochen werden könne (BGE 142 IV 153 E. 2.2.4). Ferner hielt das Bundesgericht fest, dass ein Versandhaus, das einen Kunden beliefere, obwohl dieser mit der Zahlung früherer Bestellungen im Verzug sei, bewusst ein unternehmerisches Risiko eingehe, für welches es sich nicht auf den strafrechtlichen Schutz von Art. 146 StGB berufen könne. Dasselbe gelte, wenn das Versandhaus Kenntnis von Zahlungsrückständen bei anderen Gesellschaften desselben Konzerns habe (Urteil 6B_24/2018 vom 22. Mai 2019 E. 2.3.2). Hinsichtlich der im Zusammenhang mit dem Onlinehandel wesentlichen Abgrenzung des Betrugs nach Art. 146 StGB und dem betrügerischen Missbrauch einer Datenverarbeitungsanlage nach Art. 147 StGB ist zu berücksichtigen, dass die Vortäuschung des Zahlungswillens im Onlinehandel trotz der teilweise vollautomatisierten Abwicklung der Bestellvorgänge unter den Straftatbestand des Betrugs im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB fällt, wenn die Bestellungen von Menschen entgegengenommen werden, welche die bestellten Waren verpacken und versenden (Urteil 6B_831/2023 vom 24. April 2024 E. 4.9.2, zur Publ. vorgesehen).