Citation: 6B_1129/2021 E. 1.1

1.1. Die Beschwerdeführerin wendet sich in der Hauptsache gegen den Freispruch vom Vorwurf der Förderung der Prostitution. Sie rügt, die Vorinstanz wende ungeschriebenes Bundesrecht betreffend Bindungswirkung eines bundesgerichtlichen Rückweisungsentscheids unrichtig an und verletze Art. 10 Abs. 2, Art. 343 Abs. 3, Art. 379 i.V.m. Art. 350 Abs. 2, Art. 389 Abs. 3 sowie Art. 406 StPO und Art. 9 BV. Zur Begründung führt sie aus, die Vorinstanz verkenne die Tragweite der Bindungswirkung des bundesgerichtlichen Rückweisungsentscheids. Daraus ergebe sich entgegen der vorinstanzlichen Annahme nicht, dass bei Unmöglichkeit bzw. Undurchführbarkeit einer gerichtlichen Einvernahme der Geschädigten zwingend ein Freispruch des Beschwerdegegners vom Vorwurf der Förderung der Prostitution ergehen und sich die Vorinstanz demzufolge nicht nochmals mit der Beweislage befassen müsse. Vielmehr habe sich das Bundesgericht zu den Folgen einer allfälligen Unmöglichkeit bzw. Undurchführbarkeit der gerichtlichen Einvernahme der Geschädigten nicht geäussert. Dies sei allerdings auch nicht nötig gewesen, mache doch die Unmöglichkeit bzw. Undurchführbarkeit einer für den Entscheid notwendig erscheinenden Beweisabnahme andere ordnungsgemäss erhobene Beweise nicht unverwertbar und entbinde das urteilende Gericht im Rückweisungsverfahren auch nicht davon, den Sachverhalt im Rahmen einer freien Beweiswürdigung der im Vorverfahren ordnungsgemäss erhobenen Beweise zu erstellen. Die Vorinstanz hätte ihr Urteil über Schuld oder Unschuld des Beschwerdegegners demgemäss nicht ohne nochmalige Würdigung der im Vorverfahren erhobenen Beweise fällen dürfen. Ferner habe sie bundesrechtswidrig und entgegen dem Rückweisungsentscheid des Bundesgerichts auf die Durchführung eines mündlichen Berufungsverfahrens und die gerichtliche Einvernahme des Beschwerdegegners verzichtet.