Citation: 1C_490/2017 E. 6.2

6.2. Davon zu unterscheiden ist das Editionsgesuch, mit dem der Beizug zusätzlicher, noch nicht bei den Gerichtsakten liegender Unterlagen verlangt wird. Es handelt sich um einen Beweisantrag, der - anders als das Akteneinsichtsgesuch - abgewiesen werden darf, wenn die begehrten Unterlagen für den Verfahrensausgang nicht relevant erscheinen, insbesondere weil die Tatsachen, welche sie belegen sollen, nicht rechtserheblich sind (BGE 131 I 153 E. 3 S. 157 mit Hinweisen). Ein Beweisantrag zu rechtserheblichen Sachverhaltselementen kann sodann in antizipierter Beweiswürdigung abgewiesen werden, wenn das Gericht auf Grund der bereits abgenommenen Beweise seine Überzeugung gebildet hat und ohne Willkür annehmen kann, dass seine Überzeugung durch weitere Beweiserhebungen nicht geändert würde (BGE 136 I 229 E. 5.3 S. 236 mit Hinweisen). Die Beschwerdeführerin hatte in ihrer Beschwerdeschrift vor Kantonsgericht (S. 15, "Beweismittel") die Edition verschiedener Unterlagen beantragt, von denen in der Folge nur ein Teil vom Staatsrat und der FMG eingereicht wurden. Das Kantonsgericht ging davon aus, die vorhandenen Akten enthielten die entscheidrelevanten Sachverhaltselemente und diese genügten zur Beurteilung der rechtserheblichen Fragen; weitere Beweismittel, insbesondere die von der Beschwerdeführerin zur Edition beantragten Unterlagen, würden an der zu beurteilenden Sach- und Rechtslage nichts ändern, weshalb auf ihre Einholung verzichtet werden könne. Die Beschwerdeführerin hält dies für unzulässig, legt aber nicht substanziiert dar, inwiefern welche Unterlage für den Ausgang des Verfahrens relevant gewesen wäre. Dies ist auch nicht offensichtlich: Die Sanierungsmassnahmen im Val d'Anniviers wurden von der Beschwerdeführerin nicht bestritten, sondern diese beanstandete einzig die Nulldotierung der Turtmänna. Die hierfür relevanten Unterlagen (vgl. unten E. 8) wurden vom Staatsrat und der FMG vor Kantonsgericht eingereicht und der Beschwerdeführerin zugänglich gemacht, wie auch die für die Beurteilung des Sanierungsumfangs relevanten Berechnungen nach dem AXPO-Modell (vgl. unten E. 9.2).