Citation: 9C_292/2016 E. 3.2.4

3.2.4. Nach dem Grundsatz der Einheit der Rechtsordnung (vgl. statt vieler BGE 138 II 300 E. 3.6.2 S. 308) sind widersprüchliche Entscheide im Rahmen des Möglichen zu vermeiden. Die IV soll somit nicht eine Weiterausbildung zu einer Tätigkeit mitfinanzieren, deren Ausübung als Verstoss gegen die der Unfallverhütung dienenden Vorgaben der Suva qualifiziert werden könnte. Wenn die Vorinstanz die Weiterausbildung zum Staplerfahrer, welche zu einer im Sinne von Art. 8 Abs. 1 Satz 1 VUV gefährlichen Arbeit gerechnet wird, gestützt auf die von der Suva erarbeiteten generellen Informationen und deren spezifische Auskünfte als grundsätzlich ungeeignet für gehörlose Menschen erachtet hat, ist ihr Entscheid bereits unter diesem Gesichtswinkel bundesrechtskonform. Wie das kantonale Gericht zu Recht erwog, ist zwar nicht ausgeschlossen, dass im Einzelfall eine gehörlose Person als Staplerfahrer tätig sein kann. Solches ist denkbar, wenn die konkrete Arbeitsumgebung für Gehörlose besonders risikoarm ist (z.B. in einem übersichtlichen Lager ohne grössere seitliche Lageraufbauten und keiner unangekündigten Präsenz von Drittpersonen etc.) oder das fehlende Hörvermögen durch spezifische sichtbare Warnsignale hinreichend kompensiert werden kann. Nachdem der Beschwerdeführer indes die Weiterausbildung nicht im Hinblick auf eine solche konkret geeignete Stelle absolviert hat, bleibt es dabei, dass die Vorinstanz zu Recht eine generelle Eignung der Staplerfahrerausbildung für gehörlose Personen verneint hat.