Citation: 9C_128/2018 E. 2.6

2.6. Nachdem für die zeitliche Einschränkung bei einer körperlich angepassten Tätigkeit keine nachvollziehbare Erklärung im Rahmen der Festlegung der medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit vorliegt, war die Vorinstanz nicht nur berechtigt, sondern verpflichtet, diesbezüglich eine entsprechende eigene Beurteilung im Rahmen ihrer Beweiswürdigung vorzunehmen. Sie setzte sich dabei nachvollziehbar mit dem von der Beschwerdeführerin anlässlich der Begutachtung geschilderten Aktivitätsniveau auseinander und schloss daraus auf eine Arbeitsfähigkeit von 80 % in einer ihren Einschränkungen angepassten Tätigkeit. Eine solche Beweiswürdigung kann, anders als die Beschwerdeführerin dafürhält, nicht als willkürlich qualifiziert werden. Zudem verwies auch der psychiatrische Gutachter des Zentrums D.________, Dr. med. E.________, auf das Aktivitätsniveau (einschliesslich Fahrtauglichkeit), als er sich mit dem fehlenden Bearbeitungstempo und der fehlenden Konzentrations- und Sorgfaltsleistung der Beschwerdeführerin auseinandersetzte (psychiatrisches Gutachten vom 12. April 2016). Schon aus diesem Grund kann das Heranziehen des Aktivitätsniveaus nicht als sachfremdes Kriterium für die Ermittlung der Dauer, während welcher der Versicherten eine Tätigkeit zumutbar ist, betrachtet werden. Darüber hinaus ist festzustellen, dass die RAD-Ärztin med. pract. B.________ in ihrer Stellungnahme vom 14. November 2016 auf eine volle Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit schloss und dies auch mit den Feststellungen, die sie bei der Untersuchung vom 20. März 2012 gemacht hatte, belegte. Die entsprechenden Untersuchungsergebnisse hat auch die somatische Gutachterin des Zentrums D.________, Dr. med. F.________, nicht in Frage gestellt. Sie kritisierte lediglich, der RAD habe keine ausführliche Arbeitsanamnese erhoben. Demgegenüber hielt Dr. med. F.________ sogar eine bessere Wirbelsäulenbeweglichkeit, keinen positiven Lasègue (also keine radikuläre Problematik mehr) und eine deutlich bessere Schulterbeweglichkeit beidseits gegenüber dem Zeitpunkt der RAD-Beurteilung fest (ergänzende Stellungnahme vom 7. Juli 2016). Für die Ermittlung der Arbeitsfähigkeit in einer den Einschränkungen angepassten Tätigkeit ist jedoch die Arbeitsanamnese, die sich primär auf die angestammte Tätigkeit bezieht, nicht weiter relevant. Auch wenn die Erkenntnisse der RAD-Ärztin med. pract. B.________ beigezogen werden, wonach die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit 100 % und nicht bloss 80 % beträgt, ist die Festlegung des zeitlichen Ausmasses einer solchen Tätigkeit im angefochtenen Entscheid als willkürfrei zu betrachten.