Citation: U 121/06 23.04.2007 E. 5

5.1 Soweit der Versicherte bezüglich des Tinnitus geltend macht, dass die in den Tabellen angegebenen Werte nicht in jedem Fall verbindlich sind, ist ihm zuzustimmen. Da jedoch diese Tabellen der Gleichbehandlung aller Versicherten dienen und bei gleichem medizinischen Befund die Integritätsentschädigung für alle Versicherte gleich ist (RKUV 1998 Nr. U 296 S. 235 E. 2a mit Hinweisen) sowie aus den Akten nicht ersichtlich ist, inwiefern der sehr schwere Tinnitus des Beschwerdeführers mit jenem anderer Versicherter mit derselben Diagnose nicht vergleichbar sein soll, haben Vorinstanz und Verwaltung zu Recht den tabellarischen Wert von 10 % zugrunde gelegt, zumal die Ermittlung der gesundheitlichen Einbusse abstrakt resp. medizinisch-theoretisch erfolgt und subjektive Faktoren ausser Acht bleiben (oben E. 4.1). Ein Tinnitus ist entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers auch nicht mit dem Verlust des Gehörs vergleichbar und wiegt nicht schwerer als dieser. Denn nur die volle Gebrauchsunfähigkeit eines Organs wird dem Verlust gleichgestellt (Ziff. 2 des Anhangs 3 zur UVV). Zudem erfolgt die Ermittlung der gesundheitlichen Einbusse ohne Berücksichtigung der individuellen Auswirkungen des Leidens (oben E. 4.1). Die zugesprochene Integritätsentschädigung bei einer Integritätseinbusse von 10 % ist demnach nicht zu beanstanden. 5.2 Frau Dr. med. R.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, Versicherungsmedizin, SUVA, kommt in ihrer psychiatrischen Beurteilung vom 19. Januar 2005 zum Schluss, beim Versicherten liege eine leichte bis mittelschwere psychische Störung gemäss Tabelle 19 vor. Sie stützte sich dabei auf sämtliche Akten, insbesondere auch auf die Berichte des behandelnden Arztes Dr. med. S.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, welcher eine Anpassungsstörung im Sinne einer längerdauernden depressiven Reaktion (ICD-10 F 43.21) in Zusammenhang mit mehreren psychosozialen Belastungsfaktoren bei anamnestisch anhaltendem Tinnitus diagnostizierte (vgl. etwa Bericht vom 27. September 2003). Diese fachärztliche Einschätzung ist nicht zu beanstanden. Sie erfüllt die Anforderungen der Rechtsprechung (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352 mit Hinweis). Unerheblich ist, dass Frau Dr. med. R.________ diese Beurteilung ohne persönliche Untersuchung des Versicherten vorgenommen hat und bei der SUVA angestellt ist, kommen doch auch Aktengutachten sowie Berichten versicherungsinterner Ärzte volle Beweiskraft zu, sofern sie den üblichen Anforderungen an einen ärztlichen Bericht entsprechen und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit vorliegen (BGE 125 V 351 E. 3b/ee S. 353; RKUV 1988 Nr. U 56 S. 366 E. 5b). Ebenfalls nicht zu beanstanden ist die Festsetzung des Integritätsschadens bei 25 % innerhalb der Bandbreite für leichte bis mittelschwere psychische Störungen von 20 bis 35 %. Auch hier ist keine rechtsfehlerhafte Handhabung des Ermessens ersichtlich und es besteht für das Gericht kein Anlass, in den Bemessungsspielraum der Fachärzte (E. 4.2) einzugreifen. 5.3 Nach dem Gesagten ist die Zusprechung einer Integritätsentschädigung bei einer Integritätseinbusse von insgesamt 35 % (10 % für den Tinnitus und 25 % für die psychische Störung) durch Vorinstanz und Verwaltung rechtens.