Citation: 2C_566/2019 E. 3.2

3.2. Gemäss dem bis zum 31. Dezember 2018 gültig gewesenen Recht musste, soweit es sich bei der konkursiten Gesellschaft mit Sitz im Ausland nicht um eine Bank handelte, nach der Anerkennung des ausländischen Konkursdekrets zwangsläufig ein sog. Hilfskonkurs (auch "Mini"-Konkurs oder Anschlusskonkurs genannt) betreffend das in der Schweiz befindliche Vermögen durchgeführt werden und wurden im Rahmen dieses Verfahrens einzig pfandgesicherte Forderungen sowie privilegierte Forderungen von Gläubigern mit Wohnsitz in der Schweiz, nicht jedoch privilegierte Forderungen von Gläubigern mit Wohnsitz im Ausland in den Kollokationsplan aufgenommen (vgl. Art. 170 Abs. 1 IPRG [SR 291] und Art. 172 Abs. 1 IPRG in der bis zum 31. Dezember 2018 gültig gewesenen Fassung [AS 1988 1776 und AS 1995 1227]; BGE 145 II 168 E. 3.2.3 S. 173; 137 III 570 E. 2 S. 573). Für den Fall des Konkurses von Banken sieht Art. 37g Abs. 2 BankG (in der seit dem 1. September 2011 gültigen Fassung [AS 2011 3919]) vor, dass die FINMA das in der Schweiz belegene Vermögen der ausländischen Insolvenzmasse ohne Durchführung eines inländischen Verfahrens (bzw. ohne Hilfskonkurs) zur Verfügung stellen kann. Eine entsprechende Bewilligung der FINMA führt zu einem abgekürzten Verfahren. Die Bewilligung setzt nach Art. 37g Abs. 2 BankG voraus, dass im ausländischen (Haupt-) Verfahren die nach Art. 219 SchKG pfandgesicherten und privilegierten Forderungen von Gläubigern mit Wohnsitz in der Schweiz gleichwertig behandelt und die übrigen Forderungen von Gläubigern mit Schweizer Wohnsitz angemessen berücksichtigt werden (Art. 37g Abs. 2 Bst. a und b BankG). Gemäss dem seit dem 1. Januar 2019 geltenden Recht kann unter bestimmten Voraussetzungen auch beim Konkurs ausländischer Nichtbanken auf die Durchführung eines Hilfskonkurses verzichtet werden (vgl. dazu Art. 174a Abs. 1-3 IPRG in der seit dem 1. Januar 2019 geltenden Fassung [AS 2018 3263]). Gegebenenfalls darf die ausländische Konkursverwaltung unter Beachtung des schweizerischen Rechts grundsätzlich alle Befugnisse ausüben, welche ihr nach dem Recht des Staates der Konkurseröffnung zustehen (vgl. Art. 174a Abs. 4 IPRG in der seit dem 1. Januar 2019 geltenden Fassung [AS 2018 3263]).