Citation: 2C_822/2014 E. 2.2

2.2. Die Rüge ist unbegründet: Wie die Vorinstanz nachvollziehbar ausführt und wie auch von der Beschwerdeführerin selbst nicht bestritten wird, liegt der Auslöser für die zusätzlichen Sachverhaltsabklärungen des Departements darin, dass während des bei ihm anhängigen Rekursverfahrens der Bundesgerichtsentscheid BGE 138 II 393 erging, mit welchem die Anwendung von Art. 50 Abs. 1 lit. b AuG präzisiert wurde: Im genannten Entscheid hielt das Bundesgericht fest, dass der Tod eines Schweizer Bürgers für dessen ausländische Ehegattin vermutungsweise einen wichtigen persönlichen Grund für den weiteren Aufenthalt im Land gemäss Art. 50 Abs. 1 lit. b AuG darstellt. Gleichzeitig stellte das Bundesgericht jedoch auch klar, dass diese Vermutung widerlegbar ist und nur dann gilt, wenn keine besonderen Umstände vorliegen, welche an der Legitimität der Ehe oder an der Intensität der ehelichen Bindung zwischen den Gatten Zweifel wecken ("lorsqu'aucune circonstance particulière ne permet de douter du bien-fondé du mariage ni de l'intensité des liens entre les conjoints"). Diese Weiterentwicklung der Rechtsprechung machte es vorliegend notwendig, dass die zuständige Rekursinstanz weitere Abklärungen tätigte, um zu prüfen, ob die Kriterien für das Bestehen resp. das Widerlegen der vom Bundesgericht aufgestellten Vermutung erfüllt sind, weshalb das entsprechende Vorgehen des Departements als sachgerecht erscheint. Ebenso wenig ist es zu beanstanden, dass das Departement im vorliegenden Fall angesichts der erweiterten Erkenntnisse eine Motivsubstitution vornahm: Entgegen der Behauptung der Beschwerdeführerin hatte dies keine Erweiterung oder Veränderung des Streitgegenstandes zur Folge; stets ging es um die Frage, ob der Beschwerdeführerin gestützt auf Art. 50 AuG ein Anspruch auf Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung zusteht. Die Kriterien, welche das Bundesgericht in BGE 138 II 393 betreffend die Widerlegung der Härtefallvermutung zugunsten des überlebenden Ehegatten definiert hat, unterscheiden sich dabei nicht grundsätzlich von den Wesensmerkmalen einer Scheinehe; in beiden Fällen geht es um die Authentizität und die faktische Intensität der gelebten Beziehung. Das Prozessthema blieb somit im Wesentlichen dasselbe. Vor allem aber hat das Departement der Beschwerdeführerin am 14. März 2013 ausdrücklich Gelegenheit gegeben, zum neu aufgekommenen Verdacht der Scheinehe Stellung zu nehmen, was die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 30. Mai 2013 dann auch getan hat.