Citation: 4A_281/2021 E. 3.1.4

3.1.4. Zur Verteilung der Prozesskosten erwog die Vorinstanz, die Beschwerdeführerin unterliege mit ihrer Berufung und die Beschwerdegegnerin mit ihrer Anschlussberufung. Entsprechend trage die Beschwerdeführerin die Kosten der Berufung und die Beschwerdegegnerin jene der Anschlussberufung. Da das erstinstanzliche Urteil bestätigt werde, bleibe es auch bei der dortigen Kostenregelung. Die Aufnahme der geleisteten Zahlungen in das Dispositiv diene "der wünschbaren Klarheit" und wirke sich nicht auf den Verfahrensausgang aus, so dass sie bei der Kostenverteilung unberücksichtigt bleibe. In der Berufung seien Fr. 127'300.-- strittig gewesen und in der Anschlussberufung Fr. 83'145.70, was einem Verhältnis von 60 % zu 40 % entspreche. Gemäss Art. 16 Abs. 1 des Gesetzes betreffend den Tarif der Kosten und Entschädigung vor Gerichts- oder Verwaltungsbehörden vom 11. Februar 2009 (GTar; SGS 173.8) bewege sich die Gebühr bei einer geldwerten Streitigkeit des Zivilrechts bei einem Streitwert von Fr. 210'445.70 zwischen Fr. 9'000.-- und Fr. 42'000.--; diese Ansätze gälten auch für das Berufungsverfahren, wobei nach Art. 19 GTar eine Reduktion von bis zu 60 % möglich sei. Im Berufungsverfahren sei ein einfacher Schriftenwechsel ohne mündliche Verhandlung durchgeführt worden, wobei Anschlussberufung erhoben worden sei. Das Dossier sei relativ umfangreich und es stellten sich Fragen rechtlicher sowie tatsächlicher Natur von einem gewissen Schwierigkeitsgrad. Deshalb sei eine Gebühr von Fr. 7'200.-- für die Berufung und von Fr. 4'800.-- für die Anschlussberufung angemessen. Das Anwaltshonorar bemesse sich gemäss Art. 27 Abs. 1 und 3 GTar im gesetzlich vorgegebenen Rahmentarif nach der Natur und Bedeutung des Falls, der Schwierigkeit, dem Umfang, der vom Rechtsbeistand nützlich aufgewandten Zeit und der finanziellen Situation der Partei. Für das Berufungsverfahren sei eine Reduktion von 60 % zu berücksichtigen, womit das Honorar im Prinzip Fr. 5'760.-- bis Fr. 7'880.-- betrage (Art. 32 Abs. 2, Art. 35 Abs. 1 lit. a GTar). Diese Ansätze könnten bei einem ausserordentlich hohen Aufwand überschritten und bei einem Missverhältnis zwischen der Entschädigung gemäss GTar und der effektiven Arbeit der Rechtsbeistände unterschritten werden (Art. 29 Abs. 1 und 2 GTar). Unter Berücksichtigung des angeführten Rahmentarifs und der hiervor genannten Kriterien, namentlich des mit der Vertretung im Berufungsverfahren verbundenen Aufwands mit Haupt- und Anschlussberufung ohne mündliche Verhandlung, erachtete die Vorinstanz für beide Seiten eine volle Parteientschädigung von Fr. 6'500.-- inklusive Auslagen und Mehrwertsteuer als angemessen. Schliesslich verpflichtete die Vorinstanz die Beschwerdeführerin zu einer Parteientschädigung von Fr. 3'900.-- (60 %) und die Beschwerdegegnerin zu einer solchen von Fr. 2'600.-- (40 %).