Citation: I 248/04 27.07.2004 E. 2.2

2.2.1 Nach der Rechtsprechung ist die Invalidenrente nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 113 V 275 Erw. 1a mit Hinweisen; siehe auch BGE 112 V 372 Erw. 2b und 390 Erw. 1b). Im Zeitpunkt der ursprünglichen Rentenverfügung stand der Beschwerdeführer in den Diensten der Firma X.________ AG, welche ihm nicht nur einen seinen gesundheitlichen Bedürfnissen ideal angepassten Arbeitsplatz anbieten konnte, sondern auch eine Besoldungsgarantie gewährte. Ab April 2002 stand er in keinem Arbeitsverhältnis mehr, da er bei der Firma F.________ AG - trotz ausdrücklich attestiertem guten Willen - die geforderte Leistung nicht erbringen konnte. Die Stelle bei der Firma X.________ AG hatte er schon im Jahre 2000 wegen Umstrukturierung jenes Betriebes verloren. Sowohl die Verwaltung als auch das kantonale Gericht haben aus dem Umstand, dass der Beschwerdeführer gemäss Gutachten vom 7. Juli 2003 noch zu 50 % arbeitsfähig sei, geschlossen, sein Invaliditätsgrad betrage ebenfalls 50 %. Ein Einkommensvergleich, wie dies sowohl von Art. 28 Abs. 2 aIVG, als auch von Art. 16 ATSG für die Bemessung des Invaliditätsgrades gefordert wird (vgl. Erwägung 1.2 hievor), wurde nicht durchgeführt. 2.2.2 Vor Eintritt der gesundheitlichen Beeinträchtigung, im Jahre 1997, hatte der Beschwerdeführer laut Arbeitgeberbericht vom 20. August 1998 einen Jahresverdienst von Fr. 77'629.- erzielt. Davon ist für die Bestimmung des Valideneinkommens auszugehen. Für das Jahr 2002, dem Zeitpunkt des Revisionsgesuches, ergibt dies aufgerechnet mit dem Nominallohnindex für männliche Angestellte einen Wert von Fr. 82'935.- (Fr. 77'629 : 1507 x 1610), welcher als Validenlohn der Bemessung des Invaliditätsgrades zugrunde zu legen ist. Der Beschwerdeführer machte nach dem Stellenverlust bei der Firma X.________ AG nur noch einen vom September 2001 bis März 2002 dauernden Arbeitsversuch bei der Firma F.________ AG. Bis zum Erlass des Einspracheentscheides im November 2003 ging er keiner Erwerbstätigkeit nach, weshalb für die Bemessung des Invalideneinkommens auf statistische Werte abzustellen ist. Gemäss Tabelle TA1 der Lohnstrukturerhebungen des Bundesamtes für Statistik (LSE) verdiente ein männlicher Arbeitnehmer im Dienstleistungssektor mit Anforderungsniveau 4 (einfache und repetitive Tätigkeiten) im Jahre 2002 Fr. 4'206.- pro Monat, was einem Jahreseinkommen von Fr. 52'617.- entspricht. Es rechtfertigt sich, von diesem Anforderungsniveau auszugehen, da der Beschwerdeführer ausser einer einjährigen Ausbildung als Zustellbeamter bei der Post keine abgeschlossene Berufsausbildung hat. Entscheidender fällt aber ins Gewicht, dass seine Einsatzmöglichkeiten behinderungsbedingt eingeschränkt sind und er insbesondere auf eine Beschäftigung ohne Spitzenstressbelastung angewiesen ist (vgl. Gutachten EPD vom 7. Juli 2003). Unter Berücksichtigung einer 50%igen Arbeitsfähigkeit beziffert sich das Valideneinkommen folglich auf Fr. 26'309.-. Der Invaliditätsgrad beträgt demnach im Zeitpunkt, als das Revisionsgesuch gestellt worden ist, 68 % (vgl. zu den Rundungen bei der Ermittlung des Invaliditätsgrades BGE 130 V 121). Der Beschwerdeführer hat Anspruch auf eine ganze Invalidenrente (Art. 28 Abs. 1 aIVG). Damit kann offen bleiben, ob bei der Feststellung des Invalidenlohnes noch ein Abzug (vgl. BGE 126 V 75) hätte berücksichtigt werden müssen, welcher dem Umstand Rechnung tragen würde, dass neben den psychischen auch gewisse somatische gesundheitliche Beeinträchtigungen vorhanden sind, und dass nur eine Beschäftigung ohne Spitzenstressbelastung in Frage kommt. 2.3 Verwaltung und Vorinstanz gehen davon aus, dass der Beschwerdeführer am 15. Mai 2002 ein Revisionsgesuch gestellt hatte. Es handelt sich dabei um den Tag, an welchem er Lohnausweise der Firma F.________ AG bzw. einen Nachweis über Leistungen der Arbeitslosenkasse im Jahre 2001 bei der IV-Stelle einreichte. Als eigentliches Revisionsgesuch ist indessen das Schreiben der Firma F.________ AG vom 5. März 2002 zu qualifizieren, hatte die ehemalige Arbeitgeberin des Beschwerdeführers doch damit um die Anerkennung eines "Status einer 70%igen IV-Unterstützung" ersucht. Die revisionsweise Erhöhung des Rentenanspruchs hat daher in Anwendung von Art. 88bis Abs. 1 lit.a IVV ab März 2002 zu erfolgen.