Citation: 1B_638/2021 E. 4.3

4.3. Dieser vorinstanzlichen Erwägung kann nicht gefolgt werden. Die Vorinstanz übersieht, dass die Beschwerdeführerin mit ihrer Beschwerde gegen die staatsanwaltschaftliche Verfügung, in welcher ihr Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege vollumfänglich abgewiesen wurde, darlegen musste, warum sie Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege im Strafverfahren hat. Entsprechend musste sie aufzeigen, dass sie alle Voraussetzungen der unentgeltlichen Rechtspflege für die Privatklägerschaft im Strafprozess (Art. 136 StPO) erfüllt. Dazu gehört neben der Mittellosigkeit (Art. 136 Abs. 1 lit. a StPO) auch die Tatsache, dass die Zivilklage nicht aussichtslos erscheint (Art. 136 Abs. 1 lit. b StPO) und ein Rechtsbeistand zur Wahrung der Rechte notwendig ist (Art. 136 Abs. 2 lit. c StPO). Indem die Vorinstanz lediglich erwog, ein unentgeltlicher Rechtsbeistand sei im Beschwerdeverfahren nicht notwendig gewesen, weil die Beschwerdeführerin einzig habe darlegen müssen, dass sie mittellos sei, ist dies nicht nachvollziehbar. Insofern verletzte die Vorinstanz darüber hinaus auch ihre Begründungspflicht, da sie sich nicht mit der Frage auseinandergesetzt hat, ob die Beschwerdeführerin auch im Beschwerdeverfahren in der Lage gewesen ist, selbstständig ihre Rechte wahrzunehmen. Denn anders als im Strafverfahren, wo sie als Privatklägerin im Wesentlichen einzig ihre Schadenersatz- und Genugtuungsansprüche anzumelden hat (vgl. E. 3.2 hiervor), musste sie im Beschwerdeverfahren aufzeigen, dass sie die Kriterien für die unentgeltliche Rechtspflege im Strafverfahren erfüllt. Dies stellt erhöhte Anforderungen an eine juristisch nicht gebildete Person (vgl. E. 5.2 hiernach). Entsprechend hat die Vorinstanz ihre Begründungspflicht als Teilgehalt des rechtlichen Gehörs (vgl. dazu E. 2.2 hiervor) verletzt.