Citation: P 16/04 07.06.2005 E. 3.3

3.3.1 Der vorinstanzlichen Beschwerdeschrift des EL-Bezügers, welche von Seiten der ihn vertretenden Beratungsstelle durch Dr. med. W.________ mitunterzeichnet wurde, ist unter anderem zu entnehmen, dass der aus dem islamischen Kulturkreis stammende Versicherte, "trotz seines nun über 20-jährigen Aufenthaltes in der Schweiz [...], Schwierigkeiten bei der kulturellen Eingewöhnung" habe. Seit dem im Juli 2002 erfolgten Familiennachzug in die Schweiz leide er "zwar nicht mehr unter dem Alleinsein." Statt dessen habe sich jedoch eine hohe psychische Belastung entwickelt "im Zusammenhang mit dem Integrationsprozess der heranwachsenden Söhne (Einschulung des jüngeren Sohnes und Entwicklung von beruflichen Perspektiven, einschliesslich Sprachkurs und Vorlehre für den älteren Sohn) und auch der Ehefrau". Erschwerend wirke "sich dabei die Tatsache aus, dass [er] 20 Jahre lang, vom alljährlichen Urlaub abgesehen, in der Schweiz allein gelebt habe. Demzufolge [bringe] der neue familiäre Alltag für den Patienten etliche Schwierigkeiten, welche nur mit der Unterstützung seiner Frau zu bewältigen" seien. Deshalb bleibe er "vorerst noch auf die Unterstützung seiner Frau in der Alltagsbewältigung und vor allem bei der Betreuung und Integration der beiden heranwachsenden Söhne in die neue Kultur angewiesen." 3.3.2 Die Rechtsprechung hat die Zumutbarkeit der Aufnahme einer ausserhäuslichen Erwerbstätigkeit durch die Ehegattin eines EL-Ansprechers unter anderem verneint für den Fall, dass er dauernd überwacht oder gepflegt werden müsste. Bei einem nicht pflegebedürftigen EL-Bezüger könne sich eine angebliche Notwendigkeit der Überwachung jedoch nur auf die Verrichtung der Hausarbeit beziehen (vgl. AHI 2001 S. 136 Erw. 2c i.f.). 3.3.3 Obwohl das kantonale Gericht zutreffend erkannte, dass die Ausführungen in der vorinstanzlichen Beschwerdeschrift "als wenig überzeugend erscheinen" würden, hielt es dafür, dass die SVA zunächst durch ein unabhängiges psychiatrisches Gutachten abklären zu lassen habe, ob dem EL-Ansprecher die Aufnahme einer ausserhäuslichen Erwerbstätigkeit durch seine Ehefrau zumutbar sei. Zu dieser Auffassung gelangte die Vorinstanz, weil die den Versicherten vertretende Beratungsstelle mit medizinischem Fachwissen ausgestattet sei. 3.3.4 Dem kann nicht gefolgt werden. Beim EL-Bezüger führten medizinisch ausgewiesene psychische Beschwerden zu einem Invaliditätsgrad von 80%, weshalb er seit April 2001 eine ganze Invalidenrente bezieht. Dennoch vermochte er (während zwanzig Jahren) bis zum Nachzug seiner Familie im Juli 2002 - trotz den seit September 2000 bestehenden, fast vollständig invalidisierenden psychischen Beschwerden unter anderem gestützt auf die Diagnose des Alleinlebens (nach ICD-10 Z 60.2) - alleine in der Schweiz zu leben. Dass ihm dies aus medizinischen Gründen nicht zumutbar gewesen wäre, wird zu Recht von keiner Seite behauptet. In der "Alltagsbewältigung" war er denn auch bei der Verrichtung von Hausarbeiten (Erw. 3.3.2 hievor) bis zum Familiennachzug nicht auf die Unterstützung seiner Ehefrau angewiesen. Ebenso fehlen Anhaltspunkte dafür, dass er vor oder nach dem Familiennachzug Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung gehabt hätte. Es ist daher nicht einzusehen, warum er seit der Anwesenheit seiner Ehefrau und seiner zwei jüngsten (dreizehn- und sechzehnjährigen) Kinder in seinem Haushalt nicht mehr in der Lage sein sollte, weiterhin - auch ohne Überwachung durch seine Gattin - seinen bisher trotz psychischer Beschwerden geleisteten Anteil an der Haushaltsführung besorgen zu können. Entgegen der Vorinstanz ist auf eine unabhängige psychiatrische Begutachtung zur medizinischen Abklärung dieser Belastungsfaktoren des EL-Ansprechers in antizipierter Beweiswürdigung (SVR 2001 IV Nr. 10 S. 28 Erw. 4b mit Hinweisen auf BGE 124 V 94 Erw. 4b und 122 V 162 Erw. 1d) zu verzichten. Die SVA ging zu Recht davon aus, dass dem Beschwerdegegner aus gesundheitlichen Gründen die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit durch seine Ehefrau zumutbar ist.