Citation: 4C.17/2005 04.05.2005 E. 3

Nach dem angefochtenen Urteil besteht für die Zeit von August bis Ende November 1997 kein Anspruch des Klägers auf Zahlung des angemessenen Lohnes von Fr. 6'500.--, weil der Kläger in dieser Zeit 60 % weniger Kunden besucht habe als in der gleichen Vorjahresperiode und er sich den Minderverdienst selbst zuzuschreiben habe. Mit der Berufung wendet sich der Kläger gegen die Verweigerung der Lohnnachzahlung für die Monate August bis November 1997 mit der Begründung, die Vorinstanz habe zu Unrecht ausschliesslich auf das Kriterium der Anzahl Kundenbesuche abgestellt. Soweit er allerdings mit der Angemessenheit des Entgelts im Sinne von Art. 349a Abs. 2 OR argumentiert, verkennt er, dass es in diesem Zusammenhang nicht um diese Frage geht, sondern um jene, nach welchem Kriterium zu beurteilen ist, ob der Arbeitseinsatz in den Monaten August bis November 1997 als krass ungenügend zu betrachten ist, weshalb sich eine Kürzung des angemessenen Lohnes rechtfertigt. Dabei ist einerseits von Bedeutung, dass das Bundesgericht an die auf Beweiswürdigung beruhenden tatsächlichen Feststellungen der Vorinstanz gebunden ist, dass der Kläger in dieser Zeit 60 % weniger Kunden besucht hat als in der gleichen Vorjahresperiode und er eine "relevante Abwesenheit durch Krankheit" für die Zeit vom 20. September bis Mitte Oktober 1997 nicht hat beweisen können (vgl. vorne E. 1). Andererseits ist davon auszugehen, dass der Vergleich der Anzahl Kundenbesuche unter den gegebenen Umständen ein taugliches Kriterium zur Beurteilung des Arbeitseinsatzes darstellt (so auch Urteil des Obergerichts Zürich vom 14. April 1986 E. II/4, abgedruckt in JAR 1987 S. 301 ff.). Schliesslich ist auch nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz den auf mehr als die Hälfte reduzierten Arbeitseinsatz des Klägers als schweres Pflichtversäumnis qualifiziert hat, mit der Folge, dass der Kläger für diese Zeit keinen Anspruch auf ein angemessenes Entgelt im Sinne von Art. 349a Abs. 2 ORhat (vgl. dazu Streiff/von Kaenel, Leitfaden zum Arbeitsvertragsrecht, 5. Aufl., Zürich 1992, N. 4 zu Art. 349a OR; Beat Meyer, Das Anstellungsverhältnis des Handelsreisenden, Diss. Zürich 1978, S. 74, Fussnote 32). Damit erweist sich die Berufung des Klägers in diesem Punkt als unbegründet, soweit auf sie eingetreten werden kann.