Citation: 6B_1062/2021 E. 4.2.1

4.2.1. Es kann offenbleiben, ob die Festnahme auf dem Bahnhofplatz überhaupt das in E. 4 hiervor dargelegte Mass an Schwere erreicht, das für ein Eintreten notwendig ist, zumal die Beschwerde in diesem Punkt ohnehin abzuweisen wäre: Die Beschwerdeführerin rügt diesbezüglich eine willkürliche Sachverhaltsfeststellung und eine Verletzung ihres Anspruchs auf rechtliches Gehör. Entgegen der Vorinstanz sei aus den Videoaufnahmen nicht ersichtlich, dass sie sich aus der Polizeikontrolle habe entfernen wollen. Die von ihr angerufenen Zeugen würden dies bestätigen. Aus den Aufzeichnungen der Überwachungskameras ist erkennbar, dass die Beschwerdeführerin und die Polizisten nach mehrminütigem Gespräch den Triumphbogen auf dem Bahnhofplatz durchschreiten, wobei sich ein Polizist - gemäss der Vorinstanz der Beschwerdegegner 3 - zur Beschwerdeführerin gewandt rückwärts bewegt und ihr seinen rechten Arm entgegenstreckt. Diese Geste ist als Signal zu deuten, sie solle anhalten. Aus dem Verhalten des Polizeibeamten muss geschlossen werden, dass die Beschwerdeführerin entgegen dessen Willen versuchte, sich von ihm zu entfernen. Einige Meter hinter dem Triumphbogen gelang es ihm schliesslich, die Beschwerdeführerin zum Anhalten zu bewegen. Daraufhin führten er und die übrigen Polizeibeamten das Gespräch mit ihr weiter. Aus dem Video einer Privatperson ist ersichtlich, dass die Beschwerdeführerin im Zuge dieses Gesprächs drei kleine Schritte rückwärts ging, woraufhin unmittelbar die Festnahme erfolgte. In Anbetracht des vorangegangenen Geschehens durfte die Vorinstanz, ohne in Willkür zu verfallen, davon ausgehen, es sei eindeutig erstellt, dass sich die Beschwerdeführerin aus der Polizeikontrolle entfernt habe, weshalb die Festnahme gestützt auf Art. 217 Abs. 1 lit. a StPO zulässig gewesen sei. Eine offensichtlich unrichtige Sachverhaltsfeststellung ist damit nicht dargetan. Aufgrund des vorhandenen (eindeutigen) Videomaterials durfte die Vorinstanz überdies willkürfrei in antizipierter Beweiswürdigung davon ausgehen, dass die Befragung weiterer Zeugen ihre Überzeugung nicht ändern würde (vgl. BGE 141 I 60 E. 3.3; 136 I 229 E. 5.3; je mit Hinweisen). Deshalb wurde auch der Anspruch der Beschwerdeführerin auf rechtliches Gehör nicht verletzt.