Citation: 1C_341/2022 E. 2.4

2.4. Der Beschwerdeführer wendet ein, diese vorinstanzliche Schlussfolgerung beruhe auf einer unrichtigen rechtlichen Qualifikation des Schreibens des Strassenverkehrsamts vom 16. Dezember 2020. Er habe dieses Schreiben nach Treu und Glauben so verstehen dürfen, dass damit zur Gewährung des rechtlichen Gehörs die wiedererwägungsweise Aufhebung der Verfügung vom 1. Dezember 2020 und die Verlängerung der Entzugsdauer auf 12 Monate mittels einer künftigen Verfügung erst angekündigt worden sei. Dies sei durch die Verfügung des Strassenverkehrsamts vom 3. März 2021 bestätigt worden. Demnach habe er darauf vertrauen dürfen, dass die Verfügung vom 1. Dezember 2020 nach Ablauf der Rechtsmittelfrist in formelle Rechtskraft erwachsen sei. Diese Verfügung sei urteilsähnlich, weil sie gestützt auf einen zeitlich abgeschlossenen Sachverhalt (Geschwindigkeitsüberschreitung) eine Rechtsfolge (Führerausweisentzug) festlege. Solche Verfügungen könnten nach Ablauf der Rechtsmittelfrist gemäss der Lehre und Rechtsprechung nur in Wiedererwägung gezogen werden, wenn dafür Gründe vorlägen, die eine Revision eines Urteils rechtfertigen könnten. Die vorliegend nachträglich erkannte inhaltliche Rechtswidrigkeit der Verfügung vom 1. Dezember 2020 genüge dazu nicht, weshalb ihre widerrufsweise Aufhebung mit der Verfügung des Strassenverkehrsamts vom 3. März 2021 unzulässig gewesen sei.