Citation: 6B_204/2009 31.07.2009 E. 4

4.1 Das Strafgericht hat erstinstanzlich erwogen (S. 18 ff.), der Strafrahmen liege zwischen einer Geldstrafe von einem bis 360 Tagessätzen und einer Freiheitsstrafe von maximal 3 Jahren. Das Verschulden des Beschwerdeführers wiege schwer, habe er doch wesentlich dazu beigetragen, dass eine Rempelei aus nichtigem Anlass in eine veritable Schlägerei mit tragischem Ausgang ausgeartet sei. Er habe massiv Gewalt angewendet, obwohl sich die ursprüngliche Provokation gar nicht gegen ihn gerichtet habe und er die Gefährlichkeit der Schlägerei unter aufgehetzten und möglicherweise betrunkenen Teilnehmern hätte erkennen müssen. Schwer wiege zudem, dass er einen Unbeteiligten in die Schlägerei einbezogen habe, bloss weil er der irrigen Meinung gewesen sei, dieser komme seinen Gegnern zu Hilfe. Es sei keine Spur einer Rechtfertigung ersichtlich. Die Aussage, er habe eine Eskalation verhindern wollen, sei als reine Schutzbehauptung zu werten. Strafmindernd zu berücksichtigen sei, dass er einen Freund verloren habe. Der Beschwerdeführer habe bereits am 16. Juli 2006 eine Körperverletzung begangen, bei welcher er seinem Opfer die Nase gebrochen habe. Dies offenbare eine grosse Gewaltbereitschaft, und die Verurteilung zu 14 Tagen habe ihn offensichtlich nicht beeindruckt. Aus spezialpräventiven Gründen sei eine harte Strafe unumgänglich, eine blosse Geldstrafe falle ausser Betracht. Für den Beschwerdeführer erscheine eine Freiheitsstrafe von 6 Monaten angemessen. Es sei nicht einzusehen, dass seine Tat wesentlich milder sanktioniert werden solle als diejenige von C.________. Der beim Beschwerdeführer zu berücksichtigende Strafminderungsgrund werde mindestens teilweise durch seine kaum vorhandene Einsicht in das Tatunrecht kompensiert. Zudem habe er während der laufenden Probezeit einer einschlägigen Vorstrafe delinquiert. Die formellen Voraussetzungen für die Gewährung des bedingten Vollzugs seien erfüllt. Hingegen sei im Falle des Beschwerdeführers die gesetzliche Vermutung der günstigen Prognose widerlegt, habe er sich doch ohne Not während der laufenden Probezeit einer einschlägigen Verurteilung in eine Schlägerei eingemischt. Es sei keine wirkliche Einsicht erkennbar, er sei offenbar nach wie vor der Auffassung, seine Handlungsweise sei gerechtfertigt gewesen. Er sei zwar sozial integriert und erwerbstätig. Das sei aber auch schon bei seiner ersten Verurteilung der Fall gewesen, weshalb dies die Prognose nicht verbessere. Entscheidend sei, dass sich nach der Überzeugung des Gerichts eine Abkehr vom Hang zur Gewalt und eine Einsicht in das Unrecht seiner Tat durch Ermahnungen und Warnstrafen nicht erreichen lasse, weshalb die Strafe zu vollziehen sei. 4.2 Das Obergericht verweist im angefochtenen Entscheid (S. 23) auf diese Strafzumessung, mit der Einschränkung, dass die Vorinstanz zu wenig gewürdigt habe, dass sich der Beschwerdeführer "äusserst respektlos" über "äusserst wertvolle Rechtsgüter" hinweggesetzt habe, was eine Bestrafung mit acht Monaten Freiheitsstrafe angemessen erscheinen lasse. Die Tatbegehung während laufender Probezeit zerstöre die günstige Prognose. Da anzunehmen sei, dass der Beschwerdeführer durch den Vollzug der vorliegenden Strafe beeindruckt werde, könne indessen von einem Widerruf der bedingten Vorstrafe abgesehen werden. Deren Probezeit sei um ein Jahr zu verlängern. 4.3 Das Obergericht hat im angefochtenen Entscheid eingehend und nachvollziehbar begründet, weshalb es das Tatverschulden als so schwer einstuft, dass nur eine Freiheitsstrafe in Betracht fallen kann. Auch wenn die Staatsanwaltschaft und das Strafgericht geringere Strafen für angemessen hielten, hat das Obergericht mit deren Bemessung im unteren Drittel des Strafrahmens der Freiheitsstrafe sein Ermessen nicht überschritten. Es hat keineswegs übersehen dass der Beschwerdeführer in geordneten Verhältnissen lebt und - abgesehen von der einschlägigen Vorstrafe - über einen tadellosen Leumund verfügt. Es ist nicht ersichtlich, dass das Obergericht die massgebenden Strafzumessungskriterien verkannt und unsachgemäss angewandt hätte. Die achtmonatige Freiheitsstrafe erweist sich als bundesrechtskonform und ist unter dem Gesichtspunkt von Art. 50 StGB, teilweise durch den Verweis auf die Ausführungen des Strafgerichts, ausreichend begründet. 4.4 Die Verweigerung des bedingten Strafvollzugs wird in erster Linie damit begründet, dass der Beschwerdeführer nur rund vier Monate nach seiner Bestrafung wegen einfacher Körperverletzung wiederum aktiv eine Schlägerei mitanzettelte, daran teilnahm. Nach der Überzeugung beider kantonalen Gerichte geht ihm die Einsicht ab, dass er auf verbale Anzüglichkeiten und geringfügige Provokationen nicht einfach mit massiver, unverhältnismässiger Gewaltanwendung reagieren darf. Ermahnungen und Warnstrafen sind nach der Überzeugung beider Gerichte nicht geeignet, beim Beschwerdeführer eine "Abkehr vom Hang zur Gewalt" (Urteil Strafgericht S. 23) zu bewirken und damit die Legalprognose zu verbessern. Damit ist auch implizit dargelegt, dass nach dieser Auffassung der Widerruf der 14-tägigen Vorstrafe nicht geeignet wäre, das Rückfallrisiko zu senken. Insgesamt haben die kantonalen Gerichte damit zwar sehr knapp, aber nachvollziehbar und plausibel begründet, weshalb sie dem Beschwerdeführer den bedingten Strafvollzug verweigerten.