Citation: 6P.29/2007 27.04.2007 E. 10

10.1 Der Beschwerdeführer wendet sich zunächst gegen den Vorwurf, er habe die Überschuldung der A.________ AG bis zur Zahlungsunfähigkeit verschlimmert, indem er als Geschäftsführer der Gesellschaft sich selber als Privatperson leichtsinnig Darlehen bzw. laufend weitere Erhöhungen des Darlehens gewährt habe, ohne für entsprechende Sicherheiten zu sorgen. Das Darlehen der A.________ AG an die Aktionäre habe im Wesentlichen schon bestanden, bevor er selbst Aktionär geworden sei. Er habe das Darlehen lediglich von den früheren Aktionären übernommen und nicht als Organ der Gesellschaft Kredit gewährt. Eine Pflicht, den übernommenen Kredit zurückzuzahlen, lasse sich Art. 165 Ziff. 1 StGB nicht entnehmen. Ausserdem hätten ihm im fraglichen Zeitraum die für eine Rückzahlung erforderlichen liquiden Mittel gefehlt (Nichtigkeitsbeschwerde S. 7 f.). Im Übrigen liege eine Überschuldung im Sinne von Art. 725 Abs. 2 OR nur vor, wenn die Forderungen der Gesellschaftsgläubiger weder zu Fortführungs- noch zu Veräusserungswerten gedeckt seien. Diese Voraussetzung sei nicht erfüllt, da die Bilanz zumindest zu Fortführungswerten zu keiner Zeit eine Überschuldung im gesetzlichen Sinne ausgewiesen habe. Die Konkurseröffnung sei nicht wegen einer Überschuldung, sondern wegen mangelnder Zahlungsfähigkeit bzw. Liquidität der Gesellschaft erfolgt. Der Gesellschaft seien durch die Übernahme des Darlehens und die Belastung mit Darlehenszinsen keine Vermögenswerte entzogen worden, weshalb sich die Vermögenslage der Gesellschaft dadurch auch nicht verschlechtert habe (Nichtigkeitsbeschwerde S. 9). 10.2 Das Kantonsgericht nimmt an, der Beschwerdeführer habe das übernommene Darlehen als Dauerschuldverhältnis zwischen der A.________ AG und ihm als Alleinaktionär weitergeführt und die Darlehensforderung, indem er den Darlehenszins nicht bezahlt und nur vereinzelt Zahlungen an die A.________ AG geleistet habe, im Bewusstsein der Überschuldung der Gesellschaft laufend vergrössert. Damit habe er die Überschuldung der Gesellschaft bis zur Zahlungsunfähigkeit verschlimmert (angefochtenes Urteil S. 6 f.). Ob der Beschwerdeführer die Darlehensschuld wegen fehlender Mittel oder aus anderen Gründen nicht reduziert habe, sei ohne Bedeutung. Das Darlehen sei offensichtlich das Hauptaktivum der Gesellschaft gewesen. Die Forderungen gegen den Aktionär hätten mehr als zwei Drittel der gesamten Aktiven der A.________ AG ausgemacht (angefochtenes Urteil S. 4, 7).