Citation: 1P.74/2006 04.05.2006 E. A

Das Obergericht des Kantons Zürich verurteilte X.________ am 18. Dezember 1997 wegen einfacher Körperverletzung, Diebstahls, Veruntreuung, Sachbeschädigung etc. - als Zusatzstrafe zu einer vom Bezirksgericht Zürich am 12. April 1996 ausgefällten 18-monatigen Gefängnisstrafe - zu 8 Monaten Gefängnis und 5 Jahren Landesverweisung, wobei der Vollzug der Haupt- und der Nebenstrafe nicht aufgeschoben wurde. Der Kassationshof des Bundesgerichts wies die von X.________ dagegen erhobene Nichtigkeitsbeschwerde am 5. Mai 1998 ab, soweit er darauf eintrat. Am 11. September 2002 stellte X.________ ein Gesuch um Wiederaufnahme des Strafverfahrens, welches vom Obergericht am 21. Oktober 2002 abgewiesen wurde. Mit undatierter, am 18. Oktober 2004 der Post übergebener Eingabe ersuchte X.________ das Obergericht sinngemäss erneut um Wiederaufnahme des Verfahrens bzw. Revision des Strafentscheids. Das Obergericht wies das Gesuch am 21. Dezember 2004 ab, soweit es darauf eintrat. Am 6. April 2005 übergab X.________ eine in türkischer Sprache abgefasste Eingabe ans Obergericht der Post. Das Obergericht teilte ihm daraufhin am 12. April 2005 mit, dass Amtssprache vor Zürcher Gerichten Deutsch sei, weshalb es auf seine Eingabe nicht eintreten und sie ohne Weiterungen ablegen werde. Es stehe ihm jedoch frei, seine Eingabe auf Deutsch nochmals einzureichen. Am 14. April 2005 schickte X.________ dem Obergericht einen Telefax, in welchem er erklärte, seinen "Einspruchsantrag" wegen der kurzen "Einspruchsfrist" in türkischer Sprache abgefasst zu haben. Das Obergericht behandelte diese Eingabe als Anmeldung einer kantonalen Nichtigkeitsbeschwerde gegen den Revisionsentscheid vom 21. Dezember 2004 und setzte X.________ am 23. April 2005 in Anwendung von § 431 Satz 3 der Strafprozessordnung des Kantons Zürich vom 4.Mai 1919 (StPO) eine 30-tägige Frist zur Beschwerdebegründung an. X.________ reichte innert Frist eine solche ein und verlangte sinngemäss die Aufhebung des obergerichtlichen Urteils vom 21. Dezember 2004. Mit Urteil vom 29. September 2005 wies das Kassationsgericht des Kantons Zürich die Gesuche um Erstreckung der Frist für die Begründung der Nichtigkeitsbeschwerde sowie um Bestellung eines amtlichen Verteidigers ab und trat auf die Nichtigkeitsbeschwerde nicht ein.