Citation: 5A_157/2021 E. 5.2.4

5.2.4. Schliesslich macht der Beschwerdeführer geltend, nachdem er sich gegen die Abänderung des Entscheids vom 19. April 2018 zur Wehr gesetzt habe, sei ihm als weder rechtskundigem noch anwaltlich vertretenem Laien nicht bewusst gewesen, dass er erneut einen Antrag auf Zuspruch von Unterhaltsbeiträgen, die ihm mit dem abzuändernden Entscheid zugesprochen wurden, habe stellen müssen. Er sei denn auch nicht vom Kantonsgericht darauf aufmerksam gemacht worden, dass er die Unterhaltsbeiträge erneut einfordern müsse. Mit dieser Argumentation setzt sich der Beschwerdeführer in Widerspruch zum eigenen Verhalten. Er hat offensichtlich sehr wohl gewusst, dass er für den Fall der Gutheissung seines Hauptantrages einen Antrag auf Zuspruch von Ehegattenunterhalt stellen musste. Das wusste er auch mit Bezug auf seinen Eventualantrag, die alternierende Obhut beizubehalten. Beim dritten Szenario (Alleinzuteilung der Obhut an die Mutter) wäre der Beschwerdeführer von sämtlichen Betreuungsaufgaben befreit worden und er hätte keinerlei häusliche Pflichten gehabt, die ihn von der Aufnahme einer Erwerbstätigkeit abgehalten hätten. Mithin wusste der Beschwerdeführer sehr wohl, zumindest hat er aber wissen müssen, dass die Forderung nach Ehegattenunterhalt einer besonderen Begründung bedurfte und er diesbezüglich einen Antrag stellen musste. Ausserdem sind folgende Umstände relevant: Der Beschwerdeführer führt seit Jahren auf multiplen Ebenen Gerichtsverfahren, ohne sich anwaltlich vertreten zu lassen. Weshalb er, akademisch gebildet (lic. oec. HSG) und seinen Ausführungen zufolge gegenwärtig ein Studium der Jurisprudenz verfolgend, auf eine anwaltliche Vertretung verzichtet, erläutert er nicht und ist, nachdem er sich selber als rechtsunkundig bezeichnet, nicht nachvollziehbar. Bei dieser Ausgangslage hat er als prozesserfahren zu gelten. Prozesserfahrene Personen können das Entgegenkommen, welches die Gerichte prozessunerfahrenen Laien - im Rahmen des Möglichen - zukommen lassen, nicht für sich beanspruchen (Urteil 5A_964/2019 vom 15. Januar 2020 E. 3.1.4 mit Hinweis). Im Anwendungsbereich des Dispositionsgrundsatzes, wozu wie bereits ausgeführt auch der Ehegattenunterhalt gehört, sind dem Gericht diesbezüglich enge Grenzen gesetzt. Namentlich darf es eine Partei nicht darauf aufmerksam machen, zu welchen Themen man auch noch Begehren stellen könnte. Dem Kantonsgericht kann keine Verfassungsverletzung unterstellt werden aufgrund seines Verzichts, den Beschwerdeführer darauf hinzuweisen, dass er auch noch für den Fall der Bestätigung der alleinigen Obhutszuteilung an die Beschwerdegegnerin einen (bezifferten) Antrag auf Ehegattenunterhalt stellen könnte bzw. müsste.