Citation: 4A_598/2019 E. 6.1

6.1. Da die Vorinstanz eine tatsächliche Willensübereinstimmung festgestellt hat, welche entscheidend auf Beweiswürdigung, nämlich der Würdigung des E-Mail-Verkehrs der Parteien beruht, müsste die Beschwerdeführerin der Vorinstanz somit diesbezüglich Willkür (vgl. E. 2 hiervor) nachweisen können. Das gelingt ihr offensichtlich nicht. Sie wiederholt im Wesentlichen einfach ihre eigene, bereits vor Vorinstanz vorgebrachte Interpretation der E-Mail-Korrespondenz. Dabei übersieht sie, dass eine Beweiswürdigung selbst dann nicht willkürlich ist, wenn eine andere Lösung (die von ihr favorisierte Auslegung) ebenfalls in Betracht zu ziehen oder gar vorzuziehen wäre. Unabhängig davon ist die Begründung der Vorinstanz aber auch ohne weiteres nachvollziehbar. Auch wenn es zutreffen mag, dass jedes Wort der Auslegung bedarf, wie die Beschwerdeführerin einwendet, kann "direct result" nur so verstanden werden, dass die Beschwerdeführerin unmittelbar beim Zustandekommen des Kaufvertrages mitgewirkt haben muss. Andernfalls macht das Wort "direct" keinen Sinn. Und wenn die Beschwerdegegnerin anschliessend den Vertrag - wie von der Beschwerdeführerin gewünscht - hinsichtlich des Zeitrahmens anpasste, es aber bei "direct result" beliess, ist der Schluss der Vorinstanz auf das auch von der Beschwerdeführerin tatsächlich Gewollte überzeugend. Die Beschwerdeführerin beruft sich schliesslich auf den Vertragszweck. Die Annahme eines direkten Kausalzusammenhangs zwischen Mäklerbemühungen und Erfolg mache gar keinen Sinn, weil sich im vorliegenden Fall die Beschwerdeführerin gar nicht habe verpflichten dürfen und auch tatsächlich im Hintergrund bleiben sollte. Beim Vertragsverständnis gemäss Vorinstanz wären daher die Erfolgschancen für die Beschwerdeführerin fast inexistent gewesen. Indem die Vorinstanz auf dieses Argument mit keinem Wort eingetreten sei, habe sie auch den Anspruch der Beschwerdeführerin auf rechtliches Gehör verletzt. Hinsichtlich der vorgeworfenen Gehörsverletzung ist festzustellen, dass die Beschwerdeführerin bereits nicht (mit Aktenhinweisen) dartut, dass sie die vom Obergericht angeblich übergangenen Argumente schon im vorinstanzlichen Verfahren eingebracht hätte (siehe Urteil 4A_665/2018 vom 25. Februar 2019 E. 2.1 f.); vielmehr bezieht sie sich lediglich auf die Klageschrift. Im Übrigen ergibt sich aus Ziffer 1.4 der Vereinbarung nur, dass die Beschwerdeführerin für die Beschwerdegegnerin keine Verträge abschliessen durfte, also keine Vertretungsbefugnis hatte. Das schliesst aber nicht aus, dass sie für die Beschwerdegegnerin tätig wird und damit im Sinn eines "direct result" Kaufabschlüsse bewirkt. Dass sie dabei tatsächlich nicht gegen aussen auftreten durfte bzw. im Hintergrund bleiben sollte, wurde von der Vorinstanz nicht festgestellt. Die Beschwerdeführerin ergänzt somit diesbezüglich den Sachverhalt, ohne dass die entsprechenden Voraussetzungen (vgl. E. 2 hiervor) gegeben sind. Auch darauf ist nicht einzutreten.