Citation: 6B_492/2016 E. 1.2

1.2. Nach Art. 428 Abs. 1 StPO tragen die Parteien die Kosten des Rechtsmittelverfahrens nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens. Als unterliegend gilt auch die Partei, auf deren Rechtsmittel nicht eingetreten wird oder die das Rechtsmittel zurückzieht. Zur Ergreifung eines Rechtsmittels ist, neben der Staatsanwaltschaft, jede Partei befugt, die ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung eines Entscheides hat (Art. 382 Abs. 1 StPO). Dieses ergibt sich aus dem Dispositiv, nicht aus der Begründung (LIEBER, in: Donatsch/Hansjakob/Lieber, Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 2. Aufl. 2014, N. 8 zu Art. 382 StPO). Die Privatklägerschaft kann einen Entscheid hinsichtlich der ausgesprochenen Sanktion nicht anfechten (Art. 382 Abs. 2 StPO). Das Bezirksgericht erklärte den Beschwerdeführer 1 der versuchten schweren Körperverletzung schuldig. Der Beschwerdegegner 2 beantragte keinen abweichenden Schuldspruch, womit er in diesem Zusammenhang kein rechtlich geschütztes Interesse an der Änderung des erstinstanzlichen Urteils hatte. In Bezug auf den Schuldpunkt hätte daher die Vorinstanz auf die vom Beschwerdegegner 2 eingereichte Berufung nicht eintreten dürfen. Als unterliegend ist in diesem Punkt somit nicht der Beschwerdeführer 1, sondern der Beschwerdegegner 2 anzusehen. Im Zivilpunkt gab die Vorinstanz den Anträgen des Beschwerdegegners 2 nur teilweise statt. Entgegen den Erwägungen der Vorinstanz obsiegte der Beschwerdeführer 1 im Berufungsverfahren weitgehend. Nur in Bezug auf den Zivilpunkt unterlag er teilweise. Die Sache ist an die Vorinstanz zurückzuweisen, damit sie in Bezug auf den Beschwerdeführer 1 die Kosten des Berufungsverfahrens neu verteilt.