Citation: 5A_749/2016 E. 5

Ausgangspunkt für die bundesgerichtliche Beurteilung ist Art. 125 ZGB. Diese Norm ist die materiellrechtliche Anspruchsgrundlage der Unterhaltsklage. Ihr erster Absatz lautet wie folgt: Ist einem Ehegatten nicht zuzumuten, dass er für den ihm gebührenden Unterhalt unter Einschluss einer angemessenen Altersvorsorge selbst aufkommt, so hat ihm der andere einen angemessenen Beitrag zu leisten. Aus der zitierten Bestimmung folgt, dass der nacheheliche Unterhalt - neben weiteren Tatbestandselementen - insbesondere die fehlende Eigenversorgungskapazität desjenigen Ehegatten voraussetzt, der vom andern Unterhalt fordert (BGE 137 III 102 E. 4.2.2.1 S. 108; 134 III 145 E. 4 S. 146 f.). Entsprechend obliegt es nach der allgemeinen Beweislastregel von Art. 8 ZGB im Scheidungsprozess der auf Unterhalt klagenden Partei, die Tatsachen schlüssig (E. 4) zu behaupten, aus denen sich ergibt, dass es ihr weder möglich noch zuzumuten ist, für ihren gebührenden Unterhalt (einschliesslich einer angemessenen Altersvorsorge) selbst aufzukommen (Urteil 5A_319/2016 vom 27. Januar 2017 E. 3.2). Das Obergericht kommt zum Schluss, die Behauptungen betreffend ihre angeschlagene Gesundheit, mit denen die Beschwerdeführerin ihre Eigenversorgungskapazität bestreite, seien im Berufungsverfahren unbeachtlich, da es sich um unzulässige Noven handle (E. 2). Damit setzt sich die Beschwerdeführerin vor Bundesgericht nicht auseinander. Nun ist es aber nicht Aufgabe des Bundesgerichts, aus eigenem Antrieb allfällige Rechtsfragen zu untersuchen, wenn die Beschwerdeführerin diese nicht mehr thematisiert (BGE 140 III 86 E. 2 S. 88 f.; 137 III 580 E. 1.3 S. 584; 135 II 384 E. 2.2.1 S. 389). Es bleibt deshalb dabei, dass die Beschwerdeführerin im kantonalen Verfahren keine gesundheitlichen Probleme behauptet hat, die sie daran hindern könnten, nach der Scheidung einer vollzeitlichen Erwerbstätigkeit nachzugehen. Angesichts dessen erübrigen sich Erörterungen zu den vorinstanzlichen Überlegungen, weshalb die besagten Vorbringen den Aussagen der Beschwerdeführerin vor erster Instanz widersprechen - umso mehr, als sich die Beschwerdeführerin auch dazu nicht äussert. Mit Bezug auf den Ablauf des Verfahrens vor dem Bezirksgericht stellt das Obergericht sodann fest, dass die Beschwerdeführerin dort eine Arbeitsunfähigkeit "nicht einmal behauptet" habe (E. 2). Auch darauf geht die Beschwerdeführerin vor Bundesgericht nicht ein, noch stellt sie den daraus gezogenen Schluss in Frage, wonach der erstinstanzliche Richter unter diesen Umständen nicht gehalten gewesen sei, in den Akten nach Belegen für eine fehlende Eigenversorgungskapazität zu suchen. Dass im Zusammenhang mit dieser Anspruchsvoraussetzung im kantonalen Verfahren andere Tatsachenbehauptungen übersehen oder übergangen worden wären, macht die Beschwerdeführerin nicht geltend. In ihrer Beschwerdeschrift beruft sie sich lediglich auf ihre Behauptungen betreffend die Einkommenszahlen des Beschwerdegegners. Sie täuscht sich jedoch, wenn sie meint, dass es im kantonalen Verfahren mit diesen Vorbringen und ihren Rechtsbegehren sein Bewenden haben konnte. Entgegen dem, was die Beschwerdeführerin anzunehmen scheint, entbindet allein der Umstand, dass die beklagte Partei weder eine Klageantwort einreicht noch zur erstinstanzlichen Hauptverhandlung erscheint, die klagende Partei nicht davon, in einem ersten Schritt die Tatsachen zu behaupten, aus denen sie ihren Anspruch ableitet. Wie oben erläutert, kann allein aus der Säumnis der beklagten Partei auch nicht auf die Anerkennung der klägerischen Rechtsbegehren geschlossen werden (E. 4). Insofern geht auch der Vorwurf, dass sich der angefochtene Entscheid nicht mit dem Dispositionsgrundsatz vertrage, an der Sache vorbei. Nach dem Gesagten bleibt es in tatsächlicher Hinsicht bei den vorinstanzlichen Feststellungen, wonach die Beschwerdeführerin weder vor der ersten noch vor der Berufungsinstanz die anspruchsbegründenden Tatsachen behauptet hat, aus denen sich ergibt, dass sie nach der Scheidung für ihren gebührenden Unterhalt nicht selbst aufkommen kann. Die Unterhaltsklage der Beschwerdeführerin war schon aus diesem Grund abzuweisen. Soweit sich das Obergericht darüber hinaus zur Frage äussert, welche Erwerbstätigkeiten für die Beschwerdeführerin in Frage kommen und welche Einkünfte sie damit erzielen kann, sind diese Erwägungen mit Blick auf den vorinstanzlichen Urteilsspruch gar nicht mehr entscheidrelevant. Hat die Beschwerdeführerin es versäumt, die Tatsache ihrer fehlenden Eigenversorgungskapazität (rechtzeitig) in den Prozess einzuführen, braucht sich das Bundesgericht auch nicht zu ihrem Vorwurf zu äussern, wonach es unter den gegebenen Voraussetzungen nicht am Richter, sondern am Beschwerdegegner gewesen wäre, die Anrechnung eines hypothetischen Einkommens zu fordern. Nichts anderes gilt für die (weitere) Anspruchsvoraussetzung des gebührenden Unterhalts (Art. 125 Abs. 1 ZGB) und die diesbezüglichen Beanstandungen der Beschwerdeführerin.