Citation: 6B_401/2007 08.11.2007 E. 4

4.1 Wer vorsätzlich einen Menschen tötet, ohne dass eine der Voraussetzungen der nachfolgenden Artikel zutrifft, wird mit Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren bestraft (Art. 111 StGB). Der ordentliche Strafrahmen reicht somit von fünf Jahren bis zu zwanzig Jahren Freiheitsstrafe (Art. 35 aStGB, siehe auch Art. 40 StGB). Der Richter misst die Strafe nach dem Verschulden des Täters zu; er berücksichtigt die Beweggründe, das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse des Schuldigen (Art. 63 aStGB). War der Täter zur Zeit der Tat in seiner geistigen Gesundheit oder in seinem Bewusstsein beeinträchtigt oder geistig mangelhaft entwickelt, so dass die Fähigkeit, das Unrecht seiner Tat einzusehen oder gemäss seiner Einsicht in das Unrecht der Tat zu handeln, herabgesetzt war, so kann der Richter die Strafe nach freiem Ermessen mildern (Art. 11 aStGB). Wo das Gesetz eine Strafmilderung nach freiem Ermessen vorsieht, ist der Richter an die Strafart und das Strafmass, die für Verbrechen oder Vergehen angedroht sind, nicht gebunden. Der Richter ist aber an das gesetzliche Mindestmass der Strafart gebunden (Art. 66 aStGB). 4.2 Bei der Bemessung der Strafe hat der Richter einerseits die Tatkomponenten und andererseits die Täterkomponenten zu berücksichtigen. Zu den Tatkomponenten gehören etwa das Ausmass des verschuldeten Erfolgs, die Art und Weise von dessen Herbeiführung sowie die Willensrichtung und die Beweggründe des Täters. Zu den Täterkomponenten gehören unter anderem das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse sowie das Verhalten nach der Tat und im Strafverfahren, etwa Schadenersatzzahlung, Geständnis, Einsicht und Reue (BGE 129 IV 6 E. 6.1 mit zahlreichen Hinweisen). Der Richter hat im Urteil die wesentlichen Tat- und Täterkomponenten so zu erörtern, dass festgestellt werden kann, ob die rechtlich massgebenden Gesichtspunkte berücksichtigt und wie sie gewichtet wurden. Er muss die Überlegungen, die er bei der Bemessung der Strafe angestellt hat, in seinem Urteil in den Grundzügen darstellen. Der Richter ist aber - unter Vorbehalt gewisser Ausnahmen - von Bundesrechts wegen nicht verpflichtet, in der Urteilsbegründung in absoluten Zahlen oder in Prozenten anzugeben, in welchem Masse er die einzelnen strafzumessungsrelevanten Tatsachen gewichtet hat (BGE 121 IV 49 E. 2a/aa mit Hinweisen). Diese Grundsätze gelten entsprechend für die Gewichtung der im Gesetz genannten Strafschärfungs- und Strafmilderungsgründe, unter anderen die Verminderung der Schuldfähigkeit. Der Richter ist mithin nicht verpflichtet, in der Urteilsbegründung anzugeben, welche Strafe er im Falle der uneingeschränkten Schuldfähigkeit des Täters ausgefällt hätte und um wie viel Prozent er die Strafe infolge der Verminderung der Schuldfähigkeit reduziert hat. Bei der Strafzumessung steht dem Sachrichter ein erheblicher Ermessensspielraum zu. Das Bundesgericht greift auf Beschwerde hin nur ein, wenn der Sachrichter den gesetzlichen Strafrahmen über- oder unterschritten hat, wenn er rechtlich nicht massgebende Kriterien mitberücksichtigt oder wesentliche Gesichtspunkte ausser Acht gelassen beziehungsweise in Überschreitung oder Missbrauch seines Ermessens falsch gewichtet hat (BGE 129 IV 6 E. 6.1 mit zahlreichen Hinweisen). 4.3 Gemäss den Ausführungen der Vorinstanz wiegt das objektive Tatverschulden des Beschwerdeführers 2 sehr schwer und rückt das Tötungsdelikt in die Nähe des Mordtatbestandes. So zeuge die eigentliche Tatausführung von besonderer Grausamkeit und extremer Brutalität, in welcher sich auch ein intensiver Tötungswille manifestiere. Mit seiner Tat habe der Beschwerdeführer 2 unsägliches Leid über die Familie des Fluglotsen gebracht, wobei erschwerend ins Gewicht falle, dass er genau gewusst habe, dass der Fluglotse zweifacher Familienvater gewesen sei. Objektiv gesehen müsse auch der Anlass der Tat als nichtig bezeichnet werden. Der Beschwerdeführer 2 habe völlig realitätsfremde Erwartungen bezüglich des Verhaltens des Fluglotsen ihm gegenüber am fraglichen Abend gehabt. Als der Fluglotse sich nicht entschuldigt, sondern ihn abgewiesen habe, wobei das Couvert, welches - was der Fluglotse allerdings nicht habe wissen können - die Fotos seiner beim Flugzeugabsturz umgekommenen Angehörigen enthalten habe, zu Boden gefallen sei, habe er das Messer hervorgeholt und den Fluglotsen brutal niedergemetzelt. In Anbetracht des sehr schweren objektiven Tatverschuldens und der weiteren Umstände, die den Beschwerdeführer 2 auch subjektiv belasteten, geht die Vorinstanz im angefochtenen Urteil, wie schon in ihrem ersten Entscheid, in Übereinstimmung mit der Beschwerdeführerin 1 von einer Einsatzstrafe von 18 Jahren aus. Diese aus den Tatkomponenten resultierende Einsatzstrafe von 18 Jahren reduziert die Vorinstanz sodann infolge der dem Beschwerdeführer 2 zugebilligten Verminderung der Schuldfähigkeit in schwerem Grade um "ca. 75 %", was eine Strafe von ca. 4 ½ Jahren (ca. 25 % von 18 Jahren) ergibt. Im Anschluss daran bewertet die Vorinstanz in ihren Urteilserwägungen die Täterkomponenten. Straferhöhend in nicht unerheblichem Masse falle ins Gewicht, dass sich der Beschwerdeführer 2 während des gesamten Verfahrens ausgesprochen uneinsichtig verhalten und gegenüber dem Opfer und dessen Familie kein echtes Mitgefühl gezeigt habe. Strafmindernd seien die Vorstrafenlosigkeit, der ungetrübte Leumund und das Geständnis des Beschwerdeführers 2 zu berücksichtigen, wobei bezüglich des Geständnisses freilich stark einschränkend zu beachten sei, dass dem Beschwerdeführer 2 angesichts der erdrückenden Beweislage auch kaum etwas anderes übrig geblieben wäre. Leicht strafmindernd falle schliesslich in Betracht, dass sich der Beschwerdeführer 2 mit den Hinterbliebenen des Fluglotsen bezüglich deren Zivilforderungen geeinigt habe. In Würdigung aller massgeblichen Strafzumessungsgründe erachtet die Vorinstanz eine Freiheitsstrafe von 5 ¼ Jahren als angemessen. Beschwerde der Beschwerdeführerin 1 gegen das vorinstanzliche Urteil