Citation: 6B_507/2020 E. 2.2.2

2.2.2. Von vornherein nicht zu hören resp. unbegründet ist die Rüge des Beschwerdeführers, wonach die von der Vorinstanz ausgesprochene Strafe im Vergleich zu anderen, ähnlichen Fällen zu hoch sei. Nach der Rechtsprechung führen der Grundsatz der Individualisierung und das dem Sachrichter bei der Strafzumessung eingeräumte weite Ermessen notwendigerweise zu einer gewissen, vom Gesetzgeber in Kauf genommenen Ungleichheit. Selbst gleich oder ähnlich gelagerte Fälle unterscheiden sich durchwegs massgeblich in zumessungsrelevanten Punkten. Die aus diesen Umständen resultierende Ungleichheit in der Zumessung der Strafe reicht für sich allein nicht aus, um auf einen Missbrauch des Ermessens zu schliessen (BGE 135 IV 191 E. 3.1 mit Hinweisen; Urteil 6B_507/2016 vom 9. August 2016 E. 1.3.2). Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers ist es sodann nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz von einem krass egoistischen Motiv ausgeht und diesem, über die blosse Mordqualifikation hinaus, verschuldenserhöhend Rechnung trägt. Darin liegt keine Verletzung des Doppelverwertungsverbots. Dieses hindert das Gericht nicht, bei der Strafzumessung zu berücksichtigen, in welchem Ausmass ein qualifizierender oder privilegierender Tatumstand gegeben ist (BGE 141 IV 61 E. 6.1.3; BGE 120 IV 67 E. 2b; Urteil 6B_1186/2018 vom 17. April 2019 E. 4.2.3). Die Vorinstanz beschränkt sich darauf, das Ausmass der Brutalität und Skrupellosigkeit zu bestimmen, was zulässig ist. Gleich falls nachvollziehbar ist, dass sie die leicht verminderte Schuldfähigkeit des Beschwerdeführers nur geringfügig strafmildernd berücksichtigt. Daran ändert nichts, dass sie anerkennt, dass es noch verwerflichere Tatausführungen gebe. Ebenso wenig muss die vom Beschwerdeführer geltend gemachte Wahnvorstellung angesichts der gleichwohl nur leicht verminderten Schuldfähigkeit zu einer grösseren Strafreduktion führen, als sie die Vorinstanz vornimmt. Sie begründet auch die Strafminderung aufgrund des Umstands, dass es beim Versuch geblieben ist, ausführlich und überzeugend, wobei sie das gesamte Nachtatverhalten berücksichtigt. So habe der Beschwerdeführer anlässlich seines ersten Notrufs angegeben, seine Frau sei bereits tot. Auf der Aufnahme seien im Hintergrund Geräusche der Ehefrau zu vernehmen, was der Beschwerdeführer mit den Worten "mir egal" oder "interessiert mich nicht" quittiert habe. Zudem habe er wiederum seine Schwägerin angerufen und ihr vorgeworfen, seine Ehe zerstört zu haben. Er habe angegeben: "Sie (die Ehefrau) ist hier, ich habe ihr Messer gesteckt und die Polizei gerufen. Macht was ihr wollt". Als die Schwester gesagt habe, sie wolle vorbeikommen, habe der Beschwerdeführer geantwortet: "Für was kommst Du? Abfall". Der Vorinstanz ist zuzustimmen, dass das zitierte Gesprächsprotokoll resp. das Nachtatverhalten des Beschwerdeführers trotz Alarmierung der Polizei auf eine Gleichgültigkeit gegenüber dem Opfer und der Situation schliessen lässt. Die Vorinstanz geht daher zu Recht nicht von umfassender tätiger Reue aus und erwägt, aufgrund der konkreten Umstände dränge sich keine erhebliche Strafminderung auf. Wenn sie der Tatsache, dass es beim Versuch eines Mordes geblieben ist, lediglich mit einer Strafminderung von 3 Jahren Rechnung trägt, verletzt sie das ihr zukommende Ermessen nicht. Gleichfalls klar innerhalb des vorinstanzlichen Ermessens liegt die Erhöhung der Strafe um 2.5 Jahre aufgrund des versuchten Schwangerschaftsabbruchs. Auch hier geht die Vorinstanz nachvollziehbar von einem mittelschweren bis schweren Verschulden aus, wobei sie zu Recht berücksichtigt, dass der Beschwerdeführer angesichts der wiederholten, gegenteiligen Beteuerungen seiner Ehefrau keinerlei Anlass zur Vermutung hatte, jene sei ihm untreu. Die Annahme eines nicht bloss leichten Verschuldens hinsichtlich des Schwangerschaftsabbruchs stellt ebenfalls keine Verletzung des Doppelverwertungsverbots dar (vgl. oben). Die Tat des Beschwerdeführers richtete sich im Gegenteil explizit auch gegen das Ungeborene, indem er in den Unterbauch der Ehefrau stach und dabei u.a. die Eierstöcke verletzte, die Gebärmutter aber knapp verfehlte. Dem versuchten Schwangerschaftsabbruch kommt daher eindeutig eigenständige Bedeutung zu und er erscheint nicht bloss als notwendige Folge des Angriffs gegen seine Ehefrau. Schliesslich attestiert die Vorinstanz dem Beschwerdeführer nachvollziehbar keine umfassende Reue und Einsicht, wenn sie erwägt, er habe nicht die volle Verantwortung für sein Tun übernommen, da er dieses noch in der erstinstanzlichen Verhandlung damit erklärt habe, dass er von Dämonen besessen gewesen sei. Wenngleich die vorinstanzlich ausgefällte Freiheitsstrafe von 15 Jahren insgesamt als recht streng erscheint, liegt sie dennoch innerhalb des sachrichterlichen Ermessens und hält vor Bundesrecht stand.