Citation: 9C_834/2015 E. 4.2.2

4.2.2. Die Beschwerdeführerin begründet die Nichtumsetzbarkeit der gemäss dem MZR-Gutachten vom 21. Juni 2013 bestehenden Arbeitsfähigkeit damit, der soziale Kontakt stelle für sie eine hohe emotionale Belastung dar. Sie habe Angst, unter Leute zu gehen, was auf ihre Persönlichkeit und ihre chronische Depression zurückzuführen sei. Infolge dieser vom psychiatrischen Gutachter verkannten Problematik sei sie bei der versuchten Eingliederung von Anfang an emotional überfordert gewesen. Diese Vorbringen finden im Bericht des Dr. med. B.________ vom 2. Februar 2015 eine Stütze. In der Anamnese wurde festgehalten, es bestünden kaum Sozialkontakte ausserhalb der Familie. Einkäufe erledige vor allem der Ehemann, da sich die Patientin scheue, sich in Supermärkte zu begeben. Unter Menschen fühle sie sich unsicher und gestresst. Öffentliche Verkehrsmittel habe sie noch nie allein benutzt; schon früher sei sei sie nicht in die Schule nach Aarau gefahren, wenn eine Klassenkameradin verhindert gewesen sei. Demgegenüber hatte die Beschwerdeführerin anlässlich der Untersuchung durch den psychiatrischen Gutachter des MZR angegeben, sie habe ausreichende soziale Kontakte. Sie könne (auch) problemlos Zug und Bus fahren, grössere Menschenansammlungen seien problemlos. Weiter fällt auf, dass sie Dr. med. B.________ gegenüber von Ereignissen erzählte, die sich in der Anamnese in der Expertise nicht finden. Danach war ihr Vater........ wegen versuchter Vergewaltigung zu einer Freiheitsstrafe verurteilt worden, was zu einem ersten "Nervenzusammenbruch" geführt habe. Ab diesem Zeitpunkt sei sie in psychiatrisch-psychotherapeutischer Behandlung gewesen. Es seien mehrere Suizidversuche gefolgt, u.a. 2012 mit Alkohol und Tabletten, nachdem sie erfahren habe, dass ihr Mann während zwei Jahren fremdgegangen sei. Dies habe zu einem grossen Vertrauensverlust in der ehelichen Beziehung geführt. Seither sei sie von Eifersucht gequält, spioniere ihm hinterher, hole ihn von der Arbeit ab, wenn es ihr nicht gut gehe. Es kann offen bleiben, was die Gründe für dieses unterschiedliche Aussageverhalten sind. Die besagten Vorfälle können jedenfalls - unabhängig von der Frage nach ihrer Relevanz für die Befunderhebung - nicht als neue Tatsachen im prozessual revisionsrechtlichen Sinne betrachtet werden, die von der Beschwerdeführerin nicht spätestens im Rahmen einer Beschwerde gegen die Verfügung vom 21. Januar 2015 hätten vorgebracht werden können.