Citation: 5A_1033/2017 E. 4.3

4.3. Beim Entscheid über die Betreuung der Kinder hat das Kantonsgericht nicht zuletzt auch auf den von D.A.________ verschiedentlich geäusserten Willen abgestellt, beim Vater und dessen Familie leben zu können und das gewohnte Umfeld nicht wechseln zu müssen. Diesbezüglich verweist die Beschwerdeführerin darauf, dass die Kinder seit der Trennung durch die Mutter betreut werden und die Familie im August 2016 an einen neuen Wohnort gezogen ist. Der Sohn habe die mit dem Umzug verbundenen anfänglichen Schwierigkeiten überwunden, fühle sich in dem neuen Zuhause und der neuen Schule zwischenzeitlich wohl und habe neue Freunde gefunden. D.A.________ habe seine Meinung geändert und wolle nicht mehr beim Vater leben. Dies sei mit Eingabe vom 5. September 2017 bereits im vorinstanzlichen Verfahren vorgebracht worden. Die Eingabe sei aber unberücksichtigt geblieben, womit das rechtliche Gehör verletzt und der Sachverhalt willkürlich festgestellt worden sei. Auch hätte das Gutachten zumindest ergänzt werden bzw. hätte eine erneute Kindesanhörung durchgeführt werden müssen. Aufmerksam gemacht habe die Beschwerdeführerin das Kantonsgericht auch darauf, dass sie seit Juni 2017 arbeitslos bzw. freigestellt sei und die Kinder nunmehr selbst betreue. Die Vorinstanz habe auch insoweit willkürlich auf einen veralteten Sachverhalt abgestellt. Die Nichtberücksichtigung auch dieser Vorbringen stelle eine weitere Gehörsverletzung dar. Weiter sei die Überlegung des Kantonsgerichts aktenwidrig, an der grundsätzlichen Ausgangslage ändere mittelfristig auch die Arbeitslosigkeit der Beschwerdeführerin nichts, weil diese eine neue Stelle antreten werde und nie geltend gemacht habe, die Kinder nicht mehr durch Nannies betreuen zu lassen. Tatsächlich habe die Beschwerdeführerin stets ausgeführt, dass die Fremdbetreuung nur eine Notlösung sei und sie ihr Arbeitspensum zum Wohle der Kinder reduzieren und diese soweit nötig in einer Kindertagesstätte betreuen lassen wolle. Unbegründet ist der Vorwurf, das Kantonsgericht habe die Arbeitslosigkeit der Beschwerdeführerin seit Juni 2017 und die damit verbundene Erhöhung der Kapazität in der Kinderbetreuung nicht berücksichtigt, wie im Übrigen bereits die Ausführungen der Beschwerdeführerin selbst zeigen. Ansonsten ist auf die einschlägigen Ausführungen im angefochtenen Urteil (Ziff. 4.6.2 S. 23 a.E.) zu verweisen. Die Beschwerdeführerin erwähnt sodann zwar frühere Vorbringen, welche zeigen sollen, dass sie stets geltend gemacht habe, ihr Arbeitspensum reduzieren und die Kinder vermehrt selbst betreuen zu wollen. Sie legt aber nicht dar, wo in den Akten sich die entsprechenden Unterlagen befinden sollen bzw. in welchen Eingaben und an welcher Stelle sie die erwähnten Behauptungen aufgestellt haben will. Es ist nicht Aufgabe des Bundesgerichts, die kantonalen Akten auf einzelne Dokumente oder Behauptungen hin zu durchforsten. Von einer Aktenwidrigkeit des angefochtenen Urteils kann daher keine Rede sein (vgl. etwa Urteile 5A_724/2017 vom 15. Mai 2018 E. 6.5; 5A_848/2010 vom 4. April 2011 E. 2.4.1, in: FamPra.ch 2011 S. 717). Was sodann die (angebliche) Änderung in den Verhältnissen und im Willen von D.A.________ angeht, so hat die Vorinstanz von der Eingabe der Beschwerdeführerin vom 5. September 2017 jedenfalls Kenntnis genommen, verweist sie doch in E. 1.13 S. 6 des angefochtenen Urteils ausdrücklich auf diese. Weiter hat sie berücksichtigt, dass die Kinder im Urteilszeitpunkt bereits seit einem Jahr bei der Mutter lebten und ein gewisses Einleben in das neue Umfeld stattgefunden hat (angefochtenes Urteil, E. 4.6.3 S. 24). Damit kann auch insofern von einer Gehörsverletzung keine Rede sein. Eine solche ist auch nicht darin zu sehen, dass das Kantonsgericht in seinen Überlegungen zum Kindeswillen auf die vorgebrachte Willensänderung nicht explizit einging: Sie hat den Willen von D.A.________ mit Blick auf die in den Akten vorhandenen Unterlagen ermittelt und war auch aufgrund des Gehörsanspruchs nicht gehalten, auf sämtliche Vorbringen der Beschwerdeführerin einzugehen (vgl. statt vieler BGE 143 III 65 E. 5.2). Sodann ist zwar anerkannt, dass sich die Verhältnisse bei Kindern schnell ändern können, sodass bereits eine Begutachtung, die zwei Jahre zurückliegt, überholt sein kann (BGE 133 III 553 E. 5; Urteil 5A_88/2015 vom 5. Juni 2015 E. 2.3). Vorliegend war das Gutachten unbestritten aber erst ungefähr ein halbes Jahr alt und widerspiegelte damit neue Verhältnisse. Dem Kantonsgericht war die neueste Entwicklung im Befinden des Kindes damit bekannt und es konnte diese berücksichtigen. Alles in allem erscheint es damit nicht als verfassungswidrig, dass die Vorinstanz keine weitere Begutachtung anordnete.