Citation: 1P.28/2002 09.04.2002 E. A

S.X.________ und Y.________ sind Eigentümerin bzw. Eigentümer benachbarter Grundstücke in Bischofszell. Auf dem Grundstück von Y.________ stehen an der Grenze zum Grundstück von S.X.________ mehrere Bäume, die zumindest mehrheitlich vor 1958 gepflanzt worden sind. Im Jahre 1992 leiteten S.X.________ und ihr Ehemann K.X.________ gegen Y.________ ein Verfahren ein, wonach die Bäume zu fällen seien. Das Verfahren endete mit rechtskräftigem Entscheid des Departements für Inneres und Volkswirtschaft des Kantons Thurgau (DIV) vom 12. Februar 1993, wonach einige der Bäume zu fällen seien, andere hingegen nicht. Der Entscheid stützte sich auf das am 1. Oktober 1958 in Kraft getretene Flurgesetz vom 6. Februar 1958, wonach für die vor dem Inkrafttreten dieses Gesetzes gepflanzten Bäume ein begrenzter Bestandesschutz galt, indem sie nur gefällt werden mussten, wenn sie zu einer ungerechtfertigten, den Nachbarn erheblich schädigenden oder beeinträchtigenden Einwirkung führten.