Citation: 4A_455/2021 E. 3

In ihrem ersten Urteil vom 12. Oktober 2020 hiess die Vorinstanz die Klage teilweise gut und verpflichtete die Beschwerdegegnerin zur Zahlung von Fr. 262'815.70. Diese Summe setzt sich zusammen aus einer offenen Forderung von Fr. 160'095.91 aus dem Pauschalpreis, Fr. 62'177.53 für Nachträge und Fr. 40'542.29 für Regiearbeiten. Für Mehrmengen sprach die Vorinstanz der Beschwerdeführerin nichts zu. Soweit bestätigte das Bundesgericht das erste Urteil der Vorinstanz (vgl. zit. Urteil 4A_605/2020 E. 4-6). Demgegenüber hob das Bundesgericht das erste Urteil der Vorinstanz insofern auf, als es die Berechnung des Zinsenlaufs betraf. Die Vorinstanz hatte erwogen, die Beschwerdeführerin habe die tatsächlichen Voraussetzungen einer Mahnung nicht behauptet. Aus diesem Grund sei die Beschwerdegegnerin erst in Verzug gekommen, als ihr am 23. April 2018 die Klage zugestellt worden sei. Ab diesem Tag habe sie Verzugszins zu 5 % zu leisten (vgl. zit. Urteil 4A_605/2020 E. 7.2). Allerdings hatte die Beschwerdeführerin bereits in der Klage behauptet, sie habe mit Schreiben vom 26. April 2016 die Bezahlung der Schlussabrechnung von Fr. 1'280'286.-- verlangt. Dieses Schreiben hatte sie rechtzeitig ins Recht gelegt. Darin informierte sie die Beschwerdegegnerin, gemäss den beiliegenden Rechnungen sei der Gesamtbetrag von Fr. 1'280'286.-- offen geblieben. Sie bat "um Begleichung der Forderung innert 5 Tagen" und wies darauf hin, die Fälligkeit sei spätestens am 18. Januar 2016 eingetreten (vgl. zit. Urteil 4A_605/2020 E. 7.4). Das Bundesgericht verwarf den Einwand der Beschwerdegegnerin, wonach das Schreiben der Beschwerdeführerin vom 26. April 2016 keine Mahnung sei, sondern bloss das Begleitschreiben zur Schlussabrechnung. Denn die Beschwerdeführerin habe in diesem Schreiben zum Ausdruck gebracht, dass sie die Leistung ohne Säumnis binnen 5 Tagen verlangt. Die zu erbringende Leistung habe die Beschwerdeführerin hinreichend bezeichnet. Die Beschwerdegegnerin habe ohne weiteres erkennen können, was gefordert wird (zit. Urteil 4A_605/2020 E. 7.5). Das Bundesgericht hiess die Beschwerde in diesem Punkt gut und wies die Sache an die Vorinstanz zurück zur neuen Bestimmung der Verzugszinsen (zit. Urteil 4A_605/2020 E. 7.6).