Citation: 5A_304/2024 E. 4.2

4.2. Der Beschwerdeführer rügt eine offensichtlich unrichtige Sachverhaltsfeststellung. Die Ausführungen der Vorinstanz zu den Unterhaltsausständen seien nicht schlüssig, ergäben ein völlig unstimmiges Bild und würden insofern willkürlich wirken, als gegenüber der Beschwerdegegnerin augenscheinlich grosses Wohlwollen an den Tag gelegt wurde. Anhand von Zitatstellen beklagt sich der Beschwerdeführer darüber, dass zwei Verschriebe "allzu helfend korrigiert", die Verweise auf Beilagen "viel zu grosszügig als gültig erachtet" und die Beweisofferten "wesentlich zu entgegenkommend akzeptiert" würden. Auch die vorinstanzliche Berechnung des genauen Zeitraums sei "völlig diffus": Zuerst berechne das Obergericht eine Tranche betreffend die Zeitspanne vom 1. April 2006 bis 30. April 2008, dann nehme es auf eine in der Duplik erfolgte Berechnung für die Zeit vom 1. Mai 2008 bis 17. September 2012 Bezug. Anstatt diese inhaltlich zu würdigen, stelle es unter Bezugnahme auf die Aktualisierung vom 4. Juni 2021 fest, dass die Aufstellung für die Jahre 2009 bis 2021 selbsterklärend sei. Dabei bleibe unbeantwortet, was für die Zeitspanne von Mai bis Dezember 2008 gelte. In vermeintlich akribischer Analyse der Beilagen und Aufstellungen der Beschwerdegegnerin klaube die Vorinstanz den Unterhaltsausstand über rund zehn Jahre zusammen. Indem sie den Vorbringen der Beschwerdegegnerin folge, überspanne sie die richterliche Fürsorgepflicht, insbesondere angesichts der sehr engagierten anwaltlichen Vertretung der Beschwerdegegnerin. Der Beschwerdeführer erklärt, unter diesem Titel jedenfalls den vorinstanzlich (recte wohl: erstinstanzlich) festgelegten Betrag von Fr. 438'985.-- anerkannt zu haben; darauf lasse er sich behaften und dabei müsse es aber auch sein Bewenden haben. Im selben Zusammenhang wirft der Beschwerdeführer der Vorinstanz vor, die Eingabe der Beschwerdegegnerin vom 4. Juni 2021 betreffend die Aktualisierung des Unterhaltsausstands überhaupt zugelassen zu haben. Er erinnert daran, dass er seine Unterhaltsschuld ab 2017 anerkanntermassen vollumfänglich erfüllt habe. Die Beschwerdegegnerin habe somit viereinhalb Jahre zugewartet, um die Ausstandsaktualisierung in den Prozess einzubringen. Indem das Obergericht dieses Vorgehen als zulässig erachte, wende es § 115 Ziff. 2 ZPO/ZH völlig willkürlich an. Diese Bestimmung verlange, dass hinsichtlich der fraglichen Noven "klare Liquidität", d.h. sofortige Beweisbarkeit vorliegt und die nachträgliche Berücksichtigung wegen der Entbehrlichkeit beweismässiger Weiterungen keine Verfahrensverzögerung bewirkt. Im konkreten Fall habe die Eingabe der Beschwerdegegnerin "aktenkundigermassen" zu erheblichen Weiterungen geführt, sei ihm, dem Beschwerdeführer, im erstinstanzlichen Verfahren mit Verfügung vom 15. Juni 2021 doch Frist zur Stellungnahme angesetzt worden und werfe ihm die Vorinstanz selbst vor, dass er allfällige Tilgungen hätte beweisen müssen. Die gegnerische Eingabe vom 4. Juni 2021 habe sich gerade "als das Gegenteil von Liquidität schaffend" erwiesen und neue Behauptungen und Beweise provoziert. Sie hätte demnach richtigerweise nicht zugelassen bzw. bei der Würdigung nicht berücksichtigt werden dürfen; Gleiches gelte für allfällige Anerkennungen des Beschwerdeführers. Auch im Zusammenhang mit dieser Rüge anerkennt der Beschwerdeführer lediglich den Betrag von Fr. 438'985.--.