Citation: 8C_268/2023 E. 3.3.5

3.3.5. Im Lichte des Gesagten ist schliesslich auch das Vorbringen, die Beschwerdegegnerin habe die Verfügung vom 30. April 2018 stillschweigend beziehungsweise durch konkludentes Verhalten in Wiedererwägung gezogen, nicht stichhaltig. Zwar kann, wie in E. 3.3.1.2 hievor festgehalten, eine ungenügende oder fehlende Wahrnehmung der Beratungspflicht einer falsch erteilten Auskunft des Versicherungsträgers gleichkommen. Indessen trifft die versicherte Person als Korrelat beziehungsweise Einschränkung dazu eine Mitwirkungspflicht, die ebenfalls Ausfluss des Grundsatzes von Treu und Glauben und dem daraus abgeleiteten Vertrauensprinzip ist (vgl. KURT PÄRLI/LAURA KUNZ, in: Basler Kommentar, Allgemeiner Teil des Sozialversicherungsrechts, 2020, N. 13 f. zu Art. 28 ATSG mit Hinweisen). Mithin konnte von der Beschwerdeführerin zumindest erwartet werden, sich innert einer vernünftigen Frist nach dem Stand des Verfahrens zu erkundigen, statt über drei Jahre untätig zuzuwarten. Die Berufung auf den guten Glauben verdient daher von vornherein keinen Rechtsschutz, weshalb auf die geltend gemachte Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör (Art. 42 ATSG) nicht einzugehen ist.