Citation: U 54/05 19.07.2005 E. 2

Der Beschwerdeführer macht geltend, die Abstützung des trotz Gesundheitsschadens anrechenbaren Verdienstes (Invalideneinkommen) auf einen statistischen Durchschnittswert (Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik) verletze den Grundsatz, dass vom tatsächlich erzielten Lohn auszugehen sei, sofern ein Versicherter nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit ausübe, bei der - kumulativ - besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass er die ihm verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpfe, sowie das betreffende Einkommen der Arbeitsleistung angemessen und nicht als Soziallohn erscheint (BGE 126 V 76 Erw. 3b/aa). 2.1 Nach dem Grundsatz der Schadenminderung hat ein Versicherter alles ihm Zumutbare vorzukehren, um die Folgen seiner Invalidität bestmöglich zu mildern. Je nach den Umständen greift die Schadenminderungspflicht in die verschiedensten Lebensbereiche ein, wobei jedoch vom Versicherten nur Vorkehren verlangt werden können, die unter Berücksichtigung der gesamten objektiven und subjektiven Gegebenheiten des Einzelfalls zumutbar sind (BGE 113 V 28 Erw. 4 mit Hinweisen). Bei der schon vor dem Unfall ausgeübten schweren Nebenerwerbstätigkeit als Waldarbeiter/Holzer kann die verbleibende Arbeitsfähigkeit nicht voll ausgeschöpft werden, da nach gutachtlicher Feststellung des medizinischen Zentrums X.________ vom 20. März 2003, an deren Beweiswert nicht zu zweifeln ist (vgl. BGE 125 V 352 Erw. 3a), hier bloss eine Leistungsfähigkeit von 33 1/3 % besteht. Demgegenüber ist unter Berücksichtigung der unfallbedingten funktionellen Einschränkungen (belastungs- und bewegungsabhängige Kopf- und Nackenschmerzen, eingeschränkte Beweglichkeit von Kopf und Halswirbelsäule, rasche Ermüdbarkeit) eine jede leichte bis mittelschwere Tätigkeit ohne Notwendigkeit von Überkopfarbeiten, vorgeneigtem Stehen und des Hebens oder Tragens schwerer Lasten grundsätzlich zumutbar. 2.2 Zunächst gilt es festzustellen, dass die gesundheitliche Zumutbarkeit der Tätigkeit als Waldarbeiter als solche, selbst wenn auf das ärztlich noch als möglich erachtete Ausmass beschränkt, mit Blick auf das einschlägige Pflichtenheft als zweifelhaft erscheint. Schon insofern ist darin im wohlverstandenen längerfristigen Interesse des Beschwerdeführers keine bestmögliche Eingliederung zu erblicken. Umgekehrt lässt der Umstand, dass der Beschwerdeführer - wenn auch unter der Vorgabe grosser zeitlicher Flexibilität - überhaupt noch solche Arbeiten verrichten kann, auch den Schluss zu, dass der Kreis der zumutbaren Verweisungstätigkeiten nicht allzu eng gezogen zu werden braucht. Eine weitergehende Verwertung der Leistungsfähigkeit ist sodann entgegen den Vorbringen des Beschwerdeführers in einer andern Nebenbeschäftigung möglich und auch zumutbar, ohne dass dadurch eine Verlegung des Wohnsitzes notwendig ist. Die schadenmindernde Massnahme, die dem Versicherten von den Vorinstanzen zugemutet wird, erzwingt somit keineswegs die Aufgabe des eigenen Landwirtschaftsbetriebes, den der Beschwerdeführer zusammen mit seiner Ehefrau und seinem Sohn betreibt, was freilich unzumutbar wäre. Für den auf eine Nebeneinkunft wirtschaftlich angewiesenen Beschwerdeführer existieren im Einzugsgebiet von Einsiedeln ausreichend geeignete Verweisungstätigkeiten, die als Nebenerwerb für einen Landwirt geeignet erscheinen und keinen langen Arbeitsweg mit sich bringen. Dabei handelt es sich namentlich um Tätigkeiten, die inhaltlich an den Hauptbetrieb anschliessen, wie etwa Produktverarbeitung und -direktverkauf. Denkbar sind des Weitern Arbeiten, die zwar nichts direkt mit dem Hauptberuf des Versicherten zu tun haben, bei denen er aber Kenntnisse verwerten kann, die er auch im eigenen (mechanisierten) Betrieb benötigt, so die stundenweise Mithilfe in einer Garage oder beim Unterhalt von Landwirtschaftsmaschinen in einer Genossenschaft. Schliesslich kommen, allenfalls saisonabhängig, Arbeiten für die Gemeinde in Frage; den Akten ist zu entnehmen, dass der Versicherte bereits bisher zeitweise als Bannwart eingesetzt wurde. Ausserlandwirtschaftliche Erwerbsmöglichkeiten finden sich beispielsweise auch im weiteren Bereich des Tourismus, des öffentlichen Verkehrs oder im gewerblichen Sektor.