Citation: 1P.117/2000 30.06.2000 E. 1

1.- Nach ständiger Rechtsprechung setzt die staatsrechtliche Beschwerde in der Regel ein aktuelles Rechtsschutzinteresse voraus, doch wird von diesem Erfordernis abgesehen, wenn sich die aufgeworfene Frage jederzeit unter gleichen oder ähnlichen Umständen wieder stellen könnte, an ihrer Beantwortung wegen ihrer grundsätzlichen Bedeutung ein hinreichendes öffentliches Interesse besteht und eine rechtzeitige verfassungsgerichtliche Überprüfung im Einzelfall kaum je möglich wäre (BGE 124 I 231 E. 1 b; 121 I 279 E. 1; 120 Ia 165 E. 1a; 118 Ia 46 E. 3c). Unbestritten ist, dass der Beschwerdeführer ein aktuelles Rechtsschutzinteresse nur bis zum 29. Januar 2000 hatte. Der vorliegende Fall wirft indessen in verschiedener Hinsicht grundsätzliche Fragen auf, etwa inwiefern die Durchführung einer privaten Grossveranstaltung wie des Weltwirtschaftsforums (WEF) unter den örtlichen Verhältnissen von Davos eine Beschneidung des Rechts rechtfertigen kann, gegen eben diese Grossveranstaltung auf öffentlichem Grund zu demonstrieren. Da das WEF auch in Zukunft jedes Jahr in Davos abgehalten werden soll, besteht die Möglichkeit, dass sich die Frage der Bewilligung von Demonstrationen gegen dieses erneut stellen wird. Damit rechnet offenbar auch die Landschaft Davos Gemeinde, hat sie doch am 28. November 1999 das Landschaftsgesetz über die Strassenpolizei geändert und in dessen neuem Art. 7 Abs. 3 bestimmt, dass "bei Grossveranstaltungen, die an sich schon Sicherheitsprobleme hervorrufen, " grundsätzlich keine Bewilligungen für Demonstrationen auf öffentlichem Grund erteilt werden. Auch bei einem neuen Gesuch für die Durchführung einer solchen wird es wiederum zeitlich kaum möglich sein, ein allfälliges Demonstrationsverbot vor dem dafür vorgesehenen Datum vom Bundesgericht überprüfen zu lassen. Das Gleiche gilt für die Gehörsverweigerungsrüge und die Rüge, die Landschaft Davos Gemeinde habe den in Art. 29 Abs. 1 BV verankerten Anspruch auf einen Entscheid innert angemessener Frist verletzt. Letztere würde vom Bundesgericht gerade dann nicht überprüft werden können, wenn sie begründet wäre. Auf die Beschwerde ist daher, da die übrigen Sachurteilsvoraussetzungen zu keinen Bemerkungen Anlass geben, einzutreten.