Citation: 1C_546/2022 E. 5.2

5.2. Die Vorinstanz wies im angefochtenen Urteil auf die ständige kantonale Rechtsprechung hin, wonach sich eine Nachbarin oder ein Nachbar nicht damit begnügen dürfe, die Schutzwürdigkeit einer angrenzenden Baute zu behaupten. Vielmehr müsse sie bzw. er diese anhand konkreter Anhaltspunkte aufzeigen. Zudem sei es nicht Sache der Baubewilligungsbehörde oder der Bauherrschaft, im Rechtsmittelverfahren die fehlende Schutzwürdigkeit der streitbetroffenen Baute nachzuweisen. Im konkreten Fall reiche die blosse Behauptung des Vorliegens einer für das Ortsbild prägenden Wirkung der Stellung und der Fassaden oder der Hinweis auf das knappe Ergebnis bei der Inventarentlassung - die beiden betroffenen Gebäude haben von den zum Verbleib im Inventar erforderlichen 11 Punkten deren 10 erreicht - für eine genügende Substanziierung nicht aus. Sodann ergebe sich allein aus der Bezeichnung als erhaltenswert im Kernzonenplan keine Schutzwürdigkeitsvermutung.