Citation: 5A_291/2023 E. 4.1.2

4.1.2. Im Zusammenhang mit der behaupteten Misshandlung der Kinder in der kroatischen Schule hat das Obergericht festgehalten, dass die Kinder gegenüber der Kindesvertreterin von Misshandlungen gesprochen hätten, indem ihnen zum Beispiel die Schultasche an den Kopf geworfen worden sei. Nach Ansicht des Obergerichts stehen somit schwerwiegende Vorwürfe gegen die Lehrpersonen und die Schule im Raum. Handfeste Beweise würden allerdings nicht vorliegen. Eine E-Mail des kroatischen Schulinspektors, in welcher die Mutter ein Indiz für Gewaltvorfälle zu erkennen geglaubt habe, sei von ihr nicht eingereicht worden. Einer vom Vater eingereichten E-Mail, wonach der Schulinspektor die Vorwürfe prüfen und Handlungsempfehlungen an die Lehrerinnen abgeben werde, lasse sich nichts Konkretes entnehmen, was die von der Mutter erhobenen Gewaltvorwürfe stützen könnte. Sodann habe der Vater ausgesagt, ihm gegenüber hätten die Kinder nie etwas davon erwähnt, dass sie von den Lehrerinnen geschlagen oder misshandelt würden. Bei der Kindesanhörung habe D.A.________ zwar auch gegenüber dem Gericht geäussert, dass man sie in der Schule schlage. Weder er noch C.A.________ hätten aber von sich aus vertiefte Ausführungen zu diesem Thema gemacht. Auf die Schule und den Schulalltag angesprochen, hätten sie vielmehr zum Ausdruck gebracht, dass ihnen das frühe Aufstehen, der teilweise anspruchsvolle Schulstoff und die langen Schultage etwas missfalle; zudem hätten sie auch gewisse sprachliche Schwierigkeiten angeführt. Das Obergericht hat ausgehend von diesen Feststellungen befunden, ein unhaltbarer Zustand in der aktuellen Schule sei nicht dargetan. Ausserdem sei davon auszugehen, dass in Kroatien Möglichkeiten und Rechtsbehelfe bestehen würden, um gegen unangemessenes Verhalten oder gegen Übergriffe von Lehrpersonen vorzugehen oder schlimmstenfalls die Schule zu wechseln. Insgesamt sei nicht glaubhaft, dass den Kindern bei einer Rückkehr nach Kroatien Gewalt drohe. Die Mutter erneuert beschwerdeweise ihre Darstellung, wonach den Kindern in der kroatischen Schule Gewalt angetan werde und sie dies gegenüber der Kindesvertreterin sowie gegenüber dem Gericht geäussert hätten. Abgesehen davon, dass diese Ausführungen in der Sache appellatorisch bleiben, weil es nicht ausreicht, am Schluss der Schilderungen abstrakt Art. 9 und Art. 29 Abs. 2 BV anzurufen, wäre selbst bei korrekter Rügeform keine Willkür oder Gehörsverletzung ersichtlich, auch nicht im Zusammenhang mit der weiteren Behauptung, das Gericht hätte bei der Frage auf diesem Punkt insistieren und nachbohren müssen. Gleiches gilt für die Behauptung, der Vater habe eine persönliche Nähe zur Lehrperson der Kinder, was sich daran zeige, dass diese offenbar ein Video angefertigt habe, in welchem Klassenkameraden die beiden Kinder auffordern würden, zurückzukehren. Abgesehen davon, dass auch zu diesem - im angefochtenen Entscheid nicht erwähnten - Detail keine Rüge der willkürlich unterlassenen Sachverhaltsfeststellung bzw. Beweiswürdigung erhoben wird, wäre ohnehin nicht zu sehen, inwiefern ein solches Video Anlass für die Annahme sein könnte, der Vater und die Schule würden im Kontext mit den angeblichen Gewalttaten gegenüber den Kindern gewissermassen "unter einer Decke stecken". Vielmehr ist verständlich, wenn die anderen Kinder der Schulklasse ihre beiden Kameraden vermissen und gerne zurück hätten; wenn schon würde ein solches Video dafür sprechen, dass die beiden Kinder in ihrer Schulklasse gut integriert sind. Insgesamt ist nicht ersichtlich, inwiefern Willkür oder eine Gehörsverletzung im Zusammenhang mit der beweiswürdigenden obergerichtlichen Feststellung gegeben sein könnte, es bestünden keine handfesten Anhaltspunkte dafür, dass den Kindern in der kroatischen Schule Gewalt angetan werde. Überhaupt keine Ausführungen finden sich in der Beschwerde zur abschliessenden obergerichtlichen Erwägung, dass in Kroatien offenkundig Möglichkeiten und Rechtsbehelfe bestehen würden, um gegen unangemessenes Verhalten oder Übergriffe von Lehrpersonen vorzugehen oder schlimmstenfalls die Schule zu wechseln.