Citation: 5A_996/2017 E. 3.1.1

3.1.1. Vor der Versteigerung ermittelt das Betreibungsamt die auf dem Grundstück ruhenden Lasten anhand der Eingaben der Berechtigten und eines Auszugs aus dem Grundbuch (Art. 140 Abs. 1 i.V.m. Art. 138 Abs. 2 Ziff. 3 SchKG). Das Betreibungsamt stellt den Beteiligten das Lastenverzeichnis zu und setzt ihnen gleichzeitig eine Bestreitungsfrist von zehn Tagen (Art. 140 Abs. 2; Art. 73d VZG). Ist eine Bestreitung erfolgt, so setzt das Betreibungsamt den Beteiligten in Anwendung von Art. 106-109 SchKG eine Frist von 20 Tagen zur Klageerhebung beim zuständigen Gericht. Im Lastenbereinigungsverfahren wird für die laufende Betreibung über den im Lastenverzeichnis aufgenommenen Anspruch nach Bestand, Umfang, Rang und Fälligkeit befunden, soweit dieser bestritten worden ist. Allerdings kann der Schuldner den Bestand und die Höhe der Forderung nicht durch Bestreitung des Lastenverzeichnisses erneut in Frage stellen, wenn er seinerzeit keinen Rechtsvorschlag erhoben hat oder dem Gläubiger die Rechtsöffnung bewilligt worden ist (BGE 118 III 22 E. 2a). Nicht Gegenstand des Lastenbereinigungsverfahrens kann die Frage sein, wem ein Anspruch am Pfand zusteht, worüber im Widerspruchsverfahren zu entscheiden ist (BGE 123 III 367 E. 3), oder wem eine Pfandforderung zusteht (BGE 87 III 64 E. 2). Zudem sind rein formelle Fehler des Lastenverzeichnisses von der Aufsichtsbehörde im Rahmen einer Beschwerde zu klären (BGE 141 III 141 E. 4.2).