Citation: 7B_692/2024 E. 2.3

2.3. Da sich der Unfall im Jahr 2017 ereignete, sind die damals geltenden Richtlinien aus dem Jahr 2015 massgebend (vgl. Urteil 6B_985/2023 vom 8. Januar 2024 E. 2.4.3 mit Hinweis). Davon geht die Vorinstanz im angefochtenen Beschluss zutreffend aus. Gemäss den SBS-Richtlinien 2015 sind die Transportunternehmungen verkehrssicherungspflichtig (Ziff. 14 SBS-Richtlinien 2015). Die Verkehrssicherungspflicht gilt für die Dauer der normalen Betriebszeit der Transportanlagen (Ziff. 18 SBS-Richtlinien 2015). Schlittelwege sind während der Betriebszeit der Transportanlagen geöffnet, soweit sie nicht ausdrücklich gesperrt werden (Ziff. 212 SBS-Richtlinien 2015; vgl. auch Ziff. 52 SKUS-Richtlinien 2015). Sie können für besondere Anlässe wie Hüttenabende, Mondscheinabfahrten usw. auch ausserhalb der Betriebszeit der Transportanlagen geöffnet werden (Ziff. 212a SBS-Richtlinien 2015; vgl. auch Ziff. 52 SKUS-Richtlinien 2015). Bei besonderen Anlässen ausserhalb der normalen Betriebszeit wie Mondscheinabfahrten und Hüttenabenden ist der Verkehrssicherungspflichtige nur dann verantwortlich, wenn er den Anlass organisiert. Sonst hat der Veranstalter für die Sicherheit der Teilnehmer zu sorgen, und diese haben sich selbst vorzusehen (Ziff. 18 SBS-Richtlinien 2015). Weiter wird in den SBS-Richtlinien 2015 festgehalten, dass die Veranstalter von sog. Night Events wie Mondscheinpartys, Fondueabenden und Fackelabfahrten für die Sicherheit der Schneesportler verantwortlich sind. Der Verkehrssicherungspflichtige hat lediglich dafür zu sorgen, dass während der Dauer solcher Anlässe, soweit sie ihm überhaupt bekannt sind, keine Pistenbearbeitungsmaschinen mit Seilwinde oder Fräse eingesetzt werden oder dass deren Einsatz mit dem Veranstalter abgestimmt wird (Ziff. 212 in Verbindung mit Ziff. 170 SBS-Richtlinien 2015). Im bundesgerichtlichen Rückweisungsurteil wurden auch die SBS-Richtlinien 2019 herangezogen (Urteil 6B_1209/2020 vom 26. Oktober 2021 E. 2.4.4, 2.5.2). Dies ist entgegen der Vorinstanz insofern nicht zu beanstanden, als sowohl die SBS-Richtlinien 2015 als auch die SBS-Richtlinien 2019 die Verantwortlichkeit des Veranstalters für die Sicherheit der Teilnehmenden von sog. Night Events betonen und bereits in den SBS-Richtlinien 2015 die Relevanz von Absprachen zwischen Veranstaltern von sog. Night Events und Bergbahnunternehmungen thematisiert wurde (vgl. Ziff. 212 in Verbindung mit Ziff. 170 SBS-Richtlinien 2015; Ziff. 231 in Verbindung mit Ziff. 195 SBS-Richtlinien 2019).