Citation: 7B.209/2001 29.10.2001 E. 2

2.- a) Das Obergericht hält fest, dass Berufswerkzeuge sich als für eine rationelle und konkurrenzfähige Tätigkeit notwendig erweisen müssten, um Kompetenzqualität zu haben. Die Einnahmen aus der betreffenden Berufstätigkeit müssten zumindest die damit verbundenen Ausgaben und das Existenzminimum des Schuldners und seiner Familie decken. Ausserdem dürfe es sich nicht um das Führen eines Unternehmens handeln. Unter Berufung auf das Untersuchungsprinzip, wie es in Art. 20a Abs. 2 Ziff. 2 erster Satz SchKG festgelegt sei, geht die Vorinstanz sodann davon aus, die Aufsichtsbehörde habe von Amtes wegen abzuklären, ob den vom Schuldner angesprochenen Geräten Kompetenzcharakter zukomme. Der Schuldner sei jedoch verpflichtet, bei diesen Abklärungen durch Auskünfte sowie durch Vorlage bzw. Nennung von Beweismitteln mitzuwirken. Werde die für die Beurteilung einer Beschwerde notwendige und zumutbare Mitwirkung verweigert, sei die Aufsichtsbehörde nach Art. 20a Abs. 2 Ziff. 2 zweiter Satz SchKG ermächtigt, auf die Beschwerde nicht einzutreten. b) Zu den konkreten Umständen bemerkt das Obergericht, die untere Aufsichtsbehörde habe - unter der Androhung, dass bei Säumnis oder im Weigerungsfalle auf die Beschwerde nicht eingetreten werde - vom Beschwerdeführer die Einreichung diverser Unterlagen verlangt, unter anderem auch die Bilanzen und Erfolgsrechnungen der Jahre 1999 und 2000. Für den Fall, dass der Jahresabschluss noch nicht erstellt sein sollte, sei der Beschwerdeführer aufgefordert worden, die Bücher im Sinne von Art. 957 OR zum Geschäftsjahr 2000 ins Recht zu legen. Innert (wiederhergestellter) Frist habe der Beschwerdeführer vom Verlangten nichts eingereicht und erklärt, die genannten Geschäftsabschlüsse lägen nicht vor. Die Vorinstanz hält dafür, das Bezirksgericht habe zutreffend erwogen, dass sich die Wirtschaftlichkeit der Tätigkeit des Beschwerdeführers nur auf Grund einer ordnungsgemässen Buchführung und ebensolcher Erfolgsrechnungen beurteilen lasse und es dem Beschwerdeführer zuzumuten gewesen sei, diese einzureichen, zumal er nach Art. 957 OR zur Buchführung verpflichtet sei. Dem Einwand des Beschwerdeführers, er habe seine Mitwirkung nie verweigert, sie sei schlicht nicht in dem vom Bezirksgericht gewünschten Umfang möglich gewesen, weil die Buchhaltungen der Jahre 1999 und 2000 elektronisch erfasst worden, heute aber nicht mehr abrufbar seien bzw. weil weder er als Nichtfachmann noch das für den Computer verantwortliche Unternehmen in der Lage seien, die Daten wieder herzustellen, und deren Neuerfassung innert der angesetzten Frist unmöglich gewesen sei, hält die Vorinstanz entgegen, der Buchführungspflichtige habe gemäss Art. 957 OR Bücher zur laufenden Erfassung der Geschäftsvorfälle zu führen. Dieser Pflicht werde durch das blosse Aufbewahren von Unterlagen und Belegen nicht Genüge getan; gefordert werde, dass fortlaufend systematische, vollständige und klare rechnerische Aufzeichnungen über die Geschäftsvorgänge gemacht würden, so dass durch Ziehen der Bilanz jederzeit die Vermögenslage des Geschäftes ermittelt werden könne. Für die Aufzeichnung, Aufbewahrung und Wiedergabe der einschlägigen Daten bleibe der Aufbewahrungspflichtige auch dann verantwortlich, wenn er einen Dritten damit beauftrage. c) Aus seinen Erwägungen hat das Obergericht geschlossen, dass die Konsequenzen der mangelhaften Datenverarbeitung vom Beschwerdeführer zu tragen seien. Es bemerkt ausserdem, dass im Falle eines Eintretens des geltend gemachten Datenverlusts vor oder während des Fristenlaufs im erstinstanzlichen Verfahren der Beschwerdeführer um Erstreckung der Frist im Hinblick auf eine Rekonstruktion hätte ersuchen sollen, statt die Schwierigkeiten erst im Rechtsmittelverfahren vorzutragen, was einer Verweigerung der Mitwirkung gegenüber der unteren Aufsichtsbehörde gleichzusetzen wäre. Falls der Datenverlust erst nach Ablauf der vom Bezirksgericht angesetzten Frist eingetreten sein sollte, sei der Beschwerdeführer seiner Mitwirkungspflicht ohnehin nicht nachgekommen. Die untere Aufsichtsbehörde sei auf die bei ihr eingereichte Beschwerde daher zu Recht nicht eingetreten. Unter diesen Umständen erübrigten sich Erwägungen zur Abgrenzung zwischen Beruf und Unternehmen, so dass die eingereichten Elektrizitäts- und Wasserrechnungen, die einzig der Abklärung dieser Frage dienten, von vornherein unbeachtlich seien. Ebenso wenig sei auf die Vorbringen des Beschwerdeführers zu den Gründen des Konkurses einzugehen. Ergänzend hält die Vorinstanz fest, dass sich die einverlangte Buchhaltung nicht durch einen Augenschein ersetzen lasse, wie er vom Beschwerdeführer schon im bezirksgerichtlichen Verfahren beantragt worden sei.