Citation: I 781/01 02.05.2003 E. 3

Zu prüfen bleibt, ob die Tatsache, dass die Versicherungen O.________ AG als Unfallversicherer der Beschwerdeführerin mit in Rechtskraft erwachsener Verfügung vom 18. September 2000 eine Invalidenrente auf der Grundlage einer 100 %igen Invalidität zugesprochen hat, Anlass für eine abweichende Beurteilung bietet. 3.1 In BGE 126 V 288 hat sich das Eidgenössische Versicherungsgericht mit der Koordination der Invaliditätsbemessung in der Invalidenversicherung und in der Unfallversicherung, insbesondere auch mit der Bindungswirkung rechtskräftiger Invaliditätsschätzungen für den jeweils andern Versicherungsträger, auseinander gesetzt und dabei erkannt, dass von einer rechtskräftig gewordenen Festsetzung des Invaliditätsgrades durch die Unfallversicherung im Invalidenversicherungsbereich nur ausnahmsweise und unter der Voraussetzung abgewichen werden darf, dass dafür triftige Gründe angeführt werden können; eine zwar auch vertretbare - allenfalls sogar gleichwertige - unterschiedliche Ermessensausübung genügt hingegen nicht (BGE 126 V 293 f. Erw. 2d). 3.2 Die Vorinstanz ist zum Schluss gelangt, dass hinreichende Gründe bestehen, um eine Bindungswirkung der rechtskräftig gewordenen Invaliditätsschätzung des Unfallversicherers für die Belange der Invalidenversicherung abzulehnen. Entscheidend fiel dabei für das kantonale Gericht ins Gewicht, dass die Ärzte der Rheuma- und Rehabilitationsklinik Y.________, auf deren Expertise vom 11. Februar 2000 sich die Rentenverfügung der Versicherungen O.________ AG vom 18. September 2000 massgeblich stützt, eine leichte bis mittelschwere Tätigkeit aus rheumatologischer wie auch aus neurologischer Sicht als zumutbar erachteten. Eine weiter gehende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit wird im Gutachten der Klinik Y.________ hauptsächlich mit der psychischen Situation der Beschwerdeführerin begründet. Wie das kantonale Gericht zutreffend erwog, fand eine eingehende psychiatrische Untersuchung indessen einzig in der Klinik X.________ statt, wobei sich dabei nach Ausführungen des Psychiaters Dr. med. E.________ zeigte, dass die Versicherte aus psychiatrischer Perspektive für adaptierte Verweisungstätigkeiten zu 50 % arbeitsfähig war. Bei dieser Sachlage lehnte es die Vorinstanz ab, der nicht auf einer fachärztlichen Untersuchung beruhenden Beurteilung der Klinik Y.________, wonach sich die Beschwerdeführerin wegen der im Vordergrund stehenden Schmerzen und psychisch bedingten Leistungseinschränkungen, der reaktiv depressiven Entwicklung und der damit verbundenen Chronifizierung und teilweisen psychischen Fixierung des gesamten Beschwerdekomplexes kaum wieder in den Arbeitsprozess eingliedern lasse, massgebende Bedeutung beizumessen. 3.3 Dieser Betrachtungsweise kann beigepflichtet werden, zumal - ergänzend zu den erwähnten vorinstanzlichen Ausführungen - festzuhalten ist, dass das Gutachten der Klinik Y.________ vom 11. Februar 2000 auf Grund der Fragestellung primär auf die Beurteilung der Kausalität des versicherten Unfallereignisses vom 14. Juli 1990 für die aktuellen Gesundheitsstörungen ausgerichtet ist und der Rentenentscheid des Unfallversicherers im Übrigen auf eher knapp ausgefallenen ärztlichen Stellungnahmen beruht. Auch liegt kein Einkommensvergleich des Unfallversicherers vor, hat sich dieser doch unter Hinweis auf seinen medizinischen Dienst und ohne eingehende Begründung auf die aus der Expertise der Klinik Y.________ hervorgehende Feststellung beschränkt, dass die Beschwerdeführerin in ihrer angestammten Tätigkeit zu 100 % erwerbsunfähig sei und "auch in Anbetracht des allgemeinen Arbeitsmarktes oder unter Berücksichtigung von anderen zumutbaren Tätigkeiten keine Resterwerbsfähigkeit zu erwarten" sei. Allenfalls konkret in Betracht fallende Erwerbsmöglichkeiten wurden denn auch gar nicht mehr näher geprüft, obschon dazu angesichts der unbestimmt gehaltenen - von der Vorinstanz als "vage" bezeichneten - Angaben der Ärzte der Klinik Y.________ zur verbliebenen Arbeitsfähigkeit hinreichend Anlass bestanden hätte. Unter diesen Umständen ist es gerechtfertigt, ungeachtet des Rentenentscheids des Unfallversicherers auf das Gutachten der Klinik X.________ vom 17. Mai 1999 abzustellen, welches den von der Rechtsprechung aufgestellten Beweisanforderungen (BGE 125 V 352 Erw. 3a mit Hinweis) genügt und auf Grund dessen sich - wie in Erwägung 2 dargelegt - ein Invaliditätsgrad ergibt, welcher lediglich Anspruch auf eine halbe Invalidenrente begründet. 3.4 Zusätzlicher medizinischer Abklärungen, wie sie in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde beantragt werden, bedarf es zumindest für den vorliegend massgebenden Zeitraum bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung vom 12. August 1999 nicht. Seither allenfalls eingetretenen Veränderungen des Gesundheitszustandes wäre im Rahmen eines späteren Rentenrevisionsverfahrens Rechnung zu tragen. Auch in dieser Hinsicht ist der vorinstanzliche Entscheid nicht zu beanstanden.