Citation: I 723/03 29.06.2004 E. 3

Streitig und zu prüfen ist, ob Verwaltung und Vorinstanz die mit Verfügung vom 13. Dezember 1994 zugesprochene ganze Invalidenrente des Versicherten zu Recht auf eine halbe Rente gekürzt haben. 3.1 Die IV-Stelle führte in ihrer Verfügung vom 19. November 2002 aus, gestützt auf die medizinischen Abklärungen, insbesondere auf die polydisziplinäre Begutachtung der MEDAS, bestehe für Tätigkeiten in den Bereichen Handel, Verkauf, EDV, Administration oder in einer vergleichbaren Tätigkeit (unter Vermeidung von Arbeiten in staubigem oder rauchigem Milieu) eine zumutbare Arbeitsfähigkeit von 50 %. Damit sei im Vergleich zu dem im Gesundheitsfall erzielbaren Einkommen von einer 50%igen Erwerbseinbusse auszugehen, weshalb Anspruch auf eine halbe Invalidenrente bestehe. Die Rekurskommission erwog, es könne angenommen werden, dass der Versicherte neben der Invalidenrente noch andere Einkünfte erziele. Mangels diesbezüglicher Unterlagen sei aber allein anhand der medizinischen Unterlagen zu prüfen, ob und gegebenenfalls ab wann eine rentenerhebliche Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten sei. In der Begutachtung durch die MEDAS habe sich ein verbesserter, aktuell reizloser Aphakiezustand am linken Auge und beim Tragen von Kontaktlinsen und Starbrille ein normaler Fern- und Nahvisus ergeben. In psychischer Hinsicht habe sich die depressive Komponente wesentlich gebessert. Die festgestellten narzisstischen Persönlichkeitszüge reichten für die Diagnose einer Persönlichkeitsstörung nicht, weshalb der Gesamtinvaliditätsgrad 50 % auf keinen Fall übersteige. Der Beschwerdeführer bringt vor, die seit dem Unfall im Jahre 1990 bestehenden Beschwerden hätten sich nicht verändert. Neu habe er auch Probleme mit dem rechten Auge (grauer Star), denen sich die Invalidenversicherung ebenfalls annehmen müsse. Angesichts der Jahre zurückliegenden Begutachtung durch die MEDAS habe eine neue ärztliche Untersuchung zu erfolgen. Er habe sowohl mit den Augen als auch mit der Psyche Probleme. 3.2 In medizinischer Hinsicht ergeben die in Zusammenhang mit der Leistungszusprechung im Dezember 1994 und den nachfolgenden Rentenrevisionen eingeholten ärztlichen Auskünfte hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit folgendes Bild: Ein an der Klinik Z.________ am 24. September 1993 zuhanden der Unfallversicherung erstelltes Gutachten kam zum Schluss, der Beschwerdeführer sei für Arbeiten in der Nähe zu 100 % arbeitsunfähig. Am 15. Dezember 1993 teilte Dr. med. H.________, Augenarzt FMH, mit, der Versicherte sei funktioneller Einäuger mit Verlust der Akkomodation links, weshalb eine Invalidität von ca. 30 % anzunehmen sei; Tätigkeiten ohne längeres Autofahren oder Lesen (beispielsweise im Kundendienst ohne Reisetätigkeit) wären wahrscheinlich in normalem Pensum, mit allenfalls etwas verminderter Leistungsfähigkeit, zumutbar. Dr. med. T.________, Augenarzt FMH, bezifferte die Berufsunfähigkeit als Elektroniker am 18. August 1994 auf 100 %. Am 2. Februar 1995 wies Dr. med. G.________, Augenklinik Spital Z.________, darauf hin, dass sich seit dem Unfall eine deutlich reaktive Entwicklung zeige, die psychiatrischer Behandlung bedürfe. Mit Arztbericht vom 14. September 1998 bezifferte Dr. med. T.________ die Arbeitsfähigkeit "objektiv" auf 100 %, wobei im alten Beruf eine 100%ige Berufsunfähigkeit bestehe. Die Ärzte der Augenklinik am Spital Z.________ bescheinigten am 29. November 1996 für Arbeiten ohne Ansprüche an das räumliche Sehen und mit wenig Naharbeit aus augenärztlicher Sicht zumindest eine teilweise Arbeitsfähigkeit. In der im Rahmen des 1998 eingeleiteten Revisionsverfahrens eingeholten polydisziplinären Untersuchung (Gutachten vom 14. Dezember 1998) kamen die MEDAS-Ärzte zum Schluss, dass die Augenprobleme (rechts: Cataracta praesenilis, Amblyopie bei Myopia magna; links: Aphakie, Keratitis sicca, Status nach Hinterkammerlinsen-Implantation und Bulbusruptur mit Hinterkammerlinsen-Luxation) und die psychischen Beeinträchtigungen (Somatisierungsstörung gemäss ICD-10 F45.0; narzisstische Persönlichkeitsstruktur [ohne narzisstische Persönlichkeitsstörung mit Krankheitswert]; jedoch keine depressive oder posttraumatische Störung) eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit bewirkten. In vielen Bereichen (Tätigkeit im Telefondienst/Empfang, Verkauf von technischen Artikeln, administrativer Bereich) sei eine Arbeitstätigkeit im Umfang von 50 % zumutbar. 3.3 Nach Angaben des Versicherten hat sich seine gesundheitliche Situation - mit Ausnahme des geltend gemachten grauen Stars am rechten Auge - seit dem Unfall im Jahre 1990 nicht verändert. Da somit davon ausgegangen werden kann, dass hinsichtlich der Beeinträchtigungen am linken Auge und den psychischen Problemen seit der Begutachtung durch die MEDAS am 14. Dezember 1998 jedenfalls keine Verschlechterung der gesundheitlichen Verhältnisse eingetreten ist, kann bezüglich dieser Beschwerden auf eine nochmalige ärztliche Untersuchung verzichtet werden. Ausgehend von den umfassenden und nachvollziehbar begründeten Ausführungen im MEDAS-Gutachten, auf welche abzustellen ist (BGE 125 V 352 Erw. 3 mit Hinweisen), haben sich seit der Rentenzusprechung im Dezember 1994 insbesondere die psychischen Beschwerden verbessert. Während der im Jahre 1993 behandelnde Psychiater Dr. med. B.________, FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, ein depressives Syndrom diagnostiziert hatte, konnte ein solches anlässlich der MEDAS-Begutachtung (psychiatrische Untersuchung vom 23. Oktober 2003) nicht mehr festgestellt werden. Vielmehr erklärte der Versicherte, er sei 1993, als er sich in psychiatrische Behandlung begeben hatte, in einem grossen Tief, depressiv und teilweise suizidal gewesen. Er habe sich dann aber selbst wieder aufgebaut und gelernt, mit seinem Leiden umzugehen. Jetzt wisse er, dass er weiter lebe und es weiter gehe. Zwar sei er zeitweilig noch etwas nervös, habe aber keine eigentlichen psychischen Probleme. Soweit der Versicherte mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde wiederum eine psychische Erkrankung geltend macht, kann ihm nicht gefolgt werden. Es gilt zu berücksichtigen, dass es ihm in jüngster Zeit gelungen ist, sein Leben neu zu organisieren, indem er seine dritte Ehe geschlossen und in der Dominikanischen Republik Fuss gefasst hat. Die geltend gemachten Beschwerden verunmöglichen ihm demzufolge weder weite Reisen noch einen Umzug ins ferne Ausland; vielmehr lassen seine Aktivitäten darauf schliessen, dass er sich - wie er dies bereits anlässlich der MEDAS-Begutachtung ausgeführt hatte - mit seinen gesundheitlichen Einschränkungen abgefunden und erfolgreich bemüht hat, das Beste aus den gegebenen Umständen zu machen. Dass sein Augenleiden ihm zeitweilig psychische Probleme bereitet, mag zutreffen, doch ist aufgrund der gesamten Umstände unwahrscheinlich, dass er an einer invalidisierenden depressiven Erkrankung leidet. Betreffend den nun offenbar auch am rechten Auge aufgetretenen grauen Star kann davon ausgegangen werden, dass dieser auf die Arbeitsfähigkeit keine erheblichen Auswirkungen hat, da der Versicherte auf diesem Auge seit Geburt bereits stark sehbehindert ist und deshalb aus ärztlicher Sicht als "funktioneller Einäuger" gilt (vgl. Bericht des Dr. med. H.________ vom 15. Dezember 1993). Weil demzufolge auch eine allfällige weitere Einschränkung der Sehkraft dieses Auges die Arbeitsfähigkeit nicht zusätzlich einschränken dürfte, erübrigen sich diesbezügliche Abklärungen und es kann offen bleiben, ob der Versicherte für die neue Erkrankung am rechten Auge überhaupt noch Leistungen der Invalidenversicherung beanspruchen könnte, nachdem er es offenbar versäumt hat, innert der einjährigen Frist von Art. 8 Abs. 1 VFV ein Beitrittsgesuch zur freiwilligen Versicherung zu stellen.