Citation: 6B_930/2015 E. 1.4.3

1.4.3. Endlich wendet sich der Beschwerdeführer gegen die vorinstanzliche Feststellung, die von ihm geschilderten Blackouts seien eine Schutzbehauptung bzw. funktioneller Natur und würden in erster Linie der Vermeidung bzw. Minimierung strafrechtlicher Konsequenzen seines Fehlverhaltens wie auch der Abwehr eigener Schuld- sowie Schamgefühle dienen (Urteil S. 13 f.). Die Vorinstanz lasse mehrere Aktenstellen unberücksichtigt, dabei insbesondere die von ihm eingereichte Stellungnahme von Dr. med. C.________, wonach diese Blackouts nicht vorgeschützt seien, sondern die Gedächtnisaussetzer ohne weiteres mit den Nebenwirkungen des Benzodiazepins in Verbindung gebracht werden könnten. Zudem kritisiert der Beschwerdeführer den Schluss der Vorinstanz, beim Vorfall vom 19./20. August 2012 habe er nicht unter Entzugserscheinungen gelitten, da er die Benzodiazepine nur unregelmässig eingenommen habe (Urteil S. 22). Die Vorinstanz verkenne seine starke Abhängigkeit von Benzodiazepinen. Es ist nicht zu beanstanden, dass sich die Vorinstanz nicht mit der Stellungnahme von Dr. med. C.________ auseinandersetzt. Privatgutachten - wobei es sich vorliegend lediglich um eine Stellungnahme zum amtlichen Gutachten handelt - kommt nicht die Qualität von Beweismitteln zu, sondern sie bilden Bestandteil der Parteivorbringen. Ein Parteigutachten ist nur geeignet, die Erstellung eines (zusätzlichen) Gutachtens zu rechtfertigen oder darzulegen, dass das gerichtliche oder amtliche Gutachten mangelhaft oder nicht schlüssig ist (vgl. BGE 141 IV 305 E. 6.6.1 S. 315 mit Hinweisen). Die Stellungnahme von Dr. med. C.________ ist nicht geeignet, Zweifel an der Schlüssigkeit des forensisch-psychiatrischen Gutachtens zu streuen. Er zeigt einen möglichen Zusammenhang zwischen Medikamenteneinnahme sowie Erregung bzw. Amnesie auf und kritisiert, dass allfällige Nebenwirkungen im Gutachten nicht thematisiert worden seien (kantonale Akten, act. 1202 f.). Demgegenüber gab der Sachverständige an der erstinstanzlichen Hauptverhandlung an, dieser Zusammenhang sei bekannt, weshalb der Beschwerdeführer in der Untersuchung nach dem Einnahmemuster und der Einnahmedauer gefragt worden sei. Gestützt auf dessen Angabe, er habe die Medikamente nur unregelmässig und zur Tatzeit gar nicht eingenommen, seien die Gutachter davon ausgegangen, dass bei der Tat kein bedeutsamer Einfluss von Benzodiazepinen bestanden habe (kantonale Akten, act. 1366, 1371). Mit dem nicht weiter belegten Satz, die Aussagen des Sachverständigen stimmten nicht mit dem forensisch-psychiatrischen Gutachten überein (Beschwerde S. 8), vermag der Beschwerdeführer weder die Schlüssigkeit der gutachterlichen Ausführungen anzuzweifeln noch Willkür in der vorinstanzlichen Beweiswürdigung aufzuzeigen. Da auch die Ehefrau des Beschwerdeführers angab, dieser nehme seine Medikamente nicht regelmässig ein (kantonale Akten, act. 481; Urteil S. 22), darf die Vorinstanz gestützt auf die Aussagen des Sachverständigen sowie das Gutachten eine regelmässige Medikamenteneinnahme ausschliessen. Die Ausführungen von Dr. med. C.________ zu allfälligen Nebenwirkungen wie Erregung oder Amnesie sind damit nicht einschlägig, weshalb die Vorinstanz diese nicht in ihre Beweiswürdigung einbeziehen muss. Da der Beschwerdeführer nicht aufzeigt, dass das forensisch-psychiatrische Gutachten bzw. die Aussagen des Sachverständigen nicht schlüssig sind, darf die Vorinstanz darauf abstellen, ohne in Willkür zu verfallen. Es ist nicht unhaltbar, wenn sie gestützt auf das Gutachten davon ausgeht, die Blackouts seien vorgeschützt oder bloss funktioneller Natur. Willkürfrei ist auch ihre Erkenntnis, da der Beschwerdeführer seine Medikamente nicht regelmässig eingenommen habe, sei nicht davon auszugehen, dass er am 19./20. August 2012 unter Entzugserscheinungen gelitten habe. Ihr Schluss, der Beschwerdeführer habe aufgrund seiner Krankheit in Verbindung mit der fehlenden Medikamenteneinnahme in der Stress- und Überforderungssituation versucht, seinen Sohn durch stumpfe Gewalteinwirkung zur Ruhe zu bringen, ist unter Willkürgesichtspunkten nicht zu beanstanden (vgl. Urteil S. 22 f.). Daran ändert nichts, dass gemäss dem rechtsmedizinischen Ergänzungsgutachten die Verletzungen des Opfers auch mit den vom Beschwerdeführer geschilderten Varianten des Tatablaufs vereinbar wären.