Citation: 5A_231/2024 E. 3.3.2

3.3.2. Vorliegend steht fest, dass die Verwertung von weiteren Vermögensobjekten (mit dem Erlös von Fr. 250'000.--) im Rahmen des Nachkonkurses stattfand. Bei den verwerteten Vermögensobjekten handelte es sich demnach notwendigerweise um Aktiven, die zur Masse gehörten. Die Neuentdeckung der Vermögensobjekte ändert - anders als das Konkursamt meint - nichts am Umstand, dass sie zur Konkursmasse gehören, wenn die Voraussetzungen von Art. 269 Abs. 1 SchKG erfüllt sind. Wären die Vermögensobjekte bereits im vorangegangenen Konkursverfahren zur Aktivmasse gezogen und verwertet worden, hätte die Beschwerdegegnerin im Umfang ihrer Rechte, d.h. einschliesslich eines (höheren) Prozessgewinnes in der Verteilung am höheren Erlös teilgenommen. Die Grenze, um vom Prozessgewinn zu profitieren, zieht das Gesetz bei der vollen Deckung der eigenen Forderung einschliesslich der Prozesskosten (Art. 250 Abs. 2 SchKG). Diese ist vorliegend unstrittig nicht erreicht. Nur ein allfälliger Überschuss wird (ausschliesslich) nach dem berichtigten Kollokationsplan (Art. 250 Abs. 2 letzter Satz SchKG), d.h. unter die übrigen, noch nicht voll befriedigten Gläubiger verteilt (BGE 40 III 176 E. 1). Die Verteilung von Erlös durch Verwertung im Nachkonkurs ist zwangsläufig "nicht vorhersehbar", worauf das Obergericht zu Recht hingewiesen hat: Wenn die Existenz und Massezugehörigkeit des Vermögensstücks den Gläubigern bereits vor Abschluss des Konkurses bekannt war oder bekannt gewesen sein musste, kann ein Nachkonkurs gar nicht durchgeführt werden (BGE 116 III 96 E. 2a; JEANDIN, a.a.O., N. 10 zu Art. 269). Die Bedenken des Konkursamtes, dass die obsiegende Wegweisungsklägerin immer wieder und ungerechtfertigt bevorteilt würde, sind unbegründet.