Citation: 6B_1118/2023 E. 2.12.1

2.12.1. Die Vorinstanz erachtet den Tatbestand der mehrfachen qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesorgung auch in subjektiver Hinsicht als gegeben. Im Wesentlichen hält sie fest, der Beschwerdeführer habe mit Vorsatz und Bereicherungsabsicht gehandelt. Er habe im Tatzeitraum bereits über eine mehr als 40-jährige einschlägige Berufserfahrung verfügt. Seine Börsentätigkeit habe bei ihm selbst in den Jahren 2003/2004 insgesamt Verluste von rund Fr. 3'140'000.-- verursacht. Weiter sei erwiesen, dass bereits frühere Kunden nicht nur die Performance bemängelt, sondern dem Beschwerdeführer auch übermässige Courtagen zur Last gelegt hätten. Mit solchen Retrozessionen habe er seine hauptsächlichen Einkünfte im tatrelevanten Zeitraum generiert, wobei nur er über die Höhe der ihm tatsächlich zufliessenden Gelder Bescheid gewusst habe. Der Beschwerdeführer habe grundsätzlich pro Transaktion Retrozessionen im Umfang von 50 % der von den Kunden erhobenen Courtage erhalten, die wiederum abhängig von der Höhe der jeweiligen Transaktion gewesen sei. Mit der Handelstätigkeit für E.________ und den Beschwerdegegner habe er von August bis November 2004 gesamthaft Fr. 146'414.-- und für D.________ von Januar bis April 2005 Fr. 65'682.05 an Retrozessionen generiert. Dies stelle unbesehen der damaligen Vermögensverhältnisse des Beschwerdeführers fraglos ein hohes persönliches Einkommen dar und stehe in einem deutlichen Missverhältnis zur gemäss Vertragsvorlagen grundsätzlich vorgesehenen Jahreskommission von 0.5 % des durchschnittlichen Vermögens für die Vermögensverwaltung, die bei allen Kunden für ein ganzes Jahr im tiefen vierstelligen Bereich liege. Unrechtmässig sei die Bereicherung insoweit gewesen, als der Beschwerdeführer pflichtwidrig Courtagen bzw. Retrozessionen generiert habe, die keine realistischen Gewinnchancen ermöglicht und das investierte Kapital in erheblichem Umfang aufgezehrt hätten. Er habe diesbezüglich direkt vorsätzlich gehandelt. In seiner Position als erfahrener Vermögensverwalter habe er erkennen müssen, dass die Courtagen bei Verfolgung der Handelsstrategie immer weiter steigen würden, während das Kapital schrumpfe. Der Beschwerdeführer habe den Umfang der den Kunden belasteten Kommissionen gekannt. Aufgrund des aktiven Handelns mit dem Spesenmodell habe sich eine Vermögensschädigung bei jedem Kunden als so wahrscheinlich aufgedrängt, dass er nicht nur damit habe rechnen müssen, sondern dies als logische Folge seines Handelns auch erkannt habe. Bei gleichbleibender Handelsstrategie wären die gesamten Kundenvermögen pulverisiert worden. Dennoch habe er seine Handelstätigkeit gleichbleibend fortgesetzt, ohne die Kunden über die Höhe der Provisionen zu informieren. Der Beschwerdeführer habe gewusst, dass sein Vorgehen bei seinen Kunden zu einem Schaden führe. Angesichts der Interessenlage sei die erlangte Bereicherung auch Handlungsziel des Beschwerdeführers gewesen, selbst wenn er weiterhin auf den Erfolg seiner Strategie gehofft habe. Der Gutachter spreche in diesem Zusammenhang sinnbildlich von einem Glücksspiel, bei dem die Fähigkeiten des Vermögensverwalters irrelevant würden. Die Bereicherungsabsicht sei erfüllt, zumal die Retrozessionen einen erheblichen Teil der Einkünfte für die Bestreitung des Lebensunterhalts ausgemacht hätten. Aufgrund der finanziellen Situation des Beschwerdeführers habe er weder über die Mittel noch über den Willen verfügt, seinen Kunden den Schaden zu ersetzen (Urteil S. 71 ff. E. 13).