Citation: 5A_412/2015 E. 7.1

7.1. In rechtlicher Hinsicht ist als erstes zu prüfen, ob die Vorinstanz vom Grundsatz der gemeinsamen elterlichen Sorge abweichen durfte. Gemäss Art. 296 Abs. 2 ZGB stehen die Kinder, solange sie minderjährig sind, unter der gemeinsamen elterlichen Sorge von Vater und Mutter. In einem Scheidungs- oder Eheschutzverfahren überträgt das Gericht einem Elternteil aber die alleinige elterliche Sorge, wenn dies zur Wahrung des Kindeswohls nötig ist. In seinem zur Publikation vorgesehenen Urteil 5A_923/2014 vom 27. August 2015 befasst sich das Bundesgericht mit dieser seit dem 1. Juli 2014 gültigen Rechtslage. Eine Ausnahme vom Grundsatz der gemeinsamen elterlichen Sorge ist demnach nur zulässig, wenn die Eltern in einem schwerwiegenden Dauerkonflikt stehen oder in Kinderbelangen anhaltend kommunikationsunfähig sind. Vorausgesetzt ist weiter, dass das Verhältnis zwischen den Eltern das Kindeswohl konkret in einer negativen Weise beeinträchtigt und dass Aussicht darauf besteht, mit der Zuteilung der elterlichen Sorge an einen Elternteil eine Entlastung der Situation herbeizuführen (Urteil 5A_923/2014 vom 27. August 2015 E. 4.6 f.).