Citation: U 231/04 05.11.2004 E. 2.2

2.2.1 Umstritten ist unter den Verfahrensbeteiligten zunächst die genaue Diagnose der am 19. September 1993 erlittenen Verletzung. Während Dr. med. H.________ anlässlich seiner Erstbehandlung vom 20. September 1993 eine Distorsion des rechten Daumengrundgelenkes diagnostiziert hatte und Dr. med. J.________ in seinem Bericht vom 26. Januar 2001 von einer partiellen Insuffizienz des ulnaren Kollateralbandes bei Status nach vermutlich Stener-Läsion nach Distorsion des MP1-Gelenkes vor neun Jahren rechts sprach, gingen die Ärzte des Spitals X.________ im Rahmen ihres Gutachtens vom 31. Januar 2003 von einer Distorsion des MP-I-Gelenkes rechts dominant mit Partialruptur des ulnaren Kollateralbandes, gegenenfalls kompletter Ruptur mit anschliessender Vernarbung und verbliebener Partialinsuffizienz aus. Der die Versicherte vier Wochen nach dem unfallähnlichen Ereignis behandelnde Stellvertreter des Dr. med. H.________, Dr. med. E.________, Allgemeine Medizin FMH, hatte sodann gemäss Angaben im Bericht des Dr. med. J.________ - wenn auch ohne entsprechenden radiologischen Nachweis - eine Fraktur angenommen. Letzteres ist jedoch, insbesondere auf Grund des durch Dr. med. H.________ erhobenen Röntgenbefundes, wonach keine ossären Läsionen hatten festgestellt werden können, auszuschliessen, zumal in keinem anderen ärztlichen Bericht eine entsprechende Diagnose bestätigt wurde. Zweifelhaft bleibt demnach, ob anlässlich des Ereignisses im Jahre 1993 eine (Partial-)Ruptur oder lediglich eine Distorsion des ulnaren Kollateralbandes stattgefunden hat. Dies hätte aber, wie die Ärzte des Spitals X.________ in ihrem Schreiben vom 19. März 2003 ergänzend festgehalten haben, lediglich durch eine chirurgische Exploration unmittelbar im Anschluss an die Verletzung verifiziert werden können. Die korrekte Diagnosestellung braucht vorliegend indes nicht abschliessend beantwortet zu werden. Unbestrittenermassen handelt es sich beim Vorfall vom 19. September 1993 um ein Ereignis, welches einen unfallversicherungsrechtlichen Leistungsanspruch bewirkt hat. Nicht massgeblich ist dagegen, ob es sich dabei um einen Unfall nach Art. 6 Abs. 1 UVG in Verbindung mit Art. 9 Abs. 1 UVV (in der bis 31. Dezember 2002 in Kraft gestandenen Fassung) - wie von der Vorinstanz angenommen - oder, so der Einspracheentscheid vom 8. August 2003, um eine unfallähnliche Körperschädigung gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG in Verbindung mit Art. 9 Abs. 2 UVV (in der bis 31. Dezember 1997 gültig gewesenen Fassung) handelt, worunter nach lit. g Bandläsionen aller Art, d.h. sowohl Banddistorsionen wie auch -rupturen, zu zählen sind (Rumo-Jungo, Die Rechtsprechung des Bundesgerichts zum UVG, Zürich 2003, S. 75 mit Hinweisen). Relevant ist vorliegend einzig, ob die im Jahre 2001 geltend gemachten gesundheitlichen Störungen im Sinne hinreichend ausgewiesener Brückensymptome auf das damalige Beschwerdebild zurückzuführen sind (vgl. Erw. 1.2 in fine hievor). 2.2.2 Die Behandlung nach dem Ereignis vom 19. September 1993 war ausweislich der Akten mit den ärztlicherseits am 14. Oktober 1993 verordneten, letztmals am 22. November 1993 durchgeführten Physio- sowie Elektrotherapiesitzungen beendet. Bereits ab 25. Oktober 1993 war der Versicherten wiederum eine vollständige Arbeitsfähigkeit bescheinigt und ab diesem Datum die Taggeldzahlungen durch den Unfallversicherer eingestellt worden. Erst anfangs 2001 gelangte die Versicherte an Dr. med. J.________ und klagte erneut über Beschwerden im rechten Daumengelenk. In den dazwischen liegenden über sieben Jahren hatte sie, wie namentlich dem Gutachten des Spitals X.________ vom 31. Januar 2003 glaubhaft entnommen werden kann, mehrere Schmerzepisoden, die jeweils auf ein Bagatelltrauma zurückzuführen waren. Da diese jedoch weder zu anhaltender Behandlungsbedürftigkeit noch zu Arbeitsunfähigkeit geführt haben, können sie nicht als für das Bestehen der Kausalität beweiskräftige Brückensymptome gelten. Soweit die Versicherte anlässlich ihrer Befragung vom 18. Oktober 1993 durch die Beschwerdeführerin angab, bei Auftreten der Daumenschmerzen regelmässig Cortison-Spritzen erhalten zu haben, und die begutachtenden Ärzte ausführten, die Schmerzepisoden hätten mehrfach zu hausärztlichen Konsultationen geführt, kann dem nicht gefolgt werden. Namentlich stellte Dr. med. U.________, ab Oktober 2001 Nachfolger des bisherigen Hausarztes der Versicherten, Dr. med. K.________, Ende 2001 fest, dass die Patientin zwischen 1996 und 2000 zwar einige Male bei seinem Vorgänger in Behandlung gestanden hätte, diese aber auf Grund einer Verletzung des OSG und nicht wegen Daumenbeschwerden erfolgt sei. Überdies wurden im besagten Zeitraum offenbar auch keine entsprechenden Rechnungen beim Unfallversicherer zur Begleichung eingereicht bzw. vom Krankenversicherer überwiesen, was bei der behaupteten Sachlage indes nahe gelegen hätte. Am Resultat des nicht rechtsgenüglich ausgewiesenen natürlichen Kausalzusammenhangs ändert mangels relevanter Brückensymptomatik zudem auch der Umstand nichts, dass gemäss vertrauensärztlicher Aussage des Dr. med. B.________ vom 20. März 2002 Bandschwächen nach Luxationen im Daumengrundgelenk typische Folgezustände darstellen. Dr. med. Y.________ weist in seinem Bericht vom 17. Juli 2003 sodann darauf hin, dass das am 28. November 2002 erstellte Röntgenbild als diskreten Befund eine subchondrale Sklerosierung an der Basis der Grundphalanx gezeigt habe, was für ein degeneratives Geschehen im Rahmen des normalen Alterungsprozesses spreche. Ferner wären - so der Arzt weiter - nach einer relevanten Verletzung deutlichere Veränderungen, so beispielsweise radiologisch sichtbare Veränderungen im Gelenk und Verkalkungen am ehemals lädierten Kapselbandapparat, zu erwarten. Damit ist ein natürlicher Kausalzusammenhang zwischen dem Ereignis vom 19. September 1993 und den mit Rückfallmeldung vom 29. Mai 2001 geltend gemachten Beschwerden nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt.