Citation: 6B_780/2024 E. 2.3.5

2.3.5. Der Beschwerdeführer kritisiert alsdann, die Vorinstanz habe zu Unrecht einen rechtfertigenden Notstand nach Art. 17 StGB abgelehnt. Die Vorinstanz verneint die beim rechtfertigenden Notstand verlangte absolute Subsidiarität (vgl. hierzu BGE 146 IV 297 E. 2.2.1 mit Hinweisen). Sie erwägt, der Beschwerdeführer hätte B.________ darauf hinweisen können, dass - falls sein amtlicher Verteidiger nicht tätig werde - er selbst innert der gesetzlichen zehntägigen Rechtsmittelfrist gegen den Entscheid des Zwangsmassnahmengerichts eine Laienbeschwerde einreichen oder bei der Verfahrensleitung um einen Wechsel der amtlichen Verteidigung ersuchen könne. Auch vermöge der Beschwerdeführer aus der seines Erachtens zu kurzen Rechtsmittelfrist von zehn Tagen nichts zu seinen Gunsten ableiten. Die zehntägige Rechtsmittelfrist sei in Art. 396 Abs. 1 StPO festgelegt, und dass diese während der Weihnachtsfeiertage nicht still stehe, sei im Strafprozess ebenso gesetzlich vorgesehen. Ferner bestehe nach Art. 94 StPO die Möglichkeit der Wiederherstellung einer unverschuldet versäumten, gesetzlichen Frist (vgl. angefochtenes Urteil E. II.A.4 S. 7). Mit diesen Ausführungen setzt sich der Beschwerdeführer nicht oder nicht hinlänglich auseinander. Wohl erläutert er ausführlich die nach seinem Dafürhalten bestandene Notsituation und die offen gestandenen Möglichkeiten. Er beschränkt sich dabei jedoch im Wesentlichen darauf, zu behaupten, es sei nicht möglich gewesen, über die Weihnachtsfeiertage innert weniger Tage einen neuen Anwalt für die Beschwerdeerhebung zu finden, B.________ sei es aufgrund der psychischen Belastung nicht zuzumuten gewesen, eine Laienbeschwerde einzureichen, und er (der Beschwerdeführer) sei seit mehreren Jahren nicht mehr als Rechtsanwalt tätig und habe sich über die Weihnachtsfeiertage nicht vertieft mit den rechtlichen Möglichkeiten, insbesondere jener der Fristwiederherstellung, befassen können. Mit dieser nicht hinreichend substanziierten Kritik vermag der Beschwerdeführer nicht darzulegen, inwiefern die Vorinstanz mit dem Schluss, dass kein Notstand vorliege, in Willkür verfallen ist. Weshalb das von ihr aufgezeigte Alternativvorgehen, namentlich aber auch die weitere Möglichkeit einer Weitervermittlung an einen anderen (vertretungsbefugten) Rechtsanwalt, geradezu ausgeschlossen gewesen wäre, ist weder dargetan noch erkennbar. Der Beschwerdeführer sagt selbst, es seien (immerhin) vier Arbeitstage, nebst den Feiertagen, verblieben. Sein Hinweis auf die psychische Belastung von B.________ bleibt darüber hinaus gänzlich pauschal und reicht für den Nachweis der Willkür nicht aus. Wenn der Beschwerdeführer sich sinngemäss mit unzureichender Kenntnis des geltenden Strafprozessrechts rechtfertigen möchte, beschlägt dies ausserdem letztlich seine Argumentation betreffend den Verbotsirrtum, die unzulässig ist (vgl. oben E. 2.3.4).