Citation: 8C_700/2020 E. 3.3.2

3.3.2. Prof. Dr. med. E.________ hielt im Bericht vom 9. März 2019 fest, eine adhäsive Kapsulitis (Schultersteife) könne sowohl durch einen geeigneten Unfallmechanismus (beispielsweise einen direkten Anprall) als auch durch eine Erkrankung (beispielsweise einen Diabetes mellitus) verursacht worden sein. Das Unfallereignis vom 28. November 2017 werde sehr unpräzise beschrieben, weshalb daraus keine Argumente für oder gegen eine traumatische Genese gewonnen werden könnten. Während der Notfallkonsultation am 29. November 2017 sei eine deutlich eingeschränkte Schulterbeweglichkeit (Pseudoparalyse) festgestellt worden, was klar für eine traumatische Genese spreche. Aus dem radiologischen Bild vom 5. Januar 2018 seien keine degenerativen Veränderungen ersichtlich, die Rückschlüsse auf ein schon länger stattgehabtes Geschehen ziehen lassen könnten. Die Muskulatur sei regelhaft (keine Verfettung), die Knorpelverhältnisse seien nicht degenerativ verändert gewesen. Das jugendliche Alter des Beschwerdeführers sowie der Umstand, dass er vor dem Unfall beschwerdefrei gewesen sei, sprächen aus medizinischer Hinsicht ebenfalls für eine traumatische Genese. Gegen eine durch den Diabetes mellitus verursachte adhäsive Kapsulitis spreche, dass die Schulter nach erfolgreich verlaufener Therapie nach einigen Monaten wieder angefangen habe zu schmerzen, ein Umstand, der äussert selten gesehen werde. Aufgrund der Bewegungsartefakte anlässlich der computertomografischen Untersuchung vom 5. Januar 2018 sei die Aussage der Kreisärzte, das Pulley sei intakt gewesen, angesichts dessen kleiner Struktur "nicht ganz zweifelsfrei zu tun", zumal unbestritten eine Läsion des muskulären Intervalls (Partialruptur der Subscapularis) vorliege. Daher sei in der Zusammenschau der Befunde davon auszugehen, dass mit nahezu an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit das Unfallereignis vom 28. November 2017 ursächlich für die Beeinträchtigungen an der rechten Schulter sei.