Citation: 8C_918/2015 E. 3.1

3.1. Die Vorinstanz kam, insbesondere gestützt auf die Berichte der behandelnden Ärzte und die Stellungnahme des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD), zum Schluss, dass sich aus den medizinischen Unterlagen keine Hinweise für ein schwerwiegenderes Leiden im Sinne einer Mittelohrbeteiligung ergeben. Der medizinische Sachverhalt sei insofern umfassend erhoben worden, so dass keine ergänzenden Abklärungen erforderlich seien. Weiter hat sie erwogen, wenn Dr. med. C.________, Leitender Arzt Kinderchirurgie am Spital D.________, unter Hinweis auf die Gefahren der Nichtbehandlung (lokale Infektion mit konsekutiven Vernarbungen und Ausbreitung der Fistelgänge, Gefahr für das Mittelohr, Entzündung der Hirnhäute und des Gehirns) sowie die Risiken einer Exzision (Nachblutungen, Wundinfektionen oder Rezidive) die Ansicht vertrete, dass es sich bei präaurikulären Fisteln generell nicht um geringfügige Leiden handle, stelle er die Entscheidung des Verordnungsgebers in Frage, wonach nur Mittelohrfisteln, nicht aber generell präaurikuläre Fisteln als Geburtsgebrechen zu qualifizieren seien. Das kantonale Gericht sah keine Veranlassung, vom klaren Wortlaut des Verordnungsgebers und den Angaben im KSME abzuweichen. Da präaurikuläre Fisteln ohne Mittelohrbeteiligung trotz allfälliger Nachblutungen, Wundinfektionen und Rezidiven in der Regel - wie im Ergebnis auch bei der Versicherten - gut behandelbar seien, komme den Gefahren einer Nichtbehandlung bei der Beurteilung der Schwere des Leidens keine entscheidende Bedeutung zu. Nach Ansicht des kantonalen Gerichts hat die IV-Stelle das Vorliegen eines Geburtsgebrechens und damit auch die Kostenübernahme für medizinische Massnahmen in Anwendung von Art. 13 IVG zu Recht verneint. Da der Eingriff nicht unmittelbar auf die Eingliederung ins Erwerbsleben oder in den Aufgabenbereich, sondern auf die Behandlung des Leidens an sich gerichtet gewesen sei, komme auch eine Kostenübernahme gestützt auf Art. 12 IVG nicht in Frage. Zudem vermöchten Geburtsgebrechen, welche als geringfügig im Sinne von Art. 13 Abs. 2 IVG zu qualifizieren seien, keine Leistungspflicht der Invalidenversicherung nach Art. 12 IVG zu begründen.