Citation: 2C_269/2018 E. 4.3

4.3. Art. 8 EMRK verschafft keinen Anspruch auf Aufenthalt in einem bestimmten Staat. Dennoch kann es das in Art. 8 EMRK geschützte Recht auf Achtung des Familienlebens verletzen, wenn einer ausländischen Person, deren Familienangehörige sich hier aufhalten und über ein gefestigtes Aufenthaltsrecht verfügen, die Anwesenheit untersagt und damit ihr Zusammenleben vereitelt wird (BGE 144 I 91 E. 4.2 S. 96; 143 I 21 E. 5.1 S. 26; 142 II 35 E. 6.1 S. 46 mit Hinweisen; 135 I 143 E. 1.3.1 S. 145 f.; Urteil 2C_1009/2018 vom 30. Januar 2019 E. 3.1). Art. 8 EMRK bzw. Art. 13 BV schützt in diesem Zusammenhang in erster Linie die Kernfamilie, d.h. die Gemeinschaft der Ehegatten mit ihren minderjährigen Kindern (BGE 135 I 143 E. 1.3.2 S. 146; Urteil 2C_301/2016 vom 19. Juli 2017 E. 5). Über die Kernfamilie hinaus kann Art. 8 EMRK auch für nahe Verwandte einer in der Schweiz fest anwesenheitsberechtigten Person ein Aufenthaltsrecht entstehen lassen. Grundsätzlich setzt dies allerdings unter anderem voraus, dass die verwandte, ausländische Person von der in der Schweiz fest anwesenheitsberechtigten Person abhängig bzw. pflegebedürftig ist und nicht umgekehrt (Urteile 2C_301/2016 vom 19. Juli 2017 E. 5.3; 2C_430/2012 vom 21. Mai 2012 E. 3.2.1; 2C_451/2007 vom 22. Januar 2008 E. 2.2). Im Verhältnis der Eltern zu ihren volljährigen Kindern ist dieses Erfordernis zu relativieren in dem Sinne, dass die Abhängigkeit bzw. Pflegebedürftigkeit auch auf Seiten der in der Schweiz anwesenheitsberechtigten Person bestehen kann (Urteile 2C_253/2010 vom 18. Juli 2011 E. 2 [pflegebedürftige, anwesenheitsberechtigte, Mutter]; 2C_942/2010 vom 27. April 2011 [pflegebedürftige, anwesenheitsberechtigte, volljährige Tochter]). Eine solche Konstellation besteht jedoch vorliegend nicht. Dass kein Abhängigkeitsverhältnis der bald 43-jährigen Beschwerdeführerin gegenüber ihrer 13-jährigen Nichte besteht, ist unbestritten. Auch sonst sind keine Umstände ersichtlich, welche darüber hinaus im Einzelfall ein Anwesenheitsrecht gestützt auf Art. 8 EMRK verschaffen würden (vgl. vielmehr Urteil 2C_293/2018 vom 5. Oktober 2018). Aus dem genannten Pflegeverhältnis lässt sich deshalb kein Aufenthaltsrecht gestützt auf Art. 8 EMRK zugunsten der Beschwerdeführerin ableiten. Es kann demnach offenbleiben, ob das erwähnte Schreiben des kjz U.________ als Novum zu berücksichtigen und ein Abhängigkeitsverhältnis der Nichte gegenüber der Beschwerdeführerin belegen würde. Ebenso erübrigt es sich, auf die in diesem Zusammenhang erhobene, abgesehen davon unsubstanziierte Sachverhaltsrüge einzutreten. In Bezug auf die Kindesinteressen ist festzuhalten, dass die Nichte aufgrund ihres Schweizer Bürgerrechts in der Schweiz verbleiben und fortan durch Dritte betreut werden kann, sodass den Kindesinteressen genüge getan ist. Soweit die Beschwerdeführerin sinngemäss rügt, Art. 8 EMRK sei in Bezug auf ihr Recht auf Achtung des Privatlebens verletzt, erweist sich das vorinstanzliche Urteil damit als rechtskonform.