Citation: 1B_576/2022 E. 2.4

2.4. Das Obergericht erwog, es handle sich angesichts der grossen Anzahl von 58 Anklagedossiers und der umfangreichen Anklageschrift von 73 Seiten um einen aussergewöhnlich grossen und aufwändigen Fall, weshalb die Überschreitung der gesetzlichen Maximalfrist um etwas mehr als einen Monat nicht zu beanstanden sei. Der Beschwerdeführer bestreitet die Feststellungen betreffend den Umfang des Falls und den damit einhergehenden Aufwand nicht (vgl. Art. 97 Abs. 1 BGG) und geht auf die betreffenden Ausführungen des Obergerichts auch nicht in anderer Weise ein. Seine Rüge erweist sich vor dem Hintergrund der obigen Ausführungen (E. 2.3 hiervor) damit als unbegründet, soweit sie überhaupt hinreichend substanziiert ist (Art. 42 Abs. 2 BGG). Dass das Bundesgericht in einem früheren, den Beschwerdeführer betreffenden Verfahren eine Verletzung des Beschleunigungsgebots in Haftsachen feststellte (Urteil 1B_129/2022 vom 29. März 2022 E. 4), ändert daran nichts. Unbegründet ist auch die Kritik an der fehlenden klaren Befristung der Sicherheitshaft durch das Obergericht. Art. 227 Abs. 7 StPO, wonach die Verlängerung der Untersuchungshaft jeweils für längstens drei Monate, in Ausnahmefällen für längstens sechs Monate bewilligt wird, ist mangels Verweises in den Art. 231 f. StPO nicht mehr anwendbar, sobald das Berufungsgericht mit der Sache befasst ist. Dieses kann Sicherheitshaft bis zum Berufungsurteil anordnen, wobei die inhaftierte Person gestützt auf Art. 233 StPO jederzeit ein Haftentlassungsgesuch stellen kann (BGE 139 IV 186 E. 2.2.3; Urteil 1B_96/2021 vom 25. März 2021 E. 5.2; je mit Hinweisen).