Citation: 2C_219/2019 E. 6.2

6.2. Der Beschwerdeführer bestreitet nicht, dass durch die Einfuhr der streitbetroffenen Kunstwerke Einfuhrsteuerforderungen entstanden sind (vgl. Art. 73 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 2. September 1999 über die Mehrwertsteuer [aMWSTG, AS 2000 1300], Art. 52 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetz vom 12. Juni 2009 über die Mehrwertsteuer [MWSTG; SR 641.20]). Er ist jedoch der Auffassung, dass die Vorinstanz für die Inanspruchnahme des Verlagerungsverfahrens Voraussetzungen aufstelle, die sich aus dem Gesetz nicht ergäben; namentlich sei es gesetzeswidrig, in diesem Zusammenhang die wirtschaftliche Verfügungsmacht über die eingeführten Gegenstände zu verlangen. So oder anders seien im vorliegenden Fall die Voraussetzungen für die Inanspruchnahme des Verlagerungsverfahrens durch die Galerie B.________ jedoch erfüllt gewesen. Entgegen der Annahme der Vorinstanz habe die Galerie B.________ als Kommissionärin über die fraglichen Kunstwerke verfügen können. Es fehle damit an der durch Art. 12 Abs. 1 VStrR vorausgesetzten objektiven Widerhandlung gegen die Verwaltungsgesetzgebung des Bundes (vgl. dazu nachfolgend E. 7); auch sei es vorliegend nicht zu einem Steuerausfall gekommen (vgl. dazu nachfolgend E. 8). Unter der Prämisse, dass das Bundesgericht zum Schluss kommt, dass das Verlagerungsverfahren zu Unrecht in Anspruch genommen worden ist und dass ein Steuerausfall entstanden ist, bestreitet der Beschwerdeführer sodann, dass die EZV für die Nacherhebung der Einfuhrsteuern zuständig sei. Mit der Zustimmung der EZV zur Benutzung des Verlagerungsverfahrens sei die Einfuhrsteuer in der Inlandsteuer aufgegangen; ab diesem Zeitpunkt sei die ESTV zuständig gewesen, allfällige Korrekturen vorzunehmen. Die Nachsteuererhebung durch die EZV sprenge daher die Kompetenzordnung (vgl. dazu nachfolgend E. 9). Überdies seien die streitbetroffenen Einfuhrsteuerforderungen verjährt (vgl. dazu nachfolgend E. 10). Schliesslich rügt der Beschwerdeführer eine Verletzung von Treu und Glauben (Art. 5 Abs. 3, Art. 9 BV) und eine ungerechtfertigte Ungleichbehandlung (Art. 8 Abs. 1 BV) (vgl. dazu nachfolgend E. 11).