Citation: 1P.405/2001 14.12.2001 E. 3

Die 3. Strafkammer des Obergerichts hat in Übereinstimmung mit der ersten Instanz den Nachweis als erbracht erachtet, dass der Beschwerdeführer am 21. Januar 1994 in ........... X.________, mit der er damals zusammenlebte, im Badezimmer bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt und sie damit in unmittelbare Lebensgefahr gebracht hat. Bei der Bejahung der unmittelbaren Lebensgefahr stützte sich das Obergericht auf die Aussagen des Sachverständigen Dr. med. A.________. Dieser hatte anlässlich seiner Einvernahme an der Hauptverhandlung des Kreisgerichts XII Frutigen-Niedersimmental ausgeführt, im vorliegenden Fall sei schwierig zu beurteilen, ob Lebensgefahr vorgelegen habe. Insbesondere fehle der Befund von Stauungsblutungen in den Augenschleimhäuten. Durch den Eintritt der Bewusstlosigkeit meine er indessen, dass sich Frau X.________ im Bereich von Lebensgefahr befunden habe (Strafakten Band III S. 1934). Hinsichtlich des am Hals von Frau X.________ gefundenen Spurenbildes erklärte Dr. A.________, er könne nicht ausschliessen, dass ein starker Schlag mit der Handfläche ein ähnliches Spurenbild hätte hinterlassen können wie das auf dem Hals von Frau X.________ gefundene. Die vorliegenden Bilder sprächen aber eher für einen Würgegriff. 3.1 Der Beschwerdeführer anerkennt ausdrücklich, dass ein Arztbericht und Fotos bestehen, welche am Hals von Frau X.________ Spuren zeigten (Strafakten Band I S. 527, 541, 542). Der Beschwerdeführer setzt sich jedoch weder mit dem betreffenden ärztlichen Attest von Dr. B.________ vom 21. Januar 1994 noch mit den diesbezüglichen Erklärungen von Dr. A.________, auf die sich das Obergericht gestützt hat, auseinander. Er versucht nur, die Glaubwürdigkeit von Frau X.________ in Frage zu ziehen, und macht geltend, die Polizeibeamten C.________ und D.________ hätten bei Frau X.________ keine Würgespuren bemerkt. Ferner wird geltend gemacht, anhand der Fotos könne keine lebensgefährliche Situation festgestellt werden. Damit genügt der Beschwerdeführer den Anforderungen an eine substantiierte Rüge nicht. Sache des Beschwerdeführers wäre es gewesen aufzuzeigen, inwiefern das Abstellen auf das ärztliche Attest von Dr. B.________, welchen Frau X.________ noch am Tag des inkriminierten Vorfalles aufgesucht hatte, sowie auf die erläuternden Ausführungen von Dr. A.________ anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung willkürlich sein soll. 3.2 Im weiteren beanstandet der Beschwerdeführer, dass die im Zeitpunkt des inkriminierten Vorfalls vierjährige Tochter von Frau X.________, Naomi, nicht von einer Fachperson befragt worden ist. Naomi hatte am 25. Januar 1994 der Sozialarbeiterin E.________ gezeigt, wie der Beschwerdeführer ihre Mutter gewürgt hatte (Bericht von Sozialarbeiterin E.________ vom 14. April 1994 an das Untersuchungsrichteramt Thun, Strafakten Band I S. 545). Das Obergericht hat im angefochtenen Urteil jedoch nicht auf diese Äusserung des Kindes Naomi gegenüber der Sozialarbeiterin E.________ abgestellt, sondern hierzu ausgeführt, die Tochter sei nicht zu dem Vorfall befragt worden. Diese habe ihre Mitteilung, dass der Angeschuldigte ihre Mutter gewürgt habe, vielmehr spontan gegenüber der Sozialhelferin geäussert. Bei dieser Äusserung dürfe deshalb nicht davon ausgegangen werden, dass sie vollständig wiedergebe, was das Kind miterlebt hatte. Zudem würden keine Zweifel an der Glaubwürdigkeit von Frau X.________ bestehen, insbesondere auch nicht, dass sie in Ohnmacht gefallen sei. Hat somit das Obergericht auf die Äusserung des Kindes Naomi gar nicht abgestellt, so durfte es ohne Willkür davon absehen, das Kind durch eine Fachperson befragen zu lassen. Eine Verletzung des Gehörsanspruchs des Beschwerdeführers liegt hier nicht vor. 3.3 Mit seiner weiteren Rüge, die Würdigung des Sachverhalts sei insbesondere deshalb willkürlich, weil wichtige Entlastungszeugen nicht angehört worden seien, genügt der Beschwerdeführer wiederum den Anforderungen an eine substantiierte Rüge nicht, weshalb hierauf nicht eingetreten werden kann. Der Beschwerdeführer hätte in seiner Beschwerde vielmehr diejenigen Zeugen genau bezeichnen müssen, von welchen er eine weitere Klärung des Sachverhalts erhofft hätte. Er hätte im Einzelnen darlegen müssen, inwiefern durch deren Aussagen seiner Ansicht nach das Beweisergebnis zu seinen Gunsten verändert werden könnte und weshalb der angefochtene Entscheid daher vor der Verfassung nicht standhalte. Dasselbe gilt hinsichtlich der Rüge betreffend die den Schuldsprüchen der Drohung und der Nötigung zum Nachteil von X.________ zugrunde liegende Beweiswürdigung. Der Beschwerdeführer legt nicht dar, inwiefern die Bejahung der Glaubwürdigkeit des Opfers auch in diesen Punkten willkürlich sein soll, sondern beschränkt sich auf rein appellatorische Kritik. Das Bundesgericht überprüft indessen, wie dargelegt, den zugrunde gelegten Sachverhalt nicht wie eine Appellationsinstanz. Auch auf diese Rüge kann somit nicht eingetreten werden .