Citation: 5A_357/2023 E. 5.2

5.2. Von diesen Grundlagen ist die Vorinstanz ausgegangen. Gestützt darauf erwog sie, der Vergleich beschränke sich seinem Wortlaut nach nicht nur auf Pflanzen an der Ostgrenze des Grundstücks der Beschwerdeführerin, sondern erfasse auch Pflanzen dahinter. Der Beschwerdeführer belege, dass es ihm auch gegenüber der Beschwerdeführerin um die Wahrung seiner Aussichtsinteressen gegangen sei. Der Vergleich enthalte keine Zweckbestimmungen, sondern streiterledigende Ergebnisse. Die Zugeständnisse des Beschwerdeführers seien in Ziffer 1 des Vergleichs enthalten. Ein Ausgleich zu den vom Beschwerdeführer akzeptierten Änderungen von Bauten sei hier nur in der Verpflichtung der Beschwerdeführerin ersichtlich, unter Ausnahme der Fichte und eines dieser vorgelagerten Baumes konkrete Maximalhöhen bei Pflanzen einzuhalten. Die Festlegung von Maximalhöhen mit genau definierten Ausnahmen könne nur der Wahrung der Aussichtsinteressen des Beschwerdeführers dienen. Der Umstand, dass die Parteien beim Abschluss des Vergleichs anwaltlich vertreten gewesen seien, ändere daran nichts. Es sei angesichts der belegten Vorgeschichte nicht ersichtlich, welche anderen Gründe als das Aussichtsinteresse des Beschwerdeführers für die Parteien, deren Anwälte und das Gericht damals hinter der Festlegung dieser Maximalhöhen hätten stehen können. Indem nicht nur eine Ausnahmeregelung von den Maximalhöhen der an der Ostgrenze stehenden Pflanzen, sondern auch eine Ausnahme in Bezug auf die dahinterstehende Zypresse getroffen, daneben aber für weitere hinter der Grenze stehende Hecken gleiche bzw. geringere Maximalhöhen festgelegt worden seien, sei der Wille der Parteien offensichtlich, dass dem Aussichtswunsch des Beschwerdeführers auf den X.________ in der damaligen Situation zwar nicht ausnahmslos, aber doch soweit möglich und verhältnismässig im Ausgleich zu seinen Zugeständnissen bei den beanstandeten abgeänderten und neuen Bauten der Beschwerdeführerin habe entsprochen werden sollen. Mit dieser Vergleichslösung unvereinbar sei die Annahme, die Beschwerdeführerin könne hinter der Ostgrenze künftig andere Pflanzen in eine beliebige und von den Maximalvorgaben des Vergleichs unabhängige Höhe wachsen lassen. Diese Möglichkeit müsse durch den Vergleich zumindest in objektiver Hinsicht nach dem Vertrauensprinzip als ausgeschlossen gelten. Angesichts des durch die Parteien im Vergleich erzielten Interessenausgleichs könnten, ausser den klar bestimmten Ausnahmen, andere bzw. neue Pflanzen hinter der Ostgrenze nicht von der durch die Maximalhöhen im Vergleich zu Gunsten des Beschwerdeführers ausgesparten Aussicht nach Westen ausgenommen werden. Der Beschwerdeführer habe den damals erzielten Vergleich so verstehen dürfen, dass die Beschwerdeführerin sein Anliegen an einer, abgesehen von den vereinbarten Ausnahmen, ungestörten Aussicht über auf die vereinbarten Maximalhöhen unter Schnitt gehaltenen Pflanzen akzeptiert habe.