Citation: 2C_378/2022 E. 4.5

4.5. Der Beschwerdeführer bringt weiter vor, die Vorinstanz habe aufgrund einer falschen Gewichtung der mehrheitlich sehr lange zurückliegenden Delikte und seines relativen Wohlverhaltens seit 2017 zu Unrecht ein Rückfallrisiko bejaht. Dem Wohlverhalten während eines Strafprozesses und der Bewährungsfrist, wie auch einem solchen unter dem Druck eines hängigen ausländerrechtlichen Widerrufsverfahrens, kommt eine geringere Bedeutung zu als einem solchen in (voller) Freiheit (Urteil 2C_1024/2020 vom 19. Mai 2021 E. 5.3.5 mit weiteren Hinweisen). Der Beschwerdeführer wurde am 23. Januar 2019 wegen zwischen Juni 2013 und März 2017 begangener Taten zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 20 Monaten unter Ansetzung einer Probezeit von vier Jahren verurteilt. Mit Verfügung vom 30. November 2020 verweigerte das Migrationsamt die Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung. Der Beschwerdeführer stand somit während eines Grossteils der fünf Jahre, in denen er sich relativ wohl verhalten hat, unter dem Druck des Strafprozesses bzw. der Bewährungsfrist bzw. des ausländerrechtlichen Widerrufsverfahrens. Die Vorinstanz hat diesem Wohlverhalten daher zu Recht keine grosse Bedeutung beigemessen und durfte mit Blick auf die über Jahre hinweg erwirkte sehr hohe Anzahl Verurteilungen davon ausgehen, dass das Rückfallrisiko nur leicht reduziert sei. Diese Würdigung wird auch nicht dadurch in Frage gestellt, dass der Beschwerdeführer mit den fünf seit März 2017 erwirkten Strafbefehlen lediglich zu geringfügigen Bussen verurteilt wurde. Ebenso ist die vom Beschwerdeführer behauptete "biographische Kehrtwende" unter den gegebenen Umständen nicht erkennbar (vgl. zum Konzept der "biographischen Kehrtwende" Urteil 2C_468/2020 vom 27. August 2020 E. 7.2.3). Daran ändert entgegen den Vorbringen des Beschwerdeführers nichts, dass er im Unterschied zum Fall, der dem von der Vorinstanz zitierten Urteil zugrunde lag (Urteil 2C_634/2018 vom 5. Februar 2019), keine Raubüberfälle begangen hat. Entgegen den Beanstandungen des Beschwerdeführers durfte die Vorinstanz bei der Beurteilung des Rückfallrisikos zudem auch generalpräventive Überlegungen einfliessen lassen (vgl. dazu E. 4.1).