Citation: 6B_926/2023 E. 5.2

5.2. Die Vorinstanz verneint das Vorliegen eines schweren persönlichen Härtefalles i.S.v. Art. 66a Abs. 2 StGB. Der im Jahr 1993 in X.________ geborene Beschwerdeführer sei Ausländer zweiter Generation und verfüge über eine Niederlassungsbewilligung C. Die türkische Staatsangehörigkeit besitze er, weil die Eltern türkische Staatsbürger seien. Als Kind habe er für ca. vier Jahre mit seinen Eltern in der Türkei gewohnt, ansonsten habe er immer in der Schweiz gelebt. Es sei zweifelsohne von einer langen Aufenthaltsdauer des Beschwerdeführers in der Schweiz auszugehen (Urteil S. 18 f. E. V.3.1). Beim Beschwerdeführer sei von einer familiären Verflechtung sowohl in der Schweiz als auch in der Türkei auszugehen. Sein Bruder und seine Schwestern lebten hier. In der Türkei würden seine Eltern sowie Onkel und Tanten von ihm wohnen. Nach den Angaben des Beschwerdeführers habe er die Eltern zuletzt im Jahr 2021 in der Türkei besucht, wo sein Vater ein Haus besitze. Der Beschwerdeführer sei mit einer Schweizerin verheiratet, die er in der Türkei kennengelernt habe und nach seinen Angaben auch Türkisch spreche. Mit den Eltern rede er Türkisch, mit seinen Geschwistern und seiner Ehefrau Deutsch (Urteil S. 19 E. V.3.2). Weiter hält die Vorinstanz fest, der Beschwerdeführer habe hier die Schulen und verschiedene nicht abgeschlossene Ausbildungen besucht. Bevor er im Jahr 2020 eine Lehre im Detailhandel angefangen habe, habe er ein Praktikum als Schreiner absolviert und temporär als Lüftungsbauer sowie als Hauswart gearbeitet. Nach einem Arbeitsunfall sei er zeitweise bei der regionalen Arbeitsvermittlung angemeldet gewesen. Insgesamt sei der Beschwerdeführer keineswegs gut in den Schweizer Arbeitsmarkt integriert, da er im Alter von 29 Jahren noch keine Ausbildung abgeschlossen habe und finanziell von seiner Familie bzw. seiner Ehefrau abhängig sei (Urteil S. 19 E. V.3.3). Die Vorinstanz gelangt zum Schluss, unter Berücksichtigung der vorstehenden Kriterien liege beim Beschwerdeführer kein schwerer persönlicher Härtefall i.S.v. Art. 66a Abs. 2 StGB vor. Bei seinen Lebensumständen erscheine es ohne Weiteres zumutbar, dass er mit seiner Familie in der Türkei weiterlebe. Der Beschwerdeführer spreche Türkisch, treffe auf ein familiäres Beziehungsnetz in der Türkei und die dortigen Gepflogenheiten seien ihm bestens bekannt. Seine Resozialisierungschancen in der Türkei seien damit als gut einzustufen. Auch seine Ehefrau habe offenbar einen Bezug zur Türkei und spreche bereits jetzt Türkisch. Der berufliche Wiedereinstieg in der Türkei werde für den Beschwerdeführer zweifelsohne zu bewältigen sein, zumal er diesem verschiedene Referenzen zugrunde legen könne. Zu erwähnen bleibe, dass ein möglicher Militärdienst in der Türkei einer Landesverweisung grundsätzlich nicht entgegenstehe. Die türkische Armee sei eine Nato-Armee und verfüge über entsprechende Standards (Urteil S. 19 f. E. V.3.4).