Citation: 6B_1293/2023 E. 1.4.1

1.4.1. Die Rüge des Beschwerdeführers, die Vorinstanz nehme keine Interessenabwägung vor und sei fälschlicherweise der Auffassung, im Falle gewichtiger öffentlicher Interessen sei das Ausmass der persönlichen Härte nicht mehr ausschlaggebend, ist unbegründet. Nach Berücksichtigung seiner privaten Interessen bejaht die Vorinstanz das Vorliegen eines schweren persönlichen Härtefalls. Sie hält in diesem Zusammenhang - teilweise unter Verweis auf die erstinstanzlichen Ausführungen - fest, der Beschwerdeführer sei im Jahr 1986 im Alter von sechs Monaten in die Schweiz gekommen, wo er mit seinen Eltern und seinen beiden Brüdern, die heute noch hier leben würden, aufgewachsen sei. Er verfüge über eine Niederlassungsbewilligung C. Nach der Schulzeit und dem Abbruch der Elektrotechniker-Lehre habe er als Pizzabäcker gearbeitet. Der Beschwerdeführer lebe mit seiner Ehefrau, mit der er seit 2013 verheiratet sei, und mit den beiden gemeinsamen Kindern im Alter von vier und fünf Jahren zusammen. Jetzt sei er als Eisenleger tätig und habe seine Schulden von Euro 15'000.-- abbezahlt. Zu seinem Heimatland habe der Beschwerdeführer offenbar keinen Bezug mehr und verfüge dort über keine persönlichen Kontakte oder Verwandte. Letztmals sei er im Jahr 2016 oder 2017 im Kosovo gewesen. Nach eigenen Angaben spreche er mit seinen Kindern nur Schweizerdeutsch, Albanisch beherrsche er nicht so gut. Diesbezüglich sei aber anzumerken, dass der Beschwerdeführer in seiner Jugend eineinhalb Jahre im Kosovo gelebt habe und es ihm somit offensichtlich möglich sei, sich zu verständigen (Urteil S. 56 f. E. 2.4; erstinstanzliches Urteil S. 133 ff. E. 3.3 f.). Im Rahmen ihrer Ausführungen zur Lehre und Rechtsprechung betreffend Interessenabwägung hält die Vorinstanz sodann zwar fest, das konkrete Ausmass der persönlichen Härte sei nicht mehr ausschlaggebend, wenn auf ein überwiegendes öffentliches Interesse erkannt werde (Urteil S. 57 E. 2.5.1). Entgegen der Meinung des Beschwerdeführers bedeutet dies aber nicht, dass die Vorinstanz davon ausgeht, das konkrete Ausmass der persönlichen Härte sei nicht ausschlaggebend, sofern (nur) ein gewichtiges öffentliches Interesse vorliege. In ihrer weiteren Erwägung gewichtet die Vorinstanz das öffentliche Interesse an einer Landesverweisung und setzt es denn auch in Relation zu den persönlichen Interessen des Beschwerdeführers (Urteil S. 58 f. E. 2.5.2). Eine Verletzung von Art. 66a Abs. 2 StGB ist folglich zu verneinen. Soweit der Beschwerdeführer anzunehmen scheint, eine Interessenabwägung impliziere die Gewichtung aller einzelner Aspekte nach der Art eines Punktesytems, kann ihm nicht gefolgt werden.