Citation: 2C_561/2022 E. B

Mit Verfügung vom 9. Mai 2016 belastete die WEKO die Swisscom mit einer Sanktion von Fr. 71'818'517.-- und auferlegte ihr die Verfahrenskosten von Fr. 381'817.50. Die WEKO stellte fest, dass C.________ respektive Swisscom auf den nationalen Märkten für die Bereitstellung von Schweizer Fussball- und Eishockeyübertragungen sowie von ausländischen Fussballübertragungen (Bundesliga [Deutschland], Primera División & Copa del Rey [Spanien], Serie A [Italien]) im Rahmen eines Liga-Wettbewerbs im Pay-TV im untersuchungsrelevanten Zeitraum (2006-2013) eine marktbeherrschende Stellung zugekommen sei. In Ausnützung dieser beherrschenden Stellung habe C.________ Geschäftsbeziehungen verweigert und Handelspartner diskriminiert, indem sie das C.________-Sportangebot nicht oder nur eingeschränkt bereit gestellte habe, sowie unangemessene Geschäftsbedingungen erzwungen, indem sie nicht zu rechtfertigende Content-Akquisitionsklauseln vereinbart habe. B.a. Am 24. Juni 2016 erhoben die Swisscom (Schweiz) AG und die B.________ AG (seit 2020: A.________ AG) gegen die Verfügung der WEKO vom 9. Mai 2016 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht (Verfahren B-4003/2016). Sie beantragten die Aufhebung der Verfügung vom 9. Mai 2016. Eventualiter sei vom Bundesverwaltungsgericht in der Sache neu zu entscheiden. Subeventualiter sei die Angelegenheit zur Neubeurteilung an die WEKO zurückzuweisen. Zudem stellten sie eine Vielzahl von Verfahrens- und Beweisanträgen, die sie mit Schreiben vom 5. Juli 2016 teilweise anpassten. Swisscom und B.________ bestritten im Wesentlichen die von der WEKO festgestellten relevanten Wettbewerbsparameter, die Marktabgrenzung und den Befund einer marktbeherrschenden Stellung, wofür sie auch Mängel der Untersuchung und eine Verletzung ihres Anspruchs auf rechtliches Gehör anführten. Sie erblickten ein grundlegend falsches Verständnis der verfassungsrechtlichen und immaterialgüterrechtlichen Komponenten in der rechtlichen Würdigung der WEKO, weshalb sie auch die Vorwürfe der Verweigerung von Geschäftsbeziehungen, Diskriminierung von Handelspartnern und Erzwingung unangemessener Geschäftsbeziehungen bestritten. Hinsichtlich des verwendeten Basisbetrags, der relevanten Umsätze und anderer Parameter stellten sie zudem die Berechnung der Sanktion infrage. B.b. Gegen die Verfügung der WEKO vom 9. Mai 2016 wurden beim Bundesverwaltungsgericht zwei weitere Beschwerden erhoben (Verfahren B-3983/2016 und B-4423/2016). Im Verfahren B-3983/2016 reichten die D.________ GmbH, die E.________ AG sowie die F.________ AG am 23. Juni 2016 Beschwerde ein. Das Verfahren B-4423/2016 leitete die Sunrise Communications AG mit Beschwerde vom 18. Juli 2016 ein. In beiden Beschwerdeverfahren wurde beantragt, C.________, Swisscom und B.________ zu verpflichten, das vollständige C.________-Sportangebot zu nicht diskriminierenden Bedingungen anzubieten und für die Dauer des Verfahrens die beantragte Massnahme bereits vorsorglich zu erlassen. Das Bundesverwaltungsgericht vereinigte mit Verfügung vom 19. Juli 2016 die beiden Verfahren und führte das Verfahren unter der Nummer B-3983/2016 weiter. Im Verlaufe des Verfahrens zogen die D.________ GmbH, die E.________ AG und die F.________ AG sowie die Sunrise Communications AG ihre Beschwerden zurück, worauf das Bundesverwaltungsgericht das Verfahren B-3983/2016 mit Entscheid vom 17. Oktober 2016 abschrieb und die Beschwerde-, Beschwerdeantwortbeilagen und Vorakten in das Verfahren B-4003/2016 übertrug. B.c. Mit Zwischenverfügung vom 21. März 2017 beteiligte das Bundesverwaltungsgericht die Sunrise Communications AG auf deren Ersuchen als Partei am Verfahren B-4003/2016. Auf die gegen die Zwischenverfügung vom 21. März 2017 von der Swisscom (Schweiz) AG, der B.________ AG sowie der C.________ AG am 8. Mai 2017 erhobenen Beschwerde trat das Bundesgericht mit Urteil 2C_433/2017 vom 1. Mai 2019 nicht ein. Am 6. Dezember 2019 reichte Sunrise im Verfahren B-4003/2016 eine Beschwerdeantwort ein. Sie beantragte im Wesentlichen die Abweisung der Beschwerde sowie die Neuberechnung der Sanktion. Sunrise stellte sich auf den Standpunkt, die WEKO habe den Untersuchungszeitraum in der angefochtenen Verfügung in unzulässiger Weise auf den Zeitraum bis 2013 beschränkt. Swisscom und B.________ hätten die missbräuchlichen Verhaltensweisen bis zum Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung im Mai 2016 durchwegs fortgeführt und auch nach Ergehen derselben nicht beendet. Dieser fortgesetzte Missbrauch sei in der angefochtenen Verfügung zwar im Grundsatz bereits anerkannt, habe jedoch nicht Gegenstand des Untersuchungszeitraums (2006-2013) gebildet und sei insbesondere auch im Rahmen der Sanktionsbemessung nicht berücksichtigt worden. B.d. Im Zeitraum zwischen April 2020 und April 2022 reichten die Parteien des bundesverwaltungsgerichtlichen Verfahrens neben Replik und Duplik weitere unaufgeforderte Stellungnahmen ein. Mit Urteil vom 10. Mai 2022 hiess das Bundesverwaltungsgericht die Beschwerde hinsichtlich der Verfahrenskosten teilweise gut und reduzierte die Verfahrenskosten gemäss der Dispositiv-Ziffer 2 der Verfügung der WEKO vom 9. Mai 2016 auf Fr. 376'492.50. Im Übrigen wies es die Beschwerde ab.