Citation: U 39/06 03.11.2006 E. 1

1.1 Mit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde reicht die SUVA eine psychiatrische Beurteilung durch Dr. med. K.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, Abteilung Versicherungsmedizin der SUVA, vom 9. Januar 2006 sowie ein fachneurologisches Gutachten des Universitätsspitals C.________ zuhanden der Sparkassen Versicherung, vom 27. Juli 2005 ein. Der Beschwerdegegner beantragt, die genannten Berichte seien aus dem Recht zu weisen, weil das Gutachten der Neurologischen Universitätsklinik C.________ ohne sein Einverständnis und auf Grund eines Geheimnisbruchs der beteiligten Haftpflichtversicherung an die SUVA gelangt sei. Das psychiatrische Aktengutachten habe unbeachtlich zu bleiben, weil andernfalls das Waffengleichheitsgebot verletzt werde. Ferner könne auch das zu Handen der deutschen Landesversicherungsanstalt erstellte und am 3. August 2005 zu den IV-Akten gelegte Gutachten des Dr. med. S.________ vom 18. April 2005 nicht als zulässig und beweistauglich erachtet werden, weil es von einem ausländischen Experten unter Gesichtspunkten der deutschen Sozialgesetzgebung erstellt worden sei, welche sich in den hier streitigen Fragen von der schweizerischen Lehre und Praxis unterscheide. 1.2 Der SUVA steht es grundsätzlich frei, mit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde und während der Rechtsmittelfrist neue Beweismittel einzureichen (vgl. BGE 127 V 353 ff.). Das rechtliche Gehör und der Grundsatz der Waffengleichheit (Art. 6 Ziff. 1 EMRK) bleibt dadurch gewahrt, dass der Beschwerdegegner dazu Stellung nehmen und seinerseits neue Beweismittel einreichen kann, wovon er denn auch Gebrauch gemacht hat. Der Beweiswert der von der SUVA eingereichten medizinischen Berichte und Gutachten richtet sich nach den von der Rechtsprechung aufgestellten Erfordernissen (BGE 125 V 352 Erw. 3a, 122 V 160 Erw. 1c mit Hinweisen). Als zulässige und der freien Beweiswürdigung unterliegende Beweismittel gelten auch die Amtsberichte von SUVA-Ärzten (BGE 125 V 353 Erw. 3b/ee), selbst wenn sie im erst- oder letztinstanzlichen Beschwerdeverfahren eingeholt werden (RKUV 1997 Nr. U 281 S. 282 [Urteil C. vom 1. Mai 1997, U 43/96]; Urteil R. vom 21.10.03, U 255/00, Erw. 1.2). Der SUVA steht es sodann frei, Gutachten versicherungsexterner Stellen beizuziehen; einer vorgängigen Anhörung des Versicherten bedarf es nicht (BGE 125 V 332 ff.). Ob die SUVA unter Verletzung von Rechtsvorschriften in den Besitz des vom Haftpflichtversicherer in Auftrag gegebenen Gutachtens gekommen ist, bedarf keiner näheren Abklärung, weil dieses für den Ausgang des Verfahrens nicht entscheidend ist. Was schliesslich das Gutachten des deutschen Versicherungsträgers betrifft, sind die erhobenen Einwendungen, soweit erforderlich, im Rahmen der Beweiswürdigung zu prüfen.