Citation: 9C_435/2020 E. 4.3.1

4.3.1. Wie vom kantonalen Gericht zutreffend erwogen, erweist sich das betreffende, unter Hinweis auf die herrschende Lehre ergangene Präjudiz, bei welchem Leistungen aus einer Zusatzversicherung für Langzeitpflege eingestellt worden waren, ohne dass die EL-Ansprecherin dies bemerkt hatte und obgleich weiterhin ein Rechtsanspruch darauf bestanden hätte, als eindeutig. Es lässt auch in Bezug auf die Situation der Beschwerdeführerin keinen Interpretationsspielraum. Eine Änderung der Praxis, wie von der Beschwerdeführerin gefordert, drängt sich regelmässig nur auf, wenn die neue Lösung besserer Erkenntnis der ratio legis, veränderten äusseren Verhältnissen oder gewandelter Rechtsanschauung entspricht; andernfalls ist die bisherige Rechtsprechung beizubehalten (BGE 132 III 770 E. 4 S. 777). Eine Abkehr von den bislang geltenden Grundsätzen muss sich deshalb auf ernsthafte sachliche Gründe stützen können, die - vor allem im Interesse der Rechtssicherheit - umso gewichtiger sein müssen, je länger die als falsch oder nicht mehr zeitgemäss erachtete Rechtsanwendung gehandhabt worden ist (BGE 145 V 304 E. 4.4 S. 309 mit Hinweisen).