Citation: 5A_391/2020 E. 3.3

3.3. Die Beschwerdeführerin hat die Berufungsantwort des Beschwerdegegners "zur Kenntnisnahme" zugestellt erhalten. Gleichzeitig wurde ihr vom Kantonsgericht Frist angesetzt, um sich zur Anschlussberufung zu äussern (Akten Kantonsgericht; act. 16). Hätte die Beschwerdeführerin replizieren wollen, so hätte sie dies in Wahrnehmung ihres Replikrechts - auch ohne explizite Aufforderung des Gerichts - umgehend tun können und müssen. Abwarten und darauf vertrauen, dass seitens der Berufungsinstanz weitere Anordnungen hinsichtlich der Weiterführung des Berufungsverfahrens ergehen, durfte sie nicht (vgl. PETER REETZ/SARAH HILBER, in: Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO], Thomas Sutter-Somm/Franz Hasenböhler/Christoph Leuenberger [Hrsg.], 3. Aufl. 2016, N 8 zu Art. 316 ZPO). Ein Rechtsanspruch auf die Durchführung eines zweiten Schriftenwechsels im Sinne von Art. 316 Abs. 2 ZPO besteht nicht (vgl. E. 3.2). Das Kantonsgericht hat entsprechend weder Art. 316 Abs. 2 ZPO noch Art. 29 Abs. 2 BV verletzt.