Citation: 2C_771/2017 E. 4.2.2

4.2.2. Die kantonalen Behörden haben bei ihrer Beurteilung einerseits auf das aufwändig ermittelte Beweisresultat im Strafverfahren und andererseits auf die Würdigung ihrer eigenen Abklärungen und Anhörungen abgestellt und insofern den Beweisanträgen der Beschwerdeführerin entsprochen. Im Rahmen des Strafverfahrens ergab sich, dass diese erklärt hatte, ihren Mann zu lieben, und ihn darum gebeten zu haben, sie in der Klinik zu besuchen, was dieser ablehnte. Erst in den folgenden Gesprächen hat sie - so das Strafgericht - behauptet, Opfer ehelicher Gewalt und sexueller Übergriff geworden zu sein. Weder in der Strafanzeige noch in einer späteren Eingabe sei hiervon die Rede gewesen. Die Psychiatrische Klinik habe das Verhalten der Privatklägerin ihrerseits als "undurchsichtig" wahrgenommen, als die von ihr eingeleiteten rechtlichen Schritte gegen den Ehegatten bekannt geworden seien. In der Gesamtbetrachtung rechtfertigte diese aggravierende Entwicklung der Beschuldigungen und insbesondere das späte Vorbringen der Tatvorwürfe hinsichtlich der sexuellen Übergriffe "Zweifel" an deren Richtigkeit. Inhaltlich schildere - so das Strafgericht - die Privatklägerin sehr weitgehende und zahlreich begangene Übergriffe, wie sie in dieser Schwere selten anzutreffen seien. Trotz der Möglichkeit, um Hilfe nachzusuchen (allenfalls auch durch nonverbale Kommunikation) - die Beschwerdeführerin besuchte einen Deutschkurs und war wiederholt in Kontakt mit Pflegepersonal und Polizeibeamten (zwei Interventionen wegen verbaler Auseinandersetzungen) -, habe sie dies, obwohl naheliegend, nicht getan. Die Angaben zur Häufigkeit der sexuellen Übergriffe variierten im Übrigen stark und seien sehr allgemein gehalten; ihre Aussagen hätten als "vage und pauschal" zu gelten. Tatsache sei, dass bei ihr am 2. Januar 2012 "Bagatellverletzungen" (Hämatome), aber keine gravierenderen Beeinträchtigungen festgestellt werden konnten, was erstaune: Wenn, wie von der Betroffenen dargestellt, die Vergewaltigungen und Blutungen bis zuletzt angedauert hätten, wäre zu erwarten gewesen, dass gewisse Spuren noch vorhanden gewesen wären bzw. die Beschwerdeführerin zumindest ihrer Hausärztin gegenüber hiervon berichtet hätte. Aus den Aussagen der Privatklägerin - so das Strafgericht in seiner Zusammenfassung - ergäbe sich "eine selten vorkommende massiv auftretende Zahl von fragwürdigen Elementen und Widersprüchen"; gleichzeitig bestehe mit dem Wunsch in der Schweiz bleiben zu können, "ein plausibles Motiv für eine Falschbezichtigung". Hieran änderten - so das Strafgericht abschliessend - auch "die aktenkundigen Therapieberichte nichts, da diese massgeblich auf den Darstellungen der Privatklägerin beruhten" und daher nicht geeignet seien, die Anklagevorwürfe zu objektivieren.