Citation: 5A_534/2020 E. 4.1.1

4.1.1. Das Kantonsgericht erwog, der Nettolohn des Beschwerdeführers in Höhe von Fr. 8'400.-- (inkl. 13. Monatslohn) bei einem 100 %-Pensum sei an sich von den Parteien unbestritten. Strittig sei einzig, ob es dem Beschwerdeführer zumutbar sei, als Alleinerziehender einer Erwerbstätigkeit nachzugehen resp. ob es verhältnismässig sei, seine bisherige aufzugeben. Der Beschwerdeführer habe hierzu einzig geltend gemacht, es sei ihm zufolge Kinderbetreuung keine Erwerbstätigkeit mehr zumutbar. Im Sinne aktueller bundesgerichtlicher Rechtsprechung sei es im Normalfall dem hauptbetreuenden Elternteil ab dem Eintritt des Kindes in die Sekundarstufe I zumutbar einer Erwerbstätigkeit zu 80 % nachzugehen sowie zu 100 % ab Vollendung des 16. Lebensjahres. Gleichermassen Beachtung finde das Kontinuitätsprinzip und damit die Weiterführung der bisher gelebten Rollen. Im Trennungsfall könnten die Eltern für eine gewisse Zeit auf das bisher Gelebte behaftet werden. Weiter führt das Kantonsgericht mit Verweis auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung (namentlich BGE 128 III 4 E. 4a S. 5 f.) aus, dass bei der Festsetzung von Unterhaltsbeiträgen vom tatsächlichen Leistungsvermögen des Pflichtigen abgewichen und stattdessen von einem hypothetischen Einkommen ausgegangen werden dürfe, falls und soweit der Pflichtige bei gutem Willen bzw. bei ihm zuzumutender Anstrengung mehr zu verdienen vermöchte, als er effektiv verdient. Weshalb der Unterhaltspflichtige auf das ihm angerechnete höhere Einkommen verzichte, sei im Prinzip unerheblich. Die gesetzliche Unterhaltspflicht habe zur Folge, dass der Pflichtige - wie hier - alles in seiner Macht Stehende unternehmen und insbesondere seine wirtschaftliche Leistungsfähigkeit voll ausschöpfen müsse, um das erforderliche Einkommen zu generieren. Der Beschwerdeführer habe, so das Kantonsgericht weiter, seine Arbeitsstelle bei der D.________ unbestrittenermassen freiwillig mittels Aufhebungsvertrag vom 31. Oktober 2017 beendet. Der Beschwerdeführer gebe selbst an, dass er sich bereits vor der Trennung um den Haushalt und die Kinderbetreuung während der Ehe gekümmert habe, weil er aufgrund längerer Projektpausen und teilweisen Arbeitens von zuhause aus viel Zeit zuhause verbracht habe. Als der Beschwerdeführer sich alsdann von Februar 2018 bis Juni 2018 im Ausland aufgehalten habe, habe er die Betreuung von C.A.________ durch eine Bekannte sicherzustellen gewusst. Zudem habe gemäss Angaben des Beschwerdeführers auch die deutsche Grossmutter während seiner Abwesenheit die Betreuung des Jugendlichen über Monate hinweg wahrgenommen. Daraus lasse sich schliessen, dass die geltend gemachte vorübergehende gesundheitliche Beeinträchtigung von C.A.________ für den Beschwerdeführer nicht derart gravierend gewesen sei, dass er es für nötig gehalten habe, dessen Betreuung persönlich wahrzunehmen, entgegen dem, was er in seinen Eingaben glauben machen wolle. Er habe offensichtlich die Betreuung des Jugendlichen auch nach der Trennung vollumfänglich zu gewährleisten gewusst, auch wenn er für längere Zeit abwesend gewesen sei. Die bisherige Erwerbstätigkeit - bei welcher er offenbar auch wochenlang abwesend gewesen sei - sei dem Beschwerdeführer daher ohne Weiteres zumutbar gewesen und immer noch zumutbar. Der Grund für seine Abwesenheit, sei er beruflicher oder anderer Art, spiele dabei keine Rolle. Er habe sich mit Freunden und Familie organisieren können, um die Betreuung von C.A.________ zu gewährleisten. Eine Nanny sei für den Jugendlichen somit auch unnötig gewesen. Eine allfällige Kinderbetreuung sei allenfalls für die Leihmutterzwillinge in Anspruch zu nehmen. Die Angaben des Beschwerdeführers betreffend Nanny würden zeigen, dass er selber davon ausgehe, dass diese nicht von ihm vollumfänglich persönlich zu betreuen wären. Unklar sei - wie bereits erwähnt (vgl. E. 3.2) -, wo sich die Zwillinge während der hier zur Diskussion stehenden Zeit (von der Geburt Ende Februar 2018 bis November 2018) aufgehalten hätten bzw. von wem sie effektiv betreut worden seien. Möglicherweise hätten sie sich in W.________ aufgehalten. Weiter sei die Arbeitstätigkeit des Beschwerdeführers offensichtlich örtlich nicht an die Schweiz gebunden. Der bisherige Lohn von Fr. 8'400.-- sei exklusiv Kinderzulagen und Spesen. Es wäre Sache des Beschwerdeführers seine Situation vollumfänglich offenzulegen, um vorliegend näher darauf eingehen zu können. Dies sei aufgrund der undurchsichtigen Angaben nicht möglich. Nicht nur die bisherige Erwerbstätigkeit sei dem Beschwerdeführer daher zumutbar, sondern auch das bisherige Pensum. Es habe sich gezeigt, dass er trotz Obhut über C.A.________ im Stande sei, die Betreuung für den Jugendlichen zu gewährleisten. Der freiwillige Verzicht auf Einkommen könne nicht hingenommen werden. Ebenso sei nicht dargetan, dass die Betreuung der Zwillinge eine Erwerbstätigkeit hätte verhindern müssen. Das von der Erstinstanz angenommene hypothetische Einkommen von Fr. 8'400.-- (inkl. 13. Monatslohn, exkl. Kinderzulagen, exkl. Spesen) sei zu übernehmen.