Citation: 6B_649/2019 E. 3.3

3.3. Die Vorinstanz äussert sich nicht ausdrücklich zur Frage der Täterschaft. Den subjektiven Tatbestand prüft sie insofern hypothetisch anhand der als Täter in Frage kommenden Personen. Dabei soll es sich einerseits um die Beschwerdegegner 2 und 3, andererseits - theoretisch - um den Pächter G.________ handeln. Ob in Einzel- oder Mittäterschaft lässt sich dem angefochtenen Entscheid nicht entnehmen. Die Vorinstanz kommt dabei zum Schluss, dass die Vernichtung der Pflanzen aufgrund der behandelten (Aussen-) Flächen nicht das Handlungsziel der Täterschaft gewesen sein könne. Sie geht zudem von der Hypothese aus, dass ein Laie nicht um die Gefahren eines Glyphosateinsatzes in unmittelbarer Nähe zu einem betriebenen Gewächshaus wissen könne. Solche verallgemeinernde Erfahrungssätze sind nicht geeignet, eine vorsätzliche Tatbegehung klar zu bejahen oder zu verneinen. Die Annahme des Vorsatzes im konkreten Fall bedingt eine fallbezogene Auseinandersetzung mit der Persönlichkeit des Täters, der konkreten Tatbegehung und dem Tatmotiv. Dies ist in aller Regel Aufgabe des Sachgerichts. Eine Einstellung nach Art. 319 Abs. 1 lit. b StPO ist nur zulässig, wenn der Vorsatz aufgrund des Untersuchungsergebnisses klar zu verneinen ist. Das ist hier nicht der Fall. Es ist angesichts der analysierten Probenahmen erstellt, dass die Wiese um das Gewächshaus sowie allenfalls weitere Flächen in der nahen Umgebung mit Glyphosat behandelt wurden (kant. Akten S/91 ff.). Die Vorinstanz stützt sich hinsichtlich des Vorsatzes einzig auf das fehlende Wissen der Täterschaft in Bezug auf den Kausalzusammenhang zwischen dem Einsatz von Glyphosat und dem Schaden an den Hanfpflanzen. Dass hinsichtlich des Einsatzes von Herbiziden seitens der Beschwerdeführerin eine eigentliche Aufklärung der Beschwerdegegner 2 und 3 "sicher nicht stattgefunden" hat, kann angesichts der gegenwärtigen Beweislage allerdings nicht gesagt werden. Dagegen sprechen zunächst die diametral entgegenstehenden Aussagen der beiden Geschäftsführer der Beschwerdeführerin. Diese führten gegenüber der Polizei aus, dass der Einsatz von Glyphosat und dessen Wirkung auf die angebauten Pflanzen mit den Beschwerdegegnern 2 und 3 besprochen worden sei und sie ihnen deshalb gesagt hätten, dass die entsprechende Fläche beim Gewächshaus gemäht werden müsse. Wenige Tage nach dieser Diskussion hätten sie die Vergiftungsanzeichen an den Pflanzen im Gewächshaus festgestellt (kant. act. D/2 und D/20). Dass diese Aussagen derart widersprüchlich sind, dass auf sie nicht abgestellt werden könnte (vgl. BGE 143 IV 241 E. 2.2.2), zeigt die Vorinstanz nicht auf. Unter diesen Umständen greift sie mit ihrer Schlussfolgerung der Beweiswürdigung des Sachgerichts vor.