Citation: U 118/01 10.10.2002 E. 2

2.1 Der Gesuchsteller erblickt eine revisionsbegründende neue Tatsache darin, dass im MEDAS-Gutachten vom 19. März 2001 und insbesondere im dazugehörenden psychiatrischen Gutachten vom 29. Januar 2001 psychische Beschwerden und eine darauf zurückzuführende Arbeitsunfähigkeit genannt werden, welche im Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 30. Juni 1997 nicht thematisiert wurden; damit läge eine neue erhebliche Tatsache vor mit neuen Beweismitteln, was eine Revision zu rechtfertigen und die nunmehr gestellten Anträge zu begründen vermöge. 2.2 Zutreffend ist, dass im Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 30. Juni 1997, dessen Revision beantragt wird, von einer allfälligen psychischen Beeinträchtigung nicht gesprochen wird. Daraus kann indessen, entgegen der Auffassung des Gesuchstellers, nicht geschlossen werden, dass das Vorliegen einer solchen überhaupt nicht in Betracht gezogen und dementsprechend auch nie geprüft worden wäre. Wie die SUVA in ihrer Vernehmlassung vom 20. Juni 2001 vielmehr zu Recht einwendet, konnte sich die am 4. März 1994 verfügte und mit Einspracheentscheid vom 1. Juni 1994 bestätigte Leistungsverweigerung, welche im Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 30. Juni 1997 zu prüfen war, auf umfassende ärztliche Abklärungen stützen, weshalb ohne weiteres davon ausgegangen werden darf, dass psychische Auffälligkeiten nicht übersehen werden oder aus sonstigen Gründen unberücksichtigt bleiben konnten. Dass solche weder in den damals vorhandenen ärztlichen Berichten noch in den bereits verfassten Rechtsschriften je erwähnt und dementsprechend auch keine diesbezüglichen vertieften Abklärungen veranlasst wurden, lässt darauf schliessen, dass für eine psychische Problematik seinerzeit auch gar keine Anzeichen vorlagen. Wenn nun in der Expertise der MEDAS vom 19. März 2001 und insbesondere im dazu gehörenden psychiatrischen Teilgutachten vom 29. Januar 2001 plötzlich von einer durch eine posttraumatische Belastungsstörung bewirkten 25 %igen Arbeitsunfähigkeit seit dem Unfallereignis und einer 1997 zufolge Chronifizierung und Sekundärkomplikationen eingetretenen, seit 1998 ausgewiesenen Verschlimmerung des psychischen Gesundheitszustandes mit entsprechender Abnahme der Leistungsfähigkeit die Rede ist, kann darin nichts anderes erblickt werden als eine gegenüber früheren ärztlichen Beurteilungen rückblickend abweichende Einschätzung. Eine neue Tatsache, welche eine Revision des Urteils des Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 30. Juni 1997 begründen könnte, liegt damit nicht vor. 2.3 Im Übrigen bleibt anzumerken, dass - selbst wenn eine neue Tatsache, welche grundsätzlich als revisionsrelevant in Frage kommen könnte, als ausgewiesen gelten könnte - diese sich kaum als im Sinne von Art. 137 lit. b OG erheblich qualifizieren liesse. Während im psychiatrischen Teilgutachten vom 29. Januar 2001 von einer erst 1997 eingetretenen Zunahme der psychischen Beeinträchtigung gesprochen wird und die Diagnosestellung für die vorangegangene Zeit - wie der Gutachter selbst einräumt - auf äusserst unsicheren Grundlagen beruht, standen im Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 30. Juni 1997 ausschliesslich die Verhältnisse bis zum Erlass des ablehnenden Einspracheentscheids vom 1. Juni 1994 zur Diskussion. Des Weitern müssten mit der SUVA zumindest an der Adäquanz psychischer Unfallfolgen erhebliche Zweifel angemeldet werden, nachdem der Versicherte schon kurze Zeit nach dem Unfallereignis die Arbeit wieder aufnehmen konnte, in der Folge doch rund drei Jahre erwerbstätig war und seine Stelle schliesslich nicht aus gesundheitlichen Gründen aufgeben musste.