Citation: 4P.46/2004 13.05.2004 E. B

B.a Am 15. November 1999 reichte die Beschwerdeführerin beim Kantonsgerichtspräsidium Nidwalden ein Gesuch bzw. eine Klage gegen die Beschwerdegegner auf vorzeitige Aktenedition nach Art. 148 ZPO/NW (bzw. Art. 144 aZPO/NW) ein. Sie beantragte im wesentlichen, die Beschwerdegegner seien zu verpflichten, ihr von allen Bauleistungen im Zusammenhang mit der Überbauung X.________ die Werkverträge, Honorarverträge und sonstigen vertraglichen Vereinbarungen sowie ebenfalls sämtliche Bauabrechnungen im Original herauszugeben. Im Weiteren verlangte sie "im Hinblick auf die Abfassung einer Verantwortlichkeitsklage sowie für die materielle Prüfung der Bauabrechnung" die Herausgabe sämtlicher Ausmassblätter, die fehlenden Regierapporte sowie den detaillierten Baukostenplan im Original. Der Kantonsgerichtspräsident entschied mit Verfügung vom 11. September 2000 in Änderung der kantonalen Gerichtspraxis, dass für ein Gesuch auf vorzeitige Aktenedition nicht er, sondern je nach Streitwert die Kleine oder die Grosse Kammer des Kantonsgerichts zuständig sei. Zudem sei die vorzeitige Edition im ordentlichen Verfahren durchzuführen. Er trat in der Folge auf das Gesuch wegen fehlender Zuständigkeit nicht ein und sprach beiden Parteien eine Verfahrensentschädigung aus der Gerichtskasse zu. Dieser Entscheid wurde nicht angefochten. B.b Die Beschwerdeführerin gelangte daraufhin am 27. Februar 2001 mit einem gleich lautenden Rechtsbegehren an das Kantonsgericht Nidwalden, Zivilabteilung, Grosse Kammer I. Das Kantonsgericht wies die Klage am 27. November 2002 ab. Ferner auferlegte es der Beschwerdeführerin die Gerichtskosten von Fr. 4'560.-- und sprach den Beschwerdegegnern eine Parteientschädigung von Fr. 9'432.45 zu. B.c Eine gegen dieses Urteil eingelegte Appellation der Beschwerdeführerin wies das Obergericht des Kantons Nidwalden am 6. November 2003 ab und bestätigte den Entscheid des Kantonsgerichts. Es erwog, entgegen den Ausführungen in der Präsidialverfügung vom 11. September 2000, auf die sich das Kantonsgericht gestützt habe, wäre das Gesuch vom Kantonsgerichtspräsidenten in analoger Anwendung der Bestimmungen des Befehlsverfahrens zu beurteilen gewesen. Das Kantonsgericht sei an sich unzuständig gewesen und habe im falschen Verfahren entschieden. Die sachliche Zuständigkeitsordnung sei zwar zwingender Natur. Jedoch führten fehlerhafte Prozesshandlungen nur ausnahmsweise zur Nichtigkeit des Entscheides und seien lediglich anfechtbar. Vorliegend habe keine der Parteien diesbezügliche Rügen vorgebracht. Bei dieser Ausgangslage und in Berücksichtigung des Umstands, dass den Parteien keine Nachteile erwachsen seien, die nicht im Rahmen der Beurteilung durch das Obergericht behoben werden könnten, bleibe das Vorgehen des Kantonsgerichts für die Beurteilung des Falles ohne Konsequenzen. Es wäre kaum im Sinne der Parteien, das Verfahren noch einmal aufzurollen. Auf die Erwägungen des Obergerichts zum Editionsbegehren ist soweit erforderlich in den nachfolgenden Erwägungen einzugehen.