Citation: 6B_470/2016 E. 1.4.2

1.4.2. Zwar ist tatsächlich fraglich, wie aussagekräftig der von der ersten Instanz zu Fuss durchgeführte Augenschein hinsichtlich der Frage ist, ob der Beschwerdegegner die Verkehrskadettin von seinem erhöhten Fahrersitz aus gesehen haben kann. Jedoch ist es nicht willkürlich, wenn die Vorinstanz im Zweifel zu seinen Gunsten annimmt, davon sei nicht auszugehen, zumal auch die aktenkundigen Fotos diesen Schluss nicht sicher zuliessen. Vielmehr sei es auch gestützt darauf nicht unwahrscheinlich, dass der Beschwerdegegner die damals dreizehneinhalbjährige, kleine Verkehrskadettin selbst bei gebotener Aufmerksamkeit übersehen haben könne. Das von der Beschwerdeführerin ins Recht gelegte Beweisfoto lässt diese Annahme jedenfalls nicht als unhaltbar erscheinen. Darauf sind in der Strassenmitte zwei Inselschutzpfosten sowie die Lichtsignalanlage zu erkennen, was auch die Beschwerdeführerin einräumt. Entgegen ihrer Auffassung ist es durchaus denkbar, dass sie die Verkehrskadettin wesentlich verdeckt haben können. Die Vorinstanz berücksichtigt hinsichtlich der gebotenen Aufmerksamkeit zudem zu Recht die Verkehrssituation. Dies lässt die Beschwerdeführerin ausser Acht, wenn sie einzig auf die Fotos abstellt. Diese zeigen nicht das Verkehrsaufkommen am Tattag. Sie sind insofern für die Sicht des Beschwerdegegners nur beschränkt aussagekräftig.