Citation: 4A_633/2016 E. 6.1

6.1. Anders als im bereits zitierten Verfahren vor Handelsgericht Zürich (Urteil 4A_202/2014) ist nicht nur umstritten, ob die Beschwerdegegnerin die Schätzungen aufgrund der von ihr angewendeten Methode korrekt durchführte, sondern primär, ob sie unter Berücksichtigung aller damals bekannten Umstände nicht eine andere Schätzungsmethode hätte wählen müssen. Im kantonalen Verfahren wurden zur Beurteilung beider Fragen gerichtliche Expertisen eingeholt und haben die Parteien dazu Parteigutachten eingereicht. Hat ein kantonales Gericht Vermögenswerte zu bewerten, ist es eine vom Bundesgericht frei zu prüfende Rechtsfrage, ob es dabei eine zulässige und nachvollziehbare Bewertungsmethode herangezogen hat. Die nach dieser Methode vorgenommene Wertermittlung betrifft dagegen eine vom kantonalen Gericht grundsätzlich abschliessend zu beurteilende Tatfrage, die das Bundesgericht nur unter dem beschränkten Gesichtspunkt der Willkür prüft (BGE 133 III 416 E. 6.3.3 S. 418 f.; zit. Urteil 4A_202/2014 E. 4.1). Hier geht es aber nicht um diese Situation. Indem den Gutachtern zahlreiche Fragen gestellt wurden zur Schätzungspraxis in der Zeit von 1978 bis 1989 (namentlich ob die von der Beschwerdegegnerin verwendete Schätzungsmethode im streitgegenständlichen Zeitraum üblich war) hat man die Gutachtereine Tatfrage beurteilen lassen. Auch diesbezüglich ist die Kognition des Bundesgerichts auf Willkür beschränkt. Hinsichtlich der Überprüfung von Expertisen durch das Gericht ist sodann folgendes zu beachten: Ein Gutachten unterliegt, wie jedes andere Beweismittel auch, der freien richterlichen Beweiswürdigung. Das Abstellen auf nicht schlüssige Gutachten kann gegen Art. 9 BV verstossen (BGE 128 I 81 E. 2 S. 86). In Sachfragen weicht der Richter aber nur aus triftigen Gründen von einer gerichtlichen Expertise ab und muss eine allfällige Abweichung begründen. Die Beweiswürdigung und die Beantwortung der sich stellenden Rechtsfragen ist Aufgabe des Richters. Dieser hat zu prüfen, ob sich auf Grund der übrigen Beweismittel und der Vorbringen der Parteien ernsthafte Einwände gegen die Schlüssigkeit der gutachterlichen Darlegungen aufdrängen. Erscheint ihm die Schlüssigkeit eines Gutachtens in wesentlichen Punkten zweifelhaft, hat er nötigenfalls ergänzende Beweise zur Klärung dieser Zweifel zu erheben (BGE 133 II 384 E. 4.2.3 S. 391; 132 II 257 E. 4.4.1). Dies ist namentlich der Fall, wenn gewichtige, zuverlässig begründete Tatsachen oder Indizien die Überzeugungskraft des Gutachtens ernstlich erschüttern (BGE 130 I 337 E. 5.4.2 S. 346; 129 I 49 E. 4 S. 57 f.; 128 I 81 E. 2 S. 86). Der Richter soll nicht sein Wissen über das Fachwissen des Experten stellen und sich als Schiedsrichter in einem Meinungsstreit zwischen Fachleuten aufspielen, sondern darf in Fachfragen auf die begründete Auffassung des von ihm ernannten Experten abstellen (zum Ganzen zit. Urteil 4A_202/2014 E. 4.1). In Bezug auf die Würdigung der Gutachten missachtet die Beschwerde die Begründungsanforderungen. Die kantonalen Instanzen folgten dem Gutachten F.________ in gewissen Punkten nicht und stellten insoweit auf das Gutachten G.________ ab. Statt im Einzelnen darzutun, inwiefern dies offensichtlich unhaltbar ist, legt die Beschwerdeführerin dar, wie die Schätzung gestützt auf das Gutachten F.________ beziehungsweise die von ihr selbst verwendeten Grundlagen hätte vorgenommen werden müssen und setzt dies einfach der davon abweichenden Auffassung der Vorinstanz entgegen. Dabei handelt es sich um unzulässige appellatorische Kritik (vgl. E. 2 hiervor).