Citation: 4A_281/2021 E. B

B.a. Die Ingenieurin klagte am 23. Juni 2016 beim Bezirksgericht Brig, Östlich-Raron und Goms gegen die Bauherrin. B.a.a. Die Ingenieurin beantragte im Wesentlichen, die Bauherrin sei zu verpflichten, ihr Werklohn von Fr. 254'840.70 und Mehrwertsteuer von Fr. 20'387.25 zu bezahlen, beides zuzüglich Zins. In der Klageantwort verlangte die Bauherrin die Abweisung der Klage und erhob Widerklage. Sie beantragte, die Ingenieurin sei zu verpflichten, ihr zu viel bezahltes Honorar von Fr. 105'867.-- nebst Zins zurückzuzahlen. Zudem habe ihr die Ingenieurin einen Verspätungsschaden von Fr. 600'000.-- nebst Zins zu ersetzen. Die Ingenieurin beantragte die kostenpflichtige Abweisung der Widerklage. In der Duplik präzisierte die Bauherrin ihre Widerklage, indem sie beantragte, die Ingenieurin sei zu verpflichten, ihr Fr. 168'863.40 nebst Zins zu 5 % seit 3. Oktober 2016 zu bezahlen als Rückerstattung zu viel eingenommener Honorare und als Schadenersatz. Nach einer Instruktionsverhandlung und einem Beweisverfahren verzichteten die Parteien auf mündliche Parteivorträge und präzisierten abermals ihre Rechtsbegehren. Die Ingenieurin beantragte, die Widerklage der Bauherrin sei abzuweisen, sofern darauf eingetreten werden könne. Demgegenüber sei die Bauherrin zu verpflichten, ihr folgende Zahlungen zu leisten: Fr. 83'145.70 nebst Zin s zu 5 % seit 13. April 2015; Fr. 108'625.-- nebst Zins zu 5 % seit 13. April 2015; Fr. 2'000.-- nebst Zins zu 5 % seit 4. Oktober 2013; Fr. 44'571.-- nebst Zins zu 5 % seit 17. März 2014; Fr. 8'720.-- nebst Zins zu 5 % seit 4. Januar 2014; Fr. 20'387.25 als Mehrwertsteuer zuzüglich 5 % Zins seit Fälligkeit. Die Bauherrin stellte abschliessend folgende Anträge: Die Klage sei abzuweisen. Die erste Widerklage sei teilweise gutzuheissen und es sei die Ingenieurin zu verpflichten, ihr Fr. 19'449.-- nebst Zins zu 5 % seit 3. Oktober 2016 zu bezahlen als Rückerstattung zu viel empfangener Honorare. Die zweite Widerklage werde zurückgezogen. B.a.b. Mit Urteil vom 17. Dezember 2019 verpflichtete das Bezirksgericht die Bauherrin, der Ingenieurin folgende Beträge zu bezahlen: Fr. 108'625.-- nebst Zins zu 5 % seit 13. April 2015; Fr. 2'000.-- nebst Zins zu 5 % seit 4. Oktober 2013; Fr. 44'571.-- nebst Zins zu 5 % seit 17. März 2014; und Fr. 6'000.-- nebst Zins zu 5 % seit 23. Juni 2016. Hinzu kamen Mehrwertsteuern von insgesamt Fr. 12'895.70, davon Fr. 8'690.-- nebst Zins zu 5 % seit 13. April 2015; Fr. 160.-- nebst Zins zu 5 % seit 4. Oktober 2013; Fr. 3'565.70 nebst Zins zu 5 % seit 17. März 2014; und Fr. 480.-- nebst Zins zu 5 % seit 23. Juni 2016 (Dispositiv-Ziffer 1a). Im Übrigen wies es die Klage der Ingenieurin ab (Dispositiv-Ziffer 1b). Die Widerklage der Bauherrin über Fr. 600'000.-- schrieb es infolge Klagerückzugs vom Geschäftsverzeichnis ab (Dispositiv-Ziffer 2). Im Übrigen wies es die Widerklage der Bauherrin ab (Dispositiv-Ziffer 3). Die Gerichtskosten auferlegte es den Parteien wie folgt: Fr. 9'480.15 der Gerichtskosten der Hauptklage zu Lasten der Ingenieurin (Dispositiv-Ziffer 4a); die übrigen Gerichtskosten der Hauptklage von Fr. 17'606.-- zu Lasten der Bauherrin (Dispositiv-Ziffer 4b); die Gerichtskosten der zurückgezogenen Widerklage von Fr. 19'327.70 zu Lasten der Bauherrin (Dispositiv-Ziffer 4c); und die Gerichtskosten der aufrechterhaltenen Widerklage von Fr. 20'986.15 ebenfalls zu Lasten der Bauherrin (Dispositiv-Ziffer 4d). Das Bezirksgericht verpflichtete die Bauherrin, der Ingenieurin eine Parteientschädigung von insgesamt Fr. 45'085.-- zu bezahlen, nämlich Fr. 12'285.-- für die Hauptklage, Fr. 18'000.-- für die zurückgezogene Widerklage und Fr. 14'800.-- für die abgewiesene Widerklage (Dispositiv-Ziffer 5a). Zudem verpflichtete es die Bauherrin zur Bezahlung von Fr. 15'259.85 an die Ingenieurin für geleistete Gerichtskostenvorschüsse (Dispositiv-Ziffer 5b). Schliesslich verpflichtete es die Ingenieurin, der Bauherrin für die Hauptklage eine Parteientschädigung von Fr. 6'615.-- zu bezahlen (Dispositiv-Ziffer 6). B.b. Gegen dieses Urteil des Bezirksgerichts erhob die Bauherrin Berufung und die Ingenieurin Anschlussberufung. Mit Urteil vom 14. April 2021 wies das Kantonsgericht Wallis die Berufung und die Anschlussberufung ab. Es bestätigte das Urteil des Bezirksgerichts " mit neuer Formulierung von Ziffer 1a " (Dispositiv-Ziffer 1). Danach bezahlt die Bauherrin der Ingenieurin unter Berücksichtigung der geleistete Honorarvorschüsse von Fr. 468'000.-- und des geschuldeten Gesamtbetrags von Fr. 577'471.70 noch Fr. 109'471.70 inklusive MWST nebst Zins zu 5 % an offenem Honorar, und zwar wie folgt: B.b. Fr. 44'005.-- und Fr. 8'690.-- MWST je nebst Zins zu 5 % ab 13. April 2015 unter dem Titel "Restanz des Honorars für die Bauleitung/ Ausmass und MWST auf den gesamten Betrag von Fr. 108'625.--"; B.b. Fr. 44'571.-- und Fr. 3'565.70 MWST je nebst Zins zu 5 % ab 17. März 2014 unter dem Titel "Nachträge"; B.b. Fr. 2'000.-- und Fr. 160.-- MWST je nebst Zins zu 5 % ab 4. Oktober 2013 unter dem Titel "Pauschale Beweissicherung"; B.b. Fr. 6'000.-- und Fr. 480.-- MWST je nebst Zins zu 5 % ab 23. Juni 2016 unter dem Titel "Pauschale Reproduktionskosten" (Dispositiv-Ziffer 2). Die Verfahrenskosten für die Berufung von Fr. 7'200.-- auferlegte das Kantonsgericht der Bauherrin (Dispositiv-Ziffer 3) und jene für die Anschlussberufung von Fr. 4'800.-- der Ingenieurin (Dispositiv-Ziffer 4). Sodann erklärte das Kantonsgericht, die Gerichtskosten für das Berufungs- und Anschlussberufungsverfahren von insgesamt Fr. 12'000.-- würden mit dem Kostenvorschuss der Bauherrin verrechnet. Die Ingenieurin schulde der Bauherrin für den geleisteten Kostenvorschuss Fr. 4'800.-- (Dispositiv-Ziffer 5). Es sprach der Ingenieurin eine Parteientschädigung von Fr. 3'900.-- inklusive MWST und Auslagen zu (Dispositiv-Ziffer 6) und der Bauherrin eine solche von Fr. 2'600.-- inklusive MWST und Auslagen (Dispositiv-Ziffer 7).