Citation: 5A_515/2010 27.09.2010 E. 4

4.1 Über die formelle Erschöpfung des kantonalen Instanzenzuges hinaus verlangt Art. 75 Abs. 1 BGG, dass der Instanzenzug auch in materieller Hinsicht ausgeschöpft wird und die im bundesgerichtlichen Verfahren geltend gemachten tatsächlichen und rechtlichen Rügen bereits bei den kantonalen Instanzen vorgebracht werden (BGE 135 III 424 E. 3.2 S. 429; 135 III 513 E. 4.3 S. 522). Der Beschwerdeführer zeigt nicht rechtsgenüglich auf und es ist aus seinen Eingaben an das Obergericht auch nicht ersichtlich, inwiefern er die bezirksgerichtlichen Tatsachenfeststellungen zur Möglichkeit der Aufnahme einer Erwerbstätigkeit im obergerichtlichen Verfahren selbst bereits gerügt haben soll. Dabei ist der Beschwerdeführer darauf hinzuweisen, dass im Bereich des nachehelichen Unterhalts die Verhandlungsmaxime gilt (BGE 128 III 411 E. 3.2.2 S. 414). Demnach haben die Parteien die Tatsachen, auf die sie ihre Begehren stützen, darzulegen und ihre Beweismittel anzugeben (Behauptungs- und Substanziierungslast; § 75 Abs. 1 des Gesetzes des Kantons Aargau vom 18. Dezember 1984 über die Zivilrechtspflege [ZPO; SAR 221.100]). Es wird nur über bestrittene Tatsachen Beweis erhoben (§ 198 Abs. 1 ZPO/AG). Eine willkürliche Anwendung dieser kantonalen Prozessbestimmungen rügt der Beschwerdeführer nicht. 4.2 Hat der Beschwerdeführer somit in seinen Eingaben an das Obergericht einzig seine eigene Leistungsfähigkeit thematisiert (Berücksichtigung seiner Verschuldungssituation sowie seines tieferen Einkommens) und wendet er sich erst vor Bundesgericht gegen die Tatsachenfeststellungen im Rahmen der Eigenversorgungskapazität der Beschwerdegegnerin, fehlt es insoweit an der materiellen Erschöpfung des Instanzenzuges (Art. 75 Abs. 1 BGG). Auf die Beschwerde kann deshalb nicht eingetreten werden.