Citation: 4A_258/2024 E. 3.2

3.2. Die Beschwerdeführerin wirft der Vorinstanz zu Unrecht vor, ihr vorgerücktes Alter (von mittlerweile 70 Jahren), ihre angeblich schlechte Gesundheit und ihre bescheidenen finanziellen Verhältnisse bei der Bemessung der Erstreckungsdauer "gesamthaft ignoriert und damit ihr Ermessen missbraucht" zu haben. Der Vorinstanz ist das Alter und der im eingereichten Arztzeugnis geschilderte Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin nicht entgangen. Sie hat nachvollziehbar darauf hingewiesen, dass diese im kantonalen Verfahren Angaben dazu vermissen liess, inwiefern sich der erwähnte Gesundheitszustand konkret auf die Möglichkeit auswirken soll, in der zur Verfügung stehenden Zeit ein Ersatzobjekt zu beschaffen. Der Vorinstanz ist keine Bundesrechtsverletzung vorzuwerfen, indem sie die vorgebrachten Umstände nicht als Härte im Sinne von Art. 272 Abs. 1 OR anerkannte, die eine längere als die von der Erstinstanz zugestandene Erstreckung des Mietverhältnisses erfordern würde. Zudem hat die Vorinstanz die lange Mietdauer durchaus im Sinne einer leichten Härte berücksichtigt, wobei sie erwog, die Beschwerdeführerin habe hinsichtlich ihrer Verwurzelung im Quartier keine hinreichenden Rügen erhoben. Darauf geht die Beschwerdeführerin nicht ein, sondern behauptet vor Bundesgericht ohne hinreichende Begründung, eine Mietdauer von 27 Jahren führe ohne Weiteres zu einer voll zu berücksichtigenden Härte. Auch mit dem allgemein gehaltenen Einwand, ältere Menschen seien auf dem Wohnungsmarkt benachteiligt und benötigten eine längere Umgewöhnungsphase, vermag die Beschwerdeführerin keine bundesrechtswidrige Ermessensausübung aufzuzeigen. Hinsichtlich der nunmehr ins Feld geführten angeblich bescheidenen finanziellen Verhältnisse lassen sich dem angefochtenen Entscheid keine Sachverhaltsfeststellungen entnehmen, weshalb die Vorbringen ins Leere zielen. Nachdem sich ergeben hat, dass die Vorinstanz bundesrechtskonform eine leichte Härte zugunsten der Beschwerdeführerin anerkannte, leuchtet nicht ein, weshalb die Interessenabwägung aufgrund des inzwischen erfolgten Auszugs einer vom gestörten Hausfrieden betroffenen Mietpartei (Familie C.________) zu einer längeren Erstreckung hätte führen müssen. Entsprechendes gilt für den Einwand, im Zeitpunkt des Berufungsurteils seien die mieterseits zu berücksichtigenden Interessen angesichts der im Vergleich zum erstinstanzlichen Urteil noch längeren Mietdauer und des weiter fortgeschrittenen Alters stärker geworden. Ein Ermessensmissbrauch der Vorinstanz ist auch in dieser Hinsicht nicht auszumachen. Die Rüge, die Vorinstanz habe Art. 272 OR verletzt, erweist sich insgesamt als unbegründet.