Citation: U 370/05 01.05.2006 E. 3

3.1 Nach Würdigung der medizinischen Akten gelangte die Vorinstanz zum Ergebnis, dass die Beschwerdeführerin beim Unfall weder ein Schleudertrauma der Halswirbelsäule noch eine dem Schleudertrauma äquivalente Verletzung erlitten hat. Während diese tatsächliche Feststellung in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde zu Recht nicht beanstandet wird, ist streitig und zu prüfen, ob die Beschwerdeführerin - wie sie geltend machen lässt - beim Unfall ein Schädelhirntrauma erlitten hat. 3.2 Dies ist aufgrund der Akten zu verneinen. Denn nach den zeitlich nah am Unfallereignis erstellten und damit aussagekräftigen medizinischen Akten diagnostizierten die Ärzte bei der Beschwerdeführerin eine Rippenkontusion sowie beidseitige Kniekontusionen. Weder die Berichte der erstbehandelnden Ärzte des Spitals X.________ noch des Hausarztes Dr. med. M.________, Allgemeine Medizin FMH, des Dr. med. S.________, Chirurgie FMH, noch des Dr. med. B.________, Neurologie FMH, enthalten Hinweise, wonach sich bei der Beschwerdeführerin unmittelbar nach dem Unfall ein typisches Beschwerdebild nach einem Schädelhirntrauma - mit Konzentrations-, Gedächtnis- und Schlafstörungen, rascher Ermüdbarkeit, Licht- und Lärmempfindlichkeit, Reizbarkeit und Nervosität, Angstzuständen und Depression sowie Wesensveränderung (BGE 117 V 377 Erw. 3c, 382 Erw. 4b) - gezeigt hätte. Die Feststellung der Physiotherapeutin I.________ vom 11. August 1999, gemäss welcher die Beschwerdeführerin noch immer an extremen Schmerzen, Schwindel und Übelkeit leide, ist eine ungenügende Grundlage für den Beweis eines Schädelhirntraumas. Ebenso verhält es sich mit den später erstellten, von der Beschwerdeführerin zitierten Unterlagen, welche ein zur Anwendung der Rechtsprechung gemäss BGE 117 V 369 führendes Schädelhirntrauma nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu belegen vermögen (vgl. auch BGE 121 V 47 Erw. 2a mit Hinweisen; Urteil S. vom 19. Mai 2004, U 236/03, Erw. 3.3.4): Am 6. Januar 2003 erwähnte PD Dr. med. W.________ von der Augenklinik des Spitals Y.________ als vorläufige provisorische bzw. zur Diskussion stehende Diagnose im Zusammenhang mit dem Unfall vom 28. Mai 1999 den Verdacht auf ein durchgemachtes Schädelhirntrauma. Im Rahmen der daraufhin erfolgten Untersuchung in der Rehaklinik Z.________ wurde sodann lediglich festgestellt, dass die Beschwerdeführerin möglicherweise eine leichte traumatische Hirnverletzung erlitten habe (Bericht vom 11. Juli 2003). Dass für die Ärzte der Neurologischen Klinik und Poliklinik des Spitals Y.________, Schädel-Hirn-Trauma-Sprechstunde, schliesslich - rund fünf Jahre nach dem Unfall - die Diagnose einer leichten traumatischen Hirnverletzung (commotio cerebri), d.h. einer Hirnerschütterung, feststand, ist insofern nicht entscheidend, als die Rechtsprechung gemäss BGE 117 V 369 nicht bereits zur Anwendung gelangt, wenn eine Verletzung diagnostiziert ist, die wie eine commotio cerebri (auch) als (leichtes) Schädelhirntrauma bezeichnet werden kann. Massgebend ist vielmehr, ob das in BGE 117 V 369 beschriebene bunte Beschwerdebild als (natürlich-kausale) Folge eines erlittenen Schädelhirntraumas vorliegt (Urteil R. vom 11. Oktober 2005, U 72/05, Erw. 3.2), was bei der Beschwerdeführerin nach den medizinischen Akten nicht der Fall ist.