Citation: 6B_204/2009 31.07.2009 E. 1

1.1 Nach der Überzeugung des Strafgerichts (Urteil vom 18. August 2008, S. 7 ff.) hat sich am 14. April 2007, um 01:45 Uhr, vor dem "A.________Pub" in Baar, Folgendes ereignet: Die beiden Kollegen B.________ und X.________ waren daran, das Pub zu verlassen, wobei B.________ voranging und X.________, der sich noch von jemandem verabschiedete, folgte. Auf dem Treppenpodest vor dem Pub kam es zu einer Rempelei zwischen C.________ und B.________, in deren Verlauf der erstere dem zweiten ins Gesicht fasste, ihn zurückdrängte und mit dem Hinterkopf gegen den Reklamekasten des Pubs drückte. B.________ lief die Treppe hinunter auf das Trottoir und bedeutete C.________ verbal und mit Gebärden, mit ihm zu kämpfen. Dieser zögerte zunächst, begab sich dann zu B.________, bzw. er wurde von X.________ die Treppe hinuntergeschubst und zur Aufnahme des Kampfes mit B.________ gedrängt, worauf es zwischen den beiden zu einer tätlichen Auseinandersetzung kam. D.________ griff in der Folge zur Unterstützung von C.________ ins Kampfgeschehen ein und versetzte B.________ einen Faustschlag an den Kopf. X.________ griff seinerseits E.________ durch einen Faustschlag an den Kopf an, einen unbeteiligten Passanten, von dem er irrigerweise annahm, er wolle auf Seiten von C.________ und D.________ am Kampf teilnehmen. B.________ war zwischenzeitlich als Folge des Schlags von D.________ zu Boden gestürzt und hatte sich dabei tödliche Kopfverletzungen zugezogen. 1.2 Das Obergericht geht im angefochtenen Entscheid (S. 17 ff.) ebenfalls von diesem Sachverhalt aus, wobei es als unerheblich offen lässt, ob der Beschwerdeführer das Pub unmittelbar nach B.________ oder mit einer gewissen zeitlichen Verzögerung verliess. Auf Seite 3 des angefochtenen Entscheids findet sich eine grobe Zusammenfassung des Geschehens, in welcher die eigentlichen Tathandlungen, welche den verschiedenen Beteiligten, darunter dem Beschwerdeführer, vorgeworfen werden, nicht aufgeführt werden. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers beschränken sich die tatsächlichen Annahmen, welche das Obergericht seinem Urteil zu Grunde legt, keineswegs auf diese rudimentäre Zusammenfassung. Diese werden zudem ausnahmslos von der Anklage (S. 4 f.) gedeckt. Die Staatsanwältin führt unter den tatsächlichen Vorwürfen, mit denen sie die Verurteilung des Beschwerdeführers wegen Raufhandels fordert, auch dessen Angriff auf E.________ auf. Damit wusste der Beschwerdeführer, dass auch diese Aktion Gegenstand der Anklage war, und er konnte sich entsprechend verteidigen. Das Anklageprinzip wurde gewahrt, und zwar gleichgültig darum, ob die Staatsanwältin bei der rechtlichen Würdigung diese Aktion als für die Erfüllung des Tatbestands wesentlich erachtete oder nicht.