Citation: 4A_533/2013 E. 5.1

5.1. Wenn der durch Irrtum, Täuschung oder Furcht beeinflusste Teil binnen Jahresfrist weder dem anderen eröffnet, dass er den Vertrag nicht halte, noch eine schon erfolgte Leistung zurückfordert, so gilt der Vertrag als genehmigt (Art. 31 Abs. 1 OR). Die Frist beginnt in den Fällen des Irrtums und der Täuschung mit der Entdeckung, in den Fällen der Furcht mit deren Beseitigung (Art. 31 Abs. 2 OR). Trotz Vorliegens eines Willensmangels hat ein Vertrag mithin dann Bestand, wenn er vom Betroffenen nachträglich genehmigt worden ist. Schon vor Ablauf der Jahresfrist kann eine Genehmigung durch ausdrückliche oder konkludente Erklärung erfolgen. Eine konkludente Genehmigung wurde von der Rechtsprechung bejaht, wenn sich der Käufer auf die kaufrechtliche Sachgewährleistung beruft und damit zum Ausdruck bringt, dass er den Vertrag gelten lassen - mithin genehmigen - will (BGE 127 III 83 E. 1b). Analog wurde für den Mietvertrag entschieden, dass der Mieter, der eine Klage auf Mietzinsherabsetzung erhebt, damit konkludent zum Ausdruck bringt, den Vertrag gelten zu lassen (Urteil 4C.43/2001 vom 20. Juni 2001 E. 3a/bb). Die Anfechtungsfrist nach Art. 31 Abs. 2 OR beginnt mit der Entdeckung der Täuschung zu laufen. Erforderlich ist die sichere Kenntnis. Bloss unbestimmte, nicht näher belegte Zweifel genügen nicht (BGE 108 II 102 E. 2a S. 105; Urteil 4A_570/2012 vom 16. April 2013 E. 3.5).