Citation: U 508/06 14.03.2008 E. A

R.________, geboren 1942, war als Treuhänder (und einzelzeichnungsberechtigter Alleinverwaltungsrat) der Firma T.________AG in X.________ bei der Allianz Suisse Versicherungs-Gesellschaft (nachfolgend: Allianz oder Beschwerdeführerin) gegen die Folgen von Unfällen versichert. Am 27. Januar 2004 wurde er als Personenwagenlenker am Ende einer stehenden Kolonne vor einem Rotlicht Opfer einer Auffahrkollision, weil der nachfolgende Personenwagen nicht rechtzeitig abzubremsen vermochte. Die Polizei wurde nicht an den Unfallort beigezogen. Am 28. Januar 2004 liess sich der Versicherte bei anhaltenden Nackenschmerzen im Spital Y.________ eingehend ambulant untersuchen. Dr. med. A.________ diagnostizierte eine Distorsion der Halswirbelsäule (HWS), schloss radiologisch ossäre Läsionen aus und fand Hinweise auf eine geringgradige Skoliose, eine Streckhaltung der mittleren und unteren HWS, eine Osteochondrose mässigen Grades C6/C7 mit begleitender Spondylophytenbildung und mässige Spondylarthrosen. Zudem hielt er fest, dass es nicht zu einem Kopfanprall kam, die Kopfstellung gerade war, einzig leichte Kopfschmerzen und rechtsseitige Nackenschmerzen mit Ausstrahlung in die rechte Schulter auftraten und der Versicherte bei einer Körpergrösse von 182 Centimeter 130 Kilogramm wog. Dr. med. A.________ verordnete eine Wärmebehandlung sowie die Einnahme von Schmerzmitteln und bat mit Bericht vom 28. Januar 2004 den Hausarzt Dr. med. S.________ um weitere Diagnostik für den Fall, dass die Beschwerden anhalten beziehungsweise "neurologische Auffälligkeiten" auftreten sollten. R.________ setzte die Allianz mit Unfallmeldung UVG vom 28. Mai 2004 über den Unfall vom 27. Januar 2004 in Kenntnis. Dr. med. S.________ sah den Versicherten nach dem Unfall erstmals am 18. Juni 2004 und verordnete Physiotherapie. Da 18 physiotherapeutische Behandlungen kein befriedigendes Ergebnis zeigten, überwies der Hausarzt den Versicherten gemäss Bericht vom 8. Dezember 2004 an einen Chiropraktor. Gleichzeitig hielt Dr. med. S.________ fest, dass neben der Adipositas und einem leichten Diabetes mellitus bei R.________ seit Jahrzehnten eine chronifizierte Migräne bestehe, welche durch den Unfall nicht in relevanter Weise beeinflusst worden sei. Der beratende Arzt der Allianz, der Chirurg Dr. med. G.________ gelangte anlässlich einer Aktenbeurteilung vom 2. Februar 2005 zur Auffassung, die anhaltenden Beschwerden seien angesichts der degenerativen HWS-Veränderungen wahrscheinlich nicht posttraumatisch. Nach Beizug der Röntgenbilder bestätigte Dr. med. G.________ am 29. März 2005, dass ein Jahr nach dem Unfall der Status quo sine erreicht worden sei. Am 29. September 2005 verfügte die Allianz den folgenlosen Fallabschluss per 1. Februar 2005. Die zuständige Krankenpflegeversicherung zog die hiegegen gerichtete vorsorgliche Einsprache nach Einsichtnahme in die medizinischen Akten zurück und anerkannte grundsätzlich ihre Leistungspflicht. Daraufhin hielt die Allianz mit Einspracheentscheid vom 13. Januar 2006 an der Leistungseinstellung ab 1. Februar 2005 fest.