Citation: 2C_907/2018 E. 5.2

5.2. Der Bewilligungsentzug ist auch vom disziplinarischen Berufsausübungsverbot im Sinne von Art. 43 Abs. 1 lit. d und lit. e MedBG abzugrenzen. Der Entzug der Bewilligung ist zeitlich weder befristet noch unbefristet. Sofern die Voraussetzungen von Art. 36 MedBG erfüllt sind, kann erneut eine Bewilligung zur privatwirtschaftlichen Berufsausübung in eigener fachlicher Verantwortung erteilt werden. Dies setzt allerdings voraus, dass kein disziplinarisches Verbot nach Art. 43 Abs. 1 lit. d und lit. e MedBG wirksam ist (vgl. Urteil 2C_853/2013 vom 17. Juni 2014 E. 5.3). Hinsichtlich des disziplinarischen Berufsausübungsverbots nach Art. 33 FINMAG (SR 956.1), welches für eine Dauer von bis zu fünf Jahren ausgesprochen werden darf, ist das Bundesgericht zur Auffassung gelangt, dass es sich um eine polizeirechtlich motivierte Einschränkung der verfassungsrechtlich garantierten Wirtschaftsfreiheit handelt, mithin keine strafrechtliche Sanktion vorliegt (vgl. BGE 142 II 243 E. 3.4 S. 252). Ist aber diesem disziplinarischen Berufsausübungsverbot der strafrechtliche Charakter abzusprechen, drängt es sich geradezu auf, den Entzug der Bewilligung nach Art. 38 MedBG ebenso als eine rein polizeirechtlich motivierte Einschränkung der verfassungsrechtlich garantierten Wirtschaftsfreiheit zu qualifizieren, zumal ihm keine zeitliche Wirkung zukommt. Das Verfahren des Bewilligungsentzugs nach Art. 38 MedBG stellt daher weder eine strafrechtliche Anklage im Sinne von Art. 6 Ziff. 1 EMRK dar noch kommt dem Entzug der Charakter einer strafrechtlichen Sanktion zu.