Citation: 9C_72/2017 E. 4.3

4.3. Schliesslich rügt die Beschwerdeführerin, auf dem Tabellenlohn sei ein Leidensabzug von mindestens 15% zu gewähren. Dieser Abzug solle einerseits ihren verminderten Ressourcen Rechnung tragen, anderseits aber auch ihrem fortgeschrittenen Alter sowie der Tatsache, dass Teilzeitbeschäftigte überproportional weniger als Vollzeitbeschäftigte verdienten. Indem die Vorinstanz sich insbesondere mit dem von ihr verlangten Teilzeitabzug nicht auseinandergesetzt habe, sei ihr das rechtliche Gehör verweigert worden. Die Frage, ob ein Abzug vom Tabellenlohn vorzunehmen sei oder nicht, stellt eine vom Bundesgericht frei zu prüfende Rechtsfrage dar (BGE 142 V 178 E. 2.5.9 S. 191 mit Hinweis). Im angefochtenen Entscheid werden die wichtigsten Parteistandpunkte wiedergegeben und es wird dargelegt, aus welchen Gründen die Vorinstanz den Argumenten der Beschwerdeführerin nicht gefolgt ist. Wenn das kantonale Gericht gewisse Elemente anders gewichtet hat als der Beschwerdeführerin vorschwebte, liegt darin keine Verletzung des rechtlichen Gehörs. Die Vorinstanz hat deutlich gemacht, dass kein Anspruch auf einen Abzug wegen Teilzeitarbeit bestehe (vgl. vorinstanzliche E. 4.4.4). Folglich war der Beschwerdeführerin eine sachgerechte Anfechtung des Entscheids ohne Weiteres möglich. Entgegen den Ausführungen der Beschwerdeführerin ist es mit Blick auf die konkrete Situation nicht bundesrechtswidrig, bei einem Beschäftigungsgrad von 60% keinen Teilzeitabzug zu gewähren. Gemäss der gestützt auf die LSE 2012 erstellten Tabelle zu den nach Beschäftigungsgrad, Geschlecht und beruflicher Stellung differenzierten monatlichen Durchschnittsbruttolöhnen, die im Anhang des vom Bundesamt für Sozialversicherungen herausgegebenen IV-Rundschreibens Nr. 328 vom 22. Oktober 2014 veröffentlicht wurde, bestand bei Frauen ohne Kaderfunktion zwischen dem Durchschnittslohn bei einem Teilzeitpensum von 50-74% proportional bezogen auf ein 100%-Pensum (CH 5'733.-) und dem Durchschnittslohn bei einem Vollzeitpensum (CHF 5'214.-) eine Differenz von CHF 519.- zu Gunsten von Teilzeitmitarbeitenden. Den leidensbedingten Einschränkungen der Beschwerdeführerin (verminderte Frustrationstoleranz, reduzierte Belastbarkeit, erhöhte Ermüdbarkeit und verlangsamtes Arbeitstempo) ist bereits - wie die Vorinstanz zutreffend darlegte - durch ein Pensum von 60% Rechnung getragen worden. Ein nochmaliger Einbezug beim Tabellenlohn würde eine unzulässige doppelte Berücksichtigung darstellen (vgl. Urteil 8C_678/2015 vom 9. Juni 2016 E. 5.6 mit Hinweis).