Citation: 6B_62/2018 E. 1.4.1

1.4.1. Die Vorinstanz wirft dem Beschwerdeführer weiter vor, er habe mit seinem Verhalten nicht nur gegen Art. 37 Abs. 2 SVG, sondern gleichzeitig gegen weitere Verkehrsregeln verstossen. Die Spiegelgasse werde auf der einen Seite bereits durch markierte Parkfelder verengt. Indem der Beschwerdeführer seinen Personenwagen auf der gegenüberliegenden Strassenseite auf gleicher Höhe abgestellt habe, habe er den für die Durchfahrt freibleibenden Raum weiter verengt. Die Verkehrsteilnehmer seien daher teilweise gezwungen worden, auf die Gegenfahrbahn auszuweichen. Die Vorbeifahrt anderer Fahrzeuge sei dadurch erschwert worden. So gesehen handle es sich beim besagten Strassenabschnitt um eine schmale Strasse, bei der gemäss Art. 19 Abs. 3 der Verkehrsregelnverordnung vom 13. November 1962 (VRV; SR 741.11) nur auf einer Seite parkiert werden dürfe, wenn sonst die Vorbeifahrt anderer Fahrzeuge erschwert würde. Weiter müsse Art. 79 Abs. 1ter der Signalisationsverordnung vom 5. September 1979 (SSV; SR 741.21) beachtet werden. Aus der Bestimmung könne abgeleitet werden, dass signalisierte Parkfelder in ihrem Umkreis die Wirkung eines Parkverbots entfalteten, wobei die Reichweite des Verbots gemäss Lehre und Rechtsprechung je nach den örtlichen Verhältnissen und den konkreten Umständen verschieden sein könne und dem Rechtsanwender ein grosses Ermessen zukomme. Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung habe für schmale Strassen, in der das Parkieren von Fahrzeugen auf beiden Strassenseiten den Verkehrsfluss behindern würde, die Markierung von Parkfeldern auf der einen Seite zur Folge, dass das Parkieren auf der anderen Strassenseite verboten sei. Die Spiegelgasse sei zentral gelegen und werde auch vom öffentlichen Verkehr rege benutzt, weshalb ein dort während der erfahrungsgemäss verkehrsintensiven Mittagszeit gegenüber den markierten Parkfeldern abgestelltes Fahrzeug das Kreuzen massiv erschweren könne. Im Lichte der genannten bundesgerichtlichen Rechtsprechung sei die Stelle, an welcher der Beschwerdeführer sein Fahrzeug abgestellt habe, vom Abstellverbot erfasst gewesen. Dem Beschwerdeführer müsse dies bewusst gewesen sein, da er mit der Spiegelgasse und der dortigen Verkehrssituation bestens vertraut sei und wegen einer ähnlichen Parksituation bereits rechtskräftig verurteilt worden sei.