Citation: 9C_425/2020 E. 4.1

4.1. Der Versicherte rügt, an den Diagnosen einer somatoformen Schmerzstörung sowie einer depressiven Entwicklung und Persönlichkeitsveränderung habe sich seit der Rentenzusprache nichts geändert; eine Verbesserung des Gesundheitszustands sei nicht eingetreten. Seine langjährige Invalidenrente stehe demnach unter "Bestandesschutz" (BGE 135 V 201). Eine Überprüfung gemäss Schlussbestimmungen 6a IVG sei bei über 20-jährigem Rentenbezug nicht mehr möglich. Damit verkennt er, dass die Herabsetzung seiner Rente nicht in Anwendung der Übergangsbestimmungen zur IV-Revision 6a erfolgte, sondern im Zuge einer ordentlichen Revision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG. Eine solche ist - auch bei Rentenzusprache aufgrund eines pathogenetisch-ätiologisch unklaren syndromalen Beschwerdebildes ohne nachweisbare organische Grundlage - selbst nach langjährigem Rentenbezug möglich (vgl. etwa SVR 2018 IV Nr. 59 S. 190, Urteil 8C_680/2017 vom 7. Mai 2018 E. 4.1.3.2 mit Hinweisen). Voraussetzung dafür ist, dass sich entweder der Gesundheitszustand oder dessen Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Aufgabenbereich massgeblich verändert haben (Art. 17 Abs. 1 ATSG; BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 10 f. mit Hinweisen; ausserdem etwa Urteil 9C_156/2020 vom 9. Juli 2020 E. 2.2). Entgegen der vom Beschwerdeführer vertretenen Ansicht gibt es in diesem Sinne keinen "Bestandesschutz". Ein solcher ergibt sich insbesondere nicht aus dem von ihm zitierten BGE 135 V 201. Dieser präzisierte vielmehr, dass die mit BGE 130 V 352 begründete (Überwindbarkeits-) Rechtsprechung keinen Grund bilde für die Herabsetzung oder Aufhebung einer laufenden Rente unter dem Titel der Anpassung an geänderte Rechtsgrundlagen (a.a.O. E. 7 S. 211 ff.). Vorliegend ist hingegen eine Rentenherabsetzung zufolge veränderter Tatsachengrundlagen, nämlich eines verbesserten Gesundheitszustands zu beurteilen. Soweit der Versicherte die diesbezüglichen Sachverhaltsfeststellungen der Vorinstanz einzig mit Verweis auf die weiterhin diagnostizierte anhaltende Schmerzstörung bestreitet, übt er damit appellatorische Kritik an deren konkreter Beweiswürdigung, was vom Bundesgericht nicht zu hören ist (E. 1 hiervor).