Citation: 6B_79/2023 E. 1.4.2

1.4.2. Die Vorinstanz hält fest, eine Affekttat sei bei der Erstellung des Gutachtens vom 28. Februar 2019 noch nicht im Raum gestanden. Diesen Sachverhalt habe der Beschwerdeführer erst im Berufungsverfahren behauptet. Deshalb könne dem Sachverständigen nicht vorgeworfen werden, dass er im Gutachten nicht darauf eingegangen sei. Im Ergänzungsgutachten vom 4. Juli 2022 habe der Sachverständige einen allfälligen Affekt untersucht. Die Vorinstanz widerlegt auch den Einwand des Beschwerdeführers, wonach dem Sachverständigen nicht alle Einvernahmeprotokolle zur Verfügung gestanden hätten. Der Beschwerdeführer bemängelte bereits im Berufungsverfahren, dass dem Sachverständigen bei der Erstellung des Gutachtens vom 28. Februar 2019 die staatsanwaltschaftliche Einvernahme vom 28. Januar 2020 nicht zur Verfügung gestanden habe. Dazu hält die Vorinstanz überzeugend fest, der Beschwerdeführer habe konstant geltend gemacht, seine Ehefrau und seine Schwägerin hätten ihn angegriffen. Die Einvernahme vom 28. Januar 2020 habe nicht zu veränderten Verhältnissen geführt, welche das Gutachten als unzureichend erscheinen liessen. Die Vorinstanz betont im Einklang mit der bundesgerichtlichen Rechtsprechung, dass massgebend ist, ob Gewähr dafür besteht, dass sich die Ausgangslage seit der Erstellung des Gutachtens nicht gewandelt hat (BGE 134 IV 246 E. 4.3). Mit der gleichen Argumentation verwirft die Vorinstanz den Einwand des Beschwerdeführers, wonach der Sachverständige bei der Erstellung des Ergänzungsgutachtens keine Kenntnis von den Protokollen der staatsanwaltschaftlichen Schlusseinvernahme und der vorinstanzlichen Hauptverhandlung gehabt habe. Im Sinne einer Eventualbegründung ergänzt sie, die Verteidigung hätte die Zusendung der Protokolle an den Sachverständigen verlangen können. Zudem habe sie dem Sachverständigen an der Berufungsverhandlung Fragen stellen können. Der Beschwerdeführer rügt, der Sachverständige verkenne wegen Unkenntnis gewisser Protokolle, dass sein seelischer Druck bis zur Tat stetig zugenommen habe. Dem entgegnet die Vorinstanz, der Beschwerdeführer habe bereits einige Zeit vor der Tat von der Affäre seiner Ehefrau gewusst. Er habe mehrmals ausgesagt, mindestens seit Januar 2017 davon überzeugt gewesen zu sein, dass seine Ehefrau eine Affäre habe. Dass der Beschwerdeführer erst kurz vor den Tötungen von der Prostitution erfahren habe, sei an der Einvernahme vom 18. Januar 2018 protokolliert worden. Diese Aussage sei dem Sachverständigen bei der Erstellung des Gutachtens bekannt gewesen. Die Vorinstanz verwirft auch den Einwand des Beschwerdeführers, wonach der Sachverständige nicht auf die WhatsApp-Chats eingegangen sei. Sie hält fest, der Sachverständige habe an der Berufungsverhandlung bestätigt, sich damit auseinandergesetzt zu haben.