Citation: 4P.102/2001 31.05.2002 E. 3

3.- Unter den Parteien ist zu Recht unumstritten, dass die Vollstreckbarkeit des in London ergangenen Entscheids nach dem New Yorker Übereinkommen über die Anerkennung und Vollstreckung ausländischer Schiedssprüche vom 10. Juni 1958 (SR 0.277.12; NYÜ) zu beurteilen ist (Art. 194 IPRG; Dutoit, Commentaire de la loi fédérale du 18 décembre 1987, 3. Aufla- ge, N. 1 und 2 zu Art. 194 IPRG, mit Hinweisen). Streitig ist, ob eine schriftliche Vereinbarung vorliegt, in der sich die Parteien verpflichtet haben, die aus dem Chartervertrag entstandene Streitigkeit einem schiedsrichterlichen Verfahren zu unterwerfen, wie sie Art. II Ziff. 1 NYÜ für die Anerken- nung voraussetzt. Einschlägig ist dabei Art. II Ziff. 2 NYÜ, der wie folgt lautet: "Unter einer "schriftlichen Vereinbarung" ist eine Schiedsklausel in einem Vertrag oder eine Schieds- abrede zu verstehen, sofern der Vertrag oder die Schiedsabrede von den Parteien unterzeichnet oder in Briefen oder Telegrammen enthalten ist, die sie gewechselt habe." Der dem Streit zugrunde liegende Chartervertrag vom 16. Dezember 1999 wurde durch eine Schiffsbrokerin, die E.________ Ltd., vermittelt. Wie das Obergericht - insoweit unangefochten - festhält, hat ihn keine der Parteien unter- zeichnet. Die Beschwerdeführerin ist der Ansicht, die Be- schwerdegegnerin habe durch verschiedene schriftliche Bestä- tigungen, die sie einzeln bezeichnet und vorlegt, implizit auch jene Klausel der allgemeinen Geschäftsbedingungen der Beschwerdeführerin akzeptiert, welche eine Schiedsabrede ent- hält, so dass diese in Textform vorliege. Sie behauptete, der Beschwerdegegnerin seien im Rahmen eines früheren, von der- selben Brokerin zwischen der Beschwerdegegnerin und einem an- deren Schiffseigner vermittelten Chartervertrages vom 11. Ok- tober 1999 über das Schiff "Vera Khoruzhaya" die allgemeinen Geschäftsbedingungen zugegangen. Zum Beweis für diese Behaup- tung legte sie ein schriftliches "Statement" des Geschäfts- führers der E.________ Ltd., C.________, vor, der die CPs ausgehandelt hatte. Die kantonalen Instanzen gelangten übereinstimmend zum Schluss, es sei nicht nachgewiesen, dass die Beschwerdegegnerin das Dokument, das die Schiedsklausel umfasst, erhalten hat. Nach dem angefochtenen Urteil ist die Schiedsklausel auch in keinem anderen von der Beschwerdegeg- nerin ausgehenden Erklärungstext, den die Beschwerdeführerin dem Gericht vorlegte, erwähnt, und es ist nicht erstellt, dass die Beschwerdegegnerin im Zeitpunkt des Vertragsschlus- ses über den zweiten und dritten Transportauftrag für die "D.________" die Schiedsklausel gekannt hat. Die Beschwerde- führerin habe auch sonst keine Umstände nachgewiesen, auf- grund derer die Beschwerdegegnerin von der Schiedsklausel hätte Kenntnis haben müssen. Demnach sei auch nicht anzuneh- men, sie habe durch globale Verweisung auf ein anderes Doku- ment die Schiedsklausel implizit akzeptiert.