Citation: 6B_1355/2023 E. 3.4

3.4. Der Schuldspruch wegen (eventualvorsätzlicher) Drohung ist rechtskonform. Der Beschwerdeführer stellt nicht (mehr) in Frage, dass hier der Tatbestand der Drohung in objektiver Hinsicht erfüllt ist. Sein Hinweis, dieser Tatbestand sei grundsätzlich darauf ausgerichtet, dass eine drohende Äusserung direkt von der Täterschaft an das Opfer erfolge (Beschwerde S. 4), ist von Vornherein unbehelflich. Dass die Drohung gegenüber einer Drittperson geäussert wird, und das Opfer davon erst indirekt Kenntnis erhält, ist nach der Rechtsprechung unerheblich (Urteile 6B_741/2021 vom 2. August 2022 E. 7.3; 6B_787/2018 vom 1. Oktober 2018 E. 3.1; 6B_871/2014 vom 24. August 2015 E. 2.2.2). Ebenfalls nicht zu beanstanden, ist die Annahme der Vorinstanz, der Beschwerdeführer habe eventualvorsätzlich gehandelt. Was dieser dagegen vorbringt, geht grösstenteils nicht über eine appellatorische Kritik am angefochtenen Entscheid hinaus, auf die das Bundesgericht nicht eintritt. Dem Beschwerdeführer wird kein direktvorsätzliches Handeln angelastet, weshalb vorliegend auch keine Beweise erforderlich sind, die ein absichtliches Wissenlassen der Drohung belegen (Beschwerde S. 5). Entgegen seiner Auffassung (Beschwerde S. 4) darf das Gericht sodann vom Wissen des Täters auf den Willen schliessen, wenn sich dem Täter der Eintritt des Erfolgs als so wahrscheinlich aufdrängte, dass die Bereitschaft, ihn als Folge hinzunehmen, vernünftigerweise nur als Inkaufnahme des Erfolgs ausgelegt werden kann (BGE 147 IV 439 E. 3.1; 137 IV 1 E. 4.2.3; je mit Hinweisen). Nach den tatsächlichen Feststellungen der Vorinstanz reagierte der Beschwerdeführer an seiner Arbeitsstätte auf eine ihn enttäuschende Information, indem er gegenüber seinem damaligen Vorgesetzten in aggressivem und ernstem Tonfall u.a. erklärte, er lade jetzt seine Waffe durch, gehe hinunter (zum Hauptsitz des Betriebs) und dann kämen die Beschwerdegegner 2-4 weg bzw. er räume dort auf. Er hatte gegenüber seinem Chef schon in der Vergangenheit ähnliche Äusserungen gemacht. Allerdings erfolgten diese nicht mit der gleichen Ernsthaftigkeit, wie beim fraglichen Vorfall, was der Beschwerdeführer nicht in Abrede stellt. F.________ sagte diesbezüglich aus, der Beschwerdeführer sei so aggressiv und so ernst gewesen, dass jeder eingeschüchtert gewesen wäre (Urteil S. 19 E. 4.3.c) dd). Auch wenn zutrifft, dass der Beschwerdeführer und sein direkter Vorgesetzter eine sehr gute bzw. gar eine freundschaftliche Beziehung führten, war es unter den gegebenen Umständen zu erwarten, dass F.________ den Schutz der drei namentlich genannten, mit dem Tode bedrohten und ihm betrieblich vorgesetzten Personen höher gewichten würde, als ein allfälliges Vertrauen des Beschwerdeführers in seine Verschwiegenheit. Mithin musste jener damit rechnen, dass den Beschwerdegegnern 2-4 die Drohungen übermittelt werden. Insofern hat der Beschwerdeführer zumindest in Kauf genommen, die Beschwerdegegner 2-4 mit seinen Äusserungen in Schrecken oder Angst zu versetzen. Dass er versuchte, später an jenem Tag den Beschwerdegegner 2 telefonisch zu erreichen, vermag daran nichts zu ändern (Beschwerde S. 6). Zudem verfällt die Vorinstanz nicht in Willkür, wenn sie die letzte Aussage des Beschwerdeführers, wonach die Beschwerdegegner 2-4 keinen Schuss Pulver wert seien, angesichts seiner vorherigen Äusserungen, ebenfalls als drohend wertet und somit nicht davon ausgeht, der Beschwerdeführer habe damit signalisieren wollen, dass seine vorgängige Drohung nicht ernst gemeint sei (Beschwerde S. 6 f.). Dementsprechend erweist sich die Willkürrüge als unbegründet und von einem Rücktritt (Art. 23 Abs. 1 StGB) kann nicht die Rede sein (Beschwerde S. 7). Der Schuldspruch wegen Drohung verletzt kein Bundesrecht. Bei diesem Verfahrensausgang ist auf die Anträge des Beschwerdeführers nicht weiter einzugehen, sofern er sie einzig mit dem beantragten Freispruch begründet.