Citation: I 554/04 03.03.2005 E. 2

2.1 Unbestrittenerweise verfügt der Versicherte nur über beschränkte Deutschkenntnisse. So bemerkte Dr. med. A.________ in seinem Bericht vom 4. September 2001, die Anamneseerhebung sei aus sprachlichen Gründen deutlich eingeschränkt gewesen. Auch die Ärzte am Spital S.________ hielten am 24. Juni 2002 fest, der Beschwerdeführer spreche schlecht Deutsch. Hausarzt Dr. med. E.________ wies am 1. Juni 2003 darauf hin, der Beschwerdeführer verstehe die deutsche Sprache schlecht und sei diesbezüglich auf die Hilfe seiner Kinder angewiesen. Anlässlich der - ohne Dolmetscher durchgeführten - mündlichen Verhandlung vor dem kantonalen Gericht gab der Versicherte an, bei der Arbeit habe der Chef deutsch gesprochen; er verstehe diese Sprache aber nicht so ganz. Gleichwohl war er in der Folge in der Lage, die ihm gestellten Fragen mit hinreichender Klarheit zu beantworten. Lediglich die Beschreibung der Schmerzintensität war ihm offenbar nicht möglich, wobei zu beachten ist, dass ihm die entsprechende Frage zusammen mit einer anderen (nach der Äusserung der Schmerzen) unterbreitet wurde und er lediglich die zweite Frage beantwortete. Ob er sich zur Schmerzintensität tatsächlich aus sprachlichen Gründen nicht zu äussern vermochte, wie er dies behauptet, bleibt zumindest fraglich. Den zahlreichen Arztberichten ist deutlich und zweifelsfrei zu entnehmen, an welchen (somatischen) Schmerzen der Versicherte leidet. Auch erwecken die ärztlichen Einschätzungen nicht den Eindruck, die untersuchenden Mediziner hätten mit seinen Schmerzbeschreibungen nichts anfangen können oder seien in ihren Diagnosen aufgrund mangelhafter Verständigung unsicher gewesen. Schliesslich konnte der Rechtsvertreter trotz Anwesenheit von Übersetzungsgehilfen bei seinen Besprechungen mit dem Beschwerdeführer keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen angeben, die wegen Verständigungsproblemen nicht untersucht oder zu wenig berücksichtigt worden wären. Soweit der Beschwerdeführer gegen die Berichte betreffend seine somatischen Beschwerden, insbesondere gegen die Einschätzungen des Dr. med. A.________ und der Ärzte am Spital S.________, den Einwand unzureichender Abklärung aus sprachlichen Gründen erhebt, ist dieser nach dem Gesagten unbeachtlich. 2.2 Zu prüfen ist, wie es sich hinsichtlich der psychiatrischen Beurteilungen verhält. 2.2.1 Das Eidgenössische Versicherungsgericht erwog im Urteil N. vom 16. Januar 2004, I 664/01 und 682/01, eine psychiatrische Begutachtung müsse nicht in jedem Fall zwingend allein mit der abzuklärenden Person stattfinden, um als taugliche und aussagekräftige Beweisgrundlage zu dienen. Allerdings bestehe bei Anwesenheit des Ehegatten oder sonstiger nahestehender Drittpersonen immer die Gefahr einer allenfalls unbewussten Beeinflussung, weshalb eine psychiatrische Abklärung grundsätzlich ohne Anwesenheit solcher Personen zu erfolgen habe. Den Ausschlag, nicht auf das fragliche psychiatrische Gutachten abzustellen, gab im angeführten Fall aber, dass die Ausführungen des Psychiaters Unklarheiten aufwiesen, da er aus rein psychiatrischer Sicht ein krankheitswertiges Geschehen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verneinte, hingegen eine somatoforme Schmerzstörung durchaus für möglich zu halten schien. 2.2.2 Dem Versicherten ist darin zuzustimmen, dass im Lichte der zitierten Rechtsprechung die Anwesenheit des damals 20-jährigen, mit Übersetzungsaufgaben betrauten Sohnes bei der Untersuchung durch Frau Dr. med. G.________ nicht unproblematisch war. Anders als im erwähnten Fall übernahm jedoch nicht der überlegene Ehepartner die Rolle des Übersetzers, weshalb unwahrscheinlich ist, dass sich der Versicherte aus einer unterlegenen Position heraus nicht getraute, die ihm gestellten Fragen umfassend und wahrheitsgetreu zu beantworten. Soweit er unter Hinweis auf die Wichtigkeit des Familienverbandes in der kosovarischen Tradition geltend macht, er habe vor dem Sohn keinen schwachen Eindruck hinterlassen wollen, finden sich in den Ausführungen der Frau Dr. med. G.________ keine Hinweise, die darauf hindeuten, der Beschwerdeführer habe sich durch die Anwesenheit des Sohnes gehemmt gefühlt. Es kann davon ausgegangen werden, dass einer psychiatrisch geschulten Ärztin diesbezügliche Anzeichen nicht entgangen wären und sie solche in ihren Aufzeichnungen auch festgehalten hätte. Entscheidend aber ist letztlich, dass sowohl die Ausführungen der Frau Dr. med. G.________ als auch diejenigen der Ärzte am Spital S.________ - (auch) soweit sie sich auf den psychischen Gesundheitszustand beziehen - überzeugend, schlüssig und in sich widerspruchsfrei sind. Insbesondere stehen sie im Einklang mit den übrigen medizinischen Akten, denen an keiner Stelle zu entnehmen ist, die zahlreichen beteiligten Ärzte hätten den Verdacht auf eine psychische Beeinträchtigung mit Krankheitswert gehegt. Damit im Einklang stehen schliesslich auch die Angaben des Beschwerdeführers in seiner Anmeldung zum Leistungsbezug, worin er lediglich somatische Beschwerden geltend machte und die Tatsache, dass Hausarzt Dr. med. E.________, von dem die aktuellsten Berichte stammen, die früher von anderen Ärzten festgestellten depressiven Symptome (ohne Krankheitswert) nicht anführte. 2.3 Da die vorhandenen umfangreichen medizinischen Unterlagen eine hinreichend schlüssige Beurteilung des Gesundheitszustandes ermöglichen, ist auf die beantragte neuerliche Untersuchung zu verzichten (antizipierte Beweiswürdigung; SVR 2001 IV Nr. 10 S. 28 Erw. 4b mit Hinweisen auf BGE 124 V 94 Erw. 4b und 122 V 162 Erw. 1d). Im Übrigen trifft es nicht zu, dass die Vorinstanz ihre Leistungspflicht von der Durchführung einer Abmagerungskur oder dem Einstellen des Zigarettenrauchens abhängig gemacht hat. Sie hielt lediglich fest, der Versicherte sei aufgrund der ihm obliegenden Schadenminderungspflicht gehalten, die diesbezüglichen ärztlichen Empfehlungen zu befolgen, was nicht zu beanstanden ist (nicht veröffentlichte Urteile P. vom 30. Oktober 1989 und F. vom 28. Dezember 1981; Meyer-Blaser, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung (IVG), in: Murer/Stauffer (Hrsg.), Die Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Zürich 1997, S. 135).