Citation: I 534/98 04.10.2000 E. 3

3.- a) Die Versicherte leidet gemäss Auskunft des Dermatologen Dr. med. N.________ vom 12. November 1994 seit Herbst 1988 an chronisch rezidivierenden Kontaktekzemen an beiden Händen, welche wiederholt immer länger dauernde Arbeitsunfähigkeitsperioden zur Folge hatten. In dem am 12. November 1994 ausgefüllten Fragebogen bezeichnete Dr. med. N.________ die Ekzembildung als arbeitsabhängig; bei abgeheiltem Ekzem wäre eine die Hände nicht zu stark belastende Arbeit in trockenem Milieu zumutbar, wobei die Patientin weder mit Putzmitteln noch mit Metallen in Kontakt kommen sollte. Gemäss Gesamtbeurteilung des ZMB vom 23. Oktober 1996 wäre die Versicherte in der Lage, jegliche Hilfstätigkeiten, welche keine Kontakte mit den bekannten Noxen und keine Zwangshaltung des Kopfes beinhalten, vollschichtig zu verrichten; sie könnte zum Beispiel im Haushalt, in kleinen Montagebetrieben oder in einer Zentralwäscherei tätig sein. Auf Grund des im ZMB festgestellten dermatologischen Status hielt Dr. med. P.________ im selben Gutachten überdies fest, der Versicherten könne nur eine Arbeit zugemutet werden, welche ihre Hände nicht stark belastet, wobei der Belastungsgrad durch limitierte Arbeitsversuche eruiert werden sollte. b) Die auf umfassenden polydisziplinären Untersuchungen beruhende und in Berücksichtigung der bereits vorgängig eingeholten ärztlichen Stellungnahmen erstellte Expertise des ZMB vom 23. Oktober 1996 erlaubt eine abschliessende Beurteilung, weshalb von zusätzlichen Abklärungen abzusehen ist. Es besteht kein Anlass, von der schlüssigen Einschätzung der der Versicherten angesichts ihrer Hautprobleme und der minimen Folgen des Verkehrsunfalles vom 2. Mai 1995 noch zumutbaren erwerblichen Tätigkeiten abzuweichen. Mit der Verwaltung kann deshalb ohne weiteres davon ausgegangen werden, dass die Erzielung eines rentenausschliessenden Erwerbseinkommens auf dem allgemeinen für die Versicherte in Frage kommenden Arbeitsmarkt grundsätzlich möglich wäre. Nicht zu überzeugen vermag demgegenüber die vorinstanzliche Betrachtungsweise, gemäss welcher der Gefahr eines erneuten Auftretens von Ekzemen mit einer Reduktion des Arbeitseinsatzes wirksam sollte begegnet werden können. Die Natur des Hautleidens der Versicherten charakterisiert sich dadurch, dass bei erneutem Aufflackern der Beschwerden die Arbeit niedergelegt werden muss, während bei Ausbleiben der Symptomatik vollständige Arbeitsfähigkeit besteht. Von einer bloss zeitlichen oder auch leistungsmässigen Einschränkung der Arbeitstätigkeit kann deshalb kaum eine anhaltende Beschwerdelinderung erwartet werden. Bei der im Gutachten des ZMB von Dr. med. P.________ geforderten Minimierung der Belastung dürfte denn auch der qualitative Aspekt der jeweiligen Exposition der Hände - sei es in toxikologischer, sei es in mechanischer Hinsicht - im Vordergrund gestanden haben. Für die Versicherte kann es nur darum gehen, eine geeignete Beschäftigung zu finden, welche keine namhafte Irritation der anfälligen Haut bewirkt. Dabei steht auf Grund der bisherigen Erfahrungen lediglich fest, dass Tätigkeiten in der Aluminiumtuben-Fabrikation und Kontakte mit - wie in der Firma D.________ AG - speziell behandeltem Papier ausscheiden. Auch wenn die das Ekzemleiden auslösenden Faktoren medizinisch nicht abschliessend haben eruiert werden können, ist daraus, entgegen der in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde der Versicherten vertretenen Auffassung, noch nicht zu schliessen, dass jegliche Arbeit zu den bekannten Reaktionen führt, zumal auch eine krankhafte psychische Beeinflussung laut Expertise des ZMB klar zu verneinen ist. Die von Dr. med. N.________ attestierte Arbeitsabhängigkeit des Ekzemleidens kann denn auch nur auf die im Zeitpunkt seiner Untersuchung jeweils aktuelle Tätigkeit bezogen verstanden werden. Andernfalls liesse sich die praktisch vollständige Abheilung in den Arbeitsunfähigkeitsperioden nicht erklären, ist doch nicht anzunehmen, dass die Versicherte in diesen Zeiten auch im privaten Haushalt und in ihrer Freizeit jegliche die Hände beanspruchende Verrichtungen zu vermeiden wusste. Insofern hat sich die ärztlicherseits geäusserte Befürchtung einer Verselbstständigung des Ekzems offenbar nicht verwirklicht. Unter diesen Umständen erscheint aber auch die im ZMB in Betracht gezogene Verweisungstätigkeit etwa als Hausdienstangestellte durchaus als ernsthaft in Frage kommende Alternative. Die Suche und Erprobung geeigneter Beschäftigungen ist jedoch im Rahmen der ihr obliegenden Schadenminderungspflicht (BGE 117 V 278 Erw. 2b mit Hinweisen) primär Sache der Versicherten selbst. Im massgebenden Zeitpunkt des Erlasses der ablehnenden Verwaltungsverfügung vom 28. November 1996 (BGE 121 V 366 Erw. 1b mit Hinweisen) erübrigten sich angesichts der umfassenden und für eine zuverlässige Beurteilung ausreichenden Dokumentation der medizinischen Verhältnisse zusätzliche Vorkehren seitens der Verwaltung. Auf Grund des damaligen Erkenntnisstandes konnten die Voraussetzungen für eine Rentenzusprache nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als ausgewiesen gelten.