Citation: 5A_626/2022 E. 5.2.2

5.2.2. 5.2.2.1. Die Beschwerdeführer beklagen sich darüber, dass die Vorinstanz die topographischen Verhältnisse nicht genügend berücksichtige. Für die Beurteilung des ortsüblichen Bewirtschaftungsbereichs spiele nicht nur die Länge der Fahrstrecke, sondern auch die Luftdistanz eine Rolle, denn diese gebe im Verhältnis zur Wegstrecke in Kilometern einen Hinweis auf die örtlichen, insbesondere topographischen Verhältnisse. Vorliegend lägen die streitbetroffenen Grundstücke in 3,83 km Luftdistanz zum klägerischen Gewerbebetrieb. Auf der Basis einer Fahrtstrecke von 5,9 km entspreche das Verhältnis von Wegstrecke zu Luftdistanz einem Faktor 1,55. Dies deute auf eine entsprechend hügelige ortsübliche Topographie hin, die das Kantonsgericht hätte mitberücksichtigen müssen. Ihre Rechtsvorgängerin habe bereits im Berufungsverfahren gerügt, die im Luzerner Hinterland vorzufindende geografische Verteilung der Bauernhöfe entspreche jener der Streusiedlung. Darunter werde ein Gebiet mit traditioneller Streubausiedlung verstanden, die sich durch eine regelmässige Verteilung von Häusern und Höfen über eine ganze Region charakterisiere. Betriebe in Streusiedlungen hätten ihr Betriebszentrum nicht im Dorf, sondern seien eben in der Landschaft "verstreut" und hätten ihr Kulturland in der Regel in unmittelbarer Hofnähe angesiedelt. Weder die DS Lawa noch die kantonalen Instanzen hätten diesen Aspekt gewürdigt. Das Verhältnis von Luftdistanz und Fahrdistanz ausser Acht zu lassen, benachteilige Betriebe im Hügel- und Berggebiet wie jenen von ihnen, den Beschwerdeführern, der in der voralpinen Hügelzone im Luzerner Hinterland liege. Gleiches gelte für die zu bewältigende Höhendifferenz der Strasse. Das Element der geringen Luftdistanz und der Umstand, dass eine Höhendifferenz im Hügelgebiet ortsüblich sei, hätte für den ortsüblichen Bewirtschaftungsbereich mitberücksichtigt werden müssen. Soweit das Kantonsgericht seine Aussage, dass die Luftdistanz nicht massgebend sei, mit dem Urteil des Bundesgerichts 5A.12/2000 vom 24. August 2000 begründe, sei dies unzulässig, zumal dieses Urteil die Luftdistanz gar nicht zum Gegenstand habe. Mit der Topografie und Geografie im Luzerner Hinterland, die sich aus der Relation von Wegstrecke und Luftdistanz und aus der ortsüblichen Höhendifferenz ergebe, lasse das Kantonsgericht wichtige Elemente ausser Acht. 5.2.2.2. Gewiss trifft es zu, dass die örtlichen Verhältnisse, wozu auch die Beschaffenheit der Erdoberfläche zählt, bei der Beurteilung der Frage, ob die zu übernehmenden landwirtschaftlichen Grundstücke im ortsüblichen Bewirtschaftungsbereich liegen, zu berücksichtigen sind. Analysiert die rechtsanwendende Behörde das zutreffende Einzugsgebiet und die darin liegenden Landwirtschaftbetriebe, ergibt sich der Einbezug dieser Faktoren normalerweise automatisch. Im Kern beklagen sich die Beschwerdeführer darüber, dass die DS Lawa und das Kantonsgericht auf die Verhältnisse im Streusiedlungsgebiet des Luzerner Hinterlands abstellen würden, während sich ihr Betrieb in der voralpinen Hügelzone des Luzerner Hinterlands befinde, die sich in geografischer Hinsicht deutlich vom erwähnten Streusiedlungsgebiet unterscheide. Indirekt sagen sie damit, dass die DS Lawa bzw. das Kantonsgericht das Einzugsgebiet falsch gewählt habe und die dem Amtsbericht unterlegten landwirtschaftlichen Betriebe sich mit ihrem Betrieb nicht vergleichen lassen würden. Dieser Vorwurf beschlägt die Beweiswürdigung. Um damit vor Bundesgericht durchzudringen, müssten die Beschwerdeführer darlegen, wo und wann sie im kantonalen Verfahren Tatsachenbehauptungen vorgetragen haben, die geeignet sind, die Grundlagen des Amtsberichts als offensichtlich unrichtig auszuweisen. Einfach zu behaupten, dass ihr Landwirtschaftsbetrieb anders als die analysierten Betriebe in der voralpinen Hügelzone liege, genügt nicht. Ein Blick auf das Kartenwerk der Bundesamts für Landestopografie (https://map.geo.admin.ch), welches das Bundesgericht als offenkundige Tatsache berücksichtigen kann (Art. 105 Abs. 2 BGG), zeigt denn auch, dass die Region um V.________ ausgesprochen hügelig ist und es daher nicht auf der Hand liegt, dass die vom Amtsbericht der DS Lawa erfassten Gewerbebetriebe topografisch anders zu beurteilen sind als jener der Beschwerdeführer. Fehlt aber ein entsprechender Nachweis, so trifft das Kantonsgericht auch nicht der Vorwurf, ein wichtiges Beurteilungselement ausser Acht gelassen zu haben.