Citation: 5A_304/2015 E. 3.5

3.5. Als heikel erweisen sich in der Praxis die Fälle, wo sich ausdrückliche, auf den Abschluss des Gesellschaftsvertrags gerichtete Willenserklärungen der Erben nicht nachweisen lassen. Im erwähnten Urteil 5C.194/1991, wo vier Erben eine Nachlassliegenschaft während fünfundzwanzig Jahren gehalten, "wertschöpfend" umgebaut (Umbauten zu Wohnzwecken, Renovationen, Umgebungsarbeiten u.a.m.) und schliesslich veräussert hatten, hat das Bundesgericht mangels Hinweisen über das Bestehen eines übereinstimmenden Willens der Parteien die Bildung einer einfachen Gesellschaft verneint (Urteil 5C.194/1991 vom 2. Dezember 1993 E. 4). Desgleichen hat das Bundesgericht in einem anderen Fall die Begründung einer einfachen Gesellschaft verneint, da kein gemeinsamer Wille festgestellt war, das Gesamthandverhältnis als einfache Gesellschaft weiterzuführen, und weil mit dem Festhalten am Gesamthandverhältnis nicht der Wille verbunden war, auf längere Zeit einen gemeinsamen Zweck zu verfolgen (Urteil 5C.20/1995 vom 22. Juni 1995 E. 4c). Liegen hingegen ausdrückliche Vereinbarungen unter den Erben vor, die mangels festgestelltem wirklichen Willen der Parteien nach dem Vertrauensgrundsatz auszulegen sind, hat das Bundesgericht mitunter das Bestehen einer einfachen Gesellschaft bejaht (BGE 96 II 325 E. 6d S. 332 ff.; 113 II 493 E. 2a S. 495; Urteil 5C.145/1997 vom 4. September 1997 E. 2, alle zum bäuerlichen Erbrecht).