Citation: 2C_163/2014 E. 3.2

3.2. Ob eine natürliche, für ein staatliches Revisionsaufsichtsunternehmen tätige Person gemäss der oben zitierten Lehrmeinung nur für die Verletzung von Vorschriften, welche bei der Erbringung der Dienstleistung zu beachten sind, sanktioniert werden kann, oder ihr gestützt auf Art. 18 RAG auch die Verletzung von aufsichtsrechtlichen Zulassungsvorschriften direkt zurechenbar sind, braucht vorliegend nicht abschliessend entschieden zu werden. Auf Grund des Umstandes, dass eine Zulassungsvorschrift (als Bewilligungsvoraussetzung) dauernd einzuhalten ist, rückt sie zwar in die Nähe einer Bestimmung, welche bei der Erbringung einer Revisionsdienstleistung zu beachten ist. Art. 6 Abs. 1 lit. b RAG stellt jedoch bereits deswegen keine mandatsbezogene Vorschrift (Art. 12 Abs. 3 RAG) dar, weil sie nicht dahingehend zu verstehen ist, dass daserforderliche 20%-Quorum bei jedem einzelnen Auftrag und nicht gesamthaft über eine bestimmte Prüfperiode eingehalten werden müsste. In Übereinstimmung mit dem Erfordernis der dauernden Einhaltung von Bewilligungsvoraussetzungen (E. 2.3) vertritt die Lehre die zutreffende Auffassung, die Aufsichtsbehörde könne den Zeitraum frei festsetzen, den sie für die Überprüfung der Beachtung von Art. 6 Abs. 1 lit. b RAG wähle; würden in dieser Periode weniger als 20 % der insgesamt in Rechnung gestellten Stunden von Personen mit der entsprechenden Zulassung erbracht, sei diese Bestimmung verletzt ( BERTSCHINGER, a.a.O., N. 12 zu Art. 6 RAG). Art. 6 Abs. 1 lit. b RAG ist somit zwar als dauernd einzuhaltende Bewilligungsvoraussetzung ausgestaltet worden; der Bestimmung lässt sich jedoch nicht entnehmen, dass ihre Anforderung - die Einhaltung der 20 %-Regel - durch ein Unternehmen bei der Erbringung jeder einzelnen Revisionsdienstleistung einzuhalten wäre.