Citation: 6B_823/2024 E. 1.2.3

1.2.3. Die Aussagen des Beschwerdeführers wiesen zwar durchaus Realkennzeichen auf, jedoch habe er sich teilweise in nicht nachvollziehbare Widersprüche verstrickt. Zudem lasse sich seine Sachverhaltsversion nicht in die äusseren Umstände einbetten, was gegen diesen Sachverhalt spreche. Nach seiner Schilderung hätten sich die beiden am Abend des 8. November 2020 mit einer Umarmung verabschiedet und die Beschwerdegegnerin 2 habe von einem Wiedersehen gesprochen. Hätte sich der Abend, wie vom Beschwerdeführer geschildert abgespielt, so sei unerklärlich, weshalb die Beschwerdegegnerin 2 kurz nach der Verabschiedung die Notrufzentrale angerufen und ihre Mutter geweckt habe. Gemäss der Mutter habe die Beschwerdegegnerin 2 bitterlich geweint, verstört und ängstlich gewirkt und erzählt, sie sei vom Beschwerdeführer vergewaltigt worden. Es sei kein Grund für einen solchen Sinneswandel innert kürzester Zeit erkennbar. Auch eine Verzerrung der Wahrnehmung lasse sich nicht erkennen. Die Aussagen des Beschwerdeführers seien auch mit den weiteren Beweisen, namentlich dem Bericht des untersuchenden Arztes vom 9. November 2020, nicht vereinbar. Seine Sachverhaltsversion biete keine Erklärung für den Stauungspunkt am Hals der Beschwerdegegnerin 2 und sein DNA-Profil. Auch liessen sich damit ihre Nachrichten an einen Freund nicht erklären. Die Beweislage und die nachgewiesenen Fallumstände würden gegen die Aussagen des Beschwerdeführers sprechen. Zudem seien keine Vorteile einer Falschaussage für die Beschwerdegegnerin 2 zu erkennen, indem sie ihn zu Unrecht belasten sollte. Insbesondere ein finanzielles Motiv sei ausgeschlossen, nachdem sie weder Schadenersatz noch Genugtuung verlangt habe. Auch ein anderes Motiv sei nicht erkennbar. Die Aussagen des Beschwerdeführers stünden somit im Widerspruch zu den objektiven Beweisen. Es verblieben keine unüberwindbaren Zweifel am angeklagten Sachverhalt.