Citation: U 367/05 13.03.2006 E. 3.3

3.3.1 Während die Heilung der somatischen Unfallfolgen weitgehend "regelrecht" verlief (Bericht des Dr. med. K.________ vom 23. April 2003), stellten die behandelnden Ärzte schon bald nach dem Unfall eine (beginnende) psychische Fehlverarbeitung fest (vgl. Berichte des Hausarztes Dr. med. S.________ vom 23. Juni 2003 und des Dr. med. K.________ vom 23. Juli 2003). Indessen war der vorinstanzlich zutreffend als mittelschwer eingestufte Unfall - wie die Vorinstanz korrekt dargelegt hat - nicht geeignet, einen psychischen Folgeschaden zu bewirken. Denn die unfallbezogenen Kriterien (vgl. hiezu den in Erw. 1 angeführten BGE 115 V 138 ff. Erw. 6) sind weder gehäuft noch eines in besonders ausgeprägter Weise erfüllt. Insbesondere ist hervorzuheben, dass der Unfall zwar dazu geführt hatte, dass mit dem Zeigefinger der dominanten linken Hand ein wesentlicher Bestandteil eines im Alltagsleben stark wahrgenommenen Körperteils teilweise entfernt werden musste. Dieses Defizit ist aber nicht derart augenfällig und (im weitesten, funktionellen und sozialen Sinn) behindernd, geschweige denn entstellend, dass es als in besonders ausgeprägter Weise gegeben erscheinen könnte (vgl. Urteil K. vom 20. Juli 2005, U 338/04). Sodann kann auch unter Berücksichtigung der misslungenen Replantation des Fingers und der später durchgeführten Neuromexzision nicht von einem - aus somatischer Sicht - schwierigen Heilungsverlauf gesprochen werden (vgl. Berichte des Dr. med. K.________ vom 13. Februar und 3. Juni 2003). 3.3.2 Für die Beurteilung fallen somit einzig die somatischen Beeinträchtigungen ins Gewicht. Die Versicherte klagte nebst den Stumpfschmerzen seit April 2003 auch über Beschwerden in der rechten Schulter (Berichte des Dr. med. K.________ vom 23. April 2003 und des Dr. med. S.________ vom 21. April 2004). Eine am 29. September 2004 wegen eines Impingements durchgeführte Schulterarthroskopie (mit Tenotomie der langen Bizepssehne, Débridement der superodorsalen Rotatorenmanschetten-Unterfläche sowie Bursektomie und Akromioplastik) im Spital Z.________ konnte die Schmerzen (bei Überkopfbewegungen) nicht beeinflussen (Bericht des Dr. med. T.________, Spital Z.________, vom 27. Januar 2005). Hausarzt Dr. med. S.________ führte diese Beschwerden (zunächst) auf die eingeschränkte Funktion der linken Hand zurück, da diese eine Fehlbelastung von Arm und Schulter zur Folge hätte, welche ihrerseits Verspannungen bewirkte. Er vertrat demzufolge (anfänglich) die Meinung, eine Unfallkausalität sei gegeben. Demgegenüber ist ein Zusammenhang mit dem Unfall nach Einschätzung des Orthopäden Dr. med. T.________ lediglich möglich. Kreisarzt Dr. med. G.________ schätzte die Schulterbeschwerden anlässlich der Untersuchung vom 21. März 2005 als unfallfremd ein. Dr. med. S.________ und Dr. med. G.________ diskutierten in der Folge die Frage der Unfallkausalität, wobei Dr. med. S.________ von seiner ursprünglichen Meinung abrückte und einen Zusammenhang mit dem Unfall ebenfalls nur noch als möglich erachtete (Telefonnotiz des Dr. med. G.________ vom 4. Juli 2005). Damit aber fehlt es nach übereinstimmender Einschätzung der Dres. med. T.________, G.________ und S.________ an der erforderlichen überwiegenden Wahrscheinlichkeit eines Zusammenhangs zwischen den Schmerzen in der rechten Schulter und der Fingerverletzung an der linken Hand. Ob die Schulterbeschwerden im Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis bildenden Zeitpunkt des Einspracheentscheides am 2. Februar 2005 (BGE 121 V 366 Erw. 1b mit Hinweisen; vgl. auch BGE 129 V 4 Erw. 1.2, 169 Erw. 1, 356 Erw. 1, je mit Hinweisen) weiterhin ärztlicher Behandlung bedurften, ist damit nicht weiter von Interesse. 3.3.3 Zu berücksichtigen sind somit ausschliesslich die Schmerzen am teilamputierten Zeigefinger. Diese werden gemäss den gut begründeten und nachvollziehbaren Einschätzungen der Dres. med. K._______ und G.________ (Abschlusskontrolle vom 23. Juli 2003; kreisärztliche Untersuchung vom 21. März 2005) durch die psychische Fehlverarbeitung verursacht, die nach dem Gesagten (Erw. 3.3.1 hievor) ausser Acht zu lassen ist. Von weiteren Abklärungen kann in antizipierter Beweiswürdigung (vgl. SVR 2001 IV Nr. 10 S. 28 Erw. 4; BGE 124 V 94 Erw. 4b, 122 V 162 Erw. 1d) abgesehen werden. Es spricht nichts gegen die für die Befristung erforderliche Prognose der Angewöhnung, so dass die SUVA zu Recht eine befristete Rente zugesprochen hat. Ob sich die der Befristung zu Grunde liegende Prognose bewahrheitet, kann nur im Nachhinein beurteilt werden (Erw. 2.2 hievor), weshalb die Herabsetzung der Invalidenrente erst bei deren Eintritt angefochten werden kann (Urteil K. vom 25. Januar 2002, U 38/00 mit Hinweisen).