Citation: 2A.509/2005 16.01.2006 E. 3

3.1 Ein Ausweisungsgrund, der geeignet ist, den Anspruch auf eine Anwesenheitsbewilligung nach Art. 7 und 17 ANAG sowie Art. 8 EMRK zum Erlöschen zu bringen, liegt aufgrund der gerichtlichen Verurteilungen des Beschwerdeführers vor (Art. 10 Abs. 1 lit. a ANAG). Das strafrechtliche Verschulden des Beschwerdeführers wiegt schwer, was auch im verhängten Strafmass von drei Jahren Zuchthaus sowie in den zusätzlichen Freiheitsstrafen zum Ausdruck kommt (vgl. dazu die Rechtsprechung zur so genannten "Zweijahresregel", BGE 130 II 176 E. 4.1 S. 185; 120 Ib 6 E. 4b S. 14). Der Beschwerdeführer wurde wegen mehrfacher Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz (Drogenhandel) verurteilt. Bei Straftaten dieser Art verfolgt das Bundesgericht im Rahmen von Art. 10 Abs. 1 lit. a ANAG - wie auch der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte - eine strenge Praxis (BGE 125 II 521 E. 4a S. 527 mit Hinweisen). Erschwerend fällt ins Gewicht, dass der Beschwerdeführer diese Delikte aus finanziellen Motiven begangen hat, ohne selber wirklich drogenabhängig gewesen zu sein (vgl. Urteil vom 28. Juni 2001, S. 5). Er hat den Drogenhandel sogar während des laufenden Strafverfahrens bzw. kurz nach ergangener Verurteilung und begonnenem Massnahmevollzug noch fortgesetzt (vgl. Urteil vom 4. April 2002, S. 3), was auf eine entsprechende Einsichtslosigkeit schliessen lässt. Die statt des Vollzuges der Freiheitsstrafe angetretene ambulante Therapie war bis jetzt wenig erfolgreich (Schlussbericht Dr. X.________ vom 31. Oktober 2004), was eine entsprechend kritische Prognose rechtfertigt. Es besteht aufgrund des gesamten bisherigen Verhaltens des Beschwerdeführers (der bereits "unzählige Einträge" in der gemeinsamen Geschäftskontrolle der Stadt- und Kantonspolizei Zürich erwirkt hat, vgl. Rapport der Stadtpolizei Zürich vom 21. Juli 2004, S. 8) eine nicht unerhebliche Wahrscheinlichkeit, dass er, auch wenn seit einiger Zeit keine strafrechtlichen Verurteilungen mehr ergangen sind, weiterhin die öffentliche Ordnung und Sicherheit gefährden oder gegen strafrechtlich geschützte Rechtsgüter verstossen wird. Zudem besteht beim Beschwerdeführer das Risiko der Fürsorgeabhängigkeit (Art. 10 Abs. 1 lit. d ANAG). All dies begründet ein entsprechend gewichtiges Interesse an seiner Fernhaltung aus der Schweiz. 3.2 Die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung erscheint bei Abwägung aller Umstände auch nicht unverhältnismässig: Der Beschwerdeführer lebt zwar (gemäss eigener Darstellung) seit 37 Jahren ausserhalb seines Heimatlandes und seit 17 Jahren in der Schweiz. Er ist aber - nach den für das Bundesgericht grundsätzlich verbindlichen Feststellungen des Verwaltungsgerichts (vgl. S. 9 des angefochtenen Entscheides) - hier nicht besonders integriert, weder beruflich (als Bezüger einer Invalidenrente), noch sozial (wiederholte Delinquenz, vorrangige Bindung zu Landsleuten). Auch bezüglich der Intensität der Bindung zu seiner hier eingebürgerten Ehefrau, welche bereits einmal ein Scheidungsverfahren angestrebt hatte und heute zwar in der gleichen Liegenschaft, aber in einer getrennten Wohnung lebt, darf ein Fragezeichen gesetzt werden. Ferner ist, wie die kantonalen Behörden zulässigerweise annehmen durften, die erforderliche medizinische Behandlung des Beschwerdeführers im Heimatland Serbien zumindest in minimaler Weise gewährleistet. Dank seiner Invalidenrente, die auch in Serbien ausbezahlt wird, wird der Beschwerdeführer dort nicht völlig mittellos sein. Dass Sozial- und Sozialversicherungsleistungen im Heimatland des Beschwerdeführers nicht bzw. nicht im gleichen Masse wie in der Schweiz gewährt werden, fällt nicht ausschlaggebend ins Gewicht. In Betracht fällt zudem die Möglichkeit einer finanziellen Unterstützung durch seine Ehefrau, für welche eine Rückkehr in das Gebiet des ehemaligen Jugoslawien, auch wenn sie schon seit langem in der Schweiz lebt und heute hier eingebürgert ist, im Übrigen nicht zum Vornherein unzumutbar erscheint. Da nur die Aufenthaltsbewilligung nicht verlängert und gegenüber dem Beschwerdeführer keine Ausweisung ausgesprochen wird, sind diesem Kurzaufenthalte in der Schweiz zu Besuchs- oder medizinischen Zwecken nicht verwehrt (vgl. E. 2.2). 3.3 Nach dem Gesagten überwiegt das Interesse an der Fernhaltung des Beschwerdeführers seine gegenläufigen Interessen und diejenigen seiner Ehefrau. Die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung erscheint, wie ausgeführt (E. 3.2), auch nicht unverhältnismässig.