Citation: 5A_199/2022 E. 3.2.1

3.2.1. Zu Recht ist das Obergericht (als Aufsichtsbehörde) von der bundesrechtlichen Vorgabe des Grundsatzes iuria novit curia ausgegangen (woran der Hinweis auf den entsprechenden Art. 57 ZPO nichts ändert). Wenn das Obergericht angenommen hat, dass es in der Rechtsanwendung frei und nicht an die rechtliche Erwägung der Erstinstanz gebunden sei, ist dies nicht zu beanstanden (BGE 144 III 462 E. 3.2.2). Das Obergericht durfte den erstinstanzlichen Entscheid aus anderen Überlegungen als aus diejenigen der unteren Aufsichtsbehörde (als Erstinstanz) bestätigen und eine Motivsubstitution vornehmen. Soweit die Beschwerdeführerinnen sich darüber beschweren, dass die Vorinstanz nicht entschieden habe, ob das Schreiben der a.a. Konkursverwaltung vom 23. August 2019 eine blosse Absichtserklärung über die zukünftige Erstellung des anfechtbaren Konkursinventars sei, und das Nichteintreten aus anderen rechtlichen Gründen bestätigt hat, gehen ihre Vorbringen fehl.