Citation: 6B_215/2013 E. 1.4.1

1.4.1. Die Vorinstanz durfte das amtliche Gutachten vom 16. Dezember 2010 entgegen dem Standpunkt in der Beschwerde (S. 33-37) willkürfrei als schlüssig qualifizieren. Es beruht auf der Aktenlage, eigenen Untersuchungen des amtlichen Sachverständigen sowie zusätzlichen testpsychologischen Abklärungen durch eine weitere Fachperson. Die Ausführungen des Sachverständigen zur Diagnose sowie zum Schweregrad der festgestellten psychischen Störungen (Quantifizierung) und zu deren Auswirkungen auf die Handlungskompetenz des Beschwerdeführers sind plausibel und in sich widerspruchsfrei. In seiner schriftlichen Gutachtensergänzung vom 31. Oktober 2012 beantwortet der amtliche Sachverständige die Fragen, welche ihm die Vorinstanz gestützt auf die fachlichen Einwendungen der Privatgutachter u.a. zu seiner Kompetenz und zu angeblichen formellen und materiellen Mängeln seines Gutachtens (u.a. zur fehlenden Fremdanamnese, zur unvollständigen Medikationsanamnese und zu angeblich ungenügenden Abklärungen des Behandlungsverlaufs etc.) unterbreitete. Er tut dies in objektiver und anschaulicher Weise (vgl. kantonale Akten, act. 240, Stellungnahme vom 31. Oktober 2012, S. 26 beispielsweise zur fehlenden Fremdanamnese oder zur Medikationsanamnese S. 26 f.). Gleichzeitig nimmt er Stellung zu den Eingaben der Privatgutachter, deren Einwendungen er in den zentralen Punkten mit sachlichen Argumenten entkräftet (vgl. kantonale Akten, act. 240, beispielsweise S. 5 f. zur Verlaufsform der ADHS und zur Problematik ihrer Schwere; S. 6 f. zur Bedeutung der ADHS für die vorgeworfenen Delikte). Insbesondere geht er auf die psychiatrische Beurteilung des Beschwerdeführers durch PD Dr. med. A.________ ein und zeigt plausibel auf, weshalb er dessen fachärztliche Meinung nicht teilt (vgl. kantonale Akten, act. 240, S. 19-25). Dass der amtliche Gutachter die privatgutachterlichen Einwendungen in einem "eigentlichen Rundumschlag" zurückwies und sich damit inhaltlich nicht oder nur am Rande befasste, ist nicht ersichtlich (so aber Beschwerde, S. 37). Die diesbezügliche Kritik des Beschwerdeführers ist appellatorisch. In seinen Ausführungen anlässlich der Befragung vor Vorinstanz am 21. November 2012 spricht sich der amtliche Sachverständige erneut zur Schwere der ADHS-Problematik aus sowie zur Auswirkung von Alkohol auf die Wissens- und Steuerungsfähigkeit eines Menschen mit einem ADHS (vgl. kantonale Akten, act. 252, Einvernahme des amtlichen Gutachters, beispielsweise S. 5 ff. und S. 8 ff.). Seine Aussagen sind wiederum klar und verständlich. Sie zeichnen im Verbund mit dem Gutachten vom 16. Dezember 2010 und dessen Ergänzung vom 31. Oktober 2012 ein vollständiges und differenziertes Bild. Die Einwendungen in den Privatgutachten vermögen die Qualität der Ausführungen des amtlichen Sachverständigen und dessen Kompetenz nicht in Frage zu stellen. Die Vorinstanz hatte keine Veranlassung, vom amtlichen Gutachten abzuweichen. Sie durfte ohne Verfassungsverletzung darauf abstellen.