Citation: I 432/06 03.10.2006 E. A

Der 1961 geborene, aus der Türkei stammende R.________ meldete sich am 8. September 2003 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an. Die IV-Stelle des Kantons Solothurn holte daraufhin die Berichte des Hausarztes Dr. med. G.________ vom 15. September 2003 und des behandelnden Psychiaters med. pract. A.________ vom 20. Oktober 2003 ein. Zudem ordnete sie am 26. Januar 2004 eine Begutachtung durch die Medizinische Abklärungsstelle der Universitätskliniken Basel (Medas) an. Med. pract. A.________ teilte der IV-Stelle am 30. April 2004 mit, die bisher durchgeführte antidepressive Therapie sei insofern erfolgreich verlaufen, als sich der Versicherte nunmehr für einen Arbeitsversuch in einer geschützten Werkstatt im Rahmen eines 50%-igen Pensums motiviert zeige. Diese verfügte daher am 25. Mai 2004 berufliche Eingliederungsmassnahmen in Form von Berufsberatung und Abklärung der Eingliederungsmöglichkeiten. Die Abklärungen der Medas führten gemäss Gutachten vom 7. Juli 2004 zur Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung mit ausgeprägtem somatischem Syndrom mittelschweren Grades (ICD-10 F33.11) mit ausgesprochener Reizbarkeit und Impulsdurchbrüchen bei belastender psychosozialer Situation. Aufgrund der erhobenen Befunde attestierten die Ärzte eine Arbeitsfähigkeit von 50 % im angestammten Beruf sowie in sämtlichen Verweisungstätigkeiten. Empfohlen wurde eine Weiterführung der psychotherapeutischen Behandlung und antidepressiven Therapie mit zwischengeschalteter, stationärer psychiatrischer Behandlung zur Einleitung einer therapeutischen Wende und anschliessendem Arbeitstraining. Mit Schreiben vom 19. August 2004 teilte die IV-Stelle R.________ mit, sie könne zum Leistungsbegehren nicht abschliessend Stellung nehmen, bevor nicht die medizinischen Möglichkeiten zur Verbesserung der Erwerbsfähigkeit vollends ausgeschöpft seien. Die Abklärungen hätten ergeben, dass durch eine konsequente Weiterführung der psychotherapeutischen Behandlung, einer medikamentösen antidepressiven Therapie bei einem Facharzt für Psychotherapie, der Prüfung der Wirksamkeit der antidepressiven Medikamente durch monatliche Blutspiegelkontrollen und, falls nach sechs Monaten Therapie der Gesundheitszustand nicht wesentlich besser und die Arbeitsfähigkeit nicht voll wiederhergestellt sei, einer durch den Psychotherapeuten einzuleitenden stationären Therapie in einer psychiatrischen Klinik eine Verbesserung des Gesundheitszustandes und der Erwerbsfähigkeit zu erwarten seien. Der Versicherte wurde gebeten, sich bis spätestens am 10. September 2004 mit dem Hausarzt oder dem Psychotherapeuten in Verbindung zu setzen, damit diese die nötigen Schritte in die Wege leiten können. Die IV-Stelle werde sich im August 2005 über den Erfolg der medizinischen Massnahmen erkundigen. Sollte der Aufforderung keine Folge geleistet werden, werde aufgrund der Akten entschieden, wobei das Leistungsbegehren voraussichtlich abgelehnt werde. Sodann ordnete die IV-Stelle eine dreimonatige berufliche Abklärung in der Institution N.________ an. Dr. med. G.________ bestätigte am 21. September 2004, dass sich der Versicherte fristgerecht bei ihm gemeldet hat und die angeordneten Massnahmen eingeleitet wurden. Med. pract. A.________ teilte am 15. Oktober 2004 mit, für monatliche Blutspiegelkontrollen bestehe aus medizinischer Sicht kein Anlass. Zudem dürfte die Krankenkasse kaum bereit sein, eine solche Massnahme zu übernehmen. Der Entscheid darüber, ob nach sechs Monaten eine stationäre Therapie indiziert sein werde, müsse ihm überlassen bleiben. Gemäss Abschlussbericht der Berufsberaterin vom 9. November 2004 musste die am 6. September 2004 begonnene berufliche Abklärung am 3. November 2004 vorzeitig abgebrochen werden, nachdem der Versicherte vermehrt nicht mehr zur Arbeit erschienen und vom 21. Oktober bis 12. November 2004 krank geschrieben worden war. Am 22. März 2005 berichtete med. pract. A.________ über einen unveränderten psychischen Gesundheitszustand. Zudem sei der Versicherte für die Behandlung in einer Tagesklinik nicht zu motivieren. Am 7. April 2005 teilte die IV-Stelle R.________ mit, aufgrund des derzeitigen Gesundheitszustandes sei die Durchführung von beruflichen Massnahmen nicht möglich. Vorerst seien die Auflagen gemäss Mahn- und Bedenkzeitverfahren vom 19. August 2004 einzuhalten. Mit Verfügung vom 9. September 2005 wies sie das Leistungsbegehren wegen Verletzung der Mitwirkungspflicht ab. Dagegen erhob der Versicherte unter Hinweis auf das Schreiben von med. pract. A.________ vom 23. September 2005 Einsprache. Die IV-Stelle hielt mit Einspracheentscheid vom 17. Oktober 2005 an ihrem Standpunkt fest.