Citation: 6B_452/2019 E. 3.4

3.4. Die Vorinstanz befasst sich auf rund 25 Seiten des angefochtenen Urteils eingehend und nachvollziehbar mit den Aussagen der Beschwerdeführerin. Dabei legt sie zahlreiche Widersprüche dar. Diese betreffen etwa die Zeitpunkte, Anzahl, Häufigkeit und Art der dem Beschwerdegegner von der Beschwerdeführerin vorgeworfenen sexuellen Handlungen, den Grund für die Einnahme einer "Pille danach" und die Frage, ob der Freund der Beschwerdeführerin Geschlechtsverkehr mit ihr hatte. Dass die Vorinstanz u.a. aufgrund der dargelegten Widersprüche die Aussagen der Beschwerdeführerin, namentlich zum Kerngeschehen, als nicht mit wesentlichen objektiven Beweisergebnissen übereinstimmend und als insgesamt unglaubhaft beurteilt, ist zumindest nicht unhaltbar. Die Beschwerdeführerin setzt sich mit den umfangreichen Erwägungen der Vorinstanz nicht auseinander, sondern beschränkt sich darauf, deren Vorgehensweise bei der Sachverhaltsfeststellung oder Beweiswürdigung zu kritisieren. Damit zeigt die Beschwerdeführerin keine Willkür auf. Insbesondere aus einer fehlenden ausdrücklichen Anwendung der Methode der Nullhypothese resultiert nicht per se Willkür. Nach dieser Methode wird zunächst davon ausgegangen, dass die Aussagen der Beschwerdeführerin gerade nicht realitätsbegründet sind, und erst wenn sich diese Annahme (Nullhypothese) aufgrund der festgestellten Realitätskriterien nicht mehr halten lässt, wird geschlossen, dass die Aussagen einem wirklichen Erleben entsprechen und wahr sind (vgl. BGE 133 I 33 E. 4.3 S. 45 f.; 129 I 49 E. 5 S. 58 f.; 128 I 81 E. 2 S. 85 f.; je mit Hinweisen). Weder belegt die Beschwerdeführerin noch ist vorliegend ersichtlich, weshalb sich bei einem expliziten entsprechenden Vorgehen andere als die dargelegten Schlussfolgerungen der Vorinstanz geradezu aufgedrängt hätten, das angefochtene Urteil mithin im Ergebnis willkürlich sei soll. Entgegen der Kritik der Beschwerdeführerin prüft die Vorinstanz alsdann Realitätskriterien. Das Fehlen objektiver Anhaltspunkte, welche auf die Wahrheit der beschwerdeführerischen Vorwürfe deuten liessen, begründet sie etwa damit, dass der Beschwerdegegner aus gesundheitlichen Gründen keine vollständige Erektion mehr habe zustande bringen und keinen Samenerguss mehr habe haben können. Dies stehe in diametralem Gegensatz zu den Aussagen der Beschwerdeführerin (vgl. angefochtenes Urteil E. 6.9 S. 51 f.). An anderer Stelle weist die Vorinstanz beispielsweise darauf hin, auch die Schwester der Beschwerdeführerin habe ausdrücklich bestätigt, zum Zeitpunkt, als die Mutter einen Jungfrauentest von der Beschwerdeführerin gefordert habe, habe überhaupt kein Verdacht bestanden, dass der Beschwerdegegner die Vorwürfe begangen haben könnte. Die Schwester verneine, je sexuelle Handlungen des Beschwerdegegners mit der Beschwerdeführerin gesehen zu haben. Ihr Bruder führe sodann aus, der Beschwerdegegner sei immer gut zu der Beschwerdeführerin gewesen (vgl. angefochtenes Urteil E. 6.11 S. 56). Auch zu diesen Erwägungen äussert sich die Beschwerdeführerin mit keinem Wort. Insgesamt zeigt die Beschwerdeführerin nicht auf, dass die vorinstanzliche Sachverhaltsfeststellung und Beweiswürdigung offensichtlich unrichtig sind. Die Vorinstanz durfte folglich aufgrund ihrer Beweiswürdigung den Vorwurf sexueller Handlungen zum Nachteil der Beschwerdeführerin im Zweifel als nicht erstellt erachten und den Beschwerdegegner gestützt auf den Grundsatz "in dubio pro reo" freisprechen, ohne dabei in Willkür zu verfallen.