Citation: 8C_181/2024 E. 4.2.3

4.2.3. Der Vorinstanz ist beizupflichten, dass die Invaliditätsschätzung im IV-Verfahren gegenüber dem Unfallversicherer keine absolute Bindungswirkung entfaltet (BGE 133 V 549 E. 6.4; 131 V 362). Im Unterschied zur Unfallversicherung hat die IV als finale Versicherung sämtliche Leiden der versicherten Person, somit auch die nicht unfallbedingten, zu berücksichtigen (BGE 124 V 174 E. 3b; SVR 2020 UV Nr. 5 S. 14, 8C_261/2019 E. 4.3.1; Urteil 8C_628/2023 vom 9. April 2024 E. 5.3.1). Hieraus folgt, dass die Vorinstanz nicht verpflichtet war, das von oder IV-Stelle veranlasste weitere Gutachten abzuwarten, wenn sie den Sachverhalt für die Belange der Unfallversicherung auch ohne dieses als rechtsgenüglich abgeklärt erachtete. Aus dem Umstand, dass sie dieses Gutachten gemäss Sistierungsverfügung vom 3. Januar 2022 zunächst abwarten wollte, danach aber darauf verzichtete, kann der Beschwerdeführer nichts zu seinen Gunsten ableiten. Denn er macht nicht geltend und es ist auch nicht ersichtlich, dass er gestützt auf dieses vorinstanzliche Verhalten nachteilige Dispositionen getroffen hätte, die er nicht mehr rückgängig machen könnte (vgl. E. 4.2.1 hiervor). Ob die Vorinstanz mit diesem Vorgehen seinen Gehörsanspruch verletzte, braucht nicht geprüft zu werden. Denn eine Rückweisung an sie würde zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen, die mit dem (der Anhörung gleichgestellten) Interesse des Beschwerdeführers an einer beförderlichen Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren sind (BGE 133 I 201 E. 2.2; Urteil 8C_401/2023vom 19. Februar 2024 E. 6.2).