Citation: 5A_846/2020 E. 3.2

3.2. Der Beschwerdeführer rügt zum einen die Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör, da das Obergericht die vom Beschwerdeführer in der Anschlussberufung vorgebrachten Ausführungen, wonach Ziff. 2 des Rechtsbegehrens im Kontext der fraglichen Sendung xxx und den Äusserungen des Beschwerdegegners in dieser Sendung zu beurteilen sei, da sich die Korrespondenz ausdrücklich auf diese Sendung beziehe, "komplett" ignoriert habe. Dies habe sich unmittelbar auf das Urteil ausgewirkt, indem dem Beschwerdeführer "fälschlicherweise" die Aktivlegitimation abgesprochen worden sei. Ein Gericht müsse in der Begründung zwar grundsätzlich nicht auf alle Parteivorbringen eingehen, aber doch soweit, dass der Entscheid nachvollziehbar sei und wirksam im Sinne des "Fairnessgebots" gemäss Art. 6 EMRK angefochten werden könne. Das Obergericht habe nicht begründet, warum es trotz der zitierten Begründung in der Anschlussberufung davon ausgehe, die Aktivlegitimation hänge davon ab, wer das Video angeblich manipuliert habe. Letzteres lasse sich denn auch nicht feststellen, zumal keine Manipulationen stattgefunden hätten " (sic!) ". Aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör fliesst die Pflicht, einen Entscheid so abzufassen, dass der Betroffene ihn sachgerecht anfechten kann. Daher müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich das Gericht hat leiten lassen und auf welche sich sein Entscheid stützt. Um den Vorgaben von Art. 29 Abs. 2 BV zu genügen, muss die Begründung so abgefasst sein, dass sich die betroffene Person über die Tragweite des angefochtenen Entscheids Rechenschaft geben und ihn in voller Kenntnis der Sache an die höhere Instanz weiterziehen kann. Zu begründen ist das Ergebnis des Entscheids, das im Urteilsspruch zum Ausdruck kommt und das allein die Rechtsstellung der betroffenen Person berührt. Die Begründung ist also nicht an sich selbst, sondern am Rechtsspruch zu messen (zum Ganzen: BGE 145 III 324 E. 6.1 S. 326; 143 III 65 E. 5.2 S. 70 f., je mit Hinweisen). Der Anspruch auf rechtliches Gehör erfordert nicht, dass sich das Gericht ausdrücklich mit jeder tatsächlichen Behauptung und jedem rechtlichen Argument auseinandersetzen muss; vielmehr kann es sich auf die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (BGE 139 IV 179 E. 2.2 S. 182; 141 III 28 E. 3.2.4 S. 41; 141 IV 249 E. 1.3.1 S. 253). Im vorliegenden Fall hat sich das Obergericht mit der zitierten Begründung in der Anschlussberufung auseinandergesetzt. So hat es die Aussage des Beschwerdegegners in der E-Mail unter Berücksichtigung des Kontexts (E-Mail von F.________ und Sendung xxx) geprüft. Insoweit ist die Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör zu verneinen. Dass der Beschwerdeführer in inhaltlicher Hinsicht nicht mit der Begründung des Obergerichts einverstanden ist, ändert an dieser Beurteilung freilich nichts. Damit fällt auch die weitere Rüge des Beschwerdeführers, wonach das Obergericht das durch die EMRK geschützte "Gesamtbetrachtungsprinzip" verletzt habe, dahin.