Citation: 4A_337/2020 E. 3.3.2

3.3.2. Es steht fest (und wurde in einem anderen Verfahren rechtskräftig entschieden), dass das Mietverhältnis per Ende August 2017 beendet wurde. Seither befinden sich die Beschwerdeführer ohne Rechtstitel im Mietobjekt. Dies wird von ihnen nicht in Frage gestellt (auch nicht dadurch, dass der Beschwerdeführer 1 im bundesgerichtlichen Verfahren unter neuer Adresse handelt). Sie widersetzen sich der Ausweisung aber unter Hinweis auf ein angeblich rechtsmissbräuchliches Verhalten der Beschwerdegegnerin. Ein solches ist jedoch nicht auszumachen. Vielmehr nimmt die Beschwerdegegnerin - wie die Vorinstanz zutreffend ausführte - die im Gesetz vorgesehenen Behelfe zur Durchsetzung ihrer Rechte in Anspruch, nachdem die Beschwerdeführer trotz der zufolge Zahlungsrückstands erfolgten (gültigen) Kündigung die Wohnung nicht räumten. Die Argumentation der Beschwerdeführer, dass "demnächst" verschiedene gesellschaftsrechtliche Beschlüsse gefasst werden sollen, aus denen letztlich ein Rückzug des Ausweisungsbegehrens folge, stützt sich auf Hypothesen, deren Verwirklichung mit Blick auf den vorinstanzlich festgestellten Sachverhalt keineswegs sicher scheint. Das Kantonsgericht stellte denn auch verbindlich fest, dass die Aktionärsverhältnisse "umstritten" seien. Unabhängig davon lässt sich aus den Ausführungen der Beschwerdeführer aber offensichtlich nicht schliessen, die Beschwerdegegnerin beziehungsweise die für sie derzeit gültig handelnden Vertreter verhielten sich rechtsmissbräuchlich, wenn sie an der Ausweisung der sich seit geraumer Zeit ohne Rechtstitel im Mietobjekt aufhaltenden Beschwerdeführer festhalten. Erst recht kann nicht von offenbarem Missbrauch des Rechts die Rede sein, wie dies Art. 2 Abs. 2 ZGB voraussetzt und was nur restriktiv anzunehmen ist (BGE 143 III 666 S. 673 mit Hinweisen). Nicht schlüssig ist auch die - bereits im kantonalen Verfahren eingebrachte, indes nicht weiter begründete - Behauptung, die Durchsetzung der "Aktionärsrechte" werde dem Beschwerdeführer 1 erschwert, wenn er mit seiner Familie "aus der Wohnung geworfen" werde. Die offensichtlich unbegründete Berufung auf das Rechtsmissbrauchsverbot durch die Beschwerdeführer führt damit nicht zur Illiquidität der Rechtslage. Dies hat die Vorinstanz zu Recht erkannt. Folglich ist nicht zu beanstanden, wenn sie den erstinstanzlichen Ausweisungsentscheid schützte. Vor diesem Hintergrund erübrigt es sich, auf die Noveneingabe der Beschwerdegegnerin vom 31. August 2020 und die dazu eingereichten Stellungnahmen der Beschwerdeführer vom 7. und vom 15. September 2020 einzugehen. Darin streiten die Parteien (unter anderem) über die Aktionärseigenschaft des Beschwerdeführers 1, unter Hinweis auf die bundesgerichtlichen Verfahren 4A_134/2020 und 4F_7/2020. Darüber braucht vorliegend nicht entschieden zu werden. Abgesehen davon zeigen die Parteien nicht auf, inwiefern die in den erwähnten Eingaben neu vorgebrachten Tatsachen und Beweismittel zulässig sein sollten (siehe Art. 99 Abs. 1 BGG). Das nachträglich eingegebene Sistierungsbegehren ist entsprechend abzuweisen, sodass offen bleiben kann, ob es überhaupt verfahrenskonform gestellt wurde. Der von den Beschwerdeführern beantragte Beizug der Akten der Verfahren 4A_134/2020 und 4F_7/2020 erübrigt sich. Auch die Noveneingabe vom 29. September 2020 ist aus den gleichen Gründen (Art. 99 Abs. 1 BGG) unzulässig.