Citation: 1C_121/2022 E. 4.3

4.3. Zunächst ist zu prüfen, ob die Anwendung des IDG/BL durch die Vorinstanz vor dem verfassungsrechtlichen Willkürverbot stand hält. Nach der ständigen Praxis des Bundesgerichts liegt Willkür in der Rechtsanwendung vor, wenn der angefochtene Entscheid offensichtlich unhaltbar ist, mit der tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft. Das Bundesgericht hebt einen Entscheid jedoch nur auf, wenn nicht bloss die Begründung, sondern auch das Ergebnis unhaltbar ist. Dass eine andere Lösung ebenfalls als vertretbar oder gar zutreffender erscheint, genügt nicht (BGE 148 III 95 E. 4.1; 142 II 369 E. 4.3; je mit Hinweisen). Die Forderung der Beschwerdeführerin nach einer offenen Haltung der Behörden gegenüber Einsichtsgesuchen ist grundsätzlich berechtigt, zumal die Personen, welche um Zugang zu Informationen nachsuchen, den vorhandenen Aktenbestand unter Umständen nicht kennen und diesfalls nicht in der Lage sind, die Dokumente präzise zu bezeichnen, die sie einsehen möchten. Die konkreten Verpflichtungen der basel-landschaftlichen Behörden aufgrund des in der Kantonsverfassung festgelegten Öffentlichkeitsgrundsatzes ergeben sich allerdings aus dem IDG/BL. Dort wird in § 23 Abs. 1 lediglich in allgemeiner Weise ein Anspruch auf Zugang zu den bei einem öffentlichen Organ im Sinne von § 3 Abs. 1 lit. a und b vorhandenen Informationen gewährleistet. Daraus mag sich aus der Zwecksetzung des Transparenzgrundsatzes eine gewisse Pflicht der Behörden zur Kooperation mit den Gesuchstellenden ergeben. Das IDG/BL geht indessen kaum so weit, sie zu einer aktiven Unterstützung von Zugangsgesuchen zu verpflichten, die das Erstellen von Inhaltsverzeichnissen oder -übersichten erfordern würde, die sich nicht ohnehin in den behördlichen Akten befinden. Jedenfalls lässt sich das kantonale Recht ohne Willkür in diesem Sinne verstehen. Dasselbe gilt für die fehlende Verpflichtung der Behörden, im Rahmen eines Einsichtsverfahrens weitergehende Fragen zu beantworten. Das Kantonsgericht hat sich in seinem Entscheid an den Wortlaut gehalten und der Bestimmung keine darüber hinausgehende Tragweite zuerkannt. Die Beschwerdeführerin erachtet dies zwar als unhaltbar, zeigt aber nicht auf, dass die vorinstanzliche Auslegung den wahren Sinn von § 23 Abs. 1 IDG/BL verkennen, einer bestehenden Praxis widersprechen oder im konkreten Fall zu unhaltbaren Ergebnissen führen würde. Die Beurteilung des Kantonsgerichts kann daher nicht als offensichtlich unrichtig qualifiziert werden.