Citation: 6B_255/2021 E. 1.5.3

1.5.3. Die Vorinstanz prüft die Beziehung zwischen dem Beschwerdeführer und dem älteren Sohn seiner Ex-Frau ohne Angabe von Gründen nicht unter dem Aspekt von Art. 8 EMRK. Sie stellt jedoch in tatsächlicher Hinsicht fest, dieser sei am xx.xx.2008 geboren und zusammen mit seiner Mutter im Rahmen des Familiennachzugs am 18. Januar 2013 in die Schweiz eingereist. Er erscheine in medizinischer Hinsicht hilfsbedürftig und werde - wie auch seine Mutter - vom Beschwerdeführer in natura unterstützt. Zur Konkretisierung seines Gesundheitszustands verweist die Vorinstanz auf die Zeugeneinvernahme der Ex-Frau des Beschwerdeführers vom 16. März 2020 (kantonale Akten act. A/10) sowie auf die Befragung des Beschwerdeführers vor der Vorinstanz (kantonale Akten act. B/16 S. 8 Frage 48). Den Aussagen der Ex-Gattin des Beschwerdeführers zufolge sei ihr älterer Sohn "ziemlich schwer behindert" und bekomme von der Invalidenversicherung eine Hilflosenentschädigung mittleren Grades. Diesbezüglich laufe jedoch eine Abklärung. Er besuche die Heilpädagogische Schule (HPS) und nehme Medikamente. Zwischenzeitlich sei er von der Schule geflogen, da er aggressiv geworden sei und eine Lehrerin geschlagen habe. Er brauche in der Schule einen Betreuer, der nur für ihn schaue. Man müsse mit ihm auf die Toilette gehen, er müsse baden und man dürfe ihn nicht alleine lassen. Zudem müsse man seine Reaktionen auf die Medikamente beobachten und ab und zu mit ihm spazieren gehen. Bezüglich der Beziehung des Beschwerdeführers zu ihrem Sohn führt die Ex-Frau aus, dieser beteilige sich an der Betreuung. Sie sei jetzt oft im Spital oder bei Ärzten. Ab und zu nehme der Beschwerdeführer frei und helfe mit den Kindern. Die Kinder würden den Beschwerdeführer jeden Tag sehen. Er sei ein Vater für ihren Sohn aus erster Ehe, der seinen leiblichen Vater nicht kenne und nur den Beschwerdeführer in dieser Rolle akzeptiere. Er liebe ihn über alles und müsse ihn jeden Tag sehen. Als sie sich vom Beschwerdeführer habe scheiden lassen, habe ihr Sohn ein Drama gemacht, keine Ruhe gegeben und nichts mehr gegessen. Er habe zwar nicht geredet, aber mit den Händen gezeigt, dass er den Beschwerdeführer sehen wolle. Sie habe ihn rufen müssen, damit sie zusammen hätten essen können. Darum komme er jeden Tag. Für ihren Sohn würde eine Welt zusammenbrechen, wenn er ihn nicht jeden Tag sehen könnte. Der leibliche Vater ihres Sohnes habe nicht so viel für diesen gegeben, wie der Beschwerdeführer. Sie könne auch nicht Auto fahren, sei aber auf ein Auto angewiesen. Deshalb komme der Beschwerdeführer immer, wenn sie Hilfe brauche. Als sie mit ihrem Sohn in Not gewesen sei, da sei er sofort gekommen, habe bei ihr geschlafen und ihr mit dem Sohn geholfen. Der Beschwerdeführer führte anlässlich seiner Befragung vor Vorinstanz aus, sie hätten, resp. habe seine Ex-Frau ein krankes Kind. Dieses habe einen sehr starken Entwicklungsrückstand und müsse unter ständiger Beobachtung bleiben. Wenn seine Ex-Frau Termine wahrnehme, müsse er auf dieses aufpassen.