Citation: 1B_486/2018 E. 2.1

2.1. Nach der mehrfach bestätigten Rechtsprechung des Bundesgerichtes sind die kantonalen Staatsanwaltschaften zur Beschwerdeführung gegen bundesrechtswidrige Haftentlassungen (oder Nichtanordnungen von strafprozessualer Haft) an die kantonale Beschwerdeinstanz grundsätzlich legitimiert (BGE 138 IV 92 E. 1.1 S. 94, E. 3.2 S. 96; 137 IV 22 E. 1.2-1.4 S. 23-25; 87 E. 3 S. 89-92; 230 E. 1 S. 232; 237 E. 1.2 S. 240). Nötigenfalls können sie auch vorsorglichen Rechtsschutz (gegenüber solchen Entscheiden) bei den jeweils zuständigen kantonalen Haftprüfungsinstanzen erwirken (BGE 138 IV 92 E. 3 S. 96-100 mit Hinweisen). Das Bundesgericht verneint in ständiger Praxis, dass aus Art. 222 StPO ein bewusstes "qualifiziertes Schweigen" des Gesetzgebers (zum Nachteil einer Beschwerdelegitimation der Staatsanwaltschaft in Haftsachen) zu entnehmen wäre. Dabei verweist es unter anderem auf Art. 111 Abs. 1 BGG ("Einheit des Verfahrens"). Diese Bestimmung sieht ausdrücklich vor, dass, wer zur Beschwerde an das Bundesgericht berechtigt ist, sich "am Verfahren vor allen kantonalen Vorinstanzen als Partei beteiligen können" muss. Art. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 BGG nennt die Staatsanwaltschaft als grundsätzlich zur Beschwerde in Strafsachen befugt. Insbesondere bei Vollzugs- und Haftentlassungen von gemeingefährlichen Personen ist auch ein drohender nicht wieder gutzumachender Rechtsnachteil (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) regelmässig gegeben. Folglich ist der Staatsanwaltschaft auch im kantonalen Haftbeschwerdeverfahren (Art. 222 StPO i.V.m. Art. 111 Abs. 1 BGG) grundsätzlich die Legitimation zuzuerkennen. Am 1. Dezember 2017 hat der Bundesrat einen Vorentwurf zur Teilrevision der StPO (VE/StPO) zusammen mit einem Erläuternden Bericht in die Vernehmlassung gegeben (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichtes 1B_204/2018 vom 15. Mai 2018 E. 1.3). Art. 222 Abs. 2 VE/StPO sieht vor, die Legitimation der Staatsanwaltschaft für Haftbeschwerden an die kantonale Beschwerdeinstanz auch ausdrücklich in der StPO zu verankern. Damit wird insbesondere dem Grundsatz des doppelten Instanzenzuges bzw. der Kohärenz des Rechtsschutzsystems von BGG und StPO Rechnung getragen (vgl. Erläuternder Bericht, S. 9 f. Ziff. 1.3.2, S. 30 Ziff. 2.1.28; Marc Forster, Gemeingefährliches Haftrecht? Zur Teilrevision des strafprozessualen Haftrechts gemäss dem Vorentwurf von 2017, Jusletter 26. März 2018, Rz. 14).