Citation: I 138/06 21.12.2006 E. 4

4.1 Die Spannungen finanzieller und familiärer Natur, unter denen der Versicherte litt, waren unbestrittenermassen beträchtlich. Dass er angesichts der Häufung von finanziellen und familiären Problemen zeitweilig nicht mehr in der Lage war, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen, ist nachvollziehbar und deckt sich mit der Definition leichter depressiver Episoden. Diese bestimmt, dass die erkrankte Person Schwierigkeiten hat, ihre normale Berufstätigkeit und ihre sozialen Aktivitäten fortzusetzen (indessen die alltäglichen Aktivitäten nicht vollständig aufgibt; Dilling/Mombour/Schmidt [Hrsg.], Internationale Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch diagnostische Leitlinien, 5. A., Bern etc. 2005, S. 141 f.). Es besteht sodann kein Zweifel, dass die depressiven Episoden durch psychosoziale Probleme ausgelöst und durch diese auch unterhalten wurden. Körperliche Erkrankungen konnten ausgeschlossen werden; die wiederholt aufgetretenen starken Gesichtsschmerzen erachteten die Ärzte als somatische Symptome im Rahmen der depressiven Episoden. Dass eine Entschärfung der finanziellen und familiären Probleme eine Verbesserung des Gesundheitszustandes bewirkte (wie dies Dr. med. L.________ ausführte), bestätigt der Beschwerdeführer selbst, indem er nach dem Verkauf seiner Firma und dem gemäss seinen eigenen Angaben nunmehr guten Verhältnis zur Tochter (vgl. Gutachten des Dr. med. L.________ vom 3. Dezember 2004) im letztinstanzlichen Verfahren erklärt, er hoffe, "bis Ende Jahr" (somit bis Ende 2006) wieder uneingeschränkt arbeitsfähig zu sein. 4.2 In Anbetracht der dominierenden Rolle der psychosozialen Faktoren könnte nur eine ausgeprägte psychische Störung von Krankheitswert eine Invalidität begründen (Erw. 2.2 hievor). Eine solche liegt aber nicht vor. Sowohl die Ärzte am Psychiatriezentrum X.________ als auch Hausarzt Dr. med. H.________ und Gutachter Dr. med. L.________ diagnostizierten lediglich leichte depressive Episoden (F32.0 bzw. F32.01). Solche sind definitionsgemäss vorübergehender Natur (sie dauern im Minimum zwei Wochen, im Mittel etwa sechs Monate und selten länger als ein Jahr, länger dauernde Störungen sind unter F33 [rezidivierende depressive Störung] oder F34 [anhaltende affektive Störung] zu subsumieren; vgl. Dilling/Mambour/Schmidt, a.a.O., S. 142 ff.). Labile psychische Leiden sind aber nur ausnahmsweise invalidisierend (vgl. Urteil D. vom 2. November 2006, I 293/06). Im Verbund mit der Dominanz psychosozialer Probleme reichen die leichten depressiven Episoden des Versicherten nicht aus, um einen invalidisierenden Gesundheitsschaden zu bewirken. 4.3 Dass Hausarzt Dr. med. H.________ seit 11. April 2002 eine Arbeitsunfähigkeit zwischen 60 und 80 % bzw. (gestützt auf die behandelnde Psychiaterin Dr. med. Y.________) eine solche von 50 % ab 1. September 2003 bescheinigte und auch Dr. med. L.________ eine hälftige Arbeitsunfähigkeit ab Frühjahr 2003 attestierte (letzter mit Steigerungspotenzial), führt zu keinem anderen Schluss. Diese Einschätzungen berücksichtigen invaliditätsfremde psychosoziale Belastungsfaktoren, welche ausser Acht bleiben müssen (Erw. 2.2 hievor). Nichts anderes ergibt sich aus den letztinstanzlich eingereichten Schreiben zweier Arbeitgeber, die beide bescheinigen, der Versicherte sei nicht in der Lage, ganztägig mit voller Leistungsfähigkeit zu arbeiten, zumal die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit medizinischen Fachpersonen vorbehalten bleiben muss (vgl. Erw. 2.2 hievor). Schliesslich besteht keine Veranlassung, weitere ärztliche Berichte, insbesondere zur Persönlichkeitsstruktur des Versicherten, einzuholen, da mit Ausnahme einer wenig präzisen Andeutung im Schreiben der behandelnden Psychiaterin vom 10. April 2006 keiner der mit dem Beschwerdeführer befassten Ärzte den Verdacht auf eine krankhafte Persönlichkeit äusserte.