Citation: 5A_749/2016 E. 3

Die Beschwerdeführerin ruft in Erinnerung, dass der Beschwerdegegner schon im erstinstanzlichen Verfahren säumig gewesen sei. Trotz wiederholter Aufforderung und Säumnisandrohung habe er keine Klageantwort erstattet und sei auch nicht zur Hauptverhandlung erschienen. Obwohl nie eine Bestreitung erfolgte und nie Unterlagen aufgelegt worden seien, habe das Bezirksgericht materielle Erwägungen zu Einkommen und Bedarf der Parteien angestellt und die klägerischen Anträge auf persönliche Unterhaltsbeiträge abgewiesen. Indem das Obergericht den erstinstanzlichen Entscheid schütze, stelle es den Sachverhalt willkürlich fest und wende es das Recht falsch an. Die Beschwerdeführerin argumentiert, dass der Fall "richtigerweise" aufgrund der Dispositionsmaxime, der Behauptungs- und Bestreitungslast des Beschwerdegegners sowie der Säumnisbestimmungen der ZPO schlicht basierend auf ihren Angaben zu entscheiden gewesen wäre und ihre Anträge ohne materielle Überprüfung hätten gutgeheissen werden müssen. Die Beschwerdeführerin argumentiert, es sei nicht Aufgabe des Gerichts, die Interessen des säumigen Beklagten zu wahren, zu seinen Gunsten von einem tieferen als dem von ihr behaupteten Einkommen des Beschwerdegegners auszugehen und ihr ein hypothetisches Einkommen anzurechnen. Die vorinstanzlichen Erwägungen seien nicht, wie vom Obergericht behauptet, blosse Rechtsanwendungen, sondern vielmehr willkürlich falsche Sachverhaltsfeststellungen, indem die tatsächlichen bzw. hypothetischen Erwerbseinkünfte der Parteien erwogen und berechnet bzw. die entsprechenden erstinstanzlichen Erwägungen geschützt werden. "Unrichtig" ist nach der Meinung der Beschwerdeführerin auch die vorinstanzliche Erkenntnis, dass sie den gebührenden Unterhalt nicht dargelegt habe. Auch in diesem Zusammenhang besteht die Beschwerdeführerin darauf, dass der Beschwerdegegner ihre Ausführungen und Anträge nicht bestritten habe. Überdies weist sie darauf hin, dass die Parteien bis zur Trennung in einer gemeinsamen Wohnung gelebt und den Lebensunterhalt mit ihren zwei Einkommen gemeinsam finanziert hätten. Der Lebensstandard während des Zusammenlebens sei demnach offensichtlich höher gewesen als derjenige nach der Trennung mit zwei getrennten Wohnungen.