Citation: 5A_892/2023 E. 3.5.2

3.5.2. Betreffend den Vorwurf, der Beschwerdegegner habe das in Ziff. 9 des Zusatzes vom 15. März 2017 zur letztwilligen Verfügung vom 14. März 2016 verfügte Anhörungsrecht der Beschwerdeführer bzw. die gesetzliche Informations- und Rechenschaftspflicht verletzt, ist Folgendes auszuführen: 3.5.2.1. Aus dem angefochtenen Entscheid ergibt sich nicht, dass die Beschwerdeführer - neben der angeblichen Verletzung des testamentarisch eingeräumten Anhörungsrechts - in den kantonalen Verfahren eine Verletzung der gesetzlichen Informations- und Rechenschaftspflicht durch den Willensvollstrecker gerügt hätten. Dass die Vorinstanz ihre diesbezüglichen Vorbringen (zu Unrecht) nicht behandelt hätte, behaupten sie vor Bundesgericht nicht. Die Beschwerdeführer haben den Instanzenzug folglich materiell nicht ausgeschöpft (vgl. Art. 75 Abs. 1 BGG; BGE 146 III 203 E. 3.3.4), sodass auf ihre Beschwerde in diesem Umfang nicht eingetreten werden kann. 3.5.2.2. Es trifft zu, dass die Verletzung des Auskunftsanspruchs der Erben Grund für eine Aufsichtsbeschwerde gegen den Willensvollstrecker sein kann. Dies gilt, soweit keine materiell-rechtlichen Fragen berührt sind (Urteil 5A_99/2023 vom 11. Juli 2023 E. 4.3). Vorliegend ist aber zu berücksichtigen, dass nicht die gesetzlichen Auskunftsansprüche der Erben infrage stehen, sondern das testamentarisch verfügte Anhörungsrecht der Beschwerdeführer, das, wie der Beschwerdegegner geltend macht, nicht unbedingt gilt (siehe Sachverhalt Bst. A.c). Auch für die Beurteilung, ob der Beschwerdegegner das testamentarische Anhörungsrecht der Beschwerdeführer verletzt hat, ist folglich eine Auslegung der entsprechenden testamentarischen Bestimmung notwendig, für die die Aufsichtsbehörde grundsätzlich nicht zuständig ist (oben E. 3.1.2). Hinzu kommt vorliegend, dass es auch in diesem Zusammenhang im Kern um die Frage geht, ob der Beschwerdegegner zum Verkauf der Aktien an sich selbst berechtigt war und wenn ja, zu welchem Kaufpreis. Eine von der Beurteilung materiell-rechtlicher Fragen unabhängige Dimension kommt der Rüge, der Beschwerdegegner habe das Anhörungsrecht der Beschwerdeführer (einmalig) verletzt, folglich nicht zu.