Citation: I 516/02 04.03.2004 E. 5

5.1 Vorliegend ist die Versicherte unstreitig in der Indikationsstufe 3 einzureihen, dies gemäss dem Ergebnis des regel- und verfahrenskonform erfolgten Abklärungsverfahrens. Jedoch prüfte die Vorinstanz auf Grund der Vorbringen der Versicherten, ob ein spezifisches Eingliederungsbedürfnis vorliege, das eine ausnahmsweise über die tarifarisch vorgesehenen Preislimiten hinausgehende Versorgung verlange, und kam zum Schluss, die Sache sei an die IV-Stelle zur weiteren Abklärung zurückzuweisen. Sie begründete dies damit, dass einerseits die im Schreiben der Beschwerdegegnerin an das BSV vom 19. November 2001 festgehaltene Aussage des Hörmittellieferanten, dass Hörgeräte innerhalb der für die Indikationsstufe 3 vorgesehenen Kostenlimite bei der Versicherten keine zweckmässige und genügende Versorgung gewährleisten, vermuten lasse, dass die abgegebenen Hörgeräte invaliditätsbedingt notwendig seien. Andererseits mache Dr. med. P.________ in seinen Berichten dazu keine weiteren Ausführungen, welchen Anforderungen das Gehör der Versicherten bei der Berufsausübung ausgesetzt sei und welche weiteren technischen Möglichkeiten er beim Hörgerät als notwendig erachte, damit eine einfache und zweckmässige Versorgung gewährleistet sei. Auch enthielten die Akten keine Angaben über die mit den zu Vergleichszwecken ebenfalls ausprobierten, preisgünstigeren Hörgeräte, so dass sich nicht schlüssig beurteilen lasse, ob auch durch Letztere eine ausreichende Versorgung hätte erreicht werden können oder ob preisgünstigere (also dem Tarif der Indikationsstufe 3 entsprechende) Hörgeräte den akustischen Anforderungen des Schulbetriebes nicht angemessen Rechnung tragen würden. Demgegenüber verneint das BSV in seiner Verwaltungsgerichtsbeschwerde einen Anspruch der Beschwerdegegnerin auf eine über die in Indikationsstufe 3 vorgesehenen Höchstbeträge hinausgehende Hörgeräteversorgung. Bereits mit Schreiben vom 13. März 2002 hatte das BSV auf eine Anfrage der IV-Stelle hin den Standpunkt eingenommen, im Falle der Versicherten, bei welcher gemäss Rücksprache mit dem Hörmittellieferanten ein Hörgerät innerhalb der geltenden Limite der Indikationsstufe 3 keine zweckmässige und genügende Hörgeräteversorgung darstelle, könne wie allgemein bei Lehrern, die Indikationsstufe 3 nicht überschritten werden; die Mehrkosten für eine darüber hinausgehende Versorgung seien von der Versicherten zu übernehmen. Soweit sich das BSV damit in allgemeiner, grundsätzlicher Weise gegen die Möglichkeit eines ausnahmsweisen Abweichens vom Tarifvertag wendet und eine gerichtliche Prüfung, ob die tarifarisch vergüteten Höchstpreise dem invaliditätsbedingten Eingliederungsbedürfnis im konkreten Einzelfall tatsächlich Rechnung tragen, ausschliesst, wurde mit Verweis auf die Erwägungen im zitierten Urteil L. (Erw. 4 hievor) ausführlich dargelegt, warum diese Auffassung rechtlich nicht Stand hält. Zu prüfen bleibt daher noch, ob im Falle der Beschwerdegegnerin die Voraussetzungen für ein ausnahmsweises Abweichen vom Tarifvertrag tatsächlich erfüllt sind, mithin bei ihr besondere invaliditätsbedingte Gründe vorliegen, die mit Blick auf eine ausreichende Verständigung eine über die tarfivertraglichen Höchstbeiträge hinausgehende Hörgeräteversorgung erfordern.