Citation: 4A_35/2021 E. 6.23

6.23. In Bezug auf den Zins wird in der Berufung ausgeführt, die Erstinstanz gehe davon aus, die Klägerin sei seit dem 16. Juni 2005 in Verzug, da sich die Schlussabrechnung gestützt auf die mit der Prozessantwort vom 18. Oktober 2005 bzw. Duplik/Widerklagereplik vom 8. Mai 2006 eingereichten Unterlagen überprüfen lasse. Die Klägerin stellte dies in ihrer Berufung in Abrede mit der Begründung, obwohl die Beschwerdegegnerin ihr zugesichert habe, sie könne nach Vorliegen der Schlussrechnung Einsicht in die entsprechenden Belege nehmen und obwohl dieses Recht auch vertraglich bestehe, habe die Beschwerdegegnerin eine Prüfung der Schlussrechnung vom 26. April 2005 trotz mehrfacher Anfrage verweigert. Auch im vorliegenden Verfahren habe sie die Dokumente und vor allem die Pläne, die notwendig gewesen wären, um die Berechtigung der geltend gemachten Forderung zu prüfen, nicht ins Recht gelegt bzw. bewusst zurückgehalten. Aufgrund des Fehlens von schlüssigen Rechnungen im Sinne der SIA Norm 118 sei der in Rechnung gestellte Werklohn nicht fällig.