Citation: 6B_123/2019 E. 4.2

4.2. In rechtlicher Hinsicht geht die Vorinstanz zutreffend davon aus, dass der Beschwerdeführer angesichts der Geschwindigkeitsüberschreitung innerorts um toleranzbereinigte 26 km/h objektiv grundsätzlich eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG schuf. Sie liess es aber korrekterweise nicht dabei bewenden, sondern prüfte im Hinblick auf die Erfüllung des objektiven Tatbestandes zusätzlich, ob in Anbetracht der konkreten Umstände der Eintritt einer konkreten Gefährdung oder gar einer Verletzung von Personen nahe lag. Dies bejahte sie willkürfrei und nachvollziehbar - teilweise unter Hinweis auf das erstinstanzliche Urteil - aufgrund der zumindest am Rande mit Schnee bedeckten Fahrbahn, des mittleren Verkehrsaufkommens und der damit einhergehenden Anwesenheit von anderen Verkehrsteilnehmern im Messzeitpunkt (nachfolgender Verkehr und Gegenverkehr gemäss Radarbild) sowie der beim Kontrollpunkt von rechts einmündenden Nebenstrasse (Urteil S. 3 f.; Akten Erstinstanz pag. 68 und 70). Wie aus dem Radarbild zudem ersichtlich ist, wird die Dottikerstrasse im kontrollierten Abschnitt beidseits von einer Böschung zu den Wohnliegenschaften hin gesäumt und verfügt weder über Trottoirs noch über Fahrradstreifen (Akten Erstinstanz pag. 12 und 13). Damit bestand in Anbetracht der relativ beengten Strassensituation, des Strassenzustands mit Schneerändern am Strassenrand und des mittleren Verkehrsaufkommens nicht nur eine theoretische abstrakte, sondern aufgrund der konkreten Umstände eine erhöhte abstrakte Gefährdung der übrigen Verkehrsteilnehmer durch die massive Überschreitung der Höchstgeschwindigkeit seitens des Beschwerdeführers. Zu Recht erwägt die Vorinstanz zudem, dass sich an dessen Strafbarkeit nichts dadurch ändert, dass gegebenenfalls auch andere Verkehrsteilnehmer die Geschwindigkeitsbegrenzung nicht respektierten (vgl. dazu etwa Urteile 6B_316/2017 vom 7. Juni 2017 E. 2.3; 6B_917/2016 vom 9. Dezember 2016 E. 2.5.4 mit Hinweisen). Zum Einwand des Beschwerdeführers, er habe sich auf einer Ausserortsstrecke gewähnt, erwägt die Vorinstanz willkürfrei, dass es auch für ihn als Ortsunkundigen erkennbar gewesen sein musste, dass er auf einer Innerortsstrecke fuhr. Dies, da der von ihm vor dem Abbiegen auf die Dottikerstrasse befahrene Kreisel nur über Zufahrten aus offensichtlichem Siedlungsgebiet verfüge, weshalb selbst der Beschwerdeführer eingeräumt habe, dass er den Innerortscharakter der Strasse vor dem Kreisel hätte bemerken müssen. Ausserdem hält die Vorinstanz fest, dass auch an die Dottikerstrasse - wenn auch leicht erhöht - Wohnliegenschaften und mehrere Zufahrten mit einem Fussgängerstreifen grenzen, weshalb die Strecke nach dem Kreisel entgegen dem Beschwerdeführer nicht wie eine Ausserortsstrecke aussehe (Urteil S. 5). Diese willkürfreien tatsächlichen Feststellungen und der daraus gezogene Schluss sind nicht zu beanstanden, auch wenn die Frage, ob der Beschwerdeführer davon ausgehen durfte er befinde sich auf einem Strassenabschnitt auf dem eine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h gelte, in diesem Zusammenhang nicht entscheidend ist, es vielmehr auf die konkrete Situation im Messzeitpunkt ankommt (Urteil 6B_613/2018 vom 7. Januar 2019 E. 1.5.2 und E. 1.5.3). Diesbezüglich stellt der Beschwerdeführer nicht in Abrede, dass er sich vor dem Kreisel im Innerortsbereich befand und dort eine Geschwindigkeit von maximal 50 km/h zulässig ist, worüber er sich im Klaren war. In Ermangelung einer ausdrücklichen Aufhebung der Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h hätte der Beschwerdeführer mit maximal dieser Geschwindigkeit weiterfahren dürfen, ganz unabhängig von den örtlichen Verhältnissen. Zumal der Beschwerdeführer nach eigenen Angaben ortsunkundig war, hätten ihn die beengte Strassensituation mit beidseitiger Böschung, angrenzenden Wohnliegenschaften, fehlenden Trottoirs und sichtbarer Einmündung einer Nebenstrasse und das mittlere Verkehrsaufkommen erst recht zu vorsichtiger Fahrweise anhalten müssen. Keineswegs hätte er, ortsunkundig wie er war, einfach "blindlings" einem ihm unbekannten Fahrzeuglenker mit einer Geschwindigkeit folgen dürfen, für deren Zulässigkeit aufgrund der konkreten Situation keine objektiven Anhaltspunkte vorlagen. Der allfällige Irrtum des Beschwerdeführers in Bezug auf die am Kontrollpunkt geltende Höchstgeschwindigkeit wäre bei pflichtgemässer Sorgfalt einfach vermeidbar gewesen. Subjektiv hat er zumindest grobfahrlässig gehandelt. Die Vorinstanz hat zu Recht auch das Vorliegen besonderer Umstände verneint, die das Verhalten des Beschwerdeführers in einem milderen Licht erscheinen lassen. Sie verletzt kein Bundesrecht, wenn sie Art. 90 Abs. 2 SVG sowohl objektiv wie subjektiv als erfüllt erachtet.