Citation: 7B_448/2023 E. 3.5.3

3.5.3. Die Vorinstanz stellt im vorliegenden Haftverfahren auf das Gutachten von Dipl. Arzt B.________ vom 19. März 2023 ab (angefochtener Entscheid S. 13). Bezüglich der Rückfallprognose hält sie fest, gemäss dem Gutachten seien bei ungenügender Behandlung des Beschwerdeführers mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit ähnliche Handlungen wie die versuchte Brandstiftung zu erwarten (Gutachten S. 40, 48). Der Beschwerdeführer werde erneut glauben, sich - in krankheitsbedingt subjektiv bedroht erlebter Situation - gegen vermeintlich bedrohliche Personen wehren zu müssen (a.a.O. S. 49). Gestützt auf diese gutachterliche Ausführungen hält die Vorinstanz fest, dass schwere Straftaten möglich und nicht auszuschliessen seien. Weiter erwägt die Vorinstanz, die vom Beschwerdeführer begangenen rechtskräftig beurteilten Delikte (Verbrechen gegen das Betäubungsmittelgesetz, mehrfache Vergehen gegen das Waffengesetz, qualifizierte grobe Verletzung der Verkehrsregeln, Fahren eines Motorfahrzeugs in fahrunfähigem Zustand und Führen eines Motorfahrzeugs trotz Entzugs des Ausweises bis hin zur versuchten Brandstiftung) würden aufzeigen, dass sich in seinem Verhalten eine Steigerung feststellen lasse, dies von abstrakten Gefährdungsdelikten hin zu konkreten Gefährdungsdelikten gegen Leib und Leben bzw. gegen fremdes Eigentum. Insofern sei auch eine Aggravationstendenz auszumachen (angefochtener Entscheid S. 14). Die Vorinstanz setzt sich mit dem Argument des Beschwerdeführers auseinander, wonach für das Vorliegen von Wiederholungsgefahr erforderlich ist, dass unmittelbar eine Gefahr drohe bzw. allein die momentane Gefährlichkeit entscheidend sei. Sie hält diesbezüglich fest, dass dies vom Bundesgericht nicht (explizit) vorausgesetzt werde, was angesichts der Schwierigkeit einer (genauen) Voraussage menschlichen Verhaltens nachvollziehbar sei. Eine solche unmittelbare Gefahr bzw. Gefährlichkeit wäre vorliegend zu bejahen. Der psychiatrische Gutachter habe ausgeführt, dass beim Beschwerdeführer in unterbehandeltem oder unbehandeltem Zustand mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit ähnliche Handlungen wie die angelasteten Delikte, mithin Verbrechen, zu erwarten seien und in seinem Verhalten eine Aggravationstendenz auszumachen sei. Darüber hinaus seien in seiner Wohnung gefährliche Gegenstände sichergestellt worden, darunter weitere, einsatzbereite Molotowcocktails. Die Vorinstanz verweist auf die gutachterliche Feststellung, wonach die Partnerschaft zwar stabilisierend wirken dürfte. Indes erscheint gemäss dem Gutachter wirklichkeitsfremd, vom Beschwerdeführer zu glauben bzw. darauf zu vertrauen, dass ihn diese Beziehung von Suchtmitteln werde abhalten können. Eine Tagesstruktur weise der Beschwerdeführer nicht auf. Die Dauer der notwendigen Behandlung schätze der Gutachter auf mindestens mehrere Monate, gegebenenfalls auch einige Jahre (Gutachten S. 51). Gemäss Vorinstanz kann sich die psychische Situation des Beschwerdeführers zum heutigen Zeitpunkt [d.h. am 20. Juli 2023] noch nicht verbessert haben (angefochtener Entscheid S. 15).