Citation: 2C_377/2024 E. 3.2

3.2. Die Vorinstanz erwog, hinsichtlich der Frage, ob die Niederlassungsbewilligung der Beschwerdeführerin von Gesetzes wegen erloschen sei, komme es auf die Dauer ihrer Auslandabwesenheit und auf ihren Lebensmittelpunkt an. Die Beschwerdeführerin habe sich ab Juli 2020 länger als sechs Monate in der Türkei aufgehalten. Spätestens im Jahr 2015 habe sie ihren Lebensmittelpunkt in die Türkei verlegt. In der Schweiz habe sie seit mehr als zehn Jahren keine eigene Wohnung mehr, sondern sei an der Adresse der Schwester in einer 3.5-Zimmer-Wohnung in V.________ gemeldet, wo auch der seit 2014 mit der Schwester verheiratete Ex-Ehemann der Beschwerdeführerin wohne, mit dem die Beschwerdeführerin gemäss eigenen Angaben seinerzeit zwangsverheiratet worden war. Zwar habe die Liegenschaftsverwaltung im April 2023 bestätigt, dass die Beschwerdeführerin bei der Schwester wohnen könne, und die Beschwerdeführerin habe einen undatierten Untermietvertrag vorgelegt; beides vermöge indes nicht zu belegen, dass die Beschwerdeführerin tatsächlich bei der Schwester wohne. Hinzu komme, dass die Beschwerdeführerin am Wohnort der Schwester und des Ex-Ehemanns von der Polizei nicht habe angetroffen werden können und auf der Webseite ihres Arbeitgebers ursprünglich von einem siebenjährigen Aufenthalt der Beschwerdeführerin in der Türkei zu lesen gewesen sei. Schliesslich bezeugten ihre Reise- und Bankdaten, dass sich die Beschwerdeführerin seit dem Jahr 2013 mehrheitlich in der Türkei aufhalte. Ihre zwei Tage bis maximal drei Wochen dauernden Besuche in der Schweiz hätten der Erledigung von Behördengängen gedient und demzufolge die Frist nach Art. 61 Abs. 2 AIG nicht unterbrochen (vgl. E. 3.3 des angefochtenen Urteils).