Citation: 6B_507/2020 E. 3.2

3.2. Der Beschwerdeführer bringt nichts vor, was die Anordnung einer Landesverweisung als bundes- oder völkerrechtswidrig erscheinen liesse oder Anlass zur Annahme gäbe, die Vorinstanz hätte ihr Ermessen überschritten, oder die öffentlichen und privaten Interessen falsch gewichtet. Es ist zu Recht unbestritten, dass der Beschwerdeführer mehrere Katalogtaten gemäss Art. 66a Abs. 1 lit. a StGB begangen hat, welche grundsätzlich zu einer Landesverweisung führen müssen. Entgegen seiner Auffassung ist ein Härtefall nicht ansatzweise auszumachen. Der 1978 geborene Beschwerdeführer reiste 2012 in die Schweiz ein. Er verbrachte mithin praktisch sein ganzes Leben, insbesondere die als prägend geltenden Kinder- und Jugendjahre, nicht in der Schweiz und ist mit der Kultur seiner Heimat zweifellos vertraut. Demgegenüber ist eine persönliche oder wirtschaftliche Integration in der Schweiz nicht erkennbar, was der Beschwerdeführer auch nicht behauptet. Ebenso wenig legt er dar, dass eine schützenswerte Beziehung zu Ehefrau und Kind bestünde. Davon ist angesichts der hier beurteilten Delikte, die sich gegen jene richteten, auch nicht auszugehen, wenngleich sich der Beschwerdeführer entschuldigte und hofft, dies möge sich irgendwann ändern. Es erscheint fast zynisch, sich zur Begründung seines Verbleibens in der Schweiz auf diese Beziehung stützen zu wollen. Entgegen seiner Auffassung zählt zudem sein hier lebender Bruder nicht zur nach Art. 8 EMRK besonders geschützten Kernfamilie. Der Beschwerdeführer behauptet auch nicht, dass eine Pflegebedürftigkeit oder Abhängigkeit des Bruders ihm gegenüber bestünde. Ebenso wenig zeigt er auf, dass er bei einer Rückweisung nach Eritrea konkret an Leib und Leben gefährdet wäre. Wie das Bundesgericht explizit mit Bezug auf eritreische Flüchtlinge wiederholt festgestellt hat (dazu Urteile 6B_348/2020 vom 14. August 2020 E. 1.2; 6B_423/2019 vom 17. März 2020 E. 2.2.2 und 2.3), steht eine Flüchtlingseigenschaft der Anordnung einer Landesverweisung nicht entgegen. Dies muss umso mehr gelten, wenn, wie vorliegend, bis zum möglichen Vollzug der Landesverweisung noch Jahre vergehen werden und sich die politische und wirtschaftliche Situation im Rückführungsland bei Entlassung des Beschuldigten aus der Haft zum Zeitpunkt der Urteilsfällung nicht einschätzen lässt. Unter diesen Umständen rechtfertigt es sich nicht, bereits heute wegen der Flüchtlingseigenschaft auf die Anordnung einer Landesverweisung zu verzichten. Ohnehin ist insgesamt nicht erkennbar oder dargetan, dass diese für den Beschwerdeführer eine aussergewöhnliche Härte bedeuten würde, zumal er nach eigenen Angaben immerhin eine Schwester in Eritrea hat. Nach dem vorstehend Gesagten erscheint das persönliche Interesse des Beschwerdeführers - sowie dasjenige seiner Familie - an einem Verbleib in der Schweiz als gering. Demgegenüber ist das öffentliche Interesse an seiner Fernhaltung, nicht zuletzt im Verhältnis zu weit weniger schwerwiegenden Straftaten, die ebenfalls eine Landesverweisung nach sich ziehen, als hoch einzustufen. Daran ändert weder der Umstand etwas, dass es beim Versuch der Taten geblieben ist, noch gilt dies für die leicht verminderte Schuldfähigkeit. Ebenso wenig ist entscheidend, ob eine relevante Rückfallgefahr besteht und wie hoch diese einzuschätzen ist. Angesichts der Schwere der beurteilten Taten muss auch eine geringe Rückfallgefahr nicht in Kauf genommen werden. Die Landesverweisung ist, auch in ihrer Dauer, nicht zu beanstanden. Zu letzterem äussert sich der Beschwerdeführer nicht.