Citation: 6B_936/2019 E. 8.3.1

8.3.1. Gemäss Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO hat die beschuldigte Person, die ganz oder teilweise freigesprochen wird, Anspruch auf Entschädigung ihrer Aufwendungen für die angemessene Ausübung ihrer Verfahrensrechte. Unter die zu entschädigenden Kosten fallen auch die Kosten der Wahlverteidigung, sofern der Beizug eines Anwalts angesichts der tatsächlichen oder rechtlichen Komplexität des Verfahrens sowie dessen Auswirkungen auf die persönlichen und beruflichen Verhältnisse der beschuldigten Person geboten war (BGE 144 IV 207 E. 1.3.1). Beim Entscheid über die Angemessenheit des Beizugs eines Anwalts ist zu bedenken, dass im Rahmen von Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO die Verteidigung einer vom Staat zu Unrecht beschuldigten und gegen ihren Willen in ein Strafverfahren involvierten Person in Frage steht (BGE 142 IV 45 E. 2.1; 138 IV 197 E. 2.3.5.). Das Bundesgericht prüft die Anwendung von Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO frei. Es auferlegt sich indessen eine gewisse Zurückhaltung gegenüber der vorinstanzlichen Einschätzung, insbesondere hinsichtlich der Frage, welcher Aufwand der Verteidigung im konkreten Fall noch als angemessen zu bezeichnen ist (BGE 142 IV 45 E. 2.1 und 163 E. 3.2.1; 138 IV 197 E. 2.3.6). Nach der Rechtsprechung ist es in erster Linie Aufgabe der Strafbehörden, die Angemessenheit anwaltlicher Bemühungen zu beurteilen. Diese verfügen hiefür über ein beträchtliches Ermessen. Das Bundesgericht schreitet nur ein, wenn der Ermessensspielraum klarerweise überschritten wurde und die Festsetzung des Honorars ausserhalb jedes vernünftigen Verhältnisses zu den vom Anwalt geleisteten Diensten steht (Urteile 6B_96/2020 vom 5. März 2020 E. 3.1; 6B_1341/2019 vom 20. Februar 2020 E. 2.1; 6B_4/2019 vom 19. Dezember 2019 E. 5.2.2; 6B_1136/2018 vom 28. Februar 2019 E. 1.1.2; 6B_1299/2018 vom 28. Januar 2019 E. 3.3.1; je mit Hinweisen).