Citation: 5A_827/2023 E. 8.3

8.3. Der Dispositionsgrundsatz ist Ausdruck der Privatautonomie. Er besagt, dass das Gericht einer Partei nicht mehr und nichts anderes zusprechen darf, als sie verlangt, und nicht weniger, als die Gegenpartei anerkannt hat (vgl. Art. 58 Abs. 1 ZPO). Es sind die Parteien, die mit ihren Rechtsbegehren die Grenzen ziehen, innerhalb deren sich das Gericht mit seiner rechtlichen Beurteilung bewegen darf. Dem Gericht ist es im Anwendungsbereich von Art. 58 Abs. 1 ZPO versagt, den Streitgegenstand eigenmächtig auf nicht geltend gemachte Punkte auszudehnen. Im Rechtsmittelverfahren verbietet der Dispositionsgrundsatz der Rechtsmittelinstanz, über die Rechtsmittelanträge des Rechtsmittelklägers hinauszugehen (zum Ganzen: BGE 149 III 172 E. 3.4.1). Die Missachtung des Dispositionsgrundsatzes verletzt das Willkürverbot (Urteile 5A_592/2018 vom 13. Februar 2019 E. 2.1; 5P.272/2003 vom 10. September 2003 E. 3; vgl. auch BGE 149 III 172 E. 3.4.1; 129 III 417 E. 2.1.1).