Citation: 1P.351/2004 17.08.2004 E. 3.2

3.2.1 Weiter macht der Beschwerdeführer gelten, dass die Verletzungen, welche das Institut für Rechtsmedizin (IRM) festgestellt hat, nicht unbedingt von einer Vergewaltigung stammen müssen, sondern auch von einem Geschlechtsakt herrühren könnten, bei dem die Beschwerdegegnerin nicht erregt gewesen sei. Das IRM-Gutachten könne sowohl die Aussagen der Beschwerdegegnerin als auch diejenigen des Beschwerdeführers stützen. 3.2.2 Der Beschwerdeführer vermag nicht darzutun, inwiefern diese Beweiswürdigung des Obergerichtes willkürlich sein soll. Das IRM hat an der Innenseite der Oberschenkel Hautabschürfungen festgestellt, welche mit der heftigen Entkleidung einer Hose mit Reissverschluss erklärbar seien. Das Obergericht sieht darin die Aussage der Beschwerdegegnerin untermauert, wonach ihr die engen und vom Schwitzen an den Beinen klebenden Hosen mit Gewalt heruntergerissen worden seien. Oberhalb der Kniescheiben der Beschwerdegegnerin fanden sich frische Hautunterblutungen. Da die Beschwerdegegnerin geschildert hatte, sie sei auf den Knien ins Schlafzimmer gezerrt worden und habe sich dabei das eine Knie an der Tischkante angestossen, wertet das Obergericht die - wenn auch unspezifischen - Verletzungen als Hinweis auf die Richtigkeit der Aussage. Auch die Hauteinblutung an der linken Brust sind nach Auffassung des Obergerichtes und des IRM mit der Schilderung der Beschwerdegegnerin vereinbar, wonach der Beschwerdeführer "richtig brutal" an ihren Brüsten "herumgeknetet" habe. Es ist dem Obergericht auch nicht vorzuwerfen, wenn es den Schleimhautriss im Bereich des hinteren Scheideneinganges, der gemäss IRM mit der gewaltsamen vaginalen Penetration einer nicht erregten Frau zu erklären ist, als Indiz für die Vergewaltigung gewürdigt hat. Die Argumente, welche der Beschwerdeführer dagegen vorbringt, vermögen nicht zu überzeugen. Selbst wenn die Beschwerdegegnerin auch bei Geschlechtsverkehr gegen Entgelt nicht unbedingt erregt gewesen wäre, ist kaum nachvollziehbar, dass sie die übrigen Verletzungen in Kauf genommen hätte. Jedenfalls stehen die Schlussfolgerungen des Obergerichtes in Übereinstimmung mit dem IRM-Bericht und können nicht als willkürlich bezeichnet werden.