Citation: 1A.5/2006 09.02.2006 E. 5

Die schweizerischen Rechtshilfebehörden sind an die Sachdarstellung des Ersuchens gebunden, soweit diese nicht offensichtliche Fehler, Lücken oder Widersprüche enthält (BGE 125 II 250 E. 5b S. 257; 118 Ib 111 E. 5b S. 121 f.; 117 Ib 64 E. 5c S. 88, je mit Hinweisen). 5.1 Die Beschwerdeführerin 3 bestreitet den deliktischen Ursprung des über ihr Konto geflossenen Geldes und behauptet, dieses stamme aus der Erbschaft ihres verstorbenen Mannes, namentlich aus dem Verkauf von ihr und ihren Töchtern hinterlassenen Goldmünzen. Ob dies zutrifft oder nicht, kann im Rechtshilfeverfahren nicht beurteilt werden, zumal die Beschwerdeführerinnen keinen Beleg für den angeblichen Verkauf der Goldmünzen in London beibringen konnten. Es wird vielmehr Sache der griechischen Behörden sein, die von den Beschwerdeführerinnen hierfür benannten Zeugen zu befragen und deren Glaubwürdigkeit zu beurteilen. 5.2 Daran ändert auch der Entscheid des Athener Berufungsgerichts vom 14. Januar 2005 nichts: In diesem Entscheid wurde die Beschwerdeführerin 1 wegen fahrlässiger Verletzung der für Richter und Untersuchungsrichter vorgeschriebenen Pflicht zur Offenlegung ihrer Vermögensverhältnisse verurteilt, weil sie u.a. ihre Villa in K.________ verschwiegen hatte. Das Gericht verneint den Vorsatz, u.a. weil kein Motiv für das Verschweigen der Villa habe nachgewiesen werden können. In diesem Zusammenhang ging das Gericht davon aus, dass die Beschwerdeführerin 1 (zusammen mit ihrer Schwester und ihrer Mutter) ein nicht unerhebliches Vermögen von ihrem am 6. März 2001 verstorbenen Vater geerbt habe, darunter auch Immobilien. Den Kauf der Villa in K.________ habe sie mit dem Erlös aus dem Verkauf dieser Immobilien, diversen Sparguthaben sowie einem Bankdarlehen finanziert. Aus diesen Erwägungen geht jedoch hervor, dass die Erbschaft des Vaters nicht den gesamten Kaufpreis abdeckte, sondern hierfür zusätzliche Mittel erforderlich waren, weshalb die Verwendung von Bestechungsgeldern nicht ausgeschlossen werden kann. Im Übrigen wird der Beschwerdeführerin 1 nicht in erster Linie der Erwerb der Villa, sondern die Annahme von Bestechungsgeldern und deren "Wäsche" über schweizerische Bankkonten vorgeworfen. Diese Vorwürfe, die durch Zeugenaussagen im laufenden Strafverfahren belegt werden, würden auch dann nicht dahinfallen, wenn das Geld nicht für den Kauf der Villa, sondern für andere Zwecke verwendet worden wäre.