Citation: I 698/06 04.07.2007 E. 4

Auf Grund der Vorbringen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde ist vorab streitig und zu prüfen, ob der Beschwerdeführer ab 1. April 2002 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente hatte. 4.1 Gegen die medizinisch attestierte Arbeitsfähigkeit von 40 % in einer den Rückenbeschwerden angemessenen, wechselbelastenden Tätigkeit unter Vermeidung von Heben und Tragen von Lasten und ohne repetitive Zwangshaltungen in Form einer Halbtagesarbeit mit vermehrten Pausen, welche gemäss Gutachten des ZMB vom 23. September 2004 seit dem Jahre 2002 besteht, werden vom Beschwerdeführer keine Einwände erhoben. Davon ist bei der Invaliditätsbemessung auszugehen. 4.2 Uneinigkeit herrscht unter anderem hinsichtlich des der Bemessung zu Grunde zu legenden Valideneinkommens. 4.2.1 IV-Stelle und Vorinstanz haben festgestellt, dass der ehemalige Arbeitsplatz des Beschwerdeführers nicht mehr existiert, da die Firma G.________ AG die Gussschleiferei im Jahre 1993 eingestellt hat. Demnach liege auch kein Vergleichseinkommen eines Arbeiters an der ehemaligen Position des Versicherten vor, welches als Indiz dafür dienen könnte, was er heute als Gesunder verdienen würde. Der Beschwerdeführer geht davon aus, dass das Valideneinkommen immer auf Grund des effektiven Einkommens vor Eintritt der Invalidität zu errechnen ist, dass also nicht auf statistische Werte abgestellt werden darf. 4.2.2 Bei im Gesundheitsfall hypothetisch erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad auf Grund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 348 Erw. 3.4, 128 V 30 Erw. 1, 104 V 136 Erw. 2a und b). Damit handelt es sich beim Valideneinkommen immer um einen hypothetischen Wert, der sich nicht auf die Vergangenheit bezieht, sondern im Zeitpunkt des Einkommensvergleichs gilt. Das gilt auch für das bei einer Rentenrevision ermittelte Valideneinkommen. Dieses ist genauso veränderten Verhältnissen zugänglich wie der Gesundheitszustand. Die Veränderung des hypothetischen Valideneinkommens kann gar einen Revisionsgrund darstellen. Es ist entgegen der beschwerdeführerischen Argumentation nicht bei der erstmaligen Rentenfestsetzung für die Zukunft fixiert. Je länger die letzte Erwerbstätigkeit zurückliegt, umso weniger kann das letzte Einkommen belegen, was ein Versicherter aktuell als Gesunder verdienen würde. 4.2.3 Die Regeln über die Durchführung eines Einkommensvergleichs, einschliesslich derjenigen über die Anwendung von Tabellenlöhnen, betreffen Rechtsfragen. Die Feststellung der beiden hypothetischen Vergleichseinkommen ist eine Tatfrage, soweit sie auf konkreter Beweiswürdigung beruht, hingegen eine Rechtsfrage, soweit sich der Entscheid nach allgemeiner Lebenserfahrung richtet. Letzteres betrifft etwa die Frage, ob Tabellenlöhne anwendbar sind, welches die massgebliche Tabelle ist und ob ein leidensbedingter Abzug zu gewähren ist (nicht aber die Höhe dieses Abzuges; vgl. E. 4.3 hienach; zum Ganzen: BGE 132 V 393 E. 3.3 S. 399). 4.2.4 Der Beschwerdeführer hat letztmals im Jahre 1983 voll gearbeitet. Da heute die damalige Arbeitsstelle nicht mehr existiert, würde er mit Sicherheit eine andere Tätigkeit ausüben. Ob das bei der gleichen oder in einer anderen Firma wäre, bleibt dahingestellt. Indem die Vorinstanz als Valideneinkommen einen Durchschnittslohn gemäss den Schweizerischen Lohnstrukturerhebungen (LSE) berücksichtigt hat, verletzte sie kein Bundesrecht. Die Anwendung der Tabelle TA1 der LSE 2002 wird nicht gerügt. Sie ist auch nicht zu beanstanden. 4.3 Im weiteren rügt der Beschwerdeführer den von der Vorinstanz gemachten Abzug von 10 % vom Tabellenlohn bei der Bestimmung des Invalideneinkommens. Seines Erachtens muss dieser den Maximalwert (BGE 126 V 75) von 25 % betragen. Bei der Höhe des (im konkreten Fall grundsätzlich angezeigten) Abzuges vom Tabellenlohn handelt es sich um eine typische Ermessensfrage, deren letztinstanzliche Korrektur nurmehr dort zugänglich ist, wo das kantonale Gericht das Ermessen rechtsfehlerhaft ausgeübt hat (Art. 104 lit. a OG; BGE 132 V 393 E. 3.3 S. 399). Dies trifft hier nicht zu. Damit ist der vorinstanzlich auf 64 % festgesetzte Invaliditätsgrad und die Zusprechung einer Dreiviertelsrente ab 1. Januar 2004 nicht zu beanstanden.