Citation: 8C_202/2024 E. 5.3.4

5.3.4. Die Beschwerdeführerin beruft sich in Bezug auf den ersten Unfall vom 2. August 2018 auf eine E-Mail vom 27. September 2018. Darin wurde innerhalb der Suva nachgefragt, ob der Versicherte freiwillig eine Unternehmerversicherung abgeschlossen habe und wenn ja, wie hoch die Lohnvereinbarung sei. Geantwortet wurde dahingehend, dass er angestellt und im vergangenen Jahr (Mai bis Dezember 2017) mit einer Jahreslohnsumme von Fr. 21'440.80 deklariert worden sei. Nachdem u.a. auch ein Arbeitsvertrag vom 1. Mai 2018 bei den Akten liegt und die Beschwerdeführerin mit E-Mail vom 28. Januar 2019 bestätigte, dass sie den Versicherten im Frühjahr 2018 nach einer schlechten Auftragslage im Winter (vgl. auch Bericht der Suva vom 24. März 2022) wieder neu eingestellt habe, lässt sich nichts zugunsten der Beschwerdeführerin aus dieser Korrespondenz ableiten. Entgegen ihrer Auffassung musste die Beschwerdegegnerin bei Beachtung der gebotenen und zumutbaren Aufmerksamkeit aufgrund der E-Mail vom 27. September 2018 nicht erkennen, dass die Voraussetzungen für eine Rückerstattung bestehen. Vielmehr waren ihr erst mit Einholung der weiteren Lohndaten aus den Jahren 2017 bis 2021, mithin im Frühjahr und Sommer 2022, alle im konkreten Einzelfall erheblichen Umstände zugänglich gewesen, aus deren Kenntnis sich der Rückforderungsanspruch dem Grundsatz nach und in seinem Ausmass gegenüber der rückerstattungspflichtigen Arbeitgeberin ergab (vgl. zum Beginn der relativen Frist für Leistungen, die im Zeitpunkt der zumutbaren Kenntnis noch nicht ausbezahlt waren BGE 150 V 89 E. 3.3.1). Eine Rückerstattungspflicht nach Art. 25 ATSG besteht ferner verschuldensunabhängig (vgl. Urteil 9C_200/2021 vom 1. Juli 2021 E. 5.3), wie die Vorinstanz bereits darlegte. Unbehelflich ist daher der Einwand, die Beschwerdeführerin bestreite mit Nichtwissen, dass die Lohnangaben in den maschinengeschriebenen Unfallmeldungen vom 6. August und 3. Dezember 2018 von ihr stammten.