Citation: 5P.101/2004 21.04.2004 E. 3

Als abwegig erweist sich die Rüge der Beschwerdeführerin, sie sei durch die schriftliche statt mündliche Urteilseröffnung mit Bezug auf den Fristenlauf rechtsungleich behandelt worden: Ein Diskriminierungstatbestand fällt bereits wegen des ausdrücklichen Verzichts auf eine mündliche Urteilseröffnung ausser Betracht. Im Übrigen verkennt die Beschwerdeführerin, dass die bernische Zivilprozessordnung den Beginn und Lauf der Rechtsmittelfrist einheitlich regelt, beginnt doch die 10-tägige Appellationsfrist auch bei der mündlichen Urteilseröffnung (erst) mit der Zustellung des schriftlichen Dispositives zu laufen (vgl. Art. 338 ZPO/BE). Hat die Form der Urteilseröffnung demnach weder für den Beginn noch für die Dauer der Appellationsfrist eine Bedeutung, geht die Rüge, Art. 8 BV sei verletzt, an der Sache vorbei. Vielmehr stellt sich (einzig) die Frage, ob der Appellationshof mit der Urteilseröffnung, so wie sie erfolgt ist, gegebenenfalls Normen des kantonalen Prozessrechts willkürlich angewandt hat.