Citation: 1C_114/2019 E. 5.2

5.2. Das Obergericht überprüfte die von der Abteilung Wald und Natur zur Festlegung des Waldrands gesetzten und von der Beschwerdeführerin beanstandeten Jalons 1, 2, 4, 5, 6 und 8. Es konstatierte, dass sämtliche Jalons innerhalb der durch den Bericht Scherrer und die Luftbilder ausgewiesenen bestockten Flächen liegen, was für die Rechtmässigkeit der Abgrenzung spreche. Beim Jalon 1 werde der Waldsaum durchwegs durch die weit ausladenden Äste der mindestens 15 Jahre alten Linde abgedeckt und entspreche damit den Kriterien in Art. 1 Abs. 1 kWaV (Kronen- und Wurzelraum der Randbäume). Anschliessend folge die Waldgrenze bis Jalon 2 der Parzellengrenze. Die ausnahmsweise Abgrenzung entlang der Parzellengrenze (Art. 1 Abs. 2 kWaV) trage namentlich zur Bauzone hin dem dort erhöhten Bedürfnis nach Rechtssicherheit sachgerecht Rechnung. Aufgrund der Verzweigung und Grösse der Hasel, der Erkenntnisse des Berichts Scherrer, der im Recht liegenden Luftbilder sowie der vorhandenen Bodenvegetation könne der Abteilung Wald und Natur auch bei der Positionierung von Jalon 2 keine Ermessensüberschreitung vorgeworfen werden. Die Waldfestlegung entlang der Parzellengrenze komme der Beschwerdeführerin zu Gute, wäre doch der Wald gemäss Bericht Scherrer (S. 7) an dieser Stelle weiter nordöstlich, in den Bereich der dortigen Sandsteinrippe, d.h. in die Parzelle Nr. 1738 der Beschwerdeführerin, auszudehnen. Beim Jalon 4 sei angesichts der bis an die beweidete Fläche dichten Strauchvegetation auch diese Begrenzung mit den Vorgaben in Art. 1 Abs. 1 kWaV zu vereinbaren. Dasselbe gelte für die Abgrenzung bei den Jalons 5 und 6, wobei die Waldgrenze bei Jalon 5 die Schutzfunktion des Waldes bei der westlichen Sandsteinrippe (Verwitterungsschutz) gewährleiste und die hier den Waldsaum bildenden Sträucher zusätzlich vom Kronendach der Randbäume überlappt würden. Jalon Nr. 6 sei 2.65 m vom erwähnten Baumstrunk positioniert, welcher im ausgewachsenen Zustand ein ausgedehntes Kronendach gewährleisten würde. Die Fotos (S. 54, 55 und 72 des Protokolls) belegten, dass auch der die Ecke einer Waldzunge markierende Jalon Nr. 8 durch die Kronenäste der über 15-jährigen Esche überlappt würde. Dass die Abteilung Wald und Natur sich anstelle einer "Schlangenlinie" hier bei diesem Eckpunkt für eine etwas schematische Abgrenzung entschieden habe, sei einerseits mit Blick auf die erhöhte Rechtssicherheit nicht zu beanstanden, andererseits auch deshalb, weil der bei Pflock 8 eher grosszügig ausgreifenden Abgrenzung eine eher zu eng am Stammfuss des Kirschbaums orientierte Abgrenzung bei Pflock 9 gegenüberstehe (S. 64, 65, 68 und 71 des Augenscheinsprotokolls). Insgesamt könne aufgrund der Akten und der am Augenschein angetroffenen Verhältnisse jedenfalls nicht gesagt werden, dass die Abteilung Wald und Natur den Waldsaum unter Missachtung der in Art. 1 kWaV vorgegebenen Kriterien einseitig zu Lasten des angrenzenden Weidelandes ausgeschieden habe. Vielmehr stehe fest, dass die strittige Waldfläche jedenfalls mehr als 500 m2 umfasse.