Citation: 6B_654/2019 E. 3.3.4

3.3.4. Der Beschwerdeführer wies bereits in seinem Plädoyer vor dem erstinstanzlichen Gericht auf verschiedene formelle Mängel bei der Gutachtenserstellung hin (kantonale Akten, act. 27 S. 12). Im Plädoyer vor der Vorinstanz rügte er sodann ausdrücklich, der Kurzbericht und das Gutachten des Forensischen Instituts Zürich seien nicht verwertbar, da bei deren Erstellung verschiedene strafprozessuale Bestimmungen verletzt worden seien (kantonale Akten, act. 100 S. 7 f.). Die Vorinstanz prüft zwar die Frage der Verwertbarkeit von Kurzbericht und Gutachten, äussert sich dabei jedoch nicht zu allen Kritikpunkten des Beschwerdeführers. Im Zusammenhang mit dem Gutachten machte der Beschwerdeführer unter anderem geltend, der Auftrag für dieses habe sich zwar an eine bestimmte natürliche Person gerichtet, im Gutachten werde jedoch eine andere natürliche Person als Sachverständiger bezeichnet. Mit diesem Vorbringen und den allfälligen rechtlichen Folgen setzt sich die Vorinstanz nicht auseinander. Ebenso wenig äussert sie sich zu dem Einwand, der Gutachtensauftrag enthalte keinen Hinweis auf die Geheimhaltungspflicht des Sachverständigen (vgl. Art. 184 Abs. 2 lit. e StPO). Dabei handelt es sich um Punkte, die für die Frage der Verwertbarkeit des Gutachtens durchaus relevant sind. Indem die Vorinstanz nicht auf alle vom Beschwerdeführer im Zusammenhang mit dem Gutachten und dessen Erstellung vorgebrachten Kritikpunkte eingeht, verletzt sie ihre Begründungspflicht und den Anspruch des Beschwerdeführers auf rechtliches Gehör. Die Gehörsverletzung kann vorliegend nicht geheilt werden (vgl. BGE 142 II 218 E. 2.8.1 S. 226 f.; 137 I 195 E. 2.3.2 S. 197 f.; je mit Hinweisen), zumal für die Beurteilung der Einwände des Beschwerdeführers weitere Sachverhaltsfeststellungen notwendig sind.