Citation: 6S.235/2000 07.08.2001 E. 4

4.- Der Beschwerdeführer wendet sich schliesslich gegen die Strafzumessung. Er macht geltend, die Vorinstanz hätte die seit dem Vorfall verstrichene verhältnismässig lange Zeit von mehr als 4 Jahren nach Art. 64 Abs. 5 StGB strafmildernd berücksichtigen müssen. Die Strafverfolgung sei der ordentlichen Verjährung von 5 Jahren nahe gewesen. Zudem habe die Vorinstanz zu Unrecht erkannt, dass er die Verfahrensverzögerung zu verantworten habe. Jedenfalls hätte die lange Verfahrensdauer strafmindernd berücksichtigt werden müssen (Beschwerde, S. 18 ff.). a) Die Vorinstanz führt dazu aus, die verhältnismässig lange Verfahrensdauer sowie der damit zusammenhängende Umstand, dass die zu beurteilenden Taten im Zeitpunkt des obergerichtlichen Urteils schon "einige Zeit" zurückliegen würden, rechtfertigten keine Strafreduktion, weil "es in erster Linie der Angeklagte war, welcher durch sein Verhalten die Verfahrensverzögerung verursacht hat" (angefochtenes Urteil, S. 24 f.). b) Das Urteil des Bezirksgerichts Hinwil wurde am 7. Januar 1998 gefällt, also nur wenig mehr als zwei Jahre nach dem Vorfall. Das schriftliche Urteil wurde am 11. Juni 1998 versandt. Diese Verfahrensdauer ist namentlich angesichts der vom Beschwerdeführer bestrittenen Vorwürfe und der deshalb aufwändigen Beweiserhebung, Beweisführung sowie -würdigung nicht aussergewöhnlich lang. Die Zeitspanne bis zum Vorliegen eines erstinstanzlichen Gerichtsurteils ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass eine Konfrontationseinvernahme durchgeführt werden musste und die Zeugin C.________ schwer erkrankte und deshalb erst mit grösserer zeitlicher Verspätung befragt werden konnte (kt. act. 34). Zudem verschob der Beschwerdeführer verschiedentlich Einvernahmetermine wegen Krankheit oder Abwesenheit (kt. act. 34/15, 34/22) und wechselte im Untersuchungsverfahren seinen Anwalt. Insoweit ist er für die Verfahrensdauer mitverantwortlich. Insgesamt kann bis zum Vorliegen des erstinstanzlichen Urteils nicht von einer verhältnismässig langen Verfahrensdauer gesprochen werden, die bei der Strafzumessung zu berücksichtigen gewesen wäre. Wird dazu noch die Länge des Berufungsverfahrens hinzugerechnet, erscheint die gesamte Verfahrensdauer als verhältnismässig lang. Dies hat auch die Vorinstanz anerkannt. Für die Länge des Berufungsverfahrens ist jedoch in entscheidendem Umfang der Beschwerdeführer selbst verantwortlich, sind doch die eingetretenen Verzögerungen hauptsächlich von ihm ausgegangen. Bereits am 21. August 1998 ersuchte der Beschwerdeführer das Obergericht um Verschiebung der Verhandlung auf das Jahr 1999, weil er sich ab Oktober 1998 für rund drei Monate aus familiären und geschäftlichen Gründen in China aufhalten würde (kant. act. 59). Das Obergericht schlug deshalb zwei frühere Daten vor, doch erklärten der Beschwerdeführer und sein Anwalt, an den vorgeschlagenen Daten verhindert zu sein (kt. act. 60). In der Folge ordnete das Obergericht mit Zustimmung des Beschwerdeführers und der Staatsanwaltschaft die Durchführung des schriftlichen Verfahrens an (kt. act. 63). Sogleich ersuchte der Anwalt des Beschwerdeführers um grosszügige Erstreckung der Frist zur Einreichung der schriftlichen Berufungsantwort und -begründung (kt. act. 62), was ihm auch bewilligt wurde. Der Beschwerdeführer reichte dann seine schriftliche Eingabe innert der ihm gesetzten Frist am 1. Februar 1999 beim Gericht ein (kt. act. 68 f.). Der auf Grund eines Beweisantrages des Beschwerdeführers vom Gericht eingeholte Planausschnitt des Tiefbauamtes des Kantons Zürich (kt. act. 72 ff.) wurde am 23. Juli 1999 sowohl dem Beschwerdeführer als auch der Staatsanwaltschaft zur Stellungnahme innert zwanzig Tagen vorgelegt. Während Letztere auf eine Stellungnahme verzichtete, ersuchte der Anwalt des Beschwerdeführers zunächst um eine Fristerstreckung bis Ende September 1999 (kt. act. 77 f.) und anschliessend bis zum 18. Oktober 1999 (kt. act. 80 f.). Nachdem die Stellungnahme des Beschwerdeführers innert Frist eingegangen war, fällte das Obergericht seinen Entscheid am 16. Dezember 1999, also nur rund zwei Monate später. Ohne die auf den Beschwerdeführer zurückzuführenden Verzögerungen wäre eine Gerichtsverhandlung bereits an einem der beiden vom Obergericht vorgeschlagenen Ausweichtermine im September 1998 möglich gewesen. Bei dieser Sachlage ist es bundesrechtlich nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz die vom Einzelrichter ausgesprochene Strafe nicht reduzierte, um der Länge des Verfahrens Rechnung zu tragen. Im Übrigen wäre die ausgesprochene Strafe auch nicht zu beanstanden, wenn bei der Strafzumessung eine seit der Tat verstrichene verhältnismässig lange Zeit im Sinne von Art. 64 Abs. 5 StGB bejaht und berücksichtigt worden wäre.