Citation: 6B_239/2022 E. 7.5.2

7.5.2. Die Vorinstanz verweist für die Haftungsquote von 100 % auf ihre Ausführungen zum adäquaten Kausalzusammenhang. Sie begründet die Haftungsquote von 100 % folglich damit, dass kein schweres, den adäquaten Kausalverlauf unterbrechendes Mitverschulden des Beschwerdegegners 2 vorliege. Damit verstösst sie gegen Bundesrecht. Zu prüfen ist im Rahmen von Art. 44 Abs. 1 OR und Art. 59 Abs. 2 SVG auch ein allfälliges, den adäquaten Kausalzusammenhang nicht unterbrechendes Selbstverschulden des Geschädigten. Die Vorinstanz setzt sich im angefochtenen Entscheid nur mit dem Fehlverhalten des Beschwerdeführers auseinander. Ob sich auch der Beschwerdegegner 2 verkehrsregelwidrig verhielt, prüfte sie nicht, obschon dies für die Beurteilung der Haftungsquote entscheidrelevant sein kann. Unklar bleibt daher insbesondere, weshalb der Beschwerdegegner 2 auf der Fahrbahn neben dem Trottoir verblieb, obschon er gemäss eigenen Angaben erkannte, dass der vortrittsberechtigte Beschwerdeführer keine Anstalten machte anzuhalten und auf sein Vortrittsrecht zu verzichten (vgl. angefochtenes Urteil E. 4.4.1 S. 13). Weiter liess die Vorinstanz offen, aus welcher Entfernung der Beschwerdeführer den Beschwerdegegner 2 wahrnahm und ob Letzterer den Beschwerdeführer konkret mittels eines Handzeichens zum Anhalten aufforderte (vgl. angefochtenes Urteil S. 18). Damit geht die Vorinstanz ohne hinreichende Begründung von einer Haftungsquote von 100 % aus. Die Beschwerde ist in diesem Punkt daher gutzuheissen.