Citation: 4A_659/2018 E. 3.8

3.8. Schliesslich rügt die Beschwerdeführerin, es sei rechtlich nicht zu bestreiten, dass es für eine Gutheissung der ursprünglichen Klage genügt hätte, dass D.________ das Fahrzeug gutgläubig erworben habe. Das Handelsgericht habe diesen Eventualstandpunkt nicht behandeln müssen, weil es der Beschwerdegegner unterlassen habe, entsprechende tatsächliche Ausführungen zur Gutgläubigkeit von D.________ vorzubringen. Die Vorinstanzen würden erneut überhöhte Anforderungen an die Substanziierung stellen. Zudem beachte die Vorinstanz ihre tatsächlichen Vorbringen nicht und verletzte damit ihren Anspruch auf rechtliches Gehör. Soweit die Beschwerdeführerin diesbezüglich den Entscheid des Bezirksgerichts rügt, braucht darauf nicht eingegangen zu werden, denn der erstinstanzliche Entscheid bildet kein taugliches Anfechtungsobjekt. Wie bereits vor den Vorinstanzen kann sodann offenbleiben, inwiefern es ausreichend gewesen wäre, wenn D.________ das Fahrzeug gutgläubig erworben hätte. Die Vorinstanz hielt ohnehin zu Recht und ohne Überspannung der Substanziierungsanforderungen fest, die Beschwerdeführerin unterlasse es in diesem Zusammenhang, darzulegen, welche konkreten tatsächlichen Behauptungen der Beschwerdegegner dem Handelsgericht hätte vortragen müssen (vgl. hiervor E. 3.4). Es wäre an der Beschwerdeführerin gewesen, darzulegen bzw. zu umschreiben, welche konkreten Behauptungen der Beschwerdegegner in das Verfahren hätte einbringen müssen, um den guten Glauben von D.________ zu belegen. Die Beschwerdeführerin legt im Übrigen nicht dar und es ist auch nicht ersichtlich, welche konkreten Gründe (betreffend deren die Beschwerdeführerin dem Beschwerdegegner vorwirft, sie sorgfaltswidrig nicht ins Verfahren eingebracht zu haben) die Vorinstanz missachtet haben soll. Die Vorinstanz hat betreffend die angeblich üblichen raschen Halterwechsel im Occasionshandel - ohne in Willkür zu verfallen - ausgeführt, auch wenn dies zwischen Occasionshändlern gebräuchlich sein möge, so könne daraus nichts gewonnen werden, weil E.________ anders als D.________ offenbar kein Autohändler gewesen sei (vgl. hiervor E. 3.2.5). Im Übrigen stellt es keine Verletzung des rechtlichen Gehörs dar, wenn die Vorinstanz die Themen (fehlender Code 178, rasche Halterwechsel etc.) nicht erneut ausführt, mit welchen sie sich bereits in ihrem Entscheid in Bezug auf die Gutgläubigkeit der Beschwerdeführerin auseinandergesetzt hat, und die auch betreffend die Frage der Gutgläubigkeit von D.________ von Bedeu tung sind. Ein Gutachten zur Marktkonformität des Kaufpreises zwischen D.________ und der Beschwerdeführerin schliesslich, welches der Beschwerdegegner nach Ansicht der Beschwerdeführerin pflichtwidrig nicht beantragt habe, wäre zum Nachweis des guten Glaubens von D.________ jedenfalls nicht geeignet gewesen, denn selbst bei Marktkonformität dieses Preises, ist nicht zwingend davon auszugehen, auch der von D.________ an E.________ bezahlte Kaufpreis wäre marktkonform gewesen. Erst recht nicht, wäre dadurch widerlegt worden, dass dieser Preis günstig gewesen ist. Es ist jedenfalls nicht willkürlich, wenn die Vorinstanz davon ausgeht, D.________ habe mit dem Verkauf des Fahrzeugs einen Gewinn erzielen wollen (vgl. bereits hiervor E. 3.5). Soweit die Beschwerdeführerin ausführt, sie und D.________ würden seit über 20 Jahren zusammen Geschäfte machen, sodass nicht bei jedem Geschäft ein Gewinn anfallen müsse, zeigt sie nicht auf, dass sie diese Behauptung vor beiden Vorinstanzen in den Prozess eingebracht hat (vgl. hiervor E. 2.3). Ein marktkonformer Verkaufspreis hätte im Übrigen für sich allein ohnehin nicht genügt, den guten Glauben von D.________ zu belegen.