Citation: 6S.263/2006 09.08.2006 E. 4

4.1 Dem Beschwerdeführer wurden acht Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz nachgewiesen, die insgesamt 1,25 kg reines (bzw. 5 kg gestrecktes) Heroin und 12 g reines (bzw. 50 g gestrecktes) Kokain betrafen. Bei sämtlichen Widerhandlungen mit Heroin wurde jeweils die Menge von 12 g reinen Heroins und damit die Grenze zum schweren Fall (Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG) überschritten. Die erste Instanz verurteilte den Beschwerdeführer wegen insgesamt einer qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz und nicht wegen mehrfacher Tatbegehung. Mangels Berufung der Staatsanwaltschaft war die Vorinstanz insoweit an das Urteil der ersten Instanz gebunden (vgl. angefochtenes Urteil, S. 23 f.). Die Vorinstanz hat aber sowohl die Tatmehrheit als auch das Vorliegen mehrerer qualifizierter Tatbestandsmerkmale im Rahmen der Strafzumessung erhöhend gewichtet (vgl. angefochtenes Urteil, S. 23 f.). Dieses Vorgehen steht im Einklang mit der Rechtsprechung des Bundesgerichts. 4.2 Die Vorinstanz hat an und für sich auf die Begründung der Strafzumessung durch die erste Instanz abgestellt und ist wie diese zutreffend von einem schweren Tatverschulden ausgegangen. Abweichend von der ersten Instanz erachtet sie die Rolle des Beschwerdeführers bei der Tatbegehung mit durchwegs nachvollziehbarer Begründung aber nicht als bloss untergeordnet und misst ihr jedenfalls bei der Bewertung des Verschuldens keine besonders zu Gunsten des Beschwerdeführers sprechende Bedeutung zu (angefochtenes Urteil, S. 25 f.). Diese Wertung vermögen die vom Beschwerdeführer vorgebrachten allgemein gehaltenen Einwände nicht in Frage zu stellen. Ausgehend vom schweren Tatverschulden, von der grossen Menge Betäubungsmittel, der Tatmehrheit, den teilweise sehr hohen Reinheitsgraden der Betäubungsmittel und der von ihnen deshalb ausgehenden Gesundheitsgefahren, der erneuten Tatbegehung während laufender Strafuntersuchung nach der Entlassung aus der Untersuchungshaft, der fehlenden Einsicht des Beschwerdeführers sowie des weiten Strafrahmens von einem Jahr Gefängnis bis zu 20 Jahren Zuchthaus durfte die Vorinstanz ohne weiteres eine Strafe von sechs Jahren Zuchthaus in Betracht ziehen (angefochtenes Urteil, S. 25). Sie war nicht verpflichtet, sich dabei an das Urteil der ersten Instanz zu halten, sondern konnte die Einsatzstrafe nach freiem Ermessen festlegen. Sie durfte nach dem Verschlechterungsverbot lediglich keine höhere Strafe aussprechen als die Vorinstanz. Leicht strafmindernd bringt die Vorinstanz das zum Tatzeitpunkt noch nicht vorgelegene leichtgradige depressive Zustandsbild des uneingeschränkt urteilsfähigen Beschwerdeführers in Anschlag (angefochtenes Urteil, S. 26). Weshalb die Vorinstanz die Strafe wegen dessen Gesundheitszustand und Charakter stärker hätte mindern müssen, wie in der Beschwerde geltend gemacht wird, ist unerfindlich. Unter Berücksichtigung des Freispruchs im Anklagepunkt der Lagerung von Heroin gelangt die Vorinstanz zu einer Zuchthausstrafe von viereinhalb Jahren. Sie nimmt damit für den ergangenen zusätzlichen Freispruch eine Strafminderung im Umfang von leicht weniger als eineinhalb Jahren vor. Das steht in angemessenem Verhältnis zur Schwere der verbleibenden Schuldsprüche und stellt jedenfalls keine Ermessensverletzung dar. 4.3 Zusammenfassend ergibt sich, dass die Vorinstanz die für die Strafzumessung massgeblichen Gesichtspunkte berücksichtigt und sie plausibel und nachvollziehbar gewürdigt hat. Von einer zu starken oder zu geringen Gewichtung einzelner Faktoren kann keine Rede sein. Die ausgeprochene Strafe ist unter Berücksichtigung aller massgebenden Gesichtspunkte nicht unhaltbar hart und hält vor Bundesrecht stand.