Citation: I 493/01 11.03.2002 E. 4

4.- Die Beschwerdeführerin begründet ihr Begehren auf eine ganze IV-Rente damit, dass die fixen Kosten einer freien Arztpraxis bei hälftiger Arbeitsfähigkeit nicht auch auf die Hälfte reduziert werden. Dies betreffe vor allem die Miet- und Personalkosten. Die Beschwerdegegnerin hat in ihrer Vernehmlassung im Vorverfahren auf die Möglichkeit hingewiesen, die fixen Kosten durch eine Gemeinschaftspraxis zu senken. Der Anwalt der Beschwerdeführerin hat diesen Hinweis als "nicht nur befremdlich, sondern bereits seltsam" bezeichnet, ohne allerdings dagegen triftige Gründe vorbringen zu können. Dass damit Fixkosten gesenkt werden können, ist notorisch, zumal gerade diese Kostensenkung das wichtigste Motiv für die Begründung von Gemeinschaftspraxen ist. Im Übrigen weist auch die Ärztegesellschaft Baselland in ihrem Schreiben vom 20. November 2000 darauf hin, dass die Kosten einer Alleinpraxis höher als jene einer Gemeinschaftspraxis sind. Den Bedenken der Beschwerdeführerin, dass die Führung einer Gemeinschaftspraxis nur unter engen Bedingungen möglich sei, ist entgegen zu halten, dass diese Form, wenn auch in der Minderzahl im Vergleich zu Alleinpraxen, namentlich in städtischen und halbstädtischen Gebieten weit verbreitet ist. Es ist der Beschwerdeführerin zuzumuten, ihre Tätigkeit als freie Ärztin in einer Gemeinschaftspraxis zu führen. Diese Form ist ihr übrigens nicht völlig fremd, hat sie doch während längerer Zeit mit der im gleichen Hause in Y.________ etablierten X.________ AG zusammengearbeitet und während geraumer Zeit ihre Praxis mit einer von ihr angestellten Assistenzärztin geführt. Ganz abgesehen davon hat ihr Vater während einer gewissen Zeit mit ihr zusammen ebenfalls die Praxis gemeinsam geführt. Damit erscheint es als durchaus möglich, dass die Fixkosten einer Gemeinschaftspraxis gegenüber den Fixkosten einer Alleinpraxis mit Vollpensum des Praxisinhabers geringer ausfallen. Sollten trotzdem wegen der bloss hälftigen Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin verhältnismässig höhere Kosten resultieren, so kann davon ausgegangen werden, dass sie jedenfalls das am Zentralwert von Fr. 175'000.- bemessene halbe Reineinkommen von Fr. 87'500.- nicht in einem Masse reduzieren, dass nurmehr ein Einkommen von weniger als Fr. 58'000.- (gerundet) als untere Grenze für eine ganze IV-Rente übrig bleibt.