Citation: 4A_624/2019 E. 2.3

2.3. Die normative Auslegung der Vorinstanz ist sowohl methodisch als auch im Ergebnis nicht zu beanstanden. Die Kritik der Beschwerdeführer ist unbegründet; sie sind im Sinne des Vertrauensprinzips nach Treu und Glauben auf den objektiven Inhalt der schriftlichen Erklärungen ihrer Rechtsvorgängerin zu behaften (vgl. dazu BGE 144 III 93 E. 5.2; 143 III 157 E. 1.2.2; 142 III 239 E. 5.2.1; 142 V 466 E. 6.1). Im Übrigen mag zwar zutreffen, dass der Kanton unter der damaligen Rechtslage für den Unterhalt von Verbauungen an öffentlichen Gewässern aufkam. Indes gestehen die Beschwerdeführer selbst ein, dass die Anstösser zur Mittragung der Kosten herangezogen werden konnten, sofern ihnen die Massnahmen einen Vorteil brachten. Weder angesichts der damaligen Rechtslage noch aus einer Interessenlage bei Vertragsschliessung oder dem (Neben-) Zweck der Seeufermauer kann ohne Weiteres auf eine implizite Vereinbarung einer Unterhalts- und Sanierungspflicht geschlossen werden. Denn der Wortlaut des Vertrages ist eindeutig und auch die übrigen Auslegungselemente bieten keinen Raum für die Ansicht der Beschwerdeführer, welche in ihren Ausführungen stets ausblenden, dass der Kanton sich lediglich verpflichtete, für Schäden am Haus zu haften, die auf den Bestand der Strassenanlage unter dem Gebäude zurückzuführen sind. Demgegenüber wurde eine Unterhaltspflicht nur in Bezug auf die neu erstellte Galerie vereinbart. Selbst wenn also der Ansicht der Beschwerdeführer folgend die Seeufermauer als "Strassenanlage unter dem Gebäude" betrachtet würde, könnten sie hieraus nichts zu ihren Gunsten ableiten. Ihre Argumentation zielt am Vertragstext vorbei und stösst ins Leere. Der Tausch- und Abtretungsvertrag beinhaltet objektiv betrachtet keine Regelung des Unterhalts der Seeufermauer.