Citation: 9C_267/2023 E. 3.3.2

3.3.2. Andererseits räumt die Vorinstanz zwar sinngemäss ein, dass die Steuerbehörden durch ihre jahrelange Anerkennung der Qualifikation des Darlehens als Geschäftsvermögen grundsätzlich gebunden seien. Das gelte aber nur insofern, als nicht wesentlich veränderte Verhältnisse eingetreten seien. Gerade das sei aber hier geschehen: Der Tod des Darlehensschuldners habe eine wesentliche Änderung bewirkt, die es im Rahmen des Erbganges rechtfertige oder sogar als notwendig erscheinen lasse, das gewährte und nun nicht mehr einbringliche Darlehen in Privatvermögen umzuqualifizieren. Zu verteilendes Vermögen sei nicht vorhanden gewesen. Der Beschwerdeführer und sein Bruder hätten - als einzige Erben - die Erbschaft indessen nicht ausgeschlagen. Der Bruder des Beschwerdeführers sei aufgrund seiner Vermögensverhältnisse nicht in der Lage, seinen Erbanteil am Darlehen B.________ an den Beschwerdeführer zurückzuzahlen. Demzufolge werde das Darlehen durch den Erbfall und die Solidarhaftung des Beschwerdeführers vollumfänglich an diesen übertragen. Unter den gegebenen Umständen könne das durch die Einzelunternehmung gewährte und dort bilanzierte Darlehen nicht erfolgswirksam abgeschrieben werden. Eine solche Abschreibung sei geschäftsmässig nicht begründet und daher aufzurechnen. Stattdessen hätte es aufgrund der Erbschaft im Jahr 2015 erfolgsneutral über das Eigenkapital ausgebucht werden müssen (vgl. E. 11. 2. b) S. 10 f. des angefochtenen Urteils).