Citation: C 258/05 18.10.2006 E. 3.2

3.2.1 Das kantonale Gericht ist der Auffassung, das Vorgehen des Beschwerdeführers nach beendigtem Arbeitsverhältnis bis zum 13. September 2004 sei nicht zu beanstanden. Allerdings hätte ihm spätestens am 13. September 2004 klar sein müssen, dass eine gütliche Einigung gescheitert war und nun der Rechtsweg beschritten werden musste. In den sechs Wochen zwischen dem 13. September 2004 und der Konkurseröffnung am 25. Oktober 2004 seien aber rechtliche Schritte weder behauptet noch belegt, weshalb von einer ungenügend erfüllten Schadenminderungspflicht auszugehen sei. 3.2.2 Dieser Argumentation kann nicht gefolgt werden. Der Beschwerdeführer hat - anders als im von Vorinstanz und Versichertem erwähnten Urteil S. vom 2. September 2003, C 145/03 - bereits im ersten Monat nach Auflösung des Arbeitsverhältnisses den ausstehenden Lohn für April 2004 eingefordert. Er konnte einen Teilerfolg verzeichnen, indem ihm innert der angesetzten Zahlungsfrist (am 28. Mai 2004) Fr. 5896.60 überwiesen wurden. An der Restforderung von Fr. 1800.- hielt er in der Folge konsequent fest. Es ist dem kantonalen Gericht beizupflichten, dass der Versicherte die Schadenminderungspflicht mit seinem Vorgehen zumindest bis zum 13. September 2004 nicht verletzt hat. Aber auch für die Zeit danach lässt sich kein Fehlverhalten feststellen. Die Fax-Mitteilung von Rechtsanwalt M.________ vom 13. September 2004 enthält entgegen der im angefochtenen Gerichtsentscheid vertretenen Auffassung keine klare Absage hinsichtlich einer einvernehmlichen Lösung. Es wird darin eine wenig aussagekräftige Floskel verwendet, wonach die Streiterledigung letztlich in der Hand der involvierten Parteien liege. Die persönliche Ansicht von Rechtsanwalt M.________, wonach er einen Prozess nicht empfehlen könne, wenn die Streitsumme gering sei, ist ebenfalls mehreren Interpretationen zugänglich. Einerseits könnte verstanden werden, er empfehle dem Versicherten eine gerichtliche Durchsetzung der Forderung nicht. Anderseits könnte der Anwalt auch gemeint haben, er (persönlich) würde der ehemaligen Arbeitgeberin - in Anbetracht der geringen Streitsumme - die Begleichung des Ausstandes zwecks Vermeidung einer gerichtlichen Auseinandersetzung anraten. Jedenfalls musste der Versicherte nach Zugang der Mitteilung vom 13. September 2004 nicht davon ausgehen, dass nun eine klageweise Geltendmachung der Restforderung unumgänglich geworden wäre. Zu berücksichtigen ist zusätzlich, dass die Lohnrestforderung verhältnismässig gering ist und keine Anhaltspunkte für finanzielle Schwierigkeiten der ehemaligen Arbeitgeberin bestanden. Ausserdem machte die J.________ AG Gegenforderungen geltend, zeigte sich aber durch die Begleichung eines grossen Teils der Lohnforderung und durch das Verhalten des von ihr beigezogenen Anwalts gesprächsbereit, so dass bis zur Konkurseröffnung kein unmittelbarer Anlass zur Beschreitung des Zwangsvollstreckungs- oder arbeitsrechtlichen Klageweges gegeben war. Ein Zuwarten in der Zeit vom 13. September bis 25. Oktober 2004 kann unter diesen Umständen nicht als Pflichtversäumnis seitens des Versicherten gelten.