Citation: 5P.256/2000 04.04.2001 E. 6

6.-Schliesslich beanstandet die Beschwerdeführerin die Verlegung der Gerichts- und Parteikosten als willkürlich. a) Im Rechtsbegehren ihrer Klage vom 27. Mai 1992 hatte die Beschwerdegegnerin ihre Schadenersatzforderungen nicht beziffert. Im Verlauf des Verfahrens wurden die Rechtsbegehren mehrmals modifiziert. Zuletzt verlangte die Beschwerdegegnerin, dass die Beschwerdeführerin zur Bezahlung von Schadenersatz in der Höhe von Fr. 432'255. 10 - worin u.a. Fr. 60'889. 10 für vorsorgliche Beweisführung und Fr. 2'500.-- für Parteikostenvorschuss enthalten waren - sowie zur Finanzierung der Sanierungsvariante "Mini+" mit Kosten von ca. Fr. 325'000.-- zu verpflichten sei. Insgesamt ist daher von einem Streitwert von Fr. 757'255. 10 auszugehen. Effektiv zugesprochen wurden der Beschwerdegegnerin schliesslich Fr. 406'588. 60 (Ziff. 1) zuzüglich Fr. 60'889. 10 für vorsorgliche Beweisführung und Fr. 2'500.-- für Parteikostenvorschuss (Ziff. 4), insgesamt also Fr. 469'977. 70. b)Unter diesen Umständen ist die Beschwerdeführerin zu 38% unterlegen und hat nur zu 62% obsiegt. Zwar kann es bei der Verlegung der Gerichts- und Parteikosten bei teilweisem Obsiegen und Unterliegen der Parteien nicht um eine kleinliche Nachrechnerei gehen, weil dem erkennenden Gericht ein gewisser Ermessensspielraum verbleibt. Dieser Ermessensspielraum wird indessen dann verletzt, wenn bei einem Prozessausgang wie im vorliegenden Fall die beträchtlichen Gerichts- und Parteikosten ohne besondere Begründung im Verhältnis 20% zu 80% verteilt werden. c) Aus diesen Gründen ist die staatsrechtliche Beschwerde in diesem Punkt gutzuheissen, und die Ziff. 2 bis 4 des Urteils des Appellationshofs des Kantons Bern vom 30. November 1999/2. Juni 2000 sind aufzuheben.