Citation: 8C_641/2009 17.11.2009 E. 2

Auf Grund der Vorbringen in der Beschwerdeschrift ist zu prüfen, ob die noch geklagten gesundheitlichen Schwierigkeiten in einem natürlichen Kausalzusammenhang (BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181 mit Hinweisen) mit dem Unfall vom 1. Juli 1997 stehen. Dies stellt eine zusätzlich zur adäquaten Kausalität (BGE 129 V 177 E. 3.2 S. 181 mit Hinweis) kumulativ erforderliche Anspruchsvoraussetzung dar (BGE 129 V 177 E. 3.3 S. 181 ff. mit Hinweisen). 2.1 Nach Prüfung der medizinischen Aktenlage hat das kantonale Gericht erkannt, dass ärztlicherseits insoweit stark divergierende Meinungen zur unfallbedingten Beeinträchtigung des Leistungsvermögens vorliegen, als der Neurologe Dr. med. I.________ denselben Sachverhalt offenbar anders beurteilt als der Spezialist für Wirbelsäulenerkrankungen Dr. med. B.________. Es gelangte aber zum Schluss, dass der Beschwerdeführer mit seiner Weigerung, sich weiteren Abklärungen zu stellen, seine Mitwirkungspflicht in unentschuldbarer Weise verletzt habe, weshalb der Entscheid über die Unfallkausalität der angegebenen Behinderungen gestützt auf Art. 43 Abs. 3 ATSG auf Grund der Aktenlage zu fällen sei. In Würdigung der zur Verfügung stehenden medizinischen Unterlagen erwog es in der Folge, auch nach Einschätzung des Dr. med. M.________, leitender Arzt Neurologie am Spital Y.________, gehe es nur marginal um neurologische Befunde, während ansonsten spezifische Probleme seitens der Wirbelsäule im Vordergrund stünden; nachdem Dr. med. B.________ ein traumatisch bedingtes Beschwerdebild im Bereich der Halswirbelsäule ausdrücklich negiert habe und davon ausgegangen sei, dass für die aktuellen gesundheitlichen Schwierigkeiten eine "praktisch vollständig spontan bzw. iatrogen eingesteifte HWS verantwortlich" sei, müsse mit überwiegender Wahrscheinlichkeit angenommen werden, dass unfallbedingte Beschwerden ihre kausale Bedeutung noch vor der Operation vom 15. Mai 1998 verloren hätten, also dahingefallen seien. Daraus folgerte es, dass der Zustand erreicht worden sei, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf beim bestehenden Vorzustand zwischenzeitlich ohnehin, also auch ohne Unfallereignis, eingestellt hätte (status quo sine); dass die Gesundheitsstörungen fortdauerten und sich in ihrem Ausmass zunächst gar verstärkten, stehe jedenfalls nicht mit dem Vorfall vom 1. Juli 1997 in Zusammenhang. Das Gericht befand, die ab April 1998 geklagten Beschwerden, welche zur Operation vom 15. Mai 1998 führten, und die anschliessende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit stünden nicht mehr in einem natürlichen Kausalzusammenhang mit der Auffahrkollision vom 1. Juli 1997, sodass eine weitere Leistungspflicht des Unfallversicherers entfalle. 2.2 Die Vorinstanz hatte bei ihrer gestützt auf die aktuelle Aktenlage erfolgten Beurteilung offenbar primär allfällige von der Wirbelsäulenproblematik ausgehende Behinderungen vor Augen. Der Beschwerdeführer erklärt in seiner Rechtsschrift indessen ausdrücklich, auf "Ansprüche betreffend der HWS- und Lumbalproblematik" zu "verzichten". Soweit der kantonale Entscheid insoweit jeglichen natürlichen Kausalzusammenhang mit dem Unfallereignis vom 1. Juli 1997 verneint, hat er demnach nicht als angefochten zu gelten. Vor Bundesgericht macht der Beschwerdeführer einzig noch sein Leistungsvermögen beeinträchtigende Befindlichkeitsstörungen geltend, welche auf ein anlässlich des Auffahrunfalles vom 1. Juli 1997 angeblich zugezogenes Schädel-Hirntrauma, ein MTBI (mild traumatic brain injury), zurückzuführen sein sollen. 2.3 Die behauptete Verletzung im Schädel-Hirn-Bereich ist schon im kantonalen Beschwerdeverfahren zur Sprache gebracht worden und bildete damit Teil des Streitgegenstandes, welcher im angefochtenen Entscheid zu überprüfen war. Mit dem Hinweis auf die eher marginale Bedeutung, welche Dr. med. M.________ einer allfälligen Störung neurologischer Art beigemessen hat, ist das kantonale Gericht dieser Aufgabe im Rahmen seiner abschliessenden Beurteilung der Aktenlage zwar nachgekommen, doch mag fraglich erscheinen, ob es seine Überlegungen allein damit auch schon hinreichend begründet hat. Dieser Aspekt braucht an dieser Stelle indessen nicht weiter erörtert zu werden, ist die Vorinstanz in ihren vorangegangenen Erwägungen doch bereits wiederholt auf die Frage nach dem Vorliegen eines Schädel-Hirntraumas gestossen. Namentlich im Rahmen der Darstellung der medizinischen Dokumentation hat sie dabei jedenfalls ihrer Auffassung, wonach eine solche Verletzung nicht als mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sei, mit hinreichender Deutlichkeit Ausdruck verliehen. 2.4 Ihre Betrachtungsweise gibt insoweit auch auf Grund der Vorbringen in der Beschwerdeschrift keinen Anlass zu Bedenken. Zwar wurde nach der Hospitalisation unmittelbar im Anschluss an den Auffahrunfall vom 1. Juli 1997 in der Chirurgischen Klinik des Spitals X.________ unter anderem auch eine commotio cerebri diagnostiziert. Diese Erstdiagnose erfolgte indessen ohne eingehende vorgängige Untersuchungen und nach einer bloss dreitägigen Beobachtungsphase konnte der Beschwerdeführer nach problemlosem Verlauf nach Hause entlassen werden. In der Folge fand die ursprüngliche Diagnose einer Gehirnerschütterung über lange Zeit keine Erwähnung mehr und der Beschwerdeführer musste sich insbesondere auch keiner speziell auf die Folgen einer Hirnschädigung ausgerichteten ärztlichen Behandlung unterziehen. Von einer Verletzung im Schädel-Hirn-Bereich und darauf zurückzuführenden kognitiven Schwierigkeiten war schliesslich auch in den zahlreichen Einsprache- und Beschwerdeverfahren bis zur Beschwerdeeinreichung im hier zu beurteilenden kantonalen Verfahren kaum die Rede. Erst die Begutachtung durch Dr. med. I.________ förderte laut Expertise vom 28. März 2005 offenbar Befunde zu Tage, welche sich auch mit dem dort ausdrücklich erwähnten "Status nach leichter traumatischer Hirnverletzung" vereinbaren lassen könnten. Das kantonale Gericht hat indessen mit auch für das Bundesgericht überzeugender Begründung ausführlich aufgezeigt, weshalb es der Darstellung des Dr. med. I.________ nicht zu folgen vermag. Wenn es das Vorliegen einer beim Unfall vom 1. Juli 1997 tatsächlich erlittenen commotio cerebri sogar ausdrücklich in Frage stellte, kann daraus nur geschlossen werden, dass es eine solche zumindest nicht als mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt erachtete. Da dies auch einer bundesgerichtlichen Überprüfung standzuhalten vermag, trifft die SUVA insoweit keine Leistungspflicht.