Citation: 8C_798/2023 E. 6.2

6.2. Die Vorinstanz thematisiert den Widerspruch bezüglich der gutachterlichen Angaben zur Arbeitsfähigkeit in der Zeit von Juni 2019 bis zur Untersuchung im Mai 2021 (90%ige Arbeitsfähigkeit aus rheumatologischer Sicht, 80%ige Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht, 50%ige Arbeitsfähigkeit aus gesamtmedizinischer Sicht) nicht. Sie beschränkt sich in ihren Erwägungen zum Verlauf der Arbeitsfähigkeit auf eine Unstimmigkeit hinsichtlich der in der Expertise (implizit) auch für die Dauer der tagesklinischen Betreuung vom 9. März bis 3. Juli 2020 (wo anfangs eine schwere depressive Episode diagnostiziert wurde) unverändert attestierten 50%igen Arbeitsfähigkeit. Vor dem Hintergrund der Einschätzung des Dr. med. C.________, wonach im Juli 2019 bei einer mindestens mittelgradigen depressiven Episode eine 90%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden haben soll, und des Austrittsberichts der Tagesklinik vom 14. Juli 2020, in dem von einer zu Beginn schweren und danach mittelgradigen depressiven Episode ausgegangen wird, nimmt sie an, im Resultat würde sich "gemittelt" eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % rechtfertigen. Damit lässt sie die Diskrepanz zwischen den Teilgutachten und der Konsensbeurteilung ausser Betracht und trifft medizinische Annahmen, ohne dass sie sich dabei auf fachärztliche Angaben stützen könnte. Dr. med. F.________ äussert sich jedenfalls in seinem Teilgutachten nicht dazu, welche Schlüsse aus den Angaben des Dr. med. C.________ und der Tagesklinik hinsichtlich des Verlaufs der Arbeitsfähigkeit gezogen werden könnten. Vielmehr nimmt er im Gegensatz zum kantonalen Gericht, scheinbar unreflektiert und unabhängig von den ihm bei seiner Begutachtung zugänglichen Unterlagen, eine Leistungseinschränkung von durchschnittlich 20 % an, wobei er ohne weitere Spezifizierung auf vorübergehende "punktuelle" höhergradige Arbeitsunfähigkeiten hinweist. Die Beschwerdeführerin rügt zu Recht, dass dies keine eingehende und schlüssige Auseinandersetzung mit den abweichenden Berichten der involvierten Fachpersonen darstelle. Soweit die Vorinstanz die gutachterliche Einschätzung einer 80%igen Arbeitsfähigkeit aufgrund einer Indikatorenprüfung als überzeugend qualifiziert hat, ist mit der Beschwerdeführerin einig zu gehen, dass damit der Mangel am Gutachten nicht behoben wird. Denn dadurch wird nicht geklärt, weshalb insgesamt von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen ist, wobei somatischerseits offenbar nur eine Einschränkung von 10 % ins Gewicht fallen soll.