Citation: 5A_972/2020 E. 7.2.4

7.2.4. In der Sache hat die Versammlung der Stockwerkeigentümer zwei voneinander zu unterscheidende Beschlüsse gefasst: Zum einen geht es um die Entfernung der bestehenden und die Erstellung bzw. Montage von neuen Balkonen (dazu nachfolgend E. 7.2.5) und zum anderen um die Finanzierung dieser baulichen Massnahmen, namentlich um die Entnahme eines Teilbetrages aus dem Erneuerungsfonds (dazu nachfolgend E. 7.2.6). Im Sinne einer Vorbemerkung sei an dieser Stelle klargestellt, dass grundsätzlich jeder Stockwerkeigentümer berechtigt ist, an der Versammlung der Stockwerkeigentümer teilzunehmen und nach Massgabe von Gesetz und Reglement an der Beschlussfassung mitzuwirken; vorbehalten bleiben allfällige - hier nicht zur Debatte stehende - Ausstandsgründe (vgl. BGE 134 III 481 E. 3.4). Fraglos hätten die "ausgeschlossenen" Stockwerkeigentümer die Beschlüsse anfechten können, was sie aber nicht getan haben. Unangefochten bleiben sodann die im Protokoll der Versammlung vom 30. Mai 2018 enthaltenen Feststellungen, wonach die Versammlung der Stockwerkeigentümer beschlussfähig war (Art. 712p Abs. 1 ZGB), die beiden Beschlüsse die Zustimmung der Mehrheit aller Miteigentümer (d.h. einschliesslich jener, die von der Stimmabgabe ausgenommen waren) fanden und die zustimmenden Miteigentümer zugleich den grösseren Teil der Sache vertraten.