Citation: 2C_1086/2015 E. 1.2.2

1.2.2. Der Beschwerdeführer war rund anderthalb Jahre alt, als er mit seiner Familie in die Schweiz kam; anschliessend wuchs er als sogenannter Ausländer der zweiten Generation hier auf. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) geht in neueren Entscheiden davon aus, dass nicht alle Einwanderer - unabhängig von der Dauer ihres Aufenthalts - zwangsläufig auch über ein Familienleben im Sinne von Art. 8 EMRK verfügen. Diese Bestimmung schütze indessen auch das Recht, Beziehungen zu anderen Menschen bzw. der Aussenwelt herzustellen und zu pflegen, weshalb aufenthaltsbeendende Massnahmen gegen Personen der zweiten Generation einen Eingriff in den Schutzbereich von Art. 8 EMRK (bzw. Art. 13 BV) bildeten und sich im Rahmen einer Interessenabwägung nach dessen Ziffer 2 rechtfertigen müssten (vgl. die Urteile 2C_725/2014 vom 23. Januar 2015 E. 5 und 2C_512/2013 vom 17. Februar 2013 E. 3.1; ZÜND/HUGI YAR, Aufenthaltsbeendende Massnahmen im schweizerischen Ausländerrecht, insbesondere unter dem Aspekt des Privat- und Familienlebens, in: EuGRZ 40/2013 S. 1 ff., dort Rz. 14 mit Hinweisen). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten ist einzutreten.