Citation: 4A_277/2023 E. 5.2.1

5.2.1. Die Vorinstanz erwog, der erstinstanzliche Entscheid befasse sich nur sehr kurz mit dem Hauptbeweis der Beschwerdeführerin (tatsächlicher Konsens über den verbindlichen Kauf/Verkauf eines weiteren Aktienpakets am 4. Oktober 2018). So halte die Erstinstanz lediglich fest, der Wortlaut von Ziff. 8 des AKV 2018 sei klar: Sowohl der Kaufgegenstand als auch der Kaufpreis seien klar bestimmt; die Parteien hätten den notwendigen Mindestinhalt und den Vollzugstermin festgelegt. Danach habe sich die Erstinstanz dem (aus ihrer Sicht gescheiterten) Hauptbeweis der Beschwerdegegnerin gewidmet, dass es sich bei Ziff. 8 des AKV 2018 um eine blosse (unverbindliche) Absichtserklärung gehandelt habe. Die Behauptung der Beschwerdeführerin, dass Ziff. 8 des AKV 2018 nach übereinstimmendem Verständnis beider Parteien eine verbindliche gegenseitige Verpflichtung zum Kauf/ Verkauf weiterer 25 Aktien gewesen sei, sei von zentraler Bedeutung. Zudem sei die Sach- und Rechtslage aufgrund der zahlreichen, einander teilweise widersprechenden Beweismittel keineswegs klar. Gemessen daran sei die Begründung der Erstinstanz zu rudimentär ausgefallen. Es fehle an einer umfassenden Würdigung der Beweismittel. Die Erstinstanz habe weder die Aussagen von F.________ noch die Säumnis von C.________ berücksichtigt. Diese Gehörsverletzung könne jedoch im Berufungsverfahren geheilt werden.