Citation: 6B_642/2015 E. 1.3.1

1.3.1. Die Vorinstanz kommt nach eingehenden Erwägungen in Übereinstimmung mit der ersten Instanz zum Schluss, dem Beschwerdegegner könne nicht nachgewiesen werden, er habe eine Tötung oder Verletzung des Beschwerdeführers für den Fall des Eintritts dieses Erfolgs in Kauf genommen. Der Beschwerdegegner hielt die Pistole in der linken Hand, den Zeigefinger am Abzug. Der Beschwerdeführer packte die linke Hand des Beschwerdegegners, um diesem die Waffe zu entwinden. In dieser Phase des Geschehens fielen innerhalb von drei Sekunden drei Schüsse, die im Fussraum des Fahrzeugs auf der Fahrerseite beziehungsweise auf dem Erdboden vor der geöffneten linken Wagentür einschlugen. Nach dem dritten Schuss konnte der Beschwerdeführer die Pistole aus der Hand des Beschwerdegegners drehen. Gemäss dem Gutachten des Wissenschaftlichen Dienstes der Stadtpolizei Zürich vom 4. Juni 2010 konnte anhand der Spuren nicht eruiert werden, ob der Beschwerdegegner die Schüsse absichtlich oder unabsichtlich ausgelöst hatte. Es sei aber wahrscheinlich, dass es beim Versuch, einer Person eine geladene Waffe zu entwinden, insbesondere wenn sie diese am Abzug halte, zu einer Schussauslösung komme, zumal dafür nicht viel Kraftaufwand nötig sei.