Citation: 5A_440/2019 E. 3.2

3.2. Soweit der Beschwerdeführer dafür hält, bei ihm habe sich die Betreuung aufgrund eines klaren Betreuungskonzeptes seit fast einem Jahr bewährt und die Kinder seien in der Schweiz bestens integriert, spricht er sinngemäss das Einleben im Sinn von Art. 12 Abs. 2 HKÜ an. Wie das Obergericht zutreffend festgehalten hat, kann dieses aber nur dann geprüft werden, wenn zwischen dem widerrechtlichen Verbringen und dem Rückführungsantrag mehr als ein Jahr verstrichen ist, was vorliegend nicht zutrifft. Nur der Vollständigkeit halber sei festgehalten, dass sich die Situation in der Schweiz keineswegs so ideal präsentiert wie vom Vater dargestellt: Fakt ist, dass er die Kinder während des ganzen Herbstes und Winters in der Schweiz nicht angemeldet und die ältere Tochter, die klarerweise in schulpflichtigem Alter war, nicht eingeschult hat. Sodann hat er ab Ende August 2018 konsequent jeglichen telefonischen bzw. per Skype erfolgenden Kontakt zwischen der älteren Tochter und der Mutter unterbunden, was von einer fehlenden Bindungstoleranz zeugt. Im Übrigen hat er A.________ offensichtlich auch in manipulativer Weise eingeflösst, die Mutter habe sie im Stich gelassen und durch Fremdbeziehungen schwere Verfehlungen begangen. Er hat denn auch eingeräumt, dass er mit A.________ über die Mutter spreche (obergerichtliche Anhörung, S. 4, Z. 18), und anders lässt sich die heute erfolgende Ablehnung der Mutter und die moralisch-herabsetzenden Äusserungen zu offensichtlich elternbezogenen Themenkreisen, welche für ein achtjähriges Kind nicht altersentsprechend sind, nicht erklären (von der Kindesvertreterin in der erstinstanzlichen Vernehmlassung dahingehend geschildete Äusserungen von A.________, wonach die Mutter schwere Verfehlungen begangen habe, indem sie ständig Einkäufe vorgegeben und dann immer zu anderen Männern gegangen sei und indem ihr einmal im Park ein fremder Mann Kaffee gebracht habe). Hintergrund, dass der Vater die ältere Tochter bewusst oder unbewusst in den elterlichen Beziehungskonflikt einbezieht, scheint sein gekränkter Stolz als Familienhaupt zu sein. In der Anhörung vor dem Obergericht und dem Bezirksgericht U.________ tritt die Haltung zutage, wonach er "Mann des Hauses" ist (obergerichtliche Anhörung, S. 2 Z. 6) und dass er sich schämen würde, nach Österreich zurückzugehen, weil sie so unmoralische Sachen gemacht habe (obergerichtliche Anhörung, S. 3 Z. 24); die Mutter habe kein Recht auf Kontakt mit den Kindern mehr (vgl. obergerichtliche Anhörung, S. 4 Z. 12 f.) und er könnte nicht dulden, dass die Kinder bei ihr und ihrem Liebhaber leben würden (Anhörung Bezirksgericht U.________, S. 5 oben). Offenbar wird der Vater bei seiner Überzeugung, wonach die Mutter fremd gegangen sei - was eine blosse Behauptung, in Bezug auf die Frage der Kindesrückführung aber ohnehin irrelevant ist - und sie deshalb die Rechte auf die Kinder verwirkt habe, von seinem Umfeld getragen. Jedenfalls scheinen im betreffenden Kontext die Ausführungen der Mutter vor dem Bezirksgericht U.________ plausibel, wonach bei einem Telefonat mit dem Beschwerdeführer Ende August 2018 auch dessen Schwester anwesend gewesen sei. Diese und die Schwiegermutter hätten sie unter der Gürtellinie als Hure beschimpft und ihr mitgeteilt, dass sie die Kinder nie mehr sehen werde. Seither habe sie keinerlei Kontakt zur älteren Tochter mehr haben können. Vorher, d.h. während des Monats August 2018 habe sie mit A.________ hin und wieder skypen können, wobei sie den Eindruck gehabt habe, dass A.________ verängstig und die Grossmutter im Hintergrund gewesen sei. A.________ habe ihr gesagt, dass sie und B.________ beim Vater in der Schweiz seien, aber ihr keine Adresse bekanntgegeben (Anhörung Bezirksgericht U.________, S. 8).