Citation: 2C_750/2020 E. 7.2

7.2. Art. 7 EMRK stellt ein fundamentales rechtsstaatliches Prinzip für das materielle Strafrecht dar (vgl. GRABERWARTER/PABEL, a.a.O., § 24 N. 145; FROWEIN, a.a.O., N. 1 zu Art. 7 EMRK). Seine grundlegende Bedeutung zeigt sich insbesondere auch darin, dass er - wie auch das Folterverbot (Art. 3 EMRK) oder das Verbot der Sklaverei (Art. 4 Abs. 1 EMRK) - zu den notstandsfesten Garantien der EMRK gehört (Art. 15 Abs. 2 EMRK; vgl. Urteil der Grossen Kammer des EGMR i.S. Ilnseher gegen Deutschland vom 4. Dezember 2018 [Nr. 10211/12 und 27505/14], § 202; Urteil des EGMR i.S. Georgouleas und Nestoras gegen Griechenland vom 28. Mai 2020 [Nr. 44612/13 und 45831/13], § 31; vgl. auch GRABENWERTER/PABEL, a.a.O., § 24 N. 145). Damit bildet Art. 7 EMRK Teil des nationalen und europäischen Ordre public (vgl. E. 6.8 hiervor).