Citation: 5A_115/2022 E. 3.2.5

3.2.5. Hinsichtlich der Grundbeträge der Parteien hält der Beschwerdeführer ganz allgemein die Beträge gemäss St. Galler Kreisschreiben über die Berechnung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums (Notbedarf) nach Art. 93 SchKG für massgebend. Sein in diesem Zusammenhang an die Vorinstanz gerichteter Vorwurf der Verletzung ihrer Begründungspflicht als Teilgehalt des Anspruchs auf rechtliches Gehör geht fehl. Die Vorinstanz setzte sich mit seinen diesbezüglichen Vorbringen ausdrücklich auseinander (angefochtener Entscheid, E. II.4.b S. 31). Wie sie dort bereits erläuterte, ist es nicht zu beanstanden, wenn sie für die neue Unterhaltsberechnung auf die Richtlinien der Konferenz der Betreibungs- und Konkursbeamten der Schweiz abstellte. Gemäss neuster bundesgerichtlicher Rechtsprechung sind diese einschlägig (BGE 147 III 265 E. 7.2). In seinem Urteil 5A_581/2020 vom 1. April 2021 wies das Bundesgericht die Vorinstanz explizit an, die mit dieser Rechtsprechung entwickelten Grundsätze bei der erneuten Unterhaltsberechnung zu beachten (E. 4.1.3). Es ist nicht nachvollziehbar, inwiefern die Kinder deshalb, wie dies der Beschwerdeführer behauptet, bei der Beschwerdegegnerin während zehn Jahren einen deutlich höheren Lebensstandard als bei ihm haben sollten, zumal die Berechnungsgrundlagen für alle Parteien gerade dieselben sind. Schliesslich verletzt es entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers nicht Art. 285 ZGB, wenn nun diese Grundsätze auch auf die Zeit vor dem Urteilsdatum des Leitentscheids BGE 147 III 265 zur Anwendung kommen, zumal das neue Kindesunterhaltsrecht bereits seit dem 1. Januar 2017 gilt.