Citation: 1C_271/2023 E. 5.2

5.2. Voraussetzung ist, dass es sich um wichtige Anliegen der Gemeinde handelt und nicht um die Vertretung von Individualinteressen. In BGE 131 II 753 E. 4.3.3 wurde verlangt, dass die Gesamtheit oder ein Grossteil der Einwohnerschaft unmittelbar betroffen sein müsse, wie dies z.B. bei drohendem Fluglärm oder einer möglichen Beeinträchtigung des Trinkwassers der Fall sei. In einem späteren Entscheid wurde es für ausreichend erachtet, dass sich die Gemeinde für den Schutz einer "Vielzahl" von Bewohnern ihres Siedlungsgebiets einsetzt (Urteil 1C_27/2022 vom 20. April 2023 E. 1.2 betreffend Nationalstrassen-Ausführungsprojekt). Das Bundesverwaltungsgericht erachtete die Stadt Zürich als legitimiert, Beschwerde gegen ein Nationalstrassenprojekt zu erheben, um Lärm- und Schallschutzmassnahmen für die Anwohnerinnen und Anwohner des angrenzenden Wohngebiets Grünau zu erlangen, wo "ein nicht unbeachtlicher Teil der Bevölkerung der Stadt Zürich" von den Emissionen der Nationalstrasse betroffen sei (Urteil A-2575/2013 E. 2 vom 17. September 2014 E. 1.2). Gemäss TRÜEB ( a.a.O., S. 196) ist ein schutzwürdiges öffentliches Interesse der Gemeinde bei der Bewilligung oder Sanierung einer Anlage stets zu vermuten, wenn mindestens ein Teil des Gemeindegebiets im Immissionsbereich liegt. GRODECKI/PFEIFFER lassen (für die Beschwerdebefugnis nach Art. 57 USG) einen Eingriff in die Umwelt auf dem Gemeindegebiet genügen (a.a.O., N. 32 zu Art. 57 BGG).