Citation: 5A_140/2010 11.06.2010 E. 4

Schliesslich wirft die Beschwerdeführerin dem Obergericht eine unrichtige Feststellung des Sachverhaltes gemäss Art. 97 BGG und eine Verletzung des Willkürverbotes gemäss Art. 9 BV vor, weil die fachärztliche Meinung von Dr. W.________ vom Obergericht nicht berücksichtigt worden sei. Dieser habe sich als anerkannter Spezialist in kinderpsychiatrischen Fachfragen mit Z.________ weit intensiver befasst (29 Sitzungen), weshalb es willkürlich sei, seine Diagnose im Lichte des KJPD-Gutachtens bzw. des Berichtes des Institutes T.________ hinsichtlich des Wiederauflebens der Bedrohungssituationen zu relativieren oder gar zu negieren. 4.1 Das Obergericht hat dazu unter anderem ausgeführt (E. 2.7 S. 29 f.), der Prozessvertreter des Kindes habe einen Bericht von Dr. W.________, dem gegenwärtigen Therapeuten des Kindes, zu den Akten eingereicht. Nach einer Besserung der schweren Verhaltensauffälligkeiten im Sommer 2007 habe Z.________ während der Sommerferien 2008 einen Rückfall erlitten. Der Beistand habe am 17. Juni und am 7. August 2008 einen Besuch arrangiert, wobei sich Vater und Kind am Bahnhof gesehen hätten und das Kind sogleich davon gerannt sei und sich versteckt habe. In der Folge sei eine Retraumatisierung erfolgt, und das Kind habe zum Eigenschutz eine grosse Trotzhaltung aufgebaut. Aus diesem Bericht könne nicht gefolgert werden, dass ein Besuchsrecht grundsätzlich und unwiderruflich dem Kindeswohl widersprechen würde. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass ein besser vorbereitetes Besuchsrecht zu einem anderen Verlauf geführt hätte. 4.2 Das Kassationsgericht hat dazu erwogen (S. 19), das Obergericht habe darauf verwiesen, dass sich die Feststellungen der Gutachterin des KJPD mit den Beobachtungen der Beiständin V.________ über die Anstrengungen zur Durchführung und das Scheitern des Besuchsrechts im Jahre 2005 und weiter auch mit den Feststellungen der Gutachterin vom Institut T.________ im Jahre 2005 deckten. Aus den vorstehend (S. 18) hervorgehobenen Folgerungen der Gutachterin des KJPD ergebe sich die von der Beschwerdeführerin als im Widerspruch zum Bericht von Dr. W.________ stehende Würdigung der Vorinstanz in deren Erwägung E. 2.7, womit sich die Beschwerdeführerin aber nicht ansatzweise auseinandersetze. In diesem Lichte könne von einer willkürlichen Würdigung dieses Berichts durch die Vorinstanz keine Rede sein. Dass diese bei der Würdigung der vorhandenen Unterlagen im Ergebnis dem gerichtlichen Gutachten von Frau Dr. U.________ vom KJPD des Kantons St. Gallen vom 5. Mai 2008 (auch vor dem Hintergrund, dass andere Fachpersonen und Beteiligte bereits früher ähnliche Feststellungen wie Dr. U.________ gemacht hatten) als Beweismittel ein grösseres Gewicht beigemessen habe als dem Bericht des (nicht objektiven [vgl. dazu auch den vorstehend in E. III.6.2.2b wiedergegebenen Auszug der obergerichtlichen E. 2.5] und entgegen der Gutachterin auch nicht der Strafandrohung von Art. 307 StGB unterstehenden) Kinderpsychotherapeuten, sei nicht zu beanstanden, zumal die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde nichts vorbringe, was dagegen spreche. 4.3 Die Beschwerdeführerin zitiert in ihrer Entgegnung dazu 1½ Seiten aus dem Bericht von Dr. W.________ (E. 3a) und daran anschliessend eine Seite aus der obergerichtlichen Würdigung dieses Berichts, um daraus den Schluss zu ziehen, dass sowohl die ober- wie die kassationsgerichtliche Feststellung, aus dem Bericht von Dr. W.________ gehe nicht hervor, dass ein Besuchsrecht grundsätzlich und unwiderruflich dem Kindeswohl widerspreche, offensichtlich unrichtig im Sinne von Art. 97 BGG sei. Dass die Stagnation hinsichtlich des Therapiefortschrittes und die Retraumatisierung (durch die beabsichtigte Gewährung des Besuchsrechts) dem Kindeswohl klar widersprächen, könne ebenfalls nicht uminterpretiert werden, schon gar nicht durch eine Erklärung dahin, die erfolgten Versuche zur Durchführung des Besuchsrechts seien schlecht vorbereitet gewesen. Mit diesen und den weiteren bloss appellatorischen Einwendungen kann dem Kassationsgericht keine Verfassungsverletzung dargetan werden (E. 1.3 und 1.4 hiervor). Die Beschwerdeführerin hätte anhand der in vielen Punkten übereinstimmenden Gutachten des Instituts T.________ und des KJPD des Kantons St. Gallen (s. E. 3.2 hiervor) und im Vergleich mit dem Bericht Dr. W.________ die bestehenden Divergenzen erörtern und darlegen müssen, warum die kantonalen Richter den Ausführungen des Letzteren mehr Überzeugungskraft als den beiden Gutachterinnen hätten beimessen müssen; und zudem lässt die Beschwerdeführerin den Elternkonflikt völlig ausser Acht, wie auch die Tatsache, dass die misslungene Besuchsrechtsausübung nun bald zwei Jahre zurückliegt und die angeordnete Therapie zukunftsgerichtet ist.