Citation: 9C_455/2020 E. 3.2.1

3.2.1. Mit BGE 143 V 418 vom 30. November 2017 änderte das Bundesgericht seine Rechtsprechung dahingehend, dass neu bei sämtlichen psychischen Erkrankungen die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit grundsätzlich nach dem strukturierten Beweisverfahren gemäss BGE 141 V 281 erfolge. Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (vgl. etwa Urteil 8C_23/2018 vom 10. September 2018 E. 3). Vor der Rechtsprechungsänderung eingeholte Gutachten verlieren indes nicht per se ihren Beweiswert, sondern es ist im Einzelfall zu prüfen, ob sie eine schlüssige Beurteilung im Lichte der massgeblichen Indikatoren erlauben (BGE 141 V 281 E. 8 S. 309 mit Hinweis auf BGE 137 V 210 E. 6 S. 266).