Citation: 1A.5/2003 16.05.2003 E. 3

Im Weiteren bringt die Beschwerdeführerin vor, nach Art. 53 IRSG sei die Auslieferung zu verweigern, wenn die beschuldigte Person über ein Alibi verfüge. Dies gelte auch dann, wenn es um die "kleine Rechtshilfe" gehe. Sie habe der Vorinstanz mit Eingabe vom 9. April 2001 sämtliche Belege über ihre Geschäfte mit chinesischem Korund vorgelegt. Für diese Lieferungen sei auf den Einfuhrbelegen ausnahmslos China, nirgends Kambodscha, als Ursprungsland angegeben worden. Die Beschwerdeführerin ist der Meinung, sie habe damit den Unschuldsbeweis erbracht. 3.1 Die Vorschrift von Art. 53 IRSG steht im zweiten Teil des Gesetzes, der sich auf die Auslieferung bezieht. Im dritten Teil des Gesetzes, welcher die "andere Rechtshilfe" regelt, findet sich keine entsprechende Bestimmung. Der Alibibeweis kann nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung nur "mit dem Nachweis geführt werden, zur fraglichen Zeit (überhaupt) nicht am Tatort gewesen zu sein" (BGE 123 II 279 E. 2b S. 282; 122 II 373 E. 1c S. 376; 113 Ib 276 E. 3b S. 282). Aufgrund dieser Umschreibung des Begriffs des Alibis ist anzunehmen, Art. 53 IRSG komme grundsätzlich nur im Auslieferungsverfahren zur Anwendung, nicht aber dann, wenn es - wie im vorliegenden Fall - um die andere Rechtshilfe bzw. um die Übermittlung von Akten geht. 3.2 Im Übrigen kann keine Rede davon sein, dass der Unschuldsbeweis erbracht wurde. Der im Rechtshilfeersuchen dargestellte Vorwurf der Einfuhr von Korund aus China mittels gefälschter kambodschanischer Ursprungszeugnisse wird, wie erwähnt, nicht gegenüber der Beschwerdeführerin, sondern gegenüber der Firma Y.________ GmbH erhoben. Dieser Vorwurf kann nicht durch Belege entkräftet werden, nach denen die Beschwerdeführerin bei der Einfuhr von Korund China und nicht Kambodscha als Ursprungsland angegeben hat.