Citation: I 341/02 26.09.2002 E. 2

Unbestrittenerweise kann der Versicherte aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr als Bäcker arbeiten. Streitig und zu prüfen ist, ob er Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen hat. 2.1 Der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen nach Art. 8 Abs. 1 IVG - und somit auch derjenige auf Umschulung gemäss Art. 17 IVG - setzt unter anderem die subjektive Eingliederungsbereitschaft des Versicherten voraus (AHI 2002 S. 108; ZAK 1991 S. 180 oben). Art. 10 Abs. 2 IVG sieht ferner vor, dass die anspruchsberechtigte Person verpflichtet ist, die Durchführung der Massnahmen, die zu ihrer Eingliederung ins Erwerbsleben getroffen werden, zu erleichtern. Die Versicherung kann ihre Leistungen einstellen, wenn der Anspruchsberechtigte die Eingliederung erschwert oder verunmöglicht. Nach der Rechtsprechung ist die Einstellung der Leistungen allerdings erst nach durchgeführtem Mahn- und Bedenkzeitverfahren im Sinne von Art. 31 Abs. 1 IVG zulässig. Gemäss dieser Gesetzesbestimmung können die Verweigerung oder der Entzug der Leistungen (Eingliederungsmassnahmen, Taggelder) erst verfügt werden, wenn die Verwaltung den Versicherten vorgängig durch eine schriftliche Mahnung und unter Einräumung einer angemessenen Bedenkzeit auf die Folgen seiner Widersetzlichkeit aufmerksam gemacht hat. Die Sanktion muss in gehöriger Form und unter Fristansetzung angekündigt werden. Der Hinweis auf die Möglichkeit einer späteren Neuanmeldung ist nicht zulässig (BGE 122 V 219 f. mit Hinweisen). 2.2 Vorliegend wies die Verwaltung das Leistungsbegehren des Versicherten deshalb ab, weil sie von einer angemessenen beruflichen Eingliederung ausging. Diese Schlussfolgerung hat die Vorinstanz zutreffend als unrichtig qualifiziert. Es wird auf die insofern korrekten Erwägungen im vorinstanzlichen Entscheid verwiesen. Das kantonale Gericht verneinte jedoch den Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, weil der Beschwerdeführer diesen mit seiner fehlenden Bereitschaft zur Umschulung verwirkt habe. Die Einstellung der Versicherungsleistungen erfolgte demnach, ohne dass das Mahn- und Bedenkzeitverfahren durchgeführt worden wäre. Nachdem die Vorinstanz den grundsätzlichen Anspruch des Versicherten auf Eingliederungsmassnahmen bejahte, wäre sie gehalten gewesen, die Sache an die Verwaltung zurückzuweisen, damit diese konkrete Eingliederungsmassnahmen anordne und bei Weigerung des Versicherten das Mahn- und Bedenkzeitverfahren gemäss Art. 31 Abs. 1 IVG durchführe. Aus diesem Grund sind der angefochtene Entscheid und die Verfügung vom 20. August 2001 aufzuheben, und es ist die Sache an die IV-Stelle zurückzuweisen.