Citation: U 70/06 04.01.2007 E. 4

Für die Beurteilung des Renten- und des Entschädigungsanspruches ist der bis zum Zeitpunkt des Erlasses des Einspracheentscheides (23. Dezember 2004) eingetretene Sachverhalt massgebend (BGE 131 V 11 Erw. 1 mit Hinweis). Verwaltung und kantonales Gericht berücksichtigten bei ihren Entscheiden ausschliesslich den zu jenem Zeitpunkt schon zweieinhalb Jahre alten Bericht des Kreisarztes Dr. med. C.________ vom 11. Juni 2002. Stellungnahmen aus der Zeit unmittelbar vor Erlass des Einspracheentscheides des Hausarztes Dr. med. I.________ vom 8. Juli 2004 und des Orthopäden Dr. med. K.________, Leitender Arzt Spital X.________, vom 22. September 2004 beurteilte die Vorinstanz als zu wenig präzise oder mangels Begründung als nicht nachvollziehbar. Nun ist alleine aus dem Berichtszusammenhang nicht zu erkennen, was Dr. med. K.________ veranlasste, die auf die Beschwerden im linken Bein zurückzuführende Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers drei Monate vor dem Einspracheentscheid auf 50 % festzusetzen. Auch ist nicht begründet, warum der Hausarzt die Arbeitsfähigkeit theoretisch auf 50 % schätzte. Anderseits bildete aber der kreisärztliche Untersuchungsbericht noch eine medizinische Situation ab, die sich in der Zwischenzeit stark verändert hatte, weil nach dessen Erstellung im rechten Knie des Beschwerdeführers massive Probleme auftraten. Auf Grund einer beginnenden Drittkompartimentär-Gonarthrose wurde am 27. September 2004 im Kantonalen Spital X.________ eine Arthroskopie, Gelenktoilette mit medialer und lateraler Teilmeniskektomie, Knorpel- und Synovialisshaving sowie Notchplastik durchgeführt. Mittelfristig wird nach dem Operationsbericht die Implantation einer Knie-Teilprothese wahrscheinlich unumgänglich sein. Soweit aus den Akten ersichtlich, beurteilte man die Kniebeschwerden nicht als durch die Unfallereignisse von 1998 und 2002 verursacht. Die Vorinstanz erwog, sie seien für die Beurteilung der Leistungspflicht des Unfallversicherers nicht relevant, und hielt darum die vom Beschwerdeführer wie schon in der Einsprache beantragte aktuelle spezialärztliche Untersuchung nicht für erforderlich. Darin ist ihr nicht zu folgen. Es ist nicht auszuschliessen, dass sich seit der gut zweieinhalb Jahre zurückliegenden kreisärztlichen Untersuchung auch der Gesundheitszustand des linken Beines verschlechtert hatte, da die akut gewordenen Probleme des rechten Knies möglicherweise zu einer Verschlechterung der Situation im linken Fuss beigetragen haben, so etwa, weil dieser dadurch zusätzlich oder anders als zuvor belastet wurde. Dies kann jedoch auf Grund der Akten nicht mit der notwendigen Sicherheit beurteilt werden. Da im kreisärztlichen Untersuchungsbericht vom 11. Juni 2002 die später operierte Drittkompartimentär-Gonarthrose im rechten Knie noch nicht berücksichtigt werden konnte, erfüllte dieser Bericht im Zeitraum des Einspracheentscheides drei Monate nach der Operation die von der Rechtsprechung hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes aufgestellten Anforderungen (BGE 125 V 352 Erw. 3a) nicht mehr vollständig. In der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen Situation kann es schon deshalb nicht einleuchten, weil die Beschwerden im rechten Knie und allfällige Folgen hinsichtlich des Zustandes des linken Fusses nicht mit einbezogen waren. Es erscheint fraglich, ob die Auswirkungen der auf die Unfälle von 1998 und 2002 zurückzuführenden Beschwerden im linken Fuss auf die Arbeitsfähigkeit und die noch zumutbaren Tätigkeiten losgelöst von den nach dem kreisärztlichen Untersuchungsbericht eingetretenen massiven Problemen im rechten Knie eingeschätzt werden können. Zumindest müssen hier die durch die veränderte Gesamtsituation in den unteren Extremitäten erforderlichen medizinischen Abgrenzungen getroffen werden, damit eingeschätzt werden kann, in welchem Ausmass der Beschwerdeführer unfallbedingt in seiner Erwerbsfähigkeit und Integrität eingeschränkt ist. Die in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde erhobene Rüge einer mangelhaften Abklärung des medizinischen Sachverhaltes durch Verwaltung und Vorinstanz ist somit berechtigt. Da auf Grund der Akten abschätzbar ist, dass der Beschwerdeführer im Zeitraum des Einspracheentscheides vom 23. Dezember 2004 als Folge der 1998 und 2002 erlitteten Unfälle in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt war, aber nicht eruiert werden kann, inwiefern und inwieweit dies der Fall war, ist die Sache zu zusätzlichen Sachverhaltsabklärungen sowie zur Einholung eines Gutachtens an die Verwaltung zurückzuweisen. Sie wird dann erneut über den Leistungsanspruch des Beschwerdeführers befinden.