Citation: 1P.437/2002 06.11.2002 E. 2

Das Obergericht erwog in seinem Urteil, es sei nicht einzusehen, inwiefern eine Tatrekonstruktion oder ein Augenschein am Tatort etwas zur Klärung des Sachverhaltes beitragen könnte, weshalb der betreffende Beweisantrag abzuweisen sei. Der Beschwerdeführer rügt, die Ablehnung seines Beweisantrages durch die kantonalen Instanzen verstosse gegen Art. 29 Abs. 2 BV, da eine Tatrekonstruktion seiner Ansicht nach geeignet gewesen wäre, die Glaubwürdigkeit der Aussagen des Belastungszeugen C.________ zu überprüfen. 2.1 Gemäss der Rechtsprechung des Bundesgerichtes zum Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV) hat der Betroffene das Recht, sich vor Erlass eines in seine Rechtsstellung eingreifenden Entscheids zu äussern, erhebliche Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen Beweisanträgen gehört zu werden, und an der Erhebung wesentlicher Beweise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen (BGE 126 I 7 E. 2b S. 10 f., 97 E. 2 S. 102 f.; 118 Ia 17 E. 1c S. 19, je mit Hinweisen). Nach ständiger Praxis kann jedoch das Beweisverfahren geschlossen werden, wenn die gestellten Beweisanträge eine nicht erhebliche Tatsache betreffen oder offensichtlich untauglich sind, oder wenn der Richter, ohne dabei geradezu in Willkür zu verfallen, annehmen darf, die verlangten zusätzlichen Beweisvorkehren würden am relevanten Beweisergebnis voraussichtlich nichts mehr ändern (so genannte "antizipierte" oder "vorweggenommene" Beweiswürdigung, BGE 125 I 127 E. 6c/cc S. 135; 124 I 208 E. 4a S. 211; 121 I 306 E. 1b S. 308 f.; 119 Ib 492 E. 5b/bb S. 505 f., je mit Hinweisen). 2.2 Wie sich aus den nachfolgenden Erwägungen ergibt, durften die kantonalen Instanzen willkürfrei davon ausgehen, dass eine Rekonstruktion des Geschehens am Tatort am relevanten Beweisergebnis nichts Entscheidendes mehr ändern würde. Dies umso weniger, als der Beschwerdeführer nicht darlegt, welche konkreten Verhältnisse am Tatort seiner Ansicht nach zur Widerlegung der Zeugenaussagen von C.________ führen könnten. Hinsichtlich der vom Beschwerdeführer aufgeworfenen Frage, wie viele Schüsse der Zeuge gehört hat, liesse eine Tatrekonstruktion keine neuen entscheiderheblichen Erkenntnisse erwarten. Bei den Akten befindet sich ausserdem eine detaillierte polizeiliche Fotodokumentation des Tatortes.