Citation: 6B_186/2024 E. 4.7

4.7. Schliesslich würdigt die Vorinstanz die Aussagen der Beschwerdeführerin. Diese habe bei der ersten polizeilichen Befragung vom 8. August 2019 sinngemäss ausgesagt, sie habe nach einem Streit mit ihrem Ehemann, der sich über das Abendessen beschwert habe, nach 17:00 Uhr die Wohnung verlassen, um Zigaretten zu holen. Danach sei sie in den Keller gegangen und habe diesen um ca. 19:00 Uhr wieder verlassen, um auf dem Parkplatz einer Pizzeria zu rauchen. Sie sei nicht in die Wohnung zurückgekehrt. Nach ca. 21:00 Uhr sei sie zum Rhein gegangen und habe sich dort auf eine Bank gesetzt. Anschliessend habe sie Geld abgehoben und sei mit dem Taxi nach Hause gefahren. Dort habe die Polizei sie bereits erwartet. An der Hafteinvernahme vom 8. August 2020 habe die Beschwerdeführerin wiederholt, dass es am Abend vor der Tat einen Streit über das Abendessen gegeben habe und sie deshalb in den Keller gegangen sei, um dort zu schlafen. Sie gehe immer in den Keller, wenn es Streit gebe, weil sie das nicht ertrage. Danach sei sie nicht mehr in die Wohnung zurückgekehrt. In der Einvernahme vom 12. September 2019 habe die Beschwerdeführerin erneut zu Protokoll gegeben, dass sie Zigaretten geholt habe und anschliessend in den Keller gegangen sei. Weiter habe sie jedoch ausgesagt, sie sei anschliessend in die Wohnung zurückgekehrt und habe mit ihrem Ehemann gegessen. Während des Essens sei es zu einer Diskussion über die Bohnen gekommen. Sie sei deshalb nochmals in den Keller gegangen und habe geschlafen. Anschliessend habe sie sich in Richtung der Pizzeria begeben, um zu rauchen. In der Schlusseinvernahme vom 26. Oktober 2021 habe sie zusammengefasst erklärt, dass sie nach der Diskussion über die Bohnen Zigaretten kaufen und anschliessend in den Keller schlafen gegangen sei. Danach sei sie zur Pizzeria gegangen und habe geraucht. Sie wisse nicht mehr, ob sie noch kurz in die Wohnung gegangen sei. An der erstinstanzlichen Hauptverhandlung habe die Beschwerdeführerin im Wesentlichen den geschilderten Ablauf der Tatnacht bestätigt. Allerdings habe sie nun erneut ausgesagt, sie sei nicht mehr in die Wohnung zurückgekehrt, nachdem sie in den Keller gegangen sei. An der Berufungsverhandlung habe sie im Wesentlichen ihre Schilderungen wiederholt, die sie bereits bei den polizeilichen und staatsanwaltschaftlichen Einvernahmen geäussert habe. Zusammenfassend habe sie auch an der Berufungsverhandlung ausgeführt, dass sie nach einer Diskussion mit ihrem Ehemann über Bohnen zunächst Zigaretten geholt habe, danach in den Keller gegangen sei, dort Bier getrunken habe und dann wieder nach draussen gegangen sei. Weiter habe die Beschwerdeführerin angegeben, sie habe eigentlich mit dem Taxi zu ihrem Neffen fahren wollen und aus diesem Grund Fr. 100.-- abgehoben. Erst im Taxi habe sie ihre Meinung geändert und sich entschlossen, nach Hause zu fahren. Als sie zurück zur Wohnung gekommen sei, seien bereits Polizisten dort gewesen. Sie habe sofort gefragt, ob etwas mit ihrem Mann passiert sei, weil dieser getrunken habe. Dass er verletzt gewesen sei, habe sie erst später erfahren. Gleichzeitig habe sie betont, sie könne sich nicht vorstellen, dass ihr Mann Besuch gehabt habe. Dazu erwägt die Vorinstanz, die Beschwerdeführerin habe zum groben Ablauf der Tatnacht relativ konstante Aussagen gemacht. Allerdings falle auch bei ihren Aussagen auf, dass sie jeweils genau schildern könne, was sie in den Stunden vor und nach der Tat gemacht habe. Offenbleibe hingegen, wo sie zwischen 00:30 Uhr und 02:19 Uhr gewesen sei. Gleichzeitig bleibe das Motiv für den nächtlichen Ausflug unklar. Es sei nicht glaubhaft, dass sie sich in der regnerischen Tatnacht bis fast 4:00 Uhr ausser Haus aufgehalten und zeitweise sogar vor einer Garage und zwei Mal auf einer Bank geschlafen habe, nur wegen einer Diskussion über Bohnen, die gemäss Angaben der Eheleute nicht heftig ausgefallen sei. Auch die Behauptung, wonach die Beschwerdeführerin im Verlauf der Nacht den Ehemann am Bahnhof suchen gegangen sei, ergibt gemäss Vorinstanz keinen Sinn. Diesfalls hätte sie sicher zuerst in der Wohnung nachgesehen. Weiter weist die Vorinstanz darauf hin, dass die Beschwerdeführerin im Lauf des Verfahrens widersprüchliche Aussagen gemacht habe, die teilweise den Aussagen des Ehemanns diametral gegenüberstünden. So habe sie beispielsweise mehrmals erklärt, die Wohnung nach 17:00 Uhr und den Keller um 19:00 Uhr verlassen zu haben, während ihr Ehemann angegeben habe, dass er sich zwar nicht an den genauen Zeitpunkt erinnern könne, wann seine Frau die Wohnung verlassen habe, aber es sei jedenfalls Nacht gewesen. Widersprüche zeigen sich gemäss Vorinstanz auch in den Äusserungen zum Alkoholkonsum. In der Einvernahme vom 8. August 2019 habe sie angegeben, nicht betrunken gewesen zu sein. Erst mit fortschreitender Ermittlung habe sie die behauptete Menge des angeblich konsumierten Alkohols kontinuierlich gesteigert. So habe sie in der Einvernahme vom 12. September 2019 behauptet, doch mehr getrunken zu haben und sogar richtig benebelt gewesen zu sein. Konkret nach den konsumierten Getränken befragt, habe sie mehrmals angegeben, lediglich drei Panachés und Teile eines Biers getrunken zu haben. An der Berufungsverhandlung habe sie ausgesagt, sie habe insgesamt ca. zwei bis drei Dosen Bier getrunken. Die Ergebnisse des pharmakologisch-toxikologischen Gutachtens seien mit dem Konsum von lediglich drei Panachés und einem nicht ganz vollen Bier allerdings nicht zu vereinbaren.