Citation: 8C_100/2015 E. 5

Das Bundesgericht und das Eidgenössische Versicherungsgericht haben beim Invalideneinkommen insbesondere bei Personen, die vor der Gesundheitsschädigung lange Zeit in diesem Bereich tätig gewesen sind und bei denen eine Arbeit in anderen Bereichen kaum in Frage kommt, auf das statistische Durchschnittseinkommen einzelner Branchen abgestellt, wenn dies als sachgerecht erschien, um der im Einzelfall zumutbaren erwerblichen Verwertung der verbleibenden Arbeitsfähigkeit Rechnung zu tragen (in BGE 133 V 545 nicht publizierte E. 5.1 des Urteils 9C_237/2007 vom 24. August 2007; Urteil I 289/01 vom 19. Oktober 2001 E. 3c). Der Beschwerdeführer bringt nichts vor, was eine Abweichung von dieser Rechtsprechung rechtfertigen würde. Soweit ersichtlich war er seit jeher im Finanzbereich tätig und verfügt über eine entsprechend langjährige Berufserfahrung. Der vom Beschwerdeführer geltend gemachte statistische Durchschnittslohn aller Dienstleistungsbereiche nach Sektor 3 (TA1 Ziff. 45-96) umfasst etwa auch die Wirtschaftszweige Verkehr, Gastgewerbe, Gesundheits- und Sozialwesen oder Kunst, Unterhaltung und Erholung. Dem Beschwerdeführer sind in diesen Bereichen keine besseren Anstellungschancen einzuräumen. Es bestehen aber auch keine Anhaltspunkte dafür, dass seine Restarbeitsfähigkeit im angestammten Berufszweig nicht verwertbar wäre. Der Beschwerdeführer beruft sich insbesondere darauf, dass einfache und repetitive Tätigkeiten nach Anforderungsniveau 4 in dieser Hochlohnbranche gar nicht nachgefragt, sondern grundsätzlich höhere Anforderungen gestellt würden. In der LSE sind jedoch die entsprechenden statistisch bezahlten Löhne ausgewiesen, was nach den Erläuterungen eine hinreichende Datenmenge voraussetzt (s. z.B. LSE 2010 S. 27 unten). Auch vermag der Einwand nicht zu überzeugen, dass Verwaltung und Vorinstanz willkürlich auf den Bereich Finanz- und Versicherungsdienstleistungen mit statistisch höheren Löhnen als in den anderen Wirtschaftszweigen des Sektors Dienstleistungen abgestellt hätten. Zunächst ist der Beschwerdeführer, wie bereits dargelegt, im Finanzbereich fachlich hoch qualifiziert, was ihn jedoch nicht ohne Weiteres für die anderen Wirtschaftszweige des Sektors Dienstleistungen befähigt. Es kann der Rüge der Willkür aber auch deshalb nicht gefolgt werden, weil im Bereich Finanz- und Versicherungsdienstleistungen zwischen den Anforderungsprofilen 1+2 (Verrichtung höchst anspruchsvoller und schwierigster Arbeiten beziehungsweise selbstständiger und qualifizierter Arbeiten, in der LSE lohnmässig nicht einzeln aufgeführt) und 4 (einfache und repetitive Tätigkeiten) beträchtliche und im Vergleich zu den anderen Wirtschaftszweigen verhältnismässig deutlich grössere Lohnunterschiede bestehen (vgl. auch die Erläuterungen in LSE 2010 S. 10). So beläuft sich der statistische Durchschnittslohn für die beiden höchsten Anforderungsniveaus, der in etwa auch dem vom Beschwerdeführer vormals tatsächlich erzielten Verdienst entspricht, auf annähernd das Doppelte des Tabellenlohns für das tiefste Anforderungsniveau 4. Es darf davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer eine entsprechend einfachere Tätigkeit trotz der geschilderten motorischen und kognitiven Beeinträchtigungen ohne Weiteres zu bewältigen vermag, dies gerade auch wegen seiner langjährigen Berufserfahrung. Verwaltung und Vorinstanz haben diesen Einschränkungen im Übrigen darüber hinaus mit einem leidensbedingten Abzug Rechnung getragen. Die Anwendung des tieferen Durchschnittslohns des gesamten Sektors Dienstleistungen rechtfertigt sich daher nicht. Zusammengefasst vermögen die letztinstanzlich erhobenen Einwände insgesamt keine offensichtliche Unrichtigkeit oder Rechtsverletzung der vorinstanzlichen Feststellungen zu begründen und ist daher nicht zu beanstanden, dass Verwaltung und Vorinstanz beim Invalideneinkommen auf den Tabellenlohn im Bereich Finanz- und Versicherungsdienstleistungen (TA1 Ziff. 64-66) abgestellt haben. Es ist wie im angefochtenen Entscheid von einem Invaliditätsgrad von 54 Prozent auszugehen.