Citation: 8C_261/2022 E. 4.4

4.4. Entgegen der vorinstanzlichen Auffassung ist zusammenfassend von einem genügend langen beschwerdefreien Intervall auszugehen. Spätestens mit den nunmehr geltend gemachten Beschwerden (chronische zervikogene Kopfschmerzen, chronifiziertes zervikobrachiales, zervikozephales Schmerzsyndrom) liegt daher ein neuer Versicherungsfall vor. Dem steht nicht entgegen, dass der Beschwerdegegner weiterhin an chronischen zervikogenen Kopfschmerzen und einem chronifizierten HWS-Schmerzsyndrom leidet, zumal ein degeneratives Geschehen unbestritten ist. So wies Dr. med. H.________, der in seinem Bericht vom 12. Juni 2013 eine zervikozephale Funktionsstörung feststellte (mit Einbezug der Brustwirbelsäule und des Schultergürtels), darauf hin, dass eine MRI-Untersuchung vom 29. Dezember 2011 degenerative Veränderungen in Form einer Osteochondrose der gesamten HWS ergab mit neuroforaminalen Einengungen in diversen Segmenten linksbetont mit Kompression oder Reizung der Nervenwurzeln C3 bis C7 sowie C6 und C7 rechts. Dass die Beschwerdeführerin den Fall nie rechtskräftig abgeschlossen und über Jahre Leistungen erbrachte sowie eine Integritätsschadenrente von 2.5 % zusprach, ändert daran mit Blick auf die hier zu beurteilende Frage der Haftung nach Art. 5 oder Art. 6 MVG im Übrigen nichts.