Citation: 7B_262/2022 E. 3.4

3.4. Die strafrechtliche Verurteilung der Beschwerdeführerin stützt sich auf den im Tatzeitpunkt geltenden Art. 3a Abs. 1 Covid-19-Verordnung besondere Lage. Diese Bestimmung schrieb vor, dass Reisende in Fahrzeugen des öffentlichen Verkehrs wie Zügen, Strassenbahnen, Bussen, Schiffen, Luftfahrzeugen und Seilbahnen eine Gesichtsmaske zu tragen hatten. Sie zielte damit offensichtlich auf den Schutz der öffentlichen Gesundheit ab. Die Beschwerdegegnerin, welche rein betriebliche Interessen ins Feld führt, ist damit aber nicht Trägerin des strafrechtlich geschützten oder zumindest mitgeschützten Rechtsguts. Sie war folglich nicht befugt, im Strafverfahren gegen die Beschwerdeführerin adhäsionsweise Zivilansprüche geltend zu machen. Der angefochtene Entscheid ist im Zivilpunkt aufzuheben.