Citation: C 157/00 28.03.2002 E. 6

6.- a) aa) Die Arbeitslosenkasse führte zur Begründung der Rückforderung - gestützt auf Art. 40c (recte: 40b) AVIV - aus, ab Beginn der neuen Rahmenfrist am 29. Oktober 1998 habe sie bis Ende November 1998 Taggelder (Taggeldhöhe 80%) auf dem Arbeits-/Vermittlungsfähigkeitsgrad von 60 % ausbezahlt, was einem versicherten Verdienst von Fr. 4860.- entsprochen habe. Ab Dezember 1998 sei das Taggeld (Taggeldhöhe 70 %) auf dem versicherten Verdienst von 100 % (= Fr. 8100.-) abgerechnet worden. Da jedoch die Vermittlungsfähigkeit gemäss der Verfügung des AWA vom 17. August 1999 ab 29. Oktober 1998 60 % betragen habe, müsse das Taggeld auch in der Zeit von Dezember 1998 bis April 1999 auf einem versicherten Verdienst von 60 % (= Fr. 4860.-) berechnet werden (Verfügung vom 25. August 1999). bb) Die Vorinstanz legt im Wesentlichen dar, da sie die Verfügung des AWA betreffend Vermittlungsfähigkeit vom 17. August 1999 aufgehoben habe, fehle es der gestützt darauf erlassenen Rückforderungsverfügung vom 25. August 1999 an der erforderlichen Grundlage. Die Feststellung der vollen Vermittlungsfähigkeit ab 29. Oktober 1998 bedeute indessen nicht, dass der Versicherte als zu 100 % arbeitsfähig gelte. Aus den Akten ergebe sich zwar, dass ihm die IV-Stelle am 15. Dezember 1998 (recte: 21. Januar 1999) mitgeteilt habe, die Invalidenrente werde aufgehoben. Dagegen habe er jedoch opponiert, weshalb er während der laufenden IV-Abklärungen weiterhin die ganze Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von 69 % bezogen habe. Demnach habe eine Resterwerbsfähigkeit von 31 % bestanden. Diese Vorgaben der Invalidenversicherung blieben verbindlich, solange kein anderer Rentenentscheid ergehe. Das Arbeitslosentaggeld sei mit den fliessenden Leistungen der Invalidenversicherung zu koordinieren, weshalb die Sache an die Verwaltung zurückzuweisen sei, damit sie über die Rückforderung revisionsweise neu befinde. b) aa) Es steht fest, dass der Beschwerdeführer seit 1. Dezember 1995 eine halbe Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von 50% (Verfügung der IV-Stelle des Kantons Zug vom 26. August 1996) und seit 1. Oktober 1996 eine ganze Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von 69 % bezog (Verfügung der IV-Stelle des Kantons Thurgau vom 15. April 1998). Am 20. Oktober 1998 reichte er ein Revisionsgesuch ein, in welchem er geltend machte, er könne mehr arbeiten und brauche nunmehr eine halbe oder bestenfalls sogar nur eine Viertelsrente. Nachdem ihm die IV-Stelle mit Vorbescheid vom 21. Januar 1999 eröffnet hatte, die bisherige Rente werde rückwirkend per Ende September 1997 aufgehoben, opponierte er hiegegen, worauf ihm die ganze Rente bei einem Invaliditätsgrad von 69 % während des Revisionsverfahrens weiterhin ausgerichtet wurde (Schreiben der IV-Stelle vom 31. Mai 1999). Ab 25. August 1999 wurden ihm von der Invalidenversicherung Taggelder für eine Umschulung zum Screendesigner zugesprochen, welche im November 1999 wegen Überforderung und gesundheitlich bedingten Absenzen scheiterte. Ab 1. Dezember 1999 wurde dem Versicherten wieder die ganze Invalidenrente aufgrund eines Invaliditätsgrades von 69 % ausgerichtet (Vorbescheid der IV-Stelle vom 14. Januar 2000). Mit Verfügung vom 23. Juni 2000 lehnte die IV-Stelle seine Begehren um Durchführung einer medizinischen Abklärung und revisionsweise Herabsetzung der Invalidenrente ab. Die vom Versicherten hiegegen erhobene Beschwerde wies das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen mit in Rechtskraft erwachsenem Entscheid vom 24. Oktober 2000 ab. bb) Nach dem Gesagten ist der Beschwerdeführer seit 1. Dezember 1995 in rentenbegründendem Ausmass invalid. Bei dieser Sachlage ist er im Sinne von Art. 15 Abs. 2 AVIG dauernd und erheblich in seiner Arbeits- und Vermittlungsfähigkeit beeinträchtigt (BGE 126 V 127 Erw. 3a; ARV 1995 Nr. 30 S. 173 Erw. 3a/aa, 1991 Nr. 10 S. 95 f. Erw. 3b). In solchen Fällen erfolgt die Koordination mit der Invalidenversicherung nicht nur bezüglich der Vermittlungsfähigkeit (Art. 15 Abs. 2 AVIG, Art. 15 AVIV), sondern auch bezüglich des versicherten Verdienstes (Art. 23 Abs. 1 AVIG in Verbindung mit Art. 40b AVIV) ausgehend vom IV-rechtlich massgebenden Begriff der Erwerbs(un)fähigkeit (ARV 1991 Nr. 10 S. 95 f. Erw. 3b). Die Vorinstanz ging daher im Ergebnis zu Recht davon aus, dass bei der Festsetzung des versicherten Verdienstes für die Zeit ab Dezember 1998 bis April 1999 nicht auf eine Arbeitsfähigkeit von 60 % (Verfügung vom 25. August 1999), sondern auf den Grad der Erwerbsfähigkeit von 31 % abzustellen ist, wie er sich aus der vom Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen rechtskräftig bestätigten Invaliditätsbemessung der Invalidenversicherung ergibt.