Citation: 9C_348/2021 E. 4.2

4.2. Die Beschwerdeführerin macht auch letztinstanzlich geltend, es seien ihr "von heute auf morgen" ohne hinreichende Anpassungs- und Übergangsfrist in Verletzung von Treu und Glauben die verschriebenen Medikamente nicht mehr vergütet worden. Damit dringt sie nicht durch, stellte doch das kantonale Gericht verbindlich fest, dass sie das Schreiben der Beschwerdegegnerin vom 19. Februar 2019 in Kopie erhalten hatte, worin die Leistungseinstellung (per 1. Januar 2019) mitgeteilt worden sei. Den Zugang dieses Schreibens anerkennt denn auch die Versicherte, die spätestens seit dessen Erhalt nicht mehr auf eine Fortsetzung der bisherigen Behandlung zu Lasten der Sanitas vertrauen durfte. Fehl geht sodann der Vorwurf einer von der Vorinstanz verkannten Verletzung des rechtlichen Gehörs durch die Verwaltung. BGE 132 V 368, aus dem sie ableiten will, dass Parteibefragungen nicht in das Einspracheverfahren verlegt werden könnten, besagt das Gegenteil, nämlich (im zweiten Absatz seines Regests) : "Die Abklärung des Sachverhalts und die Gewährung des rechtlichen Gehörs sind klar zu unterscheiden. Die Anhörung der Parteien, welche einen Teilgehalt des Anspruchs auf rechtliches Gehör darstellt, ist im Abklärungsverfahren vor Verfügungen, die durch Einsprache anfechtbar sind, nicht erforderlich. Diesbezüglich enthält das ATSG eine abschliessende Regelung" (Art. 42 ATSG). Soweit die Beschwerdeführerin der Vorinstanz eine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes (Art. 61 lit. c ATSG) vorwirft und verlangt, diese habe ein Gutachten einzuholen "um die Sachlage endlich richtig einschätzen zu können", legt sie weder dar noch ist erkennbar, welche Sachverhaltselemente konkret ihres Erachtens weiterer Abklärung bedürften. Die Rüge ist deshalb nicht zu hören (Art. 42 Abs. 2 BGG). Nichts für ihren Standpunkt abzuleiten vermag sie sodann aus dem Argument, mit ihrer Medikamentenabhängigkeit liege eine schwere gesundheitliche Beeinträchtigung vor, wobei ein Entzug nur langsam und vorsichtig durchführbar und die strittigen Medikamente als Begleitmassnahmen notwendig seien: Dass eine Entzugsbehandlung tatsächlich durchgeführt würde oder in diese Richtung seit Erhalt des Schreibens vom 19. Februar 2019 auch nur schon ernsthafte Bemühungen getätigt worden wären, macht die Beschwerdeführerin weder geltend, noch ist es ersichtlich.