Citation: 8C_377/2023 E. 6.3

6.3. Aus den Angaben im ersten psychiatrischen Gutachten des Dr. med. B.________ geht somit hervor, dass er lediglich eine Tätigkeit im geschützten Rahmen als zumutbar erachtete. Wie die Vorinstanz aber richtig erkannte, ist aufgrund der gutachterlichen Ausführungen nicht nachvollziehbar, weshalb die Beschwerdeführerin auf einen geschützten Arbeitsplatz angewiesen gewesen sein sollte oder weshalb im Rahmen von vier bis sechs Stunden pro Tag nur eine reduzierte Leistung möglich gewesen wäre. Immerhin erachtete der Experte Tätigkeiten in einem kleinen ruhigen Team mit klaren Strukturen als zumutbar. Mit der Vorinstanz ist davon auszugehen, dass der Gutachter einen geschützten Rahmen in erster Linie aufgrund der eingetretenen Dekonditionierung empfohlen hatte. Nach den verbindlichen vorinstanzlichen Feststellungen erachtete auch der damalige behandelnde Psychiater eine Wiedereingliederung im ersten Arbeitsmarkt und in der angestammten kaufmännischen Tätigkeit im Umfang von vorerst 50 bis 60 % als möglich. Vor allem aber kam Dr. med. B.________ insofern auf seine frühere Beurteilung zurück, als er in seinem gerichtlichen Verlaufsgutachten vom 17. November 2022 festhielt, er könne die Einschätzung des RAD-Arztes einer seit 1. August 2015 bestehenden durchschnittlichen 50%igen Arbeitsfähigkeit unterstützen, wobei es im Januar 2019 zu einer Dekompensation gekommen sei. Der psychiatrische Experte bestätigte demnach im Rahmen einer retrospektiven Betrachtung eine 50%ige Arbeitsfähigkeit ab August 2015, was die Beschwerdeführerin zu übersehen scheint.