Citation: 4C.129/2002 03.09.2002 E. 2

Da die Abtretung gültig ist, stellt sich die Frage, ob der Zedentin im Zeitpunkt der Notifikation der Zession noch eine Forderung gegenüber der Beklagten in der Höhe der Abtretung zustand. Die Vorinstanz kam - für das Bundesgericht verbindlich - zum Schluss, diese betrage Fr. 158'464.70 brutto bzw. Fr. 154'500.-- netto. Die Zedentin ihrerseits schulde jedenfalls der Klägerin den geforderten Betrag von Fr. 111'079.60. Die Vorinstanz ging bei der Berechnung der Forderung, die der Zedentin gegenüber der Beklagten noch zustand, vom Brutto- bzw. Nettowerklohn aus, von dem sie die beiden Anzahlungen an die Zedentin, die drei unstrittigen Zessionen sowie einen weitervergebenen Teilauftrag betreffend Storeninstallationen in Abzug brachte. Die Beklagte habe weitere Zahlungen an andere Unternehmer, welche an Stelle der Zedentin hätten beigezogen werden müssen, oder sonstige Gegenforderungen gegenüber der Zedentin weder geltend gemacht noch substanziiert. Zwar gehe aus einer internen Abrechnung der Beklagten vom 22. Oktober 1999 hervor, die Zedentin habe lediglich Arbeiten im Umfang von Fr. 936'968.05 ausgeführt, was zur Folge hätte, dass die Forderung für die effektiv erbrachten Arbeiten - abzüglich Rabatt und Skonto zuzüglich Mehrwertsteuer - durch die geleisteten Zahlungen gedeckt wären. Diese Abrechnung sei jedoch von der Zedentin nirgendwo anerkannt und daher nicht beweiskräftig. Zudem stehe ihr ein Protokoll der Baukommissionssitzung vom 29. April 1997 entgegen, wonach die Zedentin ca. 95% des Materials geliefert habe. Der Umfang ihrer Leistungen habe demnach mehr als die in der Abrechnung festgehaltene Summe betragen müssen. Da dieses Beweisergebnis für das Bundesgericht verbindlich ist, sind die Einwendungen der Beklagten, mit welchen sie ihre Schuldpflicht gegenüber der Zedentin bestreitet, nicht zu hören.