Citation: 9C_376/2016 E. 2.3

2.3. Mit dieser Argumentation scheint der Beschwerdeführer nicht zur Kenntnis nehmen zu wollen, dass die Neuregelung in Art. 9 Abs. 4 AHVG im Sinne einer administrativen Vereinfachung und einheitlichen Gesetzesanwendung bezweckte, die kantonalen Steuerbehörden von der Beitragsaufrechnung und dem entsprechenden Meldeverkehr zu entlasten. Die Ausgleichskassen haben die Beiträge selbst dann aufzurechnen, wenn steuerrechtlich keine Abzüge gewährt wurden oder die steuerrechtlichen Abzüge höher oder tiefer waren als die von der Ausgleichskasse zugelassenen. In Abweichung von der alten Praxis (BGE 111 V 289) muss sich die Ausgleichskasse gerade nicht mehr darum kümmern, ob und was die Steuerbehörde vom gemeldeten Einkommen abgezogen hat; eine stossende Beitragserhebung ist darin nicht zu erblicken (BGE 139 V 537 E. 5.5 S. 545 f.). Dabei können sich die vom Beschwerdeführer aufgezeigten Abweichungen zwischen den in einem Jahr (hier: 2012) verbuchten AHV-Beiträgen von den aus der Neuregelung resultierenden namentlich aus periodenfremden Buchungen oder Aufrechnungen der Steuerbehörden ergeben. Diese Konsequenz ist hinzunehmen, hat sie doch der Gesetzgeber bei der von ihm angestrebten Vereinfachung der Arbeitsabläufe bewusst in Kauf genommen (BGE 139 V 537 E. 5.4 S. 545 mit Hinweis; vgl. Rz. 1170.2 WSN in der ab 1. Januar 2015 geltenden Fassung; vgl. auch BGE 141 V 433). Die vom Beschwerdeführer angesprochenen mathematischen Schwierigkeiten werden in der Rechnungslegung über das Instrument der "Rückstellungen" gelöst. Diese sind zulässig für Verpflichtungen, die im Geschäftsjahr bestehen, deren Höhe aber noch nicht genau bekannt ist (Art. 32 Abs. 2 lit. a und Art. 34 Abs. 1 des Steuergesetzes des Kantons Bern vom 21. Mai 2000 [StG; BSG 661.11]; von der Steuerverwaltung des Kantons Bern für natürliche Personen mit selbstständiger Erwerbstätigkeit herausgegebene Zusatz-Wegleitung 2015 zum Ausfüllen der Formulare [Kantons- und Gemeindesteuern, Direkte Bundessteuer] S. 15 Ziff. 260). Derartige Rückstellungen sind selbst im Falle fehlender Buchführungspflicht zulässig (vgl. in der Zusatz-Wegleitung 2015 S. 31 enthaltenes Hilfsblatt zum Ausfüllen von Formular 9). Was im Übrigen die Notwendigkeit eines Belegs anbelangt, kann ein solcher basierend auf einer sachgerechten Schätzung erstellt werden.