Citation: 8C_442/2024 E. 4.2

4.2. Die Beschwerdeführerin beruft sich dagegen darauf, dass sie - wenn auch nicht auf der Intensivstation - durch ihre Pflegetätigkeit mit infizierten Patienten und dabei mit Haut, Ausscheidungen und kontaminierten Materialien und Oberflächen, aber auch mit dem übrigen Pflegepersonal unmittelbar in Kontakt gekommen und damit dem berufstypischen Risiko in einem Spital ausgesetzt und gefährdet gewesen sei. Mit dem Hinweis insbesondere auf die vermeintlich fixe Inkubationszeit, bei der es sich indessen lediglich um einen statistischen Durchschnittswert handle, lasse sich die Leistungspflicht des Unfallversicherers nicht ausschliessen. Gleiches gelte für die von der Vorinstanz angenommene Infektiosität und schliesslich auch die Annahme, dass lediglich ein einziger, am 27. Januar 2022 betreuter Patient für die Ansteckung in Frage gekommen sei. Die Beschwerdeführerin schildert unter anderem einen Kontakt mit einer positiv getesteten Patientin am 21. Januar 2022. Sie habe damals einer Kollegin aushelfen müssen, weil die Patientin aggressiv geworden sei und gehustet und gespuckt habe. Die Beschwerdeführerin habe sie festhalten müssen, während ihre Kollegin ihr ein Benzodiazepin als Beruhigungsmittel (Midazolam) verabreicht habe. Entgegen der Beschwerdegegnerin müsse angesichts des Kontakts mit Covid-19-Patienten im Spital die Vermutung greifen, dass sie, die Beschwerdeführerin, sich am Arbeitsplatz infiziert habe. Weitere beweismässige Voraussetzungen wie insbesondere ein Ansteckungsnachweis im Einzelfall gestützt auf eine mutmassliche Inkubationszeit bestünden nicht für die Leistungspflicht des Unfallversicherers.