Citation: 2A.235/2001 23.07.2001 E. 3

3.- a) Nach Art. 7 Abs. 1 dritter Satz ANAG erlischt der Anspruch auf Aufenthaltsbewilligung, wenn ein Ausweisungsgrund vorliegt. Gemäss Art. 10 Abs. 1 lit. a ANAG kann ein Ausländer aus der Schweiz ausgewiesen werden, wenn er wegen eines Verbrechens oder Vergehens gerichtlich bestraft wurde. Die Ausweisung darf jedoch nur ausgesprochen werden, wenn sie nach den gesamten Umständen angemessen, d.h. verhältnismässig, erscheint (Art. 11 Abs. 3 ANAG). Hierbei sind vor allem die Schwere des Verschuldens des Ausländers, die Dauer seiner Anwesenheit in der Schweiz und die ihm und seiner Familie drohenden Nachteile zu berücksichtigen (Art. 16 Abs. 3 ANAV). Eine vergleichbare Interessenabwägung setzt im Übrigen gemäss Art. 8 Ziff. 2 EMRK - bzw. neuerdings Art. 36 in Verbindung mit Art. 13 BV - auch ein Eingriff in das Recht auf Achtung des Familienlebens voraus (vgl. BGE 122 II 1 E. 2 S. 5 f., mit Hinweisen). b) Der Beschwerdeführer ist wegen Betäubungsmitteldelikten zu drei Jahren Zuchthaus und zu zehn Monaten Gefängnis verurteilt worden. Die Grenze von zwei Jahren Freiheitsstrafe, die in der Praxis unter gewissen Voraussetzungen als Richtlinie für die Erteilung oder Verweigerung von Anwesenheitsbewilligungen bei mit Schweizern verheirateten Ausländern Anwendung findet (BGE 120 Ib 6 E. 4b S. 14; so genannte Zwei-Jahres-Regel), ist damit klar überschritten. Es besteht - wie der Beschwerdeführer selber anerkennt - ein erhebliches öffentliches Interesse an seiner Entfernung und Fernhaltung aus der Schweiz. Dass der Vollzug der strafrechtlichen Landesverweisung probeweise aufgeschoben worden ist, ändert daran nichts (vgl. BGE 125 II 105 E. 2b S. 107 f., mit Hinweisen). c) Der Beschwerdeführer beruft sich im Wesentlichen auf einen Entscheid aus dem Jahre 1996, mit dem das Bundesgericht das Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartement eingeladen hatte, die Zustimmung zu einer Aufenthaltsbewilligung zu erteilen (unveröffentlichtes Urteil vom 16. Dezember 1996 i.S. Berger-Milosevic). Dieser Fall betraf eine wegen Drogenhandels verurteilte Jugoslawin, die mit einem - ebenfalls wegen Drogenhandels verurteilten - Schweizer Bürger verheiratet war. Der Beschwerdeführer kann aus diesem Präjudiz - bei dem es gemäss den Erwägungen des Bundesgerichts um einen "Grenzfall" ging - nichts zu seinen Gunsten ableiten. Sein Fall unterscheidet sich in objektiver Hinsicht schon dadurch, dass er, anders als die Beschwerdeführerin im Vergleichsfall, zweimal wegen Drogenhandels verurteilt worden ist, wobei seine Strafe insgesamt 46 Monate beträgt (gegenüber 30 Monaten im Vergleichsfall). Zudem war der Beschwerdeführer im Zeitpunkt, als er (unter einem neuen Namen) die Aufenthaltsbewilligung gemäss Art. 7 ANAG erhielt (bzw. erschlich), mit einer Einreisesperre und einer rechtskräftigen strafrechtlichen (unbedingt ausgesprochenen) Landesverweisung belegt. Bei korrekter Information der Behörde wäre ihm trotz der eingegangenen Heirat mit einer Schweizerin keine Aufenthaltsbewilligung erteilt worden (vgl. BGE 124 II 289 E. 3 S. 291). Schon dies hätte genügt, um die Aufenthaltsbewilligung nach Art. 9 Abs. 2 lit. a ANAG zu widerrufen. Nachdem er in der Folge wiederum massiv straffällig geworden ist, besteht kein Anlass, von der fraglichen "2-Jahres-Regel" (vgl. E. 3b) abzuweichen. Die vom Verwaltungsgericht vorgenommene Abwägung der berührten Interessen erscheint in allen Punkten bundesrechtskonform und hält auch vor Art. 8 EMRK stand. Namentlich kann dem Gericht nicht vorgeworfen werden, das Ergebnis werde den schützenswerten privaten Interessen der Ehefrau nicht gerecht (vgl. S. 7, 15 und 16 der Beschwerdeschrift): Das Verwaltungsgericht hat die mit der Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung verbundenen Härten für die Ehefrau sorgfältig mit abgewogen (vgl. S. 8 des angefochtenen Entscheides). Sodann führt eine allfällige Unzumutbarkeit der Ausreise für die hier lebenden Angehörigen nicht zwingend für sich allein zur Unzulässigkeit einer Bewilligungsverweigerung (BGE 122 II 1 E. 2 S. 6). Zwar mag allenfalls vorliegend die Ausreise der hier lebenden schweizerischen Ehefrau nicht zumutbar sein, doch ändert dies angesichts der wiederholten schweren Straffälligkeit ihres Ehemannes nichts daran, dass die öffentlichen Interessen an der Nichtverlängerung der (im Übrigen erschlichenen) Aufenthaltsbewilligung die privaten Interessen des Beschwerdeführers überwiegen.