Citation: U 189/04 22.02.2005 E. 3.2

3.2.1 Die in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde erhobenen Einwände vermögen daran nichts zu ändern. Soweit die bereits im vorinstanzlichen Prozess entkräfteten Rügen wiederholt werden, kann auf die zutreffenden Erwägungen im angefochtenen Entscheid verwiesen werden. 3.2.2 Wie schon im Verfahren vor dem kantonalen Gericht weist die Versicherte auch letztinstanzlich auf sprachlich bedingte Verständigungsschwierigkeiten zwischen ihr und Dr. med. E.________ hin. Diesen sprachlichen Barrieren sei es zuzuschreiben, dass der Hausarzt offenbar erstmals Mitte 2001 vom Stromunfall erfahren habe. Auf seine Aussagen dürfe nicht abgestellt werden. Ebenso wenig seien die Aktengutachten der SUVA-Ärzte Dr. med. V.________, Facharzt FMH für Chirurgie, vom 20. November 2002, welcher sich bei seiner Beurteilung in erster Linie auf die Stellungnahmen des Dr. med. E.________ stütze, und Dr. med. H.________, Neurologe, University School of Medicine Y.________, vom 23. Juli 2003 zu berücksichtigen. Es ist der Vorinstanz beizupflichten, dass sich aus der Aussage des Hausarztes, wonach die Exploration verbal äusserst schwierig gewesen sei, nicht ableiten lässt, er habe die Versicherte überhaupt nicht verstanden und deswegen den medizinischen Sachverhalt im Wesentlichen nicht erfasst. Aus den medizinischen Akten geht hervor, dass die notwendigen spezialärztlichen Untersuchungen veranlasst wurden, daraus aber keine vollständige Erklärung für die Ursache(n) der geklagten Beschwerden gewonnen werden konnte, was den Hausarzt schliesslich zur Diagnose einer somatoformen Schmerzstörung führte. Mit dem kantonalen Gericht ist anzunehmen, dass er wohl nicht aus sprachlichen Gründen erst Mitte 2001 vom Stromvorfall erfuhr, sondern eher, weil die Beschwerdeführerin den Unfall selber als nicht erwähnenswert erachtete. Die weitere Rüge, auf die Einschätzungen der Dres. med. V.________ und H.________ könne auch nicht abgestellt werden, weil sie keine eigenen Untersuchungen und Abklärungen vorgenommen hätten, ist ebenfalls unbegründet. Die SUVA-Ärzte äusserten in ihren Berichten vom 20. November 2002 und 23. Juli 2003 die Ansicht, das sehr unspezifische und heterogene, wechselnden Diagnosen zugeordnete Beschwerdebild lasse sich mit einer somatoformen Schmerzstörung vereinbaren und könne ursächlich nicht mit ausreichender Wahrscheinlichkeit auf den Stromunfall zurückgeführt werden. Sie erstatteten ihre Stellungnahmen in Kenntnis der medizinischen Akten, die ein vollständiges Bild über Anamnese, Verlauf und Status ergaben. Überdies standen ihnen genügend Arztberichte zur Verfügung, die auf Grund persönlicher Untersuchungen der Beschwerdeführerin verfasst worden waren. Die Voraussetzungen, unter denen auf ein Aktengutachten abgestellt werden kann, sind damit erfüllt (RKUV 1988 Nr. U 56 S. 370 Erw. 5b mit Hinweisen auf die Literatur, bestätigt in den Urteilen A. vom 5. Dezember 2003, U 330/02, und M. vom 26. November 2003, U 312/02). Das im vorinstanzlichen Verfahren von der Versicherten eingereichte Schreiben des Dr. med. L.________, Physikalische Medizin FMH, speziell Rheumaerkrankungen, vom 27. Februar 2004, worin ohne Begründung angegeben wird, es bestehe eine unfallbedingte generalisierte Fibromyalgie und zusätzlich ohne Zweifel auch eine somatoforme Schmerzstörung, bildet daher keinen Anlass, von den schlüssigen und nachvollziehbaren Stellungnahmen der Dres. med. V.________ und H.________ abzuweichen. Im klinisch-psychologischen Bericht vom 21. Mai 2004 vertritt die Psychologin Frau A.________ die Ansicht, Depression, Panikattacken und die Schmerzen seien im Sinne einer posttraumatischen Belastungsstörung Folgeerscheinungen des Unfalls, weil die Versicherte bis zum Unfallereignis anamnestisch psychisch und physisch gesund gewesen sei. Demzufolge begründet sie ihre Einschätzung einer unfallbedingten vollständigen Arbeitsunfähigkeit einzig mit der im unfallversicherungsrechtlichen Bereich untauglichen Formel "post hoc ergo propter hoc" (vgl. BGE 119 V 341 f.), womit ihrer Meinung ebenfalls keine entscheidende Bedeutung zukommen kann. Weil auf den Unfall zurückzuführende somatische Beschwerden gestützt auf den gut dokumentierten medizinischen Sachverhalt zu verneinen sind, besteht kein Anlass zu ergänzenden Beweisvorkehren (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 124 V 94 Erw. 4b; RKUV 2003 Nr. U 473 S. 50 Erw. 3.4). Ob eine psychische Gesundheitsstörung mit Krankheitswert vorliegt und diese als natürliche Folge des versicherten Unfalles zu qualifizieren ist, kann schliesslich offen bleiben, da nach den zutreffenden Erwägungen im Einspracheentscheid, auf welchen die Vorinstanz diesbezüglich verweist, jedenfalls die Adäquanz des Kausalzusammenhangs nicht gegeben ist.