Citation: 6B_678/2021 E. 4.5

4.5. Die Vorinstanz erblickt die Bereicherung des Beschwerdegegners 2 im vorliegenden Fall im Erwerb der Liegenschaft Nr. xxx in U.________ auf seinen Namen anstelle auf denjenigen der D.________ AG (angefochtenes Urteil S. 85). Dabei nimmt sie an, die Absicht unrechtmässiger Bereicherung beim Tatbestand der qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesorgung gemäss Art. 158 Ziff. 1 Abs. 3 StGB sei im Sinne eines eigentlichen Handlungszieles zu verstehen. Dieser Auffassung, für welche sich die Vorinstanz im Wesentlichen auf eine in der Lehre vertretene Meinung stützt (angefochtenes Urteil S. 83 f.; vgl. NIGGLI/RIEDO, in: Basler Kommentar, Strafrecht II, 4. Aufl. 2019, N. 73 Vor Art. 137; MARCEL ALEXANDER NIGGLI, ebenda, Art. 158 N. 140) steht indes die ständige bundesgerichtliche Rechtsprechung entgegen. Die Rechtsprechung legt das in Art. 158 Ziff. 1 Abs. 3 StGB vorausgesetzte Tatbestandselement der Absicht unrechtmässiger Bereicherung seit je weit aus und lässt auch die Eventualabsicht genügen (BGE 142 IV 346 E. 3.2 a.E.; Urteile 6B_511/2020 vom 10. März 2021 E. 2.4.2; 6B_940/2019 vom 6. Mai 2020 E. 2.1; 6B_447/2011 vom 27. Juli 2012 E. 3.3 mit weiteren Nachweisen). Entgegen der Auffassung der Vorinstanz liegt Bereicherungsabsicht somit nicht nur vor, wenn die Tathandlung mit dem direkten Ziel erfolgt ist, sich oder einen anderen zu bereichern. Das angefochtene Urteil verletzt insofern Bundesrecht. Die Vorinstanz wird sich in ihrem neuerlichen Entscheid mit dieser Frage noch einmal zu befassen haben. Dabei ist darauf hinzuweisen, dass sie sich im angefochtenen Urteil in Bezug auf den subjektiven Tatbestand nicht festgelegt, sondern lediglich erwogen hat, dass auf der Grundlage der festgestellten Tatsachen eventualvorsätzliches Handeln in Betracht fällt. Auch in Bezug auf die Bereicherungsabsicht hat die Vorinstanz lediglich angenommen, die Bereicherung könne "höchstens als eventualvorsätzlich eingestuft werden" (angefochtenes Urteil S. 85). Die Vorinstanz wird demnach prüfen müssen, ob bei der vorliegenden Konstellation hinsichtlich des gesamten subjektiven Tatbestandes tatsächlich von einem Eventualvorsatz bzw. einer Eventualabsicht auszugehen ist.