Citation: I 570/02 19.03.2003 E. 1

Der Beschwerdeführer lässt vorab geltend machen, die Verwaltung habe nach dem Grundsatz von Treu und Glauben (Art. 9 BV) für die beantragten Leistungen aufzukommen. 1.1 Der vormals aus Art. 4 aBV abgeleitete und nunmehr in Art. 9 BV verankerte Grundsatz von Treu und Glauben verleiht einer Person Anspruch auf Schutz des berechtigten Vertrauens in behördliche Zusicherungen oder sonstiges, bestimmte Erwartungen begründendes Verhalten der Behörden (BGE 126 II 387 Erw. 3a mit Hinweisen). Er bedeutet unter anderem, dass falsche Auskünfte von Verwaltungsbehörden unter bestimmten Voraussetzungen eine vom materiellen Recht abweichende Behandlung des Rechtsuchenden gebieten (BGE 127 I 36 Erw. 3a, 121 V 66 Erw. 2a, je mit Hinweisen). Darüber hinaus hat die Verwaltung jedes Verhalten zu unterlassen, welches geeignet ist, eine Person in einen Irrtum zu versetzen, und darf aus eigenem Fehlverhalten keine Vorteile ziehen. Dabei ist das Verhalten der Behörde nach objektiven Kriterien zu beurteilen (BGE 121 I 183 Erw. 2a mit Hinweisen; Beatrice Weber-Dürler, Vertrauensschutz im öffentlichen Recht, Basel 1983, S. 40 f. und 79 f.). 1.2 Der Beschwerdeführer behauptet nicht, die Verwaltung habe ihm eine den Vertrauensschutz begründende falsche Auskunft erteilt (BGE 124 V 220 Erw. 2b mit Hinweisen), noch macht er geltend, sie sei einer ihr obliegenden behördlichen Aufklärungs- oder Informationspflicht (BGE 121 V 30 Erw. 1b mit Hinweisen; RKUV 2000 Nr. K 126 S. 223 und K 133 S. 291 f. Erw. 2a sowie U 387 S. 272) nicht nachgekommen. Er bringt stattdessen vor, die IV-Stelle habe die streitigen Leistungen zu erbringen, weil sie nicht innert nützlicher Frist über das Begehren entschieden habe. Sie wäre verpflichtet gewesen, ihm Mitteilung zu machen, dass sie zu einer Abklärung des Leistungsanspruchs bis anfangs Januar 2000 nicht in der Lage sei, sodass er die Anmeldung bei der Hotelfachschule noch rechtzeitig hätte zurückziehen können. Mangels einer solchen Mitteilung sei ein qualifiziertes Schweigen anzunehmen, welches den Vertrauensschutz nach sich ziehe. Dieser Auffassung kann nicht gefolgt werden. Zunächst ist festzustellen, dass der Entscheid des Beschwerdeführers, eine Ausbildung im Hotelfach zu absolvieren, im Zeitpunkt der Anmeldung bei der Invalidenversicherung (16. Juli 1999) bereits getroffen und die Anmeldung bei der Hotelfachschule Y.________ erfolgt war. Am 24. August 1999 hat der Beschwerdeführer den zweijährigen Schulvertrag mit Beginn ab Januar 2000 unterzeichnet. Die Schulgeldrechnung datiert vom 30. September 1999 und wurde vom Vater des Beschwerdeführers bezahlt. Am 25. November 1999 schloss der Beschwerdeführer zusätzlich einen Arbeitsvertrag für das Promotionspraktikum 2000 an der Hotelfachschule ab. Bei der Anmeldung vom 16. Juli 1999 ging es damit von vornherein lediglich um die Kostenübernahme einer vom Versicherten bereits in die Wege geleiteten beruflichen Eingliederung. Der Beschwerdeführer hat wegen der geltend gemachten Unterlassung der Verwaltung keine nachteiligen Dispositionen getroffen, nachdem er sich bereits zuvor für die Ausbildung an der Hotelfachschule entschieden hatte. Der Schulvertrag sah vor, dass eine Kündigung nur bis sechs Monate vor Schulbeginn erfolgen kann und bei einem späteren Rücktritt das Unterrichtsgeld verfällt, sofern der Ausbildungsplatz nicht neu vergeben werden kann. Die Feststellung des Beschwerdeführers, dass er bei einem Entscheid über das Leistungsbegehren bis anfangs Januar 2000 die Anmeldung rechtzeitig hätte zurückziehen können, wird damit zumindest relativiert. Im Übrigen behauptet der Beschwerdeführer nicht, dass er sich zufolge des Verhaltens der Verwaltung in einem Irrtum über die Leistungspflicht der Invalidenversicherung für die streitige berufliche Massnahme befand. Für eine Bejahung des Anspruchs im Lichte des Grundsatzes von Treu und Glauben fehlen daher die Voraussetzungen.