Citation: 5A_625/2023 E. 3.4.4

3.4.4. Soweit der Beschwerdeführer rügt, dass der Tochter keine Kindesvertretung bewilligt worden ist, obwohl die Voraussetzungen von Art. 299 ZPO vorgelegen hätten, legt er nicht dar, dass er diese Rüge bereits vor Vorinstanz vorgetragen hat und solches ergibt sich auch nicht aus dem angefochtenen Urteil. Entscheidet die letzte kantonale Instanz - wie hier - entsprechend dem Grundsatz von Art. 75 Abs. 1 und 2 BGG als Rechtsmittelinstanz, so ist die Ausschöpfung des Instanzenzugs unerlässliche Voraussetzung für die Zulässigkeit der Beschwerde ans Bundesgericht. Letztinstanzlichkeit bedeutet, dass für eine Rüge, zu der nicht erst der letztinstanzliche Entscheid Anlass gibt, der kantonale Instanzenzug nicht nur formell durchlaufen, sondern auch materiell erschöpft werden soll (BGE 143 III 290 E. 1.1). Auf neu vorgetragene Rügen, die bereits vor Vorinstanz hätten vorgetragen werden können, wie dies vorliegend hinsichtlich der fehlenden Anordnung einer Vertretung des Kindes gemäss Art. 299 ZPO der Fall ist, tritt das Bundesgericht nicht ein. Im Übrigen begründet der Beschwerdeführer die Verletzung von Art. 299 ZPO ohnehin mit Tatsachen (Aussagen im kinderpsychologischen Bericht von E.________ vom 7. Januar 2021), die in der Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz keine Grundlage haben (vgl. vorne E. 2.2). Soweit er vorbringt, eine Vertretung des Kindes sei gemäss Art. 299 Abs. 2 Ziff. 4 ZPO insbesondere zu prüfen, wenn die Eltern unterschiedliche Anträge zu den Betreuungsanteilen stellen, zeigt er nicht auf, inwiefern die Vorinstanz diese Bestimmung verletzt haben soll. In den in Art. 299 Abs. 2 ZPO geregelten Fällen besteht lediglich eine Prüfungspflicht des Gerichts und ist die Anordnung einer Kindesvertretung keineswegs zwingend, sondern steht sie vielmehr im Ermessen des Gerichts; das Gericht muss diesbezüglich auch keinen formellen Entscheid treffen (vgl. Urteile 5A_400/2015 vom 25. Februar 2016 E. 2.3, nicht publiziert in: BGE 142 III 197, aber in: FamPra.ch 2016 S. 772; 5A_744/2013 vom 31. Januar 2014 E. 3.2.3, in: FamPra.ch 2014 S. 438).