Citation: 5A_616/2017 E. 6

Das am 16. Februar 2017 an die PostFinance versandte Schreiben, wonach das Konto des Beschwerdeführers bis zum Höchstbetrag von Fr. 5'000.-- gesperrt zu halten sei, hat - wie bereits die Vorinstanzen zutreffend festgehalten haben - eindeutig eine vor dem Pfändungsvollzug getroffene sichernde Massnahme gemäss Art. 99 SchKG zum Inhalt, welche vom Betreibungsamt gegenüber der PostFinance als Drittschuldnerin korrekterweise auch als solche bezeichnet worden ist (vgl. Sachverhalt Buchstabe A.a). Der Beschwerdeführer begründet die geltend gemachte Nichtigkeit damit, dass das Betreibungsamt mit der beanstandeten Kontosperre in rechtsmissbräuchlicher Weise seine Kompetenzen überschritten habe. Das Vorbringen ist unbegründet. Auch wenn Sicherungsmassnahmen im Sinne von Art. 98 ff. SchKG grundsätzlich eine gültig vollzogene Pfändung (bzw. eine provisorische Pfändung oder einen Arrest) voraussetzen (BGE 134 III 177 E. 3.3), können nach herrschender Lehre sowie gefestigter und kürzlich bestätigter bundesgerichtlicher Rechtsprechung bei Dringlichkeit schon vor dem Pfändungsvollzug sichernde Massnahmen getroffen werden (BGE 142 III 643 E. 2.1; 115 III 41 E. 2; 107 III 67 E. 2; SCHLEGEL/ZOPFI, in: Kommentar zum Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs, Kren Kostkiewicz/Vock [Hrsg.], 4. Aufl. 2017, N. 3 zu Art. 99 SchKG; ANDRÉ E. LEBRECHT, in: Basler Kommentar, Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs, Bd. I, 2. Aufl. 2010, N. 9 zu Art. 99 SchKG; NICOLAS DE GOTTRAU, in: Commentaire romand, Poursuite et faillite, 2005, N. 9 zu Art. 99 SchKG). Qualifizierte Gründe, welche die angeordnete Kontosperre - eine Amtshandlung im Sinne von Art. 17 SchKG, gegen welche Beschwerde geführt werden kann (BGE 142 III 643 E. 3.1 und 3.2) - als geradezu nichtig im Sinne von Art. 22 SchKG erscheinen lassen könnten, sind vorliegend entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers nicht ersic htlich. Namentlich kann die Berechnung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums erst beim Pfändungsvollzug erfolgen, bei welchem der Beschwerdeführer persönlich zugegen sein muss und die notwendigen Angaben zu machen haben wird (vgl. Urteil 7B.182/2003 vom 21. Oktober 2003 E. 3.2). Es hätte dem Beschwerdeführer daher oblegen, sich dem Pfändungsvollzug umgehend zu stellen und vom Betreibungsamt dabei die Entlassung von Beträgen aus der Kontosperre zu verlangen, sofern er der Meinung war, dass ein Eingriff in sein Existenzminimum vorliege.