Citation: I 452/04 16.02.2005 E. 2

2.1 In medizinischer Hinsicht gelangten Verwaltung und Vorinstanz zum Ergebnis, der Beschwerdeführer könne die früher verrichteten Tätigkeiten als Schweisser und als Chauffeur nicht mehr ausüben. Demgegenüber sei er in Bezug auf leichtere Tätigkeiten ohne Heben und Tragen schwerer Lasten und ohne monoton einzunehmende Sitz- oder Stehpositionen zu 50 % arbeitsfähig. Die kantonale Rekurskommission stützte sich dabei in erster Linie auf das Gutachten des Medizinischen Zentrums X._______ vom 8. November 2002. Der Beschwerdeführer wendet sich gegen diese Beweiswürdigung. Er macht insbesondere geltend, anlässlich des Aufenthaltes in der Reha-Klinik C.________ (vom 22. November bis 22. Dezember 2000) seien eine unfallfremd vorbestehende koronare Herzkrankheit und arterieller Hypotonus bei deutlicher Adipositas festgestellt worden, welche nach Beurteilung der Ärzte den therapeutischen Verlauf komplizieren würden und sich somit ganz offensichtlich auf die Arbeitsfähigkeit auswirkten. Die durch das Medizinische Zentrum X._______ angegebene Restarbeitsfähigkeit von 50 % in einer angepassten Tätigkeit beziehe sich dagegen nur auf die rheumatologische Diagnose und erfasse die genannten, zusätzlichen gesundheitlichen Beeinträchtigungen nicht. Auch der regionale ärztliche Dienst der IV (RAD) habe festgestellt, dass die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zu 50 % als Folge des Rückenleidens festgestellt worden sei. Daraus müsse geschlossen werden, dass auch der regionalärztliche Dienst die Auffassung vertrete, im Gutachten des Medizinischen Zentrums X._______ seien die Auswirkungen der koronaren Herzkrankheit auf die Arbeitsfähigkeit nicht berücksichtigt worden. Hinzu komme, dass neuere ärztliche Stellungnahmen eine erhebliche zusätzliche Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit dokumentierten. 2.2 Das Gutachten des Medizinischen Zentrums X._______ beruht auf dem Studium der Vorakten sowie einer multidisziplinären Untersuchung, welche am 24. September 2002 durchgeführt wurde. Gestützt darauf werden folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit gestellt: - Chronifizierter lumbosakraler Bewegungs- und Belastungsschmerz bei subtotaler Osteochondrose mit degenerativer Olisthesis Meyer- ding Grad 1 L5/S1 und korrespondierender Spondylarthrose sowie spondylogene Pseudo-Hypästhesie am rechten lateralen Bein. - Koronare Herzkrankheit mit Status nach Vorderwandinfarkt mit PTCA und Stentimplantation und mittelschwer eingeschränkter systolischer linksventrikulärer Funktion mit einer EF von 40 % sowie ein Vorderwandspitzen-Aneurysma mit Herzspitzen-Thrombus. Weiteren Diagnosen wird kein Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zugeschrieben. Die Ärzte des Medizinischen Zentrums X._______ gehen von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit des Versicherten in seinen angestammten Berufen als Schweisser und Chauffeur aus. Für leichtere Tätigkeiten ohne Heben und Tragen von schweren Lasten und ohne monoton einzunehmende Sitz- oder Stehpositionen beziffern sie die Arbeitsfähigkeit auf 50 %, da im Bereich der Wirbelsäule auf Höhe L5/S1 erhebliche degenerative Veränderungen bestünden, die bei Ausführung einer schweren Tätigkeit zu einer Schmerzprogredienz führten. Zudem könne aufgrund der diversen Laparotomien mit rezidivierenden Narbenhernien keine Arbeit aufgenommen werden, welche mit Betätigung der Bauchpresse verbunden ist (zum Beispiel Armbewegungen mit Hebelwirkung oder Pressvorgängen). Die koronare Herzkrankheit wird in der Gesamtbeurteilung als Diagnose mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit genannt. Die kardiologische Untersuchung des Herz- und Neurozentrums Y.________ vom 22. August 2002, auf welche sich der Beschwerdeführer beruft, hat das Medizinische Zentrum X._______ ausdrücklich erwähnt. Die Beurteilung durch das Medizinische Zentrum X._______ umfasst demzufolge nicht nur den rheumatologischen Aspekt, sondern auch die anderen damals relevanten Gesichtspunkte. Der regionalärztliche Dienst kam denn auch im Bericht vom 29. Januar 2004 zum Schluss, das Gutachten des Medizinischen Zentrums X._______ decke sämtliche beim Versicherten in Betracht kommenden gesundheitlichen Störungen ab und sei in einer Gesamtsynthese zu einer Arbeitsunfähigkeit von 50 % gelangt. Gleichzeitig wird in der Stellungnahme des regionalärztlichen Dienstes erläutert, dass und inwiefern das Herzleiden Berücksichtigung fand. Unter diesen Umständen besteht kein Anlass, die Erkenntnisse des Medizinischen Zentrums X._______ in Frage zu stellen. Dessen Gutachten ist im Lichte der Rechtsprechung (BGE 125 V 352 Erw. 3a) geeignet, für den medizinischen Sachverhalt, wie er sich im Zeitpunkt der Begutachtung präsentierte, den vollen Beweis zu erbringen. 2.3 Zu prüfen bleibt, ob das Gutachten des Medizinischen Zentrums X._______ vom 8. November 2002 den Sachverhalt während des gesamten vorliegend zu prüfenden Zeitraums bis zum Einspracheentscheid vom 4. Februar 2004 hinreichend zu klären vermag oder ob Anhaltspunkte für eine zwischenzeitlich eingetretene Veränderung bestehen. In der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird diesbezüglich auf neuere medizinische Berichte verwiesen, welche belegen würden, dass die Beschwerden durch die koronare Herzinsuffizienz zugenommen hätten. Zudem sei der Beschwerdeführer wegen einer längeren depressiven Entwicklung Anfang August 2004 durch den Hausarzt beim psychiatrischen Dienst angemeldet worden. Die mit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde eingereichten Unterlagen enthalten keine hinreichenden Anhaltspunkte für eine nach dem 8. November 2002 eingetretene Veränderung des Gesundheitszustandes, welche noch vor dem 4. Februar 2004 anspruchswirksame Auswirkungen gezeitigt hätte. Insbesondere weist Dr. med. B.________ in seinem Schreiben vom 11. August 2004 wohl auf verschiedene Leiden hin und befürchtet eine negative weitere Entwicklung. Aus seiner Stellungnahme geht jedoch nicht hervor, dass der Gesundheitszustand während der Zeit bis Februar 2004 zu einer erheblichen zusätzlichen Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit gegenüber November 2002 geführt hätte. Auch die verschiedenen Berichte des Herz- und Neuro-Zentrums Y.________ lassen für den relevanten Zeitraum nicht auf eine signifikante Verschlechterung mit erheblichen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit schliessen. 2.4 Nach dem Gesagten ist in medizinischer Hinsicht auf die Stellungnahme des Medizinischen Zentrums X._______ vom 8. November 2002 abzustellen. Danach war der Beschwerdeführer in Bezug auf eine leichtere Tätigkeit ohne Heben und Tragen von schweren Lasten und ohne monoton einzunehmende Sitz- oder Stehposition zu 50 % arbeitsfähig. Wenn an einer Stelle des Gutachtens von "maximal 50 %" die Rede ist, lässt dies nicht auf eine regelmässig tiefere Arbeitsfähigkeit schliessen, sondern besagt lediglich, dass eine höhere Belastung als unrealistisch erscheint.