Citation: U 254/04 29.03.2006 E. 3

Eine Gesamtwürdigung der medizinischen Akten führt zum Schluss, dass eine volle Arbeitsunfähigkeit, wie sie Dr. med. M.________ und Dr. med. A.________ bestätigen, nicht angenommen werden kann. Anderseits bestehen begründete Zweifel an der Richtigkeit der von der MEDAS erfolgten Beurteilung, wonach die Arbeitsfähigkeit für eine körperlich leichte Tätigkeit auf 75 % zu veranschlagen ist. Wohl handelt es sich dabei um eine umfassende polydisziplinäre Untersuchung und Beurteilung. Es fällt indessen auf, dass weder aus neurologischer noch aus neuropsychologischer Sicht eine spezifische Beurteilung der Arbeitsfähigkeit erfolgte. Das neurootologische Teilgutachten setzt sich eingehend mit den von Dr. med. A.________ erhobenen Befunden auseinander, spricht sich zu den erwerblichen Auswirkungen der eigenen Untersuchungsergebnisse aber nicht aus. Immerhin wird der Integritätsschaden auf 20 % geschätzt, was einer schweren Störung des Gleichgewichtsfunktionssystems entspricht, welche sich auch in der Berufsausübung auswirkt (vgl. SUVA, Integritätsentschädigung gemäss UVG, Tabelle 14). Auf eine Stellungnahme der Abteilung Arbeitsmedizin (Dr. med. G.________) vom 10. April 2002 ist die SUVA dieser Beurteilung gefolgt und hat dem Beschwerdeführer unter Berücksichtigung von je 5 % für die leichte Hirnfunktionsstörung und das Zervikalsyndrom eine Entschädigung von insgesamt 30 % zugesprochen. Davon, dass nicht allein auf das MEDAS-Gutachten abgestellt werden kann, geht auch die SUVA aus, hat sie dem Beschwerdeführer mit Wirkung ab 1. Oktober 2002 doch ein Taggeld aufgrund einer Arbeitsunfähigkeit von 50 % zugesprochen. Sie stützte sich dabei u.a. auf eine Beurteilung des medizinischen Sachverhaltes durch den Neurologen Dr. med. H.________, Ärzteteam Unfallmedizin der SUVA, vom 9. August 2002, welcher unter Hinweis auf die Beobachtungen, die während der Rehabilitationsaufenthalte in X.________ und Y.________ gemacht wurden, die Auffassung vertrat, das Leistungsvermögen des Versicherten liege unter Berücksichtigung sämtlicher Befunde mindestens im Bereich einer täglichen Tätigkeit von vier Stunden unter körperlich leichten Bedingungen. Im Lichte der gesamten Akten erweist sich diese Beurteilung im Ergebnis als zutreffend. Sie findet eine Stütze in der vom Gutachter des ABI nachträglich bestätigten unfallbedingten Arbeitsunfähigkeit von 50 %. Zudem hat die Rehaklinik X.________ schon im April 1998 eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit auf vorerst 50 % als möglich erachtet. Diese Beurteilung ist auch für die hier zur Diskussion stehende Zeit ab 1. Oktober 2002 als zutreffend zu erachten, stimmen doch sowohl das MEDAS- als auch das ABI-Gutachten darin überein, dass der Beschwerdeführer trotz der Unfallfolgen eine angepasste Tätigkeit jedenfalls im Umfang von 50 % auszuüben vermöchte. Zu weiteren Abklärungen besteht kein Anlass. Der relevante Sachverhalt ist durch mehrere Gutachten und weitere Arztberichte umfassend abgeklärt und es bestehen hinsichtlich des medizinisch-diagnostischen Sachverhalts keine erheblichen Differenzen. Kontrovers ist die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit. Diesbezüglich ist aufgrund der vorhandenen Akten aber mit der erforderlichen überwiegenden Wahrscheinlichkeit anzunehmen, dass dem Beschwerdeführer sowohl aus neurologischer Sicht (unter Berücksichtigung der Kopf-, Nacken- und Rückenschmerzen, Schwindelbeschwerden und kognitiven Beeinträchtigungen) als auch aus psychiatrischer Sicht die Ausübung einer angepassten Tätigkeit zu einem Pensum von mindestens 50 % möglich und zumutbar ist. Die von der SUVA verfügte Herabsetzung des Taggeldes auf 50 % ab 1. Oktober 2002 besteht folglich zu Recht.