Citation: 2C_23/2018 E. 4.2.2

4.2.2. Mit Blick auf die Gewichtung der öffentlichen Fernhalteinteressen unterscheidet die Rechtsprechung weiter, ob die Sozialhilfeabhängigkeit selbstverschuldet ist oder nicht (vgl. Urteile 2C_775/2017 vom 28. März 2018 E. 3.2; 2C_395/2017 vom 7. Juni 2018 E. 3.2). Die Vorinstanz bejahte ein Selbstverschulden des Beschwerdeführers. Sie stellt in erster Linie darauf ab, dass dem Beschwerdeführer im Jahr 2017 die Stelle im F.________ nach nur zwei Wochen wegen unentschuldigten Nichterscheinens gekündigt worden sei. Dies kann dem Beschwerdeführer unter dem Gesichtspunkt der von ihm geforderten längerfristigen Integration in den Arbeitsmarkt jedoch kaum entgegengehalten werden. Die Stelle war nämlich zum vornherein auf einen Monat befristet. Der Vorwurf der Vorinstanz, er habe durch sein unentschuldigtes Nichterscheinen mutwillig eine Stelle verloren, mit der er sich von der Sozialhilfe hätte lösen können, zielt daher ins Leere. Fragen kann man sich aber diesbezüglich immerhin, ob in den Gründen für den Verlust der Arbeitsstelle im F.________ eine Grundhaltung des Beschwerdeführers zum Ausdruck kommt, die einem auf Dauer ausgerichteten Arbeitserwerb und einer Ablösung von der Sozialhilfe entgegensteht, womit ein Verschulden an der Sozialhilfeabhängigkeit klarerweise anzunehmen wäre. Im angefochtenen Urteil werden - teilweise im Sinne einer Eventualbegründung - zahlreiche Sachverhaltselemente genannt, welche auf eine solche Grundhaltung hindeuten. Festzuhalten ist diesbezüglich zunächst, dass sich der Beschwerdeführer in einem erwerbsfähigen Alter befindet. Die beiden Töchter stehen unter der Obhut der Mutter und werden mehrheitlich auch von dieser betreut. Dem Beschwerdeführer erwachsen aus seiner Vaterschaft daher keine grösseren Einschränkungen für die Ausübung einer Berufstätigkeit. Wenn er im vorliegenden Verfahren zur Entschuldigung der Arbeitslosigkeit erneut vorbringt, er habe nach der Trennung von seiner Ehefrau persönliche und gesundheitliche Probleme gehabt, fehlen dafür nicht nur die tatsächlichen Belege. Vielmehr steht seine Erklärung auch im Widerspruch dazu, dass er nach der Trennung im Jahr 2006 fast zwei Jahre lang ununterbrochen als Kellner arbeitstätig war und keine Sozialhilfegelder bezog. Zugunsten des Beschwerdeführers fällt demgegenüber ins Gewicht, dass er während seines 16-jährigen Aufenthalts in der Schweiz doch mehrheitlich arbeitstätig und "nur" sechs Jahre beschäftigungslos war. Er hat nach seiner unwidersprochenen Darstellung an verschiedenen Integrationsprogrammen teilgenommen und Bewerbungstrainings besucht. Nach den Verwarnungen durch das kantonale Migrationsamt hat er eine beachtliche Zahl von Bewerbungsschreiben an verschiedene Firmen gerichtet. Aus dem Umstand, dass die Schreiben "relativ standardisiert" sind, kann entgegen der Vorinstanz nicht abgeleitet werden, dass der Beschwerdeführer den ernsthaften Willen vermissen lässt, eine Erwerbstätigkeit aufzunehmen. Hinzu kommt, dass sowohl die Sozialhilfebehörde der Gemeinde U.________ als auch die Sozialberatung U.________ bescheinigen, dass der Beschwerdeführer sich ernsthaft um eine neue Stelle bemüht hat. Die Arbeitslosigkeit des Beschwerdeführers ist damit insgesamt zwar nicht unverschuldet, weshalb ein erhebliches öffentliches Interesse an seiner Ausreise besteht; immerhin hat er aber eine gewisse Initiative zur Wiederaufnahme eines auf Dauer ausgerichteten Erwerbs erkennen lassen, was im Rahmen der Interessenabwägung Beachtung verdient.