Citation: 2C_522/2024 E. 5.3

5.3. Der Beschwerdeführer nahm in seinem Schreiben vom 10. Juli 2020 Bezug auf den Verfalltag vom 30. Juni 2020 und forderte D.________ im Auftrag der E.________ AG im Wesentlichen auf, den ausstehenden Darlehensbetrag zu begleichen. Zudem wurden allfällige Nachforderungen im Zusammenhang mit der Verwaltung einer Villa vorbehalten. Die Interessen der Darlehensgeberin und des Darlehensnehmers waren spätestens zu diesem Zeitpunkt nicht mehr gleichgerichtet, sondern gegenläufig. Der Brief ist somit als erster konfrontativer Schritt auf dem Weg der Durchsetzung der Darlehensforderung zu werten. Auch wenn noch keine prozessualen Schritte in die Wege geleitet wurden, führte der Beschwerdeführer für die E.________ AG ein Mandat aus, das sich direkt gegen den früheren Klienten richtete. Angesichts des Umstands, dass der Darlehensnehmer jahrelang Klient der Anwaltskanzlei C.________ AG war und seine ehemaligen Anwälte umfassende Informationen über dessen Vermögenssituation haben, bestand die konkrete Möglichkeit, dass Kenntnisse, die unter dem Schutz des Berufsgeheimnisses im Rahmen des früheren Mandats erworben worden waren, bewusst oder unbewusst bei der Durchsetzung der Darlehensforderung verwendet werden konnten. Diese Konstellation begründet nach der Rechtsprechung einen konkreten Interessenkonflikt nach Art. 12 lit. c BGFA (vgl. E. 4.6 hiervor).