Citation: 6B_656/2020 E. 4.3

4.3. Die Vorinstanz erwägt, ein Fahrzeuglenker, der einen Fussgänger im Abstand von einem halben Meter kreuze und diesem etwas Provozierendes zurufe, habe zu erwarten, dass der Fussgänger in irgendeiner Form darauf reagiere. Werde in einer solchen Situation der Abstand derart gering gehalten, dass bereits eine einfache Bewegung beziehungsweise ein einziger Schritt genüge, um mit dem Fahrzeug zu kollidieren und der Fahrer den Bremsvorgang nicht einmal mehr einleiten könne, seien die Abstandsvorschriften nicht eingehalten beziehungsweise sei die Fahrweise unvorsichtig. Der Beschwerdeführer habe damit seine Sorgfaltspflicht verletzt. Nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung sei zu erwarten gewesen, dass die Missachtung von Abstandsvorschriften beziehungsweise das damit zusammenhängende unvorsichtige Fahren und das provozierende Verhalten des Beschwerdeführers bei B.________ eine Fehlreaktion auslösen könne, in dessen Folge es zu einer Kollision kommen könne. Unter diesen Umständen sei eine Berufung auf den Vertrauensgrundsatz nicht zulässig. Ebenso sei zu erwarten gewesen, dass durch eine solche Kollision zwischen einem Fahrzeug und einem Fussgänger beziehungsweise den dadurch bewirkten Sturz eine körperliche Schädigung von der Art der eingetretenen verursacht werde. Der Erfolgseintritt sei für den Beschwerdeführer, der seit geraumer Zeit Inhaber eines Führerausweises sei, vorhersehbar gewesen und es lägen keine aussergewöhnliche Umstände vor, aufgrund derer die Adäquanz vorliegend zu verneinen gewesen wäre. Damit sei der Erfolgseintritt vorhersehbar und bei pflichtgemässem Verhalten des Beschwerdeführers ohne weiteres vermeidbar gewesen.