Citation: 5C.70/2004 13.05.2004 E. 1

Ist einem Ehegatten nicht zuzumuten, dass er für den ihm gebührenden Unterhalt unter Einschluss einer angemessenen Altersvorsorge selbst aufkommt, so hat ihm der andere einen angemessenen Beitrag zu leisten (Art. 125 Abs. 1 ZGB). 1.1 Der Kläger anerkennt, der Beklagten nachehelichen Unterhalt zu schulden. Indessen wirft er dem Obergericht vor, bei der Festsetzung der Höhe der Unterhaltsbeiträge und der Dauer bzw. der Staffelung der Unterhaltspflicht Art. 125 Abs. 2 ZGB missachtet zu haben. 1.2 In welcher Höhe und wie lange Unterhaltsbeiträge zu zahlen sind, ist eine Ermessensfrage, die nach Recht und Billigkeit zu beantworten ist (vgl. Art. 4 ZGB; BGE 127 III 136 E. 3a S. 141). Der Richter hat dabei insbesondere die in Art. 125 Abs. 2 Ziff. 1 bis 8 ZGB festgehaltenen Kriterien zu berücksichtigen. Ermessensentscheide der vorliegenden Art überprüft das Bundesgericht an sich frei. Es übt dabei allerdings Zurückhaltung und greift nur ein, wenn die kantonale Instanz von dem ihr zustehenden Ermessen einen falschen Gebrauch gemacht hat, d.h. wenn sie grundlos von in Rechtsprechung und Lehre anerkannten Grundsätzen abgegangen ist, wenn sie Umstände berücksichtigt hat, die keine Rolle hätten spielen dürfen, wenn sie umgekehrt rechtserhebliche Umstände ausser Acht gelassen hat oder wenn die zugesprochenen Unterhaltsbeiträge angesichts der gegebenen Umstände nach der Lebenserfahrung als offensichtlich unbillig erscheinen (BGE 127 III 136 E. 3a S. 141 mit Hinweisen).