Citation: 2C_168/2017 E. 4.2.1

4.2.1. Was die Absicht der Steuerumgehung betrifft, machen die Beschwerdegegner geltend, die Vorinstanz habe für das Bundesgericht in tatsächlicher Hinsicht verbindlich festgestellt, dass der Aktienverkauf und die spätere schenkungsweise Abtretung der Darlehensforderung nicht zusammen geplant worden seien. Das trifft so nicht zu. Zum einen hat die Vorinstanz lediglich erwogen, dass es aufgrund der Umstände nicht als einwandfrei erwiesen gelten könne, dass im Zeitpunkt des Verkaufs bereits die (spätere) Schenkung bzw. die lebzeitige Zuwendung der Hälfte des Verkäuferdarlehens an den Sohn geplant gewesen sei bzw. dass diese Handlungen auf ein und denselben Willensentschluss zurückgehen. Zum anderen überzeugt diese Schlussfolgerung nicht: Die schenkungsweise Abtretung des Verkäuferdarlehens am 20. Dezember 2011 per 31. Dezember 2011 erfolgte noch innerhalb eines Jahres seit Veräusserung der Aktien am 1. Januar 2011 an die vom Beschenkten beherrschte Gesellschaft. Bei einer solchen zeitnahen Übertragung der Darlehensforderung besteht eine natürliche Vermutung, dass sie bereits bei der Aktienveräusserung geplant war. Ein Unternehmer wird sich nämlich vor dem Verkauf seiner Aktien regelmässig bereits Gedanken zum weiteren Schicksal des Unternehmens bzw. zur Nachfolgeplanung machen. Für die zu vermutende Schenkungsabsicht spricht darüber hinaus, dass das Verkäuferdarlehen - wie bereits ausgeführt - ungesichert und unverzinslich war und auch keine Amortisierung durch die Käufergesellschaft vorgesehen war, was darauf schliessen lässt, dass der Veräusserer von Anfang an keinen besonderen Wert auf einen aktuellen oder späteren Mittelzufluss aus dem Verkaufsgeschäft legte. Schliesslich brachte C.D.________ in einer Rulinganfrage vom 3. Mai 2010 an die Steuerverwaltung des Kantons Schwyz tatsächlich auch seine Absicht zum Ausdruck, Beteiligungsrechte an der F.________ AG unentgeltlich seinem Sohn zu übertragen. Vorliegend begründen daher (1) die zeitnahe Abwicklung der Übertragung der Aktien an die E.________ AG und die anschliessende schenkungsweise Abtretung des Verkäuferdarlehens, (2) der Verzicht auf Verzinsungs- und Amortisationsverpflichtungen und (3) die in der Rulinganfrage vom 3. Mai 2010 zum Ausdruck gebrachte Schenkungsabsicht die natürliche Vermutung, dass C.D.________ bereits beim Verkauf der Aktien an die E.________ AG am 1. Januar 2011 die Absicht hegte, seinem Sohn eine unentgeltliche Zuwendung zukommen zu lassen. Wie es sich damit verhält, kann jedoch letztlich offenbleiben, denn die Vorinstanz verkennt in ihrer Beweiswürdigung, dass ein einwandfreier Nachweis der Steuerumgehungsabsicht als innere Tatsache nur sehr schwierig zu erbringen und für das Vorliegen einer Steuerumgehung auch gar nicht erforderlich ist. Für die Annahme einer Steuerumgehung genügt, wenn andere als blosse Steuerersparnisgründe bei der Rechtsgestaltung keine relevante Rolle spielten.