Citation: 1A.252/2004 25.02.2005 E. 2

2.1 Der Beschwerdeführer beantragt den Ersatz der Kosten, die ihm durch den Besuch der Privatschule entstehen. Er stützt seinen Anspruch auf Art. 11 ff. OHG. Das Sozialversicherungsgericht geht davon aus, dass sich der geltend gemachte Anspruch auf Art. 11 Abs. 1 OHG stützt. In der Verfügung der Opferhilfestelle wird dagegen Art. 3 Abs. 4 OHG als Rechtsgrundlage erwähnt. 2.2 Fest steht, dass der Beschwerdeführer Opfer einer Straftat im Sinn von Art. 2 Abs. 1 OHG ist. Damit ist er berechtigt, die im Opferhilfegesetz vorgesehenen Hilfen zu beanspruchen. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung haben Leistungen nach Art. 3 OHG zum Zweck, die gesundheitlichen oder finanziellen Folgen der Straftat für das Opfer zu mildern, während Entschädigungsleistungen nach Art. 11 ff. OHG darauf ausgerichtet sind, die feststehenden, nicht mehr besserungsfähigen gesundheitlichen und finanziellen Beeinträchtigungen abzugelten (Bundesgerichtsurteil 1A.169/2001 vom 7. Februar 2002, E. 2.2, mit Hinweis auf Peter Gomm, Einzelfragen bei der Ausrichtung von Entschädigung und Genugtuung nach dem Opferhilfegesetz, in: Solothurnischer Juristenverein (Hrsg.), Solothurner Festgabe zum Schweizerischen Juristentag 1998, Solothurn 1998, S. 675 f.). Im vorliegenden Fall stellt der Besuch der Privatschule keine Massnahme dar, die den gesundheitlichen oder psychischen Zustand des Beschwerdeführers verbessert. Wie der Beschwerdeführer geltend macht, erklärt sich der Besuch der Privatschule daher, dass die erlittenen sexuellen Übergriffe zu einem schulischen Rückstand führten und den rechtzeitigen Eintritt in ein öffentliches Gymnasium verunmöglichten. Der beantragte Kostenersatz für den Besuch der Privatschule stellt somit eine Leistung zum Ausgleich der finanziellen Folgen der Straftat dar. Das Sozialversicherungsgericht ist daher zu Recht davon ausgegangen, dass der beantragte Anspruch auf der Grundlage von Art. 11 Abs. 1 OHG zu prüfen ist.