Citation: 2P.71/2002 11.09.2002 E. 1.2

1.2.1 Zur staatsrechtlichen Beschwerde wegen Verletzung verfassungsmässiger Rechte ist legitimiert, wer durch den angefochtenen kantonalen Hoheitsakt in seinen rechtlich geschützten eigenen Interessen betroffen ist (Art. 88 OG). Nach ständiger Rechtsprechung verschafft das allgemeine Willkürverbot, das bei jeder staatlichen Tätigkeit nach Art. 9 BV (Art. 4 aBV) zu beachten ist, für sich allein dem Betroffenen keine geschützte Rechtsstellung im Sinne von Art. 88 OG und legitimiert daher nicht zur staatsrechtlichen Beschwerde. Die Legitimation zur Willkürbeschwerde besteht nur, wenn die willkürliche Anwendung einer Norm gerügt wird, welche dem Beschwerdeführer einen Rechtsanspruch einräumt oder den Schutz seiner beeinträchtigten Interessen bezweckt (BGE 126 I 81 2b S. 84; 123 I 279 E. 3c/aa S. 280; 122 I 44 E. 3b/bb S. 47). 1.2.2 Gemäss Art. 76 Abs. 2 des Gesetzes vom 6. Mai 1965 über die Versicherung der Gebäude gegen Brand und andere Schäden (GVG; SGF 732.1.1) ist eine von der Gebäudeversicherung zu leistende Entschädigungssumme "auf Verlangen der Architekten, Ingenieure, Bauunternehmer oder Handwerker, denen der Wiederaufbau übertragen worden ist, (...) bei einem Bankinstitut zuhanden eines Baukontos zu hinterlegen". 1.2.3 Die Beschwerdeführerin behauptet, sie sei als Architektin berechtigt, die Hinterlegung der Entschädigungssumme zu verlangen. Tatsächlich könnte sie gestützt auf Art. 76 Abs. 2 GVG die Hinterlegung der Entschädigung verlangen, vorausgesetzt, dass sie den Beweis sowohl hinsichtlich der Eigenschaft als beauftragte Architektin als auch des Wiederaufbaus erbringt. Dies ist vorliegend nicht der Fall. In einem Zivilprozess wurde der Beschwerdeführerin die Berechtigung zum Tätigwerden abgesprochen, gerade weil sie nicht in der Lage war, die Rechtsgrundlage für ihr Handeln zu beweisen. Die Aktenlage erlaubt keine andere Schlussfolgerung. Damit kann sie keinen Rechtsanspruch aus Art. 76 Abs. 2 GVG ableiten. Folglich ist die Beschwerdeführerin nicht zur Beschwerdeführung legitimiert. Auf die staatsrechtliche Beschwerde kann daher nicht eingetreten werden. 1.3 Selbst wenn das Bundesgericht die Legitimation zur Beschwerdeführung bejaht hätte, wäre aufgrund der nachfolgenden Überlegungen nicht auf die staatsrechtliche Beschwerde einzutreten. Im staatsrechtlichen Beschwerdeverfahren prüft das Bundesgericht gemäss Art. 90 Abs. 1 lit. b OG nur klar und detailliert erhobene Rügen (BGE 125 I 71 E. 1c S. 76; 122 I 70 E. 1c S. 73; 119 la 197 E. 1d S. 201, je mit Hinweisen). Die Beschwerdebegründung muss sich mit dem angefochtenen Entscheid auseinander setzen. Bloss appellatorische Kritik am angefochtenen Entscheid ist unzulässig (BGE 107 la 186 E. b; 121 I 225 E. 4c S. 230; 117 la 10 E. 4b S. 12). Wird wie im vorliegenden Verfahren die Rechtsanwendung kantonalen Rechts durch eine kantonale Behörde als willkürlich kritisiert, so ist darzulegen, inwiefern diese offensichtlich unhaltbar ist, mit der tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft (vgl. BGE 118 IV 293 E. 2b S. 295 und zum Begriff der Willkür BGE 125 II 129 E. 5b S. 134). Die Beschwerde genügt diesen Anforderungen nicht (siehe E. 1.4.1 und 1.5).