Citation: 8C_738/2021 E. 3.6.2

3.6.2. 3.6.2.1. Hinsichtlich der geltend gemachten Unzumutbarkeit der Aufgabe dieser selbstständigen Erwerbstätigkeit ist zu wiederholen (vorstehende E. 3.5.2), dass eine Betriebsaufgabe in Beachtung der Schadenminderungspflicht nur unter strengen Voraussetzungen unzumutbar ist. Es sind hier keine konkreten persönlichen und beruflichen Gegebenheiten ersichtlich, welche die nach einlässlicher Würdigung aller subjektiven und objektiven Umstände bejahte Zumutbarkeit des Wechsels in ein leidensadaptiertes Angestelltenverhältnis durch die Vorinstanz als bundesrechtswidrig erscheinen liessen. Auch kann davon ausgegangen werden, dass der ausgeglichene Arbeitsmarkt der Beschwerdeführerin einen hinreichend breiten Fächer geeigneter Einsatzgelegenheiten bietet. 3.6.2.2. Beschwerdeweise wird gerügt, gemäss BGE 135 V 297 E. 5.2 sei bei der Ermittlung des Invalideneinkommens primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret stehe. 3.6.2.3. Dies trifft insofern zu, als für die Anrechnung des tatsächlichen Verdienstes als Invalidenlohn nach Eintritt der Invalidität - so die konstante, zu den Unselbstständigerwerbenden ergangene Rechtsprechung - (kumulativ) vorausgesetzt wird, dass das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen erscheint, mithin keinen Soziallohn darstellt, und es im Rahmen eines besonders stabilen Arbeitsverhältnisses sowie unter zumutbarer voller Ausschöpfung der verbleibenden Arbeitsfähigkeit erzielt wird. Analoges gilt auch bei Selbstständigerwerbenden, die aufgrund der in der Sozialversicherung allgemein geltenden Schadenminderungspflicht gleichermassen wie die Unselbstständigerwerbenden gehalten sind, ihre erwerbliche Beeinträchtigung in zumutbarer Weise selber zu beheben (Urteile 8C_90/2011 vom 8. August 2011 E. 5.2; 9C_155/2009 vom 15. April 2010 E. 4.2.3). 3.6.2.4. Nach den willkürfreien vorinstanzlichen Feststellungen erzielt die Beschwerdeführerin mit Blick auf die "frappanten Zahlen" ein derart tiefes Einkommen, dass sie sich damit nicht begnügen dürfe, weshalb dieses nicht als Invalidenlohn gelten könne. Was sie aus dem Einwand ableiten will, der einzige Grund, warum die Vorinstanz eine Betriebsaufgabe in Betracht gezogen habe, bestehe darin, dass sie als Angestellte ein höheres Einkommen zu erzielen vermöchte, ist auch mit Blick auf die von ihr zitierte Rechtsprechung nicht nachvollziehbar. Mit dem Urteil 8C_579/2009 vom 6. Januar 2010 E. 2.3.2 hat das Bundesgericht einzig festgehalten, dass die damals betroffene versicherte Person im Zeitpunkt des Rentenbeginns die verbliebene Arbeitsfähigkeit von 60 %, nach durchgeführten Eingliederungsmassnahmen, im neu erlernten Beruf als Diakonin vollständig ausgeschöpft habe, weshalb das Invalideneinkommen gestützt auf den tatsächlich erzielten Verdienst festzulegen war. Hieraus lässt sich nichts zugunsten der Beschwerdeführerin ableiten. Gleiches trifft zu hinsichtlich der zitierten Urteile 9C_752/2017 vom 31. Juli 2018 E. 4.3 sowie 9C_479/2018 vom 22. Februar 2019 E. 4.2. Der dem Urteil 9C_752/2017 zugrunde liegende Sachverhalt ist mit dem vorliegenden bereits deshalb nicht vergleichbar, weil in jenem Fall angesichts der starken gesundheitlichen Einschränkung (funktionelle Einarmigkeit auf der dominanten Seite) der Erhalt des bestehenden Arbeitsplatzes als eines der zu erreichenden Ziele im Rahmen der beruflichen Massnahmen definiert wurde. Im Urteil 9C_479/2018 wurde wegen einer bestehenden erheblichen Psychopathologie erkannt, dass es die Versicherte mit Sicherheit schwer hätte, in der freien Wirtschaft in einem anderen, nicht angepassten Bereich angestellt zu werden und zu bleiben. Solches trifft hier nicht zu. 3.6.2.5. Hinsichtlich der sonstigen Vorbringen zur zumutbaren Aufgabe der selbstständigen Erwerbstätigkeit als Coiffeuse wird auf die zitierten, nicht zu beanstandenden Erwägungen im angefochtenen Urteil verwiesen. Zu betonen ist, dass auch das durch Dr. med. B.________ am 8. Mai 2020 formulierte Zumutbarkeitsprofil nicht dagegen spricht (körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeit und dabei häufig sitzend, mit freier Wählbarkeit der Körperposition mit Verzicht auf häufiges Treppensteigen oder längeres Gehen auf unebenem Boden sowie mit der Möglichkeit, zwischendurch das rechte Bein für 15 bis 20 Minuten hochzulegen). Die diesbezügliche vorinstanzliche Erwägung, wonach das definierte Anforderungsprofil nicht derart eingeschränkt sei, dass der ausgeglichene Arbeitsmarkt entsprechende Stellen nicht kenne, hält vor Bundesrecht stand.