Citation: 6B_140/2021 E. 6.4.1

6.4.1. Zu den privaten Interessen des Beschwerdeführers an einem Verbleib in der Schweiz hält die Vorinstanz fest, er lebe seit seinem 25. Altersjahr und damit seit rund acht Jahren in diesem Land. Er sei hier nicht verwurzelt und die Integration sei ihm bisher nicht gelungen. Nebst der beruflichen resp. finanziellen Situation (nur sporadische Arbeitstätigkeit, Abhängigkeit von der Sozialhilfe, Schulden) und dem deliktischen Verhalten falle negativ auf, dass er die Landessprache nur rudimentär spreche und sich nicht um eine Verbesserung bemühe. In sozialer Hinsicht seien keine Kontakte zu Schweizerinnen und Schweizern bekannt, seine Bezugs- und Kontaktpersonen seien Albanerinnen und Albaner. Eine positive Entwicklung, die durch die Landesverweisung zunichte gemacht würde, sei somit nicht auszumachen. Die Chancen, dass er sich in seiner Heimat Kosovo wieder eingliedern könne, seien aufgrund der Sprachkenntnisse sowie der guten familiären Beziehungen dort intakt und sicherlich nicht schlechter als bei einem Verbleib in der Schweiz. Bezüglich der familiären Verhältnisse ist dem angefochtenen Urteil zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer Vater von drei Kindern (geboren 2013, 2015 und 2020) ist. Eine Landesverweisung würde, so die Vorinstanz, seine Kontaktmöglichkeiten zu den Kindern massiv einschränken. Jedoch habe er in den letzten Jahren mit seiner Ehefrau und den Kindern gar kein intaktes Familienleben mehr geführt. Der Kontakt sei gering gewesen und von Ende 2018 bis Ende 2019 habe er von der Familie getrennt gelebt. Bei dieser Ausgangslage könne sich der Beschwerdeführer nicht auf Art. 8 EMRK, der eine "nahe, echte und tatsächlich gelebte familiäre Beziehung" voraussetze, berufen. Die polizeiliche Einvernahme und der Brief der Ehefrau an die Staatsanwaltschaft vom 12. März 2020, in dem sie ihre Bereitschaft signalisiere, ihm nochmals eine Chance zu geben, führten zu keiner anderen Einschätzung. Es sei unsicher, ob die gelebte Gemeinschaft als Familie in Zukunft funktionieren werde und der Beschwerdeführer seinen familiären Verpflichtungen tatsächlich nachkommen werde. Zusammenfassend würden die privaten Interessen die erheblichen öffentlichen Interessen an einer Landesverweisung nicht überwiegen.