Citation: C 102/00 08.03.2001 E. 2

2.- a) Das Warenhaus X.________ begründete die Kündigung des Arbeitsverhältnisses mit der Versicherten vom 30. März 1999 auf 31. Mai 1999 mit fehlender Teamfähigkeit, berechnender Arbeitsweise, unerlaubter Mitnahme von Ware (Jacken), Untersuchung und Mitnahme von für ein Hilfswerk bestimmten Säcken - wobei diese Säcke gemäss mehrmaliger Information und Reglement/Pflichtenheft durch das Reinigungspersonal nicht vom ursprünglichen Zweck abgebracht werden dürften - sowie Lagerung eines unerlaubt aus dem Müll herausgenommenen defekten Kinderwagens. Im Rahmen des ihr von der Arbeitslosenkasse gewährten rechtlichen Gehörs bestritt die Beschwerdeführerin in ihrer Stellungnahme vom 29. Juni 1999 die im Kündigungsschreiben enthaltenen Vorwürfe. Sie habe die Jacken - in der Absicht, sie in ihre Heimat zu senden - aus Versehen mitgenommen, weil sie an der für die Gratiskleider bestimmten Stelle aufgehängt gewesen seien; nach der Klärung des Missverständnisses habe sie die Jacken zurückgebracht. Ansonsten habe sie vor der Mitnahme von Kleidern immer das Einverständnis ihres Vorgesetzten eingeholt. Auch bezüglich des Kinderwagens habe sie über die Zustimmung ihres Chefs verfügt. b) Die Verwaltung stützte sich beim Erlass ihrer Verfügung unter der Annahme, die Versicherte habe in ihrer Stellungnahme vom 29. Juni 1999 die unerlaubte Entfernung von Waren bestätigt, ausschliesslich auf das Kündigungsschreiben, obwohl die Beschwerdeführerin die darin enthaltenen Vorwürfe, insbesondere die Unerlaubtheit der Wegnahme von Kleidern, bestritt. Da die vorhandenen Aussagen des Arbeitgebers - zu diesen gehört auch das dem Kündigungsschreiben im Übrigen in weiten Teilen widersprechende Arbeitszeugnis vom 31. Mai 1999 mit der Bemerkung, die Versicherte sei "im Allgemeinen" vertrauenswürdig gewesen - durch keine weiteren Indizien gestützt wurden, stand das der Versicherten zur Last gelegte Verhalten indessen beweismässig nicht klar fest. Die Arbeitslosenkasse wäre deshalb insbesondere aufgrund der Vorbringen der Versicherten in Nachachtung des Untersuchungsgrundsatzes verpflichtet gewesen, den Sachverhalt genauer abzuklären. c) Ebenso verhält es sich mit dem kantonalen Gericht, welches nicht über die in den vorinstanzlichen Akten fehlende Stellungnahme vom 29. Juni 1999, dafür aber über die Bestreitungen der Versicherten in der Beschwerdeschrift, die sich auch zu den über die Entfernung von Gegenständen hinausgehenden Vorwürfen äussert, und in der Replik verfügte. Allein deshalb, weil die Beschwerdeführerin in ihrer Replik erklärte, infolge häufigen Personalwechsels könne niemand über ihre Arbeit Auskunft geben, durfte nicht auf weitere Abklärungen verzichtet werden. d) An der Abklärungsbedürftigkeit des Sachverhaltes ändert nichts, dass dessen Darstellung in der vorinstanzlichen Beschwerdeschrift bezüglich der Entfernung von Jacken und des Kinderwagens von jener in der Stellungnahme vom 29. Juni 1999 abweicht. Die Ausführungen stimmen immerhin im bedeutsamen Punkt der Zustimmung der Vorgesetzten zur Mitnahme von Kleidungsstücken, mit denen die Versicherte gemäss vorinstanzlicher Beschwerdeschrift Verwandte in ihrer Heimat unterstützen wollte, überein. Unter diesen Umständen sind die erwähnten Widersprüche nicht als hinreichende Indizien zur Stützung der Aussagen des Arbeitgebers zu werten, weshalb das der Beschwerdeführerin vorgeworfene Verhalten in Würdigung der gesamten Aktenlage beweismässig nicht klar feststeht.