Citation: 2C_570/2023 E. 6.1

6.1. Entgegen den Beschwerdevorbringen besteht kein Anlass, auf die Erwägungen zum Dualismusverbot in BGE 148 II 1 zurückzukommen. Dass in einem Strafurteil von einer Landesverweisung abgesehen wurde, bedeutet nicht, dass die Voraussetzungen für eine Rückstufung nicht erfüllt wären, respektive eine solche unverhältnismässig wäre (vgl. die Ausführungen in BGE 148 II 1 E. 4.3.2-4.3.4 mit Hinweisen; in diesem Sinne auch: CATHERINE REITER, Die Rückstufung im Migrationsrecht, AJP 7/2022 S. 783; KAMHI/TRAN, L a rétrogradation de l'autorisation d'établissement en autorisation de séjour, AJP 03/2022 S. 255). An den der publizierten Rechtsprechung zu Grunde liegenden Überlegungen ändert die vom Beschwerdeführer angeführte Lehrmeinung nichts (vgl. KILIAN MEYER, Rückstufung der Niederlassungs- in eine Aufenthaltsbewilligung, in: dRSK, publiziert am 17. Februar 2022, N. 15; auch: MARKUS J. MEIER, Landesverweisung, Härtefall und migrationsrechtliche Rückstufung, forumpoenale 4/2022 S. 293 ff.). Zwar wurden die dem Urteil des Obergerichts vom 15. April 2021 zugrunde liegenden Delikte vor dem Inkrafttreten von Art. 63 Abs. 2 AIG am 1. Januar 2019 begangen, und können sie deshalb nicht zentralen Anknüpfungspunkt der Rückstufung bilden (anders bspw. die Konstellation in Urteil 2C_723/2022 vom 30. November 2022 E. 4.4). Allerdings kann die Verurteilung praxisgemäss zur Klärung eines aktuellen Integrationsdefizits beigezogen werden (vgl. vorne E. 3.4).