Citation: 5A_696/2023 E. 2.5.1

2.5.1. Im Grundsatz ist denkbar, dass ein Anfechtungsprozess gegenstandslos werden kann, wenn die angefochtenen Beschlüsse anlässlich einer späteren Stockwerkeigentümerversammlung wieder aufgehoben werden, da damit die gerichtlich begehrte Gestaltungshandlung vorgenommen wurde (vgl. ADDOR, Die Gegenstandslosigkeit eines Rechtsstreits, 1997, S. 75). Dies würde indessen voraussetzen, dass im Zeitpunkt der Verfahrensabschreibung Klarheit darüber besteht, dass die aufhebenden Beschlüsse nicht ihrerseits von einem der Stockwerkeigentümer angefochten wurden, was sachverhaltsmässig zu erstellen wäre. Ebenso wenig dürften den Aufhebungsbeschluss Nichtigkeitsgründe beschlagen, denn ist der Anfechtungsprozess einmal abgeschrieben, besteht aufgrund der Verwirkungsfrist (Art. 712m Abs. 2 i.V.m. Art. 75 ZGB; vgl. BGE 143 III 537 E. 4.2.2 mit Hinweisen) keine Möglichkeit mehr, den ursprünglichen Beschluss nochmals anzufechten.