Citation: 5A_986/2021 E. 4.3

4.3. Der Beschwerdeführer erachtet auch die gestützt auf das Memorandum vorgenommene antizipierte Beweiswürdigung als unzulässig. Das Obergericht habe die Rechtslage erläutert und aufgezeigt, dass verschiedene Arten von "Trusts" existierten, wobei den "Beneficiaries" jeweils andere Kompetenzen bzw. eine jeweils andere Verfügungsmacht über das Trustvermögen zukomme. Das Obergericht habe nicht festgehalten, welche Art von "Trust" vorliegend betroffen sei. Um dies zu klären, hätten die Errichtungs- bzw. Gründungsurkunden sämtlicher "Trusts" eingeholt werden müssen. Die pauschale Behauptung, die Beschwerdegegnerin könne nicht über die Vermögenswerte verfügen, weil diese sich in einem "Trust" befinden würden, sei nicht ausreichend, um von der Abnahme weiterer Beweise abzusehen. Das Obergericht sah aufgrund des Memorandums weitere Beweismassnahmen als entbehrlich an (vgl. E. 4.1 hiervor). Weder der Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV) noch derjenige auf Beweis (Art. 152 ZPO) stehen einer derartigen antizipierten Beweiswürdigung entgegen (zum Begriff vgl. BGE 143 III 297 E. 9.3.2), sofern diese nicht geradezu willkürlich (Art. 9 BV) ist. Haftet ihr dagegen der Mangel der Willkür an, verträgt sich die antizipierte Beweiswüdrigung mit den genannten Ansprüchen nicht (BGE 138 III 374 E. 4.3.2; Urteil 5A_244/2018 vom 26. August 2019 E. 3.5.4, nicht publiziert in: BGE 145 III 393). Der Beschwerdeführer bringt nicht vor, die Vorinstanz sei im Zusammenhang mit der vorgenommenen antizipierten Beweiswürdigung geradezu in Willkür verfallen. Er erhebt damit von vorneherein nicht die nötigen Rügen, um diese in Frage stellen zu können. Ohnehin überzeugen seine Vorbringen nicht: Wie das Obergericht festhält, wurde das Memorandum von einer in die Abwicklung des Nachlasses der Eltern der Beschwerdeführerin involvierten Person verfasst und äussert sich dieses zur Verfügungsbefugnis der Beschwerdegegnerin über das Nachlassvermögen. Mit Blick auf diese auf den zu beurteilenden Einzelfall bezogenen Angaben bleibt unerfindlich, weshalb das Memorandum zu unspezifisch sein sollte. Wie ausgeführt vermag der Beschwerdeführer sodann auch den Beweiswert des Memorandums nicht erfolgreich in Frage zu stellen (vgl. E. 4.2 hiervor), womit nicht nachvollziehbar ist, weshalb zusätzliche Beweismassnahmen nötig gewesen sein sollen.