Citation: 1A.275/2006 23.07.2007 E. 4

Der Fachbericht des Beco und die Vernehmlassung des BAFU beruhen beide auf folgendem Nutzungsrahmen: Der geplante Stall bietet Platz für 99 GVE. Die Tiere werden in der Regel während mindestens 210 Tagen auf der Tagesweide und innerhalb dieser Zeit - in den Sommermonaten - mindestens 60 Tage auf der Nachtweide gehalten. Es werden grosse Flächen eingestreut, so dass vorwiegend Festmist anfällt. Diese Bedingungen beruhen auf Angaben des Beschwerdegegners. Sie sind Grundlage für die Berechnung des Geruchsrisikoabstandes von 21 m und Voraussetzung für die Erteilung der Baubewilligung. Sie bilden somit den verbindlichen Rahmen der zulässigen Nutzung. Resultiert durch eine Nutzungsänderung ein grösserer Geruchsrisikoabstand - namentlich durch Erhöhung des Viehbestands, durch Verminderung der Aufenthaltsdauer der Tiere im Freien (Tag-, Nacht-, Vollweide, E. 5.4), durch Veränderung der Hofdüngerproduktion (vorwiegend Flüssigmist statt Festmist, E. 5.3) oder durch kombinierten Betrieb des alten und des neuen Stalls (E. 5.5) -, so müsste ein neues Bewilligungsverfahren durchgeführt werden. Der Beschwerdegegner ist nach Treu und Glauben verpflichtet, diesen Nutzungsrahmen nicht zu überschreiten. Will er über den bewilligten Nutzungsrahmen hinausgehen, hat er ein neues Baugesuch zu stellen, worauf die kantonalen Behörden die Bewilligungsfähigkeit gestützt auf die neuen Tatsachen zu prüfen haben.