Citation: 8C_272/2009 01.10.2009 E. 5

Zu prüfen bleibt die Leistungspflicht bezüglich der Unfälle von 2004 und 2006. Diese kann ungeachtet der Frage nach dem massgeblichen Gutachten beurteilt werden (E. 3.4). 5.1 In BGE 134 V 109 hat das Bundesgericht die Praxis zur Kausalitätsprüfung bei Unfall mit Schleudertrauma, äquivalenter Verletzung der HWS oder Schädel-Hirntrauma ohne organisch objektiv ausgewiesene Beschwerden (sog. Schleudertrauma-Praxis) in mehrfacher Hinsicht präzisiert. Gemäss diesem Urteil ist am Erfordernis einer besonderen Adäquanzprüfung bei Unfällen mit solchen Verletzungen festzuhalten (E. 7-9 des erwähnten Urteils). Auch besteht keine Veranlassung, die bewährten Grundsätze über die bei dieser Prüfung vorzunehmende Einteilung der Unfälle nach deren Schweregrad und den abhängig von der Unfallschwere gegebenenfalls erforderlichen Einbezug weiterer Kriterien in die Adäquanzbeurteilung zu ändern (E. 10.1). Das Bundesgericht hat aber die Anforderungen an den Nachweis einer natürlich unfallkausalen Verletzung, welche die Anwendung der Schleudertrauma-Praxis rechtfertigt, erhöht (E. 9) und die adäquanzrelevanten Kriterien teilweise modifiziert (E. 10). 5.2 Nach der Praxis ist für die Bejahung der Adäquanz im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall eine massgebende Bedeutung für die Entstehung der Arbeits- resp. Erwerbsunfähigkeit zukommt. Dies trifft dann zu, wenn er eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt. Für die Beurteilung dieser Frage ist an das Unfallereignis anzuknüpfen, wobei - ausgehend vom augenfälligen Geschehensablauf - zwischen banalen bzw. leichten Unfällen einerseits, schweren Unfällen andererseits und schliesslich dem dazwischen liegenden mittleren Bereich unterschieden wird. Während der adäquate Kausalzusammenhang in der Regel bei schweren Unfällen ohne weiteres bejaht und bei leichten Unfällen aus verneint werden kann, lässt sich die Frage der Adäquanz bei Unfällen aus dem mittleren Bereich nicht auf Grund des Unfallgeschehens allein schlüssig beantworten. Es sind weitere, objektiv erfassbare Umstände, welche mit dem Unfall unmittelbar in Zusammenhang stehen oder als direkte bzw. indirekte Folgen davon erscheinen, in eine Gesamtwürdigung einzubeziehen. Je nachdem, wo im mittleren Bereich der Unfall einzuordnen ist und abhängig davon, ob einzelne Kriterien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt sind, genügt zur Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein Kriterium oder müssen mehrere herangezogen werden (BGE 134 V 109 E. 10.1 S. 126 mit Hinweisen). Im Rahmen der Beurteilung der Adäquanz von Unfällen mit Schleudertraumen der Halswirbelsäule ohne organisch nachweisbare Funktionsausfälle oder ähnlichen Verletzungsmechanismen sowie bei Unfällen mit Schädel-Hirntraumen sind dies folgende Kriterien: besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls, Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen, fortgesetzte spezifische und belastende ärztliche Behandlung, erhebliche Beschwerden, eine ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert, ein schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen sowie eine erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz nachgewiesener Anstrengungen (BGE 134 V 109 E. 10.2 und 10.3 S. 127). 5.3 Mit der Vorinstanz sind die beiden Auffahrunfälle vom 18. Juni 2004 und 30. Januar 2006 rechtsprechungsgemäss als mittelschwer im Grenzbereich zu den leichten Fällen zu qualifizieren (vgl. RKUV 2005 U Nr. 549 S. 236 [U 380/04], 2003 U Nr. 489 S. 357 E. 4.2 [U 193/01], je mit Hinweisen). Dies wird von der Versicherten ebenso wenig beanstandet wie die Beurteilung der einzelnen Kriterien. Das kantonale Gericht hat zu Recht - für jeden Unfall einzeln - die Kriterien der besonders dramatischen Begleitumstände oder besonderen Eindrücklichkeit, der fortgesetzt spezifischen, belastenden ärztlichen Behandlung sowie der ärztlichen Fehlbehandlung wie auch des schwierigen Heilungsverlaufs und erheblicher Komplikationen verneint, hingegen das Kriterium der Schwere oder besonderen Art der erlittenen Verletzungen infolge des Unfalls vom 2. Januar 1994 bejaht. Beim Kriterium der erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen ist festzuhalten, dass gemäss Gutachten der medizinischen Gutachtenstelle Y.________ eine erhebliche Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen wäre, doch sind - abgesehen von einem einwöchigen Arbeitsversuch am bisherigen Arbeitsplatz nach dem Unfall von 2004 - keinerlei Anstrengungen der Versicherten ersichtlich, in den Arbeitsprozess ihres angestammten Berufes (oder einer anderen Tätigkeit) zurückzukehren. Die Verneinung dieses Kriteriums ist demnach im Ergebnis nicht zu beanstanden. Nicht geäussert hat sich die Vorinstanz zum Kriterium der erheblichen Beschwerden. Wie es sich damit verhält, kann offenbleiben, da es jedenfalls nicht in besonders ausgeprägter Weise gegeben ist. Damit sind für jeden Unfall höchstens zwei der Kriterien zu bejahen. Nach dem Gesagten liegen die massgebenden Kriterien weder gehäuft vor noch ist eines davon in ausgeprägter Weise gegeben. Die Vorinstanz hat damit den adäquaten Kausalzusammenhang zwischen den Unfällen vom 18. Juni 2004 resp. vom 30. Januar 2006 und den in diesem Zusammenhang geklagten Leiden im Ergebnis zu Recht verneint.