Citation: 2C_714/2020 E. 4.2.2

4.2.2. Diesbezüglich kann dem angefochtenen Urteil entnommen werden, dass der Beschwerdeführer 1, kaum aus der Schweiz ausgereist, erneut straffällig wurde und am 28. November 2013 von einem heimatlichen Gericht wegen rechtswidrigen Handelns mit Rauschgift mit einer dreijährigen Haftstrafe belegt wurde, weil er im Februar 2013 aus rein finanziellen Interessen versucht hatte, eine kriminelle Organisation zu bilden mit dem Ziel, in den Niederlanden Kokain zu beschaffen und in Bosnien und Herzegowina zu verkaufen (vgl. E. 2.3.1 des angefochtenen Urteils). Wie die Vorinstanz zu Recht ausführt, liegt das Strafmass deutlich über der Grenze von einem Jahr, welche die Rechtsprechung zu Art. 62 Abs. 1 lit. b AIG für den Widerruf bzw. die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung vorsieht (vgl. E. 3.1 hiervor; E. 2.3.1 des angefochtenen Urteils). Selbst wenn es zutreffen sollte - wie die Beschwerdeführer behaupten -, dass die Strafe für ähnliche Delikte in der Schweiz milder ausgefallen wäre, ist ihnen entgegenzuhalten, dass Drogendelikte aus rein finanziellen Motiven, was vorliegend zutrifft, auch hier zu den schweren Straftaten gehören, bei welchen zum Schutz der Öffentlichkeit ausländerrechtlich selbst ein geringes Restrisiko weiterer Beeinträchtigungen der dadurch gefährdeten Rechtsgüter (Gesundheit; Leib und Leben usw.) nicht in Kauf genommen werden muss (BGE 139 I 31 E. 2.3.2 S. 34; Urteile 2C_219/2018 vom 26. Februar 2019 E. 2.2.1; 2C_441/2018 vom 17. September 2018 E. 4.3). Seit Ende November 2013 stand der Beschwerdeführer 1 somit unter dem Druck des Strafverfahrens. Anschliessend befand er sich nach eigenen, nicht weiter belegten, Aussagen (vgl. E. 2.3.1 in fine des angefochtenen Urteils) von März 2015 bis März 2017 in seiner Heimat im Strafvollzug. Wie er selbst anerkennt, kann dem Wohlverhalten einer Person während eines laufenden Strafverfahrens wie auch während des Strafvollzugs weniger Gewicht beigemessen werden als einem klaglosen Verhalten in Freiheit bzw. ohne äusseren Druck (vgl. Urteile 2C_738/2019 vom 19. Dezember 2019 E. 4.3.1; 2C_208/2016 vom 21. Dezember 2016 E. 5.2). Im Übrigen äussert sich der Beschwerdeführer 1 nicht zu den genauen Umständen seiner vorzeitigen Entlassung aus dem Strafvollzug, so namentlich dazu, ob eine Bewährungsfrist festgelegt wurde. Hinweise auf weitere Straftaten nach seiner mutmasslichen Haftentlassung im März 2017 bestehen nicht.