Citation: 1B_165/2008 10.07.2008 E. 5

Der Beschwerdeführer rügt eine Verletzung des rechtlichen Gehörs, indem sich die Vorinstanz zur Frage der Überhaft nicht ausreichend äussere und es namentlich unterlasse, sämtliche für die Beurteilung der strafprozessualen Haft wesentlichen Gesichtspunkte darzulegen. Im angefochtenen Urteil setzt sich das Haftgericht genügend mit der Frage der Überhaft auseinander. Es legt dar, dass die Haft noch nicht in grosse zeitliche Nähe der (im Falle einer Verurteilung) zu erwartenden Dauer der Strafe oder Massnahme gerückt sei. Aufgrund der Vielzahl und Schwere der Strafvorwürfe sei eine mehrjährige Freiheitsstrafe zu erwarten. Indessen ist die Dauer des strafprozessualen Freiheitsentzugs von 3 ½ Jahren aussergewöhnlich lang. Es gilt der Grundsatz, dass strafrechtliche Vorwürfe innert angemessener Frist von einem Sachrichter zu beurteilen sind. Gemäss Art. 31 Abs. 3 Satz 2 BV hat jede Person in Untersuchungshaft Anspruch auf ein Urteil innert angemessener Frist. Gemäss Art. 29 Abs. 1 BV hat jede Person in Verfahren vor Gerichts- und Verwaltungsinstanzen Anspruch auf Beurteilung innert angemessener Frist. Gemäss Art. 5 Ziff. 3 EMRK hat jede Person, die von Festnahme oder Freiheitsentzug betroffen ist, Anspruch auf ein Urteil innerhalb angemessener Frist. Angesichts des verfassungsrechtlichen Beschleunigungsgebots kann die Dauer des bisherigen strafprozessualen Freiheitsentzugs nur mit Bedenken akzeptiert werden. Dabei wird berücksichtigt, dass das Verfahren durch dreimalige Flucht des Beschwerdeführers im Jahr 2005, während der er weitere Straftaten begangen haben soll, verzögert wurde und dass eine psychiatrische Begutachtung durchgeführt werden musste. Ausschlaggebend für die Bestätigung des angefochtenen Urteils ist für das Bundesgericht jedoch, dass im psychiatrischen Gutachten vom 30. November 2007 und im Zwischenbericht der Anstalt A.________ vom 24. April 2008 für den Fall, dass der Beschwerdeführer in Freiheit entlassen würde, vor einer Gefährdung der Öffentlichkeit gewarnt wird und ein erhebliches Wiederholungsrisiko von Raubüberfällen mit Schusswaffe bestehen soll. Aufgrund dieser Stellungnahmen kann die Dauer des strafprozessualen Freiheitsentzugs einstweilen noch als verhältnismässig bezeichnet werden. Dabei ist der Erwartung des Haftgerichts jedoch mit Nachdruck beizupflichten, wonach die Hauptverhandlung so rasch als möglich durchzuführen ist.