Citation: 1P.759/2005 12.04.2006 E. 2

2.1 Der Beschwerdeführer rügt eine Verletzung des Verbots des überspitzten Formalismus (Art. 29 Abs. 1 BV), des Willkürverbots (Art. 9 BV) und des Gehörsanspruchs (Art. 29 Abs. 2 BV). Bezüglich des Quartierplans lässt er den Entscheid des Verwaltungsgerichts unangefochten. Bezüglich des Gestaltungsplans macht er geltend, das Gericht habe § 23 Abs. 1 des Gesetzes des Kantons Zürich vom 24. Mai 1959 über den Rechtsschutz in Verwaltungssachen (Verwaltungsrechtspflegegesetz; VRG/ZH) überspitzt formalistisch angewendet, indem es den Standpunkt vertrete, er habe im Rekursverfahren vor der Baurekurskommission den Gestaltungsplan nicht angefochten. 2.2 Das aus Art. 29 Abs. 1 BV und dem Grundsatz von Treu und Glauben fliessende Verbot des überspitzten Formalismus wendet sich gegen prozessuale Formenstrenge, die als exzessiv erscheint, durch kein schutzwürdiges Interesse gerechtfertigt ist, zum blossen Selbstzweck wird und die Verwirklichung des materiellen Rechts in unhaltbarer Weise erschwert oder gar verhindert. Das Bundesgericht prüft frei, ob eine solche Rechtsverweigerung vorliegt (BGE 127 I 31 E. 2a/bb S. 34; 121 I 177 E. 2b/aa S. 179, je mit Hinweisen). Das Verbot willkürlicher Anwendung kantonalen Verfahrensrechts und der Anspruch auf rechtliches Gehör haben in diesem Zusammenhang keine selbständige Bedeutung. 2.3 Nach § 23 Abs. 1 VRG/ZH muss die Rekursschrift einen Antrag und dessen Begründung enthalten (Satz 1). Der angefochtene Entscheid ist beizulegen oder genau zu bezeichnen (Satz 2). Antrag und Begründung sind formelles Gültigkeitserfordernis jedes Rekurses. Aus dem Antrag - allenfalls unter Zuhilfenahme der Begründung - ergibt sich, in welcher Richtung das Anfechtungsobjekt zu überprüfen ist. Dem Wortlaut von § 23 VRG/ZH lässt sich nicht entnehmen, welchen inhaltlichen Anforderungen Antrag und Begründung zu genügen haben. Diese sind deshalb anhand von Sinn und Zweck der Vorschrift zu bestimmen. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts zur vergleichbaren Bestimmung von Art. 52 des Bundesgesetzes über das Verwaltungsverfahren (VwVG; SR 172.021) muss in einer Rechtsmitteleingabe mindestens eine individualisierte Person erkenntlich ihren Willen zum Ausdruck bringen, als Rechtsmittelkläger aufzutreten und die Änderung einer bestimmten, sie betreffenden und mittels Anordnung geschaffenen Rechtslage anzustreben (BGE 117 Ia 126 E. 5c S. 131 f.; 112 Ib 634 E. 2b S. 636, je mit Hinweisen). Bei Laienbeschwerden gelten zwar grundsätzlich weniger strenge Anforderungen an die Rechtsmitteleingabe (vgl. Kölz/ Bosshart/Röhl, VRG - Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich, 2. Aufl., Zürich 1999, N. 3). Das Erfordernis eines hinreichend klar zum Ausdruck gebrachten Anfechtungswillens muss aber auch bei von rechtsunkundigen Personen erhobenen Rechtsmitteln gelten. 2.4 Gemäss dem angefochtenen Entscheid des Verwaltungsgerichts habe der Beschwerdeführer seine Eingabe im Titel als "Rekurs in Sachen Quartierplan Oberdorf" bezeichnet. Im formellen Teil der Rekursbegründung habe er sein Anfechtungsinteresse damit begründet, dass er Anstösser des Quartierplangebiets und der Frohbergstrasse sei, welche durch den Quartierplan erheblich belastet werde. Inhaltlich habe er einerseits Verfahrensmängel im Planungsablauf, anderseits Mängel des Quartierplans gerügt, wobei er dem Quartierplan zum Teil fälschlicherweise den Inhalt des Gestaltungsplans (Gebäudelänge und -abstände, Gewässerbaulinie) unterstellt habe. Gemäss seinen Ausführungen in der Rekursschrift sei sich der Beschwerdeführer indessen sehr wohl bewusst gewesen, dass neben dem Quartierplan auch ein Gestaltungsplan festgesetzt worden war. Dennoch habe er sich lediglich gegen den Quartierplan gewandt. Auf den Gestaltungsplan habe er in der Rekursschrift nur am Rande Bezug genommen. Auch in seinen späteren Eingaben an die Baurekurskommission habe der Beschwerdeführer nur den Quartierplan genannt. Demzufolge hätte die Baurekurskommission mangels einer gültigen Rechtsmittelerklärung kein Rekursverfahren gegen den Gestaltungsplan eröffnen dürfen.