Citation: 6B_971/2018 E. 1.1

1.1. Soweit die Vorinstanz erwägt, das Rückweisungsurteil stelle eine nicht vorhersehbare Änderung der Rechtsprechung zum Verbot der reformatio in peius dar, kann ihr nicht gefolgt werden. Die Vorinstanz führt unter Hinweis auf BGE 139 IV 282 (E. 2.6) zutreffend aus, dass sich eine allfällige Verletzung des Verschlechterungsverbots ausschliesslich anhand des Dispositivs beurteilt, scheint jedoch zu übersehen, dass es der Rechtsmittelinstanz hingegen nicht untersagt ist, in ihren Erwägungen eine vom erstinstanzlichen Gericht abweichende rechtliche Würdigung des zu beurteilenden Lebenssachverhalts vorzunehmen (BGE 139 IV 282 E. 2.7; bestätigt in: BGE 144 IV 35 E. 3.1.2; 143 IV 469 E. 4.1; 142 IV 129 E. 4.5; 141 IV 132 E. 2.7.3; je mit Hinweisen; zur abweichenden Rechtsauffassung der Rechtsmittelinstanz in den Erwägungen s. auch: RICHARD CALAME, in: Commentaire romand, Code de procédure pénale suisse, 2011, N. 9 zu Art. 391 StPO; STEFAN WEHRLE, Das Risiko der reformatio in peius - trotz Verbot, in: Risiko und Recht, Festgabe zum Schweizerischen Juristentag, 2004, S. 625). Ob eine Notwehrsituation und allenfalls ein (un) entschuldbarer Exzess vorlag, war im Hinblick auf die von der Staatsanwaltschaft angefochtene Strafzumessung entscheidrelevant (vgl. Urteil 6B_724/2017 vom 21. Juli 2017 E. 2.2 f.). Die von der Staatsanwaltschaft beantragte höhere Strafe wäre demnach ohne Änderung des erstinstanzlichen Schuldspruchs möglich gewesen. Die Auffassung, das Bundesgericht habe im Rückweisungsentscheid unerwähnt gelassen, dass Verfahrensgegenstand der von ihm zitierten Entscheide "ausnahmslos eine Strafzumessung war, welche nicht in einem Widerspruch zum nicht angefochtenen, rechtskräftigen Schuldspruch der Vorinstanz resultierte", geht demnach an der Sache vorbei.