Citation: 6B_1437/2020 E. 1.4.1

1.4.1. Gemäss den erstinstanzlichen Sachverhaltsfeststellungen, denen sich die Vorinstanz uneingeschränkt anschliesst, liegt ein bereits im Ausgang in V.________ und damit vor dem einvernehmlichen sexuellen Kontakt des Beschwerdeführers mit der Beschwerdegegnerin 2 gefasster gemeinsamer Tatentschluss des Beschwerdeführers und von C.________, die Beschwerdegegnerin 2 nötigenfalls mit Gewalt zu sexuellen Handlungen zu bringen, nicht vor (vgl. angefochtener Entscheid E.II. 3.1 S. 11 i.V.m. erstinstanzlicher Entscheid E. I.2.2a ff. S. 5 f. und E. 6c S. 42). Das Wissen des Beschwerdeführers darüber, C.________ werde nötigenfalls gegen den Willen der Beschwerdegegnerin 2 an dieser sexuelle Handlungen vornehmen, leitet die Vorinstanz sodann unter Verweis auf die Sachverhaltsfeststellung der Erstinstanz aus dem Auftreten von C.________ und dessen wütender Reaktion beim selbständigen Wiederbetreten des Zimmers ab (böser Blick mit impliziter Aufforderung, der Beschwerdeführer solle das Zimmer verlassen; angefochtener Entscheid E. II.3.1 S. 11 i.V.m. erstinstanzlicher Entscheid E. II.3.3.2c S. 55). Ein entsprechendes Wissen konnte der Beschwerdeführer folglich erst ab diesem Zeitpunkt des Wiederbetretens des Zimmers durch C.________ haben. Aus diesen Gründen können das Kontaktaufnehmen mit der Beschwerdegegnerin 2 im Ausgang, das Einladen und Geleiten der Beschwerdegegnerin 2 in die Räumlichkeiten der Asylunterkunft, aber auch das Ermöglichen des Duschens sowie das Entkleiden der Beschwerdegegnerin 2 (vgl. erstinstanzlicher Entscheid E. II.3.1.2d S. 52), welches Begleiterscheinungen der vom Beschwerdeführer vorgenommenen einvernehmlichen sexuellen Handlungen darstellen, nicht als vorbereitende Handlungen für eine anschliessende sexuelle Nötigung bzw. Vergewaltigung durch C.________ und damit als aktiven Tatbeitrag des Beschwerdeführers gewertet werden (so auch die Erstinstanz in E. II.3.1.1a ff. S. 50). Gleiches gilt betreffend das nach den einvernehmlichen sexuellen Handlungen erfolgte Hereinrufen von C.________ durch den Beschwerdeführer und den damit einhergehenden Versuch, die Beschwerdegegnerin 2 zu sexuellen Handlungen auch mit C.________ zu überreden. Denn nicht nur fand dies vor dem Wiedereintreten von C.________ statt und handelte der Beschwerdeführer folglich noch ohne Kenntnis von C.________s Bereitschaft, nötigenfalls gegen den Willen der Beschwerdegegnerin 2 vorzugehen. Auch zielte das betreffende Verhalten des Beschwerdeführers darauf ab, die Beschwerdegegnerin 2 in ihrem Willen zu überzeugen und damit gerade nicht Handlungen gegen ihren Willen zu veranlassen bzw. zu erleichtern. Der Beschwerdeführer verwies überdies C.________, nachdem sich der Überzeugungsversuch als erfolglos erwiesen hatte, wieder aus dem Zimmer und wollte die Zimmertür schliessen. C.________ betrat danach das Zimmer aus eigenen Stücken, ohne Zutun des Beschwerdeführers gegen den Willen der Beschwerdegegnerin 2 erneut. Dass C.________ erst aufgrund des Hereinrufens den Willen gefasst hätte, seinerseits mit der Beschwerdegegnerin 2 sexuell zu verkehren und sie hierzu gegebenenfalls zu nötigen, ergibt sich aus dem erstellten Sachverhalt ausserdem nicht. In den dargelegten Verhaltensweisen des Beschwerdeführers ist folglich weder ein mittäterschaftlicher noch gehilfenschaftlicher Tatbeitrag, sei es als aktive Handlung, sei es als Unterlassung, betreffend die von C.________ begangenen Sexualdelikte zu erkennen.