Citation: 7B.75/2002 24.07.2002 E. 2

Die kantonale Aufsichtsbehörde erklärt selbst, das Vorgehen des Konkursamtes bei der Verwertung des Grundstücks erwecke Bedenken. Es stehe fest, dass ein eigentliches Kollokationsverfahren nicht durchgeführt worden sei. Voraussetzung für eine Verwertung sei jedoch unter anderem die Rechtskraft des Kollokationsplanes und des betreffenden Lastenverzeichnisses. Bezüglich des Zeitpunkts der Verwertung eines Grundstücks sei ausserdem auf Art. 128 VZG hinzuweisen, wonach dort, wo laut den Einträgen im Grundbuch Pfandrechte oder andere beschränkte dingliche Rechte am Grundstück geltend gemacht würden, die Verwertung selbst bei Dringlichkeit erst dann stattfinden dürfe, wenn das Kollokationsverfahren über diese Rechte durchgeführt und allfällige Kollokationsprozesse rechtskräftig erledigt seien. Gemäss der erwähnten Bestimmung dürfe zwar die Aufsichtsbehörde ausnahmsweise bewilligen, die Versteigerung schon vor diesem Zeitpunkt durchzuführen, sofern keine berechtigten Interessen verletzt würden. Indessen habe auf Grund der Aktenlage hier kein Anlass für eine vorzeitige Verwertung des Grundstücks bestanden und eine solche sei von ihr auch nicht bewilligt worden. Alsdann bemerkt die Vorinstanz, der angefochtene Verteilungsplan sei selbst dann fehlerhaft, wenn davon ausgegangen werde, das Lastenverzeichnis vom 8. September 1999 genüge den vom Gesetz an einen Kollokationsplan gestellten Anforderungen. Der Verteilungsplan weiche insofern vom rechtskräftigen Lastenverzeichnis ab, als das Gewinnanteilsrecht wie eine grundpfandgesicherte Forderung behandelt worden sei. Das sei nicht statthaft, weil damit das an sich abgeschlossene Kollokationsverfahren wieder aufgerollt werde. Zum weiteren Vorgehen stellt die kantonale Aufsichtsbehörde fest, das Konkursamt werde das Konkursverfahren nur dann fortzusetzen haben, wenn der gegen die Einstellungsverfügung eingereichte Rekurs gutgeheissen werden sollte. Im Falle einer Abweisung des Rekurses werde das Konkursamt zu prüfen haben, ob die Sache als Verfahren einer Grundpfandverwertung fortzusetzen sei. Fest stehe auf jeden Fall, dass Lastenverzeichnis und Steigerungszuschlag in Rechtskraft erwachsen seien.