Citation: 5A_17/2013 E. 6.3

6.3. Auch der Entscheid über die Parteientschädigungen für das Appellationsverfahren ist nach der Auffassung der Beschwerdeführer "zu kassieren". Das Obergericht nenne "keinerlei Gesetzesbestimmung, die es erlaubt, diese Anwaltshonorare zuzusprechen". Das verletze den verfassungsmässigen Gehörsanspruch (Art. 29 Abs. 2 BV) und Art. 112 Abs. 1 lit. b BGG, wonach Entscheide, die der Beschwerde an das Bundesgericht unterliegen, die Angabe der angewendeten Gesetzesbestimmungen enthalten müssen. In seinen Ausführungen zur Höhe der erstinstanzlich zugesprochenen Parteientschädigungen verweist das Obergericht auf § 51 Abs. 1 und 2 seiner Kostenverordnung, die bis zum 31. Dezember 2010 in Kraft war (aKoV). Danach komme es in Verfahren wie dem vorliegenden, in denen das Honorar bei Fehlen eines Streitwertes und eines Gebührenansatzes nach Ermessen festzusetzen sei, auf die Bedeutung der Sache für die Partei in persönlicher und wirtschaftlicher Hinsicht, auf die Schwierigkeit der Sache, auf den Umfang und die Art der Bemühungen sowie auf den Zeitaufwand an. Zwar äussert sich das Obergericht dort, wo es die zweitinstanzlichen Anwaltskostenentschädigungen festlegt, nicht zu den anwendbaren Vorschriften. Indessen schickt es seinen Erwägungen zur Sache die aus Art. 405 Abs. 1 ZPO gewonnene Erkenntnis voraus, dass das Rechtsmittelverfahren dem bisherigen luzernischen Prozessrecht unterstehe. Angesichts dessen konnten und mussten die anwaltlich vertretenen Beschwerdeführer erkennen, dass das Obergericht auch die Honorare für das zweitinstanzliche Verfahren wiederum gestützt auf den - bereits erwähnten - § 51 aKoV festsetzte. Unter diesen Umständen und eingedenk der Anforderungen an die Begründung von Kostenentscheiden (E. 6.2) ist dem Obergericht keine Gehörsverletzung vorzuwerfen, wenn es am gegebenen Ort nicht erneut explizit auf § 51 aKoV hinweist. Auch mit Art. 112 Abs. 1 lit. b BGG vermögen sich die Beschwerdeführer nicht zu behelfen, denn diese Vorschrift deckt sich mit dem Anspruch auf eine hinreichende Begründung, wie er sich aus Art. 29 Abs. 2 BV ergibt (Urteil 5A_368/2007 vom 18. September 2007 E. 2). Die Beschwerde erweist sich auch in dieser Hinsicht als unbegründet. Ob das Obergericht mit § 51 aKoV die richtige Norm anwendete bzw. ob es den gegnerischen Rechtsvertretern gemäss § 57 aKoV nur 20-60 % der erstinstanzlichen Anwaltskosten hätte zusprechen dürfen, ist im Übrigen nicht eine Frage des rechtlichen Gehörs, sondern eine solche der Rechtsanwendung (dazu sogleich E. 6.4).