Citation: 5A_801/2022 E. 5.8

5.8. Die Vorinstanz erwog, die gemeinsam gelebte Ehe habe effektiv gut sieben Jahre und die darauffolgende Trennungszeit knapp sechs Jahre gedauert, wobei die Beschwerdeführerin nach zwei Jahren am 1. November 2018 die Scheidungsklage eingereicht habe. Die Beschwerdeführerin habe bis kurz vor der Geburt des Sohnes zu 100 % in ihrem erlernten Beruf als kaufmännische Angestellte gearbeitet. Sie habe damit bis zu ihrem 33. Lebensjahr während 15 Jahren Berufserfahrungen sammeln können. Nach der Geburt (2010) bis zur Trennung (31. Oktober 2016), d.h. während rund sechs Jahren, habe die Beschwerdeführerin nicht mehr ausserhäuslich gearbeitet. Im Zeitpunkt der Trennung sei sie 39 Jahre alt gewesen, d.h. mitten im Erwerbsalter. Ein Arbeitsunterbruch von sechs, sieben Jahren sei mit der Geburt und Betreuung eines Kindes ohne weiteres erklärbar. Der Beschwerdeführerin sei im Eheschutzentscheid [ recte : Massnahmenentscheid] vom 26. November 2019 ein mit Blick auf das Schulstufenmodell um 10 % reduziertes Pensum angerechnet worden, damit sie genügend Zeit für Weiterbildungsmassnahmen gehabt hätte. Einen allfälligen Wissensrückstand hätte sie folglich in den letzten Jahren aufholen können. Damit seien keine Gründe ersichtlich, die eine Anknüpfung an die kaufmännische Anstellung - allenfalls mit einer vergleichbaren Erwerbstätigkeit - gänzlich verunmöglichen würden, auch wenn die Stellensuche nach einem Erwerbsunterbruch möglicherweise erschwert sei. Bei diesem Ergebnis könne offenbleiben, ob der Erwerbsunterbruch der vereinbarten Rollenteilung entsprochen habe und ob die Beschwerdeführerin ihre Erwerbstätigkeit nur zugunsten der Haushaltsführung und Kinderbetreuung aufgegeben habe oder auch aus gesundheitlichen Gründen, oder der Beschwerdegegner anderer Ansicht gewesen sei. Der Beschwerdeführerin verblieben noch vier Jahre, um ein Pensum von 80 % mit einem als zumutbar und möglich erachteten Einkommen zu erreichen. Das restliche Pensum von 20 % sei, wie bereits erwähnt, nicht ehebedingt, sondern gesundheitsbedingt nicht realisierbar. Eine ehebedingte Unterstützung der Beschwerdeführerin über das 16. Altersjahr des Sohnes hinaus rechtfertige sich demnach nicht.