Citation: 6B_134/2021 E. 1.2

1.2. Die Vorinstanz erwägt, für die Annahme eines qualifizierten Falls nach Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG sei nicht entscheidend, welche der in Art. 19 Abs. 1 BetmG genannten Widerhandlungen der Täter im Einzelnen begangen habe. Trotz Erreichung der mengenmässigen Grenzwerte von der Qualifikation ausgenommen seien einzig Konstellationen, in denen die Gefahr einer Weiterverbreitung der Drogen auszuschliessen sei. Eine solche Konstellation sei hier nicht gegeben. Zunächst deuteten sowohl die aufgefundene Menge als auch die Qualität der Stoffe offensichtlich nicht auf blossen Eigenkonsum hin. Insbesondere die mit einem Reinheitsgrad von 90 % ausserordentlich gute Qualität des Kokains stelle ein Indiz für eine höhere Hierarchiestufe des Beschuldigten innerhalb des Drogenhandels dar. Auch der Wert des sichergestellten Kokains (rund Fr. 2'500.-- bei gassenüblichen Fr. 100.-- pro Gramm) und des Amphetamins (rund Fr. 2'700.-- bei gassenüblichen Fr. 30.-- pro Gramm) spreche gegen die Annahme einer Vorratshaltung für den Eigenkonsum, zumal dies aufgrund der leichten Verfügbarkeit und den in den letzten Jahren konstanten Preisen für Abnehmer auch unsinnig wäre. Hinzu komme, dass die Betäubungsmittel grösstenteils nicht bereits portioniert und konsumbereit gewesen seien oder offen herumgelegen hätten, und dass nicht nur eine verbotene Substanz, sondern verschiedene Arten von Drogen (nebst dem Kokain und der Amphetaminpaste auch Amphetaminpulver, Marihuana, Hanfsamen und Ecstasy) gefunden worden seien. Ausserdem hätten sich in der Wohnung typische Dealer-Utensilien wie ein Vakuumiergerät, Betäubungsmittelwaagen, Verpackungsmaterial sowie Streckmittel befunden. Schliesslich stehe zwar fest, dass der Beschwerdeführer auch selber konsumiert habe. Während der 64 Tage dauernden Untersuchungshaft seien jedoch keinerlei Entzugserscheinungen festgestellt worden und es fehlten konkrete Anhaltspunkte für eine starke Drogenabhängigkeit. Es bestünden zusammenfassend keinerlei Zweifel daran, dass das beim Beschwerdeführer sichergestellte Kokain und Amphetamin nicht für den blossen Eigenkonsum, sondern für die Weitergabe bestimmt gewesen seien.