Citation: 1P.694/2001 06.03.2002 E. 6

6.1 Der Beschwerdeführer rügt eine Verletzung des Beschleunigungsgebots (Art. 6 Ziff. 1 EMRK, Art. 29 Abs. 1 BV), weil der langen Verfahrensdauer von insgesamt rund acht Jahren bis zur Ausfertigung des letztinstanzlichen kantonalen Urteils bei der Strafzumessung nicht Rechnung getragen worden sei. Er beruft sich auf die bundesgerichtliche Praxis, wonach grobe Verfahrensverzögerungen im Strafurteil festzuhalten und zu Gunsten des Angeschuldigten bei der Sanktionierung zu beachten sind (BGE 117 IV 124 E. 4d S. 129). Das Obergericht hat im Rahmen der Strafzumessung berücksichtigt, dass allein von der Einleitung der Strafuntersuchung bis zur Anklageerhebung rund fünf Jahre vergangen sind, was jedoch auf die ausserordentlich umfangreichen und komplizierten Ermittlungen zurückzuführen sei. Weiter sei die gerichtliche Beurteilung durch ergänzende Beweismassnahmen und die psychiatrische Begutachtung des Beschwerdeführers verzögert worden. Unter den konkreten Umständen stelle dies jedoch keine eklatante Verletzung des Beschleunigungsgebots dar und sei deshalb bei der Strafzumessung nur marginal zu berücksichtigen. Stärker ins Gewicht falle in zeitlicher Hinsicht der Umstand, dass sich der Beschwerdeführer seit der Tatbegehung wohl verhalten habe. 6.2 Die Ermittlungen gegen den Beschwerdeführer wurden zwar bereits Ende 1993 angehoben. Im Verlauf des Untersuchungsverfahrens kamen jedoch neue Strafklagen hinzu, letztmals anfangs 1996. Den dem Beschwerdeführer zur Last gelegten Vermögensdelikten liegen kompliziert ineinander verflochtene Geschäftsvorgänge zugrunde. Soweit aus den Akten ersichtlich, hat das Amtsstatthalteramt die Strafuntersuchung stetig vorangetrieben. Die zahlreichen Einvernahmen, das Einholen und Durchgehen der Geschäftsbelege sowie das Analysieren der Zwischenergebnisse dürften bei den verschiedenen Sachverhaltskomplexen einen grossen Zeitaufwand verursacht haben, wie aus der über zweihundertseitigen, detaillierten Überweisungsverfügung des Amtsstatthalteramts vom 3. Juli 1997 hervorgeht. Dass es erst im August 1998 zur Anklageerhebung und rund ein Jahr später zur erstinstanzlichen gerichtlichen Beurteilung kam, ist angesichts des grossen Aktenumfangs und der sich stellenden heiklen Rechtsfragen nachvollziehbar. Dasselbe gilt für das Verfahren vor Obergericht, das ab Spruchreife bis zur Ausfertigung des begründeten Urteils rund ein weiteres Jahr dauerte. Nach dem Gesagten erweist sich die Feststellung des Obergerichts, wonach das Verfahren aufgrund der umfangreichen Ermittlungen und gerichtlichen Beweisanordnungen nicht als überlang betrachtet werden könne, nicht als verfassungswidrig.