Citation: 6B_628/2012 E. 2.1

2.1. Die Vorinstanz hält dazu einleitend fest, Frauen, welche sich bereits in Brasilien prostituiert hätten, werde keine Genugtuung zugesprochen. Nur eine geringe Genugtuung sei auszurichten, wenn eine Frau in Brasilien nicht der Prostitution nachgegangen sei, jedoch vor der Einreise in die Schweiz in eine entsprechende Tätigkeit eingewilligt habe. Die grösste Entschädigung sei für jene Frauen festzusetzen, welche sich vor der Einreise nicht prostituiert hätten und unter falschen Versprechen in die Schweiz gelockt worden seien (Entscheid S. 130). Die Vorinstanz stellt in der Folge fest, während welcher Zeitspanne die einzelnen Beschwerdeführerinnen in den Massagestudios arbeiteten und welche Tätigkeiten sie in Brasilien ausgeübt hatten respektive, ob sie vor der Einreise in die Schweiz bereits als Prostituierte tätig waren. Weiter hält die Vorinstanz fest, welche Frauen von Anfang an wussten, dass sie sich in der Schweiz prostituieren werden, und in welchen Fällen die Frauen mit falschen Zusagen in die Schweiz gelockt wurden. Zudem thematisiert sie teilweise, welche Auswirkungen die Betroffenen in ihren Persönlichkeiten erlitten (Entscheid S. 126 ff.). Die geringste Genugtuung spricht die Vorinstanz F.________ zu. Sie habe vom 22. bis zum 28. März 2006 in einem Studio des Beschwerdegegners gearbeitet. Von der Prostitution in der Schweiz und den Schulden habe sie gewusst. Vorher habe sie sich noch nie prostituiert. Durch die Arbeit in den Studios sei sie depressiv geworden und habe eine erhebliche Persönlichkeitsverletzung erlitten. Angesichts der nur kurzen Dauer im Studio von sechs Tagen rechtfertige sich eine Genugtuung von Fr. 2'000.-- nebst Zins. Die höchste Genugtuung von Fr. 12'000.-- spricht die Vorinstanz L.________ zu. Diese sei mit falschen Versprechen in die Schweiz gelockt worden und habe sich erstmals und während rund 3½ Monaten im Studio des Beschwerdegegners prostituiert. Die Vorinstanz hält fest, dass L.________ nach wie vor an Schlafstörungen leidet, von Albträumen geplagt wird und posttraumatische Belastungsstörungen aufweist (Entscheid S. 129 und S. 132 ff.). Vier Frauen, die bereits in ihrer Heimat als Prostituierte arbeiteten und zu diesem Zweck in die Schweiz einreisten, hätten schliesslich keinen Anspruch auf Genugtuung (Entscheid S. 132 f.).