Citation: 4A_412/2019 E. 5.3.1

5.3.1. Das betrifft zum einen ihre Vorbringen betreffend die technische Mangelhaftigkeit. In ihrer Klage führte sie aus, die notwendige vertikale Sockelabdichtung, welche das Gebäude gegen Bodenfeuchtigkeit schützt, sei nicht angebracht worden. Sie erläuterte dabei, welche technischen Anforderungen gemäss den einschlägigen SIA-Normen, die den geltenden Regeln der Baukunde entsprechen würden, eine derartige Abdichtung zu erfüllen haben. Auch die Vorinstanz ging in Bezug auf die angerufenen SIA-Normen davon aus, dass deren materieller Inhalt als geltende Regeln der Baukunde zu beachten sei, auch wenn die Anwendung dieser Normen im Übrigen nicht vereinbart worden sei. Die Beschwerdeführerin verwies insbesondere auf das Privatgutachten von D.________, der in Bezug auf die - nach der Einschätzung der Beschwerdeführerin repräsentative - Filiale R.________ insbesondere ausführte, es sei keine vollständige Abdichtung vorhanden, obwohl das verwendete verputzte Einsteinmauerwerk zwingend vor Feuchte zu schützen sei. Der Privatgutachter erwähnte dabei u.a. die "wärmedämmenden, hochporosierten" verwendeten Mauerwerksteine Unipor, die gegen Feuchte zu schützen seien. Die Beschwerdeführerin brachte vor, die von ihr gelieferten "Leitdetails LD-D2.1 bis D2.3" hätten von der Beschwerdegegnerin überprüft und angepasst werden müssen, so dass diese den Regeln der Baukunde und dem aktuellen Stand der Technik entsprechen. In diesem Zusammenhang wies der Privatgutachter D.________ darauf hin, dass die Detailpläne durch den Generalplaner zu erstellen seien. Im Übrigen zitierte die Beschwerdeführerin insbesondere einen Auszug aus dem Gutachten D.________, wonach die Ausführung der verputzten Fassadensockel bei der Filiale R.________ die sich aus den Leitdetails LD-D2.1 bis D2.3 ergebenden generellen Vorgaben in keiner Weise erfüllt habe, da "die Fassadensockel überhaupt nicht gegen Feuchtigkeitseinwirkung" geschützt seien. Wiederum mit Verweis auf Auszüge des Gutachtens D.________ brachte die Beschwerdeführerin vor, verschiedene einschlägige Normen (SIA-Normen 271, 274/1987, 242/1, 242/2, 243:2008 und 266:2003) seien nicht beachtet worden, seien doch die erforderlichen Schutzmassnahmen nicht vorhanden. Worin die diesbezüglichen Mängel ihres Erachtens bestehen, hat die Beschwerdeführerin folglich präzise vorgebracht. In technischer Hinsicht ging sie sogar teilweise über die vom Bundesrecht verlangten Anforderungen hinaus.