Citation: 8C_322/2021 E. 6.3.5

6.3.5. Am 19. Mai 2020 stellte sich der beratende Dr. med. E.________ auf den Standpunkt, es handle sich um eine Massenruptur der Rotatorenmanschette mit Totalruptur der Supraspinatus- und Infraspinatussehne sowie einer Teilruptur der Subscapularissehne, welche vorwiegend auf eine vorbestehende degenerative Veränderung zurückzuführen sei. Einerseits sei das Ereignis vom 28. Juni 2019 für sich genommen biomechanisch nicht geeignet, eine Massenruptur der Rotatorenmanschette zu verursachen. Andererseits zeige das MRI vom 3. Juli 2019 krankhaft degenerative Vorzustände, welche chronisch über lange Zeitintervalle entstünden und in vielen Fällen infolge progredienter Anpassung an die veränderte Situation asymptomatisch blieben, nach einer ungewöhnlichen Bewegung oder Belastung jedoch erstmals akut und temporär aktiviert werden könnten. Ohne diesen nachweisbaren Vorzustand wäre es infolge des geschilderten Ereignisses mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht zu den strukturellen Veränderungen gekommen, wie sie sich im MRI und intraoperativ dargestellt hätten. Es sei somit davon auszugehen, dass die pathologische Situation vorwiegend krankhaft-degenerativ bedingt sei. Es sei zwar nicht auszuschliessen, dass es beim Ereignis zu der von Dr. med. G.________ angenommenen Rupturausweitung eventuell der Infraspinatus- und der Subscapularissehne im Sinne von "acute on chronic" gekommen sei. Der Ausweitungsgrund ("acute") wäre dabei jedoch vollumfänglich dem degenerativen Vorzustand anzulasten und nicht als akut unfallbedingt zu betrachten.