Citation: 1B_32/2019 E. 5

Sicherheitshaft darf nicht länger dauern als die zu erwartende freiheitsentziehende Sanktion (Art. 212 Abs. 3 StPO). Nach der Rechtsprechung ist bei der Prüfung der zulässigen Haftdauer der Umstand, dass die in Aussicht stehende Freiheitsstrafe bedingt ausgesprochen werden kann, grundsätzlich nicht zu berücksichtigen (BGE 139 IV 270 E. 3.1 S. 275 mit Hinweisen; Urteil 1B_566/2018 vom 21. Januar 2019 E. 4.2). Vorliegend ist der Beschwerdeführer seit gut sechs Monaten in Haft und die Staatsanwaltschaft beantragt eine Freiheitsstrafe von 2 Jahren. Somit ist die bisher erstandene Haft noch nicht in zeitliche Nähe zur aktuell zu erwartenden Strafe gerückt. Der Beschwerdeführer tut keine Gründe dar, weshalb die Möglichkeit einer bedingten ausgesprochenen Strafe hier ausnahmsweise zu berücksichtigen wäre. Hinsichtlich des Arguments, durch die Fortdauer der Haft werde er trotz guter Legalprognose um den bedingten Vollzug gebracht, ist darauf hinzuweisen, dass er die gute Prognose soweit ersichtlich einzig auf die Abwesenheit von Vorstrafen stützt. Nach der Rechtsprechung ist die strafrechtliche Vorbelastung zwar ein besonders relevantes Prognosekriterium, daneben sind jedoch auch weitere Punkte wie die Tatumstände und alle weiteren Fakten, die gültige Schlüsse auf den Charakter des Täters und die Aussichten seiner Bewährung zulassen, miteinzubeziehen (vgl. BGE 135 IV 180 E. 2.1 S. 185 f. mit Hinweisen; Urteil 6B_1005/2017 vom 9. Mai 2018 E. 4.1.1). Selbst wenn der Beschwerdeführer keine Vorstrafen aufweisen sollte, kann aus diesem Umstand somit nicht ohne Weiteres auf eine gute Legalprognose geschlossen werden. Soweit er vorbringt, mit der Begründung des drohenden Landesverweises könnte die Sicherheitshaft bis zum zweitinstanzlichen Urteil bzw. der Rechtskraft aufrechterhalten werden, lässt dies die Haft jedenfalls im jetzigen Zeitpunkt noch nicht als unverhältnismässig erscheinen. Im Weiteren kann weder mit einer Meldepflicht bei der Polizei noch einer weiteren Ersatzmassnahme verhindert werden, dass der Beschwerdeführer sich dem Strafverfahren durch eine Flucht oder ein Untertauchen entzieht.