Citation: 1C_58/2020 E. 3.2

3.2. Der Einwand des Beschwerdeführers, seine Möglichkeit zum Einreichen des Rekurses sei aufgrund der falschen Verfahrenswahl beeinträchtigt gewesen, trifft jedenfalls insofern zu, als ihm beim ordentlichen Baubewilligungsverfahren mehr Zeit zur Verfügung gestanden wäre. Aufgrund des rechtswidrigen Anzeigeverfahrens hatte der Beschwerdeführer keine Möglichkeit, bereits während der 20-tägigen Auflagefrist (§ 314 Abs. 4 PBG/ZH) Einsicht in das Änderungsgesuch bzw. die Baugesuchspläne zu nehmen. Wenngleich diesbezüglich von einem Nachteil auszugehen ist, hatte der Beschwerdeführer nach Zustellung der Baubewilligung immer noch 30 Tage Zeit, Akteneinsicht zu nehmen, um die im Entscheid vom 1. Februar 2018 aufgeführten Baugesuchspläne vor Erhebung seines Rekurses eingehend zu studieren. Innert dieser Frist war eine detaillierte Prüfung der Baugesuchsunterlagen ohne Weiteres möglich, zumal es sich nicht um ein komplexes Bauvorhaben handelt, sondern um eine geringfügige Änderung, und der Beschwerdeführer aufgrund des vorangehenden Verfahrens bereits mit dem Vorhaben vertraut war. Dies gilt sodann umso mehr, als der Beschwerdeführer anwaltlich vertreten war und damit fachkundig unterstützt wurde. Dass er bzw. seine damalige Rechtsvertreterin die Möglichkeit der Überprüfung des neuen Entscheids inkl. der Baugesuchsunterlagen wahrnahmen, zeigt sich auch in seinen Ausführungen im Rekurs vom 13. März 2018. Er legte dar, es ergebe sich "implizit aus den Plänen", dass Grundrisse der verschiedenen Etagen abgeändert würden, zudem seien ihm "bei Durchsicht der Unterlagen diverse Ungereimtheiten aufgefallen", insbesondere auch, dass "auf den aufliegenden Plänen die Fahrradunterstände nicht in den Fassadeneinsichtsplänen eingezeichnet seien". Diese Aussagen lassen darauf schliessen, dass der Beschwerdeführer vor der Rekurserhebung - trotz der fehlenden 20 Tage während der Auflage - genügend Zeit hatte, Einsicht in die Pläne zu nehmen, um sie eingehend zu studieren und auf die Einhaltung der Normen zu überprüfen. Aus den vom Beschwerdeführer eingesehenen Plänen geht klar hervor, dass insbesondere die Umnutzung des Untergeschosses zur Kinderkrippe mit Abgrabungen verbunden ist. Die bewilligten Änderungen sind auf den Plänen deutlich in den Farben rot und gelb erkennbar. Von "versteckten Projektänderungen" kann folglich nicht gesprochen werden. Daran ändert auch nichts, dass die Abgrabungen aus der Baubewilligung vom 1. Februar 2018 selbst nicht klar hervorgehen, sondern erst im Zusammenhang mit den Plänen ersichtlich sind. Von einer "Unterschlagung" bzw. einer Gehörsverletzung aufgrund der angeblich unzureichend begründeten Baubewilligung kann jedenfalls nicht gesprochen werden, da die Pläne integrale Bestandteile der Baubewilligung sind. Schliesslich kann es auch nicht als völlig ungewöhnlich bezeichnet werden, dass eine Umnutzung von im Untergeschoss liegenden Atelierräumen in eine Kinderkrippe möglicherweise Auswirkungen auf die Ausgestaltung der Fenster haben könnte. Im Übrigen ist es der Beschwerdeführer, der einwendet, dass die Frage des Untergeschosses bzw. die dadurch fünfgeschossige Erscheinung der Häuser bereits mehrfach Thema in früheren Verfahren gewesen sei. Insofern wäre vom anwaltlich vertretenen Beschwerdeführer zu erwarten gewesen, dass er bei der Rekurserhebung gegen die Projektänderung insbesondere überprüft, ob bezüglich des umstrittenen Untergeschosses ebenfalls Änderungen vorgesehen sind oder nicht. Da der Beschwerdeführer Einsicht in die Baupläne genommen hat und die geplanten Änderungen erkennen konnte, kann er auch aus dem Einwand nichts zu seinen Gunsten ableiten, wonach er aufgrund der falschen Verfahrenswahl nicht davon habe ausgehen müssen, dass neben der Umnutzung noch weitere substanzielle Projektänderungen an der Fassade in den Baugesuchsunterlagen "versteckt" wären und es sich nicht nur - wie das Anzeigeverfahren vermuten lasse - um eine untergeordnete Nutzungsänderung handle.