Citation: 9C_315/2020 E. 3.2

3.2. Wie im angefochtenen Entscheid eingeräumt wird, haben sich die ABI-Fachärzte, namentlich der onkologische Spezialarzt Dr. med. B.________, weder in der Expertise vom 26. September 2017 selber noch im Nachtrag vom 22. Mai 2018 detailliert mit den in BGE 139 V 346 E. 3.4 S. 348 angeführten, von der Fatigue Coalition definierten Diagnosekriterien für die CrF befasst. Dennoch wurde zu deren Auswirkungen als Krankheitsbild auf das Leistungsvermögen der Beschwerdeführerin auch aus onkologischer Sicht eingehend Stellung genommen und nachvollziehbar begründet, weshalb für die Zeit vom 1. Juni 2014 bis 31. Dezember 2015 ("arbiträr wahrscheinlich") respektive bis - längstens - 30. Juni 2017 ("sicher") von einer 50 %igen und - spätestens - ab 1. Juli 2017 von einer 80 %igen Arbeitsfähigkeit auszugehen ist. Auch unter Berücksichtigung des im besagten Bundesgerichtsurteil Festgehaltenen erscheinen die Schlussfolgerungen der ABI-Experten, insbesondere des onkologischen Fachspezialisten, im Ergebnis als schlüssig. Jedenfalls sind mit der Vorinstanz keine Anhaltspunkte ersichtlich und werden auch von der Versicherten nicht dargetan, die Zweifel an den betreffenden Ausführungen zu wecken vermöchten bzw. die darauf fussenden Erkenntnisse des kantonalen Gerichts als offensichtlich unrichtig oder anderweitig rechtsfehlerhaft erscheinen liessen. Vielmehr hält die Aussage des Onkologen, aus der (subjektiven) Angabe der Beschwerden durch die Explorandin könne nicht automatisch eine Arbeitsunfähigkeit abgeleitet werden und es sei nach einer Dauer von mehr als zwei Jahren nach Abschluss der Therapie mangels objektiver klinischer Kriterien nicht plausibel, der CrF noch eine Arbeitsunfähigkeit von mehr als 20 % beizumessen, auch vor BGE 139 V 346 stand. Darin wurde lediglich - aber immerhin - erwogen, dass der tumorassoziierten Fatigue als Begleitsymptom onkologischer Erkrankungen und ihrer Therapie zumindest mittelbar eine organische Ursache zugrunde liegt, weshalb es sich nicht rechtfertigt, darauf sozialversicherungsrechtlich die zum invalidisierenden Charakter somatoformer Schmerzstörungen entwickelten Prinzipien analog anzuwenden (E. 3.4 S. 348). Ebenso wenig kann die Beschwerdeführerin ferner aus dem Hinweis des Bundesgerichts im besagten Urteil, die CrF dauere in 30 bis 40 % der Fälle noch längere Zeit nach Therapieabschluss an (E. 3.3 S. 348), etwas zu ihren Gunsten ableiten. Vielmehr ergibt sich daraus zum einen, dass es nicht in sämtlichen derartigen Konstellationen zu anhaltenden Formen der CrF kommt. Zum anderen beendete die Versicherte ihre diesbezüglichen Therapien im November 2013; die ABI-Gutachter attestierten ihr eine Erhöhung der Arbeitsfähigkeit auf 80 % jedoch erst ab spätestens 1. Juli 2017, d.h. über dreieinhalb Jahre später. Auch vor diesem Hintergrund bietet die Bezugnahme auf BGE 139 V 346 somit keine Handhabe, die Feststellungen des kantonalen Gerichts in einem qualifiziert fehlerhaften Licht dastehen zu lassen. Einer Rückweisung der Angelegenheit zu weiteren medizinischen Abklärungen, wie von der Beschwerdeführerin beantragt, erübrigt sich daher.