Citation: 2C_514/2020 E. 3.1

3.1. Ausgangspunkt und Massstab für die Schwere des Verschuldens und die fremdenpolizeiliche Interessenabwägung ist die vom Strafgericht verhängte Strafe (BGE 134 II 10 E. 4.2 S. 23; 129 II 215 E. 3.1 S. 216). Der Beschwerdeführer wurde wegen gewerbsmässigen Handels mit Marihuana verurteilt. Er betrieb mit einem Mittäter insgesamt vier Indoor-Hanfplantagen, wobei sie zwischen Dezember 2013 und ihrer Festnahme am 15. März 2016 insgesamt etwa 79,5 kg Marihuana für rund Fr. 437'000.-- verkauften und sich Nettolöhne von je ungefähr Fr. 75'000.-- auszahlten. Zwar wendet der Beschwerdeführer ein, dass er nie wegen einer strafbaren Handlung betreffend harte Drogen, sondern einzig im Zusammenhang mit Marihuana verurteilt worden sei. Dennoch handelt es sich aufgrund der Gewerbsmässigkeit um ein qualifiziertes Betäubungsmitteldelikt (Art. 19 Abs. 2 lit. c BetmG), welches bereits in geringerem Umfang (25 kg statt wie hier 79,5 kg Marihuana und Haschisch) ähnlich schwer wiegt wie eine Verurteilung wegen Delikten mit harten Drogen (vgl. Urteile 2C_853/2015 vom 5. April 2016 E. 5.1.2; 2C_711/2011 vom 27. März 2012 E. 5.2; 1B_126/2011 vom 6. April 2011 E. 3.7, nicht publ. in: BGE 137 IV 84). Darüber hinaus handelte der Beschwerdeführer aus rein finanziellen Motiven und seine Straftat wiegt auch aus diesem Grund schwer (BGE 139 I 16 E. 2.2.1 S. 20). Dem geringeren Gefährdungspotential von Marihuana wurde bereits bei der Strafzumessung Rechnung getragen (Urteil 2C_608/2015 vom 1. Februar 2016 E. 3) und die Strafe befindet sich deutlich über dem vom Bundesgericht als relevant bezeichneten ausländerrechtlichen Rahmen von einem Jahr. Qualifizierte Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz (Art. 19 Abs. 2 BetmG) ist zudem ein Delikt, welches im Sinne von Art. 121 Abs. 3 BV seit dem 1. Oktober 2016 eine obligatorische Landesverweisung nach sich zieht (Art. 66a Abs. 1 lit. o StGB). Zwar sind die entsprechenden Bestimmungen nicht auf Taten anwendbar, die - wie hier - vor dem 1. Oktober 2016 begangen wurden, doch trägt das Bundesgericht der damit durch den Verfassungs- und Gesetzgeber zum Ausdruck gebrachten besonderen Verwerflichkeit der in Art. 66a StGB aufgeführten Taten in der Interessenabwägung nach Art. 8 Ziff. 2 EMRK insofern Rechnung, als es dadurch zu keinem Widerspruch zu übergeordnetem Recht - insbesondere der EMRK - kommt (BGE 139 I 16 E. 5 S. 28-31; Urteil 2C_846/2018 vom 26. März 2019 E. 5.2). Vor der Anlasstat erwirkte der Beschwerdeführer zudem fünf weitere Verurteilungen, denen die Vorinstanz angesichts des langen Zeitablaufs allerdings nur noch untergeordnetes Gewicht beilegte. Dasselbe gilt aufgrund der Geringfügigkeit auch für die letzte Straftat vom 25. Dezember 2016, bei welcher der Beschwerdeführer ein Lichtsignal in fahrlässiger Weise nicht beachtete. Dieses Delikt ist auch keine Anlasstat, welche seit dem 1. Oktober 2016 eine obligatorische Landesverweisung zur Folge hätte (Art. 66a ff. StGB).