Citation: 1P.403/2000 13.11.2000 E. 3

3.- a) Der Beschwerdeführer rügt, das Obergericht habe fast ausschliesslich auf die Aussagen der Zeugin D.________ und auf das Gutachten sowie die Aussagen von Dr. Barth abgestellt. Seine Aussagen sowie die entlastenden Aussagen seiner Ehefrau, seiner Mutter und seiner Schwiegermutter habe es dagegen nur kurz aufgeführt und überhaupt nicht auf ihre Glaubwürdigkeit überprüft und im Rahmen der Beweiswürdigung gewertet. Damit habe es gegen das Willkürverbot und den Grundsatz "in dubio pro reo" als Beweiswürdigungsregel verstossen. Dieser Vorwurf werde durch die Tatsache bestärkt, dass das Obergericht den Antrag der Verteidigung auf Anordnung von Gutachten über die Glaubwürdigkeit des Beschwerdeführers und seiner Ehefrau, eventuell Anordnung eines Lügendetektorverfahrens abgelehnt habe. Dies zeige, dass das Obergericht von der Schuld des Beschwerdeführers ausgegangen sei und nur die Beweise abgenommen habe, welche die Schuldvermutung unterstützten. Damit habe es auch den Grundsatz der Unschuldsvermutung als Beweislastregel verletzt. b) Der Beschwerdeführer macht damit zunächst geltend, das Obergericht habe einseitig nur die belastenden Beweise berücksichtigt, was als willkürliche Beweiswürdigung zu qualifizieren wäre (vgl. BGE 118 Ia 28 E. 1b mit Hinweisen). Das Obergericht gab in seinen Erwägungen die Bestreitungen des Beschwerdeführers und die weiteren Entlastungsaussagen zusammenfassend wieder. Nachdem es die wichtigsten Belastungsbeweise mit eingehender Begründung gewürdigt hatte, kam es zur Auffassung, dass der Beschwerdeführer die ihm vorgehaltene Tat "nach Würdigung aller bekannten Fakten" mit sehr hoher, überzeugender Wahrscheinlichkeit getan habe. Damit brachte es zum Ausdruck, dass es in seiner Beweiswürdigung auch die Entlastungsbeweise bzw. die entlastenden Umstände, die es im Urteil wiedergab, berücksichtigt hatte, diese aber seine Überzeugung von der Schuld des Beschwerdeführers nicht umzustossen vermochten. Es ist verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden, dass das Obergericht in erster Linie die Überzeugungskraft der belastenden Beweismittel prüfte, die direkt über den vorgeworfenen Sachverhalt Aufschluss geben können, d.h. insbesondere die auf Video aufgezeichneten und durch D.________ wiedergegebenen Aussagen des Opfers und das Gutachten über die Glaubwürdigkeit dieser Aussagen. Allein daraus, dass es nicht im Einzelnen ausführte, weshalb die Entlastungsbeweismittel seine Überzeugung nicht zu ändern vermöchten, lässt sich vorliegend nicht ableiten, dass es in willkürlicher Weise einseitig nur die belastenden Beweise berücksichtigt hätte. Dass die Entscheidbegründung des Obergerichts den verfassungsrechtlichen Anforderungen nicht genüge, macht der Beschwerdeführer zu Recht nicht geltend; die Behörde kann sich im Rahmen ihrer Begründung auf die für den Entscheid wesentlichen Punkte beschränken (vgl. BGE 124 II 146 E. 2a; 124 V 180 E. 1a; 123 I 31 E. 2c; 121 I 54 E. 2c, je mit Hinweisen). Es bestehen auch sonst keine Anhaltspunkte dafür, dass das Obergericht die entlastenden Aussagen und die Bestreitungen der Schuld durch den Beschwerdeführer nicht in seine Beweiswürdigung einbezogen hat. Solche ergeben sich insbesondere nicht daraus, dass das Obergericht kein Gutachten über die Glaubwürdigkeit der Aussagen des Beschwerdeführers und seiner Ehefrau eingeholt oder gar ein Lügendetektorverfahren durchgeführt hat. Die Beweiswürdigung, zu der auch die Würdigung von Zeugenaussagen und Aussagen des Beschuldigten gehört, ist Sache des Richters (BGE 118 Ia 144 E. 1c S. 146). Spezielle Abklärungen über die Glaubwürdigkeit von Aussagen, insbesondere die Einholung eines Glaubwürdigkeitsgutachtens, können sich als erforderlich erweisen, wenn der Richter aufgrund von besonderen Umständen nicht in der Lage ist, die Aussagen auf ihren Wahrheitsgehalt zu überprüfen, sondern dazu einen Experten als Entscheidungsgehilfen benötigt, der sein Wissen durch besondere Fachkenntnisse ergänzt (vgl. BGE 118 Ia 28 E. 1c, 144 E. 1c S. 145 f.). Der Beschwerdeführer führt jedoch keinerlei Gründe an (E. 1a oben), weshalb das Obergericht vorliegend nicht in der Lage gewesen sein soll, seine Bestreitungen und die Aussagen seiner Ehefrau zu würdigen, und es sind auch keine solchen ersichtlich. Die Rüge der Verletzung des Willkürverbots einerseits und der Unschuldsvermutung als Beweiswürdigungsregel andererseits erweist sich in diesem Zusammenhang als unbegründet, soweit überhaupt darauf eingetreten werden kann. c) Der Strafrichter verletzt die Maxime "in dubio pro reo" als Beweislastregel, wenn sich aus der Begründung des Urteils ergibt, dass der Richter zu einer Verurteilung gelangte, weil der Angeklagte seine Unschuld nicht nachgewiesen habe, oder dass der Richter von der falschen Meinung ausging, der Angeklagte habe seine Unschuld zu beweisen, und dass er ihn verurteilte, weil ihm dieser Beweis misslang (BGE 120 Ia 31 E. 2c S. 37 und E. 2d S. 38). Nach dem Ausgeführten beruht die Verurteilung des Beschwerdeführers darauf, dass das Obergericht seine Schuld aufgrund der belastenden Beweise für erwiesen betrachtete, und nicht darauf, dass ihm der Unschuldsbeweis misslungen sei. Eine Verletzung der Unschuldsvermutung als Beweislastregel ist nicht ersichtlich.