Citation: 2C_562/2019 E. 5.7.2

5.7.2. Im angefochtenen Urteil wird unter anderem auf die speziellen Umstände des Kennenlernens sowie auf die verdächtigen zeitlichen Abläufe vor der Hochzeit verwiesen. Die Vorinstanz stellt diesbezüglich fest, dass der Ehemann der Beschwerdeführerin vor der Heirat von November 2008 bis zum 18. September 2009 mit der älteren Schwester der Beschwerdeführerin zusammen lebte. Nach eigenen Angaben will er in dieser Zeitspanne die Beschwerdeführerin "zufälligerweise" in einem Internetchat kennen gelernt und dabei zunächst nicht gewusst haben, dass es sich bei ihr um die jüngere Schwester seiner damaligen Mitbewohnerin handle. Gemäss vorinstanzlicher Sachverhaltsfeststellung ersuchte der Ehemann kurz nach dem Kennenlernen am 16. Juli 2008 ein erstes Mal um eine Bewilligung der Einreise der Beschwerdeführerin zwecks Ehevorbereitung. Aufgrund dieser ungewöhnlichen Umstände bestand bereits zu diesem Zeitpunkt der Verdacht, dass der Eheschluss einzig ausländerrechtlichen Interessen diente. Gemäss der Vorinstanz wurden die Eheleute deshalb bereits damals zu den Umständen ihres Kennenlernens befragt. Im Anschluss an die Befragung zog der Ehemann am 14. April 2009 sein Gesuch um Einreisebewilligung für die Beschwerdeführerin zurück. Als ungewöhnlich wertet die Vorinstanz weiter, dass sich die Schwester der Beschwerdeführerin in der Folge am 18. September 2009 an der Adresse des Ehemanns abgemeldet hat und umgezogen ist, woraufhin die Beschwerdeführerin und ihr Ehemann bereits im November 2009 bzw. im Februar 2010 erneut um eine Einreisebewilligung zwecks Hochzeitsvorbereitung ersuchten. Ein weiteres gewichtiges Indiz für das Bestehen einer Scheinehe sieht die Vorinstanz schliesslich darin, dass die Beschwerdeführerin und ihre Schwester anlässlich der polizeilichen Wohnkontrollen je an der Wohnadresse des jeweils anderen Ehegatten vorgefunden wurden. Dieser Umstand war schliesslich auch der Grund, der die Behörden zu vertieften Abklärungen veranlasste.