Citation: 6P.181/1999 07.03.2000 E. 1

Der Beschwerdeführer flog mit der Sonne im Rücken in den Aufwindschlauch am Schafhorn. Trotz des optimalen Sonnenstandes und damit der guten Erkennbarkeit kreisender Segelflugzeuge nahm er die Libelle von P.Z.________ erst wahr, als diese etwa 50 m höher und horizontal etwa 20 m vor ihm durchflog. Bei der gebotenen Aufmerksamkeit und Luftraumbeobachtung hätte er das andere Segelflugzeug viel früher bemerken müssen. Ferner hätte er voraussehen müssen, dass die ohnehin nur knapp über ihm fliegende Libelle an Höhe verlieren würde, flog diese doch nach den eigenen Worten des Beschwerdeführers schnell - nach seinem Empfinden zu schnell -, was im Aufwindschlauch zu Höhenverlust führt. Zudem kannte er die Eigenschaften der Libelle, das als sehr lebendiges und wendiges und damit auch unberechenbares Segelflugzeug gilt. Der Beschwerdeführer ist ein erfahrener Pilot, der nicht nur die einschlägigen Vorsichtsmassnahmen kennt, sondern in der Lage gewesen wäre, die kritische Situation richtig einzuschätzen und entsprechend zu handeln. Er ist aber trotz der voraussehbaren Kollision und in Verletzung des Vortrittsrechtes sowie unter Missachtung der Abstandsvorschriften ohne die notwendige Korrektur seines eigenen Kurses (grossräumiges Umfliegen, starkes Unterfliegen der Libelle etc. ) weitergeflogen. Dieses Verhalten war für den eingetretenen Erfolg adäquat kausal. Die Adäquanz ist nur zu verneinen, wenn ganz aussergewöhnliche Umstände, wie das Mitverschulden eines Dritten oder Material- oder Konstruktionsfehler, als Mitursachen hinzutreten, mit denen schlechthin nicht gerechnet werden musste und die derart schwer wiegen, dass sie als wahrscheinlichste und unmittelbarste Ursachen des Erfolges erscheinen und so alle mitverursachenden Faktoren in den Hintergrund drängen (BGE 122 II 315 E. 3c; 122 IV 17 E. 2c/bb; je mit Hinweisen). Solche aussergewöhnliche Umstände sind nach dem Gesagten nicht ersichtlich. bb) Der Beschwerdeführer beruft sich auf den Vertrauensgrundsatz. Die Frage, ob Art. 26 SVG gestützt auf Art. 6 VVR analog im Luftverkehr anwendbar ist, wie der Beschwerdeführer ohne nähere Begründung für sich in Anspruch nimmt, kann offen gelassen werden. Der Beschwerdeführer könnte ohnehin nichts zu seinen Gunsten aus dem Vertrauensgrundsatz ableiten. Auf den Vertrauensgrundsatz kann sich nach konstanter Rechtsprechung nur stützen, wer sich selbst verkehrsregelkonform verhalten hat. Wer gegen die Verkehrsregeln verstösst und dadurch eine unklare oder gefährliche Verkehrslage schafft, kann nicht erwarten, dass andere diese Gefahr durch erhöhte Vorsicht ausgleichen (BGE 125 IV 83 E. 2b mit Hinweisen). Diese Einschränkung gilt nur dort nicht, wo gerade die Frage, ob der Verkehrsteilnehmer eine Verkehrsvorschrift verletzt hat, davon abhängt, ob er sich auf den Vertrauensgrundsatz berufen kann oder nicht. Diese Einschränkung kommt hier jedoch nicht zum Tragen. Der Beschwerdeführer hat das Vortrittsrecht der Libelle missachtet und auch einen ungenügenden Vertikalabstand eingehalten. Angesichts der für ihn günstigen Licht- und Sichtverhältnisse hätte er das andere Segelflugzeug und die Gefahrenträchtigkeit der Situation rechtzeitig erkennen und sich entsprechend verhalten können. Wie bereits aufgezeigt, war das Verhalten des vortrittsberechtigten Unfallgegners voraussehbar. Der Beschwerdeführer müsste sich daher ohnehin Art. 26 Abs. 2 SVG (vgl. den vorzitierten BGE a.a.O.) entgegenhalten lassen. f) Der Schuldspruch wegen fahrlässiger Tötung verletzt kein Bundesrecht. III. Kosten