Citation: 6B_1439/2021 E. 3.5.2

3.5.2. Der Beschwerdeführer wurde im Jahr 1983 im Irak geboren, kam erst im Alter von 26 Jahren in die Schweiz und ist zum Zeitpunkt des vorinstanzlichen Entscheids seit rund 13 Jahren hier. Ob ein Härtefall vorliegt, entscheidet sich weder anhand von starren Altersvorgaben, noch führt eine lange Anwesenheitsdauer automatisch zur Annahme eines Härtefalls (vgl. BGE 146 IV 105 E. 3.4.4; 144 IV 332 E. 3.3.2). Der Beschwerdeführer ist weder in der Schweiz geboren noch aufgewachsen; vielmehr hat er seine gesamten Kindheits- und Jugendjahre in seinem Heimatland Irak verbracht. Es ist damit noch nicht von einer prägenden Aufenthaltsdauer auszugehen, die einen Härtefall begründen würde. Mit Bezug auf die familiäre Situation des Beschwerdeführers ist ebenfalls kein für die Annahme eines Härtefalls genügend gewichtiges persönliches Interesse an einem Verbleib in der Schweiz auszumachen. Gemäss den Ausführungen der Vorinstanz leben sowohl die Eltern des Beschwerdeführers als auch seine Geschwister im Irak, zu denen er in regelmässigem Kontakt steht. Zudem lebt dort auch die Ehefrau des Beschwerdeführers, mit der er seit 2019 verheiratet ist und die nach Angaben der Vorinstanz noch nie in der Schweiz war. Zu den sozialen Bindungen in der Schweiz führt die Vorinstanz aus, er habe einen Onkel sowie zwei Kollegen, zu denen er ab und zu Kontakt habe bzw. etwas mit ihnen unternehme. Daraus schliesst die Vorinstanz, der Beschwerdeführer verfüge über enge soziale Kontakte in seinem Heimatland Irak, nicht jedoch in der Schweiz. Der Beschwerdeführer setzt sich damit nicht auseinander und belässt es bei der pauschalen Äusserung, er habe gute soziale Kontakte zu Arbeitskollegen und sei sozial gut integriert. Damit ist er nicht zu hören (Art. 42 Abs. 2 BGG). Vielmehr ist mit der Vorinstanz nicht von einer ausgeprägten persönlichen Bindung zur bzw. sozialen Integration des Beschwerdeführers in der Schweiz auszugehen. In beruflicher bzw. wirtschaftlicher Hinsicht attestiert die Vorinstanz dem Beschwerdeführer zu Recht eine gelungene Integration, arbeitet er doch seit mehreren Jahren in einem unbefristeten Arbeitsverhältnis, verdient gut und hat keine Schulden. Jedoch führt dieser Aspekt in der Gesamtbetrachtung nicht zur Annahme einer insgesamt besonders gelungenen Integration. In diesem Zusammenhang gibt auch die vorinstanzliche Einschätzung der (wirtschaftlichen) Resozialisierung des Beschwerdeführers in seiner Heimat zu keinen Bemerkungen Anlass. Inwieweit eine solche im Irak "sehr viel schwieriger" und seine wirtschaftliche Existenz gefährdet wäre, legt der Beschwerdeführer nicht begründet dar und ist denn auch nicht ersichtlich. Ein allenfalls günstigeres wirtschaftliches Fortkommen in der Schweiz vermag einen Verbleib in der Schweiz nicht zu begründen (vgl. Urteil 6B_1123/2020 vom 2. März 2021 E. 3.3.7 mit Hinweis). Wie die Vorinstanz zu Recht berücksichtigt, verfügt der Beschwerdeführer im Irak auch bereits über mehrjährige Berufserfahrung als Schweisser bzw. Autoelektriker. Zudem verneint sie zutreffend das Vorhandensein von relevanten sprachlichen oder kulturellen Hürden, die einer erfolgreichen Wiedereingliederung entgegenstehen könnten, ist der Beschwerdeführer doch im Irak aufgewachsen, hat dort die Schule besucht und ist mit der dortigen Kultur vertraut. Dem Beschwerdeführer kommt zusätzlich entgegen, dass er jung und körperlich gesund ist, was eine Wiedereingliederung zusätzlich erleichtert. Schliesslich erscheint eine Rückkehr des Beschwerdeführers auch mit Blick auf sein breites soziales Netzwerk in seiner Heimat als zumutbar, zumal mit den Eltern, Geschwistern und der Ehefrau seine wichtigsten Kontakte im Irak leben.