Citation: 2C_658/2023 E. 4.6.2

4.6.2. Zu berücksichtigen ist, dass die Beschwerdeführerin 1 ein Kind, die Beschwerdeführerin 2, hat. Die ausländerrechtliche Praxis geht davon aus, dass einer alleinerziehenden Mutter ab dem dritten Altersjahr des jüngsten Kindes zugemutet werden kann, dass sie sich um eine Arbeit bemüht (vgl. Urteile 2C_471/2022 vom 20. Dezember 2023 E. 5.3; 2C_870/2018 vom 13. Mai 2019 E. 5.3.3). Die Beschwerdeführerin 1 ist seit dem 1. September 2023 in einem 70%-Pensum beschäftigt (vgl. A hiervor), was grundsätzlich positiv zu werten ist, aber dadurch relativiert wird, dass dies unter dem Druck des ausländerrechtlichen Verfahrens geschah (vgl. Urteile 2C_490/2023 vom 31. Mai 2024 E. 6.5; 2C_248/2022 vom 16. Dezember 2022 E. 4.5.2). Zu vorherigen Bemühungen finden sich im angefochtenen Urteil keine Angaben. Die Beschwerdeführerinnen verweisen aber - ohne eine unvollständige Sachverhaltsfeststellung durch die Vorinstanz zu rügen (vgl. E. 2.2 hiervor) - auf verschiedene aktenkundige Stellensuchbemühungen im Dezember 2018 und Arbeitsverträge vom Herbst 2019 für Anstellungen in tiefen Pensen bzw. im Stundenlohn. Selbst nach eigenen Angaben konnte die Beschwerdeführerin 1 jedoch erst per 1. Juni 2021 (und auch das bloss bis Ende 2021) höherprozentig arbeiten und ein ins Gewicht fallendes Einkommen von Fr. 2'429.-- pro Monat erwirtschaften. Dabei wären ernsthafte bzw. weitergehende Bemühungen zur Ausschöpfung der Erwerbsfähigkeit bereits früher möglich und zumutbar gewesen: So ist die Tochter seit geraumer Zeit im schul- bzw. kindergartenpflichtigen Alter, hat der Kindsvater an den Wochenenden stets die Betreuung übernommen und wurde die Tochter zusätzlich fremdbetreut. Vor diesem Hintergrund ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz zum Schluss kam, der Beschwerdeführerin 1 sei es spätestens seit der Inanspruchnahme von Fremdbetreuungsangeboten im Juni 2017 zumutbar gewesen, sich aktiv um eine Stelle zu bemühen (vgl. E. 5.7 des angefochtenen Urteils). Mindestens von diesem Zeitpunkt an kann sich die Beschwerdeführerin 1 daher nicht (mehr) auf die Kinderbetreuung berufen, um unterbliebene Bemühungen um eine existenzsichernde Erwerbstätigkeit zu rechtfertigen. Mit Fr. 289'475.33 entfällt aber ein Grossteil der insgesamt empfangenen Unterstützungsleistungen auf diesen Zeitraum (Art. 105 Abs. 2 BGG). Zumindest im genannten (noch immer erheblichen) Umfang ist ihr die Sozialhilfeabhängigkeit unter dem Blickwinkel der Kinderbetreuung folglich vorwerfbar.