Citation: 5A_85/2010 11.05.2010 E. 3

3.1 Das Obergericht hatte sich im Rahmen der güterrechtlichen Auseinandersetzung mit verschiedenen Provisionszahlungen an den Beschwerdegegner zu befassen. 3.2 Einerseits handelte es sich um eine Zahlung in der Höhe von Fr. 58'000.--, die der Beschwerdegegner von der Unternehmung "A.________ GmbH" erhalten hatte. Obwohl diese Vermögenswerte am 22. Juni 2004 nicht mehr vorhanden waren, rechnete das Obergericht diese in seinem ersten Urteil vom 11. Dezember 2008 (S. 21 f.) der Errungenschaft des Beschwerdegegners hinzu. Es begründete dies damit, dass der Beschwerdegegner seine Behauptungen, diese Summe für offene Verbindlichkeiten im Trennungszeitpunkt, für Umzugskosten und die Neueinrichtung der Wohnung verbraucht zu haben, nicht bewiesen und deshalb die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen habe. Diese Ausführungen des Obergerichts wurden von den Parteien nicht beanstandet und sind nicht mehr Prozessthema. 3.3 Andererseits ist eine Provisionszahlung von Fr. 52'903.-- aus dem Jahr 2000, die an das Einzelunternehmen "B.________" erfolgte, streitig. Die Parteien waren sich im vorinstanzlichen Verfahren nunmehr einig, dass diese Zahlung dem Beschwerdegegner als wirtschaftlich Berechtigtem an der Unternehmung "B.________" zuzurechnen ist. Umstritten war jedoch, ob diese Gelder am 22. Juni 2004 noch vorhanden waren oder gegebenenfalls hinzuzurechnen wären. Nach den unangefochtenen kantonsgerichtlichen Feststellungen wurde ein Teil dieser Provision in bar ausbezahlt und für den Rest ein Barcheck ausgestellt, der am 13. Dezember 2000 eingelöst und dem Bankkonto xxxx des Beschwerdegegners gutgeschrieben wurde (S. 5 des angefochtenen Urteils). Gestützt auf einen Auszug dieses Bankkontos ("Kontoauszug 01.01.2004 - 31.12.2004"; Urkunde 119 des Beschwerdegegners) ging die Vorinstanz am massgeblichen Stichtag (22. Juni 2004) von einem Kontostand von Fr. 299.15 aus (S. 5 des angefochtenen Urteils). Im Ergebnis berücksichtigte es nur diesen Restbetrag als Errungenschaft des Beschwerdegegners. Das Obergericht hat festgehalten, der Beschwerdegegner habe mit den Urkunden 81 ff. die Bezahlung von offenen Schulden, Gerichts- und Anwaltskosten und Steuern von total Fr. 60'333.35 nachgewiesen. Allein mit dem Erwerbseinkommen und unter Berücksichtigung der Unterhaltszahlungen habe der Ehemann diese Zahlungen nicht tätigen können. Er habe so gut wie irgendwie möglich den Verbrauch des Geldes nachgewiesen. Jedenfalls könne die Beschwerdeführerin nicht beweisen, dass der Ehemann am güterrechtlich massgebenden Stichtag noch über Bargeld verfügt habe. Zusammenfassend sei deshalb davon auszugehen, dass der Beschwerdegegner am Stichtag die gesamte Provisionszahlung von Fr. 52'903.-- verbraucht habe, weshalb keine "Aufrechnung" zu erfolgen habe (S. 5 des angefochtenen Urteils).