Citation: 6B_1178/2021 E. 2.5.1

2.5.1. Die Beschwerdeführerin zeigt mit ihrer Kritik nicht auf, dass die Vorinstanz willkürlich von einer "klaren Beweislage" ausgeht oder Tatsachen willkürlich für "klar erstellt" annimmt. Die massgebenden zum Unfallzeitpunkt bestehenden tatsächlichen Verhältnisse und der Unfallhergang lassen sich aufgrund der in den Akten liegenden Beweismittel, insbesondere der Videoaufzeichnungen klar erstellen. Es kann grundsätzlich auf die überzeugenden und zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (Beschluss S. 9 ff.). Angesichts der bestehenden Beweismittel ist nicht zu beanstanden, wenn diese zum Schluss gelangt, dass es einen präparierten und einen nicht (frisch) präparierten Teil der Piste Nr. 69b gab, die sich sowohl durch die unterschiedliche Pistenpräparation als auch durch die dadurch entstandene "Kante" optisch klar unterschieden, die Beschwerdeführerin nach ihrer Fahrt hinter dem Arbeiterpavillon hindurch, der ihre Sicht auf die Piste Nr. 69b insgesamt einschränkte, zunächst das nicht (frisch) präparierte Teilstück der Piste Nr. 69b querte, um danach, ohne anzuhalten, auf das präparierte Teilstück der Piste Nr. 69b einzufahren, das sie ebenfalls zu traversieren beabsichtigte, und nach dem Passieren der "Kante" ca. 90 Grad gegen rechts (von ihrer Blickrichtung aus gesehen) abdrehte sowie dem Beschwerdegegner 2 direkt (hangaufwärts) entgegen fuhr, während der Beschwerdegegner 2 ausschliesslich auf dem präparierten Teilstück der Piste Nr. 69b deren Falllinie folgend fuhr, keinen Pistenwechsel vornahm und zum Zeitpunkt, als die Beschwerdeführerin die "Kante" passierte, eine Linkskurve (Fahrtrichtung) zu fahren begann, um (wohl) an der Beschwerdeführerin linksseitig vorbeizufahren sowie auszuweichen, als diese die Rechtskurve vollzog und hangaufwärts auf den Beschwerdegegner 2 zu fuhr (Beschluss S. 9 ff.). Soweit die Rügen der Beschwerdeführerin andere als die vorstehend genannten tatsächlichen Gegebenheiten betreffen, ist darauf mangels Relevanz nicht einzugehen. So macht sie beispielsweise geltend, sie habe keinen gesperrten Streckenabschnitt befahren, bzw. bringt vor, entgegen der vorinstanzlichen Einschätzung sei erkennbar, dass die Piste Nr. 69b im unteren Streckenabschnitt und insbesondere nach dem Arbeiterpavillon nicht mehr gesperrt gewesen sei, oder wendet ein, nach dem Arbeiterpavillon habe kein unpräpariertes, zerfahrenes und sich nach vorne verengendes Teilstück der Piste Nr. 69b bestanden. Ihre Beschwerde genügt den qualifizierten Begründungsanforderungen an die Willkürrüge insofern nicht, als die Beschwerdeführerin den Unfallhergang und die zu diesem Zeitpunkt bestehenden Verhältnisse aus ihrer Sicht schildert bzw. ohne weitere Begründung vorbringt, die vorinstanzliche Beurteilung sei aktenwidrig und willkürlich, ohne auf die vorinstanzlichen Ausführungen einzugehen. Im Übrigen erweisen sich ihre Einwände als unbegründet. Es erschliesst sich von selbst, dass die Beschwerdeführerin hinter dem Arbeiterpavillon nur beschränkte Sicht auf die Piste Nr. 69b haben konnte. Es ist nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz dies ohne Aufnahmen zu den hinter dem Arbeiterpavillon herrschenden Sichtverhältnisse feststellt. Den Videoaufnahmen ist sodann klar zu entnehmen, dass der Beschwerdegegner 2 stets dem Verlauf des präparierten Teils der Piste Nr. 69b folgte. Dass er mittels einer Linkskurve mutmasslich um die Beschwerdeführerin herumfahren wollte, während die Piste leicht nach rechts verlief, ändert nichts daran, dass er sich stets auf dem präparierten Teil der Piste Nr. 69b befand und diesen nicht verliess. Auch führte die vollzogene Linkskurve entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin nicht dazu, dass der Beschwerdegegner 2 von der Seite herkommen auf sie zufuhr; vielmehr ist aufgrund der Videoaufzeichnungen davon auszugehen, dass er aus seiner Sicht von oben rechts herkommend, links um die Beschwerdeführerin, die dabei war, "seinen" Pistenverlauf zu queren, herumfahren wollte. Nichtsdestotrotz befand sich der Beschwerdegegner 2 oberhalb der Beschwerdeführerin. Auf das Vorbringen der Beschwerdeführerin, ihr Abdrehen nach rechts sei lediglich eine Reaktion auf den Umstand gewesen, dass der Beschwerdegegner 2 die Fahrtrichtung geändert habe und nun auf sie zugefahren sei und sie gefährdet habe, sie jedoch nicht beabsichtigt habe, irgendwelche Fahrmanöver hangaufwärts auszuführen, sowie die damit zusammenhängende Kritik, die Vorinstanz hätte feststellen müssen, zu welchem Zeitpunkt sie und der Beschwerdegegner 2 ihre jeweiligen Fahrtrichtungen geändert hätten, braucht nicht eingegangen zu werden. Wie sich aus den nachfolgenden Ausführungen ergibt, ist letztlich nicht relevant, ob die Beschwerdeführerin ihr Fahrmanöver hangaufwärts von sich aus oder als Reaktion auf die Fahrweise des Beschwerdegegners 2 vornahm.