Citation: 1C_411/2020 E. 2.4.1

2.4.1. Bei der Kanzleigebühr als einer Sonderform der Kausalabgabe gilt das Gebot der Gesetzesform nicht (BGE 130 I 113 E. 2.2 mit Hinweisen). Die Kanzleigebühr ist ein Entgelt in geringer Höhe für einfache Tätigkeiten der Verwaltung, die keinen besonderen Prüfungs- oder Kontrollaufwand erfordern (Urteil 2C_230/2020 vom 25. März 2021 E. 9.1 mit Hinweisen). Die hier umstrittene Gebühr sprengt allerdings diesen Rahmen. Zum einen geht selbst das Obergericht von einer zeitintensiven Aufgabe aus, die zudem den Beizug eines Gerichtsschreibers erfordert und damit nicht mehr allein von der Gerichtskanzlei erbracht werden kann. Zum andern lässt sich bei einem Betrag von Fr. 240.-- nicht mehr von einer geringen Höhe sprechen. In BGE 125 I 173 hielt das Bundesgericht eine Gebühr von Fr. 200.-- für die Durchführung eines Eignungstests für Anwärter des Medizinstudiums für zu hoch, um noch als Kanzleigebühr gelten zu können (a.a.O., E. 9b S. 179 f. mit Hinweisen). Auch unter Berücksichtigung der seit diesem im Jahr 1999 ergangenen Urteil erfolgten Preisentwicklung folgt daraus, dass für die hier umstrittene Anonymisierungsgebühr im Ergebnis nichts anderes gelten kann.