Citation: 6B_225/2023 E. 1.2.4

1.2.4. Die Beschwerdeführerin sei gesundheitlich angeschlagen und habe sich im Sommer 2020 aus eigenem Antrieb in psychotherapeutische Behandlung begeben. Gemäss dem von Dr. med. C.________ im Rahmen des vorinstanzlichen Verfahrens erstellten psychiatrisch-forensischen Gutachten leide die Beschwerdeführerin an einer instabilen Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typ, einer einfachen Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung, schädlichem Gebrauch von Alkohol und einer unterdurchschnittlichen Intelligenz im Sinne einer nicht näher bezeichneten Entwicklungsstörung schulischer Fertigkeiten. Im Deliktszeitpunkt sei die Beschwerdeführerin zudem depressiv und kokainabhängig gewesen. Im Zeitpunkt der Begutachtung seien jedoch keine Hinweise auf Kokainkonsum vorgelegen und die Depression sei remittiert gewesen. In ihrer Gesamtheit handle es sich um eine Störung von erheblichem Ausmass. Die Beschwerdeführerin sei nicht in der Lage, ihr Leben ohne fremde Hilfe zu organisieren. Sie habe anlässlich der Berufungsverhandlung angegeben, dass sich die Alkoholproblematik wieder derart akzentuiert habe, als dass ihr Therapeut sich um einen neuerlichen stationären Aufenthalt für sie bemühe. Vom Störungsbild her bedürfe die Beschwerdeführerin einer stationären Behandlung. Aufgrund ihrer geringen Frustrationstoleranz, sowie der Tatsache, dass sie sich nur schwer in bestehende Gruppen integrieren lasse, seien einem derartigen Setting jedoch nur geringe Erfolgsaussichten beizumessen, zumal die Beschwerdeführerin solche Behandlungsversuche in der Vergangenheit jeweils nach kurzer Zeit abgebrochen habe. Sie sei jedoch grundsätzlich gewillt, sich auf eine Therapie einzulassen.