Citation: 6B_941/2019 E. 1.5

1.5. Die Beschwerdegegnerin begab sich am 11. November 2015 auf den Polizeiposten, wo sie den Vorfall der Nacht vom 26. auf den 27. September 2015 ausführlich schilderte. Dabei machte sie auch detaillierte Angaben zum Sachverhalt, der den Antragsdelikten zugrunde liegt. Zwar gab sie an, "wegen Vergewaltigung" Anzeige erstatten zu wollen. Weitere konkrete Straftatbestände erwähnte die Beschwerdegegnerin nicht. Dies ist allerdings nicht ausschlaggebend. Für die Beschwerdegegnerin stand als juristischer Laie die Vergewaltigung als schwerstes Delikt im Vordergrund. Indessen obliegt es gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung den Strafverfolgungsbehörden, den zur Anzeige gebrachten Sachverhalt rechtlich zu qualifizieren und einzuordnen. Wie die Vorinstanz zutreffend ausführt, ergibt sich aus dem Polizeirapport vom 12. November 2015 und den darin festgehaltenen Angaben der Beschwerdegegnerin unmissverständlich, dass sich diese am 11. November 2015 mit der Absicht auf den Polizeiposten begab, Anzeige gegen den Beschwerdeführer wegen des gesamten Vorfalls der Nacht vom 26. auf den 27. September 2015 zu erstatten und dessen strafrechtliche Verfolgung zu beantragen. Für die Annahme, dass nach dem Willen der Beschwerdegegnerin die in engem Zusammenhang mit der Vergewaltigung stehenden weiteren Delikte von der Strafverfolgung ausgeschlossen werden sollten, gibt es keine Anhaltspunkte. Daran ändern die Einwendungen des Beschwerdeführers nichts. Die von ihm erwähnte Rechtsprechung zur Frage, ob die polizeiliche Einvernahme der geschädigten Person als Auskunftsperson oder die Konstituierung als Privatkläger als Strafantrag gilt, ist vorliegend nicht einschlägig. Ebenfalls nicht massgebend ist das vom Beschwerdeführer zitierte Urteil 6B_284/2013 vom 10. Oktober 2013. In jenem Fall wurde in einem Polizeirapport lediglich beiläufig erwähnt, dass der Beschwerdeführer eine weitere Strafanzeige einreichen möchte. Es fehlte jedoch an Schilderungen zum Sachverhalt. Insofern ist der Fall nicht mit dem vorliegenden vergleichbar. Soweit der Beschwerdeführer bemängelt, dass der Polizeirapport nicht unterzeichnet wurde, womit die Protokollierungsvorschriften verletzt seien, kann ihm nicht gefolgt werden. Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung gelangen die Protokollierungsvorschriften von Art. 76 StPO bei einem Polizeirapport, welcher der Protokollierung eines mündlich gestellten Strafantrags dient, nicht zur Anwendung (BGE 145 IV 190 E. 1.4 S. 193 f.). Somit geht die Vorinstanz zu Recht von einem rechtzeitig und gültig gestellten Strafantrag hinsichtlich sämtlicher Delikte aus.