Citation: 9C_55/2021 E. 4.1

4.1. Die auf einer Würdigung der konkreten Umstände basierende Festsetzung des hypothetischen Umfangs der Erwerbstätigkeit durch das kantonale Gericht ist als Tatfrage für das Bundesgericht grundsätzlich verbindlich, ausser wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung beruht (etwa: BGE 133 V 504 E. 3.2; oben E. 1). Soweit die Beschwerdeführerin den vorinstanzlichen Schluss auf ein überwiegend wahrscheinliches Ausmass der Erwerbstätigkeit von 85 % im Gesundheitsfall als rechtsfehlerhaft rügt, vermag sie weder aufzuzeigen, inwiefern die diesbezügliche konkrete Beweiswürdigung der Vorinstanz offensichtlich unrichtig wäre noch inwiefern von weiteren Abklärungen hierzu zuverlässigere Informationen zu erwarten gewesen wären. Insbesondere hat die Vorinstanz weder den Untersuchungsgrundsatz (Art. 61 lit. c ATSG) noch das Recht auf Beweis (Art. 29 Abs. 2 BV und Art. 6 Ziff. 1 EMRK) verletzt, indem sie auf weitere Abklärungen dazu verzichtet hat, ob der Versicherten im Jahr 2012 eine Stelle als Leiterin Sprachen an der höheren Fachschule angeboten worden sei. Inwiefern eine Befragung von Drittpersonen Aufschluss hätte geben sollen über die entscheidende Frage danach, ob die Beschwerdeführerin im hypothetischen Gesundheitsfall überwiegend wahrscheinlich (zu diesem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad: etwa BGE 144 V 427 E. 3.2 mit Hinweis) eine entsprechende Stelle im Umfang von 100 % angenommen hätte, ist nicht ersichtlich. Demnach durfte die Vorinstanz in antizipierter Beweiswürdigung (etwa: BGE 144 V 361 E. 6.5; 136 I 229 E. 5.3) auf die beantragten Zeugenbefragungen verzichten. Im Übrigen ist weder ersichtlich noch näher dargelegt, inwiefern das Verwaltungsgericht den Anspruch der Beschwerdeführerin auf rechtliches Gehör im Zusammenhang mit ihrer hypothetischen Erwerbstätigkeit verletzt haben sollte. Aktenwidrig ist jedenfalls deren Behauptung, es habe vor Vorinstanz ein reiner Aktenprozess stattgefunden. Vielmehr ist aktenkundig, dass das Verwaltungsgericht am 26. November 2020 eine öffentliche Schlussverhandlung durchführte, an welcher der Rechtsvertreter der Versicherten deren Standpunkt - nochmals - einlässlich darlegen konnte. Schliesslich hat das kantonale Gericht auf den Umfang der Erwerbstätigkeit von 85 % nicht in Anwendung von Vermutungen geschlossen, wonach Frauen und/oder Lehrpersonen i.d.R. Teilzeit arbeiten würden, sondern in konkreter Würdigung der Gegebenheiten des Einzelfalls. Dass es seinen Schluss mit Verweis auf statistische Angaben zu den Erwerbspensen von Lehrpersonen zusätzlich plausibilisiert hat, tut dem keinen Abbruch. Nach dem Gesagten liegt auch eine Diskriminierung aufgrund des Geschlechts nicht vor und hat es beim durch die Vorinstanz in Würdigung der konkreten Umstände ermittelten Erwerbsgrad von 85 % im Gesundheitsfall und daraus folgend beim Invaliditätsgrad von 42.5 % im erwerblichen Bereich sein Bewenden.