Citation: I 349/02 03.12.2002 E. 4

Die IV-Stelle macht geltend, die Vorinstanz hätte sich bei der Prüfung der Verfügung vom 7. April 2000 darauf beschränken müssen, ob sie auf Grund der vorhandenen Akten korrekt war. Weil das kantonale Gericht die Beschwerdeführerin und ihren Ehemann persönlich befragt und zudem ein im Rahmen der haftpflichtrechtlichen Auseinandersetzung erstelltes Haushaltgutachten beigezogen habe, sei die in Art. 73 IVV statuierte Sanktion, im Falle der Weigerung der Mitwirkung bei der Sachverhaltsfeststellung auf Grund der Akten zu entscheiden, unterlaufen worden. Dieser Auffassung kann nicht beigepflichtet werden. Wie das Eidgenössische Versicherungsgericht im Bereich der Unfallversicherung wiederholt festgestellt hat, darf das kantonale Sozialversicherungsgericht nicht ohne weiteres auf die unvollständigen Akten abstellen, wenn der Unfallversicherer nach Art. 47 Abs. 3 Satz 2 UVG und Art. 59 UVV (Aktenentscheid nach vorgängiger Androhung bei Erschwerung der Abklärung des Sachverhalts) über den Leistungsanspruch entschieden hat. Denn diese Bestimmungen schränken die Pflicht des Gerichts gemäss Art. 108 Abs. 1 lit. c UVG, die erheblichen Tatsachen festzustellen und notwendige Beweise zu erheben, nicht ein (RKUV 2001 Nr. U 414 S. 89). Das Gericht hat daher den Sachverhalt von Amtes wegen abzuklären und gegebenenfalls eine ärztliche Expertise zu veranlassen, wobei es ein Gerichtsgutachten in Auftrag geben oder die Sache zur Anordnung einer Begutachtung an den Unfallversicherer zurückweisen kann. Diese Rechtsprechung gilt auch im Bereich der Invalidenversicherung (Urteil B. vom 25. Oktober 2001, I 214/01). Die Rekursinstanz hat nach Art. 85 Abs. 2 lit. c AHVG in Verbindung mit Art. 69 IVG die für den Entscheid wesentlichen Tatsachen festzustellen und die notwendigen Beweise zu erheben. Entgegen der Auffassung der IV-Stelle greift Art. 73 IVV in die für die Rechtsmittelinstanz geltende Verfahrensordnung nicht ein. In dem von ihr erwähnten Urteil B. vom 25. Oktober 2001, I 214/01, hob das Eidgenössische Versicherungsgericht den vorinstanzlichen Rückweisungsentscheid auf, weil das kantonale Gericht unzutreffend die Voraussetzungen des Art. 73 IVV als nicht gegeben erachtete. Daher ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz die Beschwerdegegnerin und ihren Ehemann persönlich befragte und das von der Versicherten im vorinstanzlichen Verfahren aufgelegte Haushaltgutachten in die Beurteilung einbezog.