Citation: K 47/05 16.06.2005 E. 4

Bei der Abwägung der Gründe für und gegen eine sofortige Beendigung der Mitgliedschaft (d.h. mit Wirkung per 31. August 2004) steht dem Interesse der Concordia, eine Rückforderung von Versicherungsleistungen wegen der damit verbundenen administrativen Erschwernisse und der Gefahr der Uneinbringlichkeit nach Möglichkeit zu vermeiden, das Interesse der Beschwerdeführer an der Weitergeltung des Versicherungsschutzes bzw. am Hinausschieben des Zeitpunktes der Beendigung des Versicherungsverhältnisses über den 31. August 2004 hinaus gegenüber. Bei ähnlichen Konstellationen hat das Eidgenössische Versicherungsgericht oft zu Gunsten der Versicherer entschieden, namentlich wenn der Ausgang des Hauptverfahrens - wie dies auch vorliegend der Fall ist - nicht eindeutig feststand (Erw. 2.3 des in Plädoyer 2005/2 S. 79 auszugsweise veröffentlichten Urteils L. vom 2. Februar 2005, U 411/04). Dass die Vorinstanz das Interesse der Concordia unter den gegebenen Umständen höher als dasjenige der Beschwerdeführer gewichtet und den Entzug der aufschiebenden Wirkung der Einsprache dementsprechend bestätigt hat, ist nicht zu beanstanden. Ins Leere geht namentlich der Einwand der Beschwerdeführer, im angefochtenen Entscheid sei unberücksichtigt geblieben, dass der fehlende Versicherungsschutz während der Dauer des Prozesses zur Verweigerung lebensnotwendiger Behandlungen führen könnte, bleibt es doch den Beschwerdeführern unbenommen, sich (wenn unter Umständen auch zu weniger vorteilhaften Konditionen) einer deutschen (Privat-)Versicherung anzuschliessen (vgl. auch Schreiben der Beschwerdeführer an die Beschwerdegegnerin vom 11. August 2004). Nichts zu ihren Gunsten abzuleiten vermögen die Beschwerdeführer auch aus ihrer Behauptung, dass die Allgemeine Ortskrankenkasse (AOK) im Falle der von ihnen (gemäss den Angaben in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde) angestrebten Aufnahme während der Dauer des Verfahrens erbrachte Versicherungsleistungen erstatten werde. Denn zum heutigen Zeitpunkt sind sowohl die Aufnahme in die AOK als auch die nach einer Aufnahme in Frage stehende Rückerstattung durch die AOK mit zahlreichen Unsicherheiten behaftet. Nicht ersichtlich ist sodann, inwiefern im Rahmen der Interessenabwägung eine Rolle spielen sollte, dass die Beschwerdeführer im Zeitpunkt der Ankündigung der Beendigung des Versicherungsverhältnisses bereits seit über 30 Jahren bei der Beschwerdegegnerin versichert waren. Nicht weiter einzugehen ist schliesslich auf die zahlreichen Vorbringen zur materiellen Frage der Weiterführung der Versicherung, über welche im Hauptprozess zu entscheiden sein wird.