Citation: 6B_593/2023 E. 2.2.1

2.2.1. Revisionsrechtlich gelten Tatsachen und Beweismittel als neu, wenn das Gericht zum Zeitpunkt der Urteilsfällung keine Kenntnis von ihnen hatte, sie ihm mithin nicht in irgendeiner Form zur Beurteilung vorlagen (BGE 137 IV 59 E. 5.1.2; Urteile 6B_739/2021 vom 14. Juni 2023 E. 2.3.1; 6B_1381/2022 vom 26. April 2023 E. 3.2.1; 6B_1192/2020 vom 17. Januar 2022 E. 2.3.3; je mit Hinweisen). Nicht als neu gelten Beweismittel, wenn sie in ihrer Tragweite falsch gewürdigt worden sind (Urteile 6B_1192/2020 vom 17. Januar 2022 E. 2.3.3; 6B_14/2020 vom 20. April 2020 E. 3.3.1; 6B_438/2020 vom 9. Februar 2021 E. 1.2). Die neuen Tatsachen oder Beweismittel müssen zudem erheblich sein, d.h. geeignet, die tatsächlichen Grundlagen des zu revidierenden Urteils so zu erschüttern, dass aufgrund des veränderten Sachverhalts ein wesentlich milderes Urteil möglich ist (vgl. BGE 137 IV 59 E. 5.1.4; Urteile 6B_739/2021 vom 14. Juni 2023 E. 2.3.1; 6B_1192/2020 vom 17. Januar 2022 E. 2.3.3; 6B_962/2020 vom 9. Februar 2021 E. 5.2; je mit Hinweisen). Dass eine Änderung des früheren Urteils nicht geradezu als unmöglich oder als ausgeschlossen erscheint, genügt nicht. Die Änderung muss vielmehr sicher, höchstwahrscheinlich oder jedenfalls wahrscheinlich sein (BGE 120 IV 246 E. 2b; 116 IV 353 E. 4e und E. 5a; Urteile 6B_1192/2020 vom 17. Januar 2022 E. 2.3.3; 6B_14/2020 vom 20. April 2020 E. 3.3.1; je mit Hinweisen). Hingegen sind Verfahrensverstösse grundsätzlich nicht mittels Revision korrigierbar, sondern müssen im ordentlichen Rechtsmittelverfahren geltend gemacht werden. Revisionsverfahren dienen auch nicht dazu, rechtskräftige Entscheide immer wieder infrage zu stellen oder gesetzliche Vorschriften über die Rechtsmittelfristen bzw. die Zulässigkeit von neuen Tatsachen im Rechtsmittelverfahren zu umgehen (BGE 145 IV 197 E. 1.1; 130 IV 72 E. 2.2; 127 I 133 E. 6; Urteile 6B_1192/2020 vom 17. Januar 2022 E. 2.3.3; 6B_438/2020 vom 9. Februar 2021 E. 1.2; je mit Hinweisen).