Citation: 6B_376/2024 E. 2.4.1

2.4.1. Die Beschwerdeführerin stellt die Erforderlichkeit und die Verhältnismässigkeit i.e.S. der (Verlängerung der) stationären therapeutischen Behandlung von psychischen Störungen in Frage. Dass die übrigen Massnahmenvoraussetzungen erfüllt sind, bestreitet sie nicht (vgl. Art. 56 Abs. 6 StGB). Soweit sie der Vorinstanz vorwirft, sie verletze ihre Begründungspflicht, da sich weder aus dem Urteil noch dem Gutachten ergebe, dass bzw. weshalb von einer negativen Legalprognose auszugehen sei, erweist sich ihre Kritik als unbegründet. Die Vorinstanz gibt das Gutachten, die Berichte und Beurteilungen sowie die mündlichen Erläuterungen der Sachverständigen, die sie in ihre Beurteilung einbezieht (vgl. E. 2.3.1), ausführlich zusammengefasst wieder (Beschluss S. 8 ff., 24 ff., 30 ff.) und gelangt zu der Erkenntnis, dass die Schlussfolgerungen weitgehend und im Wesentlichen übereinstimmten: Im gegenwärtigen, eng strukturierten und therapeutisch ausgerichteten Setting des Massnahmevollzugs bestehe ein geringes bis moderates Rückfallrisiko für erneute Straffälligkeit. Das Risiko, dass es in Krankheitsphasen auch zukünftig zu schweren Opferschäden kommen könne, sei aber weiterhin vorhanden, insbesondere wenn die Beschwerdeführerin ihre Medikation absetzen, Cannabis konsumieren oder sich im Alltag überlasten oder sonstigen Stress erleben würde. Wie das vergangene halbe Jahr gezeigt habe, sei Cannabiskonsum für die Beschwerdeführerin nach wie vor ein Thema. Den Umgang mit dem Substanzkonsum bagatellisiere sie, was von einer noch nicht hinreichenden Krankheitseinsicht zeuge. Das sei vor allem deshalb problematisch, weil es sowohl kurz-, mittel- als auch langfristig denkbar sei, dass erneute schizomanische Phasen auftreten könnten und Cannabiskonsum dabei ein ganz wesentlicher Risikofaktor sei. Krankheitsepisoden hätten sich in der Vorgeschichte offenbar sehr schnell innerhalb von wenigen Tagen entwickelt. Dass die Gutachterin bei dieser Ausgangslage eine Entlassung aus der Massnahme erst dann befürworte, wenn ein Entlassungssetting (z.B. geregelte Tagesstruktur/Berufstätigkeit, Anbindung an ein forensisches Ambulatorium, kontrollierte Abstinenz, betreutes Einzelwohnen) über einen gewissen Zeitraum erprobt und sich als tatsächlich tragfähig erwiesen habe, leuchte ein. Es sei mit der Sachverständigen zu befürchten, dass bei einer kurzfristigen Entlassung aus dem Massnahmensetting die Gefahr bestehe, dass es zu einer erneuten schizomanischen Krankheitsepisode kommen könnte und damit auch die ernsthafte und unmittelbare Gefahr eines fremdgefährdenden Verhaltens im Bereich der körperlichen Integrität gegenüber Dritten einhergehe. Das von der ersten Instanz ihrem Entscheid zugrunde gelegte Entlassungssetting sei in keiner Weise erprobt. Es habe sich daher bis anhin auch nicht als tragfähig erweisen können und entspreche den geschilderten Anforderungen folglich nicht. Zusammenfassend stehe damit fest, dass das von der ersten Instanz beschriebene Setting nach der Entlassung aktuell nicht ausreiche, um die Rückfallwahrscheinlichkeit auf ein Mass zu reduzieren, das eine günstige Legalprognose zulasse. Die Voraussetzungen für eine bedingte Entlassung seien daher noch nicht erfüllt. Es sei zu erwarten, dass durch die Fortführung der Massnahme der Gefahr weiterer mit der psychischen Störung der Beschwerdeführerin in Zusammenhang stehender Verbrechen und Vergehen begegnet werden könne. Die Massnahme sei somit zu verlängern (Beschluss S. 34 f.). Hinsichtlich der Dauer der Verlängerung erwägt die Vorinstanz, die Vollzugsbehörden seien ab sofort gefordert, mit Hochdruck die weiteren Lockerungsschritte zu organisieren. Ausgehend von der früheren Einschätzung des ersten Gutachters und der gestützt darauf vom Sachgericht festgesetzten Dauer der Massnahme rechtfertige es sich, für die nun zu bestimmende Dauer der Verlängerung ab 6. April 2022 (dem Zeitpunkt, ab dem davon ausgegangen werden kann, dass die Beschwerdeführerin gut eingestiegen sei und sich auf die Therapie eingelassen habe) nach wie vor von drei Jahren auszugehen. Konkret bedeute das eine Verlängerung bis April 2025, was ausgehend vom für die Verlängerung massgebenden Datum vom 14. Januar 2024 einer Verlängerung von 15 Monaten entspreche. Wenn keine weiteren Friktionen einträten, sollte die ab Beschlussdatum noch verbleibende Zeit von einem Jahr ausreichen, um dann eine bedingte Entlassung der Beschwerdeführerin ins Auge zu fassen, zumal sie mit ihren Eltern ein persönliches Umfeld habe, das sie stützen könne. Sollte es indessen zu Friktionen kommen, wie zum Beispiel erneutem Cannabis-Konsum oder einer Stresssituation mit anschliessender akuten Krankheitsphase, könnte sich die Dauer der Verlängerung in der Tat als zu knapp erweisen. Aktuell sei indessen davon auszugehen, dass es zu keinen solchen Friktionen komme und sich die Beschwerdeführerin weiterhin kooperativ verhalte. Die Massnahme sei aus diesen Gründen um 15 Monate zu verlängern (Beschluss S. 36).