Citation: U 269/01 20.08.2002 E. 3

3.1 In ihrer Verfügung vom 19. Februar 1998 erachtete die SUVA den Versicherten, wesentlich gestützt auf die Berichte der Klinik für Augenkrankheiten am Kantonsspital X.________ vom 2. April und 9. Oktober 1997, als 100 % arbeitsfähig. Nach Eingang des Wiedererwägungs- bzw. Revisionsgesuchs liess sie eine erneute medizinische Abklärung in derselben Klinik durchführen. Die zuständigen Ärzte stellten am 26. August 1999 fest, die Befundkonstellation habe sich gegenüber dem früheren Bericht vom 9. Oktober 1997 nicht verschlechtert, aber auch nicht verbessert. Die invalidenversicherungsrechtliche Abklärung sei zweckmässig erfolgt, jedoch gehe aus den Aufzeichnungen nicht hervor, mit welcher Nahkorrektur die manuellen Tätigkeiten ausgeführt worden seien. Es sei zu empfehlen, eine monofokale Nahbrillenkorrektur durchzuführen, weil eine Multifokalbrille im Nahbereich eine Blicksenkung erfordere, von welcher Sehstörungen zu erwarten seien. Die Feststellungen im Abklärungsbericht des Zentrums Y.________, insbesondere die Schlussfolgerung, der Versicherte sei "stark eingeschränkt", könnten nicht nachvollzogen werden. Aus augenärztlicher Sicht sei von einer "eingeschränkten" Leistungsfähigkeit auszugehen; Bürotätigkeiten an einem entsprechend ausgestatteten Arbeitsplatz in Verbindung mit einer adäquaten Nahbrillenkorrektur seien zumutbar, wobei das Ausmass durch eine entsprechende Abklärung ermittelt werden müsse. Ausgehend von diesen Feststellungen und gestützt auf die Ausführungen des Dr. med. F.________ vom Ärzteteam Unfallmedizin (medizinische Beurteilung vom 10. November 1997) wies die SUVA die Einsprache ab mit der Begründung, der unveränderte Befund lasse darauf schliessen, dass sich hinsichtlich der zumutbaren Tätigkeiten keine wesentlichen Änderungen ergeben hätten. Das im Jahre 1997 ermittelte Zumutbarkeitsprofil wie auch die Erwerbsunfähigkeit von 33 1/3 % erwiesen sich angesichts der von Dr. med. F.________ geschätzten Erwerbsunfähigkeit (gemeint wohl: Arbeitsunfähigkeit) von 15 % nicht als zweifellos unrichtig, woran auch die beruflichen Abklärungen der Invalidenversicherung nichts zu ändern vermöchten, zumal diese unfallfremde Faktoren massgeblich berücksichtigten. Damit ist die SUVA auf das Wiedererwägungsgesuch eingetreten und hat es materiell behandelt. 3.2 Die Vorinstanz hat geprüft, ob sich die ursprüngliche Verfügung vom 19. Februar 1998 als zweifellos unrichtig erweist. Im Ergebnis erachtete sie das Wiedererwägungsgesuch für berechtigt und wies die Sache zur Durchführung eines korrekten Wiedererwägungsverfahrens an die SUVA zurück. Zur Begründung führte sie an, die Aktenlage sei hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit des Versicherten unklar, widersprüchlich und lasse die von der SUVA getroffene Annahme einer 100 %igen bzw. um 15 % verminderten Arbeitsfähigkeit (Verfügung vom 19. Februar 1998; Einspracheentscheid vom 5. November 1999) nicht zu. Indem die SUVA auf die dürftige ärztliche Stellungnahme vom 26. August 1999 abgestellt, die darin angesprochene weitere Abklärung unterlassen und nur ungenügende erwerbliche Abklärungen vorgenommen habe, sei sie ihrer Pflicht zur korrekten Durchführung des Wiedererwägungsverfahrens nicht nachgekommen. Dieser Auffassung ist beizupflichten. Die Ausführungen im Bericht des Kantonsspitals X.________ vom 26. August 1999, wonach die Leistungsfähigkeit nicht "stark eingeschränkt", sondern nur "eingeschränkt" sei, ermöglichen keine Beurteilung der Arbeitsfähigkeit und der erwerblichen Möglichkeiten. Indem die SUVA gestützt auf diese Auskünfte und ohne nachgewiesene erwerbliche Abklärungen die mit Verfügung vom 19. Februar 1998 als zumutbar erachteten Arbeiten weiterhin für massgeblich hielt, kam sie ihrer Pflicht zur Abklärung rechtserheblicher Tatsachen nicht genügend nach. Dass die Ärzte am Kantonsspital X.________ keine Veränderung des Gesundheitszustands feststellten, ist deshalb nicht entscheidwesentlich, weil bei der Beurteilung eines Wiedererwägungsgesuchs vom ursprünglichen Sachverhalt auszugehen ist, wie er im Zeitpunkt des Verfügungserlasses bestanden hat. Indem die zuständigen Ärzte im Bericht vom 26. August 1999, abweichend von der Beurteilung im Jahre 1997, von einer eingeschränkten Leistungsfähigkeit ausgingen, bestätigten sie entgegen den Ausführungen in der Verwaltungsgerichtsbeschwede die damalige Erhebung (100 %ige Arbeitsfähigkeit) gerade nicht. Zusammenfassend ist daher festzuhalten, dass sich nach derzeitiger Aktenlage die Frage nach der zweifellosen Unrichtigkeit der ursprünglichen Verfügung nicht beantworten lässt, weshalb der vorinstanzliche Rückweisungsentscheid zu Recht ergangen ist.