Citation: 1P.485/2003 30.10.2003 E. 2

2.1 Am 2. September 2001 erhielt die Kantonspolizei gegen Mittag die Meldung, der Beschwerdeführer sei in der vorangehenden Nacht mit seinem Personenwagen betrunken nach Hause gekommen. Die Polizei sprach um 12.05 Uhr beim Beschwerdeführer vor. Dabei stellt sie Alkoholmundgeruch fest. In der Folge ordnete sie eine Blutentnahme an. Deren Auswertung ergab, dass der Beschwerdeführer um ca. 00.30 Uhr eine Blutalkoholkonzentration von mindestens 2,03 Gewichtspro-mille hatte. In seiner Wohnung wurden keine Gegenstände wie leere Flaschen, Büchsen oder Gläser gefunden, welche auf einen Alkoholkonsum hätten schliessen lassen. Bei der polizeilichen Befragung war der Beschwerdeführer bezüglich dieses Vorfalles zunächst geständig. Einen Nachtrunk machte er nicht geltend. Dies tat er dann in der verhörrichterlichen Einvernahme, wo er behauptete, vor der Fahrt keine alkoholische Getränke konsumiert zu haben; er habe erst zu Hause eine unbestimmte Menge Bier getrunken. Schliesslich sagte er in der kantonsgerichtlichen Verhandlung, er habe sein Fahrzeug nicht selber gelenkt; eine Frau A.________ habe ihn in ihrem Wagen nach Hause gebracht; sein eigenes Auto habe ein Dritter zu ihm nach Hause gefahren. Beide kantonalen Gerichte kamen zum Schluss, der Beschwerdeführer habe sein Fahrzeug selber gelenkt und sei dabei angetrunken gewesen; ein Nachtrunk habe nicht stattgefunden. 2.2 Für diese Auffassung sprechen folgende Umstände: Der Beschwerdeführer gab in der polizeilichen Einvernahme vom 2. September 2001 an, er sei mit Begleitung in Bregenz gewesen und ca. um 23.30 Uhr mit dem Auto nach Hause gefahren; er selber habe sein Fahrzeug gelenkt. Dabei blieb er in der verhörrichterlichen Einvernahme vom 24. Oktober 2001 mit der Einschränkung, er sei von Bregenz nicht unmittelbar nach Hause gefahren, sondern habe vorher B.________ in Au besucht. Dies bestätigte B.________ als Zeuge. In Widerspruch zu den Angaben von B.________ steht jedoch die vom Beschwerdeführer in der kantonsgerichtlichen Verhandlung neu vorgebrachte Variante, er sei zusammen mit den Bekannten, mit denen er in Bregenz gewesen sei, bei B.________ gewesen; danach habe ihn eine der Bekannten nach Hause gefahren. B.________ sagte klar aus, der Beschwerdeführer sei alleine bei ihm gewesen. Da somit der Beschwerdeführer zunächst zweimal eingestanden hatte, selber nach Hause gefahren zu sein, und die in der kantonsgerichtlichen Verhandlung vorgebrachte Variante im Widerspruch zu den Aussagen des Zeugen B.________ steht, sind die kantonalen Gerichte nicht in Willkür verfallen, wenn sie angenommen haben, der Beschwerdeführer habe in der Nacht vom 1./2. September 2001 seinen Personenwagen selber nach Hause gelenkt. Der Beschwerdeführer gab in der polizeilichen Einvernahme vom 2. September 2001 zu, in Österreich vor der Heimfahrt Wein, Bier und wahrscheinlich noch Schnaps konsumiert zu haben. Auf die Frage, ob er, nachdem er zu Hause angekommen war, nochmals Alkohol konsumiert habe, gab er zur Antwort: "Ich denke eher nicht, denn es stand auch nichts herum. Aber um nochmals ganz sicher zu gehen, muss ich nachschauen". Ebenso gab der Beschwerdeführer bei der Blutentnahme gegenüber dem Arzt an, am 1. September 2001 von 19.00 bis 24.00 Uhr ca. 1 Flasche Wein sowie Bier und Schnaps in unbekannter Menge getrunken zu haben. Die Bewusstseinslage war bei der Blutentnahme nach der Feststellung des Arztes klar. In der verhörrichterlichen Einvernahme und der kantonsgerichtlichen Verhandlung sagte der Beschwerdeführer dann aus, er habe am Abend des 1. September 2001 keine alkoholischen Getränke konsumiert; erst zu Hause habe er eine grosse Menge Bier getrunken. Diese letztere Aussage steht jedoch in Widerspruch zu den polizeilichen Ermittlungen. Der Beschwerdeführer war von der Polizei darum ersucht worden, die Leergebinde zwecks Feststellung eines allfälligen Nachtrunkes auszuhändigen. Die Polizei begleitete den Beschwerdeführer zu diesem Zweck nach Hause. Er war jedoch nicht in der Lage, leere Flaschen oder Büchsen vorzuweisen. Sagte der Beschwerdeführer somit zunächst selber aus, vor der Fahrt Alkohol konsumiert zu haben und konnten bei ihm zu Hause keine leeren Flaschen oder Büchsen festgestellt werden, so ist es nicht offensichtlich unhaltbar, wenn die kantonalen Gerichte zum Schluss gekommen sind, dass der Beschwerdeführer sein Fahrzeug in alkoholisiertem Zustand gelenkt hat und der geltend gemachte Nachtrunk eine Schutzbehauptung darstellt. Daran ändert die Aussage des Zeugen B.________ nichts, er habe den Eindruck gehabt, der Beschwerdeführer sei nüchtern gewesen und dieser habe bei ihm keinen Alkohol konsumiert. Wie die kantonalen Gerichte zutreffend erwägen, ist nicht auszuschliessen, dass dem Zeugen B.________ ein vorgängiger Alkoholkonsum des Beschwerdeführers lediglich nicht aufgefallen ist. Der Beschwerdeführer ist, wie die hohen Blutalkoholkonzentrationen bei beiden Vorfällen zeigen, offenkundig trinkgewohnt. Bei solchen Personen ist ein auffälliges Verhalten auch nach erheblichem Alkoholkonsum nicht ohne weiteres gegeben. Der Zeuge C.________ - der Nachbar des Beschwerdeführers - gab im Übrigen an, dieser sei zwischen 01.30 und 02.00 Uhr nach Hause gekommen. Auch wenn das Verhältnis von C.________ zum Beschwerdeführer getrübt ist, besteht kein Anlass, an der Richtigkeit dieser Zeitangabe zu zweifeln. Sollte es tatsächlich so gewesen sein, dass der Beschwerdeführer bei B.________ keine alkoholischen Getränke zu sich nahm, blieb ihm somit nach der Wegfahrt von Au um ca. 23.30 Uhr bis zur Ankunft zu Hause genügend Zeit, um (weiter) Alkohol zu konsumieren. Den kantonalen Gerichten ist in Bezug auf den Vorfall vom 1./2. September 2001 danach keine Willkür anzulasten.