Citation: 8C_625/2023 E. 4

Die Vorinstanz erkannte, laut Anstellungsvertrag vom 25. Juli/27. August 2021 hätten die Parteien eine Probezeit von sechs Monaten vereinbaren wollen. Diese sei auf die gesetzlich zulässige Höchstdauer von drei Monaten herabzusetzen. Nach Ablauf der entsprechend vom 1. Dezember 2021 bis 28. Februar 2022 dauernden Probezeit komme hier nach dem hypothetischen Parteiwillen die einmonatige Kündigungsfrist nach Art. 335c Abs. 1 OR und nicht die vertraglich vereinbarte Kündigungsfrist von sechs Monaten zur Anwendung, da die Parteien mit Blick auf die Vertragsausgestaltung eine möglichst kurze Kündigungsfrist gewollt hätten. Das Arbeitsverhältnis sei ferner nach dem Parteiwillen in schriftlicher Form zu beenden gewesen. Die Kündigung der Arbeitgeberin per E-Mail vom 22. Dezember 2021 habe keine elektronische Signatur enthalten, weshalb sie mangels eingehaltener Schriftform ungültig gewesen sei, wie der Beschwerdeführer im Rahmen der arbeitsrechtlichen Auseinandersetzung selbst vorgebracht habe. Das Arbeitsverhältnis sei in der Folge mit Vergleich vom 15. Juni 2022 rückwirkend auf den 30. April 2022 aufgelöst worden. Im Nachgang zur Schlichtungsverhandlung vom 21. April 2022 habe die Arbeitgeberin aus prozessualer Vorsicht den Arbeitsvertrag mit Schreiben vom 25. April 2022 per 31. Oktober 2022 (nochmals) gekündigt. Da erst mit diesem Schreiben eine formgültige Kündigung erfolgt sei, habe der Beschwerdeführer mit dem Vergleich vom 15. Juni 2022 das Arbeitsverhältnis frühzeitig beendet. Die Beschwerdegegnerin sei somit zu Recht von selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit gemäss Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG ausgegangen.