Citation: 1C_205/2019 E. 4.2

4.2. Die Vorinstanz hat die Gutgläubigkeit der Beschwerdeführerin verneint. Deren Vater habe wissen müssen, dass sowohl der Umbau des Untergeschosses in eine Wohnung als auch deren sexgewerbliche Nutzung ohne Baubewilligung nicht zulässig sei. Sein Handeln sei baurechtlich als bösgläubig zu beurteilen, was der Beschwerdeführerin als Rechtsnachfolgerin anzurechnen sei. Diese hätte zudem bei gebotener Sorgfalt die Rechtswidrigkeit der sexgewerblichen Nutzung erkennen können, weshalb sie sich schon mangels eigener Gutgläubigkeit nicht mit Erfolg auf den Vertrauensschutz berufen könne. Dem stehe das nachträgliche Baubewilligungsverfahren betreffend die ohne Bewilligung im streitbetroffenen Mehrfamilienhaus eingebaute Dachwohnung nicht entgegen. Zwar habe der Vater der Beschwerdeführerin in diesem Verfahren der Einwohnergemeinde verschiedene Vorschläge unterbreitet, wie im Dach-, Erd- und Untergeschoss des Gebäudes Räumlichkeiten angepasst werden könnten, damit die anrechenbare Bruttogeschossfläche reduziert und die Ausnützungsziffer eingehalten werde. Die Einwohnergemeinde habe jedoch weder in der Gesamtbewilligung vom 2. März 2010 noch in der Bewilligung der Projektänderung vom 17. Dezember 2010 verbindlich auf Wiederherstellungsmassnahmen verzichtet. In der ersten Bewilligung habe der teilweise Rückbau des Erotiksalons nur im Zusammenhang mit der nachträglichen Bewilligung der Dachwohnung und der Einhaltung der Ausnützungsziffer gestanden; in der zweiten sei der Verzicht auf die Flächenreduktion im Untergeschoss einzig erfolgt, weil die maximal anrechenbare Bruttogeschossfläche auf andere Weise habe reduziert werden können.