Citation: 9C_476/2022 E. 7

Die Beschwerdeführerin wendet dagegen ein, das kantonale Gericht habe den rechtserheblichen Sachverhalt gar nicht erhoben. Es habe sich nicht mit der entscheidenden Frage auseinandergesetzt, ob die Mutter ohne den Austritt der Versicherten aus der Tagesstätte per Ende Mai 2019 eine ausserhäusliche Erwerbstätigkeit aufgenommen bzw. ihre Tätigkeit als Hausmutter ausgeweitet hätte. Dieser Einwand, mit dem die Beschwerdeführerin sinngemäss eine Verletzung der Begründungspflicht (als Teilgehalt des Anspruchs auf rechtliches Gehör gemäss Art. 29 Abs. 2 BV: vgl. BGE 142 III 433 E. 4.3.2) rügt, zielt ins Leere. So bezeichnete die Vorinstanz eben diese Frage als die massgebende und beantwortete sie dahingehend, dass die Mutter ohne die Pflege und Betreuung der Versicherten ab Juni 2019 überwiegend wahrscheinlich zu 50 % ausserhäuslich erwerbstätig gewesen wäre. Das kantonale Gericht begründete diesen Schluss damit, dass sich der Wille der Mutter zur Ausübung einer Erwerbstätigkeit schon darin zeige, dass sie ab November 2018 erneut Tageskinder bei sich zu Hause betreut habe. Diese Tätigkeit sei zudem gut mit der Pflege- und Betreuung der Versicherten vereinbar gewesen. Die Vorinstanz stellte weiter fest, die Mutter habe die Pflege- und Betreuungsaufgaben im hier massgebenden Zeitraum ab Juni 2019 alleine erbracht. Weil die Versicherte tagsüber nicht habe unbeaufsichtigt gelassen werden können, sei es der Mutter gar nicht möglich gewesen, ihre Resterwerbsfähigkeit ausserhäuslich zu verwerten. Mit Blick auf diese Ausführungen liegt keine Verletzung der Begründungspflicht vor.