Citation: 6B_968/2021 E. 2.5.2

2.5.2. Die Beschwerdeführerin äusserte sich dahingehend, dass die analen Penetrationen für sie (im Gegensatz zu den früheren "Doktorspielen") "nicht mehr ok" gewesen seien (act. 16 10/32 [Fragen 81 bis 84]). Als sie den Penis ihres Bruders nicht habe anfassen wollen, habe er ihr erzählt, dass er von Geistern heimgesucht würde und dann Albträume habe oder aber er unter Kopfschmerzen leide, wenn sie ihm "nicht mit sexuellen Sachen helfe". Als Zehnjährige sei sie "etwas dumm" gewesen, habe ihm vertraut und habe ihn gewähren lassen, (obwohl) anale Penetrationen "eigentlich sehr viel weh tun würden" (act. 16 6/32 ff. [Fragen 44 bis 61] und (act. 16 8/32 [Frage 61]). Sie habe aber einfach ruhig sein wollen, da sie befürchtet habe, der Bruder würde sonst "aggressiv" reagieren, wobei sie die erwähnte "Aggressivität" mehrfach zu differenzieren versuchte (act. 16 10/32 [Fragen 79 f.] und eindrücklich act. 16 7/32 [Frage 47]). Die Geschichten habe sie aber nur geglaubt, bis sie "zehn bis elf" Jahre alt gewesen sei; nachher sei sie nicht mehr "dumm" gewesen (act. 16 13/32 [Fragen 107 und 112]). Sie habe oftmals versucht, es zu beenden, habe immer wieder zu ihrem Bruder gesagt, dass sie das nicht wolle. Sie habe während und nach den analen Penetrationen gesagt, dass er aufhören solle; er habe nicht aufgehört und sie habe weiterhin gesagt, er solle aufhören. "Seit Mitte England" habe sie ihm das "nachher" so gesagt, dass er dies auch habe verstehen können. Sie sei dann auch ein "bisschen zu gemein" gewesen und hätte Sachen gesagt wie "ich hasse dich" und "ich möchte nicht, dass du das machst (...) ". Dass sie Schmerzen habe, habe sie ihm nicht gesagt (act. 16 12/32 [Frage 103]; 27/32 [Fragen 242 ff.]; 29/32 f. [Fragen 263 ff.]).