Citation: 4A_611/2016 E. B

B.a. Am 1. September 2014 reichte die Klägerin beim Bezirksgericht Zürich Klage ein gegen den Beklagten und beantragte, es sei kostenfällig gerichtlich festzustellen, dass für die Bestimmung des Marktwerts der 130 klägerischen Aktien des Beklagten (Abtretungserklärung vom 18. März 2013) gemäss Ziff. 13.6.4 Absätze 2 und 3 des "Shareholders Agreement", das zwischen den Parteien und weiteren Mitbeteiligten besteht, ein Experte zu ernennen ist. B.b. Das Bezirksgericht stellte fest, die Zürcher Handelskammer, bei der um Bestellung eines Experten ersucht worden sei, habe das Verfahren ausgesetzt, bis geklärt sei, ob die dafür notwendigen Voraussetzungen gegeben seien. Es erwog, der Rechtsanspruch der Klägerin auf Ernennung eines Experten und letzten Endes auf den Kauf der Aktien sei somit ungewiss und bedürfe der beantragten Feststellung. Entsprechend bejahte es ein Feststellungsinteresse der Klägerin. Hinsichtlich der Frage der Befristung für die Expertenbestellung erwog es, Wortlaut, Entstehungsgeschichte, Vertragszweck und Systematik des Vertrages liessen keine klaren Schlüsse zu. Auch aus den Usanzen beim Optionshandel lasse sich nichts ableiten. Die Regel "in dubio contra stipulatorem" führe ebenfalls nicht weiter, da es sich vorliegend nicht um einseitig diktierte Vertragsbedingungen handle. Jedoch sei gemäss der favor negotii-Regel bei mehreren möglichen Auslegungen jener der Vorzug zu geben, die den Vertrag nicht ungültig oder unvernünftig mache. Vorliegend sei anzunehmen, dass die Parteien die Möglichkeit zum Kauf der Aktien einräumen wollten. Damit dieses Recht bestehen bleibe, sei als sachgerechte Lösung die strittige Klausel so zu interpretieren, dass die Expertenbestellung grundsätzlich nicht befristet sei. Eine Beschränkung des Kaufrechts auf 60 % im vorliegenden Fall widerspreche sodann dem klaren Wortlaut des ABV ( "60 % of the leaving Initial Shareholder's Shares"), da der Beklagte nicht "Initial Shareholder" sei, und auch dem Zweck. Entsprechend schützte das Bezirksgericht die Klage mit Urteil vom 14. März 2016 vollumfänglich.