Citation: I 710/05 13.07.2006 E. 4.1

4.1.1 Die IV-Stelle beruft sich auf den Bericht des Dr. med. Z.________, Zentrum für Wirbelsäulenleiden, Spital X.________ vom 21. Mai 2002. Dieser führte aus, in der bisherigen Tätigkeit sei die Versicherte noch vollständig leistungsunfähig. Nach Angaben der Versicherten könne die Arbeitsfähigkeit am bisherigen Arbeitsplatz bzw. im bisherigen Tätigkeitsbereich nicht verbessert werden. Zur Frage der IV-Stelle, ob der Versicherten andere Tätigkeiten zumutbar seien, wurde angegeben, sie wolle sich bei der IV-Stelle einer Berufsberatung unterziehen und eine mögliche Umschulung in eine wechselnde stehende/sitzende Tätigkeit maximal voraussichtlich initial zu 50 % absolvieren. In diesem Zeitrahmen bestehe eine verminderte Leistungsfähigkeit von sicher 50 %. Es komme nur eine volle Leistung in Teilzeit in Betracht, da bei Wirbelsäulenbeschwerden die Belastung auch in leichter Tätigkeit praktisch genau gleich ausfalle, die Wirbelsäule könne prinzipiell nicht entlastet werden. Auch im Verlauf dieses Jahres sei mit dieser Einschränkung weiterhin zu rechnen; allerdings müsse man sagen, dass die Versicherte motiviert sei und prinzipiell eine neue Tätigkeit aufnehmen wolle, ihrer eigenen Ansicht nach zu maximal 50 %. Im Weiteren wurde auf die Frage der IV-Stelle "Wenn keine anderen Tätigkeiten mehr zumutbar sind, wie lässt sich dies begründen?" geantwortet, für die Beurteilung sei noch zu wenig Zeit verstrichen, sie würden gerne noch 6 Monate zuwarten. Gestützt auf diesen Bericht vertritt die IV-Stelle die Auffassung, im Mai 2002 sei eine gesundheitliche Verbesserung überwiegend wahrscheinlich, weshalb sie unter Berücksichtigung der 3-monatigen Frist nach Art. 88a Abs. 1 IVV ab 1. August 2002 zu berücksichtigen sei. 4.1.2 Die Vorinstanz stellte auf das MEDAS-Gutachten vom 30. Mai 2003 ab, in dessen Rahmen Konsilien des Psychiaters Dr. med. H.________ vom 20. März 2003 (Untersuchung vom 19. März 2003) und des Rheumatologen Dr. med. M._______ vom 1. Mai 2003 (Untersuchung vom 20. März 2003) erstattet wurden. Im Gutachten wurde festgehalten, für die angestammte Tätigkeit als kaufmännische Angestellte und für körperlich leichte Arbeiten werde die Arbeitsfähigkeit auf 50 % der Norm geschätzt, ebenso für den (1-er) Haushalt, wobei die rheumatologischen Befunde limitierend seien. Aus psychiatrischer Sicht bestehe eine gegenwärtig remittierte rezidivierende depressive Störung, die keine wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bewirke. Die antidepressive Therapie sei weiterzuführen und die Cage-Position der lumbalen Spondylodese sei durch den Operateur zu reevaluieren. Der mutmassliche Beginn der reduzierten Arbeitsfähigkeit bestehe ab 16. Mai 2003, dem Datum der Schlussbesprechung. Der Verlauf sei vermutlich stationär, sofern eine berufliche Wiedereingliederung gelinge, ansonsten ungewiss. Die Vorinstanz hat gestützt hierauf erwogen, es sei erst ab Mai 2003 von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen, weshalb diese Verbesserung ab August 2003 Wirkung entfalte. 4.2 Bezüglich des Berichts des Dr. med. Z.________ vom 21. Mai 2002 ist insbesondere zu beachten, dass darin zur Zumutbarkeit anderer (als der bisherigen) Tätigkeiten angegeben wurde, für die Beurteilung sei noch zu wenig Zeit verstrichen, sie würden gerne noch 6 Monate zuwarten. Soweit von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit gesprochen wurde, wurde dies in erster Linie als Wunsch der motivierten Versicherten angegeben (Erw. 4.1.1 hievor). Im Weiteren wurde im MEDAS-Gutachten vom 30. Mai 2003 auf einen Bericht des Dr. med. Z.________ an den Hausarzt Dr. med. J.________ vom 4. September 2002 hingewiesen, worin deutliche Restbeschwerden nach den Wirbelsäuleneingriffen am 19. September 2000 und 22. Januar 2001 angegeben wurden. Momentan leide die Versicherte an verschiedenen diffusen Beschwerden: starke Obstipation, Laxantienabusus; wegen Beschwerden im Bereich der Symphyse sei bei Verdacht auf eine Reizung eine Infiltration geplant, zusätzlich bestünden starke Kopfschmerzen sowie die bekannten Lendenwirbelsäulen(LWS)-Beschwerden. Wegen des Kopfwehs sollte ein neurologisches Konsilium durchgeführt werden, um Migräneäquivalente auszuschliessen. Das Becken sollte geröntgt werden, um festzustellen, wie sich die Symphyse tatsächlich darstelle; gegen eine lokale Infiltration mit Steroiden habe er prinzipiell nichts. Ebenso sollte zur Kenntnis genommen werden, dass bei Status nach Unterleibsoperationen die Ausstrahlungen sowohl in Richtung Symphyse als auch des Sakrums sowie der LWS gingen. Vorgesehen sei eine weitere Abklärung im LWS-Bereich. Unter diesen Umständen erlaubt der von der IV-Stelle angerufene Bericht des Dr. med. Z.________ vom 21. Mai 2002 keine objektive und abschliessende Beurteilung des Beginns der (Teil-)Arbeitsfähigkeit. Die Vorinstanz hat diesen Bericht demnach zu Recht nicht als massgebend erachtet.