Citation: 5P.143/2001 21.08.2001 E. 2

2.- a) Der Beschwerdeführer rügt, weder das Bezirksgericht noch die Vorinstanz hätten die beantragten Beweise abgenommen, die dazu hätten dienen sollen, Interna der beiden Versicherungsgesellschaften auszuleuchten (EDV-Systeme, Zutritts- und Zugriffsberechtigungen, interne Weisungen über die Zusammenarbeit in der National-Gruppe und über die Postverteilung). Die Beweisabnahme sei überhaupt nicht thematisiert worden, nicht einmal im Sinne einer antizipierten Beweiswürdigung. Dies verstosse gegen das Willkürverbot, gegen die Beweisführungsregeln, die Rechtsgleichheit sowie kantonales Recht. Das Obergericht hat zu diesen Beweisanträgen nicht explizit Stellung genommen, sondern bezüglich des im vorliegenden Fall anwendbaren Art. 6 VVG eine begrenzte Erkundigungspflicht, wie sie in Zusammenhang mit Art. 8 Ziff. 3 VVG angenommen wird, verneint. Die Beschwerdegegnerin sei daher nicht verpflichtet gewesen, die Kartei oder das EDV-System der Muttergesellschaft zu konsultieren, auch wenn ihr dies möglich gewesen wäre. Entscheidend sei ausschliesslich, in welchem Zeitpunkt die Beschwerdegegnerin selbst Kenntnis von der Anzeigepflichtverletzung erhalten habe. Dies sei erstmals aufgrund des Schreibens des Beschwerdeführers vom 27. Oktober 1997 der Fall gewesen. Demgegenüber hätten Ereignisse, von denen die Muttergesellschaft im Zuge der Abwicklung ihrer mit dem Beschwerdeführer geschlossenen Versicherungsverträge bereits früher erfahren habe, angesichts der rechtlichen Selbständigkeit von Mutter- und Tochtergesellschaft im Hinblick auf den Versicherungsvertrag der Tochtergesellschaft keine Bedeutung. b) Die Vorinstanz hat, wie der Beschwerdeführer richtig ausführt, keinerlei Beweiswürdigung - auch keine antizipierte - vorgenommen. Indem das Obergericht erwog, die Beschwerdegegnerin treffe keine Pflicht, sich bei ihrer Muttergesellschaft über den Beschwerdeführer zu erkundigen, hat es die vom Beschwerdeführer angerufenen Beweismittel stillschweigend von vornherein als unerheblich eingestuft. Die Rüge des Beschwerdeführers läuft damit sinngemäss auf eine Verletzung seines Rechts auf Beweisführung hinaus. Der in Art. 8 ZGB verankerte bundesrechtliche Beweisführungsanspruch besteht nur für rechtserhebliche Tatsachen und setzt voraus, dass die beweisbelastete Partei im kantonalen Verfahren form- und fristgerechte Beweisanträge gestellt hat (BGE 122 III 219 E. 3c S. 223 mit Hinweisen; Entscheid des Bundesgerichtes vom 8. April 1999 i.S. F., E. 1, publiziert in: SJ 2001 I S. 167). In berufungsfähigen Fällen ist der Anspruch, zum Beweis zugelassen zu werden, mit Berufung vorzutragen (Art. 43 Abs. 1 Satz 1 und Abs. 3 OG; BGE 114 II 289 E. 2a S. 290 f.; 118 II 365 E. 1 S. 366; Poudret, Commentaire de la loi fédérale d'organisation judiciaire, Bd. II, Bern 1990, N. 4.4.1 zu Art. 43 OG). Mithin steht die staatsrechtliche Beschwerde nicht zur Verfügung, wenn eine Verletzung des bundesrechtlichen Beweisführungsanspruches gerügt wird (Art. 84 Abs. 2 OG); darauf kann folglich nicht eingetreten werden. Auf die staatsrechtliche Beschwerde könnte nur eingetreten werden, wenn eine Verletzung des rechtlichen Gehörs (Art. 29 Abs. 2 BV) und damit des verfassungsrechtlichen Anspruches auf Abnahme von erheblichen Beweisen gerügt würde (BGE 124 I 241 E. 2 S. 242 mit Hinweisen). In dieser Hinsicht bringt der Beschwerdeführer indessen nichts vor. c) Soweit der Beschwerdeführer rügt, es seien die Rechtsgleichheit, die Beweisführungsregeln gemäss Art. 30 BV, EMRK-Garantien und kantonales Recht verletzt worden, führt er dies nicht einmal ansatzweise aus, weshalb darauf nicht einzutreten ist (Art. 90 Abs. 1 lit. b OG).