Citation: 6B_590/2015 E. 2.6

2.6. Die Feststellung der Vorinstanz, die Beschwerdegegnerin 2 sei über die Rückzahlungsmodalitäten des ihr gewährten Darlehens von 700'000 Baht (ca. CHF 23'000) erst nach ihrer Ankunft in der Schweiz informiert worden, rügt die Beschwerdeführerin als willkürliche tatsächliche Annahme. Doch selbst wenn dies zuträfe, gehe die Vorinstanz in Verletzung des Grundsatzes "in dubio pro reo" davon aus, dass ihr dies bekannt gewesen sei. Das Gegenteil ergebe sich aus den Strafakten C.________, welche zu edieren seien. Das Bundesgericht legt seinem Urteil den Sachverhalt zugrunde, den die Vorinstanz festgestellt hat (Art. 105 BGG). Neue Tatsachen und Beweismittel sind nur insoweit zulässig, als erst der Entscheid der Vorinstanz dazu Anlass gibt (Art. 99 Abs. 1 BGG). Wurde eine Tatsache im kantonalen Verfahren nicht vorgebracht bzw. die Abnahme eines Beweismittels nicht beantragt, obwohl dies möglich gewesen wäre, ist ein Vorbringen der Tatsache bzw. des Beweismittels vor Bundesgericht unzulässig. Die Beschwerdeführerin hat im kantonalen Verfahren keinen Antrag auf Beizug der Strafakten C.________ gestellt (Protokoll der Vorinstanz, S. 747). Sie macht zu Recht auch nicht geltend, erst der Entscheid der Vorinstanz hätte Anlass zum Beweisantrag gegeben. Der Antrag auf Edition der Strafakten C.________ erweist sich somit als unzulässig. Die Vorinstanz gelangt zu der von der Beschwerdeführerin beanstandeten Schlussfolgerung gestützt auf die Aussagen der Beschwerdegegnerin 2 und der Beschwerdeführerin und hält fest: Gemäss Aussagen der Beschwerdegegnerin 2 erfuhr diese erst unmittelbar vor ihrer Abreise, dass sie für die Reise und Vermittlung von Arbeit in der Schweiz 700'000.00 Baht an B.________ bezahlen muss. Erst in Bern hätten ihr dann die Beschwerdeführerin und die Salonbetreiberin C.________ mitgeteilt, dass von ihrem Verdienst 50% für die Salonbetreiberin C.________ und 50% für die Tilgung ihrer Schulden bei B.________ verwendet würden. Die Richtigkeit dieser Sachdarstellung, werde - so die Vorinstanz - durch die Aussagen der Beschwerdeführerin untermauert. Diese habe in der Einvernahme vom 12. Januar 2012 zu Protokoll gegeben, die Bedingungen für die Rückzahlung der Schulden seien der Beschwerdegegnerin 2 nach ihrer Ankunft in der Schweiz durch sie (die Beschwerdeführerin) und Frau C.________ erklärt worden. Man habe es zu dritt besprochen und es sei abgemacht worden, dass von den Einnahmen der Beschwerdegegnerin 2 50% an Frau C.________ und die anderen 50% für die Schulden an B.________ gehen würden. Wenn die Vorinstanz aus diesen Aussagen folgert, dass erst in der Schweiz - und zwar unter Mitwirkung der Beschwerdeführerin und somit mit ihrem Wissen - besprochen und abgemacht wurde, dass die Beschwerdegegnerin 2 50% der Einnahmen an B.________ und 50% an die Salonbetreiberin C.________ wird abliefern und so über ein halbes Jahr ohne etwas Nennenswertes zu verdienen arbeiten würde, so stützt sich diese Sachverhaltsfeststellung auf die übereinstimmenden Aussagen der Beschwerdegegnerin 2 und der Beschwerdeführerin selbst. Die Beweiswürdigung der Vorinstanz ist unter keinem Gesichtspunkt zu beanstanden und zumindest nicht willkürlich.