Citation: 4A_665/2014 E. 3.3

3.3. Überdies konnte die Vorinstanz willkürfrei die fehlende Mittellosigkeit von Verwaltungsratspräsident C.________ berücksichtigen. Im Leitentscheid BGE 119 Ia 337 E. 4e S. 341 a.E. hat das Bundesgericht im Hinblick auf den grundsätzlichen Unterschied zwischen der unentgeltlichen Rechtspflege für natürliche Personen und jener für juristische Personen - die einen wirtschaftlichen Zweck verfolgen und nur einer beschränkten Haftung unterliegen - festgehalten, es könne auch erwartet werden, dass allenfalls ein Gläubiger im Konkurs sich die umstrittene Forderung abtreten lasse, wenn er deren Erfolgsaussichten als genügend erachte. Hier geht es nicht um eine Aktivforderung der Gesellschaft gegen Dritte, an deren Verwertung ein Gläubiger ein wirtschaftliches Interesse haben könnte, sondern um die Abwehr einer behaupteten Schuld der juristischen Person. Die Vorinstanz stellte fest, gemäss Angabe von C.________ vor Erstinstanz sei die Übernahme des Verwaltungsratspräsidiums "aus dem Mandat" gekommen. Sie hätten gesehen, dass die Grundstücke verwertet werden sollen und hätten deshalb schnell handeln müssen. So schnell finde man aber keinen Verwaltungsrat. Zur Frage in der anschliessenden Beweisaussage, ob er ein wirtschaftliches Interesse an der Beschwerdeführerin habe, habe er erklärt: "An der A.________ AG habe ich eigentlich kein eigenes wirtschaftliches Interesse. Es war eine Notlösung, dass ich im Verwaltungsrat bin. Es hat eine Logik, dass wenn man den Prozess mit dem Aktienkauf durchziehen will, muss die AG weiterbestehen. Sonst wäre der Prozess sinnlos. Mein einziges Interesse ist, dass die AG bestehen bleibt. Dieses Interesse ist aber nicht wirtschaftlich". Die Vorinstanz erachtete diese Aussage als nicht ganz nachvollziehbar, da juristische Personen anders als natürliche Personen nicht um ihrer selbst willen existierten. Da C.________ D.________ in den Verfahren betreffend Aktienerwerb anwaltlich vertreten habe bzw. vertrete und er erklärt habe, wegen dieses Prozesses am Bestand der Klägerin interessiert zu sein, dürfte sein Interesse an der Klägerin zumindest auch ein wirtschaftliches sein. Es ist an der juristischen Person, die konkrete Interessenlage der möglichen Beteiligten darzulegen und die fehlende Zumutbarkeit für einen wirtschaftlich Interessierten, Prozesskosten vorzuschiessen, zu behaupten und zu belegen. Die Interessenlage beurteilt sich sodann anhand der tatsächlichen Verhältnisse, die das Bundesgericht nur auf Willkür prüft (zit. Urteil 5A_446/2009 E. 5.2 und 5.3). Die Beschwerdeführerin erachtet die Sichtweise der Vorinstanz als unhaltbar, andernfalls jeder Anwalt, der sich für seinen Mandanten einsetze als wirtschaftlich Interessierter gelten müsste. Das Interesse von C.________ sei wie jenes des treuhänderischen Aktionärs rein formeller Natur und entsprechend habe er auch kein Honorar bezogen, was unbestritten sei. Ob er tatsächlich kein Honorar erhält, wurde von der Vorinstanz nicht festgestellt (vgl. E. 2 hiervor). Wenn ein Anwalt sich für einen Mandanten einsetzt, geschieht dies üblicherweise gegen Honorar oder weil er davon ausgeht, bei einem Prozesserfolg eine allfällig offene Honorarforderung bezahlt zu erhalten oder ein Mandat weiterführen zu können. Es wäre an der Beschwerdeführerin, andere - altruistische - Gründe darzulegen, z.B. eine freundschaftliche Beziehung oder ähnliches. Fehlt es an solchen Vorbringen, ist es jedenfalls nicht unhaltbar, wenn die Vorinstanz den Verwaltungsratspräsidenten, der schon bisher für den nach seiner eigenen Beweisaussage wirtschaftlich Berechtigten (D.________) ein Anwaltsmandat führte und noch führt, als wirtschaftlich an der juristischen Person Interessierten betrachtet. Ob ihm das Aufkommen für die Prozesskosten auch zumutbar ist, wurde von der Vorinstanz nicht weiter erörtert. Nachdem die Beschwerdeführerin dazu nichts vorbringt, hat es damit sein Bewenden.