Citation: 9C_908/2014 E. 3

Schliesslich bringt die Beschwerdeführerin vor, die Beschwerdegegnerin habe (einzig) Quartalsrechnungen für Akontobeiträge ausgestellt und sie wegen der ausgebliebenen Zahlungen am 27. April, 27. Juli und 26. Oktober 2004 sowie am 26. Juni 2007 gemahnt (vgl. Art. 24 Abs. 1, Art. 34 Abs. 1 lit. b und Abs. 3 sowie Art. 34a Abs. 1 AHVV). Es sei sinngemäss zu Unrecht keine Nachtragsverfügung erlassen worden, welche die Akontoverfügung ergänzte und mit Einsprache hätte angefochten werden können. "Aus dem Urteil des Verwaltungsgerichts fehlt auch diese". Nach Art. 24 Abs. 5 AHVV setzt die Ausgleichskasse die geschuldeten Akontobeiträge in einer Verfügung fest, wenn sie nicht innert Frist (zehn Tage nach Ablauf der Zahlungsperiode; Art. 34 Abs. 3 AHVV) bezahlt werden. Die Beschwerdeführerin macht nicht geltend, damals den Erlass einer Verfügung betreffend die in Rechnung gestellten Akontobeiträge verlangt zu haben (vgl. auch Art. 51 Abs. 2 ATSG). Die Nichtbezahlung der Beiträge stellt kein solches Gesuch dar. Insofern ist ihre Rüge verspätet und somit nicht zu hören (vgl. Urteil 8C_738/2007 vom 26. März 2008 E. 6.2). Abgesehen davon haben Verfügungen über Akontobeiträge nach Art. 24 Abs. 5 AHVV im Unterschied zu solchen über die für das Beitragsjahr geschuldeten Beiträge nach Art. 25 Abs. 1 AHVV keine Bedeutung für die in Art. 16 Abs. 2 AHVG geregelte Vollstreckungsverwirkung rechtskräftig festgesetzter Beitragsforderungen (BGE 117 V 208 E. 3b S. 210; anders in Bezug auf die Herabsetzung oder den Erlass von Beiträgen [Urteil H 61/06 vom 29. Mai 2007 E. 3, in: SVR 2008 AHV Nr. 3 S. 9]). Bei den - von Selbstständigerwerbenden vierteljährlich zu entrichtenden (Art. 34 Abs. 1 lit. b AHVV) - Akontobeiträgen geht es um vorläufig bestimmte Zahlungen auf Rechnung der aufgrund der noch ausstehenden Steuermeldung nicht endgültig festgesetzten Beitragsschuld (vgl. BGE 109 V 70 E. 2b S. 73; Urteil des Eidg. Versicherungsgerichts H 17/90 vom 29. Oktober 1990 E. 4b, in: ZAK 1991 S. 32; vgl. auch AHI 2000 S. 118 f.); sie betreffen dasselbe beitragspflichtige Einkommen aus selbstständiger Erwerbstätigkeit und die darauf gerichtete Forderung kann daher nicht erlöschen, bevor die Festsetzungsverwirkungsfrist nach Art. 16 Abs. 1 AHVG abgelaufen ist. Selbst wenn somit den 2004 ausgestellten Quartalsrechnungen Verfügungscharakter beigemessen würde, ergäbe sich daraus nichts zu Gunsten der Beschwerdeführerin.