Citation: I 934/05 07.12.2006 E. 3

Streitig und zu prüfen ist, nach welcher Methode die Invaliditätsbemessung zu erfolgen hat. Während Vorinstanz und IV-Stelle davon ausgehen, dass die Beschwerdeführerin auch ohne gesundheitliche Beeinträchtigung keiner Erwerbstätigkeit nachgegangen wäre, und für die Invaliditätsbemessung demnach die spezifische Methode des Betätigungsvergleichs zur Anwendung bringen, vertritt die Beschwerdeführerin den Standpunkt, sie hätte ohne gesundheitliche Beeinträchtigung eine Vollzeitbeschäftigung aufgenommen, weshalb die Invaliditätsbemessung nach der allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs vorzunehmen sei. 3.1 Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, was je zur Anwendung einer anderen Methode der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich, gemischte Methode, Betätigungsvergleich) führt, ergibt sich aus der Prüfung, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen. Die Statusfrage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass des Einspracheentscheides entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 125 V 150 Erw. 2c, 117 V 194 Erw. 3b, je mit Hinweisen; SVR 2005 IV Nr. 27 S. 105 Erw. 4.1 [Urteil Z. vom 15. Juni 2004, I 634/03]). 3.2 In der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird - im Wesentlichen wie im kantonalen Verfahren - geltend gemacht, ab September 2003, als das jüngste Kind N.________ 13 Jahre alt geworden sei, wäre der Versicherten die Aufnahme einer vollzeitlichen Erwerbstätigkeit möglich gewesen. Die Beschwerdeführerin stamme aus dem nahöstlichen Bereich, wo eine vollzeitliche Erwerbstätigkeit von Vater und Mutter üblich sei. "Auffangstationen" für die Kinder ergäben sich in solchen Fällen immer. Was die finanzielle Situation anbelange, sei darauf hinzuweisen, dass ihr Ehemann seit einem am 22. März 2002 erlittenen Unfall arbeitsunfähig sei und eine starke Lohneinbusse zu verzeichnen habe, was ebenfalls für die Aufnahme einer vollzeitlichen Erwerbstätigkeit spreche. Daran vermöge nichts zu ändern, dass die Beschwerdeführerin über keine Ausbildung verfüge, hätte sie doch einen "Fabrikjob" ausüben können. Bereits vor Eintritt der Invalidität habe sie einer ausserhäuslichen Erwerbstätigkeit nachgehen wollen, was ihr aber aufgrund ihrer damaligen Deutschkenntnisse (heute seien diese ein wenig besser) nicht möglich gewesen sei. 3.3 Dieser Auffassung kann nicht beigepflichtet werden. Wie bereits die Vorinstanz zutreffend dargelegt hat, ist die Versicherte weder in den zweieinhalb Jahren zwischen der Heirat anfangs Januar 1983 und der Geburt des ersten Kindes Ende Juli 1985 einer Erwerbstätigkeit nachgegangen noch hat sie eine solche aufgenommen, als die 1985, 1988 und 1990 geborenen Kinder schulpflichtig wurden und nicht mehr der gleichen intensiven Betreuung bedurften. Angesichts dieser tatsächlich gelebten Rollenverteilung vermag die Beschwerdeführerin aus den von ihr angeführten Gepflogenheiten in ihrem Herkunftsland nichts zu ihren Gunsten abzuleiten. Soweit die Versicherte sodann geltend macht, die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit sei ihr aufgrund ihrer mangelnden Deutschkenntnisse unmöglich gewesen, fällt auf, dass keine Hinweise dafür bestehen, dass die Versicherte ihre Sprachschwierigkeiten in der Zeit vor Eintritt des Gesundheitsschadens aktiv angegangen wäre. Was schliesslich den Einwand anbelangt, die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit hätte sich auch aus finanziellen Gründen aufgedrängt, weil der Ehemann seit einem am 22. März 2002 erlittenen Unfall arbeitsunfähig sei und eine starke Lohneinbusse zu verzeichnen habe, erweist sich diese Behauptung als teilweise aktenwidrig. Denn eine Arbeitsunfähigkeit wurde im Anschluss an dieses Ereignis nicht geltend gemacht, sondern ärztlicherseits erstmals im März 2005 - drei Jahre nach dem Unfall - attestiert und zwar für den Zeitraum ab Oktober 2004. Bei dieser Sachlage ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz und die IV-Stelle davon ausgegangen sind, dass die Versicherte nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit im Gesundheitsfall keine Erwerbstätigkeit ausgeübt hätte und dementsprechend für die Ermittlung des Invaliditätsgrades die spezifische Methode des Betätigungsvergleichs zur Anwendung gebracht haben.