Citation: 9C_696/2022 E. 2.2.2

2.2.2. Auch Unterhaltsleistungen zugunsten der Kinder sind erst abzugsfähig, wenn der gemeinsame Haushalt aufgehoben respektive die Ehe getrennt ist. Diese Bestimmung verlangt für die Abzugsfähigkeit der Unterhaltsbeiträge bei der leistenden Person, dass diese Beiträge "an einen Elternteil für die unter dessen elterlicher Sorge stehenden Kinder" geleistet werden. Vorausgesetzt ist also die elterliche Sorge des die Leistungen empfangenden Elternteils. Unter elterlicher Sorge stehen Kinder, bis sie das 18. Lebensjahr zurückgelegt haben (vgl. Art. 296 Abs. 2 i.V.m. Art. 14 ZGB). Daraus hat das Bundesgericht in ständiger Praxis abgeleitet, dass nur für minderjährige Kinder bezahlte Unterhaltsleistungen zum Abzug berechtigen (BGE 133 II 305 E. 9.2; Urteile 2C_139/2019 vom 18. Dezember 2019 E. 2.1.5 u. 3.1; Urteil 2C_429/2017 vom 21. Februar 2018 E. 3.3.2; betreffend volljährige Kinder: vgl. BGE 133 II 305 E. 9.2; Urteile 2C_139/2019 vom 18. Dezember 2019 E. 2.1.5; 2C_905/2017 vom 11. März 2019 E. 2.1.3 u. 2.9; 2C_429/2017 vom 21. Februar 2018 E. 3.3.2; hinsichtlich Unterhaltszahlungen, welche für Kinder gezahlt werden, die nicht unter elterlicher Sorge, sondern unter Vormundschaft stehen: vgl. das Urteil 2C_436/2010 vom 16. September 2010, insb. E. 5.1.2; siehe auch das Kreisschreiben Nr. 30 der ESTV vom 21. Dezember 2010 betreffend Ehepaar- und Familienbesteuerung nach dem DBG [nachfolgend KS 30], S. 22).