Citation: C 153/04 05.11.2004 E. 3

3.1 Die Dauer der Einstellung bemisst sich nach dem Grad des Verschuldens (Art. 30 Abs. 3 AVIG) und beträgt 1-15 Tage bei leichtem Verschulden, 16-30 Tage bei mittelschwerem Verschulden und 31-60 Tage bei schwerem Verschulden (Art. 45 Abs. 2 AVIV). Hat die versicherte Person ohne entschuldbaren Grund eine zumutbare Arbeitsstelle ohne Zusicherung einer neuen aufgegeben oder eine zumutbare Arbeit abgelehnt, so liegt gemäss Art. 45 Abs. 3 AVIV ein schweres Verschulden vor. Das Rechtsfolgeermessen von Verwaltung und Gericht wird insoweit grundsätzlich auf die Festsetzung einer Einstellungsdauer zwischen 31 und 60 Tagen beschränkt. Gemäss ARV 2000 Nr. 8 S. 42 Erw. 2c, welches Urteil mehrfach bestätigt wurde, kann im Falle der Aufgabe einer zumutbaren Arbeitsstelle ohne Zusicherung einer neuen (Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV) Art. 45 Abs. 3 AVIV lediglich die Regel bilden, von welcher beim Vorliegen besonderer Umstände im Einzelfall abgewichen werden darf. In der Folge hat das Eidgenössische Versicherungsgericht diesen Grundsatz auch in Fällen der Ablehnung zumutbarer Arbeit angewendet, sei diese nun amtlich zugewiesen oder nicht (Art. 30 Abs. 1 lit. d AVIG in der bis 30. Juni 2003 gültigen Fassung und BGE 130 V 125; Art. 30 Abs. 1 lit. c AVIG in Verbindung mit Art. 44 Abs. 2 AVIV in der bis 30. Juni 2003 gültigen Fassung und Urteil H. vom 6. Januar 2004, C 213/03, Erw. 4, neu Art. 30 Abs. 1 lit. d in der seit 1. Juli 2003 gültigen Fassung). Massgebend für eine allfällige Milderung der Sanktion ist das Vorliegen "entschuldbarer" Gründe im Sinne von Art. 45 Abs. 3 AVIV, sofern solche eine Sanktion nicht geradezu ausschliessen (vgl. zum Ganzen Urteil H. vom 6. Januar 2004, C 213/03, Erw. 4). 3.2 Das Ermessen von Verwaltung und Sozialversicherungsgericht ist somit auch hier - bei der Beurteilung der Ablehnung einer nicht amtlich zugewiesenen Stelle - nicht auf eine Einstellungsdauer im Bereich eines schweren Verschuldens beschränkt, sondern lässt eine mildere Sanktion zu (vgl. ARV 2000 Nr. 8 S. 42 Erw. 2c). Zu beachten ist, dass das Gericht bei der Überprüfung des angefochtenen Entscheides im Rahmen von Art. 132 lit. a OG sein Ermessen nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen darf (BGE 123 V 152 Erw. 2, 126 V 81 Erw. 6). 3.3 Mit Blick darauf ist der vorinstanzliche Entscheid nicht zu beanstanden, hat das kantonale Gericht doch die Umstände des konkreten Falles sorgfältig und einlässlich gewürdigt. Dabei hat es erwogen, dass die von der Versicherten geltend gemachten Einwände in ihrer Gesamtheit zwar nicht zur Unzumutbarkeit der angebotenen Stelle führen. Jedoch ist es zum Schluss gekommen, dass der lange Arbeitsweg und der Umstand, dass sie noch andere Bewerbungen offen hatte, zusammen mit dem subjektiven Unwohlsein an diesem Arbeitsplatz, der gar nicht ihren Vorstellungen entsprochen hat, entschuldbare Beweggründe für die Ablehnung darstellen. Es bestehen daher keine triftigen Gründe, in das Ermessen der Vorinstanz einzugreifen. Gleiches gilt auch bezüglich der Dauer der Einstellung, welche sie im mittleren Bereich des mittelschweren Verschuldens auf 25 Tage festgesetzt hat.