Citation: 2A.437/2000 22.12.2000 E. 3

3.- a) Das erste Gesuch um Familiennachzug stellte der Beschwerdeführer, als C.________ 17 und D.________ 15 1/2 Jahre alt waren. In ihrem Schreiben vom 9. Oktober 1998 lehnte die Fremdenpolizei das Gesuch ab, weil der Beschwerdeführer, der seit Herbst 1995 im Besitz der Niederlassungsbewilligung sei, dieses früher hätte stellen können. Ob diese Sichtweise der Fremdenpolizei angesichts der oben ausgeführten Rechtsprechung letztinstanzlich vor Bundesgericht Bestand gehabt hätte, ist nicht zu entscheiden, hat der Beschwerdeführer doch damals auf den Nachzug dieser beiden Kinder verzichtet, bevor die Fremdenpolizei eine formelle beschwerdefähige Verfügung erlassen hatte. b) Zu prüfen ist, ob das neue Familiennachzugsgesuch für die Tochter rechtsmissbräuchlich gestellt wird; trifft dies nicht zu, so ist sie in die Niederlassungsbewilligung des Beschwerdeführers einzubeziehen. Nachdem die Fremdenpolizei mit Schreiben vom 12. Oktober 1999 erneut einen negativen Entscheid in Aussicht gestellt hatte, wandte sich der am 16. Dezember 1979 geborene ältere Bruder von D.________, E.________, im Namen der Familie an die Fremdenpolizei und begründete das Familiennachzugsgesuch vor allem damit, dass die Mutter aufgrund ihrer Nierenkrankheit auf die Hilfe ihrer Tochter angewiesen sei. Er machte zudem darauf aufmerksam, dass er in Konstanz lebe, und dass auch C.________ bald nach Konstanz kommen werde. Dass das Nachzugsgesuch hauptsächlich mit der Nierenkrankheit der Mutter begründet wird, lässt dieses nicht als rechtsmissbräuchlich erscheinen. Im Übrigen fällt auf, dass die Vorinstanz nicht genügend abgeklärt hat, in welcher Betreuungssituation sich D.________ heute befindet. Bekannt ist nur, dass der Beschwerdeführer geltend macht, die Grosseltern "seien schon alt". Die Vorinstanz hat, in Unkenntnis des neuesten - zu diesem Zeitpunkt noch nicht ergangenen - Leitentscheids des Bundesgerichts (BGE 126 II 329) das Nachzugsgesuch mit einer Begründung abgelehnt, die auf die Problematik des Familiennachzugs durch einen einzelnen Elternteil zugeschnitten ist, statt sich darauf zu beschränken, zu prüfen, ob das Nachzugsgesuch für D.________ im Sinne der bundesgerichtlichen Rechtsprechung allenfalls rechtsmissbräuchlich ist.