Citation: H 357/99 06.07.2001 E. 4

4.- a) Es steht fest und ist im Übrigen unbestritten, dass die Firma Z.________ AG entgegen der Vorschrift von Art. 14 Abs. 1 AHVG für das Jahr 1990 sowie die Monate Januar bis April 1991 die paritätischen Sozialversicherungsbeiträge (samt Verwaltungskostenbeiträgen und Verzugszinsen) als Arbeitgeberin (Art. 12 Abs. 2 AHVG) nicht entrichtet hat und dass der Ausgleichskasse dadurch ein Schaden in der Höhe von Fr. 25'836. 65 (inkl. Beiträge an die kantonale Familienausgleichskasse) entstanden ist. Auch stellt der Beschwerdeführer seine Eigenschaft als subsidiär haftendes Organ der konkursiten Firma zu Recht nicht in Frage. Es verstösst daher grundsätzlich weder gegen Art. 52 AHVG, noch beruht es auf einer mangelhaften Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts, wenn die Vorinstanz zum Schluss gelangt ist, dass der Beschwerdeführer den Schaden durch grobfahrlässige Missachtung von Vorschriften verursacht hat. Der Inpflichtgenommene hält jedoch dafür, dass die Schadenersatzforderung verjährt sei bzw. die Schadenersatzpflicht ausschliessende Rechtfertigungs- oder Exkulpationsgründe vorlägen. b) Wie das Eidgenössische Versicherungsgericht wiederholt entschieden hat, regelt Art. 82 Abs. 1 AHVV allein die Festsetzungsverjährung. Unter dem Gesichtspunkt der fünfjährigen Verwirkungsfrist nach Art. 82 Abs. 1 in fine AHVV ist daher lediglich verlangt, dass die Ausgleichskasse innert fünf Jahren seit Eintritt des Schadens die Schadenersatzverfügung erlässt und - bei Einspruch - innert 30 Tagen rechtzeitig die gerichtliche Klage anhängig macht. Mit der rechtzeitigen Geltendmachung der Schadenersatzforderung bleibt der Anspruch während der Rechtshängigkeit der Klage ein für allemal gewahrt. Erst nach rechtskräftigem Abschluss des Verfahrens kommt die Vollstreckungsverjährung zum Zug, wobei Art. 16 Abs. 2 AHVG sinngemäss anwendbar ist (statt vieler ZAK 1991 S. 129 Erw. 2c; Nussbaumer, Das Schadenersatzverfahren nach Art. 52 AHVG, in: Schaffhauser/ Kieser [Hrsg. ], Aktuelle Fragen aus dem Beitragsrecht der AHV, St. Gallen 1998, S. 115). Nachdem vorliegendenfalls die Verwaltung unbestrittenermassen rechtzeitig innerhalb eines Jahres ab Kenntnis des Schadens die Ersatzforderung verfügungsweise geltend gemacht hatte, ist ein Forderungsuntergang zufolge Verwirkung während der Dauer des Verfahrens ausgeschlossen. Ebenso wenig liegen Rechtfertigungs- oder Exkulpationsgründe im Sinne der Rechtsprechung vor. Zwar ist nicht auszuschliessen, dass es einem Arbeitgeber, der sich in schwieriger finanzieller Lage befindet, durch das Nichtbezahlen der Beiträge gelingt, die Existenz seines Unternehmens zu retten. Ein solches Vorgehen führt praxisgemäss allerdings nur dann nicht zu einer Haftung gemäss Art. 52 AHVG, wenn der Arbeitgeber im Zeitpunkt seiner Entscheidung aufgrund der objektiven Umstände und einer seriösen Beurteilung der Lage damit rechnen durfte, dass er die Forderung der Ausgleichskasse innert nützlicher Frist würde befriedigen können. Wie die Vorinstanz zutreffend dargelegt hat, hatte der Beschwerdeführer angesichts der von Anbeginn an angespannten finanziellen Situation der Z.________ AG keinen hinreichend begründeten Anlass zur Annahme, dass die Firma durch die Nichtbezahlung der Sozialversicherungsbeiträge gerettet und die Beiträge innert nützlicher Frist würden nachbezahlt werden können. Davon zeugt nachgerade auch der Umstand, dass das Konkursverfahren bereits nach zwei Wochen mangels Aktiven wieder eingestellt werden musste. Nichts zu seinen Gunsten ableiten vermag der Beschwerdeführer auch aus der Kündigung des Bankkredits, da sich die Verstösse gegen die Beitragszahlungspflicht längst ereignet hatten, bevor die Bank die Geschäftsbeziehungen aufkündigte (Urteil M. vom 8. September 2000, H 379/99). Wenn er schliesslich den erforderlichen adäquaten Kausalzusammenhang zwischen seinem Verhalten und dem eingetretenen Schaden bestreitet, scheint er namentlich zu verkennen, dass er nur so viel massgebenden Lohn (Art. 5 Abs. 2 AHVG) hätte zur Auszahlung bringen dürfen, als die darauf unmittelbar ex lege entstandenen Beitragsforderungen (Art. 14 Abs. 1 AHVG in Verbindung mit Art. 34 ff. AHVV) gedeckt gewesen wären (SVR 1995 AHV Nr. 70 S. 214 Erw. 5).