Citation: 4A_598/2019 E. 6.2

6.2. Schliesslich rügt die Beschwerdeführerin, die Vorinstanz habe einen tatsächlichen Konsens angenommen, ohne die Parteiaussage ihres Vertreters vor Bezirksgericht zu berücksichtigen, wonach er gewollt habe, dass "alle Deals, die in der Zeit abgeschlossen werden, automatisch als Folge seiner Dienstleistung angesehen werden". Damit - wie auch mit der fehlenden Auseinandersetzung mit anderen seiner Vorbringen (z.B. betreffend die Bedeutung des Wortlauts von "direct result") - habe sie das rechtliche Gehör verletzt. Der Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV) verlangt insbesondere, dass die Gerichte die rechtserheblichen Vorbringen der Parteien anhören und bei der Entscheidfindung berücksichtigen (BGE 136 I 184 E. 2.2.1 S. 188; 134 I 83 E. 4.1 S. 88). Damit sich die Parteien ein Bild über die Erwägungen des Gerichts machen können, ist sein Entscheid zu begründen. Die Begründung muss kurz die Überlegungen nennen, von denen sich das Gericht hat leiten lassen und auf die sich sein Entscheid stützt (BGE 142 III 433 E. 4.3.2 S. 436; 136 I 184 E. 2.2.1 S. 188). Nicht erforderlich ist hingegen, dass sich der Entscheid mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt. Es genügt, wenn der Entscheid gegebenenfalls sachgerecht angefochten werden kann (BGE 142 III 433 E. 4.3.2 S. 436; 141 III 28 E. 3.2.4 S. 41). Dies ist hier offensichtlich der Fall. Der Vorwurf der Gehörsverletzung geht daher fehl. Bei der angeblichen Nicht-Berücksichtigung der Aussage ihres Parteivertreters geht es aber um etwas anderes. Die Vorinstanz mass offenbar dieser im Nachhinein gemachten Aussage weniger Bedeutung zu als den konkreten Anhaltspunkten aus der E-Mail-Korrespondenz. Dies prüft das Bundesgericht nur unter dem Gesichtswinkel der Willkür, da insoweit nicht der Umfang des bundesrechtlichen Anspruchs auf Beweis oder rechtliches Gehör, sondern lediglich eine Frage der Beweiswürdigung zu beurteilen ist. Eine willkürliche Beweiswürdigung liegt aber nicht vor. Der Vollständigkeit halber sei ergänzt, dass - selbst wenn mit der Aussage des Vertreters der Beschwerdeführerin nachgewiesen worden wäre, dass sie bei Vertragsschluss tatsächlich diesen Willen gehabt hätte - jedenfalls ein normativer Konsens im von der Beschwerdegegnerin vertretenen Sinn zu bejahen wäre.