Citation: 2C_739/2021 E. 4.4.2

4.4.2. Die Vorinstanz hat die Frage, ob der Ehewille während des Auslandsaufenthalts des Beschwerdeführers, d.h. vom 10. März 2020 bis 10. September 2020 fortbestanden habe, nicht abschliessend geprüft, weil sie davon ausgegangen ist, dass dieser Zeitraum grundsätzlich nicht an die Dauer der Ehegemeinschaft im Sinne von Art. 50 Abs. 1 lit. a AIG angerechnet werden könne. Sie hat in diesem Zusammenhang lediglich erwogen, dass die Ehefrau des Beschwerdeführers bald nach dessen Abreise verschiedenen Behörden mitgeteilt habe, dass die Ehegemeinschaft beendet sei, dass er nicht mehr an der ehelichen Adresse wohne und dass sie seit seiner Abreise keinen Kontakt mehr zu ihm habe (vgl. E. 5.2.2.3 des angefochtenen Urteils). Dies genügt jedoch nicht, um annehmen zu können, dass der Ehewille der Ehefrau kurz nach dessen Abreise am 10. März 2020 erloschen ist. Denn die Vorinstanz hat auch festgehalten, dass die Eheleute am 10. März 2020 zusammen wohnten und dass sie nach der Rückkehr des Beschwerdeführers im September 2020 weiterhin im gleichen Haushalt gewohnt haben. Konkrete Hinweise auf einen Rechtsmissbrauch lägen nicht vor (vgl. E. 5.2.2.4 des angefochtenen Urteils). Sodann hat das Verwaltungsgericht erwogen, dass die Ehefrau des Beschwerdeführers - zumindest episodisch - in problematischem Ausmass Alkohol konsumiert habe (vgl. auch E. 5.4.2 hiernach). Auch habe sich der von der Ehefrau erhobene Vorwurf der Scheinehe gemäss dem angefochtenen Urteil nicht erhärten können (vgl. E. 5.2.2.3 des angefochtenen Urteils). Schliesslich ist erstellt, dass die Ehefrau während der ehelichen Gemeinschaft wiederholt die Behörden kontaktiert hat, was gemäss den vorinstanzlichen Erwägungen dafür spreche, dass die Ehefrau versucht habe, den Beschwerdeführer in Beziehungskrisen durch Androhung migrationsrechtlicher Konsequenzen unter Druck zu setzen (vgl. E. 5.3.4.3.1 des angefochtenen Urteils).