Citation: 1C_316/2023 E. B

Am 7. September 2005 bewilligte die Gemeinde Guarda das Baugesuch Nr. 1646/2005-1 von A.________ und B.________ für den Neubau eines Wohnhauses auf der heutigen Parzelle Nr. 41646. Der Bauentscheid wurde unter Ziff. 9 mit folgender Nebenbestimmung verbunden: "Die gemäss Baugesuch vorgesehene Parkplatzregelung wird nur als provisorische Regelung genehmigt. Sobald für die Nachbarparzellen Nr. 1693 und/oder 1694 Überbauungsprojekte vorliegen und ein entsprechendes Projekt betreffend unterirdische Einstellhalle erarbeitet wird, sind die Bauherren verpflichtet, sich an diesem zu beteiligen." Das mit Bauentscheid vom 7. September 2005 bewilligte Wohnhaus, wurde 2006 erstellt und im nordöstlichen Bereich der heutigen Parzelle Nr. 41646 zwei offene Aussenparkplätze realisiert. Im Zuge eines einsprachebelasteten Überbauungsprojekts für ein Wohnhaus mit Atelier auf der östlich gelegenen heutigen Nachbarparzelle Nr. 41693 im Jahre 2014, sah der Gemeindevorstand Guarda im Bau- und Einspracheentscheid vom 23. Dezember 2014 eine Entkopplung der Bewilligungsverfahren für die Garagierungen auf den heutigen Parzellen Nrn. 41646 und 41693 vor. A.________ und B.________ wurde ein Verfügungsentwurf betreffend die in Nachachtung von Ziff. 9 des Bauentscheides vom 7. September 2005 zu erfolgende Neuregelung der Parkplatzsituation auf der heutigen Parzelle Nr. 41646 zugestellt. Gegen den Bau- und Einspracheentscheid vom 23. Dezember 2014 erhob A.________ am 27. Januar 2015 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden. Während des verwaltungsgerichtlichen Verfahrens R 15 9 holte die Gemeinde Scuol betreffend die Erschliessung der Parzellen Nrn. 41646 und 41693 ein im Mai 2015 erstattetes Gutachten beim Büro Hartmann & Sauter, Raumplaner und Verkehrsingenieure, zur Thematik der Verkehrssicherheit ein und nahm eine vorläufige Beurteilung eines Garagierungsprojekts auf der Parzelle Nr. 41646 vor. Das Verfahren R 15 9 wurde schliesslich aufgrund des Rückzugs des strittigen Baugesuchs am 23. November 2015 als gegenstandslos abgeschrieben. Im Jahr 2015 publizierte der Gemeindevorstand Scuol die Absicht zur Revision des Quartierplans "Guarda Pitschen", wobei in der Folge versehentlich unterlassen wurde, einen formellen Einleitungsbeschluss zu fassen. Am 8. Juni 2021 entschied der Gemeindevorstand Scuol, die Quartierplanrevision beschränkt auf die Änderung der Parkierungsregelung auf den Parzellen Nrn. 41646 und 41693 neu einzuleiten und das bisherige Verfahren als gegenstandslos abzuschreiben. Am 22. Juni 2021 erfolgte die Publikation und öffentliche Auflage der Quartierplanrevision. Am 2. August 2021 beschloss der Gemeindevorstand die Einleitung der Quartierplanrevision mit dem Planungsziel, die Erschliessung der Parzellen Nrn. 41646 und 41693 (ehemals Parzelle Nr. 1646) durch zwei separate, selbständige Erschliessungen als Alternative zur derzeit vorgesehenen gemeinschaftlichen Erschliessung neu zu regeln. Am 6. August 2021 wurde den Quartierplanbeteiligten der Einleitungsbeschluss vom 2. August 2021 mitgeteilt und zugleich der Entwurf der zu revidierenden Quartierplanbestimmungen in Hinblick auf die vorgesehene Quartierplanrevision zur Mitwirkung zugestellt. A.________ liess sich dazu am 26. August 2021 vernehmen und kritisierte die vorgesehene Änderung der Quartierplanbestimmungen. Vom 8. Oktober bis zum 7. November 2021 erfolgte die öffentliche Auflage der Teilrevision des Quartierplans "Guarda Pitschen". Dagegen erhoben A.________ und B.________ am 4. November 2021 und, nach einigen Anpassungen der Quartierplanbestimmungen, am 11. Februar 2022 Einsprache. Der Gemeindevorstand Scuol genehmigte am 11. April 2022 die Teilrevision des Quartierplans "Guarda Pitschen" betreffend die ergänzten Art. 11 und 16a der Quartierplanbestimmungen und wies die Einsprache von A.________ und B.________ ab, soweit er darauf eintrat. Am 12. Mai 2022 erhob A.________ dagegen Beschwerde beim Verwaltungsgericht, welches diese mit Urteil vom 29. März 2023 abwies.