Citation: 2P.19/2002 27.05.2002 E. 5

Durften die kantonalen Behörden von der Rechtsbeständigkeit der Verfügung vom 2. Juli 1996 ausgehen, kann eine umfassende Überprüfung des angefochtenen Entscheids unter dem Gesichtspunkt der Wirtschaftsfreiheit unterbleiben. Nach der bereits mehrfach zitierten bundesgerichtlichen Praxis, auf die sich das Verwaltungsgericht beruft, ist es grundsätzlich nicht zu beanstanden, die selbständige Ausübung des Arzt- oder Zahnarztberufs den Inhabern des eidgenössischen Diploms vorzubehalten und eine langjährige und erfolgreiche praktische Tätigkeit als Assistent als Nachweis der beruflichen Befähigung nicht genügen zu lassen. Das gilt selbst dann, wenn der betreffende Gesuchsteller aufgrund seines ausländischen Diploms als Assistenzzahnarzt zugelassen wurde, denn diese Tätigkeit unterscheidet sich grundlegend von der selbständigen Berufstätigkeit, bei der es an der Aufsicht durch einen Fachmann mit dem erforderlichen Diplom fehlt (vgl. die in E. 2.2 zitierten Urteile). An dieser Praxis ist, jedenfalls im Rahmen der beschränkten Überprüfung, wie sie hier vorzunehmen ist, festzuhalten, und es braucht auch nicht näher auf die Kritik von Yvo Hangartner (AJP 2000 S. 100) eingegangen zu werden. Im Übrigen bezieht sich diese Kritik vor allem auf die Situation von Ausländern, die nur ausnahmsweise zur eidgenössischen Medizinalprüfung zugelassen werden und denen im Ergebnis die selbständige Berufsausübung praktisch überhaupt verunmöglicht wird. Die Beschwerdeführerin hat inzwischen aber das Schweizer Bürgerrecht erworben. Nach Art. 27 der Allgemeinen Medizinalprüfungsverordnung vom 19. November 1980 (SR 811.112.1) kann der Leitende Ausschuss eingebürgerten Schweizern die eidgenössischen Vorprüfungen ganz oder teilweise erlassen, sofern sie vor ihrer Einbürgerung vergleichbare schweizerische oder ausländische Ausweise erworben haben (Abs. 1); haben sie ihren Beruf während mehrerer Jahre in der Schweiz ausgeübt, können sie zu einer besonderen Schlussprüfung zugelassen werden, wenn sie das Universitätsdiplom vor ihrer Einbürgerung erworben haben (Abs. 3). Nach Art. 8 lit. b der Verordnung vom 18. November 1975 über besondere Fachprüfungen für Auslandschweizer und eingebürgerte Schweizer (SR 811.112.13) besteht diese Prüfung für Zahnärzte aus fünf Prüfungen nach dem "kombiniert-praktisch-mündlichen Verfahren" in den Fächern Stomatologie und Chirurgie des Kauapparates, Konservierende Zahnheilkunde inkl. Präventiv-Zahnmedizin, Prothetik, Paradontologie und Kieferorthopädie. Das neue Recht (vgl. oben E. 2.1) scheint an dieser Regelung nichts geändert zu haben. Es ist der Beschwerdeführerin zuzumuten, beim Leitenden Ausschuss ein entsprechendes Gesuch einzureichen und damit eine Überprüfung ihres Diploms wenigstens unter diesem Gesichtspunkt zu veranlassen. Falls sie über die von ihr behaupteten Kenntnisse verfügt, sollte ihr das Bestehen der besonderen Fachprüfungen nicht allzu schwer fallen. Von einem endgültigen Ausschluss von der selbständigen Berufstätigkeit kann unter diesen Umständen jedenfalls nicht die Rede sein.