Citation: 2C_421/2020 E. 3.4

3.4. Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu Art. 12 Abs. 2 des Übereinkommens vom 20. November 1989 über die Rechte des Kindes (Kinderrechtskonvention, KRK; SR 0.107) ist eine persönliche Kindesanhörung nicht in jedem Fall unerlässlich; wenn die Kinder durch ihre Eltern vertreten werden und beider Interessen gleichläufig sind, kann die Ansicht der Kinder auch ohne persönliche Anhörung durch ihre Eltern eingebracht werden, sofern der rechtserhebliche Sachverhalt auch ohne diese Anhörung rechtsgenüglich festgestellt werden kann (vgl. BGE 144 II 1 E. 6.5 S. 15; 124 II 361E. 3c S. 368; vgl. Urteil 2C_909/2019 vom 7. April 2020 E. 3.4.2). Der Beschwerdeführer hatte im gesamten kantonalen Verfahren die Möglichkeit, Stellung zu nehmen und die Kindesinteressen angemessen in das Verfahren einzubringen; diese Möglichkeit nahm er auch wahr. Dass zwischen ihm und seinen Kindern eine enge Beziehung besteht, stellt die Vorinstanz denn auch nicht in Abrede. Sie berücksichtigt im Gegenteil die Kindesinteressen ausdrücklich in ihrer Würdigung (vgl. E. 4.6 des angefochtenen Entscheids). Unter diesen Umständen durfte das Verwaltungsgericht ohne in Willkür zu verfallen auf eine Anhörung der Kinder verzichten. Die Vorinstanz war auch nicht verpflichtet, das ausländerrechtliche Verfahren bis zur definitiven Klärung der Nebenfolgen im Scheidungsverfahren auszusetzen: Massgeblich für das ausländerrechtliche Bewilligungsverfahren ist im Rahmen des Schutzes des Privat- und Familienlebens zu den hier aufenthaltsberechtigten Kindern der Umfang des persönlichen Kontakts. Zwar haben die zuständigen Migrationsbehörden den Sachverhalt diesbezüglich sorgfältig zu erstellen, doch besteht kein Grund, das ausländerrechtliche Bewilligungsverfahren bis zur definitiven Klärung der zivilrechtlichen Fragen zu sistieren (vgl. BGE 143 I 21 E. 5.5.4 S. 31 f. mit Hinweis; Urteil 2C_969/2016 vom 8. Februar 2017 E. 1.4).