Citation: 8C_105/2023 E. 4

Die Vorinstanz erwog im Wesentlichen, laut dem Gutachten des Dr. med. C.________ vom 12. Dezember 2020 bestehe beim Beschwerdeführer insgesamt eine mittelschwere bis schwere psychische Störung. Festzuhalten sei aber, dass er zwar in regelmässiger psychiatrischer Behandlung sei, die Therapieoptionen aber noch nicht ausgeschöpft habe und sich auch noch nie stationär habe behandeln lassen. Zudem habe Dr. med. C.________ neben der Entstehung des psychischen Gesundheitsschadens aufgrund von invaliditätsfremden Belastungsfaktoren auch die Besserung desselben von diesen Faktoren abhängig gemacht, namentlich vom Obsiegen des Beschwerdeführers gegenüber seiner früheren Anwältin. Unter Ausklammerung der psychosozialen Faktoren müsse somit von einem geringen Schweregrad des Gesundheitsschadens ausgegangen werden. Weiter würdigte die Vorinstanz die Komplexe der "Persönlichkeit" und des "sozialen Kontextes". Im Rahmen der abschliessenden Konsistenzprüfung stellte sie fest, ein Rückzug des Beschwerdeführers aus häuslichen Pflichten und der Kinderziehung sei nicht ersichtlich. In seinem Optikergeschäft vermöge er mit dem Buchhalter und der Optikerin zusammenzuarbeiten und in informierter Weise Entscheidungen zu treffen. Weiter könne er den Winterreifenwechsel organisieren. Er scheine keine Hobbys aufgegeben zu haben, da er lediglich in jungen Jahren Fussball gespielt habe. Inkonsistent sei seine Berufung auf eine starke Beeinträchtigung der Konzentrationsfähigkeit und die Unfähigkeit zur Lösung einfacher Rechenaufgaben, da er sich auf die zweimal dreistündige Exploration habe konzentrieren können, wobei er seine komplexe Lebensgeschichte repliziert habe. Es sei ihm auch möglich, kurze Strecken Auto zu fahren. Zu diesen Ressourcen und Kompetenzen erhalte er viel Unterstützung von seiner Ehefrau. Nicht nachvollziehbar sei, weshalb er sich angesichts des geltend gemachten hohen Leidensdrucks nie stationär habe behandeln lassen. Zudem habe sich sein psychisches Leiden aus psychosozialen und soziokulturellen Belastungsfaktoren heraus entwickelt und werde von diesen weiter unterhalten. Nach dem Gesagten seien gewisse leistungshindernde Belastungsfaktoren vorhanden. Der entscheidende Aspekt der Konsistenz falle hier jedoch massgeblich ins Gewicht. Angesichts des nicht erheblichen funktionellen Schweregrads der diagnostizierten Gesundheitsstörung bei Ausklammerung der soziokulturellen und psychosozialen Faktoren sowie mit Blick auf erhaltene Ressourcen, ein intaktes soziales Umfeld und die erwähnten Inkonsistenzen sei die von Dr. med. C.________ attestierte volle Leistungseinschränkung des Beschwerdeführers nicht aufrechtzuerhalten. Vielmehr sei er bei Ausschöpfung seiner Ressourcen nicht arbeitsunfähig, weshalb ein invalidisierendes Leiden nicht dargetan sei. Hieran ändere der Bericht des Psychiaters Dr. med. D.________ vom 9. Juli 2021 nichts.