Citation: 6B_681/2024 E. 2.2.3

2.2.3. Für sämtliche weiteren Delikte zu 21 Fällen spricht die Vorinstanz hingegen Geldstrafen aus. Bei konkreter Einzelbetrachtung falle aufgrund des Verschuldens je noch eine Geldstrafe in Betracht. Auch unter dem Gesichtspunkt der präventiven Effizienz und Zweckmässigkeit sei nicht ersichtlich, weshalb sich der Beschwerdegegner nur von einer Freiheitsstrafe beeindrucken liesse, zumal er nicht vorbestraft und aus seinen Aussagen ersichtlich sei, dass ihn die Höhe einer Geldstrafe während der Strafuntersuchung sehr beschäftigt und er davor einen grossen Respekt habe. Die Vorinstanz erwägt mit Bezug auf eine sexuelle Nötigung zum Nachteil von D.________, der Beschwerdegegner habe die damals 14-jährige dazu genötigt, sich mit zwei Fingern die nackte Brustwarze zu massieren sowie den Griff einer Haarbürste in den Mund zu schieben und hinein- und hinauszubewegen und ihm davon jeweils Videoaufnahmen zuzusenden. Im breiten Spektrum der bei einer sexuellen Nötigung denkbaren Handlungen liege ein eher weniger schweren Eingriff in die sexuelle Integrität vor, zumal das Opfer die Handlungen in Abwesenheit des Beschwerdegegners an sich selbst habe vornehmen müssen. Er habe dem Opfer damit gedroht, zuvor erhaltene intime Fotos und Videos öffentlich zu verbreiten und den Klassenkameraden zu schicken und das Opfer damit erheblich öffentlich blosszustellen. Das Ausmass der Drohung sei jedoch nicht über die zur Erfüllung der Tatbestandsvariante erforderliche Androhung eines ernstlichen Nachteils hinausgegangen und damit neutral zu werten. Gleiches gelte für die egoistischen Motive des Beschwerdegegners. Insgesamt sei im breiten Spektrum der vom Tatbestand der sexuellen 'Nötigung erfassten Sachverhalte, in dem noch weit abscheulichere Taten denkbar seien, von einem leichten Verschulden auszugehen, welches sich aufgrund der maximal leicht verminderten Schuldfähigkeit leicht reduziere. In Relation zum Strafrahmen von Geldstrafe bis zu zehn Jahren Freiheitsstrafe sei eine Einsatzstrafe von 180 Tagessätzen Geldstrafe angemessen. Diese Einsatzstrafe wäre für die weiteren Fälle der sexuellen Nötigung, bei denen aufgrund der eher leichten Intensität der Handlung oder des ausgeübten Drucks jeweils ebenfalls eine Einzelgeldstrafe von 180 Tagessätzen angemessen ist, zu erhöhen. Gleiches würde für die mehrfachen sexuellen Handlungen mit Kindern, die mehrfache Pornografie, die mehrfache Verletzung des Geheim- und Privatbereichs durch Aufnahmegeräte, die mehrfache, teils versuchte, Nötigung und die Gewaltdarstellungen gelten. Auch unter Berücksichtigung des teilweise engen zeitlichen und sachlichen Zusammenhangs zwischen den Delikten und der leicht strafmindernden Täterkomponente wäre eine Erhöhung vorzunehmen, welche die Strafobergrenze von 180 Tagessätzen deutlich überschreiten würde. Da aber die Strafobergrenze erreicht und ein Strafartenwechsel ausgeschlossen sei, müsse es bei der Geldstrafe von 180 Tagessätzen sein Bewenden haben. Dass dieses Ergebnis zu einer unbillig milden Strafe führen könne, sei nach der Rechtsprechung hinzunehmen und rechtfertige kein systemwidriges und ergebnisorientiertes Abweichen vom Willen des Gesetzgebers und dem Wortlaut der Norm. Eine zusätzliche Reduktion der Geldstrafe wegen Verletzung des Beschleunigungsgebots sei aber ausgeschlossen, zumal dem bereits bei der Freiheitsstrafe umfassend Rechnung getragen worden sei.