Citation: 6B_1125/2020 E. 4.1

4.1. Der Beschwerdeführer rügt in rechtlicher Hinsicht eine Verletzung von Art. 117 StGB i.V.m. Art. 31 SVG sowie Art. 3 Abs. 1 VRV. Er macht zusammengefasst geltend, der Tatbestand der fahrlässigen Tötung nach Art. 117 StGB setze eine pflichtwidrige Unvorsichtigkeit und die Vorhersehbarkeit des Erfolgs voraus. Diese Tatbestandsmerkmale seien vorliegend nicht gegeben, da er das ohne Vorderlicht fahrende Motorfahrrad selbst im durch das Abblendlicht erhellten Fahrbahnkegel (recte: Lichtkegel) nicht habe sehen können. Er habe den Entschluss zum Überholen unter Berücksichtigung aller Vorsichtsmassnahmen getroffen. So habe er gewartet bis er die Sicherheitslinie hinter sich gelassen habe, auf die sich ihm präsentierende Strecke geschaut, geblinkt und den Blick stets auf die Fahrbahn gerichtet. Die Strecke habe sich ihm beim Entschluss zum Überholen und während des Überholmanövers frei präsentiert und er habe sein Fahrzeug im Griff gehabt. Seine Aufmerksamkeit sei während des Überholmanövers vollumfänglich auf die Strasse gerichtet gewesen. Wäre das Vorderlicht des Motorfahrrads an gewesen, hätte er gar nicht überholt bzw. das Überholmanöver abgebrochen und sich in die rechte Fahrbahn eingereiht. Der Motorradfahrer wäre verpflichtet gewesen, zu dieser Uhrzeit das Licht an seinem Fahrzeug eingeschaltet zu haben und habe nicht darauf vertrauen dürfen, dass er auch ohne Licht und mit dunkler Kleidung gesehen werde. Er (sc. der Beschwerdeführer) habe nicht damit rechnen müssen, dass ihm zu dieser Tageszeit ein Fahrzeug ohne Licht entgegenkomme. G.C.________ sel. habe durch sein Verhalten den Kausalzusammenhang unterbrochen. Der in Art. 26 SVG statuierte Gefahrensatz sei vorliegend anwendbar. Soweit die Vorinstanz erwäge, dass der Bremsweg bei guten Bremsen bei einer Geschwindigkeit von rund 90 km/h etwa dem durch Scheinwerfer im Abblendlicht ausgeleuchteten Raum entspreche, so dass er selbst in diesem Fall noch stark abzubremsen und die Unfallfolgen massgeblich zu vermindern vermocht hätte, treffe sie Annahmen, welche bislang nicht Thema waren und weder aktenkundig noch sonst irgendwie erstellt seien. Er sei vom Vorwurf der fahrlässigen Tötung freizusprechen.