Citation: 9C_455/2022 E. 11.2.3

11.2.3. Selbst wenn mit der Vorinstanz davon ausgegangen wird, dass § 20 Abs. 3 VPO Raum für eine Kostenverteilung nach dem Verursacherprinzip lässt, hält ihr Vorgehen, dem obsiegenden Beschwerdeführer die Hälfte der Gerichtskosten aufzuerlegen, nicht Stand. Wie der Beschwerdeführer nämlich zu Recht geltend macht, ist der Grund, weshalb die IV-Stelle ihre (auf Beschwerde hin von der Vorinstanz aufgehobene) Verfügung vom 27. Juni 2019 ohne die ursprünglich geplante vorgängige Beurteilung des Observationsmaterials durch die asim-Gutachtensstelle (vgl. ihr Schreiben vom 5. September 2018) erliess, nicht bei ihm zu suchen. Vielmehr lag es an der ablehnenden Haltung der Gutachtensstelle selber (vgl. deren Antwortschreiben vom 7. September 2018), denn die IV-Stelle machte diese zwar anschliessend noch auf ihre Pflicht zur Auswertung und die fehlende Notwendigkeit einer Einverständniserklärung aufmerksam (Schreiben vom 13. September 2018), beharrte letztlich aber nicht weiter auf einer fachärztlichen Einschätzung. Mit diesen Verhältnissen steht in klarem Widerspruch, dass die Vorinstanz dem Beschwerdeführer vorwarf, er habe durch seine Zustimmungsverweigerung die Mitwirkungspflicht verletzt und das Verfahren damit zu einem grossen Teil mitverursacht. Ist mithin nicht ersichtlich, inwiefern das Verhalten des Beschwerdeführers zu unnötigen Kosten geführt haben könnte, erweist sich die Überbindung von Gerichtskosten im Urteil vom 19. März 2020 als unhaltbar. Unter den gegebenen Umständen bleibt der auch für das kantonale Verfahren geltende (BGE 137 V 57 E. 2.2) Grundsatz anwendbar, wonach die Rückweisung zu ergänzenden Abklärungen als vollständiges Obsiegen gilt (BGE 137 V 210 E. 7.1; Urteil 9C_379/2022 vom 23. August 2023 E. 4.2). Damit hat die unterliegende IV-Stelle die Gerichtskosten des ersten (zum Urteil vom 19. März 2020 führenden) Verfahrens alleine zu tragen. Gleichzeitig entfällt damit die Übernahme der hälftigen Gerichtskosten zufolge der dem Beschwerdeführer damals bewilligten unentgeltlichen Prozessführung. Dispositiv Ziffer 2 des kantonalen Urteils ist entsprechend abzuändern.