Citation: 5A_606/2024 E. 5

Der Streit dreht sich darum, ob die Vorinstanz den Begründungsmangel durch die KESB heilen kann. 5.1 Der Anspruch auf rechtliches Gehör ist formeller Natur, womit seine Verletzung an sich ungeachtet der materiellen Begründetheit des Rechtsmittels zur Gutheissung der Beschwerde und zur Aufhebung des angefochtenen Entscheids führt (BGE 141 V 557 E. 3; 137 I 195 E. 2.2; 135 I 187 E. 2.2). Dies darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch die Wahrung des rechtlichen Gehörs keinen Selbstzweck darstellt. Ist nicht ersichtlich, inwiefern die Verletzung des rechtlichen Gehörs einen Einfluss auf das Verfahren haben könnte, besteht kein Interesse an der Aufhebung des Entscheids (vgl. BGE 143 IV 380 E. 1.4.1 mit Hinweisen). Eine nicht besonders schwerwiegende Verletzung des rechtlichen Gehörs kann ausnahmsweise als geheilt gelten, wenn die betroffene Person die Möglichkeit erhält, sich vor einer Beschwerdeinstanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt wie die Rechtslage frei überprüfen kann. Unter dieser Voraussetzung ist darüber hinaus - im Sinne einer Heilung des Mangels - selbst bei einer schwerwiegenden Verletzung des rechtlichen Gehörs von einer Rückweisung der Sache an die Vorinstanz abzusehen, wenn und soweit die Rückweisung zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem (der Anhörung gleichgestellten) Interesse der betroffenen Partei an einer beförderlichen Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren wären (BGE 142 II 218 E. 2.8.1; 137 I 195 E. 2.3.2; 133 I 201 E. 2.2). 5.2 Der Beschwerdeführer macht geltend, die Vorinstanz könne die Verletzung des rechtlichen Gehörs durch die KESB - trotz Offizial- und Untersuchungsmaxime im Kindesschutz - nicht heilen. Sie könne die Begründung für die KESB nicht selbst verfassen. Er habe keine Möglichkeit gehabt, sich mit den Argumenten auseinanderzusetzen, welche die Vorinstanz für die KESB selbst verfasst habe. Er habe sich weder im Verfahren vor der KESB noch im Beschwerdeverfahren zu den Gründen äussern können, die zur Abweisung seines Gesuchs um Einsetzung als Vertrauensperson geführt haben. Weder habe die KESB im Beschwerdeverfahren eine Vernehmlassung eingereicht noch habe die Vorinstanz ihm vor dem Erlass ihres Entscheids Gelegenheit gegeben, zu der in Aussicht gestellten Begründung Stellung zu nehmen. Darum könne die Verletzung des rechtlichen Gehörs im Beschwerdeverfahren nicht geheilt werden. Zudem verfüge die KESB aufgrund ihrer Nähe zur Streitsache über bessere Kenntnisse zur Beurteilung der tatsächlichen Umstände als die Vorinstanz. Der Umstand, dass die KESB im Beschwerdeverfahren keine Begründung nachgeschoben habe und er, der Beschwerdeführer, von seinem Replikrecht nicht habe Gebrauch machen können, müsse zwingend zur Aufhebung des angefochtenen Entscheids infolge Verletzung des rechtlichen Gehörs führen. Der Beschwerdeführer wendet sich zudem gegen die vorinstanzliche Beurteilung, dass seine Einsetzung als Vertrauensperson nicht dem Kindeswohl entspreche. Aus den Akten gehe klar hervor, dass B.________ nicht im Heim bleiben, sondern nach Hause wolle, auch wenn sie sich nicht negativ über das Heim äussere. Es sei nicht nachvollziehbar, warum ihr unter diesen Umständen eine Vertrauensperson zur Seite gestellt werden solle, die die Fremdplatzierung befürworte. Zudem sei es widersprüchlich, dass die Vorinstanz zwar anerkenne, dass B.________ Anspruch auf eine Vertrauensperson habe, dass aber nicht klar sei, ob ein entsprechender Bedarf überhaupt bestehe. Diese Argumentation sei geradezu zynisch, zumal B.________ bei jeder Anhörung durch die KESB und auch gegenüber ihrem Kinderanwalt stets zum Ausdruck gebracht habe, dass sie nach Hause wolle und nicht verstehe, weshalb sie noch länger im Heim bleiben müsse und keinen Kontakt zu ihrer Familie haben dürfe. 5.3 Die Vorinstanz geht davon aus, dass die von der ersten Instanz begangene Gehörsverletzung im Rechtsmittelverfahren geheilt worden ist. Der Beschwerdeführer stellt nicht in Abrede, dass die Vorinstanz über die gleiche Überprüfungsbefugnis verfügt wie die KESB. Er behauptet jedoch pauschal, dass die Vorinstanz die Verletzung des rechtlichen Gehörs durch die KESB nicht heilen und die Begründung für die Abweisung seines Gesuchs um Einsetzung als Vertrauensperson nicht selbst verfassen könne. Dazu bringt er unter Verweis auf das Urteil 2C_762/2011 vom 15. Juni 2012 E. 4 im Wesentlichen vor, er habe sich weder im Verfahren vor der KESB noch im vorinstanzlichen Verfahren zu den Gründen äussern können, die zur Abweisung seines Gesuchs um Einsetzung als Vertrauensperson geführt hätten. Dieses Urteil ändert jedoch nichts an der bundesgerichtlichen Rechtsprechung, wonach - im Sinne einer Heilung des Mangels - von einer Rückweisung abzusehen ist, wenn diese zu einem blossen formalistischen Leerlauf führen würde (vgl. vorne E. 5.1). Mit der vorinstanzlichen Erwägung, wonach eine Rückweisung an die KESB zu einer Verfahrensverzögerung und im Hinblick auf den Verfahrensausgang zu einem formalistischen Leerlauf führen würde, setzt sich der Beschwerdeführer nicht auseinander. Mit seinen Vorbringen, wonach B.________ nicht im Heim bleiben wolle und zum Ausdruck gebracht habe, dass sie nach Hause wolle, ergänzt er den vorinstanzlich festgestellten Sachverhalt, ohne eine hinreichende Sachverhaltsrüge zu erheben. Darauf ist nicht einzutreten (s. vorne E. 3.2). Mit dem Vorbringen, die KESB hätte aufgrund ihrer Nähe zur Streitsache die besseren Kenntnisse zur Beurteilung der tatsächlichen Umstände gehabt als die Vorinstanz, tut der Beschwerdeführer nicht dar, dass die Vorinstanz zu Unrecht davon ausgegangen ist, eine Rückweisung käme einem formalistischen Leerlauf gleich. Der Beschwerdeführer vermag daher nicht aufzuzeigen, inwiefern die Vorinstanz Bundesrecht verletzen sollte, indem sie eine Rückweisung an die KESB als formalistischen Leerlauf und die Gehörsverletzung im Ergebnis als geheilt betrachtet hat. Damit erweist sich die Beschwerde als unbegründet, soweit sie den gesetzlichen Begründungsanforderungen (s. vorne E. 3.1) überhaupt genügt. 5.4 Der Beschwerdeführer bringt weiter vor, die KESB habe B.________ nicht darüber informiert, dass sie im Heim Anspruch auf eine Vertrauensperson habe, und sie auch nicht gefragt, wen sie sich als Vertrauensperson wünsche. Die KESB habe ohne Einbezug von B.________ entschieden, dass sie eine Vertrauensperson nicht für notwendig erachte. Der Anspruch von B.________ auf eine Vertrauensperson ist nicht Gegenstand des angefochtenen Entscheids und damit auch nicht Streitgegenstand vor Bundesgericht, weshalb auf die diesbezüglichen Vorbringen des Beschwerdeführers nicht einzutreten ist. 5.5 Soweit der Beschwerdeführer bemängelt, dass die Vorinstanz ihre Entscheidung, ihn nicht als Vertrauensperson von B.________ einzusetzen, allein gestützt auf die Akten getroffen habe und er nicht angehört worden sei, erhebt er keine hinreichend begründete Rüge, weshalb auch darauf nicht einzutreten ist (s. vorne E. 3.1). 5.6 Das Rechtsbegehren des Beschwerdeführers richtet sich zudem gegen den vorinstanzlichen Kostenentscheid (s. vorne Bst. C). Seiner Beschwerde ist jedoch keine Begründung zu entnehmen, wonach er den vorinstanzlichen Kostenentscheid gesondert, d.h. unabhängig vom Streitausgang in der Sache, anfechten will. Nachdem feststeht, dass der Beschwerde in der Sache kein Erfolg beschieden ist, erübrigen sich diesbezüglich weitere Erörterungen.