Citation: 1C_600/2016 E. 2.1

2.1. Das Strassengesetz des Kantons Wallis vom 3. September 1965 (SGS 725.1; im Folgenden: StrG) enthält eine Reihe von Bestimmungen zu den obligatorischen Abstellplätzen. Danach muss der Bauherr bei Neuerstellung, Zweckänderung oder Erweiterung einer baulichen Anlage, deren Benützung einen namhaften Motorfahrzeugverkehr zur Folge hat, die erforderlichen Abstellplätze für Motorfahrzeuge der Benützer und Besucher der Anlage schaffen (Art. 215 Abs. 1 StrG). Nach Massgabe von Art. 219 StrG kann die Pflicht auch auf einem fremden Grundstück erfüllt werden, wobei in diesem Fall das Recht, auf einem fremden Grundstück einen Abstellplatz zu errichten, im Grundbuch als Dienstbarkeit zu Lasten der Nachbarsparzelle und zugunsten der Bauparzelle sowie der Standortgemeinde eintragen zu lassen ist. Gemäss Art. 221 bis StrG können die Gemeinden auf dem Reglementsweg bestimmen, dass die Bauherrschaft, die ausreichende Parkplätze nicht bereitstellen kann, der Gemeinde eine angemessene, zweckgebundene Ersatzabgabe zu leisten hat. Von dieser Ermächtigung hat die Gemeinde Visp in ihrem Bau- und Zonenreglement vom 8. Mai 2007 (BZR) Gebrauch gemacht. So kann der Gemeinderat den Bauherrn gemäss Art. 28 Abs. 3 BZR unter anderem in der Kernzone gegen Leistung von Beiträgen an den Bau öffentlicher Parkplätze von der Verpflichtung zum Bau privater Parkierungsflächen befreien.