Citation: 7B_168/2023 E. 2.6

2.6. Indes ist dem Beschwerdeführer zuzustimmen, dass die Staatsanwaltschaft den Antrag zur Durchsuchung des sichergestellten Mobiltelefons bzw. der Daten mit der Aufklärung der ihm vorgeworfenen Raserfahrten ab Erteilung des Lernfahrausweises vom 24. Dezember 2021 begründete. In ihrer Stellungnahme im vorinstanzlichen Verfahren hat sie zudem erklärt, der Zeitraum sei auf den 12. Dezember 2021 bis zum 27. November 2022 einzugrenzen. Daraus wird deutlich, dass die Staatsanwaltschaft lediglich jene Aufzeichnungen als für den Zweck der Strafuntersuchung von Interesse und damit als verfahrensrelevant erachtet, die mit den mutmasslichen Raserfahrten ab dem 24. Dezember 2021 zusammenhängen. Gemäss der Rechtsprechung des Bundesgerichts hat das Entsiegelungsgericht, wenn es eine Durchsuchung grundsätzlich als zulässig erachtet, auch bei grossen Datenmengen aus Gründen der Verhältnismässigkeit offensichtlich irrelevante Aufzeichnungen auszusondern. Zum einen hat die Staatsanwaltschaft deshalb schon im Entsiegelungsgesuch darzulegen, inwiefern die versiegelten Aufzeichnungen grundsätzlich verfahrenserheblich sind. Zum anderen hat die Gesuchsgegnerschaft substanziiert darzutun, welche Aufzeichnungen offensichtlich keinen Sachzusammenhang mit der Strafuntersuchung haben. Eine detaillierte Triage durch das Entsiegelungsgericht hat, auch bei Mobiltelefonen (Urteile 1B_495/2020 vom 4. März 2021 E. 7.3; 1B_342/2017 vom 11. Dezember 2017 E. 3.3), nur zu erfolgen, soweit substanziierte Einwände erhoben werden (prozessuale Mitwirkungsobliegenheit; vgl. E. 2.2.1 hiervor). Das Entsiegelungsgericht kann zur Prüfung des Inhalts der Aufzeichnungen eine sachverständige Person beiziehen (Art. 248 Abs. 4 StPO). Es darf die Triage hingegen nicht an die Staatsanwaltschaft delegieren (zum Ganzen: BGE 141 IV 77 E. 5.5.1; 138 IV 225 E. 7.1; 137 IV 189 E. 4.2, E. 5.1.2 und E. 5.3.1). Wenn wie vorliegend die Staatsanwaltschaft sachlich und zeitlich klar eingrenzt, welche Aufzeichnungen - nämlich Bilder, Videos, Textnachrichten und Standortdaten - auf dem Mobiltelefon des Beschwerdeführers sie als verfahrensrelevant beurteilt, verstösst es gegen die dargelegten Grundsätze und damit Bundesrecht, wenn die Vorinstanz die Entsiegelung hinsichtlich sämtlicher Aufzeichnungen auf dem Mobiltelefon des Beschwerdeführers und nicht nur bezüglich der Aufzeichnungen im Zusammenhang mit den hier interessierenden Vorwürfen anordnet. Daran ändert auch der Hinweis der Vorinstanz nichts, wonach der Beschwerdeführer keine substanziierten Angaben dazu gemacht habe, welche Aufzeichnungen offensichtlich nicht verfahrensrelevant seien. Dass die Aussonderung der von der Staatsanwaltschaft als nicht verfahrensrelevant erachteten Aufzeichnungen durch die Vorinstanz wegen der Menge der auf dem Mobiltelefon gespeicherten Daten und des erforderlichen Aufwands nicht praktikabel bzw. nicht möglich wäre, ist im Übrigen nicht ersichtlich. Insoweit erweist sich die Beschwerde als begründet. Dementsprechend ist nicht von Bedeutung, ob an den verfahrensunerheblichen Aufzeichnungen Geheimnisinteressen im Sinne von Art. 248 Abs. 1 StPO bestehen. Was die verfahrenserheblichen Aufzeichnungen betrifft, so substanziierte der Beschwerdeführer im vorinstanzlichen Verfahren solche Geheimnisinteressen jedenfalls nicht in genügender Weise, obschon ihm dies obliegen hätte (BGE 142 IV 207 E. 11; 141 IV 77 E. 5.5.3 und E. 5.6; Urteil 1B_394/2017 vom 17. Januar 2018 E. 6.1, nicht publ. in: BGE 144 IV 74). Soweit er sie vor Bundesgericht erstmals näher zu umschreiben versucht, handelt es sich diesbezüglich um nach Art. 99 Abs. 1 BGG unzulässige neue Tatsachen. Darauf ist nicht einzutreten.