Citation: 9C_914/2010 02.12.2010 E. A

Die 1967 geborene W.________ meldete sich am 8. Juli 2005 unter Angabe einer Verkrümmung der Wirbelsäule und chronischer Schmerzen in Rücken und Nacken bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an. Die IV-Stelle des Kantons St. Gallen holte Arzt- und Arbeitgeberberichte ein. Sie gab auf Empfehlung des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) beim medizinischen Begutachtungsinstituts X.________ ein Gutachten (vom 13. Juli 2007) in Auftrag. Laut diesem war bei der Versicherten aus polydisziplinärer Sicht aufgrund einer schweren Alkoholabhängigkeit sowie des Verdachts auf Panikstörung und emotional instabile Persönlichkeitsstörung keine in der freien Wirtschaft verwertbare Arbeitsfähigkeit gegeben. Die Experten stellten fest, es gebe jedoch keine sicheren Hinweise, dass nach lang anhaltendem Alkoholentzug die Arbeitsfähigkeit für leichte bis mittelschwere Tätigkeiten eingeschränkt wäre. Mit Vorbescheid vom 14. September 2007 teilte die IV-Stelle die vorgesehene Abweisung des Rentenbegehrens mit; sie führte dazu aus, es sei vor allem ein Abhängigkeitsverhalten, das die Arbeitsunfähigkeit begründe; die Alkoholsucht sei keine Folge eines Gesundheitsschadens und habe zu keinem solchen geführt. W.________ reichte den Bericht des behandelnden Psychiaters Dr. med. B.________, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 2. Mai 2008 ein, wonach psychische Störungen zum Alkoholismus geführt hätten und nicht umgekehrt. Der RAD schloss sich der Auffassung des behandelnden Arztes am 4. Juli 2008 soweit an, als jener eine Persönlichkeitsstörung und den sekundären Charakter der Suchtproblematik feststellte. Er wies darauf hin, zur Klärung der verwertbaren Restarbeitsfähigkeit sei eine ausreichende Alkoholabstinenz nötig. Die IV-Stelle forderte W.________ am 7. Juli 2008 auf, den Nachweis einer mindestens sechsmonatigen Alkoholabstinenz zu erbringen. Am 18. Februar 2009 stellte der RAD fest, die Versicherte habe seit Ende Oktober 2008 anhaltend Alkohol in bedeutender Menge konsumiert und die sechsmonatige Abstinenz nicht eingehalten. Persistierende Veränderungen könnten so nicht von alkoholbedingten Zuständen unterschieden und auch zu neuropsychologischen Defiziten könnten keine schlüssigen Angaben gemacht werden. Mit Verfügung vom 20. Februar 2009 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren ab und erklärte, ein neues Gesuch werde erst geprüft, wenn die Versicherte den Nachweis einer sechsmonatigen Alkoholabstinenz erbringe.