Citation: 4D_50/2022 E. 5.2.1

5.2.1. Die Vorinstanz hat sich in E. 3.5.1 ausführlich mit den Aussagen der Beschwerdegegnerin auseinandergesetzt. Sie erwog, der Beschwerdegegnerin sei insoweit Recht zu geben, als diese zu Beginn der ersten Hauptverhandlung hinsichtlich der Begründung des Streitwerts klar zu Protokoll gegeben habe, den Arbeitsvertrag so zu verstehen, dass sie für ein Pensum von 80 % einen Bruttojahreslohn von Fr. 62'000.-- hätte erhalten sollen. Auf entsprechende Frage des Richters habe sie auch geantwortet, sie habe 80 % arbeiten sollen. In der Folge habe sie die ausdrückliche Frage bejaht, ob sie dafür einen Jahreslohn von Fr. 62'000.-- erhalten sollte. Dafür spreche auch ihre Äusserung, sie habe den Quotienten aus der Division von Fr. 62'000.-- durch 12 mit den Lohnabrechnungen verglichen und festgestellt, dass ihr monatlich fast Fr. 1'000.-- zu wenig überwiesen worden seien. Anschliessend habe sie sich in Widersprüche verwickelt. So habe sie erklärt, ihr stehe ein Jahreslohn von 80 % von Fr. 62'000.-- bzw. ein Bruttomonatslohn von Fr. 4'133.65 zu. An anderer Stelle habe sie einen Bruttomonatslohn von Fr. 4'333.-- geltend gemacht und auf diesem Betrag beharrt. Einmal scheinbar als falsch berechnetes Resultat der Rechnung von Fr. 62'000.--/12 x 80 %; wiederholt aber auch mit der Erklärung, ihr stehe dieser Betrag aufgrund der Abrechnung der Arbeitslosenkasse zu. Im späteren Verlauf der Verhandlung habe sie aber auch wieder zu Protokoll gegeben, den Vertrag so verstanden zu haben, dass der Betrag von Fr. 62'000.-- für ein 80 %-Pensum gelte. Ihrer Begründungs- und Behauptungspflicht sei sie erst anlässlich der Fortsetzung der Hauptverhandlung nachgekommen, als sie nunmehr anwaltlich vertreten gewesen sei.