Citation: 9C_865/2018 E. 4.3.5

4.3.5. Im Rahmen der Konsistenzprüfung (Gesichtspunkte des Verhaltens) erwog die Vorinstanz, Dr. med. D.________ habe zwar eine bewusste Täuschung (Simulation, Selbstlimitierung oder Aggravation) verneint, doch sei mit ihm eine Diskrepanz festzustellen zwischen der geltend gemachten Schwere der psychischen Störung und den in Anspruch genommenen Therapien, indem der Versicherte jeweils vorzeitig, entgegen dem ärztlichen Rat und trotz erreichter Verbesserung aus den stationären Behandlungen ausgetreten sei und ein ambulantes Setting mit Tagesstruktur wiederholt abgelehnt habe. Diese Umstände wiesen auf einen tieferen Leidensdruck hin. Der Beschwerdeführer hält ausdrücklich fest, er bestreite das Vorliegen "gewisser Inkonsistenzen" nicht. Die Vorinstanz habe aus ihnen aber bundesrechtswidrig eine fehlende Invalidisierung abgeleitet, weil sie nicht erkannt habe, dass die Inkonsistenzen zu einer gutachterlichen Festsetzung der Arbeitsunfähigkeit auf nur 50 statt 100 % geführt hätten. Dieser Vorwurf ist nicht gerechtfertigt: Das kantonale Gericht schloss aus dem wiederholten Abbruch einer stationären Behandlung bzw. der Ablehnung eines ambulanten Settings mit Tagesstruktur lediglich auf einen tieferen Leidensdruck und berücksichtigte diesen Faktor, welcher Teil der Konsistenzprüfung bildet, als ein Element unter mehreren im Rahmen seiner Gesamtbeurteilung der funktionellen Auswirkungen. Sein Vorgehen steht damit im Einklang mit der Rechtsprechung (vgl. dazu BGE 141 V 281 E. 4.4.2 S. 304).