Citation: 2P.102/2004 30.11.2004 E. 2

Der Regierungsrat des Kantons Bern hat die Nichtaufnahme des Beschwerdeführers geschützt, weil dieser mit seiner Tätigkeit nicht ausschliesslich gemeinnützige Zwecke verfolge. Als gemeinnützig verstand er dabei Tätigkeiten, die unmittelbar und unter Ausschaltung der Interessen der Beteiligten der Förderung der Allgemeinheit dienen. Zwar leiste der Beschwerdeführer mit den Hege- und Pflegearbeiten, welche seine Mitglieder im Bereich von Unterhalt und Reinigung der Ufer und Gewässer sowie der Bekämpfung von schädlichen Eingriffen in öffentliche Gewässer erbringen, ideelle Arbeit im Interesse der Allgemeinheit. Soweit der Beschwerdeführer aber die Fischaufzucht betreibe, um die so gewonnenen Tiere in öffentlichen Gewässern auszusetzen, verfolge er zumindest auch eigene Interessen. Die Erhöhung des natürlichen Fischbestands mittels Aufzucht führe offensichtlich zu einem besseren Fangergebnis der Fischer. Auch wenn ein angemessener Fischbestand im Interesse der Allgemeinheit liege, weil er dem ökologischen Gleichgewicht in den Gewässern dienlich sei, könne nicht mehr von einer ausschliesslichen Tätigkeit für die Allgemeinheit gesprochen werden. Dies gelte umso mehr, als der Beschwerdeführer auch Berufsfischer zu seinen Mitgliedern zähle, für welche die Erhöhung des Fischbestands zu besseren Fangquoten führe und mithin klar (eigennützigen) wirtschaftlichen Zielen diene. Schliesslich hielt der Regierungsrat auch dafür, dem Beschwerdeführer seien von der kantonalen Volkswirtschaftsdirektion vertraglich verschiedene Aufgaben übertragen worden, welche zu den öffentlichen Verpflichtungen des Kantons gemäss den Bestimmungen des Bundesgesetzes vom 21. Juni 1991 über die Fischerei (BGF; SR 923.0) und des kantonalen Fischereigesetzes gehörten. Deshalb würde die Aufnahme des Beschwerdeführers in die SEVA auch gegen Art. 5 Abs. 2 LG verstossen.