Citation: 9C_532/2022 E. 4.3

4.3. Näherer Betrachtung bedarf die vorinstanzliche Feststellung, wonach die im August 2017 erfolgte Teilung keine abschliessende Erbteilung, sondern eine "Vorwegnahme" des zukünftigen Nachlasses der Mutter gewesen sei. Soweit diese Feststellung bedeutet, dass ein Teil des der Versicherten zugeflossenen Betrags von Fr. 98'000.- nicht aus dem Nachlass des Vaters stammen soll, ist sie nicht haltbar (vgl. vorangehende E. 1) : Sie entbehrt einer konkreten aktenmässigen Grundlage. Zudem steht sie in unauflösbarem Widerspruch zum Inhalt des Vertrags betreffend "Erbteilung mit Begründung Nutzniessung" vom 14. August 2017 und zur Feststellung, dass sich die Erben rund drei Jahre nach dem Tod des Erblassers auf eine von der gesetzlichen und der testamentarischen Regelung abweichende Erbteilung geeinigt hätten. Sodann legt weder die Vorinstanz noch die Beschwerdegegnerin dar, dass der tatsächlich ausbezahlte Erbanteil bei der Neuberechnung der Ergänzungsleistungen nicht hätte berücksichtigt werden dürfen, oder dass der rechtskräftig gewordene Einspracheentscheid vom 17. Juli 2019 aus einem anderen Grund (zumindest teilweise) materiell unbegründet sein soll, und insoweit der gute Glaube nicht abgesprochen werden dürfte (vgl. Urteil 9C_638/2014 vom 13. August 2015 E. 6.2 mit Hinweis auf SVR 2010 EL Nr. 10 S. 27, 9C_211/2009). Diesbezügliche Weiterungen erübrigen sich. Das von der Beschwerdeführerin dargelegte Vorgehen bei Meldung einer unverteilten Erbschaft - insbesondere die zunächst lediglich provisorische Neuberechnung und Festlegung der Ergänzungsleistungen - erscheint sachgerecht.