Citation: 5A_968/2016 E. 4.3

4.3. Die Beschwerdeführerin rügt eine Verletzung des Willkürverbots sowie des Rechts von Mutter und Kind auf persönliche Freiheit (Art. 10 Abs. 2 BV), ihres Rechts auf Achtung des Familienlebens (Art. 13 Abs. 1 und Art. 14 BV; Art 8 EMRK; Art. 23 Ziff. 1 des Internationalen Pakts über bürgerliche und politische Rechte vom 16. Dezember 1966 [SR 0.103.2]) und des Rechts der Tochter auf Unversehrtheit (Art. 11 Abs. 1 BV). Sie wirft dem Kantonsgericht zum einen vor, die konkrete Entführungsgefahr lediglich aus ihrer Aussage abzuleiten, dass sie mit ihrer Tochter nach Mazedonien zurückkehren möchte. Mit dem Hinweis auf ihre Erklärung, wonach sie ohne Zweifel mit C.________ ausgereist wäre, wenn dies möglich gewesen wäre, bestätige das Kantonsgericht aber gerade, dass sie sich an Gesetze halte und die Tochter nicht unbefugt in ein anderes Land verbringen wolle. Der Beschwerdeführerin ist darin beizupflichten, dass allein ihr Wunsch, mit ihrer Tochter in Mazedonien leben zu können, nicht mit einer konkreten Entführungsabsicht gleichgesetzt werden kann. Die Beschwerdeführerin übergeht jedoch, dass der vorinstanzlichen Beurteilung der Entführungsgefahr auch ihre Befürchtung zugrunde liegt, C.________ könnte von ihrem Vater körperliche Gewalt erfahren. Dass das Kantonsgericht ihre diesbezüglichen Aussagen nicht richtig versteht oder nicht zutreffend wiedergibt, macht sie jedoch nicht geltend. Ebenso wenig behauptet sie, dass ihre Sorge, C.________ könnte vom Vater geschlagen werden, bei der Einschätzung der Entführungsgefahr keine Rolle hätte spielen dürfen. Mithin verkennt sie, dass sie Willkür bei der Beantwortung dieser Tatfrage nicht darzutun vermag, wenn sie einzelne Elemente der vorinstanzlichen Beweiswürdigung in Frage stellt und andere unangefochten stehen lässt. Insofern erweist sich die Beschwerde als unbegründet. Weiter beklagt sich die Beschwerdeführerin darüber, dass das Kantonsgericht in Verletzung von Art. 5 Abs. 2 bzw. Art. 36 Abs. 3 BV sowie in Verletzung ihres Gehörsanspruchs (Art. 29 Abs. 2 BV) nicht prüfe, ob anstelle des begleiteten Besuchsrechts Massnahmen zur Verfügung stünden, die mindestens gleich geeignet wären und das Kindeswohl weniger beeinträchtigen würden. Der Grundrechtseingriff, den das begleitete Besuchsrecht darstelle, stehe in keinem Verhältnis zum Ziel der Verhinderung der Entführungsgefahr. Als mögliche "mildere Massnahme" erwähnt die Beschwerdeführerin die Auflage an die Mutter, die Ausweispapiere des Kindes zu hinterlegen und das Besuchsrecht in der Schweiz ausüben zu müssen. Ob das Kantonsgericht die verfassungsmässigen Rechte der Beschwerdeführerin verletzt, wenn es das begleitete Besuchsrecht zur Verhinderung einer Entführung für erforderlich hält, bräuchte das Bundesgericht nur dann näher zu prüfen, wenn sich diese besondere Ausgestaltung des persönlichen Verkehrs auch unter dem Gesichtspunkt der elterlichen Konfliktsituation, die das Kantonsgericht in den Vordergrund rückt, als verfassungswidrig erweist. Dies vermag die Beschwerdeführerin nicht nachzuweisen. Die Beschwerdeführerin wirft der Vorinstanz vor, die Notwendigkeit des begleiteten Besuchsrechts "praktisch ausschliesslich" mit Gründen zu rechtfertigen, die "im Bereich des Beschwerdegegners anzusiedeln sind", insbesondere mit der Unfähigkeit des Beschwerdegegners, für eine geordnete Übergabe des Kindes zu sorgen. Nachdem die Probleme anlässlich der Besuchstreffs allesamt auf den Beschwerdegegner zurückzuführen seien, erscheine es "geradezu willkürlich", ihr die "einschränkende Massnahme" eines begleiteten Besuchsrechts aufzubürden und die Rechte des Beschwerdegegners unangetastet zu lassen. Die Argumentation geht fehl. Ob es sich aufdrängt, den persönlichen Verkehr des nicht obhutsberechtigten Elternteils einzuschränken, beurteilt sich nach dem Kindeswohl (E. 4.1). Die Beschwerdeführerin tut nicht dar, weshalb der Richter die Anordnung eines begleiteten Besuchsrechts nach Massgabe von Art. 274 Abs. 2 ZGB geradezu zwingend davon abhängig machen muss, welchem Elternteil die Gefährdung des Kindeswohls zuzurechnen oder vorzuwerfen ist. Unbehelflich ist auch der weitere Einwand, wonach besser geeignete und das Kindeswohl weniger beeinträchtigende Mittel zur Verfügung stünden. Die Rede ist von der Möglichkeit, C.________ durch Dritte zwischen den beiden Eltern hin und her zu "transportieren", um zu verhindern, "dass bei der Übergabe ein Konflikt zwischen den Parteien vor dem Kind entsteht". Dem angefochtenen Entscheid zufolge fehlt es dem Beschwerdegegner an Bindungstoleranz; er hat Mühe, C.________ ihrer Mutter "vertrauensvoll zu überlassen". Wie der Bericht des Amtsbeistands D.________ vom 23. März 2016, dessen Ausführungen sich die Vorinstanz zu eigen macht, anschaulich zeigt, ist der Vater der Befürchtung verfallen, dass er wegen des mütterlichen Besuchsrechts die Kontrolle über "seine" Tochter verlieren könnte. Inwiefern ein un begleitetes Besuchsrecht - wenn auch in Kombination mit einem "Fahrdienst" - geeignet sein soll, in dieser Hinsicht zu einer Entschärfung der Situation beizutragen, vermag die Beschwerdeführerin nicht zu erklären.