Citation: U 98/98 19.12.2000 E. 6

6.- Damit stellt sich bezüglich des Rentenanspruches die Frage nach den erwerblichen Auswirkungen der entschädigungsrelevanten gesundheitlichen Beeinträchtigung. a) Nicht zu beanstanden ist der von der SUVA auf den 1. Oktober 1992 festgesetzte Beginn des Rentenanspruchs, musste doch auf Grund der Aktenlage damals schon seit längerem davon ausgegangen werden, dass von einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes mehr zu erwarten ist (Art. 19 Abs. 1 UVG). Wenn Dr. med. B.________ die Möglichkeit einer Steigerung der Arbeitsfähigkeit in seinem Gutachten vom 15. August 1994 ebenfalls verneint hat, bestätigt dies nur die Richtigkeit der von der SUVA schon früher getroffenen Annahme. Entgegen der Argumentation in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde des Versicherten lässt sich daraus nicht ableiten, der Übergang von der Taggeld- zur Rentengewährung hätte erst nach Vorliegen der Stellungnahme des Dr. med. B.________ erfolgen dürfen. b) Dr. med. O.________ veranschlagte die auf den Zervikalbefund zurückzuführende Arbeitsunfähigkeit als Bau- und Geschäftsführer in seinem Bericht vom 12. Dezember 1994 auf 25 %, während Dr. med. S.________ unter Mitberücksichtigung von Kopfschmerzen und Brachialgien sowie gelegentlichem Schwindel und Vergesslichkeit einschliesslich der Folgen des Knieleidens diese für die Tätigkeit als Kalkulator und Bauführer im Gutachten vom 6. August 1997 auf 30 % schätzte. Die Annahme der SUVA, welche in ihrem Einspracheentscheid vom 1. Februar 1995 von einer insgesamt zu berücksichtigenden 30 %igen Einschränkung des Leistungsvermögens ausgegangen ist, kann unter diesen Umständen als den konkret zu berücksichtigenden Verhältnissen angemessen betrachtet werden. c) Zu prüfen bleibt, inwiefern sich diese gesundheitsbedingte Verminderung der Arbeitsfähigkeit erwerblich auswirkt. Bei der Bestimmung des ohne Gesundheitsschaden mutmasslich realisierbaren Verdienstes (Valideneinkommen) hat das kantonale Gericht an das als Bau- und Geschäftsführer in der Firma W.________ erzielte Gehalt von jährlich Fr. 132'450.- angeknüpft, dazu aber erwogen, dass dieser Lohn deutlich über dem Branchenschnitt liege. Deshalb hat es das für den Einkommensvergleich massgebende Valideneinkommen auf Fr. 100'000.- herabgesetzt. Dieser Betrachtungsweise ist insofern beizupflichten, als das geltend gemachte Jahresgehalt von Fr. 132'450.- tatsächlich unverhältnismässig hoch erscheint. Zu bedenken ist, dass der Versicherte vor seinem Stellenwechsel über Jahre hinweg ein massiv tieferes Einkommen erzielt hat und seine neue Tätigkeit in der Firma W.________ bis zur Reduktion seines Einsatzes im Jahre 1991 nur gerade ein Jahr ausgeübt hat. Als gelernter Maurer mit jahrelanger Praxis als Kalkulator und Bauführer erfüllte er die ausbildungsmässigen Voraussetzungen der neu übernommenen Funktion als Geschäftsführer einer Bauunternehmung nur beschränkt. Zumindest hatte sich sein früherer Arbeitgeber anlässlich einer Befragung durch die SUVA am 22. September 1992 hinsichtlich einer Beschäftigung als Geschäftsführer in leitender Stellung eher skeptisch geäussert. Angesichts dieser Gegebenheiten erscheint es unwahrscheinlich, dass der Versicherte nach dem Konkurs der Firma W.________ andernorts eine auf gleicher Stufe entlöhnte neue Stelle gefunden hätte. Bezüglich des Validenlohnes rechtfertigt es sich deshalb, auf das früher als Kalkulator und Bauführer in der Firma H.________ erzielte Einkommen abzustellen, welches sich gemäss einer Auskunft dieses Betriebes vom 14. Februar 1995 im Jahre 1992 auf Fr. 92'300.- belaufen hätte. Auch bei der Bestimmung des trotz gesundheitsbedingter Leistungsverminderung erreichbaren Lohnes (Invalideneinkommen) ist auf die Verdienstverhältnisse in der früheren Tätigkeit als Kalkulator in der Bauunternehmung H.________ zurückzugreifen. Dabei ist gestützt auf die Schätzungen des Dr. med. O.________ und des Gerichtsgutachters Dr. med. S.________ (Erw. 6b) davon auszugehen, dass es dem Versicherten dort im Jahre 1992 möglich und zumutbar gewesen wäre, eine rund 70 %ige Leistung zu erbringen. Unter der Annahme einer entsprechenden Einkommenseinbusse ergibt sich eine 30 %ige Invalidität. Die im Einspracheentscheid der SUVA vom 1. Februar 1995 festgesetzte Rentenhöhe ist demnach nicht zu beanstanden.