Citation: U 555/06 10.12.2007 E. 4.2

4.2.1 Eine Würdigung der medizinischen Aktenlage ergibt, dass sich die verschiedenen Ärzte bei der Diagnose der Rückenbeschwerden im Wesentlichen einig sind. Was die Ursache der Beschwerden anbelangt, gehen sämtliche Ärzte, die sich dazu äussern, von einem degenerativen Leiden aus. Mit Ausnahme des Dr. med. W.________, welcher die Versicherte als Hausarzt seit 9. Januar 2002 betreut, gehen sodann alle Ärzte, selbst der früher zuständige Hausarzt Dr. med. O.________, davon aus, dass diese degenerativen Leiden nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit im Zusammenhang mit dem Unfallereignis vom 5. Dezember 1998 stehen. Abzustellen ist diesbezüglich insbesondere auf das Orthopädische Gutachten des Dr. med. D.________ vom 31. August 2006, welches umfassend ist, sowohl die geklagten Beschwerden als auch die Vorakten berücksichtigt, in der Begründung seiner Schlussfolgerung einleuchtet und somit den Erfordernissen der Rechtsprechung entspricht (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352 mit Hinweis). 4.2.2 Es entspricht zudem einer medizinischen Erfahrungstatsache im Bereich des Unfallversicherungsrechts, dass praktisch alle Diskushernien bei Vorliegen degenerativer Bandscheibenveränderungen entstehen und ein Unfallereignis nur ausnahmsweise, unter besonderen Voraussetzungen, als eigentliche Ursache in Betracht fällt. So kann eine Diskushernie als weitgehend unfallbedingt betrachtet werden, wenn das Unfallereignis von besonderer Schwere und geeignet war, eine Schädigung der Bandscheibe herbeizuführen, und die Symptome der Diskushernie (vertebrales oder radikuläres Syndrom) unverzüglich und mit sofortiger Arbeitsunfähigkeit aufgetreten sind (RKUV 2000 Nr. U 378 S. 190, U 149/99, Nr. U 379 S. 192, U 138/99; SZIER 2001 S. 346, U 4/00; Urteile U 317/05 vom 13. März 2006 E. 3 und U 163/05 vom 3. Oktober 2005 E. 3.1). Ein Unfall ist somit nur in Ausnahmefällen geeignet, eine Bandscheibenverletzung hervorzurufen, zumal eine gesunde Bandscheibe derart widerstandsfähig ist, dass unter Gewalteinwirkung eher die Wirbelknochen brechen, als dass die Bandscheibe verletzt würde. Bezüglich der Verschlimmerung eines vorbestehenden Gesundheitsschadens gelten dieselben Kriterien, was dazu führt, dass eine Unfallkausalität nur ausnahmsweise und insbesondere nur dann in Frage kommt, wenn der Unfall auch geeignet gewesen wäre, eine gesunde Bandscheibe zu verletzen (zum Ganzen: Urteil U 163/05 vom 3. Oktober 2005 E. 3.1 mit Hinweisen). 4.3 Der anhand der Aktenlage nicht als besonders schwer einzustufende Vorfall vom 5. Dezember 1998 war nicht geeignet, eine gesunde Bandscheibe zu schädigen. Die Beschwerdegegnerin klagte sodann erst rund zwei Jahre nach dem Unfallereignis erstmals über Rückenschmerzen und eine Diskushernie wurde erst anlässlich einer Computertomographie am 28. Januar 2005 diagnostiziert. Bei dieser Sachlage ist der einzig von Dr. med. W.________ in seinem Bericht vom 26. März 2003 vertretenen Auffassung, wonach zwar die Rückenbeschwerden zweifellos degenerativer Natur seien, jedoch zufolge Fehlhaltung und unfallbedingter Gewichtszunahme die Kausalität mit dem Unfall bejaht werden müsse, die Grundlage entzogen. Vielmehr ist zusammenfassend mit der Beschwerdeführerin ein überwiegend wahrscheinlicher Kausalzusammenhang zwischen Rückenproblematik und Unfallereignis vom 5. Dezember 1998 und somit eine Leistungspflicht der obligatorischen Unfallversicherung bezüglich Rückenbeschwerden zu verneinen.