Citation: 2C_1115/2018 E. 6.1

6.1. Im Rahmen der Verhältnismässigkeitsprüfung erwog die Vorinstanz, es liege ein grosses öffentliches Fernhalteinteresse vor. Sie begründete dies damit, die Beschwerdeführerin sei in schuldhafter Weise weder gegenwärtig noch in absehbarer Zukunft in der Lage, für den Lebensunterhalt von sich und der von ihr zu unterstützenden Personen aufzukommen. Konkret wirft die Vorinstanz der Beschwerde-führerin vor, trotz uneingeschränkter Arbeitsfähigkeit während ihres Aufenthalts in der Schweiz nur in einem sehr geringen Pensum als Tagesmutter, Reinigungsmitarbeiterin oder Hauswartin erwerbstätig gewesen zu sein und erst unter dem Druck des drohenden Be-willigungsverlusts eine nennenswerte Erhöhung des Arbeitspensums auf 50-60 % vorgenommen zu haben. Die Behauptung der Be-schwerdeführerin, aufgrund von Analphabetismus an der Ausweitung ihrer Erwerbstätigkeit gehindert worden zu sein, erscheine unglaub-haft. Zudem sei auch nicht nachvollziehbar, weshalb sie trotz jahrelanger Landesanwesenheit und wiederholter Besuche von Alpha-betisierungskursen kaum Fortschritte im Spracherwerb gemacht habe. Ihre Integration sei zumindest in sprachlicher und wirtschaftlicher Hinsicht weit hinter üblichen Erwartungen zurück geblieben. Das private Interesse der Beschwerdeführerin an einem weiteren Verbleib in der Schweiz vermöge das grosse öffentliche Fern-halteinteresse nicht aufzuwiegen. Sie lebe erst seit dem 4. Juni 2011 bei ihrem Ehemann in der Schweiz und habe die ersten 13 Ehejahre getrennt von diesem in Nordmazedonien verbracht. Dort sei sie auch aufgewachsen. Sie unterhalte überdies weiterhin enge persönliche Kontakte zu ihren in Nordmazedonien lebenden Verwandten. Aufgrund der mangelhaften Integration und der relativ kurzen Aufenthaltsdauer in der Schweiz sei sie hier noch nicht derart stark verwurzelt, dass ihr die Wiedereingliederung in Nordmazedonien nicht mehr zugemutet werden könnte. Sofern ihr Ehemann ihr nicht in das gemeinsame Heimatland folgen wolle, erscheine eine Trennung der Eheleute angesichts des gesetzten Widerrufsgrundes auch unter Berück-sichtigung des Anspruchs auf Familienleben mit Blick auf das frühere jahrelange Getrenntleben als zumutbar. Dem Ehemann sei die Trennung umso mehr zuzumuten, als er durch seine jahrelange Er-werbslosigkeit selbst zur Sozialhilfeabhängigkeit der Familie bei-getragen habe. Der Kontakt zwischen der Beschwerdeführerin und ihren in der Schweiz lebenden erwachsenen Kindern könne über die Distanz oder durch Besuchsaufenthalte aufrechterhalten werden.