Citation: 5A_44/2020 E. 5.2.2

5.2.2. Das Kantonsgericht stellte im Wesentlichen auf die hiervor dargelegten Grundsätze ab. In Anwendung derselben erwog es, die Eltern der Beschwerdeführerin hätten nie zusammengelebt, weshalb es keinen bisherigen Lebensstandard gebe, auf den abgestellt werden könnte. Ein Überschuss in der vom Bezirksgericht festgesetzten Grössenordnung sei jedoch unabhängig davon mit Blick auf die Lehre als zu hoch zu bezeichnen. Mit einem solchen Überschuss komme es - auch bei einem grosszügigeren Lebensstil - unweigerlich zu einer Vermögensbildung, die über einer beschränkten Ersparnisbildung im Blick auf vorübergehend höhere oder absehbare zukünftige Bedürfnisse (etwa Ausbildungs- oder medizinische Behandlungskosten) liege. Allerdings sei zu berücksichtigen, dass das Bezirksgericht den Bedarf der Beschwerdeführerin abgesehen von den Wohnkosten restriktiv bemessen habe. So sei beispielsweise kein Betrag für Freizeitgestaltung vorgesehen. Dies sei an sich auch richtig, wenn dem Kind ein Überschuss zugeteilt werde. Vorliegend erweise sich eine angemessene Überschusszuteilung als schwierig, da einerseits die finanziellen Verhältnisse des Beschwerdegegners aufgrund seiner weiteren Verpflichtungen gegenüber seinem zweiten Kind unklar seien und andererseits die Beschwerdeführerin nicht Anspruch auf einen Kindesunterhaltsbeitrag habe, der sich linear nach der Leistungskraft des Beschwerdegegners richte. Aus diesem Grund erscheine es hier richtig, wie bereits im ursprünglichen Verfahren auf die Zürcher Tabellen abzustellen und diese Kosten um 25 % zu erhöhen, wobei die in den Tabellen enthaltenen Wohnkosten durch die aktuellen zu ersetzen und die Drittbetreuungskosten zu berücksichtigen seien. Damit erübrige sich eine Überschussteilung. Mit diesem nach dieser Methode festgesetzten Kindesunterhaltsbeitrag werde der Beschwerdeführerin erlaubt, sich mehr leisten zu können als ein Kind, dessen Eltern knappe finanzielle Verhältnisse aufwiesen. Es werde ihr jedoch nicht die Äufnung eines Vermögens ermöglicht.