Citation: 6B_901/2018 E. 1.2

1.2. Die Vorinstanz kommt zum Schluss, der Beschwerdeführer habe nicht in Notwehr gehandelt (angefochtenes Urteil, E. 4.4 S. 38). Es sei nicht erstellt, dass er vom Opfer gewürgt worden sei. Selbst wenn man auf die Darstellung des Beschwerdeführers abstellen würde, bestünden keine Zweifel an einer Beendigung der behaupteten Notwehrsituation spätestens in dem Zeitpunkt, als das Opfer die Hand mit dem Messer abgewehrt habe. Unstreitig habe der Beschwerdeführer erst danach zugestochen (angefochtenes Urteil, E. 2.3.14 S. 33). Dafür, dass das Opfer den Beschwerdeführer gewürgt habe, spreche einzig dessen eigene Aussage. Deren Beweiswert sei allerdings nicht besonders hoch (angefochtenes Urteil, E. 2.3.13 S. 26). Weder C.________ noch F.________ hätten beobachtet, dass das Opfer den Beschwerdeführer gepackt oder gewürgt habe. Gemäss diesen soll das Opfer gar versucht haben, den Beschwerdeführer zu beruhigen (angefochtenes Urteil, E. 2.3.13 S. 27). Die Vorinstanz erwägt weiter, der Beschwerdeführer mache geltend, vom Opfer so stark gewürgt worden zu sein, dass er keine Luft mehr bekommen habe und in Panik geraten sei. Ihm sei schwarz vor Augen geworden und er habe beinahe das Bewusstsein verloren. Einen Tag nach der Tat habe er über Schmerzen im Hals geklagt. Objektive Befunde - wie Verletzungen der Halshaut, Druckspuren, Durchblutungsstörungen etc. - hätten nach dem Gutachten des Instituts für Rechtsmedizin indessen keine vorgelegen. Wenn ein Mensch jedoch derart gewürgt werde, dass die Sauerstoffzufuhr zum Gehirn unterbrochen werde und er einen Tag später noch über Schmerzen klage, lägen im Normalfall entsprechende Hinweise vor. Nebst fehlender medizinischer Befunde weckten weitere Momente Zweifel an der Darstellung des Beschwerdeführers. So sei er gemäss eigenen Angaben während des Würgevorgangs in der Lage gewesen, in seine Jackentasche zu greifen, nach dem Handy zu suchen sowie das Messer hervorzuholen. Der Bericht des Institutes für Rechtsmedizin bestätige, wer beinahe das Bewusstsein verliere, dürfe kaum in der Lage sein, ein Messer aus der Jackentasche zu ziehen und dieses mit grosser Wucht in den Körper einer anderen Person zu rammen. Auch dass der herzkranke Beschwerdeführer, der laut eigenen Angaben nicht einmal einen Kugelschreiber längere Zeit halten könne, in Todesangst grosse Kräfte aktivieren könne, erscheine wenig glaubhaft (angefochtenes Urteil, E. 2.3.13 S. 28 f.). Zugunsten des Beschwerdeführers sei von dessen Darstellung auszugehen, wonach die Jacke während des Aufeinandertreffens mit dem Opfer geschlossen gewesen sei (angefochtenes Urteil, E. 2.3.13 S. 27). Aufgrund des Zusatzgutachtens des Instituts für Rechtsmedizin vom 24. Juli 2017 könne aber zumindest ausgeschlossen werden, dass er über dem am Hals geschlossenen Kragen mit hohem Druck über längere Zeit gewürgt worden sei, da bei einem längeren, intensiven Kontakt genügend DNA für die Erstellung eines DNA-Profils hätte übertragen werden müssen (angefochtenes Urteil, E. 2.3.13 S. 29 f.).