Citation: 7B_1047/2024 E. 3.3

3.3. Was der Beschwerdeführer einwendet, lässt den besonderen Haftgrund der Fluchtgefahr nach Art. 221 Abs. 1 lit. a StPO nicht dahinfallen. Ihm wird namentlich vorgeworfen, im Zeitraum zwischen Oktober 2019 bis Oktober 2022 mehrere Einbruchdiebstähle mit Sachschäden an Gebäuden und Einrichtungen begangen zu haben, wobei sich der Deliktsbetrag unbestrittenermassen auf über mehrere Hunderttausend Franken belaufen soll (angefochtener Beschluss E. I.1 und II.4.4.3; Beschwerde S. 6). Der Beschwerdeführer ist teilweise einschlägig vorbestraft und delinquierte wenige Wochen nach seiner Haftentlassung während der laufenden Strafuntersuchung erneut. Die Vorinstanz durfte entsprechend willkürfrei auf dessen erhebliche kriminelle Energie schliessen. Aus den Ausführungen der Vorinstanz lässt sich ausserdem ein äusserst starker Bezug des Beschwerdeführers - welcher deutscher Staatsangehöriger ist und hier die Niederlassungsbewilligung C besitzt (Beschwerde S. 7 f.) - zu Österreich entnehmen. Anlässlich der Grenzkontrolle vom 17. August 2022 beschleunigte der Beschwerdeführer sein Auto und lenkte es auf österreichisches Staatsgebiet, wodurch eine Nacheile nicht mehr möglich war. Dieser Vorfall ereignete sich, nachdem sich der Beschwerdeführer bereits am 6. Juni 2022 einer Fahrzeugkontrolle entzogen hatte. In Österreich war der Beschwerdeführer wegen Diebstahls und Hehlerei für etwa 9,5 Monate inhaftiert, bevor er an die Schweiz ausgeliefert und am 18. September 2023 erneut in Untersuchungshaft versetzt wurde. Vor seiner Verhaftung war der Beschwerdeführer zuletzt in Österreich gemeldet, weil er - gemäss eigener Aussage - dorthin ausgewandert war (angefochtener Beschluss E. II.4.4.2). Der Beschwerdeführer gab als Grund für seinen Wegzug die damalige "grosse Liebe" in Österreich an, von der er nicht wisse, ob er noch in einer Beziehung mit ihr sei. Unklarheiten bestehen auch hinsichtlich der konkreten Aufenthaltsorte in Österreich, da der Beschwerdeführer sich in U.________ anmeldete (April bis Oktober 2022) und zu gleicher Zeit bei den schweizerischen Behörden nach V.________ abmeldete (September 2022). Im November 2022 soll er in W.________ in Deutschland offiziell wohnhaft gewesen sein. Einige Tage später im Dezember 2022 wurde der Beschwerdeführer in V.________ verhaftet. Gemäss eigener Aussage hatte er das Deliktsgut fast immer an eine Person verkauft, welche in Moldawien wohnt und er in Rumänien persönlich getroffen hatte. Einige Fahrräder hatte er zudem nach Österreich gebracht und teilweise von dort weiterverkauft (angefochtener Beschluss E. II.4.4.2). Im Gegensatz zu den wiederkehrenden Aufenthalten in Österreich ist aufgrund der vorinstanzlichen Ausführungen nicht von einer vergleichbaren Bindung zur Schweiz auszugehen. Vielmehr sind seit der Wohnsitznahme in V.________ keine häufigeren Aufenthalte in der Schweiz bekannt. Der Beschwerdeführer hat zwar Familienangehörige in der Schweiz (Mutter und Grossmutter), pflegt aber hier mit niemandem seines privaten Umfelds unmittelbaren persönlichen Kontakt. Ebensowenig besteht derzeit eine berufliche Anbindung an die Schweiz und er hat Schulden in der Höhe von Fr. 70'000.-- bis Fr. 80'000.--. Sodann ist die vorinstanzliche Einschätzung nicht zu beanstanden, dass - nachdem er bereits zuvor in Österreich für mehrere Monate inhaftiert war - die drohende unbedingt vollziehbare Freiheitsstrafe von mindestens 3 Jahren und die im Sinne von Art. 66a Abs. 1 lit. c und lit. d StGB obligatorisch anzuordnende Landesverweisung von 5 bis 15 Jahren einen erheblichen Fluchtanreiz darstellen. Der Beschwerdeführer könnte bereits deshalb versucht sein, die Schweiz vorzeitig zu verlassen oder hier unterzutauchen, um sich dem Vollzug der zu erwartenden Freiheitsstrafe sowie der Wegweisung zu entziehen. Bei dieser Sachlage verletzt es kein Bundesrecht, wenn die Vorinstanz den besonderen Haftgrund der Fluchtgefahr nach Art. 221 Abs. 1 lit. a StPO bejaht.