Citation: U 116/02 10.03.2003 E. 4

Zu prüfen ist, ob SUVA und Vorinstanz den Invaliditätsgrad zu Recht auf 25 % festgesetzt haben. 4.1 Die Rehaklinik Z.________ ist im Abschlussbericht vom 23. April 1999 auf Grund umfassender, auch ergonomischer, Abklärungen zum Schluss gelangt, dass die Beschwerdeführerin bei optimaler Schuhversorgung die bisherige Tätigkeit als Metallarbeiterin ganztags auszuüben vermag, sofern sie morgens und nachmittags eine zusätzliche Pause von je 3/4 Stunden einschalten kann. Demgegenüber wird im MEDAS-Gutachten vom 31. Juli 2000 für die körperlich anstrengende Tätigkeit bei der Firma O.________ AG, wo die Versicherte schwere Metallteile heben und tragen sowie den rechten Fuss zum Bedienen der Stanz- und Faltmaschine bewegen müsse, von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit ausgegangen. Die MEDAS-Experten berücksichtigten dabei auch das von der Beschwerdeführerin geklagte Rückenleiden, welches von der SUVA als nicht unfallkausal betrachtet wird. 4.1.1 Hinweise auf eine entsprechende Symptomatik finden sich zunächst im Bericht des Spitals X.________ vom 18. November 1992, worin von ausgeprägten Rückenbeschwerden, "die wohl unter anderem auf die lange Beinentlastung und das eher noch pathologische Gangmuster zurückzuführen sind", die Rede ist. Dies war jedoch kurz nach dem Unfall (16.Juli 1992) und den wiederholten stationären Behandlungen der Fall. In der Folge hat die Versicherte gemäss den medizinischen Unterlagen während Jahren nicht über Rückenbeschwerden geklagt. Neben den weiter bestehenden Fussbeschwerden gab sie Schmerzen im Bereich der Hautentnahmestelle an der rechten Schulter an. Auch anlässlich der Rückfallmeldungen vom 6.November 1995 und 9. März 1998 sowie der kreisärztlichen Untersuchung vom 27. Februar 1998 erwähnte sie kein Rückenleiden. Erst bei der stationären Abklärung in der Rehaklinik Z.________ vom 15. Februar bis 1. April 1999 und damit mehr als sechs Jahre nach der letztmaligen Erwähnung derartiger Symptome beklagte sie sich über Rückenbeschwerden, die sich nach der Schuhversorgung und zweieinhalb Tagen Arbeitstätigkeit Mitte Oktober 1998 verstärkt hätten. Im Bericht über das durchgeführte ambulante Ergonomie-Trainingsprogramm vom 31. März 1999 wurde dann eine rückenbedingte Einschränkung der Belastbarkeit festgestellt, aber als "nicht in eindeutigem Kausalzusammenhang zu den Unfallfolgen" stehend beurteilt. Im Austrittsbericht vom 23. April 1999 beschrieben die Klinikärzte - nebst der Symptomatik im Bereich der rechten Achillessehne, deren Ansatz am Calcaneus und der rechten Wade - lokalisierte myotendoperiostotische Befunde lumbal-gluteal rechts bei chronischer Fehlbelastung (Entlastung des rechten Beines) und Wirbelsäulenfehlform (verstärkte Lendenlordose, leichte Wirbelsäulenabweichung) sowie eine belastungsabhängige Weichteilschmerzsymptomatik der periskapulären Muskulatur links. Als Massnahme sahen sie die definitive Schuhanpassung gemäss ihren Vorgaben vor. Nach erfolgter Schuhversorgung unternahm die Versicherte einen erneuten Arbeitsversuch, welchen sie wegen Fussbeschwerden aufgab. Bei der anschliessenden kreisärztlichen Abschlussuntersuchung vom 24. August 1999 erwähnte sie keine Rückenbeschwerden. Solche werden auch im Bericht des behandelnden Arztes Dr. med. H.________, Allgemeine Medizin FMH, an die Invalidenversicherung vom 3. Oktober 1999 nicht genannt. Anlässlich der MEDAS-Abklärung im Juli 2000 gab die Beschwerdeführerin dann an, seit 1998 an Rückenbeschwerden zu leiden. Die MEDAS-Ärzte diagnostizierten ein intermittierend belastungsabhängiges Lumbovertebralsyndrom bei leichter Fehlstatik und empfahlen zur Besserung der Schmerzsymptomatik und zur Rezidivprophylaxe eine allgemeine Bewegungstherapie sowie eine Gewichtsreduktion. Sie äusserten sich nicht dazu, ob die Lumbalgien auf das Unfallereignis vom 16. Juli 1992 zurückgeführt werden können. 4.1.2 Gegen die Unfallkausalität des Rückenleidens sprechen zunächst das lange beschwerdefreie Intervall und die fehlenden Brückensymptome (vgl. Debrunner/Ramseier, Die Begutachtung von Rückenschäden in der schweizerischen sozialen Unfallversicherung, Bern 1990, S. 63 ff.). Sodann steht hier kein Rückentrauma zur Diskussion. Es fragt sich lediglich, ob es im Anschluss an den Unfall zu statisch oder dynamisch bedingten Beschwerden an der Wirbelsäule gekommen ist (vgl. Debrunner/Ramseier, a.a.O., S. 38 f.). Diesbezüglich geht aus den medizinischen Unterlagen aber nur eine leichte Fehlstatik bei einem hinkfreien Gangbild hervor (so auch Dr. med. H.________ im Bericht vom 3. Oktober 1999). Soweit statisch bedingte Rückenbeschwerden vorliegen, kann zudem mit einer Optimierung der Schuhversorgung eine Besserung erreicht werden. Gegen den ursächlichen Zusammenhang zwischen Unfall und Lumbalgien spricht im Weiteren, dass diese v.a. bei Hebe- und Rotationsbelastungen der LWS auftreten, in liegender Position und bei Bewegung (z.B. zweistündiges Spazierengehen) aber eine rasche Linderung der Schmerzen festzustellen ist (rheumatologisches MEDAS-Untergutachten vom 11. Juli 2000). Wären die Beschwerden überwiegend auf eine (unfallbedingte) Fehlstatik der Wirbelsäule zurückzuführen, wäre kaum anzunehmen, dass sie insbesondere durch langes Gehen gemildert werden könnten. Nicht ausser Acht zu lassen ist ferner die von der Rehaklinik Z.________ beschriebene leichte Fehlform der Wirbelsäule, welche am bestehenden Beschwerdebild beteiligt sein kann. Bei dieser Aktenlage lässt sich die Feststellung der Klinik, wonach die rückenbedingte Einschränkung nicht in eindeutigem Kausalzusammenhang mit den Unfallfolgen steht, durchaus in dem Sinne verstehen, dass ein solcher Zusammenhang nicht überwiegend wahrscheinlich ist. Werden zusätzlich die klaren Hinweise auf unfallfremde Ursachen (Alter, Übergewicht, Descensus uteri) sowie auf eine psychische Beteiligung (sensitive Entwicklung) berücksichtigt, ist der SUVA-ärztlichen Beurteilung beizupflichten, wonach zwischen dem Lumbovertebralsyndrom und dem Unfallereignis vom 16. Juli 1992 wohl ein möglicher, nicht aber ein überwiegend wahrscheinlicher Kausalzusammenhang besteht. Zu weiteren Abklärungen, wie sie die Beschwerdeführerin mit dem Eventualantrag auf Rückweisung der Sache an die SUVA verlangt, besteht nach den gesamten Umständen kein Anlass. 4.2 Selbst wenn aber davon auszugehen wäre, dass die Rückenbeschwerden teilweise unfallkausal sind, vermöchte dies zu keinem anderen Ergebnis zu führen, weil die Beschwerdeführerin auch unter Berücksichtigung dieser Symptomatik in einer wechselbelastenden leichteren Tätigkeit als voll arbeitsfähig zu betrachten ist. Zu dieser Einschätzung gelangte zunächst die Rehaklinik Z.________ unter Berücksichtigung der bestehenden Nebenbefunde. Die psychologisch-psychosomatische Abklärung ergab Hinweise auf die bereits angesprochene sog. sensitive Entwicklung, jedoch keine Anhaltspunkte für eine die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigende psychische Störung mit Krankheitswert. Dr. med. J.________ vertritt gestützt auf die kreisärztliche Abschlussuntersuchung vom 24. August 1999 die Auffassung, die Versicherte sei voll einsatzfähig für jede vorwiegend sitzend zu verrichtende wechselbelastende Tätigkeit mit gelegentlichem Stehen und Gehen ohne Tragen von Lasten über 15 kg. Die gleiche Einschätzung der Arbeitsfähigkeit findet sich im Bericht des behandelnden Arztes Dr. med. H.________ vom 3. Oktober 1999. Sodann erachten auch die MEDAS-Gutachter die Beschwerdeführerin in einer angepassten Tätigkeit, bei der schmerzauslösende Situationen vermieden und bei Auftreten von Beschwerden Entlastungspositionen eingenommen werden könnten, "aus gesamtmedizinischer Sicht", also unter Berücksichtigung des diagnostizierten Lumbovertebralsyndroms, als voll arbeitsfähig. Die gleichzeitige Feststellung, realistischerweise sei lediglich eine Arbeitsfähigkeit von 50 % zu erwarten, trägt unfallfremden Gründen (Alter, Haushalttätigkeit) Rechnung. Aufgrund der dargelegten, im Wesentlichen übereinstimmenden ärztlichen Beurteilungen lässt sich nicht beanstanden, wenn SUVA und Vorinstanz aus unfallversicherungsrechtlicher Sicht die Ausübung einer geeigneten leichten Tätigkeit als zumutbar erachten. 4.3 Was den für die Invaliditätsbemessung massgebenden Einkommensvergleich (Art. 18 Abs. 2 UVG) betrifft, bestreitet die Beschwerdeführerin das von der SUVA auf Grund der Dokumentation über die Arbeitsplätze (DAP) auf Fr. 54'600.- (4'200.- x 13) festgesetzte, trotz Gesundheitsschaden noch realisierbare Einkommen (Invalideneinkommen). Sie bringt gegen die Zumutbarkeit der dafür herangezogenen DAP-Profile jedoch nichts Konkretes vor. Entgegen den Vorbringen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde führt auch die Berechnung des Invaliditätsgrades anhand der vom Bundesamt für Statistik ermittelten Tabellenlöhne zu keinem andern Ergebnis. Zwar liegt der auf einer Wochenarbeitszeit von 40 Stunden beruhende Bruttolohn (Zentralwert) von Fr. 3'505.- (x 12), wie er nach der Lohnstrukturerhebung (LSE) 1998 für einfache und repetitive Tätigkeiten (Anforderungsniveau 4) von Frauen im privaten Sektor erzielt wurde (LSE 1998 Tab. TA1), unter dem auf Grund der DAP ermittelten Invalideneinkommen. Es ist jedoch zu berücksichtigen, dass die Beschwerdeführerin als ungelernte Metallarbeiterin am bisherigen Arbeitsplatz ein Einkommen von (umgerechnet) Fr. 5'485.- (x 13) erzielt hat. Nach den Angaben des Arbeitgebers hat sie an CNC- und Lasermaschinen gearbeitet und eine gute Arbeitsleistung erbracht, weshalb sie auch einen hohen Lohn erzielte; seit dem Unfall wird sie lediglich noch für Hilfsarbeiten eingesetzt. Aus gesundheitlicher Sicht wäre sie aber weiterhin in der Lage, qualifizierte Tätigkeiten zu verrichten und dies auch im bisherigen Aufgabenbereich, in welchem sie über besondere Kenntnisse und Erfahrung verfügt, sofern es sich um wechselbelastende Arbeiten handelt und sie keine schweren Gewichte zu tragen hat. Es rechtfertigt sich daher, beim Tabellenlohnvergleich vom Anforderungsniveau 3 (Berufs- und Fachkenntnisse vorausgesetzt) auszugehen. Im gesamten privaten Sektor belief sich der monatliche Bruttolohn (Zentralwert) für Frauen mit Tätigkeiten im Anforderungsniveau 3 auf Fr. 4'476.- (LSE 1998 Tab. TA1). Umgerechnet auf die betriebsübliche Arbeitszeit von 41,8 Stunden pro Woche (Stat. Jahrbuch der Schweiz 2002, S. 207, T3.2.3.5) und angepasst an die Nominallohnentwicklung von 0,3 % im Jahre 1999 und 1,3 % im Jahre 2000 (a.a.O., S. 218, T3.4.3.1) resultiert ein Invalideneinkommen von Fr. 57'029.-, was über dem aufgrund der DAP ermittelten Wert liegt. Ein noch höheres Einkommen ergäbe sich, wenn auf den monatlichen Bruttolohn im Sektor Produktion von Fr. 4'742.- abgestellt würde. Es besteht mithin kein Grund, von dem von der SUVA ermittelten Invalideneinkommen von Fr. 54'600.- abzugehen. Im Vergleich zum unbestritten gebliebenen Valideneinkommen von Fr. 71'315.- resultiert ein Invaliditätsgrad von 23.44 %. Die Zusprechung einer Rente von 25 % besteht mithin zu Recht.