Citation: 6A.121/2000 07.06.2001 E. 4

4.- a) Die Vorinstanz stützt sich auf den Rapport der Stadtpolizei Zürich. An ihre tatsächlichen Feststellungen ist das Bundesgericht gebunden, soweit diese nicht offensichtlich unrichtig, unvollständig oder unter Verletzung wesentlicher Verfahrensvorschriften zustande gekommen sind (Art. 105 Abs. 2 OG; oben E. 1b). Die Ausführungen des Beschwerdeführers beschränken sich auf die Behauptung, er habe seine Ladung genügend gesichert und die Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h beachtet. Er setzt sich weder mit der ausführlichen Darstellung der Unfallursache auseinander noch geht er auf die Auswertung des Fahrtenschreibers ein. Es besteht daher kein Anlass, den angefochtenen Entscheid im Hinblick auf den Sachverhalt zu überprüfen. b) Der Führerausweis kann gemäss Art. 16 Abs. 2 SVG entzogen werden, wenn der Führer Verkehrsregeln verletzt und dadurch den Verkehr gefährdet oder andere belästigt hat (Satz 1; Art. 31 Abs. 1 VZV). Die Dauer des Entzugs ist nach den Umständen festzusetzen; sie beträgt jedoch mindestens einen Monat (Art. 17 Abs. 1 lit. a SVG; vgl. auch BGE 123 II 225 E. 2b/cc). In leichten Fällen kann eine Verwarnung ausgesprochen werden (Art. 16 Abs. 2 SVG Satz 2; Art. 31 Abs. 2 VZV). Nach Art. 16 Abs. 3 lit. a SVG muss der Führerausweis entzogen werden, wenn der Führer den Verkehr in schwerer Weise gefährdet hat, was nach der Rechtsprechung der Fall ist, wenn der Fahrzeuglenker durch grobe Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Ziff. 2 SVG eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf nimmt und ihn ein schweres Verschulden trifft, ihm bei fahrlässigem Handeln mithin mindestens grobe Fahrlässigkeit anzulasten ist (Art. 32 Abs. 1 und 2 VZV; BGE 126 II 206 E. 1 mit Hinweisen). Das Gesetz unterscheidet somit den leichten (Art. 16 Abs. 2 Satz 2 SVG), den mittelschweren (Art. 16 Abs. 2 Satz 1 SVG) und den schweren Fall (Art. 16 Abs. 3 lit. a SVG). Nach der Rechtsprechung kann auf den Führerausweisentzug grundsätzlich nur verzichtet werden, wenn der Fall leicht im Sinne von Art. 16 Abs. 2 Satz 2 SVG ist. Bei einem mittelschweren Fall fällt ein Verzicht nur in Betracht, wenn unter dem Gesichtspunkt des Verhältnismässigkeitsgrundsatzes besondere Umstände vorliegen. Ob der Fall leicht im Sinne von Art. 16 Abs. 2 Satz 2 SVG ist, beurteilt sich nach dem Verschulden des Fahrzeuglenkers und seinem automobilistischen Leumund; die Schwere der Verkehrsgefährdung ist nur insoweit von Bedeutung, als sie auch verschuldensmässig relevant ist (BGE 126 II 202 E. 1a und 358 E. 1a; 125 II 561 E. 2; 123 II 106 E. 2b; 118 Ib 229). Fehlt es an einem leichten Verschulden, ist die Annahme eines leichten Falles auch dann ausgeschlossen, wenn der Fahrzeuglenker über einen langjährigen ungetrübten automobilistischen Leumund verfügt (BGE 126 II 192 E. 2c und 202 E. 1b). c) Gemäss Art. 30 Abs. 2 SVG dürfen Fahrzeuge nicht überladen werden. Die Ladung ist so anzubringen, dass sie niemanden gefährdet oder belästigt und nicht herunterfallen kann. Die Stabilität der Ladung muss nicht nur für den normalen Verkehr, sondern auch für den Fall leichter Unfälle gewährleistet sein (BGE 97 II 238 E. 3c). d) Die Gegebenheiten im vorliegenden Fall rechtfertigen es nicht, das Verhalten des Beschwerdeführers als bloss leichten Fall zu würdigen. Hiefür spricht in erster Linie, dass der Beschwerdeführer seine Ladung völlig unzureichend und zudem auch noch falsch gesichert hat. Wer eine Ladung von 70 Stahlplatten im Gesamtgewicht von 16 Tonnen lediglich mit zwei Spanset-Gurten sichert und darüber hinaus die Gurten nicht durch spezielle Vorkehren vor dem Durchscheuern schützt, schafft eine erhebliche Gefahr für die Verkehrssicherheit. Es trifft ihn von daher ein schweres Verschulden. Das gilt hier umso mehr, als es sich beim Beschwerdeführer um einen Berufschauffeur handelt, der mit Fragen der Sicherung der Ladung täglich konfrontiert ist und damit bestens vertraut sein sollte. Er hätte daher wissen müssen, dass die Verwendung von lediglich zwei Gurten dem Gewicht der Ladung in keiner Weise angemessen war und dass er, um eine hinreichende Sicherung derselben zu gewährleisten, die Platten mit Ketten oder aber jedenfalls mit einer ausreichenden Anzahl von Spanset-Gurten unter gehöriger Sicherung vor den scharfen Kanten hätte festbinden müssen. Dass er zum ersten Mal so grosse Stahlplatten geladen hatte, kann ihn nicht entlasten, sondern hätte ihm im Gegenteil Anlass geben müssen, die korrekte Art und Weise der Sicherung der Ladung zu erfragen, um eine Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer auszuschliessen. Erschwerend kommt hinzu, dass der Beschwerdeführer zusätzlich auch die signalisierte Höchstgeschwindigkeit von generell 50 km/h innerorts um mindestens 10 km/h überschritten hat, was angesichts der schweren und ungenügend befestigten Ladung zu einer erheblichen Vergrösserung der Verkehrsgefährdung führte. Der Einwand des Beschwerdeführers im Ermittlungsverfahren und in seiner Stellungnahme im Verwaltungsverfahren, die befahrene Hauptstrasse sei eine "schnellstrassenähnliche" Transitstrasse, die faktisch analog zu einer Nationalstrasse zu behandeln sei, und auf der er seine Geschwindigkeit dem allgemeinen Verkehr angepasst habe, wirft in diesem Kontext ein ungünstiges Licht auf sein Verständnis der Verkehrsregeln. Bei dieser Sachlage hat die Vorinstanz den Fall zu Recht nicht mehr als leicht eingestuft, so dass die Möglichkeit, auf den Entzug des Führerausweises zu verzichten, entfällt. Nach dem Gesagten ist die Anordnung eines Führerausweisentzuges nicht zu beanstanden. Der Vorinstanz ist zuzustimmen, wenn sie im Ergebnis einen mittelschweren Fall im Grenzbereich zum schweren Fall annimmt. Da der Beschwerdeführer durch die Folgen seines verkehrswidrigen Verhaltens nicht im Sinne von Art. 66bis StGB besonders schwer berührt wird und der Ausweisentzug somit nicht über die damit regelmässig verbundenen Unannehmlichkeiten und Erschwernisse hinausgeht, kommt ein Absehen von dieser Massnahme nicht in Frage (vgl. dazu BGE 118 Ib 229 E. 3; 123 II 106 E. 2b S. 111). Die berufliche Angewiesenheit auf den Führerausweis ist erst bei der Dauer der Massnahme zu berücksichtigen (BGE 126 II 196 E. 2c S. 201). e) Es bleibt zu prüfen, ob die Dauer des Führerausweisentzugs den gesetzlichen Erfordernissen gerecht wird (Art. 33 Abs. 2 VZV). Die Vorinstanz gewichtet das Verschulden des Beschwerdeführers und seinen automobilistischen Leumund als massnahmeerhöhend. Dem ist grundsätzlich nichts beizufügen und es kann insofern ohne weiteres auf die zutreffenden Erwägungen im angefochtenen Urteil verwiesen werden (Art. 36a Abs. 3 OG). Besonders hinzuweisen ist lediglich auf den erheblich getrübten automobilistischen Leumund des Beschwerdeführers. So musste ihm mit Verfügung vom 14. Dezember 1992 aufgrund wiederholten Lenkens eines Fahrzeugs trotz Verweigerung des Lernfahrausweises der Führerausweis Kategorie C wegen charakterlicher Nichteignung auf unbestimmte Zeit, mindestens jedoch auf die Dauer von zwei Jahren entzogen werden. Erst gestützt auf ein verkehrspsychologisches Gutachten konnte ihm der Führerausweis am 25. September 1995 auf Zusehen und Wohlverhalten hin wieder ausgehändigt werden. Besonderer Erwähnung bedarf ferner, dass er am 4. August 1998 wegen Fahrens eines nicht betriebssicheren Personenwagens verwarnt wurde. Als massnahmemildernd gewichtet die Vorinstanz bei der Bemessung der Entzugsdauer, dass der Beschwerdeführer als Lastwagenchauffeur in hohem Masse zur Berufsausübung auf den Führerausweis angewiesen ist. Damit berücksichtigt sie seine im kantonalen Verfahren gemachten Angaben zur beruflichen und wirtschaftlichen Situation. In der Tat begründet die Erwerbstätigkeit als selbständiger Berufschauffeur eine erhöhte Angewiesenheit auf den Führerausweis und ist dieser Fahrzeugführer infolge beruflicher Notwendigkeit stärker als der normale Fahrer von der Massnahme betroffen. Diesem Umstand hat die Vorinstanz indessen zusammen mit den andern Beurteilungsmerkmalen im angefochtenen Entscheid hinreichend Rechnung getragen. Aufgrund einer Gesamtbeurteilung setzt sie die Entzugsdauer auf zwei Monate, mithin nur einen Monat über dem gesetzlichen Minimum, fest (Art. 17 Abs. 1 lit. a SVG). Bei diesem Ergebnis kann von einer überlangen Entzugsdauer, welche die berufliche Existenz des Beschwerdeführers aufs Spiel setzen würde, nicht die Rede sein (vgl. dazu: Schaffhauser, Die straf- und verwaltungsrechtliche Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Strassenverkehrsrecht 1992 bis 1999, St. Gallen 2000, Nr. 75, S. 169). Insgesamt hat die Vorinstanz den Grundsatz der Verhältnismässigkeit respektiert und hält sich der angefochtene Entscheid im Rahmen des ihr zustehenden Ermessens (BGE 126 II 196 E. 2c S. 201; 123 II 572 E. 2a). Die Beschwerde erweist sich aus diesen Gründen als unbegründet.