Citation: 8C_720/2007 03.09.2008 E. 10

10.1 Unbestritten ist, dass die drei Kriterien der Schwere oder besonderen Art der erlittenen Verletzungen, der ärztlichen Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert, sowie des schwierigen Heilungsverlaufs und erheblicher Komplikationen nicht erfüllt sind. 10.2 Der Versicherte macht geltend, der Unfall sei eindrücklich gewesen. Ob besonders dramatische Begleitumstände oder eine besondere Eindrücklichkeit des Unfalls gegeben sind, beurteilt sich objektiv und nicht auf Grund des subjektiven Empfindens bzw. Angstgefühls der versicherten Person (RKUV 1999 Nr. U 335 S. 207 E. 3b/cc; Urteil U 503/06 vom 7. November 2007, E. 7.2.1 mit Hinweis). Der Unfall vom 26. September 2002 war zwar eindrücklich, aber es liegen keine Umstände vor, welche die Bejahung einer besonderen Dramatik oder besonderen Eindrücklichkeit der Begleitumstände rechtfertigten (vgl. auch erwähnte Urteile 8C_583/2007, E. 3.2, und U 56/00, E. 3c). 10.3 Zu prüfen ist weiter das Kriterium der ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung. Erforderlich ist eine kontinuierliche, mit einer gewissen Planmässigkeit auf die Verbesserung des Gesundheitszustandes gerichtete ärztliche Behandlung (RKUV 2005 Nr. U 549 S. 236 E. 5.2.4; Urteil U 88/06 vom 18. Juli 2007, E. 7.2.3). 10.3.1 Nach dem Unfall vom 26. September 2002 wurde der Versicherte gleichentags im Kantonsspital R.________ ambulant behandelt. Danach verordnete der Hausarzt Dr. med. E.________ Schonung, Analgetika und einen Rippengürtel. Beratungen fanden zirka zweimal wöchentlich statt (Bericht vom 7. Januar 2003). Gemäss seinem Bericht vom 29. Januar 2003 bestand die Behandlung in der Einnahme von Lodine retard 600 mg. Im Bericht vom 14. März 2003 gab Dr. med. E.________ an, die gegenwärtige Behandlung bestehe in der Einnahme von Vioxx bei Bedarf. Im Bericht vom 16. Juli 2003 führte er aus, medikamentös hätten Antirheumatika (Lodine/Vioxx) eine gewisse Besserung gebracht. Das psychische Zustandsbild habe sich unter Seropram wie auch zeitweise Tranquilizer überhaupt nicht verändert. Die physikalische Therapie sei nach neun Behandlungen ergebnislos abgebrochen worden. Zudem habe eine Ultraschallbehandlung im Bereich der Rippenfrakturen stattgefunden, die ebenfalls habe abgebrochen werden müssen. Gemäss Bericht des Dr. med. E.________ vom 1. Dezember 2003 fanden im Oktober Akupunktur, später chinesische Therapie mit Kräutern statt. Im Dezember sei neu die Therapie beim Psychiater Dr. med. T.________ aufgenommen worden. Zudem erfolge medikamentöse Therapie mit Lodine und Tramal. Am 9. Februar 2004 wurde der Versicherte von Frau Dr. med. C.________, Oberärztin, Institut für Anästhesiologie, Universitätsspital H.________, untersucht. Diese empfahl Surmontil, Neurodol Tissugel und Capsaicin Creme sowie Neurontin, Interkostal-Blockaden und eine transcutane elektrische Nervenstimulation (Bericht vom 12. Februar 2004). Am 25. Juni 2004 gab der Versicherte der SUVA an, am 19. Mai und 7. Juni 2004 sei er im Universitätsspital H.________ von Frau Dr. med. C.________ behandelt worden; der nächste Termin sei am 20. Juli 2004. Er habe vom Universitätsspital H.________ ein Elektro-Gerät erhalten, das ihm je einen Impuls auf den Nerv geben sollte. Er habe es während einer gewissen Zeit ausprobiert, habe aber keine Veränderung feststellen können. Er müsse relativ viele und starke Medikamente nehmen. Im Bericht 19. November 2004 gab Dr. med. E.________ an, die gegenwärtige Behandlung bestehe in der Einnahme von Valoron-Tropfen nach Bedarf, Dafalgan und Omed sowie in regelmässig begleitend-stützenden Sitzungen ca. zwei- bis dreimal wöchentlich. Im Bericht zu Handen der IV-Stelle vom 3. Januar 2005 legte Frau Dr. med. C.________ vom Universitätsspital H.________ dar, die letzte Untersuchung habe am 16. November 2004 stattgefunden. Es seien diverse verschieden starke Opioide (Tramal, Methadon, Hydromorphon, Valoron) eingesetzt worden. Der Versicherte habe jeweils starke Nebenwirkungen ohne entsprechende Schmerzreduktion gehabt. Dasselbe gelte für diverse Antileptika (Neurontin, Topamax). Antidepressiva (der Versicherte habe ebenfalls diverse Medikamente: Surmontil, Remeron, Riferdal und Efexor) hätten die Schmerzen nicht verändert. Auch die transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS) habe die Schmerzen nicht beeinflussen können. Lokale Injektionen habe der Versicherte nicht gewünscht und es sei auch nicht denkbar, dass sie einen wesentlichen Effekt erzielen würden. Vom 5. Januar bis 7. Februar 2005 war der Versicherte in der Rehaklinik Y.________ hospitalisiert, wo er am multimodalen Schmerzbewältigungsprogramm teilnahm (körperliches Ausdauertraining, Verbesserung der Körperwahrnehmung, Training der berufsbezogenen Belastbarkeit, Abbau der schmerzbedingten Behinderung durch Förderung von Copingstrategien und verhaltenstherapeutisch unterstützte Aktivierungsprogramme; Bericht vom 7. Februar 2005). Gemäss Bericht des Dr. med. E.________ vom 1. September 2005 bestand die Behandlung in Schonung und konservativer Therapie. Im Bericht zu Handen der IV-Stelle vom 26. September 2005 gab Dr. med. E.________ an, weitergeführt werde die hausärztliche Begleitung mit regelmässigen Gesprächen sowie analgetischer Behandlung. Im Bericht zu Handen der IV-Stelle vom 31. März 2006 gab er an, therapeutische Massnahmen seien die Psycho-/Traumatherapie bei der Psychiaterin Frau Dr. med. A.________, die hausärztliche Begleitung sowie Antirheumatika. 10.3.2 Die psychiatrische Therapie und die Behandlung wegen dem vorbestehenden cervicobrachialen und lumbospondylogenen Schmerzsyndrom sowie der am 26. August 2004 erlittenen OSG-Distorsion sind unbestrittenermassen nicht zu berücksichtigen. Den verschiedenen Abklärungsmassnahmen und blossen ärztlichen Kontrollen kommt nicht die Qualität einer regelmässigen, zielgerichteten Behandlung zu (erwähnte Urteile U 503/06, E. 7.3, und U 88/06, E. 7.2.3). Insgesamt ist das Kriterium der ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung nur teilweise erfüllt. Nichts zu seinen Gunsten ableiten kann der Versicherte aus der Angabe des Kreisarztes Prof. Dr. N.________, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie, im Bericht vom 6. August 2003, wegen den intercostalen Neuralgien sollte eine Schmerzbestrahlung durchgeführt werden (geeignet hiefür sei das Kantonsspital B.________), zumal deren Durchführung nicht behauptet wird und aufgrund der Akten auch nicht ersichtlich ist. Unbehelflich ist auch das Vorbringen des Versicherten, der Kreisarzt Dr. med. M.________, Facharzt FMH für Chirurgie, habe erst im Bericht vom 20. Juni 2005 angegeben, in der Zwischenzeit sei der Status quo sine eingetreten. 10.4 Offen bleiben kann, ob körperliche Dauerschmerzen im Sinne von über den gesamten Zeitraum andauernden Beschwerden (vgl. RKUV 2005 Nr. U 549 S. 241 E. 5.2.6, U 380/04; erwähnte Urteile U 503/06, E. 7.4, und U 88/06, E. 7.2.4) oder vor allem Bewegungs- und Belastungsschmerzen vorlagen. Aber selbst wenn solche gegeben wären, wäre das Kriterium nur teilweise erfüllt, zumal auf Grund der medizinischen Akten bereits früh nach dem Unfall deutlich eine psychische Überlagerung der Beschwerden eingesetzt hat, welche nicht zu berücksichtigen ist. Zudem sind die Beschwerden aufgrund des vorbestehenden cervicobrachialen und lumbospondylogenen Schmerzsyndroms sowie der am 26. August 2004 erlittenen OSG-Distorsion nicht zu berücksichtigen. Auch diesbezüglich ist der Einwand des Versicherten unbehelflich, der Kreisarzt Dr. med. M.________ habe erst im Bericht vom 20. Juni 2005 angegeben, in der Zwischenzeit sei der Status quo sine eingetreten. 10.5 Das Kriterium des Grades und der Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit - das der Versicherte als erfüllt ansieht - bezieht sich nicht allein auf das Leistungsvermögen im angestammten Beruf (RKUV 2001 Nr. U 442 S. 544, U 56/00; erwähntes Urteil U 503/06, E. 7.7). Am 30. September 2002 nahm der Versicherte die angestammte Arbeit als Baupolier zu 50 % und ab 11. Februar 2003 zu 100 % wieder auf, wobei er aber weiterhin keine handwerklichen Arbeiten erledigen konnte. Er führte neue Mitarbeiter auf der Baustelle ein und kontrollierte die entsprechenden Arbeiten. Seine Leistung schätzte er selber auf 70 %, da er die rund zu 30 % anteiligen handwerklichen Arbeiten nicht ausführen könne (vgl. Bericht betreffend die Befragung des Versicherten vom 10. April 2003). Am 18. Juni 2003 gab der Versicherte an, betreffend Leistungseinschränkung habe sich noch nichts verändert. Bei der handwerklichen Tätigkeit habe er halt immer noch eine Einschränkung. Er könne noch keine entsprechenden Gewichte tragen und setze sich nicht mehr auf den Bagger. Die administrative Tätigkeit führe er oft nach Feierabend aus. Der Vorgesetzte des Versicherten in der Firma, Herr L.________, legte am 19. Juni 2003 dar, zur Zeit hätten sie leichtere Arbeiten für den Versicherten. Er sei vor allem für die Organisation und Vermessung einer Baustelle zuständig. Ob er handwerklich noch mitarbeite, könne er nicht beurteilen. Er schätze seine Leistungseinschränkung auf 10 %. Im Bericht vom 16. Juli 2003 führte Dr. med. E.________ aus, trotz starker Beschwerden arbeite der Versicherte voll zu 100 %. Der Kreisarzt Prof. Dr. med. N.________ legte im Bericht vom 6. August 2003 dar, die jetzt vom Hausarzt ausgesprochene 100%ige Arbeitsunfähigkeit hänge mit einem neuen Schmerzschub, hauptsächlich der Thorakalschmerzen, zusammen. Am 28. Oktober 2003 gab der Versicherte an, zur Zeit arbeite er zu 50 % und erbringe sicher eine 50%ige Leistung. Am 26. Februar 2004 führte der Versicherte aus, die Arbeitsunfähigkeit betrage seit 18. August 2003 bis 29. Februar 2004 50 %. Am 25. Juni 2004 gab der Versicherte eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % an. Aufgrund der Untersuchung vom 25. August 2004 ging der Kreisarzt Prof. Dr. med. N.________ im Bericht gleichen Datums von 50%iger Arbeitsfähigkeit aus. Die Rehaklinik Y.________, wo der Versicherte vom 5. Januar bis 7. Februar 2005 hospitalisiert war, legte im Bericht vom 7. Februar 2005 dar, wesentlicher arbeitsrelevanter Problembereich sei die psychische Problematik; diese überlagere die somatischen Beschwerden. Dr. med. K.________ attestiere eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen. Aus somatischer Sicht ergebe sich folgende theoretische Zumutbarkeit: längeres Gehen in unebenem Gelände, wiederholtes Steigen auf Treppen und Leitern sei bei Status nach OSG-Distorsion vom 26. August 2004 leicht limitiert. Aufgrund der vorbestehenden degenerativen Lendenwirbelsäulen (LWS)- und Halswirbelsäulen (HWS)-Veränderungen bestehe eine Einschränkung der Wirbelsäule bezüglich Schwerarbeiten. Heben und Tragen sei bis 10 kg repetitiv und bis 15 kg vereinzelt zumutbar. Arbeiten in Wirbelsäulen-Zwangshaltungen (längeres Kauern, gebückt über Kopf) sei limitiert und nur vereinzelt zumutbar. Diese Limite trage auch dem Status nach Rippenfrakturen Rechnung. Eine derart angepasste Arbeit sei ganztags zumutbar. Im Bericht zu Handen der IV-Stelle vom 30. März 2005 gab Dr. med. E.________ folgende Arbeitsunfähigkeit des Versicherten im Beruf als Vorarbeiter Tiefbau an: 100 % vom 26. September bis 29. September 2002, 50 % vom 30. September 2002 bis 10. Februar 2003, 100 % vom 21. Juli bis 17. August 2003, 50 % vom 18. August 2003 bis 22. August 2004, 100 % vom 27. August bis 20. September 2004, 75 % vom 21. September bis 31. Dezember 2004, 100 % seit 1. Januar 2005. Im Bericht vom 1. September 2005 legte Dr. med. E.________ dar, es bestehe 100%ige Arbeitsunfähigkeit bis auf Weiteres. In Bezug auf die somatischen Beschwerden scheine klar, dass sie nur in einem sehr begrenzten Zusammenhang mit einem körperlichen Korrelat stünden; es sei aber offensichtlich, dass sie ausgeprägt mit den psychischen Schwierigkeiten und Ängsten des Versicherten korrelierten. In den Berichten zu Handen der IV-Stelle vom 26. September 2005 und 31. März 2006 bestätigte Dr. med. E.________ im Wesentlichen die im Vordergrund stehende psychische Problematik. Mit Blick auf die Rechtsprechung (vgl. insbesondere RKUV 2001 Nr. U 442 S. 544) ist das Kriterium des Grades und der Dauer der unfallbedingten physischen Arbeitsunfähigkeit nur teilweise gegeben, zumal der Versicherte selber einräumt, dass die psychischen Beschwerden im Vordergrund gestanden hätten (vgl. auch erwähnte Urteil U 503/06, E. 7.7, und U 88/06, E. 7.2.7). Festzuhalten ist zudem auch hier, dass die Arbeitsunfähigkeit aufgrund des vorbestehenden cervicobrachialen und lumbospondylogenen Leidens sowie der am 26. August 2004 erlittenen OSG-Distorsion vorliegend nicht zu berücksichtigen ist. 10.6 Zusammenfassend sind höchstens drei der sieben Kriterien nur teilweise und damit nicht rechtsgenüglich erfüllt (E. 10.3 bis 10.5 hievor). Demnach haben SUVA und Vorinstanz den adäquaten Kausalzusammenhang und damit die Leistungspflicht der Ersteren für die Zeit ab 15. September 2005 im Ergebnis zu Recht verneint. Sämtliche Einwendungen des Versicherten vermögen hieran nichts zu ändern.