Citation: I 841/04 03.02.2006 E. 2

Unbestritten ist die Anwendung der gemischten Methode mit Anteilen von jeweils 50 % für den Erwerbs- und den Aufgabenbereich, die Höhe der Einschränkung im Aufgabenbereich sowie die Höhe der Arbeitsfähigkeit im Erwerbsbereich. Streitig ist dagegen die Höhe der Invalidität im Erwerbsbereich und dabei allein die Frage, wie diese zu bemessen ist. Nicht mehr Gegenstand des Verfahrens ist im Übrigen der Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung. 2.1 Das kantonale Gericht hat das Einkommen ohne Gesundheitsschaden (Valideneinkommen) anhand des zuletzt erzielten Lohnes festgesetzt. Beim Einkommen nach Eintritt der Invalidität (Invalideneinkommen) hat es auf die Angaben der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung abgestellt, einen leidensbedingten Abzug von 15 % sowie die Arbeitsfähigkeit von 70 % berücksichtigt und diesen Betrag auf eine Halbtagesstelle umgerechnet. Die Beschwerde führende Verwaltung ist demgegenüber der Ansicht, es sei von einem leidensbedingten Abzug abzusehen, da die entsprechenden Einschränkungen bereits in der auf 70 % reduzierten Arbeitsfähigkeit enthalten seien. Weiter könne die Versicherte bei einer Arbeitsfähigkeit von 70 % eine Stelle im Umfang von 50 % vollumfänglich ausüben, so dass diese Einschränkung nicht zu berücksichtigen sei. 2.2 Zu Recht hat die Vorinstanz für die Bestimmung des Valideneinkommens auf den zuletzt erzielten Lohn abgestellt, der gemäss den Angaben der Arbeitgeberin im (für den allfälligen Rentenbeginn massgebenden; BGE 129 V 222) Jahr 2002 Fr. 28'095.65 ausgemacht hat. Dieser Betrag ist denn auch nicht bestritten. 2.3 Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist - da die Versicherte keine Verweisungstätigkeit aufgenommen hat - praxisgemäss auf die Tabellenlöhne der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung abzustellen (BGE 126 V 76 f. Erw. 3b/bb mit Hinweisen). Da der Beschwerdegegnerin trotz ihrer gesundheitlichen Einschränkungen auf dem gesamten hypothetischen ausgeglichenen Arbeitsmarkt (BGE 110 V 276 Erw. 4b) genügend Tätigkeiten offen stehen, ist - entgegen der Vorinstanz - nicht auf die Zahlen des Sektors 3 (Dienstleistungen), sondern auf den Zentralwert (Median) abzustellen (vgl. auch BGE 126 V 77 Erw. 3b/bb). Gemäss Tabelle A1 der Lohnstrukturerhebung 2002 beträgt der Zentralwert für die mit einfachen repetitiven Tätigkeiten (Anforderungsniveau 4) im privaten Sektor bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 40 Stunden beschäftigten Frauen monatlich Fr. 3'820.- brutto. Dieser Betrag ist auf die betriebsübliche Wochenarbeitszeit von 41,7 Stunden (Die Volkswirtschaft 4/2005 S. 86 Tabelle B9.2) im Jahre des theoretischen Rentenbeginns 2002 (BGE 129 V 222) anzupassen, was zum Betrag von monatlich Fr. 3'982.35 resp. jährlich Fr. 47'788.20 führt. Bei einer Erwerbstätigkeit von 50 % macht das massgebende Invalideneinkommen somit Fr. 23'894.10 aus. Dieser Betrag ist - entgegen der Annahme im kantonalen Entscheid - für die Invaliditätsbemessung vollumfänglich zu berücksichtigen, da die Versicherte bei einer zu Recht unbestrittenen Restarbeitsfähigkeit von 70 % (bezogen auf eine fiktive Vollzeitstelle) eine Halbtagesstelle bewältigen kann (vgl. BGE 125 V 153 ff. Erw. 5, insbesondere S. 155 unten, bestätigt durch Urteil E. vom 13. Dezember 2005, I 156/04). Zudem sind Haushalts- und Erwerbstätigkeit strikt zu trennen, da gegenseitige Beeinflussungen unbeachtlich sind (BGE 125 V 159 Erw. 5c/dd, bestätigt durch Urteil E. vom 13. Dezember 2005, I 156/04). In der Folge ist es der Versicherten bei einer Restarbeitsfähigkeit von 70 % deshalb möglich, eine Stelle im bisher innegehabten Umfang von 50 % auszuüben; eine Erwerbseinbusse liegt nur dann vor, wenn der Lohn der (hypothetischen oder effektiv ausgeübten) Verweisungstätigkeit geringer ist als das bisher bezogene Entgelt. 2.4 Bei einem Valideneinkommen von Fr. 28'095.65 (vgl. Erw. 2.2 hievor) und einem Invalideneinkommen von Fr. 23'894.10 (vgl. Erw. 2.3 hievor) resultiert unter Berücksichtigung des von der Vorinstanz herangezogenen behinderungsbedingten Abzuges in Höhe von 15 % eine Einschränkung von 28 % im Erwerbsbereich; bei einer Gewichtung von 50 % (vgl. Erw. 2 hievor) führt dies zu einer gewichteten Invalidität von rund 14 %. Zusammen mit der zu Recht unbestritten gebliebenen gewichteten Einschränkung im Aufgabenbereich von rund 23 % ergibt sich ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von 37 %. Es kann daher letztlich offen bleiben, ob die Vorinstanz (im Gegensatz zur Verwaltung) zu Recht einen behinderungsbedingten Abzug von 15 % angenommen hat (vgl. zum Umfang dieser Prüfung BGE 126 V 81 Erw. 6).