Citation: 6B_852/2019 E. 1.1

1.1. Die Beschwerdeführerin rügt eine Verletzung von Art. 181 StGB (Nötigung). Entgegen der Ansicht der Vorinstanz stelle die Äusserung des Beschwerdegegners nicht bloss eine Warnung, sondern eine Drohung dar. Der Beschwerdegegner habe die Tötung der Privatklägerin und von ihm selbst durch deren Schwester und seine damalige Freundin als von seinem Willen abhängig erscheinen lassen, indem er die Tötungen im Falle der Bekanntgabe unzutreffenderweise als feststehende Tatsache dargestellt habe. Die Privatklägerin, die damals noch ein Kind gewesen sei, habe dies infolge des Alters- und Wissensgefälles nicht richtig erkennen können und sei für begrenzte Zeit Opfer einer versuchten Nötigung geworden. Zudem könne eine Nötigung nicht nur durch Gewalt oder Drohung, sondern auch durch eine andere Beschränkung der Handlungsfreiheit erfolgen. Der Auffangtatbestand diene zur Sanktionierung eines Verhaltens, das keine Androhung eines ernstlichen Nachteils beinhalte und demnach auch durch eine Warnung erfüllt sein könne. Der Beschwerdegegner habe die Privatklägerin mit seiner Äusserung, deren Schwester und seine damalige Freundin werde beide töten, derart stark unter Druck gesetzt, dass die Privatklägerin in ihrer Handlungsfreiheit sehr stark beschränkt gewesen sei.