Citation: U 392/00 20.10.2003 E. 3

3.1 Gemäss Art. 29 Abs. 2 BV haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör. Das rechtliche Gehör dient einerseits der Sachaufklärung, andererseits stellt es ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass eines Entscheids dar, welcher in die Rechtsstellung einer Person eingreift. Dazu gehört insbesondere deren Recht, sich vor Erlass des in ihre Rechtsstellung eingreifenden Entscheids zur Sache zu äussern, erhebliche Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen Beweisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung wesentlicher Beweise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen (BGE 127 I 56 Erw. 2b, 127 III 578 Erw. 2c, 126 V 130 Erw. 2a; zu Art. 4 Abs. 1 aBV ergangene, weiterhin geltende Rechtsprechung: BGE 126 I 16 Erw. 2a/aa, 124 V 181 Erw. 1a, 375 Erw. 3b, je mit Hinweisen). Nach der Rechtsprechung kann eine - nicht besonders schwerwiegende - Verletzung des rechtlichen Gehörs als geheilt gelten, wenn die betroffene Person die Möglichkeit erhält, sich vor einer Beschwerdeinstanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt wie die Rechtslage frei überprüfen kann. Die Heilung eines - allfälligen - Mangels soll aber die Ausnahme bleiben (BGE 127 V 437 Erw. 3d/aa, 126 I 72, 126 V 132 Erw. 2b, je mit Hinweisen). 3.2 Der Beschwerdeführer hat die Rüge der Verletzung seines rechtlichen Gehörs durch die Sachverhaltsabklärung der SUVA ohne Beizug eines externen Gutachtens schon vor dem kantonalen Gericht erhoben. Dieses hat dargetan, warum es diese Auffassung nicht teilt. In der Verwaltungsgerichtsbeschwerde setzt man sich nicht mit der einlässlichen Begründung der Vorinstanz auseinander. Im angefochtenen Entscheid werden die medizinischen Akten akribisch aufgelistet und zusammengefasst. Die Beschwerden an der Halswirbelsäule finden darin erstmals am 22. September 1995 Erwähnung. Dr. H.________, Arzt für Neurologie und Psychiatrie, kam dabei zum Schluss, dass diese degenerativer Natur seinen. Ausser der Hausärztin des Beschwerdeführers, Dr. med. O.________, ist keiner der diesen behandelnden oder begutachtenden Ärzte zur Einsicht gelangt, die - bereits lange vor dem hier relevanten Unfall dokumentierten - Beschwerden an der Halswirbelsäule seien durch diesen verursacht oder zumindest richtunggebend verschlimmert worden. Die von der Hausärztin gemachte Beobachtung, die Schmerzen an der Halswirbelsäule seien nach dem Unfall gehäuft aufgetreten, können noch keinen Zweifel an den umfangreichen und nachvollziehbaren Ausführungen von Dr. med. T.________ hervorrufen. Insbesondere fehlt es an einer Begründung, welche über die Feststellung "post hoc ergo propter hoc" hinausgehen würde. Entscheidend ist vorliegend insbesondere der Umstand, dass - auch nach den Zeugnissen von Frau Dr. med. O.________ - das "Halswirbelsäulensyndrom" erst zwei Monate nach dem Unfall erwähnt wurde. Diese Latenzzeit kann nicht alleine damit begründet werden, die streitigen Beschwerden seien nur indirekte Folge des Unfalles, stünden mit diesem aber trotzdem in einem Kausalzusammenhang. Insgesamt fehlt es an einer medizinischen Erklärung, welche es als notwendig erscheinen liesse, den Beschwerdeführer erneut begutachten zu lassen. Indem das kantonale Gericht von einer Expertise absah, hat es das rechtliche Gehör des Beschwerdeführers nicht verletzt. Es ist im Folgenden zur Beurteilung des Invaliditätsgrades in Ausklammerung der krankhaften Gesundheitsschäden von den - an sich unbestrittenen - Zumutbarkeitsbeurteilungen der SUVA-Ärzte Dr. med. I.________ und Dr. med. T.________ auszugehen.