Citation: 5A_980/2018 E. 4.4

4.4. Die Beschwerdeführerin hält weiter dafür, die streitbetroffene Vereinbarung könne mit Blick auf die Gesamtheit der Umstände nicht als offensichtlich unangemessen bezeichnet werden. Es gehe nicht an, dass die Beschwerdeführerin für ihre Zustimmung zur Gütertrennung nicht entschädigt werde und nunmehr ohne finanzielle Sicherheit dastehe. Tatsächlich habe sie aufgrund des Ehevertrages verschiedene Dispositionen getroffen und gerate durch den angefochtenen Entscheid nunmehr "in eine finanzielle Schräglage", gerade mit Blick auf die Altersvorsorge. Der Beschwerdegegner lebe dagegen in gehobenen Verhältnissen und könne seine Lebenshaltung auch nach Bezahlung der Abfindung ohne weiteres aufrechterhalten. Die Genehmigungsvoraussetzungen von Art. 279 Abs. 1 ZPO dienten dem Schutz der wirtschaftlich schwächeren Partei, vorliegend der Beschwerdeführerin. Es sei fraglich, ob die Vereinbarung mit Blick auf die Verhältnisse des Beschwerdegegners überhaupt als unangemessen angesehen werden könne. Die Beschwerdeführerin macht damit sinngemäss geltend, die festgestellte Abweichung von der gesetzlichen Regelung sei aus Billigkeitsüberlegungen gerechtfertigt (vgl. vorne E. 4.1). Zu Unrecht. Wie dargelegt kämen der Beschwerdeführerin auch dann keine nennenswerten güterrechtlichen Ansprüche zu, wenn keine Gütertrennung vereinbart worden wäre (vgl. E. 4.2 und 4.3.3 h iervor). Selbst wenn die Abfindung im Ergebnis als Abgeltung für die Vereinbarung dieses Güterstands zu sehen wäre, vermöchte dies deren offensichtliche Unangemessenheit daher nicht auszuschliessen. Soweit die Beschwerdeführerin sodann vorbringt, im Vertrauen auf das Bestehen der Abfindung Dispositionen getroffen zu haben, bleiben ihre Vorbringen unspezifisch, sodass hierauf nicht weiter einzugehen ist (Art. 42 Abs. 2 BGG). Zutreffend ist allerdings, dass in die Prüfung der Vereinbarung sämtliche Umstände des Einzelfalls einzubeziehen sind (vgl. etwa ANNETTE SPYCHER, in: Berner Kommentar, Zivilprozessordnung, 2012, N. 31 zu Art. 279 ZPO; SUTTER-SOMM/GUT, in: Sutter-Somm et al. [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO], 3. Aufl. 2016, N. 18 zu Art. 279 ZPO; BÄHLER, a.a.O., N. 3c zu Art. 279 ZPO). Das Kantonsgericht kam in Würdigung der konkreten Umstände indes zum Schluss, die streitbetroffene Vereinbarung sei auch aus Fairnessüberlegungen nicht gerechtfertigt (vgl. E. 4.2 hiervor). Damit macht die Vorinstanz von dem ihr zukommenden weiten Ermessen (vgl. E. 4.1 hiervor) keinen falschen Gebrauch: Insbesondere erleidet die Beschwerdeführerin nach den Feststellungen des Kantonsgerichts keine untragbaren wirtschaftlichen Nachteile. Die Beschwerdeführerin bestreitet denn auch nicht, bereits während der Ehe erhebliche Beträge erhalten zu haben, auch wenn sie diese Zahlungen nur etwa halb so hoch ansetzt wie das Kantonsgericht (vgl. E. 4.2 hiervor). Der Beschwerdegegner wiederum lebt zwar unbestritten in sehr guten wirtschaftlichen Verhältnissen. Allein dies rechtfertigt es aber nicht, jegliche zu seinem Nachteil geschlossene Vereinbarung unbesehen zu genehmigen, wie die Beschwerdeführerin dies im Ergebnis zu wünschen scheint (vgl. auch vorne E. 3).