Citation: I 746/01 28.02.2003 E. 2

Streitig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine ganze Invalidenrente, insbesondere das Ausmass der körperlich und psychisch bedingten Arbeitsunfähigkeit. 2.1 Unbestrittenermassen ist der Beschwerdeführer aufgrund einer generalisierten Angststörung (ICD-10: F41.1), einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung mit deutlicher Symptomausweitung (ICD-10: F 45.4) und eines chronischen unspezifischen zervicovertebralen sowie lumbovertebralen Schmerzsyndroms (ICD-10: M54.5) mit generalisierter Hyperalgesie und unspezifischer Schmerzausstrahlung ins linke Bein nicht mehr in der Lage, seine angestammte Tätigkeit als Magaziner (zumindest bei gleichbleibend grosser Belastung) auszuüben. Die Vorinstanz ist in einlässlicher und sorgfältiger Würdigung der medizinischen Akten - insbesondere gestützt auf das Gutachten der MEDAS vom 22. Oktober 1999 (mit rheumatologischem und psychiatrischem Untergutachten) zum überzeugenden Schluss gelangt, dass der Beschwerdeführer bezüglich einer leichten bis mittelschweren, wechselnd belastenden Tätigkeit, unter Vermeidung von fixierten Körperpositionen und Überkopfarbeiten sowie ohne Tragen schwerer Lasten zu 50% arbeitsfähig ist, was der Beschwerdeführer bestreitet. 2.2 Soweit in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde eingewendet wird, die Vorinstanz verkenne, dass der Beschwerdeführer trotz intensiver psychiatrischer Betreuung seine Angstzustände nicht verloren habe, kann dem nicht gefolgt werden. Es ist unbestritten, dass diese generalisierte Angststörung mit ängstlicher Krankheitsverarbeitung und ausgeprägtem Vermeidungsverhalten die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers vermindert (vgl. zum invalidisierenden Charakter von schmerzhaften somatoformen Beschwerden oder Schmerzverarbeitungsstörungen generell BGE 102 V 165; AHI 2001 S. 228 Erw. 2b mit Hinweisen; siehe auch BGE 127 V 298 ff. Erw. 4c und 5). Gerade in der entscheidwesentlichen MEDAS-Expertise wird ausdrücklich auf die vorhandene Angststörung mit Krankheitswert hingewiesen (psychiatrisches Untergutachten von Frau Prof. Dr. med. E.________ und Dr. med. V.________ vom 8. Oktober 1999, Expertise vom 22. Oktober 1999). Auch mit dem in diagnostischer Hinsicht weitgehendst übereinstimmenden psychiatrischen Gutachten der Frau Dr. med. et phil. N.________ vom 7. April 2001, welches der Beschwerdeführer vor Vorinstanz beibrachte, setzte sich diese ausführlich auseinander und legte überzeugend dar, dass hinsichtlich des Ausmasses der Arbeitsunfähigkeit auf das MEDAS-Gutachten abzustellen ist. Auf die entsprechenden Erwägungen wird verwiesen. Daran vermögen auch die letztinstanzlich eingereichten ärztlichen Stellungnahmen des Dr. med. S.________ vom 5. Januar 2002 und des Dr. med. K.________ vom 22. Januar 2002 zur Arbeitsfähigkeit nichts zu ändern. Da dies ausserhalb der Rechtsmittelfrist und nicht im Rahmen eines zweiten Schriftenwechsels erfolgte, sind diese Berichte nur beachtlich, soweit sie neue erhebliche Tatsachen oder entscheidende Beweismittel im Sinne von Art. 137 lit. b OG enthalten oder diese eine Revision des Gerichtsurteils rechtfertigen könnten (BGE 127 V 353). Im Übrigen ist die Einschätzung des Psychiaters Dr. med. S.________ insofern unbeachtlich, als sie sich ausdrücklich auf den jetzigen und nicht den hier massgebenden Sachverhalt, der zur Zeit des Verfügungserlasses (13. Juni 2000) gegeben war (BGE 121 V 366 Erw. 1b mit Hinweisen), bezieht. Der Rheumatologe Dr. med. K.________ hält in seiner Stellungnahme vom 22. Januar 2002 fest, dass aus fachärztlicher Sicht eine leichte wechselbelastende Tätigkeit im Umfang von 50% zumutbar sei. Zu Recht weist er darauf hin, dass er sich zur Einschätzung der Arbeitsfähigkeit hinsichtlich der psychischen Leiden nicht näher zu äussern hat. Des weiteren führt er aber aus, dass Psyche und Soma untrennbar miteinander verbunden seien. Die chronische Schmerzkrankheit habe einen ganz ungünstigen Verlauf genommen. Meist verursache schliesslich die psychosomatische Fixierung die Arbeitsunfähigkeit. Darin besteht mit den Gutachtern der MEDAS Einigkeit, sodass von der aus rheumatologischer Sicht des Dr. med. W.________ geschätzten (mit den dargelegten Einschränkungen) vollen Arbeitsfähigkeit auszugehen ist (rheumatologisches Untergutachten vom 12. September 1999), da Dr. med. K.________ in seiner Stellungnahme vom 22. Januar 2002 lediglich die Arbeitsfähigkeit unterschiedlich einschätzt, ohne dass neue erhebliche Tatsachen oder entscheidende Beweismittel im Sinne von Art. 137 lit. b OG vorliegen. Anhaltspunkte dafür, dass nebst der anerkannten schmerz- und angstbedingten Reduktion des Leistungsvermögens (vgl. hiezu AHI 2000 S. 159 Erw. 4b mit Hinweisen; Urteile R. vom 2. Dezember 2002 [I 53/02] Erw. 2.2, L. vom 6. Mai 2002 [I 275/01] Erw. 3a/bb und b und Q. vom 8. August 2002 [I 783/01] Erw. 3a) weitere psychische oder körperliche Faktoren mit Krankheitswert limitierend wirken, ergeben sich aus den medizinischen Akten keine. Somit vermag auch die Stellungnahme des Dr. med. K.________ vom 22. Januar 2002 die Beweiskraft der als umfassend und im Ergebnis als nachvollziehbar und schlüssig zu bezeichnenden Expertise der MEDAS nicht zu erschüttern, sodass auch letztinstanzlich keine weiteren Beweisvorkehren angezeigt sind (BGE 122 V 162 Erw. 1d mit Hinweisen). 2.3 Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers steht auch die Aussage von Dr. med. B.________ (recte wohl von Frau Prof. Dr. med. E.________) es sei eine Arbeitstätigkeit von "rund vier Stunden" täglich zumutbar, zur geschätzten 50 %-igen Arbeitsunfähigkeit nicht im Widerspruch. Der Umstand, dass der Einsatz bei einem 50 %-Arbeitspensum in der Regel etwas über der angegebenen Stundenzahl liegt (rund 4.17 Stunden/Tag bei einer betriebsüblichen wöchentlichen Arbeitszeit von durchschnittlich 41.7 Stunden im Jahre 2001 [Tabelle B9.2, in: Die Volkswirtschaft 2002/Heft 12, S. 88], ändert daran nichts. Denn die Angabe des Leistungsvermögens ("rund vier Stunden") legt den zumutbaren Einsatz stundenmässig nicht exakt fest, sondern lässt mit Blick auf den Ermessensanteil einer jeden ärztlichen Einschätzung eine leichte Abweichung nach oben durchaus zu. 2.4 Weiter ist das Argument des Versicherten nicht stichhaltig, bei einer Restarbeitsfähigkeit von vier Stunden könne keine Stelle gefunden werden. Massgebend für die Bemessung der Invalidenrente ist die objektiv zu verstehende Zumutbarkeit, die verbliebene Arbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt - den persönlichen Verhältnissen entsprechend - zu verwerten und zwar unabhängig der tatsächlichen Beschäftigungslage (BGE 113 V 22 Erw. 4a, 110 V 276 Erw. 4b; ZAK 1991 S. 320 Erw. 3b). Damit bleibt es bei der von Vorinstanz und Verwaltung angenommenen Restarbeitsfähigkeit von 50 %.