Citation: H 259/01 22.07.2002 E. 3

3.- a) Streitig und zu prüfen ist, ob die Bezüge für die Tätigkeit bei der T.________ AG in den Jahren 1997 und 1998 Einkommen aus unselbstständiger oder selbstständiger Erwerbstätigkeit darstellen. Die Vorinstanz hat erwogen, die gesamten Umstände sprächen für die Qualifikation des Unterrichts als unselbstständige Erwerbstätigkeit. Der Beschwerdeführer müsse als Lehrperson bei der T.________ AG weder die Kursteilnehmenden selber suchen noch habe er bezogen auf diese ein Inkassorisiko zu tragen. Er sei verpflichtet, einmal aufgenommene Kurse zu Ende zu führen sowie eine Absenzenliste zu führen und der Schulleitung abzugeben, um seine Entschädigung zu erhalten. Seine Aufgaben würden in einem Dozentenhandbuch definiert und er sei auf ein Lernziel hin verpflichtet; auch müsse er die Fachschule über eine weitere Betätigung als Lehrperson informieren. Er sei als Kursleiter weisungsgebunden und hinsichtlich der ihm zugeteilten Kurse auf eine Präsenzzeit verpflichtet. Auch sei er gemäss den vorgeschriebenen Lernzielen von der Fachschule abhängig und während der Arbeitszeit in deren Betrieb eingebunden. Er habe keine Befugnis, darüber zu entscheiden, ob der jeweilige Kurs stattfinde oder mit ihm zu Ende geführt werde; dies sei Sache der Schulleitung. Der Beschwerdeführer habe keinen Aufwand für Werbekosten, die Entgegennahme von An- und Abmeldungen sowie die administrative Organisation und Durchführung des Lehrbetriebes; dies werde durch das Schulsekretariat erledigt. Zudem betreffe ein Teil der Dozentenentschädigung eine Abgeltung für Ferien und Feiertage, was deutlich für das Vorliegen eines Arbeitsverhältnisses spreche. Die Vorinstanz hat in ihrem Entscheid damit unter Berücksichtigung der Grundsätze über die Abgrenzung der selbstständigen von der unselbstständigen Erwerbstätigkeit und insbesondere unter Hinweis auf AHI 2001 S. 182 zutreffend dargelegt, dass die Tätigkeit des Beschwerdeführers bei der T.________ AG als unselbstständigerwerbend zu qualifizieren ist, weshalb von der Firma als Arbeitgeberin paritätische Sozialversicherungsbeiträge zu entrichten sind (vgl. Art. 12 Abs. 1 und Art. 5 Abs. 2 sowie Art. 14 Abs. 1 AHVG). b) Was der Beschwerdeführer dagegen vorbringt, vermag an der beitragsrechtlichen Qualifikation der bei der T.________ AG geleisteten Tätigkeit durch Verwaltung und Vorinstanz nichts zu ändern. Unbehelflich ist der erneut geltend gemachte Einwand des Beschwerdeführers, er habe für die Vorbereitung der Lehrtätigkeit neben den Maschinen und dem üblichen Zubehör auch die Kosten für die im Zusammenhang mit dem Lehrauftrag bedingten Telefone, Kopien, Verbrauchsmaterial sowie Internetanschluss zu tragen, da ihm diese Infrastrukturkosten nicht nur im Zusammenhang mit den streitigen Kursen erwachsen, sondern er auch sonst in der Informatikbranche tätig ist, abgesehen davon, dass gemäss Vereinbarung beispielsweise die Kopien den Kursteilnehmern weiterverrechnet werden können. Die dabei geltend gemachte Zeit zur Vorbereitung spielt bei der beitragsrechtlichen Qualifikation keine Rolle, nachdem der Versicherte im Rahmen der ihm obliegenden vertraglichen Pflicht zur qualitativ ordnungsgemässen Durchführung des Unterrichts gehalten war, sich entsprechend vorzubereiten, ob er nun die Seminare als Selbstständigerwerbender oder als Angestellter erteilte. Dass er sich dabei selber organisierte, lag in der Natur der Sache; denn der Beschwerdeführer war der Fachmann, der wissen musste, wie er vorzugehen hatte, weshalb auch die in diesem Zusammenhang geltend gemachte arbeitsorganisatorische Unabhängigkeit nicht ersichtlich ist. Ebenfalls nicht stichhaltig ist die Berufung auf ein Unternehmerrisiko, führt doch der Beschwerdeführer gerade selbst aus, die regelmässigen Lehraufträge der T.________ AG bildeten im harten EDV-Umfeld ein wirtschaftliches Standbein. Sodann kann auch nicht mit Hinweis auf eine allfällige Zahlungsunfähigkeit der T.________ AG von einem Inkassorisiko gesprochen werden. Ein solches Risiko kann nur dann angenommen werden, wenn der Beauftragte die Folgen der Zahlungsunfähigkeit oder Zahlungsunwilligkeit von Kunden des Auftraggebers, hier also der Kursteilnehmer zu tragen hat. Vorliegend gibt es keinen Anhaltspunkt dafür, dass der Versicherte ein solches Inkasso- und Delkredererisiko tragen musste. Die Gefahr, dass die T.________ AG nicht mehr in der Lage oder gewillt war, den Lohn für geleistete Arbeit auszurichten, stellt praxisgemäss kein Inkasso- und Delkredererisiko dar (AHI 2001, S. 61; Urteil L. vom 26. September 2001, H 381/99). Schliesslich kann es nicht darauf ankommen, dass - wie der Versicherte dies geltend macht, indes aus der Vereinbarung gar nicht ersichtlich ist - in der Vereinbarung mit der T.________ AG von einem Dienstleistungsvertrag und nicht von einem Arbeitsvertrag ausgegangen wurde, da rechtsprechungsgemäss für die Frage, ob im Einzelfall selbstständige oder unselbstständige Erwerbstätigkeit vorliegt, nicht die Bezeichnung des zugrunde liegenden Vertragsverhältnisses, sondern vielmehr die wirtschaftlichen Gegebenheiten massgebend sind (Erw. 2 hievor).