Citation: U 322/02 07.10.2003 E. 5.3

5.3.1 Der Auffassung der Vorinstanz, bei der Versicherten liege eine Muskelzerrung vor, kann angesichts dieser Aktenlage nicht gefolgt werden. Weder Dr. med. L.________ noch Dr. med. G.________ führen als gesicherte Diagnose eine Muskelzerrung an. Dieser Begriff findet sich lediglich in der Bagatellunfallmeldung und der Unfallmeldung UVG, wobei mit der Beschwerdeführerin davon auszugehen ist, dass diese Formulierung durch die Arbeitgeberin und nicht vom behandelnden Arzt gewählt wurde. Dieser nannte - wie zuvor dargelegt - als Diagnose ausschliesslich eine Distorsion der Halswirbelsäule (HWS). Dr. med. G.________ bezeichnete die Zerrung der Muskulatur alsdann zwar als möglich, betonte aber gleichzeitig, dass eine entsprechende Diagnose nicht gesichert sei und verneinte das Vorliegen einer unfallähnlichen Körperschädigung in seinen Stellungnahmen vom 17. und 22. Mai 2001 ausdrücklich. Unter diesen Umständen steht nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit fest, dass die Versicherte eine Muskelzerrung im Sinne von Art. 9 Abs. 2 lit. e UVV erlitten hat. 5.3.2 Auszugehen ist hingegen von einer Traumatisierung der HWS. Diese Diagnose wurde von Dr. med. L.________ gestellt und auch eine entsprechende Therapie (Verordnung eines weichen Halskragens) eingeleitet. Dr. med. G.________ wies in seinem Schreiben vom 22. Mai 2001 an die "Berner" zwar darauf hin, die "Distorsion der HWS" sei keine eigentliche Diagnose sondern eine Beschreibung eines Mechanismus, verzichtete aber darauf, die Feststellungen des behandelnden Arztes in grundsätzlicher Hinsicht in Zweifel zu ziehen. Wesentlich ist im vorliegenden Zusammenhang ferner, dass der behandelnde Arzt Dr. med. L.________ "keine Anhaltspunkte für eine Fraktur oder eine ligamente Läsion" erkennen konnte (Arztzeugnis UVG vom 10. April 2001). 5.4 Anhand der verfügbaren diagnostischen Mittel ist der Nachweis einer Verletzung an Wirbelsäulengelenken, Muskeln, Sehnen oder am Bandapparat mithin nicht zu erbringen. Wie das Eidgenössische Versicherungsgericht in BGE 116 V 153 f. Erw. 5c und d feststellte, ist Art. 9 Abs. 2 UVV klar und differenziert formuliert, um Abgrenzungsschwierigkeiten zu vermeiden. Entsprechend verbietet die Bestimmung, unfallähnliche Körperschädigungen, die nur vermutet, aber nicht nachgewiesen werden, darunter zu subsumieren. Kann zwar eine Traumatisierung der HWS, nicht jedoch eine unfallähnliche Körperschädigung im Sinne von Art. 9 Abs. 2 UVV medizinisch nachgewiesen werden, ist es auch nicht möglich, diese allenfalls unter eine der in dieser Liste aufgezählten Körperschädigungen zu zählen (Urteil D. vom 28. Juni 2002, U 98/01, Erw. 2).