Citation: 5A_758/2020 E. 3.5.3

3.5.3. Sind die verletzenden Artikel und Beiträge in Archiven und im Netz nicht mehr einsehbar und kommt es auf ein bloss mögliches Vorstellungsbild der Leserschaft nicht an, kann es auch keine Rolle spielen, dass die Beschwerdeführer öffentlich über das hängige Verfahren berichten. Die blosse Berichterstattung über den Persönlichkeitsschutzprozess vermag einen fortdauernden Störungszustand geschehener Verletzungen nicht zu belegen. Entgegen der Darstellung der Beschwerdegegner hat das Kantonsgericht - in diesem Zusammenhang (siehe aber E. III/2.3.4.1 S. 50 des angefochtenen Entscheids zur Verletzungsgefahr) - nicht festgestellt, die Beschwerdeführer hätten in ihren Veröffentlichungen konkret auf die vorliegend zur Debatte stehenden "Fälle" Bezug genommen. Aber selbst wenn dies geschehen oder zu befürchten wäre, läge kein fortdauernder Störungszustand aus in der Vergangenheit abgeschlossenen Persönlichkeitsverletzungen vor, sondern würde die Persönlichkeit der Beschwerdegegner von Neuem verletzt, die dagegen klagen könnten, namentlich auf Unterlassung, wie sie es getan haben (vgl. zum Verhältnis der Klagen, z.B. Urteil 5A_561/2019 vom 5. Februar 2020 E. 2.3.3, in: SZZP 2020 S. 363).