Citation: H 145/02 30.09.2002 E. 3

3.1 Streitig ist, ob die persönlichen Beiträge der Beschwerdeführerin für das Jahr 2000 im ordentlichen oder ausserordentlichen Bemessungsverfahren festzusetzen sind. 3.2 Die Beschwerdeführerin macht erneut geltend, die Veränderungen infolge ihrer Scheidung am 9. Dezember 1999 hätten die wirtschaftliche wie rechtliche Struktur ihrer selbstständigen Erwerbstätigkeit vollständig verändert, da sie vor der Scheidung im Rahmen des Anwaltsbüros ihres Ex-Mannes eine steuerberatende Tätigkeit ausgeübt habe. Sie habe noch bis 15. Oktober 1999 im Anwaltsbüro ihres Ex-Mannes gearbeitet. Am 15. Oktober sei die Trennung der ehelichen Gemeinschaft erfolgt und offiziell habe sie im Sinne eines vollkommenen Neuanfangs per 10. Dezember 1999 ihr Büro eröffnet. Dazwischen habe sie jegliche Tätigkeit eingestellt und danach sehr langsam gestartet. Der im Jahr 2000 ausgewiesene Umsatz sei eher gegen Ende Jahres zustande gekommen. Es habe sich niemals um eine reine Fortführung der Tätigkeit unter Inkaufnahme eines geringeren Einkommens gehandelt. 3.3 Aus der Tatsache der Scheidung allein ergibt sich nicht schon per se eine tiefgreifende Änderung der Einkommensgrundlagen, welche die Anwendung der ausserordentlichen Bemessungsmethode rechtfertigen würde. So ist denn auch die Scheidung in altArt. 25 AHVV nicht ausdrücklich als Zwischentaxationsgrund aufgeführt. Die Ehescheidung kann immer nur im Zusammenhang mit der Voraussetzung der strukturellen Änderung der Einkommensgrundlagen bei der Beitragsfestsetzung berücksichtigt werden, nämlich dann, wenn die Struktur der Erwerbstätigkeit oder des Betriebes von der Scheidung grundlegend berührt wird. Ergibt sich durch die Scheidung keine massgebende dauernde Veränderung der Einkommensgrundlagen, sind die Voraussetzungen für eine ausserordentliche Beitragsfestsetzung nicht gegeben (ZAK 1988 510 Erw. 3; unveröffentlichtes Urteil O. vom 8. Oktober 1992, H 228/91). 3.4 Wie die Vorinstanz verbindlich festgestellt hat (vgl. Erw. 1 hievor), hat die Beschwerdeführerin ihren Beruf nicht gewechselt und übt weiterhin (als Selbstständigerwerbende) eine steuerberatende Tätigkeit aus. Eine Änderung hat sich lediglich soweit ergeben, als sie an einem neuen Domizil praktiziert und die Unkosten ihres Treuhandbüros inskünftig vollumfänglich alleine trägt. In diesen Umständen können indes keine grundlegenden strukturellen Änderungen erblickt werden, die eine Neutaxation im Sinne von altArt. 25 Abs. 1 AHVV rechtfertigen. So hat das Eidgenössische Versicherungsgericht entschieden, dass die Trennung eines Anwalts von einer Praxisgemeinschaft mit anderen Anwälten nicht zu einer massgebenden strukturellen Änderung führt, auch wenn die Unkosten inskünftig vom betreffenden Anwalt allein getragen werden müssen (ZAK 1992 S. 474 mit Hinweisen; Bürogemeinschaft eines Architekten: ZAK 1981 S. 350, Praxisgemeinschaft eines Arztes: unveröffentlichtes Urteil M. vom 25. Juli 1991, H 99/90). Dies hat, entgegen den Vorbringen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde, auch hier zu gelten. Der Domizilwechsel gilt nach der Rechtsprechung ebenfalls nicht als strukturelle Änderung, selbst wenn damit ein Verlust von Kundschaft entsteht (ZAK 1992 S. 475 Erw. 2c, 1981 S. 350), was die Beschwerdeführerin ohnehin ausdrücklich verneint. Inwiefern sich durch die Scheidung ihre Einkommensgrundlagen somit geändert haben sollten, weist die Beschwerdeführerin nicht nach. Sie führt nur pauschal an, es habe sich vor der Trennung um ein vollkommen anderes Betätigungsfeld gehandelt, die berufliche Situation habe sich tiefgreifend geändert und die den Umsatz bedingenden Einnahmen seien vollkommen neu strukturiert. Im Rahmen ihrer Mitwirkungspflicht (BGE 125 V 195 Erw. 2) wäre es der Beschwerdeführerin indes zumutbar gewesen, die behaupteten Änderungen ihrer beruflichen Situation zu konkretisieren. Dies hat sie nicht getan. Aus den Akten ergeben sich auch keinerlei Hinweise, worin eine solche Neuausrichtung der Tätigkeit bestanden hätte. Eine grundlegende Änderung des Betriebes, in welchem das beitragspflichtige Einkommen aus selbstständiger Erwerbstätigkeit erzielt wird, liegt damit ebenso wenig vor wie eine grundlegende Neugestaltung der gesamten Erwerbstätigkeit. Damit fehlt es an der von der Rechtsprechung geforderten einschneidenden strukturellen Änderung der erwerblichen Situation.