Citation: U 11/07 27.02.2008 E. 8

Zu prüfen sind die erwerblichen Auswirkungen der festgestellten Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. 8.1 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des Beginns des Rentenanspruchs - hier das Jahr 2002 - massgebend, wobei Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erheben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen bis zum Zeitpunkt des Einspracheentscheides zu berücksichtigen sind (BGE 129 V 222, 167 E. 1 S. 169, je mit Hinweisen). 8.2 Zur Bestimmung des Invalideneinkommens für das Jahr 2002 (unbestrittener Zeitpunkt des Rentenbeginns) stellte die Vorinstanz auf den LSE-Tabellenlohn gemäss Tabelle TA1 für mit einfachen und repetitiven Tätigkeiten (Anforderungsniveau 4) im privaten Sektor beschäftigte Männer ab (basierend auf 40 Wochenarbeitsstunden; inklusive 13. Monatslohn) und ermittelte unter Berücksichtigung einer 100%igen Arbeitsfähigkeit, der statistischen betriebsüblichen wöchentlichen Arbeitszeit "Total" im Jahre 2002 von 41,7 Stunden (vgl. Die Volkswirtschaft, Heft 1/2-2008 S. 98 Tabelle B9.2) einen Betrag von Fr. 55'506.-. Hievon nahm sie einen leidensbedingten Abzug von 15 % vor, woraus sie einen Invalidenlohn von Fr. 47'180.80 errechnete. Der Beschwerdeführer beanstandet den Ausgangswert von Fr. 47'180.80 nicht. Er verlangt einzig einen zusätzlichen Abzug von 10 %, da er eine angelernte Person ohne jegliche Berufserfahrung und ohne bestehenden Arbeitsplatz sei und er aufgrund seiner Nationalität (sprachliche Schwierigkeiten) und des doch bereits fortgeschrittenen Alters überdurchschnittlich eingeschränkt sei. 8.3 Hinsichtlich der vorinstanzlichen Bestimmung des Invalideneinkommens ist Folgendes festzuhalten: Sie wollte richtigerweise auf die LSE für das Jahr 2002 abstellen, übernahm aber irrtümlichweise den Monatslohn von Fr. 4437.- für Männer im Anforderungsniveau 4 gemäss LSE für das Jahr 2000. Für das Jahr 2002 beträgt der entsprechende LSE-Tabellenlohn monatlich Fr. 4557.-. Bei korrekter Berechnung ergibt sich mithin ein Betrag von Fr. 57'008.- (Fr. 4557.- x 12 : 40 x 41,7). Bei Veranschlagung des vorinstanzlichen Abzugs von 15 % resultiert ein Invalideneinkommen von Fr. 48'456.80. 8.4 Zu prüfen ist im Weiteren die Frage, ob ein höherer Abzug vom Tabellenlohn gerechtfertigt ist. Das Alter des Versicherten (39 Jahre im Zeitpunkt des Rentenbeginns am 1. September 2002) fällt kaum ins Gewicht, weil Hilfsarbeiten auf dem massgebenden hypothetischen ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 16 ATSG) grundsätzlich altersunabhängig nachgefragt werden und sich das Alter bei Männer-Hilfsarbeitertätigkeiten im hier relevanten Anforderungsniveau 4 im Alter von 30 bis 39 Jahren nicht erheblich lohnsenkend und danach bis zum Lebensalter 63/65 sogar lohnerhöhend auswirkt (LSE 2002 Tabelle TA9 S. 55). Gemäss LSE 2004 Tabelle TA9 S. 65 wirkt sich das Alter bereits zwischen 30 bis 63/65 Jahren lohnerhöhend aus (vgl. auch AHI 1999 S. 237 E. 4c; Urteil 8C_223/2007 vom 2. November 2007, E. 6.2.2). Soweit sich der Versicherte auf seine Nationalität und diesbezüglich auf sprachliche Schwierigkeiten beruft, kann dem nicht gefolgt werden. Die Ausländereigenschaft (Ex-Jugoslawien) ist zu vernachlässigen, da er seit langem in der Schweiz erwerbstätig war und die Niederlassungsbewilligung C besitzt. Diese wirkt sich bei Männern im Anforderungsniveau 4 gegenüber dem entsprechenden, nicht nach dem Merkmal der Nationalität differenzierenden und hier massgebenden Totalwert ebenfalls tendenziell lohnerhöhend aus (LSE 2002 S. 59 TA12, 2004 S. 69 TA12; BGE 126 V 75 E. 5a/cc S. 79; erwähntes Urteil 8C_223/2007, E. 6.2.2). Zwar wurde im Bericht der IV-Stelle vom 4. November 2002 angeführt, der Versicherte habe nicht allzu gute Deutschkenntnisse. Indessen war er zuletzt seit 1990 bis zum Unfall vom 22. Mai 1997 erfolgreich als Monteur erwerbstätig. Weiter absolvierte er die vom 25. September 2000 bis 31. August 2002 dauernde Anlehre zum CAD-Zeichner. Unter diesen Umständen erscheint es nicht gerechtfertigt, im Hinblick auf die ihm zumutbare Erwerbstätigkeit im Anforderungsniveau 4 (einfache und repetitive Tätigkeiten) wegen sprachlicher Schwierigkeiten einen Abzug vom Tabellenlohn vorzunehmen (vgl. auch Urteil I 124/05 vom 7. Dezember 2005, E. 4.2). Der Versicherte war seit 1990 für die gleiche Arbeitgeberin tätig. Tritt er nun eine neue Stelle an, verliert er den bisher allenfalls lohnrelevanten Vorteil der bisherigen Dienstjahre. Jedoch ist in dieser Hinsicht zu berücksichtigen, dass sich das Anfangseinkommen in einer neuen Firma in der Regel nicht isoliert nach der Anzahl Dienstjahre, sondern u.a. auch auf Grund der mitgebrachten Berufserfahrungen bestimmt. Zudem ist eine lange Dienstdauer beim gleichen Arbeitgeber auf dem hypothetischen ausgeglichenen Arbeitsmarkt durchaus positiv zu werten, indem die durch die langjährige Betriebstreue ausgewiesene Zuverlässigkeit und Tüchtigkeit sich bei einem anderen Arbeitgeber im Anfangslohn niederschlägt. Vor allem aber bleibt zu beachten, dass die Bedeutung der Dienstjahre im privaten Sektor abnimmt, je niedriger das Anforderungsprofil ist (BGE 126 V 75 E. 5a/cc S. 79; erwähntes Urteil 8C_223/2007, E. 6.2.2). Dem Aspekt der Dienstjahre kommt deshalb vorliegend auch keine relevante Bedeutung zu. Nach dem Gesagten hat es beim Abzug von 15 % und damit beim Invalideneinkommen von Fr. 48'456.80 für das Jahr 2002 sein Bewenden (E. 8.3 hievor). Für das Jahr 2006 (Zeitpunkt des Einspracheentscheides) resultiert ein Invalideneinkommen von Fr. 50'524.- (vgl. Nominallohnentwicklung Männer "Total": 2003 1,3 %, 2004 0,9 %, 2005 0,9 % und 2006 1,1 %; Bundesamt für Statistik, Nominallohnindex, Männer, 2002-2006, T1.1.93_V).