Citation: 1P.726/2001 16.01.2002 E. 5

In ihrer nachträglichen Eingabe vom 22. November 2001 weisen die Beschwerdeführer zum einen darauf hin, dass der an der tätlichen Auseinandersetzung beteiligte "C.________" inzwischen identifiziert und zur Verhaftung ausgeschrieben, bisher offenbar aber noch nicht aufgefunden und einvernommen worden sei. Dieser neue Umstand bestätige zusätzlich die von ihnen geltend gemachte Komplexität des Sachverhalts; jedenfalls lasse sich die Komplexität nicht abschliessend beurteilen, bevor "C.________" nicht untersuchungsrichterlich einvernommen worden sei. Zum anderen wird dargelegt, dass der Beschwerdeführer 2 nach der Abweisung seines Asylgesuchs nach Jugoslawien ausgereist sei und nicht mehr kurzfristig an Einvernahmen teilnehmen könne, zumal fraglich sei, ob er Einreisebewilligungen erhielte. Er sei daher auch aus diesem Grund auf amtliche Verteidigung angewiesen. 5.1 Die staatsrechtliche Beschwerde führt nicht das vorausgehende kantonale Verfahren wie ein ordentliches Rechtsmittel weiter, sondern stellt einen ausserordentlichen Rechtsbehelf dar, der ein neues, selbständiges Verfahren mit eigenem Streitgegenstand eröffnet, das der Überprüfung kantonaler Hoheitsakte unter dem Aspekt spezifischer Beschwerdegründe, insbesondere der Verfassungsmässigkeit dient (BGE 117 Ia 393 E. 1c S. 395; Mark Forster, Staatsrechtliche Beschwerde in Geiser/Münch (Hrsg.), Prozessieren vor Bundesgericht; Handbücher für die Anwaltspraxis, 2. Aufl. Basel 1998, N 2.1 und 2.57; Kälin, a.a.O., S. 8 f.). Zu prüfen ist, ob der angefochtene Hoheitsakt bei der Würdigung der massgeblichen Sachumstände, so wie sie im Zeitpunkt seines Ergehens festgestellt bzw. in prozessual hinreichender Weise dargetan wurden, verfassungsmässige Rechte verletzt. Mit staatsrechtlicher Beschwerde können daher nur unter eng umschriebenen Voraussetzungen neue Tatsachen und Beweismittel geltend gemacht werden (hiezu namentlich: Forster, a.a.0. N 2.49 ff.; Kälin, a.a.0. S. 369 ff.). Die zulässigen neuen Vorbringen dürfen sich in jedem Fall nur auf Tatsachen und Beweismittel beziehen, die bereits im Zeitpunkt des letzten kantonalen Entscheides existierten, bzw. auf Rechtsnormen, die zu diesem Zeitpunkt bereits in Kraft waren (BGE 102 Ia 76 E. 2f S. 79, 243 E. 2 S. 246; Kälin, a.a.0. S. 370). Solche neuen Sachverhalte können gegebenenfalls aber Anlass zu einem neuen Gesuch vor der Sachbehörde geben. 5.2 Beide neuen Vorbringen betreffen Ereignisse nach Ergehen des angefochtenen Entscheides. Es kann daher auf sie nicht eingetreten werden. Beigefügt sei, dass das nachträgliche Auftauchen von "C.________" keine erhebliche Komplizierung bedeutet und im günstigsten Fall sogar eine Vereinfachung des Verfahrens bewirken kann. Dass die Teilnahme des Beschwerdeführers 2 am Verfahren rein faktisch erschwert ist, begründet ebenfalls nicht per se einen Anspruch auf unentgeltliche Verteidigung. Dass es dem Beschwerdeführer 2 rechtlich verunmöglicht ist, an einzelnen Prozesshandlungen in der Schweiz mitzuwirken, ist nicht in hinreichender Weise dargetan.