Citation: 5P.398/2000 21.12.2000 E. 4

4.-Die Beschwerdeführer erläutern einleitend, das Rügeprinzip veranlasse sie, "die im Rahmen der Nichtigkeitsbeschwerde hievor dargelegten Ausführungen hier zu wiederholen, mit den entsprechenden Anpassungen" (S. 10). Die obergerichtliche Vorgehensweise, durch Ansetzung einer Nachfrist von nur zehn Tagen die dreissigtägigen Bundesrechtsmittelfristen zu verkürzen, wird in der Beschwerdeschrift nicht nur als Verletzung der derogatorischen Kraft des Bundesrechts gerügt, sondern zudem als Verstoss gegen das Willkürverbot im Sinne von Art. 9 BV und gegen den Anspruch auf gleiche und gerechte Behandlung gemäss Art. 29 Abs. 1 BV. Letztere Bestimmung gewährleistet unter anderem die Gleichbehandlung im Verfahren und untersagt, vergleichbare Sachverhalte ohne sachlichen Grund unterschiedlich zu behandeln (vgl. zu Art. 4 aBV: BGE 125 I 161 E. 3a S. 163 und 166 E. 2a S. 168). Die behauptete Ungleichbehandlung gegenüber jedermann, dem eine Beschwerdefrist von dreissig Tagen zur Verfügung steht, liegt dann vor, wenn die Ansetzung der zehntägigen Nachfrist den Vorrang des Bundesrechts verletz- te und insoweit ohne sachliche Begründung erfolgt wäre. Dasselbe gilt für den angeblichen Verstoss gegen Treu und Glauben, den die Beschwerdeführer damit begründen, dass sie durch das obergerichtliche Urteil gezwungen seien, innert der verkürzten Frist von zehn Tagen statt der bundesrechtlich normierten dreissig Tage Beschwerde zu führen (zur Tragweite von Art. 9 BV: BGE 126 II 377 E. 3a S. 387). Beide Rügen sind unbegründet, zumal die angefochtene Nachfristansetzung nicht gegen den Grundsatz der derogatorischen Kraft des Bundesrechts verstösst. Auf die entsprechende E. 4 des Urteils über die Nichtigkeitsbeschwerde kann verwiesen werden. Das Obergericht hat deshalb weder den Anspruch der Beschwerdeführer auf Behandlung nach Treu und Glauben (Art. 9 BV) noch denjenigen auf gleiche Behandlung im Verfahren (Art. 29 Abs. 1 BV) verletzt.