Citation: 6B_196/2021 E. 4.3.5

4.3.5. Die Vorbringen des Beschwerdeführers 1, er habe entgegen den vorinstanzlichen Ausführungen nicht eventualvorsätzlich gehandelt, sind unbehelflich. Nach deren willkürfrei erfolgten Sachverhaltsfeststellungen schoss er, im Waffenumgang absolut ungeübt und frei stehend, die Waffe in der Hand seines auf 90 Grad angehobenen Arms und damit auf der Oberkörperhöhe eines Menschen haltend, aus einer Entfernung von ca. 20 bis 30 Metern in die Richtung des flüchtenden, sich mithin in Bewegung befindenden Beschwerdegegners 3. Ergänzend ist festzuhalten, dass er unbestrittenermassen unter Alkohol- und Drogeneinfluss stand. Aufgrund dieses Tatgeschehens durfte die Vorinstanz darauf schliessen, der Beschwerdeführer 1 habe nicht darauf vertrauen können, den Beschwerdegegner 3 nicht zu treffen, ohne dabei in Willkür zu verfallen. Daran ändern dessen Vorbringen, gezielt gegen jene Hausmauer geschossen zu haben, bei welcher sich der Boiler befinde und wo sich niemand aufgehalten habe, nichts, im Gegenteil: Die vom Beschwerdeführer 1 geltend gemachte Zielrichtung (Hauswand neben Boiler) und der Standort des Beschwerdegegners 3 im Zeitpunkt der Schussabgabe (im Bereich eben dieses Boilers) machen deutlich, dass - wenn überhaupt - nur ein im Waffenumgang äusserst geübter und mit der fraglichen Waffe vertrauter Schütze darauf hätte vertrauen dürfen, den rennenden Beschwerdegegner 3 nicht zu treffen (vgl. die die Situation illustrierende Fotografie in UA S1/76). Dies wird nicht zuletzt damit belegt, dass der Beschwerdeführer 1 sein Ziel und damit die "menschenleere Hauswand" unbestrittenermassen mittels einer mit dem Arm eingenommenen 90 Grad Position anvisierte, das Projektil aber letztlich im Sockel, rechts des Boilers, sichergestellt worden ist. Sein Einwand, er habe lediglich einen Warnschuss abgeben und Angst machen wollen, ändert hieran nichts. Auch wenn es nicht sein Handlungsziel war, den Beschwerdegegner 3 zu töten, blieb es aufgrund der von der Vorinstanz willkürfrei festgestellten Umstände offensichtlich einzig dem Zufall überlassen, ob er diesen - gewollt oder ungewollt - (tödlich) treffen würde oder nicht. Er konnte nicht darauf vertrauen, dass die mit der Schussabgabe geschaffene vermeintliche Todesgefahr sich nicht realisieren werde. Die vorinstanzliche Feststellung, der Beschwerdeführer 1 habe den Tod des Beschwerdegegners 3 billigend in Kauf genommen, verletzt kein Bundesrecht. Die Beschwerde erweist sich auch in diesem Punkt als unbegründet.