Citation: 5A_163/2017 E. 2.2.2

2.2.2. Gestützt auf das Urteil vom 20. April 1988 hat das Kantonsgericht festgestellt, der Stifterwille habe darin bestanden, das Geschlecht der von Segesser vor Not, Mangel und Armut zu bewahren und ihre Glieder um so tauglicher zu des Vaterlandes Diensten zu machen. Dem jeweiligen Fideikommissar habe also der Ertrag eines Vermögens zustehen sollen, das ihm ermöglichte, sich dem unrentablen aber ehrenvollen Staatsdienst zu widmen. Weiter sei das Verwaltungsgericht zum Schluss gelangt, der Stifter habe wissen müssen und auch tatsächlich gewusst, dass die einzelnen Vermögensteile nicht real, sondern nur wertmässig erhalten werden könnten. Das Fideikommissvermögen habe denn ursprünglich auch lediglich Bodenzinsgülten umfasst. Die streitgegenständliche Liegenschaft sei erst zwischen 1737 und 1788, also nach der im Jahre 1737 erfolgten Ratifizierung des Fideikommisses erworben und zum Fideikommissgut geschlagen worden. Die Gülten aber könnten ohne Weiteres abgelöst werden, weshalb der Stifter selbst hierzu festgehalten habe, dass das Geld aus der Ablösung einer bestimmten Gült wieder sicher anzulegen sei. Nach und nach seien denn auch alle ursprünglichen Bodenzinsgülten abgelöst worden. Schliesslich habe das Verwaltungsgericht bemerkt, dass der Sinn und Zweck des Familienfideikommisses - nämlich dem jeweiligen Fideikommissar ein bestimmtes Vermögenssubstrat zur Nutzung zur Verfügung zu stellen - es allenfalls gar erforderlich mache, Grund und Boden zu veräussern, um so das Vermögenssubstrat zu retten. Die Geschichte der Fideikommisse kenne denn auch entsprechende Beispiele. Die Frage, ob die Veräusserung der einzelnen Fideikommissgüter zulässig sei, müsse hier nicht abschliessend beurteilt werden, wäre aber wohl eher zu bejahen, so dass die Zulässigkeit der wesentlich weniger weit gehenden Belastung eines Fideikommissgrundstücks mit einem Baurecht umso eher zu bejahen sei. Gestützt auf das damalige Urteil hat das Kantonsgericht abschliessend festgestellt, dass das Verwaltungsgericht eine zwingende Realnutzungsmöglichkeit nicht als Ausfluss des Stifterwillens angesehen habe und dass seinem Urteil deshalb auch nicht entnommen werden könne, der Baurechtsvertrag von 1985 habe einzig genehmigt werden können, weil dem jeweiligen Fideikommissar mit dem Wohnrecht eine minimale Realnutzungsmöglichkeit verblieben sei (E. 5.3 S. 8 f. des angefochtenen Urteils).