Citation: I 766/03 17.06.2004 E. 3

3.1 Die Beschwerdeführerin bringt vor, das MEDAS-Gutachten vom 4. Februar 2002, auf das Verwaltung und Vorinstanz sich bei ihren Entscheiden abstützten, sei unklar und hinsichtlich der Frage der Restarbeitsfähigkeit widersprüchlich. Da es auf Untersuchungen beruhe, die elf Monate vor dem Erlass der angefochtenen Verfügungen stattgefunden hätten, beurteile es zudem nicht die für den Entscheid zeitlich massgebende gesundheitliche Situation. Die von den MEDAS-Gutachtern vorgeschlagene Massnahme (Einarbeitungsphase von zwölf Wochen mit Steigerung der Arbeitsfähigkeit von 25 % auf 50 %) zeige auf, dass sie die Beschwerdeführerin im Zeitpunkt der Begutachtung offensichtlich als zu 75 % arbeitsunfähig erachtetet hätten. Die empfohlene Eingliederung habe damit bloss auf einer Hoffnung beruht. Es sei fragwürdig gewesen, im Zeitpunkt dieser 75-prozentigen Arbeitsunfähigkeit innert so kurzer Frist eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit vorauszusagen, insbesondere auch angesichts der im Recht liegenden umfassenden früheren Abklärungen. Im Widerspruch dazu stehe aber vor allem die Feststellung der MEDAS-Gutachter, die Prognose sei schlecht und insbesondere sei die Kombination eines somatischen mit einem psychosomatisch begründeten Leiden als ungünstig zu bewerten. Die damit angesprochene Verschlechterung des Gesundheitszustandes müsse zwingend zu einer höheren Arbeitsunfähigkeit führen. Zudem bringe die Formulierung eine Unsicherheit über die weitere Entwicklung der Arbeitsfähigkeit zum Ausdruck. Nicht nachvollziehbar sei schliesslich, dass die MEDAS-Gutachter gestützt auf eine 25-50-prozentige Arbeitsfähigkeit aus rheumatologischer Sicht und eine 50-60-prozentige Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht im Ergebnis lediglich zu einer Gesamtarbeitsunfähigkeit von 50 % kämen. Der Psychiater Dr. med. B.________ habe im September 2000 die Arbeitsunfähigkeit auf 50-60 % und Ende Januar 2001 auf 55 % festgesetzt, wobei er jeweils von einer langfristigen Arbeitsunfähigkeit gesprochen und eine per se schlechte Prognose gestellt habe. 3.2 Es trifft zu, dass Dr. med. B.________ am 30. Januar 2001 in seiner arbeitsprognostischen Abklärung gegenüber dem Vertrauensarzt der Rentenanstalt/Swiss Life "die versicherungsmedizinisch relevanten Befunde zusammenfassend" die Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin "langfristig auf 55 %" einschätzte. Aber er tat dies explizit "im Rahmen einer übergreifenden psychiatrischen Beurteilung unter Einschluss der relevanten somatisch-rheumatologischen Diagnosen." Diese Schätzung weicht nicht erheblich von der von sechs Ärzten unterzeichneten MEDAS-Beurteilung ab, wonach die Beschwerdeführerin nach Durchführung einer medizinischen und beruflichen Rehabilitation eine Arbeitsfähigkeit von 50 % realisieren könne. Der in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde ebenfalls erhobene Einwand, auf Grund der ärztlichen Berichte sei erstellt, dass die Beschwerdeführerin nicht simuliere oder aggraviere, trifft zu; er ist aber insofern stark zu relativieren, als nach der übereinstimmenden und überzeugenden Darstellung in den ärztlichen Berichten ein markant selbstbegrenzendes Verhalten der Beschwerdeführerin bei den Abklärungen der eigentliche Grund dafür ist, dass die Prognosen mit Unsicherheiten behaftet sind. Es ergibt sich aus der Mehrzahl der Berichte von Ärzten und Eingliederungsberatern, die mit der Beschwerdeführerin die Frage der Wiederaufnahme einer Arbeit erörterten, ein ausgeprägtes Verhaltensmuster der Beschwerdeführerin, auch unter medizinisch klar definierten Rahmenbedingungen zumutbare Tätigkeiten nicht anzutreten. Mit ihrem selbstbegrenzenden Verhalten kommt die Versicherte der Pflicht zur Selbsteingliederung nicht ausreichend nach, denn nach der Rechtsprechung gilt im Gebiet der Invalidenversicherung ganz allgemein der Grundsatz, dass die invalide Person, bevor sie Leistungen verlangt, alles ihr Zumutbare selber vorzukehren hat, um die Folgen ihrer Invalidität bestmöglich zu mildern; deshalb besteht kein Rentenanspruch, wenn die Person selbst ohne Eingliederungsmassnahmen zumutbarerweise in der Lage wäre, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (BGE 113 V 28 Erw. 4a mit Hinweisen).