Citation: 7B_804/2024 E. 6.1

6.1. Die Vorinstanz erwägt zusammengefasst, Haft wegen Ausführungsgefahr gemäss Art. 221 Abs. 2 StPO setze weder den dringenden Tatverdacht einer Straftat noch überhaupt ein Strafverfahren voraus. Auch wenn gegen den Beschuldigten vorliegend eine Untersuchung geführt werde, werde die zur Diskussion stehende Haft nicht damit begründet, dass sie erforderlich wäre, um den geordneten Gang des Strafverfahrens sicherzustellen. Vielmehr handle es sich um eine reine Präventivhaft, die künftige Delikte verhindern soll. Letzteres stelle das öffentliche Interesse dar, das die Haft rechtfertige, und daran habe sich demzufolge auch der mit ihr einhergehende Grundrechtseingriff zu messen. Das Abstellen auf die drohende Sanktion wäre daher sachfremd. Vorliegend überwiege das Interesse, drohende Straftaten zu verhindern, das private Interesse des Beschuldigten, bis zu einem rechtskräftigen Urteil in Freiheit zu bleiben. Die Aufrechterhaltung der Haft sei daher weiterhin zumutbar, auch wenn diese im vorliegenden Strafverfahren bereits rund zehn Monate andauere. Im Sinne einer Eventualbegründung hält die Vorinstanz sodann fest, die Aufrechterhaltung der Haft sei auch dann als zumutbar zu qualifizieren, wenn auf die drohende therapeutische Massnahme abgestellt würde. Angesichts der drohenden Delikte und der gutachterlichen Empfehlung erscheine es aus heutiger Sicht wahrscheinlich, dass eine therapeutische Massnahme in stationärer Form angeordnet werde. Dass gemäss Gutachten nach einer mindestens mehrmonatigen stationären Behandlung ein Wechsel in ein ambulantes Setting denkbar sei, sei dagegen nicht massgebend. Dies sei jedenfalls solange nicht relevant, wie die stationäre Behandlung nicht angetreten werde, zumal derzeit auch keinerlei Motivation des Beschuldigten für eine solche umfassende stationäre Therapie bestehe.