Citation: U 8/06 13.03.2006 E. 2

2.1 Es steht aufgrund der Akten fest und ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer beim Essen einer "Griotte au Kirsch" genannten Praline auf einen Kirschstein biss und dabei einen Backenzahn beschädigte. Laut Auskunft der Herstellerfirma Boulangerie-Pâtisserie-Confiserie X.________, besteht die Süssigkeit aus einer nicht entsteinten Kirsche, die mit einer sirupähnlichen Masse umhüllt und mit Schokolade überzogen wird. Die Vorinstanz ist zum Schluss gelangt, der Kirschstein sei als üblicher Bestandteil dieser Praline zu betrachten, weshalb die Ungewöhnlichkeit des äusseren Faktors zu verneinen sei. 2.2 Demgegenüber bringt der Beschwerdeführer vor, das kantonale Gericht habe nicht alle Umstände in Betracht gezogen. Üblicherweise beständen solche Confiserieerzeugnisse aus einem mit Schnaps gefüllten, hohlen Zuckerkern. Auf der Verpackung sei kein Hinweis angebracht gewesen, dass die Pralinen nicht entsteinte Kirschen enthielten. Zu berücksichtigen sei schliesslich, dass er die "Griottes au Kirsch" geschenkt erhalten und nicht gekauft habe, was insofern von Bedeutung sei, als er keine persönliche Entscheidung über den Erwerb des Produkts habe treffen müssen. Er habe daher davon ausgehen dürfen, er esse mit Kirschwasser gefülltes Konfekt. 2.3 Der Betrachtungsweise des Beschwerdeführers kann nicht beigepflichtet werden. Die Annahme, die Praline bestehe aus einem Zuckerkern mit Kirschwasser, ist schon deshalb unpassend, weil die Bezeichnung "Griottes au Kirsch" auf eine bestimmte, in Kirschwasser eingelegte Kirschensorte ("Weichselkirsche") hinweist. Es war daher zumindest damit zu rechnen, die Süssigkeit enthalte das Fleisch dieser Früchte. Sodann werden die Kirschsteine in den "Griottes au Kirsch" nicht dadurch zu Fremdkörpern, weil im Detailhandel ähnliche Produkte mit entsteinten Früchten, wie die "Mon Chéri"-Pralinen, erhältlich sind. Es ist anzunehmen, dass die "Griottes au kirsch" eine Spezialität der Confiserie X.________ sind und nur in der Region angeboten werden. Dem Beschwerdeführer waren sie denn auch nicht bekannt. Unter diesen Umständen durfte er nicht davon ausgehen, es handle sich um ein Erzeugnis, das mit ähnlichen Produkten, die im Detailhandel weit verbreitet angeboten werden, vergleichbar ist. Vielmehr hätte er beim Zerbeissen der ersten "Griotte au Kirsch" prüfen müssen, welche Bestandteile sie enthält. Ein solches Vorgehen erscheint um so mehr geboten, als der Beschwerdeführer die ihm unbekannten Pralinen geschenkt erhielt und er somit keine Gelegenheit hatte, wie im Falle eines Kaufs, nachzufragen, woraus das gewünschte Produkt besteht. Der Biss auf den Kirschstein ist daher einer ungenügenden Sorgfalt des Beschwerdeführers zuzuschreiben. Dies hat jedoch unberücksichtigt zu bleiben, weil es bei der Frage der Ungewöhnlichkeit des äusseren Faktors nur auf die objektiven Umstände ankommt. Ungewöhnlich war somit nicht der Biss auf den Kirschstein in der "Griotte au Kirsch", sondern die dadurch verursachte Schädigung des Backenzahns. Weil sich das Merkmal der Ungewöhnlichkeit nur auf den äusseren Faktor selbst, nicht aber auf dessen Wirkungen auf den menschlichen Körper bezieht, liegt kein Unfall im Sinne von Art. 4 ATSG vor.