Citation: 5A_283/2024 E. 2.6.1

2.6.1. Sodann wirft die Beschwerdeführerin dem Obergericht Willkür in der Anwendung von Art. 106 und Art. 107 ZPO vor. Das Kriterium der Schwangerschaft stelle kein sachgerechtes Kriterium dar, um die Kostenverlegung nach Art. 107 ZPO zu begründen. Nicht die Schwangerschaft sei Gegenstand der Klage nach Art. 256 ZGB, sondern das Recht des Ehemanns zu wählen, ob er seine nicht-biologische Abstammung auch in rechtlicher Hinsicht abgebildet haben, oder ob er der "Schein"-Vater bleiben wolle. Willkürlich sei der Entscheid, indem der Beschwerdeführerin die gesamten Kosten auferlegt würden und dem Ehemann (Beschwerdegegner) eine Parteientschädigung zugesprochen werde, obwohl beide vor dem Verfahren gewusst hätten, dass der Ehemann nicht der biologische Vater sei, beide vom Kind eingeklagt worden seien und beide sich der Klage von Anfang an unterzogen hätten. Die unterschiedliche Auferlegung der Kosten ohne sachliche Gründe sei willkürlich.