Citation: I 137/05 26.10.2005 E. 3

3.1 Die Vorinstanz hat in Würdigung der gesamten Aktenlage zu Recht erkannt, dass die Voraussetzungen für die Herabsetzung des Wartezeittaggeldes vorliegend nicht erfüllt sind. Mit Blick auf die gesamten Umstände kann nicht gesagt werden, dass der Beschwerdegegner seiner Schadenminderungspflicht nicht gehörig nachgekommen ist. Gemäss Gutachten des Psychiaters Dr. med. I.________, welches im Auftrag der IV-Stelle am 4. Dezember 2001 erstattet wurde, ist der Versicherte seit September 2000 in einer angepassten Tätigkeit (Belastbarkeit unter Stress, Hektik, Druck und emotionalen Kampf- und Konfliktsituationen markant vermindert) zu 75% arbeitsfähig. Auf körperlicher Ebene, hinsichtlich der durchgemachten Herzerkrankung, bestand keine Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit mehr. Der Gutachter empfahl ein Arbeitsfeld in sozialen, helferischen und soweit möglich in emotional harmonischen, kreativen Gebieten und stellte fest, dass der geeignete Tätigkeitsbereich berufsberaterisch zu konkretisieren sei. Im Schreiben vom 12. März 2002 hielt die IV-Stelle, berufliche Eingliederung, selbst fest, dass realistisch gesehen eine Tätigkeit für den Versicherten ohne eine vorangehende gründliche Ausbildung kaum zu realisieren sei. Mit Verfügungen vom 18. Juli und 26. Juli 2002 wurde daraufhin die Umschulung zum Naturheilpraktiker bewilligt. Wie der Beschwerdegegner zu Recht anführt, teilte die IV-Stelle offenbar diese Einschätzung, gewährte sie ihm doch mit Verfügung vom 20. Mai 2003 eine ganze IV-Rente für die Zeit vom 1. Januar 1998 (Anmeldung) bis 31. Oktober 2002 (Beginn der bewilligten Umschulung) basierend auf einem Invaliditätsgrad von 100 %. Entgegen den Ausführungen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde kann nicht von einer Erwerbsfähigkeit von 75 % seit September 2000 ausgegangen werden. In den Jahren 1998 und 1999 hatte der Versicherte aktenkundig Arbeitslosentaggelder bezogen, welche jedoch nach Zusprache der Invalidenrente von der Arbeitslosenkasse wieder zurückgefordert wurden (Einspracheentscheid vom 2. Juli 2003). Mit der Vorinstanz hat der Beschwerdegegner in dieser Zeit folglich trotz ausreichender Arbeitsbemühungen keine Arbeit gefunden. Unter Berücksichtigung, dass er seit längerer Zeit nicht mehr im Arbeitsprozess stand und gesundheitsbedingt nur in beschränktem Rahmen einsetzbar war, ist mit Blick auf die Arbeitsmarktlage in den Jahren 2000 bis 2003 nicht davon auszugehen, dass es ihm bei entsprechenden Arbeitsbemühungen zumutbar gewesen wäre, zumindestens einer teilweisen Erwerbstätigkeit nachzugehen oder eine Teilzeitstelle zu finden, in einem Arbeitsgebiet, in welchem er vorher nicht tätig war. Vielmehr ist in Bestätigung des kantonalen Gerichtsentscheides davon auszugehen, dass er aus Gründen, welche nicht von ihm zu vertreten sind, während der Wartezeit kein Erwerbseinkommen erzielen konnte. 3.2 Was in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde dagegen vorgetragen wird, führt zu keinem andern Ergebnis. Dass sich der Versicherte in den Jahren 2000 bis 2003 weiterhin vergeblich um Arbeit bemüht hatte - wie die Vorinstanz annahm - ist zwar beweismässig nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, sondern lediglich glaubhaft gemacht. Daraus vermag die Beschwerdeführerin jedoch nichts zu ihren Gunsten abzuleiten. Auch ohne zusätzliche Beweisvorkehren bezüglich der behaupteten Arbeitsbemühungen kann mit Blick auf die gesamte Ausganglage nicht von einem pflichtwidrigen Verhalten von Seiten des Beschwerdegegners gesprochen werden.