Citation: 6B_430/2019 E. 3.2

3.2. Vorliegend ist unbestritten, dass das Beschleunigungsgebot verletzt wurde. Die Vorinstanz hat dem - angesichts des geringen Aktenumfangs, der fehlenden Komplexität des Sachverhalts und der Kürze der erstinstanzlichen Urteilsbegründung - als zu lang beurteilten Verfahren denn auch durch eine erhebliche Reduktion der ausgefällten Busse von erstinstanzlich Fr. 2'000.-- auf Fr. 500.-- Rechnung getragen. Dass sie das ihr dabei zustehende, weite sachrichterliche Ermessen missbraucht hätte, ist nicht ersichtlich und tut der Beschwerdeführer nicht dar. Insbesondere die von ihm geforderte Verfahrenseinstellung kommt nur bei absoluten Extremfällen in Betracht. Indes kann keine Rede davon sein, dass dem Beschwerdeführer aufgrund der Verfahrensverzögerung ein aussergewöhnlich schwerer Schaden entstanden wäre (oben E. 3.1). Dies behauptet er auch nicht. Ebenfalls ist, nicht zuletzt angesichts der geringen Schwere der Vorwürfe und der entsprechend nicht besonderen Belastung für eine beschuldigte Person, unerfindlich, weshalb die Verfahrensdauer von etwas mehr als drei Jahren schlechterdings unzumutbar gewesen sein soll. Daran ändert nichts, dass der Beschwerdeführer als Folge der strafrechtlichen Verurteilung allenfalls Administrativmassnahmen zu gewärtigen hat, und dass auch das schriftlich geführte, offenbar (nachvollziehbar) nicht prioritär behandelte Berufungsverfahren mehrere Monate in Anspruch nahm. Mit seinem Einwand, wonach die Verfahrensverzögerung durch die Notwendigkeit eines Weiterzugs der kantonalen Urteile an das Bundesgericht und gegebenenfalls den EGMR gar vergrössert würde, verkennt der Beschwerdeführer ferner, dass diese Verzögerung dem gesetzlichen, rechtsstaatlichen Verfahren immanent und letztlich auch durch ihn selbst verursacht ist. Die weiteren Rügen, wonach die gerichtlichen Instanzen kein nach Art. 6 und 13 EMRK faires Verfahren garantiert, und die Staatsanwaltschaft nicht an den vorinstanzlichen Verhandlungen teilgenommen hätten, hat das Bundesgericht verworfen (oben E. 1 und 2). Sie können daher nicht zur Begründung der beantragten Verfahrenseinstellung dienen. Abgesehen davon besteht zwischen den - unbegründeten - Rügen und der Verfahrensverzögerung keinerlei Zusammenhang. Es ist daher nicht einzusehen, weshalb sie zu einer Verfahrenseinstellung führen müssten. Im Übrigen verkennt der Beschwerdeführer, dass der von Art. 6 Ziff. 1 EMRK vermittelte Anspruch auf Verfahrensbeschleunigung nicht über denjenigen gemäss Art. 29 Abs. 1 BV hinausgeht (vgl. oben E. 3.1). An eine Kostenreduktion oder einen Kostenverzicht, wie es der Beschwerdeführer ebenfalls verlangt, wäre schliesslich nur bei einer Verfahrenseinstellung zu denken gewesen (Art. 423 Abs. 1 i.V.m. Art. 426 Abs. 1 StPO; e contrario vgl. auch Art. 426 Abs. 2 StPO). Ein Abweichen von diesen Grundsätzen hätte die Abkehr vom Prinzip der Akzessorietät der Kosten zur Folge. Ebenso wenig liegt eine "fehlerhafte Verfahrenshandlung" gemäss Art. 426 Abs. 3 lit. a bzw. Art. 417 StPO vor, was eine teilweise Kostenauflage an den Kanton erlauben würde. Solches setzt im Übrigen ein Verschulden voraus, während die Folgen einer Verletzung des Beschleunigungsgebots von einem Verschulden unabhängig sind (BGE 143 IV 373 E. 1.4.2).