Citation: 7B_780/2024 E. 5.5.2

5.5.2. Die Kindesschutzbehörde kann einen Beistand unter anderem dann anordnen, wenn Eltern in einer Angelegenheit Interessen haben, die denen des Kindes widersprechen (Art. 306 Abs. 2 ZGB). Die Befugnisse der Eltern in der entsprechenden Angelegenheit entfallen bei Interessenkollision von Gesetzes wegen (Art. 306 Abs. 3 ZGB). Dabei genügt eine abstrakte Gefährdung der Interessen des Kindes (BGE 118 II 101 E. 4; 107 II 105 E. 4; Urteil 5A_30/2024 vom 5. Juli 2024 E. 3.1 mit Hinweisen). Eine Interessenkollision im oben genannten Sinne kann insbesondere in Fällen bestehen, in denen es um die Wahrung der Opferrechte des minderjährigen Kindes im Strafverfahren gegen die Eltern oder einen Elternteil geht (vgl. Urteile 1P.848/2005 vom 18. Juli 2006 E. 1.3 f.; 5C.84/2004 vom 2. September 2004 E. 2.1 f.; AFFOLTER-FRINGELI/VOGEL, in: Berner Kommentar, Schweizerisches Zivilgesetzbuch, 2016, N. 41 zu Art. 306 ZGB; SCHWENZER/COTTIER, in: Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch, Bd. I, 7. Aufl. 2022, N. 5 zu Art. 306 ZGB).