Citation: 8C_331/2018 E. 4.2.1

4.2.1. Dabei ist entgegen der Ansicht beider Parteien durchaus zentral, dass der Versicherte ab 1. Oktober 2012 (Beginn der Rahmenfrist für den Leistungsbezug) bereit und in der Lage war, eine zumutbare Arbeit im Umfang von mindestens 20 % eines Normalarbeitspensums anzunehmen (vgl. E. 2.3 hiervor). Denn da an diesem Tag die Vermittlungsfähigkeit und dazu auch alle anderen Anspruchsvoraussetzungen erfüllt waren (Art. 9 Abs. 2 AVIG; E. 2.2 hiervor und E. 4.2.2 f. hiernach), besteht kein Anlass für eine revisionsweise Neufestsetzung der Rahmenfristen. Leistet die Unfallversicherung für eine bestimmte Zeit volle Taggelder gestützt auf Art. 25 Abs. 3 UVV, entfällt zwar, trotz bestehender Vermittlungsfähigkeit, der gleichzeitige Anspruch auf Arbeitslosentaggelder. Mit dieser Taggeldkoordination wird allerdings lediglich eine vorübergehende Überentschädigung verhindert. Nur wenn sich - anders als hier - die Annahme der Vermittlungsfähigkeit (oder einer anderen Anspruchsvoraussetzung), bezogen auf den Stichtag, nachträglich als unrichtig herausstellt, liegt hinsichtlich der Festsetzung der Rahmenfristen ein Revisionsgrund vor. Dies gilt unabhängig davon, ob zusätzlich zur Arbeitslosenentschädigung die Leistungspflicht der Unfall- und/oder der Invalidenversicherung zur Debatte steht. Zu denken ist im Übrigen auch an arbeitslose Personen, welche während der laufenden Rahmenfrist für den Leistungsbezug in einer oder mehreren Kontrollperioden einen Zwischenverdienst erzielen, welcher aufgrund seiner Höhe weitere Leistungen der Arbeitslosenversicherung ausschliesst. Auch in einer solchen Konstellation gehen - mit den Worten des Versicherten gesprochen - diese Leistungsmonate "verloren". Die Rahmenfristen können gleichermassen zu einem späteren Zeitpunkt nicht neu festgesetzt werden.