Citation: 5A_901/2017 E. 5.3.3

5.3.3. Zu einem anderen Schluss gelangt das Gutachten bezüglich des Sohns D.A.________ (Gutachten, S. 83; vgl. auch S. 72 f.) : "Bei D.A.________ ist aus gutachterlicher Sicht eine vorerst auf beschränkte Dauer angesetzte Fremdplatzierung zu empfehlen. D.A.________ kann so seinen Lebensmittelpunkt an einem neutralen, nicht konflikthaft kontaminierten Ort verlegen und von dort aus die Beziehung zu den Kindseltern pflegen. Auf diese Weise kann das System aufgelöst und dysfunktionale Dynamiken, insbesondere die maligne Loyalität zur Kindsmutter, welche den Kontakt zum Kindsvater verunmöglicht, [können] reduziert werden." Die aus fachlicher Sicht indizierte Trennung von Mutter und Sohn kann auch nicht mit Blick auf die Grundsätze unterbleiben, dass stabile Verhältnisse zu erhalten und Kinder nicht zu trennen sind. Wie ausgeführt sind diese Grundsätze vorliegend nicht von überragender bzw. nur von untergeordneter Bedeutung. Aus dem Gutachten ergibt sich sodann, dass die derzeitige Situation das Wohl des Sohnes gefährdet und dass bei diesem, anders als bei der Tochter, die Nachteile einer Trennung von der Mutter die Vorteile nicht überwiegen. Hieran ändert auch der Hinweis des Obergerichts nichts, dass es gemäss dem Gutachten bei einer Trennung zu Dekompensationsreaktionen im familiären System kommen könnte. Wie der Beschwerdeführer richtig einwendet, betrifft diese Gefahr vorab die Beschwerdegegnerin und nicht D.A.________, sodass sie einer Änderung der bestehenden Situation nicht entgegensteht. Allfälligen nachteiligen Auswirkungen für den Sohn kann mit einer Verlaufsbegutachtung genügend Rechnung getragen werden (vgl. zum Ganzen Gutachten, S. 85). Wenig nachvollziehbar ist sodann der Einwand der Vorinstanz, das Gutachten enthalte keine Einschätzung der mittelfristigen Aussichten. Jedenfalls ist entscheidend, dass die derzeit bestehende Gefährdung des Kindeswohls abgewandt wird (vgl. dazu Gutachten, S. 84). Auch die Fachpersonen gehen sodann davon aus, dass die Situation im Auge zu behalten und in Zukunft falls nötig anzupassen ist. Weshalb das Fehlen einer Einschätzung der mittelfristigen Perspektiven der Massnahme entgegenstehen sollte, ist daher nicht einsichtig. Aus welchen anderen Gründen das Obergericht entgegen dem Fachgutachten sodann zum Schluss kommen könnte, eine Trennung des Sohns von der Mutter könne ersterem mehr schaden als nützen, ist nicht zu erkennen. Wie das Obergericht schliesslich selbst festhält, kann dem von D.A.________ geäusserten Wunsch, bei der Mutter zu bleiben, aufgrund der bestehenden Dynamik im Familiensystem bzw. der starken Beeinflussung des Sohns durch die Mutter, kein entscheidendes Gewicht zukommen. Hinsichtlich des Verbleibs des Sohns bei der Beschwerdegegnerin erweist sich das angefochtene Urteil damit als offensichtlich unhaltbar. Abgesehen davon, dass die Vorinstanz die massgebenden Kriterien falsch gewichtet und teilweise widersprüchlich argumentiert, ist das Obergericht von den gutachterlichen Erkenntnissen abgewichen, ohne dass hierfür nachvollziehbare Gründe bestehen würden. Das angefochtene Urteil erweist sich damit insoweit als willkürlich und die Beschwerde als begründet.