Citation: 2A.619/2005 02.03.2006 E. 3

3.1 Die Regelung von Art. 8 Abs. 1 lit. c BGFA will die Zahlungsfähigkeit des Anwalts sicherstellen. Die Klienten sollen ihm bedenkenlos finanzielle Mittel anvertrauen können und nicht befürchten müssen, dass der Anwalt diese Mittel wegen Zahlungsschwierigkeiten nicht zurückgeben kann (vgl. Ernst Staehelin/Christian Oetiker in: Fellmann/ Zindel [Hrsg], Kommentar zum Anwaltsgesetz, Zürich 2005, Rz. 23 zu Art. 8 BGFA). Die Eintragung ins kantonale Anwaltsregister muss unabhängig davon verweigert werden, ob es sich um einen provisorischen oder um einen definitiven Verlustschein handelt (Staehelin/ Oetiker, a.a.O, Rz. 25 zu Art. 8 BGFA). So war bereits in der Botschaft des Bundesrates vom 28. April 1999 zum Anwaltsgesetz - zur damals in Art. 7 des Gesetzesentwurfes vorgesehenen entsprechenden Regelung - ausdrücklich festgehalten, dass gegen Anwältinnen und Anwälte "weder provisorische noch definitive Verlustscheine bestehen" dürfen (BBl 1999 6013 ff., 6050). Dem wurde in den parlamentarischen Beratungen diskussionslos zugestimmt (vgl. AB 1999 S 1165 ff., AB 2000 N 38 ff.). Die Auffassung des Beschwerdeführers, der Gesetzgeber habe die provisorischen Verlustscheine beim Erlass von Art. 8 Abs. 1 lit. c BGFA nicht miterfassen wollen, erscheint damit unbegründet. 3.2 Nach den für das Bundesgericht grundsätzlich verbindlichen Feststellungen des Verwaltungsgerichts (vgl. E. 1.2) sind gegen den Beschwerdeführer sowohl vor der Konkurseröffnung als auch nach der Einstellung des Konkursverfahrens zahlreiche Pfändungen durchgeführt worden, welche eine ungenügende Deckung erbracht hatten (S. 7 des angefochtenen Entscheides; vgl. auch den Auszug aus dem Betreibungsregister über die Periode vom 1. Januar 2003 bis zum 14. April 2005 sowie die Pfändungsurkunde des Betreibungsamtes Frauenfeld vom 20. April 2005). Damit liegen - ungetilgte (vgl. Staehelin/Oetiker, a.a.O., Rz. 27 zu Art. 8 BGFA) - Verlustscheine gegen den Beschwerdeführer vor. Dass es sich dabei um bloss provisorische im Sinne von Art. 115 Abs. 2 SchKG handelt, ändert nach dem Gesagten nichts daran, dass der Beschwerdeführer die Voraussetzung von Art. 8 Abs. 1 lit. c BGFA nicht (mehr) erfüllt und deshalb aus dem kantonalen Anwaltsregister zu löschen ist (Art. 9 BGFA).