Citation: 6B_127/2021 E. 5.2.1

5.2.1. Es ist unbestritten und erstellt, dass der Beschwerdeführer eine Katalogtat nach Art. 66a Abs. 1 lit. b StGB begangen hat, die grundsätzlich zu einer Landesverweisung führen muss. Mit Blick auf die Integration resp. einen persönlichen Härtefall konstatiert die Vorinstanz sodann überzeugend, dass der Beschwerdeführer erst Ende 2012 resp. Anfang 2013 in die Schweiz migriert ist, mithin die Mehrheit seines Lebens, knapp 20 Jahre, im Kosovo sowie in Slowenien verbrachte, wo er die Schule besuchte und zwei Jahre studierte. Er ist unverheiratet und hat keine Kinder. Seine Freundin bzw. Verlobte ist Schweizerin albanischer Herkunft. Die Eltern, zu denen er enge Beziehungen unterhält, leben in Slowenien, ein Bruder seit kurzem ebenfalls in der Schweiz. Vor seiner Verhaftung arbeitete der Beschwerdeführer während fünf Jahren als Bodenleger. Ausserdem ist er Boxer. Er ist nicht vorbestraft, hat aber während des laufenden Verfahrens neuerlich delinquiert. Mit der deutschen Sprache ist er gemäss der nachvollziehbaren vorinstanzlichen Feststellung nicht allzu vertraut, zumal die Einvernahmen mit einem Dolmetscher stattfanden. Nach dem vorstehend Gesagten ist sodann erstellt, dass der Beschwerdeführer den überwiegenden Teil seines Lebens in seinem Herkunftsland verbrachte, und der Vorinstanz zuzustimmen, dass er mit seiner Heimat kulturell, sprachlich und persönlich enger verwurzelt ist als mit der Schweiz. Es ist daher - entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers - nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz einen persönlichen Härtefall verneint. Eine besondere, namentlich persönliche oder wirtschaftliche, Integration in der Schweiz (vgl. dazu BGE 144 II 1 E. 6.1) ist klar zu verneinen. Daran ändert weder die berufliche Tätigkeit oder die Absicht des Beschwerdeführers, für die Schweiz zu boxen, noch das Fehlen von Vorstrafen etwas. Die Vorinstanz erwägt sodann zu Recht, dass es dem Beschwerdeführer ohne weiteres möglich und zumutbar ist, sich in seinem Herkunftsland, wo seine Eltern leben, sozial und beruflich wieder zu integrieren, zumal er vorinstanzlich auch nicht geltend gemacht hatte, aus einer Notlage oder sonstigen Drucksituation heraus migriert zu sein. Gleiches gilt gegebenenfalls für seine Freundin resp. Verlobte, die wie er albanisch-kosovarische Wurzeln hat und daher mit der Kultur und Sprache seiner Heimat einigermassen vertraut sein dürfte. Abgesehen davon ist Slowenien per Flugzeug rasch zu erreichen und die Kommunikation mit elektronischen Mitteln während der Landesabwesenheit des Beschwerdeführers leicht möglich. Es ist nicht erkennbar, dass er von einer Landesverweisung ungleich schwerer betroffen wären, als dies üblicherweise der Fall ist. Die Vorinstanz begründet auch die Interessenabwägung überzeugend. Ihr ist zuzustimmen, dass die vom Beschwerdeführer erstelltermassen begangene versuchte schwere Körperverletzung eine erhebliche Straftat darstellt. Dies gilt - unbesehen der exakten rechtlichen Qualifikation - ebenso für seine Beteiligung an einem weiteren körperlichen Übergriff auf einen Menschen sowie für die Gewaltdarstellung, die vom Beschwerdeführer anerkannt ist. Wie die Vorinstanz zudem nachvollziehbar erwägt, scheint eine gewisse Neigung zur Ausübung von Gewalttätigkeiten gegenüber Menschen vorzuliegen. Entsprechend besteht ein erhebliches öffentliches Interesse an einer Fernhaltung des Beschwerdeführers zum Schutz der Allgemeinheit. Demgegenüber erweisen sich dessen persönliche, soziale und berufliche Integration nach dem vorstehend Gesagten als ungenügend, jedenfalls aber nicht als besonders intensiv, und der Eingriff in das geschützte Familienleben als gering. Zumindest liegt die von der Vorinstanz vorgenommene Gewichtung der Interessen innerhalb des ihr zustehenden Ermessens, zumal sie nachvollziehbar ein geringes, aber tatsächlich vorhandenes Rückfallrisiko annimmt.