Citation: 4A_496/2019 E. 2.1.3

2.1.3. Das in den aArt. 166 ff. IPRG vorgesehene System ist abschliessend (BGE 139 III 236 E. 4.2 S. 238; 137 III 570 E. 2 S. 573). Der ausländische Konkursverwalter ist in der Schweiz einzig berechtigt, die Anerkennung des ausländischen Konkursdekrets sowie den Erlass sichernder Massnahmen zu beantragen (aArt. 166 Abs. 1 und aArt. 168 IPRG) und - nach erfolgter Anerkennung des ausländischen Konkursdekrets in der Schweiz - gestützt auf aArt. 171 IPRG Anfechtungsansprüche gemäss den Art. 285 ff. SchKG einzuklagen, sofern das schweizerische Konkursamt und die kollozierten Gläubiger darauf verzichtet haben (BGE 139 III 236 E. 4.2 S. 238 f.; 135 III 40 E. 2.5.1 S. 44; 129 III 683 E. 5.3 S. 688). Demgegenüber ist eine ausländische Konkursmasse nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts namentlich nicht befugt, in der Schweiz Betreibungshandlungen vorzunehmen, eine Klage gegen einen angeblichen Schuldner des Konkursiten zu erheben oder im Konkurs des Schuldners in der Schweiz eine Forderung einzugeben (BGE 139 III 236 E. 4.2 S. 239; 137 III 570 E. 2 S. 573; 135 III 40 E. 2.4 und 2.5; 134 III 366 E. 9). Grund für diese Beschränkung der Prozessführungsbefugnis ist, dass durch die genannten Handlungen das vom IPRG in den aArtikeln 166-175 konzipierte System (Generalexekution über das in der Schweiz gelegene Vermögen des Konkursiten), das unter anderem eine Privilegierung von Gläubigern mit Wohnsitz in der Schweiz bezweckt, umgangen würde (BGE 139 III 236 E. 4.2 S. 239; 137 III 570 E. 2 S. 574; 134 III 366 E. 9.2.4 S. 378).