Citation: 5A_589/2021 E. 3.3.4

3.3.4. Die Annahme der Vorinstanz, die Beschwerdeführerin sei im Alltag der Kinder letztlich auch aufgrund der 100 %igen Erwerbstätigkeit des Beschwerdeführers präsenter gewesen und habe mehr Verantwortung übernommen, erweist sich im Ergebnis nicht als willkürlich. Aus der Tatsache allein, dass ein Vater 100 % erwerbstätig ist, kann - wie dies der Beschwerdeführer zutreffend ausführt - nicht ohne Analyse des konkreten Einzelfalls geschlossen werden, dieser sei nicht (auch) Hauptbezugsperson, zumal die Kinder trotz Erwerbslosigkeit der Mutter ab einem Alter von 9 Monaten (zunächst nur teilweise, später unter der Woche vollständig) fremdbetreut wurden. Die Vorinstanz hat sich in weiten Teilen damit begnügt, die Sachverhaltsfeststellungen der Erstinstanz wiederzugeben. Sie stellt nicht eigenständig fest, wer die Kinder - ausserhalb der Fremdbetreuung - in welchem Umfang betreut hat. Demgegenüber ist die Erstinstanz von einer Betreuung weitgehend zu gleichen Teilen ausgegangen. Sofern beide Teile weiterhin willens und in der Lage sind, persönlich oder im Rahmen eines im Kindeswohl liegenden Betreuungskonzeptes für das Wohl der Kinder zu sorgen, liegt eine neutrale Ausgangslage vor (BGE 142 III 481 E. 2.7). Für die Feststellung einer (alleinigen) Hauptbezugsperson bestünde dann kein Raum. Ob die Vorinstanz vor diesem Hintergrund von der Beschwerdeführerin als (alleinige) Hauptbezugsperson ausgegangen ist oder nicht, ist dem angefochtenen Entscheid nicht in aller Klarheit zu entnehmen. Sie spricht nämlich zunächst lediglich davon, dass die Beschwerdeführerin "schwerpunktmässig" für das Wohl der Kinder zu sorgen hatte. Später prüft sie jedoch sinngemäss, ob die Kinder mit der wegzugswilligen Hauptbezugsperson mitgehen oder beim zurückbleibenden Elternteil verbleiben sollen. Obwohl die Vorinstanz hier nicht vollständig kohärent vorgegangen ist, hat sie im Ergebnis willkürfrei festgestellt, dass die Beschwerdeführerin schwerpunktmässig für das Wohl der Kinder verantwortlich gewesen ist: Die Vorinstanz stellt in diesem Zusammenhang fest, die Kinder besuchten die Krippe seit Februar 2021 nur noch zu 50 %. Wer die Kinder seit der Trennung in welchem Umfang betreut, ergibt sich aus dem angefochtenen Entscheid zwar nicht direkt. Immerhin hat der Beschwerdeführer die eheliche Wohnung nach dem erstinstanzlichen Entscheid verlassen und stand diesem (auch gemäss erstinstanzlichem Entscheid) bei einem Arbeitspensum von 80 % nur ein Tag Betreuung während der Woche und die Betreuung an jedem zweiten Wochenende zu. Sodann wurde die Tochter zum Zeitpunkt der Trennung erst seit zwei Monaten vollständig auswärtig betreut. Dass die ersten acht Monate, in denen die Beschwerdeführerin die engere Bezugsperson war, im Leben des Kindes als eine eher lange Zeitspanne erscheinen würden, ist unter Willkürgesichtspunkten ebenfalls nicht zu beanstanden. Im Übrigen zeigt der Beschwerdeführer nicht auf, inwiefern eine andere Einschätzung der Hauptbezugsperson bzw. die Annahme, beide Elternteile hätten die Kinder zu im Wesentlichen gleichen Teilen betreut, sich im Ergebnis ausgewirkt hätte: Die Vorinstanz erwog, der Sohn dürfte den Verlust der väterlichen Bezugsperson eher bewältigen können als die Tochter den Verlust der mütterlichen Bezugsperson. Mit diesen letztlich entscheidenden Ausführungen setzt sich der Beschwerdeführer nicht auseinander.