Citation: 7B_249/2022 E. 7.6

7.6. Auch in der Sache selbst kann der Beschwerdeführung nicht gefolgt werden. Von vornherein unbehelflich ist der Hinweis der Beschwerdeführerin auf die IV-Akten, gemäss welchen sie offenbar als vollständig arbeitsunfähig eingestuft wird. Diese hat sie der Vorinstanz nach eigenen Angaben nicht vorgelegt, weshalb sie als unzulässige unechte Noven im Sinne von Art. 99 Abs. 1 BGG anzusehen sind. Der Umstand, dass die Vorinstanz nicht auf diese Akten eingeht, obwohl sie laut Beschwerdeführerin im vorinstanzlichen Verfahren "erwähnt" wurden, bedeutet entgegen ihrem Dafürhalten nicht, dass erst der Entscheid der Vorinstanz zu deren Vorbringen vor Bundesgericht Anlass gegeben hätte. Es ist nicht Aufgabe des Bundesgerichts, Beweise abzunehmen und Tatsachen festzustellen, über die sich das kantonale Gericht nicht ausgesprochen hat (Art. 105 Abs. 1 BGG; BGE 136 III 209 E. 6.1 mit Hinweisen). Die Novenschranke verbietet demnach eine Berücksichtigung der IV-Akten. Weiter ist unbestritten und wird namentlich auch von der Vorinstanz anerkannt, dass die Beschwerdeführerin an verschiedenen psychischen Problemen leidet. Die Frage, ob die Unrechtseinsicht oder Steuerungsfähigkeit aufgrund solcher Probleme entfallen sein könnte, hat sich jedoch stets auf die konkrete Straftat zu beziehen (vgl. Urteil 6B_1278/2020 vom 27. August 2023 E. 4.3.3. mit Hinweisen). Inwiefern sich die bei ihr festgestellten Befunde konkret auf ihr deliktisches Verhalten ausgewirkt haben könnten, zeigt die Beschwerdeführerin nicht auf und ist auch nicht ersichtlich. Insbesondere die Vermutung der Verteidigung, das abnorme, abenteuerliche Aussageverhalten der Beschwerdeführerin könnte pathologisch bedingt sein, sagt nichts über ihren Zustand und dessen Auswirkungen auf ihr Verhalten in den Tatzeitpunkten aus. Gleiches gilt, soweit die mit der Beurteilung der Einvernahmefähigkeit beauftragte Gutachterin hinsichtlich der Legalprognose und somit mit Blick auf die Zukunft eine psychiatrische Begutachtung empfiehlt. Das Vorhandensein einer psychischen Erkrankung allein reicht letztlich nicht aus, um ernsthafte Zweifel an der Schuldfähigkeit entstehen zu lassen (vgl. Urteile 6B_1096/2019 vom 17. April 2020 E. 1.5; 6B_1173/2015 vom 13. Mai 2016 E. 1.4). Die Beschwerdeführerin bediente sich eines systematisch erstellten Lügengebäudes, bestehend aus gefälschten Dokumenten und behördlichen Ausweisen, falschem behördlichen Schriftenverkehr mit dem Bundesgericht, einem gefälschten Bankauszug, einer inhaltlich falschen Telefonbeantworteransage, falschen Visitenkarten sowie einem täuschenden Auftritt als Polizeibeamtin auf Facebook und in einer albanischen Zeitschrift. Dadurch gelang es ihr, verschiedene Personen davon zu überzeugen, Polizeibeamtin zu sein und als solche gegen entsprechende Bezahlung staatliche Anordnungen zugunsten der Getäuschten erwirken zu können. Der so erzielte deliktische Erlös beläuft sich auf mindestens Fr. 63'500.-- und EUR 13'300.--. Das vielschichtige, gezielte Vorgehen der Beschwerdeführerin über einen Zeitraum von mehreren Jahren spricht - auch unter Berücksichtigung ihrer psychischen Beeinträchtigung - klar für einen intakten Realitätsbezug. Mit der Vorinstanz deutet in der Gesamtbetrachtung nichts darauf hin, dass die Einsichts- und/oder Steuerungsfähigkeit der Beschwerdeführerin tatzeitaktuell beeinträchtigt gewesen wäre. Die Vorinstanz durfte somit ohne Bundesrecht zu verletzen auf die Einholung eines psychiatrischen Gutachtens zu dieser Frage verzichten.