Citation: 5A.28/2002 06.02.2003 E. B

In der Folge verlangte A.________ Ersatz für Schaden, der aus mangelhafter Verwaltung der Liegenschaft durch das Betreibungsamt entstanden sei. Nachdem der Regierungsrat des Kantons Bern ihr Begehren abgewiesen hatte, reichte sie beim Verwaltungsgericht für Fr. 109'326.60 eine Staatshaftungsklage gegen den Kanton Bern ein. In seinem Entscheid vom 18. Februar 2000 wies das Verwaltungsgericht die Klage ab mit der Begründung, A.________ habe anhaltend die betreibungsamtlichen Anordnungen missachtet, die nötigen Unterlagen nicht herausgegeben, die Wohnungsschlüssel zurückbehalten, dem Betreibungsamt bzw. der Liegenschaftsverwaltung und Handwerkern den Zutritt zur Liegenschaft verwehrt, dafür selbst Reparaturen in Auftrag gegeben und die entsprechenden Rechnungen beglichen, die Mieterschaft dazu veranlasst, die Mietzinse weiterhin an sie zu leisten, Inserate aufgegeben und Mietverträge abgeschlossen. Das Betreibungsamt habe Polizeischutz anfordern müssen und sich in seiner Not schliesslich an den Gemeinderat von Z.________ sowie an das Kreisgericht gewandt mit dem Ersuchen, vormundschaftliche Massnahmen zu ergreifen. Es sei offensichtlich, dass die Einmischung von A.________ zu Unzufriedenheit seitens der Mieter, zu mietrechtlichen Verfahren, zu Kündigungen und häufigen Mieterwechseln geführt habe. Es treffe sie ein derart schweres Verschulden daran, dass die Liegenschaft nicht ordnungsgemäss habe verwaltet und bewirtschaftet werden können, das die Kausalität zwischen den Handlungen des Betreibungsamtes bzw. seinen ungenügenden Vermietungsbemühungen und dem Schaden unterbrochen sei. Auf staatsrechtliche Beschwerde hin, entgegengenommen als Verwaltungsgerichtsbeschwerde, hob das Bundesgericht diesen Entscheid mit Urteil vom 24. Juli 2000 auf und wies die Sache zur Vervollständigung des Sachverhaltes, namentlich für nähere Abklärungen zur unterbrochenen Kausalität, an das Verwaltungsgericht zurück. In der Folge führte das Verwaltungsgericht ein Parteiverhör mit A.________ durch, befragte den Chef des Betreibungsamtes als Auskunftsperson und vernahm den Verwaltungsratsdelegierten der Firma B.________ sowie den Gerichtspräsidenten von Z.________ als Zeugen ein. Mit Entscheid vom 17. September 2002 verurteilte es den Kanton Bern zu Fr. 25'200.-- Schadenersatz. Es sah die Widerrechtlichkeit darin begründet, dass sich das Betreibungsamt in Verletzung von Art. 17 VZG zu wenig um den Abschluss von Mietverträgen bemüht habe, und es befand, das Verhalten von A.________ habe den Kausalzusammenhang nicht geradezu unterbrochen. Für die Berechnung des Schadens ging es davon aus, dass bei entsprechenden Bemühungen für die Zeit der amtlichen Verwaltung von 17 Monaten fünf Wohnungen zu einem durchschnittlichen Mietzins von Fr. 1'190.-- hätten vermietet werden können. Von den resultierenden Fr. 101'150.-- seien die Einnahmen des Betreibungsamtes von Fr. 40'053.-- sowie die Fr. 44'510.-- abzuziehen, die A.________ selbst einkassiert habe, so dass der unmittelbare Schaden Fr. 16'587.-- betrage. Des Weiteren sei ihr ein Folgeschaden entstanden, indem sie nach Beendigung der Zwangsverwaltung Ende August 1997 erst wieder im November 1998 gleich viele Vermietungen gehabt habe wie zu deren Beginn. Bei einem durchschnittlichen Mietzins von Fr. 1'150.-- ergebe sich bei den zwei in Betracht fallenden Wohnungen, die während acht Monaten leer standen, ein Folgeschaden von Fr. 18'400.--. Des Weiteren sei ein pauschaler Betrag von Fr. 1'000.-- für Inseratekosten einzusetzen. Die Gesamtsumme von Fr. 35'987.-- sei wegen des Selbstverschuldens von A.________ um 30% zu kürzen und es seien ihr demnach Fr. 25'200.-- Schadenersatz zuzusprechen.