Citation: 2C_664/2020 E. 8.1

8.1. Eine ausländerrechtliche Entfernungsmassnahme kann Art. 8 EMRK in seinem Aspekt des Schutzes des Privatlebens verletzen. Gemäss BGE 144 I 266 ist nach einer rechtmässigen Aufenthaltsdauer von zehn Jahren regelmässig davon auszugehen, dass sich die sozialen Bindungen zur Schweiz derart entwickelt haben, dass es besonderer Gründe bedarf, um den Aufenthalt zu beenden bzw. eine Aufenthaltsbewilligung nicht zu verlängern. Solche Gründe sind hier aufgrund der langjährigen Sozialhilfeabhängigkeit, die einen Widerrufsgrund bildet (Art. 62 Abs. 1 lit. e AIG), gegeben. Ob die Aufenthaltsbewilligung gleichwohl verlängert werden kann, oder aber zu verweigern ist, ergibt sich aus der Interessenabwägung (E. 8.2).