Citation: 9C_394/2020 E. 3.1.1

3.1.1. Entscheidendes Kriterium sei - entgegen dem kantonalen Gericht - nicht ein formelles Arbeitsverhältnis zum Kanton Bern, sondern die Regelung der Anstellungsbedingungen durch das kantonale Anstellungsgesetz (PG/BE bzw. Gesetz über die Anstellung der Lehrkräfte vom 20. Januar 1993 [LAG/BE, BGS 430.250]). Es ergebe keinen Sinn, für die Versicherten der BPK den von der Vorinstanz zitierten gemeinsamen Antrag des Regierungsrats und der grossrätlichen Kommission zum Personalgesetz (E. 2.2 hiervor und dort zit. Beilage 20/14) formaljuristisch-technisch wörtlich zu nehmen in dem Sinne, dass Sonderrenten nur von Mitarbeitenden beansprucht werden könnten, die in einem Arbeitsverhältnis zum Kanton stünden. Dies bestätige der Blick auf das LAG, in dessen Geltungsbereich als Voraussetzung für die Sonderrente kein formelles Anstellungsverhältnis zum Kanton, sondern bloss der Schuldienst im Kanton Bern verlangt sei (Art. 10c Abs. 1 LAG). Der Wille des Gesetzgebers, eine Gleichbehandlung zwischen den bei der BLVK und der BPK versicherten Personen zu schaffen, ergebe sich aus dem von der Vorinstanz zitierten Antrag des Regierungsrats und der Kommission vom 10. März 2004. So habe der Kommissionspräsident bekräftigt: "Zwischen Lehrkräften und Kantonspersonal erfolgt eine weitgehende Harmonisierung" (Tagblatt des Grossen Rats des Kantons Bern, Jahrgang 2004, Junisession, S. 739). Es sei widersprüchlich, auch hinsichtlich der von der Beschwerdeführerin bei der BLVK absolvierten Beitragszeiten ein Anstellungsverhältnis beim Kanton zu verlangen. Hier genüge offensichtlich die Tätigkeit im Schuldienst. Diese habe die Versicherte unbestrittenermassen ausgeübt und die entsprechenden Beitragszeiten seien ihr - zusätzlich zu den Anstellungs- und Beitragsjahren als direkt beim Kanton angestellte Pfarrerin - anzurechnen. Indem es ihr dies verwehrt habe, habe das kantonale Gericht eine Ungleichheit geschaffen zwischen bei der BPK und der BLVK Versicherten, die das Gleichbehandlungsverbot verletze, zumal die Revision der Sonderrentenregelung im Personalgesetz und im Lehreranstellungsgesetz gerade darauf abgezielt habe, solche Ungleichheiten zu eliminieren.