Citation: 5A_422/2019 E. 7.3

7.3. Soweit sie überhaupt auf eine Verletzung des Willkürverbots zu sprechen kommt, vermag die Beschwerdeführerin den angefochtenen Entscheid jedenfalls nicht in Zweifel zu ziehen. So beklagt sich die Beschwerdeführerin darüber, dass der Beschwerdegegnerin mit 300 Stunden im Vergleich zu ihr selbst 50 % mehr Aufwand zugestanden werde. Mit seiner Begründung impliziere das Obergericht, dass ihre eigenen Rechtsschriften nicht so sorgfältig wie diejenigen der Beschwerdegegnerin verfasst seien. Die Beschwerdeführerin macht geltend, dass ihre Rechtsauffassung vom Obergericht im Grundsatz geschützt worden sei, die Beschwerdegegnerin geradezu fahrlässig auf das Wohlwollen des Gerichts vertraut habe und beide Anwälte offensichtlich in etwa den gleichen Aufwand gehabt hätten. Eine derartige Ungleichverteilung trotz offensichtlich massiver Überforderung der Honoraraufwendungen durch die Beschwerdegegnerin sei willkürlich; "generell" erscheine ein ungleiches Honorar für zwei Parteivertreter im selben Prozess nur dann gerechtfertigt, wenn einer der Anwälte eine tatsächlich ungenügende Leistung abgeliefert habe. All diese Einwände sind unbehelflich. Dass das Obergericht die jeweiligen Leistungen der involvierten Parteivertreter miteinander verglichen und die Arbeit der anwaltlichen Vertretung der Beschwerdegegnerin als höherwertig eingestuft hätte, ist dem angefochtenen Entscheid nicht zu entnehmen. Inwiefern das kantonale Recht - entgegen dem angefochtenen Entscheid - doch vorschreibe, bei der Bemessung der Parteientschädigung für beide Parteien vom gleich hohen Stundenaufwand auszugehen, tut die Beschwerdeführerin nicht dar. Dasselbe gilt sinngemäss für die Vorwürfe betreffend den Stundenansatz. Die Beschwerdeführerin begnügt sich mit der Mutmassung, dass das von ihrem Anwalt geforderte Stundenhonorar einer "verhältnismässigen Einstufung näher liegt" als der Ansatz von Fr. 330.--, welcher der gegnerischen Honorarnote zugrunde liegt. Allein damit ist der Vorinstanz keine Verletzung verfassungsmässiger Rechte nachzuweisen. Schliesslich widerspricht die Beschwerdeführerin der vorinstanzlichen Erwägung, wonach das Amtsgericht aufgrund der Dispositionsmaxime nicht über den von ihr geltend gemachten Aufwand von 203.97 Stunden zu Fr. 300.-- pro Stunde hinausgehen konnte. Sie beruft sich darauf, dass ihre Kostennote den expliziten Vorbehalt enthalte, das Honorar angemessen zu erhöhen oder zu reduzieren. Weder der ZPO noch dem kantonalen Gebührentarif sei zu entnehmen, dass die Möglichkeit, eine Kostennote einzureichen, die Wirkung einer Dispositionsmaxime im Sinne von Art. 58 ZPO entwickelt. Auch diese Argumentation läuft auf die Forderung hinaus, beiden Anwälten "in etwa gleiche Schlusshonorare" zuzusprechen. Wie die Beschwerdeführerin aber selbst schreibt, behielt sie in ihrer Honorarnote die Bestimmungen des Anwaltstarifs und das richterliche Ermessen ausdrücklich vor. Warum die Vorinstanz gestützt auf den kantonalen Tarif in Ausübung ihres Ermessens geradezu zwingend zum Schluss kommen musste, dass beiden Anwälten "in etwa" gleich viel Honorar zusteht, und jede andere Lösung einer verfassungswidrigen Anwendung der kantonalen Vorgaben gleichkommt, zeigt die Beschwerdeführerin nicht auf. Insbesondere nennt sie - abgesehen von der geforderten "Gleichbehandlung" - auch keine weiteren Gründe, weshalb das Obergericht von ihrer Honorarnote hätte abweichen müssen.