Citation: 4A_481/2019 E. 4.2.3

4.2.3. In der Hauptbegründung erwog die Vorinstanz, ein Haushaltschaden sei mangels Substanziierung im Sinne konkreter Vorbringen der Beschwerdeführerin zum Haushalt, in dem sie lebe (bzw. gelebt habe) und den Aufgaben, die ihr darin zugefallen wären, nicht ausgewiesen. Hinsichtlich der Grösse und Art ihres Haushalts seien folgende Phasen zu unterscheiden: Bis Ende 2003 sei von einem Dreipersonenhaushalt (Beschwerdeführerin mit Ehemann und Tochter) auszugehen, ab Januar 2004 von einem Zweipersonenhaushalt (Beschwerdeführerin und Ehemann). Seit ihrer Scheidung bzw. der Rückkehr nach Kroatien (Juli/August 2012) lebe die Beschwerdeführerin zusammen mit ihrer 1987 geborenen Tochter. 4.2.3.1. Die Erstinstanz habe den Haushaltschaden nach der abstrakten Methode bemessen. Dies allerdings ohne dass die Beschwerdeführerin je Ausführungen dazu gemacht habe, welche Aufgaben ihr vor dem Unfall im Dreipersonenhaushalt zugefallen seien und ohne Unfall weiterhin zugefallen wären. Es fehle an substanziierten Behauptungen der Beschwerdeführerin betreffend die von ihr im Gesundheitsfall im gemeinsamen Haushalt verrichteten (Haus-) Arbeiten, was - zusammen mit der medizinischen Einschränkung - erst eine Berechnung des Haushaltschadens unter Rückgriff auf statistische Angaben erlaube. Daran vermöge der (unbestrittene) Umstand, dass die Beschwerdeführerin im Unfallzeitpunkt verheiratet und ihre Tochter damals zehnjährig gewesen sei, nichts zu ändern. In einem Dreipersonenhaushalt seien nämlich sehr unterschiedliche Aufgabenteilungen denkbar. Folglich seien auch in dieser Konstellation für die Bestimmung des Haushaltschadens unter Rückgriff auf die SAKE-Tabellen grundsätzlich Angaben zur konkreten Aufgabenteilung im Haushalt unabdingbar. Bei Erwerbstätigkeit beider Ehegatten sei insbesondere eine Verständigung unter ihnen dahingehend denkbar, dass der Ehemann gewisse (gerade auch schwerere) Haushaltsarbeiten verrichte. Würden sich aber bleibende unfallbedingte medizinische Einschränkungen einzig in den Haushaltstätigkeiten auswirken, die die geschädigte Person aufgrund der vor dem Unfall vereinbarten Aufgabenteilung ohnehin nie ausgeübt habe, entstehe von vornherein kein Haushaltschaden. Und selbst dort, wo nach dem schädigenden Ereignis einzelne Tätigkeiten - die schon vorher verrichtet worden seien oder ohne dieses verrichtet worden wären - nicht mehr möglich seien, sei der Rückgriff auf die SAKE-Tabellenwerte für die gesamte Haushaltsführung nicht opportun. Es könne nicht verkannt werden, dass das von den Beschwerdegegnern angerufene zit. Urteil 4C.166/2006 in einem Zeitpunkt ergangen sei, als das Behauptungsverfahren im vorliegenden Prozess bereits abgeschlossen gewesen sei. Aber selbst wenn man daraus ableiten wolle, dies hätte die Beschwerdeführerin dazu berechtigt, auch noch nach Abschluss des Behauptungsverfahrens die notwendigen Behauptungen nachzuliefern, wäre festzustellen, dass sie nie Ausführungen dazu habe nachfolgen lassen, welche Haushaltstätigkeiten sie im Gesundheitsfalle im gemeinsamen Haushalt verrichtet hätte. Schliesslich verwies die Vorinstanz auf die Obliegenheit zur Schadenminderung (vgl. hiervor E. 4.2.2) und hielt fest, selbst für den Fall, dass die Beschwerdeführerin vor dem Unfall ihr seither nicht mehr zumutbare schwerere Haushaltstätigkeiten tatsächlich verrichtete hätte, hätten sie und ihr Ehemann die Haushaltsarbeiten so aufteilen müssen, dass diese inskünftig - im Rahmen der im Gesundheitsfall der Beschwerdeführerin für Haushaltsarbeiten aufgewendeten Zeit - vom Ehemann erledigt würden. 4.2.3.2. Während des nunmehr über 15 Jahre dauernden Prozesses sei die Ehe der Beschwerdeführerin geschieden worden. Allerdings sei nicht klar, ob sie je allein gelebt habe. Nach ihrer eigenen Darstellung wohne sie seit der Scheidung bzw. seit August 2012 mit ihrer am 15. Juli 1987 geborenen und damit längst volljährigen Tochter zusammen. In einem Zweipersonenhaushalt habe sie im Sinne der Schadenminderungspflicht darauf hinzuwirken, dass ihre Tochter die schwereren, ihr nicht mehr möglichen Haushaltsarbeiten verrichte und sie selbst dafür im Wesentlichen die leichteren Haushaltsarbeiten übernehme. Wiederum sei weder ersichtlich noch behauptet, dass dies der Tochter unzumutbar wäre. Im Übrigen liege bei gemeinsamem Haushalt von Mutter und volljähriger Tochter eine Form des Zusammenlebens vor, die von den SAKE-Tabellen nicht erfasst werde, weshalb die abstrakte Methode der Schadensbemessung von vornherein ausscheide.