Citation: 7B_783/2023 E. 8.2

8.2. In der Beschwerde wird geltend gemacht, eine Ersatzforderung könne nur ausgesprochen werden, wenn die Voraussetzungen für eine Einziehung erfüllt seien. Dies setze das Bestehen einer Forderung voraus. In Anbetracht der Tatsache, dass es sich bei der durch den vorgeworfenen IV-Betrug Geschädigten um eine staatliche Institution handle, die mit hoheitlicher Verfügung ihren Rückforderungsanspruch durchsetzen könne, bleibe kein Platz für einen Schadenszuspruch im Strafverfahren und damit auch nicht für eine Ersatzforderung. Eine solche würde vielmehr eine Doppelbestrafung darstellen. Ähnliches gelte für die Ersatzforderung im Zusammenhang mit den angeblichen Delikten zum Nachteil der C.________ GmbH. Die Beschwerdeführerin und ihr Ehemann hätten sich als Gesellschafter grösstenteils selbst geschädigt und die Ersatzforderung könne maximal Fr. 86'975.42 (Umfang Verlustscheine nach Konkurs) betragen. Dabei sei ihr höchstens der halbe Betrag anzurechnen, denn die Hälfte sei bereits ihrem Ehemann als Ersatzforderung auferlegt worden. Zuletzt hätte die Vorinstanz gestützt auf Art. 71 Abs. 2 StGB von einer Ersatzforderung absehen müssen, da diese namentlich mit Blick auf ihr Alter und ihre Krankheit uneinbringlich sei.