Citation: 8C_253/2021 E. 5.3

5.3. Inwiefern sich damit auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit der Suva-ärztlichen Stellungnahmen ergeben sollten, ist nicht erkennbar. So ist die Bedeutung einer AC-Gelenkarthrose für die Beurteilung der Rotatorenmanschettenläsion als unfall- oder degenerativ bedingt gemäss dem vom Beschwerdeführer angerufenen Fachartikel kontrovers (Lädermann et al., a.a.O. S. 263). Knochenödeme sprechen nach diesem Fachbeitrag gestützt auf jüngere Studien nicht für eine unfallbedingte Ursache der Läsion. Ein Impingement sei dagegen ein zuverlässiges Zeichen für eine chronische Rotatorenmanschettenläsion (a.a.O. S. 264). Das von Dr. med. C.________ angeführte Argument, die Impingementsituation sei aufgrund der fehlenden Bildgebung bei hängendem Arm, also Aufnahmen im Stehen oder Sitzen, nicht nachzuweisen, wurde vom Suva-Arzt in seiner Beurteilung vom 26. Juni 2020 entkräftet. Schliesslich wird in dem vom Beschwerdeführer angerufenen Fachartikel die sofortige Beeinträchtigung der aktiven Mobilität beziehungsweise Entwicklung einer Pseudoparalyse der Schulter aufgrund einer Rotatorenmanschettenläsion - neben der akromohumeralen Distanz - als einziges typisches Merkmal für eine traumatische Verursachung dieser Schädigung genannt (a.a.O. S. 263). Inwieweit bezüglich dieses Kriteriums der sofortigen Pseudoparalyse von weiteren Abklärungen neue Erkenntnisse zu erwarten wären, ist nicht erkennbar. Wie in der Suva-ärztlichen Beurteilung vom 26. Juni 2020 ausdrücklich festgehalten, ist eine solche Bewegungseinschränkung in den echtzeitlichen Dokumenten nicht ausgewiesen worden. Warum ein entsprechend bedeutsamer Umstand einer erheblichen Bewegungseinschränkung sowohl vom erstbehandelnden Orthopäden (Bericht über die Konsultation vom 7. August 2008 und Überweisungsschreiben ans Spital D.________ vom 30. September 2008), aber auch von den dort konsultierten Ärzten (Angaben vom 3. November 2008) hätte unerwähnt bleiben sollen, ist nicht nachvollziehbar. Auch der Beschwerdeführer selber gab anlässlich einer Besprechung mit der Suva am 6. November 2008 nichts dergleichen an. Zudem arbeitete der Beschwerdeführer nach dem Unfall trotz körperlich schwerer Tätigkeit in einer Grossdruckerei und als Zeitungsverträger weiter. Erst ab 12. September 2008 wurde er vom behandelnden Orthopäden für eine Woche krankgeschrieben.