Citation: 6B_1327/2018 E. 3.2

3.2. Die Vorinstanz gelangt zum Schluss, es präsentiere sich insgesamt ein sehr dichtes Mosaik von Indizien, welche ein stimmiges und nahezu vollständiges Gesamtbild ergäben und in ihrer Gesamtheit erdrückend seien. Gestützt darauf erachtet sie es als erstellt, dass der Beschwerdeführer den Auftrag zur Brandlegung erteilt habe und dass der Mitangeklagte Y.________ diesen Auftrag am 1. Mai 2012 zusammen mit dem Mitangeklagten Z.________ ausgeführt habe. Dabei hätten diese beiden offensichtlich unbeabsichtigt eine Explosion verursacht, wobei offenbleiben könne, wie genau es dazu gekommen sei. In der Folge habe der Beschwerdeführer den Brandschaden der Versicherung angezeigt, um die Versicherungssumme von CHF 200'0 00.-- zu erlangen (angefochtenes Urteil S. 47). Die Vorinstanz stützt sich für ihren Schluss auf die objektivierten Tatsachen sowie die Aussagen der Beteiligten in Verbindung mit den verschiedenen Indizien, wobei sie den widersprüchlichen und wenig glaubhaften Aussagen der Beteiligten keine vorrangige Bedeutung beimisst und nur im Kontext mit den verschiedenen Indizien würdigt. Im Weiteren nimmt die Vorinstanz an, die beiden Mitangeklagten Y.________ und Z.________ hätten in der erstinstanzlichen Hauptverhandlung erstmals den Beschwerdeführer als Auftraggeber für die Brandstiftung angegeben, während Y.________ im Untersuchungsverfahren noch angegeben habe, von B.________ wegen einer Brandstiftung angefragt worden zu sein. Es sei offensichtlich, dass die Mitangeklagten Y.________ und Z.________ in der erstinstanzlichen Hauptverhandlung in Bezug auf den Auftraggeber der Brandstiftung hätten reinen Tisch machen wollen. Die von ihnen vorgetragene Schilderung eines zweiphasigen Geschehens in dem Sinne, dass sie das Benzin bereits am Nachmittag des 1. Mai 2012 ausgegossen und es erst am Abend entzündet hätten, sei indes nicht glaubhaft. Einerseits habe B.________ bestätigt, dass er selber am 1. Mai 2012, kurz vor 17.00 Uhr, noch kurz an der U.________strasse gewesen sei und dass zu dieser Zeit auch seine Angestellten von einem grösseren Auftrag zurück gekommen seien, so dass sie den Geruch hätten bemerken müssen, wenn das Benzin schon ausgegossen gewesen wäre. Zudem spreche insbesondere auch der Umstand, dass die sichergestellten Kleider der beiden Mittäter mit Benzin kontaminiert gewesen seien, gegen ein Ausleeren des Benzins in der Lagerhalle bereits am Nachmittag, zumal es höchst unwahrscheinlich sei, dass die Beiden die stark nach Benzin riechenden Kleider noch über Stunden und namentlich während des Besuchs bei den Eltern von Y.________ getragen hätten. Es sei aber davon auszugehen, dass die Benzinkanister vorgängig beim Lager deponiert worden seien (angefochtenes Urteil S. 20 ff.). Im Einzelnen führt die Vorinstanz aus, aufgrund des Spurenbildes sei belegt, dass Brandausgangspunkt das Schallplattenlager des Beschwerdeführers gewesen sei und dass einzig dessen eingelagerte Gegenstände mit dem Brandbeschleuniger übergossen worden seien. Damit sei auch nachgewiesen, dass der Brand vorsätzlich ausgelöst worden sei. Durch das Ausgiessen des Brandbeschleunigers seien sodann die Voraussetzungen für die nicht beabsichtigte Explosion geschaffen worden. Dass der Brand vom Schallplattenlager ausgegangen sei, spreche dafür, dass der Beschwerdeführer den Auftrag für den Brand gegeben habe, zumal nicht ersichtlich sei, wer sonst einen finanziellen Vorteil aus der Zerstörung der Schallplatten hätte ziehen können. Es seien durch den Brand im garageähnlichen Teil des Industriebaukomplexes zwar mehrere natürliche und juristische Personen geschädigt worden. Aus dem Kreis der Geschädigten gebe es jedoch ausser der H.________ GmbH als Mieterin und dem Beschwerdeführer als Untermieter der Lagerhalle niemanden, der einerseits in einem vergleichbaren finanziellen Umfang von einem Brand hätte profitieren können und der andererseits einen Bezug zum Mitangeklagten Y.________ aufweise, der den Brand ausgelöst habe. Dieser Bezug sei sodann beim Beschwerdeführer deutlich enger als bei B.________, dem Inhaber der H.________ GmbH. Y.________ sei im und ab dem Zeitpunkt des Brandes vom 1. Mai 2012 Angestellter des Beschwerdeführers gewesen, wogegen B.________ den Mitangeklagten Y.________ gemäss seinen glaubhaften Angaben nur flüchtig gekannt habe und auch das erst seit dem Umzug der Schallplatten des Beschwerdeführers ins Lager an der U.________strasse. Nachdem Y.________ den erstinstanzlichen Schuldspruch wegen falscher Anschuldigung zum Nachteil von B.________ akzeptiert habe, seien zudem die entsprechenden direkten Belastungen des letzteren Makulatur. Wie der Mitangeklagte Y.________ in den Verhandlungen vor den kantonalen Instanzen bestätigt habe, habe er schlicht gelogen, als er gegenüber der Polizei und der Staatsanwaltschaft jeweils B.________ als seinen Auftraggeber bezeichnet habe. Im Übrigen sei bei B.________, wie sich aus der in Rechtskraft erwachsenen Einstellungsverfügung vom 11. März 2016 ergebe, gar kein Motiv für eine Brandstiftung ersichtlich, zumal er die H.________ GmbH erfolgreich geführt habe und sowohl seine finanziellen Verhältnisse als auch diejenigen seiner Gesellschaft im fraglichen Zeitraum gut gewesen seien. Ein Bedarf an sofortigen flüssigen Mitteln sei jedenfalls nicht vorhanden gewesen. B.________ habe für sich selber als Privatperson den Versicherungen gegenüber aus dem Brandereignis keinen Schaden geltend gemacht und habe auch nicht auf die Auszahlung der in seinem Fall ohnehin nicht sonderlich hohen Versicherungsgelder für die H.________ GmbH gepocht. Zudem lägen, abgesehen von den früheren belastenden Aussagen der Mitangeklagten Y.________ und Z.________, keine weiteren Beweise vor, welche den anfänglichen Tatverdacht gegen B.________ erhärtet hätten. Schliesslich spreche gegen die Täterschaft von B.________ auch, dass er seine Gesellschaft nach dem Brandereignis wie zuvor weiter geführt und das von den Versicherungen ausbezahlte Geld in die Firma reinvestiert habe (angefochtenes Urteil S. 24 ff.). In Bezug auf die Schallplattensammlung des Beschwerdeführers nimmt die Vorinstanz an, diese sei am 19. Januar 2012, also erst rund dreieinhalb Monate vor dem Brand, an die U.________strasse in V.________ gezügelt und im Lager der H.________ GmbH eingelagert worden. Dabei falle auf, dass es sich beim neuen Lagerort um einen äusserst spartanisch eingerichteten Schuppen gehandelt habe, und es dränge sich die Frage auf, ob das Lager tatsächlich einen geeigneten Aufbewahrungsort für eine angeblich wertvolle Plattensammlung dargestellt habe. Der Entscheid, die Sammlung am besagten Ort unterzubringen, erstaune umso mehr, als dem Beschwerdeführer gemäss eigenen Angaben zur gleichen Zeit von einer Drittperson angeboten worden sei, die Plattensammlung bei sich zu Hause aufzubewahren und zu digitalisieren, womit insbesondere die angeblichen Raritäten gesichert gewesen wären. Ein weiteres starkes Indiz für eine vom Beschwerdeführer initiierte Brandstiftung bilde die nach einer Abklärung der Versicherungsdeckung relativ kurze Zeit vor dem Brand erfolgte Änderung der bereits bestehenden Versicherung für die Schallplattensammlung sowie die plötzliche Bezahlung der seit Jahren ausstehenden Versicherungsprämien. Zudem habe sich der Beschwerdeführer vor der Brandlegung erneut beim Kundenberater versichert, dass die Versicherungsdeckung gegeben sei (angefochtenes Urteil S. 30 ff.). Im Weiteren habe sich die finanzielle Situation des Beschwerdeführers zum Tatzeitpunkt bzw. in den Monaten davor alles andere als gut präsentiert. So hätten per Ende April 2012 den liquiden Mitteln der Ehegatten X.________ in der Höhe von rund CHF 68'000.--, welche teilweise aus einem Pensionskassenvorbezug der Ehefrau stammten, Schulden von rund CHF 170'000.-- gegenüberstanden. Zudem hätten die monatlichen Ausgaben der Familie das Gesamteinkommen der Ehegatten bis und mit April 2012 überstiegen. Die Minusbeträge hätten sich auf Dauer nicht mit angespartem Vermögen ausgleichen lassen. Die im April 2012 noch vorhandenen finanziellen Mittel seien per Ende Mai 2012 denn auch fast gänzlich aufgebraucht gewesen. Insgesamt hätten der Beschwerdeführer und seine Ehefrau in der Zeit kurz vor dem Brandereignis nicht über ausreichend flüssige Mittel verfügt, um die laufenden Ausgaben, insbesondere Versicherungsprämien und Forderungen von Kreditkarteninstituten und der Steuerbehörden, zu begleichen (angefochtenes Urteil S. 33 ff.). Schliesslich nimmt die Vorinstanz an, dass der Beschwerdeführer, der über keinen Schlüssel zum Lagerraum verfügte, am Tattag sichergestellt habe, dass die Tür zum Lager offen gewesen sei, und sich ausserdem mit einer um 21.47 Uhr versandten SMS einen Nachweis für ein Alibi während der Tatzeit verschafft habe (angefochtenes Urteil S. 42 ff.).