Citation: 2C_483/2017 E. 4.4

4.4. Wenn die Vorinstanz unter Würdigung der genannten Umstände zum Schluss gelangt, dass die Beschwerdeführer 1 und 2 die Ehen mit G.G._______ bzw. H.G.________ nur eingegangen seien, um in den Genuss von Aufenthalts- bzw. Niederlassungsbewilligungen zu kommen, ist dies naheliegend und nicht zu beanstanden. Die Beschwerdeführer wenden im Wesentlichen ein, die besagten Ehen seien auf Druck der Verwandtschaft geschlossen worden, was nicht den Vorwurf einer Scheinehe zulasse. Die jeweiligen Trennungen seien aufgrund der aufgeflogenen Beziehung zwischen G.G._______ und H.G.________ erfolgt, was den ähnlichen Zeitablauf erkläre. Das Verhalten von G.G._______ und H.G.________ könne den Beschwerdeführern nicht negativ angelastet werden, denn nicht sie, sondern die G.________ hätten eine aussereheliche Affäre gehabt. Schliesslich sei auch nicht ersichtlich, inwiefern der gemeinsame Sohn F.________ ein Indiz für die Scheinehen in der Schweiz sein sollte, sei doch die Beziehung zwischen dem Beschwerdeführer 1 und der Beschwerdeführerin 2 bereits vor deren Einreise in die Schweiz beendet gewesen. Diese Vorbringen sind nicht geeignet, die aus objektiver Sicht offenkundig ungewöhnlichen Umstände im Zusammenhang mit den Eheschliessungen zu relativieren (u.a. Ehen übers Kreuz in kurzem Abstand, aussereheliche Kinder, rasche Trennung nach Erhalt der Niederlassungsbewilligung, Verschweigen des gemeinsamen Sohnes). Die Vorinstanz hat sich auf gewichtige Anhaltspunkte gestützt, die im Gesamtbild auf rechtsmissbräuchliche Eheschliessungen hindeuten. Insbesondere der zeitliche Ablauf der Ereignisse lässt auf ein planmässiges Vorgehen der Beschwerdeführer schliessen, welches bezweckte, in der Schweiz ein Aufenthaltsrecht zu erlangen. Die Beschwerdeführer vermögen dem nichts entgegenzusetzen, was die vorinstanzliche Einschätzung entkräften könnte. In ihrer Argumentation beschränken sie sich weitgehend darauf, dem Bundesgericht appellatorisch ihre eigene, abweichende Auffassung über die Fakten- und Beweislage vorzutragen; sie legen aber nicht in einer den Anforderungen von Art. 97 Abs. 1 BGG genügenden Weise dar, inwiefern die Sachverhaltsfeststellungen der Vorinstanz offensichtlich unrichtig wären bzw. die Beweiswürdigung willkürlich sein sollte (vgl. E. 2.2 hiervor). Auf ihre Ausführungen ist deshalb nicht weiter einzugehen. Unbehelflich ist sodann das Argument der Beschwerdeführer, der Widerruf sei unzulässig, weil das Migrationsamt Anfang Februar 2014 die Kontrollfrist der Niederlassungsbewilligungen der Beschwerdeführer trotz Kenntnis des gemeinsamen Sohnes und der weiteren Indizien verlängert habe. Die Beschwerdeführer berufen sich in diesem Zusammenhang auf das Urteil 2A.46/2002 vom 23. Mai 2002, in welchem das Bundesgericht erwog, dass ein Widerruf der Niederlassungsbewilligung nicht in Betracht falle, wenn diese in Kenntnis des fragwürdigen Verhaltens des Betroffenen erteilt worden sei. Dies war jedoch vorliegend nicht der Fall. Das Migrationsamt erhielt erst Ende 2013 im Zusammenhang mit dem Einreisegesuch für F.________ Kenntnis vom gemeinsamen Sohn der Beschwerdeführer 1 und 2 und konnte somit erst in der Folge weitere Abklärungen vornehmen. Dass es im Zeitpunkt der Verlängerung der Kontrollfrist noch nicht die notwendige Gewissheit über das Ausmass des Vorgehens hatte, kann ihm in keiner Weise angelastet werden. Es steht ausser Zweifel, dass die Beschwerdeführer 1 und 2 die Niederlassungsbewilligung nicht erhalten hätten, wenn das Migrationsamt bei deren Erteilung über sämtliche Umstände im Bilde gewesen wäre.