Citation: 1C_254/2022 E. 3.4

3.4. Die ebenfalls gerügte Verletzung des Grundsatzes von Treu und Glauben (Art. 5 Abs. 3 und Art. 9 BV) erblicken die Beschwerdeführenden darin, dass die Beschwerdegegnerschaft im Baubewilligungsverfahren eine Zusicherung abgegeben hätte, die zum integrierenden Bestandteil der Baubewilligung erklärt, aber in der Folge von ihr nicht eingehalten worden sei. Es gibt keinen allgemeinen Grundsatz der Gebundenheit an das eigene Handeln. Setzt sich jemand zu seinem früheren Verhalten in Widerspruch, ist darin nur dann ein Verstoss gegen Treu und Glauben zu erblicken, wenn das frühere Verhalten ein schutzwürdiges Vertrauen begründet hat, welches durch die neuen Handlungen enttäuscht würde (BGE 125 III 257 E. 2a mit Hinweisen; Urteil 1A.130/2000 vom 16. November 2000 E. 3b). Da nach dem Dargelegten nicht erstellt ist, dass die Beschwerdegegnerschaft verbindlich zugesichert hätte, auf eine Stützmauer zu verzichten, ist in ihrem späteren Planänderungsgesuch keine Treuwidrigkeit auszumachen. Die Beschwerdeführenden erlitten durch das beanstandete Vorgehen soweit ersichtlich denn auch keinen Nachteil, da ihnen die öffentliche Auflage des Umgebungsplans vom 28. Oktober 2019 angezeigt wurde und sie erneut Einsprache erheben konnten. Dass die Stützmauer mit den Vorschriften des Baupolizeirechts nicht vereinbar wäre, machen sie nicht geltend. Damit hat es mit dem angefochtenen Entscheid sein Bewenden.