Citation: U 293/04 15.03.2005 E. 3

Das kantonale Gericht hat ferner zutreffend erkannt, dass im hier zu beurteilenden Fall die psychische Problematik unmittelbar nach dem Unfall noch keine eindeutige Dominanz aufwies. Hingegen ergibt sich auf Grund der hausärztlichen Stellungnahmen Dr. G.________s, vom 12. Januar 2002 und 17. Februar 2004, dass bereits rund ein halbes Jahr nach dem versicherten Unfallereignis in zunehmendem Masse "gewisse psychische Faktoren" (starke Angst vor Schmerz, Kranksein, Insuffizienz; psychosoziale Belastungssituation) an der Chronifizierung der Beschwerden mitbeteiligt waren und ab Januar 2002 eine (erfolglose) Behandlung mit einem Antidepressivum erforderlich machten (vgl. auch die Berichte des Rheumatologen Dr. S.________ vom 12. April 2002 und des Kreisarzt-Stellvertreters Dr. K.________ vom 14. Mai 2002 und 18. November 2002). Wie sich dem am 10. Oktober 2002 verfassten Austrittsbericht der Klinik X.________ (stationärer Aufenthalt vom 20. August bis 17. September 2002) entnehmen lässt, kann die Beschwerdeführerin "auf theoretischer Basis (...) die schmerzverursachenden/-verstärkenden Mechanismen durchaus nachvollziehen, jedoch erscheinen die tatsächlichen Realisierungsmöglichkeiten aufgrund des kulturellen Hintergrundes sowie der realen existentiellen (wirtschaftlichen) Bedrohung blockiert". In Übereinstimmung mit der Vorinstanz ist hinsichtlich des gesamten Entwicklungsverlaufs vom Unfall bis zum Einspracheentscheid vom 10. Dezember 2003 von einem gänzlichen In-den-Hintergrund-Treten der (eher) physischen Beschwerden gemäss dargelegter Rechtsprechung (Erw. 2.2 in fine hievor) auszugehen. Denn schon relativ kurze Zeit nach dem Unfallereignis schob sich die psychische Problematik (psychosoziale und soziokulturelle Belastungsfaktoren, Störungen bei der Schmerzverarbeitung) immer mehr und mehr beherrschend in den Vordergrund, was darin gipfelte, dass die Versicherte ihre auch nach dem Unfall vom 17. Mai 2001 bis zum Eintritt in die Klinik X.________ stets weiterhin ausgeübte (halbtägige) Erwerbstätigkeit als Hilfsarbeiterin bei der Firma D.________ AG nach erfolgtem Klinikaustritt (abgesehen von einem misslungenen Arbeitsversuch) nicht wieder aufnahm. Dass nicht "nur (eine) vermutete psychische Problematik" vorliegt, wie die Versicherte im kantonalen Gerichtsverfahren geltend machte, ergibt sich mit aller Deutlichkeit auch aus den mit der vorinstanzlichen Beschwerde eingereichten medizinischen Stellungnahmen des Hausarztes Dr. G.________ vom 17. Februar 2004 und des Neurologen Dr. H.________ vom 9. Februar 2004 sowie dem nachgereichten Bericht des Ärztlichen Zentrums Y.________ vom 31. März 2004. Nach dem Gesagten ist die Adäquanz nach Massgabe der in BGE 115 V 138 Erw. 6 und 407 Erw. 5 entwickelten und seither ständig angewandten Rechtsprechung des Eidgenössischen Versicherungsgerichts (vgl. BGE 129 V 183 Erw. 4.1) zu beurteilen, d.h. mit der Differenzierung zwischen physischen und psychischen Komponenten der unfallbezogenen Merkmale (vgl. BGE 117 V 367 Erw. 6a in fine; SVR 2003 UV Nr. 12 S. 36 Erw. 3.2.3).