Citation: 6B_923/2022 E. 5.5.2

5.5.2. Der Beschwerdeführer beeinträchtigte als Mitglied einer Einbrecherbande die öffentliche Sicherheit. Durch den Handel mit harten Drogen und verschreibungspflichtigen Medikamenten gefährdete er die öffentliche Gesundheit. Er griff in das besonders hochwertige Rechtsgut von Leib und Leben ein, indem er sich an einem Raufhandel beteiligte und eine einfache Körperverletzung beging. Zwar darf angenommen werden, dass die mehrjährige Freiheitsstrafe und die vollzugsbegleitende ambulante Massnahme nicht spurlos am Beschwerdeführer vorbeigehen. Doch das Gutachten schreibt dem Beschwerdeführer ein Hochrisikoprofil mit schlechten Bewährungschancen zu. Die hohe Rückfallgefahr bezieht sich nicht primär auf Delikte gegen Leib und Leben. Allerdings kann eine schwerwiegende Gefährdung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit auch bei einem Eingriff in andere Rechtsgüter gegeben sein, wenn namentlich eine Vielzahl von Straftaten vorliegt und strafrechtliche Sanktionen keinen Eindruck hinterlassen. Beides trifft auf den Beschwerdeführer zu. Zudem erwartet ihn hier nach dem Strafvollzug im Wesentlichen dasselbe soziale Umfeld wie bis anhin. Gemäss Vorinstanz ist nicht damit zu rechnen, dass der Beschwerdeführer die Persönlichkeitsstörung bis zur Entlassung aus dem Strafvollzug vollständig überwindet. Dies trübt seine Legalprognose nachhaltig, selbst wenn die ambulante Massnahme nach der Entlassung fortgesetzt wird. Hinzu kommt der Kokainmissbrauch, der auch während des laufenden Strafverfahrens andauerte. Aus diesen Umständen schliesst die Vorinstanz zu Recht auf ein sehr grosses öffentliches Interesse an der Landesverweisung.