Citation: 2A.413/2001 13.03.2002 E. 1

Gemäss Art. 20 Abs. 1 lit. c des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer (DBG; SR 642.11) in der vorliegend anwendbaren ursprünglichen Fassung vom 14. Dezember 1990 sind als Erträge aus beweglichem Vermögen unter anderem Liquidationsüberschüsse steuerbar. Hierzu gehören Leistungen, die den Aktionären im Zusammenhang mit der (Teil-)Liquidation der Aktiengesellschaft gewährt werden, soweit es sich nicht um die Rückzahlung des statutarischen Grundkapitals handelt. Eine (Teil-)Liquidation liegt unter anderem dann vor, wenn eine Aktiengesellschaft ihre eigenen Aktien gestützt auf einen Kapitalherabsetzungsbeschluss oder im Hinblick auf eine Kapitalherabsetzung zurückkauft (vgl. den Entscheid des Bundesgerichts vom 4. Mai 1999 zur Verrechnungssteuer, in ASA 68 S. 739 ff. E. 4 S. 743). Gehörten die Aktien zum Privatvermögen des Aktionärs, so besteht der nach Art. 20 Abs. 1 lit. c DBG steuerbare Liquidationsüberschuss im Differenzbetrag zwischen dem Rückkaufpreis und dem Nennwert der Aktien (Entscheid des Bundesgerichts vom 13. Februar 1995, in StE 1995 B 24.4 Nr. 38, E. 4; Markus Reich, in: Martin Zweifel/Peter Athanas (Hrsg.), Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht I/2a, Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer (DBG), Basel/Genf/München 2000, Art. 20 N 66, 67 und 69; ferner Peter Locher, Kommentar zum DBG. Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer, Therwil/Basel 2001, Art. 18 N 120 und Art. 20 N 91 und 97).