Citation: 6B_131/2021 E. 2.4.2

2.4.2. Soweit der Beschwerdeführer rügt, die Vorinstanz sei unzulässigerweise von den Sachverhaltsfeststellungen der Erstinstanz abgewichen, verkennt er, dass das schriftliche Verfahren nach Art. 406 Abs. 2 StPO im Gegensatz zu jenem nach Art. 406 Abs. 1 lit. a StPO nicht generell auf Rechtsfragen beschränkt ist. Was das Tatgeschehen betrifft, ist die Anwesenheit der beschuldigten Person nur dann per seerforderlich, wenn die Rechtsmittelinstanz den Sachverhalt grundlegend anders würdigt als die erste Instanz und die beschuldigte Person gestützt auf die entsprechenden Sachverhaltsfeststellungen schuldig spricht (so ausdrücklich Urteil 6B_958/2019 vom 5. Februar 2021 E. 3.2; siehe dazu auch Urteile 6B_1204/2016 vom 24. Mai 2017 E. 2.2.1; 6B_1046/2016 vom 30. Januar 2017 E. 2.3). Dies ist hier nicht der Fall: Was das objektive Tatgeschehen betrifft, ging die Erstinstanz davon aus, dass die Glasscheibe der Bushaltestelle "durch einen Fusstritt des [Beschwerdeführers] aus der Fassung fiel und beim Aufprall auf den Boden zerbrach". Diese Würdigung liegt im Wesentlichen auch dem vorinstanzlichen Urteil zugrunde, wobei darin insbesondere der Einwand des Beschwerdeführers entkräftet wird, "dass die Scheibe ganz offensichtlich nicht richtig im Rahmen verankert war". Demgegenüber äussert sich die Vorinstanz wie bereits die Erstinstanz nicht abschliessend dazu, ob die Glasscheibe bereits durch den Kick als solchen beschädigt wurde oder - wie der Beschwerdeführer annimmt - erst durch den Aufprall auf dem Boden, auch wenn sie zum Schluss gelangt, diese Darstellung lasse sich "mit den Fotos kaum in Übereinstimmung bringen". Bei der Beurteilung des subjektiven Tatbestands berücksichtigt die Vorinstanz ausdrücklich, dass der Beschwerdeführer einen Fusskick "mit voller Wucht" in Richtung der Glasscheibe des Buswartehäuschens ausgeführt habe (siehe dazu im Einzelnen E. 3.3). Dabei handelt es sich indessen lediglich um eine - gegenüber dem erstinstanzlichen Urteil - genauere Beschreibung der Tathandlung, konkret des vom Beschwerdeführer nach eigener Aussage versuchten "Roundhouse-Kicks". Eine solche darf die Vorinstanz aber ohne Weiteres gestützt auf die Akten, insbesondere das Protokoll der erstinstanzlichen Einvernahme des Beschwerdeführers, vornehmen. Das Urteil beruht auch insofern nicht auf einer von der Anklage und vom erstinstanzlichen Urteil grundlegend abweichenden Würdigung der Beweismittel bzw. Feststellung des Sachverhalts. Im Übrigen verletzt die Vorinstanz auch den Anklagegrundsatz nicht, obschon die Umschreibung "mit voller Wucht" im Strafbefehl vom 16. August 2017 fehlt. Denn der Beschwerdeführer konnte ohne Weiteres erkennen, welcher Vorwurf gegen ihn erhoben wurde, sodass er in der Lage war, seine Verteidigungsrechte angemessen auszuüben. Abgesehen davon verlangt Art. 9 Abs. 1 StPO im Allgemeinen nicht, dass in der Anklageschrift die Elemente speziell aufgeführt werden, die auf Vorsatz schliessen lassen (Urteile 6B_282/2021 vom 23. Juni 2021 E. 7.2, zur Publikation vorgesehen; 6B_985/2016 vom 27. Februar 2017 E. 2.3 mit weiteren Hinweisen).