Citation: U 312/05 04.11.2005 E. 4

Die Vorinstanz hat im angefochtenen Entscheid die medizinischen Berichte umfassend und korrekt dargestellt. Darauf wird verwiesen. Die Beschwerdeführerin macht im Wesentlichen geltend, sie leide seit dem Auffahrunfall vom 11. Oktober 1997 an Rückenschmerzen sowie an den Folgen eines Schleudertraumas der HWS. 4.1 Auf Grund der übereinstimmenden ärztlichen Auffassungen der Dres. med. R.________, Chefarzt Orthopädische Klinik, Spital Y.________ (Operationsbericht vom 8. August 2002), L.________, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie, SUVA (ärztliche Beurteilung vom 25. November 2003), M.________, Ärztlicher Leiter Rheumatologie/Physio-/Ergotherapie/Logopädie, Spital A.________ (konsiliarischer Bericht vom 2. Februar 2004) sowie I.________ (Bericht vom 7. Februar 2005) steht fest, dass die am 8. August 2002 chirurgisch entfernte Stummelrippe auf Höhe des Lendenwirbelkörpers LWK1 links mit Ausbildung einer beginnenden Pseudoarthrose sowie die ausgeprägte, partiell fixierte thorakale Hyperkyphose/lumbale Hyperlordose vorbestehend sind. Beim Unfall vom 11. Oktober 1997 kam es zu einer vorübergehenden Aktivierung, nicht aber richtunggebenden Verschlimmerung dieses Vorzustandes, wobei mit einer Remission innerhalb von sechs bis acht Monaten zu rechnen war. Aus diesen Umständen ist mit der Vorinstanz zu schliessen, dass spätestens im Zeitpunkt der Leistungseinstellung am 16. Mai 2004 ein Kausalzusammenhang zwischen dem thorakolumbovertebralen Syndrom und dem Unfall vom 11. Oktober 1997 zu verneinen ist. In der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird nichts vorgebracht, was diese Beurteilung in Frage zu stellen vermag. Wenn auch der SUVA-Kreisarzt Dr. med. E.________ (Berichte vom 30. Juli 1998 und 5. Dezember 1997) und Dr. med. M.________, Chefarzt, Klinik F.________ (Bericht vom 26. Februar 1998) die Wirbelsäulenanomalie auf Grund radiologischer und klinischer Untersuchungen als möglicherweise traumatisch bedingte Querfortsatzfraktur LWK1 interpretierten, so stellte sich diese Diagnose nachträglich als unzutreffend heraus. Der die Anomalie behandelnde Chirurg, Dr. med. R.________, fand gemäss Operationsbericht vom 8. August 2002 in Bestätigung der radiologischen Beurteilungen der Dres. med. U.________, Spezialarzt für medizinische Radiologie, speziell Röntgenologie FMH, Institut C.________ (Bericht vom 10. September 1999) sowie D.________, Institut für MRI (Bericht vom 9. Mai 2001) ein frei bewegliches Knochenstück, bei welchem es sich um eine angeborene Variante und nicht um eine Frakturfolge handelte; dort wo man eine Fraktur erwarten würde, sei der Querfortsatz völlig unauffällig. Angesichts der klaren medizinischen Aktenlage hat die Vorinstanz zu Recht von weiteren Abklärungen abgesehen. Eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör ist nicht ersichtlich. 4.2 Abgesehen von den genannten Befunden (Stummelrippe mit pseudoarthrotischen Veränderungen, partiell fixierte thorakale Hyperkyphose/lumbale Hyperlordose) sowie einer ausgeprägten, ebenfalls unfallfremden Kopfprotraktion (vgl. Bericht des Dr. med. I.________ vom 7. Februar 2005) konnten die Ärzte weder anhand klinischer noch auf Grund radiologischer Untersuchungen wesentliche pathologische Befunde an der Wirbelsäule erheben. Allerdings kann eine Leistungspflicht des Unfallversicherers bei einem Schleudertrauma der HWS oder einer äquivalenten Verletzung der HWS auch ohne organisch nachweisbare Schädigung gegeben sein. Nach den Ergebnissen der medizinischen Forschung können bei solchen Verletzungen selbst ohne klar ausgewiesene pathologische Befunde noch Jahre nach dem Unfall funktionelle Ausfälle verschiedenster Art auftreten (BGE 117 V 363 Erw. 5d/aa mit Hinweisen). Auch diesfalls ist aber für die Leistungspflicht des Unfallversicherers unerlässlich, dass die geklagten Beschwerden medizinisch einer fassbaren gesundheitlichen Beeinträchtigung zugeschrieben werden können und diese Gesundheitsschädigung mit überwiegender Wahrscheinlichkeit in einem ursächlichen Zusammenhang mit dem versicherten Unfallereignis steht (BGE 119 V 340 Erw. 2b/bb). Die Beschwerdeführerin litt unmittelbar nach dem Unfall vom 11. Oktober 1997 an Nackenschmerzen mit Muskelhartspann und Funktionseinschränkung der HWS. Diese Beschwerden klangen jedoch gemäss hausärztlichen Angaben (Bericht des Dr. med. Z.________ vom 16. Januar 1998) rasch ab. Am 5. Dezember 1997 stellte der SUVA-Kreisarzt Dr. med. E.________ eine vollständig freie Beweglichkeit der HWS in allen Richtungen ohne Schmerzangabe sowie eine weiche parazervikale Muskulatur fest. Die radiologische Aufnahme der HWS vom 3. Dezember 1997 zeigte keine traumatische Läsion. In den weiteren medizinischen Unterlagen finden sich keine Hinweise, dass eine zervikale Symptomatik fortbestand. Die neurologischen Befunde waren ausnahmslos unauffällig. Erst im vorinstanzlichen Verfahren machte die Beschwerdeführerin gestützt auf den Bericht des Dr. med. I.________ vom 7. Februar 2005 geltend, sie leide seit dem Unfall an Kopf- und Nackenbeschwerden. Allerdings räumt sie gemäss Angaben dieses Arztes ein, dass die Symptomatik gegenüber den Rückenschmerzen deutlich im Hintergrund gestanden habe und sie phasenweise beschwerdefrei gewesen sei. Die neuropsychologischen Defizite seien ihr selber nicht aufgefallen, eine gewisse Vergesslichkeit (vor allem Schwierigkeiten mit dem Merken von Namen) sei erst nach der Operation von 2002 aufgetreten. Unter diesen Umständen ist davon auszugehen, dass ausser den Nackenschmerzen, welche unmittelbar im Anschluss an den Unfall eingesetzt haben, keine weiteren Beschwerden innert der Latenzzeit von 24 bis höchstens 72 Stunden nach dem Ereignis aufgetreten sind (RKUV 2000 Nr. U 359 S. 29). Demnach fehlt es am Nachweis einer Häufung von für die Annahme eines Schleudertraumas der HWS oder einer äquivalenten Verletzung der HWS typischen Beschwerden (wie diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit, Visusstörungen, Reizbarkeit, Affektlabilität, Depression, Wesensveränderung; BGE 117 V 360 Erw. 4b; vgl. BGE 119 V 338 Erw. 2). Selbst wenn die Beschwerdeführerin gelegentlich unter einschlägigen Symptomen litt, kommt diesen nicht die Eigenschaft eindeutiger Brückensymptome zu (vgl. in RKUV 2001 Nr. U 419 S. 101 nicht veröffentlichte Erw. 3b des Urteils S. vom 29. Dezember 2000, U 170/00, mit zahlreichen Hinweisen); jedenfalls waren sie nicht derart erheblich, dass sie eine Behandlung erforderlich machten oder zu einer Arbeitsunfähigkeit führten. Von weiteren Abklärungen ist auch in diesem Punkt abzusehen. Ob die Versicherte unmittelbar nach dem Unfall ausser an Nackenbeschewerden noch an weiteren gesundheitlichen Störungen im Bereich des Kopfes und der HWS gelitten hat, könnten die Ärzte, wie auch Dr. med. I.________ im Bericht vom 7. Februar 2005 festhält, lediglich auf Grund anamnestischer Angaben beurteilen. Von einer unzureichenden medizinischen Dokumentation kann angesichts der Aktenlage nicht die Rede sein. Es wird diesbezüglich vollumfänglich auf die zutreffenden Erwägungen im vorinstanzlichen Entscheid verwiesen.