Citation: 8C_678/2015 E. 5.4

5.4. Soweit der Beschwerdeführer das Abstellen auf das Anforderungsniveau 3 mit Hinweis auf die fehlende Belastbarkeit rügt, zweifelt er das Vorhandensein der für die Wahl dieser Stufe erforderlichen Voraussetzungen an, was eine Tatfrage beschlägt. Die Berufsabklärung zur Prüfung der fachlichen und schulischen Voraussetzungen im kaufmännischen Bereich sowie der Konzentrationsfähigkeit in der Eingliederungsstätte für Behinderte E.________ ergab laut Schlussbericht vom 17. Oktober 2003, dass der Versicherte nach entsprechender Ausbildung und praktischer Erfahrung in der Arbeitsausführung die Voraussetzungen für eine Tätigkeit im kaufmännischen Bereich erfüllt. Dr. phil. F.________ führte in der neuropsychologischen Beurteilung vom 29. Dezember 2006 aus, der Versicherte habe im Rahmen der Abklärung der Eingliederungsstätte E.________ und der einjährigen Handelsschule gezeigt, dass er eine gewisse Lernfähigkeit und auch Wissen einbringen könne. Die Verhaltensauffälligkeiten (bezüglich Kritikfähigkeit, Anpassung oder Einhaltung von Strukturen, Selbstüberschätzung, affektive Schwankungen) würden sich bei Vertrautheit mit dem Arbeitsrahmen stabilisieren. Eine qualifizierte Tätigkeit im kaufmännischen Bereich, wie sie die angefangene, wegen Überforderung abgebrochene Umschulung darstelle, erscheine aus neuropsychologischer Sicht indessen nicht als angepasst. Einfachere Tätigkeiten ohne fachlichen Qualifikationsnachweis auf mittlerer Schwierigkeitsstufe seien jedoch ohne wesentliche leistungsmässige oder zeitliche Einschränkung zumutbar. Nicht nachvollziehbar ist, weshalb der Neuropsychologe das Handelsdiplom als nicht abgeschlossene Umschulung bewertet. Dem fehlenden Abschluss des zweiten Teils der ursprünglich beabsichtigten Ausbildung zum technischen Kaufmann ist im Rahmen des Spektrums der möglichen erwerblichen Tätigkeiten Rechnung zu tragen. Qualifizierte kaufmännische Tätigkeiten im Anforderungsniveau 1+2 (Verrichtung selbstständiger und qualifizierter Arbeiten bzw. höchst anspruchsvoller und schwieriger Arbeiten) der LSE kommen dabei nicht in Betracht und stehen auch nicht zur Diskussion. Ab März 2010 absolvierte der Beschwerdeführer bei der G.________ GmbH ein Arbeitstraining im kaufmännischen Bereich. Gemäss Bericht der Arbeitgeberin vom 27. Juli 2010 umfasste der Aufgabenbereich Zahlungseingangskontrolle, Mahnwesen, Erscheinungskontrolle von Inseraten, Pachtabrechnungen und Erstellen von Umsatzlisten. Der Versicherte wurde als sehr intelligent, top motiviert, pünktlich und zuverlässig beschrieben. Schwer zu verstehen sei daher, dass er sich einfache Abläufe nicht habe merken können. Dr. phil. F.________ hält dazu in der Stellungnahme an die Rechtsvertreterin des Versicherten vom 25. November 2010 fest, gewisse Leistungsminderungen bei einer Tätigkeit im Bürobereich seien zu erwarten gewesen, jedoch nicht in dem von der Arbeitgeberin beschriebenen Ausmass. Wahrscheinlich sei der Versicherte nach dem relativ guten Bericht der Eingliederungsstätte E.________ in der Leistungsfähigkeit und seinen Möglichkeiten, die erhaltenen Funktionen effizient umzusetzen, überschätzt worden. Beim langjährigen Fehlen einer regelmässigen Arbeitstätigkeit und Tagesstruktur könne auch eine gewisse Dekonditionierung stattgefunden haben. Andererseits könne der Versicherte als Taxifahrer während eines Tages offenbar eine unauffällige Leistung erbringen. Der Neuropsychologe schloss daher nicht aus, dass durch weiteres Einüben im Bürobereich eine Leistungssteigerung erreicht werden könne. Gemäss dem von Dr. med. D.________ im psychiatrischen Gutachten vom 17. September 2012 umschriebenen Anforderungs- und Belastungsprofil sind dem Beschwerdeführer Tätigkeiten mit reduzierter Anforderung an Konzentration, Daueraufmerksamkeit und Gedächtnis, reduzierten Anforderungen mit von ihm nicht zu kontrollierenden Kundenkontakten, reduzierten Anforderungen an Zeit- und Leistungsdruck sowie Teamarbeit, mit einem niedrigen Mass an vorgegebenen Strukturen und mit wohlwollenden Vorgesetzten mit einer Arbeitsleistung von 50 % zumutbar.