Citation: 1C_505/2017 E. 4.3

4.3. Der Beschwerdeführer hält eine Baubewilligung aufgrund der erheblichen Auswirkungen des Schneeablagerungsstandorts auf Raum und Umwelt für erforderlich. Der abgelagerte Schnee könne mit Salz und weiteren Schadstoffen aus Treibstoff, Brems-, Reifen- und Strassenabrieb verschmutzt sein, die den Sihlsee und den angrenzenden Gewässerschutzbereich AU gefährden könnten. Die Ablagerung direkt am Sihlsee bedrohe auch die Ufervegetation (insbesondere geschützte Schilfbestände) und am Ufer befindliche Biotope (Frosch- und Forellenlaichgebiete). Da es sich um einen besonders empfindlichen Standort handle, bestehe ein Interesse der Öffentlichkeit und der Nachbarn an einer vorgängigen Kontrolle im Baubewilligungsverfahren. Die Feststellung des Verwaltungsgerichts, wonach der Schnee tatsächlich wenig verschmutzt sei, weil er von wenig befahrenen Strassen stamme und nicht älter als 48 Stunden sei, sei irrelevant: Es sei gerade Aufgabe des Baubewilligungsverfahrens, die Umstände des Einzelfalls abzuklären und verbindliche Auflagen zum Schutz von Umwelt und Gewässer zu erlassen. Das Merkblatt des AfU genüge hierfür nicht, sei es doch nur behördenverbindlicher Natur und für die Genossame Willerzell (die den Ablagerungsplatz ebenfalls nutze) nicht verbindlich. Im Übrigen sei in der Vergangenheit auch immer wieder verschmutzter Schnee abgelagert worden. Die Tatsache, dass das Amt für Umwelt zusammen mit den Ämtern für Natur, Jagd und Fischerei sowie Wasserbau eine Standortabklärung vorgenommen und ein Merkblatt erstellt habe, zeige gerade, dass die Ablagerung von Schnee umweltrechtliche Gefahren berge. Die Aufschüttung des Schnees zu einem mehrere Meter hohen und bis zu 10 m langen Berg führe zu einer temporären Veränderung der ansonsten ebenen Uferlandschaft. Diese Nutzung der in der Landwirtschaftszone gelegenen Parzelle Nr. 1609 sei nicht zonenkonform, stamme doch der Schnee aus Bauzonen und diene die Ablagerung nicht der landwirtschaftlichen Bewirtschaftung. Schliesslich verursachten die Zu- und Wegfahrten sowie das Ausladen der schweren Schneeräumungsfahrzeuge Lärmimmissionen im angrenzenden Wohngebiet und beeinträchtigten die Erschliessung über die auch vom Beschwerdeführer genutzte Zufahrtsstrasse über Parzelle Nr. 1609. Die Nachbarn hätten insofern ein erhebliches Interesse daran, sich diesbezüglich im Rahmen eines Baubewilligungsverfahrens äussern zu können.