Citation: 6B_918/2021 E. 1

Der Beschwerdeführer rügt eine Verletzung des Rechts auf effektive Verteidigung nach Art. 29 Abs. 3 und Art. 32 Abs. 2 BV sowie Art. 6 Ziff. 3 lit. c EMRK als Teil des Grundsatzes von "fair trial" im Strafverfahren. Seine frühere amtliche Verteidigerin habe ihre Beratungs-, Fürsorge-, Mitwirkungs- und Kontrollpflicht schwerwiegend verletzt. Deshalb sei das Verfahren einzustellen und er freizusprechen. Vor der ersten Einvernahme zur Sache habe sie sich lediglich 30 Minuten mit ihm unterhalten. Dieser kurze Austausch sei in einem Mordfall nicht ansatzweise genügend. Weiter hätte sie ihm nicht zu einer Aussage raten dürfen. Er sei u.a. aufgrund fehlenden Schlafes in den beiden vorangehenden Nächten offensichtlich nur beschränkt einvernahmefähig gewesen. Aus dem Einvernahmeprotokoll gehe hervor, dass er sich nicht habe konzentrieren können und er ständig Aussetzer gehabt habe. Trotzdem sei die frühere Verteidigerin untätig geblieben. Erst nachdem der Beschwerdeführer bereits fast komplett ausgesagt gehabt habe, habe die Verteidigerin interveniert, und das erst noch zu wenig entschlossen. Ferner habe sie ihn während drei Jahren in Haft kein einziges Mal besucht. Sie habe sich auch nicht gewehrt, als E.________ aus der Haft entlassen worden sei und habe keine Gegenanzeige gestellt, als E.________ ihn wegen falscher Anschuldigung angezeigt habe. Schliesslich habe sie sich mit ihm in den viereinhalb Jahren ihres Mandats nie über eine Verteidigungsstrategie unterhalten, sondern ihn stets unter Druck gesetzt, ein Geständnis abzulegen.