Citation: 4A_62/2023 E. 6.4.1

6.4.1. Der Vergleich mit einem Einkaufsladen hinkt betreffend den Bezug von Bonitätsdaten bereits deshalb, weil sich die Beschwerdegegnerin nicht für deren Bezug entschieden hat. Diese sind vielmehr als "Beifang" der Datenabfrage zu betrachten. Dies ergibt sich bereits daraus, dass gemäss den für das Bundesgericht verbindlichen Feststellungen ein Bezug von Bonitätsdaten vom Vertrag 2018 ausgeschlossen wurde und das Zustandekommen eines zusätzlichen Vertrags von der Vorinstanz nicht als nachgewiesen erachtet wurde. Zudem erwog die Vorinstanz - mangels hinreichender Rüge für das Bundesgericht verbindlich - dass die Beschwerdegegnerin die Bonitätsdaten mangels entsprechender Systeme und Applikationen nicht nutzen konnte bzw. nicht genutzt hat. Auch wenn eine Verletzung der Integrität ihrer Rechts- und Vermögenssphäre bejaht würde, wäre die Beschwerdeführerin so zu stellen, wie wenn sich die Beschwerdegegnerin vertragsgemäss verhalten hätte. Dies führte aber vorliegend nicht zu einem Entschädigungsanspruch (der Bezug von Bonitätsdaten bildet nicht Bestandteil des Vertrags 2018); vielmehr wären die bezogenen Bonitätsdaten zu löschen. Es gilt grundsätzlich auch diesbezüglich, was die Vorinstanz hinsichtlich eines Anspruchs aus ungerechtfertigter Bereicherung zutreffend erwogen hat. Hinsichtlich eines ausservertraglichen Schadenersatzanspruchs hat die Vorinstanz die geltend gemachten Kosten bzw. den entgangenen Gewinn nicht als nachgewiesen erachtet. Dass die Vorinstanz von ihr verlangte, den geltend gemachten Schaden (Kosten und entgangener Gewinn) hinreichend zu substanziieren und nachzuweisen, ist nicht zu beanstanden.