Citation: 1P.459/2000 16.08.2000 E. 4

4.- a) Im Gegensatz zum erkennenden Sachrichter hat das Bundesgericht bei der Überprüfung des allgemeinen Haftgrundes des dringenden Tatverdachts keine erschöpfende Abwägung sämtlicher belastender und entlastender Beweisergebnisse vorzunehmen oder etwa eine umfassende Bewertung der Glaubwürdigkeit der den Beschwerdeführer belastenden Personen. Macht ein Inhaftierter geltend, er befinde sich ohne ausreichenden Tatverdacht in strafprozessualer Haft, ist vielmehr zu prüfen, ob konkrete Anhaltspunkte dafür bestehen, dass der Beschwerdeführer eine Straftat begangen hat, die kantonalen Behörden somit das Bestehen eines dringenden Tatverdachts mit vertretbaren Gründen bejahen durften (BGE 116 Ia 143 E. 3c). Das Prinzip, wonach mit fortschreitendem Verfahren ein immer strengerer Massstab an die Erheblichkeit und Konkretheit des Tatverdachts gestellt wird, verlangt dabei nicht, dass der Haftrichter immer neue, zusätzliche Verdachtsmomente darlegen müsste. Wenn von Anfang an, etwa aufgrund einer Zeugenaussage, ein erheblicher Verdacht vorhanden ist, genügt es für die Annahme des dringenden Tatverdachts, dass sich dieser nicht durch andere Umstände oder neue Vorbringen des Verhafteten verflüchtigt. Der Präsident der Anklagekammer hat sich in der angefochtenen Verfügung eingehend mit den Einwänden des Beschwerdeführers auseinander gesetzt und sie im Zusammenhang mit der Beurteilung der sich aus den Akten ergebenden Verdachtsmomente berücksichtigt. Seine Schlussfolgerung, wonach beim gegenwärtigen Stand der Ermittlungen die von P.________ zu Protokoll gegebene Sachverhaltsversion glaubwürdiger erscheine als diejenige des Beschwerdeführers, ist nicht zu beanstanden, zumal auffällt, dass dessen erfolglose Kreditvermittlungstätigkeiten für die Firmen D.________ und E.________ jeweils demselben Schema folgten. Der Beschwerdeführer hat insofern auch keine Gründe vorgebracht, weshalb er nach den negativen Erfahrungen mit der Firma U.________ im Hinblick auf die Zusammenarbeit mit der Firma Y.________ nicht vorsichtiger vorging. Dass der Haftprüfungsrichter nach einer eingehenden, vertretbaren Würdigung der aktuellen Beweislage den Tatverdacht bejaht hat, stellt damit keine unzulässige Einschränkung der persönlichen Freiheit des Beschwerdeführers dar. b) Kollusion bedeutet insbesondere, dass sich der Angeschuldigte mit Zeugen, Auskunftspersonen, Sachverständigen oder Mitangeschuldigten ins Einvernehmen setzt oder sie zu wahrheitswidrigen Aussagen veranlasst. Die Untersuchungshaft wegen Kollusionsgefahr soll verhindern, dass der Angeschuldigte die Freiheit dazu missbrauchen würde, die wahrheitsgetreue Abklärung des Sachverhalts zu gefährden oder zu vereiteln. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts genügt indessen die theoretische Möglichkeit, dass der Angeschuldigte in Freiheit kolludieren könnte, nicht, um die Fortsetzung der Haft oder die Nichtgewährung von Urlauben unter diesem Titel zu rechtfertigen. Es müssen vielmehr konkrete Indizien für die Annahme von Verdunkelungsgefahr sprechen (BGE 123 I 31 E. 3c S. 35 mit Hinweisen). Der Präsident der Anklagekammer hat die Kollusionsgefahr auf stichhaltige Indizien gestützt und einer in sich schlüssigen, überzeugenden Bewertung unterzogen. Bereits die belastenden, glaubwürdigen Aussagen von P.________ lassen konkret befürchten, dass der Beschwerdeführer in Freiheit versuchen würde, unzulässigen Einfluss auf die Ermittlungen zu nehmen und insbesondere Absprachen mit weiteren, teilweise noch nicht festgenommenen Verdächtigen zu treffen. Dass er freiwillig in die Schweiz eingereist ist und den Bezug von Provisionsgeldern nicht bestreitet, vermag die für die Verdunkelungsgefahr sprechenden Anhaltspunkte nicht zu entkräften.