Citation: 5A_265/2017 E. 3

Erklärt das Bundesgericht einen Rechtsstreit als erledigt, entscheidet es mit summarischer Begründung über die Prozesskosten aufgrund der Sachlage vor Eintritt des Erledigungsgrundes (Art. 71 BGG i.V.m. Art. 72 BZP [SR 273]). Bei der Beurteilung der Kosten- und Entschädigungsfolgen ist somit in erster Linie auf den mutmasslichen Ausgang des Prozesses abzustellen (BGE 125 V 373 E. 2a S. 374 f.). Unmittelbarer Gegenstand des bundesgerichtlichen Verfahrens ist einzig die Frage, ob das Kantonsgericht auf die kantonale Beschwerde hätte eintreten müssen. Hingegen ist vor Bundesgericht - entgegen der Anträge von A.A.________ sel. - nicht zu beurteilen, ob der erstinstanzliche Rechtsöffnungsprozess hätte sistiert werden müssen. Ob das Kantonsgericht auf die kantonale Beschwerde gegen die erstinstanzliche prozessleitende Verfügung hätte eintreten müssen, hängt von Art. 319 lit. b Ziff. 2 ZPO ab. Das Kantonsgericht hat das Vorliegen eines nicht leicht wieder gutzumachenden Nachteils im Sinne dieser Norm verneint. In ähnlicher Weise hängt die Zulässigkeit der Beschwerde an das Bundesgericht davon ab, ob der angefochtene Zwischenentscheid einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken kann (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG). A.A.________ sel. begründet das Vorliegen der Voraussetzungen beider Normen (wie bereits vor Kantonsgericht einzig im Hinblick auf Art. 319 lit. b Ziff. 2 ZPO) damit, dass bei Abweisung des Sistierungsgesuchs der Entscheid des Rechtsöffnungsgerichts unmittelbar bevorstehe, der Rechtsöffnungstitel nach Gewährung der aufschiebenden Wirkung durch das Bundesgericht im Verfahren 5A_707/2016 momentan nicht vollstreckbar sei und sie demnach mit einer Abweisung des Rechtsöffnungsgesuchs mit den entsprechenden Kostenfolgen rechnen müsse. Diese Kostenfolgen verblieben ihr endgültig, ungeachtet dessen, dass bei Obsiegen im Verfahren 5A_707/2016 ein neues Rechtsöffnungsgesuch gestellt werden könnte. Der drohende Nachteil bezieht sich also einzig auf die Verfahrenskosten des Rechtsöffnungsverfahrens. Summarisch zu prüfen ist, ob das Bundesgericht auf die Beschwerde nach Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG hätte eintreten können. Falls dies der Fall ist, folgt daraus ohne weiteres, dass auch ein nicht leicht wiedergutzumachender Nachteil nach Art. 319 lit. b Ziff. 2 ZPO vorgelegen hätte (BGE 137 III 380 E. 2 S. 384). Die blosse Verfahrensverteuerung gilt nicht als nicht wieder gutzumachender Nachteil im Sinne von Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG. Vorliegend geht es aber darüber hinaus um den Aspekt des Unterliegens und damit darum, dass A.A.________ daraus rechtliche Pflichten erwachsen könnten. Dass dieser Nachteil definitiv wäre, erscheint bei summarischer Prüfung als zutreffend. Sie könnte zwar erneut ein Rechtsöffnungsgesuch stellen, wenn das erste Rechtsöffnungsgesuch mangels Vollstreckbarkeit des als Rechtsöffnungstitel vorgelegten Entscheids abgewiesen würde. Es ist aber nicht ohne weiteres ersichtlich, inwiefern sie die ihr in diesem Fall voraussichtlich auferlegten Gerichts- und Parteikosten des ersten Rechtsöffnungsverfahrens später auf den Beschwerdegegner überwälzen könnte. Vielmehr kann man diese Kostenfolgen als Konsequenz des Risikos auffassen, das sie dadurch eingegangen ist, dass sie um Rechtsöffnung ersucht hat, bevor die Vollstreckbarkeit des Rechtsöffnungstitels definitiv und unabänderlich feststand. Auch eine Anfechtung des Endentscheids in der Rechtsöffnungssache im Kostenpunkt (vgl. Art. 93 Abs. 3 BGG) erscheint nicht aussichtsreich, da ihr die Kosten bei Unterliegen grundsätzlich zu Recht auferlegt worden wären (Art. 106 Abs. 1 ZPO). Es erscheint demnach nach summarischer Prüfung als wahrscheinlich, dass das Bundesgericht im geltend gemachten Nachteil die Voraussetzungen von Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG verwirklicht gesehen hätte. Auf die Beschwerde wäre demnach einzutreten gewesen und da zugleich ein Nachteil nach Art. 319 lit. b Ziff. 2 ZPO vorgelegen hätte, wäre sie demnach voraussichtlich gutzuheissen und die Angelegenheit an das Kantonsgericht zurückzuweisen gewesen, damit dieses darüber befinde, ob der geschilderte Nachteil die Sistierung rechtfertige. Bei diesem mutmasslichen Ausgang des bundesgerichtlichen Verfahrens sind die Gerichtskosten dem Beschwerdegegner aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG). Zudem hat er Rechtsanwalt C.________ als Willensvollstrecker im Nachlass von A.A.________ sel. angemessen zu entschädigen (Art. 68 Abs. 1 BGG). Da der Ausgang des kantonalen Beschwerdeverfahrens mit der Rückweisung zur Prüfung in der Sache noch nicht festgestanden hätte, rechtfertigt es sich, die kantonale Kostenverteilung unverändert zu belassen (Art. 67, Art. 68 Abs. 5 BGG).