Citation: U 409/04 30.08.2005 E. 3.3

3.3.1 Dr. med. T.________ führte auf Anfrage der SUVA am 18. Oktober 2001 aus, der Patient habe versucht, eine neue Arbeitstätigkeit anzufangen, was aufgrund der Schmerzen indessen nicht durchführbar sei. Zudem äussere er den Wunsch nach Umschulung. Daraus schliesst die SUVA, der Arzt sei offensichtlich von falschen Tatsachen ausgegangen, indem der Beschwerdegegner die Anstellung bei der Firma O.________ wahrheitswidrig verschwiegen habe und geklagt habe, er finde wegen der Schmerzen keine neue Stelle. Die vom Arzt wiedergegebene Aussage kann jedoch ebenso in dem Sinne verstanden werden, dass der Versicherte zwar eine neue Stelle gefunden hat, die dort zu verrichtende Arbeit wegen der Schmerzen indessen nicht durchführbar ist. Zum Leistungsvermögen vermerkt der Orthopäde einzig, er habe die vom Kreisarzt festgelegte Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt von 75% nicht geändert. 3.3.2 Am 13. Februar 2002 hält derselbe Arzt gegenüber der SUVA fest, der Versicherte weise eine schwierige Problematik mit ausgesprochener Schmerzsymptomatik des gesamten linken Beines nach vorderer Kreuzbandruptur im November 1995 auf, welche durch die Kreuzbandplastik und eine intensive stationäre Rehabilitation nicht habe beeinflusst werden können. Aktuell arbeite er als Chauffeur für die Postverteilung, doch sei die Belastung zu gross, was sich in entsprechend verstärkten Schmerzen und dadurch bedingt grösseren Dosen an Analgetika ausdrücke. Vermutlich werde er diese Arbeit nicht über längere Zeit verrichten können. Die ihm zugesicherte Hilfe bei der Suche nach einer zumutbaren Arbeitsstelle sei bis anhin nicht durchgeführt worden. In einer Aktennotiz vom 18. März 2002 verneinte auch Kreisarzt Dr. med. S.________ die Zumutbarkeit der in der Firma O.________ ausgeübten Tätigkeit, weil die Belastung dort höher sei als in seiner Zumutbarkeitsbeurteilung festgehalten. Lediglich rund 40% der Verrichtungen seien sitzend (fahrend), der Rest bestehe aus stehend und gehend auszuführenden Arbeiten, welche zudem mit Gewichtsbelastungen verbunden seien. 3.3.3 In einem Schreiben vom 22. Mai 2002 teilte Dr. med. T.________ der SUVA mit, er habe die Arbeitsfähigkeit ab 1. Mai 2002 auf 50% reduzieren müssen. Daraufhin teilte der Betrieb der SUVA gemäss einer Aktennotiz vom 14. Juni 2002 telefonisch mit, der Versicherte arbeite wegen der Beschwerden im linken Knie nur noch zu 50%. Die von der Invalidenversicherung vorgesehene BEFAS-Abklärung sagte der Beschwerdegegner gemäss Schreiben der IV-Stelle Basel-Landschaft vom 28. Juli 2003 ab mit der Begründung, er habe eine 50%-Stelle gefunden. 3.3.4 Die Ausführungen von Dr. med. T.________ vermögen bezüglich der verbleibenden Arbeitsfähigkeit ebenfalls keine Klarheit zu verschaffen. Insbesondere begründet dieser nicht, weshalb ab Mai 2002 - und somit nach Erlass der leistungsablehnenden Verfügung der SUVA vom 22. April 2002 - nunmehr lediglich noch von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen sei.