Citation: 9C_657/2013 E. 3

Die Vorinstanz hat Art. 87 Abs. 4 in Verbindung mit Abs. 3 IVV analog auf den vorliegenden Sachverhalt angewendet, obwohl keine Veränderung des Invaliditätsgrades in Frage gestanden hat, indem sie geprüft hat, ob im Vergleich zum 10. November 2010, als sie den Anspruch des Beschwerdeführers auf eine ausserordentliche Invalidenrente mangels Wohnsitzes in der Schweiz verneint hatte, eine Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen eingetreten sei, welche wiederum den Anspruch auf eine ausserordentliche Invalidenrente zu begründen vermöchte. Wie zuvor bereits die IV-Stelle verneinte auch das Verwaltungsgericht die Voraussetzungen für einen solchen Anspruch, weil der Beschwerdeführer, der in Serbien Ehefrau und zwei Kinder hat, seinen Lebensmittelpunkt nicht mehr in der Schweiz habe. Zur Begründung führte es überdies aus, der Beschwerdeführer verbringe viel Zeit in Serbien und sei in der Schweiz nicht erwerbstätig; ein Lebensmittelpunkt am Arbeitsort falle daher von vornherein ausser Betracht. Nebst Ehegattin und Kindern lebe auch sein Vater wieder in Serbien. Geldüberweisungen nach Serbien sprächen im Weiteren ebenfalls nicht für einen Wohnsitz in der Schweiz. Offensichtlich erhalte der Beschwerdeführer in Serbien genügend Unterstützung und Pflege durch seine Familie, weshalb ein Verbleiben bei seiner Mutter in der Schweiz unter diesen Umständen nicht geboten sei. Der Grund für den Aufenthalt in der Schweiz liege einzig in der Invalidität und den damit verbundenen finanziellen Leistungen. Wohl lebten Familienangehörige in der Schweiz. Indessen befinde sich der Lebensmittelpunkt einer erwachsenen Person vorab bei Ehefrau und Kindern, nicht bei der Mutter oder Geschwistern. Dass der Beschwerdeführer in gewisser Weise von seinen Angehörigen in der Schweiz getragen werde, deren Solidarität offenkundig ist, ändere nichts daran, dass der Lebensmittelpunkt bei seiner Familie in Serbien liegt. Der Entzug der Niederlassungsbewilligung durch das Migrationsamt des Kantons Thurgau, der durch das Verwaltungsgericht mit Entscheid vom 27. Februar 2013 bestätigt wurde, spreche sodann ebenfalls gegen einen Wohnsitz in der Schweiz. Nach Sistierung des vorliegenden Verfahrens betreffend Leistungen der Invalidenversicherung bis zum Entscheid im ausländerrechtlichen Verfahren (Erlöschen der Niederlassungsbewilligung) gemäss Verfügung vom 10. Oktober 2013 stellte die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers das Urteil der II. öffentlich-rechtlichen Abteilung des Bundesgerichts vom 23. Oktober 2013 zu, wonach die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten abgewiesen worden war.