Citation: 6B_356/2022 E. 2.4.2

2.4.2. Die Staatsanwaltschaft des Kantons Zürich hat am 10. Juli 2018 Dr. med. E.________ damit beauftragt, für den vorliegenden Fall ein Aktengutachten zu erstellen und dabei die 15 im Fragenkatalog enthaltenen Fragen zu beantworten. Das von Dr. med. E.________ erstellte Gutachten vom 13. März 2019 kommt im Wesentlichen zum Schluss, die Fixation des Beschwerdeführers sei nicht verhältnismässig gewesen. Die erste Instanz stellt auf dieses Gutachten nicht ab. Zusammengefasst begründet sie dies damit, das Gutachten sei mit schwerwiegenden Mängeln behaftet. Es habe nur eine marginale und jedenfalls nicht ausreichende Auseinandersetzung mit den Untersuchungsakten stattgefunden. Der Gutachter habe die an ihn gestellten Fragen teilweise gar nicht, teilweise sehr rudimentär beantwortet und sich über weite Teile damit begnügt, Gesetze, Richtlinien und Entscheide zu zitieren, die auf den vorliegenden Fall grundsätzlich nicht (direkt) anwendbar seien. Er habe davon abgesehen, die zitierten Unterlagen auf den Fall anzuwenden und auszuführen, welche Voraussetzungen aus medizinischer Sicht erfüllt oder nicht erfüllt gewesen seien. Es fänden sich darin nicht begründete Schlussfolgerungen und es habe keine nachvollziehbare Aktenauswertung stattgefunden. Schliesslich sei an einzelnen Stellen nicht nachvollziehbar, auf welche Quellen sich der Gutachter stütze (erstinstanzliches Urteil S. 58 f.).