Citation: 1C_310/2015 E. 2.3.1

2.3.1. Zur Feststellung ernsthafter Zweifel an der Fahreignung dient insbesondere die standardisierte vertrauensärztliche Kontrolluntersuchung, der sich gemäss Art. 27 Abs. 1 lit. b VZV über 70-jährige Ausweisinhaber alle zwei Jahre zu unterziehen haben (Urteil 1C_242/2013 vom 17. Mai 2013 E. 3.4). Der Beschwerdeführer unterzog sich am 12. August 2013 bei Dr. med. B.________ der vertrauensärztlichen Untersuchung. Dieser kam zum Schluss, der Beschwerdeführer erfülle die medizinischen Mindestanforderungen zum Führen von Motorfahrzeugen nicht. Am 16. Oktober 2013 schrieb Dr. med. B.________ dem Anwalt des Beschwerdeführers, Letzterer habe Dr. med. B.________ bei der vertrauensärztlichen Untersuchung gesagt, er nehme "Aspirin Cardio" und weitere Medikamente ein. Der Beschwerdeführer habe jedoch keinerlei Gründe dafür angeben können, weshalb er weitere Medikamente einnehme. Aus folgenden Gründen habe er - Dr. med. B.________ - die Fahrtauglichkeit negativ beurteilt: 1. Visuseinschränkung (bei praktischer Einäugigkeit Residualvisus rechts knapp 0,6); 2. Relevante Gedächtnisbeeinträchtigung; 3. Neurologisch: Sturzgefahr beim Tretversuch (welcher der klinischen Untersuchung von Stand und Gang dient). Am 18. Dezember 2013 erstattete das Institut für Rechtsmedizin des Kantonsspitals St. Gallen (IRM) der Vorinstanz ein verkehrsmedizinisches Aktengutachten über den Beschwerdeführer. Persönlich untersuchte ihn das IRM also nicht. Es führt insbesondere aus, bei der Beurteilung der Fahreignung stünden aus verkehrsmedizinischer Sicht der Fernvisus-Befund und die kognitive Leistungsfähigkeit im Vordergrund. Dem augenärztlichen Zeugnis vom 4. November 2013 zufolge liege praktisch eine Einäugigkeit vor mit Fernvisus von 0,6 am rechten Auge. Gemäss den medizinischen Mindestanforderungen werde bei Einäugigkeit ein minimaler Fernvisus von 0,8 verlangt. Damit erfülle der Beschwerdeführer die Anforderungen für die Bejahung der Fahreignung nicht. Neben der Visusproblematik sei auch die Hirnleistungsfähigkeit zu berücksichtigen. Allein aufgrund der dem IRM vorliegenden Angaben lasse sich die Verkehrsrelevanz der Leistungsdefizite nicht schlüssig beurteilen. Dabei müsse auch beachtet werden, dass sich mehrere verkehrsmedizinisch relevante gesundheitliche Störungen, wie hier in Form einer reduzierten Sehleistung und einer eingeschränkten Kognition, gegenseitig ungünstig beeinflussen und zusammen unter Umständen eine fehlende Fahreignung begründen könnten. Dem Bericht des Hausarztes des Beschwerdeführers seien keine Angaben über Hirnleistungsdefizite zu entnehmen; es werde auf einen guten Allgemeinzustand ohne gesundheitliche Einschränkungen hingewiesen. Es dürfe aber - so das IRM weiter - nicht übersehen werden, dass mit zunehmendem Alter physiologisch die Hirnleistungsfähigkeit nachlasse, was letztlich auch zu einer Beschränkung der Fahreignung führen könne. In Anbetracht des reduzierten Sehvermögens, den von Dr. med. B.________ erwähnten Leistungseinbussen und dem Umstand, dass der Beschwerdeführer bereits 93-jährig sei, seien weitere Abklärungen erforderlich.