Citation: 4A_132/2016 E. 3.2.2

3.2.2. Der Beschwerdeführer verkennt zunächst den Begriff des materiellen Ordre public nach Art. 190 Abs. 2 lit. e IPRG, indem er unter Hinweis auf Art. 323 Abs. 1 OR und Art. L.3242-1 des französischen Arbeitsgesetzes (Code du travail) ausführt, das schweizerische und das französische Recht kennten zwingende Bestimmungen zur Fälligkeit der Lohnzahlung. Der Umstand, dass eine gesetzliche Bestimmung zwingend ist und die Parteien nicht durch Parteivereinbarung davon abweichen können, bedeutet nicht, dass diese dem Ordre public im Sinne von Art. 190 Abs. 2 lit. e IPRG angehört und ihre Verletzung vom Bundesgericht frei zu prüfen wäre (vgl. BGE 132 III 389 E. 2.2.2 S. 394; Urteile 4A_510/2015 vom 8. März 2016 E. 6.2.2; 4A_319/2015 vom 5. Januar 2016 E. 4.2.2; 4A_634/2014 vom 21. Mai 2015 E. 5.2.2). Zudem äussert sich der vom Beschwerdeführer erwähnte Art. 14 des FIFA-Reglements bezüglich Status und Transfer von Spielern nicht zum Zeitpunkt der Fälligkeit der Lohnforderung oder der Zulässigkeit einer entsprechenden Parteiabrede. Die zitierte Kommentarstelle, die ein Beispiel für eine zulässige fristlose Kündigung aufführt ("Example 1: A player has not been paid his salary for over 3 months. [...]"), spricht im Übrigen gerade gegen den in der Beschwerde vertretenen Standpunkt, wonach eine fristlose Kündigung im konkreten Fall am 25. Januar 2013 zulässig gewesen sei, weil zu diesem Zeitpunkt noch keine drei Monate (seit der Fälligkeit vom 31. Oktober 2012) vergangen waren. Auch der vom Beschwerdeführer erwähnte Art. 12 des Übereinkommens Nr. 95 der Internationalen Arbeitsorganisation über den Lohnschutz von 1949, das von der Schweiz nicht ratifiziert worden ist, äussert sich nicht zum Fälligkeitszeitpunkt, geschweige denn zur Kündigungsmöglichkeit des Arbeitnehmers, sondern sieht vor, dass der Lohn "in regelmässigen Abständen gezahlt werden [muss]". Ebenso wenig vermag der Beschwerdeführer mit dem blossen Hinweis darauf, dass nach schweizerischem Recht der Arbeitsvertrag wegen wiederholten Zahlungsverzugs nach Art. 337 OR fristlos gekündigt werden könne und dies zu einem Schadenersatzanspruch nach Art. 337d OR führe, einen dem Ordre public im Sinne von Art. 190 Abs. 2 lit. e IPRG angehörenden fundamentalen Rechtsgrundsatz aufzuzeigen, der im konkreten Fall vom Schiedsgericht missachtet worden wäre. Mit seinen allgemeinen Vorbringen zu Art. 27 Abs. 2 ZGB vermag er ausserdem nicht darzutun, inwiefern im konkreten Fall eine Persönlichkeitsverletzung vorliegen würde, die mit dem Ordre public unvereinbar wäre.