Citation: 4C.300/2005 01.11.2006 E. 5

5.1 Schliesslich rügt der Kläger, die Vorinstanz habe das Verbot des Rechtsmissbrauchs nach Art. 2 Abs. 2 ZGB verletzt, indem sie die Einrede der Gegenpartei, es habe sich bei der Zahlung von US$ 34'111.35 um die Erfüllung von familienrechtlichen Unterstützungspflichten gehandelt, in ihrer Entscheidfindung berücksichtigte. Die Vorinstanz habe nicht beachtet, dass die Beklagten im Prozess wider besseres Wissen den Eindruck erweckt hätten, der Bruder des Klägers sei seinen Verpflichtungen gegenüber der Familie nicht nachgekommen. Die Beklagten hätten dabei absichtlich verschwiegen, dass die Beklagte 1 noch über ein Konto ihres Ehemanns verfügt habe. 5.2 Das Verbot des Rechtsmissbrauchs entspricht zwar einem Grundsatz des Bundesrechts. Die Verletzung dieses Grundsatzes kann jedoch nur bezüglich der Anwendung von Bundesrecht mit Berufung gerügt werden. Die Beduetung dieses Grundsatzes bezüglich der Anwendung kantonalen Prozessrechts begrifft dagegen keine Frage des Bundesrechts, weshalb insoweit die Berufung nicht offen steht (BGE 111 II 62 E. 3 S. 66). 5.3 Der klägerische Einwand des Rechtsmissbrauchs betrifft das Verhalten der Beklagten im Rahmen des Beweisverfahrens, welches grundsätzlich kantonalrechtlich geregelt ist. Damit betrifft der Einwand nicht die Anwendung von Bundesrecht, weshalb er im Berufungsverfahren unzulässig ist.