Citation: 1C_534/2023 E. 1

Am 22. Juni 2023 entzog das Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt des Kantons Bern A.________ den Führerausweis für Motorfahrzeuge für drei Monate. Dagegen gelangte A.________ an die Rekurskommission des Kantons Bern für Massnahmen gegenüber Fahrzeugführerinnen und Fahrzeugführern, welche ihn mit Verfügung vom 21. Juli 2023, zugestellt am Postschalter am 29. Juli 2023, ersuchte, bis am 11. August 2023 einen Kostenvorschuss von Fr. 700.-- zu bezahlen. Da innert Frist keine Zahlung einging, setzte die Rekurskommission A.________ mit Verfügung vom 15. August 2023 eine Nachfrist bis zum 28. August 2023 zur Bezahlung des Kostenvorschusses an, verbunden mit dem Hinweis, dass auf die Beschwerde unter Kostenfolge nicht eingetreten werde, wenn innert dieser Frist weder der Kostenvorschuss bezahlt noch die Beschwerde zurückgezogen werde. Die am 15. August 2023 per Einschreiben verschickte Verfügung konnte A.________ aufgrund eines Postlagerungsauftrags nicht zugestellt werden. Mit Urteil vom 5. September 2023 trat die Rekurskommission nicht auf die Beschwerde ein und auferlegte A.________ die Verfahrenskosten. Zur Begründung führte sie aus, gemäss Art. 44 Abs. 3 des Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege des Kantons Bern (VRPG/BE; BSG 155.21) gelte die Verfügung vom 15. August 2023 als am 23. August 2023 zugestellt (sog. Zustellfiktion). A.________ habe auch innert der mit dieser Verfügung angesetzten Nachfrist den Kostenvorschuss nicht bezahlt. Damit sei auf die Beschwerde gestützt auf Art. 105 Abs. 4 VRPG/BE nicht einzutreten und habe er nach Art. 108 Abs. 1 VRPG/BE die Verfahrenskosten zu übernehmen.