Citation: 5C.7/2000 21.02.2000 E. 3

3.- Das Obergericht hat die Auffassung des Amtsgerichts bestätigt, dass die Kläger als Verwaltungsräte der N.________ AG übersetzte Bezüge getätigt hatten und die Beklagte Verantwortlichkeitsansprüche den klägerischen Forderungen zur Verrechnung gegenüberstellen durfte. Was die Kläger gegen das Urteil des Obergerichts vorbringen, ist weder einzeln noch insgesamt geeignet, eine Bundesrechtsverletzung darzutun. a) Auf die Kritik der Kläger, das Obergericht habe übergangen, dass ihre Forderungen von der Beklagten ungenügend bestritten und deshalb von dieser anerkannt worden seien, kann nicht eingetreten werden. Die Verhandlungsmaxime ist Teil des kantonalen Prozessrechts (vgl. BGE 109 II 452 E. 5d S. 460), das im Berufungsverfahren nicht überprüfbar ist (Art. 43 Abs. 1 OG). b) Die Kläger machen geltend, das Obergericht habe ihr Recht auf Beweis gemäss Art. 8 ZGB missachtet. Das Obergericht hat die Nichtabnahme der verschiedenen, von den Klägern angebotenen Beweise je nach Beweisthema verschieden und spezifisch, teils mehrfach begründet. Da die Kläger weder auf die Entscheidgründe eingehen noch aufzeigen, worin bezüglich jedes einzelnen Beweisantrages in seiner Ablehnung eine Rechtsverletzung liegen sollte, können sie mit ihren Vorbringen nicht gehört werden. Die Kläger legen nicht in einer Art. 55 Abs. 1 lit. c OG genügender Weise dar, welche Bundesrechtssätze und inwiefern diese durch den angefochtenen Entscheid verletzt sein sollten; ihre abstrakten Rechtserörterungen, die ohne aufgezeigten oder erkennbaren Zusammenhang mit bestimmten Entscheidgründen der Vorinstanz angestellt werden, sind daher unbeachtlich (BGE 116 II 745 E. 3 S. 749; 106 II 175f.). Unzulässig ist ferner die Kritik der Kläger, das Obergericht habe ihren Beweisanspruch dadurch übergangen, dass es offerierte Beweise für ihr nicht rechtswidriges Handeln als Verwaltungsräte abgelehnt habe; den Beweisen sind indessen nur Tatsachen (Art. 8 ZGB), nicht aber Rechtsfragen wie jene der Widerrechtlichkeit zugänglich. c) Entgegen der Auffassung der Kläger hat das Obergericht geprüft und festgestellt, dass die betreffenden Bezüge weder branchenüblich gewesen seien noch dem Arbeitseinsatz der Kläger entsprochen hätten; der N.________ AG sei durch die überhöhten Bezüge im Umfang von Fr. 351'000.-- ein Schaden entstanden. Die tatsächliche Feststellung des Schadens (vgl. BGE 123 III 241 E. 3a S. 243) durch das Obergericht ist - da keine Verletzung bundesrechtlicher Beweisvorschriften vorliegt - für das Bundesgericht verbindlich (Art. 55 Abs. 1 lit. c und Art. 63 Abs. 2 OG); soweit die Kläger behaupten, der Gesellschaft sei effektiv keine Vermögensverminderung entstanden, sind ihre Vorbringen unzulässig. Wenn das Obergericht aufgrund seiner Feststellungen davon ausgeht, die Kläger hätten in einer schwierigen Phase übersetzte, in klarem Missverhältnis zur wirtschaftlichen Lage stehende Bezüge von Fr. 351'000.-- getätigt, ist ohne weiteres ersichtlich, dass sich das Vermögen der N.________ AG ungewollt vermindert hat. Das Obergericht durfte daher zu Recht annehmen, dass eine ungewollte Differenz zwischen dem heutigen Vermögensstand des Unternehmens und dem Stand, den das Vermögen ohne die übersetzten Bezüge hätte, besteht und mithin ein Schaden im Rechtssinne vorliegt (BGE 123 IV 145 E. 4b/bb S. 147; 104 II 198 E. a S. 199). Diesbezüglich kann keine Rede davon sein, dass das Obergericht ohne weitere Reflexionen die steuerrechtliche Aufrechnung mit einem Schaden gleichgesetzt hätte; vielmehr zieht es zu Recht in Betracht, dass die N.________ AG bei den verdeckten Gewinnausschüttungen im Drittvergleich keine gleichwertige Gegenleistungen erhielt (vgl. BGE 115 Ib 274 E. 9b S. 279) und sich somit ihr Vermögen in Anbetracht ihrer Lage ungewollt verminderte. Die Rüge der Kläger, das Obergericht habe den Schadensbegriff verkannt und Bundesrecht verletzt, ist unbegründet. d) Schliesslich haben die Kläger in keiner Weise dargelegt (Art. 55 Abs. 1 lit. c OG), inwiefern das Obergericht Bundesrecht verletzt haben soll, wenn es die Auffassung des Amtsgerichts bestätigt hat, die verdeckten Gewinnausschüttungen hätten vorliegend den Interessen der finanziell angeschlagenen N.________ AG entgegengestanden und daher gegen die gesetzlichen Pflichten des Verwaltungsrates verstossen. Ebenso wenig zeigen die Kläger auf, inwiefern das Obergericht Art. 42-44 OR verletzt haben soll; auf die betreffenden Ausführungen kann daher nicht eingetreten werden.