Citation: 8C_192/2020 E. 3.2.2

3.2.2. Sodann hat die Vorinstanz erkannt, zur Beurteilung des Gesundheitszustands und der Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Erwerbstätigkeit sei sowohl für den Zeitpunkt der medizinischen Untersuchungen als auch retrospektiv auf das Gutachten der MEDAS vom 3. Februar 2017 abzustellen. Dieses stehe namentlich hinsichtlich der objektivierbaren Befunde in Einklang mit den Berichten der behandelnden Ärzte. Aus der Teilexpertise des neurologischen Sachverständigen erschliesse sich nachvollziehbar, dass dieser keine Befunde habe erheben können, die sich mit einer deutlichen Neurokompression hätten vereinbaren lassen. Sowohl aufgrund der neueren radiologischen Untersuchungen sowie auch mit Blick auf die Anamnese sei die Symptomatik stets unspezifisch gewesen. Die medizinischen Sachverständigen legten detailliert dar, dass das vom Versicherten geschilderte Beschwerdebild zu einem grossen Teil auf dessen aggravatorischem und damit klinisch nicht überprüfbaren Verhalten beruhe. Aus der Zusammenstellung und Würdigung der medizinischen Akten werde deutlich, dass er bei erfolgreich verlaufenen operativen Eingriffen im Oktober 2007, Januar 2008 und Oktober 2010 in einer angepassten Erwerbstätigkeit immer (mit Ausnahme der peri- und postoperativen Phasen) vollständig arbeitsfähig gewesen sei. Die Sachverständigen der MEDAS legten schlüssig dar, dass der noch junge Versicherte über ein optimales Restitutionspotenzial verfüge. Insbesondere seien - unter Berücksichtigung der sich schon seit dem Jahr 2000 abzeichnenden Hinweise auf aggravatorisches oder sogar ein darüber hinausgehendes Verhalten - keine medizinischen Gründe zu eruieren, die den Heilungsverlauf hätten beeinträchtigen und damit eine fortgesetzte Arbeitsunfähigkeit begründen können. Entgegen der Auffassung des Versicherten zeige die ausführliche Diskussion der medizinischen Sachverständigen mit den Ergebnissen der BEFAS, dass es sich bei den dort festgestellten gesundheitlichen Problemen massgeblich um subjektiv empfundene, im geschilderten Ausmass objektiv nicht erklärbare Einschränkungen gehandelt haben müsse. Schliesslich hat die Vorinstanz festgehalten, dass gestützt auf die Auskünfte der behandelnden Ärzte sowie der damit übereinstimmenden Stellungnahme des RAD vom 26. September 2018 ab Juli 2017 von einer gesundheitlichen Verschlechterung des Gesundheitszustands auszugehen sei, die eine Arbeitsfähigkeit von nur noch 60 % in einer adaptierten Erwerbstätigkeit belegten.