Citation: 2C_111/2023 E. 6.1

6.1. Es ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer keine Staatsangehörigkeit hat. Die syrische Staatsbürgerschaft wurde den in der syrischen Provinz U.________ lebenden Kurden im Nachgang zu einer Sondervolkszählung im Jahr 1962 aberkannt. Dies betraf auch die Familie des Beschwerdeführers (angefochtener Entscheid E. 7.1, E. 8.1). Der Beschwerdeführer zählt damit zu den de iure- Staatenlosen. Unbestritten ist ebenso, dass es dem Beschwerdeführer als vorläufig Aufgenommenem zum aktuellen Zeitpunkt aufgrund der anhaltenden Bürgerkriegssituation unzumutbar ist, nach Syrien zu reisen, um seine Staatsangehörigkeit anerkennen zu lassen. Das persönliche Vorsprechen bei den syrischen Behörden vor Ort ist aber zwingende Voraussetzung, um die Staatsangehörigkeit zu erlangen (angefochtener Entscheid E. 9.4 f.; vgl. BGE 147 II 421 E. 9.2). Der Beschwerdeführer besitzt somit keine Staatsangehörigkeit und hat im Moment auch keine Möglichkeit, eine solche zu erlangen. Zu klären bleibt folglich, ob der Beschwerdeführer ohne vernünftige Gründe auf die Wiedererlangung der Staatsangehörigkeit verzichtet hat, obwohl er die Möglichkeit dazu gehabt hätte, einzig mit dem Ziel, den Status des Staatenlosen zu erhalten.