Citation: 5D_112/2015 E. 4.3

4.3. Nach Auffassung der Beschwerdeführerin verletzt die Rechtsauffassung der Vorinstanz Art. 29 Abs. 3 BV. Die Verfahrensgarantie der unentgeltlichen Rechtspflege lasse offensichtlich nicht nur eine einmalige Überprüfung zu. Art. 29 Abs. 3 BV schreibe auch nicht vor, wann in einem Verfahren ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege gestellt werden dürfe. Die Bestimmung stelle ein Grundrecht dar, so dass die jederzeitige, vielleicht auch erneute Überprüfung möglich sein müsse. Zu Unrecht gehe die Vorinstanz davon aus, dass eine Wiedererwägung nur dann in Frage komme, wenn die gesuchstellende Partei völlig neue Tatsachen behaupte und belege. Wenngleich der Rechtsvertreter den Hinweis der Vorinstanz auf seine berufliche Erfahrung herzlichst verdanke, so verfüge er leider nicht über hellseherische Fähigkeiten. Auch er habe nur das gewusst, was ihm die Beschwerdeführerin gesagt habe. Im Gesuch vom 31. Juli 2014habe die Beschwerdeführerin nicht nur um unentgeltliche Rechtspflege, sondern auch um eine persönliche Befragung zu ihren finanziellen Verhältnissen ersucht. Diesem Gesuch habe die Gerichtspräsidentin nicht entsprochen, sondern direkt mit Verfügung vom 15. September 2014 entschieden. In dieser Verfügung habe sie die Liegenschaft in Marokko erwähnt, dies nicht etwa gestützt auf neue Abklärungen oder Rückfragen, sondern mit Verweis auf ein im Jahre 2012 durchgeführtes Eheschutzverfahren und gestützt auf nicht bewiesene Behauptungen des Ehemannes der Beschwerdeführerin. Die Verfügung vom 15. September 2014 habe nur innert zehn Tagen angefochten werden können. Eine solche Anfechtung sei nicht in Frage gekommen, weil die Überlegungen des Bezirksgerichts, wonach die Liegenschaft in Marokko nicht wertlos sei, nicht als gänzlich haltlos zu qualifizieren gewesen seien. Nicht nur der Rechtsvertreter, sondern auch das Bezirksgericht habe zum damaligen Zeitpunkt keine Ahnung davon gehabt, dass die Liegenschaft drittfinanziert sei.