Citation: 2C_434/2019 E. A

A.a. Die 3. Rhonekorrektion bildet ein Hochwasserschutzprojekt, das eine Länge von 162 Kilometern Flusslauf umfasst und neben mehr Sicherheit für gut 100'000 Menschen sowie der Verhinderung möglicher Hochwasserschäden auch mehr Natur für die Rhone bringen soll (vgl. Botschaft vom 14. Dezember 2018 betreffend den Gesamtkredit für die Realisierung der zweiten Etappe der 3. Rhonekorrektion [R3] [im Folgenden: Botschaft R3], BBl 2019, S. 1203 ff., S. 1204). Bauherren des Schutzprojektes sind die Kantone Wallis und Waadt. A.b. Am 15. November 2018 verabschiedete der Grosse Rat des Kantons Wallis (nachfolgend: Grosser Rat) das Gesetz über die Finanzierung der 3. Rhonekorrektion (GFinR3; SGS [= Systematische Gesetzessammlung des Kantons Wallis] 612.7). Das Gesetz bezweckt nach dessen Art. 1 die Bereitstellung der zur Realisierung der 3. Rhonekorrektion (nachfolgend auch: Projekt) notwendigen finanziellen Mittel. Hierzu führt das Gesetz gemäss dessen Art. 2 Abs. 1 "die für das Projekt zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel auf, die in den Fonds für die Finanzierung des Projekts der 3. Rhonekorrektion (nachfolgend: Fonds) einbezahlt werden". Das Gesetz ordnet ferner "die Äufnung des Fonds im Sinne des Gesetzes über die Geschäftsführung und den Finanzhaushalt des Kantons und deren Kontrolle" (Art. 2 Abs. 2 GFinR3) und regelt "zusätzlich" "die bei den Gemeinden sowie bei den Eisenbahnkozessionären zu erhebenden Beiträge" (Art. 2 Abs. 3 GFinR3). Als Eisenbahnkonzessionäre im Sinne des Gesetzes gelten dabei Eisenbahnunternehmen, die gemäss Bundesgesetzgebung über eine Infrastrukturkonzession auf dem Gebiet des Kantons Wallis verfügen (Art. 15 GFinR3). A.c. Die Finanzierung der 3. Rhonekorrektion soll nach dem Gesetz grundsätzlich durch den Fonds sichergestellt werden (Art. 6 Abs. 1 GFinR3). Der Fonds wird dabei mit einem Anfangskapital von 60 Millionen Fr. ausgestattet (vgl. Art. 3 Abs. 1 GFinR3). In den Fonds fliessen nach dem Gesetz neben einem Beitrag des jährlichen Budgets des Kantons Wallis (Art. 3 Abs. 2 GFinR3) und Bundessubventionen und -beiträgen (Art. 3 Abs. 3 lit. c GFinR3) namentlich auch bei den Gemeinden sowie bei den Eisenbahnkonzessionären zu erhebende Beiträge (vgl. Art. 2 Abs. 3 und Art. 3 Abs. 3 lit. a GFinR3; zu weiteren Einkommensquellen des Fonds vgl. Art. 3 Abs. 3 lit. b, d und e GFinR3 sowie Art. 3 Abs. 4 GFinR3). Nach Art. 6 Abs. 2 GFinR3 werden die Beiträge "auf der Grundlage des Gleichbehandlungsgebots, des Nutzniesser- und Verursacherprinzips sowie des Prinzips der Solidarität unter den Gemeinwesen festgelegt". Für die Berechnung der Beiträge der Gemeinden und Eisenbahnkonzessionäre von Bedeutung ist insbesondere Art. 5 GFinR3 mit folgendem Wortlaut: " 1 Die Beiträge werden auf der Grundlage der Gesamtkosten des Projekts seit dem 1. Januar 1996 berechnet (nachfolgend: Gesamtkosten). 2 Diese Gesamtkosten beinhalten die Kosten zur baulichen Umsetzung von Wasserbaumassnahmen, für Studien, für Arbeiten von allgemeinem Interesse (beinhaltend die Bereiche Stadtplanung und Tourismus) und anderer Projektkosten wie Aufwendungen für Begleitmassnahmen (landwirtschaftliche und andere), für die Aneignung von dinglichen oder persönlichen Rechten (durch freihändigen Kauf oder Enteignung), Entschädigungen, Mandatskosten, Finanzaufwand sowie projektspezifische Personal-, Betriebs-, Dienstleistungs- und Gutachtenskosten des Staates. 3 In den Gesamtkosten nicht enthalten sind die Kosten zu Lasten Dritter für Arbeiten an ihren eigenen Werken sowie die daraus resultierenden Mehrwerte. 4 Von den Gesamtkosten abzuziehen sind einerseits der durch eine interkantonale Vereinbarung festzusetzende Beitrag des Kantons Waadt an das Projekt und andererseits die von natürlichen und juristischen Personen geleisteten Beträge zum Ausgleich der von ihnen verursachten Beeinträchtigungen der Rhone." Unter dem Abschnitt 2 "Allgemeine Regelung der Finanzierung" des Gesetzes über die Finanzierung der 3. Rhonekorrektion ist insbesondere Folgendes festgehalten: "Art. 8 Bundesbeiträge 1 Der Kanton unternimmt die nötigen Schritte zur Erlangung von Bundessubventionen für das Projekt, die in Form von Verfügungen oder im Rahmen von Programmvereinbarungen gewährt werden. 2 Dasselbe unternimmt der Kanton, um Bundesbeiträge für die Nationalstrassen zu erlangen, die Nutzniesser des Projekts sind. Art. 9 Gesamtanteile der Beiträge 1 Die Beiträge der Gemeinden gemäss Artikel 12 betragen 2 Prozent des Anteils an den Gesamtkosten gemäss den Modalitäten in Artikel 10. 2 Die Beiträge der Eisenbahnkonzessionäre gemäss Artikel 23 betragen 6,1 Prozent des Anteils an den Gesamtkosten gemäss den Modalitäten in Artikel 10. 3 Diese Prozentsätze gelten unabhängig vom Erhalt von Bundesbeiträgen gemäss Artikel 8. Art. 10 Erhebungsperioden 1 Aufgrund der Projektdauer und der Vielzahl der im Projekt enthaltenen Massnahmen wird die Beitragserhebung auf aufeinanderfolgende Erhebungsperioden verteilt, für die jeweils eine Höchstgrenze für den Anteil an den Gesamtkosten der jeweiligen Erhebungsperiode festgelegt wird. 2 Dabei gelten folgende Erhebungsperioden: a) die erste Erhebungsperiode beginnt mit dem Inkrafttreten des Gesetzes und endet am 31. Dezember 2024; die Höchstgrenze liegt bei 600 Millionen Franken; b) die zweite Erhebungsperiode beginnt nach dem Ende der ersten Erhebungsperiode und endet am 31. Dezember 2034; die Höchstgrenze liegt bei 800 Millionen Franken, eventuell ergänzt mit dem Saldo, der während der ersten Erhebungsperiode nicht in Rechnung gestellt wurde; c) die dritte und letzte Erhebungsperiode beginnt nach dem Ende der zweiten Erhebungsperiode und endet mit dem Ende des Projekts, spätestens aber am 31. Dezember 2050; die Höchstgrenze liegt bei 1 Milliarde Franken, eventuell ergänzt mit dem Saldo, der während der vorangegangenen Erhebungsperioden nicht in Rechnung gestellt wurde. 3 Der zu Beginn jeder Erhebungsperiode festgelegte Beitrag wird in jährlich gleichbleibende Ratenzahlungen aufgeteilt. 4 Falls die effektiven Kosten des Fortschritts des Projekts im Vergleich zu den Voranschlägen tiefer liegen, wird dies in der Beitragsverfügung der darauffolgenden Erhebungsperiode berücksichtigt. 5 Jede Erhebungsperiode löst eine spezifische Beitragsverfügung aus. Nach der letzten Erhebungsperiode erfolgt die allfällige Anpassung des bereits verfügten Beitrags in einer weiteren spezifischen Verfügung. 6 Nicht bestrittene Verfügungen sind definitiv. Sie werden nicht in Wiedererwägung gezogen, wenn andere Beitragsverfügungen nachträglich durch das Gericht aufgehoben oder abgeändert werden. Art. 11 Erhebung 1 Die Gemeinden und die Eisenbahnkonzessionäre sind ab der ersten Erhebungsperiode am Projekt beitragspflichtig. Der Ausführungsort der einzelnen Massnahmen des Projekts ist nicht massgebend. 2 Wird ein Eisenbahnkonzessionär während einer Erhebungsperiode im Sinne von Artikel 10 beitragspflichtig, so hat er einen Nachtragsbeitrag pro rata temporis zu bezahlen, so dass die Gleichbehandlung mit den anderen Konzessionären innerhalb der Erhebungsperiode gewährleistet ist. Dieser Nachtragsbeitrag ist spätestens mit dem Beitrag für die nachfolgende Erhebungsperiode zu bezahlen; er wird für die Berechnung der Beiträge der anderen Konzessionäre berücksichtigt." Art. 16 GFinR3, der in Kapitel 4 "Eisenbahnkonzessionäre" steht, sieht sodann Folgendes vor: " 1 Die Höhe des von jedem Konzessionär geschuldeten Beitrags entspricht dem Mehrwert, der für ihn aus dem Projekt resultiert. 2 Dieser Mehrwert entspricht dem Anteil der Konzessionäre an den Gesamtkosten gemäss Artikel 9 Absatz 3 [recte: Art. 9 Abs. 2], und zwar im Verhältnis zur Gesamtlänge ihrer Gleise, die sich vor der Realisierung des Projekts in den Überflutungsgefahrenzonen der Rhone gemäss kantonalem Gesetz über den Wasserbau befinden. Bis zur Genehmigung Letzterer bilden die im GP-R3 aufgeführten Darstellungen der Überflutungsgefahrenzonen vor der Umsetzung der Arbeiten die massgebende Grundlage." Nach dem Gesetz verfügt der Staatsrat des Kantons Wallis (nachfolgend: Staatsrat) die Beiträge jedes Eisenbahnkonzessionärs (Art. 7 Abs. 1 lit. c GFinR3). In Art. 17-20 GFinR3 finden sich weitere, die Eisenbahnkonzessionäre betreffende Regelungen.