Citation: 4A_35/2021 E. 6.21.3

6.21.3. Die Berufungsantwort dient in erster Linie dazu, dem Berufungsbeklagten zur Wahrung seines rechtlichen Gehörs Gelegenheit zur Stellungnahme zu geben. Sofern er nicht Anschlussberufung erhebt (Art. 313 ZPO), hat er im Berufungsverfahren keinen Einfluss mehr auf den Streitgegenstand. Entsprechend ist er nicht zur Stellungnahme verpflichtet. Reicht er keine Berufungsantwort ein, kann das Berufungsgericht aufgrund der Akten entscheiden oder zur Berufungsverhandlung vorladen (Urteil des Bundesgerichts 5A_438/2012 vom 27. August 2012 E. 2.4 mit Hinweisen). Auch wenn eine Berufungsantwort eingereicht wird, bedeutet das nicht, dass das Gericht alles, was in dieser nicht ausdrücklich bestritten wird, als anerkannt zu betrachten hätte. Dass die Beschwerdegegnerin die Vorbringen ausdrücklich anerkannt hätte (eine eigentliche Anerkennung wäre im Rahmen der Dispositionsbefugnis der Parteien auch im Rechtsmittelverfahren zu berücksichtigen), macht die Beschwerdeführerin nicht geltend.