Citation: U 185/04 02.12.2004 E. 2

2.1 Streitig ist einzig, ob der Vorfall vom 8. September 2001 ein äusseres, sinnfälliges Ereignis darstellt. 2.2 Gemäss Unfallmeldung vom 12. September 2001 wollte die Versicherte im Car vom Sitz aufstehen und sich abdrehen; dabei habe es ihr einen "Schnall" ins Knie gegeben. Dr. med. A.________ hält in seinem Zeugnis vom 22. Oktober 2001 fest, die Patientin habe sich am 8. September 2001 bei einer ungeschickten Drehbewegung das rechte Knie massiv ausgedreht. Im Fragebogen vom 23. Oktober 2001 schildert die Versicherte das Geschehen: "Am 8. September 2001 im Car bei Hochzeitseinladung zirka 13.00 beim Aussteigen vom Sitz aufgestanden; wollte nach rechts abdrehen und mich beim hinteren Paar bekannt machen. Da hat es im Knie geknackst." Gleich danach seien die ersten Beschwerden aufgetreten. Am 26. November 2001 schreibt die Versicherte an die SUVA, dass durch das Abdrehen nach rechts ihr Fuss blockiert gewesen sein musste und sofort Schmerzen aufgetreten seien. Dr. med. H.________ hält in seinem Bericht vom 8. Januar 2002 ein Rotationstrauma am rechten Knie fest. Anlässlich der Befragung durch die SUVA gibt die Versicherte am 31. Januar 2002 zu Protokoll: "Wir waren mit einer Hochzeitsgesellschaft mit dem Car unterwegs. Als der Car anhielt, habe ich mich aufrecht gerade vom Sitz erhoben. Da noch Leute im Gang standen, wollte ich mich umdrehen, um mit den Leuten hinter mir zu sprechen. Beim Abdrehen nach rechts blockierte das rechte Knie. Ich hörte ein "Chrosen" im Knie. Dies ohne dass ich irgendwo angeschlagen hätte. Auch etwas Aussergewöhnliches wie Ausrutschen hat sich nicht ereignet. Bei meinem Schreiben vom 26. November 2001 "Fuss blockiert" handelt es sich um einen Verschrieb. Gemeint war natürlich das rechte Knie." 2.3 Der in seinem Verlauf von der SUVA unbestritten gebliebene Vorfall vom 8. September 2001 entspricht nicht einer einfachen Lebensverrichtung wie Aufstehen, Absitzen, Abliegen u.ä. Das geschilderte Aufstehen mit Abdrehen ist ein Bewegungsablauf, der über eine normale physiologische Beanspruchung des Körpers hinaus geht. Auf Grund der engen Raumverhältnisse in einem Car, die kein vollkommen aufrechtes und damit entlastetes Stehen erlauben, was bei entsprechender, ungünstiger Krafteinwirkung - etwa durch eine Drehbewegung - ein körpereigenes Trauma zu bewirken vermag, sowie der Blockierung des Knies sind zur Unkontrolliertheit der Abdrehbewegung führende Faktoren hinzugetreten. Somit ist ein entsprechendes gesteigertes Schädigungspotenzial zu bejahen. Da das Geschehen vom 8. September 2001 demnach die Erfordernisse an ein unfallähnliches Ereignis im Sinne der Rechtsprechung erfüllt, ist die SUVA im Grundsatz für die Folgen daraus leistungspflichtig. Daran vermag auch die (unbelegte) Behauptung der SUVA, gemäss Auskunft ihrer Abteilung Versicherungsmedizin könnten Abdrehbewegungen ohne sonstige Zusatzbelastung auf das Knie nicht Kreuzbandrupturen bewirken, nichts zu ändern, ist doch gerade durch das nicht aufrechte Stehen und die Blockierung des Knies eine solche Zusatzbelastung beim Abdrehen gegeben.