Citation: 8C_828/2023 E. 5.3.2

5.3.2. In der Stellungnahme vom 10. März 2023 hielt Dr. med. E.________ unter anderem fest, dass ein "Drop arm sign" nicht zwingend sei für eine frische Rotatorenmanschettenruptur. Dies sei abhängig von der Grösse der Ruptur. Es mangle an einer Konkretisierung, weshalb Dr. med. F.________ in der Bildgebung (MRT) keine Gewalteinwirkung sehe. Immerhin sei eine deutlich vermehrte Flüssigkeitsansammlung beschrieben, was ein starker Hinweis für ein Trauma sei. Der Deltamuskel schütze die Rotatorenmanschette bei einem direkten Trauma (Anprall). Allerdings liege hier ein anderer Unfallmechanismus vor, nämlich das versuchte Auffangen einer schweren Last. Dadurch sei es zu einer reflektorischen starken Anspannung der Rotatorenmanschette und wegen des hohen Gewichtes zu einer Überlastung des Sehnengewebes gekommen. In solchen Fällen schütze der Deltamuskel die Rotatorenmanschette nicht. Eine Muskelatrophie und grössere Sehnenreaktionen seien nicht erkennbar. Dies habe sich intraoperativ bestätigt. Die Sehne sei problemlos zu refixieren gewesen. Dies alles spreche für eine Unfallkausalität. Für einen gewissen Vorzustand würden einzig die degenerierten Bizeps- und Infraspinatussehnen sowie die Geröllzysten am Oberarmkopf sprechen. Sie alleine hätten den Riss der Supraspinatussehne aber nicht bewirken können.