Citation: 5C.71/2003 06.05.2003 E. 4

4.1 Will man die formellen Mängel unbeachtet lassen und weiter annehmen, der Berufungskläger rüge überhaupt rechtsgenüglich eine Verletzung von Bundesrecht, kann seiner Berufung kein Erfolg beschieden sein. Selbst wenn es zutreffen sollte, dass die Anschuldigungen und Verdächtigungen durch die Kindsmutter zu Lasten des Berufungsklägers auf wackeliger Grundlage stehen und gar nicht glaubhaft sind, sondern lediglich das Ziel verfolgen, die Ausübung des gerichtlich festgelegten Besuchsrechtes zu verunmöglichen, ginge es sowieso nur um Fragen, die zu beantworten nicht (mehr) der Vormundschaftsbehörde obliegt, nachdem die Strafjustiz aufgerufen wurde, sich damit zu beschäftigen. Es ist tatsächlich nicht in Abrede zu stellen (und von der Frage der vermeintlichen Schuld des Berufungsklägers völlig unabhängig), dass uneingeschränkte und unbewachte Besuche seitens des Vaters nicht nur (oder gar primär) die körperliche Unversehrtheit des Kindes gefährden, sondern es in dem Sinne psychisch schwer belasten könnten, falls es auf Grund der tatsächlich herrschenden Situation in einen Loyalitätskonflikt geraten würde. Dabei geht es nicht einmal darum, dem Berufungskläger zu unterstellen, dass er das Kind willentlich in einen solchen Konflikt verwickeln wolle: Es ist nun einmal vorläufig eine Tatsache, dass er mit den aufgeführten Anschuldigungen konfrontiert ist, und es ist damit zu rechnen, dass er - auch nur in der Absicht, mehr in Erfahrung zu bringen - eben das Kind ungewollt belasten könnte. Schliesslich ist auf das öffentliche Interesse, aber auch dasjenige aller Parteien, auch des Berufungsklägers, an einer raschen und definitiven Abklärung der Geschehnisse hinzuweisen. 4.2 Die von der Vormundschaftsbehörde getroffene und mit dem angefochtenen Urteil bestätigte Lösung entspricht im Ergebnis nicht nur dem Wohl des Kindes, sondern trägt den Interessen des nicht obhutsberechtigten Elternteils ebenso Rechnung, wurde doch von der in der Rechtsprechung (vorne, E. 2.2) kritisierten vollständigen Aufhebung des Besuchsrechts zu Gunsten einer für den Berufungskläger günstigeren Ausgestaltung der Modalitäten abgesehen. Demnach steht das angefochtene Urteil mit dem Bundesrecht ohne weiteres in Einklang.