Citation: 5A_800/2022 E. 5.4.1

5.4.1. Nicht einzutreten ist auf die Beschwerde insoweit, als der Beschwerdeführer der Vorinstanz vorwirft, den Sachverhalt willkürlich festgestellt zu haben. Die weitschweifigen Ausführungen des Beschwerdeführers sind appellatorischer Natur und beschränken sich darauf, den Sachverhalt aus seiner Sicht zu schildern und die Beweiswürdigung der Vorinstanz als willkürlich und bundesrechtswidrig zu bezeichnen. Dies gilt insbesondere für den Vorwurf, dass die Vorinstanz die Beschwerdegegnerin 2 als denjenigen Elternteil ansehe, der den Sohn in der Vergangenheit hauptsächlich betreut hat und seine Hauptbezugsperson war. Daran ändert auch der Umstand nichts, dass der Beschwerdeführer der Beschwerdegegnerin 2 in diesem Zusammenhang ein teilweise eigenmächtiges Vorgehen vorwirft. Vergeblich wehrt sich der Beschwerdeführer sodann gegen die vorinstanzliche Feststellung, wonach er kein Betreuungskonzept vorgelegt habe. Akzeptiert die Vorinstanz allein die Behauptung, von zu Hause aus zu arbeiten und die ganze Zeit daheim im Büro anwesend zu sein, nicht als Vorschlag eines Konzepts zur persönlichen Betreuung des Kindes, so kann von einer willkürlichen Sachverhaltsfeststellung bzw. Beweiswürdigung nicht die Rede sein. Entgegen dem Beschwerdeführer hat die Vorinstanz sodann auch die schriftliche Bestätigung nicht übersehen, in der die Patin des Beschwerdegegners 1 erklärt, das Kind jederzeit betreuen zu können. Entscheidend war für das Kantonsgericht indessen die Erkenntnis, dass der Beschwerdeführer nicht dargelegt habe, inwiefern die Einschulung des Beschwerdegegner 1 in U.________ (LU) besser wäre als in V.________ (LU), und trotz entsprechender Hinweise des Bezirksgerichts auch nicht näher erklärt habe, wie er sich den Ablauf der Woche bzw. seine Betreuungszeit von 50 % vorstelle. Damit setzt sich der Beschwerdeführer nicht auseinander. Trifft die Vorinstanz nach dem Gesagten nicht der Vorwurf, den Sachverhalt willkürlich festgestellt zu haben, so erübrigen sich Erörterungen zur weiteren Rüge, dass die Vorinstanz den Untersuchungsgrundsatz (Art. 296 Abs. 1 ZPO) verletzt habe. Denn wer sich auf den Untersuchungsgrundsatz beruft bzw. eine Verletzung desselben geltend macht, muss zunächst aufzeigen, dass das Gericht den Sachverhalt unvollständig und damit willkürlich festgestellt hat (Urteile 5A_312/2022 vom 25. August 2022 E. 1.2.3; 5A_984/2019 vom 20. April 2020 E. 5.2). Entsprechend kann auch offenbleiben, ob die Vorinstanz zusätzliche Nachforschungen darüber hätte anstellen müssen, "wer genau Hauptbetreuungsperson des Beschwerdegegners 1 war".