Citation: 8C_765/2014 E. 10

Die Unfallschwere ist aufgrund einer objektivierten Betrachtungsweise nach dem augenfälligen Geschehensablauf mit den sich dabei entwickelnden Kräften zu beurteilen (SVR 2013 UV Nr. 3 S. 7 E. 5.2). Gemäss dem Unfallrapport der Polizeidirektion Rottweil vom 16. September 2007 fuhr der Versicherte am 14. August 2007 als Autolenker auf der Autobahn in Deutschland auf dem linken Fahrstreifen. Die Geschwindigkeitsangaben der Zeugen variierten zwischen 130 km/h und 160 km/h. Plötzlich sei ein auf dem rechten Fahrstreifen fahrender Sattelzug auf den linken Fahrstreifen ausgeschert. Der Versicherte sei mit ihm kollidiert, wobei sich die rechte Vorderseite seines Autos unter den linken hinteren Aufbau des Sattelaufliegers verkeilt habe. In dieser Position sei es auf einer Länge von ca. 120 m mitgeschleift worden, bevor es sich gelöst habe. Die biomechanische Kurzbeurteilung der Gutachterstelle E.________ vom 25. Juli 2008 und das technische Gutachten vom 21. Oktober 2010 enthalten keine Angaben zur kollisionsbedingten Geschwindigkeitsänderung des Autos des Versicherten. Indessen weisen die aus den Polizeifotos ersichtlichen starken Beschädigungen an seinem Fahrzeug darauf hin, dass durch den Unfall massive Kräfte freigesetzt wurden. Letztlich kann jedoch offen bleiben, ob dieser Unfall - wie es der Versicherte verlangt - als mittelschwer im Grenzbereich zu den schweren Unfällen zu qualifizieren ist, in welchem Fall für die Adäquanzbejahung der Nachweis bloss eines Kriteriums in einfacher Form genügen würde (BGE 115 V 133 E. 6c/bb S. 140; SVR 2011 UV Nr. 10 S. 35 E. 4.3.1 [8C_584/2010]). Denn es ist kein Kriterium erfüllt, wie die folgenden Erwägungen zeigen. Demnach ist es nicht entscheidwesentlich, dass die Vorinstanz bei der Beurteilung der Unfallschwere die vom Versicherten ins Feld geführte Unfallvisualisierung nicht berücksichtige.