Citation: 8C_273/2020 E. 3.3

3.3. Ferner hat das kantonale Gericht erwogen, bezüglich des Ereignisses vom 9. November 2015 seien die organisch nicht (hinreichend) nachweisbaren Unfallfolgeschäden nach der sogenannten "Psycho-Praxis" zu beurteilen (BGE 115 V 133; vgl. zum Ganzen: BGE 138 V 248 E. 4 S. 250 f.), da keine der zum Beschwerdebild eines Schleudertraumas gehörenden Symptome (wie Kopf- und Nackenbeschwerden, Schwindel, Schlafstörungen, Gedächtnisprobleme, rasche Erschöpfbarkeit, eingeschränkte Belastbarkeit) innerhalb der massgeblichen Latenzzeit von 24 bis höchstens 72 Stunden nach dem Ereignis aufgetreten seien, welche die Anwendung der Schleudertrauma-Praxis (BGE 134 V 109 E. 10 S. 126 ff.) rechtfertigten. Einen (adäquaten) Kausalzusammenhang verneinte das Gericht. Bezüglich des zweiten Auffahrunfalls liess es offen, ob überhaupt eine HWS-Distorsion stattgefunden hat, weil die in der Regel für die versicherte Person vorteilhaftere Schleudertrauma-Rechtsprechung ebenfalls zur Verneinung der adäquaten Unfallkausalität führte.