Citation: I 206/01 14.02.2002 E. 2

2.- a) Das kantonale Gericht geht im Grundsatz zu Recht davon aus, dass "auch bei Wiedererwägungen" das Prinzip von Treu und Glauben zu beachten ist. In der Tat können nicht nur Auskünfte oder Zusicherungen eine Vertrauensposition begründen, welche bei Vorliegen der weiteren Vorausetzungen (BGE 121 V 66 Erw. 2a, 116 V 298 Erw. 3a) gegebenenfalls dazu führen, abweichend vom Gesetz behandelt zu werden, sondern es kann diese vertrauensbildende Funktion auch formellen Verfügungen zufallen (zuletzt Urteil A. vom 7. Mai 2001, C 27/01, mit vielen Hinweisen). Hiezu hat das kantonale Gericht erwogen, die IV-Stelle habe von einer Rückforderung der bis anhin zu Unrecht erbrachten Sonderschulunterrichts-Beiträge abgesehen, womit Treu und Glauben Genüge getan sei. Sodann führt die Vorinstanz aus, die Versicherte habe während des hängigen sistierten Gerichtsverfahrens genügend Zeit gehabt, die gewählte Schule zu veranlassen, ein entsprechendes Gesuch um Zulassung zu stellen, was einzig zur Leistungsgewährung als Voraussetzung noch gefehlt habe; das Verfahren sei bis zum rechtskräftigen Entscheid über die generelle Zulassung sistiert worden. b) Diese Auffassung verkennt, dass nach ständiger Rechtsprechung weder die Versicherten (oder im Falle von Minderjährigen deren gesetzliche Vertreter) noch sonst eine zur Geltendmachung des Anspruchs legitimierte Person (Art. 66 IVV) befugt sind, ein Zulassungsgesuch nach Art. 10 SZV zu stellen. Eingereicht werden muss ein derartiges Gesuch zwingend durch die Schule, und nicht durch die versicherte Person, die IV-Stelle oder das Sozialversicherungsgericht (zuletzt AHI 2000 S. 201 mit zahlreichen Hinweisen). Die vorinstanzliche Argumentation, die Beschwerdeführerin (oder ihre Eltern) hätten genügend Zeit gehabt, die gewählte Schule zu veranlassen, ein entsprechendes Gesuch um Zulassung zu stellen, greift zu kurz. Denn die Beschwerdeführerin und ihre Eltern hatten, wie aus den aktenmässig ausgewiesenen Kontakten zwischen IV-Stelle, Bildungsdirektion und BSV hervorgeht, überhaupt keinen Einfluss auf dieses Verfahren. Im Gegenteil, das für den Einzelfall der Beschwerdeführerin am 3. Mai 1998 gestellte Gesuch wurde nicht von der Bildungsdirektion als der nach Art. 10 Abs. 2 SZV zuständigen kantonalen Amtsstelle behandelt, geschweige denn innert nützlicher Frist (d.h. vor Beginn des Schuljahres 1998/99) entschieden; sondern das Bildungsdepartement beschränkte sich darauf, sich, entsprechend den in den Vorjahren gewährten Zulassungen, positiv über eine weitere Zulassung auszusprechen. Statt selber zu entscheiden, unterbreitete es das Dossier dem BSV, welches die Sache unter dem Gesichtswinkel einer generellen Zulassung der Schule X.________ betrachtete und zu den schliesslich durch das EDI am 15. Juni 2000 bestätigten Entscheiden vom 17. Dezember 1998 und 17. August 1999 führte. Bestand damit für die Versicherte und ihre Eltern im Nachgang zur Wiedererwägungsverfügung vom 18. März 1998 objektiv gar keine Möglichkeit, die Zulassung der Schule X.________ zu erwirken, sind sie in dem durch die Zusprechungsverfügung vom 30. Juli 1996 erweckten Vertrauen zu schützen, welches ihnen die Sonderschulunterrichts-Beiträge bis Ende Schuljahr 1998/99 zusprach. Sie hatten keine Veranlassung, daran zu zweifeln, dass die kantonale Bildungsdirektion die Zulassung aussprechen würde, wie sie das in den Vorjahren wiederholt getan hatte, und mussten nicht damit rechnen, dass die Sache in ein generelles Zulassungsverfahren ausmünden werde, auf dessen Ausgang sie keinen Einfluss nehmen konnten.