Citation: 1P.459/2000 16.08.2000 E. A

A.- S.________ steht im Verdacht, sich im Rahmen von Kreditvermittlungsgeschäften des Betrugs schuldig gemacht zu haben. Das Bezirksamt Arbon stellte aufgrund verschiedener Strafanzeigen am 4. April 2000 einen Haftbefehl gegen ihn aus. Weiter wurde er in verschiedenen Fahndungsmitteln zur Verhaftung ausgeschrieben. Bei seiner Einreise in die Schweiz am 11. April 2000 wurde S.________ festgenommen und in das Bezirksgefängnis Arbon überführt. Am selben Tag wurde er dem Untersuchungsrichter vorgeführt, der ihm eröffnete, dass er wegen dringenden Betrugsverdachts sowie Flucht-, Kollusions- und Fortsetzungsgefahr in Untersuchungshaft versetzt werde. Ein am 27. April 2000 gestelltes Haftentlassungsgesuch wies der Präsident der Anklagekammer des Kantons Thurgau am 5. Mai 2000 mit der Begründung der nach wie vor bestehenden Kollusionsgefahr ab. Am 16. Juni 2000 wurde S.________ ins Bezirksgefängnis Romanshorn verlegt. Mit Eingabe vom 20. Juni 2000 beantragte dieser erneut die Entlassung aus der Untersuchungshaft, wobei er insbesondere geltend machte, aufgrund seiner ausgiebigen Befragung, der Haftentlassung des Mitangeschuldigten A.________ sowie der zwischenzeitlich erfolgten Inhaftierung und Befragung des Mitverdächtigen P.________ entfalle eine weitere Kollusionsmöglichkeit; zudem seien die Haftbedingungen im Bezirksgefängnis Romanshorn massiv schlechter als in Arbon, was auf unzulässige Beugehaft hindeute. Weiter beantragte S.________ Akteneinsicht. Der Haftrichter des Bezirksamts Arbon wies das Haftentlassungsgesuch am 23. Juni 2000 ab, wobei er feststellte, dass das Akteneinsichtsrecht gewährt worden sei, soweit dies der Zweck der laufenden Untersuchung zugelassen habe. Da zwischen den Aussagen von S.________ und dem am 7. Juni 2000 an die Schweiz ausgelieferten P.________ keine Übereinstimmung bestehe, sei vorerst eine Überprüfung der Angaben erforderlich. Sodann sei die Verlegung ins Bezirksgefängnis Romanshorn einzig als Folge der Zuführung von P.________ ins Bezirksgefängnis Arbon zu sehen. Der Präsident der Anklagekammer, an den die Akten gestützt auf § 113 Abs. 2 und 3 der Strafprozessordnung des Kantons Thurgau vom 30. Juni 1970/5. November 1991 (StPO/TG) von Amtes wegen zur endgültigen Entscheidung überwiesen wurden, verfügte am 30. Juni 2000 nach einer Anhörung und Konfrontation mit P.________ die Fortsetzung der Untersuchungshaft wegen Betrugsverdachts und Kollusionsgefahr.