Citation: 6B_985/2016 E. 2.3

2.3. Das angefochtene Urteil verletzt den Anklagegrundsatz nicht. Die Anklageschrift genügt in jeder Hinsicht den sich aus der Umgrenzungs- und Informationsfunktion ergebenden Anforderungen. Der der Anklage zugrunde gelegte Sachverhalt ist in der Anklageschrift konkret umschrieben und klar umrissen. Der Beschwerdeführer konnte ohne Weiteres erkennen, welche Vorwürfe gegen ihn erhoben werden, so dass er in der Lage war, seine Verteidigungsrechte angemessen auszuüben. Die erhobenen Vorwürfe sind insbesondere im subjektiven Bereich hinreichend konkretisiert. Dies ergibt sich aus den Formulierungen, wonach dem Beschwerdeführer als Geschäftsführer der A.________ AG die desolate Finanz- und Liquiditätslage der Gesellschaft bekannt gewesen sei und er es trotzdem unterliess, die Überschuldung nach Art. 725 Abs. 2 OR anzuzeigen, wodurch er die Überschuldung und Zahlungsunfähigkeit verschlimmerte (Strafbefehl S. 2, Akten des Strafgerichts S. 7) und dass er im Bewusstsein der Zahlungsunfähigkeit der A.________ AG Schulden anders als durch übliche Zahlungsmittel tilgte, indem er die gesamten Warenvorräte und Einrichtungsgegenstände auf die B.________ GmbH übertrug (Strafbefehl S. 3, Akten des Strafgerichts S. 9). Besonders diffizile Fragen in Bezug auf die Wissens- und Willenselemente stellen sich im vorliegenden Kontext in sachverhaltsmässiger Hinsicht nicht. Im Übrigen genügt nach der Rechtsprechung in der Anklageschrift die Angabe, der Täter habe mit Vorsatz gehandelt, wenn der Tatbestand nur vorsätzlich begangen werden kann. Dass in der Anklageschrift die Elemente, die auf Vorsatz schliessen lassen, nicht speziell aufgeführt sind, führt somit nicht zu einer Verletzung des Anklagegrundsatzes (BGE 120 IV 348 E. 3c; HEIMGARTNER/NIGGLI, in: Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, 2. Aufl. 2014, N. 33/38 zu Art. 325). Ob die in der Anklageschrift umschriebene Unterlassung der Überschuldungsanzeige als arge Nachlässigkeit zu würdigen ist, ist eine Rechtsfrage, die in der Anklageschrift nicht erörtert werden muss. Schliesslich ist unerfindlich, inwiefern im Umstand, dass die Anklageschrift nicht explizit den Kausalzusammenhang zwischen der Unterlassung der Überschuldungsanzeige und der Verschlimmerung der Zahlungsunfähigkeit der A.________ AG aufzeigt, eine Verletzung des Anklagegrundsatzes liegen soll. Die Verschlimmerung der Zahlungsunfähigkeit ergibt sich zwanglos aus der Auflistung der zunehmenden Jahresverluste der A.________ AG in den Jahren 2008 bis zum 16. März 2012 und der negativen Entwicklung des Eigenkapitals. Der Zusammenhang dieser Entwicklung mit der Unterlassung der Überschuldungsanzeige ist evident. Jedenfalls war für den Beschwerdeführer insofern der gegen ihn erhobene Vorwurf ohne Weiteres erkennbar. Die Beschwerde erweist sich in diesem Punkt als unbegründet.