Citation: 1C_529/2018 E. 5.1

5.1. In rechtlicher Hinsicht geändert hat sich Art. 46 Abs. 1 des Gesetzes über die politischen Rechte. Zwar garantiert - wie in Art. 71 Abs. 2 KV/AR vorgesehen - auch Art. 46 Abs. 1 des Gesetzes über die politischen Rechte in der seit dem 12. Dezember 2014 geltenden Fassung jeder Gemeinde mindestens einen Sitz. Anders als in der vormals geltenden Fassung verzichtet der revidierte Art. 46 Abs. 1 jedoch auf eine Vorabverteilung von einem Sitz für jede Gemeinde vor der Bildung einer Verhältniszahl, wodurch einige Gemeinden einen Sitz verloren haben und die grösste Gemeinde Herisau einige Sitze hinzugewonnen hat. Art. 46 Abs. 1 wurde gemäss den Ausführungen des Regierungsrats revidiert, um die mit der Sitzgarantie für kleine Gemeinden verbundene Einschränkung der aus Art. 34 Abs. 2 BV fliessenden Wahlrechtsgleichheit zu vermindern (vgl. auch schon E. 13 des Urteils 1C_59/2012 bzw. 1C_61/2012 vom 26. September 2014, nicht publ. in: BGE 140 I 394, aber in: ZBl 117/2016 S. 430 ff.). Der Beschwerdeführer rügt in seiner Beschwerde allerdings nur die Wahlkreiseinteilung bzw. die Anwendung des Majorzverfahrens in 19 von 20 Gemeinden. Hingegen bringt er nicht vor, die Mindestsitzgarantie gemäss Art. 71 Abs. 2 KV/AR bzw. das Verfahren der Zuteilung der 65 Sitze auf die 20 Gemeinden gemäss Art. 46 Abs. 1 des Gesetzes über die politischen Rechte führe zu einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG. Damit bildet die Frage, ob die Mindestsitzgarantie bzw. das Verfahren der Zuteilung der Sitze mit der Bundesverfassung vereinbar ist, nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens (vgl. auch Urteil 1C_59/2012 bzw. 1C_61/2012 vom 26. September 2014 E. 13.3, nicht publ. in: BGE 140 I 394, aber in: ZBl 117/2016 S. 430 ff.). Inwiefern sich die für die Beurteilung der erhobenen Rügen wesentlichen Bestimmungen seit der Wahl 2011 sonst geändert haben sollten, ist weder dargetan noch ersichtlich. Der Hinweis des Beschwerdeführers auf das Thema der Gemeindestrukturen, mit welchem sich die neu gewählte Verfassungskommission befassen werde, ändert daran nichts.