Citation: 1P.405/2001 14.12.2001 E. 4

Die 3. Strafkammer des Obergerichts hat den Beschwerdeführer ferner der Gefährdung des Lebens und der Freiheitsberaubung zum Nachteil von Y.________ schuldig erklärt. Auch im Fall von Frau Y.________ bejahte das Obergericht die Glaubwürdigkeit des Opfers und erachtete es als erwiesen, dass der Beschwerdeführer sie in der Zeit zwischen Herbst/Winter 1992 und Juni 1993 in mehr als zwei Fällen bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt und sie damit in unmittelbare Lebensgefahr gebracht hatte. Hinsichtlich der Freiheitsberaubung erachtete das Obergericht es als erwiesen, dass der Beschwerdeführer Frau Y.________ während annähernd zehn Minuten an einen Stuhl gefesselt hatte. 4.1 Der Beschwerdeführer bestreitet, Frau Y.________ gewürgt zu haben, und führt verschiedene Umstände an, die nach seiner Ansicht gegen solche Würgehandlungen und gegen die Glaubwürdigkeit von Frau Y.________ sprechen sollen. Er macht geltend, die im Arztzeugnis von Dr. F.________ vom 12. Juni 1993 aufgeführten Befunde würden nicht auf Würgehandlungen schliessen lassen. Frau Y.________ selbst habe gegenüber dem Arzt nicht erwähnt, dass sie gewürgt worden sei, und habe in den drei Briefen, die sie dem Beschwerdeführer geschrieben habe, nichts von lebensgefährlichen Würgeangriffen erwähnt. Auch den Scheidungsakten sei diesbezüglich nichts zu entnehmen. Ferner enthalte auch der Bericht von Dr. G.________ nichts, was darauf hindeute, dass Frau Y.________ vom Beschwerdeführer gewürgt worden worden wäre. Hinsichtlich der Glaubwürdigkeit von Frau Y.________ macht der Beschwerdeführer geltend, diese selbst habe Rachegedanken zugegeben, und aus einem Brief an ihre Pflegemutter vom 10. August 1995 gehe hervor, dass sie gewohnt gewesen sei, regelmässig zu lügen. Mit Ausnahme des zuletzt genannten hat sich bereits das Kreisgericht mit diesen Vorbringen des Beschwerdeführers auseinander gesetzt. Die 3. Strafkammer des Obergerichts ist der diesbezüglichen Würdigung durch das Kreisgericht gefolgt. Damit übereinstimmend hat das Obergericht erklärt, die Tatsache, dass das Würgen weder in dem Therapiebericht von Dr. G.________ vom 28. Juni 1998 (Strafakten Band IV, S. 2191 f.) noch in den Scheidungsakten erwähnt ist, spreche nicht gegen die Glaubwürdigkeit von Frau Y.________. Es verwies auf den Umstand, dass im - kurz gehaltenen - Bericht des Therapeuten die Gewalttätigkeit des Beschwerdeführers erwähnt war. Hinsichtlich des dem Beschwerdeführer vorgeworfenen Würgens hat das Obergericht massgeblich auf das Aussageverhalten von Frau Y.________ und ihre Aussagen anlässlich der Hauptverhandlung vor dem Kreisgericht vom 21. Dezember 1999 (Strafakten Band IV S. 2615 ff.) abgestellt, wo diese ihre früheren Aussagen bestätigte und das Würgen in Übereinstimmung mit ihren früheren Aussagen als Zeugin eingehend schilderte. Ferner nahm es zu Gunsten des Beschwerdeführers an, dass nicht bei jedem Würgen Bewusstlosigkeit eingetreten sei. - Entgegen den Behauptungen des Beschwerdeführers hat das Obergericht nicht generell auf die Ausführungen des Kreisgerichts verwiesen, sondern diese zusammengefasst wiedergegeben und eine eigene Würdigung der Beweise vorgenommen. Mit diesen Ausführungen setzt sich der Beschwerdeführer ebenso wenig auseinander wie mit den Aussagen von Frau Y.________. Angesichts des im Urteil des Kreisgerichts geschilderten Aussageverhaltens von Frau Y.________ und der Konstanz ihrer Aussagen erscheint es nicht als willkürlich, dass das Obergericht ihre Glaubwürdigkeit bejaht und grundsätzlich auf ihre Aussagen abgestellt hat, ohne ein Glaubwürdigkeitsgutachten über Frau Y.________ einzuholen. Es kann daher offen gelassen werden, ob der Beschwerdeführer die Nichteinholung eines solchen Gutachtens überhaupt in rechtsgenüglicher Form gerügt hat. Auch der in der staatsrechtlichen Beschwerde zur Erschütterung der Glaubwürdigkeit von Frau Y.________ erwähnte Brief vom 10. August 1995, den diese angeblich an ihre Pflegemutter geschrieben und in dem sie dieser vorgeworfen haben soll, sie habe von ihr nichts anderes gelernt, als zu spielen und zu lügen, vermag hieran nichts zu ändern. Dieser angebliche Brief befindet sich nicht an der in der staatsrechtlichen Beschwerde angegebenen Aktenstelle (S. 1318). Er datiert über zwei Jahre nach den inkriminierten Würgehandlungen. Zudem sind die Umstände dieses Briefes nicht geklärt und er kann daher, jedenfalls aufgrund der diesbezüglich knappen Ausführungen in der staatsrechtlichen Beschwerde, nicht mit den dem Beschwerdeführer vorgeworfenen Handlungen und der allgemeinen Glaubwürdigkeit von Frau Y.________ in Zusammenhang gebracht werden. Gesamthaft betrachtet sind die Vorbringen des Beschwerdeführers gegen die Vorwürfe der gegen Frau Y.________ begangenen Delikte nicht geeignet, die Beweiswürdigung des Obergerichts als unhaltbar und damit als willkürlich erscheinen zu lassen. Ebenso wenig ist ersichtlich, dass das Obergericht gegen den Grundsatz "in dubio pro reo" als Beweiswürdigungsregel verstossen haben soll. 4.2 Die 3. Strafkammer des Obergerichts hat den Beschwerdeführer auch der Freiheitsberaubung zum Nachteil von Y.________ schuldig erklärt. Der Beschwerdeführer bringt dagegen lediglich vor, der von Frau Y.________ dargestellte Sachverhalt im Zusammenhang mit der Fesselung scheine nicht als bewiesen. Damit genügt er den im staatsrechtlichen Beschwerdeverfahren geltenden Anforderungen an eine substantiierte Rüge in keiner Weise, weshalb hierauf nicht eingetreten werden kann.