Citation: 4C.241/2005 25.10.2005 E. A

A.a Die X.________ SA (Klägerin und Berufungsklägerin) schloss am 19.10./ 29.12.1989 mit der Y.________ SA, einen Immobilien-Leasingvertrag (Convention de Crédit-Bail Immobilier). Die Klägerin verpflichtete sich darin, in B.________ ein Grundstück zu erwerben, darauf ein dem Bedarf der Y.________ SA entsprechendes Gebäude nach deren Plänen zu errichten und die gesamte mit dem Landerwerb und dem Bauvorhaben verbundene Finanzierung zu übernehmen. Die Y.________ SA verpflichtete sich ihrerseits, der Klägerin bis zum Ablauf des Leasingvertrages am 30. Juni 2005 Leasingraten in bestimmter Höhe zu entrichten. Für den Fall der Nichterfüllung einer vertraglichen Verpflichtung durch die Leasingnehmerin wurde der Klägerin das Recht eingeräumt, den Vertrag innert eines Monats zu kündigen und die Liegenschaft ohne Bezahlung einer Ablösung räumen zu lassen. Mit Bürgschaftsverpflichtung vom 18. Oktober 1989 erklärte die Bank A.________ (Beklagte und Berufungsbeklagte), als einfache Bürgin im Sinne von Art. 495 OR für die Verpflichtungen, welche die Y.________ SA gegenüber der Klägerin gemäss Immobilien-Leasingvertrag vom 19. Oktober/29.Dezember 1989 übernommen hatte, im Maximalbetrag von FF 12'000'000.-- bis zum 30. Juni 1998 zu haften. Im ersten Quartal 1993 bezahlte die Y.________ SA die Leasingraten selbst nach Mahnung nicht, weshalb die Klägerin den Leasingvertrag auf den 8. April 1993 kündigte. Das Tribunal de Grande Instance de Strasbourg verpflichtete die Y.________ SA mit Urteil vom 1. Juni 1993, die Liegenschaft zu räumen und der Klägerin die ausstehenden Leasingraten von FF 857'973.03 (1. Quartal 1993) und FF 871'303.95 (2. Quartal 1993) sowie FF 27'966.06 (Verzugszinsen auf verspäteter Zahlung 4. Quartal 1992) zu zahlen. A.b Am 25. Mai 1993 wurde über die Y.________ SA ein "redressement judiciaire", ein Sanierungsverfahren nach französischem Konkursrecht, eröffnet. Mit Urteil vom 4. Juni 1996 liess das Tribunal de Grande Instance, Colmar Cedex, die von der Klägerin angemeldete Forderung von insgesamt FF 27'502'208.04 (darunter FF 25'744'965.-- aus der vertraglichen clause pénale) abzüglich der Leistung aus Garantiefonds von FF 1'579'169.55 zu. Die Cour d'appel de Colmar hob dieses Urteil am 7. April 1998 auf, reduzierte die Forderung aus der clause pénale auf 15 Millionen und liess eine Forderung von FF 15'205'554.35 zu. Am 21. Juni 1993 forderte die Klägerin von der Beklagten gestützt auf die Bürgschaftsverpflichtung die Bezahlung von FF 12'000'000.-- und klagte diesen Betrag nebst Zins nach erfolgloser Sühneverhandlung am 2. Juli 1996 beim Bezirksgericht Schwyz ein. Im Nachgang zur Einführung des Euro änderte die Klägerin mit Replik vom 25. September 2002 die Klage und forderte von der Beklagten die Bezahlung von EUR 1'829'388.20. Mit Urteil vom 4. Oktober 2003 hiess das Bezirksgericht Schwyz die Klage teilweise gut und verpflichtete die Beklagte, der Klägerin EUR 31'336.55 nebst 5 % Zins seit 1. Juli 1993 zu bezahlen. Im Übrigen wurde die Klage abgewiesen. Das Bezirksgericht erwog im Wesentlichen, auf die Bürgschaftsverpflichtung vom 18. Oktober 1989 finde schweizerisches Recht Anwendung; danach sei die Klägerin nach Eröffnung des "redressement judiciaire", das dem Konkurs gleichstehe, berechtigt gewesen, gegen die Beklagte vorzugehen (Art. 495 Abs. 1 OR); die Klägerin habe auch ihre Obliegenheiten gemäss Art. 505 OR hinreichend erfüllt. Das Gericht kam zum Schluss, die Beklagte hafte gemäss Art. 499 Abs. 2 Ziff. 1 OR zwar für ausstehende Mietzinsen/Leasingraten, fällige Verzugszinsen und Grundsteuern, nicht jedoch für die "pénalité", die einer Konventionalstrafe gleichkomme. Die Leistungen an die Klägerin aus dem Garantiefonds, der für die Folgen einer eventuellen Nichterfüllung des Leasingvertrags geäufnet wurde, brachte das Gericht in Abzug.