Citation: I 288/03 30.08.2004 E. 3.4

3.4.1 Soweit die Beschwerdeführerin mit dem Einwand, gemäss Gutachten der MEDAS sei sie aus rheumatologischer Sicht zu 50 % und allein aus psychiatrischen Gründen lediglich 40 %-60 % arbeitsfähig, vorbringen will, die gesamthafte Arbeitsunfähigkeit müsse mehr als 50 % betragen, ist auf die ergänzenden Stellungnahme der MEDAS vom 30. August 2002 zu verweisen. Darin nahmen die Gutachter zur Frage der Vorinstanz Stellung, auf Grund welcher Überlegungen die Arbeitsunfähigkeit gesamthaft betrachtet etwa gleich hoch sei wie die Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer oder rheumatologischer Sicht je für sich allein. Die Ärzte antworteten, bei der Versicherten stehe als die Arbeitsfähigkeit tangierende Pathologie eine depressive Episode sowie ein chronisches Schmerzsyndrom mit Generalisierungstendenz und Dekonditionierung weit im Vordergrund. Das gleichzeitige Vorliegen dieser beiden Krankheiten führe nicht zu einer Addition oder gar Potenzierung der einzelnen attestierten Arbeitsunfähigkeiten. Eine mittelschwere Depression lasse eine 50%ige Arbeitsfähigkeit auch bei gleichzeitigem Vorliegen eines chronischen Schmerzzustandes und umgekehrt zu. Letztlich sei vermutlich der chronische Schmerzzustand wie auch die mangelnde Compliance und fehlende Motivation Ausdruck der mittelschweren Depression. Auch deshalb erscheine eine Addition der attestierten Einzelarbeitsunfähigkeiten nicht geboten. Mit einer fachgerecht durchgeführten und befolgten Psycho(Pharmako)therapie, wie bereits im Gutachten von 1994 empfohlen, würde sich die Versicherte heute vermutlich stimmungsmässig deutlich aufgehellter präsentieren. Für diese Massnahmen sei sie jedoch offenbar nicht motivierbar gewesen. Die Versicherte macht nicht geltend und es ist auch nicht ersichtlich, weshalb diese nachvollziehbare und fundierte Beurteilung nicht zutreffen sollte. Demgegenüber hat das kantonale Gericht mit Verweis auf diese ergänzende Stellungnahme einlässlich ausgeführt, weshalb eine gesamthaft nicht höhere Einschränkung der Arbeitsfähigkeit nicht als widersprüchlich erscheine. So würde sowohl mit der rheumatologischen Diagnose einer Fibromyalgie oder eines paravertebralen Schmerzsyndroms mit Generalisierungstendenz als auch mit der psychiatrischen Diagnose einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung ein Schmerzbild charakterisiert, das höchstens teilweise durch organische Befunde erklärbar sei. Dies lasse es als nahliegend erscheinen, dass die Rheumatologen und der Psychiater schon in ihren einzelnen fachbezogenen Arbeitsfähigkeitsbeurteilungen das Schmerzbild in seiner Gesamtheit im Auge gehabt und nicht eine kaum vorstellbare isolierte Schätzung der Auswirkungen somatischer und psychischer Schmerzen vorgenommen hätten. Auch hier kann auf die zutreffenden vorinstanzlichen Erwägungen verwiesen werden, welche im Einklang mit der Rechtsprechung zur Unzulässigkeit proportionaler Aufaddierung von Arbeitsunfähigkeitsgraden aus einzelnen medizinischen Fachgebieten steht (RDAT 2002 I N. 72 S. 485; Urteil B. vom 13. Juli 2004, I 87/04). 3.4.2 Sodann vermögen entgegen der Auffassung der Versicherten die Arztberichte des Dr. med. A.________ vom 2. Oktober 1991 und 29. Juli 1996 und der Frau Dr. med. V.________ vom 24. November 1998, in welchen jeweils eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % attestiert wurde, an der MEDAS-Beurteilung nichts zu ändern, sind doch beide Berichte sehr rudimentär verfasst, begründen die geschätzte Arbeitsunfähigkeit nicht weiter und äussern sich nicht zu einer solchen in einer Verweisungstätigkeit. 3.4.3 Soweit schliesslich in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde ausgeführt wird, weder IV-Stelle noch Vorinstanz hätten die Meinung des neu behandelnden Dr. med. H.________ berücksichtigt, so ist festzuhalten, dass die Versicherte diesen Arzt hier erstmals erwähnt; weder liegt in den Akten ein Bericht dieses Arztes noch wird sein Name sonst genannt. Unter diesen Umständen wäre es im Rahmen der Mitwirkungspflicht (BGE 125 Erw. 2, 122 V 158 Erw. 1a; RKUV 2002 Nr. U 457 S. 221) Sache der Beschwerdeführerin gewesen, die entsprechenden Zeugnisse und Beurteilungen dieses Arztes einzureichen, wobei angesichts ihrer Ausführungen, es handle sich um den neu behandelnden Arzt, davon auszugehen ist, dass ein entsprechender Bericht ohnehin nicht berücksichtigt werden könnte, da er höchstwahrscheinlich die Zeit nach Verfügungserlass betreffen würde (BGE 121 V 366 Erw. 1b). 3.4.4 Angesichts der umfassenden Aktenlage kann im Übrigen auf eine neuerliche Begutachtung, wie sie die Beschwerdeführerin verlangt, verzichtet werden (antizipierte Beweiswürdigung; SVR 2001 IV Nr. 10 S. 28 Erw. 4b mit Hinweisen auf BGE 124 V 94 Erw. 4b und 122 V 162 Erw. 1d), abgesehen davon, dass der entsprechende Eventualantrag nicht weiter begründet wird. 3.5 Damit steht fest, dass der Versicherten eine leidensangepasste Tätigkeit im Ausmass von 50 % zumutbar ist, wobei die Vorinstanz hier zutreffend ausgeführt hat, dass die von Dr. med. P._______ in der Stellungnahme vom 30. August 2002 zusätzlich als ungünstig bezeichneten Tätigkeiten mit hohem Zeit- oder Leistungsdruck und hoher emotionaler Belastung sowie die von ihm festgestellte Notwendigkeit von Pausen an der Konsenskonferenz zwar erörtert wurden, in der Gesamtbeurteilung (vgl. Erw. 3.2 hievor) jedoch keinen Eingang gefunden haben. Es ist deshalb bei der Verweisungstätigkeit von einer leichten, wechselbelastenden Tätigkeiten ohne Lastentragen über 15 kg und repetitiven Überkopfarbeiten auszugehen, in welcher weder ein hoher Zeit- oder Leistungsdruck, noch eine hohe emotionale Belastung, dafür aber die Möglichkeit zu Pausen besteht. 3.6 Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen der festgestellten Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Beim Valideneinkommen ging das kantonale Gericht gestützt auf die Angaben im Arbeitgeberbericht vom 20. Dezember 1991 vom zuletzt erzielten Monatslohn von Fr. 3'300.- aus und erwog, es sei nicht klar, aus welchen Gründen die vereinbarte Gratifikation in den Jahren 1990 und 1991 anders als noch 1989 nicht einem vollen Monatslohn entsprochen habe. Da jedoch ein Zusammenhang mit den krankheitsbedingten Abwesenheiten der Versicherten denkbar sei, sei zu deren Gunsten eine Gratifikation in der Höhe eines vollen Monatslohnes anzurechnen. Dieser Betrachtungsweise kann gefolgt werden. Damit ergibt sich ausgehend von einen Monatslohn von Fr. 3'300.- ein Jahreslohn von Fr. 42'900.- unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung (1992: 4.7 %, 1993: 2.6 %, 1994: 1.5 % und 1995: 1.3 %; Die Volkswirtschaft, H 1/1997, S. 13, Tabelle B4.4 [ab Heft 3/97 entsprechend Tabelle B10.2]) ein Valideneinkommen für 1995 (Zeitpunkt des Rentenbeginns; vgl. BGE 129 V 223 Erw. 4.1 und 4.2 mit Hinweisen) von Fr. 47'383.-. Da die Versicherte seit Februar 1992 keiner Erwerbstätigkeit mehr nachgeht, ist beim Einkommensvergleich für das Valideneinkommen - wie die Vorinstanz zutreffend erkannt hat - auf die Tabellenlöhne der Schweizerischen Lohnstrukturerhebungen des Bundesamtes für Statistik (LSE; vgl. BGE 126 V 76 f. Erw. 3b/aa-bb) abzustellen. Gemäss der LSE 1994 betrug der durchschnittliche Zentralwert des monatlichen Bruttolohnes von Frauen im privaten Sektor Anforderungsniveau 4 (einfache und repetitive Tätigkeiten) bei 40 Arbeitsstunden pro Woche Fr. 3'325.- monatlich (S. 53, Tabelle T A1.1.1). Unter Berücksichtigung der von 1994 auf 1995 eingetretenen Nominallohnerhöhung von 1,3 % (Die Volkswirtschaft, a.a.O.) sowie umgerechnet von der standardisierten Arbeitszeit von 40 Stunden auf die durchschnittliche Arbeitszeit von 41,9 Stunden im Jahr 1995 (Die Volkswirtschaft, 1/2004, S. 94, Tabelle B9.2) resultiert ein Gehalt von jährlich Fr. 42'339.-, also bei einer noch zumutbaren 50 %igen Arbeitsfähigkeit ein solches von Fr. 21'170.- im Jahr. Der von der Vorinstanz berücksichtigte leidensbedingte Abzug von 15 % ist im Vergleich mit anderen Fällen (Urteil D. vom 17. Juni 2004, I 766/03) nicht zu beanstanden, nachdem zwar auch die leichte Tätigkeit durch einige Bedingungen (vgl. Erw. 3.5 hievor) eingeschränkt ist, andererseits aber die Kriterien des Alters (48 Jahre im Verfügungszeitpunkt) und der Nationalität/Aufenthaltskategorie der seit langer Zeit über eine Niederlassungsbewilligung verfügenden Versicherten nicht ins Gewicht fallen. Es resultiert ein Invalideneinkommen von Fr. 17'995.-, das in Gegenüberstellung zum Valideneinkommen von Fr. 47'383.- einen Invaliditätsgrad von 62 % ergibt. Damit ist ein Anspruch auf eine höhere als eine halbe Rente ab 1. August 1995 nicht ausgewiesen und der vorinstanzliche Entscheid rechtens.