Citation: 4A_185/2023 E. 4.3.2

4.3.2. Laut Vorinstanz setzte sich die Beschwerdeführerin in der Berufung überhaupt nicht mit dieser Begründung des erstinstanzlichen Richters für die Abweisung ihres Rechtsbegehrens Ziffer 5 auseinander. Das vermag die Beschwerdeführerin nicht zu widerlegen: Nach Art. 311 Abs. 1 ZPO muss die Berufung eine Begründung enthalten. Die Begründung muss präzise sein. Der Berufungskläger muss aufzeigen, inwiefern der angefochtene Entscheid als fehlerhaft erachtet wird. Dieser Anforderung genügt er nicht, wenn er lediglich auf die vor erster Instanz vorgetragenen Vorbringen verweist, sich mit Hinweisen auf frühere Prozesshandlungen zufrieden gibt oder den angefochtenen Entscheid in allgemeiner Hinsicht kritisiert. Der Berufungskläger muss im Einzelnen die vorinstanzlichen Erwägungen bezeichnen, die er anficht, und die Aktenstücke nennen, auf denen seine Kritik beruht (BGE 141 III 569 E. 2.3.3; 138 III 374 E. 4.3.1; Urteile 4A_555/2022 vom 11. April 2023 E. 3.1; 4A_117/2022 vom 8. April 2022 E. 2.1.1; 5A_209/2014 vom 2. September 2014 E. 4.2.1). Diesen Anforderungen genügte die Beschwerdeführerin nicht. Laut Vorinstanz rügte sie die ausschlaggebende Feststellung, dass sich aus dem Protokoll der Generalversammlung vom 22. September 2022 keine Einschränkung der Sonderprüfung auf das Geschäftsjahr 2021 ergebe, nicht. Das widerlegt die Beschwerdeführerin nicht, indem sie auf eine Passage in der Berufungsschrift (S. 6 f.) verweist, wo ausgeführt wird, die Tatsache, dass im Protokoll der Generalversammlung vom 22. September 2022 keine Begrenzung der Sonderprüfung erwähnt werde, ändere nichts daran, dass das Kantonsgericht die Frageliste nicht einfach hätte übernehmen dürfen, ohne "nach dem Motto iura novit curia (Art. 57 ZPO) " zu prüfen, ob die Fragen im Einzelnen im Rahmen einer Sonderprüfung zulässig seien. Diese Passage beweist im Gegenteil, dass jene Feststellung nicht gerügt wurde. Ebensowenig kann in dieser Passage eine Auseinandersetzung mit der rechtlichen Erwägung betreffend Bindung des Richters an den von der Generalversammlung genehmigten Antrag erblickt werden. Die Behauptung, "die Begrenzung sei im Konzept der Sonderprüfung enthalten", ist allzu pauschal und unbelegt. Es trifft gerade nicht zu, dass eine zwingende zeitliche Beschränkung der Sonderprüfung auf das vorangehende Geschäftsjahr dem System der Sonderprüfung offensichtlich immanent wäre, so dass keine weitere Begründung der Berufung erforderlich gewesen wäre, wie die Beschwerdeführerin behauptet. Es kann der Vorinstanz daher kein Vorwurf gemacht werden, wenn sie in jener pauschalen Bemerkung keine hinlängliche argumentative Auseinandersetzung mit den entscheidrelevanten Punkten erkennen konnte. Auch lässt die Beschwerdeführerin in ihren Ausführungen betreffend "motivation de l'appel" intakt, dass die Berufung auch betreffend die weitere Erwägung des erstinstanzlichen Richters für die Abweisung des Gesuchsbegehrens Ziffer 5 nicht genügend begründet war, nämlich betreffend die fehlende substanziierte Bestreitung des Standpunkts der Beschwerdegegnerin, die sich gegen eine zeitliche Beschränkung gewandt hatte.