Citation: 4A_532/2023 E. 2.3.2

2.3.2. Der Beschwerdeführer macht geltend, es sei davon auszugehen, dass im haftpflichtrechtlichen Verfahren auf das im sozialversicherungsrechtlichen Verfahren in Auftrag gegebene Gutachten abgestellt werde, wenn die von der Vorinstanz bekräftigte Sistierung des Gesuchs um vorsorgliche Beweisführung nicht aufgehoben werde. Medizinische Gutachter gingen im Sozialversicherungsrecht von einem rein biopsychischen Krankheitsbegriff aus und liessen bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit psychosoziale und soziokulturelle Faktoren ausser Acht. Einem solchen Gutachten sei haftpflichtrechtlich kein Beweiswert zuzuerkennen. Im Haftpflichtrecht gelte bezüglich der Beurteilung einer Körperverletzung nämlich der weltweit anerkannte und in der medizinischen Wissenschaft geltende biopsychosoziale Krankheitsbegriff. Folglich würde der Zivilrichter, wenn das vorsorgliche Beweisverfahren sistiert bleiben würde, auf ein nicht deckungsgleiches sozialversicherungsrechtliches Gutachten abstellen, welches für den Beschwerdeführer nachteilige Auswirkungen zur Folge hätte. Es bestehe daher ein nicht wiedergutzumachender Nachteil, wenn es bei der von der Vorinstanz verfügten Sistierung des vorsorglichen Beweisverfahrens sein Bewenden hätte.