Citation: 6S.205/2003 23.09.2003 E. 1

Gemäss Art. 270 lit. e Ziff. 1 BStP ist das Opfer, das sich bereits vorher am Verfahren beteiligt hat, zur eidgenössischen Nichtigkeitsbeschwerde legitimiert, soweit der Entscheid seine Zivilansprüche betrifft oder sich auf deren Beurteilung auswirken kann. Opfer ist jede Person, die durch eine Straftat in ihrer körperlichen, sexuellen oder psychischen Integrität beeinträchtigt wurde (Art. 2 Abs. 1 OHG). Wenn sich die Nichtigkeitsbeschwerde gegen einen letztinstanzlichen Einstellungsbeschluss richtet, kann in der Regel nicht erwartet werden, dass das Opfer seine Zivilforderung im kantonalen Verfahren bereits adhäsionsweise geltend gemacht hat. Wenn das Opfer noch keine Zivilforderungen geltend gemacht hat, muss es jedoch mit der eidgenössischen Nichtigkeitsbeschwerde darlegen, welche Zivilansprüche es geltend zu machen gedenkt, weshalb sich der angefochtene Entscheid auf diese auswirkt und warum es sie im kantonalen Verfahren nicht vorgebracht hat. Wenn angesichts der begangenen Straftat allerdings offensichtlich ist, welche Zivilforderung dem Opfer zusteht und weshalb der angefochtene Entscheid diese möglicherweise beeinflusst, kann auf die Nichtigkeitsbeschwerde eingetreten werden, selbst wenn die Beschwerde keine diesbezüglichen Angaben enthält (BGE 127 IV 185 E. 1a mit Hinweisen). Der Beschwerdeführer macht geltend, er sei im Alter von 15 bis 19 Jahren von seinem Lehrmeister sexuell missbraucht worden. Damit kommt ihm eine Opferstellung im Sinne von Art. 2 Abs. 1 OHG zu. Er war zudem am kantonalen Verfahren beteiligt. Der Beschwerdeführer macht geltend, er habe Zivilforderungen bereits angemeldet, wenn auch noch nicht beziffert (Beschwerde S. 2/3 Ziff. II/3). Dem angefochtenen Entscheid ist jedoch nicht zu entnehmen, dass er im kantonalen Verfahren Zivilforderungen angemeldet hätte (vgl. angefochtener Entscheid S. 3 Ziff. 1, S. 5 Ziff. 3, S. 6 - 9 Ziff. 5, S. 10 Ziff. 8). Immerhin ist ersichtlich, dass er vor der Vorinstanz geltend gemacht hat, es sei wegen der angeklagten Vorfälle zu einer schweren Traumatisierung und Invalidisierung und zu einer stationären Behandlung gekommen (angefochtener Entscheid S. 7). Vor Bundesgericht führt er - wenn auch im Zusammenhang mit der Frage der unentgeltlichen Rechtspflege - aus, er sei nach wie vor nicht arbeitsfähig und in Behandlung (Beschwerde S. 3). Es ist offensichtlich, dass er aus diesem Grund gedenkt, Schadenersatz- oder allenfalls Genugtuungsansprüche geltend zu machen. Ebenfalls ist offensichtlich, dass sich der Ausgang des Verfahrens auf die Beurteilung der Zivilansprüche auswirken kann. Auch wenn die Beschwerde in diesem Punkt einlässlicher hätte begründet werden sollen, kann nach dem oben Gesagten darauf eingetreten werden.