Citation: 4A_91/2015 E. 5.2.3

5.2.3. Die Beschwerdeführerin 2 setzt sich sodann nicht rechtsgenügend mit der vorinstanzlichen Argumentation auseinander und zeigt nicht auf der Grundlage der von der Vorinstanz verbindlich festgestellten Tatsachen auf, dass die Beweiswürdigung der Vorinstanz geradezu willkürlich wäre (Erwägung 4 vorne). So ergänzt sie den vorinstanzlich festgestellten Sachverhalt unzulässigerweise und kann daher nicht gehört werden, soweit sie ohne Substantiierung einer Sachverhaltsrüge behauptet, der Beschwerdeführer 1 habe das gesamte Aktienkapital allein finanziert, konkret den ganzen Betrag von Fr. 100'000.-- durch Hinterlegung bei einer Bank geleistet, woraus sich ergebe, dass vorliegend eine treuhänderische Zeichnung durch den Beschwerdegegner vorgelegen habe. Mit der Behauptung einer treuhänderischen Zeichnung der Aktien durch den Beschwerdegegner und ihrem weiteren Vorbringen, eine Schenkungsabsicht werde unter Geschäftsleuten nicht vermutet, nimmt sie überdies gegenüber ihrer im kantonalen Verfahren vertretenen Argumentation, der Beschwerdegegner sei nicht Aktionär geworden, weil er den Aktienpreis nicht bezahlt habe, einen völlig neuen Standpunkt ein, statt auf die Erwägungen der Vorinstanz zu ihren Vorbringen im kantonalen Verfahren einzugehen. Damit vermag sie keine Willkür aufzuzeigen. Wenn sie sodann, wiederum ohne sich mit den Erwägungen der Vorinstanz hinreichend auseinanderzusetzen, geltend macht, die Gründungsurkunde vom 27. Januar 2009 sei nach ihren Bestreitungen und dem aufgelegten Aktienzertifikat über das vollständige Aktienkapital von vornherein nicht geeignet, die Aktionärsstellung des Beschwerdegegners zu beweisen, argumentiert sie rein appellatorisch und ist sie daher nicht zu hören. Von vornherein fehl geht sodann das sinngemäss vorgebrachte Argument der Beschwerdeführerin 2, dass Inhaberaktien Wertpapiere seien und daher die Vorinstanz den Einwand des Beschwerdegegners, der Beschwerdeführer 1 habe das Aktienzertifikat zu Unrecht ausgestellt bzw. das Zertifikat gebe die Rechtslage nicht korrekt wieder, aufgrund der Wertpapierstrenge gar nicht hätte hören dürfen. Der Einwand, ein Inhaberpapier gebe die tatsächliche Rechtslage nicht korrekt wieder, ist bei der speziellen Inhaberpapierart von Aktienzertifikaten zulässig; es besteht kein Einredenausschluss (BGE 132 III 186 E. 4.4.3.1 S. 194; Arthur Meier-Hayoz/Hans Caspar von der Crone, Wertpapierrecht, 2. Aufl. 2000, § 19 Rz. 20 ff.). Auch bei anderen Inhaberpapieren ist er von vornherein nur gegenüber einem Aussenstehenden ausgeschlossen, nachdem die Urkunde in den Verkehr gelangt ist; damit soll der gutgläubige Erwerber des Wertpapiers in seinen berechtigten Erwartungen in die Verfügungsmacht des Veräusserers und den Bestand des verbrieften Rechts geschützt werden, indem entsprechende Einreden des Verpflichteten beschränkt werden (Art. 979 OR; BGE 132 III 186 E. 4.4.3.1 S. 193; vgl. zum Ganzen Meier-Hayoz/von der Crone, a.a.O., § 3 Rz. 3 und 21 f., § 4 passim, inbes. Rz. 4, 80, 122; Robert Furter, in: Basler Kommentar, Wertpapierrecht, 2012, N. 1 und 10 zu Art. 979 OR). Um einen solchen Aussenstehenden handelt es sich aber beim Beschwerdeführer 1, der das Papier namens der Beschwerdeführerin 2 ausstellte, um seine eigene Aktionärsstellung zu beweisen, nicht, und ebensowenig bei der Beschwerdeführerin 2.