Citation: 1C_339/2023 E. 6.4

6.4. Die Annahme, es könne zurzeit nicht ausgeschlossen werden, dass am Standort Süd nachgewiesene Schadstoffe vom Standort Nord stammen, findet in den Akten keine Stütze, wie die Beschwerdeführerin zu Recht rügt. Im Gegenteil: Im Bericht vom 28. September 2006 hielt die D.________ AG unter Verweis auf ihren Bericht vom 10. Mai 2006 fest, im Zustrombereich zum Werk 3 im südlichen Teil des Grundstücks hätten keine Chlorkohlenwasserstoffe nachgewiesen werden können und eine Herkunft aus dem Werk 3 dürfe als "gesichert" gelten. Das Amt für Umwelt führte in seiner Stellungnahme vom 16. November 2006 aus, die festgestellten Belastungen von Untergrund und Grundwasser mit chlorierten Kohlenwasserstoffen seien "eindeutig" auf den südlichen Teil des Areals zurückzuführen. Dass sich hieran aufgrund der weiteren Untersuchungsergebnisse seit 2006 etwas geändert hätte, wird von keiner Seite geltend gemacht. Ebenso wenig finden sich in den Akten Anhaltspunkte dafür, dass diesbezüglich neue Erkenntnisse vorlägen oder aus Sicht des Amts für Umwelt - trotz der bereits nahezu zwei Jahrzehnte dauernden Untersuchung - weiterer Abklärungsbedarf bestünde. In ihrem Bericht zur Gefährdungsabschätzung vom 18. März 2009 folgerte die D.________ AG gestützt auf die damaligen Analyseresultate, die Ursache der Chlorkohlenwasserstoffverschmutzung liege "mit grösster Wahrscheinlichkeit" im Bereich des Werks 3 bzw. dessen Installationen. Ab 2009 ordnete das Amt für Umwelt nur noch Grundwasserproben im Bereich des Werks 3 bzw. in dessen Abstrombereich an. Mit Schreiben vom 2. Mai 2017 erlaubte das Amt für Umwelt die Entfernung der nicht mehr verwendeten Rammpiezometer, darunter derjenige im Zustrombereich zum Werk 3. Der pauschale Hinweis der Vorinstanz auf den Umstand, der Standort Süd befinde sich im Abstrombereich des Standorts Nord, genügt nicht, um zu belegen, dass die Betriebstätigkeit im nördlichen Parzellenbereich die Belastung auf dem Standort Süd (mit-) verursacht haben könnte. Der nördliche Grundstückteil ist bereits vor über 17 Jahren als altlastenrechtlich irrelevant beurteilt worden. Seit 2009 wurden in dessen Abstrombereich keine Grundwasserproben mehr angeordnet. Ein Kausalzusammenhang zwischen der Betriebstätigkeit auf dem nördlichen Grundstückteil und der Belastung des südlichen Standorts scheint beim gegenwärtigen Stand der Untersuchung nicht überwiegend wahrscheinlich. Indem das Bau- und Justizdepartement bei der Kostenverteilung die Betriebstätigkeit der Beschwerdeführerin auf dem gesamten Grundstück berücksichtigte, obschon die Untersuchung sich ab 2006 auf den südlichen Standort beschränkte, der nördliche Standort aus dem Kataster entlassen und der Zustrombereich des Grundwassers vom nördlichen zum südlichen Standort nicht weiter überwacht oder untersucht wurde, liess es sich von unsachlichen Motiven leiten und übte sein Ermessen missbräuchlich aus. Das angefochtene Urteil, welches die rechtsfehlerhafte Ermessensausübung des Departements schützt, verletzt insoweit Bundesrecht. Die Beschwerdeführerin dringt demnach mit ihrem Rechtsbegehren Ziff. 3 teilweise durch.