Citation: 2C_84/2024 E. 4.1.4

4.1.4. Die Rüge der Beschwerdeführerin ist unbegründet: 4.1.4.1. Wie die Vorinstanz korrekt festgehalten hat, hätte die Steuerungsgruppe ihren Entscheid vom 1. Februar 2023 ausführlicher begründen müssen als mit dem blossen Hinweis auf die fehlende Bestätigung des BSV im Sinne von Art. 6 Abs. 2 lit. a AVOT (vgl. vorne A). Jedoch dürfte die Gehörsverletzung tatsächlich nicht besonders schwer gewogen haben: So ging der Grund für die Nichtzulassung aus der Entscheidbegründung der Steuerungsgruppe hervor, wenngleich nicht näher ausgeführt wurde, weswegen und ob der BSV zu Recht zum Schluss gelangte, von der Beschwerdeführerin sei künftig kein hohes Leistungsniveau zu erwarten. Der BSV selbst hatte dies jedoch mit E-Mail vom 29. Januar 2023 bereits mit den Ergebnissen der PISTE begründet, allerdings ohne diese im Detail bekannt zu geben. Die Beschwerdeführerin war damit trotz knapper Begründung in der Lage, den Entscheid der Steuerungsgruppe sachgerecht anzufechten (vgl. auch Urteil 2C_601/2023 vom 3. April 2024 E. 4.2.2). Selbst wenn man jedoch eine schwerwiegende Gehörsverletzung annehmen wollte, durfte das EKUD von einer Rückweisung absehen, da eine solche zu unnötigen Verzögerungen geführt hätte und die Beschwerdeführerin - wie sogleich aufzuzeigen sein wird - die Möglichkeit hatte, sich im Rechtsmittelverfahren vor dem EKUD, welches über freie Kognition verfügte, zu äussern (vgl. E. 4.1.3 in fine). 4.1.4.2. Im Beschwerdeverfahren vor dem EKUD erhielt die Beschwerdeführerin Einsicht in sämtliche Akten (inkl. Stellungnahme des BSV vom 13. Februar 2023) und konnte dazu im Rahmen der Replik vom 10. März 2023 Stellung nehmen. Das EKUD verfügte dabei über volle Kognition (vgl. Art. 31 VRG), womit eine Heilung möglich war. Daran vermag auch die Zurückhaltung bei der Überprüfung der Einschätzung des BSV bzw. der Steuerungsgruppe nichts zu ändern: Dabei handelt es sich um eine Reduktion der Prüfungsdichte und nicht um eine eigentliche Beschränkung der Kognition auf eine Willkürprüfung (MARKUS SCHOTT, in: Basler Kommentar, Bundesgerichtsgesetz, 3. Aufl. 2018, N. 3 und 12a ff. zu Art. 95 BGG; vgl. auch Urteile 2C_212/2020 vom 17. August 2020 E. 3.2; 2C_127/2018 vom 30. April 2019 E. 3.3.3; 2D_6/2013 vom 19. Juni 2013 E. 3.2.2). 4.1.4.3. Im Übrigen ist auch nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz im vorliegenden Fall die Reduktion der Prüfungsdichte durch das EKUD schützte. Zur Begründung zog die Vorinstanz die Rechtsprechung zu Examensentscheiden heran, welche Gerichtsbehörden nur mit Zurückhaltung überprüfen, solange es keine Hinweise auf krasse Fehleinschätzungen gibt (vgl. BGE 136 I 229 E. 5.4.1; Urteile 2D_8/2023 vom 8. März 2024 E. 6.1; 2D_24/2021 vom 5. November 2021 E. 3.6.1). Diese Zurückhaltung dürfe auch das EKUD als Verwaltungsrechtsmittelbehörde üben (vgl. E. 3.2 des angefochtenen Urteils). Das EKUD hatte sich diesbezüglich auf die Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts im Urteil B-6261/2008 vom 4. Februar 2010 gestützt, nach dessen E. 4.1 auch verwaltungsinterne Rechtsmittelinstanzen nicht dazu verpflichtet oder berechtigt sind, ihr Ermessen an die Stelle der Erstinstanz zu setzen und quasi als Oberprüfungskommission die Bewertung einzelner Aufgaben im Detail erneut vorzunehmen. Solange konkrete Hinweise auf eine Befangenheit fehlen und die Beurteilung nicht als fehlerhaft oder unangemessen erscheinen würden, so das Bundesverwaltungsgericht weiter, sei auf die Meinung der erstinstanzlichen Experten abzustellen. Vorliegend erscheint es sachgerecht, dass das EKUD die Prüfungsdichte im Sinne der genannten bundesverwaltungsgerichtlichen Rechtsprechung reduziert hatte: Wie bei Examensentscheiden handelt es sich auch bei Talenteinschätzungen um stark ermessensgeprägte Bewertungen, welche gewöhnlich auf Fachwissen beruhen, über welches die (verwaltungsinternen und -externen) Rechtsmittelinstanzen oft nicht verfügen - in ihrer Natur sind sie folglich vergleichbar. Laut dem Entscheid des EKUD sind die Einschätzungen der Steuerungsgruppe bzw. des BSV plausibel und überzeugend, womit kein Anlass bestehe, ihre klaren und widerspruchslosen Feststellungen in Zweifel zu ziehen. Hinweise darauf, dass es eine krasse Fehlentscheidung war, auf die Beurteilung des BSV bzw. der Steuerungsgruppe abzustellen, konnte denn auch weder die Vorinstanz erkennen noch sind solche für das Bundesgericht ersichtlich. 4.1.4.4. Die von der Steuerungsgruppe begangene Gehörsverletzung konnte somit im Verfahren vor dem EKUD, welches mit voller Kognition, aber zu Recht reduzierter Prüfungsdichte entschied, geheilt werden. Nach dem Dargelegten hat die Vorinstanz Art. 29 Abs. 2 BV nicht verletzt, indem sie den Entscheid des EKUD im Hinblick auf die Heilung der von der Steuerungsgruppe begangenen Gehörsverletzung geschützt hat.