Citation: 6S.472/2004 07.07.2005 E. 2

Gemäss Art. 43 Ziff. 2 Abs. 2 StGB kann der Richter zwecks ambulanter Behandlung den Vollzug der Strafe aufschieben, um der Art der Behandlung Rechnung zu tragen. Nach der Rechtsprechung ist der Strafaufschub angezeigt, wenn die begründete Aussicht auf eine erfolgreiche Behandlung durch den sofortigen Vollzug der ausgefällten Freiheitsstrafe erheblich beeinträchtigt würde, was nicht erst anzunehmen ist, wenn der Vollzug eine Therapie verunmöglicht oder den Behandlungserfolg völlig in Frage stellt. Vielmehr geht die Therapie vor, sobald eine sofortige Behandlung gute Resozialisierungschancen bietet, die der Strafvollzug verhindern oder wesentlich vermindern würde (BGE 129 IV 161 E. 4.1 mit Hinweisen). Das Gesetz verlangt jedoch nicht zwingend, den Vollzug der Strafe aufzuschieben, wenn der Richter zum Ergebnis gelangt, eine Behandlung sei ohne Beeinträchtigung der Erfolgsaussichten vollzugsbegleitend nicht durchführbar. Die Bestimmung überlässt es vielmehr dem Richter, nach seinem (pflichtgemässen) Ermessen über den allfälligen Strafaufschub zu befinden. In dieses weite Beurteilungsermessen des Sachrichters kann das Bundesgericht nur bei Ermessensüberschreitung oder -missbrauch eingreifen (BGE 129 IV 161 E. 4.4 mit Hinweisen). Die Vorinstanz verneint, dass sich der Strafvollzug auf den Behandlungserfolg negativ auswirken würde. Sie geht dabei davon aus, dass der Beschwerdeführer bereits vor Beginn der von ihm selber angestrengten Therapie mit dem Spielen an Geldspielautomaten aufgehört hat, weil er nach seiner Darstellung keine Zeit mehr dazu gefunden habe und weil er auch seinen Spieldrang beherrschen könne. Angesichts der beschränkten Bedeutung der Therapie hat die Vorinstanz Bundesrecht jedenfalls nicht verletzt, wenn sie darauf verzichtete, den Strafvollzug zu Gunsten der Massnahme aufzuschieben.