Citation: 4A_139/2022 E. 5.1

5.1. Die Vorinstanz erwog, es sei der Beschwerdeführerin 1 nicht gelungen, den erstinstanzlichen Entscheid in Zweifel zu ziehen, soweit die Erstinstanz das Vertragsverhältnis zwischen den Parteien als einfache Gesellschaft qualifiziert habe. Der Beschwerdeführer 2 habe diesbezüglich ohnehin keine Argumente vorgetragen. Die Erstinstanz sei weiter zutreffend davon ausgegangen, dass die Beschwerdeführer eine notwendige Streitgenossenschaft bildeten, weil sich der Anspruch auf Gewinnbeteiligung eines Gesellschafters gegen die Gesellschaft richte und nur ein einheitlicher Entscheid für alle Gesellschafter ergehen könne. Schuldner seien stets alle Gesellschafter als Gesamthänder. Allerdings spiegle sich dies nicht im Dispositiv des angefochtenen Entscheids wieder. Dort sei lediglich die Beschwerdeführerin 1 zur Zahlung verpflichtet worden. Der Beschwerdeführer 2 sei im Entscheiddispositiv hingegen unerwähnt geblieben, was die Erstinstanz nicht explizit begründet habe und was Raum für Interpretationen lasse. Die Vorinstanz interpretierte die fehlende Erwähnung des Beschwerdeführers 2 im Urteilsdispositiv anschliessend wie folgt: In Fällen, "wo die Beteiligten nicht bewusst eine Gesellschaft - oder aber bewusst eine stille Gesellschaft - gebildet haben" und es faktisch kein separates Gesellschaftsvermögen gebe, habe die Gesellschaft nur einen Anspruch auf Gewinnherausgabe gegenüber dem geschäftsführenden Gesellschafter, der den Gewinn als indirekter Stellvertreter eingenommen habe. Theoretisch müsste daher der Gesellschafter, der seinen Gewinnanteilsanspruch geltend machen wolle, zunächst gegen denjenigen geschäftsführenden Gesellschafter, der den Gewinn tatsächlich eingenommen habe, auf Gewinnherausgabe an die Gesellschaft klagen. Erst in einem zweiten Schritt folge dann die Klage des Gesellschafters gegen die Gesellschaft auf Auszahlung der Gewinnbeteiligung an ihn persönlich. Die Erstinstanz habe nichts anderes getan, als den von der Beschwerdeführerin 1 eingenommenen Gewinn zugunsten der Gesellschaft abzuschöpfen und diesen Gewinn dann anteilsmässig dem Beschwerdegegner zuzusprechen, "wenngleich in umgekehrter Reihenfolge und ohne dies explizit so zu bezeichnen". Ob ein solches (einstufiges Vorgehen) rechtlich zulässig sei, könne offenbleiben, da dies weder gerügt worden sei, noch einen offensichtlichen Mangel darstelle. Es sei im Ergebnis zwar nur die Beschwerdeführerin 1 zu einer Zahlung verpflichtet worden. Da der Anspruch aber während einer logischen Sekunde auf die Gesellschaft und damit auch auf den Beschwerdeführer 2 übergehe, sei dieser im Grundsatz ebenfalls als Schuldner des Gewinnanteils zu betrachten. Der Erstinstanz wäre es somit nicht möglich gewesen, die Klage gegenüber dem Beschwerdeführer 2 abzuweisen. Daraus folge, dass nur ein einheitlicher Entscheid über den Anspruch des Beschwerdegegners gefällt werden könne, weshalb die Beschwerdeführer eine notwendige Streitgenossenschaft bildeten. Das eigenständige Einreichen einer Berufung ohne Einbezug des anderen Streitgenossen sei nicht möglich, weshalb beide Berufungen ohne nähere Prüfung der übrigen Rügen abzuweisen seien. Dies gelte auch für die behauptete Befangenheit von zwei erstinstanzlichen Richtern.