Citation: 7B_878/2023 E. 7.3

7.3. Gemäss der Rechtsprechung ist die Anordnung der Verwahrung unverhältnismässig bei Hands-off-Delikten, die keine eigentlichen Rückfälle darstellen, sondern Rückfälle in ein "deliktsrelevantes" Verhalten, das den Schweregrad von Art. 64 Abs. 1 StGB nicht erreicht (Urteil 6B_1332/2019 vom 10. Dezember 2019 E. 1.2 f.). Die betroffene Person fotografierte damals Kinder an einem Fest und konsumierte illegale Kinderpornografie. Vorliegend führten die Hands-off-Delikte zu einer erneuten Verurteilung wegen Art. 187 Ziff. 1 StGB, nachdem der Beschwerdeführer bereits in den Jahren 2010 und 2013 wegen mehrfacher Begehung dieses Straftatbestands verurteilt worden war. Bei den aktuellen Straftaten hat der Beschwerdeführer die sexuelle Handlungen von einem 13- bis 14-jährigen Jungen mindestens zehnmal während ca. dreier Monate gegen Bezahlung eines Hintermanns eingefordert. Eine solche Inanspruchnahme von sexuellen Handlungen durch eine fremde Person vermag die ungestörte psychisch-emotionale Entwicklung dieses Minderjährigen besonderes schwer zu beeinträchtigen. Die hier zu beurteilenden Hands-off-Delikte unterscheiden sich mithin wesentlich von denjenigen, welche im eingangs genannten Urteil zu beurteilen waren, weshalb die Gründe zur Annahme eines unverhältnismässigen Freiheitsentzugs nicht gleichermassen vorliegen. Hinzu kommt, dass beim Beschwerdeführer nicht "nur" eine die Verwahrung rechtfertigende Rückfallgefahr betreffend Hands-off-Übergriffe, sondern auch betreffend Hands-on-Übergriffe besteht. Künftig sind weitere sexuelle Übergriffe insbesondere auf Personen im Schutzalter ernsthaft zu erwarten.