Citation: I 838/05 04.09.2006 E. 4

4.1 Verwaltung und Vorinstanz stützen sich im Wesentlichen auf das Gutachten des IMB vom 27. Februar/4. Juni 2003. Im somatisch-medizinischen Bericht führt Dr. med. W.________ aus, weder die früheren fachärztlichen Abklärungen noch die heutigen Befunde vermöchten die geltend gemachte Behinderung zu erklären. Dass der Versicherte eine massive Verschmächtigung der Oberschenkelmuskulatur links aufweise, erstaune nach 9-jähriger Gebrauchsminderung nicht. Für das Gehen an zwei Amerikaner-Stöcken lasse sich biomechanisch keine Begründung finden. Allein auf Grund der gesicherten organischen Schäden könne - mehrheitlich aus prophylaktischen Erwägungen - eine Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit als landwirtschaftlicher Hilfsarbeiter angenommen werden, weil die beidseitig anlagebedingten Veränderungen des Kniescheiben-Gleitweges zu spontanen Verrenkungen (Patellaluxation) prädestinierten, wobei eine solche möglicherweise auch beim Ereignis vom 19. April 1994 stattgefunden habe. Reduziert auf die objektivierbaren Befunde könne arbiträr von einer Arbeitsunfähigkeit im bisherigen Beruf von 50 % ausgegangen werden. Die Einschränkungen beträfen vorwiegend das Gehen auf unebenem Gelände und Verrichtungen in kniender Position. In einer behinderungsgerechten Tätigkeit vermöge der Versicherte ein Vollpensum zu erbringen und es bestehe keine verminderte Leistungsfähigkeit. Des Weiteren wird festgestellt, die seit einigen Monaten zusätzlich geklagten Kreuzschmerzen (Lumbago) liessen sich nicht auf eine plausible krankheitswertige Veränderung der Lendenwirbelsäule (LWS) zurückführen. Die klinisch festgestellte linksbetonte muskuläre Verspannung im LWS-Bereich sei eine reversible Erscheinung und könne durch das (unbegründete) Gehen an Stöcken mitverursacht sein. Die mehrfach diskutierte operative Intervention mit autologem Aufbau des lateralen Femurkondyls und allenfalls Zentrierung des Kniescheiben-Gleitweges sei ausschliesslich pathologisch-anatomisch indiziert. Mit den orthopädischen Fachärzten bestehe Einigkeit darin, dass sich der Versicherte wegen seiner Persönlichkeit und des bisherigen Krankheitsverlaufs für eine solche Massnahme nicht eigne. Ob er einem konservativen rehabilitativen Vorgehen zugänglich sei, müsse ebenfalls bezweifelt werden. Die Prognose bezüglich der Wiederaufnahme einer Erwerbstätigkeit sei schlecht, obschon sich dies somatisch-medizinisch durch objektivierte Befunde nicht begründen lasse. Ferner wird ausgeführt, pathologisch-anatomisch lasse sich die geltend gemachte Behinderung nicht begründen und wenn aus psychiatrischer Sicht keine krankheitswertige Diagnose (beispielsweise eine somatoforme Schmerzstörung) gestellt werden könne, so müsse von einer bewusstseinsnahen oder bewusstseinsfähigen Symptomproduktion (ICD-10: Z76.5) ausgegangen werden. Im psychiatrischen Teilgutachten gelangt Dr. med. M.________ zum Schluss, eine eigentliche psychiatrisch relevante Störung könne nicht festgestellt werden und es stünden psychosoziale Probleme im Vordergrund. Der Versicherte lasse in hohem Mass eine maladaptive Selbstlimitierung erkennen. Für eine dissoziative Konversionsstörung ergäben sich keinerlei Verdachtsmomente, ebenso wenig bestünden Hinweise auf eine hypochondrische Konfliktverarbeitung. Die Frage, inwieweit Beschwerden vorgetäuscht würden, sei umso berechtigter, als der Versicherte sich bei der Selbsteinschätzung der körperlichen Fähigkeiten (PACT-Test) auf eine geradezu grotesk anmutende Art und Weise als eingeschränkt bzw. unfähig dargestellt habe. Als ostentativ habe auch die Handhabung der Stöcke gewirkt, indem der Versicherte vorgegeben habe, keinen einzigen Schritt ohne diese machen zu können, ja nicht einmal ohne Stöcke aufrecht stehen zu können. Der Verdacht des Vorgutachters, wonach der Gebrauch der Stöcke vor allem der Visualisierung der geltend gemachten Behinderung diene und eher von einer bewusstseinsnahen oder bewusstseinsfähigen Symptomproduktion auszugehen sei, könne aus psychiatrischer Sicht bestätigt werden. Die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit habe sich daher nach den Angaben im Gutachten des Dr. med. W.________ zu richten. Zur beruflichen Eingliederung wird ausgeführt, es scheine sich vorwiegend um ein Motivationsproblem zu handeln; darüber hinaus sei vermutlich von einem erheblichen sekundären Krankheitsgewinn auszugehen. 4.2 Der Beschwerdeführer macht geltend, auf das Gutachten des Dr. med. W.________ könne nicht abgestellt werden, weil die Angaben zur Arbeitsfähigkeit mangelhaft seien. Zum einen werde eine Arbeitsfähigkeit von 50 % in der bisherigen Tätigkeit als landwirtschaftlicher Arbeitnehmer angenommen, obschon es keine landwirtschaftlichen Tätigkeiten gebe, welche dem angegebenen Zumutbarkeitsprofil (Tätigkeiten ohne Gehen in unebenem Gelände und ohne das Erfordernis von Kniebeugen) entsprächen. Zum andern habe er mit der Feststellung, wonach er eine körperlich leichte, vorwiegend sitzend zu verrichtende Tätigkeit ganztags auszuüben vermöchte, die Frage, welchen Anforderungen der Arbeitsplatz aus medizinischer Sicht zu genügen habe, nicht schlüssig beantwortet. Die Vorinstanz habe sich mit der Frage nach der Arbeitsfähigkeit in einer anderen Tätigkeit nicht auseinandergesetzt und sich auf ein Schreiben der Rehaklinik Z.________ vom 3. Oktober 2003 gestützt, worin sich die dortigen Ärzte mit der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit durch Dr. med. W.________ einverstanden erklärten. Damit bleibe unbeachtet, dass er von der Rehaklinik am 6. August 2003 bis auf weiteres als vollständig arbeitsunfähig bezeichnet worden sei. Eine volle Arbeitsunfähigkeit hätten ferner Dr. med. H.________, Chefarzt Orthopädie des Spitals X.________ (Bericht vom 18. Juli 2001) und sinngemäss auch Dr. med. J.________, Spezialarzt FMH für Physikalische Medizin und Rehabilitation, speziell Rheumaerkrankungen, (Bericht vom 23. August 2002) sowie Prof. Dr. med. I.________, Leitender Arzt der Orthopädisch-Traumatologischen Abteilung, Orthopädische Universitätsklinik, Spital F.________, (Bericht vom 26. Mai 2003) angenommen. Nachdem sowohl Dr. med. H.________ als auch Dr. med. C.________ zum Schluss gelangt seien, dass er nicht ohne Stöcke gehen könne, bedürfe es diesbezüglich einer fachärztlichen Abklärung. Das Gutachten des Dr. med. M.________, worin er als "intrapsychisch einfach strukturierter und emotional kümmerentwickelter Immigrant aus dem Kosovo" bezeichnet werde, sei von einer vorgefassten Meinung geprägt und lasse die erforderliche Unbefangenheit bei der Erstellung des Gutachtens vermissen. Es sei daher eine erneute psychiatrische Beurteilung durch einen neutralen Gutachter anzuordnen. Zudem sei zur Frage der Arbeitsfähigkeit ausserhalb der angestammten Tätigkeit eine berufliche Abklärung vorzunehmen. Der Abklärungsbericht der BEFAS vom 27. März 1997 sei nicht mehr aktuell. Er sei in den letzten Jahren von sämtlichen Ärzten zu 100 % arbeitsunfähig geschrieben worden, weshalb es ihm nicht möglich und zumutbar gewesen sei, eine Erwerbstätigkeit aufzunehmen.