Citation: 2C_783/2016 E. 2.2

2.2. Ist ein Prozessrechtsverhältnis entstanden (vgl. Urteil 5A_646/2015 vom 4. Juli 2016 E. 2.2, E. 2.3, mit zahlreichen Hinweisen), wird - in casu gemäss anwendbarem kantonalem Verfahrensrecht und unter Berücksichtigung allgemeiner Rechtsgrundsätze - bei nicht abgeholten eingeschriebenen Postsendungen die Eröffnung auf Ende der Abholfrist hin fingiert (BGE 127 I 31 E. 2a/aa S. 34; zu Art. 138 Abs. 3 lit. a der Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 [ZPO; SR 272] BGE 138 III 225 E. 3.1 S. 227; zu Art. 20 Abs. 2bis des Bundesgesetzes über das Verwaltungsverfahren vom 20. Dezember 1968 [VwVG; SR 172.021] BGE 141 II 429 E. 3.1 S. 431; Urteil 2C_508/2016 vom 18. November 2016; zu Art. 44 Abs. 2 BGG Urteil 1C_85/2010 vom 4. Juni 2010 E. 1.4.2) : Das Schriftstück gilt, vorbehältlich vertrauensschutzrechtlicher Aspekte, stets am siebten (und letzten) Tag der am Folgetag des erfolglosen Zustellungsversuchs einsetzenden Abholfrist als zugestellt (BGE 141 II 429 E. 3.1 S. 432 ["le dernier jour du délai de garde de sept jours suivant la réception du pli par l'office de poste du lieu de domicile du destinataire"]; vgl. auch BGE 130 III 396 E. 1.2.3 S. 399; diese Lösung befürwortend, aber abweichend zur älteren bundesgerichtlichen Praxis YVES DONZALLAZ, Commentaire de la Loi sur le Tribunal fédéral, 2008, N. 1113, S. 479). Ist die (fingierte) Zustellung fristauslösend, beginnt die betreffende Frist am achten Tag nach dem erfolglosen Zustellungsversuch zu laufen (BGE 131 V 305 E. 4.2.2 S. 310; zu Art. 44 Abs. 2 BGG JEAN-MAURICE FRÉSARD, Commentaire de la LTF, 2. Aufl. 2014, N. 11 zu Art. 44 BGG; zu Art. 20 Abs. 2bis VwVG PATRICIA EGLI, Praxiskommentar VwVG, 2. Aufl. 2016, N. 46 zu Art. 20 VwVG). Der Beschwerdeführer musste seit der Gewährung des rechtlichen Gehörs durch das Amt im Oktober 2014 zum beabsichtigten Widerruf seiner Niederlassungsbewilligung nach Treu und Glauben mit behördlichen Zustellungen in den nächsten Monaten rechnen, weshalb von einem im Februar 2015 noch bestehenden Prozessrechtsverhältnis auszugehen ist (vgl. Urteil 5A_646/2015 vom 4. Juli 2016 E. 2.2; zu den allgemeinen Rechtsgrundsätzen bei fehlender kantonaler Regelung ausdrücklich BGE 127 I 31 E. 2a/aa S. 34). Die dem Beschwerdeführer mit Abholungseinladung am 4. Februar 2015 angesetzte Abholungsfrist begann demnach am 5. Februar 2015 zu laufen und endete am 11. Februar 2015, weshalb die Verfügung vom 2. Februar 2015 als an diesem Tag zugestellt gilt und eine weitere Zustellung, der keine fristauslösende Funktion mehr zukommt, nicht notwendig gewesen wäre, aber im Interesse des Beschwerdeführers unter ausdrücklichem Hinweis auf die laufende Rechtsmittelfrist dennoch ausgeführt wurde. Die Zustellungsfiktion ist zwar streng, dient jedoch einem geordneten Ablauf der Justiz, ansonsten Verfahren beliebig verzögert oder umgangen werden könnten, weshalb sie weder das Verbot des überspitzten Formalismus (Art. 29 Abs. 1 BV) noch die konventionsrechtliche Garantie von Art. 6 Ziff. 1 EMRK (Urteil 1P.403/2001 vom 7. August 2001 E. 2b) verletzt, zumal dem Beschwerdeführer die abstrakte Verwechslungsgefahr bei den Briefkästen bekannt war (unten, E. 2.3) und er geeignete Vorsichtsmassnahmen hätte treffen können. Die Rechtsmittelfrist für die Anfechtung der Verfügung vom 2. Februar 2015 setzte demnach am 12. Februar 2015 ein und lief am 13. März 2015 ab. Die am 25. März 2015 erhobene Beschwerde gegen die Verfügung vom 2. Februar 2015 erweist sich als weit verspätet, weshalb darauf zu Recht nicht einzutreten war. Die Abweisung der gegen den Nichteintretensbeschluss gerichteten Beschwerde im angefochtenen Urteil ist nicht zu beanstanden.