Citation: 1P.448/2001 14.09.2001 E. 2

2.- Der Beschwerdeführer wirft dem Verwaltungsgericht Willkür bei der Anwendung der Grenzabstandsvorschriften des RBG und der Strassenabstandsvorschriften des Strassengesetzes (vom 2. Mai 1971, StrG) vor. a) Willkürlich ist ein Entscheid, der mit der tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft. Dabei genügt es nicht, dass die Begründung unhaltbar ist, der Entscheid muss sich vielmehr im Ergebnis als willkürlich erweisen (BGE 125 I 166 E. 2a; 125 II 10 E. 3a; 129 E. 5b; 122 I 61 E. 3a je mit Hinweisen). b) Das Verwaltungsgericht geht im angefochtenen Entscheid davon aus, dass die umstrittenen Abstandsvorschriften im Kanton Glarus seit jeher dem Privatrecht zugerechnet worden seien. Das ergebe sich schon daraus, dass sie ursprünglich im Einführungsgesetz zum ZGB enthalten gewesen seien. Sie seien dann zwar formell ins RBG bzw. ins StrG übernommen worden, was an ihrem privatrechtlichen Charakter aber nichts geändert habe. Mit diesen Ausführungen hat sich das Verwaltungsgericht als für die Beurteilung allfälliger Grenz- bzw. Strassenabstandsverletzungen nicht zuständig erklärt. Dies kommt allerdings im Dispositiv, welches auf Abweisung der Beschwerden lautet, nicht zum Ausdruck. In seiner Alternativbegründung (E. 6b und 7, S. 27 ff.) prüfte das Verwaltungsgericht die Grenz- und Strassenabstände und kam zum Schluss, sie seien nicht verletzt, die entsprechenden Einwände seien unbegründet. Sollte diese Alternativbegründung der Willkürprüfung standhalten und sich damit die Auffassung des Verwaltungsgerichts, die umstrittenen Abstandsvorschriften seien eingehalten, als haltbar erweisen, so kann die Frage nach deren Rechtsnatur offen bleiben. c) Das Verwaltungsgericht geht zunächst davon aus, dass nur in Frage stehen könne, ob die Erschliessungsstrasse den Strassenabstand nach Art. 70 StrG einhalte, die Grenz- bzw. Gebäudeabstandsvorschriften des RGB seien nicht einschlägig. Der Beschwerdeführer legt nicht oder jedenfalls nicht substanziiert (Art. 90 Abs. 1 lit. b OG) dar, inwiefern diese Auffassung willkürlich sein soll, und das ist auch nicht ersichtlich. d) Nach Art. 70 Abs. 1 StrG haben neue bauliche Anlagen, die sich über das Erdniveau erheben, von Kantonsstrassen 6 m, von Gemeindeverbindungsstrassen 5 m, von Gemeindestrassen 4 m und von den übrigen dem öffentlichen Verkehr dienenden Strassen 3 m Abstand einzuhalten. Nach Abs. 4 dieser Bestimmung kann die Strassenbaubehörde Ausnahmen von den Strassenabstandsvorschriften bewilligen, wenn die bauliche Anlage weder die Sicherheit und Flüssigkeit des Verkehrs noch einen künftigen Strassenbau beeinträchtigt. Das Verwaltungsgericht geht im angefochtenen Entscheid stillschweigend und unbestrittenermassen davon aus, dass diese Strassenabstandsvorschriften nicht bloss für Neubauten von Strassenanstössern, sondern auch für Strassenneubauten in der Nähe von bestehenden Bauten gelten. Gemeindestrassen sind nach Art. 10 StrG "vorwiegend dem inneren Verkehr der Gemeinde und der Erschliessung dienende öffentliche Strassen, welche Teile einer Ortschaft miteinander oder mit Kantons- oder Gemeindeverbindungsstrassen verbinden". Der Gemeinderat hat im Rahmen seines Einspracheentscheides vom 24. Dezember 1998 erklärt, die Erschliessungsstrasse durch einen Pfosten für den Durchgangsverkehr mit Autos sperren zu wollen. Gestützt auf diese Absichtserklärung hat das Verwaltungsgericht erwogen, es handle sich bei der Erschliessungsstrasse nicht um eine Ortsteile verbindenden Gemeindestrasse, sondern um eine "übrige dem öffent- lichen Verkehr dienende Strasse". Da sie zum nächsten Hausteil der Parzelle Nr. 1145 des Beschwerdeführers einen Abstand von 3 m einhalte, sei damit der gesetzliche Strassenabstand eingehalten.