Citation: 2C_632/2022 E. D

Die Veranlagungsbehörde wandte sich an das Verwaltungsgericht des Kantons Thurgau, das die Beschwerde guthiess, den angefochtenen Entscheid aufhob und den Einspracheentscheid vom 8. Februar 2021 bestätigte (Entscheid VG.2021.184 vom 18. Mai 2022). Die Begründung ging im Wesentlichen dahin, dass von "Teilleistungen mit klar vordefiniertem und separat abrechenbarem Umfang" zu sprechen sei. Zivilrechtlich lägen keine werkvertraglichen Leistungen, sondern "separat und sofort abrechenbare Transportaufträge und Standardmateriallieferungen auf Abruf" vor, die kurzfristig hätten bestellt und erbracht werden können. Handelsrechtskonformes Vorgehen hätte, so das Verwaltungsgericht, darin bestanden, die Leistungen mit ihrem jeweiligen Verkaufspreis einzubuchen. Deswegen sei es unzutreffend, wenn die Steuerpflichtige lediglich die Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten berücksichtigt und davon den Warendrittel in Abzug gebracht habe. Nichts an der Handelsrechtswidrigkeit ändere, dass die Buchungspraxis offenbar von der Veranlagungsbehörde während Jahren hingenommen worden sei.