Citation: 6B_402/2022 E. 4.4.3

4.4.3. Sofern der Beschwerdeführer beanstandet, zwischen der Tat und der Anklageerhebung seien fast zwei Jahre vergangen, ist darauf hinzuweisen, dass angesichts der Komplexität und Schwere des Falles sowie des einzuholenden Gutachtens und Ergänzungsgutachten die Verfahrensdauer im zulässigen Rahmen liegt. Ebenfalls beanstandet der Beschwerdeführer die Dauer des Berufungsverfahrens. Diesbezüglich hat das Bundesgericht festgehalten, dass die Dauer von 15 Monaten zwischen Berufungserklärung und Berufungsverhandlung in einem Straffall geringerer Grössenordnung das Beschleunigungsgebot verletze (Urteil 6B_1345/2021 vom 5. Oktober 2022 E. 2.5). Weiter hat das Bundesgericht eine leichte Verletzung des Beschleunigungsgebots für die Dauer von zwei Jahren für ein Berufungsverfahren, das sich im Wesentlichen auf die Beurteilung eines einzelnen Schuldspruchs sowie die Bemessung der Strafe beschränkte, bejaht (Urteil 6B_942/2019 vom 2. Oktober 2020 E. 1.2.2). In einem anderen Fall erachtete es die Dauer des Berufungsverfahrens von 16 Monaten bis zum begründeten Urteil in Berücksichtigung der Komplexität des Verfahrens als mit dem Beschleunigungsgebot vereinbar (Urteil 6B_711/2011 vom 31. Januar 2012 E. 2.4). Der Beschwerdeführer beanstandet die Dauer von 16 Monaten zwischen der Urteilsfällung des Jugendgerichts bis zum Vorliegen des begründeten zweitinstanzlichen Urteils. Angesichts der dargelegten Rechtsprechung scheint diese Dauer unter Berücksichtigung der Schwere und Komplexität des Falles noch als gerechtfertigt. Eine Verletzung des Beschleunigungsgebots erkennt der Beschwerdeführer weiter in der Dauer des zweiten Berufungsverfahrens sowie der Dauer des Verfahrens von der Tat bis zum zweiten Berufungsurteil. Das Urteil des Bundesgerichts erging am 26. Mai 2020 und das zweite Urteil der Vorinstanz am 2. Dezember 2021. Im zweiten Berufungsverfahren war das Urteil in tatsächlicher Hinsicht um die Beweiswürdigung hinsichtlich des Verhaltens des Beschwerdegegners 2 unmittelbar vor der Tat zu ergänzen. Auch wenn vorliegend an die Dauer des Jugendstrafverfahrens höhere Anforderungen zu stellen sind, da eine kurz vor der Volljährigkeit begangene schwere Straftat zu beurteilen ist, erscheint die Dauer von 18 Monaten selbst unter Berücksichtigung des doppelten Schriftenwechsels und den mehrfach gestellten Fristerstreckungsgesuchen angesichts der vorzunehmenden Ergänzung als zu lange. Dies wirkt sich unweigerlich auch auf die Dauer des Verfahrens von der Tat am 8. September 2015 bis zum Vorliegen des zweiten Berufungsurteils am 2. Dezember 2021 von sechs Jahren und drei Monaten aus. Die Dauer des kantonalen Jugendstrafverfahrens ist als übermässig lang zu qualifizieren. Die festgestellte Verletzung des Beschleunigungsgebots wiegt insgesamt jedoch noch leicht, sodass sich keine Reduktion der Strafe rechtfertigt. Die festgestellte Verletzung ist jedoch im bundesgerichtlichen Dispositiv festzustellen. Damit, und in Verbindung mit einer für den Beschwerdeführer vorteilhaften Kostenregelung, wird ihm gemäss Rechtsprechung eine hinreichende Wiedergutmachung verschafft (vgl. BGE 147 I 259 E. 1.3.3; 138 II 513 E. 6.5; 136 I 274 E. 2.3; Urteile 6B_1399/2021 vom 7. Dezember 2022 E. 4.3; 6B_1147/2020 vom 26. April 2021 E. 2.4; je mit Hinweisen).