Citation: 6P.149/2005 28.04.2006 E. 6

In der Nichtigkeitsbeschwerde muss kurz dargelegt werden, welche Bundesrechtssätze und inwiefern sie durch die angefochtene Entscheidung verletzt sind. Ausführungen, die sich gegen die tatsächlichen Feststellungen des Entscheides richten, das Vorbringen neuer Tatsachen, neue Einreden, Bestreitungen und Beweismittel, sowie Erörterungen über die Verletzung kantonalen Rechts sind unzulässig (Art. 273 Abs. 1 lit. b BStP). Der Kassationshof ist an die tatsächlichen Feststellungen der kantonalen Behörde gebunden (Art. 277bis Abs. 1 BStP). Es ist daher auf die Beschwerde insbesondere insoweit nicht einzutreten, als sich der Beschwerdeführer auf die Akten beruft, um eine vollendete Tätlichkeit des Beschwerdegegners sowie seinen Anspruch auf eine Genugtuung zu begründen. 6.1 Die Vorinstanz verweist auf ihre Ausführungen im Parallelverfahren und hält fest, dort sei eine Notwehrsituation weder nachgewiesen noch glaubhaft gemacht worden. Mangels Notwehrsituation habe der Einzelrichter die Tatbestandsmässigkeit des Verhaltens des Beschwerdegegners zu Recht verneint (angefochtenes Urteil S. 6). Der Beschwerdeführer wendet ein, bei dieser Verweisung handle es sich um ein offenkundiges und aktenwidriges Versehen. Die von ihm geschilderte Notwehrsituation habe mit der Tatbestandsmässigkeit der Angriffshandlung nichts zu tun. Die Vorinstanz habe eine Tatbestandsmässigkeit nicht geprüft. Bei der zitierten Erwägung ("Mangels Notwehrsituation ...") handelt es sich wohl um eine ungewöhnliche Formulierung, nicht aber um ein offensichtliches Versehen (Art. 277bis Abs. 1 BStP). Die Entscheidung ist klar. Die Vorinstanz verweist auf den Parallelfall, in dem die Sachdarstellung des Beschwerdeführers verworfen werden konnte, sowie auf die Entscheidung des Einzelrichters, der davon ausgegangen war, dass ein auch nur versuchter Angriff nicht nachgewiesen sei (vgl. angefochtenes Urteil S. 2). Damit fehlt es an einem Angriff überhaupt und somit an einem tatbestandsmässigen Verhalten des Beschwerdegegners. Dass die in der Eventualbegründung unterstellte versuchte Tätlichkeit im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB nicht strafbar wäre (Art. 104 Abs. 1 StGB), wird auch vom Beschwerdeführer nicht bestritten. Schliesslich ist dem Beschwerdeführer zuzustimmen, dass Tätlichkeiten anzunehmen wären, wenn er tatsächlich durch Schläge Schwellungen und Rötungen erlitten hätte. Dies stellt die Vorinstanz indessen nicht fest. Sie weist nur auf ein widersprüchliches Aussageverhalten hin (angefochtenes Urteil S. 6). 6.2 Mangels strafbaren Verhaltens des Beschwerdegegners fehlen die Voraussetzungen für die Zusprechung einer Genugtuung an den Beschwerdeführer.