Citation: 5P.262/2001 07.09.2001 E. 6

6.- Die Beschwerdeführerin rügt schliesslich eine Verletzung ihres Anspruchs auf ein unabhängiges und unparteiisches Gericht: Ihr Ausschluss von der Teilnahme am Augenschein vom 4. Juli 2001, dessen einseitige Durchführung und die dort zwischen lic. iur. G.________ und Notar N.________ getroffene Absprache über den Rückzug des Lastenverzeichnisses kämen einem verbotenen Berichten gleich und verstiessen gegen Art. 30 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 1 EMRK. Der angefochtene obergerichtliche Entscheid gehe darauf mit keinem Wort ein, was eine weitere formelle Rechtsverweigerung bedeute. Die Beschwerdeführerin beruft sich in diesem Zusammenhang auf Art. 87 Abs. 1 OG, wonach gegen selbstständig eröffnete Vor- und Zwischenentscheide über Ausstandsbegehren die staatsrechtliche Beschwerde zulässig ist. a) In ihrer Beschwerde an die obere kantonale Aufsichtsbehörde hatte die Beschwerdeführerin Gerichtsschreiber lic. iur. G.________ als Beschwerdegegnerschaft bezeichnet. Auch in der Begründung griff sie G.________ ausschliesslich als Gerichtsschreiber an und stellte dessen Unparteilichkeit in dieser Eigenschaft infrage. Dies ist auch naheliegend, setzte sich doch die Beschwerdeführerin gegen das Schreiben vom 5. Juli 2001 zur Wehr, das lic. iur. G.________ als Gerichtsschreiber der unteren Aufsichtsbehörde verfasst hatte. Das Obergericht hat ausgeführt, auf das mit der unzulässigen Beschwerde verbundene Ausstandsbegehren sei nicht weiter einzugehen. Dieses sei nicht Gegenstand eines Entscheids der unteren Aufsichtsbehörde gewesen, den die Beschwerdeführerin mit ihrer Beschwerde vom 6. Juli 2001 an die obere Instanz weitergezogen hätte. Über Ausstandsbegehren, die sich gegen einen Gerichtsschreiber richteten, habe vorab das Gericht zu entscheiden, dem der Abgelehnte angehöre. b) Tatsächlich schreibt § 101 Abs. 3 GVG vor, dass Ausstandsbegehren, die sich gegen einen Kanzleibeamten richten, vom Gericht entschieden werden, dem dieser angehört. Die Beschwerdeführerin legt nicht dar, dass sie ein Ausstandsbegehren gegen Gerichtsschreiber G.________ bei der unteren Aufsichtsbehörde angebracht hätte. Derartiges ist auch den Akten nicht zu entnehmen. Bei dieser Sachlage ist aus verfassungsrechtlicher Sicht nicht zu beanstanden, wenn das Obergericht auf die bei ihm (erstmals) erhobene Befangenheitsrüge gegen die genannte Gerichtsperson nicht eingetreten ist.