Citation: 6B_1025/2019 E. 2.5

2.5. Die Vorinstanz erwägt, eine strafrechtliche Verurteilung der für die Kundensicherheit und/oder Leerung der Mülleimer verantwortlichen Person der B.________-Filiale in C.________ durch ein Gericht erscheine unwahrscheinlich. Die unbestrittenermassen überfüllten Abfalleimer hätten sich vor dem Eingang der B.________-Filiale befunden, welcher von einer Parkfläche mit Kundenparkplätzen erschlossen werde. In dessen unmittelbarer Nähe befänden sich auch noch eine Warenauslage mit Blumen, Kohle usw. sowie ein Selbstbedienungsrestaurant mit einer Gartenwirtschaft. Auf einem solch stark frequentierten Platz sei erfahrunsgemäss immer damit zu rechnen, dass sich Gegenstände auf dem Boden befänden. Die Gründe hierfür seien vielfältig. Beispielsweise würden die Abfälle von den Kunden nicht ordnungsgemäss in die Abfalleimer geworfen oder beim Warentransport zum Fahrzeug fielen Einkaufsgegenstände zu Boden. Gegenstände könnten auch von der Warenauslage oder der Gartenwirtschaft des Selbstbedienungsrestaurants auf den Boden gelangen. Mit anderen Worten stellten überfüllte Abfalleimer am vorliegenden Ort nur eine von zahlreichen möglichen Ursachen für auf dem Boden liegende Gegenstände dar und deren regelmässige Leerung biete keine Gewähr dafür, dass sich diese Gefahrenquelle nicht eröffne. Wollte man die in diesem Bereich spezifische Gefahr von herumliegenden Gegenständen bannen, wäre dafür einzig eine permanente Überwachung des gesamten Eingangsbereichs erfolgversprechend, was weder zumutbar noch verhältnismässig wäre. Die Gesellschaft nehme die mit Selbstbedienungsläden und -restaurant stets einhergehende Gefahr von herumliegenden Gegenständen - der Existenz solcher Läden und Restaurants willen - als allgemeines und erlaubtes Lebensrisiko hin. Hinzu komme, dass der Unrechtsgehalt des konkret erhobenen Vorwurfs der fahrlässigen Körperverletzung durch Unterlassen vorliegend keineswegs mit dem Vorwurf einer direkten, aktiven und sorgfaltswidrigen Handlung gleichgesetzt werden könne, dies insbesondere deshalb, weil die PET-Flasche auch aus anderen Gründen, etwa aufgrund eines böenartigen Windstosses, auf den Boden gelangt sein könnte. Daran ändere auch nichts, dass die Suva-Checkliste betreffend Böden empfehle, die Aufmerksamkeit Stellen zuzuwenden, wo Abfälle hingelangen könnten. Die Rüge der Beschwerdeführerin, wonach offenkundig eine Sorgfaltspflichtverletzung vorliege, erweise sich als unbegründet. Da eine Verurteilung wegen fahrlässiger Körperverletzung schon aufgrund einer fehlenden Garantenstellung der beschuldigten Person (en) nicht wahrscheinlich erscheine, brauche auf die Eventualerwägungen der Staatsanwaltschaft zur hypothetischen Kausalität und die diesbezüglichen Rügen nicht eingegangen zu werden. Zum Vorwurf der Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes erwägt die Vorinstanz, vorliegend habe unabhängig von der Kenntnis der Identität der für die Leerung der Abfalleimer oder die Kundensicherheit verantwortlichen Personen beurteilt werden können, dass eine strafrechtliche Verurteilung dieser Personen unwahrscheinlich erscheine und zwar sogar unter der Annahme, dass der von der Beschwerdeführerin vorgebrachte Sachverhalt vollumfänglich zutreffe. Allenfalls bestehende interne Richtlinien und Anweisungen der B.________ Genossenschaft und deren Einhaltung seien für die Beurteilung der Strafbarkeit nicht von Bedeutung, da sich die Fahrlässigkeitshaftung nach allgemeinen Grundsätzen, Regelwerken oder Richtlinien bemesse, die allgemein anerkannt seien und es mit anderen Worten nicht in den Händen der B.________ Genossenschaft liege, zu bestimmen, ob ein bestimmtes Verhalten als strafbar einzustufen sei.