Citation: 1P.323/2001 03.07.2001 E. 2

2.- Das Kassationsgericht geht im angefochtenen Entscheid davon aus, dass das Obergericht die Tatbestandsmässigkeit des dem Beschwerdeführer vorgeworfenen Verhal- tens gestützt auf zwei selbständig tragende Begründungen bejahte. Der Beschwerdeführer bestreitet zu Recht nicht, dass das Kassationsgericht in einem solchen Fall befugt ist, auf eine Nichtigkeitsbeschwerde nicht einzutreten, mit welcher nur eine Begründung angefochten wird. Er wirft dem Kassationsgericht indessen vor, in "geradezu rabulistischer Interpretation" des obergerichtlichen Urteils zum Schluss gekommen zu sein, dieses habe die Tatbestandsmässigkeit des dem Beschwerdeführer vorgeworfenen Verhaltens mit zwei selbständig tragenden Begründungen bejaht. "Die bedenkliche sprachliche Qualität der obergerichtlichen Urteilsbegründung (...) verbiete es, aus Formulierungen wie 'zweifellos schon aufgrund' und 'Darüber hinaus' auf die Intention des Obergerichts zu schliessen, es solle sich dabei um zwei eigenständige Begründungen für das Vorliegen einer erhöhten Gefahrensituation handeln. " Werte man hingegen "die obergerichtlichen Erwägungen nicht wortklauberisch, sondern nach ihrer logischen bzw. physikalischen Bedeutung, so kann kein ernsthafter Zweifel bestehen, dass das Obergericht mit dem Hinweis auf die durch den geschaffenen minimalen Abstand resultierende "Beinahe-Kollision" nicht der angeblich konkreten Kollisionsgefahr eine eigenständige, selbständige Begründung unterlegen wollte. Vielmehr ist es offensichtlich so, dass das Obergericht durch den Hinweis auf die "Beinahe-Kollision", selbst wenn es diesen durch die Worte 'Darüber hinaus' einleitete, nur die Intensität der Gefahr bzw. die Nähe der Gefahrsverwirklichung dokumentieren wollte" (Beschwerde S. 5).