Citation: 9C_325/2015 E. 2.3

2.3. Kann der Versicherer die Prämien für Versicherungen mit der dargelegten "Vorprüfungspflicht" (vgl. E. 2.2 vorne) vermindern (Art. 9 des Reglements), bedingt dies, dass mit einer Prämienreduktion zwingend auch ein höheres Kostenrisiko verbunden ist, wenn sich die versicherte Person nicht an die einschränkende Bedingung hält, da nach Art. 61 Abs. 1 Satz 2 KVG der Versicherer von seinen Versicherten die gleichen Prämien erhebt, soweit das Gesetz keine Ausnahme vorsieht. Denn die Versicherer müssen nach Art. 13 Abs. 2 lit. a KVG die soziale Krankenversicherung nach dem Grundsatz der Gegenseitigkeit durchführen und die Gleichbehandlung der Versicherten gewährleisten. Das Konzept einer besonderen Versicherungsform, bei der sich die versicherte Person vor der Inanspruchnahme von medizinischen Leistungen telefonisch oder telemedizinisch an einen Arzt eines Beratungszentrums zu wenden und den Anordnungen Folge zu leisten hat, beruht darauf, dass zunächst - abgesehen von den statuierten Ausnahmen - immereine telefonische/elektronische Vorabklärung stattzufinden hat. Lässt sich eine versicherte Person nicht telefonisch auf einen Behandlungspfad weisen oder hält sie sich nicht an einen vorgegebenen Behandlungsablauf, darf dies - nicht anders als bei einer Hausarztversicherung (zur Parallelität vgl. E. 1.3 vorne) - sanktioniert werden (Urteil K 58/02 vom 6. Februar 2003 E. 3.1 f.).