Citation: 2C_188/2019 E. 2.2.3

2.2.3. Was das private Interesse am Verbleib in der Schweiz betrifft, so hat die Vorinstanz gewürdigt, dass sich die Beschwerdeführerin seit fast 25 Jahren hier aufhält. Sie hat ihr jedoch eine Integration in die hiesigen Verhältnisse abgesprochen, weil sie jahrelang im Milieu der Prostitution und des Menschenhandels verkehrt habe, hohe Schulden habe und wiederholt auf Sozialhilfe angewiesen gewesen sei. Sie habe sich auch sprachlich nicht integrieren können. An der mangelhaften Integration ändere nichts, dass sie seit der Entlassung aus dem Strafvollzug bei ihrem Lebenspartner arbeite. Sie sei erst im Alter von 31 Jahren in die Schweiz gekommen und habe sich auch hier mehrheitlich in thailändischen Kreisen bewegt. Sprache, Kultur und Gepflogenheiten ihres Heimatlandes seien ihr vertraut. Deshalb sei eine Rückkehr zumutbar (vgl. E. 5 und 6.1 des angefochtenen Urteils). Mit diesen zutreffenden Erwägungen setzt sich die Beschwerde kaum auseinander. Soweit die Beschwerdeführerin geltend macht, sie lebe mit ihrem Schweizer Partner in einer eheähnlichen Beziehung, bringt sie unzulässige neue Tatsachen vor (vgl. vorne E. 2.1), die sie bereits im vorinstanzlichen Verfahren hätte vorbringen können und müssen. Im Übrigen widerspricht sich die Beschwerdeführerin selber, indem sie einerseits ausführt, sie lebe seit zwölf Jahren in einer eheähnlichen Beziehung (Ziff. 2.1 der Beschwerde), und andererseits einräumt, dass sie erst seit der Entlassung aus dem Strafvollzug mit ihrem Partner zusammenlebe (Ziff. 2.3 der Beschwerde). Zudem würde selbst ein vom Anwendungsbereich von Art. 8 Ziff. 1 EMRK erfasstes Konkubinat die Interessenabwägung nicht entscheidend beeinflussen, weil es die Beschwerdeführerin mit ihrer wiederholten Straffälligkeit bewusst in Kauf genommen hat, dass sie die Schweiz verlassen und ihre Beziehung vom Ausland aus führen muss. Was die Zumutbarkeit der Rückkehr betrifft, so zeigt die Beschwerdeführerin mit dem pauschalen Verweis auf die fehlende öffentliche Sozialhilfe im Herkunftsstaat und ihre Erkrankung (Diabetes) kein konkretes Risiko auf (Urteil 2C_881/2018 vom 14. Dezember 2018 E. 4.3.3). Schliesslich geht auch die Rüge fehl, die Vorinstanz habe keine Härtefallprüfung nach Art. 66a Abs. 2 StGB durchgeführt. Wie erwähnt sind die Bestimmungen über die Landesverweisung nicht anwendbar. Zudem hat die Vorinstanz eine umfassende Interessenabwägung vorgenommen und zu Recht festgehalten, dass das öffentliche Interesse an der Wegweisung das private Interesse der Beschwerdeführerin am Verbleib in der Schweiz überwiegt.