Citation: 6B_1229/2018 E. 1.2

1.2. Die Vorinstanz nimmt unter Hinweis auf Art. 398 Abs. 4 StPO nur eine eingeschränkte Prüfung des erstinstanzlichen Urteils vor. Sie erwägt, der Anklagesachverhalt sei unbestritten. Demnach habe der Beschwerdeführer am 24. Oktober 2017 eine Kundgebung mit 40 bis 50 Anwesenden vor der kroatischen Botschaft (mit) organisiert, ohne im Besitz der erforderlichen Bewilligung zu sein. Da das zugrunde liegende Ereignis - die Inhaftierung des in der Schweiz anerkannten Flüchtlings A.________ in Kroatien und Anordnung von dessen Auslieferung an die Türkei - am 21. Oktober 2017 stattgefunden habe, habe es sich um keine Spontankundgebung gehandelt. Vielmehr hätten sich die Demonstrierenden bereits am 23. Oktober 2017 vor der Botschaft versammelt, dann aber beschlossen, am nächsten Tag wieder zu kommen, weil die Botschaft geschlossen gewesen sei. Ohnehin hätte auch eine Spontankundgebung zeitgleich mit dem Aufruf den Behörden gemeldet werden müssen, was ebenfalls nicht geschehen sei. Entgegen der Behauptung des Beschwerdeführers sei es auch nicht bloss um eine bewilligungsfreie Pressemitteilung gegangen, wäre doch diesfalls kein erneuter Aufmarsch vor der Botschaft nötig gewesen. Zudem habe die Veranstaltung zugegebenermassen Appellfunktion gehabt. Dass sie friedlich und ohne Zwischenfälle abgelaufen sei, ändere an der Bewilligungspflicht nichts. Trotz der zeitlichen Dringlichkeit wäre es den Veranstaltern möglich und zumutbar gewesen, spätestens am zweiten Tag nach Bekanntwerden der Inhaftierung von A.________ um Bewilligung der Kundgebung zu ersuchen, zumal kurzfristige Bewilligungen gesetzlich vorgesehen und in Absprache mit den Behörden möglich seien.