Citation: 6P.4/2005 24.05.2005 E. 2

Staatsrechtliche Beschwerde 2.1 Die staatsrechtliche Beschwerde ist nur zulässig, wenn die behauptete Rechtsverletzung nicht sonst wie durch Klage oder Rechtsmittel beim Bundesgericht oder einer andern Bundesbehörde gerügt werden kann (Art. 84 Abs. 2 OG). Auf die staatsrechtliche Beschwerde ist daher nicht einzutreten, soweit darin die Verletzung eidgenössischen Rechts, im Besonderen von Art. 44 StGB, gerügt wird, wofür die eidgenössische Nichtigkeitsbeschwerde gegeben ist. 2.2 Das Obergericht durfte unter Hinweis auf sein Urteil OG.2001.00020 vom 22. Oktober 2004 (betreffend Anordnung des Vollzugs aufgeschobener Strafen) ohne Willkür aus dem Verhalten des Beschwerdeführers den Schluss ziehen, dass dieser für eine stationäre Massnahme zur Behandlung des Alkoholproblems nicht motiviert ist. Zur Begründung kann auf die Erwägungen im Entscheid des Bundesgerichts im Verfahren 6P.3/2005 und 6S.483/2004 (E. 3.2) verwiesen werden. 2.3 Der Experte Dr. R.________ führte in seiner Stellungnahme vom 1. September 2004 unter anderem Folgendes aus (kant. Revi-sionsakten, act. 11, S. 2): "Aufgrund der selbst gemachten Erfahrungen im Zusammenhang mit der Einweisung in die Klinik Schützen in Rheinfelden, bei welcher das Suchtverhalten von Herrn X.________ vollständig ausgeblendet worden war, hatte ich mich in meinem Gutachten ausdrücklich für eine Behandlung in einer auf Suchtbehandlung spezialisierten Institution ausgesprochen. Herr X.________ ist nämlich äusserst geschickt, wenn es darum geht, die Bedeutung des Alkohols in seinem Leben herunterzuspielen. Zudem stand sein Alkoholkonsum ja stark im Mittelpunkt der zu beurteilenden Delikte. Auf der anderen Seite geht es Herrn X.________ zurzeit psychisch offensichtlich sehr gut, wie Frau Dr. med. M.________ auch telefonisch bestätigte. Er hat eine therapeutische Beziehung zu ihr aufgebaut, was von grossem Wert ist. Diese Stabilisierung des psychischen Zustands stellt einen gewissen Schutz gegen die Begehung erneuter, ähnlicher Delikte dar. Meines Erachtens sollte die jetzt erreichte Stabilisierung nicht durch die Anordnung einer stationären Massnahme in einer Suchtklinik gefährdet werden. Zudem hat der Behandlungsverlauf in der Klinik Hohenegg gezeigt, dass Herr X.________ aufgrund seiner persönlichkeitsbedingten Einschränkungen nicht fähig ist, differenziert und selbstkritisch mit seiner Suchtproblematik umzugehen. Dies wäre auch in einer spezialisierten Suchtklinik leider offenbar immer noch nicht der Fall. Gerade unter Berücksichtigung der von mir gestellten Diagnose einer Persönlichkeitsstruktur mit erheblicher Selbstwertproblematik und emo-tionaler Labilität, welche den Verlauf seit der Gutachtenerstellung meines Erachtens weiterhin massgeblich beeinflusste, halte ich die Anordnung einer stationären Massnahme in einer Suchtklinik als kontraindiziert. Dies würde die pathologischen Reaktions- und Verhaltensmuster nur wieder verstärken und die aktuell erreichte Stabilisierung gefährden. Ohnehin muss in Anbetracht des zwischenzeitlichen Verlaufs festgehalten werden, dass es Herrn X.________ in Bezug auf seinen Alkoholkonsum an den für den Erfolg einer stationären Massnahme notwendigen Einsicht und Therapiemotivation fehlt. .... Meines Erachtens wäre es nötig und sinnvoll, Herrn X.________ die Auflage einer kontrollierten Alkoholabstinenz im Rahmen einer ambulanten Behandlung zu erteilen, da dies sowohl im Hinblick auf den weiteren Verlauf seiner Erkrankung sowie auf die Legalprognose bezüglich ähnlicher Delikte von höchster Bedeutung ist." Aus dieser Stellungnahme des Experten ergibt sich nicht zweifelsfrei, dass eine tatsächliche Aussicht auf erfolgreiche Behandlung durch den sofortigen Strafvollzug erheblich beeinträchtigt würde. Die auf die gegenteilige Ansicht gestützten Rügen des Beschwerdeführers betreffend willkürliche Beweiswürdigung und Verweigerung des rechtlichen Gehörs sind daher unbegründet. Im Übrigen wäre eine diesbezügliche Stellungnahme des Experten lediglich ein Umstand, welchen der Richter neben anderen Umständen beim Ermessens-entscheid betreffend den Aufschub des Strafvollzugs zu Gunsten der ambulanten Behandlung zu berücksichtigen hätte. Es kann insoweit auf die nachfolgenden Erwägungen zur eidgenössischen Nichtig-keitsbeschwerde (E. 3.3) verwiesen werden. 2.4 Die staatsrechtliche Beschwerde ist daher abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.