Citation: 5A_853/2023 E. 4.3.3

4.3.3. Weiter wirft der Beschwerdeführer der Vorinstanz vor, einerseits die Schuld am Kontaktabbruch als unerheblich zu bezeichnen und anderseits das Verhalten der Beschwerdegegnerin zu rechtfertigen, die den Kontakt aufgrund der Straftaten von ihm, dem Beschwerdeführer, und des angeblichen Sicherheitsbedürfnisses und Bindungsverhaltens von C.________ abgebrochen habe. Dürfe die Schuldfrage auf Elternebene bei der Beurteilung der Sorgerechtsfrage keine Rolle spielen, so könne es auch nicht darauf ankommen, ob die Beschwerdegegnerin den Kontakt zu ihm, dem Beschwerdeführer, abbrechen durfte. Genauso unerheblich müsste diesfalls sein, ob und für welche Delikte er, der Beschwerdeführer, strafrechtlich zur Verantwortung gezogen wurde oder wird. Sofern sich diese Straftaten nicht gegen den Sohn richten, könnten auch allfällige Delikte gegen die Beschwerdegegnerin keine Rolle spielen. Werden ihm die strafrechtlichen Verurteilungen im Sorgerechtsstreit zur Last gelegt, so werde er für sein Verhalten "sehr wohl sanktioniert" und drohe ihm der Verlust der elterlichen Sorge über das Verbüssen seiner Strafen hinaus. Der angefochtene Entscheid führe dazu, dass ein von einem Elternteil provozierter Kontaktabbruch oder ein konsequentes Vorbehalten von Informationen jedenfalls zu einer Alleinzuteilung führen müsste, was keinesfalls der ratio legis von Art. 296 Abs. 2 ZGB entspreche. Auch diese Beanstandungen helfen dem Beschwerdeführer nicht weiter. Entgegen seiner Wahrnehmung sind seine Straffälligkeit und der Inhalt des Therapieberichts vom 14. März 2023 und des Abklärungsberichts vom 2. Juli 2021 für das Appellationsgericht keine entscheidtragenden Punkte, um der Beschwerdegegnerin die Alleinsorge zuzuteilen. Die Vorinstanz lässt lediglich durchblicken, dass sie angesichts der gegebenen Umstände ein gewisses Verständnis für den Kontaktabbruch der Beschwerdegegnerin aufzubringen vermag. Entsprechend erübrigen sich auch Erörterungen zum weiteren Vorwurf, dass die Vorinstanz die in den erwähnten Berichten enthaltenen Aussagen der Beschwerdegegnerin nicht als blosse Parteibehauptungen erkenne, daraus zu Unrecht Schlüsse über das Kindeswohl ziehe und "in diesem Bereich" offensichtlich den Sachverhalt falsch feststelle. Mit Blick auf den Sorgerechtsstreit ausschlaggebend ist für die Vorinstanz allein die tatsächliche Feststellung, dass C.________ seit zwei Jahren keinen Kontakt mehr zu seinem Vater hatte und dieser folglich die Bedürfnisse seines Sohnes nicht mehr kennt. Inwiefern diese Sachverhaltsfeststellungen offensichtlich unrichtig, also willkürlich (s. vorne E. 3.3) wären, zeigt der Beschwerdeführer nicht auf, noch legt er dar, inwiefern das Appellationsgericht sein Ermessen im beschriebenen Sinn (s. vorne) bundesrechtswidrig ausübt, wenn es findet, dass das Zivilgericht diese Umstände mit Blick auf das Kindeswohl berücksichtigen durfte. Insbesondere macht er nicht geltend, dass das Appellationsgericht mit dem fehlenden persönlichen Kontakt zwischen Vater und Sohn einen Gesichtspunkt berücksichtigt, der keine Rolle hätte spielen dürfen. An all dem ändern auch die appellatorischen Einwände nichts, wonach die Vorinstanz ausser Acht lasse, wie die Beschwerdegegnerin den Kontakt mit C.________ abrupt abbrach und die Anzeige wegen häuslicher Gewalt erst erstattete, als er, der Beschwerdeführer, ihr den Scheidungswillen mitteilte, und in der Folge fälschlicherweise auf die von der Beschwerdegegnerin "kreierte Tatsache" abstelle, wonach die elterliche Sorge mangels informationellen Zugangs gar nicht gelebt werden kann, mithin übersehe, dass der Kontaktabbruch nicht mit der Inhaftierung einhergehe, sondern erst zwei Jahre später erfolgte, weshalb der Kontaktverlust auch nicht durch die Inhaftierung habe verursacht werden können.