Citation: 4A_614/2014 E. 6.2.1

6.2.1. Die Vorinstanz nehme zu Unrecht an, der Begriff der Wesentlichkeit sei restriktiv auszulegen, da das CISG vom Vorrang der Vertragserhaltung ausgehe. Das CISG sei autonom und international einheitlich auszulegen. Der Grundsatz des Vorrangs der Vertragserhaltung sei international nicht gefestigt - sie verweist in diesem Zusammenhang auf verschiedene Entscheide aus diversen Ländern - und werde auch durch die Entstehungsgeschichte des CISG nicht bestätigt. Die von der Vorinstanz vertretene restriktive Auffassung, die sich nur auf schweizerische Rechtsprechung und die deutschsprachige Lehre abstütze, sei international eine Mindermeinung. Mit dieser Auslegung verstosse die Vorinstanz gegen Art. 7 Abs. 1 CISG. Daraus leitet die Beschwerdeführerin ab, die Ansicht der Vorinstanz, nur Warenmängel von erheblichem Gewicht würden die Voraussetzungen von Art. 25 CISG erfüllen, während Qualitätsabweichungen als solche grundsätzlich keine erheblichen Nachteile im Sinn dieser Bestimmung darstellten, sei nicht zu folgen. Jede erhebliche Abweichung von der vertraglichen Vereinbarung sei eine wesentliche Vertragsverletzung. Entsprechend kommt es nach Auffassung der Beschwerdeführerin nicht darauf an, ob sie nachgewiesen hat, dass sie den Walzdraht für ihre Produktion von Betonstahlmatten nicht gebrauchen kann. Es genüge, dass 80% der Ware die vertraglich vereinbarte Mindestzugfestigkeit von 400 MPA nicht aufgewiesen habe.