Citation: 6B_943/2020 E. 3.4

3.4. Die Vorinstanz gewichtet zutreffend die Ausnützung der Vertrauensstellung einer Abteilungsleiterin mit operativer Verantwortlichkeit als objektiv verschuldensrelevant. Denn die Beschwerdeführerin hatte, wie sie selber geltend macht, im Betrieb eine "Sonderstellung mit Kompetenzen", welche jene der einfachen Kassiererin deutlich überstiegen (oben E. 2.1). Dass die Vorinstanz zusätzlich beim subjektiven Verschulden betont, dass die Beschwerdeführerin drei Jahre lang das in sie gesetzte Vertrauen mit ihrem Handeln angesichts des wegen finanzieller Probleme mit der Schliessung bedrohten Betriebs fortlaufend enttäuschte, verletzt kein Bundesrecht. Entgegen der Beschwerde ist auch das ohne Not egoistische Handeln nicht neutral zu beurteilen (vgl. Urteil 6B_507/2020 vom 17. August 2020 E. 2.2.2). Es liegt mit diesen Zumessungsgründen keine Doppelverwertung vor. Das Verbot besagt, dass Umstände, die zur Anwendung eines höheren oder tieferen Strafrahmens (z.B. eines qualifizierten oder privilegierten Tatbestandes) führen, innerhalb des geänderten Strafrahmens nicht noch einmal als Straferhöhungs- oder Strafminderungsgrund berücksichtigt werden dürfen, weil dem Täter sonst der gleiche Umstand zweimal zur Last gelegt oder zugute gehalten würde (BGE 142 IV 14 E. 5.4 S. 17). Dagegen ist es dem Gericht nicht verwehrt, bei der Strafzumessung zu berücksichtigen, in welchem Ausmass ein qualifizierender oder ein privilegierender Tatumstand gegeben ist (Urteile 6B_1225/2019 vom 8. April 2020 E. 2.3.2; 6B_1248/2017 vom 21. Februar 2019 E. 7.5.3).