Citation: 2C_561/2022 E. 9.5

9.5. Die Beschwerdeführerinnen stellen sich sodann auf den Standpunkt, dass die Kabelnetzunternehmen als "Quasi-Monopolisten" im untersuchungsrelevanten Zeitraum eine dominierende Gegenmacht ausgeübt hätten. Allerdings bestreiten sie dabei die vorinstanzlichen Feststellungen zur Struktur der Marktgegenseite nicht hinreichend (vgl. Art. 106 Abs. 2 BGG). Die Vorinstanz stellt fest (vgl. Art. 105 Abs. 1 BGG), dass zu Beginn des Untersuchungszeitraums die Marktgegenseite von C.________ je nach Region mindestens aus einem der zahlreichen Kabelnetzunternehmen, darunter Cablecom, und Swisscom bestand. Am Ende des Untersuchungszeitraums gehörten zudem Sunrise und unter Umständen ein oder mehrere Anbieterinnen von digitalem Fernsehen via Glasfasernetz zu den Nachfragern von C.________-Programmen. Als Folge der Digitalisierung verloren die Kabelnetzunternehmen ihre auf das analoge Fernsehen beschränkten Gebietsmonopole für die Übertragung von Fernsehen. Die neuen Anbieterinnen - namentlich die über ein flächendeckendes Netz verfügende Swisscom und die das Swisscom-Netz nutzende Sunrise, aber auch Betreiberinnen von Glasfasernetzen, stiessen dazu. Diese Entwicklung führte zu einer Verminderung der Kunden, die bei den Kabelnetzunternehmen digitales Fernsehen und C.________ bezogen (vgl. E. 8.5.3 des angefochtenen Urteils). Vor diesem Hintergrund ist entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerinnen die vorinstanzliche Schlussfolgerung nicht zu beanstanden, der zufolge eine fragmentierte und zersplitterte Marktgegenseite bestanden habe (vgl. auch Bericht des Bundesrates vom 17. September 2010, Die Zukunft der nationalen Infrastrukturnetze in der Schweiz, BBl 2010 8665 ff., S. 8703 f.). Es ist somit nicht erkennbar, dass die Marktgegenseite eine dominierende Gegenmacht ausübte und C.________ in relevanter Weise disziplinieren konnte.