Citation: 8C_731/2017 E. 4.4

4.4. Auch sonst ist nicht erkennbar, inwiefern das vorinstanzliche Verfahren nicht verfassungskonform durchgeführt worden sein soll. Insbesondere umschliesst der Anspruch auf Durchführung einer öffentlichen Hauptverhandlung nach Art. 6 Ziff. 1 EMRK nicht auch die Urteilsberatung. Diese kann durchaus nicht öffentlich erfolgen und muss ebenso wenig direkt im Anschluss an die Hauptverhandlung stattfinden (vgl. BGE 122 V 47 E. 2c S. 51). Eine verfassungsmässige Pflicht, über die Hauptverhandlung ein schriftliches Protokoll zu führen und dieses vor dem Entscheid in der Sache den Parteien zur Berichtigung und allfälligen Ergänzungen zuzustellen, besteht nicht. Sodann garantiert Art. 30 Abs. 3 BV wie Art. 6 Ziff. 1 EMRK zwar eine öffentliche Urteilsverkündung. Weder die Bundesverfassung noch die EMRK legen aber fest, auf welche Art und Weise die öffentliche Verkündung erfolgen muss. Insbesondere wird nicht verlangt, dass das Urteil an einer öffentlichen Verhandlung mündlich verlesen oder gar begründet wird. Nach der Rechtsprechung ist das Öffentlichkeitsgebot gewahrt, wenn das Publikum auf andere Weise (Publikation in Periodika oder auf Internet; Möglichkeit, den Urteilstext bei der Gerichtskanzlei zu verlangen oder dort einzusehen) die Gelegenheit hat, von den Urteilen Kenntnis zu nehmen (Urteil 4P.74/2006 vom 19. Juni 2006 E. 8.4.1 mit Hinweisen). Dass eine solche Gelegenheit vorliegend nicht bestanden haben und inwiefern eine Verfassungs- oder Konventionsverletzung vorliegen soll, wird in der Beschwerde nicht dargelegt, weshalb sich Weiterungen dazu erübrigen (in diesem Sinne auch Urteil 4A_744/2011 vom 12. Juli 2012 E. 3.3).