Citation: 1C_252/2017 E. 6.1

6.1. Vorliegend hat die Baukommission Herrliberg, gestützt auf die fachkundigen Abklärungen der Pöyry, zahlreiche bauliche und betriebliche Massnahmen zur Emissionsminderung geprüft. Sie nahm eine Interessenabwägung vor zwischen dem Ruhebedürfnis der Anwohner einerseits und dem öffentlichen Interesse an der angestammten Sportplatznutzung durch den FCH, unter Berücksichtigung der hohen Bedeutung, die dem Sport- und Vereinsbetrieb in Herrliberg zukomme. Sie ordnete verschiedene Massnahmen an, um die Emissionen unter der Woche während der abendlichen Ruhezeit und am Sonntag Mittag zu mindern. Weitergehende Massnahmen, insbesondere eine Nutzungsbegrenzung bis 21.30 Uhr unter der Woche oder den Bau einer 2 m hohen Lärmschutzwand entlang des Kunstrasenplatzes, verwarf sie, weil dies den tradierten Sportbetrieb unverhältnismässig beeinträchtigen würde und die Lärmschutzwand zudem ortsbaulich unerwünscht sei. Die Baukommission sprach allerdings nicht von Erleichterungen, sondern ging davon aus, dass die Planungswerte nicht anwendbar seien, d.h. weitergehende Beschränkungen vorsorgliche Massnahmen i.S.v. Art. 11 Abs. 2 USG und Art. 7 Abs. 1 lit. a LSV seien. Auch wenn die Planungswerte ebenfalls eine Konkretisierung des Vorsorgeprinzips sind, werden an die Interessenabwägung zur Gewährung von Erleichterungen nach Art. 25 Abs. 2 USG grundsätzlich strengere Anforderungen gestellt als an den Verzicht auf vorsorgliche Massnahmen nach Art. 11 Abs. 2 USG (Urteil 1C_391/2014 vom 3. März 2016 E. 7.8, in: URP 2016 S. 579; RDAF 2017 I S. 407 und 427; so auch WIDMER DREIFUSS, a.a.O., S. 341). Aus den Erwägungen der Baukommission ergibt sich jedoch klar, dass diese weitergehende Massnahmen als unverhältnismässig erachtete. Es gibt keine Anhaltspunkte, dass die Interessenabwägung anders ausgefallen wäre, wenn die Kommission von der Geltung der Planungswerte ausgegangen wäre.