Citation: I 441/06 11.05.2007 E. 5

5.1 Die Schulterpathologie rechts mit zweimaliger Operation und die anschliessenden (wenig erfolgreichen) Therapieversuche sind in den Akten gut dokumentiert (Operationsbericht des Spitals X.________ vom 23. April 2004; Austrittsbericht der Reha-Pflegeklinik C.________ AG vom 22. Mai 2004; Magnetresonanz-Befund [MRI] der Halswirbelsäule vom 8. September 2004; Schreiben des Dr. med. N.________ vom 6. August, 8. September, 1. und 14. Dezember 2004 sowie vom 16. Februar und 22. März 2005; Operations- und Austrittsberichte des Spitals Y.________ vom 11. und 14. Januar 2005). Es trifft zu, dass Dr. med. N.________ am 8. September 2004, nach Kenntnisnahme der Ergebnisse einer MRI-Untersuchung vom gleichen Tag, eine neurologische Untersuchung angeregt hatte (obwohl er bei seiner Untersuchung keine neurologischen Ausfälle feststellen konnte; Schreiben vom 8. September 2004). Im Verlauf der weiteren Behandlung sah er indessen keine Veranlassung mehr zu einer diesbezüglichen Abklärung und erklärte am 6. Juni 2005 explizit, ergänzende medizinische Abklärung schienen ihm nicht notwendig. 5.2 Soweit Dr. med. H.________ am 17. April 2004 mit Nachdruck eine ergänzende Abklärung anregte (E. 4.1 hievor), gilt es nach den zutreffenden Erwägungen im angefochtenen Entscheid zu beachten, dass sich der Hausarzt in einer schwierigen Situation befand. Während er die Wiederaufnahme der angestammten Tätigkeit im Umfang von 50 % als realistisch erachtete, bezeichnete sich die Beschwerdeführerin selbst als vollständig arbeitsunfähig. Zudem war dem Hausarzt "aus dem Umfeld der Versicherten" eine Rentenbegehrlichkeit mitgeteilt worden. Dass er als behandelnder (Haus-) Arzt das Vertrauensverhältnis zu seiner Patientin nicht gefährden wollte (vgl. auch E. 5.3 hienach) und in Anbetracht der offenbaren Diskrepanz zwischen der aus medizinischer Sicht realistischen Arbeitsfähigkeit und der nach Meinung der Versicherten vollständigen Arbeitsunfähigkeit auf Einholung einer zusätzlichen medizinischen Einschätzung drängte, ist nachvollziehbar. Indessen ändert dies nichts daran, dass die IV-Stelle unter Berücksichtigung aller Umstände und insbesondere in Würdigung der von den Dres. med. H.________ und N.________ erhobenen übereinstimmenden Diagnosen zu Recht von weiteren medizinischen Abklärungen abgesehen hat. Dies gilt umso mehr, als die unklaren Schwindel- und Kopfschmerzen zwar in den Akten mehrfach erwähnt, aber weder von Dr. med. H.________ noch von Dr. med. N.________ als Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit angeführt werden. Dass die IV-Stelle sich mit einer Aktenbeurteilung ihres RAD begnügt und dieser keine eigenen Untersuchungen durchgeführt hat, ist nicht zu beanstanden. 5.3 Was die ärztliche Beurteilung der Arbeitsfähigkeit anbelangt, fällt auf, dass Dr. med. H.________, ohne eine weitere Diagnose zu stellen oder eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes anzuführen, am 15. August 2005 zu einer wesentlich von seiner Beurteilung vom 17. April 2005 abweichenden Einschätzung gelangt. Obwohl er bereits im April 2005 Kenntnis von der seit der Kindheit/Jugend der Versicherten bestehenden Gelenksversteifung im linken Ellbogen hatte, verneinte er eine relevante Einschränkung im Alltag und hielt eine Aufnahme der angestammten Tätigkeit im Umfang von 50 % für realistisch. Diese Einschätzung ist gut vereinbar mit den Beobachtungen des Dr. med. N.________ (Brief vom 22. März 2005; Bericht vom 6. Juni 2005) und der Tatsache, dass sowohl im MRI vom 8. September 2004 als auch anlässlich der zweiten Schulteroperation vom Januar 2005 eine intakte Rotatorenmanschette hatte festgestellt werden können (Schreiben und Bericht des Dr. med. N.________ vom 1. Dezember 2004 und 16. Februar 2005). In Würdigung, dass Dr. med. H.________ als Hausarzt der Versicherten aufgrund des für die Behandlung notwendigen Vertrauensverhältnisses im Zweifel gerichtsnotorisch eher zugunsten seiner Patientin aussagen dürfte (E. 5.2 hievor; statt vieler: Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichtes vom 24. Januar 2000 E. 3b/cc, publiziert in: AHI 2001 S. 114) - was vorliegend umso mehr ins Gewicht fällt, als sich die Beschwerdeführerin erst im Zusammenhang mit der Anmeldung bei der Invalidenversicherung wiederum zu ihm in Behandlung begeben hatte - sowie unter Berücksichtigung der von Dr. med. H.________ erwähnten Rentenbegehrlichkeit (Bericht vom 17. April 2005; E. 5.2 hievor) bzw. des von Dr. med. N.________ beobachteten "Drängen" der Beschwerdeführerin auf eine Invalidenrente (Brief vom 16. Februar 2005), sind die Ausführungen des Dr. med. H.________ vom 15. August 2005 nicht geeignet, die nachvollziehbar begründete Beurteilung des Dr. med. N.________ und den Bericht der RAD-Ärztin Dr. med. E.________, wonach die Versicherte in einer angepassten leichten Tätigkeit uneingeschränkt arbeitsfähig ist, in Frage zu stellen. Dies gilt umso mehr, als den Ausführungen des Hausarztes entgegen den Vorbringen der Versicherten nicht entnommen werden kann, dass sich seine Einschätzung zunächst auf eine orthopädische Sichtweise beschränkte und später aus polydisziplinärer Sicht erfolgte, was die Differenz in der Beurteilung erklären könnte.