Citation: 9C_537/2016 E. 4.3

4.3. Die - in Bezug auf die Frage, ob eine allfällige Unrichtigkeit offensichtlich ist, frei überprüfbaren (Urteil 9C_491/2015 vom 19. Januar 2016 E. 1.2 mit Hinweisen) - Erwägungen der Vorinstanz verletzen Bundesrecht, soweit es um die Befristung der ganzen Rente (vom 1. Juni 2004) bis 30. April 2005 geht: War der Beschwerdeführer bis im April 2005 zu 100 % arbeits- und erwerbsunfähig, wie in der Verfügung vom 29. Juni 2007 festgehalten worden war, dauerte der Rentenanspruch mindestens bis Ende Juli 2005 (Art. 88a Abs. 1 IVV) und nicht lediglich bis Ende April 2005. Weiter muss einer rückwirkend verfügten abgestuften und/oder befristeten Rente ein Revisionsgrund nach Art. 17 Abs. 1 ATSG unterlegt, d.h. eine Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen von voraussichtlicher Dauer seit Rentenbeginn eingetreten sein, die sich auf den Anspruch als solchen oder den Umfang auswirken kann und Anlass gibt, den Invaliditätsgrad neu zu ermitteln (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 10; 125 V 413 E. 2d i.f. S. 418). In der Verfügung vom 29. Juni 2007 wurden weder in diesem Sinne erhebliche Tatsachenänderungen genannt noch wurde, wie in der Beschwerde richtig sinngemäss vorgebracht wird, dargelegt, weshalb ab Mai 2005 der Invaliditätsgrad weniger als 40 % betrug, sodass kein Rentenanspruch (mehr) bestand (aArt. 28 Abs. 1 IVG [seit 1. Januar 2008: Art. 28 Abs. 2 IVG]). Es wurde einzig auf die medizinischen Abklärungen hingewiesen, die aufgezeigt hätten, dass der Versicherte seit Juni 2003 bis im April 2005 zu 100 % arbeits- und erwerbsunfähig gewesen sei (E. 4.1 hiervor). Den 2005 erstellten ärztlichen Berichten lässt sich indessen nichts entnehmen, was auf eine voraussichtlich länger anhaltende Verbesserung des Gesundheitszustandes schliessen liesse, sodass ohne Invaliditätsbemessung spätestens ab 1. August 2005 von einem nicht anspruchsbegründenden Invaliditätsgrad von unter 40 % auszugehen war (vgl. BGE 104 V 135 E. 2b in fine S. 137). Insbesondere äusserte sich der Psychiater und Psychotherapeut Dr. med. D.________ in seinem Bericht vom 24. November 2005 nicht dahingehend, dem Versicherten wäre die seit Mai 2005 ausgeübte Tätigkeit zu einem höheren als dem geleisteten 60 %-Pensum zumutbar. Im Übrigen hegte er Zweifel, dass intellektuell sehr anforderungsreiche Arbeiten je wieder in Frage kommen könnten. Ebenso wie die IV-Stelle nicht - durch Einkommensvergleich (Art. 16 ATSG i.V.m. Art. 28a Abs. 1 IVG) - den Invaliditätsgrad neu ermittelte, hat die Vorinstanz nicht begründet, inwiefern der Beschwerdeführer seit Mai 2005 in der Lage gewesen war bzw. wäre, ohne wesentlichen Unterbruch ein bezogen auf das Einkommen ohne Behinderung von Fr. 78'000.- rentenausschliessendes Einkommen von mindestens Fr. 47'200.- zu erzielen. Die bis zur Verfügung vom 29. Juli 2007 erstellten Arztberichte äusserten sich nicht zu Art und Umfang der Arbeitsfähigkeit. Mit der seit Mai 2005 ausgeübten Tätigkeit bei einem Arbeitspensum von 60 % mit ganztägiger Beschäftigung verdiente der Beschwerdeführer auf ein Jahr umgerechnet rund Fr. 28'275.-, welcher Betrag dem Einkommen von Fr. 78'000.- gegenübergestellt einen Invaliditätsgrad von 64 % (zum Runden BGE 130 V 121) ergäbe. Unter diesen Umständen muss die Verfügung vom 29. Juni 2007, womit die IV-Stelle die ganze Rente auf Ende April 2005 befristete, als offensichtlich unhaltbar bezeichnet werden, und es kann ihr insoweit keine Verbindlichkeit im Streit um Invalidenleistungen der beruflichen Vorsorge zukommen.