Citation: 9C_293/2021 E. 5.4.6

5.4.6. Im Rahmen der Konsistenzprüfung (Gesichtspunkte des Verhaltens) erwog das kantonale Gericht, der Beschwerdeführer sei in der Lage, die Zeitung zu lesen, TV zu schauen, sein Hobby (Philatelie) zu pflegen, mit der Ehefrau einkaufen zu gehen sowie den Coiffeur oder den Arzt zu besuchen, womit in diesem Bereich keine gleichermassen ausgeprägte gesundheitsbedingte Einschränkung bestehe. Ebenso spreche das Ausmass der von ihm in Anspruch genommenen Therapien gegen einen hohen Leidensdruck. Diese vorinstanzlichen Erwägungen lassen die eingehenden, überzeugenden gutachterlichen Ausführungen zu diesem Punkt völlig ausser Acht. Dr. med. D.________ verneinte ausdrücklich Diskrepanzen und Inkonsistenzen; auch die im Herbst 2015 erfolgte Observation habe keine solchen aufgezeigt. Er legte dar, dass sich die Auswirkungen der depressiven und der dissoziativen Störung in allen Lebensbereichen bemerkbar machten. Der Lebensvollzug gestalte sich in allen Belangen äusserst karg und passiv, soziale Aktivitäten ausser Haus seien spärlich und ein sozialer Austausch finde allenfalls mit den wenigen verbliebenen guten Freunden statt. Es bestehe ein eklatanter Unterschied zum früheren Aktivitätsniveau: Während der Versicherte vor August 2013 sowohl beruflich als auch sozial sehr aktiv und engagiert gewesen sei, verhalte er sich nun weitgehend passiv, sei zu nichts mehr motiviert und sitze die meiste Zeit untätig zu Hause. Zur Therapieadhärenz hielt Dr. med. D.________ überdies fest, dass der Versicherte, der in ambulanter psychiatrisch-psychotherapeutischer Behandlung stehe und Psychopharmaka einnehme, keine Behandlungsoptionen vernachlässigt habe; aus den bereits erwähnten Gründen (vgl. E. 5.4.2 hiervor) könne ihm weder der Abbruch der Therapie bei Dr. med. G.________ noch das Nichtbefolgen der Empfehlung, sich stationär behandeln zu lassen, vorgeworfen werden.