Citation: 4P.84/2003 28.08.2003 E. 4

4.1 Schliesslich rügt die Beschwerdeführerin, das Kantonsgericht habe ihren Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt. Zur Begründung bringt sie vor, auf Grund der Entscheide des Bezirksgerichts habe sie davon ausgehen dürfen, das von ihr eingereichte Bestätigungsschreiben genüge zum Beweis ihrer Aktivlegitimation. Das Kantonsgericht habe daher nicht ohne "Vorwarnung" die Beweiswürdigung des Bezirksgerichts ändern dürfen. Vielmehr habe es auf Grund der Fragepflicht gemäss § 51 ZPO/SZ die Beschwerdeführerin auffordern müssen, das seiner Ansicht nach unvollständige Vorbringen des Forderungsübergangs mit weiteren Beweismitteln zu untermauern. 4.2 Bleibt das Vorbringen einer Partei unklar, unvollständig oder unbestimmt, so ist ihr gemäss § 51 ZPO/SZ insbesondere durch richterliche Befragung Gelegenheit zur Behebung des Mangels zu geben. Zum Teil wird aus dem verfassungsmässigen Anspruch auf rechtliches Gehör eine Aufklärungs- und Fragepflicht abgeleitet, soweit nach den Umständen die Unkenntnis einer Partei über die prozessualen Erfordernisse klar ersichtlich ist. Die Fragepflicht darf jedoch nicht zu einer Beeinträchtigung des Grundsatzes der Waffengleichheit führen und soll bei Verfahren gemäss der Verhandlungsmaxime auch nicht die zumutbare Mitwirkung der Parteien bei der Feststellung des Sachverhalts ersetzen. So darf die richterliche Befragung nicht dazu dienen, prozessuale Nachlässigkeiten auszugleichen oder gar die Auswirkungen bewussten Verhaltens einer Partei rückgängig zu machen, wo sich dieses nachträglich als nachteilig erweist (Urt. des BGer. 4P.229/1999 vom 21. Dezember 1999, E. 1c mit Hinweisen). 4.3 Die Beschwerdeführerin hat keine unklaren bzw. unvollständige Vorbringen unterbreitet, welche gemäss § 51 ZPO/SZ einer Klärung durch richterliche Befragung bedurft hätten. Vielmehr hat die Beschwerdeführerin in der Überzeugung, das eingereichte Bestätigungsschreiben vermöge ihre Aktivlegitimation hinreichend zu beweisen, darauf verzichtet, diesbezüglich weitere Beweisanträge zu stellen. Da die anwaltlich vertretene Beschwerdeführerin - entgegen ihrer Annahme - damit rechnen musste, dass das Bestätigungsschreiben als nicht beweistauglich erachtet werden kann, hätte sie vorsichtshalber rechtzeitig zusätzliche konkrete Beweisanträge stellen müssen, was sie jedoch unterliess. Da die richterliche Fragepflicht nicht dazu dienen darf, solche Versäumnisse zu korrigieren, ist die Verletzung einer solchen Fragepflicht und damit auch des Anspruchs auf rechtliches Gehör zu verneinen. Dabei kann offen bleiben, ob das beschränkte Novenverbot gemäss § 198 ZPO/SZ der Beschwerdeführerin überhaupt erlaubt hätte, im Berufungsverfahren noch neue Beweisanträge zu stellen.