Citation: 2C_152/2009 20.07.2009 E. 3

3.1 Auf Grund der für das Bundesgericht verbindlichen Sachverhaltsfeststellungen (s. E. 1.3 hiervor) gelangte das Verwaltungsgericht des Kantons St. Gallen zur Auffassung, es liege eine Scheinehe vor. Dieser Schluss ist nicht zu beanstanden. Das Verwaltungsgericht konnte sich dafür auf zahlreiche Indizien stützen: Nur zwei Monate nach seiner Scheidung von seiner mazedonischen Ehefrau hat der Beschwerdeführer durch Vermittlung einer Drittperson seine schweizerische Ehefrau zwei Tage nach dem ersten Treffen in Mazedonien geheiratet. Ein Hochzeitsfest fand nicht statt und die schweizerische Ehefrau kehrte nach der Trauung sofort in die Schweiz zurück. Der Beschwerdeführer folgte ihr ungefähr ein halbes Jahr später und erhielt eine Aufenthaltsbewilligung, was ohne Heirat nicht möglich gewesen wäre. Seither wohnt er bei seinem Bruder in Zürich, wobei keine wichtigen Gründe für getrennte Wohnsitze ersichtlich sind (vgl. Art.49 AuG). Namentlich wird weder behauptet noch belegt, dass sich der Beschwerdeführer seit seiner Einreise in die Schweiz (erfolglos) bemüht hätte, in der Nähe des Wohnsitzes der Ehegattin eine Anstellung zu finden. Zudem ist aufgrund der beim Augenschein in der Wohnung der Ehegattin in Altstätten festgestellten Verhältnisse zweifelhaft, ob der Beschwerdeführer tatsächlich über das Wochenende dort wohnt. Weiter fällt auf, dass er mehrmals pro Jahr ohne seine Ehegattin ferienhalber nach Mazedonien zu seinen Kindern reiste, die bei seiner ehemaligen Ehefrau leben. Dem Umstand, dass er letztes Jahr erstmals Ferien mit seiner Ehefrau in Mazedonien verbrachte, kommt keine entscheidende Bedeutung zu, da es offensichtlich erst unter dem Druck der Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung zu dieser Reise kam. Mangelnde Kenntnisse betreffend den Ehepartner, der Altersunterschied von 20 Jahren und das Fehlen eines gemeinsamen Freundeskreises sowie gemeinsamer Freizeitbeschäftigungen sind weitere Indizien, die darauf hindeuten, dass vorliegend keine wirkliche eheliche Gemeinschaft gewollt war bzw. besteht. Die Einwendungen des Beschwerdeführers sind nicht geeignet, die tatsächlichen Feststellungen des Verwaltungsgerichts als offensichtlich unrichtig und die daraus gezogene Schlussfolgerung als bundesrechtswidrig erscheinen zu lassen. 3.2 Bei ihrer Befragung bestritt die Ehegattin im Grunde nicht, dass sie ursprünglich die Ehe eingegangen sei, um dem Beschwerdeführer den Aufenthalt in der Schweiz zu ermöglichen und ihn näher kennen zu lernen. Wie auch der Beschwerdeführer einräumt, sei die gegenseitige Zuneigung in der Folge gewachsen, weshalb heute eine echte Lebensgemeinschaft vorliege. Zwar ist nicht ausgeschlossen, dass eine ursprüngliche Scheinehe nachträglich zu einer echten Ehe werden kann, aus der ein Ausländer ein Aufenthaltsrecht ableiten darf (vgl. BGE 121 II 1 E. 2d S. 4 f.; Urteil 2C_703/2007 vom 19. März 2008 E. 3.6). Diesfalls müssen die Ehepartner jedoch ihren Willen, nunmehr eine echte Gemeinschaft zu bilden, in überzeugender Weise belegen, wofür eine gemeinsame Wohnadresse allein noch nicht ausreicht. Dies ist hier nicht geschehen. Konkrete Anhaltspunkte für eine derartige Entwicklung der ehelichen Beziehung sind vorliegend weder dargetan noch ersichtlich. 3.3 Nach dem Gesagten durfte die Vorinstanz ohne Verletzung von Bundesrecht oder staatsvertraglicher Garantien annehmen, bei der Ehe des Beschwerdeführers handle es sich um eine Scheinehe, und aus diesem Grund die Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung verweigern. Für die Begründung kann ergänzend auf die Ausführungen im angefochtenen Urteil verwiesen werden (Art. 109 Abs. 3 BGG).