Citation: 9C_702/2018 E. 4.3

4.3. Das kantonale Gericht hat diesbezüglich erwogen, dass die Beschwerdegegnerin nicht bereits mit dem Beizug der IV-Akten am 28. November 2014 sichere und zweifelsfreie Kenntnis hinsichtlich sämtlicher Tatsachen erlangt habe, welche die Verletzung der Anzeigepflicht schlussendlich begründet hätten. Vielmehr sei auf Grund der Unterlagen der IV erst ersichtlich geworden, dass es sich bei Dr. med. C.________ um den Arzt handle, der den Beschwerdeführer zufolge seiner langjährigen Behandlung am besten gekannt und deshalb auch Auskunft über dessen gesundheitlichen Verhältnisse bei Abschluss des Versicherungsvertrags bzw. beim Ausfüllen der Gesundheitsdeklaration am 22. Mai 2001 habe geben können. Es sei deshalb nachvollziehbar und nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin den - von ihrem beratenden Arzt zweimalig angeforderten - Bericht des Dr. med. C.________ vom 2. Juli 2015 abgewartet habe. Erst nach Vorliegen desselben und des beigelegten Berichts des Dr. med. D.________, Spezialarzt für Neurologie FMH, vom 10. April 1995 sei die Entscheidgrundlage liquid und der Versicherer in der Lage gewesen, darüber zu befinden, ob tatsächlich eine Anzeigepflichtverletzung und dementsprechend ein Kündigungsgrund gegeben war. Auch wenn aus den IV-Dokumenten die POS-Diagnose schon erkennbar gewesen sei, habe die Beschwerdegegnerin aus diesem Umstand noch nicht ohne weiteres auf eine Verletzung der Anzeigepflicht schliessen müssen. Im Rahmen der Untersuchungspflicht sei sie vielmehr gehalten gewesen, den diesbezüglichen Sachverhalt vertieft abzuklären. Der Bericht des Dr. med. C.________ vom 2. Juli 2015 sei deshalb - wie auch derjenige der Frau Dr. med. B.________ vom 4. März 2015 - notwendiger Aktenbestandteil gewesen, um abschliessend entscheiden zu können, ob die Anzeigepflicht verletzt worden sei oder nicht. Dass aus den zusätzlich eingeholten ärztlichen Auskünften letztlich keine weiterführenden Informationen hervorgegangen seien, sei für die Vorsorgeeinrichtung nicht vorhersehbar gewesen und vermöge am Beginn des vierwöchigen Fristenlaufs mit deren Eingang nichts zu ändern. Die Rücktrittserklärung mit Schreiben vom 21. Juli 2015 sei demnach rechtzeitig innerhalb der vierwöchigen Frist gemäss aArt. 6 VVG ausgesprochen worden.