Citation: 1C_98/2022 E. 4.2

4.2. Vorliegend wird von keiner Seite bestritten, dass es sich beim Gebäude Hochstrasse 3 grundsätzlich um einen wichtigen Zeugen im Sinne von § 203 Abs. 1 lit. c PBG/ZH handelt. Der Stadtrat hat jedoch von einer Unterschutzstellung abgesehen, weil bereits eine hinreichende Anzahl qualitätsvoller Baumeisterhäuser inventarisiert seien bzw. unter Schutz stünden, welche die Epoche besser bezeugen würden als das Streitobjekt. Er hat dazu konkret ausgeführt, dass das Inventar der kunst- und kulturhistorischen Schutzobjekte von kommunaler Bedeutung im Jahr 2014 um 81 Baumeisterhäuser und deren Nebengebäude ergänzt worden sei. Die Baumeisterhäuser seien mit 83 Einträgen im Inventar untervertreten gewesen und deshalb nachinventarisiert worden. Sie würden ihre Zeugenschaft am besten dort leisten, wo sie noch in grösseren Ensembles und mit sämtlichen Hinter- und Nebengebäuden vorhanden seien. Solche Gruppen würden den Verstädterungsprozess im 19. Jahrhundert nachvollziehbar machen und das heutige Ortsbild prägen. Aus diesem Grund sei der Schwerpunkt der Inventarergänzung auf Gruppen von Baumeisterhäusern gelegt worden. Zusätzlich zu den bereits inventarisierten, einzelnen Baumeisterhäusern, die sich vor 2014 im Inventar befanden bzw. unter Schutz standen, seien 2014 neben den genannten Gebäudegruppen nur noch jene Einzelobjekte aufgenommen worden, die aufgrund der baukünstlerischen Gestaltung und des städtebaulichen und sozialgeschichtlichen Hintergrunds herausragend seien. Nach diesen Kriterien sei im Jahr 2014 auch das Baumeisterhaus an der Hochstrasse 3 geprüft worden. Im gesamtstädtischen Quervergleich sei dann eine Auswahl der besten Beispiele getroffen worden, zu denen die Liegenschaft Hochstrasse 3 schliesslich nicht gehört habe. Die bauzeitliche Ausstattung des Gebäudes sei damals zwar nicht bekannt gewesen. Es gebe aber eine Reihe anderer Baumeisterhäuser, die ebenfalls eine bauzeitliche Ausstattung aufweisen und die Bauepoche gut abbilden würden. Am Zeltweg befänden sich mehrere städtebaulich, architektonisch und sozialgeschichtlich herausragende Beispiele der 1830er- bis 1850er-Jahre, die sich stilistisch mit demjenigen an der Hochstrasse 3 vergleichen liessen und die verschiedenen Ausprägungen des klassizistischen Baustils, von einfach bis repräsentativ, nachvollziehbar machen würden. Der Stadtrat führte hierzu eine Liste mit mehreren Vergleichsgebäuden auf, welche am Zeltweg gelegen sind. Bei einem Gesamtbestand von 700 befänden sich gemäss Stadtrat seit der Inventarergänzung insgesamt 163 Baumeisterhäuser im kommunalen Inventar oder stünden unter Schutz. Dies entspreche einem Anteil von über 23 Prozent (Stand 2014) des gesamten Bestands. Mit diesem Anteil sei der Schutz dieses Bautyps gewährleistet und weise das Inventar der Baumeisterhäuser folglich keine Lücken auf. Die Vorinstanz und vor ihr das Baurekursgericht schlossen sich in dieser Hinsicht den Erwägungen des Stadtrats an.