Citation: 5C.271/2006 09.05.2007 E. 3.1

3.1.1 Den Entzug ihrer eigenen Obhut betreffend stellt die Berufungsklägerin vor dem Bundesgericht lediglich den Antrag, es sei der angefochtene Entscheid aufzuheben und die Sache sei an die Vorinstanz zur Neubeurteilung zurückzuweisen. Angesichts der reformatorischen Natur der eidgenössischen Berufung genügt ein solcher blosser Rückweisungsantrag an sich dem Erfordernis des materiellen Antrages nicht (Münch, in: Prozessieren vor Bundesgericht, 2. Aufl. Basel 1998, Rz. 4.84). Aus dem Gesamtzusammenhang kann allerdings kein Zweifel darüber bestehen, dass es der Berufungsklägerin darum geht, die ihr entzogene Obhut über das Kind Z.________ zurückzuerlangen. In diesem Sinne kann ausnahmsweise die Antragsstellung als genügend gewürdigt werden. 3.1.2 Formell richtet die Berufungsklägerin ihre Berufung auch gegen die Dispositiv-Ziffer 2 des angefochtenen Entscheides, womit ihrem Ehegatten die Obhut über das Kind Z.________ nur vorläufig entzogen wird. Gleich hatte bereits der Regierungsrat entschieden (Sachverhalt A hiervor). Auf das identische Begehren war jedoch die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid gar nicht eingetreten, in der Erwägung, der Beschwerdeführerin (und heutigen Berufungsklägerin) fehle ein aktuelles Interesse an der Aufhebung der besagten Dispositiv-Ziffer. In ihrer Berufungsschrift fehlt jegliche Auseinandersetzung mit der vorinstanzlichen Argumentation zu diesem Thema, so dass auf ihren Antrag in Ermangelung einer Art. 55 Abs. 1 lit. c OG genügenden Begründung gar nicht einzutreten ist. 3.2 Nach Zusammenfassung der zur Anwendung gelangenden Rechtsprinzipien hat das Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz den Sachverhalt ganz ausführlich wiedergegeben, anfangend mit dem Lebenslauf der Berufungsklägerin. Es hat sodann daran erinnert, dass die Vormundschaftsbehörde ihren Entscheid betreffend Aufhebung der elterlichen Obhut der Berufungsklägerin gegenüber auf zwei Berichte stützte, aus denen sich ergebe, dass "sie zu einer eigenständigen und eigenverantwortlichen Lebensgestaltung nicht in der Lage sei". Für den auf Beschwerde entscheidenden Regierungsrat sei hingegen "die andauernde starke Persönlichkeitsstörung der Beschwerdeführerin" ausschlaggebend gewesen, wie sich dies ebenfalls aus zwei Berichten der Psychiatrischen Klinik Oberwil (Dezember 2005 bzw. Januar 2006) und einem Gutachten des Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienstes Schwyz (Februar 2006) ergeben hätte. Das Verwaltungsgericht hat sodann die vorliegenden Unterlagen, insbesondere die Berichte, einer eigenen Würdigung unterzogen und ist dabei zum Ergebnis gelangt, dass der Berufungsklägerin auf Grund ihrer psychischen Krankheit zur Zeit die Fähigkeit zur Betreuung und Erziehung ihres Kindes abgesprochen werden müsse. Obwohl betreffend ihre Krankheit in den letzten Jahren diverse Diagnosen gestellt worden seien, schlössen alle Berichte "auf eine über Jahre andauernde, äusserst instabile psychische Verfassung der Beschwerdeführerin [...], die mit immer wiederkehrender Symptomatik von stundenlangen Zwangshandlungen (Waschrituale), sozialem Rückzug, Verwahrlosungstendenzen und Strukturlosigkeit mehrere Hospitalisationen per fürsorgerischen Freiheitsentzug nötig machten". Hinzu komme noch die grosse Mühe der Berufungsklägerin im Umgang mit Emotionen und ihre (fehlende) Krankheitseinsicht: Letztere habe es dem Gerichtspräsidenten anlässlich ihrer Anhörung verunmöglicht, der Berufungsklägerin zu erklären, dass ein Behandlungsversuch mit Neuroleptika ihre Chancen um die Wiedererlangung der elterlichen Obhut verbessern würde. Daraus hat das Verwaltungsgericht seine Überzeugung gewonnen, dass der angeordnete Entzug der elterlichen Obhut der Berufungsklägerin gegenüber aus Gründen des Kindeswohls nicht zu beanstanden sei. 3.3 Die Berufungsklägerin unterstreicht, gerade vor dem materiellen Teil ihrer Berufungsschrift, dass sie die Verletzung von Art. 307 Abs. 1 und Art. 310 Abs. 1 ZGB rügen will. Genau besehen tut sie aber etwas Anderes. Wenn sie darauf hinweist, dass sie anlässlich ihrer Befragung in der Klinik in Oberwil nicht in ihrem psychischen Normalzustand war, führt sie eine Feststellung ins Feld, die sich so im angefochtenen Entscheid nicht findet und deren Berücksichtigung daher unzulässig ist (E. 2.2 hiervor). Wenn sie bemängelt, die Vorinstanz habe der durch die Vorfälle mit ihrem Ehemann bedingten Wandlung ihrer Lebenssituation keine Beachtung geschenkt, übt sie unzulässige Kritik an der Sachverhaltsermittlung des Verwaltungsgerichtes (E. 2.2 hiervor). Auch die Behauptung der Berufungsklägerin, ihre eigenen psychischen Beschwerden müssten als reaktiv bezeichnet werden, findet im angefochtenen Entscheid keine ausdrückliche Stütze, und kann deshalb nicht berücksichtigt werden. Als Ergebnis ihrer eigenen, von derjenigen des Verwaltungsgerichtes divergierenden Beweiswürdigung ist auch der Schluss der Berufungsklägerin zu werten, sie sei sehr wohl in der Lage, für das eigene Kind zu sorgen. Wiederum die Sachverhaltsermittlung durch die Vorinstanz betrifft sodann die Rüge, es sei zu Unrecht auf die Berichte der Psychiatrischen Klinik Oberwil und des KJPD Schwyz abgestellt worden und es lägen momentan keine psychischen Defizite vor. Die vorgetragenen Rügen erschöpfen sich in unzulässiger Kritik angeblich willkürlicher Beweiswürdigung und Sachverhaltsermittlung, was die Berufungsklägerin schliesslich ja selbst einräumt, weshalb auf sie allesamt nicht eingetreten werden kann. 3.4 An einer Stelle rügt die Berufungsklägerin die Nicht-Abnahme von Beweisen, ohne freilich anzugeben, welche Rechtsnorm sie als verletzt betrachtet. Zudem verweist sie auf ihre Eingabe vor dem Verwaltungsgericht Schwyz. Damit erweist sich ihre Rüge als unzureichend begründet und als von vornherein unzulässig (Art. 55 Abs. 1 lit. c OG, dazu E. 2.4 hiervor; zum Ungenügen von Verweisen auf andere Rechtschriften vgl. BGE 110 II 74 E. 1 S. 78; 115 II 83 E. 3 S. 85).