Citation: 5A_195/2024 E. 3.3

3.3. Das Obergericht verweist auf die gutachterliche Einschätzung, wonach C.________s Entwicklung in dem von der Beschwerdeführerin angestrebten Setting - der Alleinobhut bei der Mutter mit einem Besuchsrecht des Vaters - mittel- bis hochgradig gefährdet gewesen sei, da die Beschwerdeführerin C.________ in der Vergangenheit regelrecht für sich beansprucht und weder Kooperationsbereitschaft und Bindungstoleranz zum Beschwerdegegner gezeigt habe noch in der Lage gewesen sei, mit den involvierten Fachpersonen und der Behörde zusammenzuarbeiten. Weiter gehe aus dem Erziehungsfähigkeitsgutachten hervor, dass bei der Beschwerdeführerin eine Einschränkung der Erziehungsfähigkeit bestehe, insbesondere eine starke Beeinträchtigung hinsichtlich elternbezogener Faktoren im Bereich der Kooperationsbereitschaft und Beziehungstoleranz und beim Erkennen der emotionalen Bedürfnisse bzw. Entwicklungsbedürfnisse von C.________ sowie eine teilweise Beeinträchtigung der Lenkungskompetenz und der Grenzsetzungsfähigkeit. Diese Feststellungen würden entgegen der Beschwerdeführerin nicht auf reinen Mutmassungen der KESB beruhen, sondern seien durch die Gutachterinnen nach umfangreichen Abklärungen so festgehalten worden. Ein weiteres Abwarten widerspräche der Zielsetzung des Kindesschutzes, möglichst frühzeitig und zukunftsgerichtet zu intervenieren. Da die Erziehungsfähigkeit der Beschwerdeführerin eingeschränkt ist, falle eine alleinige Obhut bei der Mutter nicht in Betracht. Daran ändere auch die Möglichkeit der Beschwerdeführerin zur persönlichen Betreuung nichts, zumal dieses Kriterium ohnehin nicht ins Gewicht falle. Weiter konstatiert das Obergericht, dass die Kommunikationsfähigkeit der Eltern erheblich eingeschränkt ist, wobei entgegen der Beschwerdeführerin keine Anhaltspunkte dafür beständen, dass dies auf den Beschwerdegegner zurückzuführen wäre. Deshalb erscheine eine alternierende Obhut im jetzigen Zeitpunkt "nicht dem Kindeswohl entsprechend". Dieses gebiete es, C.________ unter die Obhut des Beschwerdegegners zu stellen, dessen Erziehungsfähigkeit nicht angezweifelt werde. Vor diesem Hintergrund sei auch das begleitete Besuchsrecht nicht zu beanstanden, würden die Gutachterinnen doch darauf hinweisen, dass zumindest zu Beginn die potentiellen Schwierigkeiten der Beschwerdeführerin durch die in Teilbereichen eingeschränkte Erziehungsfähigkeit begleitet, bearbeitet, behoben und kontrolliert werden müssten.