Citation: U 223/05 27.10.2005 E. 3

Unbestritten ist, dass sich der Versicherte eine Bandläsion am rechten Knie zugezogen hat. Zu prüfen ist, ob dieses Ereignis als unfallähnliche Körperschädigung im Sinne von Art. 9 Abs. 2 lit. g UVV zu qualifizieren ist. Dies trifft zu, wenn mit Ausnahme des ungewöhnlichen äusseren Faktors die Begriffsmerkmale eines Unfalles, d.h. die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung auf den menschlichen Körper (vgl. Art. 4 ATSG), erfüllt sind (BGE 129 V 467 Erw. 2.2, 123 V 43). 3.1 Das kantonale Gericht hat erwogen, von zentraler Bedeutung sei, dass bereits der Fahrstil des Carving-Skifahrers bio- und unfallmechanisch ein erhöhtes Gesundheitsrisiko für die Kreuzbänder und den Meniskus wie auch für das gesamte Kniegelenk mit den dieses umschliessenden Innen- und Aussenbändern in sich berge. Abgesehen davon, dass das Knie bekanntermassen ein heikles und empfindliches Gelenk darstelle, das angesichts seiner Scharnierfunktion gleich mehrere komplizierte Bewegungsmechanismen (Beugen, Drehen und Gleiten) beinhalte, falle ins Gewicht, dass der Gebrauch der Kniegelenke bei einer derart anspruchsvollen Sportleraktivität offensichtlich bei weitem den Rahmen einer gewöhnlichen, alltäglichen Lebensverrichtung sprenge. Daran ändere nichts, dass es sich beim Versicherten um einen geübten Skilehrer handle, da die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Berufsgattung für sich allein nicht massgebend sein könne, um das latente Unfallrisiko bei notorisch gefährlicheren Sportarten generell auszuschliessen. 3.2 Nach Ansicht der Mobiliar verkennt diese Betrachtungsweise die Voraussetzungen, welche Gesetz und Rechtsprechung an das Vorliegen einer unfallähnlichen Körperschädigung stellen. Insbesondere könne in einer allgemein erhöhten Belastung kein äusseres und sinnfälliges Geschehen erblickt werden, denn dies würde letztlich dazu führen, dass beim Skifahren und bei fast allen sportlichen Betätigungen die Leistungspflicht des Unfallversicherers ganz allgemein zu bejahen wäre, wenn eine der in Art. 9 Abs. 2 UVV genannten Schädigungen vorliege. Zudem habe der Versicherte lediglich ein starkes Ziehen im Knie während des Fahrens einer Kurve verspürt, ohne dass weitere Besonderheiten vorgelegen hätten, was für das Vorliegen eines äusseren schädigenden Faktors nicht genüge. Der Versicherte vermöge somit nur das erstmalige Auftreten von Schmerzen anzugeben. Das Beschreiben einer Kurve beim Carving-Skifahren stelle sodann geradezu ein Paradebeispiel eines repetitiven Vorgangs dar, indem naturgemäss eine Kurvenbewegung der anderen in zeitlich relativ kurzem Intervall folge. Der Carving-Ski sei denn auch für diesen kurvenreichen Fahrstil konzipiert worden. Da die Kniegelenke dabei repetitiv beansprucht würden, sei auch das weitere Erfordernis der Plötzlichkeit nicht gegeben.