Citation: 6B_218/2022 E. 1.3.4

1.3.4. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts beginnt die Fünfjahresfrist gemäss Art. 59 Abs. 4 StGB bzw. die richterlich festgesetzte (kürzere) Frist - und damit faktisch auch die stationäre therapeutische Massnahme - bei Erstanordnung der Massnahme mit deren rechtskräftigen gerichtlichen Anordnung, sofern die Massnahme nicht aus der Freiheit angetreten wird. Abzustellen ist diesfalls auf den Entscheid der Rechtsmittelinstanz, wenn diese einen neuen Entscheid fällt (ausführlich BGE 145 IV 65 E. 2.3 ff., insbesondere E. 2.7.1; vgl. auch BGE 147 IV 209 E. 2.3.3 und 147 IV 205 E. 2.4.1). Konkrete Umstände des Einzelfalls, namentlich die Tatsache, dass die betroffene Person in den vorzeitigen Massnahmenvollzug eingewilligt und eine Massnahme schon vor ihrer Anordnung angetreten hat, sind für diesen Beginn der Massnahmendauer unerheblich. Ihnen ist im Rahmen der Verhältnismässigkeitsprüfung Rechnung zu tragen. Das Gericht hat für die Verhältnismässigkeit der stationären therapeutischen Massnahme in zeitlicher Hinsicht einen allfälligen vorzeitigen Massnahmenvollzug mitzuberücksichtigen, dies sowohl bei der Prüfung der Erstanordnung der Massnahme als auch im Zusammenhang mit einem Gesuch um Verlängerung derselben (vgl. BGE 145 IV 65 E. 2.6.1; Urteil 6B_1232/2021 vom 27. Januar 2022 E. 2.4.2; je mit Hinweisen).