Citation: 2C_311/2023 E. 4.3

4.3. Schliesslich sind auch die inhaltlichen Ausführungen zum Widerrufsgrund von Art. 62 Abs. 1 lit. b AIG und der Verhältnismässigkeit der Wegweisung der Beschwerdeführer aus der Schweiz - auf welche gegebenenfalls (sinngemäss) für die Prüfung der Zulässigkeit der Wegweisung aus der Schweiz im Rahmen von Art. 8 EMRK hätte abgestellt werden können - im angefochtenen Urteil sehr knapp gehalten, zumal sie nur im Zusammenhang mit Art. 37 Abs. 2 AIG erfolgen. So wird zwar die abstrakte Schuldenhöhe angegeben und auf fehlende Nachweise betreffend Bemühungen um Schuldenabbau verwiesen, sowie darauf, dass die Beschwerdeführer ihre (kranken-) versicherungsrechtlichen Verpflichtungen nicht erfüllten; gleichzeitig fehlt es aber beispielsweise an Ausführungen dazu, in welchem Ausmass (genau) die Verschuldung in den letzten Jahren zugenommen hat, oder ob die Beschwerdeführer in Bezug auf ihre Schuldenwirtschaft bereits ausländerrechtlich verwarnt worden sind (vgl. zu den verschiedenen Faktoren, die praxisgemäss zu berücksichtigen sind: Urteil 2C_213/2023 vom 8. Dezember 2023 E. 4.3 f.). Auch an einer (zeitlichen) Gewichtung der den Beschwerdeführern vorgeworfenen Delinquenz mangelt es im angefochtenen Urteil, obwohl gerade die schwereren Verurteilungen schon länger zurückliegen (vgl. beispielsweise das Urteil 2C_479/2019 vom 12. Dezember 2019 E. 5.1.3). Schliesslich liegt der gesamten Beurteilung der Folgen einer Wegweisung der Beschwerdeführer aus der Schweiz die Annahme des Verwaltungsgerichts zugrunde, dass das vorliegende Verfahren nur einen Kantonswechsel betrifft; das ist nach dem Gesagten aber gerade nicht der Fall.