Citation: 6B_802/2015 E. 11.1

11.1. Art. 124 Abs. 1 des Justizgesetzes des Kantons Freiburg vom 31. Mai 2010 (JG/FR; Version in Kraft seit dem 1. Juli 2015) verpflichtet den Staatsrat, durch Verordnung den Tarif für die von der Strafrechtspflege gewährten Entschädigungen gemäss Art. 429 ff. StPO festzulegen. Gemäss Art. 75a Abs. 2 des Justizreglements des Staatsrats des Kantons Freiburg vom 30. November 2010 (JR/FR; Version in Kraft seit dem 1. Juli 2015) werden die als Parteientschädigung geschuldeten Anwaltshonorare und Anwaltsauslagen nach einem Stundentarif von Fr. 250.-- festgesetzt (Satz 1). In Fällen, die eine besondere Komplexität aufweisen oder besondere Fachkenntnisse erfordern, kann der Stundenansatz jedoch bis auf Fr. 350.-- angehoben werden (Satz 2). Vor dem 1. Juli 2015 sah der freiburgische Gesetzgeber demgegenüber keinen Anwaltstarif für die Entschädigung im Rahmen von Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO vor (vgl. angefochtener Entscheid E. 5a/bb S. 11). Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist für die Entschädigung im Sinne von Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO in solchen Fällen auf den üblichen Stundenansatz von Anwälten im Kanton, wo das Verfahren stattfand, abzustellen (vgl. Urteile 6B_1026/2013 vom 10. Juni 2014 E. 4.5; 6B_392/2013 vom 4. November 2013 E. 2.3). Die Frage nach dem üblichen Stundenansatz ist eine Tatfrage, die das Bundesgericht nur unter dem Blickwinkel der Willkür prüft (vgl. Art. 97 Abs. 1 BGG; Urteil 6B_1026/2013 vom 10. Juni 2014 E. 4.5). Es gelten die erhöhten Begründungsanforderungen (vgl. Art. 106 Abs. 2 BGG; oben E. 4.2).