Citation: U 339/05 27.03.2007 E. 5

5.1 Nach Auffassung von SUVA und Vorinstanz sind die psychogenen Störungen gemäss Gutachten des Dr. med. H.________ möglicherweise natürlich kausal; beide verneinen jedoch die adäquate Kausalität. Der Versicherte macht hingegen geltend, die psychischen Beschwerden seien adäquat kausal zum Unfall vom 31. Mai 2001. 5.2 Die Frage der Adäquanz ist eine Rechtsfrage, welche nicht von den medizinischen Experten, sondern von der Verwaltung und im Beschwerdefall vom Gericht zu entscheiden ist (BGE 112 V 30 E. 1b, S. 33, in BGE 115 V 413 nicht publizierte E. 11 sowie Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts U 400/99 vom 8. Februar 2001, E. 3b). Allein schon deshalb kann der Ansicht von Dr. med. S._______ und Dr. med. F.________ nicht ohne Weiteres gefolgt werden. 5.3 Zur Prüfung der Frage des adäquaten Kausalzusammenhangs bei psychischen Fehlentwicklungen nach Unfällen hat nach der Rechtsprechung eine Einteilung in leichte Unfälle, Unfälle im mittleren Bereich und schwere Unfälle zu erfolgen (BGE 115 V 133 E. 6, S. 138). Der Unfall vom 31. Mai 2001 ist mit Verwaltung und Vorinstanz sowie auf Grund vergleichbarer Fälle als Unfall im mittleren Bereich zu qualifizieren (vgl. etwa Urteile des Eidgenössischen Versicherungsgerichts U 300/03 vom 30. November 2004, E. 3.4, und U 19/06 vom 18. Oktober 2006, E. 3, je mit Hinweisen). Demnach ist für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs verlangt, dass ein Einzelkriterium in besonders ausgeprägter Weise oder mehrere Kriterien erfüllt sind. 5.4 Der Unfall vom 31. Mai 2001 ereignete sich weder unter besonders dramatischen Umständen noch ist er als besonders eindrücklich zu bezeichnen, auch wenn ihm mit der SUVA eine gewisse Eindrücklichkeit nicht abzusprechen ist. Die erlittenen Verletzungen waren weder schwer noch von besonderer Art; auch gelten sie nicht als erfahrungsgemäss geeignet, psychische Fehlentwicklungen auszulösen, zumal der Versicherte keine eigentliche Verstümmelung erlitten hat (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts U 134/03 vom 12. Januar 2004 E. 2.2) und die betroffene dominante Hand als Hilfshand noch einsetzbar ist (vgl. Bericht des Kreisarztes vom 22. Oktober 2002 sowie Feststellung der Frau Dr. med. V.________ vom 20. November 2002; vgl. auch Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts U 19/06, E. 4.1). Die ärztliche Behandlung der somatischen Beschwerden war nicht ungewöhnlich lang, da bald einmal nur noch Verlaufskontrollen, nicht aber eine eigentliche Behandlung stattfand (Urteile des Eidgenössischen Versicherungsgerichts U 219/05 vom 6. März 2006, E. 6.4.2, und U 381/04 vom 2. Februar 2006, E. 4.2 mit Hinweisen); dass während mehr als einem Jahr eine (Ergo-)Therapie durchgeführt wurde, genügt für sich allein nicht zur Bejahung des Kriteriums (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts U 134/03 vom 12. Januar 2004, E. 2.2). Selbst wenn davon auszugehen wäre, dass der Versicherte nicht nur unter belastungsabhängigen somatischen Schmerzen leidet, so liegen keine Dauerschmerzen im Sinne der Rechtsprechung vor. Denn die Ärzte konnten keinen pathologischen Befund erheben, mit welchem sie die geklagten Beschwerden objektivieren konnten, was darauf schliessen lässt, dass diese vorwiegend psychisch bedingt sind (vgl. Gutachten des Dr. med. H.________ vom 20. Februar 2005 sowie Urteile des Eidgenössischen Versicherungsgerichts U 134/03 vom 12. Januar 2004, E. 2.2, und U 19/06 vom 18. Oktober 2006, E. 4.2). Sowohl eine ärztliche Fehlbehandlung wie auch ein schwieriger Heilungsverlauf oder erhebliche Komplikationen sind zu verneinen. Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit sind ebenfalls nicht derart ausgeprägt vorhanden, als dass sie als ungewöhnlich lang zu bezeichnen sind. In diesem Zusammenhang ist zu betonen, dass nur die ausgewiesenen somatisch bedingten Einschränkungen berücksichtigt werden können. Aus diesem Grund kann denn auch den Berichten des Dr. med. S.________ und des Dr. med. F.________ nicht gefolgt werden. Am 20. November 2002 (anderthalb Jahre nach dem Unfall) hielt Frau Dr. med. V._______ fest, der Versicherte sei für angepasste Tätigkeiten wieder voll arbeitsfähig (bestätigt im Februar 2003). Auch gemäss kreisärztlicher Einschätzung vom Herbst 2002 war er in einer leichten Tätigkeit ohne besondere Belastung der rechten Hand zu diesem Zeitpunkt wieder voll einsatzfähig; dies bestätigte Dr. med. B.________ am 1. April 2004. Daran ändert auch der Einwand des Versicherten nichts, es sei nur auf die angestammte Tätigkeit abzustellen. Zwar ist es zutreffend, dass nach Art. 6 ATSG bei der Arbeits(un)fähigkeit primär auf die bisher ausgeübte Tätigkeit abgestellt wird. Satz 2 von Art. 6 ATSG sieht indessen vor, dass bei langer Dauer auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt wird (RKUV 2005 Nr. KV 342 S. 356 und Kieser, ATSG Kommentar, Zürich 2003, Art. 6 N 10). Nachdem die Kriterien weder gehäuft noch ein einzelnes davon in besonders ausgeprägter Weise gegeben sind, haben Verwaltung und Vorinstanz den adäquaten Kausalzusammenhang der psychogenen Beschwerden zu Recht verneint. Anzufügen bleibt, dass entgegen der Ansicht des Versicherten die Frage des schuldhaften Handelns seitens des Arbeitgebers bzw. seines Selbstverschuldens für die Prüfung des adäquaten Kausalzusammenhangs keine Rolle spielt. Ebenso ist ein psychischer Vorzustand nicht miteinzubeziehen, da bei der Prüfung des adäquaten Kausalzusammenhangs von psychischen Fehlentwicklungen nach Unfällen nur auf die somatische Seite der Beschwerden abgestellt wird. 5.5 Der Versicherte bringt bezüglich der weiteren Ermittlung des Invaliditätsgrades (Validen- und Invalideneinkommen) letztinstanzlich keine Rügen vor. Auch in den Akten findet sich kein Anhaltspunkt, wonach diese unzutreffend wären. Damit bleibt es bei der von der SUVA aus somatischen Gründen gewährten Invalidenrente bei einer Erwerbsunfähigkeit von 42 %.