Citation: U 566/06 08.05.2007 E. 4.3

4.3.1 Gemäss Art. 44 Satz 2 ATSG kann eine Partei einen Gutachter aus triftigen Gründen ablehnen. Als triftige Gründe gelten einerseits Umstände, welche geeignet sind, die Unparteilichkeit des Gutachters in Frage zu stellen (vgl. Art. 10 VwVG und Art. 36 Abs. 1 ATSG). In der Lehre wird ausserdem die Ansicht vertreten, eine Ablehnung könne gestützt auf Art. 44 ATSG auch dann verlangt werden, wenn es dem Gutachter an der im konkreten Fall erforderlichen Kompetenz fehle oder er aus persönlichen Gründen nicht als geeignet erscheine (Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, Zürich 2003, S. 447, Art. 44 N 11; Jürg Maeschi, Kommentar zum Bundesgesetz über die Militärversicherung, Bern 2000, S. 588, Rz. 12 zu Art. 93 MVG, erwähnt als Beispiel für persönliche Gründe insbesondere solche gesundheitlicher Natur). 4.3.2 Die mit dem zweiten Revisionsgesuch vorgebrachten Umstände sind, selbst wenn sie den Gutachter Dr. med. W.________ betreffen sollten, nicht geeignet, dessen Unparteilichkeit oder die fachliche Qualität der von ihm verfassten Expertise in Frage zu stellen (auch wenn sie den Versicherer allenfalls bewogen hätten, dem Arzt keine Gutachtensaufträge mehr anzuvertrauen). Der Arzt steht weder in einer besonderen Beziehung zu einer der Parteien noch hat er ein persönliches Interesse am Ausgang des Verfahrens. Die im zitierten Artikel erwähnten Vorkommnisse weisen keinen (direkten oder indirekten) Bezug zu seiner Tätigkeit als Gutachter im vorliegenden Fall auf, und aus prekären finanziellen Verhältnissen lässt sich nicht ohne weiteres ableiten, der Betroffene sei als Experte generell ungeeignet. Daher sind die diesbezüglich gestellten Beweisanträge abzuweisen. Die im Revisionsverfahren aufgelegten Unterlagen vermögen die unter anderem auf das Gutachten von Dr. med. W.________ gestützte Beurteilung des natürlichen Kausalzusammenhangs im Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 19. September 2006 nicht in Frage zu stellen. Den vorgebrachten neuen Tatsachen fehlt es somit an der Eignung, die tatbeständliche Grundlage des angefochtenen Urteils zu verändern und bei zutreffender rechtlicher Würdigung zu einer anderen Entscheidung zu führen. Sie weisen deshalb die für den Revisionsgrund nach Art. 137 lit. b OG vorausgesetzte Erheblichkeit nicht auf.