Citation: 5A_690/2023 E. 4

Ob vor diesem Hintergrund, dass die Anwendung bzw. Handhabung der massgeblichen gesetzlichen Grundlagen bloss appellatorisch kritisiert, aber nicht mit den erforderlichen Rügen im Sinn von Art. 106 Abs. 2 BGG angefochten wird, ist fraglich, ob die anschliessende Verfassungsrüge der Gehörsverletzung hinreichend wäre; dies kann aber offen bleiben, weil sich die Beschwerdeführer mit keinem Wort zur verwaltungsgerichtlichen Alternativbegründung äussern, obwohl diese zwingend und selbständig anzufechten wäre (BGE 132 III 555 E. 3.2; 138 I 97 E. 4.1.4; 142 III 364 E. 2.4), bzw. sie mit Blick auf diese versuchen, dem bundesgerichtlichen Verfahren eine neue Tatsachenbehauptung zu unterstellen, was aber von vornherein am Novenverbot gemäss Art. 99 Abs. 1 BGG scheitert: Die Beschwerdeführer machen - nebst den appellatorischen und damit ungenügenden Vorbringen einer Verletzung der Beweisführungspflicht nach Art. 37 Abs. 1 VRG/GL und des Rechtes auf Gegenbeweis nach Art. 8 ZGB - eine Verletzung des rechtlichen Gehörs (Art. 29 Abs. 2 BV) dahingehend geltend, dass das Verwaltungsgericht gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung zu näheren Abklärungen und zur Befragung der Beschwerdeführer bzw. des Rechtsvertreters verpflichtet gewesen wäre, wenn bei einer Zustellung mit "A-Post Plus" die in der Beschwerde gemachten Angaben zum Erhalt des anzufechtenden Entscheides nicht mit der Zustellbescheinigung in "Track & Trace" übereinstimmen würden, denn nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung belege diese Bescheinigung bei "A-Post Plus" nur die Erfassung im System, aber gerade nicht den Zugang der Sendung. Das Verwaltungsgericht hat indes klar dargelegt, wieso es auf nähere Abklärungen verzichtet hat, nämlich weil die Beschwerde zwar vom 12. Juli 2023 datierte, aber gemäss Abgabequittung erst am 13. Juli 2023 auf der Zustellplattform "IncaMail" hinterlegt wurde und sie deshalb so oder anders verspätet war. Zu dieser entscheidtragenden Alternativbegründung äussern sich die Beschwerdeführer wie gesagt nicht, weshalb der angefochtene Entscheid gestützt auf diese bestehen bleibt, selbst wenn von einer hinreichenden Gehörsrüge auszugehen wäre. Freilich versuchen die Beschwerdeführer die Alternativbegründung, zu der sie sich nicht direkt äussern, zu unterlaufen, indem sie im bundesgerichtlichen Verfahren neu behaupten, der KESB-Entscheid sei dem Rechtsvertreter entgegen den falschen Ausführungen in der kantonalen Beschwerde gar nicht am 12. Juni 2023, sondern erst am 13. Juni 2023 zugegangen. Dieses neue Tatsachenbehauptung ist aber wie gesagt aufgrund von Art. 99 Abs. 1 BGG unzulässig. Daran ändert der Hinweis der Beschwerdeführer nichts, dass sie beim Verwaltungsgericht ein Wiedererwägungsgesuch eingereicht und die neue Tatsache dort geltend gemacht hätten, wobei das Gesuch mit Entscheid vom 14. August 2023 abgewiesen worden sei. Der Wiedererwägungsentscheid ist vorliegend nicht angefochten, was sich klarerweise auch aus den Rechtsbegehren der Beschwerde ergibt, und das Verwaltungsgericht hatte im Rahmen der Verfügung vom 14. Juli 2023, welche ausschliessliches Anfechtungsobjekt bildet, keine Veranlassung zu näheren Abklärungen, wenn der Rechtsvertreter der Beschwerdeführer in der von ihm eingereichten Beschwerde selbst festgehalten hatte, der KESB-Entscheid sei ihm am 12. Juni 2023 zugegangen.