Citation: 8C_448/2014 E. 4.3.2

4.3.2. Wie das Bundesgericht in BGE 138 V 457 erkannt hat, ist als massgeblicher Stichtag für die Beantwortung der Frage nach der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit derjenige Zeitpunkt zu betrachten, in welchem aus medizinischer Sicht die Zumutbarkeit einer zumindest teilweisen Erwerbstätigkeit feststeht (BGE 138 V 457 E. 3.3 S. 461 f.). 4.3.2.1. Aufgrund der überzeugend begründeten und von Dr. med. D.________ bestätigten Ansicht der Dres. med. B.________ und C.________ im Abschlussgutachten vom 7. September 2010 könnte davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdegegner aus medizinischer Sicht mit den in E. 3.1 hievor genannten Einschränkungen in jenem Zeitpunkt schon für leichte bis mittelschwere körperliche Tätigkeiten ganztags einsatzfähig gewesen wäre. Damals war er knapp 59 Jahre alt, sodass angesichts der voraussichtlich noch mehr als fünfjährigen Aktivitätsdauer bis zur ordentlichen Pensionierung nicht gesagt werden kann, die vollständige Verwertung der verbliebenen Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt wäre altersbedingt nicht mehr zumutbar gewesen. Nach der Rechtsprechung (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts U 106/89 vom 13. August 1990 E. 4, publiziert in: RKUV 1990 Nr. U 115 S. 389) liegt ein "vorgerücktes Alter" - wie es in Art. 28 Abs. 4 UVV angesprochen wird und welches mit der hier zur Diskussion stehenden Altersfrage vergleichbar ist - in der Regel im Bereich von 60 Jahren, wobei dies keine absolute Limite darstellt, sondern berufsspezifischen Gewohnheiten und allfälligen besonderen Umständen des Einzelfalles zusätzlich Rechnung getragen werden kann. Da es dem Beschwerdegegner nach der medizinischen Aktenlage zumutbar gewesen wäre, eine angepasste Tätigkeit noch vollzeitlich auszuüben, er seine bisherige Stelle aber dennoch teilweise aufgegeben hat, wäre er im Hinblick auf seine Schadenminderungspflicht gehalten gewesen, auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt eine neue Beschäftigung zu suchen. Dabei realisierbare Einkünfte hätte er sich im Rahmen eines Einkommensvergleichs nach Art. 16 ATSG anrechnen lassen müssen. 4.3.2.2. Im Ergebnis zu keiner anderen Betrachtungsweise führt der Umstand, dass sich die Beschwerdeführerin nach erhobener Beschwerde gegen den Einspracheentscheid vom 13. September 2011 zu weiteren medizinischen Abklärungen veranlasst gesehen und deshalb die zusätzliche Expertise des Kreisarztes Dr. med. D.________ vom 28. März 2012 eingeholt hat. Diese konnte lediglich bestätigen, dass an der früheren Beurteilung der Leistungsfähigkeit durch die Dres. med. B.________ und C.________ nach wie vor festzuhalten sei (vgl. E. 3.2 hievor). Spätestens zu dieser Zeit war nicht mehr anzunehmen, dass der Beschwerdegegner, welcher damals nicht - wie von der Vorinstanz angenommen - 62 Jahre alt, sondern erst seit knapp 3 Monaten über 60-jährig war, was an der untersten Grenze des vergleichsweise beizuziehenden "vorgerückten Alters" im Sinne von Art. 28 Abs. 4 UVV liegt, auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt keine dem ärztlich bescheinigten Leistungsprofil entsprechende zumutbare Stelle mehr hätte finden können, an welcher auf seine leidensbedingten Limitierungen hätte Rücksicht genommen werden können. Daran ändert nichts, dass die Vermittelbarkeit altersbedingt allenfalls erschwert gewesen sein mag, wie auch die Beschwerdeführerin einräumt. Die vom Beschwerdegegner behauptete Altersschwäche und Altersgebrechlichkeit ist ärztlicherseits jedenfalls nicht als das Leistungsvermögen beeinträchtigend ausgewiesen und die Beschwerdeführerin weist zu Recht darauf hin, dass dieser ihr gegenüber anlässlich einer persönlichen Befragung am 9. Juni 2010 erklärt hatte, abgesehen von den Schmerzen an der rechten Schulter keine das Leistungsvermögen schmälernde leidensbedingte Beeinträchtigungen aufzuweisen und an keinen weiteren unfall- oder krankheitsbedingten Gesundheitsschäden zu leiden.