Citation: 9C_522/2019 E. 6.1

6.1. Das Gesetz sagt nicht, was unter "Aufgabenbereich" im Sinne von Art. 21 Abs. 1 IVG zu verstehen ist. Der Begriff wird auch an anderer Stelle verwendet, namentlich bei den allgemeinen Voraussetzungen für alle Leistungsarten (Art. 4 ff. IVG). So spricht Art. 7 IVG betreffend die "Pflichten der versicherten Person" in seinem Absatz 2 von der "Eingliederung ins Erwerbsleben oder in einen dem Erwerbsleben gleichgestellten Aufgabenbereich (Aufgabenbereich) ". Sodann wird in Art. 5 Abs. 1 IVG auf Art. 8 Abs. 3 ATSG verwiesen. Danach gelten Volljährige, die vor der Beeinträchtigung ihrer körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit nicht erwerbstätig waren und denen eine Erwerbstätigkeit nicht zugemutet werden kann, als invalid, wenn eine Unmöglichkeit vorliegt, sich im bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen. Dieser Tatbestand ist der Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 Abs. 1 und Art. 8 Abs. 1 ATSG) gleichgestellt (so ausdrücklich Art. 5 Abs. 1 IVG, in der bis 31. Dezember 2002 gültig gewesenen Fassung; BGE 108 V 201 E. 1c S. 212; Meyer/Reichmuth, a.a.O., 3. Aufl. 2014, N. 6 zu Art. 5 IVG). Diese Gleichstellung gilt auch im Hilfsmittelbereich, setzt doch Art. 2 Abs. 2 HVI voraus, dass die mit (*) bezeichneten Hilfsmittel u.a. für die Ausübung einer Erwerbstätigkeit oder die Tätigkeit im Aufgabenbereich notwendig sind (E. 4.2). Zu erwähnen ist sodann Art. 28a Abs. 2 IVG, welcher sagt, wie die Invalidität zu bemessen ist bei nicht erwerbstätigen Versicherten, die im Aufgabenbereich tätig sind und denen die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht zugemutet werden kann. In Abweichung von Artikel 16 ATSG wird darauf abgestellt, in welchem Masse sie unfähig sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen. Was unter diesem Begriff zu verstehen ist, wird in Art. 27 IVV näher umschrieben. Es besteht namentlich unter gesetzessystematischem Gesichtswinkel kein Grund, den hilfsmittelrechtlich relevanten Aufgabenbereich in Art. 21 Abs. 1 IVG und Art. 2 Abs. 2 HVI anders (enger) auszulegen (in diesem Sinne auch Meyer/Reichmuth, a.a.O., N. 15 zu Art. 21-21 quater IVG).