Citation: 6B_1057/2023 E. 3.2

3.2. Gemäss den für das Bundesgericht verbindlichen Sachverhaltsfeststellungen der Vorinstanz (Art. 105 Abs. 1 BGG) "fehlen" das Messprotokoll und das Logbuch (angefochtenes Urteil S. 6). Hierzu, respektive mit Blick auf die gemäss den Weisungen des ASTRA für eine Überprüfung der Messung erforderlichen Unterlagen, erkannte bereits die erste Instanz: "Diese Dokumentation sucht man in den vorliegenden Strafakten vergeblich" (erstinstanzliches Urteil S. 6). Zwar erwägt die Vorinstanz unter Hinweis auf das Urteil 6B_937/2013 vom 23. September 2014 E. 1.4 im Grundsatz zu Recht, dass eine Verletzung der Weisungen des ASTRA nicht (zwingend) zu einer Unverwertbarkeit des Messergebnisses und zu einem Freispruch des Betroffenen führt, mithin dieser Umstand nicht ausschliesst, dass sich das Gericht aufgrund anderer Beweise von der Überschreitung der Höchstgeschwindigkeit überzeugen lässt (vgl. Urteile 6B_220/2021 vom 24. März 2022 E. 2.2.3; 6B_159/2021 vom 8. Dezember 2021 E. 2.4.2; 6B_803/2014 vom 15. Januar 2015 E. 2.2; 6B_260/2011 vom 31. Mai 2011 E. 2.3 f.; 6B_473/2010 vom 19. Juli 2010 E. 3.1; 6B_988/2008 vom 14. April 2009 E. 1.2; 6B_744/2007 vom 10. April 2008 E. 2.4.2). Die Vorinstanz lässt indes ausser Acht, dass vorliegend das Messprotokoll und das Logbuch gänzlich fehlen und damit eine Konstellation vorliegt, wie sie dem von ihr herangezogenen Entscheid 6B_937/2013 vom 23. September 2014 zugrunde lag. In den dortigen Erwägungen ist explizit darauf hingewiesen worden, dass das Versäumnis des fehlenden Messprotokolls und Logbuchs (und damit das Fehlen des Nachweises, dass die erforderlichen Funktionstests durchgeführt worden sind) grundsätzlich geeignet ist, die Richtigkeit der Messung in Frage zu stellen und zur Aufhebung der Verurteilung führen kann, sofern die einwandfreie Funktionsfähigkeit des Messgerätes nicht anderweitig erstellt ist. Von letzterem konnte in der dortigen Konstellation deswegen ausgegangen werden, weil - im Gegensatz zum vorliegenden Fall - gültige Eichzertifikate für das Laserdokumentationssystem und den Laserscanner vorlagen, die Übertretungsquote bekannt und damit einhergehend festgestellt worden war, dass diese im Normbereich lag; überdies war erstellt, dass der Filmzustandsbericht keine Auffälligkeiten aufwies. Das Bundesgericht folgerte, die Vorinstanz habe das ihr bei der Beweiswürdigung zustehende Ermessen nicht überschritten, wenn sie unter diesen Umständen die Geschwindigkeitsübertretung als erstellt erachtete (vgl. das erwähnte Urteil 6B_937/2013 und dort E. 1.4).