Citation: 1C_1/2016 E. 2.3

2.3. Das Verwaltungsgericht hat erwogen, nach § 29 VRPG könne eine Partei für ihren eigenen Rechtsverfolgungsaufwand keine Parteientschädigung beanspruchen. Die in eigener Sache prozessierende, nicht durch einen Rechtsanwalt oder einen anderen dazu berechtigten Dritten vertretene Partei sei nicht entschädigungsberechtigt. Das gelte für den in eigener Sache prozessierenden Anwalt ebenso wie für eine juristische Person, welche sich im Prozess durch eines ihrer Organe vertreten lasse; das sei sachgerecht, weil im Prozess zwischen dem Handeln der juristischen Person und demjenigen des Organs nicht unterschieden werden könne (E. 3.1 und 3.2 S. 5 f.). Das gelte auch für die Organe einer Gemeinde (E. 3.4 S. 5). Vorliegend habe der Rechtsvertreter der Gemeinde als Präsident der Baukommission das Geschäft zuhanden des Gemeinderates vorbereitet und die Einwendungsverhandlungen geführt. Die Baukommission sei aber nicht befugt gewesen, selber Entscheidungen zu fällen. Einer Kommission ohne Entscheidkompetenzen komme keine Organstellung zu (§ 16 Abs. 1 lit. e des Gemeindegesetzes des Kantons Aargau vom 19. Dezember 1978 [GG] e contrario). Nachdem damit die Gemeinde nicht durch eines ihrer Organe vertreten werde, rechtfertige sich eine Gleichstellung mit der nicht vertretenen Partei vorliegend nicht (E. 3.3 und E. 4 S. 5 f.). Der Baukommission bzw. deren Präsidenten komme auch keine faktische Organstellung zu, da sich die Aufgabe der Kommission darin erschöpft habe, den rechtserheblichen Sachverhalt zu ermitteln und die Bewilligungsfähigkeit des Bauvorhabens zu prüfen. Die Entscheidung getroffen habe allein der Gemeinderat, und zwar gestützt auf das Ergebnis der Einwendungsverhandlungen, an denen eine Gemeinderätin teilgenommen habe, dem Prüfbericht der Baukommission, ein externes Gutachten und eigene Erwägungen (E. 5 S. 6 f.). Zusammenfassend sei somit ein Vertretungsverhältnis zu bejahen. Ob der Rechtsvertreter der Gemeinde mit der Übernahme des Mandats standesrechtliche Regeln verletzt habe oder nicht, sei in diesem Zusammenhang unerheblich. Diesfalls würde sich allenfalls die Frage einer Disziplinierung nach Art. 17 des Bundesgesetzes über die Freizügigkeit der Anwältinnen und Anwälte (vom 23. Juni 2000; SR 935.61; BGFA) stellen, das Vertretungsverhältnis als solches werde davon aber nicht berührt (E. 6 S. 7).