Citation: 1C_645/2023 E. 4.2

4.2. Die Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands kann sich aus Vertrauensschutzgründen insbesondere dann als unzulässig erweisen, wenn die Baupolizeibehörden den baurechtswidrigen Zustand über Jahre hinaus duldeten, obschon ihnen die Gesetzeswidrigkeit bekannt war oder sie diese bei Anwendung der gebotenen Sorgfalt hätten kennen müssen. Darauf kann sich nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung aber nur berufen, wer selbst im guten Glauben handelte, sprich bei zumutbarer Aufmerksamkeit und Sorgfalt annehmen durfte, zur Bauausführung oder Nutzung berechtigt zu sein (BGE 136 II 359 E. 7.1; Urteile 1C_510/2023 vom 16. April 2024 E. 5.5; 1C_280/2022 vom 15. März 2024 E. 4.2 und 4.7.3; je mit Hinweisen). Wie die Vorinstanz zu Recht ausführt, darf die Notwendigkeit einer kantonalen Mitwirkung für bauliche Massnahmen ausserhalb der Bauzone (Art. 25 Abs. 2 RPG) grundsätzlich als bekannt vorausgesetzt werden (vgl. statt vieler Urteil 1C_78/2023 vom 30. Oktober 2023 E. 4.3 mit Hinweisen). Zudem ergibt sich aus dem angefochtenen Entscheid, den Beschwerdeführenden sei der Zonengrenzverlauf bei der Errichtung der Weganlage bewusst gewesen. Die Beschwerdeführenden führen demgegenüber keine überzeugenden Argumente ins Feld, die für ihre Gutgläubigkeit sprechen würden. Bei zumutbarer Aufmerksamkeit und Sorgfalt hätten sie erkennen müssen, dass die Errichtung des befestigten Fusswegs auf dem ausserhalb der Bauzone gelegenen Teil ihrer Parzelle einer (Ausnahme-) Bewilligung des zuständigen kantonalen Amts bedurft hätte. Folglich vermögen sie sich von vornherein nicht auf die behauptete jahrelange Duldung des rechtswidrigen Zustands im Sinne eines Vertrauenstatbestands zu berufen.