Citation: 2D_2/2024 E. 3.3.1

3.3.1. Jede Person hat vor Gerichts- und Verwaltungsinstanzen Anspruch auf gleiche und gerechte Behandlung sowie auf Beurteilung innert angemessener Frist (Art. 29 Abs. 1 BV). Als Teilgehalte eines fairen Verfahrens leiten sich aus Art. 29 Abs. 1 BV unter anderem das Verbot der formellen Rechtsverweigerung und des überspitzten Formalismus ab (BGE 148 I 271 E. 2.3; 144 II 184 E. 3.1). In Konkretisierung dieser beiden Teilgehalte anerkennt das Bundesgericht eine Weiterleitungspflicht, wenn eine Partei ein Rechtsmittel zwar rechtzeitig, aber versehentlich bei einer falschen Instanz einreicht (BGE 140 III 636 E. 3.7; 130 III 511 E. 4; Urteil 2C_295/2023 vom 20. September 2023 E. 4.2). Diese Weiterleitungspflicht und die damit einhergehende Fristwahrung sind stets anwendbar, wenn die Einreichung bei der unzuständigen Instanz auf Versehen oder Zweifeln der Partei oder auf einer unrichtigen Rechtsmittelbelehrung beruht, nicht aber, wenn die unzuständige Instanz bewusst angerufen wurde oder wenn die Partei rechtsmissbräuchlich an eine unzuständige Behörde gelangt (BGE 140 III 636 E. 3.5; Urteile 2C_295/2023 vom 20. September 2023 E. 4.2; 2C_462/2014 vom 24. November 2014 E. 3.2).