Citation: 1C_77/2022 E. 3.1

3.1. Das Kantonsgericht hielt zunächst mit Blick auf die im vorinstanzlichen Verfahren gestellten Rechtsbegehren fest, diese seien nach Treu und Glauben auszulegen. Der Beschwerdeführerin müsse bekannt sein, dass die Verpflichtung des Kantons Luzern zur Umsetzung eines von ihr selbst vor Jahren entwickelten Projekts unter Umständen mit den aktuellen rechtlichen und tatsächlichen Verhältnissen unvereinbar sei. Auch gestützt auf die der Klage vorangehenden Kontakte zwischen ihr und dem Kanton sei davon auszugehen, dass sie die rechtliche Frage geklärt haben wolle, ob sie oder der Kanton die gesetzliche Aufgabe habe, die fünf Bäche zum Zweck des Hochwasserschutzes mittels eines Anschlussverfahrens in den Krienbachstollen zu leiten. Weiter erwog das Kantonsgericht unter Zitierung verschiedener Bestimmungen des kantonalen Wasserbaugesetzes, dass diesem Gesetz eine Aufgabenteilung zwischen Kanton und Gemeinden eigen sei. Die Beschwerdeführerin wende sich nicht gegen diese Aufgabenzuweisung. Eine erhebliche Ungewissheit über den Bestand und Inhalt ihrer Rechte und Verpflichtungen sei vor diesem Hintergrund zu verneinen. Dass sich bei der Frage der Aufgabenzuweisung keine Einigkeit zwischen Kanton und Stadt finden lasse, vermöge nichts daran zu ändern, dass das Kantonsgericht nicht zur autoritativen Auslegung eingesetzt sei, sondern von Verfassungs wegen verwaltungsrechtliche Streitsachen entscheiden müsse. Die hier angestrebte gerichtliche Entscheidung, dass den Kanton die gesetzliche Aufgabe treffe, die Gütschbäche aus Gründen des Hochwasserschutzes umzuleiten, könne aus Sicht der Rechtspflege nur dann im Interesse der Klägerin sein, wenn diese Feststellung einen prozessualen Vorteil bewirke, etwa wenn dank der Feststellung eine unzumutbar aufwendige Mitwirkung entfalle oder ein umfangreiches Beweisverfahren vermieden werden könne, weil damit sofort ein Endentscheid herbeigeführt werde. Dann diene ein solcher Entscheid der Prozessökonomie. Dass eine solche oder eine vergleichbare Wirkung eintreten könne, setze aber voraus, dass die Feststellung des Gemeinwesens, welches die Aufgabe habe, die genannten Bäche in den Krienbachstollen zu leiten, wenn damit Hochwasserschutz angestrebt werde, als Teilfrage einer ohnehin in die Zuständigkeit der Gerichte fallenden verwaltungsrechtlichen Streitsache zu qualifizieren sei. Wenn aber schon im Zusammenhang mit den Leistungsbegehren habe ausgeschlossen werden müssen, dass das Kantonsgericht den Kanton Luzern zu Leistungen des Wasserbaus zu verpflichten vermöge, dann gelte dies erst recht für die der Leistungsverpflichtung als Vorfrage eingeschlossene Feststellung, dass dem Kanton gemäss kantonalem Wasserbaugesetz im konkreten Fall der Hochwasserschutz obliege. Damit entpuppe sich die Vorfragenklärung als entbehrlich, weil sie keinerlei prozessualen Vorteil in einer in die Zuständigkeit des Kantonsgerichts fallenden Streitsache bringen und deshalb per se nicht in die Zuständigkeit des Kantonsgerichts fallen könne. Auf die Klage sei deshalb nicht einzutreten.