Citation: 5C.263/2001 12.02.2002 E. 1

1.- Die Klägerin begründet ihre Schadenersatzforderung im Wesentlichen damit, dass die Beklagte durch ungerechtfertigte Retention der bei ihr eingelagerten Waren und durch überlanges Zuwarten den Untergang der verderblichen Produkte herbeigeführt und ihr dadurch Schaden zugefügt habe. Das Handelsgericht hat festgehalten, dass die A.________ und später die B.________ in der Zeit vom 6. November 1997 bis zum 26. Februar 1999 Tiefkühlprodukte in das Kühl- und Lagerhaus der Beklagten einliefern lassen hatten. In Anwendung von Art. 485 Abs. 3 OR in Verbindung mit Art. 895 (Abs. 3) ZGB ist die Vorinstanz davon ausgegangen, für die Frage nach der Gutgläubigkeit der Beklagten komme es entscheidend darauf an, ob diese den Einlieferer der Lagerware als zur Einlieferung in ihr Tiefkühl- und Lagerhaus für berechtigt ansehen durfte. Sie hat im Wesentlichen festgestellt, dass die Beklagte auf sämtlichen der A.________ gestellten Rechnungen - auch auf nach Dezember 1998 datierenden Einlagerungsrechnungen, für welche die Lieferscheine auf die B.________ lauteten - die "Einlagerung vom ... LKW A.________" vermerkt und die A.________ die Einlagerung nie beanstandet hatte. In der Parteibefragung habe sich ergeben, dass die Einlagerungen auch ab Dezember 1998 gleich abgewickelt worden seien wie bis anhin; weder der Ablauf noch das äussere Erscheinungsbild der ab Dezember 1998 erfolgten Einlagerungen hätten sich geändert, und die Einlagerungsrechnungen seien weiterhin auf die A.________ ausgestellt worden. Nichts habe ab diesem Zeitpunkt vorgelegen, was für die Beklagte Zweifel an der Berechtigung der für die B.________ handelnden Personen hätte begründen können, die angelieferten Waren weiterhin auf Rechnung der A.________ einzulagern. Gestützt auf diese Tatsachenfeststellungen hat die Vorinstanz gefolgert, dass die Gutgläubigkeit der Beklagten (im Sinne von Art. 895 Abs. 3 ZGB) mit Bezug auf die Einlagerungsberechtigung der für die A.________ und ab Dezember 1998 für die B.________ handelnden Personen für den Zeitpunkt der Einlagerung gegeben gewesen sei; der Beklagten stehe ein Retentionsrecht an den bei ihr eingelagerten Tiefkühlprodukten zu und sie habe dieses Recht nicht übermässig ausgeübt.