Citation: 5A_291/2023 E. 4.2.2

4.2.2. Das Obergericht hat erwogen, dass die Kinder das nötige Alter für einen beachtlichen Kindeswillen im Sinn von Art. 13 Abs. 2 HKÜ noch nicht erreicht hätten. Dennoch habe es bewusst eine Kindesanhörung durchgeführt, nachdem nicht nur die Mutter, sondern auch die Kindesvertreterin von einer klaren Kundgebung der Kinder, nicht nach Kroatien zurückkehren zu wollen, berichtet habe. Die Anhörung habe unzweifelhaft ergeben, dass nicht von einem autonom gebildeten Kindeswillen, sondern von einer Beeinflussung durch die Mutter auszugehen sei. Die erst gut neunjährigen Kinder hätten wiederholt Aussagen gemacht, die deutlich als Argumente der Mutter zu erkennen seien. Nur ganz beispielhaft zu erwähnen seien die Äusserungen zum Auftreten des Vaters in gerichtlichen Verfahren (dieser wirke sehr korrekt, lüge aber während den Gerichtsverfahren häufig, weshalb man ihn nach Beweisen fragen müsse, wenn er etwas sage) und über die kroatischen Behörden (das Scheidungsgericht in Kroatien sei korrupt, in den letzten vier Jahren in fünf grosse Skandale verwickelt gewesen und habe zum Geschäftsmodell, Kinder in der Republik Kongo den Eltern wegzunehmen, um sie in Kroatien an schlechte Eltern zu geben). Ferner zeichne sich ein autonom gebildeter Wille auch dadurch aus, dass er auf nachvollziehbaren Gründen beruhe, woran es vorliegend fehle. Als Hauptgrund, weshalb sie nicht nach Kroatien zurückwollten, würden D.A.________ und C.A.________ die Korruptheit des kroatischen Staates und ferner die dortige Schule nennen, wobei sie über diese bei der Anhörung sehr unspektakulär und emotionslos berichtet hätten.