Citation: 1A.230/2002 23.01.2004 E. 4

4.1 Schliesslich machen die Beschwerdeführer geltend, dass die Installation von zwei Schaltschränken auf dem Dach des Standortgebäudes von keiner Behörde geprüft worden sei. Bereits die bestehende Transformatorenanlage führe im Dachgeschoss, das vom Beschwerdeführer 1 als Büroraum genutzt werde, zu einer magnetischen Flussdichte von 850 nano-Tesla; werde diese Anlage durch die geplanten Schaltschränke erweitert, so werde der Anlagegrenzwert von 1 mikro-Tesla (Art. 24 Anh. 1 NISV) vermutlich massiv überschritten. 4.2 Die Beschwerdegegnerin wendet ein, dass die Schaltschränke zwar als ortsfeste Anlagen unter Art. 2 Abs. 1 lit. a NISV fielen; dagegen unterlägen sie keiner der in Anhang 1 NISV erwähnten Anlagekategorien. Sie müssten daher lediglich den in Anh. 2 NISV vorgesehenen Immissionsgrenzwert einhalten, der bei einer Frequenz von 50 MHz 100 mikro-Tesla betrage. Selbst wenn die Messung der Beschwerdeführer von gegenwärtig 850 nano-Tesla (d.h. 0,85 mikro-Tesla) richtig sein sollte, könne dieser Immissionsgrenzwert ohne Weiteres eingehalten werden. 4.3 Anh. 1 der NISV enthält Anlagegrenzwerte für die vorsorgliche Emissionsbegrenzung bei Transformatorenstationen (Ziff. 2) sowie Unterwerken und Schaltanlagen (Ziff. 3). Diese Bestimmungen gelten nur für Anlagen zur Transformation von Hoch- auf Niederspannung (Ziff. 21 Anh. 1 NISV) oder zur Transformation zwischen zwei verschiedenen Hochspannungsebenen sowie für Hochspannungsschaltanlagen (Ziff. 31 Anh. 1 NISV). Aus den Baugesuchsakten lässt sich nicht entnehmen, welche Funktion die zwei bewilligten Schaltschränke haben. Auch die Baurekurskommission und das Verwaltungsgericht haben sich nicht mit dieser Frage befasst. Die Beschwerdegegnerin hat in ihren Vernehmlassungen im Rekursverfahren und im bundesgerichtlichen Verfahren versichert, dass es sich nicht um eine Anlage gemäss Ziff. 21 und 31 Anh. 1 NISV handle. Auf diese Zusicherung ist sie zu behaften. Bei der vom Verwaltungsgericht angeordneten Abnahmemessung wird die Baubehörde prüfen müssen, ob diese Zusicherung eingehalten worden ist; andernfalls wäre die Baubewilligung in Wiedererwägung zu ziehen und der Nachweis der Einhaltung des Anlagegrenzwerts nach Ziff. 24 bzw. Ziff. 34 Anh. 1 NISV zu verlangen.