Citation: 7B_636/2023 E. 3.2

3.2. Die Beschwerdeführerin moniert, die Feststellungen der Vorinstanz seien teilweise unrichtig und nicht nachvollziehbar. Der Schluss der Vorinstanz, wonach der Beschwerdegegner an starken Zahnschmerzen gelitten habe, die eine unaufschiebbare Behandlung erfordert hätten, sei willkürlich: Zunächst habe die Vorinstanz weder abgeklärt, ob der Beschwerdegegner im Dezember 2022 tatsächlich seinen Zahnarzt besucht habe, noch wie gegebenenfalls dessen Diagnose gelautet habe. Ihre Feststellung, wonach sich die Einschätzung des von der Staatsanwaltschaft beauftragten Zahnarztes mit der Beurteilung des Zahnarztes des Beschwerdegegners decke, sei deshalb nicht haltbar. Weiter sei die Vorinstanz zu Unrecht davon ausgegangen, dass dem Beschwerdegegner Medikamente gegen Schmerzen verschrieben worden seien. Das lasse sich nicht aus dem Zahnarztbericht ableiten und sei auch nicht anderweitig abgeklärt worden. Der Beschwerdegegner habe auch in seinen Eingaben vom 30. Mai und 6. Juni 2023 keine Zahnschmerzen geltend gemacht und in seiner Eingabe vom 30. Mai 2023 die angeblich medizinisch notwendige Zahnbehandlung gar nicht erwähnt. Sodann gehe aus den Unterlagen der Justizvollzugsanstalt C.________, in die der Beschwerdegegner am 11. Juli 2023 verlegt worden sei, nicht hervor, dass er Schmerzmittel wegen Zahnschmerzen erhalten hätte. Er habe weder bei medizinischen Kontrollen zur Prüfung seiner Hafterstehungsfähigkeit noch bei Einvernahmen von Zahnschmerzen gesprochen. Auch die Feststellung der Vorinstanz, die Zahnbehandlung wäre "unaufschiebbar" gewesen, sei angesichts der Empfehlung des Zahnarztes, diese "baldmöglichst" durchzuführen, willkürlich. Schliesslich sei auch der Schluss, Staatsanwalt B.________ sei pflichtwidrig untätig geblieben, willkürlich, da die Vorinstanz gar nicht untersucht habe, was dieser nach Erhalt des zahnärztlichen Berichts am 15. Mai 2023 unternommen habe.