Citation: 8C_669/2013 E. 4.2

4.2. Unbestrittenermassen erfüllt die Expertise des Dr. med. G.________ vom 14. Februar 2011 sämtliche der von der Rechtsprechung mit Blick auf beweiswertige ärztliche Entscheidungsgrundlagen aufgestellten Kriterien (vgl. BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232; 125 V 351 E. 3a S. 352 mit Hinweis). Danach leidet die Beschwerdegegnerin an einer Persönlichkeitsänderung nach lang dauernder psychischer Erkrankung, Angsterkrankung, einem chronischen Gebrauch von Benzodiazepinen und einer kryptogenen Epilepsie mit fokal beginnenden, sekundär generalisierten Anfällen. Auf Grund der für die angestammte Tätigkeit als Schmuckverkäuferin erforderlichen, krankheitsbedingt jedoch nicht (mehr) aufzubietenden Fähigkeit zur feinen affektiven Resonanz im interpersonellen Kontakt mit den Kunden spricht der Gutachter der Versicherten jegliches Leistungsvermögen in diesem Bereich ab. Demgegenüber bescheinigt er eine 40%ige Arbeitsfähigkeit in einer medizintheoretisch angepassten Beschäftigung (einfache Reparaturarbeiten an Schmuckgegenständen sowie einfache Hilfstätigkeiten anderer Art). Zur arbeitsmarktlichen Verwertbarkeit der attestierten Einsatzfähigkeit führt Dr. med. G.________ aus, bei der als zumutbar beschriebenen Verweistätigkeit handle es sich um ein medizintheoretisch entworfenes Konstrukt, dessen Übertragbarkeit auf den real existierenden Arbeitsmarkt an anderer Stelle zu beurteilen sei. Für den Fall, dass einfache, selbstständig auszuführende Heimarbeiten wie die Reparatur von Schmuckgegenständen tatsächlich angeboten würden, bedürfte deren Ausübung keines geschützten Bereichs. Auch die beschriebenen anderweitigen Hilfsfunktionen, etwa das Befüllen von Regalen im Verkauf, hätten nicht notwendigerweise in einem speziell abgestimmten Rahmen stattzufinden. Diese Beurteilung wird in der Folge insofern relativiert, als einfache Hilfsarbeiten medizintheoretisch - unter Ausblendung der real existierenden Umgebungsfaktoren - zwar prinzipiell auch auf dem ersten Arbeitsmarkt denkbar seien. Lebenspraktisch und real würde bei tatsächlichem Zwang zu ausserhäuslicher Erwerbsarbeit bei unverändert fortbestehender gleichzeitiger Verpflichtung zur Haushaltsführung/Kinderbetreuung jedoch mutmasslich ohne grössere zeitliche Latenz eine erhebliche Überforderung mit wahrscheinlicher Dekompensation der psychischen Gesundheit resultieren.