Citation: 2C_449/2023 E. 3.3

3.3. Die Vorinstanz hat zusammengefasst erwogen, der Vollzug der Wegweisung nach Nordmazedonien erscheine auch nach der tödlichen Auseinandersetzung zumutbar, zumal der zugrundeliegende Konflikt nicht die Familie des Beschwerdeführers betraf. Es erschliesse sich nicht, inwiefern für den Beschwerdeführer bzw. seine Familie (als Opfer) die Gefahr der Blutrache bestehen könnte. Sofern der Beschwerdeführer Repressalien oder Gewalt gegen seine Person und Familie fürchte, sei er gehalten, sich an die dortigen Behörden zu wenden. Konkrete Hinweise für eine Schutzverweigerung oder Schutzunfähigkeit der nordmazedonischen Behörden lägen nicht vor. Besuche der Ehefrau und des Sohnes beim Beschwerdeführer in Nordmazedonien seien möglich. Die Hauptursache für eine drohende psychische Störung des Sohnes verorte der Psychiater in der Trennung vom Vater und nicht im Ereignis der Tötung des Grossvaters. Bereits im damaligen Entscheid (Urteil 2C_653/2022 vom 15. September 2022) sei erwogen worden, dass der Widerruf der Niederlassungsbewilligung das Kindeswohl des Sohnes tangiert würde. Die Auswirkung der Wegweisung auf das Familienleben und die daraus resultierenden gewichtigen privaten Interessen seien im Widerrufsverfahren somit bereits berücksichtigt worden. Der Sachverhalt habe sich daher nicht in einer Art verändert, dass ein anderes Ergebnis ernstlich in Betracht fiele.