Citation: 8C_574/2009 09.12.2009 E. 7

Damit ist die Adäquanz eines Kausalzusammenhanges zwischen dem Ereignis vom 17. Januar 2000 und den weiterhin geklagten Beschwerden zu prüfen. 7.1 Umstritten ist zunächst, ob diese in Anwendung der Rechtsprechung für psychische Unfallfolgen (BGE 115 V 133) oder jener bei HWS-Distorsionen und Schädelhirntraumen (BGE 134 V 109) zu erfolgen hat. Es ist nicht überwiegend wahrscheinlich, dass sich der Beschwerdeführer anlässlich des zur Diskussion stehenden versicherten Unfalls eine entsprechende Verletzung zugezogen hat. Zudem legen auch die Gutachter des medizinischen Zentrums Z.________ dar, dass die psychische Problematik des Beschwerdeführers relativ früh nach dem Unfall im Januar 2000 im Vordergrund stand. Damit findet die Rechtsprechung gemäss BGE 115 V 133 Anwendung, zumal an die Grundlagen für den Schluss auf das Vorliegen von Verletzungen wie einer HWS-Distorsion oder eines Schädelhirntraumas hohe Anforderungen zu stellen sind (BGE 134 V 109 E. 9 in fine S. 122). 7.2 Der Unfall vom 17. Januar 2000, bei welchem der Beschwerdeführer mit wohl relativ hoher Geschwindigkeit als Snowboardfahrer mit der rechten Schulter gegen einen Baum prallte, kann als Ereignis im sogenannten mittleren Bereich qualifiziert werden. Das heisst, dass entweder eines der in BGE 115 V 133 E. 6c/aa S. 140 aufgezählten weiteren Kriterien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt sein muss, oder dass mehrere dieser unfallbezogenen Kriterien gegeben sind. Mit der Vorinstanz bleibt festzustellen, dass dem Unfall zwar eine gewisse Eindrücklichkeit - wie bei praktisch jedem Unfall mit einer Körperverletzung - nicht abgesprochen werden kann, von besonders dramatischen Begleitumständen oder besonderer Eindrücklichkeit aber dennoch nicht gesprochen werden kann. Die Eindrücklichkeit ist dabei nach streng objektiven Gesichtspunkten zu prüfen und nicht, ob ein Unfall "für den Beschwerdeführer" (vgl. Beschwerde Ziff. 6.1.1) diese Qualität hatte. Eine Humerusfraktur gilt erfahrungsgemäss nicht als speziell geeignet, eine psychische Fehlentwicklung auszulösen. Dies gilt auch für komplizierte Mehrfachfrakturen. Die Dauer der ärztlichen Behandlung war der Verletzung denn auch angemessen und ist nicht als ungewöhnlich lange zu bezeichnen. Die Verletzung heilte ohne Komplikationen ab; auch eine ärztliche Fehlbehandlung steht nicht zur Diskussion. Der Beschwerdeführer klagt auch nicht über körperliche Dauerschmerzen am rechten Oberarm. Schliesslich ist auch das Kriterium des hohen Grades und der langen Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit nicht erfüllt, nachdem der Beschwerdeführer aus rein somatischer Sicht seine Tätigkeit als Lehrer spätestens nach den Sommerferien 2000 und der damals erfolgten Nagelentfernung wieder hätte voll aufnehmen können und die Humerusfraktur rechts rund ein Jahr nach dem Unfall wieder vollständig abgeheilt war. Damit hat das kantonale Gericht die Adäquanz zwischen den noch bestehenden Beschwerden und dem Unfall vom 17. Januar 2000 zu Recht verneint. Dass eine solche zu einem der zahlreichen weiteren versicherten Unfällen - bei welchen die Adäquanzprüfung jeweils je einzeln zu erfolgen hat (Urteile [des Eidg. Versicherungsgerichts] U 403/05 vom 20. Dezember 2006 E. 2.2.2, U 39/04 vom 26. April 2006 E. 3.2.2 und 3.3.2, in: SVR 2007 UV Nr. 1 S. 1, und U 297/04 vom 16. Dezember 2005 E. 4.1.2, je mit Hinweisen) - bestehen würde, wird vom Beschwerdeführer selbst nicht behauptet. 7.3 Schliesslich bleibt anzufügen, dass die Adäquanz zwischen den anhaltenden Beschwerden und dem Unfall vom 17. Januar 2000 selbst dann zu verneinen wäre, wenn diese entgegen den aktenkundigen Tatsachen nach der Rechtsprechung gemäss BGE 134 V 109 geprüft würde. Neu gefasst wurde in BGE 134 V 109 E. 10.2.3 S. 128 das Kriterium der ärztlichen Behandlung. Nunmehr ist zu seiner Bejahung erforderlich, dass nach dem Unfall fortgesetzt eine spezifische, die versicherte Person belastende ärztliche Behandlung bis zum Fallabschluss notwendig war. Eine solche ist vorliegend nicht gegeben. Der Versicherte absolvierte zwar mehrere stationäre Rehabilitationsaufenthalte. Indessen bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass diese besonders belastend gewesen wären. Seit Februar 2004 erfolgten gemäss Ausführungen im Gutachten des medizinischen Zentrums Z.________ (S. 19) keine wesentlichen Therapien oder Abklärungen mehr. Auch Prof. Dr. med. E.________ bestätigt im Schreiben vom 26. Juli 2006, dass er den Versicherten alle sechs Monate sehe, aber seit längerem keine neuen Aspekte mehr gefunden habe. In der Beschwerde selbst wird ausgeführt, dass der Versicherte immer noch eine wöchentliche Physiotherapie benötige, diese aber erfolglos sei, weshalb dieses Kriterium offenbar nicht bejaht werden kann. Damit der adäquate Kausalzusammenhang bejaht werden könnte, müsste von den zwei Kriterien der erheblichen Beschwerden und der erheblichen Arbeitsunfähigkeit mindestens eines in besonders ausgeprägter Weise erfüllt sein. Das ist nicht der Fall. Wird der Umstand des übermässigen Schlafbedürfnisses beziehungsweise der schnellen Ermüdbarkeit im Bereiche des Kriteriums der erheblichen Beschwerden mitberücksichtigt, ist dieses, wenn überhaupt, höchstens in der einfachen Form zu bejahen. Was das Kriterium der erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen betrifft, ist der Einsatz, den der Beschwerdeführer bezüglich Wiedereingliederung in den Arbeitsprozess gezeigt hat, anerkennenswert. In besonders ausgeprägter Weise liegt das Kriterium aber nicht vor. 7.4 Nach dem Gesagten hat das kantonale Gericht zu Recht einen rechtserheblichen Zusammenhang zwischen den verschiedenen Unfällen und den über den verfügten Zeitpunkt der Leistungseinstellung hinaus festgestellten Beschwerden verneint. Es besteht keine Leistungspflicht der Visana.