Citation: 1C_328/2024 E. 5.2

5.2. Ausgehend von der Annahme, dass sich die Frage der Entschädigung für eine private Büroinfrastruktur nur dann stellen könne, wenn die Beschwerdegegnerin zur Arbeit im Homeoffice gezwungen sei, untersuchte die Vorinstanz im angefochtenen Urteil, ob die bei der Beschwerdeführerin vorhandenen "Walk-in-/Desk-Sharing-Arbeitsplätze" für die Tätigkeit der Beschwerdegegnerin geeignet waren. Sie konstatierte, im relevanten Zeitraum zwischen 2018 und 2021 seien bei der Beschwerdeführerin über 120 Dozierende tätig gewesen. Ihnen seien Dozierenden-Räume zur Verfügung gestanden, welche offenbar neben den Dozierenden auch vermehrt von Studierenden genutzt und wo auch Pausen, Besprechungen und Sitzungen durchgeführt worden seien. Gemäss Angaben der Beschwerdeführerin hätten den Dozierenden im Jahr 2018 bis im Herbst 2019 drei Dozierenden-Räume (Sentimatt, Baselstrasse und Viscosistadt) und ab Herbst 2019 nur noch ein Raum in der Viscosistadt zur Verfügung gestanden. Soweit ersichtlich, seien diese zur Verfügung stehenden Räume jedoch - im Verhältnis zur Anzahl Dozierenden - klein gewesen. So hätten sich beispielsweise im Raum 453 in der Viscosistadt unter anderem vier Pulte, ein paar Stühle, ein Computer, ein Kühlschrank und ein Bücherregal befunden. Der Raum in der Sentimatt sei gemäss den unbestrittenen Ausführungen der Beschwerdegegnerin als Ruhe- und Sitzungsraum konzipiert gewesen und habe unter anderem zwei Sofas, einen Kühlschrank, eine Computerstation und einen Festnetzanschluss enthalten. Der Raum an der Baselstrasse sei nach Angaben der Beschwerdegegnerin ebenfalls nicht ausreichend gross gewesen und es habe die erforderliche Infrastruktur gefehlt. Dies werde von der Beschwerdeführerin zwar insoweit bestritten, als sie einwende, die technische Infrastruktur sei gewährleistet gewesen. Zur weiteren Infrastruktur wie dem Vorhandensein von Mobiliar oder zur Grösse der Räume äussere sie sich indessen nicht. Auch Belege wie Fotografien oder einen Grundriss der Räume lege sie nicht auf, obwohl sie gehalten sei, diesbezüglich den Beweis zu erbringen. Es sei daher davon auszugehen, dass auch der Raum an der Baselstrasse eine vergleichbare Grösse und Einrichtung aufgewiesen habe wie die beiden anderen Dozierenden-Räume. Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass die Beschwerdegegnerin als haupt- und nebenamtliche Dozierende in einem Pensum von 50-70 % gearbeitet habe und ihre Arbeitszeit entsprechend hoch ausgefallen sei, erscheine es als nicht zumutbar, wenn ihr lediglich die spärlich eingerichteten und kleinen Dozierenden-Räume mit wenigen Arbeitsplätzen zur Verfügung gestanden hätten. Ein längeres konzentriertes Arbeiten bis zu fünf Tage pro Woche in diesen Räumen, welche durch eine hohe Anzahl von Personen und zu unterschiedlichen Zwecken genutzt worden seien, erscheine offensichtlich weder möglich noch könne dies von der Beschwerdegegnerin ernsthaft verlangt werden. Es spiele auch keine Rolle, ob die Beschwerdeführerin hinsichtlich der ungenügenden Anzahl Arbeitsplätze Rückmeldungen erhalten habe, weil offensichtlich nicht genügend Arbeitsplätze vorhanden gewesen seien.