Citation: 2C_272/2024 E. 7.3

7.3. Das SECO stellte sich im vorinstanzlichen Verfahren auf den Standpunkt, es habe anderen Betrieben schon vor Jahren das gleiche Schichtmodell verboten. Gegenüber der Beschwerdeführerin seien jeweils Ausnahmebewilligungen erteilt worden. Die nun erfolgte Verweigerung einer Ausnahmebewilligung diene lediglich dazu, einen einheitlichen Vollzug des Arbeitsgesetzes sicherzustellen (angefochtenes Urteil, E. 7.7). In seiner Vernehmlassung vor Bundesgericht ergänzt das SECO, die Nichterteilung der Bewilligung sei für die Beschwerdeführerin absehbar gewesen. Die bisherige Situation könne unter dem Gesichtspunkt der Gleichheit nicht mehr aufrechterhalten werden. Aus der Erteilung der früheren Bewilligungen könne die Beschwerdeführerin nichts ableiten, weil jeweils explizit festgehalten wurde, die Bewilligung werde ausnahmsweise und ohne Präjudiz erteilt. Weiter bekräftigt das SECO auch vor Bundesgericht, es habe der Beschwerdeführerin vor fünf Jahren das heute umstrittene Arbeitszeitmodell bewilligt, während es anderen Betrieben das identische Modell schon damals verboten habe. Zwar möge die Beschwerdeführerin die einzige Herstellerin von Halbleitern in der Schweiz sein. Sie sei aber nicht der einzige Betrieb, der unter erschwerten Bedingungen (z.B. in einem Reinraum) produziere und mit einem ununterbrochenen Betriebssystem arbeite. Das Arbeitszeitmodell der Beschwerdeführerin sei derzeit in keinem Betrieb mehr zugelassen, weil es den Vorgaben des Arbeitsgesetzes nicht entspreche.