Citation: 6B_1088/2022 E. 4.3.3

4.3.3. Wenn die Beschwerdeführerin weiter kritisiert, die Vorinstanz gehe aktenwidrig davon aus, dass C.A.________ und D.A.________ keine sexuelle bzw. anderweitige Gewalt von B.A.________ gegen die Beschwerdeführerin erwähnt hätten (vgl. Beschwerde S. 17 ff.), kann ihr ebenfalls nicht zugestimmt werden. Die Vorinstanz verweist in der Urteilsbegründung auf die erstinstanzliche Aussagewürdigung (angefochtenes Urteil 17 f.). Die erste Instanz ist zusammenfassend zum Schluss gekommen, dass Zweifel am Wahrheitsgehalt der Aussagen von C.A.________ bestehen würden, da ein mit ihrer Mutter (d.h. der Beschwerdeführerin) und ihrer Schwester "über weite Strecken gleich geschaltetes stark aggravierendes Aussageverhalten" vorliege (erstinstanzliches Urteil S. 97). In Bezug auf die Aussagen von D.A.________ hält die erste Instanz fest, dieser habe zum Sachverhalt der versuchten Tötung relativ konstante Angaben getätigt. Dennoch habe er sich in Widersprüche verstrickt, welche klar aufzeigen würden, dass er mit seinen Aussagen die Beschwerdeführerin habe schützen wollen (erstinstanzliches Urteil S. 104). Bezüglich der Aussagen von D.A.________ zu den "weiteren Umständen des Zusammenlebens" erwägt die Erstinstanz, diese würden deutlich aggravierende Tendenzen aufweisen (erstinstanzliches Urteil S. 105). Wenn die Vorinstanz unter Verweis auf die erstinstanzliche Aussagewürdigung zum Schluss kommt, C.A.________ und D.A.________ hätten keine sexuelle bzw. anderweitige Gewalt von B.A.________ gegen die Beschwerdeführerin geschildert, ist dies unter Willkürgesichtspunkten nicht zu beanstanden, zumal sie den entsprechenden Aussagen die beweisrechtliche Relevanz mangels Glaubhaftigkeit abspricht. Von einer Verletzung der vorinstanzlichen Begründungspflicht (Beschwerde S. 17) kann zudem keine Rede sein.