Citation: 6B_55/2015 E. 3.6

3.6. Schliesslich bemängelt die Beschwerdeführerin, die Vorinstanz hätte die Tatsache, dass sie im Vorfeld der Tat sämtliche Hilfsangebote ausgeschlagen habe, nicht straferhöhend berücksichtigen dürfen. Es handle sich dabei um eine Folge ihrer Persönlichkeitsstörung. Vielmehr hätte dieser Umstand verschuldensmindernd berücksichtigt werden müssen. Der Beschwerdeführerin kann nicht gefolgt werden. Die verminderte Schuldfähigkeit, welche mit ihrer psychischen Erkrankung einhergeht, wurde bereits leicht strafmindernd berücksichtigt. Eine weitere Reduktion ist nicht angezeigt. Die Vorinstanz wirft der Beschwerdeführerin vor, sämtliche Hilfsangebote und Therapien abgelehnt und sich nicht ernsthaft um eine Praktikumsstelle bemüht zu haben. Im weitesten Sinne zielen die vorinstanzlichen Erwägungen darauf ab, der Beschwerdeführerin eine allgemeine Lebensführungsschuld vorzuwerfen, was zumindest in der Lehre für unzulässig befunden wird ( WIPRÄCHTIGER/KELLER, in: Basler Kommentar, Strafrecht I, 3. Aufl. 2013, N. 123 zu Art. 47 StGB mit Hinweisen). Im Ergebnis ist die Strafzumessung der Vorinstanz allerdings, selbst wenn die ablehnende Haltung gegenüber Hilfsangeboten nicht straferhöhend berücksichtigt werden dürfte, nicht zu beanstanden. Die Vorinstanz berücksichtigt sämtliche relevanten Strafzumessungskriterien. Ihre Erwägungen und die daraus gezogenen Schlüsse sind nachvollziehbar. Sie verletzt das ihr bei der Strafzumessung zustehende Ermessen nicht.