Citation: 4A_449/2017 E. 6.2

6.2. Gemäss Vorinstanz stellte die Erstinstanz hinsichtlich des Erwerbsausfalls ab 8. August 2011 fest, die Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers sei insofern erstellt, weshalb der Erwerbsausfall, d.h. die Differenz zwischen Validen- und Invalideneinkommen zu bestimmen sei. Bezüglich des Erwerbsausfalls stütze sich der Beschwerdeführer auf den zuletzt erzielten Lohn und gehe davon aus, er hätte diesen bis zu seiner Pensionierung erzielen können. Aufgrund der Empfehlung der behandelnden Ärzte und der eigenen Einschätzung des Beschwerdeführers bestünden aber erhebliche Zweifel daran, dass er bis zur Pensionierung bei der Beschwerdegegnerin gearbeitet hätte. Das alleinige Abstützen auf den zuletzt erzielten Lohn, wie es der Beschwerdeführer mache, genüge daher nicht, um den Beweis des Valideneinkommens zu erbringen. Es müsse bezweifelt werden, dass der Beschwerdeführer selbst ohne das schädigende Ereignis längerfristig einer bezahlten Erwerbstätigkeit in diesem Umfange hätte nachgehen können. Die Aufnahme des vom Beschwerdeführer erlernten Berufs als Kaminfeger falle aufgrund seiner Atemwegsbeschwerden ausser Betracht. Dem Gericht stünden keinerlei Anhaltspunkte für eine Schätzung des künftigen Lohns zur Verfügung, weshalb eine Anwendung von Art. 42 Abs. 2 OR ausgeschlossen sei. Mangels Nachweises des Erwerbsausfalls ab 8. August 2011 stehe dem Beschwerdeführer dafür keine Forderung zu. Der Beschwerdeführer rüge, es könne von ihm nicht der Beweis verlangt werden, dass er bis zur Pensionierung bei der Beschwerdegegnerin gearbeitet hätte. Er habe sich einzig auf die Praxis gestützt, wonach für die Ermittlung des Validenlohns auf den Vorunfalllohn abzustellen sei. Damit habe er genügend Anhaltspunkte für eine Anwendung von Art. 42 Abs. 2 OR geliefert. Nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge sei davon auszugehen, dass er bei Entlastung von massiv wirbelsäulenbelastenden Tätigkeiten während seiner ganzen Aktivitätsdauer hätte arbeiten können, wofür die empirische Erfahrung spreche. Mit dem Hinweis auf den Vorunfalllohn habe er die Erfahrungstatsache für sich, dass er einen solchen Lohn auch weiterhin erzielt hätte. Mit dem Hinweis, dass er weiterhin eine vergleichbare Arbeit mit vergleichbarem Lohn wie bei der Beschwerdegegnerin ausgeübt hätte und mit den entsprechenden Lohnangaben dazu habe er genügend Anhaltspunkte für eine Schadenschätzung geliefert. Die Vorinstanz prüfte sodann, ob diverse vom Beschwerdeführer in seiner Berufung gemachte Angaben im Lichte von Art. 317 Abs. 1 ZPO noch zu berücksichtigen waren. Erstinstanzlich habe der Beschwerdeführer in Bezug auf das massgebliche Valideneinkommen lediglich ausgeführt, er habe bei der Beschwerdegegnerin vor dem Unfallereignis ein Jahressalär von Fr. 61'100.-- erzielt und gestützt auf den "Wirtschaftlichen Vergleich" der IV-Stelle erhöhe sich der Lohn im Jahre 2009 normalindexiert auf Fr. 65'650.--. Auf diesen Lohn werde abgestellt. Bei seinen Darlegungen in der Berufung zu seiner bisherigen Laufbahn, zu den statistischen Lohnangaben sowie zur Berechnung des Invalideneinkommens durch die IV handle es sich allesamt um neue Behauptungen, wobei die Voraussetzungen nach Art. 317 Abs. 1 ZPO für deren Berücksichtigung nicht vorlägen. Ebenso um eine neue (und damit unzulässige) Behauptung handle es sich, wenn er vorbringe, er hätte nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge eine Tätigkeit vergleichbarer Art und in einem vergleichbaren Ausmass wie im Vorunfallbetrieb ausgeübt. Zu behandeln blieb die Rüge des Beschwerdeführers, er habe genügend Anhaltspunkte für eine Schadenschätzung nach Art. 42 Abs. 2 OR geliefert, da er die Erfahrungstatsache für sich habe, dass der Vorunfalllohn auch weiterhin erzielt worden wäre. Die Vorinstanz hielt dazu unter Hinweis auf Urteil 4A_127/2011 vom 12. Juli 2011 E. 6.4 fest, es treffe zwar zu, dass als Anhalts- und Ausgangspunkt für die Schätzung des hypothetischen Valideneinkommens die konkrete Einkommenssituation vor dem Unfall heranzuziehen sei. Vorliegend sei aber zu beachten, dass die Beschwerdegegnerin erstinstanzlich ausgeführt habe, der Beschwerdeführer hätte die bei ihr ausgeübte Tätigkeit als Maschinenführer auch ohne das Unfallereignis nicht mehr über längere Zeit verrichten können. Das gehe aus den Akten der Schmerzklinik hervor, hätten die behandelnden Ärzte den Beschwerdeführer doch aufgefordert, sich wegen der alten [nicht durch den hier relevanten Unfall bedingten] cervicogenen Schmerzen eine neue Arbeitsstelle zu suchen, bei der die Halswirbelsäule weniger belastet werde. Die Vorinstanz stellte anschliessend fest, der Beschwerdeführer habe diese Behauptung erstinstanzlich nicht bestritten. Daher sei nicht zu beanstanden, wenn die Erstinstanz davon ausgegangen sei, es bestünden erhebliche Zweifel daran, dass der Beschwerdeführer bis zur Pensionierung bei der Beschwerdegegnerin gearbeitet hätte bzw. dass bezweifelt werden müsse, dass er selbst ohne das schädigende Ereignis längerfristig einer bezahlten Erwerbstätigkeit in diesem Umfang hätte nachgehen können. Vor diesem Hintergrund sei die Erstinstanz zu Recht davon ausgegangen, dass ihr keine rechtsgenüglichen Anhaltspunkte für eine Schätzung des künftigen Valideneinkommens zur Verfügung gestanden hätten.