Citation: 5A_598/2020 E. 2

Die soeben erwähnte Kognitionsbeschränkung scheint die (anwaltlich vertretene) Beschwerdeführerin zu übersehen, denn einzig im Zusammenhang mit der geltend gemachten Gehörsverletzung kann sinngemäss eine Verfassungsrüge angenommen werden, wobei nicht einmal hier eine Verfassungsnorm genannt wird. Gerügt wird hier eine Verletzung der Begründungspflicht als Teilgehalt des rechtlichen Gehörs. Die Begründung geht dahin, dass sie eine Elterntherapie von Beginn weg als unzumutbar abgelehnt, jedoch das Obergericht sich nicht explizit mit ihren Ausführungen zur Verhältnismässigkeit und ihrer psychischen Gesundheit auseinandergesetzt habe. Aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör fliesst die Pflicht, einen Entscheid so abzufassen, dass die Betroffene ihn gegebenenfalls sachgerecht anfechten kann. Daher müssen - im Sinn der entscheidwesentlichen Gesichtspunkte - wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich das Gericht hat leiten lassen und auf welche sich sein Entscheid stützt (BGE 139 IV 179 E. 2.2 S. 183; 141 III 28 E. 3.2.4 S. 41; 141 IV 249 E. 1.3.1 S. 253). Diesen Anforderungen genügt der angefochtene Entscheid ohne Weiteres. Das Obergericht begründet, wieso eine Elterntherapie vorliegend sinnvoll ist und es beruft sich dabei auch auf die gutachterliche Empfehlung und die Erwägungen im erstinstanzlichen Entscheid. Insgesamt ist - insbesondere auch im Kontext mit der ausführlichen Schilderung des tiefgreifenden Elternkonfliktes in beiden kantonalen Urteilen - für die Parteien wie auch für das Bundesgericht ohne Weiteres nachvollziehbar, weshalb vorliegend eine Therapie angeordnet wurde.