Citation: 2C_412/2022 E. 3.1.2

3.1.2. Hier, so der vom Obergericht wiedergegebene Entscheid des Bezirksgerichtspräsidenten weiter, lägen unbestrittenermassen komplexe finanzielle Verhältnisse vor, gehe es doch um mehrere Einkünfte, Wohneigentum, Liegenschaftsverkauf, Beteiligungen, Schulden. Deshalb seien erhöhte Anforderungen an die Mitwirkungspflicht des Schuldners zu stellen. Zwar habe dieser verschiedene Eingaben gegenüber der Zentralen Inkassostelle der kantonalen Gerichte und danach gegenüber dem Bezirksgerichtspräsidenten gemacht (Schreiben vom 29. Januar 2020 mit 84 Seiten Beilagen; Schreiben vom 19. April 2021 mit 425 Seiten zusätzlichen Beilagen; Eingabe vom 5. September 2021 mit weiteren 14 Beilagen), weshalb ihm nicht vorgeworfen werden könne, untätig geblieben zu sein. Allerdings habe er mit der Einreichung einer Vielzahl von Unterlagen weder seine komplexen finanziellen Verhältnisse vollständig offengelegt noch Klarheit über seine Einkommens- und Vermögenssituation geschaffen. Seine Ausführungen hätten sich auf sein Vermögen beschränkt, während er zu seinem Einkommen und den Lebenshaltungskosten keine Angaben gemacht habe. Detaillierte Angaben würden weiter hinsichtlich seiner Beteiligungen und Darlehen gegenüber zwei Gesellschaften fehlen, vielmehr seien die diesbezüglich eingereichten Unterlagen nicht aussagekräftig. Nicht vorhanden seien Belege zum getätigten Liegenschaftsverkauf, ausserdem sei die effektive Schuldentilgung unzureichend dokumentiert. Aus diesen Gründen habe der Beschwerdeführer seine Mitwirkungspflicht zur lückenlosen Offenlegung seiner finanziellen Verhältnisse verletzt, was er übrigens durch die Einreichung weiterer Unterlagen mit seiner Beschwerde selber anerkenne. Aufgrund dieser Pflichtverletzung sei das Gesuch betreffend die Nachzahlung der vorgemerkten Verfahrenskosten ohne Weiteres gutzuheissen (vgl. zum Ganzen E. 2.2, 4.1 u. 4.2 des angefochtenen Entscheids; nachfolgend: a.E.).