Citation: 6S.119/2004 05.07.2004 E. 2.4

2.4. Der Beschwerdeführer behauptet, durch den erheblichen Alkoholkonsum und das konsumierte Marihuana sei seine Zurechnungsfähigkeit am 11. April 2002 vermindert gewesen (Beschwerde S. 7 f.). Nach der Rechtsprechung ist verminderte Zurechnungsfähigkeit im Sinne von Art. 11 StGB grundsätzlich ab 2 Promille in Betracht zu ziehen. Im Bereich zwischen 2 und 3 Promille besteht eine Vermutung für eine Verminderung der Zurechnungsfähigkeit (BGE 122 IV 49 E. 1b). Ein unmittelbarer Rückschluss von einer gemessenen Blutalkoholkonzentration (BAK) auf den psychischen Zustand des Täters im Tatzeitpunkt ist aber nicht möglich. Es besteht eine erhebliche Variabilität, die von der konkreten Situation, der Alkoholgewöhnung und weiteren Umständen abhängt. Bei psychotropen Substanzen wird in der Literatur für eine verminderte Schuldfähigkeit ein mittelgradiger Rauschzustand mit deutlicher Bewusstseinstrübung und deutlichen weiteren Auswirkungen vorausgesetzt (FELIX BOMMER/VOLKER DITTMANN, Basler Kommentar, Strafgesetzbuch, Band I, Art. 11 N. 9 f. und 13). Beim Beschwerdeführer wurde für den Tatzeitpunkt eine BAK zwischen 1,3 bis 1,96 Promille gemessen, so dass nach der Rechtsprechung keine Vermutung für eine Verminderung der Zurechnungsfähigkeit besteht. Der Gutachter führte aus (S. 9), dass der Beschwerdeführer an einen regelmässigen Alkoholkonsum adaptiert sei, so dass es kaum für eine Handlungseinschränkung reiche. Es gebe für den gesamten Tatkomplex keinen Hinweis, dass die Fähigkeit, das Unrecht eines derartigen Vorgehens einzusehen, in nennenswerter Weise beeinträchtigt gewesen sei. Eine Bewusstseinstrübung sei aufgrund des klaren und gezielten Tatvorgehens ebenfalls auszuschliessen. Die Vorinstanz verneint daher eine verminderte Zurechnungsfähigkeit im Sinne von Art. 11 StGB und in der Folge eine Strafmilderung zu Recht. Sie trägt jedoch der Persönlichkeitsstörung, den Schwierigkeiten, mit Belastungssituationen fertig zu werden, sowie schliesslich der Tatsache, dass die Alkoholisierung einen gewissen Einfluss ausüben konnte, strafmindernd Rechnung (angefochtenes Urteil S. 62).