Citation: 2C_246/2023 E. A

Das Wärmekollektiv Bremgarten (WKB) ist eine Fernwärmeanlage, die im Jahr 1984 auf dem Areal der ara region bern ag erstellt und in Betrieb genommen wurde. Die Fernwärmeanlage gewinnt aus Abwasser der Abwasserreinigungsanlage (ARA) der ara region bern ag Abwärme zum Heizen der angeschlossenen Liegenschaften. Noch heute wird der Wirkungsbereich der Fernwärmeanlage mit den anschlusspflichtigen Gebieten und Liegenschaften auf kommunaler Ebene in der Überbauungsordnung "Wärmekollektiv" mit den dazugehörenden Sonderbauvorschriften vom 25. Oktober 1984 geregelt. Die Einwohnergemeinde Bremgarten b. Bern nahm an der Versammlung vom 17. September 1984 überdies das "Wärmekollektivreglement" an. A.a. Ursprünglich förderten die Pumpen der ARA das Wasser in einem offenen System direkt zu den Wärmepumpen der Liegenschaften. Das System war wegen Verunreinigungen und Druckschwankungen fehleranfällig, weshalb die Anlage im Jahr 2005 umgebaut und ein geschlossenes System mit zwei getrennten Kreisläufen errichtet wurde. In diesem Zusammenhang wurde das "Wärmekollektivreglement" am 25. April 2005 totalrevidiert. Seit dem Umbau wird die Abwärme des Abwassers in grossen Wärmetauschern auf dem Areal der ara region bern ag gefasst, in ein geschlossenes Verteilnetz übertragen und zu den einzelnen Liegenschaften transportiert. Dort wird die Wärme mit eigenen technischen Einrichtungen wie Wärmepumpen aufbereitet. Die Anlage wird als sogenannter "kalter Wärmeverbund" betrieben - d. h. das Wasser zirkuliert mit rund 10 bis 15 Grad durch das Verteilnetz. Weil das System nicht immer ausreichend Wärme liefern kann, benötigen die angeschlossenen Liegenschaften zusätzliche Heizsysteme. Diese werden mindestens teilweise mit fossiler Energie betrieben. Gewisse Liegenschaften sind hierzu der lokalen Heizzentrale der E.________ AG angeschlossen. Diese versorgt die Liegenschaften sowohl mit der aufbereiteten Wärme aus der Fernwärmeanlage als auch mit zusätzlicher Wärme aus fossiler Energie. A.b. Altershalber müssen verschiedene Komponenten der Fernwärmeanlage erneuert werden. Überdies muss die Förderstation wegen anstehender Umbauarbeiten in der ARA an einen neuen Platz innerhalb des Areals verschoben werden. Vor diesem Hintergrund stellte der Gemeinderat der Einwohnergemeinde Bremgarten b. Bern an der Gemeindeversammlung vom 3. Juni 2019 drei Optionen für die Zukunft der Fernwärmeanlage vor: Option 1 beinhaltete den Ausstieg aus dem Wärmekollektiv. Mit Option 2 sollte das Wärmekollektiv als kalter Wärmeverbund weiterbetrieben werden, was neben einer Standortverschiebung der Förderstation auch die etappenweise Erneuerung des Verteilnetzes bedeuten würde. Option 3 trug den Titel "Bau warmer Wärmeverbund" und sah vor, dass das Wärmekollektiv neu mit rund 85 Grad warmem Wasser betrieben und das System so umgebaut werde, dass neben der Abwärme der ARA zusätzlich Dampf aus der nahegelegenen, von der Energie Wasser Bern (ewb) betriebenen Kehrichtverbrennungsanlage (KVA) Forsthaus zum Heizen verwendet würde. Mit dieser Neuerung könnte auf zusätzliche Heizsysteme der angeschlossenen Liegenschaften verzichtet werden. A.c. Zu den verschiedenen Varianten und deren Machbarkeit hatte der Gemeinderat zwei Gutachten eingeholt. Im Gutachten vom 30. November 2018 der G.________ AG wurde empfohlen, die Variante "warmer Verbund" mit einem Energiedienstleister (sogenannter "Contractor") weiterzuverfolgen. Im Gutachten vom 16. Oktober 2018 kam auch die H.________ AG zum grundsätzlichen Schluss, der Wechsel von einem kalten zu einem warmen Fernwärmenetz sei nachvollziehbar und richtig.