Citation: 4A_611/2016 E. 4.3

4.3. Der strittige Wortlaut ist der folgende: " (...) and shall thereafter commence the valuation procedure by mandating the Expert if no agreement on the price can be reached within another twenty (20) calendar days". Oder übersetzt: (...) und sollen danach das Bewertungsverfahren durch Beauftragung des Experten einleiten falls innerhalb von weiteren zwanzig (20) Kalendertagen keine Einigung über den Preis erreicht werden kann. Die Beschwerdeführerin macht geltend, würde sich die 20-Tage-Frist auch auf die Expertenbestellung beziehen und nicht nur eine Einigungsfrist darstellen, wäre die Formulierung eine andere, etwa: " (...) and shall thereafter commence the valuation procedure by mandating the expert within another twenty calender [recte: calendar] days, unless an agreement on the price can be reached". Der Beschwerdeführerin ist ohne Weiteres zuzustimmen, dass mit einer solchen Formulierung ganz klar wäre, dass die Expertenbeauftragung innerhalb der Frist von zwanzig Tagen erfolgen muss. Daraus ergibt sich aber nicht umgekehrt zwingend, dass die tatsächlich gewählte Formulierung derart klar wäre, dass damit nur eine Einigungsfrist gemeint sein kann. Zutreffend ist, wie bereits das Bezirksgericht erwog, dass die Stellung des Teilsatzes "within another twenty (20) calendar days" am Satzende, also nach dem Hinweis auf die Einigung, für ein Verständnis als (blosse) Einigungsfrist spricht; und zwar recht deutlich. Es kann aber nicht gesagt werden, dass aufgrund dieser Formulierung der Wortlaut so klar und eindeutig wäre, dass er jede andere Auslegung ausschliessen würde und vorbehältlich ernsthafter Zweifel ohne Weiteres in diesem Sinne verstanden werden durfte und musste. Daher sind die übrigen Auslegungselemente zu prüfen, wobei bezüglich der Entstehungsgeschichte keine Sachverhaltsfeststellungen bestehen.