Citation: 2C_652/2023 E. 6.5

6.5. Der Einwand des Beschwerdeführers, dass es darauf ankommen müsse, ob der deutschsprachige Studienabschluss im gleichen Fachbereich erlangt worden ist, da sonst nach der Logik der Vorinstanz auch fremdsprachige Studierende mit einem fremdsprachigen Studienabschluss von der Möglichkeit des Erhalts von Zeitzuschlägen ausgeschlossen werden müssten, verfängt nicht: Wer einen deutschsprachigen Studienabschluss erworben hat, ist nicht bloss, wie der Beschwerdeführer ausführt, mit der Prüfungsmethodik im Rahmen einer universitären Ausbildung vertraut, sondern - im Gegensatz zu fremdsprachigen Studierenden mit einem fremdsprachigen Studienabschluss - mit der Anwendung der deutschen Sprache in diesem Kontext. Würde man solchen Studierenden dennoch Prüfungszeitverlängerungen gewähren, bestünde unabhängig davon, in welcher Disziplin sie ihren deutschsprachigen Abschluss erworben haben, die Gefahr einer gleichheits- und damit verfassungswidrigen Überkompensation. Dass fremdsprachige Studierende mit einem deutschsprachigen Studienabschluss die deutsche Sprache wohl dennoch nicht auf einem in jeder Hinsicht exakt gleich hohen Niveau beherrschen wie ihre deutschsprachigen Mitstudierenden, ist demgegenüber hinzunehmen. Bei der Gewährung von Prüfungszeitzuschlägen durch Hochschulen geht es nicht um den Ausgleich sprachbedingter Nachteile an sich, sondern darum, Studierende, die zum ersten Mal eine Ausbildung in einer Sprache absolvieren, die nicht ihrer Erst- bzw. Maturitätssprache entspricht, vor allem am Anfang ihres Studiums im Sinne der Chancengleichheit dabei zu unterstützen, dieses zu bewältigen. Von fremdsprachigen Studierenden kann und darf jedoch erwartet werden, dass sie sich die für eine erfolgreiche Gestaltung ihres Studiums erforderlichen Sprachkompetenzen grundsätzlich selber aneignen. Die Hochschulen sind folglich gegenüber fremdsprachigen Studierenden nicht im gleichen Ausmass zur Gewährung von Ausgleichsmassnahmen verpflichtet wie (insbesondere) gegenüber Studierenden mit einer Behinderung. Denn anders als jene haben es diese nicht selbst in der Hand, an ihrer Ausgangslage etwas zu ändern.