Citation: 6B_859/2023 E. 2.2.2

2.2.2. Sodann rügt der Beschwerdeführer eine Verletzung von Art. 136 StGB. Wer einem Kind unter 16 Jahren alkoholische Getränke oder andere Stoffe in einer Menge, welche die Gesundheit gefährden kann, verabreicht oder zum Konsum zur Verfügung stellt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft. Wie die Vorinstanz zutreffend festhält, ist Art. 136 StGB als abstraktes Gefährdungsdelikt ausgestaltet (STEFAN MAEDER, in: Basler Kommentar, Strafrecht I, 4. Aufl. 2019, Vorwort und N. 9 zu Art. 136 StGB; TRECHSEL/PIETH, Schweizerisches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 4. Aufl. 2021, Rz. 1 zu Art. 136 StGB; JEAN-PAUL ROS, in: Commentaire Romand, Code pénal II, 2017, N. 26 zu Art. 136 StGB; DUPUIS/MOREILLON/PIGUET/BEGER/MAZOU/RODIGARI [Hrsg.], Code pénal, petit commentaire, 2. Aufl. 2017, N. 1 zu Art. 136 StGB; vgl. dazu im Allgemeinen: BGE 129 IV 53 E. 3.5). Demnach ist der Tatbestand bereits vollendet, wenn eine erhöhte Gefahr für die Verletzung des geschützten Rechtsguts besteht. Ob sich die Gefahr tatsächlich verwirklicht, ist ohne Belang. Für die Strafbarkeit genügt es, dass die Handlung generell geeignet ist, die Gesundheit zu gefährden, was ex ante beurteilt wird. Für die Vollendung des Straftatbestands von Art. 136 StGB muss die zur Verfügung gestellte Menge grundsätzlich geeignet sein, die Gesundheit von Jugendlichen unter 16 Jahren zu gefährden. Ob die Menge dann tatsächlich eingenommen und die Gesundheit konkret gefährdet wird, ist unerheblich (LAURA FREI, Verabreichen gesundheitsgefährdender Stoffe an Kinder [Art. 136 StGB], Diss. Zürich 2020, Rz. 83, vgl. auch Rz. 165 und Rz. 183; STEFAN MAEDER, a.a.O., N. 9 f. und N. 15 ff. zu Art. 136 StGB; DUPUIS/MOREILLON/PIGUET/BEGER/MAZOU/RODIGARI, a.a.O., N. 7 zu Art. 136 StGB). Die Vorinstanz erwägt, der Beschwerdeführer habe am 8. November 2019 einen 5-Liter-Krug Bier mit sechs Gläsern an einen Tisch mit zehn Personen veräussert. Zumindest ein Teil der Abnehmer sei unter 16 Jahren gewesen. Alle hätten sich davon nach Gutdünken bedienen können. Es sei keine proportionale Aufteilung des alkoholischen Getränks vorgesehen oder garantiert gewesen. Nur schon dieses Vorgehen sei geeignet, den Tatbestand von Art. 136 StGB zu erfüllen. Ebenso sei am selben Abend die Übergabe eines Smirnoff-Vodkas nachgewiesen. C.________ sei schliesslich stark betrunken gewesen, was für den Schuldspruch aber nicht einmal erforderlich wäre, weil es genüge, wenn alkoholische Getränke zum Konsum zur Verfügung gestellt werden. Soweit der Beschwerdeführer sein Vorbringen auf einen Sachverhalt stützt, der von den willkürfreien vorinstanzlichen Feststellungen abweicht, ist er nicht zu hören. Im Übrigen legt er nicht dar, weshalb die rechtlichen Erwägungen der Vorinstanz gegen Bundesrecht verstossen sollten.