Citation: K 180/05 21.12.2006 E. 3

3.1 Wie sich aus den Unterlagen, namentlich der vorinstanzlichen Beschwerdebegründung (S. 5 ff.) sowie einer mit "Kontakte mit ÖKK" betitelten Aktennotiz ergibt, bestanden während der Abwesenheit der Beschwerdegegnerin diverse telefonische Kontakte zwischen einem Mitarbeiter der vormaligen Arbeitgeberin der Versicherten, der S.________ AG, welcher sich um die Belange der Beschwerdegegnerin in der Schweiz kümmerte, sowie der Beschwerdeführerin. So unterzeichnete die Versicherte am 7. Dezember 2003 den Antrag auf Übertritt in die Einzeltaggeldversicherung und sandte diesen in die Schweiz an ihre Kontaktperson zurück, die das Gesuch ihrerseits am 21. Dezember 2003 an den Krankenversicherer weiterleitete. Am 23. Dezember 2003 bestätigte eine Mitarbeiterin der Beschwerdeführerin auf entsprechende telefonische Fragestellung durch die Kontaktperson hin, dass ärztliche Auslandszeugnisse akzeptiert würden, sofern auf Englisch verfasst. Am 13. Januar 2004 meldete der Mitarbeiter der S.________ AG sich erneut bei der Beschwerdeführerin, um sich nach dem Verfahrensstand bezüglich Übertritt in die Einzeltaggeldversicherung zu erkundigen und gleichzeitig mitzuteilen, dass die Beschwerdegegnerin derzeit auf Grund ihres Gesundheitszustandes reiseunfähig sei. Seitens des Krankenversicherers wurde ausgeführt, dass sich arbeitsunfähige Versicherte, um weiterhin Krankentaggeldleistungen zu erhalten, vor einem Auslandaufenthalt normalerweise abzumelden hätten, es sich aber hier um einen speziell gelagerten Fall handle. Des Weitern erfolgte der Hinweis, dass sich die Beschwerdegegnerin nach ihrer Rückkehr in die Schweiz mitsamt ihrer Arztzeugnisse bei der Beschwerdeführerin melden solle, damit die Angelegenheit besprochen werden könne. Auf Grund der fortdauernden Behandlung in Asien musste die ursprünglich für Januar 2004 vorgesehene Rückkehr der Beschwerdegegnerin mehrmals verschoben werden. Dieser Umstand wurde der Beschwerdeführerin jeweils telefonisch durch die Kontaktperson mitgeteilt (Mitte Januar, 15. März und 11. Mai 2004). 3.2 Unbestrittenermassen hat sich die - arbeitsunfähig geschriebene und Taggeldleistungen beziehende - Beschwerdegegnerin vorgängig ihrer Reise nach Asien nicht bei der Beschwerdeführerin abgemeldet bzw. nicht deren Zustimmung eingeholt. Es handelt sich bei der vorliegend zu beurteilenden Konstellation indessen, worauf die Mitarbeiterin der Beschwerdeführerin selber denn auch zu Recht hingewiesen hat, um eine (medizinische) Ausnahmesituation. Tatsächlich begab sich die Versicherte nur deshalb zu ihren Eltern nach Y.________, weil die Ärzte in der Schweiz zwar eine Virusinfektion bejaht hatten, jedoch offenbar weder in der Lage waren, die - sich nachträglich aus den Untersuchungen in Asien ergebende - Diagnose einer Tuberkulose zu stellen, noch eine effiziente Therapie zu verschreiben. In der Folge ging es ihr gesundheitlich immer schlechter, sodass schliesslich kaum noch die alleinige Besorgung der Einkäufe möglich war. Da sie in der Schweiz über keine familiäre Unterstützung verfügte, auf sich selbst gestellt indes nicht mehr zurechtkam, suchte die Beschwerdegegnerin letztendlich Hilfe bei ihren in Asien lebenden Eltern. Mit dieser, sich insbesondere in Anbetracht der aus retrospektiver Optik unverständlich erscheinenden Vorgehensweise der schweizerischen Ärzteschaft (vgl. dazu auch den Bericht des Vertrauensarztes der Beschwerdeführerin, Dr. med. A.________, vom 16. Dezember 2004) als sehr speziell erweisenden Sachlage konfrontiert, hat die Beschwerdeführerin sich zu Recht nicht dahingehend geäussert, den die Beschwerdegegnerin letztlich rettenden Auslandaufenthalt im Sinne der mehrmonatigen stationären Behandlung - die Versicherte wurde, nachdem sie am 14. November 2003 ins Hospital H.________ eingeliefert war, am 3. Dezember 2003 in das auf Tuberkulosefälle spezialisierte Hospital L.________ verlegt - abzulehnen. 3.2.1 Dieses zumindest anfänglich an den Tag gelegte, in Anbetracht des Umstands, dass die Durchführung einer wirksamen Therapie nicht zuletzt auch im Interesse des Krankenversicherers lag, in allen Teilen nachvollziehbare Verhalten der Beschwerdeführerin (samt der mehrmals wiederholten Aufforderung an die Versicherte, sich nach ihrer Rückkehr in die Schweiz mit in Englisch verfassten Arztzeugnissen beim Krankenversicherer zu melden, damit alles Weitere besprochen werden könne) ist in diesem besonders gelagerten Fall als nachträglich erfolgte Zustimmung zur Auslandreise zu werten. Andernfalls hätte sich der Hinweis auf die Beibringung von während des Asienaufenthaltes ausgestellten ärztlichen Bescheinigungen sowie weitere Gespräche in diesem Punkt ohne Weiterungen erübrigt. Daran ändert die Tatsache, dass der Krankenversicherer im Nachhinein jegliche Einwilligung abstritt, nichts. Zu berücksichtigen gilt es jedoch, dass, anders als bei einer vorgängig eingeholten Zustimmung der Kasse (vgl. Ziff. 4.1.6. des Taggeldreglements), keine Taggeldleistungen für den gesamten Zeitraum des Aufenthaltes in Asien erbracht werden können. Liegt nämlich keine im Vorfeld bewilligte Auslandreise vor, behält sich die Beschwerdeführerin Taggeldleistungen für den Fall anderweitig zu kontrollierender, d.h. auf Grund von objektiven Faktoren feststellbarer Arbeitsunfähigkeit vor, wie sie während eines Spitalaufenthaltes vorliegt (vgl. Ziff. 4.1.5. des Taggeldreglements). Diese Einschränkung der Leistungspflicht ist im Rahmen der dem Krankentaggeldversicherer zustehenden Regelungsautonomie (vgl. Erw. 2.2.2 hievor) als zulässig anzusehen. Nur solcherart ist es dem Versicherer ohne grossen Aufwand im Sinne von als nicht zumutbar zu erachtenden intensiven Nachforschungen möglich, zu beurteilen, ob die geltend gemachte Erkrankung im Ausland tatsächlich die behauptete Arbeitsunfähigkeit bewirkt hat. Blosse ärztliche Arbeitsunfähigkeitsatteste vermöchten diesen Nachweis dagegen nicht ohne weiteres zu erbringen. Wird somit, wie im hier zu beurteilenden Fall, die Zustimmung zum Auslandaufenthalt bei einer arbeitsunfähigen, Taggeldleistungen beziehenden versicherten Person infolge der besonderen medizinischen Situation erst im Nachhinein erteilt, kann sich diese Einwilligung - und die damit verbundene Ausrichtung von Taggeldern - in Analogie zu Ziff. 4.1.5. des Taggeldreglements einzig auf die Dauer des ausländischen Spitalaufenthaltes beziehen. Wollte man anders entscheiden, bedeutete dies eine nicht sachgerechte Benachteiligung von bei Abreise gesunden Versicherten, welche sich im Ausland einer Spitalbehandlung zu unterziehen haben. 3.2.2 Ausweislich der Akten traf die Beschwerdegegnerin am 11. November 2003 in Y.________ ein, begab sich am 14. November 2003 in das Hospital H.________ und wurde am 3. Dezember 2003 in das auf Tuberkulosefälle spezialisierte Hospital L.________ verlegt. Ebenfalls unbestritten ist, dass sie am 31. August 2004 in die Schweiz zurückkehrte. Daraus folgt unter dem hievor dargelegten Gesichtspunkt, dass, wie bereits die Vorinstanz zutreffend erkannt hat, keine Leistungspflicht des Krankenversicherers für die Tage zwischen der Ankunft in Asien bis zur Hospitalisation, d.h. vom 11. bis 13. November 2003, besteht. Den Unterlagen nicht entnehmen lässt sich hingegen, wann der Austritt aus der Lungenklinik erfolgte. Es wird Aufgabe der Beschwerdeführerin sein, im Rahmen der in diesem Punkt zu erfolgenden Rückweisung der Sache den genauen Zeitpunkt des Austritts der Versicherten zu erheben.