Citation: 5P.182/2002 21.06.2002 E. 4

In dieser Begründung erblickt der Beschwerdeführer in mehrfacher Hinsicht eine Verletzung des Willkürverbots (Art. 9 BV). 4.1 Zum ersten hält der Beschwerdeführer die Erwägung, im vorliegenden Fall könnten keine rückwirkenden Unterhaltsbeiträge gesprochen werden, für willkürlich. Im Massnahmeverfahren habe er nämlich vor Obergericht ausgeführt, er sei seit dem 16. August 1999 im Stundenlohn angestellt, habe aber noch keinen Lohn erhalten, könne folglich den Unterhaltsanspruch noch nicht beziffern und behalte sich deshalb entsprechende Ergänzungen vor. Aus diesem Grund habe der Massnahmeentscheid des Obergerichts vom 10. Dezember 1999 gar nicht bis zur Rechtskraft des abweisenden Scheidungsurteils wirken können. Weder macht der Beschwerdeführer geltend, nach Auszahlung des Lohns seine Ansprüche je beziffert zu haben, noch behauptet er, dazu nicht in der Lage gewesen zu sein. Zudem hat der Beschwerdeführer gegen den Massnahmeentscheid, in welchem ihm ein bestimmter (später als zu niedrig empfundener) bzw. kein Betrag zugesprochen worden ist, kein Rechtsmittel ergriffen, womit dieser in Rechtskraft erwachsen ist. Er hat in der Folge auch keine veränderten Verhältnisse geltend gemacht. Damit wären weitergehende Ansprüche ohnehin verwirkt, und es kann offen bleiben, ob die Vorinstanz im vorliegenden Fall einen rückwirkenden Unterhaltsanspruch willkürfrei verneinen durfte. 4.2 Der Beschwerdeführer hält dafür, die Annahme, er könne einen ähnlichen Lebensstandard wie die Beschwerdegegnerin führen, sei willkürlich und Verstosse gegen das Gleichheitsgebot (Art. 8 BV). Das Obergericht hat mit einer selbständigen Alternativbegründung unter Hinweis auf die sehr kurze Dauer des ehelichen Zusammenlebens erwogen, es wären die Kriterien des nachehelichen Unterhalts zu berücksichtigen und der Beschwerdeführer befinde sich nunmehr in einer günstigeren Situation als vor der Ehe. Beruht der angefochtene Entscheid auf zwei selbständigen Begründungen, so müssen beide angefochten werden, und zwar mit dem jeweils richtigen Rechtsmittel (BGE 105 Ib 221 E. 2c S. 224; 107 Ib 264 E. 3b S. 268; 113 Ia 94 E. 1a/bb S. 95 f.; analog für die Berufung: BGE 111 II 397 E. 2b; 115 II 300 E. 2a S. 302). Ficht der Beschwerdeführer nur eine von zwei selbständigen Begründungen an, bleibt der angefochtene Entscheid gestützt auf die unangefochtene Begründung im Ergebnis auch dann bestehen, wenn die in der Beschwerde erhobenen Einwände begründet sind. Der Beschwerdeführer setzt sich mit der alternativen Begründung überhaupt nicht auseinander. Auf die Rüge ist demnach nicht einzutreten. 4.3 Des Weiteren macht der Beschwerdeführer geltend, in willkürlicher Weise habe das Obergericht die rechtlich und moralisch geschuldeten Unterhaltszahlungen von Fr. 500.-- pro Monat an die in Syrien lebenden Eltern nicht berücksichtigt, obwohl eine Bestätigung über die erfolgten Zahlungen vorliege. Mit den in diesem Zusammenhang vorgebrachten, weitgehend appellatorischen Ausführungen ist Willkür nicht darzutun. Der Beschwerdeführer setzt sich weder mit dem Argument, die Beschwerdegegnerin treffe keine Unterstützungs- und Beistandspflicht, noch mit den Zweifeln des Gerichts an den Zahlungen auseinander. Der Hinweis auf einen Entscheid des Bundesgerichts, wonach eine Ehefrau verpflichtet wurde, ihren Ehemann, der seinem ausserehelichen Kind Unterhalt schuldet, zu unterstützen, geht darüber hinweg, dass es vorliegend allenfalls um moralisch, nicht aber um rechtlich geschuldete Leistungen geht. Die Bemerkung, vor erster Instanz glaubhaft erklärt zu haben, wie die Zahlungen vorgenommen würden und weshalb keine Quittungen vorlägen, verletzt den Grundsatz, wonach die Begründung in der staatsrechtlichen Beschwerde selbst zu erfolgen hat und der (sinngemässe) Verweis auf kantonale Akten unzulässig ist (BGE 114 Ia 317 E. 2b S. 318). Die Rüge bleibt somit unsubstanziiert (Art. 90 Abs. 1 lit. b OG), weshalb auf sie nicht einzutreten ist.