Citation: 1P.218/2002 21.10.2002 E. 2

2.1 Art. 50 Abs. 1 BV gewährleistet die Gemeindeautonomie nach Massgabe des kantonalen Verfassungs- und Gesetzesrechts. Gemäss ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichts ist eine Gemeinde in einem Sachbereich autonom, wenn das kantonale Recht diesen Bereich nicht abschliessend ordnet, sondern ihn ganz oder teilweise der Gemeinde zur Regelung überlässt und ihr dabei eine relativ erhebliche Entscheidungsfreiheit einräumt (BGE 128 I 3 E. 2a S. 7 f., 136 E. 2.1 S. 140, je mit Hinweisen). 2.2 Soweit die Gemeinde in einem Sachbereich autonom ist, kann sie sich mittels Autonomiebeschwerde dagegen zur Wehr setzen, dass eine kantonale Behörde im Rechtsmittelverfahren ihre Prüfungsbefugnis überschreitet oder die den betreffenden Sachbereich ordnenden kommunalen, kantonalen oder bundesrechtlichen Vorschriften falsch anwendet. Sie kann in diesem Rahmen auch geltend machen, die kantonalen Behörden hätten die Tragweite eines Grundrechtes verkannt und dieses zu Unrecht als verletzt betrachtet. Soweit es um die Handhabung von eidgenössischem oder kantonalem Verfassungsrecht geht, prüft das Bundesgericht das Vorgehen der kantonalen Behörden mit freier Kognition, sonst nur auf Willkür hin (BGE 128 I 136 E. 2.2 S. 140 f. mit Hinweisen). 2.3 Zunächst ist zu prüfen, ob sich die Beschwerdeführerin beim Entscheid über die Verweigerung der strittigen Ausnahmebewilligung auf ihre Autonomie berufen kann. Wie das Bundesgericht in den letzten Jahren wiederholt entschieden hat, fällt das öffentliche Baurecht im Kanton Graubünden grundsätzlich in den Autonomiebereich der Gemeinden. In Bezug auf all jene Fragen, die im kantonalen Gesetz keine abschliessende Regelung gefunden haben und bei denen den Gemeinden eine relativ erhebliche Gestaltungsfreiheit zusteht, stellen die Vorschriften der kommunalen Bauordnungen autonomes Gemeinderecht dar (letztmals in BGE 128 I 3 E. 2b S. 8). Da Art. 33 des Raumplanungsgesetzes vom 20. Mai 1973 für den Kanton Graubünden (KRG) nur das Institut der Baulinien als solches vorsieht, die Festlegung und Anwendung jedoch den Gemeinden überlässt, ist die Gemeinde Trin in diesem Bereich autonom (vgl. Art. 76 des Baugesetzes vom 23. November 1999/20. Juni 2000 der Gemeinde Trin; BG).