Citation: 1P.403/2000 13.11.2000 E. 5

5.- a) Der Beschwerdeführer rügt ferner, das Obergericht habe es willkürlich unterlassen, sich ernsthaft mit der Vorgeschichte und den damaligen Lebensumständen von B.________ zu befassen und die Aussagen des Gutachters, Dr. Barth, in deren Lichte zu würdigen. So bestünden wesentliche aktenkundige Tatsachen, die dafür sprächen, dass B.________ vorgängig des behaupteten Übergriffs schlimme negative Erfahrungen mit Männern gemacht habe und schon früher sexuelle Übergriffe habe erleben müssen. Ferner habe die Mutter von B.________ zögerlich zugestanden, dass B.________ Zugang zu Sexfilmen der Eltern gehabt und unter ungenügender Hygiene im Genitalbereich gelitten habe. Trotzdem habe das Obergericht ohne nähere Prüfung und kommentarlos auf die Aussage von Dr. Barth abgestellt, wonach kaum bedeutsame Anhaltspunkte zur Stützung der Hypothese bestünden, dass B.________ anderweitig erlebte Vorgänge unbewusst auf ihn, den Beschwerdeführer, übertrage, und es keine genügenden Hinweise auf frühere sexuelle Übergriffe gebe. b) Wie aus den Ausführungen des Obergerichts hervorgeht, konnte der Gutachter frühere sexuelle Übergriffe auf B.________ nicht mit Sicherheit ausschliessen. Solche spielen vorliegend aber zum Vornherein nur insoweit eine Rolle, als damit gerechnet werden muss, dass B.________ ein solches Erlebnis unbewusst auf den Beschwerdeführer übertragen haben könnte. Der Gutachter hat sich mit dieser Möglichkeit unter Berücksichtigung der Vorgeschichte von B.________ befasst und kam in überzeugender Weise zum Schluss, dass die Komplexität der Leistung, die B.________ bei einer Verschiebung auf unbewusster Ebene hätte erbringen müssen, eher gegen die Hypothese einer unbewussten Übertragung spreche. Das Obergericht hat das Gutachten geprüft und im Ganzen als sehr ausführlich und überzeugend gewürdigt. Dies gilt insbesondere auch für die Aussagen des Gutachters, die das Obergericht in seinen Erwägungen wiedergegeben hat. Es ist nicht ersichtlich, weshalb das Obergericht in Willkür verfallen sein soll, indem es sich dem negativen Befund des Gutachters hinsichtlich der Möglichkeit einer Übertragung von anderweitig Erlebtem anschloss. Bezeichnenderweise nennt der Beschwerdeführer denn auch keinerlei konkrete Gründe dafür, weshalb es an der Expertise hätte zweifeln müssen und nicht darauf hätte abstellen dürfen (vgl. BGE 118 Ia 144 E. 1). Das Obergericht durfte daher die Möglichkeit, dass B.________ ein früheres Erlebnis unbewusst auf den Beschwerdeführer übertragen haben könnte, ohne Willkür ausschliessen.