Citation: U 482/00 02.11.2001 E. 2

2.- a) Mit Entscheid vom 17. Juni 1998 bestätigte die Vorinstanz die Verfügung der IV-Stelle Bern vom 25. Juni 1997, wonach dem Beschwerdegegner im Rahmen einer Revision aufgrund eines Invaliditätsgrades von 60 % eine halbe Invalidenrente zugesprochen wurde. Vorliegend legt sie dar, es bestünden keine Gründe, von diesem im invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren ermittelten Ergebnis abzuweichen, weshalb der Versicherte Anspruch auf eine SUVA-Rente gestützt auf eine Erwerbsunfähigkeit von 60 % habe. Die SUVA macht geltend, der IV-Entscheid sei keine zuverlässige Grundlage für die Invaliditätsbemessung, da die ärztlichen Gutachten in jenem Verfahren unrichtig gewürdigt worden seien und die IV-Stelle zudem ausdrücklich den SUVA-Rentenentscheid vorbehalten habe. Im Weiteren hätte sie im Lichte der Koordinationspflicht von der Vorinstanz im IV-Beschwerdeverfahren beigeladen werden müssen. b) Die Revision der Invalidenrente unter Berücksichtigung eines Invaliditätsgrades von 60 % war mit dem Entscheid der Vorinstanz vom 17. Juni 1998 rechtskräftig beurteilt, als die Rentenverfügung der SUVA vom 4. Dezember 1998 bzw. der streitige Einspracheentscheid vom 28. Oktober 1999 ergingen. Gemäss BGE 126 V 288 besteht nur bei Vorliegen triftiger Gründe keine Bindungswirkung an einen rechtskräftigen Entscheid des anderen Versicherers (Rechtsfehler, nicht vertretbare Ermessensausübung, Vergleich zwischen den Parteien, unpräzise Bestimmung des Invaliditätsgrades durch die Invalidenversicherung, äusserst knappe und ungenaue Abklärungen, kaum überzeugende oder nicht sachgerechte Schlussfolgerungen). Vorliegend ist die SUVA an die Feststellung des Invaliditätsgrades durch die IV-Stelle nicht gebunden, da diese selbst ihre Schätzung unter dem Vorbehalt weiterer medizinischer Abklärungen durch die SUVA verband und den Invaliditätsgrad in dem Sinne unpräzise bestimmte, als sie mit zwei Varianten rechnete und dies - im Hinblick auf den Verfügungszweck der Rentenrevision - genügen liess, da beide Varianten eine Revision der ganzen auf eine halbe Rente begründeten. Aus diesem Grunde liess auch die Vorinstanz im IV-Beschwerdeverfahren offen, welcher der beiden Varianten der Vorzug zu geben sei. Unter diesen Umständen kann offen gelassen werden, ob die Bindungswirkung auch aus prozessualen Gründen (keine Beiladung der SUVA im IV-Beschwerdeverfahren) verneint werden müsste (RKUV 1997 Nr. U 270 S. 144 Erw. 2c).