Citation: 5P.17/2001 06.03.2001 E. 4

4.- Für den Fall, dass die Annahme eines hypothetischen Einkommens nicht gegen die Verfassung verstossen würde, macht der Beschwerdeführer geltend, das Obergericht habe willkürlich entschieden. Denn ihm hätte eine angemessene Übergangsfrist eingeräumt werden müssen, bis ihm das Einkommen von Fr. 5'000.-- im Monat hätte angerechnet werden dürfen. Dem Beschwerdeführer ist grundsätzlich beizupflichten, dass immer dann, wenn von effektiven Ein- oder Ausgabenpositionen zu Ungunsten des Unterhaltspflichtigen abgewichen wird, ihm eine angemessene Frist zur Umstellung eingeräumt werden muss (vgl. BGE 114 II 13 E. 5 S. 17; Sutter/Freiburghaus, Kommentar zum neuen Scheidungsrecht, Zürich 1999, N 32 zu Art. 137 ZGB; M. Leuenberger, in: Praxiskommentar Scheidungsrecht, I. Schwenzer [Hrsg. ], N 35 a.E. zu Art. 137 ZGB; Handbuch des Unterhaltsrechts, herausg. von Hausheer/Spycher, Rz 04.72 S. 220; A. Spycher, Unterhaltsleistungen bei Scheidung: Grundlagen und Bemessungsmethoden, Diss. Bern 1996, S. 154). Denn der Unterhaltspflichtige muss hinreichend Zeit haben, die rechtlichen Vorgaben in die Wirklichkeit umzusetzen. Jedoch hilft dies dem Beschwerdeführer im vorliegenden Fall nichts. Zum einen behauptet er nicht, er habe versucht, eine besser bezahlte Stelle zu finden, oder er wolle dies in Zukunft tun; daher läuft seine Rüge im Ergebnis darauf hinaus, ihm eine Übergangsfrist zu eröffnen, die nicht ihrem Zweck entsprechend verwendet würde. Zum anderen weiss der Beschwerdeführer spätestens seit dem erstinstanzlichen Entscheid vom 10. Oktober 2000, dass auf ein hypothetisches Einkommen abgestellt werden darf, und hätte entsprechend planen können. Im Übrigen kann offen bleiben, ob das Begehren um Einräumung einer Übergangsfrist neu und damit unzulässig ist (BGE 124 I 208 E. 4b S. 212, 119 II 6 E. 4a). Denn gemäss dem Grundsatz, dass mit Rügen nicht treuwidrig zugewartet werden darf, hätte die Übergangsfrist spätestens im kantonalen Rekursverfahren verlangt werden müssen (BGE 122 IV 285 E. 1f; vgl. 120 Ia 19 E. 2c/aa S. 24); eine Übergangsfrist macht nur am Anfang Sinn.