Citation: 4A_371/2023 E. 6.15.1

6.15.1. Die Vorinstanz erwog, die Beschwerdeführerin werfe der Erstinstanz zu Unrecht vor, sie habe ihre Feststellung - der Einfluss des Beschwerdegegners sei über die Kontrolle eines reinen Geldgebers hinausgegangen - weder hergeleitet noch begründet. Die Erstinstanz habe sich eingehend mit den Mitsprache- und Mitwirkungsrechten des Beschwerdegegners befasst. In tatsächlicher Hinsicht bringe die Beschwerdeführerin vor, die vom Beschwerdegegner ausbedungene Einzelunterschrift für das Baukonto sei nicht ein einziges Mal benutzt worden. Allerdings mache sie nicht geltend, dass sie diese Behauptung bereits im erstinstanzlichen Verfahren aufgestellt hätte oder es sich dabei um ein zulässiges Novum handeln würde. Ob der Beschwerdegegner von seinen Rechten tatsächlich Gebrauch gemacht habe, sei im Übrigen ohnehin nicht entscheidend, sondern ob ihm ein entsprechendes Recht zugestanden worden sei. Im Weiteren äussere sich die Beschwerdeführerin zwar zum Zweck des Projektleitungsgremiums (PLG) und behaupte, ein solches sei in der ersten Etappe nie aktiv gewesen, für die zweite Etappe nie gebildet und mit der Rückforderung und Rückzahlung des Darlehens ohnehin aufgelöst worden; sie zeige aber weder auf, dass sie all dies schon vor der Erstinstanz behauptet hätte, noch lege sie Beweismittel dafür vor. Es handle sich um unzulässige Noven, womit die Berufung nicht hinreichend begründet sei. Die Erstinstanz habe festgestellt, welche Vereinbarungen die Parteien getroffen hätten, nämlich dass ein PLG "als oberstes Organ" gebildet werden sollte, als dessen Vorsitzender der Beschwerdegegner bestimmt worden sei und das über alle wesentlichen Angelegenheiten personeller, technischer, administrativer und finanzieller Natur entscheiden sollte, die nicht der Geschäftsführung übertragen worden seien. Basierend darauf habe sie festgehalten, dem Beschwerdegegner seien in der Vereinbarung 2005 erhebliche Mitsprache- und Kontrollrechte eingeräumt worden. Ebenso habe sie festgehalten, die Behauptung - das PLG habe nach Vertragsschluss nie getagt - sei verspätet erfolgt. Gehe es um die Vertragsauslegung, müsse die Partei, die sich auf den Vertrag berufe, nicht im Einzelnen behaupten und beweisen, dass dieser auch gelebt worden sei. Die Erstinstanz habe im Rahmen der Auslegung auch ohne entsprechende Behauptung des Beschwerdegegners auf den Wortlaut der Vereinbarung 2005 abstützen dürfen. Indem die Beschwerdeführerin nun behaupte, die Vereinbarung 2005 sei betreffend das PLG gar nie gelebt worden, mache sie implizit geltend, die Parteien hätten die Vereinbarung in diesem Punkt konkludent wieder aufgehoben, wobei die dazugehörige Tatsachenbehauptung (das PLG habe nie getagt) verspätet erfolgt sei.