Citation: 4A_57/2024 E. 3.1

3.1. Die Vorinstanz sah es demgegenüber als erwiesen an, dass der Beschwerdeführer ausreichend Kenntnis vom Schiedsverfahren gehabt habe. Zusammengefasst erwog sie, der Beschwerdeführer habe am 19. Juli 2020 das chinesische Schiedsgericht um Vertagung der auf den 8. September 2020 angesetzten Schiedsverhandlung ersucht. In der Folge habe das Schiedsgericht die Schiedsverhandlung antragsgemäss auf den 23. März 2021 verschoben. Aufgrund dieses Verschiebungsgesuchs stehe fest, dass der Beschwerdeführer über das hängige Schiedsverfahren ausreichend orientiert gewesen sei. Dennoch habe er in der Folge das Schiedsgericht weder auf seine angeblich fortbestehende, coronabedingte Einreisesperre für China hingewiesen noch dieses um eine zweite Verschiebung der Schiedsverhandlung ersucht. Der Beschwerdeführer habe vom 8. September 2020 (ursprünglicher Schiedstermin) bis zum 23. März 2021 (verschobener Schiedstermin) genügend Zeit gehabt, um sich beim Schiedsgericht zu wehren. Insbesondere hätte er in dieser Zeitspanne bemerken müssen, dass er keine Post des Schiedsgerichts erhalte. Eine Partei dürfe nach Treu und Glauben nicht zuerst den Ausgang des Prozesses abwarten, ehe sie Verfahrensfehler, die ihr bekannt seien, rüge. Dies gelte auch für die behauptete Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör. Entsprechend hätte der Beschwerdeführer sowohl die Zustellung der Verfahrensakten an die angeblich falsche Adresse als auch die angebliche Unmöglichkeit der Teilnahme am zweiten Schiedstermin bereits im Schiedsverfahren selbst geltend machen müssen. Diese Unterlassung könne er nicht im Vollstreckungsverfahren nachholen.