Citation: 5A.2/2005 24.03.2005 E. 6

6.1 Das Departement hält im angefochtenen Entscheid dafür, die näheren Umstände der Eheschliessung des Beschwerdeführers mit seiner Ehefrau und der Altersunterschied von beinahe 15 Jahren lege eine Zweckehe nahe, ohne die er die Schweiz bis zum 31. Mai 2000 hätte definitiv verlassen müssen. Darüber hinaus sei in seinem Kulturkreis die Eheschliessung mit einer geschiedenen und erst noch viel älteren Ehefrau verpönt. Nach islamischer Weltanschauung diene die Ehe der Familiengründung. Erstgebärende im Alter der Ehefrau bei der Eheschliessung seien hierzulande keine Seltenheit. Dass die Ehe des Beschwerdeführers kinderlos geblieben sei, lasse darauf schliessen, es sei ihm nicht primär um eine Familie, sondern um den Aufenthalt in der Schweiz gegangen. Der Beschwerdeführer macht zusammengefasst geltend, im Verfahren der erleichterten Einbürgerung dürften solche allgemeinen Überlegungen die Abklärung des konkreten Sachverhalts nicht ersetzen. In seiner Vernehmlassung bezeichnet das Departement sein Vorgehen im angefochtenen Entscheid als rechtsstaatlich, zumal nach BGE 130 II 483 E. 3.2 im Rahmen der Beweiswürdigung von bekannten Tatsachen (Vermutungsbasis) auf unbekannte (Vermutungsfolge) geschlossen werden dürfe. 6.2 Es mag zutreffen, dass die Umstände der Eheschliessung ein gewisses Indiz für die Absicht des Beschwerdeführers darstellen, einer Ausweisung aus der Schweiz zu entgehen. Diese Umstände lassen aber für sich genommen nicht zwingend auf fehlenden Willen zur stabilen ehelichen Gemeinschaft zum Zeitpunkt des Gesuchs um erleichterte Einbürgerung bzw. anlässlich des Entscheids schliessen. Zudem gilt es nicht aus den Augen zu verlieren, dass der Beschwerdeführer das Bestehen einer stabilen in die Zukunft gerichteten ehelichen Gemeinschaft zu beweisen hat (Art. 8 ZGB). Aus dieser Beweislast erwächst ihm ein Anspruch auf Abnahme der zum Nachweis dieser Gemeinschaft tauglichen Beweise. Solche hat der Beschwerdeführer angeboten. Dass die fraglichen Beweismittel untauglich wären oder am Ergebnis der Beweiswürdigung nichts ändern würden, steht nicht fest. Was schliesslich den Hinweis auf den Altersunterschied, den Kulturkreis, die islamische Weltanschauung und die Kinderlosigkeit des Beschwerdeführers anbelangt, so lässt sich damit eine stabile, in die Zukunft gerichtete eheliche Gemeinschaft nicht auf jeden Fall verneinen. Auch Schweizer Ehemänner leben nicht mit der religiösen Weltanschauung im Einklang, heiraten wesentlich ältere Partnerinnen und leben ihrem Wunsch entsprechend in kinderlosen Ehen. Mit derart allgemeinen Überlegungen lässt sich im konkreten Fall eine stabile eheliche Gemeinschaft nicht ausschliessen.