Citation: 5A_304/2024 E. 4.3

4.3. Die Beanstandungen sind zum Scheitern verurteilt. So bemängelt der Beschwerdeführer zwar die vorinstanzlichen Sachverhaltsfeststellungen. Dass sich die Zahlen, anhand derer die Vorinstanz den Unterhaltsausstand errechnet, tatsächlich aus den berücksichtigten Beilagen ergeben, stellt er jedoch nicht in Abrede, noch behauptet er, dass der Vorinstanz beim Korrigieren der Missschreibungen oder beim Ausrechnen des Unterhaltsausstands Fehler unterlaufen wären. Der Vorwurf, dass das Obergericht der Beschwerdegegnerin bei der Ermittlung der ausstehenden Unterhaltsbeiträge allzu fürsorglich unter die Arme greife und die gebotene Strenge vermissen lasse, beschlägt nicht die vorinstanzliche Tatsachenfeststellung oder Beweiswürdigung, sondern - wie auch der Beschwerdeführer erkannt zu haben scheint - die (Rechts-) Frage, welche Rolle dem Obergericht bei der Erarbeitung der tatsächlichen Entscheidgrundlagen zufiel bzw. ob es diesbezüglich seine Befugnisse überschritt. Der Beschwerdeführer rügt in diesem Zusammenhang, dass die Vorinstanz die "richterliche Fragepflicht" unzulässig weit überspanne. Was er damit meint, mag er freilich nicht näher erklären. Eine konkrete (geschriebene oder ungeschriebene) Rechtsregel, welcher der angefochtene Entscheid in dieser Hinsicht zuwiderlaufen würde, nennt er nicht. Insbesondere macht er auch nicht geltend, dass sich die Vorinstanz über den Verhandlungsgrundsatz hinweggesetzt habe, der laut dem angefochtenen Entscheid im Scheidungsverfahren für die güterrechtliche Auseinandersetzung gilt und gemäss § 54 Abs. 1 ZPO/ZH besagt, dass die Parteien dem Gericht das Tatsächliche des Rechtsstreits darzulegen haben. Ebenso wenig beklagt er sich darüber, dass das Bundesgericht die Sachvorbringen der Beschwerdegegnerin in Verkennung der bundesrechtlichen Anforderungen zu Unrecht als schlüssig behauptet oder hinreichend substanziiert angesehen habe. Solcherlei ist auch nicht ersichtlich (s. vorne E. 3.1.3 und die dort zitierte Rechtsprechung). Unbegründet ist auch die Befürchtung, die Vorinstanz wende § 115 Ziff. 2 ZPO/ZH willkürlich an, indem sie die Eingabe der Beschwerdegegnerin vom 4. Juni 2021 zulasse. Gemäss § 114 ZPO/ZH sind die Parteien mit Anträgen zur Sache, Tatsachenbehauptungen, Einreden und Bestreitungen ausgeschlossen, die sie mit ihrem letzten Vortrag oder in ihrer letzten Rechtsschrift nicht vorgebracht haben. Ausgenommen von dieser Bestimmung sind laut § 115 Ziff. 2 ZPO/ZH Behauptungen, Bestreitungen und Einreden, deren Richtigkeit sich aus den Prozessakten ergibt oder die durch neu eingereichte Urkunden sofort bewiesen werden können. Seinen Standpunkt, dass von diesen zwei alternativen Voraussetzungen im konkreten Fall die Letztere nicht erfüllt sein soll, begründet der Beschwerdeführer allein damit, dass er durch die Eingabe vom 4. Juni 2021 zu einer Stellungnahme veranlasst worden sei. Weshalb diese Lesart von § 115 Ziff. 2 ZPO/ZH geradezu zwingend sein soll und die Vorinstanz sich dem Vorwurf der Willkür aussetzt, wenn sie die sofortige Beweisbarkeit der neuen Behauptungen der Beschwerdegegnerin allein anhand der dazu neu eingereichten Urkunden beurteilt, tut der Beschwerdeführer nicht dar. Auch der vorinstanzlichen Erkenntnis, dass § 115 Ziff. 2 ZPO/ZH keine unverzügliche Geltendmachung voraussetze, hält er lediglich seine eigene Interpretation dieser Norm entgegen, indem er (sinngemäss) behauptet, die Eingabe vom 4. Juni 2021 sei verspätet erfolgt. Darauf ist nicht einzutreten. Auch was die ausstehenden Unterhaltsbeiträge angeht, hat der angefochtene Entscheid, dem zufolge unter diesem Titel ein Betrag von Fr. 646'429.-- in Rechnung zu stellen ist, somit Bestand.