Citation: 6B_863/2017 E. 1.3

1.3. Die Vorinstanz erwägt, dass der Beschwerdeführer bezüglich des Unfallgeschehens an einer medizinisch belegten Amnesie leide. Dass er drei Fahrzeuge in einem Zug überholt habe, leitet sie aus den räumlichen Verhältnissen sowie den Aussagen der Zeuginnen D.________ und F.________ ab. Es sei nur schwer vorstellbar, dass der Beschwerdeführer auf dem kurzen Abschnitt zwischen M.________rain und N.________strasse Y.________ überholt habe. Dagegen spreche die klare Aussage der Zeugin D.________, wonach das Fahrzeug des Beschwerdeführers nach ihr in einem Zug auch die zwei vor ihr fahrenden Fahrzeuge überholt habe, bevor es zum Unfall gekommen sei. Auch die Zeugin F.________ habe den BMW nicht auf der rechten Fahrspur gesehen. Die Aussagen von Y.________ seien in dieser Hinsicht widersprüchlich, da er einerseits gesagt habe, der Beschwerdeführer sei ihm im Bereich der Firma G.________ aufgefahren, wiederum aber auch gesagt habe, er habe nicht mehr darauf geachtet, wer hinter ihm gefahren sei und er habe nicht bemerkt, dass D.________ hinter ihm gefahren sei. Unter diesen Umständen sei davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer im Anschluss an die Kreuzung N.________strasse an allen drei Fahrzeugen in einem Zug vorbeigezogen sei (angefochtenes Urteil, E. 13.4). Y.________ habe wiederholt ausgesagt, sein Fahrzeug während des Überholmanövers beschleunigt zu haben. Die Aussage, dass er dabei ca. 70 km/h schnell gefahren sei, habe er in der Folge mehrfach relativiert. Auf die Geschwindigkeitsanzeige habe er nicht geschaut, weswegen seine Aussagen zur Geschwindigkeit als Schätzungen zu qualifizieren seien. Y.________ habe glaubhaft dargelegt, dass diese Aussage aufgrund der Angaben der befragten Personen zustande gekommen sei, weswegen nicht ohne umfassende Beweiswürdigung darauf abgestellt werden könne. Der Eindruck des Zeugen E.________, wonach Y.________ sein Fahrzeug sehr stark resp. gleich stark wie der Beschwerdeführer beschleunigt habe, sei vom starken Motorenlärm des BMW geprägt gewesen. Die Aussagen der vom Motorenlärm abgeschirmten Zeugin F.________ würden dafür sprechen, dass Y.________ nicht übermässig stark beschleunigt habe. Die hinter Y.________ fahrende Zeugin D.________ habe dessen Beschleunigung nicht bemerkt. Die Aufmerksamkeit von D.________ sei auf das Fahrzeug des Beschwerdeführers gerichtet gewesen. Dennoch sei davon auszugehen, dass ihr eine übermässige Beschleunigung aufgefallen wäre (angefochtenes Urteil, E. 13.5.3). Die Vorinstanz erwägt weiter, eine Beschleunigung des VW Polo auf 70 km/h erscheine auch aufgrund der Motorenleistung als nicht plausibel. Im vierten Gang ziehe der VW Polo mit einer schwachen Motorenleistung selbst bei Durchdrücken des Gaspedals nur langsam an. Es sei erstellt, dass Y.________ beschleunigt habe, die genaue Geschwindigkeit müsse aber offen gelassen werden. Sie habe nicht beträchtlich über 50 km/h gelegen (angefochtenes Urteil, E. 13.5.3). Zur Frage des Abstands zwischen Y.________ und dem vor ihm fahrenden Personenwagen erwägt die Vorinstanz, dass Y.________ sowie seine Mitfahrerin und damalige Freundin, H.________, konstant ausgesagt hätten, es habe vor ihnen genügend Raum für ein Wiedereinbiegen gehabt. Dass dies anders gewesen sein könnte, gehe einzig aus der Aussage von E.________ hervor. Dieser habe sich jedoch in einiger Distanz seitlich versetzt hinter den Fahrzeugen befunden. Seine Position sei nicht geeignet gewesen, eine eindeutige Beobachtung zu machen. Die Aussage von E.________, dass dem Beschwerdeführer nichts anderes übrig geblieben sei, als auf der linken Spur zu bleiben, beruhe auf einer vorformulierten Frage und sei in der erstinstanzlichen Hauptverhandlung von E.________ selbst relativiert worden. Es sei zwar deutlich wahrscheinlicher, dass der Abstand zwischen dem Fahrzeug von Y.________ und dem vor ihm fahrenden Fahrzeug 30 bis 40 Meter und nicht 100 Meter betragen habe, dies könne jedoch anhand der vorhandenen Beweise nicht rechtsgenüglich festgestellt werden. Durch die Beschleunigung während des Überholmanövers habe Y.________ das Wiedereinbiegen zwar erschwert, dieses aber nicht verunmöglicht. Es sei für den Beschwerdeführer noch ausreichend Raum vorhanden gewesen, um zwischen Y.________ und dem vor ihm fahrenden Personenwagen einzubiegen (angefochtenes Urteil, E. 13.5.4).