Citation: 8C_285/2021 E. 5.4.2

5.4.2. Das kantonale Gericht prüfte und bejahte in zutreffender Anwendung der einschlägigen Praxis die Verwertbarkeit der medizinsch-theoretischen Arbeitsfähigkeit in einer optimal leidensangepassten Tätigkeit. In tatsächlicher Hinsicht stand laut angefochtenem Urteil seit der Medas-Exploration im Oktober 2014 fest, dass dem Beschwerdeführer die angestammte Tätigkeit als Paketbote nicht mehr zumutbar war. In einer leidensangepassten Tätigkeit bei nicht erheblich restriktiv formuliertem Belastungsprofil war er jedoch zu 70% arbeitsfähig. Die erforderliche Willensanstrengung zur Umsetzung dieser Restarbeitsfähigkeit war ihm aus psychiatrischer Sicht ausdrücklich zumutbar. Gestützt auf das Medas-Gutachten schloss das kantonale Gericht, dem damals 58-jährigen Beschwerdeführer habe spätestens im Oktober 2014 (vgl. BGE 146 V 16 E. 7.1 mit Hinweisen) klar sein müssen, dass er sich beruflich neu zu orientieren habe. Damals sei ihm noch eine gut sechsjährige Aktivitätsdauer verblieben. Die kurzzeitige Erhöhung der Arbeitsunfähigkeit infolge des operativen Eingriffs an der Wirbelsäule vom 11. Februar 2015 ändere nichts daran. Aus den neuropsychologischen Befunden sei keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ableitbar. Die Annahme einer über die medizinisch-theoretisch attestierte Beeinträchtigung hinausgehenden, invalidenversicherungsrechtlich relevanten Einschränkung entfalle auch für die Zeit ab Dezember 2015 bzw. bereits sechs Monate postoperativ nach der Wirbelsäulenoperation vom 11. Februar 2015. Angesichts der ab diesem Zeitpunkt sogar noch verbesserten medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit von 100% in Bezug auf eine leidensangepasste Tätigkeit sei von der Verwertbarkeit dieser vergleichsweise hohen Leistungsfähigkeit auszugehen. Sodann stellte das kantonale Gericht nach einlässlicher und umfassender Beweiswürdigung fest, die ab September 2015 in der Stiftung E.________ durchgeführte berufliche Abklärung sei aus invaliditätsfremden Gründen im November 2015 gescheitert. Zwar habe die Stiftung E.________ im Bericht vom 25. November 2015 über die per 11. November 2015 vorzeitig abgebrochene Eingliederungsmassnahme den Standpunkt vertreten, die Vermittelbarkeit in den ersten Arbeitsmarkt sei "klar nicht gegeben". Doch sei sie dabei von eingeschränkten kognitiven Fähigkeiten ausgegangen. Die Eingliederungsfachleute der Stiftung E.________ hätten daher eine neurologisch-neuropsychologische Abklärung empfohlen. Laut neuropsychologischem Gutachten vermochte jedoch auch lic. phil. B.________ weder für die angestammte noch für eine leidensangepasste Tätigkeit aus neuropsychologischer bzw. kognitiver Sicht eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zu objektivieren. Zur gleichen Einschätzung waren zuvor bereits die behandelnden Ärzte der Klinik F.________ gelangt (Bericht vom 9. Oktober 2013 S. 2) und später auch die Asim-Gutachter. Nach ausführlicher Erörterung der medizinischen Aktenlage gelangte die Vorinstanz zum Schluss, dass sich der Beschwerdeführer spätestens 2014 wieder um eine Eingliederung in eine angepasste Tätigkeit hätte kümmern müssen und können, dies jedoch aus invaliditätsfremden Gründen unterliess.