Citation: 6B_1187/2020 E. 4.3.3

4.3.3. 4.3.3.1. Die Rüge des Beschwerdeführers, die Vorinstanz habe zentrale Vorbringen seines Verteidigers nicht berücksichtigt und damit seinen Gehörsanspruch verletzt, ist unbegründet. Der Beschwerdeführer legt weder dar noch ist ersichtlich, inwiefern die dargelegten Aussagen des Nachbarn D.________ für die Beurteilung, ob es in der Wohnung der Beschwerdegegnerin 2 zu körperlichen Übergriffen gekommen ist, entscheidrelevant sein sollten. Im Übrigen führt die Vorinstanz aus, dass die erstinstanzliche Feststellung, u.a. wonach D.________ keine Verletzungen der Beschwerdegegnerin 2 habe feststellen können, zu kurz greife, zumal sich die von der Beschwerdegegnerin 2 geschilderten Beschwerden in mehreren Punkten objektivieren liessen. Wie die Vorinstanz weiter festhält, würden diese Verletzungen sodann den vom Beschwerdeführer angestellten Spekulationen, dass die Aussagen der Beschwerdegegnerin 2 Resultat von Wahrnehmungsverschiebungen wegen psychischen Problemen sein könnten, entgegenstehen (Urteil S. 28 f.). Auch soweit der Beschwerdeführer behauptet, die Beschwerdegegnerin 2 habe unter psychischen Beschwerden gelitten, was allenfalls einen Einfluss auf ihr absolut unverständliches, irrationales (Aussage-) Verhalten gegenüber ihm gehabt habe, setzt sich die Vorinstanz damit genügend mit diesen Argumenten auseinander. Schliesslich behandelt die Vorinstanz die Frage der Plausibilität der Vorwürfe der Beschwerdegegnerin 2 ausführlich (vgl. Urteil S. 17 f., S. 23 ff., S. 43 ff.) : So erwähnt sie namentlich, dass sich die Beschwerdegegnerin 2 nicht aus eigenem Antrieb entschlossen und auch nicht getraut habe, die Polizei zu verständigen (Urteil S. 17). Zudem sei zum Zeitpunkt der ersten Einvernahme kurz nach dem Vorfall vom 25. August 2016 weder eine Beteiligung der Beschwerdegegnerin 2 am Verfahren als Straf- oder Zivilklägerin, noch ein Zivilanspruch, geschweige denn eine Anzeige des Beschwerdeführers gegen sie wegen eines angeblich heimlich erstellten Sexvideos zum Thema geworden. Die Beschwerdegegnerin 2 habe in dieser Einvernahme geradezu veranschaulicht, dass sie keine Rachegefühle gehegt habe, zumal sie dort ausgesagt habe, sie wünsche keine Komplikationen und keine Verhaftung des Beschwerdeführers bzw. sie wolle ihm nichts Böses, keinen Schaden, kein Gefängnis und kein Leid zufügen (Urteil S. 18). Die Vorinstanz erwägt weiter, der Umstand, dass die Beschwerdegegnerin 2 in der ersten Einvernahme (noch) nicht zu sämtlichen Vorwürfen Aussagen machte, sei damit zu erklären, dass sie, wie sie glaubhaft dargelegt habe, zu Beginn gar keine Aussagen habe machen wollen, sondern nur habe (mit dem Beschwerdeführer) Schluss machen und ihre Ruhe haben wollen, wobei sie damals noch nicht gewusst habe, dass sie später ohnehin Aussagen machen müsse (Urteil S. 25). Was im Übrigen die angeblich radikale Verhaltensänderung des Beschwerdeführers auch im Kontext seiner langjährigen Beziehung mit der Beschwerdegegnerin 2 betrifft, erwähnt die Vorinstanz wiederholt die Aussagen der Beschwerdegegnerin 2 vor der Staatsanwaltschaft, wonach er anfangs Juni 2016 bzw. vermutlich an seinem Geburtstag am 2. Juni angefangen habe, sie fast täglich zu schlagen und zu bedrohen. Die Schläge hätten damit begonnen, dass er die ganze Zeit gesagt habe, sie würde ihn betrügen (vgl. Urteil S. 42 f.). Inwiefern die Vorinstanz die vom Beschwerdeführer genannten Punkte schlicht ignoriert und damit auch eine gehörige Verteidigung desselben verunmöglicht haben sollte, ist nach dem Gesagten nicht ersichtlich. Ebenso hinlänglich kommt die Vorinstanz ihrer Begründungspflicht nach, wenn sie in Bezug auf den Vorwurf des erzwungenen Oralverkehrs ausführt, dieser weise einen engen Bezug zu den Ereignissen vom 25. August 2016 auf, weshalb die Erinnerung der Beschwerdegegnerin 2 an einen solchen Vorfall intakt und es daher naheliegend sei, dass sie (im selben Zusammenhang) darüber berichtet habe. Aufgrund deren wiederholt vorgetragenen und überzeugenden Schilderung von Schlägen des Beschwerdeführers beim Oralsex sei davon auszugehen, dass es mindestens einen solchen Vorfall im fraglichen Zeitraum gegeben habe. Hinzu komme, dass der Beschwerdeführer selbst gewisse, in der Anklageschrift umschriebene äussere Abläufe eingestehe und auch erwähne, die Beschwerdegegnerin 2 - allerdings lediglich oberflächlich - geschlagen zu haben (vgl. Urteil S. 60 f., S. 67). 4.3.3.2. Der Beschwerdeführer vermag im Weiteren nicht aufzuzeigen, inwiefern die vorinstanzliche Beweiswürdigung (auch) im Ergebnis willkürlich sein sollte. Soweit der Beschwerdeführer argumentiert, es sei unklar, wer am 25. August 2016 die Polizei gerufen habe und weshalb die Beschwerdegegnerin 2 ausgerechnet nach dem fraglichen Vorfall via Balkon zu ihrem Nachbarn geflohen sei und schliesslich vor der Polizei gegen den Beschwerdeführer ausgesagt habe, übt er blosse appellatorische Kritik am vorinstanzlichen Urteil. Dasselbe gilt hinsichtlich seiner Behauptung, die Beschwerdegegnerin 2 habe sich an ihm rächen und bloss ihre eigenen Interessen im gegen sie geführten Verfahren wegen Erpressung durchsetzen wollen. Die Vorinstanz legt überzeugend dar, dass die Beschwerdegegnerin 2 aus grosser Angst und Sorge um ihre Familie von der Nachbarwohnung aus ihre Eltern (und nicht etwa die Polizei) anrief, nachdem der Beschwerdeführer sie aufgefordert hatte, sie müsse zugeben, ihn betrogen zu haben und dies auf Tonband aufzeichnen, ansonsten er ihre Familie umbringe. Weiter begründet die Vorinstanz einlässlich, wie die Beschwerdegegnerin 2 erst durch den Notruf eines Anwohners und das Zureden ihrer Eltern veranlasst wurde, bei der Polizei gegen den Beschwerdeführer auszusagen, und sie dabei offensichtlich keine Rachegefühle hegte (vgl. bereits Urteil S. 17 f., S. 23 ff.). Was im Speziellen die vom Beschwerdeführer erwähnten Aussagen der Zeugin E.________ betrifft, kann der Beschwerdeführer nichts zu seinen Gunsten ableiten, wenn er sich damit begnügt, bloss deren Schilderungen punktuell wiederzugeben. So lässt er etwa unerwähnt, dass E.________ aussagte, das angebliche Sexvideo mit ihr selbst sei ihr von der Beschwerdegegnerin 2 bereits im Sommer 2015 gezeigt worden, sie dies jedoch bis in den November 2016 für sich behalten und den Beschwerdeführer erst dann erstmals darüber informiert habe (vgl. kantonale Akten pag. 7/3 S. 4 ff.), er hingegen aussagte, er habe das Video schon vorher gekannt (kantonale Akten, erstinstanzliches Protokoll S. 36), und die Strafanzeige gegen die Beschwerdegegnerin 2 wegen Erpressung dann doch erst Ende November 2016 erstattete (vgl. Urteil S. 6). Ebenso wenig substanziiert setzt sich der Beschwerdeführer mit den willkürfreien Erwägungen der Vorinstanz zur Plausibilität der Vorwürfe der Beschwerdegegnerin 2 (vgl. zum Ganzen bereits E. 4.3.3.1 vorstehend) auseinander, insbesondere soweit er "enorme" zusätzliche Belastungen und Widersprüche in deren zweiten, staatsanwaltschaftlichen Einvernahme im Vergleich zur ersten Einvernahme vor der Polizei geltend macht. Im Gegenzug geht die Vorinstanz davon aus, dass die Aussagen des Beschwerdeführers in verschiedener Hinsicht Widersprüchlichkeiten und Ungereimtheiten aufweisen, weshalb sie die von der Beschwerdegegnerin 2 plausibel vorgetragene Darstellung der Vorfälle vom 25. August 2016 nicht entkräften können (vgl. Urteil S. 34 ff.). Inwiefern diese Feststellung, auch mit Blick auf die Unschuldsvermutung, willkürlich sein sollte, ist weder ersichtlich noch vom Beschwerdeführer konkret dargetan. Auch im Übrigen vermögen die Vorbringen des Beschwerdeführers nicht zu überzeugen, soweit sie den formellen Anforderungen überhaupt genügen. Wenn die Vorinstanz namentlich festhält, die Beschwerdegegnerin 2 behauptete von Anfang an, der Beschwerdeführer habe mit der Wegnahme ihres Handys am 25. August 2016 sein Verbot, Kontakt zu ihrer Familie aufzunehmen, durchsetzen wollen, weshalb die Mitnahme des Handys diesen Zweck tatsächlich viel wirkungsvoller garantieren konnte als eine Überwachung (vgl. Urteil S. 26), ist dies unter Willkürgesichtspunkten nicht zu beanstanden. Dasselbe gilt in Bezug auf die vorinstanzlich festgestellten (versuchten) Nötigungshandlungen des Beschwerdeführers. So ist hinsichtlich des Vorwurfs gemäss Anklageziffer 2.2 angesichts des umständlichen Wegs, den die Beschwerdegegnerin 2 in ihrem angeschlagenen Zustand nahm, um ihre eigene Wohnung zu verlassen, und ihrer glaubhaft geschilderten Ängste belegt, dass sie in grosser Angst vor dem Beschwerdeführer war und insbesondere befürchtete, von ihm über eine in der Korridorlampe montierte Kamera beobachtet zu werden; anstatt durch ihre Eingangstür flüchtete sie über den Balkon. Ob die Anlage tatsächlich so arbeitete, wie der Beschwerdeführer der Beschwerdegegnerin 2 vorgab, kann daher dahingestellt bleiben (vgl. bereits Urteil S. 27, S. 41). Dass die Beschwerdegegnerin 2 die fragliche Kamera für eine Imitation gehalten haben soll, findet in den vom Beschwerdeführer zitierten Akten jedenfalls keine Stütze. Im Weiteren sind auch die vorinstanzlichen Erwägungen zu den gemäss der Vorinstanz erstellten Körperverletzungen und Tätlichkeiten des Beschwerdeführers gegenüber der Beschwerdegegnerin 2 nicht unhaltbar. Die Vorinstanz legt willkürfrei dar, wie sich die glaubhaften Aussagen der Beschwerdegegnerin 2 hierzu nachvollziehbar - namentlich durch ärztliche Befunde - objektivieren lassen oder die Verletzungen zumindest dem zeitlich klar eingeordneten Vorfall vom 25. August 2016 zugeordnet werden können (vgl. Urteil S. 28 f., S. 43 ff., S. 45 f. und S. 46 ff.). Was der Beschwerdeführer hiergegen einwendet, ist unbehelflich, soweit er sich überhaupt genügend mit den vorinstanzlichen Feststellungen auseinandersetzt. Er übersieht insbesondere, dass die Vorinstanz die Aussagen der Beschwerdegegnerin 2 zu den Gewaltanwendungen vor dem 25. August 2016 "nur" dann als ungenügendes Anklagefundament betrachtet, wenn sie "zeitlich schwer einzuordnen sind bzw. diesbezüglich gewisse Unschärfen verbleiben und sie sich nicht anderweitig z.B. durch objektive Umstände verifizieren lassen", selbst wenn auch bei diesen Aussagen ernsthafte Anhaltspunkte dafür bestehen, dass sie der Wahrheit entsprechen (vgl. Urteil S. 43 ff.). Inwiefern diese Feststellung "inkonsequent" sein sollte, ist nicht ersichtlich. Entgegen dem Beschwerdeführer erwägt die Vorinstanz schliesslich, weshalb sie - im Gegensatz zu den übrigen vorgeworfenen Sexualdelikten - einen Vorfall des erzwungenen Oralverkehrs als erstellt erachtet (vgl. bereits Urteil S. 55 ff.). Auch mit diesen Feststellungen setzt sich der Beschwerdeführer nicht näher auseinander. 4.3.3.3. Zusammenfassend vermag der Beschwerdeführer keine willkürliche Sachverhaltsfeststellung oder Verletzung sonstigen Bundesrechts darzutun. Die diversen (Teil-) Schuldsprüche sind damit nicht zu beanstanden, zumal der Beschwerdeführer die rechtliche Würdigung der Vorinstanz im Übrigen nicht rügt.