Citation: I 572/99 23.05.2000 E. 3

3.- a) In erwerblicher Hinsicht lässt der Beschwerde- führer geltend machen, im vorinstanzlichen Entscheid sei das Valideneinkommen nicht korrekt ermittelt worden. Auszu- gehen sei von den tatsächlichen Einkommen der Jahre 1989 bis 1991. Da sich das im Jahr 1989 erzielte Einkommen von Fr. 56 650.- im Folgejahr auf Fr. 61 274.- und im Jahr 1991 auf Fr. 64 805.- steigerte, müsse eine durchschnittliche Lohnentwicklung von 6,95 % berücksichtigt werden. Bei deren Weiterführung bis zum hier massgebenden Jahr 1995 ergebe sich ein Valideneinkommen von Fr. 84 782.-, wobei dieses, dem durch die Vorinstanz festgelegten Invalideneinkommen von Fr. 28 539.- gegenübergestellt, zu einem Invaliditäts- grad von 66,33 % führe. Schliesslich sei zu berücksichti- gen, dass die in medizinisch-theoretischer Hinsicht bewer- tete Einschränkung der Arbeitsfähigkeit mehr als nur gerade 50 % betrage, weshalb ohnehin klar sei, dass im vorliegen- den Fall vom Anspruch auf eine ganze Rente auszugehen sei. b) Für die Bezifferung des hypothetischen Validenein- kommens kann in der Regel vom letzten Lohn, welchen der Versicherte vor Eintritt der Gesundheitsschädigung erzielt hat, ausgegangen werden. Dieses Einkommen ist der Lohnent- wicklung anzupassen, welche bis zum in tatbeständlicher Hinsicht massgebenden Zeitpunkt des Verfügungserlasses (BGE 116 V 248 Erw. 1a) eingetreten ist (ZAK 1991 S. 320 Erw. 3a); dabei sind nicht nur die teuerungsbedingten Lohn- anpassungen, sondern auch die Reallohnentwicklung zu be- rücksichtigen (Locher, Grundriss des Sozialversicherungs- rechts, Bern 1997, S. 263 Nr. 14). Der ohne Invalidität erzielbare Verdienst ist somit unter Berücksichtigung der individuellen, persönlichen und beruflichen Verhältnisse des Versicherten zu bestimmen (AHI 1998 S. 171 Erw. 5a mit Hinweisen), während auf Erfahrungs- und Durchschnittswerte - im Sinne der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) - nur zurückzu- greifen ist, wenn aussagekräftige Anhaltspunkte fehlen (Omlin, Die Invalidität in der obligatorischen Unfallver- sicherung, Diss. Freiburg 1995, S. 180 f.). Dabei sind nach der Rechtsprechung zu Art. 28 Abs. 2 IVG und Art. 18 Abs. 2 UVG theoretisch vorhandene berufliche Entwicklungs- oder Aufstiegsmöglichkeiten jedoch nur dann zu beachten, wenn sie mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eingetreten wären. Für die Annahme einer mutmasslichen beruflichen Weiterent- wicklung wird daher der Nachweis konkreter Anhaltspunkte dafür verlangt, dass der Versicherte einen beruflichen Auf- stieg und ein entsprechend höheres Einkommen auch tatsäch- lich realisiert hätte, wenn er nicht invalid geworden wäre. Es müssen konkrete Hinweise für das behauptete berufliche Fortkommen bestehen, so z.B. wenn der Arbeitgeber dies kon- kret in Aussicht gestellt oder gar zugesichert hat. Sodann genügen blosse Absichtserklärungen des Versicherten nicht. Vielmehr muss die Absicht, beruflich weiterzukommen, be- reits durch konkrete Schritte kundgetan worden sein (AHI 1998 S. 171 Erw. 5a mit Hinweisen). c) Verwaltung und Vorinstanz sind von einem dem durch- schnittlichen Tabellenlohn entsprechenden Validenlohn aus- gegangen, ohne die Reallohnentwicklung zu berücksichtigen, die beim Versicherten in den Jahren 1989 - 1991 stattgefun- den hatte. Im Lichte der dargelegten Grundsätze ist nicht zu beanstanden, dass das kantonale Gericht für die Ermitt- lung des Valideneinkommens davon abgesehen hat, einen Lohn- zuwachs von jährlich 6,95 % zu berücksichtigen, zumal die gesundheitlichen Beeinträchtigungen des Beschwerdeführers schon damals bestanden. Folglich war nicht damit zu rech- nen, dass er die als Presseauditor/Lektor bei der Firma Argus von Juni 1988 bis Dezember 1991 ausgeübte Tätigkeit auf längere Zeit hätte weiterführen können, noch konnte somit für die Zeit bis zum Verfügungserlass (vgl. Erw. 3b) eine Lohnsteigerung im erwähnten Umfang angenommen werden.