Citation: 9C_786/2019 E. 5.4.1

5.4.1. Der beschwerdeführenden IV-Stelle kann nicht gefolgt werden, soweit sie - pauschal - vorbringt, der medizinische Sachverhalt sei zugunsten des Versicherten erheblich vereinfacht worden. Dies mag höchstens für die Periode vor September 2018 zutreffen, als der RAD - und gestützt darauf die Beschwerdeführerin in ihrem Vorbescheid vom 9. Oktober 2018- eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit angenommen haben. Ab September 2018 ging der RAD von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit gemäss Einschätzung der MEDAS-Ärzte aus, obwohl er die Verwertbarkeit dieser Expertise in Frage stellte (vgl. E. 5.2.1). Die Vorinstanz ist daher nicht in Willkür verfallen, wenn sie von einer schwierigen Ermittlung des rechtserheblichen Sachverhalts ausging. Ebenso wenig verletzte sie Bundesrecht, als sie zum Ergebnis gelangte, rechtliche Fragen betreffend Verwertbarkeit von Gutachten sowie Umgang mit einem unklaren medizinischen Sachverhalt und mit einer Kompromisslösung stelle für einen juristischen Laien eine grosse Schwierigkeit dar, die ohne Unterstützung kaum zu bewältigen sei.