Citation: 6B_691/2022 E. 3.1.2

3.1.2. Die Vorinstanz gelangt zum überzeugenden Schluss, dass der Beschwerdeführer bandenmässig handelte. Entgegen seinem Vorbringen kommt es nicht darauf an, welche Entscheidungsbefugnisse ein Bandenmitglied innerhalb des Zusammenschlusses hat. Die Beteiligung an einer Bande lässt Abstufungen nach dem Tatinteresse und dem Tateinfluss zu. Auch in einer Bande kann eine Rangordnung der Mitglieder bestehen. Mitglied einer Bande kann auch sein, wem nach der Bandenabrede nur Aufgaben zufallen, die sich bei wertender Betrachtung als Gehilfentätigkeit darstellen. Gerade bei einem bandenmässig verübten Betäubungsmitteldelikt leisten die Bandenmitglieder oft recht unterschiedliche Tatbeiträge. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers ist es nicht notwendig, dass die Bandenmitglieder ständig zusammenwirken. Es ist nicht erforderlich, dass sämtliche Bandenmitglieder sich kennen. Es reicht aus, wenn der Täter den Willen hat, mit einer anderen Person Betäubungsmitteldelikte zu begehen. Gerade im internationalen Drogenhandel wird darauf geachtet, dass die Bandenmitglieder anonym bleiben, damit ein Mitglied bei einer Festnahme nicht in der Lage ist, Auskunft über die Struktur der Bande zu geben (vgl. GUSTAV HUG-BEELI, Kommentar zum Betäubungsmittelgesetz, 2016, N. 1075 ff. zu Art. 19 BetmG). Der Beschwerdeführer trägt vor, er habe nicht mit den Bandenmitgliedern B.________ und C.________ zusammengearbeitet. Diese seien bereits in Haft gewesen, als er aktiv gewesen sei. Dem hält die Vorinstanz schlüssig entgegen, dass die gemeinsame Begehung der Straftaten keine Voraussetzung der Bandenmässigkeit ist. Ein selbständiges Handeln der Bandenmitglieder im Rahmen des Vereinigungsziels genügt. Die Vorinstanz weist auf die Aussage des Beschwerdeführers hin, wonach er nicht gewusst habe, wer vor oder nach ihm seine Stelle besetzt habe. Damit bestätige er, dass er einer hierarchisch aufgebauten Bande angehört habe. Der Beschwerdeführer habe betont, er und der Konsument hätten ihre Telefonnummern gegenseitig nicht gekannt. Die Bestellungen seien über einen Hintermann in U.________ gelaufen. Daraus zieht die Vorinstanz folgerichtig den Schluss, dass die Organisation von U.________ aus die Bestellungen der Konsumenten entgegengenommen und an Lieferanten wie den Beschwerdeführer weitergeleitet habe. Die Vorinstanz betont, dass auch B.________ und C.________ die Nummer dieses Hintermannes abgespeichert hatten und auf dessen Anweisung Heroin auslieferten, und zwar von der gleichen Wohnung aus wie der Beschwerdeführer. Dieser habe mit dem Hintermann ein zumindest kurzlebiges stabiles Team gebildet. Zwar habe der Beschwerdeführer nicht auf einer hohen Hierarchiestufe rangiert, doch habe er immerhin nach der Verhaftung von B.________ und C.________ die Gruppierung neu organisiert, indem er eine neue Wohnung besorgt habe. Bei der Durchsuchung des Drogenbunkers wurde eine SIM-Kartenhalterung gefunden, auf der sich die DNA des Beschwerdeführers befand. Dieser behauptet, das Beweismittel sei nicht verwertbar. Wie es sich damit verhält, kann offenbleiben. Denn die Vorinstanz legt bereits auf der Grundlage der übrigen Beweise überzeugend dar, dass der Beschwerdeführer als Mitglied einer Bande handelte. Der Beschwerdeführer macht geltend, B.________ und C.________ seien vom Vorwurf der Bandenmässigkeit rechtskräftig freigesprochen worden. Dem erwidert die Vorinstanz, jenes Urteil sei bereits am 10. Juni 2020 in einem getrennten Verfahren ergangen. Die Vorinstanz sieht sich an dieses Urteil zu Recht nicht gebunden. Damals herrschte eine andere Beweislage. Gemäss Vorinstanz kam erst später ans Licht, dass eine gut organisierte Bande in V.________ Lieferanten stationierte. Nach dem Gesagten verletzt die Vorinstanz kein Bundesrecht, indem sie den Drogenhandel des Beschwerdeführers als bandenmässig im Sinne von Art. 19 Abs. 2 lit. b BetmG qualifiziert.