Citation: 4A_533/2019 E. 4.1.3

4.1.3. Die Vorinstanz hielt fest, die Beschwerdeführerin mache implizit eine Verletzung der gerichtlichen Fragepflicht im Sinne von Art. 56 ZPO geltend. Sie vertrete die Ansicht, das Gericht hätte ihr vor Erstattung der Replik einen Substanziierungshinweis geben müssen. Sie erwog, die Beschwerdeführerin mache eine Werklohnforderung geltend, wobei sie eine Pauschalpreisabrede ausdrücklich verneine. Ihre Forderung beruhe somit auf Art. 374 OR, wonach sich der Werklohn mangels anderer Abrede nach dem Wert der Arbeit und dem Aufwand des Unternehmers bestimme. Ihr Aufwand sei damit ein grundsätzliches Tatbestandselement für die Bestimmung des Werklohns, was ihr, die anwaltlich vertreten gewesen sei, nicht habe verborgen bleiben können. Der Umstand, dass sie den tatsächlich angefallenen Aufwand in ihren Rechtsschriften nicht detailliert behauptet habe, könne nicht durch die gerichtliche Fragepflicht korrigiert werden.