Citation: I 373/05 14.10.2005 E. 3

3.1 Dem kann nicht gefolgt werden. Zwar besteht kein Zweifel daran, dass die Beschwerdeführerin grundsätzlich in der Lage ist, eine Tätigkeit als Pflegehelferin auszuüben. Jedoch fehlt es an einer bei der Pflege insbesondere von alten Menschen unabdingbaren Voraussetzung, nämlich der Möglichkeit einer uneingeschränkten Verständigung. Aus den Akten ergibt sich, dass die Beschwerdeführerin beidseitig an einem Hörverlust von über 95 % leidet. Zu Recht hat die Versicherte im vorinstanzlichen Verfahren auf die im Berufsalltag entstehenden Probleme hingewiesen und geltend gemacht, dass gerade betagte Personen häufig nicht mehr langsam und deutlich artikulieren können und teilweise nicht begreifen, warum sie ihre Pflegerin von vorne ansprechen oder ihr Anliegen auch einmal wiederholen müssen. Die Versicherte vermag ihrerseits keine Hilferufe wahrzunehmen. Damit kann sie nie selbstständig, sondern höchstens zur Unterstützung einer Kollegin eingesetzt werden, sodass ihr Einsatz auf reine Hilfstätigkeiten reduziert ist. Dies ist ihr jedoch aufgrund ihrer qualifizierten Ausbildung nicht zuzumuten. Das Erfordernis, sich als Pflegehelferin uneingeschränkt verständigen zu können, ist nicht abhängig von konjunkturellen Bedingungen. Der Hinweis auf invaliditätsfremde Gründe der Erwerbsunfähigkeit hält daher einer Überprüfung nicht stand. So geht schon aus dem Bericht der vormaligen Berufsberaterin vom 2. Dezember 1996 hervor, dass die Beschwerdeführerin die Stelle im Altersheim nur dank einer verständnisvollen Vorgesetzten erhalten habe. Zwar ist es nicht ausgeschlossen, auch mit der Hörbehinderung eine Stelle zu finden. Jedoch ist die Beschwerdeführerin bei ihrer Suche auf einen sehr kleinen Kreis von möglichen Arbeitsplätzen beschränkt. Der allgemeine Arbeitsmarkt steht ihr dabei nicht offen. 3.2 Rechtsprechungsgemäss setzt der Anspruch auf Umschulung einen Invaliditätsgrad von etwa 20 % voraus (BGE 130 V 491 und 124 V 111 Erw. 2b; AHI 2000 S. 61, je mit Hinweisen), wobei im Rahmen der gemischten Methode Erwerbs- und Haushaltsbereich strikt zu trennen sind, die Umschulung nur direkte Auswirkungen auf den Erwerbsbereich haben kann (vgl. BGE 124 V 110 Erw. 2b) und der Mindestinvaliditätsgrad einzig im Erwerbsbereich - und nicht bezüglich der Gesamtinvalidität - erfüllt sein muss (Urteil G. vom 6. Dezember 2001 [I 190/01] Erw. 2b). Gemäss Auszug aus dem Individuellen Konto verdiente die Beschwerdeführerin im Jahr 2001 als Pflegerin mit 50 %-Pensum Fr. 28'793.-. Dem ist das Einkommen gegenüberzustellen, das sie in einer Hilfstätigkeit erzielen könnte. Nach der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohnstrukturerhebung 2000 belief sich der Zentralwert für die mit einfachen und repetitiven Tätigkeiten (Anforderungsniveau 4) beschäftigten Frauen im privaten Sektor auf Fr. 3'658.- (bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 40 Stunden). Umgerechnet auf die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41,7 Stunden (Die Volkswirtschaft, 2003 Heft 6, S. 98, Tabelle B 9.2) und angepasst an die Nominallohnentwicklung bei Frauenlöhnen von 2,5 % (Bundesamt für Statistik, Lohnentwicklung 2002, S. 33, Tabelle T1.2.93; BGE 129 V 408) ergibt sich für das Jahr 2001 ein Einkommen von Fr. 46'906.-, beziehungsweise Fr. 23'453.- für ein 50 %-Pensum. Zufolge der Hörbehinderung ist dieser Tabellenlohn um einen leidensbedingten Abzug zu reduzieren (BGE 126 V 78 ff. Erw. 5), wobei 15 % als angemessen erscheinen. Das Invalideneinkommen beläuft sich damit auf Fr. 19'935.-. Verglichen mit dem Valideneinkommen von Fr. 28'793.- resultiert ein Invaliditätsgrad von 31 % (vgl. zur Rundung des Invaliditätsgrades BGE 130 V 121). In dieser Beziehung ist die Anspruchsvoraussetzung für die Umschulung daher erfüllt.