Citation: 5A_901/2017 E. 3.2

3.2. Nach Ansicht des Obergerichts kommt im Eheschutzverfahren ohnehin dem Kriterium der grösstmöglichen Stabilität der Verhältnisse besondere Bedeutung zu. Die bisherigen Lebensumstände der Kinder sollten nicht ohne Not von Grund auf verändert werden. Die Parteien hätten bis zur Trennung eine klassische Rollenteilung gelebt, wobei die Mutter sich um die Kinder gekümmert habe. Sie sei daher als Hauptbezugsperson anzusehen. Ein Eingriff in die gewachsenen Strukturen könne für die geistige und seelische Entwicklung der Kinder nachteilige Auswirkungen haben. Geschwister sollten ausserdem in der Regel nicht getrennt werden. Eine Trennung würde vorliegend denn auch nicht im Kindeswohl liegen und wäre unverhältnismässig. Es sei daher nicht sinnvoll, das bisher gelebte Rollenmodell umzustossen, zumal die Beschwerdegegnerin grundsätzlich erziehungsfähig sei. Auf eine Fremdplatzierung des Sohnes sei zu verzichten, insbesondere auch weil eine solche nach Einschätzung des Gutachtens zu Dekompensationsreaktionen im familiären System führen könne. Ausserdem äussere sich das Gutachten nicht zu den mittelfristigen Perspektiven einer befristeten Heimunterbringung von D.A.________. Es bestehe die Gefahr, dass eine Fremdplatzierung dem Sohn mehr schade als nutze. Dies gelte es zu vermeiden; das Kindeswohl gebiete es, einzig erfolgsversprechende Massnahmen zu ergreifen.