Citation: 8C_512/2023 E. A

Der 1984 geborene A.________ leistete Militärdienst, als er sich am 4. April 2007 beim Sport am - aufgrund früherer Unfälle bereits vorgeschädigten - linken Knie verletzte (medialer Meniskusriss und osteochondrale Läsion am medialen Femurkondylus). Die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt, Abteilung Militärversicherung (nachfolgend: Suva-MV oder Beschwerdeführerin) anerkannte ihre Leistungspflicht und erbrachte die gesetzlichen Leistungen. Unter anderem übernahm sie die Kosten von zwei Knieoperationen am 16. November 2007 und am 29. Januar 2009. Am 10. März 2009 schlossen A.________ und die Suva-MV einen Vergleich ab, der mit Verfügung vom 3. April 2009 bestätigt wurde. Dabei verpflichtete sich die Suva-MV zur Bezahlung einer Summe von Fr. 20'000.-. Im Gegenzug würden über den 7. April 2009 hinaus keine Leistungen für Erwerbsausfall mehr erbracht. Gleichzeitig verzichtete die Suva-MV auf eine Strafanzeige wegen verschwiegener 100%iger Erwerbstätigkeit bei gleichzeitigem Taggeldbezug. Ein allfälliger Integritätsschadenanspruch werde zu gegebener Zeit beurteilt. In der Folge verletzte sich A.________ erneut am linken Knie. Die Suva Unfallversicherung erbrachte hierfür die gesetzlichen Leistungen. Mit Verfügung vom 14. März 2012, bestätigt durch Einspracheentscheid vom 18. September 2012, sprach sie A.________ für die Unfallfolgen am linken Knie eine Integritätsentschädigung bei einer Integritätseinbusse von 10 % zu (mässige femorotibiale Kniegelenksarthrose im medialen Kompartiment). Am 5. Januar 2018 meldete A.________ der Suva-MV einen Rückfall resp. einen Revisionsgrund. Alternativ ersuchte er um Wiedererwägung der Verfügung vom 3. April 2009 (inkl. Vergleich) und um Beurteilung der Haftung inkl. Integritätsschaden. Mit Verfügung vom 11. April 2018 lehnte die Suva-MV die Haftung für die Verschlimmerung der Kniebeschwerden links in der Rekrutenschule 2007 spätestens per 6. April 2009 ab. Sie verneinte einen erneuten Anspruch auf Umschulung und lehnte zudem eine Integritätsschadenrente ab. Auf Einsprache des A.________ hin holte sie bei PD Dr. med. B.________, Fachärztin für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, Academy of Swiss Insurance Medicine (asim), Universitätsspital Basel, ein orthopädisches Gutachten vom 30. April 2021 ein. Am 8. Juni 2022 erstattete die Gutachterin eine ergänzende Stellungnahme. Mit Entscheid vom 7. Dezember 2022 wies die Suva-MV die Einsprache ab.