Citation: U 117/03 19.12.2003 E. 3

3.1 Die SUVA vertritt die Auffassung, im vorliegenden Fall sei der adäquate Kausalzusammenhang nicht nach den Kriterien von BGE 117 V 359 (Schleudertrauma) zu prüfen, sondern nach denjenigen von BGE 115 V 133 (psychische Leiden). 3.2 In Fällen, in welchen die zum typischen Beschwerdebild eines Schleudertraumas oder einer schleudertraumaähnlichen Verletzung gehörenden Beeinträchtigungen zwar teilweise gegeben sind, im Vergleich zur ausgeprägten psychischen Problematik aber ganz in den Hintergrund treten, ist die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs unter dem Gesichtspunkt einer psychischen Fehlentwicklung nach Unfall vorzunehmen (BGE 123 V 98). Es ist ein naher zeitlicher Zusammenhang zwischen Unfall und überwiegend psychischer Problematik vorausgesetzt, wobei die Beurteilung nicht auf Grund einer Momentaufnahme vorzunehmen ist. Nicht zulässig ist, längere Zeit nach einem Unfall, wenn die zum typischen Beschwerdebild eines Schleudertraumas gehörenden physischen Beschwerden weitgehend abgeklungen sind, die psychische Problematik aber fortbesteht, diese fortan nach der Rechtsprechung zu den psychischen Unfallfolgen zu beurteilen. Vielmehr ist in einem solchen Fall zu prüfen, ob im Verlaufe der ganzen Entwicklung vom Unfall bis zum Beurteilungszeitpunkt die physischen Beschwerden gesamthaft nur eine sehr untergeordnete Rolle gespielt haben und damit ganz in den Hintergrund getreten sind. Nur wenn dies zutrifft, ist die Adäquanz nach der Rechtsprechung zu den psychischen Unfallfolgen zu beurteilen (RKUV 2002 Nr. U 465 S. 438 f. Erw. 3a und b). 3.3 Nach dem Gesagten ist zu prüfen, ob die physischen Unfallfolgen zwischen dem Unfall vom 27. Januar 2000 und dem Verfügungszeitpunkt vom 6. August 2001 ganz in den Hintergrund getreten sind. Diese Frage ist mit der Vorinstanz zu verneinen. Auf Grund der umfangreichen medizinischen Akten steht fest, dass somatische Residuen noch bis gegen Ende des Jahres 2000 festgestellt werden mussten. Vor diesem Zeitpunkt standen die psychischen Beschwerden beim Versicherten nicht im Vordergrund, auch wenn sie in geringem Ausmass vorhanden waren. Noch im Oktober 2000 stellten die Ärzte der Rehaklinik X.________ eine Verbesserung und Stabilisierung der psychischen Verfassung des Versicherten fest. Dass somatische Restfolgen bis zu jenem Zeitpunkt bestanden, ist auch durch die regelmässige Verordnung von Physiotherapie belegt. Erst ab dem Jahre 2001, mithin elf Monate nach dem Unfall, waren die psychischen Folgen eindeutig dominant. Daraus folgt, dass die Vorinstanz die Beurteilung der Kausalität nach der Schleudertrauma-Praxis richtig vorgenommen hat. Es kann auf die zutreffenden Ausführungen im vorinstanzlichen Urteil (S. 10 und 11) verwiesen werden.