Citation: 7B_9/2021 E. 3.2.1

3.2.1. Die Strafbehörden prüfen ihre Zuständigkeit von Amtes wegen und leiten einen Fall wenn nötig der zuständigen Stelle weiter (Art. 39 Abs. 1 StPO). Die örtliche Zuständigkeit ist von den Strafbehörden permanent zu überprüfen. Fehlt diese Prozessvoraussetzung, so darf die Strafbehörde nur soweit tätig werden, als es zur Fixierung des Gerichtsstands erforderlich ist und Massnahmen unaufschiebbar sind. Die örtliche Zuständigkeit kann sich vor allem im Vorverfahren - je nach Verfahrensentwicklung - ändern. Die Prüfung obliegt somit hauptsächlich den Staatsanwaltschaften, aber auch der Polizei (Art. 42 Abs. 1 StPO; vgl. Erich Kuhn, in: Kommentar StPO, a.a.O., N. 1 f. zu Art. 39 StPO; Niklaus Schmid/Daniel Jositsch, Handbuch des schweizerischen Strafprozessrechts, 3. Aufl. 2017, Rz. 483). Fehlt die Zuständigkeit, ist die Sache von Amtes wegen der zuständigen Behörde weiterzuleiten. Die StPO sieht für diese Überweisung keine besondere Form vor. Ist - so Art. 40 Abs. 1 StPO - der Gerichtsstand unter Strafbehörden des gleichen Kantons streitig, so entscheidet die Ober- oder Generalstaatsanwaltschaft oder, wenn keine solche vorgesehen ist, die Beschwerdeinstanz dieses Kantons endgültig.