Citation: 1P.558/2006 03.11.2006 E. 2

Das Verhöramt hat dem Beschwerdeführer in seinem Einstellungsbeschluss vom 27. März 2006 keine Kosten auferlegt. Es hat ihm jedoch die von ihm geltend gemachte Entschädigung für seine Anwaltskosten verweigert. Gemäss Art. 246 StPO/AR kann dem Beschuldigten, gegen den das Verfahren endgültig eingestellt oder der freigesprochen wird, eine Entschädigung zugesprochen werden (Abs. 1). Die Entschädigung kann ganz oder teilweise verweigert werden, wenn der Beschuldigte verwerflich oder unkorrekt gehandelt oder durch sein Verhalten die Untersuchung erschwert hat (Abs. 3). Obwohl Art. 246 Abs. 1 StPO/AR als "Kann-Vorschrift" formuliert ist, ist davon auszugehen, dass für die Verweigerung einer Entschädigung bei Einstellung des Verfahrens oder bei Freispruch die gleichen Grundsätze gelten wie für eine Kostenauflage in solchen Fällen (BGE 115 la 309 E. 1a S. 310, mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 1P.470/2002 vom 20. November 2002 E. 1.1; Andreas Donatsch/Niklaus Schmid, Kommentar zur Strafprozessordnung des Kantons Zürich, Zürich 2000, § 42 Rz. 20). Dies hat die Staatsanwaltschaft im angefochtenen Rekursentscheid denn auch ausdrücklich festgehalten.