Citation: 2P.45/2002 23.04.2002 E. 2

2.1 Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung hat die bedürftige Partei einen grundrechtlichen Anspruch darauf, dass einem Gesuch um unentgeltliche Verbeiständung entsprochen wird, wenn ihre Interessen in schwerwiegender Weise betroffen sind und der Fall in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht Schwierigkeiten bietet, die den Beizug eines Rechtsvertreters erfordern. Dabei fallen neben der Komplexität der Rechtsfragen und der Unübersichtlichkeit des Sachverhalts auch in der Person des Betroffenen liegende Gründe in Betracht, wie etwa seine Fähigkeit, sich im Verfahren zurecht zu finden (BGE 122 I 275 E. 3a S. 276, mit Hinweisen). 2.2 Mit dem Verwaltungsgericht ist von der Bedürftigkeit des von der Sozialhilfe abhängigen Beschwerdeführers auszugehen und kann angenommen werden, dass seine vor dem Verwaltungsgericht gestellten Rechtsbegehren nicht aussichtslos waren. Fraglich ist somit einzig, ob der vorliegende Fall in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht solche Schwierigkeiten bot, die den Beizug der Rechtsvertreterin rechtfertigten. 2.3 Das Verwaltungsgericht hatte insgesamt drei Problemkreise zu behandeln: Kürzung des Grundbedarfs I, Kürzung des Grundbedarfs II und Prüfung der dem Beschwerdeführer auferlegten Weisung, sich um eine Arbeitsstelle zu bemühen und ein Arbeitszeugnis einzureichen. Auf die beiden ersten Punkte trat das Verwaltungsgericht nicht ein; lediglich den dritten Punkt hat es inhaltlich geprüft. Der angefochtene Entscheid umfasst immerhin 13 Seiten und enthält eine recht umfassende Begründung. Das Verwaltungsgericht erklärt dies damit, es habe auf die wortreiche Beschwerdebegründung eingehen müssen; komplexe Verhältnisse ergäben sich daraus aber nicht; schwergewichtig seien die geltend gemachten Tatsachen und nicht irgendwelche schwer verständlichen rechtlichen Probleme behandelt worden. Das Verwaltungsgericht ist unter anderem auf die Rüge des Beschwerdeführers betreffend die Kürzung des Grundbedarfs II nicht eingetreten, weil er den entsprechenden Streitgegenstand nicht bereits im Rekursverfahren vor dem Bezirksrat angefochten habe. Zur Frage der Kürzung des Grundbedarfs I hielt das Verwaltungsgericht fest, der Bezirksrat habe den bei ihm hängigen Rekurs insoweit zu Unrecht behandelt, weshalb das Verwaltungsgericht darauf nicht eintreten könne. Daraus ergibt sich, dass der vorliegende Fall bereits in verfahrensrechtlicher Hinsicht nicht einfach war, zumal sich auch die Frage der aufschiebenden Wirkung stellte, die für den Beschwerdeführer als rechtsunkundigen Laien ebenfalls nicht als offenkundig gelten kann. Dasselbe gilt für die materielle Beurteilung des Falles. So belegt nur schon die recht ausführliche Begründung des Verwaltungsgerichts, dass der Fall nicht offensichtlich war. Obwohl dieses der Ansicht ist, es habe keine schwer verständlichen rechtlichen Probleme behandeln müssen, liegen die rechtlichen Zusammenhänge für einen Laien nicht auf der Hand. Auch die tatsächliche Ausgangslage des Falles ist nicht einfach überschaubar, was unter anderem aus der Begründung des angefochtenen Entscheids selbst hervorgeht. 2.4 Der Umstand, dass der Beschwerdeführer beim Bezirksrat selbständig Rekurs eingelegt hatte, belegt damit nicht, dass er auch fähig gewesen wäre, ohne Beizug eines Rechtsbeistandes selber erfolgversprechend Beschwerde vor dem Verwaltungsgericht zu führen. Überdies hatte er seine verfahrensrechtliche Stellung bereits dadurch geschwächt, dass er es vor dem Bezirksrat unterlassen hatte, einen Streitpunkt anzufechten, mit dem er offenbar noch immer nicht einverstanden war; die Gefahr bestand, dass er auch vor dem Verwaltungsgericht durch neue Unzulänglichkeiten seine verfahrensrechtliche Stellung weiter hätte beeinträchtigen können. Die tatsächliche und rechtliche Ausgangslage rechtfertigte daher den Beizug seiner Rechtsvertreterin.