Citation: 1A.60/2001 26.10.2001 E. 3

3.- a) Nach Art. 3 GSchG ist jedermann verpflichtet, alle nach den Umständen gebotene Sorgfalt anzuwenden, um nachteilige Einwirkungen auf die Gewässer zu vermeiden. Es ist untersagt, Stoffe, die Wasser verunreinigen können, mittelbar oder unmittelbar in ein Gewässer einzubringen oder versickern zu lassen (Art. 6 Abs. 1 GSchG). Stellt die Behörde fest, dass ein Gewässer die Anforderungen an die Wasserqualität nach Anhang 2 zur Gewässerschutzverordnung (GSchV) nicht erfüllt oder dass die besondere Nutzung des Gewässers nicht gewährleistet ist, so hat sie insbesondere die Art, das Ausmass und die Ursachen der Verunreinigung zu ermitteln und dafür zu sorgen, dass die erforderlichen Massnahmen getroffen werden (Art. 47 Abs. 1 GSchV). Art. 53 GSchG verleiht ihr die Kompetenz, die Massnahmen zwangsweise durchsetzen, wobei Art. 41 VwVG Anwendung findet, falls der Kanton keine oder keine strengeren Vorschriften enthält. Der Vollzug der Gewässerschutzgesetzgebung obliegt, von hier nicht zutreffenden Ausnahmen abgesehen, den Kantonen (Art. 45 GSchG; Art. 45 Abs. 1 GSchV). b) Es ist unbestritten, dass nach damals geltendem, zugerischem Recht (§ 126 GewG) die kantonale Baudirektion für den Vollzug der Gewässerschutzgesetzgebung zuständig war. Mit Verfügung vom 2. September 1998 verpflichtete sie Josef Röllin, die Massnahmen zu dulden, welche das Amt für Umweltschutz zur Abwendung der unmittelbaren Gefahren, die vom Pflanzenklärteich auf das Grundwasser ausgehen, ergreifen werde. Zugleich entzog sie der Verfügung die aufschiebende Wirkung. Die Beschwerdeführer ziehen die dazu vom Verwaltungsgericht angeführten gesetzlichen Grundlagen zu Recht nicht in Zweifel. Hingegen wenden sie sinngemäss ein, es sei keine Gefahr im Verzug gelegen und demzufolge sei eine antizipierte Ersatzvornahme nicht zulässig gewesen. aa) Die Beschwerdeführer machen nicht geltend, die Ersatzvornahme habe gegen kantonales Recht verstossen, und das ist auch nicht ersichtlich. Die Frage ist daher im Lichte von Art. 41 VwVG zu prüfen (oben E. 1d und 3a). Nach Art. 41 Abs. 1 und 2 VwVG ist die Ersatzvornahme nur nach vorheriger Androhung unter Einräumung einer angemessenen Frist zulässig. Der Bürger muss die Möglichkeit haben, seine Pflicht selbst zu erfüllen, bevor der Staat an seiner Stelle und auf seine Kosten handelt. Wird auf die Androhung verzichtet, liegt eine sogenannte antizipierte Ersatzvornahme vor. Sie ist nur zulässig, wenn Gefahr im Verzug ist (Art. 41 Abs. 3 VwVG). Diese Bestimmung entspricht der nach Lehre und Rechtsprechung für Ersatzvornahmen allgemein geltenden Regelung (Urteil des Bundesgerichts vom 23. Juni 1997 in: ZBl 99/1998 S. 138 E. 1b und dortige Hinweise; Alfred Kölz/ Isabelle Häner, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. Auflage, Zürich 1998, Rz. 388 S. 139; Ulrich Häfelin/Georg Müller, Grundriss des Allgemeinen Verwaltungsrechts,