Citation: 8C_659/2023 E. 6

Weiter rügt die Beschwerdeführerin, die AKB habe ihre Auskunfts- und Beratungspflicht gemäss Art. 27 ATSG verletzt, indem sie sie nicht auf die qualitative Mangelhaftigkeit der Bewerbungsschreiben aufmerksam gemacht habe. Erstmals sei sie mit Schreiben vom 5. Oktober 2020 darauf hingewiesen worden, was für den Nachweis an ausreichenden Stellenbemühungen gefordert werde. In qualitativer Hinsicht sei ausgeführt worden, dass Kopien der Stelleninserate, der Bewerbungsschreiben, sowie Rückmeldungen der Arbeitgeber einzureichen seien. Weiter sei bzgl. der Qualität der Arbeitsbemühungen darauf hingewiesen worden, dass mündliche Erkundigungen nicht als ernsthafte und intensive Arbeitsbemühungen qualifiziert würden. Ebenfalls würden RAV-Kontrollblätter nicht genügen. Gestützt auf diese Information habe sie zusammen mit ihrer Tochter begonnen, die Bewerbungen vorzunehmen und diese mit den schriftlichen Absagen der Beschwerdegegnerin fortlaufend einzureichen. Weder im Anmeldeformular noch im Informationsschreiben vom 5. Oktober 2020 sei erwähnt worden, wie die Betreffzeile zu formulieren sei bzw. dass eine Bewerbung unter Verweis auf die zumutbare Hilfsarbeitstätigkeit als ungenügend betrachtet würde. Auch dass die Anrede nicht allgemein mit "Sehr geehrte Damen und Herren" erfolgen dürfe oder nicht der jeweils identische Bewerbungstext benutzt werden solle, wisse sie erst seit dem Einspracheentscheid. Bis zu diesem habe die Beschwerdegegnerin mit keinem Wort die Qualität der schriftlichen Bewerbungen bemängelt, wobei die angeblichen Mängel nur für sie einfach zu erkennen gewesen seien. Insbesondere habe der Beschwerdegegnerin klar gewesen sein müssen, dass das nach dem Schreiben vom 5. Oktober 2020 an die dortigen Vorgaben angepasste Verhalten zu einer Gefährdung des Leistungsanspruchs führe. Damit sei der Kern der Beratungspflicht verletzt, weil die Beschwerdeführerin einen erheblichen Teil ihrer EL verwirkt habe.