Citation: 4P.28/2006 03.04.2006 E. 3

3.1 Das Obergericht führte an, der Experte Y.________ habe vor Erstellung seiner Expertise im Zusammenhang mit dem Materialeinbruch verschiedene Personen befragt und in seinem Bericht vom 3. Mai 2004 eine "Zusammenfassung von wesentlichen Aussagen von befragten Personen" unterbreitet. Die Beschwerdeführerin halte dafür, der Gutachter habe die vom Bundesgericht gestellten Anforderungen nicht erfüllt. Diese Rüge sei unbegründet. Unter lit. a werde - entsprechend der Beilage 1 zum Gutachten vom 12. Juli 2000 - auf eine Sitzung vom 5. Mai 2000 hingewiesen, an welcher der Gutachter Y.________, D.________, H.________, E.________, G.________ und I.________ teilgenommen hätten. Nach Angabe des Experten wurde eine kontradiktorische Diskussion über offene Fragen geführt. Die Themen seien gewesen: Organisation/Vorbohren/Wasserhaltung/Durchbruch/Berechnungen. Der Experte habe nicht angegeben, wer was zu welchen Themen geäussert habe. Dies schade indes nicht, da die für die Beurteilung einer Haftung der Klägerin für allfälliges vertragswidriges Verhalten relevanten Punkte anlässlich dieser Sitzung gemäss den zusammengefassten Aussagen der Teilnehmer nicht oder nur am Rand besprochen worden seien. Bedeutsam sei einerseits der Ort des Materialeinbruchs und andererseits, ob an dieser Stelle vor dem Einbruch Injektionen vorgenommen wurden, weil die Spundwände nicht alle auf den Fels gerammt waren. Diese Fragen seien zwar beim Thema "Durchbruch" offensichtlich diskutiert worden, wenn der Experte angebe: "Ca. 10 m ab Ecke. Zwei bis drei Bohlen bleiben auf höherem Niveau stecken. Dieser Bereich wurde injiziert". Diese Aussage sei auf Grund der Akten aus dem Verfahren vor Bezirksgericht Visp dem Geschäftsführer der J.________ AG - Rechtsvorgängerin Beschwerdeführerin - G.________ zuzuordnen, der im dortigen Verfahren als Zeuge erklärt habe, es sei richtig, dass die Spundwand an dieser Ecke (gemeint sei die Nordostecke) durch Injektionen abgedichtet worden sei; der Materialeinbruch habe jedoch nicht an dieser Ecke stattgefunden, sondern etwa zehn Meter westwärts. Unter lit. b. weise der Experte auf eine Befragung von Ing. K.________ am 19. Juni 2000 und ein Telefongespräch mit diesem vom 30. Mai 2000 hin und verweise auf den Inhalt des Dokumentenordners. Der Inhalt der mit Ingenieur K.________ geführten Gespräche ergebe sich aus der detaillierten Auflistung der Dokumente. Unter lit. c werde die Befragung des Herrn I.________ vom 15. März plus Telefonate vom 8. Mai und 10. Juli 2000 erwähnt. Diese Aussagen zu den Themen Offerte/Spundwand/Dichtigkeit/Einbruch/Läge der Bohlen und Injektionen resp. Jettin, seien rechtsgenüglich zusammengefasst, was die Beschwerdeführerin in ihrer Stellungnahme vom 23. September 2004 auch nicht bestreite. Unter lit. d verweise der Gutachter schliesslich auf eine "Präsentation der forensischen Ergebnisse und kontradiktorische Diskussion am 27. Juni 2000" zu den Themen Dichtigkeit/Aushub, Sohlplatte, Westwand/Einbruch/Lärm. Die Teilnehmer dieser Diskussion seien zwar nicht aufgeführt, doch schade dies nicht. Zum zentralen Punkt "Einbruch" sei einzig festgehalten, dass die Bohlen oberhalb der Sohleplatte stecken geblieben seien und der Eckbereich in Ordnung gewesen sei. Dass nicht alle Bohlen auf den Fels gerammt gewesen seien, sei von Anfang an nie bestritten gewesen. Es sei daher festzuhalten, dass die vom Experten zusammengefasst wiedergegebenen Aussagen der von ihm befragten Personen die vom Bundesgericht gestellten Anforderungen erfülle. Der Experte Y.________ habe somit bei der Ermittlung des Sachverhalts das rechtliche Gehör der Beschwerdeführerin nicht verletzt. Das Gutachten leide demgemäss an keinem formalen Mangel, weshalb eine Oberexpertise wegen Verletzung formaler Regeln nicht anzuordnen sei. 3.2 Die Beschwerdeführerin macht geltend, das Obergericht habe zu Unrecht angenommen, das Gutachten genüge den vom Bundesgericht gestellten Anforderungen bezüglich der Offenlegung der Grundlagen. So fehlten in der Stellungnahme des Experten Y.________ klare und strukturierte Angaben, wer zu welchem Beweisthema etwas ausgesagt habe und auf welche Protokolle und welche Aussagen sich der Experte in seinem Gutachten stütze. Es sei daher der Beschwerdeführerin nicht möglich nachzuprüfen, wer an der Sitzung vom 5. Mai 2000 welche Aussage gemacht habe. Das Obergericht ordne die Aussage, wonach der Materialeinbruch ca. 10 m von der Nordostecke der Baugrube entfernt erfolgte und dass in diesem Bereich nachträglich injiziert wurde, G.________ zu. Dies sei eine unzulässige Spekulation. Aus der Zusammenfassung des Experten sei nicht ersichtlich, wer diese Aussage gemacht habe. Der Experte sei erst später von dieser Aussage abgewichen, ohne dies zu begründen. Entgegen der Annahme des Obergerichts sei auch die Zusammenfassung des Experten betreffend der Diskussion vom 27. Juni 2000 ungenügend, da insoweit nicht einmal die Teilnehmenden aufgeführt seien. Damit ergebe sich, dass das Gutachten an formalen Mängeln leide, weil der Experte Y.________ bei der Ermittlung des Sachverhalts das rechtliche Gehör der Beschwerdeführerin verletzt habe. 3.3 Zutreffend ist, dass aus der Eingabe des Experten vom 3. Mai 2004 nicht hervorgeht, wer ausgesagt haben soll, der Materialeinbruch sei ca. 10 m von der Nordostecke der Baugrube entfernt erfolgt, bzw. drei Bohlen seien oberhalb der Sohlplatte stecken geblieben, [der] Eckbereich sei in Ordnung gewesen. Dies ist jedoch unerheblich, weil die Expertise davon ausgeht, der Materialeinbruch sei in der Nordostecke resp. Nordwand erfolgt und der Experte nur gehalten ist, die Aussagen zusammenzufassen, auf die er sein Gutachten abstützt. Bezüglich der Aussage zum Einbruch, nach [dem] Lösen der Anker sei bei ca. 4 m ab Ecke leichte, sichtbare Sickerströmung erfolgt und nach 24 Stunden der Einbruch erfolgt, hat der Experte die befragte Person angegeben. Demnach war für die Beschwerdeführerin erkennbar, auf welche Aussagen von befragten Personen der Experte sein Gutachten abstellte, weshalb insoweit eine Verletzung des rechtlichen Gehörs zu verneinen ist.