Citation: 2C_861/2018 E. 3.4.3

3.4.3. Ungeachtet dessen, dass aus dem Strafregister gelöschte Urteile nicht direkt für den Widerrufsgrund von Art. 63 Abs. 1 lit. b AIG tatbestandsbegründend sein können (oben, E. 3.2), ist die Wertung, inwiefern ein erneutes Aufflackern krimineller Handlungen als ein Rückfall in alte Verhaltensmuster zu qualifizieren ist und die betreffende ausländische Person damit ihre Unfähigkeit oder ihren Unwillen zum Ausdruck bringt, sich auch künftig an die Rechtsordnung zu halten (vgl. dazu oben, E. 2.1), ohne Beizug der Akten kaum möglich. Ein solcher Beizug der Akten verletzt Art. 369 Abs. 7 StGB deswegen nicht, weil Ausländer- und Strafrecht unterschiedliche Ziele verfolgen und unabhängig voneinander anzuwenden sind (BGE 137 II 233 E. 5.2.2 S. 236 f.). Aus den Akten geht hervor, dass sich der Beschwerdeführer der mit Entscheid vom 21. Januar 2004 angeordneten Drogentherapie unterzogen hatte, wobei er durch die Suchtfachstelle St. Gallen und die Bewährungshilfe St. Gallen begleitet wurde. Nachdem er sich stets an die ihm auferlegten Vorgaben gehalten hatte, wurde die Therapie am 16. Mai 2006 erfolgreich abgeschlossen und die entsprechende Anordnung aufgehoben. In der Folge hatte der Beschwerdeführer, soweit ersichtlich, seine Drogensucht unter Kontrolle und hielt sich während Jahren an Recht und Ordnung. Zwischen 2011 und 2013 wurde er jedoch wieder rückfällig und begann, Heroin zu konsumieren, weswegen er seit April 2014 viermal wegen Drogendelikten verurteilt werden musste und zur Finanzierung seines Konsums auch wieder Einbruchdiebstähle zu begehen begann. Mit seiner ab dem Jahr 2011 wieder auftretenden Kriminalität ist der Beschwerdeführer in alte Verhaltensmuster zurückgefallen und hat damit gezeigt, dass er auch künftig weder gewillt noch fähig ist, sich an die Rechtsordnung zu halten. Der Widerrufsgrund von Art. 63 Abs. 1 lit. b AIG ist erfüllt.