Citation: 6B_188/2022 E. 4.4.3

4.4.3. Damit begründet die Vorinstanz schlüssig und willkürfrei, weshalb sie davon ausgeht, dass der Beschwerdeführer die gewaltsame "Befreiung" seiner Kinder plante. Entgegen dessen Vorbringen trifft damit einhergehend nicht zu, dass sie sich "mit keinem Wort mit seinem Einwand auseinander[setzt], weshalb er gegen den Willen seiner Kinder oder dessen Ex-Ehefrau handeln soll[t]e" bzw. nicht ersichtlich sei, weshalb er etwas hätte tun sollen, das sich gegen deren Wohlergehen gerichtet und seine Beziehung zu seinen Kindern und seiner geschiedenen Frau noch mehr belastet hätte. Der Beschwerdeführer ignoriert, dass die Vorinstanz in sachverhaltlicher Hinsicht nicht "nur" davon ausgeht, dass er "stets um seine Kinder besorgt" gewesen ist, sondern stattdessen und willkürfrei davon, dass er trotz nicht fundierter Mutmassungen über angebliche Misshandlungen bzw. unbegründeter Gefährdungsmeldungen darauf fixiert gewesen ist, seine Kinder zu beschützen und zu besuchen und ihn hiervon weder verfügte Betretungs- und Annäherungsverbote noch das Wissen darum, dass seine Kinder ihn nicht sehen wollten, abgehalten haben (angefochtenes Urteil S. 30 f.). Daraus ergibt sich ohne weiteres, weshalb die Vorinstanz widerspruchsfrei davon ausgeht, dass der Beschwerdeführer zum (aus seiner Sicht) Schutz seiner Kinder bzw. einer hierfür notwendigen Befreiung bereit und gewillt war, gegen deren Willen und jenen seiner geschiedenen Ehefrau zu handeln. Sie verletzt weder seinen Anspruch auf rechtliches Gehör noch stellt sie den Sachverhalt willkürlich fest. Daran vermag nichts zu ändern, dass der Beschwerdeführer statt mit einem entwendeten Fahrzeug mit dem Zug und ohne Billet nach V.________ unterwegs war, er mithin nicht "jegliches Risiko ausgeschlossen" hatte. Es erschliesst sich im Übrigen nicht, inwiefern bei einer Zugfahrt ohne gültigen Fahrausweis das Risiko einer Effektenkontrolle höher sein soll, als im Rahmen einer Verkehrskontrolle, bei der festgestellt wird, dass das zu kontrollierende Fahrzeug entwendet worden ist, zumal der Umstand allein, ohne gültigen Fahrausweis den Zug zu benützen, in der Regel zu keiner Effektenkontrolle führt. Auch daraus, dass der Beschwerdeführer kein Fluchtauto und keine Räumlichkeiten für den Aufenthalt der zu entführen geplanten Personen organisiert hatte (vgl. dazu nachfolgend E. 5.1.4.2), er vor dem Eintreffen der Polizei weder seinen Rucksack weggeworfen noch die Flucht ergriffen hat, musste die Vorinstanz keineswegs zwingend auf dessen nicht vorhandenen Willen schliessen, "etwas strafbares zu tun", zumal für eine Flucht oder ein Wegwerfen des Rucksackes angesichts seines von Beginn an vorgebrachten Argumentariums kein Anlass bestand.