Citation: I 208/03 26.03.2004 E. 3

Es stellt sich die Frage, ob die Beschwerdeführerin ab 25. Oktober 1999 Anspruch auf eine revisionsweise Erhöhung der vom kantonalen Gericht ab Januar 1999 zugesprochenen halben Invalidenrente hatte. 3.1 Nach Art. 41 IVG werden laufende Renten für die Zukunft erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben, wenn sich der Invaliditätsgrad in einer für den Anspruch erheblichen Weise ändert. Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Ob eine solche Änderung eingetreten ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der ursprünglichen Rentenverfügung bestanden hat, mit demjenigen zur Zeit der streitigen Revisionsverfügung (BGE 125 V 369 Erw. 2 mit Hinweis). Nach der Rechtsprechung ist die Invalidenrente nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 120 V 131 Erw. 3b, 119 V 478 Erw. 1b/aa, 113 V 275 Erw. 1a mit Hinweisen). Eine bloss unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhaltes stellt dabei praxisgemäss keine revisionsbegründende Änderung im Sinne von Art. 41 IVG dar (BGE 112 V 372 unten mit Hinweisen). 3.2 Das kantonale Gericht hat die medizinischen Akten überaus detailliert und eingehend dargestellt und geprüft. Aufgrund der umfassenden Dokumentation lässt sich einzig entnehmen, dass der behandelnde Neurologe, Dr. med. R.________, ab dem 25. Oktober 1999 eine volle Arbeitsunfähigkeit attestierte. Im bei den Akten liegenden ärztlichen Zwischenbericht vom 13. Dezember 1999 begründet er gegenüber der IV-Stelle nicht, inwiefern sich der Gesundheitszustand seiner Patientin verschlechtert habe und weshalb sie ab jenem Zeitpunkt nicht mehr in der Lage sein sollte, (irgend-)einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. Hingegen wird im Gutachten der Dres. med. C.________ (Chefarzt der Klinik B.________) und L.________ (Oberärztin an der Klinik B.________) vom 14. Dezember 2000 ein Bericht von Dr. med. R.________ vom 13. Dezember 1999 an die Unfallversicherung erwähnt und zusammengefasst. Demnach habe die Beschwerdeführerin anlässlich einer Untersuchung am 27. Oktober 1999 über vermehrte Nackenschmerzen mit erheblichen Schmerzrezidivien geklagt, die derart intensiv gewesen seien, dass sie sich immer wieder habe hinlegen müssen. Im Rahmen dieser Schmerzrezidive sei es zu einer zunehmenden Einschränkung der HWS- und Kopfbeweglichkeit mit gleichzeitig vermehrtem Auftreten von Gefühlsstörungen am Kopf links, am Hals im Schulter-/Armbereich und am linken Bein gekommen. Aufgrund dieses Verlaufes mit Symptomverschlechterung der unfallbedingten Beschwerden habe die Arbeitsunfähigkeit ab dem 24. Oktober 1999 auf 100 % festgelegt werden müssen. Als Indiz für eine gesundheitliche Verschlechterung kann auch der Umstand gewertet werden, dass die Beschwerdeführerin ab November 1999 für die Alltagsbelange und bei der Führung des Haushalts Spitexhilfe in Anspruch nehmen musste. Damit ist von veränderten Verhältnissen in medizinischer Hinsicht ab jenem Zeitpunkt auszugehen. 3.3 Zu beachten gilt es indessen, dass die vorinstanzliche Beurteilung des Invaliditätsgrades weitgehend auf der sich aus dem Gutachten B.________ vom 14. Dezember 2000 ergebenden Stellungnahme zur zumutbaren Arbeitsfähigkeit beruht. Diese Expertise wurde aufgrund einer Untersuchung vom 3. Oktober 2000 erstellt. Damit ist die Verschlechterung des Gesundheitszustandes, wie sie in den erwähnten Berichten von Dr. med. R.________ hervorgeht, mitberücksichtigt. Seit dieser umfassenden Begutachtung wird keine weitere Verschlechterung geltend gemacht. Auch konnte sich der behandelnde Arzt, Dr. med. G.________, Facharzt für Psychiatrie, in einem eigenen Gutachten den in der genannten Expertise gemachten Schlussfolgerungen weitgehend anschliessen. Mit der Vorinstanz ist daher festzustellen, dass der medizinische Sachverhalt genügend abgeklärt ist. Das Gutachten vom 14. Dezember 2000 und der audio-neurologische Bericht von Dr. med. M.________ vom 9. Juni 2001 liefern wichtige Grundlagen für die Beurteilung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit. Das kantonale Gericht hat überzeugend dargelegt, warum es diesen gefolgt, die Arbeitsfähigkeit an einer angepassten Stelle indessen auf 50 % anstelle der im Gutachten genannten 70 % festgesetzt hat. Darauf ist bei der Schätzung des Invaliditätsgrades abzustellen. Auch wenn es im Oktober 1999 zu einer Verschlimmerung in gesundheitlicher Hinsicht gekommen ist, kann aufgrund der später erfolgten Begutachtung nicht von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit an einer angepassten Stelle ausgegangen werden.