Citation: 8C_442/2024 E. 5

Es steht gestützt auf die vorinstanzlichen Erwägungen fest und ist unbestritten geblieben, dass die Beschwerdeführerin als Fachangestellte Gesundheit an ihrem Arbeitsplatz im Spital mit der Pflege von Patienten mit einer Covid-19-Erkrankung betraut war. Zwar handelte es sich nicht um die Intensivstation, aber gemäss Angaben der Arbeitgeberin waren die Patienten auf eine Pflege angewiesen, die engen körperlichen Kontakt erforderten. Damit ist ohne Weiteres von einer Tätigkeit mit dem spezifischen Risiko eines gesundheitsgefährdenden Arbeitsplatzes im Spital im Sinne der Doppelliste von Ziff. 2 lit. b des UVV-Anhangs 1 auszugehen und hat dementsprechend praxisgemäss die natürliche Vermutung zu greifen, dass eine Berufskrankheit vorliege, nachdem die Beschwerdeführerin an einer Covid-19-Infektion erkrankt ist. Die Vorinstanz hält dafür, dass eine Ansteckung am Arbeitsplatz ohnehin nicht überwiegend wahrscheinlich sei. Zum einen geht sie aufgrund der Angaben der Arbeitgeberin von einem einzig möglichen Ansteckungszeitpunkt am 27. Januar 2021 aus. Zum anderen stützt sie sich auf das "Wissenschaftliche Update" der Swiss National Covid-19 Science Task Force vom 25. Januar 2021 (abrufbar unter: https://sciencetaskforce.ch/wissenschaftliches-update-25-januar-2022/; besucht am 25. November 2024). Daraus lässt sich indessen kein schlüssiger Gegenbeweis ableiten, der die Vermutung der berufsbedingten Erkrankung umzustossen vermöchte. Entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin liegt die Beweislast dafür beim Unfallversicherer. Dies gilt zum einen hinsichtlich der vom kantonalen Gericht gestützt auf die Angaben der Stationsleiterin in der fraglichen E-Mail vom 14. März 2023 angestellten Hypothesen, bei welchem Kontakt es letztlich zur Ansteckung gekommen sei. Es kann insbesondere nicht ausschlaggebend sein, wie viele infizierte Patienten die Beschwerdeführerin im Spital zu betreuen hatte, zumal selbst gemäss Vorinstanz feststeht, dass die Pflege solcher Patienten zu den regelmässigen Aufgaben der Beschwerdeführerin gehörte. Sind die Voraussetzungen für die Geltung der natürlichen Vermutung wie hier gegeben, bedarf es keiner weiteren Abklärungen, bei welcher Gelegenheit die Infektion stattgefunden habe. Zum andern lässt sich ein schlüssiger Gegenbeweis auch mit den übrigen Annahmen von Verwaltung und Vorinstanz nicht begründen. Dass eine Ansteckung mit der damals dominanten, leichter übertragbaren und auch in der Gesamtbevölkerung einigermassen verbreiteten Virusvariante Omikron erfolgte, ist nicht erstellt und auch nicht ausschlaggebend. Zudem handelt es sich bei der im angefochtenen Urteil unterstellten Dauer der infektiösen Phase von Patienten und der Inkubationszeit gestützt auf die Ausführungen der Swiss National Covid-19 Science Task Force vom 25. Januar 2021 um blosse Schätzungen.