Citation: 6B_1179/2021 E. 2.4.2

2.4.2. Die Vorinstanz geht in tatsächlicher Hinsicht davon aus, dass die Beschwerdegegnerin 2 zum Tatzeitpunkt aufgrund des vorangegangenen erheblichen Alkoholkonsums und ihrer grossen Müdigkeit nach einem langen und anstrengenden Arbeitstag sowie einer durchzechten Nacht derart tief und fest geschlafen habe, dass sie auch durch die sexuelle Handlungen, die der Beschwerdeführer gemäss seinen eigenen Aussagen an ihr langsam und vorsichtig vorgenommen habe, nicht aufgewacht sei (angefochtenes Urteil S. 28 und 33). Die Ausführungen des Beschwerdeführers bezüglich des Zustands der Beschwerdegegnerin 2 zum Tatzeitpunkt gehen nicht über eine bloss appellatorische Kritik an der vorinstanzlichen Sachverhaltsfeststellung hinaus, auf die nicht weiter einzugehen ist (vgl. oben E. 2.3.4). Sofern der Beschwerdeführer ausführt, es sei "in dubio pro reo" davon auszugehen, dass die Beschwerdegegnerin 2 zum Tatzeitpunkt nur leicht müde (Beschwerde S. 25 Rz. 135), nur leicht alkoholisiert gewesen sei (Beschwerde S. 28 Rz. 150) und nur leicht geschlafen habe (Beschwerde S. 29 Rz. 157), kann ihm nicht zugestimmt werden. Der Grundsatz "in dubio pro reo" wird erst anwendbar, nachdem alle aus Sicht des urteilenden Gerichts notwendigen Beweise erhoben und ausgewertet worden sind. Insoweit stellt er gerade keine Beweiswürdigungsregel hinsichtlich eines einzelnen Beweismittels dar. Die "in dubio-Regel" gibt Antwort auf die Frage, wie zu entscheiden ist, wenn zweifelhaft ist, ob das erforderliche Beweismass erfüllt ist, und nicht auf die Frage, wie die (einzelnen) erhobenen Beweise im Zweifelsfall zu würdigen sind (vgl. BGE 144 IV 345 E. 2.2.3.2 S. 350; Urteil 6B_576/2021 vom 21. Februar 2022 E. 5.4.2; je mit Hinweisen). Mit der vorinstanzlichen Erwägung, wonach die Beschwerdegegnerin 2 zum Tatzeitpunkt einen langen und anstrengenden Arbeitstag hinter sich gehabt habe (angefochtenes Urteil S. 12), setzt er sich nicht begründet auseinander. Angesichts dieses Umstandes, der Art und Menge der von der Beschwerdegegnerin 2 in der fraglichen Nacht konsumierten alkoholischen Getränke und des Zeitpunktes des Zubettgehens (vgl. oben E. 1.4) ist nicht schlechterdings unhaltbar, wenn die Vorinstanz zum Schluss kommt, die Beschwerdegegnerin 2 habe zum Tatzeitpunkt alkohol- und müdigkeitsbedingt tief geschlafen (angefochtenes Urteil S. 28 und 33).