Citation: 6B_1001/2008 25.03.2009 E. 5

5.1 Der Beschwerdeführer beanstandet in rechtlicher Hinsicht, dass die Vorinstanz bei der ihm vorgeworfenen einfachen Körperverletzung zu Unrecht einen Notwehrexzess angenommen habe. Die Verletzungen an den Beinen der Engländer seien angesichts der von der Vorinstanz bejahten Notwehrlage nicht als unverhältnismässige Folgen der berechtigten Abwehr zu werten. 5.2 Nach den Ausführungen der Vorinstanz hat im Moment der Schussabgabe vor die Füsse der beiden Engländer, wobei diese durch die beim Auftreffen der Projektile auf den Boden entstandenen Splitter an den Beinen verletzt wurden, kein aktueller Angriff auf Leib und Leben des Beschwerdeführers gedroht. Dieser und der Türsteher seien den Engländern körperlich überlegen gewesen. Die Schussabgabe erfolgte, nachdem D.________ mit einer Eisenstange auf das Schaufenster des Nachtlokals eingeschlug. In diesem Moment hatte der Beschwerdeführer bereits die Polizei verständigt (vorinstanzliches Urteil S. 10 und 15). 5.3 Wird jemand ohne Recht angegriffen oder unmittelbar mit einem Angriff bedroht, so ist der Angegriffene und jeder andere berechtigt, den Angriff in einer den Umständen angemessenen Weise abzuwehren (Art. 15 StGB). Überschreitet der Abwehrende die Grenzen der Notwehr, so mildert das Gericht die Strafe (Art. 16 Abs. 1 StGB). Diese Bestimmungen entsprechen dem früheren Recht (aArt. 33 Abs. 1 und aArt. 33 Abs. 2 Satz 1 StGB), weshalb die diesbezügliche Rechtsprechung gültig bleibt. Der Angegriffene ist nur zu einer verhältnismässigen Abwehr berechtigt. Ob im gegebenen Fall die Reaktion des Angegriffenen diesem Erfordernis entspricht, ist eine Frage des Ermessens. Zu ihrer Beantwortung hat der Richter insbesondere der Schwere des tatsächlichen oder drohenden Angriffs, der Wichtigkeit des gefährdeten Rechtsgutes sowie der Bedeutung des durch die Abwehr verletzten Gutes Rechnung zu tragen. Dabei ist auch die Art des Abwehrmittels und seine Verwendung von Belang. Die Angemessenheit der Abwehr ist aufgrund jener Situation zu beurteilen, in welcher sich der rechtswidrig Angegriffene im Zeitpunkt seiner Tat befand. Beim Einsatz von Schusswaffen ist jedenfalls besondere Vorsicht geboten. Die Abwehr, die zu dauernder Verstümmelung oder zum Tode führen kann, ist in der Regel unangemessen, wenn sich der rechtswidrige Angriff allein gegen Eigentum und Vermögen richtet, doch kann eine Schussabgabe unter besonderen Umständen selbst in diesem Fall gerechtfertigt sein. Auch bei einer drohenden Körperverletzung rechtfertigt nicht jede Bagatelle den Einsatz einer Feuerwaffe, doch ist der Angegriffene nicht verpflichtet, eine ernstzunehmende Attacke einfach zu dulden. Wesentlich ist, ob dem Angegriffenen noch andere Mittel oder ein weniger gefährlicher Einsatz der Schusswaffe möglich waren (vgl. zum Ganzen Urteile 6P.76/2005 E. 5; 6S.131/2003 E. 3.1). 5.4 Gestützt auf die von der Vorinstanz festgestellten Umstände stellt die Schussabgabe keine angemessene Notwehr dar. Der Beschwerdeführer durfte zur Abwehr der Gefahr für sein Eigentum, d.h. das Schaufenster, jedenfalls nicht eine Lebensgefahr für D.________ und C.________ schaffen, zumal einerseits C.________ in dieser Phase am Tatgeschehen gänzlich unbeteiligt war und andererseits D.________ seine Tathandlungen nicht auf den Beschwerdeführer selbst, sondern lediglich gegen dessen Eigentum richtete. Die Vorinstanz verletzt kein Bundesrecht, indem sie einen Notwehrexzess im Sinne von Art. 16 Abs. 1 StGB bejaht. Die Beschwerde ist auch in diesem Punkt abzuweisen.