Citation: 1P.231/2002 10.06.2002 E. 3.4

3.4.1 Auf Grund dieser Beweislage kann ohne Willkür davon ausgegangen werden, dass der Bauleiter und der Polier - der Beschwerdegegner - übereingekommen sind, die Gerüstbretter von aussen entfernen zu lassen und dass letzterer Y.________ dahingehend instruiert hat. Die Baukontrolle hat zwar Zweifel angemeldet, ob die Gerüstbretter überhaupt auf diese Weise von aussen hätten aus dem Schacht entfernt werden können, namentlich weil die Gerüstbretter zu schwer seien, um sie mit einer Hand herauszuziehen. Der Bezirksanwalt hat diesen Einwand an einem Augenschein geprüft und dabei festgestellt, dass man die Bretter vom Eingang her beidhändig hätte fassen können, der Auftrag somit von aussen her durchführbar gewesen sei. 3.4.2 Es trifft zwar zu, dass dieses Ergebnis in einem massgeblichen Punkt allein auf der Aussage des Beschwerdegegners beruht, indem niemand bestätigen kann, wie er Y.________ genau instruiert hat, namentlich ob er ihn effektiv ausdrücklich angewiesen hat, nicht in den Schacht zu steigen. Dies könnte sich indessen auch mit einer Einvernahme von C.________ als Zeuge, wie es die Beschwerdeführerin verlangt, nicht ändern, da dieser an der polizeilichen Einvernahme deutlich gemacht hat, dass er diesem Gespräch nicht zugehört, sondern in dieser Zeit bereits den Schacht besichtigt hat. Das Obergericht konnte somit ohne Verfassungsverletzung darauf verzichten, eine untersuchungsrichterliche Einvernahme von C.________ anzuordnen. 3.4.3 Die Beurteilung des Bezirksanwaltes und der kantonalen Gerichte, auf Grund dieser Beweislage sei davon auszugehen, dass Y.________ weisungswidrig in den Schacht einstieg und es unter diesen Umständen unwahrscheinlich ist, dass den Beschwerdegegner an seinem Tod ein strafrechtlich relevantes Verschulden trifft, ist daher keineswegs offensichtlich unhaltbar, ebensowenig die Einschätzung, dass dieses Beweisergebnis durch weitere Beweiserhebungen - namentlich die untersuchungsrichterliche Einvernahme von C.________ - nicht verändert werden könnte. Die Rügen sind unbegründet.