Citation: 2C_391/2015 E. 2.3.2

2.3.2. Der Beschwerdeführer, der sich auf ein unterschiedslos bestehendes Recht der Ehegatten auf ein unkonventionelles Zusammenleben beruft, übergeht jedoch, dass der Schweizerischen Rechtsordnung kein rein formales Rechtsverständnis zu Grund liegt (Grundsatz von Treu und Glauben; Art. 5 Abs. 3 BV; Art. 2 ZGB; BGE 131 I 166 E. 6.1 S. 177, mit zahlreichen Hinweisen). Die Organisationsfreiheit, die der Gesetzgeber Ehegatten, die eine eigentliche Lebens- und Schicksalsgemeinschaft pflegen wollen, auch im Anwendungsbereich von Art. 42 AuG einräumt, soll solchen Personen, die eine Beziehung nur punktuell bzw. über kurze Zeit pflegen und im Übrigen aber ihren eigenen Interessen nachgehen, klarerweise keinen Aufenthaltsanspruch verschaffen. Obwohl den Ehegatten im Anwendungsbereich von Art. 42 AuG keine bestimmte Lebensform vorgeschrieben wird, kann die "unkonventionelle" Art des Zusammenwohnens zusammen mit weiteren Indizien in tatsächlicher Hinsicht darauf schliessen lassen, dass die Ehe (als Lebens- und Schicksalsgemeinschaft) nicht wirklich gewollt ist. Die von der Vorinstanz festgestellten Indizien - Altersunterschied von 30 Jahren zwischen dem Beschwerdeführer und seiner Ehefrau, die kurze Zeitspanne zwischen dem Kennenlernen und der Heirat, die Drittstaatsangehörigkeit des Beschwerdeführers, sowie die Wohngemeinschaft mit dem geschiedenen Ehepartner der Ehegattin - blieben im vorliegenden Beschwerdeverfahren unbestritten. Der Beschwerdeführer zeigt des Weiteren nicht auf, inwiefern die Vorinstanz bei ihrem Schluss aus diesen Indizien auf einen fehlenden Ehewillen (als innere Tatsache) in Willkür verfallen wäre (vgl. oben, E. 2.2), weshalb von einem solchen fehlenden Ehewillen auszugehen ist. Die rechtliche Würdigung der Vorinstanz, der Beschwerdeführer berufe sich nicht auf die Ehegemeinschaft, um diese weiterhin mit seiner Ehegattin in der Schweiz leben zu können, sondern um Vorschriften über die Zulassung und den Aufenthalt zu umgehen, ist nicht zu beanstanden. Der aus der Ehe abgeleitete Aufenthaltsanspruch des Beschwerdeführers (Art. 42 Abs. 1 AuG) ist somit wegen missbräuchlicher Geltendmachung (Art. 51 Abs. 1 lit. a AuG) erloschen. Die Beschwerde erweist sich in diesem Punkt als unbegründet und ist abzuweisen.