Citation: 4A_623/2017 E. 2.3.1

2.3.1. Vorerst ist festzustellen, dass die mit BGE 142 III 23 vollzogene Präzisierung der Rechtsprechung gegenüber dem "Raichle"-Entscheid bzw. die Rückkehr zum früheren Verständnis der Aktivlegitimation bezüglich der Geltendmachung von lediglich im Vermögen der Gläubiger eingetretenem Schaden in der Lehre überwiegend positiv aufgenommen wurde (Olivier BAUM/HANS CASPAR VON DER CRONE, Durchsetzungsordnung für Verantwortlichkeitsansprüche im Konkurs, SZW 2016 S. 232 ff., 235, 241, 249 [welche sich bereits positiv zur Einleitung dieser Rechtsprechungsänderung in BGE 131 III 306 und 132 III 564 äussern]; Dominique MÜLLER/HANNES KIESER, Keine Aktivlegitimation der Masse zur Geltendmachung von Verantwortlichkeitsansprüchen für ausschliessliche Gläubigerschäden, GesKR 2016 S. 112 ff., 115; Peter Nobel, Berner Kommentar, Das Aktienrecht: Systematische Darstellung, 2017, § 4 N. 325 ff., N. 330; Dieter G ERICKE/ STEFAN WALLER, in: Basler Kommentar, Obligationenrecht, Bd. II, 5. Aufl. 2016, N. 20 zu Art. 754 OR; wohl ebenfalls: MARKUS M. VISCHER, "Volenti non fit iniuria" bei der aktienrechtlichen Organverantwortlichkeit gemäss Art. 754 OR, AJP 2016 S. 1487 ff., 1495). Die Beschwerdeführerin stützt sich namentlich auf einen Aufsatz von STOFFEL (WALTER A. STOFFEL, Wie weiter nach der Mündigkeit im Verantwortlichkeitsrecht, in: Rolf H. Weber u.A. [Hrsg.], Aktuelle Herausforderungen des Gesellschafts- und Finanzmarktrechts, Festschrift für Hans Caspar von der Crone, 2017, S. 239 ff.). Auch dieser Autor anerkennt aber, dass dogmatische Gründe für die Argumentation gemäss BGE 142 III 23 sprechen (STOFFEL, a.a.O., S. 246). Es ist in der Tat kein Grund ersichtlich, weshalb in der aktienrechtlichen Verantwortlichkeit - als Anwendungsfall der privatrechtlichen Haftpflicht - ein anderer Schadenbegriff gelten soll.