Citation: 7B_72/2024 E. 2.3

2.3. Weil der Beschwerdegegner keine ausdrücklich im Katalog von Art. 64 Abs. 1 StGB aufgeführte Tat begangen hat, kommen als Anlassdelikte für eine Verwahrung einzig die Verurteilungen durch das Zürcher Obergericht vom 26. August 2011 wegen mehrfacher sexueller Nötigung (Art. 189 Abs. 1 StGB; bedroht mit Freiheitsstrafe bis zu zehn Jahren) und mehrfacher sexueller Handlungen mit Kindern (Art. 187 Ziff. 1 Abs. 1 StGB; bedroht mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren) in Betracht. Umstritten ist, ob der Beschwerdegegner mit diesen Taten die psychische oder sexuelle Integrität einer Person im Sinne von Art. 64 Abs. 1 StGB schwer beeinträchtigte bzw. beeinträchtigen wollte, sodass gestützt darauf eine Verwahrung angeordnet werden kann. Den fraglichen Schuldsprüchen liegen Tathandlungen zugrunde, die der Beschwerdegegner im Frühjahr 2009 in seiner Wohnung zum Nachteil des damals 15-jährigen Geschädigten B.________ begangen hatte. In jenem Zeitraum spielten der Beschwerdegegner und der Geschädigte verschiedene Male ein Kartenspiel, wobei der Beschwerdegegner bei einem Sieg wünschte, dass der Geschädigte sein Sklave sei. Demgegenüber wollte der Geschädigte bei einem Sieg Geld und erhielt dieses auch. Dem Beschwerdegegner wurde vorgeworfen, dass er ca. dreimal, als er gewonnen habe, den Geschädigten an sein Bett gefesselt und diesem ein Tuch über das Gesicht gelegt habe. Darauf sei er mit dem Finger über den bekleideten Körper des Geschädigten gefahren. Bei einer Gelegenheit sei er mehrere Sekunden über den Kleidern auf dem Geschlechtsteil des Geschädigten verharrt. Bei einem anderen Mal habe der Beschwerdegegner das Geschlechtsteil des Geschädigten aus dessen Hose genommen und dieses für mehrere Sekunden berührt und frottiert.