Citation: 6B_112/2018 E. 6.2.4

6.2.4. Die Vorinstanz schliesst, die "mündliche Bestätigung des Beschuldigten seiner in Wahrheit nicht bestehenden Nebenbeschäftigungen" sei ausschlaggebend gewesen, dass "es letztlich zu einer positiven Beurteilung des Kreditgesuchs und damit zur Auszahlung von Baukreditgeldern in der Höhe von rund Fr. 215'000.-- kam" (angefochtener Entscheid, S. 20). Nach der Rechtsprechung liegt eine objektivierbare Vermögensschädigung vor, wenn die Darlehensforderung infolge der Täuschung erheblich gefährdet resp. in ihrer Bewertung wesentlich herabgesetzt ist (Urteil 6B_910/2015 vom 13. Januar 2016 E. 2.2.1 mit Hinweisen). In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, ob die Erheblichkeit der Gefährdung allein anhand der dem Beschwerdeführer vorgeworfenen Betrugshandlung, das heisst der Bestätigung über fiktive Nebeneinkünfte, zu beurteilen ist. Die Wesentlichkeit der Bewertungskorrektur wird auch von den Täuschungen durch Y.________ beeinflusst, die inhaltlich über die täuschende Handlung des Beschwerdeführers selbst hinausgehen (Höhe des Haupteinkommens sowie Angabe fiktiver Wertschriften und Guthaben). Zuzurechnen sind ihm diese, wenn er die Falschangaben des Kreditvermittlers im Grundsatz und ihrer Grössenordnung nach kannte, als er die fragliche Bestätigung abgegeben hat. Dazu hält die Vorinstanz in allgemeiner Weise fest, es sei dem Beschwerdeführer bewusst gewesen, "dass Y.________ gegenüber der Bank A.________ Flawil falsche Angaben zu seinen finanziellen Verhältnissen gemacht hatte" (angefochtener Entscheid, S. 13). Im Zusammenhang mit den subjektiven Tatbestandsmerkmalen (Vorsatz und Absicht zur unrechtmässigen Bereicherung) hält sie sodann fest, der Beschwerdeführer sei froh um die Unterstützung von Y.________ gewesen und er habe dessen regelwidriges Vorgehen gebilligt. Damit habe er sich den Tatentschluss zu eigen gemacht, die Bank über seine finanziellen Verhältnisse zu täuschen, um die Finanzierung zu erhalten. Er habe auch "zumindest teilweise Kenntnis davon, dass Y.________ gegenüber der Bank unwahre, teils gefälschte Lohndokumente verwendet hatte" (S. 21). Damit hat die Vorinstanz das Ausmass der dem Beschwerdeführer bekannten (und ihm mithin zurechenbaren) Täuschungen zwar nur teilweise festgestellt. Wie es sich im Übrigen damit verhält, kann indes offenbleiben: Eine erhebliche Vermögensgefährdung und damit einhergehend wesentlich herabgesetzte Bewertung der Kreditforderung ergibt sich bereits aus den fälschlich bestätigten Nebenerwerben. Der Beschwerdeführer täuschte ein nicht vorhandenes Nebeneinkommen von insgesamt ca. 36'000 Franken vor. Dieses beläuft sich beinahe auf die Hälfte des tatsächlichen Haupteinkommens von ca. Fr. 76'485.40 (das angegebene Haupteinkommen von Fr. 87'578.40 [2009] war nach Feststellung der Vorinstanz um Fr. 11'093.-- [2008] zu hoch). In die wirtschaftliche Bewertung der Forderung fliessen naturgemäss auch erwartete zukünftige Entwicklungen ein, die das Ausfallrisiko bestimmen. In diesem Sinne kann die Bewertung nicht ausschliesslich auf den aktuellen Verhältnissen beruhen (vgl. MAEDER/NIGGLI, a.a.O., N 187 und 199 ff. zu Art. 146 StGB). Indes müssen sich zukunftsbezogene Elemente so konkret abzeichnen, dass ihre Bewertungswirksamkeit festgestellt werden kann. Bankspezifische oder regulatorische Tragbarkeitsvorgaben, wie sie bei der Vergabe von Baufinanzierungen und Hypotheken zur Anwendung gelangen, sind stark durch das Vorsichtsprinzip geprägt, indem sie etwa einen möglichen ausgeprägten Zinsanstieg einbeziehen. Sie dürfen daher nicht per se zum Massstab genommen werden, ob mit der Täuschung über die finanziellen Verhältnisse eine zumindest vorübergehende Vermögensschädigung verursacht worden ist. Gleichwohl kann hier schon aufgrund der Grössenordnung der Nebeneinkommen im Verhältnis zum Haupteinkommen ohne Weiteres als gegeben angenommen werden, dass die Darlehensforderung bedeutend leichter und besser an einen Dritten abgetreten werden konnte, wenn die Angaben des Beschwerdeführers wahr gewesen wären (oben E. 6.2.2). Hinzu kommt, dass die vereinbarten Darlehenskonditionen unter diesen Voraussetzungen das tatsächliche Solvenzrisiko zweifellos nicht widerspiegelten (oben E. 6.2.3).