Citation: U 237/02 04.08.2003 E. 5

Hinsichtlich des psychischen Leidensbildes durften SUVA und kantonales Gericht ohne psychiatrische Aktenergänzungen die - für die beiden in den Jahren 1997 und 1998 erlittenen Unfälle grundsätzlich getrennt zu prüfende (RKUV 1996 Nr. U 248 S. 177 Erw. 4b mit Hinweisen) - Frage des adäquaten Kausalzusammenhanges entscheiden. 5.1 Der Unfall im Jahre 1997, als die Beschwerdeführerin beim Duschen in der Badewanne stürzte, ist eindeutig den leichten Unfällen zuzuordnen. Das Bestehen eines adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem leichten Unfall und nachfolgenden psychischen Gesundheitsstörungen ist in der Regel ohne weiteres zu verneinen (BGE 115 V 139 Erw. 6a). 5.2 Beim Verkehrsunfall vom 12. Juni 1998 ist mit der Vorinstanz von einem Unfall im mittleren Bereich an der Grenze zu den leichten auszugehen. Demzufolge müssten von den weiteren, objektiv fassbaren und unmittelbar mit dem Unfall in Zusammenhang stehenden oder als Folge davon erscheinenden Umständen, welche als massgebende Kriterien in die Gesamtwürdigung einzubeziehen sind (BGE 115 V 140 Erw. 6c/aa), für eine Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs mehrere in gehäufter oder auffallender Weise erfüllt sein (BGE 115 V 141 Erw. 6c/bb). Es erscheint allerdings bereits fraglich, ob bei der Adäquanzprüfung davon auszugehen ist, dass die Versicherte an den zum typischen Beschwerdebild nach einem Schleudertrauma der HWS gehörenden Beeinträchtigungen und Leiden leidet, wie dies Vorinstanz und SUVA zu Gunsten der Beschwerdeführerin annehmen. Gemäss deren eigenen Aussagen gegenüber den MZ-Experten und den Dres. med. K.________ und H.________ leidet sie seit dem Verkehrsunfall an Nackenschmerzen sowie verstärkten Kopfschmerzen und sie sei manchmal depressiv; nach dem Unfall sei auch Schwindel aufgetreten. Als hauptsächliche Leiden gibt die Versicherte aber neben Kopf- und Nackenschmerzen Rücken- und Schulterbeschwerden an; die sonstigen zum typischen Beschwerdebild nach einem Schleudertrauma gehörenden Leiden werden nicht oder nur am Rand erwähnt. Letztlich kann die Frage nach dem Vorliegen des typischen Beschwerdebildes aber offen bleiben. Angesichts einer ausgeprägten psychogenen Überlagerung des Schmerzbildes hat die Adäquanzbeurteilung ohnehin gemäss der in BGE 115 V 133 dargelegten Rechtsprechung zu psychischen Fehlentwicklungen nach Unfällen zu erfolgen (BGE 123 V 99 f. Erw. 2). Daran ändert entgegen der Meinung der Beschwerdeführerin nichts, dass im MZ-Gutachten bereits wegen der somatischen Beschwerden eine Arbeitsunfähigkeit von 70 % angenommen wird. In der gleichen Expertise werden nämlich die psychischen Störungen als mittelschwer bis schwer bezeichnet und es wird eine mittelgradig depressive Episode diagnostiziert; allein schon aus psychiatrischer Sicht wird die Arbeitsfähigkeit als zur Zeit nicht gegeben bezeichnet. Anzumerken bleibt in diesem Zusammenhang, dass die als somatisch bezeichneten Beschwerden nicht oder nur zu einem kleinen Teil klaren organischen Ursachen - schon gar nicht unfallbedingten - zugeordnet werden können. Wird die Adäquanzprüfung demnach gemäss der Rechtsprechung zur psychischen Fehlentwicklung nach Unfällen vorgenommen, dann fallen bei der Prüfung der einzelnen Adäquanzkriterien nur die physisch bedingten Einschränkungen und Leiden in Betracht. Hiebei ist im vorliegenden Fall einzig das Kriterium der körperlichen Dauerschmerzen zu bejahen, wobei allerdings gemäss den Dres. med. K.________ und H.________ die Schulterbeschwerden sowie die besonders störenden chronischen Kopfschmerzen nicht auf das Unfallereignis vom 12. Juni 1998 zurückzuführen sind. Ob allein wegen der Nackenschmerzen eine längere Arbeitsunfähigkeit anzunehmen wäre, muss bezweifelt werden. Auf jeden Fall liegen die massgebenden Kriterien nicht in gehäufter und auffallender Weise vor, weshalb ein adäquater Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis vom 12. Juni 1998 und den über den 29. Februar 2000 hinaus anhaltenden Beschwerden ebenfalls zu verneinen ist.