Citation: K 83/00 20.08.2001 E. 5

5.- a) Das Bestehen einer Versicherungsdeckung im vorstehend beschriebenen Umfang bedeutet nicht, dass die Beschwerdegegnerin ohne weiteres zur Ausrichtung von Taggeldern in der entsprechenden Höhe verpflichtet wäre. Voraussetzung des Taggeldanspruchs ist ausserdem, dass die versicherte Person einen durch die Arbeitsunfähigkeit bedingten Erwerbsausfall erleidet, der die Auszahlung des vollen versicherten Betrages rechtfertigt (SVR 2001 KV Nr. 28 S. 84 Erw. 3c mit Hinweisen). Andernfalls sind die Leistungen zwecks Vermeidung einer Überentschädigung zu kürzen (Art. 78 Abs. 2 KVG in Verbindung mit Art. 122 KVV). Gemäss Art. 122 Abs. 2 KVV liegt eine Überentschädigung in dem Masse vor, als die jeweiligen Sozialversicherungsleistungen für denselben Gesundheitsschaden die folgenden Grenzen übersteigen: a) die der versicherten Person entstandenen Diagnose- und Behandlungskosten; b) die der versicherten Person entstandenen Pflegekosten und andere ungedeckte Krankheitskosten; c) den der versicherten Person durch den Versicherungsfall mutmasslich entgangenen Verdienst oder den Wert der ihr verunmöglichten Arbeitsleistung. Liegt eine Überentschädigung vor, so werden die betreffenden Leistungen der Krankenversicherung um deren Betrag gekürzt (Art. 122 Abs. 3 KVV). b) Im vorliegenden Fall ist bei der Prüfung einer Kürzung zufolge Überentschädigung insbesondere zu berücksichtigen, dass der Beschwerdeführerin gemäss der Bestätigung des Spitals Y.________ vom 11. März 1998 für fünf Monate, also bis Ende Juli 1996, der volle Lohn von Fr. 3210. 90 (zuzüglich 13. Monatslohn) ausbezahlt wurde. Im Umfang dieser Lohnfortzahlung liegt kein entgangener Verdienst im Sinne von Art. 122 Abs. 2 lit. c KVV vor (Gebhard Eugster, Zum Leistungsrecht der Taggeldversicherung nach KVG, in: LAMal-KVG, Recueil de travaux en l'honneur de la Société suisse de droit des assurances, Lausanne 1997, S. 546). Für die Zeit ab 1. August 1996 entspricht der entgangene Verdienst der mutmasslichen Erwerbseinbusse während der Arbeitsunfähigkeitsperiode, für welche Taggeld beansprucht wird (Eugster, a.a.O., S. 539 mit Hinweisen). Zudem ist - angesichts der erheblichen Dauer der Arbeitsunfähigkeit - abzuklären, ob der Beschwerdeführerin Leistungen der Invalidenversicherung ausgerichtet wurden, welche in die Überentschädigungsberechnung einzubeziehen sind (vgl. dazu BGE 125 V 300 ff. Erw. 3 mit Hinweisen). Im Fall einer Kürzung wegen Überentschädigung ist schliesslich zu berücksichtigen, dass sich diesfalls gemäss Art. 72 Abs. 5 KVG die Fristen für den Bezug des Taggeldes verlängern.