Citation: 7B_275/2022 E. 3.1

3.1. Im Wesentlichen trägt er vor, Art. 36 Abs. 4 SVG sei als Einspur- und Vortrittsnorm ausgestaltet und gelte nur unter den Teilnehmern des Fahrverkehrs. Die Bestimmung gelte nicht im Verhältnis zu Fussgängern, was sich auch aus der Gesetzessystematik ergebe, da die Bestimmung unter dem Titel "Regeln für den Fahrverkehr" zu finden sei. So oder anders sei die Fussgängerin vorliegend ohnehin nicht vortrittsberechtigt gewesen, da sie sich weder auf dem Trottoir noch auf einem Fussgängerstreifen befunden habe. Somit habe er keine Vortrittsregel missachtet. Soweit die Vorinstanz ihn wegen "ungenügender Überwachung seines Heckbereichs beim Rückwärtsfahren" belangen wolle, sei eine solche sanktionsbewehrte Verkehrsvorschrift Art. 36 Abs. 4 SVG nicht zu entnehmen. Die Verurteilung könne auch nicht hilfsweise auf Art. 17 Abs. 1 VRV gestützt werden. Das Legalitätsprinzip verbiete es, dass in einer Verordnung neue Pflichten auferlegt würden. Weiter habe er beim Rückwärtsmanöver seine Aufmerksamkeit nur auf den vortrittsberechtigten Fahrverkehr richten müssen, was er durch die entsprechenden Kontrollblicke in Seiten- und Rückspiegel auch vorschriftsgemäss getan habe. Schliesslich beanstandet der Beschwerdeführer die Erwägungen der Vorinstanz in Zusammenhang mit dem Vertrauensgrundsatz. Er habe nicht damit rechnen müssen, dass Fussgänger von der Fahrbahn her, die ausschliesslich dem Fahrverkehr vorbehalten sei, direkt hinter seinen Wagen in Richtung Postautoplatz laufen würden. Er habe die Fussgängerin trotz der gebotenen Umsicht nicht gesehen, weshalb es für ihn keine Anzeichen gegeben habe, dass sich diese nicht richtig verhalten werde und er sich nicht auf den Vertrauensgrundsatz berufen dürfe.