Citation: 5C.257/2003 30.06.2006 E. 3

Weiter macht der Kläger eine Verletzung von Art. 8 ZGB geltend. Er führt aus, das Kantonsgericht habe diese Bestimmung verletzt, indem es den Bericht über die Erblasserin bei ihrem Eintritt ins Spital nicht ediert habe, keine Expertise über den Gesundheitszustand der Erblasserin habe erstellen lassen, sowie die eingereichte Krankengeschichte vollständig unberücksichtigt in einem verschlossenen Kuvert zu den Akten gelegt habe. 3.1 Art. 8 ZGB verleiht einen bundesrechtlichen Anspruch auf Abnahme von Beweisen, die zum Nachweis einer rechtserheblichen Tatsache frist- und formgerecht anerboten worden sind. Der Beweisführungsanspruch ist insbesondere dann verletzt, wenn der kantonale Richter über rechtserhebliche Tatsachen überhaupt nicht Beweis führen lässt. Diese Norm bestimmt indessen nicht, mit welchen Mitteln der Sachverhalt abzuklären ist und wie der Richter das Ergebnis der Abklärungen zu würdigen hat. Art. 8 ZGB steht namentlich einer bloss beschränkten Beweisabnahme nicht entgegen, wenn der Richter schon nach deren Ergebnis von der Sachdarstellung einer Partei überzeugt ist oder dafür hält, die zusätzlich beantragten Beweise vermöchten zur Klärung des Sachverhaltes nichts beitragen (BGE 114 II 289 E. 2 S. 290 f.; 128 III 22 E. 2d S. 25 f.). Eine andere Frage ist, ob die Beschränkung allenfalls gegen Art. 9 BV verstösst, was jedoch mit staatsrechtlicher Beschwerde geltend zu machen wäre. 3.2 Im vorliegenden Fall hat das Kantonsgericht die eingereichte Krankengeschichte nicht berücksichtigt, weil diese gemäss den Bestimmungen des kantonalen Prozessrechts verspätet eingereicht wurde. Wie oben erwähnt, gilt der Anspruch nach Art. 8 ZGB nur für fristgerecht eingereichte Beweismittel. Die richtige Anwendung von kantonalem Recht kann das Bundesgericht im Übrigen im Berufungsverfahren nicht prüfen (Art. 55 Abs. 1 lit. c OG; BGE 116 II 196 E. 3a S. 201; 127 III 248 E. 2c S. 252). Weiter hat das Kantonsgericht erwogen, die Krankengeschichte der Erblasserin sei - zumindest in den relevanten Belangen - dem Gericht durch die Einvernahme zweier Ärzte indirekt zur Kenntnis gebracht worden. Dies gelte insbesondere auch für die Eintrittsuntersuchung anlässlich der Aufnahme ins Spital, welche von einem Zeugen geschildert worden sei. Unter Berücksichtigung, dass der Kläger explizit nur die Edition der "Resultate" der Eintrittsuntersuchung beantragt habe, könne dieser Beweisantrag als erledigt erachtet werden. Das Kantonsgericht hat also in diesem Punkt - soweit es den Beweisantrag nicht als verspätet angesehen hat - eine antizipierte Beweiswürdigung vorgenommen. Einer solchen steht Art. 8 ZGB nicht entgegen. Eine vorweggenommene Beweiswürdigung, welche Art. 8 ZGB nicht berührt, hat das Kantonsgericht auch in Bezug auf das beantragte Gutachten vorgenommen. Es hat erwogen, der Beweiswert eines solchen reinen "Aktengutachtens" sei im Vergleich zu den bereits durch die sachverständigen Zeugen gewonnenen Erkenntnisse aus der Krankengeschichte derart gering, dass darauf verzichtet werden könne. Nach dem Gesagten erweist sich die Rüge der Verletzung von Art. 8 ZGB als unbegründet. Die Berufung ist in diesem Punkt abzuweisen.