Citation: 1C.2/1999 01.10.2002 E. 4.1.3

4.1.3. Der Kläger wurde am 4. Juli 1998 um 07.20 Uhr an seinem Wohnort angehalten und anschliessend dem Untersuchungsrichter zugeführt. Die Inhaftierungseinvernahme fand ab 08.15 Uhr statt. Aus dem Protokoll ergibt sich, dass dem Kläger einerseits der Schuldvorwurf der mehrfachen Urkundenfälschung und des mehrfachen Betrugs eröffnet wurde und dass ihm andererseits über einen Teil der Tatvorwürfe konkrete Informationen gegeben wurden. So gab der Untersuchungsrichter dem Kläger - unter Bezugnahme auf die Befragungen von 1997 - bekannt, dass ihm u.a. vorgeworfen werde, als Treuhänder und Buchhalter verschiedener Firmen von Y.________ an vorgetäuschten Geldtransfers im Zusammenhang mit dem Projekt in Lippendorf beteiligt gewesen zu sein. Weiter werde ihm zur Last gelegt, zuhanden der H.________-Revision GmbH und der A.________ GmbH inhaltlich falsche Erklärungen bzw. Bestätigungen unterschrieben zu haben. Als Haftgrund gab der Untersuchungsrichter Kollusionsgefahr an. In der schriftlichen Haftverfügung wird der Tatverdacht der mehrfachen Urkundenfälschung und des mehrfachen Betrugs bestätigt und dahingehend konkretisiert, dass der Kläger u.a. dringend verdächtigt werde, "falsche Jahresrechnungen der E.________ AG inklusive dazugehörende Revisionsberichte erstellt und zuhanden der H.________-Revision GmbH in D-Dortmund und A.________ GmbH in D-Lippendorf rechtlich erhebliche Tatsachen falsch beurkundet zu haben". Sodann erhält die Haftverfügung eine nähere Begründung der Kollusionsgefahr (vgl. oben, E. 3.2.1). Das Präsidium des Kantonsgerichtes stützte sich im Haftprüfungsentscheid vom 8. Juli 1998 hinsichtlich des Tatverdachts und der Kollusionsgefahr auf die vom Untersuchungsrichter getroffenen Feststellungen.