Citation: 2C_296/2022 E. 1.4.1

1.4.1. Im Vergaberecht gilt das Prinzip der Unveränderbarkeit der Offerten nach deren Einreichung bei der Vergabebehörde, Berichtigungen dürfen nur bei offensichtlichen Fehlern erfolgen. Das Vorliegen eines solchen offensichtlichen Fehlers darf aufgrund der Missbrauchsgefahr jedoch nicht leichtfertig angenommen werden (Urteil 2D_64/2019 vom 17. Juni 2020 E. 3.1 und 3.2 mit Hinweisen). Offensichtlich sind Rechnungs- und Schreibfehler nur dann, wenn von einer bestimmten mathematischen oder sprachlichen Textpassage objektiv und zweifelsfrei feststeht, dass der Bieter nicht das erklären wollte, was er geschrieben hat, sondern mit Gewissheit, dass er irgendetwas anderes erklären wollte. Der Fehler ist nur dann offensichtlich, wenn er sich als solcher aus dem Angebot selber schon ergibt, ohne dass es eines Hinweises oder sonstiger Erläuterungen des Bieters bedürfte, wenn also der Fehler bei Lektüre der Offerte ins Auge springt (vgl. BGE 141 II 353 E. 8.2.4; Urteile 2D_64/2019 vom 17. Juni 2020 E. 3.2; 2C_418/2014 vom 20. August 2014 E. 4.1).