Citation: 4A_605/2020 E. 4.2.1

4.2.1. Wie die Vorinstanz zutreffend erwog, können die Parteien gemäss Art. 373 und 374 OR die Vergütung des Unternehmers als festen Preis oder nach dem Wert der Arbeit festsetzen (Urteil 4A_156/2018 vom 24. April 2019 E. 4.1). Die SIA-Norm 118 unterscheidet Einheitspreise (Art. 39 SIA-Norm 118), Globalpreise (Art. 40 SIA-Norm 118) und Pauschalpreise (Art. 41 SIA-Norm 118). Der Einheitspreisvertrag bestimmt die Vergütung je Mengeneinheit der einzelnen Leistung und beruht auf einem Leistungsverzeichnis (vgl. etwa Carlo Peer, Das Leistungsverzeichnis bei Bauwerkverträgen, 2018, S. 39 Rz. 98, S. 44 f. Rz. 113). Demgegenüber bestimmen der Global- und Pauschalpreisvertrag die Vergütung ohne Rücksicht auf die Menge als festen Geldbetrag und beruhen auf einer Baubeschreibung. Die Vorinstanz erwog, die Parteien hätten einen Gesamtpreisvertrag zu einem Pauschalpreis im Sinne von Art. 42 Abs. 2 und Art. 41 Abs. 1 SIA-Norm 118 geschlossen. Sie berücksichtigte, dass das Leistungsverzeichnis für einen Einheitspreisvertrag sprechen könnte. Doch relativierte sie dies nachvollziehbar, indem sie darauf hinwies, dass die Parteien auch einem Gesamtpreisvertrag ein Leistungsverzeichnis zugrunde legen können (Anton Egli, in: Kommentar zur SIA-Norm 118, Gauch/Stöckli [Hrsg.], 2. Aufl. 2017, N. 2 zu Art. 8 SIA-Norm 118). Aus dem Einbezug eines Leistungsverzeichnisses in den Werkvertrag folgt nicht zwingend, dass ein Einheitspreisvertrag vorliegt. Die Vorinstanz wies zu Recht darauf hin, dass sich die Beschwerdeführerin widerspricht, wenn sie ihre Vergütung auf die Vereinbarung eines Pauschalpreises stützt und gleichzeitig bei den Mehrmengen einen Einheitspreisvertrag geltend macht. Bei der Vereinbarung eines festen Preises trägt der Unternehmer das Risiko grösserer Mengen - genauso profitiert er von der Chance geringerer Mengen (vgl. etwa Urteil 4C.90/2005 vom 22. Juni 2005 E. 3.2). Die Vorinstanz erwog nachvollziehbar, dass Ziffer 3.3.1 der Objektspezifischen Bedingungen vom 1. Juni 2013 und Art. 86 SIA-Norm 118 die Auswirkungen von Bestellungsänderungen betreffen. Diese Bestimmungen sind deshalb bei blossen Mengenabweichungen und einem Gesamtpreisvertrag nicht anwendbar. Die Vorinstanz stellte fest, die Beschwerdeführerin mache nicht geltend, dass die behaupteten Mehrmengen auf Bestellungsänderungen der Beschwerdegegnerin beruhten. Die von der Beschwerdeführerin behaupteten Mehrmengen stellen deshalb lediglich Abweichungen von der Baubeschreibung dar, die als solche unter einem Gesamtpreisvertrag nicht zu einer Mehrvergütung führen.