Citation: 9C_244/2023 E. 5.2.1

5.2.1. Gemäss dem angefochtenen Urteil sank der Bruttolohn der Geschäftsführerin C.________ (inkl. Bonus) in den Jahren 2015 bis 2019 von Fr. 180'000.- auf Fr. 130'111.- (nach den von der A.________ GmbH gemachten Angaben auf Fr. 120'000.-) und nahmen die Mietzinszahlungen in derselben Zeit von Fr. 28'644.- auf Fr. 106'293.- zu. Diese in mehreren Schritten vollzogene, sich am Ende auf fast einen Drittel (bzw. nach der Darstellung der Beschwerdegegnerin genau einen Drittel) belaufende Lohnkürzung erstaunt, weil sich den Unterlagen keine Gründe dafür entnehmen lassen, indem eine Pensumsreduktion weder geltend gemacht noch aus den Akten ersichtlich ist und der Umsatz der Gesellschaft nach den Angaben der Beschwerdegegnerin (die Vorinstanz traf dazu keine Feststellungen) in derselben Zeit, mit Ausnahme des Jahres 2019, kontinuierlich zunahm (2015: Fr. 966'525.-, 2016: Fr. 976'657.-; 2017: Fr. 1'372'118.-; 2018: Fr. 1'608'588.-; 2019: Fr. 1'385'004.-). Weiter fällt auf, dass nach der Darstellung in der Vernehmlassung C.________ ausgerechnet in den der grössten Umsatzsteigerung folgenden Jahren, d.h. 2018 und 2019, überhaupt keinen Bonus mehr erhielt, obwohl sich dessen Höhe gemäss der Beschwerdegegnerin jeweils nach dem Vorjahresergebnis richtete. Auch wenn der Gewinn der Gesellschaft unter Einrechnung der Mietauslagen mit dem Umsatz nicht voll Schritt hielt, so ist doch auch bei ihm in derselben Zeit, mit Ausnahme 2015/2016, eine Steigerung zu verzeichnen, wie sich den beschwerdegegnerischen Angaben entnehmen lässt (2015: Fr. 117'008.- [inkl. Fr. 28'644.-]; 2016: Fr. 75'114.- [inkl. Fr. 40'138.-]; 2017: Fr. 84'340.- [inkl. Fr. 64'544.-]; 2018: Fr. 107'885.- [inkl. Fr. 87'555.-], 2019: Fr. 111'318.- [inkl. Fr. 106'293.-]). Selbst wenn novenrechtlich berücksichtigt werden könnte, dass die A.________ GmbH die Senkung des Bruttolohnes der Geschäftsführerin im letztinstanzlichen Verfahren neu mit dem Eintritt zusätzlicher Arbeitnehmer begründet (die übrigen Bruttolöhne betrugen nach ihren Angaben 2015: Fr. 6'516.-, 2016: Fr. 22'344.-, 2017: Fr. 62'258.-, 2018: Fr. 60'516.-; 2019: Fr. 82'341.-), ergäbe sich daraus nichts zu ihren Gunsten, denn die mit der Beschäftigung von mehr Personal einhergehende höhere Verantwortung würde für die gegenteilige Entwicklung sprechen (dies jedenfalls solange nicht gleichzeitig eine Pensumsreduktion erfolgt, was hier nach dem Gesagten nicht der Fall war). Der Erwartung, dass sich die Führung zusätzlicher Mitarbeiter in diesem Sinne finanziell positiv auswirkte für C.________, entspricht denn auch, dass sich ihre Bezüge in dieser Zeit insgesamt - d.h. unter Berücksichtigung von Lohn und übernommenen Mietauslagen - erhöhten. Dabei zeigt sich, dass die Arbeitgeberin die (wie dargelegt nicht nachvollziehbaren) schrittweisen Lohnkürzungen mit der Übernahme von Jahr zu Jahr höherer Mietzinsauslagen (mehr als) kompensierte, was unabhängig davon gilt, ob man auf die im vorinstanzlichen Urteil festgestellten Zahlen abstellt (2015: Fr. 208'644.- [Lohn Fr. 180'000.- + Miete Fr. 28'644.-]; 2016: Fr. 200'365.- [Lohn Fr. 160'227.- + Miete Fr. 40'138.-]; 2017: Fr. 214'655.- [Lohn Fr. 150'111.- + Miete Fr. 64'544.-]; 2018: Fr. 217'666.- [Lohn Fr. 130'111.- + Miete Fr. 87'555.-]; 2019: Fr. 236'404.- [Lohn Fr. 130'111.- + Miete Fr. 106'293.-]) oder auf die beschwerdegegnerischen Angaben (2015: Fr. 208'644.-, [Fixlohn Fr. 120'000.- + Bonus Fr. 60'000.- + Miete Fr. 28'644.-]; 2016: Fr. 180'138.- [Fixlohn Fr. 120'000.- + Bonus Fr. 20'000.- + Miete Fr. 40'138.-]; 2017: Fr. 204'544.- [Fixlohn Fr. 120'000.- + Bonus Fr. 20'000.- + Miete Fr. 64'544.-]; 2018: Fr. 207'555.- [Fixlohn Fr. 120'000.- + Bonus Fr. 0.- + Miete Fr. 87'555.-]; 2019: Fr. 226'293.- [Fixlohn Fr. 120'000.- + Bonus Fr. 0.- + Miete Fr. 106'293.-]). Mit anderen Worten lassen die Unterlagen einzig den Schluss zu, dass die A.________ GmbH ihre Geschäftsführerin durch die Übernahme höherer Mietzinsauslagen bei gleichzeitiger Senkung des Lohnes für die geleistete Arbeit entschädigte. Dabei ersetzte sie einen immer grösser werdenden Teil des Lohnes durch Mietzinszahlungen, so dass der Mietzinsanteil von anfänglich, d.h. im Jahr 2015, 14 % der Bruttobezüge auf 45 (nach der Vorinstanz) bzw. 47 % (gemäss der Beschwerdegegnerin) im Jahr 2019 anwuchs. Dass die Arbeitgeberin insgesamt in der Tendenz zunehmende Entschädigungen ausrichtete, war durch die erzielte Umsatzsteigerung und zusätzliche Führungsaufgaben gerechtfertigt. Da die Akten mithin klar das Bild vermitteln, dass die Mietzinszahlungen Lohnbestandteil waren, erweist sich die vorinstanzliche Sachverhaltsfeststellung, wonach kein Zusammenhang zwischen der Arbeitsleistung der Geschäftsführerin und der Mietzinsübernahme besteht, als offensichtlich unrichtig bzw. willkürlich.