Citation: 7B_8/2021 E. 6.1

6.1. Der Beschwerdeführer rügt im Zusammenhang mit der zur Anwendung gebrachten Rückzugsfiktion (Art. 356 Abs. 4 StPO), dass kein Rechtsmissbrauch von seiner Seite vorliege (vgl. zum Ganzen Beschwerde Ziff. 3.4.2-3.4.3.4 S. 38-52). Entgegen der Ansicht der Vorinstanz könne ihm nicht vorgeworfen werden, er habe sich in die Verjährung retten wollen. Im Gegenteil. Er habe diverse Rechtsmittelmöglichkeiten ungenutzt gelassen, obschon er mit diesen die Verjährung hätte herbeiführen können (vgl. Beschwerde Ziff. 3.4.2.1 S. 38-40). Zudem werde nicht berücksichtigt, dass die Polizeirichterin des Broyebezirks für den 9. Juli 2019 einen Ersatztermin für die Hauptverhandlung vorgesehen habe und es ihm durch das alleinige Fernbleiben von der auf den 13. Juni 2019 angesetzten Verhandlung nicht möglich gewesen sei, die Verjährung zu erwirken (vgl. Beschwerde Ziff. 3.4.2.2 S. 40 f.). Hinzu komme, dass er das Bezirksgericht bereits am 17. Juni 2019 über den Grund des entschuldbaren Fernbleibens von der Hauptverhandlung informiert habe, obschon ihm hierfür 30 Tage zur Verfügung gestanden hätten (vgl. Beschwerde Ziff. 3.4.2.3 S. 41 ff.). Im Übrigen würden die Beweise klar dafür sprechen, dass betreffend den Vorwurf der üblen Nachrede einzig ein Freispruch in Frage gekommen wäre, weshalb er kein Interesse an einem Verjährungseintritt gehabt habe (vgl. Beschwerde Ziff. 3.4.3.3 S. 50 f.). Die Anträge um vorsorgliche Massnahmen in den damals hängigen Beschwerde- und Ausstandsverfahren habe er sodann gestellt, damit das Verfahren vor der Polizeirichterin unter Wahrung seiner Verfahrensrechte durchgeführt werde. Dies könne ihm nicht angelastet werden (vgl. Beschwerde Ziff. 3.4.2.4 S. 44-48). Die Vorinstanz leite den angeblichen Rechtsmissbrauch allein aus seinem prozessualen Interesse und der zeitlichen Nähe des Verjährungseintritts ab. Die Beweiswürdigung der Vorinstanz sei damit schematisch und verletze Art. 10 Abs. 2 StPO (vgl. Beschwerde Ziff. 3.5 S. 52 f.). Sie habe ihm keinen (offensichtlichen) Rechtsmissbrauch nachweisen können und trage die Folgen dieser Beweislosigkeit (vgl. Beschwerde Ziff. 3.4.3 und 3.4.3.1 S. 48 ff.). Ohnehin sei es unzulässig und missbräuchlich, wenn sich die Vorinstanz bei ihrer Urteilsbegründung auf Rechtsmissbrauch seitens des Beschwerdeführers berufe (vgl. Beschwerde Ziff. 3.4.1-3.4.1.3 S. 27-38).