Citation: 1P.318/2003 15.07.2003 E. 5

5.1 Der Beschwerdeführer wendet sich dagegen, dass ihm vorgeworfen wird, er habe seine Schwiegertochter nicht nur am 20. Oktober 2001, sondern auch an einem andern Tag beleidigt bzw. sie eine Hure genannt. Zum Beweis dafür stelle das Kantonsgericht auf die Aussagen des Zeugen I.________, ein Wohnungsnachbar der Schwiegertochter des Beschwerdeführers, ab. Weiter rügt der Beschwerdeführer, das genaue Datum des Vorfalls sei nicht nachgewiesen worden. Der Zeuge habe sich anlässlich seiner Einvernahme am 14. November 2001 nicht mehr daran erinnern können, wann die angebliche Beschimpfung stattgefunden habe. Möglich sei deshalb, dass sich der nachdrücklich bestrittene Vorfall auch drei Monate vor dem 20. Oktober 2001 ereignet habe, was zur Folge hätte, dass die Antragsfrist von drei Monaten verpasst worden sei. Hinzu komme, dass ihm, dem Beschwerdeführer, ohne genaue Kenntnis des Deliktsdatums jede Möglichkeit fehle, sich effizient zu verteidigen. Gemäss Einvernahmeprotokoll habe sich I.________ zum Zeitpunkt der umstrittenen Beschimpfung in der Wohnung der Schwiegertochter aufgehalten. Laut Einvernahme habe er sich bereits vom Fenster entfernt und sich nicht mehr im gleichen Zimmer aufgehalten, als eine vor dem Haus stehende deutsch sprechende Person die Schwiegertochter angeblich beleidigt habe. Auffallend sei weiter, dass der Zeuge nur das Wort "Hure" gehört habe, aber nicht, was sonst noch gesprochen worden sei. Eine solche Zeugenaussage sei unglaubwürdig. Das Kantonsgericht hält indes die Aussagen I.________s für besonders glaubwürdig, weil er im Gegensatz zu den anderen Zeugen mit keiner Partei befreundet sei und kein subjektives Interesse am Ausgang des Prozesses habe. Er betone in seiner Einvernahme, dass er sich nur ungern in die Angelegenheiten anderer einmische und lieber keine Aussage machen würde. Trotzdem nehme er zum Vorfall Stellung. Diese Aussagen wirkten deshalb umso glaubwürdiger. Zudem seien sie konstant und detailliert. Bezüglich der Erinnerungslücken könne auf die Ausführungen des Einzelrichters und diejenigen zur Aussage von X.________ verwiesen werden. Der Nachbar, welcher sich zum Zeitpunkt des früheren Vorfalls in der Wohnung der Beschimpften aufgehalten habe, sei nicht von der N.Z.________, sondern von der Polizei als Zeuge angefragt worden. 5.2 Zwar ist dem Beschwerdeführer darin zuzustimmen, dass in Bezug auf den Zeitpunkt der früheren Beschimpfung weniger gefestigte Kenntnisse vorliegen, da die Beschimpfte damals nicht die Polizei benachrichtigt hatte. Aufgrund der Aussagen des Wohnungsnachbarn und der Zeugin X.________ durfte das Kantonsgericht dennoch davon ausgehen, dass sich der Beschwerdeführer bereits kurze Zeit vor dem 20. Oktober 2001 in besagter Art seiner Schwiegertochter gegenüber geäussert hatte. Der Zeuge I.________ schilderte den Ablauf des Vorfalles detailliert. Dass er sich dabei zwar nicht mehr an den genauen Wortlaut, jedoch insbesondere an die Beschimpfung "Hure" erinnerte, erstaunt nicht, fällt doch diese herabsetzende Bezeichnung im normalen Umgang nicht. Die Behauptung des Beschwerdeführers, die vor dem Haus stehende Person habe deutsch geredet, ist durch nichts belegt.