Citation: 7B_286/2022 E. B

B.a. Am 22. Januar 2021 erliess die Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau gegen A.________ einen Strafbefehl wegen grober Verletzung der Verkehrsregeln (Art. 90 Abs. 2 SVG), begangen durch mangelnde Aufmerksamkeit (Art. 31 Abs. 1 SVG und Art. 3 Abs. 1 der Verkehrsregelnverordnung vom 13. November 1962 [VRV; SR 741.11]), Nichtbeachten von Signalen (Wechselblinker) vor einem Bahnübergang (Art. 28 SVG) und Nichtbeherrschen des Fahrzeugs (Art. 31 Abs. 1 SVG). Dabei hielt die Staatsanwaltschaft fest: "Der Beschuldigte hat vorsätzlich, d.h. mit Wissen und Willen, durch grobe Verletzung der Verkehrsregeln eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervorgerufen oder zumindest in Kauf genommen, indem er dem Verkehr nicht genügende Aufmerksamkeit zugewendet hat, trotz Halt gebietenden Signalen vor einem Bahnübergang nicht angehalten hat sowie sein Fahrzeug nicht oder ungenügend beherrscht hat, sodass er seinen Vorsichtspflichten als Fahrzeuglenker nicht mehr nachkommen konnte und eine Kollision mit einem Schienenfahrzeug verursachte." Nach Umschreibung des Tatvorgehens merkte die Staatsanwaltschaftlich zudem an: "Durch sein Verhalten rief der Beschuldigte eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer, namentlich die Personen im Zug hervor, was er zumindest in Kauf nahm." B.b. Auf seine Einsprache hin sprach das Bezirksgericht Lenzburg A.________ am 31. Januar 2022 von Schuld und Strafe frei. B.c. Mittels Berufung stellte die Staatsanwaltschaft dem Obergericht des Kantons Aargau den Antrag, A.________ sei im Sinne der Anklage schuldig zu sprechen. Eventualiter sei der Staatsanwaltschaft nach Art. 333 Abs. 1 StPO die Möglichkeit zu geben, die Anklage um den Tatbestand der fahrlässigen Tatbegehung zu ergänzen. Das Obergericht sprach A.________ mit Urteil vom 8. November 2022 der mehrfachen groben Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 90 Abs. 2 SVG durch Nichtbeachten eines Signals vor einem Bahnübergang gemäss Art. 28 SVG und durch Verletzung der Vorsichtspflichten beim Befahren eines Bahnübergangs gemäss Art. 31 Abs. 1 SVG schuldig, wobei es von fahrlässiger Tatbegehung ausging. Hierfür verurteilte es ihn zu einer unbedingten Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu je Fr. 100.--, ausmachend Fr. 9'000.--.