Citation: 5A_3/2024 E. 6.2

6.2. Nach der Rechtsprechung ist es zwar nicht statthaft, die Regelung des Besuchsrechts als solche an die Beistandsperson zu delegieren. Hingegen kann die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde der Beistandsperson - entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin, die zu Unrecht eine fehlende gesetzliche Grundlage verortet - gestützt auf Art. 308 Abs. 2 ZGB für den Fall, dass sich die Eltern bei der Umsetzung der Besuchs- und Ferienrechtsregelung nicht einigen können, sehr wohl die Aufgabe übertragen, die Modalitäten der Durchführung zu konkretisieren (Urteil 5A_883/2017 vom 21. August 2018 E. 3.3). Es ist daher grundsätzlich nicht zu beanstanden, wenn die KESB Seeland der Beistandsperson die Kompetenz eingeräumt hat, im Fall der Uneinigkeit der Eltern im Rahmen der behördlich festgelegten Betreuungs- und Ferienregelung den Betreuungs- und Ferienplan für das Jahr festzulegen. Ist ein Elternteil mit dem Betreuungs- und Ferienplan der Beistandsperson nicht einverstanden, kann er - wiederum entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin, die auch hier zu Unrecht eine fehlende gesetzliche Grundlage moniert - gestützt auf Art. 314 Abs. 1 i.V.m. Art. 419 ZGB an die KESB gelangen.