Citation: 6B_1242/2022 E. 4.1

4.1. Für die Beurteilung sozialversicherungsrechtlicher Leistungsansprüche, insbesondere auch zur Festlegung der Arbeitsunfähigkeit, bedarf es verlässlicher medizinischer Entscheidgrundlagen. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1 mit Hinweis). Demgegenüber handelt es sich bei einer Observation bzw. den daraus gewonnenen Erkenntnissen nicht um eine "Vorakte (Anamnese) " im Sinne der soeben erwähnten Rechtsprechung, sondern um Erkenntnisse, die im Zusammenhang mit den medizinischen Vorakten einer medizinischen Beurteilung zugänglich sind. Mithin sind Ergebnisse einer zulässigen Observation zusammen mit einer ärztlichen Aktenbeurteilung grundsätzlich geeignet, eine genügende Basis für Sachverhaltsfeststellungen betreffend den Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit zu bilden (BGE 137 I 327 E. 7.1 mit Hinweisen; Urteil 6B_688/2021 vom 18. August 2022 E. 2.5.3). Damit korrespondierend wurde im Urteil 8C_38/2016 vom 18. März 2016 (E. 4.2) ausgeführt, dass die (bereits) von der RAD-Ärztin (verdachtsweise) festgestellte Verdeutlichung/Aggravation durch die Observationsergebnisse untermauert (keine Hervorhebung im Originaltext) worden ist. Zusammenfassend und entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers ergibt sich daraus, dass die aus der Observation gewonnenen Erkenntnisse nicht bereits vor der Untersuchung "zu den Akten gelegt" worden sind, respektive dass diese im Rahmen der Untersuchung vom 4. September 2013 weder berücksichtigt noch thematisiert worden sind nicht, dass der Bericht von Dr. med. B.________ nicht schlüssig wäre.