Citation: 2C_575/2018 E. 5.1

5.1. Im Weiteren rügt der Beschwerdeführer eine Verletzung von Art. 5 Anhang I FZA, wonach die auf Grund dieses Abkommens eingeräumten Rechte nur durch Massnahmen, die aus Gründen der öffentlichen Ordnung, Sicherheit und Gesundheit gerechtfertigt sind, eingeschränkt werden dürfen. Er macht im Wesentlichen geltend, die Vorinstanz habe das in diesem Rahmen zu prüfende Kriterium der Rückfallgefahr nicht korrekt angewendet, indem sie einzig von den schwerwiegenden Betäubungsmitteldelikten auf die Rückfallgefahr geschlossen habe, wobei das entsprechende Strafurteil im abgekürzten Verfahren ergangen sei und deshalb keine Begründung des ausgefällten Strafmasses enthalte. Die Rückfallgefahr müsse jedoch auch unter der Berücksichtigung des Zeitpunkts der Tatbegehung, des Zeitablaufs und Wohlverhaltens seit der Tat, des Integrationsgrades in sozialer und beruflicher Hinsicht und des Alters des Täters beurteilt werden. Er, der Beschwerdeführer, sei 71 Jahre alt und statistisch gesehen gebe es in diesem Alter kaum noch Straftäter. Er habe seine Lehren gezogen. In Anbetracht der Umstände, nämlich dass er seit rund 40 Jahren in der Schweiz lebe, nach wie vor mit seiner Ex-Frau zusammenlebe, die Kinder seines Sohnes hüte, zu denen er eine enge Beziehung habe, und in Deutschland nicht über ein tragbares familiäres Netz verfüge, sei eine Rückkehr nach Deutschland für ihn unzumutbar. Seine soziale Wiedereingliederung in Deutschland sei stark gefährdet. Auch könne die Beziehung zu seiner Ex-Frau, seinem Sohn und seinen Enkelkindern aufgrund der Distanz zu Deutschland nicht aufrecht erhalten werden. Das öffentliche Interesse am Widerruf seiner Bewilligung vermöge sein grosses privates Interesse am Verbleib in der Schweiz nicht zu überwiegen. Insgesamt sei der Widerruf seiner Niederlassungsbewilligung damit auch unverhältnismässig.