Citation: 6B_313/2009 06.07.2009 E. 2

Die Beschwerdeführerin hat in beiden Verfahren die unentgeltliche Verbeiständung beantragt (je act. 1 Ziff. 14.1.). Da sie indessen im Ergebnis obsiegt, ist das Gesuch gegenstandslos geworden. Im Übrigen war es entgegen der Auffassung des Obergerichts für die Beschwerdeführerin nicht sicher, dass sie mit einem Berichtigungsbegehren durchgedrungen wäre, denn es stand nicht fest, ob der vorliegende Fehler des Obergerichts unter die "Missschreibungen und Missrechnungen sowie offenbaren Irrtümer" des § 169 Abs. 2 der Strafprozessordnung des Kanton Aargau (StPO/AG) fällt. Im von der Beschwerdeführerin in ihrer Stellungnahme vom 12. Mai 2009 zitierten Präjudiz hat das Obergericht jedenfalls noch ausgeführt, gestützt auf § 169 Abs. 2 StPO/AG sei es dem Richter nicht gestattet, am Entscheidungsinhalt seines Urteils ändernde Korrekturen vorzunehmen, was dann der Fall sei, wenn dadurch etwas Neues ausgedrückt werde. Vielmehr sei eine Änderung nur insoweit zulässig, als durch die neue Formulierung etwas besser ausgedrückt werde, was der Richter bereits mit der zuerst gewählten Formulierung habe ausdrücken wollen. Dies sei beispielsweise der Fall, wenn ein offensichtlicher Widerspruch zwischen Begründung und Urteilsformel bestehe (AGVE 1973, Nr. 40, S. 122 E. 4). Unter diesen Umständen ist es verständlich und nachvollziehbar, dass sich die Beschwerdeführerin mit Beschwerde ans Bundesgericht gewandt hat. Der Kanton Aargau hat sie folglich für das bundesgerichtliche Verfahren angemessen zu entschädigen.