Citation: 7B_136/2023 E. 1.2.4

1.2.4. Soweit sich die Beschwerdeführerin auf die Garantien von Art. 3 EMRK beruft, woraus sich grundsätzlich ein rechtlich geschütztes Interesse ergeben kann (BGE 137 II 305 E. 3.3; Urteil 2C_957/2018 vom 26. Juli 2019 E. 2.4), hat sie ihre Rügen rechtsgenügend zu begründen (Art. 106 Abs. 2 BGG). Das Bundesgericht prüft die Verletzung von Grundrechten nicht von Amtes wegen, sondern nur soweit diese klar, sachbezogen und falls möglich belegt dargetan werden ("qualifizierte Rügepflicht"; vgl. BGE 147 IV 453 E. 1; 139 I 229 E. 2.2; 137 II 305 E. 3.3; Urteil 7B_81/2022 vom 13. Juli 2023 E. 1.5). 1.2.4.1. Die Vorinstanz erwägt, die Beschwerdeführerin leide bereits seit ihrem 12. Lebensjahr an psychischen Störungen und habe sich in Eritrea deswegen in Behandlung befunden. Gestützt auf die Stellungnahmen des SEM könne davon ausgegangen werden, dass im Falle einer Rückkehr der Beschwerdeführerin nach Eritrea keine Situation einer ernsthaften, raschen und unwiederbringlichen Verschlechterung des Gesundheitszustandes vorliege, die zu intensiven Leiden oder einer erheblichen Verkürzung der Lebenserwartung führen würde. Es liege somit keine konkrete und ernsthafte Gefährdung im Sinne von Art. 3 EMRK vor. Unabhängig von den Bedingungen für den Zugang zur Gesundheitsversorgung in Eritrea sei der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin derzeit nicht so schwerwiegend, dass sie bei einer Rückkehr in ihr Herkunftsland konkret gefährdet sein könnte. Auch die bestehende Suizidgefahr stelle kein Vollzugshindernis dar und die Behörden seien generell gehalten, im Rahmen der konkreten Rückkehrmassnahmen alles ihnen Zumutbare vorzukehren, um medizinisch bzw. betreuungsmässig sicherzustellen, dass das Leben und die Gesundheit der Beschwerdeführerin nicht beeinträchtigt werde. 1.2.4.2. Soweit die Beschwerdeführerin auf frühere Eingaben, Berichte ihrer behandelnden Ärztin und weitere Unterlagen verweist, ohne in der Beschwerdeschrift selbst darzulegen, was sich daraus zu ihren Gunsten ableiten liesse, genügt sie den Begründungsanforderungen nicht, denn die Begründung der Beschwerde in Strafsachen muss in der Beschwerdeschrift selbst enthalten sein (BGE 143 II 283 E. 1.2.3; Urteil 7B_209/2022 vom 9. Februar 2024 E. 2.2, zur Publikation vorgesehen). Blosse Verweise auf Ausführungen in anderen Rechtsschriften oder in den Akten genügen nicht (BGE 143 IV 122 E. 3.3; 140 III 115 E. 2; Urteil 7B_209/2022 vom 9. Februar 2024 E. 2.2, zur Publikation vorgesehen). 1.2.4.3. Die Ausführungen der Beschwerdeführerin zur behaupteten Verletzung von Art. 3 EMRK erschöpfen sich in einer eigenen Darstellung ihrer Sichtweise. Eine hinreichende Auseinandersetzung mit den Erwägungen der Vorinstanz fehlt. Dass die Beschwerdeführerin vor ihrer Einreise in die Schweiz als 27-Jährige in ihrem Herkunftsland adäquat behandelt werden konnte, stellt sie nicht in Abrede. Ein genereller Hinweis auf die schlechte Gesundheitsversorgung genügt nicht, um veränderte Verhältnisse bezüglich der Behandlungsmöglichkeiten in Eritrea geltend zu machen. Vielmehr hätte die Beschwerdeführerin auf die für sie notwendige Behandlung konkret einzugehen. Die Beschwerdeführerin legt allerdings nicht konkret dar, welche Arzneimittelwirkstoffe und Behandlungen erforderlich, aber in ihrem Herkunftsland nicht verfügbar sein sollen. Vielmehr wendet sie lediglich ein, die Erhältlichkeit der Medikamente in Eritrea sei nicht abgeklärt worden. Mit dieser formellen Rüge zeigt die Beschwerdeführerin indes nicht auf, weshalb die Vorinstanz nicht hätte davon ausgehen dürfen, dass die erforderlichen Medikamente in Eritrea verfügbar seien, nachdem sie bereits zuvor in ihrem Herkunftsland behandelt worden war. Die Beschwerdeführerin beanstandet auch die vorinstanzliche Erwägung nicht, wonach, unabhängig von den Bedingungen für den Zugang zur Gesundsheitsversorgung in Eritrea, ihr Gesundheitszustand nicht so schwerwiegend sei, dass sie bei einer Rückkehr in ihr Herkunftsland konkret gefährdet sein könnte.