Citation: 2C_891/2022 E. 7

Damit sind noch die weiteren Voraussetzungen für das Vorhandensein ausreichender Mittel i.S.v. Art. 24 Abs. 1 Anhang I FZA zu prüfen: Unstrittig ist, dass die in der Unterhaltsvereinbarung zugesicherten Zahlungen (monatlich Fr. 4'000.--) betragsmässig für die Existenzsicherung in der Schweiz genügen, und dass die Beschwerdeführerin über die erforderliche Krankenversicherung verfügt. Auch die Solvenz des Garanten - B.________ - wurde durch die kantonalen Behörden anerkannt (vgl. das angefochtene Urteil E. 7.3). Dieser kommt zudem seit Jahren für den Lebensunterhalt der Beschwerdeführerin auf; jedenfalls hat die Beschwerdeführerin bislang in der Schweiz soweit ersichtlich weder Sozialhilfeleistungen noch Ergänzungsleistungen zur ihr mittlerweile zugesprochenen IV-Rente bezogen. Unter diesen Umständen ist - sobald die als Entwurf vorgelegte Unterhaltsvereinbarung den kantonalen Behörden unterschrieben (inklusive der in Aussicht gestellten Meldepflicht) vorliegt - davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin über ausreichende finanzielle Mittel im Sinne von Art. 24 Abs. 1 Anhang I FZA verfügt. Daran ändert auch die von der Vorinstanz erwähnte Vergleichsvereinbarung, wonach sich die Beschwerdeführerin gegenüber einer Fahrzeugvermieterin zur Abzahlung einer Schuld in der Höhe von Fr. 27'744.50.-- verpflichtet hat, nichts: die Zahlungspflicht steht unter der Bedingung, dass die Beschwerdeführerin ein existenzsicherndes Erwerbseinkommen erzielt, was wiederum bedeuten würde, dass im freizügigkeitsrechtlichen Sinn ausreichende Mittel vorhanden wären. Selbstredend sind die Migrationsbehörden aber weiterhin berechtigt, das Vorhandensein ausreichender finanzieller Mittel zu überprüfen, und - sollten die Voraussetzungen für das Aufenthaltsrecht gestützt auf Art. 6 FZA i.V.m. Art. 24 Abs. 1 Anhang I FAZ einmal nicht (mehr) erfüllt sein - die Bewilligung der Beschwerdeführerin zu widerrufen.