Citation: 4A_447/2018 E. 6.3.2

6.3.2. Die Beschwerdeführerinnen rügen, sie hätten sich durchaus mit der Frage auseinandergesetzt, weshalb ein Privatgutachten notwendig gewesen sei. Welche konkreten Fragen das Gutachten zu beantworten gehabt habe, ergebe sich aus dem eingereichten Gutachten bzw. den zahlreichen Verweisen darauf in den Rechtsschriften. Es sei gerichtsnotorisch, dass externe baubetriebliche Experten (hier ein dipl. Baumeister und eine Frau Dr. dipl. Ing. ETH) die Mehrvergütungsansprüche objektiver und fundierter herleiten könnten als ihre Mitarbeiter. Die Beschwerdeführerinnen haben - wie sich bereits aus der Beschwerdeschrift ergibt - an mehreren Stellen ihrer Rechtsschriften auf das aus zwei Teilen bestehende Privatgutachten verwiesen. Damit ist ersichtlich, welche Fragen die Gutachterin zu beantworten hatte. Die Vorinstanz überspannt diesbezüglich die Anforderungen an die Substanziierung. Die Vorinstanz hielt aber weiter auch fest, die Beschwerdeführerinnen als professionelle Bauunternehmen, die auf der Baustelle tätig gewesen seien, hätten substanziiert darlegen müssen, inwiefern die Zuhilfenahme eines externen Gutachters notwendig gewesen sein soll. Dies trifft zu. Bei Laien liegt die Notwendigkeit eines externen Gutachters in Bauprozessen oftmals auf der Hand. So hat das Bundesgericht in 4A_692/2015 die Ansicht des Handelsgerichts gestützt, wonach bei umfangreicheren vermuteten Mängeln im Baubereich Laien das Vorliegen von Mängeln kaum eigenständig feststellen könnten und auf Unterstützung durch fachkundige Personen angewiesen seien (Urteil 4A_692/2015 vom 1. März 2017 E. 6.1.3, nicht publ. in: BGE 143 III 206). Bei professionellen Unternehmern/Bestellern ist die Notwendigkeit des Beizuges eines externen Experten hingegen (zumindest) nicht naheliegend. Daher hätten die Beschwerdeführerinnen substanziiert darlegen müssen, weshalb der Beizug eines externen Gutachters im vorliegenden Fall notwendig gewesen wäre. Die Beschwerdeführerinnen zeigen in ihrer Beschwerde aber nicht rechtsgenüglich auf, dass sie dies getan hätten. Sie durften sich nicht mit der pauschalen Behauptung begnügen, es sei gerichtsnotorisch, dass externe baubetriebliche Experten die Mehrvergütungsansprüche objektiver herleiten können als sie selbst.