Citation: 5A_534/2021 E. 8.3

8.3. Die Rüge ist begründet. Abgesehen davon, dass die Vorinstanz nicht berücksichtigt hat, dass sich der Grundbedarf bei der Beurteilung der prozessualen Bedürftigkeit nicht schematisch nach dem betreibungsrechtlichen Existenzminimum bestimmt (BGE 141 III 369 E. 4.1; 124 I 1 E. 2a), geht bereits aus dem Betreibungsregisterauszug vom 5. März 2021 (Beilage 1 zur Berufungsantwort) hervor, dass gegen den Beschwerdeführer in jüngster Vergangenheit 4 Verlustscheine im Gesamtbetrag von über 200'000 Franken ausgestellt wurden. Eingereicht hat der Beschwerdeführer zudem die Pfändungsurkunde vom 2. Oktober 2020 gemäss welcher das sein monatliches Existenzminimum übersteigende Einkommen gepfändet wurde (Beilage 2 zur Berufungsantwort) sowie die Anzeige des Betreibungsamts Wädenswil vom 8. März 2021 betreffend stille Lohnpfändung (Beilage 3 zur Berufungsantwort). Es erweist sich somit als aktenwidrig und willkürlich, wenn die Vorinstanz die Existenz von Pfändungsverlustscheinen verneint hat. Auch die aktenkundigen Lohnpfändungen des Beschwerdeführers hätte die Vorinstanz nicht einfach ignorieren dürfen, da diese zur Folge haben, dass sich der Beschwerdeführer mit dem Existenzminimum begnügen muss und ihm somit keine Mittel zur Begleichung der mit dem Prozess verbundenen Kosten zur Verfügung stehen. Dabei kommt es nicht darauf an, für welche Art von Schulden die Betreibung eingeleitet und der Lohn gepfändet worden ist. Weil die Richtlinien der Konferenz der Betreibungs- und Konkursbeamten der Schweiz vom 1. Juli 2009 eine Berücksichtigung solcher Kosten im Existenzminimum - zu Recht - nicht vorsehen, bleibt es dem Beschwerdeführer verwehrt, beim Betreibungsamt wegen der Gerichts- und Anwaltskosten eine Neufestsetzung seines Existenzminimums zu erwirken (Urteile 8C_709/2017 vom 27. April 2018 E. 5.2; 5P.448/2004 vom 11. Januar 2005 E. 2.3; 5P.250/2002 vom 20. September 2002 E. 4.3). Die Angelegenheit ist daher zur Neubeurteilung des Anspruchs des Beschwerdeführers auf unentgeltliche Rechtspflege und Verbeiständung für das Berufungsverfahren an die Vorinstanz zurückzuweisen.