Citation: 4A_611/2016 E. 4.1

4.1. Im Rahmen der Auslegung des Wortlauts wies die Vorinstanz einen erst im Berufungsverfahren gestellten Beweisantrag auf Einholung eines anglizistischen Gutachtens ab, weil es sich um einen neuen und damit gemäss Art. 317 Abs. 1 ZPO nicht mehr zulässigen Antrag handle. Die Bedeutung des Wortlauts von Ziffer 13.6.4 Abs. 3 ABV sei schon vor Bezirksgericht umstritten gewesen und die Beschwerdeführerin hätte dieses Beweismittel daher problemlos schon vor erster Instanz anrufen können. Im Übrigen wäre ein solches Gutachten auch nicht "zielführend". Was die Beschwerdeführerin dagegen vorbringt, überzeugt nicht. Sie wendet ein, das Bezirksgericht habe offensichtlich nicht hinreichend Englisch verstanden, was vor allem folgende Formulierung auf Seite 7 des erstinstanzlichen Urteils zeige: es "hätte der Halbsatz 'if no agreement on the price can be reached' durch Kommas abgetrennt werden können, um ihn als Einschub zu kennzeichnen - was im Englischen im Gegensatz zum Deutschen wohl nicht notwendig, aber möglich gewesen wäre." Die Beschwerdeführerin betont das Wort "wohl" in dieser Formulierung und leitet daraus ab, das Bezirksgericht "schwimm[e]" bei englischen Texten der vorliegenden Art. Daher, so die Beschwerdeführerin sinngemäss, habe erst das erstinstanzliche Urteil Anlass gegeben, das anglizistische Gutachten zu verlangen. Wäre diese Argumentation zulässig, würde Art. 317 ZPO weitgehend unterlaufen. Denn es ist sehr häufig, das eine in den Augen der betroffenen Partei falsche oder sog. unverständige Argumentation im erstinstanzlichen Urteil Anlass für neue Behauptungen und Beweisanträge ist. Darauf kann es aber nicht ankommen. Massgeblich ist, wie die Vorinstanz richtig erkannte, ob ein Punkt erstinstanzlich bereits umstritten war. Die Rüge einer Verletzung von Art. 317 ZPO ist unbegründet. Damit muss auf die weitere Begründung der Vorinstanz, ein solches Gutachten wäre auch nicht zielführend gewesen, nicht mehr eingegangen werden.