Citation: 1B_120/2022 E. 3.2

3.2. Die Vorinstanz erwägt dazu Folgendes: Wie schon das ZMG dargelegt habe, handle es sich hier um einen äusserst aufwändigen und juristisch komplexen Straffall. Dem Beschwerdeführer werde eine Vielzahl schwerster Straftaten zum Nachteil des mutmasslichen Opfers zur Last gelegt. Der Deliktszeitraum umfasse zwei Jahre (Dezember 2017bis Dezember 2019). Laut Anklage habe der Beschwerdeführer die Straftaten teilweise gemeinsam mit mehreren Mittätern begangen. Beim vom Beschwerdeführer erhobenen Vorwurf, die Jugendanwaltschaft habe die Strafuntersuchung gegen Mitbeschuldigte schleppend vorangetrieben, handle es sich um eine nicht substanziierte Behauptung, die unbeachtlich zu bleiben habe. Der Vorwurf, das Sachgericht habe der Vermeidung einer allfälligen Vorbefassung der mitwirkenden Gerichtspersonen und sich widersprechender Urteile die Priorität eingeräumt, was zu einer Verletzung des Beschleunigungsgebotes beigetragen habe, grenze nach Ansicht des Obergerichtes an Trölerei. Wenn sich das Sachgericht nicht darum bemühen würde, die konnexen Verfahren zu koordinieren, könne dies Ausstandsverfahren gegen einzelne Gerichtspersonen nach sich ziehen. Die Gefahr einer Verlängerung des Strafverfahrens würde gerade dann drohen. Am 3. Dezember 2021 habe bereits eine gerichtliche Vorverhandlung stattgefunden. Die mehrtägige Hauptverhandlung sei zwischen Mitte Mai und Anfang Juni 2022 (Kalenderwochen 20 bis 23) terminiert, so dass sie sechs Monate nach der Vorverhandlung stattfinden werde. Von einer Verletzung des Beschleunigungsgebots könne bei dieser Sachlage - Komplexität des Falles, mehrere Beschuldigte, Vielzahl von Straftaten, zweijähriger Deliktszeitraum - nicht die Rede sein.