Citation: I 533/00 19.02.2002 E. 2

2.- Streitig ist aufgrund von Antrag und Begründung in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde lediglich noch der Rentenanspruch für die Zeit nach Abschluss der Umschulung zur Spitex-Vermittlerin am 7. Mai 1997. a) IV-Stelle und Vorinstanz haben die Beschwerdeführerin als Teilerwerbstätige eingestuft und den Anteil der Erwerbstätigkeit auf 80 % festgesetzt. Das kantonale Gericht stützte sich dabei auf die Berichte der Berufsberaterin vom 29. Februar 1996 und vom 20. November 1997, wonach die Beschwerdeführerin, wenn von der Arbeitsfähigkeit her möglich, eine Erwerbstätigkeit von 80 % anstrebe. Aus dem Fragebogen für den Arbeitgeber vom 8. August 1995 gehe ebenfalls hervor, dass die Beschwerdeführerin vor dem Rückenleiden bei der Spitex Y.________ zu 80 % angestellt gewesen sei. Demgegenüber könne auf das im Beschwerdeverfahren eingereichte Schreiben der Dr. med. C.________ vom 25. Januar 1999 nicht abgestellt werden, da die Hausärztin ihre Aussage, wonach die Beschwerdeführerin bis im Jahre 1992 zu 100 % und danach aus gesundheitlichen Gründen nur noch zu 80 % gearbeitet habe, nicht begründe. Aufgrund der Aktenlage sei somit überwiegend wahrscheinlich, dass die Beschwerdeführerin auch ohne diesen Gesundheitsschaden weiterhin nur teilzeitlich erwerbstätig gewesen wäre, weshalb die Qualifikation als Teilerwerbstätige durch die IV-Stelle nicht zu beanstanden sei. Dieser Auffassung kann nicht gefolgt werden. Die Beschwerdeführerin hat vor ihrer im Jahre 1992 begonnenen Ausbildung zur Hauspflegerin ganztags gearbeitet. Die neue Berufstätigkeit als Hauspflegerin musste sie kurz nach Beginn wegen dem Rückenleiden wieder aufgeben. Dass sie im neuen Beruf einen Anstellungsvertrag mit einem Pensum von 80 % hatte, lässt jedoch ebenso wenig wie die Berichte der Berufsberaterin den Schluss zu, die Beschwerdeführerin wäre ohne gesundheitliche Beeinträchtigungen nur teilerwerbstätig gewesen. Zu berücksichtigen gilt es, dass die Beschwerdeführerin vor dem Auftreten des Rückenleidens bereits an den Folgen einer Poliomyelitis litt. Die beiden Berichte der Berufsberaterin vom 29. Februar 1996 und vom 20. November 1997 erwähnen lediglich, die Beschwerdeführerin wolle aus persönlichen Gründen nur 80 % arbeiten, ohne indessen die persönlichen Gründe näher darzulegen. Die behandelnde Ärztin Dr. med. C.________ hat entgegen der Auffassung der Vorinstanz nicht nur im Bericht vom 25. Januar 1999 eine ganztägige Erwerbstätigkeit erwähnt, sondern bereits im Arztbericht vom 11. September 1995 gegenüber der IV-Stelle ausgeführt, die Versicherte sei fähig und bereit, 100 % zu arbeiten. Zwar hat sich die Beschwerdeführerin am 21. Juli 1995 wieder verheiratet und mit ihrem Mann ein Haus gekauft, doch ist aus den Akten ersichtlich, dass die Ehepartner die Arbeit in Haushalt und Garten aufteilen. Unter diesen Umständen ist davon auszugehen, dass die kinderlose Beschwerdeführerin, wie bereits früher, auch weiterhin 100 % erwerbstätig gewesen wäre. Demzufolge ist die Invalidität nach der allgemeinen Einkommensvergleichsmethode zu ermitteln. b) Ohne Eintritt des Gesundheitsschadens wäre die Beschwerdeführerin als Hauspflegerin erwerbstätig gewesen. Nach den Berichten der Berufsberaterin vom 29. Februar 1996 und vom 20. November 1997 hätte sie im Jahre 1995 mit einem Pensum von 80 % ein Bruttojahreseinkommen von Fr. 44'199. 35 und im Jahre 1996 ein solches von Fr. 45'042.- erzielt. Umgerechnet auf ein volles Pensum ergibt dies Fr. 55'249. 20 für 1995 und Fr. 56'302.- für 1996. Im Schreiben vom 14. Januar 1999 bestätigt die Spitex Y.________, dass die Beschwerdeführerin als diplomierte Hauspflegerin mit besonderen Aufgaben als Praktikumsbegleiterin zum jetzigen Zeitpunkt ein Jahreseinkommen von Fr. 59'744.- bei einer 100 % Anstellung erhalten würde. Wie sich der Lohn in der Zwischenzeit entwickelt hat, namentlich wie hoch er zum Zeitpunkt eines allfälligen Rentenbeginns im Mai 1997 gewesen wäre, geht aus den Akten nicht hervor. Die IV-Stelle wird daher auch zu diesem Punkt noch zusätzliche Abklärungen vornehmen müssen. c) Unbestritten ist, dass die Beschwerdeführerin nach ihrer Umschulung zur Spitex-Vermittlerin in diesem Beruf aus gesundheitlichen Gründen lediglich 50 % arbeitsfähig ist. Mit diesem Pensum verdiente sie laut Anstellungsvertrag vom 29. August 1996 beim Spitexverein X.________ ab 1. Oktober 1996 Fr. 35'167.- (inkl. 13. Monatslohn) brutto pro Jahr. Damit ist es nicht ausgeschlossen, dass die Beschwerdeführerin im Zeitpunkt des Abschlusses der Umschulung im Mai 1997 - wenn auch knapp - einen rentenbegründenden Invaliditätsgrad von 40 % erreichen könnte. Unter diesen Umständen sind die Einkommen ohne und mit Invalidität mit grosser Sorgfalt und exakt zu ermitteln (BGE 127 V 129). Die Sache geht daher auch hinsichtlich der Zeit ab Mai 1997 an die IV-Stelle zurück, damit sie hinsichtlich des Validen- und Invalideneinkommens für diese Zeitspanne nähere Abklärungen treffe.