Citation: 4C.332/2002 08.07.2003 E. 2

Zwischen den Parteien ist streitig, ob Art. 59 Abs. 1 SVG zur Anwendung kommt. Nach dieser Bestimmung wird der Halter von der Haftpflicht befreit, wenn er beweist, dass der Unfall durch grobes Verschulden eines Dritten verursacht wurde, ohne dass ihn selbst oder Personen, für die er verantwortlich ist, ein Verschulden trifft und ohne dass fehlerhafte Beschaffenheit des Fahrzeugs zum Unfall beigetragen hat. Das Kantonsgericht ist im Gegensatz zum Bezirksgericht zum Ergebnis gelangt, dass der Beklagten der Entlastungsbeweis weder in Bezug auf ein grobes Drittverschulden noch das Fehlen eines Verschuldens des Fahrzeuglenkers gelungen ist. Es hat in diesem Zusammenhang festgehalten, für Art. 59 Abs. 1 SVG gelte das Beweismass der an Sicherheit grenzenden Wahrscheinlichkeit oder zumindest das Regelbeweismass, nicht dagegen das Beweismass der überwiegenden Wahrscheinlichkeit, wie das Bezirksgericht irrtümlich angenommen habe. Mit der Berufung wird gerügt, die Vorinstanz habe das Beweismass falsch festgelegt und dadurch gegen Art. 59 Abs. 1 SVG verstossen. Auf diese Rüge der Verletzung von Bundesrecht kann eingetreten werden. Soweit die Beklagte in der Berufungsschrift aber auch die tatsächlichen Feststellungen und die Beweiswürdigung des Kantonsgerichts angreift, sind ihre Vorbringen unbeachtlich (Art. 55 Abs. 1 lit. c und Art. 63 Abs. 2 OG; BGE 127 III 543 E. 2c S. 547 mit Hinweis).