Citation: 4A_388/2021 E. 6.3.2

6.3.2. Die Beschwerdeführerin beanstandet weiter eine willkürliche Beweiswürdigung betreffend den Juli 2018. Die Vorinstanz habe nämlich das Arbeitsunfähigkeitszeugnis von Dr. med. F.________ vom 9. Juli 2021 nicht beachtet und sei deshalb zu einem willkürlichen Beweisergebnis gelangt. Sie habe erwogen, es gebe - abgesehen von den Attesten und Berichten von Dr. med. D.________ - für den Juli 2018 keine Hinweise oder gar Belege für eine 50 % übersteigende Arbeitsunfähigkeit. Stattdessen nehme sie zur Untermauerung ihrer Erwägung Bezug auf zwei Prognosen von Dr. med. F.________ von März bzw. Juni 2018 (recte: Juli 2018) betreffend eine mögliche Steigerung der Arbeitsfähigkeit. Die Vorinstanz habe sich somit ohne Begründung statt auf die tatsächlich attestierte Arbeitsunfähigkeit auf frühere Prognosen über einen längeren Zeitraum gestützt. Überdies habe die Vorinstanz durch die antizipierte Würdigung der weiteren offerierten Beweismittel unterstellt, diese würden für ihre Behauptung einer 60 %-igen Arbeitsunfähigkeit sprechen. Die Vorinstanz führte das fragliche Zeugnis von Dr. med. F.________ in E. 3.6 auf und gab dessen Inhalt wieder (vgl. E. 6.2 hiervor). Dies zeigt, dass sie das Zeugnis zur Kenntnis nahm. Allerdings mass sie ihm nicht dieselbe Beweiskraft zu, wie die Beschwerdeführerin. Dies begründet keine Willkür: Die Vorinstanz verwies betreffend den Juli 2018 nämlich einerseits auf den Bericht des MZL vom 26. März 2018, andererseits auf jenen des MZL vom 3. Juli 2018. Gestützt darauf gelangte die Vorinstanz zu ihrem Beweisergebnis (vgl. E. 6.1 hiervor). Anders als beim Zeugnis vom 9. Juli 2018 handelt es sich bei diesen beiden Urkunden um mehrseitige, detaillierte Berichte. Bereits aus diesem Grund ist es nachvollziehbar, wenn die Vorinstanz diesen Berichten Priorität gegenüber dem blossen, wenige Tage später erstellten Zeugnis einräumte. Von den antizipiert gewürdigten Beweismitteln (vgl. E. 6.2 hiervor) offerierte die Beschwerdeführerin für den Juli 2018 die Zeugenaussagen von Dr. med. F.________ sowie von Dr. phil. G.________ (als Mitunterzeichnerin des Berichts des MZL vom 3. Juli 2018) sowie ihre eigene Befragung oder Beweisaussage. In Anbetracht der bei den Akten liegenden Atteste, Berichte und Zeugnisse, in welchen diese Zeuginnen bereits ihre Diagnose ausführlich und teils mehrmals festhielten, sind deren unterlassene Einvernahme und das vorinstanzliche Beweisergebnis nicht willkürlich. Nämliches gilt für die offerierte Befragung oder Beweisaussage der Beschwerdeführerin. Ihre Äusserungen vermögen den Beweis für eine Arbeitsunfähigkeit für sich allein nicht zu erbringen. Was das beantragte Gerichtsgutachten anbelangt, ist festzuhalten, dass diesem jedenfalls kein derart hoher Beweiswert zugekommen wäre, damit der Vorinstanz eine willkürliche Beweiswürdigung vorgeworfen werden könnte. Der Gutachter hätte nämlich bloss auf die von der Vorinstanz bereits gewürdigten Unterlagen abstellen können, was den Beweiswert des Gutachtens eingeschränkt hätte.