Citation: 7B_783/2023 E. 6.2.3

6.2.3. Diesen Grundsätzen wird die Vorinstanz nicht vollumfänglich gerecht. Anstatt für jede der drei ungetreuen Geschäftsbesorgungen (Abhebung und Verwendung von Fr. 72'160.-- für private Renovationsarbeiten, Bezahlung von Fr. 1'474.-- Deliktserlös an die Physiotherapeutin F.________ und Ausrichtung von Darlehen über Fr. 107'205.65 an D.A.________) eine Einzelstrafzumessung vorzunehmen, fasst die Vorinstanz diese als einzelnes Delikt zusammen. Sie veranschlagt hierfür eine (unasperierte) Einzelstrafe von 18 Monaten und führt ergänzend aus, dass bei dieser Strafhöhe einzig eine Freiheitsstrafe in Betracht komme. Eine weitere Begründung zur Wahl der Strafart findet sich im angefochtenen Urteil nicht. Wäre für jede der ungetreuen Geschäftsbesorgungen methodisch korrekt eine hypothetische Einzelstrafe festgesetzt worden, wären dagegen auch Geldstrafen denkbar gewesen. Jedenfalls wäre die Wahl der strengeren Sanktionsart der Freiheitsstrafe besonders zu begründen (vgl. Art. 41 Abs. 2 StGB; BGE 144 IV 217 E. 4.3; Urteil 7B_223/2022 vom 14. März 2024 E. 4.2 mit Hinweis). Infolgedessen gereicht das methodisch falsche Vorgehen der Vorinstanz der Beschwerdeführerin merklich zum Nachteil und verletzt Bundesrecht. Die Vorinstanz wird die Strafzumessung neu vornehmen müssen. Da die strafbaren Handlungen vor dem 1. Januar 2018 stattgefunden haben, wird sie sich namentlich auch vertiefter mit der Frage befassen müssen, ob das alte oder das neue Sanktionenrecht zur Anwendung gelangt. Dies gilt insbesondere dann, wenn sie für die einzelnen ungetreuen Geschäftsbesorgungen an der Sanktionsart der Freiheitsstrafe festhalten will. Eine kurze Freiheitsstrafe anstelle einer Geldstrafe von höchstens 180 Tagessätzen ist gemäss Art. 41 Abs. 1 lit. a StGB (in Kraft seit 1. Januar 2018) zulässig, wenn eine solche geboten erscheint, um die Täterin von der Begehung weiterer Verbrechen oder Vergehen abzuhalten. Vor dem 1. Januar 2018 sah das Gesetz auch für Strafen von mehr als sechs Monaten bis zu einem Jahr alternativ Freiheitsstrafe oder Geldstrafe vor (vgl. aArt. 34 Abs. 1 StGB).