Citation: I 212/02 30.09.2002 E. 2.2

2.2.1 In der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird das Abstellen auf die MEDAS-Beurteilung der funktionellen Einschränkung aus psychiatrischer Sicht mit guten Gründen in Frage gestellt. Seit der konsiliarischen-psychiatrischen Untersuchung vom 7. Juni 1996 bis zur Verfügung der IV-Stelle vom 7. Juni 2001 sind fünf Jahre verstrichen, mithin eine nicht unerhebliche Zeit. Die Begutachtung erfolgte daher ohne Berücksichtigung des zweiten Unfalls vom 8. November 1997, was deshalb bedeutsam ist, weil nach der damaligen Einschätzung des Konsiliararztes weitere belastende Situationen zu einer Ver-schlechterung des Beschwerdebildes im Sinne einer schizoaffektiven Psychose führen konnten. Darauf beruft sich der Beschwerdeführer mit dem Hinweis, sein psychischer Gesundheitszustand habe nach dem erneuten Unfallereignis vom 8. November 1997 unter der damit verbundenen zusätzlichen Belastung weiter gelitten, was von der Vorinstanz nicht berücksichtigt worden sei. Schliesslich ist zu beachten, dass Dr. med. O.________ in seinem Gutachten von einem Status unter hochdosierter antidepressiver Behandlung spricht und lic. phil. W.________, Psychologin, FSP, im Bericht vom 8. September 2000 neuropsychologische Defizite erwähnt. 2.2.2 Im Lichte dieser Ausführungen kann eine Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer Sicht von (höchstens) 30 % nicht als gesichert gelten. Es sind daher weitere Abklärungen zu treffen, wobei die Einholung eines psychiatrischen Gutachtens angezeigt erscheint. Dieses wird sich insbesondere auch zur Bedeutung der beiden Auffahrunfälle für den psychischen Gesundheitszustand zu äussern haben. Aus den Akten ergeben sich überdies Anhaltspunkte, dass psychosoziale, eventuell auch soziokulturelle Problemlagen das Beschwerdebild mitprägen, weshalb die strengen Voraussetzungen für die Anerkennung und Gewichtung eines psychischen Leidens (vgl. BGE 127 V 299 f. Erw. 5) zu beachten sind. 2.3 Aus neurologischer Sicht konnten unbestrittenermassen keine objektivierbaren Befunde erhoben werden. Soweit der Beschwerdeführer Befangenheit des Dr. med. O.________ wegen verschiedenen Ausführungen im Gutachten geltend macht, kann ihm nicht gefolgt werden. An die Unparteilichkeit des Experten ist zwar im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozialversicherungsrecht zukommt, ein strenger Massstab anzulegen (BGE 122 V 162 Erw. 1c mit Hinweis). Einzelne der vom Beschwerdeführer beanstandeten Passagen erscheinen inhaltlich oder formulierungsmässig tatsächlich wenig sachgerecht. Sie sind aber nicht solcherart, dass deswegen das Misstrauen in die Unvoreingenommenheit begründet erschiene. Hingegen wird - unter den hier gegebenen Umständen zu Recht - gerügt, dass Verwaltung und Vorinstanz nicht geprüft haben, ob namentlich in Bezug auf den ersten Unfall eine Schleudertrauma(-ähnliche) Verletzung im Sinne der Unfallrechtsprechung gegeben ist und gegebenenfalls inwiefern sie sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirkt. Die Verwaltung, an welche die Sache zurückzuweisen ist, wird diese Frage, welche sich bei der gegebenen Aktenlage nicht klar und eindeutig in diesem oder jenem Sinne beantworten lässt, in ihrer neuen Verfügung unter Berücksichtigung des einzuholenden psychiatrischen Gutachtens zu prüfen haben.