Citation: 4A_553/2021 E. 3

Die Beschwerdeführerinnen sind der Ansicht, der Beschwerdegegner habe es versäumt, in Bezug auf die eingeklagten Positionen und Nachträge vor Aktenschluss zu behaupten und zu belegen, mit welchen Zahlungen er sie getilgt haben sollte. Es wäre ihm möglich und zumutbar gewesen, eine Aufstellung zu machen, wie sich die Gesamtzahlung von rund Fr. 465 Mio. (bzw. vor Klageanhebung: Fr. 458 Mio.) zusammensetzt und welche Forderungspositionen und Nachträge damit abgegolten sein sollten. Er habe sich damit begnügt, pauschal eine ausreichende Gesamtvergütung zu behaupten und global auf ein Parteigutachten im Umfang von 170 Seiten zu verweisen, das sich nicht mit den eingeklagten Forderungen auseinandersetze, sondern für das gesamte Werk die angeblich geschuldete Entschädigung festsetze. Wenn die Vorinstanz die Tilgung der eingeklagten Positionen annehme und den Beschwerdeführerinnen vorwerfe, sie hätten bloss für die von ihnen eingeklagten Fr. 19'027'919.71 den Beweis angetreten, verletze sie neben Art. 8 ZGB auch Art. 55 ZPO (Verhandlungsgrundsatz), Art. 221 ZPO (Substanziierungsgebot) sowie Art. 86 ZPO (Teilklage). Die Beschwerdeführerinnen messen der Tatsache, dass sie eine Teilklage eingereicht und der Beschwerdegegner keine (negative Feststellungs-) Widerklage erhoben, sondern sich auf den Antrag einer Klageabweisung beschränkt habe, entscheidende Bedeutung zu. Mangels Erhebung einer Widerklage habe der Beschwerdegegner den Streitgegenstand der Teilklage bzw. des Verfahrens nicht ausgeweitet und sie demnach auch nicht in die Beweislast bezüglich nicht eingeklagter Forderungen drängen können. Indem die Vorinstanz den Aspekt der nicht erhobenen Widerklage trotz entsprechender (zutreffender) Ausführungen im erstinstanzlichen Urteil sowie in der klägerischen Berufungsantwort vollständig unerwähnt lasse, verletze sie auch das rechtliche Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV/Art. 53 Abs. 1 ZPO). Diese Rügen gehen im Ansatz an der Sache vorbei: