Citation: 5C.236/2006 30.11.2006 E. 3

3.1 Im vorliegenden Fall hat das Obergericht die Methode der Existenzminimumsberechnung mit Überschussbeteiligung angewendet, was der Beklagte als gegen Art. 125 ZGB verstossend kritisiert, da die gesetzlichen Voraussetzungen für die Gewährung eines Unterhaltsbeitrages nach der vorgenannten Bestimmung nicht geprüft worden seien. Die Methode der familienrechtlichen Existenzminimums- oder Grundbedarfsberechnung mit Überschussverteilung ist eine auf Ermessen des Richters beruhende Möglichkeit, den geschuldeten Unterhaltsbeitrag zu ermitteln (siehe dazu namentlich: Urteil 5C.230/2003 vom 17. Februar 2004), wobei ein allfälliger Überschuss nicht automatisch, sondern nur bei geringen Überschüssen und aus Gründen der Vereinfachung auf beide Haushalte verteilt werden kann. Im vorliegenden Fall deutet nichts darauf hin, dass die Überschussverteilung den bisherigen Lebensstandard der Klägerin übersteigt. Eine Verletzung von Art. 125 ZGB liegt damit nicht vor. 3.2 Als Verletzung von Art. 8 ZGB wirft der Beklagte der Vorinstanz vor, sie habe nicht beachtet, dass die Klägerin keine Angaben zum ehelichen Lebensstandard gemacht habe. Das Obergericht hat erwogen, die von der ersten Instanz angewendete Methode der Bedarfsberechnung mit Überschussverteilung sei nicht zu beanstanden, da die Klägerin zum ehelichen Lebensstandard keine Angaben gemacht habe. Die in diesem Kontext vorgebrachte Rüge der Verletzung von Art. 8 ZGB ist nicht nachvollziehbar, verpflichtet doch diese Bestimmung - entgegen der Auffassung des Beklagten - keine Partei, gewisse Angaben zu machen und Behauptungen vorzutragen. Im vorliegenden Fall hat das Obergericht den Unterhaltsbeitrag nach der Methode der Bedarfsberechnung mit Überschussverteilung ermittelt, was, wie bereits dargelegt (E. 3.1) nicht zu beanstanden ist. Artikel 8 ZGB könnte allenfalls verletzt sein, wenn das Obergericht ohne eine zum Beweis verstellte Behauptung der Klägerin von einem höheren als dem durch die vorgenannte Methode ermittelten ehelichen Standard ausgegangen wäre (vgl. BGE 114 II 289 E. 2a).