Citation: I 690/02 23.03.2004 E. 4

4.1 Nachdem der Versicherte im Frühherbst 2001 während ungefähr drei Wochen in der Klinik X.________ hospitalisiert gewesen war, diagnostizierten die dortigen Ärzte eine "Kampf-Fluchtreaktion" bei einem psychophysiologischen Beschwerdebild mit Schwindel, Schwitzen, Angespanntheit und thorakalem Stechen. Es bestehe eine abhängige Persönlichkeitsstruktur mit Alkoholgewohnheit und Nikotinabusus; als arbeitsloser Familienvater mit unsicherer Zukunftsperspektive sehe sich der Versicherte einer sozialen Belastungssituation und zunehmendem Verantwortungsdruck ausgesetzt, was - im Sinne einer Dekompensation - zur Ausbildung der Kampf-Fluchtreaktion mit den entsprechenden Symptomen geführt habe. Eine Umschulung in einen seiner Persönlichkeitsstruktur angepassten Beruf erscheine sinnvoll. Zu denken sei dabei an eine Tätigkeit im Verkauf oder an den Besuch einer Handelsschule. Im angestammten Beruf als Metzger, aber auch als Gipser, bestehe eine vollständige Arbeitsunfähigkeit (Bericht vom 1. Oktober 2001). Im Schreiben an die IV-Stelle vom 12. Dezember 2001 wurde klargestellt, dass es sich bei der Kampf-Fluchtreaktion um eine somatoforme Störung (ICD-10: F45) mit Krankheitswert handle. 4.2 Anhand dieses Arztberichts, der den beweisrechtlichen Anforderungen der Rechtsprechung genügt (vgl. BGE 125 V 352 Erw. 3a), kann mit Blick auf die anbegehrte Umschulung ein rechtserheblicher Gesundheitsschaden knapp bejaht werden (Art. 4 Abs. 1 und Abs. 2 in Verbindung mit Art. 17 IVG). Die Vorinstanz hat diese Frage offen gelassen; der Beschwerdeführer erleide im Rahmen der ohne berufliche Umschulung noch zumutbaren Verdienstmöglichkeiten selbst dann keine Erwerbseinbusse von mindestens 20 %, wenn von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit als Metzger und als Bauhandlanger ausgegangen werde. Nach ärztlicher Einschätzung vermöge der Versicherte in der dem Gesundheitszustand angepassten Tätigkeit als Verkäufer vollschichtig erwerbstätig zu sein. Es sei ihm zumutbar, als Verkäufer in einer Metzgerei zu arbeiten, wo er als gelernter Metzger spezifische Berufs- und Fachkenntnisse einbringen könne. Unter Berücksichtigung dieser Tatsache betrage das anrechenbare Invalideneinkommen nach Massgabe der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) 2000 des Bundesamtes für Statistik (Tabelle A1) - umgerechnet auf die betriebsübliche Arbeitszeit und auf das Jahr 2001 bezogen - jährlich Fr. 61'380.-, nach Einrechnung eines leidensbedingten Abzuges (BGE 126 V 75) von 10 % schliesslich Fr. 55'242.-. Demgegenüber belaufe sich das Valideneinkommen (hypothetisches Einkommen ohne Invalidität) aufgrund der Angaben des letzten Arbeitgebers als Bauhandlanger auf Fr. 59'729.- (2001). Bei einer Gegenüberstellung dieser beiden Werte ergebe sich ein leistungsausschliessender Invaliditätsgrad von 7,5 %.