Citation: 6B_117/2023 E. 1.5.2

1.5.2. Zur Prüfung des Vorwurfs der zweiten Vergewaltigung vom 3. März 2017 würdigt die Vorinstanz ausführlich die Aussagen der Beschwerdegegnerin 2 vom 21. August 2017 und vom 3. Oktober 2017. Die Vorinstanz stuft die ersten Aussagen der Beschwerdegegnerin 2 wegen der Details und der beschriebenen Komplikationen als erlebnisbasiert ein. Es sei nachvollziehbar, dass sich die erste und zweite Aussage teilweise unterscheiden. Denn die Beschwerdegegnerin 2 wolle sich nicht mehr an den Vorfall erinnern. Dies entspreche den allgemeinen Ausführungen zu ihrem Aussageverhalten. Sodann wendet sich die Vorinstanz den Aussagen des Beschwerdeführers zu und verwirft dessen Version, wonach er die Beschwerdegegnerin 2 im Badezimmer nur getröstet habe. Nach alledem kommt die Vorinstanz zum Schluss, dass der Beschwerdeführer Geschlechtsverkehr habe initiieren wollte. Die Beschwerdegegnerin 2 habe abgelehnt und sich deswegen in das Badezimmer begeben. Dort sei ein lautstarker Streit eskaliert. Zu dessen Beginn habe sich der Beschwerdeführer mit der Sexualität der Beschwerdegegnerin 2 beschäftigt, indem er ihr vorgeworfen habe, sie gehe fremd. Anschliessend sei er gewalttätig geworden, bis die Beschwerdegegnerin 2 bewusstlos gewesen sei. Dann habe er sie mit kaltem Wasser aufgeweckt, auf das Bett getragen, ausgezogen und penetriert. Die Vorinstanz geht in dubio pro reo davon aus, dass der Beschwerdeführer die Beschwerdegegnerin 2im Badezimmer nicht geschlagen hat, um sie für die sexuellen Handlungen gefügig zu machen. Die Beschwerdegegnerin 2, welcher bereits Gewalt widerfahren war, sei aber dadurch dermassen geschwächt gewesen, dass sie sich auf dem Bett kaum mehr habe wehren können. Daher liege auch hier eine Vergewaltigung vor.