Citation: 4A_604/2020 E. B

Mit Eingabe vo m 14. Juli 2015 und unter Beilage der Klagebewilligung forderte die Aktiengesellschaft vor dem Bezirksgericht Bülach von der Eigentümerin Fr. 285'627.50 nebst Zins und Kosten (für den Zahlungsbefehl sowie die Friedensrichterverhandlung). Die Eigentümerin erhob Widerklage und verlangte von der Klägerin zuletzt im Wesentlichen Fr. 1'461'370.-- zuzüglich Fr. 80'000.-- zuzüglich Zins und Fr. 342'691.95, unter Nachklagevorbehalt für alle nach 2017 zu Tage tretenden weiteren Kostenüberschreitungen aus dem ursprünglichen Bauvorhaben, derzeit (nicht abschliessend) Fr. 850'000.-- übersteigend. Der Ehemann der Beklagten konstituierte sich an deren Seite als Nebenintervenient. B.a. Mit Urteil vom 13. Februar 2020 wies das Bezirksgericht nach Verrechnung der gegenseitigen Ansprüche die Hauptklage ab (Ziff. 1) und hiess die Widerklage im Umfang von Fr. 103'927.10 nebst Zins teilweise gut. Im Mehrbetrag wies es die Widerklage ab, soweit es darauf eintrat (Ziff. 2). Es erachtete den mit der Klage geltend gemachten Anspruch im Umfang von Fr. 131'618.55 nebst Zins für begründet und den mit der Widerklage eingeklagten im Umfang von Fr. 243'514.90 nebst Zins. Mit Blick auf den unterschiedlichen Zinsenlauf zählte es in Bezug auf den Anspruch der Klägerin noch Zinsen von Fr. 7'969.25 hinzu und gelangte so zu einer Verrechnungssumme von Fr. 139'587.80. Diesen Betrag zog es ab und hiess die Widerklage im Restbetrag von Fr. 103'927.10 nebst Zins gut. Sodann setzte es die Gerichtsgebühr auf Fr. 78'000.-- fest (Ziff. 3), verlegte diese zwischen den Parteien (Ziff. 4) und sprach der Klägerin eine reduzierte Parteientschädigung von Fr. 45'000.-- zu (Ziff. 5). B.b. Die Beklagte focht die Ziffern 2, 4 und 5 des Urteils des Bezirksgerichts an und verlangte im Wesentlichen, die Klägerin in Ziff. 2 zur Zahlung von Fr. 1'409'751.-- nebst Zins zu verpflichten. Mit Urteil vom 2. Oktober 2020 wies das Obergericht des Kantons Zürich die Berufung ab, soweit es darauf eintrat, und bestätigte das Urteil des Bezirksgerichts, soweit es nicht bereits in Rechtskraft erwachsen war. Es kam (wie das Bezirksgericht) zum Schluss, die Beklagte habe es unterlassen, sich zum Vertrauensschaden als Gesamtvermögensdifferenz und zur Kausalität im Sinne eines hypothetischen Alternativverhaltens konkret und im Einzelnen zu äussern. Und selbst wenn man davon ausgehen würde, die Beklagte hätte den Vertrauensschaden rechtsgenügend dargelegt oder das Bezirksgericht hätte ihr diesbezüglich einen neuen Substanziierungshinweis erteilen müssen, bliebe es dabei, dass es an rechtsgenügenden Behauptungen zum hypothetischen Alternativverhalten fehle. Damit seien die Voraussetzungen für die auf Haftung aus falscher Kosteninformation/Kostenüberschreitung basierende Zusprechung von Schadenersatz nicht dargetan.