Citation: 2P.225/2003 29.09.2003 E. 6

6.1 Nach der gestützt auf Art. 6 des Bundesgesetzes vom 19. Dezember 1877 betreffend die Freizügigkeit des Medizinalpersonals erlassenen Allgemeinen Medizinalprüfungsverordnung vom 19. November 1980 (AMV; SR 811.112.1) ist das Staatsexamen in der Zahnmedizin eine eidgenössische Medizinalprüfung (Art. 1 Abs. 1 AMV). Diese Verordnung regelt die Organisation der Prüfungen, die Zulassung und die Befreiung von den Prüfungen und das Prüfungsverfahren; sie betrifft jedoch nicht die Organisation des Studiums und die Zulassung zu diesem. Die damit zusammenhängenden Fragen müssen vom kantonalen Recht gelöst werden (BGE 114 Ia 164 E. 1a). 6.2 Beschwerden betreffend die Zulassung zur Prüfung sowie den Ablauf, das Verfahren und die Bewertung der Prüfung sind denn auch an den Leitenden Ausschuss bzw. an das Eidgenössische Departement des Innern zu richten (Art. 46 AMV). Die Rekurskommission ist somit auf die entsprechenden Rügen des Beschwerdeführers zu Recht nicht eingetreten (angefochtener Entscheid E. 1, 2b, 4). Eingetreten ist sie auf die vom Beschwerdeführer zu seiner Prüfung vorgetragenen Argumente lediglich insoweit, als diese die ihm vorgeworfene Schädigung eines Patienten anlässlich der praktischen Prüfung betreffen. 6.3 Hat das Bundesgericht auf staatsrechtliche Beschwerde hin die Bewertung von Examensleistungen zu beurteilen, so prüft es die Handhabung der einschlägigen kantonalen Verfahrensvorschriften - auf entsprechende, ordnungsgemäss begründete Rügen hin - nur unter dem Gesichtswinkel der Willkür. In erster Linie prüft es dabei, ob das gesetzlich vorgeschriebene Verfahren unter Beachtung der verfassungsrechtlichen Minimalgarantien durchgeführt worden ist (Urteil des Bundesgerichts 2P.223/2001 vom 7. Februar 2002, E. 2, mit Hinweisen auf mehrere unveröffentlichte Urteile des Bundesgerichts). 6.4 Der angefochtene Entscheid (E. 2a) stützt sich zunächst auf das Reglement für die Qualifikation der Kandidaten der Zahnmedizin im praktisch-klinischen Unterricht des Zentrums ZMK vom 19. Januar 1993 (Qualifikationsreglement). Danach wird für die Kandidaten der besonderen und vollständigen Fachprüfung am Schluss des ersten Semesters über alle Fachbereiche beurteilt, ob sie (für das zweite Semester) in die Klinik übertreten können. Bei ungenügender Beurteilung in zwei klinischen Fachbereichen ist der Übertritt in die Klinik nach dem ersten Semester ausgeschlossen. Nach einem weiteren Semester im Phantomlabor erfolgt eine abschliessende Beurteilung. Ist diese ebenfalls ungenügend, so kann das Studium in der Klinik nicht fortgesetzt werden. Diese Regelung ist vom Bundesgericht als sinnvoll und bundesrechtskonform bezeichnet worden, erlaubt sie doch, im Falle einer möglichen Gefährdung der Gesundheit des Patienten völlig ungeeignete Studenten von der Arbeit an diesem auszuschliessen (vgl. BGE 114 Ia 164 E. 3b). 6.5 Die Direktorenkonferenz des Zentrums ZMK hat am 18. Januar 2002 gestützt auf seine Leistungen im Phantom-Kurs in Anwendung des Qualifikationsreglements, d.h. wegen ungenügender Beurteilung in zwei klinischen Fachbereichen, verfügt, der Beschwerdeführer werde auf das Sommersemester nicht in den klinischen Kurs versetzt. Nach Abweisung seiner dagegen erhobenen Beschwerde durch die Rekurskommission absolvierte der Beschwerdeführer noch einmal ein Semester im Phantom-Kurs. Ohne den praktisch-klinischen Teil des Studiums absolviert zu haben, meldete er sich für das im Sommer 2002 am Zentrum ZMK durchgeführte Staatsexamen in Zahnmedizin an. Am 28. August 2002 fand die praktisch-klinische Prüfung im Fach Kariologie statt. Dabei soll er den ihm vom Zentrum ZMK dazu zur Verfügung gestellten Patienten irreversibel geschädigt haben: Laut Prüfungsprotokoll vom 3. September 2002 hat er beim Ausbohren einer Amalgamfüllung am Zahn 16 den Zahn 17 massiv angebohrt und bei der Behandlung des Zahnes 12 die Schmelzoberfläche des gesunden Zahnes 13 durch mehrere Kerben zerstört. Dem Patienten wurde daher ein Termin auf der Abteilungsklinik gegeben, um die misslungenen Füllungen ersetzt zu bekommen und den am Zahn 13 gesetzten Schaden zu restaurieren. Diese Leistung im Fach Kariologie wurde mit der schlechtesten Note 1 bewertet, womit die Prüfung nicht bestanden war. Der Beschwerdeführer rügt diese Feststellungen im Prüfungsprotokoll zwar als unhaltbar. Was er dazu vorbringt, lässt sie indessen nicht als offensichtlich unrichtig erscheinen. Insbesondere ist der von der Rekurskommission gezogene Schluss, dass von einer Schädigung des Patienten gemäss Prüfungsprotokoll auszugehen sei, unter Berücksichtigung der von der Rekurskommission dargelegten Argumente, die vom Beschwerdeführer nicht widerlegt werden, nicht als willkürlich zu bezeichnen. Weshalb die Unterschrift der Koexaminatorin auf dem Protokoll "widerrechtlich" sein soll (Beschwerde S. 7), vermag der Beschwerdeführer ebenfalls nicht darzulegen. Unter diesen Umständen ist auch der Verzicht der Rekurskommission auf das Einholen eines Gutachtens eines neutralen Experten nicht zu beanstanden; zudem rügt der Beschwerdeführer in diesem Zusammenhang lediglich einen schweren Mangel, legt aber nicht dar, inwiefern dadurch ein ihm zustehendes verfassungsmässiges Recht verletzt worden wäre. 6.6 Der aus der willkürfrei festgestellten Schädigung des Patienten gezogene Schluss der Rekurskommission, die Schädigung zeige, dass der Beschwerdeführer nicht in der Lage sei, eine fachgerechte Behandlung nach den Regeln der ärztlichen Kunst durchzuführen, erscheint jedenfalls nicht als unhaltbar. Dies gilt auch für die Folgerung, auf Grund der Vorkommnisse bei der Prüfung in Kariologie seien die Leistungen des Beschwerdeführers nach einem weiteren Semester im Phantom-Kurs als ungenügend zu beurteilen. Diesem somit in Anwendung des Qualifikationsreglements keinen Studienplatz mehr zur Verfügung zu stellen, ist Folge der rechtlichen Regelung und verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden. 6.7 Auch die Ausführungen der Rekurskommission zur Verhältnismässigkeit der Studienplatzverweigerung (angefochtener Entscheid E. 5c) werden vom Beschwerdeführer nicht substanziiert gerügt. Sie sind angesichts der grossen Verantwortung, die der Universität in Bezug auf die Arbeit am Patienten für deren Gesundheit zukommt, jedenfalls nicht unhaltbar.