Citation: 1P.73/2003 24.02.2003 E. 2.1

Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts zu Art. 88 OG ist der durch eine angeblich strafbare Handlung Geschädigte grundsätzlich nicht legitimiert, gegen die Einstellung eines Strafverfahrens oder gegen ein freisprechendes Urteil staatsrechtliche Beschwerde zu erheben. Der Geschädigte hat an der Verfolgung und Bestrafung des Täters nur ein tatsächliches oder mittelbares Interesse im Sinne der Rechtsprechung zu Art. 88 OG. Der Strafanspruch, um den es im Strafverfahren geht, steht ausschliesslich dem Staat zu, und zwar unabhängig davon, ob der Geschädigte als Privatstrafkläger auftritt oder die eingeklagte Handlung auf seinen Antrag hin verfolgt wird. Die Legitimation in der Sache selbst ergibt sich auch nicht aus dem Umstand, dass der Geschädigte neben der Strafklage eine Genugtuung beantragt hatte. Diese hängt im Adhäsionsprozess davon ab, ob eine Straftat begangen wurde, und da der Strafanspruch wie ausgeführt dem Staat zusteht, kann der Geschädigte gegen Freispruch oder Einstellung des Strafverfahrens grundsätzlich keine staatsrechtliche Beschwerde erheben (vgl. E. 1.2 des unveröffentlichten Urteils des Bundesgerichts 1P.314/2002 vom 21. Januar 2003). Unbekümmert um die fehlende Legitimation in der Sache selbst ist der Geschädigte aber befugt, mit staatsrechtlicher Beschwerde die Verletzung von Verfahrensrechten geltend zu machen, deren Missachtung eine formelle Rechtsverweigerung darstellt. Das nach Art. 88 OG erforderliche rechtlich geschützte Interesse ergibt sich diesfalls nicht aus einer Berechtigung in der Sache, sondern aus der Berechtigung, am Verfahren teilzunehmen. Ist der Beschwerdeführer in diesem Sinne nach kantonalem Recht Partei, kann er die Verletzung jener Parteirechte rügen, die ihm nach dem kantonalen Verfahrensrecht oder unmittelbar aufgrund der Bundesverfassung zustehen (vgl. BGE 128 I 218 E. 1.1).