Citation: H 87/00 13.02.2001 E. 1

1.- Streitig ist, ob der Beschwerdeführer Schadenersatz zu leisten hat. Zunächst wird geltend gemacht, ein allfälliger Anspruch der Ausgleichskasse sei verwirkt. Der Beschwerdeführer begründet seine Einrede damit, die Ausgleichskasse habe spätestens am 10. August 1995, als die erste Gläubigerversammlung einem Nachlassvertrag mit Vermögensabtretung zugestimmt habe, Kenntnis vom Schaden und dessen Höhe erhalten. Dieser Auffassung kann nicht beigepflichtet werden. Die Kasse besass zu diesem Zeitpunkt im Hinblick auf die Regelung von Art. 306 Abs. 2 Ziff. 2 SchKG in Verbindung mit Art. 219 Abs. 4 SchKG (in der bis zum 31. Dezember 1996 gültig gewesenen Fassung [Konkursprivileg II. Klasse]) noch keine ausreichende Kenntnis des Schadens. Das Gesetz verlangt nämlich für die Bestätigung eines Nachlassvertrages u.a. die vollständige Befriedigung der angemeldeten privilegierten Gläubiger. Da die Ausgleichskasse für die ausstehenden Beitragsforderungen ein Konkursprivileg besass und dem Nachlassvertrag zugestimmt wurde, musste sie nicht mit einem Verlust rechnen. Kenntnis des Schadens erhielt sie erst, als die Liquidatorin ihr am 4. Dezember 1995 mitteilte, die privilegierten Forderungen könnten nicht gedeckt werden. Damit sind die Schadenersatzverfügungen vom 2. Oktober 1996 innerhalb der einjährigen Frist des Art. 82 Abs. 1 AHVV erlassen worden.