Citation: I 554/04 03.03.2005 E. 6

6.1 Als aussichtslos sind nach der bundesgerichtlichen Praxis Prozessbegehren anzusehen, bei denen die Gewinnaussichten beträchtlich geringer sind als die Verlustgefahren und die deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet werden können. Dagegen gilt ein Begehren nicht als aussichtslos, wenn sich Gewinnaussichten und Verlustgefahren ungefähr die Waage halten oder jene nur wenig geringer sind als diese. Massgebend ist, ob eine Partei, die über die nötigen finanziellen Mittel verfügt, sich bei vernünftiger Überlegung zu einem Prozess entschliessen würde; eine Partei soll einen Prozess, den sie auf eigene Rechnung und Gefahr nicht führen würde, nicht deshalb anstrengen können, weil er sie nichts kostet (BGE 125 II 275 Erw. 4b, 124 I 306 Erw. 2c mit Hinweis). 6.2 Die Gewinnaussichten hinsichtlich der aus sprachlichen Gründen als ungenügend gerügten medizinischen Abklärungen waren deutlich geringer als die Verlustgefahren, zumal bereits die Vorinstanz in genauer und ausführlicher Würdigung der medizinischen Akten im Einzelnen dargelegt hat, weshalb auf die Arztberichte abgestellt und auf weitere Abklärungen verzichtet werden kann. Der Einwand, die Anwesenheit des Sohnes bei der psychiatrischen Untersuchung mache diese unverwertbar, ist zwar nicht gänzlich unbegründet, doch konnte dem Rechtsvertreter unter Berücksichtigung der angeführten Rechtsprechung und unter Einbezug der Besonderheiten des vorliegenden Falles nicht entgangen sein, dass die Gewinnaussichten seiner Argumentation markant geringer waren als die Gefahr des Unterliegens. Der Einwand des unterbliebenen Mahn- und Bedenkzeitverfahrens war gänzlich ohne Erfolgsaussichten; gleiches gilt bezüglich der Vorbringen des zu geringen leidensbedingten Abzugs und der unterbliebenen (stationären) beruflichen Abklärung. Dem Gesuch um unentgeltliche Verbeiständung kann demnach wegen Aussichtslosigkeit nicht stattgegeben werden. Vor diesem Hintergrund ist auch nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz den Anspruch auf unentgeltliche Rechtsverbeiständung im Einspracheverfahren verneint hat.