Citation: I 242/04 28.07.2005 E. 3

3.1 Nach überzeugender Würdigung der medizinischen Akten (Berichte des Dr. med. S.________, Oberarzt, Psychiatrische Dienste, vom 12. Juli 2002, des Dr. med. A.________, Allgemeinmedizin FMH, vom 28. Juli 2002 und des Dr. med. K.________, Innere Medizin FMH, vom 22. Januar 2003) gelangte die Vorinstanz zum Ergebnis, dass es an einem rechtsgenüglichen Nachweis eines (psychischen) Gesundheitsschadens fehle, weil es aus ärztlicher Sicht (rückblickend) bloss möglich (und nicht überwiegend wahrscheinlich) sei, dass der Beschwerdeführer von 1996 bis 2001 arbeitsunfähig war. Nach Auffassung des kantonalen Gerichts besteht auch keine Veranlassung für die Vornahme weiterer Abklärungen, da diese am feststehenden Beweisergebnis nichts zu ändern vermöchten (antizipierte Beweiswürdigung). 3.2 Der Beschwerdeführer vertritt demgegenüber den Standpunkt, dass sich die Anordnung einer psychiatrischen Begutachtung zur Feststellung des Beginns und des Ausmasses der Arbeitsunfähigkeit aufdränge, und stützt sich hiefür auf den Bericht des Dr. med. S.________ vom 12. Juli 2002. Dieser in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde vertretenen Auffassung kann nicht beigepflichtet werden. Es trifft zwar zu, dass Dr. med. S.________ in seinem Bericht vom 12. Juli 2002 die Anordnung weiterer medizinischer Abklärungen für angezeigt hielt mit der Begründung, er kenne den Beschwerdeführer, bei welchem er eine somatoforme Schmerzstörung vermutete ("Patient [...] mit chronischen Abdominalbeschwerden, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen mit Störungen der Impulskontrolle sowie intermittierend auftretenden Sinnlosigkeitsgefühlen bei St. n. stumpfem Bauchtrauma durch Autounfall in Serbien 1995 [...], am ehesten im Rahmen einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung"), erst seit 8. Juni 2001 und könne aus diesem Grunde das Ausmass sowie den Beginn einer vor diesem Datum liegenden Arbeitsunfähigkeit nicht beurteilen, nehme aber aufgrund seiner Erfahrung an, dass der Beginn der Arbeitsunfähigkeit Monate oder sogar Jahre zurückliegen dürfte. Indessen zeigen diese Aussagen gerade die Schwierigkeiten der rückwirkenden Festsetzung der Arbeitsunfähigkeit für eine Zeit, in welcher der Beschwerdeführer nach den Akten offensichtlich weder bei den Ärzten des Externen Psychiatrischen Dienstes noch bei einem anderen Facharzt in psychiatrischer Behandlung stand. Noch weniger als Dr. med. S.________, welchen der Beschwerdeführer immerhin im Juni 2001 (ab welchem Monat er zu einem Vollpensum für die P.________ AG arbeitete) erstmals konsultiert hat, dürfte ein neu mit einer Begutachtung zu beauftragender Psychiater in der Lage sein, zuverlässige Aussagen zum Zeitpunkt des Eintritts und zum Ausmass der Arbeitsunfähigkeit im von 1996 bis 2001 reichenden Zeitraum zu machen. Beginn und Grad der Arbeitsunfähigkeit könnten diesfalls nur durch spekulative Annahmen und Überlegungen festgelegt werden, was dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit keinesfalls zu genügen vermöchte (BGE 126 V 360 Erw. 5b mit Hinweisen). Da somit von weiteren Abklärungen keine entscheidrelevanten Erkenntnisse zu erwarten sind, ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz von der Anordnung einer Begutachtung abgesehen hat (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 124 V 94 Erw. 4b; RKUV 2003 Nr. U 473 S. 50 Erw. 3.4, 2002 Nr. U 469 S. 527 Erw. 2c). Bei dieser Sachlage muss es bei der Feststellung sein Bewenden haben, dass sich die Beweislosigkeit hinsichtlich Beginn und Ausmass der Arbeitsunfähigkeit zulasten des Beschwerdeführers auswirkt, der aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte (BGE 117 V 264 Erw. 3b mit Hinweis). Hinzu kommt, dass nach der Rechtsprechung selbst eine feststehende Diagnose einer somatoformen Schmerzstörung - welche im Falle des Beschwerdeführers fehlt (vgl. die vage Formulierung im Bericht des Dr. med. S.________ vom 12. Juli 2002: "am ehesten im Rahmen einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung") - noch keine Invalidität begründet, sondern vielmehr eine Vermutung besteht, dass die somatoforme Schmerzstörung oder ihre Folgen mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar sind, und lediglich in Ausnahmefällen angenommen wird, dass die Schmerzbewältigung intensiv und konstant behindernde Umstände den Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess unzumutbar machen (vgl. dazu BGE 130 V 352).