Citation: 6B_1332/2021 E. 4.4

4.4. Die hier interessierenden Feststellungen (vgl. vorangehende E. 4.2) werden nicht substanziiert bestritten und bleiben für das Bundesgericht verbindlich (vgl. vorangehende E. 1.3). Weshalb zur Beurteilung eines schweren persönlichen Härtefalls die finanzielle Situation des Betroffenen - wozu auch allfällige Schulden zählen - nicht einbezogen werden dürfte, erschliesst sich nicht. Sodann sind nach der Rechtsprechung (vgl. vorangehende E. 4.3) insbesondere auch die Vorstrafen massgebliche Kriterien für die gesellschaftliche Integration der betroffenen Person in der Schweiz. Der Beschwerdeführer hält dies zwar für "nicht nachvollziehbar"; damit legt er aber keine Gründe für eine Praxisänderung dar (zu den Voraussetzungen vgl. BGE 145 V 304 E. 4.4; 141 II 297 E. 5.5.1). Auch wenn, wie der Beschwerdeführer behauptet, seine Freundin als Invalidenrentnerin besonders schutzbedürftig ist und die stabile Beziehung zu ihm ein von ihr dringend benötigter Stützpfeiler darstellt, sind besonders intensive, über eine normale Integration in der Schweiz hinausgehende private Beziehungen beruflicher oder gesellschaftlicher Natur nicht ersichtlich; solche werden denn auch nicht substanziiert geltend gemacht. Letztlich kann aber offenbleiben, ob ein schwerer persönlicher Härtefall vorliegt, wie sich aus dem Folgenden ergibt. Was die Interessenabwägung anbelangt, so erkennt die Vorinstanz zutreffend, dass bei Drogenhandel das öffentliche Interesse an einer Wegweisung regelmässig überwiegt. So zeigt sich das Bundesgericht hinsichtlich der Landesverweisung bei Straftaten gegen das Betäubungsmittelgesetz zwecks Verhinderung neuer Straftaten zur Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit stets besonders streng bzw. rigoros; diese Strenge bekräftigte der Gesetzgeber mit Art. 66a Abs. 1 lit. o StGB. "Drogenhandel" führt von Verfassungs wegen in der Regel zur Landesverweisung (Art. 121 Abs. 3 lit. a BV; Urteile 6B_1024/2021 vom 2. Juni 2022 E. 4.3; 6B_1468/2020 vom 13. Oktober 2021 E. 1.1; 6B_188/2021 vom 23. Juni 2021 E. 2.1.1 und 2.2.6). Angesichts der Schwere der Straftat muss auch eine bloss geringe Rückfallgefahr nicht hingenommen werden (Urteile 6B_1024/2021 vom 2. Juni 2022 E. 4.3; 6B_1245/2020 vom 1. April 2021 E. 2.2.1 mit Hinweis). Auch im hier zu beurteilenden Fall soll mit der Landesverweisung die Gefahr weiterer schwerer Delikte gegen das Betäubungsmittelgesetz gebannt werden. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers lässt der Umstand, dass die ausgefällte Freiheitsstrafe von 30 Monaten "nur" einen kleinen Teil der maximalen Strafdrohung von 20 Jahren ausmacht, nicht auf eine bloss "geringe Schwere der Tat" schliessen; die Schwere der Straftat ergibt sich bereits aus ihrer Subsumtion unter Art. 19 Abs. 2 BetmG mit entsprechender Mindeststrafe (Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr) und der Qualifikation als Verbrechen (vgl. Art. 10 StGB). Zudem berücksichtigt die Vorinstanz im hier interessierenden Zusammenhang insbesondere die von ihr gestellte (schlechte) Legalprognose, die rein pekuniären und egoistischen Motive des Beschwerdeführers und dessen Vorstrafen für Einbruchdiebstähle zu Recht. Nach dem Gesagten erweist sich die im angefochtenen Urteil vorgenommene und zu Lasten des Beschwerdeführers ausgefallene Interessenabwägung als bundesrechtskonform. Die Härtefallklausel gemäss Art. 66a Abs. 2 StGB kommt daher nicht zur Anwendung. Die Beschwerde ist auch in diesem Punkt unbegründet. Die Dauer der Landesverweisung von sechs Jahren wird nicht beanstandet, weshalb sich diesbezügliche Weiterungen erübrigen.