Citation: 7B_1121/2024 E. 5.1

5.1. Die Vorinstanz hält eine antiandrogene Behandlung des Beschwerdeführers derzeit nicht für zielführend und geht davon aus, dass die Wiederholungsgefahr durch eine solche Ersatzmassnahme kurzfristig nicht gebannt oder erheblich gemindert werden kann. Sie stützt sich in ihren Erwägungen auf ein forensisch-psychiatrisches Gutachten vom 16. Juni 2023 und hält fest, nach dem Sachverständigen sei trotz antiandrogener Medikation - welche die Libido mindere und die Sexualfunktion durch mangelhafte Erektions- und Ejakulationsfähigkeit beeinträchtige - langfristig von einer weiterbestehenden Motivation des Beschwerdeführers für die Kontaktaufnahme zu Knaben auszugehen. Dieses Verlangen sei "neben sexuellen auch durch die narzisstischen Bedürfnisse" des Beschwerdeführers bedingt. Eine Androgenentzugsbehandlung sei "ohne Erfolg versprechende Etablierung und eine entsprechende Therapie (beispielsweise Psychotherapie) " kurzfristig ungenügend. Die antiandrogene Behandlung könne nicht isoliert, sondern müsse im Rahmen eines Gesamtbehandlungsplans erfolgen; ein solcher Plan bestehe bislang aber noch nicht. Die Vorinstanz hält zudem fest, nach dem Sachverständigen sei der Beschwerdeführer aufgrund seiner Persönlichkeitsmerkmale einer therapeutischen Intervention nur schwer zugänglich. Ferner gehe aus dem Bericht des Gefängnisarztes hervor, dass aus medizinischer Sicht der potentielle Schaden einer antiandrogenen Behandlung den medizinischen Nutzen übersteige.