Citation: 6B_1424/2021 E. 5.2

5.2. Die Vorinstanz erwägt, der Anklagesachverhalt werde von der Verteidigung grundsätzlich nicht bestritten, jedoch mache diese geltend, dass die Beschwerdegegnerin 2 dem Beschwerdeführer nie persönlich gesagt habe, dass sie keinen Kontakt wünsche. Aufgrund der Aussagen der Managerin der Beschwerdegegnerin 2, der Beschwerdegegnerin 2 selbst sowie des Polizeiberichts und der zahlreichen dort enthaltenen Nachrichten sowie Fotos der Geschenke sei der Anklagesachverhalt erstellt. Der Beschwerdeführer sei bereits am 21. September 2015 vom Management der Beschwerdegegnerin 2 abgemahnt worden, dass diese keinen Kontakt wünsche. Am 29. Oktober 2017 habe diese selbst dem Beschwerdeführer eine E-Mail mit dem Betreff: "Keinen Kontakt mehr!" gesendet. Sie habe in dieser E-Mail unmissverständlich festgehalten, dass sie keine Mails vom Beschwerdeführer wünsche, ihn nicht kennenlernen wolle und sie nicht wolle, dass er Zuschauer bei ihren Auftritten sei. Dem Beschwerdeführer habe klar sein müssen, dass bereits die E-Mail des Managements vom 21. September 2015 vom Willen der Beschwerdegegnerin 2 zumindest mittelbar getragen worden sei, d.h. es sei ihm ab diesem Zeitpunkt bewusst gewesen, dass die Beschwerdegegnerin 2 keinen Kontakt wünschte. Spätestens die E-Mail vom 29. Oktober 2017 habe diesbezüglich keinerlei Zweifel mehr zugelassen. In rechtlicher Hinsicht erwägt die Vorinstanz, in den Akten fänden sich E-Mails des Beschwerdeführers an die Beschwerdegegnerin 2 ab dem Jahr 2015, worin er versucht habe, mit ihr Kontakt aufzunehmen. Darauf sei die klare Aufforderung durch das Management der Beschwerdegegnerin 2 gefolgt, weitere Schreiben zu unterlassen. Dennoch habe der Beschwerdeführer die Beschwerdegegnerin 2 vor einem ihrer Auftritte im Oktober 2017 wiederholt, namentlich per E-Mail kontaktiert, und unter anderem vorgeschlagen, dass sie zusammen auftreten würden. Am 29. Oktober 2017 sei sodann die unmissverständliche E-Mail der Beschwerdegegnerin 2 persönlich gefolgt, worin sie dem Beschwerdeführer deutlich zu verstehen gegeben habe, mit ihm nichts zu tun haben zu wollen. Der Beschwerdeführer habe diese Aufforderung allerdings nicht respektiert und sich am 3. November 2017 mit einer längeren E-Mail-Antwort erneut an sie gewandt. Darin habe er seinem Ärger über die Zurückweisung Ausdruck gegeben und der Beschwerdegegnerin 2 mitgeteilt, er werde ihren Vorgaben nicht folgen. Er habe die Beschwerdegegnerin 2 als "Trottel" bezeichnet, und sie gemahnt, "auf die Würmer im Garten aufzupassen", ansonsten empfehle er ihr, "sich einbalsamieren zu lassen nach ägyptischem Vorbild, damit in 3000 Jahren auch ihr Grab geschändet" werden könne. Der Beschwerdeführer habe ein "Nein" der Beschwerdegegnerin 2 also wiederum nicht akzeptiert, wobei die E-Mail einen bedrohlichen Unterton enthalten habe. Aufgrund der Vorgeschichte hätten die Einwirkungsversuche des Beschwerdeführers spätestens zu diesem Zeitpunkt eine Intensität erreicht, die dazu geführt habe, dass nunmehr jeder weitere Einzelakt geeignet war, den angestrebten Erfolg zu bewirken. Ab diesem Zeitpunkt sei die Schwelle zur strafbaren Nötigung klar überschritten gewesen. Nach November 2017 würden dem Beschwerdeführer konkret noch fünf weitere Kontaktaufnahmen in der Anklageschrift vorgeworfen, die nach dem Ausgeführten erstellt seien. Der Beschwerdeführer habe durch die Kontaktaufnahmen versucht, die Beschwerdegegnerin 2 dazu zu bringen, mit ihm eine Beziehung einzugehen, was ihm jedoch nicht gelungen sei. Es sei ihm bewusst gewesen, dass die Beschwerdegegnerin 2 keinerlei Beziehung zu ihm wünschte und auch seine Kontaktnahmen ablehnte. Der Druck auf ihre Entscheidungsfreiheit sei aufgrund der gesamten Umstände erheblich und der verfolgte Zweck unerlaubt gewesen. Dass die Beschwerdegegnerin 2 keine zivilrechtlichen Massnahmen gegen den Beschwerdeführer durchgesetzt habe, sei für die strafrechtliche Qualifikation der Tat unerheblich. Vollendet sei die Nötigung jedoch nicht worden, da der Beschwerdeführer die Beschwerdegegnerin 2 durch sein Nötigungsmittel nicht zum gewollten Verhalten gebracht habe. Es sei daher beim strafbaren Nötigungsversuch geblieben (Urteil S. 46 ff.).