Citation: 1C_218/2023 E. 6.3

6.3. Das Bundesgericht setzte sich bereits mit der Frage auseinander, ab wann eine Siedlung als eigenständig bezeichnet werden kann; so insbesondere anlässlich der Beurteilung von mehreren Grundstücken im Gebiet Letzau Nord, die der Landwirtschaftszone zugewiesen waren. Das Bundesgericht erkannte, dass die überbauten Flächen auf den fünf Parzellen der Grundeigentümer zu klein seien, um sie als eigenständigen Siedlungsansatz zu bezeichnen; auf diesen Grundstücken standen zahlreiche Bauten und Anlagen (vgl. Urteil 1C_252/2012 vom 12. März 2013 E. 6.2). Vorliegend besteht, ausgehend von der nicht überbauten Parzelle des Beschwerdeführers, lediglich eine lose Aneinanderreihung von einzelnen Gebäuden entlang der Freiburgstrasse nördlich in Richtung Bahnhof Thörishaus Station und südlich in Richtung Thörishaus Dorf. Im Lichte der genannten Rechtsprechung liegt damit keine eigenständige Siedlung vor. Eine Baulücke ist damit ebenfalls zu verneinen. Daran ändert nichts, dass die EG Köniz die Parzelle des Beschwerdeführers in einem Mitwirkungsbericht aus dem Jahr 2015 als (Bau-) Lücke bezeichnete. Entscheidend ist, dass die überwiegenden Flächen, welche an die Parzelle Nr. 3097 angrenzen, und auch die dahinterliegenden Parzellen, nicht überbaut und der siedlungsgliedernden Grünzone zugewiesen sind bzw. aus Wald bestehen (vgl. zur Funktion der Grünzone im Kanton Bern Art. 79 Abs. 1 des Baugesetzes des Kantons Bern vom 9. Juni 1985 [BauG/BE; BSG 721.0]). Die Parzelle des Beschwerdeführers befindet sich in einer Randlage und weist weder einen genügenden Zusammenhang mit dem Siedlungsgebiet Thörishaus Dorf noch mit den Überbauungen rund um den Bahnhof Thörishaus Station auf; vielmehr trennt sie die beiden Siedlungsenden an der Freiburgstrasse voneinander ab. Eine Einzonung - selbst bloss in einer Bautiefe von 40 m - liefe damit dem Konzentrationsprinzip zuwider (vgl. BGE 116 Ia 335 E. 4a; Urteil 1C_442/2019 vom 17. Juni 2020 E. 2.5; je mit Hinweisen).