Citation: 7B_193/2022 E. 3.2

3.2. Die Vorinstanz geht zutreffend davon aus, dass die Rechtsgutverletzung als solche unergiebig ist, wenn es um die Strafzumessung bei Tötungsdelikten geht. Denn die "Vernichtung des höchsten Rechtsguts" begründet erst den Tatbestand des Art. 111 StGB. Der mit der Tötung als solcher verbundene Unrechtsgehalt kann aber - anders als etwa bei einer Körperverletzung - nicht abgestuft werden. Insoweit ist aus der Rechtsgutverletzung allein nichts für die Strafzumessung abzuleiten (vgl. dazu Urteil 6B_1038/2017 vom 31. Juli 2018 E. 2.6.1). Vielmehr bestimmt sich die objektive Tatschwere, wie die Vorinstanz richtig annimmt, anhand des Tathergangs und der Tatumstände. Dabei sind auch beim hier einschlägigen Grundtatbestand des Art. 111 StGB subjektive Merkmale wie Motive, Beweggründe und Absichten des Täters implizit massgebend, wenn es um die Festlegung des (objektiven) Schweregrads geht. Dieser bestimmt sich mit andern Worten anhand aller Tatkomponenten, welche dem gesetzlichen Tatbestandsmerkmal zuzuordnen sind.