Citation: 6B_93/2022 E. 1.4.3

1.4.3. Nach diesem Sachverhalt setzte sich der Beschwerdegegner wissentlich und willentlich (er nahm in Kauf; oben E. 1.2.2) über den entgegenstehenden Willen der Geschädigten A hinweg und versuchte - wobei er auch kurz in die Scheide eindrang - den Analverkehr zu vollziehen, was einzig daran scheiterte, dass A dies abwehrte (oben Phase 4). Der Beschwerdegegner vollzog erstens mehrere sexuelle Handlungen (Oralverkehr ist seinem Unrechtsgehalt nach eine der Vergewaltigung ähnliche beischlafähnliche Handlung, BGE 132 IV 120 E. 2.5; Urteil 6B_1260/2019 vom 12. November 2020 E. 3.3.2), zweitens versuchte er den hinsichtlich des Unrechtsgehalts der Vergewaltigung gleichzusetzenden beischlafähnlichen Analverkehr (vgl. BGE 86 IV 177 E. 2b) zu vollziehen und drittens vollzog er den Beischlaf durch Vaginalverkehr im Sinne des Art. 190 StGB, da dafür ein geringes Eindringen (zumindest in den Scheidenvorhof) genügt und eine Ejakulation nicht erforderlich ist (BGE 99 IV 151 E. 1; Urteil 6B_678/2012 vom 30. April 2013 E. 2.4; in diesem Zusammenhang nicht unbesehen übergangen werden dürfen diese Straftaten z.N. der Geschädigten B, D und E, oben Sachverhalt B.b, B.c und B.f). Allerdings setzte der Beschwerdegegner bei diesen sexuellen Handlungen nach der Vorinstanz keine Nötigungsmittel ein, sodass sie von einer fehlenden Tatbestandsmässigkeit im Sinne von Art. 189 und Art. 190 StGB ausgeht und auch diese sexuellen Handlungen unter den Tatbestand der sexuellen Handlungen mit Kindern von Art. 187 Ziff. 1 StGB subsumiert. Dabei ist die weitere Entscheidung wesentlich, dass die Vorinstanz die Anwendung von Art. 187 Ziff. 2 und Ziff. 3 StGB ausschliesst (und zwar hinsichtlich aller Geschädigten). Diese Beurteilung ist nicht angefochten, sodass darauf unter dem Titel von Art. 189 und Art. 190 StGB nicht zurückzukommen ist.