Citation: 5A_218/2022 E. 3.2.1

3.2.1. Die Beschwerdeführerin rügt eine Verletzung von Art. 151 ff., Art. 223 Abs. 2 und Art. 317 Abs. 1 ZPO sowie von Art. 29 BV und Art. 6 EMRK. Aufgrund ihres bisherigen Verhaltens, das bekannt und nach Art. 151 ZPO keines Beweises bedürftig sei, sowie mit Rücksicht darauf, dass das Bezirksgericht die Wiederholungsgefahr im Zeitpunkt seines Urteils hätte beurteilen müssen, hätten erhebliche Zweifel an der Wiederholungsgefahr bestanden. Deshalb hätte das Bezirksgericht nach Art. 223 Abs. 2 ZPO eine Hauptverhandlung anberaumen und allenfalls nach Art. 153 Abs. 2 ZPO von Amtes wegen Beweise abnehmen müssen. Mit Blick auf das Berufungsverfahren argumentiert die Beschwerdeführerin, dass die Behauptung in ihrer Berufung, die inkriminierten Äusserungen nach dem Brief vom 4. Juni 2018 nicht mehr verbreitet zu haben, ein echtes Novum gewesen sei. Die Tatsache, dass sie die Aussagen bis zu ihrer Berufung nicht wiederholte, habe sich bis und mit 29. November 2021, dem Datum der Berufung, verwirklicht und somit nicht früher vorgebracht werden können. Nachdem die Vorinstanz die Wiederholungsgefahr im Zeitpunkt des Berufungsurteils habe beurteilen müssen, wäre ihre Behauptung vom 29. November 2021, dass bis dahin keine weitere Verbreitung erfolgt sei, in richtiger Anwendung von Art. 317 Abs. 1 ZPO zulässig gewesen.