Citation: I 344/00 01.03.2001 E. 2

2.- Laut Gutachten der MEDAS vom 3. März 1997 ist die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers durch ein Cervikolumbalsyndrom bei Spondylosis deformans, eine psychische Überlagerung von somatischen Beschwerden aus dem rheumatischen Formenkreis (ICD-10 F54) und eine Entwicklungs- und Persönlichkeitsstörung (F60. 8) beeinträchtigt. Nicht wesentlich einschränkend wirken sich ein Verdacht auf Äthylabusus, eine Hyperuricämie mit anamnestisch wahrscheinlich rezidivierenden Gichtanfällen am rechten Fuss, Hyperglycämie, Hyperlipidämie und Adipositas aus. Aus orthopädischer Sicht nicht mehr zumutbar sind körperliche Schwerarbeiten wie Metallhilfsarbeiter, Pferdepfleger usw. Für leichte bis mittelschwere Tätigkeiten mit gelegentlichem Heben bis 15 kg ist der Versicherte dagegen vollschichtig arbeitsfähig. Wegen der psychischen Probleme ist er indessen auch bei solchen Tätigkeiten um rund 30 % in der Leistungsfähigkeit eingeschränkt. In der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird diese Einschätzung unter Hinweis auf Dr. med. S.________, welcher eine Arbeitsfähigkeit von 50 % annimmt, bestritten. Gemäss Arztbericht vom 27. September 1997 geht der Hausarzt ebenfalls davon aus, dass dem Versicherten in guten Phasen eine leichte Arbeit zumutbar sei; die Episoden mit vollumfänglicher Arbeitsunfähigkeit seien jedoch häufig, wobei auch fraglich sei, ob der Beschwerdeführer aus psychischen und intellektuellen Gründen für eine leichte Arbeit überhaupt qualifiziert sei. Daraus ist zu schliessen, dass in erster Linie nicht somatische, sondern psychische und persönlichkeitsbezogene Faktoren für die zeitliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit verantwortlich gemacht werden. Wie es sich diesbezüglich verhält, konnte der Internist indessen nicht genau sagen. Abgesehen davon, dass er bei der Diagnosenstellung eine psychische Problematik unerwähnt liess, bezeichnet er die Leistungseinschränkung lediglich als fraglich. Im Rahmen der Begutachtung durch die MEDAS wurden die psychischen Aspekte durch den konsiliarisch beigezogenen Psychiater einlässlich untersucht. Im Bericht vom 16. Januar 1997 bezeichnet dieser die Intelligenz als im Bereich der Norm liegend. Der Charakter des Versicherten sei stark geprägt durch die Lebensumstände während der Kindheit und Jugendzeit. Zum einen habe er einen starken Überlebenswillen, einen Freiheitsdrang, einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn und grossen Mut sich einzusetzen, Direktheit und Offenheit; zum andern fehle ihm ein differenziertes, geschicktes "diplomatisches" Verhalten. Die körperlichen Beschwerden seien auf dem Hintergrund der Persönlichkeit und charakterlichen Entwicklung zu sehen, weshalb eine deutliche psychische Überlagerung bestehen dürfte. Bezüglich der Arbeitsfähigkeit kommt der Facharzt zum Schluss, dass die psychische Störung nicht isoliert betrachtet werden könne, da die somatische Erkrankung durch die psychische verstärkt werde; die Verstärkung schätzt er auf 30 %. Daraus ergibt sich, dass der Beschwerdeführer an einer seelischen Abwegigkeit leidet, die es ihm auch bei Aufbietung allen guten Willens, Arbeit in ausreichendem Masse zu verrichten, nicht erlaubt, eine Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit im genannten Ausmass zu vermeiden. Weder dem Bericht des Hausarztes noch der Expertise kann eine somatisch bedingte Arbeitsunfähigkeit von 50 % und eine psychisch bedingte Arbeitsunfähigkeit von 30 %, insgesamt somit eine Arbeitsunfähigkeit von 80 % entnommen werden. Ebensowenig kann dies aus den in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde angeführten Zeiten längerer Arbeitsunfähigkeit seit 1992 abgeleitet werden. Die MEDAS hat eine Gesamtbeurteilung unter Einbezug verschiedener medizinischer Fachrichtungen vorgenommen, aus welcher sich ergibt, dass gesamthaft betrachtet für leichte bis mittelschwere Tätigkeiten eine zusätzliche Einschränkung aus psychischen Gründen von 30 % besteht. Da die Stellungnahmen der Ärzte der MEDAS ein klares Bild über den Gesundheitszustand und die verbleibende Arbeitsfähigkeit geben, ist von der beantragten Rückweisung der Sache an die Verwaltung zur ergänzenden Abklärungen abzusehen.