Citation: 1C_460/2012 E. 3.1

3.1. Der Beschwerdeführer wirft dem AWN vor, das Gutachten zur Auswertung der Luftbilder in Auftrag gegeben zu haben, ohne ihn bei der Auswahl des Gutachters und der Fragestellung einbezogen zu haben. Er habe daher keine Ausstandsgründe vorbringen und keine Ergänzungsfragen stellen können. Insbesondere habe er die für den Ausgang des Verfahrens wesentliche Frage, ob es sich bei der im Gutachten festgestellten Wald- und Gebüschvegetation um eine Einwuchsfläche handeln könnte, dem Gutachter nicht unterbreiten können. Dies verletze § 24 Abs. 3 der kantonalen Verordnung über die Verwaltungsrechtspflege vom 6. Juni 1974 (VRP), der auf die Vorschriften der Zivilprozessordnung über die Beweisabnahme und die Beweissicherung verweise. Nach Art. 183 Abs. 1 Satz ZPO höre das Gericht die Parteien vorgängig an, bevor es das Gutachten in Auftrag gebe, und gebe ihnen Gelegenheit, sich zur Fragestellung zu äussern und Änderungs- oder Ergänzungsanträge zu stellen (Art. 185 Abs. 2 ZPO). Die Mitwirkung an Beweismassnahmen sei auch gemäss Art. 29 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 1 EMRK garantiert. Das Verwaltungsgericht wies darauf hin, dass bereits im vorangegangenen Rodungsverfahren ein Kostenvoranschlag der A.________ AG eingeholt worden sei, so dass der Beschwerdeführer mit deren Beauftragung habe rechnen müssen. Wie es sich damit verhält, kann offenbleiben. Der Beschwerdeführer - der von Anfang an anwaltlich vertreten war - hatte spätestens im Einspracheverfahren die Möglichkeit, die Verletzung seiner Mitwirkungsrechte bei der Auswahl des Gutachters und der Fragestellung geltend zu machen; er hätte zu diesem Zeitpunkt auch Einwände gegen die Person des Gutachters erheben und Ergänzungsfragen beantragen können. Er hat dies jedoch weder im Einsprache- noch im nachfolgenden Verwaltungsbeschwerdeverfahren getan. Nach dem Grundsatz von Treu und Glauben und dem Verbot des Rechtsmissbrauchs (Art. 5 Abs. 3 BV), die auch für Private gelten, müssen verfahrensrechtliche Einwendungen dieser Art frühzeitig geltend gemacht werden und dürfen nicht (für den Fall eines ungünstigen Ausgangs des Verfahrens) für das Rechtsmittelverfahren "aufgespart" werden. Wer den Mangel nicht unverzüglich vorbringt, wenn er davon Kenntnis erhält, sondern sich stillschweigend auf ein Verfahren einlässt, verwirkt den Anspruch auf spätere Anrufung der vermeintlich verletzten Bestimmungen (BGE 135 III 334 E. 2.2 S. 336 mit Hinweisen). Auf diese Rüge ist daher nicht einzutreten.