Citation: 2C_581/2020 E. 2.2.1

2.2.1. So habe seit dem Tod ihrer Eltern bei einem Autounfall am 20. Dezember 2004 die Adoptivmutter und Halbschwester für die damals knapp zweijährige Beschwerdeführerin die Erziehung und die elterliche Sorge übernommen und diese vor ihrer Heirat mit dem Schweizer Ehemann während zehn Jahren ausgeübt. Dadurch sei die Adoptivmutter zur Hauptbezugsperson der Beschwerdeführerin geworden und es habe seitdem eine enge Mutter-Tochter Beziehung bestanden. Dieser Umstand sei von der Vorinstanz ungenügend abgeklärt worden, obschon er ohne Weiteres mittels einer gründlichen Durchsicht der Adoptionsakten hätte verifiziert werden können. Es sei folglich erstellt, dass das Gesuch der Familienzusammenführung diene. Die kurze Trennung von zweieinhalb Jahren, als die Adoptivmutter heiratete und ihr Heimatland verliess, dürfe nicht zum Anlass genommen werden, das Nachzugsgesuch als rechtsmissbräuchlich zu beurteilen, zumal der Stiefgrossvater, der seit der Ausreise der Adoptivmutter die Betreuung der Beschwerdeführerin übernommen habe, aufgrund seiner schweren Krankheit mittlerweile nicht mehr in der Lage sei, diese weiterhin zu gewährleisten.