Citation: 7B_178/2022 E. A

Die Staatsanwaltschaft des Kantons Schaffhausen erliess am 27. September 2018 einen Strafbefehl gegen A.________ wegen Abhörens und Aufnehmens fremder Gespräche im Zeitraum vom 5. November 2012 bis 22. November 2012. Sie legte A.________ zur Last, sie habe als Standortleiterin des Kundendienstes der Gesellschaft C.________ in V.________ ein am 5. November 2012 aufgezeichnetes Telefonat zwischen B.________, Teamleiter eines Call-Centers der Gesellschaft C.________ und D.________, Mitarbeiterin der Gesellschaft C.________ im Kompetenzzentrum Kundenbeziehung in U.________, zusammen mit E.________ am 22. November 2012 in dessen Büro in W.________ abgehört, welcher ihr das Gespräch vorgespielt habe. E.________ sei Kundendienstleiter der Gesellschaft C.________ und Vorgesetzter von A.________ gewesen. Diese sei ihrerseits Vorgesetzte von B.________ gewesen. Die Aufzeichnung des Telefonats sei im Rahmen eines Call- und Screen-Monitorings nach dem System "NICE" erfolgt, welches auf den 1. Oktober 2011 eingeführt worden sei. Hierzu seien im Januar 2012 Ausbildungsanlässe durchgeführt worden. Dabei habe A.________ an einem solchen Ausbildungsanlass B.________ und weiteren Teamleitern der Call-Center zugesichert, dass aufgezeichnete Telefonate über Direktwahlanschlüsse (namentlich jener der Teamleiter) nicht abgehört und gegenüber niemandem abgespielt würden. B.________ und D.________ seien mit der Aufzeichnung und Abhörung des betreffenden Telefonats nicht einverstanden gewesen.