Citation: 4A_325/2021 E. 4.4

4.4. Die Beschwerdeführerin rügt, ein allfälliges Verstreichenlassen der einjährigen Widerrufsfrist wegen ungerechtfertigter Nichterfüllung von Auflagen (Art. 249 Ziff. 3 OR) führe nicht dazu, dass das gleiche Schenkungsversprechen später nicht wegen einer wesentlichen Verschlechterung der Vermögensverhältnisse (Art. 250 Abs. 1 Ziff. 2 OR) widerrufen werden könne. Die Erstinstanz argumentiere mit einem Auszug aus dem Urteil des Kantonsgerichts Luzern vom 26. März 2020, wo sie geltend gemacht habe, sie hätte den Kaufrechtsvertrag nie unterzeichnet, wenn sie gewusst hätte, dass der Beklagte die Liegenschaft ab Kaufrechtsbeginn selber hätte bewirtschaften wollen. Die Erstinstanz habe sich damit offensichtlich auf den Widerrufsgrund der unberechtigten Nichterfüllung von Auflagen berufen. Diese ergebe sich aus der expliziten Erwähnung der Auflagen zu Beginn der Erwägung 3.4.2. Die Vorinstanz habe im angefochtenen Urteil die erstinstanzliche Argumentation hinsichtlich der geltend gemachten Crashsituation einfach auf die finanziellen Folgen erweitert. Die Vorinstanz scheine bundesrechtswidrig davon auszugehen, dass das Schenkungsversprechen selbst die Frist von Art. 251 Abs. 1 OR auslöse.