Citation: U 370/00 29.05.2002 E. 4

4.- a) Im Rahmen der für die Belange der Adäquanzbeurteilung vorzunehmenden Katalogisierung der Unfälle ist die Auffahrkollision vom 4. Dezember 1995 dem mittleren Bereich zuzuordnen, was der Beschwerdeführer nicht bestreitet. Damit die Adäquanz des Kausalzusammenhangs bejaht werden könnte, müsste ein einzelnes der in die Beurteilung einzubeziehenden Kriterien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt sein oder die zu berücksichtigenden Kriterien müssten in gehäufter oder auffallender Weise gegeben sein (BGE 115 V 140). b) Aufgrund der Akten liegen keine besonders dramatischen Begleitumstände oder eine besondere Eindrücklichkeit des Unfalles vor. Von einer schweren oder besonderen Art der Verletzungen, die erfahrungsgemäss geeignet ist, psychische Fehlentwicklungen auszulösen, kann nicht gesprochen werden. Objektivierbare traumatische Läsionen konnten keine gefunden werden; die Diagnose eines Schleudertraumas vermag die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen für sich allein nicht zu begründen. Von einer ärztlichen Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert hat, kann ebensowenig die Rede sein wie von einem schwierigen Heilungsverlauf und erheblichen Komplikationen. Aus somatischer Sicht nicht erfüllt ist sodann das Kriterium der ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung. Die medizinische Behandlung erfolgte weitgehend ambulant und erschöpfte sich im Wesentlichen in der Abgabe von Medikamenten sowie in ambulanter sowie zweimaliger stationärer Physiotherapie. Die zahlreichen medizinischen Untersuchungen dienten in erster Linie der Abklärung des objektiv kaum fassbaren Beschwerdebildes. Im Anschluss an den Unfall hat der Beschwerdeführer die Arbeit nicht mehr aufgenommen und über andauernd heftige Schmerzen geklagt. Diese beiden Kriterien können indessen nicht als in besonders ausgeprägter Weise erfüllt gelten, da die Beschwerden schon bald psychisch überlagert waren. Selbst wenn sie jedoch als teilweise erfüllt zu betrachten wären, ist gesamthaft betrachtet die für den adäquaten Kausalzusammenhang notwendige Häufung zu verneinen. c) An diesem Ergebnis nichts zu ändern vermag sodann der Umstand, dass die Invalidenversicherung bei einem Invaliditätsgrad von 70 % Leistungen ausgerichtet hat und die Arbeitsunfähigkeit als teilweise durch einen Unfall verursacht bezeichnet hat. Zum einen hat die Invalidenversicherung als final konzipierte Versicherung den Gesundheitszustand gesamtheitlich zu betrachten und sich folglich nicht mit der Ursache des Gesundheitsschadens zu befassen (Meyer-Blaser, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, Zürich 1997, S. 14), zum andern ist der Hinweis auf den Unfall in der Verfügung vom 19. Juni 2000 wohl dahingehend zu verstehen, dass aus diesem Grund unter anderem auch die Akten der Unfallversicherung mitberücksichtigt wurden. Nicht zu beanstanden ist schliesslich der Zeitpunkt der verfügten Leistungseinstellung ab 17. Mai 1998.