Citation: 6P.17/2001 30.05.2001 E. 2

2.- a) Im Rahmen der staatsrechtlichen Beschwerde lässt sich der Antrag des Beschwerdeführers dahingehend auslegen, dass das Urteil des Obergerichts aufzuheben sei (Ziff. 1). Soweit der Beschwerdeführer mehr als eine Aufhebung des Urteils beantragt, ist - wegen der kassatorischen Natur des Rechtsmittels - auf die Beschwerde nicht einzutreten (BGE 125 I 104 E. 1b; 124 I 327 E. 4a; 112 Ia 353 E. 3c/bb). b) Gemäss Art. 90 Abs. 1 lit. b OG muss die staatsrechtliche Beschwerdeschrift die wesentlichen Tatsachen und eine kurzgefasste Darlegung darüber enthalten, welche verfassungsmässigen Rechte bzw. welche Rechtssätze und inwiefern sie durch den angefochtenen Entscheid verletzt worden sind. Das Bundesgericht prüft nur klar und einlässlich erhobene und belegte Rügen (BGE 127 I 38 E. 3c; 122 I 70 E. 1c; 118 Ia 184 E. 2; 117 Ia 393 E. 1c). Auf appellatorische Vorbringen ist nicht einzutreten. c) Der Beschwerdeführer äussert sich zunächst (Beschwerde S. 7 - 22) im Wesentlichen zum Sachverhalt. Dabei führt er unter anderem aus, gemäss ständiger Praxis sei bei Delikten zwischen zwei Personen ohne Zeugen stets auf die ersten Aussagen der Tatbeteiligten abzustellen; das gelte auch hier (Beschwerde S. 8). Eine derartige Beweiswürdigungsregel existiert nicht; Beweise sind frei zu würdigen (Art. 249 BStP; § 28 StPO/AG). Die Frage einer Notwehr (Beschwerde S. 10 f., 17) betrifft Bundesrecht (Art. 269 Abs. 1 BStP); darauf ist im Rahmen der staatsrechtlichen Beschwerde nicht einzutreten. Der Beschwerdeführer behauptet in zahlreichen Punkten Willkür, ferner eine Verletzung des Grundsatzes "in dubio pro reo" (Beschwerde S. 7, 17, 20, 22); er beantragt Parteibefragungen und macht Beweisofferten (Beschwerde S. 9, 11, 14), bringt vor, die Abweisung von Beweisanträgen verletze das rechtliche Gehör (Beschwerde S. 14) und das Obergericht habe die Begründungspflicht verletzt (Beschwerde S. 15, 21). Er bezeichnet jedoch entgegen Art. 90 OG keinen Rechtssatz, der durch das angefochtene Urteil verletzt sein sollte. Soweit er einleitend eine "willkürliche Sachverhaltswürdigung i.S.v. Art. 84 OG geltend" macht (Beschwerde S. 5), besagt die Bestimmung nur, wann im Allgemeinen eine staatsrechtliche Beschwerde zulässig ist. Weiter sind neue Vorbringen und Beweisanträge grundsätzlich unzulässig (BGE 104 Ia 22 E. 3b; 107 Ia 187 E. 2; 118 Ia 20 E. 5a). Es darf indessen angenommen werden, dass der Beschwerdeführer eine Verletzung von Art. 9 BV geltend macht. Insoweit ist auf die Beschwerde grundsätzlich einzutreten. d) Wie erwähnt, macht der Beschwerdeführer auch geltend, das Obergericht sei einseitig in Verletzung des Grundsatzes "in dubio pro reo" stets davon ausgegangen, dass sämtliche Aussagen des Opfers und seines Umfeldes zutreffender seien als seine eigenen (Beschwerde S. 7). Soweit ersichtlich, macht er damit eine willkürliche Beweiswürdigung geltend (vgl. Beschwerde S. 5, 22). Dem Vorbringen kommt somit neben dem Willkürvorwurf keine eigenständige Bedeutung zu (vgl. BGE 127 I 38 E. 2a; 124 IV 86 E. 2a). Willkür in der Beweiswürdigung liegt vor, wenn die Behörde in ihrem Entscheid von Tatsachen ausgeht, die mit der tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch stehen, auf einem offenkundigen Fehler beruhen oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderlaufen. Dabei genügt es nicht, wenn der angefochtene Entscheid sich nur in der Begründung als unhaltbar erweist; eine Aufhebung rechtfertigt sich erst, wenn er auch im Ergebnis verfassungswidrig ist (BGE 127 I 38 E. 2a; 124 IV 86 E. 2a; 122 I 61 E. 3a; 119 Ia 136 E. 2d; 118 Ia 28 E. 1b). Bringt ein Beschwerdeführer vor, willkürlich behandelt worden zu sein, muss er deshalb die Grundlagen in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht so darlegen, dass das Vorbringen auf dieser Grundlage beurteilt werden kann. Die blosse Behauptung von Willkür, ohne dass diese anhand des angefochtenen Urteils aufgezeigt würde, ist appellatorisch und darauf ist nicht einzutreten.