Citation: 6B_160/2018 E. 1.2.2

1.2.2. Zur Beteiligung des Beschwerdeführers am Brand des Restaurants Q.________ befasst sich die Vorinstanz in ihrem eigenen Urteil zunächst mit den Aussagen des Mitbeschuldigten Y.________. Dieser habe anlässlich seiner ersten Einvernahme erklärt, dass der Beschwerdeführer, welcher wie er auf dem Campingplatz gewohnt habe, sich ständig über finanzielle Probleme beklagt habe. Er habe ihm deshalb gesagt, dass X.________ bereit wäre, Fr. 80'000.-- für den Brand des alten Restaurants zu bezahlen; der Beschwerdeführer habe die Idee des Brandes angenommen. Y.________ habe im Vorverfahren sowohl in seiner ersten Einvernahme als auch in den darauffolgenden das Vorgehen und die Beteiligung des Beschwerdeführers an der Brandlegung geschildert. Im Rahmen der erstinstanzlichen Hauptverhandlung habe Y.________ seine bisherigen Aussagen grundsätzlich bestätigt, obwohl er auf Fragen nach Details beim Vorgehen häufig nicht mehr genaue Angaben habe machen können. Anlässlich der Berufungsverhandlung habe Y.________ die Aussage verweigert. Die Aussagen von Y.________ zur Beteiligung des Beschwerdeführers seien zusammenfassend konstant, plausibel, stimmig, detailliert, nachvollziehbar und damit glaubhaft. Dass dessen Aussagen im Zusammenhang mit dem Gasofen Ungenauigkeiten und Widersprüche enthalten würden, ändere daran nichts. Auch wenn Y.________ offensichtlich darauf bedacht gewesen sei, seine eigene Rolle so zurückhaltend als möglich darzustellen, habe er dennoch nicht den Eindruck erweckt, X.________ und den Beschwerdeführer zu Unrecht zu belasten oder deren Rolle überzubewerten. Die Vorinstanz setzt sich sodann mit den Aussagen von D.________, E.________, C.________, F.________, G.________, H.________ und X.________ auseinander. Sie hält fest, dass Y.________ im Laufe der Zeit zahlreiche Personen über die Brandlegung informiert habe, dies - gemäss seinen eigenen Aussagen - weil er ein "blöder Prolet" sei. Dabei würden sich alle Schilderungen mehr oder weniger ähneln. Zumindest gegenüber seinem Vater (C.________), D.________ und H.________ habe Y.________ erwähnt, dass er den Brand zusammen mit dem Beschwerdeführer gelegt habe. Der Auftrag zur Brandlegung sei gemäss den Schilderungen mehrheitlich von X.________ erteilt worden und stets sei es dabei um Geld gegangen, welches versprochen worden sei (Fr. 80'000.--, gemäss D.________ Fr. 60'000.--). Auch von der Matratze und dem "Pennerlager" sei regelmässig die Rede gewesen. Bloss die Aussage von X.________ passe überhaupt nicht ins Bild. Y.________ habe also schon kurz nach dem Brand gegenüber mehreren Personen erwähnt, er habe diesen zusammen mit dem Beschwerdeführer gelegt. Entgegen den Ausführungen der Verteidigung sei es also nicht so gewesen, dass er die Beteiligung des Beschwerdeführers erst dann ins Spiel gebracht habe, als die ganze Sache bereits aufzufliegen drohte. Eine bereits damals erfolgte falsche Beschuldigung des Beschwerdeführers durch Y.________ (um sich selber zu entlasten) mache keinen Sinn, zumal die ganze Geschichte ja erst aufgrund eines unvorhersehbaren Streits von X.________ mit G.________ aufgeflogen sei. Wäre es nach Y.________ gegangen, wäre sie für immer verborgen geblieben. Es sei folglich schleierhaft, weshalb Y.________ den Beschwerdeführer bereits in den Jahren 2006 bis 2009 zu Unrecht hätte belasten sollen. Den Akten sei auch kein Anlass für eine Falschbezeichnung aus Feindschaft zu entnehmen. In diesem Sinne erscheine der vom Beschwerdeführer erwähnte "Jugosturm" jedenfalls nicht besonders dramatisch gewesen zu sein. Damit stehe fest, dass Y.________ nicht erst gegenüber den Strafverfolgungsbehörden, sondern auch gegenüber zahlreichen Drittpersonen die Beteiligung des Beschwerdeführers an der Brandstiftung erwähnt habe. Dies sei zu einem Zeitpunkt geschehen, als noch niemand damit gerechnet habe, dass die ganze Geschichte aufliegen könnte. Auch unter diesem Aspekt sei auf die glaubhaften Aussagen von Y.________ abzustellen. Die Vorinstanz erwägt weiter, dass auch die Aussagen und Reaktionen des Beschwerdeführers selbst keine Zweifel an dessen Beteiligung an der Brandstiftung offen lassen würden. Als er mit dem Vorwurf von Y.________ konfrontiert worden sei, habe er sich emotionslos verhalten. Die Frage, ob er auf Y.________ wütend sei, habe er verneint. Stattdessen habe er gesagt, er sei über ihn enttäuscht. Würde Y.________ ihn zu Unrecht belasten, wäre - so die Vorinstanz - eine andere Gefühlsregung zu erwarten. Daneben seien die Aussagen des Beschwerdeführers auch inhaltlich bezeichnend. So habe er anlässlich seiner ersten Einvernahme ohne zu zögern und ohne gross zu überlegen genauestens ausgeführt, wie er den sieben Jahre zuvor liegenden Tag des Brandes verbracht habe. So habe er beispielsweise gesagt, am Niveauventil an der Hinterachse seines Lastwagens gearbeitet zu haben. Dieser Umstand lasse den Beschwerdeführer verdächtig erscheinen und lege die Vermutung nahe, dass es sich für ihn nicht um einen beliebigen Tag gehandelt habe. Daneben falle auf, dass der Beschwerdeführer unverfängliche Fragen kompliziert und ausführlich beantwortet habe, als ob er auf sicherem Terrain bleiben möchte. Darüber hinaus erstaune, dass er anlässlich der ersten Befragung keine Angaben über das Schicksal seines Gasofens habe machen können, sich jedoch später bei der Staatsanwaltschaft sehr genau daran erinnert habe, warum sich dieser nicht mehr in seinem Chalet befunden haben soll und entsorgt worden sei. Wenn seine Freundin I.________ wirklich Angst vor dem Ofen gehabt hätte und dies der Grund für die Entsorgung gewesen wäre, wäre eine entsprechende Aussage des Beschwerdeführers von Anfang an zu erwarten gewesen. Darüber hinaus würden auch weitere Umstände für eine Tatbeteiligung des Beschwerdeführers sprechen. So sei es schwer vorstellbar, dass ausgerechnet der Beschwerdeführer nicht von der Täterschaft von Y.________ gewusst haben soll, wo doch zahlreiche andere Bewohner des Campingplatzes darüber informiert gewesen seien. Der Beschwerdeführer bestreite auch nicht, zum Zeitpunkt des Brandes mit derjenigen Person - Y.________ - zusammen gewesen zu sein, welche zugegebenermassen an der Brandstiftung beteiligt war. Darüber hinaus sei auffällig, dass Y.________ anlässlich seiner ersten Einvernahme nur darauf hingewiesen habe, dass auf dem Campingplatz J.________ mit einem Gasofen heize. Als Platzwart hätte ihm aber bewusst sein müssen, dass auch der Beschwerdeführer einen solchen Ofen besass. Aus heutiger Sicht sei klar, weshalb Y.________ dies verschwiegen habe. Als weiteren Punkt trägt die Vorinstanz dem Umstand Rechnung, dass auch I.________ sich anlässlich der Befragung durch die Staatsanwaltschaft sehr gut an Jahre zurückliegende Gegebenheiten in der Brandnacht erinnern konnte. Zudem habe sie keine Unmutsbezeugungen geschildert, obwohl der Beschwerdeführer, mit welchem sie vor der Einvernahme noch gesprochen habe, von Y.________ angeblich zu Unrecht einer Straftat bezichtigt worden sein soll. Schliesslich sei auf eine an X.________ adressierte Rechnung des Beschwerdeführers hinzuweisen. Diese sei angeblich am 16. Oktober 2008 für "Kieslieferung und Abbruch Seerose" ausgestellt worden. Warum der Beschwerdeführer mehr als zwei Jahre nach dem Brand und dem Wegräumen des Restaurants Q.________ eine Rechnung gestellt haben soll, sei angesichts seiner steten finanziellen Probleme nicht nachvollziehbar. Dass der Beschwerdeführer es mit dem Antwortschreiben von X.________ bewenden liess und keine Inkassomassnahmen ergriff, sei umso erstaunlicher. Es dränge sich somit der Schluss auf, dass die Rechnung keinen realen Hintergrund habe (Urteil, S. 19 ff.).