Citation: 5A_304/2024 E. 5.3.3

5.3.3. In der Sache - dem Streit um die Würdigung des Gutachtens H.________ - ist vorab an die Rechtsprechung zum Umgang mit gerichtlichen Gutachten zu erinnern, die auch im angefochtenen Entscheid zutreffend wiedergegeben sind. Demnach unterliegt das Gerichtsgutachten wie jedes andere Beweismittel der freien Beweiswürdigung. Kriterien der Beweiswürdigung bilden die Vollständigkeit, die Nachvollziehbarkeit und die Schlüssigkeit des Gutachtens. Das Gericht hat zu prüfen, ob das Gutachten alle Fragen beantwortet, sich auf den zutreffenden Sachverhalt stützt und den Befund ausreichend begründet. Für die Sachverhaltsermittlung und Beweisabnahme bleibt das Gericht verantwortlich. Das Gericht muss daher die Schlussfolgerungen des Gutachtens - gegebenenfalls nach einer mündlichen Erläuterung durch den Gutachter - derart nachvollziehen können, dass es zu beurteilen in der Lage ist, ob die gutachterlichen Folgerungen in sich geschlossen sind. Dabei hat es auch zu prüfen, ob sich aufgrund der übrigen Beweismittel und der Vorbringen der Parteien ernsthafte Einwände gegen die Schlüssigkeit der gutachterlichen Darlegungen aufdrängen. Erscheint ihm die Schlüssigkeit eines Gutachtens in wesentlichen Punkten als zweifelhaft, hat es nötigenfalls ergänzende Beweise zur Klärung dieser Zweifel zu erheben. Dies ist namentlich der Fall, wenn gewichtige, zuverlässig begründete Tatsachen oder Indizien die Überzeugungskraft des Gutachtens ernstlich erschüttern. Das Abstellen auf ein nicht schlüssiges Gutachten kann gegen Art. 9 BV verstossen. In Sachfragen weicht das Gericht aber nur aus triftigen Gründen von einer gerichtlichen Expertise ab und muss eine allfällige Abweichung begründen (s. zum Ganzen BGE 133 II 384 E. 4.2.3; 132 II 257 E. 4.4.1; 130 I 337 E. 5.4.2; 128 I 81 E. 2; Urteile 4A_612/2015 vom 9. Mai 2016 E. 3.3; 5A_12/2009 vom 25. März 2009 E. 6.1). Was der Beschwerdeführer dem Bundesgericht zur Beurteilung unterbreitet, vermag die vorinstanzliche Schlussfolgerung, dass keine triftigen Gründe für eine Abweichung vom gutachterlich ermittelten Verkehrswert von Fr. 965'000.-- bestehen, nicht ins Wanken zu bringen. Der Beschwerdeführer begnügt sich damit, dem angefochtenen Entscheid die schon in der Berufung vorgetragenen Argumente gegenüberzustellen und anschliessend zu behaupten, dass sich das Ergebnis der Schätzung als qualifiziert falsch und willkürlich erweise. Eine Auseinandersetzung mit dem angefochtenen Entscheid, wie sie zur Begründung einer Beschwerde an das Bundesgericht erforderlich ist (s. vorne E.2), findet nicht statt. So entnimmt die Vorinstanz etwa den Akten, dass es sich beim Bewertungsbericht von I.________ lediglich um eine "indikative Desktopbewertung ohne Besichtigung" handele, die einen groben Aufschluss über den Marktwert geben soll und in der Erwartung eines deutlich höheren Marktwerts erstellt wurde. Der Beschwerdeführer geht weder auf diese Feststellungen noch auf die vorinstanzliche Folgerung ein, dass die Schlüssigkeit des Gutachtens H.________ durch den besagten Bewertungsbericht nicht in Frage gestellt sei. Auch mit den Erwägungen des Obergerichts zu den Auskünften von M.________ mag sich der Beschwerdeführer nicht beschäftigen. Dies gilt nicht nur für die vorinstanzliche Erkenntnis, dass die fraglichen Urkunden als (unechte) Noven im Berufungsverfahren gar nicht mehr berücksichtigt werden können, sondern auch für die (Eventual-) Begründung, wonach diese unbestimmte Auskunft keine ernsthaften Zweifel am Gutachten H.________ zu wecken vermöchte, zumal der Beschwerdeführer M.________ lediglich über den Einbau einer neuen Küche und einer neuen Heizung informiert und ihm im Übrigen mitgeteilt habe, dass das Haus immer noch im gleichen Zustand sei wie im Jahr 2006. Auch die Frage der Aktualisierung des Gutachtens aus dem Jahr 2010 lässt der angefochtene Entscheid nicht unbeantwortet, zitiert das Obergericht doch die Passagen im Gutachten H.________, wonach eine inhaltliche Aktualisierung nicht möglich sei, weil die damals verwendete Methode nicht mehr den aktuellen Empfehlungen entspreche. Diese Begründung übergeht der Beschwerdeführer; seine Beanstandungen vermitteln den unzutreffenden Eindruck, dass sich das Gutachten H.________ einer Aktualisierung des von E.________ im Jahr 2010 erstellten Gutachtens grundlos verweigere. Nach alledem erweist sich der Vorwurf, dass das Obergericht die offensichtliche Unrichtigkeit der Verkehrswertschätzung der Liegenschaft in U.________ (SZ) verkenne und zu Unrecht auf das Gutachten H.________ abstelle, als unbegründet.