Citation: 8C_956/2009 09.03.2010 E. 5

5.1 Vorinstanz und Beschwerdegegnerin haben in Bezug auf die über die Leistungsterminierung per 31. August 2008 hinaus geklagten, organisch nicht objektiv ausgewiesenen Gesundheitsstörungen die Unfalladäquanz zutreffend nach der sog. Schleudertrauma-Praxis (BGE 134 V 109) geprüft, da die Beschwerdeführerin unbestrittenermassen eine HWS-Distorsion erlitten hat und es hinreichend dokumentiert ist, dass in der Folge einige der zum typischen Beschwerdebild eines solchen Schleudertraumas der HWS gehörenden Symptome (vgl. BGE 119 V 335 E. 1 S. 338) aufgetreten sind, die in einem natürlichen Kausalzusammenhang zum Unfallereignis stehen. 5.2 Die Vorinstanz hat das Ereignis vom 24. Mai 2003 als mittleren Unfall im Grenzbereich zu den leichten Unfällen betrachtet, bejahte in der Folge aber die Adäquanz auch ausgehend von einem mittelschweren Unfall im mittleren Bereich. Ob sich eine Einreihung des Ereignisses bei den im engeren Sinne mittelschweren Unfällen rechtfertigen würde, kann vorliegend ebenfalls offenbleiben, da die Adäquanz eines Kausalzusammenhanges auch bei einer entsprechenden Qualifikation zu verneinen wäre, wie die nachstehende Prüfung ergibt. Angesichts des Umstands, dass es sich beim Ereignis um eine Abgleitkollision und somit im technischen Sinn unvollständigen Stoss handelte - wobei diese mit Blick auf die Einwirkungsrichtung der auf die Beschwerdeführerin wirkenden Kräfte am ehesten mit einer Frontalkollision zu vergleichen ist - und der vorliegenden Krafteinwirkung mit einer sehr niedrigen kollisionsbedingten Geschwindigkeitsänderung (delta-v) von rund fünf bis acht km/h, liegt entgegen der Auffassung der Versicherten, jedenfalls kein Unfall im Grenzbereich zu den schweren Unfällen vor. Als Unfälle mit diesem Schweregrad werden regelmässig nur Ereignisse qualifiziert, die mit markant höheren Krafteinwirkungen verbunden sind (vgl. RKUV 2005 Nr. U 555 S. 322, U 458/04 E. 3.4.1; Urteil 8C_70/2009 E. 3.2.1; 8C_786/2009 E. 4.6.2 je mit Hinweisen). 5.3 Das Kriterium der besonders dramatischen Begleitumstände oder besonderen Eindrücklichkeit des Unfalles ist objektiv zu beurteilen und nicht auf Grund des subjektiven Empfindens bzw. Angstgefühls der versicherten Person (RKUV 1999 Nr. U 335 S. 207, U 287/97 E. 3b/cc; Urteil U 56/07 vom 25. Januar 2008 E. 6.1). Zu beachten ist, dass jedem mindestens mittelschweren Unfall eine gewisse Eindrücklichkeit eigen ist, welche somit noch nicht für eine Bejahung des Kriteriums ausreichen kann (vgl. Urteil 8C_39/2008 vom 20. November 2008 E. 5.2). In jüngerer Zeit bejahte das Bundesgericht dieses Kriterium etwa bei einer Massenkarambolage auf einer Autobahn (Urteil 8C_623/2007 vom 22. August 2008 E. 8.1; vgl. auch Urteil 8C_633/2007 vom 7. Mai 2008 E. 6.3), bei einem Zusammenstoss zwischen einem Personenwagen und einem Lastwagen in einem Autobahntunnel mit mehreren sich anschliessenden Kollisionen mit der Tunnelwand (Urteil 8C_257/2008 vom 4. September 2008 E. 3.3.3), bei einem Zusammenprall zwischen einem Sattelschlepper und einem Personenwagen, wobei der Fahrer des Sattelschleppers die Kollision zunächst nicht bemerkte und den Personenwagen der versicherten Person noch auf einer längeren Distanz vor sich herschob, und die Insassen des Personenwagens verzweifelt versuchten, den Unfallverursacher auf sie aufmerksam zu machen (Urteil 8C_508/2008 vom 22. Oktober 2008 E. 5.3), bei einem Unfall mit hoher Geschwindigkeit auf einer Autobahn, bei dem das Fahrzeug des Versicherten bei starkem Verkehr mehrmals über die Fahrbahn geschleudert wurde und sich dabei wiederholt überschlug (Urteil 8C_799/2008 vom 11. Februar 2009 E 3.2.3), bei einem in der 29. Woche schwangeren Unfallopfer (Urteil 8C_590/2008 vom 3. Dezember 2008 E. 5.3) oder bei einem Skifahrer, welcher kopfüber mit einem Baum kollidierte (Urteil 8C_42/2009 vom 1. Oktober 2009 E. 5.3). Solche oder auch bloss ähnliche Umstände lagen beim Ereignis vom 24. Mai 2003 nicht vor, sodass das Kriterium zu verneinen ist. 5.4 Das Kriterium der Schwere oder besonderen Art der Verletzung ist nach Ansicht der Beschwerdeführerin erfüllt, da die HWS-Distorsion ein "Bündel an Beschwerden" mit schwerwiegenden Auswirkungen ausgelöst habe. Ein HWS-Distorsionstrauma vermag für sich alleine die Schwere oder besondere Art der Verletzung nicht zu begründen, wie die Versicherte selber anerkennt; es bedürfte hierzu einer besonderen Schwere der für ein Schleudertrauma typischen Beschwerden oder besonderer Umstände, die das Beschwerdebild beeinflussen können. Diese können beispielsweise in einer beim Unfall eingenommenen besonderen Körperhaltung und den dadurch bewirkten Komplikationen bestehen (SVR 2007 UV Nr. 26 S. 86, U 339/06 E. 5.3 mit Hinweisen). Auch erhebliche Verletzungen, welche sich die versicherte Person neben dem Schleudertrauma, der äquivalenten HWS-Verletzung oder dem Schädelhirntrauma beim Unfall zugezogen hat, könnten bedeutsam sein (BGE 134 V 109 E. 10.2.2 S. 127). Unbestrittenermassen zog sich die Beschwerdeführerin beim Unfall vom 24. Mai 2003 neben dem HWS-Distorsionstrauma und der Verbrennung am rechten Arm keine weiteren Verletzungen zu. Eine besondere Körperhaltung oder andere besondere Umstände, welche das Beschwerdebild beeinflussen könnten, lagen nicht vor. Es zeigte sich hingegen ein Beschwerdebild, welches bei einem HWS-Distorsionstrauma häufig auftritt. Das Kriterium der Schwere und besonderen Art der Verletzung ist daher zu verneinen. Nachdem das Kriterium erst jüngst inhaltlich wie erwähnt umschrieben wurde, kann die Beschwerdeführerin aus den älteren Urteilen U 30/00 und U 338/06 nichts zu ihren Gunsten ableiten. 5.5 Anhaltspunkte für eine fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung bestehen nicht. Abklärungsmassnahmen und blosse ärztliche Kontrollen sind im Rahmen des Kriteriums der fortgesetzt spezifischen, belastenden ärztlichen Behandlung nicht zu berücksichtigen (Urteile 8C_698/2008 vom 27. Januar 2009 E. 4.4 und 8C_126/2008 vom 11. November 2008 E. 7.3). Im Wesentlichen fanden nebst medikamentöser Schmerzbehandlung eine stationäre Rehabilitation sowie ambulante Physiotherapie statt. Das genügt zur Bejahung des Kriteriums nicht. 5.6 Aus der ärztlichen Behandlung und den erheblichen Beschwerden - welche im Rahmen der spezifischen Adäquanzkriterien zu berücksichtigen sind - darf nicht auf einen schwierigen Heilungsverlauf und/oder erhebliche Komplikationen geschlossen werden. Es bedarf hiezu besonderer Gründe, welche die Heilung beeinträchtigt haben (Urteile 8C_1020/2008 vom 8. April 2009 E. 5.7 und 8C_623/2007 vom 22. August 2008 E. 8.6). Solche Gründe bestehen hier nach Lage der Akten nicht und könnten auch nicht in der von der Versicherten angeführten, nach dem Unfall eingetretenen Schwangerschaft und der damit verbundenen Schmerzmittelreduktion gesehen werden. 5.7 Das Kriterium der erheblichen Beschwerden ist mit der Vorinstanz als erfüllt zu betrachten. Die Beschwerden übersteigen jedoch das bei Schleudertrauma-Verletzungen übliche Mass nicht derart, dass das Kriterium in besonders ausgeprägter Weise bejaht werden könnte. Immerhin ist die Versicherte im Umfang von 50 % arbeitstätig, treibt Sport und bewältigt den Alltag mit einem Kleinkind, wobei die Beeinträchtigung im Lebensalltag mit Schmerzmitteln gemildert werden kann. 5.8 Entgegen den Vorbringen der Beschwerdeführerin begründet der Umstand, dass sie sich durch weitere Therapiemassnahmen noch eine Besserung des Gesundheitszustands verspricht, nicht eine ärztliche Fehlbehandlung durch die bisherigen involvierten Ärzte. Gestützt auf die gesamten medizinischen Akten ist dieses Kriterium ohne Weiteres zu verneinen. 5.9 In Beachtung des Umstands, dass die Beschwerdeführerin ab Mai 2004 in einer leidensangepassten Tätigkeit als EDV-Sachbearbeiterin wieder zu 50 % arbeitstätig ist, ist das Kriterium der erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz erheblicher Anstrengungen jedenfalls nicht in besonders ausgeprägter Weise gegeben. Da mithin keines der massgeblichen Kriterien besonders ausgeprägt vorliegt und selbst dann, wenn man zugunsten der Versicherten das Kriterium der erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen als erfüllt erachten würde, lediglich zwei der Kriterien gegeben sind, ist die Adäquanz des Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfallereignis vom 24. Mai 2003 und den über den 31. August 2008 hinaus anhaltend geklagten, organisch nicht im Sinne der Rechtsprechung hinreichend nachweisbaren Beschwerden zu verneinen. Somit ist die Leistungseinstellung auf dieses Datum hin nicht zu beanstanden (vgl. auch BGE 133 V 57).