Citation: I 266/04 14.09.2004 E. 3

Die Versicherte erklärt sich in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde gesundheitlich bedingt nicht mehr in der Lage, eine Umschulung durchzustehen. An dem ihr im kantonalen Verfahren zugesprochenen Anspruch auf Arbeitsvermittlung hält sie fest. Dieser wird von der Verwaltung nicht mehr bestritten. Streitig und zu prüfen bleibt der Anspruch auf eine Invalidenrente. 3.1 Im Arztbericht vom 10. November 1999 gab der behandelnde Arzt Dr. med. M.________, Spezialarzt FMH für Innere Medizin, an, die Beschwerdeführerin leide an einer chronischen persistierenden und rezidivierenden Wirbelsäulenerkrankung bei schwergradiger Spondylolisthesis (Wirbelgleiten) L5/S1, mechanischer Instabilität eines Wirbelsäulensegmentes, Hyperlordose der Lendenwirbelsäule sowie Verbrauchs- und Degenerationserscheinungen im Zwischenwirbelbereich L5/S1. Bei den chronischen Rückenschmerzen der Versicherten seien langes Sitzen oder Stehen und körperliche Arbeit (vor allem Heben) starke Belastungen und damit Hindernisse für eine dauernde Wiedereingliederung in die Arbeitswelt. Dr. med. C.________ vom Rehabilitationszentrum des Spitals S.________ erläuterte im Arztbericht vom 6. Juni 2000, dass spezialärztliche Untersuchungen radiologisch eine gute mechanische Stabilität nachgewiesen hätten, was gegen ein operatives Vorgehen spreche. Die Patientin sei in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Aktivierungstherapeutin in einem Alters- und Pflegeheim zu 100 % arbeitsunfähig. Dies gelte für jede schwere und mittlere Arbeit. Leichte Arbeiten seien ihr zumutbar. Er schlug die Umschulung auf einen Beruf mit leichter Arbeitsbelastung vor. Für den Berufsberater P.________, Psychologe FSP, erübrigten sich jedoch berufliche Massnahmen, weil die Versicherte als Heilpädagogin eine leichte, den Rücken schonende und wechselnd belastende Tätigkeit ausüben könne. Mit einer Umschulung sei die Erwerbsfähigkeit nicht zu steigern. Die Versicherte sei stark auf ihre Schmerzen fixiert. Es sei ihr nicht gelungen, angepasste Strategien zur Bewältigung der Schmerzproblematik zu erarbeiten. Er schlug vor, zur Beurteilung der Eingliederungsfähigkeit noch ein psychiatrisches Gutachten einzuholen (Bericht vom 2. Mai 2001). Die IV-Stelle beauftragte Dr. med. H.________, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, Bern, mit der Erstellung eines solchen. Für den Experten wirkte die Versicherte nicht auf die Schmerzen fixiert und es lag keine psychosomatische Störung vor. Aus psychiatrischer Sicht bestand keine Arbeitsunfähigkeit (Gutachten vom 30. Juli 2001). 3.2 Damit ist erstellt, dass die Beschwerdeführerin bis zum Verfügungserlass im Januar 2002 nicht unter einer psychosomatischen Störung oder psychischen Beschwerden litt, jedoch an erheblichen orthopädischen Rückenbeschwerden. Dazu unterbreitete die Vorinstanz Dr. med. C.________ in Ergänzung zu seinem Bericht vom 6.Juni 2000 die folgenden Fragen zur Beantwortung (Verfügung vom 31.Januar 2003): "a) Beurteilen Sie die Tätigkeit als "schulische Heilpädagogin" vom medizinischen Standpunkt aus als leicht, rückenschonend und wechselbelastend und der Beschwerdeführerin als voll zumutbar? b) Falls Frage a) mit "nein" beantwortet wird: In welchem Umfang ist die Versicherte als "schulische Heilpädagogin" im massgebenden Zeitpunkt (Januar 2002) arbeits- und leistungsfähig? Welche Tätigkeiten sind ihr als "schulischer Heilpädagogin" nicht oder nur beschränkt zumutbar?" Dr. med. C.________ erklärte im Bericht vom 6. Februar 2003, die Frage über die in der freien Wirtschaft tatsächlich geforderte Leistungsfähigkeit einer "schulischen Heilpädagogin" könne nicht von einem medizinischen Standpunkt aus beantwortet werden. Aus dieser Sicht sei einzig zu sagen, dass die Beschwerdeführerin nur noch leichte, rückenschonende und wechselnd belastende Arbeitstätigkeiten ausführen könne, und vom Heben und Tragen von Lasten von mehr als 5 Kilo sowie von Arbeiten in gebückter Haltung zu dispensieren sei. Auf seinen Arztbericht vom 6. Juni 2000 zurückkommend präzisierte er, damals zwar angegeben zu haben, dass der Beschwerdeführerin leichte Arbeiten zumutbar seien. Über den Umfang einer solchen Tätigkeit habe er sich aber nicht geäussert, weil dies einer standardisierten Erfassung der funktionellen Leistungsfähigkeit oder eines Arbeitsversuches bedurft hätte. 3.3 Aus den Ausführungen von Dr. med. C.________ im vorinstanzlichen Verfahren ergibt sich insgesamt, dass er die Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin möglicherweise um bis zu 60 % eingeschränkt einschätzt. Zwar mangelte es der Vorinstanz bei seinen Aussagen an einer medizinischen Begründung, doch sie unterliess es, nach einer solchen nachzufragen. Stattdessen kam sie zum Schluss, es sei überwiegend wahrscheinlich, dass die Beschwerdeführerin für leichte leidensangepasste Tätigkeiten voll arbeitsfähig sei. Nach den beiden Berichten des Orthopäden Dr.med. C.________ ist dies jedoch nicht gesichert. Die zu einem Entscheid in dieser Frage notwendigen klaren medizinischen Angaben fehlen. Ausser dem Psychiater Dr. med. H.________ hat sich bisher nie ein Arzt zum Ausmass der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in einer leidensangepassten Tätigkeit geäussert. 3.4 Bei dieser Aktenlage drängt sich die Einholung eines orthopädischen Gutachtens auf, welches sich mit den verfügbaren Berichten befassen und Stellung nehmen wird, inwiefern sich der bei der Beschwerdeführerin vorliegende Gesundheitsschaden auf ihre Arbeitsfähigkeit, eine Arbeitsvermittlung oder eine Umschulung auswirkt. Dazu ist die Sache an die Verwaltung zurückzuweisen. Nach den medizinischen Abklärungen wird zu ermitteln sein, ob der Versicherten die Tätigkeit als "schulische Heilpädagogin" oder eine andere für sie in Betracht fallende Tätigkeit (z.B. Schulsekretärin, Mitarbeiterin in einem Sozialdienst) zumutbar ist. Auf Grund der Angaben in den Gesuchsakten ist nicht festzustellen, ob die Beschwerdeführerin solchen oder ähnlichen beruflichen Anforderungen ausreichend gerecht werden kann. Danach wird die IV-Stelle erneut über den Anspruch auf Rente befinden. Der im vorinstanzlichen Verfahren zuerkannte Anspruch auf Arbeitsvermittlung hat weiterhin Bestand.