Citation: 4A_27/2018 E. A

Die S.A.U.________B. (Herstellerin, Beklagte, Beschwerdegegnerin) mit Sitz in Spanien schloss am 1. Januar 1996 mit der A.________ Sp. z o.o. (Alleinvertreterin; Klägerin, Beschwerdeführerin) mit Sitz in Polen beziehungsweise deren Rechtsvorgängerin, mit der sie schon in den 90er Jahren zusammengearbeitet hatte, ein Distribution Agreement und machte diese darin zu ihrer Alleinvertreterin und Alleinabnehmerin in Polen für die Lollipops der Marke B.________ und die Mint Dragées der Marke Marke C.________. Sie verpflichtete sich, die Produkte zu den zwischen den Parteien vereinbarten Preisen zu verkaufen und zu liefern und dafür zu sorgen, dass ihre Vertragshändler ausserhalb Polens keine Vertragsware nach Polen lieferten. Sie hatte zudem ihre Vertragspartnerin in Bezug auf Marketingfragen und Werbe- und Promotionsaktivitäten und Werbematerial zu unterstützen. Die Alleinvertreterin verpflichtete sich, in Polen keine anderen Lollipops zu verkaufen, herzustellen, zu importieren oder zu vertreiben. Sie hatte während der Vertragsdauer für die Vertragsprodukte in Polen ein aggressives Verkaufsprogramm sowie Werbeaktivitäten hervorzubringen und umzusetzen, um den Verkauf der Produkte zu stimulieren und zu erweitern und die Marke Marke B.________ zu etablieren. Sie hatte für einen maximalen Vertrieb und Verkauf von Vertragswaren in ihrem Gebiet besorgt zu sein und den Absatz im geschützten Gebiet zu fördern. Zudem hatte sie monatlich Bericht über Verkaufszahlen und Lager zu erstatten. Gemäss der Vereinbarung legten die Parteien das Verkaufsvolumen jährlich im Hinblick auf das nächste Kalenderjahr fest und stellten ein Budget für Reklame und Absatzförderung auf. Das Vertragsverhältnis war von unbestimmter Dauer, wobei die Parteien die Gründe für eine Beendigung regelten und festhielten, bei einer Kündigung der Vereinbarung könne kein Schadenersatz und keine Entschädigung irgendwelcher Art geltend gemacht werden. Gemäss Ziff. 2 lit. B der Vereinbarung hatte jede Partei das Recht, den Vertrag zu beenden, wenn am Ende des laufenden Kalenderjahres keine Einigung betreffend Marketingstrategie, Verkaufszielsetzungen und Preisstrukturierungen für das kommende Jahr erzielt wurde. In diesem Fall sollte die Vereinbarung drei Monate nach Ende des Kalenderjahres automatisch auslaufen. In den letzten beiden Monaten des Jahres 1999 standen die Parteien in Verhandlungen über Marketingpläne, Verkaufsziele und Preisstrukturen. Mit Bezug auf das Produkt Marke C.________ kam es bis Ende 1999 diesbezüglich zu keiner Einigung. Mit Schreiben vom 2. März 2000 informierte die Herstellerin die Alleinvertreterin, sie werde als Alleinabnehmerin abgelöst und der Vertrieb der Vertragsprodukte ab 2. Mai 2000 exklusiv auf ein anderes Unternehmen übertragen. Mit Schreiben vom 15. März 2000 protestierte die Alleinvertreterin dagegen. Sie betrachte das Schreiben vom 2. März 2000 nicht als eine Beendigung der Zusammenarbeit. Am 12. April 2000 wurde sie von der Herstellerin zum letzten mal beliefert, und ebenfalls im April 2000 erfuhr sie, dass das im Schreiben vom 2. März 2000 genannte Unternehmen ebenfalls Vertragsware auf dem polnischen Markt anbiete. Das Unternehmen selbst zeigte die Übernahme der Vertriebstätigkeit per 1. Mai 2000 in einer polnischen Handelszeitung an.