Citation: U 106/06 05.10.2006 E. 3

3.1 Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausalzusammenhang besteht. Die Vorinstanz hat den Einspracheentscheid des Unfallversicherers mit der Begründung aufgehoben, dass im massgebenden Zeitpunkt des Einspracheentscheids "von einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch immer eine Besserung erwartet" werden konnte und deshalb die vom Versicherer vorgenommene Adäquanzbeurteilung verfrüht erfolgt sei (vgl. Urteil C. vom 15. März 2005, U 380/04, Erw. 4.2). Die Frage der Adäquanz hat sie nicht geprüft. 3.2 Nachdem der Unfallversicherer mit Verfügung vom 23. März 2004 seine Leistungen auf eben denselben Zeitpunkt eingestellt hatte, erhoben der Versicherte und der Krankenversicherer Einsprachen. Der Unfallversicherer teilte dem Rechtsvertreter des Versicherten am 16. Juni 2004 mit, dass zur Beurteilung der Leistungspflicht ein polydisziplinäres Gutachten zu erstellen sei. Das Eidgenössische Versicherungsgericht hielt mit Urteil vom 14. Dezember 2005 betreffend Rechtsverzögerung fest, dass diese Beweismassnahme nicht, wie vom Versicherten behauptet, unnötig gewesen sei (Prozess U 345/05, Erw. 4.2). Damit hat es darüber befunden, dass die Einwendungen des Versicherten gegen eine polydisziplinäre Begutachtung unbegründet waren. 3.3 Gegenstand von polydisziplinären Begutachtungen ist (neben etwa der Prüfung, ob ein natürlicher Kausalzusammenhang vorliege) regelmässig die Frage, ob von der Fortsetzung einer ärztlichen Behandlung eine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes des Versicherten erwartet werden kann. Sollte der anordnende Unfallversicherer diese Frage an den Gutachter nicht stellen, so kann der Versicherte sie stellen lassen. Es geht nicht an, dass der Versicherte sich einer polydisziplinären Begutachtung, anlässlich welcher insbesondere untersucht werden kann, ob von einer weiteren ärztlichen Behandlung eine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann, widersetzt, sich nach Erlass des Einspracheentscheides durch seinen behandelnden Arzt Dr. H.________ in die Reha Y.________ einweisen lässt, um durch den Austrittsbericht nachzuweisen, dass eine Besserung des Gesundheitszustandes - das Gesetz verlangt eine namhafte Besserung (Art. 19 Abs. 1 UVG) - noch zu erwarten gewesen sei und deshalb der Einspracheentscheid zu früh ergangen sei. Die Abklärung aller Umstände eines Versicherungsfalles obliegt dem Unfallversicherer (Art. 43 Abs. 1 ATSG). Der Versicherte hat bei der Abklärung mitzuwirken. Insbesondere hat er sich einer Begutachtung zu unterziehen (Art. 43 Abs. 2 ATSG). Angesichts der unbegründeten Weigerung des Versicherten hätte der Versicherer nach Art. 43 Abs. 3 ATSG vorgehen können. Er hat dies nicht getan, sondern durch die Einholung des Aktengutachtens von Dr. R.________ seine Entscheidgrundlagen erweitert. Gestützt darauf durfte der Versicherer über den Leistungsanspruch des Versicherten befinden. Dr. R.________ hat in seinem Gutachten die Frage des Unfallversicherers, ob der medizinische Endzustand mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erreicht sei, ausdrücklich bejaht. 3.4 Selbstredend steht es dem Versicherten frei, mit dem Austrittsbericht der Reha Y.________ vom 14. Oktober 2005 (erstellt durch die Dres. E.________ und S.________) darzutun, dass von einem Klinikaufenthalt eine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes zu erwarten gewesen sei. Gestützt auf den Bericht kann dieser Schluss auch rückblickend nicht gezogen werden. Wie in solchen Austrittsberichten üblich, werden als Folge des Klinikaufenthaltes bezüglich einzelner Beschwerden oder Einschränkungen Besserungen angegeben, von denen aber keine Gewissheit besteht, dass sie über den Klinikaufenthalt hinaus anhalten. Von einer namhaften Besserung des Gesundheitszustandes kann aufgrund des Berichtes keine Rede sein (RKUV 2005 Nr. U 557 S. 389, Erw. 3.1). Empfohlen wird nach Klinikaustritt die Fortführung der Physiotherapie und der medizinischen Trainingstherapie. Im selben Bericht heisst es jedoch, der Versicherte habe nach seinen Angaben zwei bis drei Mal die Woche angeordnete Physiotherapie durchgeführt, jedoch mit wenig Erfolg.