Citation: I 551/06 02.04.2007 E. 4.1

4.1.1 In ihrem Gutachten vom 13. Juni 2001 hatten die MEDAS-Spezialisten ein chronisches Panvertebralsyndrom, thorakolumbal betont, mit spondylogener Ausstrahlung links (ICD-10: M54.9) bei Wirbelsäulenfehlform, muskulärer Dysbalance, und bei leichten degenerativen Veränderungen der BWS, eine Coccygodynie, einen Status nach distaler intraartikulärer Radiusfraktur rechts (Typ C1.2 nach AO) im Oktober 1999 (konservativ therapiert, in Fehlstellung verheilt, Funktionsdefizit), eine anhaltende wahnhafte Störung (ICD-10: F22.9) ein depressives Zustandsbild gegenwärtig mittelgradig ausgeprägt (ICD 10: F33.1) und eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4) diagnostiziert. Die Arbeitsfähigkeit im angestammten wie auch in jedem anderen Beruf wurde, zur Hauptsache geprägt durch die psychischen Leiden, auf 35 % geschätzt. 4.1.2 Im Rahmen der am 27. September 2004 ausgefertigten, auf internistischen, rheumatologischen und psychosomatischen Untersuchungen beruhenden MEDAS-Expertise wurde die Diagnose eines chronischen panvertebralen Schmerzsyndroms (ICD-10: M54.0) bei/mit Wirbelsäulenfehlhaltung/Haltungsinsuffizienz infolge Dekonditionierung, leichten degenerativen Veränderungen der LWS, geringem organischem Korrelat, ausgeprägter Symptomausweitung bei psychosozialer Problemkonstellation, eines Status nach Radiusfraktur rechts im Oktober 1999 (Status nach Korrekturosteotomie, noch leichtes Funktionsdefizit), einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung (ICD-10: F45.4) sowie einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10: F33.11) gestellt. Zur Frage der Arbeitsfähigkeit gaben die Experten an, dass sich die Verdachtsdiagnose einer möglichen Störung aus dem schizophrenen Formenkreis oder differentialdiagnostisch einer dissoziativen Störung nicht aufrechterhalten lasse. Es hätten sich bei der aktuellen Exploration keine Anhaltspunkte für wahnhafte, psychotische oder dissoziative Störungen ergeben. Sie attestierten der Beschwerdeführerin im angestammten Beruf sowie in jeder körperlich leichten, wirbelsäulenadaptierten Tätigkeit ein Leistungsvermögen von 50 % oder 4,2 Stunden täglich. Die Arbeitsfähigkeit sei prozentual etwas höher als im Jahre 2001 einzustufen, da die Diagnose der damals vermuteten wahnhaften Symptome weggefallen sei. 4.2 Entgegen den Darstellungen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde sind keine Hinweise erkennbar, dass es dem Gutachten der MEDAS vom 27. September 2004 an den rechtsprechungsgemäss für beweiskräftige medizinische Grundlagen erforderlichen Kriterien (vgl. BGE 125 V 351 E. 3a [mit Hinweis] S. 352) mangelt. Wie das kantonale Gericht einlässlich erwogen hat, sind die Gutachter auf Grund eigener Untersuchungen sowie in Kenntnis der Vorakten und der übrigen Anamnese im Rahmen einer interdisziplinären Konsens-Konferenz zu in allen Teilen überzeugenden Schlussfolgerungen gelangt, welche der Kantonale Psychiatrische Dienst, Liestal, namentlich in Bezug auf die Schätzung der Arbeitsfähigkeit, bestätigt hat (Bericht des Dr. med. B.________ vom 10. November 2005). Die MEDAS-Experten haben insbesondere nachvollziehbar dargelegt, dass sich die 2001 beschriebene Verdachtsdiagnose einer möglichen dissoziativen Störung, auf welche die damals bescheinigte Arbeitsunfähigkeit teilweise zurückgeführt worden war, drei Jahre später nicht erhärten liess bzw. dafür keinerlei Anhaltspunkte mehr gefunden werden konnten. Dass es sich bei der MEDAS-Begutachtung - und dabei auch bei der psychosomatischen Untersuchung durch die Dres. med. C.________ (Oberarzt) und H.________ (Spezialassistent, Abt. Psychosomatik) - um eine ärztliche "Momentaufnahme" handelt, wie von der Beschwerdeführerin beanstandet, liegt im Wesen der medizinischen Beurteilung in Form eines Gutachtens selber begründet, dem selten über einen längeren Zeitraum hinweg geführte Explorationen zugrunde liegen. Dieser Umstand schliesst dessen Beweiskraft indessen nicht per se aus. Vielmehr ist einzig massgebend, ob die von der Rechtsprechung definierten Anforderungen als erfüllt zu betrachten sind. Soweit die Beschwerdeführerin sich zur Untermauerung ihres Standpunktes, eine geeignete Tätigkeit sei ihr immer noch lediglich im Umfang von 35 % zumutbar, schliesslich auf das Zeugnis des Dr. med. A.________ vom 7. Juli 2005 stützt, wonach keine Verbesserung des Gesundheitszustandes eingetreten sei, kann ihr nicht gefolgt werden. Zum einen steht sie erst seit Ende Juni 2005 in der Behandlung des besagten Arztes, weshalb es diesem schwer fallen dürfte, verlässliche Angaben zum Beschwerdebild der Versicherten, wie es sich 2001 dargestellt hat, machen zu können. Zum anderen ist der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc [mit Hinweisen] S. 353). Dieser Vorbehalt hat auch für einen Patienten über einen längeren Zeitraum regelmässig behandelnde Spezialärzte zu gelten (Urteil des EVG I 655/05 vom 20. März 2006, E. 5.4 mit Hinweisen). Im Übrigen hat der Hausarzt der Beschwerdeführerin selber, Dr. med. K.________, in seinem Bericht vom 26. Februar 2004 eine Arbeitsfähigkeit von sogar 55 bis 60 % attestiert. Einer erneuten psychiatrischen Begutachtung bedarf es entgegen den Vorbringen der Beschwerdeführerin somit nicht.