Citation: 8C_495/2018 E. 4.2.2

4.2.2. Gemäss Gutachten der ABI vom 10. Januar 2017 bestehen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode (ICD-10 F33.0) sowie ein mittelgradig kompensierter beidseitiger Tinnitus (ICD-10 H93.1). Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit seien die Diagnosen der chronischen Schmerzstörung mit psychischen und somatischen Faktoren (ICD-10 F45.41), ein chronisches zerviko-, thorako- und lumbovertebrales Schmerzsyndrom (ICD-10 M54.3/M54.6/M54.5), chronische Hüftbeschwerden rechts (ICD-10 M79.65), chronische Kniebeschwerden rechts (ICD-10 M79.66/Z98.8), chronische Kniebeschwerden links (ICD-10 M79.66), chronische Fersenschmerzen links (ICD-10 M79.67), chronische Beschwerden an der dominanten rechten Schulter (ICD-10 M79.61), rhythmogene Kardiopathie mit Sick-Sinus-Syndrom und paroxysmalem Vorhofflimmern (ICD I 48.0, ICD I 49.5), hypertensive Kardiopathie und sinu-aortales Aneurysma (Durchmesser 47 mm; ICD I 11.9; ICD I 71.9), anamnestisch Verdacht auf beginnende sensible Polyneuropathie (G62.9), leichtgradige Hochtonschallempfindungsschwerhörigkeit rechts (ICD-10 H90.3) und Adipositas (BMI 31.5 kg/m2; ICD-10 E66.0). In einer körperlich leichten bis intermittierend mittelschweren adaptierten Tätigkeit bestehe eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 80 %, vollschichtig realisierbar; körperlich schwere Tätigkeiten seien für den Beschwerdeführer hingegen ungeeignet. Auch die Gutachter der ABI wiesen auf eine ausgeprägte Diskrepanz zwischen dem Ausmass der subjektiv geklagten Beschwerden und den objektiven Befunden hin. Nachvollziehbar sei ein gewisser Leidensdruck im Bereich der thorakalen Wirbelsäule bei erheblichem Rundrücken und Osteochondrose sowie an den Kniegelenken bei Degeneration des Aussenmeniskus und linksseitiger trochlearer Chondropathie. Während der Untersuchung hätten sich massive Inkonsistenzen gezeigt, und auch das wiederholte fehlende Ansprechen auf invasive und konservative Therapiemassnahmen könne als klarer Hinweis auf eine erhebliche nicht-organische Beschwerdekomponente angesehen werden. Für die Diskrepanz zwischen dem Ausmass der subjektiv geklagten Beschwerden und den objektivierbaren Befunden verantwortlich sei gemäss psychiatrischer Beurteilung eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren, die für sich alleine allerdings nicht zu einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit führe. Eine solche könne jedoch aufgrund einer aktuell leichten Episode einer rezidivierenden depressiven Störungen im Umfang von 20 % für sämtliche Tätigkeiten attestiert werden. Hinsichtlich des Verlaufs der Arbeitsunfähigkeit kamen die Experten der ABI zum Schluss, dass die aktuelle Arbeitsfähigkeit mit Sicherheit ab November zu bestätigen sei. Seit dem letzten Gutachten 2012 bzw. der Verfügung 2013 habe sich keine gravierende Veränderung ergeben. Die Arbeitsfähigkeit sei leicht höher einzuschätzen als im letzten Gutachten von 2012. Namentlich hält der psychiatrische Gutachter fest, dass seit der Begutachtung durch die MEDAS Interlaken 2012 nicht von einer Verschlechterung der psychischen Verfassung auszugehen sei. Es hätten sich seither keine Indikatoren für einen psychisch verschlechterten Verlauf ergeben, wie etwa Suizidversuche, psychiatrische Hospitalisation oder eine deutliche Erhöhung der Psychopharmakadosis.