Citation: U 16/00 13.10.2000 E. 4

4. Der Übergang von diffusem, als Spannungstypkopfschmerz zu etikettierendem Kopfweh in eine echte Migräne beziehungsweise das Aufpfropfen von echten Migräne-Attacken auf ein vorgängig nicht migränetypisches Kopfweh muss aus der ärztlichen Erfahrung und aus der Literatur heraus bekannt sein.» Zur letzten Voraussetzung im Besonderen führt der Experte aus, es entspreche der Erfahrung eines jeden Kopfwehspezialisten, dass beispielsweise spätere typische Migränen in der initialen Präsentation (im Kindes- oder Jugendalter) ein durchaus diffuses Kopfweh darstellten und erst später daraus sich eine echte Migräne entwickelte oder zu diesem eine echte Migräne hinzukomme. Es sei nicht einzusehen, warum nicht auch ein posttraumatisch ausgelöstes, initial diffuses Kopfweh nicht die gleiche Entwicklung wie spontane Kopfschmerzen nehmen und somit ein anfänglich diffuses und uncharakteristisches posttraumatisches Kopfweh durch eine zusätzliche Migräne erweitert werden könnte. Hiezu sei zu sagen, dass nach eigener, in der medizinischen Literatur bestätigter Erfahrung gelegentlich posttraumatische Kopfschmerzen durch migränetypische Episoden erweitert wurden.