Citation: 1C_483/2021 E. 5.2

5.2. Gemäss Art. 122 Abs. 1 BauV/BE, der seine formell-gesetzliche Grundlage in Art. 144 Abs. 2 lit. i i.V.m. Art. 58 Abs. 2 sowie Art. 60 Abs. 2 und Abs. 3 BauG/BE hat (vgl. Aldo Zaugg/Ludwig Peter, Baugesetz des Kantons Bern vom 9. Juni 1985, Kommentar Band II, 4. Aufl. 2017, N. 4a Vorbem. zu Art. 58-63 BauG/BE), kann die geringfügige Änderung von Vorschriften und Plänen ohne öffentliche Auflage durch den Gemeinderat beschlossen werden. Vor dem Beschluss ist den betroffenen Grundeigentümerinnen und Grundeigentümern eine Frist von wenigstens zehn Tagen zur Einreichung einer Einsprache anzusetzen, soweit sie der Änderung nicht unterschriftlich zugestimmt haben (Art. 122 Abs. 2 BauV/BE). Ist zweifelhaft, ob eine vorgesehene Änderung noch als geringfügig gelten kann, ist für sie das öffentliche Einspracheverfahren nach Art. 60 BauG/BE durchzuführen mit dem Hinweis, dass beabsichtigt ist, die Änderung im Verfahren der geringfügigen Änderung von Nutzungsplänen vorzunehmen (Art. 122 Abs. 7 BauV).