Citation: 6B_1004/2017 E. 2.4

2.4. Indem der Beschwerdeführer geltend macht, die Strafklägerin habe zunehmend Zweifel gehabt, ob die Berührungen noch zur Behandlung gehören würden und es sei nicht erstellt, dass die Strafklägerin von seinem Übergriff vollkommen überrascht worden sei, entfernt er sich in unzulässiger Weise vom verbindlichen Sachverhalt der Vorinstanz (Art. 105 Abs. 1 BGG), ohne eine willkürliche Beweiswürdigung (Art. 9 BV) darzutun. Auf diese Ausführungen ist deshalb nicht einzugehen. Ausgehend von den vorinstanzlichen Sachverhaltsfeststellungen ist sodann keine falsche Anwendung von Art. 191 StGB ersichtlich. Die Vorinstanz setzt sich unter Verweis auf die rechtlichen Erwägungen der ersten Instanz ausführlich mit der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zum Tatbestandsmerkmal der Widerstandsunfähigkeit nach Art. 191 StGB auseinander. Auch im BGE 133 IV 49 zugrunde liegenden Sachverhalt konnte eine im Rahmen einer physiotherapeutischen Behandlung auf dem Bauch liegende Patientin wegen ihrer Lage auf dem Behandlungstisch nicht sehen, was mit ihr geschah. Den sexuellen Übergriff nahm diese Patientin erst wahr, als sie die Finger des Täters an ihrem Geschlechtsteil spürte. Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers ist dieser Fall mit dem vorliegenden vergleichbar. Es ergibt sich aus den vorinstanzlich festgestellten Tatsachen kein Hinweis, wonach die auf dem Bauch liegende Strafklägerin hätte reagieren können, bevor der Beschwerdeführer im Begriff war, sie zu missbrauchen. Wie die Vorinstanz zutreffend festhält, durfte die Strafklägerin vom Beschwerdeführer als den sie behandelnden Arzt erwarten, dass er sie nur dort anfasst, wo es medizinisch notwendig ist. Sie durfte zudem davon ausgehen, dass er ihre Wehrlosigkeit nicht ausnutzt. Der Beschwerdeführer tat jedoch genau dies. Die Strafklägerin war dem Beschwerdeführer ausgeliefert und konnte den Übergriff nicht rechtzeitig erkennen. Sie wurde von ihm vollkommen überrascht und war vorübergehend widerstandsunfähig. Der Schuldspruch der Vorinstanz wegen Schändung hält mithin vor Bundesrecht stand.