Citation: 4A_600/2014 E. 4.2.3

4.2.3. Die Vorinstanz kam zum Schluss, dass der Beschwerdeführerin ab der Rückforderung über Fr. 1'200.-- am 5. Dezember 2011 durch die Beschwerdegegnerin bei objektiver Betrachtung einerseits bewusst geworden sein müsste, dass bei lediglich teilweiser Arbeitsunfähigkeit kein Anspruch auf ein volles Taggeld bestehe und andererseits habe die Beschwerdegegnerin aufgrund der vorbehaltlosen Rückzahlung davon ausgehen dürfen, dass dieser Umstand auch anerkannt sei. Bezüglich der hernach weiterhin erfolgten vollen Taggeldzahlungen habe die Beschwerdeführerin nicht mehr ohne Weiteres davon ausgehen können, die Taggelder stünden ihr trotz Teilarbeitsunfähigkeit im vollen Umfang zu. Sie habe mit einer späteren Rückforderung zumindest rechnen müssen. Dass sie sich auf allfällig anderslautende mündliche Auskünfte der Sachbearbeiterin der Beschwerdegegnerin verlassen habe, ändere daran nichts. Angesichts der objektiven Gegebenheiten hätte sie sich nicht allein darauf verlassen dürfen, sondern hätte zumindest eine förmliche Bestätigung dieser Auskünfte verlangen müssen. Aufgrund der gesamten Umstände könne die Beschwerdeführerin nicht davon ausgehen, sie habe trotz stufenweiser Reduktion der Arbeitsunfähigkeit ab dem 8. August 2011 weiterhin Anspruch auf ungekürzte Taggelder. Die gleichwohl ausbezahlten vollen Taggelder habe die Beschwerdeführerin ohne eine förmliche Bestätigung der Beschwerdegegnerin nicht vorbehaltlos entgegennehmen können, sondern sie habe nach Treu und Glauben mit einer späteren Rückerstattung rechnen müssen.