Citation: 5A_684/2022 E. 2.1.2

2.1.2. Um dem Umstand Rechnung zu tragen, dass Kindesunterhaltsbeiträge rückwirkend für 11 Jahre zu beurteilen waren und sich in dieser Zeitspanne die massgebenden Verhältnisse mehrmals änderten, nahm das Obergericht eine separate Unterhaltsberechnung für 17 zeitliche Phasen vor. Den konkreten Berechnungen schickte es folgende Überlegungen voraus. Es stellte zunächst fest, der Beschwerdeführer sei noch nie einer regelmässigen Erwerbstätigkeit nachgegangen. Er habe seinen Lebensunterhalt im Wesentlichen mittels Liegenschaften- und Zinserträgen sowie Zuwendungen seiner vermögenden Eltern bestritten. Das Obergericht bestimmte demzufolge das Einkommen des Beschwerdeführers anhand des durchschnittlichen Netto-Liegenschaftenertrags seit Juni 2011, des kapitalisierten Netto-Gewinns aus drei Liegenschaftenverkäufen und einer unselbständigen Erwerbstätigkeit, die der Beschwerdeführer während August 2016 bis September 2018 ausgeübt habe. Damit kam das Obergericht auf ein durchschnittliches Nettoeinkommen des Beschwerdeführers von Fr. 5'000.--/Monat. Sodann ermittelte es den Bedarf des Beschwerdeführers anhand des Grundbetrags von Fr. 850.-- (Konkubinat), der Wohnkosten von Fr. 625.--, der Krankenkasse und Arztkosten von Fr. 260.--, der Versicherungen von Fr. 60.-- und einer Kommunikationspauschale von Fr. 105.--. Den so errechneten Bedarf von Fr. 1'900.-- kürzte es um einen Drittel aufgrund des tieferen Preisniveaus in Spanien und zählte die Besuchskosten von Fr. 100.--/Monat sowie die Steuern (ausser für die Jahre 2018 und 2019 aufgrund des tiefen Einkommens des Beschwerdeführers) hinzu. Bei der Mutter berücksichtigte das Obergericht ein durchschnittliches Einkommen seit 2011 von weniger als Fr. 4'500.-- und den Umstand, dass die Mutter ab Volljährigkeit von C.________ einen Netto-Lohn von rund Fr. 7'700.--/Monat bei einem vollen Pensum erzielen könnte (hypothetisches Einkommen). Damit könne die Mutter ihren eigenen, unbestritten gebliebenen Bedarf, wie ihn die erste Instanz festgestellt habe, decken. Folglich schied das Obergericht keinen Betreuungsunterhalt aus. Weil der Bedarf der Mutter unbestritten geblieben war, verzichtete das Obergericht ausserdem auf eine konkrete Ermittlung des Bedarfs. Bei den Beschwerdegegnern berücksichtigte das Obergericht die Kinder- und Ausbildungszulagen sowie das Einkommen von B.________ ab August 2019. Für B.________ ermittelte das Obergericht einen familienrechtlichen Grundbedarf für Juni 2011 bis Dezember 2011 von Fr. 825.--, für Januar 2012 bis Juni 2019 von Fr. 1'035.--, für Juli 2019 bis Dezember 2019 von Fr. 1'135.--, für Januar 2020 bis Juli 2021 von Fr. 1'994.-- und ab August 2021 von Fr. 2'144.--. Für C.________ errechnete das Obergericht einen familienrechtlichen Grundbedarf für Juni 2011 bis September 2015 von Fr. 825.--, für Oktober 2015 bis September 2023 von Fr. 1'035.-- und ab Oktober 2023 von Fr. 1'546.--.