Citation: 5A_1073/2021 E. 2

Die übrigen Beschwerdepunkte wurden zurückgezogen. Bei einem Beschwerderückzug wird die beschwerdeführende Partei in der Regel kostenpflichtig. Der Vollständigkeit halber sei - namentlich auch mit Blick auf das für das bundesgerichtliche Verfahren gestellte Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege - kurz dargelegt, dass die Beschwerde ohnehin auch in allen anderen Punkten abzuweisen gewesen wäre, soweit überhaupt auf sie hätte eingetreten werden können: Zunächst war der Verweis auf die kantonale Beschwerde und die 54 Aktenstücke des kantonalen Verfahrens unzulässig; Vorbringen haben in der Beschwerdeschrift selbst zu erfolgen (Art. 42 Abs. 2 BGG; BGE 133 II 396 E. 3.1; 140 III 115 E. 2). Rechtsverzögerung: Das Obergericht hat den Verfahrensablauf mit den einzelnen Verfahrensschritten und Prozesshandlungen dargestellt und befunden, es sei keine Rechtsverzögerung auszumachen. Damit hat sich die Beschwerdeführerin entgegen ihrer diesbezüglichen Begründungspflicht nicht auseinandergesetzt (Art. 42 Abs. 2 BGG; BGE 140 III 115 E. 2; 142 III 364 E. 2.4), wenn sie bloss eine Vielzahl von Gesetzesbestimmungen auflistet und es bei der abstrakten Behauptung bewenden lässt, das erstinstanzliche Verfahren habe zu lange gedauert. In diesem Punkt war die Beschwerde mithin unbegründet und hätte auf sie nicht eingetreten werden können. Ersatzgericht: Das Obergericht hat für die Möglichkeit, ein Ersatzgericht zu bestimmen, die entsprechenden kantonalen Rechtsgrundlagen angeführt, aber festgehalten, eine Notwendigkeit sei nicht auszumachen, zumal die Beschwerdeführerin nicht darlege, inwiefern sämtliche Mitglieder des Bezirksgerichts Arbon befangen bzw. zur Führung des Verfahrens ausser Stande sein sollten. Soweit es um die Anwendung kantonalen Rechts geht, ist das Bundesgericht in seiner Kognition nicht frei; vielmehr kann nur die Verletzung verfassungsmässiger Rechte gerügt werden, wobei die Rüge im Vordergrund steht, dass das kantonale Recht willkürlich angewandt worden sei (BGE 139 III 225 E. 2.3; 139 III 252 E. 1.4; 142 II 369 E. 2.1); bloss appellatorische Ausführungen sind deshalb ungenügend, weil für Verfassungsrügen nicht Art. 106 Abs. 1 BGG gilt, sondern das strenge Rügeprinzip nach Art. 106 Abs. 2 BGG zur Anwendung gelangt. Ohnehin fand aber auch keine inhaltliche Auseinandersetzung mit den obergerichtlichen Erwägungen statt, wenn die Beschwerdeführerin einfach abstrakt behauptet hat, das gesamte Bezirksgericht sei überlastet. Auch auf diesen Beschwerdepunkt hätte folglich nicht eingetreten werden können. Unentgeltliche Rechtspflege: Wenn das Obergericht die unentgeltliche Rechtspflege für das erstinstanzliche Verfahren beschränkt auf die Verbeiständung erteilt hat, ist entgegen dem Vorbringen, eine Abweisung sei unmöglich, weil eine Gutheissung die Voraussetzung für die Bestellung eines Offizialanwaltes sei, keine Gesetzwidrigkeit ersichtlich, wenn das Obergericht das Gesuch "im Übrigen" (d.h. in Bezug auf die Gerichtskosten) abgewiesen hat. Sodann lässt sich mit der Gehörsrüge, es sei unbillig, wenn das Obergericht sich mit den neuen Beweismitteln nicht auseinandergesetzt habe, das im Beschwerdeverfahren geltende Novenverbot nicht wegdiskutieren. Die weiteren Ausführungen (zu Einkommen und Bedarf) bleiben von der Sache her appellatorisch, selbst wenn zum Teil das Wort "willkürlich" verwendet wird. Mithin wäre die Beschwerde auch in diesem Punkt abzuweisen gewesen, soweit überhaupt auf sie hätte eingetreten werden können.