Citation: 1B_495/2020 E. 7.2

7.2. Die Staatsanwaltschaft hat im Entsiegelungsgesuch die (vollumfängliche) Entsiegelung des Mobiltelefons beantragt. Bereits in der Begründung des Gesuchs hat sie allerdings nur Interesse an jenen Daten bekundet, die mit dem Observationsauftrag betreffend den Privatkläger zusammenhängen, und ausgeführt, es sei insbesondere nach Details betreffend die Auftragserteilung, den Auftraggeber, den Inhalt des Auftrags sowie nach Bildern und Videos zu suchen, die den Privatkläger und dessen Familie in ihrem Privatbereich zeigten. In ihrer Stellungnahme vom 7. November 2019 im vorinstanzlichen Verfahren hat sie sodann erklärt, es sei erneut festzuhalten, dass sie lediglich an den Daten im Zusammenhang mit der Überwachung/Observation des Privatklägers sowie der dazugehörigen Auftragserteilung interessiert sei, nicht jedoch an den Daten betreffend Aufträge des Beschwerdeführers von Behörden im Rahmen von Sozialinspektionen oder andere Aufträge. Ebenso wenig interessiere sie sich für Daten, welche die Privatsphäre des Beschwerdeführers beträfen, insbesondere medizinische Aufzeichnungen. Vorbehalten blieben allfällige Zufallsfunde. Aus diesen Äusserungen der Staatsanwaltschaft wird deutlich, dass sie lediglich jene Aufzeichnungen als für den Zweck der Strafuntersuchung von Interesse und damit als verfahrensrelevant erachtet, die mit dem Observationsauftrag betreffend den Privatkläger zusammenhängen (zu Zufallsfunden vgl. Art. 243 Abs. 1 StPO). Sie hat in ihrer Stellungnahme vom 3. August 2020 im vorinstanzlichen Verfahren denn auch erklärt, sie sei mit einer richterlichen Triageverhandlung zur Aussonderung geheimnisgeschützter und verfahrensirrelevanter Daten und Unterlagen grundsätzlich einverstanden. Sie hat allerdings angefügt, sie halte ein solches Vorgehen aufgrund der grossen Menge an sichergestellten Daten und des erforderlichen immensen zeitlichen und technischen Aufwands nicht für praktikabel bzw. möglich; die Triage sei deshalb wie üblich der Staatsanwaltschaft zu überlassen. Damit hält sie letztlich entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers weiterhin am umfassenden Entsiegelungsgesuch fest, begründet dies in Bezug auf andere Aufzeichnungen als die als verfahrensrelevant beurteilten jedoch einzig mit der fehlenden Praktikabilität bzw. Möglichkeit einer Triage durch die Vorinstanz als Entsiegelungsgericht. Die Vorinstanz wiederum hat im angefochtenen Entscheid ausgeführt, der Beschwerdeführer habe keine substanziierten Angaben dazu gemacht, welche Aufzeichnungen offensichtlich nicht verfahrensrelevant seien.