Citation: 9C_288/2020 E. 3.3

3.3. Wie die Versicherte weiter zutreffend geltend macht, enthält das MEDAS-Gutachten keine Diskussion der von der behandelnden Psychiaterin, Dr. med. C.________, gestellten Diagnose eines Cancer related Fatigue. Entgegen den vorinstanzlichen Erwägungen erübrigte sich eine Auseinandersetzung mit dieser Diagnose nicht einzig aufgrund des Umstandes, dass die behandelnde Onkologin keine entsprechende Diagnose gestellt hat, zumal sich aus deren Berichten nicht ergibt, ob sie die Möglichkeit, dass die von verschiedener Seite attestierte Schläfrigkeit auf ein solches Leiden zurückzuführen ist, überhaupt geprüft hat. Offenbleiben kann an dieser Stelle, ob die Vorinstanz zu Recht dem psychiatrischen Teilgutachter die Kompetenz zur Diskussion dieser Diagnose abgesprochen hat. Da es sich bei der Begutachtung durch die MEDAS Interlaken um eine umfassend polydisziplinäre gehandelt hat, wären die Experten - so sie mit medizinischen Fragen konfrontiert waren, die nicht zu ihren Fachgebieten gehören - verpflichtet gewesen, entsprechende weitere medizinische Fachpersonen beizuziehen (vgl. BGE 139 V 349 E. 3.3 S. 352 f.).