Citation: 5A_106/2014 E. 7.2

7.2. Die Geldleistungen, welche die Beschwerdegegnerin gemäss Ziffer 3.2 der Weisungen erhalten soll, knüpfen unbestrittenermassen am Verkauf der Kunstwerke des Erblassers an: Je nachdem, wie das konkrete Kaufgeschäft zustande kommt, soll die Beschwerdegegnerin einen bestimmten prozentualen Anteil des Nettoverkaufspreises erhalten. Gegenstand der letztwilligen Verfügung sind freilich nicht nur die testamentarisch festgelegten Anteile an den Nettoverkaufserlösen. Wie das Kantonsgericht selbst ausführt, hat der Erblasser der Beschwerdegegnerin "die Werksbetreuung mit umfassenden Zuständigkeiten zugesprochen". Soweit mit den erwähnten Anteilen "die Betreuung meines Werkes durch Z.________ ... honoriert werden" soll (s. Ziffer 3.2 des Testaments), hat der Erblasser die von ihm festgelegten Honoraransätze nach dem klaren Wortlaut des Testaments als Entgelt für diese Dienstleistungen der Beschwerdegegnerin verstanden. Damit spricht der Erblasser diejenigen Geldbeträge an, die der Beschwerdegegnerin laut dem Testament (Ziffer 3.2, erster Spiegelstrich) "bei Direktverkauf ... als Provision" zu entrichten sind. Denn eine Provision ist nach dem üblichen Verständnis dieses Ausdrucks eine Vergütung für die Besorgung oder Vermittlung eines Geschäfts, die sich in einer prozentualen Beteiligung am Umsatz ausdrückt (s. Duden, Deutsches Universalwörterbuch). Anders verhält es sich mit denjenigen Geldbeträgen, mit denen gemäss Ziffer 3.2 des Testaments nicht "die Betreuung meines Werkes durch Z.________", sondern der "Verkauf durch Dritte" honoriert werden soll. Angesichts dieser klaren Unterscheidung wollte der Erblasser diese Geldbeträge der Beschwerdegegnerin unabhängig von ihren Dienstleistungen als Werksbetreuerin zukommen lassen. Damit steht in Einklang, dass die prozentualen Anteile der Beschwerdegegnerin an den Erlösen aus Verkäufen "durch Dritte", nämlich durch Galerien, Museen oder die Beschwerdeführer (Ziffer 3.2, zweiter bis vierter Spiegelstrich des Testaments), nicht als "Provision" bezeichnet sind. Im Folgenden ist zu prüfen, wie diese zwei verschiedenen Kategorien von letztwilligen Verfügungen rechtlich zu qualifizieren sind.