Citation: 6B_1363/2019 E. 1.10

1.10. Unbegründet ist weiter die Kritik des Beschwerdeführers, die Vorinstanz treffe trotz fehlenden Fachwissens eigene Feststellungen zu Fachfragen, womit sie in die Sachkompetenz der medizinischen Gutachter eingreife. Welche Rückschlüsse das objektiv fassbare Tatgeschehen sowie das Nachtatverhalten des Beschwerdeführers auf dessen Fähigkeit im Tatzeitpunkt, gemäss seiner Einsicht in das Unrecht zu handeln, zulassen, ist eine rein naturwissenschaftlich-medizinische Frage. Zwar ist der vorinstanzliche Entscheid teils so formuliert, als ob die Vorinstanz selber solche Feststellungen treffen würde. Bei näherer Betrachtung gibt die Vorinstanz jedoch bloss die bereits in den Gutachten enthaltenen Überlegungen wieder. Die vorinstanzlichen Erwägungen sind als eine blosse Auseinandersetzung mit den psychiatrischen Gutachten zu verstehen. Letztlich legt die Vorinstanz in ihrem Entscheid nur dar, weshalb sie auf die gutachterliche Einschätzung von Prof. Dr. H.________ abstellt und die von Dr. G.________ als Hypothese aufgeworfene gänzliche Aufhebung der Steuerungsfähigkeit einzig gestützt auf die Sinnkontinuität des psychotischen Erlebens verwirft. Die Vorinstanz nimmt lediglich bei der Frage, ob der Beschwerdeführer beim letzten Angriff mittels Fusstritten gegen den Kopf des Beschwerdegegners 2 von Angst oder im Gegenteil eher von Wut getrieben war, auf die Würdigung eines "unbefangenen Beobachters" Bezug. In ihrer Eventualbegründung stellt sie jedoch auch insofern auf die Gutachten und die von den Sachverständigen festgestellte psychotische Angst als handlungsleitenden Affekt ab (angefochtenes Urteil S. 35). Der Vorinstanz kann daher nicht zum Vorwurf gemacht werden, sie weiche in Fachfragen von der gutachterlichen Einschätzung ab.