Citation: 2A.258/2006 27.10.2006 E. 4

Die Beschwerdeführer berufen sich zu Unrecht auf Art. 8 EMRK, welche Norm den Schutz des Familienlebens garantiert: 4.1 Für das unmittelbar aus Art. 8 EMRK ableitbare Nachzugsrecht ist nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung (vgl. BGE 129 II 11 E. 2 S. 13, 120 Ib 257 E. 1f S. 262), von der abzuweichen kein Anlass besteht, grundsätzlich auf die Rechts- und Sachlage im Zeitpunkt der Beurteilung durch das Bundesgericht abzustellen. Da der Sohn C.________ heute über 20 Jahre alt ist, kann er sich schon altersmässig nicht mehr über eine Verletzung der genannten Konventionsgarantie beschweren. 4.2 Im Übrigen waren die Voraussetzungen für einen unmittelbar aus Art. 8 EMRK folgenden Anspruch auf Familiennachzug, der - ein eigentliches Abhängigkeitsverhältnis zwischen dem Ausländer, um dessen Zulassung ersucht wird, und den hier anwesenden Angehörigen vorbehalten - ebenfalls nur bis zur Erreichung der Volljährigkeit der Kinder gilt (vgl. BGE 120 Ib 257 E. 1d/e S. 260 f. mit Hinweisen; Urteil 2A.20/2002 vom 13. Mai 2002 E. 1.3), mangels einer das familiäre Zusammenleben ermöglichenden Wohnung bereits im Zeitpunkt der Gesuchstellung nicht erfüllt. Ein über das Mündigkeitsalter hinausreichendes Abhängigkeitsverhältnis wird nicht geltend gemacht und ist auch nicht ersichtlich. 4.3 Der in Art. 8 Ziff. 1 EMRK garantierte Anspruch auf Achtung des Familienlebens gilt nicht absolut. Vielmehr ist nach Art. 8 Ziff. 2 EMRK ein Eingriff in das durch Ziff. 1 geschützte Rechtsgut statthaft, soweit er gesetzlich vorgesehen ist und eine Massnahme darstellt, die in einer demokratischen Gesellschaft für die nationale Sicherheit, die öffentliche Ruhe und Ordnung und zur Verhinderung von strafbaren Handlungen, zum Schutze der Gesellschaft und Moral sowie der Rechte und Freiheiten anderer notwendig ist (vgl. BGE 122 II 1 E. 2 S. 6 mit Hinweisen) Wohl mag - wie die Beschwerdeführer geltend machen - zutreffen, dass ein Bedürfnis nach familiärem Zusammenleben auch zwischen Eltern und volljährig gewordenen Kindern bestehen kann. Wenn jedoch das nationale Recht den Anspruch auf Familiennachzug auf minderjährige Kinder beschränkt und von einem beabsichtigten (und möglichen) Zusammenleben im Familienverband abhängig macht, ist dies durch die erwähnten, in Art. 8 Ziff. 2 EMRK vorbehaltenen Schranken gedeckt.