Citation: 8C_217/2023 E. 4.1.4

4.1.4. Der Einschätzung des RAD-Arztes und der Kreisärzte ist nicht schon allein deshalb die Beweiskraft abzusprechen, weil sich die Ärzte nicht mit den Ergebnissen der beruflichen Abklärung und Eingliederung auseinandersetzten. Zwischen der medizinischen Beurteilung der Versicherungsärzte und den Berichten der Eingliederungsfachleute besteht keine derartige Diskrepanz, dass eine klärende medizinische Stellungnahme unabdingbar gewesen wäre (vgl. E. 4.1.1 hiervor). Zu beachten ist auch, dass die Erkenntnisse der Eingliederungsfachpersonen in der Regel (so auch hier) nicht auf vertieften medizinischen Untersuchungen beruhen, sondern auf berufspraktischen Beobachtungen, welche in erster Linie die subjektive Arbeitsleistung der versicherten Person wiedergeben (Urteile 9C_379/2019 vom 26. September 2019 E. 3.5.3; 9C_48/2018 vom 18. Mai 2018 E. 5). Massgebend bleibt vorliegend somit die abschliessende ärztliche Beurteilung. Dies gilt umso mehr, als die Tätigkeit während des Arbeitsversuchs auch Arbeiten mit Heben und Tragen bis 10 kg beinhaltete, was über der Belastungsgrenze gemäss der Beurteilung des Kreisarztes Dr. med. F.________ liegt. Zudem hat die Vorinstanz verbindlich (vgl. E. 1.1. hiervor) festgestellt, dass der damalige Hausarzt lediglich ein Pensum von 80 % empfohlen habe, was zu erklären vermag, weshalb kein höheres Pensum erprobt wurde. Des Weiteren hatte die Beschwerdeführerin offenbar auch bei Arbeiten von bis zu 7 Stunden am Tag kaum mehr Schmerzen als an freien Tagen (vgl. Schlussbericht Arbeitsversuch vom 23. Januar 2020). Auch die bei der D.________ im Rahmen der Festanstellung ausgeübten Arbeiten waren unbestrittenermassen zu Beginn nicht optimal an das Leiden der Beschwerdeführerin angepasst (vgl. E. 4.1.2 hiervor), sodass sich aus dem effektiv geleisteten Pensum der Beschwerdeführerin (von Februar bis Ende Mai 2020: 70 %; ab Juni 2020 bis Dezember 2020: 80 %) keine verlässlichen Rückschlüsse auf das tatsächliche Leistungsvermögen ziehen lassen. Erst die seit Dezember 2020 verrichtete Arbeit an der Kasse bei der D.________, Filiale W.________ wo die Beschwerdeführerin offenbar nur mit leichten Gegenständen hantieren muss, scheint nunmehr hinreichend leidensangepasst zu sein.