Citation: 2C_74/2016 E. 3.2

3.2. Mit der Vorinstanz ist klarerweise davon auszugehen, dass auch eine Vielzahl kleinerer Straftaten auf Grund ihrer hohen Anzahl eine im Sinne von Art. 5 Abs. 1 Anhang I FZA hinreichend schwere Gefährdung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit zu begründen vermögen, sofern eine Rückfallgefahr besteht (oben, E. 2.3). Entgegen der Vorinstanz kann jedoch für diese Beurteilung aus rechtsstaatlichen Gründen nur auf rechtskräftige strafrechtliche Verurteilungen abgestellt werden (Urteil 2C_784/2014 vom 24. April 2015 E. 4.4), und werden die im vorinstanzlichen Verfahren nicht geltend gemachten Tatsachen und Beweismittel wie auch die erst nach Erlass des angefochtenen Urteils eingetretenen Sachverhaltselemente vom Novenausschluss von Art. 99 Abs. 1 BGG erfasst, weshalb die zusätzlich eingereichten Beweismittel nicht abgenommen werden können (Urteil 2C_784/2014 vom 24. April 2015 E. 4.3). Eine Würdigung des rechtskräftig feststehenden Sachverhaltes ergibt, dass der Beschwerdeführer im Jahr 2009 bzw. 2010 und damit kurz nach seiner Einreise in die Schweiz zunächst ohne Haftpflichtversicherung ein Fahrzeug lenkte, in demselben Jahr auch in angetrunkenem Zustand ein Fahrzeug führte sowie wegen einer Übertretung des BetmG, Nichtabgabe von Ausweisen und/oder Kontrollschilder, Vergehen gegen das UWG, unwahren Angaben gegenüber Personalvorsorgeeinrichtungen und Beschäftigung von Personen ohne Bewilligung verurteilt werden musste. Im nachfolgenden Zeitraum von fünf Jahren bis zum Erlass des angefochtenen Urteils finden sich jedoch lediglich vier Verurteilungen: Zwei Bussen wegen Überschreitens der signalisierten Höchstgeschwindigkeit, eine wegen Übertretung des SVG sowie eine wegen Ungehorsams im Betreibungsverfahren. Die (rechtskräftigen) Verurteilungen des Beschwerdeführers vermitteln somit das Bild eines Dauerdelinquenten, der im Jahr 2010 den Entschluss fasste, sich an die Rechtsordnung zu halten, und diesen Entschluss während fünf Jahren grösstenteils auch konsequent umsetzte. Obwohl angesichts der letzten vier Verurteilungen nicht gesagt werden kann, der Beschwerdeführer habe während eines Zeitraums von fünf Jahren deliktfrei gelebt, ist doch ein signifikanter Rückgang seiner kriminellen Energie über einen längeren Zeitraum feststellbar. Entsprechend besteht keine so hinreichend schwere und gegenwärtige Gefährdung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit, dass die aus Art. 5 Abs. 1 Anhang I FZA fliessenden Anforderungen für eine Beschränkung der abkommensrechtlichen Freizügigkeitsrechte erfüllt wären. Die Beschwerde erweist sich in diesem Punkt als begründet, weshalb auf die weiteren Rügen, namentlich bezüglich der prozessualen Verwertbarkeit des deutschen Strafregisterauszuges, nicht weiter einzugehen ist.