Citation: I 845/05 21.11.2006 E. 3

Zu beurteilen ist zunächst, inwieweit der Beschwerdeführer trotz seiner gesundheitlichen Probleme noch in der Lage ist, eine seinen Leiden angepasste Erwerbstätigkeit auszuüben. Während Vorinstanz und Beschwerdegegnerin eine Arbeitsfähigkeit aus somatischer und psychischer Sicht von noch 50 % annehmen, verneint der Versicherte jegliches Leistungsvermögen. 3.1 Die ärztliche Aktenlage stellt sich diesbezüglich wie folgt dar. 3.1.1 Im Bericht der Klinik für Rheumatologie und Klinische Immunologie/Allergologie des Spitals X.________ vom 23. Juli 2003 wurden eine seit August 1999 bestehende Psoriasis-Arthritis, ein Diabetes mellitus Typ 2 seit 1998 sowie Adipositas (BMI 37) diagnostiziert und vermerkt, dass angesichts des subjektiven Leidensdruckes und der Funktionseinbusse eine Rückführung in die bisherige Tätigkeit als Bauarbeiter zwar nicht realistisch, ein Einsatz für leichte bis mittelschwere Beschäftigungen, idealerweise in welchselbelastenden Positionen, aber in einem grösseren Pensum möglich sei. Eine psychische Störung im Sinne einer depressiven Verstimmung schlossen die Ärzte im damaligen Zeitpunkt ausdrücklich aus. 3.1.2 Dieselbe Klinik diagnostizierte am 30. September 2003 - mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit - eine Psoriasis-Arthritis seit August 1999 und eine psychosoziale Problematik mit beginnender Schmerzverarbeitungsstörung seit 2002. Die Leistungsfähigkeit im angestammten Beruf als Bauarbeiter wurde auf Grund einer seit Januar 2003 vorhandenen allgemeinen Dekonditionierung (belastungs- und bewegungsabhängige Schmerzen im Nacken, im lumbalen Bereich, in den Schultern, Händen, im rechten Knie sowie im linken Fuss) negiert. Nach Durchführung einer antiinflamatorischen Therapie (TFN-Alpha-Blocker) sowie intensiver Physiotherapie erachteten die Ärzte eine leichte, angepasste Tätigkeit in wechselnder Körperhaltung jedoch während acht Stunden täglich für zumutbar. 3.1.3 Der Hausarzt Dr. med. B.________ gab in seinem Bericht vom 30. Oktober 2003 an, der Beschwerdeführer sei zufolge seiner arthrotischen Beschwerden seit 17. Januar 2003 zu 100 % in jeglicher Tätigkeit eingeschränkt. Bei günstigem Ansprechen auf die bevorstehende neue Basistherapie stellte der Arzt bezüglich einer körperlich leichten, wechselbelastenden Beschäftigung indessen eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit in Aussicht. 3.1.4 Die Abteilung Berufliche Eingliederung der Beschwerdegegnerin gelangte in ihrem Schlussbericht vom 28. Januar 2004 zum Ergebnis, dass es dem Versicherten derzeit gesundheitlich noch schlechter gehe, weshalb berufliche Massnahmen für den Moment auszuschliessen seien. 3.1.5 Die Klinik für Rheumatologie und Klinische Immunologie/Allergologie des Spitals X.________ bezeichnete die Prognose bezüglich Erreichen einer Arbeitsfähigkeit im Rahmen ihres provisorischen Kurzberichts vom 12. Februar 2004 als äusserst schlecht. 3.1.6 Dr. med. B.________ stellte in seinem Zwischenbericht vom 4. März 2004 einen unveränderten Zustand fest. Er bezeichnete die Therapiemöglichkeiten als weitgehend ausgeschöpft und die Prognose bezüglich einer Wiedererlangung der Arbeitsfähigkeit als ungünstig. 3.1.7 Im Bericht der Klinik und Poliklinik für Allgemeine Innere Medizin/Psychiatrische Poliklinik des Spitals X.________ vom 26. April 2004 wurde festgehalten, der Patient sei aktuell zu 100 % arbeitsunfähig geschrieben. Auf die Möglichkeit einer Teilzeitarbeit angesprochen, reagiere er sichtlich gekränkt und versuche im Gespräch, seine körperlichen Beschwerden überzeugend darzustellen. 3.1.8 Am 8. Juni 2004 stellten die Ärzte der Klinik für Rheumatologie und Klinische Immunologie/Allergologie des Spitals X.________ - neben den körperlichen Befunden - auch die Diagnose einer Schmerzverarbeitungsstörung. Zur Arbeitsunfähigkeit befragt, gaben sie an, seit Januar 2003 sei eine solche von 100 % attestiert. 3.1.9 Im Rahmen ihrer interdisziplinären Begutachtung kamen die Dres. med. H.________ und L.________ am 25. November 2004 zum Schluss, dass aus rheumatologischer Optik eine Einschränkung des Leistungsvermögens von 50 % bestehe, während in psychischer Hinsicht - zufolge einer milden Somatisierungsstörung - eine Beeinträchtigung von 15 % vorliege. Da sich die rheumatologischen und psychosomatischen Anteile überdeckten, betrage die Einschränkung in einer leidensadaptierten Tätigkeit (keine körperliche Schwerarbeit, keine Arbeit mit repetitivem Heben von Lasten über 15 Kilogramm) gesamthaft 50 %. 3.1.10 In ihren Berichten vom 12. Juli 2005 (zuhanden des Hausarztes Dr. med. B.________ sowie des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers) hielt die Klinik für Rheumatologie und Klinische Immunologie/Allergologie des Spitals X.________ dafür, dass die anhaltende hohe Krankheitsaktivität der Psoriasis-Arthropathie (mit ausgeprägten Synovialitiden an beiden Knie-, Hand-, Ellbogen- und Zehengrundgelenken) im Vordergrund stehe. Deren Ausmass erkläre bereits das Schmerzbild des Patienten, weshalb dafür nicht eine eigentliche Schmerzverarbeitungsstörung herangezogen werden müsse. Es sei bisher, trotz Einsatz aller zur Verfügung stehenden medikamentösen Möglichkeiten, nicht gelungen, die anhaltende Krankheitsaktivität zu supprimieren. Schon diese allein verunmögliche es dem Patienten, auch kleinste Verrichtungen durchzuführen, d.h. er sei vollständig arbeitsunfähig. Die Einschränkungen körperlicherseits seien zwangslos erklärt durch die anhaltend hohe Erkrankungsaktivität und die erwähnten bereits etablierten Krankheitsschäden. Inwieweit bei der aktuellen Schmerzpräsentation eine Schmerzverarbeitungsstörung mitspiele, bleibe schwierig abzuschätzen. Diese stehe jedoch zweifelsohne ganz im Hintergrund und sei für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit als belanglos einzustufen, da eine solche schon auf Grund der körperlichen Erkrankung ausgeschlossen werden könne. 3.1.11 Der Psychiater med. pract. R.________, welcher den Beschwerdeführer seit 14. Februar 2005 behandelt, führte in seinem Bericht vom 21. November 2005 aus, psychisch liege nebst der vorbeschriebenen Somatisierungsstörung weiterhin auch eine depressive Störung vor. Diese schränkten den Patienten in seinem Alltag neben den deutlich behindernden Polyarthritisschmerzen zusätzlich ein. Die Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit bedingt durch die psychischen Symptome, nicht überlappend mit dem rheumatologisch begründeten Leistungsunvermögen, betrage bezogen auf die Tätigkeit als Bauarbeiter zwischen 25 bis 50 %. Vom beim Beschwerdeführer insgesamt vorliegenden Krankheitsbild ausgehend scheine offensichtlich, dass dieser bis auf weiteres nicht mehr in der Lage sei, seiner angestammten Baubeschäftigung nachzugehen. Eine berufliche Umschulung erscheine bei den vorhandenen körperlichen und psychischen Einschränkungen zur Zeit ebenfalls wenig realistisch.