Citation: I 2/04 06.07.2004 E. 4

4.1 Nach dem Gutachten des Dr. med. H.________ vom 11. Februar 2002 ist die psychische Störung aufgrund der Testergebnisse nicht sehr ausgeprägt. Nach Ansicht des Psychiaters könnte es mit Hilfe einer stabilen Arzt/Patientenbeziehung gelingen, die chaotische Lebensführung zu ordnen und zu vermeiden, dass der Beschwerdeführer in Richtung Verwahrlosung abgleitet. Aus psychiatrischer Sicht seien Umschulungsmassnahmen zu unterstützen, doch könne damit erst begonnen werden, wenn sich der Zustand soweit stabilisiert habe, dass der Versicherte diese auch durchstehen könne. Der behandelnde Psychiater med. pract. N.________ stellte gemäss Bericht vom 13. August 2002 eine gute Prognose. Zur Leistungsfähigkeit in einem Sozialberuf führte er aus, bezüglich der Fähigkeit im praktischen Umgang mit zu Betreuenden bestehe keine Einschränkung. Indessen schätzte er die Fähigkeit, sich auf deren psychische Problematik einzulassen und diese im Team zu erörtern als zu rund 50% eingeschränkt ein. Diese Schwierigkeiten liessen sich indessen durch die ambulante Psychotherapie verbessern. 4.2 Ob die Umschulung auf den Beruf eines Sozialarbeiters wegen der damit verbundenen psychischen Belastungen eine geeignete Massnahme darstellt, lässt sich aufgrund der medizinischen Unterlagen nicht schlüssig beantworten. Unklar ist insbesondere, ob sich die Persönlichkeitsstruktur mittels der begonnenen Psychotherapie soweit stabilisieren lässt, dass der Beschwerdeführer den anspruchsvollen Anforderungen genügen kann. Sollte dies nicht der Fall sein, müsste die Geeignetheit und damit die Eingliederungswirksamkeit der angestrebten Umschulung verneint werden. Verwaltung und Vorinstanz haben zu dieser Frage, welche praxisgemäss anhand einer prognostischen Betrachtungsweise zu beantworten ist (BGE 110 V 102 mit Hinweis), nicht abschliessend Stellung genommen. Wie es sich diesbezüglich verhält, bedarf der näheren Abklärung. Die Sache ist daher an die Verwaltung zurückzuweisen, damit diese dazu ergänzende medizinische Abklärungen vornehme und über den Anspruch des Beschwerdeführers auf Umschulung zum Sozialarbeiter erneut befinde. Sollten weitere Abklärungen die derzeit bestehenden Zweifel nicht beseitigen können, hätte die IV-Stelle zu prüfen, ob allenfalls andere Umschulungsmassnahmen ins Auge zu fassen sind. 4.3 Das Eventualbegehren um Zusprechung einer Invalidenrente ist mit Blick auf den Grundsatz "Eingliederung vor Rente" (vgl. Art. 17 und Art. 28 Abs. 2 IVG sowie Art. 16 ATSG; BGE 126 V 243 Erw. 5; AHI 2001 S. 284 Erw. 5a/bb; Ulrich Meyer-Blaser, Die Tragweite des Grundsatzes "Eingliederung vor Rente", in: Rechtsfragen der Eingliederung Behinderter, St. Gallen 2000, S. 9 ff.) insoweit verfrüht. Die Frage, ob allenfalls ein rentenbegründender Invaliditätsgrad gegeben ist, wird erst rechtserheblich, wenn feststeht, dass ein Anspruch auf berufliche Massnahmen nicht gegeben ist oder nachdem solche abgeschlossen oder gescheitert sind. Je nachdem wird die Verwaltung auch die Ansprüche auf Warte- und Eingliederungstaggeld (Art. 22 IVG; Art. 18 IVV) sowie einen allenfalls vorgängig nach Ablauf der Wartezeit (Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG), entstandenen Rentenanspruch (BGE 122 V 77 Erw. 2, 121 V 190 Erw. 4, 116 V 86 Erw. 4) prüfen.