Citation: 5A_60/2023 E. 3.2.2

3.2.2. Der Beschwerdeführer vertritt die Ansicht, die Vorinstanz habe die Verteilungsgrundsätze der Prozesskosten bundesrechtswidrig angewandt, was zu einem höchst stossenden Ergebnis führe. Zusammengefasst bringt er vor, es liege, entgegen der vorinstanzlichen Auffassung, vorliegend eine Justizpanne vor. Es sei das erstinstanzliche Gericht gewesen, welches die in Schweden zuständige Behörde um rechtshilfeweise Zustellung ersucht habe. Die Pflicht zur Sicherstellung der ordnungsgemässen rechtshilfeweisen Zustellung gehöre zum Kern der gerichtlichen Aufgaben. Die nicht rechtsgenügliche Zustellung könne nicht dem Beschwerdeführer (und auch nicht dem Beschwerdegegner) angerechnet werden. Sein Antrag auf Abweisung der Berufung sei gerechtfertigt gewesen, da aus Sicht des Beschwerdeführers keine Gehörsverletzung habe vorliegen können. Überhaupt habe die bundesgerichtliche Rechtsprechung, wonach man sich dem Rechtsmittel der Gegenseite hätte unterziehen oder auf eine Stellungnahme verzichten müssen, zur Konsequenz, dass man gemäss Art. 106 Abs. 1 ZPO als unterliegend gelte und somit in jedem Fall kostenpflichtig werde. Die Argumentation des Bundesgerichts führe also dazu, dass es nie möglich sein werde, bei einer eigentlichen Justizpanne die Kosten dem Kanton aufzuerlegen, weil man immer kostenpflichtig werde. Es sei überdies nicht ersichtlich, worin der Zusammenhang zwischen einer Justizpanne und der Haltung der Gegenpartei sein solle, die Fehlleistung der Justiz werde dadurch nicht besser oder schlechter, wenn sich die Gegenpartei dem Rechtsmittel unterziehen würde. Letztlich könne es nur darum gehen, ob eine Partei an eine obere Instanz gelange, weil die untere Gerichtsbehörde einen Fehler, der einzig in ihrem Einflussbereich liegt, begangen habe. Den Grund für die Gutheissung setze somit einzig die untere Instanz und nur ihretwegen müsse das Verfahren wiederholt werden - darauf habe das Verhalten der Gegenpartei im Rechtsmittelverfahren keinerlei Einfluss. Die Auferlegung der Gerichtskosten widerspreche dem Grundsatz von Treu und Glauben gemäss Art. 52 ZPO sowie Art. 9 BV. Es sei unhaltbar, dass gerade der Beschwerdeführer für die nicht rechtsgenügliche Zustellung durch das Auferlegen von Gerichtskosten bestraft werde. Dies widerspreche jeglichem Empfinden von Recht und Gerechtigkeit.