Citation: 6B_51/2009 28.05.2009 E. 4

4.1 Nach der Überzeugung des Kantonsgerichts waren die Beschwerdeführer Mitglieder einer international tätigen und arbeitsteilig organisierten Drogenhändlerbande, die Heroin aus dem Ausland in die Schweiz einführte, es hier lagerte und an kleine und grössere Abnehmer verkaufte. Die Beschwerführer und der in Albanien wohnhafte, gesondert verfolgte A.________ sollen in einer Vielzahl von Drogengeschäften eng zusammengearbeitet haben. A.________ habe mehrfach Kontakte zu Drogenabnehmern organisiert, welchen die Beschwerdeführer in der Folge Heroingemisch liefern konnten, und habe zum Teil mit diesen Drogenabnehmern Art und Menge des zu liefernden Heroingemisches vereinbart. Der Beschwerdeführer 2 sei für die Verteilung des Heroingemisches an Zwischenhändler zuständig gewesen. Der Beschwerdeführer 1 habe einen Grossteil der Rückführungen des Drogengeldes nach Albanien organisiert und zum Teil auch Drogentransporte durchgeführt. Der Beschwerdeführer 2 soll im Zeitraum von Winter 2003/2004 bis Februar 2006 mit 3468 g Heroingemisch von unterschiedlicher, meist eher schlechter Qualität und einer weiteren, unbekannten Menge Heroingemisch sowie mit 10 g Kokaingemisch gehandelt bzw. Anstalten dazu getroffen haben. Der Beschwerdeführer 1 habe in der Zeit von Mai 2005 bis Februar 2006 mit dem Beschwerdeführer 2 bandenmässig zusammengewirkt. Die Beschwerdeführer sollen Geld aus Drogengeschäften im Wert von insgesamt Fr. 341'000.- nach Albanien überbracht haben. 4.2 Das Kantonsgericht stützt seinen Schuldspruch massgeblich auf die Protokolle der Telefonüberwachungen. Dabei ging es davon aus, dass die Beschwerdeführer, A.________ und die weiteren Beteiligten im Zusammenhang mit dem praktizierten Drogenhandel offensichtlich nicht im Klartext kommunizierten und sich einer Geheimsprache bedienten. 4.2.1 Der Beschwerdeführer 2 wendet ein, die Protokolle der Telefonüberwachungen seien zum Teil unverständlich. Die Vorinstanz habe zu Unrecht angenommen, dass er und die weiteren Beteiligten mittels einer Geheimsprache verdeckt miteinander kommuniziert hätten, und habe sich in unzulässiger Weise auf eine angeblich gerichtsnotorische Verwendung von alltäglichen Begriffen wie "Kaffee trinken", "Parkett", "Autowaschen", "Arbeiten" etc. durch die Beschuldigten im Zusammenhang mit Drogengeschäften berufen. Die objektive und neutrale Auswertung der grossen Mehrheit der Telefonüberwachungsprotokolle ergäbe keinen rechtsgenüglichen Beweis, dass im Rahmen der Telefonkontakte Betäubungsmitteldelikte oder Geldwäschereihandlungen verübt oder vorbereitet worden seien. Der Beschwerdeführer 1 argumentiert, er sei im Transport mit Baumaschinen tätig und bestreitet, an irgendwelchen Drogengeschäften mitgewirkt zu haben. Die vorgenommene Entschlüsselung der bestrittenen Geheimsprache stelle eine willkürliche Interpretation dar, da sich die Vorinstanz dabei nicht auf Fakten, sondern auf unbelegte Vermutungen stütze. Sie behaupte etwa, dass gerichtsnotorisch "Kaffee trinken" Heroingeschäfte tätigen und "Lieferung von Parkett" Heroingemisch bedeute, konstruiere aus einem spärlichen SMS-Kontakt eine ganze Geschichte mit Heroinmengen in Kilogramm und gehe zu Unrecht davon aus, dass mit zweistelligen Zahlen Frankenbeträge in Tausendern gemeint seien. Die Vorinstanz habe in verschiedenen Anklagepunkten Vermutungen getroffenen, welche sie für die Beweisführung in anderen Anklagepunkten unzulässigerweise als bewiesene Tatsachen herangezogen habe. Richtigerweise komme er in den angeblich belastenden Kurznachrichten jeweils nicht vor. 4.2.2 Der Beschwerdeführer 2 war erwiesenermassen im Drogenhandel tätig. Dies konnte die Vorinstanz, ohne in Willkür zu verfallen, bereits aufgrund der Aussagen verschiedener (ehemaliger) Drogenkonsumenten bejahen, welche den Beschwerdeführer 2 als Drogenlieferanten identifiziert haben. Dass "Kaffee trinken" als Deckwort für Drogenlieferung verwendet wurde, ist im Rahmen der polizeilichen Einvernahmen von verschiedenen Drogenkonsumenten, sowohl mit Bezug auf den Beschwerdeführer 2 als auch weitere Drogenlieferanten im Zusammenhang mit dem vorliegenden Verfahren MEILE bestätigt worden. B.________, welcher den Beschwerdeführer 2 anlässlich einer polizeilichen Einvernahme als einen seiner Lieferanten erkannte, hat etwa angegeben, von diesem die Anweisung erhalten zu haben, nichts am Telefon zu reden und ihm eine Nachricht mit dem Text "Treffen wir uns zum Kaffee" zu schreiben. C.________ hat auf Frage, wie er mit seinem albanischen Heroinverkäufer in Kontakt getreten sei, zu Protokoll gegeben, er habe diesem eine SMS geschickt mit dem Text "Trinken wir einen Kaffee" und so viele Punkte angefügt, wie er Minigrips mit Heroin benötigt habe. Auch D.________ und E.________ haben ausgesagt, ihr Heroinlieferant habe ihnen jeweils geschrieben "er möchte einen Kaffee trinken", womit gemeint gewesen sei, er wolle ihnen Heroin verkaufen. Nicht willkürlich ist zudem die Annahme, dass auch andere Begriffe wie "Parkett", "Brett", "Parkett plus Leim", "schräges Parkett" sowie "2 Autos", "3 Räder", "3 Pneus" oder "alte Franken" und "ganze f" im Zusammenhang mit Drogengeschäften verwendet wurden. Wie die Vorinstanz zutreffend argumentiert, ergibt die Verwendung dieser Begriffe im jeweiligen Kontext keinen Sinne. Annähernd plausible Erklärungen für die verworrenen Gespräche lieferten die Beschwerdeführer nicht. Anhaltspunkte, dass die Betroffenen einem legalen Parkett- oder Autohandel nachgingen, liegen mangels entsprechender Belege ebenfalls nicht vor. Dass für Frankenbeträge in Tausendern teilweise zweistellige Ziffern verwendet wurden, ergibt sich nicht nur aus dem Kontext verschiedener Telefonaufzeichnungen, sondern wurde auch von F.________ bestätigt, welcher ausgesagt hat, Fr. 83'000.- für X.________ von der Schweiz nach Albanien transportiert zu haben, und nicht, wie in der Kurzmitteilung von X.________ an A.________ vom 10. Juli 2005 erwähnt, Fr. 83.-. Der Auffassung der Beschwerdeführer, es ergäben sich aus den Protokollen der Telefonüberwachungen keine Hinweise auf Drogengeschäfte und Geldwäschereihandlungen, kann nicht gefolgt werden. 4.2.3 Dem Kantonsgericht sind einige der von den Beschwerdeführern verwendeten, verschlüsselten Ausdrücke aus anderen Drogenprozessen geläufig. Da solche Codes häufig gewechselt und auch unterschiedlich gebraucht werden, erscheint fraglich, ob deren Bedeutung als gerichtsnotorisch von der Beweiswürdigung ausgenommen werden kann. Die Frage kann vorliegend offen gelassen werden, da sich das Kantonsgericht mit der Bedeutung der verwendeten Ausdrücke auseinandergesetzt und diese, insbesondere auch gestützt auf die Aussagen von Drogenabnehmern, auf haltbare Weise entschlüsselt hat.