Citation: 1C_317/2022 E. 3.1

3.1. Nach der Rechtsprechung ist eine Änderung im Sinne von Art. 2 Abs. 1 UVP wesentlich, wenn die der Anlage zuzurechnenden Umweltbelastungen eine ins Gewicht fallende Änderung erfahren können. Diese Voraussetzung ist erfüllt, wenn die Änderung dazu führt, dass entweder bestehende Umweltbelastungen verstärkt werden oder gewichtige Umweltbelastungen neu oder an neuer Stelle auftreten können. Unter diesen Voraussetzungen können auch Sanierungen UVP-pflichtig sein (BGE 135 II 238 E. 2.2; 133 II 181 E. 6.2 S. 198 f.; vgl. auch PETER M. KELLER, UVP-Pflicht bei Änderung bestehender UVP-pflichtiger Anlagen, Rechtsgutachten zu Handen des BUWAL, Bern 2007 S. 21). In BGE 135 II 238 (Kriens) wurde zusätzlich berücksichtigt, ob für die Einhaltung der Vorschriften über den Schutz der Umwelt voraussichtlich gängige Standardmassnahmen gemäss technischen Normen genügten oder ob projekt- oder standortspezifische Massnahmen erforderlich seien. Beschränke sich das Lärmsanierungsprojekt auf die Errichtung oder Erhöhung von Lärmschutzwänden an einem Abschnitt der Nationalstrasse, so sei im Regelfall keine UVP nötig (E. 3.1). Anders zu beurteilen seien Überdeckungen oder Einhausungen von Autobahnabschnitten in Abweichung von der einschlägigen Richtlinie zur Lüftung von Strassentunneln, vor allem mit Blick auf den Katastrophenschutz (E. 3.5).