Citation: 6B_645/2022 E. 1.1

1.1. Gemäss Art. 3 Abs. 1 StGB ist dem schweizerischen Strafgesetzbuch unterworfen, wer in der Schweiz ein Verbrechen oder ein Vergehen verübt. Nach Art. 8 Abs. 1 StGB gilt ein Verbrechen oder ein Vergehen als da begangen, wo der Täter es ausführt oder pflichtwidrig untätig bleibt, und da, wo der Erfolg eingetreten ist. Als Ausführung der Tat gilt jedes einzelne tatbestandsmässige Verhalten. Dabei genügt bereits eine teilweise Erfüllung des Tatbestands auf schweizerischem Gebiet, nicht aber der blosse Entschluss zur Tat oder eine Vorbereitungshandlung (BGE 141 IV 336 E. 1.1; 205 E. 5.2; 119 IV 250 E. 3c; Urteile 6B_1029/2021 vom 24. August 2022 E. 1.2.1, zur Publ. bestimmt; 6B_532/2018 vom 19. Juli 2019 E. 1.3; 6B_123/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 2.3, nicht publ. in: BGE 141 IV 10). Nach der Rechtsprechung erscheint es im internationalen Verhältnis zur Vermeidung negativer Kompetenzkonflikte grundsätzlich als geboten, auch in Fällen ohne engen Bezug zur Schweiz die schweizerische Zuständigkeit zu bejahen (BGE 141 IV 336 E. 1.1). Zum Tatbestand der ungetreuen Geschäftsführung gehört ein Vermögensschaden. Dieser ist gegeben bei tatsächlicher Schädigung durch Verminderung der Aktiven, Vermehrung der Passiven, Nicht-Verminderung der Passiven oder Nicht-Vermehrung der Aktiven sowie dann, wenn das Vermögen in einem Masse gefährdet wird, dass es in seinem wirtschaftlichen Wert vermindert ist; eine vorübergehende Schädigung genügt (BGE 121 IV 104 E. 2c; Urteil 6B_140/2020 vom 3. Juni 2021 E. 3.3.2 mit Hinweisen). Als Erfolgsort der ungetreuen Geschäftsbesorgung gilt der Ort, wo der Schaden eingetreten ist. Das Bundesstrafgericht anerkennt mit Blick auf den Tatbestand der qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesorgung zudem eine selbständige Zuständigkeit schweizerischer Behörden am Ort des Eintritts der ungerechtfertigten Bereicherung (SCHEIDEGGER/VON WURSTEMBERGER, Commentaire Romand, Code pénal II, 2017, N. 5 und N. 128 ff. zu Art. 158).