Citation: 1P.503/2001 03.12.2001 E. 3

3.1 Der Beschwerdeführer macht geltend, er werde in den ihm in den Ziffern 1.5., 1.7. und 1.8. der Anklageschrift vorgeworfenen Anklagepunkten gar nicht genannt. Die Anklageschrift spreche unter Ziff. 1.5. bloss davon, dass S.D. am 10. Juli 1998 500 Gramm Heroin an R.D. übergeben habe. In den Ziffern 1.7. und 1.8. sei lediglich die Rede davon, dass S.D. im einen Fall an einen Unbekannten und im anderen Fall an R.D. je 500 Gramm Heroin übergeben habe. Auch in den Ziffern 2.5. bzw. 2.8. der Anklageschrift stehe lediglich, dass S.D. 200 Gramm Heroin an R.D. bzw. 500 Gramm Heroin an Z.I. geliefert haben soll. Das Obergericht habe das Akkusationsprinzip (Art. 30 Abs. 2 BV; Art. 6 Ziff. 3 lit. a EMRK) verletzt, indem es ihn, den Beschwer-deführer, für Sachverhalte verurteilt habe, in denen er nicht einmal erwähnt sei. Da auch sein angeblicher Tatbeitrag nicht genannt werde, habe er nicht gewusst, wie er sich verteidigen solle. 3.2 Zwar trifft es zu, dass der Beschwerdeführer in den zitierten Ziffern der Anklageschrift nicht unmittelbar genannt wird. Der Beschwerdeführer reisst die beanstandeten Anklagepunkte indessen unzulässig aus dem Zusammenhang der Anklageschrift heraus, indem er seine Betrachtung auf die Liste der vorgeworfenen "Tathandlungen im Einzelnen" beschränkt. In der Anklageschrift wird jedoch unmittelbar davor unter dem Titel "Sachverhalt" mit Verweis auf die "Tathandlungen im Einzelnen, Ziff. 1.1. und 1.2." ausgeführt, dass der Beschwerdeführer in der Zeitspanne vom 26. Juni 1998 bis 3. August 1998 mindestens 6,8 Kilogramm Heroin an S.D. und A.H. sowie in der Zeitspanne vom 11. Juni 1998 bis 6. August 1998 weitere 2,3 Kilogramm Heroin an S.D. und Z.I. gegeben habe. Dies wird unter dem Titel "Tathandlungen im Einzelnen" in zwei Einleitungssätzen zu Ziff. 1.1. sowie zu Ziff. 2.2. wiederholt. Zudem geht aus der "Einleitung" der Anklageschrift klar hervor, dass der Beschwerdeführer als der einzige Lieferant von S.D. identifiziert worden war. Die Anklageschrift lässt damit keinen Zweifel daran offen, dass dem Beschwerdeführer vorgeworfen wird, der Lieferant der unter den Ziffern 1.5., 1.7. 1.8., 2.5. und 2.8. der Tathandlungen erwähnten Weiterverkaufsmengen zu sein. Das Akkusationsprinzip (vgl. BGE 126 I 19 E. 2a; 120 IV 348 E. 2b S. 353 f.) wurde offensichtlich nicht verletzt, weil dies nicht unter jeder Ziffer der einzelnen Tathandlungen nochmals wiederholt wurde. Die Rüge erweist sich als unbegründet.