Citation: 6B_659/2018 E. 3.1

3.1. Der Beschwerdeführer trägt vor, er sei im Alter von 15 Jahren in die Schweiz gekommen und heute 32 Jahre alt. Die prägenden Jahre seiner Jugend habe er in der Schweiz verbracht. Er sei wirtschaftlich stets unabhängig gewesen und bestens integriert. Er habe mit drei in der Schweiz lebenden Frauen je ein gemeinsames Kind. Das Verhältnis zu den Müttern sei mit Ausnahme desjenigen zu seiner Noch-Ehefrau sehr eng und konfliktfrei. Der seiner ersten Ehe mit einer Schweizer Bürgerin entstammende älteste Sohn mit Schweizer Bürgerrecht sei 9 Jahre alt und lebe bei seiner Mutter und deren Lebenspartner. Seit seiner Trennung von seiner Noch-Ehefrau lebe er zusammen mit seiner Ex-Partnerin mit Schweizer Bürgerrecht und Mutter der gemeinsamen 7 Jahre alten Tochter mit Schweizer Bürgerrecht. Zusammen mit seiner Noch-Ehefrau mit tunesischem Bürgerrecht habe er den gemeinsamen, ein Jahr und 4 Monate alten Sohn mit tunesischem Bürgerrecht, für den die IV die Kosten für medizinische Massnahmen wegen Geburtsgebrechen übernehme. Aufgrund des laufenden Scheidungsverfahrens sei anzunehmen, dass die Noch-Ehefrau unabhängig von seiner Landesverweisung nach Tunesien zurückkehren werde. Diese Ehe habe weniger als drei Jahre gedauert (Art. 50 Abs. 1 lit. a AuG). Eine Landesverweisung würde nicht nur die Vater-Kind-Beziehung, sondern auch die enge Beziehung zwischen den Halbgeschwistern beeinträchtigen, wenn nicht sogar beenden. Dieser zentrale Umstand im Zusammenhang mit dem Kindeswohl der beiden schulpflichtigen Kinder habe die Vorinstanz gänzlich ausser Acht gelassen. Er verfüge in Tunesien über keine Familienangehörigen mehr. Die Landesverweisung hätte den Verlust des Kontakts zu seinen beiden erstgeborenen Kindern und "zu seiner weiteren Kernfamilie - dem Vater, den beiden Schwestern und deren Partnern sowie der Nichte und dem Neffen - zur Folge" (Beschwerde S. 14). Indem die Vorinstanz ausführe, das Aufenthaltsrecht seiner Ehefrau und des gemeinsamen Sohnes in der Schweiz sei an das seinige bzw. an den Bestand der Ehe geknüpft, und es liege auf der Hand, dass die Ehefrau ein Interesse an seiner Wiedereingliederung als Vater ihres Kindes in Tunesien habe, offenbare sie ein eklatant fehlendes Wissen über die Verhältnisse in einem muslimischen Land wie Tunesien. Die tunesische Familie werde den Kontakt abbrechen. Er spreche kein tunesisches Arabisch. Da er vor der aktuellen Ehe mit einer Tunesierin mit zwei Schweizer Frauen längere Beziehungen geführt und je ein Kind gezeugt habe, sei seine soziale Integration verglichen mit Ausländern mit ausländischen Partnerinnen "insoweit äusserst intensiv und erfolgreich" (Beschwerde S. 15). Es sei ihm nach dem Strafvollzug sofort wieder gelungen, wirtschaftlich und finanziell Fuss zu fassen.