Citation: 6P.171/2001 11.01.2002 E. 9

9.- a) Im Fall Cosco steht fest, dass die Beteiligten zu keinem Zeitpunkt Kontakte zu finanziell potenten und geschäftswilligen Kreditgebern hatten, den Kunden jedoch das Gegenteil vorspiegelten (angefochtener Entscheid S. 147). Der Bescherdeführer macht geltend, das Tatbestandsmerkmal der Arglist sei nicht erfüllt, weil für die Geschädigten in objektiver Hinsicht die Möglichkeit bestanden hätte, die Geschäftskontakte, die A.________ unterhielt, zu überprüfen (Beschwerde S. 10/11). Die Vorinstanz hat sich ausführlich zur Frage der Arglist geäussert, worauf hier verwiesen werden kann (vgl. angefochtener Entscheid S. 157 - 160). In Bezug auf die Frage der Überprüfbarkeit der von den Beteiligten in Aussicht gestellten Kredite stellt die Vorinstanz fest, zum einen seien die angeblichen Kreditgeber meist geheim gehalten und die Geschädigten durch Drohungen oder den Hinweis auf die vereinbarte Konventionalstrafe davon abgehalten worden, mit den angeblichen Kreditgebern direkt in Kontakt zu treten; zum zweiten seien den Geschädigten, die fast alle aus dem Ausland stammten, die Verhältnisse in der Schweiz nicht gut bekannt gewesen, weshalb für sie eine Überprüfung der Geschäftstätigkeit der Beteiligten nicht sehr einfach gewesen wäre (angefochtener Entscheid S. 159). Dazu kommt, dass viele der Geschädigten sich in einer persönlichen und existenziellen Krisensituation befanden und deshalb keine andere Wahl hatten, als "auf die Cosco zu setzen" (angefochtener Entscheid S. 160). Aus diesen Gründen kann der Beschwerdeführer aus dem Argument, dass sich die Geschädigten jedenfalls theoretisch besser hätten informieren können, nichts für sich herleiten. Auch aus den übrigen von der Vorinstanz genannten Gründen ist das Tatbestandsmerkmal der Arglist erfüllt. b) Der Beschwerdeführer macht geltend, nicht gewerbsmässig gehandelt zu haben (Beschwerde S. 11). Nach den Feststellungen der Vorinstanz beläuft sich im Fall Cosco der für den Beschwerdeführer relevante Deliktsbetrag bei den vollendeten Betrügereien auf 3,346 Millionen Franken (angefochtener Entscheid S. 196). Er hat erheblich daran partizipiert (angefochtener Entscheid S. 197) und von seiner "in der Art eines Berufes ausgeführten" betrügerischen Tätigkeit gelebt (angefochtener Entscheid S. 166). Folglich hat er gewerbsmässig gehandelt. c) Der Beschwerdeführer macht wie im Fall Jasmil (s. oben E. 8a) geltend, die Vorinstanz habe ihn zu Unrecht auf der Grundlage verallgemeinernder Tatsachenfeststellungen als Mittäter qualifiziert (Beschwerde S. 10 und 11 - 15). Was die Begründungsanforderungen für die einzelnen Fälle betrifft, kann auch hier auf BGE 119 IV 284 hingewiesen werden. Die Vorinstanz hat sich ausführlich zur Beteiligung des Beschwerdeführers geäussert. Danach war er Mitbegründer der Cosco und wurde als deren Verwaltungsrat eingesetzt; zusammen mit A.________ war er kollektiv zeichnungsberechtigt; er hatte eine verantwortliche Position inne und war über alle Abläufe orientiert; während der Abwesenheit von A.________ fungierte er als dessen Stellvertreter; er kümmerte sich um die Abrechnungen, führte darüber Buch und wickelte den betrügerischen Zahlungsverkehr ab; insbesondere war es seine Aufgabe, die Partizipation der Beteiligten an den Vorkosten buchhalterisch zu verschleiern (angefochtener Entscheid S. 174/ 175). Gestützt auf diese Feststellungen ist er als Hauptbeteiligter an den betrügerischen Machenschaften der Cosco und damit als Mittäter einzustufen.