Citation: 1B_212/2020 E. 2.1

2.1. Nach Art. 68 Abs. 2 StPO wird dem Beschuldigten, auch wenn er verteidigt wird, in einer ihm verständlichen Sprache mindestens der wesentliche Inhalt der wichtigsten Verfahrenshandlungen mündlich oder schriftlich zur Kenntnis gebracht. Ein Anspruch auf vollständige Übersetzung aller Verfahrenshandlungen sowie der Akten besteht nicht. Das Obergericht hat dazu unter Verweis auf die Praxis des Bundesgerichts und die Botschaft erwogen (angefochtener Entscheid E. 1.2 S. 5 ff.), der (die Verfahrenssprache nicht beherrschende) Beschuldigte habe Anspruch darauf, das ihm die Deliktsvorwürfe in einer ihm verständlichen Sprache vorgehalten werden und die Verfahrensvorgänge, die er kennen muss, um sich angemessen verteidigen zu können, übersetzt werden. Die Übersetzung erfolge indessen nur auf Antrag des Beschuldigten; dieser habe sich nach dem Inhalt von Aktenstücken zu erkundigen und gegebenenfalls einen Übersetzungsbedarf anzumelden. Zusammenfassend sei mithin auf Antrag des Beschuldigten im Einzelfall zu entscheiden, ob anhand der konkreten Umständen im Hinblick auf die Gewährleistung eines fairen Verfahrens eine Übersetzung notwendig erscheine. Gestützt auf diese Rechtslage kommt das Obergericht zum Schluss (angefochtener Entscheid E. 3.2.2 S. 11 f.), dem Beschwerdeführer seien zahlreiche Dokumente schriftlich oder mündlich übersetzt worden. Die Strafuntersuchung umfasse mehrere Teilsachverhalte, die den Beschwerdeführer nicht beträfen, und es gebe zahlreiche Dokumente, in die er aufgrund von Geheimhaltungsinteressen anderer Parteien zurzeit kein umfassendes Einsichtsrecht habe. Wenn der Beschwerdeführer die Übersetzung "sämtlicher Einvernahmeprotokolle", "sämtlicher Einvernahmeprotokolle aus internen Ermittlungen", "sämtlicher Strafanzeigen" etc. verlange, so befänden sich darunter zahlreiche Dokumente, die ihm bereits übersetzt worden seien, sich auf Teilsachverhalte bezögen, die ihn gar nicht beträfen oder für die er kein Einsichtsrecht besitze. Er habe kein Rechtsschutzinteresse an der Übersetzung derartiger Dokumente. Es sei nicht Aufgabe des Obergerichts, die Akten nach Dokumenten zu durchsuchen, auf deren Übersetzung er allenfalls Anspruch haben könnte. Es obliege vielmehr ihm, ausreichend zu substantiieren, welche Dokumente für seine Verteidigung wesentlich seien und deshalb übersetzt werden müssten. Er werde durch zwei deutschsprachige Verteidiger vertreten und verfüge selber jedenfalls über Grundkenntnisse der deutschen Sprache. Es sei ihm daher zuzumuten, im Einzelnen anzugeben, welche Dokumente aus welchen Gründen zu übersetzen seien; mit dem pauschalen Hinweis, dass sich darin entlastende Anhaltspunkte befinden könnten, komme er seiner Substantiierungspflicht nicht nach. Soweit sich seine Beschwerde auf die Übersetzung künftiger Dokumente beziehe, fehle es an einem aktuellen Rechtsschutzinteresse. Auf die Beschwerde sei nicht einzutreten.