Citation: 9C_116/2024 E. 3.1

3.1. Die Vorinstanz hatte zu prüfen, ob die Unterinstanz rechtsfehlerfrei auf die Aufsichtsbeschwerde nicht eingetreten sei. Auszulegen und anzuwenden war mithin das rein kantonale, nicht harmonisierte (Verfahrens-) Recht des Kantons Luzern. Bei der Aufsichtsbeschwerde im Sinne von § 180 ff. des Gesetzes [des Kantons Luzern] vom 3. Juli 1972 über die Verwaltungsrechtspflege (VRG/LU; SRL 40) handelt es sich um einen Rechtsbehelf, der allerdings - anders als die aufsichtsrechtliche Anzeige gemäss § 187a VRG/LU - in § 180 ff. VRG/LU eine umfassende Regelung erfahren hat. Wie aus § 181 Abs. 1 VRG/LU hervorgeht, ist die Aufsichtsbeschwerde insoweit subsidiärer Natur, als sie ausgeschlossen ist, wenn die entsprechenden aufsichtsrechtlichen Rügen in einem ordentlichen Rechtsmittelverfahren vorgebracht werden können. Mit anderen Worten entfällt die Aufsichtsbeschwerde nach § 181 Abs. 1 VRG/LU, falls die aufsichtsrechtlichen Rügen zusammen mit der Hauptsache in einem Rechtsmittelverfahren vorgebracht werden können (Urteil 1D_4/2020 vom 29. April 2021 E. 2.1 mit Hinweisen auf Praxis und Doktrin). Der Gesetzgeber priorisiert hier das Rechtsmittel gegenüber dem Rechtsbehelf. Aufgrund der Priorität des Rechtsmittels entfällt die Möglichkeit, den Rechtsbehelf zu ergreifen.