Citation: 5A_182/2024 E. 4.2

4.2. Der Beschwerdeführer tadelt die Anrechnung von Wohnkosten in dieser Höhe als willkürlich. Die Vorinstanz gehe nicht darauf ein, wie in Italien Wohneigentum finanziert wird. Sie habe den Sachverhalt ungenügend abgeklärt und seine Wohnkosten in nicht nachvollziehbarer Weise festgesetzt. Die monatlichen Zahlungen für die Hypothek 2 in der Höhe von EUR 900.-- bezeichne die Vorinstanz als Amortisationszahlungen und weise sie damit aus dem Recht. Woher die Vorinstanz den Betrag von EUR 310.-- für den Halbjahreszins auf der Hypothek 2 habe, sei unbekannt; gemäss Vorakten betrage der Zins für die Hypothek 1 für sechs Monate EUR 350.--. Zudem würden Ausführungen dazu fehlen, dass die Zinsen für die Hypothek 2 monatlich geschuldet sind. Aus dem Bankauszug der Bank E.________ für die Hypothek 2 ergebe sich überdies, dass die Zahlungen bis ins Jahr 2044 geschuldet seien. Der Beschwerdeführer insistiert, dass die Hypotheken in Italien in der Regel bis zum Erreichen des Pensionsalters vollständig abbezahlt werden müssen, weshalb neben den Zinsen noch "weitere Kosten verpflichtend zu bezahlen" seien. Dieses System gelte in ganz Italien, könne nicht abgeändert werden und sei auch bei der Unterhaltsberechnung zu berücksichtigen, weshalb für die Hypothek 2 die monatlichen Raten von EUR 900.-- bzw. ca. Fr. 860.-- zu berücksichtigen seien. Eventualiter seien für diese Hypothek (ausgehend von Zinszahlungen von total EUR 3'661.53 im Jahr 2022) mindestens EUR 305.15 bzw. ca. Fr. 300.-- einzusetzen. Weiter beanstandet der Beschwerdeführer die vorinstanzliche Würdigung von Art. 4 des Hypothekarvertrages betreffend die Hypothek 1. Das Wort "verpflichtet" bedeute, dass er die fraglichen Zahlungen leisten müsse, andernfalls ihm die Bank das Darlehen und damit die Eigentumswohnung entziehe. Die mit "eventuell" eingeleitete Passage besage, dass die Bank die Zusatzvorsorgeversicherung in Anspruch nehme, wenn die vertraglich vereinbarten Zahlungen nicht eingehen. Die Formulierung beschreibe eine Sicherheit der Bank; die Behauptung der Vorinstanz, dass die Zahlungen nicht bindend seien, sei sachlich nicht haltbar und willkürlich. Der Beschwerdeführer erinnert daran, dass Italienisch eine Landessprache der Schweiz ist. Die Vorinstanz hätte deshalb den gesamten aktenkundigen Hypothekarvertrag lesen müssen und erkennen können, dass die Bank eine Bescheinigung der Pensionskasse erhalten und die Kreditwürdigkeit positiv beurteilt hat. Was die monatlich geschuldeten Pensionskassenbeiträge im Betrag von Fr. 220.-- angeht, bestreitet der Beschwerdeführer, dass sich aus dem Darlehensvertrag keine entsprechende Zahlungspflicht ergibt. Es handele sich um Einzahlungen in seine Altersvorsorge, die in der Schweiz nicht zum anrechenbaren Einkommen gehören. Es befremde sehr, dass die Vorinstanz zwar den Unterhalt des Beschwerdegegners nach schweizerischem Recht bemesse, die italienischen Gepflogenheiten aber nicht genügend berücksichtige bzw. im Sinne des Untersuchungsgrundsatzes nicht genügend untersuche. Indem die Vorinstanz davon ausgehe, dass er trotz bestehender vertraglicher Verpflichtung die Pensionskassenbeiträge nicht bezahlen müsse, verfalle sie in Willkür. Die Beiträge seien "via Wohnkosten" zu berücksichtigen oder es müsse hierfür eine neue Position in der Unterhaltsberechnung geschaffen werden. Als Nächstes kommt der Beschwerdeführer auf die Kondominiumspesen zu sprechen. Die Position "allgemeine Ausgaben" betreffe die gesamte Gemeinschaft der Eigentümer und beinhalte beispielsweise die Versicherungskosten des Gebäudes, das Honorar des Verwalters oder auch Schneeräumungskosten, Kosten für die TV-Antenne oder die Gemeinschaft betreffende Reparaturen. Nachdem diese "klassischen Nebenkosten" auch bei der Gegenseite berücksichtigt worden seien, verletze die Vorinstanz ohne sachlichen Grund die "Parteigleichheit". Dass die Vorinstanz trotz offener Fragen keine Unterlagen eingefordert und die Streitsache längere Zeit ohne nachvollziehbaren Grund nicht beurteilt habe, sei ebenso zu berücksichtigen wie die Tatsache, dass es um Kindesunterhalt gehe und somit die Untersuchungsmaxime gelte. Auch hinsichtlich der Garagenspesen, der Treppenspesen und der "Spesen zu gleichen Teilen" argumentiert der Beschwerdeführer, dass diese Kosten bei der Gegenseite berücksichtigt worden und daher aus Gründen der "Parteigleichheit" bei ihm ebenfalls in Rechnung zu stellen seien. Ihm im Nachhinein vorzuwerfen, dass er als beweisbelastete Partei die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen habe, verstosse gegen den Untersuchungsgrundsatz und führe zu einem willkürlichen Eingriff in sein betreibungsrechtliches Existenzminimum. Hinsichtlich der Position "Unterhaltskosten" hält der Beschwerdeführer dem angefochtenen Entscheid die vorinstanzliche Erkenntnis entgegen, wonach die durchschnittlichen Unterhaltskosten in der Regel nicht mehr als 20 % des für die Steuerveranlagung massgebenden Eigenmietwerts umfassen. Daher sei dieser Betrag zu berücksichtigen. Die Ausführungen des Kantonsgerichts zu den Unterhaltskosten würden jeglicher Grundlage entbehren und seien nicht zu hören. Weil es das "Konstrukt" des Eigenmietwerts in Italien nicht gebe, müsse dieser geschätzt werden. Ausgehend von einem monatlichen Mietzins von EUR 1'250.-- und einer Quote von 60 % belaufe sich der jährliche Eigenmietwert auf EUR 9'000.--; davon seien 20 % oder EUR 1'800.-- als Unterhaltskosten zu berücksichtigen. Insgesamt erscheine der in der Berufung geforderte Betrag von monatlich Fr. 100.-- angemessen. Schliesslich weist der Beschwerdeführer darauf hin, dass er seine Wohnung angesichts des berücksichtigten Betrages von Fr. 200.-- werde verkaufen und eine Mietwohnung werde beziehen müssen, deren Monatszins von ca. EUR 1'400.-- er in einem Abänderungsverfahren werde in Rechnung stellen können. Indem die Vorinstanz nicht abgeklärt habe, was für Mietkosten in U.________ (Italien) verhältnismässig sind, habe sie willkürlich gegen ihre Untersuchungspflicht verstossen. Falls die effektiven Wohnkosten im Umfang von ca. Fr. 1'300.-- nicht angerechnet werden, seien ihm im Sinne eines Eventualbegehrens unter Berücksichtigung einer angemessenen Übergangsfrist hypothetische Wohnkosten bzw. der Mietzins in der Höhe der örtlichen Marktpreise anzurechnen.