Citation: U 485/00 26.02.2003 E. 2

2.1 Das kantonale Gericht hat für den Zeitpunkt des allfälligen Rentenbeginns (1. Juni 1998) einen Einkommensvergleich nach Massgabe von Art. 18 Abs. 2 UVG durchgeführt. Das Valideneinkommen hat die Vorinstanz ausgehend vom 1994 erzielten Monatslohn von Fr. 2745.- unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung auf Fr. 2841.- festgesetzt. Beim Invalideneinkommen ist das kantonale Gericht im Wesentlichen gestützt auf das Gutachten des Dr. med. P.________ vom 26. Januar 1996 davon ausgegangen, auch ohne berufliche Eingliederung seien einfache und repetitive Aufgaben (Hilfsarbeitertätigkeiten) in überwiegend sitzender Position zu 100 % zumutbar. Aufgrund der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung 1996 des Bundesamtes für Statistik (LSE 96) könnte somit der Versicherte, so die Vorinstanz, bei einem monatlichen Bruttolohn von Fr. 4294.- (S. 17 Tabelle A1 [Privater Sektor, Anforderungsniveau 4]) oder Fr. 4498.- bei einer betriebsüblichen wöchentlichen Arbeitszeit von 41,9 Stunden unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung einen Verdienst von Fr. 4536.- im Monat erzielen (vgl. BGE 124 V 322 f. Erw. 3b/aa). Ein nach der Gerichtspraxis an sich zulässiger Abzug vom Tabellenlohn (vgl. dazu BGE 126 V 75) sei nicht gerechtfertigt. Bei einem Valideneinkommen von Fr. 2841.- und einem Invalideneinkommen von Fr. 4530.- bestehe keine gesundheitlich bedingte Erwerbseinbusse und damit keine Invalidität. Dies gelte selbst wenn ein leidensbedingter Abzug von 25 % gewährt werde, was zu einem Invalideneinkommen von Fr. 3402.- führte. Ein Rentenanspruch sei somit nicht gegeben. 2.2 Die vorinstanzliche Invaliditätsbemessung wird in verschiedener Hinsicht beanstandet. In Bezug auf das Valideneinkommen wird vorgebracht, aufgrund der IV-Akten sei erstellt, dass der Beschwerdeführer in seinem Heimatland wesentlich länger als Bauarbeiter tätig gewesen sei als die 5,5 Saisons als Landarbeiter in der Schweiz. Die Annahme des kantonalen Gerichts, der Versicherte hätte bis zur Pensionierung in der Landwirtschaft gearbeitet, treffe daher nicht zu. Auch wegen der tiefen Entlöhnung in diesem Sektor sei zu vermuten, dass er ohne gesundheitliche Beeinträchtigung früher oder später erneut im Baugewerbe tätig gewesen wäre. In diesem Zusammenhang sei auch zu beachten, dass ab 1991 in der Schweiz ein massiver Anstieg der Arbeitslosigkeit zu verzeichnen gewesen sei. Davon sei insbesondere auch der Bausektor stark betroffen gewesen. Hätte ein ausgeglichener Arbeitsmarkt bestanden, wäre der Beschwerdeführer in diesem Bereich tätig gewesen, wie vor seiner Einreise in die Schweiz während Jahren. Das Valideneinkommen sei daher gemäss den Löhnen im Baugewerbe zu bestimmen unter Berücksichtigung der langjährigen Berufserfahrung. Dies ergebe für 1998 Fr. 5133.- im Monat (Fr. 4900.- [monatlicher Bruttolohn für Männer im Baugewerbe, Privater Sektor, Anforderungsniveau 3; vgl. LSE 98 S. 25 Tabelle A1] x 41,9/40). Im Weitern wird geltend gemacht, das kantonale Gericht habe beim Einkommensvergleich die branchenspezifische Minderentlöhnung unberücksichtigt gelassen. Die Durchschnittslöhne in den strukturschwachen Branchen (Landwirtschaft, Gartenbau, Gastgewerbe) seien verglichen mit dem über den gesamten privaten Sektor gemittelten Verdienst sehr tief (Fr. 3351.- zu Fr. 4268.- gemäss LSE 98 S. 25 Tabelle A1). Nach der Praxis (ZAK 1989 S. 456) sei diese erhebliche Diskrepanz als invaliditätsfremd beim Einkommensvergleich zu berücksichtigen, indem beim Invalideneinkommen ein entsprechender Abzug gemacht oder das Valideneinkommen ebenfalls aufgrund der LSE bestimmt werde. Sinngemäss rechtfertige sich diese Berechnungsweise auch deshalb, weil dem invaliden Versicherten unter dem Titel Schadenminderungspflicht eine Lohnsteigerung zugemutet werde. Folglich müsse ihm unter dem Gesichtspunkt der Rechtsgleichheit diese finanzielle Verbesserung auch beim Validenlohn zugestanden werden. Schliesslich wird vorgebracht, die Vorinstanz habe zu Unrecht keinen leidensbedingten Abzug vom Tabellenlohn gewährt. Der Beschwerdeführer sei unbestrittenermassen nicht in der Lage, nach längerem Sitzen die Arbeitsposition flexibel zu wechseln. Dies wirke sich am Arbeitsplatz ohne Zweifel aus und sei daher angemessen zu berücksichtigen.