Citation: 7B_209/2023 E. 5.5

5.5. Willkürliche entscheiderhebliche Tatsachenfeststellungen der Vorinstanz (i.S.v. Art. 97 Abs. 1 BGG) sind in diesem Zusammenhang nicht dargetan: Der Beschwerdeführer rügt die Feststellung der Vorinstanz als unhaltbar, aus den Akten ergebe sich nicht, dass andere Demonstrierende sich bezüglich des ihm zur Last gelegten Widerstands "koordiniert abgesprochen" bzw. sich daran beteiligt hätten. Den Willkürvorwurf stützt er auf den polizeilichen Anzeigerapport vom 17. November 2020, dem zu entnehmen sei, dass "vor Ort drei Ansprechpersonen der Kundgebung Kontakt mit der Polizei aufnahmen, ihre Personalien und Kontaktdaten angaben und erklärten, dass es sich um eine Aktion der Klimajugend" handle. Es kann offenbleiben, ob der Willkürvorwurf damit überhaupt ausreichend substanziiert erscheint (vgl. Art. 42 Abs. 2 Satz 1 BGG). Dass das Obergericht erwog, aus diesen Vorbringen ergebe sich keine koordinierte Entschlussfassung und Beteiligung an der dem Beschwerdeführer vorgeworfenen Widerstandsaktion im fraglichen abgestellten Boot, ist sachlich vertretbar. Daran ändert auch der durchaus zutreffende Hinweis des Beschwerdeführers nichts, nicht die Demonstrierenden, welche die Kundgebung nach Aufforderung der Polizei verlassen hätten, kämen für eine Mittäterschaft in Frage, sondern jene, die persönlich aktiven Widerstand gegen die Räumung des Bundesplatzes geleistet hätten. Schon die Vorinstanz hat erwogen, dass auch die ca. 200 sich widersetzenden Aktivistinnen und Aktivisten nicht erkennbar Mittäterinnen oder Mittäter bzw. Teilnehmer an der dem Beschwerdeführer vorgeworfenen Aktion gewesen seien. Unbegründet ist auch der Vorwurf, es sei willkürlich, dass die Vorinstanz ausreichende Anhaltspunkte dafür verneine, dass sich der Beschwerdeführer und der private Verfahrensbeteiligte 2 im selben Boot befunden hätten und dort "aneinander gekettet gewesen" wären. Die Vorinstanz räumt zwar ein, laut Strafbefehl habe sich noch eine andere Person im Boot des Beschwerdeführers befunden. Sie bringt jedoch sachliche Gründe dafür vor, dass es sich dabei weder um den Verfahrensbeteiligten 2 gehandelt habe, noch dass sich der Beschwerdeführer im gleichen Boot an ihn oder jemand anderen angekettet hätte. Das Obergericht erwägt insbesondere, alle Widerstand leistenden Aktivistinnen und Aktivisten hätten sich (bis auf wenige Ausnahmen) in kleinere Gruppen aufgeteilt und an ihren Händen oder Füssen gegenseitig zusammengekettet. Als Einziger sei auch der private Verfahrensbeteiligte 2 "ebenfalls in einem Boot liegend" angehalten worden. Dieser habe Parolen gerufen und sich mit der linken Hand (über einen Karabinerhaken) an eine andere Person fixiert. Seine rechte Hand sei zudem "mit Kleber an die Bootskante festgeklebt" gewesen. Der über ein Metallrohr an das von ihm verwendete Boot angekettete Beschwerdeführer habe demgegenüber von der Berufsfeuerwehr mit einem Winkelschleifer vom Boot befreit werden müssen. Weder sei er an eine andere Person angekettet, noch mit einer Hand an das Boot angeklebt gewesen. Er und der Verfahrensbeteiligte 2 seien ausserdem von zwei verschiedenen Polizisten angehalten und abgeführt worden. Die Ansicht der Vorinstanz, dies lasse gesamthaft auf unterschiedliche Vorgänge in zwei verschiedenen Booten schliessen, hält vor dem Willkürverbot der Verfassung stand.