Citation: 1C_553/2022 E. 3.3

3.3. Die landwirtschaftliche Bewirtschaftung im Sinne von Art. 16a RPG unterscheidet sich von der Freizeitlandwirtschaft insbesondere durch einen dauernden, auf Wirtschaftlichkeit ausgerichteten und organisierten Einsatz von Kapital und Arbeitskraft in einem wirtschaftlich bedeutsamen Umfang (Urteile 1C_516/2016 vom 5. Dezember 2017 E. 5.2; 1C_8/2010 vom 29. September 2010 E. 2.2 mit Hinweisen). Bei der Beurteilung, ob es sich um einen Betrieb mit zonenwidriger Freizeitlandwirtschaft oder einen zonenkonformen landwirtschaftlichen Haupt- oder Nebenerwerbsbetrieb handelt, ist auf den jeweiligen Einzelfall abzustellen. Indizien für das Vorliegen eines Freizeitlandwirtschaftsbetriebs sind nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung etwa die fehlende Gewinn- und Ertragsorientierung, das Nichterreichen einer gewissen Mindestgrösse oder der marginale Arbeitsbedarf auf dem Betrieb. Auf starre Grenzwerte wurde bewusst verzichtet. Nicht allein ausschlaggebend für die Bejahung eines landwirtschaftlichen Betriebs ist der Arbeits- bzw. Zeitaufwand; dieser kann auch für Freizeitbeschäftigungen durchaus beträchtlich sein, ohne dass bereits eine berufliche Tätigkeit vorliegt (Urteile 1C_8/2010 vom 29. September 2010 E. 2.3.1; 1A.134/2002 vom 17. Juli 2003 E. 3.3, in: ZBl 106/2005 S. 158 ff.; 1A.64/2006 vom 7. November 2006 E. 3.2). In erster Linie stellt die bundesgerichtliche Rechtsprechung darauf ab, ob ein namhafter Beitrag an den Existenzbedarf der Bewirtschafterfamilie geleistet wird. Das ARE erachtete bei Vorhaben, die keine bedeutenden räumlichen Auswirkungen haben, einen Beitrag von rund einem Drittel als sachgerecht; das Bundesgericht hat sich bisher auf keinen Anteil festgelegt (Urteile 1C_516/2016 vom 5. Dezember 2017 E. 5.8; 1C_8/2010 vom 29. September 2010 E. 2.3.3 und 1A.64/2006 vom 7. November 2006 E. 5.3). Einzelne defizitäre Betriebsjahre ändern jedoch nichts an einer vorhandenen Gewinnorientierung (Urteil 1A.134/2002 vom 17. Juli 2003 E. 3.3). Im zitierten Urteil 1C_8/2010 (E. 2.3.2) wurde eine Freizeitbewirtschaftung von Obstbäumen bei einem erzielten Gewinn von Fr. 10'755.-- bejaht. Im Urteil 1A.64/2006 vom 7. November 2006 E. 4.2 und 4.3 wurde bei einem monatlichen Einkommen von Fr. 1'360.-- die längerfristige Existenzfähigkeit im Sinne von Art. 34 Abs. 4 lit. c RPV verneint, selbst wenn der Betrieb als gewinnorientiert zu bezeichnen wäre. Im Urteil 1A.134/2002 vom 17. Juli 2003 E. 3.3 ging das Bundesgericht von einer hobbymässig betriebenen Tierhaltung aus, unter Berücksichtigung des geringen Tierbestands und des Umstands, dass damit auch in Zukunft bestenfalls ein kleines Nebeneinkommen erwirtschaftet werden könne.