Citation: 2C_561/2022 E. 7.1

7.1. Die Beschwerdeführerinnen machen geltend, B.________ habe in den Jahren 2006 und 2011 die schweizweiten, exklusiven Übertragungsrechte für Fussball- und Eishockeyspiele ersteigert. C.________ habe mit den von B.________ erworbenen Rechten ihr eigenes Basis-Signal (Signalproduktion) und ihr eigenes Sportprogramm erstellt, das C.________ als Pay-TV-Angebot an die Konsumenten verkaufte. Indem die WEKO das Pay-TV-Angebot untersucht und sanktioniert habe sowie die Vorinstanz dieses Vorgehen geschützt habe, werde nicht auf der Ebene der Rechtevergabe, sondern auf der Ebene der Rechteverwertung eingegriffen. Dieses Vorgehen, so die Beschwerdeführerinnen, verletze Art. 3 Abs. 2 KG, da das Kartellrecht nicht uneingeschränkt gelte. Denn das auf der Ebene der Rechteverwertung beurteilte Pay-TV-Angebot sei nur das Abbild der von den Sportligen vergebenen exklusiven (Übertragungs-) Rechte. Entsprechend hätte die WEKO auf der Ebene der Rechtevergabe eine Untersuchung durchführen müssen. Die Rechteverwertung durch die Beschwerdeführerinnen - d.h. die Produktion des Basis-Signals - sei immaterialgüterrechtlich geschützt und einer kartellrechtlichen Überprüfung nicht zugänglich. Die gegenteilige Auffassung der WEKO und der Vorinstanz führe faktisch zu einer Zwangslizenzierung.