Citation: 6B_929/2019 E. 1.2

1.2. Das Rechtsmittelverfahren beruht auf den Beweisen, die im Vorverfahren und im erstinstanzlichen Hauptverfahren erhoben worden sind (Art. 389 Abs. 1 StPO). Beweisabnahmen des erstinstanzlichen Gerichts werden indes wiederholt, wenn Beweisvorschriften verletzt worden sind, die Beweiserhebungen unvollständig waren oder die Akten über die Beweiserhebungen unzuverlässig erscheinen (Abs. 2 lit. a-c). Die Vorinstanz musste die erstinstanzlichen Beweisabnahmen unter keinem dieser Titel wiederholen. Die Beschwerdeführerin spezifiziert nicht, inwiefern das Aussageverhalten von Zeugen und Auskunftspersonen den Beweiswert der betreffenden Depositionen beschädigen soll. Dass die Beschwerdeführerin nach der erstinstanzlichen Hauptverhandlung Strafanzeigen gegen dort aussagende Personen eingereicht hat, spricht im Gegenteil gerade für und nicht gegen einen Rückgriff auf die im erstinstanzlichen Hauptverfahren erhobenen Aussagen; mit Blick auf die hängigen Verfahren hätte eine Wiederholung der Befragungen im zweitinstanzlichen Hauptverfahren unter dem Aspekt des Beweiswerts kaum einen Mehrwert erbracht. Dass die Vorinstanz keinen Anlass gesehen hat, die Beweistauglichkeit der vor erster Instanz gemachten Zeugenaussagen aus eigener Wahrnehmung zu überprüfen (vgl. angefochtenes Urteil S. 13 E. 2.1), beruht auf einer Beurteilung der objektiven Rahmenbedingungen des Verfahrens und lässt nicht auf Parteilichkeit der Vorinstanz schliessen. Schliesslich kann aus dem Ausstand der erstinstanzlichen Gerichtspräsidentin (wegen Vorbefassung) in einem von der Beschwerdeführerin veranlassten Strafverfahren gegen eine Person, deren Hund eine Ziege der Beschwerdeführerin gebissen hat (vgl. Urteil 6B_910/2017 vom 29. Dezember 2017), nichts für die hier zu entscheidende Frage abgeleitet werden. Es ist nicht ersichtlich, inwiefern eine vergleichbare Vorbefassung der die Zeugenbefragung leitenden erstinstanzlichen Richterin vorgelegen haben soll. Andere Gründe, die im Sinne von Art. 389 Abs. 2 StPO mängelfreie Zeugeneinvernahme im Berufungsverfahren zu wiederholen, bestanden nicht. Sofern die unmittelbare Kenntnis des Beweismittels für die Urteilsfällung notwendig erscheint, erhebt das (Berufungs-) Gericht auch Beweise nochmals, die im Vorverfahren (resp. im erstinstanzlichen Verfahren) ordnungsgemäss erhoben worden sind (Art. 405 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 343 Abs. 3 StPO). Eine unmittelbare Abnahme der Aussage ist namentlich dann notwendig, wenn die Beweiskraft entscheidend vom Aussageverhalten (z.B. Mimik und nonverbale Kommunikation) abhängt. Das Gericht verfügt bei der Frage, ob eine erneute Beweisabnahme erforderlich ist, über einen Ermessensspielraum (BGE 143 IV 288 E. 1.4.1 S. 290; 140 IV 196 E. 4.4.1 f. S. 199 f.; Urteil 6B_422/2017 vom 12. Dezember 2017 E. 4.3.1). Die Vorinstanz hat dessen Grenzen nicht überschritten. Das Verhältnis zwischen den Belastungszeugen und der Beschwerdeführerin ist bekannt. Um die Zeugenaussage ordentlich würdigen zu können, war das Berufungsgericht nicht auf einen eigenen Eindruck des Aussageverhaltens angewiesen.