Citation: 8C_829/2023 E. 5.2

5.2. Die Vorinstanz erwog zusammengefasst, der Beschwerdegegner arbeite seit 1. April 2022 unbefristet bei der C.________ AG, wobei er ein Jahresgehalt von Fr. 50'700.- erziele. Es sei von einer stabilen beruflich-erwerblichen Situation auszugehen. Anhaltspunkte für einen Soziallohn bestünden nicht. Die Suva sei im strittigen Einspracheentscheid gleichwohl nicht von diesem Lohn ausgegangen, da der Beschwerdegegner ein Einkommen entsprechend dem standardisierten Tabellenlohn der LSE 2020 von jährlich Fr. 65'815.11 erzielen könne (Männer; Kompetenzniveau 1; durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden). Der Suva könne nicht beigepflichtet werden. Der Beschwerdegegner habe nämlich nach dem von der IV-Stelle aufgegleisten Arbeitsversuch unter ihrer Mitwirkung eine Festanstellung bei derselben Arbeitgeberin angenommen. Die IV-Stelle habe ihn damit in Kenntnis des Lohns als angemessen eingegliedert erachtet. Es könne somit nicht gesagt werden, er schöpfe sein Erwerbspotential nicht voll aus. Vielmehr sei anzunehmen, dass die Erwerbseinbusse in erster Linie auf die gesundheitlichen Defizite, die den Wechsel in eine optimal leidensangepasste Tätigkeit erfordert hätten, zurückzuführen sei. Dass dem Beschwerdegegner auf einem hypothetischen Arbeitsmarkt möglicherweise bessere Erwerbsmöglichkeiten offen stünden, ändere nichts daran, dass er sein Erwerbspotenzial auf dem realen Arbeitsmarkt in zumutbarer Weise voll ausschöpfe. Somit sei beim Invalideneinkommen auf seinen tatsächlichen Verdienst abzustellen. Andernfalls wäre das hypothetische Invalideneinkommen stets aufgrund statistischer Durchschnittswerte zu bestimmen, wenn der nach dem Eingliederungsprozess tatsächlich erzielte Verdienst darunter läge. Dies widerspräche der Praxis, wonach primär von der beruflich-erwerblichen Situation der versicherten Person nach Eintritt der Invalidität auszugehen sei (vgl. Urteil 8C_579/2009 vom 6. Januar 2010 E. 2.3.1 f. sowie den am 1. Januar 2022 in Kraft getretenen Art. 26 bis Abs. 1 IVV). Aus Art. 19 Abs. 1 UVG folge, dass auch im Bereich der Unfallversicherung die Eingliederungsbemühungen der IV-Stelle nicht unbeachtet bleiben dürften, ansonsten deren Erfolg für die Rentenprüfung gar nicht abgewartet werden müsste. Zu berücksichtigen sei auch, dass die IV-Stelle mit Verfügung vom 22. September 2021 eine Umschulung mit dem Argument verweigert habe, auch ohne diese entstünde voraussichtlich keine 20%ige Erwerbseinbusse. Dies habe sich aber nicht bewahrheitet (vgl. die Stellungnahme des |V-Eingliederungsberaters vom 5. April 2022), was der Beschwerdegegner nicht zu verantworten habe. Aufgrund des Eingliederungsprozesses habe er somit im Rahmen der ihm ohne Umschulung und trotz gesundheitlicher Einschränkungen offen stehenden Möglichkeiten seine Restarbeitsfähigkeit bestmöglich verwertet, zumal die Beschwerdeführerin (richtig: die IV-Stelle) am 6. April 2022 von weiteren beruflichen Massnahmen abgesehen habe. Somit resultiere aus dem Vergleich des Valideneinkommens von Fr. 66'015.60 mit dem tatsächlich erzielten Invalideneinkommen von Fr. 50'700.- ab 1. April 2022 ein Rentenanspruch bei einem Invaliditätsgrad von gerundet 23 %.