Citation: 6S.88/2000 29.04.2000 E. 8

8.- Die Vorinstanz ist auf die Berufung der Beschwerdeführerin gegen das erstinstanzliche Urteil (in der Hauptbegründung) nicht eingetreten. Ob die Beschwerdeführerin in ihrer Eigenschaft als Erbschaftsverwaltung Geschädigte im Sinne des kantonalen Strafprozessrechts (siehe § 395 Abs. 1 Ziff. 2 StPO/ZH), ob diese Geschädigtenstellung vererbbar und ob nach dem Tod des Geschädigten die Erbschaftsverwaltung beispielsweise zur kantonalen Berufung gegen ein erstinstanzliches Strafurteil befugt ist, sind Fragen des kantonalen Prozessrechts, die mit der eidgenössischen Nichtigkeitsbeschwerde nicht zur Entscheidung gestellt werden können; denn mit diesem Rechtsmittel kann einzig die Verletzung eidgenössischen Rechts gerügt werden (siehe Art. 269 Abs. 1, 273 Abs. 1 lit. b BStP). Eine Frage des eidgenössischen Rechts ist allein, ob der nach dem Tod eines Opfers im Sinne von Art. 2 Abs. 1 OHG bestellte Erbschaftsverwalter als eine dem Opfer nahe stehende Person gemäss Art. 2 Abs. 2 OHG zu betrachten und aus diesem Grunde von Bundesrechts wegen, nämlich gestützt auf Art. 2 Abs. 2 lit. b in Verbindung mit Art. 8 Abs. 1 lit. c OHG, zur kantonalen Berufung gegen ein erstinstanzliches Strafurteil befugt ist. Aus den vorstehenden Erwägungen geht hervor, dass diese Frage sich im konkreten Fall nicht stellt, da die Erbschaftsverwaltung den erstinstanzlichen Freispruch von X.________ vom Vorwurf der - hier allein möglicherweise unter den Anwendungsbereich des Opferhilfegesetzes fallenden - Straftat der Aussetzung im Berufungsverfahren nicht angefochten hat, und dass die Frage im Übrigen zu verneinen ist. Die eidgenössische Nichtigkeitsbeschwerde wäre daher ohnehin abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.