Citation: 4A_526/2019 E. 3.1

3.1. Die Beschwerdeführerin rügt eine aktenwidrige Tatsachenfeststellung, die für den Verfahrensausgang entscheidend sei. Die Vorinstanz sei davon ausgegangen, die Kaufpreisforderungen würden alle aus dem Jahr 2016 stammen und damit unter den Rahmenvertrag 2015 fallen, während sich der Prozess vor dem Handelsgericht Paris auf Lieferungen der Vorjahre beziehe, die auf einem früheren Rahmenvertrag beruhen würden. Es lägen somit keine Lieferungen gestützt auf denselben Vertrag vor. Tatsächlich - so die Beschwerdeführerin - würden die Bestellungen vom 23. Februar 2015, 29. Januar 2016, und 10. Februar 2016 datieren. Sämtliche dieser Lieferungen seien in die Laufzeit des Rahmenvertrages von 2015 gefallen, der bis zum 28. Februar 2016 gültig gewesen sei. Sie habe andererseits entgegen der Vorinstanz an den von dieser referenzierten Stellen nicht behauptet, die im französischen Verfahren geltend gemachten Gewährleistungsansprüche würden Produktlieferungen betreffen, die sich auf frühere Rahmenverträge gestützt hätten. Vielmehr habe sie dort behauptet, die Gewährleistungsansprüche würden Produktlieferungen in den Jahren 2011 bis 2015 betreffen, wobei sie auf die jährlich erneuerten Rahmenverträge verwiesen habe, also auch auf den Rahmenvertrag 2015. Zumindest teilweise würden somit sowohl die vor Handelsgericht Paris geltend gemachten Ansprüche wie die hier eingeklagten auf dem Rahmenvertrag 2015 beruhen. Gestützt auf den von ihr als korrekt angenommenen Sachverhalt macht die Beschwerdeführerin eine Verletzung von Art. 28 Abs. 2 LugÜ geltend. Der Begriff "Zusammenhang" sei weit auszulegen. Die Praxis bejahe einen solchen, wenn verschiedene Ansprüche gestützt auf den gleichen Vertrag geltend gemacht würden (unter Hinweis auf: RAMON MABILLARD, in: Basler Kommentar, Lugano-Übereinkommen, 2. Aufl. 2016, N. 28 zu Art. 28 LugÜ). Die weiteren Voraussetzungen gemäss Art. 28 Abs. 2 LugÜ seien ebenfalls erfüllt: Beide Verfahren seien vor erster Instanz anhängig; die Beschwerdeführerin habe vorliegend einen Nichteintretensantrag gestellt; nach französischem Recht sei eine Verfahrensvereinigung möglich und schliesslich habe das Handelsgericht Paris in seinem der Vorinstanz eingereichten Entscheid vom 16. Mai 2019 seine Zuständigkeit auch für den Rahmenvertrag 2015 bejaht. Selbst wenn aber nicht von der gleichen Vertragsgrundlage für beide Verfahren ausgegangen würde, so wäre zu berücksichtigen, dass alle (seit 2012) abgeschlossenen Rahmenverträge im Wesentlichen den gleichen Inhalt aufweisen würden. Deshalb wäre es möglich, dass das Handelsgericht Zürich eine Bestimmung im Rahmenvertrag 2015 vollkommen anders interpretieren könnte als das Handelsgericht Paris, was mit Art. 28 Abs. 2 LugÜ gerade verhindert werden solle.