Citation: 2C_701/2020 E. 3.2

3.2. Von der Ersatzpflicht ist namentlich befreit, wer im Ersatzjahr dienstuntauglich erklärt oder vom Dienst dispensiert worden ist, weil seine Gesundheit durch den Militär- oder Zivildienst geschädigt wurde (Art. 4 Abs. 1 lit. b WPEG). Eine Gesundheitsschädigung durch Militär- oder Zivildienst liegt gemäss Art. 2 Abs. 1 der Verordnung vom 30. August 1995 über die Wehrpflichtersatzabgabe (WPEV; SR 661.1) vor, wenn der Wehrpflichtige seine Diensttauglichkeit wegen eines Leidens oder einer Rückfallsgefahr verloren hat, die ganz oder teilweise durch den Militär- oder Zivildienst verursacht oder verschlimmert worden sind. Wer wegen Schädigung der Gesundheit durch Militär- oder Zivildienst vom Dienst dispensiert ist, wird nur für die Dauer der Dispensation von der Wehrpflichtersatzabgabe befreit (Art. 2 Abs. 2 WPEV). Zwischen dem Militärdienst und der Gesundheitsschädigung des Dienstpflichtigen muss ein Kausalzusammenhang bestehen. Ist die Verschlimmerung nur vorübergehend, so ist es nach der Rechtsprechung auch die Ersatzbefreiung. Sie endet, sobald die Verschlimmerung nicht mehr dem Dienst zugeschrieben werden kann. Konkret fällt die Befreiung in jenem Zeitpunkt weg, in welchem der vordienstliche Zustand wiederhergestellt ist, oder, bei einem seiner Natur nach fortschreitenden Leiden, im Zeitpunkt, in dem der Zustand des Betroffenen auch ohne Dienst derselbe gewesen wäre (vgl. BGE 122 II 397 E. 2a; 95 I 57 E. 1; Urteil 2C_190/2007 vom 23. Oktober 2007 E. 2).