Citation: U 351/01 22.10.2002 E. 3.1

3.1.1 Der neurologische Spezialarzt PD Dr. M.________ hat zuhanden der "Zürich" ein umfassendes Gutachten unter Berücksichtigung aller vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden, sämtlicher Vorakten und anamnestischer Angaben sowie einer allseitigen Untersuchung des Exploranden erstattet. Gestützt darauf kam er zum Schluss, bis auf eine kleine Knochenlücke frontal rechts lasse sich kein objektiver pathologischer, namentlich kein neurologischer Befund, erheben. Es lägen keine objektivierbaren gesundheitlichen Unfallfolgen mehr vor. Einzig eine Irritation im Ausbreitungsgebiet des rechten Nervus supraorbitalis stelle eine "subjektiv empfundene(n) Unfallfolge" dar. Alle anderen vom Versicherten geklagten Beschwerden (Kopf- und Nackenschmerzen, Sensibilitätsstörungen, Kraftlosigkeit, Schwindel, depressive Gedanken, Vergesslichkeit, Müdigkeit und Potenzstörungen) seien auf unfallfremde Faktoren zurückzuführen, welche zur Chronifizierung und "Ausgestaltung" der Symptome beigetragen hätten. Als solche für das vom Versicherten geklagte Beschwerdebild ursächliche Faktoren nannte der Gutachter: Arbeitslosigkeit, übermässige soziale Entlastung, sozio-kulturelle Entwurzelung und unsicherer ausländerrechtlicher Status. Mutmasslich habe die permanente Einnahme verschiedener Schmerzmittel in höherer Dosierung zu einer medikamentös "induzierten Kopfschmerzproblematik" geführt. Eine Arbeitsunfähigkeit im angestammten Beruf als Kellner liege nicht vor. 3.1.2 An diesen Schlussfolgerungen hielt der neurologische Gutachter in seinem Ergänzungsgutachten vom 22. September 1995 fest, nachdem ihm die nicht näher begründete, gegenteilige medizinische Auffassung eines Verdachts auf subdurales Hämatom links parietal des Hausarztes Dr. med. A._______ das Ergebnis einer computertomografischen Schädeluntersuchung vom 26. Oktober 1994 und die Beurteilung des Vertrauensarztes der "Zürich", welcher zum Ausschluss einer Atrophie der Hirnsubstanz im Bereich des ausgeräumten Hämatoms die Untersuchung vom 26. Oktober 1994 in Auftrag gegeben hatte, zur Kenntnis gebracht worden waren. Dabei stellte PD Dr. med. M.________ entscheidend auf die Ergebnisse einer kernspintomografischen Schädeluntersuchung vom 15. März 1995 ab. Er erachtete diese als für die Klärung der vom Vertrauensarzt der "Zürich" aufgeworfenen, medizinischen Frage geeigneter ("sensitiver") und gelangte gestützt darauf zum sicheren Ausschluss einer Hirnatrophie oder Pathologie im Epidural- und Subduralraum. 3.1.3 PD Dr. med. M.________ hat somit einen medizinischen Ursache-Wirkungszusammenhang zwischen dem beim Unfall vom 29. Dezember 1992 erlittenen Epiduralhämatom und den 15 Monate später vom Beschwerdeführer weiterhin geklagten, vielfältigen Gesundheitsstörungen vollständig, d.h. auch im Sinne einer blossen Teilkausalität, verneint. Diese Beurteilung der medizinischen Situation und Zusammenhänge hat er eingehend begründet. Sie ist gut nachvollziehbar und leuchtet ohne weiteres ein. Den gutachterlichen Schlussfolgerungen kommt daher volle Beweiskraft zu. Es ist unsachlich und unzutreffend, wenn der Beschwerdeführer sie in seiner Verwaltungsgerichtsbeschwerde als "oberflächlich und tendenziös", ja als "fremdenfeindlich" abqualifiziert.