Citation: 2C_772/2016 E. 2.3

2.3. Der Beschwerdeführer bestreitet die Verhältnismässigkeit der aufenthaltsbeendenden Massnahme. Zu Unrecht: Gemäss der für das Bundesgericht verbindlichen vorinstanzlichen Sachverhaltsfeststellung (Art. 105 Abs. 2 BGG) hatte sich der mittlerweile 70-jährige Beschwerdeführer zunächst auf perfide Weise das Vertrauen seiner 17-jährigen Nachbarin erschlichen, um diese anschliessend mit der Drohung unter Druck zu setzen, sie mit seinem Wissen über sie bei ihren Eltern anzuschwärzen. Auf diese Weise nötigte er die Jugendliche, zweimal gegen ihren Willen den Geschlechtsverkehr mit ihm zu vollziehen, und nahm in Kauf, das jugendliche Opfer in seiner persönlichen und sexuellen Entwicklung schwer zu beeinträchtigen. Das durch an einer Jugendlichen begangene Sexualdelikt begründete gewichtige öffentliche Interesse an einer Ausreise des Sexualstraftäters wird, wie im vorinstanzlichen Urteil, auf welches vollumfänglich verwiesen wird (Art. 109 Abs. 3 BGG), zutreffend erkannt, weder durch dessen lange Aufenthaltsdauer noch dessen hohes Alter aufgewogen, zumal in dessen Vorbringen gemäss den verbindlichen (Art. 105 Abs. 2 BGG) Feststellungen der Vorinstanz keine Spur von Reue und Einsicht in die Schwere seiner Verfehlungen zu erkennen ist und er sein Opfer trotz erdrückender Beweislage auch noch der falschen Anschuldigung bezichtigte. Die (angebliche) Demenzkrankheit des trotz seiner langen Aufenthaltsdauer in der Schweiz wenig integrierten Beschwerdeführers begründet angesichts der in Serbien unbestrittenermassen vorhandenen Behandlungsmöglichkeiten dieser Krankheit kein überwiegendes privates Interesse an seinem Verbleib in der Schweiz, weshalb die Vorinstanz wegen fehlender Rechtserheblichkeit des zu belegenden Sachverhalts ohne Weiteres auf die Einholung eines ärztlichen Gutachtens verzichten konnte und den Gehörsanspruch (Art. 29 Abs. 2 BV) des Beschwerdeführers nicht verletzt hat (BGE 138 V 125 E. 2.1 S. 127; 137 I 86 E. 7.3.3.3 S. 100; 134 I 140 E. 5.3 S. 148). Ins Gewicht fällt weiter, dass die nahen Familienangehörigen des Beschwerdeführers - seine Ehefrau und seine drei Töchter - allesamt in Serbien leben, weshalb ihm die Rückkehr in seinen Heimatstaat, mit dessen Sprache und kulturellen Gegebenheiten er zudem bestens vertraut ist, ohne Weiteres als zumutbar erscheint. Angesichts des klar überwiegenden, durch die Schwere der Straftat und seinem Verschulden begründeten öffentlichen Interesse an seiner Ausreise, welchem angesichts seiner geringen Integration und fehlenden nahen Familienangehörigen in der Schweiz nur wenig entgegenzusetzen ist, kommt einer allfälligen Rückfallgefahr in der Interessenabwägung kein massgebliches Gewicht zu. Die Rückfallgefahr als Sexualstraftäter ist in der Interessenabwägung zwar zu berücksichtigen, ihr kommt aber wegen fehlender Anwendbarkeit des FZA nicht die ausschlaggebende Bedeutung zu, welche der Beschwerdeführer ihr beimessen möchte (oben, E. 2.2). Wegen fehlender Erheblichkeit für den Verfahrensausgang (Art. 97 Abs. 1 e contrario BGG) ist die unterlassene vorinstanzliche Abklärung der sachverhaltsmässigen Grundlagen betreffend Rückfallgefahr durch ein ärztliches Gutachten nicht zu beanstanden. Die Vorinstanz konnte ohne Verletzung von Bundesrecht davon ausgehen, dass die Ausreise in seinen Heimatstaat, in welchem er 40 Jahre seines Lebens verbracht hat, wo sich seine nahen Familienangehörigen aufhalten und seine (angebliche) Demenzkrankheit behandelt werden kann, dem Beschwerdeführer zumutbar ist, und das öffentliche, durch seine Sexualdelikte begründete Interesse sein privates an einem Verbleib in der Schweiz überwiegt. Für alles weitere kann auf das zutreffend begründete vorinstanzliche Urteil verwiesen werden (Art. 109 Abs. 3 BGG).