Citation: 2C_832/2018 E. 3.3

3.3. Im Rahmen der Interessenabwägung hat die Vorinstanz im Wesentlichen erwogen, der Beschwerdeführer sei zwischen 1996 und 2016 zehn Mal strafrechtlich verurteilt worden, wobei er zuletzt immer schwerer gegen die Rechtsordnung verstossen habe. Für die migrationsrechtliche Interessenabwägung sei von einem massiven Verschulden auszugehen. Es handle sich um einen unbelehrbaren Serientäter. Auch wenn ein Zwischenbericht bezüglich Straf- und Massnahmenvollzug vom 30. Oktober 2017 die Rückfallgefahr als äusserst gering einschätze, müsse bei schwerer Straffälligkeit im Gewalt- und Drogenbereich selbst ein geringfügiges Rückfallrisiko nicht in Kauf genommen werden. Ausserdem habe der Beschwerdeführer gemäss Stand am 9. Januar 2018 insgesamt Schulden von Fr. 152'526.75 aus offenen Betreibungen sowie von Fr. 73'234.20 aus Verlustscheinen angehäuft. Eine berufliche Ausbildung habe der Beschwerdeführer nicht absolviert. Er habe immer wieder temporär gearbeitet und nach eigenen Angaben eine Rangierausbildung bei der SBB, die Taxiprüfung und diverse Prüfungen zum Staplerfahrer absolviert. Aktuell arbeite er temporär bei der Firma D.________ AG im Stundenlohn. In den Jahren 2009 bis 2011 und 2014/2015 sei er arbeitslos gewesen. Seine berufliche und gesamthafte Integration sei misslungen. Zwar befinde sich der Lebensmittelpunkt des Beschwerdeführers in der Schweiz (Familie, Schulzeit, langjährige Anwesenheit in der Schweiz) und die Beziehung zu seiner Freundin und sein Engagement als Juniorentrainer im lokalen Fussballklub dokumentierten ebenfalls ein soziales Umfeld in der Schweiz, weshalb dem privaten Interesse am Verbleib in der Schweiz erhebliches Gewicht beizumessen sei. Da der Beschwerdeführer jedoch seine ersten Lebensjahre in der Türkei verbracht habe, dort noch über Verwandte verfüge, sein Heimatland mehrfach besucht habe und davon auszugehen sei, dass ihm die türkische Sprache und Kultur durch sein Elternhaus vermittelt worden seien, sei eine Rückkehr in die Türkei zumutbar. Die Verwandten könnten ihm bei der Wiedereingliederung in die Türkei behilflich sein. Er sei jung, gesund und spreche Deutsch, was seine Chancen auf dem dortigen Arbeitsmarkt steigere. Den Kontakt zu seiner Familie und Freundin könne er durch Kurzbesuche in der Schweiz und moderne Kommunikationsmittel aufrechterhalten. Soweit der Beschwerdeführer geltend mache, er müsse als Mitglied einer pro-kurdischen Familie in der Türkei mit Schwierigkeiten rechnen, sei eine persönliche Gefährdung in keiner Weise belegt. Insgesamt überwiege das öffentliche Interesse an einer Aufenthaltsbeendigung das private Interesse des Beschwerdeführers am Verbleib in der Schweiz, weshalb der Eingriff in das Recht auf Achtung des Privatlebens gerechtfertigt und verhältnismässig sei.