Citation: 8C_327/2020 E. 6

Dass die Vorinstanz den Sachverhalt offensichtlich unrichtig festgestellt hätte, wird nicht vorgebracht. Es ist unbestritten geblieben, dass nur mündliche Mahnungen erfolgten und ein Betreibungsbegehren erst nach dem Antrag auf Insolvenzentschädigung gestellt wurde. Gleiches gilt insoweit, als der Arbeitgeber seiner Lohnzahlungspflicht gemäss kantonalem Gericht bereits seit Beginn des Arbeitsverhältnisses, das heisst während rund zweieinhalb Jahren, nicht wie vereinbart nachgekommen sei. Inwiefern das kantonale Gericht durch seine Schlussfolgerungen aus diesem für das Bundesgericht verbindlichen Sachverhalt Bundesrecht verletzt haben sollte, ist nicht erkennbar. Nach der zitierten Rechtsprechung (ARV 2010 S. 46, 8C_682/2009 E. 4.2; vgl. oben E. 3) genügen mündliche Mahnungen nicht, wenn es wie hier um eine langandauernde Nichterfüllung der vertraglichen Verpflichtung des Arbeitgebers geht. Auf eine Befragung von Zeugen, die lediglich die mündlichen Reklamationen hätten bestätigen können, durfte die Vorinstanz daher verzichten. Dass der Beschwerdeführer faktisch bei seinem eigenen Bruder angestellt war, kann zudem praxisgemäss schon aus Gründen der Gleichbehandlung der Versicherten nicht als hinreichende Begründung gelten für das jahrelange Untätigbleiben beziehungsweise für den Verzicht auf weitergehende Massnahmen zur Einforderung von Lohnausständen. Es ist daher nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz auf eine rechtmässige Leistungsverweigerung wegen vorwerfbarer Verletzung der Schadensminderungspflicht erkannte. Daran kann auch nichts ändern, dass die Pflichtverletzung, wie beschwerdeweise geltend gemacht wird, angeblich in keinem kausalen Zusammenhang gestanden habe mit der schlechten finanziellen Lage der Arbeitgeberin.