Citation: U 332/00 30.04.2001 E. 4

4.- Im Hinblick auf die Adäquanzbeurteilung gilt es anhand der Arztberichte sowie der Gutachten des Prof. H.________, Neurologische Klinik und Poliklinik, Spital E.________ (vom 19. August 1996 und 30. Dezember 1998), und des Dr. F.________, Spezialarzt für Neurologie, (vom 31. Dezember 1997), zu prüfen, ob eine hirnorganische Verletzung ausgewiesen ist oder ob eine psychische Fehlentwicklung vorliegt. a) Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, da die Beweise frei zu würdigen sind (BGE 125 V 352 Erw. 3a, 122 V 160 Erw. 1c). Was Partei- oder Privatgutachten anbelangt, rechtfertigt der Umstand allein, dass eine ärztliche Stellungnahme von einer Partei eingeholt und in das Verfahren eingebracht wird, nicht Zweifel an ihrem Beweiswert (BGE 125 V 353 Erw. 3a/dd). Bei Gerichtsgutachten weicht das Gericht nach der Praxis nicht ohne zwingende Gründe von der Einschätzung der medizinischen Fachleute ab, deren Aufgabe es ist, ihre Fachkenntnisse der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um einen bestimmten Sachverhalt medizinisch zu erfassen. Ein Grund zum Abweichen kann vorliegen, wenn die Gerichtsexpertise widersprüchlich ist oder wenn ein vom Gericht eingeholtes Obergutachten in überzeugender Weise zu andern Schlussfolgerungen gelangt. Abweichende Beurteilung kann ferner gerechtfertigt sein, wenn gegensätzliche Meinungsäusserungen anderer Fachleute dem Gericht als triftig genug erscheinen, die Schlüssigkeit des Gerichtsgutachtens in Frage zu stellen, sei es, dass es die Überprüfung durch eine weitere Fachperson im Rahmen einer Oberexpertise für angezeigt hält, sei es, dass es ohne eine solche vom Ergebnis des Gerichtsgutachtens abweichende Schlussfolgerungen zieht (BGE 125 V 352 Erw. 3b/aa mit Hinweisen). b) Die Vorinstanz gelangte unter Würdigung der Untersuchungsergebnisse des Gerichtsgutachters Prof. H.________ vom 19. August 1996 sowie seiner ergänzenden Stellungnahme vom 30. Dezember 1998 und der vorinstanzlich ins Recht gelegten Privatexpertise des Dr. F.________ vom 31. Dezember 1997 zum Schluss, dass kein Anlass bestehe, um vom nachvollziehbar begründeten Gerichtsgutachten abzuweichen. Es führte im Wesentlichen aus, Dr. F.________ leite eine hirnorganische Schädigung aus dem erhobenen SPECT-Befund (vom 22. Juni 1995) ab, auf den jedoch nicht abgestellt werden könne. Demgegenüber weist der Beschwerdeführer auf die gravierenden Mängel hin, die der Privatgutachter Dr. F.________ im Gutachten des Prof. H.________ erkenne, worauf die Vorinstanz in ihrer Beweiswürdigung unzulässigerweise nicht eingegangen sei; aufgrund der Unstimmigkeiten in beiden Gutachten hätte sie vielmehr ein Obergutachten einholen müssen.