Citation: 1C_648/2017 E. 4

Die Beschwerdeführerin stellte im vorinstanzlichen Verfahren neu das Eventualbegehren, die Erker seien mit einer Breite von bloss 3,46 m - anstatt wie im Baugesuch beantragt von 3,85 m - zu bewilligen. Die Vorinstanz ist auf dieses Eventualbegehren mit der Begründung nicht eingetreten, eine solche Projektänderung könne nicht erst vor dem Verwaltungsgericht erfolgen und von diesem erstmals beurteilt werden. Die Beschwerdeführerin erachtet dieses Vorgehen als willkürlich: Der Instanzenzug werde nicht verkürzt, weil mit dem Eventualbegehren weniger beantragt werde als im Baugesuch und dieses Begehren daher im Hauptbegehren bereits enthalten sei. Sodann verfüge das Verwaltungsgericht über eine volle Kognition und es bewillige praxisgemäss allfällige nachträgliche Projektanpassungen, sofern die Bauherrschaft damit eine Auflage der Baubewilligung zu erfüllen beabsichtige. Vorliegend geht es der Beschwerdeführerin mit ihrem Eventualbegehren jedoch nicht darum, dem in der strittigen Auflage verlangten Verzicht auf die Erker zu entsprechen, sondern sie möchte entgegen dieser Auflage neu dimensionierte Erker errichten. Diese architektonische Neugestaltung der Erker durfte die Vorinstanz willkürfrei als Projektänderung und nicht als blosse Einschränkung der Begehren qualifizieren, wie sie von Art. 51 Abs. 2 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 31. August 2006 des Kantons Graubünden (VRG/ GR) zugelassen wird. Bei der Beurteilung der neu gestalteten Erker kommt der Baubewilligungsbehörde der Gemeinde als Ausfluss der Gemeindeautonomie bezüglich der hier strittigen baupolizeilichen Fragen ein Beurteilungsspielraum zu. Diesen hat die Vorinstanz auch dann zu wahren, wenn ihr nach Art. 51 Abs. 1 VRG/GR Ermessenskontrolle zukommt. Die Vorinstanz verfiel daher nicht in Willkür, wenn sie die Auffassung vertrat, es sei in erster Linie Aufgabe der Gemeinde, über die Bewilligungsfähigkeit weniger breiter Gebäudevorsprünge zu entscheiden.