Citation: 6B_943/2020 E. 2.4.3

2.4.3. Die Vorinstanz verletzt kein Bundesrecht. In casu lässt sich Mitgewahrsam der Beschwerdeführerin in ihrer Funktion als Rayonleiterin bis zur Übergabe der Tageseinnahmen an die mit dem Geldtransport beauftragten Mitarbeiter sowie bezüglich des Kassenstocks annehmen. Jedoch lässt sich dieser Mitgewahrsam der Beschwerdeführerin nicht als gleichrangig mit jenem der Privatklägerin, sondern nur als untergeordneten Mitgewahrsam qualifizieren. Die Beschwerdeführerin brach als Inhaberin des untergeordneten Gewahrsams in ihrer Eigenschaft als Angestellte der Privatklägerin den übergeordneten Gewahrsam der Privatklägerin, sodass vorinstanzlich Diebstahl anzunehmen war. Die Vorinstanz begründete, es liege entgegen der Verteidigung kein gleichgeordneter Mitgewahrsam vor (oben E. 2.2). Dem geltend gemachten geschäftlichen Vertrauensverhältnis konnte daher für die Tatqualifikation kein wesentliches Gewicht mehr zukommen. Die Beschwerdeführerin arbeitete in einem Angestelltenverhältnis als Abteilungs- oder Rayonleiterin in strukturierter, hierarchisch untergeordneter Stellung. Die Vorinstanz begründet ihre Entscheidung hinreichend. Das rechtliche Gehör nach Art. 29 Abs. 2 BV verlangt, dass die Behörde die Vorbringen der von einem Entscheid in ihrer Rechtsstellung Betroffenen auch tatsächlich hört, prüft und in ihrer Entscheidfindung berücksichtigt. Nicht erforderlich ist, dass sie sich mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt. Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Punkte beschränken. Es müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf die sich ihr Entscheid stützt (BGE 141 IV 249 E. 1.3.1 S. 253). Das ist nach dem Gesagten der Fall.