Citation: 5P.9/2001 30.08.2001 E. 3

3.- Das Kantonsgericht hat zunächst geprüft, inwieweit die drei in den Akten liegenden Privatgutachten berücksichtigt werden dürfen. Diejenigen der Professoren Meier-Hayoz und Soliva würden einen anderen Fall betreffen. Bezüglich der von Prof. Clausdieter Schott während des vorliegenden Verfahrens erstellten Expertise kommt das Gericht zum Schluss, sie dürfe insoweit nicht berücksichtigt werden, als darin Tatsachenbehauptungen erhoben worden seien. Denn die Beschwerdeführerin habe dieses Gutachten vom 9. November 1998 grundlos erst am 7. Januar 2000, kurz vor der zweiten Hauptverhandlung, eingereicht; Privatgutachten unterlägen in tatsächlicher Hinsicht dem Novenverbot. Jedoch dürften alle Gutachten insoweit berücksichtigt werden, als darin Rechtsstandpunkte vertreten würden. a) Die Beschwerdeführerin erblickt im Umstand, dass auch das Kantonsgericht Vergleiche zu anderen Rechtsquellen gezogen hat, einen Widerspruch zu dieser Begründung. Da in der Beschwerdeschrift gemäss Art. 90 Abs. 1 lit. b OG detailliert und klar vorzubringen ist, inwiefern das kantonale Prozessrecht im Bereich des Novenverbots geradezu unhaltbar und krass dem Gerechtigkeitsempfinden zuwiderlaufend angewendet worden ist (BGE 125 I 76 E. 1c; 123 III 261 E. 4a und b S. 270; 120 Ia 369 E. 3a S. 373), kann auf ihre Rüge nicht eingetreten werden. Die Beschwerdeführerin führt weder die kantonale Norm an, die willkürlich angewendet worden sein soll (BGE 118 Ia 112 E. 2c S. 118), noch begründet sie, inwiefern eine Prozessregel unhaltbar zur Anwendung gelangt sein soll. Soweit die Beschwerdeführerin im gleichen Zusammenhang geltend macht, das Kantonsgericht habe in der Literatur verwertete Urkunden zugelassen und die übrigen als verspätete Parteibehauptungen aus dem Recht gewiesen, so genügt sie Art. 90 Abs. 1 lit. b OG wiederum nicht, verweist sie doch bloss auf S. 12 des angefochtenen Urteils, wo das Kantonsgericht darlegt, weshalb die nördliche Grenzlinie der Alp St. Martin in tatsächlicher Hinsicht nicht hinreichend präzis umschrieben worden ist (vgl. dazu E. 4 hiernach). b) Der Anspruch auf rechtliches Gehör garantiert der Beschwerdeführerin das Recht, an der Beweiserhebung mitzuwirken, Beweise beizubringen, sich zu diesen zu äussern und mit rechtserheblichen Vorbringen gehört zu werden, sofern diese rechtzeitig und prozesskonform geltend gemacht worden sind (BGE 124 I 240 E. 2 S. 242 ab Mitte; 124 II 132 E. 2b S. 137; 122 I 53 E. 4a S. 55). Zwar rügt die Beschwerdeführerin, mit der teilweisen Nichtberücksichtigung des Gutachtens von Prof. Schott sei ihr Gehör verweigert worden. Jedoch rügt sie nicht, sie habe das Gutachten nach den massgeblichen Prozessregeln rechtzeitig eingereicht. Auch begründet sie nicht, weshalb das Gutachten von Clausdieter Schott trotz des Novenverbots zwingend als Ganzes hätte berücksichtigt werden müssen und welche rechtserheblichen Äusserungen im Gutachten übergangen worden sind (Art. 90 Abs. 1 lit. b OG). Sie beschränkt sich darauf, die im genannten Gutachten berücksichtigten Urkunden aufzulisten, und belegt nur, inwieweit diese schon vorher im kantonalen Verfahren beigezogen worden seien. Dass diese in der Literatur erörterten Urkunden nach der Darstellung der Beschwerdeführerin nicht neu waren, entbindet diese nicht von der Pflicht, im Zusammenhang mit dem geforderten Beizug des Gutachtens begründete Rügen zu erheben (Art. 90 Abs. 1 lit. b OG). Jedoch kann auf die von der Beschwerdeführerin erhobenen Rügen eingetreten werden, mit denen sie Art. 90 Abs. 1 lit. b OG entsprechend auf urkundlich belegte Vergleichsfälle inhaltlich Bezug nimmt (E. 5b und 5c hiernach). c) Schliesslich macht die Beschwerdeführerin erfolglos geltend, das Bundesgericht könne das Gutachten Schott von sich aus beiziehen und habe dieses insgesamt zu berücksichtigen. Wohl darf das Bundesgericht ein Rechtsgutachten im staatsrechtlichen Beschwerdeverfahren miteinbeziehen, wenn die darin enthaltenen Begründungen in den wesentlichen Punkten die Rügebegründungen unterstützen (dazu BGE 126 I 95 E. 4b; 108 II 69 E. 1). Ob das Gutachten Schott beigezogen werden darf, kann offen bleiben. Denn auch wenn es beachtet werden dürfte, könnte daraus nicht abgeleitet werden, der angefochtene Entscheid sei in der Sache willkürlich (dazu E. 5e hiernach).