Citation: 4D_56/2015 E. 6.2.2

6.2.2. Die Beschwerdeführerin meint, C.________ wäre aufgrund der bereits zitierten (vgl. E. 5 hiervor) Formulierung in Ziffer 11 des Vertrages sowie seiner ebenfalls in Ziffer 11 enthaltenen Verpflichtung zur Einhaltung der G.________ internen Richtlinien des "Code of Ethics" und der Standesregeln des SVIT sowie der Art. 412 ff. OR gehalten gewesen, für Klarheit hinsichtlich der Bevollmächtigung von D.________ zu sorgen. Dazu gehöre, dass C.________ gegenüber der Beschwerdeführerin hätte offen legen müssen, er gehe von einer Bevollmächtigung von D.________ zur verbindlichen Vereinbarung eines Mindestkaufpreises aus. Gegen diese vertraglichen und gesetzlichen Pflichten habe er verstossen. Sie leitet daraus sinngemäss ab, die Vorinstanz hätte der Beschwerdegegnerin bzw. C.________ - auch wenn sie davon ausging, dieser sei tatsächlich von einer Bevollmächtigung ausgegangen - diesbezüglich keine Gutgläubigkeit zubilligen dürfen. Grundsätzlich kann es bei der Frage, ob ein Dritter im Hinblick auf eine erteilte Vollmacht gutgläubig (Art. 3 Abs. 2 ZGB) war, von Bedeutung sein, ob er eine branchenübliche Überprüfung unterlassen hat (BGE 131 III 511 E. 3.2.3 S. 522). Es besteht aber mangels besonderer Anhaltspunkte keine generelle Erkundungs- oder Nachforschungspflicht, denn der gute Glauben wird vermutet (Urteil 4A_536/2008 vom 10. Februar 2009 E. 5.3 [im Hinblick auf die Pflichten gemäss Art. 402 OR]; BGE 77 II 138 E. 3 S. 147; je mit Hinweisen). Zu den von ihr angeführten Richtlinien des "Code of Ethics" legt die Beschwerdeführerin nichts weiter dar. Darauf kann somit zum vorneherein nicht eingetreten werden. Hinsichtlich der ebenfalls bemühten Standesregeln des SVIT beruft sie sich einzig auf deren Art. 2 Abs. 4, wonach die Mäklerin zu "Sorgfalt und Verantwortung" verpflichtet sei und "gegenüber ihren Kunden insbesondere hinsichtlich des verlangten Leistungsumfangs (...) klare Verhältnisse" zu schaffen habe. Es ist nicht ersichtlich, inwiefern sich daraus eine spezifische Nachforschungspflicht betreffend die Vertretungsverhältnisse ergeben soll und die Beschwerdeführerin legt dies auch nicht näher dar, weshalb es bereits an einer genügenden Rüge mangelt. Schliesslich ist der Vorinstanz auch keine Willkür vorzuwerfen, wenn sie die zitierte Formulierung in Ziffer 11 des Vertrages nicht in ihre Würdigung einbezog. Die Formulierung bezieht sich auf "Vereinbarungen", also offensichtlich Vereinbarungen zwischen den Vertragsparteien. Die einseitige Erteilung einer Vollmacht durch eine Vertragspartei fällt offensichtlich nicht darunter, wie die Beschwerdegegnerin zu Recht geltend macht.