Citation: 4C.214/2006 19.12.2006 E. 2

2.1 Die Vorinstanz ging davon aus, die Beklagte berufe sich zur Begründung ihres Anspruchs auf die Schuldanerkennung des Klägers, worin dieser erklärte, seine Schuld der Beklagten gegenüber betrage Fr. 133'164.--. Aus diesem Grunde hielt es die Vorinstanz entgegen den Ausführungen des Klägers in der Appellation für entbehrlich, Bestand und Umfang der Forderung zu ermitteln und abzuklären, ob und inwieweit diese gegebenenfalls gegenüber dem Kläger und/oder der Gesellschaft bestand. Sie erwog, aus welchen Gründen sich jemand für eine Schuld verpflichte, sei irrelevant. Es sei durchaus möglich, eine Forderung anzuerkennen, für die eigentlich eine Drittperson einstehen müsste. Der Kläger könne sich mithin nur darauf berufen, dass der Rechtsgrund nichtig oder simuliert sei, beziehungsweise dass Willenmängel vorlägen, oder Erfüllung oder Verjährung einwenden. 2.2 Alsdann prüfte die Vorinstanz den Einwand des Klägers, er sei in widerrechtlicher Weise bedroht worden, da ihm die Beklagte mit einer Strafanzeige gedroht habe. Sie hielt dazu fest, die Anfechtungsfrist von einem Jahr seit Wegfall der Furcht sei gewahrt. Sodann verneinte sie die Widerrechtlichkeit der Drohung, da die Beklagte durch die Drohung mit der Strafanzeige Ansprüche aus den nach ihrer Auffassung strafbaren Handlungen habe durchsetzen wollen. Der Kläger habe selbst ausgeführt, dass er Geld aus der Kasse entnommen habe, so dass jedenfalls der Verdacht einer strafbaren Handlung vorgelegen habe. Die Schuldanerkennung wäre nur unverbindlich, wenn sich die Beklagte einen übermässigen Vorteil hätte einräumen lassen. Die Vorinstanz kam zum Schluss, die Beklagte habe die Schadenshöhe nachvollziehbar dargelegt. Ein übermässiger Vorteil sei nicht ersichtlich. Da eine allfällige Drohung nach Auffassung der Vorinstanz nicht widerrechtlich war, setzte sie sich nicht näher mit der Frage auseinander, ob überhaupt eine Drohung vorlag und ob diese für die Schuldanerkennung kausal war.