Citation: 6B_518/2023 E. 5.3.1

5.3.1. Der im Zeitpunkt des angefochtenen Urteils 31-jährige Beschwerdeführer wurde in Bugojno, Bosnien und Herzegowina, geboren. Er kam im Alter von drei Monaten mit seinen Eltern sowie seinem älteren Bruder in die Schweiz. Die beiden jüngeren Geschwister kamen in der Schweiz zur Welt. Der Beschwerdeführer wuchs in Grenchen, Solothurn, auf. Dort besuchte er die Primar- und Sekundarschule. Alsdann absolvierte er eine vierjährige Lehre als Maler und Gipser. Im Jahre 2010 zog er nach Zürich, um sich beruflich neu zu orientieren. Zunächst war er als Hilfsarbeiter auf Baustellen tätig. Nachdem er eine Diplomausbildung im Bereich Glasfasernetze abgeschlossen hatte, wurde er zum bauleitenden Monteur befördert. Im Jahre 2015 erlitt er infolge einer handgreiflichen Auseinandersetzung ein Schädel-Hirn-Trauma, weshalb er während längerer Zeit keiner Erwerbstätigkeit nachgehen konnte. Bis im März 2019 wurde er vom Sozialamt finanziell unterstützt. Eine IV-Rente erhielt er nicht. Dazu hätte er eine Umschulung machen müssen. Der Beschwerdeführer arbeitete im vorzeitigen Strafvollzug. Nach seiner Entlassung trat er eine Anlehre im Bereich Sanitär an. Anschliessend absolvierte er eine Lehre als Sanitär-Instellateur EFZ. Die wirtschaftliche Reintegration im Heimatland stuft die Vorinstanz als intakt, wenn nicht gar besser als in der Schweiz, ein. Nicht abschliessend beurteilt sie die sprachlichen Fähigkeiten. Er sei der Sprache mündlich mächtig, da beide Elternteile Bosnisch sprächen und über ein Haus in Bosnien und Herzegowina verfügten, wo er seine Ferien verbracht habe. In handwerklichen Berufen würden keine perfekten Sprachkenntnisse verlangt. Es könne für ihn von Vorteil sein, da er durch seinen Aufenthalt in der Schweiz über weitere Sprachkenntnisse verfüge. In Bosnien und Herzegowina verfüge der Beschwerdeführer über keine nahen Verwandten oder anderweitigen sozialen Kontakte mehr. Hingegen bestünden starke familiäre Beziehungen in der Schweiz, wo seine Eltern sowie seine drei Geschwister lebten. Zudem habe er seine Partnerin, mit welcher er seit Längerem zusammen sei, während des vorzeitigen Strafvollzugs geheiratet und mit ihr einen gemeinsamen Sohn, der am 27. November 2019 in Deutschland geboren worden sei. Sowohl seine Ehefrau als auch der Sohn besässen das Schweizer Bürgerrecht. Seit seiner Entlassung lebe er mit seiner Ehefrau sowie dem gemeinsamen Sohn zusammen. Die Beziehung scheine inzwischen gefestigt, sei zwischenzeitlich aber belastet gewesen. Sie hätten eine Zeit lang zusammengewohnt, sich jedoch räumlich getrennt. Zudem sei der Beschwerdeführer zwischen dem 10. März 2020 und dem 9. Juni 2022 in Haft bzw. dem vorzeitigen Strafvollzug gewesen. Vor diesem Hintergrund geht die Vorinstanz nicht von einer gefestigten familiären Lebensgemeinschaft aus. Trotzdem spricht sie eine nahe, echte und tatsächlich gelebte Beziehung zu seiner Kernfamilie nicht von vornherein ab, zumal die Ehefrau auch nach Einleitung des vorliegenden Strafverfahrens sowie während der langen Trennungszeit zum Beschwerdeführer hielt und ihn mit dem gemeinsamen Sohn regelmässig in Haft bzw. im vorzeitigen Strafvollzug besuchte. Zum Gesundheitszustand hält die Vorinstanz fest, es gehe dem Beschwerdeführer besser und er verspüre keine Beeinträchtigungen mehr. Er versuche, seine Medikamente komplett abzusetzen. Bereits vor der Erstinstanz habe er seinen Gesundheitszustand als gut bezeichnet. Er sei seit Beginn der Haft abstinent von Drogen. Seinen Gesundheitszustand sowie die Suchtproblematik stuft die Vorinstanz nicht von einer Tragweite ein, die einen Aufenthalt in der Schweiz zwingend erfordern würden, zumal auch Bosnien und Herzegowina über ein intaktes Gesundheitswesen verfüge.