Citation: 5A_875/2022 E. 2.3.2

2.3.2. Dem Beschwerdeführer ist insoweit beizupflichten, dass neben dem Konkurs (bzw. einer liquidation judiciaire des französischen Rechts) weitere Insolvenzverfahren existieren, die im Gegensatz zum Konkurs nicht unbedingt zur Liquidation des schuldnerischen Vermögens führen und deren Ziele die Sanierung und die Wiederherstellung der Solvenz des Schuldners sind (BOPP, Sanierung im internationalen Insolvenzrecht der Schweiz, 2004, S. 2). Gemäss Art. 175 IPRG wird eine von der zuständigen ausländischen Behörde ausgesprochene Genehmigung eines Nachlassvertrages oder eines ähnlichen Verfahrens in der Schweiz anerkannt, wobei einige für den internationalen Konkurs geltende Bestimmungen (Art. 166-170 IPRG und Art. 174a-174c IPRG) sinngemäss gelten. Trotz des Ausdrucks "genehmigt" kann ein ausländisches Nachlassverfahren anerkannt werden, sobald es von der zuständigen Behörde eröffnet wurde, d.h. bereits im Stadium der Sistierung der Betreibungen, sodass ein Entscheid, der einer Nachlassstundung entspricht, anerkennungsfähig ist (BGE 137 III 138 E. 2.1; Urteil 5P.189/1996 vom 19. September 1996 E. 3b, publ. in: SJ 1997 S. 101; KREN KOSTKIEWICZ, Schweizerisches Internationales Privatrecht, 2. Aufl. 2018, Rz. 3096).