Citation: U 126/00 19.07.2001 E. 4

4.- Für die Verneinung somatischer Unfallfolgen im Sinne natürlicher Teilkausalität genügt es grundsätzlich, dass mit überwiegender Wahrscheinlichkeit keine der vom Unfall her in Betracht fallenden körperlichen Beeinträchtigungen sich durch objektive Befunde erklären lassen. Nicht erforderlich ist die Diagnose eines ausschliesslich unfallfremden gesundheitlichen Leidens, wie sie etwa rein degenerative Veränderungen darstellen. Dabei ist ohne Belang, dass sich eine erste (Verdachts-)Diagnose nachträglich auf Grund spezieller feinerer Untersuchungsmethoden als unrichtig erweist. So verhält es sich vorliegend, indem keine Anzeichen für ossäre oder ligamentäre Läsionen gefunden werden konnten und aufgrund eingehender, durch bildgebende Verfahren unterstützter Untersuchungen der Reihe nach eine Tendovaginitis stenosans de Quervain, ein Karpaltunnel-Syndrom, eine Synovitis und schliesslich auch ein Morbus Sudeck ausgeschlossen werden konnten. Es kann insoweit auf die im vorinstanzlichen Entscheid richtig, zum Teil wortwörtlich wiedergegebenen fachärztlichen Aussagen verwiesen werden. Der von der Beschwerdeführerin zuletzt konsultierte PD Dr. med. F.________ hat zwar in seinem Bericht vom 10. Februar 1999 die Diagnose eines partiellen Sudeck gestellt. Der Beweiswert dieser Aussage wird indessen, wie die Vorinstanz richtig festhält, dadurch relativiert, dass in der Gesamtbeurteilung gesagt wird, das ganze Bild «könnte» zu diesem Krankheitsbild «passen». Die blosse Möglichkeit eines (partiellen) Morbus Sudeck im Sinne einer klinisch nicht hinreichend gesicherten Annahme genügt aber nicht, um den natürlichen Kausalzusammenhang mit dem Unfall vom 8. Mai 1996 zu begründen. Es kommt dazu, dass Dr. med. K.________ in der «Ärztlichen Beurteilung» vom 8. Juni 1999 die von PD Dr. med. F.________ aufgestellte Hypothese, wonach die Versicherte an einem partiellen Sudeck der rechten Hand leiden könnte, mit ebenso überzeugenden Gründen entkräftet. Dass jener Facharzt dem Ärzteteam Unfallmedizin der SUVA angehört, vermag entgegen den Vorbringen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde den Beweiswert seiner Aussagen nicht zu schmälern. Die Darlegungen des Dr. med. K.________ sind nachvollziehbar, schlüssig und mit Hinweisen auf die wissenschaftliche Literatur belegt. Seine Beurteilung hat er sodann anhand des von PD Dr. med. F.________ beschriebenen CRPS I vorgenommen, welches Syndrom das klassische klinische Bild des Morbus Sudeck umfasst (Heierli/Meyer/Radziwill, Nosologischer Rahmen und Terminologie, in: Algodystrophie [Hrsg. Bär/Felder/Kiener], Luzern/Basel 1998, S. 5 ff.). Im Bericht Dr. med. F._________ vom 27. März 2000 werden die Aussagen Dr. med. K.________ im Übrigen nicht, weder ausdrücklich noch sinngemäss, in Zweifel gezogen. Ebenfalls zu keiner anderen Betrachtungsweise Anlass geben die weiteren in diesem Verfahren eingereichten Arztberichte. Nach dem Gesagten ist die vorinstanzliche Feststellung des Fehlens natürlich kausaler somatischer Unfallfolgen von Bundesrechts wegen nicht zu beanstanden, ebenso nicht der Verzicht auf weitere Beweismassnahmen, insbesondere die beantragte Einholung eines (Ober-)Gutachtens.