Citation: I 467/02 18.05.2004 E. 5

5.1 Der Beschwerdeführer bringt vor, seine Hochtonschwerhörigkeit und deren Bedeutung für seine berufliche Tätigkeit sowie seine privaten und gesellschaftlichen Kontakte habe als Erschwernis beim Hörtest und der anschliessenden Befragung zu wenig berücksichtigt werden können. Dr. med. M.________ sei dies erst nach eingehenden Abklärungen bewusst geworden, so dass er nachträglich unter "Besondere Erschwernisse" zusätzliche Punkte eingesetzt habe. Dabei sei diesem klar gewesen, dass er nicht genau dem Wortlaut der Tarifordnung folge, er habe aber keine andere Möglichkeit gesehen, der Situation gerecht zu werden. Nur sehr differenzierte Hörgeräte seien in der Lage, bei einer Hochtonschwerhörigkeit wesentliche Verbesserungen zu erzielen. Eine einfache und zweckmässige Versorgung heisse in seinem Fall, Geräte zu verwenden, die zwar verhältnismässig teuer, aber doch frei von irgendwelchen Luxusausstattungen seien. Die von ihm verwendeten Geräte zum Preis von rund Fr. 6'600.- (alles inklusive) gehörten sicher dazu. Der in der Indikationsstufe 1 gewährte Beitrag von Fr. 3'700.- sichere die zweckmässige Versorgung nicht. So gesehen müsste er eigentlich den Antrag auf Übernahme der gesamten Kosten stellen, meine aber, dass mit dem in Indikationsstufe 2 gewährten Beitrag eine für einen Normalverdienenden zumutbare Eigenleistung verbunden sei. 5.2 Demgegenüber erwog die Vorinstanz, bei den audiologischen Kriterien habe der Versicherte von 50 möglichen Punkten nur deren 4 erreicht; damit seien die Aussichten auf eine besondere Indikationsstufe zum Vornherein stark vermindert. Offensichtlich habe der Experte nachträglich das Ergebnis der Expertise von Indikationsstufe 1 auf Indikationsstufe 2 erhöht, unter Berücksichtigung von 25 Punkten im Rahmen des zusätzlichen Erschwernisses "Schulische Ausbildung". Damit sei aber lediglich die sich in Ausbildung befindliche Person gemeint, weshalb beim Versicherten keine besonderen Erschwernisse zu berücksichtigen seien und er nur Anspruch auf Hörgeräteversorgung gemäss Indikationsstufe 1 habe. Dass die erwähnten Kriterien der Hörmittelversorgung in der Invalidenversicherung die vom Versicherten erhofften andersartigen Differenzierungen und Gewichtungen nicht berücksichtigten, müsse hingenommen werden. Der Richter könne in die Abgabepraxis nicht eingreifen, solange diese - gestützt auf fachmedizinische Wertungen - den summarischen gesetzlichen Vorgaben, entspreche, plausibel und nicht etwa widersprüchlich sei. 5.3 Dem kantonalen Gericht ist darin beizupflichten, dass mit dem von den Expertenempfehlungen vorgesehenen Kriterium der Sprachentwicklung und schulischen Ausbildung im Rahmen eines zusätzlichen Erschwernisses und damit zusätzlichen 25 Punkten - also einer Erhöhung um eine Indikationsstufe - lediglich Personen erfasst werden, die sich in Ausbildung befinden (Kinder und Erwachsene im IV-Alter; vgl. als Anwendungsfall das vom heutigen Tage datierende Urteil G., I 815/02). Wie Vorinstanz und Verwaltung zutreffend erkannt haben, sind gemäss den Expertenempfehlungen als zusätzliche Erschwernisse für die Berücksichtigung von weiteren 25 Punkten lediglich 3 Kriterien vorgesehen: Behinderungen, welche die Gerätebedienung relevant beeinträchtigen, relevante Sehbehinderung sowie Sprachentwicklung und schulische Ausbildung (Kinder und Erwachsene im IV-Alter). Die Einteilung in eine der Indikationsstufen mit einer Punktevergabe anhand der Kriteriengruppe audiologische Kriterien, sozial-emotionales Handicap und berufliche Kommunikationsanforderungen sowie der möglichen Berücksichtigung eines zusätzlichen Erschwernisses bildet ein von Fachleuten erarbeitetes und aufeinander abgestimmtes System. Dabei wird davon ausgegangen, dass anderen Behinderungen oder Anforderungen im Alltag, die nicht unter die drei zusätzlichen Erschwernisse fallen, bereits mit der Punkteverteilung anhand der Kriteriengruppe gebührend Rechnung getragen wurde. Würde man im Sinne eines Auffangtatbestandes unter dem Titel "zusätzliche Erschwernisse" beliebige zusätzliche Erschwerungen und Anforderungen im Alltag berücksichtigen, würde das Gefüge der tarifarischen Ordnung durcheinander geraten, was nicht angängig ist (Erw. 4). Damit hat es beim vorinstanzlichen Entscheid sein Bewenden.