Citation: 5A_801/2022 E. 4.4.3

4.4.3. Dem hält die Beschwerdeführerin entgegen, die vorliegend lebensprägende Ehe hätte dafür gesprochen, ihr eine Übergangsfrist bis ins Jahr 2026 zu gewähren. Die Lebensprägung spielt in erster Linie für die Frage eine Rolle, ob und wie lange ein Anspruch auf nachehelichen Unterhalt besteht. In welchem Umfang eine Übergangsfrist zu gewähren ist, bestimmt sich in Abhängigkeit vom Grad der Wiederaufnahme oder Ausdehnung einer Erwerbstätigkeit, vom finanziellen Spielraum der Parteien und von weiteren Umständen des Einzelfalles (vgl. BGE 147 III 308 E. 5.4; 144 III 481 E. 4.6 mit Hinweisen). Insofern dient es der Beschwerdeführerin nicht, sich in allgemeiner Weise auf das Vorliegen einer lebensprägenden Ehe zu berufen. Welche konkreten Umstände eine vierjährige Übergangfrist (gerechnet ab Datum des angefochtenen Entscheids) rechtfertigen würden, tut sie nicht dar und ist auch nicht ersichtlich. Zu Recht führte die Vorinstanz aus, die Beschwerdeführerin habe spätestens seit Erlass des Massnahmenentscheids vom 26. November 2019 um ihre Pflicht gewusst, eine Erwerbstätigkeit aufzunehmen bzw. auszuweiten, was denn auch ihre berufliche Aktivität als Hauswartin nach der Trennung und nun als Praxisassistentin bezeugt. Mithin hatte die Beschwerdeführerin vier Jahre Zeit, um ihre Eigenversorgungskapazität aufzubauen bzw. auszuweiten. Eine länger dauernde Übergangsfrist rechtfertigt sich unter diesen Umständen nicht.