Citation: 8C_672/2020 E. 4.5

4.5. Soweit der Beschwerdeführer schliesslich vorbringt, mit Blick auf die Stellungnahme von swiss orthopaedics vom 1. Oktober 2020 (abrufbar über https://www.swissorthopaedics.ch/de/fachwelt/kommissionen-und-expertengruppen/empfehlungen-und-publikationen; Abfrage vom 16. März 2021) zum Urteil des Bundesgerichts 8C_446/2019 vom 22. Oktober 2019 seien die Beurteilungen der beratenden Ärzte der AXA unhaltbar, ist auf Folgendes hinzuweisen: Zunächst ist unklar, inwieweit der hier zu beurteilende Fall und der Sachverhalt gemäss Urteil 8C_446/2019 überhaupt vergleichbar sind, bestehen doch bereits in Bezug auf die diskutierten Läsionen der Rotatorenmanschette Unterschiede. Eine Einzelfallbeurteilung ist jedenfalls unabdingbar. Abgesehen davon ist die Haltung von swiss orthopaedics hinsichtlich der Frage, ob auch ein Sturz mit direktem Schulteranprall geeignet ist, eine Rotatorenmanschettenruptur zu verursachen, wie auch in Bezug auf den Einfluss des Alters keineswegs unumstritten. Die AXA weist diesbezüglich in ihrer Vernehmlassung zu Recht auf eine jüngst publizierte versicherungsmedizinische Beurteilung hin (Der Schultertrauma-Check, Ursachen von isolierten Schädigungen der Rotatorenmanschette und deren [versicherungs-] medizinische Beurteilung, in: Medinfo/Infoméd Nr. 2021/1). Swiss orthopaedics räumt in ihrer Stellungnahme vom 1. Oktober 2020 ausserdem selber ein, dass ihre Sichtweise, wonach durch ein Direkttrauma der Schulter ohne explizit ausgestreckten Arm ebenfalls eine Rotatorenmanschetten-Läsion entstehen könne, nicht wissenschaftlich und reine Meinungsäusserung sei. Auch deshalb genügt ihre zum Urteil 8C_446/2019 ergangene Kritik für sich allein nicht, um im hier zu beurteilenden Fall auch nur geringe Zweifel an den Beurteilungen der beratenden Ärzte des Unfallversicherers zu begründen (vgl. E. 2.3 hiervor). Es ist im Übrigen nicht Aufgabe des Bundesgerichts, den Expertenstreit hinsichtlich des Nachweises der Unfallkausalität von Rotatorenmanschettenrupturen zu entscheiden (vgl. in anderem Zusammenhang: BGE 134 V 231 E. 5.3). Das Gericht hat vielmehr die eingangs aufgeworfene Frage zu beantworten, ob die Vorinstanz Bundesrecht verletzte, indem sie die Leistungseinstellung der AXA per 30. April 2019 bestätigte (vgl. E. 2.1 hiervor). Dabei ist im Wesentlichen zu entscheiden, ob die Vorinstanz die vorhandenen Beweise korrekt und in Nachachtung der Beweiswürdigungsregeln (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) gewürdigt hat, was hier nach dem Gesagten der Fall ist. Insofern kann auch offen bleiben, ob es sich bei der Stellungnahme der swiss orthopaedics vom 1. Oktober 2020 um ein zulässiges Novum (vgl. Art. 99 Abs. 1 BGG) handelt oder nicht (siehe so noch Urteil 8C_740/2020 vom 7. April 2021 E. 4.1).