Citation: 5A_473/2021 E. 3.1

3.1. Das Obergericht erwog, neben der zeitlichen Dauer seien je nach Situation weitere Themenbereiche wie Übergabemodalitäten, Finanzierungsfragen, bereits bekannte Freizeitaktivitäten des Kindes und weiteres mehr zu berücksichtigen. Die Regelung solle einfach und klar verständlich sein und dazu dienen, dass sich die Betreuung im Alltag möglichst einfach und konfliktfrei abwickeln lasse. Immerhin sei nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung eine Festlegung der Betreuungsanteile, bei welcher ein Elternteil von der Betreuung des Kindes an den Wochenenden kategorisch ausgeschlossen werde, selbst dann willkürlich, wenn dem einen Elternteil die Betreuung des Kindes alternierend jeden zweiten Samstag zugestanden werde. Dies werde damit begründet, dass die Wochenenden im familiären Zusammenleben eine zentrale Bedeutung hätten und es dem entsprechenden Elternteil verunmöglicht werde, mit dem Kind je einen Sonntag zu verbringen, an welchem notorisch auch Kontakte zur erweiterten Familie gepflegt und sonstige Familienaktivitäten unternommen würden. Bei der alternierenden Obhut rechtfertige es sich deshalb, unter Vorbehalt einer berufsbedingt abweichenden Regelung, die Betreuungsanteile so festzulegen, dass grundsätzlich beide Eltern in vergleichbarem Ausmass Wochenendtage mit dem Kind verbringen können. In Anlehnung an die bereits heute geltende wöchentliche Regelung der Besuchszeiten erscheine es angemessen, entsprechend dem Antrag des Beschwerdegegners die Betreuungszeiten grundsätzlich jede Woche unter den Parteien aufzuteilen. Ausser ihrer grundsätzlichen Opposition gegen die alternierende Obhut und der Geltendmachung ihres Anspruchs auf Wochenenden habe die Beschwerdeführerin keine Gründe vorgebracht, die gegen eine entsprechende Aufteilung sprächen. Solche hätten sich auch nicht aus der von ihm, dem Obergericht, am 18. Februar 2020 durchgeführten Parteibefragung oder aus dem übrigen Beweisverfahren ergeben. Damit möglichst wenig Übergaben des Kindes zwischen den zerstrittenen Parteien erfolgen müssten, die Wochenenden mit dem Kind auf die Eltern verteilt seien und beide Parteien während insgesamt gleich langer Zeit die Verantwortung für die Betreuung des Kindes wahrnehmen könnten und müssten, erscheine die im Sachverhalt Bst. B im Detail wiedergegebene Regelung als angezeigt. Beide Elternteile seien damit in einer Periode von zwei Wochen für die Betreuung während je 168 Stunden zuständig. Ob einer oder beide Elternteile bei dieser Aufteilung, wie im Übrigen schon bisher, allenfalls Fremdbetreuung in Anspruch nehme, sei nicht massgebend, widerspreche es doch nach Auffassung des Bundesgerichts nicht dem Kindeswohl, wenn bei alternierender Obhut ein Elternteil zur Abdeckung seines Betreuungsanteils die Hilfe von Drittpersonen in Anspruch nehmen müsse. Diese Betreuungsregelung sei zur Ermöglichung der organisatorischen Vorkehren, zur Vorbereitung des Kindes und unter Berücksichtigung der Sommerferien sowie des Schuljahresbeginns am 9. August 2021 unter Einräumung einer entsprechenden Übergangsfrist mit Wirkung ab 1. August 2021, bei dem es sich um einen Sonntag handle, anzuordnen.