Citation: I 112/05 02.08.2005 E. 4.3

4.3.1 In seinem Bericht vom 13. Mai 2002 diagnostizierte Dr. med. P.________ ein chronisches lumbovertebrales/lumbospondylogenes Schmerzsyndrom bei Spondylolisthesis von LWK5, degenerative Veränderungen L4/5 und L5/S1, eine Fehlhaltung sowie massive Adipositas. Vor diesem Hintergrund erachtete er eine wechselbelastende, körperlich leichte Tätigkeit im Umfang von mindestens 50 %, später - unter günstigen Vorzeichen wie einer erheblichen Gewichtsabnahme, einer konsequenten muskulären Aufbauarbeit etc. - allenfalls von 100 % zumutbar. Im Bericht vom 10. April 2003 gelangten die Fachpersonen der EVAL auf Grund der vom 11. November 2002 bis 27. März 2003 durchgeführten beruflichen Abklärungsmassnahmen zum Schluss, dass ohne die durch das Krebsleiden hervorgerufenen gesundheitlichen Beeinträchtigungen eine Leistungsfähigkeit von 70 bis 80 % in abwechselnden leichten Tätigkeiten realistisch gewesen wäre. Dieser Einschätzung schloss sich Dr. med. P.________ im Rahmen seines Berichts vom 15. Juli 2003 an. Am 12. Januar 2004 hielt der Hausarzt fest, die Behandlung des Mammacarcinoms habe zwischenzeitlich abgeschlossen werden können und die Versicherte sei, bezogen auf dieses Krankheitsbild, aktuell beschwerde- bzw. rezidivfrei. Für die momentan bestehende Arbeitsunfähigkeit seien - wie bereits vor der Tumorerkrankung - weiterhin primär die lumbalen Rückenbeschwerden verantwortlich, wobei sich diesbezüglich keine Änderung ergeben habe und er auf die entsprechende Beurteilung in seinen früheren Berichten verweise. Der RAD kam gestützt auf die medizinische Aktenlage zum Ergebnis, dass eine leichte Tätigkeit im Umfang von 70 % zumutbar sei. Dr. med. P.________ fasste seine Arbeitsfähigkeitsbeurteilungen mit Bericht vom 23. März 2004 sodann wie folgt zusammen: Bezüglich des Rückenleidens liege seit 23. April 2001 eine Arbeitsunfähigkeit für körperlich schwere Tätigkeiten von 100 % und seit 17. Mai 2003 ein Leistungsvermögen von ca. 30 % für wechselbelastende leichte Beschäftigungen vor. Hinsichtlich des Tumorleidens sei die Beschwerdeführerin vom 8. April bis 31. Juli 2003 zu 100 % sowie vom 1. August 2003 bis mindestens noch Ende April 2004 zu 50 % arbeitsunfähig (gewesen). Was die Gallenblasenerkrankung anbelange, sei vom 30. November bis Ende Dezember 2003 sowie - voraussichtlich - während dreier Wochen im Mai 2004 von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen. Aktuell bestünde ein aus der Brustkrebserkrankung resultierendes Leistungsunvermögen von 50 % für eine leidensangepasste Tätigkeit. In seinem Bericht vom 25. Januar 2005 präzisierte Dr. med. P.________, dass er sich am 15. Juli 2003 der Arbeitsfähigkeitsschätzung der EVAL (vom 10. April 2003) angeschlossen habe, "wohl wissend, dass dies nur unter optimalen Voraussetzungen zu erreichen ist (Erreichung Normalgewicht, regelmässiges zusätzliches muskuläres Training, optimale psychische Verfassung)." Da diese Bedingungen indes in keiner Weise hätten erfüllt werden können, sei er aktuell der Überzeugung, dass die Beschwerdeführerin, wie bereits anlässlich der ersten Beurteilung vom 13. Mai 2002 ausgeführt, eine leichte, wechselbelastende Tätigkeit lediglich im Umfang von 50 % auszuüben vermöge. Dem Bericht der Frau Dr. med. L.________ vom 27. Januar 2005 ist ferner zu entnehmen, dass die Versicherte sich zufolge einer reaktiven Depression seit 22. März 2004 in psychiatrischer/psychotherapeutischer Behandlung befindet. 4.3.2 Aus dieser Aktenlage erhellt, dass bezogen auf die mit Verfügungen vom 10. Oktober 2003 per 1. Juni 2003 zugesprochene ganze Invalidenrente insofern eine revisionsrechtlich erhebliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnisse eingetreten ist, als die Tumorbehandlung im Januar 2004 abgeschlossen werden konnte und die Versicherte bezüglich dieser Krankheit - wie auch der Gallenblasenerkrankung - unter keinen die Leistungsfähigkeit vermindernden somatischen Folgen mehr leidet. Entgegen der Annahme von Vorinstanz und Verwaltung kann jedoch angesichts der Aussagen des Dr. med. P.________ keine zwischenzeitliche Verbesserung der Rückenbeschwerden in dem Sinne angenommen werden, dass sich die Arbeitsfähigkeit von zuvor 50 auf nunmehr 70 % erhöht hätte. Wie der Arzt insbesondere mit Bericht vom 25. Januar 2005 unter Bezugnahme auf seine Arbeitsfähigkeitsschätzung vom 13. Mai 2002 überzeugend darlegt - und auf welche Beurteilung die Beschwerdegegnerin anlässlich der Zusprechung einer halben Rente rückwirkend ab 1. April 2002 denn auch abgestellt hat (vgl. Verfügungen vom 10. Oktober 2003) - entspricht ein Leistungsvermögen von 70 % und mehr einem unter sämtlichen Vorzeichen optimalen Zustand (massive Gewichtsreduktion, Muskelaufbau, gute psychische Verfassung etc.), welcher unbestrittenermassen im massgeblichen Zeitpunkt des Einspracheentscheides vom 15. März 2004 (noch) nicht vorlag. Mit Abschluss der Tumorbehandlung Ende Januar 2004 ist folglich in dem Masse eine revisionsrechtlich relevante Verbesserung der gesundheitlichen Verhältnisse - und damit des Leistungsvermögens - der Beschwerdeführerin eingetreten, als ihr die Ausübung einer ihren Rückenleiden angepassten Tätigkeit wieder im Umfang von 50 % zumutbar ist. Ob allenfalls mit der seit 22. März 2004 bei Frau Dr. med. L.________ aufgenommenen psychiatrischen/psychotherapeutischen Behandlung bzw. dem dieser zugrunde liegenden Krankheitsbild (reaktive Depression) auch eine Verminderung des Leistungsvermögens einhergeht, bildet, da nicht den massgeblichen Beurteilungszeitraum bis zum Erlass des Einspracheentscheides (vom 15. März 2004) betreffend (vgl. BGE 130 V 446 Erw. 1.2 mit Hinweisen), nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens (BGE 121 V 366 Erw. 1b in fine mit Hinweis).