Citation: 2P.40/2006 20.04.2006 E. 1

1.1 Über Beurteilungen der Schüler und deren schulische Folgen entscheidet in den Schulen der Gemeinden - wie hier der Sekundarschule A.________ - der Gemeinderat abschliessend (Art. 54 Abs. 3 des Ausserrhodischen Gesetzes vom 24. September 2000 über Schule und Bildung [Schulgesetz]). Nach dem Grundsatz der Einheit des Verfahrens kann damit auch sein Zwischenentscheid, mit dem er das Gesuch der Beschwerdeführerin um Erlass des Kostenvorschusses für das Rekursverfahren abgewiesen hat, im Kanton nicht (mehr) angefochten werden (vgl. Ulrich Zimmerli/Walter Kälin/Regina Kiener, Grundlagen des öffentlichen Verfahrensrechts, Bern 2004, S. 40 f.; Alfred Kölz/Isabelle Häner, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. Aufl., Zürich 1998, N 518; René Rhinow/Heinrich Koller/Christina Kiss, Öffentliches Prozessrecht und Justizverfassungsrecht des Bundes, 1996, N 981 f. und N 1472; Fritz Gygi, Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Aufl., Bern 1983, S. 143). 1.2 Gegen diesen kantonal letztinstanzlichen Zwischenentscheid, der das kantonale Rekursverfahren nicht abschliesst, ist nach Art. 87 Abs. 2 OG die staatsrechtliche Beschwerde zulässig, sofern er einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil bewirken kann. Zwischenentscheide, mit denen die unentgeltliche Rechtspflege verweigert wird, haben in der Regel einen solchen Nachteil zur Folge (BGE 129 I 129 E. 1.1, mit Hinweisen). Dies trifft auch auf den hier in Frage stehenden Beschluss zu. Die Anhandnahme des Rekurses der Beschwerdeführerin wird im angefochtenen Beschluss von der Bezahlung des Kostenvorschusses abhängig gemacht. Wird der Vorschuss nicht rechtzeitig bezahlt, wird auf den Rekurs nicht eingetreten. Damit kann der angefochtene Beschluss für die Beschwerdeführerin, handelnd durch ihren unbestrittenermassen bedürftigen Vater, einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil bewirken. Der Beschluss des Gemeinderates ist daher mit staatsrechtlicher Beschwerde anfechtbar. 1.3 Die Beschwerdefrist von dreissig Tagen (Art. 89 Abs. 1 OG) ist längst abgelaufen. Die Beschwerdeführerin wandte sich auf Grund der unzutreffenden Rechtsmittelbelehrung (oben E. 1.1) zunächst an den Regierungsrat, der zu Recht auf den Rekurs nicht eintrat. Da die nicht durch einen Rechtsanwalt vertretene Beschwerdeführerin diesen Mangel nicht ohne weiteres hätte erkennen müssen, darf ihr daraus jedoch kein Nachteil entstehen (vgl. BGE 129 II 125 E. 3.3 S. 134). 1.4 Die Beschwerdeführerin besucht seit Sommer 2005 das Gymnasium (3. Klasse) in B.________ und bewährt sich dort nach ihren eigenen Angaben "bestens". Unter diesen Umständen fehlt es ihr in der Hauptsache grundsätzlich an einem aktuellen Interesse, die Zeugnisnoten der Gemeindeschule, die einem Übertritt ins Gymnasium offensichtlich nicht entgegenstanden, nun nachträglich noch überprüfen zu lassen. Es kommt hinzu, dass ein Zeugnis und erst recht einzelne Zeugnisnoten, die für den Übertritt in eine höhere Schule nicht ausschlaggebend sind, keine anfechtbaren Verfügungen sind, da sie die Rechtsstellung des Schülers nicht unmittelbar beeinflussen (vgl. Urteil 2P.21/1996 vom 21. November 1996 E. 2a mit Hinweis). Es ist auch nicht ersichtlich, inwiefern die in Frage stehende Bewertung für eine spätere Weiterbildung massgebend wäre. Die Frage muss indessen nicht entschieden werden, da sich die Beschwerde ohnehin als unbegründet erweist. 1.5 Nach Art. 90 Abs. 1 lit. b OG muss eine staatsrechtliche Beschwerde die wesentlichen Tatsachen und eine kurz gefasste Darlegung darüber enthalten, welche verfassungsmässigen Rechte bzw. welche Rechtssätze und inwiefern sie durch den angefochtenen Entscheid verletzt worden sind. Im Verfahren der staatsrechtlichen Beschwerde prüft das Bundesgericht nur klar und detailliert erhobene Rügen. Auf ungenügend begründete Rügen und rein appellatorische Kritik am angefochtenen Entscheid tritt es nicht ein (BGE 125 I 492, E. 1b). Diesen Anforderungen vermag die vorliegende Beschwerde kaum zu genügen. Die Frage, ob schon deshalb auf die Beschwerde nicht einzutreten sei, kann aber offen gelassen werden, da sie ohnehin unbegründet ist. Soweit die Beschwerdeführerin "zur Beweisführung" ohne genaue Bezeichnung einzelner Aktenstücke lediglich "auf die Verfahrensakten" verweist, ist darauf nicht einzutreten, da die Begründung in der Beschwerdeschrift selber enthalten sein muss (vgl. BGE 115 Ia 27 E. 4a).