Citation: 5A_681/2022 E. 5.4.2

5.4.2. Ansonsten beschränken sich die Beschwerdeführer darauf, ihre eigene Sicht der Dinge darzulegen. Mit dem Argument des Kantonsgerichts, es könne für eine Entschädigungspflicht nicht entscheidend sein, ob der Erbenvertreter eine Nutzung zugestanden habe, sondern Voraussetzung sei allein, ob und in welchem Umfang eine Nutzung bestanden habe und zu bezahlen sei, setzen sie sich nicht auseinander. Dass der Beschwerdeführer 1 für die Tätigkeiten, die er im Auftrag des Erbenvertreters geleistet hat, separat und vollständig entschädigt wurde, und er nicht dargetan hat, inwiefern er darüber hinaus Anspruch auf eine Entschädigung hätte, bestreiten die Beschwerdeführer nicht. Sie stellen sich ausschliesslich auf den Standpunkt, der Erbenvertreter könne für die Erben verbindliche Entscheide fällen. 5.4.2.1. Der Erbenvertreter wird für die Erbengemeinschaft bestellt und nicht als Vertreter und im Interesse eines einzelnen Erben. Er ist im Rahmen seines Auftrags gesetzlicher Vertreter der Erbengemeinschaft, die er ohne ihre Zustimmung oder nachträgliche Genehmigung berechtigen und verpflichten kann, und schliesst im ihm übertragenen Tätigkeitsbereich eigenes Handeln der Erben für den Nachlass aus. Für die Regelung rein interner Zwistigkeiten ist die Erbenvertretung nicht geeignet und auch nicht vorgesehen. Doch kann sie dafür sorgen, dass die Erbschaft im Interesse aller Erben verwaltet wird und Eigenmächtigkeiten einzelner Erben unterbunden werden. Der Erbenvertreter hat die zweckmässige Verwaltung der Nachlassgegenstände zu gewährleisten (zum Ganzen: Urteil 5A_781/2017 vom 20. Dezember 2017 E. 2.3 mit Hinweisen, in: ZBGR 100/2019 S. 220). 5.4.2.2. Vorliegend hat der Erbenvertreter zugunsten eines Erben einen Entscheid getroffen, der sich zum Nachteil der anderen Erben auswirkt. Es geht mithin nicht um ein Aussen-, sondern um ein Innenverhältnis. Wenn der Erbenvertreter im Innenverhältnis ungerechtfertigterweise im Interesse eines einzelnen Erben handelt, verbietet das Bundesrecht nicht, diesem Fehler im Rahmen der Erbteilung Rechnung zu tragen und ihn entsprechend zu korrigieren. Das ist hier geschehen; in diesem Punkt erweisen sich die Rügen der Beschwerdeführer als unbegründet.