Citation: 1C_254/2017 E. 9.8

9.8. Das BAFU führte diesbezüglich in seiner Vernehmlassung zusammengefasst aus, in der wissenschaftlichen Literatur gebe es mittlerweile mehrere Forschungsberichte zum Einfluss von hochfrequenter nichtionisierende Strahlung auf Pflanzen. Die Autoren dieser Berichte kämen übereinstimmend zum Schluss, dass diese Strahlung in Pflanzen oder in pflanzlichen Zellkulturen biologische Effekte auslösen könne. Darüber, ob diese für Pflanzen schädlich seien, gebe es derzeit allerdings nur Hypothesen, keine Nachweise. Die Ergebnisse der vergleichsweise wenigen Studien zu dieser Thematik seien variabel und hingen von der Art der Strahlung und der betroffenen Spezies ab. Für die von der Beschwerdeführerin geforderte Verschiebung der geplanten Sendeanlage wegen der besonderen Empfindlichkeit der Pflanzen ihrer Gärtnerei fehle daher der notwendige konkrete Nachweis, auf dessen Grundlage verschärfte Emissionsbegrenzungen geprüft und angeordnet werden könnten. Zudem wären günstige Standorte und Anpassungen der Antennenhöhe und -abstrahlung ohne eine übermässige Reduktion der Leistung der Antenne nicht mehr möglich, wenn vorsorgliche Emissionsbegrenzungen für Pflanzen vorgesehen würden, da diese praktisch überall im Lebensraum vorkämen. Demnach seien vorliegend keine über die NISV hinausgehenden vorsorglichen Emissionsbegrenzungen anzuordnen.