Citation: 4A_262/2022 E. 3.1

3.1. Gemäss Art. 71 ZPO setzt die einfache Streitgenossenschaft ein Dreifaches voraus: - Erstens, dass Rechte und Pflichten zu beurteilen sind, die auf gleichartigen Tatsachen oder Rechtsgründen beruhen (Art. 71 Abs. 1 ZPO). - Zweitens muss für die einzelnen Klagen die gleiche Verfahrensart anwendbar sein (Art. 71 Abs. 2 ZPO). - Drittens verlangt Art. 71 ZPO stillschweigend und analog zu Art. 90 lit. a ZPO, dass die gleiche sachliche Zuständigkeit für alle eingeklagten Ansprüche gilt (BGE 145 III 460 E. 4.1.2; 142 III 581 E. 2.1; 138 III 471 E. 5.1). Die eingeklagten Ansprüche müssen nach Art. 71 Abs. 1 ZPO nicht kumulativ, sondern lediglich alternativ auf gleichartigen (also nicht gleichen) Tatsachen oder Rechtsgründen beruhen. Die erforderliche Gleichartigkeit liegt dabei vor, wenn die Bildung einer einfachen Streitgenossenschaft im Hinblick auf den Prozessstoff zweckmässig erscheint, sei dies aus prozessökonomischen Gründen oder zur Vermeidung widersprüchlicher Urteile (BGE 145 III 460 E. 4.2.1; 142 III 581 E. 2.1).