Citation: 8C_628/2022 E. 4.2.6

4.2.6. Nach dem Gesagten durfte die Vorinstanz auf den Bericht der behandelnden Psychiaterin vom 4. September 2021 abstellen. Richtig ist zwar, dass eine direkte Leistungszusprache einzig gestützt auf die Angaben der behandelnden Ärzte kaum je in Frage kommt (BGE 135 V 465 E. 4.5; 125 V 351 E. 3a/cc; Urteil 9C_683/2020 vom 22. Februar 2021 E. 5.1.2). Diese Zurückhaltung gründet auf der Erfahrungstatsache, dass Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung im Zweifelsfall eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen. Eine solche Konstellation liegt hier gerade nicht vor, weshalb die Beschwerdeführerin aus dieser Rechtsprechung nichts zu ihren Gunsten ableiten kann. Ohnehin befreit die genannte Erfahrungstatsache das Gericht nicht von seiner Pflicht zu einer korrekten Beweiswürdigung, bei der auch die von der versicherten Person aufgelegten Berichte mitzuberücksichtigen sind. Entgegen der Sichtweise der Beschwerdeführerin erscheint es somit nicht bundesrechtwidrig, wenn die Vorinstanz dem Bericht der med. pract. E.________ hinsichtlich der festgestellten Verbesserung des Gesundheitszustands entscheidendes Gewicht beimass, zumal die Ärztin die versicherte Person seit Beginn der Behandlung kennt und ausserdem gar keine divergierenden fachärztlichen Berichte vorliegen. Nach den verbindlichen Feststellungen der Vorinstanz (vgl. E. 1.1 hiervor) standen die Einschätzungen der med. pract. E.________ nämlich durchwegs in Übereinstimmung mit den jeweils zeitnahen fachärztlichen Beurteilungen und den Einschätzungen der involvierten Fachpersonen. Indem das kantonale Gericht im Rahmen ihrer Beweiswürdigung zur Überzeugung gelangte, auch hinsichtlich der aktuellsten Einschätzung gemäss Bericht vom 4. September 2021 bestünden keine Zweifel, hat sie weder Beweise willkürlich gewürdigt (vgl. E. 1.3 hiervor) noch sonstwie Bundesrecht verletzt.