Citation: 9C_555/2018 E. 5.2

5.2. Die IV-Stelle bemängelt, eine Verschlechterung des Gesundheitszustands sei unbewiesen. Der psychiatrische Gerichtsgutachter gehe von einer seit Dezember 2003 bestehenden Arbeitsunfähigkeit von 100 % aus. Es stelle sich deshalb die Frage, ob das neue Gesuch unter dem Gesichtswinkel von Art. 17 Abs. 1 ATSG (Revision bei erheblicher Änderung des Invaliditätsgrades) hätte abgewiesen werden müssen. Gemäss rechtskräftiger Verfügung vom 29. November 2007 lag indes zum damaligen Zeitpunkt keine rentenbegründende Invalidität vor, da die Arbeitsunfähigkeit nicht durch Folgeschäden der Drogensucht, sondern durch das Suchtverhalten selbst verursacht gewesen sei. Demgegenüber ist - mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (vgl. dazu BGE 126 V 353 E. 5b S. 360) - erstellt, dass die zum Zeitpunkt der Verfügung über die Neuanmeldung (3. Dezember 2014) bestehende Arbeitsunfähigkeit in der organischen Persönlichkeitsstörung begründet war (vgl. vorne E. 4). Weder stellt es die Feststellungen zum aktuellen Gesundheitszustand und Leistungsvermögen entscheidend in Frage, dass der psychiatrische Experte rückblickend für nachvollziehbar hält, dass eine Arbeitsunfähigkeit bereits seit Ende 2003 bestanden habe - zumal der Gutachter diese nicht etwa bereits ab 2003, sondern nur "zumindest ab dem Begutachtungstermin" auf die psychiatrische Erkrankung zurückführt -, noch lässt sich daraus ableiten, es sei seit der letztmaligen Rentenprüfung zu keiner Verschlechterung des Gesundheitszustands gekommen. Die Rüge verfängt mithin nicht.