Citation: 2C_891/2022 E. 6.5.1

6.5.1. Aus der zitierten bundesgerichtlichen Rechtsprechung und den Entscheiden des europäischen Gerichtshofs ergibt sich, dass es Personen, die ein Aufenthaltsrecht gestützt auf Art. 6 FZA i.V.m. Art. 24 Abs. 1 Anhang I FZA geltend machen, grundsätzlich frei steht, wie sie diesen Nachweis erbringen, solange die vorgelegten Beweismittel hierfür geeignet sind. Eine Verpflichtungserklärung einer solventen Drittperson (oder eine entsprechende Unterhaltsvereinbarung/-garantie) stellt dabei grundsätzlich ein taugliches Mittel dar, um das Vorhandensein ausreichender finanzieller Mittel zu belegen (eine solche war auch in der Fallkonstellation in Kommission gegen Belgien vorhanden: vgl. das Urteil Kommission gegen Belgien, a.a.O., Randnr. 19). Die Behörden müssen die vorgelegten Nachweise unter Beachtung des effet utile des Freizügigkeitsabkommens beurteilen und dürfen diesbezüglich keine übermässig hohen Anforderungen stellen, drohen diese doch andernfalls eine prohibitive Wirkung zu entfalten, indem Freizügigkeitsberechtigte ihretwegen davon absehen, von den ihnen zustehenden Rechten Gebrauch zu machen. Dies würde wiederum dem Ziel des Abkommens zuwiderlaufen.