Citation: 1C_590/2023 E. 4.1

4.1. Wie die Beschwerdegegnerin in ihrer Vernehmlassung ausführt und das BAFU bestätigt, ist ein gesamter Neigungswinkel von +0° für adaptiv betriebene Antennen üblich, da diese die Möglichkeit haben, Signale mittels "Beamforming" in einen breiten Versorgungsbereich auszusenden (vgl. Urteil 1C_100/2021 vom 14. Februar 2023 E. 4). Dies wird vom Beschwerdeführer nicht bestritten; er macht jedoch geltend, im Baugesuch bzw. im Standortdatenblatt sei kein adaptiver Betrieb beantragt und dieser daher auch nicht bewilligt worden. Die Anlage dürfe daher (auch im Frequenzbereich 3'600 MHz) nur statisch (konventionell) betrieben werden. Er beruft sich hierfür auf das Urteil 1C_100/2021 vom 14. Februar 2023 E. 2.2. Dort wurde jedoch lediglich ausgeführt, dass adaptive Antennen auch nicht adaptiv betrieben werden könnten und in diesem Fall nicht als adaptive Antennen gelten. Ob ein adaptiver Betrieb beantragt bzw. bewilligt worden ist, ist eine Frage der Auslegung des Baugesuchs bzw. der Baubewilligung. Das Verwaltungsgericht ging von einem adaptiven Betrieb der Antennen Nrn. 7-9 aus; die Tatsache, dass dies im Standortdatenblatt nicht ausdrücklich festgehalten werde, sei darauf zurückzuführen, dass die Vollzugsvorschriften zum Zeitpunkt der Einreichung des Baugesuchs noch nicht an adaptive Antennen angepasst gewesen seien und das Standortdatenblatt daher noch keine Rubrik zum adaptiven Betrieb enthalten habe (E. 9.3.3 des angefochtenen Entscheids). Dies erscheint plausibel. Für einen adaptiven Betrieb der genannten Antennen spricht zudem der im Standortdatenblatt angegebene Neigungswinkel von + 0°, aus den vom Beschwerdeführer selbst genannten Gründen. Im Übrigen hielt die Beschwerdegegnerin in ihrer Stellungnahme zu den Einsprachen vom 15. Mai 2020 (Rz. 25) ausdrücklich fest, dass in der Frequenz 3'600 MHz adaptive Mobilfunkanlagen verwendet würden, mit dem Hinweis, Swisscom bringe die neueste Technologie nach Oberdorf; deren Vorteile wurden in Rz. 54 näher dargelegt (Möglichkeit der gleichzeitigen Versorgung verschiedener Benutzerinnen und Benutzer mit verschiedenen Sendekeulen von unterschiedlicher Sendeleistung mit daraus resultierenden hohen Datenraten und einer optimierten Reichweite bei geringsten Störungen). Diese Ausführungen durften von den zuständigen Behörden als Bestätigung des adaptiven Betriebs verstanden und die Anlage entsprechend bewilligt werden.