Citation: U 355/02 19.11.2003 E. 3.3

3.3.1 Die Beschwerdeführerin leidet offenbar seit dem Unfall neben Kopf- und Nackenbeschwerden auch an Kreuzschmerzen. Ab dem 14. September 1994 war sie deshalb bei Dr. med. E.________ in Behandlung (Bericht vom 6. März 1995). Das diagnostizierte funktionelle Cervico- und Lumbovertebralsyndrom konnte im Winter 1994/1995 erfolgreich therapeutisch angegangen werden, so dass die Nacken- und Kreuzschmerzen verschwanden. In der Folge wurden lediglich Kopfschmerzen geklagt. Weder bei der Untersuchung durch den Neurologen Prof. Dr. med. F.________ am 22. August 1995 noch bei derjenigen durch den Kreisarzt Dr. med. G.________ am 8. Dezember 1995 wurden Rückenbeschwerden erwähnt. Im Jahre 1999 begab sich die Versicherte bei Dr. med. H.________ in hausärztliche Betreuung, welcher hartnäckig rezidivierende Lumbalgien bei weitgehend unauffälligen Röntgenbefunden feststellte. In der Befragung vom 19. November 1999 durch einen Inspektor der SUVA gab die Beschwerdeführerin an, die Rückenbeschwerden hätten kurze Zeit (1 Monat) nach der Behandlung bei Dr. med. E.________ wieder begonnen und würden seitdem mit unterschiedlicher Intensität anhalten. Bei Dr. med. I.________ beklagte sich die Versicherte im Jahre 1997 über permanente Schmerzen im Bereich der BWS, wobei die in diesem Zusammenhang erstellten Röntgenbilder normale Befunde ergaben (Bericht vom 24. Dezember 1999 mit Verweis auf einen Bericht des Spitals X.________ vom 30. April 1997). Insgesamt zeigt sich, dass die Beschwerdeführerin seit kurz nach dem Unfall mit unterschiedlicher Intensität an Rückenbeschwerden leidet, objektivierbare organische Befunde dieser Beschwerden liegen nicht vor. 3.3.2 Dieser Zusammenhang lässt sich in rechtsgenüglicher Weise auch nicht aus der von der Beschwerdeführerin aus einem anderen Verfahren übernommenen ärztlichen Aussage ableiten, wegen der vorbestehenden Hyperlaxität könne ein Trauma zu Folgeschäden führen. Dr. med. J.________ hat in Kenntnis der von ihm diagnostizierten Hyperlaxität ausgeführt, der Zusammenhang zwischen Trauma und Rückenbeschwerden sei schwierig zu beurteilen, was darauf schliessen lässt, dass dieser Arzt der Hyperlaxität bezüglich der Beantwortung der Kausalitätsfrage keine besondere Bedeutung zumisst (Bericht vom 4. September 2001). Anzumerken bleibt, dass kein Arzt, auch nicht Dr. med. J.________, weitere Abklärungen für nötig oder sinnvoll erachtete. Insbesondere die einleuchtende Aussage des Letztgenannten, der Zusammenhang zwischen Unfall und Beschwerdeproblematik sei im Nachhinein schwierig festzustellen, spricht im Übrigen gegen die Vornahme von weiteren medizinischen Abklärungen, da diese mit Bezug auf die Kausalitätsfrage keine eindeutigen Ergebnisse erbringen könnten und somit keine neuen Erkenntnisse zu erwarten sind (antizipierte Beweiswürdigung; SVR 2001 IV Nr. 10 S. 28 Erw. 4b mit Hinweisen auf BGE 124 V 94 Erw. 4b und 122 V 162 Erw. 1d). 3.3.3 Nach Auffassung des Kreisarztes Dr. med. D.________ sind die Schmerzen im Bereich der BWS und LWS keine Unfallfolgen, sondern auf die Rumpfmuskelinsuffizienz zurückzuführen (Abschlussuntersu-chung vom 5. Juni 2000). Dr. med. J.________, FMH für Innere Medizin, speziell Rheumatologie, medizinische Kräftigungstherapie, diagnostizierte unter anderem ein chronisch rezidivierendes Lumbovertebralsyndrom, welches gegenüber dem zervikovertebralen Syndrom allerdings etwas im Hintergrund stehe; er sieht einen Zusammenhang zwischen den chronisch rezidivierenden Kreuz-schmerzen und einer Hyperlordose sowie einer Hyperlaxität bei muskulären Dysbalancen und Insuffizienzen (Bericht vom 4. September 2001). Es sei "retrospektiv schwierig zu beurteilen, ob die Beschwerde-problematik im Zusammenhang mit den Funktionsstörungen im Bereich der HWS als Folge des Traumas aufgetreten ist", wobei er darauf hin weist, dass vor dem Unfallereignis keine Beschwerden in diesem Ausmass vorhanden gewesen wären. Die ärztlichen Berichte stimmen insofern überein, als die Ursache für die Rückenschmerzen in der muskulären Insuffizienz gesehen wird. Die Frage, ob das Unfallereignis vom 3. Februar 1994 hiefür eine (Teil-) Ursache darstellt, wird vom Kreisarzt Dr. med. D.________ verneint, von Dr. med. J.________ letztlich offen gelassen. Wenn die Vorinstanz deshalb davon ausging, die Unfallkausalität der Beschwerden im Bereich der BWS und LWS sei nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen, so ist dieser Auffassung beizupflichten. Der Hinweis von Dr. med. J.________ auf das dem Unfallereignis zeitlich nachgehende Auftreten der Rückenschmerzen beweist für sich allein die natürliche Kausalität zwischen Unfallereignis und Beschwerden nicht, da nicht einfach in Anwendung der Maxime "post hoc ergo propter hoc", wonach eine gesundheitliche Schädigung schon dann als durch den Unfall verursacht gilt, weil sie nach diesem aufgetreten ist (vgl. BGE 119 V 341 f.), auf einen natürlichen Kausalzusammenhang geschlossen werden kann. 3.3.4 Wenn die Versicherte in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde vorbringt, die Rückenbeschwerden seien insofern als Folge des Unfalles zu betrachten, als sie wegen des Unfalls ihre sportlichen Aktivitäten aufgegeben habe, wodurch die muskuläre Insuffizienz herbeigeführt worden sei, so wird dieser Argumentation eine gewisse Plausibilität nicht abgesprochen; allerdings manifestierten sich die Rückenschmerzen erstmalig schon kurz nach dem Unfall, was gegen die von der Beschwerdeführerin vertretene Annahme spricht. In jedem Fall genügt sie nicht, um eine natürliche Kausalität im Sinne eines überwiegend wahrscheinlichen Zusammenhangs zu begründen. Ähnliches gilt bezüglich des weiteren Einwandes, die Wirbelsäule sei als Einheit zu betrachten, weshalb es nicht angehe, Beschwerden im HWS-Bereich als unfallkausal, solche im BWS- oder LWS-Bereich aber als unfallfremd zu qualifizieren. Wenn- wie im vorliegenden Fall - der Nackenbereich durch das Unfallereignis direkt betroffen ist, ist die Unfallkausalität von nachfolgenden Schmerzen in diesem Segment eher zu bejahen als bei geklagten Beschwerden in nicht betroffenen Abschnitten der Wirbelsäule. Angesichts der Tatsache, dass die Beschwerdeführerin primär eine Kopfverletzung erlitt, in der ersten Zeit und bis ins Jahr 1999 die Kopf- und Nackenbeschwerden meist im Vordergrund standen, während die sonstigen Rückenbeschwerden erst später auftraten oder sich verstärkten, ist die von der Beschwerde-gegnerin gestützt auf die Arztberichte vorgenommene unterschiedliche Beurteilung der Kausalität der Beschwerden im HWS-Bereich einerseits und solchen im BWS- und LWS-Bereich andererseits nicht zu beanstanden. Mit der Vorinstanz ist deshalb die natürliche Kausalität zwischen dem Unfallereignis vom 3. Februar 1994 und den geklagten Rückenbeschwerden im Bereich der BWS und LWS ebenfalls zu verneinen. Fehlt es am natürlichen Kausalzusammenhang, erübrigt sich eine Prüfung der adäquaten Kausalität, womit eine Leistungspflicht des Unfallversicherers für die hier zu beurteilenden Knie- und Rückenbeschwerden entfällt.