Citation: 1A.60/2001 26.10.2001 E. 1

1.- Das Bundesgericht prüft von Amtes wegen und mit freier Kognition, ob und inwieweit auf ein Rechtsmittel einzutreten ist (BGE 127 I 92 E. 1; II 198 E. 2). a) Nach Art. 103 lit. a OG ist zur Erhebung einer Verwaltungsgerichtsbeschwerde legitimiert, wer durch den angefochtenen Entscheid berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an seiner Aufhebung oder Änderung hat. Dieses Interesse kann rechtlicher oder auch bloss tatsächlicher Natur sein und braucht mit dem Interesse, das durch die vom Beschwerdeführer als verletzt bezeichneten Normen geschützt wird, nicht übereinzustimmen. Immerhin wird verlangt, dass ein Beschwerdeführer durch den angefochtenen Entscheid stärker als jedermann betroffen ist und in einer besonderen, beachtenswerten, nahen Beziehung zur Streitsache steht. Ein schutzwürdiges Interesse liegt vor, wenn die tatsächliche oder rechtliche Situation des Beschwerdeführers durch den Ausgang des Verfahrens beeinflusst werden kann (BGE 124 II 581 E. 1; 121 II 176 E. 2a S. 177 f.; 120 Ib 379 E. 4b S. 386, je mit Hinweisen). Nachdem Josef Röllin am 2. April 2001 Verwaltungsgerichtsbeschwerde ans Bundesgericht erhoben hatte, veräusserte er am 5. April 2001 seine in Finstersee gelegenen Grundstücke samt der hier strittigen Kompostieranlage an seine Schwester Verena Röllin. Die Veräusserung der umstrittenen Kompostieranlage hat grundsätzlich keinen Einfluss auf die Legitimation in der Sache, hat er doch je nach Verfahrensausgang allenfalls Gewährleistungsansprüche der Käufe- rin oder behördliche Forderungen für Ersatzvornahmen zu gewärtigen (Art. 21 BZP i.V.m. Art. 40 OG; BGE 116 Ia 221 E. 1b; 110 Ib 93). Fraglich kann nur sein, ob auch die Erwerberin beschwerdelegitimiert ist. Das ist zu bejahen, weil sie als neue Eigentümerin der Kompostieranlage offensichtlich ein eigenes, schutzwürdiges Interesse an der Aufhebung der angefochtenen Verfügung hat. So auch Isabelle Häner (Die Beteiligten im Verwaltungsverfahren und Verwaltungsprozess, Zürich 2000, Rz. 369 ff., insbesondere 374 f.), die in der Nicht-Zulassung des Rechtsnachfolgers, welcher ein eigenes schutzwürdiges Anfechtungsinteresse hat, eine Rechtsverweigerung sieht. b) Das BUWAL hält in seiner Stellungnahme fest, Streitgegenstand im Verfahren vor Bundesgericht sei lediglich die am 16. April 1999 verfügte Stilllegung der Anlage. Dieser Auffassung kann nicht gefolgt werden. Das Verwaltungsgericht hielt fest, dass der bedingt ausgesprochene Rückzug der Beschwerde vom 1. Oktober 1998 mit der Beschwerde vom 22. Mai 1999 "gegenstandslos" geworden war. Es beurteilte daher sowohl die Beschwerde gegen die Verfügung vom 2. September 1998 über die Duldung von Massnahmen als auch diejenige vom 16. April 1999 über die Stilllegung der Kompostieranlage. Dementsprechend ist in seinem Urteilsdispositiv unter Ziffer 1 denn auch von Beschwerden die Rede. Streitgegenstand vor dem Bundesgericht, bei dem das Urteil des Verwaltungsgerichts insgesamt angefochten wurde, bilden demnach beide Verfügungen. c) Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Ermessens gerügt werden (Art. 104 lit. a OG). Eine Kontrolle der Angemessenheit fällt hingegen, abgesehen von hier nicht zutreffenden Ausnahmen, ausser Betracht (Art. 104 lit. c OG). Zu dem im Rahmen der Verwaltungsgerichtsbeschwerde überprüfbaren Bundesrecht gehört auch das Bundesverfassungsrecht, soweit die Rüge eine Angelegenheit betrifft, die in die Sachzuständigkeit der eidgenössischen Verwaltungsrechtspflegeinstanzen fällt (BGE 124 II 517 E. 1 S. 519; 123 II 385 E. 3 S. 388). d) Gemäss Art. 53 GSchG richten sich die Zwangsmassnahmen zur Durchsetzung des Gewässerschutzgesetzes nach Art. 41 VwVG, soweit das kantonale Recht keine oder keine strengeren Vorschriften enthält. Die Beschwerdeführer bestreiten, dass die Voraussetzungen für die von der Behörde verfügte Ersatzvornahme und die vorläufige Schliessung des Betriebs gegeben waren, machen aber nicht geltend, dass kantonales Vollstreckungsrecht sei verfassungswidrig angewendet worden. Diese Rügen haben die Beschwerdeführer daher zu Recht in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde erhoben, zu- mal im übrigen auch die Konnexität zu bundesverwaltungsrechtlichen Fragen anzunehmen wäre. Da diese und die übrigen Sachurteilsvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.