Citation: 1C_371/2021 E. 2.5

2.5. Mit Bezug auf das ununterbrochene Interesse an der Weiternutzung kommt ein Wiederaufbau im Sinne von Art. 24c RPG von vornherein nicht in Betracht für über längere Zeit verlassene Bauten (vgl. BUNDESAMT FÜR RAUMENTWICKLUNG, Neues Raumplanungsrecht - Erläuterungen zur Raumplanungsverordnung, 2001, S. 46; Urteil 1A.134/2002 vom 17. Juli 2003 E. 4.3, in: ZBl 106/2005 S. 158). Am geforderten andauernden Interesse an der Weiternutzung der Baute fehlt es auch, wenn zwischen Abbruch bzw. Zerstörung der Baute und Wiederaufbau allzu viel Zeit verstreicht (vgl. MUGGLI, a.a.O., N. 40 zu Art. 24c RPG). In BGE 116 Ib 228 wurde festgehalten, dass eine Besitzstandsgarantie für eine mehr als 20 Jahre vorher abgebrochene Baute offensichtlich nicht besteht (a.a.O., E. 3b S. 234). Gemäss MUGGLI (a.a.O., N. 40 zu Art. 24c RPG) muss verlangt werden, dass der Wiederaufbau einer zerstörten Baute nach den erforderlichen Abklärungen ohne Verzug an die Hand genommen wird. WALDMANN/HÄNNI (Handkommentar Raumplanungsgesetz, 2006, N. 23 zu Art. 24c RPG, fünfter Spiegelstrich) halten dafür, der Wiederaufbau müsse innert nützlicher Frist an die Hand genommen werden. MARK GISLER (Das Wiederaufbaurecht - unter besonderer Berücksichtigung der Verhältnisse im Kanton Schwyz, 2003, S. 115) spricht sich für eine Einzelfallbeurteilung beim Kriterium des ununterbrochenen Interesses aus, so auch zur hinnehmbaren Zeitspanne zwischen dem Untergang der Baute und der Einreichung des Gesuchs um Wiederaufbau.