Citation: 9C_209/2013 E. 2

Das kantonale Gericht stellte fest, die Verwaltung habe sich zu Recht massgeblich auf Aktenberichte ihres Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) gestützt. Die Berichte des RAD-Psychiaters Dr. B.________ vom 3. August 2011 und 15. Mai 2012 erfüllten die Beweiswertanforderungen. Daraus ergebe sich, dass keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Leistungsfähigkeit bestehen, so dass der Beschwerdeführer im erlernten Beruf wie in anderen, vergleichbaren Tätigkeiten vollständig arbeitsfähig sei. Diese Beurteilung bestehe auch vor dem Gutachten des Spitals X.________ vom 24. Oktober 2011 und dem Bericht des Dr. L.________ vom 1. Oktober 2009, in welchen wegen traumatisierender Kindheitserlebnisse (Flucht aus Vietnam im Jahr 1979) jeweils eine Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) diagnostiziert werde. Gegen das Vorliegen einer PTBS spreche insbesondere, dass der Beschwerdeführer trotz dieser Vorbelastung weder im Rahmen der Schul- und Berufsbildung noch der Familien- und Existenzgründung Anzeichen einer psychischen Störung gezeigt habe; laut ICD-10 trete die Störung indes innerhalb von sechs Monaten nach einem traumatischen Ereignis von aussergewöhnlicher Schwere auf. Auch andere ärztliche Stellungnahmen zeigten, dass typische Anzeichen einer PTBS (wie Überwachsamkeit, erhöhte Schreckhaftigkeit, Nachhallerinnerungen und Wiedererleben) fehlen. Auch eine Retraumatisierung durch Untersuchungshaft im Jahr 2007 sei nicht überwiegend wahrscheinlich; der Beschwerdeführer habe damals vereinzelt aufgetretene nächtliche Panikzustände in einen Zusammenhang mit Gedanken an die Familie gebracht und nicht mit Erlebnissen bei der Flucht aus Vietnam. Die in einem Bericht des Dr. L.________ vom 5. August 2008 diskutierte anhaltende Persönlichkeitsveränderung nach psychischer Erkrankung (ICD-10: F62.1) sei später an keiner Stelle bestätigt worden. Die noch im Sommer 2008 dokumentierte rezidivierende depressive Störung schliesslich habe sich nach - mit weiteren medizinischen Akten übereinstimmender - Meinung des psychiatrischen Administrativsachverständigen Dr. S.________ zurückgebildet (Gutachten vom 19. August 2010 und 5. Juli 2011). Das früher diagnostizierte depressive Geschehen scheine durch soziale Umstände (Geschäftsaufgabe, Scheidung, Untersuchungshaft) verursacht gewesen zu sein. Die Vorinstanz schloss, die IV-Stelle sei zu Recht davon ausgegangen, dass kein invalidisierender Gesundheitsschaden vorliege. In antizipierter Beweiswürdigung sei auf die vom Versicherten beantragte Einholung einer Stellungnahme des Spitals X.________ zu verzichten, da davon keine neuen Erkenntnisse zu erwarten seien.