Citation: U 110/99 12.04.2000 E. 3

3.- Nach Auffassung von Vorinstanz und SUVA ist das Vorliegen eines ungewöhnlichen äusseren Faktors mit Bezug auf den streitigen Vorfall, bei welchem sich der Beschwerdeführer eine Verletzung zuzog, als er reflexartig nach dem wegzugleiten drohenden Radiator griff, zu verneinen. Diese Betrachtungsweise steht im Einklang mit der Rechtsprechung, welche in ähnlich gelagerten Fällen im selben Sinne entschieden hat: beim Wiederherstellen des Gleichgewichts durch eine heftige Handbewegung anlässlich des Transports einer 100 bis 150 kg schweren Türe (Rechtsprechungsbeilage zum SUVA-Jahresbericht 1988 Nr. 8 S. 15), beim Heben eines ca. 60 kg wiegenden Papierstapels und reflexartigen Nachfassen, als dieser in sich zusammenzufallen drohte (Rechtsprechungsbeilage zum SUVA-Jahresbericht 1981 Nr. 4 S. 7), beim ruckartigen An-sich-nehmen eines von einem fahrbaren Wagenheber herunterzufallen drohenden Motors mit einem Gewicht von ca. 80 kg (SUVA-Jahresbericht 1962 Nr. 3a S. 17). Diesen Sachverhalten und dem vom Beschwerdeführer geschilderten, vorliegend zu prüfenden Ereignis ist sodann gemeinsam, dass der natürliche Ablauf der Körperbewegung jeweils nicht durch etwas Programmwidriges oder Sinnfälliges wie Ausgleiten, Stolpern, reflexartiges Abwehren eines Sturzes beeinträchtigt wurde (vgl. hiezu RKUV 1999 Nr. U 333 S. 199 Erw. 3c/aa und Nr. U 345 S. 422 Erw. 2b). Insoweit unterscheiden sie sich insbesondere von dem in RKUV 1993 Nr. U 162 S. 53 publizierten Urteil, in welchem das Ausgleiten des am Recht stehenden Bauarbeiters beim Verschieben einer Last (einer rund 120 kg schweren Schachtröhre) als ungewöhnlicher äusserer Faktor - wenn auch im Sinne eines Grenzfalles - anerkannt wurde. Soweit nun in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde erstmals geltend gemacht wird, mit dem reflexartigen Griff nach dem Radiator habe der Versicherte ein Ausrutschen verhindern wollen und insofern eine (den Unfallbegriff erfüllende) reflexartige Abwehrbewegung gemacht, kann dieser Sachverhaltsschilderung nicht gefolgt werden. Abgesehen davon, dass sie den Aussagen der ersten Stunde, welchen rechtsprechungsgemäss erhöhte Glaubwürdigkeit zukommt (BGE 121 V 47 Erw. 2a), widerspricht, erscheint eher unwahrscheinlich, dass sich der Beschwerdeführer im Falle eines drohenden Sturzes am Radiator festgehalten hätte. Etwas Ungewöhnliches lässt sich schliesslich auch im Kraftaufwand, welcher für den zu zweit ausgeführten Transport des 100 kg schweren Radiators erforderlich war, nicht erkennen. Insbesondere vermag der Beschwerdeführer aus dem Umstand, dass er nach seinen eigenen Angaben nur noch zu 30 % mit eigentlichen Montagearbeiten beschäftigt ist und die heute im Allgemeinen verwendeten Radiatoren 30 bis 50 kg wiegen, nichts zu seinen Gunsten abzuleiten. Vielmehr darf mit Blick auf die von ihm als Monteur üblicherweise ausgeübten Tätigkeiten von einer gewissen beruflichen Gewöhnung ausgegangen werden. Im Übrigen waren auch in den bei Maurer (a.a.O., S. 178 Anm. 359) erwähnten Fällen, in welchen das Eidgenössische Versicherungsgericht eine den Unfallbegriff erfüllende Überanstrengung verneint hat, die zu hebenden Lasten zwischen 60 und 100 kg schwer. Soweit der Beschwerdeführer schliesslich darauf hinweist, dass er sich für den Transport "sehr weit nach unten bücken, in die Knie gehen, einen möglichst guten Stand auf der doch sehr kleinen Treppenstufe finden und nach vorne neigen" musste, ist diese der zu verrichtenden Arbeit angepasste Körperstellung zwar ungewohnt. Dies indessen genügt nicht, um das Merkmal der Ungewöhnlichkeit als gegeben zu betrachten (vgl. BGE 99 V 139 Erw. 1).