Citation: 6B_1108/2019 E. 1

Der Sachentziehung schuldig macht sich, wer dem Berechtigten ohne Aneignungsabsicht eine bewegliche Sache entzieht und ihm dadurch einen erheblichen Nachteil zufügt (Art. 141 StGB). Der Beschwerdeführer macht eine Verletzung des Anklagegrundsatzes (Art. 9 Abs. 1 StPO) geltend. Wenn die Vorinstanz davon ausgehe, der Tatvorwurf umfasse auch den im Gesetz umschriebenen Nachteil in Gestalt des Umstandes, dass die Geschädigte die Lokalität mangels Kleidern nicht verlassen konnte und sich gegen ihren Willen dort aufhalten musste, so konstruiere sie einen Sachverhalt, der nicht angeklagt sei. Als Beschuldigter müsse er wissen, welcher Lebenssachverhalt als "erheblicher Nachteil" gelten soll. Umschrieben seien bloss das Entziehen einer beweglichen Sache, nicht aber tatsächliche Umstände, aus denen der Taterfolg, d.h. der aus dem Entziehen resultierende erhebliche Nachteil, abgeleitet werden könnte. Auch fehle die Umschreibung des dazugehörigen Vorsatzes. Zudem stört sich der Beschwerdeführer an einer Formulierung im angefochtenen Urteil, wonach die Anklageschrift "als Gesamtes im Lichte der übrigen Akten auszulegen" sei (S. 7 E. 4.3 a.E.). Diese Rügen sind in der Sache nicht nachvollziehbar. Im Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich - Limmat vom 8. September 2017, der hier die Funktion einer Anklageschrift erfüllt (Art. 356 Abs. 1 StPO), wird der Tatvorwurf mit folgenden Worten umschrieben: " Der Beschuldigte versteckte zu vorgenannter Zeit und Ort nach einem gemeinsamen Saunabesuch die Kleider der Geschädigten B.________ und gab sie dieser trotz mehrfacher Bitte derselben nicht mehr zurück, wobei der Beschuldigte die Kleider nicht für sich behielt sondern es ihm einzig und allein darum ging, das Eigentum der Geschädigten vorzuenthalten ". Die Vorinstanz sieht in dieser Umschreibung des Tatvorgehens den Nachteil "mitumschrieben", den der Beschwerdeführer der Geschädigten zugefügt haben soll, indem er ihre Kleider versteckt hat. Wenn er der Bitte um Rückgabe wiederholt nicht nachgekommen sei, so folge daraus ohne Weiteres, dass die Geschädigte gezwungen war, sich in den Räumlichkeiten des "Sauna-Studio-Tanzlokals" ohne Kleider aufzuhalten. Die Formulierung, der Beschwerdeführer habe die Kleider trotz mehrfacher Bitte nicht an die Geschädigte zurückgegeben, mache deutlich, dass es nicht ihrem Willen entsprach, ohne Kleider in den fraglichen Räumen zu verbleiben. Aus der Schilderung ergebe sich auch, dass der Beschwerdeführer diesen Nachteil vorsätzlich zugefügt habe; er habe die mehrfache Bitte um Rückgabe der Kleider ausgeschlagen. Ob der zugefügte Nachteil ein erheblicher sei, stelle eine Rechtsfrage dar. Den vorinstanzlichen Ausführungen bleibt nichts anzufügen. Die Antworten auf das in der Beschwerde geltend Gemachte ergeben sich ohne Weiteres schon aus dem angefochtenen Urteil (Art. 109 Abs. 3 BGG). Die in der Anklage umschriebenen Lebenssachverhalte zum Tatbestandselement des erheblichen Nachteils genügen der Umgrenzungs- und Informationsfunktion der Anklageschrift (vgl. dazu BGE 143 IV 63 E. 2.2 S. 65; 141 IV 132 E. 3.4.1 S. 142).