Citation: 5C.42/2006 20.07.2006 E. 4

4.1 Nicht (mehr) bestritten ist, dass den Klägern aus der Abrechnung über die Mieterträge und die Kosten für die Liegenschaft gegenüber der Beklagten Fr. 8'477.85 zustehen. Strittig ist vor Bundesgericht einzig, ob die Beklagte diesem Saldo verrechnungsweise den Betrag von Fr. 10'000.-- entgegenhalten könne, den sie am 17. April 1996 N.________ (dem Nebenintervernienten) bar bezahlt hat. 4.2 Das Obergericht hält fest, die Beklagte habe während den Jahren 1994 (Beginn der neuen Form der Nutzung des in Frage stehenden Hauses) bis 1996 für die ihr zugewiesene Wohnung Bruttomietzinsen von rund Fr. 25'300.-- eingenommen. Von diesem Betrag, der dem Grundsatz nach an die Miteigentümergemeinschaft zu überweisen gewesen wäre, habe die Beklagte jedoch noch diverse Abzüge (Kurtaxen/Strom/Wasser; 20 % Mobiliarabzug; Kosten Mieterwechsel; Mischbatterie) machen dürfen, so dass sich, nach Korrektur eines unberechtigten Steuerabzugs, ein Saldo von rund Fr. 12'700.-- ergebe. In der erwähnten Zeitspanne habe die Beklagte insgesamt Fr. 20'000.-- überwiesen bzw. übergeben. Die darin enthaltenen bar bezahlten Fr. 10'000.-- seien als Mietzinsen für 1996 verbucht worden, obschon sie als Akontobeitrag an die laufenden Kosten gedacht gewesen seien. Zwar möge sich diese Verbuchung indirekt auf den Saldo des Miteigentümerkontos ausgewirkt haben, indem der Verlust für 1996 und damit auch der davon auf die Beklagte entfallende Anteil kleiner geworden sei. Das ändere aber nichts daran, dass die Beklagte insgesamt mehr Geld abgeliefert habe, als sie auf Grund ihrer Mietzinseinnahmen hätte abliefern müssen. Damit sei dem von den Klägern gegen die Verrechnung mit den fraglichen Fr. 10'000.-- erhobenen Einwand der Boden entzogen. Auf Grund der undurchschaubaren Abrechnungen des Nebenintervenienten, d.h. des Verwalters der Liegenschaft, sei eine genaue Berechnung allerdings nicht möglich.