Citation: U 261/99 07.06.2001 E. 3

3.- Streitig und zu prüfen ist, ob das Augenleiden des Beschwerdeführers auf das Unfallereignis von 1990 zurückzuführen ist. a) Dr. med. S.________ hielt in seinem Bericht vom 28. November 1996 fest, dass die Ophtalmologin anlässlich des Untersuchs vom 27. März 1990 keine direkte, auf den Unfall vom 12. März 1990 zurückzuführende Augenverletzung vorgefunden habe. Es habe lediglich der Verdacht auf eine leichte Prellung bestanden. Am 4. März 1992 werde ein etwas geschwollener Tränensack beschrieben, die Tränenwege seien aber weiterhin durchgängig gewesen. Während am Anfang das vermehrte Tränen noch unfallbedingt gewesen sei, seien - so der Chirurge - die Beschwerden nunmehr wahrscheinlicher ein reaktives Phänomen auf Grund der leichten Protrusio bulbi bei rein krankhaftem Keilbeinflügel-Meningeom. Das sei eine lehrbuchmässig klassische Lokalisation für solche gutartigen Tumore unbekannter Genese, ausgehend von der harten Hirnhaut. Eine traumatische Verursachung sei in der Literatur nicht bekannt, ein Zusammenhang mit der Gesichtsprellung also unwahrscheinlich. Im letztinstanzlich aufgelegten Bericht (vom 8. August 1999) äussert sich Dr. G.________ zur Frage, ob das Tränen der Augen auf den Unfall vom März 1990 oder auf ein vorbestehendes, erst 1993 bemerktes Keilbeinflügel-Meningeom zurückgeführt werden könne, dahingehend, dass der zeitliche Zusammenhang mit dem Unfall klar scheine. Vierzehn Tage nach dem Unfallereignis habe der Versicherte Tränen rechts gehabt, weshalb er eine Augenärztin aufgesucht habe. In der Folge habe sich dieser Befund nicht gebessert, und zwei Jahre nach dem Unfall habe die Augenärztin eine derbe Struktur unterhalb des Auges palpiert. Ein Keilbeinflügel-Meningeom mache praktisch nie Tränen, besonders dann nicht, wenn der Exophthalmus offenbar so gering sei, dass nicht einmal eine Messung stattgefunden habe. Im Folgenden schlägt der Augenarzt verschiedene Untersuchungen vor, mit denen die Kausalität abgeklärt werden könne. b) Aufgrund dieser divergierenden ärztlichen Stellungnahmen lässt sich nicht hinreichend schlüssig beurteilen, ob das Augenleiden des Beschwerdeführers auf den Unfall vom 12. März 1990 zurückzuführen oder krankheitsbedingt ist. Auch mutet es seltsam an, im Zusammenhang mit dem Ereignis, bei welchem sich der Versicherte die ganze rechte Zahnreihe ausgeschlagen hatte, von einer "bagatellären Gesichtsprellung" zu sprechen, wie dies der Anstaltschirurg getan hat. Die Folgerung der SUVA, das Tränen sei "wahrscheinlicher" ein reaktives Phänomen als Folge der Protrusio, ist für sich allein nicht zwingend und vermag die erforderliche, begründete Stellungnahme eines Facharztes zum natürlichen Kausalzusammenhang hier nicht zu ersetzen. Dies hat die Verwaltung nachzuholen; anschliessend wird sie ebenfalls über den aus dem Augenleiden fliessenden Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente wie auch auf eine Integritätsentschädigung - über welchen beschwerdeweise angefochtenen Punkt das kantonale Gericht nicht entschieden hatte - neu zu befinden haben. Desgleichen wird die Anstalt über die Abklärungskosten von Dr. G.________ zu entscheiden haben. Bei diesem Verfahrensausgang kann offen gelassen werden, ob die SUVA im Einspracheverfahren das rechtliche Gehör verletzt hat, welche Auffassung des Beschwerdeführers das kantonale Gericht nicht teilt.