Citation: 7B_874/2023 E. 3.2

3.2. Die Vorinstanz hält im angefochtenen Entscheid fest, die Beschwerdeführerin behaupte nicht, sie sei von der FINMA zur Offenlegung geheimnisgeschützter Informationen verpflichtet worden, und dies sei auch nicht ersichtlich. Was die Beschwerdeführerin dagegen vorbringt, vermag nicht zu überzeugen. Die Vorinstanz weist zu Recht darauf hin, dass dem Anwaltsgeheimnis unterstehende Informationen auch im Rahmen der im Enforcementverfahren geltenden verwaltungsrechtlichen Mitwirkungspflicht nicht offengelegt werden müssen (siehe Art. 13 Abs. 1bis VwVG und Art. 53 FINMAG; vgl. dazu CAROLE CLAUDIA BECK, Enforcementverfahren der FINMA und Dissonanz zum nemo tenetur-Grundsatz, 2019, Rz. 227 und 629; RETO FERRARI-VISCA/THOMAS NAGEL, Die Meldepflicht nach Art. 29 Abs. 2 FINMAG, SZW 2024, S. 299 ff., S. 312; CLAUDIA M. FRITSCHE, in: Finanzmarktenforcement, 2022, S. 227 ff., S. 250; PETER NOBEL, Schweizerisches Finanzmarktrecht, 4. Aufl. 2019, S. 539; ROLAND TRUFFER, in: Basler Kommentar Finanzmarktaufsichtsgesetz/Finanzmarktinfrastrukturgesetz, 3. Aufl. 2019, N 29 zu Art. 29 FINMAG). Sodann ergibt sich weder aus dem von der Vorinstanz für das Bundesgericht grundsätzlich verbindlich festgestellten Sachverhalt (vgl. Art. 105 Abs. 1 BGG) noch aus den Ausführungen der Beschwerdeführerin, dass die Herausgabe der vom Anwaltsgeheimnis geschützten Informationen an die FINMA aufgrund der Androhung unzulässiger Nachteile erfolgt wäre oder die FINMA diese Informationen sonst wie in rechtswidriger Weise bei der Erstellung des streitigen Untersuchungsberichts respektive beim Erlass der streitigen Verfügung verwendet hätte. In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass vorliegend nicht die Frage nach dem (allgemeinen) Verlust des Geheimnischarakters von durch das Anwaltsgeheimnis geschützten Informationen infolge freiwilliger Mitteilung an einen Dritten beantwortet werden muss, sondern jene, ob diese an sich geheimen Informationen auch in den Händen dieses Dritten - hier der FINMA - durch das Anwaltsgeheimnis geschützt sind. Letzteres ist nach den vorstehend dargelegten Grundsätzen nicht der Fall, sofern die entsprechenden Informationen wie hier freiwillig und bewusst dieser Drittperson preisgegeben worden sind. Der von der Beschwerdeführerin vorgebrachte Umstand, wonach sie bei ihren (freiwilligen) Mitteilungen an die FINMA klar zum Ausdruck gebracht habe, nicht auf das Anwaltsgeheimnis verzichten zu wollen, vermag daran nichts zu ändern, dass die grundsätzlich geheimen Informationen das durch das Anwaltsgeheimnis geschützte Mandatsverhältnis verlassen haben. Sind aber bereits die von der Beschwerdeführerin weitergegebenen Dokumente (der Untersuchungsbericht der C.________ AG) in den Händen der FINMA nicht mehr geheimnisgeschützt, gilt dies umso mehr für die hier streitigen Unterlagen, eine behördliche Verfügung und einen behördlichen Untersuchungsbericht. Für eine "Fernwirkung" des Anwaltsgeheimnisses, wie sie die Beschwerdeführerin im Ergebnis geltend macht, wonach ursprünglich privilegierte Informationen auch dann noch unter dessen Schutz fallen, wenn sie rechtmässig von einer Drittperson weiterverwendet werden, fehlt eine Grundlage.