Citation: 2C_352/2023 E. 4.2

4.2. Die Beschwerdeführerin wurde mit Urteil des Obergerichts des Kantons Zug vom 12. Februar 2020 zu einer Freiheitsstrafe von 16 Monaten verurteilt (vgl. Bst. A.b). Damit liegt (grundsätzlich) ein Widerrufsgrund nach Art. 62 Abs. 1 lit. b AIG vor, was von der Beschwerdeführerin zu Recht nicht bestritten wird. Die Vorinstanz hat hinsichtlich der Anwendung von Art. 62 Abs. 1 lit. b AIG im Wesentlichen erwogen, sie stütze sich bezüglich des Widerrufs bzw. der Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung der Beschwerdeführerin ausschliesslich auf das obergerichtliche Urteil vom 12. Februar 2020. Art. 62 Abs. 2 AIG (das sogenannte Dualismusverbot; dazu nachfolgend E. 4.3 ff.) finde keine Anwendung, da das Obergericht nicht auf eine (obligatorische) Landesverweisung verzichtet habe, sondern diese nicht angeordnet worden sei, weil die Tathandlungen, die zur Verurteilung der Beschwerdeführerin geführt hätten, vor dem 1. Oktober 2016 begangen worden seien. Soweit die Beschwerdeführerin auch vor Bundesgericht auf den Verzicht auf die Landesverweisung durch das Obergericht des Kantons Zug verweist, ist die Zulässigkeit des Widerrufs der Aufenthaltsbewilligung nach Art. 62 Abs. 2 AIG zu prüfen (vgl. E. 2.1).