Citation: 9C_865/2018 E. 4.3.3

4.3.3. Als einzige Komorbidität fällt nach dem angefochtenen Entscheid die Schilddrüsenerkrankung in Betracht, welcher indessen mangels damit einhergehender Arbeitsunfähigkeit oder anderweitiger Beeinträchtigung keine massgebende Bedeutung zukommt. Der Beschwerdeführer kritisiert, die Vorinstanz hätte die Wechselbeziehung zwischen der Dysthymie und den Episoden einer Major Depression behandeln müssen, weil die Dysthymie immer von der Depression, welche episodenhaft stärkere Auswirkungen gehabt habe, überlagert worden sei. Nach neuster Rechtsprechung fallen Störungen unabhängig von ihrer Diagnose bereits dann als rechtlich bedeutsame Komorbiditäten in Betracht, wenn ihnen im konkreten Fall ressourcenhemmende Wirkung beizumessen ist (BGE 143 V 418 E. 8.1 S. 429 f.). Dieser Praxis widerspricht es indessen nicht, dass die Vorinstanz die vom Gutachter diagnostizierte "mittelgradig persistierende depressive Störung (Dysthymie) mit melancholischen Merkmalen, mit intermittierender Episode einer Major Depression, ohne aktuelle Episode" (ICD-10 F34.1) als ein einziges, zusammenhängendes Krankheitsbild betrachtet und in den einzelnen Bestandteilen desselben keine Komorbiditäten - d.h. keine weiteren, diagnostisch abgrenzbaren Krankheitsbilder - erblickt hat. Würde dem Standpunkt des Versicherten gefolgt, wären einzelne Elemente desselben Beschwerdebildes bereits als Komorbiditäten zu betrachten, was nicht sachgerecht erscheint: Dem Schweregrad der Krankheitszeichen (Symptome) wird im Rahmen des Indikators "Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde" Rechnung getragen. Würden die verschiedenen Symptome eines Krankheitsbildes zusätzlich - entsprechend dem vom Versicherten vertretenen Standpunkt - als Komorbiditäten betrachtet, liefe dies auf eine nochmalige Berücksichtigung derselben Faktoren hinaus. In diesem Sinne ist auch hier die Tatsache, dass die chronische depressive Verstimmung (Dysthymie) beim Beschwerdeführer phasenweise von depressiven Episoden überlagert war, alleine im Rahmen der Frage nach der Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (und nicht zusätzlich unter dem Aspekt der Komorbidität) zu würdigen (vgl. E. 4.3.1). Die vorinstanzliche Beurteilung des entsprechenden Indikators ist damit bundesrechtskonform.