Citation: 2C_95/2021 E. 7.3

7.3. Werbung im Sinne von Art. 40 lit. d MedBG liegt bereits dann vor, wenn Angaben gemacht werden, um Patientinnen und Patienten von den medizinischen Fähigkeit der behandelnden Ärztin oder des behandelnden Arztes (weiterhin) zu überzeugen. In diesem Sinne sieht auch Art. 20 Abs. 2 der Standesordnung der FMH vor, dass sich die Ärztinnen und Ärzte in ihrer ärztlichen Tätigkeit jeder unsachlichen, auf unwahren Behauptungen beruhenden oder das Ansehen des Arztberufes beeinträchtigenden Werbung zu enthalten haben. Ziffer 3.1 Anhang 2 zur Standesordnung der FMH präzisiert im Kontext der Werbung (vgl. Art. 20 Abs. 4 der Standesordnung der FMH) sodann, dass auf dem Praxisschild nur bestimmte Angaben bekanntgemacht werden dürfen. So ist die Information über die eigenen medizinischen Tätigkeitsgebiete, insbesondere auch der Hinweis auf die Spezialisierung in diagnostischen und therapeutischen Methoden erlaubt, soweit sie den erworbenen fachlichen Qualifikationen gemäss Weiterbildungsordnung entspricht (vgl. Ziffer 1.2 Anhang 2 zur Standesordnung der FMH). Die kantonalrechtliche Regelung von § 18 Abs. 1 GesV/ZG stellt im Lichte des Gesagten sicher, dass die Patientinnen und Patienten von der für die medizinische Behandlung verantwortlichen Person Kenntnis haben und keine falschen Erwartungen hinsichtlich der Fähigkeiten und Kompetenzen dieser Person entstehen. Die Bestimmung zielt damit in erster Linie auf das Informationsbedürfnis der Patientinnen und Patienten ab, welches durch Werbung im Sinne von Art. 40 lit. d MedBG befriedigt wird (vgl. auch Art. 91 Abs. 1 GesG/FR; Art. 9 Abs. 1 Satz 2 der Standesordnung der FMH; Ziff. 2.1 und Ziff. 2.2 Anhang 2 zur Standesordnung der FMH; zur Regelungskompetenz der Kantone vgl. auch E. 5.3.2 hiervor). Die Regelung liegt damit ohne Weiteres im Interesse der öffentlichen Gesundheit, indem sie eine zuverlässige und täuschungsfreie medizinische Versorgung der Bevölkerung gewährleistet.