Citation: 5P.215/2002 24.07.2002 E. A

Der Kantonsgerichts-Präsident von Appenzell A.Rh. erteilte der Amtsvormundschaft der Stadt Rorschach für bevorschusste und abgetretene Unterhaltsbeiträge mit Entscheid vom 28. Februar 2002 gegen den Schuldner A.________ definitive Rechtsöffnung für den Betrag von Fr. 11'624.--. Gegen diesen Entscheid liess A.________ mit Eingabe seines Anwalts vom 15. April 2002 die Appellation erklären. Am 16. April 2002 wurde er durch das Obergerichtspräsidium des Kantons Appenzell A.Rh. eingeladen, die gesetzliche Einschreibgebühr von Fr. 100.-- innert einer Notfrist von 5 Tagen zu bezahlen, anderenfalls auf die Appellation nicht eingetreten würde. Mit Entscheid des Obergerichtspräsidenten von Appenzell A.Rh. vom 2. Mai 2002 trat dieser auf die Appellation nicht ein. In der Begründung wurde ausgeführt, dass A.________ am 15. April 2002 zwar kommentarlos und ohne jeglichen Vermerk Fr. 100.-- an die Gerichtskasse überwiesen habe, dass diese Zahlung aber mangels Erklärung des Schuldners, welche Schuld er tilgen will, in Anwendung der Grundsätze von Art. 86 und 87 OR auf eine bereits in Betreibung gesetzte Schuld angerechnet worden sei. Mangels Bezahlung der Einschreibgebühr sei auf die Appellation folglich nicht einzutreten.