Citation: 1C_546/2023 E. 4.2

4.2. Die Kompetenzattraktion bewirkt eine Kompetenzausweitung, indem eine rechtsprechende Behörde teilweise die Zuständigkeit einer anderen an sich zieht. Sie soll die Ausnahme bleiben, weil die Betroffenen einen grundsätzlichen Anspruch darauf haben, dass der gesetzliche Instanzenzug eingehalten wird. Zulässig ist sie in Dringlichkeitsfällen, aus Gründen der Prozessökonomie und zur Vermeidung widersprüchlicher Urteile (Urteil 5A_498/2008 vom 19. November 2008 E. 4.3.2 mit Hinweisen). Das Bundesgericht selbst praktiziert die Kompetenzattraktion im Klageverfahren nach Art. 120 BGG im Bereich der Staatshaftung, wobei es grundsätzlich voraussetzt, dass die aufgeworfenen Fragen identisch sind (Urteil 2E_2/2024 vom 11. April 2024 E. 2.2 mit Hinweisen). Da sich die Frage, ob im vorliegenden Fall eine Kompetenzattraktion zulässig ist, anders als etwa im Klageverfahren gemäss Art. 120 BGG nach kantonalem Recht richtet, hat das Bundesgericht seine Prüfung auf Willkür zu beschränken.