Citation: 1A.60/2001 26.10.2001 E. 2

2.- Die Beschwerdeführer machen geltend, die Phenolgeschmacksimmissionen seien entgegen den Ausführungen des Verwaltungsgerichts nie offiziell bestätigt worden. Dieses sei auch zu Unrecht von einer Fliessverbindung zwischen den Klärteichen und der Quelle Nr. 451 ausgegangen. Wenn das Amt für Umweltschutz die Experten über den genauen Ablauf des Färbversuchs vom 3. November 1998 informiert hätten, hätten diese eine Fliessverbindung garantiert verneint. Unzutreffend sei auch die weitere Feststellung des Verwaltungsgerichts, dass Josef Röllin keine Abklärungen geduldet habe. Dem Bundesgericht steht grundsätzlich eine umfassende Sachverhaltskontrolle zu (Art. 104 lit. b in Verbindung mit Art. 105 Abs. 1 OG). Hat jedoch, wie hier, ein Gericht als Vorinstanz entschieden, so ist die Überprüfung eingeschränkt: Sie erfasst nur offensichtlich unrichtige, unvollständige oder unter Verletzung wesentlicher Verfahrensbestimmungen getroffene Feststellungen (Art. 104 lit. b in Verbindung mit Art. 105 Abs. 2 OG; BGE 124 II 517 E. 1 S. 519; 123 II 385 E. 3 S. 388). Derart mangelhafte Feststellungen liegen hier nicht vor. Dem Entscheid des Verwaltungsgerichts ist zu entnehmen, dass es sich bei der Feststellung, nach Inbetriebnahme der Anlage sei die unterliegende Hauswasserquelle Nr. 451 durch Phenolgeschmacksimmissionen unbrauchbar geworden, nicht einzig auf die Aussagen des Quelleneigentümers abstützte. Der am gerichtlichen Augenschein anwesende Biologe Peter Keller vom Amt für Umweltschutz, führte aus, dass es sich beim sogenannten "Apothekergeruch" um phenolartige Verbindungen handle, welche beim Pflanzenabbau entstünden und nicht aus Hausabwässern stammten. Sodann wies er daraufhin, dass ein Vertreter des Kantonslabors den typischen Geruch sofort erkannt habe. Der festgestellte Phenolgeschmack basiert demnach keineswegs allein auf der Wahrnehmung des Quelleneigentümers, sondern zudem auf den Feststellungen eines Fachmannes. Was den zweiten Färbversuch vom 3. November 1998 betrifft, so machte Josef Röllin bereits gegenüber dem Amt für Umweltschutz geltend, der eingefärbte Teich sei wegen der starken Niederschläge auf eine benachbarte Wiese übergelaufen und eine Fliessverbindung zu den Quellen sei nach der von ihm vorgenommenen Abdichtung der Klärteiche nur noch von der Wiese her möglich. Mit Schreiben vom 30. Mai 2000 unterbreitete das Amt für Umweltschutz diese Behauptungen dem von Josef Röllin beigezogenen Experten Toni Dervey. Dabei schlug es einen weiteren Markierversuch in Zusammenarbeit mit ihm und dem vom Amt beigezogenen Experten Heinz Ott vor. Die beiden Experten waren demnach sowohl über den Färbversuch vom 3. November 1998 als auch über die von Josef Röllin dagegen erhobenen Einwände im Bilde. Danach erfolgte im Juli 2000 ein sogenannter Blindversuch, worauf die beiden Experten am 4. August 2000 übereinstimmend feststellten, dass mit den beiden durchgeführten Markierversuchen die Fliessverbindung zwischen den Klärteichen "Usserblack" und der Quelle Nr. 451 nachgewiesen sei. Nicht einig waren sich die Experten über die Fliessverbindung zur Quelle Nr. 450. Wie dem Urteil des Verwaltungsgerichts zu entnehmen ist, legte es seinen Erwägungen diesen Sachverhalt zu Grunde. Von aktenwidrigen Feststellungen kann demnach keine Rede sein. Dasselbe trifft auch zu, soweit die Beschwerdeführer geltend machen, der gegenüber Josef Röllin erhobene Vorwurf mangelnder Bereitschaft zur Abklärung und Sanierung der Anlage sei unbegründet. Wohl geht aus dem von ihnen erwähnten Schreiben von Fredy Abächerli hervor, dass sich dieser und Verena Röllin um eine Zusammenarbeit mit den Behörden bemüht hatten. Zu- dem ist daraus aber auch zu entnehmen, dass Fredy Abächerli nicht mehr bereit war, seine Vermittlerrolle zwischen den Behörden und Josef Röllin weiterhin auszuüben, weil dieser während der vergangenen Wochen mit den Behörden kaum gesprochen und auch keine Abmachungen getroffen hatte. Damit wird die mangelnde Sanierungsbereitschaft von Josef Röllin, wie sie auch von den Behörden vorgebracht wurde, bestätigt. Sein dagegen erhobener Einwand ist demnach unbegründet.