Citation: 1C_379/2017 E. 5.1

5.1. Gemäss dem Bundesgesetz über den Wald vom 4. Oktober 1991 (Waldgesetz, WaG; SR 921.0) gilt jede Fläche als Wald, die mit Waldbäumen oder Waldsträuchern bestockt ist, und Waldfunktionen erfüllen kann (Art. 2 Abs. 1 WaG). Als Wald gelten auch unbestockte oder ertraglose Flächen eines Waldgrundstückes, wie Waldstrassen und andere forstliche Bauten und Anlagen (Art. 2 Abs. 2 lit. b WaG). Nicht als Wald gelten dagegen namentlich isolierte Baum- und Strauchgruppen, Hecken, Alleen, Garten-, Grün- und Parkanlagen (Art. 2 Abs. 3 WaG). Innerhalb des vom Bundesrat festgesetzten Rahmens können die Kantone bestimmen, ab welcher Breite, welcher Fläche und welchem Alter eine einwachsende Fläche als Wald gilt (Art. 2 Abs. 4 WaG). Das Waldgesetz des Kantons Aargau (AWaG) vom 1. Juli 1997 verlangt diesbezüglich mindestens eine Fläche von 600 m2, eine Breite von 12 m und ein Alter der Bestockung auf Einwuchsflächen von 15 Jahren (§ 3 Abs. 1 AWaG). Entsprechend bestimmt die Verordnung zum Waldgesetz des Kantons Aargau (AWaV) vom 16. Dezember 1998, dass der Verlauf der Stockgrenze durch die Aussenseite der äussersten Baumstämme und -strünke bestimmt wird, die ein Mindestalter von 15 Jahren aufweisen. An die Stockgrenze schliesst ein Waldsaum von in der Regel 2 m Breite an (§ 1 Abs. 1 AWaV). Besteht innerhalb des Waldsaumes eine eindeutige, dauernde Abgrenzung, wie eine Mauer oder eine Strasse, so gilt diese als Waldgrenze (§ 1 Abs. 3 AWaV). Für die Definition des Waldes sind Entstehung, Nutzungsarten und Bezeichnung im Grundbuch nicht massgebend (Art. 2 Abs. 1 WaG). Der Waldbegriff ist damit im Bereich ausserhalb von Bauzonen dynamisch, weshalb sich die Waldgrenzen im Laufe der Zeit ändern können (BGE 137 II 182 E. 3.7.3.1 S. 195). So werden früher unbewaldete Flächen (vorbehältlich Art. 13 WaG) zu Wald, wenn sich dort Waldbäume oder -sträucher ansiedeln und der Eigentümer nicht das ihm Zumutbare zur Verhinderung der Bewaldung vorkehrt. Zudem ist weiterhin Wald anzunehmen, wenn auf einer Waldfläche ohne Bewilligung Bäume gerodet worden sind (BGE 124 II 85 E. 4d S. 92 mit Hinweisen; vgl. auch: Urteil 1C_309/2007 vom 29. Oktober 2008 E. 3.1).