Citation: 6B_138/2024 E. 5.2

5.2. Die Vorinstanz weist darauf hin, sie habe bereits mit Entscheid vom 11. Januar 2021 bestätigt, dass die Untersuchungshaft zum Zeitpunkt ihrer Anordnung gerechtfertigt war. Sie hält zutreffend fest, dass die Untersuchungshaft vorliegend keine rechtswidrige Zwangsmassnahme nach Art. 431 Abs. 1 StPO darstellt. Die Genugtuung nach Art. 429 Abs. 1 lit. c StPO bezweckt einen Ausgleich für erlittene Unbill. Sie orientiert sich an der Genugtuung wegen rechtswidrig angewandten Zwangsmassnahmen nach Art. 431 Abs. 1 StPO, setzt aber im Gegensatz zu jener Genugtuung keine rechtswidrige Zwangsmassnahme voraus, sondern gewährt den Anspruch schon aufgrund der Tatsache, dass ein Freispruch oder eine Einstellung erfolgte, auch wenn die Zwangsmassnahme zum Zeitpunkt, als sie ausgesprochen wurde, gerechtfertigt war. Zu unterscheiden ist also zwischen rechtswidrigen Zwangsmassnahmen im Sinne von Art. 431 Abs. 1 StPO, die auf der Verletzung von formellen oder materiellen Verfahrensvorschriften beruhen und ungerechtfertigten Zwangsmassnahmen, die zum Zeitpunkt ihrer Verhängung vorschriftskonform ausgesprochen wurden, sich im Nachhinein aber als strafprozessual unbegründet erweisen (Urteil 6B_1076/2016 vom 12. Januar 2017 E. 3.3; vgl. WEHRENBERG /FRANK, in: Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, 3. Auflage 2023, N. 26 zu Art. 429 StPO).