Citation: 1C_35/2023 E. 6.4

6.4. Die kantonale Praxis, auf welche der Beschwerdeführer Bezug nimmt, wurde unter Geltung einer altrechtlichen Bestimmung entwickelt, wonach die Gebäudelänge an der Seite des kleinsten Rechtecks gemessen wird, welches "das Gebäude" umfasst (Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Aargau vom 17. August 2016 E. II/2.3, in: Aargauische Gerichts- und Verwaltungsentscheide [AGVE] 2016 S. 169). Bei Konstellationen mit zwei Baukörpern stellte sich somit bisweilen die Frage, ob von einem oder zwei Gebäuden auszugehen war (vgl. AGVE 2008 S. 483 ff.). Diese beurteilte sich in erster Linie nach dem Erscheinungsbild (AGVE 2016 S. 169). Ob die Vorinstanz eine (unzulässige) Praxisänderung vorgenommen hat, braucht nicht weiter vertieft zu werden. Jedenfalls durfte sie willkürfrei annehmen, dass die beiden Baukörper, die durch eine nicht überdachte Aussentreppe verbunden werden, als zwei separate Gebäude zu messen sind - dies unabhängig davon, ob das Erscheinungsbild oder die projizierte Fassadenlinie (und damit die äussersten Punkte des Baukörpers; vgl. Anhang 1 Ziff. 3.1-4.1 BauV) als Kriterium herangezogen wird.