Citation: I 799/05 10.05.2006 E. 4.2

4.2.1 Der Beschwerdegegner hat im Begleitschreiben zum Formular "Anmeldung zum Bezug von IV-Leistungen für Erwachsene" vom 7. März 2004 die IV-Stelle ersucht, die neuen Arztberichte einzuholen, welche die seit 17. Dezember 2002 bestehende, mit Leistungen der Krankentaggeldversicherung abgegoltene Arbeitsunfähigkeit belegten. Im gleichzeitig eingereichten Bericht vom 9. April 2003 bezog Dr. med. H.________ zu dieser Frage nicht Stellung. Bei dieser Sachlage wäre die Verwaltung gehalten gewesen, unter Androhung der Säumnisfolgen, eine angemessene Frist zur Einreichung beweiskräftiger Unterlagen anzusetzen. Da sie dies unterliess und den Mangel auch im Einspracheverfahren nicht behob, hat die Vorinstanz zu Recht auch die im kantonalen Verfahren aufgelegten Arztberichte in die Beurteilung einbezogen. 4.2.2 Die Einwände in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde sind nicht stichhaltig. Mit In-Kraft-Treten des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2002 und der zugehörigen Verordnung vom 11. September 2002 (ATSV) am 1. Januar 2003 haben die bisherigen Regelungen zur Revision von Invalidenrenten (Art. 41 IVG, aufgehoben auf den 31. Dezember 2002), einschliesslich der auf Verordnungsstufe normierten Prüfungspflichten der Verwaltung hinsichtlich des Eintretens auf ein erneutes Rentengesuch nach vorausgegangener rechtskräftiger Ablehnung (Art. 87 Abs. 3 und 4 IVV), keine substantiellen Änderungen erfahren (vgl. BGE 130 V 343 ff. Erw. 3.5). Auch die 4. IVG-Revision (in Kraft getreten am 1. Januar 2004) führte zu keinen Änderungen in der hier zu beurteilenden Frage. Es gilt daher über den 1. Januar 2003 beziehungsweise den 1. Januar 2004 hinaus weiterhin die altrechtliche Judikatur. Die Praxis gemäss BGE 130 V 64 wird durch die Einführung des Einspracheverfahrens in invalidenversicherungsrechtlichen Angelegenheiten (Art. 2 und 52 ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 IVG) vorliegend nicht berührt (vgl. Urteile H. vom 15. Juli 2005 [I 260/05], Erw. 1, und F. vom 10. Februar 2005 [I 619/04], Erw. 2). Nicht zu entscheiden ist hier die Frage, ob die Verwaltung, hätte sie in Übereinstimmung mit BGE 130 V 64 dem Versicherten unter Androhung der Säumnisfolgen Frist zur Einreichung weiterer Unterlagen angesetzt, erst im Einspracheverfahren aufgelegte Beweismittel berücksichtigen müsste (vgl. die erwähnten Urteile).