Citation: 4P.215/2000 12.12.2000 E. 3

3.- a) Die Beschwerdeführerin rügt weiter, es sei willkürlich, dass der Kantonsgerichtsausschuss bei der Festsetzung der Parteientschädigung nicht alle für das Vermittlungsverfahren aufgewendeten Bemühungen des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin berücksichtigt habe. Insbesondere seien die Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Verfahren vor der zahnärztlichen Honorarprüfungskommission nicht miteinbezogen worden. Vorab ist festzuhalten, dass die unterliegende Partei nur diejenigen Anwaltsgebühren der Gegenpartei zu ersetzen hat, welche durch die bei objektiver Würdigung notwendig erscheinende Inanspruchnahme des Anwaltes entstanden sind (vgl. Art. 122 Abs. 2 ZPO/GR). Was über dieses Mass hinausgeht, hat die Partei selber zu tragen. Ein Anwalt hat somit nur Anspruch auf Entschädigung derjenigen Tätigkeiten, die angesichts der Bedeutung der Streitsache und deren Schwierigkeitsgrad erforderlich erscheinen. Zieht eine Partei für bestimmte Handlungen einen Anwalt bei, für die ein Beistand überhaupt nicht nötig wäre, so können derartige Aufwendungen bei der Bemessung der von der Gegenpartei zu leistenden Parteientschädigung nicht berücksichtigt werden. Die Parteien gelangten an die Honorarprüfungskommission, um zu klären, ob die Behandlung der Beschwerdeführerin lege artis erfolgte. Gleichzeitig wurden auch die staatlichen Gerichte um Vermittlung in der Forderungsstreitigkeit ersucht. Dass das Verfahren vor der Kommission den Ausgang des Vermittlungsverfahrens zu beeinflussen vermochte, wird nicht bezweifelt. Dennoch hielt der Kantonsgerichtsausschuss die anwaltlichen Aufwendungen in jenem Verfahren als nicht notwendig für das staatlichen Vermittlungsverfahren. Die Parteien riefen die zahnärztliche Honorarprüfungskommission unabhängig vom staatlichen Vermittlungsverfahren an, um die medizinischen Fragen klären zu lassen. Das Verfahren vor der Kommission wurde vom Vermittler weder von Amtes wegen noch auf Antrag einer Partei angeordnet. Ebenso kann nicht behauptet werden, dass für die Durchführung des Verfahrens vor der zahnärztlichen Honorarprüfungskommission der Beizug eines Anwaltes als geradezu notwendig erscheint. Dass der Kantonsgerichtsausschuss den bestehenden Zusammenhang zwischen den beiden Verfahren als nicht ausreichend erachtete, um die Aufwendungen des Verfahrens vor der Kommission zu den Bemühungen des staatlichen Vermittlungsverfahrens hinzuzurechnen, kann nicht als willkürlich bezeichnet werden. b) Die Beschwerdeführerin macht weiter geltend, es sei willkürlich, dass der Kantonsgerichtsausschuss die Honorarnote des Rechtsvertreters so stark gekürzt habe, dass ein Stundenansatz von Fr. 72.-- resultiere. Diese Rüge ist unbegründet. Die Beschwerdeführerin geht von der unzutreffenden Annahme aus, der von einem Anwalt ausgewiesene tatsächliche Zeitaufwand werde in jedem Fall ersetzt, und zwar unabhängig davon, ob er für die Prozessführung auch wirklich notwendig war. Der Stundenansatz für die anwaltliche Tätigkeit liegt unverändert bei Fr. 200.--, nur wurde lediglich ein Teil des zeitlichen Aufwandes anerkannt. c) Als willkürlich wird zudem gerügt, dass der Kantonsgerichtsausschuss den geltend gemachten Zeitaufwand mit der Begründung gekürzt hat, ein Rechtspraktikant brauche für die Erledigung einer Arbeit mehr Zeit als ein erfahrener Anwalt. Die Beschwerdeführerin macht in diesem Zusammenhang geltend, dass ein erfahrener Anwalt die in Rechnung gestellten Tätigkeiten nicht schneller hätte erledigen können. Ausserdem seien die rechtlichen und tatsächlichen Abklärungen, für welche der Praktikant mehr Zeit benötigt habe als ein erfahrener Anwalt, nicht in Rechnung gestellt worden. Abgesehen davon, dass die Beschwerdeführerin kein Beispiel für derartige Abklärungen zu nennen vermag, handelt es sich hier um neue tatsächliche Vorbringen, welche im Verfahren der staatsrechtlichen Beschwerde nicht zulässig sind (BGE 119 II 6 E. 4a S. 7). Auf die Rüge ist nicht einzutreten.