Citation: U 120/05 06.06.2005 E. 2

2.1 Mit Bezug auf das Geschehen vom 26. Januar 1993 liegen unterschiedliche Sachverhaltsdarstellungen des Beschwerdeführers vor. Soweit er geltend macht, der Unfall habe sich gemäss seiner Beschreibung anlässlich der Begutachtung in der Klinik Y.________, von 2002 zugetragen, ging die Vorinstanz zu Recht davon aus, dass die erstmals im Jahr 2000, mithin rund sieben Jahre nach dem Unfall, vorgebrachte Schilderung des Ereignisses, wonach ihm eine Schraubzwinge aus ca. einem Meter Höhe auf die linke Hand gefallen sei, nicht glaubwürdig ist. Da rechtsprechungsgemäss bei sich widersprechenden Angaben des Versicherten den "Aussagen der ersten Stunde" vorrangige Beweiskraft zukommt (BGE 121 V 47 Erw. 2a mit Hinweisen; RKUV 2000 Nr. U 377 S. 184), ist von der drei Tage nach dem Vorfall gegenüber der Arbeitgeberin und dem Hausarzt geäusserten Darstellung auszugehen, laut welcher bei einer gleichförmigen Handbewegung heftigste Schmerzen auftraten, bzw. die Hand verstaucht wurde (Arztzeugnis des Dr. med. R.________ vom 8. Februar 1993 und Unfallmeldung vom 29. Januar 1993). Für die allfällige Leistungspflicht der SUVA ist schliesslich unerheblich, ob es sich dabei um eine Berufskrankheit oder um einen Unfall handelt (Art. 6 Abs. 1 UVG). 2.2 Das kantonale Gericht hat eine ausführliche Würdigung der umfassenden medizinischen Akten vorgenommen. Dabei ist es zum Schluss gelangt, die angegebenen Schmerzen und Beeinträchtigungen seien durch somatische Befunde nicht hinreichend erklär- und objektivierbar, weshalb die SUVA nicht leistungspflichtig sei. In der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird diesbezüglich vorgebracht, sowohl gestützt auf das Gutachten des Spitals V.________ vom 9. Dezember 1999, als auch auf die am 8. August 2002 erstellte Expertise der Klinik Y.________ sei ein Kausalzusammenhang zu beiden Unfällen (vom 25. Juni 1990 und 26. Januar 1993) überwiegend wahrscheinlich, wobei dem Gutachten der Klinik Y.________ volle Beweiskraft zukomme. 2.3 Für die Verneinung somatischer Unfallfolgen im Sinne natürlicher Teilkausalität genügt es grundsätzlich, dass mit überwiegender Wahrscheinlichkeit keine der vom Unfall her in Betracht fallenden körperlichen Beeinträchtigungen sich durch objetive Befunde erklären lassen, wobei hier einzig die am 7. Februar 1994 zum Ereignis vom 26. Januar 1993 ergangene Rückfallmeldung interessiert. Im Rahmen der sozialversicherungsrechtlichen Leistungsprüfung muss verlangt werden, dass die Schmerzangaben durch damit korrelierende, fachärztlich schlüssig feststellbare Befunde hinreichend erklärbar sind (BGE 130 V 399 Erw. 5.3.2 mit Hinweisen). Nicht erforderlich ist die Diagnose eines ausschliesslich unfallfremden gesundheitlichen Leidens, wie sie etwa rein degenerative Veränderungen darstellen. Dass der Beschwerdeführer unter Schmerzen leidet, wird ärztlicherseits nicht bezweifelt. Eine objektivierbare Erklärung für die Schmerzproblematik liess sich jedoch trotz eingehender klinischer und bildgebender Abklärungen nicht finden. Anlässlich der Begutachtung im Spital V.________ vom 28. Januar 1999 konnte - unter Ausschluss traumatischer, degenerativer oder entzündlicher Veränderungen - weder klinisch, radiologisch oder neurologisch noch inspektorisch ein pathologischer Befund erhoben werden. Die Gutachter fanden namentlich keinen Anhaltspunkt für eine Psoriasis-Arthritis, die neurografische Untersuchung ergab auch keine periphere neurogene Schädigung, ebenso wenig konnte zum Begutachtungszeitpunkt die vormals diagnostizierte Tendovaginitis de Quervain im Bereich des Dig. I festgestellt werden. Eine Schädigung durch die erfolgten Steroid-Injektionen wurde ebenfalls ausgeschlossen. Nichts anderes ergibt sich aus der auf Wunsch des Beschwerdeführers am 8. August 2002 erstellten zusätzlichen Expertise der Klinik Y.________. So konnten die Gutachter auch die seitens des SUVA-Arztes Dr. med. H.________ am 9. Februar 2001 anlässlich einer neurologischen Beurteilung erwähnten neuropathischen Schmerzen ebenso wenig wie dieser bestätigen, indem sie bei einer konsiliarisch durchgeführten elekroneurographischen Untersuchung am 24. Juni 2002 nicht auf das Vorliegen einer sensiblen Polyneuropathie schlossen. Insbesondere verneinten sie aber eine neurodystrophe Schmerzentwicklung im Sinne eines Complex regional pain syndrome (CRPS; Algodystrophie) und diagnostizierten ein regional pain syndrome Stadium II, ohne allerdings eine medizinische Zuordnung anhand eines massgebenden anerkannten Klassifikationssystems (vor allem ICD-10 und DSM-IV) zu treffen (vgl. BGE 130 V 398 ff. Erw. 5.3 und Erw. 6.2), was Dr. med. H.________ in seiner neurologischen Beurteilung am 25. Juli 2003 zu Recht feststellt. 2.4 In Bezug auf psychische Unfallfolgen findet sich in den umfangreichen medizinischen Akten kein Hinweis auf eine psychiatrische Problematik, zumal im Rahmen einer konsiliarischen Beurteilung am 9. Juli 2002 durch Prof. Dr. med. A.________, Leiter der Schmerzklinik an der Klinik Y.________, die geklagten Schmerzen keiner Pathologie zugeordnet werden konnten. Selbst bei Bejahung der natürlichen Kausalität zwischen einer allfälligen psychischen Schädigung und des zu beurteilenden Unfallgeschehens wird in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde nichts vorgebracht, was die vorinstanzliche Adäquanzbeurteilung in Frage zu stellen vermöchte. Damit erübrigt sich die beantragte ergänzende medizinische Begutachtung, da hievon keine neuen Erkenntnisse zu erwarten wären. Nichts zu seinen Gunsten vermag der Versicherte überdies aus dem zitierten BGE 130 V 352 ableiten, welcher sich mit der somatoformen Schmerzstörung und dem Invaliditätsbegriff auseinandersetzt, welche Problematik hier nicht vorliegt. Damit ist die Beschwerdegegnerin in ihrer Eigenschaft als obligatorischer Unfallversicherer für den ihr am 7. Februar 1994 gemeldeten Rückfall nicht leistungspflichtig, weshalb es beim vorinstanzlichen Entscheid sein Bewenden hat.