Citation: 5P.9/2005 22.02.2005 E. 3

Die Beschwerdeführerin sieht eine Verletzung ihres Anspruchs auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV) darin, dass das Obergericht keine Verhandlung durchgeführt habe, anlässlich welcher man sich ein aktuelles Bild über die betroffenen Personen, deren persönliche Verhältnisse und deren Fähigkeiten hätte machen können. Soweit die Beschwerdeführerin damit geltend machen will, das Obergericht hätte die Kindsmutter persönlich anhören müssen, um sich ein Bild über deren persönliche Verhältnisse und deren Fähigkeiten machen zu können, steht nicht der Anspruch der Beschwerdeführerin gemäss Art. 29 Abs. 2 BV auf rechtliches Gehör zur Beurteilung. Sie hat nach dieser Bestimmung keinen Anspruch auf Anhörung der Gegenpartei. Soweit sie damit zum Ausdruck bringen möchte, sie selber hätte über ihre Fähigkeiten und Eignungen mündlich befragt werden sollen, sind diese im vorliegenden Verfahren von keiner Seite bestritten worden. Sie sind zur Beurteilung der Frage, ob der Kindsmutter ein begleitetes Besuchsrecht zustehe, auch nicht relevant. Weiter beklagt sie sich darüber, dass sie zum Besuchsrecht nicht konkret befragt und an einer weiteren Stelle, dass Art. 300 ZGB willkürlich angewendet worden sei. Die Beschwerdeführerin hatte vor allen Instanzen Gelegenheit, sich sehr ausführlich zum Besuchsrecht der Kindsmutter zu äussern und wurde vor erster Instanz auch mündlich angehört, so dass ihr Anspruch auf rechtliches Gehör gewahrt ist. Mit diesem Vorgehen ist auch Art. 300 Abs. 2 ZGB willkürfrei angewendet worden, wonach vor wichtigen Entscheidungen die Pflegeeltern angehört werden sollen.