Citation: I 682/00 27.11.2001 E. 3

3.- a) Nach Ansicht des Beschwerde führenden BSV kann die Invalidenversicherung Beiträge an den Besuch eines Sonderkindergartens erst zusprechen, wenn das betroffene Kind das Alter von 3 ½ Jahren erreicht hat. Zur Begründung führt das Bundesamt an, für das Schulwesen seien die Kantone zuständig. Wo das Eintrittsalter für die Kindergartenstufe offiziell reglementiert sei, stelle die Invalidenversicherung auf diese Regelung ab. Zahlreiche Kantone, darunter der vorliegend betroffene Kanton Basel-Landschaft, hätten jedoch keine Vorschriften zum Eintrittsalter erlassen. Dort müsse die Invalidenversicherung aus Gründen der Gleichbehandlung aller Versicherten einheitliche Kriterien anwenden. Basierend auf den Vorschlägen einer Expertengruppe empfehle die Konferenz der Kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK), das Eintrittsalter auf vier Jahre festzusetzen. Um den individuellen Bedürfnissen der Kinder und den unterschiedlichen Entwicklungsverläufen gerecht zu werden, könne der Eintritt auch sechs Monate früher oder später erfolgen, und zwar zweimal im Jahr je im August oder Februar. Obwohl es sich hier nur um eine Empfehlung der EDK handle, garantiere diese klare, überdies von einem Fachgremium erlassene Umschreibung des Eintrittsalters eine Gleichbehandlung der Versicherten. Im Übrigen habe der Kanton Basel-Landschaft ein Konzept zur Sonderschulung entworfen, in welchem die Altersdefinition der EDK übernommen worden, jedoch kein Spielraum für einen um sechs Monate vorgezogenen Eintritt vorgesehen sei. b) Hiegegen lassen die Eltern des Versicherten einwenden, für die Festsetzung eines Mindestalters fehle eine gesetzliche Grundlage. Die formalistische Argumentation des BSV sei nicht nachvollziehbar und schade dem Kind, nachdem alle Beteiligten es auf den Besuch des Sonderkindergartens vorbereitet hätten.