Citation: I 799/05 10.05.2006 E. 4

4.1 In BGE 130 V 64 hat das Eidgenössische Versicherungsgericht erkannt, dass der versicherten Person, die im Revisionsgesuch oder in der Neuanmeldung keinen Eintretenstatbestand glaubhaft macht, sondern bloss auf ergänzende Beweismittel, insbesondere Arztberichte, hinweist, die noch beigebracht würden oder von der Verwaltung einzuholen seien, vor Erlass der Verfügung eine angemessene Frist zur Einreichung der entsprechenden Unterlagen anzusetzen ist. Sie ist mit der Androhung zu verbinden, dass ansonsten gegebenenfalls auf Nichteintreten zu erkennen sei. Die analoge Anwendung der Grundsätze von Art. 73 IVV auf das Verfahren nach Art. 87 Abs. 3 IVV rechtfertigt sich sowohl unter dem Aspekt nach Treu und Glauben, als auch deshalb, weil es sozialversicherungsrechtlich atypisch ist, dass die versicherte Person für das Vorliegen eines Eintretenstatbestandes beweisführungsbelastet ist. Ergeht eine Nichteintretensverfügung im Rahmen des Verwaltungsverfahrens, das den eben umschriebenen Erfordernissen betreffend Fristansetzung und Androhung der Säumnisfolgen genügt, legen die Gerichte ihrer beschwerdeweisen Überprüfung den Sachverhalt zu Grunde, wie er sich der Verwaltung bot.