Citation: 8C_282/2009 02.06.2009 E. 4.1

4.1.1 Die SUVA wie auch die Vorinstanz haben sich mit der vorhandenen umfangreichen medizinischen Dokumentation eingehend befasst und daraus in nicht zu beanstandender Weise ihre Schlüsse gezogen. Dies betrifft sowohl die beschwerdeweise geltend gemachten persistierenden Leiden (Schwindel, Kopfschmerzen, rasche Ermüdbarkeit, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen) einerseits als auch die nach dem erlittenen Unfall diagnostizierte Commotio cerebri andererseits. Das Vorliegen eines Schädel-Hirntraumas wurde im kantonalen Entscheid mit überzeugender Begründung verneint. Körperliche Unfallfolgen können demnach nicht als erwiesen gelten. 4.1.2 SUVA und Vorinstanz sind im Rahmen der Adäquanzprüfung nach der in BGE 115 V 133 für psychische Fehlentwicklungen nach einem Unfall erarbeiteten Rechtsprechung vorgegangen. Danach ist - unter Ausserachtlassung psychischer Faktoren (vgl. BGE 115 V 133 E. 6c/aa S. 140) - von den für eine Bejahung der Adäquanz erforderlichen Kriterien keines erfüllt. Mit Blick darauf, dass der Beschwerdeführer eine commotio cerebri erlitten und dem Notfallarzt den Eindruck einer cerebralen Verlangsamung vermittelt, sowie im Anschluss an das Unfallereignis über Schwindel, Konzentrationsstörungen und einen dumpfen Druck im Nacken und Hinterkopf geklagt hat, ist es allerdings fraglich, ob BGE 115 V 133 unter den vorliegenden Umständen zur Anwendung gelangt. Dies kann aber offen bleiben, da die Adäquanz auch nach der bei Schleudertraumen und äquivalenten Verletzungen oder Schädel-Hirntraumen massgebenden Methode, wie sie in BGE 117 V 359 entwickelt und in BGE 134 V 109 präzisiert worden ist, verneint werden muss: Das Kriterium "besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalles" (BGE 134 V 109 E. 10.2.1 S. 127) ist klarerweise zu verneinen. Auch das Kriterium "Schwere und besondere Art der erlittenen Verletzung" (BGE 134 V 109 E. 10.2.2 S. 127 f.) kann nicht als erfüllt gelten, genügt doch die Diagnose einer commotio cerebri für sich allein nicht zu dessen Bejahung. Es bedarf dazu vielmehr einer besonderen Schwere der für das Schleudertrauma, die äquivalente Verletzung der HWS oder das Schädel-Hirntrauma typischen Beschwerden oder besonderer Umstände, welche das Beschwerdebild beeinflussen können (BGE 134 V 109 E. 10.2.2 S. 128 mit Hinweisen). Solche liegen hier aber ebenso wenig vor wie erhebliche Verletzungen, welche sich der Beschwerdeführer nebst der commotio cerebri zusätzlich zugezogen hätte. Die ärztliche Behandlung war nicht kontinuierlich und mit einer gewissen Planmässigkeit auf eine Verbesserung des Gesundheitszustandes ausgerichtet, sodass auch das Kriterium "fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung" (BGE 134 V 109 E. 10.2.3 S. 128) nicht als gegeben betrachtet werden kann. Von "ärztlicher Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert" hätte (BGE 134 V 109 E. 10.2.5 S. 129), oder von "schwierigem Heilungsverlauf und erheblichen Komplikationen" (BGE 134 V 109 E. 10.2.6 S. 129) kann ebenfalls nicht gesprochen werden. Einzig fraglich ist, ob allenfalls die Kriterien "erhebliche Beschwerden" (BGE 134 V 109 E. 10.2.4 S. 128) und "erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen" (BGE 134 V 109 E. 10.2.7 S. 129 f.) als erfüllt betrachtet werden können. Die Frage muss indessen nicht abschliessend geklärt werden, denn selbst wenn dem Versicherten erhebliche Beschwerden und eine erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen zugebilligt werden könnten, wären lediglich zwei der relevanten Kriterien - und dies jedenfalls nicht in ausgeprägtem Masse - erfüllt, was für eine Bejahung der adäquaten Unfallkausalität bei einem leichten Unfall nicht genügt. Die Beschwerde wäre demnach auch bei einer - vom Vorgehen der SUVA und des kantonalen Gerichts abweichenden - Adäquanzprüfung nach BGE 134 V 109 abzuweisen. 4.2 Die Einwände des Beschwerdeführers vermögen zu keinem anderen Ergebnis zu führen. Soweit er zur Frage der Organizität der Gesundheitsstörungen auf die Berichte der behandelnden Frau Dr. med. A.________ vom 13. März 2009 verweist (worin "bestätigt" wird, dass "mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ein kausaler Zusammenhang zwischen dem Unfallereignis und den jetzigen Beschwerden, nämlich Hyposmie, gutartigem Lagerungsschwindel, peripherer vestibulärer Funktionsstörung mit Unterfunktion rechts, Kopfschmerzen, rascher Ermüdbarkeit, Konzentrationsstörungen, Gedächtnisstörungen sowie Wortfindungsstörungen" bestehe), kann er nichts zu seinen Gunsten daraus ableiten. Gleiches gilt für das Schreiben der Frau Dr. med. B.________ vom 19. März 2009. Beide Ärztinnen begründen ihre Aussagen, welche letztlich auf Vermutungsbasis beruhen, nicht weiter (Bericht der Frau Dr. med. A.________ vom 13. März 2009, vgl. auch deren Überweisungsschreiben an Frau Dr. med. B.________ vom 5. Dezember 2008), bzw. lediglich mit dem wenig aussagekräftigen Hinweis, dass die vom Versicherten beklagten kognitiven Defizite durch die anlässlich der neuropsychologischen Untersuchung festgestellten, mit einer mild traumatic brain injury vereinbaren Funktionsstörungen belegt seien (Bericht der Frau Dr. med. B.________ vom 19. März 2009). Ob die Einreichung dieser Berichte im letztinstanzlichen Verfahren angesichts des gemäss BGE 8C_934/2008 vom 17. März 2009 auch im UVG-Bereich geltenden Novenverbots (Art. 99 Abs. 1 BGG) überhaupt in prozessual zulässiger Weise erfolgt ist, kann unter diesen Umständen dahingestellt bleiben. Der Versicherte geht fehl in der Annahme, für die Beantwortung der Adäquanzfrage seien die generelle Eignung des Unfallereignisses, mit überwiegender Wahrscheinlichkeit die beklagten Beschwerden herbeizuführen, und die ärztliche Einschätzung dazu ausschlaggebend. Wie aus Erwägung 4.1.2 hervorgeht, steht das Unfallereignis in concreto zumindest seit dem Zeitpunkt der Leistungseinstellung nicht (mehr) in einem adäquaten Kausalzusammenhang mit den persistierenden Gesundheitsstörungen, was sich aus der Adäquanzprüfung nach BGE 134 V 109 ergibt; zu keinem anderen Ergebnis führt im Übrigen die Beurteilung der Adäquanzfrage gemäss BGE 115 V 133, wie sie von Vorinstanz und Unfallversicherer vorgenommen wurde. Wenn der Versicherte schliesslich die Ansicht vertritt, er habe für die von Frau Dr. med. A.________ festgestellte Beeinträchtigung des Geruchssinnes Anspruch auf eine Integritätsentschädigung, kann nichts anderes gelten. Es liegen weder organische noch psychische Beschwerden vor, welche zur Zeit der Leistungseinstellung in einem rechtserheblichen Kausalzusammenhang zum Unfall standen, weshalb ein Anspruch auf Integritätsentschädigung bereits aus diesem Grunde entfällt.