Citation: U 480/06 05.10.2007 E. 4.2

4.2.1 Die Vorinstanz hat den Verkehrsunfall vom 29. November 2002 in Übereinstimmung mit der SUVA als mittelschweres Ereignis eingestuft. Gestützt auf den Rapport der Kantonspolizei Basel-Landschaft vom 31. Dezember 2002 ging sie mit Bezug auf den augenfälligen Geschehensablauf davon aus, dass die Versicherte in Richtung Autobahnauffahrt unterwegs war, als die Unfallverursacherin ein Stoppsignal übersah und seitwärts in den von der Beschwerdeführerin korrekt geführten PW prallte, worauf sich das Fahrzeug drehte und frontal in der Fahrbahnabsperrung landete. Dabei wurde der vordere Fahrzeugteil beschädigt und die linke Hintertür eingedrückt. Bei diesen Gegebenheiten fällt das Unfallereignis entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin mit Blick auf die Kasuistik (vgl. dazu RKUV 2005 Nr. U 548 S. 228, U 306/04) nicht in die Kategorie der schweren Unfälle im mittleren Bereich bzw. im Grenzbereich zu den schweren Unfällen. Die von ihr geltend gemachten Begleitumstände betreffen nicht die Schwere des Unfalls an sich, worunter in erster Linie die zerstörenden und verletzenden Kräfte fallen, als vielmehr jene Gegebenheiten, die bei mittelschweren Unfällen den Ausschlag für die Bejahung oder Verneinung der Adäquanz geben. 4.2.2 Der Unfall ereignete sich bei objektiver Betrachtungsweise nicht unter besonders dramatischen Begleitumständen. Hingegen ist aufgrund der Tatsache, dass sich der Ehemann und die drei Kinder der Beschwerdeführerin im verunfallten Fahrzeug befanden und beim Zusammenstoss verletzt wurden, dem Ereignis subjektiv eine gewisse Eindrücklichkeit nicht abzusprechen. Die Insassen konnten jedoch alle innert nützlicher Frist in Spitalbehandlung gebracht und dort fachärztlich betreut werden. Zudem waren die von den teilweise nicht angegurtet gewesenen Familienmitgliedern erlittenen Verletzungen nicht derart schwerwiegend, dass sie objektiv betrachtet als geeignet erscheinen, bei der Beschwerdeführerin psychische Abläufe in Bewegung zu setzen, die an der nachfolgenden psychischen Fehlentwicklung mitbeteiligt sein könnten. Auch die von der Versicherten selber erlittenen Verletzungen sind nicht als derart schwer oder besonders zu qualifizieren, als dass sie erfahrungsgemäss geeignet gewesen wären, psychische Fehlentwicklungen auszulösen, zumal bei der Adäquanzbeurteilung nach den Kriterien gemäss BGE 115 V 133 E. 6c/aa S. 140 das erlittene Schleudertrauma der HWS und die erlittenen Kontusionen als besondere Art der erlittenen Verletzung ohnehin ausser Betracht fallen. Des Weitern kann auch nicht von einer ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung ausgegangen werden, weil diese schon relativ bald nach dem Unfall in immer stärkerem Mass durch die psychogene Fehlverarbeitung bestimmt wurde. Dieses Kriterium ist zudem nicht allein nach einem zeitlichen Massstab zu beurteilen. Von Bedeutung sind vielmehr auch Art und Intensität der Behandlung sowie der Umstand, inwieweit noch eine Besserung des Gesundheitszustandes zu erwarten ist. Es muss, gesamthaft betrachtet, eine kontinuierliche, mit einer gewissen Planmässigkeit auf die Verbesserung des Gesundheitszustandes gerichtete ärztliche Behandlung von ungewöhnlich langer Dauer vorliegen. Bei einem Schleudertrauma der HWS gilt eine zwei bis dreijährige Behandlung als noch im üblichen Rahmen liegend. Manualtherapeutische Massnahmen zur Erhaltung des Zustandes, ärztliche Verlaufskontrollen sowie medikamentöse Schmerzbekämpfung allein genügen diesen Anforderungen nicht (vgl. RKUV 2005 Nr. U 549 S. 236, U 380/04). Kreisarzt Dr. med. W.________ bezeichnete am 18. November 2004 die somatische Behandlung als ausgeschöpft, empfahl jedoch weiterhin eine psychiatrische Therapie. Dasselbe ergibt sich auch aus dem Bericht des Spitals Y.________ vom 3. Januar 2005. Dieselben Überlegungen gelten auch im Hinblick auf die Dauerschmerzen und die Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit, da das Andauern im Wesentlichen auf hier nicht zu berücksichtigende psychische Ursachen zurückzuführen ist. Für eine ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen verschlimmert hätte, bestehen keine Anhaltspunkte. Es kann sodann auch nicht von einem schwierigen Heilungsverlauf der somatischen Verletzungen gesprochen werden, noch traten erhebliche Komplikationen auf. Die Gesamtwürdigung führt zur Verneinung des adäquaten Kausalzusammenhangs.