Citation: I 493/98 01.03.2000 E. 3

3.- Der Beschwerdeführer stellt sich auf den Standpunkt, sein Gesundheitszustand sei sowohl in physischer als auch in psychischer Hinsicht unzureichend abgeklärt worden, weshalb entsprechende zusätzliche Begutachtungen anzuordnen seien. a) Die in der Rheumaklinik des Spitals X.________ einerseits und in der Klinik Z.________, andererseits erhobenen somatischen Befunde zeigen ein von einem lumbovertebralen und lumbospondylogenen Syndrom, einer Spondylolyse mit Spondylolisthesis sowie von degenerativen Wirbelsäulenveränderungen geprägtes Beschwerdebild. Insbesondere die Feststellungen des Spitals X.________ beruhen auf Erkenntnissen, die über einen längeren Beobachtungszeitraum hinweg unter Berücksichtigung der Ergebnisse teils intensiver Therapien gewonnen worden waren. Es erscheint deshalb unwahrscheinlich, dass zusätzliche medizinische Abklärungen neue, bisher unbeachtet gebliebene Gesichtspunkte zu Tage fördern könnten. Der körperliche Gesundheitszustand darf als hinreichend erstellt gelten, sodass es sich erübrigt, diesbezüglich weitere Vorkehren in Betracht zu ziehen. Zutreffend wird in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde zwar vorgebracht, dass die ärztlichen Schätzungen der trotz gesundheitlicher Beeinträchtigung noch zumutbaren Leistung im angestammten Tätigkeitsbereich als Altwarenhändler nicht übereinstimmen, indem diese von der Rheumaklinik auf 50 %, von der Klinik Z.________ hingegen bloss auf 30 % veranschlagt wird. Diese Diskrepanz wirkt sich auf die Beurteilung des Rentenanspruchs indessen nicht aus, steht doch - worauf der Beschwerdeführer wiederholt hingewiesen worden ist - seit Jahren fest, dass in seinem mit häufigem Heben und Tragen teils schwerster Lasten verbundenen bisherigen Beruf eine behinderungsgerechte Eingliederung nicht mehr möglich ist. Da keine triftigen Gründe vorliegen, welche dem Beschwerdeführer eine berufliche Umstellung, wie sie seit langem angezeigt ist, im Rahmen der ihm obliegenden Schadenminderungspflicht unzumutbar machen würden, ist für die Zwecke der Invaliditätsbemessung auf die Verhältnisse in allenfalls in Frage kommenden Verweisungstätigkeiten abzustellen. Für wechselbelastende Tätigkeiten, bei welchen nur gelegentlich schwerere Lasten von 20 bis zu 30 kg zu heben sind, bescheinigt die Rheumaklinik in ihrem Bericht vom 24. Mai 1995 indessen eine 100 %ige Arbeitsfähigkeit. Unter der Voraussetzung, dass das Finden einer den gesundheitlichen Gegebenheiten wie auch den individuellen Fähigkeiten des Beschwerdeführers Rechnung tragende Beschäftigung noch als realistisch zu werten ist, sind Zweifel an der Zuverlässigkeit dieser fachärztlichen Einschätzung nicht angebracht. b) Die Psychiatrische Poliklinik des Spitals X.________ diagnostizierte am 29. Juni 1995 eine Panikstörung mit Agoraphobie und Akrophobie. Weiter erklärten die Ärzte, im Juli 1994 sei eine psychiatrische Therapie mit Medikamenten und regelmässigen monatlich stattfindenden Gesprächen aufgenommen worden, worauf sich die Symptomatik rasch gebessert habe; unter Anleitung habe der Versicherte zunehmend wieder in höhere Stockwerke (zuletzt 5. Stock) steigen sowie durch kürzere Tunnels und über höhere Autobahnbrücken fahren können, ohne dass es zu Angstzuständen gekommen wäre; die Medikation habe im April 1995 reduziert und schliesslich Mitte Juni 1995 abgesetzt werden können. Ausdrücklich festgehalten wurde, ein psychopathologischer Befund, insbesondere eine depressive Symptomatik sei nicht erhebbar; eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit im bisherigen Beruf bestehe aus psychiatrischer Sicht nicht mehr. Trotz dieser klaren ärztlichen Stellungnahme wird der darin angegebene Behandlungserfolg in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde in Abrede gestellt und geltend gemacht, nach wie vor bestehe eine massive Beeinträchtigung. Ernsthaft in Frage gestellt wird die Glaubhaftigkeit dieser Behauptung indessen schon durch den Umstand, dass seit April 1995 offenbar nie mehr eine fachärztliche Konsultation stattgefunden hat. Auch in den Akten finden sich keine Hinweise darauf, dass der Beschwerdeführer bis zum Erlass der Rentenverfügung vom 18. März 1997 je über ein Weiterbestehen oder ein Wiederauftreten seiner Phobien geklagt hätte, obschon er dazu spätestens in seinen im Vorbescheidverfahren eingereichten Vernehmlassungen vom 26. Juni und 10. Juli 1996 hinreichend Gelegenheit gehabt hätte. Inwiefern sich die Verwaltung bei dieser Sachlage dennoch zu weiteren diesbezüglichen Abklärungen hätte veranlasst sehen sollen, ist nicht ersichtlich. Anhaltspunkte für ein entgegen der ärztlichen Prognose erfolgtes Andauern oder erneutes Aufkommen der panikartigen Angstzustände liegen, zumindest was den vorliegend einzig zur Diskussion stehenden Zeitraum bis zum Erlass der angefochtenen Verwaltungsverfügung anbelangt, nicht vor, weshalb kein Grund für eine darauf ausgerichtete neue Begutachtung besteht. Davon könnten zum Vornherein keine Aufschlüsse erwartet werden, welche die behauptete Entwicklung nach Abschluss der Behandlung in der Psychiatrischen Poliklinik als mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt erscheinen lassen könnten. Sollten sich die Verhältnisse in einem späteren Zeitpunkt geändert haben, liegt es am Beschwerdeführer, sich mit entsprechenden Vorbringen an die Verwaltung zu wenden. Dass die aktenkundige Lese- und Schreibunfähigkeit ihre Ursache in einem psychischen Gesundheitsschaden mit Krankheitswert haben könnte, wird schon durch die Feststellung der Psychiatrischen Poliklinik vom 29. Juni 1995, dass kein psychopathologischer Befund erhebbar sei, sowie deren Erklärung im Kurzbericht vom 6. März 1996, wonach eine Berufslehre nicht durch eine "psychiatrische Krankheit" verunmöglicht worden sei, hinreichend widerlegt. Abgesehen davon ist ein solcher Verdacht während der über Jahre hinweg andauernden Betreuung und Beratung durch die Organe der Invalidenversicherung nie aufgetaucht. Fehlen aber jegliche Anhaltspunkte für ein psychisch begründetes Defizit, erübrigen sich auch in diese Richtung zielende fachärztliche Erhebungen. Der bestehende Analphabetismus ist vielmehr wie etwa mangelnde Ausbildung oder sprachliche Verständigungsschwierigkeiten als invaliditätsfremder Faktor zu werten. Für darauf zurückzuführende Eingliederungsschwierigkeiten hat die Invalidenversicherung nicht einzustehen (BGE 107 V 21 Erw. 2c; ZAK 1991 S. 321 f. Erw. 3c, 1989 S. 315 f. Erw. 2b).