Citation: 1C_471/2021 E. 5.8.1

5.8.1. Zwar ist den Beschwerdeführenden zuzustimmen, dass es hinsichtlich des Eisenbahnlärms zu IGW-Überschreitungen an den Nordfassaden der den Gleisen am nächsten liegenden Hochhäusern kommen dürfte. Die Fassadenöffnungen auf der Nordseite müssen indessen bereits aus Gründen der Störfallvorsorge möglichst klein gehalten werden (vgl. Planungsbericht S. 34), weshalb es nicht von vornherein ausgeschlossen erscheint, die Wohnungsgrundrisse so zu optimieren, dass die lärmempfindlichen Räume auf die anderen Fassadenseiten ausgerichtet und mit Loggien gegen den Lärm abgeschirmt werden, um die IGW an den Fenstern der lärmempfindlichen Räume einzuhalten. Notfalls verbleibt die Möglichkeit, gewisse, besonders lärmexponierte Geschosse gewerblich (z.B. für das geplante Hotel) zu nutzen und die Wohneinheiten anderswo (in grösserem Abstand von den Bahngleisen oder in einem lärmgeschützten Sockelbau) zu realisieren. Im Übrigen wird zu prüfen sein, ob Massnahmen an der Lärmquelle möglich und zumutbar sind (vgl. Urteil 1C_275/2020 vom 6. Dezember 2021, in: AJP 2022 476, E. 3.2 mit Hinweis). Derartige Massnahmen erscheinen jedenfalls für den Strassenverkehrslärm der angrenzenden Industriestrasse realistisch (z.B. Tempo 30 nachts, lärmarme Beläge, etc.), müssen aber auch für den Eisenbahnlärm (z.B. Optimierung des Bahnbetriebs, bauliche Massnahmen) in Zusammenwirken mit den Bahnbetrieben geprüft werden. Insofern erweist sich die Feststellung des Verwaltungsgerichts, wonach die Einhaltung der IGW noch offen sei, nicht als offensichtlich unrichtig. Können die IGW trotz aller in Betracht fallenden und verhältnismässigen Massnahmen nicht überall eingehalten werden, kommt als ultima ratio die Erteilung von Ausnahmebewilligungen gemäss Art. 31 Abs. 2 LSV in Betracht. Ob die dafür erforderlichen Voraussetzungen erfüllt sind (vgl. zuletzt Urteile 1C_275/2020 vom 6. Dezember 2021 E. 2.2 und 1C_264/2021 vom 24. März 2022 E. 2.2 mit zahlreichen Hinweisen), lässt sich im heutigen Stadium der Planung noch nicht überprüfen, erscheint aber jedenfalls nicht von vornherein ausgeschlossen. Hierfür kann auf die Ausführungen des Verwaltungsgerichts und des BAFU verwiesen werden.