Citation: 8C_447/2017 E. 4.2.3

4.2.3. Zwar ist der Beschwerdeführerin darin zuzustimmen, dass Dr. med. G.________ die Höhe der Arbeitsunfähigkeit vor April 2014 nicht explizit beziffert hatte. Angesichts des von ihm plausibel dargelegten, nicht-linearen Verlaufs der Erkrankung erstaunt dies jedoch nicht. Immerhin erfragte er in der Erhebung des Psychostatus nach den Vorgaben des AMPD-Systems (Manual zur Dokumentation psychiatrischer Befunde) nicht nur den aktuellen Zustand, sondern erforschte anhand der Vorakten jeweils auch die Befunde für den Zeitraum bis April 2014. Dabei stellte er fest, dass jedes der untersuchten Merkmale auch dort dokumentiert war. Hinzu kommt, dass sich der Gesundheitszustand der Versicherten - trotz schwankendem Verlauf - seit dem traumatischen Erlebnis 2007 dank der konsequenten Therapien insgesamt verbesserte, so dass im April 2014 ein Endzustand bejaht werden konnte und eine zuverlässige Aussage zur Arbeitsfähigkeit möglich war. Daraus ergibt sich im Umkehrschluss, dass sich die Arbeitsunfähigkeit zuvor, in den Zeitabschnitten, in denen die Beschwerdegegnerin nicht erwerbstätig war, mindestens in der vom Gutachter festgelegten Höhe bewegt haben muss. Trotz der verbleibenden Unschärfe kann mit der Vorinstanz davon ausgegangen werden, dass die von Dr. med. G.________ ab 1. April 2014 attestierte Arbeits- und Leistungsfähigkeit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit bereits Ende April 2011 (Beendigung der Arbeitstätigkeit bei der B.________ Ltd.) bestand. Das kantonale Gericht weist im Übrigen zutreffend darauf hin, dass es keinen Anlass gegeben habe, echtzeitlich Arbeitsunfähigkeits-Zeugnisse auszustellen, weil die Beschwerdegegnerin bis zur Aufnahme der Tätigkeit in der D.________ am 16. November 2012 in keinen Arbeitsverhältnis stand.