Citation: 1P.64/2005 17.05.2005 E. 2

2.1 Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung verteilt der Anklagegrundsatz die Aufgaben zwischen den Untersuchungs- bzw. Anklagebehörden einerseits und den Gerichten anderseits. Er bestimmt das Prozessthema. Gegenstand des gerichtlichen Verfahrens können nur Sachverhalte sein, die dem Angeklagten in der Anklageschrift vorgeworfen werden (Umgrenzungsfunktion; Immutabilitätsprinzip). Letztere muss die Person des Angeklagten sowie die ihm zur Last gelegten Delikte in ihrem Sachverhalt so präzise umschreiben, dass die Vorwürfe im objektiven und subjektiven Bereich genügend konkretisiert sind. Das Anklageprinzip bezweckt damit gleichzeitig den Schutz der Verteidigungsrechte des Angeklagten und dient dem Anspruch auf rechtliches Gehör (Informationsfunktion). Abgeleitet wird der Grundsatz aus Art. 29 Abs. 2 und Art. 32 Abs. 2 BV sowie aus Art. 6 Ziff. 1 und Art. 6 Ziff. 3 lit. a und b EMRK (zur Veröffentlichung bestimmtes Urteil 6P.122/2004 vom 8. März 2005 E. 4.1; BGE 126 I 19 E. 2a S. 21; 120 IV 348 E. 2 und 3 S. 353 ff, je mit Hinweisen). 2.2 Im vorliegenden Fall macht der Beschwerdeführer eine Verletzung des Anklagegrundsatzes und damit der Garantien von Art. 29 Abs. 2 und Art. 32 Abs. 2 BV bzw. Art. 6 Ziff. 3 lit. a EMRK geltend. Hingegen behauptet er nicht eine willkürliche Anwendung von § 25 der Strafprozessordnung des Kantons Aargau vom 11. November 1958 (StPO/AG; SAR 251.100), wonach sich die Beurteilung nur auf jene Personen und strafbaren Handlungen erstrecken darf, die in der Anklage genannt werden. Daher ist die erhobene Rüge aufgrund der angerufenen verfassungsrechtlichen Mindestgarantien zu prüfen (BGE 112 Ia 107 E. 2a S. 109). Die Ausgestaltung des Anklagegrundsatzes nach dem einschlägigen kantonalen Verfahrensrecht ist demgegenüber hier nicht Gegenstand des bundesgerichtlichen Verfahrens.