Citation: 6B_1422/2019 E. 5.5

5.5. Der Tatbestand der ungetreuen Geschäftsbesorgung schützt das anvertraute Vermögen, vorliegend dasjenige der E.________GmbH. Diese verfügte gemäss verbindlicher Feststellung der Vorinstanz im Tatzeitpunkt über keinerlei Grundkapital oder Reserven. Die der E.________GmbH zugeflossenen und vom Beschwerdeführer widerrechtlich verwendeten Gelder stammten aus Darlehen und aus einer weiteren Transaktion, welche mit dem Vermerk "Vorschuss A.________" versehen war. Auch nach Eingang dieser Zahlungen betrug das Reinvermögen der E.________GmbH (Aktiven minus Passiven) Null, da mit Erhalt der Darlehen und des Vorschusses (Aktiven) Rückzahlungsschulden in mindestens gleicher Höhe (Passiven) entstanden. Es war im Tatzeitpunkt somit kein Reinvermögen vorhanden, das hätte angetastet werden können oder das der Beschwerdeführer in seiner Funktion als Geschäftsführer hätte schützen oder erhalten müssen (vgl. BGE 141 IV 104 E. 3.2; 117 IV 259 E. 5). Mit der Vorinstanz war eine Schädigung der Gesellschaft am durch den Tatbestand von Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 StGB geschützten Vermögen und damit eine Vollendung der Tat nicht möglich. Eine indirekte Schädigung von Dritten, vorab von Gläubigern, wurde damit aber nicht ausgeschlossen. Darlehen und Vorschüsse sind ihrer Natur nach dazu bestimmt, an den Bevorschussenden zurückbezahlt zu werden. Indem der Beschwerdeführer die an die E.________GmbH geflossenen und zur Rückzahlung bestimmten Gelder für eigene Zwecke verwendete, vereitelte er den Rückerstattungsanspruch von D.________ resp. von deren Nachlass. Sein Verhalten ist somit als ernstlicher Angriff auf die rechtlich geschützte Ordnung anzusehen. Damit ist das Erfordernis der minimalen objektiven Gefährlichkeit erfüllt. Die Verurteilung wegen untauglichen Versuchs der mehrfachen qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesorgung verletzt kein Bundesrecht.