Citation: 6B_1135/2023 E. 3.3.5

3.3.5. Die Kritik des Beschwerdeführers ist hingegen stichhaltig, soweit er der Vorinstanz vorwirft, die Wahl der Strafart mit den Opferinteressen begründet zu haben. Zwar werden die Auswirkungen der Strafart auf das Opfer als Kriterium der Sanktionenwahl in der Literatur diskutiert (JONAS ACHERMANN, in: Damian K. Graf [Hrsg.], Annotierter Kommentar StGB, 2020, N. 8 zu Art. 41 StGB). Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung kennt das Strafrecht aber keinen "Schuldausgleich" zwischen Opfer und Täter. Die Opferinteressen können einzig im Rahmen und in der Höhe des dem Täter zuzurechnenden Verschuldens Berücksichtigung finden (BGE 134 IV 132 E. 6.5; 118 IV 342 E. 2g). Ausserdem widerspricht es dem gesetzlichen Konzept, die Wahl der Strafart an deren Wirkungen auf Drittpersonen auszurichten. In letzter Konsequenz würde diese Überlegung die Sanktionenwahl in den Dienst der Generalprävention stellen, was mit Art. 41 Abs. 1 lit. a StGB nicht vereinbar ist (KUHN/VUILLE, in: Commentaire Romand, Code pénal I, 2. Aufl., 2021, N. 5 zu Art. 41 StGB; GORAN MAZZUCCHELLI, in: Basler Kommentar StGB, 4. Aufl. 2019, N. 39 zu Art. 41 StGB). Die Begründung der Vorinstanz ist demnach nicht bundesrechtskonform, soweit sie auf die Opferinteressen abstellt.