Citation: 6B_881/2024 E. 3.3

3.3. Die Vorinstanz stützt sich bei der Beweiswürdigung wesentlich auf das von der Staatsanwaltschaft eingeholte polydisziplinäre Aktengutachten vom 15. November 2019. Die Beschwerdeführerin beantragte im Rahmen des Berufungsverfahrens unter Bezugnahme auf schriftliche Berichte ihres behandelnden Arztes Dr. med. E.________ die Anordnung eines Obergutachtens. Die Vorinstanz hat sich mit diesem Antrag detailliert auseinandergesetzt und ausführlich begründet, weshalb sie das Gutachten vom 15. November 2019 als schlüssig und voll beweiskräftig erachtete und demgegenüber die Berichte des behandelnden Arztes der Beschwerdeführerin als nicht geeignet, die Schlussfolgerungen des amtlichen Gutachtens in Zweifel zu ziehen (angefochtenes Urteil E. 4 und 5.1 - 5.4). Sie hält fest, das Gutachten erweise sich als umfassend und sei in Kenntnis der gesamten Straf-, inklusive den medizinischen Akten, erstellt worden. Die Sachverständigen hätten sich auch konkret mit den Akten auseinandergesetzt. Das Gutachten sei nach den für das Sozialversicherungsrecht entwickelten Grundsätzen erstellt worden, weshalb ihm voller Beweiswert zukomme. Die Vorinstanz begründet auch zutreffend, weshalb angesichts des Zeitablaufs seit dem Unfall von rund 12 Jahren auf eine persönliche Exploration verzichtet werden konnte. Weiter erwägt die Vorinstanz, die Berichte des behandelnden Neurologen/Psychiater Dr. med. E.________ hätten kaum Aussagekraft. So sei dieser als behandelnder Arzt nicht neutral. Er habe die Beschwerdeführerin erst seit 2016 und somit sechs Jahre nach dem strafrechtlich relevanten Zeitraum behandelt und ihm seien die echtzeitlichen Kranken- und Verfahrensakten - im Gegensatz zu den Sachverständigen - nicht zur Verfügung gestanden. Zutreffend weist die Vorinstanz auch auf Grenzüberschreitungen von Dr. E.________ hin, welcher sich u.a. auch zur Urteilsbegründung der ersten Instanz geäussert und sich Ausführungen zur juristischen Beurteilung des Falles angemasst habe. Schliesslich begründet die Vorinstanz aber auch ausführlich und nachvollziehbar, wieso den Stellungnahmen von Dr. E.________ auch inhaltlich nicht gefolgt werden kann.