Citation: 6B_969/2020 E. 1.4.2

1.4.2. Die Begründung der Vorinstanz zur Unkenntnis der Einziehungsgründe i.S.v. Art. 70 Abs. 2 StGB geht in mehrfacher Hinsicht fehl. Einerseits führt sie aus, dem Beschwerdegegner habe kein konkretes Wissen über das Handelsgeschäft mit E.________ und die folgende Veruntreuung dessen Gelder nachgewiesen werden können. Ein solches ist jedoch für eine Einziehung von Vermögenswerten bzw. eine Ersatzforderung nicht vorausgesetzt. Vielmehr reicht es gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung zum Ausschluss der Gutgläubigkeit i.S.v. Art. 70 Abs. 2 StGB aus, wenn der Dritte zumindest ernsthafte Anhaltspunkte für eine deliktische Herkunft der Vermögenswerte und damit eine ungefähre Vorstellung von den Einziehungsgründen hat (vgl. oben E. 1.3.2). Solche konkreten Anhaltspunkte seitens des Beschwerdegegners sind vorliegend nicht von der Hand zu weisen. Wie sowohl die Beschwerdeführerin als auch die Vorinstanz überzeugend darlegen, konnte der vom Beschwerdegegner am 4./5. November 2014 in seiner Position als Geschäftsführer unterzeichnete Aktienkaufvertrag angesichts der gleichentags unterzeichneten Aufhebungsvereinbarung einzig dem Zweck dienen, eine Überweisung von Bank zu Bank zu legitimieren, vermochte jedoch faktisch nicht als Rechtsgrundlage für eine Zahlung mit dem Zweck "Teilzahlung G.________ gemäss Aktienkaufvertrag" zu fungieren. Die Beschwerdeführerin rügt folglich mit Bezug auf die Begründung des Bezirksgerichts zu Recht, der Beschwerdegegner sei sich zum Zeitpunkt des Eingangs der Zahlung am 7. November 2014 fraglos bewusst gewesen, dass der Aktienkaufvertrag, mit welchem die Transaktionen begründet worden seien, faktisch aufgehoben sei. Was der Beschwerdegegner dagegen vorbringt, vermag nicht zu überzeugen und ist grösstenteils als appellatorische Kritik zurückzuweisen. Andererseits begründet die Vorinstanz das Absehen von einer Einziehung damit, dem Beschwerdegegner habe eine Beteiligung an den deliktischen Tätigkeiten von B.________ und C.________ nicht nachgewiesen werden können, gegen ihn habe keine Anklage erhoben werden können, eine entsprechende Strafuntersuchung sei denn auch unterblieben und die übrigen Lohnzahlungen seien auch nicht Gegenstand von irgendwelchen Untersuchungen geworden. Dabei verkennt sie, dass gerade erst die mangelnde Beteiligung an den deliktischen Tätigkeiten von B.________ und C.________ den Beschwerdegegner überhaupt zum Dritten i.S.v. Art. 70 Abs. 2 StGB macht. Insgesamt geht die Vorinstanz zu Unrecht von einer Gutgläubigkeit und damit einer Unkenntnis der Einziehungsgründe i.S.v. Art. 70 Abs. 2 StGB des Beschwerdegegners aus, obwohl für ihn in seiner Stellung als erfahrener Geschäftsführer der Gesellschaften B.________s ernsthafte Anhaltspunkte dafür vorlagen, dass die Zahlungen vom 7. November 2014 jeglicher Rechtsgrundlage entbehrten. Durch sein Verhalten hat der Beschwerdegegner vielmehr nicht mehr in Unkenntnis der Einziehungsgründe gehandelt und die Vorinstanz verletzt Bundesrecht, wenn sie von einer Ersatzforderung i.S.v. Art. 71 Abs. 1 i.V.m. Art. 70 Abs. 2 StGB absieht.