Citation: 5A_106/2014 E. 5

Demgegenüber argumentieren die Beschwerdeführer, dass die in Ziffer 3 des Testaments enthaltenen Weisungen allein im Interesse des Erblassers lägen. Gemäss deren klarem Wortlaut habe der Erblasser sein künstlerisches Schaffen bestmöglich betreut wissen, nicht aber der Beschwerdegegnerin einen Vermögensvorteil vermachen wollen. Soweit das Kantonsgericht zum Schluss komme, die erblasserischen Anordnungen seien zumindest auch im Interesse der Beschwerdegegnerin erfolgt, habe das Kantonsgericht den Sachverhalt unvollständig ermittelt und die Auslegungsregeln für Testamente falsch angewendet. Anstatt danach zu forschen, ob sich der wirklich erklärte Wille des Erblassers klar aus dem Wortlaut des Testaments ergebe, führe das Kantonsgericht ausschliesslich "vage, unbestimmte und aktenwidrige Annahmen" ins Feld. Es nenne aber keine Unklarheiten im Testament, aufgrund derer zur Ermittlung des Willens des Erblassers weitere, ausserhalb der letztw illigen Verfügung liegende Elemente hätten herangezogen werden müssen. Indem es dies trotzdem tue, verstosse es gegen die bundesgerichtlichen Regeln zur Testamentsauslegung. In rechtlicher Hinsicht bestreiten die Beschwerdeführer, dass die in Ziffer 3 des Testamentsenthaltene Weisung des Erblassers ein Vermächtnis zugunsten der Beschwerdegegnerin sei. Sie stellen sich auf den Standpunkt, Ziffer 3 des Testaments habe nicht die Zuwendung eines bestimmten oder bestimmbaren Vermögenswerts, sondern ausschliesslich die Betreuung von A.________s künstlerischem Nachlass zum Gegenstand. Die Umschreibung der Tätigkeiten der Beschwerdegegnerin entspreche einem "klassischen Auftragsverhältnis". Namentlich der Passus "wie bisher auch weiterhin" zeige, dass die Weisungen gemäss Ziffer 3 des Testaments im Sinne einer Weiterführung des bisherigen zwischen dem Künstler und der Beschwerdegegnerin bestehenden Auftragsverhältnis zu verstehen sind, und zwar auch hinsichtlich der Art und Weise, wie die Beschwerdegegnerin diese Aufgabe wahrgenommen hat. Mit der testamentarischen Anordnung sei dieses Auftragsverhältnis entgegen der dispositiven Vorschrift von Art. 405 Abs. 1 OR mit A.________s Tod nicht erloschen, sondern auf sie, die Beschwerdeführer, übergegangen. Dem stehe auch Ziffer 3.5 des Testaments nicht entgegen, denn diese Klausel räume ihnen das Recht ein, die Beschwerdegegnerin bei ungenügender Erfüllung ihrer Aufgabe abzuberufen. Schliesslich beteuern die Beschwerdeführer, das Testament spreche nur von Betreuungsleistungen der Beschwerdegegnerin, nicht aber von irgendwelcher Verfügungsgewalt. Diese stehe allein ihnen zu, denn sie seien durch Universalsukzession Eigentümer des gesamten Werkschaffens des Erblassers geworden und könnten daher frei bestimmen, ob und gegebenenfalls welche Kunstwerke sie zu welchem Zeitpunkt Dritten zugänglich machen oder verkaufen wollen. Nachdem aber keine Pflicht zum Verkauf von Kunstwerken bestehe, sei der angeblich geschuldete Vermächtnisinhalt bzw. Vermögensvorteil rechtlich gar nicht durchsetzbar. Mithin fehle es auch an einem Anspruch auf den vermachten Vermögensvorteil selbst und damit an einer Voraussetzung für ein Vermächtnis im Sinne von Art. 484 Abs. 1 ZGB. Im Ergebnis stellen sich die Beschwerdeführer auf den Standpunkt, weil kein Vermächtnis und deshalb "kein Primäranspruch auf Erfüllung desselben" gegeben sei, fehle es der Beschwerdegegnerin über die anerkannten Geldbeträge hinaus an einer Rechtsgrundlage für die von ihr geltend gemachten Ansprüche. Mit dieser Begründung wollen die Beschwerdeführer der Beschwerdegegnerin - unter Berücksichtigung der streitigen Beträge (E. 2) - lediglich die Summe von Fr. 12'363.20 zugestehen.