Citation: 2C_364/2023 E. 7.3

7.3. Als private Interessen macht der Beschwerdeführer insbesondere die Dauer seines Aufenthalts in der Schweiz, sein Alter, sein Beziehungsnetz in der Schweiz, seinen Gesundheitszustand und die psychischen Einschränkungen, seine berufliche Integration sowie seinen fehlenden Bezug zu seinem Herkunftsland und die dort fehlenden Betreuungsmöglichkeiten geltend. Der Beschwerdeführer ist 1988 im Alter von 17 Jahren in die Schweiz gekommen, wo er zunächst als Saisonnier arbeitete, bevor ihm ab 1991 eine Aufenthalts- und ab 1998 eine Niederlassungsbewilligung erteilt wurden. Im Zeitpunkt des angefochtenen Urteils hielt er sich somit seit rund 32 Jahren dauerhaft in der Schweiz auf. Seine getrennt lebende Ehefrau und die drei mittlerweile volljährigen Kinder leben in der Schweiz, wobei letztere hier geboren und aufgewachsen sind. Auch weitere Verwandte ausserhalb der Kernfamilie leben in der Schweiz, so zwei Geschwister des Beschwerdeführers sowie deren Verwandte, zu welchen der Beschwerdeführer auch Kontakte pflegt und die ihn in gewissen (insbesondere administrativen) Belangen unterstützen. Angesichts des Alters der Kinder - das jüngste war im Zeitpunkt des angefochtenen Urteils rund 25-jährig - und der Trennung der Eheleute ist das Familienleben i.S.v. Art. 8 EMRK vorliegend nicht betroffen. Daran ändert nichts, dass der Beschwerdeführer eine Beziehung zu seinen Kindern pflegt, und dass der mittlere Sohn mit psychischen Problemen kämpft. Entgegen den Beschwerdevorbringen ist auch kein konventionsrechtlich geschütztes Abhängigkeitsverhältnis zu den anderen Verwandten im Sinne der Rechtsprechung ersichtlich, wobei insbesondere die blosse Unterstützung in einigen administrativen Belangen hierfür nicht ausreicht (vgl. zu den diesbezüglichen Anforderungen bspw. das Urteil 2C_1011/2022 vom 14. Februar 2023 E. 3.2). Zweifellos bestehen aufgrund der langen Anwesenheit aber erhebliche private Interessen am Verbleib in der Schweiz. Diese privaten Interessen werden allerdings durch die unterdurchschnittliche wirtschaftliche Integration relativiert, die sich vorliegend aus der ebenfalls jahrzehntelangen Erwerbslosigkeit, dem Sozialhilfebezug sowie der mutwilligen Schuldenwirtschaft ergibt (vgl. dazu auch vorne E. 6). Daran ändert nichts, dass der Beschwerdeführer unter dem Druck des ausländerrechtlichen Widerrufsverfahrens wieder eine (Teil-) Erwerbstätigkeit aufgenommen hat. Eine über die Beziehungen zur hier ansässigen Verwandtschaft bestehende soziale Integration ist nicht ersichtlich.