Citation: 6B_706/2022 E. 3.2.2

3.2.2. In rechtlicher Hinsicht erwägt die Vorinstanz, bei sämtlichen vertriebenen Produkten handle es sich entweder um zugelassene Arzneimittel im Sinne des HMG oder um verbotene Mittel und Substanzen im Sinne der SpoFöV. Der Beschwerdeführer habe weder über die für Herstellung und Vertrieb notwendigen Einfuhr-, Herstellungs- oder Grosshandelsbewilligungen noch über eine Arzneimittelzulassung verfügt. Er habe jeweils gewerbsmässig gehandelt, da er seinen Lebensunterhalt damit verdient habe. Zudem habe er erheblichen Aufwand und Zeit in die Produktion und den Verkauf der Substanzen investiert, was sich bereits an der Menge und Vielzahl der hergestellten Produkte, den eigens dafür angeschafften Gerätschaften, der Organisation betreffend die Rohstoffbeschaffung und des Verkaufs zeige. Ferner sei er hierzu regelmässig in die Schweiz geflogen. Der Beschwerdeführer habe zudem vorsätzlich gehandelt. Es bestehe kein Zweifel daran, dass er wissentlich und willentlich Arznei- und Dopingmittel hergestellt, gelagert und verkauft habe. Als ehemaliger Leiter des Leistungslabors am Institut U.________ habe er gewusst, dass die Präparate, grossmehrheitlich anabole Steroide und Wachstumshormone, klassischerweise im Bodybuilding zur Förderung des Muskelaufbaus eingesetzt würden. Nach eigenen Angaben habe er durch seine Praxis Kontakt zur Fitnessszene erhalten und aufgrund seiner eigenen sportlichen Vergangenheit über Ernährungsoptimierung und Supplemente Bescheid gewusst. Dies erhelle nicht zuletzt daraus, dass er seine Produkte an B.________, einen ehemaligen Profi-Bodybuilder, verkauft habe. Darüber hinaus scheine der Beschwerdeführer die Abgabe zumindest im Umfeld von Fitnesscentern nicht im Abrede zu stellen. Entgegen seiner Auffassung falle indes auch der Breitensport unter den Tatbestand und sei von einer Abgabe zu Dopingzwecken, nicht von Medikamentenmissbrauch, auszugehen. Daran ändere nichts, dass - rein theoretisch - auch legale Verwendungszwecke der Substanzen denkbar seien, zumal der Beschwerdeführer nicht ansatzweise aufzeige, dass er davon ausgegangen wäre. Solches sei im Übrigen bereits angesichts der bei ihm sichergestellten Mengen nicht anzunehmen. Es sei erstellt, dass der Beschwerdeführer, auch wenn er abgesehen von B.________ die Endabnehmer nicht namentlich gekannt habe, ein konkretes Bild vom Abnehmerkreis seiner Produkte gehabt habe. Er habe mithin um deren Einsatz zu Dopingzwecken gewusst. Ebenso habe er um die Illegalität resp. die mangelnden Zulassungen und Bewilligungen gewusst.