Citation: 1C_565/2014 E. 2.2

2.2. Das Eigentum an Grund und Boden umfasst nach dem Akzessionsprinzip unter Vorbehalt der gesetzlichen Schranken alle Bauten (Art. 667 Abs. 2 ZGB; Urteil 4C.345/2005 vom 9. Januar 2006 E. 1.1). In Abweichung von diesem Prinzip bestimmt Art. 676 Abs. 1 ZGB, dass Leitungen zur Versorgung und Entsorgung, die sich ausserhalb des Grundstücks befinden, dem sie dienen, wo es nicht anders geordnet ist, dem Eigentümer des Werks und zum Werk gehören, von dem sie ausgehen oder dem sie zugeführt werden. Diese ab dem 1. Januar 2012 gültige Fassung von Art. 676 Abs. 1 ZGB brachte gegenüber der älteren Fassung, die von Leitungen für Wasser, Gas, elektrischer Kraft und dergleichen sprach, keine rechtliche Änderung (Botschaft zur Än-derung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches [Register-Schuldbrief und weitere Änderungen im Sachenrecht] vom 27. Juni 2007, BBl 2007 S. 5283 ff., 5306 Ziff. 2.1.2.2). Art. 676 Abs. 1 ZGB behält andere Ordnungen ausdrücklich vor und lässt damit abweichende öffentlich-rechtliche Regelungen der Kantone und des Bundes zu ( ROBERT HAAB UND ANDERE, in: Zürcher Kommentar, Das Eigentum, Bd. IV/1, 1977, N. 5 zu Art. 676 ZGB). Die Gemeinde dürfen daher im Rahmen ihrer kantonalen Zuständigkeit Wasserreglemente mit von Art. 676 Abs. 1 ZGB abweichenden Regelungen erlassen. Gemäss dem geltenden Wasserreglement der Gemeinde ist diese Eigentümerin des öffentlichen Leitungsnetzes (§ 2 Abs. 1), das durch Hausanschlussleitungen mit den Hausinstallationen verbunden wird (§ 11). Die Hausanschlussleitung ist im Eigentum des betreffenden Grundeigentümers, der für den Unterhalt, die Erneuerung und die Reparatur dieser Leitung zuständig ist (§ 17 f.).