Citation: 8C_616/2021 E. 4.3.1

4.3.1. Die Beschwerdeführerin 2 macht geltend, auch das kantonale Gericht gehe davon aus, dass sie ein Gesuch gemäss der neu eingeführten Regelung tatsächlich gestellt habe, dies allerdings nicht fristgerecht. Der Anspruch des medizinischen Leistungserbringers auf nachträgliche Kostenübernahme dürfe indes nicht durch Fristen beschränkt werden. Zum einen gehe es bei der raschen Kontaktaufnahme, die im SKOS-Merkblatt gefordert werde, nicht um die rasche Erhebung einer Kostenerstattungsforderung, sondern um die schnelle Information des leistungspflichtigen Gemeinwesens, um diesem die Wahrung der eigenen Interessen zu ermöglichen. Der medizinische Leistungserbringer könne seine Forderung zu gegebener Zeit, insbesondere nach Erstellung der Rechnung sowie nach nach weiteren Abklärungen eingeben, wie sie, die Beschwerdeführerin 2, dies vorliegend auch gehandhabt habe. Zum anderen dürften Ansprüche auf materielle Hilfe gemäss Art. 12 BV ohnehin nicht durch eine befristete Möglichkeit der Anspruchstellung verhindert werden. Ihr Gesuch, so die Beschwerdeführerin 2 weiter, leite sich aus einem solchen Anspruch ab, weshalb das Verbot einer Befristung auch dafür gelte. Entsprechend habe sie ihr Gesuch, welches gemäss vorinstanzlicher Sachverhaltsfeststellung vom 28. Februar 2019 datiere, ohne Weiteres rechtzeitig eingereicht. Mit diesen Einwendungen dringt die Beschwerdeführerin 2 nicht durch. Gegenstand der vorinstanzlichen Lückenfüllung ist vorliegend kantonales Recht, weshalb das Bundesgericht insoweit auf die Prüfung der Verletzung verfassungsmässiger Rechte, namentlich des Willkürverbots, beschränkt ist (vgl. E. 2 hiervor). Inwiefern die im SKOS-Merkblatt erwähnte "rasche Kontaktaufnahme" zu interpretieren ist, bedarf vor diesem Hintergrund keiner vertieften Erörterung. Dass die Vorinstanz mit ihrer Folgerung, medizinische Leistungserbringer hätten ihr eigenständiges Gesuch um Kostengutsprache in Analogie zur bestehenden Regelung von § 9 Abs. 3 SPV innert 60 Tagen einzureichen, geradezu in Willkür verfallen sein sollte, wird von der Beschwerdeführerin 2 nicht dargetan und ist auch nicht erkennbar. Das von der Beschwerdeführerin 2 sodann angerufene Recht auf Hilfe in Notlagen bezweckt die Sicherung der Menschenwürde (vgl. E. 1.3.3 hiervor). Soweit sie aus diesem elementaren Grundrecht auf Existenzsicherung ableiten möchte, dass nachträgliche Kostenübernahmegesuche medizinischer Leistungserbringer gegenüber Sozialbehörden nicht an Fristen gebunden werden dürften, kann ihr nicht gefolgt werden.