Citation: 5A_768/2021 E. 2.4

2.4. Die Ergänzung eines ausländischen Scheidungsurteils kommt nur dann in Frage, wenn im bisherigen Urteil über eine bestimmte Frage nicht entschieden worden ist. Ist im Scheidungsurteil ein bestimmter Anspruch beurteilt worden, und sei es auch, dass der Anspruch aus materiellen oder formellen Gründen abgelehnt worden ist, so ist eine Ergänzung nicht mehr möglich. Es kann bei der Ergänzung des Scheidungsurteils nicht darum gehen, nachträglich Ansprüche zu beurteilen, die im Scheidungsverfahren nicht geltend gemacht worden sind (vgl. BGE 108 II 385 E. 4). Eine Ergänzung rechtfertigt sich daher nur, wenn der entsprechende Anspruch nicht Gegenstand des vorhergehenden Verfahrens war. Der Hinweis auf den Umstand, es sei kein entsprechender Antrag gestellt worden, ist keine ausreichende Begründung für die Annahme, der Unterhalt sei Gegenstand des Scheidungsverfahrens gewesen (siehe zum Ganzen Urteil 5A_874/2012 vom 19. März 2013 E. 2.1 und 2.2).