Citation: 4A_455/2021 E. 5.3.3

5.3.3. In einem Eventualstandpunkt macht die Beschwerdeführerin geltend, die Vorinstanz hätte (wenn überhaupt) bei der Schlussabrechnung nur die einmonatige Prüfungsfrist von Art. 154 Abs. 2 Satz 1 SIA-Norm 118 berücksichtigen dürfen und nicht auch noch die 90-tägige Zahlungsfrist gemäss Art. 7.1.5 des Werkvertrags (vgl. oben E. 4.2.1). Bei der Rechnung für die Regiearbeiten beanstandet die Beschwerdeführerin, dass die Vorinstanz die Zahlungsfrist gemäss Art. 7.1.4 des Werkvertrags von 60 Tage berücksichtigte (vgl. E. 4.2.2 hiervor). Auch hier liegt keine Verletzung von Bundesrecht vor. Nachdem die Parteien den Werkvertrag vom 3. Dezember 2014 und die SIA-Norm 118 in den Prozess eingeführt hatten, würdigte die Vorinstanz neben der SIA-Norm 118 den gesamten Werkvertrag. Es wäre inkonsequent, hätte sie bei der Berechnung der Verzugszinsen vor den eindeutig formulierten Zahlungsfristen in Art. 7.1.4 und Art. 7.1.5 des Werkvertrags die Augen verschliessen müssen.