Citation: 2C_797/2020 E. 3.1.2

3.1.2. 3.1.2.1. Die Vorinstanz ist davon ausgegangen, dass Aktivierungskampagnen der Beschwerdeführerin für ein Produkt am Verkaufsort ein Gesamtpaket darstellten, welches sich aus einer Vielzahl unterschiedlichster Einzelhandlungen wie etwa der Beratung, der Einsatzplanung, der Instruktion des die Kampagne durchführenden Personals, dem tatsächlichen Vollzug der Kampagne usw. zusammensetze. Während ein Grossteil dieser Einzelhandlungen funktionell dem Hauptsitz zuzuordnen seien, würden in V.________ die für die Kampagnen notwendigen Waren verpackt und der Einsatz von Materialien koordiniert. Die Tätigkeit im Logistikzentrum in V.________ erscheine damit zwar gegenüber den in U.________ ausgeführten Haupttätigkeiten lediglich als Hilfsfunktion. Daraus lasse sich indessen nicht ableiten, den Tätigkeiten im Logistikzentrum komme nur eine untergeordnete Bedeutung zu. Würde die Tätigkeit in V.________ nämlich weggedacht, wäre die Erfüllung der gegenüber dem Kunden in Aussicht gestellten Dienstleistung infrage gestellt, zumal die Durchführung einer Aktivierungskampagne das Vorhandensein des entsprechenden Materials voraussetze. Im Übrigen sei zu beachten, dass die Tätigkeit in V.________ nicht nur einzelne selten angefragte Dienstleistungen der Beschwerdeführerin betreffe, sondern das Logistikzentrum in eine Vielzahl von Aufträgen, die eine Produktionskampagne zum Gegenstand hätten, involviert sei. Die in V.________ ausgeübten Tätigkeiten seien deshalb als qualitativ erheblich einzustufen. Dieses Bild der Tätigkeit in V.________ werde im Übrigen durch den Umstand abgerundet, dass das Logistikzentrum mit dem am Gebäude befestigten Schriftzug als Teil der Beschwerdeführerin nach aussen hin in Erscheinung trete. 3.1.2.2. Die Beschwerdeführerin anerkennt, dass ihr das Logistikzen-trum in V.________ als zentraler Standort für die Anlieferung der Promotionswaren, deren Sortierung und Umverteilung auf die einzelnen Promotionskampagnen sowie als Rücknahmestelle für die Retouren dient. Sie macht jedoch geltend, die Tätigkeiten der Mitarbeiter in V.________ erschöpften sich in diesen internen Logistikaufgaben. Eine kundenbezogene Leistung finde in V.________ hingegen nicht statt. Diese Tätigkeiten stellten daher lediglich einen Kleinstbereich der Geschäftsprozesse des Gesamtunternehmens in U.________ dar. Entgegen der Auffassung der Vorinstanz handle es sich damit um Tätigkeiten nebensächlicher und untergeordneter Bedeutung, da es an einer Aussenwirkung der Tätigkeiten fehle. Daran ändere insbesondere auch die Beschriftung des Gebäudes nichts, zumal es an einem wirklichen Aussenauftritt mangle, fehle es doch an einem Telefonbucheintrag in V.________ als Anbieter kundenbezogener Dienstleistungen. Insgesamt handle es sich somit, auch wenn der in V.________ abgewickelte Teilbereich des Logistikprozesses nicht weggedacht werden könne, um eine in qualitativer Hinsicht für die Annahme einer Betriebsstätte unzureichende Tätigkeit. 3.1.2.3. Die in V.________ abgewickelten Tätigkeiten haben den Charakter reiner Hilfstätigkeiten im Gesamtprozess der Erbringung der von der Beschwerdeführerin angebotenen Dienstleistungen. Der Aussenauftritt besteht offenbar allein in einem am Logistikzentrum angebrachten Schriftzug mit dem Firmenlogo der Beschwerdeführerin und das Logistikzentrum ist auf der Internetseite der Beschwerdeführerin nicht verzeichnet. Offenbleiben kann im Übrigen, ob das mit der Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten erstmals vorgebrachte Fehlen einer Kundentelefonnummer ein unzulässiges tatsächliches Novum darstellt oder ob erst der angefochtene Entscheid Anlass für diese Sachverhaltsergänzung gab (Art. 99 Abs. 1 BGG; Urteile 2C_463/2019 vom 8. Juni 2020 E. 2.2.4; 2C_50/2017 vom 22. August 2018 E. 3.1 und 3.2). Unabhängig vom fehlenden bzw. nur sehr bescheidenen Aussenauftritt und dem Hilfscharakter der in V.________ ausgeführten Arbeiten sind diese, wie die Vorinstanz zutreffend festgestellt hat, nicht aus dem Leistungsprozess der Beschwerdeführerin wegzudenken. Ohne sie ist die Erbringung der von ihr vertriebenen Leistungen nicht vorstellbar. Die Beschwerdeführerin erbringt gemäss ihrer eigenen Sachdarstellung vor allem (Detailhandel, wie z.B. B.________) Dienstleistungen im Bereich Verkauf und Marketing, Werbung und Kundenbindung. In V.________ werden, wiederum gemäss der Sachdarstellung der Beschwerdeführerin, Dienstleistungen für das Business-unit Shopper Marketing wie das Konfektionieren von Promotions- und Degustationsmaterial, die Koordination und Bereitstellung von Einsatzmaterialien (z.B. Push-Poster, Infobroschüren, Kochrezepte und Magazine) erbracht und zudem ein Lager von Promotionsständen, Verbrauchsmaterialien sowie Retouren aller Artikel der C.________ verwaltet. Damit ist klar, dass die Tätigkeiten in V.________ sich nicht auf das Führen eines blossen internen Lagers beschränken, von dem keine Waren an Kunden versendet werden (vgl. zu einem solchen Fall aus der älteren Rechtsprechung Kurt Locher/Peter Locher, Die Praxis der Bundessteuern, III. Teil, Das interkantonale Doppelbesteuerungsrecht, § 8 I D, 3 Nr. 3 [Warenniederlagen, in denen kein Kauf und Verkauf abgeschlossen, sondern nur Säcke und Warenvorräte zeitweise eingelagert werden]). Vielmehr werden die Artikel, Broschüren etc., welche die Beschwerdeführerin für ihre Werbeaktionen verwendet, in V.________ konfektioniert, d.h. in Empfang genommen, so bearbeitet oder zumindest zusammengestellt, dass sie in den Werbeaktionen eingesetzt werden können und zuletzt an den Einsatzort der Werbeaktionen versandt. Damit ist das Logistikzentrum am ehesten mit üblichen Warenlagern, von denen aus Waren an Detailhändler oder direkt an Kunden versendet werden, vergleichbar, welchen nach ständiger Rechtsprechung die Qualität einer Betriebsstätte zukommt (vgl. die Zusammenstellung älterer Entscheide bei Locher/Locher, a.a.O., § 8 I C, 4). Von einem eigentlichen Warenlager unterscheidet sich das Logistikzentrum zwar insoweit, als die versandten Waren, Broschüren etc. nicht an Endkunden und auch nicht, zumindest nicht in erster Linie, ihres Warenwerts wegen, sondern im Zusammenhang mit Werbekampagnen weiterversandt werden. Entgegen der Beschwerdeführerin können indessen die im Logistikzentrum ausgeführten Konfektionierungstätigkeiten nicht als völlig unbedeutend bezeichnet werden, sondern ihnen kommt in der Wertschöpfungskette der Beschwerdeführerin als eines in der Werbung tätigen Unternehmens erhebliche Bedeutung zu, indem sie trotz ihres Hilfscharakters einen massgeblichen Schritt in der betrieblichen Leistungserstellung darstellen.