Citation: 6B_1149/2020 E. 3.1.2

3.1.2. 3.1.2.1. Wie schon erwähnt, ist die Verwendung von Zufallsfunden als solchen nicht von der Frage abhängig, ob frühere konnexe Überwachungen rechtmässig angeordnet worden waren, sondern einzig, ob eine zulässige Verwendung von Zufallsfunden vorliegt (Art. 278 StPO). Mit einer Unklarheit betreffend die Zulässigkeit und Verwertbarkeit der in den Verfahren gegen I.________ und H.________ erfolgten Zwangsmassnahmen kann eine Unverwertbarkeit der dort erlangten Zufallsfunde und der darauf stützenden Folgebeweise im vorliegenden Verfahren folglich nicht begründet werden. Ohnehin aber besteht eine entsprechende Unklarheit betreffend die Zulässigkeit und Verwertbarkeit der in den Verfahren gegen I.________ und H.________ erfolgten Zwangsmassnahmen nicht (vgl. E. 1.2.3 oben). Die Rüge verfängt nicht. 3.1.2.2. Zum Vorliegen einer Katalogtat ergibt sich Folgendes: Wie der Beschwerdeführer korrekt anführt und bereits in E. 1.2.3 oben dargelegt wurde, sind Erkenntnisse aus in den Strafverfahren gegen I.________ und H.________ vorgenommenen Überwachungsmassnahmen, welche auf ein strafbares Verhalten des Beschwerdeführers hinweisen, nur gegen denselben verwertbar, wenn es sich bei der in Frage kommenden Straftat um eine Katalogtat im Sinne von Art. 269 Abs. 2 StPO handelt (vgl. Art. 278 Abs. 2 i.V.m. Art. 269 ff. StPO). Im Zusammenhang mit strafbaren Handlungen gemäss dem Sportförderungsgesetz stellt lediglich eine qualifizierte Widerhandlung im Sinne von Art. 22 Abs. 2 i.V.m. Abs. 3 lit. a-d SpoFöG (und im Sinne des hier nicht einschlägigen Art. 25a Abs. 3 SpoFöG) eine Katalogtat dar (vgl. Art. 269 Abs. 2 lit. i StPO). Der vorliegend in Frage stehende Qualifikationstatbestand von Art. 22 Abs. 2 i.V.m. Abs. 3 lit. d SpoFöG verlangt einerseits ein gewerbsmässiges Handeln, dessen Vorliegen sich gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung anhand der Umstände des konkreten Einzelfalls beurteilt, namentlich der Häufigkeit der verübten Einzelakte und des Umfangs des angestrebten und erzielten Gewinns (zum Begriff der Gewerbsmässigkeit vgl. E. 3.3.2 unten). Andererseits wird ein durch das Tatvorgehen erzielter grosser Umsatz oder erheblicher Gewinn vorausgesetzt (vgl. dazu E. 3.2.2.2 unten). Ob diese Merkmale gegeben sind, bedarf einer eingehenden Beurteilung des Vorgehens und der Folgen der Tat. Dies ist im Zeitpunkt der Durchführung und Genehmigung der Überwachungsmassnahme regelmässig noch nicht möglich und wird denn auch nicht vorausgesetzt. Die Qualifikationsmerkmale müssen nicht bereits nachgewiesen sein, wenn über die Zulässigkeit der Telefonüberwachung zu entscheiden ist (BGE 129 IV 188 E. 3.2.3). Ein gewerbsmässiges Handeln mit grossem Umsatz bzw. erheblichem Gewinn war gestützt auf die Zufallsfunde, insbesondere angesichts der in den entsprechenden Telefongesprächen genannten hohen Beträge (vgl. angefochtener Entscheid E. 5.2.2 S. 37 zweiter Absatz in fine), nicht auszuschliessen, sondern kam ernsthaft in Frage. Unabhängig davon, ob sich eine solche Qualifikation aufgrund des definitiven Beweisergebnisses wird halten lassen können, durften die Untersuchungsbehörden daher von einem Verdacht auf eine gewerbsmässige Verübung im Sinne von Art. 22 Abs. 3 lit. d SpoFöG und somit auf eine qualifizierte Widerhandlung und Katalogtat im Sinne von Art. 278 Abs. 2 i.V.m. Art. 269 Abs. 2 StPO ausgehen. Dass die Vorinstanz die Zufallsfunde der Telefonabhörprotokolle und die weiteren Folgebeweise als verwertbar beurteilt, ist folglich auch unter diesem Gesichtspunkt nicht zu beanstanden. Die Rüge geht insoweit ebenfalls fehl. Die Prüfung, ob das konkrete Tathandeln den qualifizierten Tatbestand der Widerhandlung gegen das Sportförderungsgesetz tatsächlich erfüllt, ist Sache der richterlichen Beurteilung im Endentscheid (vgl. dazu E. 3.3 unten).