Citation: 6B_429/2021 E. 3.3.1

3.3.1. Die Vorinstanz führt zutreffend bzw. nachvollziehbar aus, dass der Beschwerdeführer ein enorm hohes abstraktes Risiko für die Verkehrssicherheit und Leib und Leben der anderen Verkehrsteilnehmer geschaffen hat. Damit einhergehend muss sich der Beschwerdeführer ein mittelschweres bzw. schweres Verschulden anrechnen lassen. Anzeichen dafür, dass seine Steuerungs- oder Einsichtsfähigkeit eingeschränkt gewesen wäre, liegen nicht vor. Zu Recht bezieht die Vorinstanz alsdann die mehrfachen und dabei insbesondere die einschlägigen Vorstrafen und den stark getrübten automobilistischen Leumund in ihre Verhältnismässigkeitsprüfung mit ein. Auch ihre Feststellung, dass die insgesamt sechs ([teil-]bedingt) ausgesprochenen und z.T. widerrufenen Vorstrafen, die migrationsrechtlichen (Ver) Warnungen und letztlich auch die innerfamiliäre Erfahrung keine ausreichende Warnwirkung auf den Beschwerdeführer zeitigten, ist nachvollziehbar. Dementsprechend plausibel ist ihr Schluss, dass vom Beschwerdeführer, der sich eine auf die Impulskontrolle auswirkende Charakterschwäche attestieren lassen muss (vgl. oben E. 1.3 und 2.7.4), eine reale Rückfall- und damit eine erhebliche Gefahr für die hiesige öffentliche Sicherheit und Ordnung ausgeht. Dabei ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz das bis zur Ausfällung ihres Urteils und damit während dreieinhalb Jahren gezeigte Wohlverhalten unter dem Hinweis auf eine zu gewärtigende, empfindliche Freiheitsstrafe bzw. die drohende Landesverweisung relativiert; ebenso wenig, dass sie darin keinen Umstand erkennt, der angesichts des langjährigen strafrechtlich relevanten Verhaltens des Beschwerdeführers die erheblichen Bedenken an dessen fraglicher Legalbewährung zu beseitigen vermag bzw. in den Hintergrund treten lässt (vgl. Urteil 6B_535/2021 vom 14. Juli 2021 E. 4.4). Daran ändert nichts, dass die im Strafregister verzeichneten sechs Vorstrafen, mit welchen der Beschwerdeführer zu ([teil]bedingten) Geldstrafen und Bussen verurteilt worden ist, jeweils nicht als besonders schwer einzustufen sind. Die fakultative Landesverweisung soll gerade in Fällen zur Anwendung gelangen, bei denen, wie vorliegend, zahlreiche Gesetzesverstösse in die Abwägung miteinzubeziehen sind, die (i.c. zumindest bis anhin, dazu nachfolgend) von geringerer Schwere sind, es dafür aber um wiederholte Delinquenz geht. Zwar liegt mit sechs innerhalb von vier Jahren (2011 bis 2015) verwirkten und im Strafregister verzeichneten Vorstrafen keine ausserordentlich hohe Deliktsfrequenz vor. Indes hat sich der Beschwerdeführer jetzt und im Nachgang an mehrere, z.T. einschlägige Vorstrafen für eine qualifiziert grobe Vekehrsregelverletzung i.S.v. Art. 90 Abs. 3 und Abs. 4 SVG und damit ein Verbrechen zu verantworten. Dabei muss er sich ein mittelschweres bzw. schweres Verschulden anrechnen bzw. eine massive Gefährdung der Verkehrssicherheit und damit einhergehend der körperlichen Integrität und des Lebens der anderen Verkehrsteilnehmer vorwerfen lassen. Zu Ungunsten des heute 38 Jahre und im Tatzeitpunkt knapp 34 Jahre alten Beschwerdeführers wirkt sich zudem aus, dass dessen Delinquenz unbestrittenermassen (vgl. Beschwerde S. 14) bis in seine Jugendzeit, konkret das Jahr 1999 zurück reicht. Ausschlaggebend ist - wie in der migrationsrechtlichen Interessenabwägung - eine Gesamtbetrachtung des deliktischen Verhaltens bis zum angefochtenen Urteil; entsprechend haben auch die früheren Verurteilungen in die Gesamtwürdigung einzufliessen (Urteile 6B_140/2021 vom 24. Februar 2022 E. 6.3.2; 6B_1044/2019 vom 17. Februar 2020 E. 2.4.1 und 2C_702/2019 vom 19. Dezember 2019 E. 3.4). Damit einhergehend hat die Vorinstanz zu Recht berücksichtigt, dass sich der Beschwerdeführer auch durch migrationsrechtliche (Ver) Warnungen nicht, zumindest nicht nachhaltig hat beeindrucken lassen. Konkret wurde er bereits im Jahr 2004 vom Migrationsamt verwarnt, nachdem er im Dezember 2003 und damit im Alter von 20 Jahren wegen einer massiven Geschwindigkeitsüberschreitung mit 14 Tagen Gefängnis und einer Busse von Fr. 900.-- bestraft worden war. Im Juni 2006 und damit im Alter von 23 Jahren wurde ihm vom Migrationsamt die Ausweisung angedroht, nachdem er im Mai 2006 wegen bandenmässigen Diebstahls, mehrfachen Diebstahls, Sachbeschädigung und Hausfriedensbruchs, falscher Anschuldigung, mehrfacher Widerhandlung gegen das Ausländergesetz und Nichtabgabe des Führerausweisduplikats mit einer bedingt ausgesprochene Gefängnisstrafe von 18 Monaten und einer Geldstrafe bestraft worden war. Mit Verfügung vom 4. Juli 2011 und damit im Alter von knapp 28 Jahren verweigerte ihm der Kanton Aargau wegen der fortgeführten Delinquenz die Erteilung der Niederlassungsbewilligung (vgl. angefochtenes Urteil S. 24 f.). Alsdann hat der Beschwerdeführer in den Jahren 1999 bis 2012 zahlreiche Verstösse gegen die Strassenverkehrsgesetzgebung begangen, welche zu zehn Einträgen im Register über Administrativmassnahmen und dabei (u.a.) zu Führerausweisentzügen für die Dauer von jeweils einem, bzw. vier und sechs Monaten und einem Sicherungsentzug mit einer Sperrfrist von einem Jahr führten; in den Jahren 2011 bis 2015 und damit im Alter von 28 bis 32 Jahren kam es zu den sechs weiteren, z.T. einschlägigen Verurteilungen und fand das deliktische Verhalten des Beschwerdeführers seine Fortsetzung in der Fahrt vom 19. August 2017, wegen welcher er nun eine Freiheitsstrafe von 36 Monaten zu gewärtigen hat. Insgesamt ist damit von einer durch eine charakterliche Problematik geprägten und offensichtlich persistierenden und aggravierenden Delinquenz auszugehen. Die Summe und Regelmässigkeit der Delikte zeigen, dass der Beschwerdeführer sich nicht an die hiesigen Gesetze und Regeln halten kann oder will, obwohl er in der Schweiz aufgewachsen ist und mit diesen vertraut ist. Zusammenfassend qualifiziert die Vorinstanz den Beschwerdeführer zu Recht als unbelehrbaren Wiederholungstäter, von dem eine erhebliche Gefahr für die hiesige öffentliche Sicherheit und Ordnung ausgeht.