Citation: 2C_766/2019 E. 4.3

4.3. Wurde bei einer Person nicht nur das Asyl widerrufen, sondern auch deren Flüchtlingseigenschaft aberkannt, untersteht die betreffende Person nicht mehr dem Asylgesetz; die Beurteilung ihres Anwesenheitsrechts richtet sich in diesem Fall einzig nach dem AIG. Wurde einer Person jedoch die Flüchtlingseigenschaft belassen und nur das Asyl aberkannt, untersteht sie nach wie vor dem Asylgesetz und dem Abkommen vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (Flüchtlingskonvention; [FK; SR 0.142.30]; vgl. Art. 12 ff. FK; BGE 139 II 65 E. 4.1 S. 68; Urteil 2C_14/2017 vom 18. Dezember 2017 E. 2.1). Die kantonalen Behörden, die über den Widerruf einer Niederlassungsbewilligung eines anerkannten Flüchtlings zu befinden haben, müssen daher bei diesem Entscheid nicht nur die ausländerrechtlichen, sondern auch die asyl- bzw. flüchtlingsrechtlichen Aspekte in ihrer Gesamtbeurteilung berücksichtigen.