Citation: 8C_111/2019 E. 5.1

5.1. Es liegt zwar im pfichtgemässen Ermessen der Verwaltung, ob sie eine Verfügung in Wiedererwägung ziehen will resp. ob sie auf ein Gesuch um Wiedererwägung einer Verfügung eintreten will oder nicht. Tritt sie aber darauf ein, indem sie die Voraussetzungen dafür prüft und darüber entscheidet, so spricht nichts dagegen, dass die später angerufene Beschwerdeinstanz ihrerseits die Rechtmässigkeit des Wiedererwägungsentscheides einer gerichtlichen Kontrolle unterzieht. Inwieweit Art. 61 ATSG einer solchen Überprüfung entgegenstehen soll, ist nicht ersichtlich. Vielmehr hat das kantonale Versicherungsgericht volle Kognition (Art. 61 lit. c ATSG; vgl. Urteil 9C_167/2015 vom 9. September 2015 E. 3.4.5). Es ist nicht an die Begehren der Parteien gebunden und kann eine Verfügung - unter Gewährung des rechtlichen Gehörs - auch zu Ungunsten der Beschwerde führenden Person ändern oder dieser mehr zusprechen, als sie verlangt hat (Art. 61 lit. d ATSG).