Citation: C 342/99 29.01.2001 E. 1

1.- In formellrechtlicher Hinsicht stellt sich zunächst die Frage nach der richtigen Parteibezeichnung. a) Nach Art. 9h Abs. 1 der Verordnung des Regierungsrates des Kantons Bern zum Gesetz über die Arbeitsvermittlung, die Arbeitslosenversicherung und die Arbeitslosenunterstützung (AVUV) vom 23. Mai 1990 ist das Regionale Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) für die Einstellung in der Anspruchsberechtigung in den in Art. 30 Abs. 1 lit. c und d AVIG vorgesehenen Fällen zuständig. Verfügungen des RAV können nach Art. 65e AVUV innert 30 Tagen seit Eröffnung beim KIGA angefochten werden. b) Im vorinstanzlichen Entscheid wurde nicht das RAV, sondern das KIGA als Gegenpartei des Beschwerdeführers bezeichnet. Diese Parteirollenverteilung steht im Widerspruch zur ständigen Praxis des Eidgenössischen Versicherungsgerichts. Danach kommt auch in Fällen mit mehrstufigem (kantonalen) Instanzenzug der ursprünglich verfügenden Behörde Parteistellung zu (BGE 105 V 188 Erw. 1 und seitherige Rechtsprechung), was auch für den Bereich der Arbeitslosenversicherung gilt (zuletzt: zur Publikation bestimmtes Urteil C. vom 24. Oktober 2000, C 135/00, sowie nicht veröffentlichte Urteile D. vom 9. Juni 2000, C 438/99, K. AG vom 16. Januar 1998, C 152/97, und K. vom 28. Dezember 1995, C 257/95). Das bedeutet mit anderen Worten, dass in dem durch Anfechtung einer Verfügung ausgelösten nachträglichen Verwaltungsrechtspflegeverfahren die ursprünglich verfügende Behörde beschwerdegegnerische Partei ist und dass sie ihre Parteistellung im ganzen weiteren Instanzenzug beibehält. Dieser Grundsatz wird auch im Schrifttum vertreten (vgl. Rhinow/Koller/Kiss, Öffentliches Prozessrecht und Justizverfassungsrecht des Bundes, Basel/Frankfurt a.M. 1996, S. 151 Rz. 784 f.; Kölz/Häner, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. Aufl., S. 189 N. 523 ff.; Kölz/Bosshart/Röhl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich, 2. Aufl. 1999, N. 26 zu § 13; Häner, Die Beteiligten im Verwaltungsverfahren und Verwaltungsprozess, Zürich 2000, S. 155 Rz. 280; anderer Auffassung: Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum Gesetz vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege des Kantons Bern, 1997, Art. 12 N. 27, worauf sich das Verwaltungsgericht des Kantons Bern im Urteil ALV 56968/12/00 vom 6. Juli 2000 i.S. H. beruft). Hievon abzuweichen besteht entgegen der vom kantonalen Gericht in jenem Urteil vertretenen Auffassung auch dort kein Anlass, wo die übergeordnete Instanz im verwaltungsinternen Beschwerdeverfahren ein Weisungsrecht hat (vgl. die verschiedenen Lehrmeinungen bei Häner, a.a.O., S. 157 Rz. 282 f. mit Fussnoten). Die weiteren vom kantonalen Gericht angeführten Gesichtspunkte (Verwaltungsbeschwerde als reformatorisches Rechtsmittel, Devolutiveffekt, fehlendes Beschwerderecht des RAV) sprechen ebenfalls nicht entscheidend gegen die Parteistellung. Entgegen dem angefochtenen Entscheid ist daher unabhängig vom kantonalen Recht auf allen Stufen das RAV als Beschwerdegegner aufzuführen.