Citation: 1P.817/2006 01.06.2007 E. 4.4

4.4. Die vom Gutachter telefonisch eingeholten Auskünfte können nicht mit Zeugeneinvernahmen bzw. Zeugenaussagen gleichgesetzt werden. Eine richtige Einvernahme wird durch die Strafbehörden bzw. die Gerichte durchgeführt und protokolliert. Demgegenüber handelt es sich hier um blosse Erkundigungen des Arztes, ergänzend zur ärztlichen Untersuchung. Das Kantonsgericht erwägt, die Angaben von Ehefrau und Mutter stimmten mit den übrigen Informationsquellen und namentlich mit den Aussagen des Beschwerdeführers überein. Dies deckt sich mit der Erklärung des Arztes, er wäre auch ohne diese Befragungen zum gleichen Ergebnis gekommen. Die kantonalen Gerichte haben in keiner Art aus dem Gutachten "Zeugenaussagen" gewonnen, die sie zum Nachweis der Anklage verwendet hätten. Hätten sie so vorgehen wollen, so hätten sie Mutter und Ehefrau nach förmlicher Belehrung richtig einvernehmen müssen. Es gibt demnach keine Hinweise darauf, dass das psychiatrische Gutachten als Beweismittel für die angeklagten Handlungen diente. Diesbezüglich stützen sich die kantonalen Gerichte auf Aussagen des Beschwerdeführers, der Verantwortlichen des Fussballklubs und von B.________, sowie auf Bank- und Buchhaltungsunterlagen. Die Auskünfte der Mutter und der Ehefrau des Beschwerdeführers sind keine Zeugenaussagen und wurden nicht als solche verwendet. Unter diesen Umständen ist die Ansicht des Kantonsgerichts verfassungsrechtlich haltbar, das psychiatrische Gutachten könne - trotz der fehlenden Belehrung über das Zeugnisverweigerungsrecht bei der telefonischen Anfrage - verwendet werden. Die Willkürrüge ist unbegründet.