Citation: 4A_403/2010 04.10.2010 E. 2

Der Beschwerdeführer macht geltend, die Vorinstanz habe überspitzt formalistisch gehandelt, indem sie ohne Ansetzen einer Nachfrist auf seine Appellation nicht eingetreten sei und damit Art. 29 Abs. 1 BV verletzt. Die Vorinstanz habe die Rechtsfolgen bei Unterlassen der Zahlung des Kostenvorschusses nicht von vornherein klar und unmissverständlich angedroht. Mit der Formulierung "widrigenfalls die Appellation aus dem Recht gewiesen werden könnte" habe sie kundgetan, dass ein Ermessen bestehe und der Beschwerdeführer nicht zwingend, unmittelbar und ohne weitere Möglichkeit der Einflussnahme mit der Nichtbehandlung seiner Appellation habe rechnen müssen. Auch die vom Gericht verschuldete Unklarheit hinsichtlich der Zahlungsfrist hätte zu einer kurzen Nachfrist führen müssen mit einer unmissverständlichen Androhung der Rechtsfolge (Nichteintreten). Bei der Wiederherstellung einer richterlichen Frist sei das Ermessen überdies grosszügiger zu handhaben als bei gesetzlichen Fristen. Das Absehen von einer Nachfrist sei umso stossender, da es um die Behandlung eines ordentlichen und vollständigen Rechtsmittels gehe, das materiell unbehandelt bliebe. Der Beschwerdeführer habe den bestehenden Mangel umgehend behoben. Angesichts der tatsächlich sichergestellten Kosten erweise sich die Nichtbehandlung des Rechtsmittels ebenfalls als unhaltbar. Mittlerweile habe sich auf Bundesebene der Grundsatz etabliert, wonach für die Leistung eines Vorschusses oder einer Sicherheit nach unbenütztem Verstreichen der Frist eine weitere (Nach-)Frist anzusetzen sei. Dies sehe die eidgenössische Zivilprozessordnung explizit und zwingend vor (Art. 101 Abs. 3 nZPO) und sei auch auf Bundesebene in Art. 62 Abs. 2 [recte: Abs. 3] BGG unmissverständlich festgehalten.