Citation: 5A_504/2024 E. 4.5

4.5. Die Kritik der Beschwerdeführerin zielt einzig auf die Verhältnismässigkeit der angeordneten Kindesschutzmassnahme. Sie rügt im Wesentlichen, die Vorinstanz habe keine milderen Massnahmen als den Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrechts geprüft und damit den Grundsatz der Verhältnismässigkeit verletzt. Insbesondere habe die Vorinstanz weder eine Begleit- oder Besuchsrechtsbeistandschaft noch eine sozialpädagogische Familienbegleitung angeordnet oder genauer überprüft. Die Haltung, wonach von vornherein klar sei, dass diese Massnahmen keinen Erfolg erzielt hätten, sei völlig haltlos, inakzeptabel und willkürlich. Es dürfe nicht sein und widerspreche jeglichen rechtlichen Grundsätzen, dass nur aufgrund von nicht näher begründeten "Vermutungen" auf mildere Massnahmen verzichtet werde. Der Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrechts sei die härteste Massnahme, die das Kindesschutzrecht kenne, und solle nur dann in Frage kommen, wenn mildere Massnahmen keine Wirkung zeigen würden und auch tatsächlich ausprobiert worden seien. Wenn eine Chance auf Erfolg bestehe, was in casu zweifellos der Fall gewesen sei, habe man zuerst eine mildere Massnahme anordnen müssen. Der Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrechts sei noch nie und auch heute noch in keiner Weise angezeigt. Die Beschwerdeführerin habe ein stabiles Umfeld, nie eine Kindeswohlgefährdung verursacht und arbeite insbesondere mit den Gemeindebehörden eng zusammen. Die Voraussetzungen seien optimal, damit die schon lange beantragten milderen Massnahmen Wirkung zeigen. Die Vorinstanz habe den in Art. 389 ZGB festgehaltenen Grundsatz der Verhältnismässigkeit verletzt.