Citation: I 160/02 19.08.2002 E. 2.2

Die Beschwerdeführerin war von 1973 bis 1978 als Angestellte voll erwerbstätig. Nach ihrer Heirat und der Geburt des ersten Kindes im Jahre 1978 gab sie die Erwerbstätigkeit auf. Im Juni 1983 gebar sie ein zweites Kind. Ab 1986 arbeitete sie zu 50 % in einem Textilreinigungsunternehmen, ab August 1992 in gleichem Umfang in einem Orthopädiegeschäft und ab Oktober 1999 bei den Betrieben X.________ Sie war somit bereits vor Eintritt des Gesundheitsschadens im Jahre 1995 lediglich im Rahmen einer Halbtagsbeschäftigung erwerbstätig, wobei sie aber zwei Kinder zu betreuen und den Haushalt zu führen hatte. Zu beachten ist sodann, dass die Ehe der Beschwerdeführerin im August 1997 getrennt und anfangs 1999 geschieden wurde, wobei der ältere Sohn (geb. 1978) fortan beim Vater, der jüngere Sohn (geb. 1983) bei der Mutter lebte. Seit April 1999 wohnt die Beschwerdeführerin mit dem jüngeren Sohn sowie mit ihrem Lebenspartner zusammen; dabei geht sie weiterhin einer Teilzeitbeschäftigung von 50 % nach. In finanzieller Hinsicht erzielte sie als Aushelferin bei den Betrieben X.________ einen Stundenlohn von Fr. 21.72; seit August 2000 bezieht sie als Arbeitnehmerin der Firma C.________ ein monatliches Einkommen von Fr. 2'200.- (x 13). Vom geschiedenen Mann erhält sie monatliche Unterhaltsbeiträge für sich und den 1983 geborenen Sohn von insgesamt Fr. 1'710.-. Der Mietzinsanteil, welchen sie für sich und den Sohn zu tragen hat, wird mit Fr. 1'300.- bzw. Fr. 1'800.- angegeben. Bei diesen wirtschaftlichen Verhältnissen ist glaubhaft, dass die Beschwerdeführerin nach der Scheidung ihre Erwerbstätigkeit ausgebaut hätte, wenn ihr dies aus gesundheitlichen Gründen möglich gewesen wäre. Nicht gefolgt werden kann der Vorinstanz, soweit sie darauf abstellt, ob das Einkommen das Existenzminimum oder den von der Sozialbehörde ermittelten Grundbedarf übersteigt. Massgebend für die Invaliditätsbemessung ist nach dem Gesagten vielmehr, ob und gegebenenfalls in welchem Umfang die Beschwerdeführerin nach den persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnissen erwerbstätig wäre, wenn sie in der Gesundheit nicht beeinträchtigt wäre. Auch im Rahmen der zu berücksichtigenden erwerblichen Verhältnisse ist nicht entscheidend, ob und gegebenenfalls inwieweit die Ausübung einer Erwerbstätigkeit wirtschaftlich notwendig ist, sondern inwieweit sie bei den gegebenen Verhältnissen als überwiegend wahrscheinlich erscheint. Im vorliegenden Fall ging die Beschwerdeführerin schon seit 1986 einer Teilzeitarbeit nach; der bei ihr lebende Sohn war im Zeitpunkt der Scheidung beinahe 16 Jahre alt. Überdies sprachen die wirtschaftlichen Verhältnisse nach der Trennung und Scheidung der Ehe für eine weitergehende Erwerbstätigkeit. Nach den gesamten Umständen ist daher mit überwiegender Wahrscheinlichkeit anzunehmen, dass die Beschwerdeführerin ohne den Gesundheitsschaden in einem über 50 % liegenden Umfang erwerbstätig wäre.