Citation: I 897/05 13.02.2006 E. 2

Nach der Rechtsprechung entspricht eine Behandlungsart dann bewährter Erkenntnis der medizinischen Wissenschaft (Art. 2 Abs. 3 GgV), wenn sie von Forschern und Praktikern der medizinischen Wissenschaft auf breiter Basis anerkannt ist. Das Schwergewicht liegt auf der Erfahrung und dem Erfolg im Bereich einer bestimmten Therapie (BGE 115 V 195 Erw. 4b mit Hinweisen; Urteile W. vom 22. September 2005 Erw. 2.2, I 835/04, und L. vom 14. Februar 2005 Erw. 1.2, I 373/04). Diese Voraussetzung ist erfüllt, wenn die betreffende Methode in der Medizin verbreitet Anwendung findet und wissenschaftliche Studien für deren Wirksamkeit bestehen (erwähntes Urteil I 373/04 Erw. 2.3). Hingegen reicht es nicht aus, wenn unklar ist, ob die vorgeschlagene Therapie überhaupt Wirkung zeigen wird, weil es an verlässlichen Erfahrungswerten über den Nutzen der Therapie mangelt und sich erst im Verlauf der Behandlung ergeben würde, ob damit ein Erfolg erzielt werden kann; ebenso wenig genügt es, wenn in einem konkreten Fall oder in einer beschränkten Zahl von Fällen der therapeutische Effekt auf die Gesundheit der versicherten Person fest steht; denn aus Einzelfällen können keine Rückschlüsse auf bewährte Erkenntnisse der medizinischen Wissenschaft gewonnen werden (erwähntes Urteil I 373/04 Erw. 2.4; Urteile R. vom 12. November 2003 Erw. 4.2, I 642/02, und M. vom 19. Mai 2000 Erw. 4c, I 43/98). Eine Methode, die weltweit nur von einem Arzt oder von einer medizinischen Einrichtung angewendet wird, kann nicht als wissenschaftlich anerkannt gelten. Wird sie in wissenschaftlichen Beiträgen als neu oder als im Rahmen eines Forschungsprojekts entwickelt beschrieben, so spricht dies dafür, dass es sich um eine Experimentiermethode handelt (Urteil C. vom 28. August 1995 Erw. 2c, I 16/95).