Citation: 5C.117/2004 01.11.2004 E. 1

1.1 Entbehrt ein Grundstück des für Haus und Hof notwendigen Wassers und lässt sich dieses ohne ganz unverhältnismässige Mühe und Kosten nicht von anderswo herleiten, so kann der Eigentümer vom Nachbarn, der ohne eigene Not ihm solches abzugeben vermag, gegen volle Entschädigung die Abtretung eines Anteils an Brunnen oder Quellen verlangen (Art. 710 Abs. 1 ZGB). Nach Art. 710 Abs. 2 ZGB ist bei der Festsetzung des Notbrunnens vorzugsweise auf das Interesse des zur Abgabe Verpflichteten Rücksicht zu nehmen. 1.2 Die Beklagten machen geltend, dass die Voraussetzungen für das von den kantonalen Instanzen dem Kläger eingeräumte Notbrunnenrecht (mit entsprechendem Durchleitungsrecht im Sinne von Art. 691 ZGB) aus verschiedenen Gründen nicht erfüllt seien und das Obergericht in mehrfacher Hinsicht gegen Bundesrecht verstossen habe.