Citation: 4A_467/2023 E. A

Die B.________ AG (Klägerin, Beschwerdegegnerin) führt in U.________ einen Gastronomiebetrieb. Sie schloss mit der A.________ AG (Beklagte, Beschwerdeführerin) die "Geschäftsversicherung X.________" ab, die unter anderem eine Fahrhabeversicherung beinhaltet. Diese Fahrhabeversicherung umfasst auch die Versicherung für Ertragsausfall und Mehrkosten infolge Epidemie bis zu einem Höchstbetrag von Fr. 4 Mio. bei einem Selbstbehalt von Fr. 200.--. Am 16. März 2020 stufte der Bundesrat die Situation in der Schweiz im Zusammenhang mit der Ausbreitung des Coronavirus als ausserordentliche Lage im Sinne von Art. 7 des Epidemiengesetzes ein. Er ordnete mit Wirkung ab dem 17. März 2020 die Schliessung von für das Publikum öffentlich zugänglichen Einrichtungen an, insbesondere von Restaurations- und Barbetrieben (Verordnung 2 über Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus [COVID-19]; COVID-19-Verordnung 2; Änderung vom 16. März 2020). Infolgedessen waren Restaurations- und Barbetriebe für das Publikum erst ab dem 11. Mai 2020 unter einschränkenden Auflagen wieder öffentlich zugänglich (Art. 6 Abs. 3 lit. b bis COVID-19-Verordnung 2 [Stand 11. Mai 2020]).