Citation: 9C_605/2023 E. 5

Die Vorinstanz erwog, die rechtskräftige und für das vorliegende Verfahren verbindliche (da nicht unhaltbare) rentenablehnende Verfügung von 2012 stütze sich auf das beweiskräftige polydisziplinäre ABI-Gutachten vom 5. Januar 2012, in welchem wegen der chronischen Kniebeschwerden eine volle Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit attestiert, die darin ebenfalls diagnostizierte somatoforme Schmerzstörung aber als ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bezeichnet worden sei. Hinweise auf eine zönästhetische Schizophrenie liessen sich weder dem psychiatrischen Teilgutachten noch den übrigen Akten, die dem Gutachter (Dr. med. C.________) zur Verfügung gestanden hätten, entnehmen. Es sei zwar durchaus möglich, dass es während des Vorsorgeverhältnisses bereits gewisse Anzeichen der später diagnostizierten zönästhetischen Schizophrenie gegeben habe, doch sei nicht aktenkundig, dass sich diese augenfällig auf das Arbeitsverhältnis ausgewirkt und eine Arbeitsunfähigkeit von mindestens 20 % bewirkt hätten. Damit übereinstimmend habe keiner der echtzeitlichen Berichte die Diagnose oder Befunde einer zönästhetischen Schizophrenie erwähnt. Damals hätten neben den zwar vermutungsweise psychisch bedingten Ganzkörperschmerzen insbesondere rheumatologische Erklärungsversuche im Vordergrund gestanden. Daran ändere auch nichts, dass die Beschwerdeführerin bereits während des Vorsorgeverhältnisses in Behandlung bei Dr. med. F.________, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, gestanden habe; deren Bericht vom 28. Juli 2011 liessen sich keine Hinweise auf eine beginnende zönästhetische Schizophrenie entnehmen. Die von Dr. med. F.________ attestierte - psychisch bedingte - Arbeitsunfähigkeit von 80-100 % seit etwa Juli 2010 sei zu relativieren, nachdem sich die Beschwerdeführerin erst am 20. April 2011 in psychiatrische Behandlung begeben habe. Vor diesem Hintergrund stelle die von Dr. med. C.________ rückwirkend geschätzte Arbeitsunfähigkeit von 60 % eine nachträgliche Annahme bzw. spekulative Überlegung dar, die sich nicht auf arbeitsrechtlich in Erscheinung getretene und zeitgleich dokumentierte Arbeitsausfälle oder Leistungseinbussen abstütze, und es werde auch keine einleuchtende Erklärung für die Festlegung des Zeitpunktes des Eintritts der Arbeitsunfähigkeit aufgrund der zönästhetischen Schizophrenie auf das Jahr 2010 (bzw. sogar noch früher auf das Jahr 2007) gegeben. Die während der Versicherteneigenschaft attestierte Arbeitsunfähigkeit sei unter dem Gesichtspunkt des sachlichen Zusammenhanges mithin unbeachtlich. Der vom RAD festgesetzte Zeitpunkt des Eintritts der Arbeitsunfähigkeit von 60 % auf Dezember 2013 sei nicht zu beanstanden, denn es sei eine Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustandes ab 6. Dezember 2013 ausgewiesen, indem sich der psychopathologische Befund anlässlich des Aufenthaltes in der Klinik E.________ nicht mehr unauffällig wie noch im Rahmen der ABI-Begutachtung im Januar 2012 präsentiert habe. Auch wenn aufgrund des vorangehenden stationären Aufenthaltes in der Klinik G.________ (27. Mai bis 29. Juni 2013) bereits ab Mai 2013 eine Arbeitsunfähigkeit von 60 % angenommen würde, ergäbe sich keine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin, da das Vorsorgeverhältnis auch zu diesem Zeitpunkt nicht mehr bestanden habe. Weil die Invalidität auf die zönästhetische Schizophrenie zurückzuführen sei, falle eine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin bereits mangels eines sachlichen Konnexes zwischen der Invalidität und der während der Versicherungsdauer eingetretenen (somatisch bedingten) Arbeitsunfähigkeit ausser Betracht.