Citation: 6B_1234/2023 E. 3.8.1

3.8.1. Der Beschwerdeführer stellt sich auf den Standpunkt, die Jugendstrafe vermöge das öffentliche Interesse an einer Landesverweisung nicht zu beeinflussen bzw. könne ihm nicht entgegengehalten werden. Ein solcher Schluss lasse sich denn auch nicht aus dem von der Vorinstanz zitierten Entscheid (Urteil 2C_50/2017 vom 22. August 2018 E. 6.3) ziehen. Die Auffassung des Beschwerdeführers geht fehl: Das Bundesgesetz vom 20. Juni 2003 über das Jugendstrafrecht (Jugendstrafgesetz, JStG; SR 311.1) enthält zwar keine Rechtsgrundlage für eine Landesverweisung (vgl. Art. 1 Abs. 2 JStGB). Die Landesverweisung kommt also nur bei Verurteilungen nach dem Erwachsenenstrafrecht zum Tragen (vgl. BGE 149 IV 342 E. 2.4.1; Urteil 6B_1037/2021 vom 3. März 2022 E. 6.3.1; je mit Hinweisen). Die unter das JStG fallenden und somit nicht als Anlasstaten zählenden strafbaren Handlungen sind jedoch bei der Interessenabwägung nach Art. 66a Abs. 2 StGB zu berücksichtigen. Das Rückfallrisiko, das in einer wiederholten Delinquenz zum Ausdruck kommt, ist zentrales Element des öffentlichen Interesses im Sinn von Art. 66a Abs. 2 StGB (BGE 149 IV 342 E. 2.5 mit Hinweis; Urteil 6B_1037/2021 vom 3. März 2022 E. 6.3.2). Es ist auf das gesamte prognoserelevante strafrechtliche Vorleben abzustellen und eine Trennung zwischen der Katalogtat und den weiteren Straftaten - wie sie dem Beschwerdeführer vorzuschweben scheint - ist nicht angezeigt (vgl. Urteil 6B_84/2023 vom 26. Februar 2024 E. 1.7.3 mit Verweis auf Urteil 7B_181/2022 vom 27. September 2023 E. 5.4.3; je mit Hinweisen). Nichts Anderes vermag der Beschwerdeführer aus dem Urteil 2C_50/2017 vom 22. August 2018 abzuleiten. Darin hält das Bundesgericht fest, bei Straftaten, die der betreffende Ausländer als Minderjähriger begangen habe, lasse nach der Rechtsprechung des EGMR die allgemeine Erfahrung darauf schliessen, dass Jugendliche sich in Entwicklung befänden, ihre Delinquenz als episodisch erscheine und mit dem Übertritt ins Erwachsenenalter vielfach aufhöre (E. 6.3). Da die vom Beschwerdeführer vor Vollendung des 18. Altersjahres verübte Delinquenz gerade nicht als episodenhaftes bzw. singuläres Ereignis zu betrachten ist, sondern dieser als junger Erwachsener wiederum deliktisch in Erscheinung getreten ist, kann ihm diese Jugendstrafe auch unter diesem Aspekt - mit der Vorinstanz (Urteil S. 15 E. II.4.6.1) - durchaus entgegengehalten werden.