Citation: 9C_151/2014 E. 5.2

5.2. Weiter macht die Beschwerdeführerin geltend, Art. 4 Abs. 1 lit. a ELV gelange in ihrem Fall nicht zur Anwendung. Nach Art. 4 Abs. 1 lit. a ELV kommt eine gemeinsame Berechnung zum Tragen bei "rentenberechtigten Hinterlassenen". Mit anderen Worten beschlägt die Bestimmung Witwen, Witwer und Waisen, welche Anspruch auf eine Hinterlassenenrente haben (Art. 23 ff. AHVG; vgl. auch Rz. 3133.04 der vom Bundesamt für Sozialversicherungen [BSV] herausgegebenen Wegleitung über die Ergänzungsleistungen zur AHV und IV [WEL]; gültig ab 1. Januar 2013). Die Bestimmung setzt überdies ein "Zusammenleben" der Hinterlassenen voraus. Mit dieser Formulierung ist "im gleichen Haushalt" leben gemeint (Ralph Jöhl, Ergänzungsleistungen zur AHV/IV, in: Soziale Sicherheit, SBVR Bd. XIV, 2. Aufl. 2007, S. 1690 Rz. 78 [zu aArt. 3a Abs. 4 ELG; in der bis 31. Dezember 2007 gültig gewesenen Fassung]). Nach den verbindlichen (E. 1 hievor) Feststellungen der Vorinstanz sind diese Voraussetzungen bei der Beschwerdeführerin, ihrem Halbbruder und ihrem Stief- und Pflegevater erfüllt. Soweit die Beschwerdeführerin der Ansicht ist, zusätzlich werde vorausgesetzt, dass zwischen den rentenberechtigten Hinterlassenen ein Kindesverhältnis bestehe, so lässt sich dies dem Wortlaut der Bestimmung nicht entnehmen. Zur Begründung ihres Standpunktes verweist die Beschwerdeführerin auf Rz. 3145.01 WEL, wonach eine gesonderte Berechnung bei Voll- und Halbwaisen stattfindet, welche nicht bei einem rentenberechtigten Elternteil leben. Hierzu hat die Vorinstanz erwogen, mit Blick auf die Voraussetzungen der Verordnungsbestimmung erscheine die Auslegung der Verwaltung sachgerecht, wonach auch Stief- bzw. Pflegeeltern und den Begriff "Elternteil" zu subsumieren seien. Abgesehen davon, dass Verwaltungsweisungen für das Sozialversicherungsgericht nicht verbindlich sind (BGE 133 V 257 E. 3.2 S. 258 mit Hinweisen), bringt die Beschwerdeführerin nichts vor, was diese Auslegung von Rz. 3145.01 WEL als bundesrechtswidrig erscheinen liesse. Auch der Hinweis auf die Delegationsnorm von Art. 9 Abs. 5 lit. a ELG, wonach der Bundesrat die Zusammenrechnung der anerkannten Ausgaben und Einnahmen von "Familienmitgliedern" bestimmt - welcher Begriff nach zivilrechtlicher Kodifikation nur Ehegatten sowie Eltern und Kinder umfasse -, führt zu keinem anderen Ergebnis. Im Sozialversicherungsrecht sind Stief- und Pflegekinder leiblichen Kindern teilweise gleichgestellt (bspw. Art. 23 Abs. 2 AHVG; Art. 4 FamZG; zur Stellung von Pflegekindern im ELG Stefan Werlen, Der Anspruch auf Ergänzungsleistungen und deren Berechnung, 1995, S. 86), so dass nichts gegen die Subsumtion von Pflegeeltern und Pflegekindern unter den Begriff "Familienmitglieder" spricht.