Citation: 5A_363/2022 E. 3.3

3.3. Zu Recht geht damit auch das Kantonsgericht vom grundsätzlichen Bestehen eines Anspruchs der Beschwerdeführerin auf Durchführung einer öffentlichen und mündlichen Verhandlung nach Art. 6 Ziff. 1 EMRK aus. Die Vorinstanz erwog jedoch, die Beschwerdeführerin habe (stillschweigend) auf eine Verhandlung verzichtet, weil sie die Anträge auf Durchführung einer solchen auch nach deren Abweisung am 27. November 2020 (dazu vorne Bst. B.a) nicht näher begründete und sie diese im weiteren Verfahrensverlauf nicht mehr erwähnte. Die Beschwerdeführerin bringt dagegen vor, eine Begründung ihrer Anträge sei nicht notwendig gewesen, zumal sich der Spruchkörper in der vorliegenden Kindesschutzsache einen persönlichen Eindruck von ihr hätte machen müssen. Ausserdem habe sie keinerlei Möglichkeit gehabt, sich gegen die Nichtdurchführung der Verhandlung zu wehren, nachdem die Vorinstanz zehn Monate für ihren Entscheid benötigt habe und eine Beschwerde ans Bundesgericht zu diesem Zeitpunkt einem blossen Leerlauf gleichgekommen wäre.