Citation: I 409/06 08.05.2007 E. 4.2

4.2.1 Nach Lage der medizinischen Akten stand die depressive Entwicklung zunächst nicht im Vordergrund, erhielt mit zunehmendem Zeitablauf indessen immer mehr Gewicht (vgl. etwa Berichte der Dres. med. H._______ und S.________, Medizinische Klinik, Spital Y.________, vom 10. Dezember 2001 ["depressive Entwicklung mit Schmerzverarbeitungsstörung"]; der Dres. med. E.________ und O.________, Rehaklinik C.________, vom 27. August 2002 ["Patientin sehr klagsam und wirkte oft depressiv und zurückgezogen"]; der Frau Dr. med. W.________ vom 10. April 2003 ["wahrscheinlich Depression"]). Die MBA-Gutachterin Dr. med. L.________ diagnostizierte am 12. November 2003 eine "begleitend zumindest mittelschwere depressive Symptomatik" und regte "unbedingt" eine integrative psychotherapeutische medikamentengestützte Behandlung an. Gleichwohl begab sich die Beschwerdeführerin erst im Januar 2005 in psychotherapeutische Behandlung. Ob es sich bei der depressiven Entwicklung um ein vom psychogenen Schmerzsyndrom losgelöstes Leiden handelt, wie dies die Ärzte des Psychiatrie-Zentrums X.________ diagnostizierten, oder ob die depressive Entwicklung als unselbstständiges Leiden im Rahmen der Schmerzstörung zu sehen ist, wie dies RAD-Arzt B._______ ausführte, ist nicht ohne weiteres klar. Immerhin sprach auch die Gutachterin Dr. med. L.________ lediglich von einer "begleitenden" depressiven Symptomatik. Überdies gilt es zu berücksichtigen, dass Berichte der behandelnden (schmerztherapeutisch tätigen) Spezialärzte aufgrund ihrer auftragsrechtlichen Vertrauensstellung und dem Umstand, dass sie die geklagten Beschwerden zunächst bedingungslos zu akzeptieren haben, besonders kritisch zu würdigen sind (Urteile des Eidgenössischen Versicherungsgerichtes I 697/05 vom 9. März 2007 E. 4.2 und I 655/05 vom 20. März 2006 E. 5.4). In Anbetracht der im Bericht vom 2. Juli 2006 von den Dres. med. F.________ und G.________ einlässlich dargelegten Schwierigkeiten bei der Diagnose einer Depression (E. 4.1.3 hievor) gilt dies bei der Beurteilung depressiver Erkrankungen in herausragendem Masse. 4.2.2 Ob die Versicherte an einer ausgewiesenen psychischen Komorbidität im Sinne der Rechtsprechung leidet und ob die depressive Symptomatik als schwer, mittelgradig oder leicht einzustufen ist, kann indessen offen bleiben. Die Versicherte war im Zeitpunkt des Einspracheentscheides vom 17. März 2005 erst etwa zwei Monate in therapeutischer Behandlung, weshalb dem Bericht der Dres. med. F.________ und G.________ vom 2. Juli 2006 nicht bereits mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ein selbstständiges psychiatrisches Leiden von erheblicher Intensität, Ausprägung und Dauer (E. 3.2.1 hievor) entnommen werden kann. Vielmehr ist von einem sich sukzessive chronifizierenden psychischen Beschwerdeverlauf auszugehen (E. 4.2.1 hievor), der sich vor dem die Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis bildenden Einspracheentscheid noch nicht in invalidisierendem Ausmass auf die erwerbliche Leistungsfähigkeit auszuwirken vermochte. Daran ändert aufgrund der massgeblichen, weitgehend objektiven Betrachtungsweise (BGE 130 V 352 E. 2.2.3 S. 354) nichts, dass die Biographie der Versicherten eine Häufung ungünstiger psychosozialer Faktoren aufweist (soziale Überforderung als voll berufstätige Mutter von sechs [wenn auch zumindest teilweise bereits erwachsenen] Kindern, sehr eingeschränkte Schulbildung, marginale soziokulturelle Eingliederung, hilfloses und passiv unterstützendes Familiensystem, Verlust der Arbeitsstelle), welche zur Entstehung eines psychogenen Schmerzsyndroms beitragen können und zugleich geeignet sind, die für dessen Überwindung notwendigen Ressourcen zu blockieren ("pain-prone-Anamnese"). Bezogen auf den hier massgeblichen Zeitraum hat die Vorinstanz somit zu Recht von weiteren Abklärungen abgesehen und einen Rentenanspruch der Versicherten verneint. 4.3 Soweit mit dem Bericht vom 2. Juli 2006 eine anspruchsrelevante psychiatrische Erkrankung nach dem 17. März 2005 geltend gemacht werden soll, ist die Beschwerdeführerin auf die Möglichkeit der Neuanmeldung bei der Invalidenversicherung hinzuweisen.