Citation: 4A_427/2014 E. 4.3

4.3. Soweit die Beschwerdeführerin behauptet, die Feststellung des Kantonsgerichts, wonach sie es unterlassen habe, eine Krankentaggeldversicherung für den Beschwerdegegner abzuschliessen, sei falsch und faktenwidrig, widerspricht sie sich selbst. Denn andernorts in ihrer letztinstanzlichen Eingabe räumt sie ein, dass sie über keine Krankentaggeldversicherung für den Beschwerdegegner verfügt. Allerdings macht sie auch vor Bundesgericht wieder geltend, dass sie vom Arbeitnehmer über das Bestehen einer "privaten" (d.h. vom Beschwerdegegner selbst abgeschlossenen) Krankentaggeldversicherung getäuscht worden sei. Die Vorinstanz erachtete es aufgrund der eindeutigen Aktenlage als erwiesen, dass die Beschwerdeführerin ihre Arbeitnehmer im Jahr 2010 - und damit auch den Beschwerdegegner - nur gegen die Folgen von Unfällen versichert, für diese aber keine Krankentaggeldversicherung abgeschlossen hatte. Das Vorbringen, der Beschwerdegegner habe auf eine Krankentaggeldversicherung bewusst verzichtet, wie dies auch dem Arbeitsvertrag zu entnehmen sei, qualifizierte sie unter anderem unter Hinweis darauf, dass im Arbeitsvertrag lediglich erwähnt wird, dass der Arbeitnehmer "Krankenkassen versichert" sei, als blosse Schutzbehauptung. Die Beschwerdeführerin unterlässt es, dagegen hinreichend substanziierte Sachverhaltsrügen zu erheben. Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin trifft es nicht zu, dass das Kantonsgericht ihre fehlende Aufklärung des Arbeitnehmers bezüglich des Übertritts in die Einzelversicherung bemängelt hätte. Ein solcher Übertritt wäre mangels einer Kollektiv-Krankentaggeldversicherung gar nicht möglich gewesen. Vielmehr wird im angefochtenen Entscheid festgehalten, die Arbeitgeberin habe verhindert, dass sich der Beschwerdegegner nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses einer Einzelversicherung habe anschliessen können, weil sie es (bei der Anstellung) unterlassen habe, ihn bei einer Kollektiv-Krankentaggeldversicherung anzumelden. Die Arbeitgeberin verkennt, dass sie nach den vorinstanzlichen Erwägungen infolge Verletzung von Art. 23 Abs. 1 L-GAV, welcher den Arbeitgeber verpflichtet, zugunsten des Mitarbeiters eine Krankengeldversicherung abzuschliessen, eine Schadenersatzpflicht nach Art. 97 Abs. 1 OR trifft, weil der Beschwerdegegner - zufolge Fehlens einer Kollektiv-Krankentaggeldversicherung - nach Beendigung des befristeten Arbeitsverhältnisses keine Einzelversicherung abschliessen konnte. Wie den kantonalgerichtlichen Erwägungen (unter Hinweis auf Art. 23 Abs. 4 L-GAV, wonach der Arbeitgeber die Leistungen selbst zu erbringen hat, wenn er keine genügende Krankengeldversicherung abgeschlossen hat) zu entnehmen ist, muss der Arbeitnehmer (sowohl für die Zeit vor wie auch nach der befristeten Anstellung) so gestellt werden, wie wenn die Versicherung vertragskonform zustande gekommen wäre. Mit ihrem Einwand, das Kantonsgericht habe sich mit dem Argument, wonach das Arztzeugnis nicht vor dem 10. oder 11. November 2010, und damit verspätet, bei ihr eingetroffen sei, weshalb auch ihre Lohnfortzahlungspflicht erst ab diesem Datum bestanden habe, überhaupt nicht auseinandergesetzt, dringt die Beschwerdeführerin nicht durch. Das Kantonsgericht führt nämlich bezüglich der von der Beschwerdeführerin geltend gemachten Kürzung ihrer Leistungspflicht um die (nicht näher bezifferte) Höhe der hälftigen Prämien für eine Krankentaggeldversicherung aus, die verzögerte Hinterlegung des Arbeitsunfähigkeitszeugnisses sei kein Grund für eine Reduktion des Schadenersatzes, weil die Berufung eines Arbeitgebers, welcher seine gesamtarbeitsvertragliche Verpflichtung zum Abschluss einer Krankentaggeldversicherung erwiesenermassen hinsichtlich sämtlicher Arbeitnehmer ignoriert habe, auf die verspätete Beibringung des Arztzeugnisses zur Geltendmachung einer "Taggeldkürzung" keinen Rechtsschutz verdiene. Weshalb in Bezug auf den Beginn der Lohnfortzahlungspflicht etwas anderes gelten sollte, legt die Beschwerdeführerin nicht dar, weshalb Weiterungen dazu unterbleiben können.