Citation: 2A.36/2001 26.01.2001 E. 2

2.-Streitig ist, ob der Kanton Luzern dem Sohn des Beschwerdeführers im Rahmen des Familiennachzugs eine Aufenthaltsbewilligung erteilen muss. Auf dem Gebiete der Fremdenpolizei ist die Verwaltungsgerichtsbeschwerde gemäss Art. 100 Abs. 1 lit. b OG unzulässig gegen die Erteilung oder Verweigerung von Bewilligungen, auf die das Bundesrecht keinen Anspruch einräumt (Ziff. 3), und gegen die Wegweisung (Ziff. 4). a) Gemäss Art. 4 des Bundesgesetzes über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer (ANAG; SR 142. 20) entscheiden die zuständigen Behörden, im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften und der Verträge mit dem Ausland, nach freiem Ermessen über die Bewilligung von Aufenthalt und Niederlassung. Es besteht damit grundsätzlich kein Anspruch auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung, es sei denn, der Ausländer könne sich auf eine Sondernorm des Bundesrechts oder eines Staatsvertrags berufen, die ihm einen Anspruch auf eine solche Bewilligung einräumt (BGE 126 I 81 E. 1a S. 83, 377 E. 2 S. 381; 124 II 361 E. 1a S. 364, 289 E. 2a S. 291, je mit Hinweisen). b) Kein Anspruch auf Erteilung einer fremdenpolizeilichen Bewilligung an den Sohn des Beschwerdeführers lässt sich vorliegend aus dem innerstaatlichen Gesetzesrecht ableiten. Insbesondere kommt Art. 17 Abs. 2 Satz 3 ANAG nicht zur Anwendung, setzte dies doch voraus, dass der Beschwerdeführer als Vater von G.M.________ die Niederlassungsbewilligung hätte, was nicht der Fall ist. c) Der Beschwerdeführer beruft sich auf Art. 8 EMRK und auf Art. 3 Abs. 1 des Übereinkommens vom 20. November 1989 über die Rechte des Kindes (UNO-Kinderrechtekonvention; SR 0.107). aa) Der UNO-Kinderrechtekonvention lassen sich in Bezug auf die Erteilung von fremdenpolizeilichen Bewilligungen keine gerichtlich durchsetzbaren Ansprüche entnehmen (BGE 126 II 377 E. 5 S. 388 ff.; 124 II 361 E. 3b S. 367). bb) Aus Art. 8 EMRK kann nur derjenige einen Bewilligungsanspruch ableiten, der zu einem in der Schweiz lebenden nahen Familienangehörigen ziehen will, der seinerseits ein gefestigtes Anwesenheitsrecht hat. Von einem gefestigten Anwesenheitsrecht ist zwar nicht nur dann auszugehen, wenn der nahe Familienangehörige das Schweizer Bürgerrecht oder die Niederlassungsbewilligung hat, sondern auch dann, wenn er über eine Aufenthaltsbewilligung verfügt, die ihrerseits auf einem festen Rechtsanspruch beruht. Im Übrigen aber stellt die Aufenthaltsbewilligung grundsätzlich kein gefestigtes Anwesenheitsrecht dar (BGE 126 II 377 E. 2b S. 382 ff., mit Hinweisen). Der Beschwerdeführer hat eine Aufenthaltsbewilligung, welche ihm erteilt wurde, damit er mit seiner zweiten Ehefrau in der Schweiz zusammen leben kann. Diese verfügt aber ihrerseits ebenfalls bloss über eine Aufenthaltsbewilligung, so dass die Aufenthaltsbewilligung des Beschwerdeführers nicht auf einem festen Rechtsanspruch (z.B. gemäss Art. 17 Abs. 2 Satz 1 ANAG) beruht. Gestützt darauf lässt sich daher kein Bewilligungsanspruch des Sohns G.M.________ ableiten. d) Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde ist unter keinem Titel zulässig, und es ist darauf schon gestützt auf Art. 100 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 (und 4) OG nicht einzutreten. Im Übrigen könnte auf die Beschwerde selbst dann nicht als Verwaltungsgerichtsbeschwerde eingetreten werden, wenn sie grundsätzlich zulässig wäre: Diesfalls fehlte es an einem letztinstanzlichen kantonalen Entscheid einer richterlichen Behörde, vorliegend des Verwaltungsgerichts (Art. 98 lit. g in Verbindung mit Art. 98a OG; s. § 148 lit. a des Luzerner Gesetzes vom 3. Juli 1972 über die Verwaltungsrechtspflege bzw. § 19 Abs. 1 lit. a des Luzerner Gesetzes vom 1. Dezember 1948 über die Niederlassung und den Aufenthalt sowie über die Zwangsmassnahmen im Ausländerrecht [je Fassung vom 13. März 1995]). e) Eine Entgegennahme der Beschwerde als staatsrechtliche Beschwerde fällt ausser Betracht, da der Beschwerdeführer zu diesem Rechtsmittel in der Sache selbst (materielle Bewilligungsfrage) nicht legitimiert wäre, weil er (bzw. sein Sohn) bei Fehlen eines Rechtsanspruchs auf Bewilligung durch deren Verweigerung keine Rechtsverletzung erleidet (Art. 88 OG; vgl. BGE 126 I 81 E. 3 S. 85 ff., mit Hinweisen). Verfahrensrügen, welche unabhängig von der Legitimation in der Sache selbst erhoben werden können (BGE 114 Ia 307 E. 3c S. 312 f.; vgl. auch BGE 126 I 181 E. 3b S. 86 sowie E. 7b S. 94), erhebt er nicht.