Citation: 2C_630/2017 E. 6.4

6.4. Dieses öffentliche Interesse an seiner Fernhaltung vermag jedoch sein privates Interesse an einem Verbleib in der Schweiz nicht zu überwiegen, zumal der Beschwerdeführer hier geboren sowie familiär und sozial ausschliesslich hier verwurzelt ist. Zu Gunsten des Beschwerdeführers ist insbesondere zu berücksichtigen, dass er im März 2016 wieder eine ambulante Therapie aufgenommen hat, die - zumindest bis zum Zeitpunkt des vorinstanzlichen Entscheids - zu einer erkennbaren Verbesserung geführt hat. Sein Verschulden wiegt bei den seit Mitte 2012 begangenen Delikten nicht besonders schwer, da es sich dabei hauptsächlich um geringfügige Sachbeschädigungen und Hausfriedensbrüche handelte, die im Drogenrausch begangen worden sind. Im Weiteren arbeitet er seit längerer Zeit im Rahmen eines Beschäftigungsprogramms und besucht seine Tochter regelmässig. Die Beziehung zu ihr könnte im Falle einer Wegweisung nur noch sehr eingeschränkt gelebt werden. Dasselbe gilt für die Beziehung zu seiner Ehefrau, auch wenn diese bereits im Zeitpunkt der Heirat während des laufenden Rechtsmittelverfahrens damit rechnen musste, die Beziehung nicht in der Schweiz leben zu können. Zudem leidet der Beschwerdeführer gemäss Therapiebericht vom 4. März 2016 an verschiedenen Krankheiten: Er weist Abhängigkeitssyndrome durch Kokain und Opioide auf, trägt den HI-Virus in sich, wobei Aids noch nicht ausgebrochen ist, und hat eine einfache Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung. Zudem litt er an Hepatitis C, welche nun ausgeheilt ist. Auch wenn nach den Annahmen des SEM die medizinische Versorgung in Kroatien - wie in den anderen EU-Staaten - gewährleistet ist, und der blosse Umstand, dass das Gesundheits- oder Sozialversicherungswesen in einem anderen Staat mit demjenigen in der Schweiz nicht vergleichbar ist und die hiesige medizinische Betreuung einem höheren Standard entspricht, nicht die Unzumutbarkeit der Rückreise zur Folge hat (BGE 128 II 200 E. 5.3; Urteil 2C_833/2011 vom 6. Juni 2012), besitzt der Beschwerdeführer angesichts seines Gesundheitszustandes ein erhöhtes privates Interesse am Verbleib in der Schweiz. Der Widerruf seiner Niederlassungsbewilligung erweist sich angesichts der besonderen Zurückhaltung, die bei Angehörigen der zweiten Generation zu üben ist, als unverhältnismässig. Sollte der Beschwerdeführer die ihm eingeräumte Chance nicht zu nutzen wissen, ist ein späterer Widerruf im Rahmen einer neuen Interessenabwägung grundsätzlich nicht ausgeschlossen.