Citation: 4A_337/2017 E. 3.2

3.2. Was die Beschwerdeführerin gegen diese Auslegung vorbringt, zeigt keine bundesrechtswidrige objektive Auslegung durch die Vorinstanz auf. Die Beschwerdeführerin wiederholt einfach ihr Verständnis, ohne im Einzelnen (vgl. E. 2.1 hiervor) auf die Begründung der Vorinstanz einzugehen. Namentlich erklärt sie nicht, wie sich ihre Auslegung mit dem abschliessenden Hinweis im E-Mail der Beschwerdegegnerin auf ihre Kalkulation der Werbekosten und die Praxis gegenüber andern Verkäufern verträgt. Auch geht sie nicht darauf ein, dass mit Formulierungen wie "Also gehe ich davon aus" eine blosse Erwartung über eine künftige Entwicklung ausgedrückt wird. Wenn die Beschwerdeführerin schliesslich zu den Umständen des Vertragsabschlusses ausführt, sie habe den Vertrag einen Tag später am 16. Dezember 2012 unterzeichnet und unter der Ziffer 3b den Verweis auf den E-Mail-Verkehr angebracht, was von der Beschwerdegegnerin unwidersprochen geblieben sei, ergänzt sie den Sachverhalt, ohne darzulegen, dass die Voraussetzungen für eine Sachverhaltsergänzung (vgl. E. 2.2 hiervor) erfüllt wären. Die Vorinstanz hat nämlich nichts dazu festgestellt, wie es zur handschriftlichen Ergänzung bei Ziffer 3b gekommen ist. Aber auch wenn man vom Sachverhalt ausginge, den die Beschwerdeführerin behauptet, liesse sich daraus nichts zu ihren Gunsten ableiten - im Gegenteil. Die Auslegung der Beschwerdeführerin hätte nämlich bedeutet - da damit ihr eigener Werbekostenanteil beschränkt worden wäre -, dass umgekehrt der Werbekostenanteil der Beschwerdegegnerin nicht mehr beschränkt gewesen wäre auf 5 % des Umsatzes. Die Formulierung gemäss Ziffer 3b hätte somit gestrichen werden müssen, da sie gerade das Gegenteil besagt. Wenn die Beschwerdeführerin sie aber beliess und lediglich handschriftlich auf die "Details" gemäss E-Mail-Verkehr verwies, bestand für die Beschwerdegegnerin kein Anlass, dem (noch) zu widersprechen. Die Vorinstanz hat schliesslich zu Recht nichts Entscheidendes daraus abgeleitet, dass die Beschwerdegegnerin ihre Forderung im Oktober 2012 bei der Neuregelung der Kostenteilung nicht geltend gemacht hatte. Im Übrigen könnte das nachträgliche Verhalten nur im Rahmen einer tatsächlichen (subjektiven) Willensübereinstimmung ein Indiz sein, nicht jedoch bei einer objektivierten Vertragsauslegung wie vorliegend. Auch aus der Tatsache, dass sich die Annahme, die Beschwerdeführerin werde "eine erhebliche Summe zurückerstattet bekommen " als unzutreffend erwies, kann diese nichts ableiten, jedenfalls soweit sie selbst durch illoyales Verhalten für den unbefriedigenden Geschäftsgang verantwortlich war.