Citation: 5A_377/2018 E. 3.5.2

3.5.2. Wo das Gesetz es nicht anders bestimmt, hat gemäss Art. 8 ZGB derjenige das Vorhandensein einer behaupteten Tatsache zu beweisen, der aus ihr Rechte ableitet. Damit sind einerseits für den ganzen Bereich des Bundeszivilrechts neben der Beweislastverteilung auch die Folgen der Beweislosigkeit geregelt (BGE 139 III 13 E. 3.1.3.1). Art. 8 ZGB - im Anwendungsbereich der ZPO der Art. 152 Abs. 1 - gibt anderseits der beweispflichtigen Partei in allen Zivilstreitigkeiten einen bundesrechtlichen Anspruch darauf, für rechtserhebliche Sachvorbringen zum Beweis zugelassen zu werden, wenn ihr Beweisantrag nach Form und Inhalt den Vorschriften des anwendbaren Prozessrechts entspricht (vgl. Art. 150 ZPO; BGE 133 III 295 E. 7.1 mit Hinweisen; s. auch Urteil 4A_228/2012 vom 28. August 2012 E. 2.3, nicht publ. in BGE 138 III 625). Art. 8 ZGB ist daher insbesondere verletzt, wenn das kantonale Sachgericht unbewiesene Behauptungen einer Partei unbekümmert darum, dass sie von der Gegenpartei bestritten worden sind, als richtig hinnimmt, oder über rechtserhebliche Tatsachen überhaupt nicht Beweis führen lässt (BGE 133 III 295 E. 7.1). Wo der Richter allerdings in Würdigung von Beweisen zur Überzeugung gelangt, eine Tatsachenbehauptung sei bewiesen oder widerlegt, ist die Beweislastverteilung gegenstandslos (BGE 137 III 226 E. 4.3). Diesfalls liegt freie Beweiswürdigung vor, die bundesrechtlich in Art. 157 ZPO festgehalten ist. Eine beschränkte Beweisabnahme verletzt Art. 8 ZGB daher nicht, wenn der Richter schon nach deren Ergebnis von der Sachdarstellung einer Partei überzeugt ist, gegenteilige Behauptungen also für unbewiesen hält (BGE 128 III 271 E. 2b/aa; 122 III 219 E. 3c; 114 II 289 E. 2a mit zahlreichen Hinweisen).