Citation: 5A_17/2013 E. 6.5.4

6.5.4. Auch mit ihren weiteren Argumenten, weshalb ihnen das Obergericht nicht 100 % der Prozesskosten hätte auferlegen dürfen, vermögen die Beschwerdeführer nicht zu überzeugen: So scheitern sie mit dem Nachweis, dass das Amtsgericht zu Unrecht keine Hauptverhandlung durchgeführt und erst das Obergericht diesen angeblichen Mangel geheilt habe. Das Obergericht stellt fest, das Amtsgericht habe an der Instruktionsverhandlung vom 17. November 2005 eine Frist bis zum 28. November 2005 angesetzt, binnen der die Parteien eine Hauptverhandlung verlangen konnten, und darauf hingewiesen, dass andernfalls keine Hauptverhandlung stattfinden und das Beweisverfahren geschlossen werde. Nachdem binnen Frist keine Hauptverhandlung verlangt worden sei, habe das Amtsgericht von einem Verzicht ausgehen können. Inwiefern Art. 30 BV oder Art. 6 Ziff. 1 EMRK ein solches Vorgehen verböten, tun die Beschwerdeführer nicht dar. Unbegründet ist auch der Vorwurf, das Obergericht übergehe ihre Rüge der Verletzung des rechtlichen Gehörs, der zufolge das Amtsgericht nur eine unvollständige Instruktionsverhandlung durchgeführt und die Beweislage nach Einlieferung neuer Urkunden nicht erörtert habe. Das Obergericht hält fest, es habe kein Anspruch auf Erörterungen zur Rechts- und Beweislage bestanden. Inwiefern das Gegenteil der Fall wäre und ihnen aus dem anwendbaren Prozessrecht ein solcher Anspruch erwüchse, zeigen die Beschwerdeführer nicht auf. Vergeblich führen die Beschwerdeführer schliesslich ins Feld, erst das Obergericht habe die Begründung für die erstinstanzlichen Anwaltshonorare geliefert und damit die Verletzung der Begründungspflicht "geheilt"; diesbezüglich kann auf Erwägung 6.2 verwiesen werden.