Citation: 1C_688/2023 E. A

Das Strassenverkehrsamt Zug (nachfolgend: Strassenverkehrsamt) entzog A.________ (geb. 1990) mit Verfügung vom 25. August 2017 den Führerausweis wegen Fahrens unter Drogeneinfluss (Kokain) vorsorglich für unbestimmte Zeit. Gestützt auf ein positives verkehrsmedizinisches Gutachten der Fachstelle Verkehrsmedizin U.________ vom 18. Juli 2018 wurde ihm der Führerausweis mit Verfügung vom 23. Juli 2018 ohne Auflagen wieder erteilt. Nachdem er gemäss einem Polizeibericht am 21. November 2019 um ca. 11 Uhr bei einer Aussentemperatur von ca. 4 °C vor seiner Wohnung in Finken und ohne Jacke angetroffen und bei ihm starker Alkoholgeruch festgestellt worden war, verfügte das Strassenverkehrsamt am 28. November 2019, er habe sich spätestens bis zum 9. Dezember 2019 einer ärztlichen Abklärung der Fahreignung zu unterziehen. Diese Verfügung hob das Verwaltungsgericht des Kantons Zug mit Urteil vom 28. Januar 2020 in Gutheissung einer dagegen von A.________ erhobenen Beschwerde wieder auf, da es keine genügenden Anhaltspunkte für eine Verminderung seiner Fahreignung aufgrund regelmässigen, übermässigen Alkoholkonsums gab. A.________ gab am 12. Dezember 2021 an einer polizeilichen Einvernahme ohne Zusammenhang mit einem verkehrsrelevanten Ereignis an, er konsumiere seit ca. sechs Jahren Kokain; letztmals etwa Mitte November 2021; er wolle eine Therapie machen. In der Folge nahm er vom 6. Januar bis 16. Februar 2022 in der Klinik B.________, an einem stationären suchtspezifischen Therapie-Programm bei schädlichem Gebrauch von Kokain und Alkohol teil. Namentlich unter Berücksichtigung der Information der Zuger Polizei über die von A.________ am 12. Dezember 2021 gemachten Angaben zu seinem Kokainkonsum verlangte das Strassenverkehrsamt eine Überprüfung seiner Fahreignung, der er sich im Zuger Kantonsspital, Verkehrsmedizin U.________, am 22. Juni 2022 unterzog. Im entsprechenden Gutachten vom 26. September 2022 führte Dr. med. C.________ (nachfolgend: Gutachterin) bezüglich der Fahreignung von A.________ namentlich aus, bei gesamthafter Betrachtung müsse aufgrund der aktuellen Befunde und Berichte von einer Kokainabhängigkeit und einem zumindest punktuellen Alkoholmissbrauch im Sinne eines schädlichen Alkoholkonsums ausgegangen werden. Aufgrund der durchgeführten Haaranalyse könnten eine längerfristige Drogenabstinenz und eine weitestgehende Alkoholabstinenz bei angegebenem sehr geringem Alkoholkonsum bestätigt werden. Für den Zeitraum von ca. Anfang Januar bis Anfang Juni 2022 hätten in den Haaren weder Drogen noch Alkohol nachgewiesen werden können. Hinweise für eine Suchtmittelverlagerung ergäben sich anhand der durchgeführten Urinprobenkontrollen nicht. Somit könne die Fahreignung von A.________ zum aktuellen Zeitpunkt aus verkehrsmedizinischer Sicht bejaht werden. Aufgrund der Vorgeschichte mit Kokainabhängigkeit und schädlichem Gebrauch von Alkohol sollten zur Stabilisierung der Konsumverhaltensveränderung und zur Verlaufsbeobachtung Auflagen betreffend die Einhaltung einer Drogenabstinenz und eines risikoarmen Alkoholtrinkverhaltens eingehalten werden.