Citation: 5A_463/2014 E. 7.3

7.3. Sodann stellt sich der Beschwerdeführer auf den Standpunkt, dass die rückwirkende Erhöhung der monatlichen Alimente auf Fr. 15'000.-- die Amortisation der Schulden der Arztpraxis verunmögliche. Als Folge davon würden die Banken die Kredite kündigen. Damit beschleunige das Obergericht den Abwärtstrend im Geschäftsgang der Praxis, ja treibe diese geradezu in den Ruin und beraube die Kinder ihres Unterhalts. Indem es die Alimente erhöhe, zwinge ihn das Obergericht zu übermässigen Privatbezügen und verhindere, dass die schlechte Bilanz ausgeglichen werden könne. Bei korrekter Berechnung seiner finanziellen Verhältnisse verbleibe kein monatlicher Überschuss von Fr. 5'909.--, den er zur Schuldensanierung verwenden könnte. Die weitschweifigen Erörterungen des Beschwerdeführers erschöpfen sich darin, dass er dem angefochtenen Entscheid seine eigene Sicht der Dinge gegenüberstellt, ohne sich mit dem angefochtenen Entscheid auseinanderzusetzen. Als "falsch" geisselt er beispielsweise die vorinstanzliche Feststellung, wonach sich das negative Eigenkapital um sechzig Prozent reduziert haben soll. Zum Beweis beruft er sich auf seine Duplik aus dem erstinstanzlichen Verfahren. Dort habe er ausführlich dargelegt, dass sich das negative Eigenkapital von rund Fr. 40'000.-- in den Jahren 2009 und 2010 auf rund Fr. 120'000.-- in den zwei Folgejahren erhöht habe. Dabei übersieht der Beschwerdeführer, dass sich die von ihm beanstandete Feststellung nur auf die Jahre 2009 und 2010 bezieht. Mit Bezug auf das Jahr 2011 ist dem Obergericht nicht entgangen, dass die privaten Ausgaben die Einnahmen wieder überstiegen. Hinsichtlich 2012 findet es, die Ausgaben und Einnahmen hätten sich in etwa wieder die Waage gehalten. Zur Erklärung führt das Obergericht aus, der Beschwerdeführer selbst habe den hohen Lebensstandard unbestrittenermassen jahrelang mitgehalten. Die höheren Bezüge würden im Jahr 2011 mit dem Wohnungskauf, den Reparaturaufträgen und der Wohnungseinrichtung zusammenhängen. Dem hat der Beschwerdeführer nichts entgegenzusetzen. Das Gesagte gilt sinngemäss mit Bezug auf die vorinstanzliche Erwägung, dass der Substanzwert kein Indikator dafür sei, wie viel Gewinn die Arztpraxis in Zukunft abwirft, im Gegensatz zum Ertragswert, der viel höher sei, als der Beschwerdeführer behaupte. Das Obergericht kommt zur Einschätzung, dass die Praxis einen guten Cashflow erzielen und bei einem Verzicht auf übermässige Privatbezüge eine schlechte Bilanz sehr schnell wettmachen könne. Dass sich Investitionen aufdrängen, sei weder offensichtlich, noch habe der Beschwerdeführer solcherlei substantiiert vorgebracht. Im Gegenteil habe er laufend in seine Praxis investiert, die Abschreibungen zu Normalsätzen vorgenommen und den Investitionskredit beinahe amortisiert. Inwiefern es sich angesichts dessen nicht mit seinen verfassungsmässigen Rechten verträgt, wenn die Vorinstanz ihre Prognose im Wesentlichen auf die Ertragskraft und nicht auf den Substanzwert der Arztpraxis abstützt, tut der Beschwerdeführer nicht dar. Gegen die Überlegungen, aufgrund derer die Vorinstanz bei der Beurteilung seines Erwerbseinkommens die Vorjahre 2009 bis 2011 nicht ausser Acht lassen will, kommt der Beschwerdeführer also nicht auf. Damit bleibt es bei der Einschätzung des Obergerichts, wonach keinerlei Anhaltspunkte dafür bestehen, dem Geschäftsgang der Praxis eine schlechte Prognose zu stellen, ein nachhaltiger Abwärtstrend sich nicht erkennen lässt und dem Beschwerdeführer weiterhin zuzumuten ist, das Einkommen zu erzielen, das er in den vergangenen Jahren erzielt hat. Angesichts dessen kann offenbleiben, ob der Beschwerdeführer sich anstelle seiner Kinder auf Art. 11 BV berufen und argumentieren könnte, mit dem Überleben seiner Arztpraxis setze die vorinstanzliche Beurteilung seiner Einkommensverhältnisse auch den verfassungsmässigen Anspruch seiner Kinder auf besonderen Schutz ihrer Unversehrtheit und auf Förderung ihrer Entwicklung aufs Spiel.