Citation: 1C_390/2022 E. 4.4

4.4. Der Beschwerdegegner und die Gemeinde halten dem entgegen, aus den Materialien ergebe sich kein Hinweis darauf, dass eine Rückwirkung (klar) gewollt gewesen wäre. Auch das RPG gebiete nicht die Anwendung der Neufassung von Art. 11a BauV/BE, gehe doch der kantonalrechtliche Kulturlandschutz weit über das bundesrechtlich Gebotene hinaus. Vorliegend sei das öffentliche Interesse am Abschluss der Planung nach der alten Rechtsordnung höher zu gewichten als das Interesse an der sofortigen Anwendung des neuen Rechts. Dies entspreche auch der bundesgerichtlichen Rechtsprechung, welche die sofortige Anwendbarkeit raumplanerischer Vorschriften wiederholt verneint habe, und stehe in Einklang mit den übrigen intertemporalrechtlichen Bestimmungen des BauG/BE, wonach hängige Verfahren nach den Vorschriften des bisherigen Rechts zu Ende zu führen seien (Art. 149 Abs. 2 BauG/BE).