Citation: 2C_961/2014 E. 2

Die Beschwerdeführerin rügt, das Herabsetzungsverfahren sei zwar gemäss der gesetzlichen Regelung (§ 56 Abs. 3 StG/AG in der für die Steuerperioden 2001 bis 2005 massgeblichen Fassung) im Revisionsverfahren durchzuführen. Die in § 202 StG/AG für eigentliche Revisionsverfahren vorgesehene relative Frist von 90 Tagen finde jedoch gemäss langjähriger und konstanter Praxis der kantonalen Steuerbehörde und -gerichte auf Herabsetzungsverfahren keine Anwendung; ihr Gesuch um Herabsetzung sei somit rechtzeitig gestellt worden und hätte materiell behandelt werden müssen. Durch die mit dem angefochtenen vorinstanzlichen Urteil vorgenommene Änderung der Praxis zum Fristerfordernis werde sie ohne sachlichen Grund schlechter behandelt als andere Steuerpflichtige, was gegen das Gebot der rechtsgleichen Behandlung (Art. 8 Abs. 1 BV) verstosse. Ohne Herabsetzung seien die veranlagten Steuern konfiskatorisch, was die Eigentumsgarantie (Art. 26 BV) in ihrer Ausprägung als Institutsgarantie und die verfassungsmässigen Grundsätze über die Allgemeinheit und Gleichmässigkeit der Besteuerung (Art. 127 BV) verletze. Zudem sei das angefochtene Urteil unzureichend begründet (Art. 29 Abs. 2 BV).