Citation: 8C_188/2015 E. 3.2

3.2. Die Beschwerdeführerin wendet dagegen ein, sie habe eine Revision per 1. Juni 2011 nicht aufgrund eines Tätigkeitswechsels der Versicherten vorgenommen, sondern weil sie der Ansicht gewesen sei, dass sich der unfallbedingte Gesundheitszustand spätestens zu jenem Zeitpunkt geändert habe. In diesem Zusammenhang muss ihr allerdings entgegengehalten werden, dass es keine Rangordnung unter verschiedenen Revisionsgründen gibt. Sie übersieht, dass bereits mit der Aufgabe der Stelle als Bijouterieverkäuferin auf den 31. Juli 2007 - und entgegen ihrer Ansicht nicht erst mit dem Beginn der selbstständigen Erwerbstätigkeit am 1. Oktober 2011 mit zumindest in der Anfangszeit vollständig fehlendem Verdienst - eine wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen eingetreten war, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen (vgl. Kieser, ATSG-Kommentar, 3. Aufl. 2015, N. 32 zu Art. 17 ATSG), da der der Rentenverfügung vom 12. Dezember 2003 zugrundeliegende Einkommensvergleich auf dem Verdienst aus der Beschäftigung als Bijouterieverkäuferin (Invalideneinkommen) fusst (vgl. E. 2 hiervor). Nach der (gesundheitsbedingten) Aufgabe dieser Tätigkeit, mit welcher die Versicherte die ihr verbliebene Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausgeschöpft hatte, musste mit Blick auf das veränderte Invalideneinkommen eine neue Invaliditätsbemessung erfolgen. Irrelevant ist, ob das Revisionsverfahren ursprünglich von der Versicherten oder von der Beschwerdeführerin eingeleitet worden war. Ebenso unerheblich ist, dass die AXA die Rentenleistungen und Heilungskosten mit Verfügung vom 27. Juli 2011 zunächst unter Hinweis auf eine Mitwirkungspflichtverletzung der Versicherten (wegen der Weigerung, sich medizinisch begutachten zu lassen) eingestellt hatte. Denn die Beschwerdegegnerin hatte sich (zumindest) im Einspracheverfahren unstreitig bereit erklärt, sich einer Begutachtung zu unterziehen. Da das kantonale Gericht an den von der Unfallversicherung geltend gemachten Revisionsgrund der gesundheitlichen Besserung nicht gebunden war, konnte es sich stattdessen auf den Revisionsgrund der erwerblichen Veränderung stützen und die Frage, ob sich aus den medizinischen Akten in gesundheitlicher Hinsicht verglichen mit der Situation bei der erstmaligen Rentenzusprechung eine entscheidende Veränderung ergibt, offen lassen. Auch letztinstanzlich muss auf die Ausführungen der Beschwerdeführerin und der Beschwerdegegnerin, soweit sie sich damit auseinandersetzen, ob eine Änderung des unfallbedingten Gesundheitszustandes eingetreten ist, nicht weiter eingegangen werden. Denn bei dieser Ausgangslage ist aus medizinischer Sicht einzig relevant, welche - zumindest teilkausalen - Auswirkungen der aktuelle Gesundheitszustand auf die Arbeitsfähigkeit hat.