Citation: I 843/05 11.07.2006 E. 4

Zunächst ist zu prüfen, in welchem Ausmass die Versicherte ohne Gesundheitsschaden zwischen 2001 und Februar 2005 (vgl. Erw. 1 hievor) erwerbstätig gewesen wäre. 4.1 Verwaltung und Vorinstanz gingen davon aus, bis zum Revisionszeitpunkt am 1. Mai 2003 wäre die Beschwerdeführerin als Gesunde mit Blick auf den unangefochten in Rechtskraft erwachsenen Entscheid der AHV/IV-Rekurskommission des Kantons Thurgau vom 20. Juli 1999 mit einem Pensum von 67 % erwerbstätig gewesen. Gestützt auf die Ergebnisse der Haushaltsabklärung vom 8. November 2004 müsse mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit angenommen werden, dass die Versicherte ihre Erwerbstätigkeit auch ohne gesundheitliche Beeinträchtigungen auf ein Pensum von 50 % reduziert hätte, sodass sie bei einer Arbeitsfähigkeit von 50 % nach den massgebenden Einkommensverhältnissen ab 1. Mai 2003 im erwerblichen Bereich keine gesundheitsbedingte Einschränkung mehr hinzunehmen habe. Nach der gemischten Methode der Invaliditätsbemessung ermittelte die IV-Stelle ab 2001 einen Invaliditätsgrad von (gerundet) 31 % ab 2001 sowie von 24 % ab 1. Mai 2003. 4.2 Demgegenüber macht die Beschwerdeführerin geltend, bis Ende 1992 zu 100 % erwerbstätig gewesen zu sein. Ab 1. Januar 1993 habe sie das Pensum als Sachbearbeiterin bei der Versicherung X.________ "wegen den Kindern [...], damals 11- und 14-jährig [recte: 7- und 10-jährig]" auf 70 % reduziert und sich 1995 an der Universität E.________ als Doktorandin immatrikuliert. Ohne Unfälle hätte sie "spätestens 1998 den Doktortitel für Betriebswirtschaft erhalten und [...] ab dann als Betriebsökonomin arbeiten können." Die Vorinstanz habe mit rechtskräftigem Entscheid vom 20. Juli 1999 entschieden, dass die Aufnahme eines vollzeitlichen Erwerbspensums vor allem wegen der Kindererziehung unrealistisch sei. Seit dem Jahre 2003 bedürfe jedoch auch das jüngste, nunmehr volljährige Kind keiner mütterlichen Präsenz und Erziehung mehr. Die Haushaltsführung könne durch eine Haushaltshilfe besorgt werden. Es entspreche der "allgemeinen Entwicklung und Lebenserfahrung, dass gut ausgebildete Frauen lieber erwerbstätig [seien] und sich eine Haushaltshilfe [leisteten] als umgekehrt." Anlässlich der Haushaltsabklärung vom 8. November 2004 sei es zu einem Missverständnis gekommen. Ihre eigene Aussage, dass sie auch ohne Gesundheitsschaden nur eine Anstellung von 50 % suchen würde, habe sich auf die Invalidentätigkeit bezogen. Sie könne es sich wegen den Gesundheitsbeschwerden schon gar nicht mehr vorstellen, zu 100 % erwerbstätig zu sein. Es müsse deshalb auf ihre Aussage der ersten Stunde anlässlich der Haushaltsabklärung vom 26. August 1998 abgestellt werden, womit sie zum Ausdruck gebracht habe, nach Abschluss des Doktorandenstudiums wieder zu 100 % unselbstständig erwerbstätig sein zu wollen. 4.3 Dem unangefochten in Rechtskraft erwachsenen Entscheid der Vorinstanz vom 20. Juli 1999 (S. 6) ist unter anderem zu entnehmen: "[...] Angesichts der früheren Erfahrungen der Beschwerdeführerin, dass eine 100%-ige Erwerbstätigkeit neben der Haushaltführung und der Kindererziehung und den sonstigen Verpflichtungen zuviel ist, erscheint es angemessen, vom bisherigen Anstellungsgrad [bei der Versicherung X.________ ab 1. Januar 1993] von 66,66% nach Abschluss des Doktorats auszugehen. Gerade auch die Tatsache, dass die Beschwerdeführerin den Umzug [ihrer Arbeitgeberfirma] von Q.________ nach Z.________ nicht mitmachen wollte, zeigt, dass sie nicht in grösserem Ausmass als 66,66% Zeit für die Berufstätigkeit erübrigen kann. Zudem kann ihre Mutter gemäss eigenen Angaben nicht mehr den ganzen Haushalt führen [...]. Eine 100%-ige Erwerbstätigkeit mag die Beschwerdeführerin zwar angestrebt haben, indessen erweist sich eine solche aufgrund der oben angeführten Gründe als unrealistisch. [...]" Aus den beiden Haushaltsabklärungen vom 26. August 1998 und 8. November 2004 ergibt sich, dass die Versicherte zusammen mit ihrer Familie, ihrer Mutter und zwei Hunden 1998 in F.________ ein 6,5-Zimmer-Einfamilienhaus mit grossem Umschwung bewohnte. Abgesehen davon, dass die Tochter nicht mehr im gemeinsamen Haushalt lebte, herrschten im November 2004 dieselben Verhältnisse. Zusätzlich lebte die Familie damals wochentags in N.________ in einem etwa gleich grossen Einfamilienhaus und hatte demzufolge zwei Haushalte zu führen. Der definitive Umzug in das Einfamilienhaus in N.________ war auf das Frühjahr 2005 geplant. Die im gleichen Haushalt wohnende Mutter der Beschwerdeführerin, welche ihr vor 1998 in diesem Aufgabenbereich viele Hilfeleistungen erbracht hatte, erlitt 1998 einen Herzinfarkt, worauf sie die Versicherte im Haushalt immer weniger unterstützen konnte. Gleichzeitig wurde die Betreuung der Mutter durch die Beschwerdeführerin aufwändiger. In Anwesenheit ihres Ehemannes liess die Versicherte schliesslich anlässlich der Haushaltsabklärung vom 8. November 2004 verlauten, sie habe feststellen müssen, "dass ein eigenes Haus sehr viel Arbeit [gebe], wenn man einen gepflegten Haushalt führen möchte". Sie hätte aus diesen Gründen auch ohne Behinderung ihr Erwerbspensum auf 50 % reduzieren müssen. Angesichts dieser ausdrücklichen Angaben der Beschwerdeführerin sowie unter Berücksichtigung der persönlichen, beruflichen, familiären, sozialen und finanziellen Lebensumstände, wie sie sich bis zum Erlass des Einspracheentscheides vom 24. Februar 2005 entwickelt haben (vgl. BGE 125 V 150 Erw. 2c), ist mit dem im Sozialversicherungsrecht geltenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die Versicherte 2003 auch im Gesundheitsfall tatsächlich ihr Erwerbspensum auf 50 % limitiert hätte, wie dies die Vorinstanz nach umfassender Würdigung der gesamten Verhältnisse zutreffend erkannt hat. 4.4 Inwieweit die nach Erlass des Einspracheentscheides vom 24. Februar 2005 offenbar im weiteren Verlauf des Jahres 2005 erfolgte Trennung von ihrem Ehepartner sowie das angeblich eingeleitete Ehescheidungsverfahren zu einer anspruchsbeeinflussenden Änderung der individuellen Lebensumstände der Beschwerdeführerin geführt haben könnten, ist nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens und deshalb hier nicht zu prüfen. Somit bleibt es bei der Feststellung, dass die Versicherte ohne Gesundheitsschaden jedenfalls von Mai 2003 bis Februar 2005 mit einem Pensum von 50 % teilerwerbstätig gewesen wäre.