Citation: C 143/04 22.10.2004 E. 3

Der Beschwerdeführer lässt eventualiter eine Reduktion der Einstelldauer auf 3 Tage beantragen, weil die Nichteinreichung von Bewerbungsunterlagen an eine zugewiesene Stelle lediglich ein leichtes Verschulden darstelle. 3.1 Gemäss Rechtsprechung ist der Einstellungstatbestand des Nichtbefolgens von Weisungen der zuständigen Amtsstelle, namentlich die Nichtannahme einer zugewiesenen Arbeit (Art. 30 Abs. 1 lit. d AVIG), auch dann erfüllt, wenn der Versicherte die Arbeit zwar nicht ausdrücklich ablehnt, es aber durch sein Verhalten in Kauf nimmt, dass die Stelle anderweitig besetzt wird (BGE 122 V 38 Erw. 3b). Wenn sich also ein arbeitsloser Versicherter nicht auf die zugewiesene Stelle hin bewirbt und dadurch jegliche Chance für diese Stelle verliert, ist bei der Bemessung der Einstellungsdauer wegen nicht genügender Bewerbung für eine Anstellung der gleiche Verschuldensmassstab (Art. 30 Abs. 3 AVIG in Verbindung mit Art. 45 Abs. 2 AVIV) anzulegen wie im Falle der Ablehnung einer nach Art. 16 Abs. 1 AVIG zumutbaren Arbeit (vgl. BGE 122 V 40 Erw. 4c/bb betreffend Zwischenverdienst). In dieser Hinsicht sieht Art. 45 Abs. 3 AVIV vor, dass die Ablehnung einer zumutbaren Arbeit - und somit auch das Nichteinreichen von Bewerbungsunterlagen an eine zugewiesene zumutbare Stelle - ein schweres Verschulden darstellt. Entgegen der Meinung von Hans-Ulrich Stauffer (Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und Insolvenzentschädigung, 2. Auflage, Zürich 1998, S. 87) liegt kein leichtes Verschulden vor, weil durch die Nichteinreichung der Bewerbung für eine zumutbare Stelle schon die Möglichkeit des Zustandekommens eines Arbeitsvertrages und damit ein Ende der Arbeitslosigkeit vereitelt wird. Jedoch hat das Eidgenössische Versicherungsgericht entschieden, dass im konkreten Fall Gründe vorliegen können, die das schwere Verschulden als leichter erscheinen lassen (BGE 130 V 130 Erw. 3.4.3). 3.2 Der Beschwerdeführer bringt vor, dass gemäss Auskunft der Firma W.________ über 30 Bewerbungsschreiben eingegangen seien. Das Nichteinreichen einer Bewerbung könne deshalb nicht mit der Ablehnung einer zumutbaren Arbeitsstelle gleichgesetzt werden. Dieser Ansicht kann so nicht zugestimmt werden. Entscheidend ist, dass sich der Beschwerdeführer nicht beworben hat. Dadurch hat er von vornherein die Chance vertan, eine Festanstellung im Umfang von 100 % per 1. Oktober 2003 zu erhalten und hat so durch sein Verhalten seine Schadenminderungspflicht im Sinne von Art. 17 Abs. 1 AVIG verletzt. Ob er die Stelle tatsächlich erhalten hätte, ist nicht massgebend; von Bedeutung ist hier allein die Möglichkeit des Stellenerhalts. Im weiteren macht der Versicherte geltend, er habe in der Zwischenzeit eine Handelsschule absolviert. Der Versicherte besuchte bei der Schule L.________ die berufsbegleitende Samstagschule, die er im Juni 2004 erfolgreich mit einem Handelsdiplom abgeschlossen hat. Es handelte sich also um eine berufsbegleitende Ausbildung, in der die Teilnehmer neben der Schule normalerweise noch berufliche Verpflichtungen haben. Deshalb war es auch für den Versicherten, der während dieser Ausbildung arbeitslos gewesen ist, zumutbar, sich für die ihm zugewiesene Stelle zu bewerben. Der Beschwerdeführer bezog seit dem 2. August 2002 Arbeitslosenentschädigung. Gerade auch infolge dieser relativ langen Arbeitslosigkeit hätte er den Stellenbemühungen höchste Priorität einräumen müssen. Die berufsbegleitende Ausbildung hätte er auch trotz einer eventuellen neuen Anstellung beenden können (andernfalls hätte gar seine Vermittelbarkeit [Art. 15 Abs. 1 AIVG] abgeklärt werden müssen). Für die Behauptung des Beschwerdeführers, er habe sich regelmässig beworben, finden sich in den Akten keine Hinweise, sodass dieses Argument nicht berücksichtigt werden kann und zudem hier irrelevant ist. Es liegen somit keine Gründe vor, die das Verschulden mildern (vgl. Erw. 3.1 in fine hievor), sodass die Einstellungsdauer von 38 Tagen auch im Rahmen der Angemessenheitskontrolle (Art. 132 OG) nicht zu beanstanden ist.