Citation: 4A_622/2020 E. 2.5

2.5. Ob eine juristische Person, die über keinen bundesrechtlichen Anspruch auf unentgeltliche Prozessführung verfügt (Erwägung 2.1), überhaupt unbeholfen im Sinne der obigen Rechtsprechung sein könnte, braucht hier nicht beurteilt zu werden. In casu liegt nämlich keine unbeholfene Rechtssuchende vor: Die Beschwerdeführerin ist zwar im Berufungsverfahren nicht anwaltlich vertreten, da der von ihr bestellte Rechtsanwalt während des erstinstanzlichen Verfahrens das Mandat niederlegte. Die Beschwerdeführerin ersuchte aber nach ihren eigenen Ausführungen in anderen Prozessen "bereits mehrmals" um unentgeltliche Rechtspflege. Aufgrund dieser früheren Armenrechtsgesuche ist die Beschwerdeführerin mit den Anforderungen an die unentgeltliche Rechtspflege vertraut, auch wenn sie ohne weitere Begründung Gegenteiliges behauptet. Hinzu kommt, dass die Beschwerdeführerin seit der Niederlegung des Mandats ihres Rechtsvertreters Ende November 2018 den vorliegenden Forderungsprozess ohne anwaltliche Vertretung führt (immerhin eine aufwändige Werkvertragsstreitigkeit, die zu einem 65-seitigen erstinstanzlichen Urteil führte), gegen eine erstinstanzliche Verfügung bis vor das Bundesgericht prozessierte (vgl. Urteil 4A_236/2020 vom 28. Juli 2020) und gegen den erstinstanzlichen Entscheid Berufung an die Vorinstanz erhob. Unter diesen Umständen des vorliegenden Einzelfalls ist der Vorinstanz keine Bundesrechtsverletzung vorzuwerfen, wenn sie davon ausging, dass die Beschwerdeführerin keine unbeholfene Rechtssuchende ist, der im Berufungsverfahren eine Nachfrist zur Verbesserung des Gesuchs um unentgeltliche Rechtspflege anzusetzen ist. Der angefochtene Entscheid ist daher nicht zu beanstanden, wenn er der Beschwerdeführerin auch streng erscheinen mag.