Citation: 6B_913/2019 E. 4.3

4.3. Die Anklagebehörde belegt den umschriebenen Sachverhalt in der Anklageschrift in rund 500 Fussnoten mit zahlreichen Verweisen auf die Untersuchungsakten. Wie das Bundesgericht in einem jüngeren Entscheid erkannt hat, verletzen Verweisungen auf die Untersuchungsakten in der Anklageschrift die Umgrenzungsfunktion des Anklagegrundsatzes nicht, zumal sich aus den jeweiligen Belegstellen lediglich ergibt, auf welche Beweise aus den Untersuchungsakten sich die Anklagebehörde für ihre Vorwürfe stützt. Mit den Aktenverweisen wird der Anklagesachverhalt mithin nicht über den eigentlichen Anklagetext hinaus erweitert (Urteil 6B_28/2018 vom 7. August 2018 E. 6.4.2). Die Referenzierung ändert indes nichts daran, dass die Anklageschrift den angeklagten Sachverhalt nur behauptet. Selbst wenn diese insofern über den gesetzlich vorgeschriebenen Inhalt hinausginge, wäre im zu beurteilenden Fall jedenfalls nicht ersichtlich, inwiefern die Vorinstanz nicht eine eigene, selbstständige Beweiswürdigung vorgenommen haben sollte (vgl. Urteil 6B_453/2017 vom 16. März 2018 E. 2.2, nicht publ. in BGE 144 IV 172). Soweit die Beschwerdeführerin rügt, die Vorinstanz habe sich in ihrer Beweiswürdigung lediglich auf die Prüfung der in der Anklageschrift aufgeführten Verweise auf die Akten beschränkt und insofern das rechtliche Gehör verletzt, ist die Beschwerde unbegründet. Zunächst ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin die in der Anklageschrift eigens referenzierten Beweismittel jedenfalls nicht für untauglich erachtet hat, so dass nicht zu beanstanden ist, wenn sich die Vorinstanz für ihren Entscheid auf dieselben stützt. Soweit die Vorinstanz verschiedene von der Beschwerdeführerin vorgetragene, nicht explizit in der Anklageschrift aufgeführte Beweise bzw. Argumente nicht berücksichtigt haben sollte, ist dies jedenfalls solange nicht zu beanstanden, als die Indizien nicht in ihrer Gesamtheit ein anderes Ergebnis geradezu aufdrängen. Abgesehen davon kann sich das Gericht auf die wesentlichen Gesichtspunkte beschränken und ist nicht gehalten, sich mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinanderzusetzen und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich zu widerlegen. Unter dem Aspekt des rechtlichen Gehörs genügt es, wenn sich die betroffene Partei über die Tragweite des Entscheids Rechenschaft geben und ihn in voller Kenntnis der Sache an die höhere Instanz weiterziehen kann (BGE 142 III 433 E. 4.3.2; 141 III 28 E. 3.2.4; 139 IV 179 E. 2.2; je mit Hinweisen). Im Übrigen trifft nicht zu, dass die Vorinstanz sämtliche von der Beschwerdeführerin angeführten Beweise (Beschwerde S. 9 f.) nicht berücksichtigt hat. So hat jene namentlich die Einvernahme des Beschwerdegegners 2 [B.________] vom 20. Dezember 2007 [rechte: 2006] durch die Zuger Polizei (BA 13 2 0001 ff.) jedenfalls im Rahmen der Darstellung der Prozessgeschichte erwähnt (angefochtenes Urteil S. 5). Dass sie dem anlässlich dieser Befragung gegenüber dem Beschwerdegegner 2 [B.________] erhobenen Vorwurf, er habe Vermögensdelikte durch Versprechen unüblich hoher Renditen begangen, keine besondere Bedeutung beigemessen hat, ist nicht zu beanstanden. Es ist jedenfalls nicht ersichtlich, inwiefern der Umstand, dass jener trotz des gegen ihn erhobenen Vorwurfs, gegen den er sich entschieden verwahrt hat, weiter gehandelt hat, ein Indiz von mitentscheidender Relevanz sein soll (Beschwerde S. 9). Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin (Beschwerde S. 10, 16) hat die Vorinstanz sodann sehr wohl berücksichtigt, dass die Beschwerdegegner für ihre Vermittlungstätigkeit Provisionen erlangt haben und an den Kundenakquisitionen durch ihre Geschäftspartner partizipiert haben (angefochtenes Urteil S. 18, 19 und 20, 59, 60, 83). Nicht zu beanstanden ist darüber hinaus, dass die Vorinstanz nicht näher auf die von der Beschwerdeführerin geltend gemachte "misstrauische Grundeinstellung" der Beschwerdegegnerin 1 [A.________] eingegangen ist, zumal die von jener angerufene Aussage, im Marktsegment Anklageschäfte gebe es "10% Gangster und 89,5% Dummschwätzer", nicht von der Beschwerdegegnerin 1 [A.________], sondern von dem als Auskunftsperson vernommenen Anleger R.________ stammt (Beschwerde S. 10 FN 52 mit Hinweis auf EV R.________ vom 25. Mai 2011 S. 5; Untersuchungsakten BA 12 29 [recte: 31] 0005). Die Aussage der Beschwerdegegnerin 1 [A.________] in der Einvernahme vom 11. Januar 2008, wonach für sie zu Beginn ihrer Tätigkeit als Anlageberaterin die Hauptaufgabe darin bestanden habe, herauszufinden, was wirklich gute Anlagen seien, da es auf diesem Gebiet eine Menge Angeber und Aufschneider gebe, gibt nicht hinreichenden Anlass, auf eine misstrauische Grundeinstellung ihrerseits zu schliessen, welche es als schwer vorstellbar erscheinen lasse, dass diese tatsächlich einem der grössten Anlagebetrüger vertraut habe (Beschwerde S. 10 f.). Schliesslich beschlägt das Hauptargument der Beschwerdeführerin, die traumhaften Renditen von 60-72% stellten einen klaren Hinweis auf einen Anlagebetrug und ein Indiz für vorsätzliches Handeln der Beschwerdegegner dar (Beschwerde S. 9 f., vgl. auch 12), eine Frage, welche nicht im Kontext einer Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör, sondern im Rahmen der als willkürlich gerügten Würdigung der Beweise zu prüfen ist (nachfolgende E. 5). Die Beschwerde erweist sich in diesem Punkt als unbegründet.