Citation: 6B_536/2021 E. 2.5

2.5. Die Vorinstanz verletzt kein Bundesgericht, wenn sie erkennt, dass die Beschwerdeführerin den Tatbestand der versuchten eventualvorsätzlichen Tötung erfüllt. Die relevanten, von ihr willkürfrei festgestellten Sachverhaltsumstände, die diesen Schluss bundesrechtskonform zulassen, legt sie dar. Es ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz aus diesen auf eine grosse Wahrscheinlichkeit der Tatbestandsverwirklichung bzw. des Todes des Opfers sowie eine schwere Sorgfaltspflichtverletzung schliesst und auf eine versuchte eventualvorsätzliche Tötung erkennt. Nicht zu hören ist im Besonderen das Vorbringen der Beschwerdeführerin, die Vorinstanz gehe von einer fahrlässigen Tatbegehung aus, weil sie das Kriterium der Sorgfaltspflichtverletzung erwähne. Wie die Vorinstanz zutreffend ausführt, handelt es sich bei der Schwere der Sorgfaltspflichtverletzung um einen zentralen Indikator für die Abgrenzung der bewussten Fahrlässigkeit vom Eventualvorsatz (vgl. E. 2.3 oben). Es verletzt kein Bundesrecht, wenn die Vorinstanz von einer schweren Sorgfaltspflichtverletzung der Beschwerdeführerin ausgeht und dies bei der Erkennung auf Eventualvorsatz berücksichtigt. Die vorinstanzliche Erwägung ist rechtlich nicht zu beanstanden. Was die Beschwerdeführerin betreffend eine angebliche Verletzung des Grundsatzes "in dubio pro reo" durch die Vorinstanz anführt, da sie der Beschwerdeführerin eine Tötungsabsicht abspreche, ihr jedoch entgegenhalte, sie habe die Tötung billigend in Kauf genommen, geht ebenfalls fehl, soweit sie ihren Begründungsanforderungen überhaupt nachkommt. Wenn die Vorinstanz festhält, dass die Beschwerdeführerin nicht "mit direktem Vorsatz gehandelt hat" bzw. der Tod des Opfers nicht "ihr direktes Handlungsziel" war, steht dies der Erkennung auf Eventualvorsatz nicht entgegen, der beides gerade nicht verlangt. Die Ausführungen der Beschwerdeführerin zum rechtsmedizinischen Gutachten führen schliesslich ebenfalls ins Leere. Unerheblich ist, dass ex post festgestellt wurde, dass aus rechtsmedizinischer Sicht keine unmittelbare Lebensgefahr vorlag. Abgesehen davon, dass die rechtliche Qualifikation der Lebensgefahr nicht deckungsgleich ist mit der rechtsmedizinischen (vgl. dazu Urteil 6B_1397/2019 vom 12. Januar 2022 E. 2.3.1, nicht publ. in: BGE 148 IV 89), ist für die Annahme einer versuchten Tötung nicht erforderlich, dass bereits eine unmittelbare Lebensgefahr vorlag, da ein Versuch in einer früheren oder fortgeschritteneren Phase enden kann (vgl. Urteil 6B_925/2010 vom 18. April 2011 E. 1.4.2). Insgesamt verletzt die Vorinstanz kein Bundesrecht, wenn sie auf versuchte eventualvorsätzliche Tötung, begangen in nicht selbstverschuldeter Schuldunfähigkeit, erkennt.