Citation: 2C_392/2017 E. 2.4.2

2.4.2. Im vorliegenden Fall fällt zunächst ins Gewicht, dass der auf dem Einspracheentscheid aufgedruckte unzutreffende Endtermin für die Rechtsmittelfrist in einem Spannungsverhältnis zur zutreffenden Rechtsmittelbelehrung stand. Dieser war nämlich zu entnehmen, dass es nicht etwa auf die Datierung oder auf einen aufgedruckten Endtermin für die Einreichung eines Rechtsmittels, sondern auf die Eröffnung des Entscheids ankam. Hinsichtlich des aufgedruckten Endtermins der Rechtsmittelfrist lag damit zwar ein Eröffnungsmangel vor. Allerdings fällt weiter auf, dass der Einspracheentscheid dem damaligen Vertreter bereits am 24. November 2014, d.h. zeitlich erheblich vor dem aufgedruckten Datum (10. Dezember 2014), zugestellt wurde. Damit ergab sich - unter dem Blickwinkel des Grundsatzes von Treu und Glauben - eine weitere Ungereimtheit im Hinblick auf den Ablauf der Rechtsmittelfrist, lagen doch bei Abstellen auf die Zustellung des Einspracheentscheids zwischen dessen Eröffnung und dem Ablauf der Rechtsmittelfrist gemäss Aufdruck nicht etwa 30, sondern 46 Tage, was wiederum nicht im Einklang mit der Rechtsmittelbelehrung stand, welche lediglich den Hinweis auf die Rechtsmittelfrist von 30 Tagen seit Eröffnung, indessen keinen Hinweis auf einen allfälligen Friststillstand enthielt.