Citation: B 38/05 21.03.2006 E. 2

2.1 Wie sich dem Bericht vom 12. Dezember 2002 an den Rechtsvertreter entnehmen lässt, stand der Versicherte vom 16. März 1997 bis 4. März 1998 beim Psychiater Dr. med. Z.________ wegen einer schweren posttraumatischen Belastungsstörung nach Untersuchungshaft mit depressiven Verstimmungszuständen in Behandlung. Gestützt auf die Krankenakte hatte Dr. Z.________ während dieses Zeitraumes keinen Anlass, zur Arbeitsunfähigkeit Stellung zu nehmen. Retrospektiv falle es ihm daher schwer, die damalige Arbeitsfähigkeit präzise zu beurteilen. Indessen würde er die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in der ersten Hälfte der Behandlungsperiode auf über 50 %, später, bis zum Ende der Behandlung, auf um die 50 % veranschlagen, dies mit Rücksicht auf den reduzierten psychischen Allgemeinzustand infolge der depressiven Stimmungslage und Antriebslosigkeit des Versicherten. Demgegenüber hatte der gleiche Arzt in einem früheren Bericht (vom 21. März 2001) bei im Wesentlichen identischer Diagnose noch festgehalten, der Versicherte sei bei Behandlungsabschluss (am 4. März 1998) noch voll arbeitsunfähig gewesen, dies trotz gebesserter Stimmung mit optimistischerer Haltung und Distanz zum Trauma (Bericht vom 10. September 1999). Ebenfalls am 10. September 1999 erwähnte Dr. Z.________, während seiner Behandlung sei die Arbeitsfähigkeit des Versicherten noch partiell eingeschränkt gewesen. 2.2 Des Weiteren wiederholt zur Einschränkung der Arbeitsfähigkeit Stellung genommen hat der praktische Arzt med. pract. K.________, der den Beschwerdegegner seit 13. August 1998 psychiatrisch behandelte. Dieser Arzt wies wiederholt und nachdrücklich darauf hin, dass im Oktober 1996 während der Untersuchungshaft eine äusserst schwerwiegende psychische Traumatisierung stattgefunden habe, welche für den heutigen Zustand des Versicherten verantwortlich sei. Seither sei er mit sehr grosser Wahrscheinlichkeit voll arbeitsunfähig. Die Arbeitstätigkeit nach der Untersuchungshaft im Unternehmen seines Bruders sei nur möglich gewesen, weil dieser ein Auge zugedrückt habe (Bericht vom 17. August 2001). Am 30. November 2000 hatte med. pract. K.________ demgegenüber eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % ab 26. Oktober 1998 attestiert, wogegen er in einem früheren Bericht (vom 12. Mai 1999), ebenfalls unter Hinweis auf die traumatisierende Untersuchungshaft, den Beginn der vollen Arbeitsunfähigkeit auf den 24. September 1998 festgelegt hatte. 2.3 Schliesslich untersuchte Dr. med. S.________, Spezialarzt für Psychiatrie und Psychotherapie, den Versicherten am 25. Oktober 1999 im Auftrag der Winterthur. Dr. S.________ diagnostizierte im Bericht vom 27. Oktober 1999 eine Depression schweren Grades und bescheinigte ab 24. September 1998 eine volle Arbeitsunfähigkeit.