Citation: K 76/01 06.06.2005 E. 9

9.1 Angesichts der dargestellten gesetzlichen Regelung (vgl. Erw. 4 - 6 hiervor) erweisen sich die Ausführungen der INTRAS und der Vorinstanz nicht als gesetzeskonform, soweit damit in Kauf genommen wird, dass der Beschwerdeführerin im Zusammenhang mit dem Aufenthalt und der Behandlung in der Klinik X.________ ungedeckte Kosten erwachsen. Es handelt sich bei dieser Klinik laut Anhang II der kantonalen Einführungsverordnung zum KVG um einen zur Tätigkeit zulasten der sozialen Krankenversicherung mit einem Leistungsauftrag unter anderem für IPS, Innere Medizin, Chirurgie, Röntgendiagnostik und einen permanenten Notfalldienst auf der Spitalliste des Kantons Bern aufgeführten Leistungserbringer (Art. 39 Abs. 1 lit. e KVG), welcher im Wahlrecht der Beschwerdeführerin stand, weshalb für die Versicherte der Tarifschutz gilt (zur Publikation in der Amtlichen Sammlung vorgesehenes Urteil S. vom 17. Mai 2005, K 134/01, Erw. 9.1). Deshalb dürfen ihr aus der Behandlung, der Pflege und dem Aufenthalt in der allgemeinen Abteilung der Klinik X.________ (mit Ausnahme der Kostenbeteilung nach Art. 64 KVG) keine von der obligatorischen Krankenpflegeversicherung ungedeckte Kosten erwachsen. Der von Beschwerdegegnerin und Vorinstanz angerufene Art. 41 Abs. 2 KVG kommt schon deshalb nicht zum Zuge, weil es sich bei der Klinik X.________ im vorliegenden Zusammenhang nicht um einen "anderen Leistungserbringer" handelt, auf den das Wahlrecht gemäss Abs. 1 von Art. 41 KVG auszudehnen wäre. Wie das Bundesamt zu Recht ausführt, kann die Frage offen bleiben, ob ein Notfall gegeben war oder nicht, denn die Beschwerdeführerin hat das ihr in Art. 41 Abs. 1 KVG eingeräumte freie Wahlrecht ausgeübt und ein in ihrem Wohnkanton zugelassenes Spital beansprucht, das mit seinem Leistungsauftrag gemäss Spitalliste zur Behandlung der akut aufgetretenen Krankheit geeignet war. 9.2 In diesem Zusammenhang ist auch der von der INTRAS in der Beschwerdeantwort (und sinngemäss in der Verfügung vom 28. August 2000) vertretenen Rechtsauffassung zu widersprechen, wonach die obligatorische Krankenpflegeversicherung lediglich den Aufenthalt in der allgemeinen Abteilung eines öffentlichen Spitals im Wohnkanton, nicht aber den Aufenthalt in einer Privatklinik abdeckt.