Citation: I 170/04 22.06.2004 E. 3

3.1 Nach der Wortbedeutung handelt es sich bei der Perücke wie beim Kopftuch um ein den Kopf bedeckendes Kleidungsstück: Der Duden Band 10 (Das Bedeutungswörterbuch, 3. Auflage) umschreibt die "Perücke" als "eine wie eine Kappe den Kopf bedeckende künstliche Frisur aus echten oder synthetischen Haaren (z.B. als Ersatz für fehlende Haare)". Das "Kopftuch" ist "ein Tuch, das um den Kopf gebunden getragen wird." Beide sind als "Kopfbedeckung" "der Teil der Kleidung, die auf dem Kopf getragen wird". 3.2 Die Vorinstanz grenzte die Perücke als Hilfsmittel mit der Begründung vom Kopftuch (als blossem Bekleidungsstück) ab, dass die Perücke den körperlichen Defekt der Kahlköpfigkeit "kaschiere" und die optischen und protektiven Funktionen der verloren gegangenen Haartracht wiederherstelle. Deren Gebrauch vermöge den Ausfall gewisser Teile oder Funktionen des menschlichen Körpers zu ersetzen. Nach der Rechtsprechung geht es bei Perücken darum, dass die äusserlich sichtbare Behinderung anhand dieses Hilfsmittels "kaschiert" werde (Urteil K. vom 4. Januar 2002, I 71/01, Erw. 1b/cc). Kaschieren heisst aber nicht, dass die Behinderung vollständig unsichtbar sein muss. Nach Duden Band 5 (Fremdwörterbuch, 7. Auflage) bedeutet "kaschieren" in einem einschränkenden Sinn verstanden "verhüllen, verbergen, verheimlichen", in einem etwas weiteren Sinne auch "so darstellen, verändern, dass eine positivere Wirkung erzielt wird, bestimmte Mängel nicht erkennbar, nicht sichtbar werden". Wie die Perücke "kaschiert" somit ebenso das Kopftuch die Kahlköpfigkeit, auch wenn die Trägerin darauf verzichtet, mit einer Perücke zusätzlich auch die optische Funktion der verloren gegangenen Haartracht wiederherzustellen. Wie die Beschwerdeführerin zu Recht vorbringt, erfüllt das Kopftuch bei Frauen die Aufgabe, die Kahlköpfigkeit zu verbergen, ebenso wie eine Perücke, die letztlich doch häufig als solche erkennbar bleibt. Denn in diesem Zusammenhang ist wesentlich, dass an das Hilfsmittel nicht der Anspruch zu stellen ist, es habe die Illusion zu vermitteln, dass ein Mangel gar nicht existiert. Es geht lediglich darum, die durch die Kahlköpfigkeit unvorteilhaft beeinträchtigte äussere Erscheinung zu korrigieren und so gemäss dem Kreisschreiben des Bundesamtes die dadurch verursachten erheblichen psychischen Belastungen zu verringern. Auch was die von der Vorinstanz angeführte protektive Funktion einer Perücke anbetrifft, ist davon auszugehen, dass keine relevanten Unterschiede hinsichtlich des Schutzes vor Wärme, Kälte, Nässe oder beim Anstossen des Kopfes gegeben sind, die gegen eine Austauschbefugnis zwischen Perücke und Kopftuch sprechen. Da neben einem substitutionsfähigen aktuellen gesetzlichen Leistungsanspruch vorliegend auch die funktionelle Gleichartigkeit der Hilfsmittel gegeben ist, sind die Voraussetzungen dafür erfüllt, dass die Austauschbefugnis zum Tragen kommen darf (vgl. BGE 127 V 121 Erw. 2b).