Citation: 6B_26/2021 E. 2.4.2

2.4.2. Im Weiteren gehen die Ausführungen der Beschwerdeführerin im Zusammenhang mit der Leinenpflicht an der Sache vorbei. Zwar besteht gemäss § 14 Abs. 1 HuG/AG nur für Hunde mit erhöhtem Gefährdungspotenzial eine Pflicht zur Haltung an der kurzen Leine im öffentlich zugänglichen Raum. Zu solchen Hunden zählt C.________, wie dem angefochtenen Urteil entnommen werden kann, nicht. Entscheidend ist aber letztlich, dass alle Hunde gemäss den gesetzlichen Vorschriften so zu halten sind, dass sie Menschen und Tiere nicht gefährden oder übermässig belästigen (§ 5 Abs. 1 lit. a HuG/AG) und dass sie jederzeit unter Aufsicht und Kontrolle zu halten sind (§ 5 Abs. 1 lit. b HuG/AG). Wie die nötige Kontrolle über den Hund ausgeübt wird, definiert das Gesetz für Hunde ohne erhöhtes Gefährdungspotenzial nicht. Denkbar ist also beispielsweise, dass der Hund aufgrund von Erziehung und Training sehr gut gehorcht und sich so unter der Kontrolle der Halterin befindet. Gemäss den willkürfreien Feststellungen der Vorinstanz marschierte C.________ um die Beschwerdeführerin herum, sprang am Bein einer Fussgängerin hoch und biss diese. Damit hat sich das in § 5 Abs. 1 lit. a HuG/AG erwähnte Gefährdungspotenzial in einer konkreten Verletzung verwirklicht und es steht mit der Vorinstanz fest, dass die Beschwerdeführerin keine hinreichenden Vorkehrungen traf, um Derartiges zu verhindern resp. die erforderliche Kontrolle über den Hund nicht innehatte. Eine eingehendere Auseinandersetzung mit den Begriffen der sozialen Adäquanz und des erlaubten Risikos brauchte die Vorinstanz aufgrund der klaren gesetzlichen Vorgaben nicht vorzunehmen. Im Übrigen wirft die Beschwerdeführerin ihr im Zusammenhang mit der festgestellten Verletzung von § 5 Abs. 1 lit. b HuG/AG keine Willkür vor, weshalb ihrer Beschwerde in diesem Punkt von vornherein kein Erfolg beschieden ist.