Citation: 1P.626/2001 29.10.2001 E. 1

1.- a) Zur staatsrechtlichen Beschwerde ist nach Art. 88 OG befugt, wer durch den angefochtenen Entscheid in seinen rechtlich geschützten Interessen berührt ist. Auf den Antrag, das Bundesgericht habe festzustellen, dass die 60-tägige Frist für die Begründung des Urteils des Wirtschaftsstrafgerichts überschritten worden sei, ist von vornherein nicht einzutreten, da diese Feststellung bereits von der Aufsichtskammer getroffen wurde, die Beschwerdeführer in diesem Punkt mithin gar nicht beschwert sind. Der Antrag würde zudem an der kassatorischen Natur der staatsrechtlichen Beschwerde scheitern. b) In Bezug auf eine allfällige Rechtsverzögerung oder Verletzung des Beschleunigungsgebots durch das Wirtschaftsstrafgericht liegt kein anfechtbarer Entscheid vor. So prüfte die Aufsichtskammer nicht das Vorgehen des Wirtschaftsstrafgerichts, sondern einzig das Verhalten des Präsidenten und der Kammerschreiberin. Zu etwas anderem war sie auch nicht befugt, beurteilt sie doch auf Beschwerde im Sinne von Art. 18 des Gesetzes über die Organisation der Gerichtsbehörden in Zivil- und Strafsachen vom 14. März 1995 (GOG) Beschwerden "wegen widerrechtlicher Amtshandlungen oder Unterlassungen einzelner Mitglieder des Obergerichts oder anderer Gerichtspersonen". Davon gehen auch die Beschwerdeführer aus. Ob das Wirtschaftsstrafgericht Verfahrensgarantien wie das Rechtsverzögerungsverbot oder das Beschleunigungsgebot verletzte oder nicht, konnte somit nicht Gegenstand des Verfahrens vor der Aufsichtskammer sein. Für solche Rügen steht den Beschwerdeführern die kantonale Appellation an den Kassationshof des Kantons Bern zur Verfügung (Art. 334 Abs. 1 und 2 StrV); mit staatsrechtlicher Beschwerde können sie erst gegen den kantonal letztinstanzlichen Entscheid darüber erhoben werden (Art. 86 Abs. 1 OG). c) Die Aufsichtskammer hat, auch wenn es das Wirtschaftsstrafgericht als Beschwerdegegner aufführte, tatsächlich allein entschieden, dass weder Gerichtspräsident Greiner noch Kammerschreiberin Amsler ihre Amtspflichten verletzten, sondern dass die Überschreitung der 60-tägigen Begründungsfrist angesichts der Komplexität des Verfahrens und der zur Verfügung stehenden personellen und sachlichen Mittel unter den gegebenen Umständen unvermeidbar gewesen sei und ihnen demzufolge nicht angelastet werden könne. Insofern liegt ein anfechtbarer letztinstanzlicher Entscheid im Sinne von Art. 86 Abs. 1 OG vor. Die Beschwerdeführer machen indessen nicht in einer den gesetzlichen Anforderungen genügenden Weise geltend (Art. 90 Abs. 1 lit. b OG; 127 I 38 E. 3c S. 43; III 279 E. 1c S. 282 mit Hinweisen), durch die ausgebliebene Disziplinierung der Kammerschreiberin und des Gerichtspräsidenten seien ihre verfassungs- und konventionsrechtlichen Garantien verletzt worden; dazu wären sie im Übrigen auch gar nicht befugt, da der Anspruch, pflichtvergessene Richter und Beamte zu disziplinieren, einzig dem Staat zusteht (Art. 88 OG).