Citation: 9C_289/2017 E. 6.1

6.1. Hinsichtlich des Zeitraums ab teilweiser Wiederaufnahme der Erwerbstätigkeit durch die Beschwerdeführerin (d.h. ab 1. Dezember 2011) verneinte das kantonale Gericht einen invalidisierenden Gesundheitsschaden. Dabei nahm es angesichts der (von ihm nunmehr im Rahmen der Rückweisung zu überprüfenden; vgl. dazu E. 4.4) PTBS-Diagnose eine Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in dem für anhaltende somatoforme Schmerzstörungen und vergleichbare psychosomatische Leiden entwickelten strukturierten Beweisverfahren unter Verwendung der Standardindikatoren gemäss BGE 141 V 281 vor. Seiner Auffassung nach lässt das ZMB-Gutachten vom 13. Januar 2015 eine schlüssige Beurteilung der Frage zu, ob der darin festgestellten Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 50 % zu folgen ist. Hinsichtlich des Komplexes "Gesundheitsschädigung" erachtete es die Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde und Symptome als "nicht übermässig"; die Beschwerdeführerin sei in der Lage, entsprechend ihren Verpflichtungen einem strukturierten Tagesablauf zu folgen. Zum Indikator "Behandlungserfolg und -resistenz" sei zu bemerken, dass sich die Versicherte keiner psychiatrischen Therapie mehr unterziehe. Eine psychische Komorbidität sei schon deshalb fraglich, weil am Vorliegen einer selbständigen depressiven Erkrankung neben der PTBS mit Blick auf die Ausführungen im Gutachten der Gutachterstelle B.________ vom 24. Mai 2011 zu zweifeln sei. Selbst wenn aber entsprechend der ZMB-Beurteilung von einer selbständigen depressiven Erkrankung ausgegangen würde, könne keine relevante Komorbidität angenommen werden, weil es an einer konsequent durchgeführten Depressionstherapie fehle. - Die Beschwerdeführerin habe es geschafft, ihre Ressourcen zu mobilisieren und wieder eine Arbeitstätigkeit aufzunehmen; insofern gebe es keine Anhaltspunkte, dass die Persönlichkeit ein Leistungsvermögen ausschliesse. Gemäss dem Gutachten bestehe zwar eine soziale Isolation, diese sei jedoch nicht ausgeprägt. Unter dem Aspekt der "Konsistenz" sei festzustellen, dass das Aktivitätsniveau in vergleichbaren Lebensbereichen ungleich beeinträchtigt sei; so sei die Versicherte in der Haushaltführung wesentlich geringer eingeschränkt als im Erwerbsleben. Therapeutische Optionen nehme sie nicht in Anspruch, obwohl eine nach dem Ereignis begonnene Gesprächstherapie offenbar hilfreich gewesen sei. Auch zeige sie keine Motivation zu einer von den Gutachtern als Möglichkeit für eine Besserung bezeichneten stationären Therapie und es sei insofern nicht von einem hohen Leidensdruck auszugehen. In der Gesamtbetrachtung seien die geltend gemachten funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten psychischen Beeinträchtigungen anhand der Standardindikatoren gemäss BGE 141 V 281 nicht überwiegend wahrscheinlich erstellt, weshalb das Vorliegen eines invalidisierenden Gesundheitsschadens zu verneinen sei.