Citation: 1C_409/2020 E. 6.4

6.4. Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführer wird in § 42 Abs. 1 VGPR weder eine gesetzliche Frist verkürzt noch in anderer Weise eine Ausnahme von der gesetzlichen Regelung geschaffen. Vielmehr handelt es sich um eine Konkretisierung bzw. detaillierende Ausführung der bereits im Gesetz angelegten Ausnahme, wonach der Verweis auf die Vorschriften des Verwaltungsrechtspflegegesetzes nicht gilt, soweit dies mit der besonderen Natur des Wahl- und Abstimmungsverfahrens nicht vereinbar ist. Der Regierungsrat ist gestützt auf § 91 Abs. 2 KV/AG (SR 131.227) und § 74 GPR zum Erlass einer solchen Ausführungsbestimmung auf Verordnungsebene befugt (vgl. BGE 136 I 29 E. 3.3 S. 33; vgl. auch BGE 141 II 169 E. 4.3.1 S. 175; je mit Hinweisen). Dass § 74 Abs. 2 GPR, der Themenbereiche aufzählt, in denen der Regierungsrat Ausführungsbestimmungen erlässt, nicht auch das Beschwerdeverfahren nennt, ist nicht entscheidend, denn es handelt sich lediglich um eine beispielhafte Aufzählung. Zudem entspricht der Ausschluss der Rechtsstillstandsfristen klar der gesetzlichen Zielsetzung. Die Frist für Stimmrechtsbeschwerden sowie Wahl- und Abstimmungsbeschwerden an das Verwaltungsgericht beträgt gemäss § 71 Abs. 2 Satz 3 lediglich fünf Tage. Es erschiene geradezu widersprüchlich, wenn bei einer derart kurzen Beschwerdefrist die Rechtsstillstandsfristen zur Anwendung kämen. Sowohl kurze Beschwerdefristen als auch Ausnahmen vom Rechtsstillstand sind Ausdruck besonderer Dringlichkeit. Dass in anderen Kantonen teils längere Beschwerdefristen gelten, wie die Beschwerdeführer einwenden, ist insoweit unmassgeblich. Das Argument schliesslich, § 42 VGPR sei im letzten Abschnitt der Verordnung "versteckt" worden, ist zwar nachvollziehbar, denn die Platzierung dieser Norm leuchtet unter systematischen Gesichtspunkten nicht ein. Indes kann sich - abgesehen von hier nicht gegebenen Ausnahmen - niemand auf fehlende Rechtskenntnis berufen, insbesondere nicht eine anwaltlich vertretene Person (BGE 136 V 331 E. 4.2.3.1 S. 336 f.; 124 V 215 E. 2b/aa S. 220; Urteil 2C_1113/2018 vom 8. Januar 2019; je mit Hinweisen). Die Kritik der Beschwerdeführer am angefochtenen Entscheid ist deshalb auch in dieser Hinsicht unbegründet.