Citation: 4A_415/2023 E. A

A.a. Am 6. Juli 2010 begab sich A.________ (Klägerin, Beschwerdeführerin) wegen eines Hämorrhoidalleidens in die Praxis von Dr. B.________ (Beklagte, Beschwerdegegnerin). Die Klägerin und die Beklagte kamen überein, am nächsten Tag eine Koloskopie durchzuführen. Die Beklagte gab der Klägerin ein Informationsblatt mit, das einen Fragekatalog sowie eine vorgedruckte Einwilligungserklärung enthielt. Am Tag darauf (7. Juli 2010) brachte die Klägerin das Informationsblatt ausgefüllt und unterzeichnet in die Praxis mit. Ohne weitere mündliche Aufklärung führte die Beklagte daraufhin die Koloskopie durch, wobei sie einen zufällig im Darmsigma vorgefundenen Polypen entfernte und abschliessend die Hämorrhoiden mit fünf Gummibandligaturen behandelte. A.b. In der Folge persistierten bei der Klägerin Schmerzen, zunächst im Unterbauch und nach dem 8. Juli 2010 im Oberbauch. Am Morgen des 8. Juli 2010 (zweimal) und dann wieder am 12. Juli 2010 rief der damalige Lebenspartner der Klägerin in die beklagtische Praxis an, wobei er ihren Zustand ([starke] Schmerzen, zusätzliche Symptome wie Erbrechen und Fieber, Verlagerung der Schmerzen in den Oberbauch) schilderte. Die Beklagte veranlasste keine weiteren Abklärungen. A.c. Am 13. Juli 2010 wurde die Klägerin in das Spital C.________ gebracht, wo gleichentags wegen einer gedeckten Kolonperforation der linken Flexur mit ausgedehntem subsplenischem/retrokolischem Abszess notfallmässig eine Laparotomie mit Hemikolektomie links mit Transverso-Sigmoidostomie erfolgte. Am 31. Juli 2010 traten Abdominalschmerzen auf. Aus diesem Grund wurde am 2. August 2010 eine CT-gesteuerte Abszessdrainage durchgeführt. Am 11. August 2010 wurde die Klägerin aus dem Spital entlassen. Aufgrund eines Abszessrezidivs erfolgte eine weitere Hospitalisation der Klägerin vom 18. bis am 24. August 2010 mit CT-gesteuerter Abszessdrainage am 19. August 2010.