Citation: 6B_791/2019 E. 2.3.1

2.3.1. So beruft sich die Beschwerdeführerin auf eine Aussage von Dr. F.________, der seit vielen Jahren mit dem Erblasser befreundet war. Der Zeuge habe vor Obergericht deponiert, nach dem Tod des Erblassers habe er gewusst, "dass da etwas schief laufe", und, der Erblasser habe ihm noch kurz vor seinem Ableben gesagt, er sei entspannt, habe alles geregelt. Diese Äusserungen machten klar, dass er eine testamentarische Regelung vorgenommen habe. Die Vorinstanz führt aus, es sei nicht damit zu rechnen, dass der Zeuge in einer staatsanwaltschaftlichen Befragung aussagen werde, der Erblasser habe ein weiteres Testament errichtet, mit welchem er die Söhne auf den Pflichtteil setze und der Beschwerdeführerin die verfügbare Quote zuweise. Der Zeuge habe vor Obergericht ausgesagt, das Testament vom März 2010 sei entstanden, als die Beziehung zur Beschwerdeführerin vorbei gewesen sei. So habe sich der Erblasser nicht mehr verpflichtet gesehen, die Beschwerdeführerin dauerhaft abzusichern (angefochtener Beschluss, S. 10 f. E. 4.2.2). Vor diesem Hintergrund weist die Vorinstanz an anderer Stelle darauf hin, dass im Testament vom November 2008 noch ein Vermächtnis von 10 Mio. Franken an die Beschwerdeführerin vorgesehen gewesen sei, im Testament vom März 2010 nur noch ein solches von monatlich Fr. 15'000.-- während fünf Jahren nach seinem Ableben resp. (gemäss Nachtrag vom Juni 2010) während fünf Jahren seit der Trennung, d.h. bis Mitte April 2015. Nach Aussage eines anderen Zeugen habe der Erblasser der Beschwerdeführerin umso weniger zukommen lassen wollen, je länger er von ihr getrennt gewesen sei (a.a.O., S. 14 E. 4.2.6). Nach Feststellung der Vorinstanz bezogen sich die Aussagen des Zeugen Dr. F.________ auf den (im Zivilprozess relevanten) Umstand, dass das Originaltestament von März 2010 nicht gefunden worden war; sie wiesen keinen Zusammenhang zum beanzeigten Sachverhalt auf. Die Beschwerdeführerin hält dagegen, die Aussage des Zeugen Dr. F.________, der Verstorbene habe ihm gesagt, er sei entspannt, er habe alles geregelt, sei nicht vereinbar mit der Darstellung der Beschwerdegegner 2-4, der Erblasser habe das Testament vom März 2010 in Aufhebungsabsicht vernichtet und damit keine testamentarische Erbfolge, sondern eine solche nach dispositivem Gesetzesrecht gewollt. Vielmehr habe der Erblasser nach der Vernichtung des Testaments vom 17. März 2010 mit einem kurz vor seinem Tod errichteten Testament bekräftigt, die Beschwerdeführerin entsprechend dem Legatstestament von 2008 oder weitergehend zu begünstigen. Die Behauptung der Beschwerdegegner stehe auch im klaren Gegensatz zur Aussage des Zeugen Dr. G.________ - der den Erblasser als Arzt und enger Freund in den letzten Wochen seines Lebens praktisch täglich begleitet hat (Urteil 5A_69/2019 E. 2.1) -, der Verstorbene habe ihm gesagt, alles schriftlich hinterlegt zu haben (vgl. angefochtener Beschluss S. 11 E. 4.2.3). Bezüglich des Testaments vom 17. März 2010 habe der Zeuge Dr. G.________ ausgesagt, es sei der erklärte Wunsch des Erblassers gewesen, die Beschwerdeführerin und ihre Tochter H.________ abzusichern. Der Zeuge habe sich überrascht gezeigt, dass kein Originaltestament von 2010 vorliege. Es sei offenkundig, dass der Erblasser niemals gewollt haben könne, die gesetzliche Erbfolge ohne jede finanzielle Absicherung der Beschwerdeführerin eintreten zu lassen. Damit liege ein klarer Anhaltspunkt für ein Testament aus dem Jahr 2010 vor. Bei dieser Verdachtslage hätte ein Vorverfahren eröffnet und die Sache strafprozessual näher abgeklärt werden müssen. Das ergebe sich auch aus den Aussagen der Zeugin I.________ (Ehefrau des Zeugen Dr. G.________) : Der Erblasser habe ihr gegenüber noch im Juli 2010 geäussert, für die Beschwerdeführerin und ihre Tochter vorgesorgt zu haben. Dies lasse wiederum auf eine testamentarische Absicherung schliessen. Die Beschwerdeführerin geht nicht auf die vorinstanzlichen Erwägungen ein, soweit darin dargetan wird, dass der Erblasser nach der Trennung von der Beschwerdeführerin sich von ihr distanzierte und sich dies in den letztwilligen Verfügungen von März/Juni 2010 niederschlug. Soweit die Beschwerdeführerin ungeachtet dieser Entscheidmotive behauptet, der Erblasser habe sich kurz darauf grundlegend zu ihren Gunsten umbesonnen, kann auf ihre Beschwerde nicht eingetreten werden (vgl. Art. 42 Abs. 2 BGG). Im Übrigen sind die in den Zeugenaussagen zitierten mündlichen Willensbekundungen des Erblassers kaum geeignet, die von der Beschwerdeführerin vertretene These zu untermauern: Aus dem Protokoll der obergerichtlichen Einvernahme des Dr. F.________ vom 28. Juni 2018 ergibt sich, dass seine Aussage "Da wusste ich, da läuft etwas schief", aus einer Irritation des Zeugen über die Äusserung des Willensvollstreckers J.________ entstanden war. Diesem zufolge habe der Erblasser das Original des Testaments (von März 2010) offenbar vernichtet, da er sehr verwirrt gewesen sei. Gemäss dem Zeugen Dr. F.________ war der Erblasser im Zeitraum Ende Juni 2010 jedoch keinesfalls verwirrt, als er ihm gegenüber geäussert habe, er sei entspannt und für ihn sei nun alles geregelt. Er habe angefügt, "alles" liege nun bei der Kanzlei des Willensvollstreckers. In diesem Kontext gab der Zeuge zu Protokoll, es scheine ihm unmöglich, dass der Erblasser das Testament in einer Verwirrtheit selbst zerstört habe (Einvernahme Dr. F.________, S. 8). Die von der Beschwerdeführerin angeführten Aussagen beziehen sich somit, wie die Vorinstanz richtig erkannt hat, auf den Verbleib des Testaments von März/Juni 2010. Der Zeuge Dr. F.________ hätte kaum geäussert, dabei handle es sich seiner Meinung nach immer noch um das "richtige", das "greifende" Testament (a.a.O, S. 6), wenn er Anhaltspunkte für die Existenz eines neuen Testaments gehabt hätte. Auch der Zeuge Dr. G.________ bezog sich eindeutig auf das ihm bei der Befragung vom 28. Juni 2018 vorgelegte Testament vom 17. März 2010, als er vor Obergericht bekräftigte, dieses Dokument entspreche dem gefestigten Willen des Erblassers (Einvernahme Dr. G.________, S. 7); er sei überrascht, dass kein Originaltestament vorliege, und es wäre eindeutig gegen den Willen des Erblassers gewesen, wenn die Beschwerdeführerin und ihre Tochter leer ausgehen würden (a.a.O., S. 9). Das schliesst aus, dass er um ein weiteres Testament gewusst oder auch nur Entsprechendes vermutet hat. Eine weitergehende Bedeutung hat auch die Aussage der Zeugin I.________ nicht, wonach der Erblasser im Juli 2010 gesagt habe, er werde sich um die Beschwerdeführerin kümmern und schauen, dass sie keine Sorgen haben werde und dass ihre Tochter eine gute Ausbildung bekomme (Einvernahme I.________, S. 5).