Citation: 6B_173/2016 E. 2.1

2.1. In Bezug auf die auszusprechende Massnahme hält die Vorinstanz im Wesentlichen fest, dass der Gutachter sich zu den Erfolgsaussichten einer Behandlung pessimistisch äussere und stark zu einer Verwahrung tendiere. Er lasse aber auf der anderen Seite anklingen, dass die während des Strafvollzugs in Deutschland erfolgte Behandlung zu kurz ausgefallen sei und erst eine deutlich längerfristige, mehrjährige deliktspräventive Therapie den Beweis erbringen könnte, ob die belastende Legalprognose relevant zu bessern wäre. Für eine nochmalige Behandlung spräche nach dem Gutachter auch ein - im Vergleich zum deutschen Ansatz - modifiziertes therapeutisches Vorgehen. Die Vorinstanz erwägt diesbezüglich, dass die Therapie in Deutschland nicht optimal auf das Störungsbild des Beschwerdeführers zugeschnitten gewesen sei. Auch sei diese infolge der Abschiebung des Beschwerdeführers aus Deutschland abrupt abgebrochen worden. Es könne daher nicht von einer gescheiterten Therapie ausgegangen werden. Demnach sei dem Beschwerdeführer eine neue Therapiechance zu gewähren und von einer Verwahrung abzusehen. Hinsichtlich der Form der anzuordnenden therapeutischen Massnahme stellt die Vorinstanz fest, dass gemäss dem psychiatrischen Gutachten aufgrund der beim Beschwerdeführer vorliegenden Störungsbilder a priori nicht eine stationäre Massnahme im Sinne von Art. 59 StGB in Frage käme; der geeignete Ansatz sei vielmehr eine strafvollzugsbegleitende ambulante Behandlung nach Art. 63 StGB mit Einzel- und Gruppentherapien in hoher Frequenz. Eine stationäre Massnahme würde allerdings die Möglichkeit eines zusätzlichen Interventionseinsatzes in Form einer milieutherapeutischen Komponente und intensiveren Verhaltensbeobachtung bieten. Die Vorerfahrung aus Deutschland zeige aber, dass sich der Beschwerdeführer für diese Massnahmevariante nicht zugänglich gezeigt habe. Falls das Gericht eine bessernde Massnahme und keine Verwahrung ausspreche, sei aus Sicht des Gutachters dennoch eine stationäre Massnahme nach Art. 59 StGB zu empfehlen. Die Vorinstanz fügt hinzu, dass der Gutachter eine ambulante Massnahme nur für den Fall empfohlen habe, dass die damalige stationäre Massnahme in Deutschland als gescheitert anzusehen sei. Dies setze aber voraus, dass jene Therapie einen aussagekräftigen Schluss über die Wirksamkeit einer adäquaten Massnahme zuliesse, was vorliegend nicht der Fall sei. Unter diesen Umständen empfehle der Gutachter eine stationäre Massnahme. Die Vorinstanz erwägt weiter, dass der Beschwerdeführer zum wiederholten Mal schwerwiegende Delikte begangen habe und das Gutachten von einer hohen und konkreten Rückfallgefahr ausgehe. Eine stationäre Massnahme sei deshalb ohne Weiteres verhältnismässig. Während des Strafvollzuges in Deutschland habe sich der Beschwerdeführer einer Behandlung gegenüber wenig offen gezeigt und erst nach einiger Zeit bescheidene Fortschritte gemacht. Dazu seien nach der Auffassung des Gutachters auch wegen seinen intellektuellen Fähigkeiten und Bildung Grenzen vorhanden. Unter diesen Umständen müsse davon ausgegangen werden, dass nur eine engmaschige Therapie mit dauernder Herausforderung und Beobachtung des Beschwerdeführers zum Erfolg führen könne. Eine vollzugsbegleitende ambulante Massnahme würde schliesslich auch dem Sicherheitsbedürfnis der Öffentlichkeit nicht genügen, zumal der Beschwerdeführer, nach Anrechnung von 982 Tagen Haft und vorzeitigem Strafvollzug, bereits nach etwa zwei Jahren und sieben Monaten bedingt entlassen werden könnte. In dieser Zeit sei es nicht möglich, den Beschwerdeführer vollständig zu therapieren.