Citation: 6B_375/2015 E. 2.5

2.5. Der Beschwerdeführer wirft der Vorinstanz eine willkürliche Würdigung der Aussagen des Privatklägers vor (Ziff. 89 - 138). Die Vorinstanz nimmt an, die vom Privatkläger angegebenen Körperpositionen passten zum Verletzungsbild. Dieser erklärte: "Dann hörte ich plötzlich etwas hinter mir, jemand kam zu mir. Ich drehte den Kopf nach links, ich hörte nur noch etwas in meinem Kopf, als explodiere etwas. Ich ging zu Boden und weiss nichts mehr". Er ergänzte: "Ich habe nach hinten links geschaut und sah ganz klar [den Beschwerdeführer]" (Urteil S. 18 f.). Der Beschwerdeführer rügt, die Vorinstanz nehme an, dass die Aussagen zum Kerngeschehen kaum Inkonsistenzen oder aussagepsychologische Auffälligkeiten aufwiesen. Der ärztliche Befund sei nicht geeignet, eine "Kontamination" der Aussagen insgesamt nahezulegen (Urteil S. 25). Das vom Privatkläger spontan beschriebene Angriffsszenario harmonisiere mit seiner Kopfverletzung, während das vom Beschwerdeführer dargelegte Szenario schwer nachvollziehbar erscheine (Urteil S. 28 f.). Der Beschwerdeführer wendet ein, es gebe keine eigentliche Beschreibung der Tathandlung durch den Privatkläger. Die Vorinstanz anerkenne, dass es "auffällig" sei, dass der Privatkläger zunächst von "jemand" spricht, der ihn niedergeschlagen habe, und erst dann konkretisiere, als er darauf hingewiesen wird, dass auch jemand Drittes gemäss seiner Aussage am Tatort war. Sie interpretiere dies jedoch nicht als Widerspruch, sondern als Präzisierung bzw. Wahrnehmungsfehler. Sie übersehe, dass exakt dasselbe Aussageverhalten auch in späteren Einvernahmen auftrete. Diese Lücke im Kerngeschehen sei bedeutsam. Das Vorgeschehen (Diskussion am Arbeitsplatz) und Nachgeschehen (Lift und Spital) seien beim Beschwerdeführer und Privatkläger identisch. Selbst das Treffen am Kopf sei identisch und habe nicht erdacht werden müssen. Im Falle einer Lüge müsse aber der von hinten kommende Beschwerdeführer erdacht werden, und genau dort gebe es eine Lücke in der Schilderung (Ziff. 101). Wiesen Nebensächlichkeiten eine höhere Qualität auf als die Schilderungen zum Kerngeschehen, so könne dies ein Hinweis darauf sein, dass die Aussagen zum Kerngeschehen nicht auf eigenem Erleben beruhten ( LUDEWIG/TAVOR/BAUMER, a.a.O., S. 1428). Willkürlich sei die vorinstanzliche Würdigung der Angaben des Privatklägers zum Angriffsszenario und dem dabei verwendeten Tatwerkzeug (Urteil S. 18 f.). Wenn der Privatkläger erst unmittelbar vor dem Aufschlag lediglich einen Schulterblick nach links gemacht hätte, wäre die Schlagbewegung des Beschwerdeführers als Rechtshänder ausserhalb seines Gesichtsfeldes gewesen, und zwar umso mehr als das Gesichtsfeld des Privatklägers als Brillenträger eingeschränkt gewesen sei. Er habe somit die Art des verwendeten Werkzeugs gar nicht klar erkennen können. Hätte er sich tatsächlich umgedreht und den Angreifer klar erkannt, hätte er ihm das Gesicht zugedreht, was einen Treffer an der tatsächlichen Stelle unwahrscheinlich mache. Realistisch hätte ein Schlag von oben herab das Schädeldach getroffen (Ziff. 111). Die Widersprüche lösten sich für die Vorinstanz, denn denkbar sei nach ihr "auch ein Wahrnehmungsfehler in dem Sinne, als der Privatkläger [den Beschwerdeführer] in Tat und Wahrheit unmittelbar vor dem Schlag zwar nicht erblickte, sich dies aber aufgrund der Ereignisse unmittelbar vor und nach der Tat gleichsam einbildete" (Urteil S. 19). Dagegen bringt der Beschwerdeführer vor, bei der vordemonstrierten Tatversion habe der Privatkläger den Hammer gar nicht wahrnehmen können. Ein Wahrnehmungsfehler sei gerade nicht denkbar (Ziff. 114). Ferner verneint die Vorinstanz Ausschmückungen in den immer präzieser werdenden Angaben des Privatklägers. Auch die letzte Aussage, er denke, der Hammer sei nicht rot, sondern braun gewesen, deute kaum auf eine intentionale Falschaussage hin. Ein Irrtum in einem nebensächlichen Umstand sei nicht geeignet, seine Darstellung in Frage zu stellen (Urteil S. 27). Der Beschwerdeführer wendet zudem ein, nach den Ärzten habe der Privatkläger gemäss seinen Schätzungen eine "mehrere Minuten dauernde Bewusstlosigkeit" erlitten, auf die eine "ca. vier Stunden dauernde amnestische Periode folgte [...] an die er nur lückenhafte Erinnerungen hat". Vor der Polizei und in der Konfrontationseinvernahme habe sich der Privatkläger an das Verlassen des Tatorts, an Blutspuren und an das dortige Gespräch mit seinem Vorgesetzten gut erinnern können (Ziff. 136). Die Vorinstanz kommt entgegen dem Privatkläger zum Ergebnis, dass keine Bewusstlosigkeit eintrat, sondern lediglich eine Art "K.o.-Schlag"-Symptomatik (Urteil S. 20), was aber dessen Aussagen insgesamt nicht zu "kontaminieren" vermöge. Der Beschwerdeführer macht hingegen geltend, offensichtlich lege der Privatkläger seine Aussagen situationsangepasst zurecht.