Citation: 1P.424/2001 05.10.2001 E. 4

4.- Im weiteren erachtet die Beschwerdeführerin die Feststellung des Obergerichts, sie habe sich in Widersprüche verwickelt, als willkürlich. Insbesondere hält sie die Feststellung des Obergerichts, sie habe am betreffenden 25. April 2000 bei Frau O.________ gebügelt, für willkürlich. a) Die Beschwerdeführerin begründet dies zunächst damit, anlässlich der Verhandlung vor dem Bezirksgerichtspräsidenten vom 18. August 2000 sei für sie keine Dolmetscherin anwesend gewesen, obwohl sie des Deutschen nur sehr beschränkt mächtig sei. Diese Rüge, welche allenfalls unter dem Gesichtspunkt des von der Beschwerdeführerin nicht als verletzt gerügten Anspruchs auf rechtliches Gehör von Bedeutung sein könnte, hat die Beschwerdeführerin in ihrer Berufung an das Obergericht nicht vorgebracht. Die Rüge ist im vorliegenden staatsrechtlichen Beschwerdeverfahren neu und daher unzulässig. Sie würde sich zudem als unbegründet erweisen, da die Beschwerdeführerin anlässlich dieser Verhandlung durch ihren Anwalt begleitet war. Dieser verneinte die einleitende Frage des Gerichtspräsidenten nach allfälligen Vorfragen beziehungsweise Vorbemerkungen, unterliess es insbesondere, für die Beschwerdeführerin den Beizug eines Dolmetschers zu verlangen, und übernahm es gemäss dem Verhandlungsprotokoll (S. 3) selbst, für die Beschwerdeführerin ins Spanische zu übersetzen, da sie nicht alles verstand. b) Ferner beanstandet die Beschwerdeführerin, das Protokoll der Verhandlung vom 18. August 2000 sei ihrem Anwalt trotz seines Begehrens vom 16. November 2000 nie zugestellt worden, weshalb er keine Korrektur dieses Protokolls habe verlangen können. Auch diese Rüge ist, nachdem die Beschwerdeführerin im Verfahren vor Obergericht diesbezüglich nichts vorgebracht hat, im bundesgerichtlichen Verfahren neu und damit unzulässig. Im Übrigen findet sich bei den Akten keine Eingabe des Anwalts der Beschwerdeführerin mit Datum vom 16. November 2000. Eine Eingabe vom 6. November 2000 betraf ein Gesuch um Berichtigung des Protokolls der Verhandlung vom 31. Oktober 2000 hinsichtlich einer Aussage der Beschwerdegegnerin (vgl. unten Erwägung 4d). c) Das Obergericht hat im angefochtenen Entscheid ausgeführt, die Beschwerdeführerin habe sich von allem Anfang an in Widersprüche verwickelt, indem sie einerseits behauptet habe, sie habe am fraglichen Tag von 09.00 bis 11.00 Uhr in Hausen bei Frau O.________ gebügelt, während sie andererseits geltend mache, sie habe zum selben Zeitpunkt zwischen 8.50 und 9.10 Uhr zu Hause telefoniert. Für die erste Darstellung stützte sich das Obergericht auf das Protokoll der Verhandlung vom 18. August 2000 (Akten des Bezirksgerichts Brugg, act. 10). Auf den Vorhalt, die Beschwerdegegnerin sage, sie sei von der Beschwerdeführerin vor der Migros in Windisch angespuckt worden, erklärte die Beschwerdeführerin wörtlich: "Dieser Vorwurf stimmt nicht. An diesem Tag habe ich in Hausen bei O.________ gearbeitet. Von 9 bis 11 Uhr habe ich dort gebügelt". Diese Aussage ist klar und unmissverständlich. Die Beschwerdeführerin selbst hat den Namen ihrer Arbeitgeberin genannt. Anlässlich der Verhandlung vom 31. Oktober 2000, bei welcher eine Dolmetscherin für die Beschwerdeführerin anwesend war, erklärte diese auf die Frage, wo sie durchgelaufen sei, sie sei auf dem Weg zur Arbeit zu Frau O.________ gewesen, was mit ihrer Aussage vom 18. August 2000 übereinstimmt. In der Eingabe ihres Anwalts an das Bezirksgericht Brugg vom 4. Dezember 2000 liess die Beschwerdeführerin dagegen ausführen und unter Beweis stellen, dass sie sich am fraglichen Tag in der Zeit von 8.30 bis 9.10 in ihrer Wohnung aufgehalten und von dort aus vier Telefonate getätigt habe (Akten des Bezirksgerichts Brugg, act. 57). Dass das Obergericht diese Darlegungen als widersprüchlich qualifizierte, erscheint jedenfalls nicht als willkürliche Würdigung derselben, da die Beschwerdeführerin nicht um 9 Uhr ihre Arbeit aufgenommen und um 9.10 aus ihrer Wohnung ein Telefon getätigt haben konnte. d) Die in der vorliegenden staatsrechtlichen Beschwerde vorgetragene Version der Beschwerdeführerin, sie habe am fraglichen 25. April 2000 überhaupt nicht bei Frau O.________ gearbeitet, ist neu und somit unzulässig. Angesichts der oben wiedergegebenen Aussagen der Beschwerdeführerin anlässlich der Verhandlungen vor dem Bezirksgerichtspräsidenten vom 18. August und vom 31. Oktober 2000 ist ihre neu erhobene Behauptung, sie habe "nie und nimmer gesagt, sie hätte am 25.4.2000 bei O.________ gearbeitet", geradezu aktenwidrig. Der Anwalt der Beschwerdeführerin hat zwar mit Eingabe vom 6. November 2000 (Akten des Bezirksgerichts Brugg, act. 49) dem Bezirksgerichtspräsidenten ein Gesuch um Berichtigung des Protokolls vom 31. Oktober 2000 unterbreitet. Dieses Gesuch betraf jedoch nicht die Aussage der Beschwerdeführerin, sie sei auf dem Weg zu Frau O.________ gewesen, sondern die Stellung, in der sich die Beschwerdegegnerin anlässlich des Spuckens befand.