Citation: 2C_324/2024 E. 5.5

5.5. Die Einreise der beiden älteren Söhne in die Schweiz begründet demnach keinen wichtigen familiären Grund gemäss Art. 47 Abs. 4 AIG i.V.m. Art. 8 EMRK. Hat der zunächst allein in der Schweiz lebende Vater für den Nachzug seiner Ehefrau die Fristen ungenutzt verstreichen lassen, laufen diese grundsätzlich nicht wieder neu, wenn er die gemeinsamen Kinder nachzieht. Die in der Schweiz lebende Familie ist insoweit als Einheit zu betrachten, weshalb sich die Söhne die vom Vater verpassten Fristen entgegenhalten lassen müssen (vgl. Urteil 2C_644/2021 vom 3. November 2021 E. 2; für den umgekehrten Fall des verspäteten Nachzugs von Kinder: Urteil 2C_1011/2019 vom 21. April 2020 E. 3.3.6). Anders als in Urteil 2C_571/2021 geht es vorliegend nicht um die Geburt eines weiteren Kindes, mithin um eine Erweiterung des Familienkreises, die zu einer unvorhergesehenen Trennung der Familie führen und daher einen nachträglichen Familiennachzug rechtfertigen könnte. In der Gesamtsicht fehlt ein wichtiger familiärer Grund, welcher ausnahmsweise einen nachträglichen Familiennachzug rechtfertigen und die öffentlichen Fernhalteinteressen überwiegen würde. Die Vorinstanz verletzte demnach weder Art. 47 Abs. 4 AIG noch Art. 8 EMRK; der angefochtene Entscheid ist bundes- und völkerrechtskonform.