Citation: U 221/00 13.12.2000 E. 4

4.- Streitig ist sodann die für die Leistungspflicht des Unfallversicherers weiter vorausgesetzte Adäquanz des Kausalzusammenhangs. Diesbezüglich stellt sich die Frage, ob für die Beurteilung die für psychische Fehlentwicklungen nach Unfällen geltende Rechtsprechung (BGE 115 V 133) oder die für Unfälle mit Schleudertrauma der HWS ohne organisch nachweisbare Funktionsausfälle massgebende Praxis (BGE 117 V 359) anwendbar ist. Denn in Fällen, in welchen die zum typischen Beschwerdebild eines Schleudertraumas der HWS gehörenden Beeinträchtigungen zwar teilweise gegeben sind, im Vergleich zur vorliegenden ausgeprägten psychischen Problematik aber ganz in den Hintergrund treten, ist die Beurteilung unter dem Gesichtspunkt einer psychischen Fehlentwicklung nach Unfall vorzunehmen (BGE 123 V 99 Erw. 2a mit Hinweisen). Dies wirkt sich bei der Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs bei Unfällen aus dem mittleren Bereich insofern aus, als im Gegensatz zu den bei Schleudertraumen der HWS massgebenden Kriterien (BGE 117 V 366 f. Erw. 6a) nur körperliche Dauerschmerzen sowie der Grad und die Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit (BGE 115 V 140 Erw. 6c/aa) zu berücksichtigen sind. Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin ist der Vorinstanz zufolge des augenfälligen Geschehensablaufs und der Verletzungen, die sich der Versicherte zuzog, beizupflichten, dass es sich beim Ereignis vom 4. September 1992 um einen Unfall im mittleren Bereich handelt. Weiter hat das kantonale Gericht mit ausführlicher und überzeugender Begründung, auf die ebenfalls verwiesen werden kann (Art. 36a Abs. 3 OG), dargelegt, weshalb die vorhandenen medizinischen Unterlagen keine schlüssige Beurteilung der Frage erlauben, ob der Gesundheitsschaden im Sinne eines typischen Beschwerdebildes nach Schleudertrauma der HWS zu interpretieren ist, oder ob die Beschwerden bereits kurze Zeit nach dem Ereignis psychisch überlagert waren und sich in der Folge eine massive psychische Fehlentwicklung manifestierte, welche die dem Schleudertrauma zuzuordnenden Beschwerden weitgehend in den Hintergrund drängte mit der Folge, dass die Adäquanz des Kausalzusammenhangs nach Massgabe von BGE 115 V 133 zu beurteilen wäre. Diese Unterscheidung ist für die Prüfung der Leistungspflicht der Beschwerdeführerin massgebend, wie die vorinstanzliche - zufolge der lückenhaften medizinischen Aktenlage nicht abschliessende - Würdigung der objektiven Kriterien zeigt. Auf Grund der unklaren Aktenlage hat das kantonale Gericht zu Recht weitere medizinische Abklärungen angeordnet, welche zwar die natürliche Kausalität beschlagen, jedoch darüber Aufschluss geben werden, ob die Adäquanzbeurteilung in Würdigung der medizinischen Entwicklung seit dem Unfall und der gesundheitlichen Situation im massgebenden Zeitpunkt des Einspracheentscheides (18. August 1997; BGE 121 V 366 Erw. 1b mit Hinweis) in Anwendung der für psychische Unfallfolgen oder der für Schleudertraumen und äquivalente Verletzungsmechanismen der HWS (RKUV 2000 Nr. U 359 S. 29) geltenden Kriterien vorzunehmen ist.