Citation: 7B_75/2022 E. 4.3

4.3. Der Beschwerdeführer verletzt in objektiver Hinsicht unbestrittenermassen Art. 90 Abs. 3 und Abs. 4 lit. b SVG. Die Vorinstanz durfte diesbezüglich von direktvorsätzlichem Handeln des Beschwerdeführers ausgehen, ohne Bundesrecht zu verletzen. Die Passstrasse weist bis 100 Meter vor dem Messbereich eindeutig Innerortscharakter auf, ist im Bereich des Restaurants und unmittelbar danach kurvig und auch anschliessend bebaut. Unmittelbar nach diesen Kurven folgt keine Aufhebungstafel betreffend die allgemein geltende Höchstgeschwindigkeit innerorts, obwohl der Beschwerdeführer als aufmerksamer und ortsunkundiger Lenker eine solche hätte sehen müssen, wenn er von einem Innerorts- in einen Ausserortsbereich gefahren wäre. Elemente, die darauf deuten, dass der subjektive Tatbestand ausnahmsweise zu verneinen wäre, sind keine vorhanden. Nicht überzeugend ist in diesem Zusammenhang das Argument des Beschwerdeführers, er habe weder sich noch seine Beifahrerin gefährden wollen, zeugt doch seine Handlungsweise genau vom Gegenteil. Selbst wenn angesichts des pandemiebedingten Lockdowns im Messzeitpunkt keine anderen Verkehrsteilnehmer die Strasse benutzten, so befanden sich zwei an die Strasse grenzende Wohnhäuser im Messbereich. Daher musste der Beschwerdeführer damit rechnen, dass sich Bewohner dieser Häuser in Strassennähe aufhalten. Insoweit ist der hinsichtlich der erhöhten abstrakten Gefährdung bezüglich eines Unfalls mit Todesopfern oder Schwerverletzten erforderliche Vorsatz gegeben.