Citation: 6P.194/2006 16.02.2007 E. 5

5.1 In Bezug auf den Schuldspruch wegen fahrlässiger Tötung im Fall Thalwil hat die Vorinstanz in sachverhaltlicher Hinsicht festgestellt, dass der Beschwerdeführer am Opfer, welches im Laufschritt unterwegs war, vorbeigefahren ist. Die Vorinstanz folgert hieraus, dass der Beschwerdeführer dieses somit hätte wahrnehmen können. Eventualiter erwägt die Vorinstanz, dass das Verhalten des Beschwerdeführers jedoch selbst den Tatbestand der fahrlässigen Tötung erfüllte, wenn zu seinen Gunsten davon ausgegangen werde, dass er den Jogger zuvor nicht überholt hatte. Auch unter dieser Annahme habe er bei seinem Abbiegemanöver mit Personen im sichttoten Bereich rechnen müssen und den sich hieraus ergebenden Gefahren nicht hinreichend Rechnung getragen. 5.2 Der Beschwerdeführer rügt, die Vorinstanz werfe ihm zu Unrecht mangelnde Aufmerksamkeit vor. Aus der Position, aus welcher er zum Abbiegen angesetzt habe, habe er den Jogger nicht erkennen können. Entgegen den Ausführungen im angefochtenen Urteil habe aber von ihm der Beizug einer Hilfsperson für sein Abbiegemanöver nicht gefordert werden können. 5.3 Die Vorinstanz erörtert zutreffend, dass der Beschwerdeführer in der vorliegenden Situation unzweifelhaft mit Passanten im sichttoten Bereich hat rechnen und die hieraus erwachsenden Risiken durch erhöhte Aufmerksamkeit und geeignete Vorkehrungen hätte ausschalten müssen. Der Beschwerdeführer hätte mithin erst nach rechts abbiegen dürfen, wenn er durch Beobachten des rechten Aussenspiegels sicher sein konnte, dass er nicht mit einem Passanten kollidieren werde. Ohne diese Gewissheit aber hätte der Beschwerdeführer jedenfalls sein Abbiegemanöver statt mit ca. 16 km/h im Schritttempo ausführen müssen. Dass er zwingend eine Hilfsperson hätte beiziehen müssen, hat die Vorinstanz nicht verlangt. Vielmehr listet sie den Beizug einer Hilfsperson ausdrücklich bloss beispielhaft als mögliche Massnahme auf (angefochtenes Urteil S. 17). 5.4 Die Vorinstanz hat auch zutreffend erwogen, das Verhalten des Opfers, welches mit Kopfhörern gelaufen war und den Blick auf den Boden gerichtet hatte, sei nicht derart ungewöhnlich gewesen, dass damit schlechthin nicht habe gerechnet werden müssen. Es liegt mithin kein den Kausalzusammenhang unterbrechendes Opfermitverschulden vor. 5.5 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass es für den Beschwerdeführer voraussehbar war, dass sich im sichttoten Bereich seines Lastwagens auf dem Trottoir ein Fussgänger aufhalten könnte - selbst wenn er diesen zuvor nicht überholt haben sollte. Diesem gegenüber war er zu besonderer Vorsicht verpflichtet und hätte ihm den Vortritt gewähren müssen (vgl. Art. 15 Abs. 3 und Art. 41 Abs. 2 VRV). Diese Pflichten hat der Beschwerdeführer sorgfaltswidrig missachtet mit der adäquat kausalen Folge, dass der Jogger vom Lastwagen erfasst, überfahren und tödlich verletzt wurde. Das angefochtene Urteil hält somit auch in Bezug auf den Schuldspruch wegen fahrlässiger Tötung im Fall Thalwil vor Bundesrecht stand, und die Nichtigkeitsbeschwerde ist in diesem Punkt abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.