Citation: H 419/01 03.07.2002 E. 2

2.- Streitig ist, ob eine Hilflosenentschädigung rückwirkend zufolge verspäteter Anmeldung - wie verfügt - erst ab April 2000 oder bereits früher zuzusprechen ist. a) Wie das kantonale Gericht richtig ausführt, werden gemäss Art. 46 Abs. 2 AHVG Renten und Hilflosenentschädigungen lediglich für die zwölf der Anmeldung vorangegangenen Monate ausgerichtet, wenn sich ein Versicherter mehr als zwölf Monate nach Entstehung des Anspruchs anmeldet. Weitergehende Nachzahlungen werden erbracht, wenn der Versicherte den anspruchsbegründenden Sachverhalt nicht kennen konnte und die Anmeldung innerhalb von zwölf Monaten seit Kenntnisnahme vornimmt. Mit der Kenntnis des anspruchsbegründenden Sachverhalts ist nicht das subjektive Einsichtsvermögen des Versicherten gemeint, sondern es geht nach dem Wortlaut von Art. 46 Abs. 2 Satz 2 AHVG vielmehr darum, ob der anspruchsbegründende Sachverhalt objektiv feststellbar ist oder nicht (BGE 100 V 120; ZAK 1984 S. 404 f. Erw. 1, 1975 S. 128). b) Es steht nicht fest, wann genau der anspruchsbegründende Sachverhalt für die Versicherte oder ihren Vertreter objektiv erkennbar war (BGE 108 V 228 Erw. 3). Dies kann indes auch offen bleiben: Auf Grund der Akten kann mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 360 Erw. 5b mit Hinweisen) davon ausgegangen werden, dass die Hilflosigkeit jedenfalls vor Anfang 2000 objektiv erkennbar war. Damit war die Anmeldung verspätet, um den Anspruch auf weitergehende Nachzahlungen, also für mehr als die zwölf der Anmeldung vorangehenden Monate, zu wahren, ist doch gemäss Art. 46 Abs. 2 Satz 2 AHVG vorausgesetzt, dass die versicherte Person die Anmeldung innert zwölf Monaten seit Kenntnisnahme vornimmt (vgl. Erw. 2a hievor). c) An diesem Ergebnis ändert auch nichts, dass der Beschwerdeführer, wie er vorbringt, nichts von einem Anspruch auf Hilflosenentschädigung wusste. Nach einem auch im Sozialversicherungsrecht geltenden Grundsatz kann niemand Vorteile aus seiner eigenen Rechtsunkenntnis ableiten (BGE 124 V 220 Erw. 2b/aa, 111 V 405 Erw. 3, 110 V 216 Erw. 4 und 338 Erw. 4, ZAK 1991 S. 375 Erw. 3c, je mit Hinweisen), weshalb die Rechtsunkenntnis keinen Hinderungsgrund bezüglich des Wissens um den anspruchsbegründenden Sachverhalt darstellt (Urteile A. vom 8. Mai 2002, I 367/01, und B. vom 8. Januar 2001, I 48/00). Es kommt somit allein auf die Kenntnis des anspruchsbegründenden Sachverhalts, also der Hilflosigkeit an und nicht etwa auf die Kenntnis, dass sich daraus ein Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung ableiten lässt (BGE 102 V 113).