Citation: 4A_623/2017 E. 4.3.3

4.3.3. Diese Auffassung ist nicht zielführend: Entscheidend für die mit BGE 142 III 23 vorgenommene, oben wiedergegebene Präzisierung der Rechtsprechung, war das Argument, dass aufgrund der Rechtsprechungsentwicklung seit dem "Raichle-"Entscheid die Gläubiger, die in ihrem Vermögen direkt geschädigt sind, unbeschränkt gegen die Gesellschaftsorgane vorgehen können, wenn die Gesellschaft selber durch die geltend gemachte Pflichtverletzung keinen Schaden erlitten hat (zit. Entscheid E. 4.3 S. 32 a.A.). Das Bundesgericht bezog sich dabei auf BGE 131 III 306 und 132 III 564 (zit. Entscheid E. 4.2.2 S. 31). In diesen Urteilen war klargestellt worden, dass die Klageberechtigung der direkt geschädigten Gläubiger (bzw. Aktionäre) nur in jenen Fällen eingeschränkt ist (sog. Durchsetzungssperre), in welchen sowohl ein Gesellschaftsschaden als auch ein Direktschaden eines Gläubigers (bzw. Aktionärs) vorliegt. In solchen Fällen soll der Klage auf Ersatz des Gesellschaftsschadens Priorität eingeräumt werden und der direkt geschädigte Gläubiger (bzw. Aktionär) kann nur klagen, wenn er sich auf Art. 41 OR, culpa in contrahendo oder eine gesellschaftsrechtliche Norm stützen kann, die ausschliesslich dem Gläubiger- bzw. Aktionärsschutz dient (BGE 132 III 564 E. 3.1.3 S. 569 i.V.m. E. 3.2.3 S. 571 f.; BGE 131 III 306 3.1.2 S. 311).