Citation: 2P.284/2005 13.10.2005 E. 4

Nach der Rechtsprechung ist ein Entscheid willkürlich, wenn er offensichtlich unhaltbar ist, zur tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz klar verletzt oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft. Willkürlich ist ein Entscheid nicht schon dann, wenn eine andere Lösung ebenfalls vertretbar erscheint oder gar vorzuziehen wäre (BGE 123 I 1 E. 4a S. 5 mit Hinweisen; 127 I 54 E. 2b S. 56; 128 II 259 E. 5 S. 280 f.; 129 I 9 E. 2.1). Eine Willkürrüge wird in der vorliegenden staatsrechtlichen Beschwerde ebenfalls beiläufig erhoben (vgl. Beschwerde S. 5 oben). Sie ist jedoch offensichtlich unbegründet (sofern von einer im Lichte von Art. 90 OG ausreichend begründeten Rüge überhaupt die Rede sein kann). Die Beschwerdeführer legen nicht dar, inwiefern das Verwaltungsgericht in Willkür verfallen sein soll. Sie machen lediglich geltend, dass die Aufwertung der Aktiven für die Sacheinlage notwendig gewesen sei, da sonst die Umwandlung der Einzelfirma in eine Aktiengesellschaft nicht hätte bewerkstelligt werden können. Das mag zutreffen, doch wird dadurch gerade belegt, dass ein Aufwertungsgewinn realisiert wurde. Ein solcher liegt vor, wenn ein zur Führung von Bücher verpflichteter Steuerpflichtiger einen Vermögensgegenstand nicht zum bisherigen Buchwert, sondern zu einem höheren Anrechnungswert in die Aktiengesellschaft einbringt. Denn durch die Einbringung zu einem höheren Anrechnungswert erhöht sich seine Einlage und seine Beteiligung am einbezahlten Gesellschaftskapital (s. auch Reich, in: Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, I/2a, N 4 f. zu Art. 19 DBG). Das Verwaltungsgericht hat im angefochtenen Entscheid insbesondere auch dargelegt, dass die Voraussetzungen für eine steuerfreie Übertragung stiller Reserven bei Umwandlung im Sinne von § 20 Abs. 1 aStG/AG nicht erfüllt seien, weil im Zeitpunkt der Einbringung die Aktiven aufgewertet worden seien. Inwiefern diese Begründung willkürlich sein könnte, legen die Beschwerdeführer nicht dar und ist nicht ersichtlich. In der Tat verlangen die Steuergesetze regelmässig, dass für die steuerneutrale Umwandlung einer Personengesellschaft oder Einzelfirma in eine Kapitalgesellschaft die bisherigen Buchwerte beibehalten werden (Art. 19 Abs. 1 und 2 des Bundesgesetzes vom 14. Dezember 1990 über die direkte Bundesteuer, DBG, SR 642.11; Art. 8 Abs. 3 StHG; § 28 Abs. 2 StG/AG vom 15. Dezember 1998). Es ist deshalb jeweils vor der Umwandlung zu prüfen, ob die vorgängige Realisation der stillen Reserven und deren Besteuerung beim Inhaber der Einzelfirma oder die steuerneutrale Reservenübertragung auf die Aktiengesellschaft steuerlich günstiger ist (vgl. Marianne Klöti-Weber/Dave Siegrist/Dieter Weber, Kommentar zum Aargauer Steuergesetz, 2. Aufl. 2004, Rz. 60 zu § 28). Der Steuerpflichtige hat es bis zu einem gewissen Grad in der Hand, die für ihn steuerlich vorteilhaftere Lösung zu wählen. Dass die Steuerfolgen eine Umstrukturierung allenfalls erschweren, wie die Beschwerdeführer geltend machen, lässt die Gesetzesanwendung nicht als willkürlich erscheinen.