Citation: 9C_596/2016 E. 5.1

5.1. Zunächst ist festzuhalten, dass das Vorgehen des kantonalen Gerichts, die invalidenversicherungsrechtliche Relevanz der atypischen Depression vorgelagert zur Prüfung der massgeblichen Indikatoren zu beurteilen und damit quasi vom übrigen Krankheitsbild "abzuspalten", das Ziel von BGE 141 V 281 - das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und Kompensationspotentialen (Ressourcen) anderseits zu beurteilen (a.a.O. E. 3.6 S. 295 f.; vgl. auch ANDREAS TRAUB, in: Ueli Kieser [Hrsg.], Sozialversicherungsrechtstagung 2016, S. 142 Ziff. 3.3.3) - konterkariert: Indem die Vorinstanz dem depressiven Geschehen von vornherein jede invalidenversicherungsrechtliche Relevanz absprach, hat es dessen Auswirkungen in der Folge weder beim Indikator der psychischen Komorbidität (bei der Gesamtbetrachtung der Wechselwirkungen der anhaltenden somatoformen Schmerzstörung zur atypischen Depression) noch im Rahmen der Persönlichkeitsdiagnostik (allfälliger Einfluss auf die Ressourcen der Beschwerdeführerin) erörtert. Allfällige (negative) Folgen der Depression in Bezug auf die Ressourcen blieben dadurch gänzlich unberücksichtigt. Bereits unter diesem Aspekt hat die Vorinstanz die Prüfung der massgeblichen Indikatoren nicht bundesrechtskonform durchgeführt.