Citation: 1B_667/2020 E. 3.1

3.1. Zu den Tatvorwürfen und zum Haftgrund der Wiederholungsgefahr erwägt die Vorinstanz, zusammengefasst, Folgendes: Am 28. Februar 2020 habe der Vater des Beschwerdeführers die Polizei alarmiert, da der Beschuldigte seine Mutter in dessen Wohnung festgehalten habe. Der Sohn sei vermutlich alkoholisiert, und es sei nicht der erste Vorfall dieser Art. Die ausgerückten Kantonspolizisten befragten die Mutter, die ausgesagt habe, ihr Sohn habe sie über mehrere Stunden in seiner Wohnung festgehalten, sie mehrfach geschlagen und gedroht, sie anzuzünden. Der Beschwerdeführer habe sich bei der polizeilichen Intervention aggressiv verhalten und Widerstand geleistet. Erst nach Anforderung von polizeilicher Verstärkung habe er verhaftet werden können. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung habe die Polizei eine durchgeladene Pistole (9mm Beretta), Munition, einen Zigarrenschneider (Cutter) und verschiedene Betäubungsmittel (15,6g Cannabis, 21g Haschisch, 3g Amphetamin, 14g Ecstasy/MDMA) sichergestellt. Bei der polizeilichen Einvernahme vom 29. Februar 2020 habe die Mutter des Beschwerdeführers zu Protokoll gegeben, sie habe ihn am Vortag um 07.45 Uhr besucht, um ihn dazu zu bewegen, einen Arzttermin im Spital Wetzikon wahrzunehmen. Auf seine Aufforderung hin habe sie ihm Bier mitgebracht, da sie vermutet habe, er lasse sich sonst nicht zum Arztbesuch bewegen. Sie habe um 09.00 Uhr ein erstes Mal vergeblich versucht, aus der Wohnung ihres Sohnes zu fliehen. Er sei ihr gefolgt, habe sie gepackt, von der Tür weggezogen und gegen die Treppe geworfen; dabei habe er gesagt, sie "bleibe hier" und "komme nicht mehr raus". Nach einem weiteren Fluchtversuch (beim Wintergarten) habe er sie am Mantelkragen gepackt und wieder "nach hinten" auf einen Stuhl gesetzt. Der Beschwerdeführer habe sie im weiteren Verlauf über mehrere Stunden beschimpft, sie gezwungen, Selbstanschuldigungen zu machen und diese auf einem Mobiltelefon aufzunehmen, ihr mit der Fusssohle in das rechte Knie getreten, sie an den Haaren gerissen und mit der Faust an ihre rechte Schläfe geschlagen. Zwischen diesen Vorgängen habe er "sich immer wieder eine Linie Kokain reingezogen". Später habe er gegen den Stuhl getreten, auf dem sie gesessen sei, so dass sie "mitsamt dem Stuhl unter den Tisch gefallen" sei. Einmal habe er sie auf die Nase geschlagen, worauf sie Nasenbluten erlitten habe. Ein andermal habe er ihr mit dem Fuss "voll in ihre linke Seite" getreten und sie dabei "voll in die Rippen getroffen". Auch an einem Augenlid habe sie eine Verletzung davongetragen und an der Schläfe eine Beule. Als sie deswegen mehrmals habe erbrechen müssen, habe der Beschwerdeführer ihr verboten, die Toilette aufzusuchen. Weiter habe ihr Sohn zu ihr gesagt, sie solle ihm "ihre Hand geben, er schneide ihr nun einen Finger ab". Er habe vor ihr "einen Gegenstand zum Zigarrenschneiden" (Cutter) geöffnet und Anstalten getroffen, ihr einen Finger abzuschneiden. Ein andermal habe er ihr gedroht, er werde sie "anzünden"; sie habe eine Lebensversicherung, die dann an ihn ausgezahlt werde. Ärztlich diagnostiziert wurden bei der Geschädigten eine Rippenfraktur, eine Kopfprellung sowie Griffmarken am Arm. Anlässlich ihrer polizeilichen Einvernahme vom 29. Februar 2020 stellte sie Strafantrag gegen den Beschwerdeführer, u.a. wegen Drohung, Körperverletzung und Tätlichkeiten (vgl. angefochtener Entscheid, E. I/2, S. 2-4, E. II/3.3.1 S. 20). Am 16. März 2020, knapp zwei Wochen nach der ersten Haftanordnung, habe die Mutter den Strafantrag gegen ihren Sohn (betreffend die beanzeigten Antragsdelikte) wieder zurückgezogen und im Übrigen von ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch gemacht, worauf die Staatsanwaltschaft den Beschuldigten am 18. März 2020 aus der Untersuchungshaft entliess (vgl. angefochtener Entscheid, E. I/7, S. 6 f.). In der Folge seien bei der Staatsanwaltschaft Polizeirapporte über diverse weitere Delikte des Beschwerdeführers eingegangen, die dieser teilweise noch vor seiner ersten Verhaftung bzw. nach der Haftentlassung (zwischen dem 12. Mai und 10. November 2020) verübt habe: