Citation: 7B_261/2022 E. 2.4

2.4. Die Beschwerdeführer verkennen diese Grundsätze. Obwohl sie in ihrer Beschwerde immer wieder "Willkür" rügen, setzen sie der vorinstanzlichen Beweiswürdigung in der Sache lediglich eine eigene, für sie günstige Würdigung der erhobenen Beweise entgegen. So bringen sie vor, die Vorinstanz habe völlig ausser Acht gelassen, dass der Beschwerdeführer 1 in der Konfrontationseinvernahme vom 22. Juni 2018 ausgesagt habe, für ihn sei das Serviceheft nicht wichtig gewesen, weil der Beschwerdegegner 2 die durchgeführten Kontrollen resp. die getätigten Arbeiten am Motorrad im Computer registriert habe. Entgegen der Vorinstanz sehe die Frühjarsinbetriebnahme weder die Kontrolle des Reifenprofils noch der Bremsbeläge vor, geschweige denn die Auswechslung der Verschleissteile. Weiter habe der Beschwerdeführer 1 anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung vom 14. Januar 2022 auf die Frage, ob er dabei gewesen sei, als die Arbeiten durchgeführt worden seien, geantwortet: "Ziemlich sicher schon. Ich war meistens neben dem Töff. Die Arbeiten vor der MFK wurden in der Werkstatt durchgeführt". Mit solcherlei appellatorischer Kritik können die Beschwerdeführer vor Bundesgericht aber nicht gehört werden: Statt eine geradezu ins Auge springende Unhaltbarkeit der vorinstanzlichen Erwägungen aufzuzeigen, beruht ihre Argumentation auf dem Bemühen, die erhobenen Beweise in einem für sie möglichst günstigen Licht erscheinen zu lassen. Damit gelingt es den Beschwerdeführern allenfalls, eine alternative Beweiswürdigung aufzuzeigen, nicht aber Willkür. Die vorinstanzliche Sachverhaltsfeststellung ist derweil nachvollziehbar und nicht zu beanstanden. Die Vorinstanz legt insbesondere dar, dass und inwiefern der Beschwerdegegner 2 beim Auftrag des Beschwerdeführers 1, er solle das Motorrad für die Saison "zwäg machen", davon ausgegangen sei, dass lediglich jene Arbeiten vorzunehmen seien, wie sie dann auch durchgeführt worden sind, und der Beschwerdegegner 2 diesen Auftrag nicht zur Durchführung eines Service zu verstehen gehabt habe, welcher auch den Wechsel der Bremsflüssigkeit beinhaltet hätte. Im Übrigen - so die Vorinstanz - enthalte das Bedienerhandbuch des Fahrzeugs u.a. Listen mit vorzunehmenden Massnahmen für die Einwinterung, den Winterbetrieb, die Frühjahrsinbetriebnahme nach Wintereinlagerung sowie die Frühjahrsinspektion nach Winterbetrieb. Dabei falle auf, dass weder die Frühjahrsinbetriebnahme nach Wintereinlagerung noch die Frühjahrsinspektion nach Winterbetrieb explizit den Wechsel der Bremsflüssigkeit vorsehen würden. Wenn die Vorinstanz, ohne einen unabhängigen gerichtlichen Sachverständigen beizuziehen, zur Auffassung gelangte, den Mechaniker treffe keine allgemeine Pflicht, seinen Kunden auf fällige Inspektionen aufmerksam zu machen, ist dies jedenfalls unter Willkürgesichtspunkten nicht zu beanstanden.