Citation: U 462/04 13.02.2006 E. 2.4

2.4.1 Der Arbeitsunfall vom 5. März 2001 hat sich objektiv betrachtet weder unter dramatischen Begleitumständen ereignet noch ist er durch besondere Eindrücklichkeit gekennzeichnet. Daran ändert der Einwand, dass der Unfall womöglich schlimmere als die eingetretenen Folgen hätte haben können, nichts. Namentlich trifft es nach Lage der Akten nicht zu, dass "ein drei Meter hoher Plattenhaufen" auf den Beschwerdeführer fiel; vielmehr handelte es sich allein um die oberste Holzpalette eines Stapels von ca. 3 Meter Höhe, wobei die Fallhöhe des Paletts bei leicht geduckter Haltung des Getroffenen höchstens eineinhalb bis zwei Meter betragen konnte und der Versicherte den Aufprall im Übrigen durch eine reflexartige Abwehrbewegung mit den Armen etwas abzubremsen vermochte (Arztzeugnis UVG vom 2. April 2001; Angaben des Abteilungsleiters gegenüber der SUVA vom 14. Mai 2002; Angaben des Versicherten gemäss Austrittsbericht der Klinik X.________ vom 20. Februar 2002). 2.4.2 Ebenfalls zu verneinen sind schwere oder besonders geartete Körperverletzungen, welche geeignet sind, eine psychische Fehlentwicklung im Sinne der eingetretenen Reaktivierung der vorbestehenden posttraumatischen Belastungsstörung auszulösen. Hinsichtlich der erlittenen Kopfverletzung (commotio cerebri; contusio capitis mit Rissquetschwunde) räumt der Beschwerdeführer selbst ein, dass diese nicht als schwer oder besonders geartet einzustufen ist. Des Weiteren vermag die Diagnose einer HWS-Distorsion für sich allein die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzung nicht zu begründen; es bedürfte hierzu einer besonderen Schwere der für ein Schleuder- oder Schädel-Hirn-Trauma typischen Beschwerden oder besonderer Umstände (vgl. dazu etwa RKUV 1998 Nr. U 297 S. 245 Erw. 3c; Urteile M. vom 7. August 2003 [U 346/02] Erw. 5.2, S. vom 5. September 2001 [U 323/00] Erw. 5b, M. vom 10. Februar 2000 [U 237/99] Erw. 3b), welche das Beschwerdebild beeinflussen können (Urteile J. vom 20. Mai 2005 [U 279/04] Erw. 3.3.3, C. vom 28. April 2005 [U 386/04] Erw. 5.2, E. vom 30. März 2005 [U 426/04] Erw. 7.2.2, K. vom 28. Februar 2005 [U 306/04] Erw. 3.2.3.2, B. vom 23. Februar 2005 [U 56/04] Erw. 3.3.2.1, K. vom 11. Februar 2004 [U 97/03] Erw. 5.3, D. vom 4. September 2003 [U 371/02] Erw. 3.2.2.1, B. vom 7. August 2002 [U 313/01] Erw. 2.3, D. vom 16. August 2001 [U 21/01] Erw. 3d in fine; siehe auch Urteil G. vom 16. Dezember 2005 [U 297/04] Erw. 4.3.2). Hierfür fehlen im vorliegenden Fall jedoch Anhaltspunkte. 2.4.3 Im Rahmen der die psychischen Faktoren ausblendenden Adäquanzprüfung nach BGE 115 V 133 ff. sind sodann eine ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung, ein schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen sowie eine ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert hat, mit der Vorinstanz ohne weiteres auszuschliessen. Hinsichtlich des erstgenannten Punktes bleibt anzufügen, dass vor wie nach dem Aufenthalt in der Klinik X.________ vom 23. Januar bis 13. Februar 2002 (zwecks betont schmerzorientierter Rehabilitation der Wirbelsäule) in körperlicher Hinsicht zwar physiotherapeutische Massnahmen sowie medikamentöse Schmerztherapien durchgeführt wurden, anschliessend aber das Schwergewicht der ärztlichen Therapievorschläge im - hier nicht massgebenden - psychotherapeutischen Bereich lag (Empfehlungen im Austrittsbericht der Klinik X.________ vom 20. Februar 2002 und im Institut Y.________-Bericht vom 26. März 2002; Duplikat der Rechnung des Spital W.________ [Psych. Pol.], vom 13. November 2002 betreffend Behandlung vom 7. August bis 2. Oktober 2002). Vor diesem Hintergrund sowie mit Blick darauf, dass eine Behandlungsbedürftigkeit (im Sinne medikamentöser Schmerz- und Physiotherapie) während zwei bis drei Jahren nach einem Schleudertrauma der HWS respektive äquivalenten Verletzungen mit ähnlichem Beschwerdebild durchaus üblich ist (Urteile C. vom 15. März 2005 [U 380/04] Erw. 5.2.4, H. vom 10. Januar 2005 [U 269/04] Erw. 2.3, H. vom 19. Mai 2004 [U 330/03] Erw. 2.3.2, M. vom 21. Oktober 2003 [U 282/00] Erw. 4.3.3 und H. vom 30. Mai 2003 [U 353/02] Erw. 3.3), ist eine spezifische, zielgerichtete ärztlichen Behandlung (vgl. u.a. Urteile L. vom 5. Dezember 2005 [U 32/05] Erw. 4.3, B. vom 9. Mai 2005 [U 407/04] Erw. 2.3, C. vom 15. März 2005 [U 380/04] Erw. 5.2.4, C. vom 14. Juni 2004 [U 76/04] Erw. 3.5.4, S. vom 8. April 2002 [U 357/01] Erw. 3c/bb, ferner M. vom 21. Oktober 2003 [U 282/00] Erw. 4.3.3) von ungewöhnlich langer Dauer zu verneinen. 2.4.4 Körperliche Dauerschmerzen können dagegen mit der Vorinstanz bejaht werden, wobei es sich mit Blick auf den im kantonalen Entscheid zu Recht hervorgehobenen, hier adäquanzrechtlich auszuklammernden psychischen Anteil verbietet, dieses Kriterium als besonders ausgeprägt erfüllt zu betrachten. Hinsichtlich des Grades und der Dauer der Arbeitsunfähigkeit ist festzuhalten, dass diese nach vorübergehender Wiederaufnahme der Arbeit von April bis August 2001 von der Hausärztin Frau Dr. med. M.________ anschliessend auf 100 % eingestuft wurde (Kurzbericht vom 5. November 2001), wogegen Dr. med. E.________ im Bericht 14. September 2001 die baldige Rückkehr an den Arbeitsplatz im Umfang von mindesten 50 % als zumutbar und geboten erachtete. Im Austrittsbericht der Klinik X.________ wurde die Arbeitsunfähigkeit nach Besprechung mit dem Versicherten alsdann mit 100 % angegeben, was die Hausärztin in den Zeugnissen vom 6. November 2002 und vom 4. August 2003 ohne vertiefte Begründung bestätigte, wobei sie den Beginn der entsprechenden Arbeitsunfähigkeit (für sämtliche Tätigkeiten) ohne Bezugnahme auf frühere Akten auf den Unfallzeitpunkt datierte. Zwar lässt sich in Würdigung der ärztlichen Angaben die Annahme einer hinsichtlich Grad und Dauer erheblichen Arbeitsunfähigkeit rechtfertigen (100 % von September 2001 bis mindestens November 2003 [Einspracheentscheid]; doch angesichts der wenn nicht ausschliesslich, so doch überwiegend hierfür verantwortlichen und nach BGE 115 V 133 ff. unbeachtlichen) psychischen Gründe ist auch bei diesem Adäquanzkriterium eine besondere Ausprägung ohne weiteres zu verneinen. 2.5 Nach dem Gesagten sind höchstens zwei der für die Adäquanzbeurteilung massgebenden Kriterien (in nicht besonders ausgeprägter Weise) gegeben, was praxisgemäss nicht ausreicht, um die - adäquanzrechtlich - massgebende Bedeutung des Unfalls vom 5. März 2001 für die über Ende August 2002 (Leistungseinstellung) hinaus bestehende Arbeits- und Erwerbsfähigkeit des Beschwerdeführers zu bejahen. Dementsprechend hat das kantonale Gericht die auf 1. September 2002 verfügte Leistungseinstellung zu Recht bestätigt.