Citation: 2C_1163/2013 E. 6.1

6.1. Ausgangspunkt für das migrationsrechtliche Verschulden ist die vom Strafgericht ausgesprochene Strafe (BGE 134 II 10 E. 4.2 S. 23; 129 II 215 E. 3.1 S. 216). Diese liegt mit 18 Monaten Freiheitsentzug noch in der Nähe zur widerrufsrelevanten Schwelle von einem Jahr (vgl. E. 3.2). Allerdings wird nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts und des EGMR im Zusammenhang mit Betäubungsmitteldelikten, welche nicht der Sucht des Täters oder der Täterin entspringen, eine strenge Praxis verfolgt. Danach überwiegt bei Betäubungsmitteldelikten von einer gewissen Schwere regelmässig das öffentliche Interesse an einer Beendigung des Aufenthalts (BGE 139 I 145 E. 2.5 S. 149 f. mit Hinweisen auf die Rechtsprechung des EGMR; vgl. auch BGE 131 II 352 E. 4.3.1 S. 360; 129 II 215 E. 7 S. 221 ff.; 125 II 521 E. 4a/aa S. 527). In diesem Zusammenhang ist zu bemerken, dass der "Drogenhandel" zu den Anlasstaten gehört, die gemäss Art. 121 Abs. 3 lit. a BV zum Verlust aller Rechtsansprüche auf Aufenthalt in der Schweiz führen sollen. Diese Bestimmung ist zwar gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung nicht unmittelbar anwendbar (BGE 139 I 16 E. 4.3.2 S. 26), doch ist den darin enthaltenen verfassungsrechtlichen Wertungen bei der Auslegung des Gesetzes insoweit Rechnung zu tragen, als dies zu keinem Widerspruch zu übergeordnetem Recht führt (zur "praktischen Konkordanz" bei der Anwendung dieser Norm vgl. BGE 139 I 31 E. 2.3.2 S. 34; 139 I 145 E. 2.5 S. 150). Die verfahrensauslösende Delinquenz endete im Januar 2005; im Zeitpunkt des angefochtenen Urteils lag sie knapp neun Jahre zurück. Ein beträchtlicher Teil dieser Zeit geht indessen auf die aufschiebende Wirkung der eingelegten Rechtsmittel zurück, weshalb die Dauer bereits aus diesem Grund zu relativieren ist (Urteile 2C_496/2013 vom 15. November 2013 E. 3.4; 2C_578/2011 vom 1. Dezember 2011 E. 3.4.5). Es kommt hinzu, dass auch nach der Betäubungsmitteldelinquenz nicht von einem Wohlverhalten gesprochen werden kann: Der Beschwerdeführer 1 hat sich trotz der Verwarnung mehrere Vergehen zuschulden kommen lassen, wenngleich es sich um geringfügigere Delikte handelt. Wie die Vorinstanz zutreffend erwogen hat, lässt insbesondere die grobe Verkehrsregelverletzung darauf schliessen, dass der Beschwerdeführer 1 Mühe hat, sich an die Rechtsordnung zu halten. Von einem "ausländerrechtlich gesetzeskonformen Verhalten" kann schon deshalb nicht gesprochen werden, weil es ein solches Verhalten nicht gibt: Eine Person verhält sich entweder gesetzeskonform oder eben nicht. Dass die nach der verfahrensauslösenden Verurteilung begangenen Delikte für sich genommen keinen (weiteren) Widerrufsgrund darstellen, hilft den Beschwerdeführenden nur begrenzt, denn bei der Verhältnismässigkeit von Entfernungs- bzw. Fernhaltemassnahmen ist das seit der verfahrensauslösenden Tat gezeigte Verhalten in die Interessenabwägung einzubeziehen (vgl. E. 3.4). Der Beschwerdeführer 1 hat die ihm gebotene Chance insofern nicht genutzt, als er nach der Verwarnung weiterhin (wenn auch nur in eher geringem Ausmass) straffällig geworden ist. Ein öffentliches Interesse an der Verweigerung des Familiennachzugs ist daher zu bejahen.