Citation: 6B_1024/2021 E. 4.1.2

4.1.2. Gegen einen Verbleib in der Schweiz bzw. für eine Landesverweisung spricht für die Vorinstanz vorab die Anlasstat. Das vom Beschwerdeführer begangene Verbrechen gegen das Betäubungsmittelgesetz stellt eine schwere Straftat dar, aufgrund welcher grundsätzlich von einer schwerwiegenden Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung auszugehen ist. Beim Verkauf resp. Besitz von insgesamt rund 83 Gramm reinen Kokains gefährdete der Beschwerdeführer, wie die Vorinstanz aufzeigt, in erheblichem Mass die Gesundheit vieler Personen. Ins Gewicht fällt dabei, dass er nicht aufgrund unglücklicher Umstände oder infolge eigener Drogenabhängigkeit in das Betäubungsmitteldelikt "hineingerutscht" ist, sondern sich aus freien Stücken und rein pekuniären Interessen zum Erwerb von Betäubungsmitteln und deren Verkauf entschieden hat. Den Gewinn verwendete er, um in die Ferien zu reisen bzw. einen zu diesem Zweck gewährten Vorschuss des Arbeitgebers zurückzuzahlen. Die Vorinstanz stellt dem Beschwerdeführer bei dieser Ausgangslage nur eine eingeschränkt günstige Prognose aus. Sie zeigt auf, dass dieser ohne finanzielle Not einzig aus geldgierigen Motiven handelte, weil sich ihm eine entsprechende Gelegenheit geboten und er zuvor über seine finanziellen Verhältnisse gelebt hatte. Da sich seine finanzielle Situation inzwischen nicht wesentlich verbessert hat, sieht die Vorinstanz vor diesem Hintergrund die Gefahr, dass der Beschwerdeführer bei entsprechender Gelegenheit wieder gleich handeln würde, zumal er sich - zumindest anlässlich der Hauptverhandlung - in das Unrecht seiner Tat nur bedingt einsichtig zeigte und es mit der Wahrheit nicht allzu genau nahm. Weiter gewichtet sie erschwerend, dass der Beschwerdeführer vorbestraft ist. Er hatte sich im Jahr 2005 der versuchten vorsätzlichen Tötung schuldig gemacht und damit ebenfalls ein schwerwiegendes Delikt begangen. Sie sieht in dieser Tat, auch wenn der Beschwerdeführer anfangs provoziert worden war, eine Geringschätzung des menschlichen Lebens. Die erneute Begehung eines Delikts mit einer erheblichen Gefährdung für die Gesundheit vieler Menschen lässt nach Auffassung der Vorinstanz auf eine nicht zu übersehende Unbelehrbarkeit und Gleichgültigkeit gegenüber der schweizerischen Rechtsordnung schliessen. Unter dem Aspekt der Achtung des Privat- und Familienlebens gemäss Art. 13 BV und Art. 8 EMRK berücksichtigt die Vorinstanz, dass die nahe und tatsächlich gelebte Beziehung des Beschwerdeführers zu seinen Kindern nicht in bisherigem Ausmass weitergelebt werden könnte. Sie relativiert indes die Auswirkungen einer Landesverweisung auf das Familienleben, da die Kinder bereits jetzt nicht mehr mit dem Beschwerdeführer zusammenleben, sondern bei ihrer Mutter, welche die Hauptbetreuung wahrnimmt. Zudem kann der Kontakt zu den Kindern, wie die Vorinstanz ausführt, über die modernen Kommunikationsmittel aufrecht erhalten oder mit Besuchen während den Schulferien gepflegt werden. Schliesslich erachtet es die Vorinstanz auch als denkbar, dass die Familie dem Beschwerdeführer in die Dominikanische Republik folgen würde, da die Ex-Ehefrau ebenfalls über die dominikanische Staatsbürgerschaft verfügt, erst Ende 2010 in die Schweiz eingereist ist und die Kinder noch in einem anpassungsfähigen Alter sind. Bezüglich Reintegration des Beschwerdeführers in seinem Heimatland berücksichtigt die Vorinstanz, dass dieser bis zum Alter von 9 Jahren in der Dominikanischen Republik lebte und in der Vergangenheit regelmässig ferienhalber dorthin reiste. Er kennt die Verhältnisse vor Ort und spricht spanisch. Auch wenn eine Wiedereingliederung sicher schwierig wäre, erachtet die Vorinstanz eine solche als möglich und zumutbar, zumal es dem Beschwerdeführer aufgrund seiner Ausbildung, seiner langjährigen Arbeitserfahrung und seinen Sprachkenntnissen ohne Weiteres möglich wäre, in seinem Heimatland eine vergleichbare Arbeit zu finden.