Citation: 1C_254/2023 E. 4

Die Vorinstanz hielt fest, der Beschwerdeführer habe am 20. Februar 2018 ein akutes akustisches Trauma erlitten, nachdem auf der Baustelle, auf welcher er beruflich tätig war, eine andere Person einen Hochspannungsleistungsschalter betätigt hatte, wodurch ein lauter Knall erschallte. Vom 9. bis 20. April 2018 sei ihm eine vollständige Arbeitsunfähigkeit attestiert worden. In medizinischer Hinsicht liesse sich beim Beschwerdeführer, der bereits vor dem Vorfall vom 20. Februar 2018 an einer an Taubheit grenzenden Schwerhörigkeit litt und mit Hörgeräten versorgt war, audiologisch nur eine geringgradige Zunahme der Hochtonschwerhörigkeit nachweisen. Hauptsymptomatik sei ein deutlich verstärkter Tinnitus. Nach Ansicht der Vorinstanz ist jedoch durch nichts belegt, dass der Knall ohne Vorwarnung erschallt oder kein Sicherheitshinweis beim Eingang angebracht worden sei und der Beschwerdeführer sich (vor dem Knall) ahnungslos in den Raum begeben habe. Der Beschwerdeführer habe die Arbeitgeberin nicht zeitnah über das bei der Arbeit erlittene Hörtrauma informiert. Dass er dies unterlassen habe, weil er das ohnehin belastete Arbeitsverhältnis nicht weiter strapazieren wollte, sei nicht glaubhaft. Das Knalltrauma habe sich nach seinen Angaben am 20. Februar 2018 ereignet. Zwei Wochen später sei die Kündigung mit sofortiger Freistellung erfolgt. Spätestens ab dann habe sich eine Meldung über die erlittene Schädigung und das Stellen eines Strafantrags wegen fahrlässiger Körperverletzung nicht mehr negativ auf das Arbeitsverhältnis auswirken können. Obschon der Beschwerdeführer sich mit Schreiben vom 20. April 2018 gegen die angeblich missbräuchliche Kündigung gewehrt und arbeitsrechtliche Forderungen geltend gemacht habe, sei die behauptete Straftat unerwähnt geblieben. In einer weiteren Erwägung hielt die Vorinstanz fest, nach Lage der Akten sei weder der Inbetriebsetzer noch der Baustellenleiter, sondern der Beschwerdeführer selbst für die Sicherheit auf der Anlage verantwortlich gewesen. Als verantwortlicher Mitarbeiter hätte er die Sicherheitsvorkehren durchsetzen und dafür sorgen müssen, dass bei einer Schaltung niemand zu Schaden komme. Dass er seine Arbeitgeberin nicht über das erlittene Knalltrauma informiert habe, sei wohl dem Umstand geschuldet, dass er selbst die notwendigen Sicherheitsvorkehrungen vernachlässigt habe. Im Ergebnis verweigerte die Vorinstanz die beantragten Leistungen mit der Begründung, es sei dem Beschwerdeführer nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nicht gelungen darzutun, dass er im Zusammenhang mit dem Vorfall vom 20. Februar 2018 Opfer einer anspruchsbegründenden Straftat im Sinne des Opferhilfegesetzes geworden sei.