Citation: U 310/04 21.04.2005 E. 5

5.1 Das kantonale Gericht hat im angefochtenen Entscheid mit einlässlicher Begründung überzeugend dargelegt, weshalb dem umfassenden polydisziplinären Gutachten volle Beweiskraft zukommt. Zum Zwecke dieser Begutachtung weilte die Versicherte vom 30. April bis 4. Mai 2001 in der Klinik V.________. Dabei wurde sie - am 30. April 2001 neurologisch durch Dr. med. H.________, - am 2. Mai 2001 internistisch und rheumatologisch durch Dr. med. M.________ - und am 3. sowie 4. Mai 2001 während drei Stunden durch Dr. med. R.________ psychiatrisch und psychosomatisch eingehend untersucht. Zusätzlich erfolgte am 30. April und am 1. Mai 2001 eine Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL). Die verschiedenen Teilgutachten der ausserordentlich ausführlichen multidisziplinären Abklärung umfassen zusammen mit dem polydisziplinären (Haupt-) Gutachten insgesamt 95 Seiten. 5.2 Soweit die Beschwerdeführerin behauptet, das polydisziplinäre Gutachten sei weder schlüssig noch nachvollziehbar, sondern widersprüchlich und nicht überzeugend, kann ihr nicht gefolgt werden. Insbesondere trifft nicht zu, dass sich Dr. med. R.________ nicht mit den abweichenden Berichten der Dres. med. U.________ und L.________ auseinander gesetzt habe. In der abschliessenden interdisziplinären Diskussion der Ergebnisse der einzelnen fachärztlichen Untersuchungen nahmen die Gutachter in der Beurteilung (S. 29 ff.) gemäss polydisziplinärem Gutachten nicht nur auf die psychiatrischen Untersuchungsergebnisse des Dr. med. U.________, sondern auch auf die Feststellungen des Dr. med. L.________ Bezug. Wie die Vorinstanz zutreffend erkannte, brauchte sich das polydisziplinäre Gutachten nicht minutiös mit jeder abweichenden medizinischen Meinungsäusserung im Einzelnen ausführlich auseinanderzusetzen, sondern durfte sich im Rahmen der ausserordentlich umfassenden Untersuchung der Versicherten bei der eingehenden multidisziplinären Diskussion der Befunde im Wesentlichen mit der Kenntnisnahme der vorhandenen Akten und der Berücksichtigung der darin enthaltenen Informationen begnügen (vgl. Urteil H. vom 20. September 2002, 6P.91/2002, Erw. 2.1.2 mit Hinweisen). Soweit die Beschwerdeführerin geltend macht, die in den medizinischen Vorakten vorhandenen Arztberichte der Dres. med. Saner, U.________, S.________ und P.________ sowie des Dr. med. L.________ hätten zwingend von den Gutachtern diskutiert werden müssen, nicht aber vom Gericht, widerspricht ihre Auffassung dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung, wonach das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten (BGE 125 V 352 Erw. 3a). Im Weiteren legte das kantonale Gericht überzeugend dar, weshalb auf die psychiatrisch-psychosomatische Beurteilung gemäss Teilgutachten des Dr. med. R.________ abzustellen ist, obwohl er im Zusammenhang mit der unter anderem gestellten Diagnose Z73.1 (nach ICD-10) ungenau nicht auf "akzentuierte Persönlichkeitszüge", sondern auf ein "abnormes Krankheitsverhalten bei schizoidem Persönlichkeitsstil" der Versicherten hinwies. Demnach ist diese Charakter-Diagnostik so zu verstehen, dass bei der Beschwerdeführerin prädisponierende Charaktereigenschaften, denen als solcher kein Krankheitswert zukommt, prätraumatisch vorhanden waren und schliesslich unter den konkreten familiären Umständen nach dem Unfall zu einer anhaltenden Dekompensation wesentlich beitrugen. Der sorgfältigen und detaillierten Beweiswürdigung der vorhandenen medizinischen Akten im angefochtenen Entscheid ist nichts beizufügen. Was die Versicherte sonst gegen die Zuverlässigkeit des polydisziplinären Gutachtens vorbringt, ist unbegründet.