Citation: 8C_737/2019 E. 5.1.2

5.1.2. Des Weiteren rügt der Versicherte, das kantonale Gericht habe nicht berücksichtigt, dass die Gutachter im Vergleich zur Expertise aus dem Jahr 2016 unter der Rubrik "mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit" zusätzliche Diagnosen aufgeführt hätten. Da diese hinzugetretenen Diagnosen also einen wesentlichen Einfluss auf die noch zumutbaren Tätigkeiten hätten, bestehe ein offensichtlicher Widerspruch, soweit im orthopädischen (Teil-) Gutachten aus dem Jahr 2018 von einer leichten Verbesserung des Gesundheitszustandes ausgegangen werde. Da die Vorinstanz auf dieses Argument nicht eingegangen sei, habe sie das rechtliche Gehör bzw. die gesetzliche Begründungspflicht verletzt. Ausserdem habe sich der orthopädische Experte mit den Befunden gemäss Abklärungsbericht der Dr. med. B.________, Rheumatologie FMH, vom 28. Februar 2017 - namentlich mit der Einschätzung, dass sich der gesundheitliche Zustand seit der Begutachtung 2016 verschlechtert habe - nicht begründet befasst. Deshalb komme dem Gutachten auch materiell kein Beweiswert zu. Das kantonale Gericht sei zudem nicht auf den (vorinstanzlich eingereichten) Austrittsbericht der Klinik für Orthopädie/Traumatologie, Spital C.________, vom 20. September 2018 und die Stellungnahme der Dr. med. B.________ vom 2. November 2018 eingegangen. Aus diesen ergäben sich zusätzliche Befunde, die im Gutachten weder erhoben noch beurteilt worden seien, sodass auf die darin enthaltene Einschätzung der Arbeitsfähigkeit nicht abgestützt werden könne. Wie bereits im angefochtenen Entscheid ausgeführt wird, bildet nicht die Anzahl der Diagnosen, die unter der Rubrik "mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit" aufgelistet sind, den Ausschlag für das Ausmass der Einschränkung der Arbeitsfähigkeit, sondern der Schweregrad der Befunde sowie die konkreten Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit. Ausserdem erscheint das Abstellen auf das MEDAS-Gutachten vom 22. Januar 2018 auch im Vergleich mit dem Bericht der Dr. med. B.________ vom 28. Februar 2017 nicht als willkürlich. Die Rheumatologin hat zwar von einer Verschlechterung des Zustandes seit 2015 mit Zunahme des lumbo- und zervikoradikulären Syndroms, der degenerativen Veränderungen beider Knie und der Adipositas berichtet. Dem orthopädischen Experten war diese Einschätzung bekannt, wie sich aus dem Gutachten ergibt. Im Gegensatz zur behandelnden Rheumatologin nahm er differenziert Stellung zur Befundkonsistenz und bezog namentlich auch die Beobachtungen bei der Messung des passiven Bewegungsumfangs (Halswirbelsäule, Schultergelenk, Lendenwirbelsäule, Arme und Beine) und bei der manuellen Untersuchung sowie die objektiv festgestellte fehlende Muskelminderung in seine Beurteilung mit ein. Wenn er deshalb in einer den gesundheitlichen Einschränkungen angepassten Erwerbstätigkeit - im Ergebnis unverändert im Vergleich zur Sachlage bei der ersten Rentenablehnung im Jahr 2016 - eine 100%ige Arbeitsfähigkeit attestierte, so kann dies nicht als offensichtlich unrichtig gelten. Auf die im vorinstanzlichen Verfahren eingereichten Berichte, die die Entwicklung nach Erlass der Verfügung vom 28. Mai 2018 betreffen, musste das kantonale Gericht sodann schon deshalb nicht eingehen, weil vorliegend lediglich der Leistungsanspruch basierend auf dem Gesundheitszustand, wie er sich bis zum 28. Mai 2018 darstellte, zur Debatte stehen kann.