Citation: 5P.44/2000 30.03.2000 E. 3

3.- Die Beschwerdeführerin macht geltend, weder das Bezirks- noch das Kantonsgericht hätten die Parteien zum Eheverlauf allgemein und besonders zu groben Äusserungen des Beschwerdegegners ihr gegenüber ("Land auf dem Friedhof") persönlich befragt. Es kann offen bleiben, ob ein entsprechender Anspruch sich überhaupt und zwingend auch für das kantonale Rechtsmittelverfahren aus aArt. 158 Ziffer 1 ZGB ergibt (vgl. Lüchinger/Geiser, Basler Kommentar, N. 7 zu aArt. 158 ZGB mit weiteren Nachweisen), dessen Verletzung im Rahmen der fraglos zulässigen Berufung geprüft werden könnte (Art. 84 Abs. 2 OG; z.B. Urteil vom 5. März 1996, E. 2a, in: SJ 1996 S. 451, betreffend Zulässigkeit eines Scheidungsurteils nach Säumnis einer Partei im Termin). Denn der Grundsatz von Treu und Glauben im Prozess gebietet den Parteien, festgestellte Verfahrensmängel rechtzeitig anzuzeigen (zuletzt: BGE 125 V 373 E. 2b/aa S. 375; Urteil des Bundesgerichts vom 14. Januar 1999, E. 2d, in: Pra 88/1999 Nr. 126 S. 681; 121 I 30 E. 5f S. 38; 120 Ia 19 2c/aa S. 24 und 48 E. 2e/bb S. 55, je mit Hinweisen). Falls bereits das Bezirksgericht eine persönliche Befragung der Parteien im Scheidungspunkt unterlassen haben sollte, hätte die Beschwerdeführerin diesen Verfahrensmangel vor Kantonsgericht vortragen oder wenigstens in dieser Instanz darauf beharren müssen, dass die persönliche Befragung sich nicht erneut auf die Einkommens- und Vermögensverhältnisse beschränke. Nichts dergleichen hat die Beschwerdeführerin vorgekehrt. Die in der Berufungserklärung behauptete Verletzung des rechtlichen Gehörs hat sich auf die "vorstehenden Positionen" bezogen, d.h. die Frage der Invalidität der einen Tochter, die Vorlegung der Fragen an den Zeugen Pfarrer E.________ und die Gültigkeit der neuen Schätzung der ehelichen Liegenschaft (S. 3). Die Beschwerdeführerin legt auch nicht dar, den Verfahrensmangel im kantonalen Verfahren aufgegriffen zu haben. Heute ist es dazu zu spät (vgl. Egli, La protection de la bonne foi dans le procès, in: Verfassungsrechtsprechung und Verwaltungsrechtsprechung, Zürich 1992, S. 225 ff., S. 239 f.).