Citation: 6B_303/2017 E. 4.2

4.2. Die Vorinstanz erwägt (Urteil, S. 17 ff.), es sei beweismässig erstellt, dass der Beschwerdegegner 1 auf der Fahrbahn des Beschwerdeführers nahe der Mittellinie und die Beschwerdegegnerin 2 hinter ihm, aber nach links versetzt, also weiter in der Fahrbahn des Beschwerdeführers, gestanden seien, als dieser zuerst abbremsend auf die Polizeikontrolle zugefahren sei, ca. zehn Meter vor den Polizisten aber wieder beschleunigt habe. Die beiden Polizisten hätten sich nur durch einen Seitenschritt mit Linksdrehung retten können, um nicht von der linken Frontecke des Wagens des Beschwerdeführers erfasst zu werden. Für beide Polizisten habe in dieser Situation zweifellos eine unmittelbare Lebensgefahr bestanden. So habe die Beschwerdegegnerin 2 denn auch ausgesagt, die Lichter des Fahrzeugs seien direkt auf sie zugekommen. Der Beschwerdegegner 1 sei zwar nahe der Mittellinie gestanden, jedoch näher in Richtung des Beschuldigten, was ihm nach dem Warnruf seiner Kollegin noch weniger Zeit für eine Reaktion gelassen habe. Die Gefährdung sei konkret und akut gewesen und habe sich kausal und direkt aus der Tatsache ergeben, dass der Beschwerdeführer nicht angehalten habe und zehn Meter vor der Kontrolle sein Fahrzeug wider jegliches Erwarten wieder beschleunigt habe. Damit habe der Beschwerdeführer den objektiven Tatbestand von Art. 129 StGB in Bezug auf beide Polizisten und damit mehrfach erfüllt. Er habe zweifellos gewusst, dass sein Verhalten gefährlich bzw. unmittelbar lebensgefährdend war, weshalb ein direkter Gefährdungsvorsatz zu bejahen sei. Indem der Beschwerdeführer zuerst abgebremst habe, hätten die Polizisten davon ausgehen dürfen, er werde sich ihrer Kontrolle unterziehen. Dass er hingegen nur ca. zehn Meter vor den Polizisten, die in seiner Fahrbahn gestanden seien, wieder beschleunigt habe, müsse als besonders rücksichts- und hemmungslos gewertet werden. Sein offensichtliches Motiv, sich der Kontrolle zu entziehen, stehe dabei in keinem Verhältnis zur Grösse der geschaffenen unmittelbaren Lebensgefahr für zwei Personen. Sein Handeln müsse deshalb als skrupellos angesehen werden.