Citation: 4A_87/2018 E. 5.2.2

5.2.2. Hinsichtlich allfälliger Mängel der von ihrem Berater G.________ im Auftrag der Beschwerdeführerin unterbreiteten Kaufofferte liefert das Gutachten, wie auch die Vorinstanz zutreffend erkennt, eine besonders klare und eindeutige Antwort. Die der Kaufofferte zugrunde gelegten Berechnungen von G.________ seien "sowohl von der Methodik her als auch hinsichtlich der verwendeten Zahlen und Annahmen kaum nachvollziehbar und in wesentlichen Teilen grundsätzlich falsch". Im Rahmen seiner Bewertung habe G.________ "sowohl methodische als auch grundsätzliche Fehler begangen". Insbesondere habe er die Vorjahreszahlen nicht bereinigt: in den relevanten Erfolgsrechnungen habe er den Unternehmerlohn und die darauf anfallenden Sozialbeträge nicht abgezogen und keine kalkulatorische Abschreibungen berücksichtigt. Weiter habe er seine ungenügend kommentierten Berechnungen ausschliesslich auf Vergangenheitszahlen gestützt. Zudem wirke "befremdlich", dass G.________, Berater der Beschwerdeführerin als Käuferin, (auch) eine Bewertung aus Sicht des Beschwerdegegners als Verkäufer vorgenommen habe. Dass eine mit derartigen grundsätzlichen Fehlern behaftete Unternehmensbewertung geeignet ist, eine Fehlvorstellung über den tatsächlichen Wert des Garagenbetriebes zu bewirken, liegt auf der Hand. Bei den zur Diskussion stehenden fehlerhaften Zahlen und Annahmen handelt es sich um wertbeeinflussende Faktoren, über die ein Grundlagenirrtum möglich ist (vgl. Urteil 4A_97/2016 vom 11. August 2016 E. 2.3). Die vom Beschwerdegegner zur Verfügung gestellten Erfolgsrechnungen, welche weder den Unternehmerlohn und die darauf anfallenden Sozialbeträge noch die erforderlichen Abschreibungen berücksichtigten, bildeten die Grundlage für die fehlerhafte Bewertung des Betriebes. Die mangelhaften Berechnungen ihres Beraters bewirkten, dass die Beschwerdeführerin zum Zeitpunkt der Kaufofferte einem Irrtum über die Grundlagen der Kaufpreisberechnung unterlag.