Citation: 2C_568/2021 E. 5.2.2

5.2.2. Unter Würdigung der vorliegenden Vollzugs- und Therapieberichte sowie der im neuerlichen Strafverfahren erfolgten psychiatrischen Begutachtung des Forensisch-Psychiatrischen Dienstes vom 13. Mai 2019 kam die Vorinstanz zum Schluss, dass eine Rückfallgefahr nicht ausgeschlossen werden könne. Der Beschwerdeführer habe eine langjährige und vielfache Delinquenz an den Tag gelegt und sich dabei weder von strafrechtlichen (bedingt ausgesprochenen Strafen, Probezeiten, Bewährungshilfe, laufende Strafuntersuchung) noch von ausländerrechtlichen Massnahmen (Verwarnung, Verlängerung der Kontrollfrist für die Niederlassungsbewilligung) abschrecken lassen. Die positiven Verlaufsberichte seiner Therapien seien zu relativieren. So sei der Forensisch-Psychiatrische Dienst von einer bloss moderaten Therapiebereitschaft und -fähigkeit ausgegangen. Entscheidend sei aber vor allem, dass der Beschwerdeführer seine Alkoholsucht noch nicht überwunden habe. In Hafturlauben sei es zu zwei (entdeckten) Rückfällen gekommen. Der Forensisch-Psychiatrische Dienst habe darauf verwiesen, dass die Überwindung der Sucht eine mehrjährige Therapie erfordere, wobei (weitere) Rückfälle nicht unwahrscheinlich seien. Komme es zu Rückfällen, sei von einer hohen Wahrscheinlichkeit erneuter Delinquenz auszugehen. Wohl habe sich der Forensisch-Psychiatrische Dienst in seinem Gutachten nur zur Rückfallgefahr im Zusammenhang mit Strassenverkehrsdelikten geäussert. Es bestehe jedoch kein Zweifel daran, dass der Alkoholkonsum ein wesentlicher Faktor für die Straffälligkeit überhaupt sei, mithin auch in anderen Deliktskategorien.