Citation: 1B_200/2016 E. 2.4.2

2.4.2. Anzeichen dafür, dass der Beschwerdeführer in Freiheit ernsthafte Anstrengungen unternehmen würde, um seine starke Drogensucht zu überwinden und seine Lebenssituation nachhaltig zu verändern, sind nicht ersichtlich. Es ist somit zu erwarten, dass er in Freiheit sein altes Leben am Rand der Gesellschaft weiterführen und versuchen würde, irgendwie an Geld für den Erwerb von Heroin heranzukommen. Allerdings ist zu beachten, dass sich der Beschwerdeführer vor seiner Verhaftung trotz langjähriger Drogensucht bisher nie schwere Straftaten zu Schulden kommen liess; er kam zwar immer wieder mit dem Gesetz in Konflikt, beging indessen bloss Delikte mit Bagatellcharakter. Der Beschwerdeführer war für die Gesellschaft damit eher lästig als gefährlich. Dass sich dies grundlegend geändert haben könnte, liegt nicht nahe. Nach aktuellem Tatverdacht hat er einen finanzstarken Hintermann gefunden, der ihm Geld für den Ankauf von Heroin überliess, wobei es ihm gelang, das Heroin so günstig einzukaufen, dass er 2/3 des erhaltenen Geldes für sich verwenden konnte. Dieser unbekannte Dritte ist naturgemäss Ziel polizeilicher Ermittlungen und dementsprechend unter hohem Fahndungsdruck; er wäre daher zurzeit wohl weder willens noch in der Lage, den Beschwerdeführer weiterhin als Ankäufer von Heroin zu beschäftigen, ganz abgesehen davon, dass dieser nach der Zerschlagung des Drogenhändlerrings, mit dem er bisher gehandelt haben soll, zuerst neue Lieferanten suchen müsste. Auch das Obergericht geht nicht davon aus, dass der Beschwerdeführer nach einer Entlassung seine bisherige Tätigkeit im Drogenhandel quasi nahtlos weiterführen könnte bzw. würde, sondern befürchtet nur, dass er dies "mittelfristig" tun könnte.