Citation: 1C_379/2017 E. 5.5

5.5. Der von der Beschwerdeführerin angerufene § 1 Abs. 3 AWaV regelt die Waldgrenze, wenn innerhalb des Waldsaumes eine eindeutige, dauernde Abgrenzung, wie eine Mauer oder eine Strasse besteht. Diese Bestimmung beantwortet jedoch die Frage nicht, ob eine Strasse, die auf beiden Seiten von mit Bäumen bestockten Flächen gesäumt ist, den Wald begrenzt und damit zu einem Waldsaum führt. Die Vorinstanz durfte daher bezüglich dieser Frage willkürfrei die Richtlinien anderer Kantone berücksichtigen. Zudem hatte sie auch die Zielsetzungen des Bundesgesetzes über den Wald, das namentlich dafür sorgen soll, dass der Wald seine Schutz- und Nutzfunktion erfüllen kann, zu beachten (Art. 1 Abs. 1 lit. c WaG). Bezüglich der geschützten Waldfunktionen führt das BAFU in seiner Stellungnahme überzeugend aus, die Baumgruppe nördlich des drei Meter breiten Bewirtschaftungswegs bilde zusammen mit dem im Süden angrenzenden Wald aufgrund des Zusammenwuchses im Kronen- und Wurzelbereich optisch und ökologisch eine Einheit. Demnach durfte die Vorinstanz bundesrechtskonform annehmen, der Bewirtschaftungsweg begrenze - ähnlich wie eine forstliche Waldstrasse - die südlich davon liegende Waldfläche nicht, weil diese zusammen mit den nördlich des Wegs gewachsenen Bäumen einheitliche Waldfunktionen erfülle (vgl. BGE 110 Ib 145 E. 4. S. 147 f.). Diese Bäume bilden daher keine isolierte Baumgruppe im Sinne von Art. 2 Abs. 3 WaG. Daran vermag Art. 18 TVAV nichts zu ändern, da die darin vorgesehene Regelung der bestockten Flächen bezüglich der Definition des Waldes auf Art. 2 Abs. 1 WaG verweist und sie nur Flächen zum Objekt «übrige bestockte Flächen» zählt, sofern die Flächen nicht - wie im vorliegenden Fall - den Objekten «geschlossener Wald» zugeordnet werden können (Abs. 1 und 7). Nach dem Gesagten kann dem Antrag der Beschwerdeführerin, die Waldgrenze im Süden der Parzelle Nr. 870 am südlichen Rand der Strasse zu belassen, nicht stattgegeben werden.