Citation: 4A_544/2013 E. 3.2.2

3.2.2. Die Beschwerdegegnerin brachte im Schiedsverfahren vor, dass C.________ SA das Transfer Agreement nicht in eigenem Namen, sondern als ihre Stellvertreterin abgeschlossen habe. Sie berief sich gemäss dem angefochtenen Entscheid auf verschiedene Bestimmungen sowohl des Management Agreement vom 29. Dezember 2000 als auch des Transfer Agreement vom 13. Januar 2004 und schloss daraus auf ein Stellvertretungsverhältnis; dieses sei der Beschwerdeführerin bewusst gewesen, als sie das Transfer Agreement unterzeichnete. Aufgrund dieser Vorbringen beschränkte sich das Verfahren inhaltlich weitgehend auf die Frage, für wen C.________ SA das Transfer Agreement abgeschlossen hatte und das Schiedsgericht prüfte daher die Beziehung zwischen C.________ SA und der Beschwerdegegnerin einerseits und diejenige zwischen C.________ SA und der Beschwerdeführerin andererseits. Die Beschwerdeführerin stellt vor Bundesgericht nicht in Frage, dass im konkreten Fall aufgrund eines Verweises in den für massgebend erklärten FIFA-Regeln das schweizerische Recht anwendbar ist und bestätigt im Übrigen selbst, dass dies im Schiedsverfahren nie strittig war. Ging es im Schiedsverfahren aber hauptsächlich darum, ob C.________ SA das Transfer Agreement vom 13. Januar 2004 in eigenem Namen und auf eigene Rechnung abschloss oder aber - nach schweizerischem Recht - von einem Stellvertretungsverhältnis auszugehen war, lag die Anwendung der massgebenden Bestimmungen nach Art. 32 ff. OR auf der Hand. Es war aufgrund der Vorbringen der Beschwerdegegnerin naheliegend, dass das Schiedsgericht auch die Voraussetzungen einer direkten Stellvertretung nach Art. 32 Abs. 2 OR prüfte; unabhängig davon, ob sich die Parteien in ihren Eingaben ausdrücklich auf diese Bestimmung beriefen. Inwiefern deren Anwendung überraschend sein soll, leuchtet nicht ein; im Gegenteil musste die Beschwerdeführerin im konkreten Fall offensichtlich mit der Erheblichkeit dieser Rechtsnorm rechnen. Entsprechend war das Schiedsgericht nicht verpflichtet, die Parteien vorgängig über die Anwendung von Art. 32 Abs. 2 OR zu informieren und ihnen eigens Gelegenheit zu geben, dazu Stellung zu nehmen. Entgegen dem, was die Beschwerdeführerin anzunehmen scheint, kann weder der Einwand, es seien im konkreten Fall nur ausländische Parteien mit ausländischen Rechtsvertretern beteiligt gewesen, welche die mögliche Tragweite von schweizerischen Rechtsnormen nicht zu erfassen vermöchten, noch die ins Feld geführte "Spezialität" der Sportschiedsgerichtsbarkeit zu einer allgemeinen Pflicht des Schiedsgerichts führen, die Parteien jeweils ausdrücklich zur Stellungnahme zur möglichen Anwendung der einschlägigen Gesetzesbestimmungen aufzufordern. Indem die Beschwerdeführerin vorbringt, die Bestimmungen des Management wie auch des Transfer Agreement seien unmissverständlich und hätten von den Parteien nur so verstanden werden dürfen, dass C.________ SA hinsichtlich des Spielertransfers in eigenem Namen und auf eigene Rechnung gehandelt habe, zeigt sie keinen gesetzlich vorgesehenen Beschwerdegrund nach Art. 190 Abs. 2 IPRG auf, sondern kritisiert lediglich in unzulässiger Weise die schiedsgerichtliche Vertragsauslegung, was sie in der Beschwerdeschrift im Übrigen selbst anerkennt. Die Rüge, das Schiedsgericht habe den Grundsatz des rechtlichen Gehörs verletzt, ist unbegründet.