Citation: 1C_105/2022 E. 6.1

6.1. Ob das neue Recht im Vergleich zum alten Recht milder ist, beurteilt sich nicht nach einer abstrakten Betrachtungsweise, sondern in Bezug auf den konkreten Fall (Grundsatz der konkreten Vergleichsmethode). Das Gericht hat die Tat sowohl nach dem alten als auch nach dem neuen Recht (hypothetisch) zu prüfen und durch Vergleich der Ergebnisse festzustellen, nach welchem der beiden Rechte der Täter oder die Täterin besser gestellt ist (vgl. BGE 147 IV 471 E. 4, 241 E. 4.2.2; 142 IV 401 E. 3.3; 134 IV 82 E. 6.2.1; Urteil 1C_626/2021 vom 3. November 2022 E. 5.1 [zur Publ. vorgesehen]; je mit Hinweisen). Die günstigere Rechtslage bestimmt sich nicht nach dem subjektiven Empfinden des Täters oder der Täterin, sondern nach objektiven Gesichtspunkten (Grundsatz der Objektivität; vgl. BGE 147 IV 471 E. 4; 134 IV 82 E. 6.2.2; Urteil 1C_626/2021 vom 3. November 2022 E. 5.1 [zur Publ. vorgesehen]; je mit Hinweisen). Steht fest, dass die Strafbarkeit des fraglichen Verhaltens unter dem neuen Recht fortbesteht, sind die gesetzlichen Strafrahmen bzw. Sanktionen zu vergleichen (vgl. BGE 147 IV 417 E. 4; 134 IV 82 E. 6.2.1; Urteil 1C_626/2021 vom 3. November 2022 E. 5.1 [zur Publ. vorgesehen]; je mit Hinweis).