Citation: 6S.114/1999 12.05.2000 E. 2

2.- Der Beschwerdeführer macht geltend, die Vorinstanz habe zu Unrecht nur auf eine mittelgradig verminderte Zurechnungsfähigkeit erkannt und eine schwere Verminderung der Zurechnungsfähigkeit verneint. Die Vorinstanz habe kritiklos die Ausführungen des psychiatrischen Sachverständigen in der Hauptverhandlung übernommen. Sie hätte umso eher Anlass gehabt, eine schwer verminderte Zurechnungsfähigkeit anzunehmen, als der Sachverständige Dr. Rothschild eine schwere Verminderung angenommen habe. Im Übrigen habe der Beschwerdeführer darauf hingewiesen, es sei eine rechtsungleiche Behandlung, wenn der mitangeklagten Frau S.________, deren Biographie im Gegensatz zu der des Beschwerdeführers nicht von sexuellen Misshandlungen belastet sei und der keine schwerstperversen Handlungen anzulasten seien, eine im mittleren Grade verminderte Zurechnungsfähigkeit zugestanden werde, dem Beschwerdeführer jedoch, dessen Persönlichkeitsstörung biographisch eindeutig belegt sei und überdeutlich in den ihm vorgeworfenen Taten zum Ausdruck gelange, eine Verminderung der Zurechnungsfähigkeit in gleichem Ausmasse attestiert werde. Die Vorinstanz hat sich eingehend mit der Frage der Zurechnungsfähigkeit des Beschwerdeführers auseinander gesetzt (Urteil S. 122 ff.). Prof. Dittmann sei zu folgendem Ergebnis gekommen: Das Ausmass der Persönlichkeitsstörung und die Störung im sexuellen Bereich seien beim Beschwerdeführer derart, dass von einer mangelhaften geistigen Entwicklung im Sinne von Art. 11 StGB gesprochen werden müsse. Bezüglich aller ihm vorgeworfenen Delikte habe der Beschwerdeführer aufgrund seiner Intelligenz und der Vorkehren, die er für die Taten und gegen ein Entdecken getroffen habe, gewusst, dass er etwas Verbotenes tue. Die Steuerungsfähigkeit sei beeinträchtigt gewesen, und zwar in etwa mittlerem Mass bei den Misshandlungen von X. und Y. und leichtgradig bei den sexuellen Handlungen mit Z. Zu dieser Beurteilung gelangte Prof. Dittmann, weil er die festgestellte Störung in etwa in der Mitte liegend zwischen einer Geisteskrankheit und Normalität ansiedelte und ein totaler Kontrollverlust bei den angelasteten Handlungen nicht eingetreten sei. Der Beschwerdeführer habe sich beispielsweise bei der Misshandlung von X. und Y. an einen gewissen Zeitplan gehalten, was ihm einen gewissen Handlungsspielraum gelassen habe (Urteil S. 126/7). Die Vorinstanz (S. 131) legt dar, die Folgerungen von Prof. Dittmann im Hinblick auf die Beurteilung des Masses der Verminderung der Zurechnungsfähigkeit seien nachvollziehbar. Zusammenfassend kommt die Vorinstanz zum Schluss, dass der Beschwerdeführer aufgrund seiner Persönlichkeitsstörung mit zusätzlicher Störung der sexuellen Präferenzen die Taten zum Nachteil von X. und Y. in mittelgradig verminderter Zurechnungsfähigkeit und diejenigen zum Nachteil von Z. im Zustand leicht verminderter Zurechnungsfähigkeit begangen habe. Diese Ausführungen lassen keine Bundesrechtsverletzung erkennen. Im Übrigen bemerkt die Vorinstanz in ihren Gegenbemerkungen zutreffend, dass sich verschiedene Persönlichkeitsstörungen und insbesondere deren Auswirkungen auf die Zurechnungsfähigkeit bei zwei Personen nicht direkt vergleichen lassen.