Citation: 4C.225/2002 07.02.2003 E. A

Am 28. August 1997 gewährte die Bank B.________ (nachfolgend Beklagte) A.________ (nachfolgend Bauherrin) einen Baukredit über 7 Millionen Franken zur Erstellung von Wohn- und Atelier-Einheiten, die im Stockwerkeigentum verkauft werden sollten. Bestandteil des Vertrages war eine Ablösung des bestehenden Landkredits über 3 Millionen Franken, so dass für die Baute 4 Millionen Franken zur Verfügung standen. Geplant war der Verkauf von einzelnen Wohnungen während der Bauphase, um zu weiteren Liquiditäten zu kommen. Die Bauherrin hatte am 10. Juli 1997 mit der X.________ AG (nachfolgend Klägerin) einen "Generalunternehmer-Werkvertrag" abgeschlossen. Darin wurden unter anderem Höchstpreise von pauschal Fr. 6'650'000.-- für den "Edelrohbau" und von Fr. 1'825'000.-- für den Ausbau, mithin insgesamt - ohne Land - von Fr.8'475'000.-- vorgesehen. Für die Kreditgewährung hatte die Bauherrin eine von der Beklagten verfasste "Werkvertragserklärung Bauherrin" und eine "Werkvertragserklärung Generalunternehmer" einzureichen. Letztere wurde von der Klägerin - zu Händen der Bauherrin, zwecks Weiterleitung an die Beklagte - dahingehend geändert, dass in folgendem Satz das Wort "teilweisen" ausgelassen wurde: "Wir haben zur Kenntnis genommen, dass sie Frau A.________ [...] einen Baukredit zur teilweisen Finanzierung der projektierten Wohn- und Gewerbeüberbauung [...] gewährt haben." Zudem ergänzte die Klägerin diese Erklärung mit folgendem Absatz: "Diese Werkvertragserklärung geben wir im Verständnis ab, dass mit der Gewährung des eingangs erwähnten Baukredites die vollständige Finanzierung der projektierten Wohn- und Gewerbeüberbauung [...] sichergestellt ist und dass damit die Verbindlichkeiten aus Generalunternehmer-Werkvertrag abgedeckt werden können." Die Beklagte reagierte bei der Zustellung der Erklärungen nicht auf diese Abänderungen. Im Juni 1998 war der Baukredit zu etwa Fr. 6'425'000.-- beansprucht. Da kein Objekt verkauft werden konnte, kam es zu Liquiditätsschwierigkeiten. Am 21. Juli 1998 erhöhte die Beklagte ihre Kreditlimite um eine Million auf insgesamt 8Millionen Franken (bzw. 5 Millionen für die Baute allein). Am 3. September 1998 ersuchte die Klägerin die Bauherrin um Bezahlung der fünften Rate über Fr. 987'000.--. Zu diesem Zeitpunkt war der Baukredit mit rund Fr. 7'356'000.-- beansprucht. Die Beklagte weigerte sich und erklärte, man müsse die gesamte Kreditsituation überdenken. Am 8. Dezember 1998 forderte die Klägerin die Beklagte direkt auf, die Rate zu bezahlen. Diese weigerte sich und zahlte in der Folge nichts mehr. Das nie fertig gestellte Objekt wurde vom Sturm "Lothar" beschädigt und zur Bauruine.