Citation: 1B_361/2009 05.01.2010 E. 2.2

2.2.1 Die Beschwerdeführerin bestreitet zwar nicht, auf ihren Vater geschossen zu haben. Sie macht jedoch geltend, in Notwehr gehandelt zu haben. Sie sei während der Auseinandersetzung in die Zimmerecke geraten. Ihr Vater habe ihr bereits früher gedroht, er könne sie mit einem Schlag töten. Aus Angst um ihr Leben habe sie zu der neben ihr liegenden Waffe gegriffen und abgedrückt. Ihre Mutter habe diese Schilderung bestätigt. Sie habe ausgesagt, der Vater habe seiner Tochter den Fluchtweg versperrt und ausgeholt, kurz bevor der Schuss losgegangen sei. 2.2.2 Im Gegensatz zum erkennenden Sachrichter hat das Bundesgericht bei der Überprüfung des allgemeinen Haftgrunds des dringenden Tatverdachts keine erschöpfende Abwägung sämtlicher belastender und entlastender Beweisergebnisse vorzunehmen. Macht ein Inhaftierter geltend, er befinde sich ohne ausreichenden Tatverdacht in strafprozessualer Haft, ist vielmehr zu prüfen, ob aufgrund der bisherigen Untersuchungsergebnisse genügend konkrete Anhaltspunkte für eine Straftat und eine Beteiligung des Beschwerdeführers an dieser Tat vorliegen, die Justizbehörden somit das Bestehen eines dringenden Tatverdachts mit vertretbaren Gründen bejahen durften. Im Haftprüfungsverfahren genügt dabei der Nachweis von konkreten Verdachtsmomenten, wonach das inkriminierte Verhalten mit erheblicher Wahrscheinlichkeit die fraglichen Tatbestandsmerkmale erfüllen könnte (vgl. BGE 116 Ia 143 E. 3c S. 146). Das Beschleunigungsgebot in Haftsachen lässt dabei nur wenig Raum für ausgedehnte Beweismassnahmen. Zur Frage des dringenden Tatverdachts hat der Haftrichter weder ein eigentliches Beweisverfahren durchzuführen, noch dem erkennenden Strafrichter vorzugreifen. Vorbehalten bleibt allenfalls die Abnahme eines liquiden Alibibeweises (vgl. BGE 124 I 208 E. 3 S. 210 mit Hinweisen). 2.2.3 Aus den Untersuchungsakten geht hervor, dass die Beschwerdeführerin am 5. Mai 2009 eine Faustfeuerwaffe erwarb. Diese lag nach Aussage der Beschwerdeführerin schussbereit in Griffnähe, als sie von ihrem Vater bedroht wurde. Gemäss dem Antrag der Staatsanwaltschaft vom 2. Dezember 2009 auf Fortsetzung der Untersuchungshaft gab die Beschwerdeführerin in der Folge fünf Schüsse auf ihren Vater ab. Zwar bestehen Anzeichen für eine Notwehrsituation, doch hat das Bundesgericht, wie erwähnt, keine erschöpfende Abwägung sämtlicher belastender und entlastender Beweisergebnisse vorzunehmen. Die Vorinstanz hat kein Bundesrecht verletzt, wenn sie im Ergebnis davon ausgegangen ist, dass genügend Anhaltspunkte für eine rechtswidrige vorsätzliche Tötung bestehen.