Citation: 5A_11/2010 18.03.2010 E. 8

Das Obergericht hat die Gerichtskosten der Appellationsverfahren gemäss §§ 112 ff. i.V.m. § 334 ZPO/AG verlegt und 5/8 der zweitinstanzlichen Gerichtskosten dem Beschwerdeführer auferlegt. Der Beschwerdeführer rügt die Kostenverlegung als willkürlich und macht geltend, die Beurteilung des Obsiegens und Unterliegens hätte zu einer Kostenverteilung von 1/6 zu seinen Lasten und 5/6 zu Lasten der Beschwerdegegnerin bzw. unter Berücksichtigung des weiten Ermessens des Gerichts zu einer vollständigen Kostenauflage auf die Beschwerdegegnerin führen müssen (S. 17 ff. Ziff. 6 der Beschwerdeschrift). 8.1 Das Obergericht hat die Grundsätze der Kostenverlegung dargestellt und festgehalten, die Beschwerdegegnerin vermöge mit Appellation betreffend Höhe und Dauer ihres Anspruchs auf nachehelichen Unterhalt zu rund 47 % durchzudringen. Dagegen erweise sich die vom Beschwerdeführer mit Appellation beantragte Reduktion und Verkürzung der nachehelichen Unterhaltsbeiträge als unbegründet. Jedoch werde auf das Anschlussappellationsbegehren der Beschwerdegegnerin hinsichtlich der beruflichen Vorsorge nicht eingetreten und anerkenne die Beschwerdegegnerin das Begehren des Beschwerdeführers im Güterrechtspunkt, womit sie diesbezüglich unterliege. Bei gleicher Gewichtung der beiden Appellationen und angesichts der Tatsache, dass Unterhalt, Güterrecht und Vorsorge im Verhältnis 8 : 1 : 1 stünden, seien die obergerichtlichen Verfahrenskosten dem Beschwerdeführer zu 5/8 und der Beschwerdegegnerin zu 3/8 aufzuerlegen (E. 5 S. 44 f. des angefochtenen Urteils). 8.2 Gegen die Kostenverlegung wendet der Beschwerdeführer ein, die richtige Berücksichtigung der Appellationsbegehren führe zu einer wesentlich anderen Aufteilung. Er rechnet dem Bundesgericht in allen Einzelheiten vor, dass die von ihm verlangten Herabsetzungen der Unterhaltsbeiträge im Vergleich zu den von der Beschwerdegegnerin geforderten Erhöhungen der Unterhaltsbeiträge in den zeitlich abgrenzbaren fünf Phasen zu einer Kostenverteilung von 1/6 zu seinen Lasten und 5/6 zu Lasten der Beschwerdegegnerin führen müssten, namentlich auch unter stärkerer Berücksichtigung des Anerkenntnisses der Beschwerdegegnerin im Güterrechtspunkt und der unzulässigen Anschlussberufung der Beschwerdegegnerin betreffend Vorsorgeausgleich. Willkür im Ergebnis vermag der Beschwerdeführer damit nicht darzutun, so dass auch dahingestellt bleiben kann, ob seine Berechnung der von der zürcherischen abweichenden aargauischen Praxis entspricht (vgl. BÜHLER/EDELMANN/KILLER, Kommentar zur aargauischen Zivilprozessordnung, 2.A. Aarau 1998, N. 7 Abs. 2 zu § 112 ZPO/AG). Der Beschwerdeführer verschweigt dem Bundesgericht in seiner ausführlichen Abrechnung des anteilsmässigen Obsiegens und Unterliegens, dass er selber nicht bloss die Herabsetzung von Unterhaltsbeiträgen, sondern mit Eingabe vom 11. September 2009 begehrt hat, es sei festzustellen, dass der Beschwerdegegnerin überhaupt kein nachehelicher Unterhalt zusteht. Wird dieses bedeutend weitergehende und erfolglose Begehren richtig berücksichtigt, erweist sich die Abrechnung des Beschwerdeführers von vornherein als untauglich zum Beleg von Willkür. Mit seinem zuletzt gestellten Feststellungsbegehren und damit seiner Appellation durfte er unter Willkürgesichtspunkten als vollständig unterliegend betrachtet werden, während die Beschwerdegegnerin mit ihren Appellationsbegehren gemäss obergerichtlicher Feststellung rund zur Hälfte obsiegt hat, was eine Kostentragung im Verhältnis von 3/4 (Beschwerdeführer) zu 1/4 (Beschwerdegegnerin) zur Folge hat (vgl. BÜHLER/EDELMANN/KILLER, a.a.O., N. 7 Abs. 1 zu § 112 ZPO/AG). Die Verschiebung der Kostenverlegung um einen Achtel zu Lasten der Beschwerdegegnerin lässt sich willkürfrei mit deren Unterliegen mit den wertmässig nebensächlichen Vorsorge- und Güterrechtsbegehren begründen, so dass die Kostenverlegung von 5/8 (Beschwerdeführer) zu 3/8 (Beschwerdegegnerin) nicht als willkürlich erscheint (Art. 9 BV; vgl. BGE 135 V 2 E. 1.3 S. 4). Inwiefern die Kostenverlegung aus anderen Gründen willkürlich sein könnte, lässt sich der Beschwerdeschrift nicht entnehmen (Art. 106 Abs. 2 BGG; vgl. BGE 134 II 349 E. 3 S. 352). 8.3 Aus den dargelegten Gründen bleibt die Beschwerde erfolglos, was die Willkürrügen gegen die Verlegung der zweitinstanzlichen Gerichtskosten betrifft