Citation: 8C_517/2020 E. 3.1

3.1. Das kantonale Gericht stützte sich bei seinem Entscheid - wie zuvor bereits die Suva - im Wesentlichen auf die ärztlichen Beurteilungen der Dr. med. E.________ vom 20. Oktober 2015 und 7. September 2018. Diese hielt fest, die Gehörschädigung sei nicht ausschliesslich beruflich verursacht worden, sondern es hätten auch endogene, berufsfremde Ursachen eine Rolle gespielt. Zum Wesen der Berufslärmschwerhörigkeit gehöre die symmetrische, beidseitig gleich stark ausgeprägte Hörstörung. Ab 2010 weiche das rechte Ohr ganz erheblich von der Hörschwelle des linken Ohres ab, was durch die noch bestehende Lärmbelastung am Arbeitsplatz nicht erklärbar sei. Ausserdem zeige sich ein deutlicher Abfall der Hörleistung im Tieftonbereich, was nicht mehr beruflichen, sondern endogenen Ursachen geschuldet sei. In der Klinik für Ohren- Nasen-, Hals- und Gesichtschirurgie des Spitals F.________, wo nach der Meldung der Verschlechterung eine Untersuchung in Auftrag gegeben worden sei, sei neben der Schwerhörigkeit eine Otosklerose festgestellt worden, durch die es zu einem Stopp der Schallübertragung und damit zu einer zusätzlichen Mittelohrschwerhörigkeit zur vorbestehenden Innenohrschwerhörigkeit gekommen sei. Das Ausmass der Erheblichkeit der Hörstörung, ein Hörverlust von jeweils mindestens 35 % je Ohr, sei aus beruflichen Gründen bis zum Schadenaudiogramm vom 24. März 2010 nicht erreicht worden. Die Erheblichkeit habe sich erst durch die zusätzliche otosklerose-bedingte Mittelohrschwerhörigkeit rechts ergeben. Bei der Kombination aus Berufslärmschwerhörigkeit und endogener Mittelohrschwerhörigkeit durch Otosklerose, so die Fachärztin weiter, könnten aufgrund der Gehörschadenprophylaxe im Audiomobil berufslärmbedingte und endogene Anteile der Hörstörung voneinander getrennt werden. Aus dem Verlauf der Audiogramme sei dokumentierbar, dass bei Ende der beruflichen Lärmexposition im August 2010 die Hörschwelle auf dem rechten Ohr in einer ungewöhnlichen Weise vom bisherigen Verlauf abweiche und organisch einer Otosklerose zugeordnet werden könne. Zur Berechnung der berufslärmbedingten Integritätseinbusse dürfe ausschliesslich das Audiogramm verwendet werden, das dem Ende der beruflichen Lärmexposition zeitlich am ehesten zugeordnet werden könne, mithin das Audiogramm vom 24. März 2010, das einen rein innenohrbedingten Abfall der Hörleistung links von 27,2 % zeige, welcher analog auf das rechte Ohr übertragen werden könne. Demgegenüber sei die plötzliche Zunahme des Hörverlusts rechts auf 90 % ausschliesslich berufskrankheitsfremd und durch eine Mittelohrschwerhörigkeit zu erklären, während sich eine schädliche berufliche Exposition ausschliesslich auf das Innenohrhörvermögen auswirke. Dr. med. E.________ verneinte schliesslich auch eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit durch den berufsbedingten Hörverlust. Wohl könne die Hörminderung insgesamt negative Auswirkungen auf das Wohlbefinden haben, doch gäbe es hierzu keine ärztlichen Befunde. Die Schwerhörigkeit ohne Angabe von weiteren psychosomatischen Beschwerden könne nicht als ursächlich für die Aufgabe des Berufs oder eine reduzierte Leistungsfähigkeit angesehen werden, betrage doch die Arbeitsfähigkeit bei Schwerhörigkeit/Ertaubung nach Ausschluss anderer leistungsmindernder Ursachen üblicherweise 100 %.