Citation: 6B_1470/2020 E. 3.2

3.2. Die Vorinstanz erwägt im Wesentlichen, behördlich angesetzte Fristen könnten grundsätzlich erstreckt werden, sofern vor Ablauf der Frist darum ersucht werde. Es sei zutreffend, dass die Bewährungs- und Vollzugsdienste kein Gesuch um Ansetzung einer Nachfrist gestellt hätten. Allerdings sei erstellt, dass sie die Verfügung vom 2. Juli 2020, womit sie erstmals zur Einreichung der Akten und einer Stellungnahme aufgefordert worden seien, nie erhalten hätten. Daraus dürfe ihnen aber kein Nachteil erwachsen. Zudem gelte im vorliegenden Verfahren der Untersuchungsgrundsatz (Art. 18 Abs. 1 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 23. Mai 1989 [VRPG/BE; BSG 155.21]). Damit sei der Sachverhalt von Amtes wegen abzuklären und die Vollzugsakten hätten deshalb ohnehin eingeholt werden müssen, zumal die Beurteilung einer bedingten Entlassung ohne die genannten Unterlagen nicht möglich gewesen wäre. Dem Beschwerdeführer sei durch die verspätete Eingabe auch kein Rechtsnachteil erwachsen. Es sei eine sehr kurze Nachfrist von lediglich vier Tagen angesetzt worden, weshalb sich das Verfahren nicht verzögert habe. Inhaltlich seien keine Ergänzungen angebracht worden, sondern es sei auf die Verfügung der Bewährungs- und Vollzugsdienste vom 5. Juni 2020 verwiesen worden. Es bestehe somit kein Grund, die eingereichten Vollzugsakten aus dem Recht zu weisen.