Citation: 1P.12/2007 13.06.2007 E. 4

4.1 Des Weitern macht der Beschwerdeführer willkürliche Beweiswürdigung und eine Verletzung der Unschuldsvermutung als Beweiswürdigungsregel geltend. 4.2 Art. 9 BV gewährleistet den Anspruch darauf, von den staatlichen Organen ohne Willkür behandelt zu werden. Willkür in der Beweiswürdigung liegt vor, wenn die Behörde in ihrem Entscheid von Tatsachen ausgeht, die mit der tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch stehen oder auf einem offenkundigen Fehler beruhen (BGE 127 I 38 E. 2a S. 41, mit Hinweisen). 4.3 Als Beweiswürdigungsregel besagt die Unschuldsvermutung ("in dubio pro reo", Art. 32 Abs. 1 BV und Art. 6 Abs. 2 EMRK), dass sich das Strafgericht nicht von einem für den Angeklagten ungünstigen Sachverhalt überzeugt erklären darf, wenn bei objektiver Betrachtung erhebliche und nicht zu unterdrückende Zweifel bestehen, ob sich der Sachverhalt so verwirklicht hat. Bei der Frage, ob angesichts des willkürfreien Beweisergebnisses solche Zweifel hätten bejaht werden müssen, greift das Bundesgericht nur mit Zurückhaltung ein, da das Sachgericht diese in Anwendung des Unmittelbarkeitsprinzips zuverlässiger beantworten kann (BGE 127 I 38 E. 2a S. 41; unpubl. Bundesgerichtsurteil 1P.428/2003 vom 8. April 2004, E. 4.2). 4.4 Gemäss dem angefochtenen Urteil ist unbestritten, dass der Unfall vom 18. Juni 2003 mit dem Fahrzeug Mercedes Benz verursacht wurde und der Beschwerdeführer am Abend des 17. Juni 2003 mit diesem Fahrzeug ins Dorf Kerns gefahren war. Der Beschwerdeführer bestreite jedoch, nach dem Besuch des Restaurants B.________ bzw. des Restaurants C.________ das Fahrzeug gelenkt zu haben. Er mache geltend, jemand anders habe ihn nach Hause gefahren, während er als Beifahrer geschlafen habe. Nach Auffassung des Obergerichts sprechen indessen einige gewichtige Indizien dafür, dass es sich bei der Person, welche die Kollision mit dem Opel Astra verursachte, um den Beschwerdeführer handelte, der in alkoholisiertem Zustand nach Hause fuhr. Darauf würden die vielen Widersprüche in den Aussagen des Beschwerdeführers bezüglich der besuchten Lokale, der konsumierten Getränke sowie des unbekannten Fahrers, der ihn nach Hause chauffiert haben soll, hinweisen. Unglaubwürdig sei insbesondere die Aussage des Beschwerdeführers, er sei während der Heimfahrt eingeschlafen und habe deshalb die Kollision mit dem Opel Astra nicht bemerkt. Trotz der starken Alkoholisierung müsse aufgrund der Umstände davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer bei der Kollision erwacht wäre, wenn er tatsächlich als Beifahrer geschlafen hätte. Insgesamt gebe es keine vernünftigen Gründe, um an der Täterschaft des Beschwerdeführers zu zweifeln, und es bestehe nur eine theoretisch entfernte Möglichkeit, dass sich der Sachverhalt anders zugetragen haben könnte. Der Beschwerdeführer beschränkt sich über weite Strecken darauf, seine eigene Auffassung derjenigen des Obergerichts entgegenzusetzen. So wendet er ein, die Widersprüche in seinen Aussagen seien auf seine Alkoholisierung zurückzuführen, obwohl aus dem angefochtenen Urteil unzweideutig hervorgeht, dass er vor dem Verhörrichter am 13. Januar 2004 die Angaben in der polizeilichen Erstbefragung vom 18. Juni 2003 bestätigte. Weiter beanstandet der Beschwerdeführer, die Annahme des Obergerichts, er wäre bei der Kollision erwacht, sei rein spekulativ. Das Obergericht begründete diese Annahme indessen aufgrund der Heftigkeit des Aufpralls, der örtlichen Distanz des Aufpralls zum Restaurant und der Sensibilität des Beschwerdeführers bezüglich Motorgeräusche. Von einer spekulativen, "aus der Luft gegriffenen" Annahme kann nicht die Rede sein. Im Übrigen macht der Beschwerdeführer nicht geltend, das verkehrstechnische Gutachten enthalte wesentliche Fehler. Von einer gewissen Relevanz ist einzig der Einwand des Beschwerdeführers, die Annahme seiner Täterschaft sei willkürlich, obwohl keine Fingerabdrücke am Lenkrad und an den Schalthebeln abgenommen worden seien. Es trifft zu, dass die Sicherung gut erhaltener Fingerabdrücke ein Beweis zugunsten oder zulasten des Beschwerdeführers dargestellt hätte. Dieser weist zu Recht darauf hin, dass die Auffassung des Obergerichts, die Erhebung von Fingerabdrücken dürfte in erster Linie zum Beweis der Anwesenheit des Täters angeordnet werden, strafprozessual nicht haltbar ist (vgl. Art. 3 Abs. 2 StPO/OW). In Anbetracht der übrigen Beweislage - unglaubwürdige Aussagen; Zeugenaussage, dass der Beschwerdeführer beim Verlassen des Restaurants Autoschlüssel in der Hand hielt - vermag die unterlassene Ermittlung nach Fingerabdrücken den Beweisschluss des Obergerichts aber nicht als untragbar erscheinen zu lassen. Die Beschwerde wegen Verletzung des Willkürverbots ist somit abzuweisen, soweit darauf überhaupt eingetreten werden kann (vgl. E. 2 hiervor). 4.5 Auch in Bezug auf die Rüge der Verletzung der Unschuldsvermutung ist nicht ersichtlich, inwiefern sich erhebliche und nicht zu unterdrückende Zweifel daran aufdrängen, dass sich der Sachverhalt so zugetragen hat, wie er der Anklageschrift zugrunde liegt. Im Gegenteil hat das Bundesgericht entschieden, dass das kantonale Sachgericht grundsätzlich ohne Verletzung der Unschuldsvermutung im Rahmen der Beweiswürdigung zum Schluss gelangen dürfe, der Halter habe das Fahrzeug selber gelenkt, wenn dieser sich in der Folge weigere, Angaben darüber zu machen, wer der tatsächliche Lenker gewesen sei (vgl. das Bundesgerichtsurteil 1P.641/2000 vom 24. April 2001, publ. in Pra 90/2001 Nr. 110, E. 4). Gemäss dem angefochtenen Urteil wurde das auf die Z.________ AG eingetragene Fahrzeug Mercedes Benz hauptsächlich vom Beschwerdeführer benutzt, weshalb auf dessen Halterschaft zu schliessen ist (vgl. BGE 129 III 102 E. 2.1 S. 103). In den Einvernahmen weigerte sich der Beschwerdeführer, konkrete Angaben zur Person des Fahrzeuglenkers zu machen, obwohl die Beweislage nach einer Erklärung rief. Der Beschwerdeführer gab auch nicht an, er wolle sich auf sein Schweigerecht berufen, da das Fahrzeug von einer Person aus seiner Familie gelenkt worden sei. Unter diesen Umständen durfte das Obergericht den Schluss ziehen, der Beschwerdeführer habe das Fahrzeug selber gelenkt. Daran vermag auch die fehlende Ermittlung nach Fingerabdrücken nichts zu ändern. Eine Verletzung der Unschuldsvermutung als Beweiswürdigungsregel liegt ebenfalls nicht vor.