Citation: 6B_4/2023 E. 7

Der Beschwerdeführer argumentiert zudem, die Polizei habe ihm keine Kopie des Protokolls vom 27. Januar 2022 übergeben, wozu sie jedoch verpflichtet gewesen wäre. Entgegen der Kritik des Beschwerdeführers lässt sich aus der StPO keine Pflicht der Polizei ableiten, der einvernommenen Person spontan eine Kopie des Einvernahmeprotokolls auszuhändigen. Die Parteien haben gemäss Art. 102 Abs. 3 StPO Anspruch auf Akteneinsicht, wobei sie gegen Entrichtung einer Gebühr auch die Anfertigung von Kopien verlangen können. Der Beschwerdeführer hätte gestützt auf Art. 102 Abs. 3 StPO daher die Aushändigung einer Kopie des Einvernahmeprotokolls verlangen können. Dass er dies tat und sein Gesuch zu Unrecht abgelehnt wurde, behauptet er nicht. Nichts zur Sache tut schliesslich der Hinweis des Beschwerdeführers, die Polizei habe ihm zu Unrecht keine Kontaktdaten übergeben, nachdem der Beschwerdeführer nicht darlegt, er habe erfolglos versucht, mit den Strafverfolgungsbehörden bspw. zwecks Mitteilung einer Adressänderung oder einer Ferienabwesenheit in Kontakt zu treten. Der Beschwerdeführer musste nach dem Gesagten im Sinne von Art. 85 Abs. 4 lit. a StPO mit Zustellungen rechnen, da er anlässlich der polizeilichen Anhaltung vom 27. Januar 2022 ausdrücklich darauf hingewiesen wurde.