Citation: 1P.679/2000 05.02.2001 E. 2

2.- a) Bei den angefochtenen Entscheiden handelt es sich um letztinstanzliche kantonale Entscheide im Sinne von Art. 86 Abs. 1 OG, gegen die kein anderes eidgenössisches Rechtsmittel zur Verfügung steht. b) Das Bundesgericht prüft von Amtes wegen und mit freier Kognition, ob ein Beschwerdeführer zur Erhebung der staatsrechtlichen Beschwerde legitimiert ist (BGE 113 Ia 247 E. 2 S. 249; 126 I 257 E. 1a S. 258, 207 E. 1 S. 209, je mit Hinweisen). Der Beschwerdeführer ist gemäss eigenen Angaben Genossenschafter und Angestellter der Genossenschaft, in deren Eigentum die vernichteten Hanfpflanzen standen. Die Staatsanwaltschaft sprach ihm in den angefochtenen Entscheiden die Rekurslegitimation mit der Begründung ab, nicht er selbst, sondern die Genossenschaft sei von den Beschlagnahmeverfügungen in ihren vermögenswerten Rechten direkt betroffen. Eine persönliche Beschwer des Rekurrenten sei nicht gegeben. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts zu Art. 88 OG ist der Beschwerdeführer zur staatsrechtlichen Beschwerde nur legitimiert, wenn er durch den angefochtenen Hoheitsakt in seinen rechtlich geschützten eigenen Interessen betroffen wird; zur Verfolgung rein tatsächlicher oder allgemeiner öffentlicher Interessen ist die staatsrechtliche Beschwerde nicht gegeben. Die eigenen rechtlichen Interessen, auf die sich der Beschwerdeführer berufen muss, können entweder durch kantonales oder eidgenössisches Gesetzesrecht oder aber unmittelbar durch ein angerufenes spezielles Grundrecht geschützt sein, sofern sie im Anwendungsbereich desselben liegen (BGE 126 I 81 E. 3b S. 85, mit Hinweisen). c) Der Beschwerdeführer begründet seine Legitimation damit, die angefochtenen Beschlagnahmeverfügungen verletzten ihn in seiner Eigentumsgarantie und Wirtschaftsfreiheit. Da Betreiberin der Hanfplantagen und Eigentümerin der Hanfpflanzen die Genossenschaft war, fragt sich, ob der Beschwerdeführer durch die Vernichtung der Pflanzen nicht nur in tatsächlichen sondern auch in rechtlich geschützten Interessen betroffen ist. Die Frage kann jedoch offen bleiben. Auch bei fehlender Legitimation in der Sache selbst ist der Beschwerdeführer nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung befugt, die Verletzung von kantonalen Verfahrensvorschriften zu rügen, sofern diese auf eine Rechtsverweigerung hinausläuft. Das nach Art. 88 OG erforderliche rechtlich geschützte Interesse ergibt sich diesfalls nicht aus einer Berechtigung in der Sache, sondern aus der Berechtigung, am Verfahren teilzunehmen. Wer an einem kantonalen Verfahren beteiligt war, kann in jedem Fall die Verletzung jener Parteirechte rügen, die ihm nach dem kantonalen Verfahrensrecht oder unmittelbar aufgrund des Bundesverfassungsrechts zustehen (BGE 126 I 81 E. 3b S. 86; 125 II 86 E. 3b S. 94; 114 Ia 307 E. 3c S. 312 f.; 113 Ia 247 E. 3 S. 250, je mit Hinweisen). d) Der Beschwerdeführer erachtet es als widersprüchlich, dass die Bezirksanwaltschaft die Beschlagnahmeverfügungen zwar ihm und weiteren Verfahrensbeteiligten eröffnete, die Staatsanwaltschaft aber anschliessend seine Rekurslegitimation verneinte. Er beruft sich auf das in Art. 9 BV enthaltene Willkürverbot sowie seinen Anspruch auf ein faires Verfahren gemäss Art. 6 EMRK. Die Beschlagnahmeverfügungen sind, wie in diesen ausdrücklich festgestellt wird, im Rahmen der gegen den Beschwerdeführer und weitere Angeschuldigte geführten Strafuntersuchung ergangen. Als Verfahrensbeteiligter ist der Beschwerdeführer befugt, die Nichteintretensentscheide der Staatsanwaltschaft mit diesen Rügen anzufechten. e) Ohne Weiteres legitimiert ist der Beschwerdeführer zur Anfechtung der Rekursentscheide, soweit er die Abweisung seiner Rekurse beanstandet. Als Angeschuldigter war der Beschwerdeführer gemäss § 395 Ziff. 3 des zürcherischen Gesetzes betreffend den Strafprozess vom 4. Mai 1919 (Strafprozessordnung; StPO) befugt, die Verfügungen der Bezirksanwaltschaft, mit welchen nicht nur die Beschlagnahme der sichergestellten grünen Hanfpflanzen sondern auch deren Verwertung und Vernichtung angeordnet wurden, anzufechten. Von dieser Überlegung liess sich auch die Staatsanwaltschaft insofern leiten, als sie die Rekurse des Beschwerdeführers hinsichtlich der von ihm geltend gemachten Aufbewahrungspflicht abwies. Der Beschwerdeführer bringt vor, die beschlagnahmten Hanfpflanzen hätten als Entlastungsbeweis bis zur Gerichtsverhandlung aufbewahrt werden müssen. Mit der Vernichtung der Hanfpflanzen hätten ihm die Strafverfolgungsbehörden die Möglichkeit genommen, zu beweisen, dass die ermittelten THC-Gehalte unzutreffend oder nicht repräsentativ seien. Die Beurteilung der Beweislage sei dem zuständigen Sachrichter vorbehalten. Mit ihren Feststellungen über eine allfällige Beweiswürdigung habe die Staatsanwaltschaft in dessen Kompetenz eingegriffen, die Verfahrensordnung willkürlich angewendet und das Recht des Beschwerdeführers auf ein faires Verfahren und eine effiziente Verteidigung im Sinne von Art. 6 EMRK verletzt. Als Angeschuldigter im Strafverfahren ist der Beschwerdeführer befugt, diese Rügen mit staatsrechtlicher Beschwerde vorzubringen.