Citation: I 102/03 12.01.2004 E. 2

Die Vorinstanz ist gestützt auf die von ihr eingeholten Lohnauskünfte zum Schluss gekommen, dass die Beschwerdeführerin im Jahr 2001 effektiv durchschnittlich 16,31 Stunden pro Woche als Raumpflegerin gearbeitet habe, und hat angenommen, dass ihr eine Erwerbstätigkeit in diesem Umfang auch zumutbar sei. 2.1 Nach den Bescheinigungen der Arbeitgeber hat die Versicherte im Jahr 2001 bei der K.________ Fr. 11'921.85 und bei der A.________ AG Fr. 2'394.25 verdient. Bei der P.________ AG erzielte sie nach den Berechnungen des kantonalen Gerichts einen Lohn von Fr. 4'215.-. Diese gab jedoch gar kein konkretes Jahreseinkommen an. Bei den offenbar geleisteten 148 Arbeitsstunden und einem Lohn von Fr. 26.- pro Stunde ergibt sich unter Berücksichtigung einer Gratifikation von Fr. 185.- ein Jahreslohn von Fr. 4'033.-, bei einem Stundenlohn von Fr. 26.25 resultiert lediglich eine Differenz von Fr. 37.-. Angesichts der nur geringen prozentualen Abweichung des von der Vorinstanz ermittelten Invaliditätsgrades von 65,34 % zu einem solchen von 66,66%, welcher Anspruch auf eine ganze Invalidenrente geben würde, ist das Invalideneinkommen möglichst genau zu ermitteln. Die Vorinstanz wird daher bei der P.________ AG nochmals die (bis dato unbeantwortete) Frage nach dem (Brutto-)Lohn der Beschwerdeführerin für das Jahr 2001 zu stellen haben. 2.2 Die Beschwerdeführerin hat bereits im vorinstanzlichen Verfahren geltend gemacht, dass sie ihre Pensen bei den Firmen K.________ und P.________ AG nur habe erfüllen können, weil sie sich die Arbeit mit ihrer Freundin M.________ habe teilen und diese sie sporadisch bei gesundheitlichen Ausfällen habe ersetzen können. Letztere hätten sich bei der P.________ AG im Jahr 2001 so stark gehäuft, dass die Freundin schliesslich permanent die Hälfte der Arbeit erledigt habe. M.________ hat dies am 29. August 2002 und am 31. Januar 2003 schriftlich bestätigt. Das kantonale Gericht hat diese Angaben als nicht massgebend bezeichnet, da der Arbeitgeber keine krankheitsbedingten Abwesenheiten genannt habe und die Angaben von M.________ weder mit einer Lohnbestätigung noch sonstwie spezifiziert würden. Wenn sie jedoch schon eigene Erhebungen zur Feststellung des Invalideneinkommens durchführt, hätte die Vorinstanz nach dem im Sozialversicherungsprozess herrschenden Untersuchungsgrundsatz (BGE 125 V 195 Erw. 2, 122 V 158 Erw. 1a, je mit Hinweisen) auch der Behauptung nachgehen müssen, das bei der K.________ und bei der P.________ AG erzielte Erwerbseinkommen habe die Versicherte zusammen mit M.________ erwirtschaftet. Dass die Beschwerdeführerin bei krankheitsbedingten Ausfällen offenbar selber einen Ersatz gesucht hat, um nicht den Arbeitgeber zu behelligen, mag zwar arbeitsvertragsrechtlich im Lichte von Art. 321 OR nicht unproblematisch sein. Jedoch kann dies gerade bei der Reinigung von Büroräumlichkeiten nicht als völlig unüblich bezeichnet werden, da der Arbeitgeber dort häufig gar keinen intensiven direkten Kontakt mit dem Reinigungspersonal hat, zumal dieses seine Arbeit häufig erst nach den üblichen Büroöffnungszeiten ausübt. In ihrem Schreiben vom 31. Januar 2003 ergänzt M.________ denn auch, dass sie von der Beschwerdeführerin selbst bezahlt worden und der Arbeitgeber darüber nicht orientiert gewesen sei. Entsprechende Hinweise auf eine Zusammenarbeit mit einer Kollegin waren im Übrigen bereits im Abklärungsbericht der BEFAS enthalten. Nach Einschätzung von deren Gutachtern kann die Beschwerdeführerin schliesslich in einer leidensangepassten leichten, wechselbelasteten Tätigkeit lediglich ein Pensum von maximal 20 % leisten. Auch diese Angaben hätten für die Vorinstanz Anlass sein müssen, das von ihr ermittelte Invalideneinkommen zu hinterfragen, weicht die Arbeitsunfähigkeit gemäss beruflicher und ärztlicher Abklärung doch erheblich von dem von ihr errechneten Invaliditätsgrad ab. 2.3 Die Angelegenheit ist daher an das kantonale Gericht zurückzuweisen. Es wird in geeigneter Form (Zeugenbefragung oder allenfalls Einholen von schriftlichen Auskünften auf konkret formulierte Fragen) bei M.________ in Erfahrung zu bringen haben, in welchem Ausmass sie tatsächlich im Jahr 2001 als Ersatz für die Beschwerdeführerin tätig gewesen ist und in welchem Ausmass sie von ihr direkt entschädigt wurde.