Citation: 7B_133/2022 E. 5.3.6

5.3.6. Nicht gebührend ist ein Vorteil, auf den der Empfänger (d.h. der Bestochene) keinen Anspruch hat (vgl. BBl 2004 7011 Ziff. 2.2.4.3 ["kein Recht"]). Der Vorteil darf mithin nicht aufgrund von Gesetz, Vertrag oder Sitte gewährt werden. Nicht strafbar ist deshalb das Zuwenden von Vorteilen in Erfüllung eines Vertrags, zumindest solange dessen Erfüllung nicht direkt die korrekte Erfüllung des Drittvertrags zwischen dem Bestochenen und dessen Geschäftsherrn in Frage stellt (ANDREOTTI/SETHE, a.a.O., N. 139 zu Art. 4a UWG; FERRARI HOFER/VASELLA, a.a.O., N. 7 zu Art. 4a UWG; MARKUS R. FRICK, a.a.O., N. 46 zu Art. 4a UWG). Als Vorteile gelten sämtliche unentgeltlichen Zuwendungen sowohl materieller als auch immaterieller Natur (ANDREOTTI/SETHE, a.a.O., N. 143 zu Art. 4a UWG; MARKUS R. FRICK, a.a.O., N. 47 zu Art. 4a UWG; DANIEL JOSITSCH, a.a.O., S. 835; PERRIN/DE PREUX, A.A.O., N. 31 ZU ART. 4A UWG; PHILIPPE SPITZ, a.a.O., N. 79 zu Art. 4a UWG; vgl. BBl 2004 7011 Ziff. 2.2.4.3). Materiell ist ein Vorteil, der den Bestochenen in wirtschaftlicher oder rechtlicher Hinsicht besser stellt wie etwa Zuwendungen von Bar- oder Buchgeld, die Gewährung von Vergünstigungen (Bezahlung eines Urlaubs, Sachleistungen, Nutzzuwendungen mit einem bestimmten Marktwert etc.) oder der Erlass einer Schuld. Immaterielle Vorteile sind berufliche oder gesellschaftliche Privilegien wie Auszeichnungen, Beförderungen und Ehrungen oder sonstige Vorzugsbehandlungen (ANDREOTTI/SETHE, a.a.O., N. 143 zu Art. 4a UWG; FERRARI HOFER/VASELLA, a.a.O., N. 7 zu Art. 4a UWG; MARKUS R. FRICK, a.a.O., N. 47 zu Art. 4a UWG; PHILIPPE SPITZ, a.a.O., N. 79 zu Art. 4a UWG).