Citation: 9C_173/2019 E. 3.2.1

3.2.1. Entgegen den beschwerdeführerischen Vorbringen legte Dr. med. G.________ in seinem Gutachten vom 4. April 2016 ausführlich und nachvollziehbar dar, wie er insbesondere anhand der Anamnese, der Berichte der behandelnden Ärzte sowie seiner eigenen Untersuchung zur Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1), und einer Panikstörung (ICD-10 F41.0) gelangte, welche Krankheitsbilder sich im Übrigen bereits im Entlassungsbericht des Zentrums F.________ vom 24. Dezember 2014 finden. In seinen Ausführungen vermittelte Gutachter Dr. med. G.________ ein umfassendes Bild des Gesundheitszustandes des Versicherten (vgl. auch Stellungnahme des RAD vom 8. April 2016). So legte er dar, dass die Grundlage für die beim Versicherten ebenfalls diagnostizierte depressive Neurose (ICD-10 F34.1) in der Kindheit liege und es auf dem Boden dieser besonderen neurotischen innerpsychischen Struktur zu depressiven Episoden und Panikattacken gekommen sei. Der Versicherte habe mehrere depressive Krisen im Rahmen von Überforderungssituationen durchlebt, dies bereits episodisch vor Aufnahme seiner Arbeit bei der Bank C.________ AG. Nur im "geschützten" Rahmen eines überschaubar und klar strukturierten privaten und beruflichen Alltags erlebe er eine gewisse, allerdings labile psychische Stabilität, während äussere Störfaktoren (Unvorhergesehenes oder zusätzliche Arbeiten) rasch zu einer Destabilisierung der psychischen Fassung und einer immanenten Zunahme depressiver Symptome, einer deutlichen Zunahme der Antriebsminderung, Erschöpfbarkeit, Freud-, Interesse- und Lustlosigkeit führe. Dies belege, dass eine mittelgradige depressive Symptomatik weiterhin vorliege. Der Versicherte könne zwar auch diesfalls seiner ausserhäuslichen Tätigkeit nachgehen, brauche aber viel Erholung, Anstrengung und Überwindung, womit ein weiteres Kriterium gemäss ICD-10 für das Vorliegen einer mittelgradigen depressiven Episode erfüllt sei. Der Gutachter räumte ein, dass der Versicherte zum Zeitpunkt der Untersuchung zwar hauptsächlich eine leicht und nur punktuell eine mittelgradige depressive Grundstimmung gezeigt habe und deshalb der Eindruck entstehen könnte, dass hauptsächlich eine leichte depressive Symptomatik vorliege; dies hänge aber mit der Begutachtungssituation zusammen, in welcher dem Versicherten mit Empathie begegnet werde und welche wiederum einen Rahmen mit klarer und überschaubarer Struktur darstelle, die dem Versicherten eine gewisse, in der Aussenwelt nicht vorhandene, allerdings äusserst labile Stabilität gebe. Zudem sei zu beachten, dass der Versicherte auch im Rahmen der Untersuchung zunehmend müde geworden sei. Die anhaltende Erschöpfungssymptomatik könne vor dem Hintergrund der besonderen innerpsychischen Struktur des Versicherten als Neurasthenie oder aber auch als Ausdruck der depressiven Störung betrachtet werden. Für die Beurteilung des Arbeitsfähigkeitsgrades orientierte sich der Gutachter an den versicherungsmedizinischen Richtlinien der Swiss Insurance Medicine (SIM); danach ergebe sich aus der erhöhten Ermüdbarkeit und Erschöpfbarkeit, der Antriebsminderung und der generell reduzierten Belastbarkeit eine Funktionseinbusse um etwa 50 %, was den Tagesaktivitäten des Versicherten entspreche. Angesichts dieser - wie auch der RAD in seiner Stellungnahme vom 8. April 2016 anerkannte - sorgfältigen, nachvollziehbaren und überzeugenden Ausführungen des Dr. med. G.________ hat die Vorinstanz kein Bundesrecht verletzt, wenn sie seinem Gutachten vom 4. April 2016 Beweiswert zuerkannt hat.