Citation: 1P.723/1999 03.02.2000 E. 2

2.- Im angefochtenen Entscheid führt das Kantonsgericht aus, die Selbstbezichtigung von S.________ sei weder neu noch erheblich. Schon in seinem früheren Urteil habe es sich mit der Behauptung auseinander gesetzt, S.________ gebe zu, der Täter zu sein. Es habe diese Behauptung damals schon als nicht geeignet bezeichnet, erhebliche Zweifel an der Täterschaft des Beschwerdeführers zu wecken. Damit könne offen bleiben, ob es sich beim Schreiben von S.________ um ein neues Beweismittel handle. Selbst wenn die Behauptung, dass S.________ der Lenker gewesen sein solle, schon zur Zeit des Berufungsverfahrens in Form des jetzt eingereichten Briefes vorgelegen hätte, wäre das damalige Urteil nicht anders ausgefallen. Der Beschwerdeführer bringt dagegen vor, angesichts des schriftlichen Schuldgeständnisses von S.________ könne jetzt, anders als im ursprünglichen Verfahren, nicht mehr darüber spekuliert werden, ob S.________ der Täter sei. Dies geht jedoch an der Sache vorbei. Das Kantonsgericht hat im ursprünglichen und im angefochtenen Urteil nicht etwa ausgeführt, es glaube nicht, dass S.________ sich selbst bezichtige. Vielmehr führt es im angefochtenen Entscheid sinngemäss aus, es habe die Behauptung, S.________ sei der Täter, in seinem ursprünglichen Urteil angesichts der übrigen Beweismittel antizipiert als unglaubwürdig gewürdigt, und es sei daher unerheblich, dass eine Selbstbezichtigung nun schriftlich vorliege. Der Beschwerdeführer bringt vor, die neu vorliegende schriftliche Selbstbezichtigung lasse die Angelegenheit in einem ganz anderen Licht erscheinen. Er legt aber nicht dar, inwiefern es offensichtlich unhaltbar sein soll, davon auszugehen, die antizipierte Beweiswürdigung fiele angesichts der vorliegenden schriftlichen Selbstbezichtigung höchstwahrscheinlich nicht anders aus als im ursprünglichen Urteil. Dies ist auch nicht ersichtlich. Eine schriftliche Selbstbezichtigung ist offensichtlich nicht gewichtiger als eine mögliche entsprechende Zeugenaussage von S.________, die das Kantonsgericht in seinem ursprünglichen Urteil in antizipierter Würdigung als ohne Einfluss auf die Verurteilung des Beschwerdeführers bezeichnete. Auch die übrigen Ausführungen des Beschwerdeführers führen nicht zu einem anderen Ergebnis. Wenn er vorbringt, Dritttäterschaft sei ein klassischer Revisionsgrund, lässt er ausser Acht, dass eine solche vom Kantonsgericht in seinem ursprünglichen Urteil ausgeschlossen wurde, und - wie dargelegt - auch die schriftliche Selbstbezichtigung S.________s nichts daran zu ändern vermag. Da letztere als unerheblich angesehen werden durfte, lässt sie es auch nicht als wahrscheinlich erscheinen, dass eine Blutprobenverwechslung vorgekommen wäre. Das Kantonsgericht konnte somit im angefochtenen Entscheid, ohne Art. 4 aBV (Art. 9 BV) zu verletzen, das Vorliegen einer schriftlichen Selbstbezichtigung als ein nicht erhebliches (neues) Beweismittel betrachten und eine Wiederaufnahme des Verfahrens ablehnen.