Citation: 1A.120/2005 31.05.2006 E. 4

Im Folgenden ist deshalb nur zu prüfen, ob die Angaben zur Senderichtung der Antennen im Standortdatenblatt zutreffen und inwiefern sich dies auf die Bewilligungsfähigkeit der streitigen Mobilfunkantenne auswirkt. 4.1 Die Beschwerdegegnerin und die Bausektion vertreten die Auffassung, es sei ein Gesamtwinkelbereich von 0° bis -6° bewilligt worden, weshalb für die Immissionsprognose zutreffend ein maximaler Neigungswinkel von -6° eingesetzt worden sei. Nach der Zürcher Praxis könne die Anlagenbetreiberin eine beliebige Kombination von elektrischem und mechanischem Winkel wählen, um auf den bewilligten Gesamtwinkel zu kommen, dürfe diesen jedoch nicht überschreiten. Da der auf der Mobilfunkanlage tatsächlich montierte gesamte Neigungswinkel (maximal -6°) dem im Standortdatenblatt für die Immissionsprognose eingesetzten entspreche, bestehe keine Gefahr einer Überschreitung des Anlagegrenzwertes. Sie räumen ein, dass die Antenne Kathrein 739 927 einen fixen, nicht verstellbaren Neigungswinkel von -2° aufweist. Ob der Winkelbereich 0° bis -6° oder -2° bis -6° betrage, sei jedoch für die betroffenen Nachbarn irrelevant, weil zu Ungunsten der Anlagebetreiberin mit dem grössten Öffnungswinkel (-6°) gerechnet werde. 4.2 Im Parallelfall 1A.116/2005 (E. 4.3) hat das Bundesgericht am 31. Mai 2006 entschieden, dass die Bewilligungspraxis der Bausektion Zürich, nur den gesamten Neigungswinkelbereich verbindlich festzulegen, nicht der Vollzugsempfehlung des BAFU entspricht. Diese sieht vor, dass die Bereiche für den elektrischen und den mechanischen Neigungswinkel unabhängig voneinander zu deklarieren und zu bewilligen sind; in diesem System ergibt sich der Bereich für den gesamten Neigungswinkel aus der Addition der bewilligten elektrischen und mechanischen Winkelbereiche. Es folgte der Auffassung des BAFU, dass die separate Bewilligung von elektrischem und mechanischem Winkelbereich im Hinblick auf eine transparente und praktikable Kontrolle der Sendeanlagen erforderlich sei. Der mechanische Winkelbereich sei einer der wenigen Parameter, den die Behörde ohne Kenntnis des Netzbetreibers kontrollieren könne. Damit sie diese Kontrollmöglichkeit nicht verliere, sei sie darauf angewiesen, dass der Bereich für den mechanischen Neigungswinkel ausdrücklich in der Bewilligung fixiert sei (Entscheid 1A.116/2005 vom 31. Mai 2006 E. 4.3.1). Mit dem BAFU sei daher zu verlangen, dass eine verbindliche Aufteilung des gesamten Neigungswinkels in einen elektrisch und einen mechanisch verstellbaren Bereich vorgenommen werde, was auch für die einzelnen Betreiber durchaus zumutbar erscheine (vgl. Entscheid 1A.116/2005 vom 31. Mai 2006 E. 4.3.3). 4.3 Im vorliegenden Fall stellt sich die Frage einer Aufteilung in einen elektrisch und einen mechanisch verstellbaren Bereich jedoch gar nicht, da der bewilligte Antennentyp einen fixen elektrischen Neigungswinkel von -2° aufweist, also elektrisch nicht verstellt werden kann. Die mechanischen Einstellungsmöglichkeiten kann die Beschwerdegegnerin dagegen grundsätzlich frei wählen. Im Standortdatenblatt wurde hierfür ein Bereich von 0° bis -6° eingetragen. Dies hätte allerdings zur Folge, dass der gesamte Neigungswinkelbereich (unter Berücksichtigung des elektrischen Neigungswinkels von -2°) -2° bis -8° betragen würde. Aus den Vernehmlassungen der Bausektion und der Beschwerdegegnerin ergibt sich jedoch, dass ein gesamter Neigungswinkel von maximal -6° bewilligt werden sollte. Die Beschwerdegegnerin hat mit Schreiben vom 27. April 2006 eine korrigierte Fassung des Standortdatenblattes eingereicht, mit einem fixen elektrischen Neigungswinkel von -2° und einem Bereich für den mechanischen Neigungswinkel von 2° bis -4°. Die Kombination dieser Werte ergibt einen gesamten Neigungswinkel von 0° bis -6°. Die Baubewilligung ist in diesem Sinne zu präzisieren. Damit bleibt der gesamte Neigungswinkelbereich gegenüber dem ursprünglichen Standortdatenblatt unverändert; zusätzlich werden jedoch, gemäss den Vorgaben der Vollzugsempfehlung, auch der elektrische und der mechanische Verstellbereich verbindlich festgelegt. 4.4 Da der für die Immissionsprognose massgebliche ungünstigste gesamte Neigungswinkel unverändert bleibt (-6°), besteht kein Bedürfnis für eine neue Immissionsprognose, sondern es kann auf das Standortdatenblatt vom 21. Februar 2003 abgestellt werden.