Citation: 8C_100/2024 E. 8.3

8.3. Die Beschwerdeführerin wendet ein, sie könne keine konkreten Schritte nachweisen, da der Gesundheitsschaden sie zur Aufgabe des Jus-Studiums gezwungen habe. Grundsätzlich sei die berufliche Weiterentwicklung zu berücksichtigen, die sie ohne Invalidität normalerweise vollzogen hätte. Dies gelte insbesondere bei in jungen Jahren invalid gewordenen Versicherten, was auf sie zutreffe. Nach allgemeiner Lebenserfahrung sei bei der hypothetischen Frage des Umfangs der Erwerbstätigkeit von einer höheren Ausbildung und einem erwerblichen Verlauf auszugehen (Urteil 9C_281/2017 vom 4. Juli 2017). Ebenso sei eine berufliche Weiterentwicklung einer Studentin mit Uni-Abschluss als Juristin anzunehmen, zumal sie ja gesundheitsbedingt keine weiteren Qualifikationen habe erzielen können. Die Vorinstanz behaupte einen Lohn für Juristinnen in Anwendung der LSE-Tabelle T17 Ziff. 26 von Fr. 108'243.00. Dies verletze den Untersuchungsgrundsatz. Es stelle sich die Frage, wie sich die Lohnentwicklung nach einem Abschluss des Jus-Studiums gegenüber dem Abschluss eines Studiums in empirischer Kulturwissenschaften und evolutionärer Linguistik unterscheide. Die Tabelle T17 Ziff. 26 mache diesen Unterschied gerade nicht, sondern enthalte die Einkommen von Juristinnen ebenso wie die gemäss allgemeiner Lebenserfahrung niedrigeren Einkommen von Sozialwissenschaftlerinnen und in Kulturberufen. Dies müsse durch entsprechende Abklärungen (Berufsberater, Erwerbsgutachten, Abklärungen bei Berufs- und Fachorganisationen etc.) konkretisiert werden. Anhand der Löhne für Rechtsberatung gemäss LSE 2010 sei von einem Valideneinkommen von mindestens Fr. 135'196.- auszugehen (vgl. Urteil 8C_379/2017 vom 8. September 2017). Dieser statistische Lohn hätte sich seit 2010 sicher weiterentwickelt. Sie beantrage dazu eine Abklärung beim Bundesamt für Statistik.