Citation: 1C_188/2024 E. 6.1

6.1. Mit Blick auf den konkreten Fall berücksichtigte das Verwaltungsgericht zunächst, dass sowohl die Gutheissung als auch die Abweisung des Gesuchs eine teilweise Vorwegnahme des Entscheids in der Sache darstellen würde. Gegen die vorläufige Bewilligungsverlängerung spreche das raumplanerische Interesse, rechtswidrige Bauten nur für eine beschränkte Zeit hinzunehmen. Das AWEL habe die Beschwerdeführerin bereits am 10. Juli 2017 darauf aufmerksam gemacht, dass die bau- und raumplanungsrechtlichen Voraussetzungen für die Anlage noch geprüft werden müssten. Die Baudirektion habe der Beschwerdeführerin im Jahr darauf beschieden, dass keine Bewilligung in Aussicht gestellt werden könne. Ein Einzonungsgesuch der Beschwerdeführerin sei 2019 abgelehnt worden. Ab dem 1. Januar 2020 habe sie den Betrieb trotz abgelaufener Bewilligung weitergeführt. Das AWEL habe die Bewilligung am 25. August 2022 ein letztes Mal und befristet bis am 31. Dezember 2023 erneuert, um der Beschwerdeführerin den Übergang an einen Ersatzstandort zu ermöglichen. In der Bewilligungsverfügung habe es festgehalten, dass auf dem Areal keine potenziell gefährlichen Abfälle und keine wassergefährdenden Stoffe mehr entgegengenommen werden dürften bzw. dass eine entsprechende Bewilligung nicht erteilt werden könne. Trotzdem habe die Beschwerdeführerin in der Folge solche Abfälle bzw. Stoffe entgegengenommen. Bei der unangemeldeten Kontrolle vom 18. Januar 2024 seien unter anderem Bleiakkumulatoren, Lack- und Farbabfälle sowie Lithiumbatterien vorgefunden worden, die die Beschwerdeführerin aufgrund der Bewilligung vom 25. August 2022 nicht mehr hätte annehmen dürfen. Aus der von der Baudirektion eingereichten Datenbank des Bundes vom 7. Februar 2024 ergebe sich zudem, dass die Beschwerdeführerin zwischen September 2022 und Januar 2024 weiterhin Sonderabfälle weitergeleitet habe, die in der Bewilligung vom 25. August 2022 ausgenommen worden seien. Das Interesse, den bestehenden rechtswidrigen Zustand nicht weiter andauern zu lassen, erachtete das Verwaltungsgericht vor diesem Hintergrund als gewichtig. Auf der anderen Seite berücksichtigte es die wirtschaftlichen Interessen der Beschwerdeführerin an einem Weiterbetrieb und den Umstand, dass sich offenbar seit Aufnahme des Betriebs am Standort Bärwis kein aktenkundiger Vorfall ereignet habe, bei dem Umwelt- und Polizeigüter beeinträchtigt worden wären. Die wirtschaftlichen Interessen seien jedoch zu relativieren. Die Beschwerdeführerin habe keine Angaben zur finanziellen Situation und zur Zahl und Tätigkeit der Mitarbeitenden ihres Unternehmens gemacht. Wäre sie trotz der breiten Palette von Dienstleistungen, die nicht vom Standort Bärwis abhingen, in ihrer wirtschaftlichen Existenz bedroht, wäre davon auszugehen, dass sie in den letzten fünf Jahren einen Alternativstandort gefunden hätte und zudem bereits mit der Beschwerdeerhebung und nicht erst auf die Intervention des AWEL hin ein Gesuch um vorsorgliche Massnahmen gestellt hätte. Schliesslich hielt es das Verwaltungsgericht auch für unwahrscheinlich, dass die Abfallentsorgung in relevanter Weise beeinträchtigt werde, zumal es in Bassersdorf eine weitere, wenn auch kleinere Sammelstelle gebe und in der näheren Umgebung drei weitere Entsorgungsstellen bzw. Recyclinghöfe. In Abwägung dieser Interessen kam das Verwaltungsgericht zum Schluss, dass die Interessen an der sofortigen Einstellung des Betriebs überwiegen. Auch in Bezug auf nicht kontrollpflichtige Abfälle (Papier, Glas, Karton, Kehricht etc.) rechtfertige es sich nicht, die Aufrechterhaltung des Betriebs in der Reservezone während der Dauer des Verfahrens vorsorglich anzuordnen, dies zum einen aufgrund der erwähnten gewichtigen raumplanungsrechtlichen Wiederherstellungsinteressen, zum andern aufgrund der wiederholten Missachtung der Bewilligungspflichten und -vorschriften durch die Beschwerdeführerin.