Citation: 2C_397/2022 E. 5.3

5.3. Vorliegend sprechen erhebliche Verdachtsmomente für eine lediglich zur Aufenthaltssicherung eingegangene Ehebeziehung: Der Beschwerdeführer hätte als beruflich nicht besonders qualifizierter Drittstaatsangehöriger ohne die Heirat mit einer hier anwesenheitsberechtigten Person keine realistischen Aussichten auf Erhalt einer Aufenthaltsbewilligung. Vor diesem Hintergrund ist der Umstand, dass sich der Lebensmittelpunkt des Beschwerdeführers nicht in der ehelichen Wohnung befindet (kaum Hinweise auf seine Anwesenheit anlässlich polizeilicher Kontrollen sowie gemäss Angaben des Vermieters und Nachbarn, vgl. vorn E. 4.1), als gewichtiges Indiz für das Vorliegen einer Scheinehe zu werten. Weiter haben die Ehegatten im Zeitpunkt des Kennenlernens keine gemeinsame Sprache gesprochen und konnten nur mithilfe einer Übersetzung kommunizieren. Die anhaltenden - und vom Beschwerdeführer selbst eingeräumten - Kommunikationsschwierigkeiten zwischen den Ehegatten sprechen ebenfalls für das Vorliegen einer Scheinehe. Vor diesem Hintergrund erscheinen auch - wie von der Vorinstanz angenommen - die Umstände des Kennenlernens, das nur indirekt mit Übersetzung durch den Onkel möglich gewesen war, als Indiz für eine Scheinehe. Das Vorbringen des Beschwerdeführers, wonach der Altersunterschied zwischen ihm und seiner Ehefrau als Indiz für eine Scheinehe zu relativieren sei, da sie sich in einer ähnlichen Lebensphase befänden, ändert nichts daran, dass der Altersunterschied, der nur eines unter mehreren Indizien für das Vorliegen einer Scheinehe ist, unter Berücksichtigung der konkreten Umstände zusätzlich auf eine Scheinehe hinweist.