Citation: 1C.2/1999 01.10.2002 E. 4.1.4

4.1.4. Aus den Akten ergibt sich, dass im Zeitpunkt der Haftanordnung der Vorwurf betreffend der angeblich falschen Jahresrechnungen bzw. Revisionsberichte im Vordergrund stand. Nach der Darstellung des Klägers sei bei der Haftanordnung nur hierüber informiert worden. Dies trifft nicht zu. Zwar ist der in der Haftverfügung enthaltene Hinweis "zuhanden der H.________-Revision GmbH..... und der A.________ GmbH..... rechtlich erhebliche Urkunden falsch beurkundet zu haben" ohne nähere Erläuterung oder Vorkenntnisse wenig aussagekräftig. Indessen wurde der Kläger bei der Inhaftierungseinvernahme darüber orientiert, dass ihm im Zusammenhang mit dem Projekt in Lippendorf eine Beteiligung an vorgetäuschten Geldtransfers vorgeworfen werde und dass die angeblich falschen Erklärungen und Bestätigungen damit im Zusammenhang stünden. In diesem Zusammenhang verwies der Untersuchungsrichter auch auf die 1997 erfolgten Einvernahmen des Beschuldigten als Auskunftsperson, in denen die angeblich fingierten Verträge und falschen Bestätigungen bereits zur Sprache gekommen waren. Dadurch erhielt der Kläger eine genügende Information über die wesentlichen Vorwürfe und nicht nur hinsichtlich des Vorhalts, falsche Jahresrechnungen bzw. Revisionsberichte erstellt zu haben. Man hätte allerdings - und insofern ist dem Kläger beizupflichten - eine etwas eingehendere Umschreibung des Tatverdachts in der Haftverfügung erwarten dürfen, nachdem dem Untersuchungsrichter doch eine relativ lange Vorbereitungszeit zur Verfügung gestanden hatte, um die zugegebenermassen umfangreichen Akten zu sichten. Trotzdem gaben die knappen Hinweise im Kontext mit der Orientierung anlässlich der Inhaftierungseinvernahme genügend Auskunft über die Tragweite des gegen den Kläger erhobenen Tatverdachts. Der Kläger hat sich denn auch an der Haftprüfungsverhandlung mit allen wesentlichen Punkten auseinandergesetzt und machte - zum Beleg für die fehlende Kollusionsgefahr - geltend, dass er schon seit Mai 1997 wisse "zu welchen Gegenständen gegen ihn ebenfalls ermittelt" werde. Jedenfalls unter Berücksichtigung der Vorkenntnisse des Klägers waren die gegebenen Informationen und die schriftliche Begründung der Haftverfügung präzis genug, um den Kläger über die Gründe der Inhaftierung ausreichend zu orientieren.