Citation: 6B_575/2018 E. 2.2.1

2.2.1. In Literatur und Rechtsprechung wird für die Begriffsumschreibung der Verletzung auf die zu Art. 92 Abs. 2 SVG ergangene Rechtsprechung verwiesen. Danach gelte jede Verletzung eines Menschen als Personenschaden. Unerheblich ist, dass die Verletzung ambulant behandelt werden kann. Latente innere Verletzungen, mit welchen aufgrund des Unfallhergangs zu rechnen ist, seien den sichtbaren Verletzungen gleichgestellt. Anders als bei einem Nervenschock sei ein Personenschaden eher zu verneinen, wenn ein Verkehrsteilnehmer lediglich erschrocken oder überrascht worden sei (LEA UNSELD, in: Basler Kommentar, Strassenverkehrsgesetz, 2014, N. 36 f. zu Art. 51 SVG). Ein Personenschaden im Sinne von Art. 92 Abs. 2 SVG sei auch bei leichten Verletzungen wie kleinen Schürfungen oder Prellungen gegeben, bei denen der Beizug der Polizei gemäss Art. 55 Abs. 2 Satz 1 VRV nicht zwingend sei. Anders verhalte es sich, wenn eine Person absolut geringfügige, praktisch bedeutungslose Schäden erlitten habe, denen kaum Beachtung geschenkt werden müsse. Nicht ausreichend sei eine blosse Gefährdung oder gar die naheliegende Möglichkeit eines Personenschadens (UNSELD, a.a.O., N. 36 f. zu Art. 92 SVG).