Citation: 6B_295/2024 E. 1.2

1.2. Die Vorinstanz erwägt mit Verweis auf die Lehre, die allgemeinen Einvernahmeregeln nach Art. 143 StPO würden sich auf die formalisierten protokollarisch festgehaltenen Einvernahmen beziehen. Keine Geltung hätten sie hingegen bei einer blossen polizeilichen Anhaltung mit kurzer Befragung oder wenn sich die Polizei im Rahmen des polizeilichen Ermittlungsverfahrens durch erste Fragen ein Bild von der Situation mache. Dasselbe müsse für Spontanäusserungen gegenüber den Strafbehörden gelten, die von Seiten des Staates nicht provoziert worden seien und einen Tatverdacht erst begründeten. Die fragliche Äusserung sei anlässlich eines polizeilichen Telefonats ergangen, welches einzig zum Zweck der Halterabklärung erfolgt sei. Es sei dabei erst einmal darum gegangen, den Mieter des Motorrads ausfindig zu machen. Bei der Äusserung müsse es sich zweifellos um eine echte Spontanäusserung gehandelt haben, welche den Polizeimitarbeiter offensichtlich auch nicht veranlasst habe, zum damaligen Zeitpunkt weitere Fragen zu stellen oder überhaupt das Gespräch weiterzuführen. Das Telefonat habe somit trotz dieser Äusserung klarerweise nicht als formelle Einvernahme i.S.v. Art. 142 ff. i.V.m. Art. 179 ff. StPO gegolten (Urteil S. 6).