Citation: 2C_356/2021 E. 7.3.2

7.3.2. Somit hat der Willensvollstrecker auch die Interessen der Vermächtnisnehmer zu wahren. Ob sich aus den Berufsregeln gemäss Art. 12 lit. a BGFA eine Rechenschaftspflicht gegenüber den Vermächtnisnehmern ableiten lässt, kann indessen offenbleiben: Wie die Vorinstanz zu Recht festhält, richtete sich die hier strittige, im Entwurf zum Erbteilungsvertrag formulierte Androhung einer Erhöhung des Honorars nicht nur gegen die Vermächtnisnehmer, sondern auch gegen die Erben (vgl. E. 4.2 hiervor), denen gegenüber der Beschwerdeführer nach dem Gesagten rechenschaftspflichtig war (vgl. E. 7.3.1 hiervor). An dieser grundsätzlichen Rechenschaftspflicht ändert auch der Umstand nichts, dass die Erben vorliegend keine Rechenschaftsablegung verlangten. Diesbezüglich lässt sich dem aktenkundigen Nachlassdokument der Erbschaftsbehörde der Stadt Schaffhausen vom 12. August 2019 entnehmen, dass die Erben kein Interesse hatten, gegen das Honorar vorzugehen, da sie mit einer Summe von je Fr. 10'000.-- begünstigt worden waren. Indessen ergibt sich aus demselben Dokument sowie aus dem Beschluss der Erbschaftsbehörde vom 8. Juli 2019, dass die Erben, wie auch die Mehrheit der Vermächtnisnehmer, mit dem Honorar des Willensvollstreckers nicht einverstanden waren und sie deshalb das Nachlassdokument nicht unterzeichnet hatten (vgl. auch E. 4.1 hiervor). Folglich lässt sich die Behauptung des Beschwerdeführers, wonach ihm der Umstand, dass die Erben mit der Honorarerhöhung nicht einverstanden gewesen seien, neu und unbekannt sei, aufgrund der vorliegenden Akten nicht erhärten.