Citation: 2C_443/2023 E. 3.3.3

3.3.3. Im Übrigen stellt sich auch diesbezüglich die Frage des treuwidrigen Verhaltens der Beschwerdeführerin, indem sie die geltend gemachten Verfahrensmängel erst im Beschwerdeverfahren und nach Erhalt der Resultate vorbrachte. So stellt die Vorinstanz fest, es liessen sich weder den Parteivorbringen noch den Akten Hinweise auf die ungefähre Anzahl oder die Dauer der geltend gemachten Unterbrechungen entnehmen. Auch in Bezug auf ihre mündliche Präsentation wäre die Beschwerdeführerin aber grundsätzlich verpflichtet gewesen, allfällige Verfahrensmängel schnellstmöglich geltend zu machen (vgl. vorne E. 3.1). Aus dem Sachverhalt ergibt sich nicht, dass die Beschwerdeführerin dies getan hätte, obwohl es ihr ohne Weiteres zumutbar gewesen, bereits im unmittelbaren Anschluss an die Prüfung gegenüber den Experten bzw. der IAF die Unterbrechungen zu beanstanden, die angeblich die Prüfungsdauer verlängerten, ihre Konzentrationsfähigkeit beeinträchtigten und zu einer Benachteiligung im Sinne eines Verfahrensmangels führten. Kurz nach der Prüfung hätte sie mit grosser Wahrscheinlichkeit auch noch präzise Angaben zu Anzahl, Art und Dauer der Unterbrechungen machen können. Dadurch, dass sie darauf verzichtete, und die entsprechenden Mängel erst im Rechtsmittelverfahren rügte, hat sie nicht nur die zügige Protokollierung der ihrer Ansicht nach relevanten Geschehnisse - mithin die Beweiserhebung - verunmöglicht und damit selbst zur Beweislosigkeit beigetragen, sondern auch ihren Anspruch auf Beseitigung des Verfahrensmangels verwirkt.