Citation: 5A_998/2015 E. 2.1

2.1. Vor Kantonsgericht hielt es der Beschwerdeführer für unzumutbar, der Beschwerdegegnerin Unterhalt zu zahlen, da sie den Kontakt zu ihm verweigere. Das Kantonsgericht hat diesbezüglich festgestellt, seit der Scheidung der Eltern der Beschwerdegegnerin am 17. September 2009 bestehe zwischen ihr und dem Beschwerdeführer bestenfalls ein minimaler persönlicher Kontakt. Der Beschwerdeführer beanstande zwar, dass die Kontaktaufnahmen jeweils über den Anwalt der Beschwerdegegnerin erfolgt seien. Offenbar seien jedoch zwischen den Parteien auch schon unmittelbar Textnachrichten verschickt worden. Der Austausch beschränke sich weitestgehend auf die Angaben zum Ausbildungsfortschritt der Beschwerdegegnerin und die Unterhaltszahlungen des Beschwerdeführers. Eine Ausnahme stelle das Schreiben der Beschwerdegegnerin vom 26. August 2013 dar, worin sie gegenüber dem Beschwerdeführer Vorwürfe betreffend das frühere familiäre Zusammenleben erhebe und so begründe, dass sie keinen Kontakt wünsche, der über den Nachweis von Studienleistungen hinausgehe. Die vom Beschwerdeführer beanstandete Kommunikation zwischen den Parteien über den Rechtsanwalt sei anhand der Gesamtsituation zu würdigen. Zu beachten sei, dass die Parteien seit 2009 wiederholt vor Gericht um den Volljährigenunterhalt gestritten hätten. Der Beschwerdeführer habe aus seiner Sicht unzureichende Studienleistungen zum Anlass genommen, seine Unterhaltsleistungen in Frage zu stellen, indem er auf die Aufhebung bzw. Abänderung seiner Unterhaltspflicht klagte oder die Zahlungen einstellte. Weil die Beschwerdegegnerin wisse, dass ihre Meldungen zu ihren Studienleistungen von ihrem Vater mit hoher Wahrscheinlichkeit gegen sie in einem Gerichtsverfahren verwendet werden, könne ihr nicht zum Vorwurf gemacht werden, wenn sie sich mit ihrem Anwalt berate und diesen die Unterlagen übermitteln lasse. Die Informationen zu ihren Studienfortschritten seien immerhin regelmässig mit von ihr selbst formulierten und an ihren Vater gerichteten Ausführungen begleitet. Die Schreiben zwischen den Parteien wirkten oft distanziert und sachlich, doch seien die Ausdrucksformen der Beschwerdegegnerin ihrem Vater gegenüber korrekt. Soweit sie in ihren Schreiben eine opponierende oder larmoyante Haltung zeige, blieben diese in sachlichem Zusammenhang und negative Gefühle dürfe sie äussern. Die Beschwerdegegnerin habe sodann mit Arztzeugnissen zu belegen versucht, dass der Beschwerdeführer psychische und physische Gewalt gegen sie und ihre Mutter ausgeübt habe. Die Arztzeugnisse bewiesen zwar nicht, dass die behaupteten Ereignisse stattgefunden hätten, zeigten aber, wie sehr die Beschwerdegegnerin unter der familiären Situation gelitten habe und immer noch leide. Nach ihrer Wahrnehmung habe sie massive Übergriffe erlebt und sei durch die familiären und gerichtlichen Streitigkeiten traumatisiert worden. Die Eltern seien anscheinend schon bei der Trennung nicht in der Lage gewesen, die Probleme ihres Kindes, das als "nicht einfach" beschrieben worden sei und Anzeichen einer Essstörung gezeigt habe, gemeinsam anzugehen. Teilweise aufgrund dieser Konflikte sei die Beschwerdegegnerin in psychotherapeutischer Behandlung. Gemäss dem Bericht der Therapeutinnen habe sie "über fehlende Konzentration und Lernschwierigkeiten sowie erhebliche Überforderungsgefühle wegen der massiven familiären und gerichtlichen Streitigkeiten" geklagt. In der Therapie hätten sich "starke Minderwertigkeitsgefühle, Selbstwertprobleme mit heftigen inneren Abgrenzungskonflikten gegenüber der Mutter" gezeigt. Die Psychotherapeutinnen seien zum Schluss gekommen, dass der Kontakt zwischen den Parteien für die Beschwerdegegnerin schädlich sei. Vor diesem Hintergrund hat das Kantonsgericht gefolgert, es könne der Beschwerdegegnerin keine Mitschuld oder die alleinige Schuld am Zerwürfnis mit ihrem Vater zugesprochen werden. Es sei ihr auch nicht zuzumuten, entgegen der ausdrücklichen Empfehlung einer Fachperson vermehrten Kontakt zum Vater zu suchen. In der Vergangenheit seien wiederholt Gerichtsverfahren wegen der Unterhaltspflicht des Beschwerdeführers nötig gewesen und er habe seine Zahlungen sogar eingestellt. Dies dürfte ebenfalls zum schlechten Verhältnis zu seiner Tochter beigetragen haben. Die fehlende Zahlung im Frühling 2013 habe er damit begründet, dass er nach dem Prüfungsmisserfolg der Beschwerdegegnerin und der "kargen und widerwilligen Information" angenommen habe, sie verfolge ihr Studium nicht weiter. Mit dieser Zahlungsverweigerung habe er offensichtlich gegen seine Unterhaltspflicht verstossen. Der Beschwerdeführer habe auch ausgeführt, die Kürzung der Unterhaltsbeiträge sei dazu bestimmt gewesen, mit der Beschwerdegegnerin ins Gespräch zu kommen. Dieses Vorgehen sei sachfremd und sei von der Beschwerdegegnerin zu Recht als Zwängerei empfunden worden. Gesamthaft sei das Vater-Tochter-Verhältnis beidseitig gespannt. Dies führe zu keinem Verlust der Unterhaltsansprüche der Beschwerdegegnerin und dem Beschwerdeführer sei die Leistung von Unterhaltsbeiträgen persönlich zumutbar.