Citation: 9C_27/2022 E. 4.1

4.1. Die Vorinstanz würdigt zunächst das Administrativgutachten der MEDAS Bern vom 9. September 2019 und die dort gezogenen Schlussfolgerungen betreffend Art und Schwere der Diagnosen und deren Folgen für das zumutbare Leistungsvermögen. Anschliessend stellt sie diese Beurteilung den in psychiatrischer Hinsicht abweichenden Einschätzungen von behandelnden Ärzten und der Vorgutachter (Administrativexpertise vom 11. November 2017) gegenüber. Die Vorinstanz kommt zum Schluss, gesamthaft betrachtet seien weder die vom Beschwerdeführer geschilderten somatischen noch die psychischen Beschwerden in sich stimmig. Die Beurteilung der behandelnden Ärzte beruhe massgeblich auf Angaben des Beschwerdeführers, die bei näherer Prüfung nicht ausreichend konsistent erschienen. Die geklagten Schmerzen und eine Beinschwäche seien orthopädisch nicht objektivierbar. Emotionale Ausbrüche seien im Erwachsenenalter nur vereinzelt aktenkundig geworden, was gegen eine dauerhaft einschränkende Persönlichkeitsstörung spreche. Zu berücksichtigen sei auch, dass behandelnde Ärzte die von ihrem Patienten vorgetragenen Beschwerden - angesichts ihres therapeutischen Auftrages - grundsätzlich nicht anzweifelten und im Zweifelsfall eher zu dessen Gunsten aussagten (vgl. BGE 135 V 465 E. 4.5). Es sei nicht ersichtlich, dass die behandelnden Ärzte Sachverhalte erkannt hätten, die den Gutachtern entgangen seien. Hinsichtlich eines allfälligen Substanzkonsums des Beschwerdeführers erwägt die Vorinstanz, es könne offenbleiben, ob die Arbeitsfähigkeit - gestützt auf die Rechtsprechung zur IV-rechtlichen Relevanz von Abhängigkeitssyndromen (BGE 145 V 215) - 80 oder 100 Prozent betrage. Ein rentenbegründender Invaliditätsgrad werde so oder so nicht erreicht.