Citation: 6P.11/2001 18.09.2001 E. 4

4. Aufl. Zürich 1999, § 82 N 11 m.N.). Nach der Strafprozessordnung des Kantons Uri gewährt das Gericht dem Angeklagten das letzte Wort nach Abschluss des Beweisverfahrens und im Anschluss an die Parteivorträge (Art. 185 f., Art. 219 ff. StPO Uri). Diese unter den kantonalen Prozessordnungen verbreitete Regelung (vgl. auch Hauser/Schweri, a.a.O., § 82 N 10 f.) ermöglicht dem Angeklagten, nach formellem Abschluss des Beweisverfahrens Stellung zur Anklage zu nehmen. Das Gericht soll unter dem Eindruck des Schlusswortes des Angeklagten in die Beratung gehen. Neue Beweisanträge soll der Angeklagte in diesem Verfahrensabschnitt jedoch grundsätzlich nicht mehr stellen können. cc) Der Beschwerdeführer bringt pauschal vor, in seinem Schlusswort einen Beweisantrag rechtzeitig und formgerecht gestellt zu haben (Beschwerde, S. 14 f.). Er legt jedoch nicht dar, dass und inwiefern er nach dem kantonalen Prozessrecht in diesem Verfahrenszeitpunkt überhaupt noch einen Beweisantrag stellen konnte. Auch macht er nicht geltend, er habe während des Verfahrens nicht hinreichend Gelegenheit erhalten, zu allen Punkten der Anklage Stellung zu nehmen und seine Einwände vorzubringen, weshalb der Abschluss des Beweisverfahrens vor dem Erteilen des Schlusswortes Verfassungsrecht verletze. Schliesslich äussert er sich auch nicht dazu, inwiefern sein Schlusswort mehr als nur eine zusammenfassende Stellungnahme zu seinen während des Beweisverfahrens vorgebrachten Einwänden gegen die Glaubwürdigkeit von B.________ und C.________ (Plädoyer, S. 8), denen er die Tat zuwies (vgl. schon staatsrechtliche Beschwerde vom 6. Dezember 1999, S. 8), darstellte, und das Obergericht seine Äusserungen als formellen Beweisantrag unter Wiedereröffnung des Beweisverfahrens hätte entgegennehmen müssen. Die unbestimmte Formulierung des Schlusswortes legt die Interpretation des Beschwerdeführers jedenfalls nicht nahe, zumal dessen Anwalt vor Obergericht zu keiner Zeit einen derartigen Beweisantrag stellte bzw. die Wiedereröffnung des Beweisverfahrens beantragte. Unter diesen Umständen vermag die Beschwerde insoweit den Begründungsanforderungen des Art. 90 Abs. 1 lit. b OG nicht zu genügen. Im Übrigen hat sich das Obergericht punktuell mit der Glaubwürdigkeit der Aussagen von B.________ und C.________ auseinander gesetzt (vgl. nur angefochtenes Urteil, S. 21 ff.). Indem es deren Glaubwürdigkeit bejahte, hat es implizit die Notwendigkeit ihrer erneuten, ergänzenden Befragung verneint. c) Der Anwalt des Beschwerdeführers macht geltend, er habe vor Obergericht das Plädoyer seines Vorgängers an der Berufungsverhandlung vom 13. Juli 1999 zum integrierenden Bestandteil seines Plädoyers erklärt. Das Obergericht hätte sich deshalb zum damaligen Einwand von Rechtsanwalt E.________ äussern müssen, wonach die Zeugin F.________ den Beschwerdeführer schon vor dem Tatzeitpunkt gekannt habe, weshalb die spätere Gegenüberstellung mit drei Gruppen von je 5 Männern absurd sei und die Glaubwürdigkeit der Zeugin in Frage stelle (Beschwerde, S. 21 f.). Diese Rüge ist offensichtlich unbegründet. Mit Gutheissung der staatsrechtlichen Beschwerde am 20. Juli 1999 wurde das erste Urteil des Obergerichts des Kantons Uri aufgehoben und die Sache zu neuer Beurteilung an die Vorinstanz zurückgewiesen. Das vom Obergericht wieder an die Hand genommene Verfahren war somit keine Fortsetzung der ersten Verhandlung. An der neuen Berufungsverhandlung stellte der Beschwerdeführer seine Anträge und begründete seine Berufung. Soweit er dabei pauschal auf ein früheres Plädoyer im kassierten Verfahrensschritt verwies, gab er dem Obergericht keine Anhaltspunkte, auf welche früheren Einwände oder Anträge er Bezug nehmen wollte. Es lag indessen nicht am Obergericht, das Plädoyer im ersten Berufungsverfahren nach Anträgen und Einwänden abzusuchen, die der Beschwerdeführer im zweiten Berufungsverfahren nicht ausdrücklich erneuerte. Mit Blick auf eine wirksame Verteidigung hatte vielmehr der Beschwerdeführer alle wesentlichen Einwände und Anträge im neuen Berufungsverfahren selbst vorzubringen. Im Übrigen stellt auch das Obergericht fest, dass die beiden Zeuginnen den Beschwerdeführer kannten. Es legt dar, aus welchen Gründen sie bei ihren ersten Aussagen den Namen des Beschwerdeführers nicht nannten (angefochtenes Urteil, S. 16). Von einer Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör kann somit keine Rede sein.