Citation: C 22/01 03.02.2003 E. 2

Streitig und zu prüfen ist die Vermittlungsfähigkeit des Beschwerdeführers ab 1. November 1997. Dabei ist anzumerken, dass der Begriff der Vermittlungsfähigkeit als eine der Voraussetzungen für den Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung - entgegen dem in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde gestellten Antrag auf Feststellung einer mindestens 50 %igen Vermittlungsfähigkeit - nach der Rechtsprechung keine graduellen Abstufungen zulässt: Entweder ist die versicherte Person vermittlungsfähig, insbesondere bereit, eine zumutbare Arbeit (im Umfang von mindestens 20 % eines Normalarbeitspensums) anzunehmen, oder nicht (BGE 125 V 58 Erw. 6a). 2.1 Der Versicherte hat im Antragsformular zum Bezug von Arbeitslosenentschädigung vom 8. August 1997 angeführt, er sei bereit und in der Lage, Teilzeit, höchstens zu 50 % einer Vollzeitbeschäftigung, zu arbeiten. Mit Wirkung ab 1. Mai 1995 bezieht er eine halbe Rente der Invalidenversicherung, basierend auf einem Invaliditätsgrad von 61 % (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 21. Oktober 1999). Wie der Bescheinigung der ehemaligen Arbeitgeberin vom 22. August 1997 zu entnehmen ist, konnte der Beschwerdeführer seit Ende Mai 1994 (gemäss Behauptung des Versicherten im vorinstanzlichen Gerichtsverfahren mit einem Unterbruch gegen Ende 1994, als er seine Erwerbstätigkeit während sechs Wochen zu 50 % und danach zu 75 % wieder aufgenommen habe, bis der behandelnde Psychiater ab Frühjahr 1995 wieder eine 100 %ige Arbeitsunfähigkeit attestiert habe) krankheitsbedingt seiner Erwerbstätigkeit nicht mehr nachgehen. Dr. med. M.________, Spezialarzt FMH für Innere Medizin, gab im ärztlichen Zeugnis vom 6. September 1997 zuhanden des Regionalen Arbeitsvermittlungszentrums an, wegen Krankheit bestehe weiterhin eine 100 %ige Arbeitsunfähigkeit. Auf den Formularen "Nachweis der persönlichen Arbeitsbemühungen" wurde für die einzelnen Monate jeweils vermerkt, infolge 100 %iger Arbeitsunfähigkeit seien keine Arbeitsbemühungen getätigt worden. Mit Schreiben vom 5. Januar 1998 teilte der Versicherte zudem mit, dass er nach seiner Erfahrung und gemäss Arztzeugnis nicht arbeiten könne, unter den gegebenen Umständen jedoch eine Vorleistungspflicht der Arbeitslosenkasse bestehe. 2.2 Bei dieser Sachlage gelangten Verwaltung und Vorinstanz zu Recht zum Schluss, es fehle angesichts des Verhaltens des Beschwerdeführers offensichtlich bereits an dessen Vermittlungsbereitschaft. Zu weiteren medizinischen Abklärungen, insbesondere zu einer vertrauensärztlichen Untersuchung auf Kosten der Arbeitslosenversicherung im Sinne von Art. 15 Abs. 3 AVIG, bestand entgegen der Auffassung des Versicherten kein Anlass. Auch wenn rückblickend auf Grund der für die Abklärung des Anspruchs auf eine Invalidenrente eingeholten ärztlichen Stellungnahmen von einer (Rest-)Arbeitsfähigkeit auszugehen ist und sich das Arztzeugnis des Dr. med. M.________ vom 6. September 1997 insofern als unrichtig erweist, ist dem kantonalen Gericht darin beizupflichten, dass bei der geforderten prospektiven Beurteilung der Anspruchsvoraussetzungen die Bereitschaft des Beschwerdeführers, eine zumutbare Arbeitsstelle anzutreten, im Zeitpunkt des Verfügungserlasses (1. Mai 1998) nicht vorhanden war. Auch die übrigen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde erhobenen Einwendungen führen zu keinem anderen Ergebnis. Soweit darin die bereits im vorinstanzlichen Verfahren entkräfteten Rügen wiederholt werden, kann auf die zutreffenden Erwägungen im angefochtenen Gerichtsentscheid verwiesen werden. Schliesslich ist bezüglich des Einwandes, es könne dem Versicherten nicht zum Vorwurf gemacht werden, dass er im invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren Antrag auf eine ganze Rente gestellt habe, darauf hinzuweisen, dass eine versicherte Person, die sich bis zum Entscheid der Invalidenversicherung als nicht arbeitsfähig erachtet und weder eine Arbeit sucht noch eine zumutbare Arbeit annimmt, nicht vermittlungsfähig ist (ARV 1996/97 Nr. 34 S. 191). Im vorliegenden Fall wurde dem Versicherten die Vermittlungsfähigkeit denn auch nicht abgesprochen, weil er eine ganze Rente der Invalidenversicherung verlangte, sondern weil er sich nicht vorstellen konnte, eine Erwerbstätigkeit aufzunehmen und demzufolge überhaupt keine Arbeitsbemühungen getätigt hat.