Citation: 1A.278/2004 17.03.2005 E. 2

Streitig ist zunächst, ob der Rekurs vom 29. März 2004 als Eingabe des Vereins VgMA verstanden werden musste - mit der Folge, dass darauf mangels formeller Beschwer nicht einzutreten war, oder ob er nach Treu und Glauben auch als persönliche Eingabe der Unterzeichnenden hätte behandelt werden müssen. Für die erste Auslegung spricht der Briefkopf, der als Absender "VgMA, Z.________, Werkstrasse, 9434 Au" aufführt; für die zweite Auslegung der Umstand, dass der Rekurs von allen drei Beschwerdeführerinnen persönlich unterzeichnet und einleitend als "unser Rekurs" bezeichnet worden war. Im Entscheid 1A.80/2002 vom 18. Juni 2002 (publ. in URP 2002 S. 800) hatte das Bundesgericht einen ähnlichen Fall zu beurteilen. Damals war von einem "Komitee gegen Mobilfunk-Antennenbau" Beschwerde erhoben worden; aus den Begleitumständen ergaben sich jedoch Hinweise darauf, dass die Beschwerdeerhebung im Namen nicht näher bezeichneter Einsprecher erfolgt war. Das Bundesgericht erinnerte daran, dass Rechtsmittelerklärungen nach Treu und Glauben auszulegen sind. Das Verwaltungsgericht hätte deshalb die Beschwerde nicht einfach - ohne Rückfrage - als diejenige des Komitees behandeln und wegen fehlender Parteifähigkeit mit einem Nichteintreten erledigen dürfen (E. 4). Der VgMA ist zwar eine juristische Person und damit parteifähig; da er jedoch am Einspracheverfahren und am ersten Rekursverfahren vor dem Baudepartement nicht beteiligt gewesen war, fehlte ihm die formelle Beschwer und damit die Beschwerdebefugnis. Insoweit stellt sich wie im Fall 1A.80/2002 die Frage, ob der - von juristischen Laien verfasste - Rekurs vom 29. März 2004 nach Treu und Glauben ohne weitere Nachfrage dem nicht beschwerdebefugten Verein zugeordnet werden durfte. Die Frage kann jedoch offen bleiben, wenn auf den Rekurs schon aus einem anderen Grund nicht eingetreten werden konnte.