Citation: 6B_18/2022 E. 2.2

2.2. Der Beschwerdeführer rügt, die Erstinstanz habe ihn wegen 38 Einbrüchen mit einer Deliktssumme von Fr. 480'000.-- schuldig gesprochen, während die Vorinstanz ihn nur wegen sieben Einbrüchen mit einer Deliktssumme von Fr. 200'000.-- verurteilt habe. Trotzdem habe die Vorinstanz eine Freiheitsstrafe von 6 Jahren ausgesprochen wie die Erstinstanz. Es sei offensichtlich, dass die Freisprüche nur mit grossem Widerwillen ergangen seien. Deshalb sei die Vorinstanz bemüht gewesen, trotz den Freisprüchen die gleiche Strafe auszufällen. Die Vorinstanz nimmt nämlich von Grund auf eine eigene Strafzumessung vor, ohne im Sinne von Art. 82 Abs. 4 StPO auf die erstinstanzliche Begründung zu verweisen. Im Übrigen kann die Berufungsinstanz die erstinstanzliche Strafe praxisgemäss trotz teilweisen Freisprüchen beibehalten, wenn sie dies begründet. Dies kann beispielsweise dadurch geschehen, dass sie erklärt, dass das erstinstanzliche Gericht die Tatsachen falsch gewürdigt und eine zu tiefe Strafe angesetzt hat, sodass sich eine weitere Strafreduktion aufgrund der teilweisen Freisprüche nicht rechtfertigen würde. Grundsätzlich genügt es aber, dass die Strafzumessung der Berufungsinstanz nachvollziehbar ist (dazu Urteile 6B_335/2016 vom 24. Januar 2017 E. 3.3.1; 6B_284/2020 vom 3. Juli 2020 E. 1.3.2). Dies verlangt auch Art. 50 StGB. Durch eine möglichst intensive Begründung des Strafmasses soll das Sachgericht dazu angehalten werden, sich mit der Strafzumessung eingehend zu befassen, damit das Strafmass oder andere Ermessensentscheide für die Rechtsmittelinstanz besser überprüfbar gemacht werden und sie für den Täter transparent sind (vgl. WIPRÄCHTIGER/ECHLE, Basler Kommentar, Strafrecht I, 4. Aufl. 2019, N. 7 zu Art. 50 StGB). Besonders hohe Anforderungen werden an die Begründung der Strafzumessung gestellt, wenn die ausgesprochene Strafe ungewöhnlich bzw. auffallend hoch oder milde ist (WIPRÄCHTIGER/ECHLE, a.a.O., N. 15 zu Art. 50 StGB). Wie es sich damit verhält, d.h., ob die Vorinstanz ihre Strafzumessung bundesrechtskonform begründet hat, ist nachfolgend zu prüfen.