Citation: 2P.203/2001 12.10.2001 E. 7

7.- a) Die Beschwerdeführerin macht ferner geltend, bei der Teilprüfung von Prof. X.________ im Privatrecht II sei erst mit der Rekursantwort eine undatierte Notenskala sowie eine ebenfalls undatierte Musterlösung nachgereicht worden. Die Bewertung sei nur mündlich bekannt gegeben worden. Ein schriftliches Bewertungsschema liege nicht vor. Die Rekurskommission hat im angefochtenen Entscheid ausgeführt, die Rechtswissenschaftliche Fakultät habe der Beschwerdeführerin mit Schreiben vom (1.) November 2000 die Noten ihrer Prüfungsleistungen mitgeteilt. Bei der Teilprüfung von Prof. X.________ habe sie eine im Internet abrufbare Musterlösung zur Verfügung gehabt. Darüber hinaus habe sie anlässlich der individuellen Besprechung Kenntnis über die Notenskala und die Bewertung der Prüfung erhalten, womit ihr genügend Informationen geboten worden seien, um sich über ihre Leistung ein Bild zu machen. Mit ihren diesbezüglichen Ausführungen beanstandet die Beschwerdeführerin die Korrektur und Bewertung ihrer Arbeit durch Prof. X.________ nicht. Sie anerkennt ausdrücklich, dass Prof. X.________ die Prüfungsarbeit mit ihr besprochen hat. Sie macht jedoch geltend, sie habe die Prüfungsbewertung mangels Bewertungsschema nicht nachvollziehen können. Die Prüfungsbewertung verletze damit den Gleichbehandlungsgrundsatz und sei daher willkürlich. b) Die Beschwerdeführerin vermag keine Bestimmung zu nennen, welche ein Bewertungsschema, wie es etwa zur Teilprüfung von Prof. Y.________ vorliegt, vorschreiben würde. Aus dem Gleichbehandlungsgrundsatz, auf den sich die Beschwerdeführerin beruft, ergibt sich kein unabdingbares Erfordernis eines solchen Schemas. Die Beschwerdeführerin stellt nicht in Abrede, dass ihr Prof. X.________ anlässlich der mündlichen Besprechung ihres Prüfungsergebnisses Kenntnis über die Notenskala und die Bewertung ihrer Prüfungsarbeit gegeben hat. Diese Notenskala, die der Vernehmlassung von Prof. X.________ im Verfahren vor der Rekurskommission beigeheftet ist, zeigt eine Liste der möglichen Punkte von 0 bis 15 und die Zuordnung der Punktzahlen zu den entsprechenden Noten von 1 bis 6. Die korrigierte Arbeit der Beschwerdeführerin, die sich in Kopie bei den Akten der Rekurskommission befindet, enthält einige Korrekturbemerkungen und viermal den Vermerk 1 P(unkt). Damit hat die Beschwerdeführerin erfahren, welche Argumente in ihrer Arbeit mit einem Punkt bewertet worden sind, und dass sie insgesamt vier Punkte (von möglichen 15 Punkten) erhalten hat. Angesichts der auf ihrer Arbeit angebrachten Korrekturen und der ihr zugänglichen Musterlösung wäre die Beschwerdeführerin in der Lage gewesen, diejenigen Darlegungen in ihrer Arbeit zu bezeichnen, für die sie glaubt, Anspruch auf weitere Punkte zu haben. Dennoch hat es die Beschwerdeführerin in ihrer Eingabe an die Rekurskommission unterlassen, sich mit der Bewertung durch Prof. X.________ auseinanderzusetzen, und nur erklärt, die Bewertung dieser Prüfung könne mangels Bewertungsschema nicht nachvollzogen werden. Gemäss § 7 Abs. 2 lit. a VRG, auf den die Rekurskommission im angefochtenen Beschluss Bezug genommen hat, haben die am Verfahren Beteiligten bei der Untersuchung des Sachverhalts mitzuwirken, wenn sie ein Begehren gestellt haben. Dies trifft auf die Beschwerdeführerin im Rekursverfahren zu. Dass die Rekurskommission angesichts der mangelhaften Begründung die Prüfungsbewertung durch Prof. X.________ nicht näher abklärte, ist jedenfalls nicht willkürlich. Weiter wird nicht geltend gemacht und ist auch nicht ersichtlich, dass sich die entscheidenden Instanzen bei der Bewertung der fraglichen Prüfungsarbeit von sachfremden Erwägungen hätten leiten lassen. Der Prüfungsentscheid erscheint unter rechtsstaatlichen Gesichtspunkten vertretbar und ist somit nicht willkürlich.