Citation: 2C_992/2016 E. 3.2

3.2. Eine Freiheitsstrafe von 36 Monaten indiziert ein erhebliches migrationsrechtliches Verschulden, liegt doch dieses Strafmass weit über der Grenze von einem Jahr, welche für die Möglichkeit des Widerrufs massgeblich ist (vgl. BGE 139 I 145 E. 2.1 S. 147). Negativ fällt sodann ins Gewicht, dass die verfahrensauslösende Verurteilung nicht das erste Straferkenntnis gegen den Beschwerdeführer 1 darstellt: Bereits im Jahr 2007 war er wegen einfacher Körperverletzung zu einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen und im Jahr 2010 wegen Angriffs, einfacher Körperverletzung und Tätlichkeiten zu einer Freiheitsstrafe von 18 Monaten verurteilt worden. Weder die verhängten Strafen noch die angesetzten Probezeiten haben ihn zu einer Änderung seines Verhaltens bewegen können. Auch die im September 2010 ausgesprochene ausländerrechtliche Verwarnung, die ihm schwerer wiegende ausländerrechtliche Massnahmen in Aussicht stellte, liess ihn unbeeindruckt und hielt ihn nicht davon ab, erneut straffällig zu werden. Er delinquierte sogar noch schwerer, wurde doch mit der verfahrensauslösenden Verurteilung das bis anhin höchste Strafmass (36 Monate) gegen ihn verhängt. Dass - wie er vorbringt - die letzte Tat aufgrund einer schweren Provokation des Geschädigten erfolgte und nicht "aus einer momentanen Lust und Laune heraus", ändert nichts an der erheblichen Gewaltbereitschaft, welche sein Verhalten zu erkennen gibt. Unbehelflich ist ebenso das Argument, es sei zu keiner schweren Schädigung des Opfers gekommen. Dies ist ein glücklicher Zufall, aus welchem der Beschwerdeführer 1 nichts zu seinen Gunsten ableiten kann. Insgesamt zeugt sein Verhalten von Unbelehrbarkeit und einer ausgesprochenen Geringschätzung der schweizerischen Rechtsordnung. Soweit der Beschwerdeführer darauf hinweist, dass er seit der letzten Tatbegehung (2011) keine Straftaten mehr verübt habe, weshalb ihm eine günstige Deliktsprognose zu stellen sei, gehen seine Ausführungen ins Leere. Sein Bewegungsspielraum war in dieser Zeit grösstenteils durch die Untersuchungshaft bzw. den Strafvollzug eingeschränkt; daher ist sein Wohlverhalten seit der Tat nicht aussagekräftig. Zu beachten ist schliesslich auch, dass bei schweren Straftaten selbst ein geringes Rückfallrisiko nicht in Kauf genommen werden muss und generalpräventive Überlegungen mitberücksichtigt werden dürfen. Die Vorinstanz weist im Übrigen zutreffend darauf hin, dass der Beschwerdeführer 1 hochwertige Rechtsgüter verletzt bzw. eine Straftat begangen hat, welche im Sinne von Art. 121 Abs. 3 BV seit dem 1. Oktober 2016 eine Anlasstat für eine obligatorische Landesverweisung bilden würde (Art. 66a Abs. 1 lit. b StGB). Auch wenn diese Neuregelung nicht rückwirkend auf den Beschwerdeführer 1 Anwendung findet, kommt darin zum Ausdruck, dass der Verfassungs- und Gesetzgeber Gewaltdelikte als besonders verwerflich erachtet, was bei der Interessenabwägung berücksichtigt werden darf.