Citation: 9C_474/2023 E. 2.7.2

2.7.2. Die Entkräftung der natürlichen Vermutung des Hauptsteuerdomizils setzt aber keinen lückenlosen Nachweis voraus und ist selbst dann möglich, wenn nicht restlos jedes Wochenende am Familienort verbracht wird, das aber doch auf die grosse Mehrheit bzw. den grösseren Teil der Wochenenden zutrifft (vgl. u.a. das Urteil 2C_994/2019 vom 8. Juni 2020 E. 7.2.1; siehe weiter das Urteil 2C_296/2018 vom 6. Juni 2018 E. 2.3, wo die Steuerpflichtige sich nur an etwas mehr als der Hälfte der Wochenenden nachweislich im Wallis aufhielt, wobei grösstenteils unklar war, ob sie tatsächlich an den Familienort gereist war; siehe auch das Urteil 2C_247/2021 vom 27. Dezember 2021 E. 3.5, in dem der Steuerpflichtige angab, an 191 Nächten am Familienort [im Vergleich zu 174 Nächten am Wochenaufenthaltsort] übernachtet sowie seine Ferien und die Feiertage am Familienort verbracht zu haben). Zur Entkräftung der natürlichen Vermutung zugunsten des Wochenaufenthaltsortes kann es genügen, dass der Gegenbeweis erbracht wird, d.h. beweismässige Anhaltspunkte erstellt sind, welche begründete Zweifel an der Richtigkeit des Hauptbeweises, also der natürlichen Vermutung, erbringen, wenn die gegen die natürliche Vermutung vorgebrachten Anhaltspunkte überzeugen und stärker sind als die Vermutung, wenn Anhaltspunkte für den Wochenendwohnort in einer Weise nachgewiesen werden, die so gewichtig und überzeugend sind, dass sie geeignet sind, die Domizilvermutung zu entkräften (vgl. u.a. Urteile 2C_87/2019 vom 17. Juli 2019 E. 4.1; 2C_296/2018 vom 6. Juni 2018 E. 2.3).