Citation: 6B_468/2015 E. 3.2

3.2. Die Vorinstanz erwägt (Urteil, S. 8 f.), die durch Tänzerinnen gegen Entgelt vorgenommene Animation von Cabaret-Gästen zum Champagnerkonsum stelle eine bewilligungspflichtige Erwerbstätigkeit im Sinne von Art. 11 Abs. 2 AuG i.V.m. Art. 1a Abs. 1 der Verordnung über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit vom 24. Oktober 2007 (VZAE; SR 142.201) dar. Vorliegend gehe es klarerweise nicht um eine nur unregelmässig ausgeübte und demnach (gemäss BGE 101 IV 245) bewilligungsfreie Nebenbeschäftigung. Die Frauen hätten für ihre Tätigkeit als Cabaret-Tänzerinnen über eine Bewilligung verfügt. Die Animation von Gästen zum Alkoholkonsum sei davon (gemäss Weisungen AuG des Staatssekretariats für Migration SEM, Version 25.10.2013, Stand 13.02.2015, S. 147) nicht abgedeckt gewesen. Somit hätten die Tänzerinnen mit ihrer Animationstätigkeit den Tatbestand von Art. 115 Abs. 1 lit. c AuG erfüllt, und jeder, der ihnen diese unbewilligte Tätigkeit verschafft habe, sei folglich gemäss Art. 116 Abs. 1 lit. b AuG strafbar. Die Vermittlungstätigkeit des Beschwerdeführers sei zweifelsohne als solches Verschaffen zu qualifizieren, da sie notwendige Voraussetzung für die Ausstellung der Visa und Aufenthaltsbewilligungen und damit für die Arbeitstätigkeit der Tänzerinnen überhaupt gewesen sei. Der Beschwerdeführer habe somit den objektiven Tatbestand nach Art. 116 Abs. 1 lit. b AuG im Zusammenhang mit sämtlichen in der Anklageschrift erwähnten Frauen erfüllt. Für die Erfüllung des subjektiven Tatbestands sei entscheidend, ob der Beschwerdeführer im Zeitpunkt der Übermittlung der fraglichen Verträge an die Frauen gewusst habe, dass die Tänzerinnen nebst der bewilligten Tanztätigkeit mit der Animation einer weiteren, nicht bewilligten Erwerbstätigkeit würden nachgehen müssen. Weder aus der Anklageschrift noch aus den Akten gehe hervor, weshalb der Beschwerdeführer bereits am 23. Oktober 2009, als er den ersten Vertrag an B.________ vermittelte, von der unerlaubten Animationstätigkeit im fraglichen Cabaret gewusst haben sollte. Dieses Wissen könne nicht allein aufgrund der notorisch bekannten Tatsache, dass der Champagnerverkauf die Haupteinnahmequelle von Cabaret-Betrieben bilde, angenommen werden. Vielmehr bedürfe es zusätzlicher Hinweise darauf, dass dem Beschwerdeführer die Geschäftspraktiken des Cabaret-Betreibers bekannt waren. Solche fehlten aber für den Zeitraum bis zur Vermittlung von B.________. In diesem Punkt sei der Beschwerdeführer deshalb freizusprechen (Urteil, S. 10 f.). Spätestens ab Ende März 2010 habe der Beschwerdeführer hingegen Kenntnis davon gehabt, dass B.________ nicht vertragsgemäss entlöhnt wurde und lediglich eine Umsatzbeteiligung am durch sie angeregten Alkoholkonsum erhielt. In Bezug auf die nach diesem Zeitpunkt vermittelten Frauen habe er folglich mindestens in Kauf genommen, dass auch diese der unbewilligten Animationstätigkeit nachgehen würden. Es gebe keinen Grund, weshalb er hätte davon ausgehen dürfen, bei B.________ handle es sich um eine Ausnahme. Gerade vor dem Hintergrund, dass die Animation der Gäste zum Alkoholkonsum eine bekannte und weit verbreitete Praxis in Cabarets sei, habe der Beschwerdeführer erkennen müssen, dass dies auch bei seinem Geschäftspartner so geschehe. Infolgedessen habe er bei der Vermittlung jeder weiteren Tänzerin mindestens eventualvorsätzlich den Tatbestand von Art. 116 Abs. 1 lit. b AuG erfüllt. Da er damit habe rechnen müssen, dazu beizutragen, dass sich der Cabaret-Betreiber an der unerlaubten Animationstätigkeit unrechtmässig bereicherte, habe er den qualifizierten Tatbestand gemäss Art. 116 Abs. 3 lit. a AuG erfüllt (Urteil, S. 14 f.).