Citation: 7B_271/2022 E. 4.3

4.3. Die Vorinstanz hat in der Erwägung 4.4 des angefochtenen Entscheids eine sorgfältige Interessenabwägung vorgenommen und ist zusammenfassend zu folgenden Erkenntnissen gelangt: Der Lebensmittelpunkt des in der Schweiz aufgewachsenen und noch bei seinen Eltern wohnenden Beschwerdeführers liege zweifellos in der Schweiz. Der Beschwerdeführer habe sich hier - mit Ausnahme der vorliegend zu beurteilenden Straftat und einer Vorstrafe aus dem Jahre 2017 - grundsätzlich erfolgreich integriert. Es sei bei einer Gesamtbetrachtung von einem gewichtigen Interesse des Beschwerdeführers an einem Verbleib in der Schweiz auszugehen, womit ein persönlicher Härtefall zu bejahen sei. Auch wenn sich der Beschwerdeführer seit der Schändung wohl verhalten habe, überwiege indessen das sehr hohe öffentliche Interesse an einer Wegweisung das persönliche Interesse des Beschwerdeführers an einem Verbleib in der Schweiz, zumal seine Resozialisierungschancen im Kosovo, wo er regelmässig zu Besuch sei, durchaus intakt erschienen. Den Kontakt zu seinen Eltern und zu seiner Freundin könne er ohne Weiteres mit den modernen Kommunikationsmitteln oder Besuchen im Heimatland aufrecht erhalten.