Citation: 4C.413/2006 27.03.2007 E. 6

Das Bundesgericht prüft von Amtes wegen und mit freier Kognition, ob es auf ein Rechtsmittel eintreten kann (BGE 131 II 571 E. 1 S. 573; 129 III 415 E. 2.1). Der Berufungsbeklagte kann in der Antwort Anschlussberufung erheben, indem er eigene Anträge gegen den Berufungskläger stellt (Art. 59 Abs. 2 OG). Die Beklagte ficht mit ihrer Anschlussberufung einzig die Dispositivziffer 1a des Urteils des Obergerichts an. Diese betrifft einzig den Kläger 1, indem ihm darin eine Genugtuung von Fr. 100'000.-- nebst Zins zugesprochen wird. Die Beklagte stellt somit in ihrer Anschlussberufung keine Anträge gegen die Berufungskläger (Kläger 2 und 3), sondern nur gegen den Kläger 1, der jedoch keine Berufung erklärt hat. Mangels Berufung des Klägers 1 hätte die Beklagte innert Frist selbständig Berufung erheben müssen, wenn sie sich gegen ihn und die ihm zugesprochene Genugtuung richten wollte. Sie kann diesen Antrag nicht im Anschluss an die Berufung der Kläger 2 und 3 stellen (BGE 97 II 339 E. 9 S. 349; 48 II 145 E. 1; Poudret, Commentaire de la loi fédérale d'organisation judiciaire, Bern 1990, N. 2.2.2 zu Art. 59 und 61 OG, S. 477; Guldener, Schweizerisches Zivilprozessrecht, 3. Aufl., Zürich 1979, S. 499; Frank/Sträuli/Messmer, Kommentar zur zürcherischen Zivilprozessordnung, 3. Aufl., Zürich 1997, N. 4 zu § 266 ZPO-ZH). Die Anschlussberufung erweist sich als unzulässig, weshalb darauf nicht eingetreten werden kann. Kosten der kantonalen Verfahren