Citation: 4A_260/2014 E. 2.3

2.3. Soweit die Schlussfolgerungen der Vorinstanz ausschliesslich auf allgemeiner Lebenserfahrung beruhen, kann dass Bundesgericht diese nach dem Gesagten entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin wie Rechtssätze frei überprüfen. Das Ziel der einheitlichen Anwendung des Bundesrechts könnte nicht erreicht werden, wenn sich beispielsweise bezüglich des Kapitalisierungszinssatzes von Kanton zu Kanton eine unterschiedliche Praxis ausbilden könnte. Es besteht indessen insoweit ein Unterschied zu Rechtssätzen, als das gesamte geltende Recht den unteren Instanzen bekannt zu sein hat. Aus diesem Grund schadet es den Parteien nicht, wenn sie eine rechtliche Argumentation erstmals vor Bundesgericht vorbringen. Dagegen sind die kantonalen Gerichte nicht gehalten, sämtliche Studien und Statistiken zu kennen, die für die Lösung des Falles in Frage kommen könnten. Soweit das Gericht den Parteien daher Gelegenheit gibt, zu den Statistiken Stellung zu nehmen, die es anzuwenden gedenkt, haben die Parteien, soweit möglich und zumutbar, ihre Einwände gegen die Statistiken bereits in diesem Zeitpunkt vorzubringen und sich auf andere Statistiken oder Studien zu berufen, die sie berücksichtigt wissen wollen. Den Parteien zu erlauben, diesbezügliche Einwände oder neue Statistiken erstmals vor Bundesgericht vorzubringen, obwohl bereits im kantonalen Verfahren dazu Anlass bestanden hätte oder die kantonale Instanz die entsprechenden Statistiken gar nicht berücksichtigen konnte, weil sie erst nach dem Entscheid veröffentlicht wurden, würde den Grundsätzen, die der Novenregelung (Art. 99 BGG) vor Bundesgericht und der Obliegenheit zur materiellen Ausschöpfung des Instanzenzuges (vgl. E. 1 hiervor) zugrunde liegen, zuwiderlaufen.