Citation: 6B_447/2021 E. 2.2.1

2.2.1. Mit Bezug auf den streitig gebliebenen Vorwurf des versuchten Pfändungsbetrugs durch Verheimlichen von Ansprüchen auf Kinderzulagen führt die Vorinstanz aus, die Beschwerdeführerin habe eingeräumt, ihre ehemalige Arbeitgeberin am 26. September und 16. Oktober 2017 wegen der Nachzahlung von Kinderzulagen kontaktiert und versucht zu haben, eine direkte Überweisung von der Arbeitslosenkasse auf ihr Konto zu erreichen. Dies, obwohl sie gewusst habe, dass sie den Anspruch auf Kinderzulagen dem Betreibungsamt hätte melden müssen und obwohl sie während der anhaltenden Lohnpfändung wiederholt beim Existenzminimum zu berücksichtigende Ausgaben geltend gemacht sowie Unterlagen eingereicht habe. Trotzdem habe die Beschwerdeführerin mit der Meldung der Kinderzulagenansprüche über vier Wochen, bis zum 18. Oktober 2017, gewartet. Ihre Begründungen hierfür überzeugten zudem nicht. Mit ihren selektiven Angaben habe die Beschwerdeführerin bewusst ein falsches Bild ihrer finanziellen Situation gezeichnet. Ferner habe sie anlässlich der Meldung ihrer Ansprüche auf Kinderzulagen gegenüber dem Betreibungsamt den falschen Eindruck erweckt, als hätte sie davon erst gerade erfahren und dass sie sich nun erkundigen wolle, wie die Auszahlung vonstatten gehen soll. Tatsächlich habe sie aber diesbezüglich bereits Abklärungen getroffen. Die Beschwerdeführerin habe dem Betreibungsamt somit vorsätzlich Ansprüche auf Kinderzulagen verheimlichen und deren Berücksichtigung bei der Berechnung des Existenzminimums vermeiden wollen. Dadurch habe sie das zur Befriedigung der Gläubiger verfügbare Vermögen dem Anschein nach vermindert und zumindest eventualvorsätzlich zu deren Nachteil gehandelt. Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin seien Kinderzulagen zudem grundsätzlich unabhängig von ihrer Pfändbarkeit für die Berechnung des Existenzminimums relevant, da sie unmittelbar beeinflussten, inwiefern andere Vermögenswerte pfändbar seien. Es liege somit ein taugliches Tatobjekt vor. Wenngleich grundsätzlich von einem vollendeten Delikt auszugehen sei, müsse es aufgrund des Verschlechterungsverbots beim Schuldspruch wegen versuchten Pfändungsbetrugs sein Bewenden haben.