Citation: 1C_780/2021 E. A

A.________ erwarb den Führerausweis der Kategorie B (Personenwagen) im Jahr 1979. Bisher sind gegen ihn keine strassenverkehrsrechtlichen Administrativmassnahmen verfügt worden. Anfang November 2020 ging beim Strassenverkehrsamt des Kantons Aargau ein von der Stadtpolizei Baden erstellter Bericht vom 22. Oktober 2020 über einen Vorfall häuslicher Gewalt ein. Daraus geht hervor, dass sich A.________ und seine Partnerin im September 2020 voneinander trennten, da der Betroffene ein Alkoholproblem habe und es deshalb immer wieder zu Streitigkeiten gekommen sei. Am Abend des 22. Oktober 2020 hätten sich die beiden in der Wohnung der ehemaligen Partnerin verabredet. Als diese bemerkt habe, dass A.________ wieder alkoholisiert gewesen sei und beim Kochen Schmutz auf dem Kochfeld verursacht habe, sei ein verbaler gegenseitiger Streit entstanden. A.________ habe die Wohnung freiwillig verlassen und sei von der Polizei nach Hause gefahren worden. Er habe angegeben, ein Alkoholproblem zu haben und einmal wöchentlich in eine Therapie zu gehen. Mit Schreiben vom 16. November 2020 teilte das Strassenverkehrsamt A.________ mit, dass es die Anordnung einer verkehrsmedizinischen Begutachtung in Betracht ziehe, da angesichts des Polizeiberichts vom 22. Oktober 2020 die Gefahr einer Trunksucht nicht ausgeschlossen werden könne, und gab ihm Gelegenheit, sich dazu zu äussern. Weil A.________ das entsprechende Einschreiben nicht abholte, gewährte ihm das Strassenverkehrsamt mit einem vom 4. Dezember 2020 datierten Schreiben erneut das rechtliche Gehör zur in Aussicht gestellten Massnahme. Ob dieses Schreiben A.________ zugestellt wurde, ist umstritten. Mit Verfügung vom 13. Januar 2021 ordnete das Strassenverkehrsamt eine im Kantonsspital Aarau durchzuführende verkehrsmedizinische Begutachtung zur Abklärung der Fahreignung an und setzte A.________ eine Frist von 30 Tagen zur Überweisung des Kostenvorschusses und zur Einreichung einer entsprechenden Zahlungsbestätigung. Zur Begründung führte es aus, da er selbst angebe, ein Alkoholproblem zu haben und deswegen regelmässig eine Therapie zu besuchen, könne die Gefahr einer Trunksucht nicht ausgeschlossen werden. Für einen vorsorglichen Sicherungsentzug des Führerausweises reichten die Zweifel an der Fahreignung dagegen nicht aus. Nachdem A.________ die ihm per Einschreiben zugesandte Verfügung innert der 7-tägigen Abholfrist nicht abgeholt hatte, übermittelte sie ihm das Strassenverkehrsamt mit Schreiben vom 28. Januar 2021 per A-Post. Ob er dieses Schreiben erhalten hat, ist ebenfalls umstritten. Mit Verfügung vom 3. März 2021 entzog ihm das Strassenverkehrsamt den Führerausweis vorsorglich ab sofort bis zur Abklärung von Ausschlussgründen und ordnete eine verkehrsmedizinische Begutachtung im Kantonsspital Aarau an. Einer allfälligen Beschwerde entzog es die aufschiebende Wirkung. Auch diese Einschreibesendung holte A.________ innert der 7-tägigen Abholfrist nicht ab. Daraufhin erliess das Strassenverkehrsamt am 24. März 2021 eine weitere, gleichlautende Verfügung, die A.________ am 31. März 2021 von der Stadtpolizei Baden ausgehändigt wurde. Zur Begründung des vorsorglichen Führerausweisentzugs führte es im Wesentlichen an, der Betroffene habe bis heute keine Zahlungsbestätigung eingereicht. Aufgrund der entstandenen Verzögerung und der Zweifel an der Fahreignung könne das Führen von Motorfahrzeugen nicht mehr verantwortet werden. Eine von A.________ dagegen erhobene Beschwerde wies das Departement Volkswirtschaft und Inneres (DVI) des Kantons Aargau mit Entscheid vom 16. Juni 2021 ab. Daraufhin erhob er Verwaltungsgerichtsbeschwerde. Diese wurde vom Verwaltungsgericht des Kantons Aargau mit Urteil vom 18. November 2021 ebenfalls abgewiesen.