Citation: 1C_668/2021 E. 2.1

2.1. Das Verwaltungsgericht hielt fest, die Mitwirkung beim Entscheid über eine Einsprache gegen das eigene Baugesuch wäre als schwere Verletzung der Ausstandspflicht zu werten, welche die Nichtigkeit des Entscheids zur Folge hätte (mit Verweis auf § 7 Abs. 1 Ziff. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege des Kantons Thurgau vom 23. Februar 1981 [VRG/TG; RB 170.1]). Entsprechend dem Vorbringen des Gemeinderats Wuppenau sei jedoch davon auszugehen, dass der Beschwerdegegner 1 am Entscheid nicht mitgewirkt habe. Zwar sei dies im Protokoll der Gemeinderatssitzung vom 12. November 2018, an denen die Baugesuche behandelt worden seien, nicht vermerkt worden. Dieses Protokoll sei jedoch an der Gemeinderatssitzung vom 10. Januar 2019 ergänzt bzw. der Realität entsprechend angepasst worden, indem der Ausstand des Beschwerdegegners 1 festgehalten worden sei. Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin bestehe im baurechtlichen Einspracheverfahren gemäss den §§ 103 ff. des kantonalen Planungs- und Baugesetzes vom 21. Dezember 2011 (PBG/TG, RB 700) keine Notwendigkeit, die Zusammensetzung der kommunalen Baubewilligungs- und Einsprachebehörde zu benennen, da es sich bei den baurechtlichen "Einsprachen" nach thurgauischem Recht rechtstechnisch um Einwendungen und nicht um förmliche Rechtsmittel im Sinne von § 18 Abs. 1 Ziff. 1 VRG/TG handle. Der Schluss der Beschwerdeführerin, bei einem Verzicht auf die Nennung der personellen Zusammensetzung einer entscheidenden Behörde sei von der Anwesenheit aller gewählten Mitglieder auszugehen, was einer Korrektur mit der nachträglichen Protokollierung eines Ausstandes entgegenstehe, sei darum schon vom Grundsatz her nicht korrekt. Im Übrigen richte sich die Einhaltung oder Nichteinhaltung einer Ausstandspflicht nach dem tatsächlichen Hergang. Indem der Gemeinderat Wuppenau den Ausstand des Beschwerdegegners 1 beim Einspracheentscheid über seine eigenen Baugesuche nachträglich protokollarisch festgehalten habe, sei der tatsächliche Sachverhalt in Form eines amtlichen Protokolls bestätigt worden. Es bestünden keine Anhaltspunkte dafür, dass diese Berichtigung nicht der Wahrheit entspreche.