Citation: I 795/04 16.01.2006 E. 2

Die Parteien sind sich einig, dass die Folgen des Handunfalls vom 6. April 2000 die einzigen gesundheitlichen Beeinträchtigungen darstellen, welche sich auf die Arbeitfähigkeit auswirken. Unbestritten sind zudem die diagnostizierte Faustschlussstörung mit Sperrdistanzen von drei bis vier cm und Kraftlosigkeit bei sehr eingeschränkter Sensibilität (trotz erhaltener Schutzsensibilität) bei funktionell vollständig erhaltenem Daumen der dominanten rechten Hand. Strittig und zu prüfen bleibt hingegen die darauf basierende Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit und deren wirtschaftliche Verwertbarkeit. 2.1 Die Vorinstanz stützte sich bei der Beurteilung der verbleibenden Arbeitsfähigkeit in medizinischer Hinsicht auf den Bericht über eine kreisärztliche Untersuchung vom 4. Januar 2001, auf den Austrittsbericht der Rehaklinik B.________ vom 28. Februar 2001, die ärztliche Abschlussuntersuchung des SUVA-Kreisarztes vom 3. Juli 2001 und den Bericht der Frau Dr. med. N.________ vom 28. September 2001. Zusammenfassend kamen die Ärzte zum Schluss, die Beschwerdeführerin sei in der Lage bei ganztägiger Präsenz leichte, für die rechte Hand wenig anspruchsvolle Tätigkeiten ohne feinmotorische Ansprüche auszuführen, wobei die verletzte Hand zumindest als Zudienhand eingesetzt werden könne. Weiter stellt die kantonale Rekurskommission auf die bei der BEFAS-Abklärung vom 10. bis 27. Juni 2003 gemachten Feststellungen ab. Demnach bestätigte die praktische Prüfung die durch SUVA-Kreisarzt Dr. K.________ im Bericht vom 3. Juli 2001 dargelegten Fähigkeiten. Die rechte Hand sei bei feinmotorisch nicht anspruchsvollen, nur gering belastenden Tätigkeiten als "gute" Zudienhand und Haltehand eingesetzt worden. Die verwertbaren Arbeitsleistungen hätten ca. 75% einer vollen Leistung entsprochen. 2.2 Die Beschwerdeführerin bezweifelt die Beweiskraft des BEFAS-Gutachtens und beruft sich dabei insbesondere auf den Abklärungsbericht des Berufsberaters der IV-Stelle vom 22. März 2002. Dieser hatte ausgeführt, es sei ihm auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt keine Hilfstätigkeit bekannt, welche die von den Ärzten umschriebenen Bedingungen erfülle. Solche Arbeiten würden nur in geschützten Werkstätten bei einem theoretisch möglicher Lohn von ca. Fr. 500.- x 13 verrichtet. Auch aus invaliditätsfremden Gründen sei die Beschwerdeführerin auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt realistischerweise nicht mehr vermittelbar. 2.3 Auf dem für die Invaliditätsbemessung massgebenden hypothetischen ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 16 ATSG), bei welchem unterstellt wird, dass die verfügbaren Arbeitsplätze dem Angebot an Arbeitskräften entsprechen (zum Begriff des ausgeglichenen Arbeitsmarktes: BGE 110 V 276 Erw. 4b; AHI 1998 S. 291 Erw. 3b mit Hinweisen), stehen der Beschwerdeführerin genügend leichte Hilfs-, Kontroll- und Überwachungstätigkeiten offen, die trotz der ausgewiesenen gesundheitlichen Beeinträchtigung ausgeübt werden könnten, sodass nicht von realitätsfremden und in diesem Sinne unmöglichen oder unzumutbaren Einsatzmöglichkeiten ausgegangen wird. Denn eine zumutbare Tätigkeit ist der Beschwerdeführerin nicht nur in so eingeschränkter Form möglich, dass sie der allgemeine Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers ausgeübt werden kann (ZAK 1989 S. 322 Erw. 4a). So geht es beim als ausgeglichen unterstellten Arbeitsmarkt nicht um reale, geschweige denn offene Stellen, sondern um (gesundheitlich zumutbare) Beschäftigungsmöglichkeiten, welche der Arbeitsmarkt von seiner Struktur her, jedoch abstrahiert von den konjunkturellen Verhältnissen, umfasst (Urteil C. vom 16. Juli 2003, I 758/02). Die Experten der BEFAS haben verschiedene Beispiele angeführt, bei denen Fähigkeiten gefragt sind, die denjenigen der Beschwerdeführerin entsprechen. Auch ausserhalb eines geschützten Rahmens gibt es Arbeitsplätze, welche die Beschwerdeführerin besetzen könnte. Entgegen den Ausführungen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde ist auch nicht anzunehmen, die dabei geforderten intellektuellen Voraussetzungen (Grundschule und Anlehre) würden diejenigen der Beschwerdeführerin übersteigen, zumal sie in der Anmeldung zum Leistungsbezug angibt, die Grundschule in Spanien absolviert zu haben und sich offenbar auch hinreichend in der Arbeitswelt verständigen kann. Mit der Vorinstanz ist daher gestützt auf das überzeugende Berufsabklärungs-Gutachten vom 21. August 2003 davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin in einer den Beeinträchtigungen optimal angepassten Tätigkeit während des ganzen Tages bei verminderter Leistungsfähigkeit arbeiten kann und daher eine zumutbare wirtschaftliche Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit im Umfange von 75 % besteht. Dem Abklärungsbericht vom 21. August 2003 ist im Weiteren zu entnehmen, dass sie die zweiwöchige Berufserprobung ohne Medikamente hatte absolvieren können, sodass auch diesbezüglich keine Einschränkung der Zumutbarkeit vorliegt. Der Bericht des IV-Berufsberaters vom 22. März 2002 ist durch die BEFAS-Erprobung widerlegt. Insbesondere besteht keine Veranlassung, weitere Abklärungen hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit zu tätigen. Entgegen der in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde geäusserten Ansicht muss die Verwaltung auch nicht mindestens fünf Arbeitsplätze im Sinne der Rechtsprechung (BGE 129 V 472) dokumentieren, wenn sie der Invaliditätsbemessung Angaben gemäss den vom Bundesamt für Statistik regelmässig herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) zugrunde legt.