Citation: 8C_128/2013 E. 3.3

3.3. In der Schadenmeldung UVG vom 29. Juni 2007 gab die X.________ AG an, der Beschwerdeführer sei bei ihr als Mitarbeiter im Bautenschutz mit einem monatlichen Grundlohn von Fr. 4'400.- tätig gewesen. Im Schreiben vom 16. Juli 2008 führte sie aus, sie hätte mit Blick auf die Lohnentwicklung im Jahr 2008 sicher eine grössere Lohnkorrektur vorgesehen sowie die normale Teuerung vergütet. Der Lohn im Jahre 2008 wäre ganz sicher auf Fr. 4'700.- monatlich angesetzt worden. Auf Nachfrage der SUVA zur weiteren hypothetischen Lohnentwicklung (allerdings in Erwähnung der Tätigkeit im Bautenschutz) nannte die X.________ AG im Schreiben vom 19. März 2010 für das Jahr 2009 einen Monatslohn von Fr. 4'850.- und für das Jahr 2010 einen solchen von Fr. 5'000.-. Auf eine bereits vorgenommene oder geplante Einsetzung des Versicherten in der Strassenmarkierung mit der Ausbildung zum Equipenchef wies die ehemalige Arbeitgeberin nirgends hin. Der Beschwerdeführer gab seinerseits gegenüber der SUVA anlässlich einer Besprechung vom 26. Juli 2007 an, dass er im Zeitpunkt des Unfalls als Assistent an der Markier-Maschine gearbeitet habe und normalerweise im Bautenschutz tätig gewesen sei. Damit in Widerspruch stehen die Angaben der X.________ AG vom 17. August 2009 zuhanden des Beschwerdeführers, wonach dieser bereits im Juli 2007 (vor dem Unfallereignis) als Mitarbeiter bei der Strassenmarkierung angestellt gewesen sei und er, ohne erlittenen Unfall, im August 2009 als Equipenchef einen Monatsverdienst von Fr. 5'500.- (zuzüglich Spesenersatz von Fr. 975.-) erzielt hätte. In einem Schreiben vom 20. Juni 2012 im Rahmen des Einspracheverfahrens wird gegenüber dem Rechtsvertreter des Versicherten weiter ausgeführt, der Umstand, dass der Beschwerdeführer bei der Firma fest angestellt gewesen sei, zeige auf, dass er zum Equipenchef ausgebildet worden wäre, da Hilfsmarkierer nur für eine Saison angestellt würden. Er hätte nach Abschluss des ersten Jahres die Ausbildung zum Equipenchef durchlaufen müssen. Diese würde im Frühjahr, vor Beginn der von April bis November dauernden saisonalen Tätigkeit als Strassenmarkierer, stattfinden und zu einem Jahreslohn von mindestens Fr. 62'400.- nach Ausbildungsabschluss führen. Im zweiten Jahr als Equipenchef würde der Verdienst auf Fr. 71'500.- angehoben werden. Entsprechend diesen Ausführungen hätte der Versicherte demnach vor April 2008 seine Ausbildung als Equipenchef abgeschlossen und wäre anschliessend in der Strassenmarkierungssaison 2008 als Equipenchef tätig geworden. Der Vorinstanz ist zuzustimmen, dass die verschiedenen Angaben der X.________ AG insgesamt unstimmig sind und sich hieraus die behauptete berufliche Weiterbildung zum Equipenchef nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ableiten lässt. Die erst letztinstanzlich nachgereichten Dokumente (Einzelarbeitsvertrag vom 30. März 2007, der eine [Fest-]Anstellung als Hilfsmarkierer in der Strassenmarkierung ab 1. April 2007 mit der Verpflichtung, die Ausbildung als Equipenchef Strassenmarkierer bis Ende 2007 zu absolvieren, festhält sowie eine Vereinbarung anlässlich eines Mitarbeitergesprächs vom 25. Januar 2007, die Ausbildung zum Equipenchef Markierung zu absolvieren) stellen sodann unzulässige Noven im Sinne von Art. 99 BGG dar. Entgegen den Darlegungen in der Beschwerde gab nicht erst der vorinstanzliche Entscheid Anlass dazu, zumal keine Sachumstände neu und erstmals rechtserheblich wurden (nicht publ. E. 1.3 des Urteils BGE 138 V 286, in SVR 2012 FZ Nr. 3 S. 7, 8C_690/2011; BGE 135 V 194; SVR 2010 UV Nr. 17 S. 63 E. 4, 8C_239/2008; vgl. auch Urteil 8C_131/2011 vom 5. Juli 2011 E. 3). Die Unterlagen beziehen sich vielmehr auf den bereits im Einspracheverfahren strittigen Punkt des mutmasslich entgangenen Verdienstes. Indessen bestehen hinreichende Anhaltspunkte dafür, dass der Beschwerdeführer tatsächlich in die Markierungsabteilung gewechselt und sich nach einer Saison zum Equipenchef ausgebildet hätte. Der Sachverhalt ist daher insofern unvollständig festgestellt worden, zumal nicht von vornherein ausgeschlossen werden kann, dass sich aus den Zeugenaussagen wesentliche Gesichtspunkte zur Beurteilung der strittigen Weiterbildung mit entsprechend höherem mutmasslichem Verdienst ergeben und die diesbezüglichen Unstimmigkeiten in den vorliegenden Akten ausgeräumt werden können. Damit drängen sich weitere diesbezügliche Sachverhaltsabklärungen in Form der beantragten Zeugenbeweise durchaus auf. Erst wenn auch die Zeugenbefragung ergibt, dass die behauptete Weiterbildung nicht überwiegend wahrscheinlich absolviert worden wäre, ist die von der SUVA berechnete Überentschädigung mit entsprechender Verrechnung zu viel ausbezahlter Leistungen zu bestätigen. Die Sache wird für diese Beweisabnahme und zu neuem Entscheid an die Vorinstanz zurückgewiesen.