Citation: 2C_682/2021 E. 1.2.1

1.2.1. Die Beschwerdeführerinnen können sich nicht in vertretbarer Weise auf einen Rechtsanspruch in Anwendung des Freizügigkeitsabkommens vom 21. Juni 1999 (FZA [SR 0.142.112.681]) berufen: Zwar erfordert die Familiennachzugsregelung in Art. 3 Anhang I FZA nicht, dass die Ehegatten zusammen leben (Urteil des EuGH vom 13. Februar 1985 Rs. 267/83, Diatta, Slg. 1985 567 ff., N. 18 ff.), doch schützt die Rechtsprechung auch in diesem Zusammenhang die missbräuchliche Berufung auf eine inhaltsleer gewordene Ehe nicht (BGE 139 II 393 E. 2.2 S. 395 f.; 130 II 113 E. 9 S. 129 ff.; Urteile 2C_345/2019 vom 8. Juli 2019 E. 2.1 und 2C_486/2015 vom 5. Juni 2015 E. 3.1). Die Eheleute D.________-A.________ leben seit dem 15. Juli 2018 getrennt (vgl. nachstehende E. 4.2). Zu einer Annäherung ist es nie mehr gekommen, weshalb die Ehe, welche am 16. März 2021 geschieden worden ist, als definitiv gescheitert zu gelten hat und die Beschwerdeführerinnen daraus nichts mehr zu ihren Gunsten ableiten können (vgl. BGE 139 II 393 E. 2.2 S. 396; Urteile 2C_812/2020 vom 23. Februar 2021 E. 2.1 und 2C_525/2020 vom 7. Oktober 2020 E. 1.3).