Citation: 6B_1261/2023 E. 2.3.3

2.3.3. Die Vorinstanz erwägt unter Verweis auf Art. 398 Abs. 4 StPO, die zahlreichen von der Staatsanwaltschaft in ihrer Berufungsantwort zum ersten Mal vorgebrachten Behauptungen (ergänzende Ausführungen zum Antiblockiersystem, zur Betriebssicherheit und zum Zustand der Bremsen des Fahrzeugs, Bremswegberechnungen, Vermutungen im Zusammenhang mit Versicherungsleistungen) gälten als neue Behauptungen und seien daher im Berufungsverfahren unzulässig. Dasselbe gelte für die entsprechenden Erwiderungen des Verteidigers. Sodann teilt die Vorinstanz die Sichtweise der ersten Instanz und hält fest, deren Sachverhaltsfeststellung hinsichtlich des zu geringen Abstands sei nicht zu beanstanden und nicht willkürlich. Aufgrund der Würdigung der Aussagen des Beschwerdeführers sei dem Urteil eine Fahrgeschwindigkeit von ungefähr 80 km/h zugrunde zu legen und zu Gunsten des Beschwerdeführers sei von einem Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug von 30 Metern auszugehen. Nach der Faustregel "halber Tacho" wäre bei einer Geschwindigkeit von 80 km/h ein Abstand von 40 Metern einzuhalten gewesen. Damit habe der Beschwerdeführer den Abstand nicht so gewählt, dass er hinter dem vorausfahrenden, überraschend bremsenden Fahrzeug rechtzeitig habe halten können und die anderen Strassenbenützer nicht gefährdet habe. Im Sinne einer Eventualbegründung erwägt die Vorinstanz dann jedoch, selbst wenn der Abstand des Beschwerdeführers zum vorausfahrenden Fahrzeug ausreichend gewesen wäre, würde sich jedenfalls sein Bremsmanöver als verfehlt erweisen. Das Fahrzeug sei nicht dorthin gefahren, wohin der Beschwerdeführer gewollt habe. Er sei nicht mehr in der Lage gewesen, auf die erforderliche Weise auf das Fahrzeug einzuwirken. Somit habe er sein Fahrzeug nicht im Sinne von Art. 31 Abs. 1 SVG beherrscht.