Citation: 7B_151/2025 E. 2.4.2

2.4.2. Nicht zutreffend ist in diesem Zusammenhang auch der Einwand des Beschwerdeführers, es sei unzulässig, wenn sich die Vorinstanz bei der erneuten Anordnung von Untersuchungshaft auf Umstände stütze, die bereits im Rahmen seiner ersten Inhaftierung berücksichtigt worden seien und damals nicht ausgereicht hätten für die Bejahung des Haftgrunds der qualifizierten Wiederholungsgefahr gemäss Art. 221 Abs. 1bis StPO. Einerseits übersieht der Beschwerdeführer erneut, dass sich die Sachverhaltslage aus den vorgenannten Gründen massgeblich verändert hat und die mit voller Beurteilungskognition ausgestattete Vorinstanz den Haftgrund der Ausführungsgefahr auch unter erstmaliger Berücksichtigung der psychiatrischen Vorabstellungnahme prüfte (vgl. zur Berücksichtigung von haftrechtlichen Noven im kantonalen Beschwerdeverfahren Urteil 7B_1172/2024 vom 16. Dezember 2024 E. 3.6.3). Andererseits scheint der Beschwerdeführer dem früheren Haftentscheid ein falsches Gewicht beizumessen, indem er die Auffassung vertritt, die in früheren Haftentscheiden berücksichtigten Sachumstände, die zu seiner Haftentlassung geführt hatten, dürften bei einer späteren strafprozessualen Inhaftierung nicht mehr zu seinen Lasten berücksichtigt werden. Mit dieser Argumentation übersieht er, dass sich Zwangsmassnahmen wie die Untersuchungshaft aufgrund der fortlaufenden Ermittlungshandlungen der Strafverfolgungsbehörden dynamisch entwickeln können und immer nur solange Bestand haben, als die hierfür notwendigen gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind (vgl. Art. 212 Abs. 2 lit. a StPO). Dies hat zur Folge, dass neu hinzutretende Erkenntnisse zu einem späteren Zeitpunkt einen Haftgrund neu (oder wieder) begründen können, der zuvor noch verneint worden war. Bei der entsprechenden Prüfung des Haftantrags muss sich die haftanordnende Behörde auf alle aktuell relevanten Tatsachen abstützen (vgl. Urteil 1B_458/2016 vom 19. Dezember 2016 E. 2.3). Dies umfasst auch solche, die bereits zum Zeitpunkt eines früheren Haftentscheids vorlagen, der eine Haftentlassung zur Folge hatte, können die neuen Ermittlungserkenntnisse die früheren Sachumstände doch in einem anderen Licht erscheinen lassen. Neue Umstände können sich schliesslich auch zu Gunsten der beschuldigten Person auswirken, indem sie zum Wegfall eines vormals noch bejahten Haftgrunds führen können.