Citation: H 235/04 18.04.2005 E. 5

5.1 In der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird weiter argumentiert, ein Verschulden entfalle, da die Beschwerdeführer als ehrenamtlich tätige Mitglieder der Genossenschaftsverwaltung, die über keine buchhalterischen Spezialkenntnisse verfügten, die Aufgaben der Führung des Restaurantionsbetriebes und der Finanzbuchhaltung an qualifizierte Mitarbeiter delegiert hätten. Sodann seien sie erst im Juli 1999 als Organe der Genossenschaft gewählt worden, sodass sie frühestens ab jenem Zeitpunkt für eventuelle Unregelmässigkeiten verantwortlich gemacht werden könnten. 5.2 Ein Verwaltungsratsmitglied einer Aktiengesellschaft tritt mit der Mandatsübernahme in die Verantwortung sowohl für die laufenden als auch für die verfallenen, von der Gesellschaft in früheren Jahren schuldig gebliebenen Sozialversicherungsabgaben ein. Hinsichtlich beider Arten von Verbindlichkeiten ist die Untätigkeit des Organs regelmässig kausal, sodass hinsichtlich Schadenersatzpflicht keine unterschiedliche Behandlung angezeigt ist. Am Erfordernis des Kausalzusammenhanges zwischen Untätigkeit des Verwaltungsratsmitglieds und Nichtleistung von Beitragszahlungen, die bei Eintritt in den Verwaltungsrat bereits ausstehend waren, mangelt es indes ausnahmsweise, wenn die Gesellschaft bereits vor dem Antritt des neuen Verwaltungsrates zahlungsunfähig war (BGE 119 V 401; AHI 1996 S. 292 Erw. 4; Thomas Nussbaumer, Die Haftung des Verwaltungsrates nach Art. 52 AHVG, in: AJP 1996 S. 1081). Dasselbe gilt auch für ein Mitglied der Verwaltung einer Genossenschaft, da es ein verantwortliches Organ der juristischen Person und als solches Arbeitgeber ist (vgl. BGE 123 V 15 Erw. 5b mit Hinweisen). Als Präsident und Sekretär/Kassier der Genossenschaft haben die Beschwerdeführer ihre Aufsichtspflichten gegenüber den als Geschäftsführer für die Genossenschaft Handelnden grobfahrlässig missachtet und sind daher, wie die Vorinstanz zu Recht erwägt, für die Ausstände gegenüber der Ausgleichskasse haftbar. Hinweise, dass schon vor Juli 1999 eine Zahlungsunfähigkeit bestand, liegen nicht vor und werden auch nicht behauptet. Zudem hat Ehrenamtlichkeit keinen Einfluss auf die Haftung nach Art. 52 AHVG (AHI 2002 S. 52 Erw. 3c).