Citation: 1P.123/2001 11.05.2001 E. C

C.- Das Obergericht bestätigte nach einer Ergänzung der Untersuchung mit Urteil vom 1. September 1999 sein erstes Urteil, reduzierte jedoch die Strafe wegen der (über-)langen Verfahrensdauer auf 4 Jahre Zuchthaus. Zur Frage des unbekannten bzw. nicht in die Pflicht genommenen Übersetzers kam das Obergericht zum Schluss, der Übersetzer in der Person des gerichtserfahrenen Y.________ sei gehörig ermahnt worden. Hinzu komme, dass dieser am 26. August 1993 nur unter dem Aspekt des rechtlichen Gehörs des Angeklagten beigezogen worden sei, um die von einer anderen Dolmetscherin von der slowakischen in die deutsche Sprache übersetzten Aussagen der Zeugin für den Angeklagten auf Albanisch zu übersetzen. Bei dieser Konstellation sei die fehlende Protokollierung der Ermahnung nach Art. 307 und 320 StGB von vornherein nicht geeignet, die Gültigkeit der Aussagen der Geschädigten zu tangieren. In Bezug auf die Durchführung der Einvernahme vom 26. August 1993 hätten S.________ und sein Verteidiger rechtsgültig darauf verzichtet, unmittelbar mit der Zeugin B.________ konfrontiert zu werden, weshalb diese formgültig erfolgt sei. Ergänzend sei hinzuzufügen, dass die Einwände gegen deren Durchführung auch rechtsmissbräuchlich seien. Was schliesslich die am 27. August 1993 erfolgte Einvernahme der Geschädigten als Zeugin betreffe, so seien sie für den Ausgang des Verfahrens nicht massgebend, weshalb auf sie nicht abzustellen sei. Es könne daher offen bleiben, ob sie formgültig erfolgt seien.