Citation: H 235/03 02.03.2004 E. 5

Der Beschwerdeführer macht sodann geltend, sein Verschulden sei gegenüber demjenigen von O.________ minder zu gewichten und seine Haftung sei einzuschränken. Insbesondere beruft er sich auf Art. 759 Abs. 1 OR und behauptet, das Prinzip der differenzierten Solidarität habe zur Folge, dass auch im Aussenverhältnis der individuelle Grad des Verschuldens eines Beteiligten zu berücksichtigen sei. So wirft er dem kantonalen Gericht vor, den Schaden nicht im Verhältnis der Schwere des Verschuldens jedes einzelnen der zwei ehemaligen Verwaltungsräte der Gesellschaft aufgeteilt zu haben. Sind für einen Schaden mehrere Personen ersatzpflichtig, so ist jede von ihnen insoweit mit den anderen solidarisch haftbar, als ihr der Schaden auf Grund ihres eigenen Verschuldens und der Umstände persönlich zurechenbar ist (Art. 759 Abs. 1 OR). Die genannte Bestimmung kann für die haftpflichtige Person zu einer Herabsetzung auf den Betrag führen, den sie als Alleinhaftende bezahlen müsste (differenzierte Solidarität) und erlaubt ihr, eigene Reduktionsgründe geltend zu machen. Hinsichtlich der Verschuldensschwere kann der Schädiger jedoch einzig deren Geringfügigkeit geltend machen. Da die auf Art. 52 AHVG gegründete Schadenersatzpflicht begrifflich ein qualifiziertes Verschulden voraussetzt, sei es aus vorsätzlichem Verschulden oder aus grober Fahrlässigkeit, findet Art. 759 OR nach der Rechtsprechung des Eidgenössischen Versicherungsgerichts auf das Schadenersatzverfahren gemäss Art. 52 AHVG keine Anwendung (AHI 1996 S. 294 Erw. 6).