Citation: 7B_250/2022 E. 3.2.1

3.2.1. Wer namentlich pornografische Schriften, Ton- oder Bildaufnahmen und Abbildungen, die tatsächliche sowie nicht tatsächliche sexuelle Handlungen mit Minderjährigen zum Inhalt haben, konsumiert oder zum eigenen Konsum herstellt, einführt, lagert, erwirbt, sich über elektronische Mittel oder sonst wie beschafft oder besitzt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe bestraft. Haben die Gegenstände oder Vorführungen tatsächliche sexuelle Handlungen mit Minderjährigen zum Inhalt, so ist die Strafe Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe (Art. 197 Abs. 5 i.V.m. Abs. 1 StGB; Strafbarkeit des Eigenkonsums). Das Verbot pädophiler Pornographie soll die ungestörte Entwicklung von Kindern und Jugendlichen ermöglichen, aber auch erwachsene Verbraucher vor einer Nachahmung bzw. Umsetzung des Gesehenen in die Realität abhalten (BGE 131 IV 16 E. 1.2; ISENRING/KESSLER, in: Basler Kommentar Strafrecht, 4. Aufl. 2019, N. 22c zu Art. 197 StGB). Der Begriff der Pornografie umfasst alles, was objektiv darauf abzielt, den Konsumenten sexuell zu erregen, während die Sexualität so stark aus ihren menschlichen und emotionalen Bezügen herausgetrennt wird, dass die jeweilige Person auf ein blosses Sexualobjekt reduziert wird, über das nach Belieben verfügt werden kann. Das sexuelle Verhalten wird dadurch vergröbert und aufdringlich in den Vordergrund gerückt (BGE 144 II 233 E. 8.2.3; 133 IV 31 E. 6.1.1; 131 IV 64 E. 10.1.1; Urteile 6B_693/2020 vom 18. Januar 2021 E. 5.1; 6B_954/2019 vom 20. Mai 2020 E. 1.3.2; je mit Hinweisen). In jedem Fall erfüllt derjenige den Tatbestand, der das Kind mit entblösstem Genitalbereich in einer nach den Umständen objektiv aufreizenden Stellung posieren lässt und fotografiert, unabhängig davon, ob er dabei selbst sexuelle Regungen verspürt oder das Kind die sexuelle Bedeutung der Handlung erkennt. Von vornherein als nicht pornografisch sind hingegen Fotos des nackten kindlichen Körpers zu betrachten, denen in keiner Weise entnommen werden kann, dass der Täter bei der Herstellung auf die Kinder eingewirkt hat (z.B. Schnappschüsse am Strand oder in der Badeanstalt; BGE 133 IV 31 E. 6.1.2; 131 IV 64 E. 11.2; Urteil 6B_180/2015 vom 18. Februar 2016 E. 3.2.1; je mit Hinweisen). Entscheidend bei der Beurteilung ist der Gesamteindruck (BGE 131 IV 64 E. 10.1.1; zum Ganzen: Urteil 6B_1392/2019 vom 14. September 2021 E. 5.2.1; je mit Hinweisen).