Citation: 5C.239/2002 12.12.2002 E. 2.2

2.2.1 Die Klägerin macht ferner zusammengefasst geltend, die Vorinstanz habe den adäquaten Kausalzusammenhang falsch gewürdigt. Nachdem die Beklagte von der Klägerin über den Unterbruch der Wasserzufuhr orientiert und zur Einleitung von Massnahmen aufgefordert worden sei, habe sie nichts unternommen und ihre Bauarbeiten fortgesetzt. Daher sei anzunehmen, dass sie auch einen vor Beginn der Arbeiten abgegebenen Hinweis der Klägerin auf den Quellenverlauf nicht beachtet und gleichwohl mit den Bauarbeiten begonnen hätte, womit der Kausalzusammenhang zwischen der Unterlassung der Klägerin und dem eingetretenen Schaden unterbrochen worden sei. 2.2.2 Nach den obergerichtlichen Feststellungen ist die Quelle durch die Bauarbeiten auf dem Grundstück der Beklagten beeinträchtigt worden. Die Beklagte ist somit für den eingetretenen Schaden grundsätzlich haftbar, weshalb sich für die Schadenersatzbemessung gemäss Art. 706 Abs. 2 ZGB höchstens noch fragen kann, ob auch die Klägerin ein Verschulden trifft, das zu einer Reduktion des Schadenersatzes führen könnte. Nach der Lehre ist ein Verschulden der geschädigten Person, hier also der Klägerin, dann anzunehmen, wenn sie trotz Kenntnis der schädigenden Veranstaltung nicht rechtzeitig, d.h. in einem Moment beim Schädiger vorstellig geworden ist, wo durch Einstellung der Arbeiten der Schaden hätte vermieden oder auf ein Minimum beschränkt werden können (vgl. dazu Haab, Zürcher Kommentar, N. 20 zu Art. 706, 707 ZGB). Das Obergericht hat dies mit Bezug auf die Klägerin bejaht, zumal sie trotz Kenntnis des Wasserverlaufs und der Bauarbeiten sich nicht zu einer Intervention bei der Beklagten veranlasst sah; es hat folglich der Klägerin ein Verschulden von 20 %, der Beklagten hingegen ein solches von 80 % angelastet, weil diese die Bauarbeiten nach Kenntnis der eingetretenen Probleme (Versiegen der Quelle) unbekümmert weiterführte. Die Ausführungen der Klägerin darüber, dass die Beklagte auch nicht reagiert hätte, falls sie vor Beginn der Arbeiten über den Verlauf des Wasserstromes informiert worden wäre, beruhen auf reinen Spekulationen und finden in den tatsächlichen Feststellungen des Obergerichts keine Stütze. Als blosse Kritik an der vorinstanzlichen Beweiswürdigung sind sie im Rahmen der Berufung nicht zulässig (BGE 120 II 97 E. 2b S. 99; 122 III 219 E. 3c S. 223 mit Hinweisen). 2.3 Damit ist die Berufung insgesamt abzuweisen, soweit überhaupt darauf eingetreten werden kann. Ausführungen zur Frage der Kostenverlegung der kantonalen Verfahren erübrigen sich unter den gegebenen Umständen. Das angefochtene Urteil ist als solches zu bestätigen.