Citation: 9C_728/2023 E. 5.6

5.6. Allerdings verkennt die Beschwerdeführerin, dass das Gericht bei der Beurteilung einer Streitsache in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses des strittigen Entscheids (hier: Verfügungen der Beschwerdeführerin vom 6. Dezember 2022) eingetretenen Sachverhalt abstellt (BGE 144 V 210 E. 4.3.1). Zu diesem Zeitpunkt hatte ein Leidensabzug von maximal 10 % keinen gegenwärtigen oder erkennbaren zukünftigen Einfluss auf den Rentenanspruch. Der Beschwerdeführer konnte nach der damaligen Gesetzeslage auch im Falle einer Rentenrevision keinen Pauschalabzug erwarten, da ein solcher nur bei einer funktionellen Leistungsfähigkeit von unter 50 % zu gewähren war (Art. 26 bis Abs. 3 aIVV in der vom 1. Januar 2022 bis 31. Dezember 2023 gültigen Fassung). Entsprechend war das Obergericht nicht gehalten, einen leidensbedingten Abzug zu prüfen.