Citation: 6B_18/2022 E. 2.5.1

2.5.1. In Anwendung des Asperationsprinzips erhöht die Vorinstanz die Einsatzstrafe aufgrund der Sachbeschädigungen und Hausfriedensbrüche um 22 Monate. Zu den Sachbeschädigungen stellt die Vorinstanz fest, der Beschwerdeführer habe beim Einbruch gemäss Dossier 36 einen vergleichsweise hohen Schaden von Fr. 6'850.-- verursacht, indem er Beleuchtungssensoren, Rollläden, Fenster, eine Türe, einen Schlüsselkasten und einen Tresor beschädigt habe. Dennoch erwägt die Vorinstanz zu Gunsten des Beschwerdeführers, dass die Verwerflichkeit der einzelnen Sachbeschädigungen nicht wesentlich über die blosse Tatbestandserfüllung hinausgegangen sei, was sich neutral auswirke. Hingegen sei auch bei den Sachbeschädigungen von einem hohen Mass an Entscheidungsfreiheit auszugehen. Insgesamt sei in Relation zum Strafrahmen von bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe von einem leichten bis knapp mittelschweren Verschulden auszugehen. Bei einer isolierten Betrachtung wäre dafür eine Freiheitsstrafe von 6 Monaten auszusprechen. Zur Begehung der übrigen Einbrüche habe der Beschwerdeführer Sachschäden von Fr. 2'500.--, Fr. 5'200.--, Fr. 4'200.-- und Fr. 1'500.-- verursacht. Hier sei von einem vergleichsweise leichten Verschulden auszugehen, weshalb bei isolierter Betrachtung Einzelstrafen von je 3 Monaten auszufällen wären. Im Rahmen der Asperation sei zu berücksichtigen, dass die Sachbeschädigungen nicht das eigentliche Ziel waren, sondern Voraussetzung für die anschliessenden Diebstähle. Entsprechend geringer falle ihr Beitrag zum Gesamtverschulden aus. Allerdings komme den Sachbeschädigungen durchaus selbständige Bedeutung zu. Insgesamt erscheine eine Erhöhung der Einsatzstrafe für die Sachbeschädigungen um 10 Monate als angemessen. Was die Hausfriedensbrüche betrifft, hält die Vorinstanz fest, der Beschwerdeführer sei nicht nur in verschiedene Kirchgemeindehäuser eingestiegen, sondern auch in private Liegenschaften. Zu Recht gibt die Vorinstanz zu bedenken, dass Einbrüche bei Privaten besonders geeignet sind, deren Sicherheitsgefühl zu erschüttern. Die gravierende Verletzung der Privatsphäre trifft die Betroffenen oft schwerer als der Sachschaden (Urteil 6B_510/2015 vom 25. August 2015 E. 1.3). Daher geht die Vorinstanz bei den Hausfriedensbrüchen auf privaten Liegenschaften folgerichtig von einem mittelschweren Verschulden aus. Bei isolierter Betrachtung wären dafür Freiheitsstrafen von jeweils 6 Monaten auszusprechen. Was die Einbrüche in Kirchgemeindehäuser betrifft, sei das Sicherheitsgefühl der darin arbeitenden Personen ebenfalls beeinträchtigt. Das Ausmass wiege jedoch etwas weniger schwer, weshalb hier von einem leichten bis mittelschweren Verschulden auszugehen sei. Bei isolierter Betrachtung wären dafür angesichts der erheblichen Entscheidungsfreiheit des Beschwerdeführers Freiheitsstrafen von je 4 Monaten zu verhängen. Die Vorinstanz berücksichtigt auch hier den Zusammenhang mit den anderen Delikten, der den Beitrag der Hausfriedensbrüche zum Gesamtverschulden geringer erscheinen lasse. Sie erachtet eine Erhöhung der Einsatzstrafe um weitere 12 Monate als angemessen.