Citation: 8C_255/2022 E. 4

Die Vorinstanz erwog, das Geschehen vom 15. Februar 2020 habe angesichts des Vorhaltens einer Schusswaffe eine gewisse Eindrücklichkeit gehabt. Dennoch erscheine es nach der allgemeinen Lebenserfahrung nicht geeignet, eine langjährige psychische Störung mit andauernder Arbeitsunfähigkeit auszulösen. Dies insbesondere auch deshalb, weil der Vorfall lediglich rund eine Minute gedauert habe und die Bedrohungssituation damit von sehr kurzer Dauer gewesen sei. Der Täter sei nicht maskiert gewesen. Er habe dem Versicherten die Waffe kurz vor das Gesicht gehalten, aber nicht anderweitig eingesetzt. Namentlich sei es zu keiner körperlichen Gewaltanwendung gekommen. Nach Behändigung des Geldes habe sich der Täter umgehend vom Tatort entfernt. Hinzu komme, dass der Versicherte unter keinen psychischen Vorerkrankungen gelitten habe. Der zur Diskussion stehende Geschehensablauf erreiche nicht die Schwere derjenigen Fälle, in denen die höchstrichterliche Rechtsprechung den adäquaten Kausalzusammenhang auch nach mehreren Jahren noch bejaht habe. Die Vorinstanz gelangte deswegen mit der Beschwerdegegnerin zum Schluss, die geklagten Beschwerden seien nicht länger als angemessene und typische Reaktion auf einen Raubüberfall zu betrachten. Die adäquate Kausalität sei rund 13,5 Monate nach dem Ereignis vom 15. Februar 2020 zu verneinen und die Leistungseinstellung der Suva per 28. März 2021 sei darum nicht zu beanstanden. Bei diesem Ergebnis erübrige sich eine abschliessende Beurteilung des natürlichen Kausalzusammenhangs.