Citation: 8C_187/2019 E. 6.5

6.5. Schliesslich rügen die Beschwerdeführer, Dr. med. F.________ habe sich in seinem Ergänzungsgutachten vom 17. Mai 2018 nicht mit dem Bericht des Dr. med. H.________ vom 10. April 2017 auseinandergesetzt, so dass das Gutachten unvollständig sei. Zudem habe Dr. med. F.________ die Ausführungen des Ehemannes über den Suizidversuch von 2014 einfach vom Tisch gewischt und als irrelevant bezeichnet. So halte Dr. med. H.________ in seinem Bericht vom 4. Juni 2018 fest, den Ausführungen des Ehemannes könnten sehr wohl Hinweise in Richtung Impulsivität und auf eine nicht-remittierte Depression entnommen werden, und stelle sich auf den Standpunkt, die Ausführungen des Gutachters seien eine mögliche, aber weder die einzig mögliche noch die höchstwahrscheinliche Hypothese; er (Dr. med. H.________) halte an seiner überwiegend wahrscheinlichen Alternativhypothese fest, wonach sich an diesem Nachmittag bei der Versicherten innerhalb weniger Stunden eine massive suizidale Einengung entwickelt habe. Vorweg ist dazu festzuhalten, dass Dr. med. F.________ in seiner Beurteilung sehr wohl auf die Aussagen des Ehemannes eingegangen ist. Ebenso hat er indirekt Bezug auf den Bericht des Dr. med. H.________ vom 10. April 2017 genommen, indem er diesen einlässlich (einschliesslich der kritisierten Einschätzung der Remission) wiedergab und seine Beurteilung unter Bezugnahme auf die bekannten medizinischen Daten verfasste. In diesem Zusammenhang ist auch darauf hinzuweisen, dass sich aus dem Bericht des Dr. med. H.________ vom 10. April 2017 gegenüber seinen älteren Berichten nichts wesentlich Neues ergibt, sondern darin seine bereits zuvor vorgebrachten Argumente wiederholt werden; zu diesen früheren Berichten hat sich Dr. med. F.________ aber bereits am 27. März 2017 und am 11. Mai 2016 einlässlich geäussert. Gemäss Gutachterauftrag (vgl. die Verfügung vom 8. August 2017) ging es denn auch beim Ergänzungsgutachten vom 17. Mai 2018 einzig um den Einbezug der Aussagen der Angehörigen in die Beurteilung der Urteilsfähigkeit. Entgegen der Ansicht von Dr. med. H.________ in seinem Bericht vom 4. Juni 2018 kann aus den Schilderungen des Ehemannes gegenüber Dr. med. F.________ nicht zwingend auf eine im massgebenden Zeitpunkt vorliegende Unfähigkeit, vernunftgemäss zu handeln, geschlossen werden. Der Ehemann ist zwar naher Angehöriger, was aber angesichts des neuen Partners der Versicherten und seines letzten Besuchs bei ihr eine Woche vor ihrem Tod relativiert wird. Er ist zudem medizinischer Laie. Seine Wahrnehmungen stellen jene der behandelnden Fachleute, welche die Versicherte in den letzten Wochen vor ihrem Tod engmaschig betreut und begleitet haben und am Todestag "durch den Tag einen unverändert stabilen gebesserten Zustand" festgestellt hatten (vgl. dazu die Berichte des Dr. med. H.________ vom 21. Oktober 2016 und vom 4. Dezember 2015), nicht in Frage. Anzufügen bleibt, dass der Umstand, wonach die Handlungen der Suizid begehenden Person nicht nachvollziehbar oder unvernünftig erscheinen, eine Urteilsunfähigkeit, wie sie Art. 48 UVV verlangt, nicht zu belegen vermögen.