Citation: 5A_467/2020 E. 5.1

5.1. Eine Verletzung des Willkürverbots (Art. 9 BV) erblickt der Beschwerdeführer weiter darin, dass das Obergericht die aktuelle ausserordentliche Lage im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie ohne vorherige Anhörung der Parteien nicht berücksichtigt hat. Die vom Bundesrat Mitte März 2020 gestützt auf das Bundesgesetz vom 28. September 2012 über die Bekämpfung übertragbarer Krankheiten des Menschen (Epidemiengesetz, EpG; SR 818.101) sowie Art. 185 BV getroffenen Massnahmen hätten zu einer weitgehenden Stilllegung des sozialen Lebens sowie zu einem drastischen Rückgang der wirtschaftlichen Tätigkeit und damit einer starken Verschlechterung der Lage auf dem Arbeitsmarkt geführt. Unternehmen hätten denn auch fast keine neuen Arbeitnehmenden mehr eingestellt. Diese Umstände seien als allgemeinbekannte bzw. notorische Tatsachen zu qualifizieren und hätten von der Vorinstanz auch ohne explizite Geltendmachung durch die Parteien berücksichtigt werden müssen. Die Annahme, dem Beschwerdeführer sei es nach einer nur kurzen Übergangsfrist ab Geburt des Sohnes möglich, ein hypothetisches Einkommen zu erzielen, sei daher nicht haltbar. Vielmehr sei für die Berechnung der Unterhaltsbeiträge vom tatsächlich erzielten Einkommen auszugehen. Evenutaliter sei dem Beschwerdeführer eine deutlich längere Übergangsfrist einzuräumen.