Citation: U 238/02 24.06.2003 E. 2

Kantonales Gericht und Unfallversicherer verneinen den natürlichen Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis vom 31. Oktober 2000 und noch bestehenden körperlichen Beschwerden der Versicherten. Sie stellen dabei wesentlich auf die ärztliche Beurteilung des Dr. med. B.________ vom Ärzteteam Unfallmedizin der SUVA vom 26. Juni 2001 ab. 2.1 Der Arzt beschreibt zunächst eingehend den Vorzustand der Beschwerdeführerin: Demnach leidet sie seit vielen Jahren vor dem versicherten Unfallereignis vom 31. Oktober 2000, wahrscheinlich seit dem vierten Lebensjahrzehnt, an einer Erkrankung (Diffuse Idiopathic Skeletal Hyperostosis, DISH) der Halswirbelsäule, und es liegt zudem die angeborene Missbildung einer teilweisen Fusion der Halswirbel C6/7 vor. Die untere Halswirbelsäule ist erstmals im Zusammenhang mit einem - nicht SUVA-versicherten - Unfallereignis vom 22. Oktober 1993 schmerzhaft geworden, als sich die Versicherte bei einem Sturz am unteren Nacken verletzte und in der Folge während elf Wochen arbeitsunfähig war. Sodann besteht ein Diabetes mellitus mit peripherer Polyneuropathie, welcher seit 1993 mit täglichen Spritzen behandelt wird. Gemäss der abschliessenden Beurteilung des SUVA-Arztes liegen heute keine medizinisch objektivierbaren (körperlichen) Beschwerden mehr vor, die wenigstens wahrscheinlich mit der Frontalkollision vom 31. Oktober 2000 in ursächlichem Zusammenhang stehen. Der beträchtliche Vorzustand und die (aus biomechanischer Sicht) geringe Verletzungstauglichkeit des Unfalles erlauben nach Dr. med. B.________ die zuverlässige Aussage, dass die Frontalkollision die vorgeschädigte Halswirbelsäule der Versicherten nicht richtunggebend, sondern zeitlich vorübergehend verschlimmert hat, wobei im Zeitpunkt der kreisärztlichen Untersuchung vom 22. Januar 2001 die vorübergehende Teilwirkung des Unfalles bereits erloschen und damit der status quo ante wieder voll erreicht war. 2.2 Dr. med. B.________ hat seine sachverständige Einschätzung in Kenntnis der medizinischen Aktenlage und der biomechanischen Kurzabklärung der Arbeitsgruppe für Unfallmechanik, Zürich, vom 4. April 2001 abgegeben und überzeugend begründet. Zwar hat er keine persönliche Exploration der Beschwerdeführerin vorgenommen. Dies schränkt den Beweiswert seiner Feststellungen aber nicht ein, konnte Dr. med. B.________ doch auf den eingehenden Untersuchungsbericht des Kreisarztes Dr. med. F.________ vom 22. Januar 2001 zurückgreifen, was ihm, zusammen mit den übrigen zur Verfügung stehenden Unterlagen, insbesondere auch den Röntgen- und MRI-Bildern, die zuverlässige Beantwortung der sich stellenden Frage nach Bestehen und Dahinfallen des natürlichen Kausalzusammenhanges zwischen den noch bestehenden körperlichen Beschwerden und dem versicherten Unfallereignis vom 31. Oktober 2000 gestattete. Soweit in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde die Diagnose eines seit Jahren bestehenden DISH beanstandet wird, genügt die Feststellung, dass Dr. med. B.________ detailliert die bereits auf den Röntgenbildern von 1993 erkennbaren und damit eindeutig nicht auf das Unfallereignis vom 31. Oktober 2000 zurückzuführenden pathologischen Veränderungen der Halswirbelsäule beschreibt. Dass die Halswirbelsäule degenerative Beeinträchtigungen aufweist, wird sodann durch die restlichen medizinischen Akten bestätigt und von der Beschwerdeführerin auch nicht bestritten. Unfallbedingte strukturelle Schädigungen des Organs ergaben sich hingegen bei den bildgebenden Untersuchungen nicht, worin sich die anderen berichterstattenden Ärzte ebenfalls einig sind. Es kann daher letztlich offen bleiben, ob Dr. med. B.________ die krankheitsbedingten/ degenerativen Veränderungen der Halswirbelsäule richtigerweise einer DISH zugeordnet hat, und weshalb diese Diagnose nicht bereits früher durch die behandelnden Ärzte gestellt wurde. Die Arztberichte des Dr. med. J.________, Neurologie FMH, vom 14. November 2000 sowie 24. Dezember 2001 und des Dr. med. Z.________, Neurologie FMH/Dr. der Chiropraktik, vom 18. September 2001 rechtfertigen keine andere Kausalitätsbeurteilung. Die erste Stellungnahme des Dr. med. J.________ erfolgte nur zwei Wochen nach dem Unfallereignis vom 31. Oktober 2000 und somit ohne Berücksichtigung der späteren Arztberichte und der Entwicklung des Gesundheitszustandes bis zum massgebenden Zeitpunkt des Einspracheentscheides vom 19. September 2001. Zudem verfügte der Arzt offensichtlich nicht über die Röntgenbilder, die Dr. med. B.________ zur Feststellung der vorbestandenen unfallfremden Schädigung im Bereich der Halswirbelsäule geführt haben. Sodann bezeichnete sich Dr. med. J.________ im zweiten Bericht vom 24. Dezember 2001 selber als befangen, weshalb er auf eine definitive Beurteilung verzichtete. Immerhin äusserte er sich dahin, dass klinisch-neurologisch die Arbeitsfähigkeit im früheren Ausmass gegeben scheine, was der Einschätzung des Dr. med. B.________ zumindest nicht widerspricht. Anzufügen bleibt, dass Dr. med. J.________ die Stellungnahme vom 24. Dezember 2001 zu Handen der Invalidenversicherung erstellt hat, welche als finale Versicherung ihre Leistungspflicht anders als die Unfallversicherung unabhängig von der Kausalität beurteilt. Der Arztbericht des Dr. med. Z.________ vom 18. September 2001 schliesslich ist, wie Vorinstanz und Unfallversicherer richtig erwähnen, ohne Kenntnis der vollständigen medizinischen Akten erstellt worden und berücksichtigt namentlich auch keine vorbestehende Gesundheitsschädigung. 2.3 Nach dem Gesagten haben SUVA und kantonales Gericht zu Recht, und ohne dass weitere medizinische Abklärungen erforderlich gewesen wären, erkannt, dass der versicherte Unfall vom 31. Oktober 2000 zu einer bloss vorübergehenden, bereits nach wenigen Monaten abgeklungenen Verschlimmerung der vorbestandenen pathologischen Beeinträchtigung des Gesundheitszustandes geführt hat und mithin nicht natürlich kausal ist für die noch bestehenden somatischen Beschwerden. An dieser Betrachtungsweise vermögen die weiteren Vorbringen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde nichts zu ändern.