Citation: 1C_232/2023 E. 4.3

4.3. Im vorinstanzlichen Verfahren machte die Beschwerdeführerin geltend, gemäss Art. 39 Abs. 2 BG bestünden keine Beschränkungen hinsichtlich der Dimensionen und/oder Geschossflächen von Nebenbauten. Die Vorinstanz verwies diesbezüglich auf ihre Ausführungen im Urteil vom 1. September 2020. Zusätzlich hielt sie im angefochtenen Entscheid fest, die "Eckwerte" für die Qualifikation von "An-/Klein- und Nebenbauten" seien in Art. 39 Abs. 1 BG ausdrücklich festgehalten. Bereits die Tatsache, dass die Fläche der Projektänderung mit 169,28 m 2 die höchstzulässige Grundfläche von 6 m 2 für derartige Kleinbauten um rund das 28-fache übertreffe, lasse erkennen, dass eine baurechtliche Privilegierung nicht gerechtfertigt wäre. Im Urteil vom 1. September 2020 hielt die Vorinstanz fest, An- und Nebenbauten würden, wenn sie keine Wohn- und Arbeitsräume enthielten und eine gewisse Kubatur nicht überschritten, in den kommunalen Baugesetzen regelmässig mit Bezug auf die Gebäude- und Grenzabstände privilegiert und müssten vielfach nicht in die Gebäudelänge einbezogen werden, da sie für die Nachbarn weniger immissionsträchtig seien als Wohn- und Gewerberäume. Dabei müsse es sich um Gebäudeteile untergeordneter Natur handeln, die für die jeweiligen Hauptbauten eine Hilfsfunktion ausüben. Sie träten gegen aussen nur geringfügig in Erscheinung, da sie eine begrenzte Grundfläche aufweisen und immer eingeschossig sein müssten. Gestützt darauf gelangte die Vorinstanz bezüglich des im Baugesuch vom 3. Dezember 2018 vorgesehenen Anbaus zum Schluss, von einer begrenzten Grundfläche könne bei 173,20 m 2 keine Rede sein. Ebenso wenig könne gesagt werden, die geplante Baute trete gegen aussen nur geringfügig in Erscheinung.