Citation: 1A.108/2002 02.10.2002 E. 6

Der Beschwerdeführer stellt sodann die Verhältnismässigkeit der verfügten Wiederherstellungsmassnahmen in Abrede. 6.1 Das öffentliche Interesse an einer Kerbe im Y.________-Damm sei nicht gegeben. Diese Lücke werde das Landschaftsbild massiv stören. Sie sei auch nicht erforderlich, da die bestehenden Abläufe mehr als genügten. Da er nicht mehr daran interessiert sei, die Teiche zu bewirtschaften, sei diese Massnahme nicht notwendig. Schliesslich überwiege sein privates Interesse. Die Damhirsche könnten durch das Loch im Damm entweichen. Dies widerspreche Art. 5 Abs. 2 der Tierschutzverordnung vom 27. Mai 1981 (TschV; SR 455.1). Auch an der Röhre in der X.________ fehle das öffentliche Interesse. Eine Verstopfungsgefahr bestehe nicht. Sofern das vorgeschriebene Überlaufrohr jemals benötigt werde, würde das Wasser in die gegenüberliegende Wiese geleitet und flösse unkontrolliert den Hang hinab. Das Rohr sei auch ungeeignet, das Wiederauffüllen der Senke zu verhindern. Diese sei nämlich 2.7 m tief. Bedingt durch die schiefe Lage des Hanges könne es erst ab einem Wasserstand von 1.9 m seine Funktion aufnehmen. Die bestehende Wasser-Ablaufkapazität genüge bei weitem. 6.2 Auch ein Bauherr, der sich nicht in gutem Glauben befindet, kann sich gegenüber einem Abbruchbefehl auf den Verhältnismässigkeitsgrundsatz berufen. Er muss aber in Kauf nehmen, dass die Behörden aus grundsätzlichen Erwägungen, nämlich zum Schutz der Rechtsgleichheit und der baurechtlichen Ordnung, dem Interesse an der Wiederherstellung des gesetzmässigen Zustands erhöhtes Gewicht beilegen und die dem Bauherrn allenfalls erwachsenden Nachteile nicht oder nur in verringertem Masse berücksichtigen (BGE 123 II 248 E. 4a S. 255 mit Hinweisen). Die Fragen des genügenden öffentlichen Interesses sowie der Erforderlichkeit der Wiederherstellungsmassnahmen prüft das Bundesgericht frei. Es auferlegt sich indessen Zurückhaltung, soweit die Beurteilung von der Würdigung örtlicher Verhältnisse abhängt, welche die kantonalen Behörden besser kennen und überblicken (BGE 126 I 219 E. 2c S. 222 mit Hinweisen). 6.3 Das Verwaltungsgericht des Kantons Zug stellte im Urteil vom 1. Mai 1997 fest, die umstrittenen Dämme widersprächen den materiellen Bauvorschriften. Die heutige bauliche Situation weicht nicht bloss geringfügig von den 1983 bewilligten Projekten ab. Dementsprechend ist das öffentliche Interesse an der Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands gross. Dem stehen an privaten Interessen des Beschwerdeführers im Wesentlichen Vermögensinteressen, nämlich die Kosten für die Verlegung des Hirschgeheges in der behaupteten Höhe von zwischen Fr. 8'000.-- und Fr. 20'000.-- sowie die Kosten für die angeordneten Massnahmen entgegen. Auch soll eine Grasfläche von ca. 3'600 m2 nicht mehr genutzt werden können. Diese Interessen wiegen zwar nicht leicht, doch werden sie von den öffentlichen, für die teilweise Wiederherstellung sprechenden Interessen bei weitem übertroffen. Soweit der Beschwerdeführer Art. 5 Abs. 2 TschV anruft, überwiegt das Interesse an der Wiederherstellung ebenfalls. Technisch ist es sicherlich möglich, die Tierschutzvorschriften trotz der Kerbe im Damm nach wie vor einzuhalten. Wenn der Beschwerdeführer zudem ausführt, das Hirschgehege führe über die Dammkrone und er müsse dieses wegen der angeordneten Lücke verlegen, so ist er selber dafür verantwortlich. Den Entscheid, den Zaun über den Damm zu begradigen, traf er selber. Die angeführte Bewilligung der Jagdverwaltung zur Wildtierhaltung stammt aus dem Jahre 1984, also einige Jahre vor der Aufschüttung des Dammes. Sie äusserte sich nicht zur Führung des Zaunes. Aufgrund des mehrmaligen Baustopps musste er damit rechnen, den Damm allenfalls wieder abtragen und infolgedessen das Gehege versetzen zu müssen. Am Augenschein vom 17. März 2000 führte der Geologe des Amtes für Umweltschutz zum Damm in der X.________ aus, mit einem Abflussrohr von 800 mm Durchmesser könne die Sicherheit klar erhöht werden. Zum Y.________-Damm meinte er, bei diesem bestehe eine grössere Gefahr des Überlaufens als beim Damm in der X.________. Auch wenn dem Beschwerdeführer durch die angeordneten Massnahmen möglicherweise gewisse Nachteile erwachsen, ist verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden, dass die Gemeinde- und kantonalen Behörden in Kenntnis der örtlichen Gegebenheiten entschieden haben, das öffentliche Interesse an der Wiederherstellung überwiege die Partikularinteressen des Beschwerdeführers, die Kerbe (Y.________) bzw. das Ablaufrohr (X.________) durch den Damm seien in den angeordneten Dimensionen erforderlich und an den besagten Stellen (über der jetzigen Staukote bzw. durch den Damm hindurch) zweckmässig. Im Lichte der erwähnten Rechtsprechung ist der Wiederherstellungsbefehl grundsätzlich nicht zu beanstanden. Wenn der Beschwerdeführer schliesslich ausführt, die bestehenden Abflussrohre genügten auch bei stärksten Niederschlägen, ist diese Aussage mit Blick auf die jüngst im In- und Ausland aufgetretenen starken Regenfälle und die massiven Überschwemmungen zumindest zu relativieren. Die Vorbringen des Beschwerdeführers vermögen das Interesse an der teilweisen Wiederherstellung nicht aufzuwiegen; die Rügen des fehlenden öffentlichen Interesses und der Unverhältnismässigkeit sind ungerechtfertigt.