Citation: 2A.626/2005 01.12.2005 E. 5

5.1 Der in Art. 8 Ziff. 1 EMRK garantierte Anspruch auf Achtung des Familienlebens gilt nicht absolut (vgl. BGE 120 Ib 22 E. 4a S. 24 f.). Praxisgemäss kommt deshalb dem nicht sorgeberechtigten ausländischen Elternteil eines Kindes, das über ein festes Anwesenheitsrecht in der Schweiz verfügt, nur dann ein Anspruch auf Aufenthaltsbewilligung zu, wenn zwischen ihm und seinem Kind in wirtschaftlicher und affektiver Hinsicht eine besonders enge Beziehung besteht, die sich zudem wegen der Distanz zwischen der Schweiz und dem Land, in dem der Ausländer leben müsste, praktisch nicht aufrechterhalten liesse. Damit ein Aufenthaltsanspruch zur blossen Ausübung eines Besuchsrechts bejaht werden kann, wird im Weiteren ein tadelloses Verhalten des betroffenen ausländischen Elternteils vorausgesetzt. Diese Rechtsprechung beruht auf dem Umstand, dass der nicht sorgeberechtigte Elternteil die familiäre Beziehung zu seinen Kindern zum Vornherein nur in einem beschränkten Rahmen, nämlich durch Ausübung des ihm eingeräumten Besuchsrechts, pflegen kann. Hierzu ist nicht unabdingbar, dass er dauernd im gleichen Land wie die Kinder lebt und dort über eine Aufenthaltsbewilligung verfügt. 5.2 Aufgrund eines umfassenden Sozialberichts ist die Vorinstanz davon ausgegangen, dass die Beziehung der Beschwerdeführerin 1 zur Tochter E.________ von wenig Herzlichkeit und emotionaler Wärme geprägt ist. Sie verstehe es offenbar nur ungenügend, dem Kind Anregungen zu bieten und es altersgemäss zu fördern. Die Beschwerdeführerin 1 lebe sozial isoliert und zeige kein Interesse, Deutsch zu lernen und sich in der Schweiz zu integrieren. Eine Erwerbstätigkeit übe sie lediglich insoweit aus, als sie zeitweise der Prostitution nachgehe. Gemäss den Feststellungen des Verwaltungsgerichts wird sie regelmässig vom Sozialamt unterstützt. Der Schluss der Vorinstanz, zwischen der Beschwerdeführerin 1 und ihrer schweizerischen Tochter bestehe weder in wirtschaftlicher noch in affektiver Hinsicht eine besonders enge Beziehung im Sinne des oben Ausgeführten, ist unter den vorliegenden Umständen nicht zu beanstanden. Ergänzend kann auf die Ausführungen des angefochtenen Urteils verwiesen werden. Fehlt es aber an einer besonders engen Beziehung zwischen der Beschwerdeführerin 1 und der schweizerischen Tochter, sind die Voraussetzungen, unter welchen sie nach Art. 8 EMRK einen Anspruch auf eine Aufenthaltsbewilligung hätte, nicht erfüllt. Im Übrigen könnte auch nicht von einem absolut tadellosen Verhalten der Beschwerdeführerin 1 ausgegangen werden. Sie wurde wegen Tätlichkeit gegen ihren Ehemann bestraft und verstiess auch bei der Ausübung der Prostitution gegen gesetzliche Vorschriften, weswegen sie gebüsst wurde. Nachdem ein Anspruch auf Aufenthaltsbewilligung gestützt auf Art. 8 EMRK bereits mangels besonders enger Beziehung zum Kind entfällt, ist das Verhalten der Beschwerdeführerin 1 jedoch nicht entscheidend, weshalb sich weitere Ausführungen dazu erübrigen. Nicht ersichtlich ist, was die Beschwerdeführerin 1 allenfalls aus dem Urteil 2A.87/2002 vom 22. Februar 2002 zu ihren Gunsten ableiten könnte. Entgegen den Ausführungen in der Beschwerdeschrift wurde in diesem Fall die Bewilligungsverlängerung nämlich ebenfalls verweigert, allerdings ausschliesslich aufgrund des Verhaltens des Ausländers und ohne seine Beziehung zum Kind näher zu prüfen.