Citation: U 46/05 29.06.2006 E. 3.2

3.2.1 Während in den Berichten der Dres. med. S.________ und H.________ eine vollzeitliche Einsatzfähigkeit in funktionell angepassten Tätigkeiten zumindest auf längere Sicht (Bericht des Dr. med. H.________ vom 26. September 1997) bejaht wird, kam die IV-Berufsberatung nach einem im Werkstätten- und Wohnzentrum A.________ durchgeführten Arbeitsversuch zum abweichenden Schluss, dass die Versicherte in körperlich wenig belastenden Tätigkeiten höchstens halbtags eingesetzt werden könne, wobei selbst hier (etwa bei Tätigkeiten wie Kabelkonfektionieren, Hülsen stecken, Stecker montieren, leichten Verpakkungsarbeiten) ein um 70 % vermindertes Arbeitstempo bestehe und insbesondere auch leichte Drehbewegungen sowie repetitive Arbeiten schmerzauslösend wirkten; insgesamt sei die Restarbeitsfähigkeit nur noch theoretischer Natur (Bericht vom 3. April 1998). Der Hausarzt Dr. med. V.________ erachtete im Zwischenbericht vom 1. Februar 1999 leichteste, nicht repetitive Arbeit auf Tischhöhe nur noch stundenweise als möglich; doch auch er erachtete diese Restarbeitsfähigkeit als nicht mehr verwertbar. Diese Sichtweise bestätigte er im ausführlichen, präzisierenden Bericht vom 15. Mai 2000. 3.2.2 Das nunmehr vorliegende Gutachten des Prof. Dr. med. R.________ vom 19. Juli 2004 geht davon aus, dass die kooperative, motivierte und in ihrer Beschwerdeschilderung glaubwürdige Versicherte aus rein organischen (unfallbedingten) Gründen "nicht in der Lage (ist), in ihrem angestammten Beruf zu arbeiten bzw. entsprechend ihrer Berufsausbildung eine Tätigkeit zu verrichten"; trotz ihres Anpassungswillens sei ihr die "Möglichkeit für eine Anpassung bzw. Existenzsicherung basierend auf eigenen Leistungen abhanden gekommen". Diese Einschätzungen schliessen die von der SUVA aus körperlicher Sicht angenommene vollzeitliche Einsatzfähigkeit mit 100 %igem Leistungsvermögen aus und stützen vielmehr die einlässlich und nachvollziehbar begründeten Schlussfolgerungen in den Berichten des Werkstätten-Zentrums A.________ vom 3. April 1998 und des Hausarztes vom 15. Mai 2000, wonach, wenn überhaupt, nur noch eine teilweise (höchstens: 50 %ige) Restarbeitsfähigkeit besteht, weshalb darauf abzustellen ist. Das exakte Ausmass des aus körperlicher Sicht allenfalls noch teilweise vorhandenen Leistungsvermögens bedarf hier keiner abschliessenden Klärung. Denn im Rahmen der gebotenen Zumutbarkeitsprüfung (vgl. BGE 113 V 28 Erw. 4a mit Hinweisen; ZAK 1991 S. 320 f. Erw. 3b, 1989 S. 321 Erw. 4a; Ulrich Meyer-Blaser, Zum Verhältnismässigkeitsgrundsatz im staatlichen Leistungsrecht, Diss. Bern 1985, S. 134 ff. und 138 ff.; Rudolf Rüedi, Im Spannungsfeld zwischen Schadenminderungspflicht und Zumutbarkeitsgrundsatz bei der Invaliditätsbemessung nach einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt, in: Schaffhauser/Schlauri (Hrsg.), Rechtsfragen der Invalidität in der Sozialversicherung, Veröffentlichungen des Schweizerischen Instituts für Verwaltungskurse an der Universität St. Gallen 1999, Bd. 45, S. 29 ff., S. 32 ff. und 41 ff.) muss angesichts der objektiven und subjektiven Gegebenheiten, namentlich mit Blick auf das Alter der - aufgrund fehlender Ausbildung nur in einfachsten Tätigkeiten und höchstens noch halbtags einsetzbaren - Versicherten sowie den Umstand, dass die Rechtshänderin ihre rechte Hand bloss noch hilfsweise, nicht monoton-repetitiv und nur auf und unterhalb Tischhöhe einsetzen kann und schliesslich das funktionell zumutbare Tätigkeitsfeld auch sonst erheblich eingeschränkt ist (Erw. 3.1 und 3.2.1 hievor) - mit der Vorinstanz davon ausgegangen werden, dass die medizinisch-theoretisch allenfalls noch teilweise vorhandene Restarbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt realistischerweise nicht mehr nachgefragt wird und ihr deren Verwertung auch gestützt auf die Selbsteingliederungspflicht nicht mehr zumutbar ist. Dieser Umstand begründet eine volle Invalidität, womit der kantonale Entscheid im Ergebnis vor Bundesrecht standhält.