Citation: 1P.147/2001 20.09.2001 E. 2

2.- a) Die Beschwerdeführer rügen eine Verletzung des rechtlichen Gehörs im Sinne von Art. 29 Abs. 2 BV. Die Verfassungsverletzung erblicken sie im Umstand, dass der Kleine Landrat ihr Gesuch um Durchführung einer Demonstration abgewiesen hatte, ohne ihnen Gelegenheit zu einer Stellungnahme einzuräumen. Das Verwaltungsgericht hat zu der bereits im kantonalen Verfahren vorgebrachten Rüge ausgeführt, bei Verfügungen, die auf Antrag eines Gesuchstellers ergehen, sei in der Regel keine vorgängige Anhörung vor Erlass eines abschlägigen Entscheides erforderlich. Der Gesuchsteller sei im Rahmen der Mitwirkungspflichten gehalten, die tatsächlichen und rechtlichen Voraussetzungen für eine Gesuchsbewilligung darzutun und allfällige Beweismittel zu nennen. Die Gesuchsteller hätten allfällig bereits im Voraus bekannten Bedenken mit Eventualbegehren Rechnung tragen können. Im vorliegenden Fall habe der Kleine Landrat keine Beweise erhoben und seinen Entscheid auf allgemein bekannte Tatsachen wie die Verkehrsverhältnisse in Davos und das Gefahrenrisiko bei Antiglobalisierungskundgebungen abgestellt. Hierfür sei eine vorgängige Anhörung nicht erforderlich gewesen. Diese Ausführungen halten vor Art. 29 Abs. 2 BV stand. In Bewilligungsverfahren, die vom Betroffenen selber beantragt werden, erfordert die Verfassungsbestimmung in der Regel nicht, dass die Behörde einen negativen Entscheid in Aussicht stellt und dem Betroffenen dazu nochmals speziell das rechtliche Gehör einräumt. Dieser hat vielmehr im Rahmen der Gesuchsstellung die Möglichkeit, die tatsächlichen und rechtlichen Voraussetzungen darzulegen (vgl. Georg Müller, Kommentar zur [alten] Bundesverfassung, Rz. 104 zu Art. 4 aBV). Der Kleine Landrat hat vor Erlass seiner Verfügung vom 19. Dezember 2000 auch keine Beweise erhoben, zu denen die Gesuchsteller hätten angehört werden müssen. Deshalb erweist sich die Rüge der Verletzung von Art. 29 Abs. 2 BV als unbegründet. b) Die Beschwerdeführer machen ferner geltend, die Bewilligungsbehörde sei aufgrund des Grundsatzes der Verhältnismässigkeit gehalten, allfällige Alternativen zu einer blossen Bewilligungsverweigerung zu prüfen und den Gesuchstellern in diesem Rahmen das rechtliche Gehör zu gewähren. Die Frage, ob der Kleine Landrat andere Möglichkeiten von Kundgebungen hätte prüfen und in Betracht ziehen müssen, beschlägt nicht den Anspruch auf rechtliches Gehörs, sondern ist materieller Natur und dementsprechend im Rahmen der Erwägungen zur Meinungs- und Versammlungsfreiheit zu prüfen. c) Die Beschwerdeführer rügen schliesslich als Verletzung von Art. 29 Abs. 2 BV, dass das Verwaltungsgericht ihren Begehren um Beweismassnahmen nicht stattgegeben habe. Sie machen geltend, zur Klärung der örtlichen Verhältnisse insbesondere im Hinblick auf mögliche Alternativen hätte ein Augenschein durchgeführt und ein Gutachten eingeholt werden müssen. Darüber hinaus sei das Verwaltungsgericht mit keinem Wort auf ihre Beweisbegehren eingegangen. Die Beschwerdeführer verweisen hierfür auf ihre Rekursschrift an das Verwaltungsgericht (Ziff. 15 - 18). In dieser werden zwar ausführlich Strassen und Plätze genannt und entsprechende Varianten aufgezeigt. Doch findet sich darin kein Antrag um Durchführung von Beweismassnahmen. Bei dieser Sachlage erweist sich die Rüge der Verletzung von Art. 29 Abs. 2 BV von vornherein als unbegründet.