Citation: 9C_586/2023 E. 4.3

4.3. Das Bundesgericht hat mit BGE 143 V 418 sowie BGE 143 V 409 seine Rechtsprechung geändert und festgestellt, dass die Therapierbarkeit psychischer Leiden allein keine abschliessende evidente Aussage über das Gesamtmass der Beeinträchtigung und deren Relevanz im invalidenrechtlichen Kontext zu liefern vermöge. Weiter hat es erkannt, dass sämtliche psychische Erkrankungen, namentlich auch depressive Störungen leicht- bis mittelgradiger Natur, grundsätzlich einem strukturierten Beweisverfahren anhand eines Kataloges von Indikatoren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen seien (BGE 143 V 409 E. 4.5.2). Entgegen der Argumentation der Beschwerdeführerin stellt sich die Vorinstanz nicht auf den Standpunkt, eine Invalidität sei vorliegend ausgeschlossen, da die Versicherte die Therapiemöglichkeiten nicht ausgeschöpft habe. Im Gegenteil wird im angefochtenen Urteil eine Arbeitsunfähigkeit von 30 % anerkannt, obschon der Gutachter davon ausging, die Beschwerdeführerin könnte bei idealer Behandlung und Therapiecompliance innerhalb von zwei Jahren in psychiatrischer Hinsicht die volle Arbeitsfähigkeit wiedererlangen. Bundesrechtswidrige Anforderungen an die Schadenminderungspflicht oder eine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes sind nicht ersichtlich.