Citation: U 84/05 12.09.2006 E. 2.2

2.2.1 Aufgrund dieser von verschiedenen medizinischen Fachpersonen vorgenommenen Beobachtungen ist bei der Beschwerdeführerin eine Aggravation oder sogar eine Simulation nicht auszuschliessen. So ist bei der Versicherten eine auffallende Diskrepanz zwischen subjektiver Beschwerdeschilderung und beobachtbarem Verhalten gegeben, und zwischen den Angaben der Beschwerdeführerin und fremdanamnetischen Informationen ergeben sich erhebliche Unterschiede. Solche Momente können als Hinweise für eine Simulation gewertet werden (vgl. Klaus Förster, Begutachtung der Erwerbsfähigkeit bei Patienten mit psychogenen Störungen in SZS 1996 S. 486 ff. insbesondere S. 493). Die Frage, ob eine Simulation oder Aggravation tatsächlich gegeben ist, kann für die Entscheidfindung indessen offen gelassen werden. Denn diese Feststellungen sind jedenfalls geeignet, bei der Beschwerdeführerin eine Beeinträchtigung im psychischen Bereich anzunehmen, die, wie von Frau Dr. med. F.________ und Dr. med. A.________ diagnostiziert, als psychische Fehlverarbeitung des Unfallereignisses aufzufassen und zu beurteilen ist. 2.2.2 Die Beschwerdeführerin übt an verschiedener Stelle Kritik an den von der SUVA gesammelten Unterlagen resp. den darin enthaltenen ärztlichen Befunden. Diese Vorwürfe sind jedoch nicht gerechtfertigt: 2.2.2.1 Es ist nicht erkennbar, warum der von V.________ für Dr. med. H.________ erstellte KG-Eintrag, dessen Authentizität die Beschwerdeführerin bestreitet, gefälscht worden sein sollte. Die dort enthaltenen Feststellungen von Dr. med. H.________ werden auch in späteren von ihm visierten Berichten bestätigt. So hielt Dr. med. H.________ in dem von ihm persönlich visierten Bericht vom 25. Februar 2001 Folgendes fest: "Klinisch zeigt die Patientin keine Hinweise für eine radikuläre Symptomatik." 2.2.2.2 Die Beschwerdeführerin unterstellt auch dem Bericht von Frau Dr. med. W.________, Assistenzärztin in der Rheumaklinik und im Institut für physikalische Medizin und Rehabilitation des Kantonsspitals A.________, den diese per Fax am 20. März 2001 der Rehabilitationsklinik B.________ übermittelt hatte, mangelnde Authentizität. Dies ist jedoch ebenfalls nicht zutreffend, wird doch der Inhalt des Berichtes vom 20. März 2001 durch den Bericht vom 27. März 2001, der sowohl vom Oberarzt Dr. med. Schmid wie auch vom Chefarzt Dr. med. H.________ visiert wurde, bestätigt. 2.2.2.3 Angesichts der vom Ehegatten der Beschwerdeführerin am 14. November 2000 N.________ von der Beschwerdegegnerin abgegebenen Erklärung, warum er und die Beschwerdeführerin nicht in der Lage seien, die Taggeldrückzahlungen zu begleichen, ist es wohl kaum angebracht, die finanziellen Engpässe der Familie C.________ zu bestreiten. Ebenso wenig ist die Behauptung angebracht, die finanziellen Verhältnisse seien nicht abgeklärt worden, werden ja im genannten Bericht von N.________ die Einkünfte des Ehepaares C.________ detailliert aufgelistet und auch noch festgehalten, dass die Steuerausstände in monatlichen Raten à Fr. 200.-- abzuzahlen waren. 2.2.2.4 Die SUVA war nicht verpflichtet, noch weitere Abklärungen vorzunehmen, zumal die Befunde von Dr. med. Wegmüller vom Röntgeninstitut Rehmann/Böhenhof/Wegmüller keine Hinweise auf eine unfallbedingte Schädigung der Wirbelsäule ergaben. 2.2.2.5 Entgegen der Darstellung der Beschwerdeführerin sind die von ihr beklagten Beschwerden im ORL-Bereich objektiv gerade nicht feststellbar, da bei der objektiven Hörschwellenbestimmung mittels ERA eine deutlich bessere Hörschwelle gezeigt wurde als im Tonaudiogramm. Die am 14. Juli 2001 erstellten Befunde wurden am 2. November 2001 nochmals von der Klinik für HNO bestätigt. Dabei ist darauf hinzuweisen, dass beide Berichte vom Oberarzt Dr. med. G.________ visiert worden waren. Der von Dr. med. I.________ erstellte Bericht setzt sich mit diesen Erkenntnissen der Klinik für HNO nicht auseinander. Vielmehr wird dort primär auf die subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin abgestellt. Ein ERA wurde offensichtlich nicht angefertigt; jedenfalls ist ein solches im Bericht nicht erwähnt. Die von der SUVA Dr. med. I.________ gestellten Fragen wurden von diesem nicht beantwortet. Der Beschwerdeführerin waren die Fragestellungen bekannt und sie hat nichts zu deren Beantwortung unternommen. Die Beschwerdegegnerin hatte angesichts der bereits bei den Akten liegenden Abklärungen im ORL-Bereich durch die Klinik für HNO des Kantonsspitals A.________, deren objektive Befunde keine gesundheitliche Beeinträchtigung im ORL-Bereich zeigten, keine Veranlassung, eine Beweisverfügung zu erlassen. Es geht auch nicht an, Dr. med. S.________, Dr. med. Huber und insbesondere auch dem die Berichte der Klinik für HNO visierenden Oberarzt Dr. med. G.________ einfach mangelnde Fachkompetenz vorzuwerfen, nur weil diese nicht zu den von der Beschwerdeführerin favorisierten Schlüssen kamen. 2.2.2.6 Der Bericht von Dr. phil. O.________ vom 17. April 2003 basiert auch auf den subjektiven Angaben und Leistungen, die von der Beschwerdeführerin vorgetragen wurden. Dr. phil. O.________ wies darauf hin, dass bei der Beschwerdeführerin lokalisatorisch nicht interpretierbare Leistungsdefizite vorliegen würden bei einer generellen Leistungsminderung und insgesamt deutlich allgemeiner Verlangsamung. Bereits im Rahmen des während des Aufenthaltes der Beschwerdeführerin in der Rehabilitationsklinik B.________ erstellten neuropsychologischen Berichtes musste eine geringe Belastbarkeit der Beschwerdeführerin festgestellt werden, was dann auch dazu führte, dass dort gar keine regelrechte neuropsychologische Untersuchung möglich war. Das gleiche Verhalten hat die Beschwerdeführerin letztlich auch bei der neuropsychologischen Untersuchung durch Dr. phil. O.________ an den Tag gelegt, wobei dort dann einfach pauschal auf eine generelle Leistungsminderung geschlossen wurde. 2.2.2.7 Im Bericht von Dr. med. E.________ und Dr. phil. D.________ vom Zentrum X.________ ist kein Hinweis enthalten, dass die Durchschlafinsomnie (eine andere, systematische Schlafstörung liege nicht vor) auf das Unfallereignis zurückzuführen ist. Es ist eine blosse Hypothese der Beschwerdeführerin, dass diese Schlafstörung mit dem Unfallereignis in Zusammenhang stehe. Eine durch einen konkreten Befund gestützte Aussage des Zentrums für Schlafmedizin ist jedoch nicht gegeben. 2.2.2.8 Der Bericht von Dr. med. M.________ kann entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin nicht als Gutachten qualifiziert werden. Die Versicherte stand schon seit spätestens 13. Juni 2002 in ärztlicher Behandlung bei Dr. med. M.________. Das "neurologische Gutachten" wurde jedoch erst am 30. März 2004 erstellt. Für die Zeitperiode zwischen dem 13. Juni 2002 und 30. März 2004 sind konkrete Aktivitäten von Dr. med. M.________ als Arzt für die Beschwerdeführerin aktenkundig. So erstattete er am 4. Juli 2002 Dr. med. I.________ einen ausführlichen Bericht und von ihm wurden verschiedene Medikationsrezepte für die Beschwerdeführerin erstellt. Bei einem die Beschwerdeführerin derart lange Zeit behandelnden Arzt ist gleich wie bei einem Hausarzt (BGE 125 V 352 E. 3b/cc) der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass von den eine Versicherte behandelnden Ärzten mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten ausgesagt wird. Inhaltlich vermögen die Erkenntnisse von Dr. med. M.________ als behandelnder Arzt die von der SUVA bei verschiedenen medizinischen Fachpersonen erhobenen Befunde nicht in Frage zu stellen. So hat Frau Dr. med. F.________ als neurologische Fachärztin bereits am 27. November 2001 einen gegenteiligen Befund erstellt, dass kein bzw. kein relevantes neurologisches Leiden bestehe, welches das Beschwerdebild erklären könnte. Die an ihrem Befund geübte Kritik ist auch nicht gerechtfertigt, wenn angeführt wird, dieser sei am 27. November 2001 nur drei Monate vor ihrem Tod verfasst worden. Tatsächlich ist Frau Dr. med. F.________ nicht im Januar 2002, sondern im Januar 2003 verstorben. Der Ärztin nun für einen Zeitraum von mehr als einem Jahr vor ihrem Tod pauschal zu unterstellen, sie habe ihre Arztberichte nicht mehr sachlich erstellt, ist jedoch unfundiert. Ihr Befund, dass neurologisch keine Beeinträchtigung vorhanden ist, kann sich auf eine umfassende Untersuchung der Beschwerdeführerin abstützen, die auch in ihrem Bericht vom 27. November 2001 wiedergegeben ist. 2.2.2.9 Die von der Beschwerdeführerin noch zusätzlich eingereichten fachärztlichen Berichte von Dr. med. Y.________, Dr. med. J.________ und Dr. med. K.________ vermögen ebenfalls nicht eine Unfallkausalität der von der Beschwerdeführerin beklagten Beschwerden zu belegen. Dr. med. Y.________ schildert nur das Ergebnis der von ihm vorgenommenen Computertomografie zuhanden von Dr. med. M.________. Ob die von Dr. med. Y.________ ermittelten Befunde tatsächlich auch zu entsprechenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen führten, wird von ihm nicht weiter abgehandelt. Dr. med. J.________ bejaht die natürliche Kausalität und verweist auf somatische Beschwerden, stellt jedoch gleichzeitig fest, dass der neurologische Status normal sei. Die bei der Beschwerdeführerin feststellbaren Beschwerden sind allerdings primär dem psychischen Bereich zuzuordnen. Dazu nimmt Dr. med. J.________ aber gar nicht Stellung. Dr. med. K.________ bejaht ein deutliches oberes Cervikalsyndrom. Wie bereits bei der Beurteilung des Berichtes von Dr. med. J.________ vermerkt, ist das Beschwerdebild der Beschwerdeführerin primär psychosomatisch und nicht somatisch geprägt. Bei allen drei Ärzten handelt es sich um solche, die das Ergebnis ihrer Untersuchungen Dr. med. M.________ rapportierten. Eine detaillierte Auseinandersetzung mit den bereits vorhandenen medizinischen Ergebnissen, wie sie insbesondere im Austrittsbericht der Rehabilitationsklinik B.________ und in den Beurteilungen von Frau Dr. med. F.________ und Dr. med. A.________ gegeben sind, fand durch diese allerdings nicht statt, was letztlich die Befunde über das Ausmass der Beeinträchtigungen im neurologischen Bereich stark relativiert. 2.2.2.10 Die Beschwerdeführerin hat nebst der Verwaltungsgerichtsbeschwerde noch zehn zusätzliche Eingaben eingereicht. Nach der Rechtsprechung können nach Ablauf der Rechtsmittelfrist - ausser im Rahmen eines zweiten Schriftenwechsels - keine neuen Akten mehr eingebracht werden, wobei lediglich der Fall vorzubehalten ist, dass solche Aktenstücke neue erhebliche Tatsachen oder entscheidende Beweismittel im Sinne von Art. 137 lit. b OG darstellen und als solche eine Revision des Gerichtsurteils rechtfertigen könnten (BGE 127 V 357 Erw. 4). Die weiteren nach Ablauf der Rechtsmittelfrist nachgereichten Eingaben und Dokumente sind daher nicht zu berücksichtigen. 2.3 Zusammenfassend ist festzustellen, dass die geklagten Beschwerden nicht oder jedenfalls nur in untergeordnetem Umfang der erlittenen HWS-Distorsion zugeordnet werden können.