Citation: U 207/99 28.11.2001 E. 3

3.- Eine Leistungspflicht des Unfallversicherers kann bei einem Schleudertrauma der Halswirbelsäule oder einer äquivalenten Verletzung (SVR 1995 UV Nr. 23 S. 67 Erw. 2) wie etwa einer Distorsion der Halswirbelsäule, wie sie der Beschwerdeführer erlitten hat, unter Umständen aber auch ohne organisch nachweisbare Schädigung gegeben sein. Nach den Ergebnissen der medizinischen Forschung können bei solchen Verletzungen auch ohne klar ausgewiesene pathologische Befunde noch Jahre nach dem Unfall funktionelle Ausfälle verschiedenster Art auftreten (BGE 117 V 363 Erw. 5d/aa mit Hinweisen). Der Umstand, dass die nach einem Schleudertrauma häufig beobachteten und deshalb von der Rechtsprechung als typisch bezeichneten Beschwerden wie diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit, Visusstörungen, Reizbarkeit, Affektlabilität, Depression oder Wesensveränderung (BGE 117 V 360 Erw. 4b) in manchen Fällen mit den heute verwendeten bildgebenden Untersuchungsmethoden nicht objektivierbar sind, darf nicht dazu verleiten, sie als rein "subjektive" Beschwerden zu qualifizieren und damit deren Relevanz für die Unfallversicherung in Abrede zu stellen. Gemäss fachärztlichen Publikationen bestehen Anhaltspunkte dafür, dass der Unfallmechanismus bei einem Schleudertrauma der Halswirbelsäule zu Mikroverletzungen führt, welche für das erwähnte typische Beschwerdebild mit hoher Wahrscheinlichkeit ursächlich oder zumindest im Sinne einer Teilursache mit verantwortlich sind. Ein Unfall mit Schleudertrauma der Halswirbelsäule kann demnach in der charakteristischen Erscheinungsform einer Häufung typischer Beschwerden eine Arbeits- bzw. Erwerbsunfähigkeit verursachen, auch wenn die festgestellten Störungen organisch nicht nachweisbar sind (BGE 117 V 363 f. Erw. 5d/aa mit Hinweisen). a) Unabdingbare Leistungsvoraussetzung bildet auch in solchen Fällen der Nachweis eines natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen dem versicherten Unfallereignis und den als Folge davon geltend gemachten Gesundheitsschädigungen. Welche Anforderungen an diesen Nachweis zu stellen sind, hat das Eidgenössische Versicherungsgericht in BGE 117 V 359 (insbes. 360 ff. Erw. 4 ff.) und - bezüglich des natürlichen Kausalzusammenhangs präzisiert - in BGE 119 V 335 (insbes. 340 ff. Erw. 2b) dargelegt. Eine Besonderheit bei der Prüfung der Unfallkausalität ergibt sich dabei - bezüglich der Adäquanzfrage - laut BGE 123 V 98 bei Vorliegen dominanter psychischer Störungen, welche die übrigen, sich eher somatisch manifestierenden Beschwerden ganz in den Hintergrund drängen. Diesfalls ist, wie SUVA und Vorinstanz richtig erkannt haben, die Adäquanz nach Massgabe der bei psychischen Fehlentwicklungen nach Unfällen anwendbaren Methode, welche vom Eidgenössischen Versicherungsgericht in BGE 115 V 133 (insbes. 138 ff. Erw. 6) entwickelt worden ist, zu klären (BGE 123 V 99 f. Erw. 2). Der wesentliche Unterschied ist dabei darin zu erblicken, dass die für die Adäquanzbeurteilung relevanten Kriterien nur unter Ausklammerung der Auswirkungen psychischer Komponenten Beachtung finden können (BGE 117 V 367 Erw. 6a in fine [e contrario]). b) Die vom Beschwerdeführer angegebenen Symptome stimmen zwar zumindest teilweise mit den nach Schleudertraumata der Halswirbelsäule relativ häufig auftretenden und deshalb zum so genannt typischen Beschwerdebild zählenden überein. Auch ist der natürliche Kausalzusammenhang mit dem versicherten Unfallereignis vom 5. September 1994 von keiner Seite in Frage gestellt worden. Sowohl die SUVA wie auch das kantonale Gericht sind indessen von einer dominanten psychischen Störung ausgegangen und haben dementsprechend die Adäquanzfrage im Sinne von BGE 123 V 98 nach den gemäss BGE 115 V 138 ff. Erw. 6 bei psychischen Fehlentwicklungen massgebenden Kriterien geprüft. Dieser Beurteilung kann sich das Eidgenössische Versicherungsgericht trotz der in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde erhobenen Einwände ohne weiteres anschliessen. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers erscheint es sachgerecht, die Kausalitätsbeurteilung nach der Rechtsprechung zu den psychischen Unfallfolgen vorzunehmen, hat doch nach der medizinischen Aktenlage das zunächst noch durch das Distorsionstrauma geprägte Beschwerdebild in den ersten Monaten nach der Kollision offensichtlich in eine psychische Überlagerung umgeschlagen, welche schliesslich eindeutig Dominanz erreichte. Diesbezüglich kann vollumfänglich auf die überzeugende Begründung im kantonalen Entscheid verwiesen werden, welcher nichts beizufügen ist.