Citation: 4A_15/2019 E. B

Am 1. Februar 2017 gelangte der Kläger an das Regionalgericht Prättigau/Davos. Nach den vollstreckungsrechtlich geltend gemachten Rückzahlungen im Betrag von EUR 59'668.-- verbleibe noch ein offener Rückzahlungsbetrag von EUR 133'866.-- (Darlehensschuld und Zins bis 19. Oktober 2016). Der Beklage sei daher zu verpflichten, ihm diesen Betrag zuzüglich Zins von 4 % und Verzugszins von 5 % seit dem 20. Oktober 2016 zu bezahlen. Das Regionalgericht ging mit Urteil vom 19. Oktober 2017 von einer Rückzahlung der Darlehenssumme bis auf einen noch ausstehenden Betrag von EUR 10'250.-- aus. Es hiess die Klage teilweise gut und verpflichtete den Beklagten, dem Kläger EUR 10'250.-- zuzüglich Zins von 9 % seit dem 20. Oktober 2016 zu bezahlen. Dagegen erhob der Kläger Berufung an das Kantonsgericht Graubünden. Das Kantonsgericht erwog im Urteil vom 19. November 2018, der Bestand der Rückzahlungspflicht sei nicht mehr umstritten. Es gehe daher einzig um die Frage, ob die Verpflichtung des Beklagten auf Rückerstattung des Darlehens durch Tilgung (teilweise) untergegangen sei. Der Beklagte leite aus der Rückerstattung Rechte ab und habe damit die Rückerstattung des Darlehens zu beweisen und das Gericht nach dem Regelbeweismass von dieser Tatsache vollends zu überzeugen. Das Kantonsgericht kam zum Schluss, dass die Erstinstanz bei der vorliegenden Beweislage die Rückzahlung des Darlehens nicht als genügend bewiesen hätte ansehen dürfen. Entsprechend hiess das Kantonsgericht die Berufung gut. Es hob den Entscheid des Regionalgerichts auf und verpflichtete den Beklagten, dem Kläger den Betrag von EUR 133'866.-- zuzüglich Zins von 4 % und Verzugszins von 5 % seit dem 20. Oktober 2016 zu bezahlen.