Citation: I 834/05 16.08.2006 E. 4

Strittig und zu prüfen ist, ob die Durchführung beruflicher Eingliederungsmassnahmen bereits bei Einreise der Versicherten in die Schweiz am 12. März 1997 angezeigt war. Während IV-Stelle und BSV diese Frage bejahen, erwog die Vorinstanz, nach dem stationären Aufenthalt der Versicherten in der PUK vom 5. Oktober bis 9. Dezember 2002 infolge einer schweren depressiven Episode mit akuter Suizidalität habe sich der Gesundheitszustand sukzessive gebessert. Nach Einschätzung der behandelnden Ärzte erscheine die Beschwerdegegnerin hoch motiviert für eine berufliche Eingliederung. Die Durchführung beruflicher Massnahmen sei angezeigt. Etwas anderes, zum Beispiel Rentenleistungen, habe die Versicherte nie beantragt. Über das Ausmass des psychischen Leidens ab Einreise in die Schweiz (12. März 1997) bis zum Eintritt in die PUK herrsche Unklarheit. Als Hausfrau und Mutter habe die Beschwerdegegnerin wohl die entsprechenden Tätigkeiten in diesem Aufgabenbereich uneingeschränkt ausüben können. Gehe man davon aus, dass sie wegen des geringen Alters ihrer Kinder ab Einreise in die Schweiz nicht habe erwerbstätig sein können oder wollen, seien aus diesem Grund damals auch keine beruflichen Massnahmen angezeigt gewesen. Nicht die Depression, sondern die soziale Phobie habe die Durchführung von Eingliederungsmassnahmen erforderlich werden lassen. Diesbezüglich habe vor der Anmeldung bei der IV-Stelle - und insbesondere im Zeitpunkt der Einreise in die Schweiz - keine leistungsspezifische Invalidität bestanden. Die Verwaltung habe deshalb zu Unrecht darauf geschlossen, berufliche Eingliederungsmassnahmen seien bereits im Zeitpunkt der Einreise in die Schweiz objektiv angezeigt gewesen.