Citation: U 39/05 22.06.2005 E. 3

3.1 Die Vorinstanz hat den medizinischen Sachverhalt zutreffend dargelegt und sich dazu umfassend geäussert. Sie ist dabei zu Recht zum Schluss gekommen, dass die am 28. November 1994 durch den orthopädischen Chirurgen Dr. med. B.________ vorgenommene Handgelenksoperation (operative Rekonstruktion mittels Pseudarthrose, Spongiosaplastik und Osteosynthese) nicht zur Behandlung der durch den Unfall vom 17. Oktober 1994 verursachten Verrenkung des Handgelenkes notwendig gewesen ist, sondern vielmehr der Behandlung einer bereits vor diesem Unfall bestehenden Pseudarthrose gedient hat, welche die Folge früherer Verletzungen war. Am Unfalltag stellte der behandelnde Arzt Dr. med. A.________ keine wesentliche Schwellung am rechten Handgelenk fest. Der Röntgenbefund zeigte keine frische knöcherne Läsion, aber eine Pseudarthrose bei Naviculare-Querfraktur. Der Beschwerdeführer gab ihm an, er habe bereits vor dem Sturz belastungsabhängige Schmerzen verspürt und sei deswegen in Behandlung gewesen (vgl. Arztzeugnis UVG Dr. med. A.________ vom 8. November 1994 und Zuweisungsschreiben an Dr. med. B.________ vom 2. November 1994). Ebenso steht fest, dass die erneute Scaphoidpseudarthrosen-Operation vom 22. August 2002 auf Grund derselben vorbestehenden Pseudarthrose notwendig wurde (Bericht Dr. med. L.________ vom 4. Juli 2002). 3.2 Beim Beschwerdeführer sind im Sommer 2002 nach der Meldung eines Rückfalles und aus Anlass der erneuten Scaphoidpseudarthrosen-Operation keine für den Unfall vom 17. Oktober 1994 spezifische Verletzungen (mehr) objektiviert worden. Bei Symptomen, die gleich oder ähnlich geartet sind wie ein früheres, zwischenzeitlich weitgehend abgeklungenes oder verschwundenes Beschwerdebild, erhält sich beim Fehlen einer erkennbaren unfallspezifischen Schädigung die kausale Bedeutung des ersten Unfallereignisses nur solange, als potenziell konkurrierenden Ursachen vernünftigerweise keine vorrangige Bedeutung zugewiesen werden kann. Nach einer länger dauernden Beschwerdefreiheit ist der Unfall regelmässig nicht mehr massgeblich für das Bestehen der erwähnten gesundheitlichen Beeinträchtigungen. Beschwerdefreiheit allein ist freilich nicht grundsätzlich mit dem Erreichen des Status quo sine gleichzusetzen, ansonsten Rückfälle schon rein begrifflich ausgeschlossen wären (vgl. Urteil M. vom 9. Dezember 2004, U 344/03, Erw. 3.2.1). Sofern somit Handgelenkbeschwerden im Rahmen der Kausalitätsprüfung keinen unfallspezifischen Verletzungen zugeordnet werden können, gilt das Unfallereignis im Hinblick auf die zeitlich unmittelbar folgenden Beschwerdesymptome nicht als eigentliche Ursache, auf Grund welcher der Unfallversicherer grundsätzlich auch für Rezidive (d.h. das Neuauftreten einer Krankheit nach deren Abheilung) aufzukommen hätte, sondern als (blosser) auslösender Faktor. Der Unfallversicherer übernimmt dann den durch das Ereignis ausgelösten Beschwerdeschub, spätere Rezidive dagegen nur, wenn eindeutige Brückensymptome gegeben sind (vgl. in RKUV 2001 Nr. U 419 S. 101 nicht veröffentlichte Erw. 3b des Urteils S. vom 29. Dezember 2000, U 170/00, mit zahlreichen Hinweisen). Würde auf dieses Erfordernis verzichtet, so wäre die Abgrenzung zum alternativ verursachten Leiden kaum je zu bewerkstelligen, sobald einmal ein entsprechendes Unfallereignis eingetreten ist. 3.3 Die Frage, ob der Beschwerdeführer in der Zeit, während der er keine Behandlung in Anspruch genommen hat, weiterhin unter den nach dem Unfall von 1994 aufgetretenen Beschwerden litt oder nicht, ob der im Streit liegende Zeitraum mithin unter dem Blickwinkel des Grundfalls oder eines Rückfalls (mit oder ohne Brückensymptome) zu betrachten ist, hat hier keine für den Entscheid wesentliche Bedeutung. Denn so, wie neue - unfallfremde - Gründe für ein Beschwerderezidiv verantwortlich sein können, ist es auch bei ununterbrochen anhaltenden Symptomen möglich, dass nach und nach eine andere Ursache an die Stelle des Unfalls tritt und diesen als massgebenden kausalen Faktor ablöst. Selbst wenn der Beschwerdeführer in der mehrjährigen Phase, während der keine (aktenkundige) medizinische Behandlung erforderlich war, gelegentlich unter einschlägigen Beschwerden gelitten haben sollte, kommt diesen nicht die Eigenschaft eindeutiger Brückensymptome zu; jedenfalls waren sie offenbar im Zeitraum von Juli 1995 (zweite Scaphoidpseudarthrosen-Operation) bis Juli 2002 (Meldung eines Rückfalls) nicht so erheblich, dass eine Behandlung erforderlich war.