Citation: 2C_35/2019 E. 4.3.2

4.3.2. Zum Ergänzungsbedarf berufen sich die Beschwerdeführer auf das Urteil 2C_685/2010 vom 30. Mai 2011. Dort (E. 2.3.3) hat das Bundesgericht beanstandet, das kantonale Gericht begründe nicht, weshalb es neben dem Grundbedarf auch einen Ergänzungsbedarf berücksichtige. Im Lichte der ratio legis, Sozialhilfeausgaben des Staates zu verhindern, erscheine es sachfremd, im Rahmen von Art. 62 lit. e AuG andere Kriterien anzuwenden als für die effektive Zusprache von Sozialleistungen. Es klammerte daher den Ergänzungsbedarf aus der Bedarfsrechnung aus und berücksichtigte nur den Grundbedarf (Fr. 1'550.-- für einen Zweipersonenhaushalt). Hier hat die Vorinstanz den Ergänzungsbedarf damit begründet, die SKOS-Richtlinien seien 2005 im Sinne einer tieferen Pauschale und stärkerer Berücksichtigung des Einzelfalls überarbeitet worden. Für die erfolgreiche Integration ausländischer Personen brauche es etwas mehr finanzielle Mittel als das SKOS-Minimum, da bei zu knapp berechneten wirtschaftlichen Verhältnissen die ausländischen Personen von der Teilnahme am Gesellschaftsleben ausgeschlossen würden, was wiederum negative Auswirkungen auf ihre Integrationschancen hätte. Die Verordnung könne daher durchaus als Richtschnur für die Berechnung herangezogen werden, die zuständigen Behörden müssten aber die Zahlen hinterfragen und gegebenenfalls anpassen. Das Gericht müsse sich aber nicht weiter mit dieser Frage befassen, da so oder anders die Frage entscheidend sei, ob für die nachzuziehende Ehefrau ein Einkommen anzurechnen sei. Aus dem gleichen Grund kann die Frage auch vor Bundesgericht offen bleiben. Ebenso brauchen die weiteren in der Beschwerde thematisierten Punkte der Bedarfsberechnung nicht diskutiert zu werden.