Citation: 5A_773/2021 E. 3.4

3.4. Unbestritten war die KESB örtlich nicht zuständig, den streitbetroffenen Entscheid zu fällen (vgl. E. 3.1 und 3.2 hiervor). Der Beschwerdeführer hat die fehlende örtliche Zuständigkeit der Behörde sodann bereits im Rechtsmittelverfahren vor dem Kantonsgericht gerügt. Unter diesen Umständen durfte die Vorinstanz nach dem Ausgeführten nicht auf die Aufhebung des Entscheids der KESB verzichten. Für ein abweichendes Ergebnis mit Verweis auf Treu und Glauben (Art. 5 Abs. 3 BV) bleibt im Zusammenhang mit der von Amtes wegen zu beachtenden örtlichen (Un-) Zuständigkeit kein Raum: Vorliegend steht ein Entscheid in Frage, der mit einer Beistandschaft die (potentielle) Unterstellung der betroffenen Person unter die Behörde zum Gegenstand hat. Beim Entscheid einer unzuständigen Behörde müsste daher gegebenenfalls eine sofortige Übertragung der getroffenen Massnahme erfolgen (vgl. Art. 442 Abs. 5 ZGB), was wenig Sinn ergibt und die Berücksichtigung der Zuständigkeitsfrage bereits im hier betroffenen Rechtsmittelverfahren nötig macht. Etwas anderes mag in jenen Bereichen des materiellen Zivilrechts gelten, in denen die Kindesschutzbehörde nur als vollziehende Behörde in einem Zweiparteienverhältnis tätig wird. Da eine Einlassung nicht möglich ist, bleibt vorliegend auch unerheblich, ob der Beschwerdeführer die örtliche Unzuständigkeit im Verfahren vor der KESB gerügt hat oder nicht.