Citation: 1P.22/2002 29.01.2002 E. 4

4. wenn die Schwere der Straftat es verlangt, dass der Beschuldigte nicht auf freiem Fuss sein darf. 2.3 In BGE 125 I 361 hatte das Bundesgericht (gestützt auf das zürcherische Strafprozessrecht) einen ähnlichen Fall zu beurteilen. Nach § 58 Abs. 2 der Zürcher StPO ist die Anordnung und Aufrechterhaltung von Untersuchungshaft namentlich zulässig, wenn der Angeschuldigte dringend verdächtigt wird, ein Verbrechen in strafbarer Weise versucht oder vorbereitet zu haben, und wenn aufgrund bestimmter Anhaltspunkte ernsthaft befürchtet werden muss, er werde die Tat ausführen. Das Bundesgericht erwog, der Haftgrund der Ausführungsgefahr (bei dringendem Verdacht eines in strafbarer Weise versuchten oder vorbereiteten Verbrechens) dürfe - in den gebotenen engen Grenzen - auch bei Tötungsdrohungen herangezogen werden. Eine Gleichsetzung zwischen strafbaren Vorbereitungs- oder Versuchshandlungen (im Sinne von § 58 Abs. 2 StPO/ZH) und Tötungsdrohungen halte vor dem Legalitätsprinzip stand (vgl. BGE 125 I 361 E. 4c S. 365 f.). 2.4 Die Frage, ob nach appenzell-ausserrhodischem Strafprozessrecht neben dem (besonderen) Haftgrund der Ausführungsgefahr auch noch der dringende Tatverdacht von (bereits begangenen) Verbrechen oder Vergehen erstellt sein müsste, hätte im vorliegenden Fall offen bleiben können. Selbst wenn die Frage zu bejahen gewesen wäre, hätte ein entsprechender Tatverdacht vorgelegen.