Citation: 8C_170/2018 E. 4.2.3

4.2.3. Die Versicherte rügt, das PMEDA-Gutachten vom 15. Juli 2015 sei nicht beweiskräftig, weil es den Anforderungen der Rechtsprechung, namentlich BGE 139 V 547, nicht genüge. So nehme es keinen Bezug auf die damals bereits eingeführte Indikatorenpraxis nach BGE 141 V 281. Da nicht einmal eine Prüfung der zuvor massgeblichen Foerster-Kriterien erfolgt sei, komme ihm kein Beweiswert zu. Mit der Vorinstanz ist festzuhalten, dass das PMEDA-Gutachten vom 15. Juli 2015 den Anforderungen von BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232 und 125 V 351 E. 3a S. 352 entspricht. Es beruht auf den Vorakten und einer umfassenden polydisziplinären Abklärung, berücksichtigt die geklagten Beschwerden und begründet die darin enthaltenen Schlussfolgerungen nachvollziehbar und überzeugend. Daran ändert - wie die Vorinstanz zu Recht vermerkt - auch der Umstand nichts, dass die Experten bei den Diagnosen nicht explizit den Status nach HWS-Distorsion festhielten (vgl. Urteil 9C_620/2016 vom 9. März 2017 E. 4.2.2.2), zumal sie den Unfall bei der jeweiligen Anamnese aufführten und damit bei ihrer Beurteilung miteinbezogen, ihm aber keinen Einfluss auf den Gesundheitszustand mehr beimassen. Nach BGE 141 V 281 E. 8 S. 309 verlieren Gutachten, die vor Publikation der geänderten Anforderungen ergangen sind, nicht ihren Beweiswert; massgeblich ist vielmehr, ob sie inhaltlich eine Beurteilung nach der neuen Rechtsprechung zulassen. Dies trifft auf das PMEDA-Gutachten vom 15. Juli 2015 zu: So hat die Vorinstanz in E. 4.2 festgestellt, im Gutachten werde im Beurteilungszeitpunkt mit nachvollziehbarer und überzeugender Begründung das Vorliegen eines Leidens, das die Arbeitsfähigkeit relevant einschränke, verneint. Die Versicherte benötige keine Schmerzmedikamente und nehme keine Psychopharmaka ein, führe weder eine physio- noch eine psychotherapeutische Behandlung durch, erledige einen Zweipersonenhaushalt, fahre Auto, reise, sei sozial integriert und übe ein 50 %-Pensum als Ladendetektivin zur Zufriedenheit des Arbeitgebers aus, was ein hohes Aufmerksamkeitsniveau, eine rasche Reaktionsfähigkeit, hohe Flexibilität und Durchsetzungsvermögen erfordere. Angesichts dieser Umstände seien die Schlussfolgerungen der Gutachter begründet. Diese Beweiswürdigung ist weder offensichtlich unhaltbar noch willkürlich und damit nicht zu beanstanden (BGE 144 V 50 E. 4.2 S. 53 und E. 4.3 S. 54). Somit ist gestützt auf das polydisziplinäre Gutachten vom 15. Juli 2015, in welchem die Experten weder aus internistischer, neurologischer, orthopädischer, ORL-fachärztlicher noch aus psychiatrischer oder neuropsychologischer Sicht einen die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigenden Befund haben erheben können, von der vollen Zumutbarkeit der langjährigen Tätigkeit als Ladendetektivin sowie jeder anderen Tätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt auszugehen. Zudem hatten sich die Experten einlässlich mit dem (psychiatrisch-neurologischen) Gutachten vom 30. Juni 2010 und dem polydisziplinären Gutachten der MEDAS Oberaargau vom 11. September 2009 auseinandergesetzt und ihre davon abweichende Beurteilung nachvollziehbar begründet. Weiter hat die Vorinstanz in E. 4.3 korrekt dargelegt, dass für das Vorliegen einer Erwerbsunfähigkeit im Sinne von Art. 7 Abs. 2 ATSG eine objektivierte Betrachtungsweise massgeblich ist. Unter diesen Umständen ist mangels Vorliegens eines die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigenden unklaren Beschwerdebilds weder eine Prüfung der Foerster-Kriterien noch der Indikatoren nach BGE 141 V 281 erforderlich.