Citation: 7B_106/2022 E. A

Die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft führt eine Strafuntersuchung gegen A.________ wegen des Verdachts des mehrfachen Diebstahls, der mehrfachen Veruntreuung und des mehrfachen betrügerischen Missbrauchs einer Datenverarbeitungsanlage. Die Staatsanwaltschaft wirft A.________ vor, diese habe im Rahmen der Betreuung von B.________, die Kundin ihrer Firma "C.________" gewesen sei, in den Jahren 2020 und 2021, in welchen sie über deren Bankkundenkarten verfügt habe, mehrfach Bargeld veruntreut und für eigene Zwecke verwendet. Für ihre Dienste habe sie Rechnungen in der Höhe von insgesamt Fr. 62'107.50 gestellt und es seien Steuerzahlungen in der Höhe von Fr. 20'788.95 getätigt worden. Zwischen Ende 2019 und der Errichtung der Beistandschaft am 11. Februar 2021 sei das Vermögen von B.________ von Fr. 224'387.-- auf Fr. 48'000.-- geschrumpft. Was mit den restlichen Fr. 93'490.55 geschehen sei, sei unklar. Im Zusammenhang mit einer weiteren Kundin, D.________, ist ebenfalls ein Verfahren hängig. Anlässlich einer Hausdurchsuchung am 16. Februar 2022 wurden diverse Gegenstände sichergestellt. Mit Eingabe vom 22. Februar 2022 beantragte A.________ die Siegelung der sichergestellten elektronischen Datenträger sowie sämtlicher sichergestellter Schriften, Papiere, Geschäftsunterlagen etc. Die Staatsanwaltschaft beantragte am 10. März 2022 die Entsiegelung der Beschlagnahmepositionen A.21-A.36 sowie A.38-A.43. Mit Stellungnahme vom 21. März 2022 zog A.________ den Siegelungsantrag betreffend die Positionen A.21, A.31-33, A.35-36, A.38-40 zurück. Sie machte geltend, auf den übrigen Positionen, namentlich A.22 (externe Festplatte), A.23-30 (8 USB-Sticks), A.34 (Ordner rot "Kundenunterlagen C.________"), A.41 (Laptop), A.42 (iPhone rot) und A.43 (iPhone gold) befänden sich Verteidigerkorrespondenz, Unterlagen aus dem Verkehr mit Ärzten sowie ihrer Klientschaft und höchstpersönliche Aufzeichnungen. Nach Einsicht in die gespiegelten Datenträger A.23-A.30 (USB-Sticks) sowie A.41 (Laptop) legte A.________ dar, auf welchen Datenträgern sich in welchen Dateiordnern medizinische Unterlagen befinden und hat die Namen der Rechtsanwälte bekannt gegeben. Weiter zeigte sie auf, in welchen Ordnern Daten bzw. Fotos und Videos ihrer Tätigkeit als Domina gespeichert seien und dass sich auf dem Stick A.24 mehrheitlich Nacktfotos befänden. Betreffend A.23, A.25 und A.29 hat sie den Siegelungsantrag zurückgezogen und festgehalten, die USB-Sticks A.26, A.27, A.28 und A.30 seien leer. Mit Entscheid vom 30. September 2022 hiess das Zwangsmassnahmengericht Basel-Landschaft den Entsiegelungsantrag der Staatsanwaltschaft teilweise gut und entschied unter anderem, dass die Positionen A.22, A.42 und A.43 entsiegelt werden dürfen (Dispositiv-Ziffer 4). Betreffend den Laptop (A.41) entschied es, dieser dürfe mit Ausnahme diverser Dateien und Daten ebenfalls entsiegelt und ausgewertet werden. Der USB-Stick Position A.24 bleibe gesiegelt (Dispositiv-Ziffer 5). Weiter entschied das Zwangsmassnahmengericht, dass nach Ablauf von 7 Tagen nach Zustellung des Entsiegelungsentscheids die IT-Forensik der Polizei Basel-Landschaft mit dem Auslesen der Daten zuhanden des Zwangsmassnahmengerichts beauftragt werde, sofern die Beschuldigte nicht nachweise, dass sie beim Bundesgericht im Rahmen einer Beschwerde gegen den vorliegenden Entscheid ein Begehren um aufschiebende Wirkung gestellt habe (Dispositiv-Ziffer 6). Ohne Einwände der Beschuldigten innerhalb von 7 Tagen seit Zustellung dieses Entscheids werde die IT-Forensik der Polizei Basel-Landschaft damit beauftragt, die entsprechenden Daten zu Handen des Zwangsmassnahmengerichts auszulesen (Dispositiv-Ziffer 7).