Citation: 2C_113/2021 E. 6.4.4

6.4.4. Vorliegend hat die KGV den Beschwerdeführer mit Schreiben vom 29. März 2017 aufgefordert, zwecks Schadenschätzung die Kostenvoranschläge für die Wiederaufbauarbeiten bei der Schätzungskommission einzureichen und zudem auf das Vorgehen bei Schadenfällen hingewiesen. Demgemäss sind die beschädigten Teile in ihrem Zustand zu belassen und es dürfen keine Reparaturen ohne Genehmigung der KGV ausgeführt werden. Für den Wiederaufbau sind vom Eigentümer Kostenvoranschläge einzuholen und der KGV vorzulegen, welche den Schaden aufgrund der günstigsten Offerte schätzt. Die Vergabe der Arbeiten erfolgt durch den Eigentümer, aber erst nachdem der Schätzer sein Einverständnis gegeben hat. Anschliessend forderte die KGV den Beschwerdeführer mit vier weiteren Schreiben (3. Mai 2017; 31. Mai 2017; 6. Juli 2017; 8. November 2017) auf, die Kostenvoranschläge einzureichen, teilweise unter Zitierung des Wortlauts der gesetzlichen Bestimmungen von Art. 56 und Art. 58 aKGVG FR sowie Art. 51 AVaKGVG FR. Der Beschwerdeführer liess der KGV die Kostenvoranschläge jedoch erst zukommen, nachdem bereits Arbeiten in erheblichem Umfang erledigt worden waren bzw. der Umbau abgeschlossen war (vgl. Bst. A.b oben). Er hat damit das reguläre Schätzungsverfahren unterlaufen und verunmöglicht. Vor diesem Hintergrund wäre die KGV befugt gewesen, die Entschädigung gestützt auf Art. 56 Abs. 2 aKGVG FR ganz oder teilweise zu verweigern (abgesehen davon hat der Beschwerdeführer mit seinem Vorgehen auch Art. 51 AVaKGVG FR verletzt, vgl. E. 5.2.4 oben). Sie hat jedoch das mildere und jedenfalls verhältnismässige Mittel gewählt und eine Schadenschätzung und Festlegung der Entschädigung nach einer bestimmten Methodik (vgl. E. 5.4 angefochtenes Urteil) - welche als solche vom Beschwerdeführer nicht substanziiert bestritten wurde - vorgenommen. Für diesen Ermessensentscheid stellt bereits Art. 56 Abs. 2 aKGVG FR eine genügende Rechtsgrundlage dar, denn die "Kann"-Formulierung (E. 6.4.1 oben), welche der KGV auch erlaubt hätte, die Versicherungsentschädigung gänzlich zu verweigern, räumt der KGV ein weites Ermessen bezüglich der Schadenerledigung und damit der Festlegung der Entschädigung bzw. ein Rechtsfolgeermessen ein (HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 8. Aufl. 2020, § 6 N. 398 ff., 408; Urteile 1C_460/2020 vom 30. März 2021 E. 4.2.2; 9C_350/2016 vom 4. Mai 2017 E. 9.4). Ob diesbezüglich auch Art. 42 Abs. 2 OR eine anwendbare Rechtsgrundlage darstellt, kann deshalb offen gelassen werden. Das angefochtene Urteil verletzt demnach nicht in unhaltbarer Weise das Legalitätsprinzip (vgl. E. 2.1 in fine oben), wenn es zum Ergebnis gelangt, dass die KGV zur ermessensweisen Festlegung der Entschädigung befugt war (vgl. E. 5.5 angefochtenes Urteil), sondern erweist sich vielmehr als verfassungskonform. Damit besteht entgegen dem Beschwerdeführer auch kein Raum für eine Ermessensüberschreitung der KGV und der Vorinstanz, weshalb sich auch die entsprechende (sinngemässe) Rüge als unbegründet erweist.