Citation: 4A_29/2024 E. A

Die A.________ AG (Klägerin; Beschwerdeführerin) bezweckt hauptsächlich die Produktion, den Vertrieb und Handel mit Holz und holzverwandten Produkten sowie die Beratung für die Holzindustrie. Die B.________ AG (Beklagte; Beschwerdegegnerin) ist unter anderem im Bereich der Herstellung von Lacken, Lackfarben, Anstrichstoffen usw. tätig. Ab dem Jahr 2014 entwickelte und lieferte sie einen für die X.________-Platten der Klägerin passenden Stammlack, der ProX.________-Lack genannt wurde, und lieferte ihr ein Farbmischsystem. Die Klägerin realisierte mit dem ProX.________-Lack in den Jahren 2014-2017 zahlreiche Projekte mit X.________-Fassadenelementen im Aussenbereich. A.a. Im Sommer 2017 informierte die Beklagte die Klägerin, die Rezeptur des ProX.________-Lacks müsse angepasst werden, und sie nahm in der Folge mehrere Anpassungen vor. Es gibt folglich keine ProX.________-Lackvariante 2017 als solche. Nach der Verwendung der ProX.________-Lackvarianten 2017 kam es im Winter 2017/2018 zu neun Schadensfällen mit dem sog. Schadensbild 1 (kleine Risse auf der lackierten Oberfläche). An den daraus entstandenen Kosten der Klägerin beteiligte sich die Beklagte mit Fr. 98'990.--, wobei dieser Betrag mit offenen Forderungen der Beklagten gegenüber der Klägerin verrechnet wurde. Ab Herbst 2018 traten weitere Schadensfälle mit dem sog. Schadensbild 2 auf: einer grossflächigen Ablösung des Lacks. Über die Regelung des Schadensbildes 2 konnten sich die Parteien nicht einigen. A.b. Mit E-Mail vom 18. April 2019 gab die Beklagte der Klägerin einen Lieferstopp bekannt. Seither bezieht die Klägerin ihren Lack bei einem Drittlieferanten.