Citation: I 960/06 31.05.2007 E. 4

Streitig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer, welcher an einer Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADS) ohne Wahrnehmungs- und Merkfähigkeitsschwächen (ICD-10: F90.0) und einer Bindungsstörung des Kindesalters (ICD-10: F94.2) leidet, Anspruch auf Übernahme der Kosten für Psychotherapie im Sinne einer medizinischen Massnahme hat. 4.1 Das kantonale Gericht gelangte zum Ergebnis, den vorhandenen Akten lasse sich nicht mit hinreichender Zuverlässigkeit entnehmen, ob sich ohne die Psychotherapie in naher Zukunft ein stabiler Defekt manifestieren werde, der sich wesentlich auf die Erwerbsfähigkeit oder Berufsbildung auswirken würde, sowie ob durch die Psychotherapie ein solcher Defektzustand verhindert werden könne. In keinem der Berichte werde dazu Stellung genommen, ob die Psychotherapie auch dazu diene, einen stabilen Gesundheitszustand im Sinne einer psychischen und psychosozialen Entwicklung zu erreichen, bei dem keine massgebliche Beeinträchtigung durch die psychischen Störungen und Krankheitssymptome mehr bestehe, bzw. ob sich eine dahingehende Prognose mit hinlänglicher Zuverlässigkeit stellen lasse. Dies bedürfe der zusätzlichen Abklärung, weshalb die Sache an die IV-Stelle zurückzuweisen sei. Diese werde fachärztlich abzuklären haben, ob mit hinreichender Zuverlässigkeit erwartet werden kann, dass mit der Psychotherapie ein später drohender stabiler Defekt, welcher die Berufsbildung oder die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich beeinträchtigen würde, vermieden werden könnte. 4.2 In der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird geltend gemacht, das kantonale Gericht habe den Grundsatz der freien Beweiswürdigung und die ihm obliegende Begründungspflicht bzw. das rechtliche Gehör verletzt. Zudem habe es den Sachverhalt offensichtlich unrichtig bzw. unvollständig festgestellt und Art. 12 IVG nicht richtig angewendet. An einer genügenden Begründung fehle es, weil die Ablehnung des Leistungsbegehrens durch die IV-Stelle vor allem damit begründet worden sei, dass ein labiles Geschehen vorliege, welches einer Therapie zumindest über längere Zeit hinweg bedürfe, deren Prognose sich nicht zuverlässig stellen lasse. Mit diesem Aspekt habe sich das kantonale Gericht nicht auseinandergesetzt.