Citation: 6B_1333/2017 E. 2.2

2.2. Der von der Vorinstanz als unbestritten wiedergegebene Sachverhalt wird vom Beschwerdeführer in der Beschwerde ausdrücklich anerkannt. Demnach ist unbestritten, dass das Fahrzeug Mercedes-Benz ML 350 (Kennzeichen yyy) am 11. Juli 2015 um 21:00 Uhr auf der Bernstrasse in Wengi b. Büren (nach Abzug) mit einer Geschwindigkeit von 124 km/h statt der erlaubten 80 km/h gemessen wurde und damit 44 km/h zu schnell unterwegs war. Es ist nicht mehr bestritten, dass 11 Minuten zuvor - um 20:49 Uhr - der Beschwerdeführer in diesem Fahrzeug (in die Gegenrichtung fahrend) als Lenker (Radarfoto) in eine Geschwindigkeitskontrolle geraten ist. Ebenso ist unstrittig, dass der Mercedes-Benz (ML 350) sowie ein weiterer Mercedes-Benz (ML 270, Kennzeichen zzz) als Firmenfahrzeuge auf die C.________ GmbH zugelassen sind, bei welcher der Beschwerdeführer Gesellschafter und Geschäftsführer ist. Hingegen bestreitet der Beschwerdeführer, den Mercedes-Benz ML 350 am 11. Juli 2015 um 21:00 Uhr gelenkt zu haben. Die Vorinstanz hält dazu fest, der Beschwerdeführer habe anfangs geltend gemacht, zur fraglichen Zeit nicht mit dem erwähnten Fahrzeug unterwegs gewesen zu sein. Er sei mit einem anderen Fahrzeug unterwegs gewesen, es handle sich bei beiden Autos um solche der Marke Mercedes. Später habe der Beschwerdeführer zugegeben, doch an jenem Abend (und zwar um 20:49 Uhr) den Mercedes-Benz ML 350 gelenkt zu haben, aber um 21:00 Uhr habe nicht er, sondern sein am 11. April 2016 verstorbener Cousin A.________ dieses Fahrzeug gelenkt. Als er bei B.________, welcher seinen Geburtstag gefeiert habe, angekommen sei, habe er mit A.________ (der mit einem alten Jeep gekommen sei) einen Autotausch gemacht und A.________ sei mit dem Mercedes-Benz ML 350 weggefahren. Die Vorinstanz gibt zunächst die sachlichen Beweismittel (u.a. Radarfotos vom 11. Juli 2015 von 20:49 Uhr und 21:00 Uhr) sowie die vom Beschuldigten und dem Zeugen B.________ gemachten Aussagen wieder. Sodann begründet sie, weshalb sie zum Schluss gelangt, dass der Beschwerdeführer am 11. Juli 2015 um 21:00 Uhr den Mercedes-Benz ML 350 gelenkt hat. Im Rahmen der Beweiswürdigung geht die Vorinstanz auf die Entwicklung des Aussageverhaltens des Beschwerdeführers ein und listet die Widersprüchlichkeit seiner Aussagen auf. Über seinen Verteidiger habe er am 23. September 2015 (Begründung der Einsprache gegen den Strafbefehl) ausführen lassen, dass er den Mercedes-Benz ML 350 am Abend des 11. Juli 2015 nie benützt habe, sondern den betreffenden Streckenabschnitt lediglich um 17:30 Uhr, und zwar mit dem anderen Firmenfahrzeug, dem gleichfarbigen Mercedes-Benz ML 270, befahren habe. In der polizeilichen Einvernahme vom 5. November 2015 habe der Beschwerdeführer zu Protokoll gegeben, zur fraglichen Zeit nicht mit dem erwähnten Fahrzeug (Mercedes-Benz ML 350), sondern mit einem anderen Fahrzeug, ebenfalls einem Mercedes-Benz gleicher Farbe, unterwegs gewesen zu sein. Diese beiden Sachverhaltsdarstellungen hätten sich indes nachträglich als falsch erwiesen, da die Untersuchung am 4. Juli 2016 ein Radarbild präsentiert habe, welches den Beschwerdeführer am 11. Juli 2015 um 20:49 Uhr am Steuer des Mercedes-Benz ML 350 auf dem gleichen Streckenabschnitt, in entgegengesetzte Richtung fahrend, zeige. Vor dem Hintergrund dieser Tatsache habe der Beschwerdeführer anlässlich seiner Befragung vor Erstinstanz am 22. August 2016 eine völlig neue Sachverhaltsversion vorgebracht. An der Hauptverhandlung habe er ausgeführt, es stimme, dass er am 11. Juli 2015 mit dem Mercedes-Benz ML 350 auf der besagten Strecke unterwegs gewesen sei, so auch um 20:49 Uhr, als er geblitzt worden sei. Um 21:00 Uhr habe aber nicht er das besagte Fahrzeug gelenkt, sondern sein inzwischen verstorbener Cousin A.________. Am Geburtstagsfest von B.________ habe er nämlich in den zwischen den beiden Radaraufnahmen verbleibenden 11 Minuten mit A.________ die Fahrzeuge getauscht. Damit habe der Beschwerdeführer gemäss der Würdigung der Vorinstanz nicht nur seine beiden bisherigen Versionen widerrufen, sondern zum ersten Mal behauptet, sein am 11. April 2016 verstorbener Cousin sei der Fahrer gewesen. Dieses Aussageverhalten erwecke den Eindruck einer stufenweisen Anpassung der Aussagen auf das jeweilige zwischenzeitliche Beweisergebnis und sei damit wenig glaubhaft. Als konstruiert und nicht nachvollziehbar wertet die Vorinstanz sodann die Ausführungen des Beschwerdeführers, er habe seinen Cousin nicht belasten wollen und daher die Sache auf sich genommen. Einerseits habe der Beschwerdeführer zu keinem Zeitpunkt etwas auf sich genommen, sondern von Anfang an bestritten, der Lenker gewesen zu sein. Anderseits hätte ein Führerausweisentzug nicht nur A.________, sondern - wie der Beschwerdeführer selbst einräume - auch ihn als selbständigen Alleinunternehmer schwer getroffen. Bei der Würdigung der Aussagen des Zeugen B.________ hält die Vorinstanz fest, B.________ Aussage dazu, wann der Beschwerdeführer das Geburtstagsfest verlassen habe (um ca. 2:00 Uhr, ganz sicher aber nach Mitternacht), widerspreche derjenigen des Beschwerdeführers (gegen 23:00 Uhr). Zudem seien weitere wesentliche Unstimmigkeiten zu den Angaben des Beschwerdeführers gegeben. Hingegen seien die Angaben zur angeblichen Ankunftszeit des Beschwerdeführers und dazu, dass A.________ das Fest früh verlassen habe, um an einem Event teilzunehmen (welches weder der Beschwerdeführer noch der Zeuge hätten genauer umschreiben können), inhaltlich exakt übereinstimmend, von ihrer Ausprägung her aber äusserst karg. Daher wirke das von B.________ zu den Kernpunkten Gesagte als abgestimmt und konstruiert. Gestützt auf die Aussage B.________ stehe jedenfalls fest, dass niemand den vom Beschwerdeführer behaupteten Autotausch, auch nicht B.________, beobachtet habe. Gestützt auf dieses Beweisergebnis erachtet es die Vorinstanz als erstellt, dass der Beschwerdeführer am 11. Juli 2015 den Mercedes-Benz ML 350 auch um 21.00 Uhr gelenkt hat.