Citation: 2C_695/2022 E. 4.4.2

4.4.2. Die Vorinstanz stützte ihren Verzicht auf die Befragung der vorgenannten Personen (vgl. E. 4.1 oben) auf die Indizienlage. Sie führte zahlreiche, gewichte Indizien an, welche für das Vorliegen einer Scheinehe sprechen, so insbesondere die aufgrund der Delinquenz des Beschwerdeführers geringen Aussichten auf Wiedererlangung einer Aufenthaltsbewilligung, die widersprüchlichen Aussagen bezüglich Hochzeit (Trauzeugen, Kauf der Eheringe, Kosten der Feier, Anwesenheit der Eltern des Beschwerdeführers), die fehlende Kenntnisse bezüglich Geschwistern, die Schulden der Ehefrau in der Höhe von rund Fr. 14'000.-- und gegen sie bestehende Lohnpfändungen (weshalb die Ehefrau zur Zielgruppe für Scheinehen gehöre), die widersprüchlichen Angaben zum ehelichen Zusammenleben und die Ergebnisse von Wohnungskontrollen. So konnte die Ehefrau trotz mehrerer Kontrollen nie in der ehelichen Wohnung angetroffen werden und es fanden sich in dieser Wohnung praktisch keine Gegenstände der Ehefrau (Kleider etc.). Dagegen konnte die Ehefrau frühmorgens in der Wohnung von C.________ angetroffen werden, in welcher sich zudem zahlreiche Damenkleider und persönliche Unterlagen der Ehefrau (Kontoauszüge, etc.) sowie zahlreiche Schminkartikel befanden. Auch war aktenkundig, dass die Ehefrau bereits vor der Heirat mit dem Beschwerdeführer an der gleichen Adresse wie C.________ wohnte. Ausserdem stellte sie C.________ anlässlich einer Wohnungsbesichtigung im Jahr 2018 dem damaligen Vermieter als ihren Ehemann vor. Die Migrationsbehörden gingen deshalb auch davon aus, dass zwischen der Ehefrau und C.________ eine Parallelbeziehung besteht. Diesen für eine Scheinehe sprechenden Indizien stellte die Vorinstanz Indizien gegenüber, welche gegen eine Scheinehe sprechen, sich aber als weniger gewichtig erwiesen (gegenseitige Kenntnis von Ausbildung, Geburtsdatum, Einkommen, Namen der Eltern; gleiches Alter; gemeinsame Unterzeichnung Mietvertrag für eheliche Wohnung; Besuche im Kosovo; vgl. E. 3.1- E. 3.3 angefochtenes Urteil; zur Beweiswürdigung vgl. auch E. 5 unten).