Citation: 1C_50/2022 E. 1.1

1.1. Der Begriff "Entscheid" nach Art. 82 lit. a BGG ist autonomer Natur und reicht über den engen Verfügungsbegriff gemäss Art. 5 VwVG hinaus. Bei der Umschreibung des Anfechtungsobjekts wird - insbesondere, wenn Grundrechtspositionen betroffen sind - auch auf das Rechtsschutzbedürfnis abgestellt (BGE 138 I 6 E. 1.2 S. 11 f.). Im allgemeinen handelt es sich um hoheitliche Akte, welche die Rechtsstellung des Einzelnen in irgendeiner Weise berühren, indem sie ihn verbindlich zu einem Tun, Dulden oder Unterlassen verpflichteten oder sonst wie seine Rechtsbeziehungen zum Staat verbindlich festlegen (BGE 132 II 22 E. 1.2 mit Hinweisen zur früheren Praxis nach Art. 84 Abs. 1 OG). Den Entscheiden gleichgestellt werden formlose Rechtsverweigerungen (vgl. Art. 94 BGG). Keinen Entscheidcharakter weisen Akte auf, die nicht unmittelbar auf die Erzeugung von Rechtswirkungen ausgerichtet sind, wie organisatorische Anordnungen, Auskünfte, Mitteilungen und Empfehlungen (WALDMANN, in: Basler Kommentar zum BGG, 3. Aufl. 2018, N. 10 zu Art. 82, S. 1098). Nach ständiger Rechtsprechung kann der Entscheid einer Behörde, auf eine Aufsichtsbeschwerde nicht einzutreten, sie abzuweisen oder ihr keine Folge zu geben, nicht mit Beschwerde angefochten werden. Dem Aufsichtsmassnahmen ablehnenden Beschluss fehlt der Verfügungscharakter, da er keinen Akt darstellt, der ein Verhältnis zwischen der Verwaltung und einem Bürger verbindlich regelt. Die Aufsichtsbeschwerde räumt nach allgemeinem Verständnis keinen Anspruch auf justizmässige Beurteilung und keine prozessualen Parteirechte ein und gilt deshalb nicht als eigentliches Rechtsmittel, sondern bloss als Rechtsbehelf (vgl. zuletzt Urteil 1C_325/2020 vom 28. Juni 2021 E. 1 mit Hinweisen zu Rechtsprechung und Literatur).