Citation: 6B_954/2019 E. 1.2

1.2. Die Vorinstanz erwägt zum ersten Film, das erstinstanzliche Gericht sei zutreffend zum Schluss gelangt, dass der Esel aufgrund des Gesamtzusammenhangs explizit in eine sexuelle Handlung eingebunden werde. Das Video zeige, wie ein junger Mann sexuell mit einem Esel verkehre. Es sei zu sehen, wie der Mann seinen Penis mehrfach in den Esel einführe und dieser sich dabei im Einklang mit den Stossbewegungen des Mannes bewege. Auch wenn die Genitalien des Tieres aufgrund der Kameraperspektive nicht direkt zu sehen seien, werde die sexuelle Handlung damit explizit dargestellt. Insbesondere sei das Glied des Mannes mehrfach zu sehen. Es könne somit gerade nicht von einer blossen Andeutung des Sexualverkehrs gesprochen werden. Das Video sei als pornographisch zu qualifizieren. Daran vermöge auch die musikalische Untermalung mit kurdischer Tanzmusik nichts zu ändern. Andernfalls könnte die Qualifikation jeglicher Inhalte als pornographische Darstellung alleine durch entsprechende Musik verhindert werden, was zu überaus stossenden Ergebnissen führen würde. Gleiches gelte für das Video mit dem Huhn. Darin werde gezeigt, wie ein Junge seinen Penis mit einer ruckartigen Bewegung in ein Huhn einführe, worauf von Letzterem eine akustische Reaktion auf den Vorgang wahrzunehmen sei. Mithin werde auch in diesem Video das Huhn eindeutig in eine sexuelle Handlung miteinbezogen und es könne - insbesondere aufgrund des klar ersichtlichen Geschlechtsteils des Jungens - nicht darauf ankommen, dass die Geschlechtsteile des Tieres nicht sichtbar seien. Es könne auch bei diesem Video nicht gesagt werden, dass lediglich der Eindruck einer sexuellen Handlung habe erweckt werden wollen. Aufgrund des expliziten Inhalts könne dem Video der sexuell aufreizende Charakter nicht von vornherein abgesprochen werden. Daran ändere nichts, dass der Junge aufgrund seiner eigenen Handlung offensichtlich Belustigung empfinde. Im Übrigen sei dieses Video auch als kinderpornographisch zu qualifizieren, was jedoch aufgrund des Verschlechterungsverbots vorliegend unbeachtlich bleibe. Der Beschwerdeführer habe hinsichtlich der beiden Videos, die er über WhatsApp erhalten und in der Folge auf seinem Mobiltelefon belassen habe, die Tatvariante des mehrfachen Besitzes von verbotener Pornographie zum Eigenkonsum erfüllt (Art. 197 Abs. 5 Satz 1 StGB). Hinsichtlich des Videos mit dem Esel habe er zudem den objektiven Tatbestand des Überlassens verbotener Pornographie gemäss Art. 197 Abs. 4 Satz 1 StGB erfüllt, da er dieses einem Bekannten via Facebook geschickt habe (Urteil S. 7 ff.). In subjektiver Hinsicht gelangt die Vorinstanz gestützt auf die Aussagen des Beschwerdeführers zum Schluss, dieser habe gewusst, dass sich die fraglichen Dateien auf seinem Mobiltelefon befanden und dass Videos, die er über WhatsApp erhalte, automatisch auf diesem gespeichert werden. Der Beschwerdeführer sei auf diversen sozialen Netzwerken vertreten gewesen und habe diese anwenden können, seine Vorbringen, er sei technisch nicht versiert und habe nicht verstanden, was er tue, seien damit als Schutzbehauptungen zu qualifizieren (Urteil S. 9 f.). Zu der Gewaltdarstellung im dritten Video erwägt die Vorinstanz, das Video zeige, wie ein Mann aus nächster Nähe von mehreren Personen erschossen werde, wobei aus der Perspektive eines Täters gefilmt werde, von dem nur der Arm und teilweise die Füsse zu sehen seien. Das Opfer falle aufgrund der Schüsse innert kürzester Zeit zu Boden, worauf der nun unmittelbar über dem Opfer stehende Kameraträger mehrere Schüsse direkt auf dessen Kopf abfeuere. Bei Schüssen auf eine Person, die sich nicht verteidigen könne, handle es sich zweifellos um eine Darstellung von Gewalt, die extreme Leiden verursache. Es bestünden im Weiteren keine Anhaltspunkte dafür, dass keine reale Begebenheit gezeigt werde. Das Video wirke somit real und zeige die Gewaltanwendung beziehungsweise die Tötung eindringlich. Aufgrund der Vielzahl der Schüsse, insbesondere der mehrfachen Schüsse auf den Kopf des mutmasslich bereits toten Opfers, sei zudem von einem regelrechten Gewaltexzess zu sprechen. Das Video sei in keinem erkennbaren Kontext eingebettet, sondern zeige einzig die Tötung. Wo es aufgenommen worden sei und wer im Video gezeigt werde, sei nicht bekannt und auch nicht erkennbar. Über den Hintergrund des Videos könne nur spekuliert werden. Der Aufnahme könne kein schutzwürdiger kultureller oder wissenschaftlicher Wert zuerkannt werden. Sie sei als verbotene Gewaltdarstellung im Sinne von Art. 135 StGB zu qualifizieren. Da der Beschwerdeführer das Video via WhatsApp zugesandt erhalten und in der Folge auf seinem Mobiltelefon belassen habe, habe er den Tatbestand des Besitzes von Gewaltdarstellungen gemäss Art. 135 Abs. 1bis StGB erfüllt (Urteil S. 10 f.). Schliesslich verneint die Vorinstanz, dass der Beschwerdeführer in einem unvermeidbaren Verbotsirrtum gehandelt habe. Sie erwägt, ihm sei zwar zu glauben, dass er sich in Bezug auf die Strafbarkeit seines Verhaltens geirrt habe. Allerdings sei dieser Irrtum vermeidbar gewesen, da sich ein gewissenhafter Mensch über die strafrechtliche Relevanz von tierpornographischen Darstellungen sowie Gewaltdarstellungen informiert hätte. Es wäre für den Beschwerdeführer zumutbar gewesen, sich über die (Il-) Legalität seines Tuns zu informieren (Urteil S. 11).