Citation: 1C_490/2017 E. 2.7

2.7. Vorliegend erfolgte die Publikation und öffentliche Auflage des Sanierungsprojekts im Amtsblatt vom 15. Januar 2016 gestützt auf die Art. 80 ff. GSchG, Art. 47 des kantonalen Gewässerschutzgesetzes vom 16. Mai 2013 (kGSchG; SGS/VS 814.3) und Art. 19 VVRG. Die Beschwerdeführerin macht zu Recht geltend, dass diese Bestimmungen kein formelles Einspracheverfahren vorsehen: Art. 45 GSchG überträgt den Vollzug des Gewässerschutzgesetzes grundsätzlich den Kantonen, welche die erforderlichen Vorschriften erlassen. Art. 47 kGSchG verweist auf das VVRG, ohne ein Einspracheverfahren vorzuschreiben. Art. 19 VVRG sieht lediglich eine "öffentliche Anhörung" vor und kein formelles Einspracheverfahren (so schon Entscheid des Kantonsgerichts Wallis vom 22. Februar 2013 E. 1.3). Eine andere Rechtsgrundlage für die Durchführung eines Einspracheverfahrens wurde auch vom Kantonsgericht nicht genannt. Mangels gesetzlich vorgesehenem förmlichem Einspracheverfahren war die Gemeinde Ergisch somit bundesrechtlich befugt, die Sanierungsverfügung des Staatsrats mit Beschwerde beim Kantonsgericht gemäss Art. 12 NHG anzufechten. Dies gilt unabhängig davon, ob und wie sie sich am vorinstanzlichen Verfahren vor Staatsrat beteiligt hatte. Unter diesen Umständen verletzt der Nichteintretensentscheid des Kantonsgerichts Bundesrecht.