Citation: 8C_126/2024 E. 4.3

4.3. Nach der Rechtsprechung kann selbst eine schwerwiegende Verletzung des rechtlichen Gehörs geheilt werden, wenn und soweit die Rückweisung zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem (der Anhörung gleichgestellten) Interesse der betroffenen Partei an einer beförderlichen Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren wären. Voraussetzung ist, dass die heilende Instanz selber in Bezug auf die vom Gehörsmangel betroffenen Aspekte die gleiche Kognition hat wie die untere Instanz (BGE 136 V 117 E. 4.2.2.2). Diesfalls kann sogar eine Pflicht zur Heilung im Rechtsmittelverfahren bestehen (SVR 2019 IV Nr. 30 S. 93, 9C_595/2018 E. 4.1 u.a. mit Hinweis auf Urteil I 706/06 vom 1. September 2008 E. 4.2.1 sowie BGE 132 V 387 E. 5.1 f.). Auch wenn das Bundesgericht im vorliegenden Verfahren nur beschränkte Überprüfungsbefugnis besitzt, ist unter den gegebenen Umständen der vorliegende Verfahrensmangel einer Heilung ausnahmsweise zugänglich (BGE 107 V 246 E. 3). Auf der Basis eines unbestrittenen Sachverhalts bei liquider Aktenlage ist einzig die (reine) Rechtsfrage zu beurteilen, ob der Beschwerdeführer im geltend gemachten Zeitraum Anspruch auf einen Intensivpflegezuschlag von sechs anstelle von vier Stunden besitzt. Beide Parteien haben ihren Standpunkt zu dieser Frage dargelegt. Die diesbezügliche Rückweisung der Sache an die Vorinstanz liefe auf eine unnötige Verfahrensverlängerung hinaus (vgl. Urteil I 371/05 vom 1. September 2006 E. 7.3).