Citation: 1C_208/2016 E. A

Mit Beschluss vom 10. September 2013 stellte die Regierung des Kantons Graubünden fest, dass die "Volksinitiative zur Abschaffung der Sonderjagd (Sonderjagdinitiative) " zu Stande gekommen sei. Die Initiative hat die Form des ausgearbeiteten Entwurfs im Sinne von Art. 13 Abs. 1 KV/GR (SR 131.226) und sieht eine Änderung von Art. 11 des kantonalen Jagdgesetzes vom 4. Juni 1989 (KJG; BR 740.000) vor, dessen derzeit gültige Fassung wie folgt lautet: Art. 11 Jagdzeiten Abschusspläne 1 Die Regierung legt die Jagdzeiten in den Zeiträumen gemäss Absatz 2 derart fest, dass die Abschusspläne innert möglichst kurzer Zeit erfüllt werden können. Auf die Paarungszeit ist Rücksicht zunehmen. 2 Die Jagdzeiten sind in folgenden Zeiträumen anzusetzen: a) Hochjagd: Im Monat September, insgesamt höchstens 21 Tage mit der Möglichkeit eines Jagdunterbruchs für die Dauer von mindestens drei aufeinander folgenden Tagen; b) Steinwildjagd: 1. bis 31. Oktober; c) Niederjagd: 1. Oktober bis 30. November, für Birkhahn und Schneehuhn erst ab 16. Oktober; d) Pass- und Fallenjagd: 1. Oktober bis Ende Februar, für Dachse nur bis 15. Januar, für Edelmarder und Steinmarder nur bis 15. Februar. 3 Mit der Festlegung der Wildschutzgebiete und der Regelung der Jagd ist anzustreben, dass die Abschusspläne möglichst in den Zeiträumen gemäss Absatz 2 erfüllt werden. 4 Werden die Abschusspläne in den Zeiträumen gemäss Absatz 2 dieser Bestimmung nicht erfüllt, kann die Regierung zur Regulierung der Wildbestände Sonderjagden bis längstens 20. Dezember anordnen. 5 Die Regierung erlässt die nötigen Bestimmungen für die Durchführung von Sonderjagden. Dabei kann sie aufgrund der Zahl des zu erlegenden Wildes und der Grösse des Jagdgebietes die Gültigkeit des Jagdpatentes auf bestimmte Gebiete beschränken. Ebenso kann sie die Anzahl der Jagdpatente begrenzen. Die Initiative sieht folgende Änderungen von Art. 11 KJG vor (Hervorhebungen) : 1 Die Regierung legt die Jagdzeiten in den Zeiträumen gemäss Abs. 2derart fest, dass die Abschusspläne innert möglichst kurzer Zeit, auf alle Fälle während der ordentlichen Hochjagd, vollumfänglicherfüllt werden können. Dabei sind diese so zu planen, dass die Wildbestände unter Einbezug der Wildasyle und deren Lage, ohne Sonderjagd reguliert werden können. 2 Die Jagdzeiten sind in folgenden Zeiträumen anzusetzen: a) Hochjagd: In den Monaten September und Oktober, insgesamt 25 Tage, mit der Möglichkeit von Jagdunterbrüchen für die Dauer von mindestens drei aufeinanderfolgenden Tagen. Die Absätze 4 und 5 sollen aufgehoben werden. In ihrer Botschaft vom 12. August 2014 beantragte die Regierung dem Grossen Rat des Kantons Graubünden, auf die Vorlage einzutreten, die Sonderjagdinitiative jedoch aufgrund eines offensichtlichen Widerspruchs zum Bundesrecht für ungültig zu erklären. Die Regierung stützte sich dabei auf zwei externe Gutachten, einerseits ein wildtierbiologisches Gutachten von Prof. Dr. Klaus Robin vom 26. Februar 2014 und andererseits ein Rechtsgutachten von Prof. Dr. Tomas Poledna vom 5. Mai 2014. Am 9. Februar 2015 erklärte der Grosse Rat die Initiative mit 79 zu 36 Stimmen für ungültig. Dagegen erhoben Fortunat Ruffner, Renatus Casutt, Josef Nuth, Erhard Michel, Jakob Dönz, Anton Jäger und Christian Mathis am 2. März 2015 Beschwerde ans Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden. Sie beantragten, der Grosse Rat sei anzuweisen, die Initiative den Stimmbürgern des Kantons Graubünden zur Abstimmung vorzulegen. Mit Urteil vom 8. März 2015 wies das Verwaltungsgericht die Beschwerde ab.