Citation: 7B_174/2025 E. 3.2

3.2. Die Vorinstanz hält fest, die Beschwerdeführerin und ihr Partner würden zwar schriftlich bestätigen, sich an allfällige Fernhaltemassnahmen (Kontakt- bzw. Annäherungs- und Rayonverbot) zu halten. Dies erscheine angesichts der konkreten Umstände aber als wenig glaubhaft. Es sei zwar zutreffend, dass eine allfällige Ersatzmassnahme gegenüber der Beschwerdeführerin und nicht gegenüber ihrem Partner anzuordnen wäre. Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin dränge sich allerdings mit Blick auf die im Raum stehende Gefahr schwerer häuslicher Gewalt eine Berücksichtigung des Gesamtkontextes auf, zumal sowohl die Beschwerdeführerin als auch ihr Partner die offenkundig bestehende Beziehungsproblematik zu verkennen schienen. Die Staatsanwaltschaft verweise deshalb zu Recht auf die Schreiben des Partners der Beschwerdeführerin, in denen dieser seinen eindringlichen Wunsch geäussert habe, sie zu sehen. Er habe in diesen Schreiben unter anderem ausgeführt, die Möglichkeit des persönlichen Kontakts mit der Beschwerdeführerin sei "zum Besten" und Fernhaltemassnahmen würden "emotional und gefühlsmässig hohen Schaden anrichten" und die Beziehung "sehr negativ beeinflussen". Er habe zudem auch angegeben, der durch die Fernhaltemassnahmen hervorgerufene Schaden sei als weitaus grösser zu bewerten als jener der eigentlichen Ereignisse und eine Wiedervereinigung würde die beiden einen "brennenden Frieden im Herzen fühlen lassen". Nichts anderes ergebe sich sodann aus seinem Schreiben an die Verteidigerin der Beschwerdeführerin, in welchem er beteuert habe, nicht böse auf die Beschwerdeführerin zu sein und sie unbedingt kontaktieren zu wollen. Die Beschwerdeführerin selbst scheine im Verlauf der Untersuchungshaft sodann ebenfalls angegeben zu haben, dass sie bei Freilassung wieder in die vorbestehenden Wohnverhältnisse mit ihrem Partner zurückkehren wolle und Letzterer sie und die Körperlichkeit mit ihr sehr vermisse. Weiter habe sie die Beziehung zu ihrem Partner als "unproblematisch" und "ohne Probleme" beschrieben, was auf mangelndes Bewusstsein hinsichtlich der Schwere des gegen sie bestehenden Vorwurfs, mehrmals mit einem Messer auf ihren Partner eingestochen zu haben, hindeute. Mit Blick auf das Dargelegte sei daher ernsthaft zu bezweifeln, dass sich die Beschwerdeführerin und ihr Partner tatsächlich an ein angeordnetes Kontakt- oder Annäherungsverbot halten würden. Erschwerend komme hinzu, dass die als hoch zu bewertende Wiederholungsgefahr in direktem Zusammenhang mit einem neuerlichen, unkontrollierten Substanzkonsum (Alkohol und Benzodiazepine) der Beschwerdeführerin stehe. Die Gefahr einer erneuten Alkoholisierung, inklusive jener eines schädlichen Mischkonsums, werde aktuell durch die Untersuchungshaft erfolgreich gebannt. Da der Beschwerdeführerin im jetzigen Zeitpunkt mit Blick auf ihr schädliches Konsumverhalten mangelnde Einsicht und Therapieadhärenz attestiert werde und sie eine Suchtbehandlung bereits in der Vergangenheit abgebrochen habe, erscheine die Anordnung einer Ersatzmassnahme auch unter diesem Blickwinkel als nicht zielführend. Zu diesem Fazit komme auch das Kurzgutachten, welches keine kurzfristig wirksame Ersatzmassnahmen benenne.