Citation: 6B_1129/2021 E. 1.4.3

1.4.3. Indem die Vorinstanz den Beschwerdegegner freispricht, ohne die bestehenden und verwertbaren Beweise zu würdigen, verkennt sie die Bindungswirkung des Rückweisungsentscheids und verletzt Bundes- sowie Verfassungsrecht. Nach dem Gesagten entbindet sie der Umstand, dass eine gerichtliche Einvernahme der Geschädigten nicht möglich ist, nicht davon, die bestehenden rechtmässig erhobenen Beweise zu würdigen. Sie wird daher nach Durchführung eines mündlichen Berufungsverfahrens mit einer Einvernahme des Beschwerdegegners (vgl. hierzu: Urteil 6B_1087/2019 vom 17. Februar 2021 E. 1.4 i.f. und E. 2) und - sofern zu diesem Zeitpunkt möglich - der Geschädigten, die ordnungsgemäss erhobenen und verwertbaren Beweise neu würdigen müssen. Sollte eine Einvernahme der Geschädigten weiterhin nicht möglich sein, wird sie deren bisherigen Aussagen nach den obgenannten Vorgaben besonders vorsichtig und zurückhaltend würdigen müssen.