Citation: 8C_367/2021 E. 4.1

4.1. Die Vorinstanz hat zunächst gestützt auf den Polizeirapport und mit Hinweisen auf die Rechtsprechung erwogen, es sei von einer schweren Autokollision auszugegen, die eine unmittelbare Todesgefahr für die Insassen dargestellt habe. Der gewaltsame Vorfall bestehe im Aufprall des von hinten herannahenden Personenwagens mit hoher Geschwindigkeit (80 bis 100 km/h) in das Heck des stehenden Autos der (nunmehrigen) Beschwerdegegnerin, an der Stelle, wo deren Tochter sass, die dabei schwerste Verletzungen mit Todesfolge erlitt. Laut Schilderung der Beschwerdegegnerin habe sie kurz vor dem Heckanprall noch nach hinten geschaut, die Tochter gesehen, wieder nach vorne gesehen und dann das laute Krachen gehört. Danach habe sie eine Erinnerungslücke von mehreren Minuten. Sie sei jedoch in dieser Zeit wach gewesen und habe nach der Tochter gerufen, könne sich daran aber nicht mehr erinnern, erst wieder an die Versuche der rettenden Personen, die sterbende Tochter zu reanimieren. Dr. med. C.________ habe in seiner kreisärztlichen Beurteilung vom 21. Juli 2020 festgehalten, es sei auch eine dissoziative Amnesie und damit eine typische Angst- und Schreckwirkung, die sich auf den schlimmsten Zeitabschnitt (den Anblick der schwer verletzten Tochter und deren Bergung) beziehe, grundsätzlich möglich. Massgeblich sei jedoch vielmehr, dass die Beschwerdegegnerin den Knall des Aufpralls bewusst wahrgenommen habe im Wissen, dass dort die Tochter sass. Damit habe sich der Vorfall in ihrer unmittelbaren zeitlichen und örtlichen Gegenwart abgespielt. Insgesamt sei der Unfall vom 2. September 2017 angesichts der konkreten Umstände als aussergewöhnliches Schreckereignis im Sinne der Rechtsprechung verbunden mit einem psychischen Schock zu qualifizieren.