Citation: 2C_125/2020 E. 4.6.2

4.6.2. Eine Rückkehr nach Burkina Faso würde bedeuten, dass der Beschwerdeführer in einem ihm völlig unbekannten Land Fuss fassen müsste, dessen Stammessprachen er nicht beherrscht und wo er mangels familiärer Bindungen auf sich allein gestellt wäre. Aufgrund dieser Umstände stellt der Widerruf der Niederlassungsbewilligung zweifellos eine besondere Härte dar. Diese wird aber dadurch relativiert, dass der Beschwerdeführer erst im Alter von elf Jahren in die Schweiz gekommen ist und somit prägende Kinderjahre einerseits an der Elfenbeinküste (bis zum 9. Jahr) und andererseits in Ghana (vom 9. bis 11. Lebensjahr) verbracht hat und die Amtssprache Burkina Fasos (französisch) beherrscht. Er kann somit auch nicht der sogenannten faktischen zweiten Generation von Ausländern zugeordnet werden. Zudem ist er jung und fähig, in Burkina Faso eine neue berufliche Existenz aufzubauen. Dies wird auch nicht dadurch in Frage gestellt, dass männliche Kinderbetreuer möglicherweise nicht von allen Bevölkerungsgruppen in Burkina Faso akzeptiert werden und eine Anstellung in diesem Bereich möglicherweise nicht ganz einfach ist. Seine Sprachkenntnisse sowie seine in der Schweiz erlernten Fertigkeiten und Berufskenntnisse dürften ihm jedoch zweifelsohne auch in anderen Berufssparten zu Gute kommen. Ein über die üblichen familiären Beziehungen bzw. emotionale Bindungen hinausgehendes, besonderes Abhängigkeitsverhältnis mit einer in der Schweiz niedergelassenen Person besteht nicht (Urteil 2C_222/2017 vom 29. November 2017 E. 6.1). Eine Rückkehr in sein Heimatland erscheint nicht als unzumutbar.