Citation: 7B_269/2022 E. 4.3

4.3. Trotz leicht irreführender Begründung verdient der Entscheid der Vorinstanz im Ergebnis Zustimmung. Entgegen ihren Ausführungen handelt es sich vorliegend nämlich nicht um einen Anwendungsfall von Art. 126 Abs. 2 lit. d StPO, was bereits daraus folgt, dass der Beschwerdegegner 2 teilweise schuldig gesprochen wird. Stattdessen liegt - was sich aus den vorinstanzlichen Erwägungen implizit ergibt - ein Anwendungsfall von Art. 126 Abs. 2 lit. b StPO vor: Der Beschwerdeführerin gelang es im kantonalen Verfahren nicht, sämtliche Tatbestandsmerkmale von Art. 41 Abs. 1 OR (unerlaubte Handlung, Schaden, natürliche und adäquate Kausalität, Verschulden; vgl. Urteil 6B_98/2021 vom 8. Oktober 2021 E. 2.1.3) hinreichend zu behaupten (bzw. zu beziffern). Gegenteiliges geht auch aus ihren Ausführungen vor Bundesgericht nicht hervor. Was insbesondere die unerlaubte Handlung angeht, so begründet sie diese teilweise mit angeblichen Straftaten, welche gar nicht Gegenstand der Anklageschrift sind (Nötigung durch Verweigerung des Zugangs zum Restaurant ab dem 11. Dezember 2017 und Androhung der Entsorgung ihrer Waren, Zerstörung ihres Rufs als Gastronomin bei der einheimischen Bevölkerung) und teilweise mit Tatvorwürfen, die in einem Freispruch endeten (üble Nachrede). Inwiefern die Delikte, für die der Beschwerdegegner 2 schuldig gesprochen wird, kausal für einen Schaden sein könnten, ist mit ihren Ausführungen nicht dargetan. Bereits hier mangelt es somit an einem genügenden Tatsachenvortrag der Haftungsvoraussetzungen. Davon abgesehen fehlt eine Bezifferung des Schadens. Die Beschwerdeführerin bringt einzig vor, diverse Investitionen in das Restaurant getätigt zu haben, welche sich nach der erzwungenen Betriebsaufgabe als nutzlos erwiesen hätten, womit ihr ein Schaden in Form von entgangenem Gewinn erwachsen sei, ohne jedoch einen Mindestbetrag zu nennen oder auch nur eine grobe Schätzung des angeblichen Schadens vorzunehmen. Ein solches Vorbringen würde selbst für eine unbezifferte Forderungsklage nach Art. 85 ZPO nicht genügen. Damit ist der geltend gemachte Schaden nicht im Ansatz beziffert (geschweige denn belegt), weshalb die Verweisung auf den Zivilweg insgesamt zu Recht erfolgt ist. Die Frage nach der Anwendbarkeit von Art. 126 Abs. 3 StPO (Entscheid über die Zivilforderung nur im Grundsatz) stellt sich bei diesem Ergebnis nicht.