Citation: 8C_561/2022 E. 5.3.2

5.3.2. Der von Dr. med. E.________ beschriebene Krankheitsverlauf betrifft im Wesentlichen den Zeitraum vor Beginn seiner Behandlung am 16. Mai 2017 (vgl. Bericht vom 16. Januar 2018), in dem die Beschwerdeführerin unbestritten keine nennenswerte psychiatrische Therapie in Anspruch genommen hatte. Dr. med. L.________, FMH Psychiatrie und Psychiatrie, RAD, hat in seiner Stellungnahme vom 19. Januar 2022 dazu angemerkt, dass Persönlichkeitsstörungen in der Kindheit oder Jugend beginnen und sich auf Dauer im Erwachsenenalter manifestieren und gleichförmig verlaufen. Jedoch habe die Beschwerdeführerin mehrere berufliche Ausbildungen absolvieren und eine erfolgreiche berufliche Karriere durchlaufen können. Auch die depressive Störung scheine schon früh begonnen zu haben, sie habe sich aber lange Zeit nicht auf die Arbeits- und Leistungsfähigkeit ausgewirkt. Gesamthaft betrachtet bestehen keine konkreten Anhaltspunkte, dass die Beschwerdeführerin schon lange Zeit vor Beginn der Wartefrist gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG im Mai 2017 infolge fortschreitender Verschlechterung ihres Gesundheitszustands berufliche Rückschläge hat hinnehmen müssen (vgl. Urteil I 476/84 des Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 19. April 1984 E. 3b; publ. in: ZAK 1985 632). Jedenfalls ist nicht ersichtlich, dass sie deswegen im IT-Bereich keine Anstellung gefunden hat.