Citation: 6B_703/2021 E. 4.2.3

4.2.3. Der Beschwerdeführer legt nicht überzeugend dar, weshalb von der gutachterlich ermittelten Fahrgeschwindigkeit eine Sicherheitsmarge abzuziehen sei. Die VSKV-ASTRA stellt Regeln über bestimmte Messsysteme auf. Unter anderem statuiert sie in Art. 8 Abs. 1 lit. b die im Rahmen von Lasermessungen vorzunehmenden Sicherheitsabzüge. Die ASTRA-Weisungen wurden am selben Tag wie die VSKV-ASTRA erlassen, konkretisieren diese und geben den Willen des Verordnungsgebers wieder. Gemäss deren Ziff. 21 kommen die erwähnten Sicherheitsabzüge im Falle der Einholung von Fachexpertisen nicht zur Anwendung. Dies ist einsichtig, wird die Geschwindigkeitsüberschreitung diesfalls doch nicht (mehr) anhand einer durch die VSKV-ASTRA geregelten Messmethode ermittelt (vgl. auch Urteil 6B_921/2014 vom 21. Januar 2015 E. 1.3.3). Es erscheint auch insofern sachgerecht, als die Ermittlung der Fahrgeschwindigkeit (resp. Plausibilisierung der Messung) mittels Gutachten allfällige Messungenauigkeiten, welche die Gewährung eines pauschalen Sicherheitsabzugs rechtfertigen, ausräumt. Unzutreffend ist, dass es sich dabei um eine Beweiswürdigungsregel handelt. Die Gerichte bleiben in der Würdigung der Beweismittel vielmehr frei (vgl. Art. 10 StPO; Ziff. 21 ASTRA-Weisungen). Die erste Instanz kommt dabei ohne Willkür zum Schluss, es bestünden keine Zweifel an der Richtigkeit der gutachterlich ermittelten Fahrgeschwindigkeit. Das Gutachten berücksichtigt seinerseits die Einzelwertabweichungen der betreffenden Messmittel (Gutachten S. 8 f.). Für einen (zusätzlichen) Abzug einer Sicherheitsmarge im Sinne von Art. 8 Abs. 1 lit. b VSKV-ASTRA besteht somit kein Anlass. Eine Verletzung des Legalitätsprinzips resp. ein Verstoss gegen das Willkürverbot ist nicht ersichtlich. Im Übrigen ist wie bereits ausgeführt gemäss Gutachten nicht von einer Fahrgeschwindigkeit von 124 km/h bzw. 104 km/h auszugehen (vgl. supra E. 3.3.4). Die unter Zugrundelegung dieses Wertes angestellten Rechnungen und Annahmen des Beschwerdeführers erweisen sich damit von vorneherein als unbehelflich. Was der Beschwerdeführer sodann aus dem Verweis auf eine angeblich unterschiedliche Übertragung der Geschwindigkeit auf den Tachometer zu seinen Gunsten ableiten will, erhellt nicht. Sofern er der Ansicht ist, der Sicherheitsabzug schütze Fahrer vor den Folgen einer zu tiefen Anzeige der Geschwindigkeit auf ihrem Tachometer (und müsse daher auch im Falle gutachterlicher Feststellung der Geschwindigkeit Anwendung finden), so ist dem entgegenzuhalten, dass die am Geschwindigkeitsmesser angezeigte Fahrgeschwindigkeit gemäss Art. 55 Abs. 2 der Verordnung vom 19. Juni 1995 über die technischen Anforderungen an Strassenfahrzeuge (VTS; SR 741.41) nie unter der tatsächlichen Geschwindigkeit liegen darf. Dies ist offenbar auch dem Beschwerdeführer bekannt. Anhaltspunkte dafür, dass sein Tachometer die gesetzlichen Vorgaben nicht erfüllte bzw. defekt gewesen sei, nennt der Beschwerdeführer sodann nicht.