Citation: 6B_1264/2022 E. 4.1

4.1. Die Vorinstanz hält fest, der Beschwerdeführer habe die SVA St. Gallen getäuscht, indem er ihr physische und psychische Beschwerden vorgespiegelt habe. Die Vorinstanz erklärt, dass Arglist in der Regel gegeben ist, wenn der Täter, wie im vorliegenden Fall, psychische Beschwerden und damit innere Tatsachen vorspielt. In der Tat ist die Überprüfung solcher Falschangaben naturgemäss schwierig, wenn nicht unmöglich. Der Beschwerdeführer errichtete mit jahrelangen betrügerischen Machenschaften ein veritables Lügengebäude, indem er zahlreichen Personen in einer eigentlichen Inszenierung diverse Beschwerden vorspiegelte (vgl. dazu Urteil 6B_125/2012 vom 28. Juni 2012 E. 5.3.2). Arglist scheidet grundsätzlich nur aus, wenn das Opfer leichtfertig die grundlegendsten Vorsichtsmassnahmen nicht beachtet, sodass das täuschende Verhalten des Täters in den Hintergrund tritt. Die zum Ausschluss der Strafbarkeit führende Opfermitverantwortung wird von der Rechtsprechung nur in Ausnahmefällen angenommen (ausführlich mit Hinweisen: Urteil 6B_341/2019 vom 21. Februar 2020 E. 1.3.2). Diese Rechtsprechung ist strikt: Die Selbstverantwortung des Opfers führt nur in Ausnahmefällen zum Ausschluss der Strafbarkeit des Täuschenden (BGE 143 IV 302 E. 1.1.1); wenn das Opfer der Täuschung widersteht, entfällt die Arglist nicht notwendigerweise (BGE 135 IV 76 E. 5.2).