Citation: 9C_221/2024 E. A

A.a. Am 4. Juli 2018 besprachen Vertreter der "C.________", einer Kunstsammlung im Eigentum von B.________, mit Zollexperten des Zolls Nordost die rechtlichen Voraussetzungen für eine zollfreie Einfuhr von Kunstgegenständen für öffentlich zugängliche Museen im Sinne von Art. 8 Abs. 2 Bst. g des Zollgesetzes vom 18. März 2005 (ZG, SR 631.0) sowie den entsprechenden Antrag mittels Formular 11.32. Mit Schreiben vom 17. Oktober 2018 informierte die D.________ AG, die damalige Rechtsvertreterin der B.________, nach mehrfachem Telefon- und E-Mailverkehr die Eidgenössische Zollverwaltung ([EZV], heute: Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit [BAZG]) über die geplante Umfirmierung einer bestehenden Aktiengesellschaft zur A.________ AG, welche als Betriebsgesellschaft das Museum "C.________" ohne kommerzielle Zwecke betreiben und unmittelbar für das Museum Kunstwerke einführen werde. Die Zollkreisdirektion Schaffhausen bestätigte ihr Einverständnis mit diesen Ausführungen am 29. Oktober 2018. Am 14. Mai 2020 ersuchte die D.________ AG um eine Bestätigung des Museumsstatus (Erfüllung der Voraussetzungen für eine zollfreie Einfuhr von Kunstwerken) der "C.________", welche von der Zollkreisdirektion Schaffhausen mit Gegenzeichnung vom 3. Juni 2020 gewährt wurde. A.b. Mit Schreiben vom 2. Juli, 8. Juli und (ebenfalls) 8. Juli 2020 meldete die von der "C.________" mit der Zollanmeldung und Lagerung beauftragte E.________ AG die Einfuhr mehrerer Kunstwerke mittels Formular 11.32. Die Formulare waren jeweils im Namen der "C.________" unterzeichnet. A.c. Am 3. August 2020 führte der Zoll Nordost eine unangemeldete Kontrolle beim Standort der "C.________" durch und verfügte gestützt darauf am 10. August 2020, dass die "C.________" und die A.________ AG sich nicht als privilegierte Empfänger im Sinne von Art. 20 Abs. 2 der Zollverordnung vom 1. November 2006 (SR 631.01; ZV) qualifizierten, die Anträge für zollfreie Einfuhr abgelehnt würden und zu den bereits vorgenommenen Einfuhren ein Nachforderungsverfahren eingeleitet werde. Ebenfalls am 10. August 2020 widerrief der Zoll Nordost die Gegenzeichnung ("Ruling") des Schreibens vom 14. Mai 2020. A.d. Die Oberzolldirektion (OZD) wies die gegen die Verfügung des Zolls Nordost erhobene Beschwerde mit Beschwerdeentscheid vom 13. September 2021 ab.