Citation: 5A_809/2022 E. 3.1

3.1. Die definitive Rechtsöffnung wird dann nicht erteilt, wenn der Schuldner namentlich nachweist, dass seine Schuld seit dem Erlass des Entscheids gestundet wurde. Das Rechtsöffnungsgericht prüft die Gültigkeit der Stundung. Die Stundung muss bewiesen werden - glaubhaft machen genügt nicht. Der Beweis der Stundung ist durch Urkunden zu erbringen (Art. 81 Abs. 1 SchKG; BGE 124 III 501 E. 3a; 119 II 6 E. 4b). Bei Urkunden handelt es sich um Schriftstücke, die sich auf die Betreibungsforderung beziehen und anhand derer der Rechtsöffnungsrichter prüfen kann, ob die Schuld im konkreten Fall gestundet wurde (Urteil 5D_72/2015 vom 13. August 2015 E. 4.1 mit Hinweis). Auch gegen ausländische Entscheide kann die Stundung der Forderung eingewendet werden (vgl. Art. 81 Abs. 3 SchKG; BGE 144 III 360 E. 3.4.1; VEUILLET/ABBET, La mainlevée de l'opposition, 2. Aufl. 2022, N. 9 zu Art. 81 SchKG). Ob eine Stundung vorliegt, ist bei der Anerkennung eines ausländischen Urteils im Rechtsöffnungsverfahren nach dem anwendbaren materiellen Recht zu beurteilen (vgl. BGE 145 III 213 E. 6.1.1; 144 III 360 E. 3.4.1; 125 III 384 E. 3.b; STAEHELIN, in: Basler Kommentar, Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs, 3. Aufl. 2021, N. 30 zu Art. 81 SchKG). Das anwendbare ausländische Recht muss vom Schuldner soweit zumutbar nachgewiesen werden; Art. 16 Abs. 1 Satz 1 IPRG findet keine Anwendung (Urteile 5A_276/2020 vom 19. August 2020 E. 6.2 mit Hinweis; VEUILLET/ABBET, a.a.O., N. 9 zu Art. 81 SchKG mit Hinweis; vgl. auch BGE 145 III 213 E. 6.1.3).