Citation: 4C.440/1998 29.02.2000 E. 2

2.- Im Berufungsverfahren hat das Bundesgericht seiner Entscheidung die tatsächlichen Feststellungen der Vorinstanz als wahr und vollständig zugrunde zu legen, es sei denn, sie beruhten auf einem offensichtlichen Versehen, seien unter Verletzung bundesrechtlicher Beweisvorschriften zustande gekommen oder bedürften der Ergänzung, weil das Sachgericht in fehlerhafter Rechtsanwendung einen gesetzlichen Tatbestand nicht oder nicht hinreichend klärte, obgleich ihm entscheidwesentliche Behauptungen und Beweisanerbieten dazu prozesskonform unterbreitet worden waren (Art. 63 und 64 OG; BGE 115 II 484 E. 2a S. 485 f.). Eine blosse Kritik an der Beweiswürdigung des Sachgerichts ist, soweit nicht Vorschriften des Bundesrechts in Frage stehen, in der Berufung ausgeschlossen (BGE 120 II 97 E. 2b S. 99; 119 II 380 E. 3b S. 382). Die Klägerin rügt eine Verletzung von Art. 8 ZGB mit der Begründung, die Vorinstanz habe ihr keine Gelegenheit gegeben, materiell zu den vom Beklagten mit Eingabe vom 2. Juli 1998 eingereichten Vertragsentwürfen Stellung zu nehmen; hätte sie diese Gelegenheit gehabt, hätte sie Beweisanträge zur streitigen Frage der Unentgeltlichkeit gestellt. Nach der Rechtsprechung ergibt sich aus Art. 8 ZGB das Recht, zum Beweis oder Gegenbeweis zugelassen zu werden, wenn die Beweisanträge nach dem kantonalen Verfahrensrecht rechtzeitig und in vorgeschriebener Form gestellt worden sind (BGE 122 III 219 E. 3c S. 223; 115 II 305 f.). An dieser Voraussetzung mangelt es im vorliegenden Fall, denn nach dem Ergebnis des staatsrechtlichen Beschwerdeverfahrens ist davon auszugehen, dass das Vorgehen des Handelsgerichts nicht gegen kantonales Prozessrecht verstiess. Eine Verletzung des bundesrechtlichen Beweisanspruchs scheidet damit aus.