Citation: 5A_681/2018 E. 5.2.12

5.2.12. Schliesslich erklärt das Obergericht, dass es sich angesichts der ausnehmend guten Verhältnisse nicht rechtfertige, F.________, die seit Februar 2017 mit dem Beschwerdegegner in einfacher Wohn- und Lebensgemeinschaft lebe, pauschal zur Hälfte an den luxuriösen Bedarfspositionen des Beschwerdegegners zu beteiligen. Vielmehr habe sie ihren Anteil gemessen an durchschnittlichen Verhältnissen zu leisten, nachdem der Kläger glaubhaft dargetan habe, dass F.________ zwar als Lehrerin an einer Privatschule tätig ist, jedoch nicht in vergleichbaren finanziellen Verhältnissen lebt wie die Parteien. Weder bestünden Anhaltspunkte, dass F.________ ein monatliches Einkommen von Fr. 11'000.-- erziele, noch sei ihr ein solches Einkommen hypothetisch anzurechnen, wie sich dies die Beschwerdeführerin vorstelle. Gestützt auf diese Erwägungen reduziert das Obergericht den klägerischen Bedarf ab Februar 2017 zusätzlich zum hypothetischen Mietzinsanteil von Fr. 2'000.-- (s. E. 5.2.5) um den hälftigen Ehegattengrundbetrag von Fr. 850.-- gemäss den zürcherischen Richtlinien für die Berechnung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums. Erneut will die Beschwerdeführerin auch in diesem Zusammenhang eine Verletzung des Willkürverbots (Art. 9 BV), des Gleichbehandlungsgebots (Art. 6 Ziff. 1 EMRK), des rechtlichen Gehörs (Art. 29 Abs. 2 BV), der Dispositionsmaxime (Art. 58 Abs. 1 ZPO i.V.m. Art. 9 BV) und der Grundsätze für die Bemessung der Unterhaltsbeiträge (Art 176 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB i.V.m. Art. 125 ZGB i.V.m. Art. 9 BV) ausfindig gemacht haben. Dem Obergericht wirft sie vor, sich einzig an den in Bezug auf die Lebensgefährtin notorisch verschleiernden und nicht substanziierten Ausführungen des Beschwerdegegners zu orientieren. Ihre weitschweifigen Erörterungen kreisen um die Behauptung, dass die Lebensgefährtin des Beschwerdegegners in der Lage sei, sich zur Hälfte an den regelmässigen Ausgaben des Beschwerdegegners zu beteiligen. Bei alledem übersieht die Beschwerdeführerin, dass sich der angefochtene Entscheid nicht mit der (Tat-) Frage befasst, ob sich die Lebensgefährtin des Beschwerdegegners angesichts ihrer finanziellen Situation zur Hälfte an den Lebenshaltungskosten beteiligen kann, sondern mit der (Rechts-) Frage, ob bzw. in welchem Umfang sie sich unter den gegebenen Umständen an diesen Kosten beteiligen muss. Den diesbezüglichen, oben zitierten Erwägungen der Vorinstanz hält die Beschwerdeführerin lediglich die Behauptung entgegen, es könne nicht sein, dass die Lebensgefährtin auf Kosten von ihr, der Beschwerdeführerin, beim Beschwerdegegner wohnen und essen sowie Ausflüge und Ferien machen kann; der Beschwerdegegner habe auch nie behauptet, dass es zum ehelichen Lebensstandard gehört hätte, Drittpersonen mitzufinanzieren. Die Folgerung der Beschwerdeführerin, dass die Vorinstanz deshalb willkürlich gegen die Dispositionsmaxime verstosse, geht an der Sache vorbei. Wie bereits an anderer Stelle vermerkt, steht der Dispositionsgrundsatz beim Streit um einzelne Bedarfspositionen gar nicht in Frage (s. E. 5.2.4).