Citation: 2A.604/1999 27.03.2000 E. 3

3.- a) Der Beschwerdeführer ist wegen Vergewaltigung zu einer Zuchthausstrafe von 27 Monaten verurteilt worden. Damit erfüllt er den Ausweisungsgrund von Art. 10 Abs. 1 lit. a ANAG. b) Ausgangspunkt und Massstab für die Schwere des Verschuldens und die fremdenpolizeiliche Interessenabwägung sind die vom Strafrichter verhängten Strafen. Bei mit Schweizern verheirateten ausländischen Staatsangehörigen, die erstmals um eine Bewilligung ersuchen oder nach bloss kurzer Aufenthaltsdauer die Bewilligung erneuern lassen wollen, geht die Rechtsprechung davon aus, dass die Grenze, von der an in der Regel auch dann keine Bewilligung mehr erteilt wird, wenn dem Ehepartner die Ausreise aus der Schweiz unzumutbar oder nur schwer zumutbar ist, bei zwei Jahren Freiheitsstrafe liegt (BGE 120 Ib 6 E. 4b S. 14, mit Hinweis). Entscheidend sind aber in jedem Fall die sich gegenüberstehenden öffentlichen und privaten Interessen. Das Verwaltungsgericht hat im angefochtenen Urteil festgehalten, das ausgefällte Strafmass liege klar über der Grenze von zwei Jahren und der Regierungsrat habe sich ohne Rechtsverletzung an dieser Rechtsprechung orientieren können. An sich ist der Beschwerdeführer nicht mehr verheiratet, womit es grundsätzlich an einer Voraussetzung der Anwendbarkeit der Zweijahresregel fehlt, nämlich dass einer allfälligen Ehegattin die Ausreise aus der Schweiz unzumutbar oder nur schwer zumutbar ist. Die Bewilligung kann somit bereits bei kürzerer Strafdauer eher verweigert werden. Gleichzeitig ergibt sich ein Ausgleich dazu, dass der hiesige Aufenthalt des Beschwerdeführers nicht bloss - wie es für die Anwendbarkeit der Zweijahresregel an sich ebenfalls die Regel ist - kurz gedauert hat, sondern eine längere Dauer erreicht. Dass sich die Vorinstanzen an der Zweijahresregel orientierten, gereicht dem Beschwerdeführer demnach nicht zum Nachteil. So oder so hat sich das Verwaltungsgericht aber nicht (zu) strikt an diese Regel gehalten, wie der Beschwerdeführer geltend macht, sondern sie zu Recht lediglich als Richtschnur gewürdigt und darüber hinaus die weiteren tatsächlichen Gesichtspunkte berücksichtigt. c) Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers ist die Sachverhaltsfeststellung des Verwaltungsgerichts nicht zu beanstanden. Dieses hat alle wesentlichen Umstände - Umfang des Verschuldens, Dauer der Anwesenheit, persönliche und familiäre Nachteile - abgeklärt und in die Interessenabwägung einbezogen. Dass auf die einzelnen Argumente des Beschwerdeführers im angefochtenen Entscheid nicht derart detailliert eingegangen wird, wie er dies vorgetragen hatte - und nunmehr auch vor Bundesgericht wieder geltend macht -, bedeutet weder eine unvollständige Sachverhaltsfeststellung, noch verletzt es das rechtliche Gehör des Beschwerdeführers. Entscheidend ist, dass das Verwaltungsgericht sich damit befasst und die entsprechenden Umstände auch berücksichtigt hat. Bei der Beurteilung der Massgeblichkeit der einzelnen Gegebenheiten steht ihm ein gewisser Spielraum zu. Insoweit brauchte es namentlich nicht auf die frühere Tätigkeit des Beschwerdeführers in der Feuerwehr näher einzugehen, welche zwar einen Gesichtspunkt für die hiesige Integration darstellen kann, sich im vorliegenden Fall aber nicht entscheidend auswirkt. Im Übrigen verweist der angefochtene Entscheid ergänzend auf denjenigen des Regierungsrates, sodass die dortigen Feststellungen auch für das Verwaltungsgericht Geltung erlangen. Die Vorbringen des Beschwerdeführers beziehen sich ohnehin weitgehend auf die Würdigung und nicht die Feststellung der einzelnen Umstände. Das gilt insbesondere im Hinblick auf die Gewichtung der Schwere des Verschuldens und des Integrationsgrades. d) Der Beschwerdeführer ist erst im Alter von 27 Jahren - und damit nicht als Kind oder Jugendlicher - in die Schweiz gelangt. Er hält sich immerhin seit nunmehr rund 15 Jahren hier auf. Mit den Vorinstanzen ist sein Verschulden als schwer zu beurteilen. Er hat eine Vertrauenslage für die Begehung eines schwerwiegenden Sexualdelikts ausgenützt. Dass seine Beziehungen zu Frauen sonst gewaltfrei und liebenswürdig sein sollen, wie er vorträgt, ändert daran nichts und verbietet auch nicht die Schlussfolgerung, er stelle - aus fremdenpolizeilicher Sicht - eine grosse Gefahr für die hiesige Ordnung und Sicherheit dar. Was der Beschwerdeführer im Hinblick auf den Begriff der öffentlichen Sicherheit vorbringt, geht im Übrigen an der Sache vorbei. Es genügt, dass er in irgendeiner Weise, auch in Form eines Beziehungsdelikts, irgendwelche anderen Personen gefährdet, damit die öffentliche Sicherheit beeinträchtigt ist. Dass er wieder ein Beziehungsdelikt begehen könnte, erscheint mit der Vorinstanz nicht als ausgeschlossen. Weiter hat das Verwaltungsgericht entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers eine gewisse Integration in der Schweiz nicht verneint. Es durfte aber durchaus davon ausgehen, der Beschwerdeführer habe auch in seinem Heimatland massgebliche familiäre Kontakte. Was dieser dagegen vorbringt, widerlegt die Beurteilung der Vorinstanz nicht. Die Pflege der Beziehungen zu seinen pakistanischen Angehörigen mag durchaus der schweizerischen Auffassung über die Wahrnehmung familiärer Pflichten und das Verständnis des Beschwerdeführers von ehelicher (Un)Treue auch hiesigen Realitäten entsprechen; das steht aber nicht im Widerspruch zur Feststellung der Vorinstanz, er verfüge auch im Heimatland über ein "intaktes Beziehungsfeld". Die Verweigerung der Bewilligungsverlängerung verunmöglicht sodann weder die angeblich geplante Heirat des Beschwerdeführers mit seiner gegenwärtigen Freundin noch entsprechende Vorbereitungen. Im Übrigen haben die Heiratsabsichten keinen weitergehenden Einfluss auf die hier durchzuführende Interessenabwägung, zumal die Freundin von der Straffälligkeit des Beschwerdeführers Kenntnis hat. Schliesslich durfte die Vorinstanz unter dem Gesichtspunkt der Verhältnismässigkeit mit berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer bereits einmal fremdenpolizeilich verwarnt worden war. e) Insgesamt überwiegen die öffentlichen Interessen an einer Entfernung des Beschwerdeführers seine entgegenstehenden privaten an einem Verbleiben in der Schweiz. Der angefochtene Entscheid verstösst somit nicht gegen Bundesrecht.