Citation: U 332/05 17.03.2006 E. 2.2

2.2.1 Die Kreisärzte umschreiben die trotz der Unfallfolgen noch zumutbaren Tätigkeiten nicht wesentlich verschieden. Fallen im Besonderen nach Dr. med. H.________ lediglich «möglichst stammnahe vor sich» zu verrichtende Arbeiten in Betracht, sind gemäss Dr. med. D.________ werfende und ausladende Bewegungen mit dem rechten Arm zu vermeiden (Berichte vom 20. November 2002 und 24. November 2003). Darin kann keine erhebliche Diskrepanz in der Beurteilung des Ausmasses der Beweglichkeit nach vorn des Schultergelenks rechts erblickt werden. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers bestehen somit nicht rechtsgenügliche Zweifel an der Schlüssigkeit der kreisärztlichen Berichte vom 20. November 2002 und 24. November 2003, welche in Bezug auf Art und Umfang der unfallbedingt noch zumutbaren Arbeitsfähigkeit weitere Abklärungen erforderten. 2.2.2 Die Ermittlung des Invaliditätsgrades von 15 % durch die Vorinstanz wird abgesehen von der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn im Sinne von BGE 126 V 75 ausdrücklich nicht beanstandet. Es besteht kein Anlass zu einer näheren Prüfung von Amtes wegen (BGE 110 V 53). Die Zusprechung einer ganzen Rente der Invalidenversicherung ab 1. Dezember 2002 gemäss der nach Abschluss des Schriftenwechsels eingereichten Verfügung der IV-Stelle Luzern vom 24. Februar 2006 ist im Übrigen unbeachtlich. Der Invaliditätsgrad von 100 % erfolgte ausdrücklich im Hinblick auf das fortgeschrittene Alter des Versicherten (61 Jahre bei Leistungsbeginn). Demgegenüber kommt hier Art. 28 Abs. 4 UVV zum Zuge. Danach sind für die Bestimmung des Invaliditätsgrades die Erwerbseinkommen massgebend, die ein Versicherter im mittleren Alter bei einer entsprechenden Gesundheitsschädigung erzielen könnte, wenn er nach dem Unfall die Erwerbstätigkeit altershalber nicht mehr aufnimmt oder wenn sich das vorgerückte Alter erheblich als Ursache der Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit auswirkt. Nach der Rechtsprechung liegt das mittlere Alter bei etwa 42 Jahren oder zwischen 40 und 45 Jahren und das vorgerückte Alter im Bereich von rund 60 Jahren bei Rentenbeginn (BGE 122 V 419 Erw. 1b und 427 oben). Das kantonale Gericht hat den Abzug vom Tabellenlohn auf 15 % festgesetzt. Entgegen den Vorbringen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde lassen weder das Alter und der Ausländer-Status noch das Fehlen einer abgeschlossenen Ausbildung diese Bemessung als gesetzwidrig erscheinen. 2.3 Im Weitern stellen eine Omarthrose (glenohumeral) in mässiger Form und eine Schulterbeweglichkeit maximal bis 30° über der Horizontale je für sich genommen einen Integritätsschaden im Sinne von Art. 24 Abs. 1 UVG von 5 %-10 % und 10 % dar (vgl. SUVA-Tabellen 1 und 5 «Integritätsschaden bei Funktionsstörungen obere Extremitäten» sowie «Integritätsschaden bei Arthrosen»). Davon ausgehend bezifferte Dr. med. D.________ im vorliegenden Fall den Integritätsschaden unter Berücksichtigung einer teilweisen Verschlimmerung der Omarthrose sowie des Bewegungsumfangdefizites auf 10 %. Dies bedarf der näheren Begründung. Dazu genügt nicht, wenn Dr. med. S.________ in seiner Stellungnahme vom 25. August 2004 ausführt, radiologische (Arthrose) und klinische Befunde dürften nicht einfach addiert werden. Dies gilt umso mehr, als er im Unterschied zum Kreisarzt eine zukünftige Verschlimmerung, weil nicht zuverlässig voraussehbar, nicht berücksichtigte (vgl. Art. 36 Abs. 4 UVV). Es kommt dazu, dass in Bezug auf den Schweregrad der Omarthrose und auch hinsichtlich des Ausmasses der Bewegungseinschränkung des Schultergelenks rechts nach vorne Unklarheit besteht. Zeigte das Arthro-MRI vom 17. Juli 2002 lediglich eine leichte Omarthrose, ergab das Arthro-MRT vom 8. September 2003 als Befund eine Omarthrose. Eine Verschlechterung des Zustandes des Schultergelenks rechts im Zeitraum Juli 2002 bis September 2003 lässt sich umso weniger ohne weiteres verneinen, als laut Dr. med. D.________ das Risiko für eine Verschlimmerung der Arthrose glenohumeral erhöht ist. Damit kontrastiert, wenn der Kreisarzt die Diagnose einer beginnenden Omarthrose stellt (Bericht vom 24. November 2003). Unter diesen Umständen kann die Angemessenheit eines Integritätsschadens von 10 % nicht in zuverlässiger Weise beurteilt werden. Die SUVA wird ein versicherungsexternes orthopädisches Gutachten einzuholen haben, welches zur Schwere des Integritätsschadens Stellung zu nehmen hat. Danach wird der Unfallversicherer über den Anspruch auf Integritätsentschädigung neu verfügen.