Citation: 5P.9/2001 30.08.2001 E. 4

4. Bd. Basel 1893, S. 195; F. Elsener, SPR I, S. 189 ff. insbes. 197 ff.; Liver, Berner Kommentar, N 38 der Einleitung vor Art. 1 ff. ZGB). Mit Berufung kann nicht gerügt werden, das unmittelbar durch Bundesprivatrecht abgelöste kantonale Recht sei verletzt worden (Art. 43 und 55 Abs. 1 lit. c OG; z.B. BGE 89 II 287 E. 3 S. 295; 82 II 103 E. 4 S. 111 f.; 81 II 267 E. 3 S. 272). Umso weniger kann mit diesem Rechtsmittel vorgebracht werden, noch früher (vor der Kodifikation von 1862) geltendes Recht sei nicht richtig angewendet worden. bb) Bezüglich der Auslegung von Verträgen muss im Hinblick darauf, dass gewisse Rügen mit staatsrechtlicher Beschwerde (z.B. willkürliche Sachverhaltsermittlung) und andere mit Berufung (z.B. Auslegung eines Vertrages nach dem Vertrauensprinzip) vorzubringen sind, nach ständiger Rechtsprechung grundsätzlich zwischen Sachverhalts- und Rechtsfragen unterschieden werden (BGE 124 III 182 E. 3 S. 184; 363 E. II/5a S. 368; 123 III 16 E. 4b S. 22 unten; 122 III 118 E. 2a und 4c/aa S. 121 und 123; 107 II 417 E. 6 S. 418). Der Unterscheidung braucht keine Beachtung geschenkt zu werden, wenn das Bundesgericht beide Fragen in einem Verfahren und mit derselben Kognition prüfen muss. So verhält es sich hier: Wird vor Bundesgericht eine Verletzung kantonalen Rechts gerügt, ist die staatsrechtliche Beschwerde gegeben (Art. 55 Abs. 1 lit. c und Art. 84 Abs. 2 OG); das Bundesgericht überprüft entsprechende Rügen bloss auf Willkür (z.B. BGE 125 I 417 E. 4c; 125 II 10 E. 3). Dies muss nach dem Dargelegten umso mehr auch für die Auslegung der Urkunde vom 15. Mai 1528 und der darin festgehaltenen Willensäusserungen in rechtlicher Hinsicht gelten. Da Tatsachenfeststellungen letztinstanzlicher kantonaler Gerichte nur mit staatsrechtlicher Beschwerde wegen Willkür angefochten werden können (BGE 124 I 208 E. 4a S. 211; 120 Ia 31 E. 4b S. 40; 118 Ia 28 E. 1b), sind sämtliche Rügen gegen den angefochtenen Entscheid zur Frage, was die Beschwerdeführerin mit Urkunde vom 15. Mai 1528 erworben hat, im Beschwerdeverfahren unter dem Gesichtswinkel der Willkür zu prüfen. Das gilt auch für den Vergleich des vorliegenden Geschäfts mit anderen urkundlich nachgewiesenen aus der gleichen Epoche, wobei auch insoweit nicht zwischen Sachverhaltsermittlung und Rechtsanwendung unterschieden werden muss. Die Beschwerdeführerin spricht dem Bundesgericht in diesen Bereichen zu Unrecht freie Kognition zu.