Citation: 8C_247/2017 E. 3.2.4

3.2.4. Nach Art. 78 ATSG sollen Versicherte und Drittpersonen, wozu auch andere Sozialversicherungsträger gehören (Kieser, a.a.O., N. 25 zu Art. 78 ATSG), einen Ausgleich für den ihnen durch ein Durchführungsorgan oder eines seiner Mitarbeiter zugefügten Schadens erhalten. Die Haftung nach Art. 78 ATSG ist - wie die allgemeine Staatshaftung nach VG - eine Kausalhaftung (vgl. dazu Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 3. Aufl. 2015, N. 47 ff. zu Art. 78 ATSG). Mit Art. 78 ATSG sollen Versicherte und Dritte vor einem unrechtmässigen Schaden geschützt werden, sofern nicht die Einzelgesetze dies regeln (vgl. Kieser, a.a.O., N. 12 ff. zu Art. 78 ATSG). Art. 78 ATSG dient somit nicht den Interessen des belangten Durchführungsorgans, sondern den Interessen der geschädigten Versicherten und Dritten. Die IV-Stelle kann sich somit nicht auf eine Norm bzw. einen Anspruch berufen, der ihre Interessen schützt, weshalb auf die Willkürrüge nicht einzutreten ist.