Citation: 2C_1024/2020 E. 6.3

6.3. Zu Gunsten des Beschwerdeführers fallen die familiären Interessen ins Gewicht. Seine Ehefrau verfügt über eine Niederlassungsbewilligung und hat somit ein selbständiges Aufenthaltsrecht. Sie hat die gesamte Kindheit und Jugend in Nordmazedonien verbracht und ist erst nach der Heirat im Rahmen des Familiennachzugs in die Schweiz eingereist. Sie ist deshalb nicht nur mit der Sprache, sondern auch mit Kultur und Lebensweise in ihrer gemeinsamen Heimat vertraut. Es wäre ihr somit nicht gänzlich unzumutbar, mit ihrem Ehemann nach Nordmazedonien zurückzukehren, trotzdem hat sie ein erhebliches Interesse am Verbleib in der Schweiz. Dasselbe gilt für die drei Kinder (heute 13, 9 und 3 Jahre alt), die zwar nie in Nordmazedonien gelebt haben, sich aber in einer vergleichbaren Situation wie andere Kinder befinden, die zusammen mit ihren Eltern in ein fremdes Land auswandern (vgl. Urteil 2C_481/2012 vom 1. März 2013 E. 3.4). Sie befinden sich noch in einem anpassungsfähigen Alter und den älteren schulpflichtigen Kindern ist ein Umzug mit den Eltern oder einem Elternteil zumutbar, wenn sie durch Sprachkenntnisse, gelegentliche Ferienaufenthalte und eine entsprechende Kulturvermittlung im familiären Rahmen mit den Verhältnissen im Heimatland vertraut sind (vgl. Urteile 2C_709/2019 vom 17. Januar 2020 E. 6.2.2; 2C_1064/2017 vom 15. Juni 2018 E. 6.5), was vorliegend der Fall ist. Da sämtliche Familienmitglieder eine Niederlassungsbewilligung besitzen, steht es ihnen offen, hier zu bleiben. Die Kinder können in der Schweiz aufwachsen und zur Schule gehen. Die Betreuung durch mindestens einen Elternteil ist gewährleistet und die familiären Kontakte können durch gegenseitige Besuche bzw. mittels der heute zur Verfügung stehenden Kommunikationsmittel aufrecht erhalten werden. Der pauschale Vorwurf des Beschwerdeführers, dass die Vorinstanz dabei das Risiko einer zukünftigen Fürsorgeabhängigkeit seiner Familie nicht angemessen berücksichtigt habe, verfängt nicht. Ausländerrechtlich stehen sicherheitspolizeiliche Interessen im Vordergrund und nicht finanzielle Bedenken, insbesondere wenn sie sich der Beschwerdeführer aufgrund seiner Delinquenz primär selbst vorzuwerfen hat. Ohnehin wäre eine freiwillige Ausreise von Frau und Kindern zusammen mit dem Beschwerdeführer möglich und steht im Ermessen der Familie. Aus den Akten ergibt sich kein Hinweis darauf, dass der Sohn des Beschwerdeführers, bei welchem ein ADHS-Syndrom - und gemäss Unterlagen (Art. 105 Abs. 2 BGG) ebenfalls eine leichte Intelligenzverminderung - diagnostiziert wurde, nicht auch in Nordmazedonien die für ihn notwendige Betreuung erhalten würde.