Citation: 4A_2/2020 E. 3.2.5

3.2.5. Die Vorinstanz erwog, hätte der Beschwerdegegner seine Klientin über die Unsicherheit des Ausgangs des sozialversicherungsrechtlichen Verfahrens sowie über den Umstand, dass ein solches Vorgehen das Scheidungsverfahren in die Länge gezogen hätte, informiert, sei mit Blick auf den Wunsch der Klientin nach einem schnellen Scheidungsverfahren und einer möglichst geringen Konfrontation mit dem Ehemann jedenfalls nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit dargetan, dass sie sich für diesen Weg entschieden hätte. Vielmehr müsse nach der allgemeinen Lebenserfahrung davon ausgegangen werden, dass es für eine Abkehr vom Wunsch nach einem schnellen Scheidungsverfahren aufgrund des passiven Verhaltens der Klientin zumindest sehr guter Prozesschancen bedurft hätte. Denn wie die Erstinstanz festgehalten habe, sei sie am Ende ihrer Kräfte gewesen und habe das Ganze satt gehabt.