Citation: 5A_423/2014 E. 3.4

3.4. Soweit die Beschwerdeführerin mit Bezug auf die beantragte und nicht abgenommene Beweisaussage als Klägerin ihren Beweisführungsanspruch als verletzt rügt, erweist sich die Beschwerde ebenso als unbegründet: Der aus Art. 29 Abs. 2 BV fliessende Anspruch auf rechtliches Gehör verleiht der betroffenen Partei zwar das Recht, in einem Verfahren, welches in ihre Rechtsstellung eingreift, mit rechtzeitig und formgültig angebotenen Beweisanträgen gehört zu werden, soweit diese erhebliche Tatsachen betreffen und nicht offensichtlich beweisuntauglich sind (BGE 136 I 265 E. 3.2 S. 272; 131 I 153 E. 3 S. 157; 127 I 54 E. 2b S. 56; 124 I 241 E. 2 S. 242; je mit Hinweisen). Der bundesrechtliche Beweisführungsanspruch schliesst freilich die vorweggenommene Beweiswürdigung nicht aus (BGE 129 III 18 E. 2.6 S. 25; 126 III 315 E. 4a S. 317; je mit Hinweisen). Es bleibt dem Sachgericht unbenommen, von beantragten Beweiserhebungen deshalb abzusehen, weil es sie von vornherein nicht für geeignet hält, die behaupteten Tatsachen zu beweisen oder weil es seine Überzeugung bereits aus anderen Beweisen gewonnen hat und davon ausgeht, dass weitere Abklärungen am massgeblichen Beweisergebnis nichts mehr zu ändern vermöchten (BGE 122 III 219 E. 3c S. 223 f. mit Hinweisen, vgl. auch BGE 134 I 140 E. 5.3 S. 148; 130 II 425 E. 2.1 S. 429 mit Hinweisen). Mit dem erwähnten Hinweis hat die Vorinstanz zumindest implizit begründet, dass sie den Nachweis der Wohnmöglichkeit ab Anfang bzw. Mitte Mai 2012 aufgrund der vorgetragenen Beweise als nicht erwiesen betrachtet und im Weiteren davon ausging, eine Beweisaussage der Klägerin und heutigen Beschwerdeführerin werde an diesem Ergebnis nichts ändern. Zu prüfen bleibt somit noch, ob die implizite vorgenommene antizipierte Würdigung vor dem Willkürvorwurf standhält (Art. 9 BV). Aus dem Schreiben vom 7. Mai 2014, das die Beschwerdeführerin als Klagebeilage 5 ins Recht legte, ergeben sich bezüglich des Zeitpunktes, ab dem eine Wohnmöglichkeit bestanden haben soll, keine Hinweise. Die dem Schreiben beigelegte Bestätigung von F.________ enthält kein Datum und ist damit für die Feststellung des Zeitpunktes nicht gerade hilfreich. Bei der erwähnten Beilage 9 zur Replik vom 14. November 2013 handelt es sich um eine blosse Parteibehauptung. Gleich verhält es sich, soweit die Beschwerdeführerin gegenüber den Ärzten ausführte, sie habe vor dem 10. Mai 2012 (Gesuch um Entlassung) über eine Wohnmöglichkeit verfügt. Insgesamt kann ohne Willkür angenommen werden, die vorgetragenen Beweismittel hätten die Behauptung der Beschwerdeführerin, sie habe bereits ab Anfang bzw. Mitte Mai 2012 über eine Wohnmöglichkeit verfügt, nicht stützen können. Bei der beantragten Beweisaussage als Klägerin handelt es sich letztlich auch nur um eine Parteiaussage, auch wenn eine solche in Form einer Beweisaussage zugelassen ist. Da die anderen angebotenen Beweismittel ohne Willkür als nicht schlüssig angesehen werden konnten und die Beschwerdeführerin nur gerade die eigene Aussage in Form einer Beweisaussage als Klägerin anbot, ist unter Willkürgesichtspunkten nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz von der Abnahme der Beweisaussage in implizierter antizipierter Beweiswürdigung abgesehen hat. Insgesamt ist die Feststellung, die Beschwerdeführerin habe nicht nachgewiesen, dass sie wesentlich vor dem 19. Juli 2012 (Datum der Verhandlung vor dem Einzelrichter des Bezirksgerichts Frauenfeld) über eine Wohngelegenheit verfügte, nicht willkürlich (zum Willkürbegriff: BGE 140 III 16 E. 2.1 S. 18 f.; 138 I 49 E. 7.1 S. 51). Angesichts der verfassungskonformen antizipierten Beweiswürdigung liegt auch keine Verletzung von Art. 6 Ziff. 1 EMRK vor (z. B. Urteil 8C_979/2010 vom 9. Mai 2011 E. 4.4).