Citation: 4A_329/2024 E. 2.2.3

2.2.3. Notwendige Streitgenossen müssen zwingend gemeinsam handeln und es ergeht nur ein einziges Urteil, das für und gegen alle (notwendigen) Streitgenossen wirkt (BGE 147 III 529 E. 4.2; 140 III 598 E. 3.2). Wird die Klage nicht von allen Berechtigten erhoben oder nicht gegen alle Verpflichteten gerichtet, so fehlt die Aktiv- beziehungsweise die Passivlegitimation und die Klage wird als unbegründet abgewiesen (BGE 142 III 782 E. 3.1.4; Urteile 4A_148/2024 vom 20. August 2024 E. 2.1; 4A_487/2021 vom 14. Dezember 2021 E. 5.1). Eine Ausnahme von der Notwendigkeit der Beteiligung sämtlicher notwendiger Streitgenossen lässt die bundesgerichtliche Praxis im Zusammenhang mit der Erbteilungsklage zu. Demnach müssen nicht sämtliche Miterben beteiligt werden, wenn einzelne Erben sich dem ergehenden Teilungsurteil unterziehen, wie auch immer es ausfallen möge (BGE 136 III 123 E. 4.4.1; 100 II 440 E. 1; 93 II 11 E. 2b; Urteil 5A_685/2020 vom 19. April 2021 E. 3.1). Im Falle einer sog. Prozessabstandserklärung durch bestimmte Miterben kann daher auf die Einbeziehung dieser Miterben als notwendige Streitgenossen in das Verfahren verzichtet werden (BGE 136 III 123 E. 4.2.2; vgl. SUTTER - SOMM / AMMANN, Der Prozessabstand im Erbteilungsverfahren, in: Schmid et al. [Hrsg.], Spuren im Erbrecht - Festschrift für Paul Eitel, 2022, S. 588). Ob diese Rechtsprechung - wie die Beschwerdeführerin in Abrede stellt - auf den vorliegenden Fall zur Anwendung gelangt, kann aus den nachfolgenden Gründen dahingestellt bleiben.