Citation: 2C_972/2022 E. 5

Der Beschwerdeführer rügt einen Verstoss gegen Art. 14 in Verbindung mit Art. 8 EMRK durch die Verweigerung des Familiennachzugs. Weil Art. 14 EMRK nur akzessorisch - d.h. in Verbindung mit einem anderen von der EMRK gewährleisteten Recht - zur Anwendung kommt, ist zunächst zu prüfen, ob die Verweigerung des Familiennachzugs den Anwendungsbereich von Art. 8 EMRK eröffnet. Der Beschwerdeführer ist 1981 erstmals als Saisonnier in die Schweiz gekommen. Seit 1997 - mithin seit heute rund 27 Jahren - verfügt er über eine reguläre Aufenthaltsbewilligung. Im Jahr 2014 wurde ihm zudem die Niederlassungsbewilligung erteilt. Er verfügt damit in der Schweiz über ein gefestigtes Aufenthaltsrecht (BGE 142 II 35 E. 6.3; vgl. zum gefestigten Aufenthaltsrecht in Folge eines langjährigen Aufenthalts auch BGE 146 I 185 E. 5.2 f.), und kann sich rechtsprechungsgemäss auch in Bezug auf den Familiennachzug seiner Ehegattin auf Art. 8 EMRK berufen (BGE 146 I 185 E. 6.2 mit Hinweisen). Weil der Anwendungsbereich von Art. 8 EMRK vorliegend eröffnet ist, kommt auch das Diskriminierungsverbot von Art. 14 EMRK zum Tragen.