Citation: 8C_214/2022 E. 4.3.3

4.3.3. Ihren - an die Rechtsprechung gemäss BGE 141 V 30 und BGE 132 V 215 angelehnten - Schluss auf ein deutlich erhöhtes Sturzrisiko, die daraus gefolgerte Wichtigkeit der Sturzprophylaxe und entsprechende Notwendigkeit einer C-Leg-Prothese untermauerte die Vorinstanz sodann im Wesentlichen mit dem bereits erwähnten Gutachten der Medizinischen Gutachtenstelle E.________ vom 31. Januar 2005. Nachdem dieses 15 Jahre vor der Oberschenkelamputation erstellt worden sei, so das kantonale Gericht, liessen sich daraus zwar weder eine medizinische Indikation für die Abgabe einer Oberschenkelprothese mit elektronischem Kniegelenk noch Hinweise oder Empfehlungen zur Art der Prothesenversorgung entnehmen. Aufgrund der zahlreichen, von den Gutachtern der Medizinischen Gutachtenstelle E.________ festgehaltenen somatischen und psychischen Beeinträchtigungen (vgl. diesbezüglich E. 4.1 hiervor) erscheine dennoch die Sturzprophylaxe als gewichtiges Argument für die Notwendigkeit einer C-Leg-Prothese. Wie die Suva zutreffend vorbringt - und auch das kantonale Gericht bis zu einem gewissen Grad anerkannte -, sind die genannten Urteile mit dem hier vorliegenden Sachverhalt nicht vergleichbar. Während die mechanische Prothese dort gemäss den medizinischen Beurteilungen von vornherein ungeeignet bzw. die C-Leg-Prothese somit funktionell notwendig war (vgl. BGE 141 V 30 E. 3.2.4 f.; BGE 132 V 215 E. 4.1 f.), lassen die aktenkundigen medizinischen Berichte hier keinen derartigen Schluss zu. Wie bereits die Vorinstanz erwog, wurde das Gutachten der Medizinischen Gutachtenstelle E.________ 15 Jahre vor der Oberschenkelamputation erstellt, weshalb diese Expertise für sich alleine nicht geeignet ist, Schlüsse hinsichtlich der Sturzgefahr und damit der Notwendigkeit einer C-Leg-Prothese zu ziehen. Soweit die Vorinstanz dies im Folgenden jedoch gleichwohl tat, ist ihre Argumentation offenkundig widersprüchlich. Aus den aktuellen Stellungnahmen des PD Dr. med. D.________ vom 6. und 13. Mai 2020 lässt sich in diesem Zusammenhang bloss entnehmen, dass die Sturzprophylaxe mittel- bis langfristig relevant sei. Die vorinstanzliche Feststellung einer deutlich erhöhten Sturzgefahr und damit der Notwendigkeit einer C-Leg-Prothese entbehrt vorliegend somit der fachlich-medizinischen Grundlage und ist damit offensichtlich unrichtig (vgl. E. 1.2 hiervor).