Citation: 4A_371/2023 E. 11.1

11.1. Die Vorinstanz erwog, die Beschwerdeführerin behaupte, die Erstinstanz habe die von ihr widerklageweise geltend gemachte Forderung zu Unrecht nicht zur Verrechnung zugelassen. Sie bringe zusammengefasst vor, der Beschwerdegegner habe in Bezug auf diese widerklageweise geltend gemachte Forderung die Einrede der Verjährung erhoben, womit er die Existenz der Forderung anerkannt und nur deren Durchsetzbarkeit bestritten habe; eine verjährte Forderung könne aber durchaus zur Verrechnung gebracht werden. Diese Argumentation - so die Vorinstanz weiter - gehe am Entscheid der Erstinstanz vorbei. Diese habe gar nicht die Ansicht vertreten, eine Verrechnung wäre grundsätzlich nicht möglich gewesen. Vielmehr habe sie festgehalten, die Beschwerdeführerin habe weder im Rahmen des doppelten Schriftenwechsels noch an der Hauptverhandlung eine Verrechnungserklärung abgegeben. Mit dieser Feststellung der Erstinstanz setze sich die Beschwerdeführerin mit keinem Wort auseinander. Ohne Verrechnungserklärung könne die Verrechnung von vornherein nicht eintreten (mit Verweis auf das Urteil 4A_549/2010 vom 17. Februar 2011 E. 3.3).