Citation: 1P.726/2004 07.01.2005 E. 2

Die Beschwerdeführerin wirft der Strafkammer vor, die Begründungspflicht und damit das rechtliche Gehör verletzt zu haben, weil sie beim Ausstandsentscheid den mündlichen Kontakt mit dem Untersuchungsrichter vom 1. September 2004 nicht erwähnt habe. Diese Rüge ist aufgrund ihrer formellen Natur vorweg zu behandeln. 2.1 Der von Art. 29 Abs. 2 BV gewährleistete Anspruch auf rechtliches Gehör verlangt, dass die Behörde die Vorbringen des vom Entscheid in seiner Rechtsstellung Betroffenen auch tatsächlich hört, prüft und in der Entscheidfindung berücksichtigt (BGE 124 I 49 E. 3a S. 51 und 241 E. 2 S. 242, je mit Hinweisen). Die Begründungspflicht und der Anspruch auf Begründung sind nicht bereits dadurch verletzt, dass sich die urteilende Behörde nicht mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt. Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Punkte beschränken (vgl. BGE 126 I 97 E. 2b S. 102; 124 II 146 E. 2a S. 149; 124 V 180 E. 1a S. 181; 123 I 31 E. 2c S. 34; 121 I 54 E. 2c S. 57, je mit Hinweisen). 2.2 Die Strafkammer hat einlässlich begründet, weshalb sie die Befangenheit ihrer Mitglieder verneinte. Sie hat dazu u.a. dargetan, dass sie mit der Aufforderung an den Untersuchungsrichter, rasch zu entscheiden, ihrer Aufsichtspflicht und dem Beschleunigungsgebot nachgekommen sei. Wenn sie dabei den mündlichen Kontakt vom 1. September 2004 nicht ausdrücklich erwähnt hat, ist ihr daraus noch kein Vorwurf der Gehörsverletzung zu machen. Die Argumente für die Ablehnung des Ausstandsgesuchs wurden klar dargelegt, so dass es der Beschwerdeführerin ohne Weiteres möglich war, diese anzufechten. Die Rüge erweist sich als unbegründet.