Citation: B 148/06 27.07.2007 E. 4

Streitig und zu prüfen ist in erster Linie, ob die Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zu einer Erwerbsunfähigkeit mit Zusprechung einer ganzen Rente der Invalidenversicherung ab 1. Januar 2003 führte, während des Anstellungsverhältnisses des Beschwerdeführers bei der damaligen Gewerbebank Y.________ vom 13. September 2000 bis 31. Januar 2002 (zuzüglich Nachdeckungsfrist von einem Monat gemäss Art. 10 Abs. 3 Satz 1 BVG) eingetreten ist. Wie die Vorinstanz zutreffend dargelegt hat, ist diese Frage unabhängig von den Feststellungen der IV-Stelle zu prüfen, weil die Pensionskasse nicht in das Verfahren der Invalidenversicherung einbezogen wurde (BGE 132 V 1 E. 3.3.2 S. 5). 4.1 Der Psychiater Dr. med. H.________ diagnostizierte im Bericht zuhanden der Invalidenversicherung vom 29. August 2003 nebst einem Tinnitus eine seit Jahren bestehende narzisstisch-neurotische Persönlichkeitsstörung und schätzte die Arbeitsunfähigkeit des Versicherten seit Dezember 2001 auf 90 - 100 %. In einem undatierten Beiblatt (vermutlich zum erwähnten Arztbericht) äusserte sich Dr. H.________ ausführlich zu den Aspekten des Krankheitsbildes und erklärte, dass und weshalb die Arbeitsfähigkeit nach wie vor zu 90 % eingeschränkt sei. Zum Beginn der Beeinträchtigung der Leistungsfähigkeit nahm er jedoch nicht Stellung. Ein weiteres vom Beschwerdeführer eingereichtes Schreiben des Dr. med. H.________ datiert vom 30. Oktober 2006. Der Psychiater führt darin aus, der Versicherte habe seine letzte Stelle in einem gewissen Gleichgewicht angetreten. Eine Persönlichkeitsstörung impliziere keine Arbeitsunfähigkeit. Die Diagnose einer solchen Störung allein bedinge nicht in jedem Fall einen Krankheitszustand. Es handle sich vielmehr um eine Beschreibung einer potenziellen Reaktionsweise, einer Eigenheit im Gebrauch von Ressourcen bei Problembewältigungen - Krankheitswert bekomme die Disposition im Zusammenhang mit situativen Bedingungen bzw. mit emotionellen Erschütterungen. (....). Erst durch das belastende Ereignis - hier eines um die Auflösung einer Beziehung - erfolge jeweils auch die emotionale Dekompensation. Die Lebengsgeschichte bzw. die Chronologie des Geschehens weise denn auch hier keinen andern als diesen natürlichen Verlauf und Zusammenhang aus. Ohne dieses zusätzliche Geschehen könne davon ausgegangen werden, dass der Versicherte damals seine Arbeit behalten hätte. Darüber hinaus fehlen Angaben aus ärztlicher Sicht zum Zeitpunkt des Eintritts der Arbeitsunfähigkeit. 4.2 Die Vorinstanz stellte wesentlich darauf ab, dass der Beschwerdeführer seine früheren Arbeitsstellen allesamt nach kurzer Zeit wieder verloren hatte, woraus sie schloss, dass er bereits bei Arbeitsbeginn bei der damaligen Gewerbebank erheblich in der Arbeitsfähigkeit eingeschränkt gewesen sei. Darauf deute auch sein Verhalten an dieser Stelle hin. 4.3 Dieser Auffassung kann nicht gefolgt werden. Von Bedeutung im Zusammenhang mit der Arbeitsfähigkeit ist beispielsweise die Mitarbeiterbeurteilung vom 13. Januar 2001, vier Monate nach Arbeitsaufnahme bei der Bank. Im entsprechenden Formular findet sich zweimal die Qualifikation "gut", sechsmal die Qualifikation "in Ordnung" und viermal die Qualifikation "erfüllt Anforderungen knapp". Hingegen wurde der Beschwerdeführer in keinem Arbeitsbereich als ungenügend eingestuft. Da eine Leistungsbeurteilung durch Vorgesetzte Qualität und Quantität der Arbeit umfasst, hat sie mit Bezug auf die Arbeitsfähigkeit etwelche Aussagekraft und kann nicht leichthin umgangen werden. Hinzu kommt, dass die Arbeitgeberin dem Versicherten Ende Mai 2001, über acht Monate nach Stellenantritt, eine Steigerung der Leistungen seit dem Qualifikationsgespräch attestierte. Dass der Versicherte während der ganzen Dauer des Anstellungsverhältnisses auffällige Verhaltensweisen an den Tag legte und deswegen am 28. Mai 2001 schriftlich verwarnt werden musste, mag zutreffen, lässt aber - auch unter Berücksichtigung der Tatsache, dass die früheren Arbeitsverhältnisse nach kurzer Zeit aufgelöst wurden, nicht auf vorbestehende Arbeitsunfähigkeit schliessen. Angesichts der dürftigen medizinischen Aktenlage sind ergänzende fachärztliche Abklärungen zur Frage, in welchem Zeitpunkt die Arbeitsunfähigkeit eingetreten ist, deren Ursache zur Invalidität mit Zusprechung einer ganzen Rente der Invalidenversicherung ab 1. Januar 2003 bei einem Invaliditätsgrad von 100 % führte, unumgänglich. Die Vorinstanz, an welche die Sache zurückzuweisen ist, wird ein psychiatrisches Gutachten einholen. Dieses wird Aufschluss darüber zu geben haben, ob die Arbeitsfähigkeit des Versicherten bereits bei Eintritt in die Gewerbebank in erheblichem Ausmass (etwa 20 %) beeinträchtigt war, wie das kantonale Gericht annimmt, oder ob der Beginn der Arbeitsunfähigkeit in die Zeit fällt, während welcher der Versicherte dort beschäftigt war, wie in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde geltend gemacht wird. Gestützt auf die Ergebnisse der Begutachtung wird das Sozialversicherungsgericht über die Klage neu entscheiden.