Citation: 2C_339/2018 E. 8.4

8.4. Aus beiden Berichten ergibt sich nicht, dass die Beschwerdeführerin einer im Rahmen von Art. 50 Abs. 1 lit. b AuG ausländerrechtlich relevanten häuslichen Oppression ausgesetzt gewesen wäre; aufgrund der Formulierungen in den ärztlichen Berichten ist davon auszugehen, dass die Aggressivität auch von ihr ausgegangen ist bzw. sie selber auch massgeblich zur angespannten Situation beigetragen hat. Den polizeilichen Berichten kann nichts anderes entnommen werden: Bei der Intervention vom 3. Dezember 2013 stellten die ausrückenden Polizisten eine undurchsichtige Situation fest, ohne dass geklärt werden konnte, was wirklich geschehen war; die Beschwerdeführerin wollte oder konnte hierzu keine näheren Angaben machen; immerhin stellten die Sanitäter fest, dass die Beschwerdeführerin nicht verletzt war. Aus dem Bericht zur polizeilichen Intervention vom 16. Januar 2014 geht hervor, dass das Ehepaar oft verbal miteinander stritt, wobei jeweils Eifersucht Auslöser der Konflikte bildete. Die Beschwerdeführerin warf ihrem Gatten vor, dass er sie überwache und sie kein Telephon besitzen dürfe. Sie bestätigte jedoch der Polizei gegenüber, dass die Auseinandersetzungen verbaler Natur gewesen seien und dass es zu keinen Handgreiflichkeiten gekommen sei. Bei beiden Parteien konnten - nach dem entsprechenden Polizeibericht - wiederum keine Verletzungen festgestellt werden. Zur polizeilichen Intervention vom 30. März 2014 gab die Beschwerdeführerin gemäss Rapport vom 3. Juni 2014 an, dass ihr Ehemann nach einem kurzen verbalen Streit, bei dem es um die angespannten ehelichen Verhältnisse gegangen sei, ihr mit der flachen Hand eine Ohrfeige auf die rechte Wange gegeben habe; zudem habe er sie an den Haaren gerissen und sie fest an der rechten Hand gepackt. Ihr Gatte seinerseits führte aus, dass ihn die Beschwerdeführerin wegen der angespannten ehelichen Situation plötzlich angeschrien und ihn einige Male geschubst sowie mehrmals mit der flachen Hand ins Gesicht geschlagen habe. Er habe weglaufen wollen, worauf ihm seine Frau gefolgt sei und ihn ebenfalls mehrmals auf den Rücken geschlagen habe.