Citation: I 339/04 07.12.2004 E. 3

3.1 Beweis zu führen ist im Rahmen der Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit über den Gesundheitszustand des Betroffenen. Ebenfalls dem Beweis zugänglich ist das funktionelle Leistungsvermögen, über welches eine versicherte Person in Anbetracht des erhobenen Gesundheitszustandes noch verfügt. Die Arztperson hat demnach lediglich zu der so - im Sinne des funktionellen Leistungsvermögens - verstandenen Arbeitsunfähigkeit Stellung zu nehmen, das heisst zu erläutern, ob und inwiefern die versicherte Person in ihren körperlichen oder geistigen Funktionen durch ihre Leiden eingeschränkt ist. Dabei äussert sich die Arztperson vorab zu jenen Funktionen, welche für die Arbeitsmöglichkeiten der versicherten Person wesentlich sind (Meyer-Blaser, Der Rechtsbegriff der Arbeitsunfähigkeit und seine Bedeutung in der Sozialversicherung, in: Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.], Schmerz und Arbeitsunfähigkeit, St. Gallen 2003, S. 47ff.). Die ärztlichen Angaben bilden eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Zumutbarkeit weiterer Arbeitsleistungen (BGE 105 V 158 Erw. 1 in fine und seitherige Rechtsprechung, vgl. auch Meyer-Blaser, a.a.O. Anhang 2 S. 105). 3.2 Das kantonale Gericht hat im Rahmen der Beweiswürdigung die gesamten medizinischen Unterlagen berücksichtigt und erwogen, die Beurteilung der medizinischen Situation der Beschwerdeführerin durch die Verwaltung und die daraus gezogenen Schlussfolgerungen, insbesondere hinsichtlich der ihr zumutbaren Arbeitsfähigkeit von 50 % in einer angepassten, leichten Tätigkeit, erschienen angesichts der erhobenen Befunde als stichhaltig, schlüssig und nachvollziehbar. Der Bericht von Dr. med. B.________ unterscheide sich - bei gleichen Befunden - lediglich hinsichtlich der attestierten Arbeitsunfähigkeit. Dieser Beurteilung ist zuzustimmen. Im Gutachten des Dr. med. B.________ fehlt es an einer Begründung, warum der Beschwerdeführerin in funktioneller Hinsicht überhaupt keine - auch nicht eine rückenschonende, leichte - Tätigkeit mehr zumutbar sein soll. Blosse Schmerzäusserungen ohne somatisches Korrelat durch die Betroffene reichen indessen nicht aus, um sämtliche Tätigkeiten als unzumutbar zu beurteilen. Zu berücksichtigen ist auch, dass die Atteste der Rheuma- und Rehabilitationsklinik des Spitals Y.________, wie auch der Rehaklinik Q.________ auf je mehrwöchigen Beobachtungen beruhen. Da sich schliesslich in den Akten keine Anhaltspunkte für eine eigentliche psychische Erkrankung der Beschwerdeführerin finden lassen - ein depressives Zustandsbild ist keine psychiatrische Diagnose -, besteht bis zu dem hier relevanten Zeitpunkt kein Bedarf für eine psychiatrische Begutachtung.