Citation: 4C.102/2000 17.07.2000 E. 2

2. Aufl. , S. 270; BERTI, Basler Kommentar, N. 14 zu Art. 60OR; a.M. SPIRO, Die Begrenzung privater Rechte durchVerjährungs-, Verwirkungs- und Fatalfristen, Band I, S. 198Anm. 5). Im vorliegenden Fall begann die dreijährigestrafrechtliche Verjährungsfrist gemäss Art. 51 Abs. 1 aURGmit der Begehung der Verletzung - also 1991 - zu laufen(Art. 71 StGB). Die Frist war somit bei Klageeinreichung imJahre 1997 abgelaufen und daher ein Anspruch ausunerlaubter Handlung auch dann verjährt, wenn alsmassgebende Verjährungsfrist die strafrechtlicheherangezogen wird (Art. 60 Abs. 2 OR). b) Weil allfällige direkte Ansprüche des Klägers gegenden Beklagten aus unerlaubter Handlung undungerechtfertigter Bereicherung verjährt sind, kann eineHaftung des Beklagten nur in Frage kommen, wenn einerForderung auf Gewinnherausgabe gemäss Art. 423 Abs. 1 ORnicht auch die vom Beklagten erhobene Einrede derVerjährung entgegensteht. Die Vorinstanz hielt dafür, dassauch der Gewinnherausgabeanspruch der einjährigenVerjährungsfrist unterliegt; sie wies die Klage deshalb ab. aa) Wurde die Geschäftsführung nicht mit Rücksicht aufdas Interesse des Geschäftsherrn unternommen, so ist diesergemäss Art. 423 Abs. 1 OR gleichwohl berechtigt, sich dieaus der Führung seiner Geschäfte entspringenden Vorteileanzueignen. Nach einhelliger Auffassung findet dieseBestimmung jedenfalls auf die dem Beklagten im vorliegendenFall vorgeworfene bösgläubige unechte Geschäftsführung ohneAuftrag - auch Eigengeschäftsführung oderGeschäftsanmassung genannt - Anwendung (BGE 126 III 69 E. 2a S. 72 mit Hinweisen). Ob deren Voraussetzungen gegebensind, kann offen gelassen werden, sofern sich nachfolgenderweisen sollte, dass ein Gewinnherausgabeanspruch ohnehinverjährt ist. bb) In einem Entscheid aus dem Jahre 1960 hat dasBundesgericht festgehalten, auf den Anspruch desGeschäftsführers auf Ersatzleistung durch denGeschäftsherrn gemäss Art. 423 Abs. 2 OR seien dieBestimmungen über die Verjährung der Forderungen ausungerechtfertigter Bereicherung anwendbar (BGE 86 II 18 E. 7 S. 26). Über die Verjährung des Gewinnherausgabeanspruchsgemäss Art. 423 Abs. 1 OR hat sich das Bundesgerichtallerdings nicht ausgesprochen. cc) Ein Teil der Lehre hält dafür, auf denGewinnherausgabeanspruch gemäss Art. 423 Abs. 1 OR die10-jährige Verjährungsfrist von Art. 127 OR anzuwenden(ENGEL, Contrats de droit suisse, 2. Aufl. , S. 574; HONSELL, Schweizerisches Obligationenrecht Besonderer Teil,