Citation: I 48/03 21.10.2003 E. 5

5.1 Zu prüfen ist im Weiteren, ob die Beschwerdeführerin auf Grund eines psychischen Leidens in ihrer Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt ist. 5.1.1 In Anlehnung an den Bericht des Spitals X.________ vom 27. Dezember 1999 beauftragte die Beschwerdegegnerin die Psychiatrischen Dienste des Kantons Solothurn mit der Erstellung eines Gutachtens, welches am 18. Juli 2000 erstattet wurde. Darin gelangte Frau Dr. med. N.________ zum Ergebnis, dass die Beschwerdeführerin an einer rezidivierenden depressiven Störung (ICD-10: F33.4) leide und deshalb vollständig arbeitsunfähig sei. 5.1.2 Das psychiatrische Untergutachten der MEDAS vom 10. Juli 2001 negierte demgegenüber das Vorliegen einer nach ICD-10 diagnostizierbaren psychiatrischen Störung und bestätigt die bereits in der rheumatologischen Expertise festgestellte 100%ige Arbeitsfähigkeit. 5.1.3 Im nachträglich eingereichten Bericht des Dr. med. A.________ vom 11. März 2003, welcher sich umfassend mit der psychiatrischen Beurteilung durch die MEDAS auseinandersetzt, wurde eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4) festgestellt, auf Grund welcher bei der Versicherten eine vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit bestehe. 5.2 Nach dem Gesagten erhellt, dass bezüglich des psychischen Krankheitsbildes voneinander abweichende Diagnosen vorliegen. Während Frau Dr. med. N.________ und Dr. med. A.________ eine - wenn auch unterschiedliche - psychische Störung nach ICD-10 bejahen, wird eine solche durch die MEDAS-Ärzte verneint. Unbestritten ist lediglich, dass die Beschwerdeführerin an einem generalisierten Schmerzsyndrom und daher täglich unter Schmerzen leidet. Die subjektiven Empfindungen der Versicherten, wonach sie sich wegen Müdigkeit und Konzentrationsstörungen als nicht mehr leistungs- und arbeitsfähig fühlt, genügen für sich allein indes nicht zur Begründung einer (teilweisen) Erwerbsunfähigkeit. Ferner bestehen erhebliche Differenzen in der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit zwischen den Ärzten der MEDAS und des Spitals X.________ auf der einen Seite (100%ige Arbeitsfähigkeit im angestammten Beruf und in jeder anderen leichten Tätigkeit) und denjenigen der Psychiatrischen Dienste des Kantons Solothurn sowie des Dr. med. A.________ auf der anderen Seite (100%ige Arbeitsunfähigkeit). 5.3 In Anbetracht dieser Aktenlage ist eine abschliessende und rechtskonforme Beurteilung der Arbeitsfähigkeit aus psychischer Sicht und somit des Invaliditätsgrades nicht möglich. Vielmehr drängt sich die Einholung eines weiteren Gutachtens auf, welches sich mit den Widersprüchen zwischen den einzelnen ärztlichen Aussagen befassen und insbesondere zur Frage Stellung nehmen wird, ob die Beschwerdeführerin in der relevanten Zeit bis zum Verfügungserlass (25. März 2002; BGE 121 V 366 Erw. 1b mit Hinweisen) an einem psychischen Gesundheitsschaden mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit gelitten hat. Die Sache ist daher an die IV-Stelle zurückzuweisen, welche ein entsprechendes Gutachten veranlassen und hernach erneut über den Rentenanspruch der Beschwerdeführerin zu befinden haben wird. Das Eidgenössische Versicherungsgericht hat in diesem Zusammenhang in BGE 127 V 299 f. Erw. 5 unter Bezugnahme auf Lehre und Rechtsprechung präzisierend darauf hingewiesen, dass es zur Annahme einer Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in jedem Fall ein medizinisches Substrat braucht, welches (fach)ärztlicherseits schlüssig festgestellt wird und nachgewiesenermassen die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich einschränkt. Das klinische Beschwerdebild darf nicht einzig in Beeinträchtigungen bestehen, welche von belastenden soziokulturellen Faktoren herrühren, sondern hat davon psychiatrisch zu unterscheidende Befunde zu umfassen, wie beispielsweise eine von depressiven Verstimmungszuständen klar unterscheidbare andauernde Depression im fachmedizinischen Sinne oder einen damit vergleichbaren psychischen Leidenszustand. Ist andererseits eine psychische Störung mit Krankheitswert schlüssig erstellt, kommt der Frage zentrale Bedeutung zu, ob und inwiefern, allenfalls bei geeigneter therapeutischer Behandlung, von der versicherten Person trotz des Leidens willensmässig erwartet werden kann, zu arbeiten und einem Erwerb nachzugehen. Entscheidend ist hierbei auch, ob die betroffene Person über psychische Ressourcen verfügt, die es ihr erlauben, mit ihrer psychischen Störung umzugehen, und auf Grund ihrer psychischen Verfassung beispielsweise die Möglichkeit hat, trotz ihrer subjektiv erlebten Schmerzen eine Arbeitsleistung zu erbringen (Urteil A. vom 10. Juli 2002, I 310/00, Erw. 1 mit Hinweisen auf die Rechtsprechung).