Citation: 2A.453/2003 08.09.2004 E. 2

2.1 Nach Art. 9 Abs. 2 lit. a der hier noch anwendbaren Angestelltenordnung ETH-Bereich vom 13. Dezember 1999 (AngO ETH-Bereich; AS 2000 457 ff.) kann das Dienstverhältnis nach zehnjähriger Dauer unter Angabe der Gründe auf das Ende des sechsten der Kündigung folgenden Monats aufgelöst werden. Nach Art. 28 Abs. 2 AngO ETH- Bereich haben die Angestellten die Weisungen der Vorgesetzten gewissenhaft und vernünftig auszuführen. Es ist unbestritten, dass die Beschwerdeführerin die ihr zugewiesene Arbeit (teilweise) verweigert hat und dass die Arbeitsverweigerung grundsätzlich einen zulässigen Grund für die Auflösung des Dienstverhältnisses bildet. Die Beschwerdeführerin wendet indessen ein, sie habe die Arbeit verweigern dürfen, weil die ihr zugewiesene Tätigkeit geschlechtsdiskriminierend und damit unzumutbar gewesen sei. 2.2 Die Rekurskommission ist davon ausgegangen, dass ein Vergleich des Pflichtenhefts der Beschwerdeführerin mit jenem von Stabsmitarbeitern anderer Departemente eine Diskriminierung aufgrund des Geschlechts glaubhaft erscheinen lasse, weshalb die ETHZ die entsprechende Vermutung zu widerlegen habe (vgl. Art. 6 GlG; E. 3 und 4c/bb ihres Entscheids). Es sei zweifelhaft, ob es sich bei den zugewiesenen "Sekretariatsarbeiten" (Raumkoordination der Zeichensäle, Auditorien, Assistenzen; Stundenplankoordination, Koordination der Semesterprogramme; administrative Vorbereitung der Lehraufträge) um eigentliche Aufgaben einer Sekretärin, also um Arbeiten handle, die typischerweise von Frauen ausgeführt würden. Die Frage der Geschlechtsdiskriminierung könne aber letztlich dahin gestellt bleiben, da sich die Kündigung so oder anders als sachlich gerechtfertigt erweise: Die quantitative Zuweisung anderer Arbeiten im Umfang von 30 % und die Unterstellung unter den Stabschef seien der Beschwerdeführerin zumutbar gewesen; indem sie die Zusammenarbeit mit und die Unterstellung unter diesen mehrfach generell und unabhängig von der Natur der ihr übertragenen Aufgaben abgelehnt habe, habe sie ihre Dienstpflicht wiederholt verletzt und damit einen triftigen Grund für die Kündigung gesetzt (E. 4c/cc u. E. 4d des Entscheids). 2.3 Die Beschwerdeführerin beanstandet diese Argumentation: Wenn - wie die Rekurskommission angenommen habe - offen bleibe, ob die glaubhaft gemachte Diskriminierung widerlegt werden konnte, müsse davon ausgegangen werden, dass sie erstellt sei. Eine Kündigung erscheine dann aber unzulässig. Im Übrigen habe sie die Arbeit nicht wegen deren Quantität, sondern wegen ihrer inhaltlichen Unzumutbarkeit verweigert. Sie habe entgegen der Darstellung der Rekurskommission nicht die Unterstellung unter den Stabschef, sondern nur die Weisungsabhängigkeit von diesem abgelehnt. Die Rekurskommission argumentiere widersprüchlich, wenn sie einerseits eine Diskriminierung im Vergleich mit Stabsstelleninhabern anderer Departement bejahe, weil dort eine selbständige, nicht weisungsgebundene Erledigung vorgesehen sei, ihre Unterstellung unter die Weisungsgewalt des Stabschefs aber dennoch als zumutbar erachte. 2.4 Die Argumentation der Rekurskommission ist diesbezüglich in der Tat nicht ganz widerspruchsfrei: Eine Diskriminierung aufgrund des Geschlechts hinsichtlich der Aufgabenzuteilung und der Gestaltung der Arbeitsbedingungen wird vermutet, falls eine solche glaubhaft gemacht ist (Art. 6 GlG; BGE 127 III 207 E. 3b, mit Hinweisen). Wenn die Rekurskommission angenommen hat, dies sei für die Arbeitszuweisung an die Beschwerdeführerin der Fall, zugleich aber die Frage der Diskriminierung durch die zugewiesenen Arbeiten offen lässt, bedeutet dies an sich, dass der Beweis des Gegenteils nicht erbracht ist und die Diskriminierung beweislastmässig deshalb als erstellt zu gelten hat. Dieser Widerspruch ist indessen nicht entscheidwesentlich, falls tatsächlich keine Diskriminierung vorliegt, d.h. der Beweis des Gegenteils erbracht ist, oder entgegen der Annahme der Rekurskommission und der Beschwerdeführerin die Diskriminierung schon gar nicht erst glaubhaft gemacht erscheint.