Citation: 8C_522/2022 E. 5

Was die Einstellungsdauer anbelangt, erachtete das kantonale Gericht die von der Beschwerdeführerin verfügten 54 Tage selbst unter Berücksichtigung, dass die Beschwerdegegnerin schon früher mit Einstellungstagen sanktioniert worden war, als der Sache nicht angemessen. Dies, weil ein Teil der ursprünglichen Vorhaltungen (unvollständiges Bewerbungsdossier) bereits im Einspracheverfahren fallen gelassen worden sei. Darüber hinaus sei der Beschwerdegegnerin zugute zu halten, dass das AWA das Arztzeugnis bereits aus früheren Verfahren kannte, ohne der Einlegerin deswegen (bisher) die Vermittlungsfähigkeit abgesprochen zu haben; wenn die Beschwerdegegnerin dergestalt das Arztzeugnis im Bewerbungsprozess erneut eingereicht habe, so sei ihr dies im Sinne eines entschuldbaren Grundes anzurechnen, sodass der bei Ablehnung einer zumutbaren Arbeit grundsätzlich vorgesehene Sanktionsrahmen von 31 bis 60 Tagen unterschritten werden dürfe. Eine Reduktion der Einstelltage um die Hälfte auf neu 27 Tage erscheine gesamthaft gesehen als dem Verschulden angemessen. Das AWA wendet ein, es seien keine entschuldbaren Gründe oder besonderen Umstände gegeben, die ein Unterschreiten des Einstellrahmens für schweres Verschulden (31 bis 60 Tage) erlauben würden. Deshalb verletze die Vorinstanz mit der Reduktion auf 27 Tage Bundesrecht.