Citation: 4A_111/2018 E. 5.3.1

5.3.1. Die Beschwerdeführer machen geltend, die Vorinstanz übersehe, dass die Mitwirkung bei einem Gutachten nach Treu und Glauben zu würdigen sei. Die Beschwerdeführer hätten die aktive Mithilfe der Beschwerdegegnerin beim Gutachten als verjährungsunterbrechende Schuldanerkennung interpretieren dürfen. Indem die Vorinstanz dem Gutachten jegliche Bedeutung für die Frage der Verjährungsunterbrechung abspreche, verletze sie in falscher Interpretation von Art. 135 Ziff. 1 OR Bundesrecht. Den Beschwerdeführern ist nicht zu folgen. Sie durften den Umstand, dass die Beschwerdegegnerin am Gutachten mitgewirkt hat, nach Treu und Glauben nicht als Bestätigung einer rechtlichen Verpflichtung verstehen. Wie die Vorinstanz verbindlich feststellte (vgl. E. 5.1.3 hiervor), war das Gutachten rein technischer Natur, es untersuchte die technischen Ursachen des Wassereintritts unter Ausblendung der Haftungsfrage. Es ist (ohne weitere Anhaltspunkte) nicht ersichtlich, weshalb bereits die Mitwirkung der Beschwerdegegnerin an einem derartigen Gutachten, welches zum Ziel hatte, die technischen Ursachen des Wassereintritts zu klären, eine konkludente Schuldanerkennung darstellen sollte. Dies namentlich auch deshalb, weil die Anerkennung deutlich zum Ausdruck gebracht werden muss (PETER GAUCH, a.a.O., S. 814 f., Rz. 2266). Die Mitwirkung am Gutachten ist vielmehr ähnlich zu behandeln wie eine Erklärung, der Sache nachzugehen. Daran ändert auch der Umstand nichts, dass das Gutachten durch die Haftpflichtversicherung der Beschwerdegegnerin initiiert wurde, zumal die Beschwerdegegnerin gemäss verbindlichen Feststellungen der Vorinstanz (trotz gegenteiliger Aufforderung im Juli 2010 und damit zeitlich vor dem Gutachten), keine Zusicherung für Nachbesserungsarbeiten abgegeben hat. Allein aufgrund der Tatsache, dass der Unternehmer sich gemeinsam mit dem Gläubiger an der Lösungssuche beteiligt (und dazu parallel versucht Dritte zu involvieren), ohne aber ausdrücklich oder stillschweigend seine Verantwortung anzuerkennen, darf der Gläubiger nicht auf jegliche verjährungsunterbrechende Massnahmen verzichten (vgl. Urteil 4C.421/2005 vom 6. April 2006 E. 5.2). Die Schlussfolgerung der Vorinstanz, die Beschwerdeführer hätten in der Mitwirkung beim Gutachten durch die Beschwerdegegnerin nach Treu und Glauben keine Schuldanerkennung im Sinne von Art. 135 Ziff. 1 OR erblicken dürfen, verstösst somit nicht gegen Bundesrecht.