Citation: 6P.115/2003 17.11.2003 E. 6

Die Beschwerdeführerin bringt vor, das Obergericht sei zu Unrecht aufgrund der allgemeinen Lebenserfahrung davon ausgegangen, die vom Beschwerdegegner geltend gemachten Schmerzen und Sehstörungen seien auf den Einsatz des Pfeffersprays zurückzuführen. Diese Schlussfolgerung sei offensichtlich unrichtig. Das Obergericht hätte vielmehr zu ihren Gunsten annehmen müssen, dass die Bindehautentzündung des Beschwerdegegners eineinhalb Monate nach dem Zwischenfall eine andere Ursache gehabt habe. 6.1 Im Verfahren der eidgenössischen Nichtigkeitsbeschwerde ist der Kassationshof an die Tatsachenfeststellungen der kantonalen Behörden gebunden (Art. 277bis Abs. 1 Satz 2 BStP). Tatsächliche Feststellungen, die ausschliesslich auf allgemeiner Lebenserfahrung beruhen, sind jedoch nicht verbindlich und können frei überprüft werden (Schubarth, Nichtigkeitsbeschwerde 2001, N. 171; BGE 116 IV 306 E. 2b; 115 IV 189 E 4b; 104 IV 18 E. 3, 192 E. 2b). 6.2 Wie bei der Behandlung der staatsrechtlichen Beschwerde ausgeführt, basiert die obergerichtliche Beurteilung der gesundheitlichen Folgen der Pfeffersprayattacke für den Beschwerdegegner vornehmlich auf dessen Aussagen. Auf die allgemeine Lebenserfahrung stützt sich das Obergericht lediglich hilfsweise zur Überprüfung der Plausibilität der Aussagen. Zudem berücksichtigt es den Arztbericht vom 27. Juli 2001, wonach der Einsatz eines Pfeffersprays die diagnostizierten gesundheitlichen Beeinträchtigungen verursachen kann. Die in Frage stehende Feststellung ist demnach für den Kassationshof verbindlich. Soweit die Beschwerdeführerin in diesem Zusammenhang eine Verletzung der Maxime "in dubio pro reo" geltend macht, ist darauf im Rahmen der Nichtigkeitsbeschwerde ohnehin nicht einzutreten (Art. 269 Abs. 2 BStP).