Citation: U 14/01 30.04.2001 E. 4

4.- a) Des Weitern ging das kantonale Gericht gestützt auf die weitgehend übereinstimmenden ärztlichen Berichte davon aus, dass der Beschwerdeführer auf Grund erheblicher psychischer Störungen daran gehindert sei, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. Offen gelassen hat es die Frage, ob zwischen dem Unfall und den psychisch bedingten Beschwerden ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Dies lässt sich nicht beanstanden, da es am adäquaten Kausalzusammenhang fehlt, wie sich im Folgenden zeigen wird. b) Auf Grund des augenfälligen Geschehensablaufs und der dabei erlittenen Gesundheitsschädigung ist der Unfall vom 1. März 1996, bei dem der Versicherte auf einem Dach ausrutschte und den drohenden Sturz aus rund 9 Metern Höhe durch Festhalten an einer Dachrinne gerade noch vermeiden konnte, dem mittleren Bereich zuzuordnen (vgl. RKUV 1998 Nr. U 307 S. 449 Erw. 3a und 1995 Nr. U 215 S. 91 Erw. b betreffend Abgrenzung zu den schweren Unfallereignissen). Der Unfall war zwar eindrücklich und von einer gewissen Dramatik, wenn man bedenkt, was hätte geschehen können, wenn der Beschwerdeführer tatsächlich gestürzt wäre. Eine besondere Eindrücklichkeit oder besonders dramatische Begleitumstände, wie sie BGE 115 V 140 Erw. 6c/aa voraussetzt, liegen indessen nicht vor. Von einer schweren oder besonderen Art der Verletzungen, die erfahrungsgemäss geeignet ist, psychische Fehlentwicklungen auszulösen, kann nicht gesprochen werden. Der Unfallversicherer hat die Kosten einer psychotherapeutischen Behandlung nur dann zu übernehmen, wenn das psychische Leiden adäquat unfallkausal ist. Aus deren Unterlassung darf weder auf eine ärztliche Fehlbehandlung geschlossen werden, noch geht es an, gestützt auf dieses Kriterium die Adäquanzfrage zu beurteilen. Es verhält sich diesbezüglich nicht anders als mit der psychisch bedingten Arbeitsunfähigkeit, die weder in Bezug auf Dauer noch Ausmass in die Adäquanzprüfung einbezogen werden darf (RKUV 1993 Nr. U 166 S. 94 Erw. 2c mit Hinweisen). Was die geltend gemachte iatrogene Schädigung, die mangels rechtzeitiger psychiatrischer Behandlung und anfänglichem Verunsichern und Nichternstnehmen des Patienten entstanden sei, betrifft, kann der SUVA und ihren Ärzten diesbezüglich kein Vorwurf gemacht werden. Erstmals anlässlich der kreisärztlichen Untersuchung vom 15. Oktober 1996 zeigte sich der Versicherte psychisch auffällig, worauf Dr. med. A.________ eine zeitlich begrenzte Verabreichung von Seresta oder Temesta empfahl. Gemäss einer Aktennotiz vom 30. Oktober 1996 nahm Kreisarzt Dr. med. W.________ mit dem Hausarzt Kontakt auf und ordnete eine ambulante Abklärung in der Rehaklinik Y.________ an. Der konsiliarisch beigezogene Dr. med. K.________ veranlasste nach seiner Untersuchung die Einleitung einer psychiatrischen Behandlung. Zufolge psychischer Überlagerung der somatischen Leiden ist das Kriterium der körperlichen Dauerschmerzen nicht erfüllt. Es liegt auch keine ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung somatischer Unfallfolgen vor. Ebenso wenig ist ein schwieriger Heilungsverlauf ausgewiesen. Die organischen Unfallfolgen bedingten keine langdauernde Arbeitsunfähigkeit von Erheblichkeit. Bereits am 11. März 1996 nahm der Beschwerdeführer seine Arbeit zu 50 % auf und ab 18. März 1996 war er voll arbeitsfähig. In der Folge war er nur während kurzer Zeit vorübergehend arbeitsunfähig. Die später erneut eingetretene Arbeitsunfähigkeit war überwiegend psychisch bedingt. Insgesamt ist somit weder ein einziges Kriterium in besonders ausgeprägter Weise gegeben, noch sind die massgebenden Kriterien in gehäufter oder auffallender Weise erfüllt, weshalb die Adäquanz des psychischen Gesundheitsschadens zu verneinen ist und die SUVA für die psychisch bedingten Beeinträchtigungen der Erwerbsfähigkeit nicht haftet.