Citation: 1C_321/2018 E. 2.4

2.4. Der Führer, der sein Fahrzeug in den Verkehr einfügen, wenden oder rückwärts fahren will, darf andere Strassenbenützer nicht behindern; diese haben den Vortritt (Art. 36 Abs. 4 SVG). Nach Art. 17 Abs. 1 der Verkehrsregelnverordnung vom 13. November 1962 (VRV; SR 741.11) hat der Fahrzeugführer sich vor dem Wegfahren zu vergewissern, dass er keine Kinder oder andere Strassenbenützer gefährdet (Satz 1). Bei Fahrzeugen mit beschränkter Sicht nach hinten ist zum Rückwärtsfahren eine Hilfsperson beizuziehen, wenn nicht jede Gefahr ausgeschlossen ist (Satz 2). Der Beschwerdeführer hat diese Verkehrsregeln unbestrittenermassen verletzt. Unabhängig davon, ob es dabei zu einer Berührung mit der sich in der Nähe aufhaltenden Frau gekommen ist, hat er mit seinem Fahrmanöver zudem zumindest in Kauf genommen, eine Gefahr für deren Sicherheit und diejenige weiterer Strassenbenützer hervorzurufen. Insbesondere weil diese Gefahr durch die Benutzung seiner Rückfahrkamera mit geringem Aufwand hätte vermieden werden können, zeugt sein Verhalten sodann von einer vergleichsweise grossen Rücksichtslosigkeit. Daher ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz sein Verschulden als nicht mehr leicht beurteilte. Von untergeordneter Bedeutung ist bei dieser Sachlage, ob der Beschwerdeführer vor dem Wegfahren auch in den Rückspiegel geschaut hat. Somit sind nicht alle privilegierenden Elemente einer leichten Widerhandlung im Sinne von Art. 16a Abs. 1 lit. a SVG gegeben, weshalb eine mittelschwere Widerhandlung gemäss Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG anzunehmen ist. Ob die vom Beschwerdeführer in Kauf genommene Gefahr nicht mehr als gering erscheint, kann offen bleiben. Aus seinem Vorbringen, aufgrund seines tadellosen Leumunds sei von der Anordnung einer Massnahme abzusehen, kann der Beschwerdeführer ferner nichts zu seinen Gunsten ableiten. So sind die Umstände des Einzelfalls gemäss Art. 16 Abs. 3 SVG zwar zu berücksichtigen, die Mindestentzugsdauer darf dabei aber nicht unterschritten werden. Dem Grundsatz der Verhältnismässigkeit (Art. 5 Abs. 2 BV) kommt in diesem Zusammenhang im Übrigen keine über die Bestimmungen des SVG hinausgehende Bedeutung zu. Mit seiner Gesetzmässigkeit erweist sich der angeordnete Warnungsentzug zugleich als geeignet, notwendig und für den Beschwerdeführer zumutbar, um das Ziel der Verkehrssicherheit zu erreichen (vgl. zum Verhältnismässigkeitsprinzip BGE 140 II 194 E. 5.8.2 S. 199 f.; zum Zweck des Warnungsentzugs BGE 141 II 220 E. 3.1.2 S. 224; je mit Hinweisen). Der angefochtene Entscheid verletzt kein Bundesrecht.