Citation: 4A_606/2016 E. 3.1.1

3.1.1. In der Lehre, auf welche die Beschwerdeführerin verweist, wird allerdings die Auffassung vertreten, weil Dienstleistungen regelmässig nicht unentgeltlich erbracht würden, sei praktisch von einer Umkehr der gesetzlichen Vermutung auszugehen. Eine Gefälligkeit, welcher der Charakter des rechtlich Verbindlichen fehle, sei nur dann anzunehmen, wenn es an erkennbaren wirtschaftlichen oder sonstwie geschützten Interessen mangle und nicht von Auswirkungen auf das Vermögen des Tätigwerdenden auszugehen sei. Für einen entgeltlich zustande gekommenen Auftrag spreche hingegen, wenn der Tätigwerdende unter den gegebenen Umständen nach Treu und Glauben in Beachtung der Verkehrssitte auf einen Rechtsbindungswillen des Vertragspartners habe schliessen dürfen (WEBER, in: Basler Kommentar, Obligationenrecht I, 6. Aufl. 2015, N. 16 zu Art. 394 OR mit Hinweisen auf Lehre und Rechtsprechung).