Citation: 4A_528/2022 E. 4.3.4

4.3.4. Soweit der Beschwerdeführer zumindest sinngemäss die Verhältnismässigkeit der verhängten Sperre bestreitet (etwa unter Hinweis auf Treu und Glauben, Art. 27 Abs. 2 ZGB respektive seine Persönlichkeitsrechte oder die "Ziele der Dopingbekämpfung"), kann eine Ordre-public-Widrigkeit nur angenommen werden, wenn die Sanktion eine offensichtliche und schwerwiegende Persönlichkeitsverletzung darstellen würde. Solche Umstände sind im angefochtenen Schiedsentscheid nicht festgestellt. Die zweijährige Wettkampfsperre ist für einen professionellen Ringer zwar einschneidend, begründet für sich genommen jedoch keine derartige Persönlichkeitsverletzung (vgl. Urteile 4A_448/2013 vom 27. März 2014 E. 3.3; 4A_522/2012 vom 21. März 2013 E. 4.2.2). Im Gegensatz zu dem Fall, der dem vom Beschwerdeführer ins Feld geführten Urteil zugrunde lag (BGE 138 III 322 "Matuzalem"), ist die streitgegenständliche Sperre zeitlich begrenzt und folgt auch nicht etwa aus dem blossen Ausbleiben einer Zahlung, sondern aus einer Verletzung des massgebenden Anti-Doping-Reglements, das beim Befund einer verbotenen Substanz Entlastungsmöglichkeiten zugunsten des Athleten vorsieht, deren Nachweis dem Beschwerdeführer jedoch nicht gelang. Im Übrigen wurde bei der Bemessung der Dauer der Sperre dem Umstand, dass der Dopingverstoss nicht absichtlich ("non-intentional") erfolgte, und damit dem Verhältnismässigkeitsprinzip Rechnung getragen (vgl. Sachverhalt Bst. B).