Citation: 4A_570/2022 E. 4.1

4.1. Das Bundesgericht erwog in seinem Rückweisungsentscheid, dass die von der Weltorganisation für geistiges Eigentum (World Intellectual Property Organisation, WIPO) und dem Pariser Verband (Paris Union for the Protection of Industrial Property) zum Schutz des geistigen Eigentums in einer gemeinsamen Empfehlung entwickelten Kriterien (siehe insbesondere die Auflistung verschiedener Faktoren in Artikel 3 Abs. 1) für die Beurteilung eines hinreichenden Inlandbezugs (Joint Recommendation Concerning Provisions on the Protection of Marks, and Other Industrial Property Rights in Signs, on the Internet; nachfolgend: Joint Recommendation) als Hilfsmittel dienen können. Gleichzeitig wies es darauf hin, dass für die Beurteilung eines hinreichenden wirtschaftlichen Bezugs zur Schweiz stets eine Gesamtwürdigung der konkreten Umstände massgebend bleibe (BGE 146 III 225 E. 3.3.2). Dabei könne auch die technische Möglichkeit, den Abruf von Internetseiten territorial zu beschränken, nicht unbeachtet bleiben (BGE 146 III 225 E. 3.3.3). Die seit Erlass der Joint Recommendation erfolgte technische Entwicklung im Bereich des Internets (insbesondere in Form von sog. Geoblocking- bzw. Geotargeting-Massnahmen) sei in die Interessenabwägung mit einzubeziehen und die Kriterien der Joint Recommendation für einen hinreichenden wirtschaftlichen Bezug zur Schweiz ("commercial effect") seien entsprechend weit auszulegen (BGE 146 III 225 E. 3.3.4). Das Bundesgericht beanstandete in seinem Rückweisungsentscheid unter anderem, dass sich die Vorinstanz nicht mit dem klägerischen Argument auseinandergesetzt hatte, wonach die Twitter- und LinkedIn-Präsenzen erkennbar Teil eines einheitlichen, globalen Werbeauftritts der Beschwerdeführerinnen bilden, weshalb aufgrund des Bezugs von "merck.com" zur Schweiz auch bezüglich dieser Präsenzen von einer Zeichenverwendung auf dem Gebiet der Schweiz auszugehen sei (Urteil 4A_335/2019 vom 29. April 2020 E. 5.2, nicht publ. in BGE 146 III 225).