Citation: 5A_346/2023 E. 2

Das Obergericht hat festgestellt, dass es erste Annäherungsversuche im gemeinsamen Spiel gegeben habe, die Tochter aber noch zurückhaltend sei; es brauche mehr Zeit, bis sie Vertrauen in die Situation habe. Sie verweigere den Kontakt zum Vater nicht kategorisch und es lägen auch keine Gründe vor, einen solchen auszuschliessen. Entgegen der Behauptung der Mutter würden die begleiteten Kontakte nicht negativ verlaufen und der Vater verhalte sich gegenüber der Tochter adäquat; er zeige sich umsichtig, verständnisvoll und versuche spielerisch und achtsam, mit ihr Kontakt aufzubauen. Indes sei eine Begleitung der Kontakte weiterhin nötig; die Zusammenarbeit mit dem Vater sei herausfordernd. Die Besuchsbegleiterin, die Beiständin und die Mutter würden das aufbrausende, fordernde und teils auch drohende Verhalten des Vaters schildern. Die Mutter sei durch seine verletzende, beleidigende und ungestüme Art stark gefordert und angesichts des teils drohenden Auftretens wäre ihr nicht zuzumuten, die Kontakte zwischen Vater und Tochter selbst zu organisieren. Der Stress der Mutter könnte bei der Tochter einen Loyalitätskonflikt hervorrufen; von einer Gefährdung des Kindes durch das begleitete Besuchsrecht könne aber keine Rede sein und es sei auch nicht ersichtlich, inwiefern ein kinderpsychiatrisches Gutachten oder eine psychiatrische Begutachtung des Vaters notwendig wäre. Vor dem Hintergrund der gesammelten Erfahrungen bestünden gute Chancen für den Aufbau einer Beziehung. Der Vater lasse sich auf die Tochter ein und zeige sich bemüht. Er bleibe Bestandteil ihrer Herkunft und es liege in ihrem Interesse, ein realistisches Bild von ihm zu erhalten; dazu gehörten auch dessen negativen Seiten. Aufgabe der Mutter sei es, nicht ihre eigenen Ängste auf die Tochter zu übertragen. Die Kontakte seien begleitet und das Verhalten des Vaters werde durch eine Fachperson genau mitverfolgt. Er sei zwar eine aufbrausende Person, aber Hinweise, dass er gegenüber der Tochter gewalttätig werden könnte, seien nicht vorhanden. Auch gegenüber Erwachsenen sei keine physische Gewalt aktenkundig. Zeitweise verhalte er sich ungebührlich und fordernd. Dass er Anlass hätte, dieses Verhalten auch gegenüber seiner Tochter an den Tag zu legen, sei aktuell jedoch nicht ersichtlich; abgesehen davon hätte dies aufgrund der engmaschigen Begleitung sofort Konsequenzen. Schliesslich liege klarerweise kein Rechtsmissbrauch vor, wenn der Vater auf Kontakten bestehe. Er habe einen Anspruch auf persönlichen Verkehr, solange das Kindeswohl dadurch nicht gefährdet sei, und daran ändere weder der lange Kontaktunterbruch noch die Tatsache etwas, dass er sich anfänglich über die Geburt nicht erfreut gezeigt habe.