Citation: 5A_46/2021 E. 4.3.2

4.3.2. Zur Zustellung der verfahrenseinleitenden Dokumente hat sich die Vorinstanz - im Wesentlichen mit Verweis auf die Erstinstanz - auf das Verfahren vor der Cour d'Appel de Nancy bezogen und kam zum Schluss, die Beschwerdeführerin habe sich auf dieses Verfahren vorbehaltlos eingelassen, weshalb Art. 34 Abs. 2 LugÜ nicht zur Anwendung gelange. Die Beschwerdeführerin habe nicht geltend gemacht und es sei auch nicht ersichtlich, dass sie gegen den Einbezug erst im Berufungsverfahren protestiert hätte. Somit sei auch eine Verletzung des formellen Ordre public zu verneinen, und zwar ungeachtet dessen, in welcher Form die Beschwerdeführerin über das hängige Berufungsverfahren orientiert worden sei. Die Konstellation eines Einbezugs erst vor der zweiten Instanz sei der Schweizer Rechtsordnung auch nicht fremd; bei einem Verzicht auf ein Schlichtungsverfahren (Art. 199 Abs. 2 lit. c ZPO) sowie erstinstanzlichem Nichteintreten wegen (offensichtlichen) Fehlens einer Prozessvoraussetzung, äussere sich eine beklagte Partei auch erstmals in dem von der klagenden Partei angestrengten Berufungsverfahren.