Citation: 8C_325/2024 E. 4.1

4.1. In ihrem Einspracheentscheid begründete die Allianz die Wiedererwägung der rentenzusprechenden Verfügung vom 14. Oktober 1993 mit verschiedenen Rechtsfehlern, die ihr bei der Rentenzusprache unterlaufen seien und ihre Verfügung deshalb als zweifellos unrichtig im Sinne von Art. 53 Abs. 2 ATSG erscheinen liessen. So ergebe sich aus dem Gutachten des Dr. med. B.________ vom 16. März 1989, dass die Beschwerdeführerin an ihrem früheren Arbeitsplatz wieder voll gearbeitet habe. Die Rente sei ihr daher zugesprochen worden, obwohl keine Arbeitsunfähigkeit mehr attestiert worden sei. Im Weiteren habe sie, die Allianz, sich bei der damaligen Leistungszusprache überhaupt nicht mit dem adäquaten Kausalzusammenhang zwischen den gesundheitlichen Beeinträchtigungen der Beschwerdeführerin und dem Unfallereignis bzw. der damals massgebenden Schleudertraumapraxis gemäss BGE 117 V 359 auseinandergesetzt. Auch die konkrete Rentenfestsetzung im Rahmen des der Verfügung zugrunde liegenden Vergleichs sei rechtswidrig. Dies folge daraus, dass der medizinische Endzustand nach Auffassung des Dr. med. B.________ spätestens am 24. Januar 1989 erreicht gewesen sei. Da die Entstehung des Rentenanspruchs nach Art. 19 UVG mit dem Fallabschluss zusammenfalle, sei die Einigung auf einen Rentenbeginn per 1. Juli 1993 widerrechtlich und damit auch im Rahmen eines Vergleichs unzulässig. Da der Rentenanspruch somit nicht mehr als fünf Jahre nach dem Unfall vom 10. September 1985 entstanden sei, hätte der versicherte Verdienst schliesslich auch nicht nach Art. 24 Abs. 2 UVV festgesetzt werden dürfen.