Citation: 8C_356/2024 E. 5.4.2

5.4.2. Im Rahmen der Adäquanzprüfung hat die Vorinstanz zunächst die Kriterien nach der Schleudertraumapraxis geprüft. Eine Verletzung von Bundesrecht ist diesbezüglich nicht ersichtlich: 5.4.2.1. Wie die Beschwerdeführerin letztinstanzlich einräumt, kann sie sich an den Unfallhergang nicht erinnern. Der Unfall kann daher nicht als besonders eindrücklich oder durch besonders dramatische Umstände begleitet bezeichnet werden (Urteil 8C_236/2016 vom 11. August 2016 E. 6.2.1.2), zumal nichts ersichtlich ist, was hier eine andere Sicht nahe legen würde. 5.4.2.2. Inwiefern die Vorinstanz Bundesrecht verletzt haben soll, indem sie das Kriterium der Schwere oder der besonderen Art der erlittenen Verletzungen unter Berücksichtigung der Kalottenfraktur mit Epiduralblutung und unter Verweis auf E. 6.2.2 des erwähnten Urteils 8C_236/2016 verneinte, ist nicht einzusehen. Daran vermag der Umstand, dass die Beschwerdeführerin unter anderem auch eine Fraktur am Digitalis I rechts (Daumen) sowie eine undislozierte vordere und hintere Beckenringfraktur links erlitt, nichts zu ändern. 5.4.2.3. Zu verneinen ist auch das Kriterium der fortgesetzt spezifischen und belastenden ärztlichen Behandlung. Die stationäre Behandlung vom 26. Dezember 2019 bis 8. Januar 2020 und die anschliessende stationäre Rehabilitation, die bis zum 14. März 2020 und damit etwas mehr als zwei Monate dauerte, reichen für eine Bejahung dieses Kriteriums nicht aus (vgl. Urteil 8C_453/2012 vom 14. Dezember 2012 E. 4.2.2). Die im Auftrag der IV-Stelle vom 4. Januar bis 3. April 2022 durchgeführte berufliche Abklärung im Zentrum für berufliche Abklärung für Menschen mit einer Hirnverletzung (ZBA) in Kriens stellt von vornherein keine ärztliche Behandlung dar. 5.4.2.4. Auch hinsichtlich des Kriteriums des schwierigen Heilungsverlaufs und der erheblichen Komplikationen vermag die Beschwerdeführerin keine relevanten Umstände darzulegen, die zu dessen Bejahung führen könnten. Hinsichtlich der von ihr (neben den neurokognitiven Defiziten) zusätzlich geltend gemachten Schmerzen an Fuss, Arm, Daumen, Kopf und Narben ist zu beachten, dass die somatischen Verletzungen laut Gutachten des ZMB vom 16. August 2021 "relativ folgenlos" abgeheilt waren und die Schmerzen als rein subjektiver Natur bewertet wurden. Die Operation vom 26. Dezember 2019 und die stationäre Rehabilitation (vgl. vorne E. 5.4.2.3) genügen ebenfalls nicht. 5.4.2.5. Nachdem die Vorinstanz somit zu Recht drei Kriterien als nicht gegeben erachtet hat und auch das Kriterium der ärztlichen Fehlbehandlung nach übereinstimmendem Verständnis der Parteien nicht erfüllt ist, müsste folglich zumindest eines der beiden verbleibenden Kriterien besonders ausgeprägt erfüllt sein, um die Adäquanz bejahen zu können. Dass dies beim Kriterium der erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen - entgegen der Auffassung des kantonalen Gerichts - der Fall wäre, macht die Beschwerdeführerin indessen nicht ausdrücklich geltend; es wäre auch nicht ersichtlich. Nicht zu beanstanden ist schliesslich, dass das kantonale Gericht die besondere Ausprägung des Kriteriums der erheblichen Beschwerden verneint hat. Soweit die Beschwerdeführerin letztinstanzlich auch in diesem Zusammenhang die körperlichen Einschränkungen vorbringt, kann wiederum auf das Gutachten des ZMB verwiesen werden (E. 5.4.2.4 hiervor).