Citation: 2C_1008/2016 E. 5.4

5.4. Die Interessenabwägung ergibt Folgendes: Das öffentliche Interesse an der Fernhaltung des Beschwerdeführers ist mit einem Freiheitsentzug von zehn Jahren als sehr hoch einzuschätzen. Hochwertige Rechtsgüter sind verletzt worden. Auf der privaten Seite stehen seine lange Anwesenheit von rund 37 Jahren, seine Ehefrau mit dem gemeinsamen Sohn und der nichtgemeinsamen Tochter der Ehefrau. Auch das Kindeswohl und das grundlegende Bedürfnis des Kindes, in möglichst engem Kontakt mit beiden Elternteilen aufwachsen zu können, bildet einen wesentlichen zu beachtenden Aspekt (vgl. BGE 143 I 21 E. 5.5.1 f. S. 29 f. und 5.5.4. S. 31). Damit sind die privaten Interessen primär ebenfalls gewichtig. Allerdings hat der Beschwerdeführer, indem er delinquiert hat, aus eigenem Antrieb seiner Familie gegenüber nicht die nötige Sorgsamkeit aufgebracht. Auch dem Kindeswohl und dem grundlegenden Bedürfnis des Sohnes und der nicht gemeinsamen Tochter, mit beiden Elternteilen zu leben, hat er mit seiner Delinquenz ebenfalls nicht Rechnung getragen. Nichts zu seinen Gunsten kann er zudem aus seinem Verhalten in der Zeit nach der (letzten) Tat ableiten: Insbesondere wird eine gute Führung im Strafvollzug vom Strafgefangenen generell erwartet und lässt - wie bereits von der Vorinstanz festgehalten - angesichts der dort vorhandenen, verhältnismässig engmaschigen Betreuung keine verlässlichen Rückschlüsse auf das künftige Verhalten in Freiheit zu. Weitere Abstriche an den primär hohen gewichtigen privaten Interessen sind die nicht von der Hand zu weisenden beträchtliche Beträge umfassenden Betreibungen und Verlustscheine. Auch wenn der Beschwerdeführer in der Schweiz aufgewachsen ist, hier seine prägenden Jahre verbracht, die Schule besucht und seine Ausbildung abgeschlossen hat, wären die drohenden Nachteile bei einer Rückkehr in die Türkei sicherlich gewichtig, aber nicht unzumutbar, wie die Vorinstanz überzeugend dargelegt hat. Der Beschwerdeführer kennt sein Heimatland von Ferienaufenthalten her, ist mit der türkischen Kultur sowie den Sitten und Gebräuchen vertraut. Er hat Verwandte in der Türkei, die ihm helfen würden, sich in der Türkei zurechtzufinden. Der Kontakt zwischen ihm und seiner Ehefrau und seinem Sohn und der nicht gemeinsamen Tochter kann allerdings während einer gewissen Zeit nur telephonisch und elektronisch sowie durch Ferienbesuche aufrechterhalten werden. Diese Nachteile sind indes nicht derart, dass sie zusammen mit den bereits dargestellten privaten Interessen das sehr gewichtige öffentliche Interesse zu überwiegen vermöchten. Dem Beschwerdeführer ist es nach Auffassung der Vorinstanz somit zumutbar, die Schweiz zu verlassen und in seinem ihm nicht völlig unbekannten Heimatland mit Hilfe von Verwandten Fuss zu fassen. Diese Einschätzung ist nicht zu beanstanden, auch wenn der Beschwerdeführer behauptet, er spreche gar nicht oder nur wenig türkisch. Es ist nicht ersichtlich, weshalb es dem Beschwerdeführer nicht möglich sein sollte, seine Kenntnisse der türkischen Sprache - auch mit Hilfe seiner Verwandten - noch zu verbessern (vgl. Urteil 2C_562/2011 vom 21. November 2011 E 4.3.4). Inwiefern sich die politische Lage und die allgemeine Instabilität zu seinem Nachteil auswirken sollte, hat der Beschwerdeführer nicht ausgeführt und ist auch nicht ersichtlich.