Citation: 1C_269/2023 E. 3.2

3.2. Im angefochtenen Urteil hielt die Vorinstanz fest, für die Berechnung und Wahrung der Wiederherstellungsfrist gälten die allgemeinen Voraussetzungen nach Art. 41 f. VRPG/BE. Ein Hinderungsgrund gelte demnach als weggefallen, sobald es für die verhinderte Person objektiv und subjektiv zumutbar werde, entweder selber tätig zu werden oder die Interessenwahrung einer Drittperson zu übertragen. In der Gesuchsbegründung habe der Rechtsvertreter ausgeführt, die Instruktion einer Vertretung wäre "ohnehin erst am" 2. August 2022 möglich gewesen, mithin ab dem Tag, an dem das Zeugnis ausgestellt worden sei. Ein allfälliger krankheitsbedingter Hinderungsgrund wäre somit spätestens ab dem 2. August 2022 weggefallen. Die dreissigtägige Wiederherstellungsfrist hätte somit am Folgetag, d.h. am 3. August 2022, zu laufen begonnen und wäre am 1. September 2022 abgelaufen. Das Gesuch um Wiederherstellung der Frist und die Beschwerde seien erst am 5. September 2022 eingereicht worden. Selbst wenn vom 29. Juli bis zum 1. August 2022 ein Hinderungsgrund im Sinne von Art. 43 Abs. 2 VRPG/BE vorgelegen hätte, wären die Beschwerde und das Gesuch um Wiederherstellung der Frist demnach verspätet. Soweit der Rechtsvertreter vor Verwaltungsgericht neu geltend mache, er sei bis zum 5. August 2022 nicht in der Lage gewesen, eine Vertretung zu instruieren, scheine es sich dabei bloss um eine Reaktion auf die Argumentation im Entscheid der Bau- und Verkehrsdirektion zu handeln. Diese im Widerspruch zu früheren Äusserungen stehende Aussage vermöge nicht zu überzeugen. Sie sei ungeeignet, die schlüssige Folgerung der Bau- und Verkehrsdirektion in Zweifel zu ziehen.