Citation: 1P.732/2006 09.03.2007 E. 4

4.1 Der Beschwerdeführer rügt eine Verletzung des Willkürverbots und der Unschuldsvermutung, indem die Vorinstanz den Schuldspruch auf den "qualifiziert mangelhaften" Bericht des Amtsarztes abstütze. So stelle das ärztliche Privatgutachten fest, dass die Verletzungen nicht typisch für ein Würgen mit der rechten Hand seien, bzw. dass es sich nicht um typische Würgemerkmale handle. Gemäss Art. 9 BV hat jede Person Anspruch darauf, von den staatlichen Organen ohne Willkür behandelt zu werden. Nach der Praxis des Bundesgerichts liegt Willkür in der Rechtsanwendung vor, wenn der angefochtene kantonale Entscheid offensichtlich unhaltbar ist, mit der tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft (BGE 131 I 467 E. 3.1 S. 473 f.). Gemäss Art. 32 Abs. 1 BV gilt jede Person bis zu ihrer rechtskräftigen Verurteilung als unschuldig. Als Beweiswürdigungsregel besagt der daraus abgeleitete Grundsatz "in dubio pro reo", dass sich der Strafrichter nicht von der Existenz eines für den Angeklagten ungünstigen Sachverhalts überzeugt erklären darf, wenn bei objektiver Betrachtung erhebliche und nicht zu unterdrückende Zweifel bestehen, ob sich der Sachverhalt so verwirklicht hat. Bei der Frage, ob angesichts des willkürfreien Beweisergebnisses erhebliche und nicht zu unterdrückende Zweifel hätten bejaht werden müssen und sich der Sachrichter vom für den Angeklagten ungünstigen Sachverhalt nicht hätte überzeugt erklären dürfen, greift das Bundesgericht nur mit Zurückhaltung ein, da der Sachrichter diese in Anwendung des Unmittelbarkeitsprinzips zuverlässiger beantworten kann (BGE 127 I 38 E. 2a; Urteil 1P.428/2003 vom 8. April 2004, E. 4.2). Der Beschwerdeführer kritisiert den Bericht des Amtsarztes gestützt auf ein Privatgutachten von Dr. med. A.________. Das Kantonsgericht hat das Privatgutachten gewürdigt und dargelegt, weshalb trotz der Kritik auf den Bericht des Amtsarztes abzustellen sei. Begründet wird dies unter anderem damit, dass der Amtsarzt andere Beurteilungsgrundlagen hatte (persönliche Untersuchung) als der Privatgutachter (Akten). Ferner halte nicht nur der Amtsarzt, sondern auch das Institut für Rechtsmedizin die Verletzungen der Beschwerdegegnerin mit Würgemalen vereinbar. Der Beschwerdeführer beruft sich auf BGE 129 I 49 betreffend ein aussagepsychologisches Gutachten, das rund vier Jahre nach dem Vorfall erstellt wurde. Im Unterschied dazu handelt es sich im zu beurteilenden Fall um einen Arztbericht, der gemäss Datierung einen Tag nach dem Vorfall verfasst wurde. Die Sachverhalte sind nicht ohne Weiteres vergleichbar. Bei dieser Sachlage kann die Beweiswürdigung nicht als verfassungswidrig bezeichnet werden. Die Rügen sind unbegründet. 4.2 Der Beschwerdeführer rügt eine Verletzung des Willkürverbots und der Unschuldsvermutung. Indem das Kantonsgericht die Aussagen der Beschwerdegegnerin übernommen habe, habe der Beschwerdeführer beweisen müssen, dass sich der Sachverhalt anders zugetragen habe. Dies stelle eine unzulässige Beweislastumkehr dar. Der Grundsatz "in dubio pro reo" bedeutet als Beweislastregel, dass es Sache der Anklagebehörde ist, die Schuld des Angeklagten zu beweisen, und nicht dieser seine Unschuld nachweisen muss. Der Grundsatz "in dubio pro reo" ist verletzt, wenn der Strafrichter einen Angeklagten (einzig) mit der Begründung verurteilt, er habe seine Unschuld nicht nachgewiesen. Ebenso ist die Maxime verletzt, wenn sich aus den Urteilsgründen ergibt, dass der Strafrichter von der falschen Meinung ausging, der Angeklagte habe seine Unschuld zu beweisen, und dass er ihn verurteilte, weil ihm dieser Beweis misslang (BGE 127 I 38 E. 2a). Der Beschwerdeführer wurde verurteilt, weil die Beschwerdegegnerin ausgesagt hatte, er habe sie verletzt, weil der Amtsarzt die Verletzungen feststellen konnte, weil sein Bericht durch das Institut für Rechtsmedizin bestätigt wurde und weil das Gericht die gegenläufigen Aussagen des Beschwerdeführers und des Privatgutachters als unglaubwürdig oder unerheblich einschätzte. Der Schuldspruch beruht somit auf einer Gesamtwürdigung der Tatsachen und nicht auf dem Vorhalt, der Beschwerdeführer habe seine Unschuld nicht bewiesen. Das Vorbringen ist unbegründet.