Citation: 2C_865/2022 E. A

A.a. Am 21. Dezember 2021 reichte A.________ bei der Aufsichtskommission über die Rechtsanwälte des Kantons Zug Anzeige gegen Rechtsanwalt B.________ ein. Er beantragte, Rechtsanwalt B.________ sei zu verpflichten, das Mandat der C.________ AG mit sofortiger Wirkung niederzulegen, und der Verzeigte sei infolge Verletzung des Bundesgesetzes vom 23. Juni 2000 über die Freizügigkeit der Anwältinnen und Anwälte (Anwaltsgesetz, BGFA; SR 935.61) zu sanktionieren. Zur Begründung führte er - zusammengefasst - Folgendes aus: Die C.________ AG (nachfolgend: Gesellschaft) sei eine im Jahr 2014 gegründete Aktiengesellschaft mit Sitz in der Stadt U.________, wo sie ein Ärztezentrum betreibe. Die 500 Aktien der Gesellschaft würden seit dem 26. Februar 2020 von A.________ (167 Aktien), D.________ (167 Aktien) und E.________ (166 Aktien) gehalten. Diese drei Aktionäre seien zugleich die einzigen Verwaltungsratsmitglieder der Gesellschaft. A.________ sei seit der Gründung der Präsident des Verwaltungsrats gewesen. Er sei rund 18 bzw. 15 Jahre jünger als die anderen beiden Aktionäre. Der Beschwerdeführer habe beabsichtigt, die Aktien der als Ärzte ausscheidenden beiden anderen Aktionäre zu übernehmen. Dies habe zu einem Gesellschafterstreit geführt. D.________ und E.________ hätten in ihrer Eigenschaft als Privatpersonen und Aktionäre im Januar 2021 Rechtsanwalt B.________ mandatiert, ihre persönlichen Interessen zu vertreten. Mit Schreiben vom 1. September 2021 hätten D.________ und E.________ A.________ den Aktionärbindungsvertrag fristlos gekündigt, mit Schreiben vom 2. September 2021 das Arbeitsverhältnis als Arzt ordentlich gekündigt und im September 2021 das Stimmrecht als Verwaltungsratsmitglied der Gesellschaft entzogen. Mit E-Mail vom 12. Oktober 2021 habe Rechtsanwalt B.________ die Vertretung der Gesellschaft angekündigt und sogleich in deren Namen das bereits ordentlich gekündigte Arbeitsverhältnis mit A.________ fristlos gekündigt. Nachdem Rechtsanwalt B.________ am 20. Oktober 2021 vom Rechtsvertreter von A.________ aufgefordert worden sei, das Mandat der Gesellschaft mit sofortiger Wirkung niederzulegen, habe er mit E-Mail vom 21. Oktober 2021 erklärt, er habe keinerlei Bedenken, gleichzeitig die Gesellschaft sowie deren Aktionäre D.________ und E.________ zu vertreten. Gemäss Art. 12 lit. c BGFA müsse ein Anwalt Interessenkollisionen meiden. Im vorliegenden Fall seien die Interessen von D.________ und von E.________ als Aktionäre der Gesellschaft und die Interessen der Gesellschaft nicht kongruent. Mit der fristlosen Kündigung gegenüber A.________ habe Rechtsanwalt B.________ zwar den Interessen von D.________ und E.________ entsprochen, jedoch denjenigen der Gesellschaft geschadet, indem er mit der Entfernung von A.________ als eines wesentlichen Umsatzgaranten deren zukünftiges Umsatz- und Gewinnpotential erheblich gefährdet habe. A.b. Mit Eingabe vom 9. Januar 2022 beantragte A.________, Rechtsanwalt B.________ sei im Sinne einer vorsorglichen Massnahme umgehend zu verpflichten, das Mandat der Gesellschaft mit sofortiger Wirkung niederzulegen. Diesen Antrag begründete er - zusammengefasst - wie folgt: Rechtsanwalt B.________ sei mangels eines Mehrheitsbeschlusses im Verwaltungsrat nicht gehörig mandatiert gewesen, als er am 12. Oktober 2021 A.________ die Kündigung ausgesprochen habe. Er habe die Kündigung im Wissen darum ausgesprochen, dass es an einer ordnungsgemässen Bevollmächtigung durch die Gesellschaft gefehlt habe, womit er auch gewusst habe, dass die Kündigung allein den Interessen der anderen beiden Aktionäre gedient habe und nicht im Interesse der Gesellschaft gewesen sei. Weiter habe Rechtsanwalt B.________ gemäss Text für die Leistungen vom 21. Oktober 2021 "vertiefte Abklärungen betr. Interessenkonflikt" vorgenommen und eine "Besprechung mit RA F.________" geführt. Er habe somit um die Problematik einer Interessenkollision aufgrund seiner Doppelvertretung von Aktionären der Gesellschaft und der Gesellschaft selbst gewusst.