Citation: U 279/99 07.01.2000 E. 5

5.- a) SUVA und Vorinstanz bezifferten das trotz gesundheitlicher Beeinträchtigung noch erzielbare Erwerbseinkommen (Invalideneinkommen) in Berücksichtigung der gesundheitlichen Einschränkungen (vgl. Erw. 3 hievor) auf Fr. 52'750.- (Fr. 50'000.- aus einer 100%igen Haupt- sowie Fr. 2'750.- aus einer 50%igen Hauswartstätigkeit), wobei sich die SUVA auf ihre interne Dokumentation über Arbeitsplätze (DAP) abstützte. Die in den sieben Erhebungen genannten Verweisungstätigkeiten, bei welchen es sich um Hilfsarbeiterfunktionen sowie angelernte Arbeiten im industriellen Produktionsbereich handelt, sind entgegen den Vorbringen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde insofern grundsätzlich zumutbar, als diese im Unterschied zur angestrebten Tätigkeit im Rahmen von Umschulungsmassnahmen der Invalidenversicherung nicht der früheren annähernd gleichwertig zu sein brauchen (vgl. zur Umschulung BGE 122 V 79 Erw. 3b/bb mit Hinweisen). Massgebend ist das objektive Mass des Zumutbaren, nicht hingegen subjektive Wertungen des Versicherten. Dennoch kann einem Versicherten, der in gehobener Stellung tätig war, keine Beschäftigung in einer gegenüber früher offensichtlich untergeordneten Stellung zugemutet werden (ZAK 1982 S. 494 f. Erw. 3). Hätte der Beschwerdeführer vor dem Unfall die Anforderungen an eine hohe berufliche Position erfüllt, wären ihm zwar die aufgeführten Verweisungstätigkeiten nicht zuzumuten, aber es hätte eine Umschulung vorgenommen werden können, durch welche ihm die Erzielung eines höheren, allenfalls rentenausschliessenden Invalidenlohnes ermöglicht worden wäre (vgl. auch das im SUVA-Jahresbericht 1989 Nr. 3 S. 5 publizierte, vorinstanzlich erwähnte Urteil R. vom 7. April 1989, U 96/88; Rumo-Jungo, Rechtsprechung zum Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 2. Aufl., Zürich 1995, S. 106). b) Was die konkreten DAP-Erhebungen anbelangt, kann indessen zur Festsetzung des Invalideneinkommens nicht ohne weiteres auf die derart ermittelten Lohnangaben abgestellt werden. So erfordern namentlich zwei der ausgewählten Verweisungstätigkeiten eine spezielle Anlehre und werden bei weiteren Arbeitsplätzen die Belastung durch Lärm sowie chemische Dämpfe ausdrücklich bejaht. Zudem erwähnen einzelne Beschreibungen, dass beidhändiges Heben und Tragen von Gewichten über 5 kg oder das Heben von Gewichten unter 5 kg jedoch über Brusthöhe vorkommen könnte. Im Hinblick auf das Ausbildungsniveau des Beschwerdeführers sowie dessen körperliche Verfassung, insbesondere auch die Kopfverletzung, welche zu Lärmempfindlichkeit geführt hat, erscheinen die genannten Beschäftigungen nur in begrenztem Umfange zumutbar. Überdies betreffen lediglich zwei der Erhebungen das vorliegend massgebliche Vergleichsjahr 1998. Zur Festsetzung des Invalideneinkommens sind mithin auch die sogenannten Tabellenlöhne gemäss Schweizerischer Lohnstrukturerhebung (LSE) 1996 des Bundesamtes für Statistik beizuziehen (BGE 124 V 322 Erw. 3b/aa mit Hinweisen; AHI 1998 S. 291 Erw. 3b). Ausgehend von Tabelle A1 des standardisierten monatlichen Bruttolohnes belief sich der Zentralwert für Tätigkeiten im privaten Sektor bei Männern, welche einfache und repetitive Tätigkeiten verrichten, im Jahre 1996 auf Fr. 4'294.-. In Berücksichtigung einer betriebsüblichen Arbeitszeit von 41,9 Stunden pro Woche (vgl. LSE 1994 S. 42) sowie der bis 1998 eingetretenen Nominallohnerhöhung (1997: 0,5 %; 1998: 0,7 %; [Die Volkswirtschaft, a.a.O., Anhang S. 28, Tabelle B10.2]) beläuft sich das Jahreseinkommen auf Fr. 54'624.-. Zu beachten gilt es sodann, dass insbesondere gesundheitlich beeinträchtigte Personen, die bisher körperliche Schwerarbeit verrichtet haben und nun selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen (BGE 124 V 323 Erw. 3b/bb, in BGE 114 V 310 nicht veröffentlichte Erw. 4b; AHI 1998 S. 177 Erw. 3a, 291 Erw. 3b). Inwieweit der statistikmässig ausgewiesene Durchschnittslohn vorliegend zusätzlich reduziert werden kann, ist anhand der gesamten Umstände des konkreten Einzelfalles, insbesondere auf Grund der tatsächlichen Beeinträchtigung im noch möglichen Betätigungsbereich (vgl. Erw. 3 hievor), zu bestimmen. Im Hinblick darauf, dass der Beschwerdeführer in einer seinen Leiden angepassten leichten Beschäftigung nur geringfügige Einschränkungen in Kauf zu nehmen hat und im privaten Sektor die Bedeutung der fehlenden beruflichen Erfahrung abnimmt, je niedriger das Anforderungsprofil ist (vgl. LSE 1994 S. 21), erscheint ein Abzug von 10 % als angemessen. Dies auch unter Berücksichtigung des Umstands, dass der Faktor Alter sich in keiner Arbeitsanforderungskategorie lohnsenkend auswirkt (LSE 1994 S. 23 und 87 ff.) und Erwerbslosigkeit infolge des Alters keinen Rentenanspruch zu begründen vermag (BGE 107 V 21 Erw. 2c; ZAK 1991 S. 321 f. Erw. 3c, 1989 S. 315 f. Erw. 2b). Hieraus resultiert ein massgebliches Invalideneinkommen für das Jahr 1998 von Fr. 49'162.-, sodass die vorinstanzlich bestätigte Angabe der SUVA von Fr. 50'000.- nicht zu beanstanden ist. c) Zu prüfen bleibt, ob der Beschwerdeführer auch nach dem Unfall noch in der Lage ist, durch seine nebenberufliche Tätigkeit als Hauswart - wie von Vorinstanz und SUVA angenommen - ein Invalideneinkommen entsprechend seiner in diesem Bereich auf 50 % geschätzten Arbeitsfähigkeit von Fr. 2'750.- zu erzielen. Dies ist in Anbetracht der Tatsache zu verneinen, dass der Versicherte Arbeiten, die in wesentlichem Umfange zum Pflichtenheft eines Hauswartes gehören, unbestrittenermassen nicht mehr auszuüben vermag. Es kann sodann nicht davon ausgegangen werden, dass sich in der Umgebung des Beschwerdeführers nebenamtliche Hauswartstellen - nur eine solche kommt neben der zumutbaren Haupterwerbstätigkeit in Frage - finden lassen, bei welchen er nur gerade die ihm gesundheitlich zumutbaren Tätigkeiten verrichten müsste. Da der ihm offen stehende Arbeitsmarkt mit überwiegender Wahrscheinlichkeit keine derartigen Stellen aufweist, ist ein darauf gestütztes Invalideneinkommen nicht zu berücksichtigen.