Citation: 6B_1093/2021 E. 4.5.2

4.5.2. Gemäss den unbestritten gebliebenen gutachterlichen Ausführungen bzw. den unbestritten gebliebenen Feststellungen der Vorinstanz, gehen die Guidelines von einer langjährigen chronischen Erkrankung aus, die entsprechend mindestens drei Jahre einer kontinuierlichen hormonalen Behandlung zuzuführen ist. Es bedarf einer sorgfältigen Vorbereitung des sozialen Empfangsraumes. Der Beschwerdegegner muss (allenfalls) zuerst in einer Institution ankommen und es bedarf eines gegenseitigen Kennenlernens. Dies und die Festlegung der Therapieziele nehmen eine gewisse Zeit in Anspruch. Es folgt die Bearbeitung der Therapieziele und die Medikation muss wirken, was mindestens ein viertel bis ein halbes Jahr in Anspruch nimmt. Sollten die zu erwartenden (Neben-) Wirkungen objektiv bestätigt werden, muss bei weiterbestehender Behandlungsmotivation die Verankerung therapeutischer Interventionen im Alltag und das Erreichen therapeutischer Ziele eng kontrolliert werden. Parallel zu den bereits bei Aufnahme der Medikation bestehenden psychotherapeutischen Interventionen ist eine Wiederaufnahme der Erprobungen im Rahmen von Lockerungen aufzunehmen. Mithin soll der Beschwerdegegner zeitnah die Möglichkeit bekommen, Fortschritte in Lockerungen abzubilden. Erste Lockerungen erscheinen damit frühestens nach eineinhalb bis zwei Jahren realistisch (vgl. angefochtener Beschluss S. 45; Gutachten S. 95, 102 f. und 106 f.; vgl. auch Protokoll S. 36 und 38).