Citation: 4A_255/2022 E. 4.2

4.2. Die Feststellungen der Vorinstanz zur Situation der Beschwerdeführerin und zu den Umständen des Vertragsschlusses sind tatsächlicher Natur und binden das Bundesgericht (vgl. hiervor E. 2). Die Frage, ob die Beschwerdeführerin gestützt auf diese Tatsachen in ihrer Entscheidungsfreiheit beeinträchtigt war, wie auch die Frage, ob der Beschwerdegegner dies ausgebeutet hat, sind demgegenüber frei überprüfbare Rechtsfragen (Urteile 4A_73/2021 vom 1. Juni 2021 E. 5.1; 4A_254/2020 vom 22. Juli 2020 E. 4.1; 4A_491/2015 vom 14. Januar 2016 E. 4.3; je mit Hinweisen). Die Rechtsprechung geht davon aus, dass die Bejahung einer Übervorteilung im Sinne von Art. 21 OR angesichts eines von der Privatautonomie beherrschten Vertragsrechts die Ausnahme bleiben muss (zit. Urteile 4A_254/2020 E. 4.1; 4A_491/2015 E. 4.1; je mit Hinweisen).