Citation: 4C.338/2004 27.04.2005 E. 3

3.1 Der Beklagte bestreitet seine grundsätzliche Haftpflicht vor Bundesgericht nicht mehr. Er macht jedoch geltend, die Vorinstanz habe bei der Berechnung des Schadens Art. 42, 43 und 46 OR verletzt und sei einem offensichtlichen Versehen zum Opfer gefallen. 3.2 Schaden im Rechtssinne ist die Differenz zwischen dem gegenwärtigen, nach dem schädigenden Ereignis festgestellten Vermögensstand und dem Stand, den das Vermögen ohne das schädigende Ereignis hätte bzw. den Einkünften, die nach dem schädigenden Ereignis tatsächlich erzielt worden sind, und jenen, die der geschädigten Person ohne dieses Ereignis zugeflossen wären (BGE 129 III 331 E. 2.1 S. 332; 127 III 73 E. 4 S. 76 je mit Hinweisen). Die Feststellung der Entstehung und des Ausmasses eines Schadens ist tatsächlicher Natur und daher der Überprüfung des Bundesgerichts im Berufungsverfahren entzogen. Rechtsfrage ist dagegen, ob die Vorinstanz von zulässigen Berechnungsgrundsätzen ausgegangen ist (BGE 127 III 403 E. 4a mit Hinweisen). 3.3 Im Einzelnen führt der Beklagte an, das Obergericht sei mit dem Amtsgericht davon ausgegangen, das Valideneinkommen des Klägers würde sich zwischen dem 36. und 50. Altersjahr um 20 % erhöhen. Zudem habe das Obergericht angegeben, bei der Berechnung des künftigen Valideneinkommens auf die Zahlen im Urteil des Amtsgerichts abzustellen, wobei diese allerdings auf den neuen Rechnungstag (Ende Mai 2004) aktualisiert würden. Gegen die Übernahme der Zahlen des Amtsgerichts erhebe er keine Einwände. Er mache jedoch geltend, das Obergericht habe versehentlich falsche Zahlen als Grundlage verwendet. So habe es als Ausgangslohn für die Berechnung der 20%-igen Lohnerhöhung nicht auf den vom Amtsgericht für das Alter von 36 Jahren errechneten Lohn, sondern auf den Lohn abgestellt, den das Amtsgericht für das Jahr 2004, d.h. für das 38. Altersjahr berechnet habe. Das Obergericht komme so zu einem Lohn des Klägers im Alter von 50 von Fr. 87'360.--. Bei richtiger Berechnung mit dem Lohn im 36. Altersjahr als Ausgangsbasis ergebe sich ein Bruttolohn im 50. Altersjahr von Fr. 81'900.--. Bei richtiger Berechnung hätte sich also ein Durchschnittseinkommen bis zum 50. Altersjahr von Fr. 69'615 netto und nicht, wie das Obergericht fälschlicherweise annehme, von Fr. 72'072.-- ergeben. 3.4 Diese Rüge ist begründet. Statt bei der Berechnung des Einkommens des Klägers mit 50 Jahren vom Jahreseinkommen von brutto Fr. 68'250.-- auszugehen, das der 36-jährige Kläger 2002 erzielt hätte, und dieses um 20 % zu erhöhen, hat das Obergericht seiner Berechnung das Einkommen für das Jahr 2004 zugrunde gelegt und dieses um 20 % erhöht. Damit hat das Obergericht - wohl versehentlich - den von ihm selbst angegebenen und von den Parteien im vorliegenden Fall anerkannten Berechnungsgrundsatz verletzt, wonach der hypothetische Lohn des Klägers in seinem 50. Lebensjahr 20 % höher festzulegen sei als der Lohn in seinem 36. Lebensjahr.