Citation: 5A_1038/2020 E. 5.2.2

5.2.2. Die Vorinstanz räumt ein, dass die erstinstanzlichen Erwägungen zum Regelungsinhalt von § 57 Abs. 2 Satz 2 NEG, zum anwendbaren Beweismass und zum SIR-Gutachten "eher knapp" ausfielen. Das erstinstanzliche Urteil lasse jedoch klar erkennen, dass das Bezirksgericht die gegen den Beschwerdeführer erhobenen Vorwürfe als erstellt betrachtete und sie je für sich rechtlich als hinreichende "Umstände" im Sinn von § 57 Abs. 2 Satz 2 NEG beurteilte. Zudem sei das Bezirksgericht nach einlässlicher Auseinandersetzung mit dem Charakter des Erblassers davon ausgegangen, dass dieser den Beschwerdeführer in Kenntnis dieser Umstände "unzweifelhaft" als Erben abgesetzt hätte. Inwiefern der Beschwerdeführer angesichts dieser kurzen, aber vor Art. 29 Abs. 2 BV standhaltenden Begründung ausserstande gewesen wäre, das erstinstanzliche Urteil in voller Kenntnis um die Entscheidgründe anzufechten, sei nicht ersichtlich und werde vom Beschwerdeführer auch nicht konkret dargelegt. Die ausführliche Berufungsbegründung belege vielmehr, dass er rechtsgenügend über die Entscheidgründe in Kenntnis gesetzt wurde.