Citation: I 304/02 19.08.2002 E. 3.2.2

Wurde das Postfach, wie das kantonale Gericht annimmt, erst am 3. Januar 2002 geleert, war dem Vertreter des Beschwerdeführers ein allfälliges früheres Eingangsdatum nicht bekannt. Der zitierten Bemerkung in der Beschwerde vom 4. Februar 2002 kann daher weder eine Stellungnahme zu dieser Frage noch ein Eingeständnis entnommen werden. Sie ist in dem Sinne zu interpretieren, dass eine Zustellung vor dem 3. Januar 2002 weder bestätigt noch ausgeschlossen und für den Fall einer allfälligen früheren Eröffnung auf den Fristenstillstand hingewiesen wird, verbunden mit der - unzutreffenden - Aussage, die Beschwerde sei auch in diesem Fall rechtzeitig erhoben worden. Ist demnach eine vor dem 3. Januar 2002 erfolgte Zustellung zwar nicht durch eine gegenteilige Tatsachenbehauptung, aber doch "mit Nichtwissen" bestritten, stellt es im Lichte der durch die Rechtsprechung formulierten Grundsätze (Erw. 1.2 hievor) eine - im Ergebnis der Verletzung wesentlicher Verfahrensbestimmungen im Sinne von Art. 105 Abs. 2 OG gleichkommende - Umkehr der Beweislast dar, diesen Sachverhalt ohne weiteres als mit dem erforderlichen Beweisgrad erstellt anzusehen. Vielmehr ist auch in diesem Fall zu prüfen, ob der Wahrscheinlichkeitsbeweis angesichts der gesamten Umstände als erbracht zu gelten hat. Vorliegend bestehen auf Grund der Aktenlage (Verfügungsdatum 21. Dezember 2001; kein Vermerk eines Versanddatums; kurz darauf Feiertage mit der Möglichkeit von Verzögerungen sowohl bei der IV-Stelle als auch bei den Postbetrieben; nicht allzu langer Zeitraum bis zum 3. Januar 2002) bei Anwendung des von der Rechtsprechung entwickelten Massstabes (Erw. 1.2.2 hievor) auch unter Berücksichtigung der erwähnten Ausführungen in der Beschwerdeschrift vom 4. Februar 2002 keine hinreichenden Anhaltspunkte, um eine vor dem 3. Januar 2002 erfolgte Zustellung als mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen erscheinen zu lassen. Da auch von zusätzlichen Beweisvorkehren keine schlüssigen Erkenntnisse zu erwarten sind, ist davon auszugehen, dass die Beschwerde bei der Vorinstanz innerhalb der Rechtsmittelfrist eingereicht wurde.