Citation: 1P.323/2001 03.07.2001 E. 4

4.- a) Der Beschwerdeführer macht weiter geltend, das Kassationsgericht sei in überspitzten Formalismus verfallen, indem es ihm vorwerfe, nicht beide Begründungen angefochten zu haben. Werde "im Rahmen eines Rechtsmittels gerügt, es sei willkürlich anzunehmen, dass bei einer Konkretisierung der Gefahr Verletzungsfolgen zu befürchten gewesen wären, so wird damit implizit auch gesagt, dass bei einer 'Beinahe-Kollision' bzw. bei einer noch nicht so gravierenden Unterschreitung der Minimalabstände diese Gefahren (erst recht) nicht bestanden. Es wäre in der Tat unverständlich, wollte man vom Beschwerdeführer verlangen, er habe sowohl hinsichtlich der Annahme eines von ihm verursachten viel zu geringen Abstandes als auch der daraus sich entwickelnden 'Beinahe-Kollision' je einzeln darzulegen, dass sich bei einer Konkretisierung ein und derselben Gefahr in einer tatsächlichen Kollision trotzdem kein Verletzungsrisiko bestanden!" (Beschwerde S. 7). b) Der Beschwerdeführer hat dem Obergericht in seiner Nichtigkeitsbeschwerde ans Kassationsgericht in dreifacher Hinsicht Willkür vorgeworfen: indem es davon ausgegangen sei, dass erstens die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf der rechten Fahrspur 120 km/h betragen habe, anstatt 100 oder 80 km/h, wie der Beschwerdeführer mutmasst, dass zweitens Z.________ bei seiner Vollbremsung auf die rechte Fahrspur abgedrängt worden sei und dass drittens bei einer Auffahrkollision zweier Fahrzeuge einer mit 20 km/h fahrenden Kolonne die Gefahr von Schleudertraumen bestehe. Der erste Einwand ging an der Sache vorbei. Es ist für die Verurteilung des Beschwerdeführers offensichtlich unerheblich, ob die zulässige Geschwindigkeit 80 oder 120 km/h betrug, ist doch auf jeden Fall mit einem schweren Unfall zu rechnen, wenn ein mit 20 - 30 km/h auf der mittleren Spur fahrendes Fahrzeug unvermittelt auf die rechte Spur gedrängt wird und dort mit einem "nur" 80 km/h fahrenden zusammenprallt. Die beiden weiteren Einwänden dienten einzig dem Nachweis, Z.________ sei durch das Einbiegemanöver des Beschwerdeführers nicht konkret an Leib und Leben gefährdet worden, weil dieser entgegen der obergerichtlichen Annahme nicht auf die rechte Fahrspur abgedrängt worden sei und ein allfälliger Auffahrunfall wegen der geringen Geschwindigkeit der Kolonne auf dem mittleren Fahrstreifen keine Verletzungen - insbesondere keine Schleudertraumen - verursacht hätte. Mit der alternativen Begründung des Obergerichts, der Beschwerdeführer wäre auch unabhängig von einer konkreten Gefährdung von Z.________ wegen grober Verkehrsregelverletzung zu verurteilen, weil er durch sein Fahrmanöver (auch) eine erhöhte abstrakte Gefahr - namentlich durch ein mögliches Abdrängen des letzten überholten Fahrzeugs auf die "schnelle" rechte Fahrspur -, setzte sich der Beschwerdeführer nicht oder jedenfalls nicht in einer den strengen Begründungsanforderungen des Zürcher Rechts an die Begründung einer Nichtigkeitsbeschwerde (vgl. dazu Titus Graf, Effiziente Verteidigung im Rechtsmittelverfahren, Zürich 2000, S. 30 ff.; D. von Rechenberg, Die Nichtigkeitsbeschwerde in Zivil- und Strafsachen nach zürcherischem Recht,