Citation: I 680/03 24.02.2004 E. 3

3.1 Verwaltung und Vorinstanz gehen von einer anspruchsbeeinflussenden Verschlechterung des Gesundheitszustandes per 1. November 2000 aus, was zu einer Rentenerhöhung auf den 1. Februar 2001 führen würde. Dies findet indessen in den medizinischen Unterlagen - wie der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers zu Recht bemängelt - keinerlei Stütze: 3.1.1 Dr. med. D.________ rapportierte in seinem Bericht vom 12. April 2000 eine Verschlimmerung seit Ende 1999. Nach der Entwicklung der Verhältnisse seit dem 12. April 2000 gefragt, berichtete er am 11. Februar 2002 unter Erweiterung der im Vorbericht gestellten Diagnosen um eine Frozen shoulder links erneut über eine Verschlechterung. Der klinische Zustand verschlimmere sich in dem Sinne, dass die mit den gesundheitlichen Beeinträchtigungen verbundenen schmerzhaften Einschränkungen immer mehr zunähmen. Am 26. August 2002 stellte der gleiche Arzt, nach allfälligen seit dem 11. Februar 2002 eingetretenen Veränderungen gefragt, abermals eine Verschlechterung fest. Die Frage der IV-Stelle, wann die im Vorbericht vom 11. Februar 2002 festgehaltene Verschlimmerung eingetreten sei, beantwortete er nicht. Diese drei ärztlichen Stellungnahmen legen nahe, dass Dr. med. D.________ jedenfalls für die Zeit seit Ende 1999 eine kontinuierliche Verschlechterung des Gesundheitszustandes annimmt. Demgegenüber vertrat Dr. med. K.________, der den Versicherten am 17. August 1999 zum ersten Mal gesehen und in einem Bericht vom 15. Oktober 1999 gestützt auf eine am 30. August 1999 durchgeführte Arthrographie an der rechten Schulter eine erneute Rotatorenmanschettenruptur diagnostiziert hatte, am 11. August 2000 die Auffassung, die von der BEFAS am 16. Juli 1999 geschätzte Restarbeitsfähigkeit habe sich nicht vermindert. Dr. med. G.________ seinerseits ging zwar in seinem Gutachten vom 10. Juni 2003 davon aus, dass eine Verschlechterung stattgefunden habe, erklärte aber, es sei rückblickend schwierig bis unmöglich zu beurteilen, auf wann diese zu datieren sei. Der Gutachtensauftrag erstrecke sich insbesondere auf die Periode ab November 2000. Gemäss den Angaben des Exploranden bestünden die aktuell geäusserten Beschwerden seit Jahren. Zusammenfassend fällt auf, dass Dr. med. K.________ eine relevante Verschlechterung jedenfalls für den Zeitraum zwischen Sommer 1999 und Sommer 2000 verneint, wohingegen Dr. med. D.________ eine Verschlimmerung jedenfalls Ende 1999 beginnen lässt, während Dr. med. G.________ eine Verschlechterung zwar bejaht, mit Blick auf den in zeitlicher Hinsicht beschränkten Gutachtensauftrag und die Schwierigkeit retrospektiver Feststellungen aber nicht einmal annäherungsweise datiert. Die Stellungnahmen keines dieser Ärzte lassen somit auf eine sich auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit auswirkende Verschlechterung des Gesundheitszustandes per 1. November 2000 schliessen. 3.1.2 Auch das einzige ärztliche Dokument, welches sich spezifisch auf den Monat November 2000 bezieht, nämlich der Bericht des Dr. med. H.________, Spital X.________, vom 7. November 2000 über ein am 6. November 2000 durchgeführtes MRI der linken Schulter erlaubt eine solche Folgerung nicht; denn es hält lediglich den Befund der bildgebenden Untersuchung fest und äussert sich weder zur Frage einer Verschlechterung - erst recht nicht zum Zeitpunkt des Eintritts einer solchen - noch zu jener der Arbeitsfähigkeit. Dass die Verwaltung die Verschlimmerung auf November 2000 datiert, erstaunt umso mehr, als die IV-Stelle im vorinstanzlichen Verfahren selbst ausgeführt hat, das MRI vom 6. November 2000 habe keine neuen Erkenntnisse gebracht. 3.2 Somit kann aufgrund der vorhandenen medizinischen Akten nicht davon ausgegangen werden, dass sich der Gesundheitszustand gerade und auf einmal im November 2000 und nicht zu einem anderen - früheren oder späteren - Zeitpunkt oder kontinuierlich verschlechtert hat. Da sich Dr. med. D.________ und Dr. med. K.________ widersprechen und Dr. med. G.________, dessen Gutachten vom 10. Juni 2003 auf im Frühling 2003 und damit erst rund ein Jahr nach Erlass der Verwaltungsverfügungen vom 26. April 2002 vorgenommenen Erhebungen beruht, sich nicht über den Zeitpunkt des Eintritts der von ihm bejahten Verschlimmerung ausspricht, steht überdies nicht einmal mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 360 Erw. 5b mit Hinweisen) fest, dass die von Dr. med. G.________ erwähnte Verschlechterung noch vor dem im vorliegenden Verfahren die zeitliche Grenze der richterlichen Beurteilung bildenden (BGE 129 V 356 Erw. 1) Erlass der Verwaltungsverfügungen eingetreten ist. 3.3 Unter diesen Umständen kann nicht entschieden werden, ob und wann sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers in der massgebenden Zeit in revisionsrelevanter Weise verschlechtert und demnach ob und wann eine Rentenerhöhung stattzufinden hat. Deshalb ist eine weitere medizinische Begutachtung erforderlich. Diese hat über die Entwicklung des Gesundheitszustandes während des ganzen im vorliegenden Verfahren interessierenden Zeitraumes vom 1. Februar 1999 bis zum 26. April 2002 und die Auswirkungen der jeweiligen gesundheitlichen Einschränkungen auf die Arbeitsfähigkeit in einer - zu präzisierenden - angepassten Tätigkeit Aufschluss zu geben. Was die Wartezeit (Art. 29 IVG) betrifft, so steht aufgrund der vorhandenen medizinischen Unterlagen schon eindeutig fest, dass der Versicherte in seinem angestammten Beruf seit Februar 1998 vollständig arbeitsunfähig ist, weshalb sich bezüglich der Zeit vor Februar 1999 im Gegensatz zum Zeitraum danach zusätzliche Abklärungen erübrigen. 3.4 Auf eine neue Begutachtung für die Zeit ab 1. Februar 1999 kann nicht mit der Begründung verzichtet werden, es seien rückwirkend keine neuen Erkenntnisse zu erwarten. Denn in Anbetracht der vorhandenen umfangreichen medizinischen Dokumentation und des Umstandes, dass es dem zu bestellenden Experten oder der zu bestellenden Expertin freisteht, Ärzte, die frühere Stellungnahmen abgegeben haben, unter Hinweis auf abweichende andere Beurteilungen nach den genauen Gründen für ihre damalige Einschätzung zu fragen, darf durchaus mit einem verwertbaren - dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit genügende Schlussfolgerungen zulassenden - Beweisergebnis gerechnet werden.