Citation: 7B_249/2022 E. 9.2.1

9.2.1. Das Gericht misst die Strafe nach dem Verschulden der Täterin zu. Es berücksichtigt das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse sowie die Wirkung der Strafe auf das Leben der Täterin (Art. 47 Abs. 1 StGB). Nach Abs. 2 dieser Norm wird das Verschulden nach der Schwere der Verletzung oder Gefährdung des betroffenen Rechtsguts, nach der Verwerflichkeit des Handelns, den Beweggründen und Zielen der Täterin sowie danach bestimmt, wie weit sie nach den inneren und äusseren Umständen in der Lage war, die Gefährdung oder Verletzung zu vermeiden. Dem Sachgericht steht bei der Gewichtung der verschiedenen Strafzumessungsfaktoren ein erheblicher Ermessensspielraum zu. Das Bundesgericht greift auf Beschwerde hin nur in die Strafzumessung ein, wenn die Vorinstanz den gesetzlichen Strafrahmen über- oder unterschritten hat, wenn sie von rechtlich nicht massgebenden Kriterien ausgegangen ist oder wesentliche Gesichtspunkte ausser Acht gelassen bzw. in Überschreitung oder Missbrauch ihres Ermessens falsch gewichtet hat (BGE 144 IV 313 E. 1.2; 136 IV 55 E. 5.6; Urteil 7B_241/2022 vom 20. September 2023 E. 4.2.3; je mit Hinweisen). Eine erhöhte Strafempfindlichkeit ist nur bei aussergewöhnlichen Umständen zu bejahen (Urteil 6B_78/2021 vom 23. Dezember 2022 E. 7.2.4 mit Hinweis). Bei medizinischen Gründen ist der Strafempfindlichkeit daher lediglich Rechnung zu tragen, wenn die Betroffene besonders empfindlich ist. Als Beispiel hierfür nennt die Rechtsprechung Gehirnverletzte, Schwerkranke, unter Haftpsychose Leidende oder Taubstumme (Urteile 6B_82/2018 vom 25. September 2018 E. 4.6.3; 6B_476/2015 vom 26. November 2015 E. 5.4; je mit Hinweisen).