Citation: 5C.274/2005 30.03.2006 E. 2

Strittig ist zunächst der gegenüber A.________ geschuldete Unterhaltsbeitrag. 2.1 Das Kantonsgericht hat erwogen, A.________ sei bereits vor Anhebung der Abänderungsklage mündig geworden, womit gemäss Scheidungsurteil die väterliche Unterhaltspflicht ende. Es wäre A.________s Sache gewesen, auf Unterhalt für die Zeit bis zum Abschluss der Ausbildung zu klagen. Seine Mutter, die Beklagte, könne nicht mehr an seiner Stelle in eigenem Namen Unterhalt verlangen. Für den Mündigenunterhalt gelte eine gemilderte Offizialmaxime und zwar auch zu Gunsten des betroffenen Elternteils. Dies bedeute, dass die Rechtsmittelinstanz zumindest offensichtliche Mängel beheben dürfe. Die Festsetzung des Unterhaltsbeitrages für das mündige Kind müsse aufgehoben werden, weil die Beklagte nicht legitimiert sei, einen solchen geltend zu machen. 2.2 Die Beklagte rügt diese Erwägungen zu Recht als bundesrechtswidrig. Es ist zu beachten, dass die Scheidung zwischen den Parteien am 13. Oktober 1995 ausgesprochen wurde. Gemäss Vermerk auf dem Urteil erwuchs sie gleichentags in Rechtskraft (Art. 64 Abs. 2 OG). Die Scheidung erfolgte damit vor der Herabsetzung des Mündigkeitsalters von zwanzig auf achtzehn Jahre (vgl. Art. 14 ZGB; Fassung gemäss Bundesgesetz vom 7. Oktober 1994, in Kraft seit 1. Januar 1996). Übergangsrechtlich bestimmt Art. 13c SchlTZGB ausdrücklich, dass Unterhaltsbeiträge, welche vor dem Inkrafttreten des neuen Rechts bis zur Mündigkeit festgelegt worden sind, bis zur Vollendung des 20. Altersjahres geschuldet werden. Damit ist die Auffassung des Kantonsgerichts, die Unterhaltspflicht des Klägers gegenüber A.________ habe bereits vor Anhebung der Unterhaltsklage geendet, unzutreffend. 2.3 Im Grunde richtig ist zwar die Auffassung des Kantonsgerichts, dass die Beklagte grundsätzlich nicht befugt ist, die Unterhaltsbeiträge an ihr mündiges Kind geltend zu machen. Vielmehr kann das mündige Kind die ihm zustehenden Beiträge selber einfordern. Das Bundesgericht hat zwar anerkannt, dass die Befugnis des sorgeberechtigten Elternteils zur Geltendmachung der Kinderunterhaltsbeiträge andauert, wenn das Kind während dem Scheidungsverfahren mündig wird und es diesem Vorgehen zustimmt (BGE 129 III 55 E. 3 S. 56 ff.). Im vorliegenden Fall ist A.________ indes bereits vor Anhebung der Abänderungsklage mündig geworden. Dieser Umstand sowie der übergangsrechtliche Grundsatz der Weiterdauer der Unterhaltspflicht bis zum 20. Altersjahr führen dazu, dass der Kläger gegen A.________ selber auf Abänderung der Unterhaltspflicht klagen muss. Nicht gefolgt werden kann damit der gegenteiligen Auffassung des Kantonsgerichts, A.________ hätte bereits nach seinem 18. Geburtstag gegen seinen Vater eine Unterhaltsklage erheben sollen (Cyril Hegnauer, Berner Kommentar, N. 12a zu Art. 277 ZGB; Ivo Schwander, Die Herabsetzung des Mündigkeitsalters auf 18 Jahre, AJP 1996 S. 14; Vincent Henriod, L'obligation d'entretien à l'égard des enfants majeurs, Diss. Lausanne 1999, S. 50). Damit hätte das Kantonsgericht die Abänderungsklage abweisen müssen, soweit darin eine Herabsetzung der Unterhaltspflicht gegenüber A.________ beantragt wurde. Eine Abänderung der Unterhaltspflicht gegenüber dem mündigen Kind kann im Verfahren zwischen seinen Eltern, in welchem es keine Parteistellung hat und in welches es in keiner Weise einbezogen worden ist, nicht verfügt werden. Die Berufung ist in diesem Punkt gutzuheissen. 2.4 In Bezug auf B.________, den jüngeren Sohn der Parteien, hat das Kantonsgericht den geschuldeten Unterhaltsbeitrag unverändert belassen und ausdrücklich festgehalten, der Beklagte habe diesen gemäss Scheidungsurteil bis zur Mündigkeit zu bezahlen. Da das Kantonsgericht die Unterhaltspflicht des Klägers für B.________ formell nicht abgeändert hat, erübrigt sich diesbezüglich eine Korrektur des angefochtenen Entscheids. 2.5 Der Kläger verlangt in seinem Eventualantrag die Festsetzung der Kinderunterhaltsrenten auf insgesamt Fr. 895.--. Da indes nach dem oben Gesagten im vorliegenden Abänderungsverfahren die Überprüfung des Unterhaltes zu Gunsten von A.________ nicht zulässig ist, ist diesem Antrag der Boden entzogen.