Citation: 5A_461/2013 E. 3.2

3.2. Das Obergericht hat in einem ersten Schritt sinngemäss festgestellt, der Inventarwert der freihändig zu verkaufenden Fahrzeuge liege (pro Objekt) unter Fr. 50'000.--. Deshalb lägen keine Vermögensgegenstände von bedeutendem Wert vor und Art. 256 Abs. 3 SchKG (Höherangebot der Gläubiger) finde keine Anwendung. Der Konkursverwaltung stehe es frei, ein steigerungsähnliches Verfahren durchzuführen. Wie bei Art. 256 Abs. 3 SchKG sei den Kaufinteressenten ebenfalls das Recht zum höheren Angebot einzuräumen. In Anlehnung an die Lehrmeinung von Lorandi (vgl. dazu E. 3.1.3 oben) zu Art. 256 Abs. 3 SchKG sei die Konkursverwaltung nur verpflichtet, den Kaufinteressenten das Recht, ein höheres Angebot einzureichen, einmal zu gewähren. Jedoch treffe die Konkursverwaltung die Pflicht, die Beteiligten gleich zu behandeln. Vorliegend sei nach dem Gesagten das Konkursamt nicht mehr verpflichtet gewesen, die Beschwerdeführerin über das Angebot des Beschwerdegegners 2 (Angebot vom 27. März 2013 über Fr. 57'000.--) zu informieren. Wenn sie dies trotzdem getan habe, wäre sie aber verpflichtet gewesen, auch dem Beschwerdegegner 2 das neue Angebot der Beschwerdeführerin (Angebot vom 28. März 2013, 10.58 Uhr, über Fr. 58'500.--) noch mitzuteilen, selbst wenn die Zeit bis zum Fristablauf sehr knapp gewesen sei. Indem das Konkursamt dies unterlassen habe, verletze es das Gleichbehandlungsgebot unter den Bietern. Im Übrigen erweise sich die Durchführung eines schriftlichen Verfahrens als unzulänglich, wenn die freihändige Veräusserung durch ein (internes) Steigerungsverfahren erfolgen soll. Vielmehr habe das Konkursamt in einem solchen Fall einen Steigerungstermin festzusetzen, an dem die Kaufinteressenten sich gegenseitig überbieten können und das höchste Angebot den Zuschlag erhält. Damit werde auch das Gleichbehandlungsgebot gewahrt.