Citation: 4A_412/2019 E. 6.3.1

6.3.1. Hinsichtlich der Kapillarschnitte kann der Beschwerdeführerin nicht gefolgt werden. Weder in ihrer Klage noch in ihrer Replik legte sie hinreichend dar, weshalb das angebliche Fehlen von Kapillarschnitten einer mangelhaften Planung bzw. Bauleitung der Beschwerdegegnerin gleichkommen sollte. Während sie mit Hinweis auf das Privatgutachten von D.________ ausführte, welche Funktion ein Kapillarschnitt erfüllt bzw. erfüllen könne, gab sie selber zu, ein solcher werde in den SIA-Empfehlungen nicht erwähnt. Auch der Gutachter D.________ erwähnte, dass eine "diesbezügliche Normvorschrift, wonach zwingend ein Kapillarschnitt ausgeführt werden müsste", ihm nicht bekannt sei. Die Beschwerdeführerin konnte sich nicht damit begnügen, vorzubringen, dass ein Element, das dem Schutz vor aufsteigender Feuchtigkeit dient, nicht vorhanden sei. Betreffend die angeblich fehlende bzw. ungenügende Perimeterdämmung verweist die Beschwerdeführerin auf ihre diesbezüglichen Ausführungen in der Replik. Sie setzt sich jedoch nicht mit dem Argument der Vorinstanz auseinander, wonach nicht ersichtlich sei, weshalb die Beschwerdegegnerin die Perimeterdämmung bei den einen Filialen anders geplant haben soll als bei den anderen, dies nicht zuletzt angesichts der Daten der stattgefundenen Bauarbeiten. Es bleibt folglich dabei, dass der Beschwerdegegnerin hinsichtlich der Perimeterdämmungen der Filialen R.________, S.________, V.________ und X.________ lediglich eine fehlerhafte Bauleitung vorzuwerfen ist. In Bezug auf die Netzeinbettung verweist die Beschwerdeführerin einzig auf Rz. 113 ihrer Klage. An besagter Stelle führte sie im Wesentlichen aus, dass die Netzeinbettung den anerkannten Regeln der Baukunde entspreche, und dass eine solche Netzeinbettung bei der Filiale V.________ fehle. Diese Vorbringen wurden jedoch gerade von der Vorinstanz berücksichtigt, führte diese doch aus, es sei unbestritten, dass bei der Filiale V.________ die Netzeinbettung zumindest ungenügend ausgeführt worden sei. Hinsichtlich der angeblich fehlerhaften Planung geht folglich die Rüge der Beschwerdeführerin fehl. In Bezug auf die Bauleitung könnte zwar allenfalls fraglich sein, ob die Vorinstanz ohne (offenzulegendes) Fachwissen die Netzeinbettung als einen nicht als derart zentralen Arbeitsschritt ansehen durfte, welchen die Beschwerdegegnerin engmaschiger zu überwachen gehabt hätte. Wie die Beschwerdegegnerin die Bauleitung hätte durchführen müssen, damit die fehlende Netzeinbettung entdeckt worden wäre, führt jedoch die Beschwerdeführerin in ihrer Klage nicht aus und ist auch nicht ersichtlich, zumal nach Auftragen des Putzes das Fehlen der Netzeinbettung nicht mehr sichtbar ist. Im Übrigen kann nicht ausser Acht bleiben, dass die Netzeinbettung bei allen anderen Filialen (einwandfrei) angebracht wurde und dass die Beschwerdegegnerin mit derselben Gipserunternehmerin bei der Erstellung einer anderen Filiale zusammenarbeitete, wo keine vergleichbaren Fehler vorliegen. Das durfte die Beschwerdegegnerin bei der Art und Weise ihrer Kontrolltätigkeit berücksichtigen. Die bundesrechtlichen Substanziierungsanforderungen können entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin auch in Bezug auf den Putz nicht als erfüllt gelten. Wie die Vorinstanz zu Recht vorbringt, war die in Rz. 116 der Klage vorgetragene Behauptung der Beschwerdeführerin, der Putz sei " an vielen Stellen" nicht bis nach unten geführt worden, nicht hinreichend substanziiert. Dass (auch) in diesem Zusammenhang Beweise angeboten wurden, ändert daran nichts, war doch die fragliche Behauptung nicht präzise genug, damit Beweise darüber abgenommen werden konnte. Welche Stellen betroffen sind, hätte die Beschwerdeführerin in ihren Rechtsschriften aufzeigen müssen.