Citation: 5A_875/2017 E. 4.2.4

4.2.4. Mit dem Obergericht ist von dem während der Ehe gelebten Betreuungsmodell auszugehen, wobei die Beschwerdegegnerin, wie auch in den ersten Jahren der Trennung, teilweise einer Erwerbstätigkeit nachging. Damit ist nicht zu beanstanden, dass das Gericht die Reduktion von deren Arbeitspensum im Jahr 2016 nicht berücksichtigt hat (vgl. dazu auch BGE 128 III 4 E. 4a). Dies wird von der Beschwerdegegnerin denn auch nicht bestritten. Entgegen dem Beschwerdeführer ist es weiter bundesrechtskonform, dass das Obergericht der Ehefrau für die Ausdehnung der Arbeitstätigkeit eine Übergangsfrist bis Juli 2018 zugebilligt hat: Dies gilt nicht nur, weil ihr für das Rückgängigmachen der Pensenreduktion Zeit zu lassen ist (vgl. Urteil 5A_782/2016 vom 31. Mai 2017 E. 5.3 mit Hinweisen). Der Beschwerdeführer macht insoweit insbesondere nicht geltend, diese Reduktion sei geradezu in Schädigungsabsicht oder sonst treuwidrig erfolgt (vgl. BGE 143 III 233 E. 3.4), was gegebenenfalls einen Unterschied machen könnte. Eine Übergangsfrist rechtfertigt sich vielmehr auch mit Blick auf das neue Kindesunterhaltsrecht, sind die Parteien für eine gewisse Zeit doch auf der während der Ehe gelebten Rollenteilung zu behaften. Die Übergangsfrist kann dabei nicht vor Inkrafttreten des neuen Rechts am 1. Januar 2017 zu laufen beginnen (vgl. Art. 13c bis Abs. 1 SchlT ZGB). Der angefochtene Entscheid verstösst aber insoweit gegen Bundesrecht, als er der Beschwerdegegnerin nach Fristablauf bloss eine Erwerbstätigkeit im Umfang von 40 % und nach dem 12. Altersjahr der Tochter eine solche von 60 % zumutet: Im Kanton Bern tritt ein Kind, das bis zum 31. Juli das vierte Altersjahr zurückgelegt hat, auf den darauffolgenden 1. August in den Kindergarten ein (Art. 22 Abs. 1 des Volksschulgesetzes vom 19. März 1992 [VSG/BE; BSG 432.210]). Die am 20. Juli 2010 geborene Tochter der Parteien wurde damit auf den 1. August 2014 eingeschult, womit der Beschwerdegegnerin ab diesem Zeitpunkt grundsätzlich eine Anstellung zu 50 % zumutbar war. Damit ist ihr nach Ablauf der Übergangsfrist eine Arbeitstätigkeit in diesem Umfang zumutbar. Nach Übertritt der Tochter in die Sekundarstufe I - dieser erfolgt im Jahr 2022 im Alter von 12 Jahren (vgl. Art. 3 Abs. 2 VSG/BE) - wird es der Beschwerdegegnerin weiter zuzumuten sein, zu 80 % einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. Mit der Vorinstanz kann der Beschwerdegegnerin ab dem 16. Altersjahr der Tochter sodann eine volle Erwerbstätigkeit zugemutet werden. Nicht vorgebracht wird, dass vorliegend besondere Umstände gegeben wären, welche ein Abweichen vom dargestellten Regelfall rechtfertigen würden.