Citation: 6B_1005/2017 E. 3.2.2

3.2.2. Die Vorinstanzen haben die Freiheitsstrafe für die versuchte schwere Körperverletzung unter dem Titel des Strassenverkehrsdelikts um zwei Monate erhöht. Eine nur unter bestimmten Voraussetzungen verhängbare kurze unbedingte Freiheitsstrafe (Art. 41 StGB in der bis Ende 2017 geltenden Fassung) liegt nicht vor. Die mit Art. 41 aStGB angestrebte Hintanstellung kurzfristiger Freiheitsstrafen beruhte auf der Überlegung, dass erst ab einer Vollzugszeit von mehr als einem halben Jahr von einem betreuungs- und behandlungsorientierten Vollzug gesprochen werden kann. Art. 41 aStGB bezweckte somit in erster Linie, dass kein Freiheitsentzug von weniger als sechs Monaten angeordnet wird. Dieses Problem stellt sich indessen nicht, wenn bei der Bildung einer Gesamtstrafe als Einsatzstrafe für die schwerste Straftat eine Freiheitsstrafe festgesetzt und deren Dauer für weitere Delikte angemessen erhöht wird (Urteil 6B_849/2016 vom 9. Dezember 2016 E. 1.3.2 mit Hinweisen).