Citation: I 339/05 19.10.2005 E. 3

Streitig und zu prüfen ist, ob der medizinische Sachverhalt weiterer Abklärungen bedarf. 3.1 Verwaltung und Vorinstanz stellten auf das Gutachten der MEDAS vom 5. März 2004 ab, wonach die Beschwerdeführerin in einer angepassten Tätigkeit noch zu 70 % arbeitsfähig sei. Der gestützt auf diese Angaben durchgeführte Einkommensvergleich ergab keine rentenberechtigende Invalidität. Hiegegen wendet die Beschwerdeführerin insbesondere ein, das Gutachten der MEDAS stehe in krassem Widerspruch zu den übrigen medizinischen Akten. Dazu verweist sie unter anderem auf die Expertise von Dr. med. I.________, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 3. Mai 2000, wonach ausser Haus keine und im Haushalt nur noch eine Arbeitsfähigkeit von 40 % bestehe. Zudem habe die Hausärztin, Frau Dr. med. F.________, Ärztin für Allgemeine Medizin FMH, ebenfalls eine volle Arbeitsunfähigkeit bescheinigt. Sodann verwende die MEDAS mit der Neurasthenie eine Diagnose, die in der Medizin umstritten sei und vermieden werden sollte. 3.2 Gemäss einem ersten Gutachten von Dr. med. I.________ vom 12. November 1995 liegt ein psycho-somatisches Krankheitsbild vor. Die Arbeitsfähigkeit betrage gesamthaft 75 %. Wegen der grossen Bedeutung des Krankheitsgewinns beständen wenig Möglichkeiten zur Verbesserung der Arbeitsfähigkeit. In einem Bericht vom 11. Dezember 1996 diagnostiziert das Spital X.________ ein chronifiziertes Schmerzsyndrom mit vorwiegend psychogenen Ursachen. Die Arbeitsunfähigkeit betrage derzeit 70 -100 %. Der Bericht nennt verschiedene mögliche Massnahmen zur Verbesserung des Zustandes. Nach dem zweiten Gutachten des Dr. I.________ vom 3. März 2000 leidet die Versicherte an einem chronifizierten, mangels erklärendem somatischem Korrelat als psychogen vermuteten Schmerzsyndrom und zur Zeit zusätzlich an einer leichten depressiven Verstimmung. Die Arbeitsfähigkeit als Hausfrau betrage gegenwärtig 40 %, eine ausserhäusliche Arbeitsfähigkeit bestehe nicht. Zur Verbesserung des Zustandes empfiehlt der Arzt eine ausreichend lange stationäre Behandlung in einer spezialisierten Schmerzklinik, ohne hinsichtlich des Ergebnisses eine Prognose zu stellen. Auch Dr. med. K.________, Psychiatrie & Psychotherapie FMH, empfahl in den Berichten vom 10. September 2001 und 25. Januar 2002 eine stationäre Schmerztherapie. Die Arbeitsunfähigkeit als Hausfrau betrage im Zeitraum der Behandlung etwa 25 %; die Leistungsfähigkeit könne verbessert werden (Bericht vom 25. Januar 2002). In der Folge hielt sich die Beschwerdeführerin vom 10. Dezember 2002 bis 13. März 2003 in der Höhenklinik Y.________ auf, wo sie an einem ambulanten interdisziplinären Schmerzprogramm teilnahm. Gemäss Bericht der Klinik vom 28. April 2003 sei die Versicherte motiviert, die Therapie an ihrem Wohnort weiterzuführen und auf dem Hometrainer regelmässig an der Kondition zu arbeiten. Eventuell möchte sie eine Wassergymnastikgruppe besuchen. Zur Arbeitsfähigkeit äussert sich der Bericht nicht. Gemäss dem Gutachten der Z.________ GmbH - MEDAS vom 5. März 2004 leidet die Versicherte an einer Neurasthenie ohne nachweisbare neuropsychologische Defizite sowie an einem langjährig chronifizierten und unspezifisch generalisierten Schmerz-Syndrom mit ausstrahlenden Kreuzschmerzen ohne neurologische Defizite. Deswegen könne sie im früheren Beruf als Reinigungsangestellte nicht mehr arbeiten. Hingegen sei ihr eine angepasste Tätigkeit ohne Heben und Tragen schwerer Lasten, ohne Zugluft, extreme Klimaschwankungen und Lärmexpositionen und ohne Arbeiten auf Leitern und Gerüsten während 8 bis 9 Stunden am Tag zumutbar. Dabei vermöge sie eine Leistung von 70 % zu erbringen. Seit 1993 hätten sich die Befunde nicht wesentlich verändert. Es sei letztlich von einem gleich gebliebenen Beeinträchtigungszustand auszugehen. Das Problem der fehlenden objektiven Befunde erkläre die Diskrepanz in der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit bei den beiden Expertisen des Dr. I.________. Weder dessen zweite Begutachtung noch die Einschätzung des Spitals X.________ liessen sich heute noch nachvollziehen. 3.3 Die medizinischen Akten stimmen insoweit überein, als sie ein seit Jahren andauerndes Schmerzsyndrom diagnostizieren, für das sich keine körperlichen Ursachen finden lassen. Insoweit kann nicht die Rede davon sein, das Gutachten der MEDAS stehe in "krassem" Widerspruch zur übrigen Aktenlage. Immerhin hat Dr. I.________ im ersten Gutachten von 1995 auf eine Arbeitsfähigkeit von 75 % geschlossen, was in etwa der Schätzung der MEDAS entspricht. Beim Bericht des Spitals X.________ von 1996 ist zu beachten, dass dort von einer "derzeit" 70-100%igen Arbeitsunfähigkeit die Rede ist, aber mehrere Verbesserungsmassnahmen vorgeschlagen werden. Deren Wirkung ist somit im Bericht des Spitals X.________ nicht berücksichtigt. Die Expertise der MEDAS geht einlässlich auf die gesamte medizinische Aktenlage ein und begründet in einleuchtender Weise, weshalb sie vom zweiten Gutachten des Dr. I.________ und dem Bericht des Spitals X.________ abweicht. Sodann stellt das Gutachten der MEDAS die Diagnose einer Neurasthenie nicht unbesehen, sondern geht auf die Umstrittenheit dieser Diagnose ein. Insbesondere beschreibt es eingehend die mit "Neurasthenie" umschriebenen Einschränkungen und legt in nachvollziehbarer und überzeugender Weise dar, inwiefern diese sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirken. Darauf aber kommt es letztlich an. Sodann sind die Berichte der Hausärztin eher knapp gehalten und ist zu beachten, dass Hausärzte auf Grund ihrer auftragsrechtlichen Vertrauensstellung im Zweifel eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 353 Erw. 3b/cc). Insgesamt entspricht das Gutachten der MEDAS den Anforderungen der Rechtsprechung (BGE 125 V 352 Erw. 2a) an eine Expertise, würdigt es doch die gesamte Vorgeschichte, setzt sich damit kritisch auseinander, beruht auf eigenen Untersuchungen und leuchtet in seinen Schlussfolgerungen ein. Es kann deshalb entgegen den Vorbringen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde darauf abgestellt werden. Von einer weiteren Begutachtung sind nach den vielen bisherigen Untersuchungen keine zusätzlichen Erkenntnisse zu erwarten. Demnach hat es dabei sein Bewenden, dass die Beschwerdeführerin in einer angepassten Tätigkeit noch vollzeitlich arbeiten und dabei eine Leistung von 70 % zu erbringen vermag.