Citation: 1B_232/2022 E. 2.1

2.1. Gemäss der erstinstanzlichen Verfügung der Staatsanwaltschaft werde dem Sohn des Beschwerdeführers (im gegen den Sohn geführten Strafverfahren) vorgeworfen, den mutmasslich Geschädigten am 12. März 2020 über sein Mobiltelefon angerufen und von ihm verlangt zu haben, ihm (dem Sohn des Beschwerdeführers) am nächsten Tag Geld zu bringen, ansonsten dem Geschädigten erhebliche Nachteile drohen würden. Ebenso werde dem Sohn des Beschwerdeführers vorgeworfen, im Sommer 2019 versucht zu haben, denselben Geschädigten als sogenannten "Läufer" bzw. Verkäufer für Marihuana anzuwerben. Im Verfahren gegen den Beschwerdeführer werde diesem Folgendes zur Last gelegt: Am 8. Oktober 2020, dem Tag vor einer terminierten Konfrontationseinvernahme zwischen seinem Sohn und dem Geschädigten, habe der Beschwerdeführer eine WhatsApp-Sprachnachricht an die Mutter des Geschädigten gesendet und versucht, auf diese Weise auf das Aussageverhalten des Geschädigten Einfluss zu nehmen. In der Sprachnachricht habe der Beschwerdeführer der Mutter des Geschädigten in Aussicht gestellt, er werde Beweismaterial, das ihren Sohn belaste und welches er privat gesammelt habe, der Staatsanwaltschaft offenlegen, falls der Geschädigte am nächsten Tag gegen den Sohn des Beschwerdeführers aussage. Dieses Verhalten des Beschwerdeführers begründe nach Ansicht der Staatsanwaltschaft den Verdacht der versuchten Nötigung (zulasten der betroffenen Mutter und mittelbar zulasten ihres Sohnes) sowie der versuchten Begünstigung (seines Sohnes). Die amtliche Verteidigerin des Sohnes des Beschwerdeführers beabsichtige, auch die Interessen des Beschwerdeführers als privat mandatierte Wahlverteidigerin im Strafverfahren gegen ihn zu vertreten. Die beiden separaten Strafverfahren wiesen einen "Sachzusammenhang" auf, indem der Beschwerdeführer verdächtigt werde, auf das Aussageverhalten des Geschädigten eingewirkt und so auf den Ausgang des Strafverfahrens gegen seinen Sohn Einfluss genommen zu haben. Zudem seien "die Interessen beider Beschuldigter diametral ausgerichtet". Anlässlich der Konfrontationseinvernahme vom 9. Oktober 2020 habe der Sohn des Beschwerdeführers als Beschuldigter ausgesagt, dass er von der Sprachnachricht des Beschwerdeführers an die Mutter des Geschädigten nichts gewusst habe. Auch die Anwältin des Sohnes habe in einem Schreiben vom 26. April 2021 (als dessen amtliche Verteidigerin) ausgeführt, ihr Mandant habe von der fraglichen Sprachnachricht erst anlässlich der Konfrontationseinvernahme Kenntnis erhalten. Und schliesslich sei der Sprachnachricht des Beschwerdeführers zu entnehmen, dass sein Sohn ihn (angeblich) gebeten habe, "diesen Schritt nicht zu gehen", weil der Sohn "die Sache" mit dem Geschädigten selber "vor Gericht klären" wolle. Vor diesem Hintergrund könne - nach Ansicht der Staatsanwaltschaft - nicht davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer "im Interesse" seines Sohnes gehandelt habe. Damit liege "nicht bloss die abstrakte Möglichkeit eines Interessenkonflikts" zwischen dem Beschwerdeführer und seinem Sohn vor; vielmehr erscheine der Interessenkonflikt "geradezu eklatant". Replizierend habe die Staatsanwaltschaft im vorinstanzlichen Verfahren noch vorgebracht, dass "offensichtlich ein Sachzusammenhang" zwischen den beiden Strafverfahren bestehe. Dem Beschwerdeführer werde vorgeworfen, mittels der Sprachnachricht an die Mutter des Geschädigten versucht zu haben, dessen Aussageverhalten im Strafverfahren gegen den Sohn des Beschwerdeführers zu beeinflussen. Für das Verbot der Doppelvertretung seien gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung "nicht bloss (straf-) prozessuale, sondern Interessen jedweder Form" relevant. Indem der Beschwerdeführer sich "dem Wunsch seines Sohnes widersetzt und durch ein unlauteres kollusives Verhalten versucht habe, auf die Beweiswürdigung in dessen Strafverfahren einzuwirken", habe er "eindeutig nicht in dessen Interesse gehandelt". Die Behauptung des Beschwerdeführers, er und sein Sohn hätten gleichgerichtete Prozessinteressen, sei unzutreffend. Vielmehr hätten "beide in erster Linie ein (voneinander unabhängiges) Eigeninteresse am Ausgang des sie jeweils betreffenden Verfahrens". Nach der gegenwärtigen Aktenlage im Strafverfahren gegen den Beschwerdeführer müsse "davon ausgegangen werden, dass sein Sohn zwar nichts von der schlussendlich tatsächlich aufgenommenen und versandten Sprachnachricht des Beschwerdeführers gewusst", dieser aber seinen Sohn vorgängig von seinem Vorhaben unterrichtet habe. Vor diesem Hintergrund könne auch "bis dato eine Einvernahme" des Sohnes "im Strafverfahren gegen den Beschwerdeführer offensichtlich nicht ausgeschlossen" werden. Anlässlich einer solchen allfälligen Einvernahme bestünde aber die erhebliche Gefahr eines Interessenkonflikts. Laut Staatsanwaltschaft müsse der Sohn sogar "zwingend zum Vorwurf gegen den Beschwerdeführer befragt werden", da sich "diverse Fragen" aufdrängten. Es sei offenkundig, dass die betroffene Rechtsanwältin bei einer Befragung des Sohnes "als Auskunftsperson nicht die Interessen der beschuldigten Person und diejenigen der Auskunftsperson wahren" könne.