Citation: 6B_355/2021 E. 2.1

2.1. Der Beschwerdeführer kritisiert zunächst den Widerruf des bedingten Vollzugs der mit Urteil des Bezirksgerichts Baden vom 25. November 2014 ausgefällten Freiheitsstrafe von 18 Monaten. Zusammengefasst bringt er vor, die Argumentation der Vorinstanz widerspreche der Konzeption von Art. 46 Abs. 2 StGB, nach welcher die günstige Prognose grundsätzlich vermutet und diese nicht allein durch erneute Delinquenz widerlegt werde. Der Widerruf verlange die begründete Annahme einer Schlechtprognose. Ob ihm eine günstige Prognose gestellt werden könne, sei indes nicht Thema der genannten Bestimmung. Ferner habe sich die Vorinstanz bei der Prüfung des Widerrufs nicht mit der Frage befasst, inwiefern sich die Art und Schwere der erneuten Delinquenz auf die Beurteilung der Prognose auswirkt. Ihre Erwägung, wonach er sich während der Probezeit derselben Straftatbestände schuldig gemacht und hinsichtlich des erneuten Betäubungsmittelverstosses, verglichen zu seinen früheren Betäubungsmitteldelikten, einen grösseren Aufwand betrieben habe, erweise sich als aktenwidrig und damit als willkürlich. Im Übrigen habe das Bundesgericht festgehalten, dass eine Bewährung während drei Jahren bzw. fünf Jahren - jeweils auf den Zeitpunkt des bundesgerichtlichen Urteils bezogen - einer Schlechtprognose grundsätzlich entgegenstehe. Die Vorinstanz habe diesem Aspekt nicht hinreichend Rechnung getragen bzw. nicht hinreichend dargelegt, weshalb trotz seines Wohlverhaltens seit dem März 2017 von einer schlechten Legalprognose auszugehen sei. Weiter hätte berücksichtigt werden müssen, dass er sich in den letzten 3, 4 Jahren beruflich in eindrücklicher Art und Weise etabliert habe und nun mit totalem zeitlichen Engagement und viel Initiative praktisch in Alleinverantwortung ein Unternehmen mit 30 Angestellten leite. Losgelöst vom früheren kriminellen Umfeld führe er seit mehreren Jahren ein vollkommen ausgelastetes, erfolgreiches und geregeltes Leben in einem von etlichen beruflichen Kontakten aber auch der Beziehung zu seiner Partnerin geprägten Beziehungsnetz. Die vorliegend zu beurteilenden Delikte habe er in einer Lebensphase begangen, die sich völlig anders präsentiert habe, als seine heutigen Lebensumstände. Die vorinstanzliche Annahme, wonach keine eigentliche Kehrtwende in den persönlichen und beruflichen Verhältnissen vorliegen würde, sei nicht haltbar, mithin willkürlich. Wie sich der unbedingte Strafvollzug für die neuen, in der Probezeit begangenen Delikte auf die Prognose auswirken könnte, werde im angefochtenen Urteil sodann nicht substanziell geprüft. Auch sei auf sein Vorbringen, wonach die Verletzung des Beschleunigungsgebots bei der Beurteilung des Widerrufs zu berücksichtigen sei, mit keinem Wort eingegangen worden. Gleich verhalte es sich bezüglich der von ihm geltend gemachten "zeitlichen Nähe der Verwirkung des Widerrufs" bzw. den von ihm geltend gemachten "Zeitablauf". Dabei habe er nicht vorgebracht, dass ein Anwendungsfall von Art. 46 Abs. 5 StGB vorliegen würde. Dennoch hätte bei der Prognosestellung beachtet werden müssen, dass ein Widerruf bereits am 25. November 2021 nicht mehr in Frage komme. Da sich Art. 46 Abs. 5 StGB an den Verjährungsgrundsätzen orientiere, hätte die Vorinstanz darüber hinaus die Praxis zu Art. 48 lit. e StGB in ihre Erwägungen zum Widerruf miteinbeziehen müssen. Zusammengefasst habe die Vorinstanz bei der Prüfung des Widerrufs relevante Aspekte willkürlich gewürdigt oder ausser Acht gelassen und damit gegen Art. 46 Abs. 2 und 5 StGB verstossen. Da sie den angeordneten Widerruf auch unzureichend begründet und sich mit seinen Vorbringen teilweise nicht befasst habe, verletze sie darüber hinaus in mehrfacher Hinsicht ihre Begründungspflicht (Art. 50 StGB) und seinen Anspruch auf rechtliches Gehör gemäss Art. 29 Abs. 2 BV und Art. 6 Ziff. 1 EMRK.