Citation: 9C_26/2022 E. 4.5

4.5. Entgegen der Darstellung im medaffairs-Gutachten wurde in der Expertise der Klinik B.________ keine "Abwesenheit" des Versicherten beschrieben. Vielmehr verhielt sich dieser anlässlich der damaligen Untersuchung "äussert abweisend". Indessen gab es während des Gesprächsverlaufs in der Klinik B.________ keine Hinweise auf Störungen der Impulskontrolle; die Experten berücksichtigten lediglich anamnestisch berichtete Reizbarkeit und Affektdurchbrüche. Die depressive Symptomatik war bereits 2012 nur sehr schwach ausgeprägt. Damals fand auch keine psychiatrische oder psychologische Therapie statt. Die Feststellungen des Dr. med. D.________ zu alleinigem Reisen durch die Schweiz und Hotelübernachtung können sich nur auf die Angaben des Beschwerdeführers betreffend die Anreise zur Begutachtung beziehen, die am Vortag erfolgen musste. Die Anreise zur Untersuchung in der Klinik B.________ war ebenfalls alleine erfolgt. Sodann berichtete der Versicherte - der nach wie vor bei seinen Eltern wohnte - gegenüber Dr. med. D.________, dass er mit seinen Eltern regelmässig zum Einkaufen nach Deutschland und jährlich, zusammen mit seinen Geschwistern, nach Italien in das Dorf fahre, wo die Eltern ein Haus besitzen. Er habe Freunde und Bekannte sowohl im italienischen Dorf, wo sich alle kennen würden und fast alles wie Familie sei, als auch hier; man unternehme auch durchaus immer wieder mal etwas gemeinsam. Ein Anhaltspunkt für regelmässige eigenständige Aktivitäten solcher Art ist nicht ersichtlich. Dennoch begründete Dr. med. D.________ die von ihm angenommene Nachreifung der Persönlichkeit plausibel mit der Remission der depressiven Symptomatik und der verbesserten Zugänglichkeit des Versicherten im Gespräch. Die in diesem Zusammenhang stehende vorinstanzliche Feststellung einer klaren Verbesserung des psychischen Gesundheitszustandes bleibt für das Bundesgericht verbindlich (vgl. vorangehende E. 1.2). Indessen kann diese gesundheitliche Verbesserung angesichts der im Gutachten der Klinik B.________ dargelegten Befunde und Gegebenheiten nicht mit einer anspruchsrelevanten Steigerung der Arbeitsfähigkeit (vgl. vorangehende E. 4.2) gleichgesetzt werden. Eine solche ergibt sich auch nicht aus den neuropsychologischen Ausführungen des lic. phil. E.________ oder aus anderen medizinischen Unterlagen.