Citation: 2A.518/2003 10.02.2004 E. 6

6.1 Bei der Prüfung der Frage, ob den Bundesbahnen die Weiterführung des Arbeitsverhältnisses zumutbar gewesen wäre, ist zu berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer wiederholt seine Pflichten als Arbeitnehmer verletzt und gegenüber seinen Vorgesetzten Beleidigungen und massive Drohungen ausgesprochen hat. An der Besprechung vom 4. Dezember 2001 wurde ihm Gelegenheit gegeben, sich von seinen Drohungen zu distanzieren, doch statt diese Gelegenheit wahrzunehmen, hat er erneut noch stärkere Beleidigungen und Drohungen vorgetragen. Die entsprechenden Feststellungen der Rekurskommission stimmen mit den Akten überein und sind mit Blick auf Art. 105 Abs. 2 OG für das Bundesgericht verbindlich. Die Folgerung der Vorinstanz, den Bundesbahnen sei die Fortführung des Arbeitsverhältnisses nicht mehr zuzumuten gewesen, verletzt daher Bundesrecht nicht. 6.2 Die Rekurskommission stellte in ihrem Urteil ferner ausdrücklich fest, es seien keine Anhaltspunkte ersichtlich, aufgrund welcher die Vorgesetzten des Beschwerdeführers hätten erkennen können oder müssen, dass sein psychischer Zustand bis zum 4. Dezember 2001 nicht in Ordnung gewesen sei. Es sei daher nicht erwiesen, dass der Beschwerdeführer bereits vor dem 4. Dezember 2001 derart psychisch erkrankt sei, dass er für sein Verhalten nicht verantwortlich gemacht werden könnte. Diese Feststellungen sind unter dem Blickwinkel von Art. 105 Abs. 2 OG ebenfalls nicht zu beanstanden. Damit kann offen bleiben, ob eine allfällige Urteilsunfähigkeit überhaupt die fristlose Kündigung auszuschliessen vermöchte bzw. wieweit ein eigentliches Verschulden für das der Kündigung zugrunde gelegte Verhalten von Bedeutung wäre. Ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer bis zum 4. Dezember 2001 nicht psychisch erkrankt war und für sein Verhalten einzustehen hatte, so konnte sein damaliger psychischer Zustand kein Hindernis für die Aussprechung der fristlosen Kündigung darstellen. 6.3 Erweist sich die fristlose Kündigung als gerechtfertigt, sind schliesslich die Voraussetzungen der Zusprechung einer Entschädigung gestützt auf Art. 114 Abs. 3 OG bereits aus diesem Grund nicht erfüllt. Damit kann offen bleiben, ob diese Bestimmung überhaupt auf eine fristlose Kündigung eines Angestellten der Bundesbahnen anwendbar wäre.