Citation: I 412/06 10.11.2006 E. 5

Streitig ist, wie hoch die beiden zu vergleichenden hypothetischen Erwerbseinkommen zu veranschlagen sind. Die Beschwerdeführerin bestimmte im Einkommensvergleich das Validen- und das Invalideneinkommen des Beschwerdegegners auf der Basis der statistischen Werte der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik, was sie deshalb als sinnvoll erachtet, weil der Beschwerdegegner bis zum Eintritt des Gesundheitsschadens nur während einer kurzen Zeitperiode als Geschäftsführer der GmbH angestellt gewesen sei. Gerade dies führt aber dazu, dass die ausserordentliche Methode des Betätigungsvergleichs anzuwenden ist, weil sich das hypothetische Valideneinkommen unter diesen Umständen nicht zuverlässig ermitteln lässt (BGE 128 V 30 f. Erw. 1, KSIH Rz 3112 ff.). Der in der Beschwerde dagegen erhobene Einwand, ein solcher Vergleich könne bei den vorliegenden Verhältnissen nicht nachvollzogen werden, wird jedoch nicht begründet. Insbesondere wird nicht dargetan, warum das von der Vorinstanz skizzierte Vorgehen nicht handhabbar sein sollte. Diese hat der Beschwerdeführerin aufgetragen, zunächst einen Betätigungsvergleich vorzunehmen und dazu festzulegen, welche Tätigkeiten der Beschwerdegegner im eigenen Geschäft in welchem zeitlichen Umfang ohne Gesundheitsschaden und welche er mit diesem noch ausüben kann. Anhand dessen ist die leidensbedingte Behinderung in den einzelnen Tätigkeiten der konkreten Berufsausübung festzustellen. Dabei besteht für körperlich schwere Tätigkeiten keine Arbeitsfähigkeit mehr, leichte Arbeiten sind dagegen noch zu 80 % ausübbar. Anschliessend sind die einzelnen Tätigkeiten erwerblich zu gewichten, das heisst für jede ist ein branchenüblicher Lohnansatz (kein LSE-Tabellenlohn) anzuwenden. Damit können die hypothetischen Validen- und Invalideneinkommen ermittelt werden. Anschliessend ist der Invaliditätsgrad zu berechnen (vgl. BGE 128 V 33 f. Erw. 4c-e). Bei diesem Vorgehen ist auch der in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde erhobene Einwand obsolet, das Einkommen des Beschwerdegegners habe zu Beginn der selbstständigen Tätigkeit stark geschwankt und das Geschäft sei noch im Aufbau begriffen gewesen, was beides es als sinnvoller erscheinen lasse, beim Einkommensvergleich auf die Durchschnittswerte der LSE abzustellen.