Citation: U 565/06 11.10.2007 E. 5

Die Vorinstanz hat des Weiteren die adäquate Kausalität der psychischen Beschwerden verneint. 5.1 Nach der Rechtsprechung zu den psychischen Unfallfolgen ist für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall für die Entstehung der Arbeits- bzw. Erwerbsunfähigkeit eine massgebende Bedeutung zukommt. Dies trifft dann zu, wenn er objektiv eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt. Für die Beurteilung dieser Frage ist an das Unfallereignis anzuknüpfen, wobei ausgehend vom augenfälligen Geschehensablauf eine Einteilung in banale bzw. leichte, mittlere und schwere Unfällen vorzunehmen ist (BGE 115 V 133 E. 6 S. 138 ff.). Die Beschwerdeführerin verlangt in diesem Zusammenhang, es sei ein biomechanisches Gutachten anzuordnen. Eine unfalltechnische oder biomechanische Analyse vermag nach der Rechtsprechung allenfalls gewichtige Anhaltspunkte zur - einzig mit Blick auf die Adäquanzprüfung relevanten - Schwere des Unfallereignisses zu liefern; sie bildet jedoch in keinem Fall eine hinreichende Grundlage für die Kausalitätsbeurteilung (RKUV 2003 Nr. U 489 S. 357 [U 193/01] E. 3.2). Mit Blick auf die in vergleichbaren Fällen, insbesondere Autounfällen, ergangene Rechtsprechung (in BGE 129 V 323 nicht publizierte Erw. 3.3.2 des Urteils F. vom 25. Februar 2003 [U 161/01] und dort zitierte Urteile) ist das Ereignis vom 29. März 2003 mit der Vorinstanz im mittleren Bereich anzusiedeln; den Unfall im Grenzbereich zu den schweren Unfällen einzuordnen oder ihn sogar als schwer zu qualifizieren, rechtfertigt sich indessen nicht. Die Adäquanz des Kausalzusammenhangs wäre daher zu bejahen, wenn ein einzelnes der für die Beurteilung massgebenden Kriterien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt wäre oder die zu berücksichtigenden Kriterien in gehäufter oder auffallender Weise gegeben wären. Dabei sind allein die Schwere, Dauer und ärztliche Behandlung der somatischen, nicht jedoch der psychisch bedingten Beschwerden einzubeziehen (BGE 115 V 133 E. 6c/bb S. 140 f.). 5.2 Der Unfall vom 29. März 2003 hat sich nicht unter besonders dramatischen Begleitumständen ereignet noch war er von besonderer Eindrücklichkeit: Die Beschwerdeführerin war gemäss Polizeirapport als Beifahrerin in einem Lieferwagen auf einer Strasse mit einer Geschwindigkeitsbeschränkung von 60 km/h unterwegs, als es zu einer rechtwinkligen, seitlich-frontalen Kollision mit einem nicht vortrittsberechtigten Fahrzeug kam, welches die Autobahn verlassen hatte. Dass es sich für die Versicherte dabei nicht um den ersten Autounfall gehandelt und sie gemäss eigenen Angaben, teilweise auch dokumentiert im Bericht des ärztlichen Notfalldienstes (Dr. med. I.________) vom 2. April 2003 sowie im Gutachten des Prof. Dr. med. S.________ vom 26. Oktober 2004, mit Angstzuständen, Hyperventilieren, Albträumen darauf reagiert hat, ist nicht zu berücksichtigen, da die Beurteilung von einer objektiven Betrachtungsweise auszugehen hat (RKUV 1999 Nr. U 335 S. 207, U 287/97, E. 3b/cc; vgl. auch RKUV 2000 Nr. U 394 S. 313, U 248/98, E. 4 u. 5). Die Versicherte hat sich dabei keine schweren Verletzungen oder Verletzungen besonderer Art zugezogen. Wie ausgeführt (E. 4.2), wurden im Spital X.________ einzig oberflächliche Verletzungen am Bein festgestellt. Da hier rechtsprechungsgemäss nur diese somatischen Beschwerden zu berücksichtigen sind und diese in keiner Hinsicht zu nennenswerten Beeinträchtigungen geführt haben, sind sämtliche weiteren in Betracht fallenden Kriterien nicht erfüllt. Die adäquate Kausalität der psychischen Fehlentwicklung ist daher mit Verwaltung und Vorinstanz zu verneinen, sodass die Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht mit Wirkung ab 20. Oktober 2004 zu Recht abgelehnt hat.