Citation: 8C_150/2019 E. 4.3.1

4.3.1. Im MZR-Gutachten werden eine schmerzhafte Bewegungseinschränkung des linken Ellenbogengelenks bei Status nach Humerusfraktur links und Restbeschwerden einer Periarthritis humeroscapularis links bei Status nach einer unfallbedingten Exazerbation und beginnender AC-Gelenksarthrose diagnostiziert. Schon damals hatte die Versicherte den Experten gegenüber eine Minderbeweglichkeit der Schulter, des Ellenbogens und der Hand links beklagt. Die Gutachter hatten jedoch bezüglich der demonstrierten Unfähigkeit, diverse Handfunktionen links (Spreizen der Finger, vollständiges Einschlagen der Finger in die Hohlhand sowie Strecken der Finger) durchzuführen, erhebliche Inkonsistenzen beobachtet. In einer dem (Arm-) Leiden optimal angepassten, in Wechselbelastung ausgeübten Tätigkeit ohne Überkopfarbeiten, ohne Tragen und Bewegen von schweren Lasten und ohne stundenlanges Verharren in der gleichen Position war interdisziplinär eine uneingeschränkte 100%ige Arbeitsfähigkeit attestiert worden. Im Vergleich dazu wurden in der Expertise der Universitätsklinik C.________ eine unklare, diffuse motorische Funktionseinschränkung und Schmerzstörung der linken oberen Extremität bei Rotatorenmanschettenläsion und Ellenbogensteife links mit Gelenkschädigung sowie ein beginnender Morbus Dupuytren, 4. Strahl, links, festgestellt. Handchirurgisch wurde ausser dem beginnenden Morbus Dupuytren, der keine Einschränkung der passiven Beweglichkeit nach sich ziehe, keine Ursache der Beschwerden gefunden. Klinisch zeigte sich der Verdacht auf einen posttraumatischen Neglect der linken oberen Extremität. Dazu wurde eine Abklärung durch einen spezialisierten Psychiater empfohlen. Aufgrund des deutlichen posttraumatischen Funktionsverlusts der gesamten linken oberen Extremität sei die Tätigkeit als Immobilienmaklerin fast nicht mehr möglich, denn die Versicherte könne namentlich nicht mehr mit einer Leiter auf das Dach steigen oder schwere (Brandschutz-) Türen und Tore aufschieben, Pläne auseinanderfalten oder längere Strecken mit dem Auto zurücklegen. Auch bei der Büroarbeit seien deutliche Einschränkungen vorhanden. Demgegenüber bestehe in einer Beschäftigung, die vor allem Denken, Sprechen und Zuhören erfordere, wahrscheinlich eine 80%ige Arbeitsfähigkeit. Die bidisziplinäre Begutachtung durch Dr. med. E.________ und Dr. med. D.________ ergab als einzige Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine dissoziative Bewegungsstörung. Die Erscheinungsform der konkreten Gesundheitsschädigung manifestiere sich in der teilweisen Lähmung der linken Hand, die schon seit Jahren bestehe und nie psychotherapeutisch angegangen worden sei. Demgegenüber seien die organisch nicht zuzuordnende Sensibilitätsstörung und die Paresen im Bereich der linken Hand sowie der beginnende Morbus Dupuytren ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Berücksichtige man die zumutbare Willensanstrengung, die fehlenden funktionalen Beeinträchtigungen, die Befundlage, den bisherigen Verlauf, die relativ guten psychischen und die guten sozialen Ressourcen, so ergebe sich aus psychiatrisch-gutachterlicher Sicht in einer angepassten Tätigkeit als Mediatorin eine 20%ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Sobald die Versicherte nach zwei bis drei Monaten gelernt habe, ihre Texte zu diktieren und allenfalls mit einem Schreibsystem zu arbeiten, sei sie zu 100% arbeitsfähig.