Citation: 4A_127/2021 E. 3.3.1

3.3.1. Die Beschwerdeführerin rügt zunächst, es treffe sie lediglich ein leichtes Verschulden am Versäumnis. Sie sei vor der ersten und zweiten Instanz nicht anwaltlich vertreten gewesen und gelte als rechtsunkundig. Die Wichtigkeit der Einhaltung der Zahlungsfrist und die Folgen deren Nichteinhaltung seien ihr nicht bekannt gewesen und hätten ihr auch nicht bekannt sein müssen. Sie habe davon ausgehen müssen, dass eine staatlich vorgeschriebene Massnahme zur Eindämmung einer weltweiten Pandemie das Fehlen eines Verschuldens nachweise. Dies gelte umso mehr, als in der Bevölkerung eine grosse und allgemein verbreitete Unsicherheit geherrscht habe, welches Verhalten während einer Quarantäne erlaubt sei. Des Weiteren sei der rechtmässige Zustand im Zeitpunkt des Versäumnisses bereits wiederhergestellt gewesen. Überdies sei zu berücksichtigen, dass wenn der vorinstanzliche Entscheid geschützt würde, ein Unternehmen ohne Grund liquidiert würde und damit wirtschaftliche Werte ohne Not vernichtet würden.