Citation: 9C_638/2017 E. 2.3.2

2.3.2. Im Weitern nennt die IV-Stelle verschiedene Gründe, welche Zweifel an der Schlüssigkeit des Gerichtsgutachtens vom 2. März 2017 zu wecken vermögen. Es betrifft dies hauptsächlich die Ausführungen des Experten im Abschnitt "4.3.1 Psychiatrischer Befund, 4.3.1.2 Beschreibung der Persönlichkeit", welche in der Feststellung enden, dass eine komplexe psychiatrische Situation bestehe. So erwähnt er leichte Einschränkungen in den Bereichen Realitätsprüfung und Urteilsbildung, die in der Einleitung des folgenden Absatzes als schwere Störung bezeichnet werden. Sodann werden bei den Befunden u.a. Derealisation, Depersonalisation, ansonsten kein Hinweis auf weitere Ich-Störungen genannt. Demgegenüber waren im psychiatrischen Teilgutachten der Medas vom 17. September 2013 Hinweise auf Ich-Störungen verneint worden. Diese Diskrepanz wird durch die Tatsache verstärkt, dass die Ärzte des ABI "das Geschehen (...) weitestgehend unter eine Persönlichkeitsakzentuierung mit unreifen Zügen sowie invaliditätsfremde Faktoren subsumierten", wie die IV-Stelle festhält. Es kommt dazu, dass gemäss dem Gerichtsgutachter die somatoforme Schmerzstörung in Relation zu auffälliger Persönlichkeitspathologie, strukturellen Beeinträchtigungen der komplexen Ich-Funktionen zu stehen scheint. Schliesslich bezeichnet der Experte die depressive Störung als remittiert, gleichzeitig soll eine ausgeprägte affektive Komorbidität in Bezug auf die somatoforme Thematik vorliegen.