Citation: 2C_481/2018 E. 7

Die Verneinung eines wichtigen Grundes im Sinne von Art. 47 Abs. 4 Satz 1 AIG erscheint vorliegend als mit dem Anspruch auf Schutz des Familienlebens nach Art. 8 EMRK vereinbar. Da es dem Beschwerdeführer und seiner Ehefrau unbenommen gewesen wäre, ihr Nachzugsgesuch fristgerecht einzureichen, liegt kein Härtefall vor, welcher die Gewährung des Nachzugs der Ehefrau gestützt auf letztere Bestimmung oder gestützt auf Art. 13 Abs. 1 BV erfordern würde (vgl. zur grundsätzlichen Vereinbarkeit von Art. 47 AIG mit Art. 8 EMRK Urteil 2C_323/2018 vom 21. September 2018 E. 6.2 ff. und 8.1). Aus dem vom Beschwerdeführer angerufenen Recht auf Ehe (Art. 14 BV; vgl. auch Art. 12 EMRK) ergibt sich kein Anspruch darauf, dass ein Aufnahmestaat verpflichtet wäre, den grenzüberschreitenden Familiennachzug vorbehaltlos und jederzeit zuzulassen. Die positive Ehefreiheit garantiert das Recht zur Eheschliessung, d.h. die Freiheit einer heiratsfähigen Person, selbst zu entscheiden, ob, wann und wen sie wie heiraten möchte. Die negative Ehefreiheit gewährleistet das Recht, sich nicht zu verheiraten (vgl. PETER UEBERSAX, in: Waldmann/Belser/Epiney [Hrsg.], Bundesverfassung, 2015, N. 11 und 12 zu Art. 14 BV). Die Ehefreiheit verschafft in keiner ihrer Formen einen Anspruch auf ein Familienleben an einem bestimmten, frei wählbaren Ort. Migrationsrechtlich gehen in diesem Zusammenhang Art. 8 EMRK und Art. 13 Abs. 1 BV der Ehefreiheit vor (Urteil 2C_323/2018 vom 21. September 2018 E. 6.5.3). Die Heirat ist dem Beschwerdeführer und seiner Ehefrau nicht verboten worden, auch hatten sie die Möglichkeit, die Voraussetzungen für den Familiennachzug zu erfüllen; es erübrigt sich unter diesen Umständen, auf die entsprechende Rüge weiter einzugehen. Auch die übrigen Rügen der Verletzung des Rechts auf Familie (Art. 14 BV), des Rechtsgleichheitsgebotes (Art. 8 BV) und der Menschenwürde (Art. 7 BV) erweisen sich mit Blick auf das Ausgeführte - soweit sie überhaupt genügend substantiiert sind (vgl. Art. 106 Abs. 2 BGG) - als unbegründet. Dies gilt grundsätzlich auch mit Bezug auf das Vorbringen, der angefochtene Entscheid verstosse gegen das Willkürverbot (Art. 9 BV). Trotz der hiervor festgestellten willkürlichen Beurteilung der Freiwilligkeit des Getrenntlebens durch die Vorinstanz (vgl. E. 6.4.1) erscheint der angefochtene Entscheid im Ergebnis nicht als verfassungswidrig, weshalb er rechtsprechungsgemäss nicht wegen Willkür aufzuheben ist (vgl. BGE 140 III 16 E. 2.1 S. 18 f.; 139 III 334 E. 3.2.5 S. 339; je mit Hinweisen).