Citation: 8C_68/2022 E. 4.2

4.2. Aufgrund der Mitwirkungspflichtverletzung des Beschwerdeführers und der mehrfach angedrohten Säumnisfolgen durfte die Suva aufgrund der vorhandenen Akten entscheiden (vgl. Art. 43 Abs. 3 ATSG). Dabei fällt entscheidend ins Gewicht, dass der Beschwerdeführer in einem Verfahren betreffend Pfändungsvollzug am 9. November 2016 wie auch im Rahmen eines Strafverfahrens am 16. November 2016 angegeben hatte, er verdiene monatlich netto ca. Fr. 3000.- resp. Fr. 3200.-. Dass in den jeweiligen Verfahren die Gesamteinkünfte offen zu legen waren, liegt auf der Hand. Dies ergibt sich aber auch aus der Pfändungsurkunde vom 9. November 2016. Danach werden die Fr. 2700.- übersteigenden Einkünfte gepfändet. Der Beschwerdeführer wird darin zudem aufgefordert, einen allfälligen Stellenwechsel oder sonstige Veränderungen in seinen Einkommensverhältnissen sofort dem Betreibungsamt zu melden. Weiter wurde auf die Strafandrohung bei Nichtbefolgung dieser Aufforderung sowie bei widerrechtlichem Bezug gepfändeter Einkommensbeträge hingewiesen. Der Beschwerdeführer macht weder geltend, er oder die B.________ AG hätten einen Teil seines Lohnes an das Betreibungsamt überwiesen, noch bringt er vor, er habe dem Betreibungsamt in der Folge ein höheres Einkommen gemeldet. Er hat sich demnach zumindest die Angaben im Pfändungsvollzugsverfahren auch im unfallversicherungsrechtlichen Verfahren entgegenhalten zu lassen. Der angegebene Nettolohn liegt deutlich unter dem in der Unfallmeldung geltend gemachten Bruttolohn von Fr. 8500.- zuzüglich 13. Monatslohn. Er stimmt hingegen ungefähr überein mit den vom Buchhalter ermittelten Banküberweisungen von Fr. 37'500.- im Jahr 2016 und den im Geschäftskonto verbuchten Banküberweisungen zu Gunsten des Beschwerdeführers mit dem Vermerk "Salär" resp. "Akonto Salär" sowie mit dem bei der Neuerfassung des Betriebs per 1. Januar 2015 deklarierten Jahreslohn von Fr. 36'000.-. Letzterer wurde zwar als "provisorisch" bezeichnet. Dass der Beschwerdeführer in der Folge der Suva vor dem streitbetroffenen Unfall am 19. Februar 2017 einen höheren Lohn gemeldet hätte, macht er aber nicht geltend und ergibt sich auch nicht aus den Akten. Erst am 23. Februar 2017, mithin wenige Tage nach dem Unfall, meldete die B.________ AG der Suva und der zuständigen Ausgleichskasse für das Jahr 2016 ein Einkommen des Beschwerdeführers in der Höhe von Fr. 119'704.65. Dieser Umstand ist kritisch zu würdigen, zumal für das Jahr 2015 bei der Ausgleichskasse - und im Übrigen auch bei der Suva - überhaupt kein Lohn des Beschwerdeführers deklariert wurde, obwohl dieser nach eigenen Angaben bereits damals für die B.________ AG tätig gewesen war. Richtig ist zwar, dass die Arbeitgeberin gegenüber der Vorsorgeeinrichtung bereits im Jahr 2016 einen Jahreslohn des Beschwerdeführers in der Höhe von Fr. 120'000.- gemeldet hatte. Mit Blick auf die Angaben des Beschwerdeführers im Pfändungsvollzugs- und im Strafverfahren sowie die nachgewiesenen Lohnüberweisungen kommt dieser Meldung aber kein entscheidendes Gewicht zu. Gleiches gilt in Bezug auf den Arbeitsvertrag vom Dezember 2015, gemäss welchem ein Bruttolohn von Fr. 8500.- vereinbart wurde, und die (undatierten) Lohnabrechnungen für die Monate Januar bis Dezember 2016.