Citation: 2A.255/2002 22.04.2003 E. 2.4

2.4. Diesbezüglich ist davon auszugehen, dass die Informationen über die negative technische Entwicklung, die zu gewärtigenden Verluste sowie die vorgesehenen Massnahmen das Geschäftsgeheimnis der X.________ beschlagen, was aber noch nicht bedeutet, dass die Einsicht verweigert werden kann. Vielmehr ist abzuwägen, ob das konkrete Interesse an der Geheimhaltung oder das Interesse an der Akteneinsicht überwiegt (SALADIN, Das Verwaltungsverfahrensrecht des Bundes, Basel 1979, S. 140), wobei dann, wenn diese Interessenabwägung gegen die Einsichtnahme ausfällt, zum Nachteil der entsprechenden Partei auf solche Akten nur abgestellt werden darf, wenn sie wenigstens vom wesentlichen Inhalt Kenntnis erhält, sich dazu äussern und Gegenbeweise bezeichnen kann (Art. 28 VwVG; BGE 117 lb 481 E. 7a/aa S. 494; 115 la 293 E. 5c S. 304, mit Hinweisen). Wenn im hier zu beurteilenden Fall die Informationen, welche die X.________ dem Bundesamt am 12. Oktober 1995 zukommen liess, von entscheidender Bedeutung wären, müsste den Beschwerdeführern die Einsichtnahme zweifellos gewährt werden, wobei allenfalls besonders sensitive Daten abgedeckt werden könnten. Im Lichte der den Beschwerdeführern bereits zugänglichen Akten und ihrer eigenen Sachverhaltsdarstellung, namentlich auch ihrer eigenen Kenntnis über die Verluste, welche der X.________ erwachsen sind, erscheint die Einsicht in dieses Aktenstück allerdings nicht mehr von erheblicher Bedeutung. Namentlich ist darauf hinzuweisen, dass die sich abzeichnende defizitäre Entwicklung der Heiratsversicherungen schon in der Eingabe der X.________ vom 17. Juli 1995 ausführlich beschrieben worden ist und die Beschwerdeführer auch Kenntnis von der Grössenordnung der zu gewärtigenden Verluste haben (vgl. das ihnen vorliegende Protokoll des Comité du Conseil der X.________ vom 24. Januar 1996). Es handelt sich deshalb, wie auch aus den folgenden materiellen Ausführungen hervorgeht, nicht um ein für die Beurteilung der Streitsache bedeutsames Aktenstück, dessen Beizug die Beschwerdeführer verlangen. Unter diesen Umständen erscheint die Wahrung des Geschäftsgeheimnisses der X.________ als überwiegend, und es kann ohne Erweiterung der Aktengrundlage entschieden werden.