Citation: 6S.23/2003 19.06.2003 E. 2

2.1 Zunächst macht er geltend, die Vorinstanz habe das Vortrittsrecht der sich von links nähernden Verkehrsteilnehmer vom eigentlichen Kreisverkehrsplatz in sachlich nicht gerechtfertigter Weise auf die links von ihm einmündenden Zufahrtsachsen ausgedehnt. 2.2 Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung hat der in einen Kreisel einmündende Verkehrsteilnehmer jedem von links herannahenden Fahrzeuglenker den Vortritt zu gewähren, wenn er ihn auf der Verzweigungsfläche behindern würde. Dies gilt unabhängig davon, ob der andere Verkehrsteilnehmer die Kreisfahrbahn befährt oder von einer Zufahrtsstrasse links von ihm in den Kreisel einmündet, und sei dies vor, gleichzeitig oder auch nach ihm (BGE 115 IV 139 E. 2b und 2c in fine). Das Bundesgericht hat diese Rechtsprechung aus dem Begriff der Vortrittsregel abgeleitet und dabei gleichzeitig auf Art. 14 Abs. 1 VRV Bezug genommen. Vortrittsregeln besagen, welches von zwei Fahrzeugen eine Verzweigungsfläche zuerst befahren darf, wenn sie die Verzweigungsfläche nicht gleichzeitig befahren können, ohne sich zu behindern (a.a.O. E. 2a). Es ist deshalb unerheblich, ob der vortrittsbelastete Lenker den Kreisel vor dem vortrittsberechtigten Lenker erreicht; entscheidend ist allein, ob jener den Kreisel befahren kann, ohne diesen zu behindern. Ist dies nicht der Fall, so hat der vortrittsbelastete Lenker gemäss Art. 14 Abs. 1 VRV vor der Verzweigung zu halten, auch wenn sich der Vortrittsberechtigte in diesem Moment noch auf einer Zufahrtsstrasse zum Kreisel befindet. Daran hat sich mit dem Erlass von Art. 41b VRV nichts geändert. Diese Regelung wird allein durch den Vertrauensgrundsatz begrenzt, wonach sich der vortrittsbelastete Lenker darauf verlassen darf, dass sich der andere regelkonform verhalten wird (BGE 124 IV 81 E. 2b). Der Beschwerdeführer beruft sich nicht darauf, dass sich der Fahrradlenker verkehrsregelwidrig verhalten habe. Soweit er geltend macht, die Vorinstanz habe seine Vortrittsbelastung zu Unrecht auf Fahrzeuge ausgedehnt, welche sich noch nicht auf dem Kreisel, sondern auf links von ihm einmündenden Zufahrtsachsen befinden, ist die Beschwerde demnach abzuweisen.