Citation: 1C_577/2019 E. 2.1

2.1. Die Beschwerdeführerin macht eine Verletzung von Art. 6 EMRK geltend, weil sie von der Vorinstanz nicht persönlich angehört worden sei. Sie hat in der Beschwerdeergänzung vom 29. April 2019 vor der Vorinstanz auf Art. 6 Ziff. 1 EMRK verwiesen, dabei aber konkret keinen Antrag um Durchführung einer öffentlichen Verhandlung gestellt. Vielmehr beantragte sie eine persönliche Anhörung als Partei für den Fall, dass der ebenfalls beantragte Augenschein nicht durchgeführt werde. Die persönliche Anhörung in dieser Form stellt gemäss Art. 12 Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege des Kantons St. Gallen (VRP; sGS 951.1) als Befragung von Beteiligten wie auch als Parteiaussage gemäss Art. 13 VRP i.V.m. Art. 191 und 192 ZPO ein Beweismittel dar. Die Vorinstanz hat das Begehren der Beschwerdeführerin als Beweisantrag verstanden und im Sinne antizipierter Beweiswürdigung auf die Abnahme dieses Beweises verzichtet. Mit Bezug auf Beweisanträge hat Art. 6 Ziff. 1 EMRK keine über Art. 29 Abs. 2 BV betreffend das rechtliche Gehör hinausgehende Bedeutung (vgl. BGE 134 I 140 E. 5.2 S. 148, vgl. zur antizipierten Beweiswürdigung E. 2.2 hiernach). Im angefochtenen Entscheid hat sich die Vorinstanz zum Verzicht auf die Befragung der Beschwerdeführerin geäussert, weshalb insofern weder eine Konventions- noch eine Gehörsverletzung vorliegt.