Citation: 4A_18/2021 E. 4.2.1

4.2.1. Die Vorinstanz verneinte die Vertrauenshaftung im Einzelnen mit der Begründung, im Februar 2005 und damit vier Jahre vor dem Eintritt des (vermeintlich) versicherten Ereignisses (Skiunfall im März 2009) sei es zu einer Erneuerung der Haushaltversicherungspolice bei der F.________ AG gekommen. Wenn aber der Vater des Beschwerdeführers, wie im vorliegenden Verfahren geltend gemacht werde, bis dahin der Auffassung gewesen sei, es bestehe eine Privathaftpflichtversicherung bei der F.________ AG, habe er (spätestens) in diesem Rahmen (sei es bei der Vorbereitung, beim Beratungsgespräch oder bei der Zustellung der erneuerten Police) entweder erkannt oder doch erkennen können und müssen, dass weder die zu ersetzende noch die erneuerte Haushaltversicherungspolice einen Hinweis darauf enthalten hätten, dass auch das Risiko "Privathaftpflicht" abgedeckt gewesen sei. Unter diesen Umständen habe er begründeten Anlass gehabt, die Richtigkeit der von E.________ beim Beratungsgespräch vom 1. Juli 2003 erteilten Auskunft zu hinterfragen und zu überprüfen (sei es bei der F.________ AG, sei es bei der Beschwerdegegnerin bzw. E.________), zumal nach der allgemeinen Lebenserfahrung davon ausgegangen werden dürfte, dass dem Vater (und der Mutter) des Beschwerdeführers jedenfalls der Unterschied zwischen einer Hausrat- und einer Privathaftpflichtversicherung geläufig gewesen sei. Zu betonen sei, dass der Vater des Beschwerdeführers wegen der Falschauskunft von E.________ nicht von vornherein davon befreit gewesen sei, im Zusammenhang mit der Erneuerung der Haushaltversicherung bei der F.________ AG die alte und jedenfalls die neue Police überhaupt nur zu lesen, und trotz des Fehlens jedweden Hinweises auf eine Privathaftpflichtversicherung in der Police der F.________ AG auf das Gegenteil habe vertrauen dürfen. Soweit solches vom Beschwerdeführer überhaupt geltend gemacht sein sollte, wäre ihm entgegenzuhalten, dass die Rechtsordnung (gerade) im Bereich der durch Richterrecht geschaffenen Vertrauenshaftung nicht jede Vertrauensseligkeit schütze, sondern nur ein Vertrauen, das "unter dem Gesichtspunkt von Treu und Glauben (Art. 3 Abs. 2 ZGB) " schützenswert erscheine.