Citation: 5A_369/2014 E. 2.1

2.1. Gemäss dem bis zum 30. Juni 2014 - und damit im vorliegend massgeblichen Zeitpunkt - geltenden Art. 309 Abs. 1 ZGB (AS 1977 252) hatte die Kindesschutzbehörde dem Kind einen Beistand zu ernennen, der für die Feststellung des Kindesverhältnisses zum Vater zu sorgen und die Mutter in der nach den Umständen gebotenen Weise zu beraten und zu betreuen hat, wenn sie von der Niederkunft einer unverheirateten Frau Kenntnis erhält. Entsprechend hatte - und hat auch nach dem neuen Recht (Art. 50 Abs. 1 lit. a der Zivilstandsverordnung, ZStV; SR 211.112.2) - das Zivilstandsamt eine solche Niederkunft der Kindesschutzbehörde zu melden. Gemäss der Praxis zum bisherigen Recht haben die Kindesschutzbehörden in Anwendung des Verhältnismässigkeitsgrundsatzes auf die Errichtung einer Beistandschaft für das Kind verzichtet, wenn die Vaterschaft durch Anerkennung bereits geregelt war und die Eltern in der Lage waren, ohne weitere Hilfe die für das Kindeswohl notwendigen Vereinbarungen zu treffen. Diese Voraussetzungen sind meistens gegeben, wenn die Eltern zusammenleben (vgl. BGE 107 II 312 und BGE 111 II 2 E. 2 S. 5 ff.).