Citation: 5P.195/2003 16.10.2003 E. 4

Des Weiteren macht der Beschwerdeführer unter Verweis auf S. 11 seiner Berufungsschrift an das Obergericht geltend, er habe beantragt, U.________ als Zeugen zum Lebenswandel der Kindsmutter im Zeitpunkt der Zeugung des Kindes zu befragen. Indem das Obergericht über diesen Antrag hinweggegangen sei, habe es in unzulässiger antizipierter Beweiswürdigung Art. 9 BV verletzt. Der Beschwerdeführer hat in der kantonalen Berufungsschrift auf S. 11 zwar U.________ als Zeugen angerufen, diesen Antrag aber wie folgt begründet: "Der Kläger [Beschwerdegegner] hat Herrn U.________ angefragt, ob er bereit wäre, einen zweifelsfreien Lebenswandel der Zeugin X.________ zur Zeit des Konkubinates zu bezeugen. U.________ hat darauf dem Kläger sinngemäss geantwortet, dies sei unmöglich, er könne dies nicht bezeugen, zumal er (der Kläger) es ja genauestens gewusst habe". Die Behauptung des Beschwerdeführers, er habe eine Zeugenbefragung zum Lebenswandel der Kindesmutter im Zeitpunkt der Zeugung des Kindes verlangt, ist somit aktenwidrig. Ebenso wenig musste die Vorinstanz aus der Begründung des Antrages schliessen, dass der Zeuge U.________ etwas zur Kernfrage sagen könnte, ob der Beschwerdegegner in jenem Zeitpunkt von Fremdbeziehungen hat wissen müssen. Das Obergericht ist deshalb nicht in Willkür verfallen, wenn es auf Grund bereits abgenommener Beweise seine Überzeugung gebildet hat - dass sich nämlich die Aussage der Kindsmutter, der Beschwerdegegner habe wahrscheinlich von ihren Fremdbeziehungen gewusst, auf ihren neuen Partner bezog, um dessentwillen sie den Beschwerdegegner anderthalb Jahre nach der Geburt von W.________ verliess, und der Beschwerdegegner keinen Anlass hatte, für den Zeugungszeitpunkt von einer Fremdbeziehung auszugehen - und in antizipierter Beweiswürdigung angenommen hat, dass seine Überzeugung durch die beantragte Zeugeneinvernahme nicht geändert würde (BGE 115 Ia 97 E. 5b S. 100; 119 Ib 492 E. 5b/bb S. 505; 122 II 464 E. 4a S. 469). Soweit der Beschwerdeführer schliesslich rügt, auch die Kindsmutter selbst sei nicht gefragt worden, ab wann der Beschwerdegegner von ihren Fremdbeziehungen hätte wissen müssen, ist nicht klar, welches verfassungsmässige Recht er für verletzt hält. Der Beschwerdeführer hätte diese Frage bei der erstinstanzlichen Zeugeneinvernahme ohne weiteres selbst stellen lassen (§ 215 Abs. 2 ZPO/TG) oder vor Obergericht die erneute Einvernahme der Kindsmutter und entsprechende Ergänzungsfragen verlangen können (§ 230 Abs. 1 ZPO/TG). Dass er entsprechende Anträge gestellt hat, diese jedoch abgewiesen worden sind, macht der Beschwerdeführer nicht geltend. Die Willkürrüge ist nach dem Gesagten abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.