Citation: 5A_310/2010 19.11.2010 E. 6

6.1 Das Obergericht bestimmte den ehelichen Lebensstandard im Sinne einer Bedarfsberechnung der Beschwerdeführerin auf monatlich Fr. 9'426.--. Die Parteien rügen in Bezug auf die einzelnen Bedarfspositionen eine Verletzung von Art. 125 ZGB. Umstritten sind der Grundbetrag (E. 6.3), der Freibetrag (E. 6.4), der Beitrag für Ferien (E. 6.5), die Krankheitskosten (E. 6.6) sowie der Betrag für laufende Steuern (E. 6.7). 6.2 Soweit die konkrete Höhe einer Bedarfsposition in Frage steht, handelt es sich um eine Tatfrage. Ob (festgestellte) Aufwendungen im Rahmen der Bedarfsberechnung hingegen zu berücksichtigen sind, stellt eine Rechtsfrage dar. 6.3 Aufgrund des während der Ehe gelebten gehobenen Lebensstandards berücksichtigte das Obergericht einen doppelten Grundbetrag von Fr. 2'200.-- pro Monat. 6.3.1 Die Beschwerdeführerin verlangt eine dreifache Berücksichtigung des Grundbetrages (damit Fr. 3'300.--). Sie begründet dies damit, dass sowohl kantonale Gerichte wie auch das Bundesgericht bei guten finanziellen Verhältnissen eine Verdoppelung des Grundbetrages geschützt hätten. Damit dränge sich vorliegend bei sehr günstigen Verhältnissen eine weitere Erhöhung auf. 6.3.2 Soweit die Beschwerdeführerin in diesem Zusammenhang vorbringt, das tatsächliche Jahreseinkommen des Beschwerdeführers betrage Fr. 600'000.-- bis 900'000.--, setzt sie sich ohne Begründung in Widerspruch zu den obergerichtlichen Tatsachenfeststellungen, wo die Vorinstanz (unter anderem) für die Bestimmung des ehelichen Lebensstandards von einem Jahreseinkommen des Beschwerdeführers von mindestens Fr. 300'000.-- ausging. 6.3.3 Wenn sie sich zudem auf ein kantonales Urteil abstützt (dem das bundesgerichtliche Urteil 5A_392/2007 vom 27. August 2007 entspricht), ist festzuhalten, dass diesem ein Sachverhalt zugrunde lag, der mit dem vorliegenden nicht vergleichbar ist: In jenem Urteil ging das Gericht von einem Jahreseinkommen des Unterhaltspflichtigen zwischen Fr. 450'000.-- bis Fr. 1'700'000.-- und einem Vermögen von bis zu Fr. 57'000'000.-- aus. 6.3.4 Die Beschwerdeführerin vermag damit - soweit auf ihre Rüge eingetreten werden kann - nicht darzutun, inwiefern das Obergericht mit der Verdoppelung des Grundbetrages anstelle der verlangten Verdreifachung sein Ermessen überschritten haben soll. Einzig aufgrund eines weiteren bernischen Urteils (vgl. dazu das bundesgerichtliche Urteil 5A_154/2008 vom 23. Juni 2008), wo bei guten Verhältnissen eine Verdoppelung des Grundbetrages vorgenommen wurde, zu schliessen, dass wie vorliegend bei einem gehobenen Lebensstandard eine Verdreifachung nötig sei, reicht für die Begründung einer Ermessensüberschreitung nicht aus.