Citation: 4P.41/2000 22.06.2000 E. 3

3.- Der Beschwerdeführer rügt als Verletzung seines Gehörsanspruchs und als willkürliche antizipierte Beweiswürdigung, das Obergericht habe zwei ehemalige Mitarbeiter nicht einvernommen, die beide kein Anrecht auf Benützung einer Betriebswohnung gehabt und einen solchen Anspruch auch nicht geltend gemacht hätten. a) Aus Art. 4 aBV ergibt sich in Bezug auf das rechtliche Gehör insbesondere der Anspruch der Parteien, mit rechtzeitig und formgültig angebotenen Beweisanträgen gehört zu werden, soweit diese erhebliche Tatsachen betreffen und nicht offensichtlich beweisuntauglich sind (BGE 120 Ia 379 E. 3b ; 106 Ia 161 E. 2b, je mit Hinweisen). Nach der Rechtsprechung kann der Richter das Beweisverfahren schliessen, wenn die Beweisanträge eine nicht erhebliche Tatsache betreffen oder offensichtlich untauglich sind, oder wenn er auf Grund bereits abgenommener Beweise seine Überzeugung gebildet hat und ohne Willkür in vorweggenommener Beweiswürdigung annehmen kann, dass seine Überzeugung durch weitere Beweiserhebungen nicht geändert würde (BGE 124 I 208 E. 4a; 115 Ia 97 E. 5b). Eine solche antizipierte Beweiswürdigung ist zulässig und verstösst insbesondere nicht gegen Verfassungsrecht, wie die ständige Rechtsprechung zu Art. 4 Abs. 1 aBV zeigt (BGE 124 V 94 Erw. 4b; 122 V 162 Erw. 1d mit Hinweis). Diese Rechtsprechung gilt auch unter der Herrschaft von Art. 29 Abs. 2 der neuen Bundesverfassung. b) Das Obergericht begründete die Abweisung des Antrages auf Befragung der beiden Zeugen damit, mit den Zeugen Hauser und Heierli seien bereits Personen befragt worden, von denen als Nichtbetriebsangehörige unbefangene Auskünfte hätten erwartet werden können. Diese wie auch die weiteren Zeugen Keller und Gmür hätten vom Angebot einer unentgeltlichen Alterswohnung gesprochen. Selbst wenn nun die zusätzlich zur Einvernahme beantragten Zeugen aussagen würden, nie von der strittigen Zusicherung des Beschwerdeführers gehört zu haben, würde das Gericht gestützt auf die übrigen Zeugenaussagen auf den Bestand einer solchen Zusicherung schliessen. Die Rüge der Verfassungsverletzung ist unbegründet. Das Obergericht durfte nach der Prozessordnung - wie ausgeführt - auch blosse Zeugenaussagen "vom Hörensagen" abstellen. Es gelangte aufgrund dieser Aussagen und in Würdigung des Umstandes, dass den Eheleuten Bodenmann die Betriebswohnung während Jahren unentgeltlich überlassen worden war, zur Überzeugung, dass ein Wohnrecht im geltend gemachten Umfang zu Gunsten der Eheleute Bodenmann bestehe. Diese Beweiswürdigung lässt sich auch ohne die beantragte Zeugeneinvernahme vor der Verfassung halten. Ob dem Beschwerdeführer damit das Recht auf den Gegenbeweis entzogen wurde, ist als Frage des Bundesrechts nicht im vorliegenden Verfahren zu prüfen.