Citation: 6B_577/2022 E. 1.4

1.4. Mangels eines schweren persönlichen Härtefalls erübrigt sich eine Abwägung des privaten Interesses des Beschwerdeführers an einem Verbleib in der Schweiz mit dem öffentlichen Sicherheitsinteresse an seiner Wegweisung (vgl. Urteile 7B_236/2022 vom 27. Oktober 2023 E. 2.5; 6B_487/2021 vom 3. Februar 2023 E. 5.7.5; je mit Hinweisen). Soweit der Beschwerdeführer seine Kritik vor allem auch auf Aspekte betreffend die Legalprognose sowie die Tatschwere des die Anlasstat bildenden Einbruchdiebstahls stützt, welche Umstände erst im Rahmen der Interessenabwägung von Bedeutung sind (vgl. E. 1.2.1 und 1.2.4 oben), gehen seine Vorbringen demzufolge an der Sache vorbei. Ohnehin aber erwiesen auch sie sich als unbehelflich: Angesichts der sich fast über zehn Jahre erstreckenden wiederholten Delinquenz des Beschwerdeführers, namentlich der Tatsache, dass ihn selbst eine teilbedingte Freiheitsstrafe nicht vor der Begehung weiterer Straftaten abhalten konnte, sowie unter Beachtung seiner fehlenden Reue schliesst die Vorinstanz nachvollziehbar und ohne in Willkür zu verfallen oder sonstwie Recht zu verletzen auf "ganz erhebliche Zweifel" an seiner Legalbewährung. Ebenfalls zu Recht nimmt sie aufgrund dieser von ihm ausgehenden Gefahr für weitere Straftaten ein öffentliches Fernhalteinteresse an, das sein (geringes) privates Interesse an einem Verbleib in der Schweiz überwiegt (vgl. angefochtener Entscheid E. 7c/cc S. 20, zur fehlenden Reue E. 5e S. 15). Dass die vorausgegangenen Delikte keine Katalogtaten nach Art. 66a Abs. 1 StGB ausmachen, wie der Beschwerdeführer einerseits einwendet, ändert an deren Bedeutung für die Legalprognose nichts, ist diese doch in einer Gesamtwürdigung zu treffen unter Einbezug insbesondere des Vorlebens und somit grundsätzlich sämtlicher früherer relevanter Delinquenz (vgl. BGE 134 IV 1 E. 4.2.1 mit Hinweisen). Bei den vorausgegangenen Taten handelt es sich ausserdem nicht bloss um Bagatelldelikte, sondern durchwegs um Vergehen und teilweise gar Verbrechen (vgl. erstinstanzlicher Entscheid E. V.1d S. 53 f.). Die vom Beschwerdeführer andererseits hervorgehobenen Umstände, seine Deliktstätigkeit habe im Zusammenhang mit seiner finanziellen Situation gestanden, er befinde sich heute in einem unbefristeten Anstellungsverhältnis und baue seine Schulden ab, beachtet die Vorinstanz sodann ausdrücklich und musste sie allein nicht zur Annahme einer günstigen Legalprognose anhalten, zumal - wie sie unangefochten feststellt - die mit der gravierenden Schuldensituation verbundenen finanziellen Schwierigkeiten weiter andauern (angefochtener Entscheid E. 7c/cc S. 20 in fine). Hinsichtlich der Tatschwere des Einbruchdiebstahls als Anlassdelikt ist dem Beschwerdeführer schliesslich zwar zuzustimmen, dass durchaus schwerere Deliktsvarianten denkbar sind. Die Tatschwere des Anlassdelikts stellt jedoch nicht das einzige Kriterium für die Beurteilung der vom Täter ausgehenden Gefahr für die Öffentlichkeit dar, sondern massgeblich ist, wie erwähnt, die Gesamtsituation. Bei grösserer Rückfallgefahr kann zudem eine vergleichsweise geringere Tatschwere der zu erwartenden Delikte genügen (vgl. Urteil 6B_166/2021 vom 8. September 2021 E. 3.4.3 e contrario; vgl. auch Urteil 6B_150/2019 vom 19. Juni 2019 E. 2.4). Inwiefern der konkreten Tatschwere des Einbruchdiebstahls unter den gegebenen Umständen ausschlaggebende Bedeutung im Rahmen einer Abwägung des öffentlichen Fernhalteinteresses mit dem privaten Interesse des Beschwerdeführers an einem Verbleib in der Schweiz zukommen würde, ist weder dargelegt noch ersichtlich.