Citation: 9C_9/2019 E. 3.2.1

3.2.1. Damals litt die Versicherte, nachdem sie sich am 23. November 2000 (Mikrofenestration L5/S1 links und Diskektomie) und 7. Februar 2002 (dekompressive Laminektomie L5 und mikrotechnische Dekompression L5/S1 beidseitig, dorsale Stabilisation mittels SSE und PLIF) operativen Eingriffen unterzogen hatte, weiterhin an chronischen Rückenschmerzen. Gestützt auf eine ambulante Konsultation vom 27. Februar 2003 waren die Ärzte der Klinik C.________ mit Bericht vom 13. März 2003 zum Schluss gelangt, dass die klinisch-neurologische und neurophysiologische Untersuchung eine leichte Störung der sakralen Segmente gezeigt habe, welcher Befund vereinbar sei mit einer inkompletten chronischen Störung der Cauda equina. PD Dr. med. D.________, Spezialarzt FMH für Orthopädische Chirurgie, hielt in seinem Bericht vom 8. April 2003 fest, der Bericht der Klinik C.________ bestätige den Befund einer älteren Schädigung des Sacralsegments im Sinne einer inkompletten chronischen Cauda equina-Störung, der einer intraoperativ mechanischen Irritation vor ca. Jahresfrist entspreche. Auch der Hausarzt Dr. med. E.________, Arzt für Allgemeinmedizin FMH, fügte daraufhin seiner Diagnosestellung zusätzlich ein inkomplettes chronisches Cauda Equina-Syndrom hinzu (Verlaufsbericht vom 13. April 2003). Eine erneute bildmorphologische Kontrolle (MRI-LWS) vom 1. Dezember 2010 konnte keine Cauda-Kompression nachweisen bei Spondylodese L5/S1 mit Fixateur interne und Cage intercorporell in situ ohne Umgebungsreaktion (Bericht des PD Dr. med. D.________ vom 25. Februar 2011). Im Gutachten der medexperts AG vom 1. September 2015 wurde schliesslich vermerkt, retrospektiv könne die Ursache für die autonomen Störungen nicht sicher eruiert werden. Letztlich werde im Bericht des Spitals F.________, Neurochirurgische Klinik, vom 7. August 2002 von einer Besserung der Harnblasen- und Mastdarmstörungen berichtet. Ob diese Symptome unmittelbar postoperativ aufgetreten seien und sich bis zum Zeitpunkt der erwähnten Verlaufskontrolle oder im Vergleich zum Status präoperativ gebessert hätten, sei aktenanamnestisch nicht nachvollziehbar. Gemäss Anamnese seien die Beschwerden aber im klaren zeitlichen Zusammenhang direkt nach der zweiten Operation (vom 7. Februar 2002) aufgetreten. Die Einschätzung der Klinik C.________, dass eine im Jahr 2003 chronische inkomplette Schädigung der Cauda equina vorgelegen habe, sei nachvollziehbar. Ob tatsächlich eine intraoperative mechanische Irritation ursächlich verantwortlich sei, wie von PD Dr. med. D.________ postuliert, könne retrospektiv nicht beurteilt werden. Immerhin sei die MRI-Verlaufskontrolle der LWS 2010 regelrecht ohne Kompression der Cauda equina und mit regelrechter Spondylodese L5/S1 ausgefallen.