Citation: U 367/00 20.07.2001 E. 3

3.- a) Die Rehabilitationsklinik R.________ diagnostizierte im Austrittsbericht vom 16. April 1999 einen Status nach Verkehrsunfall am 6. Dezember 1995 mit HWS-Distorsion mit zervikozephalem Symptomenkomplex sowie einen Status nach Verkehrsunfall am 12. Februar 1996 mit HWS-Distorsion und leichter traumatischer Hirnverletzung mit postcommotionellem Syndrom, zervikobrachialem und zervikothorakalem Syndrom, neuropsychologischen Defiziten, posttraumatischer Anpassungsstörung und vegetativer Dysregulation. Die unfallanamnestischen Angaben zum zweiten Unfall, die eindeutig die Kriterien einer traumatischen Hirnverletzung erfüllten, stünden im Widerspruch zur Beurteilung des Dr. med. B.________ vom 9. Dezember 1998. Die multiplen Beschwerden hätten die Versicherte zusammen mit den kognitiven Beeinträchtigungen und einer posttraumatischen Anpassungsstörung sowie einer vegetativen Dysregulation in ihrer psychophysischen Belastbarkeit deutlich eingeschränkt. Die Beschwerdeführerin sieht den Kausalzusammenhang zwischen den beiden Unfällen und ihren Leiden durch diesen Bericht bestätigt. SUVA und Vorinstanz sprechen diesem Bericht den Beweiswert ab, da er ohne Kenntnis der vollständigen SUVA-Akten, insbesondere der Berichte des Kreisarztes Dr. med. C.________, der neurologischen (und neuropsychologischen) Erhebungen der Klinik Z.________ sowie des Dr. med. F.________ erstellt worden sei. Die SUVA macht zudem geltend, die Rehabilitationsklinik R.________ sei nicht über die aktenkundige Echtzeitanamnese der Unfallereignisse informiert gewesen. Weiter habe ihr der Vertreter der Versicherten die vorinstanzliche Beschwerdeschrift zugestellt, womit der Anschein für einen unzulässigen Beeinflussungsversuch bzw. eine Instruktion der Klinikärzte gegeben sei. b) aa) Vorab ist festzuhalten, dass die Klinik R._________ nicht vom Vertreter der Beschwerdeführerin, sondern von Dr. med. O.________ zu ihrer Behandlung beigezogen wurde. Aus der Stellungnahme von Prof. E.________ vom 2. November 2000 geht hervor, dass ihm der Vertreter der Versicherten nicht nur die vorinstanzliche Beschwerdeschrift, sondern auch den Bericht des Dr. med. B.________ vom 9. Dezember 1998 und den angefochtenen Einspracheentscheid der SUVA zugestellt hat. Damit hat er die Rehabilitationsklinik R._________ nicht nur über seine Argumentation, sondern auch über diejenige der SUVA aufgeklärt. Von einer unkorrekten Beeinflussung bzw. Instruktion der Klinik kann daher nicht gesprochen werden. bb) Gemäss der Stellungnahme des Prof. E.________ vom 2. November 2000 standen der Rehabilitationsklinik R._________ die Berichte des Dr. med. O.________ vom 1. Dezember 1997 und 26. Februar 1998, des Dr. med. C.________ vom 14. April 1998, der Klinik Z.________ vom 2. Dezember 1996, 29. Januar 1997 und 3. März 1997, sowie des Dr. med. B.________ vom 9. Dezember 1998 zur Verfügung. Entgegen dem Vorbringen von SUVA und Vorinstanz kannte die Rehabilitationsklinik R._________ mithin den Abschlussbericht des Dr. med. C.________ und sämtliche Berichte der Klinik Z.________. Soweit SUVA und Vorinstanz insbesondere den Berichten des Dr. med. B.________, des Dr. med. C.________ und des Dr. med. F.________ einen höheren Beweiswert zuerkennen wollen, ist dem entgegenzuhalten, dass Dr. med. F.________ und Dr. med. C.________ nicht im Besitz des Berichts der Klinik Z.________ vom 2. Dezember 1996 waren, der bei der SUVA nachträglich am 21. Juni 1999 einging und erst in die Beurteilung des Dr. med. B.________ vom 28. Juni 1999 einbezogen wurde. Im Weiteren kann die Beurteilung des Dr. med. F.________ vom 17. Juli 1997 nicht als abschliessend beurteilt werden, da er selber einen stationären Aufenthalt in der psychosomatischen Klinik B._________ oder in der Klinik S._________ vorgeschlagen hat. Schliesslich hat Dr. med. B.________ die Beschwerdeführerin nicht selber untersucht, sondern sich lediglich theoretisch aufgrund der Akten geäussert. Nach dem Gesagten ist dem Bericht der Rehabilitationsklinik R._________ vom 16. April 1999 der Beweiswert nicht abzusprechen, sondern er ist wie die anderen medizinischen Berichte in die Beweiswürdigung einzubeziehen, zumal der Richter grundsätzlich alle Beweismittel zu würdigen hat (BGE 125 V 352 Erw. 3a).