Citation: U 137/04 25.10.2004 E. 5

5.1 Der Unfall vom 21. Oktober 1999 ist dem mittleren Bereich zuzuordnen, wobei er angesichts der nicht gegebenen Bewusstlosigkeit (Erw. 4.1 hievor) im Übergangsbereich zu den leichten Unfällen anzusiedeln ist. 5.2 Bei mittleren Unfällen müssen, damit der adäquaten Kausalzusammenhang zwischen den psychischen Beschwerden und dem Unfallereignis gegeben ist, gewisse Kriterien erfüllt sein. Als wichtigste sind Folgende zu nennen (vgl. BGE 115 V 140): - Besondere dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalles - die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzung, insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen - ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung - körperliche Dauerschmerzen - ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert - schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen - Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit Besonders dramatische Begleitumstände oder eine besondere Eindrücklichkeit des Unfalles lagen beim Ereignis vom 21. Oktober 1999 nicht vor. Ebenso sind die Schwere oder Art der erlittenen Verletzungen nicht besonders ausgeprägt. So wies Dr. H.________ in seinem ärztlichen Zwischenbericht vom 19. Dezember 1999 darauf hin, dass die Kopfmobilität in alle Richtungen erhalten sei. Dr. M.________ kam in seinem Gutachten vom 6. November zu ähnlichen Schlüssen, während lediglich Dr. A.________ in seinem Bericht an Dr. L.________ angibt, bei der Beschwerdeführerin sei nur die Hälfte des normalen Bewegungsausmasses noch möglich. Dazu machte Dr. A.________ aber keine genauen Angaben, so dass angenommen werden muss, dass sich der Arzt diesbezüglich primär auf die entsprechenden persönlichen Aussagen der Beschwerdeführerin abstützte. Die Diagnose eines Schleudertraumas oder einer schleudertraumaähnlichen Verletzung vermag die schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzung für sich allein nicht zu begründen. Es bedarf hiezu einer besonderen Schwere der für ein Schleudertrauma typischen Beschwerden oder besonderer Umstände, welche das Beschwerdebild beeinflussen können (Urteile Z. vom 4. Mai 2004, U 89/03, D. vom 4. September 2003, U 371/02 und T. vom 6. Februar 2002, U 61/00; vgl. auch SZS 45/2001 S. 448). Solche Umstände sind hier nicht gegeben. Die ärztliche Behandlung dauerte zwar ungewöhnlich lange, ist aber zu einem nicht unwesentlichen Teil auf die mit erheblicher Wahrscheinlichkeit vorbestehende Migräne sowie die psychischen Leiden zurückzuführen. Dasselbe gilt für die körperlichen Dauerschmerzen, bei denen die psychische Komponente ebenfalls eine wesentliche Rolle spielt. Eine ärztliche Fehlbehandlung und ein schwieriger Heilungsverlauf mit erheblichen Komplikationen liegen nicht vor. Vielmehr stand auch hier von allem Anfang an die psychische Fehlverarbeitung des Unfallereignisses im Vordergrund. Aus der blossen Dauer der ärztlichen Behandlung und den geklagten Beschwerden darf nicht schon auf einen schwierigen Heilungsverlauf geschlossen werden. Es bedarf hiezu besonderer Gründe, welche die Heilung beeinträchtigt haben (Urteile Z. vom 4. Mai 2004, U 89/03, F. vom 25. Oktober 2002, U 343/02, sowie B. vom 7. August 2002, U 313/01). Das Gleiche gilt für den Grad und die Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit. Eine solche lag nur in einem untergeordneten Ausmass vor. Dr. N.________ wies in seinem Gutachten zu Handen der IV-Stelle Basel Stadt darauf hin, dass bei der Beschwerdeführerin eine depressive Erkrankung im Sinne eines eigenständigen Prozesses vorliege. Ebenso konnte Dr. N.________ belegen, dass auf Grund der Feststellungen von Prof. G.________ in dessen Gutachten vom 31. März 1998 bereits damals eine Depression vorhanden gewesen sein musste. Insgesamt sind somit die Kriterien, um bei einem Unfall im mittleren Bereich einen adäquaten Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis und den psychischen Beschwerden bejahen zu können, nicht erfüllt.