Citation: 2C_456/2020 E. 5.2

5.2. Im Vergleich zum genannten objektiven Nutzungswert wäre aus (objektivierter) Sicht der Beschwerdegegnerin eine Wertverminderung ihrer Parzelle eingetreten, wenn sie im Jahr 2015 ihr Recht auf Rückübertragung der Ausnützungsziffer nicht durchgesetzt und sie dadurch (allenfalls) dieses Recht verloren hätte. Gegebenenfalls wäre die ihr im steuerlich massgebenden Zeitpunkt des Eigentumserwerbs vertraglich zustehende (und zum genannten objektiven Nutzungswert zu zählende) Möglichkeit, zur Nutzung ihrer Parzelle die auf die Nachbarparzelle übertragene Ausnützungsziffer in Anspruch zu nehmen, dahingefallen und wäre damit der bisherige vertrags- oder nutzungsmässige Zustand nicht erhalten geblieben. Nichts an dieser Betrachtungsweise ändern kann der Umstand, dass die Ablösung einer belastenden Grunddienstbarkeit wertvermehrenden Charakter hat und die Rückübertragung der Ausnützungsziffer als solche der Ablösung einer belastenden Grunddienstbarkeit gleichkommt (vgl. E. 4.2 hiervor). Wirtschaftlich betrachtet war die Beschwerdegegnerin nämlich, anders als ein Grundeigentümer, welcher ohne zusätzliche vertragliche Vereinbarung ein mit einer Grunddienstbarkeit belastetes Grundstück erwirbt, durch die Übertragung der Ausnützungsziffer auf die Nachbarparzelle nicht belastet, da sie die - wenn auch nur vertraglich eingeräumte und nicht aufgrund dinglichen Rechts bestehende - Möglichkeit hatte, eine unentgeltliche Rückübertragung zu fordern. Mit Blick auf das Ausgeführte bezweckten die streitbetroffenen Anwaltskosten aus der objektivierten Sicht der Beschwerdegegnerin die Sicherstellung von bereits im Zeitpunkt des Eigentumserwerbs bestehenden, wenn auch nur vertraglich bzw. mit der Zusatzvereinbarung vom 13. August 2004 zugesicherten Möglichkeiten der Nutzung der Parzelle, welche in wirtschaftlicher Hinsicht gleichwertig waren wie die Möglichkeiten, die der Beschwerdegegnerin qua Eigentums zugestanden hätten, wenn sie die Parzelle ohne die Übertragung der Ausnützungsziffer auf die Nachbarparzelle erworben hätte. Unter diesen Umständen lässt sich auch nicht sagen, die (blosse) Beanspruchung des Rechts auf Rückübertragung der Ausnützungsziffer sei als Zuführung der Parzelle zu einer neuen Nutzung zu qualifizieren, welche den werterhaltenden Charakter der Aufwendungen ausschliesst (vgl. dazu E. 4.2 hiervor). Dies gilt selbst unter Berücksichtigung, dass die tatsächliche Inanspruchnahme der Ausnützungsziffer durch einen Ausbau des Hauses der Beschwerdegegnerin wohl regelmässig mit einer neuen Nutzung verbunden ist. Vor diesem Hintergrund hat die Vorinstanz im vorliegend einzig zu entscheidenden konkreten Fall in bundesrechtskonformer Weise darauf geschlossen, dass die streitbetroffenen Anwaltskosten als werterhaltend gelten können. Es ist im Übrigen auf die zutreffenden Ausführungen im angefochtenen Urteil zu verweisen, wonach das von der Beschwerdegegnerin angestrengte Zivilverfahren nicht offensichtlich aussichtslos gewesen sei und insofern kein Hindernis für die Anerkennung der streitigen Anwaltskosten als werterhaltende Unterhalts- bzw. Verwaltungskosten bestehe (E. 3 des angefochtenen Urteils; vgl. dazu auch E. 4.1 hiervor).