Citation: 1A.5/2000 02.03.2000 E. 1

eines Rechtsgutachtens) ein besonders einschränkendes Haft- regime. "Nach Auskunft der deutschen Rechtsvertreter des Beschwerdeführers" würden bei ihm "mindestens dieselben Sonderhaftbedingungen angeordnet". Da er blind sei, würde er unter dem Haftregime "noch zusätzlich leiden". Eine Auslieferung nach Deutschland verletze daher Art. 3 EMRK. d) Bei der Bundesrepublik Deutschland handelt es sich um einen demokratischen Rechtsstaat, der die EMRK und den UNO-Pakt II ratifiziert hat und einen hohen Standard bei der Gewährleistung der Menschenrechte aufweist. Selbst bei Rechtshilfegesuchen von Staaten die - gemessen an westli- chen rechtsstaatlichen Massstäben - Schwierigkeiten bei der Durchsetzung der Menschenrechte (namentlich gegenüber Häft- lingen) bekunden, wäre eine Auslieferung nicht apriori aus- geschlossen. Das Bundesgericht prüft vielmehr auch in jenen Fällen angesichts der konkreten Umstände des Einzelfalles, ob dem Verfolgten persönlich eine unmenschliche oder ernie- drigende Behandlung droht (vgl. z.B. Urteil des Bundesge- richtes vom 9. September 1999 i.S. X. c. BAP [Auslieferung an Mexiko], 1A.149/1999, E. 8). Der Erlass von gesetzlichen Spezialvorschriften über die Behandlung von besonders gefährlichen gewalttätigen Gefangenen (etwa gemeingefährlichen Terroristen oder Schwer- verbrechern) oder die Einrichtung von entsprechenden Spe- zialgefängnissen und Hochsicherheitstrakten ist nicht zum Vornherein menschenrechtswidrig, soweit die betreffenden Vorschriften grundrechtskonform ausgelegt und angewendet werden können (vgl. BGE 118 Ia 64 E. 3c S. 76 - 78). Die Rechtmässigkeit eines Haftregimes ist - in den Schranken der grundrechtskonformen Auslegung - nach Massgabe der Haftbe- dingungen des konkreten Einzelfalles zu prüfen. Es kann im vorliegenden Fall offen bleiben, ob und inwieweit die Son- dernormen der deutschen Strafprozess- und -vollzugsgesetz- gebung für besonders gefährliche Gefangene auf den Be- schwerdeführer überhaupt Anwendung finden würden. Jeden- falls wäre nicht ersichtlich (und wird auch in der Be- schwerde nicht dargelegt), dass die betreffenden Vorschrif- ten zum Vornherein nur in menschenrechtswidriger Weise aus- gelegt und angewendet werden könnten. Nach ständiger Praxis ist bei demokratischen Rechtsstaaten die Einhaltung der Menschenrechte und völkerrechtlichen Verpflichtungen zu vermuten. Im Übrigen war der Beschwerdeführer (aufgrund seiner strafrechtlichen Verurteilung wegen Freiheitsbe- raubung zum Nachteil G.________s) auch bereits während längerer Zeit in Deutschland inhaftiert. Er macht nicht geltend, er sei dabei in unmenschlicher oder erniedrigender Art und Weise behandelt worden. e) Nach dem Gesagten steht auch das non-refoulement- Gebot von Art. 3 EMRK der Auslieferung nicht entgegen.