Citation: H 77/99 03.03.2000 E. 6

6.- Ferner sind die nach der Rechtsprechung für eine Herabsetzung der Schadenersatzpflicht wegen Mitverschuldens der Verwaltung geltenden Voraussetzungen - grobe Pflichtverletzung und adäquater Kausalzusammenhang zwischen dem rechtswidrigen Verhalten und dem Schaden (BGE 122 V 189 Erw. 3c) - nicht erfüllt. Zwar ist die Ausgleichskasse die Vollstreckung der schuldig gebliebenen Beiträge zögerlich angegangen. Am 3. Juni 1996 bewilligte sie für die Beiträge von November 1995 bis Februar 1996 einen Zahlungsaufschub bis Mitte bzw. Ende Juni 1996. Nachdem die Gesellschaft den vereinbarten Zahlungsplan nicht eingehalten hatte und sich die Mitte Juli 1996 versprochenen wöchentlichen Abschlagszahlungen im Betrage von Fr. 10'000. - im Oktober 1996 erneut verzögert hatten, drohte ihr die Ausgleichskasse aber eine sofortige Einleitung des Betreibungsverfahrens an (Schreiben vom 21. Oktober 1996). Vom 31. Oktober 1996 bis 28. Februar 1997 hatte die Gesellschaft sodann eine richterliche Nachlassstundung erwirkt, welche bis Ende April 1998 verlängert worden war, während welcher Zeit weder eine Betreibung eingeleitet noch fortgesetzt werden konnte (Art. 297 Abs. 1 erster Satz SchKG). Am 7. Mai 1997 erfolgte schliesslich die Konkurseröffnung. Im vorliegenden Fall kann deshalb nicht von einem Verstoss gegen elementare Vorschriften des Beitragsbezugs gesprochen werden. Auch ist nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, dass die Ausgleichskasse mit forscherem Eintreiben der Beiträge den Schaden vermindert hätte.