Citation: 6P.82/2000 22.01.2001 E. 5

5. Auflage, S. 351 N 15 - 17). Nach dem Gesagten durfte das Kantonsgericht ohne Verletzung des Willkürverbots annehmen, dass die Zahlungen zu Gunsten der Hochseeyacht "Sea Gypsy" und die entsprechenden Aufwendungen wohl als ganz verloren zu betrachten seien beziehungsweise der diesbezügliche Schaden fast 1,7 Mio. Franken betrage. Damit erweisen sich auch die Vorwürfe als unbegründet, bei objektiver Würdigung des gesamten Beweisergebnisses blieben offensichtlich erhebliche bzw. schlechterdings nicht zu unterdrückende Zweifel am Vorliegen eines Vermögensschadens bestehen (Grundsatz "in dubio pro reo") und die Anklagebehörde hätte den Vermögensschaden nachweisen müssen (Verweigerung des rechtlichen Gehörs durch Nichtabnahme von Beweisen; Beschwerdeschrift S. 40). b) Der Beschwerdeführer kritisiert die Feststellung des Kantonsgerichts, vor allem die Beteiligung an der "Sea Gypsy" könne in keinen vernünftigen Zusammenhang mit dem Hotelbetrieb gebracht werden. Diese Feststellung stehe in offensichtlichem Widerspruch zum statutarischen Zweckartikel der Hotel AG, wonach die Gesellschaft "sich an anderen Unternehmen im In- und Ausland beteiligen sowie alle kommerziellen, finanziellen und anderen Tätigkeiten ausüben kann, welche mit dem Zweck der Gesellschaft in Zusammenhang stehen". Der Zweck liege bekanntlich in der Bewirtschaftung vor allem im Hotel-, Restaurant-, Freizeit- und Touristiksektor. Schliesslich werde im Bericht der gesetzlichen Kontrollstelle über das Geschäftsjahr 1988/89 ausdrücklich das Guthaben gegenüber der Reederei AG (fiktiver Name) erwähnt und festgehalten, dass neben dem eigentlichen Hotelbetrieb "eine sinnvolle Ergänzung und Diversifikation der Tätigkeitsgebiete vorgenommen" worden sei. Diese Argumentation geht an den wesentlichen Fakten vorbei. Entscheidend ist nicht, ob der Gesellschaftszweck der Hotel AG eine Beteiligung an der Reederei AG erlaubte oder nicht, sondern dass aufgrund der Finanzlage der Hotel AG eine solche Beteiligung nicht im Interesse der Gesellschaft sein konnte. Das Kantonsgericht führt aus, selbst der Beschwerdeführer stelle nicht in Abrede, dass es der Hotel AG an flüssigen Mitteln gemangelt habe. Die objektiven Fakten sprächen diesbezüglich denn auch eine zu klare Sprache, als dass die prekäre Liquiditätslage hätte übersehen werden können. Auch wenn dem Beschwerdeführer im fraglichen Zeitpunkt die Liquiditätskennzahlen der Polizei nicht vorgelegen hätten, so hätte er Dokumente wie z.B. Jahresabschlüsse analysieren und sich über die Liquiditätslage ein klares und realistisches Bild machen können und müssen. Die ermittelten Kennzahlen seien im konkreten Fall so extrem schlecht, dass sie den Beschwerdeführer als Geschäftsführer hätten alarmieren und dazu bewegen müssen, mit den flüssigen Mitteln der Gesellschaft äusserst vorsichtig umzugehen und von kostspieligen, nicht vordringlichen und insbesondere die Ertragskraft der Gesellschaft nicht verbessernden Investitionen Abstand zu nehmen. Dazu habe umso eher Grund bestanden, als die Hotel AG im fraglichen Zeitraum während Jahren massive Verluste geschrieben habe und ihren laufenden Zahlungsverpflichtungen nicht habe nachkommen können, sodass Betreibungen über mehrere Millionen aufgelaufen seien (angefochtener Entscheid S. 18/19). Inwiefern auf diesem Hintergrund die gerügten Feststellungen des Kantonsgerichts willkürlich sein sollten, legt der Beschwerdeführer nicht dar. Nachdem aufgrund der extrem schlechten Liquiditätslage der Hotel AG eine massive Beteiligung an der "Sea Gypsy" nicht zu verantworten war, ist belanglos, ob die Hotel AG vertraglich verpflichtet gewesen war, sich an den weiteren immensen Kosten der Reparatur und Renovation ganz oder auch nur teilweise zu beteiligen (Beschwerdeschrift S. 41 f. lit. b). c) Der Beschwerdeführer macht geltend, das Kantonsgericht werfe ihm vor, für eine "persönliche Liebhaberei" die Hotel AG mit rund 1,7 Mio. Franken geschädigt zu haben. Es halte jedoch auch fest, er habe seine Aufenthalte auf dem Schiff immer selbst bezahlt und somit nicht persönlich von der Beteiligung an der "Sea Gypsy" profitiert, weshalb er sich auch nicht wie ein "richtiger Yachtbesitzer" habe fühlen können. Abgesehen davon sei zu vermerken, dass die Beteiligung an der "Sea Gypsy" der Hotel AG zugestanden habe, und zwar mit lediglich rund 40 %. Bereits aufgrund dieser objektiven Gegebenheiten habe sich der Beschwerdeführer nicht als "richtiger Yachtbesitzer" fühlen können. Auch hier setzt sich der Beschwerdeführer nicht mit den wesentlichen Ausführungen des Kantonsgerichts auseinander. Dieses hält nämlich fest, der Beschwerdeführer habe selbst eingeräumt, dass die Kundschaft, welche ihre Ferien in den Hotelbetrieben zu verbringen gepflegt habe, nicht jene gewesen sei, denen man eine Yacht habe verchartern können. Wenn der Beschwerdeführer nun aber trotz dieses Wissens massiv in ein Unternehmen investierte, das keinen Ertrag abwarf, durfte das Kantonsgericht schliessen, die Beteiligung sei einem Verlangen des Beschwerdeführers entsprungen, ein persönliches Steckenpferd zu reiten. Da sich der Beschwerdeführer praktisch mit der Hotel AG identifizierte und diese mit 36,9 % den grössten Gesellschafteranteil an der "Sea Gypsy" besass, erscheint die Feststellung des Kantonsgerichts, die von der Hotel AG teuer erkaufte Beteiligung habe es dem Beschwerdeführer erlaubt, sich wie ein richtiger Yachtbesitzer zu fühlen, auch nicht als willkürlich.