Citation: 2C_179/2021 E. 4.6

4.6. Aus den Akten ergibt sich (Art. 105 Abs. 2 BGG), dass die genannte Mahnung nicht per Einschreiben verschickt wurde. Für die Zustellung der Mahnung ist die Steuerverwaltung beweisbelastet (MICHAEL BEUSCH, in: Kommentar schweizerisches Steuerrecht, DBG, N. 53 zu Art. 120 DBG), denn sie leitet aus der Unterbrechung der Veranlagungsverjährung Vorteile ab bzw. die Unterbrechung ist in diesem Sinne steuerbegründend. Ausserdem tragen die Steuerbehörden generell die Beweislast für die Zustellung von Verfügungen. Praxisgemäss muss deshalb bei uneingeschriebenen Sendungen im Zweifel auf die Darstellung des Empfängers abgestellt werden, wenn seine Darlegung der Umstände plausibel und nachvollziehbar ist und einer gewissen Wahrscheinlichkeit entspricht, wobei sein guter Glaube zu vermuten ist. Fehler bei der Postzustellung liegen nämlich nicht derart ausserhalb jeder Wahrscheinlichkeit, so dass damit nicht gerechnet werden müsste (BGE 122 I 97 E. 3.b; 114 III 51 E. 3.c; Urteil 2C_570/2011 vom 24. Januar 2012 E. 4.1/4.3, mit Hinweisen; MARTIN ZWEIFEL/SILVIA HUNZIKER, in: Kommentar schweizerisches Steuerrecht, DBG, N. 19 zu Art. 116 DBG).