Citation: 6P.58/2003 03.08.2004 E. 10

Zunächst beanstanden beide Beschwerdeführer die Berechnung des Erwerbsausfalls des Beschwerdegegners im angefochtenen Entscheid. Die Vorinstanz habe bei der Ermittlung des Erwerbsausfalls zu Unrecht auf den Brutto- anstatt auf den Nettolohn abgestellt. 10.1 Nach Andeutungen in verschiedenen Entscheiden hat das Bundesgericht vor kurzem seine Praxis zur Berechnung des Rentenschadens geändert. Dieser bestimmte sich früher aus Praktikabilitätsgründen anhand der rentenbildenden Beiträge des Arbeitgebers an AHV und Pensionskasse (BGE 126 III 41 E. 3 S. 45; 116 II 295 E. 4 S. 297 ff.), während jetzt die Rentenverkürzung, d.h. die Differenz zwischen den hypothetischen Altersleistungen ohne das Schadensereignis und den effektiven Invaliden- und Altersleistungen konkret zu ermitteln ist (Urteil 4C.197/2001 vom 12. Februar 2002 in Pra 2002 Nr. 152 E. 4b). Als Konsequenz aus dieser Praxisänderung hat das Bundesgericht in einem weiteren Entscheid eine Änderung seiner Praxis bei der Berechnung des Erwerbsausfalls vorgenommen. Dieser bestimmt sich neu auf der Basis des Nettoeinkommens des Geschädigten, weil die früher übliche Zugrundelegung des Bruttolohns zu einer Überentschädigung führen würde (BGE 129 III 135 E. 2.2 S. 142 f.). 10.2 Die Vorinstanz geht bei ihrer Berechnung des Erwerbsausfalls entgegen diesen Grundsätzen vom Bruttolohn aus. Sie verweist darauf, dass der Beschwerdegegner lediglich den Schaden aus Erwerbsausfall, nicht aber einen solchen aus Rentenverkürzung geltend macht. Dies ändert indessen nichts daran, dass für die Berechnung des Erwerbsschadens das Nettoeinkommen massgebend ist. Die Ansprüche des Beschwerdegegners werden dadurch bei gesamthafter Betrachtung nicht unter das bundesrechtlich Geschuldete gekürzt. Denn es hätte diesem frei gestanden, einen Rentenschaden, sofern ein solcher nach der neuen Berechnungsweise bestehen sollte, rechtzeitig geltend zu machen. Die geänderte Berechnungsart wird bereits seit mehreren Jahren favorisiert und ist vom Bundesgericht schon einige Zeit vor Ergehen des angefochtenen Entscheids ausdrücklich als bundesrechtskonform anerkannt worden (vgl. BGE 126 III 41 E. 3 S. 45 f.). Die von der Vorinstanz vorgenommene Berechnung des Erwerbsausfalls erweist sich somit nicht als bundesrechtskonform. Eine Ermittlung des Erwerbsausfalls durch das Bundesgericht erscheint nicht möglich, da die Beträge, die der Beschwerdegegner an die berufliche Vorsorge hätte leisten müssen, nicht bekannt sind (vgl. BGE 129 III 135 E. 2.3.2.2 S. 146; Marc Schaetzle/Stephan Weber, Kapitalisieren, Handbuch zur Anwendung der Barwerttafeln, 5. Aufl. 2001, N. 3.443). Die Sache ist daher an die Vorinstanz zurückzuweisen (Art. 64 Abs. 1 OG).