Citation: 6S.150/2003 16.01.2004 E. 2

Die Vorinstanz führt zur Strafzumessung aus, es lägen keine Strafschärfungs-, Strafmilderungs- und Strafminderungsgründe vor. Leicht straferhöhend seien drei geringfügige, gelöschte Vorstrafen zu berücksichtigen. Das Bezirksgericht habe zu den persönlichen Verhältnissen zutreffend erwogen, dass diese die Strafe weder nach oben noch nach unten beeinflussten. Eine Strafe von 18 Monaten sei zu tief. Der Bezirksanwalt habe den nach seinem Dafürhalten tiefen Strafantrag mit liberal-pragmatischen Überlegungen begründet. Für solche Überlegungen sei vorliegend kein Platz. Es sei vom objektiven Unrechtsgehalt der Tat auszugehen, von den persönlichen Beweggründen und dem Verschulden und nicht davon, ob die Geschädigte interessiert sei, dass der Beschwerdeführer bestraft werde oder nicht. Das Bezirksgericht habe das Verschulden zutreffend als erheblich taxiert. Zu bedenken sei, dass zuvor mehr als drei Jahre eine Liebesbeziehung bestanden habe. Die beiden hätten früher im gleichen Unternehmen gearbeitet. Nachdem jahrelang kein Kontakt mehr bestanden habe, habe der Beschwerdeführer die Geschädigte in einer schwierigen Situation in einer psychiatrischen Klinik wieder getroffen, in die er selber infolge eines Selbstmordversuchs eingeliefert worden sei. Er habe somit um ihren Gemütszustand und ihre psychischen Probleme gewusst. Er hätte daher bedenken müssen, welche Folgen sein Verhalten bei der Geschädigten auslösen konnte. Darüber habe er sich rücksichtslos hinweggesetzt und die Geschädigte aufs Gröbste missbraucht. Gerade die Nähe zwischen Opfer und Täter könne das Verhalten als besonders schmerzhaft und das Verschulden somit als nicht weniger gravierend erscheinen lassen. Es könnten keine entlastenden Gründe angeführt werden. Auch das Verhalten nach der Tat gebiete keine besondere Milde (angefochtenes Urteil S. 21 - 23). Der Beschwerdeführer macht eine unrichtige Strafzumessung durch Festsetzung einer zu hohen Strafe geltend. Die Vorinstanz verwerfe die überzeugenden spezialpräventiven Erwägungen des Bezirksgerichts. Sie begründe dies mit dem Strafrahmen und verweise einseitig auf die drei Jahre dauernde Beziehung zu der Geschädigten und ihre psychischen Probleme. Seine zum Tatzeitpunkt nicht minder problematische psychische Verfassung werde nicht einmal in Erwägung gezogen. Insbesondere sein aktenkundiger Klinikaufenthalt hätte Anlass zu einer solchen Auseinandersetzung geben müssen. Die Geschädigte habe kein Strafverfahren gewünscht. Liege eine harte Bestrafung nicht im Interesse der Geschädigten, dürfe der Staat nicht dessen ungeachtet eine hohe Strafe aussprechen. Weiter dürfe die Strafzumessung nicht von der Frage des bedingten Vollzugs getrennt werden. Die Vorinstanz habe durch die unzureichende Gewichtung strafmindernder Faktoren Art. 63 StGB i.V.m. Art. 41 Ziff. 1 Abs. 1 StGB verletzt.