Citation: 4A_478/2023 E. 3.3.2

3.3.2. Die Beschwerdeführerin bestreitet sodann nicht, dass sie den Schaden für den Fall, wonach sie bei vertragsgemässer Beratung den Vertrag bei der Zürich behalten hätte, nicht beziffert hat. Sie zeigt nicht auf, dass die Vorinstanz Bundesrecht verletzt hätte, indem sie dies verlangte. Der Vorinstanz ist zuzustimmen, dass es der Beschwerdeführerin möglich und daher in Nachachtung von Art. 55 ZPO von ihr zu verlangen war, den Schaden, d.h. die mutmassliche Versicherungssumme der Zürich bei Beibehaltung der bisherigen Versicherungslösung resp. die entsprechenden Tatsachen zu behaupten und soweit möglich zu beweisen. Stattdessen hat die Beschwerdeführerin als Schaden pauschal das von der Helvetia zu erbringende Vergleichsangebot genannt, was die Vorinstanz zu Recht nicht genügen lässt, da es im Rahmen dieses Kausalverlaufs nicht schlüssig ist. Ungenügend ist ebenso das von der Beschwerdeführerin angeführte, von der Zürich im Bestreitungsfall einzuholende Gutachten. Dieses entbindet die Beschwerdeführerin nicht von einer hinreichenden, substanziierten Behauptung und Begründung des Schadens aufgrund einer allfälligen Informationspflichtverletzung durch die Beschwerdegegnerin. Ebenso hätte die Beschwerdeführerin die Grundlagen für die Berechnung des Schadenersatzes "nach Massgaben der Zürich" benennen und rechtzeitig als Beweismittel einbringen müssen, zumal sie nach eigenen Angaben offensichtlich darüber verfügt. Dass sie dies getan hätte, behauptet die Beschwerdeführerin nicht. Nicht zu beanstanden ist auch, dass die Vorinstanz kritisierte, es bleibe unklar, was eine Erstellung des Gutachtens "nach Massgaben der Zürich" überhaupt bedeuten sollte. Die Beschwerdeführerin äussert sich hierzu nicht und setzt sich somit insoweit nicht hinreichend mit dem angefochtenen Entscheid auseinander. Am vorstehend Gesagten ändert nichts, dass die Beschwerdeführerin von der Beschwerdegegnerin nicht den Betriebsausfallschaden, sondern die Versicherungsleistung der Zürich fordert, was die Vorinstanz nicht verkennt. Sie stellt in diesem Zusammenhang lediglich Überlegungen zum Schaden aufgrund des Betriebsausfalls an, was nicht zu beanstanden ist. Die Beschwerdeführerin begründet zudem nicht schlüssig, weshalb es ihr unmöglich gewesen sein soll, die von der Zürich mutmasslich erhaltene resp. geforderte Versicherungsleistung näher zu beziffern. Diesen Schaden hätte sie im Rahmen eines Schadenersatzprozesses auch gegenüber der Zürich substanziiert behaupten und begründen müssen. Zudem spricht sie selbst von einem "im Bestreitungsfall" einzuholenden Gutachten. Mit anderen Worten hätte die Zürich in jedem Fall eine Versicherungsleistung genannt resp. ermittelt, sodass die Beschwerdeführerin entsprechende Behauptungen zu deren (Un) -richtigkeit hätte aufstellen können und müssen. Der Hinweis auf das von der Helvetia anderen Versicherten erbrachte Vergleichsangebot als Minimalschadensbetrag genügt in diesem Zusammenhang jedenfalls nicht. Die Beschwerdeführerin räumt denn auch ein, dass es ihr möglich gewesen wäre, den geltend gemachten Schaden substanziiert zu behaupten, indem sie vor prozessual ein entsprechendes Gutachten in Auftrag gegeben hätte. Der Einwand, wonach dann im Bestreitungsfall die Beweislosigkeit gedroht hätte, weil keine anderen Beweismittel zum Nachweis des Schadens bestanden hätten, überzeugt nicht. Offenbleiben kann schliesslich, ob die Vorinstanz die Grundsätze der Beweislastverteilung und die Dispositionsmaxime verletzte, indem sie erwog, allfällige Ersparnisse aufgrund tieferer Prämien bei der Helvetia wären vom Schaden abzuziehen. Wie bereits dargelegt, handelt es sich dabei um subsidiäre Erwägungen der Vorinstanz.