Citation: I 536/04 10.12.2004 E. 3

Der Beschwerdeführer macht denn auch geltend, er sei nach Auffassung seines Psychiaters Dr. med. C.________, bei dem er sich seit Januar 2003 behandeln lässt, wegen einer schweren Depression zu 100 % arbeitsunfähig. 3.1 Das kantonale Gericht hat bezüglich des psychischen Gesundheitszustandes auf das Gutachten des Dr. med. R.________ abgestellt, wonach der Versicherte eine depressive Symptomatik entwickelt habe. Nach Auffassung des Dr. med. R.________, welcher den Versicherten am 2. Juni 2003 exploriert hat, lag kein invalidisierendes Leiden vor. Dr. med. C.________ diagnostizierte demgegenüber gemäss Bericht vom 15. Dezember 2003 eine schwere depressive Episode, wobei ein Hamilton-Test mit entsprechendem Ergebnis am 17. April 2003 durchgeführt worden sei und sich der Zustand seit Behandlungsbeginn im Januar 2003 nicht verändert habe. Die Schlussfolgerung auf eine schwere Depression und eine dadurch bedingte vollständige Arbeitsunfähigkeit ist nach Auffassung der Vorinstanz nicht nachvollziehbar. 3.2 Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichts ist rechtsprechungsgemäss entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sowie nachvollziehbar sind (BGE 125 V 352 Erw. 3a mit Hinweis). Was insbesondere die geistigen Gesundheitsschädigungen betrifft, ist das Vorliegen eines fachärztlich diagnostizierten psychischen Leidens mit Krankheitswert aus rechtlicher Sicht wohl Voraussetzung, nicht aber hinreichende Basis für die Annahme einer invalidisierenden Einschränkung der Arbeitsfähigkeit; ausschlaggebend ist vielmehr, ob die psychiatrischen Befunde nach Einschätzung des Arztes eine derartige Schwere aufweisen, dass dem Versicherten die Verwertung seiner Arbeitskraft auf dem Arbeitsmarkt bei objektiver Betrachtung - und unter Ausschluss von Einschränkungen der Leistungsfähigkeit, die auf aggravatorisches Verhalten zurückzuführen sind - sozial-praktisch nicht mehr zumutbar oder dies für die Gesellschaft gar untragbar ist (BGE 130 V 353 ff. Erw. 2.2.3 mit Hinweis auf Urteil S. vom 17. Februar 2003 [I 667/01] Erw. 3; BGE 102 V 165; AHI 2001 S. 228 Erw. 2b mit Hinweisen). Wie das kantonale Gericht zutreffend erwogen hat, ist das Attest einer 100 %igen Arbeitsunfähigkeit durch Dr. med. C.________ mit Blick auf diese Rechtsprechung nicht nachvollziehbar, diagnostiziert er doch eine "depressive Episode", geht also von einem vorübergehenden Zustand aus, und begründet nicht, warum dem Versicherten generell keinerlei Erwerbstätigkeit mehr zumutbar sein sollte. Jedoch genügt auch das Gutachten des Dr. med. R.________, auf welches sich die Vorinstanz gestützt hat, den Anforderungen der Rechtsprechung zum Beweiswert einer ärztlichen Stellungnahme nicht. Der Beschwerdeführer hatte bei der Untersuchung durch den Gutachter angegeben, dass er seit drei Monaten in Behandlung bei Dr. med. C.________ sei. Trotzdem hat sich Dr. med. R.________ nicht bei ihm über seine Einschätzung erkundigt, erwähnt in seinem Gutachten aber ausdrücklich, in den bisherigen Berichten fänden sich keine Hinweise auf schwere psychische Störungen oder Belastungen, die eine Invalidisierung aus psychischen Gründen nach somatisch attestierter Remission nach dem Herzinfarkt nahe legen könnten. Es fehlt im psychiatrischen Gutachten damit an einer schlüssigen Auseinandersetzung mit der Auffassung des behandelnden Arztes. Weil die ärztlichen Stellungnahmen zur Arbeitsunfähigkeit sich wiedersprechen, ist die Sache abklärungsbedürftig.