Citation: 2C_1107/2018 E. 4.1

4.1. Zinsaustauschgeschäfte oder sog. Zinssatz-Swaps oder kurz Zinsswaps sind Geschäfte, bei denen die Vertragsparteien Zinszahlungen in einer Währung tauschen. Dabei vereinbaren sie die Tauschzeitpunkte der Zinszahlungen, die Höhe der jeweiligen Zinssätze, die Laufzeit der Vereinbarung und den Nominalbetrag, auf den sich die Zinszahlung bezieht. Die Nominalbeträge werden nicht ausgetauscht, sondern dienen lediglich als Berechnungsgrundlage für die Zinsen (Treuhandkammer [Hrsg.] Schweizer Handbuch der Wirtschaftsprüfung, Band "Buchführung und Rechnungslegung", [Handbuch] 2014, S. 135; MARTIN BÖSCH, Derivate: Verstehen, anwenden, bewerten, 3. Aufl., 2014, S. 223). Die Standardform des Zinsswaps ist dabei ein sog. Fix-in-Variabel-Swap (auch Plain Vanilla oder Fixed-for-Floating), bei dem sich - wie im vorliegenden Fall - eine Seite (sog. Payer) zur Zahlung eines Festzinssatzes verpflichtet und im Gegenzug von der anderen Seite (dem Receiver) Zinszahlungen zu einem variablen Zinssatz erhält. Dabei schloss die Beschwerdeführerin (bzw. die C.________ AG) die Zinsswaps bei bereits bestehenden Hypothekardarlehen zur Absicherung gegen steigende variable Zinsen ab, indem sie (bzw. die C.________ AG) sich zur Zahlung eines festen Zinssatzes verpflichtete, während die Bank eine Zahlungsverpflichtung zum jeweilig gültigen LIBOR-Satz übernahm (vgl. dazu auch die eigene Darstellung der Beschwerdeführerin in der Beschwerdeschrift, S. 9 ff). In einem Umfeld steigender Zinsen wäre die Beschwerdeführerin auf diese Weise - da sie von der Bank Zinsen in der Höhe des jeweils gültigen LIBOR-Satzes erhalten hätte - gegen das Steigen des Zinsniveaus abgesichert gewesen (vgl. zu einem solchen sog. LiabilitySwap wiederum BÖSCH, a.a.O., S. 225 f.). Da der LIBOR-Satz seit dem Vertragsabschluss aber nicht etwa gestiegen, sondern im Gegenteil sogar negativ geworden ist, hat dieser Absicherungszweck versagt und im Ergebnis dazu geführt, dass die Beschwerdeführerin zusätzlich zu den aus dem Zinsswap geschuldeten festen Zinsen von 2.38 (bzw. 2.45) Prozent jeweils auch noch die negativen LIBOR-Zinsen an ihre Vertragspartnerin bezahlen muss.