Citation: U 141/01 28.11.2002 E. 5

5.1 Während die SUVA im Einspracheentscheid und im vorinstanzlichen Verfahren auf Grund der DAP von einem Invalideneinkommen von Fr. 24'700.- (Fr. 1900.- x 13) ausging (Erw. 8.1 hiernach), macht sie im letztinstanzlichen Verfahren geltend, der Versicherte habe das im Januar 1997 wieder angetretene Arbeitsverhältnis bei der Firma A.________ mutwillig zu Fall gebracht. Als Invalideneinkommen sei ihm daher der dort erzielbare Verdienst von Fr. 26'000.- (Fr. 2'000.- x 13) anzurechnen. Die Vorinstanz lehnt die Heranziehung des möglichen Einkommens bei der Firma A.________ ab, da nicht von einem stabilen Arbeitsverhältnis gesprochen werden könne. 5.2 Der Versicherte nahm die Arbeit bei der Firma A.________ im Januar 1997 halbtags wieder auf. Am 15. Juli 1997 kündigte die Firma das Arbeitsverhältnis per 30. September 1997, da er die Anweisungen des Werkstattchefs wiederholt nicht befolgt habe und sowohl in der Erfüllung der anvertrauten Arbeit wie auch im Erscheinen am Arbeitsplatz sehr unzuverlässig gewesen sei; sollte sich seine Einstellung schlagartig ändern, wäre die Firma unter gewissen Voraussetzungen bereit, ihn später wieder anzustellen. Am 9. Januar 1997 gab der Versicherte im Rahmen einer Untersuchung in der Klinik B.________ wetterwechselbedingte Schmerzen im Stumpfbereich an, weshalb die Klinik eine Prothesenanpassung in Aussicht stellte (Bericht vom 31. Januar 1997). Im Rahmen der kreisärztlichen Untersuchung vom 28. Mai 1997 klagte er, die Prothese sei immer noch zu weit, weshalb er kein sicheres Gefühl beim Laufen habe; nach ca. einer Stunde Belastung habe er Schmerzen im unteren Stumpfbereich dorsal und verspüre Druck auf die Kniescheibe. Bei Wetterwechsel trete gelegentlich ein Phantomschmerz auf. Bei längeren Gehstrecken benutze er noch einen Stock. Kreisarzt Dr. med. B.________ gab an, es sei noch eine Anpassung der Prothese erforderlich. Der Betriebsleiter R.________ bestätigte gegenüber der SUVA am 11. Juni 1997, sie seien mit der Leistung des Versicherten während des halben Tages, die etwa einer Leistungsfähigkeit von 25 % entspreche, sehr zufrieden. Gleichentags gab der Versicherte gegenüber der SUVA an, dass er gegen einen ganztägigen Einsatz grundsätzlich nichts einzuwenden hätte, wenn die Prothese passen würde. Mit Schreiben vom 16. Juni 1997 führte die SUVA aus, der Beschwerdegegner könne nunmehr ganztags leichte Montagearbeiten mit einer Leistungsfähigkeit von 50 % ausführen, weshalb sie ab 23. Juni 1996 nur noch ein halbes Taggeld ausrichten werde. Am 27. Juni 1997 teilte die Firma der SUVA mit, der Versicherte habe sich krank gemeldet und sei die letzten zwei Tage nicht zur Arbeit erschienen. Am 2. Juli 1997 fand eine Anpassung der Prothese in der Klinik X.________ statt. Anlässlich einer ambulanten Konsultation in der Klinik X.________ vom 20. August 1997 klagte der Versicherte weiterhin über prothesenbedingte Schmerzen. Anlässlich der vorinstanzlichen Parteibefragung sagte der Versicherte aus, er sei zur Arbeit immer pünktlich erschienen und sei nicht betrunken gewesen. Er wisse nicht, wieso der Personalchef F.________ Gegenteiliges gesagt habe; vielleicht habe ihm der Werkstattchef solche Sachen erzählt. Am Anfang habe er angepasste Arbeit zugewiesen erhalten; nachher habe er aber auch schwere Arbeit verrichten müssen, die er nicht ertragen habe. Einmal sei ihm in der Firma gesagt worden, er rentiere nicht mehr und man könne ihm den Lohn nicht mehr bezahlen. Danach habe er die Kündigung erhalten. Der Arbeitgeber A.________ sagte als Zeuge aus, der Versicherte habe leichte Arbeit erledigen müssen; er könne allerdings nicht sagen, dass er in einzelnen Fällen nicht doch hätte helfen müssen, wenn etwas schwerer gewesen sei. Sie hätten leichte behinderungsgerechte Arbeit für den Versicherten gehabt und hätten ihm extra noch einen speziellen Stehstuhl gekauft. Das Alkoholproblem des Versicherten sei nach dem Unfall nicht grösser gewesen als vorher. Seine Arbeitsmoral sei aber schlecht gewesen; er habe provokativ langsam gearbeitet und sei gekommen, wann es ihm gepasst habe. Er habe damit die Kündigung provoziert. 5.3 Auf Grund der divergierenden Angaben der Beteiligten zum Arbeitsverhältnis und der aktenmässig belegten Probleme des Beschwerdegegners mit der Prothese im Jahre 1997 kann nicht von einer besonders stabilen Anstellung im Sinne der Rechtsprechung ausgegangen werden, deren Auflösung er schuldhaft verursacht hätte. Auf die möglichen Einkommensverhältnisse bei der Firma A.________ ist demnach nicht abzustellen.