Citation: 8C_274/2024 E. 6.2.1

6.2.1. Wie dargelegt, kommt einem Administrativgutachten - wie hier jenem des Prof. Dr. med. E.________ zuhanden der SWICA - volle Beweiskraft zu, solange nicht konkrete Anhaltspunkte gegen seine Zuverlässigkeit sprechen (vorne E. 4.2). Zwar gelangte Dr. med. C.________ in seinem rheumatologischen Gutachten zuhanden der IV-Stelle hinsichtlich der unfallkausalen Schulterbeschwerden zu einer abweichenden Einschätzung der Arbeitsfähigkeit in leidensangepassten Tätigkeiten. Den aus seiner Sicht um 20 % erhöhten Pausenbedarf begründete er jedoch - soweit ersichtlich - nur mit dem knappen Hinweis auf die "chronische Schmerzsituation" und damit, dass er "auch die Schonungssituation berücksichtige". Im Hinblick darauf, dass die ärztliche Beurteilung der Arbeits (un) fähigkeit naturgemäss Ermessenszüge trägt (BGE 137 V 210 E. 3.4.2.3), ist dies allein nicht geeignet, der Beurteilung des Prof. Dr. med. E.________ die Beweiskraft abzusprechen, zumal selbst der behandelnde Orthopäde Dr. med. F.________ von einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit in leidensangepassten Tätigkeiten ausging. Zusätzliche, hinreichend konkrete Anhaltspunkte, die Zweifel an der Beurteilung des Prof. Dr. med. E.________ zu wecken vermöchten, vermag die Vorinstanz nicht aufzuzeigen. Wie ihr selbst nicht entgangen ist, hat Dr. med. C.________ die schulterorthopädische Beurteilung von Prof. Dr. med. E.________ ausdrücklich als nachvollziehbar bezeichnet. Dass er die Erhebung der Anamnese, der Befunde oder die von Prof. Dr. med. E.________ durchgeführten Untersuchungen beanstandet hätte, ist nicht ersichtlich. Vielmehr beschränkte sich seine Kritik an dem Gutachten auf den Hinweis, es zeige sich darin ein "orthopädisches Denken" in dem Sinne, dass die Sehnen geflickt und damit der Zustand erreicht sei, "wie wenn nie etwas gewesen wäre"; dieses in Unfallgutachten oft anzutreffende Denken entspreche aber nicht der Realität. Diese Bemerkung des Rheumatologen reicht offenkundig nicht aus, um der Beurteilung des Prof. Dr. med. E.________ die Beweiskraft abzusprechen.