Citation: 6B_277/2009 21.07.2009 E. 1

1.1 Die Beschwerdeführerin macht geltend, die Vorinstanz verletze Art. 59 StGB, indem sie trotz nur minimal möglicher Verbesserung der Legalprognose die altrechtlich angeordnete Verwahrung aufhebe und an deren Stelle eine stationäre Massnahme anordne. Die Voraussetzungen für eine stationäre therapeutische Massnahme seien nicht gegeben. Nach 20 Jahren Therapie, wovon 10 Jahre in intensiver deliktsorientierter Gruppen- und Einzeltherapie stattgefunden hätten, bezeichne das aktuelle Gutachten die Rückfallgefahr des Beschwerdegegners nach wie vor als moderat bis deutlich. Auch bei weiteren Therapieanstrengungen könne mit einer Behebung der psychischen Störung und der strukturellen Rückfallgefahr kaum gerechnet werden. Die präventiven Möglichkeiten der deliktsorientierten Arbeitsweise seien ausgeschöpft. Der Gutachter stufe den Beschwerdegegner weiterhin als gefährlich ein. Eine bloss minimale mögliche Verbesserung der Legalprognose genüge nicht, um eine stationäre Massnahme anzuordnen. Vielmehr sei dazu eine hinreichende Wahrscheinlichkeit einer deutlichen Verringerung der Gefahr der Begehung weiterer Straftaten erforderlich, welche vorliegend fehle. 1.2 Die Vorinstanz führt aus, eine stationäre therapeutische Massnahme im Sinne von Art. 59 StGB sei anstelle der Verwahrung nach Art. 64 StGB gegenüber einem gefährlichen, psychisch gestörten Täter anzuordnen, wenn die hinreichende Wahrscheinlichkeit bestehe, diese Massnahme werde die Gefahr weiterer Straftaten im Zusammenhang mit der psychischen Störung innert fünf Jahren deutlich verringern. Sie zeigt die Entwicklung des Beschwerdegegners anhand der seit dem Jahr 1986 erstellten Gutachten und Therapieberichte ausführlich auf. Die Persönlichkeitsstörung habe sich stabilisiert und es gebe Hinweise auf positive Veränderungen risikorelevanter Persönlichkeitsmerkmale trotz zeitweiser Stagnation in der Entwicklung. Gestützt auf das aktuelle forensisch-psychiatrische Gutachten vom 19. Mai 2008 geht die Vorinstanz davon aus, dass vom kooperativen und motivierten Beschwerdegegner weitere Therapiefortschritte erwartet werden könnten. Die Möglichkeiten seien noch nicht ausgeschöpft. Auch wenn unklar sei, ob ein Restrisiko für weitere Straftaten überhaupt je therapeutisch angegangen werden könne, seien erhebliche Entwicklungsschritte zu verzeichnen. Das Rückfallrisiko sei gesunken und dem Beschwerdegegner hätten begleitete Urlaube bzw. Ausgänge gewährt werden können. Dass es bis zum angestrebten Ziel ein weiter Weg sei und nicht mit Bestimmtheit gesagt werden könne, ob das Ziel letztlich erreicht werde, schliesse die Anordnung einer Massnahme nicht aus. Diese sei in einer geschlossenen Vollzugseinrichtung durchzuführen und könne bei Bedarf letztlich unbeschränkt verlängert werden. Das Gesetz biete wirksame Möglichkeiten, um auf Veränderungen zu reagieren. Gestützt auf das Subsidiaritätsprinzip sei anstelle der Weiterführung der Verwahrung eine stationäre therapeutische Massnahme anzuordnen.