Citation: 5A_831/2018 E. 3.4

3.4. In materieller Hinsicht erwog die Vorinstanz, bei der Konsultation der Videoaufnahme werde eine Ablehnung von C.________ gegenüber dem Beschwerdegegner deutlich spürbar. Der Entscheid der KESB W.________ widersetze sich somit dem Willen des Kindes. Es gelte jedoch zu berücksichtigen, dass das Kind im Zeitpunkt der Anhörung sieben Jahre alt gewesen sei und sich in einem diesbezüglich nicht urteilsfähigen Alter befunden habe. Eine Abschätzung der längerfristigen Folgen eines Kontaktabbruchs zum Beschwerdegegner sei ihm nicht möglich gewesen. Die Meinung des Kindes sei daher nicht entscheidend zu berücksichtigen. Das Wohl des Kindes sei in einem objektivierten Verständnis an seiner Persönlichkeitsentfaltung und Identitätsfindung auszurichten, was zu seiner psychischen Entwicklung entscheidend beitragen könne. Die Meinung des Sohnes sei von der kategorisch ablehnenden Haltung der Mutter geprägt. Nach Äusserung des Kindes sähe diese einen regelmässigen Kontakt ihres Sohnes mit dem Kindsvater nicht gerne. Auch gehe der Sohn von der falschen Vorstellung aus, sein leiblicher Vater wolle ihn seiner Mutter wegnehmen. Probleme bei der Umsetzung des Besuchsrechts hätten seit frühester Kindheit bestanden, als sich der Knabe aufgrund seines jungen Alters den Besuchen selbst nicht habe widersetzen können. Die Vorinstanz erachtete es deshalb als mit dem Kindeswohl vereinbar und diesem förderlich, das Besuchsrecht im Sinne des Entscheids der KESB W.________ anzuordnen, zumal der Entscheid die Möglichkeit beinhalte, das Besuchsrecht jederzeit abzuändern oder zu sistieren, sollte eine Gefährdung des Kindeswohls selbst durch einen behutsamen Aufbau des Kontakts zum Vater vorliegen (Ängste, Verunsicherungen, Aggressionen, Konflikt zwischen den Eltern). Dem Beistand komme die zentrale Aufgabe zu, die KESB W.________ einmal monatlich zu orientieren sowie trimestrielle Besuche der Kindseltern zu absolvieren.