Citation: 7B_108/2025 E. 3.1

3.1. Der Beschwerdeführer wendet sich nicht gegen den dringenden Tatverdacht, bestreitet aber die von der Vorinstanz bejahte Wiederholungsgefahr und rügt damit eine Verletzung von Art. 221 Abs. 1 lit. c StPO. Er bestreitet dabei weder seine Vorstrafen noch dass es sich bei den gemäss der Vorinstanz drohenden Straftaten um Verbrechen oder schwere Vergehen handelt, sondern kritisiert die Rückfallprogonose der Vorinstanz und moniert, diese habe sich bei ihrer Beurteilung der Rückfallgefahr auf ein Gutachten gestützt, das auf falschen und veralteten Annahmen beruhe. Im Gutachten vom 20. März 2024 sei die "DyRiAS"-Auswertung (Dynamisches Risikoanalyse System), die dem Gutachten zugrunde liege, nicht korrekt durchgeführt worden, beziehungsweise es seien diverse Einzelfaktoren dieser Auswertung gegenwärtig nicht mehr aktuell. Dies habe die Vorinstanz selbst erkannt, denn sie beabsichtige, ein neues Gutachten einzuholen. Ferner sei unstrittig, dass er die Tätlichkeiten und Drohungen einzig unter Alkoholeinfluss begangen habe. Wenn er keinen Alkohol trinke, werde er als liebevoller Mensch beschrieben. Durch seine Inhaftierung sei er bereits seit über einem Jahr vollständig abstinent und bereit, den weiteren Weg aus der Suchtkrankheit zu beschreiten. Diesem Vorhaben sei aber im Rahmen einer ambulanten Massnahme in seinem gewohnten Umfeld "mehr Erfolg beschieden" als im rigiden Haftsetting. Die Vorinstanz verkenne, dass auch seine Familie seine Haftentlassung wünsche und an ein weiteres Zusammenleben mit ihm glaube und bereit sei, die notwendigen Massnahmen zusammen zu ergreifen und die Konsequenzen zu tragen. Seine Familie wolle ihn unterstützen, wo sie nur könne; seine Ehefrau habe ihn auch während der Zeit in der Untersuchungshaft massgeblich finanziell unterstützt. Entgegen der Auffassung der Vorinstanz gebe es keinerlei konkrete Anhaltspunkte dafür, dass er seine Ehegattin oder seine Kinder zu beeinflussen versucht habe. Trotzdem sei die Vorinstanz hiervon ausgegangen, ohne seine Familienmitglieder diesbezüglich anzuhören. Damit habe sie den Sachverhalt nicht hinreichend abgeklärt.