Citation: 8C_377/2023 E. 7.4.1

7.4.1. Gemäss Gerichtsgutachten präsentierte sich die Beschwerdeführerin in beiden Untersuchungen einerseits vordergründig freundlich, kooperativ, mitteilungsbedürftig und auskunftsbereit. Andererseits sei sie auch misstrauisch und wenig motiviert gewesen in dem Sinne, dass sie Fragen zwar zu beantworten versucht habe. Sie habe aber wenig Anstrengung gezeigt, über Fragen, die sie nicht gleich habe beantworten können, nachzudenken. Es dürfe angenommen werden, dass sie nicht in dem Masse und mit allen Möglichkeiten mitgearbeitet habe, die sie tatsächlich hätte entfalten können, wenn sie gewollt hätte. Gleichzeitig hielt Dr. med. B.________ aber auch fest, die Beschwerdeführerin sei eher nicht in der Lage, ein differenziertes Bild der Kindheit und von wichtigen Bezugspersonen aus der Kindheit zu zeichnen sowie über ihre Erlebnisse aus der Kindheit, die sie bis heute begleiten (so etwa ein sexueller Missbrauch), zu berichten. Das Vermeiden von Auskünften über die (geschiedene) Ehe lasse sich durch die Symptomatik ihrer Persönlichkeitsstruktur erklären. Der Gerichtsgutachter verneinte eine Aggravation oder sonstige Inkonsistenzen. Er hielt explizit fest, die Beschwerdeführerin zeige erhebliche Einschränkungen in allen Aktivitäten ihres Lebens, sowohl im privaten als auch im beruflichen Bereich. Diese gleichmässigen Einschränkungen wurden durch die Angaben der Mutter der Beschwerdeführerin bestätigt, worauf letztere zu Recht hinweist. Demnach ergab sich für den Experten trotz allenfalls fehlender Angaben in gewissen Bereichen ein insgesamt stimmiges Gesamtbild, wie die Beschwerdeführerin zu Recht vorträgt.