Citation: U 307/98 17.02.2000 E. 5

5.- Was die Prüfung des adäquaten Kausalzusammenhangs anbelangt, ist entgegen der Auffassung der Vorinstanz nicht ohne weiteres klar, dass die Beurteilung unter dem Gesichtspunkt einer psychischen Fehlentwicklung nach Unfall und nicht unter demjenigen eines Schleudertraumas zu erfolgen hat. Der erstbehandelnde Arzt, Dr. med. G.________, hatte nämlich eine Distorsion bzw. Kontusion der HWS festgestellt und die Ruhigstellung in einem Halskragen angeordnet. Diesen Halskragen hatte die Beschwerdeführerin über Monate bis am 2. November 1995 getragen. Die Aussagen der Gutachter vermögen diese Diagnose nicht zu erschüttern; sie sind auch nicht darauf ausgerichtet, sie erschüttern zu wollen. Zum Teil werden andere Ausdrücke verwendet, zum Teil ist eine gewisse Zurückhaltung hinsichtlich dieser Diagnose festzustellen. So spricht Dr. med. B.________ von einem HWS-BWS-Kopfgelenks-Trauma, Dr. med. E.________ von einem Kopfanprall mit Abknickmechanismus. Dr. med. W.________ erwähnt, dass die Beschwerdeführerin möglicherweise ein Distorsionstrauma der HWS erlitten habe, wobei er den Ausdruck nicht im dualistischen Sinn möglich - überwiegend wahrscheinlich - gebraucht. Er räumt auch ein, dass gewisse Schmerzen der Beschwerdeführerin mit einem HWSDistorsionstrauma vereinbar seien, diese aber zwischenzeitlich abgeklungen wären. Die Rheumaklinik schliesslich spricht von einem HWS-Distorsionstrauma. Die Frage, ob die Beurteilung unter dem Gesichtspunkt einer psychischen Fehlentwicklung oder aber eines Schleudertraumas zu erfolgen hat, kann letztlich offen bleiben, weil die Adäquanz der Kausalität auch bei Anwendung der Praxis zu Schleudertraumas zu verneinen ist. Wird von einem mittelschweren Unfall ausgegangen, wie dies die Vorinstanz zutreffend getan hat, bleibt als einziges Kriterium die längere Arbeitsunfähigkeit (physisch und psychisch). Diese kann jedoch bis Ende 1995 nicht voll ins Gewicht fallen, weil sie auch aufgrund der schweren Erschöpfungsdepression bestand; die nachher noch fortbestehende Arbeitsunfähigkeit indessen ist im Sinne der Ausführungen des Dr. med. I.________ über ein Fibromyalgie-Syndrom zu relativieren.