Citation: 5P.195/2000 27.06.2000 E. 4

4.- Der Willkürvorwurf der Beschwerdeführer in der Sache selbst ist offensichtlich unbegründet. Qualifiziert falsche Rechtsanwendung (BGE 110 Ia 1 E. 2a S. 3) darf von vornherein nicht bejaht werden, wenn der gutgeheissene wie auch der abgelehnte Standpunkt in der Lehre mit sachlichen Gründen vertreten werden (z.B. BGE 104 II 249 E. 3b S. 251 f.; 122 III 439 E. 3b S. 442/443). Die Berner Kommentatoren Tuor/Picenoni sowie weitere namhafte Autoren (Rossel/Mentha und Piotet) gehen davon aus, die Fristen gemäss Art. 584 Abs. 1 und Art. 587 Abs. 1 ZGB könnten parallel laufen, während insbesondere Escher/Escher dafürhalten, mit der Ansetzung der zweiten Frist sei zuzuwarten bis nach Ablauf der ersten; beide Ansichten lassen sich auf sachliche Gründe stützen, auf den klaren Gesetzestext, die zeitliche Dringlichkeit und Anhaltspunkte in den Materialien einerseits und auf den Zweck des öffentlichen Inventars andererseits (vgl. die Zitate bei Wissmann, Basler Kommentar, N. 11-13 zu Art. 584 ZGB, der sich dem Zürcher Kommentar anschliesst; gl.M. ausführlich Pfyl, Die Wirkungen des öffentlichen Inventars (Art. 587-590 ZGB), Diss. Fribourg 1996, S. 13 ff. mit weiteren Nachweisen unter Beizug der Materialien).