Citation: U 395/06 05.10.2007 E. 5

5.1 Ob der adäquate Kausalzusammenhang nach der Rechtsprechung von BGE 115 V 133 oder nach jener von BGE 117 V 359 zu erfolgen hat, kann offen bleiben, da auch bei einer Prüfung nach der Praxis zu den Unfällen mit einem Schleudertrauma der Halswirbelsäule ohne nachweisbare organische Ausfälle der adäquate Kausalzusammenhang nicht gegeben ist. 5.2 Für die Einteilung des Unfalles in leicht, mittelschwer und schwer ist nicht die Erlebnisschwere, mit anderen Worten das subjektive Empfinden massgebend; vielmehr findet die Zuordnung gestützt auf objektive Umstände (augenfälliger Geschehensablauf) statt (vgl. BGE 117 V 359 E. 6a S. 366 mit Verweis auf BGE 115 V 133 E. 6 S. 139, wonach nicht das Unfallerlebnis, sondern das objektiv erfassbare Unfallereignis massgebend ist). Mit der Vorinstanz ist der Unfall rechtsprechungsgemäss angesichts des Ablaufs im Bereich der mittelschweren Unfälle an der Grenze zu den leichten Fällen einzuordnen (vgl. statt vieler RKUV 2005 Nr. U 549 S. 236 E. 5.1.2 [U 380/04]). Demnach müssen für die Bejahung der Adäquanz mehrere Kriterien oder ein Kriterium in besonders ausgeprägter Weise gegeben sein. 5.3 Es ist unbestritten, dass sich der Unfall vom 15. September 2003 weder unter besonders dramatischen Umständen noch - objektiv betrachtet - von besonderer Eindrücklichkeit war. Ebenfalls nicht streitig ist, dass keine ärztliche Fehlbehandlung vorliegt. Der Unfall vom 15. September 2003 hatte keine schweren Verletzungen oder Verletzungen besonderer Art zur Folge. Selbst die Diagnose eines Schleudertraumas vermöchte die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzung nicht für sich allein zu begründen; hiezu bedarf es einer besonderen Schwere der für das Schleudertrauma typischen Beschwerden oder besondere Umstände, die das Beschwerdebild beeinflussen (RKUV 2005 Nr. U 549 S. 236 E. 5.2.3 [U 380/04]; vgl. auch Urteil U 167/06 vom 31. Januar 2007 E. 5.2). Daran vermögen auch die vorbestehenden Rückenbeschwerden nichts zu ändern, da kein Vorzustand (erhebliche Vorschädigung der Halswirbelsäule) wie im vom Versicherten angeführten, in SVR 2007 UV Nr. 1 S. 1 publizierten Urteil U 39/04 vom 26.April 2006 gegeben ist. Mit der Vorinstanz ist eine ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung zu verneinen. Dabei ist insbesondere zu berücksichtigen, dass die anfängliche Behandlung drei Wochen nach dem Unfall abgeschlossen wurde (vgl. Bericht des Dr. med. B.________ vom 7. Oktober 2003). Nach der Meldung eines Rückfalls erfolgten neue Behandlungen. Allerdings befürworteten die Ärzte der Klinik Z.________ weniger als ein Jahr nach dem Unfallereignis den Fallabschluss (Austrittsbericht vom 24. Mai 2004). Die von der Klinik Z.________ empfohlene psychologische Weiterbehandlung brach der Versicherte nach wenigen Sitzungen ab. Dass der Beschwerdeführer auch nach dem stationären Aufenthalt beim Hausarzt sowie bei einem Physiotherapeuten in Behandlung war, ändert nichts daran. Denn ärztliche Verlaufskontrollen, die Einnahme von Medikamenten sowie manualtherapeutische Behandlungen gelten nicht als kontinuierliche, mit einer gewissen Planmässigkeit auf eine namhafte Verbesserung des Gesundheitszustandes gerichtete ärztliche Behandlung im Sinne der Rechtsprechung (RKUV 2005 Nr. U 549 S. 236 E. 5.2.4 mit Hinweisen [U 380/04]). Das Kriterium der Dauerbeschwerden ist hingegen zu bejahen, wobei es nicht besonders ausgeprägt gegeben ist. Entgegen der Ansicht des Versicherten liegt kein schwieriger Heilungsverlauf vor, da es hiezu besonderer Gründe bedarf, die die Heilung beeinträchtigt haben; aus der blossen Dauer der ärztlichen Behandlung und der geklagten Beschwerden - welche im Rahmen der spezifischen Kriterien zu berücksichtigen sind - darf nicht schon auf einen schwierigen Heilungsverlauf geschlossen werden (vgl. etwa Urteile U 167/06 vom 31. Januar 2007 E. 5.2 und U 265/05 vom 21. Juni 2006 E. 3.2.1, je mit Hinweisen). Bezüglich Grad und Dauer der Arbeitsunfähigkeit ist festzuhalten, dass der erstbehandelnde Arzt bereits drei Wochen nach dem Unfallereignis von einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit ausging. Auch nach dem Rückfall vom Dezember 2003 erlangte der Versicherte nach Einschätzung der Klinik Z.________, welche u.a. mit der Abklärung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit beauftragt war, weniger als ein Jahr nach dem Unfall volle Arbeitsfähigkeit für eine leichte bis mittelschwere wechselbelastende Tätigkeit ohne Monotonie für die Halswirbelsäule und ohne Überkopfarbeiten sowie repetitives Heben und Tragen von Lasten bis 10 kg. Der von pract. med. H.________ wiederholt attestierten vollen Arbeitsunfähigkeit kann gestützt auf die Rechtsprechung zu den unterschiedlichen Aufgaben von behandelnden und begutachtenden Ärzten nicht gefolgt werden (vgl. etwa Urteile U 58/06 vom 2. August 2006 E. 2.2 und I 676/05 vom 13. März 2006 E. 2.4, je mit Hinweisen, sowie grundlegend BGE 125 V 351 E. 3b/cc S. 353). Nach dem Gesagten ist lediglich ein Kriterium, und das in nicht besonders ausgeprägter Weise, gegeben. Verwaltung und Vorinstanz haben demnach zu Recht den adäquaten Kausalzusammenhang verneint. Damit schuldet die SUVA dem Versicherten keine weiteren Leistungen.