Citation: 5C.203/1999 14.03.2000 E. 1

1.-Die Beklagte beantragt, dass auf die Berufung nicht einzutreten sei, weil eine vermögensrechtliche Streitigkeit zu beurteilen und der erforderliche Streitwert von Fr. 8'000. -- nicht erreicht sei. a) Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtes handelt es sich bei der Anfechtung von Beschlüssen der Stockwerkeigentümerversammlung um vermögensrechtliche Zivilrechtsstreitigkeiten; dies wird im Wesentlichen damit begründet, dass der Inhalt der Beschlüsse der Eigentümerversammlung durch die wirtschaftlichen Interessen der Stockwerkeigentümer an der Ausübung des gemeinschaftlichen Eigentums geprägt ist (BGE 108 II 77 E. 1b S. 79). b) Gegenstand der vorliegenden Klage ist die Frage, ob die Stockwerkeigentümergemeinschaft wichtige Gründe für eine Abberufung der Verwaltung missachtet habe (Art. 712r Abs. 2 ZGB). Wenn die Klage wie im hier zu beurteilenden Fall nicht auf Bezahlung einer bestimmten Geldsumme geht, beurteilt das Bundesgericht nach freiem Ermessen, ob der nach Art. 46 OG erforderliche Streitwert von Fr. 8'000. -- erreicht ist. Nach der Rechtsprechung sind hinsichtlich Klagen auf Anfechtung von Generalversammlungsbeschlüssen einer AG nicht die Interessen des einzelnen Klägers, sondern der AG als Gesamtes massgebend (BGE 92 II 243 E. 1b S. 246 m.w.H.; Poudret/Sandoz-Monod, N. 9.8 zu Art. 36 OG). Für die Abberufungsklage gemäss Art. 712r Abs. 2 ZGB kann nichts anderes gelten. Der Auffassung der Beklagten, dass nur der auf den Kläger entsprechend seiner Wertquote persönlich entfallende Honoraranteil für die Berechnung des Streitwertes massgebend sei, ist nicht zu folgen. Vielmehr ist für die Streitwertberechnung auf das gesamte der Verwaltung jährlich ausbezahlte Honorar von Fr. 6'100. -- abzustellen, das im Sinn von Art. 36 Abs. 5 OG hochzurechnen ist. Die Sache ist offensichtlich berufungsfähig. c) Hingegen ist auf die Ausführungen, die der Kläger in drei Schreiben vom 10. Dezember 1999 sowie vom 1. und 12. Februar 2000 vorbringt, nicht einzutreten, weil die Beanstandungen am angefochtenen Urteil innert 30 Tagen seit der schriftlichen Mitteilung erhoben werden müssen (Art. 54 Abs. 1 OG) und die erwähnten Eingaben somit verspätet sind.