Citation: 1P.771/2001 05.05.2003 E. 9

Die Beschwerdeführerinnen werfen dem Verwaltungsgericht vor, sein Entscheid beruhe auf einer unzulässigen funktionalen Betrachtungsweise. Das Bundesgericht habe im Entscheid 1P.191/1997 vom 26. November 1997 eine derartige Betrachtungsweise nur in Zonen mit einem - hier nicht zutreffenden - hohen Wohnanteil als zulässig erklärt. Die Verweigerung der nachträglichen Bewilligung sei willkürlich. 9.1 In der hier massgebenden Wohnzone W4 mit einem Wohnanteil von 60% sind höchstens "mässig störende" Betriebe zulässig (Art. 15 Abs. 2 BD-BZO 1995 und Art. 15 Abs. 2 BZO 1992). Das Bundesgericht hatte im angerufenen Entscheid 1P.191/1997 vom 26. November 1997 keine Veranlassung, sich mit der Frage zu befassen, ob aufgrund der Immissionsvorschriften gemäss Art. 15 Abs. 2 BD-BZO 1995 bzw. Art. 15 Abs. 2 BDO 1992 bordellähnliche Betriebe auch in Zonen mit einem Wohnanteil unter 80% als unzulässig erklärt werden dürfen. Insbesondere brauchte es sich nicht mit der schon damals von der Stadt Zürich geltend gemachten Praxis auseinanderzusetzen, die bordellähnliche Betriebe in Wohnzonen mit einem Wohnanteil von bereits über 50% nicht zulässt. Dasselbe trifft auch zu, soweit es um die Frage geht, ob ein sexgewerblicher Salon die zulässigen Immissionen in einer Zone W4 mit einem Wohnanteil von 60% überschreitet. Die Parteien können daher aus dem Bundesgerichtsentscheid 1P.191/1997 vom 26. November 1997 nichts für sich ableiten. 9.2 Die Qualifizierung ideeller Immissionen als stark störend setzt nach dem erwähnten Bundesgerichtsentscheid ein erhebliches Konfliktpotential zwischen den sich entgegenstehenden Nutzungen voraus. Ab welchem Wohnanteil ein derartiges Konfliktpotential zwischen sexgewerblicher und Wohnnutzung zu bejahen ist, braucht auch hier nicht abschliessend geprüft zu werden. Bei einem Wohnanteil von mindestens 60% in einer Zone W4 ist es jedenfalls nicht willkürlich, auf ein dicht überbautes Gebiet mit einem hohen Wohnanteil bzw. einer intensiven Wohnnutzung zu schliessen. Es ist daher vertretbar, auch in einer solchen Zone mit einem Wohnanteil von 60% sexgewerbliche Betriebe aufgrund ihrer ideellen Immissionen als stark störend einzustufen. Soweit die Beschwerdeführerinnen dem Verwaltungsgericht eine unzulässige bzw. willkürliche funktionale Betrachtungsweise vorwerfen, ist ihre Beschwerde somit unbegründet.