Citation: 7B_982/2024 E. 3.2

3.2. Die Vorinstanz geht von einer deutlich ausgeprägten Fluchtgefahr aus. Zur Begründung führt sie aus, die Fluchtgefahr habe sich mit der erstinstanzlichen Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe von 20 Jahren erheblich erhöht bzw. konkretisiert. Durch die Verurteilung dürfte dem Beschwerdeführer die reelle Gefahr, eine langjährige Freiheitsstrafe zu verbüssen, bewusst geworden sein. Diese Verurteilung stelle eine massives Fluchtindiz dar. Diese Erwägung der Vorinstanz ist nicht zu beanstanden und steht in Übereinstimmung mit der bundesgerichtlichen Rechtsprechung (vgl. E. 2 hiervor). Es kann davon ausgegangen werden, dass sich der Fluchtanreiz des Beschwerdeführers, der behauptet, unschuldig zu sein, und für einen Freispruch kämpft, durch die erstinstanzliche Verurteilung zu einer unbedingten mehrjährigen Freiheitsstrafe deutlich erhöht bzw. konkretisiert hat. Daran ändern auch seine Einwände nichts, eine Flucht käme faktisch einem (falschen) Geständnis gleich und lediglich aufgrund einer hohen Freiheitsstrafe dürfe nicht automatisch eine Sicherheitshaft angeordnet werden. Die Vorinstanz begründet die Anordnung der Sicherheitshaft denn auch nicht einzig mit der drohenden langen Freiheitsstrafe. Stattdessen berücksichtigt sie weiter, dass der Beschwerdeführer weder einen Wohnsitz noch eine Arbeitsstelle in der Schweiz hat. Vor Bundesgericht behauptet er zwar, es sei sowohl in B.________ als auch in C.________ "jederzeit ein Bett für ihn bereit" und er könne jederzeit eine Arbeit antreten, tatsächlich verfügt der Beschwerdeführer zum jetzigen Zeitpunkt aber über kein Miet- und über kein Arbeitsverhältnis in der Schweiz. Die Vorinstanz hält weiter bundesrechtskonform fest, dass auch der Umstand zu berücksichtigen sei, dass der Beschwerdeführer Mitglied in der Neutestamentlichen Gemeinde Bern sei, welche Auslandskontakte unterhalte. Damit hat sie, entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers, der Glaubensgemeinschaft keinen Willen zur Fluchthilfe unterstellt, sondern lediglich aufgezeigt, dass ihm aufgrund dieser Umstände eine Flucht leichter fallen dürfte. Schliesslich hat der Beschwerdeführer selbst erwähnt, er könne sich vorstellen, nach der Haft für einige Zeit ins Ausland zu gehen und, wie aktenkundig ist, die Website www.xxx.ch" aufgerufen, welche Informationen zum Arbeiten in der Pflege im Ausland beinhaltet.