Citation: U 223/98 21.02.2001 E. 2

2.- a) Hinsichtlich der bei der Würdigung medizinischer Berichte allgemein geltenden Grundsätze und ihres beweisrechtlichen Stellenwerts kann auf die zutreffenden Erwägungen im angefochtenen Entscheid verwiesen werden. In BGE 125 V 352 ff. Erw. 3b findet sich überdies eine Zusammenfassung der vom Eidgenössischen Versicherungsgericht in Ergänzung zum massgebenden Prinzip der freien Beweiswürdigung (BGE 125 V 352 Erw. 3a mit Hinweisen) erarbeiteten Richtlinien für die beweisrechtliche Auswertung bestimmter Formen medizinischer Unterlagen (Gerichtsexpertisen, von Unfallversicherern eingeholte Gutachten externer Spezialärzte, Berichte versicherungsinterner Ärzte, Parteigutachten, hausärztliche Stellungnahmen). b) Sozialversicherungsgerichte haben im Leistungsbereich praktisch täglich mit Beweiserhebungen und Beweiswürdigungen im Zusammenhang mit umstrittenen medizinischen Sachverhalten zu tun, was entsprechende Kenntnisse und Erfahrung voraussetzt. Dies wird denn grundsätzlich auch von der SUVA anerkannt, indem sie eine vertiefte gerichtliche Auseinandersetzung mit den vorhandenen medizinischen Beweismitteln erwartet. Soweit in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde generell der Vorwurf erhoben wird, mit Rückweisungsentscheiden wollten sich die Gerichte einer sorgfältigen Beweiswürdigung entziehen, fehlt dem Einwand jegliche sachlich gerechtfertigte Grundlage. Im Beschwerdeverfahren geht es zunächst regelmässig darum, sich kritisch mit der tatbeständlichen Frage auseinanderzusetzen, ob der rechtserhebliche Sachverhalt durch die Verwaltung in jeder Hinsicht in rechtsgenüglicher Weise vollständig abgeklärt worden ist, wie dies der Bundesgesetzgeber und der im Sozialversicherungsrecht geltende Untersuchungsgrundsatz gebieten. Wird eine Sachverhaltserhebung als unvollständig angesehen, ist gegen eine Rückweisung verbunden mit einem konkreten Auftrag zu ergänzender Abklärung grundsätzlich nichts einzuwenden. c) Aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör leitet sich nicht nur das Recht ab, Beweisanträge zu stellen. Er beinhaltet - als Korrelat - auch die Pflicht der Behörde zur Beweisabnahme. Auf Beweisvorkehren kann indessen verzichtet werden, wenn der Sachverhalt, den eine Partei beweisen will, nicht rechtserheblich ist, wenn bereits Feststehendes bewiesen werden soll, wenn von vornherein gewiss ist, dass der angebotene Beweis keine wesentlichen Aufschlüsse zu vermitteln vermag, oder wenn die Behörde den Sachverhalt gestützt auf ihre eigene Sachkenntnis oder jene ihrer fachkundigen Beamten selbst zu würdigen vermag. Gelangt die Verwaltung oder das Gericht auf Grund pflichtgemässer Beweiswürdigung zur Überzeugung, der Sachverhalt, den eine Partei beweisen will, sei nicht rechtserheblich oder der angebotene Beweis könne keine entscheidrelevanten Erkenntnisse bringen, darf von der Abnahme eines beantragten Beweismittels Abstand genommen werden. In der damit verbundenen antizipierten Beweiswürdigung ist keine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör im Sinne von Art. 29 Abs. 2 BV zu erblicken (BGE 122 V Erw. 162 Erw. 1d mit Hinweisen). Daraus folgt, dass der Versicherte von Bundesrechts wegen keinen formellen Anspruch auf Beizug eines versicherungsexternen Gutachtens hat. Erachtet das Sozialversicherungsgericht die vorhandenen Entscheidungsgrundlagen als schlüssig, darf es den Prozess ohne Weiterungen, insbesondere ohne Beizug eines Gerichtsgutachtens, abschliessen. Es kann dabei auch gestützt auf Beweisgrundlagen urteilen, die im Wesentlichen oder ausschliesslich aus dem Verfahren vor dem Sozialversicherungsträger stammen. In solchen Fällen sind an die Beweiswürdigung jedoch strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen, sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen. Dabei hat der Sozialversicherungsrichter grundsätzlich die Wahl, ob er die Sache zu weiteren Beweiserhebungen an die verfügende Instanz zurückweisen oder aber die erforderlichen Instruktionen insbesondere durch Anordnung eines Gerichtsgutachtens selber vornehmen will. Anders verhält es sich nur, wenn die Rückweisung einer Verweigerung des rechtlichen Gehörs gleichkäme, was etwa der Fall wäre, wenn auf Grund besonderer Gegebenheiten nur ein Gerichtsgutachten oder andere gerichtliche Beweismassnahmen geeignet sind, zur Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts beizutragen. Unzulässig wäre eine Rückweisung ferner, wenn sie nach den Umständen als unverhältnismässig bezeichnet werden müsste (BGE 122 V 162 f. Erw. 1d mit Hinweisen).