Citation: B 55/03 03.08.2004 E. 1

1.1 Streitgegenstand im System der nachträglichen Verwaltungsrechtspflege ist das Rechtsverhältnis, welches - im Rahmen des durch die Verfügung bestimmten Anfechtungsgegenstandes - den auf Grund der Beschwerdebegehren effektiv angefochtenen Verfügungsgegenstand bildet. Nach dieser Begriffsumschreibung sind Anfechtungsgegenstand und Streitgegenstand identisch, wenn die Verwaltungsverfügung insgesamt angefochten wird. Bezieht sich demgegenüber die Beschwerde nur auf einzelne der durch die Verfügung bestimmten Rechtsverhältnisse, gehören die nicht beanstandeten - verfügungsweise festgelegten - Rechtsverhältnisse zwar wohl zum Anfechtungs-, nicht aber zum Streitgegenstand (BGE 125 V 414 ff. Erw. 1b und 2 mit Hinweisen). 1.2 Angefochten mit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde ist der Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Zug vom 25. April 2003 insofern, als es die vorinstanzliche Klage abgewiesen hat, d.h. mit Wirkung ab 1. Juli 2001 eine Überentschädigung von Fr. 1970.70 und damit einen auf Fr. 8175.10 gekürzten BVG-Invalidenrentenanspruch zuerkannt hat. Die vom kantonalen Gericht in Dispositiv-Ziffer 1 erster Satz getroffene Feststellung, die im vorinstanzlichen Verfahren beklagte Vorsorgeeinrichtung verzichte darauf, für die in der Zeit vom 1. November 1997 bis zum 30. Juni 2001 ausgerichteten Leistungen eine Verrechnung geltend zu machen, wird vom Rechtsbegehren in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde nicht erfasst. Soweit die Beschwerdegegnerin in der Vernehmlassung Anträge zur Verrechnung von (angeblich) in der Zeit vom 1. November 1997 bis 30. Juni 2001 zu viel ausgerichteten Leistungen stellt, ist darauf nicht einzutreten. Denn das verwaltungsgerichtliche Beschwerdeverfahren kennt praxisgemäss (BGE 124 V 155 Erw. 1 mit Hinweis; AHI 2002 S. 110 Erw. 1) die Anschlussbeschwerde nicht. Die Auffassung der Beschwerdegegnerin, die Verrechnungsfrage gehöre zum Streitgegenstand, trifft nicht zu. Die Überversicherungsberechnung nach Art. 24 BVV 2 einerseits, die Verrechnung zu viel erbrachter Leistungen mit laufenden Rentenansprüchen anderseits (Art. 120 ff. OR), sind zwei verschiedene Rechtsverhältnisse, worauf es für die Festlegung des Anfechtungs- und Streitgegenstandes entscheidend ankommt (BGE 125 V 413). Der von der Beschwerdegegnerin erwähnte Art. 132 lit. c OG (fehlende Bindung an die Parteianträge in Streitigkeiten um Versicherungsleistungen) kommt nur innerhalb des Streitgegenstandes zum Zuge, dies vorbehältlich der Voraussetzungen für eine Verfahrensausdehnung (nicht veröffentlichte Erw. 2 von BGE 129 V 433; nicht veröffentlichtes Urteil Sch. vom 30. Mai 1988, I 387/88 Erw. 4a, b), welche hier nicht erfüllt sind. Ebenfalls nicht Gegenstand der Beurteilung bildet die Frage, ob - mit Blick darauf, dass erst durch das vorliegend ergehende Urteil die Überversicherungsberechnung definitiv entschieden wird - die Beschwerdegegnerin seit 1. Juli 2001 zu viele Leistungen erbracht hat, welche sie ihrerseits mit dem (zufolge Überversicherung gekürzten oder, je nach letztinstanzlicher Beurteilung, ungekürzten) laufenden Rentenbetrag verrechnen könnte. Auch dieser Punkt liegt ausserhalb des vorinstanzlichen Entscheides, welcher einzig Anfechtungsgegenstand der eingereichten Verwaltungsgerichtsbeschwerde bildet.