Citation: 6B_587/2017 E. 4.5.1

4.5.1. Bezüglich der Tatbestandsvariante der Bedrohung wird in der herrschenden Lehre überwiegend die Auffassung vertreten, diese sei erfüllt, wenn der Täter dem Opfer für den Fall der Nichtkooperation die Anwendung körperlicher Gewalt androht (vgl. TRECHSEL/BERTOSSA, in: Schweizerisches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 2. Aufl. 2013, N. 4 zu Art. 189 StGB mit Hinweisen; STRATENWERTH/WOHLERS, Schweizerisches Strafgesetzbuch, Handkommentar, 3. Aufl. 2013, N. 5 zu Art. 189 StGB; a.M. PHILIPP MAIER, in: Basler Kommentar, Strafrecht II, 3. Aufl. 2013, N. 26 zu Art. 189 StGB: Nachteile, die sich dazu eignen, das Opfer in Angst und Schrecken zu versetzen). Ob im konkreten Fall eine Drohung vorliegt, ist immer nach den gesamten Umständen zu beurteilen. Es darf nicht allein auf objektive Kriterien abgestellt werden, sondern es sind im Rahmen der Beurteilung des Nötigungsmittels auch Opfergesichtspunkte mitzuberücksichtigen (relativer Massstab).