Citation: I 701/99 03.08.2000 E. 3

3.- a) Dr. med. H.________, Spezialarzt für Innere Medizin, welcher die Versicherte von 1979 bis 1994 behandelt und am 20. März 1997 untersucht hatte, führte in seinem Bericht vom 1. April 1997 aus, die Beschwerdeführerin sei 1995 wegen eines lumbovertebralen Syndroms mit Diskushernie operiert worden; seither gehe es ihr vom Rücken her gut. Dagegen leide sie seit drei Jahren an Gelenkbeschwerden, insbesondere an den Hüft- und Kniegelenken, ferner auch an den Schulter- und Ellbogengelenken. Bei der Untersuchung vom 20. März 1997 fand Dr. med. H.________ unauffällige neurologische Verhältnisse, eine gute Beweglichkeit der Gelenke und weder Schwellungen oder Rötungen noch wesentliche Druckdolenzen; lediglich im rechten Schultergelenk war eine leichte Einschränkung der Beweglichkeit festzustellen. Zur Arbeitsfähigkeit führte der Arzt aus, ein Arbeitsversuch im Gastgewerbe könne auf Grund der jetzigen Befunde ohne weiteres gemacht werden. Die Arbeitsaufgabe sei nicht in erster Linie wegen Krankheit erfolgt. Die Versicherte glaube selber, dass sie wieder eine Tätigkeit im Hotel- oder Gastgewerbe ausüben könne. Durch eine Gewichtsreduktion oder Gymnastik könne die Arbeitsfähigkeit weiter verbessert werden. Berufliche Massnahmen seien nicht angezeigt; eine ärztliche Behandlung sei nicht notwendig. Frau Dr. med. B.________, praktische Ärztin, bei welcher die Beschwerdeführerin seit April 1994 in Behandlung steht, stellt in einem Bericht vom 1. April 1997 die Diagnosen "Status nach Nukleotomie L4/5 und Dekompression bei engem Spinalkanal am 13. Oktober 1995, mässige generelle Spondylarthrose, rezidivierende Depressionen". Die Versicherte bedürfe bis auf weiteres noch der Physiotherapie und einer medikamentösen Behandlung. Sie sollte keine rückenbelastenden Arbeiten ausführen, könne den Beruf als Serviertochter aber durchaus zu 100 % ausüben. Die Klinik X.________ hatte im Anschluss an die Operation vom 13. Oktober 1995 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit bis 31. Dezember 1995, eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % vom 1. Januar bis 29. Februar 1996 und eine voraussichtlich wieder volle Arbeitsfähigkeit ab 1. März 1996 angegeben (Arztzeugnis PD Dr. med. G.________, Chefarzt Abteilung Wirbelsäule, Klinik X.________, vom 20. Dezember 1995). Mit Zeugnis vom 23. September 1996 bestätigte Frau Dr. med. B.________ eine volle Arbeitsfähigkeit ab 16. Oktober 1996. Ab dem 10. September 1996 hatte die Beschwerdeführerin Arbeitslosenentschädigung bezogen und sich selber als voll vermittlungsfähig bezeichnet. b) Auf Grund der genannten medizinischen Unterlagen ist davon auszugehen, dass der Versicherten in dem für die Beurteilung massgebenden Zeitpunkt des Verfügungserlasses (19. Juni 1997) eine Tätigkeit im Gastgewerbe zu 100 % möglich und zumutbar gewesen wäre. Mangels einer leistungsbegründenden Invalidität bestand daher weder Anspruch auf berufliche Eingliederungsmassnahmen noch auf eine Invalidenrente, wie Verwaltung und Vorinstanz zu Recht entschieden haben. Entgegen den Ausführungen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde war insbesondere auch kein Anspruch auf Arbeitsvermittlung (Art. 18 IVG) gegeben, da nach dem Gesagten nicht anzunehmen ist, dass die Beschwerdeführerin wegen des Gesundheitsschadens bei der Suche nach einer geeigneten Stelle beeinträchtigt war. Die Arbeitsvermittlung oblag unter den gegebenen Umständen den Durchführungsorganen der Arbeitslosenversicherung, bei welchen sich die Versicherte zum Leistungsbezug angemeldet hatte (BGE 116 V 80; AHI 2000 S. 68). An diesem Ergebnis vermag die von der Vorinstanz auf Antrag der Beschwerdeführerin eingeholte Stellungnahme von Dr. med. S.________ vom 30. August 1999 nichts zu ändern. Zwar wird darin ein ziemlich ausgeprägtes Schmerzsyndrom der peripheren Gelenke sowie ein Restschmerzsyndrom nach erfolgter Diskushernienoperation angegeben und die Auffassung vertreten, die Versicherte sei als Serviertochter höchstens zu 50 % arbeitsfähig. Dr. S.________ weist jedoch darauf hin, dass die Beschwerdeführerin erstmals am 6. April 1998 in seiner Praxis erschienen sei und er zur Arbeitsfähigkeit als Serviertochter im Jahre 1996 nicht schlüssig Stellung nehmen könne. In dem für die Beurteilung massgebenden Zeitpunkt des Verfügungserlasses war die Versicherte nach übereinstimmender Auffassung der behandelnden Ärzte in der bisherigen Tätigkeit im Gastgewerbe aber voll einsatzfähig gewesen. Auf Grund des Berichts von Dr. med. S.________ bestand kein Anlass zur Anordnung ergänzender medizinischer und beruflicher Abklärungen. Dagegen war die Verwaltung anzuweisen, den Sachverhalt für die Zeit nach Erlass der angefochtenen Verfügung zu prüfen, wie die Vorinstanz zu Recht entschieden hat. Zu einem andern Schluss führt schliesslich auch der mit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde eingereichte Bericht des Spitals L.________ vom 4. Juli 1995 nicht, wo die Beschwerdeführerin auf Anordnung von Frau Dr. med. B.________ in der Zeit vom 15. bis 27. Juni 1995 wegen eines lumboradikulären Syndroms L4/5 behandelt worden war. Der Bericht betrifft den Sachverhalt vor der Diskushernienoperation vom 13. Oktober 1995. Er ändert nichts daran, dass nach den Angaben der behandelnden Ärztin spätestens am 16. Oktober 1996 und damit vor Erlass der streitigen Verfügung vom 19. Juni 1997 volle Arbeitsfähigkeit bestanden hat. Im Übrigen hat die Versicherte gegenüber Dr. med. H.________ am 20. März 1997 selber angegeben, seitens des Rückens keine wesentlichen Beschwerden mehr zu haben.