Citation: 5A_641/2023 E. 5.2

5.2. Damit ist die Beschwerdeführerin nicht einverstanden. Sie macht zusammengefasst geltend, der Steuerkontoauszug, auf den sich die Vorinstanz beziehe, betreffe nur das Jahr 2020; die Steuern für die Folgejahre seien hingegen noch nicht definitiv veranlagt worden. Aus dem Steuerkontoauszug gehe hervor, dass sie die Steuern für das Jahr 2020 auch tatsächlich (in Raten) bezahle. Es sei willkürlich, dass die Vorinstanz die effektiv bis zum 29. Juni 2022 für das Steuerjahr 2020 verbuchten Zahlungen auf 25 Monate umlege, denn der Steuerkontoauszug 2020 sage nichts über die Steuerzahlungen für die anderen Jahre aus. Die effektive Tilgung der laufenden Steuerlast zu beweisen sei gar nicht möglich, dennoch sei sie im Rahmen der unentgeltlichen Rechtspflege zu berücksichtigen. Die Vorinstanz habe den Anspruch der Beschwerdeführerin auf unentgeltliche Rechtspflege verletzt. Überhaupt habe die Vorinstanz ihre Kognition überschritten: Nachdem die Erstinstanz ihr für die Jahre 2020 und 2021 eine monatliche Steuerbelastung von Fr. 480.-- und für das Jahr 2022 eine solche von Fr. 630.-- angerechnet habe, sei es der Vorinstanz verwehrt gewesen, in diese Sachverhaltsfeststellung bzw. Ermessensausübung einzugreifen. Da sie dies dennoch getan habe, erweise sich Art. 320 ZPO auf gröbste und willkürliche Weise verletzt. Weil die Vorinstanz die Beschwerdeführerin zu dem von ihr geplanten und völlig überraschenden Vorgehen nicht angehört habe, seien zusätzlich auch ihr rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV) und das Recht auf ein faires Verfahren (Art. 29 Abs. 1 BV) verletzt.