Citation: 1B_481/2022 E. 3.2

3.2. Die Vorinstanz gab zunächst die vom Zwangsmassnahmengericht des Kantons Aargau genannten Anknüpfungspunkte des Beschwerdeführers zum Ausland (türkische Staatsangehörigkeit; Wohnsitz in Deutschland; Sohn und Eltern in Deutschland; viele Tanten und Onkel in der Türkei; vom Beschwerdeführer geäusserte Möglichkeit, in die türkische Armee zu gehen) sowie die fehlenden Anknüpfungspunkte zur Schweiz (kein fester Wohnsitz; nahezu kein familiäres oder soziales Netzwerk) wieder. Unter Berücksichtigung der Vorbringen des Beschwerdeführers und der Staatsanwaltschaft erwog sie anschliessend, selbst wenn der Beschwerdeführer, wie er behaupte, mehrere Verwandte, Kollegen und Freunde in der Schweiz haben sollte, sei offenkundig, dass er seinen Lebensmittelpunkt nicht mehr in der Schweiz, sondern in Deutschland habe, und er nur sporadisch bzw. bei konkret gegebener Veranlassung in die Schweiz einreise. Angesichts dessen, dass er bei seiner polizeilichen Anhaltung anlässlich seiner Einreise in die Schweiz am 3. September 2021 offenbar versucht habe, zu fliehen, sei sodann nicht davon auszugehen, dass er aus Kooperationsgründen eingereist sei. Immerhin scheine er der damaligen Auflage, sich bis zum 6. September 2021 bei der Kantonspolizei Aargau zu melden und einen Einvernahmetermin zu vereinbaren, nachgekommen zu sein, nachdem ihm für diesen Fall eine Revozierung seiner Ausschreibung zur Verhaftung - die offenbar aufgrund mangelnder Kooperation des Beschwerdeführers erfolgt sei - in Aussicht gestellt worden sei. Ansonsten spreche aber entgegen den Beteuerungen des Beschwerdeführers wenig dafür, dass gerade auch seine letzte Einreise in die Schweiz vorrangig anderen Zwecken gedient haben könnte, als seiner früheren Partnerin nachzustellen bzw. sie zu nötigen. Weshalb es nunmehr anders sein solle, sei nicht einsichtig. Unter diesen Umständen, die sich durch das nahezu vollständige Fehlen eines schützenswerten Anknüpfungspunkts des Beschwerdeführers zur Schweiz auszeichneten, erscheine die Annahme, dass sich der Beschwerdeführer den hiesigen Strafverfolgungsbehörden im Falle seiner Haftentlassung nunmehr zur Verfügung halten würde, geradezu illusorisch, zumal ihm im Falle seiner Verurteilung durchaus eine empfindliche Freiheitsstrafe drohe.