Citation: 5A_984/2021 E. 5.2

5.2. Ferner bestreitet die Beschwerdeführerin, nicht steigerungsfähig zu sein. Sie habe sich als wirtschaftlich und prozessual bedürftig bezeichnet. Aus der Tatsache, dass ihr die unentgeltliche Rechtspflege mehrfach bewilligt worden sei, abzuleiten, sie sei bei einer internen Steigerung nicht steigerungsfähig, sei willkürlich, ja geradezu diskriminierend. Die prozessuale Bedürftigkeit für die unentgeltliche Rechtspflege impliziere selbstredend nicht, dass ihr jemand [ recte : niemand] ein entsprechendes, grundbuchlich gesichertes Darlehen geben würde. Diese Unterstellungen beider Vorinstanzen seien willkürlich und haltlos. Sie könne bei einer Versteigerung unter den Parteien mit einer Liegenschaft als Sicherheit ohne weiteres privat entsprechende Kredite und Darlehen oder zumindest eine Wohnrechtsoption realisieren. Es dürfe wohl als Allgemeinwissen vorausgesetzt werden, dass die Schweiz "Weltmeister bei den Hypotheken" sei. Zu Unrecht habe das Kantonsgericht die in ihrer Eingabe vom 2. Juli 2020 gemachten Ausführungen als verspätet und daher unzulässig erachtet. Ohnehin habe es den Gegenanwalt nicht zu interessieren, ob und wie sie in der Lage sei, einen allfälligen Zuschlag zu bezahlen, da ja im Fall der Nichtbezahlung das Grundstück zum letzten Gebot an die Beschwerdegegnerin ginge. Mit ihren Ausführungen bestätigt die Beschwerdeführerin, dass sie aktuell nicht in der Lage wäre, den Preis für einen allfälligen Zuschlag aus eigenen Mitteln zu bezahlen. Mit der blossen Spekulation, "mit einer Liegenschaft als Sicherheit ohne weiteres privat entsprechende Kredite und Darlehen" erhältlich machen zu können, vermag sie die Feststellung der Steigerungsunfähigkeit nicht als offensichtlich unrichtig auszuweisen. Vielmehr hätte die Beschwerdeführerin zur Untermauerung ihres Standpunktes beispielsweise mittels Zusicherungserklärungen den Nachweis erbringen müssen, tatsächlich in der Lage zu sein, privat entsprechende Kredite und Darlehen zu beschaffen, was sie aber nicht getan zu haben behauptet. Bei diesem Ergebnis braucht das Bundesgericht nicht näher auf die Frage einzugehen, ob das Kantonsgericht die diesbezüglichen Ausführungen zu Recht oder zu Unrecht als unzulässig bezeichnet hat. Das Argument der Beschwerdeführerin, wonach es den Gegenanwalt - und damit ist wohl auch die Beschwerdegegnerin mitgemeint - nicht zu interessieren habe, ob sie in der Lage sei, den Preis für einen allfälligen Zuschlag zu bezahlen, grenzt an Kühnheit. Zum einen richtet sich das Versteigerungsverfahren nach kantonalem Recht (SCHAUFELBERGER/KELLER LÜSCHER, in: Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch, 6. Aufl. 2019, N. 14 zu Art. 612 ZGB), dessen Inhalt die Beschwerdeführerin dem Bundesgericht nicht erläutert, sodass die Richtigkeit ihrer Aussage nicht überprüft werden kann. Zum anderen ist das Steigerungsverfahren von vornherein nicht dazu bestimmt, eine nicht leistungsfähige oder gar eine nicht übernahmewillige Person an der Versteigerung teilnehmen und das Steigerungsergebnis in die Höhe treiben zu lassen, um bei einem allfälligen Zuschlag zu erklären, die Liegenschaft nicht übernehmen zu können.