Citation: H 345/99 11.07.2001 E. 4

4.- a) Wie die Vorinstanz verbindlich festgestellt hat (Erw. 1b hievor), war der Beschwerdeführer vom 13. April 1995 bis zum 23. Oktober desselben Jahres Verwaltungsrat mit Einzelzeichnungsberechtigung der in Konkurs gefallenen Gesellschaft. Nachdem die Firma bereits früher Zahlungen erst auf Betreibung oder Mahnung hin beglichen hatte, musste die Beschwerdegegnerin ab März 1995 die Beiträge jeden Monat in Betreibung setzen. Nach erfolgtem Rechtsvorschlag erliess die Ausgleichskasse am 5. Juli, 20. Juli, 8. August und am 13. September 1995 die entsprechenden Veranlagungsverfügungen, welche unangefochten in Rechtskraft erwuchsen. Mit diesem Verhalten verstiess die in Konkurs gefallene Gesellschaft gegen die Beitragszahlungs- und Abrechnungspflicht und missachtete dadurch Vorschriften im Sinne von Art. 52 AHVG. Dieses Verschulden der Arbeitgeberin hat das kantonale Gericht zu Recht auch dem Beschwerdeführer als grobfahrlässiges Verhalten angerechnet. Es kann in diesem Zusammenhang auf die einlässlichen Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden, denen das Eidgenössische Versicherungsgericht nichts hinzuzufügen hat. Nachdem der Beschwerdeführer um die finanziellen Schwierigkeiten der Gesellschaft wusste, hätte er sich mit den vom Alleinaktionär erteilten Auskünften nicht begnügen dürfen, sondern er hätte zusätzliche Abklärungen oder Rückfragen bei der Ausgleichskasse tätigen müssen. Das Verhalten des Beschwerdeführers war zu passiv und daher grobfahrlässig (ZAK 1989 S. 104). Die in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde geltend gemachten Einwände stellen keine stichhaltigen Exkulpationsgründe dar. b) Unter diesen Umständen ist es mit Blick auf den Untersuchungsgrundsatz nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz von weiteren Beweisabnahmen abgesehen hat. Diese hätten nichts an der Tatsache geändert, dass die Gesellschaft beträchtliche Löhne auszahlte, sich indes um die Beitragsabrechnung nicht kümmerte und auch keine entsprechende Rückstellungen tätigte. Eine solche antizipierte Beweiswürdigung ist zulässig und verstösst insbesondere nicht gegen die Verfassung, wie die ständige Rechtsprechung zu Art. 4 Abs. 1 aBV zeigt (BGE 124 V 94 Erw. 4b, 122 V 162 Erw. 1d mit Hinweis). Diese Rechtsprechung gilt im Übrigen auch unter der Herrschaft von Art. 29 Abs. 2 der auf den 1. Januar 2000 in Kraft getretenen neuen BV, welcher das rechtliche Gehör ausdrücklich gewährleistet. Die neue Bestimmung hat im Vergleich zur erwähnten Rechtsprechung keine beweisrechtlich erheblichen Änderungen bei der antizipierten Beweiswürdigung gebracht (SVR 2001 IV Nr. 10 S. 28 Erw. 4b). Daher kann vorliegend offen bleiben, ob die alte oder die neue BV anzuwenden ist; die Sachverhaltsfeststellungen der Vorinstanz sind für das Eidgenössische Versicherungsgericht jedenfalls verbindlich (Erw. 1b hievor).