Citation: 6B_903/2009 17.12.2009 E. 2

Gemäss Art. 47 Abs. 1 StGB misst das Gericht die Strafe nach dem Verschulden des Täters zu. Es berücksichtigt das Vorleben, die persönlichen Verhältnisse sowie die Wirkung der Strafe auf das Leben des Täters. Die Bewertung des Verschuldens wird in Art. 47 Abs. 2 StGB dahingehend präzisiert, dass dieses u.a. nach der Verwerflichkeit des Handelns, den Beweggründen und Zielen des Täters bestimmt wird. Es liegt im Ermessen des Sachgerichts, in welchem Um-fang es die verschiedenen Strafzumessungsfaktoren berücksichtigt. Das Bundesgericht greift auf Beschwerde hin nur in die Strafzumessung ein, wenn die Vorinstanz den gesetzlichen Strafrahmen über- oder unterschritten hat, wenn sie von rechtlich nicht massgebenden Kriterien ausgegangen ist oder wesentliche Gesichtspunkte ausser Acht gelassen bzw. in Überschreitung oder Missbrauch ihres Ermessens falsch gewichtet hat (BGE 134 IV 17 E. 2.1; 129 IV 6 E. 6.1) 2.1 Der vorinstanzliche Schuldspruch blieb unangefochten. Es liegt demnach ein schwerer Fall im Sinne von Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG vor. Der Strafrahmen hierfür reicht von einem bis 20 Jahre Freiheitsstrafe, womit eine Geldstrafe verbunden werden kann. Innerhalb dieses Strafrahmens nimmt die Vorinstanz die Strafzumessung nach Art. 47 ff. StGB vor. Hinsichtlich der Tat- und Täterkomponenten verweist sie auf die Erwägungen im erstinstanzlichen Urteil und bringt im angefochtenen Entscheid Ergänzungen und Präzisierungen an. Die Vorinstanz wertet das Ausmass des verschuldeten Erfolgs als erheblich. Sie legt dabei in die Waagschale, dass der Beschwerdeführer innert einer sehr kurzen Zeit eine erhebliche Menge Kokain umsetzte und nicht mehr auf unterster Stufe in der Drogenhierarchie handelte. Auch das subjektive Verschulden wiegt ihrer Ansicht nach schwer, da der selber nicht drogenabhängige Beschwerdeführer nur um des Geldes willen deliktisch tätig wurde, ohne sich wirklich in einer finanziellen Notlage zu befinden. Zu seinen Lasten gewichtet die Vorinstanz die beiden - nicht einschlägigen - Vorstrafen (rechtswidrige Einreise, Fälschung und Missbrauch von Ausweisen) und den Umstand, dass er noch während der laufenden Probezeit erneut delinquierte. Zu seinen Gunsten berücksichtigt sie sein Vorleben (anderer Kulturkreis, Verlassen des Heimatlands unter schweren Umständen) und seine nunmehr stabilen bzw. unauffälligen persönlichen Verhältnisse (Festanstellung seit dem 5. Mai 2008). Seine Strafempfindlichkeit erachtet sie als durchschnittlich (angefochtener Entscheid, S. 14 ff:, erstinstanzlicher Entscheid, S. 16 ff.). 2.2 Die Ausführungen im angefochtenen Entscheid halten sich im Rahmen von Art. 47 StGB und sind entgegen der Auffassung in der Beschwerde nicht zu beanstanden. Aufgrund der aufgeführten Kriterien durfte die Vorinstanz ohne Bundesrechtsverletzung das Verschulden des Beschwerdeführers objektiv und subjektiv als erheblich bzw. massiv einstufen. Eine bundesrechtswidrige Wertung der gehandelten Betäubungsmittelmenge, welche den Grenzwert zum schweren Fall um ein Mehrfaches übersteigt und angesichts des nur kurzen Deliktszeitraums von rund sechs Monaten ohne weiteres als beträchtlich bezeichnet werden darf, ist nicht ersichtlich. Ebenso wenig ist die vorinstanzliche Würdigung zur Tatmotivation des Beschwerdeführers zu beanstanden. So delinquierte dieser aus rein finanziellen Interessen ohne eigene Abhängigkeit und ohne eigentliche finanzielle Notlage, zumal die im fraglichen Zeitpunkt bezogenen Arbeitslosentaggelder und die Unterstützung über die Sozialfürsorge zur Bestreitung des Lebensunterhalts unbestrittenermassen ausreichten. Insoweit vermag der Beschwerdeführer aus den Vorbringen, er habe sich nur wegen fehlender anderweitiger Verdienstmöglichkeiten ins Drogengeschäft eingelassen bzw. sei dazu "mehr oder weniger" gedrängt worden, nichts für sich ableiten. Schliesslich ist auch nicht zu beanstanden, wie die Vorinstanz das Nachtatverhalten, die persönlichen Verhältnisse und die Strafempfindlichkeit des Beschwerdeführers würdigt. So gewichtet sie entgegen seiner Behauptung ausdrücklich nicht straferhöhend, sondern neutral, dass er sich während des Verfahrens weder geständig noch kooperativ zeigte. Zu seinen Gunsten berücksichtigt sie, dass er seit längerer Zeit über eine feste Anstellung verfügt. Sie verneint jedoch eine erhöhte Strafempfindlichkeit, was Bundesrecht nicht verletzt. Denn jeder Strafvollzug hat für den verurteilten Täter und seine Angehörigen Konsequenzen, welche als unmittelbare gesetzmässige Folge der Sanktion hinzunehmen sind, sofern nicht aussergewöhnliche Umstände vorliegen. Solche sind im vorliegenden Fall weder in beruflicher noch familiärer Hinsicht ersichtlich. Der Beschwerdeführer beruft sich vielmehr auf Einschränkungen, die ein Freiheitsentzug stets mit sich bringt. 2.3 Die Freiheitsstrafe von drei Jahren ist - auch wenn es sich um eine empfindliche Sanktion handelt - nicht übertrieben hart. Von einer zu starken Gewichtung einzelner Faktoren, insbesondere des konkreten Taterfolgs und der Drogenmenge, kann nicht gesprochen werden. Bereits für den Handel mit 18 Gramm Kokain liegt die Mindeststrafe bei 12 Monaten Freiheitsstrafe. Der Beschwerdeführer hat nach den Feststellungen im angefochtenen Entscheid rund 100 Gramm reines Kokain innert sehr kurzer Zeit umgesetzt. Diese Menge übersteigt den Grenzwert zum schweren Fall massgeblich (mehr als das Fünffache). Angesichts des weiten Strafrahmens, der objektiven und subjektiven Tatschwere und der weiteren im angefochtenen Entscheid berücksichtigten Zumessungsmerkmale liegt die ausgefällte Strafe innerhalb des weiten sachrichterlichen Ermessens. Ein bedingter Strafvollzug im Sinne von Art. 42 StGB fällt bei diesem Strafmass ausser Betracht.