Citation: 4A_236/2023 E. 3.3.3

3.3.3. Die Beschwerdeführerin wirft dem Beschwerdegegner allgemein vor, nicht "konkret" nachgewiesen zu haben, in welcher Hinsicht eine anfängliche Bezifferung der Klageforderung unmöglich oder unzumutbar gewesen sein soll. Sie moniert, der Beschwerdegegner bezwecke "primär eine Beweisausforschung". Ferner stellt sie ihrerseits in der Beschwerdeschrift Kalkulationen an und insistiert darauf, dem Beschwerdegegner "zwei Abrechnungen über die von ihr getätigten Geschäfte" sowie "vorprozessual zusätzliche Informationen und Erklärungen" zugestellt zu haben. Mit dieser Kritik gelingt es der Beschwerdeführerin nicht, die Erwägungen des Appellationsgerichts als bundesrechtswidrig auszuweisen. Im Gegenteil: Diese stehen in Übereinstimmung mit der bundesgerichtlichen Rechtsprechung (Erwägung 3.2). Der Beschwerdegegner begnügte sich nicht damit, auf angeblich fehlende Informationen zu verweisen. Vielmehr legte er in der Klageschrift (und somit rechtzeitig) unter Hinweis auf unstimmige Angaben der Beschwerdeführerin und offenbar weitgehend unterdrückte Belege präzise dar, aus welchen objektiven - in der Sphäre der Beschwerdeführerin liegenden - Gründen es ihm damals unmöglich war, die Klageforderung innerhalb der Spannbreite von EUR 184'124.-- und EUR 531'468.-- zu beziffern. Der Standpunkt der Beschwerdeführerin würde bedeuten, dass der Beschwerdegegner in diesem Rahmen "aufs Geratewohl" einen Geldbetrag hätte fordern müssen, der sicher hoch genug ist. Entsprechend wäre er Gefahr gelaufen, dass seine Klage im überklagten Betrag kostenfällig abgewiesen wird oder er die Klage - wenn sich die Höhe seiner Forderung im Laufe des Verfahrens herauskristallisiert hätte - kostenfällig beschränken muss (Art. 227 Abs. 3 ZPO; siehe aber immerhin Art. 107 Abs. 1 lit. a ZPO). Genau diese Last nimmt ihm aber Art. 85 Abs. 1 ZPO ab (BGE 148 III 322 E. 3.3).