Citation: 8C_355/2009 01.09.2009 E. 3.3.1

3.3.1.1 Dr. med. U.________ hielt im Gutachten vom 29. Mai 2008 unter der Rubrik "Beurteilung" fest, dass die von ihm erhobenen klinischen Befunde zumindest teilweise inkonsistent waren, welchen Umstand schon Prof. Dr. med. M.________ (Bericht vom 17. Februar 2005) und der Medizinischen Zentrums R.________-Experte Dr. med. O.________ (Bericht vom 3. Dezember 2006) erwähnten. Trotzdem waren seiner Auffassung nach weitere Abklärungen erforderlich gewesen, die er im Rahmen des Gutachtensauftrags nachholte (Abklärung im Ärztlichen Zentrum für Gehör- und Gleichgewichtsstörungen vom 5. Juni 2007; klinische Visuo-Optomotorik-Untersuchung in der neurologischen Klinik des Universitätspitals C.________ vom 20. Juli 2007; PET [positrion emission tomographie]-Untersuchung vom 1. Februar 2008 im Spital G.________; elektorencephalographische Untersuchung vom 19. Mai 2008). Zusammenfassend ergab sich, dass die Explorandin beim Unfall vom 28. Juni 2003 eindeutig im Bereich der vorderen Hirnabschnitte verletzt wurde und als Folge davon unter Beeinträchtigung der Motorik der rechten Hand sowie weniger des rechten Beines, deutlich vermehrter Ermüdbarkeit und verminderter Belastbarkeit sowie unter Trümmelbeschwerden litt. 3.3.1.2 Dr. med. A.________ hielt dazu in Ergänzung einer Stellungnahme vom 19. November 2007 am 8. September 2008 fest, das Zentrum für Gehör- und Gleichgewichtsstörungen erwähne keine eigentlichen Schwindelbeschwerden, sondern Konzentrationsstörungen mit schneller Erschöpfung; ein Drehschwindel, wie er für eine traumatische periphere vestibuläre Funktionsstöung zumindest initial nach einem Unfall typisch sei, werde in den Akten nirgends beschrieben. Bemerkenswert sei, dass bei den Befunden der Vestibularisprüfung sehr verschiedene, wechselvolle Augenmotilitätsstörungen mit relativ wenig Systematik beschrieben würden, eine Symptomatologie, die mit den auch aktuell immer noch verabreichten Medikamenten (Neurontin und Mydocalm) zwanglos erklärt werden könne. Insgesamt sei eine posttraumatische Genese dieser Beschwerden und Befunde nicht gegeben. 3.3.1.3 Dr. med. S.________ befasste sich am 30. September 2008 (vgl. auch dessen vorgängige Stellungnahme vom 3. Dezember 2007) erneut mit der Frage, ob eine MTBI vorliege. Unter Hinweis auf die aktuelle medizinische Literatur und Lehrmeinung legte er dar, dass funktionelle bildgebende Verfahren wie PET hinsichtlich des Nachweises einer stattgefundenen traumatischen Hirnschädigung mangels charakteristischem Profil ohne Relevanz sind. Bei der klinischen Diagnose einer leichten traumatischen Hirnverletzung (Synonym: Commotio cerebri) handelt es sich ohne Nachweis einer unfallbedingten Hirnläsion in der Bildgebung typischerweise um eine vorübergehende Funktionsstörung des Hirngewebes. Hier könne höchstens, wenn überhaupt, eine MTBI Grad 1, welche üblicherweise spätestens nach sechs bis zwölf Monaten abheile, angenommen werden, nachdem "echtzeitlich" weder ein Bewusstseinsverlust noch eine posttraumatische Amnesie dokumentiert sei. 3.3.2 Das Bundesgericht hat die Frage, ob eine PET-Untersuchung geeignet ist, die Folgen einer MTBI oder eines HWS-Schleudertraumas zu objektivieren, schon mehrmals verneint (vgl. BGE 134 V 231, insbesondere E. 5.4 S. 235; RKUV 2001 Nr. U 422 S. 133, U 288/99 E. 4b, 2000 Nr. U 395 S. 316, U 160/98 E. 6; U 231/06 vom 15. Juni 2007 E. 3.2). Zu einer Überprüfung dieser Rechtsprechung besteht angesichts der Auskünfte des Dr. med. S.________ kein Anlass. Allerdings schliesst die fehlende Objektivierbarkeit eine milde traumatische Hirnverletzung nicht gänzlich aus, zumal die Versicherte, was unbestritten ist, den helmgeschützten Kopf im Bereich des rechten Kinns aufschlug. Laut Einsatzbericht vom 28. Juni 2003 des Rettungsdienstes des Spitals X.________ ergab die Prüfung nach dem Glasgow-Coma-Score, welcher einer schematischen Bewertung für Bewusstseins- und Hirnfunktionsstörungen dient (vgl. z.B. http://flexikon.doccheck.com/Glasgow_Coma_Scale, besucht am 24. August 2009), den grösstmöglichen (positiven) Wert von 15 Punkten (Augenöffnung: spontan; motorische Reaktion: befolgt Aufforderung; verbale Antwort: orientiert). Zudem verneinte die Versicherte sowohl gegenüber dem Sanitäter, als auch den Ärzten oder Ärztinnen des Spitals X.________ (vgl. Bericht vom 28. Juni 2003), das Bewusstsein verloren zu haben. Nichts anderes ergibt sich aus den im Bericht vom 4. April 2008 wörtlich zitierten Eintragungen in der Krankengeschichte des Dr. med. B.________ vom 30. Juni 2003, der ein HWS-Schleudertrauma diagnostizierte, ohne auf hirnorganische Verletzungen hinzuweisen. Der dazu in Widerspruch stehende Vermerk dieses Arztes im Dokumentationsbogen für Erstkonsultation nach kranio-zervikalem Beschleunigungstrauma vom 10. Juli 2003, die Versicherte habe eine Bewusstlosigkeit sowie eine Gedächtnislücke angegeben, ist sowohl infolge Zeitablaufs wie auch mangels und fehlender Angaben zur Dauer dieser Befunde wenig aussagekräftig. Nicht ersichtlich ist, inwiefern die verlangten zusätzlichen Abklärungen dazu beitragen könnten, die zitierten echtzeitlichen Dokumente zu erschüttern. Daher ist mit der Vorinstanz davon auszugehen, dass die Versicherte beim Unfall vom 28. Juni 2003 keine MTBI erlitten hat. 3.4 Das kantonale Gericht hat schliesslich festgehalten, dass mangels medizinisch und psychiatrisch fassbarer Befunde auch eine alternative Ursache (HWS-Schleudertrauma oder äquivalente Verletzung der HWS) ausser Betracht falle. Den diesbezüglichen Erwägungen hat das Bundesgericht nichts beizufügen.