Citation: 1B_142/2008 12.08.2008 E. 3

Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin folgt aus Art. 29 Abs. 2 BV kein unbegrenzter Anspruch von Strafklägern, dass die Untersuchungsbehörde die angebotenen Beweismittel sofort abnimmt und beantragte strafprozessuale Zwangsmassnahmen vollzieht. Ein solcher Anspruch lässt sich ebenso wenig aus dem von der Beschwerdeführerin angerufenen BGE 124 I 242 entnehmen. 3.1 Zwar haben die Strafkläger im Untersuchungsverfahren jederzeit ein Beweisantragsrecht (vgl. Art. 177 Abs. 1 StP/SG), und sie erhalten nach Abschluss der Strafuntersuchung die Gelegenheit, nötigenfalls Beweisergänzungsanträge zu stellen (vgl. Art. 180 StP/SG). Wie die Vorinstanz zutreffend erwägt, liegt es im aktuellen Verfahrensstadium jedoch im Aufgaben- und Ermessensbereich der Untersuchungsbehörde, zu entscheiden, welche Untersuchungsmassnahmen (auch unter dem Gesichtspunkt von allfälligen drohenden Beweisverlusten) sachlich geboten erscheinen. Dies muss umso mehr im vorliegenden Fall gelten, zumal die Beschwerdeführerin nicht darlegt, inwiefern der (vorläufige) Verzicht auf die beantragten strafprozessualen Zwangsmassnahmen unhaltbare Folgen nach sich zöge oder einen Ermessensmissbrauch begründen würde. Ihre vage Vermutung, bei einem Verzicht auf sofortigen Vollzug der beantragten Untersuchungshandlungen könnte die Gegenpartei versucht sein, Beweismaterial zu "beseitigen", genügt in diesem Zusammenhang offensichtlich nicht. Anders zu entscheiden hiesse, dass die Untersuchungsbehörden (zur Wahrung von theoretisch möglichen Beweisverlusten) praktisch sämtliche von Strafklägern beantragten Zwangsmassnahmen vollziehen müssten. 3.2 Nach dem Gesagten hält hier auch die Auffassung der Vorinstanz, auf die kantonale Rechtsverweigerungsbeschwerde sei mangels Beschwerdelegitimation nicht einzutreten, vor der Bundesverfassung stand. Sie verletzt weder den verfassungsmässigen Rechtsweganspruch, noch das rechtliche Gehör bzw. das Verbot der formellen Rechtsverweigerung (vgl. Art. 29 Abs. 1-2 und Art. 29a BV). Die weiteren Vorbringen der Beschwerdeführerin begründen (über das bereits Dargelegte hinaus) keine selbstständigen zulässigen Rügen.