Citation: 6B_1013/2017 E. 2.4

2.4. Der Sachverständige Dipl.-Ing. FH A.________ hielt in seinem Gutachten vom 28. Oktober 2016 fest, aus der Auswertung der Einzelbilder ergebe sich, dass keine Hinweise auf eine Fehlfunktion während der Messung vorhanden seien. Die einzelnen Messungen zeigten, dass die Angaben gemäss der Betriebsanleitung, wonach eine Messung zwischen 0.4 und ca. 1.0 Sekunden dauert, eingehalten worden seien. Das Gericht beurteilt die Schlüssigkeit eines Gutachtens frei (Art. 10 Abs. 2 StPO) und ist nicht an den Befund oder die Stellungnahme des Sachverständigen gebunden. Es hat vielmehr zu prüfen, ob sich aufgrund der übrigen Beweismittel und der Parteivorbringen ernsthafte Einwände gegen die Schlüssigkeit der gutachterlichen Darlegungen aufdrängen. Auch wenn das gerichtlich eingeholte Gutachten grundsätzlich der freien Beweiswürdigung unterliegt, darf das Gericht in Fachfragen nicht ohne triftige Gründe von ihm abrücken und muss Abweichungen begründen. Das Abstellen auf eine nicht schlüssige Expertise bzw. der Verzicht auf die gebotenen zusätzlichen Beweiserhebungen kann gegen das Verbot willkürlicher Beweiswürdigung verstossen (Art. 9 BV; BGE 142 IV 49 E. 2.1.3 S. 53; 141 IV 305 E. 6.6.1 S. 315; 141 IV 369 E. 6.1 S. 372 f.; je mit Hinweisen). Vorliegend ist nicht ersichtlich, inwiefern die Vorinstanz nicht auf das Gutachten von Dipl.-Ing. FH A.________ vom 28. Oktober 2016 hätte abstellen dürfen. Zunächst wurden nebst der vom Beschwerdeführer beanstandeten zweiten Messung fünf weitere Messungen durchgeführt, bei denen die Messzeit jeweils unter einer Sekunde lag. Dabei wurden Geschwindigkeiten von zwischen 114 km/h und 106 km/h gemessen. Zudem lässt sich der Bedienungsanleitung vom 13. März 2006 nicht entnehmen, welche Art Fehler die Ungültigkeit der Messung zur Folge hat und in welchen Fällen das Gerät "invalid" anzeigen müsste. Dass aufgrund einer einmaligen Überschreitung der Messzeit sämtliche Messungen ungültig wären und das Messgerät technisch nicht einwandfrei funktionierte, lässt sich aus den vom Beschwerdeführer erwähnten Dokumenten jedenfalls nicht folgern. Dass die Erkenntnisse des Sachverständigen nicht mit der Ansicht des Beschwerdeführers übereinstimmen, lässt zudem auch nicht auf dessen Voreingenommenheit schliessen.