Citation: I 517/01 24.06.2002 E. 3

3.- a) Sowohl aus dem Bericht vom 16. August 1999 des Dr. med. W.________ als auch aus dem Gutachten des EPD vom 31. Januar 2000 ergeben sich als Folgen des Suchtverhaltens eine Verwahrlosungstendenz sowie Motivationsmangel. Diese stellen jedoch keine invalidenversicherungsrechtlich relevante Gesundheitsstörung dar (AHI 2002 S. 31 Erw. 3b). b) Zu prüfen bleibt, ob die Drogensucht selbst Folge einer psychischen Krankheit ist. Dr. med. W.________ diagnostiziert eine Politoximanie auf dem Boden einer neurotischen Persönlichkeitsstörung und attestiert eine Arbeitsunfähigkeit von 50 %. Voraussetzung für eine neue Berufsausbildung sei die Drogenfreiheit, weshalb er eine einjährige stationäre Therapie für notwendig erachte. Der EPD kommt in seinem Gutachten zum Schluss, dass der Beschwerdegegner an einer deutlichen Persönlichkeitsstörung mit schwerem Alkohol- und Drogenabusus leide, und postuliert eine vorbestehende Erkrankung im Sinne einer Persönlichkeitsstörung sowie einer depressiven Entwicklung. Die Arbeitsfähigkeit sei erst nach einer stationären Entzugstherapie zu beurteilen. Eine allfällige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit könne nur mit dem Suchtverhalten begründet werden. Aus diesen Beurteilungen ergibt sich, dass nicht das psychische Leiden Ursache der eingeschränkten Arbeitsfähigkeit ist. Daran vermag auch der Einwand des Versicherten, das Gutachten des EPD sei ungenügend, weil es die Auswirkungen seiner Kindheit nicht berücksichtige, nichts zu ändern. Denn der EPD anerkennt, dass das Suchtverhalten auf einer vorbestehenden Erkrankung im Sinne einer Persönlichkeitsstörung basiert, doch hat diese psychische Störung für sich alleine keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit. c) Nachdem der Drogen- und Alkoholabusus weder selbst Folge eines die Erwerbsfähigkeit einschränkenden psychischen Leidens ist, noch Folgen zeitigt, die eine Erwerbsunfähigkeit zu begründen vermögen, hat die Verwaltung zu Recht das Leistungsbegehren infolge fehlender Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG abgelehnt. Auch liegt keine drohende Invalidität gemäss Art. 4 Abs. 2 lit. c IVG vor, da es insbesondere an einem bestimmbaren Zeitpunkt für den Eintritt einer allfälligen Erwerbsunfähigkeit fehlt (vgl. AHI 2001 S. 229 Erw. 2c mit Hinweis und S. 231 Erw. 6 in fine).