Citation: 8C_735/2022 E. 4.1

4.1. Die Beschwerdeführerin beanstandet eine fehlende Auseinandersetzung des psychiatrischen Gutachters Dr. med. C.________ mit der abweichenden Beurteilung der Arbeitsfähigkeit im Bericht der Psychiatrie D.________ vom 4. Februar 2020. Die behandelnden Ärzte hätten die angestammten Tätigkeiten (Textilverkäuferin und freiberufliche Schneiderin) als nicht mehr zumutbar erachtet. Eine angepasste Tätigkeit sei zu maximal 40 %, prognostisch zu 50 % möglich, allerdings nur im geschützten Rahmen, wobei die Beurteilung des Aktivitäts- und Partizipationsniveaus auch mittels Mini-ICF APP erfolgt sei. Allein durch den Umstand, dass der psychiatrische Gutachter keine histrionische Persönlichkeitsstörung diagnostiziert habe und nicht von einer mittel-, sondern von einer leichtgradigen Depression ausgegangen sei, begründe seine zu den behandelnden Psychiatern diskrepante Arbeitsfähigkeitsschätzung nicht. Dies verkenne die Vorinstanz in Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes. Insbesondere genüge es nicht, wenn sie in Bezug auf die Beurteilung der Psychiatrie D.________ lediglich eine eigene Wertung vornehme und deren Einschätzung einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit auf dem freien Arbeitsmarkt als ungenügend begründet und nicht nachvollziehbar taxiere. Auf ihre gegen den Beweiswert des Gutachtens gerichtete Rüge sei die Vorinstanz damit nicht eingegangen.