Citation: 8C_252/2007 16.05.2008 E. 7.2

7.2.1 Die Diagnose einer HWS-Distorsion (oder einer anderen, adäquanzrechtlich gleich zu behandelnden Verletzung) genügt für sich allein nicht zur Bejahung des Kriteriums der Schwere und besonderen Art der erlittenen Verletzung. Es bedarf hiezu einer besonderen Schwere der für das Schleudertrauma typischen Beschwerden oder besonderer Umstände, welche das Beschwerdebild beeinflussen können (SVR 2007 UV Nr. 26 S. 86, E. 5.3, U 339/06; RKUV 2005 Nr. U 549 S. 236, E. 5.2.3 mit Hinweisen). Diese können beispielsweise in einer beim Unfall eingenommenen besonderen Körperhaltung und den dadurch bewirkten Komplikationen bestehen (SVR 2007 UV Nr. 26 S. 86 E. 5.3; RKUV 2003 Nr. U 489 S. 357 E. 4.3 mit Hinweisen, U 193/01). Auch erhebliche Verletzungen, welche sich die versicherte Person neben dem Schleudertrauma, der äquivalenten HWS-Verletzung oder dem Schädel-Hirntrauma beim Unfall zugezogen hat, können bedeutsam sein (BGE U 394/06, E. 10.2.2). 7.2.2 Vorliegend sind keine Anhaltspunkte erkennbar, die als in diesem Sinne aggravierende Faktoren zu betrachten wären. Namentlich verfügte die Versicherte über eine Kopfstütze und war im Moment des Aufpralls angegurtet. Überdies führt der Umstand der Doppelkollision nicht zur Bejahung des Kriteriums. Hieran ändert nichts, dass in der biomechanischen Beurteilung vom 3. Juni 2002 ausgeführt wurde, es sei möglich, dass sich aufgrund einer kurzen zeitlichen Abfolge der Doppelkollision (hier auf 0.4 bis 0.9 sec. geschätzt) ein Resonanzphänomen ergeben habe, dass also die HWS nach der primären Rückbewegung in den Sitz in der zweiten Phase beim Fall nach vorne in die Gurten durch eine eben dann erfolgte Frontalkollision zusätzlich belastet worden sei; es liege hier somit eine Abweichung vom Normalfall vor (vgl. auch RKUV 2005 Nr. U 549 S. 236 E. 5.2.3).