Citation: 5A_350/2023 E. 4.2.3

4.2.3. Das Obergericht verweist zur Erklärung, weshalb die Beschwerdeführerin die Wiederholung von Prozesshandlungen der abgelehnten Bezirksrichterin hätte verlangen müssen, auf Art. 51 Abs. 1 ZPO (s. oben E. 3.1). Laut dieser Vorschrift sind Amtshandlungen, an denen eine zum Ausstand verpflichtete Gerichtsperson mitgewirkt hat, aufzuheben und zu wiederholen, sofern dies eine Partei binnen zehn Tagen verlangt, nachdem sie vom Ausstandsgrund Kenntnis erhalten hat. Zur Aufhebung bereits vorgenommener Amtshandlungen genügt es demnach nicht, bloss ein Ausstandsgesuch zu stellen. Vielmehr ist zusätzlich und binnen der gesetzlichen Frist die Wiederholung der fraglichen Amtshandlungen zu beantragen, ansonst das Ausstandsbegehren nur für die Zukunft wirkt (MARC WEBER, in: Basler Kommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, 3. Aufl., 2017, N 3 zu Art. 51 ZPO; STEPHAN WULLSCHLEGER, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger, Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO], 3. Auf., 2016, N 1 zu Art. 51 ZPO). Das Erfordernis, die Aufhebung und Wiederholung bereits erfolgter Amtshandlungen ausdrücklich zu verlangen, bezieht sich auf Amtshandlungen der abgelehnten Gerichtsperson im laufenden Verfahren vor der betreffenden Instanz (vgl. BGE 138 III 702 E. 3.4). Im Übrigen ist im Ausstandsbegehren implizit auch der Antrag enthalten, dass die betroffene Person keine weiteren Prozesshandlungen mehr vornehmen solle bzw. allfällige künftige Amtshandlungen im Falle einer Gutheissung des Ausstandsbegehrens zu wiederholen seien (PETER DIGGELMANN, in: Brunner/Gasser/Schwander [Hrsg.], ZPO Schweizerische Zivilprozessordnung, Kommentar, 2. Aufl., 2016, N 8 zu Art. 51 ZPO).