Citation: 2C_514/2018 E. 2.2

2.2. Nach einer rechtmässigen Aufenthaltsdauer von rund zehn Jahren ist nach der neuesten Rechtsprechung des Bundesgerichts regelmässig davon auszugehen, dass die sozialen Beziehungen in unserem Land so eng geworden sind, dass es unter dem Aspekt des Anspruchs auf Privatleben (Art. 8 EMRK) besonderer Gründe für die Beendigung der Anwesenheit bedarf (zur Veröffentlichung bestimmtes Urteil 2C_105/2017 vom 8. Mai 2018, E. 3.9). Diese Rechtsprechung ist auf die Beschwerdeführerin, die im Alter von dreizehn Jahren in die Schweiz eingereist ist, aufgrund ihrer sechzehnjährigen Aufenthaltsdauer in der Schweiz zwar anwendbar. Allerdings sind besondere Gründe für die Beendigung ihrer Anwesenheit klarerweise gegeben: Die Beschwerdeführerin ist seit dem Jahr 2003, wenn zunächst auch nur in geringfügigem Masse, strafrechtlich in Erscheinung getreten. Im März 2010 sowie im Juni/Juli 2010 hat sie insgesamt mindestens ca. 790 bis 1'060 Gramm Heroingemisch für ca. Fr. 23'100.-- bis zu ca. Fr. 31'200.-- an mehrere Anbieter verkauft, wofür sie einen eigenen Erlös von ca. Fr. 2'310.-- bis Fr. 3'120.-- erzielt hat. Des Weiteren war sie im selben Zeitraum an der Verteilung von weiteren mindestens ca. 455 bis 560 Gramm Heroingemisch an Drittpersonen beteiligt. Zusätzlich liess sich die Beschwerdeführerin von März bis Mitte Juli 2010 alleine oder zusammen mit einer weiteren Person Drogeneinnahmen in der Höhe von mindestens Fr. 56'000.-- bis ca. Fr. 62'000.-- aushändigen, ohne selbst an der Veräusserung von Drogen mitgewirkt zu haben. Die Beschwerdeführerin hat insgesamt aus der Veräusserung von Heroingemisch stammende Gelder in Höhe von insgesamt ca. Fr. 90'790.-- bis ca. Fr. 106'080.-- selbst vereinnahmt oder sich aushändigen lassen und diese Gelder an eine weitere Person weitergeleitet. Des Weiteren hat sie mehrere Mobiltelefone inklusive SIM-Karten an mehrere Drogenkuriere abgegeben, ein Navigationssystem zur Verfügung gestellt, Unterkünfte für Drogenkuriere vermittelt und dafür Geld erhalten. Deswegen wurde die Beschwerdeführerin mit Urteil des Obergerichts des Kantons Aargau vom 2. Juni 2016 wegen qualifizierter Widerhandlungen gegen das BetmG im Sinne von Art. 19 Ziff. 1 in Verbindung mit Ziff. 2 lit. a-c aBetmG sowie der gewerbs- und bandenmässigen Geldwäscherei im Sinne von Art. 305bis Ziff. 1 in Verbindung mit Ziff. 2 lit. b und lit. c StGB zu einer Freiheitsstrafe von viereinhalb Jahren sowie zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu je Fr. 10.-- verurteilt, letztere bedingt vollziehbar bei einer Probezeit von zwei Jahren. Negativ ins Gewicht fällt weiter, dass die Beschwerdeführerin in erheblichem Masse Sozialhilfe bezogen hat und offene Betreibungen zu verzeichnen sind; erst ab April 2018 hat sie eine Teilzeitstelle im Service und in der Zimmerreinigung angetreten. Das unter dem Eindruck des Strafverfahrens und der Probezeit gezeigte Wohlverhalten kann praxisgemäss nicht zu Gunsten der Beschwerdeführerin berücksichtigt werden (Urteil 2C_1015/2017 vom 7. August 2018 E. 4.2.3).