Citation: 5P.98/2006 15.06.2006 E. 5

Strittig ist zudem die Aufteilung des Überschusses. Das Obergericht hat diesen mangels anderer Begehren "praxisgemäss" hälftig auf die Parteien aufgeteilt. Der Beschwerdeführer bringt dagegen vor, er habe sinngemäss einen Antrag gestellt, da er im kantonalen Verfahren gerügt habe, seine Ehefrau könne den Lebensstandard nicht nur halten, sondern verbessern. Zudem sei es nicht praxisgemäss, dass man hohe Überschüsse hälftig teile, sofern der bisherige Lebensstandard damit weit übertroffen werde. Ihren gebührenden Bedarf, nämlich das erweiterte Existenzminimum, könne die Beschwerdegegnerin mit ihrem Einkommen ohne weiteres selber decken. Die Ausführungen des Beschwerdeführers sind insoweit zutreffend, als die obere Schranke für den Unterhaltsbeitrag die Lebenshaltung bildet, wie sie vereinbart und bis zur Aufhebung des gemeinsamen Haushalts tatsächlich auch gelebt worden ist (BGE 118 II 376 E. 20b S. 378; Urteil des Bundesgerichts 5P.231/2000 vom 12. Januar 2001, E. 3a, publ. in FamPra.ch 2001 S. 764). Der bisherige Lebensstandard kann aber nicht einfach mit dem Notbedarf gleichgesetzt werden, selbst wenn man das betreibungsrechtliche Existenzminimum noch um 25 % des Grundbetrages und die Steuern erweitert, wie der Beschwerdeführer vorschlägt. Dass die Beschwerdegegnerin durch die Unterhaltsbeiträge besser gestellt ist als während der Ehe, weist er nicht in rechtsgenüglicher Weise nach (Art. 90 Abs. 1 lit. b OG).