Citation: 6B_128/2013 E. 2.3

2.3. Die Beschwerdeführerin wendet ein, die Umstände und Hintergründe der Reise sowie das Tätigsein der Ge schädigten für den Beschwerdegegner seien in der Anklageschrift sehr wohl umschrieben. Die Vorinstanz würdige die Aussagen einseitig und willkürlich. Aus denjenigen der Geschädigten, welche die Vorinstanz als glaubhaft bezeichne, gehe eindeutig hervor, dass sie nur zugesagt habe, um weitere Übergriffe zu vermeiden. Daher sei die vorinstanzliche Schlussfolgerung aktenwidrig und willkürlich, die Geschädigte habe einzig aufgrund der Überredungskunst des Beschwerdegegners zugesagt. Die Vorinstanz lasse ausser Acht, dass sowohl die Hörigkeit und Abhängigkeit als auch die dauernden, unzähligen gewaltsamen Übergriffe zur Folge gehabt hätten, dass sich die Geschädigte ihrem Peiniger gefügt habe. Ihr Fluchtversuch und das mitgehörte Drohgespräch, das der Beschwerdegegner mit einer anderen Geschädigten geführt habe, hätten ihr aufgezeigt, was bei Ungehorsam passieren würde (Beschwerde S. 2 ff. Ziff. 2.3 und Ziff. 3.1). Die Beschwerdeführerin macht geltend, E.________ habe durch die Aufnahme der Prostitutionstätigkeit zwar konkludent ihre Einwilligung zum Ausdruck gebracht. Angesichts der erlebten Gewalt bei der missglückten Flucht und während des Zusammenlebens mit dem Beschwerdegegner habe sie sich in einer Situation befunden, bei der nicht mehr von ihrem freien Willen ausgegangen werden könne. Ihr Einverständnis könne in Anbetracht der konkreten Umstände nicht mehr als selbstbestimmtes Handeln bezeichnet werden und sei daher unwirksam. Die Geschädigte habe sich aus Angst vor dem Beschwerdegegner, wegen der erlittenen Gewalt, überreden lassen, in die Schweiz einzureisen, um als Prostituierte zu arbeiten (Beschwerde S. 4 f. Ziff. 3.1.2).