Citation: 2C_246/2023 E. 7.3.2

7.3.2. Folglich gilt die IVöB 2019 für den Kanton Bern nach Massgabe von Art. 4 IVöBG/BE sinngemäss als kantonales Gesetzesrecht (vgl. auch Schneider Heusi, a.a.O., S. 522). Kantonales Recht prüft das Bundesgericht im Grundsatz nur auf dessen Vereinbarkeit mit dem Bundesrecht (vgl. E. 2 hiervor; Art. 95 lit. a BGG). Es besteht somit eine vergleichbare Ausgangslage wie in den Konstellationen, in denen der kantonale Gesetzgeber an die Bestimmungen des Bundeszivilrechts anknüpft und das Bundesgericht im Grundsatz ebenfalls keine freie Prüfung des Bundesrechts vornimmt, sondern dessen Anwendung namentlich unter dem Blickwinkel des Willkürverbots überprüft (vgl. BGE 144 I 318 E. 5.3.1; 138 I 232 E. 2.4; Urteile 2C_1022/2021 vom 6. April 2023 E. 8; 2C_34/2021 vom 30. Mai 2022 E. 2.2 ["le droit cantonal supplétif"]). Willkür nach Art. 9 BV liegt vor, wenn das angefochtene Urteil offensichtlich unhaltbar ist, mit der tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft (vgl. BGE 145 II 32 E. 5.1; 144 I 113 E. 7.1; 142 II 369 E. 4.3).