Citation: 2C_114/2020 E. 4.2

4.2. Die Vorinstanz hielt im Wesentlichen fest, Vertragsparteien eines Erbverzichtsvertrags seien der Erblasser und ein potentieller Erbe (vgl. E. 3.3 des angefochtenen Urteils). Sowohl im Erbvertrag X als auch im Erbvertrag Y seien die potentiellen Erben nicht als Parteien aufgeführt, sondern nur als "zustimmende Nachkommen". Zudem seien sie weder in der Zeugenbescheinigung noch im Beurkundungsverbal erwähnt. Im Umstand, dass in beiden Fällen die Nachkommen nicht als Vertragsparteien einbezogen worden seien, liege ein Verstoss gegen § 28 Abs. 2 BeurG/AG und § 35 Abs. 1 lit. d BeurV/AG. Ferner erkannte die Vorinstanz auf eine Verletzung von Art. 512 i.V.m. Art. 501 ZGB, weil sich die Bestätigung der Zeugen bei zweiseitigen Rechtsgeschäften wie Erbverzichtsverträgen auf die Erklärungen beider Parteien beziehen müsse. Vorliegend hätten sich die Zeugenbescheinigungen in beiden Fällen jedoch nicht auf die Erklärungen der Nachkommen bezogen (vgl. E. 3.5 des angefochtenen Urteils). Hinsichtlich des Vertrags Z führte die Vorinstanz schliesslich aus, dieser vermische (versehentlich) Elemente eines Testaments und eines Erbvertrags. Dadurch verletze er § 28 Abs. 2 BeurG/AG (vgl. E. 4.3 und 4.4 des angefochtenen Urteils).