Citation: 5A_673/2022 E. 3.1

3.1. Diesbezüglich verwarf das Obergericht den Einwand des Beschwerdeführers, es hätten Betreuungszeiten, die über Dritte abgedeckt werden, unberücksichtigt zu bleiben. Solches würde dem Grundsatz widersprechen, dass Eigen- und Fremdbetreuung gleichwertig seien. Folglich komme es nicht darauf an, ob der Beschwerdegegner den Anteil an Fremdbetreuung während seiner Betreuungszeiten erhöht habe. Für die Berechnung der Betreuungsanteile bei Schulkindern sei nach der Rechtsprechung jeder Tag in drei Perioden zu unterteilen (Morgen, Schulbeginn bis Schulschluss, Abend). Sodann sei über 14 Tage zu ermitteln, für wie viele der insgesamt 42 Perioden jeder Elternteil verantwortlich sei. Der Beschwerdeführer werde unter der Woche jeweils von Montag bis Mittwochmorgen durch den Beschwerdegegner und danach bis Freitagabend von der Kindsmutter betreut. Am Wochenende erfolge die Betreuung je alternierend durch beide Eltern. Dies ergebe einen Betreuungsanteil der Mutter von 52 % und einen solchen des Vaters von 48 %. Da die Kindsmutter die Betreuung während einer Ferienwoche mehr übernehme als der Kindsvater sei das von der Erstinstanz für die Zeit ab 1. Februar 2019 festgestellte Betreuungsverhältnis von 45 % (Vater) zu 55 % (Mutter) nicht zu beanstanden.