Citation: 9C_275/2021 E. 3.2.2

3.2.2. Korrekt erwogen wurde durch das kantonale Gericht namentlich, dass die relative zweijährige Verjährungsfrist in Gang gesetzt wird, wenn die Ausgleichskasse die für den Erlass einer Schadenersatzverfügung notwendige Kenntnis über Existenz, Beschaffenheit und wesentliche Merkmale des Schadens sowie die Person des Ersatzpflichtigen hat bzw. haben muss (BGE 128 V 10 E. 5a mit Hinweisen). In diesem Sinne zumutbare Kenntnis eines Teilschadens genügt (BGE 121 V 240 E. 3c/bb; Urteil 9C_131/2008 vom 28. Mai 2009 E. 3.3.1, zusammengefasst in: SZS 2010 S. 46). Da die ausstehende Beitragsforderung Grundlage für die Höhe des Schadens bildet, kann die Schadenskenntnis erst angenommen werden, sobald die Ausgleichskasse in der Lage ist, die voraussichtliche Höhe des infolge der unbezahlt gebliebenen Beiträge zu erwartenden Verlusts abzuschätzen (Urteil 9C_260/2021 vom 6. Dezember 2021 E. 4.1.1 mit Hinweisen). Anzufügen ist, dass sich für die einzelnen Konstellationen, in denen der Ausgleichskasse ein Schaden entsteht, in der Praxis Regelzeitpunkte entwickelt haben, in welchen die Schadenskenntnis üblicherweise angenommen wird. Es sind dies namentlich die Zustellung des definitiven Pfändungsverlustscheins, die Auflage des Kollokationsplans sowie die Einstellung des Konkursverfahrens mangels Aktiven (Urteil 9C_260/2021 vom 6. Dezember 2021 E. 4.1.2 mit diversen Hinweisen). Im Falle des Regelzeitpunkts des Kollokationsplans ist dessen im Schweizerischen Handelsamtsblatt (SHAB) zu veröffentlichende Auflage (samt Inventar) massgeblich, wobei auf die tatsächliche Einsichtnahme auf dem Konkursamt abzustellen ist oder, sofern darauf verzichtet wird, auf das Ende der Auflagefrist (BGE 121 V 234). Die fristauslösende Schadenskenntnis kann ausnahmsweise schon vor dem jeweiligen Regelzeitpunkt gegeben sein. Rechtsprechungsgemäss wird diesbezüglich jedoch ein strenger Massstab angelegt und nicht nur eine Vermutung sondern die gesicherte Kenntnis des entstandenen Schadens verlangt. Eine Vorverlegung auf die Zeit vor Auflegung des Kollokationsplans rechtfertigt sich etwa bei Verweigerung oder Widerruf einer Nachlassstundung, bei Nichtgenehmigung eines Nachlassvertrags mit Vermögensabtretung oder wenn eine Ausgleichskasse anlässlich der Gläubigerversammlung vernimmt, dass ihre Forderung auf jeden Fall ungedeckt bleiben wird (Urteil 9C_260/2021 vom 6. Dezember 2021 E. 4.1.2.1; ferner BGE 121 V 240 E. 3c/bb; Urteile 9C_407/2011 vom 26. Juli 2011 E. 2.2, 9C_325/2010 vom 10. Dezember 2010 E. 2.1.2, in: SVR 2011 AHV Nr. 13 S. 42, und 9C_131/2008 vom 28. Mai 2009 E. 3.3.1 mit Hinweisen, zusammengefasst in: SZS 2010 S. 46).