Citation: I 633/03 09.06.2004 E. 4

4.1 Tritt die Verwaltung auf ein Revisionsgesuch ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades tatsächlich eingetreten ist. Im Beschwerdeverfahren obliegt diese materielle Prüfungspflicht dem Gericht. Der Vorinstanz ist darin beizupflichten, dass der medizinische Gesundheitszustand des Beschwerdeführers umfassend abgeklärt wurde, so dass davon ausgegangen werden kann, dass von ergänzenden medizinischen Abklärungen keine neuen Erkenntnisse zu erwarten sind. Von der beantragten Veranlassung einer weiteren medizinischen Beurteilung ist daher abzusehen. 4.2 Liegt ein neuer Bericht von ärztlichen Fachleuten vor, auf deren Unterlagen die Verwaltung und das Gericht für die Invaliditätsbemessung angewiesen sind, genügt es für das Vorliegen einer erheblichen Sachverhaltsänderung nicht, dass im fraglichen Bericht der bereits bekannte, im Zeitpunkt der ursprünglichen Rentenverfügung gegebene Sachverhalt anders bewertet wird und daraus andere Schlussfolgerungen gezogen werden als im früheren Verwaltungs- und/oder Beschwerdeverfahren. Vielmehr bedarf es neuer Elemente tatsächlicher Natur, die nach der ursprünglichen Rentenverfügung eingetreten und zu dem damals gegebenen Sachverhalt hinzugekommen sind oder diesen verändert haben (ZAK 1987 S. 36). Prozessentscheidend ist die Frage, ob sich der psychische Gesundheitszustand im Vergleichszeitraum dermassen verschlechtert hat, dass der Beschwerdeführer sein körperliches Leistungsvermögen auf dem ihm offen stehenden allgemeinen Arbeitsmarkt nicht mehr in einer Weise verwerten könnte, dass er noch etwas mehr als einen Drittel der im Gesundheitsfall erreichbaren Einkünfte zu erzielen vermöchte (Art. 28 Abs. 2 IVG; BGE 104 V 136 Erw. 2b [Prozentvergleich]). 4.3 Ein Vergleich des Gutachtens der Klinik X.________ vom 22. Dezember 1998 mit dem Bericht des Dr. med. B.________ vom 9. Mai 2000 zeigt, dass Befunderhebung und Beurteilung des Psychostatus nicht wesentlich voneinander abweichen. Die Diagnosestellung bewegt sich nach wie vor im Rahmen einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) und einer affektiven Störung im Sinne von Ziffer F3 der Klassifiaktion nach ICD-10. Differenzen bestehen hingegen bezüglich der Auswirkung auf das Leistungsvermögen. Nichts anderes ergibt sich mit Bezug auf die Stellungnahmen des Dr. med. B.________ vom 25. Juli 2001 und 4. Oktober 2001. Auch Dr. med. O.________ legt am 20. Juni 2002 kein neues Beschwerdebild dar. Weitergehende für den Rentenanspruch relevante medizinische Sachverhaltselemente lassen sich diesen Unterlagen nicht entnehmen. Wenn Dr. med. B.________ am 9. Mai 2000 ausführt, mittelfristig sei aus therapeutischen Überlegungen eine Tagesstruktur mit einer Tätigkeit im geschützten Rahmen sinnvoll, lässt dies darauf schliessen, dass die Willensbildung nicht in einem Masse eingeschränkt ist, dass nicht zumindest ein ernsthaftes Bemühen erwartet werden kann. Statt dessen sieht sich der Versicherte ohnmächtig seinem Schicksal und den Folgen des im Jahre 1993 erlittenen Unfalls ausgeliefert (vgl. Bericht Dr. med. B.________ vom 25. Juli 2001). Dies war im Zeitpunkt der Begutachtung der Klinik X.________ im Jahre 1998 nicht anders. Bereits damals wiesen die Ärzte darauf hin, dass sich die Symptomatik als ausgeweitet und weitgehend fixiert darstelle und der Versicherte wegen seiner pessimistischen Selbsteinschätzung für eine Wiedereingliederung nur mangelhaft motiviert sei. Im Psychostatus wurde eine ängstliche, bedrückte und dysphorische Grundstimmung beschrieben, und es wurden Suizidideen erwähnt. Aus dem Umstand, dass Dr. med. B.________ am 4. Oktober 2001 rezidivierende Angstzustände anführt, lässt sich nicht auf eine erhebliche Verschlimmerung schliessen, zumal der Facharzt seine Aussage nicht näher begründet. Was die von Dr. med. O.________ gestellte Diagnose einer chronischen schweren depressiven Episode mit somatischen Symptomen und Fixierung (ICD-10 F32.2) betrifft, gilt es darauf hinzuweisen, dass eine medizinische Diagnose als solche noch nichts über die für den Leistungsanspruch entscheidende Frage der Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aussagt. Diesbezüglich vermag indessen auch dieser Arzt keine namhafte Verschlechterung darzutun. 4.4 Somit lässt sich nicht beanstanden, dass Verwaltung und Vorinstanz gestützt auf die Ergebnisse der medizinischen Unterlagen die Auffassung vertraten, dass seit der Zusprechung einer halben Invalidenrente gemäss Verfügung vom 16. November 1999 keine anspruchsrelevante Veränderung der tatsächlichen Verhältnisse eingetreten ist, weshalb das revisionsweise Festhalten an der Ausrichtung einer halben Invalidenrente gemäss der vorinstanzlich bestätigten Verwaltungsverfügung vom 13. November 2001 Stand hält.