Citation: 6S.206/2005 27.10.2005 E. 3

Der Beschwerdeführer wendet sich gegen die Verweigerung des bedingten Strafvollzugs. Nach seinem Dafürhalten hat die Vorinstanz bei der Beurteilung seiner Bewährungsaussichten wesentliche Gesichtspunkte falsch gewichtet. 3.1 Gemäss Art. 41 Ziff. 1 Abs. 1 StGB kann der Richter den Vollzug einer Freiheitsstrafe von nicht mehr als 18 Monaten aufschieben, wenn Vorleben und Charakter eines Verurteilten erwarten lassen, er werde dadurch von weiteren Delikten abgehalten. Der Richter hat also eine Prognose über das zukünftige Verhalten des Täters zu stellen. Dabei steht dem Sachgericht ein erhebliches Ermessen zu. Das Bundesgericht hebt einen Entscheid der kantonalen Instanz nur auf, wenn sie nicht von rechtlich massgebenden Gesichtspunkten ausgeht oder diese in Überschreitung oder Missbrauch ihres Ermessens unrichtig gewichtet. Bei der Prüfung, ob der Verurteilte für ein dauerndes Wohlverhalten Gewähr bietet, ist eine Gesamtwürdigung aller wesentlichen Umstände vorzunehmen. In die Beurteilung miteinzubeziehen sind neben den Tatumständen auch das Vorleben und der Leumund sowie alle weiteren Tatsachen, die gültige Schlüsse auf den Charakter des Täters und die Aussichten seiner Bewährung zulassen (BGE 128 IV 193 E. 3a; 118 IV 97 E. 2b). 3.2 Soweit sich der Beschwerdeführer darauf beruft, seine heute überwundene Spielsucht und die damit verbundene Geldnot seien für die zu beurteilenden Straftaten ursächlich gewesen, entfernt er sich vom verbindlich festgestellten Sachverhalt (Art. 273 Ziff. 1 lit. b BStP). Auf die Nichtigkeitsbeschwerde ist in diesem Umfang nicht einzutreten. 3.3 Die Vorinstanz erwägt, der bedingte Strafvollzug sei formell zwar möglich, doch könne er dem Beschwerdeführer angesichts der schlechten Prognose nicht gewährt werden. Sie verweist dabei vorab auf seine - auch einschlägigen - Vorstrafen. Der Beschwerdeführer wurde am 4. August 1995 wegen Entwendung eines Personenwagens zum Gebrauch sowie Überlassens eines solchen an eine Person ohne Führerschein zu einer Busse verurteilt. Am 8. April 1998 wurde er wegen Diebstahls, Sachbeschädigung und Hausfriedensbruchs zu acht Monaten Gefängnis bedingt verurteilt. Am 23./25. Mai 1998 wurde er erneut straffällig; am 29. Juli 1998 wurde er wegen illegalen Waffenerwerbs und verbotenen Waffentragens gebüsst. Am 20. August 2003 wurde er wegen versuchten Diebstahls, Sachbeschädigung sowie Hausfriedensbruchs zu einer bedingt vollziehbaren Gefängnisstrafe von 15 Tagen verurteilt. Vor diesem Hintergrund hat die Vorinstanz zu Recht auf die Unbelehrbarkeit des Beschwerdeführers geschlossen. Sein Einwand, die Vorinstanz habe nicht berücksichtigt, dass die ihm mit Urteil vom 8. April 1998 auferlegte Probezeit von 4 Jahren die gewünschte Wirkung erzielte und er erst nach deren Ablauf wieder straffällig wurde, trifft schon im Blick auf seinen innert der Probezeit begangenen Verstoss gegen das Waffengesetz nicht zu. Im Übrigen verkennt er, dass das Gesetz - als Wirkung des bedingten Strafaufschubs - eine dauernde und nicht nur eine auf die Probezeit beschränkte Besserung des Verurteilten verlangt (vgl. BGE 102 IV 62 E. 3b). Zu Recht würdigt die Vorinstanz, dass der Beschwerdeführer familiär und beruflich stets eingebunden war und somit über günstige Voraussetzungen verfügte, ein deliktsfreies Leben zu führen. Sie übersieht dabei nicht, dass er durch den unbedingten Vollzug aus dem Erwerbsleben gerissen würde. Diesem Faktor misst sie indes im Blick auf die zahlreichen Gegenindizien bei der Gesamtwürdigung kein entscheidendes Gewicht zu. Vor dem Hintergrund, dass der Beschwerdeführer unbeeindruckt von der zweifach ausgestandenen Untersuchungshaft erneut einschlägig delinquierte, ist sodann auch nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz annimmt, dass allein vom Widerruf und Vollzug der bedingt ausgefällten 15-tägigen Gefängnisstrafe keine Warn- oder Schockwirkung zu erwarten sei. Der Beschwerdeführer rügt, dass die Wirkung der im vorliegenden Fall ausgestandenen Untersuchungshaft von 59 Tagen nicht ausreichend berücksichtigt wurde. Wohl hat sich die Vorinstanz zur Möglichkeit einer Schock- oder Warnwirkung der 59-tägigen Untersuchungshaft nicht abschliessend geäussert. Gestützt auf das bisherige Verhalten des Beschwerdeführers, welcher weder Reue noch Einsicht im Strafverfahren zeigte, vermag dieser Umstand an der Gesamtwürdigung indes nichts zu ändern. Die Vorinstanz hat mithin kein Bundesrecht verletzt, indem sie die günstige Prognose für den Beschwerdeführer verneinte.