Citation: 1C_183/2017 E. 5

Schliesslich rügen die Beschwerdeführerinnen eine Verletzung der Eigentumsgarantie (Art. 26 BV in Verbindung mit Art. 36 BV). Das aufgelegte Projekt bewirke einen schweren Eingriff in ihr Eigentum. Dieser sei nur verhältnismässig, wenn es keine gleich geeigneten und milderen Massnahmen gebe. Dies sei nicht genügend geprüft worden. Die fehlende Variantenprüfung verletze auch Art. 3 des Bundesgesetzes über den Wasserbau vom 21. Juni 1991 (WBG; SR 721.100) und Art. 22 kWBG, wonach der Hochwasserschutz vorrangig durch den Unterhalt der Gewässer und durch raumplanerische Massnahmen zu gewährleisten sei, bevor aktive Schutzmassnahmen wie Verbauungen, Eindämmungen, Korrektionen, Geschiebe- und Hochwasserrückhalteanlagen getroffen werden könnten. Passive Schutzmassnahmen, wie die Anpassung der Baureglemente und Zonenpläne in den Gefahrenzonen oder die Schaffung von Vorhersage- und Warnsystemen (vgl. Art. 24 Abs. 1 kWGB), seien nicht geprüft worden. Gleiches gelte für die Schaffung von Überschwemmungsgebieten oder die Aufforstung des Einzugsgebiets. Die Verbauung im Einzugsgebiet sei als "nicht bezahlbar" abgetan worden, ohne eine nähere Untersuchung der Kosten. Gleiches gelte für die Versetzung der Schwergewichtsmauer: Die Ingenieure hätten selbst eingeräumt, dass dies mit zusätzlichen Sprengungen möglich wäre (E. 8.2.5.9 des Staatsratsentscheids), ohne nähere Angaben zu den Kosten zu machen. Die laut aufgelegtem Projekt notwendige Bewirtschaftung des Geschiebematerials könnte ideal mit dem Kieswerk kombiniert werden: Es sei unverständlich, das bestehende Materialbewirtschaftungssystem der Beschwerdeführerinnen zu zerschlagen, um anschliessend kostspielig ein neues aufbauen zu müssen. Nicht nachvollziehbar sei auch, wieso vor einem 300-jährigen Hochwasser geschützt werden solle, obwohl der Hochwasserschutzstandard in der Schweiz das Siedlungsgebiet nur vor 100-jährigen Hochwassern schützen solle (mit Verweis auf das Urteil 1C_148/2008 vom 11. Dezember 2008 E. 4.5.1, in: URP 2009 S. 150; RDAF 2010 I S. 494).