Citation: 4A_3/2024 E. 4.2

4.2. Die Vorinstanz verneinte eine Verletzung von Art. 3 VVG. Sie erwog in einer ersten Hauptbegründung in Erwägung 7.2 des angefochtenen Entscheids, dass die hier strittige Spitalliste nicht Vertragsbestandteil bilde und deshalb der Einwand der Beschwerdeführerin, ihr sei diese Liste nicht zugestellt worden, ins Leere laufe. In einer zweiten Begründung in Erwägung 7.3 erwog die Vorinstanz, selbst wenn eine Verletzung der vorvertraglichen Informationspflicht zu bejahen wäre, wäre die Rechtsfolge nicht die Nichtigkeit des Versicherungsvertrages oder einzelner Klauseln, sondern die Beschwerdeführerin wäre lediglich berechtigt, den Versicherungsvertrag zu kündigen. Dass die Beschwerdeführerin dieses Recht ausüben oder gerichtlich durchsetzen würde, sei ihrer Klage nicht zu entnehmen, weshalb ihr die Berufung auf Art. 3 VVG nicht helfe. Beruht der angefochtene Entscheid, wie vorliegend, auf mehreren selbstständigen Begründungen, die je für sich den Ausgang des Rechtsstreits besiegeln, so hat die beschwerdeführende Partei darzulegen, dass jede von ihnen Recht verletzt. Denn soweit nicht beanstandete Begründungen das angefochtene Urteil selbstständig stützen, fehlt das Rechtsschutzinteresse an der Beurteilung der gehörig begründeten Rügen (BGE 142 III 364 E. 2.4; 138 III 728 E. 3.4). Diesen Anforderungen kommt die Beschwerdeführerin nicht genügend nach: Sie wendet sich zwar gegen die erste Begründung der Vorinstanz und macht geltend, dass ihr die Liste der Spitäler ohne volle Kostendeckung "zu keinem Zeitpunkt" übergeben worden sei, womit Art. 3 Abs. 2 VVG und die "Zugänglichkeitsregel" verletzt seien. Mit der zweiten, selbstständig tragenden Erwägung setzt sie sich vor Bundesgericht aber nicht auseinander, zumindest offensichtlich nicht rechtsgenüglich (Erwägung 2.1). Es fehlt damit am Rechtsschutzinteresse an der Beurteilung der Verletzung von Art. 3 VVG. Vor diesem Hintergrund erübrigt es sich auch, auf die Sachverhaltsrüge bezüglich der Spitalliste aus dem Jahr 2022 einzugehen, zumal die Vorinstanz auch das diesbezügliche Vorbringen der Beschwerdeführerin verwarf und sich diese damit vor Bundesgericht nicht rechtsgenüglich auseinandersetzt (Erwägung 2.3).