Citation: 4A_337/2017 E. 3.1

3.1. Umstritten ist die Bedeutung des E-Mail-Verkehrs vom 15. Dezember 2012. Die Vorinstanz stellte keinen übereinstimmenden tatsächlichen Willen der Parteien fest und legte den Vertrag bzw. die Bedeutung des E-Mail-Verkehrs gestützt auf das Vertrauensprinzip objektiv aus. Sie erwog, mit ihrem E-Mail vom 15. Dezember 2012, namentlich dem zweiten Satz, habe die Beschwerdeführerin zum Ausdruck gebracht, dass sie nicht bereit sei, einen höheren Anteil als Fr. 1'000.-- pro Monat an die Werbekosten beizusteuern. Damit habe sie einen Antrag zur Änderung des Vertrages gestellt. Die Antwort der Beschwerdegegnerin könne aber nicht als Annahme dieses Änderungsantrags verstanden werden. Vielmehr ergebe sich daraus, dass die Beschwerdegegnerin wegen ihrer umsatzabhängigen Beteiligung an den Werbekosten gemäss Ziffer 3b des Vertrages davon ausging, sie werde selber einen grossen Teil der Werbekosten tragen und die Beschwerdeführerin werde sogar "eine erhebliche Summe" des geäufneten Werbekostenkontos zurückerstattet erhalten. Nach der von der Beschwerdegegnerin in ihrem E-Mail zum Ausdruck gebrachten Erwartung wäre der - nicht umsatzabhängige - Kostenanteil der Beschwerdeführerin also durch die monatlichen Abzüge von Fr. 1'000.-- mehr als gedeckt gewesen. Das Wort "maximal" im E-Mail der Beschwerdegegnerin sei daher nicht als Kostenobergrenze zu verstehen, sondern habe sich auf die zum Zwecke der Verrechnung vereinbarten Provisions-Abzüge von total jährlich Fr. 12'000.-- bezogen. Die Auslegung der Beschwerdeführerin, die Verwendung des Wortes "maximal" beweise die Zustimmung der Beschwerdegegnerin zu einer entsprechenden Kostenobergrenze für die Beschwerdeführerin, lasse sich auch nicht mit dem abschliessenden Hinweis der Beschwerdegegnerin auf ihre Praxis und die interne Kalkulation vereinbaren. Für die Auslegung der Beschwerdegegnerin, dass für die Beteiligung der Beschwerdeführerin keine Kostenobergrenze von Fr. 12'000.-- verabredet worden sei, spreche auch, dass der Vertragstext mit Ausnahme des handschriftlichen Hinweises auf die "Details" gemäss der E-Mail-Korrespondenz nicht mehr geändert wurde, obschon die Beschwerdeführerin ausdrücklich eine entsprechende Vertragsergänzung gefordert hatte ("Das muss im Vertrag stipuliert werden"). Daran vermöge auch der Einwand der Beschwerdeführerin nichts zu ändern, wonach die Beschwerdegegnerin ihre Forderung nicht geltend gemacht habe, als die Parteien im Oktober 2012 die Werbekostenverteilung neu regelten. Denn das Zuwarten sei nachvollziehbar, zumal die Beschwerdegegnerin in jenem Zeitpunkt noch von einer Weiterführung der Zusammenarbeit ausgegangen sei und somit aus damaliger Sicht einer späteren Verrechnung ihrer Forderung mit Provisionsansprüchen der Beschwerdeführerin nichts im Wege gestanden wäre.