Citation: 5A_82/2023 E. 2.1

2.1. Das Obergericht hat zusammengefasst erwogen, die Zahlungseinstellung sei das äussere Merkmal der Zahlungsunfähigkeit. Indes könne die Zahlungseinstellung nicht mit unterbliebener Zahlung wegen der Bestreitung der Forderung bzw. der Fälligkeit gleichgesetzt werden. Grundsätzlich könne nur eine andauernde Zahlungsverweigerung unbestrittener und fälliger Forderungen Zahlungseinstellung im Sinn von Art. 190 Abs. 1 Ziff. 2 SchKG bedeuten, nicht aber die Nichtbegleichung von hinsichtlich ihrer Höhe und/oder Fälligkeit strittigen Forderungen. Im vorliegenden Fall seien sowohl die Höhe der betriebenen Darlehenszinsen als auch die Fälligkeit der Hauptschuld Thema des zwischen den Parteien hängigen Forderungsprozesses. Es sei bei dieser Sachlage nicht Aufgabe des Konkursgerichts oder der Beschwerdeinstanz, die strittige Zahlungsverpflichtung umfassend zu prüfen. Vielmehr habe ein Gläubiger diesfalls den ordentlichen Betreibungs- und Prozessweg einzuschlagen, wie dies auch erfolgt sei. Zahlungsunfähigkeit und Zahlungseinstellung seien zu unterscheiden. Der Beschwerdeführer sei seiner eigenen Darstellung nach der einzige Gläubiger der Beschwerdegegnerin. Liege ihm gegenüber keine Zahlungseinstellung vor, sei die eigentliche Zahlungs (un) fähigkeit bzw. behauptete Illiquidität der Beschwerdegegnerin nicht zu prüfen. Das Konkursgericht habe weder abzuklären, ob die Beschwerdegegnerin ihre bilanzierte Debitorenforderung werde eintreiben können, noch wie sie ihren zukünftigen Zahlungsverpflichtungen werde nachkommen können.