Citation: 4C.333/2004 06.01.2005 E. 4

4. Soweit die Klägerin auch in der Berufung geltend machen möchte, die Beklagte verhalte sich rechtsmissbräuchlich und die Untermietzinse seien bei einem allfälligen Schadenersatz zu berücksichtigen, dringt sie damit nicht durch. 4.1 Nach den Feststellungen der Vorinstanz lösten die Untermieter die Vertragsverhältnisse auf, so dass die Beklagte, welche schliesslich selbst das Mietobjekt verliess, Mietzins für ein Mietobjekt zu zahlen hatte, welches sie nicht mehr benutzte und für welches sie zumindest während einer gewissen Zeit keinerlei Untermietzinse erhielt. Unter diesen Umständen erscheint das Herabsetzungsbegehren jedenfalls nicht rechtsmissbräuchlich. 4.2 In Bezug auf die von der Beklagten erzielten Untermietzinse ist zu beachten, dass das Obergericht die Schadenersatzansprüche der Beklagten nicht umfassend beurteilt hat, da es nur die Frage zu beantworten hatte, ob der Schadenersatzanspruch zusammen mit der Mietzinsreduktion mindestens den Betrag der hinterlegten Mietzinse erreichte. Dazu stellte es auf die voraussichtliche Amortisation der getätigten Investitionen ab. Ob dieses Vorgehen korrekt ist, braucht nicht beurteilt zu werden. In der Berufung setzt sich die Klägerin nämlich mit der Schadensberechnung des Obergerichts nicht im Detail auseinander und genügt daher den Anforderungen an die Begründung gemäss Art. 55 Abs. 1 lit. c OG nicht. Selbst wenn man auf die Rüge eintreten wollte, würde dies für die Klägerin nicht zu einem günstigeren Ergebnis führen. Bei der Berechnung des Schadens wäre an sich auf den entgangenen Gewinn abzustellen sowie auf die durch den Mangel verursachten Kosten. Gestützt auf die Behauptungen der Klägerin in der konnexen staatsrechtlichen Beschwerde wirkt sich eine derartige Schadensberechnung indessen nicht zu ihrem Vorteil aus. Dort führt sie aus, die Beklagte habe durch die Untermietzinse erhebliche Einkünfte erzielt und hätte dadurch die getätigten Investitionen bereits nach vier statt wie vom Obergericht angenommen nach zehn Jahren amortisieren können. Hätte aber die Beklagte derart lukrative Untermietverhältnisse abgeschlossen und ist nach der für das Bundesgericht verbindlichen Feststellung der Vorinstanz anzunehmen, die Beklagte hätte von ihrem Optionsrecht Gebrauch gemacht, wäre der entgangene Gewinn noch höher ausgefallen als der vom Obergericht für die fehlende Amortisierung eingesetzte Betrag. Folgt man den Vorbringen der Klägerin zur Höhe der erzielten Untermietzinse, verletzt somit die Annahme der Vorinstanz, dass der geschuldete Schadenersatz zusammen mit der gewährten Mietzinsreduktion den Gesamtbetrag der hinterlegten Mietzinse übersteige, im Ergebnis kein Bundesrecht.