Citation: 2C.4/1999 03.07.2003 E. 6.2

6.2. Soweit die Klägerinnen ihre behaupteten Schadenersatzansprüche nicht auf Umstände zurückführen, die sich länger als zehn Jahre vor der Einleitung der Betreibungen gegen den Beklagten am 16. Dezember 1998 ereignet haben, erweist sich die zehnjährige Frist der absoluten Verjährung nicht als abgelaufen. Für den Beginn des Laufes der einjährigen Frist der relativen Verjährung kommt es demgegenüber auf den Zeitpunkt an, in dem die Klägerinnen Kenntnis vom behaupteten Schaden und vom ersatzpflichtigen Gemeinwesen erhalten haben. Ein allfälliger Schaden entstand den Klägerinnen frühestens mit der Nichtbezahlung bzw. der lediglich teilweisen Leistung der jeweiligen Zinsforderungen im September 1998. Im Übrigen erhielten sie auch erst mit dem Bericht der Geschäftsprüfungskommission des Grossen Rates des Kantons Wallis vom Februar 1999 von den wesentlichen Zusammenhängen und insbesondere von einer allfälligen Verletzung der Aufsichtspflicht durch die kantonalen Behörden, welche die Grundlage der Schadenersatzklage abgeben sollen, Kenntnis. Die am 16. Dezember 1998 eingeleiteten Betreibungen gegen den Kantons Wallis bzw. die am 1. September 1999 eingereichte Klage erfolgten daher rechtzeitig. Die einjährige Verjährungsfrist erweist sich damit als gewahrt.