Citation: 5A_361/2023 E. 4.3.1

4.3.1. Die Berichterstatterin des G.________ analysierte auftragsgemäss (vgl. Sachverhalt Bst. A.g) die Akten und hörte C.A.________ im Hinblick auf seine Wünsche und Bedürfnisse für seine künftige Betreuung zweimal an. Gestützt darauf empfahl sie der Bindungspräferenz von C.A.________, seiner erlebten Zugehörigkeit und seinem stabilen Wunsch, bei der Mutter leben zu wollen, zu entsprechen. Eine Beeinflussung des Kindeswillens verneinte sie mit dem Hinweis auf die "gut entwickelte Fähigkeit im Umgang mit Gefühlen und Wünschen" von C.A.________. Das Kind habe schon viele Male seinen stabilen, zielorientierten und mit Nachdruck erklärten Wunsch, bei seiner Mama in Deutschland leben zu wollen, geäussert. Dazu habe er erklärt, dass es ihm bei der Mama in Deutschland besser gefalle, er selbst von Deutschland sei und seine Freunde in Deutschland "besser" seien als diejenigen in der Schweiz. Beim Vater sei es oft langweilig, der zu wenig Zeit für ihn habe. Ferner habe C.A.________ - so die Berichterstatterin weiter -, der nun seit mehreren Monaten beim Vater lebe, genügend Möglichkeiten gehabt, "sich mit den Wünschen des Vaters zu verbünden und sich gegen die Wünsche der Mutter zu stellen". Das sei jedoch nicht passiert. Der Grund dafür könnte laut der Berichterstatterin die Bindungspräferenz von C.A.________ zu seiner Mutter als seiner ersten Bindungsperson sein. Schliesslich sei die örtliche Stabilität bei einem Kind im Alter von C.A.________ weniger zu gewichten als seine Bindungspräferenz und Zugehörigkeitspriorisierung. Die Berichterstatterin empfahl im Bericht vom 25. Februar 2022 somit, C.A.________ in die Obhut der Beschwerdeführerin zu geben. Mit Eingabe vom 11. März 2022 ("Erläuterungen zum Bericht vom 25.2.2022") äusserte sich die Berichterstatterin des G.________ zu den vom Beschwerdegegner gestellten Ergänzungsfragen dahingehend, dass sie sich auf keinen psychologischen Fachdiskurs einlassen wolle, sie die wesentlichen entwicklungspsychologischen Konzepte berücksichtigt habe und die Fragen des Beschwerdegegners durch den Bericht vom 25. Februar 2022 beantwortet seien. Schliesslich habe sie - um die letzte Frage des Beschwerdegegners zu beantworten - auf jegliche Abklärungsschritte verzichtet, da sie keinen Abklärungsauftrag erhalten habe, sondern sie eine Kindesanhörung samt Aktenanalyse durchzuführen hatte.