Citation: 6B_725/2012 E. 1.4.4

1.4.4. Nicht willkürlich ist, dass die Vorinstanz den Beschwerdegegner wegen sexueller Nötigung zum Nachteil von A.________ schuldig spricht, ihn hingegen von den Vorwürfen des sexuellen Missbrauchs zum Nachteil der Beschwerdeführerin freispricht (so aber Beschwerde, S. 9 f.; 10 f.). Wohl ist in beiden Fällen die Ausgangslage insofern vergleichbar, als die Aussagen beider Frauen jenen des Beschwerdegegners gegenüberstehen ("Aussage gegen Aussage"; vgl. Beschwerde, S. 11, 17). Allerdings gelangt die Vorinstanz im Fall der Beschwerdeführerin zum Schluss, dass verschiedene Sachumstände unüberwindbare Zweifel an der Glaubhaftigkeit ihrer Schilderungen weckten. Die Vorinstanz weist in diesem Zusammenhang insbesondere auf das ihr unerklärlich scheinende Verhalten der Beschwerdeführerin nach dem Verkehrsunfall des Beschwerdegegners vom 24. Januar 2009 hin. So habe diese den Beschwerdegegner - trotz des laut ihren Schilderungen bereits seit Monaten anhaltenden massiven sexuellen Missbrauchs - für Wochen unablässig im Spital und in der Rehaklinik in Bellikon besucht und es dort zu sexuellen Kontakten auf einer Toilette kommen lassen, die sie nachher als erzwungen bezeichnete. Sie sei weiterhin mit ihm in der Öffentlichkeit aufgetreten, als wäre nichts geschehen, habe sich mit ihm auf gemeinsame Einkaufstouren begeben und ihn bei Behördengängen (Sozialamt) begleitet. Die Beschwerdeführerin, die ihren ehelichen Wohnsitz in Zürich hatte und in Wallisellen arbeitete, musste im Übrigen nach der Vorinstanz jeweils zum Beschwerdegegner nach Niederurnen/GL fahren, um sich mit ihm zu treffen. Dass dieser sie in Zürich oder an ihrem Arbeitsort je behelligt hätte, habe sie nie geltend gemacht (Entscheid, S. 77 f., 82). Vor diesem Hintergrund durfte die Vorinstanz ohne Willkür ernsthafte Zweifel an der Glaubhaftigkeit der Aussagen der Beschwerdeführerin und damit am Anklagesachverhalt haben. Von einer "absolut widersprüchlichen" Argumentation der Vorinstanz kann nicht gesprochen werden (vgl. vorstehend E. 1.4.1).