Citation: 2C_219/2018 E. 2.2.2

2.2.2. Bei den privaten Interessen ist lediglich strittig, ob der Gesundheitszustand einen Widerruf der Niederlassungsbewilligung und eine Wegweisung erlaubt. Der Beschwerdeführer macht zunächst geltend, dass sich entgegen den vorinstanzlichen Ausführungen das Medikament Interferon nicht auf der Medikamentenliste finde, welche durch staatliche Krankenversicherungen gedeckt sei. Er bezieht sich dabei auf den Bericht des SEM vom 17. Mai 2017 "Focus Serbien. Medizinische Grundversorgung, insbesondere in Südserbien". Insofern habe die Vorinstanz den Sachverhalt nicht korrekt dargestellt und das Willkürverbot verletzt. Dies trifft nicht zu: Der Bericht (S. 22 f.) führt an, dass "im staatlichen Bereich [...] vier verschiedene Medikamentenlisten [bestehen]. Medikamente, die auf diesen Listen geführt werden, sind im Rahmen der staatlichen Krankenversicherung kostenlos erhältlich. Die Beteiligungsgebühr auf Seiten des Patienten beträgt in diesem Fall bei Vorlage eines vom Allgemeinarzt ausgestellten Rezeptes RSD 50.-- (ca. EUR 0,50). Für Medikamente der Liste A1 trägt der Patient 25 % der Medikamentenkosten. Medikamente der Listen B und C unterstehen einer gesonderten Regelung." Die vier Listen sind A, A1, B und C (vgl. [deutsches] Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, Länderinformationsblatt Serbien [Aug. 2014], S. 8). Auch das deutsche Bundesamt für Migration und Flüchtlinge hält fest, dass Medikamente, die auf keiner der eben genannten Listen geführt werden, grundsätzlich selbst zu bezahlen seien. Das Medikament Interferon ist auf der Liste B, wie sich aus dem Sachverhalt der Vorinstanz ergibt. Insofern ist es nicht willkürlich, wenn die Vorinstanz festhält, dass Interferon durch die Krankenversicherung getragen wird. Zwar gilt für die Beteiligungsgebühr von Medikamenten der Liste B eine gesonderte Regelung. Inwiefern diese das Medikament Interferon aber ausschliessen sollte, führt der Beschwerdeführer nicht an. Dass sich die Vorinstanz sodann nicht mit dem Bericht der Flüchtlingshilfe Schweiz vom 1. März 2004 auseinandergesetzt hat, ist ebenfalls nicht willkürlich: Wie sie zu Recht festgehalten hat, ist dieser Bericht im Vergleich zum Bericht des SEM veraltet. Auch in Serbien hat sich in den letzten 13 Jahren die Situation bei der medizinischen Grundversorgung geändert. Zudem hat das SEM auch die Analyse des deutschen Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge beigezogen sowie Abklärungen durch die Schweizer Botschaft erstellen lassen. Insgesamt ist die vorinstanzliche Abstützung auf den Bericht des SEM nicht willkürlich. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers ist somit auch seine Behandlung aus medizinischer Sicht in Serbien nicht aussichtslos. Angesichts dessen ändert sich das Gewicht des privaten Interesses nicht.