Citation: I 358/06 05.02.2007 E. 4

Für den zur Bestimmung des Invaliditätsgrades vorzunehmenden Einkommensvergleich gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG bzw. Art. 16 ATSG sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des Beginns eines allfälligen Rentenanspruchs massgebend, wobei Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erheben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen bis zum Erlass des Einspracheentscheids zu berücksichtigen sind (BGE 129 V 222). 4.1 Die Vorinstanz ist gestützt auf die Angaben der damaligen Arbeitgeberin vom 7. Juni 2002 und den Auszug aus dem individuellen Konto vom 19. April 2005 davon ausgegangen, dass die Versicherte vor den Unfällen im Jahr 2000 ein Einkommen von Fr. 111'775.- erzielt hatte, was angepasst an die Nominallohnentwicklung für Frauen für das Jahr 2002 ein Valideneinkommen von Fr. 117'185.- ergeben hätte. Das Invalideneinkommen ermittelte sie anhand der Tabellenlöhne der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik für das Jahr 2002. Sie ging davon aus, dass die Beschwerdeführerin dank ihrer sehr guten Ausbildung und reichhaltigen Berufserfahrung trotz der leidensbedingten Einschränkungen eine Tätigkeit im Kredit- und Versicherungsgewerbe im Anforderungsniveau 1 und 2 verrichten könne. Das entsprechende Monatsbetreffnis von Fr. 8095.- rechnete sie auf die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41,5 Stunden um, was für ein 75 %-Pensum ein jährliches Invalideneinkommen von Fr. 75'591.- ergab. Aus der Gegenüberstellung von Validen- und Invalideneinkommen ermittelte das kantonale Gericht einen rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von 35,49 %. 4.2 Die Beschwerdeführerin wendet hiegegen bezüglich Ermittlung des Valideneinkommens ein, das Abstellen auf das Einkommen gemäss Auszug aus dem individuellen Konto werde dem tatsächlich erzielten Verdienst nicht gerecht. Sie habe sich in einem Nachdiplomstudium Bankmanagement befunden, welches von der Arbeitgeberin unterstützt worden sei. Einerseits habe die Arbeitgeberin die Hälfte der Ausbildungskosten sowie sämtliche Spesen übernommen, andrerseits sei trotz Reduktion der Arbeitszeit auf ca. 85 % der Lohn auf der Basis von 100 % ausgerichtet worden. Der tatsächliche Lohn im Jahr 2000 hätte daher für ein Vollpensum Fr. 134'727.- betragen. 4.3 Bei der Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die Versicherte im massgebenden Zeitpunkt des allfälligen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdienen würde. Die Einkommensermittlung hat so konkret wie möglich zu erfolgen. Da nach empirischer Feststellung in der Regel die bisherige Tätigkeit im Gesundheitsfall weitergeführt worden wäre, ist Anknüpfungspunkt für die Bestimmung des Valideneinkommens grundsätzlich der zuletzt erzielte, der Teuerung sowie der realen Einkommensentwicklung angepasste Verdienst (BGE 129 V 224 E. 4.3.1). Berufliche Entwicklungs- und Aufstiegsmöglichkeiten sind nur zu beachten, wenn sie mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eingetreten wären. Wie das kantonale Gericht mit einlässlicher und überzeugender Begründung, auf welche verwiesen werden kann, dargelegt hat, ist es mangels konkreter Anhaltspunkte und Zusicherungen der damaligen Arbeitgeberin nicht überwiegend wahrscheinlich, dass die Versicherte im Jahr 2002 ein entsprechend höheres Einkommen erzielt hätte. Vielmehr geht aus dem Schreiben der Bank Q.________ AG vom 20. Dezember 2005 klar hervor, dass das Salär der Versicherten voraussichtlich gleich geblieben wäre, da eine abgeschlossene Ausbildung nicht zu einer automatischen Erhöhung führe. Eine individuelle Erhöhung wie auch die im individuellen Entwicklungsplan vorgesehenen Funktionsänderungen seien von der persönlichen Leistung abhängig, wobei auch eine Funktionsänderung nicht zu einer automatischen Lohnerhöhung führe. Entsprechende individuelle Entscheide betreffend der Beschwerdeführerin seien nicht gefällt worden. Nicht zu einer Erhöhung des Valideneinkommens führt sodann der Umstand, dass die Arbeitgeberin einen Teil der Ausbildungskosten sowie Spesen übernommen und der Versicherten Zeit für das Nachdiplomstudium zur Verfügung gestellt hatte, betraf dies doch lediglich die Zeit der Ausbildung und hatte keine Auswirkungen auf das Einkommen nach Abschluss des Studiums. 4.4 Mit der Vorinstanz ist demzufolge von einem Valideneinkommen von Fr. 117'185.- für das Jahr 2002 auszugehen, was in Gegenüberstellung mit dem vom kantonalen Gericht ermittelten, unbestritten gebliebenen und nach der Aktenlage nicht zu beanstandenen Invalideneinkommen von Fr. 75'591.- einen rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von 35 % ergibt.