Citation: 6P.164/2004 05.07.2005 E. 3

Die Beschwerdeführerin ist der Auffassung, sie sei sowohl als Angeklagte im Sinne von Art. 270 lit. a BStP wie auch als Opfer gestützt auf Art. 270 lit. e BStP zur eidgenössischen Nichtigkeitsbeschwerde gegen den ihre Verurteilung wegen Verletzung von Verkehrsregeln bestätigenden Entscheid der Vorinstanz legitimiert. Als Opfer sei sie deshalb zur Beschwerde befugt, weil sich ihre eigene Verurteilung im Sinne von Art. 270 lit. e Ziff. 1 BStP auf die Beurteilung ihrer Zivilforderung gegen den Unfallbeteiligten Y.________ auswirken könne. 3.1 Gemäss Art. 270 lit. e Ziff. 1 BStP steht die eidgenössische Nichtigkeitsbeschwerde dem Opfer zu, das sich bereits vorher am Verfahren beteiligt hat, soweit der Entscheid seine Zivilansprüche betrifft oder sich auf deren Beurteilung auswirken kann (Art. 8 Abs. 1 lit. c OHG). Die Zivilansprüche der Beschwerdeführerin gegen den Unfallbeteiligten sind Gegenstand des zurzeit sistierten Appellationsverfahrens vor der Vorinstanz. Gegenstand des vorliegend angefochtenen Entscheids ist einzig die Verurteilung der Beschwerdeführerin wegen Verletzung von Verkehrsregeln. Diesen Entscheid kann die Beschwerdeführerin gemäss Art. 270 lit. a BStP als Angeklagte (Verurteilte) mit eidgenössischer Nichtigkeitsbeschwerde wegen Verletzung von Bundesrecht (Art. 269 Abs. 1 BStP) anfechten. Die Beschwerdeführerin hat daher kein rechtlich geschütztes Interesse an der Beurteilung der Frage, ob sie den Entscheid der Vorinstanz auch gestützt auf Art. 270 lit. e Ziff. 1 BStP als Opfer mit eidgenössischer Nichtigkeitsbeschwerde anfechten kann, zumal sie mit Recht selber nicht behauptet, dass sie in einer auf diese Bestimmung gestützten Nichtigkeitsbeschwerde im Strafpunkt Rügen erheben könne, die ihr in einer auf Art. 270 lit. a BStP gestützten Nichtigkeitsbeschwerde verwehrt seien. 3.2 Gemäss Art. 270 lit. e Ziff. 2 BStP steht die eidgenössische Nichtigkeitsbeschwerde dem Opfer zu, soweit es eine Verletzung von Rechten geltend macht, die ihm das Opferhilfegesetz einräumt. Die Beschwerdeführerin kann gestützt auf diese Bestimmung grundsätzlich die Rüge erheben, die Vorinstanz habe Art. 8 Abs. 1 lit. c OHG verletzt, indem sie das Rechtsmittel gegen den Entscheid des Amtsgerichts Luzern-Land im Strafpunkt nicht als Appellation, sondern lediglich als Kassationsbeschwerde entgegengenommen habe.