Citation: 6B_1395/2021 E. 9.2

9.2. Die Vorinstanz erwägt, es treffe nicht zu, dass sich das Kantonsgericht an der Verhandlung die unklare Anklage von der Staatsanwaltschaft habe erläutern lassen. Zutreffend sei vielmehr, dass das Kantonsgericht anlässlich der Hauptverhandlung im Beisein der Parteien betreffend die Anklage-Ziffern 7 und 8 ein ausführliches Beweisverfahren durchgeführt habe. Dies sei deshalb notwendig gewesen, weil die Erstinstanz in den genannten Anklagepunkten auf eine Beweiswürdigung verzichtet habe. Dieser Vorgehensweise liege demnach nicht der Wunsch nach Erläuterung der angeblich unklaren Anklage zugrunde, sondern vielmehr das Bestreben nach Klärung der Beweislage. In der Anklageschrift seien von vornherein keine Beweismittel aufzunehmen (Art. 325 StPO). Dem Beschwerdeführer hätte es in Wahrung seiner Verteidigungsrechte ausdrücklich offen gestanden, sich zu jedem einzelnen im Beweisverfahren erörterten Punkt materiell vernehmen zu lassen. Soweit er darauf aus prozesstaktischen Gründen verzichtet habe, könne er hieraus nichts zu seinen Gunsten ableiten (angefochtenes Urteil S. 86 f.; Vernehmlassung S. 2 f.).