Citation: 8C_347/2023 E. 7.2

7.2. Fest steht, dass die aus ophthalmologischer Sicht unfallbedingt verbliebene Diplopie mit einer Prismenbrillen-Korrektur behoben werden konnte und ein voller Fernvisus besteht. Der Beschwerdeführerin ist zwar insoweit zuzustimmen, dass die Integritätsentschädigung den körperlichen oder geistigen Gesundheitsschaden als solchen ausgleicht und nicht dessen Auswirkungen auf die Lebensfunktionen und die allgemeine Lebensgestaltung. Deshalb ist auch bei Funktionsausfall oder Gebrauchsunfähigkeit eines Organs grundsätzlich nicht zu unterscheiden zwischen der Korrektur mit Hilfsmitteln oder dem Ausgleich mit implantierten Prothesen (SVR 2022 UV Nr. 35 S. 141, Urteil 8C_255/2021 E. 5.1; Urteil 8C_600/2007 vom 28. April 2008 E. 2.1.2). Für die Beurteilung des Integritätsschadens ist daher bei der Versorgung mit Hilfsmitteln auf den unkorrigierten Zustand abzustellen. Als Ausnahme hiervon gilt dies aber für Sehhilfen gerade nicht (Ziff. 1 Abs. 4 des Anhangs 3 zur UVV; vgl. SVR 2002 UV Nr. 16 S. 53, U 40/01 E. 2b; 8C_549/2007 vom 30. Mai 2008 E. 7.4), was die Beschwerdeführerin verkennt. Damit besteht mit der Vorinstanz kein Anlass, von der Einschätzung des Dr. med. I.________ vom 9. August 2019 abzuweichen, wonach auf augenärztlichem Fachgebiet kein Integritätsschaden besteht.