Citation: 6B_362/2014 E. 3

Der mit der stationären Behandlung verbundene Freiheitsentzug im Sinne von Art. 59 Abs. 4 StGB beträgt in der Regel höchstens fünf Jahre. Sind die Voraussetzungen für die bedingte Entlassung nach fünf Jahren noch nicht gegeben und ist zu erwarten, durch die Fortführung der Massnahme lasse sich der Gefahr weiterer mit der psychischen Störung des Täters in Zusammenhang stehender Verbrechen und Vergehen begegnen, so kann das Gericht auf Antrag der Vollzugsbehörde die Verlängerung der Massnahme um jeweils höchstens fünf Jahre anordnen (BGE 135 IV 139 E. 2.2.1 mit Hinweisen und E. 2.3.1; siehe auch BGE 137 II 233 E. 2.5.1). Die im Rahmen von Art. 59 Abs. 4 StGB abzuklärenden Themenkomplexe haben zur Hauptsache Fragen der Behandlungsfähigkeit des Täters und der Wirksamkeit einer weiteren Therapieintervention im Hinblick auf dessen fortbestehende Gefährlichkeit zum Inhalt. Es geht damit letztlich um die Abklärung der Massnahmenotwendigkeit im Sinne von Art. 56 Abs. 3 lit. a StGB (Urteile 6B_850/2013 vom 24. April 2014 E.2 und 6B_696/2014 vom 13. August 2014 E. 1.3.1) Anders als bei der erstmaligen Anordnung einer Massnahme schreibt das Gesetz bei der Massnahmenverlängerung eine Begutachtung nicht zwingend vor (BGE 135 IV 139 E. 2.1 mit Hinweis auf MARIANNE HEER, in: Basler Kommentar, Strafrecht, Band I, 3. Aufl. 2013, Art. 59 N. 126; s.a. Urteile 6B_850/2013 vom 24. April 2014 E. 2.3.1 und E. 2.3.3 und 6B_489/2010 vom 4. Oktober 2010 E. 2.3). Das schliesst indessen nicht aus, dass unter Umständen (ergänzende) Abklärungen eines unabhängigen Sachverständigen notwendig sein können.