Citation: 6B_1149/2020 E. 2.3.3

2.3.3. 2.3.3.1. Die Vorinstanz erachtet als grundsätzlich erstellt und unbestritten, dass A.________ und E.________ am 17. Januar 2015 C.________ in U.________ aufgesucht und ihn aufgefordert hätten, die belastenden Aussagen gegen den Beschwerdeführer zurückzuziehen und Geldzahlungen zur Wiedergutmachung zu leisten. Sie betont, dass der Beschwerdeführer dieses Treffen an sich nicht in Frage stelle. In Berücksichtigung des gesamten Kontexts leitet sie aus den das Treffen beschreibenden Angaben von E.________ anlässlich seiner ersten Einvernahme vom 2. Oktober 2015 ab, dass die belastenden Aussagen von C.________, welche zur Anklageerhebung gegen den Beschwerdeführer geführt gehabt hätten, Anlass für das Treffen gewesen seien. Es sei darum gegangen, C.________ die Folgen seines damaligen Verhaltens aufzuzeigen; er habe seinen Fehler einsehen und den angerichteten Schaden ausgleichen sollen. E.________ habe in seiner Einvernahme ausgeführt, er habe anlässlich des Treffens C.________ zum Rückzug der belastenden Aussagen bewegen sollen. Zudem habe E.________ eingeräumt, dass auch Geldzahlungen thematisiert worden seien. Er habe im Verlauf der Einvernahme ausserdem wiederholt von einer Drittperson gesprochen, die ihm den Auftrag erteilt habe und beim Treffen dabei gewesen sei. In der folgenden Einvernahme vom 17. Februar 2016 habe er zwar nicht ausdrücklich, aber doch sinngemäss angegeben, dass es sich dabei um A.________ gehandelt habe. Angesichts dessen und weil auch C.________ an der Berufungsverhandlung konkret ausgesagt habe, sowohl E.________ als auch A.________ seien bei ihm vorgefahren, geht die Vorinstanz davon aus, dass beim Treffen vom 17. Januar 2015 diese beiden Personen anwesend gewesen seien. Aufgrund von Schilderungen von C.________ gegenüber F.________ anlässlich diverser Telefonate am 31. Januar 2015 hält die Vorinstanz im Weiteren für erwiesen, dass C.________ am besagten Treffen bedroht und in Angst versetzt worden sei. Aus seinen am Telefon gemachten Aussagen, er lebe in Horror und Todesangst, wolle einfach in eine Wand fahren, damit alles erledigt sei, und auch seine Lebenspartnerin sei in Panik und habe daran gedacht, sich mit dem gemeinsamen Sohn umzubringen, gehe ohne Weiteres hervor, dass gegen C.________, dessen Lebenspartnerin und den gemeinsamen Sohn gerichtete Gewaltandrohungen ausgesprochen worden sein müssten. Die späteren relativierenden Aussagen von C.________ an der Berufungsverhandlung bezeichnet die Vorinstanz hingegen als wenig aufschlussreich, da sie offensichtlich davon geleitet gewesen seien, keinen der Beschuldigten zu belasten (vgl. angefochtener Entscheid E. 3.3.2 S. 17 f.; E. 4.3.2.1 S. 31). 2.3.3.2. Die Beteiligung des Beschwerdeführers am Treffen vom 17. Januar 2015 hält die Vorinstanz gestützt auf ein Telefonat zwischen ihm und I.________ vom 20. Januar 2015 für erwiesen. Die Vorinstanz führt aus, anlässlich desselben hätten die beiden zunächst darüber gesprochen, dass C.________ den Strafverfolgungsbehörden alles erzählt habe, was er gewusst habe, um seine eigene Haut zu retten. Der Beschwerdeführer und I.________ seien sich einig gewesen, dass er (C.________) ein "riesiges Arschloch" sei und sein ganzes Leben verwirkt habe. Nachdem I.________ gemeint habe, er habe sich überlegt, einen Trupp anzuheuern, habe der Beschwerdeführer entgegnet, es sei alles am Laufen. Der Beschwerdeführer habe erzählt, dass sie letzte Woche bei C.________ "eingefahren" seien und dieser einen "grausamen Schuss" bekommen habe. Der Beschwerdeführer habe dies machen müssen, da er gehört habe, C.________ sei noch immer nicht bewusst, was er angerichtet habe. Mehrmals habe der Beschwerdeführer dabei erwähnt, dass C.________ bei dieser "Einfahraktion" in Angst versetzt worden sei - er habe etwa gesagt, C.________ würde sich nur noch "in die Hosen scheisse[n]" und habe auf Knien um Gnade gewinselt. Ferner beschreibt die Vorinstanz, wie der Beschwerdeführer sich auch mehrmals dahingehend geäussert habe, dass C.________ den von ihm verursachten Schaden begleichen müsse. Ausgehend davon folgert die Vorinstanz, (bereits) die eigenen telefonischen Schilderungen des Beschwerdeführers zeigten, dass C.________ aufgefordert worden sei, eine hohe Geldsumme als Ausgleich für die gegenüber den Strafverfolgungsbehörden getätigten belastenden Aussagen zu leisten. Weiter hält sie fest, diese Ausführungen würden mit den Aussagen von E.________ übereinstimmen, der ebenfalls von Geldzahlungen zu "Wiedergutmachungszwecken" gesprochen habe. Laut Vorinstanz bestünden deshalb keine Zweifel, dass die vom Beschwerdeführer geschilderte "Einfahraktion" und das von E.________ beschriebene Treffen vom 17. Januar 2015 die gleiche Situation beträfen. Ebenfalls nicht zu bezweifeln sei bei diesem Beweisergebnis, dass der Beschwerdeführer hinter der "Einfahraktion" stehe und E.________ und A.________ in seinem Auftrag gehandelt hätten. Obwohl der Beschwerdeführer nicht selber beim Treffen anwesend gewesen sei, habe er sich die ganze Aktion zugerechnet. Beim Beschwerdeführer müsse es sich zweifellos um einen der von E.________ erwähnten Auftraggeber bzw. Hintermänner handeln. Der beschwerdeführerischen Vermutung, E.________ habe aus eigenem Antrieb gehandelt, hält sie einerseits entgegen, dass die diesbezüglichen Aussagen von E.________ in seiner zweiten Einvernahme nicht überzeugten, weil sie im Widerspruch zu seinen Angaben in der ersten Einvernahme stünden, und anzunehmen sei, er habe seine ersten, belastenden Aussagen aus Angst vor Repressalien zu relativieren versucht. Andererseits streicht die Vorinstanz hervor, dass im Fall eines eigenmächtigen Handelns von E.________ die Befehlskette im Anschluss an eine von E.________ an C.________ versandte Droh-SMS keinen Sinn ergeben würde. Letzterer habe sich nämlich telefonisch bei F.________ beklagt, der sich daraufhin umgehend an D.________ gewandt habe, welcher in der Folge seinerseits den Beschwerdeführer kontaktiert habe (vgl. angefochtener Entscheid E. 3.3.4 f. S. 18 ff.). 2.3.3.3. Die Begleichung der gestellten Geldforderung im Umfang von Fr. 20'000.-- und Fr. 70'000.-- leitet die Vorinstanz sodann aus einer chronologischen Darstellung verschiedener in den Akten liegender Beweismittel ab. Unter Verweis auf die Protokolle der Überwachungsmassnahmen und auf Bankbelege hält sie fest, dass der Beschwerdeführer sich zweimal, am 30. Januar und am 12. März 2015, mit F.________ zur Bank M.________ begeben und dort die Beträge abgehoben habe. Unter detaillierter Würdigung der Abhörprotokolle der Telefongespräche zwischen C.________ und F.________ bzw. seiner Lebenspartnerin und zwischen dem Beschwerdeführer und D.________ sowie unter Berücksichtigung eines Observationsberichts und von SMS-Nachrichten hält sie für erstellt, dass F.________ jeweils anschliessend an die Barabhebungen nach V.________ in die Bar J.________ gefahren sei und es dort zu Treffen von F.________ mit dem Beschwerdeführer und D.________ gekommen sei. Diese Beweismittel liessen keine Zweifel offen, dass die abgehobenen Bargeldbeträge für die Übergabe in der Bar J.________ bestimmt gewesen seien. Ob F.________ das Geld letztlich an den Beschwerdeführer und D.________ übergeben habe, sei laut Vorinstanz unklar, könne jedoch offenbleiben. Dem Umstand, dass F.________ an der Berufungsverhandlung nichts (mehr) von den Fr. 20'000.-- habe wissen wollen, misst die Vorinstanz in Anbetracht der expliziten Benennung der Geldsumme im Telefongespräch und seines weiterhin bestandenen freundschaftlichen Verhältnisses zu D.________ dabei nur geringen Beweiswert zu. Gleiches gilt für die ausweichenden Antworten von C.________ betreffend die Geldsumme von Fr. 70'000.-- an der Berufungsverhandlung, die ebenfalls darauf zurückzuführen seien, niemanden belasten zu wollen. Den Vermutungen von F.________ und D.________, C.________ habe den Geldbetrag von Fr. 70'000.-- in den Umbau des von ihm betriebenen Fitness-Studios gesteckt, folgt die Vorinstanz ferner ebenfalls nicht. Sie erachtet diese mit Blick auf die Angaben des Eigentümers der Liegenschaft des Fitness-Studios und die diesbezüglich vagen Angaben von C.________ als nicht überzeugend (vgl. angefochtener Entscheid E. 3.3.6.2 S. 21 ff.). 2.3.3.4. Bezüglich des Rückzugs und der Verweigerung belastender Aussagen hält die Vorinstanz schliesslich zunächst fest, es sei unbestritten und erstellt, dass C.________ am 9. Februar 2015 ein Schreiben an die Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten geschickt habe, in dem er seine Aussagen im Strafverfahren gegen den Beschwerdeführer zurückgezogen habe, und dass er an der erstinstanzlichen Hauptverhandlung vom 30. Juni 2015 im besagten Strafverfahren die Aussage verweigert habe. Gestützt auf diverse Telefongespräche zwischen C.________ und F.________ geht die Vorinstanz davon aus, dass der Beschwerdeführer seinen Standpunkt betreffend die Modalitäten des Aussagenrückzugs über F.________ an C.________ weitergeleitet habe. Dabei merkt sie an, es spiele keine Rolle, ob der diesbezügliche Kontakt zwischen C.________ und F.________ auf Initiative von C.________ zurückgehe, da feststehe, dass jener seine Aussagen nicht aus freien Stücken, sondern als Folge der Drohung zurückgezogen habe. Ihm seien die Forderung des Beschwerdeführers und die Konsequenzen für den Fall der Nichtbefolgung nach dem Treffen vom 17. Januar 2015 durchaus bewusst gewesen. Die vom Beschwerdeführer vorgebrachte Variante, C.________ habe die Aussagen aus eigener Initiative wegen eines schlechten Gewissens zurückgezogen, schliesst die Vorinstanz mit Verweis auf die Äusserungen von C.________ in den mit F.________ geführten Telefongesprächen aus. Sie betont insbesondere, C.________ habe dort kundgetan, er mache das Rückzugsschreiben, wenn "sie" das unbedingt wollten, und er habe sich mehrmals dahingehend geäussert, dass er ein Rückzugsschreiben als sinnlos erachte und negative Konsequenzen, gar strafrechtliche Folgen, befürchte, was alles gegen eine von seinem eigenen Willen getragene Aussagenberichtigung spreche (vgl. angefochtener Entscheid E. 4.3.2.1 ff. S. 31 f.).