Citation: 5A_410/2021 E. 5.2

5.2. Gemäss Art. 317 Abs. 1 ZPO sind neue Tatsachen und Beweismittel im Berufungsverfahren nur noch eingeschränkt zulässig. Diese Norm äussert sich jedoch nicht zu neuen rechtlichen Qualifikationen bzw. Argumenten. Eine neue rechtliche Qualifikation ist im Berufungsverfahren unbeschränkt zulässig (THOMAS ALEXANDER STEININGER, in: Schweizerische Zivilprozessordnung [ZPO], Brunner/Gasser/Schwander [Hrsg.], 2. Aufl. 2016, N. 1 zu Art. 317 ZPO mit Hinweisen). Soweit die Beschwerdeführer demnach einzig eine neue rechtliche Qualifikation des Darlehensvertrags vom 1. Juni 2015 auf der Basis bereits festgestellter oder im Berufungsverfahren zulässigerweise gerügter Tatsachen anstreben, ist ihre Argumentation zulässig. Einzig insoweit, als sie damit neue Tatsachenbehauptungen (etwa über einen tatsächlichen Parteiwillen) aufstellen wollen, hängt das neue Vorbringen von der novenrechtlichen Zulässigkeit dieser neuen Tatsachenbehauptungen ab. Soweit anhand der vom Obergericht wiedergegebenen Rügen ersichtlich, geht es den Beschwerdeführern nicht um neue Tatsachenbehauptungen, sondern einzig um eine neue rechtliche Qualifikation des Darlehensvertrags vom 1. Juni 2015. Insoweit ist die Berufung auf eine Novation zulässig und die Beschwerde begründet.