Citation: 6B_658/2021 E. 3.1

3.1. Die Beschwerdeführerin wendet sich im Weiteren gegen den Widerruf des (teil-) bedingten Strafvollzuges für die in den beiden früheren Verfahren ausgesprochenen Freiheitsstrafen. Sie rügt, die Vorinstanz habe sich in diesem Zusammenhang ausschliesslich von den einschlägigen Vorstrafen leiten lassen und entscheidende Gesichtspunkte ausgeblendet. Diese habe insbesondere nicht beachtet, dass sich ihre Lebensumstände grundlegend geändert hätten und sie sich im Vergleich zur Zeit ihrer Straffälligkeit in den Jahren 2016 und 2017 in einer völlig neuen Lebensphase befinde. So habe sie eine existenzsichernde Arbeitsstelle gefunden und sei seit Herbst 2016 erstmals nicht mehr von der Sozialhilfe abhängig. Sie stehe nunmehr finanziell auf eigenen Beinen, habe sich vom Kokainmilieu in U.________ gelöst und habe seither nichts mehr mit Drogen zu tun. Selbst als sie die Schweiz, in die sie als Bürgerin der Dominikanischen Republik im Jahre 1993 im Rahmen des Familiennachzugs eingereist sei, nach 27 Jahren habe verlassen müssen und dadurch von ihren beiden Kindern, welche nach wie vor in der Schweiz lebten, getrennt worden sei, sei sie nicht ins alte Fahrwasser geraten und straffrei geblieben. Um in der Nähe ihrer Söhne bleiben zu können, habe sie sich im Raum W.________ in X.________ niedergelassen und stehe auch dort finanziell auf eigenen Füssen. Zudem unternehme sie erhebliche Anstrengungen, um den bestmöglichen Kontakt mit ihrem in U.________ fremdplatzierten jüngeren Sohn aufrecht zu erhalten. Diese Aspekte habe die Vorinstanz nicht beachtet. Dazu komme, dass sie noch nie eine Freiheitsstrafe voll verbüsst habe. Der vollziehbare Teil der teilbedingten Freiheitsstrafe sei in der Form der Halbgefangenschaft vollzogen worden. Aufgrund ihrer derzeitigen persönlichen Situation sei davon auszugehen, dass die unbedingte Freiheitsstrafe, für welche die Vollzugsform der Halbgefangenschaft nicht mehr möglich sei, den notwendigen Eindruck hinterlassen werde, um sie von weiterer Straffälligkeit abzuhalten. Darüber hinaus könne die Warnwirkung durch eine Verwarnung und eine Verlängerung der angesetzten Probezeit für die Vorstrafen verstärkt werden. Bei Berücksichtigung dieser Umstände könne keine Schlechtprognose gestellt werden. Indem die Vorinstanz den (teil-) bedingten Vollzug für die Vorstrafen widerrufen habe, habe sie mithin ihr Ermessen verletzt (Beschwerde S. 11 ff.).