Citation: 7B_13/2021 E. 3.4.1

3.4.1. Gemäss den für das Bundesgericht verbindlichen Tatsachenfeststellungen der Vorinstanz kommt als Notwehrlage sowohl die Verletzung des Hausrechts des Beschwerdeführers als auch der Angriff mit der Mistgabel in Betracht. Die Vorinstanz sieht den Angriff auf das Hausrecht des Beschwerdeführers als gegeben: Die Eindringlinge seien nicht von einer Gefahr für Leib und Leben des Beschwerdegegners 2 ausgegangen, weshalb sie nicht in Notwehrhilfe gehandelt hätten (andernfalls wäre der Angriff auf das Hausrecht des Beschwerdeführers nicht rechtswidrig gewesen und hätte sich dieser nicht in einer Notwehrlage befunden). Der rechtswidrige Angriff auf das Hausrecht des Beschwerdeführers habe entsprechend - so die Vorinstanz weiter - im Zeitpunkt der Schussabgabe gegen die sich in der Tenne befindlichen eingedrungenen Personen noch angehalten. Diese Sachverhaltsfeststellung ist für das Bundesgericht verbindlich (Art. 105 Abs. 1 BGG) und der rechtliche Schluss nicht zu beanstanden. Ob der Hausfriedensbruch allenfalls dadurch gerechtfertigt sein könnte, dass die Eindringlinge den Beschwerdegegner 2 aus seiner Freiheitsberaubung befreien wollten und insofern Notwehrhilfe leisteten, kann im Verfahren gegen den Beschwerdeführer wegen des im bundesgerichtlichen Verfahren geltenden Verschlechterungsverbots offenbleiben (vgl. Art. 107 Abs. 1 BGG; BGE 146 IV 311 E. 3.7 mit Hinweisen). Das strafbare Verhalten ist beim Dauerdelikt durch Herbeiführung eines rechtswidrigen Zustandes nicht abgeschlossen, sondern wird erst mit dessen Aufhebung beendet (vgl. BGE 141 IV 205 E. 6.3; 132 IV 49 E. 3.1.2.2; je mit Hinweisen). Der Angriff gegen das Hausrecht des Beschwerdeführers begründet für sich - ohne dass weitere Umstände hinzutreten - keine Gefahr für dessen Leib oder Leben. Der Angriff mit der Mistgabel auf den Beschwerdeführer begründet eine weitere Notwehrlage. In dieser bestand eine Gefahr für Leib und Leben des Beschwerdeführers. Diese Notwehrlage bestand jedoch im Moment der Schussabgabe nicht mehr. Eine Handlung, die zu einem Zeitpunkt erfolgt, in welchem ein Angriff nicht mehr unmittelbar droht oder andauert, fällt nicht unter Art. 16 StGB (vgl. Urteile 6B_724/2017 vom 21. Juli 2017 E. 2.1; 6B_383/2011 vom 20. Januar 2012 E. 5.4; je mit Hinweisen). Dem Beschwerdeführer ist zwar insoweit zu folgen, als sich die Gewaltbereitschaft der eingedrungenen Personen darin manifestierte, dass er beim Betreten der Tenne heftig mit einer Mistgabel attackiert wurde. Entscheidend ist jedoch, dass sich die Personen nach diesem Angriff mit der Mistgabel bereits von ihm entfernt und beim Hoflader Sicherheit gesucht hatten, als er auf sie schoss. Die Vorinstanz verneint damit zutreffend eine rechtfertigende Notwehr.