Citation: 7B_304/2024 E. 5.3

5.3. Gemäss Art. 59 Abs. 4 StGB beträgt der mit der stationären Behandlung verbundene Freiheitsentzug in der Regel höchstens fünf Jahre. Sind die Voraussetzungen für die bedingte Entlassung nach fünf Jahren noch nicht gegeben und ist zu erwarten, durch die Fortführung der Massnahme lasse sich der Gefahr weiterer mit der psychischen Störung des Täters oder der Täterin in Zusammenhang stehender Verbrechen und Vergehen begegnen, so kann das Gericht auf Antrag der Vollzugsbehörde die Verlängerung der Massnahme um jeweils höchstens fünf Jahre anordnen. Die stationäre Behandlung erfordert ein Mindestmass an Kooperationsbereitschaft; doch dürfen im Zeitpunkt des richterlichen Entscheids keine allzu hohen Anforderungen an die Therapiewilligkeit der betroffenen Person gestellt werden. Dies trägt dem Umstand Rechnung, dass es aufgrund der psychischen Erkrankung der betroffenen Person dieser durchaus an der Fähigkeit fehlen kann, die Notwendigkeit und das Wesen einer Behandlung abzuschätzen. Mangelnde Einsicht gehört bei schweren, langandauernden Störungen häufig zum typischen Krankheitsbild. Ein erstes Therapieziel besteht daher oft darin, Einsicht und Therapiewilligkeit zu schaffen, was gerade im Rahmen stationärer Behandlungen auch Aussichten auf Erfolg hat (Urteile 7B_984/2023 vom 8. Januar 2024 E. 2.7.5; 6B_387/2023, 6B_421/2023 vom 21. Juni 2023 E. 4.3.1; je mit Hinweisen).