Citation: 6B_1236/2018 E. 4.1

4.1. Die Beschwerdeführerin ficht den vorinstanzlichen Freispruch vom Vorwurf der Misswirtschaft (Art. 165 Ziff. 1 StGB) an. Misswirtschaft begeht der Schuldner, über den der Konkurs eröffnet oder gegen welchen ein Verlustschein ausgestellt worden ist, wenn er zuvor namentlich durch ungenügende Kapitalausstattung, unverhältnismässigen Aufwand, gewagte Spekulationen, leichtsinniges Gewähren oder Benützen von Kredit, Verschleudern von Vermögenswerten oder arge Nachlässigkeit in der Berufsausübung oder Vermögensverwaltung seine Überschuldung herbeigeführt oder verschlimmert, seine Zahlungsunfähigkeit herbeigeführt oder im Bewusstsein seiner Zahlungsunfähigkeit seine Vermögenslage verschlimmert hat. Die Anklage hatte dem Beschwerdegegner eine arg nachlässig ausgeübte Tätigkeit als Verwaltungsratspräsident der C.________ vorgehalten. Der Beschwerdegegner trat sein Amt als Verwaltungsratspräsident am 12. Juli 2008 an. Nach Auffassung der Beschwerdeführerin hat die Vorinstanz verkannt, dass der Beschwerdegegner als Ersteller der Buchhaltung einen Informationsvorsprung hatte, aufgrund dessen er an der tatsächlichen finanziellen Lage der Gesellschaft hätte zweifeln müssen. Somit sei er auch verpflichtet gewesen, die Situation mittels Einsichtnahme in Konten und Kundendossiers grundlegend zu durchleuchten und sich über den Umfang der Verbindlichkeiten der C.________ ein genaueres Bild zu verschaffen. Zu den unübertragbaren Aufgaben eines Verwaltungsrats (Art. 716a Abs. 1 OR) gehöre, eine den Umständen angepasste Finanzkontrolle sicherzustellen. Verdachtsmomente verpflichteten zu erhöhter Aufmerksamkeit. Was die delegierte Geschäftsführung betreffe, habe der Verwaltungsrat ein System von Berichterstattung und Kontrolle zu implementieren. Zu Unrecht habe die Vorinstanz im Untersuchungsverfahren gemachte Aussagen des Beschwerdegegners nicht berücksichtigt. Diese zeigten, dass er die vorgeschriebenen Aufgaben nicht erfüllt habe. Nach eigenen Angaben habe er sich nach Amtsübernahme keinen Gesamtüberblick über die aktuelle finanzielle Lage der C.________ verschafft; erst anfangs 2009 sei er im Sinne von Art. 716a Abs. 1 Ziff. 1 und 3 OR aktiv geworden. Als langjähriger Treuhänder und Revisor habe er die Unregelmässigkeiten in der Buchhaltung gekannt, so die Nichtbilanzierung von Bankkonten der C.________, sowie gewusst, dass die Bilanz die Verpflichtungen der C.________ nicht korrekt wiedergab, dies unabhängig davon, ob er den Anlagebetrug als solchen bemerkt hat. Entsprechend hätte er Finanzverantwortung wahrnehmen müssen. Blosse Gespräche mit dem Geschäftsführer E.________ hätten offensichtlich nicht genügt, um sich den erforderlichen Überblick zu verschaffen. Der Beschwerdegegner bestreitet, den raffinierten Anlagebetrug rechtzeitig bemerkt zu haben. Eine strafbare Absicht könne ihm auch hier nur angelastet werden, wenn man gleichzeitig davon ausgehe, er habe die betrügerische Grundstruktur der Vermögensverwaltungsgeschäfte von E.________ erkannt. Wie bei allen vorgeworfenen Straftatbeständen, die eine Absicht voraussetzten, fehle es auch hinsichtlich des Art. 165 StGB am (Eventual-) Vorsatz. Bei dieser Strafnorm handle es sich um einen offen formulierten Auffangtatbestand, bei dessen Anwendung dem Gericht ein sehr weitgehendes Ermessen zukomme. Der Vorinstanz könne nicht vorgeworfen werden, dieses nicht korrekt ausgeübt (resp. den diesbezüglichen Sachverhalt willkürlich festgestellt) zu haben.