Citation: 4C.291/2003 04.02.2004 E. 4

4.1 Der Kläger hat vor Obergericht geltend gemacht, der Beklagte habe seine aus dem Architekturvertrag bezüglich der Gartenhalle fliessenden Sorgfaltspflichten verletzt, indem er die Wasserleitung nicht sondiert habe. Die Vorinstanz führte dazu aus, die Haftung des Beauftragten umfasse auch die Befolgung der mit der Baubewilligung auferlegten öffentlichrechtlichen Pflichten bei der Bauausführung. Der erwähnten Auflage sei der Beklagte im strengen Sinn zwar nicht nachgekommen, er habe aber gemäss seiner Darstellung eine Ausführungsform gewählt, durch die sich die Gefahr, welche durch die Auflage hätte gebannt werden sollen, gar nicht habe verwirklichen können. Eine Verletzung der bei der Erstellung der Gartenhalle erforderlichen Sorgfalt seitens des Beklagten durch Unterlassen der gebotenen Sondierung und des Schutzes der Wasserleitung sei im Prozess gegen den Gartenbauer - ohne Bindungswirkung für den vorliegenden Prozess - verneint worden. Im Prozess gegen den Beklagten, könne die Frage dahingestellt bleiben, weil der Wasserleitungsbruch gar nicht im Rahmen der Erfüllung des ursprünglichen Architekturvertrags entstanden sei. 4.2 Der Kläger bestreitet, dass die Frage einer Sorgfaltspflichtverletzung aus dem Architekturvertrag bezüglich der Erstellung der Gartenhalle dahingestellt werden könne. Das Obergericht habe verkannt, dass die Auflage zur Sondierung vorbehaltlos und unabhängig davon, ob im Zuge der Erstellung der Gartenhalle Grabarbeiten zu verrichten waren, gegolten haben. Dies sei deshalb begründet gewesen, weil die Wasserleitung lediglich aus Eternit bestanden habe und daher, zumal sie nicht tief liege, nicht nur durch Grabarbeiten, sondern auch durch äusseren Druck gefährdet gewesen sei. 4.3 Dieser Einwand dringt nicht durch, da die mit der Baubewilligung verbundene Auflage den Schutz der Wasserleitung bezüglich der Erstellung Gartenhalle bezweckte und sich nicht auf die damals noch nicht geplanten Gartenarbeiten beziehen konnte. Die allfällige Verletzung dieser Auflage kann daher gemäss ihrem Schutzzweck nur eine Verletzung des Architekturvertrages bezüglich der Erstellung der Gartenhalle begründen. Die von diesem Vertrag nicht erfassten Arbeiten bezüglich der Gartengestaltung werden dagegen vom Schutzzweck der Auflage nicht gedeckt. Es ist daher für die vorliegende Streitigkeit bezüglich der Gartenarbeiten unerheblich, ob die Auflage bezüglich der Errichtung der Gartenhalle verletzt wurde. Damit ist auch ohne Relevanz, ob der Wasserschaden bei der strikten Erfüllung der Auflage vermieden worden wäre, wie dies der Kläger annimmt.