Citation: 6B_424/2014 E. 3

Der Beschwerdeführer hat zwei Drittel der Strafe verbüsst und erfüllt damit das zeitliche Erfordernis von Art. 86 Abs. 1 StGB. Somit ist er bedingt zu entlassen, wenn es sein Verhalten im Strafvollzug rechtfertigt und ihm eine günstige Legalprognose gestellt werden kann. Die Vorinstanz erwägt, der Beschwerdeführer sei ein hartnäckiger Rechtsbrecher. Er habe sich über Jahre nicht beeindrucken lassen von Untersuchungshaft, Strafverfahren oder Verurteilungen. Sein Verhalten sei Ausdruck mangelnden Respekts gegenüber der Rechtsordnung. Überdies sei er im Strafvollzug wiederholt diszipliniert worden. Die Abteilung für Forensisch-Psychologische Abklärungen der Bewährungs- und Vollzugsdienste (AFA) stelle eine hohe Rückfallgefahr im Bereich der Förderung der Prostitution, Entführung, Nötigung und Drohung fest. Der Beschwerdeführer habe sich nicht erkennbar mit seinen Delikten und seiner Persönlichkeit auseinandergesetzt. Er sei sich kaum einer Schuld bewusst und zeige weder Einsicht noch Reue. Er habe zu verstehen gegeben, er habe der Geschädigten helfen wollen, habe nichts gemacht und sei verurteilt worden, weil keine Entlastungszeugen angehört worden seien und er einen Gerichtstermin verpasst habe. Dass er einsichtig sei, habe er erstmals am 24. Juli 2013 erklärt. Dies sei indessen eine pauschale Aussage, die wenig glaubhaft erscheine angesichts seiner weiteren Äusserungen, wonach er seine Delinquenz auf ein Missverständnis und die Liebe zu einer Prostituierten zurückführe. Ein sozialer Empfangsraum in seinem Heimatland und die beabsichtigte Pflege seiner Mutter könnten zwar ein rückfallfreies Leben begünstigen. Im Rahmen einer Gesamtwürdigung werde dadurch die hohe Rückfallgefahr jedoch nicht wesentlich gemindert. Was der Beschwerdeführer dagegen vorträgt, ist unbegründet. Dass sich sein deliktisches Vorleben ungünstig auf die Legalprognose auswirkt, beanstandet er ausdrücklich nicht. Entgegen seinen Ausführungen durfte die Vorinstanz auf den Bericht der AFA vom 17. Mai 2011 abstellen, da sie die weitere Entwicklung bis zum Erlass des angefochtenen Entscheids berücksichtigt. Das Bemühen des Beschwerdeführers um eine Therapie belegt weder Einsicht noch Reue. Sein Aussageverhalten lässt insgesamt auf ein fehlendes Unrechtsbewusstsein schliessen. Daran ändert nichts, dass er an verschiedenen Kursen teilnahm. Wenn er ausführt, es sei nicht entscheidend, aus welchen Gründen die Legalprognose günstig sei, verkennt er, dass ihm die Vorinstanz insgesamt eine negative Prognose stellt. Wo er vorbringt, es sei einleuchtend, dass ein schwerstkranker Entlassener die ihm verbleibende Zeit in Übereinstimmung mit den Gesetzen und zum Wohl seiner Familie gestalte, legt er nicht dar, weshalb die Vorinstanz Bundesrecht verletzt, indem sie erwägt, es sei nicht ersichtlich, inwiefern ihn sein Gesundheitszustand von einschlägiger Delinquenz abhalten würde. Der Beschwerdeführer wendet ein, da er Ausländer sei, könne bei ihm die bedingte Entlassung nicht mit Bewährungshilfe oder Weisungen verbunden werden. Indem die Vorinstanz dies bei der Legalprognose berücksichtige, diskriminiere sie ihn als Ausländer. Auf diesen Einwand ist nicht näher einzugehen, da die Vorinstanz festhält, es sei ohnehin nicht ersichtlich, welche Weisungen weiteren Straftaten vorbeugen könnten. Die Frage einer allfälligen Diskriminierung stellt sich somit nicht. Der angefochtene Entscheid verletzt kein Bundesrecht.