Citation: 6P.158/2004 23.03.2005 E. 5

Nach Ansicht des Beschwerdeführers verletzt der Schuldspruch wegen versuchter Nötigung Bundesrecht. Im angefochtenen Entscheid werde zu Unrecht das Tatbestandsmerkmal der Androhung ernstlicher Nachteile bejaht. Gemäss Art. 181 StGB macht sich der Nötigung schuldig, wer jemanden durch Gewalt oder Androhung ernstlicher Nachteile oder durch andere Beschränkung seiner Handlungsfreiheit nötigt, etwas zu tun, zu unterlassen oder zu dulden. Die Vorinstanz stellt verbindlich fest, dass der Beschwerdeführer B.________ drohte, er würde einen Schweizer Mann finden, der sie der Prostitution bezichtige, wenn sie den Inhalt ihres Briefs vom 29. September 2000 der Polizei bekannt mache. In diesem Brief schildert B.________, dass der Beschwerdeführer von ihr für die Vermittlung von drei Arbeitsverträgen unzulässigerweise Geldbeträge von Fr. 300.-- bzw. in einem Fall von Fr. 200.-- verlangt hatte. In der Behauptung, jemand gehe der Prostitution nach, sieht die Vorinstanz eine Beeinträchtigung des guten Rufs der betreffenden Person. Sie stelle daher einen ernstlichen Nachteil im Sinne von Art. 181 StGB dar. Im Übrigen ändere der Umstand, dass sich B.________ von der Drohung nicht einschüchtern liess, an der Tatbestandsmässigkeit des dem Beschwerdeführer vorgeworfenen Verhaltens nichts, sondern dies habe nur zur Folge, dass bloss auf versuchte und nicht vollendete Nötigung zu erkennen sei. Gegen diese rechtliche Beurteilung wendet der Beschwerdeführer zunächst ein, dass der Eintritt des angedrohten Nachteils gar nicht von seinem Willen abhängig gewesen sei. Vielmehr hätte die von ihm zu findende Drittperson darüber entschieden, ob sie die fragliche Denunziation vornehmen wolle. Damit scheide nach der Rechtsprechung eine Nötigung aus, da diese voraussetze, dass die Verwirklichung der Drohung nach der getätigten Äusserung allein vom Täter abhänge (vgl. BGE 120 IV 17 E. 2a/aa S. 19). Mit dieser Rüge weicht der Beschwerdeführer vom verbindlich festgestellten Sachverhalt ab, was im Rahmen der Nichtigkeitsbeschwerde nicht zulässig ist (Art. 277bis Abs. 1 BStP). Nach den massgeblichen vorinstanzlichen Feststellungen hat der Beschwerdeführer nämlich gerade vorgegeben, dass er einen Mann finden werde, der bereit sei, die Geschädigte der Prostitution zu bezichtigen, womit das erwähnte Erfordernis erfüllt ist. Auf die Beschwerde ist in diesem Punkt nicht einzutreten. Der Beschwerdeführer rügt zudem, der angedrohte Nachteil könne nicht als ernstlich bezeichnet werden. Die Vorinstanz geht indessen zu Recht davon aus, der Umstand, dass sich die Geschädigte durch die Drohung nicht habe einschüchtern lassen, ändere nichts an der Ernstlichkeit des angedrohten Nachteils. Nach der Rechtsprechung genügt, dass die Drohung geeignet ist, eine verständige Person in der Lage des Geschädigten gefügig zu machen (BGE 106 IV 125 E. 2b S. 128), was nach objektiven Kriterien - und nicht nach der Reaktion der konkret betroffenen Person - beurteilt wird (BGE 120 IV 17 E. 2a/aa S. 19). Die vom Beschwerdeführer vorgebrachte Drohung war keineswegs bloss geringfügig und daher grundsätzlich durchaus tauglich, eine Tänzerin aus einem fremden Land zur verlangten Unterlassung zu bewegen. Auch sonst ist nicht ersichtlich, dass der Schuldspruch wegen versuchter Nötigung Bundesrecht verletzen könnte.