Citation: 6B_278/2017 E. 1.1

1.1. Das Bundesgericht hat sich im vorliegenden Entscheid nunmehr zum dritten Mal mit der Angelegenheit zu befassen. In den bisher ergangenen kantonalen Urteilen wurde der gegen die Beschwerdeführer erhobene Vorwurf der Sorgfaltspflichtverletzung unterschiedlich formuliert. In ihrem ersten Urteil vom 4. Juni 2013 erblickte die Vorinstanz in Übereinstimmung mit der ersten Instanz die Sorgfaltspflichtverletzung der Beschwerdeführer darin, dass sie in ihrem Unternehmen die Vorschriften zur Arbeitssicherheit beim Gerüstbau regelmässig nicht einhielten und die Arbeitnehmer ungenügend instruierten sowie überwachten (Urteil 6B_862/2013 vom 19. Juni 2014 E. 3.1). Das Bundesgericht hob dieses Urteil auf, weil die Vorinstanz in Verletzung des Willkürverbots und des Anspruchs auf rechtliches Gehör der Beschwerdeführer Beweise nicht abnahm beziehungsweise Beweisanträge nicht behandelte, jedoch eigenständige Annahmen traf (Urteil 6B_862/2013 vom 19. Juni 2014 E. 3.3 f.). In ihrem zweiten Urteil vom 23. Januar / 4. Februar 2015 erachtete die Vorinstanz als sorgfaltswidrig, dass die Beschwerdeführer ihre Mitarbeiter bezüglich des Zwischenholms beim Seilzugfeld nicht oder falsch instruierten (Urteil 6B_435/2015 vom 16. Dezember 2015 E. 2.2). Die hiergegen erhobene Beschwerde wies das Bundesgericht ab, soweit sie den Anklagegrundsatz, die Beweiswürdigung und die konkret umschriebene Sorgfaltspflichtverletzung betraf (Urteil 6B_435/2015 vom 16. Dezember 2015 E. 1, 4 und 5.1). Hingegen erblickte es eine Rechtsverletzung in der vorinstanzlichen Beurteilung der Vermeidbarkeit und der Voraussehbarkeit des eingetretenen Erfolgs. Es trug der Vorinstanz auf, ihre Sachverhaltsfeststellungen zu ergänzen und anhand dieser sowie unter Berücksichtigung des Grundsatzes "in dubio pro reo" zu beurteilen, ob sich der Beschwerdegegner an die korrekte Instruktion der Beschwerdeführer gehalten hätte, wenn diese erfolgt wäre, mithin die Körperverletzung für Letztere vermeidbar war. Ferner sollte sie prüfen, ob den Beschwerdegegner oder dessen Bruder ein Mitverschulden trifft, mit dem die Beschwerdeführer nicht rechnen mussten und das ihr Verhalten in den Hintergrund drängt. Gestützt darauf sollte sie auch den Zivilpunkt neu beurteilen (Urteil 6B_435/2015 vom 16. Dezember 2015 E. 5.2 ff.). In ihrem dritten Urteil geht nun die Vorinstanz neben der fehlenden korrekten Instruktion bezüglich des Zwischenholms beim Seilzugfeld davon aus, dass die Beschwerdeführer hinsichtlich jener Sicherheitsvorschriften, über die sie ihre Angestellten instruierten, die pflichtgemässe Überwachung und Kontrolle unterliessen. Sie gelangt zum Schluss, dass sich der Beschwerdegegner bei pflichtgemässem Verhalten der Beschwerdeführer (Instruktion und Kontrolle der Einhaltung der Sicherheitsvorschriften) an eine korrekte Instruktion betreffend den Zwischenholm beim Seilzugfeld gehalten hätte (angefochtenes Urteil E. 3.1 S. 10 ff.). Ferner erachtet sie als erstellt, dass der Unfall beziehungsweise die Körperverletzung mit einem hohen Grad an Wahrscheinlichkeit nicht eingetreten wäre, wenn der Beschwerdegegner den Zwischenholm (und das Bordbrett) beim Seilzugfeld nicht entfernt hätte. Damit sei die Vermeidbarkeit des Erfolgseintritts zu bejahen (angefochtenes Urteil E. 3.2 S. 17 ff.). Gleiches gelte für die Voraussehbarkeit, da für die Beschwerdeführer erkennbar gewesen sei, dass ihre Pflichtverletzungen (fehlende korrekte Instruktion und Durchsetzung der Sicherheitsvorschriften) geeignet waren, im Ergebnis einen Unfall in der Art des vorliegend eingetretenen herbeizuführen. Demgegenüber sei ein Mitverschulden des Beschwerdegegners und dessen Bruders zu verneinen. Damit sei das pflichtwidrige Verhalten der Beschwerdeführer adäquat kausal für den Unfall beziehungsweise die Körperverletzung (angefochtenes Urteil E. 4 S. 20 f.). Schliesslich heisst die Vorinstanz die Zivilklage des Beschwerdegegners mangels Mit- oder Drittverschuldens dem Grundsatz nach gut und setzt die Haftungsquote der solidarisch haftenden Beschwerdeführer auf 100 % fest (angefochtenes Urteil E. 6 S. 22).