Citation: 1P.251/2000 20.06.2000 E. 5

5.- Der Beschwerdeführer streitet ab, dass er Dokumente gefälscht habe, wie es das Obergericht namentlich aufgrund seines an die Polizei abgegebenen und dem Amtsstatthalter gegenüber bestätigten Geständnisses annimmt. a) Er macht zunächst geltend, die Untersuchungsbehörden hätten ihn zum Vornherein für schuldig befunden. Das würden drei Fragen des Amtsstatthalters an andere Beteiligte belegen, in welchen im Zusammenhang mit seinen - des Beschwerdeführers - Handlungen jedesmal das Wort "fälschen" vorkomme. Die kantonalen Instanzen hätten sich ferner zu Unrecht lediglich auf Kopien, nicht auf Originaldokumente gestützt, um anzunehmen, diese Dokumente seien Fälschungen. Ausserdem hätten die kantonalen Instanzen, wie von ihm beantragt, eine Expertise zur von ihm angegebenen Fälschungstechnik einholen sollen. Das hätte klargestellt, dass sein Geständnis nicht wahr sein könne, da diese Fälschungstechnik untauglich sei. Zudem würden die Fälschungsutensilien nicht ihm gehören, wie er bereits der Polizei gesagt habe. In diesem Zusammenhang sei die Annahme lebensfremd, dass praktisch das gesamte beschlagnahmte Gut einem Dritten gehöre, nur die Fälschungsutensilien nicht. b) Für die Bewertung seines Geständnisses dem Amtsstatthalter gegenüber seien ferner die damals herrschenden Umstände zu berücksichtigen. So habe er nicht von Anfang an den Verteidiger seiner Wahl beiziehen können. Dieser sei erst nach der betreffenden Einvernahme eingesetzt worden. Zum amtlichen Verteidiger, der ihm für die Einvernahme zugeteilt worden war und der im Übrigen nicht daran teilgenommen habe, habe kein Vertrauensverhältnis bestanden, da dieser gleichzeitig seinen Gegenspieler vertreten habe. Mehrmals habe er sein Unbehagen kundgetan und er habe um jeden Preis aus der für ihn äusserst belastenden Untersuchungshaft entlassen werden wollen. Das habe zur Bestätigung seines Geständnisses gegenüber dem Amtsstatthalter geführt. Diesen psychischen Druck habe der Amtsstatthalter wohl selber gespürt, wie sich aus den unüblichen Fragen danach, ob ihm - dem Beschwerdeführer - anlässlich der polizeilichen Befragung Versprechungen gemacht worden seien bzw. ob er unter Druck gestanden sei, ergebe. Wie er es auch gehofft habe, sei er sofort nach seinem Geständnis aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Aus dieser "Entlassungsstrategie" heraus habe er im Schreiben an seinen Verteidiger kurz vor der Einvernahme nichts von einem Druckversuch angegeben. Denn er habe wohl gewusst, dass seine Briefe zensuriert würden.