Citation: I 768/03 16.08.2004 E. 4

Auch wenn die Sache zur Abklärung der Statusfrage an die Verwaltung zurückzuweisen ist (Erw. 3 hievor), kann zur Frage der Arbeitsfähigkeit im Erwerbsbereich bereits aufgrund der vorliegenden Akten letztinstanzlich Stellung genommen werden. Jedoch steht dies unter dem Vorbehalt, dass die Abklärungen über die Statusfrage eine volle oder mindestens teilweise Erwerbstätigkeit im Gesundheitsfall ergeben und damit der Einkommensvergleich oder die gemischte Methode anzuwenden ist. 4.1 Die Vorinstanz stellt auf die Einschätzung des Gutachters Dr. med. S.________ ab und geht von einer Arbeitsfähigkeit von 70 % im angestammten Beruf als Krankenschwester aus; die Gründe für einen allenfalls problematischen Wiedereinstieg (langjähriger Unterbruch der beruflichen Tätigkeit, Alter) seien invaliditätsfremd und deshalb unbeachtlich. Die Beschwerdeführerin ist demgegenüber der Auffassung, dass sowohl Dr. med. S.________ wie auch der Hausarzt Dr. med. M.________ bei richtigem Verständnis der Berichte von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit ausgingen. 4.2 In seinem Gutachten vom 21. Januar 2003 geht Dr. med. S.________ zunächst davon aus, dass die Versicherte aus psychiatrischer Sicht grundsätzlich arbeitsfähig sei. Anschliessend konkretisiert er diese Arbeitsfähigkeit auf einen Umfang von etwa 70 % und führt weiter aus, es sei "höchst fraglich", ob diese Arbeitsfähigkeit "aufgrund der chronifizierten Symptomatik" umsetzbar sei. Diese Äusserung kann im Zusammenhang mit dem weiteren Hinweis des Arztes gesehen werden, wonach eine psychiatrische Reevaluation in ein bis zwei Jahren sinnvoll wäre, und bedeutet wohl, dass sich Dr. med. S.________ der - immer vorhandenen - medizinischen Unabwägbarkeiten und Ungenauigkeiten bewusst ist. Dennoch ist die Expertise in dieser Hinsicht nicht ganz widerspruchsfrei, denn es könnte damit auch - wie in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde erwähnt - gemeint sein, dass die Versicherte wegen der chronifizierten Symptomatik (und damit aus medizinischen Gründen) gar nicht arbeitsfähig sei. Die IV-Stelle - an welche die Sache zur Abklärung des Status ohnehin zurückzuweisen ist (vgl. Erw. 3 hievor) - wird demnach bei Dr. med. S.________ nachfragen, was er mit der fraglichen Umsetzbarkeit genau gemeint habe. Im Weiteren ist der Experte auch zu fragen, ob er in seiner Schätzung des Umfangs der Arbeitsfähigkeit allenfalls die im Gutachten erwähnten invaliditätsfremden Aspekte des Alters und des Wiedereinstiegs für den Umfang der Arbeitsfähigkeit berücksichtigt hat, da sich die entsprechenden Ausführungen in der Expertise zwischen der Bejahung der grundsätzlichen Arbeitsfähigkeit und der konkreten Festsetzung auf 70 % finden und damit eine Berücksichtigung als möglich erscheinen lassen. Erst nach Beantwortung dieser Fragen durch den Experten wird das Verhältnis seiner Ausführungen zu den Berichten des Hausarztes Dr. med. M.________ geklärt werden können. Diese Abklärungen sind allerdings nur dann zu tätigen, wenn die Beantwortung der Statusfrage ergibt, dass überhaupt eine ausserhäusliche Erwerbsarbeit vorliegt. 4.3 Unter dem Vorbehalt der Anwendbarkeit des Einkommensvergleichs ist schliesslich darauf hinzuweisen, dass die Verwaltung das Einkommen ohne Gesundheitsschaden (Valideneinkommen) nicht - wie von der Vorinstanz wohl implizit vermutet - anhand der Angaben der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung festgesetzt hat, sondern sich auf eine Auskunft des Schweizerischen Verbandes der Krankenschwestern gestützt hat. Wird zur Bestimmung des Einkommens nach Eintritt der Invalidität allenfalls eine nicht dem angestammten Beruf entsprechende Verweisungstätigkeit herbeigezogen, werden dafür die entsprechenden Zahlen der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung oder allenfalls Blätter dokumentierter Arbeitsplätze (DAP) herbeizuziehen sein.