Citation: 2C_1008/2022 E. 3.1.5

3.1.5. Schliesslich musste der Rechtsvertreter zumindest aufgrund der Zwischenverfügung vom 10. Februar 2022 (vorne E. 1.4.1) wissen, dass er sich zur Stellungnahme der ESTV vom 20. Mai 2021 (vorne E. 1.3.1) zu äussern haben würde. Beruflicher Sorgfalt hätte es entsprochen, sich rechtzeitig vorzubereiten, zumal die Fristerstreckung gemäss Zwischenverfügung vom 21. Oktober 2022 letztmalig gewährt worden war. Ebenso bekannt sein musste dem Rechtsvertreter, dass das Bundesgericht in langjähriger Praxis eine Frist von drei Tagen zur Verbesserung einer ungenügend begründeten Beschwerdeschrift als hinreichend erachtet. Eine Nachfrist darf - um einem etwaigen Missbrauch des Beschwerderechts vorzubeugen - "sehr knapp" bemessen werden (so schon BGE 112 Ib 634 E. 2c). Nachdem die Steuerpflichtige bis dahin - trotz mehrfach angesetzten Fristen - keine Stellungnahme unterbreitet hatte, darf im vorliegenden Fall die Analogie zu den eigentlichen Nachfristen gezogen werden.