Citation: 2P.234/2003 09.09.2004 E. 4

Die Steuerverwaltung trat auf die Einsprache ein und anerkannte damit, dass der Beschwerdeführer im Einspracheverfahren seiner Mitwirkungspflicht nachgekommen sei. Sie betrachtete jedoch - wie nunmehr auch die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid - die beigebrachten Erklärungen und vorgelegten Beweise nicht als schlüssig und geeignet, um die Ermessensveranlagung umzustossen. Wie es sich damit verhält, ist im Folgenden zu prüfen. 4.1 Der Beschwerdeführer führte in der Einsprache durch seinen Treuhänder wie auch in der Beschwerde an die Vorinstanz aus, die Standeskommission habe (offenbar im Hinblick auf Beiträge an eine Stallneubaute) verlangt, dass mit Wirkung ab 1. Januar 2001 je eine separate Buchhaltung für den Landwirtschaftsbetrieb und den Spenglereibetrieb geführt werde. Es habe daher per 1. Januar 2001 eine Übernahmebilanz (Eröffnungsbilanz) erstellt werden müssen, aus welcher sämtliche Werte hervorgingen. Es ergebe sich daraus nachvollziehbar und beweismässig gesichert, dass der Vermögensvorschlag für das Jahr 2001 lediglich Fr. 24'748.-- betragen habe. Dieser Argumentation kann nicht gefolgt werden. Mit der Jahresrechnung 2001 lässt sich der Nachweis, dass das Einkommen lediglich Fr. 24'748.-- betragen habe, nicht führen. Sie ist kein taugliches Beweismittel, weil sie nicht den gesamten von der Ungewissheit über die Vermögensentwicklung betroffenen Zeitraum, nämlich die Jahre 1999 - 2001, erfasst. Es ist auch nicht nachvollziehbar, dass bei einer Vermögenszunahme von Fr. 236'694.-- in drei Jahren das Einkommen 2001 lediglich Fr. 24'748.-- betragen haben soll. Die Eröffnungsbilanz per 1. Januar 2001 könnte für die sichere Feststellung des auf das Jahr 2001 entfallenden Anteils am gesamten Vermögenszuwachs nur dann herangezogen werden, wenn bereits für die Jahre 1999 und 2000 Bücher geführt worden wären. Das ist offenbar nicht der Fall. Die Daten für die Eröffnungsbilanz per 1. Januar 2001 mussten denn auch im Wesentlichen dem "Fragebogen für Selbständigerwerbende ohne kaufmännische Buchhaltung" sowie demjenigen für Landwirte der Jahre 1999 und 2000 entnommen werden, die der Beschwerdeführer mit der Steuererklärung 2001a eingereicht hatte. Da es um den Beweis der Unrichtigkeit der Ermessensveranlagung geht, der nach den allgemeinen Erwägungen zur Ermessenseinschätzung (vorstehende E. 2) dem Steuerpflichtigen obliegt, hilft dem Beschwerdeführer auch der Einwand nicht, er sei in den Jahren 1999 und 2000 zur Buchführung nicht verpflichtet gewesen. 4.2 Die Höhe des Einkommens des Jahres 2001 musste folglich mangels beweiskräftiger Unterlagen geschätzt werden. Wenn lediglich der Vermögensstand am Anfang und am Ende der Periode bekannt ist, kann sich die Veranlagungsbehörde auf den Vermögenszuwachs stützen und die privaten Aufwendungen sowie den geschätzten Lebensaufwand hinzufügen, um das steuerbare Einkommen zu bestimmen (Art. 130 Abs. 3 DBG; Urteil 2A.387/1997 vom 16. März 1999, RDAF 2000 II S. 41 E. 2d; s. auch Urteil 2A.201/1993 vom 22. Dezember 1993, StR 49/1994 S. 262 E. 3a). Im vorliegenden Fall stehen dem (bereinigten) Vermögensvorschlag von Fr. 236'694.-- der Jahre 1999 - 2001 deklarierte Einkommen von insgesamt Fr. 159'792.-- gegenüber. Von diesem Einkommen musste der Beschwerdeführer einen Teil für seinen Lebensaufwand verwenden, der somit für die Vermögensvermehrung nicht zur Verfügung stand und den die Steuerverwaltung auf Fr. 30'000.-- pro Jahr veranschlagte. Somit verbleibt eine Differenz von Fr. 166'902.-- beim Vermögensvorschlag, für die keine Erklärung besteht und keine Belege vorliegen. Von diesem Betrag verlegte die Steuerverwaltung ermessensweise Fr. 80'000.-- in das Jahr 2001. Mit dieser ungleichen Verteilung auf die drei Jahre berücksichtigte sie u.a., dass sich der Spenglereibetrieb damals noch im Aufbau befand und Schwankungen unterlag. 4.3 Was der Beschwerdeführer dagegen einwendet, lässt die Ermessensveranlagung nicht als offensichtlich unrichtig erscheinen: Entgegen den Behauptungen des Beschwerdeführers war der Aufbau der Nebenerwerbstätigkeit "Spenglerei" am 31. Dezember 1998 noch nicht abgeschlossen, wie die starken Umsatzsteigerungen der folgenden Jahre zeigt. Wenn der Beschwerdeführer ferner einwendet, per 31. Dezember 2000 hätten angefangene Arbeiten sowie offene Kundenguthaben in der Höhe von Fr. 109'993.-- bestanden, was von der Steuerverwaltung bei der Verteilung auf die drei Jahre zu berücksichtigen gewesen wäre, so handelt es sich um einen Teilnachweis, der nicht den gesamten betroffenen Sachverhalt umfasst und nicht geeignet ist, die Schätzung in Zweifel zu ziehen (vgl. vorn E. 2). Unbegründet ist ferner der Einwand, mit Fr. 30'000.-- pro Jahr habe die Steuerverwaltung den Lebensaufwand des Beschwerdeführers unangemessen hoch berücksichtigt. Der Betrag liegt nahe dem Existenzminimum und ist keineswegs zu hoch, auch wenn der Beschwerdeführer mit seinen Eltern im gleichen Haushalt lebt und zugunsten der Arbeit auf Ferien verzichtet. Sofern der Grossteil der Lebenshaltungskosten durch eigene Produktion (Fleisch, Butter, Gemüse) gedeckt werden kann, wie er geltend macht, hätte er den Eigenverbrauch als Einkommen versteuern müssen. Auch mit diesem Einwand lässt sich die Annahme der Steuerverwaltung hinsichtlich des Vermögenszuwachses nicht als offensichtlich unrichtig dartun.