Citation: 6B_369/2022 E. 2.3.1

2.3.1. Der vorinstanzlichen Tatsachenfeststellung zufolge sei der heute 52-jährige Beschwerdeführer 2003 im Alter von 34 Jahren in die Schweiz gekommen und lebe seit 18 Jahren hier. Er verfüge über eine Niederlassungsbewilligung C. Ihm zufolge stammten er sowie seine Eltern aus dem Kongo und er sei zeitweise in Luanda, Angola, aufgewachsen. Dort habe er während einiger Jahre die Schule besucht. Anschliessend habe er im Alter von ca. 20 bis 25 Jahren für ein Journalismus-Unternehmen gearbeitet, wobei er jedoch politische Probleme bekommen habe, da er Dinge gegen die damalige angolanische Regierung geschrieben habe. Er habe 2003 aus Angola fliehen müssen und sei in die Schweiz gekommen. Nach seiner Ankunft sei er von 2010 bis 2018 regelmässig von den Sozialen Diensten unterstützt worden. Er sei zwar zwischenzeitlich immer wieder verschiedenen Arbeiten nachgegangen oder habe Arbeitslosengeld bezogen, sei aber nie länger als ein Jahr ohne Unterstützung der sozialen Dienste ausgekommen. Schliesslich habe er eine Stelle als Chauffeur und danach als Techniker gefunden, es sei ihm aber per 30. Juni 2021 aus wirtschaftlichen Gründen gekündigt worden. Derzeit beziehe er Arbeitslosenentschädigung und arbeite temporär. Die Vorinstanz schliesst daraus, der Beschwerdeführer komme aktuell für seinen Lebensunterhalt mehrheitlich alleine auf und beziehe keine Sozialhilfe. Aufgrund seiner wiederkehrenden Arbeitslosigkeit in den Jahren 2010 bis 2018 sowie der Tatsache, dass es ihm in der Vergangenheit nicht gelungen sei, dieselbe Arbeitsstelle über einen längeren Zeitraum zu behalten, bestünden erhebliche Zweifel, ob er künftig ohne staatliche Hilfe für seinen Lebensunterhalt werde aufkommen können. Es sei indes anzuerkennen, dass es ihm zwischen dem 22. Mai 2018 und dem 30. Juni 2021 gelungen sei, einer Festanstellung nachzugehen, für die er ein gutes Arbeitszeugnis erhalten habe. Seine finanzielle Situation sei zudem bescheiden. Der Beschwerdeführer habe angegeben, Schulden in Höhe von ca. Fr. 30'000.-- zu haben. Einem Betreibungsregisterauszug vom 17. Mai 2020 zufolge habe er jedoch Verlustscheine im Betrag von Fr. 60'658.60 aufgewiesen, wobei er angebe, seine Schulden in Höhe von Fr. 1'000.-- pro Monat zu amortisieren. Vor diesem Hintergrund könne nicht von einer erfolgreichen wirtschaftlichen Integration in der Schweiz gesprochen werden. Die Vorinstanz erkennt angesichts des mehrjährigen Sozialhilfebezugs, den immer wiederkehrenden Temporäranstellungen, den vielen Stellenwechseln und der Verschuldung des Beschwerdeführers zu Recht auf eine unzureichende wirtschaftliche Integration in der Schweiz. Dafür ist unerheblich, dass seine Schulden während seiner Arbeitslosigkeit anfielen und er aktuell dabei sei, diese zu amortisieren. Dass der Beschwerdeführer derzeit (als Temporärarbeiter) überhaupt am Wirtschaftsleben teilnimmt, vermag diese Einschätzung (auch im Lichte seiner gesamten Aufenthaltsdauer) nicht zu erschüttern. Auch wenn seine Situation sodann nicht vollständig selbstverschuldet und zum Teil auf gesundheitliche Probleme zurückzuführen sei, ändert dies nichts daran, dass er in der Schweiz keine erfolgreiche berufliche Integration vorzuweisen hat und und demnach auch keine vorteilhafte professionelle Situation zurücklassen müsste. Eine Ausweisung träfe ihn in dieser Hinsicht nicht besonders schwer. Ebenfalls unbehelflich ist der Verweis des Beschwerdeführers auf BGE 144 I 266. Das Bundesgericht erwägt dort, es könne nach einer rechtmässigen Aufenthaltsdauer von rund zehn Jahren regelmässig davon ausgegangen werden, dass die sozialen Beziehungen in diesem Land so eng geworden seien, dass es für eine Aufenthaltsbeendigung besonderer Gründe bedürfe; im Einzelfall könne es sich freilich anders verhalten und die Integration zu wünschen übrig lassen (BGE 144 I 266 E. 3.9). Zum einen ist eine hinreichende Integration nach 10 Jahren also nicht "ohne Weiteres" zu vermuten und zum anderen zeigt die Vorinstanz just Elemente auf, aus denen sich eine unzureichende Integration des Beschwerdeführers ergibt. Aus seinem knapp 20-jährigen Aufenthalt allein kann der Beschwerdeführer - ungeachtet seiner Niederlassungsbewilligung - vorliegend nichts zu seinen Gunsten ableiten.