Citation: 2C_870/2016 E. 6.1.4

6.1.4. Der Beschwerdeführer hat in der Schweiz - im ausserfamiliären wie im häuslichen Bereich (Todesdrohungen gegen seine Gattin) - eine Unbeherrschtheit bzw. Gewaltbereitschaft gezeigt, welche das Mass dessen überschreitet, was ausländerrechtlich im Hinblick auf seine familiäre Situation noch hingenommen werden kann. Der Beschwerdeführer hat grundlegende Rechtsgüter verletzt bzw. in unmittelbare Gefahr gebracht und Straftaten begangen, welche im Sinne von Art. 121 Abs. 3 BV seit dem 1. Oktober 2016 Anlasstaten für eine obligatorische Landesverweisung bilden würden (Art. 66a Abs. 1 lit. a und lit. b StGB). Bei Delikten gegen Leib und Leben rechtfertigt es sich lediglich ganz ausnahmsweise, unter den ausländerrechtlich im Vordergrund stehenden Sicherheitsanliegen auch nur eine geringe Rückfallgefahr hinzunehmen. Dass der Beschwerdeführer sich im Strafvollzug korrekt verhalten hat und inzwischen von einem Vollzug mit "Electronic Monitoring" profitieren kann, vermag eine Rückfallgefahr nicht auszuschliessen (vgl. zudem oben E. 2.3.3). Insbesondere wird eine gute Führung im Strafvollzug bzw. in der Probezeit allgemein erwartet und lässt keine verlässlichen Rückschlüsse auf das künftige Verhalten zu. Hinzu kommt, dass für Legalprognosen in ausländerrechtlicher Hinsicht wegen des im Vordergrund stehenden Interesses der öffentlichen Ordnung und Sicherheit ein strengerer Beurteilungsmassstab gilt als im strafrechtlichen Sanktionenrecht (vgl. BGE 137 II 233 E. 5.2.2 S. 237).