Citation: 6P.101/2003 17.10.2003 E. 6

Der Beschwerdeführer macht geltend, der Umstand, dass der Anzeigeerstatter ihn anlässlich der Einvernahme vom 9. April 2001 nicht als fehlbaren Lenker beschreiben und die Mitfahrerin ihn nicht mit Sicherheit als solchen erkennen konnte, hätte Zweifel wecken müssen. Zudem treffe die Beschreibung der Mitfahrerin nicht auf ihn zu. Der Anzeigeerstatter erklärte anlässlich der Einvernahme vom 9. April 2001, er habe den Lenker des Mercedes nicht gesehen; seine Freundin habe ihn aber gesehen. Bei der Anzeige wurde der Lenker des Mercedes als gutaussehender Mann um die 30 Jahre mit dunkelblondem, normal langem Haar beschrieben, wobei nicht restlos klar ist, ob diese Aussage vom Anzeigeerstatter oder der Mitfahrerin stammt. Am 9. April 2001 erklärte diese als Zeugin auf die Frage, ob sie den Lenker des Mercedes beschreiben könne, das Cabriolet sei offen gewesen. Alles sei sehr schnell gegangen. Beim Lenker habe es sich um einen jugendlichen Typ gehandelt mit dunkelblonden Haaren und einem braunen Teint. Sie habe die Gesichtszüge nicht gesehen. Sie würde ihn nicht mehr erkennen. Das Kantonsgericht hat den Beschwerdeführer anlässlich der Verhandlung vom 3. Juni 2003 gesehen und im angefochtenen Urteil ausgeführt, es habe sich davon überzeugen können, dass der Angeklagte effektiv ein jugendlicher Typ sei, dessen "angeblich schwarzes Haar" in der Hektik des damaligen Vorfalles durchaus auch als dunkelblond in Erinnerung habe bleiben können. Da der Sachrichter im Bereich der Beweiswürdigung über einen weiten Beurteilungsspielraum verfügt (BGE 118 Ia 28 E. 1b mit Hinweisen), kommt dem persönlichen Eindruck, den das urteilende Gericht vom Aussehen einer Person gewinnt, erhebliche Bedeutung zu. Wenn das Kantonsgericht es mit der Hektik des damaligen Vorfalles erklärt, dass die Mitfahrerin das Haar des Beschwerdeführers als dunkelblond angab, während er selbst dasselbe als schwarz bezeichnet, so ist dies jedenfalls nicht willkürlich. Dasselbe gilt hinsichtlich der Haarlänge, wobei angesichts der heutigen Mode unter "normal lang" im Sinne von "von normaler Länge" auch "kurz" verstanden werden kann. Im Übrigen wird die Glaubwürdigkeit der Mitfahrerin dadurch, dass sie offen erklärte, sie würde den fehlbaren Lenker nicht mehr erkennen, und ihn anlässlich der Konfrontation auch nicht sicher zu erkennen vermochte, nicht vermindert, da erfahrungsgemäss im Falle einer Falschanzeige eine solche Unsicherheit gerade nicht eingestanden wird.