Citation: 5A_669/2022 E. 4.4

4.4. Die Beschwerdeführerin bemängelt den angefochtenen Entscheid in dreifacher Hinsicht. Erstens habe sich das Handelsregisteramt eine Beurteilungskompetenz angemasst, die ihm nicht zustehe, denn allein das Zivilgericht habe darüber zu entscheiden, ob eine Familienstiftung allenfalls den gesetzlichen Anforderungen nicht genüge, weil es sich um eine sog. Unterhaltsstiftung handle. Zweitens sei der Stiftungszweck einer (altrechtlichen) Familienstiftung in erster Linie nach Massgabe des mutmasslichen Stifterwillens und demgemäss nach dem Grundsatz des "favor negotii" bzw. des "favor fundationis" auszulegen, wobei davon auszugehen sei, dass der Stifterwillen auf die Errichtung einer rechtsgültigen Familienstiftung mit eigener Rechtspersönlichkeit abgezielt habe. Drittens könne der Stiftungszweck, falls er sich zumindest teilweise als zulässig erweise, in jedem Falle nur als teilnichtig qualifiziert werden.