Citation: 5A_288/2021 E. 3.4.4

3.4.4. Die Vorinstanz anerkennt in ihrer Vernehmlassung selbst, dass gemäss § 3 Abs. 1 lit. d Satz 2 i.V.m. lit. c AnwT der im Berufungsverfahren streitige Güterrechtsanspruch zumindest des Beschwerdegegners als vermögensrechtlich zu qualifizieren und deshalb die Grundentschädigung nach dem höheren der beiden möglichen Tarife (§ 3 Abs. 1 lit. a bzw. lit. b AnwT) zu bestimmen ist (vgl. für einen Anwendungsfall Urteil 5A_945/2017 vom 20. April 2018 E. 3.1). Ferner gesteht sie ein, dass die Grundentschädigung für nicht vermögensrechtliche Scheidungssachen entsprechend den Ausführungen in der Beschwerdeschrift praxisgemäss Fr. 3'630.-- beträgt und vorliegend für den Vergleich im Sinne von § 3 Abs. 1 lit. c AnwT massgebend ist (vgl. hierzu Urteile 5D_14/2017 vom 19. Juli 2017 E. 3.1; 5D_16/2016 vom 13. Mai 2016 E. 3.1). Allerdings hält sie den vom Beschwerdeführer bezeichneten Streitwert von Fr. 71'240.42 - woraus dieser gestützt auf § 3 Abs. 1 lit. a Ziff. 5 AnwT eine Grundentschädigung von Fr. 10'481.65 errechnet (vgl. vorne E. 3.3.1.1) - nicht für einschlägig, da jener Betrag als Schulden des Beschwerdegegners geltend gemachte unbezahlte Unterhaltsbeiträge betreffe. Diese gälten gleich wie die Festsetzung familienrechtlicher Unterhaltsbeiträge als nicht vermögensrechtliche Streitsachen gemäss § 3 Abs. 1 lit. d Satz 1 AnwT. Abzustellen sei vielmehr auf den in der Berufung formulierten Antrag auf Verpflichtung der Berufungsbeklagten zur Bezahlung von Fr. 9'550.--, woraus eine Grundentschädigung von Fr. 3'140.-- resultiere (§ 3 Abs. 1 lit. a Ziff. 2 AnwT). Damit sei die für nicht vermögensrechtliche Scheidungssachen praxisübliche Grundentschädigung von Fr. 3'630.-- als höherer Tarif anwendbar, woraus sich eine Parteientschädigung von Fr. 2'416.10 ergebe, welche der Beschwerdegegner dem Beschwerdeführer mit Fr. 805.35 zu ersetzen habe.