Citation: 6B_362/2014 E. 2

Die Vorinstanz erachtet die Voraussetzungen von Art. 59 Abs. 4 StGB als erfüllt und verlängert die stationäre therapeutische Massnahme um fünf Jahre. Sie stützt sich unter Berücksichtigung der bei den Akten liegenden psychiatrischen Gutachten schwergewichtig auf die aktuellen Führungs- und Therapieberichte des Therapiezentrums "im Schache" und der psychiatrischen Dienste Solothurn vom 20. und 27. Januar 2014. Daraus ergebe sich, dass die psychiatrische Diagnose und die Prognosen noch unvermindert Geltung hätten. Eine neue Begutachtung sei daher nicht angezeigt. Der Beschwerdeführer sei nach dem heutigen Stand der Therapie nach wie vor behandlungsbedürftig und die Massnahme angesichts der hohen Wahrscheinlichkeit gewalttätiger Eskalationen weiterhin notwendig, tauglich und verhältnismässig, auch wenn die Behandlung nicht mehr im Therapiezentrum "im Schache" fortgeführt werden könne und derzeit unklar sei, wo der Beschwerdeführer untergebracht werden könne. Der Beschwerdeführer erklärt sich mit dem vorinstanzlichen Entscheid nicht einverstanden. Er weist darauf hin, dass er seit knapp zehn Jahren inhaftiert sei. Fünf Jahre sei er therapiert worden. Er habe nachweislich Fortschritte erzielt und während Jahren eine positive Entwicklung durchlaufen. Die Notwendigkeit der Massnahme, wie sie bei der Anordnung der stationären Behandlung vorgelegen habe, bestehe nicht mehr im gleichen Umfang. Zu hinterfragen sei auch die Tauglichkeit und die Verhältnismässigkeit der Massnahme. Aus diesen Gründen hätte man ein aktuelles psychiatrisches Gutachten einholen müssen, welches sich zur psychischen Störung und deren Ausprägung, zur Rückfallprognose sowie zur erforderlichen Therapie und Behandlungsprognose ausspreche. Das gelte umso mehr, als die Massnahme um fünf Jahre und damit um das Maximum verlängert werde. Der Verzicht der Vorinstanz auf eine neue Begutachtung verletze das Verhältnismässigkeitsprinzip und halte vor Art. 5 EMRK nicht stand. Führungs- und Therapieberichte vermöchten ein Gutachten nicht zu ersetzen.