Citation: I 271/00 07.12.2001 E. 3

3.- Auf Grund des Gutachtens des Dr. med. H.________ vom 25. September 1995 und des Austrittsberichts der Rehabilitationsklinik Z.________ vom 31. Mai 1995 ist davon auszugehen, dass dem Beschwerdeführer die bisherige schwere Tätigkeit in der Landwirtschaft nicht mehr zumutbar ist, er jedoch in einer leichten manuellen Arbeit zu 100 % arbeitsfähig ist. Zu prüfen bleibt, wie sich diese Arbeitsunfähigkeit in erwerblicher Hinsicht auswirkt. a) Bei der Ermittlung des ohne invalidisierenden Gesundheitsschaden erzielbaren Einkommens (des sogenannten Valideneinkommens) ist entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des Rentenbeginns auf Grund ihrer beruflichen Fähigkeiten und persönlichen Umstände nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ohne den Gesundheitsschaden verdienen würde (RKUV 1993 Nr. U 168 S. 100 Erw. 3b mit Hinweis). Da die Invaliditätsbemessung der voraussichtlich bleibenden oder längere Zeit dauernden Erwerbsunfähigkeit zu entsprechen hat (vgl. Art. 4 Abs. 1 IVG), ist auch die berufliche Weiterentwicklung mitzuberücksichtigen, die eine versicherte Person normalerweise vollzogen hätte; dazu ist allerdings erforderlich, dass konkrete Anhaltspunkte dafür bestehen, dass ohne gesundheitliche Beeinträchtigung ein beruflicher Aufstieg und ein entsprechend höheres Einkommen tatsächlich realisiert worden wären (BGE 96 V 30; AHI 1998 S. 171 Erw. 5a; RKUV 1993 Nr. U 168 S. 100 Erw. 3b). Die Einkommensermittlung hat so konkret wie möglich zu erfolgen. Es ist daher in der Regel vom letzten Lohn vor Eintritt der Gesundheitsschädigung auszugehen (ZAK 1980 S. 593 mit Hinweisen). Den letzten Lohn vor dem Unfall erzielte der Versicherte im Rahmen eines Beschäftigungsprogramms als Asylbewerber für seine Tätigkeit als Hilfsarbeiter in der Landwirtschaft. Bei einem unregelmässigen Einsatz von drei bis vier Stunden pro Tag und fünf Tagen in der Woche von Oktober 1994 bis 7. März 1995 erzielte er einen Stundenlohn von Fr. 3.- (was die IV-Stelle auf einen Jahreslohn von Fr. 3'900.- umrechnete). Die Vorinstanz hat zwar zu Recht nicht auf diesen Lohn, sondern auf Tabellenlöhne gemäss der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) abgestellt; doch kann ihr nicht gefolgt werden, wenn sie dabei von einem Durchschnitt von fünf ausgewählten Löhnen gemäss Tabelle A7 der LSE ausgegangen ist. Es bestehen zu wenig Anhaltspunkte bezüglich der vom Versicherten ohne Gesundheitsschaden voraussichtlich ausgeübten Hilfsarbeitertätigkeit - insbesondere über einen längeren Zeitraum gesehen -, um auf eine bestimmte Branche abzustellen, weshalb das Valideneinkommen nach dem allgemeinen Wert für den monatlichen Bruttolohn im Privaten Sektor für männliche Arbeitnehmer bei einfachen und repetitiven Tätigkeiten (Anforderungsprofil 4) festzusetzen ist (LSE 1996, monatlich Fr. 4'294.-). Umgerechnet auf die betriebsübliche durchschnittliche Wochenarbeitszeit von 41,9 Stunden und angepasst an die im Jahr 1997 eingetretene Nominallohnerhöhung von 0,5 % (Die Volkswirtschaft 2001, Heft 8, S. 93, Tabelle B 10.2) ergibt sich ein Gehalt von Fr. 4'520. 45 monatlich oder Fr. 54'245. 40 im Jahr. b) aa) Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich, weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne beigezogen werden. Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durchschnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale einer versicherten Person, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Ausbildung, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 323 Erw. 3b/aa). Der Abzug hat nicht automatisch, sondern dann zu erfolgen, wenn im Einzelfall Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-) Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Erfolg verwerten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges vom Tabellenlohn sodann ist nicht in der Weise vorzugehen, dass für jedes in Betracht fallende Merkmal separat eine Reduktion vorgenommen wird, weil damit Wechselwirkungen ausgeblendet würden. Vielmehr ist der Einfluss aller Merkmale auf das Invalideneinkommen (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Ausbildung, Nationalität, Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad) unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen. Dabei ist der Abzug auf insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen (BGE 126 V 79 f. Erw. 5b/aa-cc). bb) Was das Invalideneinkommen betrifft, ist zunächst festzuhalten, dass dem Beschwerdeführer trotz der attestierten Einschränkungen eine Reihe von Verweisungstätigkeiten offen stehen, deren Ausübung ihm voll zumutbar ist (gemäss Austrittsberichts der Rehabilitationsklinik Z.________ vom 31. Mai 1995 leichte industrielle Hilfsarbeiten, wie Maschinen einrichten und überwachen, Pack- und Speditionsarbeiten, aber auch Einsatz bei Reinigung oder als Küchenhilfe im Gastgewerbe sowie Auffüllen von Regalen). Zu prüfen ist, welche Einkünfte der Versicherte bei vollschichtiger Verrichtung dieser Verweisungstätigkeiten durchschnittlich erreichen könnte. Da es sich bei den erwähnten Tätigkeiten durchwegs um leichte Hilfsarbeit handelt, ist auch hier vom Zentralwert für männliche Arbeitnehmer bei einfachen und repetitiven Tätigkeiten der LSE 1996 in der Höhe von Fr. 4'294.- auszugehen (nicht veröffentlichtes Urteil M. vom 2. September 1998, U 204/97). Mit Blick darauf, dass die Mehrzahl der das Invalideneinkommen beeinflussenden persönlichen und beruflichen Merkmale beim Versicherten erfüllt sind, erscheint im Vergleich mit anderen Fällen (unter anderem Urteile J. vom 5. November 2001, U 316/99, C. vom 28. August 2001, I 172/00 und I. vom 20. Juli 2001, I 377/00) ein leidensbedingter Abzug vom statistischen Lohn von 20 % (vgl. hierzu BGE 126 V 78 ff. Erw. 5) als angemessen. Entsprechend beläuft sich das Invalideneinkommen nach Berücksichtigung von betriebsüblicher durchschnittlicher Wochenarbeitszeit und Nominallohnentwicklung auf Fr. 43'396.-, was einen Invaliditätsgrad von 20 % ergibt.