Citation: 6B_511/2020 E. 5.4.3

5.4.3. Gemäss Art. 73 Abs. 1 lit. c StGB spricht das Gericht der geschädigten Person, die durch ein Verbrechen oder Vergehen einen Schaden erleidet, welcher nicht durch eine Versicherung gedeckt ist, auf dessen Verlangen bis zur Höhe des gerichtlich oder durch Vergleich festgesetzten Schadenersatzes die Ersatzforderungen zu, wenn anzunehmen ist, dass der Täter den Schaden nicht ersetzen wird. Gemäss Art. 73 Abs. 2 StGB kann das Gericht die Verwendung zugunsten der geschädigten Person jedoch nur anordnen, wenn diese den entsprechenden Teil ihrer Forderung an den Staat abtritt. Zweck der Bestimmung ist, der geschädigten Person bei der Durchsetzung ihrer Schadenersatzforderung zu helfen, indem der Staat auf einen ihm zustehenden Anspruch verzichtet (Urteil 6B_1353/2019 23. September 2020 E. 3.2 mit Hinweisen). Auf der anderen Seite wird mit der Abtretung verhindert, dass sich die geschädigte Person über die Zusprechung der Vermögenswerte und die Durchsetzung des Ersatzanspruches für ihre Forderung zweimal bezahlt machen kann (Urteil 6B_190/2010 vom 16. Juli 2010 E. 2.1; MADELEINE HIRSIG-VOUILLOZ in: Commentaire Romand, Code pénal I, 2. Aufl., 2020, N 15a zu Art.73; MARC THOMMEN, in: Jürg-Beat Ackermann [Hrsg.], Kommentar Kriminelles Vermögen - Kriminelle Organisationen, Bd. I, 2018, N 72 zu Art. 73 StGB).