Citation: 2C_1095/2014 E. 4.2

4.2. Gemäss Art. 50 AuG besteht nach Auflösung der Ehe oder der Familiengemeinschaft der Anspruch des Ehegatten auf Erteilung und Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung nach den Artikeln 42 und 43 AuG weiter, wenn die Ehegemeinschaft mindestens drei Jahre gedauert hat und eine erfolgreiche Integration besteht (Art. 50 Abs. 1 lit. a AuG) oder wichtige persönliche Gründe einen weiteren Aufenthalt in der Schweiz erforderlich machen (Art. 50 Abs. 1 lit. b AuG). Systematisch steht Art. 50 AuG im Zusammenhang mit Art. 42 und 43 AuG (BGE 136 II 113 E. 3.3.2 S. 118 f.). Diese beiden Bestimmungen statuieren eine abgeleitete Anwesenheitsberechtigung, die das Ziel verfolgt, das familiäre Zusammenleben in der Schweiz zu ermöglichen (BGE 140 II 129 E. 3.4 S. 132 mit Hinweis). Art. 50 AuG ist auf Situationen zugeschnitten, in denen die betroffene ausländische Person über eine abgeleitete Aufenthaltsbewilligung nach Art. 42 Abs. 1 bzw. Art. 43 Abs. 1 AuG verfügt, welche sie bei Auflösung der Ehegemeinschaft zu verlieren befürchten muss. Diese Frage stellt sich hier nicht, weil der seit 2004 über eine Niederlassungsbewilligung verfügende Beschwerdeführer bis zu deren Erlöschen ein eigenständiges Anwesenheitsrecht in der Schweiz besass. Nicht das Scheitern der Ehe- bzw. Familiengemeinschaft ist ursächlich für den Verlust seines Aufenthaltsrechts, sondern seine Landesabwesenheit im Anschluss an seine freiwillige Ausreise im Jahr 2010.