Citation: 6B_594/2016 E. 3.2

3.2. Die Vorinstanz erwägt (Urteil, S. 13 ff.), der Beschwerdegegner 2 sei im Ermittlungsverfahren nur als Auskunftsperson einvernommen worden, was nach der altrechtlichen kantonalen Strafprozessordnung zulässig gewesen sei. Art. 106 aStPO/AG habe ausschliesslich auf die Einvernahme von Zeugen Anwendung gefunden. Eine wiederholte Einvernahme durch einen Untersuchungsbeamten sei nicht zwingend gewesen. Die umstrittenen Befragungen hätten noch unter der Geltung des kantonalen Strafprozessrechts stattgefunden. Gemäss Art. 448 Abs. 2 StPO behielten sie ihre Gültigkeit, auch wenn sie den Anforderungen der eidgenössischen Strafprozessordnung nicht genügen sollten, sofern sie im Einklang mit BV und EMRK stünden. Die aargauische Strafprozessordnung habe für die Einvernahme von Auskunftspersonen keine Pflicht statuiert, diese auf ihr Aussageverweigerungsrecht sowie die Strafbestimmungen von Art. 303-305 StGB hinzuweisen. Eine solche Pflicht sei von den kantonalen Strafprozessordnungen nur teilweise vorgesehen gewesen und habe sich ansonsten aus ungeschriebenem Recht ergeben. Dabei habe sie nur dann ein Gültigkeitserfordernis dargestellt, wenn auf die Einvernahme von Auskunftspersonen sinngemäss die Bestimmungen über die Einvernahme von Zeugen anwendbar gewesen seien. Da die aargauische Strafprozessordnung hinsichtlich der Einvernahme von Auskunftspersonen die Bestimmungen über die Vernehmung von Beschuldigten sinngemäss für anwendbar erklärt habe, komme der Pflicht, die Auskunftsperson auf die Strafbestimmungen von Art. 303-305 StGB hinzuweisen, nicht die Bedeutung eines Gültigkeitserfordernisses zu. Im Gegensatz zum Aussageverweigerungsrecht sei diese Belehrungspflicht auch nicht durch übergeordnetes Recht vorgeschrieben. Es sei daher von einer Ordnungsvorschrift auszugehen, deren Verletzung nicht zur Unverwertbarkeit der Einvernahmen führe. Die entsprechenden Protokolle seien deshalb als Beweismittel zuzulassen.