Citation: 6B_888/2021 E. 5.4.1

5.4.1. 5.4.1.1. Die Vorinstanz verletzt kein Bundesrecht, wenn sie in Übereinstimmung mit der zitierten bundesgerichtlichen Rechtsprechung (vgl. oben E. 5.3) erwägt, bei rechtmässigen, aber ungerechtfertigten Zwangsmassnahmen richte sich die Entschädigung nach Art. 429 StPO (angefochtenes Urteil S. 47). Die Vorinstanz erwägt nicht etwa abstrakt, dass die Gerichtsgebühren derjenige Beschwerdeverfahren, die ex post als aussichtslos oder wenig aussichtsreich zu betrachten wären, nicht Teil einer angemessenen Verteidigungsstrategie und deshalb nicht zu entschädigen wären (vgl. Beschwerde Ziff. 20 S. 9). Sie setzt sich vielmehr mit den einzelnen bundesgerichtlichen und obergerichtlichen Beschwerden konkret auseinander und legt mit überzeugender Begründung (vgl. oben E. 2.4) dar, weshalb die jeweiligen Beschwerden als Teil einer angemessenen Verteidigungsstrategie zu betrachten sind oder nicht (vgl. angefochtenes Urteil S. 50 ff.). Diese Vorgehensweise führt nicht zu einer Einschränkung der Entschädigung anwaltlicher Vertretung "auf gesetzlich nicht haltbare Weise" (Beschwerde Ziff. 20 S. 9). 5.4.1.2. Fakt ist, dass auf sieben der zwölf vom Beschwerdeführer 1 erhobenen Beschwerden an das Bundesgericht nicht eingetreten wurde (Urteile 1B_351/2010 und 1B_353/2010 vom 14. Januar 2011; 1B_209/2011 vom 6. September 2011; 1B_215/2011 vom 6. September 2011; 1B_315/2011 vom 6. September 2011; 1B_273/2012 vom 11. Juli 2012; 1B_275/2012 vom 11. Juli 2012; 1B_505/2012 vom 24. Januar 2013). Die übrigen fünf Beschwerden wurden als unbegründet abgewiesen. Im Verfahren 1B_317/2011 unterliess der Beschwerdeführer 1, vor dem bundesgerichtlichen Verfahren den ordentlichen Rechtsmittelweg zu beschreiten (Urteil 1B_317/2011 vom 6. September 2011 E. 4.12). Im Verfahren 1B_465/2012 wiederholte er im Wesentlichen einen Rechtsstandpunkt, den das Bundesgericht im Verfahren 1B_317/2011 bereits beurteilt hatte (Urteil 1B_465/2012 vom 6. September 2012). Im Verfahren 1B_27/2012 kam das Bundesgericht zu Schluss, die vom Beschwerdeführer 1 aufgeworfenen Fragen der Beweiswürdigung seien nicht im Entsiegelungsverfahren zu beurteilen, sondern vom erkennenden Strafgericht im Falle einer strafrechtlichen Anklage (Urteil 1B_27/2012 vom 27. Juni 2012 E. 7.6). In den Verfahren 1B_567/2012 und 1B_303/2013 unterliess der Beschwerdeführer 1, betreffend die Entsiegelungshindernisse seiner prozessualen Mitwirkungs- bzw. Substanzierungsobliegenheit nachzukommen (Urteile 1B_567/2012 vom 26. Februar 2013 E. 7.5; 1B_303/2013 vom 21. März 2014 E. 7). Wenn die Vorinstanz unter Verweis auf die obengenannten bundesgerichtlichen Urteile zum Schluss kommt, elf der zwölf bundesgerichtlichen Verfahren seien nicht als angemessene Ausübung von Verfahrensrechten zu betrachten und daher nicht ersatzfähig (angefochtenes Urteil S. 35 und 50 ff.), ist dies nicht zu beanstanden. Es ist von einem erfahrenen Strafverteidiger (vgl. oben E. 2.2.1) zu erwarten, dass er unterlässt, mehrere Beschwerden an das Bundesgericht gegen ein abgewiesenes Ausstandsgesuch betreffend dieselbe Person im Wesentlichen mit der gleichen Begründung zu erheben (vgl. Verfahren 1B_317/2011 und 1B_465/2012). Ein erfahrener Anwalt muss zudem im Rahmen eines Entsiegelungsprozesses sicherstellen, dass sein Klient der ihm obliegenden Mitwirkungs- bzw. Substanzierungsobliegenheit nachkommt (vgl. Verfahren 1B_567/2012 und 1B_303/2013). 5.4.1.3. Nicht zu beanstanden sind zudem die vorinstanzlichen Ausführungen in Bezug auf die Verweigerung der Entschädigung für die Verfahrenskosten für die obengenannten obergerichtlichen Beschwerdeverfahren (angefochtenes Urteil S. 57-59). Es ist namentlich von einem erfahrenen Rechtsanwalt zu erwarten, dass er das Vorliegen einer beschwerdefähigen Verfügung prüft, bevor er Beschwerde erhebt (vgl. Verfahren SW.2011.32; angefochtenes Urteil S. 57). Ebenfalls erwartet werden kann, dass er die aktuelle Praxis zur Einschränkung der Akteneinsicht gründlich studiert, bevor er gegen deren Verweigerung Beschwerde erhebt (vgl. Verfahren SW.2011.22; angefochtenes Urteil S. 58). Da sich aus der StPO kein Anspruch auf vorgängige Bekanntmachung der Namen von Zeugen vor deren Einvernahme ergibt, ist schliesslich nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz die dagegen gerichtete Beschwerde nicht als Teil einer angemessenen Verteidigungsstrategie betrachtet (vgl. Verfahren SW.2011.57; angefochtenes Urteil S. 57).