Citation: 5A_840/2023 E. 4.3.2

4.3.2. Soweit der Betreuungsunterhalt in Frage steht, kommt dem zuletzt erwähnten Schritt aufgrund der Ausgestaltung dieser Unterhaltsart freilich keine Bedeutung zu: Vermag der betreuende Elternteil seinen Grundbedarf dank einer Steigerung seines Einkommens neu ganz oder in erheblich grösserem Umfang selbst zu decken, entfällt der Grund für die weitere Ausrichtung von Betreuungsunterhalt. Entsprechend darf eine Abänderung der Unterhaltspflicht nicht prinzipiell ausgeschlossen oder eingeschränkt werden, insbesondere auch nicht mit dem Argument, dass der frei werdende Unterhaltsbeitrag ohne weiteres dem Kind zugute kommen soll. Sofern die eingetretene Änderung dauerhaft und wesentlich ist, hat eine Anpassung des Unterhaltstitels zu erfolgen. Diese Rechtsprechung folgt aus der besonderen Zweckbindung des Betreuungsunterhalts. Dieser soll die bestmögliche Betreuung des Kindes gewährleisten und die (indirekten) Kosten abdecken, die einem Elternteil dadurch entstehen, dass er aufgrund einer persönlichen Betreuung des Kindes davon abgehalten wird, durch Arbeitserwerb für seinen eigenen Lebensunterhalt aufzukommen. Dass der Betreuungsunterhalt, wenngleich formell als Anspruch des Kindes ausgestaltet, wirtschaftlich dem betreuenden Elternteil zukommt, spricht dagegen, einen zufolge Erhöhung des Einkommens dieses Elternteils freiwerdenden Unterhaltsbeitrag im Abänderungskontext eins zu eins dem Kind zuzurechnen, denn mit einem solchen Vorgehen wäre eine wirtschaftliche Neuzuordnung des entsprechenden Betrags verbunden, die sich nicht rechtfertigen liesse. Etwas anderes gilt beim Barunterhalt, der die (direkten) Kosten für das Kind abdeckt. Bei dessen Festsetzung kann den Besonderheiten des Einzelfalls angemessen Rechnung getragen werden, womit auch Raum für eine auf die Umstände des Einzelfalls abgestimmte Verbesserung der Stellung des Kindes besteht (Urteil 5A_176/2023 vom 9. Februar 2024 E. 5.3.1.-5.3.3 mit Hinweisen, zur Publikation vorgesehen).