Citation: I 374/05 18.10.2005 E. 2

2.1 Was insbesondere die geistigen Gesundheitsschädigungen betrifft, ist mit der Vorinstanz zu betonen, dass das Vorliegen eines fachärztlich diagnostizierten psychischen Leidens mit Krankheitswert aus rechtlicher Sicht wohl Voraussetzung, nicht aber hinreichende Basis für die Annahme einer invalidisierenden Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ist; ausschlaggebend ist vielmehr, ob die psychiatrischen Befunde nach Einschätzung des Arztes eine derartige Schwere aufweisen, dass dem Versicherten die Verwertung seiner Arbeitskraft auf dem Arbeitsmarkt bei objektiver Betrachtung - und unter Ausschluss von Einschränkungen der Leistungsfähigkeit, die auf aggravatorisches Verhalten zurückzuführen sind - sozial-praktisch nicht mehr zumutbar oder dies für die Gesellschaft gar untragbar ist (BGE 130 V 353 ff. Erw. 2.2.3 mit Hinweis auf Urteil S. vom 17. Februar 2003 [I 667/01] Erw. 3; BGE 102 V 165; AHI 2001 S. 228 Erw. 2b mit Hinweisen). 2.2 Frau Dr. med. F.________ hielt zur Frage der Arbeitsfähigkeit fest, die verminderte Konzentration und Aufmerksamkeit sowie die um die somatischen und psychischen Beschwerden kreisenden Gedanken verunmöglichten die Ausübung der bisherigen Tätigkeit als Hilfsmechaniker seit Mai 1999, wobei ihm auch keine andere Tätigkeit mehr zumutbar sei. Was diese retrospektive ärztliche Einschätzung der Arbeitsfähigkeit des seit 31. Januar 2002 bei der Psychiaterin in Behandlung stehenden Beschwerdeführers betrifft, wies Dr. med. L.________, Interner Medizinischer Dienst der IV, am 18. Dezember 2003 zu Recht darauf hin, dass es schwierig sein dürfte, eine verlässliche rückblickende Beurteilung hinsichtlich der Entwicklung einer psychischen Störung abzugeben, zumal sich in den vorgängigen medizinischen Berichten keinerlei Hinweis auf eine psychische Störung mit Krankheitswert findet. Der Hausarzt Dr. med. W.________ schätzte in seinem Bericht vom 28. August 2000 zwar die Arbeitsfähigkeit (auch bezüglich einer Verweisungstätigkeit) auf unter 50 %, gab hiefür aber invalidenversicherungsrechtlich unbeachtliche sprachliche und schulische Defizite an. Aufgrund der in somatischer Hinsicht aufgetretenen Schmerzausweitung auf Halswirbelsäule und Arme meldete er den Versicherten anfangs 2001 zur Kontrolle im Spital A.________ und gestützt auf dessen Empfehlung zur Rehabilitation in der Klinik R.________ an (Bericht vom 22. Februar 2001). Die Symptomausweitung wurde denn auch in beiden Kliniken bestätigt, wobei die Diagnose eines Chronischen Panvertebralsyndroms mit Symptomausweitung bei lumbospondylogener Komponente beidseits (rechts mehr als links), einer Wirbelsäulenfehlhaltung (Shift nach links) und einer Diskusprotrusion L4/L5 mit Verlegung der lateralen Recessus und Wurzelverkürzung L5 beidseits gestellt wurde (Bericht der Klinik R.________ vom 16. Juli 2001). Trotz Einzelgesprächen mit dem internen Psychologen erwähnten die Ärzte aber keine psychische Komponente. Einzig im gleichentags von der Klinik R.________ an den Hausarzt verfassten Bericht wird ein subdepressives Zustandsbild - allerdings ohne nähere Ausführungen hiezu - angegeben. Daraus erhellt, dass die von Frau Dr. med. F.________ nicht näher begründete, Jahre später abgegebene Schätzung der Arbeitsfähigkeit nicht überzeugt. Zudem hat das kantonale Gericht hinsichtlich der von ihr diagnostizierten schweren depressiven Episode zutreffend erwogen, dass eine 100 %-ige Arbeitsfähigkeit mit Blick auf die in Erw. 2.1 zitierte Rechtsprechung auch insoweit nicht nachvollziehbar ist, als die Ärztin von einer "depressiven Episode", also von einem vorübergehenden Zustand ausgeht, indessen aber nicht begründet, warum dem Versicherten generell keinerlei Erwerbstätigkeit mehr zumutbar sein sollte. Unter diesen Umständen ist eine abschliessende, schlüssige Beurteilung des medizinischen Sachverhalts und der Arbeitsunfähigkeit nicht möglich. Die Vorinstanz hat daher die Sache zu Recht zur weiteren polydisziplinären Abklärung in somatischer und psychiatrischer Hinsicht an die Verwaltung zurückgewiesen, da damit auch zur gesamten, sich aus der Wechselwirkung von körperlichen und geistigen Krankheitsbefunden ergebenden Arbeitsunfähigkeit Stellung genommen werden kann.