Citation: 7B_8/2021 E. 6.4.2

6.4.2. Vor dem Hintergrund, dass der Beschwerdeführer der Polizeirichterin des Broyebezirks vorwarf, die Privatklägerseite zu begünstigen, indem sie wolle, dass die Verhandlung vor Ablauf der Verjährungsfrist für die üble Nachrede am 11. August 2019 stattfinde (vgl. angefochtenes Urteil E. 4.1.2 S. 10 mit Verweis auf: Akten Bezirksgericht Verfahren 50 2018 13 act. 305 und 460), erscheint der vorinstanzliche Schluss, der Beschwerdeführer habe ein Interesse am Eintritt der Verjährung gehabt, sodann nicht als schlechterdings unhaltbar. Der Beschwerdeführer beschränkt sich in diesem Zusammenhang im Wesentlichen darauf, ein derartiges Interesse zu bestreiten, seine eigene Sicht der Dinge darzulegen und hinsichtlich des von der Vorinstanz angenommenen Motivs für sein Fernbleiben frei zum Beweisergebnis zu plädieren. Dies gilt namentlich, wenn er behauptet, er habe diverse Möglichkeiten gehabt, um die Verjährung herbeizuführen, diese aber nicht genutzt (vgl. Beschwerde Ziff. 3.4.2.1 S. 38-40), ausführt, es sei nicht sein Ziel gewesen, die Verjährung zu erwirken, zumal er das Fristwiederherstellungsgesuch am ersten möglichen Tag eingereicht habe (vgl. Beschwerde Ziff. 3.4.2.3 S. 41-44), festhält, es sei für die erstinstanzliche Hauptverhandlung ein Ersatztermin zur Verfügung gestanden (vgl. Beschwerde Ziff. 3.4.2.2 S. 40 f.) oder vorbringt, für den Vorwurf der üblen Nachrede sei ein Freispruch zu erwarten gewesen (vgl. Beschwerde Ziff. 3.4.3.3 S. 50 f.). Damit stellt er den Ausführungen der Vorinstanz lediglich seine eigene Würdigung gegenüber, ohne aber aufzuzeigen, dass die vorinstanzlichen Erwägungen zu seinem Motiv für sein Nichterscheinen an der von der Polizeirichterin angesetzten Hauptverhandlung offensichtlich unhaltbar ist. Dass eine andere Lösung oder Würdigung ebenfalls vertretbar oder gar zutreffender erscheint, genügt für die Annahme von Willkür nicht (BGE 143 IV 241 E. 2.3.1; 141 IV 369 E. 6.3; je mit Hinweisen). Nicht stichhaltig ist ferner die Argumentation des Beschwerdeführers, die Justizbehörden hätten das nahe Ende der Verjährung selber zu vertreten (vgl. Beschwerde Ziff. 3.4.2.1 S. 40), da dies ein missbräuchliches Verhalten seitens des Beschwerdeführers nicht ausschliesst. Auf seine Ausführungen, wonach die Vorinstanz den Rechtsmissbrauch ferner damit begründet habe, dass er mehrere Anträge um vorsorgliche Massnahmen gestellt und dies in der Beschwerde vom Juli 2019 noch erwähnt habe (vgl. Beschwerde Ziff. 3.4.2.4 S. 44-48), braucht im Weiteren nicht eingegangen zu werden. So hat die Vorinstanz ausdrücklich festgehalten, dass dem Beschwerdeführer nicht vorgeworfen werde, die Anträge um vorsorgliche Massnahmen missbräuchlich gestellt zu haben, sondern dass er missbräuchlich nicht zur Verhandlung vom 13. Juni 2019 erschienen sei. In Würdigung der gesamten Umstände durfte sie auf rechtsmissbräuchliches Verhalten seitens des Beschwerdeführers schliessen. Eine selektive Sachverhaltsfeststellung bzw. Rechtsanwendung seitens der Vorinstanz (vgl. Beschwerde Ziff. 3.4.2.1 S. 39) ist genauso wenig erkennbar, wie eine schematische, einseitige Beweiswürdigung (vgl. Beschwerde Ziff. 3.5 S. 52 f.). Dass die Polizeirichterin des Broyebezirks und die Staatsanwaltschaft nicht auf Rechtsmissbrauch geschlossen haben, vermag das angefochtene Urteil nicht in Frage zu stellen. Massgebend ist einzig, ob die Vorinstanz aufgrund der von ihr festgestellten Umstände auf Rechtsmissbrauch erkennen durfte, was nach dem oben Gesagten zu bejahen ist.