Citation: 6P.124/2002 06.10.2003 E. 4

Das Obergericht hat die Glaubwürdigkeit der Beschwerdeführerin in Zweifel gezogen und ihr nicht geglaubt. Sie rügt, damit sei das Obergericht nicht nur in Willkür verfallen, sondern habe überdies den Grundsatz in dubio pro reo verletzt (vgl. Beschwerde S. 35 - 39). Soweit die Ausführungen sich einmal mehr in appellatorischer Kritik erschöpfen, ist darauf nicht einzutreten. Im Übrigen besagt der Grundsatz in dubio pro reo nicht, dass einfach den Angaben der Beschuldigten zu folgen wäre. Vielmehr sind diese Angaben ein Element unter allen verfügbaren Beweisen, die das Gericht zu würdigen hat. Nur wenn unter Würdigung aller Beweise nicht zu unterdrückende Zweifel an der Schuld der Angeklagten fortbestehen, ist diese freizusprechen (BGE 127 I 38 E. 2a S. 41). Im vorliegenden Fall bestehen erhebliche Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Beschwerdeführerin. Das Obergericht verweist zu Recht darauf, dass sie ihre Darstellung der Ereignisse immer wieder geändert hat (vgl. angefochtener Entscheid S. 286 - 294 mit Hinweis auf S. 141 - 175). Das Aussageverhalten lässt sich mit einem Schock, den die Beschwerdeführerin erlitten haben will, nicht hinreichend erklären. Auch war der Sachverhalt, um den es im vorliegenden Fall geht, relativ einfach, und er verlangte deshalb keine besondere Gedächtnisleistung. Davon, dass das Obergericht in Bezug auf die Glaubwürdigkeit der Beschwerdeführerin den Grundsatz in dubio pro reo verletzt hätte, kann nicht die Rede sein.