Citation: 8C_729/2019 E. 4.4

4.4. Das von der Allianz zitierte Urteil 8C_768/2018 vom 12. April 2019 ist nicht einschlägig. Laut dessen E. 5.2.3 war die zumutbare Arbeitsfähigkeit in einem Vollzeitpensum ohne Leistungseinbusse verwertbar, weshalb ein Abzug unter dem Aspekt des Beschäftigungsgrades von vornherein ausser Betracht fiel. Allerdings ist den Vorbringen der Allianz insoweit beizupflichten, als das Bundesgericht in der Regel einen Abzug vom Tabellenlohn verneint, wenn die versicherte Person in der Lage ist, in einem Vollzeitpensum eine wegen des vermehrten Pausenbedarfs reduzierte Arbeitsleistung zu erbringen (vgl. PHILIPP GEERTSEN, Der Tabellenlohnabzug, in: Jahrbuch zum Sozialversicherungsrecht 2012, S. 148 ff. mit Hinweisen auf die Rechtsprechung). So hat es in einem vergleichbaren Fall (Urteil 8C_82/2019 vom 19. September 2019) erkannt, soweit die Beschwerdeführerin geltend mache, die behinderungsbedingten Einschränkungen liessen sie die ihr verbleibende 80%-ige Leistungsfähigkeit nur mit unterdurchschnittlichem Erfolg verwerten, weshalb insgesamt ein leidensbedingter Tabellenlohnabzug vorzunehmen sei, könne ihr nicht gefolgt werden. Der zusätzliche Pausenbedarf von zehn Minuten pro Arbeitsstunde sei bereits in der gesundheitsbedingten Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 20 % - bezogen auf ein Vollzeitpensum, welches vollschichtig absolviert werden könne - enthalten. Zu Recht verweise die Vorinstanz auf die Praxis, wonach allfällige, in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit schon enthaltene gesundheitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürften (E. 6.3.2 mit Hinweisen). Vorliegend sind von der Vorinstanz keine konkreten Anhaltspunkte genannt worden, die es dem Beschwerdegegner in der zu beurteilenden Zeitphase erschwert haben könnten, die verbleibende Arbeitsfähigkeit erwerblich zu verwerten. Ihr Hinweis auf die von ihr wörtlich zitierten Erwägungen des Entscheids des Kantonsgerichts Basel-Landschaft vom 13. Juni 2008 kann schon prozessual nicht verwertet werden, da es darin um eine Auseinandersetzung mit der Invalidenversicherung und nicht mit der vorliegend beschwerdeführenden Allianz als obligatorischer Unfallversicherung gegangen war. Eine Bindung des ermessensweise festgelegten Abzugs gemäss BGE 126 V 76 an diesen Entscheid ist daher offensichtlich ausgeschlossen, unabhängig davon, ob sich die Einschätzung der IV-Stelle auf rein unfallbezogene Elemente bezogen hatte. Die Beschwerde der Allianz ist in diesem Punkt gutzuheissen. Es ist festzustellen, dass der Beschwerdegegner für den Zeitraum ab Juni 2010 bis Oktober 2012 Anspruch auf eine Invalidenrente der obligatorischen Unfallversicherung gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 41 % hat.