Citation: 1C_452/2018 E. 4.3

4.3. Die Regelungen der FiVO bezwecken nach dem Ausgeführten zwar die Wahrung öffentlicher Interessen, doch ist nicht ersichtlich, dass damit gleichzeitig der Anspruch auf Informationszugang nach § 20 Abs. 1 IDG eingeschränkt werden sollte. Dass eine gut ausgebaute Kontrolle der Haushaltsführung des Kirchenrats besteht, lässt das individuelle Recht auf Informationszugang keineswegs obsolet erscheinen. Der Öffentlichkeitsgrundsatz will vielmehr für alle Bürger Transparenz herstellen und so das Vertrauen in die Verwaltung und in ihr Funktionieren fördern. Ausserdem dient dieser Grundsatz auch der Verwirklichung der Informationsfreiheit (Art. 16 BV), und er trägt zur Verwaltungsmodernisierung bei (BGE 142 II 313 E. 3.1 S. 315 f.). Der vom Beschwerdegegner in der Vernehmlassung genannte § 66 FiVO regelt nur die Prüfung der Jahresrechnungen. Auch sonst wird nicht dargetan, inwiefern die FiVO die oben bei E. 4.1 dargelegten Anforderungen für eine Beschränkung des Informationszugangs erfüllen soll. Die Vorinstanz verkennt, dass die Vorschriften über die Haushaltsführung, das Controlling und die Berichterstattung nicht in genügend bestimmter bzw. umgrenzter Weise eine Geheimhaltung bestimmter Informationen oder eines Sachbereichs regeln. Es verstösst in grober Weise gegen § 23 Abs. 1 IDG, wenn die Vorinstanz im vorliegenden Zusammenhang dennoch vom Vorliegen rechtlicher Bestimmungen ausgeht, die den Informationszugang einschränken. Der angefochtene Entscheid erweist sich demzufolge als offensichtlich unhaltbar und verletzt das Willkürverbot (Art. 9 BV). Diesem Ergebnis steht auch nicht entgegen, dass den Mitgliedern der Finanz- und Geschäftsprüfungskommission der Kirchensynode Einblick in die Depot- und Kontoauszüge gewährt wird, sie aber diese Unterlagen der Öffentlichkeit in der Regel nicht bekannt geben (vgl. § 96 GO). Das Kommissionsgeheimnis schliesst den Zugang zu Informationen, welche die Verwaltung ohnehin besitzt und die nicht allein für eine Kommissionssitzung erstellt werden, nicht aus (vgl. Urteil des Bundesgerichts 1C_222/2018 vom 21. März 2019 E. 2.4).