Citation: 7B_664/2023 E. 5.2

5.2. Daran vermag auch der Einwand des Beschwerdeführers nichts zu ändern, er sei damals noch nicht ausreichend notwendig verteidigt gewesen. Wie das Bundesgericht schon im sachkonnexen Urteil 7B_633/2023 vom 12. August 2024 festgestellt hat, durfte die Staatsanwaltschaft nach dem Grundsatz von Treu und Glauben davon ausgehen, dass der Beschwerdeführer zwischen dem 11. April (Versand der Verfügung) und dem 20. April 2023 (Beginn des Fristenlaufs) vorläufig durch seinen damaligen Wahlverteidiger ausreichend notwendig verteidigt war. Der Beschwerdeführer bestand anlässlich seiner Einvernahme vom 9. April 2023 mehrmals nachdrücklich darauf, vorläufig nur diesen Anwalt als seinen Wahlverteidiger anzuerkennen. Diesem gesetzlich gewährleisteten Wunsch hatte die Staatsanwaltschaft damals Rechnung zu tragen (Art. 129 Abs. 1 StPO). Eine entsprechende protokollierte Erklärung des Beschwerdeführers (Art. 129 Abs. 2 StPO) lag vor (zit. Urteil 7B_633/2023 E. 2.3.1-2.3.2). Der Beschwerdeführer legt auch nicht nachvollziehbar dar, weshalb er - angesichts der ihm am 12. April 2023 zugestellten Abholungseinladung der eingeschriebenen Sendung und der erfolgten zweiten Zustellung (per Normalpost) am 29. April 2023 - nicht unverzüglich, vor Ablauf der Beschwerdefrist, seinen damaligen Wahlverteidiger bzw. dessen Stellvertreter informiert oder eine neue Wahlverteidigung eingeschaltet hat. Wie bereits erwähnt, musste der Beschwerdeführer mit der Zustellung der ihm am 9. April 2023 in Aussicht gestellten Zwangsmassnahmenverfügung zeitnah rechnen. Die Vorinstanz stellt sodann willkürfrei fest, dass der Beschwerdeführer dieser Verfügung auch noch am 29. April 2023, mit der unstreitig erfolgten zweiten Zustellung per Normalpost, entnehmen konnte, dass eine erste Zustellung per Einschreiben erfolgt war und die 10-tägige Beschwerdefrist bereits zu laufen begonnen hatte. Im Übrigen weist das Obergericht mit Recht darauf hin, dass dringliche Zwangsmassnahmen zur Beweissicherung, wie Überwachungen, Beschlagnahmen und Durchsuchungen, grundsätzlich schon vor Bestellung einer notwendigen Verteidigung angeordnet werden dürften. Ein Siegelungsbegehren (Art. 247-248 StPO) bildet nicht Gegenstand des angefochtenen Entscheides.