Citation: 4A_91/2022 E. A

Am 11. Juni 2005 ereignete sich an der Verzweigung U.________strasse/V.________strasse in B.________ eine Kollision zwischen einem Tram der Verkehrsbetriebe der Stadt B.________ (Verkehrsbetriebe B.________) und C.________. Gemäss den Feststellungen der Vorinstanz fuhr der ortskundige C.________ mit dem Velo verbotenerweise auf dem linken Trottoir der V.________strasse (Einbahnstrasse) in Gegenrichtung des fahrenden, die U.________strasse überquerenden Verkehrs und wollte die U.________strasse überqueren, dies mit einer mittleren Geschwindigkeit von ca. 15,2 km/h. Als er von links ein sich näherndes vortrittsberechtigtes Tram der Linie xxx wahrnahm, bremste er brüsk ab, um einen Zusammenstoss mit dem Tram zu verhindern. Dabei verlor er das Gleichgewicht und stürzte vor den Tramzug, von dem er einige Meter weit mitgeschleift wurde. Dabei wurde er schwer verletzt. C.________ ist bei der A.________ AG (Klägerin, Beschwerdeführerin) obligatorisch gegen Unfall versichert. Die Klägerin erbrachte im Zusammenhang mit dem Unfallereignis vom 11. Juni 2005 diverse Leistungen gestützt auf das UVG und das IVG. Die Verkehrsbetriebe B.________ stellen als (unselbständige) öffentliche Anstalt eine Verwaltungsabteilung der Stadt B.________ (Beklagte, Beschwerdegegnerin) dar. Die Klägerin macht gegenüber der Beklagten gestützt auf Art. 72 Abs. 1 ATSG eine Regressforderung geltend. Sie ist der Ansicht, die Verkehrsbetriebe B.________ hafte in Anbetracht der hohen Betriebsgefahr und der strengen Kausalhaftung nach Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 28. März 1905 über die Haftpflicht der Eisenbahn- und Dampfschifffahrtsunternehmungen und der Schweizerischen Post (EHG) für den entstandenen Schaden. Die Beklagte lehnt wegen groben haftungsausschliessenden Selbstverschuldens von C.________ gestützt auf Art. 1 Abs. 1 EHG jegliche Haftung ab.