Citation: 6B_19/2021 E. 5.2

5.2. Der Beschwerdeführer begründet seine Kritik an der Ausschreibung im SIS damit, dass sich die Vorinstanzen nicht ausdrücklich zu den Voraussetzungen in casu äussern und sie daher ihre Begründungspflicht verletzten. Wie es sich damit verhält, kann offen bleiben. Aus der Beschwerde erhellt, dass sich der Beschwerdeführer aufgrund seiner anwaltlichen Vertretung trotz der allenfalls ungenügenden Begründung der Vorinstanzen über die Hintergründe der Ausschreibung und deren Tragweite Rechenschaft geben und sie in Kenntnis der Sache an das Bundesgericht weiter ziehen konnte (vgl. zur Begründungspflicht BGE 143 III 65 E. 5.2; 141 III 28 E. 3.2.4; 139 IV 179 E. 2.2; 138 IV 81 E. 2.2; je mit Hinweisen; Urteil 6B_648/2020 vom 15. Juli 2020 E. 3.3.1). So macht er geltend, die Ausschreibung sei nicht verhältnismässig. Er nimmt damit auf die Voraussetzung von Art. 24 Ziff. 1 und 2 Satz 1 der SIS-II-Verordnung Bezug, wonach die Ausschreibung eingegeben wird, wenn die Entscheidung auf die Gefahr für die öffentliche Sicherheit oder Ordnung oder die nationale Sicherheit gestützt wird, die die Anwesenheit des betreffenden Drittstaatsangehörigen im Hoheitsgebiet eines Mitgliedstaats darstellt. Dass dies vorliegend der Fall ist resp. die Vorinstanz eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit bejaht, ergibt sich aus ihren Erwägungen zur Landesverweisung klar. Zudem steht fest, dass der Beschwerdeführer wegen einer strafbaren Handlung gegen Leib und Leben zu 32 Monaten Freiheitsstrafe teilbedingt verurteilt wurde und somit die Voraussetzung für eine Ausschreibung gemäss Art. 24 Ziff. 2 lit. a SIS-II-Verordnung erfüllt ist (oben E. 5.1). Das in jener Norm statuierte, ohnehin nicht pauschal einzuhaltende Minimum von einem Jahr Freiheitsstrafe wurde vorliegend gar weit überschritten. Es liegt daher innerhalb des vorinstanzlichen Ermessens, eine Ausschreibung im SIS anzuordnen. Eine damit allenfalls einhergehende zusätzliche Einschränkung seiner Bewegungsfreiheit im gesamten Schengenraum hat der Beschwerdeführer in Kauf zu nehmen. Unter den gegebenen Umständen kann ausnahmsweise auf eine Rückweisung der Sache an die Vorinstanz verzichtet werden, da dies einen formalistischen Leerlauf bedeuten würde.