Citation: 8C_62/2019 E. 6.2.1

6.2.1. Bedarf es - wie im vorliegenden Fall - für die Beurteilung sozialversicherungsrechtlicher Leistungsansprüche im Verwaltungsverfahren medizinischer Abklärungen (Art. 43 Abs. 1 ATSG), ist der Rechtsanwender regelmässig auf das Wissen und die Erfahrung fachärztlicher Sachverständiger angewiesen. Deren Angaben zur Art des Gesundheitsschadens, zum dadurch bedingten Behandlungsbedarf, zur Einschränkung des funktionellen Leistungsvermögens sowie, insbesondere im Bereich der sozialen Unfallversicherung, zur Frage des natürlichen Kausalzusammenhangs mit dem Unfallereignis kommt für die Fallerledigung wesensgemäss zentrale Bedeutung zu (vgl. BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195 f.; 132 V 93 E. 4 S. 99 f. mit Hinweisen betreffend Invaliditätsbemessung; vgl. zum Beweiswert allgemein: BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232; 125 V 351). Dementsprechend gelten hohe Anforderungen an die Unparteilichkeit und Unbefangenheit der Experten, was die Rechtsprechung seit je dadurch zum Ausdruck bringt, dass für diese grundsätzlich die gleichen Ausstands- und Ablehnungsgründe gelten wie für Richter (vgl. E. 5.2 hiervor). Das Verhalten eines Sachverständigen (oder eines Richters) gegenüber einer Partei kann den Anschein der Befangenheit begründen, wenn daraus nach objektiver Betrachtung inhaltlich oder durch die Art der Kommunikation auf besondere Sympathien oder Antipathien oder (was hier besonders hervorzuheben ist) auf eine Ungleichbehandlung der Prozessbeteiligten geschlossen werden kann. Insofern begründen namentlich einseitige Kontakte eines gerichtlichen Experten zu einer Partei oder deren Vertreter den Befangenheitsanschein. Auch wenn einseitige Kontaktnahmen tatsächlich bloss organisatorische Fragen betreffen, finden sie definitionsgemäss in Abwesenheit der Gegenpartei statt und entziehen sich deren Kontrolle, was naheliegend begründetes Misstrauen in die Unparteilichkeit des Experten weckt (vgl. Urteile 5A_663/2015 vom 7. März 2016 E. 3.4.1; 4P.254/2006 vom 6. Dezember 2006 E. 2.2, je mit Hinweisen; vgl. ferner Urteil 8C_276/2016 vom 23. Juni 2016 E. 5.2, in: SVR 2018 UV Nr. 28 S. 97).