Citation: I 686/00 30.05.2001 E. 2

2.- Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin für das an den Beschluss der Vorinstanz vom 29. November 1999 anschliessende Verwaltungsverfahren Anspruch auf unentgeltliche Verbeiständung hat. Dabei stellt sich nur die Frage der Notwendigkeit der anwaltlichen Mitwirkung, nachdem die Vorinstanz die beiden anderen Voraussetzungen (Bedürftigkeit, fehlende Aussichtslosigkeit) bejaht hat. a) Die Vorinstanz verneinte die Notwendigkeit des Beizuges einer Rechtsanwältin mit der Begründung, nach der Überweisung der Akten befinde sich das Verwaltungsverfahren im weitgehend vorgezeichneten Abklärungsverfahren, das keine besonders schwierigen rechtlichen oder tatsächlichen Fragen beinhalte. Dass dabei die Rentenfrage zur Prüfung stehe, rechtfertige allein noch keine anwaltliche Verbeiständung, ebenso wenig die vorliegenden zeitlichen Umstände. Zudem hätte sich die vormals vom Rechtsdienst des Patronato X.________ vertretene Beschwerdeführerin über Inhalt und Tragweite des Beschlusses vom 29. November 1999 sowie über den Verfahrensfortgang ohne erheblichen zusätzlichen Aufwand insoweit ins Bild setzen können, als eine nicht bedürftige Partei diesfalls an ihrer Stelle auf den Beizug einer Rechtsanwältin verzichtet hätte. b) Zwar ergibt sich allein aus der Tatsache, dass ein Überweisungs- oder ein Rückweisungsentscheid ergangen ist und damit ein weiteres Verwaltungsverfahren notwendig wird, grundsätzlich noch keine Veranlassung für eine anwaltliche Mitwirkung ab diesem Zeitpunkt. Auch genügt lediglich ein Erklärungsbedarf seitens der Beschwerdeführerin betreffend den weiteren Verfahrensablauf oder einen in ihren Augen unklaren Beschluss nicht, den Beizug eines Anwaltes zu rechtfertigen, da diese Erläuterungen beispielsweise auch bei der Verwaltung eingeholt werden können. Vorliegend stellt sich indes durch den geteilten Verfahrensgang betreffend berufliche Massnahmen und Rente sowie den Nichteintretens- und Überweisungsbeschluss die Situation anders dar als in einem erstmaligen, weitgehend vorgezeichneten und damit problemlosen Abklärungsverfahren. Erschwerend kommt hinzu, dass betreffend die Überweisung an die IV-Stelle zur Prüfung der Rentenfrage erst zwei Jahre nach Beschwerdeeinreichung und Einreichung neuer Arztzeugnisse entschieden wurde. Mit der sachlichen Auseinandersetzung der dabei aufgeworfenen Fragen, insbesondere auch formeller Art, war die sprach- und rechtsunkundige Beschwerdeführerin zweifellos überfordert. Damit war es auch im Lichte der Rechtsprechung, wonach an die Notwendigkeit der Verbeiständung ein strenger Massstab anzulegen ist (BGE 122 I 10 Erw. 2c), gerechtfertigt, für ein weiteres Verwaltungsverfahren eine Rechtsanwältin beizuziehen, deren gebotene Mitwirkung im Übrigen bedeutend über Erläuterungen an die Versicherte hinausgeht. Daran ändert nichts, dass sich die Beschwerdeführerin zunächst vom Rechtsdienst des Patronato X.________ vertreten liess. Gerade auf Grund dessen Vorgehens, mit dem Antrag auf Rente und ohne Einwände gegen die Ablehnung der beruflichen Massnahmen Beschwerde zu erheben, indes auf eine gleichzeitige Intervention betreffend den Erlass einer Rentenverfügung bei der IV-Stelle zu verzichten, kann nicht davon ausgegangen werden, der Beschwerdeführerin sei die Vertretung durch das Patronato X.________ mindestens bis zum Abschluss des neuerlichen Verfügungsverfahrens mit Blick auf die Kernfunktion der unentgeltlichen Verbeiständung - der zweckdienlichen Wahrung der Ansprüche der versicherten Person - ohne weiteres möglich gewesen. Der Anspruch auf unentgeltliche Verbeiständung ist daher zu bejahen und die Sache an die IV-Stelle zurückzuweisen, damit sie die der Beschwerdeführerin für das Verwaltungsverfahren zustehende Entschädigung festsetze.