Citation: 6B_1107/2020 E. 2.2

2.2. Der Beschwerdeführer rügt, entgegen der Vorinstanz handle es sich nicht bloss um nebensächliche Ungereimtheiten. Die Aussagen der Beschwerdegegnerin 2 enthielten diverse Widersprüchlichkeiten und Fehler: So habe sie gegenüber der Staatsanwältin angegeben, kein Schlafmittel zu sich genommen zu haben. Allerdings habe sie das von ihm ausgestellte Rezept für das Schlafmittel "Remeron" eingelöst. Betreffend seinen angeblichen Übergriff vom 20. April 2016 (u.a. Auseinanderdrücken der Oberschenkel und Griff in den Slip) habe sie ein Mal ausgesagt, mit dem Rücken auf der Liege gelegen zu haben, während sie gemäss einer späteren Befragung seitlich gelegen haben wolle. Zudem habe sie in der polizeilichen Einvernahme angegeben, er sei mit seiner Hand von oben über das Bein hochgekommen und habe dann von oben in den Slip an die Vagina gegriffen, während sie in der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme ausgesagt habe, er sei mit seiner Hand von unten über das rechte Bein hochgekommen. Auch bezüglich des Vorfalls vom 11. Mai 2016 seien ihre Schilderungen inkonstant. Anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme habe sie sein Glied als beschnitten beschrieben. Dies sei falsch. Er leide an einer Vorhautverengung, dem optischen Gegenteil. Zudem habe die Beschwerdegegnerin 2 auch die weitere Intimzone unzutreffend umschrieben. Sie habe angegeben, keine Haare gesehen und gefühlt zu haben. Er sei allerdings zu keinem Zeitpunkt je im Intimbereich rasiert gewesen. Nicht stringent sei weiter die Aussage, sein Glied sei "hart" gewesen. Er habe an sexuellen Funktionsstörungen gelitten, die sich mit dieser Aussage nicht in Einklang bringen liessen. Entgegen dem Beschwerdeführer sind die Aussagen der Beschwerdegegnerin 2 nicht widersprüchlich, weshalb damit per se keine willkürliche Beweiswürdigung begründet werden kann. Die Vorinstanz wies zutreffend darauf hin, dass die Beschwerdegegnerin 2 nie behauptete, sie habe keine Schlafmittel eingenommen (vorinstanzliche E. 2.13; mit Verw. auf act. D3 5/2 F. 84). Betreffend ihre Liegeposition gab die Beschwerdegegnerin 2anlässlich der Einvernahme vom 20. September 2016 bei der Polizei (act. D3 5/1) nicht bloss an, sie sei auf dem Rücken gelegen (a.a.O. F. 31). In der Folgefrage (a.a.O. F. 32) präzisierte sie ihre Aussage, indem sie zu Protokoll gab, sie sei ein bisschen schräg gelegen, da die Liege am Oberkörper aufgestellt gewesen sei. Insofern steht ihre Aussage nicht jener in der Einvernahme vom 9. November 2016 bei der Staatsanwaltschaft (act. D3 5/2 F. 24) entgegen. Unzutreffend ist auch der Vorwurf, die Beschwerdegegnerin 2 habe die Berührung ihrer Vagina durch den Beschwerdeführer widersprüchlich beschrieben. Die Beschwerdegegnerin 2 sagte bei der Polizei - wie vom Beschwerdeführer zutreffend erwähnt - zwar aus, er sei "von oben übers Bein hoch[gekommen]" (act. D3 5/1 F. 40) bzw. "in den Slip hinein von Oben [sic!] her" (a.a.O. F. 45). Die darauffolgende Frage der Polizistin, ob sie die Beschwerdegegnerin 2 richtig verstanden habe, dass der Beschwerdeführer über ihren Oberschenkel zum Bauch hochgefahren und danach seine rechte Hand in ihren Slip zu ihrer Vagina geführt habe, verneinte die Beschwerdegegnerin 2. Er sei von unten her gekommen und habe ihre Vagina berührt (a.a.O. F. 46). Insofern ist auch hier keine Divergenz zu ihren Aussagen bei der Staatsanwaltschaft auszumachen (vgl. act. D3 5/2 F. 28: "Er kam von unten über das rechte Bein"). Im Gegensatz zu den Behauptungen des Beschwerdeführers gab die Beschwerdegegnerin 2 weiter nicht an, sein Glied sei "beschnitten" gewesen. Vielmehr beschrieb sie dieses anschaulich: "[...] Ich war ganz verwundert, wie das aussieht. Ich war verwundert, wie das aussieht, habe erstaunt das angeschaut, ich dachte wie sieht da [s] aus. Ich sah die Eichel mit dem L ö chli, es sah oben aus wie wenn man mit dem Sparsch ä ler abgeschabt hatte, es war blau und rot und fleischfarben. [...]" Diese Beschreibung kann auf ein beschnittenes Glied passen, zwingend ist diese Schlussfolgerung indes keineswegs. Selbst wenn die (unbelegte) Behauptung des Beschwerdeführers, er leide an einer Vorhautverengung, zuträfe, wäre es nicht ausgeschlossen, dass die Beschreibung der Beschwerdegegnerin 2 zu seinem Glied passen würde. Dass dieses "anders" ist, erkannte diese denn auch, wenn sie zu Protokoll gab, noch nie einen solchen Penis gesehen zu haben (act. D3 5/2 F. 63). Unbelegt ist, dass der Beschwerdeführer, entgegen der Schilderung der Beschwerdegegnerin 2, im Intimbereich nie rasiert gewesen sein soll. Ihrer diesbezüglichen Aussage steht lediglich jene des Beschwerdeführers anlässlich der Hafteinvernahme gegenüber, wo er auf die Frage, ob er im Intimbereich rasiert sei, knapp mit "Nein" antwortete (act. 3/2 F. 45). Andere Beweise fehlen. Es gelingt dem Beschwerdeführer daher nicht darzutun, dass diese Aussage der Beschwerdegegnerin 2 falsch wäre, geschweige denn, dass die Beweiswürdigung der Vorinstanz - selbst wenn die Aussage der Beschwerdegegnerin 2 bezüglich seine Intimbehaarung unzutreffend wäre - im Ergebnis willkürlich wäre. Ebenfalls unbelegt ist seine Behauptung, er hätte an sexuellen Funktionsstörungen gelitten, die der Aussage der Beschwerdegegnerin 2, sein Glied sei "hart" gewesen (act. D3 5/2 F. 60), zwingend entgegenstehen würden.