Citation: U 351/99 08.09.2000 E. 2

2.- a) Das kantonale Gericht gelangte in Würdigung der medizinischen Unterlagen zum Schluss, dass die Beschwerdegegnerin am 31. Oktober 1993 eine Bandläsion erlitten hat. Der Neurologe Dr. med. F._______ stellt im Gutachten vom 3. Mai 1997 folgende Diagnose: «Chronisch rezidivierendes Cervicocephalsyndrom ohne neurologische Ausfälle bei Status nach HWS-Distorsion durch echtes Schleudertrauma am 3. Oktober 1993. Möglich zusätzlicher Beitrag eines postcommotionellen Syndroms nach Glatteissturz vom 13. Januar 1995». Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit sei es «beim Ereignis vom 3. Oktober 1992» u.a. zu einer Überdehnung bzw. Zerrung von vorderen Halsmuskeln (Art. 9 Abs. 2 lit. d und e UVV) sowie des vorderen Längsbandes, wahrscheinlich auch des atlantoaxialen Bandapparates, besonders des Ligamentum alare links (Art. 9 Abs. 2 lit. g UVV) gekommen. Der Experte erklärt, im Rahmen von HWS-Distorsionen kämen zahlreiche verschiedene Verletzungen vor, worunter auch unfallähnliche Körperschädigungen im Sinne der Verordnung. Für akute Beschwerden könnten alle diese Veränderungen mitverantwortlich sein. b) Es steht fest und ist unbestritten, dass die Beschwerdegegnerin eine Traumatisierung der HWS erlitten hat. Im vorliegenden Fall konnte anhand der verfügbaren diagnostischen Mitteln der Nachweis einer Verletzung an Wirbelsäulengelenken, Muskeln, Sehnen oder am Bandapparat nicht nachgewiesen werden. Wie das Eidgenössische Versicherungsgericht in BGE 116 V 153 Erw. 5c und d feststellte, ist Art. 9 Abs. 2 UVV klar und differenziert formuliert, um Abgrenzungsschwierigkeiten zu vermeiden. Entsprechend verbietet die Bestimmung, unfallähnliche Körperschädigungen, die nur vermutet, aber nicht nachgewiesen werden, darunter zu subsumieren. Dazu kommt, dass der Gutachter eine Vielzahl möglicher konvergenter Tatsachen vermutet, die am Beschwerdebild beteiligt sein könnten. Dies bedeutet, dass sich darunter auch solche befinden könnten, die nicht zum Kreis der unfallähnlichen Körperschädigungen gehören. Fehlt es aber am Nachweis unfallähnlicher Körperschädigungen, ist die Leistungspflicht des Unfallversicherers nicht gegeben. Kann somit eine Traumatisierung der HWS, jedoch nicht eine unfallähnliche Körperschädigung im Sinne von Art. 9 Abs. 2 UVV medizinisch nachgewiesen werden, ist es auch nicht möglich, diese allenfalls unter eine der in dieser Liste aufgezählten Körperschädigungen zu subsumieren. Was die Beschwerdegegnerin in der Vernehmlassung zur Verwaltungsgerichtsbeschwerde hiegegen vorbringen lässt, vermag an diesem Ergebnis nichts zu ändern.