Citation: 1B_149/2008 03.07.2008 E. 5

Zur Gehörs- und Willkürrüge führt das Verfahrensgericht in der Vernehmlassung aus, der Arztbericht EPD vom 2. Juni 2008 enthalte auch Aussagen, die sich zu Ungunsten des Beschwerdeführers, d.h. gegen eine Haftentlassung auswirken würden. Der Schriftenwechsel sei bereits am 30. Mai 2008 geschlossen worden und die bewilligte Haftdauer wäre am 3. Juni 2008 abgelaufen. Daher habe das Schreiben aus zeitlichen Gründen nicht mehr berücksichtigt werden können. Es ist nicht zu beanstanden, wenn das Verfahrensgericht den Haftverlängerungsantrag innert Frist beurteilte und daher den ärztlichen Bericht vom 2. Juni 2008 nicht mehr berücksichtigen konnte. Der Arztbericht steht überdies der Fortführung der Untersuchungshaft nicht entgegen. So führt die Ärztin darin nicht nur aus, der Beschwerdeführer sei unter Medikation bezüglich aktuellem wahnhaftem Erleben symptomfrei, sondern auch, er zeige keine Krankheitseinsicht und sei ausserhalb eines institutionalisierten Beobachtungsrahmens weiterhin in hohem Masse fremdgefährlich. Der Arztbericht bedarf demnach der richterlichen Würdigung und kann im Hinblick auf die Anträge des Beschwerdeführers (ambulante Behandlung) nicht ohne Weiteres zu seinen Gunsten gewertet werden. Es verletzt daher kein Verfassungsrecht, wenn das Verfahrensgericht den Arztbericht nicht berücksichtigte, weil die Einholung einer Stellungnahme aus zeitlichen Gründen nicht möglich war. Der Beschwerdeführer hat dem Bundesgericht diesen Arztbericht unterbreitet (Beschwerdebeilage Nr. 2). Für den Fall der Fortführung der Untersuchungshaft enthält der Arztbericht keine Angaben. Für den Fall der Haftentlassung empfiehlt die Ärztin zunächst eine stationäre Behandlung, womit der Freiheitsentzug fortdauern würde. Mit diesem Arztbericht werden der Fortführung der Untersuchungshaft und dem Freiheitsentzug keine medizinischen Gründe entgegengestellt. Die Haftverlängerung erweist sich demnach selbst dann als verfassungsmässig, wenn der Arztbericht EPD vom 2. Juni 2008 berücksichtigt wird. Die Rüge der Verletzung des rechtlichen Gehörs bzw. des Willkürverbots ist unbegründet.