Citation: 5A_763/2018 E. 2.2.5

2.2.5. 2.2.5.1. Zu dem von den Klägerinnen mit ihrer Berufungsreplik eingereichten Schreiben (samt Beilagen) an die Aufsichtsbehörde über die Willensvollstrecker vom 9. Oktober 2017 meinte das Obergericht, es fehle an einer ausreichend substanziierten Begründung mit Bezug auf die Zulässigkeitsvoraussetzungen des Novenrechts, und zwar nicht nur hinsichtlich der Relevanz, sondern auch weshalb die Klägerinnen diese Noven nicht bereits vor erster Instanz hätten geltend machen können. Im Übrigen sei die Sache verspätet, zumal die Klägerinnen bereits mit Verfügung vom 23. Juni 2017 über die Zuständigkeiten im Kanton Thurgau orientiert worden und dennoch erst am 9. Oktober 2017 an die Aufsichtsbehörde gelangt seien. 2.2.5.2. Die Klägerinnen führen aus, der Beklagte 2 hätte ihnen erst am 2. Oktober 2017 Akteneinsicht gewährt und erst damals hätten sie feststellen können, dass zu Lasten des Nachlasskontos erhebliche Bezüge getätigt worden seien. Umgehend danach hätten sie am 9. Oktober 2017 eine Anzeige bei der Aufsichtsbehörde über die Willensvollstrecker erstattet und ihre Eingabe am 16. Oktober 2017 dem Obergericht zugestellt. Es sei ihnen nicht darum gegangen, die einzelnen Bezüge in den Prozess einzubringen, sondern mit der Aufsichtsanzeige ein weiteres Indiz für die Unwürdigkeit der Beklagten darzutun. 2.2.5.3. Die Argumente der Klägerinnen beziehen sich hauptsächlich auf die Frage der Rechtzeitigkeit der Noveneingabe. Hinsichtlich der Relevanz äussern sie sich mit den Worten, sie hätten ein weiteres Indiz für die Unwürdigkeit der Beklagten beweisen wollen. Indes legen sie nicht dar, inwiefern welche Handlungen der Beklagten, die diese nach dem Tod des Erblassers vorgenommen haben, die Erbunwürdigkeit des Beklagten 1 bzw. die Unwürdigkeit des Beklagten 2, als Willensvollstrecker eingesetzt zu werden, zu belegen geeignet sein könnten.