Citation: I 231/01 25.02.2002 E. 1

1.- a) Nach bisheriger Rechtsprechung berücksichtigte das Eidgenössische Versicherungsgericht im Verfahren gemäss Art. 132 OG die nach Ablauf der Beschwerdefrist unaufgefordert eingereichten Schriftstücke und Beweismittel, soweit sie für die Beurteilung der Streitsache erheblich schienen (vgl. AHI 2000 S. 303 ff., lit. c und Erw. 2b; ZAK 1986 S. 190 Erw. 3b, 1980 S. 439 Erw. 2). Im noch nicht in der Amtlichen Sammlung veröffentlichten Urteil L. vom 15. Oktober 2001 (U/147/99) hat das Eidgenössische Versicherungsgericht einlässlich begründet, weshalb an dieser Praxis nicht länger festzuhalten ist. Im Sinne einer Angleichung an die Rechtsprechung des Bundesgerichtes entschied es, dass es - selbst in Verfahren, in denen das letztinstanzliche Gericht nicht an die Feststellung des Sachverhalts gebunden ist (Art. 132 lit. b OG) - im Lichte von Art. 108 Abs. 2 OG grundsätzlich unzulässig ist, nach Ablauf der Beschwerdefrist neue Beweismittel beizubringen, es sei denn, dass ausnahmsweise ein zweiter Schriftenwechsel (Art. 110 Abs. 4 OG) angeordnet wurde (a.a.O., Erw. 3b und 4a). Namentlich ist es nicht zulässig, dass eine Person in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde ihre Absicht kundtut, nach Ablauf der Beschwerdefrist ein künftiges Beweismittel einzureichen, oder dass sie zu diesem Zweck die Sistierung des Verfahrens beantragt (a.a.O., Erw. 3b in fine). Zu berücksichtigen sind in der Regel nur solche Eingaben, welche dem Gericht innert der gesetzlichen Frist (Art. 106 Abs. 1 OG) vorliegen. Anders verhält es sich lediglich dann, wenn die nach Ablauf der Beschwerdefrist oder nach Abschluss eines zweiten Schriftenwechsels unaufgefordert eingereichten Schriftstücke neue erhebliche Tatsachen oder schlüssige Beweismittel enthalten, welche eine Revision im Sinne von Art. 137 lit. b OG zu rechtfertigen vermöchten (a.a.O., Erw. 4b). b) Nach Art. 137 lit. b in Verbindung mit Art. 135 OG ist die Revision eines Urteils des Eidgenössischen Versicherungsgerichts u.a. zulässig, wenn der Gesuchsteller nachträglich neue erhebliche Tatsachen erfährt oder entscheidende Beweismittel auffindet, die er im früheren Verfahren nicht beibringen konnte. Als "neu" gelten Tatsachen, welche sich bis zum Zeitpunkt, da im Hauptverfahren noch tatsächliche Vorbringen prozessual zulässig waren, verwirklicht haben, jedoch der um Revision ersuchenden Person trotz hinreichender Sorgfalt nicht bekannt waren. Die neuen Tatsachen müssen ferner erheblich sein, d.h. sie müssen geeignet sein, die tatbeständliche Grundlage des angefochtenen Urteils zu verändern und bei zutreffender rechtlicher Würdigung zu einer andern Entscheidung zu führen. Beweismittel haben entweder dem Beweis der die Revision begründenden neuen erheblichen Tatsachen oder dem Beweis von Tatsachen zu dienen, die zwar im früheren Verfahren bekannt gewesen, aber zum Nachteil der gesuchstellenden Person unbewiesen geblieben sind. Sollen bereits vorgebrachte Tatsachen mit den neuen Mitteln bewiesen werden, so hat die Person auch darzutun, dass sie die Beweismittel im früheren Verfahren nicht beibringen konnte. Entscheidend ist ein Beweismittel, wenn angenommen werden muss, es hätte zu einem andern Urteil geführt, falls das Gericht im Hauptverfahren hievon Kenntnis gehabt hätte. Ausschlaggebend ist, dass das Beweismittel nicht bloss der Sachverhaltswürdigung, sondern der Sachverhaltsermittlung dient. (BGE 110 V 141 Erw. 2, 108 V 171 Erw. 1; vgl. auch BGE 118 II 205). c) Zu prüfen ist, ob der im vorliegenden Verfahren nach Abschluss des Schriftenwechsels eingereichte gerichtliche Vergleich (Abschreibungsbeschluss des Kantonsgerichts des Kantons Zug vom 28. Mai 2001) der Entscheidfindung zu Grunde zu legen ist. In diesem kantonalen Beschluss wird festgestellt, dass sich der Stundenlohn des Versicherten seit 1. Oktober 1997 auf Fr. 34.50 belief. Als Begründung wird unter anderem angegeben, dass der Vergleich (ohne Anerkennung einer Rechtspflicht) deshalb abgeschlossen worden sei, weil sich an der Parteibefragung vom 25. April 2001 gemäss Auffassung des Gerichts konkrete Anhaltspunkte dafür ergeben hätten, dass dem Kläger nicht sämtliche ihm zustehenden Lohnerhöhungen entrichtet worden seien. Damit enthält der Abschreibungsbeschluss vom 28. Mai 2001 zweifelsohne neue erhebliche Tatsachen, welche zu einer Revision nach Art. 137 lit. b OG Anlass geben könnten, da der mit Fr. 34.50 festgesetzte Stundenlohn des Versicherten die tatbeständliche Grundlage des angefochtenen Entscheids verändert und wie nachfolgend dargelegt, auch zu einer anderen Entscheidung führt. Der kantonale Abschreibungsbeschluss erging nach dem vorinstanzlichen Entscheid, sodass der Beschwerdeführer diesen auch nicht früher beibringen konnte. Die Eingabe vom 28. Mai 2001 ist somit ausnahmsweise zu berücksichtigen.