Citation: 1C_318/2020 E. 6.1

6.1. Die Vorinstanz erachtete die Unterschutzstellung der Blutbuche als geeignet und erforderlich, um diese zu erhalten. Für die Prüfung der Verhältnismässigkeit der Massnahme sei das Interesse an der Unterschutzstellung der Blutbuche dem gegenläufigen öffentlichen Interesse an der Realisierung des Gestaltungsplans Centralplatz gegenüberzustellen. Die Interessenabwägung sei grundsätzlich eine gerichtlich überprüfbare Rechtsfrage. Allerdings bestünden bei der Gewichtung der sich gegenüberstehenden Interessen in verschiedener Hinsicht Beurteilungsspielräume, welche in erster Linie von den Verwaltungsbehörden auszufüllen seien. Das Verwaltungsgericht kam - wie zuvor schon das Baurekursgericht - zum Ergebnis, der Schutz der Blutbuche stehe der Realisierung des öffentlichen Gestaltungsplans nicht entgegen. Die Gestaltungsplanbestimmungen liessen im Baufeld A eine gegenüber der Blutbuche zurückversetzte Baute zu. Eine Pflichtbaulinie sei nur gegen den Centralplatz vorgesehen; die gegen die Blutbuche ausgerichteten Aussenseiten der Baubereiche dürften dagegen unterschritten werden. Dies stelle einzig eine - grundsätzlich zulässige - Abweichung vom (informativen) Richtprojekt, nicht aber vom Gestaltungsplan dar. Zwar müsse bei Abweichung vom Richtprojekt gemäss Ziff. 1.5 GP ein grundstücksübergreifendes, abgestimmtes Konzept mit mindestens gleich hohen gestalterischen Qualitäten vorgelegt werden. Es sei jedoch weder dargelegt noch ersichtlich, dass dieser Vorgabe einzig durch die Übernahme der Grundrisse des Richtprojekts nachgekommen werden könne. Das Verwaltungsgericht räumte ein, das durch die mehrjährige Planung unter Einbezug der verschiedenen Eigentümer und der Gemeinde Sachzwänge geschaffen worden seien. Dies sei jedoch darauf zurückzuführen, dass der Blutbuche - trotz ihrer Inventarisierung - bei der Richt- und Gestaltungsplanung keine Beachtung geschenkt worden sei. Sowohl die Gemeinde als auch die Beschwerdeführerin, als selbstständige Anstalt des öffentlichen Rechts, unterlägen der Selbstbindung gemäss § 204 PBG/ZH und § 1 der kantonalen Natur- und Heimatverordnung vom 20. Juli 1977 (KNHV; LS 702.11), d.h. für sie gelte die Pflicht zur Schonung und Erhaltung von Schutzobjekten unabhängig von einer Unterschutzstellung. Verfahrensmässig umfasse dies die Verpflichtung, nach entsprechenden Lösungen zu suchen. Das finanzielle Interesse der Beschwerdeführerin (als Anstalt des öffentlichen Rechts) an der Verwirklichung des Richtprojekts berücksichtigte das Verwaltungsgericht als öffentliches Interesse, mass ihm jedoch geringes Gewicht zu, da der Fortbestand der in der nördlichen Ecke des Gestaltungsplanperimeters befindlichen Blutbuche eine angemessene Nutzung des Grundstücks (auch in wirtschaftlicher Hinsicht) nicht ausschliesse. Insgesamt - so das Verwaltungsgericht - überwiege daher das mittelgewichtige öffentliche Interesse an der Erhaltung der Blutbuche das gegenläufige geringe öffentliche Interesse der Gemeinde und der Beschwerdeführerin, weshalb sich die Unterschutzstellung als zumutbar und als verhältnismässig erweise.