Citation: 6S.264/2004 27.09.2004 E. 2

2.1 Das Obergericht hat das Geständnis des Beschwerdeführers anlässlich der Appellationsverhandlung stärker strafmindernd berücksichtigt als das erstinstanzliche Gericht. Gleichzeitig führt es aber aus, dass die Strafe nicht in gleichem Masse gemindert werden könne, wie bei einem Täter, der seine Straftaten bereits im Untersuchungsverfahren ehrlich zugegeben habe. Der Beschwerdeführer hält diese Auffassung für bundesrechtswidrig. Die Möglichkeit, einem Geständnis im Rahmen der Strafzumessung strafmindernd Rechnung zu tragen (vgl. dazu BGE 121 IV 202 E. 2d; 118 IV 342 E. 2d), beruht unter anderem auf der Überlegung, dass ein solches zur Vereinfachung und Verkürzung des Verfahrens sowie zur Wahrheitsfindung beitragen kann (Urteil 6S.186/2003 vom 22. Januar 2004 E. 5.7.3). Da ein umfassendes Geständnis im Untersuchungsstadium, die Strafverfolgung im Allgemeinen stärker erleichtern dürfte, als wenn die Tat erst vor zweiter Instanz zugegeben wird, hat die Vorinstanz ihr Ermessen somit nicht überschritten, wenn sie das Geständnis vorliegend nicht in gleichem Masse strafmindernd berücksichtigt hat. Die entsprechende Kritik ist unbegründet. 2.2 Der Beschwerdeführer macht weiter geltend, die Vorinstanz habe nicht in ausreichendem Masse strafmindernd berücksichtigt, dass bei ihm aufgrund des freundschaftlichen Verhältnisses zu A.________ sowie der Zugehörigkeit zur gemeinsamen albanischen Kultur eine gewisse Drucksituation bestand und er psychisch angeschlagen und zum Zeitpunkt der Tat arbeitslos war. Aufgrund dieser Umstände hätten nach seiner Ansicht nämlich die Strafmilderungsgründe der schweren Bedrängnis (Art. 64 al. 2 StGB) und des Handelns auf Veranlassung einer Person, welcher der Täter Gehorsam schuldig oder von der er abhängig ist (Art. 64 al. 4 StGB), angenommen werden müssen. Das trifft nicht zu. Der Beschwerdeführer begnügt sich damit darzulegen, dass er auf Veranlassung A.________s gehandelt habe, was aber für die Annahme eines Strafmilderungsgrunds nicht ausreicht. Der Strafmilderungsgrund der schweren Bedrängnis setzt eine dem Notstand nahe Situation voraus, die den Täter so schwer belastet, dass sich ihm kein anderer Ausweg als die strafbare Handlung bietet (BGE 110 IV 9; 107 IV 94 E. 4a; Stefan Trechsel, Schweizerisches Strafgesetzbuch, Kurzkommentar, 2. Aufl., Zürich 1997, N 9 zu Art. 64; Hans Wiprächtiger, Basler Kommentar, N 11 zu Art. 64 StGB). Beim zweitgenannten Strafmilderungsgrund wäre zusätzlich zur Veranlassung durch A.________ eine Gehorsamspflicht aufgrund einer Rechtsposition erforderlich (Wiprächtiger, a.a.O., N 17 zu Art. 64 StGB) oder aber ein eigentliches Abhängigkeitsverhältnis, aus dem sich eine Drucksituation ergäbe, die sich auf die Willensfreiheit ähnlich auswirken würde wie eine schwere Bedrängnis, eine schwere Drohung oder der Befehl eines Vorgesetzten (BGE 102 IV 237; Trechsel, a.a.O., N 13 zu Art. 64; Wiprächtiger, a.a.O., N 17 f. zu Art. 64). All dies ist aufgrund eines blossen freundschaftlichen Verhältnisses und der gemeinsamen Zugehörigkeit zur albanischen Kultur offensichtlich nicht gegeben. 2.3 Unter gesamthafter Würdigung der im vorinstanzlichen Urteil festgehaltenen strafzumessungsrelevanten Tatsachen und der diese bewertenden Erwägungen erscheint die im unteren Bereich des Strafrahmens von einem Jahr Gefängnis bis 20 Jahren Zuchthaus angesetzte Strafe auch nicht als unhaltbar hart (vgl. BGE 128 IV 73 E. 3b; 127 IV 101 E. 2c). Die beanstandete Strafzumessung hält damit vor Bundesrecht stand.