Citation: I 315/00 11.02.2003 E. 4.1

4.1.1 Das kantonale Gericht hat für den Verfügungszeitpunkt (1. Juni 1999) aufgrund eines Einkommensvergleichs einen Invaliditätsgrad von maximal 56,3 % ermittelt (Valideneinkommen: Fr. 46'888.-, Invalideneinkommen: höchstens Fr. 20'484.-), was Anspruch auf eine halbe Rente gibt (Art. 28 Abs. 1 IVG). Bei dem trotz gesundheitlicher Beeinträchtigung bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage zumutbarerweise erzielbaren Verdienst ist die Vorinstanz von einer Arbeitsfähigkeit von 50 % für körperlich adaptierte Tätigkeiten ohne repetitives Lastenheben und körperliche Zwangshaltungen gemäss Gutachten des ZMB vom 20. August 1998 ausgegangen. Es seien keine relevanten Gründe ersichtlich, weshalb der Versicherte nicht im Stande sein sollte, Bedienungs- und Überwachungsfunktionen in Industrie und Gewerbe oder Hilfstätigkeiten im Dienstleistungssektor auszuüben. Soweit ein psychisches Leiden bestehe, komme ihm kein Krankheitswert nach Art. 4 Abs. 1 IVG zu. Vielmehr sei die Störung gemäss ZMB-Bericht vom 20. August 1998 hauptsächlich auf emotionale Konflikte und psychosoziale Probleme zurückzuführen, welchen infolge ihres invaliditätsfremden Charakters indessen keine entscheidrelevante Bedeutung beizumessen sei. Aufgrund der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung 1996 des Bundesamtes für Statistik (LSE 96) hätte der Versicherte bei einem monatlichen Bruttolohn von Fr. 4294.- für einfache und repetitive Tätigkeiten im privaten Sektor (S. 17 TA1) unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung 1998 einen Jahresverdienst von Fr. 27'312.- erzielen können (vgl. BGE 126 V 77 Erw. 3b/bb). Selbst bei einem Abzug vom Tabellenlohn in der maximal zulässigen Höhe von 25 % (BGE 126 V 75) würde in Berücksichtigung eines Valideneinkommens von Fr. 46'888.- kein Anspruch auf eine ganze Rente bestehen. 4.1.2 Gegen die vorinstanzliche Invaliditätsbemessung wird in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde in erster Linie vorgebracht, auf die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit gemäss ZMB-Gutachten vom 20. August 1998 und ergänzendem Bericht vom 27. Januar 1999 könne nicht abgestellt werden. Zur Begründung wird im Wesentlichen geltend gemacht, es habe schon früh eine Schmerzfehlverarbeitung eingesetzt, welche heute als somatoforme Schmerzstörung diagnostiziert werde. Diese sei hauptsächlich auf das Auftreten der Beschwerden im Bewegungsapparat zurückzuführen und entgegen dem kantonalen Gericht lediglich in zweiter Linie allenfalls auch von invaliditätsfremden Gründen mitbeeinflusst. Die lange Verfahrensdauer von insgesamt über vier Jahren habe zu einer eigentlichen psychischen Dekompensation geführt, sodass gemäss Hausarzt eine Arbeitsfähigkeit nicht mehr gegeben sei. Die gescheiterten Arbeits- und Wiedereingliederungsversuche sowie die Beurteilung der Fachleute der Berufsberatung zeigten «anschaulich», dass eine aus medizinisch-theoretischer Sicht bestehende Arbeitsfähigkeit nicht realistisch sei resp. nicht umgesetzt werden könne.