Citation: 2C_218/2016 E. 3.3.2

3.3.2. Die heute 57-jährige Beschwerdeführerin hat insgesamt lange, über 18 Jahre, in der Schweiz gelebt. Allerdings kam sie erst mit 34 Jahren ein erstes Mal hierher. Weniger als dreieinhalb Jahre nach ihrer ersten Einreise kehrte sie in den heutigen Kosovo zurück und kam erst wieder im Jahr 2000, 42-jährig, in die Schweiz. Sie hat somit die meiste Zeit ihres Lebens in ihrem Herkunftsland verbracht. Mit der Sprache und den gesellschaftlichen Verhältnissen vor Ort dürfte sie nach wie vor bestens vertraut sein. Familienangehörige der Beschwerdeführerin, nebst dem Ehemann auch einer ihrer Söhne, ihre Brüder und ihre Mutter, leben im Kosovo. Sollte sie die Weiterführung der ehelichen Gemeinschaft nicht wünschen, bestehen somit noch weitere verwandtschaftliche Beziehungen, die ihr gerade in einer Anfangsphase behilflich sein können. Dass ihre finanzielle Situation in der Schweiz unverschuldet und insbesondere auf ihren Ehemann zurückzuführen sei, ändert nichts daran, dass die Beschwerdeführerin insgesamt, wie gesehen, nicht als besonders gut integriert gelten kann. Ihr enges Verhältnis zu ihren Kindern und die Unterstützung, die sie durch diese erfährt, ist nicht in Zweifel zu ziehen. Da ihre Kinder inzwischen volljährig sind, kann sie jedoch aus diesem Verhältnis keinen Aufenthaltsanspruch ableiten. Ein besonderes Abhängigkeitsverhältnis im Sinne von Art. 8 EMRK zwischen der Beschwerdeführerin und ihren erwachsenen Kindern (vgl. BGE 139 II 393 E. 5.1 S. 402; 137 I 154 E. 3.4.2 S. 159), welches ihre Anwesenheit in der Schweiz erforderlich machen würde, ist nicht ersichtlich. Sie lebt zwar noch bei einem ihrer Kinder, dieser Umstand ist indes auf ihre finanzielle Lage zurückzuführen. Wie sie selber darlegt, ist es ihre Absicht, sobald die finanzielle Situation es erlaube, eine eigene Wohnung zu beziehen. Andere vertiefte soziale Bindungen zur Schweiz werden nicht dargetan und sind auch nicht ersichtlich. Gewiss mag es die Beschwerdeführerin empfindlich treffen, wenn sie die Schweiz ohne ihre Kinder verlassen muss. Dieser Umstand allein vermag jedoch keinen nachehelichen Härtefall im Sinne von Art. 50 Abs. 1 lit. b AuG zu begründen, da eine Wiedereingliederung der Beschwerdeführerin in ihr Heimatland nicht als unzumutbar erscheint. Der Kontakt zu ihren erwachsenen Kindern und den Enkeln kann zudem über die modernen Kommunikationsmittel und gegenseitige Besuche aufrechterhalten werden. Zum Gesundheitszustand führt die Beschwerdeführerin nicht aus, inwiefern die Ausführungen der Vorinstanz unzutreffend wären. Diese hat festgehalten, dass die Beschwerden gemäss Arztbericht mehrheitlich im Zusammenhang mit ihrem Übergewicht stünden. Dem Consulting-Bericht des Bundesamtes für Migration vom 16. Juni 2014 sei zu entnehmen, dass die adäquate Behandlung von Diabetes und Bluthochdruck im Kosovo, auch in der Gegend, in welcher die Familie der Beschwerdeführerin lebe, grundsätzlich gewährleistet sei. Die Wiedereingliederung der Beschwerdeführerin im Kosovo ist somit auch aus gesundheitlichen Gründen nicht gefährdet.