Citation: 2C_357/2022 E. 4.2

4.2. Damit die Niederlassungsbewilligung wegen falscher Angaben oder Verschweigens wesentlicher Tatsachen widerrufen werden kann, muss dieses Verhalten in der Absicht erfolgen, gestützt darauf den Aufenthalt oder die Niederlassung bewilligt zu erhalten (BGE 142 II 265 E. 3.1; Urteile 2C_814/2020 vom 18. März 2021 E. 5.1; 2C_1044/2018 vom 22. November 2019 E. 3). Ein täuschendes Verhalten in diesem Sinne ist etwa gegeben, wenn der Ausländer im Bewilligungsverfahren wissentlich verschweigt oder aktiv unterschlägt, dass die eheliche Gemeinschaft nur noch formell besteht oder aufrechterhalten wird oder wenn er sich auf eine Ehe beruft, die von Beginn weg bei beiden - oder auch nur bei einem - Ehegatten von einem Ehewillen getragen war (BGE 127 II 49 E. 4a und 5a; Urteile 2C_814/2020 vom 18. März 2021 E. 5.1; 2C_900/2017 vom 7. Mai 2018 E. 8.2). Die Absicht des oder der Ehegatten ist als innere Tatsache einem direkten Beweis nicht zugänglich (vgl. etwa BGE 145 III 1 E. 3.3; 140 III 193 E. 2.2.1).