Citation: 6B_803/2020 E. 1.3.10

1.3.10. Bezüglich des subjektiven Tatbestands von Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 StGB verweist die Vorinstanz auf die ihres Erachtens schlüssigen und nachvollziehbaren erstinstanzlichen Erwägungen. Hervorzuheben sei, dass der Beschwerdeführer und G.________ nicht bereit gewesen seien, eine persönliche Bürgschaft zu unterzeichnen, um ein Darlehen der F.________ AG an die D.________ GmbH zu ermöglichen. Das sei angesichts deren Kenntnis über die finanziell besorgniserregende Situation der B.________-Gesellschaften, namentlich über deren anhaltende und sich zunehmend und drastisch verschlechternde Zahlungsfähigkeit, und über die Rücknahme des Kaufinteresses seitens H.________ und ihrer Geschäftspartner nach eingehender Prüfung der wirtschaftlichen Lage der Gesellschaften nicht anders zu würdigen, als dass der Beschwerdeführer die Verlustgefahren bei einer Investition in die D.________ GmbH selbst als bedeutend höher gewichtet habe, als die Aussicht auf Gewinn resp. Rentabilität. Das ergebe sich auch aus den Aussagen des Beschwerdeführers, wonach er und G.________ aufgrund der Absage betreffend Rettungsplan der Ansicht gewesen seien, die Durchführung des E.________ 2011 könne nicht erfolgen und sie müssten nun den Konkurs anmelden. Auf Nachfrage habe er zudem ausdrücklich deponiert, es sei klar gewesen, dass der Anlass nicht habe rentabel sein können. Vor der ersten Instanz habe der Beschwerdeführer ausgesagt, dass bei einer Absage des Festivals 2011 die D.________ GmbH so oder so Konkurs gegangen wäre, jedoch nicht die B.________-Gesellschaften. Auch hieraus werde deutlich, dass der Beschwerdeführer als (Mit-) Gesellschafter, Vorsitzender der Geschäftsleitung resp. einzelzeichnungsberechtigter (Mit-) Geschäftsführer sowohl der B.B.________ GmbH als auch der B.C.________ GmbH durch das Festhalten an der Durchführung des Festivals und die Finanzierung des Festivals mittels des "Überbrückungskredits" an die D.________ GmbH die Gefährdung der B.________-Gesellschaften in Kauf genommen habe, indem er mit dem Konkurs der D.________ GmbH gerechnet habe, wohin die letzten liquiden Mittel und damit sämtliches Vermögen der beiden B.________-Gesellschaften geflossen seien, so dass im Konkursfall auch mit einer Rückzahlung dieses Darlehens nicht ernsthaft habe gerechnet werden können. Dass der Beschwerdeführer über keine kaufmännische Ausbildung verfüge, sondern nach Abschluss der Realschule und der vierjährigen Lehre als Typograf neben seiner Beratungstätigkeit in einer privaten Jugendberatungsstelle begonnen habe, Musik-Events zu veranstalten, vermöge angesichts seiner langjährigen Erfahrung und Stellung als Geschäftsführer der B.B.________ GmbH nichts daran zu ändern, dass ihm die notwendige Kenntnis der einschlägigen gesetzlichen Bestimmungen angerechnet werden müsse. Indem er von der mangelnden Zahlungsfähigkeit im Juni 2011 Kenntnis gehabt habe sowie von den langdauernden Zahlungsschwierigkeiten davor, die zumindest gegenüber der Privatklägerin seit 2007 ein dauerhaftes, immer wiederkehrendes und immer dringlicher werdendes Thema gewesen seien, habe er mit der Ausrichtung des Überbrückungskredits in der Höhe von Fr. 226'240.-- in Kauf genommen, dass die B.B.________ GmbH (und später auch die B.C.________ GmbH) einen Vermögensschaden in diesem Umfang erlitten und darüber hinaus, dass gar der Weiterbestand der B.________-Gesellschaften gefährdet gewesen sei. Der subjektive Tatbestand sei somit ebenfalls zu bejahen (angefochtenes Urteil E. 6 S. 39 ff.).