Citation: 2C_1005/2019 E. 3.2.3

3.2.3. Im Fall des Rückkaufs eigener Aktien oder Partizipationsscheine hängen die Steuerfolgen entscheidend davon ab, ob die Titel an eine Drittperson oder unmittelbar an die Gesellschaft veräussert werden. Die Abgrenzung zwischen steuerfreiem Kapitalgewinn und steuerbarem Vermögensertrag erfolgt anhand des subjektiven Herkunftsprinzips (zur insofern gleichartigen direkten Bundessteuer: Urteil 2C_77/2017 vom 16. Januar 2019 E. 4.3.2; PETER LOCHER, Kommentar zum DBG, I. Teil, 2. Aufl. 2019, N. 11 zu Art. 20 DBG) bzw. der objektbezogenen Betrachtungsweise (YVES NOËL, in: Commentaire Romand, LIFD, 2. Aufl. 2017, N. 46 und 47 zu Art. 20 DBG), wobei es sich aber um dasselbe handelt. Leistungen der Gesellschaft an ihre Anteilsinhaber qualifizieren grundsätzlich als steuerbarer Ertrag aus beweglichem Vermögen. Dies trifft namentlich auch auf den Rückkauf eigener Aktien zu. Der steuerbare Ertrag aus beweglichem Vermögen gilt diesfalls als im Jahr realisiert, in welchem die Verrechnungssteuerforderung entsteht (Art. 7 Abs. 1bis StHG in Verbindung mit Art. 12 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 13. Oktober 1965 über die Verrechnungssteuer [VStG; SR 642.21]). Im Fall des Rückkaufs zwecks Herabsetzung des Kapitals wird die steuerbare Leistung sofort fällig (Art. 12 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 4a Abs. 1 VStG). Entsprechend fällt das steuerbare Einkommen im selben Jahr an.