Citation: 2C_619/2017 E. 4.2

4.2. Der Anspruch des Beschwerdeführers auf Verbleib im Land im Hinblick auf die Beziehung zu seiner hier gesichert anwesenheitsberechtigten Tochter scheitert indessen am Kriterium des "tadellosen Verhaltens". Der Beschwerdeführer musste zweimal strafrechtlich belangt werden; dabei ging es nicht mehr um Bagatellen. Bei der Verurteilung vom 16. Juli 2010 hatte er das weibliche Opfer (seine Schwägerin) mit einer Handtasche geschlagen, bevor er ihr ein Küchenmesser an den Hals setzte und sie bedrohte. Einem Dritten hatte er per SMS gedroht, ihn "fertig" zu machen. Trotz der ausländerrechtlichen Ermahnung bedrohte er zwischen dem 9. und 15. November 2010 ein weiteres Opfer mit der Behauptung, dessen Familie etwas anzutun; dieses habe ihm am 12. November 2010 Fr. 100'000.-- zu übergeben, andernfalls er den Geschädigten "kaputt" mache und dessen Firma ruiniere. Nachdem der Erpresste nicht auf die Forderung eingegangen war, bedrohte der Beschwerdeführer ihn weiter und schlug ihm in den Bauch, bevor er polizeilich angehalten werden konnte. Die Vorinstanz geht damit zu Recht davon aus, dass der Beschwerdeführer sich auch ohne Berücksichtigung seiner finanziellen Situation keinesfalls tadellos verhalten hat. Zwar liegen die Verurteilungen einige Zeit zurück (letzter Strafbefehl vom 12. Juli 2011), doch war er bereits damals verheiratet und Vater eines Kleinkindes. Dies hätte ihn - wie die erste ausländerrechtliche Ermahnung nach der Bedrohung einer Person an Leib und Leben - davon abhalten müssen, rückfällig zu werden. Seine Delinquenz war nicht "untergeordneter" Natur und es liegen keine besonderen Umstände vor, die es rechtfertigen würden, von einem spezifischen Sonderfall zu sprechen, der es erlaubte, das von ihm an den Tag gelegte Verhalten als Kleindelinquenz zu qualifizieren.