Citation: 1C_498/2020 E. 1.3

1.3. Das Gebäude Nr. 715e darf gemäss dem erstinstanzlichen Entscheid erst abgebrochen werden, wenn die Baubewilligung für einen Neubau rechtskräftig erteilt ist. Mit dieser Auflage wurde § 142 Abs. 2 des kantonalen Planungs- und Baugesetzes vom 7. März 1989 (PBG; SRL Nr. 735) Nachachtung verschafft, wonach im Bauinventar eingetragene Gebäude erst abgebrochen werden dürfen, wenn die Baubewilligung für den Neubau erteilt ist. Im angefochtenen Entscheid wird dargelegt, dass § 142 Abs. 2 PBG nur für die Durchführung des Rückbaus von Bedeutung sei. Die Abbruchbewilligung könne bereits vor der Baubewilligung gesprochen werden. Zwar hat die Vorinstanz den gestützt auf § 187 PBG erteilten Abbruchentscheid damit als eigenständiges Verfahren behandelt. Es lässt sich aber nicht sagen, dass nach dem kantonalen Recht stets in einem ersten Schritt über den Abbruch des inventarisierten Gebäudes zu entscheiden ist, bevor in einem zweiten Schritt über die Bewilligung des Neubaus befunden wird. Vielmehr kann die Abbruchbewilligung bei einem solchen Gebäude auch zusammen mit der Baubewilligung erteilt werden, sodass beispielsweise letztere dahinfällt, wenn erstere im Rechtsmittelverfahren nicht geschützt wird (vgl. das Urteil des Kantonsgerichts Luzern 7H 18 235 vom 16. Januar 2020 E. 3.3.2, 3.4 und 5.1; <https:// gerichte.lu.ch> unter Rechtsprechung/LGVE, besucht am 25. Oktober 2021). Angesichts von § 142 Abs. 2 PBG entfaltet die umstrittene Abbruchbewilligung ihre Rechtswirkung erst bei Vorliegen der Baubewilligung für einen Neubau. Damit bildet diese Abbruchbewilligung bloss einen Zwischenschritt auf dem Weg zur Baubewilligung für einen Neubau. Ein solcher Abbruchentscheid stellt unter dem Blickwinkel von Art. 90 ff. BGG nicht einen End- oder Teilentscheid dar, sondern einen Zwischenentscheid im Sinne von Art. 92 f. BGG.