Citation: 8C_396/2023 E. 6.2.4

6.2.4. Die neu am 29. November 2021 geltend gemachten Beeinträchtigungen an den Knien wurden sodann bildgebend abgeklärt (MRI vom 16. August 2021) und flossen in die RAD-Beurteilung des pract. med. F.________ ein. So wirkt sich der beidseitig diagnostizierte Innenmeniskusschaden wegen der dadurch verminderten Belastbarkeit der Kniegelenke gemäss RAD-Arzt auf die Arbeitsfähigkeit aus, weshalb er die angestammte Tätigkeit als Dachdecker/Flachdachisoleur als unzumutbar bezeichnete. Er formulierte das Belastungsprofil dementsprechend anhand der objektiven Befunde und schloss u.a. Tätigkeiten im Knien/in der Hocke aus. Fehl geht demnach auch der Einwand des Beschwerdeführers, die reine Aktenbeurteilung des RAD-Arztes setze sich nicht ernsthaft mit seinen diversen Beschwerden auseinander und beruhe auf unvollständiger Aktenlage. Weshalb diese Beurteilung nicht schlüssig und unvollständig sein soll, zeigt der Beschwerdeführer nicht näher auf. Wie die Vorinstanz zutreffend angemerkt hat, verlangt die Rechtsprechung nicht zwingend, dass der RAD eigene ärztliche Untersuchungen durchführt, damit ein Bericht beweistauglich ist. Insbesondere wenn ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen, wie hier, um die Beurteilung eines feststehenden medizinischen Sachverhalts geht, kann die direkte persönliche Befassung mit der versicherten Person in den Hintergrund treten (E. 2.3 vorne). Pract. med. F.________ hat sich eingehend aus arbeitsmedizinischer Sicht mit den vorhandenen Unterlagen befasst und sich auf dieser Grundlage ein umfassendes Bild der gesundheitlichen Verhältnisse des Beschwerdeführers verschaffen können. Die abweichende Einschätzung der Leistungsfähigkeit des neuen Hausarztes Dr. med. univ. I.________ im Bericht vom 26. Februar 2022, wonach der Beschwerdeführer in einer leidensangepassten Tätigkeit lediglich vier bis sechs Stunden täglich arbeiten könne, hat pract. med. F.________ ebenso wenig ausser Acht gelassen. Er hat aber darauf hingewiesen, dass darin im Vergleich zum Bericht des Dr. med. B.________ vom 22. Dezember 2021 keine neuen funktionellen Einschränkungen genannt würden, was die Vorinstanz bereits willkürfrei erkannt hat. Eine erhebliche Änderung des Sachverhalts bis zum Verfügungserlass am 13. Juli 2022 ergibt sich daraus demnach nicht. Der Stellungnahme des pract. med. F.________ durfte die Vorinstanz daher, auch wenn nicht auf eigenen Untersuchungen basierend, ungeschmälerte Aussagekraft und damit Beweiswert beimessen.