Citation: 5A_1043/2021 E. 5.5.3

5.5.3. Gleichsam im Widerspruch zu den vorstehenden Vorbringen führen die Beschwerdeführer aus, die Bebaubarkeit möge ein Zweck des Vertrags vom 9. April 1981 gewesen sein. Dieser gehe jedoch nicht aus dem Vertragstext hervor. Diese Schlussfolgerung wurde vorstehend widerlegt. Man kann die Ausführungen der Beschwerdeführer immerhin dahingehend verstehen, dass es nebst dem vom Obergericht festgehaltenen Zweck noch einen weiteren Zweck gegeben hat, der nach wie vor Gültigkeit beanspruche. Zusammenfassend stellen sie sich auf den Standpunkt, der Vertrag regle, wie die betroffene Fläche überbaut werden soll, also die Umsetzung der "Ziele der im Gange befindlichen neuen Ortsplanung". Die BZO 1985 habe - wie die Dienstbarkeit - eine Überbauung mit maximal zweigeschossigen Einfamilienhäusern und Doppeleinfamilienhäusern mit geringer Ausnutzung vorgesehen. Die Beschwerdegegnerin wolle indes nicht gemäss den Zielen der damaligen Ortsplanung bauen, sondern Wohnblöcke mit vier bis fünf Geschossen und einer sehr grossen Ausnutzung hinstellen. Diese Art der Überbauung entspreche in keiner Art und Weise den Zielen, welche die BZO 1985, auf welche sich der Dienstbarkeitsvertrag berufe, für das betroffene Gebiet vorgesehen habe. Mit ihren Ausführungen stellen die Beschwerdeführer dem angefochtenen Entscheid einfach ihre eigene Sichtweise der Sach- und Rechtslage gegenüber, ohne konkret aufzuzeigen, aus welcher Stelle des Vertrags vom 9. April 1981 die behauptete Absicht der Vertragsparteien - für am Vertragsschluss nicht beteiligte Dritte erkennbar - hervorgeht, sich über die für die angestrebte Bebaubarkeit ihrer Grundstücke erforderlichen Baubeschränkungen hinaus gegenseitig einschränken zu wollen. Daran änderte auch der Umstand nichts, wenn die Vertragsparteien - wovon die Beschwerdeführer ausgehen - privatrechtlich Baubeschränkungen vereinbart hätten, die letztlich einschränkender sind als in der vier Jahre später verabschiedeten BZO. Naturgemäss konnten die Vertragsparteien nicht antizipieren, welches der genaue Inhalt der BZO sein würde. Soweit es ihnen darum ging, die Bebaubarkeit der Grundstücke zu erreichen, waren sie darauf angewiesen, eine Regelung aufzustellen, die behördlich genehmigt werden kann. Wenn die Beschwerdeführer ferner meinen, die ursprünglichen Vertragsparteien hätten bei einer derartigen Unsicherheit "sicherlich eine Befristung der Dienstbarkeit bis zum Inkrafttreten der BZO 1985 vereinbart", verfallen sie in Spekulationen, welche das Bundesgericht nicht berücksichtigen kann.