Citation: U 328/06 25.07.2007 E. 8.2

8.2.1 Gemäss den Feststellungen des erstbehandelnden Spitals X.________ war die Versicherte unmittelbar nach dem Unfall vom 21. Mai 2002 etwas benommen und litt an einer links lateral leicht dolenten HWS; weiter bestanden anfänglich starke Kopfschmerzen und Schwindelgefühl, die sich im Verlauf besserten. Diagnostiziert wurde eine HWS-Distorsion (Bericht vom 28. Mai 2002). Gestützt hierauf und die weiteren ärztlichen Unterlagen (vgl. E. 3.1 und 5.1.1 hievor) ist - entgegen der vorinstanzlichen Auffassung - überwiegend wahrscheinlich, dass die Versicherte am 21. Mai 2002 eine HWS-Distorsion erlitten hat. Hievon ging auch die SUVA im Einspracheentscheid aus. 8.2.2 Hinsichtlich der weiteren gesundheitlichen Entwicklung ist Folgendes festzuhalten: Im Rahmen der kreisärztlichen Untersuchung vom 3. Januar 2003 gab die Versicherte an, gegenwärtig leide sie an Verspannungen meistens linksseitig, vom Nacken zur Schulter hin. Sie habe auch Konzentrationsstörungen, vergesse schnell; nachts schlafe sie nicht immer gut. Neben den störenden Nackenbeschwerden habe sie auch ein Gramseln an den ulnaren zwei Fingern. Am 4. Mai 2004 legte sie gegenüber dem Kreisarzt dar, am meisten belasteten sie die Schulterbeschwerden links. Immer noch träte das Einschlafen der Hände mit Kältegefühl auf. Neben dem Kopfschmerz habe sie immer noch ab und zu Schmerzen an der Wirbelsäule. Mit der Konzentration und Auffassung sei es nicht wirklich gut, was sie am Arbeitsplatz merke. Bei Schmerzen in der linken Schulter erwache sie häufig in der Nacht. Das Spital Z.________, Abteilung für Neuropsychologische Rehabilitation, beschrieb im Bericht vom 2. August 2004 folgende aktuelle Beschwerden: Schmerzen in den Bereichen linke Schulter, Rückenmitte und Kopf, Einschlafen von Fingern der linken Hand sowie Gedächtnis- und Konzentrationsschwierigkeiten. Das Beschwerdebild und die Leistungsfähigkeit seien im Vergleich mit der Untersuchung vom September 2003 im Wesentlichen gleich geblieben. Die psychische Befindlichkeit sei grenzwertig zu einer leichten Depression (vgl. auch E. 3.1.3 hievor). Der Kreisarzt Dr. med. K.________ legte im Bericht vom 21. Januar 2005 unter Verweis auf denjenigen vom 4. Mai 2004 dar, die Versicherte mache nach wie vor die gleichen Beschwerden geltend. Es bestünden immer noch Schmerzen im linken Schulterbereich. Der Schmerz in der Wirbelsäule trete jetzt weniger auf, etwa beim Heben von Lasten. In der Nacht sei es unbequem, obwohl sie das Tempur-Kissen benütze. Nur links schlafe ihr immer noch der Ring- und Kleinfinger ein, an der linken Hand habe sie auch vermehrt kalt. Weiter ging Dr. med. K.________ von psychischen Beschwerden aus, die das Schmerzerleben negativ beeinflussten. Gemäss dem Bericht des Zentrums C.________ für Gehör- und Gleichgewichtsstörungen vom 1. September 2005 bestand eine zentrale Vestibulopathie mit im Vordergrund stehender HWS-traumatischer Ursache. Der dipl. Heilpraktiker R.________ gab im Bericht vom 11. September 2005 an, anfangs habe die Versicherte sehr starke Schulter-/Nackenschmerzen mit Ausstrahlung in beide Arme sowie starke Kopfschmerzen und Schwindel, begleitet mit starker Müdigkeit beklagt. Heute seien die Kopfschmerzen und Schwindelsymptome deutlich zurückgegangen. Der Nacken sei auf Druck immer noch sehr schmerzempfindlich und entsprechend ausstrahlend auf Kopf (Schwindel) und Arme. Gestützt auf diese Aktenlage wies die Versicherte auch noch im Zeitpunkt der Leistungseinstellung (31. März 2005) bzw. des Einspracheentscheides (20. Juni 2005) das für eine HWS-Distorsion typische Beschwerdebild mit einer Häufung von gesundheitlichen Störungen auf. Dass unfallfremde Krankheitsfaktoren zum gänzlichen Dahinfallen des natürlichen Kausalzusammenhangs geführt hätten, kann auf Grund der Akten - entgegen der vorinstanzlichen Auffassung - nicht gesagt werden (zur psychischen Problematik vgl. E. 9 hienach). Demnach ist mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass der Unfall vom 21. Mai 2002 zumindest eine Teilursache der als Folge der erlittenen HWS-Distorsion andauernden gesundheitlichen Störungen bildet, was für die Bejahung der natürlichen Kausalität genügt (BGE 119 V 335 E. 1 S. 337, 117 V 359 E. 4b S. 360; Urteil des Bundesgerichts U 479/05 vom 6. Februar 2007, E. 6.1). Soweit die Vorinstanz ausgeführt hat, laut biomechanischer Kurzbeurteilung vom 27. Oktober 2003 (vgl. E. 10.2 hienach) seien die erhobenen Befunde und festgestellten Beschwerden durch die Kollisionseinwirkung eher nicht erklärbar, ist dem entgegenzuhalten, dass eine unfallanalytische oder biomechanische Analyse allenfalls gewichtige Anhaltspunkte zur - einzig mit Blick auf die Adäquanzprüfung relevanten - Schwere des Unfallereignisses zu liefern vermag; sie bildet jedoch für sich allein in keinem Fall eine hinreichende Grundlage für die Kausalitätsbeurteilung (RKUV 2003 Nr. U 489 S. 357 E. 3.2, U 193/01; Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts U 369/05 vom 23. November 2006, E. 7.2.2).