Citation: 9C_685/2023 E. 2.4.5

2.4.5. Ein Zustimmungserfordernis des anderen Staates im " vertragslosen Zustand" ist (nur) entbehrlich, wenn dem amtlichen oder gerichtlichen Schreiben lediglich "informativer Charakter" zukommt. Dies ist der Fall, wenn der im Ausland ansässigen Adressatin oder dem Adressaten des Schriftstücks selbst dann kein Rechtsnachteil erwächst, wenn sie die "Information" unbeachtet lässt (unter vielen: BGE 143 III 28 E. 2.2.1; näher dazu: Kocher, a.a.O., § 22 N. 10, 21 und 25 ff.). Besteht aber eine Verfügung oder ein Entscheid im Sinne von Art. 5 VwVG, und wird dieses Schriftstück der im Ausland ansässigen Person - trotz fehlender Zustimmung des dortigen Staates - unmittelbar durch die dortige Post zugestellt, so liegt ein Eröffnungsmangel vor. Die Adressatin oder der Adressat kann sich grundsätzlich darauf berufen, wobei die Rechtsfolgen des Eröffnungsmangels von den Umständen im individuell-konkreten Fall abhängen (ausführlich dazu: Urteil 2C_160/2019 vom 5. November 2019 E. 3.1; ferner Urteile 2C_103/2021 vom 9. Februar 2021 E. 3.3.2; 2C_408/2016 / 2C_409/2016 vom 19. Juni 2017 E. 2.2; 2C_827/2015 / 2C_828/2015 vom 3. Juni 2016 E. 3.2, nicht publ. in: BGE 142 II 411).