Citation: 6B_25/2023 E. 3.3.5

3.3.5. Dies ändert jedoch am Ergebnis der Interessenabwägung, welche die Vorinstanz im Rahmen einer knappen Eventualbegründung vornimmt, nichts. Es ist mit der Vorinstanz immer noch von überwiegenden öffentlichen Interessen an einer Landesverweisung auszugehen. Aus der Härtefallprüfung der Vorinstanz geht hervor, dass der Beschwerdeführer sich seit 7 Jahren in der Schweiz befindet. Trotz dieser längeren Aufenthaltsdauer und einer erkennbaren positiven Tendenz könne gemäss Vorinstanz nicht von einer fortgeschrittenen Integration gesprochen werden. Sie attestiert ihm keine stark ausgeprägte soziale Verbindung zur Schweiz. Auch die beruflichen Bande zur Schweiz weist laut Vorinstanz nicht die erforderliche Intensität auf. Sie zieht im Rahmen der Härtefallprüfung auch die Resozialisierungschancen des Beschwerdeführers in seinem Heimatland in Betracht. Unter Berücksichtigung, dass er dort über ein ein soziales Netz verfügt, da seine Eltern dort leben, und auch die Sprache beherrsche, hält sie die Integration im Heimatland ohne Weiteres für möglich. Gemäss Vorinstanz handelte der Beschwerdeführer jeweils mit sehr grossen Betäubungsmittelmengen einer Reinsubstanz von 422.5 Gramm Heroin und 43 Gramm Kokain. "Drogenhandel" (zu diesem Begriff BGE 145 IV 404 E. 1.5.2) führt von Verfassungs wegen in der Regel zur Landesverweisung (Art. 121 Abs. 3 lit. a BV; Urteil 6B_139/2022 vom 24. November 2022 E. 5.2 mit Hinweisen). Auch nach der Praxis des EGMR, in welcher der Drogenhandel als Ausbreitung dieser Geissel der Menschheit ("propagation de ce fléau", Nachweise in den Urteilen 6B_242/2019 vom 18. März 2019 E. 1.3; 6B_50/2020 vom 3. März 2020 E. 1.4.2) bzw. als "ravages de la drogue dans la population" (Urteil Diala und andere gegen Schweiz vom 10. Dezember 2019, Nr. 35201/18, § 36) verstanden wird, überwiegt bei der Betäubungsmitteldelinquenz regelmässig das öffentliche Interesse an der Beendigung des Aufenthalts, falls keine besonderen persönlichen oder familiären Bindungen im Aufenthaltsstaat bestehen (Urteile 6B_300/2020 vom 21. August 2020 E. 3.4.1; 6B_1299/2019 vom 28. Januar 2020 E. 3.4.8; 6B_378/2018 vom 22. Mai 2019 E. 2.2, nicht publ. in: BGE 145 IV 364). Die Vorinstanz berücksichtigt seine Vorstrafenlosigkeit, die eine positive Legalprognose nach sich zieht. Auch weist sie auf sein unbescholtenes Verhalten seit seiner Haftentlassung hin. Ausserdem ist sein persönliches Interesse am Verbleib in der Schweiz auch mit Blick auf die Auswirkungen der Landesverweisung auf seine familiären Verhältnisse nicht von der Hand zu weisen. Die Vorinstanz geht angesichts der von der grossen Drogenmenge ausgehenden Gefahr für die Gesundheit einer grossen Anzahl von Menschen dennoch zu Recht davon aus, dass ein gewichtiges öffentliches Interesse an seiner Wegweisung aus der Schweiz besteht, welches sein privates Interesse am Verbleib in der Schweiz überwiegt. Ergänzend festzuhalten ist, dass die mit der Landesverweisung einhergehende Einschränkung des Zusammenlebens mit seiner Familie aufgrund der aus der grossen Drogenmenge ausgehenden Gefahr für die Gesundheit einer grossen Anzahl von Menschen hinzunehmen ist und unter dem Blickwinkel von Art. 8 Ziff. 2 EMRK gerechtfertigt erscheint. Damit erübrigt sich, auf die Ausführungen des Beschwerdeführers einzugehen, wonach auch die familiäre Situation des Beschwerdeführers in der Interessenabwägung stärker zu berücksichtigen sei. Ebenfalls erübrigt es sich, sich mit seinen auf die Relativierung der Tatschwere ausgerichteten Ausführungen und Hinweise auf seine Vorstrafenlosigkeit sowie auf sein Nachtatverhalten eingehend zu befassen. Insgesamt ist der Schluss der Vorinstanz, dass die Interessenabwägung zu Lasten des Beschwerdeführers ausfällt, nicht zu beanstanden.