Citation: 2C_718/2019 E. 4.7

4.7. Dem Beschwerdeführer ist diesbezüglich insoweit zuzustimmen, dass das eheliche Zusammenwohnen im Rahmen des Familiennachzugs (Art. 43 Abs. 1 lit. a AIG) ein Kriterium darstellt, dass sicherstellen soll, dass eine eheliche Gemeinschaft auch tatsächlich gelebt wird. Der Auszug aus der ehelichen Wohnung ist denn in der Regel auch ein wichtiges und oftmals gegen aussen dass einzig wahrnehmbare Kriterium dafür, dass die eheliche Gemeinschaft aufgelöst wurde (vgl. BGE 137 II 345 E. 3.1.2 S. 347). Dies schliesst jedoch nicht aus, dass in einer Situation wie der Vorliegenden, trotz des fortdauernden Zusammenwohnens angenommen werden kann, dass bereits früher keine gelebte Ehegemeinschaft mehr bestand. Vielmehr kann das Bestehen einer ununterbrochenen eheliche Gemeinschaft in der Schweiz, auf die sich die Berechnung der Ehedauer gemäss Art. 50 Abs. 1 lit. a AIG abstützt, aufgrund sämtlicher Sachverhaltsumstände im Einzelfall auch schon während und trotz des weiteren Zusammenlebens dahingefallen sein, wobei dann für die massgebliche Fristberechnung auf diesen Zeitpunkt abzustellen ist (BGE 137 II 345 E. 3.1.2 S. 347; Urteil 2C_970/2016 vom 6. März 2017 E. 2.4).