Citation: 6B_1145/2022 E. 5.4.2

5.4.2. Wie dargelegt ist nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz mit Blick auf die Berufung nicht von einem "Obsiegen der Beschwerdeführerin in der Hauptsache" ausgeht; ebenso wenig wenn sie berücksichtigt, dass die Beschwerdeführerin mit ihrer Anschlussberufung vollständig unterlegen ist. Dementsprechend ist auf deren Vorbringen insoweit nicht weiter einzugehen, als sie auch der Frage der Entschädigung der zweitinstanzlichen Parteikosten Gegenteiliges zugrunde legt. Mangels nachvollziehbarer und erkennbarer Gründe gilt dasselbe für ihre Vorbringen, mit denen sie Anträge anders gewichten will, je nachdem, ob diese in der Berufung oder aber in der Anschlussberufung gestellt werden. Alsdann geht die Vorinstanz nicht davon aus, dass die Beschwerdeführerin mit ihrer Anschlussberufung "mehrheitlich" unterliegt. Sie erwägt vielmehr, dass dies "vollständig" (und mit Blick auf die Berufung teilweise) der Fall ist (angefochtenes Urteil S. 18 oben). Des Weiteren und entgegen den Vorbringen der Beschwerdeführerin begründet die Vorinstanz, weshalb sie deren Anspruch auf eine Entschädigung gemäss Art. 433 StPO verneint. Konkret und wie bereits erwähnt geht sie davon aus, dass die Beschwerdeführerin mit ihrer Anschlussberufung vollständig unterliegt, mithin der Beschwerdegegner mit Blick auf diese vollständig obsiegt und - mit der Beschwerdeführerin - in Bezug auf die Berufung teilweise obsiegt bzw. unterliegt, was nicht zu beanstanden ist (vgl. oben E. 5.4.1). Sie gelangt zum Schluss, dass die Beschwerdeführerin damit mit ihrer Anschlussberufung im Verhältnis zum Beschwerdegegner [keine Hervorhebung im Originaltext] mehrheitlich unterliege, weshalb sie "von vornherein" keinen Anspruch auf eine Entschädigung nach Art. 433 StPO habe. Mit diesen Erwägungen setzt sich die Beschwerdeführerin wiederum nicht auseinander. Entsprechend vermag sie nicht darzutun, dass und inwiefern die Vorinstanz ihr weites Ermessen überschreitet, wenn sie einen Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Entschädigung gemäss Art. 433 StPO verneint.