Citation: 2C_432/2020 E. 4.2.3

4.2.3. Diese Einschätzung ist nicht zu beanstanden. Wenn zwar kein vollständiger Ausschluss der Rückfallgefahr verlangt werden kann, gibt es Delikte, die allein aufgrund ihrer Schwere und durch die Art und Weise ihrer Begehung eine spätere Rückfallgefahr - auch für weniger schwere Straftaten - möglich erscheinen lassen. Der (versuchte) Mord als schwerste Straftat gegen Leib und Leben gehört zum Kreis dieser Delikte. Zulasten des Beschwerdeführers ist festzuhalten, dass es nicht bei einem Mordversuch geblieben ist, sondern er viermal, über eine längere Zeitspanne, zur Tat angesetzt hat. Zu erwähnen ist ferner, dass die Fachkommission ihm zwar eine "günstige Legalprognose" bescheinigte, angesichts des Deliktmechanismus eine engere therapeutische Anbindung des Beschwerdeführers während der Vollzugslockerungen jedoch für notwendig erachtete. Die Vorinstanz betont zudem zu Recht, dass die kontextbezogene Risikobeurteilung des Therapieberichts vom 24. September 2019 sowie die Stellungnahmen der Fachkommission primär im Hinblick auf weitere Vollzugslockerungsschritte erfolgten, ohne detaillierte Aussagen zum Risiko nach einer Entlassung aus dem Strafvollzug zu treffen, und diese deshalb nur beschränkte Rückschlüsse auf die langfristige Legalprognose zuliessen. Insofern die Vorinstanz festhält, dass sich nicht mit hinreichender Sicherheit beurteilen lasse, ob der Beschwerdeführer mit finanziellen oder zwischenmenschlichen Problemen aktuell besser umgehen könne, kann ihr keine Willkür vorgeworfen werden. Entgegen den Vorbringen des Beschwerdeführers beruht die Einschätzung der Rückfallgefahr durch die Vorinstanz auch nicht auf rein spekulativen bzw. theoretischen Erwägungen, sondern stützt sich auf mehrfach von fachlich qualifizierten Personen unterlegte Aussagen. Wenn der Beschwerdeführer zwar berechtigterweise hervorhebt, dass er freiwillig an einer erfolgreich durchgeführten Einzeltherapie teilgenommen hat, so ist zu berücksichtigen, dass gemäss der Rechtsprechung des Bundesgerichts eine aus der Sicht des Massnahmevollzugs positive Entwicklung oder ein klagloses Verhalten im Strafvollzug eine Rückfallgefahr und eine fremdenpolizeiliche Ausweisung nicht ausschliessen (BGE 137 II 233 E. 5.2.2 S. 236 f.).