Citation: 7B_134/2023 E. 2.3

2.3. Die Vorinstanz hält fest, dass der Beschwerdeführer E.________ am 7. August 2014 die Jahresrechnungen 2012 und 2013 der C.________ AG ausgehändigt und diesbezüglich auf das bilanziell ausgewiesene Eigenkapital der Gesellschaft verwiesen habe. Die so ausgewiesene Eigenkapitalbasis sei ein wesentlicher Faktor für die Darlehensgewährung gewesen. Dies ergebe sich namentlich aus den Vertragsbedingungen, wonach das Darlehen bei der Unterschreitung bestimmter Bilanzkennzahlen vorzeitig habe gekündigt werden können, und sei auch in wirtschaftlicher Hinsicht stimmig, habe mit der Eigenkapitalbasis doch das Ausfallrisiko der Darlehensrückzahlung zusammengehangen. Weiter erwägt die Vorinstanz, es sei erwiesen, dass die E.________ vom Beschwerdeführer vorgelegte Jahresrechnung 2013 der C.________ AG inhaltlich unwahr gewesen und der Forderungsbestand um knapp USD 1'000'000.-- zu hoch ausgewiesen worden sei. Dadurch habe ein Korrekturbedarf bestanden, der dazu geführt habe, dass der effektive Jahresverlust 2013 um USD 1'000'000.-- höher ausgefallen und das Eigenkapital der Gesellschaft per 31. Dezember 2013 insgesamt negativ gewesen sei, mithin eine deutliche bilanzielle Überschuldung in der Höhe von Fr. 113'548.75 bestanden habe. Aufgrund der glaubhaften Darstellungen von E.________ sei ferner erstellt, dass dieser als Entscheidungsträger der D.________ OÜ letztlich wegen der vorgelegten, nicht korrekten Jahresrechnung 2013 eine falsche Vorstellung über die wirtschaftliche Kapitalbasis der C.________ AG erlangt habe, zumal ihm der Beschwerdeführer mündlich versichert habe, dass die Debitoren aus Düngemittelverkäufen mittels Akkreditiven abgesichert und dementsprechend auf der ausgehändigten Jahresrechnung 2013 überhaupt keine Wertberichtigungen von Forderungen aufgeführt worden seien. Bezüglich der vorliegend näher zu betrachtenden subjektiven Komponente ist dem angefochtenen Urteil zu entnehmen, der Beschwerdeführer habe gegenüber den verantwortlichen Personen der D.________ OÜ absichtlich ein geschöntes Bild der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der C.________ AG gezeichnet, weil er gewusst habe, dass er so das Darlehen eher erhalten würde. Auf die am 7. August 2014 gegenüber E.________ vorgelegte Jahresrechnung 2013, die fälschlicherweise noch ein Eigenkapital von Fr. 789'972.85 bilanziert habe, könne sich der Beschwerdeführer dabei in subjektiver Hinsicht nicht berufen. Vor dem Hintergrund des E-Mail-Austausches mit der Revisionsstelle habe der Beschwerdeführer spätestens mit der E-Mail vom 17. September 2014 mit Sicherheit gewusst, dass diese eine vollumfängliche Wertberichtigung der Forderung gegen die F.________ vornehmen würde, da ansonsten die Rechtskonformität der Jahresrechnung 2013 nach Art. 728a Abs. 1 Ziff. 1 OR nicht habe bestätigt werden können. Dies bedeute allerdings nicht - so die Vorinstanz weiter -, dass der Beschwerdeführer nicht bereits vorher von den wirtschaftlichen Sachverhalten, welche die Forderung als zweifelhaft erscheinen liessen und welche eine Wertberichtigungspflicht auslösten, Kenntnis gehabt habe. Beim Beschwerdeführer habe vielmehr bereits im Zeitpunkt der Vertragsverhandlungen am 7. August 2014 Kenntnis über die zweifelhafte Werthaltigkeit der Forderung gegen die F.________ bestanden, denn diese sei einerseits offenkundig ungesichert und andererseits seit ca. 22 Monaten nach Fakturierung unbezahlt gewesen. Dass der Beschwerdeführer erst von der G.________ AG erfahren haben wolle, dass ein wesentlicher Wertberichtigungsbedarf besteht, sei angesichts der langen Dauer des Schuldnerverzugs über eine für den Geschäftsbetrieb wesentliche Summe (sie habe mehr als das doppelte der bisherigen Betriebsgewinne der Geschäftsjahre 2011 und 2012 ausgemacht) als nicht glaubhafte Schutzbehauptung des Beschwerdeführers zu werten.