Citation: 4A_518/2015 E. 3.2.2

3.2.2. Zu prüfen bleibt, ob sich mit dem Beschluss der Fondazione E.________ vom 9. Dezember 2009 etwas geändert hat. Die Vorinstanz erkannte, der von der Fondazione E.________ gefasste Beschluss vom 9. Dezember 2009 habe nichts mit der Pflichtwidrigkeit des Darlehens zu tun gehabt, sondern mit dem damaligen Vermögensstand der Fondazione E.________. Sie nahm an, es sei nicht darum gegangen, dass die Fondazione E.________ auf ihr Einverständnis mit der Finanzierung der finanziell stark geschwächten F.________ AG zurückgekommen wäre. Es werde vielmehr klargestellt, dass sie selbst die entsprechenden Mittel nicht mehr bereitstellen werde. Aus dem Beschluss habe jedenfalls nicht geschlossen werden müssen, die Fondazione E.________ sei mit der Alimentierung der F.________ AG nicht mehr einverstanden - sofern das Vermögen der Fondazione E.________ nicht betroffen sei. 3.2.2.1. Mit dieser Argumentation setzt sich die Beschwerdeführerin nicht rechtsgenüglich auseinander. Sie müsste darlegen, aus welchen prozesskonform vorgebrachten Tatsachen sich ergibt, dass der Beschluss vom 9. Dezember 2009 nicht allein wegen der finanziellen Situation der Fondazione E.________ gefasst wurde, weil deren Finanzen keine Unterstützung mehr erlaubten, sondern mit dem Willen, die bisherige Geschäftspolitik betreffend die F.________ AG grundsätzlich zu ändern. Nur unter dieser Voraussetzung könnte sie daraus, dass die Fondazione E.________ im Konzern die Strategie beschloss, etwas zu ihren Gunsten ableiten. Sie müsste aufzeigen, dass zwingend geschlossen werden muss, die sofortige Aussetzung der Gewährung von Darlehen und die persönliche Haftung der Handelnden für Geschäfte, die ohne detaillierten Beschluss des Stiftungsrates durchgeführt werden, solle nicht nur für Darlehen gelten, die direkt aus dem Vermögen der Fondazione E.________ gewährt werden, sondern auch für allfällige Darlehen liquider Tochtergesellschaften. 3.2.2.2. Die Beschwerdeführerin behauptet lediglich, sie habe in der Replik unter Verweis auf die Akten vorgebracht, dass die Zusage der finanziellen Unterstützung durch die Fondazione E.________ essentiell war und bei Wegfall derselben die Betriebe der F.________ AG ordentlich hätten eingestellt werden müssen. Diese konkrete Behauptung hätte nach Ansicht der Beschwerdeführerin einerseits eine gezielte Bestreitung durch die Beschwerdegegner und gegebenenfalls eine Beweisabnahme möglich gemacht. Die Behauptung sei aber unbestritten geblieben. Unter Berücksichtigung der unbestrittenen Tatsache, dass die Fortführung der Geschäftstätigkeit der F.________ AG im Wissen darum erfolgt sei, dass die Fondazione das Projekt weiterhin finanziell unterstützt, und dass eben diese finanzielle Unterstützung mit dem Beschluss vom 9. Dezember 2009 weggefallen sei, könne sich die Beschwerdeführerin nicht widersprüchlich verhalten, wenn sie die Darlehensvergabe als pflichtwidrig anfechte. An der von der Beschwerdeführerin zitierten Stelle in der Replik hat sie ausgeführt, das Verhalten der Beschwerdegegner sei umso weniger verständlich, als man sich bereits beim Jahreswechsel 2006/2007 die Frage gestellt habe, ob man das Projekt G.________ nicht einstellen sollte. Die Beschwerdeführerin zitiert unter Hinweis auf die Akten aus einer Aussage, wonach der Beschwerdegegner 1 sich damals " im Wissen darum, dass die Fondazione da s Projekt weiterhin finanziell unterstützte " für die Fortführung des Projekts ausgesprochen habe. Ohne diese Unterstützung " hätten die Betriebe ordentlich eingestellt werden müssen ". Die Beschwerdeführerin fuhr fort, genau diese Unterstützung der Fondazione E.________ habe jedoch im Zeitpunkt der Auszahlung des Darlehens gefehlt. Deshalb hätten die Beschwerdegegner auf das eigene Vermögen zurückgegriffen, ohne sich die Frage, ob das Projekt G.________ nicht einzustellen wäre, noch einmal zu stellen, obwohl sich die Situation der F.________ AG noch einmal massiv verschlechtert habe. Sie schliesst in der nächsten Ziffer, wenn also bereits beim Jahreswechsel 2006/2007 Anlass bestanden habe, das Projekt G.________ in Frage zu stellen, hätte eine Risikoanalyse im Zeitpunkt der Darlehensgewährung im Oktober/Dezember 2009 zum Schluss führen müssen, dass das Projekt per sofort einzustellen gewesen wäre. Angesichts der Feststellungen der Vorinstanz fehlt es diesen Ausführungen an Schlüssigkeit. Der Behauptung, die Beschwerdegegner hätten auf das Vermögen der Beschwerdeführerin zurückgegriffen, weil die Unterstützung der Fondazione E.________ in jenem Zeitpunkt gefehlt habe, steht die Tatsache entgegen, dass die Fondazione E.________ die F.________ AG letztmals am 23. Oktober 2009 unterstützt hat. Der Beschluss der Beschwerdeführerin zur Gewährung eines Darlehens an die F.________ AG vom 15. Oktober 2009 erfolgte mithin zu einem Zeitpunkt, als die Fondazione E.________ die F.________ AG noch unterstützte. Hätte eine Risikoanalyse bereits im Oktober 2009 zum Schluss führen müssen, dass das Projekt per sofort einzustellen gewesen wäre, ist nicht nachvollziehbar, weshalb die Fondazione E.________ am 23. Oktober 2009 noch eine Zahlung veranlasste. Auch wenn dem Beschwerdegegner 1 beim Jahreswechsel 2006/2007 bewusst war, dass der Betrieb der F.________ AG ohne Unterstützung der Fondazione E.________ hätte eingestellt werden müssen, kann die Beschwerdeführerin daraus nichts zu ihren Gunsten ableiten. Beim Darlehen ging es ja gerade darum, der F.________ AG weiter die nötigen Mittel zur Verfügung zu stellen. Mit ihren Vorbringen zeigt die Beschwerdeführerin nicht rechtsgenüglich auf, dass der Beschluss vom 9. Dezember 2009 nicht allein deswegen gefasst wurde, weil die Fondazione E.________ selbst keine weiteren finanziellen Mittel zur Verfügung stellen wollte. 3.2.2.3. Der Hinweis der Vorinstanz, wenn die Fondazione E.________ jegliche Unterstützung der F.________ AG hätte unterbinden wollen, hätte sie diesen Willen als Konzernmutter jederzeit mittels einer Weisung kundgeben können, bindet entgegen der Beschwerdeführerin die gesetzliche Treuepflicht nicht an eine Weisung der Muttergesellschaft. Der Beschwerdeführerin wird lediglich versagt, sich auf eine allfällige Änderung der Praxis bezüglich einer bis anhin tolerierten Verletzung einer Vorschrift zu berufen (BGE 131 III 640 E. 4.2.3 S. 645 mit Hinweis), soweit die nunmehr behauptete Praxisänderung damals nicht klar erkennbar war.