Citation: 1C_713/2013 E. 2.1

2.1. Die Parzelle Nr. xxxx liegt in der Wohn- und Gewerbezone, einer gemischten Zone für Wohn-, Gewerbe- und Bürobauten (Art. 40 Abs. 1 des Baureglements 1998 der Einwohnergemeinde Lauterbrunnen; BR). Darin sind Bauten mit drei Geschossen und einem Gebäudevolumen von höchstens 2'600m3 zugelassen, wenn mindestens 400 m³ ausschliesslich gewerblich und höchstens 1'600 m³ zu Wohnzwecken genutzt werden (Abs. 2). Für alle übrigen Bauvorhaben sind nur zwei Geschosse und ein Gebäudevolumen von maximal 1'600 m³ zugelassen (Art. 39 Abs. 2 und 40 Abs. 2 BR). Das Bundesgericht prüft die Anwendung des kommunalen und kantonalen Baurechts nur auf Willkür im Sinn von Art. 9 BV hin (Art. 95 BGG). Nach den plausiblen Ausführungen des Verwaltungsgerichts im angefochtenen Entscheid (E. 4.3 S. 8) soll mit dieser Regelung das Kleingewerbe im eigenen Wohnhaus in der Weise privilegiert werden, dass Gebäude, die sowohl Wohn- als auch Gewerbezwecken dienen, ein Geschoss mehr und ein erheblich höheres Gebäudevolumen aufweisen dürfen als reine Wohnbauten. Das beinhalte ein gewisses Missbrauchspotential, weshalb es nicht zu beanstanden sei, dass die Gemeinde nur eindeutig nicht zur Wohnnutzung gehörende, gegen aussen erkennbare, an ein breiteres Publikum gerichtete gewerbliche Aktivitäten als Gewerbe im Sinne von Art. 40 Abs. 2 Baureglement anerkenne. Diese Auslegung ist nicht nur willkürfrei, sondern naheliegend, könnte die Gemeinde doch sonst kaum verhindern, dass vom Gewerbeprivileg profitierende Bauten nachträglich in reine Wohnbauten umgenutzt würden. Unbestritten ist, dass die umstrittene Sauna- und Wellnessanlage der Beschwerdeführerin zu dem (ursprünglich für eine Metzgerei vorgesehenen) Teil des Gebäudes gehört, der zwingend gewerblich genutzt werden muss. Umstritten ist einzig, ob die Nutzung des Raumes als Sauna durch die Mitglieder eines von der Beschwerdeführerin mitbegründeten Vereins eine gewerbliche Nutzung im Sinn von Art. 40 Abs. 2 des Baureglements darstellt oder nicht.