Citation: 2C_202/2023 E. 4.3

4.3. Bevor auf die umstrittene Anrechenbarkeit des Auslandsaufenthalts vom 11. März 2020 bis am 17. April 2020 eingegangen wird, stellt sich angesichts der im Rahmen der Rückweisung (vgl. B.c und E. 3.3 hiervor) getroffenen vorinstanzlichen Feststellungen zum Ehewillen die Frage, ob die vierte Phase des Zusammenlebens vorliegend überhaupt zu den Phasen 1 bis 3 hinzugerechnet werden kann. Voraussetzung für die Zusammenrechnung wäre der fortgesetzte Wille der Ehegatten zur tatsächlichen Ehegemeinschaft während der Trennungszeit zwischen den Phasen 3 und 4 (vgl. E. 3.2.2 hiervor). Im angefochtenen Urteil vom 22. Februar 2023 erwägt die Vorinstanz im Rahmen ihrer Eventualerwägung, dass der Ehewille der Ehefrau am 17. April 2020 erloschen sei (vgl. B.d und E. 4.1 hiervor). Diese unbestrittene Sachverhaltsfeststellung, welche im bundesgerichtlichen Verfahren 2C_739/2021 noch fehlte, ist für das Bundesgericht verbindlich (vgl. E. 2.2 und 3.2.1 hiervor). Folglich ist davon auszugehen, dass es an einem gegenseitigen Ehewillen während eines Teils der Trennungszeit zwischen den Phasen 3 und 4 (nämlich vom 17. April 2020 bis zum 9. September 2020) fehlte. Dieser mehrmonatige, nicht vom Ehewillen getragene Teil der Trennungszeit kann sodann nicht als kurzfristig bezeichnet werden, weswegen auch Art. 49 AIG keine Rechtfertigung bietet (vgl. E. 3.1 in fine hiervor). Angesichts dessen sind die in E. 3.2.2 hiervor genannten Voraussetzungen für die Anrechnung der Phase 4 an die Dauer der Ehegemeinschaft gemäss Art. 50 Abs. 1 lit. a AIG nicht erfüllt.