Citation: 7B_730/2023 E. 3.2.3

3.2.3. Gemäss dem gesetzlichen Stufensystem ist unter spezialpräventiven Gründen zunächst die Möglichkeit einer bedingten und anschliessend einer teilbedingten Strafe in Betracht zu ziehen. Erst wenn dies nicht in Frage kommt, kann eine unbedingte Strafe ausgesprochen werden. Fällt die Legalprognose hinsichtlich einer vollbedingten Strafe negativ aus, folgt daraus nicht, dass auch ein teilweiser Strafaufschub ausgeschlossen ist. Die Beurteilung nach Art. 43 StGB hat auf einer eigenständigen legalprognostischen Grundlage zu erfolgen, da der teilweise Vollzug einer (Freiheits-) Strafe die Einschätzung der Wiederholungsgefahr positiv beeinflussen kann (BGE 144 IV 277 E. 3.1). Das Gericht hat diesen Entscheid im Urteil ausdrücklich zu begründen, andernfalls es die Begründungspflicht nach Art. 50 StGB verletzt (BGE 134 IV 17 E. 3.6).