Citation: 9C_462/2017 E. 3.2

3.2. Dr. med. F.________ wies im Gutachten vom 2. Mai 2015 darauf hin, differenzialdiagnostisch müsse auf Grund der Gesamtschau aller Befunde auch eine Aggravation und das bewusste Vortäuschen bzw. Simulieren einer psychischen Störung in Betracht gezogen werden. Er begründete dies unter anderem mit den Diskrepanzen in den Schilderungen der Versicherten, mit ihrem frühzeitigen Austritt aus der Klinik C.________ (Bericht vom 27. Januar 2010) sowie mit dem Fehlen einer weiterführenden bzw. einer beendeten psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung. Mit diesen gutachterlichen Ausführungen bestanden ausgewiesene Zweifel betreffend die Leistungs (un) fähigkeit der Beschwerdeführerin. Gegenstand der Observation bildeten ausschliesslich im öffentlichen Raum aufgenommene (unbeeinflusste) Handlungen der Versicherten, weshalb kein Fall absoluter Unverwertbarkeit vorliegt (vgl. E. 2.3 hievor). Daran ändern die Einwände der Beschwerdeführerin in der Eingabe vom 8. August 2017 zu den Videosequenzen auf dem Balkon ihrer Wohnung nichts. Wie sich aus dem Ermittlungsbericht vom 28. Dezember 2015 ergibt und die Beschwerdeführerin nicht bestreitet, ist ihr Balkon von der Strasse aus öffentlich frei einsehbar. Es sind keine Gründe ersichtlich oder substanziiert dargetan, welche diese Aufnahmen (konkret wurde die Versicherte während zwei Minuten beim Aufspannen und Zurechtlegen von Wäsche und während drei Minuten bei einer Unterhaltung mit ihrem Ehemann, dem Rauchen einer Zigarette sowie dem Einnehmen eines Getränks gefilmt) unter Berücksichtigung der Rechtsprechung zum öffentlich einsehbaren Raum (vgl. dazu Urteil 8C_830/2011 vom 9. März 2012 E. 6.3 mit Hinweis auf BGE 137 I 327 E. 6.2) als unzulässig erscheinen liessen. Die IV-Stelle observierte die Beschwerdeführerin an insgesamt 10 Tagen im Zeitraum zwischen dem 16. Juli und dem 15. Dezember 2015 während jeweils mehreren Stunden pro Tag. Von den 10 Tagen konnte die Versicherte an den ersten 1.5 Tagen gar nicht angetroffen werden. An den übrigen 8.5 Tagen konnte sie insbesondere bei verschiedenen Einkaufstouren sowie beim Führen verschiedener Fahrzeuge beobachtet werden. Soweit die Beschwerdeführerin in ihrer Eingabe vom 8. August 2017 einwendet, der Eingriff bezogen auf die Gesamtdauer und die Anzahl der Überwachungstage wiege schwerer als im Sachverhalt, wie er BGE 143 I 377 zu Grunde lag, lässt sie ausser Acht, dass sie dennoch weder einer systematischen noch ständigen Überwachung ausgesetzt war (vgl. dazu auch die Urteile 8C_570/2017 vom 6. Februar 2018 E. 3.2.2, 8C_235/2017 vom 23. November 2017 E. 4.5 und 9C_261/2017 vom 14. November 2017 E. 4.1). Damit und mit Blick auf die aufgezeichneten (sehr) alltäglichen Verrichtungen und Handlungen kann insgesamt nicht von einer schweren Verletzung der Persönlichkeit gesprochen werden.