Citation: 5A_299/2024 E. 4.2

4.2. Die Beschwerde erweist sich auch in diesem Punkt als unbegründet. Möchte der Betriebene die Tilgung der Schuld durch Verrechnung beweisen, müssen sich im Verfahren nach Art. 85 SchKG sowohl der Bestand der Gegenforderung als auch der Zugang der Verrechnungserklärung, d.h. die effektive Ausübung des Gestaltungsrechts, klar aus Urkunden ergeben (BANGERT, a.a.O., N. 20 zu Art. 85a SchKG; WEINBERG, Richterliche Aufhebung oder Einstellung der Betreibung im Verfahren nach Art. 85 SchKG, 1990, S. 71; Urteil 5A_674/2012 vom 4. Februar 2013 E. 2). Vorliegend haben die Vorinstanz und die Erstinstanz richtigerweise festgestellt, dass die behauptete Verrechnungsforderung Gegenstand eines hängigen Gerichtsverfahrens bildet und keine Urkunde vorliegt, aus der hervorgehen würde, dass der Beschwerdegegner der Beschwerdeführerin Fr. 144'790.66 schuldet. Zu Recht als unerheblich erachtet hat es die Vorinstanz dabei, dass die von den Parteien eingeklagten Forderungen in verfahrensrechtlicher Hinsicht unterschiedliche Wege genommen haben. Die Vorinstanz hat damit kein Bundesrecht verletzt, wenn sie die Voraussetzungen einer Aufhebung der Betreibung in Ermangelung eines strikten Urkundenbeweises der Tilgung der Schuld nicht als gegeben erachtet hat.