Citation: 6B_444/2020 E. A

A.________ erstattete am 25. September 2017 Strafanzeige gegen Prof. Dr. med. B.________ wegen "fahrlässiger Körperverletzung/ Kunstfehler, Fehlaussagen, Verfälschung der Unterlagen, Vernebelung und Verhinderns einer adäquaten Folgebehandlung mit verheerenden gesundheitlichen, sozialen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen". Weiter richtete sich die Strafanzeige gegen ihren ehemaligen Hausarzt Dr. med. C.________. Ihm warf sie "fahrlässige und vernachlässigte Behandlung, Vertrauensmissbrauch, Schreiben von medizinischen Diagnosen, welche sie nie hatte, Verschweigen von solchen, die sie hatte, Persönlichkeitsverleumdung, Rufschädigung und Anstiftung zu fehlerhafter Weiterbehandlung aus narzisstischen Gründen" vor. Begründet wurde die Strafanzeige im Wesentlichen wie folgt: Am 12. September 2014 habe man in der Klinik F.________ im Rahmen einer MRI-Untersuchung ohne Vorankündigung ein Gewicht von zehn Kilogramm an ihr rechtes Bein gehängt. Auch in ihrem Alltagsleben habe sie wegen einer vorbestehenden Skoliose nie mehr als fünf bis sieben Kilogramm getragen. Sie hätte niemals einer einseitigen Belastung mit einem Gewicht von zehn Kilogramm zugestimmt. Sie habe dazu auch nichts unterschrieben und sei nicht dazu befragt worden. Während die Gewichte an ihre Ferse angehängt worden seien, habe ihre Wirbelsäule am Scheitelpunkt der Skoliose "gekracht" und sie habe im MRI-Gerät das Bewusstsein verloren. Aufgewacht sei sie, als der MRI-Techniker Prof. Dr. med. B.________ angerufen habe. Sie habe nicht operiert und stattdessen auf die Neurochirurgie verlegt werden wollen, um unter dem Mikroskop operiert zu werden, falls neurologische Symptome auftreten würden. Prof. Dr. med. B.________ habe ihr die Angst eingejagt, dass sie sofort gelähmt sein werde und ihr dringend zur sofortigen Operation geraten. Sie sei mit der am 12. September 2014 von Prof. Dr. med. B.________ durchgeführten Operation nicht einverstanden gewesen und in Angst und Schrecken versetzt worden, damit sie sich sofort habe operieren lassen. Die Diagnose, die anamnetischen Angaben, die durchgeführte Operation und der Operationsbericht von Prof. Dr. med. B.________ seien inkorrekt. Die eigentliche Diagnose habe "grosse Diskushernie L3/4 bei einem anatomisch engen Spinalkanal ohne neurologische Ausfälle bei einer ausgeprägten Skoliose und kongenitaler Bindegewebsschwäche" gelautet. Bei einer solchen Diagnose hätte man ein abwartendes Prozedere wählen müssen. Das von Prof. Dr. med. B.________ gewählte Vorgehen sei bei dieser Diagnose nicht üblich und bringe eine totale Instabilität des entsprechenden Segments mit sich. Dr. med D.________ habe in der Folge zwei Operationen vorgeschlagen, um sie vor der drohenden, endgültigen, kompletten Paraplegie zu retten. Prof. Dr. med. B.________ habe die Stabilisationsoperation abgelehnt. Er habe Dr. med. D.________ auch nicht in der Klinik F.________ operieren lassen und ihr Leiden zudem als rein rheumatologisches Problem dargestellt. Ihrem Hausarzt Dr. med. C.________ warf A.________ vor, Leiter einer Diskriminierungskampagne gegen sie gewesen zu sein. Er habe die anderen davon überzeugt, dass die von Dr. med D.________ vorgeschlagene Operation nicht notwendig sei und einen Bericht erstellt, worin sie verleumdet werde. Die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich nahm mit Verfügung vom 16. August 2019 eine Strafuntersuchung nicht an die Hand.