Citation: 5C.28/2002 18.02.2003 E. 3

Die Klägerin bringt vor, für den gewährten Kredit habe neben ihr auch der Hauptaktionär und Verwaltungsratspräsident der Aktiengesellschaft eine Sicherheit im Umfang von Fr. 100'000.-- geleistet. Dessen Sicherheit sei von der Beklagten verwertet worden, wodurch die Schuld - unter Berücksichtigung des Konkursergebnisses - getilgt sei und gegenüber der Klägerin kein Anspruch mehr bestehe. 3.1 Das Obergericht führt in diesem Zusammenhang einzig aus, dass die Beklagte als Voraussetzung für ihre Kreditzusage eine Sicherheitsleistung von Fr. 200'000.-- verlangt habe, und zwar im Umfang von je Fr. 100'000.-- durch den Hauptaktionär und Verwaltungsratspräsident der Aktiengesellschaft sowie durch die Klägerin bzw. deren Sohn. Ob und inwieweit die Sicherheit des Verwaltungsratspräsidenten verwertet worden ist und sich die Beklagte daraus befriedigt hat, ergibt sich weder aus dem angefochtenen Urteil noch aus den Akten. 3.2 Im Berufungsverfahren sind neue tatsächliche Vorbringen sowie neue Einreden ausgeschlossen (Art. 55 Abs. 1 lit. c OG). Das Bundesgericht ist an die tatsächlichen Feststellungen der letzten kantonalen Instanz gebunden, wenn sie nicht offensichtlich auf Versehen beruhen, unter Verletzung bundesrechtlicher Beweisvorschriften zustande gekommen (Art. 63 Abs. 2 OG) oder zu ergänzen sind (Art. 64 OG). Liegen solche Ausnahmen vor, so hat die Partei, die den Sachverhalt berichtigt oder ergänzt wissen will, darüber genaue Angaben mit Aktenhinweisen zu machen. Eine Ergänzung setzt zudem voraus, dass entsprechende Sachbehauptungen bereits im kantonalen Verfahren prozesskonform aufgestellt, von der Vorinstanz aber zu Unrecht für unerheblich gehalten oder übersehen worden sind, was wiederum näher anzugeben ist; andernfalls gelten die Vorbringen als neu und damit als unzulässig (BGE 115 II 484 E. 2a S. 485 f.; 127 III 248 E. 2c S. 252). Offensichtliches Versehen liegt zudem nur vor, wenn die Vorinstanz eine bestimmte Aktenstelle übersehen oder unrichtig, d.h. nicht in ihrer wahren Gestalt, insbesondere nicht mit ihrem wirklichen Wortlaut wahrgenommen hat (BGE 109 II 159 E. 2b S. 162). 3.3 Ein Versehen der Vorinstanz, wie die Klägerin geltend macht, kann vorliegend nicht bejaht werden. Die Frage nach der Verwertung der Sicherheit des Hauptaktionärs und Verwaltungsratspräsidenten der Aktiengesellschaft sowie das Verhältnis zwischen den beiden geleisteten Sicherheiten war vor kantonaler Instanz nicht Prozessthema. Die Klägerin weist auch nicht nach, sie habe entsprechende Sachbehauptungen und Anträge bereits im kantonalen Verfahren prozesskonform aufgestellt. Die Aktenstelle, auf welche die Klägerin hinweist, äussert sich zu den hier strittigen Punkten nicht. Folglich erweist sich das Vorbringen der Klägerin als neu und damit unzulässig. Insoweit kann daher auf die Berufung nicht eingetreten werden.