Citation: 1P.58/2003 15.04.2003 E. 4.3

4.3.1 Das Appellationsgericht belegt die sprachlichen Fähigkeiten des Beschwerdeführers weiter damit, dass er sich gemäss den Akten bei verschiedenen Gelegenheiten der deutschen Sprache bedient habe, um mit Behörden zu kommunizieren. Bei einer Befragung im Zusammenhang mit einem Verkehrsdelikt im Jahr 1997 habe sich der Beschwerdeführer ohne Gebärdendolmetscher und in deutscher Sprache verständigen können. Schon bei seiner Anhaltung durch die Polizei habe der Beschwerdeführer trotz seines alkoholisierten Zustandes den Beamten mitteilen können, dass er seinen Fahrausweis zu Hause vergessen habe. Schliesslich habe der Beschwerdeführer in der Appellationsverhandlung auf Aufforderung hin eine Antwort durchaus verständlich, wenn auch nicht fehlerfrei, formuliert und gut hörbar ausgesprochen. Aufgrund der Aktenlage erachtet es das Appellationsgericht als erstellt, dass der Beschwerdeführer imstande sei, sich jedenfalls in kurzen, einfachen Sätzen auch in deutscher Sprache mitzuteilen. Mehr sei für die ihm zur Last gelegte Bedrohung und Beschimpfung nicht vorausgesetzt. 4.3.2 Dem hält der Beschwerdeführer entgegen, das Appellationsgericht habe vollständig ausgeblendet, dass die Belastungszeugin am 4. August 2000 der Staatsanwaltschaft zu Protokoll gegeben habe, der Beschwerdeführer habe sie dreimal mit den Worten beschimpft: "Du Dräcksau, du verdammti, du heisisch jo gar nid X.________, du heisisch jo Y.________. Ich chum no verbi und mach di tot." Das Appellationsgericht habe festgehalten, der Beschwerdeführer habe nur Schimpfworte gesagt und gedroht, die Beschimpfte umzubringen, was offensichtlich nicht zutreffe. Beim zu Protokoll gegebenen Zitat handle es sich denn auch nicht um einen kurzen und einfachen Satz. Weiter weist der Beschwerdeführer darauf hin, dass die Zeugin im Verfahren vor erster Instanz ein typisches Dialektschimpfwort gebraucht habe, welches er nicht kenne und welches für ihn auch nicht zu übersetzen sei ("Dräckmätz, Saumätz"). 4.3.3 Aus den Akten ergibt sich, dass die Belastungszeugin am 4. August 2000, einen Tag nachdem sie Strafanzeige eingereicht hatte, der Staatsanwaltschaft den Anruf mit dem vom Beschwerdeführer zitierten Wortlaut wiedergegeben hat (Einvernahmeprotokoll der Staatsanwaltschaft Basel-Stadt vom 4. August 2000, Act. 251). Der in Mundart gesprochene Zwischensatz "du heisisch jo gar nid X.________, du heisisch jo Y.________" ist wohl nicht ohne weiteres als einfach zu bezeichnen. Dennoch ist die Würdigung der Sprachkenntnisse durch das Appellationsgericht nicht als willkürlich zu qualifizieren, zumal sich das beurteilende Gremium persönlich ein Bild von den sprachlichen Ausdrucksfähigkeiten des Beschwerdeführers machen konnte. Nachdem er über 10 Jahre in der Schweiz lebt, dürfte er wohl einzelne Ausdrücke auf Schweizerdeutsch kennen. In Bezug auf das Wort "Dräckmätz" gilt es zu bedenken, dass die Belastungszeugin diese Beschimpfung erst bei der Verhandlung vor dem Strafgericht zitiert hat. Anlässlich ihrer Strafanzeige, am Tag nach dem fraglichen Anruf, hat sie diesen Ausdruck nicht benutzt. Die Tat lag zum Zeitpunkt der Hauptverhandlung ungefähr eineinhalb Jahre zurück. Es ist naheliegend, dass die Belastungszeugin sich nicht mehr an den genauen Wortlaut der Beschimpfung erinnerte. Dem Appellationsgericht ist aus dieser Beweiswürdigung keine Willkür vorzuwerfen.