Citation: U 479/06 08.08.2007 E. 5.3

5.3.1 In der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird unter anderem geltend gemacht, das MEDAS-Gutachten unter der Leitung des Dr. med. M.________ dürfe nicht in die Beurteilung miteinbezogen werden, da dieser als von der Unfallversicherung bezahlt und daher befangen zu betrachten sei. Das Bundesrecht schreibt nicht vor, wie die einzelnen Beweismittel zu würdigen sind. Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 40 BZP in Verbindung mit Art. 19 VwVG; Art. 95 Abs. 2 OG in Verbindung mit Art. 113 und 132 OG). Danach haben Versicherungsträger und Sozialversicherungsrichter die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass der Sozialversicherungsrichter alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf er bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum er auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 351 f. E. 3a S. 353 mit Hinweisen). 5.3.2 Das kantonale Gericht hat zu Recht festgestellt, dass das polydisziplinäre Gutachten vom 9. März 2004 den genannten Kriterien in jeder Hinsicht entspricht. Das gilt insbesondere auch hinsichtlich des psychiatrischen Teilgutachtens des Dr. M.________ vom 30. Januar 2004. Es beruht nicht nur auf einer sehr umfassenden Anamnese, sondern auch auf diversen Tests, deren Resultate eine Darstellung des Gesundheitszustandes in nachvollziehbarer Art ermöglichen. Damit steht fest, dass der Beschwerdeführer im Januar 2004 nur noch in psychischer Hinsicht an Unfallfolgen litt. Daneben bestanden erhebliche degenerative Veränderungen im Bereich der HWS und schmerzhafte Bewegungseinschränkungen beider Kniegelenke, welche aber nicht mit dem Unfall vom 13. November 1999 zusammenhängen. Auch die psychischen Beschwerden beruhen gemäss Gutachten weitgehend auf unfallfremden Faktoren. Hingegen sind sie mit überwiegender Wahrscheinlichkeit teilweise auf das versicherte Ereignis zurückzuführen, was für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhanges genügt. 5.4 Aus der umfassenden Darstellung des medizinischen Verlaufs im Gutachten vom 9. März 2004 ist zudem klar ersichtlich, dass die psychische Komponente im Heilungsverlauf schon relativ kurz nach dem Unfall überhand nahm. Im Rückfall, dessen Kausalität es hier zu beurteilen gilt, spielen einzig psychische Beschwerden eine Rolle. Damit ist die Adäquanz nach der mit BGE 115 V 133 begründeten Rechtsprechung zu prüfen, wovon auch das kantonale Gericht ausgegangen ist. Dieses hat die Voraussetzungen für die Anerkennung eines adäquaten Kausalzusammenhanges zwischen psychischen Unfallfolgen und dem Ereignis sorgfältig und richtig dargestellt und die dabei relevanten Kriterien umfassend geprüft. Auf eine Wiederholung kann unter Verweis auf den vorinstanzlichen Entscheid verzichtet werden. Der Anspruch des Beschwerdeführers auf Versicherungsleistungen der Winterthur wurde zu Recht abgewiesen.