Citation: 8C_1044/2009 30.03.2010 E. 4.2

4.2.1 Der Bericht Spitals X.________ vom 27. Dezember 2007 erweist sich in Bezug auf die Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit des Versicherten von der Formulierung her in der Tat als unklar. Es ist nicht ersichtlich, ob eine Arbeitsfähigkeit von 30 % oder 70 % gemeint ist. Gegen eine 30%ige Arbeitsfähigkeit, wie sie das kantonale Gericht annahm, spricht der Hinweis im Bericht, wonach es dem Versicherten deutlich besser gehe und er vier Stockwerke problemlos bewältigen könne. Auch der Vorschlag einer Umschulung durch die Ärzte wäre kaum verständlich, wäre der Versicherte in einer behinderungsangepassten Tätigkeit lediglich noch zu 30 % arbeitsfähig. 4.2.2 In den Arztberichten der Hausärztin Dr. med. W.________ vom 30. März 2007 und der Rehaklinik Y.________ vom 5. Juni 2007 sowie in der Stellungnahme des RAD vom 20. Juni 2007, welche sich alle auf den Gesundheitszustand vor den medizinischen Eingriffen vom Juli 2007 bezogen, wurde eine Restarbeitsfähigkeit in einer behinderungsangepassten Tätigkeit von 50 % bescheinigt. Die Differenz zu einer möglichen Arbeitsfähigkeit von 30 % oder 70 % gemäss der Beurteilung vom 27. Dezember 2007 erweist sich damit als gleich gross. Entscheidend ist jedoch, dass sich diese früheren Beurteilungen auf einen Gesundheitszustand bezogen, der sich in der Folge stark veränderte. Zunächst trat gemäss Angaben der Ärzte des Spitals X.________ eine Verschlechterung und nach den medizinischen Eingriffen dann eine deutliche Verbesserung ein. Die ärztlichen Stellungnahmen vor Juli 2007 können damit nicht als Interpretationshilfen für die Arbeitsfähigkeitsbeurteilung im Bericht vom 27. Dezember 2007 herangezogen werden. 4.2.3 Der Beschwerdegegner verweist weiter auf einen Bericht seiner Hausärztin Dr. med. W.________ vom 9. Mai 2007 zuhanden des Migrationsamtes, wonach mit einer Arbeitsfähigkeit von über 30 % nicht mehr zu rechnen sei. Auch dieser Bericht bezog sich auf den Gesundheitszustand vor Verschlechterung und dem medizinischen Eingriffen im Juli 2007. Nach diesen Eingriffen und Besserung des Gesundheitszustandes war der Versicherte ab 20. September 2007 bei der Arbeitslosenversicherung wieder zu 50 % als vermittlungsfähig gemeldet. Zwar meldet er sich am 11. Dezember 2007 aus nicht näher bekannten Gründen bei der Arbeitslosenversicherung wieder ab. Ob dies auf eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes zurückzuführen ist, ist aufgrund der bisherigen Abklärungen nicht ersichtlich. Im Bericht des Spitals X.________ vom 27. Dezember 2007 finden sich hierzu keine Hinweise. 4.3 Zusammenfassend lässt sich aus dem Bericht des Spitals X.________ vom 27. Dezember 2007 nicht der Schluss ziehen, es liege eine Restarbeitsfähigkeit von 30 % oder 70 % vor. Die unklare Formulierung im Bericht lässt sich auch nicht durch andere bereits eingeholte Arztberichte oder weitere Umstände klären. Eine schlüssige und umfassende ärztliche Stellungnahme zur Arbeitsfähigkeit des Versicherten liegt demgemäss nicht vor (vgl. E. 2.2 hievor), weshalb der vorinstanzlichen Invaliditätsbemessung der Boden entzogen ist. In Gutheissung der Beschwerde ist die Sache zur Abklärung der Arbeitsunfähigkeit des Versicherten an die Beschwerdeführerin zurückzuweisen.