Citation: 1C_627/2014 E. 3.4

3.4. Im Prinzip können die psychischen Belastungen, die kriegerische Auseinandersetzungen für die Betroffenen haben, durchaus ein Grund für das Scheitern der Ehe sein. Vorliegend erscheint dies aber angesichts des prozessualen Verhaltens des Beschwerdeführers und seiner Ex-Ehefrau als vorgeschoben. Anlässlich seiner ersten Stellungnahme am 24. September 2012 nannte der Beschwerdeführer die aussereheliche Beziehung seiner damaligen Ehefrau als den entscheidenden Auslöser für die Trennung und Scheidung. Dies blieb auch in seiner zweiten Stellungnahme am 26. November 2012 der Hauptgrund. Am Ende dieser Stellungnahme fügte er noch an, dass es ihm seit dem Kriegsausbruch in Libyen schlecht ginge, denn seine Familie und Verwandtschaft lebe in unmittelbarer Nähe eines Militärstützpunktes. In seiner Beschwerdeeingabe an das Bundesverwaltungsgericht führte er neben anderen Gründen aus, dass die Entfremdung von seiner Ehefrau und der Kriegsausbruch in Libyen eine grosse Rolle für die Trennung und Scheidung gespielt hätten. Erst vor Bundesgericht wurden die kriegerischen Auseinandersetzungen und deren Auswirkungen auf seine Familie und ihn als Hauptgrund für das eheliche Zerwürfnis und die Scheidung angeführt. Ähnlich verhält es sich mit der Darstellung der Ereignisse durch die Ehefrau. Sie wies erst anlässlich ihrer zweiten Befragung am 8. April 2013 darauf hin, dass der Krieg in Libyen einen wichtigen Einfluss auf die Verfassung des Beschwerdeführers gehabt habe. Angesichts der schwerwiegenden Folgen und Traumatisierungen, welche Kriegsgeschehnisse bei direkt Betroffenen und Angehörigen hervorrufen können, wäre zu erwarten gewesen, dass der Beschwerdeführer diesen Grund bereits in seiner ersten Stellungnahme als ausschlaggebendes Ereignis angegeben hätte. Er erwähnte aber allein die aussereheliche Beziehung seiner Gattin - ein Grund, den er im Laufe des Verfahrens nicht mehr vorbrachte. Wäre der Krieg in Libyen tatsächlich ein derart einschneidendes Ereignis im Leben des Beschwerdeführers gewesen, leuchtet nicht ein, weshalb er dies nicht von Anfang an und während des ganzen Verfahrens geltend gemacht hat. Ebenso fällt auf, dass die Beschreibung der Auswirkungen des Krieges auf seine Familie und die daraus resultierende psychische Belastung für ihn bloss generischer Natur ist und Detailangaben vermissen lässt.