Citation: 1P.211/2000 23.06.2000 E. 3

3.- Der Beschwerdeführer rügt schliesslich, die antizipierte Würdigung der möglichen Aussage des vorgeschlagenen Zeugen B.________ verletze auch die Unschuldsvermutung. Die auch als Grundsatz "in dubio pro reo" bezeichnete Unschuldsvermutung ist durch Art. 6 Ziff. 2 EMRK geschützt, floss aus Art. 4 aBV und ist jetzt in Art. 32 Abs. 1 BV verankert. Sie ist zugleich eine Beweislastregel und eine Beweiswürdigungsregel. Der Beschwerdeführer ruft letztere an, die besagt, dass sich der Strafrichter nicht von der Existenz eines für den Angeklagten ungünstigen Sachverhalts überzeugt erklären darf, wenn bei objektiver Betrachtung Zweifel bestehen, ob sich der Sachverhalt so verwirklicht hat. Sie ist verletzt, wenn der Richter an der Schuld des Angeklagten hätte zweifeln müssen. Dabei sind bloss abstrakte und theoretische Zweifel nicht massgebend, weil sie immer möglich sind und absolute Gewissheit nicht verlangt werden kann. Bei der Beurteilung von Fragen der Beweiswürdigung beschränkt sich das Bundesgericht auf eine Willkürprüfung. Es kann demnach nur eingreifen, wenn der Angeklagte verurteilt wurde, obgleich bei objektiver Würdigung des ganzen Beweisergebnisses offensichtlich erhebliche und schlechterdings nicht zu unterdrückende Zweifel an dessen Schuld fortbestanden (vgl. zum Ganzen ausführlich BGE 120 Ia 31 E. 2 S. 33-38 und zuletzt BGE 124 IV 86 E. 2a S. 87 f.). Das Bundesgericht untersucht zunächst, ob die Beweiselemente, die der Verurteilung zu Grunde liegen und die in der Beschwerde substanziiert als willkürlich bzw. gegen den Grundsatz "in dubio pro reo" verstossend beanstandet werden, willkürfrei gewürdigt worden sind. Im vorliegenden Fall hat die Prüfung der antizipierten Würdigung der Aussage des vorgeschlagenen Zeugen B.________ ergeben, dass der Kassationshof dabei nicht in Willkür verfallen ist (vgl. vorne E. 2). Sodann prüft das Bundesgericht, ob bei objektiver Betrachtung aller relevanten Beweiselemente im Ergebnis offensichtlich erhebliche und schlechterdings nicht zu unterdrückende Zweifel an der Schuld des Angeklagten fortbestehen. Der Beschwerdeführer stützt seine Rüge einer Verletzung der Unschuldsvermutung durch seine Verurteilung für den Kranverkauf vor Bundesgericht einzig auf die unterlassene Einvernahme von B.________. Dies war zulässig. Es wird in der Beschwerde nicht dargelegt und ist auch nicht ersichtlich, inwiefern trotzdem die Gesamtwertung aller im angefochtenen Urteil angeführten Beweisergebnisse im Zusammenhang mit dem Kranverkauf offensichtlich erhebliche und schlechterdings nicht zu unterdrückende Zweifel an der Schuld des Beschwerdeführers hätte aufkommen lassen müssen.