Citation: 9C_724/2023 E. 4.1

4.1. Nicht stichhaltig ist der Einwand der Beschwerdeführerin, es sei ihr Gehörsanspruch verletzt worden, weil die IV-Stelle nicht über die am 7. November und 20. Dezember 2022 beantragte Übernahme der Abklärungsmassnahmen im Sinne von Art. 45 Abs. 1 ATSG verfügt habe. Abgesehen davon, dass sich die Beschwerdeführerin mit diesem Einwand in Widerspruch zu ihrem eigenen (unzutreffenden; vgl. nachfolgend E. 4.2) Vorbringen setzt, die IV-Stelle habe über derlei Massnahmen sehr wohl - wenn auch implizit - verfügt, lässt sie ausser Acht, was folgt: In ihren E-Mails vom 7. November und 20. Dezember 2022 ersuchte die Beschwerdeführerin darum, dass "das Geburtsgebrechen bereits ab dem 12. April 2022 übernommen" werde. Zur Begründung dieses Einwands verwies sie auf BGE 111 V 117 und machte geltend, dieses Urteil sei auch auf Geburtsgebrechen anwendbar. Den Standpunkt, es gehe hier gar nicht primär um medizinische Massnahmen zur Behandlung des Geburtsgebrechens, sondern um die für dessen Diagnose notwendigen Abklärungsmassnahmen, vertrat die Beschwerdeführerin - soweit ersichtlich - erstmals im kantonalen verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren. Im Lichte dessen erhellt nicht, inwiefern bereits in ihren Ausführungen vom 7. November und 20. Dezember 2022 - jenseits der damals offensichtlich thematisierten Frage, ab wann die Invalidenversicherung im Rahmen von Art. 13 Abs. 2 IVG die Kosten für die Behandlung des Geburtsgebrechens Ziffer 291 zu übernehmen hat - ein Antrag auf Kostenübernahme für nicht von Seiten der IV-Stelle veranlasste vorgängige Abklärungsmassnahmen im Rahmen von Art. 45 Abs. 1 ATSG erblickt werden könnte. Insbesondere befasst sich der seinerzeit zur Begründung angerufene BGE 111 V 117 nicht mit derlei Abklärungsmassnahmen, sondern mit der Frage, ab wann bei medizinischen Eingliederungsmassnahmen der Versicherungsfall als eingetreten gilt. Eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör im Verwaltungsverfahren liegt nicht vor.