Citation: 4A_293/2023 E. B

Am 28. Februar 2023 reichte die Versicherte beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht, ein Gesuch um vorsorgliche Beweisführung ein. Sie beantragte, es sei ein medizinisches Gerichtsgutachten einzuholen. Als Gutachter sei Dr. med. C.________ - eventualiter ein anderer geeigneter Arzt bzw. eine andere geeignete Ärztin - zu bestimmen, wobei dieser zusätzliche Ärzte beiziehen könne. Es seien dem Gutachter die beiliegenden Akten zu überlassen und die folgenden Fragen zu stellen: " Bestand seit dem 1. Dezember 2022 [...] und besteht aktuell eine Arbeitsunfähigkeit [...]? Bejahendenfalls für welche Tätigkeiten und in welchem Umfang? Ist der Beizug weiterer medizinischer Fachdisziplinen zur Abklärung der Arbeitsfähigkeit [...] notwendig?". Weiter sei der Gutachter zu ermächtigen, eigene Abklärungen vorzunehmen und weitere Akten einzuverlangen. Mit Urteil vom 28. April 2023 wies die Präsidentin des Kantonsgerichts das Gesuch ab. Sie erwog namentlich, aufgrund der mangelnden Mitwirkung seitens der Versicherten sei ein Anspruch in der Hauptsache nicht glaubhaft gemacht. Zudem sei darauf hinzuweisen, dass die Versicherte selbst eine Abklärung ihres Gesundheitszustands bereits im Dezember 2022 durch ihr Fernbleiben an der fachärztlichen Untersuchung verhindert habe. Unter diesen Umständen eine vorsorgliche Beweisführung zu beantragen, stelle einen Verstoss gegen Treu und Glauben dar.