Citation: 4A_235/2020 E. 5.2

5.2. Die Beschwerdeführerin vermag mit ihren Ausführungen nicht aufzuzeigen, dass der Vorinstanz im Ergebnis eine Bundesrechtsverletzung vorzuwerfen wäre. Die Vorinstanz hat nicht verkannt, dass gemäss Rechtsprechung auf den Grad der Aufmerksamkeit abzustellen ist, der nach den Umständen zu erwarten ist. Ebenso wenig hat sie ausser Acht gelassen, dass bei einem Kauf zu prüfen ist, wer die angesprochenen Adressaten sind und was angeboten wird. Vielmehr hat sie den Adressatenkreises gestützt auf die Behauptungen der Beschwerdeführerin ermittelt. Wie die Beschwerdeführerin in der Beschwerdeschrift hat zudem auch die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid ausdrücklich betont, dass es für die Erfüllung der UWG-Tatbestände nicht erforderlich ist, dass jeder Adressat mit durchschnittlicher Erfahrung auf die Täuschung hereinfällt oder sich irreführen lässt, sondern es genügt, wenn nach den allgemeinen Erfahrungen des Lebens anzunehmen ist, dass sich eine nicht unerhebliche Anzahl von Adressaten der Handlungen täuschen lässt bzw. einem Irrtum verfällt (BGE 136 III 23 E. 9.1 a.E. S. 44 f.). Entgegen den Vorbringen der Beschwerdeführerin leuchtet nicht ein, inwiefern im zu beurteilenden Fall, in dem Private aus eigenem Antrieb über das Internet Veranstaltungstickets kaufen, hinsichtlich der Aufmerksamkeit vergleichbar sein sollen mit "kleineren und wenig versierten Unternehmern" bzw. "privaten Zimmervermittlern" bei der Lektüre von Vertragsformularen, die ihnen unaufgefordert zugestellt wurden. Auch wenn mit der Beschwerdeführerin davon auszugehen ist, dass der Kauf einer Eintrittskarte für eine Veranstaltung nicht eine "besonders grosse Investition" darstellt, führt dies nicht zu einer bloss geringen Aufmerksamkeit des Durchschnittsverbrauchers. Die vorinstanzlichen Erwägungen zur Aufmerksamkeit des Durchschnittsadressaten lassen sich auch nicht mit dem in der Beschwerdeschrift erhobenen Einwand entkräften, der Erwerber widme seine Aufmerksamkeit nicht der Transaktion an sich, sondern der gewünschten Veranstaltung. Dies trifft wohl zu, ändert jedoch nichts daran, dass der Durchschnittsadressat bereits beim Kauf im Hinblick auf die gewünschte Veranstaltung, den er bewusst und aus eigenem Antrieb abschliesst, eine gewisse Aufmerksamkeit an den Tag legt. Entgegen der in der Beschwerde vertretenen Ansicht trifft nicht zu, dass die Vorinstanz den Durchschnittsadressaten falsch bestimmt hat.