Citation: 2C_870/2019 E. 5.2.3

5.2.3. Soweit sich die Beschwerdeführenden auf Art. 8 EMRK berufen, ist darauf hinzuweisen, dass diese Bestimmung in erster Linie die Kernfamilie, d.h. die Gemeinschaft der Ehegatten mit ihren minderjährigen Kindern schützt, sofern nicht ein besonderes Abhängigkeitsverhältnis besteht (BGE 145 I 227 E. 3.1 S. 230 f.; 137 I 154 E. 3.4.2 S. 129). Während bei der Beurteilung des Familiennachzugs im Anwendungsbereich des AIG auf das Alter des Kindes im Zeitpunkt der Gesuchseinreichung abgestellt wird und ein hängiges Gesuch mithin auch gutgeheissen werden kann, wenn das Kind zwischenzeitlich volljährig geworden ist, ist für die Frage eines Anspruchs aus Art. 8 EMRK nach ständiger Rechtsprechung das Alter des Kindes im Zeitpunkt des bundesgerichtlichen Urteils massgebend (BGE 145 I 227 E. 3.1 S. 230 f., E. 5 ff. S. 232 ff. mit zahlreichen Hinweisen). Die Beschwerdeführerin 3 wurde im Dezember 2018 volljährig. Sie kann folglich aus Art. 8 EMRK keinen Anspruch auf Familiennachzug mehr ableiten.