Citation: 2C_213/2020 E. 3.2

3.2. Die Beschwerdeführerin macht geltend, die ihr angedrohte physische Gewalt in Kombination mit sexuellen Übergriffen stelle eine hohe Intensität an ehelicher Gewalt dar und die Anforderungen im Einzelfall dürften nicht derart hoch angesetzt werden, dass ein Glaubhaftmachen unmöglich werde. Es gehe zu weit, wenn die Vorinstanz von der Beschwerdeführerin verlange, dass sie aufzeige müsse, in welcher Form sie Opfer von Misshandlungen geworden sei, wo sich die Übergriffe ereignet hätten und welche Verletzungen sie davon getragen habe. Dadurch werde ihr Recht auf Aussageverweigerung gemäss Art. 169 Abs. 4 StPO unterlaufen, selbst wenn im ausländerrechtlichen Verfahren eine weitergehende Mitwirkung verlangt werden dürfe als in einem Strafprozess. Die Vorinstanz setze voraus, dass Berichte von Fachpersonen, Ärzten oder Psychologen notwendig seien, die auf eheliche Gewalt schliessen liessen, obschon die Beschwerdeführerin Informationen zu ihrer Intimsphäre nicht preisgeben müsse und deshalb nur spärliche äusserliche Anhaltspunkte für Übergriffe bestünden. Das Fehlen solcher Fachberichte sei jedoch nicht der Beschwerdeführerin anzulasten, da es vielen Opfern von sexueller Gewalt sehr schwer falle, sich zeitnah in ärztliche Behandlung zu begeben und dementsprechend keine solche Fachberichte vorliegen könnten.