Citation: 9C_342/2016 E. 5.2

5.2. Im Lichte der Rechtsprechung gemäss Urteil 9C_323/2009 vom 14. Juli 2009 E. 4.3 und 5.4 (in: SVR 2009 IV Nr. 56 S. 174) ist es nach den konkreten Umständen des Einzelfalles zulässig, dass die IV-Stelle sowie das kantonale Gericht abschliessend einem ohne eigene Untersuchungen zustande gekommenen RAD-Bericht und nicht einem in der Folgenabschätzung anders lautenden MEDAS-Gutachten entsprechen, ohne dass bei der Abklärungsstelle nachgefragt werden muss. Dr. med. F.________, Facharzt Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, postulierte im MEDAS-Gutachten auch für eine leichte Verweistätigkeit nur eine Teilarbeitsfähigkeit, was sich mit den von ihm angegebenen - feststehenden - Befunden (Kombination einer schweren posttraumatischen Gonarthrose mit Extensionsdefizit von 20°, deutlich eingeschränkte linke Schulterbeweglichkeit, deutlicher Kraftverlust aufgrund einer AC-Gelenksarthrose, massig eingeschränkte Schulterbeweglichkeit und Beschwerden am linken oberen Sprunggelenk) nicht schlüssig begründen lässt, dies umso weniger, als seine zur Arbeitsunfähigkeit abgegebene Schätzung ersichtlicherweise von invaliditätsfremden Überlegungen geprägt ist (Alter 57, bildungsmässige Voraussetzungen, Vernünftigkeit einer Umschulung). In dieser Situation kann ohne Verletzung von Bundesrecht der abweichenden schlüssigen RAD-Stellungnahme zur Arbeitsfähigkeit gefolgt werden. Eine Rückfrage bei der MEDAS macht keinen Sinn, weil sie kein anderes Ergebnis zeitigen könnte, als dass die MEDAS entweder ihre Schätzung bestätigt oder davon abrückt, was beides nichts an der fehlenden Begründbarkeit des von der MEDAS postulierten Ausschlusses leichter Tätigkeiten änderte; hingegen sind keine unbekannt gebliebenen objektiven, insbesondere auch keine neuen medizinischen Aspekte zu erwarten, die eine abweichende Folgenabschätzung, in die eine oder andere Richtung, nahelegen oder gar gebieten würden, weshalb die Verwaltung und die Vorinstanz auf die Rückfrage bei der MEDAS verzichten durften. Die Beschwerde ist unbegründet.