Citation: 5A_35/2018 E. 3.3

3.3. Was der Beschwerdeführer gegen diese Erwägungen ins Feld führt, vermag nicht zu überzeugen. So beanstandet er, dass die Vorinstanz die Akten nicht berücksichtige, die er am 13. September 2017 eingereicht habe. Daraus gehe hervor, dass er ab September 2017 keine Arbeitslosentaggelder mehr beziehen kann. Der Beschwerdeführer will damit dargelegt haben, dass er im September 2017 immer noch arbeitslos war und die Anrechnung eines hypothetischen Einkommens von Fr. 7'550.00 "mit dieser langandauernden Arbeitslosigkeit unrealistisch geworden" sei. Zu diesem Schluss führe das Schreiben vom 9. August 2017, in welchem die Arbeitslosenkasse darauf hinweise, dass sein Taggeldanspruch demnächst erschöpft sei und er für die Monate November 2017 bis Januar 2018 lediglich mit Arbeitslosenhilfe von monatlich Fr. 6'060.90 inkl. Kinderzulagen rechnen könne. Im selben Zusammenhang beteuert der Beschwerdeführer schliesslich, mit der von ihm beherrschten I.________ GmbH "bis jetzt" lediglich ein monatliches Gehalt von Fr. 5'380.95 netto erwirtschaften zu können. Allein die (angebliche) Tatsache, dass der Beschwerdeführer über August 2017 hinaus arbeitslos war bzw. ab September 2017 jedenfalls kein Erwerbseinkommen von Fr. 7'550.00 erwirtschaftete, schliesst nicht aus, dass es ihm nach Massgabe der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ab September 2017 zumutbar und möglich war, ein Einkommen in dieser Höhe zu erzielen. Nachdem er den Abänderungsprozess bereits im Frühjahr 2016 eingeleitet hatte, kann auch nicht von einer rückwirkenden Anrechnung eines höheren Einkommens die Rede sein. Der Beschwerdeführer besteht weiter darauf, mit dem Bezug von Arbeitslosentaggeldern von April 2016 bis September 2017 den Nachweis erbracht zu haben, dass er sich hinreichend um eine neue Arbeitsstelle bemüht hat. Indem das Obergericht dies nicht gelten lasse und zusätzliche Nachweise konkreter Suchbemühungen fordere, setze es sich über die aktuelle Rechtsprechung hinweg. In den Passagen, die der Beschwerdeführer aus dem (in BGE 143 III 617 amtlich veröffentlichten) Urteil 5A_857/2016 vom 8. November 2017 zitiert, äussert sich das Bundesgericht jedoch nicht zur Frage, inwiefern der Bezug von Arbeitslosentaggeldern im Streit um die Anrechnung eines hypothetischen Einkommens zu berücksichtigen ist. Vielmehr erkannte das Bundesgericht in jenem Entscheid, dass der Bezug von Arbeitslosenentschädigung während mehrerer Monate im Einzelfall als dauerhafte Veränderung der Einkommensverhältnisse anerkannt und damit ein Grund für die Abänderung eines Unterhaltsbeitrags sein kann (BGE 143 III 617 E. 5.2 S. 621). Der Beschwerdeführer täuscht sich, wenn er daraus folgert, dass die Ausrichtung von Leistungen der Arbeitslosenversicherung der Anrechnung eines hypothetischen Einkommens entgegen steht. Damit bleibt von seiner Argumentation nur mehr der Vorwurf übrig, dass die Vorinstanz in Willkür verfalle, wenn sie annehme, er könne nach achtzehn Monaten Arbeitslosigkeit und den damit verbundenen Suchbemühungen plötzlich nach seiner Aussteuerung eine neue Stelle mit einem Erwerbseinkommen von Fr. 7'550.-- finden. Allein mit einer solchen Behauptung lässt sich die Beweiswürdigung des Obergerichts nicht als willkürlich (E. 2) ausweisen. Insbesondere setzt sich der Beschwerdeführer auch nicht mit der vorinstanzlichen Erwägung auseinander, wonach der ununterbrochene Bezug von Arbeitslosentaggeldern nicht zum Beweis dafür tauge, dass es ihm tatsächlich nicht möglich war, eine Erwerbstätigkeit aufzunehmen (s. E. 3.2). Schliesslich beklagt sich der Beschwerdeführer darüber, dass das Obergericht von ihm einen Beweis verlange, weshalb er in seiner Tätigkeit bei der I.________ GmbH lediglich knapp Fr. 6'100.-- (brutto) pro Monat verdienen könne. Er argumentiert, dass er diesen Nachweis zum Zeitpunkt der Urteilsfällung gar nicht habe erbringen können, da er erst nach Vorliegen einer ersten Erfolgsrechnung mit Bilanz über seine künftigen Gehaltsbezüge als Geschäftsführer werde Auskunft geben können. Aus diesem Grund sei auf die erste Lohnabrechnung vom November 2017 abzustellen und von einem Nettomonatseinkommen von Fr. 5'380.95 auszugehen. Auch diese Einwände sind unbehelflich. So übersieht der Beschwerdeführer, dass ihm das Obergericht bezüglich seines künftigen Einkommens als Geschäftsführer der I.________ GmbH nicht nur einen fehlenden Nachweis, sondern schon eine fehlende Substanziierung entgegen hält. Substanziieren bedeutet, ein Vorbringen nicht nur in seinen Grundzügen, sondern in Einzeltatsachen zergliedert so umfassend klar darzulegen, dass darüber Beweis abgenommen oder dagegen der Gegenbeweis angetreten werden kann (BGE 127 III 365 E. 2b S. 368). Welche konkreten Tatsachen aus der Gegenwart oder der Vergangenheit er im vorinstanzlichen Verfahren zur Begründung seines voraussichtlichen Erwerbseinkommens vorgetragen und inwiefern die Vorinstanz solche Vorbringen übersehen hätte, ist der Beschwerde nicht zu entnehmen. Ebenso fehlt es an einer nachvollziehbaren Erklärung dafür, weshalb sich nur mit einer Jahresabschlussrechnung der I.________ GmbH aufzeigen liesse, weshalb er als Geschäftsführer dieser Gesellschaft nicht mehr als Fr. 6'100.-- pro Monat verdienen kann. Dass ihm die Vorinstanz einen strikten Beweis darüber abverlangt hätte, wie viel genau er in seiner Anstellung bei der I.________ GmbH verdienen werde, trifft nach dem Gesagten gerade nicht zu. Im Übrigen geht der Beschwerdeführer in keiner Weise auf die vorinstanzliche Erkenntnis ein, wonach die Aufnahme einer selbständigen Erwerbstätigkeit "keineswegs als zwingend" erscheint. Um die vorinstanzliche Beweiswürdigung umzustossen, genügt es jedoch nicht, bloss einzelne Elemente des angefochtenen Entscheids in Zweifel zu ziehen und andere Punkte unangefochten stehen zu lassen.