Citation: 8C_24/2018 E. 4

Das kantonale Gericht hat dem allgemein-internistischen und orthopädischen Teilgutachten des Gutachterzentrums B.________ AG vollen Beweiswert anerkannt. Danach besteht aus internistischer und orthopädischer Sicht kein Gesundheitsschaden mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Dies ist nicht zu beanstanden und wird auch nicht bestritten. Gestützt auf die Darlegungen des RAD-Arztes med. pract. D.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, der den psychiatrischen Teil des Gutachtens als mangelhaft ansah, stellte es nicht auf die psychiatrische Teilexpertise des Gutachterzentrums B.________ AG ab, wonach der Versicherte wegen einer depressiven Störung, gegenwärtig mittelschwere Episode (ICD-10 F32.1), einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS; ICD-10 F43.1) und einer anhaltenden Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung (ICD-10 F62.0) in einer leidensadaptierten Tätigkeit zu 50 % arbeitsfähig sei. Das anschliessend eingeholte Gutachten des Dr. med. C.________ erachtete es in medizinischer Hinsicht als beweiskräftig. Danach leide der Versicherte an einer PTBS und an einer mittelschweren depressiven Störung (ICD-10 F32.11). Differenzialdiagnostisch habe der Gutachter Aggravation, sekundären Krankheitsgewinn und bewusstes Vortäuschen bzw. Simulieren einer psychischen Störung genannt. In einer ergänzenden Stellungnahme vom 17. September 2016 habe er auf verschiedene Widersprüchlichkeiten hingewiesen, die auf eine Aggravation und das bewusste Vortäuschen einer psychischen Störung hindeuteten. Die im Gutachten attestierte fehlende Restarbeitsfähigkeit hat das kantonale Gericht nicht übernommen mit der Begründung, dies überzeuge mit Blick auf die Indikatoren gemäss BGE 141 V 281 nicht. Aus medizinischer Sicht fehle bezüglich Behandlungserfolg oder Resistenz eine konsequente psychiatrische, speziell eine traumaspezifische Behandlung samt Psychopharmakotherapie. Eine solche Therapie sei geeignet, die Arbeitsfähigkeit des Versicherten zu verbessern, womit es an einer nach durchgeführter Behandlung verbleibenden Erwerbsunfähigkeit mangle (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Eine somatische Komorbidität fehle. Eine Persönlichkeitsstörung liege nicht vor, der Versicherte habe (trotz Restriktionen in der Türkei) eine Ausbildung absolviert, in verschiedenen Berufen gearbeitet und eine Familie gegründet. Weiter sei er in sozialer Hinsicht in seinem Familienverbund integriert. Er wohne mit seiner Ehefrau zusammen, zu den Kindern habe er eine gute Beziehung und er verfüge über einen Kollegenkreis. Er gehe sozialen und körperlichen Aktivitäten nach und unternehme Reisen in die Türkei. Eine schwere Ausprägung der Störung falle damit ausser Betracht. Zudem lägen zahlreiche Inkonsistenzen vor. Insgesamt sei nur auf eine geringe Beeinträchtigung des Leistungsvermögens zu schliessen. Eine rechtlich relevante Arbeitsunfähigkeit lasse sich damit nicht begründen.