Citation: 2P.154/2001 18.10.2001 E. 5

5.- a) Das Verwaltungsgericht führt in der Folge aus, die Bewertung der Offerten in Bezug auf das Kriterium "Preis", die nach dem Gesagten der Rechtskontrolle nicht standhalte, müsste an sich grundsätzlich neu durch die zuständigen Stellen vorgenommen werden, wobei in Bezug auf die Frage, wie diese Bewertung vorzunehmen sei, verschiedene sachlich haltbare Antworten denkbar wären. Im vorliegenden Fall wirke sich aber jede Neubewertung zwingend zugunsten der Y.________ AG aus, da diese das mit Abstand billigste Preisangebot eingereicht habe und sich die Gemeinde auf der von ihr bekannt gegebenen Gewichtung der Zuschlagskriterien behaften lassen müsse. Unter diesen Umständen erreiche deren Offerte ohne weiteres die höchste Punktzahl. Ihr Angebot sei daher als das wirtschaftlich günstigste und damit namentlich als das im Vergleich zur Offerte der Ingenieurbüro X.________ AG wirtschaftlich günstigere Angebot zu betrachten. Es bedeute daher einen prozessualen Leerlauf und stelle eine unnötige Verzögerung des Verfahrens dar, wenn die Akten zur Neuvergabe des Auftrags an die Vergabebehörde zurückgewiesen würden. b) Die Beschwerdeführerin macht zunächst geltend, die direkte Erteilung des Zuschlags durch das Verwaltungsgericht sei unhaltbar; dieses habe in der Regel nur kassatorisch zu entscheiden und solle nur in Ausnahmefällen reformatorisch urteilen. Sie nennt indessen keine Vorschrift des kantonalen Rechts, die es dem Verwaltungsgericht verwehrt hätte, den Zuschlag selber zu erteilen (vgl. Art. 84 Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege des Kantons Bern vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155. 21], wonach es dem Verwaltungsgericht grundsätzlich freisteht, reformatorisch zu entscheiden). Die Beschwerdebegründung genügt insoweit den Anforderungen von Art. 90 Abs. 1 lit. b OG nicht, weshalb sich das Bundesgericht nicht weiter mit dieser Frage zu befassen hat. c) Die Beschwerdeführerin rügt ferner, das Verwaltungsgericht habe durch den Zuschlag an die Y.________ AG gegen das Willkürverbot verstossen und das Transparenzgebot verletzt, indem es die Gewichtung des Kriteriums "Preis" neu festgelegt habe, ohne dessen Bewertung bekanntzugeben. Es treffe auch nicht zu, dass sich jede andere Berechnungsart zwingend zugunsten der Y.________ AG auswirke. Das Gericht lege mit keinem Wort - etwa mit einem eigenen Bewertungsschema - dar, welches überhaupt eine mögliche Neubewertung wäre. Indessen hat das Verwaltungsgericht bei seinem Entscheid, den Zuschlag der Y.________ AG zu erteilen, das Kriterium des Preises nicht neu oder anders gewichtet. Es ist vielmehr davon ausgegangen, dass die beiden noch verbliebenen Bewerber mit Bezug auf die übrigen Zuschlagskriterien praktisch ebenbürtig waren. Bei dieser Konstellation musste aber bei der Bestimmung des wirtschaftlich günstigsten Angebots dem Kriterium des Preises notgedrungen die entscheidende Bedeutung zukommen. Das war umso weniger zu beanstanden, als dieses Kriterium in der Ausschreibung, in welcher die Zuschlagskriterien gemäss Art. 17 lit. h der Submissionsverordnung in der Reihenfolge ihrer Bedeutung anzugeben sind, an erster Stelle genannt und es vom Vermessungsamt in seinem Evaluationsbericht mit dem Faktor 11 gewichtet wurde. Freilich wäre es im Hinblick auf zukünftige Arbeitsvergebungen auf dem Gebiet des Vermessungswesen wünschbar gewesen, dass das Verwaltungsgericht näher dargelegt hätte, wie eine korrekte Bewertung des Preises hätte erfolgen müssen, wenn es schon die Arbeiten selber vergeben wollte. Dass es davon absah, ist unter den konkreten Umständen indessen nicht zu beanstanden. Zwischen dem Angebot der Ingenieurbüro X.________ AG und demjenigen der Y.________ AG bestand hinsichtlich des Angebotspreises ein Unterschied von immerhin 9 %. Nachdem dem Kriterium des Preises nach der Ausschreibung und nach der vom Vermessungsamt verwendeten und als solcher unbestrittenen Beurteilungsmatrix erhebliche Bedeutung zukam, ist dieser Unterschied beachtlich und hätte bei der Benotung in irgendeiner Weise zum Ausdruck kommen müssen. Dabei hätte schon eine geringfügige Differenz den Ausschlag zugunsten der Y.________ AG geben müssen. Dass die Ingenieurbüro X.________ AG bei den übrigen Kriterien ohne Berücksichtigung der Rundungen gegenüber der Y.________ AG einen minimen Vorsprung von 0,25 Punkten aufwies, vermag daran nichts zu ändern, hätte doch bei einer Gewichtung mit dem Faktor 11 schon eine Differenz von nur einem Zehntelspunkt diesen Vorsprung mehr als aufgewogen. Insoweit lässt sich in der Tat sagen, dass sich jede Neubewertung zwingend zugunsten der Beschwerdegegnerin ausgewirkt hätte. Unter diesen Umständen verstösst der Zuschlag an diese aber weder gegen das Willkürverbot noch das Transparenzgebot. Ebensowenig ist der Vorwurf der ungenügenden Begründung gerechtfertigt.