Citation: I 365/01 18.12.2001 E. 2

2.- Streitig und zu prüfen ist der Invaliditätsgrad und - davon abhängend - der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente. a) Die Vorinstanz hat das Mass der zumutbaren Arbeitsbelastung auf Grund der Berichte der Frau Dr. med. L.________ vom 6. März 1999 und 2. April 2000, welche sie zu Recht als den Anforderungen an ein beweistaugliches medizinisches Gutachten (vgl. BGE 125 V 352 Erw. 3a mit Hinweisen) entsprechend beurteilt hat, auf 42 % einer Vollzeitstelle festgesetzt. Über diesen Wert besteht auch zwischen den Parteien Einigkeit, wird er doch sowohl in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde als auch in der vorinstanzlichen Beschwerdeantwort der Beschwerdegegnerin in die jeweiligen Berechnungen eingesetzt. Es besteht kein Anlass, ihn in Zweifel zu ziehen. b) Zu Recht unbestritten geblieben sind auch das auf Grund von Tabellenlöhnen gemäss der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) bestimmte hypothetische Valideneinkommen im Betrag von Fr. 43'560.- und das - sich hier ausgehend von dieser Grösse und der Arbeitsfähigkeit von 42 % ergebende - hypothetische Invalideneinkommen von Fr. 18'295.-. Von diesem ist aber rechtsprechungsgemäss noch ein Abzug vorzunehmen. Die Grundsätze zur Kürzung von Tabellenlöhnen (BGE 126 V 79 Erw. 5b mit Hinweisen) haben den Zweck, ausgehend von statistischen Werten ein Invalideneinkommen zu ermitteln, welches der im Einzelfall zumutbaren erwerblichen Verwertung der noch möglichen Verrichtungen im Rahmen der (Rest-)Arbeitsfähigkeit am besten entspricht. Ein Abzug soll dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die versicherte Person ihre gesundheitlich bedingte Restarbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten kann und ist auf insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen. Der Beschwerdeführer beantragt, es sei ihm dieser maximale Abzug zu gewähren. Die Verwaltung hat den Abzug im Rahmen ihrer Ermessensausübung auf 15 % festgesetzt, was gemäss der Vorinstanz zu keinerlei Beanstandungen Anlass gibt. Diese Einschätzung hält einer Überprüfung nicht stand. Die Berufsberaterin hat nämlich in ihren zwei Schlussberichten vom 3. Mai und 31. Dezember 1999, jeweils unter Bezugnahme auf Ergebnisse vorangegangener medizinischer Abklärungen, festgehalten, dass die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers auf dem Arbeitsmarkt in höchstem Masse eingeschränkt sei. Die Meinung der Vorinstanz, auf diese Aussage könne wegen der klar abweichenden ärztlichen Beurteilung durch Frau Dr. med. L.________ nicht abgestellt werden, vermag nicht zu überzeugen. Die Argumentation des kantonalen Gerichts trägt den von der Rechtsprechung entwickelten Kriterien zur Abgrenzung der Aufgaben medizinischer von denjenigen berufsberatend tätiger Fachleute (vgl. Erw. 1c) nicht im erforderlichen Masse Rechnung. Zudem ist nicht ersichtlich, inwiefern Frau Dr. med. L.________ in ihren Berichten der Meinung der Berufsberaterin widersprechen sollte. Weiter ist zu beachten, dass bezüglich des Leistungsvermögens in einer leichten Hilfsarbeitertätigkeit Gegebenheiten vorliegen, welche die Vornahme des maximalen Abzuges rechtfertigen: Der Beschwerdeführer kann nur noch teilzeitlich erwerbstätig sein, wobei eine Aufteilung der maximal zumutbaren drei bis vier Stunden täglicher Arbeitszeit in zwei Blöcke empfohlen wird. Auch dann dürfte das Arbeitstempo noch reduziert sein. Der Hirntumor, der verbunden ist mit Gesichtsausfällen und Schwindeln, und die Rückenprobleme führen zu weiteren Einschränkungen, indem der Beschwerdeführer nicht während längerer Zeit in gleichbleibender Position arbeiten, nicht lange gehen oder stehen und keine Gewichte heben oder tragen kann (Gutachten von Frau Dr. med. L.________ vom 6. März 1999 und 2. April 2000). Unter Berücksichtigung all dieser Umstände erscheint im vorliegenden Fall ein Abzug von 15 % als zu gering. Die nach der Rechtsprechung (BGE 126 V 81 Erw. 6 mit Hinweis) für das Eingreifen in die Ermessenausübung erforderlichen Gründe liegen vor, und der Abzug ist unter Würdigung der vorgenannten Umstände auf 25 % festzusetzen. c) Das Invalideneinkommen beträgt demnach Fr. 13'721.- (Fr. 18'295.- abzüglich 25 %). Gegenüber dem hypothetischen Valideneinkommen ergibt sich ein Erwerbsausfall von Fr. 29'839.-, was einem Invaliditätsgrad von 68,5 % entspricht.