Citation: C 28/04 21.07.2005 E. 2.2

2.2.1 Nicht als abzuziehende Altersleistungen im Sinne von Art. 18 Abs. 4 AVIG gelten Freizügigkeits- bzw. Austrittsleistungen, auch wenn sie gegen Ende einer beruflichen Laufbahn in Wert und Wirkung einer Altersleistung sehr nahe kommen (BGE 123 V 148 Erw. 5a). Es entspricht dem klaren Willen des Gesetzgebers, die Anrechnung von einem Versicherungsfall der zweiten Säule abhängig zu machen, womit Freizügigkeits- bzw. Austrittsleistungen ausgenommen bleiben, weil sie nicht für das versicherte Risiko des Alters ausgerichtet werden (BGE 123 V 148 Erw. 5a; Urteil H. vom 23. April 2004 [C 214/03] Erw. 2.1). 2.2.2 Freizügigkeits- bzw. Austrittsleistungen sind im Verhältnis zu den Altersleistungen subsidiär (vgl. Art. 2 Abs. 1 FZG). Sie können mithin nicht mehr beansprucht werden, wenn die Auflösung des Arbeitsvertrages in einem Alter erfolgt, in welchem bereits ein reglementarischer Anspruch auf Altersleistungen im Sinne einer vorzeitigen Pensionierung besteht (vgl. Erw. 2.1 hievor; ausführlich BGE 129 V 382 ff. Erw. 4). Anders verhält es sich nach der Rechtsprechung lediglich dann, wenn das Vorsorgereglement die Ausrichtung einer vorzeitigen Altersrente von der Ausübung einer entsprechenden Willenserklärung der versicherten Person abhängig macht. Diesfalls tritt der den Anspruch auf eine Austrittsleistung ausschliessende Vorsorgefall Alter nicht in jedem Fall ein, sondern nur, wenn die versicherte Person von der ihr statutarisch eingeräumten Möglichkeit, die Ausrichtung einer vorzeitigen Altersrente zu verlangen, Gebrauch macht (vgl. SZS 2003 S. 353; Urteil F. vom 18. Mai 2005 [B 33/04] Erw. 4.2). 2.2.3 Wird eine Freizügigkeitsleistung gemäss Art. 2 Abs. 1 FZG erbracht, besteht nach Art. 16 der Verordnung vom 3. Oktober 1994 über die Freizügigkeit in der beruflichen Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (Freizügigkeitsverordnung, FZV: SR 831.425) die Möglichkeit, sich Altersleistungen von Freizügigkeitspolicen und Freizügigkeitskonten frühestens fünf Jahre vor und spätestens fünf Jahre nach Erreichen des Rentenalters nach Art. 13 Abs. 1 BVG auszahlen zu lassen. Wird hievon Gebrauch gemacht, ist dieser Sachverhalt der vorzeitigen Pensionierung im Sinne von Art. 32 AVIV gleichzustellen. Die betreffenden Leistungen der beruflichen Vorsorge sind somit als Altersleistungen von der Arbeitslosenentschädigung abzuziehen. Unerheblich ist, ob die Leistung in Kapital- oder Rentenform ausgerichtet wird (zum Ganzen Urteil H. vom 23. April 2004 [C 214/03] Erw. 2.3).