Citation: 8C_791/2016 E. 4.1

4.1. Mit Blick auf die Koordination mit der Krankentaggeldversicherung greift die Regel von Art. 28 Abs. 4 AVIG nur Platz, wenn der private Krankentaggeldversicherer aufgrund seiner Versicherungsbedingungen oder seiner vertraglichen Leistungspflicht bei einem entsprechenden Arbeitsunfähigkeitsgrad Leistungen erbringt oder zu erbringen hat (E. 2.2). Ein Versicherungsschutz durch die ÖKK dauerte zwar im Prinzip noch an, sie leistete aber aufgrund eines als beweiskräftig angesehenen Gutachtens des Psychiaters Dr. med. C.________ (vom 10. März 2015), der keine Arbeitsunfähigkeit attestierte, überhaupt keine Taggelder nach VVG für die beiden Monate Mai und Juni 2015. Fehlt es aus Sicht der ÖKK an einer krankheitsbedingten Arbeitsunfähigkeit, ist der Versicherungsfall nicht eingetreten, weshalb solange keine Leistungspflicht des Krankentaggeldversicherers besteht, als überwiegend wahrscheinlich keine Arbeitsunfähigkeit vorliegt, wobei die Versicherte beweisbelastet ist (Urteil 4A_10/2016 vom 8. September 2016 E. 3.6, zur Publikation vorgesehen). Somit liegt hier - bei bestehender Krankentaggeldversicherung, aber ohne Leistungspflicht derselben - kein nach Art. 28 Abs. 4 AVIG zu koordinierender Sachverhalt vor (vgl. AVIG-Praxis ALE des SECO, Januar 2013, Rz. C178 a-c).