Citation: 1P.629/2002 03.04.2003 E. 3

3.1 Der Beschwerdeführer macht geltend, die Beschwerdegegnerin führe die Strafuntersuchung in einer Weise, die den Verdacht der Befangenheit begründe. Die Beschwerdegegnerin wolle ein Gutachten zur Frage der Massnahmebedürftigkeit, Massnahmewilligkeit und Massnahmefähigkeit einholen, obwohl weder Tat noch Täterschaft einigermassen klar feststünden. Dies zeige ihre Voreingenommenheit. Der Beschwerdeführer habe am 30. September 2002 sein Geständnis widerrufen. Gleichwohl habe die Beschwerdegegnerin bisher keine weiteren Untersuchungshandlungen als die Einholung des genannten Gutachtens angeordnet. Indem sie auf weitere Untersuchungshandlungen verzichte, zeige sie, dass sie den Beschwerdeführer bereits als schuldig ansehe. Zu berücksichtigen seien weitere Umstände. So habe die Beschwerdegegnerin gegen den Beschwerdeführer einen Zuführungsbefehl ausgestellt. Damit habe sie Wiederholungsgefahr unterstellt, obwohl es unstreitig seit Sommer 2001 zu keinem neuen zu untersuchenden Vorfall mehr gekommen sei. Die Beschwerdegegnerin habe sodann bei der Befragung des Beschwerdeführers vom 30. Mai 2002 eine sachgerechte Verteidigung durch einen Anwalt oder durch die in der Jugendanwaltschaft anwesenden Eltern verhindert. Hinzu komme das nicht-verbale Verhalten der Beschwerdegegnerin nach der Einvernahme vom 30. Mai 2002. Dabei habe sie ein spöttisch-verächtliches Lachen gezeigt, als der Beschwerdeführer zu seiner Mutter gesagt habe: "Mami, das stimmt nicht alles". Würdige man diese zusätzlichen Gesichtspunkte, so entstehe der Eindruck der Voreingenommenheit. Ferner habe die Beschwerdegegnerin Y.________ in der Befragung stets als "Opfer" bezeichnet. Damit habe sie andere Möglichkeiten, insbesondere harmlose "Doktorspiele", von vornherein ausgeschlossen. Bei Anwendung des Massstabes von Art. 29 Abs. 1 BV und Art. 40 Abs. 1 des Übereinkommens vom 20. November 1989 über die Rechte des Kindes (UNO-Kinderrechtskonvention; SR 0.107) müsse der Beschwerdegegnerin die Unbefangenheit, welche von einem Untersuchungsbeamten verlangt werde, abgesprochen werden. Indem der Obergerichtspräsident die Voreingenommenheit verneint habe, habe er überdies den in den Verfügungen der Beschwerdegegnerin vom 23. September 2002 und 4. Oktober 2002 enthaltenen Gutachtensauftrag willkürlich ausgelegt. Ferner habe er Art. 26 StPO/SH, der sinngemäss auch für die Beschwerdegegnerin gelte, willkürlich angewandt.