Citation: 2C_28/2023 E. 2.4

2.4. Rechtsprechungsgemäss begründet die Ablehnung des Gesuchs um Auswechslung des amtlichen Verteidigers oder die Nichtbestellung des gewünschten Anwalts in der Regel keinen nicht wieder gutzumachenden Nachteil (BGE 139 IV 113 E. 1.1; Urteil 1B_384/2020 vom 30. Juli 2020 E. 2.2; jeweils mit Hinweisen). Anders kann der Fall liegen, wenn der amtliche Verteidiger seine Pflichten erheblich vernachlässigt (vgl. BGE 135 I 261 E. 1.2) bzw. seine Aufgabe z.B. wegen einer Interessenkollision oder offensichtlicher Unfähigkeit nicht erfüllen kann oder wenn er seine anwaltlichen Berufs- und Standespflichten in grober Weise verletzt (Urteil 4A_106/2017 vom 4. Juli 2017 E. 3.2, mit Hinweisen). Ebenso kann ein nicht wieder gutzumachender Nachteil drohen, wenn dem Wunsch des Betroffenen nach einem Anwalt seines Vertrauens in willkürlicher Weise keine Rechnung getragen wird (Urteile 1B_384/2020 vom 30. Juli 2020 E. 2.2; 5A_153/2014 vom 10. Juli 2014 E. 1.2.1). Der blosse Umstand, dass die Partei kein Vertrauen in den amtlichen Verteidiger hat, reicht nicht aus, wenn das mangelnde Vertrauen auf rein subjektiven Gründen beruht und nicht offensichtlich ist, dass das Verhalten des designierten Verteidigers den Interessen der Partei schadet (BGE 138 IV 161 E. 2.4; Urteil 1B_384/2020 vom 30. Juli 2020 E. 2.2).