Citation: 6P.26/2006 18.10.2006 E. 4

In der staatsrechtlichen Beschwerde werden ebenfalls mehrere Verfassungsverletzungen bei der Ermittlung der Tatsachen geltend gemacht, aus denen das Obergericht auf die Unerfahrenheit der Geschädigten schliesst. Nach dem angefochtenen Entscheid hat sich der Geschädigte B.________ bei derivativen Finanzprodukten nicht ausgekannt und sich auf die Angaben des Beschwerdeführers verlassen. Das Obergericht misst dem Umstand, dass dieser Mitglied des Verwaltungsrats verschiedener Finanzgesellschaften gewesen sei, keine Bedeutung zu, zumal er diese Mandate erst nach der Vertragsunterzeichnung mit der Y.________ AG und der Überweisung der Anlagegelder übernommen habe. Diese Beweiswürdigung beruht nicht auf einem Irrtum, wie der Beschwerdeführer behauptet, sondern stützt sich auf die Handelsregisterauszüge, wonach die Einsitznahme in den Verwaltungsrat der drei fraglichen Gesellschaften nicht bereits 1994, sondern erst in den Jahren 1996 und 1997 erfolgte. Sie erscheint angesichts der unmissverständlichen Aussagen von B.________ auch keineswegs als willkürlich. Als Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör kritisiert der Beschwerdeführer, dass das Obergericht auf die Einvernahme von F.________ als Zeugen verzichtete. Dieser hätte nach seiner Ansicht darlegen können, dass der Geschädigte D.________ im Bereich der derivativen Finanzinstrumente über Erfahrungen verfügte. Wie sich aus den in der Beschwerde bezeichneten Aktenstücken ergibt, ist indessen im Berufungsverfahren kein entsprechender Antrag gestellt worden. Denn der pauschale Verweis an der Hauptverhandlung auf frühere Ausführungen, auf die sich der Beschwerdeführer beruft, stellt keinen solchen Antrag dar. Von einer Gehörsverletzung kann daher nicht gesprochen werden. Schliesslich erscheint auch die Rüge unbegründet, das Obergericht verletze den Grundsatz der Unschuldsvermutung als Beweislastregel, wenn es erklärt, es bestünden keinerlei Anhaltspunkte dafür, dass den Geschädigten durch die Y.________ AG jene Kenntnisse vermittelt worden seien, die sie in die Lage versetzt hätten, angesichts der hohen vereinbarten Kommissionen den Umfang des Verlustrisikos und die erhebliche Verringerung der Gewinnchancen richtig einzuschätzen. Das Obergericht nimmt mit dieser Aussage lediglich eine Beweiswürdigung vor, ohne die Beweislast umzukehren. Seine Würdigung ist auch durchaus vertretbar, da davon ausgegangen werden kann, dass eine nähere Aufklärung der Geschädigten durch die Y.________ AG - hätte sie wirklich stattgefunden - im Rahmen der eingehenden Befragungen zur Sprache gekommen wäre.