Citation: 4A_122/2021 E. 3.3.1

3.3.1. Nach den Feststellungen im angefochtenen Entscheid hatte der Beschwerdeführer unter anderem geltend gemacht, bezüglich des Verhaltens der Parteien sei zu beachten, dass der Beschwerdegegner gegenüber ihm immer wieder behauptet habe, das Astrolabium funktioniere tadellos beziehungsweise perfekt. Erst als er sich seiner mangelhaften Arbeit bewusst geworden sei, habe er begonnen zu behaupten, die Abweichung sei in der ursprünglichen Konstruktion begründet. Diese Äusserungen illustrierten, dass er während und noch längere Zeit nach seiner Werksarbeit davon ausgegangen sei, es sei ein tadelloses beziehungsweise perfekt funktionierendes Astrolabium geschuldet. Dies obwohl er gemäss dem Gutachten bei den Arbeiten hätte erkennen müssen, dass die Sternenuhr falsch laufe. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers lässt sich daraus für die entscheidende Frage nichts ableiten. Selbst wenn der Beschwerdegegner an sich davon ausgegangen sein sollte, dass grundsätzlich ein tadelloses beziehungsweise perfekt funktionierendes Astrolabium geschuldet war, könnte der Beschwerdeführer daraus nur etwas ableiten, wenn feststehen würde, dass der Beschwerdegegner bei Vertragsschluss um Konstruktionsmängel in der ursprünglichen Konstruktion gewusst hätte oder die Parteien den Vertrag mit Blick auf diese Möglichkeit geschlossen hätten. Erhält der Beschwerdegegner ohne Hinweis auf Konstruktionsfehler ein defektes Objekt zur Reparatur, kann er nach Treu und Glauben davon ausgehen, ein tadelloses beziehungsweise perfekt funktionierendes Objekt lasse sich durch Reparatur der bestehenden Defekte erreichen. Er muss nach Treu und Glauben nicht davon ausgehen, er müsse eigentliche Konstruktionsfehler ausmerzen. Bei einer eigentlichen Fehlkonstruktion wäre es theoretisch denkbar, dass das zu reparierende Objekt überhaupt nicht korrekt zum Laufen gebracht werden kann, sondern dazu eine völlige Neukonstruktion notwendig wäre. Selbst wenn der Beschwerdegegner bei den Arbeiten hätte erkennen müssen, dass die Sternenuhr falsch läuft, kann daraus für die Frage, ob das Astrolabium entsprechend seiner ursprünglichen Konstruktion tadellos zum Laufen gebracht werden sollte, oder ob sich der Beschwerdegegner dazu verpflichtet hat, auch allfällige Konstruktionsfehler auszumerzen, nichts abgeleitet werden. Soll auch das Ausmerzen von bei Vertragsschluss noch nicht entdeckten Konstruktionsmängeln Teil der geschuldeten Vertragsleistung bilden, müsste sich dies aus dem Vertrag oder den Umständen klar ergeben, zumal der Umfang der geschuldeten Leistung bei nicht entdeckten Mängeln im Voraus kaum abschätzbar wäre.