Citation: 9C_154/2023 E. 2.3.3

2.3.3. In den Verfahren vor Bundesverwaltungsbehörden ist der rechtserhebliche Sachverhalt von Amtes wegen abzuklären. Die behördliche Untersuchungspflicht geht aus Art. 12 VwVG hervor, der in Art. 81 Abs. 2 MWSTG 2009 in deklaratorischer Weise wiederholt wird. Untersuchungbedürftig sind insbesondere auch Tatsachen, die sich (nur) zugunsten der steuerpflichtigen Person auswirken können. Entsprechend der Untersuchungsmaxime trägt die ESTV in mehrwertsteuerrechtlichen Verfahren die Hauptverantwortung für die Ermittlung des massgeblichen Sachverhalts. In Wahrnehmung ihrer Untersuchungspflicht hat die Bundesverwaltungsbehörde die (prozessual zulässigen) Beweismittel, die zur Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts beitragen können, von Amtes wegen zu sammeln und zu sichten (Art. 12 VwVG; ebenso Art. 81 Abs. 2 MWSTG 2009).