Citation: 1P.766/1999 10.04.2000 E. A

A.- Annamarie Frischknecht, Arthur Hofmann und Peter Schubiger sind Eigentümer der in Sagogn zwischen den beiden Dorfteilen Vitg Dadens und Vitg Dado gelegenen Parzelle Nr. 226 ("Fri"). Die 14'767 m2 grosse Parzelle war nach dem Zonenplan 1982 der Bauzone W2a zugeteilt, wobei mit Rück- sicht auf ihre zentrale Lage und ihre Bedeutung für das Ortsbild und die Siedlungsstruktur ein erheblicher Teil durch eine Baulinie als Freihaltefläche ausgeschieden war. Am 28. April 1995 beschloss die Gemeindeversammlung von Sagogn eine Teilrevision der Ortsplanung. Der Zonenplan Baugebiet 1:2000 (teilweise inkl. Generellem Gestaltungs- plan) vom 28. April 1995 weist die Parzelle Nr. 226 mit folgendem Vermerk der Kernzone (K) zu: "minimaler Freihalte- bereich von 5800 m2 zur Trennung der Ortsteile". Zudem wird die Parzelle mit folgender Legende der Gestaltungsplan- und Wettbewerbspflicht unterstellt: "Gestaltungs- und Wettbewerbspflicht (Gestaltung, Überbauung und Freihaltung) zulässige BGF = 4500 m2 / minimaler zusammenhängender Freihalte- bereich von 5800 m2. Die Gestaltungsplanpflicht bezweckt geeignet die Trennung der historischen Ortsteile sowie die Integration der neuen Bau- substanz zur Bildung eines verbindenden Kern- bereichs" Der neu ins kommunale Baugesetz vom 12. März 1982 (BauG) aufgenommene Artikel 48bis bestimmt für die Kernzone (K) : "Die Kernzone ist für Wohnbauten, Hotels, Gaststät- ten, Verkaufslokale, Sport- und Erholungsbetriebe sowie für alle der Erholung und für Dienstleistun- gen dienenden Bauten und Anlagen bestimmt. Der Wohnanteil darf maximal 60 % betragen. Die ört- liche Festlegung ist im Gestaltungsplan zu regeln." Die Bauvorschriften für die Kernzone werden durch eine Er- gänzung von Art. 59 BauG wie folgt geregelt: maximale Aus- nützung "gemäss Zonenplan"; maximale Gebäudehöhe, Firsthöhe, Gebäudebreite und Gebäudelänge "frei im Rahmen der Wettbe- werbs- und Gestaltungsplanpflicht"; Grenzabstände gross und klein je 3 m sowie die Immissionen "mässig störend". Im Planungs- und Mitwirkungsbericht des Ingenieurbüros Cavigelli und Partner vom 29. Sept. 1994/18. Jan. 1995/ 11. April 1995/1. Mai 1995 werden die planerischen Fest- legungen für die Parzelle Nr. 226 wie folgt begründet: "Fri Die grosse Parzelle zwischen den Dorfteilen Vitg Dadens und Vitg Dado war im Rahmen der Quartier- planung Fanaus teilweise mit einem Hochbauverbot mit Nutzungstransport belegt worden. Eine bleibende Beibehaltung eines Trennbereichs zwischen den bei- den Ortskernen ist für die Siedlungsstruktur und das Ortsbild von zentraler Bedeutung und konnte mit diesem Hochbauverbot im Rahmen der Quartierplanung nur unbefriedigend erreicht werden. Mit dem neuen Entwurf wird hier deshalb eine andere Lösung vorge- schlagen. Für die Parzelle wird eine Wettbewerbs- pflicht vorgesehen. Der in etwa freizuhaltende Be- reich wird bezeichnet, aber nicht parzellenscharf abgegrenzt, da die beste Lösung bezüglich Überbau- ung und Freihaltung im Rahmen des Wettbewerbs er- mittelt werden soll. Anstelle der zonengemässen Ausnützung wird die im Quartierplanverfahren dem Kostenverteiler zugrunde gelegte zulässige Brutto- geschossfläche im Zonenplan festgehalten. Diese gestaltungsplanerische Massnahme ist an dieser zentralen und bedeutungsvollen Stelle angemessen." Die Teilrevision der Ortsplanung der Gemeinde Sagogn vom 28. April 1995 wurde, soweit sie hier interessiert, von der Regierung des Kantons Graubünden am 12. Dezember 1995 ge- nehmigt.