Citation: 6B_149/2022 E. 3.3

3.3. Die Vorwürfe des Beschwerdeführers gehen an der Sache vorbei und erweisen sich als unbehelflich. Festzustellen ist: E.________ wurde vom Bezirksgericht Bülach am 14. Februar 2018 wegen mehrfacher qualifizierter Widerhandlung gegen das BetmG zu 8 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Er zog seine Berufung zurück. Das bezirksgerichtliche Urteil erwuchs in Rechtskraft. Vor der Vorinstanz begründete der Beschwerdeführer nicht, inwieweit für ihn aus dessen Akten entlastende Momente hervorgehen würden. Die Verteidigung erhielt das Akteneinsichtsrecht zu den Akten der Mitbeschuldigten B.A.________, C.A.________, D.________ und E.________. Der Beschwerdeführer wurde betreffend alle vorgeworfenen Verkäufe an E.________ rechtskräftig freigesprochen. Die Verhandlungen vor dem Bezirksgericht und der Vorinstanz fanden für den Beschwerdeführer und D.________ sowie E.________ gemeinsam statt. Die Vorinstanz stützt sich im vorliegenden Verfahren auf keine Akten aus dem Verfahren gegen D.________, da diese dafür ohne Bedeutung waren (Urteil S. 10 f.). Weiter ist für die Vorinstanz nicht ersichtlich, was der Beschwerdeführer aus der Änderung der Anklage gegen E.________ und D.________ ableiten will, da er davon nicht betroffen sei (Urteil S. 11). Das ist ebenso wenig für das Bundesgericht ersichtlich. Wenn der Beschwerdeführer geltend macht, z.B. seien C.A.________ ähnliche oder gleiche Bezeichnungen wie ihm zugeordnet worden (er erwähnt dazu aus einem TK-Protokoll wenig überzeugend: "dem Jungen bei der Garage" (Beschwerde Ziff. 27), ist darauf hinzuweisen, dass der Beschwerdeführer hinsichtlich abgehörter Gespräche in der Wohnung von D.________ zwar ein Stimmengutachten zu den Tonaufnahmen beantragt hatte, dann aber die Mitwirkung verweigert hatte, was die Vorinstanz zutreffend als Rechtsmissbrauch qualifiziert (Urteil S. 5. f). Die Verfahren gegen den Beschwerdeführer und die erwähnten vier Mitbeschuldigten wurden vor dem Bezirksgericht zunächst gemeinsam geführt. Die Verteidigung hatte die Möglichkeit zur Einsicht in deren Akten. Das Obergericht hatte in der Folge des vom Beschwerdeführer erstrittenen Urteils 1B_124/2016 vom 12. August 2016 am 22. August 2016 die Vereinigung aller fünf Verfahren angeordnet. Da sich nach dem Bezirksgericht jedoch keine wesentlichen Berührungspunkte zwischen den Anklagen gegen den Beschwerdeführer, D.________ und E.________ einerseits sowie gegen B.A.________ und C.A.________ andererseits ergaben (ebenso S. 6 f. im Urteil des Bezirksgerichts vom 18. Dezember 2017 in Sachen B.A.________ und C.A.________ im Verfahren 6B_1446/2020), schlug das Bezirksgericht den Parteien vor, ohne Einschränkung des gegenseitigen Akteneinsichtsrechts auf eine formelle Vereinigung zu verzichten, setzte ihnen Frist zur Stellungnahme mit der Androhung, dass ansonsten von ihrer Zustimmung ausgegangen werde. Die Verteidigung verzichtete in der Folge auf Einwendungen. Die Vorinstanz schliesst mit Recht auf ein widersprüchliches Prozessverhalten, wenn im Berufungsverfahren ohne nähere Präzisierung die formal getrennte Verfahrensführung bemängelt werde (Urteil S. 7 f.). Nach dem prozessrechtlichen Grundsatz von Treu und Glauben (vgl. BGE 147 IV 479 E. 6.7; 146 IV 297 E. 2.2.6) verbietet es sich, bekannte rechtserhebliche Einwände vorzubehalten und erst nach ungünstigem Prozessgang vorzubringen (venire contra factum proprium; BGE 143 IV 397 E. 3.4.2; 135 I 91 E. 2.1; Urteile 6B_637/2021 vom 21. Januar 2022 E. 3.2; 6B_23/2021 vom 20. Juli 2021 E. 2.3).