Citation: 2C_570/2023 E. 7

Somit erfüllt der Beschwerdeführer die Integrationskriterien i.S.v. Art. 63 Abs. 2 AIG i.V.m. Art. 58a AIG nicht. Das angefochtene Urteil ist in dieser Hinsicht nicht zu beanstanden. Damit bleibt noch die Verhältnismässigkeit der Rückstufung zu prüfen. Der Beschwerdeführer lebt seit seiner frühen Kindheit in der Schweiz und verfügt seit über 30 Jahren über eine Niederlassungsbewilligung. Bereits daraus ergibt sich ein grosses Interesse an deren Beibehaltung. Auch die Schulden des Beschwerdeführers sind in den letzten Jahren soweit ersichtlich wenigstens umfangmässig nicht weiter angewachsen. Gleichzeitig bestehen weiterhin Zweifel an der Ernsthaftigkeit seiner Sanierungsbemühungen, die er zudem erst spät aufgenommen hat. In strafrechtlicher Hinsicht hat der Beschwerdeführer in der Schweiz zahlreiche - teils schwere - Delikte begangen, und sich soweit ersichtlich bislang durch keine andere Massnahme von weiteren Straftaten abhalten lassen. Vor dem Hintergrund der schweren Straffälligkeit in der jüngeren Vergangenheit - die im April 2021 in einer Verurteilung zu 36 Monaten Freiheitsstrafe resultierte - und der Verwarnung im Februar 2021 wiegt seine anhaltende Delinquenz schwer, auch wenn es sich bei den seit Anfang 2019 begangenen Delikten um im Einzelnen eher geringfügige Übertretungen handeln mag. Die Rückstufung und die damit verbundenen Auflagen (inskünftig straffreies Verhalten; inskünftig Erfüllen der finanziellen Verpflichtungen; ernsthafte Sanierungsbemühungen im Rahmen seines Einkommens, wobei eine Vollzeitanstellung erwartet wird) sind geeignet, beim Beschwerdeführer in Bezug auf sein deliktisches Verhalten - endlich - eine anhaltende Verhaltensänderung zu bewirken, und zudem das Anhalten und die Ernsthaftigkeit der Sanierungsbemühungen zu gewährleisten. Sie sind hierfür auch erforderlich, nachdem die ausländerrechtliche Verwarnung den Beschwerdeführer noch nicht zu einer nachhaltigen Abkehr von seinem bisherigen ordnungswidrigen Verhalten hat bewegen können. Entgegen den Beschwerdevorbringen steht eine nachhaltige Verhaltensänderung noch aus. Angesichts der beträchtlichen öffentlichen Interessen an der Abkehr des Beschwerdeführers von seinem bisherigen Verhalten, und der diesbezüglich ungenügenden Wirkung der im Februar 2021 ausgesprochenen Verwarnung, erweist sich die Massnahme deshalb insgesamt als verhältnismässig. Angesichts der weiterbestehenden Zweifel an der Ernsthaftigkeit der Bemühungen des Beschwerdeführers hinsichtlich seiner Schuldenwirtschaft gilt dies auch für die diesbezüglich mit der Rückstufung verbundenen Bedingungen (vgl. vorne B.). Es geht bei der Rückstufung noch nicht um eine aufenthaltsbeendende Massnahme; eine definitive und umfassende Interessenabwägung nach Art. 8 Ziff. 2 EMRK und Art. 96 AIG hat abschliessend erst im Rahmen einer allfälligen Nichtverlängerung bzw. eines Widerrufs der Aufenthaltsbewilligung zu erfolgen (vgl. Urteil 2C_711/2021 vom 15. Dezember 2021 E. 5.4.2).