Citation: I 302/99 21.02.2000 E. 2

2.- Streitig und zu prüfen ist der Umfang des Renten- anspruchs ab 1. Februar 1998 bis zum Datum der angefochte- nen Verfügungen vom 23. Dezember 1998, welches rechtspre- chungsgemäss die zeitliche Grenze der richterlichen Prü- fungsbefugnis bildet (BGE 121 V 366 Erw. 1b mit Hinweisen). a) In medizinischer Hinsicht steht fest und ist unbe- stritten, dass der Beschwerdeführer wegen seinen multiplen Leiden (rezidivierende Hyperventilation, Belastungshyper- tonie, Hypercholesterinämie und Hypertriglyzeridämie, Le- bersteatos sowie kleine axiale Hiatushernie) seit Ende De- zember 1995 in der zuletzt ausgeübten Beschäftigung als Galvaniker nicht mehr tätig sein kann. Dagegen ist ihm ab Januar 1998 eine körperlich leichte Arbeit vollumfänglich zumutbar. b) Was die erwerbliche Seite betrifft, so ist hier für die Bestimmung des trotz Invalidität zumutbarerweise noch realisierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) von den Tabellenlöhnen der vom Bundesamt für Statistik herausgege- benen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) auszugehen (vgl. BGE 124 V 322 Erw. 3b/aa mit Hinweisen). Laut Tabelle A 1 der LSE 1996 belief sich der Zentralwert für die mit einfachen und repetitiven Aufgaben (Anforderungsniveau 4) beschäftigten Männer im privaten Sektor (bei einer wöchent- lichen Arbeitszeit von 40 Stunden) im Jahre 1996 auf Fr. 4294.-, was bei Annahme einer betriebsüblichen durch- schnittlichen Arbeitszeit von 41,9 Stunden (Die Volkswirt- schaft, 1999 Heft 12, Anhang S. 27, Tabelle B 9.2) ein Ge- halt von monatlich Fr. 4498.- oder Fr. 53'976.- im Jahr (12 x Fr. 2298.-) ergibt (vgl. BGE 124 V 323 Erw. 3b/bb). Allfälligen Erschwernissen, wie dem Umstand, dass gesund- heitlich beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Ar- beitnehmerinnen und Arbeitnehmern lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen, ist - wie das kantonale Ge- richt korrekt erkannt hat - durch einen Abzug von bis zu 25 % (vgl. nicht publizierte Erw. 4b des Urteils BGE 114 V 310; AHI 1998 S. 177 Erw. 3a) vom Medianwert des herange- zogenen Tabellenlohnes und nicht durch das Abstellen auf Frauenlöhne Rechnung zu tragen. Im vorliegenden Fall erweist sich der vom kantonalen Gericht zugestandene Abzug von 25 % auch in Anbetracht des fortgeschrittenen Alters des Beschwerdeführers als angemes- sen (vgl. AHI 1999 S. 242 Erw. 4c). Die von diesem erwähnte Tatsache, dass jüngere Arbeitnehmer bei der Anstellung all- gemein bevorzugt werden, rechtfertigt keinen zusätzlichen Abzug, da Erwerbslosigkeit wegen des Alters keinen (höhe- ren) Rentenanspruch zu begründen vermag (AHI 1999 S. 238 Erw. 1 mit Hinweisen). Daraus resultiert ein Invalidenein- kommen von Fr. 40'482.- (Fr. 53'976.- x 0,75). Die Gegen- überstellung mit dem unbestritten gebliebenen Einkommen ohne Invalidität von Fr. 90'000.- im Jahre 1996 führt zu einem Invaliditätsgrad von rund 55 %. Von einer Aufwertung der Einkommenszahlen auf den in tatbeständlicher Hinsicht massgebenden Zeitpunkt des Verfügungserlasses am 23. Dezem- ber 1998 kann abgesehen werden, da sich der Quotient des Einkommensvergleiches dadurch nicht ändert. c) Bei diesen Gegebenheiten besteht ab 1. Februar 1998 lediglich noch Anspruch auf eine halbe Invalidenrente (vgl. Erw. 1). Insoweit der Beschwerdeführer die Ausrichtung der gan- zen Rente über dieses Datum hinaus mit der Begründung bean- tragt, die IV-Stelle hätte ihn im Hinblick auf eine recht- zeitige Anmeldung bei der Arbeitslosenversicherung unver- züglich und nicht erst im Rahmen des Vorbescheids vom 15. September 1998 auf die von seinem Hausarzt am 23. März und 22. Juni 1998 für leichte Arbeit attestierte Arbeits- fähigkeit aufmerksam machen müssen, lässt er ausser Acht, dass im Verfahren vor den IV-Stellen keine allgemeine Mit- teilungspflicht besteht. Allein zur "geplanten Erledigung" hat die IV-Stelle den Versicherten zu informieren bzw. an- zuhören (Art. 73bis IVV; zur Publikation vorgesehenes Ur- teil D. vom 19. November 1999, I 204/98). Dagegen steht es dem Versicherten frei, selber Akteneinsicht zu verlangen und sich über den Stand des Verfahrens zu erkundigen. Nach- dem für die Erstellung des Arztzeugnisses vom 23. März 1998 eine Konsultation notwendig gewesen war, hätte er - wie bereits die Vorinstanz festgehalten hat - spätestens dann- zumal um seine Arbeitsfähigkeit wissen müssen. Im Übrigen fällt eine anspruchsbeeinflussende Änderung des Invalidi- tätsgrades auch bei gleichgebliebenem Gesundheitszustand in Betracht, wenn sich z.B., wie hier, die erwerblichen Aus- wirkungen erheblich verändert haben (BGE 113 V 275 Erw. 1a mit Hinweisen; siehe auch BGE 112 V 372 Erw. 2b und 390 Erw. 1b). Die Einwendungen des Beschwerdeführers sind daher unbegründet und der kantonale Entscheid sowie die zwei Ver- fügungen der IV-Stelle vom 23. Dezember 1998 sind (im Er- gebnis) nicht zu beanstanden.