Citation: 2P.295/2004 06.06.2005 E. 4

4.1 Die Beschwerdeführer machen sodann eine Verletzung ihres Anspruches auf Gewährung des rechtlichen Gehörs (Art. 29 Abs. 2 BV) sowie des Willkürverbotes (Art. 9 BV) geltend. Sie beanstanden in diesem Zusammenhang, das Obergericht habe sich mit wesentlichen Argumenten, auf die sich der Regierungsrat gestützt habe, insbesondere der Unvordenklichkeit des alten Wasserrechts, nicht auseinander gesetzt. 4.2 Die Beschwerdeführer legen - erstmals - eine Abschrift des Vertrages vom August 1858 betreffend eine neue Brunnenleitung für den oberen Teil von Altdorf (Beschwerdebeilage 6) vor, welcher offensichtlich durch den Vertrag vom 12. August 1888 ersetzt wurde. Darin wird festgestellt, dass die Rechtsvorgänger der Beschwerdeführer auf ihr bis anhin bestandenes "Recht zu der Quelle Wasser, welche unmittelbar oberhalb dem Kapuziner-Waschhaus zum Vorschein kommt" verzichten. Der Regierungsrat hat die Darstellung der Beschwerdeführer, dass der Brunnen auf ihrer Liegenschaft seit 1598 von einer privaten Quelle gespiesen worden sei, nicht in Zweifel gezogen und ist im Ergebnis auch davon ausgegangen, es handle sich beim neuen Vertrag um eine Anerkennung des bereits seit Jahrhunderten bestehenden Wasserrechts, dessen Bestand unbestritten sei. Dagegen hat das Obergericht befunden, trotz Erwähnung des älteren Vertrages im Vertrag von 1888 könne nicht darauf abgestellt werden, da dieser nicht als Beleg vorliege; auch sonst liege kein Nachweis der Ausübung des Wasserrechts seit unvordenklicher Zeit vor. Bei der gegebenen Verfahrens- und Beweislage hätte es in der Tat nahegelegen, dass das Obergericht, wenn es entgegen dem Regierungsrat die Unvordenklichkeit der Rechtsausübung aufgrund der eingereichten Unterlagen noch nicht als nachgewiesen erachtete, die Verfahrensbeteiligten zur Beibringung des erwähnten älteren Vertrages anhielt. Ob der Verzicht auf ein solches Vorgehen als Verletzung des rechtlichen Gehörs zu werten ist, kann aber dahingestellt bleiben. Das Obergericht setzte sich mit der historischen Entstehung des streitigen Wasserrechts sowie den Beweisanträgen zur Unvordenklichkeit der Ausübung desselben deshalb nicht näher auseinander, weil es diese Fragen aufgrund seiner allein an den Vertrag von 1888 anknüpfenden Argumentation bzw. seiner Eventualbegründung (Ablösbarkeit des Rechtes gemäss Art. 788 ZGB) nicht als entscheidrelevant betrachtete. Wie es sich damit verhält, ist keine Frage des rechtlichen Gehörs, sondern der materiellen Beurteilung.