Citation: 8C_239/2023 E. 3.1

3.1. Das kantonale Gericht hat befunden, zur Auslösung der einjährigen relativen Verwirkungsfrist müsse praxisgemäss die Rechtskraft der rentenaufhebenden Verfügung abgewartet werden. Anhaltspunkte, dass es sich im Fall einer rückwirkenden Rentenherabsetzung infolge Neuberechnung anders verhalte, lägen keine vor. Gelte ein Rückforderungsanspruch demnach erst dann als feststehend, wenn über die Unrechtmässigkeit des Leistungsbezugs rechtmässig verfügt oder - im Beschwerdefall - gerichtlich entschieden worden sei, so könne es hinsichtlich der Fristauslösung nicht darauf ankommen, welcher Grund dazu geführt habe (Wiedererwägung, prozessuale Revision oder Meldepflichtverletzung). Vorliegend sei die relative Verwirkungsfrist ohne Weiteres gewahrt, nachdem sie aufgrund der nicht rechtskräftigen Aufhebungs- respektive Abänderungsverfügung vom 9. August 2022 noch gar nicht zu laufen begonnen habe.