Citation: 4A_356/2017 E. 3.6.2

3.6.2. In den beiden von der Vorinstanz erwähnten Bestimmungen von Art. 5.4 ("[...] payments shall be made no later than 30 days after the date of a correct invoice.") und Art. 5.6 des 2009 Service Agreement ("[...] A.________ GmbH [...] will pay any undisputed amount within 30 days from the date of the invoice [...]") wird jeweils eine Zahlungsfrist von 30 Tagen nach Rechnungsstellung erwähnt. Das Schiedsgericht hat die von der Beschwerdeführerin vertretene Rechtsauffassung zu Recht jedenfalls willkürfrei verworfen, wonach Art. 5.4 nicht für den Fall gelten soll, in dem die Korrektheit der Rechnungsstellung strittig ist, zumal nicht einleuchtet, weshalb die Richtigkeit der Rechnung nicht auch erst nachträglich festgestellt werden könnte. Art. 5.6 des 2009 Service Agreement erwähnt zwar lediglich eine Zahlungsfrist für unbestrittene Beträge ( "any undisputed amount"); daraus lässt sich jedoch nicht ableiten, die Fälligkeit eines bestrittenen Teilbetrags solle erst eintreten, wenn die Streitigkeit entschieden sei. Für den Fall, dass der Betrag strittig ist, sieht die Bestimmung von Art. 5.6 vielmehr weiter vor, dass zunächst eine einvernehmliche Lösung zu finden und die Streitigkeit anschliessend einem Schiedsgericht zu unterbreiten sei. Inwiefern sich daraus ergeben soll, dass für strittige Beträge die Fälligkeit erst mit der rechtskräftigen Erledigung der Streitsache eintreten und Verzugszinsen erst ab dem Zeitpunkt des Schiedsspruchs geschuldet sein sollen, vermag nicht einzuleuchten. Die Erwägung des Schiedsgerichts, wonach sich die Beschwerdeführerin 30 Tage nach der Rechnungsstellung durch die Beschwerdegegnerin vom 31. März 2014 im Verzug befand (vgl. Art. 102 Abs. 2 OR), und somit Verzugszins seit 30. April 2014 schuldet, ist unter Willkürgesichtspunkten nicht zu beanstanden.