Citation: U 45/01 26.09.2001 E. 5

5.- Zu prüfen bleibt, ob das Asthma bronchiale des Beschwerdeführers ausschliesslich oder stark überwiegend (das heisst zu mindestens 75 %, BGE 119 V 201 Erw. 2b mit Hinweis) durch die berufliche Tätigkeit verursacht worden ist (Art. 9 Abs. 2 UVG). a) Das kantonale Gericht hat, insbesondere gestützt auf das Gutachten der Klinik D.________ vom 28. November 1997, mit Recht festgehalten, dass eine stark überwiegende Verursachung der Beschwerden durch die berufliche Tätigkeit als Gipser nicht dargetan ist. Die Gutachter gelangen zum Schluss, es hätten sich keine Anhaltspunkte für ein berufsinduziertes Asthma bronchiale ergeben, und qualitative Expositionsversuche mit Arbeitsplatzsubstanzen seien negativ ausgefallen. Dieses Resultat wird, wie die Vorinstanz mit ausführlicher und zutreffender Begründung darlegt, durch die einzelnen Untersuchungsergebnisse nicht in Frage gestellt. b) Die dagegen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde erhobenen Einwände sind nicht stichhaltig: aa) Das Gutachten der Klinik D.________ wurde in Kenntnis der relevanten Unterlagen erstattet und beruht auf einer ganzen Reihe detaillierter Untersuchungen. Die daraus gezogenen Schlussfolgerungen werden einleuchtend und nachvollziehbar begründet. Das Dokument wird daher den von der Rechtsprechung formulierten Anforderungen an ein beweiskräftiges ärztliches Gutachten (BGE 125 V 352 Erw. 3a und 353 Erw. 3b/bb) gerecht. Dass die Gutachter "wegen grosser Kooperationsproblematik" nicht auf die formal positiv ausgefallenen qualitativen Expositionsversuche mit Arbeitsplatzsubstanzen (Steinwolle, Abrieb, Zementstaub, Gips, Gipsgrundputz, Baustaub) abstellten, begründen sie überzeugend damit, dass die kooperationsunabhängigen Resistance-Messungen immer negativ blieben. Die Behauptung, die Untersuchungsergebnisse seien durch den Einsatz systemischer Steroide verfälscht worden, überzeugt nicht. Vielmehr waren die Gutachter gehalten, auch den Einfluss dieser Behandlung auf die einzelnen Befunde zu prüfen. bb) Dem mit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde eingereichten Gutachten der Medizinischen Abklärungsstelle der Invalidenversicherung (MEDAS) vom 19. Juli 2000 sind keine Aussagen zu entnehmen, welche den Erkenntnissen der Gutachter der Klinik D.________ widersprechen würden. So stimmt die durch den von der MEDAS beigezogenen Konsiliarius Dr. med. P.________, Innere Medizin FMH, speziell Pneumologie, in seinem Bericht vom 11. Juli 2000 gestellte Diagnose inhaltlich weitgehend mit derjenigen im Gutachten der Klinik D.________ überein. Eine richtunggebende Verschlimmerung der Krankheit durch unspezifische Staubirritationen in der Tätigkeit als Gipser hält Dr. med. P.________ lediglich für denkbar, wobei er sich nicht dazu äussert, ob der überdies erforderliche qualifizierte Kausalzusammenhang im Sinne der stark überwiegenden Ursache (vgl. BGE 117 V 357) gegeben sei. Die diagnostizierte "deutliche Chronifizierung und auch Progredienz in den letzten Jahren" spricht - angesichts der grösseren zeitlichen Distanz noch in höherem Masse, als bereits die Gutachter der Klinik D.________ festhielten - gegen eine stark überwiegende Verursachung oder Verschlimmerung durch die berufliche Tätigkeit, welche der Beschwerdeführer bereits im Jahr 1995 aufgegeben hat. Damit liefert auch das MEDAS-Gutachten keine hinreichenden Anhaltspunkte dafür, dass das Asthma bronchiale in der gesetzlich geforderten qualifizierten Weise durch die berufliche Tätigkeit verursacht oder verschlimmert worden wäre. Angesichts der durchgeführten, umfassenden Untersuchungen kann auch ausgeschlossen werden, dass durch zusätzliche Abklärungen neue relevante Erkenntnisse gewonnen werden könnten. Deshalb besteht kein Anlass, dem Beschwerdeführer, wie beantragt, Gelegenheit zur Einreichung eines Gegengutachtens zu bieten. cc) Gemäss den Angaben im Bericht der Medizinischen Poliklinik V.________ vom 4. Mai 1990 über die seit 19. Februar 1990 dauernde ambulante Behandlung gab der Beschwerdeführer schon damals - also noch vor der Aufnahme der selbstständigen Erwerbstätigkeit - an, "wegen seiner Tätigkeit als Gipser gewisse Probleme mit der Atmung zu haben", weshalb er bereits ein Jahr zuvor einen Privatarzt konsultiert habe. Ob das Asthma bronchiale bereits auftrat, als der Beschwerdeführer noch obligatorisch bei der SUVA versichert war, ist jedoch nicht entscheidend, da die beweismässigen Anforderungen, wie dargelegt, nicht erfüllt sind.