Citation: 8C_450/2018 E. 5.4

5.4. Vorinstanz und Beschwerdegegnerin begründen die 80%ige Arbeits- und Leistungsfähigkeit in einer juristischen Tätigkeit schliesslich damit, die Versicherte sei in der Lage gewesen, eine tertiäre Ausbildung zu absolvieren, womit sie bewiesen habe, dass sie mit Druck umgehen könne. Die Beschwerdeführerin wendet dagegen zu Recht ein, dass sich die Anforderungen im Studium von denjenigen in der Berufswelt unterscheiden. Der neuropsychologische Gutachter führte hierzu aus, dass die ADHS-assoziierten Beeinträchtigungen der Versicherten mit guten grundlegenden kognitiven Fähigkeiten beispielsweise im Denken, in der Visuokonstruktion und der Sprache vor allem in gut vorstrukturierten Situationen wie in der Schule oder in der Ausbildung weitgehend hätten kompensiert werden können, was in weniger gut vorstrukturierten Situationen, wie dies beispielsweise in der Berufswelt als Juristin der Fall sei, weniger gut gelinge. Insofern kann aus dem erfolgreichen Abschluss des Studiums nicht auf eine erfolgreiche berufliche Betätigung geschlossen werden.