Citation: 9C_417/2017 E. 3

Die Vorinstanz gelangte zum Ergebnis, das von ihr eingeholte Medas-Gutachten vom 21. Oktober 2016 sei in allen Belangen beweiswertig, auch hinsichtlich der psychiatrischen Einschätzung. Es erlaube die von der Rechtsprechung gemäss BGE 141 V 281 bei anhaltenden somatoformen Schmerzstörungen und vergleichbaren unklaren Beschwerdebildern geforderte Prüfung der Indikatoren im Rahmen eines strukturierten Beweisverfahrens. Die Frage, ob seit 17. Mai 2002, als der Versicherten eine ganze Invalidenrente zugesprochen worden war, eine Veränderung in den massgebenden Verhältnissen eingetreten ist, könne klar beantwortet werden: Der Gesundheitszustand habe sich in somatischer Hinsicht durch hinzugekommene, neue Diagnosen objektiv eher verschlechtert, während er in psychiatrischer Hinsicht mit vernachlässigbaren Schwankungen gleich geblieben sei. Mangels anspruchserheblicher Veränderung seien die Voraussetzungen für eine Rentenrevision im Sinne von Art. 17 ATSG damit nicht erfüllt; die IV-Stelle habe die Rente unter diesem Gesichtspunkt zu Unrecht aufgehoben. Aus diesem Grunde prüfte die Vorinstanz sodann, ob die Rentenaufhebung mit der substituierten Begründung der Wiedererwägung (Art. 53 Abs. 2 ATSG) zu schützen sei. Sie gelangte zum Ergebnis, dass diese Möglichkeit ausscheide, weil die (formell rechtskräftige) Verfügung vom 17. Mai 2002 nicht zweifellos unrichtig sei. Als gegeben erachtete die Vorinstanz schliesslich die Voraussetzungen für eine Motivsubstitution gestützt auf lit. a Abs. 1 SchlBest. IVG. Sie erwog, sowohl die der damaligen Rentenzusprache zugrunde liegende anhaltende somatoforme Schmerzstörung als auch die im Medas-Gutachten vom 21. Oktober 2016 gestellte Diagnose einer Fibromyalgie gehörten zu den unklaren Beschwerdebildern, auf welche die SchlBest. IVG Anwendung fänden. Die Versicherte sei in einer ihren Leiden angepassten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig und vermöge ein rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen. Bei dieser Sachlage sei die der Versicherten ursprünglich zugesprochene Invalidenrente mit substituierter Begründung aufzuheben. Gestützt auf lit. a Abs. 2 SchlBest. IVG habe die IV-Stelle der Beschwerdeführerin Wiedereingliederungsmassnahmen nach Art. 8a IVG zu gewähren. Des Weitern habe sie der Versicherten sowohl für die Zeit zwischen der angefochtenen Verfügung und der Eröffnung des Entscheids als auch danach während längstens zwei Jahren die bisherige Rente auszurichten.