Citation: 8C_576/2023 E. 4.1

4.1. In Würdigung der Aktenlage erwog die Vorinstanz im Wesentlichen, dem Beschwerdeführer sei im zu beurteilenden Zeitraum ab Oktober 2018 grundsätzlich ein Arbeitspensum von 50 % zumutbar gewesen; eine Verschlechterung des Gesundheitszustands sei weder geltend gemacht worden noch ersichtlich. Von Oktober 2018 bis März 2019 und von Juni 2020 bis September 2020 habe der Beschwerdeführer je acht und im April 2019 zwei jeweils gleichlautende Bewerbungen eingereicht; für die Monate Mai 2019 bis Mai 2020 und ab Oktober 2020 seien keine Bewerbungsbemühungen mehr aktenkundig. Damit seien die ihm erteilten Auflagen - gemäss Verfügung vom 5. Februar 2014 monatlich mindestens acht ordentliche Bewerbungen oder 15 Spontanbewerbungen und gemäss Einspracheentscheid vom 8. Dezember 2020 mindestens fünf ordentliche oder acht Blind-/Spontanbewerbungen und mindestens zwei Bewerbungen auf ausgeschriebene Stellen - in quantitativer Hinsicht nicht erfüllt worden. Zudem liessen die erteilten Absagen darauf schliessen, so das kantonale Gericht im Weiteren, dass der Beschwerdeführer sich mehrheitlich blind und teilweise innerhalb nur eines Jahres wiederholt beim gleichen Arbeitgeber beworben habe. Die eingereichten Bewerbungen erwiesen sich auch in qualitativer Hinsicht insgesamt als ungenügend. Nach dem Grundsatz der Schadenminderung könne von einer vernünftigen Person erwartet werden, dass sie sich primär auf ausgeschriebene, ihrem Anforderungsprofil entsprechende Stellen bewerbe, auf das Stellenprofil zugeschnittene Formulierungen verwende und das Bewerbungsschreiben jeweils anpasse. Auf die qualitativen Anforderungen sei der Beschwerdeführer bereits im Einspracheentscheid vom 5. Juni 2018 und im Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 5. Mai 2020 hingewiesen worden. Wohl seien auch Spontanbewerbungen zulässig, doch seien diese ebenfalls entsprechend den Qualifikationen zu tätigen, was vorliegend zu verneinen sei. Eine Anmeldung beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) oder bei einer temporären Stellenvermittlung, aus denen auf ernsthafte und zielgerichtete Arbeitsbemühungen geschlossen werden müsste, sei nicht erfolgt. Ein ärztliches Arbeitsunfähigkeitszeugnis entbinde sodann nicht davon, Arbeitsbemühungen zu tätigen. Zusammenfassend hielt das kantonale Gericht fest, der Beschwerdeführer habe nicht nachgewiesen, dass invaliditätsfremde Gründe wie sein Alter, die mangelhafte Ausbildung, mangelnde Deutschkenntnisse, seine persönlichen Umstände oder die Arbeitsmarktsituation die Verwertung seiner Restarbeitsfähigkeit übermässig erschwerten oder verunmöglichten. Die Vermutung gemäss Art. 14a Abs. 2 ELV sei nicht widerlegt worden. Zu keinem anderen Ergebnis führe schliesslich die Berufung des Beschwerdeführers auf den Schutz des berechtigten Vertrauens, da die Beschwerdegegnerin auf ein ihr vorgelegtes Bewerbungsschreiben nicht reagiert habe. Dieses Schreiben an sich sei nicht zu beanstanden gewesen, doch könne gesamthaft nicht von ernsthaften Bewerbungsbemühungen gesprochen werden.