Citation: 7B_859/2024 E. 4.3.1

4.3.1. Der Wortlaut von Art. 221 Abs. 1bis Bst. b StPO sieht vor, dass die drohende Tatbegehung ein schweres Verbrechen betreffen muss. Dieses bezieht sich auf die in Art. 221 Abs. 1bis Bst. a StPO genannten geschützten Rechtsgüter, d.h. die physische, psychische und sexuelle Integrität anderer Personen (Urteil 7B_583/2024 vom 25. Juni 2024 E. 3.2.3, zur Publikation vorgesehen). Da Art. 10 Abs. 2 StGB kein Abgrenzungskriterium für schwere und "minder schwere" Verbrechen enthält, muss zur Abgrenzung primär die Strafdrohung berücksichtigt werden. Dabei kann nicht jede Straftat, die mit einer Höchststrafe von mindestens fünf Jahren Freiheitsstrafe bedroht ist, ein schweres Verbrechen darstellen, da dies auf sämtliche in Frage kommenden Verbrechenstatbestände des StGB zutrifft (Urteil 7B_671/2024 vom 10. Juli 2024 E. 2.2.2 mit Hinweisen). Bei der Beurteilung von deren Schwere ist insbesondere auf das konkret zu schützende Rechtsgut einzugehen. Die Anordnung der Haft zur Verhinderung eines Rückfalls rechtfertigt sich nur, wenn das Interesse an der öffentlichen Sicherheit zum Schutz dieses Rechtsguts Vorrang vor der persönlichen Freiheit des Beschuldigten hat (vgl. Urteil 7B_583/2024 vom 25. Juni 2024 E. 3.2.4 mit Hinweis, zur Publikation vorgesehen).