Citation: 8C_27/2019 E. 6.4.2

6.4.2. Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist für die Annahme eines CRPS nicht erforderlich, dass die Diagnose innerhalb von sechs bis acht Monaten nach dem Unfall gestellt worden sein muss, um sie als unfallbedingt anzusehen. Entscheidend ist, dass anhand echtzeitlich erhobener medizinischer Befunde der Schluss gezogen werden kann, die betroffene Person habe innerhalb der Latenzzeit von sechs bis acht Wochen nach dem Unfall zumindest teilweise an den für ein CRPS typischen Symptomen gelitten (Urteile 8C_123/2018 vom 18. September 2018 E. 4.1.2; 8C_384/2009 vom 5. Januar 2010 E. 4.1.1 und 4.2.2, in: SVR 2010 UV Nr. 18 S. 69). Eine Kausalität kann auch bejaht werden, wenn das CRPS Folge einer unfallkausalen Operation ist (vgl. Urteil 8C_629/2013 vom 29. Januar 2014 E. 4). Vorliegend wurde das CRPS erstmals am 18. Oktober 2016 diagnostiziert. Sowohl die Dres. med. E.________ und F.________ als auch der Versicherte berichteten im Anschluss an die Operation vom 8. Juni 2016 bereits ab Ende Juli 2016 über verschiedene typische Symptome des CRPS wie starke Schmerzen, Überwärmung, Schwellungen oder ungenügende Beinkontrolle mit objektivierbarer Sturzgefahr. Da die ersten Anzeichen eines CRPS somit innert sechs bis acht Wochen nach der dritten Operation dokumentiert sind, lässt sich die Unfallkausalität dieser Gesundheitsstörung jedenfalls dann nicht ausschliessen, wenn auch die Kausalität der dritten Operation zu bejahen ist.