Citation: 8C_526/2024 E. 3.1

3.1. Das Kantonsgericht erwog in seinem Urteil vom 13. März 2020 (betreffend die vorgesehene erneute psychiatrische Begutachtung), das Gutachten der Estimed AG vom 20. Oktober 2018 sei in Bezug auf die Beurteilung des somatischen Gesundheitszustands beweiskräftig. Hingegen erachtete es das psychiatrische Teilgutachten des Dr. med. C.________ als unvollständig und nicht beweiskräftig, da es an mehreren Mängeln leide. So habe sich der Sachverständige nicht mit der in den neurologischen und orthopädischen Untersuchungen festgestellten deutlichen Aggravation befasst. Er sei durchgehend von einem authentischen Schmerzgebaren ausgegangen, was durch die übrigen Sachverständigen jedoch anschaulich widerlegt worden sei. Die im neuropsychologischen Teilgutachten ebenfalls bemerkten starken Diskrepanzen seien vom psychiatrischen Gutachter zwar angesprochen worden, eine genügend vertiefte und nachvollziehbare Auseinandersetzung mit den Ergebnissen sei aber nicht erfolgt (E. 5.3.1). Weiter habe Dr. med. C.________ keine medizinisch nachvollziehbare Erklärung für allfällige Einschränkungen geliefert und stattdessen einzig auf die Schilderungen des Beschwerdeführers abgestellt. Sodann sei er von kognitiven und affektiven Störungen, vermehrter Müdigkeit sowie einem verminderten Antrieb ausgegangen, was im Widerspruch stehe zu den Angaben des Beschwerdeführers gegenüber der Gutachterin im Fachgebiet der Allgemeinen Inneren Medizin und auch der Tatsache, dass der Beschwerdeführer häufig ein Auto lenke. Auf diese Diskrepanz sei Dr. med. C.________ nicht eingegangen. Schliesslich finde sich im psychiatrischen Teilgutachten auch keine differenzierte Würdigung der Observationsunterlagen. Eine kritische Auseinandersetzung wäre mit Blick auf die Präsentation des Beschwerdeführers anlässlich der klinischen Untersuchungen und derjenigen bei der Prüfung der Fahrtauglichkeit im Jahr 2002 sowie im Rahmen der Observation im Jahr 2016 indessen nötig gewesen (E. 5.4).