Citation: 8C_847/2017 E. 4.2

4.2. Das kantonale Gericht prüft anhand dieses Ablaufs die vom Bundesgericht im Urteil 8C_298/2016 vom 30. November 2016 (SVR 2017 UV Nr. 11 S. 39) genannten "Kriterien" und gelangt zur Auffassung dass diese "in unterschiedlicher Form" erfüllt seien. Die Detailbetrachtung der Abläufe ergebe, dass das Ereignis vom 24. November 2004 zwar von traumatisierendem Charakter gewesen sei, die Gewalt sich indes - abgesehen von den keine gravierenden Verletzungen zeitigenden Handgreiflichkeiten zu Beginn - hauptsächlich in stereotyp vorgetragenen Tötungsdrohungen erschöpft habe. Die Aggressionsintensität des Ehemannes sei schwankend und nicht stetig auf hohem Niveau gelegen, die Problematik habe im weiteren Verlauf einzig in der andauernden Angst der Beschwerdeführerin bestanden, bald zu sterben. Eine Möglichkeit zur Flucht habe sie nicht genutzt. Der Täter sei zudem kein Fremder, sondern der damalige Ehemann gewesen, mit welchem sie immer wieder heftige Auseinandersetzungen gehabt habe, die den Beizug der Polizei erfordert und zu dessen strafrechtlicher Verurteilung geführt hätten. Insgesamt würden die vom Bundesgericht definierten "Kriterien" zwar allesamt als erfüllt erscheinen (im Sinne der potenziell traumatisierenden Wirkung), indessen nicht in ausgeprägter Weise. Die Unterschiede zu den wenigen Konstellationen, in denen das Bundesgericht eine adäquate Kausalität bejaht habe, würden unter anderem im Umstand liegen, dass Fremde überraschend und unvorhergesehen zur Tat geschritten seien (u.a. Urteile 8C_522/2007 vom 1. September 2008 und U 193/06 vom 20. Oktober 2006). Angesichts der Kasuistik ergebe sich beim Vorgefallenen kein Bild, das nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und gemessen an der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet erscheine, mehr als sechs Jahre später noch anhaltende, die Arbeitsfähigkeit massiv beeinträchtigende psychische Störungen zu verursachen. Die "Kriterien" seien nicht in einer erdrückenden Weise gegeben, weshalb die adäquate Kausalität zwischen dem Ereignis vom 24. November 2004 und den ab 1. Januar 2011 bestehenden psychischen Einschränkungen zu verneinen sei.