Citation: 9C_424/2017 E. 2.1

2.1. Die Vorinstanz hielt zunächst fest, die in Rechtskraft erwachsenen früheren Verfügungen präjudizierten die erneute Geltendmachung des Rentenanspruchs nicht. Mit Bezug auf die Mindestbeitragsdauer von drei Jahren sei zu beachten, dass die Beschwerdegegnerin seit Mai 2007 verheiratet und ihr Ehemann erwerbstätig ist. Es sei daher zu prüfen, ob das Erfordernis unter dem Gesichtswinkel des Art. 3 Abs. 3 lit. a AHVG, wonach die eigenen Beiträge nichterwerbstätiger Ehegatten von erwerbstätigen Versicherten als bezahlt gelten, sofern der Ehegatte Beiträge von mindestens der doppelten Höhe des Mindestbeitrages bezahlt hat, erfüllt ist. Hinsichtlich des Zeitpunkts, in welchem die Invalidität eingetreten ist, sei auf die Einschätzung des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) abzustellen; danach sei seit September 2012 von einem stabilen Gesundheitszustand auszugehen. Zwischen 2007 und 2012 sei eine Verschlechterung eingetreten, die in der Erblindung endete. Die Versicherte habe ferner ab April 2011 eine von der Invalidenversicherung unterstützte berufliche Abklärung, verbunden mit einer sehbehinderten technischen Grundschulung, absolviert. Am 22. Juli 2011 habe die IV-Stelle Kostengutsprache für berufliche Massnahmen gewährt. Nach der Erblindung auch auf dem linken Auge habe die Versicherte die Eingliederungsmassnahmen abgebrochen. Nachdem bis Januar 2012 Eingliederungsmassnahmen durchgeführt wurden, sei die Auffassung, die Invalidität habe bereits bei der Einreise in die Schweiz bestanden, verfehlt. Vielmehr habe der Versicherungsfall Invalidenrente nicht vor Abschluss der Eingliederungsmassnahmen eintreten können. Es spreche nichts dagegen, den allfälligen Eintritt der rentenspezifischen Invalidität frühestens auf September 2012 festzusetzen. Bis zu diesem Zeitpunkt sei der Beschwerdegegnerin die Erfüllung der dreijährigen Beitragszeit grundsätzlich möglich gewesen; sofern die übrigen Leistungsvoraussetzungen erfüllt sind, bestehe grundsätzlich Anspruch auf eine ordentliche Rente. Zu prüfen sei schliesslich, ob die Versicherte mindestens zu 40 % invalid ist.