Citation: 6B_591/2024 E. 2.4

2.4. Vorliegend gehen Vorinstanz und Beschwerdeführer übereinstimmend davon aus, dass das Beschleunigungsgebot verletzt ist und das Verfahren aufgrund des Verfahrensfehlers im ersten Verfahren (übermässig) lange gedauert hat, was nicht vom Beschwerdeführer zu vertreten ist. Diesbezüglich ist festzuhalten, dass es auf dem Weg durch die Instanzen zur Kassation von Entscheiden und zur Wiederholung von Verfahrensschritten kommen kann, was grundsätzlich in der Natur der Sache liegt und nicht per se das Beschleunigungsgebot verletzt (vgl. Urteile 6B_962/2020 vom 9. Februar 2021 E. 3.2 i.f.; 6B_933/2018 vom 3. Oktober 2019 E. 2, nicht publ. in: BGE 146 IV 1). Allerdings handelt es sich vorliegend um einen besonders schweren und offensichtlichen Verfahrensfehler, der zu einer Rückweisung des Bundesgerichts an die Staatsanwaltschaft führte und damit das Verfahren deutlich verlängerte, weshalb nicht zu beanstanden ist, dass die Vorinstanz die lange Verfahrensdauer berücksichtigt. Umstritten sind vorliegend folglich einzig die Folgen der Verletzung des Beschleunigungsgebots und der insgesamt langen Verfahrensdauer. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Vorinstanz feststellt, es sei im ersten Verfahren zu keinen relevanten Verfahrensverzögerungen gekommen, während im zweiten Verfahren einzig zwischen dem Akteneingang bei ihr und der Berufungsverhandlung eine Bearbeitungslücke auszumachen sei. Mit dieser Einschätzung setzt sich der Beschwerdeführer nicht auseinander und legt nicht dar, dass es im ersten oder zweiten Verfahren zu stossenden Verfahrensunterbrüchen gekommen bzw. das Verfahren von der jeweils zuständigen Instanz nicht beförderlich behandelt worden sei. Es ist mit der Vorinstanz davon auszugehen, dass einzig vor der zweiten Berufungsverhandlung eine Phase der Untätigkeit vorliegt, die das Beschleunigungsgebot verletzt. Vorinstanz und Beschwerdeführer erachten die bisherige Verfahrensdauer von acht Jahren in Anbetracht der konkreten Umstände zu Recht als sehr lang. Ferner gehen sie übereinstimmend und zutreffend davon aus, dass der Verfahrensfehler im ersten Verfahren, der zu der Rückweisung durch das Bundesgericht an die Staatsanwaltschaft führte und nicht vom Beschwerdeführer zu vertreten ist, das Verfahren deutlich verlängert hat. Obwohl das Bundesgericht ausdrücklich festhielt, dass es sich dabei um einen besonders schweren und offensichtlichen Fehler handelt (BGE 147 IV 93 E. 1.4.4), bedeutet dies entgegen dem Ansinnen des Beschwerdeführers jedoch nicht, dass ein Extremfall vorliegt, der die Einstellung des Verfahrens wegen vorsätzlicher Tötung rechtfertigen würde. Insofern ist die vorinstanzliche Einschätzung nicht zu beanstanden. Die Vorinstanz berücksichtigt die Verletzung des Beschleunigungsgebots und die lange Verfahrensdauer zutreffend im Rahmen der Strafzumessung strafmindernd. Diesbezüglich bezieht sie zu Recht in ihre Würdigung ein, dass der Beschwerdeführer wesentlich länger im Ungewissen über die Konsequenzen seiner Handlungen war als dies ohne den Verfahrensfehler der Fall gewesen wäre. Die dem Beschwerdeführer vorgeworfenen Taten, insbesondere die Tötung, sind gravierend, was auch in der von der Vorinstanz ohne Berücksichtigung der Verletzung des Beschleunigungsgebots und der langen Verfahrensdauer für angemessen erachteten Freiheitsstrafe von 14 Jahren, die der Beschwerdeführer nicht beanstandet, zum Ausdruck kommt. Da die Täterschaft des Beschwerdeführers und der äussere Tathergang von diesem nur zu Beginn des Verfahrens bestritten und von ihm noch während des Vorverfahrens eingestanden wurde, war der Beschwerdeführer letztlich lediglich über die rechtliche Qualifikation und die Sanktion seiner Tat im Ungewissen. Auch führte die Verfahrensverlängerung aufgrund des Verfahrensfehlers nicht dazu, dass der Beschwerdeführer in Überhaft war, womit auf sein Vorbringen, seine wirtschaftlichen Einbussen seien zu berücksichtigen, nicht einzugehen ist, da er diese mit der angeblich überlangen Inhaftierung begründet. Nichtsdestotrotz war die Ungewissheit für den Beschwerdeführer zweifellos sehr belastend, was die Vorinstanz angemessen berücksichtigt. Ebenso bezieht sie in ihre Würdigung ein, dass der Verfahrensfehler, der zu der bundesgerichtlichen Rückweisung führte, und damit die Verfahrensverlängerung von den Behörden und nicht vom Beschwerdeführer zu vertreten ist. In Berücksichtigung der gesamten konkreten Umstände erscheint die von der Vorinstanz vorgenommene Reduktion der Freiheitsstrafe um ein Jahr von 14 auf 13 Jahre zwar eher gering, liegt jedoch noch in ihrem sachrichterlichen Ermessen. Da es bei der vorinstanzlich ausgesprochenen Strafe bleibt, sind auch die Anträge des Beschwerdeführers auf Haftentlassung und Ausrichtung einer Genugtuung für Überhaft abzuweisen, soweit darauf überhaupt eingetreten werden kann.