Citation: 6B_892/2023 E. 3.3

3.3. Die Vorinstanz stellt fest, der Geschädigte habe am 17. Januar 2020 in seiner Funktion als "Eigentümer des Videoüberwachungssystems/Wohneigentümer" Strafantrag gegen die Beschwerdeführerin gestellt, wobei er als Ereignis bzw. Delikt "Sachbeschädigung vom 13.12.2019" angegeben habe. Aufgrund ihrer verbindlichen Feststellungen erwägt die Vorinstanz, der Vorfall sei einerseits zeitlich auf einen konkreten Tag eingegrenzt und aus der Funktionsbezeichnung gehe andererseits auch hervor, dass es sich um den Vorfall betreffend die Videokameras handle. Es ist nicht zu beanstanden, wenn sie aufgrund ihrer Feststellungen und Erwägungen darauf schliesst, der Geschädigte habe damit unzweifelhaft zum Ausdruck gebracht, dass er eine strafrechtliche Verfolgung des Vorfalls vom 13. Dezember 2019 wolle, als die Beschwerdeführerin die von ihm installierten Videoüberwachungskameras entfernt haben solle, womit der Lebenssachverhalt, auf den sich der Strafantrag bezogen habe, für alle Beteiligten stets eindeutig gewesen sei. Der Strafantrag muss sich auf einen bestimmten Sachverhalt beziehen (BGE 131 IV 97 E. 3.1 und E. 3.3). Verlangt wird, dass der zur Anzeige gebrachte Sachverhalt zweifelsfrei umschrieben wird. Die Strafverfolgungsbehörden müssen wissen, für welchen Sachverhalt der Strafantragsteller eine Strafverfolgung verlangt (Urteil 6B_59/2020 vom 30. November 2020 E. 3.4 mit Hinweis). Die rechtliche Würdigung der Handlung obliegt der Behörde. Nennt der Antragsteller den Straftatbestand, der seines Erachtens erfüllt worden ist, so ist die Behörde an diese Qualifikation nicht gebunden (BGE 131 IV 97 E. 3.1). Damit erweisen sich auch die Ausführungen der Beschwerdeführerin, wonach der Strafantrag keine Angaben bezüglich Ort, Datum, Zeit, Art und Folgen der Tatausführung enthalte, weshalb sie dadurch sinngemäss den Anklagegrundsatz als verletzt sieht, als unbegründet, zumal sich die von der Beschwerdeführerin angerufene Umgrenzungsfunktion des in Art. 9 Abs. 1 und Art. 325 StPO festgeschriebenen Anklagegrundsatzes auf den in der Anklageschrift festgehaltenen Sachverhalt bezieht (vgl. BGE 144 I 234 E. 5.6.1; 143 IV 63 E. 2.2; 141 IV 132 E. 3.4.1; je mit Hinweisen). Soweit die Beschwerdeführerin in diesem Zusammenhang schliesslich geltend macht, der Strafantrag sei ungültig, weil der Geschädigte zum Zeitpunkt des Strafantrags urteilsunfähig gewesen sei (Beschwerde S. 31), handelt es sich um eine blosse Behauptung. Diesbezüglich legt sie nicht dar, sie habe die Rüge bereits im kantonalen Verfahren vorgetragen. Es ist nicht Sache des Bundesgerichts, sich erstmals zu diesem Vorbringen zu äussern (Art. 99 Abs. 1 BGG). Die Vorinstanz verletzt demnach kein Bundesrecht, wenn sie betreffend den Vorfall vom 13. Dezember 2019 von einem gültigen Strafantrag ausgeht.