Citation: 6B_205/2020 E. 2.2

2.2. Die Vorinstanz erwägt, der Beschwerdeführer habe trotz seiner langen Aufenthaltsdauer in der Schweiz nie einen Einbürgerungsantrag gestellt. Er habe keine schlüssige Antwort auf die Frage liefern können, ob er jemals eine Einbürgerung in Betracht gezogen habe. Dies müsse dahingehend ausgelegt werden, als dass er sich nach wie vor mit seinem Heimatland verbunden fühle und mit diesem noch nicht definitiv gebrochen habe (angefochtenes Urteil, E. II. 3.1.4 S. 7). Er sei mit ca. 16 Jahren in die Schweiz gekommen. Damit könne nicht gesagt werden, er sei hier geboren und aufgewachsen, was nach Art. 66a Abs. 2 StGB besonders ins Gewicht fallen würde. Der Beschwerdeführer lebe unter Berücksichtigung der Unterbrüche zwar seit mehr als 40 Jahren in der Schweiz und sein sozialer Lebensmittelpunkt befinde sich hier. Andererseits sei er in diesem Zeitraum auch immer wieder in Italien geweilt und zwei seiner Geschwister lebten noch heute dort. Italienisch sei seine Muttersprache und er sei noch gut mit der italienischen Kultur sowie Mentalität vertraut. Demgegenüber könne er sich nach eigenen Aussagen auf Deutsch zwar verständigen, lesen könne er jedoch nur schlecht. Im vorliegenden Verfahren habe für alle Einvernahmen jeweils ein Dolmetscher beigezogen werden müssen und auch die Befragung an der Berufungsverhandlung sei in italienischer Sprache erfolgt. Allein eine lange Anwesenheit und Arbeitstätigkeit in der Schweiz spreche noch nicht für eine gelungene Integration und vermöge für sich genommen keinen Härtefall zu begründen. Hierfür seien vielmehr besonders intensive, über eine normale Integration hinausgehende private Beziehungen beruflicher oder gesellschaftlicher Natur nötig. Auch könne der Beschwerdeführer aus den sporadischen Kontakten mit Familienmitgliedern in der Schweiz nichts zu seinen Gunsten ableiten (angefochtenes Urteil, E. II. 3.3 S. 8 f.). Seine beruflichen Aussichten seien allgemein schlecht. Drei Knieoperationen und sein Alter von bald 63 Jahren liessen eine erneute Arbeitstätigkeit als Metallbauschlosser als unwahrscheinlich erscheinen. Damit wirke sich eine Rückkehr in sein Heimatland Italien beruflich nicht negativ aus. Gleiches gelte bezüglich seines Gesundheitszustandes. Nicht von der Hand zu weisen sei zwar, dass er seit Jahren unter Knieproblemen leide und deshalb mehrere Operationen gehabt habe. Anderweitige, akute gesundheitliche Probleme seien aber keine bekannt. Selbst wenn die öffentliche Gesundheitsversorgung in Italien nicht derart gut sei wie diejenige hierzulande, sei die erstinstanzliche Feststellung, wonach der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers einer Landesverweisung nicht im Weg stehe, nicht zu beanstanden (angefochtenes Urteil, E. II. 3.4 S. 9). Die Geschichte des Beschwerdeführers zum Verbleib des an ihn ausbezahlten Pensionskassenkapitals sei völlig unglaubhaft und entspreche nicht der Wahrheit. Infolge unangefochten gebliebenen Schuldpunkts brauche die Frage indessen nicht weiter geklärt werden. Massgebend sei einzig, dass er seine Vermögensverhältnisse nicht glaubhaft dargelegt habe, weshalb nicht von einer Mittellosigkeit ausgegangen werden könne, welche ihm eine Fussfassung in seiner Heimat massiv erschweren würde (angefochtenes Urteil, E. II. 3.6.7 S. 13 f.). Der Beschwerdeführer sei nicht in der Lage, seinen Lebensunterhalt aus eigenen Erwerbseinkünften zu bestreiten. Da für eine erfolgreiche Integration entscheidend sei, ob die ausländische Person für sich selbst sorgen könne, keine nennenswerten Sozialleistungen beziehe und sich nicht verschulde, falle dies für ihn negativ ins Gewicht (angefochtenes Urteil, E. II. 3.6.8 S. 14). Zusammenfassend begründeten die vorliegenden Gegebenheiten keinen schweren persönlichen Härtefall. Der Beschwerdeführer lege ausser der langen Verweildauer in der Schweiz keinerlei besonderen, über eine normale Integration hinausgehende Gründe dar, welche einer Landesverweisung entgegen stünden (angefochtenes Urteil, E. II. 3.7 S. 14). Liege bereits kein schwerer persönlicher Härtefall vor, so erübrige sich eine weitere Interessenabwägung (angefochtenes Urteil, E. II. 4 S. 15). Hinsichtlich des FZA erwägt die Vorinstanz, der Beschwerdeführer verfüge seit mehreren Jahren über keine Arbeitsstelle mehr und werde voraussichtlich, auch nach eigener Einschätzung, keine solche mehr finden. Darüber hinaus müsse er mit Sozialleistungen unterstützt werden und liege seine Motivation, den Wohnsitz hierzulande zu behalten, zumindest teilweise auch darin begründet. Mangels Erwerbstätigkeit und ausreichenden finanziellen Mitteln könne sich der Beschwerdeführer nicht auf das FZA berufen oder Rechte daraus ableiten (angefochtenes Urteil, E. II. 5.3 S. 17).