Citation: U 28/02 05.11.2002 E. 4

Vorweg ist zu prüfen, ob im tatsächlich - trotz Gesundheitsschädigung - erzielten Erwerbseinkommen aus der Hilfsgipsertätigkeit das für den Einkommensvergleich relevante Invalideneinkommen zu erblicken ist. 4.1 Für die Bestimmung des trotz Gesundheitsschädigung zumutbarerweise noch realisierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher der Versicherte konkret steht. Übt er nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der - kumulativ - besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass er die ihm verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, sowie das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn erscheint, gilt grundsätzlich der von ihm tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn (BGE 126 V 76 Erw. 3b/aa mit Hinweisen). 4.2 Der Beschwerdeführer arbeitete ab 21. August 1995 als Hilfsgipser in Saisonnier-Stellung mit einem Vollpensum für die Firma W.________ AG, ohne dass aus Sicht der Arbeitgeberin auf einen Gesundheitsschaden Rücksicht genommen werden musste, da ihr ein solcher - angeblich gemäss am 20. Oktober 1997 zu Handen der Invalidenversicherung ausgefülltem "Fragebogen für den Arbeitgeber" - überhaupt nicht bekannt war. Dies, obgleich der Versicherte im Juli 1996 sowohl einen Rückfall zum Unfall vom 20. August 1993 als auch ein neues Unfallereignis vom 27. Juli 1996 (Sturz auf Treppe mit Übertreten des rechten Fusses) bei der hiefür zuständigen Suva hatte anmelden lassen. Weiter ist den Akten zu entnehmen, dass sich der Versicherte am 24. März 1997 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug anmeldete. Die daraufhin infolge der verminderten Belastbarkeit der Füsse - begleitend zu seiner weiterhin ausgeübten Hilfsgipsertätigkeit - eingeleitete Umschulung zu einer mehrheitlich sitzend zu verrichtenden Tätigkeit als LKW-Chauffeur scheiterte im August 1999 am wiederholten Nichtbestehen der Theorieprüfung, wofür mangelnde Schulbildung und sprachliche Defizite verantwortlich gemacht wurden. Dr. med. P.________, hielt die Beschäftigung als Hilfsgipser für "sicherlich nicht ideal", sollte doch der Versicherte eine zumindest teilweise sitzende Tätigkeit ohne Heben und Tragen von schweren Lasten ausüben (Bericht vom 26. Juli 1996). 4.3 Demnach steht aus medizinischer Sicht fest, dass es sich bei der - trotz Gesundheitsschaden - voll ausgeübten Beschäftigung nicht um eine leidensangepasste Tätigkeit handelte, die der Beschwerdeführer nur durch eine übermässige und damit auf Dauer unzumutbare Ausschöpfung seiner körperlichen Leistungsfähigkeit erfüllen konnte. Das tatsächlich erzielte Erwerbseinkommen aus der Hilfsgipsertätigkeit eignet sich daher nicht als Bezugsgrösse für den Einkommensvergleich. 4.4 Da der Beschwerdeführer keine - ihm an sich zumutbare - Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, ermittelte das kantonale Gericht das Erwerbseinkommen, welches er trotz der Behinderung durch eine ihm zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), zu Recht gestützt auf die vom Bundesamt für Statistik herausgegebene Schweizerische Lohnstrukturerhebung (LSE) (BGE 126 V 76 Erw. 3a/bb). Ausgehend vom Zentralwert des monatlichen Bruttolohns der im privaten Sektor mit einfachen und repetitiven Tätigkeiten (Anforderungsniveau 4) beschäftigten Männer sowie nach Hochrechnung dieses auf 40 Arbeitsstunden pro Woche basierenden Wertes auf die durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit von 41,9 Stunden (BGE 126 V 77 mit Hinweis) ergibt sich für das Jahr 1995 ein Einkommen von Fr. 52'551.- (4127 [LSE 1994, Tabelle A 1.1.1] x 12 = 49'524 : 40 x 41,9 = 51'876 plus 1,3 % [durchschnittliche Nominallohnerhöhung von 1994 auf 1995, vgl. Die Volkswirtschaft 2/2001 S. 81 Tabelle B10.2] = 52'551). Soweit die SOLIDA mit Blick auf die eben genannte Tabelle der LSE 1994 als zumutbare Verweisungstätigkeiten die Verdienste aus Beschäftigungen in der verarbeitenden Produktion (insbesondere Elektronik) oder als Kranführer heranziehen will, sind die entsprechenden Lohnangaben schon deshalb nicht zur Ermittlung des Invalideneinkommens verwendbar, weil es sich dabei um nicht leidensangepasste Tätigkeiten handelt. Denn dem Beschwerdeführer sind aus medizinischen Gründen weder feinmotorisch anspruchsvolle noch solche Arbeiten zumutbar, die (z.B.) häufiges Treppensteigen erfordern. Die Verdienstverhältnisse in den übrigen von der Beschwerdegegnerin genannten Verweisungstätigkeiten liegen sowohl im Einzel- und Detailhandel als auch im Strassenverkehr, in der Spedition sowie im Gastgewerbe allesamt - teilweise deutlich - unter dem Zentralwert für mit einfachen und repetitiven Tätigkeiten (Anforderungsniveau 4) beschäftigte Männer im gesamten privaten Sektor, weshalb sich die Verwendung dieses durchschnittlichen Monatsverdienstes von Fr. 4'127.- zur Ermittlung des massgebenden Invalideneinkommens rechtfertigt. 4.5 Unter Berücksichtigung der gesamten Umstände des Einzelfalles (BGE 126 V 79 Erw. 5b) - insbesondere der Tatsachen, dass es sich beim Versicherten um einen 33-jährigen portugiesischen Saisonnier mit geringer Schulbildung (vier Jahre Primarschule in Portugal ohne Berufsabschluss, aber immerhin mit einer Anlehre als Koch) und beschränkten sprachlichen Fähigkeiten handelt, der bis zum Unfall als Landarbeiter hinsichtlich der unfallbedingt beeinträchtigten Steh- und Gehfähigkeit körperlich stark belastende Tätigkeiten ausgeübt hat und sich nicht für feinmotorisch anforderungsreiche Arbeiten eignet - erscheint ein behinderungsbedingter Abzug vom ermittelten Tabellenlohn von 10 % als angemessen, wie die Vorinstanz im Ergebnis übereinstimmend feststellte.