Citation: 1C_881/2013 E. 2.1

2.1. Eine Nötigung im Sinn von Art. 181 StGB begeht, wer jemanden durch Gewalt oder Androhung ernstlicher Nachteile oder durch andere Beschränkung seiner Handlungsfreiheit nötigt, etwas zu tun, zu unterlassen oder zu dulden. Rechtswidrig ist ein tatbestandsmässiges Verhalten allerdings nur dann, wenn das Mittel oder der Zweck unerlaubt ist oder wenn sich die Verknüpfung eines an sich zulässigen Zwecks mit einem an sich zulässigen Mittel als rechtsmissbräuchlich oder sittenwidrig erweist (BGE 134 IV 216 E. 4.1 mit Hinweisen). In seiner gutachterlichen Stellungnahme vom 12. August 2013 ist der Beschwerdegegner zum Schluss gekommen, eine Haftentlassung sei zur Zeit nicht zu empfehlen. Hierzu bedürfe es zunächst einer pharmakologischen Behandlung in ausreichender Dosierung, deren Wirkung vor einer Haftentlassung zu prüfen wäre. Die Beschwerdeführerin fühlt sich vom Beschwerdegegner zur Einwilligung in die von ihr abgelehnte medikamentöse Behandlung genötigt ("giftmedizinischer Nötigungsversuch"), um nicht weiterhin in Haft bleiben zu müssen. Eine Nötigung durch den Beschwerdegegner fällt indessen schon deshalb ausser Betracht, weil er, was der Beschwerdeführerin als ehemaliger Polizeibeamtin geläufig sein muss, für den Entscheid, ob die Untersuchungshaft fortgeführt wird oder nicht, gar nicht zuständig ist. Zum andern ist ebenso offenkundig, dass seine Ausführungen, ob und unter welchen Voraussetzungen eine Haftentlassung aus medizinischer Sicht vertretbar sei, von der Amtspflicht zur gutachterlichen Beantwortung der ihm unterbreiteten Fragen nach bestem Wissen und Gewissen gedeckt ist; die beanstandete Folgerung des Gutachters ist somit von vornherein nicht rechtswidrig. Staatsanwaltschaft und Obergericht haben ein tatbestandsmässiges Verhalten in dieser Hinsicht zu Recht ausgeschlossen.