Citation: U 28/05 08.07.2005 E. 1

"Erstellt und unbestritten ist, dass die berufliche Exposition zu Gummilösungen und Lösungsmitteln 1993/94 ein Asthma bronchiale ausgelöst hat, welches als Berufskrankheit im Rechtssinn zu gelten und zu einer Nichteignungsverfügung der SUVA geführt hat. Die Klinik X.________ erachtet nun einerseits im Gutachten vom 30. März 2000 einen Einfluss des Berufsasthmas auf das aktuelle Asthmageschehen 'als höchstens möglich', womit der im Sozialversicherungsrecht massgebende Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 360 Erw. 5b) für das Vorliegen einer Teilkausalität nicht erreicht wäre, so dass kein Kausalzusammenhang zwischen der Berufskrankheit und dem aktuellen Asthmaleiden nachgewiesen ist. Andererseits wird in der gleichen Expertise unter dem Titel 'Beurteilung' festgehalten, dass der 'Anteil der beruflichen Asthmakomponente, 5½ Jahre nach Expositionsstopp, an der aktuellen pulmonalen Problematik als gering' eingestuft wird. Träfe diese Einschätzung tatsächlich zu, stellte die Berufskrankheit (entgegen den vorher erwähnten Schlussfolgerungen) eine - wenn auch geringe, aber rechtsprechungsgemäss genügende - Teilursache des heute geklagten Asthmaleidens dar und würde (bei Vorliegen der weiteren Voraussetzungen) grundsätzlich einen Anspruch auf - allenfalls gekürzte (Art. 36 UVG) - Versicherungsleistungen verleihen. Das Verhältnis der beiden wiedergegebenen Gutachteräusserungen lässt sich im Rahmen der Beweiswürdigung nicht klären. Daher kann nicht abschliessend auf die Beurteilung der Klinik X.________ abgestellt werden (vgl. BGE 125 V 352 Erw. 3a). Die SUVA wird deshalb bei der Klinik X.________ rückfragend abzuklären haben, ob ein Widerspruch oder bloss ein Missverständnis im Gutachten vorliegt. Erst auf einer solchen ergänzenden Beweisgrundlage lässt sich die entscheidende Frage beantworten, ob der als gering eingestufte Kausalanteil der Berufskrankheit am Beschwerdebild wahrscheinlich oder bloss möglich ist." (Erw. 2.1 des erwähnten Urteils). Am 21. November 2002 schrieb die SUVA der Klinik X.________: "Wir beziehen uns auf das Gutachten vom 30.3.2000, in welchem Sie einen Einfluss des Berufsasthmas auf das aktuelle Asthmageschehen 'als höchstens möglich' erachten. Andererseits wird in der gleichen Expertise unter dem Titel 'Beurteilung' festgehalten, dass der 'Anteil der beruflichen Asthmakomponente, 5½ Jahre nach Expositionsstopp, an der aktuellen pulmonalen Problematik als gering' eingestuft wird. Wir bitten Sie uns mitzuteilen, ob in diesem Gutachten ein Widerspruch oder bloss ein Missverständnis vorliegt." Die an die Klinik als solche gerichtete Anfrage vom 21. November 2002 beantwortete Co-Chefarzt Dr. med. S.________ am 21. Januar 2003 ausgehend von der Überlegung, "der ursächliche Zusammenhang zwischen beruflicher Tätigkeit und Berufskrankheit [müsse] mind. wahrscheinlich und vorwiegend sein, d.h. die Krankheit muss mehr als zur Hälfte durch die berufliche Tätigkeit verursacht sein", wie folgt: "Aus diesen Gründen fällt es mir schwer, Ihre Überlegungen nachzuvollziehen. Nach meiner Meinung bedeutet die Aussage, dass der Anteil der beruflichen Asthmakomponente an der aktuellen pulmonalen Problematik als gering bezeichnet wird, nicht, dass ein überwiegend wahrscheinlicher Kausalzusammenhang besteht. Um Klarheit zu verschaffen, sind wir aber gerne bereit, den Satz in der Beurteilung des Gutachtens (Seite 9, Ende 1. Abschnitt) wie folgt abzuändern: 'Wir erachten deshalb den Anteil der beruflichen Asthmakomponente, 5½ Jahre nach Expositionsstopp an der aktuell pulmonalen Problematik als höchstens möglich'" (Antwortschreiben vom 21. Januar 2003). Daraufhin teilte die SUVA dem Rechtsvertreter des Versicherten, unter Beilegung der mit der Klinik X.________ gewechselten Korrespondenz, mit, sie beabsichtige, an der Verfügung vom 17. April 2000 festzuhalten (Schreiben vom 13. Februar 2003). Trotz Einwendungen in formeller und materieller Hinsicht erliess die SUVA am 16. April 2003 eine Verfügung, mit welcher sie eine Leistungspflicht für die chronische Hyperventilation und die laryngeale Dyskinesie mangels Auslösung oder Verschlimmerung durch das frühere Berufsleiden erneut verneinte. Die hiegegen eingereichte Einsprache lehnte die Anstalt mit Entscheid vom 16. Januar 2004 ab.