Citation: 8C_516/2009 12.01.2010 E. 3

Strittig und zu beurteilen ist zunächst, ob der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers im massgeblichen Vergleichszeitraum zwischen der ursprünglichen eine halbe Rente zusprechenden Verfügung vom 1. Oktober 2004 und der angefochtenen Verfügung vom 22./29. August 2008 eine erhebliche, die Arbeitsfähigkeit beeinflussende Veränderung erfahren hat. 3.1 Dabei stellt die anhand von medizinischen Untersuchungen gerichtlich festgestellte Arbeits(un)fähigkeit eine Entscheidung über eine Tatfrage dar. Soweit die Beurteilung der Zumutbarkeit von Arbeitsleistungen auf die allgemeine Lebenserfahrung gestützt wird, geht es hingegen um eine Rechtsfrage (BGE 132 V 393 E. 3.2 S. 398). Analoges gilt für die Frage, ob sich eine Arbeitsunfähigkeit erheblich verändert hat (Art. 17 ATSG; Art. 87 Abs. 3 und 4 IVV; Urteil 8C_547/2008 vom 16. Januar 2009 E. 4 mit Hinweis). 3.2 Das kantonale Gericht hat in Würdigung der Aktenlage insbesondere gestützt auf das interdisziplinäre Gutachten der MEDAS vom 9. November 2007 festgestellt, dass sich der Gesundheitszustand insofern verbessert hat, als der Beschwerdeführer aufgrund seiner aktuellen Beschwerden (Diagnosen mit Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit: Generalisiertes chronisches Schmerzsyndrom mit vegetativen Begleitbeschwerden sowie psychogene Überlagerung) in seiner bisherigen Tätigkeit als Maurer zwar weiterhin vollumfänglich arbeitsunfähig ist, dass es ihm allerdings möglich ist, körperlich leichtere bis mittelschwere rückenadaptierte Tätigkeiten bis zu 70 % auszuführen. 3.3 Diese tatsächlichen Feststellungen des kantonalen Gerichts zum Gesundheitszustand und zur Arbeitsfähigkeit sind für das Bundesgericht grundsätzlich verbindlich, ausser sie wären offensichtlich unrichtig. Dies trifft hier nicht zu. Das kantonale Gericht hat die medizinische Aktenlage zutreffend gewürdigt. Es hat überzeugend dargelegt, dass das im Rahmen des Revisionsverfahrens eingeholte polydisziplinäre MEDAS-Gutachten die von der Rechtsprechung gestellten Anforderungen (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352) erfüllt, weshalb es zu Recht darauf abgestellt hat. Die Einwendungen des Beschwerdeführers vermögen nicht zu einem andern Ergebnis zu führen. Insbesondere hat die Vorinstanz zutreffend erwogen, dass die von Dr. med. L.________, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, im psychiatrischen Konsiliargutachten vom 26. September 2007 gestellte Diagnose einer psychogenen Überlagerung (ICD-10:F 54) der subjektiv empfundenen Schmerzen begleitet von depressiven Verstimmungen, auf einer umfassenden Abklärung beruht und nachvollziehbar begründet ist. Nebst den Angaben des Versicherten, den erhobenen medizinischen Befunden und Beobachtungen hatte der Gutachter den Beschwerdeführer mittels dreier Fragebögen untersucht, darunter die Hamilton-Depressions-Skala. Was der Beschwerdeführer bezüglich dieser Skala vorbringt (Bewertung liege nicht vor, womit sie nicht nachvollziehbar sei) vermag die psychiatrische Einschätzung des Dr. med. L.________ insgesamt nicht in Frage zu stellen, weshalb darauf nicht weiter einzugehen ist. Mit der Vorinstanz hat der Gutachter zwar ebenfalls depressive Symptome erhoben, er ist jedoch nachvollziehbar zum Schluss gelangt, dass aufgrund der fehlenden Kontinuität der Symptome (nicht täglich) zwar depressive Verstimmungen und Ängste vorliegen, jedoch psychiatrisch-diagnostisch eine psychogene Überlagerung bestehe. Entgegen den Behauptungen des Beschwerdeführers hat sich der Gutachter nicht einer vagen Ausdrucksweise bedient, vielmehr hat er klar festgestellt, dass sich der Zustand aus psychiatrischer Sicht gebessert hat. Überdies ist, wie die Vorinstanz richtig erkannte, auch dem Bericht des behandelnden Psychiaters Dr. med. T.________ vom 4. September 2008 weder die Diagnose einer Depression noch einer Anpassungsstörung (im Gegensatz zur MEDAS-Begutachtung 2002) zu entnehmen. Gleiches gilt für die Berichte der behandelnden Ärztin Dr. med. B.________. 3.4 Schliesslich ist auch eine Änderung bzw. Verschlechterung des Gesundheitszustandes in physischer Hinsicht, wie erneut geltend gemacht wird, aufgrund der medizinischen Akten nicht ausgewiesen. Mit der Vorinstanz zeigen die Berichte der Frau Dr. med. B.________ keine objektiv nachweisbare Verschlimmerung des Zustandes in der Lendenwirbelsäule auf. Zudem lag die von der Ärztin in ihrer Stellungnahme vom 22. April 2008 angeführte Bilddiagnostik den MEDAS-Gutachtern ebenfalls vor. Von einer diesbezüglich unvollständigen Sachverhaltsfeststellung kann kein Rede sein, zumal mit der Vorinstanz im konkreten Falle auf eine Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) verzichtet werden durfte (BGE 122 V 162 E. 1d und 2). Bei dieser Ausgangslage ist nicht zu beanstanden, dass das kantonale Gericht in antizipierter Beweiswürdigung von Beweisweiterungen abgesehen hat (vgl. 124 V 90 E. 4b S. 94, 122 V 157 E. 1d S. 162). Dem im letztinstanzlichen Verfahren wiederholten Antrag auf Rückweisung der Sache zur Einholung eines ergänzenden rheumatologischen und psychiatrischen Gutachtens ist daher ebenfalls nicht zu entsprechen. 3.5 Zusammenfassend gilt festzuhalten, dass die Vorinstanz nicht offensichtlich unrichtig und damit für das Bundesgericht verbindlich eine Verbesserung des Gesundheitszustandes bejaht und die Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit auf 70 % festgesetzt hat.