Citation: 6B_541/2021 E. 3.3

3.3. Gemäss Art. 187 Ziff. 1 StGB wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe bestraft, wer mit einem Kind unter 16 Jahren eine sexuelle Handlung vornimmt (Abs. 1), es zu einer solchen Handlung verleitet (Abs. 2) oder es in eine sexuelle Handlung einbezieht (Abs. 3). Die Tatbestandsvariante des Einbeziehens setzt voraus, dass der Täter das Kind zum Zuschauer seiner sexuellen Handlungen und dadurch zum Sexualobjekt macht. Das Kind muss den Vorgang der sexuellen Handlung als Ganzen unmittelbar sinnlich wahrnehmen. Nicht erforderlich ist, dass das Kind den Vorgang als sexuelle Handlung begreift; was der Täter mit seiner Handlung bezweckt, muss es nicht verstehen (BGE 129 IV 168 E. 3.1 f.; Urteile 6B_123/2020 vom 26. November 2020 E. 6.2; 6B_159/2018 vom 17. Mai 2018 E. 3.3; 6B_324/2017 vom 8. März 2018 E. 2.1; je mit Hinweisen; PHILIPP MAIER, in: Basler Kommentar, Strafrecht, Bd. II, 4. Aufl. 2019, N. 17 und N. 20 zu Art. 187 StGB; AIMÉE H. ZERMATTEN, in: Commentaire romand, Code pénal II, 2017, N. 26 f. zu Art. 187 StGB; TRECHSEL/BERTOSSA, in: Schweizerisches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 4. Aufl. 2021, N. 9 zu Art. 187 StGB; DUPUIS ET AL., Petit commentaire, Code pénal, 2. Aufl. 2017, N. 37 zu Art. 187 StGB). Die Tatbestandsvariante des Einbeziehens erfordert eine Verhaltensweise von einiger Erheblichkeit, mithin eine ähnlich intensive Beteiligung des Kindes wie bei den anderen beiden Tatbestandsvarianten der Vornahme oder der Verleitung (vgl. BGE 129 IV 168 E. 3.2; Urteil 6B_324/2017 vom 8. März 2018 E. 2.1; ZERMATTEN, a.a.O., N. 26 zu Art. 187 StGB; TRECHSEL/ BERTOSSA, a.a.O., N. 9 zu Art. 187 StGB; DUPUIS ET AL., a.a.O., N. 38 zu Art. 187 StGB). Von der Tatbestandsvariante des Einbeziehens werden gemäss Rechtsprechung und Doktrin beispielsweise Fälle erfasst, in denen der Täter vor dem Kind (mit allen Zeichen sexueller Erregung) onaniert (vgl. BGE 129 IV 168 E. 3.1; Urteile 6B_123/2020 vom 26. November 2020 E. 6.2; 6B_159/2018 vom 17. Mai 2018 E. 3.3; 6B_324/2017 vom 8. März 2018 E. 2.1; je mit Hinweisen; ZERMATTEN, a.a.O., N. 26 zu Art. 187 StGB; MAIER, a.a.O., N. 18 und N. 20 zu Art. 187 StGB; TRECHSEL/ BERTOSSA, a.a.O., N. 9 zu Art. 187 StGB). In subjektiver Hinsicht ist Vorsatz erforderlich, wobei bei der Tatbestandsvariante des Einbeziehens in eine sexuelle Handlung Eventualvorsatz nicht genügt. Der Täter muss die Wahrnehmung seiner sexuellen Handlung durch das Kind als eigentliches Handlungsziel verfolgen (vgl. Urteile 6B_527/2009 vom 3. September 2009 E. 2.1; 6P.237/2006 vom 27. März 2007 E. 3.2; 6S.241/2002 vom 20. September 2002 E. 1.2; siehe auch Urteil 6B_324/2017 vom 8. März 2018 E. 2.3.2; MAIER, a.a.O., N. 22 zu Art. 187 StGB; ULRICH WEDER, in: Kommentar StGB/JStG, Andreas Donatsch [Hrsg.], 21. Aufl. 2022, N. 17 zu Art. 187 StGB; DUPUIS ET AL., a.a.O., N. 41 f. zu Art. 187 StGB; NORA SCHEIDEGGER, in: StGB, Annotierter Kommentar, Damien K. Graf [Hrsg.], 2020, N. 8 zu Art. 187 StGB; TRECHSEL/BERTOSSA, a.a.O., N. 9 zu Art. 187 StGB; a.A.: ZERMATTEN, a.a.O., N. 28 zu Art. 187 StGB). Zudem ist erforderlich, dass der Täter weiss oder zumindest in Kauf nimmt, dass das Kind unter 16 Jahre alt ist (MAIER, a.a.O., N. 21 zu Art. 187 StGB).