Citation: 5A_379/2015 E. 2.3

2.3. Der Beschwerdeführerin ist darin beizupflichten, dass bei der Ermittlung des Schutzbedürfnisses nicht in erster Linie oder gar ausschliesslich auf die Verhältnisse abgestellt werden kann, die zurzeit der Pflege der behinderten Mutter vorherrschten. Diese Umstände sind mit der am 11. November 2014 erfolgten Einweisung der Mutter in ein Pflegeheim weggefallen. Dem angefochtenen Entscheid kann aber mit Bezug auf die persönlichen Verhältnisse der Beschwerdeführerin entnommen werden, dass sie mit der Schilderung ihrer eigenen Situation klare Anzeichen einer schweren persönlichen Krise und Perspektivlosigkeit erkennen lässt. So hat die Beschwerdeführerin sich selber mit dem Ausfüllen der Steuererklärung und im Kontakt mit den Banken als überfordert gezeigt und erörtert, sie habe keine Freunde und Bekannte; auf der Strasse begegne man ihr komisch, weshalb sie nicht mehr gern einkaufen gehe; mit dem Eintritt der Eltern in das Heim verliere sie ihren Lebensinhalt. Abgesehen davon hat sich die Beschwerdeführerin anlässlich der Befragung durch die Delegation des Familiengerichts dahingehend geäussert, sie fühle sich mit der weiteren Erfüllung der administrativen Angelegenheiten überfordert. Der Vater der Beschwerdeführerin hatte erwogen, sie in das Heim mitzunehmen. Das Obergericht hält im Weiteren dafür, die soziale Isolation und der Rückzug der Beschwerdeführerin aus dem Berufsleben mit nur 38 Jahren und zu einer Zeit, als die Eltern noch nicht pflegebedürftig gewesen seien, liessen auf eine psychisch bedingte Arbeitsunfähigkeit schliessen. Darauf deuteten auch die Bedenken des Vaters der Beschwerdeführerin hin, der trotz seinem Wunsch, mit seiner Frau gemeinsam in ein Pflegeheim zu ziehen, sich verpflichtet fühle, mit der Beschwerdeführerin zusammen im eigenen Haus wohnen zu bleiben. Aufgrund der massgebenden tatsächlichen Feststellungen, welche die Beschwerdeführerin nicht als willkürlich oder sonstwie gegen Bundesrecht verstossend beanstandet (Art. 95 BGG), ist entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin ein dringendes Schutzbedürfnis zu bejahen.