Citation: H 119/05 05.12.2005 E. 4

Indessen ist auf folgenden, von den Verfahrensbeteiligten nicht erwähnten Punkt hinzuweisen. Im angefochtenen Entscheid hat das kantonale Gericht die von der Verwaltung ermittelten Beträge über den approximativen Notbedarf und die verfügbaren Mittel - da unbestritten - übernommen und als wirtschaftliche Notlage qualifiziert. Dem ist nur im Ergebnis beizupflichten. Aus den Akten geht nämlich hervor, dass sich die seitens der Beschwerde führenden Ausgleichskasse dem Beschwerdegegner angerechneten verfügbaren Einnahmen samt und sonders aus Sozialhilfebeiträgen zusammensetzen (vom Mitarbeiter der Ausgleichskasse am 10. Dezember 2004 ausgefülltes Berechnungsblatt "Existenzminimum/verfügbare Mittel"): "Unterstützungsleistung Soziale Dienste gemäss telefonischer Auskunft (12 x Fr. 2570.-): Fr. 30'924.-". Wenn aber bei Lichte besehen die anzurechnenden "verfügbaren Mittel" ausschliesslich aus Beiträgen der öffentlichen Sozialhilfe bestehen, liegt eine wirtschaftliche Notlage im Sinne der Rz 3048 ff. WSN vor. Wird der Lebensunterhalt einer beitragspflichtigen Person ausschliesslich aus - absolut subsidiären - Mitteln der öffentlichen Sozialhilfe gedeckt, ist die Herabsetzung der geschuldeten Beiträge bis zum Mindestbeitrag nach Art. 11 AHVG möglich. Die gegenteilige Betrachtungsweise würde bedeuten, dass die öffentliche Hand nicht nur das Existenzminimum, sondern darüber hinaus auch die Zahlung von Sozialversicherungsbeiträgen zu gewährleisten hätte. Das ist nach der klaren gesetzlichen Ordnung ausgeschlossen, hat doch die öffentliche Sozialhilfe im Falle der Zahlungsunfähigkeit einzig den gesetzlichen Mindestbeitrag zu übernehmen (Art. 11 Abs. 2 AHVG).