Citation: 5A_88/2020 E. 8.1

8.1. Im Berufungsverfahren strittig war sodann die güterrechtliche Auseinandersetzung der Ehegatten. Dabei stellte sich insbesondere die Frage nach dem Wert der ehelichen Liegenschaft. Abweichend von der Beschwerdeführerin bezifferte das Obergericht diesen wie das Kantonsgericht mit Fr. 500'000.--, was eine Beteiligungsforderung von Fr. 50'753.35 ergab. Zum Berufungsverfahren hielt das Obergericht fest, die Beschwerdeführerin habe die Zusprechung von Fr. 117'771.75 beantragt. Der Beschwerdegegner habe in der Berufungsantwort darum ersucht, er sei zur Zahlung von Fr. 84'768.35 zu verpflichten, und in der Duplik verlangt, die Berufung sei abzuweisen und das erstinstanzliche Urteil zu bestätigen, mithin die Beteiligungsforderung bei Fr. 50'753.35 zu belassen. Die Änderung der mit Klageantwort gestellten Begehren unterliege, so das Obergericht weiter, nicht den Beschränkungen einer Klageänderung und sei jederzeit möglich. Der Beschwerdegegner habe seine Rechtsbegehren daher modifizieren dürfen, weshalb das in der Duplik gestellte Begehren (vollumfängliche Abweisung der Berufung) massgebend sei. Auch der Beschwerdegegner ist dieser Auffassung.