Citation: 5A_679/2016 E. 8.3

8.3. In der Literatur wird die Auffassung vertreten, jedem Gesellschafter stehe das Recht zu, das Gesellschaftsverhältnis gestützt auf Art. 27 Abs. 2 ZGB auf jeden beliebigen Zeitpunkt fristlos zu kündigen (DANIEL STAEHELIN, Basler Kommentar, OR, 5. Aufl. 2016, N. 29 zu Art. 545/546 OR; PATRICK M. HOCH, Auflösung und Liquidation der einfachen Gesellschaft, Diss. Zürich 2000, S. 89 Rz. 253). Andere Autoren sind der Meinung, auch eine Berufung auf Art. 27 Abs. 2 ZGB berechtige nicht zur fristlosen Kündigung des Gesellschaftsverhältnisses; vielmehr sei hiefür der Weg der richterlichen Auflösung der Gesellschaft einzuschlagen (z.B. HANDSCHIN/VONZUN, a.a.O., N. 138 f. zu Art. 545-547 OR). Das Bundesgericht hat eine Kündigung im Falle einer befristeten Gesellschaft ausgeschlossen, soweit sie im Gesellschaftsvertrag nicht vorgesehen worden ist (Urteil 4C.447/1999 vom 9. März 2000 E. 2a/aa). Dieser Entscheid bezieht sich indes nicht auf den Fall von Art. 27 Abs. 2 ZGB. Ob der Gesellschaftsvertrag gestützt auf Art. 27 Abs. 2 ZGB aus wichtigem Grund fristlos gekündigt werden kann, braucht hier nicht entschieden zu werden: