Citation: 6B_1394/2017 E. 4.3

4.3. Die Beschwerdeführerin stellt sich auf den Standpunkt, nicht sie, sondern ihr Sohn H.________ habe dem Beschwerdegegner 2 die Schnittverletzung im Gesicht zugefügt. H.________ habe laut Überwachungsvideo rund drei Meter näher zum Beschwerdegegner 2 gestanden als sie selbst. Das Jagdmesser (welches rund sechs Wochen nach der Tat von Polizeitauchern aus der Aare geborgen werden konnte) sei aus unerklärlichen Gründen kriminaltechnisch nicht untersucht worden. Die Täterschaft von H.________ sei die wahrscheinlichste Möglichkeit. Diese Kritik, welche nur am Rande die vorinstanzlichen Erwägungen zum Thema macht, dringt nicht durch. Die von der Beschwerdeführerin vorgebrachten Umstände hat die Vorinstanz nicht verkannt, sondern eingehend gewürdigt. Darauf geht die Beschwerdeführerin nicht näher ein. Sie vermag deshalb keine Willkür und keine Verletzung der Unschuldsvermutung darzutun. Die Beschwerdeführerin macht zudem geltend, es sei nach dem Grundsatz "in dubio pro reo" von einer Notwehrsituation auszugehen. Der Beschwerdegegner 2 habe einen Gegenstand in der Hand gehalten. Es sei nicht ausgeschlossen, dass er diesen gegen sie zum Einsatz gebracht habe oder zumindest im Begriff gewesen sei, dies zu tun. Selbst wenn keine Notwehrsituation vorgelegen habe, sei ein Handeln in Putativnotwehr ohne Weiteres nachvollziehbar. Im Sinne einer weiteren Eventualbegründung sei von einem asthenischen Affekt auszugehen. Diese Argumentation überzeugt nicht. Nach der vorinstanzlichen Sachverhaltsfeststellung griff die Beschwerdeführerin ihren Schwiegersohn von hinten und für diesen überraschend an. Sie wurde weder von ihm noch von einem weiteren Beteiligten angegriffen und ging auch nicht fälschlicherweise davon aus. Belässt es die Beschwerdeführerin damit, eine andere sie entlastende Würdigung zu schildern und sie als nicht ausgeschlossen oder nachvollziehbar zu benennen, vermag dies die vorinstanzliche Beweiswürdigung nicht in Frage zu stellen geschweige denn zu erschüttern. Lag keine Notwehrsituation vor und unterlag die Beschwerdeführerin diesbezüglich keinem Sachverhaltsirrtum, geht der Hinweis auf einen asthenischen Affekt im Sinne von Art. 16 Abs. 2 StGB an der Sache vorbei. In Bezug auf die Auseinandersetzung mit der Beschwerdegegnerin 3 hält die Beschwerdeführerin fest, die vorinstanzliche Sachverhaltsfeststellung werde nicht bestritten. Im Widerspruch dazu stellt sie sich auf den Standpunkt, das Messer gezielt gegen den Arm eingesetzt zu haben. Mit diesen Ausführungen vermag sie die differenzierte vorinstanzliche Beweiswürdigung nicht zu erschüttern. Insgesamt zeigt die Beschwerdeführerin nicht auf, dass und inwiefern das vorinstanzliche Beweisergebnis schlechterdings nicht mehr vertretbar sein sollte, und eine Verletzung der Unschuldsvermutung ist nicht ersichtlich. Die Beschwerde erweist sich als unbegründet, soweit sie den Begründungsanforderungen von Art. 42 Abs. 2 und Art. 106 Abs. 2 BGG zu genügen vermag.