Citation: 4A_91/2023 E. 5.1

5.1. Der Beschwerdeführer stützte sein Ausstandsbegehren hauptsächlich auf den (unbestrittenen) Umstand, dass die Arbeitsrichterin Vorstandsmitglied des Schweizerischen Arbeitgeberverbands ist, welchem der vormalige CEO der Beklagten ebenfalls angehört beziehungsweise angehört hat. Die Vorinstanz hielt fest, dass allein die Zugehörigkeit zu demselben Gremium bei objektiver Betrachtung nicht geeignet sei, Misstrauen in die Unparteilichkeit der Arbeitsrichterin zu wecken. Es gebe keine Anzeichen, dass die Arbeitsrichterin vom vormaligen CEO der Beklagten in irgendeiner Weise beeinflusst werde, zumal die Arbeitsrichterin dargetan habe, den vormaligen CEO der Beklagten nicht einmal persönlich zu kennen. Auch dass die Arbeitsrichterin ihre Stellungnahme zum Ausstandsgesuch auf dem Briefpapier des "Verbands Schweizerischer Papier-, Karton- und Folienhersteller" verfasst habe, stelle ihre Unabhängigkeit nicht in Frage. Dies dürfte - so schloss das Obergericht - vielmehr einen praktischen Hintergrund haben, sei sie doch dort Geschäftsführerin. Der Beschwerdeführer macht geltend, es genüge bereits der Anschein der Befangenheit. Er beharrt darauf, dass die Arbeitsrichterin "mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit [...] vom mächtigen CEO der Beklagten" beeinflusst werde. Er (der Beschwerdeführer) habe eine "klare, bedenkliche Beeinflussungs- bzw. Abhängigkeitskette [...] völlig zweifelsfrei nachgewiesen". Dass die Vorinstanz die Ausstandsregeln (Art. 47 ff. ZPO) unrichtig angewandt hätte, ist gestützt auf die in der Beschwerde formulierte Kritik nicht erkennbar.