Citation: 2C_585/2024 E. 5.4.2

5.4.2. Vorliegend hält die Weigerung der marokkanischen Behörden, Laissez-Passer für Personen in der Situation des Beschwerdeführers auszustellen, mittlerweile seit Dezember 2023 - das bedeutet bereits seit knapp einem Jahr - an. Es handelt sich dabei um einen bereits langen Zeitraum. Allerdings werden die Verhandlungen mit Marokko durch das SEM mit der notwendigen Dringlichkeit vorangetrieben, nachdem es diesbezüglich in diesem Jahr bereits zu zahlreichen Treffen gekommen ist, wobei auf technischem Niveau auch bereits ein Lösungsweg erarbeitet wurde. Auch sind die marokkanischen Behörden gemäss den Feststellungen der Vorinstanz verhandlungsbereit und soweit ersichtlich an einer zügigen Lösung interessiert. So war für Ende Oktober in dieser Sache ein Treffen hochrangiger Vertreter (Vizedirektor SEM, marokkanischer Botschafter) anberaumt, um die Lösung mit Blick auf die Ausstellung von Laissez-Passer für Personen in der Situation des Beschwerdeführers zu finalisieren. Insgesamt bestanden somit zum Zeitpunkt des angefochtenen Urteils noch durchaus reale Aussichten auf einen Verhandlungserfolg und damit hinreichend konkrete Gründe für die Annahme, dass das seitens der marokkanischen Behörden bestehende Vollzugshindernis infolge einer Einigung in absehbarer Zeit entfallen wird (vgl. anders die Konstellation in Urteil 2C_768/2020 vom 21. Oktober 2020 E. 5.4.3). An dieser Einschätzung ändert auch der durch das SEM eingereichte Amtsbericht vom 11. Dezember 2024 nichts: Auch wenn das Treffen mit dem marokkanischen Botschafter von Ende Oktober darin nicht weiter erwähnt wird, ergibt sich aus dem Amtsbericht ebenfalls, dass das SEM dem marokkanischen Delegationsleiter der unter anderem für Rückkehrfragen zuständigen bilateralen Arbeitsgruppe zwischen der Schweiz und Marokko mit Schreiben von Ende November 2024 vorschlug, die erarbeitete Lösung sofort und vorerst vorläufig umzusetzen, wobei eine diesbezügliche Rückmeldung der marokkanischen Behörden zum Berichtszeitpunkt noch ausstand. Gleichzeitig wartete das SEM noch auf eine Rückmeldung betreffend einen bereits deponierten Terminvorschlag für ein Zusammenkommen der bilateralen Arbeitsgruppe. Insbesondere eine positive Rückmeldung zur vorläufigen Anwendung der erarbeiteten technischen Lösung würde die Ausstellung eines Laissez-Passer für den Beschwerdeführer in nächster Zukunft ermöglichen. Damit ändern auch die im Amtsbericht dargelegten Entwicklungen nichts daran, dass mit Blick auf die vorliegend zu beurteilende Haftverlängerung bis am 9. Dezember 2024 von realen Aussichten auf einen Verhandlungserfolg respektive die zeitnahe Ausstellung eines Laissez-Passers für den Beschwerdeführer ausgegangen werden konnte. Wie es sich damit seither verhält wird im kantonalen Verfahren betreffend die am 3. Dezember 2024 bereits beantragte nächste Haftverlängerung zu beurteilen sein.