Citation: 5A_1072/2020 E. 3.4

3.4. Dass die Vorinstanz dem Beschwerdegegner die im Jahr 2019 erhaltene Treueprämie von Fr. 3'000.-- nicht als Einkommen anrechnet, ist jedenfalls unter Willkürgesichtspunkten insofern nicht zu beanstanden, als derartige Leistungen des Arbeitgebers typischerweise nur einmalig bzw. nur in grösseren Abständen von mehreren Jahren ausgerichtet werden. Dass es sich im konkreten Fall anders verhält, der Beschwerdegegner also jedes Jahr eine solche Prämie ausbezahlt erhält und ihm etwa auch im Falle der Beendigung seines Arbeitsverhältnisses ein Anspruch pro rata temporis zusteht, macht die Beschwerdeführerin nicht geltend. Ebenso wenig setzt sich die Vorinstanz dem Willkürvorwurf aus, wenn sie die Treueprämie anders behandelt als die Entschädigung, welche die Beschwerdeführerin für die im Jahr 2019 geleisteten Überstunden erhalten hat. Zwar ist sowohl die Treueprämie als auch die Überstundenentschädigung als Einkommen zu versteuern. Anders als die Entschädigung für geleistete Überstunden stellt die Treueprämie jedoch kein Entgelt für geleistete Arbeit dar, sondern eine Belohnung für die an den Tag gelegte Treue. Insofern ist die Treueprämie auch nicht mit einem Leistungs-Bonus gleichzusetzen.