Citation: 1P.314/2006 13.06.2006 E. 2

Was die Stellung des Anzeigeerstatters im Strafverfahren anbelangt, kann auf das den Beschwerdeführern bekannte Urteil 1P.124/2005 vom 10. Juni 2005 verwiesen werden, in welchem bereits festgehalten wurde, dass nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts der durch eine angeblich strafbare Handlung Geschädigte grundsätzlich nicht legitimiert ist, gegen die Einstellung eines Strafverfahrens, ein freisprechendes Urteil oder gegen die Nichteröffnung eines Strafverfahrens staatsrechtliche Beschwerde zu erheben (BGE 128 I 218 E. 1.1 S. 219, 126 I 97 E. 1a S. 99); anders verhält es sich, wenn er nach Art. 2 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Hilfe an Opfer von Straftaten (OHG) als Opfer gilt und sich gemäss Art. 8 OHG auf besondere Legitimationsvoraussetzungen berufen kann, was vorliegend aber nicht der Fall ist (siehe Urteil 1P.106/2003 vom 14. März 2003, ebenfalls einen der Beschwerdeführer betreffend). Unbekümmert um die fehlende Legitimation in der Sache selbst, ist der Geschädigte aber befugt, mit staatsrechtlicher Beschwerde die Verletzung solcher Rechte zu rügen, die ihm das kantonale Recht wegen seiner Stellung als am Strafverfahren beteiligte Partei einräumt und deren Missachtung eine formelle Rechtsverweigerung darstellt (BGE 126 I 97 E. 1a S. 99; 120 Ia 101 E. 1 u. 2 S. 102 ff., 157 E. 2 S. 159 ff., 220 E. 2a S. 222).