Citation: 5A_722/2020 E. 3.4.2

3.4.2. Die Rüge ist begründet. Es widerspricht der Rechtsprechung, C.________ bei einer Betreuungsregelung, die den Beschwerdeführer weit über vierzehntägliche Wochenendbesuche hinaus an der Betreuung seines Kindes beteiligt, trotzdem in der alleinigen Obhut der Beschwerdegegnerin 1 zu belassen. Entgegen dem, was die Vorinstanz unterstellt, setzt der Begriff der alternierenden Obhut, wie er auch Art. 298b Abs. 3ter ZGB zugrunde liegt, keine strikt hälftige Betreuung voraus (E. 3.1.2). Die vorinstanzlichen Erwägungen lassen keinen Zweifel daran, dass der Beschwerdeführer nach dem Willen des Appellationsgerichts "umfangreich" an C.________s Betreuung mitwirken soll. Die Vorinstanz selbst spricht im Zusammenhang mit ihren Prozentrechnungen denn auch ausdrücklich von Betreuungsanteilen und nicht von einem Recht auf persönlichen Verkehr. Konkrete Gründe, die trotz des massgeblichen Betreuungsanteils des Beschwerdeführers gegen die Anordnung bzw. die Bezeichnung der vorliegenden Betreuungsform als alternierende Obhut sprechen könnten, sind weder dem angefochtenen Entscheid noch den gegnerischen Vernehmlassungen zu entnehmen und auch nicht ersichtlich. Entgegen dem, was die Beschwerdegegnerinnen anzunehmen scheinen, sprechen in der gegebenen Situation insbesondere auch die elterlichen Schwierigkeiten in der Kooperation und Kommunikation nicht gegen eine alternierende Obhut. Kommt das Appellationsgericht zum Schluss, dass das spannungsgeladene Verhältnis der Eltern einer Betreuungsregelung wie der nun getroffenen nicht entgegensteht, ja begründet es seinen Entscheid gerade damit, dass sich das Streitpotenzial mit der fraglichen Regelung gegenüber dem erstinstanzlich angeordneten Wechselmodell reduzieren lasse, so wäre es vielmehr widersprüchlich, unter Hinweis auf den bestehenden Elternkonflikt von der Anordnung der alternierenden Obhut abzusehen. Im Urteilsspruch ist als Betreuungsform deshalb neu die alternierende Obhut anzuordnen. Der Wohnsitz der Beschwerdegegnerin 2 ist an jenen der Beschwerdegegnerin 1 zu knüpfen (vgl. das zur Publikation vorgesehene Urteil 5A_139/2020 vom 26. November 2020 E. 3.2.3).