Citation: 8C_422/2023 E. 5.1.1

5.1.1. Gemäss Stellungnahme der Dr. med. E._______, RAD-Fachärztin für Orthopädie, vom 1. Oktober 2022 war der Gesundheitszustand nach der am 26. August 2022 durchgeführten komplexen Vorfusskorrektur links instabil, weshalb der weitere Verlauf abzuwarten war. Sie gibt (prognostisch) eine Arbeitsunfähigkeit für die Dauer von drei Monaten an und stellt - falls eine Operation des anderen Fusses und des Kniegelenks durchgeführt werde - weitere postoperative Arbeitsunfähigkeiten in Aussicht. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden "sollte" nach ihrer Meinung nicht eintreten. Allfällige Auswirkungen der somatischen Beschwerden auf die bisherigen Tätigkeiten als Pflegeassistentin und Mitarbeiterin in der Reinigung thematisiert sie nicht. Soweit die Vorinstanz gestützt auf diese vorläufige Einschätzung und namentlich auf die Berichte des behandelnden Dr. med. F.________, Leitender Arzt Orthopädie, Orthopädische Klinik, Spital G.________, vom 5. und 12. September 2022, der kurz nach dem Eingriff vom 26. August 2022 einen unauffälligen Verlauf feststellt, von einer vorübergehenden Arbeitsunfähigkeit ausgeht, gibt sie sich Spekulationen hin. Ihre Feststellung, dass weitere Interventionen am anderen Fuss und am Knie jeweils keine längeren Einschränkungen nach sich ziehen würden, beruht auf rein prognostischen Angaben in den medizinischen Akten unter der jeweiligen Annahme eines unproblematischen Ablaufs. Es ist der Beschwerdeführerin beizupflichten, dass die vorhandenen medizinischen Einschätzungen keine Grundlage für eine abschliessende Beurteilung des Anspruchs auf berufliche Massnahmen oder auf eine Rente bilden können. Denn nicht einmal die Entwicklung nach den Verlaufskontrollen im September 2022 war der IV-Stelle und dem kantonalen Gericht bekannt. Das vorinstanzliche Fazit, wonach in körperlich leichten, wechselbelastenden Tätigkeiten eine uneingeschränkte Leistungsfähigkeit bestehen soll, ist von medizinischer Seite nicht zuverlässig abgestützt und jedenfalls verfrüht, da bis zum Verfügungszeitpunkt (23. November 2022) noch nicht von einem stabilen Gesundheitszustand ausgegangen werden konnte und in Bezug auf die künftigen Eingriffe weitere Unklarheiten bestanden.