Citation: 1A.123/2005 10.11.2005 E. 4

Als willkürlich rügen die Beschwerdeführer auch die Erwägungen des Verwaltungsgerichts zur Gebäude- und Firsthöhe: Das Verwaltungsgericht habe zu Unrecht vom gewachsenen Terrain aus gemessen; wenn - wie im vorliegenden Fall - Abgrabungen auf der Strassenseite vorgenommen würden, müsse vom abgegrabenen Terrain ausgegangen werden. Auch bei der benachbarten Parzelle 865 sei vom Strassenniveau aus gemessen worden. Das Verwaltungsgericht sei auf diese Einwände nicht eingetreten und habe auch die beantragte Edition der Unterlagen des Baus auf Parzelle 865 nicht verfügt. Damit habe es den Gehörsanspruch der Beschwerdeführer verletzt und den Grundsatz der Rechtsgleichheit missachtet. 4.1 In den Akten des Verwaltungsgerichts befindet sich der Baubewilligungs- und Einspracheentscheid bezüglich Parzelle Nr. 865. Daraus geht hervor, dass die Gebäude- und Firsthöhe damals nicht streitig war, weshalb die Baubehörde keine Ausführungen zum Messpunkt und zu angeblichen Abgrabungen machte, sondern lediglich festhielt, dass die Gebäudemasse des Projekts (Länge, Breite, Höhen) dem Baugesetz entsprechen. Insofern war das Verwaltungsgericht nicht verpflichtet, sich weiter mit diesem Bewilligungsentscheid auseinanderzusetzen oder weitere Unterlagen dazu einzuholen. Im Übrigen hätte es dem Beschwerdeführer 1 freigestanden, von sich aus die Baupläne bei Gericht einzureichen, über die er als Bauherr verfügen muss. Hierfür bedurfte es keiner Editionsverfügung des Gerichts. 4.2 Materiell kann sich die Auffassung des Verwaltungsgerichts auf den Wortlaut von Art. 47 des Baugesetzes der Gemeinde Samnaun vom 15. Juli 1985 (BG) stützen, wonach grundsätzlich auf den gewachsenen Boden abzustellen ist, und erscheint jedenfalls nicht willkürlich.