Citation: 6B_464/2024 E. 4.3

4.3. Der Beschwerdeführer trug bereits im vorinstanzlichen Verfahren vor, eine Verlängerung der Massnahme um ein Jahr, beginnend ab dem 2. September 2023 sei ausreichend. Er habe eine "absolut eindrückliche und im Quervergleich völlig aussergewöhnliche" Leistung vollbracht, indem er aus dem Vollzug entwichen sei, um seiner verstorbenen Tante in Marokko die letzte Ehre zu erweisen. Danach sei er freiwillig zurückgekehrt, um die Massnahme ordnungsgemäss abzuschliessen. Dies zeuge von einer "aussergewöhnlichen Reife und Selbststeuerungsfähigkeit". Die Massnahme verlaufe seit der Erstellung des Gutachtens "in optima forma". Er stehe kurz vor dem Übertritt in die offene Vollzugsanstalt C.________. Weder aus dem Gutachten noch aus dem Vollzugsbericht lasse sich ableiten, dass die Verlängerung um zwei Jahre sachgerecht sei. Stelle man auf den Sachverständigen ab, resultiere eine klar kürzere Verlängerung. Es sei eine echte Rarität, dass ein Gericht über die Vorschläge des Sachverständigen hinausgehe, obwohl eine Massnahme schon länger als die schuldangemessene Strafe dauere. Gehe man von der erstinstanzlich angeordneten Dauer aus, so seien ab Versetzung in den offenen Vollzug mehr als eineinhalb Jahre nötig. Eine derartige Empfehlung lasse sich weder dem Vollzugsbericht noch dem Gutachten entnehmen. Üblicherweise dauere diese letzte Phase noch einige Monate, bevor eine bedingte Entlassung möglich sei. Bis September 2024, spätestens aber Ende Dezember 2024, sei eine bedingte Entlassung sicher möglich, zumal der Beschwerdeführer im Quervergleich zu anderen Insassen "besonders aussergewöhnlich gut" in der Massnahme mitmache. Entsprechend sei eine schriftliche Ergänzung des Gutachtens einzuholen zur Frage, wie lange aus forensisch-psychiatrischer Perspektive beim heutigen Vollzugsstand die stationäre Massnahme noch aufrechtzuerhalten sei.