Citation: U 162/99 27.07.2000 E. 4

4.- a) Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin bringt letztinstanzlich erstmals vor, dass die Versicherte bereits am 1. Juli 1992 (recte 30. Juni 1992) einen Unfall erlitten habe, welcher von der SUVA als Unfall akzeptiert worden sei und wofür diese Leistungen erbracht habe. Damals sei die Versicherte bei der Arbeit auf dem Boden ausgeglitten und auf den Hinterkopf und den Rücken gefallen. Offensichtlich habe sich die Versicherte bei jenem schweren Sturz durch eine Abwehrhandlung die später invalidisierende Handgelenksläsion zugezogen. Die SUVA bestreitet dies mit der Begründung, dass laut den Akten zum Unfallereignis vom 30. Juni 1992 nie von Handgelenksbeschwerden die Rede gewesen sei. b) Anlässlich der von Dr. med. O.________ am 13. September 1995 durchgeführten Arthroskopie am rechten Handgelenk wurden am Os lunatum ulnarseits eine schwere Knorpelschädigung mit Abschilferung von Knorpelschuppen und palmarseits ligamentäre Verletzungen (ruptierter palmarer Kapselbandabschnitt) festgestellt. Diese Veränderungen können, wie Dr. med. O.________ im nachgereichten Schreiben vom 3. Mai 1999 noch einmal explizit bestätigt, nur durch einen Unfall bedingt sein. Bereits im Bericht an Dr. med. R.________ vom 15. September 1995 hatte er festgehalten, dass "eindeutig posttraumatische Veränderungen vorgefunden wurden mit Kapselbandzerreissungen palmarseits sowie auch einer Schädigung des Knorpels am Os lunatum". Dr. med. V.________ von der Abteilung Unfallmedizin der SUVA erachtete in der ärztlichen Beurteilung vom 19. Januar 1996 ein Trauma als nur eine von mehreren möglichen Ursachen. Ueberdies würden die auf der Beugeseite des Handgelenks gelegenen Bandläsionen seines Erachtens, wenn sie traumatisch entstanden wären (was er bei der Versicherten als nicht bekannt ausschloss), eine massive Hyperextension (z.B. Sturz auf die dorsal extendierte Hand), also einen adäquaten Unfallmechanismus voraussetzen. c) Der nun erstmals geltend gemachte Unfall ereignete sich am 30. Juni 1992. Dabei war die Versicherte bei der Arbeit an der Teigmaschine ausgeglitten und auf den Hinterkopf und den Rücken gefallen. Im Vordergrund standen anfänglich Kopfschmerzen, dann aber vor allem eine Lumbalgie und nach wenigen Tagen auch eine Ischialgie links, mit Paraesthesien in LS 5 links. Nach einer 100 %igen Arbeitsunfähigkeit bis 2. August 1992 arbeitete die Beschwerdeführerin ab dem 22. August 1992 wieder zu 50 %, bis sie am 9. November 1992 das ursprüngliche Teilzeitpensum wieder aufnahm. Wie sich aus den Akten ergibt, wurden die Schmerzen im rechten Handgelenk 1994 sowohl gegenüber den diversen involvierten Aerzten wie auch gegenüber der SUVA (Bericht vom 7. Dezember 1994) stets als zunehmend seit zwei Jahren (Sommer 1992) beschrieben. Auf Grund des Unfallherganges (Sturz auf Hinterkopf und Rücken) ist eine Beeinträchtigung des Handgelenks infolge Abwehrhandlung, wie von beschwerdeführerischer Seite vorgebracht, nicht zum vornherein auszuschliessen. So ist es unabhängig davon, ob zum Unfallzeitpunkt nie von Handgelenksbeschwerden die Rede war, unwahrscheinlich, dass ein derartiges Unfallereignis ohne Handbeteiligung der Betroffenen abgelaufen ist. Vieles spricht dafür, dass eine ausgewiesene Rechtshänderin, wie die Beschwerdeführerin, sich bei einem derartigen Sturz zwangsläufig reflexartig auf die rechte Hand abstützte. Dass sie allenfalls dabei erlittene ligamentäre Verletzungen nicht meldete, wäre insofern nachvollziehbar, als es sich im Vergleich zu den übrigen Beschwerden, die immerhin eine einmonatige volle Arbeitsunfähigkeit zur Folge hatten, um Bagatellen handelte. d) Ob jedoch die ausgewiesenen Beschwerden überwiegend wahrscheinlich auf den geltend gemachten versicherten Unfall vom 30. Juni 1992 zurückzuführen sind, lässt sich auf Grund der bestehenden medizinischen Aktenlage nicht schlüssig beurteilen. Die Sache ist zu dahingehender medizinischer Abklärung an die SUVA zurückzuweisen.