Citation: 6B_535/2024 E. 3.4.1

3.4.1. Die Vorinstanz stützt sich für die Beurteilung der Sorgfaltspflichtverletzung auf den allgemeinen Gefahrensatz sowie das Bundesgesetz vom 16. Juni 2017 über den Schutz vor Gefährdungen durch nichtionisierende Strahlung und Schall (NISSG; SR 814.71) und die Verordnung vom 27. Februar 2019 zum Bundesgesetz über den Schutz vor Gefährdungen durch nichtionisierende Strahlung und Schall (V-NISSG; SR 814.711). Sie gelangt zum Schluss, indem die Beschwerdeführerin ein derartiges in der Schweiz nicht zugelassenes Lasergerät importiert und anschliessend ohne weitere Abklärungen für eine kosmetische Behandlung benutzt habe, habe sie gegen den allgemeinen Gefahrensatz verstossen. Schon deshalb sei ihr eine Sorgfaltspflichtwidrigkeit anzulasten. Mit Bezug auf die Benutzung des Lasergeräts verweist die Vorinstanz zudem auf das NISSG und die V-NISSG als einschlägige Rechtsquellen. Dabei handle es sich um der Unfallverhütung und der Sicherheit dienende Normen, weshalb sich das Mass der zu beachtenden Sorgfalt bei der Anwendung des Lasers in erster Linie nach diesen Vorschriften richte. Die Beschwerdeführerin habe weder über den gemäss Art. 3 Abs. 2 NISSG i.V.m. Art. 5 Abs. 1 lit. c V-NISSG vorgeschriebenen Sachkundenachweis verfügt, noch - was laut lit. b der letztgenannten Bestimmung bei Fehlen eines solchen erforderlich gewesen wäre - eine ärztliche Betreuung sichergestellt. Der Beschwerdeführerin sei ein mehrfach pflichtwidriges Handeln vorzuwerfen, nämlich einerseits in sachlicher Hinsicht durch den Direktimport des Lasergeräts beim chinesischen Hersteller und dessen Verwendung ohne Zulassungsüberprüfung für die Schweiz sowie andererseits in persönlicher Hinsicht durch die Behandlung mit dem Lasergerät ohne Sachkundenachweis bzw. ärztliche Begleitung (vgl. angefochtenes Urteil E. 1.5.4.3 S. 16 ff.).