Citation: 8C_83/2024 E. 5.1

5.1. Nach den zutreffenden, unbestrittenen Feststellungen der Vorinstanz wurde der im pathologischen Bericht vom 13. September 2019 erwähnte 2,5 cm tiefe Einriss in der Gebärmutterhinterwand während des Eingriffs vom 21. August 2019 nicht entdeckt und folglich auch nicht behandelt. Nach Ansicht der Beschwerdeführerin handelt es sich dabei um einen qualifizierten Behandlungsfehler im Sinne der dargelegten Rechtsprechung (vgl. E. 3.2 hiervor). Sie stützt sich dabei zum einen auf einen Artikel aus der Fachliteratur, demzufolge das "Eintreten einer Uterusruptur, vor allem aber deren Verkennung als katastrophales Versagen der Geburtsleitung betrachtet werden [muss]". Zum anderen beruft sie sich auf das Gutachten des Prof. Dr. med. F.________ vom 23. Dezember 2019. Dieser habe festgehalten, es sei bemerkenswert, dass der Riss an der Uterushinterwand beim Herauswälzen des entleerten Organs unentdeckt geblieben resp. in keinem Protokoll und auch nicht im späteren Operationsbericht zur Hysterektomie erwähnt worden sei. Es sei kaum anders als ein folgenreicher Behandlungsfehler zu bewerten, wenn eine Uterusruptur unter der Geburt nicht wahrgenommen werde, vor allem bei Sistieren des Geburtsfortschrittes trotz Wehen und Wehenmittelgabe. Die Beschwerdeführerin schliesst aus diesen Verlautbarungen, dass ein Unfall im Sinne von Art. 4 ATSG zu bejahen sei. Gleichzeitig räumt sie ein, dass zur Frage des groben ärztlichen Versehens eine taugliche medizinische Abhandlung fehle. Die Vorinstanz hätte diesbezüglich weitere Abklärungen veranlassen müssen. Was das Kriterium der Plötzlichkeit betrifft, macht die Beschwerdeführerin geltend, der unbehandelt gebliebene Muskelriss sei während der Geburt am 21. August 2019 und damit plötzlich entstanden. Auch die Nichtbehandlung des Muskelrisses während der Kaiserschnittoperation stelle eine genau bezeichnete, einzelne, zeitlich isolierte medizinische Handlung dar, die das Element der Plötzlichkeit erfülle.