Citation: 8C_153/2021 E. 5.2

5.2. Soweit die Beschwerdeführerin zunächst erneut formelle Einwände gegen das Gerichtsgutachten erhebt und namentlich das Vorgehen des Dr. med. C.________ sowie die Unvollständigkeit des Gutachtens infolge unterlassener neurologischer und neuropsychologischer Abklärungen rügt, kann ihr nicht gefolgt werden. Wie das kantonale Gericht darlegte, kommt Gutachterinnen und Gutachtern bei der Wahl der Untersuchungsmethoden wie auch bei der Auswahl der vorzunehmenden fachärztlichen Abklärungen ein weiter Ermessensspielraum zu (Urteil 8C_820/2016 vom 27. September 2017 E. 5.5 mit Hinweisen; vgl. auch SUSANNE LEUZINGER-NAEF, Die Auswahl der medizinischen Sachverständigen im Sozialversicherungsverfahren [Art. 44 ATSG], in RIEMER-KAFKA/RUMO-JUNGO, Soziale Sicherheit - Soziale Unsicherheit, FS Murer, 2010, S. 419, wonach die Wahl der Fachrichtungen in erster Linie von den Gutachterfragen abhängt). Es lag demnach grundsätzlich im Ermessen des Dr. med. C.________, weitere Fachleute beizuziehen oder darauf zu verzichten. Davon ging, wie im angefochtenen Urteil dargelegt, auch die Beschwerdeführerin aus, wurde der Vorinstanz doch mit Schreiben vom 14. Februar 2017 in Absprache mit der Beschwerdegegnerin vorgeschlagen, Dr. med. C.________ als Obergutachter zu ernennen und ihn mit der Prüfung der Notwendigkeit weiterer Abklärungen sowie dem Vorschlag der entsprechenden Fachdisziplinen zu beauftragen. Soweit der Obergutachter neuropsychologische und/oder neurologische Abklärungen als notwendig erachte, so im erwähnten Schreiben weiter, wären diese Beurteilungen durch Dr. med. E.________ und lic. phil. F.________ vorzunehmen. Das kantonale Gericht beauftragte in der Folge Dr. med. C.________ mit der Begutachtung in der Funktion als federführender Gutachter. Es wies dabei darauf hin, dass es eine Abklärung in den Disziplinen Psychiatrie, Neurologie und Neuropsychologie als sinnvoll erachte, überliess es gemäss Übereinkommen der Parteien jedoch ausdrücklich dem Gutachter, zu bestimmen, in welchen Fachdisziplinen Abklärungen notwendig seien. Nach einer ersten Untersuchung der Beschwerdeführerin teilte Dr. med. C.________ mit Schreiben vom 14. Februar 2018 mit, er erachte eine aktuelle neuropsychologische Untersuchung in Anbetracht der 2012 (asim) und 2015 (Dr. med. univ. Dr. phil. B.________) vorgenommenen ausführlichen neuropsychologischen Untersuchungen nicht als zwingend. Er schlug vor, die bereits erhobenen neuropsychologischen Befunde einschliesslich der Rohdaten der Untersuchungen bei den Vorgutachtern anzufordern, die Unterlagen mit dem Neuropsychologen lic. phil. D.________ zu besprechen und zu prüfen, ob allenfalls doch eine aktuelle neuropsychologische Abklärung indiziert sei. Das kantonale Gericht stellte den Parteien eine Kopie dieses Schreibens zur Kenntnis und allfälligen Stellungnahme zu. Nachdem innert angesetzter Frist keine Einwendungen gegen das vorgeschlagene Vorgehen erhoben wurden, durfte vom Einverständnis der Parteien ausgegangen werden und ermächtigte das Gericht Dr. med. C.________, mit seinen Abklärungen fortzufahren. Dieser forderte die entsprechenden Unterlagen an, sichtete und besprach sie mit lic. phil. D.________, der zudem die neuropsychologische Stellungnahme vom 18. August 2018 verfasste, die Eingang ins Gutachten fand. Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin verletzte Dr. med. C.________ das vereinbarte Vorgehen nicht, indem er im Nachgang an die Besprechungen mit dem Neuropsychologen direkt das Gutachten erstellte und eine Mitteilung an das Gericht sowie die Parteien über den Verzicht auf eine weitere neuropsychologische Abklärung unterliess. Vielmehr wäre eine weitere Mitteilung mit der Vorinstanz dann zwingend gewesen, wenn der Gutachter entgegen seiner ursprünglichen Auffassung doch noch eine weitere neuropsychologische Abklärung als notwendig erachtet hätte. In neurologischer Hinsicht sodann setzte sich Dr. med. C.________, wie das kantonale Gericht aufzeigte, ausführlich mit den vorhandenen CT- bzw. MRT-Befunden des Schädels auseinander und stellte für den massgebenden Zeitpunkt des Verfügungserlasses keine Auffälligkeiten bzw. Anhaltspunkte für eine hirnorganische Schädigung fest. Bei der dargelegten Sachlage bedeutet der Verzicht des Dr. med. C.________ auf eine neuropsychologische und/oder eine neurologische Abklärung keine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes (vgl. auch BGE 141 V 281 E. 10.2 mit Hinweisen) und resultiert daraus keine Unvollständigkeit des Gutachtens.