Citation: 6S.13/2006 30.08.2006 E. 4

4.1 Für den Fall der Abweisung der Nichtigkeitsbeschwerde im Strafpunkt verlangt der Beschwerdeführer eine Festlegung seiner Haftungsquote auf 33% (20% Betriebsgefahr; 13,3% Verschuldensanteil). Seinem bloss leichten Verschulden stünde ein schweres Selbstverschulden der Fahrradfahrerin gegenüber (Beschwerde Ziff. 21-24). Das Verschulden sei sektoriell und nicht nach dem Prinzip der Verschuldensneutralisation resp. -kompensation zu verteilen (Stellungnahme Ziff. 1). 4.2 Die Beschwerdeführerin wendet sich ebenfalls gegen die Festlegung der Haftungsquote. Die ihr konkret zugerechneten Verschuldensanteile, die festgelegte Betriebsgefahr und die Ablehnung der 'Kompensationsmethode' bei der Verschuldensaufteilung verletzten Art. 59 Abs. 2 SVG. Der Beschwerdeführer und sie selbst seien beide gleichermassen für den Unfall verantwortlich, weshalb sich ihre Verschulden in Anwendung der Kompensationsmethode gegenseitig aufheben würden. Es verbleibe allein die vom Beschwerdeführer zu vertretene Betriebsgefahr. Er hafte deshalb für den gesamten Schaden. Eventualiter sei die Betriebsgefahr mit 50% zu beziffern; von den verbleibenden Verschuldensanteilen entfielen die Hälfte (25%) auf sie. Subeventualiter sei der vorinstanzliche Entscheid ganz aufzuheben und zur Neubeurteilung der Haftungsquote zurückzuweisen. 4.3 Die Vorinstanz verwirft die Verschuldenskompensation und nimmt eine sektorielle Aufteilung vor. Der Unfall sei in erster Linie der Beschwerdeführerin zuzuschreiben, den Beschwerdeführer treffe ein vergleichsweise leichtes Verschulden. Die Betriebsgefahr wird auf 30%, die Verschuldensanteile der Parteien auf 70% veranschlagt, wovon der Beschwerdeführer 2/7 und die Beschwerdeführerin 5/7 zu verantworten hätten. Daraus resultiert eine hälftige Schadenstragung.