Citation: 8C_675/2009 19.01.2010 E. 3.3

3.3.1 Die Beschwerdegegnerin holte hierauf bei Dr. med. K.________ am 5. November 2007 eine zusätzliche ärztliche Beurteilung ein. Dieser gab an, biomechanisch sei ein Sehnenriss in der Schulter im Falle eines leichten Auffahrunfalls bei einer sitzenden und angegurteten Person praktisch unmöglich. Eine Prellung der rechten Schulter habe eindeutig nicht stattgefunden. Eine beschwerdefreie Latenz von zwei bis drei Wochen mache eine Beteiligung der Schulter zudem noch viel unwahrscheinlicher. Ein traumatisierter Körperteil verursache sofort Schmerzen und nicht erst mehrere Wochen später. Es sei weder Aufgabe noch liege es in der Kompetenz eines Radiologen, gutachterliche Stellungnahmen zu Kausalitätsfragen abzugeben. Rückschlüsse auf die Kausalität allein aufgrund von Bildern seien prinzipiell nicht möglich, speziell bei schwierig zu interpretierenden Sonographien. Dr. med. D.________ habe die konventionellen Röntgenbilder nicht gesehen und kenne das Dossier mit den genauen Angaben zum Verlauf und den Fotos vom Auto nicht. Letztere bewiesen klar die geringe Heftigkeit der Auffahrkollision, welche für eine Schulterverletzung völlig ungeeignet sei. Eine traumatische Entstehung der von ihm beschriebenen perforierenden Ruptur der Supraspinatus-Sehne mit entzündlicher Reaktion und erheblicher Bursitis subacromialis sei theoretisch höchstens möglich. Auch die Tatsache, dass die Rotatorenmanschette auf der linken Seite schon 1994 habe operiert werden müssen, spreche für ein beidseitiges konstitutionell krankhaftes Problem. 3.3.2 Dr. med. K.________ verwies zur Begründung seiner Kausalitätsbeurteilung, wie bereits Dr. med. O.________, im Wesentlichen auf die geringe Krafteinwirkung beim leichten Auffahrunfall und den zeitlichen Abstand zwischen Unfallereignis und dem Auftreten der Schulterbeschwerden rechts. Diese machten sich ausweislich der Akten erstmals zwei bis drei Wochen nach dem Unfallereignis bemerkbar. Beim Auffahrunfall selber und in der Zeit danach war der Beschwerdeführer im Bereich der rechten Schulter hingegen beschwerdefrei, wie er auf dem Erhebungsblatt für die Abklärung von HWS-Fällen vom 13. November 2006 bestätigte. In der Zeit nach dem Unfallereignis traten lediglich leichte Nackenverspannungen mit Einschränkung der Kopfbeweglichkeit auf. In dieser Phase ging der Beschwerdeführer normal seiner beruflichen Tätigkeit nach und suchte seinen Hausarzt einen Monat nach dem Unfall erstmals auf. Dr. med. D.________ erwähnte in seiner Beurteilung diese Umstände nicht und gab auch keine mögliche Begründung hierfür an. Korrekt ist hingegen der Verweis des Beschwerdeführers auf ein Urteil, in dem im Fall einer Teilruptur der Supraspinatussehne ein Kausalzusammenhang zwischen einem Unfall und zeitlich erst später aufgetretenen Beschwerden bejaht wurde (Urteil 8C_656/2008 vom 13. Februar 2009). Als begründet erweist sich der Hinweis von Dr. med. K.________, wonach Dr. med. D.________ nicht über sämtliche Akten verfügte. Insbesondere hatte letzterer keine Kenntnis von den konventionell radiologischen Abklärungen vom 15. November 2006 und der Fotos des Unfallautos. Der Beweiswert seiner Beurteilung ist damit herabgesetzt. 3.3.3 Auch Dr. med. K.________ lieferte allerdings keine Erklärung für den von Dr. med. D.________ festgehaltenen frischen Sehnenriss. Er kritisierte hauptsächlich verschiedene Umstände, die den Beweiswert des Berichts von Dr. med. D.________ einschränken. Eine inhaltliche Auseinandersetzung mit dem festgestellten Sehnenriss nahm er jedoch nicht vor. Er bezeichnete diesen zwar nicht mehr wie noch Dr. med. O.________ als degenerativ, allerdings weiterhin nur möglicherweise als traumatisch bedingt. Nicht korrekt erweist sich, zumindest aufgrund der bisher in den Akten befindlichen Unterlagen, die Argumentation von Dr. med. K.________, wonach von einer früheren Operation der Rotatorenmanschette auf der linken Seite auf ein beidseits konstitutionell krankhaftes Problem geschlossen werden könne. Gemäss dem im vorinstanzlichen Verfahren eingereichten Gutachten von Dr. med. N.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie, vom 16. Juli 1999, waren die Unfälle in den Jahren 1994 und 1995 alleinige Ursachen für die früheren Beschwerden an der linken Schulter. Unfallfremde Faktoren schloss der Gutachter damals ausdrücklich aus, womit ein konstitutionell krankhaftes Problem zu verneinen ist. 3.4 Insgesamt ergibt sich, dass die Beurteilung von Dr. med. D.________ gewisse Mängel aufweist, worauf Dr. med. K.________ zu Recht hinweist. Insbesondere die zeitliche Differenz zwischen Unfallereignis und dem Auftreten der Beschwerden bleiben bei dessen Beurteilung ungeklärt. Andererseits liefern auch die SUVA-Ärzte keine überzeugende Erklärung für die bildgebenden Befunde von Dr. med. D.________. Der Bericht von Dr. med. D.________ vom 4. September 2007 vermag jedoch die von der Rechtsprechung vorausgesetzten geringen Zweifel an der Kausalitätsbeurteilung der SUVA-Ärzte zu begründen (vgl. E. 2 hievor). Die im Rahmen der Beweiswürdigung bei bloss versicherungsinternen medizinischen Beurteilungen verlangten strengen Anforderungen sind vorliegend nicht erfüllt. Die Sache ist daher an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit diese den Kausalzusammenhang in einem externen medizinischen Gutachten beurteilen lässt und anschliessend neu verfügt.