Citation: I 654/01 20.09.2002 E. 1

Die IV-Stelle rügt zunächst eine Verletzung des rechtlichen Gehörs: Die Vorinstanz habe - ohne vorher Gelegenheit zur Stellungnahme zu geben - in ihrem Entscheid ein nach Ablauf der Beschwerdefrist eingereichtes Schreiben des Versicherten berücksichtigt, in welchem er darauf hinwies, dass das Mahnverfahren gemäss Art. 31 IVG nicht durchgeführt worden sei. Wegen des im Sozialversicherungsrecht geltenden Prinzips der Rechts-anwendung von Amtes wegen (vgl. BGE 116 V 26 Erw. 3c) muss das kantonale Gericht eine Norm anwenden, sobald es deren Voraussetzungen als gegeben erachtet. Der Hinweis im nach Ablauf der Rechtsmittelfrist eingereichten Schreiben war somit gar nicht notwendig, weshalb es der IV-Stelle auch nicht zur Stellungnahme zugesandt werden musste. Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs liegt nicht vor.