Citation: 6B_97/2019 E. 3.4.3

3.4.3. Das angefochtene Urteil verletzt in diesem Punkt kein Bundesrecht. Zwar trifft zu, dass nach der Rechtsprechung bei einem Anlagebetrug der Vermögensschaden im Sinne eines Gefährdungsschadens schon mit Einzahlung des Kundengelder eintritt und der Betrug insofern vollendet ist (zur schadensgleichen Vermögensgefährdung beim Kreditbetrug vgl. Urteil 6B_112/2018 vom 4. März 2019 E. 6.2.2). Doch ist ein Schneeball-Anlagesystem mit der Vorinstanz als Gesamtkomplex zu betrachten, bei dem die verschiedenen deliktischen Handlungen, die durch Täuschung erlangten Kundeneinzahlungen wie auch die vermeintlichen Rendite- und Kapitalrückzahlungen, nicht nur der betrügerischen Erlangung eines Vermögenswerts von einem Täuschungsopfer, sondern stets auch der Aufrechterhaltung des betrügerischen Geschäftsmodells als Ganzes dienen. Diese Bewahrung des Systems erfordert die Anwerbung weiterer Kunden und ist damit auch, wie die Vorinstanz zutreffend annimmt, auf einen Zuwachs der Bereicherung gerichtet (angefochtenes Urteil S. 29). Der Zweck der Ausschüttungen an die Kunden liegt somit darin, den Anlegern in Bestärkung ihres Irrtums eine ordnungsgemässe Geschäftstätigkeit vorzugaukeln und den wahren Charakter des Geschäftsmodells zu verschleiern. Dadurch werden die Anleger daran gehindert, ihre investierten Gelder rechtzeitig zurückzufordern. Dabei ist der Zeitpunkt des Zusammenbruchs des Systems ungewiss. Dieses bricht erst zusammen, wenn entweder eine grössere Anzahl von Anlegern versucht, ihre durch Ausschüttungen dezimierten Einlagen zurückzuerhalten, oder wenn es nicht mehr gelingt, neue Kunden zu akquirieren, so dass keine Mittel für die Befriedigung der früheren Anleger mehr zufliessen. Solange dieses System aktiv betrieben wird, kann dessen Aufrechterhaltung auch durch unterstützende Handlungen eines Gehilfen gefördert werden. Das entspricht der Auffassung, wonach, selbst wenn der Betrug nach Herbeiführung der schadensgleichen Vermögensgefährdung schon vollendet ist, derjenige, der den endgültigen Schaden mitherbeiführt, über die Vollendung hinaus Gehilfe sein kann, weil er bei der tatbestandlichen Schädigungshandlung mitwirkt (SCHÖNKE/ SCHRÖDER-HEINE/WEISSER, Strafgesetzbuch, Kommentar, 30. Aufl. München 2019, N 20 zu § 27; CLAUS ROXIN, Strafrecht, Allg. Teil II, München 2003, § 26 N 264; BERND SCHÜNEMANN, in: Strafgesetzbuch, Leipziger Kommentar, 12. Aufl. Berlin 2007, N 43 zu § 27). In der gleichen Weise verhält es sich im zu beurteilenden Fall. In der Weiterleitung der auf den Treuhandkonten eingegangenen Kundengelder oder der Auszahlung der durch Täuschung erlangten Gelder liegt nicht bloss eine Intensivierung der Rechtsgutsverletzung. Es handelt sich vielmehr um einen sukzessiven Ablauf des tatbestandsmässigen Geschehens. Wie der Beschwerdeführer selbst einräumt, hat B.________ mit den Zahlungen an die Kunden darauf abgezielt, das System möglichst lange aufrechtzuerhalten und die Betrüge zu vertuschen (Beschwerde S. 18). Dabei liegt in den als Rendite- und Kapitalrückzahlungen getarnten Leistungen an die Investoren die endgültige Verwirklichung des Schadens, da damit die Anlage der Kundengelder definitiv nicht mehr möglich war. Der Schluss der Vorinstanz, der gewerbsmässige Betrug sei nicht mit dem rückblickend letzten Mittelzufluss eines Investors, sondern erst mit der letzten feststellbaren Täterhandlung, die dem Aufrechterhalten der Täuschung auf Investorenseite gedient habe, mithin mit dem Zeitpunkt der letzten Auszahlung an einen Kunden vom 3. Mai 2010 beendet gewesen, ist daher nicht zu beanstanden. Damit kann offenbleiben, ob sich die eingelegten Gelder der getäuschten Investoren mit der Einzahlung auf die Treuhandkonten trotz der Zwischenschaltung des Beschwerdeführers bereits im Machtbereich von B.________ befunden hatten (vgl. angefochtenes Urteil S. 39; Beschwerde S. 13 f.; vgl. auch Vernehmlassung der Oberstaatsanwaltschaft S. 2).