Citation: 6B_25/2017 E. 1.3

1.3. Die Vorinstanz hält gestützt auf die Aussagen von C.________ und unter Verweis auf die Ausführungen im erstinstanzlichen Entscheid zu deren Persönlichkeit fest, sie sei ledig und habe keine Lehre gemacht, habe aber während 46 Jahren in einer Confiserie gearbeitet. Als sie die Darlehen gewährt habe, habe sie schon einige Jahre mit Y.X.________, der Mutter der Beschwerdeführerin, gearbeitet. In finanziellen Belangen verfüge C.________ über keine grosse Erfahrung, so lasse sie beispielsweise ihre Steuererklärung von ihrer Nichte ausfüllen. Sie sei eine naive, gutgläubige Person, die Menschen, zu denen sie eine persönliche Bindung habe, vertraue, ohne ihre Angaben gross zu hinterfragen. Beim zweiten Darlehen in der Höhe von Fr. 6'000.-- sei erwiesen, dass die Mutter der Beschwerdeführerin C.________ erzählt habe, sie sei bei einem Naturheiler in Österreich in Behandlung und müsse diesen bar bezahlen, sie werde das Geld in der folgenden Woche zurückerstatten. C.________ habe der Beschwerdeführerin die Fr. 6'000.-- ausgehändigt. In Bezug auf das dritte Darlehen sei erstellt, dass die Beschwerdeführerin zusammen mit ihrer Mutter nur wenige Tage nach der Gewährung des zweiten Darlehens zur Geschädigten gegangen sei; beide hätten ihr wahrheitswidrig erzählt, die Beschwerdeführerin habe ihrem Arbeitgeber Fr. 20'000.-- entwendet, um ihrer Mutter aus finanziellen Schwierigkeiten zu helfen und sie müsse ins Gefängnis, wenn das Geld nicht sofort rückerstattet werde. In der Folge habe die Geschädigte Y.X.________ Fr. 20'000.-- übergeben. Beim vierten Darlehen sei erwiesen, dass Z.X.________, der Vater der Beschwerdeführerin, weinend bei C.________ erschienen sei und ihr mitgeteilt habe, seine Ehefrau müsse in Frankreich an der Leber operiert werden, die Operation koste Fr. 60'000.-- und müsse vorab bar bezahlt werden. Er habe ihr versprochen, sie erhalte das Geld zurück, sobald die Rückvergütung der Krankenkasse eingetroffen sei. Die Geschädigte habe dem Vater der Beschwerdeführerin die Fr. 60'000.-- übergeben. Bezüglich des fünften Darlehens sei erstellt, dass C.________ der Familie X.________ erneut ein Darlehen in der Höhe von Fr. 5'000.-- gewährt habe und auch diesbezüglich über den wahren Verwendungszweck angelogen worden sei. Bei den Darlehensgewährungen, mit Ausnahme des letzten Darlehens, habe die Familie jeweils eine zeitliche Dringlichkeit geltend gemacht. Die Geschädigte habe keine Abklärungen über die finanziellen Verhältnisse der Familie X.________ getroffen. Sie habe aber gewusst, dass die Eheleute X.________ gearbeitet hätten, sie eine Eigentumswohnung besessen hätten und dass die Familie X.________ in I.________ eine gewisse "Grösse" gewesen sei. Angesichts der sich ab Herbst 2000 immer weiter verschlechternden finanziellen Situation sei die Rückzahlungsfähigkeit für die grossen Beträge von Fr. 20'000.-- und Fr. 60'000.-- mit legal erhaltenen Mitteln nicht mehr gegeben gewesen. Für das zweite Darlehen könne wohl trotz der vielen Betreibungen gesagt werden, dass es aus dem Einkommen hätte abbezahlt werden können. Angesichts des derart offenkundig von Anfang an fehlenden Rückzahlungswillens erübrigten sich weitere Ausführungen zur Fähigkeit, die Gelder zurückzubezahlen (Urteil S. 32 ff. E. 13.1.3). In rechtlicher Hinsicht erwägt die Vorinstanz, C.________ sei bei den Darlehen getäuscht worden; ihr seien unwahre Geschichten über die Gründe für die Darlehen erzählt worden und ihr seien ein Rückzahlungswille sowie eine -fähigkeit vorgespiegelt worden, die offenkundig nicht vorhanden gewesen seien. Es sei von einfachen Lügen auszugehen, die von der Geschädigten nicht hätten überprüft werden können bzw. von welchen die Beschwerdeführerin gewusst habe, dass jene sie nicht überprüfen würde. Bei der Geschädigten handle es sich um eine gutgläubige, naive Frau, welche insbesondere die Mutter der Beschwerdeführerin als ihre langjährige Freundin angesehen und damit auch deren Ehemann sowie deren Tochter grosses Vertrauen entgegen gebracht habe. Vor diesem Hintergrund sei von einem Vertrauensverhältnis auszugehen. Die Geschädigte sei schon deshalb nicht auf die Idee gekommen, einen Betreibungsregisterauszug einzuholen, weil solche Dinge in ihrem Alltag keine Rolle spielten und es ihr aufgrund ihrer Persönlichkeit nie in den Sinn gekommen wäre, Y.X.________ und deren Familie ein solches Misstrauen entgegenzubringen. C.________ habe keinen Gewinn erzielen wollen, sondern habe einzig der Familie in deren vermeintlichen Not helfen wollen. Sie sei ein Opfer, welches besonderen Schutz verdiene. Wesentlich sei ausserdem, dass sie nichts von den finanziellen Problemen der Familie gewusst habe. Sie habe auch davon ausgehen dürfen, dass diese ihre Finanzen im Griff habe, denn sie habe gewusst, dass beide Eheleute arbeitstätig seien und sie sich eine Eigentumswohnung gekauft hätten. Bei einer solchen Ausgangslage könne ihr nicht zum Vorwurf gemacht werden, dass sie trotz der ausstehenden Rückzahlungen weitere Darlehen gewährt habe, die alle innert der verhältnismässig kurzen Dauer von rund einem halben Jahr gewährt worden seien. Auch seien keine Abklärungen möglich gewesen, mit welchen die Lügen hätten aufgedeckt werden können. Weiter habe die Familie der Geschädigten einen Schein vermittelt, welcher diese ohnehin von Überprüfungen abgehalten habe, was der Beschwerdeführerin und deren Eltern bewusst gewesen sei. Die Arglist sei in Bezug auf das zweite Darlehen zu bejahen. Die Geschädigte habe gewusst, dass die Mutter der Beschwerdeführerin gesundheitliche Probleme gehabt habe. Mithin sei es für sie durchaus nachvollziehbar gewesen, dass sich diese von einem Naturheiler behandeln lasse. Dass ein solcher bar bezahlt werden müsse, sei nicht unüblich. Die Mutter der Beschwerdeführerin habe gewusst, dass die Geschädigte die Geschichte nicht überprüfen würde. Dies nicht zuletzt auch deshalb, weil sie ihr einen Tee aus Österreich geschenkt habe, um ihre Lüge zu bekräftigen. Das eben Ausgeführte gelte auch in Bezug auf das dritte Darlehen. Das Verhalten der Geschädigten sei trotz des hohen Betrags aufgrund der konkreten Umstände nicht leichtsinnig gewesen. Die Beschwerdeführerin und deren Mutter hätten C.________ glaubhaft erzählt, Erstere habe ihrem Arbeitgeber Geld entwendet, um ihrer Mutter zu helfen, dies sei aufgeflogen und es gehe nun darum eine Verhaftung zu verhindern. Von einem Menschen mit der Persönlichkeit der Geschädigten könne in einer solchen Situation nicht erwartet werden, eine derartige Geschichte abzuklären, überdies sei ihr eine grosse zeitliche Dringlichkeit vorgespiegelt worden. Auch beim vierten Darlehen sei eine rechtlich relevante Opfermitverantwortung aufgrund der konkreten Umstände zu verneinen. Zwar seien seit dem dritten Darlehen bereits rund zwei Monate vergangen, ohne dass Rückzahlungen erfolgt seien. Die Arglist sei aber deshalb zu bejahen, weil die Familie X.________ äusserst geschickt vorgegangen sei, da dieses Mal der Vater der Beschwerdeführerin zur Geschädigten gegangen sei und ihr die dramatische Geschichte erzählt habe, wonach es seiner Ehefrau sehr schlecht gehe und diese dringend operiert werden müsse. Z.X.________ habe annehmen können, dass die Geschädigte um das Leben ihrer Freundin besorgt und nicht in der Lage sein würde, den Kreditwunsch abzuschlagen. Auch habe er davon ausgehen können, dass sie nicht auf die Idee kommen würde, Abklärungen zu treffen. Dazu hätte sie im Übrigen auch gar nicht die Möglichkeit gehabt, ein Krankenhaus in Frankreich hätte ihr keine Auskunft erteilt und auch ein eingeholter Betreibungsregisterauszug hätte die Geschichte nicht widerlegt. Die Geschädigte habe gewusst, dass die Familie X.________ in eine teure Eigentumswohnung eingezogen sei. Sie habe dort die Pflanzen gegossen und so auch die teure Einrichtung gesehen. Sie habe somit in guten Treuen davon ausgehen können, dass die Familie in wirtschaftlich gesunden Verhältnissen gelebt habe, dass sie wegen des Wohnungskaufs und der neuen Einrichtung aber nicht über flüssige Mittel verfügt habe. Gerade wenn ein Mann wie Z.X.________, ein bekannter Ex-Hockeyspieler und -trainer, weinend vor Sorgen um seine Ehefrau zu deren Freundin gehe und sie um Hilfe bitte, bedürfe es doch einer rechten Härte, die Hilfe abzuschlagen bzw. zuerst noch Abklärungen zu tätigen: Eine Härte, die C.________ nicht gehabt habe, was ihr aber gerade aufgrund ihrer Persönlichkeit nicht vorgeworfen werden könne. Vielmehr sei von einem arglistigen Vorgehen der Familie auszugehen, da sie dies erkannt und gezielt ausgenutzt hätten. Betreffend das fünfte Darlehen sei der Geschädigten erneut eine unwahre Geschichte über den Verwendungszweck des Geldes erzählt worden. In Würdigung der gesamten Umstände, insbesondere des bisherigen arglistigen Vorgehens der Familie X.________ sowie aufgrund der naiven, hilfsbereiten Persönlichkeit der Geschädigten, sei auch hier von einem arglistigen Vorgehen auszugehen (Urteil S. 37 f. E. 13.1.4).