Citation: 2P.12/2000 11.05.2000 E. 4

4.- Was die Beschwerdeführerin gegen die Argumentation des Verwaltungsgerichts vorbringt, dringt nicht durch: a) Gemäss § 4 der Vollzugsverordnung vom 23. Oktober 1995 zum Gesetz über die öffentliche Sozialhilfe (SHV) sind die von der Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe erlassenen Richtlinien (SKOS-Richtlinien) vom 18. September 1997 als Richtsätze zur Bemessung der wirtschaftlichen Hilfe grundsätzlich verbindlich. Davon ausgenommen sind u.a. die Ansätze für den Grundbedarf I (§ 4 Abs. 2 lit. a SHV), die Ansätze für den Grundbedarf II (§ 4 Abs. 2 lit. b SHV) sowie die Regelungen über die Wohnungsmieten (§ 4 Abs. 2 lit. d SHV), für welche die kantonale Verordnung niedrigere bzw. andere Sätze vorschreibt. Die Beschwerdeführerin rügt in verschiedener Hinsicht eine nicht nachvollziehbare Abweichung von den SKOS-Richtlinien und trägt vor, die Vorinstanz sei in Willkür verfallen, weil die Wohnkosten und die Kosten für die medizinische Grundversorgung nicht aufgerechnet worden seien. Sie tut aber nicht oder jedenfalls nicht hinreichend dar (vgl. E. 1c), dass und inwiefern das Verwaltungsgericht mit Blick auf ihre konkreten Wohnverhältnisse (Wohnen im Haushalt der Mutter und des Stiefvaters, ohne einen Wohnkostenanteil bezahlen zu müssen bzw. ohne einen Mietvertrag vorlegen zu können, vgl. Vernehmlassung der Einwohnergemeinde X.________ vom 31. August 1999) die Aufrechnung eines Wohnkostenanteils willkürlich unterlassen hätte. Dem Verwaltungsgericht kann auch nicht Willkür vorgeworfen werden, soweit es bei der Berechnung des Sozialhilfebudgets die Kosten für die medizinische Grundversorgung ausser Acht gelassen hat: Die Beschwerdeführerin macht in der staatsrechtlichen Beschwerde nicht geltend, sie habe die Krankenversicherungsprämien ganz oder zum Teil selber bezahlen müssen, was als Aufwandposition im Unterstützungsbudget zu berücksichtigen wäre (SKOS-Richtlinie B.4.I). Offenbar werden die ausstehenden Prämien von der Krankenkasse bei der Gemeinde eingefordert (vgl. Protokoll der Vormundschafts- und Sozialhilfekommission X.________ vom 22. Juni 1999, am Ende). Schliesslich tut die Beschwerdeführerin mit Blick darauf, dass ihre Mutter und ihr Stiefvater nicht unterstützungsberechtigt sind, auch nicht dar, dass und wieso der Verzicht auf den Zuschlag von Fr. 200.-- zum Grundbedarf I (Zuschlag für mehr als zwei erwachsene Personen in einem Haushalt [SKOS-Richtlinie B.2.3]) willkürlich sein soll. Von einer Verletzung des Rechts auf Existenzsicherung durch das Verwaltungsgericht kann ebenfalls keine Rede sein, da dieses verfassungsmässige Recht wie erwähnt nicht ein Mindesteinkommen garantiert, sondern nur ein Minimum an staatlicher Fürsorge, das für ein menschenwürdiges Dasein unabdingbar ist und vor einer unwürdigen Bettelexistenz zu bewahren vermag (BGE 121 I 367 E. 2c S. 373). b) Die Behauptung der Beschwerdeführerin, das Verwaltungsgericht habe den Anspruch auf Sozialhilfe von der Bekanntgabe der Personalien des Vaters der beiden Kinder abhängig gemacht, trifft nicht zu. Bereits die vor Verwaltungsgericht angefochtene Departementsverfügung legte nicht definitiv und verbindlich fest, welche Konsequenzen das allfällige Verschweigen der Identität des Kindsvaters für die Gewährung der Sozialhilfe haben würde, sondern beschränkte sich auf die Feststellung, dass eine "zu Unrecht" erfolgte Weigerung eine Kürzung der Sozialhilfe zur Folge haben könnte. Aus dem Urteil des Verwaltungsgerichts (S. 7) ergibt sich nichts Weitergehendes; das Gericht stellte lediglich fest, dass die bisherigen Angaben der Beschwerdeführerin "keine definitiven Rückschlüsse auf triftige Gründe" für ein Verschweigen der Identität zuliessen. Das Verwaltungsgericht bestätigt denn auch in seiner Vernehmlassung, dass es sich "über die allfälligen Folgen einer andauernden Weigerung zur Kooperation" nicht ausgesprochen habe. Dass sich die Fürsorgebehörden das Recht vorbehalten, die Berechtigung eines allfälligen Verzichts auf die Geltendmachung von Alimenten gegenüber dem pflichtigen Vater selber zu prüfen, muss sich die Beschwerdeführerin, wenn sie für den Unterhalt der Kinder Sozialhilfe verlangt, grundsätzlich gefallen lassen. Welche Konsequenzen eine allfällige ungerechtfertigte Verweigerung der Kooperation haben könnte, bildet aber nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens (vgl. E. 1b).