Citation: 6B_609/2018 E. 1

Der Beschwerdeführer macht geltend, in den Akten finde sich kein Strafantrag der Privatkläger selbst. Wenn diese im inkriminierten Zeitpunkt noch handlungsfähig gewesen sein sollten, wäre der Strafantrag des Rechtsvertreters vom 24. April 2016 verspätet. Die Handlungsfähigkeit sei von der Untersuchungsbehörde nicht abgeklärt worden (Beschwerde S. 7 ff.). Die Vorinstanz stellt fest, dem Beschwerdeführer werde vorgeworfen, zum Nachteil seiner Eltern Fr. 160'000.-- veruntreut zu haben, und kommt zum Ergebnis, der Beschwerdeführer habe sich der Veruntreuung nach Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 i.V.m. Abs. 4 StGB schuldig gemacht (Urteil S. 14). Gemäss Abs. 4 werde die Veruntreuung zum Nachteil eines Angehörigen oder Familiengenossen nur auf Antrag verfolgt. Zu den Angehörigen zählten gemäss Art. 110 Abs. 1 StGB die Eltern. Die Privatkläger hätten mit Schreiben ihres Rechtsbeistandes vom 27. April 2016 Strafantrag erhoben. Dieser sei am 20. April 2016 u.a. dazu bevollmächtigt worden, namens und im Auftrag der Privatkläger, vertreten durch ihre Beiständin der KESB, Strafantrag zu stellen. Das Vorgehen sei entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers nicht zu beanstanden (Art. 30 Abs. 2 StGB). Auch die Antragsfrist von Art. 31 StGB sei damit eingehalten. Die Privatkläger hätten erst anlässlich ihrer polizeilichen Einvernahme vom 19. Februar 2016 von der Tat und dem Täter erfahren (Urteil S. 9; act. S/4, S/5; oben Sachverhalt A.b). Gemäss Art. 31 StGB beginnt die Antragsfrist mit dem Tag, an welchem der antragsberechtigten Person der Täter bekannt wird. Die Antragsfrist beginnt, sobald dem Antragsberechtigten Täter und Tat, d.h. deren Tatbestandselemente, bekannt sind; erforderlich ist dabei eine sichere, zuverlässige Kenntnis, die ein Vorgehen gegen den Täter als aussichtsreich erscheinen lässt (BGE 126 IV 131 E. 2a S. 132). Dies war erst mit der Einvernahme der Eltern am 19. Februar 2016 der Fall. Aus der höchstpersönlichen Natur des Strafantrags (BGE 141 IV 380 E. 2.3.4 S. 387) folgt nicht, dass das Antragsrecht nicht von einem Rechtsvertreter ausgeübt werden kann (BGE 122 IV 207 E. 3c S. 208). Die KESB hatte die Beiständin dazu im Sinne von Art. 30 Abs. 2 StGB beauftragt (oben Sachverhalt A.a). Die Rüge ist unbegründet.