Citation: 6A.97/2001 05.03.2002 E. 3

3.- a) Die Vorinstanz führt unter anderem aus, der angefochtenen Verfügung lägen zwei Regelverstösse zugrunde. Art. 68 StGB sei auf Administrativmassnahmen im Strassenverkehr analog anzuwenden. Wenn der zweite Regelverstoss noch vor Erlass der Verfügung wegen des ersten Regelverstosses begangen worden sei, sei in sinngemässer Anwendung von Art. 68 Ziff. 2 StGB eine "Gesamtwürdigung" vorzunehmen. Dieser Fall liege vor, weshalb die beiden Vorinstanzen zu Recht eine Gesamtwürdigung vorgenommen hätten: Für den ersten Regelverstoss (Geschwindigkeitsüberschreitung) sei der Beschwerdeführer verwarnt worden. Aufgrund des zweiten Vorfalls (ungenügender Abstand) habe das Strassenverkehrsamt einen Ausweisentzug als angemessen erachtet. Um jedoch den Beschwerdeführer nicht schlechter zu stellen, als wenn beide Vorfälle zusammen beurteilt worden wären, habe es in Zusammenhang mit dem Führerausweisentzug die Verwarnung aufgehoben. Dabei sei in analoger Anwendung von Art. 68 StGB zu Recht von der schwerwiegenderen Regelverletzung ausgegangen worden. b) Der Beschwerdeführer bestreitet nicht, dass gemäss BGE 124 II 39 eine Gesamtmassnahme zu verfügen und damit Art. 68 StGB analog anzuwenden sei. Doch sei durch die Aufhebung einer rechtskräftigen Verfügung Bundesrecht verletzt (Art. 9 BV; Schutz von Treu und Glauben) und kantonales Recht (§ 25 und 26 VRPG/AG) willkürlich angewandt worden. Die Geschwindigkeitsübertretung habe eine Verwarnung nach sich gezogen, womit dieser Vorfall rechtskräftig als leichter Fall beurteilt worden sei. Indem die Vorinstanz nun ausführe, die Geschwindigkeitsübertretung sei ein Grenzfall zum mittelschweren Fall und es liege ein erhebliches Verschulden vor, signalisiere sie, dass sie lediglich aufgrund der Geschwindigkeitsüberschreitung eine Entzugserhöhung von einem Monat vorgenommen habe. Diese Erhöhung verletze Art. 9 BV, Art. 16 SVG, Art. 4 des 7. Zusatzprotokolls zur EMRK und Art. 6 Ziff. 1 EMRK.