Citation: 8C_439/2017 E. 5.6.3

5.6.3. In SVR 2016 UV Nr. 39 S. 131, 8C_754/2015 E. 4.3 hat das Bundesgericht offen gelassen, ob das Merkmal "Alter" in der Unfallversicherung grundsätzlich überhaupt einen Abzug vom Tabellenlohn rechtfertigen kann und dies mit Blick auf Art. 28 Abs. 4 UVV als fraglich bezeichnet. Im Urteil 8C_307/2017 vom 26. September 2017 hat das es klargestellt, die zur Anwendbarkeit der Variante II von Art. 28 Abs. 4 UVV vorausgesetzte erhebliche Auswirkung des Alters als Ursache der Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit könne einerseits aus medizinischer Sicht in einer physiologischen Altersgebrechlichkeit in dem Sinne auftreten, dass die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit durch den erlittenen Unfall und seine Folgen bei einer Person im mittleren Alter geringer ausgefallen wäre. Der Altersfaktor könne sich andererseits aber auch erwerblich auswirken, indem beispielsweise die Wiedereingliederung schwieriger sei, eine Umschulungsmassnahme nicht (mehr) gewährt werde oder sich kein Arbeitgeber mehr finde, welcher eine Person kurz vor dem AHV-Alter mit gesundheitlichen Einschränkungen einstellen würde. Das Bundesgericht bejahte im Urteil 8C_307/2017 die Anwendbarkeit von Art. 28 Abs. 4 UVV, da das vorgerückte Alter die Versicherte offensichtlich daran gehindert habe, eine leidensangepasste Tätigkeit aufzunehmen. Es prüfte sodann, ob mit Blick auf die gesundheitlichen Einschränkungen der Versicherten ein Abzug vom Tabellenlohn vorzunehmen sei und verneinte dies aufgrund der konkreten Umstände.