Citation: 9C_627/2022 E. 4.3

4.3. Von Rechts wegen als zugestellt gilt eine Sendung, wenn sie in den Machtbereich des Empfängers gelangt; tatsächliche Kenntnisnahme ist nicht erforderlich (BGE 142 III 599 E. 2.4.1; Urteil 9C_616/2022 vom 18. Januar 2023 E. 3.2.1; vgl. Zweifel/Hunziker, a.a.O., N. 20 zu Art. 116 mit Rechtsprechungsnachweis). Als zugestellt gilt eine Sendung insbesondere auch dann, wenn sie einem vom Adressaten zur Entgegennahme der Postsendung ermächtigten Dritten zugegangen ist. Ebenso gilt eine eingeschriebene Sendung, sofern der Adressat wegen eines bestehenden Prozessrechtsverhältnisses mit Zustellungen rechnen musste und eine Abholeinladung in den Briefkasten gelegt wurde, nach Ablauf der siebentägigen Abholfrist als zugestellt (sog. "Zustellfiktion", "fiction de la notification de la citation", "finzione di consegna"; BGE 145 IV 252 E. 1.3.1; 143 III 15 E. 4.1; Urteile 9C_616/2022 vom 18. Januar 2023 E. 3.1; 2C_298/2015 vom 26. April 2017 E. 3.2; vgl. zum Ganzen wiederum Zweifel/Hunziker, a.a.O., N. 21a zu Art. 116 m.H.). Im Unterschied zu den erwähnten Normen, welche bestimmen, wann eine Veranlagung als zugestellt gilt, geht es hier um die Frage, ob die Vermutung der Zustellung der Veranlagung vom 17. August 2020 am Folgetag in den Machtbereich der Vertreterin des Beschwerdeführers durch die Vorbringen des Beschwerdeführers als erschüttert zu gelten hat, sodass ernsthafte Zweifel an der Zustellung durch die A-Post-Plus-Sendung bestehen.