Citation: 6B_706/2010 22.10.2010 E. 2

2.1 Die Beschwerdeführerin macht in Bezug auf die Frage ihrer Legitimation zur vorliegenden Beschwerde ohne nähere Begründung geltend, sie sei Opfer im Sinne von Art. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 5 BGG (vgl. Beschwerde, S. 2 Ziff. 5). Opfer ist jede Person, die durch eine Straftat in ihrer körperlichen, psychischen oder sexuellen Integrität unmittelbar beeinträchtigt worden ist (Art. 1 Abs. 1 OHG). Freiheitsberaubung (Art. 183 StGB) ist eine Straftat gegen die Freiheit des Individuums. Eine solche Tat kann grundsätzlich die psychische Integrität der betroffenen Person beeinträchtigen. Zur Bejahung der Opferstellung genügt indessen nicht jede geringfügige Beeinträchtigung, sondern ist eine solche von einer gewissen Schwere erforderlich (BGE 129 IV 216 E. 1.2.1; 127 IV 236 E. 2b/bb; 120 Ia 157 E. 2d/aa; vgl. auch Urteil 6B_257/2009 vom 20. Mai 2009). Ob diese Voraussetzung erfüllt ist, bestimmt sich nach den konkreten Umständen des Einzelfalls (BGE 120 Ia 157 E. 2d/aa). 2.2 Im vorliegenden Fall geht es nicht um die eingeklagte Körperverletzung (Hautirritation), sondern ausschliesslich um die angebliche Freiheitsberaubung (Einschliessen im Kosmetikstudio der Beschwerdegegnerin bis zum Eintreffen der Polizei nach etwa 30-45 Minuten). Es handelt sich dabei offensichtlich nicht um ein schwerwiegendes traumatisches Ereignis mit unmittelbarer Beeinträchtigung der psychischen Integrität im Sinne von Art. 1 Abs. 1 OHG. Solches macht die Beschwerdeführerin auch nicht geltend. Sie beruft sich weder ausdrücklich noch sinngemäss auf die Bestimmungen des Opferhilfegesetzes. Auch in den Akten finden sich keinerlei Hinweise auf eine mögliche psychische Schädigung der Beschwerdeführerin im Zusammenhang mit der Einschliessung. Eine ärztliche Behandlung befand sie offensichtlich nicht für notwendig. Ihre Opferstellung ist daher zu verneinen. Als blosse Geschädigte bzw. Anzeigestellerin ist sie zur vorliegenden Beschwerde deshalb grundsätzlich nicht legitimiert (BGE 136 IV 29; 133 IV 228). 2.3 Sie kann aber die Verletzung von Rechten rügen, die ihr als am Verfahren beteiligte Partei nach dem massgebenden Prozessrecht oder unmittelbar aufgrund der BV oder der EMRK zustehen (BGE 136 IV 29). Zulässig sind Rügen formeller Natur, die von der Prüfung der Sache selber getrennt werden können. Nicht zu hören sind Rügen, die im Ergebnis auf eine materielle Überprüfung des angefochtenen Entscheids abzielen (vgl. BGE 133 II 249 E. 1.3.2; 133 I 185 E. 6.2). Eine Geschädigte kann daher - trotz Parteistellung im kantonalen Verfahren - weder die Würdigung der beantragten Beweise noch die Tatsache rügen, dass ihre Anträge wegen Unerheblichkeit oder aufgrund antizipierter Beweiswürdigung abgelehnt wurden. Die Beurteilung dieser Fragen kann von der Prüfung der materiellen Sache nicht getrennt werden (vgl. BGE 126 I 81 E. 7b S. 94; 120 Ia 157 E. 2a/bb S. 160, je mit Hinweisen).