Citation: C 210/04 10.12.2004 E. 2.2

2.2.1 Die Einstellungsverfügung vom 7. Januar 2003 bezieht sich auf den Monat vor der Herabsetzung der Arbeitszeit per 1. Oktober 2002 sowie auf die Kontrollperiode Oktober 2002. Im September 2002 konnte der Beschwerdeführer lediglich zwei Bewerbungen vorweisen (ETH Zürich und Hochschule X.________). Für den Monat Oktober 2002 fehlen jegliche Nachweise für Stellenbewerbungen. 2.2.2 Der Versicherte macht geltend, es sei im September wie auch im Oktober 2002 unklar gewesen, wie sich die definitiven Dozenten-Stundenpläne zu Semesterbeginn gestalten würden. Durch die Umstellung im Schulbetrieb habe sich eventuell eine Reduktion der Anzahl der zu erteilenden Lektionen ergeben können, weshalb ihm ein dafür zuständiger Professor empfohlen habe, sich nach Ende der Sommersemesteranstellung (30. September 2002) sicherheitshalber bei der Arbeitslosenversicherung anzumelden. Aufgrund des Einstellungsgespräches sei er jedoch davon ausgegangen, dass er bis zur Pensionierung mit einem 100 Prozent-Pensum an der Hochschule X.________ werde arbeiten können. Er sei somit im Oktober 2002 in Warteposition gewesen, um das ihm zugesagte Pensum zu übernehmen. Überraschenderweise sei ihm dann aber ein kleineres Pensum zugeteilt worden. 2.2.3 Die Situation eines befristeten Arbeitsverhältnisses ist mit derjenigen eines unbefristeten während der Kündigungsfrist vergleichbar. Daher muss sich der Arbeitnehmer bei einer befristeten Anstellung schon vor deren Auslaufen um eine neue Stelle bemühen, sofern ihm der Arbeitgeber die Verlängerung des Vertrages nicht rechtsverbindlich zugesichert hat (nicht veröffentlichtes Urteil K. vom 12. Dezember 1995, C 239/95). Selbst wenn dem Beschwerdeführer beim seinerzeitigen Einstellungsgespräch ein Vollzeitpensum bis zur Pensionierung in Aussicht gestellt worden sein sollte, durfte er aufgrund der Umstellung vom Klassen- auf den Modulbetrieb nicht mehr darauf vertrauen. Denn gemäss seinen Aussagen wusste er schon vor dem Abschluss des neuen Arbeitvertrages und somit vor der Reduzierung seines Pensums, dass es zu einer Änderung bezüglich der Arbeitszeit kommen konnte. Dafür spricht auch, dass er sich im September 2002 nicht nur an der Hochschule X.________, sondern auch an der ETH Zürich beworben hat. Bei diesem Informationsstand wäre er so lange zur Arbeitssuche verpflichtet gewesen, bis ihm eine Anstellung verbindlich zugesichert worden wäre. Spätestens Anfang Oktober 2002 stand mit dem neuen Arbeitsvertrag fest, dass der Versicherte nur noch ein Pensum von 22,59 Prozent erhalten würde. Dies ist aus der Arbeitgeberbescheinigung der Hochschule X.________ vom 7. Oktober 2002 ersichtlich. Auch wenn der Beschwerdeführer trotzdem in der Zeit bis zum Semesterbeginn (21. Oktober 2002) auf ein Vollzeitpensum hoffte, hätte er sich angesichts seines neuen Arbeitvertrages im Klaren sein müssen, dass eine solche Pensumerhöhung wahrscheinlich nicht stattfinden würde. Deshalb wäre er vor und nach der Reduktion der Arbeitszeit in Nachachtung der ihm obliegenden Pflicht zur Schadenminderung (Art. 17 Abs. 1 AVIG) gehalten gewesen, sich auch anderweitig um zumutbare Arbeit zu bemühen. Der Vorinstanz ist beizupflichten, dass sich die ausschliesslich im September 2002 vorgenommenen Arbeitsbemühungen (eine Stellenbewerbung und Weiterführung der Verhandlungen mit dem Arbeitgeber) als quantitativ absolut ungenügend erweisen. Dem Beschwerdeführer wären grössere Anstrengungen zumutbar gewesen. Insofern ist der Einstellungsgrund nach Art. 30 Abs. 1 lit. c AVIG gegeben. Das AWA nahm dabei leichtes Verschulden im mittleren Bereich an und stellte den Beschwerdeführer für neun Tage in der Anspruchsberechtigung ein, was das kantonale Gericht bestätigte. Dies lässt sich unter Berücksichtigung der konkreten Umstände als angemessen bezeichnen.