Citation: 7B_114/2025 E. 3.3.2

3.3.2. Beim Beschwerdeführer handelt es sich um einen 27-jährigen schweizerisch-montenegrinischen Doppelbürger. In Bezug auf die Verbindungen des Beschwerdeführers zur Schweiz ist nach den gemäss Art. 105 Abs. 1 BGG für das Bundesgericht verbindlichen Feststellungen der Vorinstanz erstellt, dass der Beschwerdeführer den Grossteil seines Lebens in der Schweiz verbracht hat. Er lebt zusammen mit seiner Schwester und seinen Eltern in U.________. Der Beschwerdeführer hat keine eigenen Kinder und ist nicht verheiratet. Er ist in der Schweiz verwurzelt und pflegt hier eine enge Beziehung zu seinen Eltern und zu seiner Schwester. Vor diesem Hintergrund ist von einer engen Verbindung des Beschwerdeführers zur Schweiz auszugehen. Der Beschwerdeführer hat indes gemäss vorinstanzlichen Feststellungen auch verschiedene Beziehungen zu Montenegro. So verfügt er nicht nur über die entsprechende Staatsbürgerschaft, sondern lebte als Kind auch rund drei Jahre in Montenegro. Der Beschwerdeführer ging von der sechsten bis zur achten Klasse in Montenegro zur Schule. Er pflegt Beziehungen zu bzw. in Montenegro, spricht serbisch, tauscht sich regelmässig mit seinem Onkel und seinem Cousin in Montenegro aus und verbringt auch seine Sommerferien in Montenegro. Die Vorinstanz geht in Anbetracht dieser persönlichen Verhältnisse des Beschwerdeführers zu Recht davon aus, dass dieser einen Neuanfang in Montenegro in Betracht ziehen könnte, anstatt in der Schweiz eine langjährige Freiheitsstrafe zu verbüssen. Der Einwand des Beschwerdeführers, die Möglichkeit zur Aufrechterhaltung des Kontakts zu seiner Familie über digitale Kommunikationskanäle würde die familiäre Nähe und Geborgenheit, auf welche er bei einem Verbleib in der Schweiz vertrauen könne, im Falle einer Flucht nicht ersetzen können, verfängt sodann nicht. Dem Beschwerdeführer droht aufgrund der im Raum stehenden langjährigen Freiheitsstrafe auch bei einem Verbleib in der Schweiz eine Entwurzelung aus seinem gewohnten Umfeld im Allgemeinen und eine erhebliche Einschränkung der (physischen und digitalen) Kontaktmöglichkeiten zu seiner Familie im Besonderen. Der Beschwerdeführer verfügt nicht nur in der Schweiz über familiäre und soziale Bindungen (insbesondere Eltern und Schwester), sondern auch in Montenegro (insbesondere Onkel und Cousin). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich beim Beschwerdeführer um einen 27-jährigen, wirtschaftlich selbständigen Mann handelt. Die Beziehung zu seinen Eltern und seiner Schwester betrifft mithin nicht die eigentliche Kernfamilie (das heisst die Gemeinschaft der Ehegatten mit ihren minderjährigen Kindern; vgl. BGE 144 II 1 E. 6.1 mit Hinweisen). Es besteht überdies kein Abhängigkeitsverhältnis zu seinen Eltern oder seiner Schwester, das über die normalen familiären Bindungen hinausginge. Weiter ist auch nicht ersichtlich, dass die Eltern oder die Schwester vom Beschwerdeführer abhängig wären. Die sozialen Bindungen in der Schweiz erscheinen - entgegen dem Einwand des Beschwerdeführers - insgesamt mithin nicht so ausgeprägt, dass sie ihn von einer Flucht abhalten würden. Angesichts der drohenden langjährigen Freiheitsstrafe ist ungeachtet der vom Beschwerdeführer geltend gemachten nachteiligen Fluchtfolgen (insbesondere Verlust der familiären Nähe und Geborgenheit) vielmehr von einem hohen Fluchtanreiz auszugehen, der durch die bereits bestehenden familiären und sozialen Beziehungen zu bzw. in Montenegro verstärkt wird.