Citation: 5A_154/2022 E. 4.1.2

4.1.2. Das Obergericht erläutert die Aufgaben des BAG und der EKIF und stellt klar, dass es sich um Fachstellen handelt, die den anerkannten und aktuellen Stand der Wissenschaft in ihren regelmässig angepassten Impfempfehlungen abbilden. Ihre Impfempfehlung für mRNA-Impfstoffe gegen COVID-19 (Stand 14. Dezember 2021) sei massgebend und Richtschnur für den behördlichen Entscheid. Nach einer Schilderung der verschiedenen möglichen Krankheitsverläufe einer COVID-19-Infektion erinnert die Vorinstanz daran, dass erwachsene Personen mit Trisomie 21 in der besagten Impfempfehlung unverändert in der Kategorie der Personen mit dem höchsten Risiko für einen schweren Verlauf eingestuft seien (Zielgruppe 1). Zu diesen besonders gefährdeten Personen gehöre C.________ unabhängig davon, ob er ansonsten als sehr gesunder Mensch ohne komplizierende Miterkrankungen gelten könne. Bereits aus diesem Grund werde eine Impfung für ihn empfohlen. Zudem lebe und arbeite er in einer Gemeinschaftseinrichtung für Erwachsene (vgl. Sachverhalt Bst. A), in der das Infektions- und Ausbruchsrisiko aufgrund der erschwerten Umsetzung von Schutzmassnahmen erhöht sei. Auch aus diesem Grund werde die Impfung für C.________ laut Impfempfehlung des BAG und der EKIF empfohlen (Zielgruppe 4). In der Folge rekapituliert der angefochtene Entscheid die Vorsichtsmassnahmen und Kontraindikationen, die in der Impfempfehlung des BAG und der EKIF beschrieben werden. Bezogen auf den konkreten Fall konstatiert das Obergericht, dass gemäss ärztlichem Attest vom 23. März 2020 von Dr. med. E.________ und Dr. med. univ. F.________ für C.________ keine Kontraindikation für eine mRNA-Impfung mit Impfstoffen von Moderna oder Pfizer/BioNTech bestanden habe. Diesen Medizinern zufolge seien keine Allergien oder Zwischenfälle bekannt, die mit früheren Impfungen in einem Zusammenhang gestanden hätten; zudem bestehe auch keine allergische Disposition, weshalb Hausärzte seine Impfung sehr empfohlen hätten. Mit ärztlichem Zeugnis vom 6. April 2021 sei diese Empfehlung im Rahmen der von der KESB getroffenen Abklärungen ausdrücklich bestätigt worden. Die erwähnten Schreiben würden alle massgeblichen Informationen enthalten, um die in der Impfempfehlung aufgeführten Kontraindikationen auszuschliessen; ein Grund, an den hausärztlichen Angaben zu zweifeln, sei nicht ersichtlich.