Citation: 8C_698/2023 E. 6.3

6.3. Die Beschwerdeführerin litt seit dem Unfall durchgehend bis zur Rentenverfügung und damit während über drei Jahren unter einem chronischen Schmerzsyndrom, vor allem mit Kniegelenksbeschwerden, Nacken- und Kopfschmerzen sowie Schmerzen in der linken Gesichtshälfte trotz zahlreicher Therapien. Nach der damaligen Rechtsprechung wurde das Kriterium der erheblichen Beschwerden etwa bejaht unter Hinweis darauf, dass aufgrund der medizinischen Unterlagen glaubhafte Schmerzen vorliegen würden, welche zu einer Beeinträchtigung der Lebensqualität geführt hätten (Urteil 8C_571/2011 vom 23. Dezember 2011 E. 6.2.4; vgl. auch SVR 2017 UV Nr. 16 S. 53, 8C_425/2016 E. 4.3.4). Auch im vorliegenden Fall durften somit Dauerbeschwerden bejaht werden. Weiter findet sich im soeben zitierten Urteil hinsichtlich des Kriteriums der fortgesetzt spezifischen, belastenden ärztlichen Behandlung ausgeführt: "Jedoch folgt aus dem Umstand, dass die Behandlungen und Therapien bis zur Einstellungsverfügung während über acht Jahren erfolgten, ohne dass eine wesentliche Besserung eintrat, eine gewisse Belastung. Das Kriterium kann daher - wenn auch nur knapp - bejaht werden (...) ". Die Beschwerdeführerin stand seit dem Unfall vom 12. November 2004 bis zur Verfügung vom 7. November 2007 in dauernder Behandlung, ohne dass eine wesentliche Besserung eintrat, so dass auch dieses Kriterium als erfüllt betrachtet werden konnte. Zudem war sie bis zum Verfügungszeitpunkt nach Ansicht des Dr. med. C.________ seit dem 12. November 2004 zu 100 % und ab 12. September 2006 zu 30 % arbeitsunfähig. Damit konnte sie aus der Betrachtung vor Erlass des BGE 134 V 109 E. 10.2.7 auch als langandauernd arbeitsunfähig bezeichnet werden (vgl. Urteil U 286/06 vom 31. August 2007 E. 6.2). Zusammenfassend durften die Kriterien als in gehäufter Weise vorkommend angesehen werden, ohne dass dies zweifellos unrichtig gewesen wäre, wie sich aus den Beispielen zur damaligen bundesgerichtlichen Praxis ergibt. Die Beschwerdeführerin macht somit zu Recht geltend, dass nach einer an der seinerzeitigen Praxis ausgerichteten Prüfung die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs vertretbar ist.