Citation: U 11/07 27.02.2008 E. 12

12.1 In formeller Hinsicht macht der Versicherte betreffend die Integritätsentschädigung geltend, die SUVA habe ihm hiefür am 7. Juni (recte 23. Januar) und 22. Juni 2004 Vorschüsse von Fr. 400.- bzw. Fr. 4460.- gewährt. In der Verfügung vom 28. September 2005 habe sie diese Vorschüsse mit zugesprochenen Rentennachzahlungen verrechnet. Für die Verrechnung einer Rückerstattungsforderung mit anderen Leistungen bedürfe es einer gesetzlichen Grundlage. Weder das ATSG noch das UVG lieferten eine Grundlage für die Verrechnung einer vorschussweise gewährten Integritätsentschädigung mit auszurichtenden Invalidenrenten. Das Prinzip des Vertrauensschutzes stehe einer Rückforderung entgegen. Die Rückforderung unrechtmässig bezogener Leistungen bedürfe einer eigenständigen Verfügung, welche die gesetzlichen Grundlagen zu offenbaren, die genaue Rückforderung zu berechnen und auf die Möglichkeit des Erlasses der Rückerstattung aufmerksam zu machen habe. Eine solche Verfügung sei nicht ergangen, weshalb ihm mit der Verrechnung in rechtswidriger Weise die Gelegenheit genommen worden sei, um Erlass der Rückerstattung zu ersuchen. 12.2 Nach Art. 19 Abs. 4 ATSG können Vorschusszahlungen ausgerichtet werden, wenn der Anspruch auf Leistungen nachgewiesen erscheint und sich deren Ausrichtung verzögert. Die Erbringung von Vorschusszahlungen bedingt - nebst der verzögerten Leistungsausrichtung -, dass der Anspruch auf Leistungen nachgewiesen erscheint, wobei hierfür jedenfalls in Bezug auf einen Rentenanspruch der Invalidenversicherung ein höherer Beweisgrad als jener der überwiegenden Wahrscheinlichkeit gilt (SVR 2005 IV Nr. 40 S. 149 E. 2 bis 4, I 451/04). Auch Vorschusszahlungen sind der Rückforderung (Art. 25 Abs. 1 Satz 1 ATSG) zugänglich (SVR 2005 IV Nr. 40 S. 149 E. 4.4; Urteil C 200/94 vom 14. Dezember 1994, E. 2), was vom Versicherten denn auch nicht bestritten wird.