Citation: 7B_781/2023 E. 4.3

4.3. Im Falle einer rechtskräftigen Verurteilung wegen Mordes droht dem Beschwerdeführer eine lebenslängliche Freiheitsstrafe oder eine Freiheitsstrafe von nicht unter zehn und bis zu 20 Jahren Dauer (Art. 112 i.V.m. Art. 40 Abs. 2 StGB). Selbst wenn das erkennende Strafgericht ihn bloss wegen (einfacher) vorsätzlicher Tötung verurteilen würde, müsste er mit einer Freiheitsstrafe von nicht unter fünf Jahren und bis zu 20 Jahren rechnen (Art. 111 i.V.m. Art. 40 Abs. 2 StGB). Damit ist die bisherige Haftdauer von knapp 15 Monaten noch nicht in grosse Nähe der freiheitsentziehenden Sanktion gerückt, die dem Beschwerdeführer derzeit konkret droht. Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers ist - nach der oben dargelegten Rechtsprechung - bei der Prüfung der Verhältnismässigkeit der Haftlänge der aktuellen Haftdauer Rechnung zu tragen und nicht der Frage, wie lange das Strafverfahren und eine allfällige künftige Sicherheitshaft noch dauern könnten. Selbst wenn das Strafverfahren, wie er befürchtet, noch ein paar Jahre dauern könnte bis zum rechtskräftigen Abschluss, erscheint die Fortdauer der Sicherheitshaft im jetzigen Verfahrensstadium nicht als bundesrechtswidrig. Eine Verfahrensverschleppung rügt der Beschwerdeführer nicht. Zwischen seiner Verhaftung und der Anklageerhebung vergingen 12 Monate, was auf eine zügige Untersuchungsführung im vorliegenden Fall eines mutmasslichen Schwerverbrechens schliessen lässt. Zwar weist der Beschwerdeführer noch darauf hin, dass er 63 Jahre alt sei. Eine altersbedingte Hafterstehungsunfähigkeit macht er jedoch nicht geltend und ergibt sich ebenso wenig aus den vorliegenden Akten. Die Art und Dauer einer allfälligen strafrechtlichen Sanktion (Art. 47 f. StGB) bildet nicht Gegenstand des angefochtenen Haftprüfungsentscheides. Der beiläufige Standpunkt des Beschwerdeführers, seine Bestrafung erscheine "alles andere als sicher" und "ein vollständiger Freispruch" sei sogar "sehr naheliegend", ist unbehelflich, zumal er den von den kantonalen Strafbehörden mehrfach dargelegten dringenden Tatverdacht des Mordes bzw. eines vorsätzlichen Tötungsdeliktes nicht substanziiert bestreitet und auch keine Rechtfertigungs- oder Schuldausschliessungsgründe nachvollziehbar darlegt.