Citation: 1P.496/2001 18.09.2001 E. 2

2.- a) Willkür im Sinne von Art. 9 BV liegt nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichts vor, wenn der angefochtene kantonale Entscheid offensichtlich unhaltbar ist, mit der tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft. Dabei genügt es nicht, wenn der angefochtene Entscheid sich nur in der Begründung als unhaltbar erweist; eine Aufhebung rechtfertigt sich erst, wenn er auch im Ergebnis verfassungswidrig ist (BGE 127 I 60 E. 5a S. 70, 54 E. 2b S. 56, je mit Hinweisen). Sodann gilt gemäss Art. 32 Abs. 1 BV sowie Art. 6 Ziff. 2 EMRK jede angeschuldigte Person bis zur rechtskräftigen Verurteilung als unschuldig. Die Maxime "in dubio pro reo" ist ein Aspekt der Unschuldsvermutung (BGE 120 Ia 31 E. 2b S. 35). Als Beweiswürdigungsregel besagt die Maxime, dass sich der Strafrichter nicht von der Existenz eines für den Angeklagten ungünstigen Sachverhalts überzeugt erklären darf, wenn bei objektiver Betrachtung Zweifel bestehen, ob sich der Sachverhalt so verwirklicht hat. Die Maxime ist verletzt, wenn der Strafrichter an der Schuld des Angeklagten hätte zweifeln müssen. Dabei sind bloss abstrakte und theoretische Zweifel nicht massgebend, weil solche immer möglich sind und absolute Gewissheit nicht verlangt werden kann. Es muss sich aber um erhebliche und nicht zu unterdrückende Zweifel handeln, d.h. um solche, die sich nach der objektiven Sachlage aufdrängen. Bei der Beurteilung von Fragen der Beweiswürdigung beschränkt sich das Bundesgericht auf eine Willkürprüfung. Es kann demnach nur eingreifen, wenn der Sachrichter den Angeklagten verurteilte, obgleich bei objektiver Würdigung des ganzen Beweisergebnisses offensichtlich erhebliche und schlechterdings nicht zu unterdrückende Zweifel an dessen Schuld bestanden (BGE 127 I 38 E. 2a S. 41, mit Hinweisen). b) Soweit die Rügen des Beschwerdeführers den Begründungsanforderungen genügen, sind sie offensichtlich unbegründet. Was die Beweiswürdigung betrifft, kann vorab auf die zutreffenden Ausführungen im angefochtenen Entscheid verwiesen werden. Der Beschwerdeführer übersieht namentlich, dass das Kantonsgericht besonderes Gewicht auf die spezielle Vorgehensweise der Täter gelegt und keine Verurteilung mit bloss einem einzigen Indiz begründet hat. Während es dem Beschwerdeführer bezüglich einzelner Delikte offensichtliche Falschaussagen vorhielt, würdigte das Gericht in andern Fällen die zeitliche und örtliche Nähe der Straftaten. In einem weiteren Fall hat den Beschwerdeführer zusätzlich belastet, dass auf ihm der Schlüssel einer Wohnung gefunden wurde, in welcher eine Kreditkarte gestohlen worden war und der Beschwerdeführer nach seinen eigenen Angaben ein Lokal in Paris besucht hat, in welchem diese Kreditkarte nach dem Diebstahl benutzt worden ist. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers verletzt das Heranziehen der bei ihm vorgefundenen Schlüssel als Teilindiz für seine Täterschaft keineswegs die Unschuldsvermutung; in diesem Zusammenhang beruft er sich auf wenig wahrscheinliche Hypothesen. Aus dem Umstand, dass er den Schlüssel einer Wohnung auf sich trug, in welcher sich zuvor kein Diebstahl ereignet hatte, vermag er von vornherein nichts zu seinen Gunsten abzuleiten, zumal er selber nicht völlig auszuschliessen scheint, dass er jene Liegenschaft "zum Zwecke eines - möglicherweise geplanten - Diebstahls" hätte betreten können. Wenn das Gericht zudem bei zehn gleich gelagerten Einschleichdiebstählen innerhalb von rund 14 Monaten einen relativ engen zeitlichen Zusammenhang erkennt und dies als Indiz gegen den Beschwerdeführer würdigt, ist dies nicht willkürlich. Dasselbe gilt für die vom Kantonsgericht aus dem Fehlen von Spuren am Tatort und dem raschen Wegschaffen des Deliktsgutes gezogenen Schlüsse; beides gehört fraglos zu dem vom Gericht dargelegten spezifischen Vorgehen der Täterschaft. Für die Verurteilung des Beschwerdeführers musste schliesslich auch nicht ein lückenloser Nachweis seiner Übernachtungen in der fraglichen Zeitspanne erbracht werden; das Kantonsgericht durfte sehr wohl die festgestellten Übernachtungen in der Region als Indiz - neben anderen - für die Delinquenz des Beschwerdeführers werten. Auch die Videoaufnahmen, auf denen erkennbar ist, wie der Beschwerdeführer systematisch Briefkästen absucht, durfte das Gericht willkürfrei als belastende Indizien qualifizieren. Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beweiswürdigung des Kantonsgerichts nicht willkürlich ist. Weil sich objektiv keine Zweifel am deliktischen Verhalten des Beschwerdeführers aufdrängen, verletzt der angefochtene Entscheid auch nicht die Unschuldsvermutung.