Citation: 5C.150/1998 21.12.2000 E. 6

6.- a) Schliesslich beanstandet die Beklagte, das Obergericht habe es unterlassen, einen Entscheid darüber zu fällen, wem das Eigentum an den von ihr durch Kaufvertrag vom 1. September 1980 vom Fürsorgefonds der Firma W.________ AG erworbenen Aktien zustehe. Im Rahmen der güterrechtlichen Auseinandersetzung sei es indessen unerlässlich darüber zu entscheiden, ob ein Vermögenswert dem Frauengut, dem eingebrachten Mannesgut oder der Errungenschaft zugehöre, weil davon auch die Vorschlagsbeteiligung der Ehefrau abhänge. Angesichts dessen hätte die Vorinstanz den Entscheid über das Eigentum und die güterrechtliche Zuordnung von diesen und weiteren strittigen Aktien nicht einfach offen lassen und insbesondere nicht auf das Verfahren vor dem Kantonsgericht Nidwalden verweisen dürfen; die Vorinstanz habe ein bundesrechtlich geschütztes Feststellungsinteresse der Beklagten verletzt. b) Die Vorinstanz hat sich in ihren Erwägungen mit den strittigen Aktien und der Eigentumsfrage einlässlich befasst und in diesem Zusammenhang festgehalten, der Kläger habe in den von ihm beherrschten Gesellschaften im Frühjahr 1982 die Beklagte aus den Verwaltungsräten wegwählen lassen. Die Beklagte habe indessen die entsprechenden Generalversammlungsbeschlüsse beim Kantonsgericht Nidwalden angefochten und dabei u.a. verlangt, es sei gerichtlich festzustellen, dass sie rechtmässige Eigentümerin der strittigen Aktien sei. Die Frage, ob die Beklagte (und nicht der Kläger) Eigentümerin dieser Aktien sei, hänge also wesentlich mit der andern strittigen Frage zusammen, ob rechtsgültig Generalversammlungen durchgeführt worden seien und ob dabei jeweils das gesamte Aktienkapital vertreten gewesen sei. Sollte die Anfechtungsklage im Sinne der Anträge der Beklagten rechtskräftig gutgeheissen werden, so würde damit auch verbindlich zwischen den Ehegatten über das Eigentum an den Aktien entschieden. Dem Anfechtungsprozess würde deshalb, ungeachtet seiner Sistierung, insoweit präjudizielle Wirkung zukommen, als im Rahmen der güterrechtlichen Auseinandersetzung auch die strittige Eigentumsfrage entschieden würde. Weil somit die güterrechtliche Frage von gesellschaftsrechtlichen Problemen überlagert werde, die Gegenstand des zuerst anhängig gemachten Verfahrens vor dem Kantonsgericht Nidwalden bildeten, müsse vorliegend offen bleiben, wem das strittige Eigentum an den Aktien letztlich zustehe. c) Da sich die Beklagte auf allgemein gehaltene Einwände sowie im Wesentlichen auf die Behauptung beschränkt, sie habe ein schutzwürdiges Feststellungsinteresse in Bezug auf das Eigentum an den strittigen Aktien, genügen die Vorbringen den Anforderungen gemäss Art. 55 Abs. 1 lit. c OG nicht, wonach unerlässlich ist, dass die Berufung auf die Begründung des angefochtenen Urteils eingeht und im Einzelnen zeigt, welche Vorschriften und warum sie von der Vorinstanz verletzt worden sind (BGE 116 II 745 E. 3); insoweit kann auf die Vorbringen nicht eingetreten werden. Nachdem die Beklagte im Übrigen bereits vor anderen Gerichten den Antrag auf gerichtliche Feststellung ihres Eigentums an den umstrittenen Aktien gestellt und im Rahmen der vorliegenden güterrechtlichen Auseinandersetzung ebenfalls verlangt hat, dass ihr das Eigentum an diesen Aktien zugewiesen werde, ist bundesrechtlich nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz dem zuerst anhängig gemachten Anfechtungsprozess präjudizielle Wirkung in Bezug auf die Eigentumsfrage bei der güterrechtlichen Liquidation zuerkannt hat, zumal es um die vermögensrechtliche Auseinandersetzung zwischen geschiedenen Ehegatten geht (Bühler/Spühler, a.a.O., N. 167 zu Art. 158 ZGB) und die Gefahr widersprüchlicher Urteile vermieden wird.