Citation: 1P.691/2004 16.02.2005 E. 4

Der Beschwerdeführer rügt weiter, es sei willkürlich, das Berufungsverfahren gesondert zu betrachten und besondere Umstände, welche die Zusprechung einer Entschädigung rechtfertigten, nur für das erstinstanzliche Verfahren zu bejahen. "Besondere Umstände" würden nach der Praxis des Kantonsgerichts in der Regel dann angenommen, wenn der Strafkläger durch seine Mitwirkung im Strafverfahren massgeblich zur Abklärung einer Strafsache und zur Verurteilung des Täters beigetragen habe. Da die Untersuchungshandlungen in aller Regel vor Anklageerhebung abgeschlossen seien, könne der Strafkläger vor allem im Untersuchungs- und allenfalls noch im erstinstanzlichen Verfahren massgeblich zur Abklärung der Strafsache beitragen, nicht aber mehr im Berufungsverfahren. Im angefochtenen Entscheid werden allerdings weitere Umstände genannt, die den Ersatz der klägerischen Verteidigungskosten rechtfertigen können, wie z.B. die Komplexität des Falles und die Mandatsausübung im Hinblick auf eine Zivilforderung. Diese Kriterien können durchaus auch auf ein Berufungsverfahren zutreffen. Aber selbst wenn die gesonderte Betrachtung der verschiedenen Instanzen dazu führen sollte, dass dem Strafkläger in der Regel nur die Vertretungskosten des erstinstanzlichen Verfahrens ersetzt werden, belegt dies noch nicht das Vorliegen von Willkür: Gemäss Art. 271 Abs. 2 StP werden die Vertretungskosten des Strafklägers nicht generell, sondern nur ausnahmsweise, bei Vorliegen besonderer Gründe, ersetzt. Dann aber erscheint es nicht offensichtlich unhaltbar, wenn das Kantonsgericht die Regelung restriktiv in dem Sinne auslegt, dass die "besonderen Gründe" für jede Instanz gesondert geprüft werden, d.h. Vertretungskosten nur ersetzt werden, wenn die anwaltliche Vertretung des Strafklägers in der jeweiligen Instanz aus besonderen Gründen gerechtfertigt war.