Citation: 1C_236/2020 E. 3

Der Beschwerdeführer wirft dem Beschwerdegegner im Wesentlichen vor, er habe ihm, nachdem sich am 12. April 2019 herausgestellt habe, dass er an einem gesundheitsschädlichen bzw. lebensbedrohlichen Niacin-Mangel leide, nicht zeitnah, sondern erst am 3. Mai 2019 und damit zu spät Vitamin B3 verordnet. Dadurch habe er eine schwere Körperverletzung begangen und sich der Gefährdung des Lebens schuldig gemacht. Das Obergericht hat dazu erwogen (E. V. S. 7), es sei nicht ersichtlich, inwiefern der Beschwerdegegner dem Beschwerdeführer eine schwere Körperverletzung zugefügt oder gar sein Leben gefährdet habe, indem er ihm während der kurzen Zeitspanne vom 12. April bis zum 3. Mai 2019 kein Vitamin B3-Präparat verordnet habe. Der Beschwerdeführer habe zudem das ihm vom Beschwerdegegner am 12. April 2019 gemachte Angebot, ihm ein Vitamin-Präparat zu verordnen, abgelehnt mit der der Begründung, er müsse sich dies überlegen und zunächst seine Mutter fragen. Diese habe dann dem Vollzugs- und Bewährungsdienst Luzern am 16. März 2019 per E-Mail mitgeteilt, dass der Beschwerdegegner ihm Niacin verordnen solle. Mit diesem Verhalten habe er sich die von ihm nunmehr beanstandete Verzögerung selber zuzuschreiben. Der Beschwerdeführer setzt sich mit dieser Begründung nicht sachgerecht auseinander. Er legt nicht in einer den gesetzlichen Anforderungen genügenden Weise dar, inwiefern durch die um rund drei Wochen verzögerte Niacin-Abgabe seine Gesundheit im Sinn von Art. 122 StGB schwer geschädigt oder er in unmittelbare Lebensgefahr gebracht worden (Art. 129 StGB) sein könnte, geschweige denn, dass der Beschwerdegegner die Gesundheitsschädigung vorsätzlich bzw. die Lebensgefahr "in skrupelloser Weise" herbeiführen wollte. Unbestritten ist zudem, dass der Beschwerdeführer die Verschreibung von Niacin zunächst ablehnte und damit faktisch kundtat, dass er selber dessen Einnahme damals - anders als heute - nicht als vordringlich einstufte. Zusammenfassend ergibt sich aus den Ausführungen des Beschwerdeführers nicht, inwiefern das Obergericht einen Anfangsverdacht auf strafbare Handlungen des Beschwerdegegners zu Unrecht verneinte und dementsprechend die Ermächtigung zu dessen Strafverfolgung in bundesrechtswidriger Weise verweigerte. Das ist auch nicht ersichtlich.