Citation: 8C_450/2009 20.08.2009 E. 4.2

4.2.1 Die Beschwerdeführerin war vor wie auch nach ihrem Unfall vom 12. August 1990 zu 50 % als Sekretärin beim Grundbuchamt Niedersimmental tätig gewesen (Bericht der bernischen IV-Regionalstelle für Berufliche Eingliederung vom 7. August 1991). Nach der Geburt ihres Kindes im Dezember 1993 hatte sie ihre Arbeit ab April 1994 wieder zu 20 % aufgenommen (Bericht des Personalamtes des Kantons Bern vom 26. Januar 1996). Am 1. April 1998 erfolgte der Antritt einer 50 %-Stelle als kaufmännische Angestellte bei der Gemeindeverwaltung X.________ (Bericht der Arbeitgeberin vom 26. Januar 1999). Auf Grund von namentlich im Finanzwesen absolvierten mehrjährigen Zusatzausbildungen konnte die Versicherte - im Lichte der im IK-Auszug wiedergegebenen Einkommensverhältnisse vermutungsweise ab dem Jahr 2000 - anspruchsvollere Aufgaben übernehmen und hat aktuell im Rahmen eines 50 %igen Pensums neben der Aufgabe der Finanzverwaltung das Amt der Gemeindeschreiberin inne (Bericht der Gemeindeverwaltung X.________ vom 22. Juli 2008). Zusätzlich ist sie seit 1991 einige Stunden wöchentlich administrativ für eine Autogarage tätig (Bericht der Firma M.________ AG vom 28. April 2008). Anlässlich der im September 2008 durchgeführten Erhebung vor Ort im Haushalt der Beschwerdeführerin erklärte diese gemäss Bericht vom 23. September 2008 gegenüber der IV-Abklärungsperson auf die Frage, ob zur Zeit ohne Behinderung eine Erwerbstätigkeit ausgeübt würde, sie wäre auch bei intakter gesundheitlicher Verfassung nach der Geburt der Tochter nicht mehr vollerwerbstätig gewesen. Mit zunehmendem Alter des Kindes hätte sie den Beschäftigungsgrad wieder erhöht. Aktuell würde sie, da die Tochter immer noch zur Schule gehe, als Valide zu maximal 80 % als Gemeindeverwalterin arbeiten und während rund zwei Stunden wöchentlich die im Bereich Zahlungsverkehr und Löhne anfallenden Aufgaben der Firma M.________ AG erledigen, woraus sich insgesamt ein Erwerbspensum von 85 % ergeben hätte. Die entsprechenden Angaben wurden auf Nachfrage hin, nachdem die Beschwerdeführerin dem Vorbescheid vom 1. Oktober 2008 u.a. mit den Einwendungen opponiert hatte, sie würde sich als Folge der ihr innerfamiliär obliegenden Ernährerfunktion - ihr Ehemann leide seit Jahren unter erheblichen gesundheitlichen Problemen - im Validitätsfall aus finanziellen Gründen gezwungen sehen, vollzeitig einer erwerblichen Beschäftigung nachzugehen, durch den Abklärungsdienst mit Stellungnahme vom 4./5. November 2008 bestätigt. 4.2.2 Die dargelegte Aktenlage zeigt deutlich auf, dass die Beschwerdeführerin nach der Geburt ihrer Tochter im Dezember 1993 - bzw. nach Beendigung des Mutterschaftsurlaubs - auch ohne gesundheitliche Einschränkungen nurmehr teilzeitlich erwerbstätig (und die Invaliditätsbemessung daher rechtskonformerweise nach der gemischten Methode vorzunehmen) gewesen wäre. Sie hätte sodann glaubhaft ihr anfängliches Pensum mit zunehmender Selbstständigkeit des Kindes im Laufe der Jahre, flankiert von Ausbildungsmassnahmen, sukzessive erhöht und dieses nach eigener, noch nicht von allfälligen versicherungsrechtlichen Überlegungen geprägter Aussage gemäss Haushaltsabklärungsbericht (vom 23. September 2008) bis im massgeblichen Beurteilungszeitpunkt (des Erlasses der Verfügung vom 14. November 2008) mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf ein Ausmass von 85 % gesteigert. Die entsprechende Erkenntnis des kantonalen Gerichts, verbunden mit der Feststellung, dass der für die Methodenwahl der Invaliditätsbemessung relevante Sachverhalt dadurch verglichen mit den im Jahre 1992 herrschenden Verhältnissen eine wesentliche, eine Neubeurteilung der Statusfrage rechtfertigende Änderung erfahren habe, erscheint nachvollziehbar, jedenfalls aber nicht qualifiziert unrichtig im Sinne des in E. 4.1 in Verbindung mit E. 1 hievor Ausgeführten. Zum einen besteht, wie in E. 2.2.1 in fine hievor dargelegt wurde, hinsichtlich der hypothetischen Einstufung als (Teil-)Erwerbstätige oder im Haushalt Beschäftigte keine Form der Besitzstandsgarantie, zumal in casu die nach der Geburt der Tochter über die Jahre implizit erfolgte Qualifizierung der Beschwerdeführerin als Vollerwerbstätige auf Grund ihrer eigenen Angaben als fehlerhaft zu betrachten ist. An diesem Ergebnis nichts zu ändern vermag mit der Vorinstanz namentlich das Vorbringen der Versicherten, die familiären Einkommensverhältnisse hätten eine aktuell im Vollpensum ausgeübte Erwerbsarbeit unabdingbar gemacht. Den Akten lässt sich diesbezüglich entnehmen, dass die Beschwerdeführerin als Gesunde im Rahmen eines Beschäftigungsgrades von 85 % (Gemeindeverwaltung, Firma M.________ AG) ein Einkommen von jährlich Fr. 82'187.- zu erzielen in der Lage wäre. Werden zu diesem Betrag noch die dem Ehemann der Versicherten in nicht unerheblichem Masse zufliessenden Rentenbetreffnisse (IV, BVG etc. [samt Kinderrenten für Tochter]; vgl. u.a. Formular "Erklärungen zu Einkommen, Renten- und Versicherungsleistungen" 1999/2000) addiert, kann von einer eigentlichen finanziellen Notlage, welche eine 15 %ige Erhöhung des Erwerbspensums geradezu existenziell erfordert hätte, keine Rede sein. Überdies hätte die geltend gemachte Aufstockung des Beschäftigungsgrades auch nicht der Aufrechterhaltung des Lebensstandards der Familie dienen können, wie er vorgelegen haben soll, bevor der Ehemann krankheitsbedingt grösstenteils aus dem Erwerbsleben ausgeschieden ist, nennt die Beschwerdeführerin als Zeitpunkt der schweren Erkrankung und seitherigen Teilinvalidität des Ehepartners doch bereits 1993. Ende Dezember des betreffenden Jahres waren aber erst Heirat und Geburt der gemeinsamen Tochter erfolgt, sodass ein eigentliches, gewohntes finanzielles Lebensniveau bei unversehrter Gesundheit des Ehemannes sich gar nicht hatte bilden können. Da auch die übrigen Gegebenheiten (Tochter im Beurteilungszeitpunkt knapp 15-jährig, schulpflichtig und noch im elterlichen Haushalt wohnend; 6-Zimmer-Einfamilienhaus; Ehemann gesundheitsbedingt ausserstande, einen namhaften Beitrag im Haushalt zu leisten) ein häusliches Engagement im Umfang von 15 % als plausibel erscheinen lassen, hat es bei den entsprechenden vorinstanzlichen Erwägungen sein Bewenden. Im Verzicht des kantonalen Gerichts, die Sache zur Vornahme ergänzender Abklärungen insbesondere zur Frage der ökonomischen Situation der Familie an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen bzw. derartige Angaben selber zu erheben, kann mangels daraus resultierender entscheidwesentlicher Erkenntnisse keine Bundesrechtsverletzung erblickt werden.