Citation: I 149/99 16.03.2000 E. 1

1.- a) Die Vorinstanz hat die massgebenden gesetzli- chen Bestimmungen über die Voraussetzungen und den Umfang des Rentenanspruches (Art. 28 Abs. 1 und 1bis IVG) sowie die Nachzahlung von Leistungen bei verspäteter Anmeldung (Art. 48 Abs. 2 IVG) zutreffend dargelegt. Entsprechendes gilt für den Hinweis des kantonalen Gerichts zum im Sozial- versicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 121 V 208 Erw. 2b mit Hinweisen). b) Nach Art. 48 Abs. 2 IVG werden Leistungen lediglich für die zwölf der Anmeldung vorangegangenen Monate ausge- richtet, wenn sich ein Versicherter mehr als zwölf Monate nach Entstehung des Anspruchs anmeldet. Weitergehende Nach- zahlungen werden erbracht, wenn der Versicherte den an- spruchsbegründenden Sachverhalt nicht kennen konnte und die Anmeldung innert zwölf Monaten seit Kenntnisnahme vornimmt. Unter dem anspruchsbegründenden Sachverhalt ist in Anleh- nung an Art. 4 und 5 IVG der körperliche und geistige Ge- sundheitsschaden zu verstehen, der eine voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde Erwerbsunfähigkeit verursacht oder der den nicht erwerbstätigen Versicherten in seinem bisherigen Aufgabenbereich beeinträchtigt. Die Vorinstanz weist auf die Rechtsprechung hin, wonach mit der Kenntnis des anspruchsbegründenden Sachverhalts nicht das subjektive Einsichtsvermögen des Versicherten gemeint sei, sondern es gehe nach dem Wortlaut von Art. 48 Abs. 2 Satz 2 IVG vielmehr darum, ob der anspruchsbegründende Sachverhalt objektiv feststellbar sei oder nicht (BGE 100 V 120; ZAK 1984 S. 404 f. Erw. 1, 1975 S. 128). Eine weitergehende Nachzahlung im Sinne von Art. 48 Abs. 2 Satz 2 IVG muss aber auch dann gewährt werden, wenn der Versicherte wegen höherer Gewalt, etwa wegen Krankheit, zu handeln objektiv verhindert ist und innerhalb angemessener Frist nach Weg- fall des Hindernisses die Anmeldung vornimmt (BGE 102 V 112, ZAK 1984 S. 405, 1977 S. 48). Zudem hat sie zu er- folgen, wenn eine gesundheitliche Beeinträchtigung (in concreto eine schwere prozesshafte Schizophrenie) den Ver- sicherten daran hinderte, den anspruchsbegründenden Sach- verhalt zu erkennen, nachdem die Voraussetzungen für den Anspruch bereits gegeben waren (BGE 108 V 228; ZAK 1983 S. 401). c) Der anspruchsbegründende Sachverhalt ist namentlich für urteilsunfähige Versicherte nicht feststellbar. Gemäss Art. 16 ZGB ist urteilsfähig, wem nicht wegen seines Kin- desalters oder infolge von Geisteskrankheit oder Geistes- schwäche, Trunkenheit oder ähnlichen Zuständen die Fähig- keit mangelt, vernunftgemäss zu handeln. Die Fähigkeit zu vernunftgemässem Handeln setzt zwei Elemente voraus: einer- seits ein intellektuelles, das darin besteht, den Sinn, Nutzen und die Tragweite einer bestimmten Handlung zu er- kennen und zu würdigen, und anderseits ein Willens- bzw. Charakterelement, welches die Fähigkeit umfasst, gemäss der