Citation: U 317/02 21.03.2003 E. 3

Streitig ist, ob S.________ bei der A.________ (vormals N.________ nachfolgend: A.________ oder Beschwerdeführerin) gegen die Folgen des Unfalles vom 3. September 2000 versichert war. Im vorliegenden Fall ist für die Bestimmung des Zeitpunktes des Versicherungsbeginns nach Art. 3 Abs. 1 UVG entscheidend, ob der Beschwerdegegner 1 die Arbeit für die Beschwerdegegnerin 2 bereits vor dem 3. September 2000 angetreten hatte. 3.1 Die Vorinstanz gelangte gestützt auf die einschlägige Rechtsprechung nach umfassender Würdigung der tatsächlichen Verhältnisse zur Auffassung, bei der umfangreichen Dokumentation zum Projekt "T.________", die dem Beschwerdegegner 1 am 17. Juli 2000 von der Arbeitgeberin anvertraut worden sei, habe es sich nicht um eine "Reiselektüre", sondern um in quantitativer und qualitativer Hinsicht anspruchsvolle Geschäftsunterlagen gehandelt. Das Studium dieser Akten während den Ferien im Hinblick auf die bereits auf den 5./6. September 2000 vor Ort in M.________ geplante Due-diligence-Prüfung habe konkret arbeitsvorbereitenden Charakter gehabt und könne nicht bloss als allgemeine Vorbereitungshandlung qualifiziert werden. Der Beschwerdegegner 1 habe sich gegenüber der Beschwerdegegnerin 2 arbeitsvertraglich zum Studium dieser Projektgrundlagen während seinen Ferien verpflichtet, um im Gegenzug am 1. September 2000 einen Tag Ferien vorbeziehen zu können. Somit sei von einem Arbeitsantritt am 17. Juli 2000 auszugehen. Demnach sei er - am Unfalltag in einem Vollzeit-Arbeitsverhältnis mit der Beschwerdegegnerin 2 stehend - auch gegen die Folgen von Nichtberufsunfällen gedeckt gewesen, weshalb die A.________ dem Beschwerdegegner 1 aus dem Unfall vom 3. September 2000 die gesetzlichen Leistungen zu erbringen habe. 3.2 Demgegenüber macht die Beschwerdeführerin mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde geltend, die Schlussfolgerung der Vorinstanz - der Beschwerdegegner 1 habe anlässlich der Sitzung vom 17. Juli 2000 die Arbeit angetreten und sei seither bei der A.________ gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert gewesen - sei unhaltbar. Aus dem nicht veröffentlichten Urteil K. vom 4. August 1993, U 18/93, könne für das vorliegende Verfahren nichts abgeleitet werden, weil dort der als Arbeitsbeginn vorgesehene 1. April 1991 auf den Ostermontag gefallen sei und es K. wegen den betrieblich angeordneten Ferien vom 1. bis 5. April 1991 objektiv unmöglich gewesen sei, die Arbeit am 1. April aufzunehmen. Zudem seien im genannten Fall die Arbeitsvorbereitungshandlungen und der vertraglich vereinbarte Arbeitsbeginn zeitlich sehr nahe beieinander gelegen, während bei Annahme eines Arbeitsantrittes am 17. Juli 2000 die Versicherungsdeckung um eineinhalb Monate vor den Beginn des vertraglich vereinbarten Arbeitsverhältnisses verschoben werde. Auch der Fall der Skilehrerin (BGE 118 V 177) könne nicht mit demjenigen des Beschwerdegegners 1 verglichen werden, weil sie während dem arbeitsvertraglich vorgeschriebenen Besuch des Fortbildungskurses unmittelbar vor dem Arbeitsbeginn einen Berufsunfall erlitten habe. Eine unterschiedliche Beurteilung des vorliegenden Falles im Vergleich zum Fall der Schul-Heilpädagogin gemäss RKUV 2001 Nr. U 431 S. 317 lasse sich nicht rechtfertigen; auch im Falle des Beschwerdegegners 1 müsse - unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Tätigkeiten - von analogen, "ganz generellen Vorbereitungshandlungen" ausgegangen werden. Betreffend die Beurteilung des Arbeitsaufwandes vor Stellenantritt habe die Vorinstanz "blind auf die nachgeschobenen Memoranden der Beschwerdegegnerin 2 abgestellt". Es könne jedoch keine Rede davon sein, dass der Beschwerdegegner 1 in qualitativer Hinsicht das allgemeine Mass ganz erheblich übersteigende Vorbereitungshandlungen habe leisten müssen. Der Beschwerdegegner 1 behaupte zu Recht nicht, er habe seit dem 17. Juli 2000 bis zum Unfall während durchschnittlich acht Wochenstunden Vorbereitungshandlungen getätigt, weshalb auch aus diesem Grunde nicht von einer Versicherungsdeckung durch die A.________ für den Nichtberufsunfall vom 3. September 2000 ausgegangen werden könne.