Citation: 8C_341/2024 E. 5.3

5.3. Das AFA macht geltend, die Vorinstanz habe Art. 25 Abs. 1 ATSG und damit Bundesrecht verletzt, indem sie die Gutgläubigkeit der Beschwerdegegnerin nicht vollumfänglich verneint habe. Diese Rüge ist zutreffend. Wie das AFA geltend macht und sich bereits aus dem Wortlaut von Art. 25 Abs. 1 Satz 2 ATSG ergibt, setzt der Erlass der Rückerstattung voraus, dass die (unrechtmässigen) Leistungen gutgläubig empfangen worden sind. Entscheidend ist somit das Vorliegen von Gutgläubigkeit im Zeitpunkt des unrechtmässigen Leistungsbezugs (vgl. vorne E. 3). Demgegenüber ist es für die Frage der Gutgläubigkeit der Beschwerdegegnerin unerheblich, dass die ALK bei der Berechnung der zu viel ausbezahlten Arbeitslosenentschädigung für den Monat Oktober 2022 wiederholt Korrekturen vornehmen und den korrekten Rückforderungsbetrag in mehreren Schritten berechnen musste. Die in E. 5.2 dargelegte eingehende Prüfung des kantonalen Gerichts, ob die Beschwerdegegnerin im Zusammenhang mit den verschiedenen nachträglichen Korrekturen des AFA betreffend die Arbeitslosenentschädigung für Oktober 2022 bzw. die einzelnen Rückforderungsbeträge von Fr. 560.45, Fr. 209.70 und Fr. 269.60 gutgläubig war, geht daher von vornherein an der Sache vorbei. Mit der Abrechnung vom 2. November 2022 wurden der Beschwerdegegnerin insgesamt Fr. 1'039.75 zu viel an Arbeitslosenentschädigung ausbezahlt. Wie das kantonale Gericht insoweit noch zutreffend erkannt hat, war ihr die Fehlerhaftigkeit dieser Abrechnung - insbesondere die irrtümliche Nichtberücksichtigung des Zwischenverdienstes - bekannt. Daraus folgt, dass sie die Überzahlung als Ganzes nicht gutgläubig erhalten hat, so dass die Erlassvoraussetzung des guten Glaubens insgesamt zu verneinen ist. Damit erübrigt sich auch die Prüfung der wirtschaftlichen Härte der Rückerstattung, da für einen Erlass beide Voraussetzungen kumulativ vorliegen müssen. Die Beschwerde des AFA ist begründet.