Citation: 5A_270/2022 E. 3.2

3.2. Nach Dafürhalten des Obergerichts ist C.A.________ aufgrund ihres Zustandes (Schmerzsymptomatik; vorne Bst. A.a) deutlich beeinträchtigt und in ihrer Entwicklung gefährdet. Ausschlaggebend für die früheren Massnahmen (Einschränkung der elterlichen Sorge, Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrechts; vorne Bst. A.b) sei die Hilflosigkeit der Eltern im Umgang mit dieser Situation gewesen. Zwar seien die Eltern vor Disqualifikation zu schützen, weshalb ihnen die Erziehungsverantwortung zurückzugeben sei. Angesichts der das gesamte Familiensystem belastenden Symptomatik der Tochter seien sie aber nach wie vor auf Unterstützung angewiesen. Sämtliche Fachleute gingen von einer einmalig komplexen Situation aus, die sich letztlich nicht erklären lasse und die sämtliche Beteiligten überfordere. C.A.________ beherrsche ausserdem die "emotionale Erpressung". Im Umgang mit den Schmerzen müsse man geübt sein, ansonsten eine Schmerzmittel-Überdosis drohe, wie sie bereits einmal stattgefunden und zu einer Suchtmittelabhängigkeit geführt habe. Indem die Eltern sich gegen die Weiterführung der Beistandschaft stellten, missachteten sie die Einschätzung der Fachleute, wonach sie auf Hilfe angewiesen seien. Es müssten C.A.________ Grenzen aufgezeigt weren, um dem eskalierenden Kreislauf immer neuer Schmerzsymptome zu entkommen und dem Kind eine neue Entwicklungsperspektive zu geben. Dafür seien langfristige Therapieansätze notwendig. Der Aufgabenbereich der Beistandschaft sei der komplexen Thematik angemessen. In ihrer diesbezüglichen Kritik würden die Beschwerdeführer missachten, dass es nach der Entlassung des Kindes aus der Rehabilitationsklinik nicht zu einer Beruhigung der Situation, sondern im Gegenteil zu weiter eskalierenden Schmerzattacken mit multiplen medizinischen Massnahmen gekommen sei. Diese hätten C.A.________ unmittelbar gefährdet. Entgegen den Beschwerdeführern könne sodann keine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör durch die Erstinstanz festgestellt werden, indem diese den Beizug von Patienten- und Beistandschaftsakten abgelehnt habe. Nicht die Beantwortung medizinischer Fachfragen, sondern die Unterstützung der Beschwerdeführer in der Erziehungsverantwortung sei Thema der strittigen Massnahmen. Der Beizug von Patientenakten verspreche daher keinerlei Aufschluss zur verfahrensgegenständlichen Prüfung des Massnahmebedarfs und der Indikation adäquater Massnahmen. Ausserdem seien für die Entscheidfindung die von der Beiständin eingereichten Berichte ausreichend.