Citation: 2C_1007/2020 E. 2.4

2.4. Der Beschwerdeführer macht weiter geltend, er sei Opfer häuslicher Gewalt seitens seines Partners geworden. Er scheint daraus einen Anspruch nach Art. 50 Abs. 1 lit. b bzw. Abs. 2 AIG abzuleiten. Gemäss den verbindlichen Feststellungen der Vorinstanz hatte sein Partner jedoch nur eine Aufenthalts- und nicht eine Niederlassungsbewilligung. Selbst wenn die Darstellung des Beschwerdeführers betreffend häusliche Gewalt zutreffend wäre, hätte er somit keinen direkten Anspruch aus Art. 50 AIG, da dieser voraussetzt, dass der Partner das Schweizer Bürgerrecht oder eine Niederlassungsbewilligung besass; eine Aufenthaltsbewilligung reicht dazu nicht aus (BGE 144 II 1 E. 4.3). Die Rechtsprechung hat allerdings aus Art. 2 FZA abgeleitet, dass EU-Angehörige in Bezug auf den Nachzug ihres Ehegatten nicht schlechter gestellt werden dürfen als Schweizer Bürger; die ehemaligen Ehegatten von EU-Angehörigen seien daher gleich zu behandeln wie die ehemaligen Ehegatten von Schweizer Bürgern, weshalb Art. 50 AIG auch dann anzuwenden sei, wenn der EU-angehörige Ex-Gatte nur eine Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA und nicht eine Niederlassungsbewilligung besass. Weil es aber auch dann um Nachwirkungen des Familiennachzugsanspruchs des EU-Angehörigen geht, gilt dies bloss, solange dieser selber noch freizügigkeitsrechtlich aufenthaltsberechtigt ist (BGE 144 II 1 E. 4.7 und 4.8). Da dies nicht oder jedenfalls nicht mehr der Fall ist (vorne E. 2.2), entfällt somit auch ein allfälliger aus Art. 50 AIG i.V.m. Art. 2 FZA abgeleiteter Anspruch des Beschwerdeführers.