Citation: 1C_620/2023 E. 7.4

7.4. Die Interpretation der Vorinstanz, wonach die Höhe des Erdgeschossfussbodens nur in der Gebäudeachse und nicht längs der Gebäudefassade einzuhalten sei, erscheint angesichts des klaren Wortlauts von § 14 Abs. 1 aV PBG/ZG in der Tat zweifelhaft. Auch ergibt sich aus den einschlägigen kantonalen und kommunalen Bestimmungen nicht eindeutig, ob § 14 Abs. 1 aV PBG/ZG auf Terrassenhäuser anwendbar ist oder nicht. Einerseits überzeugen die Erläuterungen der Vorinstanz, wonach § 34 Abs. 2 BO Walchwil, der für das Erdgeschoss keine speziellen Höhenvorgaben enthält, die Höhenmasse für Terrassenhäuser abschliessend regle. Terrassenhäuser sind in der kantonalen Gesetzgebung nur rudimentär geregelt und die Detailvorschriften befinden sich in den Gemeindereglementen, was darauf hindeutet, dass für Terrassenhäuser ausschliesslich die kommunale Regelung der Höhenmasse anwendbar ist. Für diese Betrachtungsweise spricht zudem, dass auch die Bestimmungen betreffend die Gebäude-, Fassaden- und Firsthöhe (§ 12 und 13 aV PBG/ZG) auf Terrassenhäuser keine Anwendung finden. Andererseits weisen die Beschwerdeführenden zu Recht darauf hin, dass das im Anhang der BO Walchwil enthaltene "Schema Terrassenhäuser" beim Untergeschoss eine Höhenangabe von 3,00 m aufführt. Dies könnte als Anhaltspunkt dafür gesehen werden, dass § 14 aV PBG/ZG auch für Terrassenhäuser zur Anwendung gelangen sollte. In § 34 BO Walchwil fehlt indes ein diesbezüglicher Hinweis. Letztlich können diese Fragen vorliegend offenbleiben. Wie die Vorinstanz zutreffend darlegt, ist eine Überschreitung der in § 14 Abs. 1 aV PBG/ZG festgelegten Höhe des Erdgeschosses nicht per se unzulässig. Die Rechtsfolge einer solchen Überschreitung ist, dass das Erdgeschoss als zwei Geschosse gilt, sich also die zulässige Anzahl der darüber liegenden Geschosse reduziert. Bei Terrassenhäusern sind gemäss § 34 Abs. 1 BO Walchwil bis zu sechs Vollgeschosse zulässig. Das streitgegenständliche Bauprojekt mit zwei über dem Erdgeschoss vorgesehenen Vollgeschossen liegt somit selbst bei doppelter Zählung des Erdgeschosses innerhalb der maximal zulässigen Anzahl Geschosse. Es ist also nicht willkürlich, wenn die Vorinstanz davon ausgeht, dass auch bei Anwendung von § 14 aV PBG/ZG keine Verletzung der Bauvorschriften vorliegt.