Citation: 6B_1395/2021 E. 11.3.1

11.3.1. Aus den Akten ergibt sich, dass der Beschwerdeführer nicht mit E.________ konfrontiert wurde. Dass sie im vorliegenden Strafverfahren weder als Zeugin noch als Auskunftsperson befragt worden war, ist entgegen der Vorinstanz (vgl. angefochtenes Urteil S. 57 f.) nicht entscheidend. Wie bereits dargelegt (vgl. oben E. 11.2.2), ist der Begriff des Zeugen im Sinne von Art. 6 Ziff. 3 lit. d EMRK autonom und ohne formelle Bindung an das nationale Recht auszulegen. Insofern die Vorinstanz erwägt, der Konfrontationsanspruch beziehe sich nicht auf Personen, deren Gespräche abgehört worden seien (vgl. angefochtenes Urteil S. 57), kann ihr nicht zugestimmt werden. Aus der Rechtsprechung des EGMR ergibt sich, dass "belastende Zeugenaussagen" im Sinne von Art. 6 Ziff. 3 lit. d EMRK auch im Rahmen einer geheimen Telefonabhörung erfolgen bzw. in den entsprechenden schriftlichen Abhörprotokollen enthalten sein können (vgl. Urteil des EMGR i.S. Lüdi gegen Schweiz vom 15. Juni 1992, Nr. 12433/86, § 46: "Mr Lüdi [d.h. der Beschuldigte] first made admissions after he had been shown the transcripts of the telephone interceptions, and he was deprived throughout the proceedings of any means of checking them or casting doubt on them"). Dasselbe gilt in Bezug auf die vorliegend zur Diskussion stehende geheime akustische Überwachung eines Personenwagens.