Citation: 4A_497/2023 E. 3.1

3.1. Sie stellte im Wesentlichen darauf ab, dass die Beschwerdegegnerin ihrem Schreiben vom 22. August 2022 eine detaillierte Monatsaufstellung betreffend die geschuldeten und bezahlten Nettozinse und Nebenkosten per 18. August 2022 beilegte. Aus dem Schreiben der Beschwerdeführerin vom 18. Oktober 2022 gehe lediglich eine Bestreitung des um rund Fr. 10'000.-- erhöhten Ausstandes und eine pauschale Bestreitung der tatsächlich geschuldeten Zinse hervor. Entgegen dem Vorhalt der Beschwerdeführerin seien die vom 20. April 2022 bis 11. August 2022 geleisteten Zahlungen von Fr. 46'808.75 berücksichtigt worden. Nicht berücksichtigt worden seien die angeblich zu viel bezahlten Zinse von Fr. 17'500.84 infolge angeblich ungültiger Vertragsänderung, Fr. 3'000.-- für einen Wasserschaden und Fr. 3'025.80 aus Konsumation der Beschwerdegegnerin. Die Beschwerdeführerin habe mit Schreiben vom 18. Oktober 2022 ausdrücklich die Verrechnung mit diesen Gegenforderungen erklärt. Zudem habe sie in diesem Schreiben erklärt, dass sie die von der Gesuchstellerin infolge der Coronapandemie gewährte Pauschalreduktion von 20% sehr schätze, auch wenn die diesbezügliche Rechtslage unklar sei und eventuell weitere Herabsetzungsansprüche geltend gemacht würden. Die Vorinstanz erwog, dass die detaillierte Zusammenstellung des Ausstandes von der Beschwerdeführerin nach Erhalt am 23. August 2022 nicht konkret als falsch gerügt worden sei. Dass die angegebenen Nettozinsen aufgrund ungültiger Vertragsänderung zu hoch seien, habe die Beschwerdeführerin erst im Ausweisungsverfahren vorgetragen. Dass sie dies der Beschwerdegegnerin schon vorher oder zumindest unmittelbar auf deren Schreiben vom 22. August 2022 mitgeteilt hätte, habe sie nicht vorgetragen. Aus den Akten gehe zudem klar hervor, dass die Beschwerdeführerin wusste, dass ihr die Beschwerdegegnerin eine Reduktion von 20% auf den Nettozins infolge der Corona-Pandemie gewährt habe. An diesem Wissen vermögen gemäss Vorinstanz auch die Ausführungen der Beschwerdegegnerin nichts zu ändern, dass mit der Reduktion auch sämtliche Ansprüche der Beschwerdeführerin infolge allfälliger Mängel abgegolten seien, da die Beschwerdegegnerin diese Aussage im Zusammenhang mit ihrer freiwillig erfolgten Reduktion und im Hinblick auf mögliche Verrechnungseinreden der Beschwerdeführerin aus allfälligen Mängeln tätigte. Die Vorinstanz kam gestützt darauf - entgegen der Erstinstanz - zum Schluss, dass der Beschwerdeführerin klar sein musste, wie sich der Ausstand gemäss Aufstellung per 18. August 2022 zusammensetzte. Die gestützt darauf erfolgte Zahlungsaufforderung erfülle die verlangte Klarheit, sodass sie die Rechtsfolgen einer gültigen Zahlungsverzugskündigung auszulösen vermöge.