Citation: 1A.150/2000 23.01.2001 E. 3

3.- a) Die Beschwerdeführer beriefen sich vor Verwaltungsgericht auf die Bestandesgarantie, weil in der Garage seit 1931 ohne Unterbruch bis zur Betriebsaufnahme durch den Beschwerdeführer Fahrzeuge repariert worden seien. Hierfür beantragte der Beschwerdeführer die Vernehmung von fünf Zeugen. Das Verwaltungsgericht verzichtete auf die Einvernahme dieser Zeugen. Es ging davon aus, dass die Garage jedenfalls nach der Verlegung des Transportunternehmens X.________ an einen anderen Standort nur noch als Einstellgarage vermietet worden sei, d.h. ab 1986 (mit Inkrafttreten des Gewässerschutzzonenplans) bis 1993 nicht mehr für gewerbliche Fremdreparaturen genutzt worden sei. Die Beschwerdeführer rügen, das Verwaltungsgericht habe durch die Verweigerung der beantragten Zeugeneinvernahmen Art. 7 Abs. 1 des Gesetzes über das Verwaltungsverfahren und Art. 9 BV verletzt. b) Es erscheint bereits fraglich, ob der Bestandesschutz im vorliegenden Fall überhaupt angerufen werden kann. Zum einen hat das Verwaltungsgericht festgestellt, dass die von den Beschwerdeführern vorgenommenen baulichen Veränderungen offenkundig wertvermehrenden Charakter haben und nicht als blosser Unterhalt oder zeitgemässe Erneuerung der bis 1993 sehr einfachen Garage qualifiziert werden können. Zum anderen verlangt Art. 31 Abs. 2 GSchV auch von bestehenden Anlagen in Gewässerschutzzonen, bei denen die konkrete Gefahr einer Gewässerverunreinigung besteht, dass sie die nach den Umständen gebotenen Massnahmen zum Schutz der Gewässer, insbesondere diejenigen nach Anhang 4 Ziff. 2, treffen (lit. a), und verpflichtet die Behörden, bestehende Anlagen in den Grundwasserschutzzonen S1 und S2, die eine Grundwasserfassung oder -anreicherungsanlage gefährden, innert angemessener Frist zu beseitigen (lit. b). Kann somit sogar die Beseitigung einer bestehenden Reparaturwerkstatt in der engeren Schutzzone wegen Gefährdung der Grundwasserfassung angeordnet werden, besteht erst recht kein Anspruch auf die Erweiterung dieser Nutzung bzw. auf den Ausbau einer solchen Anlage. Ob die Voraussetzungen von Art. 31 Abs. 2 lit. b GSchV im vorliegenden Fall gegeben sind, kann jedoch offen bleiben, wenn das Verwaltungsgericht ohne Verletzung von Verfassungsrecht annehmen durfte, die Bestandesgarantie sei durch die rund siebenjährige Nutzung der Garage als blosse Einstellhalle erloschen. c) Art. 29 Abs. 2 BV gewährleistet den Anspruch auf rechtliches Gehör. Daraus ergibt sich der Anspruch der Parteien, mit rechtzeitig und formgültig angebotenen Beweisanträgen gehört zu werden, soweit diese erhebliche Tatsachen betreffen und nicht offensichtlich beweisuntauglich sind (BGE 120 Ib 379 E. 3b S. 383; 106 Ia 161 E. 2b S. 162, je mit Hinweisen). Keine Verletzung des rechtlichen Gehörs liegt vor, wenn ein Gericht auf die Abnahme beantragter Beweismittel verzichtet, weil es aufgrund bereits abgenommener Beweise seine Überzeugung gebildet hat und ohne Willkür in vorweggenommener Beweiswürdigung annehmen kann, dass seine Überzeugung durch weitere Beweiserhebungen nicht geändert würde (BGE 124 I 274 E. 5b S. 285; 122 III 219 E. 3c S. 223/224; 122 V 157 E. 1d S. 162; 115 Ia 97 E. 5b S. 101 mit Hinweisen). Das Verwaltungsgericht stützte sich vor allem auf die Bestätigungsschreiben der Brüder C.X.________ und D.X.________ vom 26. April 1995. Aus ihnen geht hervor, dass die Garage in den 30-er Jahren vom Transportunternehmen E.X.________ für Lastwagen erbaut und darin auch sämtliche Unterhalts- und Reparaturarbeiten durchgeführt worden sind. Nach dem Tod E.X.________s sei die Garage von dessen Sohn fortgeführt worden, bis das Unternehmen aus Platzgründen nach Mittelbissau verlegt worden sei. Anschliessend sei die Garage von F.X.________ als Einstellgarage vermietet worden. Daraus durfte das Gericht willkürfrei schliessen, dass die Garage ab 1986, nach der Verlegung des Transportunternehmens X.________, nur noch als einfache Einstellgarage verwendet wurde. Dies bestätigen auch die Schreiben des Gemeindebauamtes vom 20. Dezember 1988 und des Amtes für Umweltschutz vom 17. Januar 1989, wonach die Garage Ende 1988/Anfang 1989 als Autoeinstellgarage genutzt wurde. Schliesslich berücksichtigte das Verwaltungsgericht, dass weder die Beschwerdeführer noch die ab 1986 berechtigten Eigentümer der Liegenschaft (F.X.________ und G.X.________) einen konkreten Fremdreparaturbetrieb für den massgeblichen Zeitraum 1986-1993 benannt hätten. Unter diesen Umständen durfte das Verwaltungsgericht ohne Verletzung des Willkürverbots annehmen, dass die Vernehmung der Zeugen C.X.________ und D.X.________ (die bereits Bestätigungsschreiben verfasst hatten) und die Aussagen der im Nachgang zum Augenschein benannten Zeugen Y.________, Z.________ und E.X.________ jun. seine Überzeugung nicht mehr ändern würden, zumal die drei neuen Zeugen lediglich zur früheren Nutzung der Garage für Fremdreparaturen und nicht speziell zur Nutzung im Zeitraum 1986-1993 benannt worden waren. Damit liegt keine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör vor.