Citation: 4A_255/2022 E. 5.5.2

5.5.2. Vor dem Hintergrund der vorinstanzlichen Ausführungen ist der Vorwurf der Beschwerdeführerin, die Erstinstanz - und mit ihr die Vorinstanz - hätten die einzelnen Aspekte betreffend Sittenwidrigkeit lediglich isoliert bewertet, nicht nachvollziehbar. Aus den vorinstanzlichen Erwägungen ergibt sich gerade im Gegenteil, dass die Erstinstanz und mit ihr die Vorinstanz sehr wohl eine Gesamtbetrachtung vorgenommen haben. Bezeichnenderweise vermag die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde auch keine Umstände darzutun, welche die Vorinstanz nicht berücksichtigt haben soll. Ebenso wenig ist ersichtlich, dass die Gesamtbetrachtung der einzelnen Aspekte zu einem anderen Ergebnis führen müsste. Die Beschwerdeführerin begnügt sich über weite Strecken damit, wörtlich aus ihrer Berufungsschrift zu zitieren, ohne sich mit den vorinstanzlichen Erwägungen auseinanderzusetzen. So hat sich die Vorinstanz in E. 3.5.3 ausführlich mit den vereinbarten Zinsen auseinandergesetzt. Sie erwog, es sei der Beschwerdeführerin zwar zu folgen, wenn sie geltend mache, die 2013 und 2017 vereinbarten Zinssätze seien jeweils vor dem Hintergrund des damaligen Zinsniveaus zu würdigen. Dies ändere allerdings nichts daran, dass sich die im Darlehensvertrag vom 1. September 2017 vereinbarten Zinssätze von 9.75 % (Darlehenszins von 7.75 % + 2 % Zinsbonus) respektive 9.5 % (Verzugszins) weit unter dem von der Rechtsprechung definierten Höchstzinssatz von 18 % befänden und daher selbst bei Annahme einer tieferen Obergrenze aufgrund der anhaltenden Tief- bzw. Negativzinssituation als zulässig zu betrachten seien. Auf diese Erwägungen geht die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde nicht ein, womit sie den Rügeanforderungen im bundesgerichtlichen Verfahren (vgl. hiervor E. 1) nicht genügt. Im Übrigen verletzen die vorinstanzlichen Ausführungen zur Höhe der Zinsen kein Bundesrecht (vgl. dazu zit. Urteil 4A_350/2020 E. 5.2.2). Zusammenfassend hat die Vorinstanz kein Bundesrecht verletzt, indem sie mit der Erstinstanz die Nichtigkeit des Darlehensvertrags vom 1. September 2017 verneint hat.