Citation: 1C_470/2022 E. 3.2

3.2. Die Beschwerdeführerin bestreitet nicht, sich am Tag des Vorfalls in der Kirche C.________ unter Missachtung der Covid-Zertifikatspflicht aufgehalten zu haben. Sie führt jedoch aus, sie habe sich in der besagten Kirche aufgehalten, um ihrer Religion nachzugehen und nicht um gegen die Covid-Massnahmen zu verstossen. Sie habe eine Maske getragen. Vor dem Hintergrund, dass die Strafbestimmung im Bundesgesetz vom 25. September 2020 über die gesetzlichen Grundlagen für Verordnungen des Bundesrates zur Bewältigung der Covid-19-Epidemie (Covid-19-Gesetz, SR 818.102) per 1. Januar 2022 aufgehoben worden seien, sei es fragwürdig, ob eine Sanktion in irgendeiner Form noch angemessen gewesen sei. Es stelle sich somit auch die Frage, ob überhaupt physischer Zwang hätte angewendet werden dürfen und, falls ja, in welchem Masse. Die Vorinstanz habe in ihrem Entscheid nicht dargelegt, inwiefern die öffentliche Sicherheit gefährdet gewesen sei, obwohl § 33 lit. a und b des Polizeigesetzes vom 23. April 2007 des Kantons Zürich (PolG/ZH, LS 550.1) dies voraussetze. Eine derartige Gefährdung sei zu verneinen, womit bereits hinreichende Anhaltspunkte für ein strafbares Verhalten vorliegen würde. Weiter beanstandet die Beschwerdeführerin die Ausführungen zum Mass der erlaubten Gewaltanwendung und somit zur Verhältnismässigkeit: Allein der Umstand, dass die Körperverletzung während des Einsatzes und unter dem Griff des Beschwerdegegners passiert sei, gebe Hinweise auf einen Tatverdacht, nämlich dass dieser übermässig viel Kraft eingesetzt habe. Der Bruch eines Oberarmes einer gesunden Person setze einen kaum vorstellbaren Kräfteeinsatz voraus; es sei fragwürdig, ob der Aufenthalt in einer Kirche ohne Covid-Zertifikat eine derartige Gewaltanwendung rechtfertige. Die Vorinstanz habe jedoch nicht untersucht, ob eine vernünftige Zweck-Mittel-Relation vorliege und sich insbesondere nicht mit den einzelnen Voraussetzungen der Verhältnismässigkeit auseinandergesetzt. Schliesslich führt die Beschwerdeführerin aus, dass nur die beiden Polizisten angegeben hätten, ihre Gegenwehr sei stark gewesen, nicht jedoch die anwesende und ebenfalls einvernommene Auskunftsperson. Es sei willkürlich, daraus eine klare Sachlage zu schliessen. Es sei auch nicht abgeklärt worden, ob der Beschwerdeführerin der unmittelbar angewendete Zwang angedroht worden sei. Weiter sei nicht nur willkürlich, sondern auch unglaubwürdig und realitätsfremd zu behaupten, die Beschwerdeführerin habe sich so kraftvoll gewehrt, dass sie sich den Oberarm selbst gebrochen habe.