Citation: 5A_323/2013 E. 4

Die Beschwerdeführerin rügt eine Verletzung von Art. 8 ZGB. Sie macht geltend, indem das Obergericht "der Form nach" von einer letztwilligen Verfügung ausgehe, überbinde es ihr in unzulässiger Weise die Beweispflicht dafür, dass die Erblasserin keinen Testierwillen gehabt habe. Solange nicht feststehe, ob inhaltlich überhaupt ein Testament vorliege, sei derjenige, der aus dem Schriftstück Rechte zu seinen Gunsten herleite, dafür beweispflichtig, dass das Dokument eine Verfügung von Todes wegen darstelle. Im vorliegenden Fall treffe die Beweispflicht also die Beschwerdegegner, denn das strittige Dokument sei inhaltlich unklar; es ergebe sich daraus nicht, ob überhaupt ein Testament vorliege. Der Vorwurf geht an der Sache vorbei. Nach Art. 8 ZGB hat - vorbehaltlich besonderer Vorschriften - derjenige das Vorhandensein einer behaupteten Tatsache zu beweisen, der aus ihr Rechte ableitet. Die Vorschrift kann also nur dort Anwendung finden, wo hinsichtlich einer (rechtserheblichen) Tatsache Beweislosigkeit herrscht (vgl. BGE 122 III 219 E. 3c S. 233 f.). Was die Erblasserin mit ihrem Schriftstück vom 7. Januar 2007 wollte bzw. ob der formgültig verurkundete Text das Gewollte wiedergibt, ist eine Rechtsfrage. Tatfragen sind hingegen die Umstände, aus denen sich der Wille der Erblasserin ergibt (vgl. E. 2.2). Auch diesbezüglich ist die Frage der Beweislastverteilung aber gegenstandslos, wenn der Richter in Würdigung von Beweisen zur Überzeugung gelangt, eine bestimmte Tatsache sei bewiesen oder widerlegt (BGE 130 III 591 E. 5.4 S. 602). Vielmehr liegt freie Beweiswürdigung vor, die nicht durch Art. 8 ZGB geregelt ist (s. Urteil 5A_272/2011 vom 7. September 2011 E. 4.3.2) und vor Bundesgericht nur unter den Voraussetzungen von Art. 97 Abs. 1 BGG angefochten werden kann (s. E. 2.2). Die tatsächlichen Begebenheiten, anhand derer das Obergericht die Frage nach dem Willen der Erblasserin beantwortet, sind vor Bundesgericht aber weitgehend unbestritten; gegebenenfalls wird im konkreten Zusammenhang darauf zurückzukommen sein.