Citation: 4C.333/2003 01.03.2004 E. A

A.________ wohnte von 1969 bis 1981 in Kanada zusammen mit dem schweizerisch-kanadischen Doppelbürger C.________, den sie im Juli 1974 heiratete. In der Schweiz bezog das Ehepaar die ihnen gemeinsam gehörende Liegenschaft in Arzier (VD). Am 22. Februar 1984 gebar die Ehefrau den Sohn D.________. Am 11. Dezember 1987 kaufte der Ehemann als Alleineigentümer ein Haus in Egerkingen. Um diesen Kauf zu finanzieren, belastete er mit Einverständnis der Ehefrau die Liegenschaft in Arzier mit Fr. 180'000.--. In der Folge trennte sich die Ehefrau von ihrem Ehemann, da dieser eine Freundin hatte. Später wollte sich die Ehefrau scheiden lassen und beauftragte daher am 2. Februar 1988 den Rechtsanwalt B.________ mit der Einleitung des Scheidungsverfahrens. Der Anwalt reichte am 30. März 1988 beim Kantonsgericht von Appenzell-Ausserrhoden die Scheidungsklage ein und verlangte vorsorgliche Massnahmen. Als solche wurden mit Verfügung vom 17. Mai 1988 monatliche Unterhaltsbeiträge für die Ehefrau von Fr. 3'000.--, sowie für den Sohn D.________ von Fr. 1'000.-- festgesetzt. Am 12. September 1988 erhöhte der Ehemann die Hypothek auf der Liegenschaft in Egerkingen um Fr. 100'000.--. Daraufhin verlangte der Anwalt der Ehefrau beim Kantonsgerichtspräsidium am 27. September 1988 zur Sicherung der güterrechtlichen Ansprüche den superprovisorischen Erlass einer Grundbuchsperre auf der Liegenschaft in Egerkingen. Zur Begründung führte er an, der Ehemann habe gedroht, er würde nach Kanada zurückkehren und das Haus verkaufen oder belasten. Der Kantonsgerichtspräsident hat die Grundbuchsperre am 29. September 1988 erlassen und diese am 31. Oktober 1988 bestätigt. In der Folge kam der Ehemann seiner Unterhaltspflicht häufig verspätet nach, weshalb die Ehefrau ihn mehrfach mahnen musste. Sie liess ihn auch betreiben, ohne jedoch die Betreibungen fortzusetzen. Am 6. Mai 1989 beantragte der Ehemann eine Reduktion der Unterhaltsbeiträge. Diesem Begehren hat der Kantonsgerichtspräsident mit Verfügung vom 26. Mai 1989 insoweit stattgegeben, als er den der Ehefrau geschuldeten monatlichen Unterhaltsbeitrag von Fr. 3'000.-- auf Fr. 2'400.-- reduzierte. Das Kantonsgericht schied die Ehe mit Urteil vom 11. September 1990 und stellte den Sohn D.________ unter die elterliche Gewalt der Mutter. Das Besuchsrecht des geschiedenen Ehemannes beschränkte das Gericht bis Ende 1993 auf einen Sonntag pro zwei Monate und verpflichtete ihn zur Leistung eines indexierten monatlichen Unterhaltsbeitrages von Fr. 1'300.-- für das Kind. Für die geschiedene Ehefrau hatte er gestützt auf Art. 151 ZGB eine Rente von Fr. 3'000.-- während der ersten fünf Jahre nach der Scheidung, von Fr. 2'500.-- für weitere fünf Jahre und danach von Fr. 2'000.-- zu bezahlen. Ausserdem wurde er verpflichtet, der geschiedenen Ehefrau eine Genugtuung von Fr. 10'000.-- und einen Vorschlagsanteil von Fr. 115'169.80 zu bezahlen. Schliesslich bestimmte das Kantonsgericht, dass die erste eheliche Liegenschaft in Arzier öffentlich zu versteigern und der Erlös hälftig zu teilen sei. Am 27. Dezember 1991 heirateten der geschiedene Ehemann seine Freundin, nachdem sie am 19. Dezember 1991 den Sohn E.________ geboren hatte. Auf Appellation des geschiedenen Ehemanns hin hat das Obergericht des Kantons Appenzell A.Rh. mit Urteil vom 10. Februar 1992 den Unterhaltsbeitrag für das Kind auf Fr. 1'200.-- und denjenigen für die geschiedene Ehefrau auf Fr. 2'500.-- bis Ende Dezember 2000 und anschliessend auf Fr. 1'250.-- im Monat herabgesetzt. Ferner hob es die der Ehefrau zugesprochene Genugtuung auf und setzte ihren Vorschlagsanteil neu auf Fr. 93'950.-- fest. Die übrigen Streitpunkte regelte es in gleicher Weise wie das Kantonsgericht. Der geschiedene Ehemann hat das Urteil des Obergerichts mit eidgenössischer Berufung angefochten, mit der er insbesondere eine Ausweitung des Besuchsrechts verlangte. Das Bundesgericht hat die Berufung mit Entscheid vom 25. November 1992 teilweise gutgeheissen und wies die Sache zur Prüfung der Voraussetzungen für die Anordnung einer Beistandschaft im Sinne von Art. 308 Abs. 2 ZGB im Zusammenhang mit der Ausübung des Besuchsrechts an das Obergericht zurück. Im Übrigen hat es die Berufung abgewiesen. Das Obergericht entschied am 20. April 1993 über die noch offenen Punkte, womit das Scheidungsverfahren beendet wurde. Mit Honorarvereinbarung vom 17./19. Dezember 1994 verpflichtete sich die geschiedene Ehefrau, ihrem Anwalt ein Honorar von Fr. 36'150.-- zuzüglich Barauslagen von Fr. 2'870.-- zu bezahlen. Ab Juni 1996 hat der geschiedene Ehemann die Unterhaltszahlungen an die geschiedene Ehefrau nicht mehr geleistet. Nach ihren Angaben hat er sich mit unbekannter Adresse nach Kanada abgesetzt. In der Folge hat die geschiedene Ehefrau ihrem Rechtsanwalt vorgeworfen, er habe sein Mandat unsorgfältig ausgeführt, da er sie nicht über die Möglichkeit der Sicherstellung von Unterhaltsbeiträgen informiert und keinen entsprechenden Antrag gestellt habe, obwohl sie ihn auf die Gefahr eines Wegzugs oder Untertauchens des Ehemannes aufmerksam gemacht habe.