Citation: K 41/01 07.05.2002 E. 5

5.- a) Die Beschwerdeführerin macht des Weitern geltend, entgegen dem Dafürhalten der Vorinstanz liege kein unzulässiger Austausch von Leistungserbringern vor. Vielmehr gehe es um unterschiedliche, jedoch von der Funktion her im Grundsatz austauschbare Versicherungsleistungen, indem die Pflege auf der Intensivstation eines Akutspitals und die zur Anwendung gekommenen Rehabilitationsmassnahmen je für sich genommen anerkanntermassen Pflichtleistungen der Krankenkasse darstellten. Damit verlangt sie eine Austauschbefugnis für den Ersatz der Kosten einer Intensivkrankenpflege. Für solche Pflegemassnahmen war die Klinik Y.________ gemäss eigenem Bekunden und auf Grund der Tatsache, dass das entsprechende Personal vom Spital X.________ beigezogen werden musste, nicht eingerichtet. Um unverzüglich Rehabilitationsmassnahmen einleiten zu können, hat die Klinik daher den Aufenthalt in einer Intensivpflegestation durch eine externe Sitzwache kompensiert. b) Nach der Rechtsprechung kann die Austauschbefugnis, welche den Versicherten in der Invalidenversicherung - im Rahmen des gesetzlich umschriebenen Zweckes - zusteht (Zusammenfassung der Rechtsprechung in RKUV 2000 Nr. K 133 S. 289 Erw. 1a), grundsätzlich auch in der obligatorischen Krankenversicherung zur Anwendung gelangen. Sie darf jedoch nicht dazu führen, Nichtpflichtleistungen durch Pflichtleistungen zu ersetzen. Denn bei der Austauschbefugnis geht es darum, den gleichen gesetzlichen Zweck auf einem anderen Weg oder mit andern Mitteln zu verfolgen, nicht aber die gesetzliche Ordnung durch eine andere, inhaltlich weitergehende Regelung zu ersetzen. Da nur die von zugelassenen Leistungserbringern getätigten Leistungen als Pflichtleistungen gelten, liegt keine Austauschbefugnis vor, wenn Leistungen von nicht Zugelassenen erbracht werden (RKUV 2000 Nr. K 133 S. 290 Erw. 1b mit Hinweisen). Ein Austausch von Leistungen kann hingegen dort stattfinden, wo eine teure Art der Leistungserbringung gewählt wird, obwohl eine kostengünstigere medizinisch ausreichend gewesen wäre (vgl. BGE 111 V 233 Erw. 3a; Eugster, Krankenversicherung, in: Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht [SBVR], Soziale Sicherheit, Rz 218). c) Vor dem Hintergrund dieser Rechtsprechung stellt sich die Frage, ob die Concordia dazu verpflichtet werden kann, anstelle jener Leistungen, die sie bei Aufenthalt in der Intensivpflegestation eines Akutspitals hätte erbringen müssen, Kosten zu übernehmen, welche die für besonderen Pflegeaufwand des Leistungserbringers vorgesehene Pauschale übersteigen. Dabei gilt es festzuhalten, dass Sitzwachen nicht der Intensivkrankenpflege in einer dafür spezialisierten Institution gleichgestellt werden können. Solche Intensivpflegeleistungen konnte die Klinik Y.________ aufgrund ihrer Einrichtung und Personaldotation gar nicht erbringen. Massgebend für die Krankenkasse sind jedoch die aufgrund der sicherzustellenden Leistungen für den jeweiligen Leistungserbringer anwendbaren Tarife. Mit Bezug auf die Klinik Y.________ ist dies nebst der Tagestaxe für besondere pflegerische Aufwendungen die Pauschale gemäss Pflegezuschlag Kategorie 3. Die Konstruktion einer Leistungspflicht für Sitzwachen anstelle der Intensivkrankenpflege in einer nicht für Intensivkrankenpflege eingerichteten Klinik würde den gesetzlichen, vertraglichen und reglementarischen Rahmen sprengen, in welchem die Krankenkasse leistungspflichtig ist.