Citation: 5A_681/2018 E. 4.3

4.3. Erneut verpasst es die Beschwerdeführerin in ihren weitläufigen Erörterungen, die entscheidenden Punkte aufzugreifen. Insbesondere wendet sie nichts gegen die vorinstanzliche Erkenntnis ein, wonach sich beide Parteien darüber im Klaren waren und sind, welchen Porsche der Beschwerdegegner herausverlangt. Warum sich das Obergericht - namentlich mit Blick auf das Gebot zum Handeln nach Treu und Glauben (Art. 52 ZPO) - nicht an dieser tatsächlich übereinstimmenden Auffassung der Parteien orientieren durfte und stattdessen geradezu zwingend auf dem Wortlaut der Begehren des Beschwerdegegners hätte beharren müssen, ist der Beschwerde nicht zu entnehmen. Muss es mit der besagten tatsächlichen Feststellung aber sein Bewenden haben, so kann auch nicht gesagt werden, dass der angefochtene Entscheid dem Beschwerdegegner im Sinne von Art. 58 Abs. 1 ZPO im Ergebnis etwas anderes zuspricht, als er verlangte. Damit ist dem Vorwurf, die Berichtigung der Modellbezeichnung und die Nennung der Kontrollschildnummer im vorinstanzlichen Urteilsspruch würden willkürlich gegen die Dispositionsmaxime verstossen, der Boden entzogen. In der Folge tut die Beschwerdeführerin nicht dar, warum das Obergericht sie zur beabsichtigten Bezeichnung des Fahrzeugs noch hätte anhören müssen, obwohl sich die Parteien tatsächlich darüber einig waren, um welches Fahrzeug sich der Streit dreht, und der angefochtene Entscheid - gemessen an der erstinstanzlichen Verfügung - auch nicht in die Rechtsstellung der Beschwerdeführerin eingreift (vgl. dazu BGE 142 I 86 E. 2.2 S. 89), sondern den erstinstanzlichen Entscheid lediglich bestätigt. Unter dem Titel von Art. 6 Ziff. 1 EMRK beklagt sich die Beschwerdeführerin sodann über eine "Ungleichbehandlung". Soweit dieser Rüge angesichts der vorigen Erwägungen noch eine eigenständige Bedeutung zukommt, läuft sie ins Leere. Was die Beschwerdeführerin angeht, entschied das Obergericht darüber, ob die Begründung ihres Begehrens, den Zuteilungsantrag des Beschwerdegegners abzuweisen, im Berufungsverfahren als Novum noch gehört werden kann. Seitens des Beschwerdegegners geht es um sein vor der Vorinstanz gestelltes Eventualbegehren, die Bezeichnung des erstinstanzlich zugeteilten Fahrzeugs zu korrigieren. Diesbezüglich fällt auf, dass die Vorinstanz nicht auf diesen Antrag Bezug nimmt, sondern sich für die Korrektur der Fahrzeugbezeichnung am Fahrzeugausweis orientiert. Mithin ist fraglich, ob mit Bezug auf das Eventualbegehren des Beschwerdegegners überhaupt von einem (Prozess-) Sachverhalt gesprochen werden kann, der sich auf den angefochtenen Entscheid auswirkt und mit der novenrechtlichen Beurteilung der Vorbringen der Beschwerdeführerin vergleichen lässt. Auch so zeigt die Beschwerdeführerin aber nicht auf, warum die Zulässigkeit ihrer Begründung und die Zulässigkeit des Eventualbegehrens des Beschwerdegegners im vorinstanzlichen Berufungsverfahren gleich zu behandeln, also nach denselben Kriterien zu beurteilen sind. Bloss zu behaupten, der Gleichbehandlungsgrundsatz sei verletzt, genügt nicht. Zum Scheitern verurteilt ist schliesslich der Vorwurf, der angefochtene Entscheid verletze die Eigentumsgarantie. Abgesehen davon, dass im vorliegenden Massnahmeverfahren nur über die Benutzung des Wagens und nicht über das (umstrittene) Eigentumsrecht daran zu befinden ist, begründet die Beschwerdeführerin ihre Rüge mit dem angeblichen bzw. befürchteten Verhalten des Beschwerdegegners, das die Vorinstanz in Kauf nehme, indem sie das Fahrzeug dem Beschwerdegegner zuteile. Die Beschwerdeführerin übersieht, dass Grundrechte ihre Schutzwirkung grundsätzlich nur im Verhältnis zwischen Bürger und Staat entfalten und die Eigentumsgarantie (Art. 26 Abs. 1 BV) keine unmittelbare Horizontalwirkung in den Beziehungen zwischen Privatpersonen hat, weshalb sie, die Beschwerdeführerin, sich im vorliegenden Streit um private Rechte an einem Fahrzeug grundsätzlich nicht auf diese Vorschrift berufen kann. Indessen sind bei der Auslegung zivilrechtlicher Vorschriften die besonderen Anforderungen zu berücksichtigen, die sich aus den Grundrechten ergeben (s. BGE 143 I 217 E. 5.2 S. 218 f.; 137 III 59 E. 4.1 S. 61 f.). Dies setzt freilich voraus, dass sich die Beschwerdeführerin konkret mit den betroffenen zivilrechtlichen Normen auseinandersetzt und nicht einfach abstrakt auf Grundrechte beruft (Urteil 5A_408/2018 vom 28. November 2018 E. 3.2 mit Hinweisen). Hier zeigt die Beschwerdeführerin nicht auf, inwiefern das Obergericht Art. 276 Abs. 1 Satz 2 ZPO i.V.m. Art. 176 Abs. 1 Ziff. 2 ZGB falsch anwendet, wenn es den Porsche aus den erwähnten Gründen dem Beschwerdegegner zur Benützung zuteilt. Allein ihre Behauptung, der angefochtene Entscheid verletze Art. 26 Abs. 1 BV, hilft ihr nicht weiter.