Citation: 6B_19/2021 E. 3.2.1

3.2.1. Nach dem zum Sachverhalt Gesagten verletzt die Vorinstanz kein Bundesrecht, wenn sie mit Bezug auf den Anklagesachverhalt gemäss Ziffer 1.1 und 1.2 den Tatbestand der versuchten schweren Körperverletzung bejaht und erwägt, der Beschwerdeführer habe diesbezüglich eventualvorsätzlich gehandelt. Es steht willkürfrei fest, dass das Opfer zum Zeitpunkt des Eingreifens des Beschwerdeführers und eines weiteren Beschuldigten am Boden lag und von zwei Personen fixiert wurde. Unter diesen Umständen hatte das Opfer offensichtlich keinerlei Abwehrchance gegen die Tritte der beiden Angreifer. Der Vorinstanz ist zuzustimmen, dass die Beschuldigten das ihnen bekannte Risiko schwerer Kopfverletzungen weder kalkulieren noch das Ziel ihrer Tritte hinreichend genau steuern konnten, um einen Kopftreffer, welcher denn auch nachweislich eintrat, zu vermeiden. Aus der Tatsache, dass das Opfer nur geringfügig verletzt wurde, kann nicht geschlossen werden, dass die Tritte nur leicht oder von vornherein ungeeignet gewesen wären, eine schwere Körperverletzung zu verursachen, was die Vorinstanz, namentlich gestützt auf die Ausführungen des zweiten Tretenden, willkürfrei verneint. Sodann ist ohne Belang, ob von einem mittäterschaftlichen Vorgehen aller oder mehrerer Beschuldigter ausgegangen werden muss, wie die Vorinstanz offenbar annimmt. So oder anders steht fest, dass der Beschwerdeführer schwere Kopfverletzungen des Opfers als Folge seiner eigenen ungezielten Tritte im Rahmen eines dynamischen Geschehens in Kauf genommen hat. Der Schluss auf Eventualvorsatz verletzt kein Bundesrecht. Auf die Ausführungen in der Beschwerde zur Mittäterschaft braucht daher nicht eingegangen zu werden. Ebenso kann offen bleiben, ob ein mittäterschaftliches Vorgehen in der Anklage überhaupt hinreichend umschrieben wurde. Nicht zu beanstanden ist schliesslich, dass die Vorinstanz eine Notwehrlage sowie geeignete und angemessene Abwehrhandlung des Beschwerdeführers ablehnt. Bei seinem Eingreifen war das Opfer durch zwei Mitbeschuldigte fixiert und somit wehrlos. Entgegen seiner Auffassung ist irrelevant, auf welche Weise die Auseinandersetzung ihren Anfang nahm, resp. ob sich das Opfer zuvor aggressiv verhalten hat. Ohnehin leuchtet nicht ein, wie der Beschwerdeführer mit dem inkriminierten Verhalten eine mögliche Gefahr für die beiden Mitbeschuldigten hätte abwenden wollen. Sein Vorgehen richtete sich nicht gegen die Hand des Opfers, worin dieses einen metallenen Gegenstand hielt, sondern bestand in ungezielten Tritten gegen dessen Kopf- und Oberkörper. Von einer angemessenen Abwehr kann keine Rede sein. Unter den festgestellten Umständen dürfte es gar - unbesehen vom Vorliegen einer Notwehrlage - an einem Abwehrwillen gefehlt haben, womit Notwehr ebenfalls ausschiede. Soweit der Beschwerdeführer wiederum einen anderen Geschensablauf schildert, insbesondere vorbringt, seine Tritte hätten sich nur gegen die Beine oder Füsse des Opfers gerichtet, entfernt er sich vom für das Bundesgericht verbindlichen Sachverhalt, ohne Willkür darzutun.