Citation: I 557/02 04.03.2004 E. 5

5.1 Vorliegend ist die Versicherte unstreitig in der Indikationsstufe 3 einzureihen, entsprechende dem Ergebnis des regel- und verfahrenskonform erfolgten Abklärungsverfahrens. Jedoch erachtete die Vorinstanz ein spezifisches Eingliederungsbedürfnis, das einer ausnahmsweise über die tarifarisch vorgesehenen Preislimiten hinausgehenden Versorgung bedürfe, als ausgewiesen. Sie erwog dazu, Dr. med. S.________ habe in seiner Stellungnahme vom 2. Mai 2002 ausführlich und klar nachvollziehbar begründet, weshalb die Versicherte auf die ihr abgegebenen Geräte, welche preislich über der im Tarif vorgesehenen Limite für die Indikationsstufe 3 lägen, unbedingt angewiesen sei. Er habe ausgeführt, unter Berücksichtigung der beruflichen Situation sei die Indikationsstufe 4 angezeigt und in diesem Sinn auch zweckmässig. Auch in der Schlussexpertise vom 11. Juli 2000 werde bestätigt, dass es vorliegend um einen klar indizierten Fall notwendiger Bestversorgung gehe. Es sei daher mit überwiegender Wahrscheinlichkeit als bewiesen anzunehmen, dass vorliegend durch ein Limitengerät eine befriedigende Versorgung gar nicht möglich wäre, da auf die Versorgung im beruflichen Bereich besonderes Gewicht zu legen sei. Demgegenüber verneint das BSV in seiner Verwaltungsgerichtsbeschwerde einen Anspruch der Beschwerdegegnerin auf eine über die in Indikationsstufe 3 vorgesehenen Höchstbeträge hinausgehende Hörgeräteversorgung. Es begründet dies indes nicht mit fehlenden spezifischen invaliditätsbedingten Gründen der Beschwerdegegnerin, welche eine über die tarifvertraglichen Preislimiten hinausgehende Hörgeräteversorgung rechtfertigen würden. Vielmehr wendet es sich nur in allgemeiner, grundsätzlicher Weise gegen die Möglichkeit eines ausnahmsweisen Abweichens vom Tarifvertrag und lehnt eine gerichtliche Prüfung, ob die tarifarisch vergüteten Höchstpreise dem invaliditätsbedingten Eingliederungsbedürfnis im konkreten Einzelfall Rechnung tragen, ab. Dass diese Auffassung rechtlich nicht standhält, wurde mit Verweis auf die Erwägungen im zur Publikation vorgesehenen Urteil L. vom 9. Januar 2004, I 281/02, bereits ausführlich dargelegt. Auf die von der Vorinstanz erwogenen fallspezifischen Besonderheiten bei der Versicherten geht das BSV in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde nicht ein. Deshalb besteht kein Anlass, den kantonalen Entscheid, welcher der Aktenlage richtig und angemessen Rechnung trägt, im Einzelnen näher zu überprüfen (BGE 110 V 53).