Citation: 5A_758/2020 E. 3.2

3.2. Das Kantonsgericht ist davon ausgegangen, der Gesetzeswortlaut setze nicht voraus, dass die Verletzungshandlung andauere oder ohne Feststellung der Widerrechtlichkeit unaufhörlich weitere gleichartige Verletzungen drohten oder erfolgten. Angesichts der Beseitigungsfunktion der persönlichkeitsrechtlichen Feststellungsklage brauche sich nicht einmal die abgeschlossene Verletzungshandlung weiterhin oder erneut störend auszuwirken. Vielmehr genüge es, wenn der durch die Verletzung hervorgerufene Störungszustand fortbestehe (E. III/2.2.2 S. 46). Entgegen der Behauptung der Beschwerdeführer hat das Kantonsgericht festgestellt, die Verhältnisse hätten sich in der Zwischenzeit nicht derart geändert, dass die beanstandeten Fallberichterstattungen jede Aktualität eingebüsst hätten und das beim Durchschnittsleser insgesamt gezeichnete Bild der Beschwerdegegner jede Bedeutung verloren habe und deshalb auch ausgeschlossen werden könne, frühere Äusserungen würden bei neuem aktuellem Anlass wieder aufgegriffen und verbreitet werden. Einerseits habe das Kreisgericht zu Recht hervorgehoben, dass die Beschwerdeführer vorliegend über einen Zeitraum von rund zwei Jahren regelmässig und intensiv über die KESB L.________ und deren Präsidenten berichtet hätten, andererseits seien im Zeitpunkt der erstinstanzlichen Urteilsberatung (abgesehen von zwölf Kommentaren auf der Facebook-Seite) unbestrittenermassen noch sämtliche der beanstandeten Publikationen im Internet auffindbar gewesen (inzwischen offenbar nicht mehr). Ein durch rund 130 Zeitungsbeiträge und über 40 abgedruckte Leserbriefe sowie 75 Drittkommentare auf der Facebook-Seite der Zeitungsherausgeberin, um nur die beanstandeten zu nennen, hervorgerufener Eindruck verschwinde nicht einfach von selbst in einigen wenigen Jahren, sondern sei nach allgemeiner Lebenserfahrung geeignet, sich während Jahren, wenn nicht sogar Jahrzehnten, ansehensmindernd auszuwirken. Es komme hinzu, dass die Einstellung persönlichkeitsverletzender Äusserungen noch lange nicht bedeute, der Störungszustand (verstanden als Gedankenbild in den Köpfen des Publikums) werde nicht weiter bewirtschaftet. Die Aktualität früherer Äusserungen könne auch dadurch aufrechterhalten bleiben, dass beispielsweise die Leser über damit zusammenhängende Gerichtsverfahren auf dem Laufenden gehalten würden oder öffentlich über die Hintergründe der von einer gegenüber dem anderen Betroffenen ausgesprochenen Kündigung spekuliert werde (mit Hinweis auf unter anderm im Berufungsverfahren zulässige Noven [E. II/3.3. S. 41] insbesondere betreffend ein von den Beschwerdeführern seit Oktober 2018 betriebenes Nachrichtenportal, das ein "Dossier: KESB" mit mehreren Beiträgen zur Kündigung und Freistellung des Beschwerdegegners führe). Dass beide klagenden Beschwerdegegner bis heute ununterbrochen über ein schutzwürdiges Interesse an den beantragten Feststellungen verfügten, sei unter den gegebenen Umständen daher ohne Weiteres zu bejahen (E. III/2.2.3 S. 47 des angefochtenen Entscheids).