Citation: 4D_76/2024 E. 3.2

3.2. Die Vorinstanz verwies auf Art. 143 Abs. 1 ZPO, wonach Eingaben spätestens am letzten Tag der Frist beim Gericht eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Vertretung übergeben werden müssen. Sie erwog, der Beschwerdeführer habe selbst angegeben, er sei in Deutschland als Anwalt zugelassen und habe in der Schweiz einen Master of Law erworben. Er trete als "Lawyer & Consultant" unter Angabe seiner schweizerischen Wohnadresse öffentlich auf. Mit dieser Begründung qualifizierte sie ihn als rechtskundigen Juristen, der habe wissen müssen, dass er mit der Behauptung, er habe am späten Abend des Fristablaufs die Klageschrift direkt in den Briefkasten der Erstinstanz geworfen, eine prozessuale Unsicherheit geschaffen habe. Unter diesen Umständen hätte er unaufgefordert und vor Ablauf der Frist Beweismittel für den Nachweis des rechtzeitigen Einwurfs anbieten müssen. Er habe aber bloss auf der physisch abgegebenen Klageschrift den Vermerk "Persönlicher Einwurf in den Gerichtsbriefkasten am 27.10.2023 zwischen 21h30-22h30" angebracht. Die Erstinstanz habe zutreffend erkannt, dass es sich hierbei um eine reine Parteibehauptung handle. Eine Beweisofferte sei damit jedenfalls nicht verbunden gewesen. Auch der Vermerk "Klageschrift und Kopie der Klagebewilligung zusätzlich per elektronisches Einschreiben am 27.10.2023" stelle keine gehörige Beweisofferte dar, sondern sei ebenfalls eine reine Parteibehauptung. Insoweit gelte dessen Behauptung als beweislos. Es sei nicht zu beanstanden, dass die Erstinstanz nicht von Amtes wegen ein Beweisverfahren durchgeführt habe. Das rechtliche Gehör des Beschwerdeführers sei dadurch nicht verletzt. Die Vorinstanz verweist auf das Urteil 4A_229/2017 vom 7. Dezember 2017 E. 3.4, wo das Bundesgericht festhielt, die beschränkte Untersuchungsmaxime im Rahmen von Art. 60 ZPO bedeute nicht, dass das Gericht von Amtes wegen nach Tatsachen forschen muss, die für das Vorliegen einer Prozessvoraussetzung sprechen, wenn solche vom Beschwerdeführer nicht oder verspätet vorgebracht worden sind.