Citation: 4A_547/2022 E. 4.2

4.2. Vom Rechtsbehelfsgericht nach Art. 43 f. LugÜ darf die Vollstreckbarerklärung zwar dem Wortlaut von Art. 45 Abs. 1 Satz 1 LugÜ nach nur aus einem der in den Art. 34 f. LugÜ aufgeführten Verweigerungsgründe versagt oder aufgehoben werden. Allerdings darf das Rechtsbehelfsgericht auch diejenigen Voraussetzungen der Vollstreckbarerklärung prüfen, die bereits die erste Instanz hat prüfen dürfen. Ansonsten wäre einerseits eine einheitliche Rechtsprechung zum Begriff der "Vollstreckbarkeit" oder der "Entscheidung" nicht zu erlangen (Urteile 5A_104/2019 E. 4.2; 5A_934/2016 vom 23. August 2017 E. 4; je mit Hinweisen). Andererseits wäre der Anspruch des Vollstreckungsgegners auf rechtliches Gehör verletzt, da sich dieser im erstinstanzlichen Verfahren zur Prüfung der formellen Voraussetzungen der Vollstreckbarerklärung gerade nicht äussern kann (vgl. E. 3.2 hiervor).