Citation: I 146/03 01.07.2003 E. 2

2.1 Ob die Anpassung einer Leistungsverfügung im Invalidenversicherungsrecht im Sinne einer Herabsetzung rückwirkend (mit der Folgen einer möglichen Rückerstattungspflicht) oder lediglich für die Zukunft erfolgt, hängt davon ab, ob sich die Korrektur auf einen AHV-analogen oder einen IV-spezifischen Gesichtspunkt bezieht: Handelt es sich um eine IV-spezifische Tatsache (insbesondere einen Umstand, welcher für die Bestimmung des Invaliditätsgrades von Bedeutung ist), so erfolgt die Anpassung rückwirkend, falls die versicherte Person ihre Pflicht zur Meldung anspruchsrelevanter Tatsachen (Art. 77 IVV) verletzt hat (Art. 88bis Abs. 2 lit. a IVV); andernfalls findet keine Rückwirkung statt (Art. 85 Abs. 2, 88bis Abs. 2 IVV), sodass auch eine Rückforderung ausscheidet. Ist dagegen ein AHV-analoger Gesichtspunkt betroffen (dazu zählen beispielsweise die Versicherteneigenschaft oder die Rentenberechnung), erfolgt die Anpassung gestützt auf Art. 49 IVG in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 Satz 1 AHVG grundsätzlich rückwirkend (vgl. zum Ganzen BGE 119 V 432 Erw. 2 mit Hinweisen). Wurde die Rente einer Drittperson ausbezahlt, so ist diese rückerstattungspflichtig (Art. 78 Abs. 2 AHVV). 2.2 Eine auf Grund einer formell rechtskräftigen Verfügung ausgerichtete Leistung ist in der Sozialversicherung nur zurückzuerstatten, wenn die Voraussetzungen einer Wiedererwägung oder einer prozessualen Revision erfüllt sind (BGE 126 V 399 Erw. 1 mit Hinweis). Gemäss einem allgemeinen Grundsatz des Sozialversicherungsrechts kann die Verwaltung eine formell rechtskräftige Verfügung, welche nicht Gegenstand materieller richterlicher Beurteilung gebildet hat, in Wiedererwägung ziehen, wenn sie zweifellos unrichtig und ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist (BGE 127 V 469 Erw. 2c mit Hinweisen).