Citation: 6B_523/2024 E. 1.6.4

1.6.4. Aus den vorliegend zusammengefasst wiedergegebenen Ausführungen des Sachverständigen B.________ erhellt, dass dieser seine diagnostische Einschätzung nachvollziehbar darlegt, die Differenzen zu den Diagnosen in den früheren Gutachten aufzeigt und diese schlüssig begründet. Ferner geht aus seinen Ausführungen hervor, dass er die Merkmale, der in den früheren Gutachten teilweise neben der paranoiden Persönlichkeitsstörung diagnostizierten Persönlichkeitsstörungen, ebenfalls beim Beschwerdeführer feststellt, jedoch aus den dargelegten Gründen keine entsprechende (n) zusätzliche (n) Diagnose (n) stellt. Im Wesentlichen entsprechen die aktuell gestellten Diagnosen jedoch den Einschätzungen in den früheren Gutachten. Die Differenzen zu den Vorgutachten sind - so der Sachverständige B.________ - eher von fachwissenschaftlicher Bedeutung und für die forensische Beurteilung sekundär (kantonale Akten, act. 64, Gutachten B.________, S. 117). Entgegen der pauschalen Kritik des Beschwerdeführers begründet der Sachverständige seine Diagnose, auch jene der wahnhaften Störung, nachvollziehbar. Der Einwand, der Sachverständige leite die Diagnose der wahnhaften Störung nicht eingehend her bzw. deute das Misstrauen des Beschwerdeführers relativ unbesehen als Ausdruck eines Wahns, erweist sich als unbegründet, soweit darauf mangels Auseinandersetzung mit den vorinstanzlichen Ausführungen überhaupt einzugehen ist. Der Sachverständige B.________ begründet seine Diagnose der wahnhaften Störung und legt dar, dass beim Beschwerdeführer seit Jahren mit subjektiver Gewissheit erlebte, unbeeinflussbare und unkorrigierbare Überzeugungen bestünden, dass ein Netzwerk bzw. System von Personen in Justiz-, Polizei-, Kinder-/Jugendschutz- sowie Vormundschaftsbehörden, die vornehmlich einer bestimmten politischen Partei angehörten, zum einen Personen (v.a. Kinder und Jugendliche, aber auch junge Erwachsene) sexuell missbrauchten, zum anderen ihn zu Unrecht inhaftierten, Beweise und Anzeigen unterschlagen und ihn anderweitig malträtieren würden. Das wahnhafte Erleben sei beim Beschwerdeführer teilweise von einer erheblichen affektiven Beteiligung im Sinne einer ausgeprägten Wahndynamik geprägt (kantonale Akten, act. 64, Gutachten B.________, S. 98). Die vom Sachverständigen geschilderten Symptome, die der Diagnose der wahnhaften Störung zugrunde liegen, gehen über das vom Beschwerdeführer genannte und auf seine Vollzugsmüdigkeit zurückgeführte Misstrauen gegenüber den Vollzugsverantwortlichen sowie Therapeuten hinaus. Zudem hält der Sachverständige ausdrücklich fest, dass sich seine Diagnose nicht auf in den letzten drei Jahren neu aufgetretene Symptome des Beschwerdeführers beziehe, sondern diese auch schon in den früheren Gutachten (seit 2010) beschrieben worden seien (kantonale Akten, act. 64, Gutachten B.________, S. 99). Schliesslich führt der Sachverständige B.________ mit Bezug auf die aktuelle Situation des Beschwerdeführers und dessen langen Freiheitsentzug aus, dass sich die paranoide Symptomatik, wie häufig bei Personen mit einer paranoiden Persönlichkeitsstörung und einer wahnhaften Störung, im Laufe der Unterbringung in einer geschlossenen, stark kontrollierenden und einschränkenden Institution weiter verfestigt, ausgeweitet und intensiviert habe. Der Beschwerdeführer begegne mittlerweile praktisch dem gesamten Justiz- und Vollzugssystem wie auch seinen Rechtsanwälten oder den Gutachtern misstrauisch, vorwurfsvoll bis feindselig und teilweise wahnhaft paranoid (kantonale Akten, act. 64, Gutachten B.________, S. 104).