Citation: 4A_478/2023 E. 3.2.2

3.2.2. Die Vorinstanz erwog, aus den Rechtsschriften der Beschwerdeführerin ergebe sich weder ein vollständig stringent behaupteter Kausalverlauf (Kette mit haftungsbegründender und haftungsausfüllender Kausalität) noch eine klare Reihenfolge der behaupteten hypothetischen Kausalverläufe. Zudem mangle es an der nötigen Klarheit darüber, welcher Schaden überhaupt geltend gemacht werde. Bereits die Klagebegründung sei nicht stimmig. So habe die Beschwerdeführerin als Hauptbegründung angeführt, bei richtiger Beratung die Versicherungslösung der Zürich behalten zu haben. Den erlittenen Schaden habe sie dann aber aufgrund des standardisierten Vergleichsangebots der Helvetia berechnet und sich gleichzeitig mit Verweis auf ihren "tatsächlichen" Anspruch gegenüber der Zürich weitergehende Ansprüche vorbehalten. Den Schaden für den hypothetischen Kausalverlauf bei Beibehaltung der Versicherung der Zürich habe sie hingegen nicht beziffert. Die Gegenüberstellung von Klage und Replik zeige weitere Widersprüche, namentlich hinsichtlich der hypothetischen Kausalverläufe und des Schadens. Auch bleibe aufgrund ihrer Angaben unklar, für welche Versicherungslösung sich die Beschwerdeführerin ohne die behauptete Pflichtverletzung entschieden hätte. Diese Frage lasse sie in ihrem Tatsachenvortrag ebenso unbeantwortet wie diejenige nach der überwiegenden Wahrscheinlichkeit dieses hypothetischen Kausalverlaufs. Stattdessen habe die Beschwerdeführerin zwei Alternativszenarien präsentiert, ohne sich auf das eine oder andere Szenario festzulegen oder zumindest klar eine Reihenfolge zu definieren. Aus ihrer Darstellung zeige sich damit, dass keiner der genannten hypothetischen Kausalverläufe überwiegend wahrscheinlich sein könne. Die Beschwerdeführerin habe es somit unterlassen, die relevante Kausalkette - spezifische Pflichtverletzung, spezifischer Entscheid, spezifischer Schaden - kohärent zu behaupten. Mangels schlüssigem Tatsachenvortrag fehle auch dessen Substanziierung. Damit sei die Beschwerdeführerin ihrer Behauptungs- und Substanziierungslast nicht nachgekommen. Die Klage sei deshalb abzuweisen, ohne dass eine Pflichtverletzung der Beschwerdegegnerin zu prüfen wäre.