Citation: 6B_407/2022 E. 6.4

6.4. Schliesslich beanstandet die Beschwerdeführerin, dass die Vorinstanz kein kausalitätsunterbrechendes Selbstverschulden des Unfallopfers annimmt. Die Rüge ist unbegründet. Die Vorinstanz setzt sich damit auseinander, dass das Gutachten der Fussgängerin die Schuld am Unfall zuweist, weil sie nach links blicken und kurz abwarten hätte müssen. Allerdings weist die Vorinstanz zutreffend darauf hin, dass das Strafrecht keine Schuldkompensation kennt (BGE 106 IV 58 E. 1; vgl. etwa Urteile 6B_735/2020 vom 18. August 2021 E. 3.6; 6B_820/2015 vom 16. Oktober 2015 E. 3.4; 6B_286/2013 vom 14. Oktober 2013 E. 1.5; je mit Hinweis). Die Vorinstanz durfte bei der Prüfung der Erheblichkeit des Gutachtens ohne Weiteres davon ausgehen, dass das Verhalten der Fussgängerin nicht so ungewöhnlich war, dass die Beschwerdeführerin überhaupt nicht hätte damit rechnen müssen (zur Adäquanz BGE 135 IV 56 E. 2.1 mit Hinweisen).