Citation: 1B_624/2021 E. 5.2

5.2. Das Obergericht hielt im angefochtenen Beschluss fest, es bestehe eine ernsthafte und akute Gefahr, dass der Beschwerdeführer im Fall der Haftentlassung seine Ex-Ehefrau wieder aufsuche, bei einem Zusammentreffen die Kontrolle verliere und zu einer schweren Gewalttat schreite. Zum einen weise nämlich die Vorgeschichte auf ein offenbar erhebliches Konfliktpotential hin, das im Zusammenhang mit dem Besuchsrecht betreffend den gemeinsamen Sohn des früheren Ehepaares stehe. Zum anderen habe der Beschwerdeführer seine Ex-Ehefrau spätabends unter einem falschen Vorwand in den Wald gelockt und ihr dabei, mit einem Messer sowie einem selbst präparierten Gurt gewappnet, aufgelauert. Die Frau habe an diesem Abend Verletzungen an den Händen und Beinen sowie Rötungen am Hals davongetragen. Der Beschwerdeführer stehe überdies in dringendem Verdacht, Todesdrohungen geäussert zu haben. Es bestünden sodann konkrete Hinweise (namentlich in Form von Standortdaten seines Mobiltelefons), dass er sich entgegen einer Fernhalteverfügung in der Nähe des (damaligen) Wohnorts des Opfers aufgehalten habe. Gestützt auf die Akten, die bisherigen Ermittlungsergebnisse und ein forensisch-psychiatrisches Gutachten vom 30. Juni 2021, gemäss welchem sich die Situation namentlich aufgrund dissozialer Persönlichkeitsanteile beim Beschwerdeführer nur mit der aktuellen Haft deeskalieren lasse, sei eine ungünstige Rückfallprognose zu stellen. Unter diesen Umständen habe das Zwangsmassnahmengericht zu Recht vom Vortatenerfordernis abgesehen und sei eine konkrete Wiederholungsgefahr zu bejahen.