Citation: 1C_645/2018 E. 5.1

5.1. Die Beschwerdeführer rügen, das Verwaltungsgericht habe eine einseitige, unvollständige Interessenabwägung vorgenommen und der Prozessökonomie unzulässigerweise Vorrang gegenüber dem materiellen Recht eingeräumt: Es habe selbst festgestellt, dass die fragliche Fläche Wald im Rechtssinne darstelle und die im Nutzungsplan eingetragene Waldgrenze deshalb nicht mit der heutigen Situation übereinstimme. Es bestehe ein überwiegendes Interesse der Öffentlichkeit, dass die tatsächliche Waldgrenze mit der Zonenplanung übereinstimme. Die Korrektur der Waldgrenze führe auch nicht zu einem prozessualen Leerlauf, da noch gar nicht feststehe, ob erneut eine Rodungsbewilligung erteilt werde. Die Beschwerdeführer werfen dem Verwaltungsgericht in diesem Zusammenhang eine Verletzung des rechtlichen Gehörs vor, weil es die Behauptung der VOL, es handle sich um das gleiche Projekt wie 2008, ungeprüft übernommen habe. Dies treffe nicht zu: Es handle sich formell und materiell um unterschiedliche Vorhaben; insbesondere sei die Strassenführung nicht dieselbe, für die neue Strassenplanung seien Enteignungen erforderlich und es müsse noch geprüft werden, ob die Baulandparzellen nicht anders als über den Eichholzweg erschlossen werden könnten (z.B. über die Breichtenstrasse). Auch das neue Rodungsgesuch der Gemeinde betreffe nicht die gesamten 444 m2 Wald, für die 2008 ein Rodungsgesuch bewilligt worden sei, sondern nur die "temporäre Rodungsfläche" von 236 m2 Wald auf den Grundstücken Nr. 67 und 68, entlang der Parzelle Nr. 3542, nördlich der strittigen Waldfläche. Für die 208 m2 Wald innerhalb der Parzelle Nr. 3542 sei kein Rodungsgesuch eingereicht worden. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung (insbesondere BGE 106 Ib 325 E. 2) sei im Übrigen die Sach- und Rechtslage im Zeitpunkt des erstinstanzlichen Waldfeststellungsverfahrens massgeblich, hier also der 4. Juni 2015. Zu diesem Zeitpunkt sei weder ein Strassenplan- noch ein Rodungsgesuch hängig gewesen, d.h. das Gesuch der Beschwerdeführer um Änderung der Waldgrenze hätte gutgeheissen werden müssen. Die von den Behörden zu verantwortende Verzögerung des Verfahrens dürfe sich nicht zu Lasten der Beschwerdeführer auswirken; dies sei indessen der Fall, wenn dem erst viel später aufgegleisten, noch nicht rechtskräftigen Strassenplanverfahren unzulässigerweise eine Art positive Vorwirkung zugesprochen werde. Schliesslich treffe es auch nicht zu, dass die Waldgrenze noch in einer späteren Phase der Ortsplanungsrevision korrigiert werden könne, sehe das Konzept der Gemeinde doch vor, Waldfeststellungen/Waldgrenzen bereits in der ersten Etappe der Ortsplanungsrevision 2013+ abschliessend zu regeln.