Citation: 6S.343/2001 20.03.2002 E. 4.-

Der Beschwerdeführer macht geltend, das gestützt auf Art. 54 Abs. 1 StGB gegen ihn ausgesprochene Berufs- ausübungsverbot verletze Bundesrecht, da der Lehrerberuf keine bewilligungspflichtige Tätigkeit sei, die über- wiegende Anzahl der Übergriffe ausserhalb seiner Tätigkeit als Lehrer im Rahmen der freiwilligen Trainerarbeit in der Freizeit stattgefunden hätten und keine Gefahr eines weiteren Missbrauchs bestehe. Selbst wenn die Vorausset- zungen von Art. 54 Abs. 1 StGB gegeben wären, sei eine Dauer von fünf Jahren unverhältnismässig lang. a) Hat jemand in der von einer behördlichen Be- willigung abhängigen Ausübung eines Berufes, Gewerbes oder Handelsgeschäfts ein Verbrechen oder Vergehen begangen, für das er zu einer drei Monate übersteigenden Freiheits- strafe verurteilt worden ist, und besteht die Gefahr wei- teren Missbrauches, so kann ihm der Richter die Ausübung des Berufes, des Gewerbes oder des Handelsgeschäftes für sechs Monate bis zu fünf Jahren untersagen (Art. 54 Abs. 1 StGB). b) Die Vorinstanz stellt fest, dass der Lehrerbe- ruf in der vom Beschwerdeführer damals ausgeübten Form nach kantonalem Recht bewilligungspflichtig ist. Diese Auslegung kantonalen Rechts ist für das Bundesgericht im Verfahren der eidgenössischen Nichtigkeitsbeschwerde ver- bindlich. Auf die entsprechenden Vorbringen des Beschwer- deführers kann insoweit nicht eingetreten werden. c) Wie der Beschwerdeführer selbst einräumt, hat er einzelne Taten während der Ausübung seiner Lehrertätig- keit begangen. Der nach Art. 54 StGB notwendige Zusammen- hang zwischen den Delikten und der Berufsausübung ist so- mit gegeben. Ein grosser Teil der vom Beschwerdeführer als Trainer im Turnverein M.________ begangenen Delikte er- folgte zum Nachteil von Mädchen, die auch seine Schüle- rinnen waren. Da sein Einfluss auf die Opfer in nicht geringem Masse auf seine Tätigkeit als Primarschullehrer und seine entsprechende Stellung in der dörflichen Gemein- schaft zurückzuführen sind, der Beschwerdeführer trotz Aussprachen mit den Eltern und einzelnen Opfern in den Jahren 1989 und 1991 weiter delinquierte und ein Wieder- einstieg des Beschwerdeführers in den Lehrerberuf nicht auszuschliessen ist, durfte die Vorinstanz ohne Bundes- recht zu verletzen die Gefahr weiteren Missbrauchs be- jahen. Die übrigen Voraussetzungen zur Aussprechung eines Berufsverbotes sind gegeben. d) Die Vorinstanz hat das Berufsverbot für die vom Gesetz vorgesehene maximale Dauer von fünf Jahren aus- gesprochen. Dies mag angesichts der beurteilten Taten zwar hoch erscheinen. Für ein langes Berufsverbot spricht je- doch der Umstand, dass der Beschwerdeführer seine Straf- taten vor sich selbst und Dritten nach wie vor beschönigt. Ein Berufsverbot von fünf Jahren ist hier noch verhältnis- mässig, weil der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde selbst hervorhebt, den Lehrerberuf gar nicht mehr ausüben zu wollen, und das Verbot auf den Lehrberuf mit Unmündigen beschränkt ist. Im Übrigen wird die zuständige Behörde bei der bedingten Entlassung des Beschwerdeführers aus dem Strafvollzug (Art. 38 StGB) in Analogie zur Landesver- weisung darüber zu entscheiden haben, ob und gegebenen- falls unter welchen Bedingungen der Vollzug des Berufsver- botes probeweise aufzuschieben sei (vgl. BGE 116 IV 283 zu Art. 55 StGB).