Citation: 6B_987/2024 E. 1.3.1

1.3.1. Die Vorinstanz verweist mit Bezug auf die Vorfälle zwischen dem 18. Februar und 2. Juli 2021 (Nötigung und mehrfache Drohung; Anklagepunkte II. und III.) auf die Erwägungen der Erstinstanz, welche sie als vollständig und überzeugend beurteilt. Mit der Erstinstanz erscheine es reichlich abwegig, dass die Beschwerdegegnerin 2 verschiedene der auf dem Mobiltelefon des Beschwerdeführers vorgefundenen Chat-Nachrichten selbst verfasst und an ihre eigene Adresse geschickt haben soll. Der Beschwerdeführer vermöge nicht ansatzweise darzulegen, wie ihr dies gelungen sein könnte. Insbesondere die Formulierungen und die zahlreichen Schreibfehler in den Chats wiesen denn auch darauf hin, dass die Nachrichten in einem emotionalen Ausnahmezustand geschrieben worden sein müssten und nicht geplant in Manipulierungsabsicht verfasst worden seien. Mit seinem Einwand zum subjektiven Sachverhalt, die Texte stammten aus der Rap-Kultur und seien nicht ernst gemeint gewesen, sei der Beschwerdeführer nicht zu hören. Für die rechtliche Beurteilung komme es nicht darauf an, ob Texte mit drohendem Inhalt einen ernsthaften Hintergrund hätten, solange der Täter zumindest damit rechne, dass sie beim Adressaten bzw. der Adressatin eine entsprechende Verängstigung auslösen könnten. Im Übrigen habe die Erstinstanz zu Recht darauf hingewiesen, dass die Beschwerdegegnerin 2 dem Beschwerdeführer nicht annähernd gleich derbe und drohende Texte habe zukommen lassen, sodass im vorliegenden Zusammenhang nicht einfach von einem Schlagabtausch mit gegenseitigen Provokationen und Beleidigungen gesprochen werden könne. Der den Anklagepunkten II. und III. zugrundeliegende Sachverhalt sei mithin erstellt.