Citation: C 345/05 22.03.2006 E. 2

2.1 Die Arbeitslosenkasse begründet die Einstellung in der Anspruchsberechtigung im Wesentlichen damit, dass sich die ordentliche Kündigungsfrist von drei Monaten krankheitsbedingt aufgrund von Art. 336c OR um einen Monat verlängert habe, sodass die Versicherte ihre Arbeitskraft dem Arbeitgeber über den 31. August 2004 hätte anbieten müssen. Aufgrund ihrer juristischen Vorbildung hätte sie diese Bestimmung kennen müssen, weshalb ihre Arbeitslosigkeit selbstverschuldet sei. Verschuldensmildernd berücksichtigte die Kasse, dass die Beschwerdegegnerin lediglich auf die einmonatige Weiterführung eines bereits arbeitgeberseitig gekündigten Arbeitsverhältnisses verzichtet habe. 2.2 Unbestrittenermassen hätte sich das Arbeitsverhältnis aufgrund der Sperrfristregelung nach Art. 336c Abs. 2 und 3 OR durch die krankheitsbedingte Verhinderung an der Arbeitsleistung während der Kündigungsfrist um einen Monat verlängert. Gemäss Rechtsprechung kann ein Arbeitnehmer in gekündigter Stellung, der sich mit Bezug auf die Verlängerung des Arbeitsverhältnisses gemäss Art. 336c Abs. 2 und 3 OR irrt und aus diesem Grunde die Arbeitsbeziehungen verfrüht beendet, namentlich indem er nach Ablauf der ordentlichen Kündigungsfrist seine Dienste nicht (mehr) anbietet, nicht wegen selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit in der Anspruchsberechtigung eingestellt werden (ARV 1990 Nr. 16 S. 92). 2.3 Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin ist bei einer Versicherten mit kaufmännischer Ausbildung, welche knapp eineinhalb Jahre als kaufmännische Angestellte/Sekretärin in einer Rechtsanwaltskanzlei tätig war, nicht zu vermuten, dass sie von der relevanten arbeitsvertraglichen Regelung Kenntnis hatte oder zumindest hätte haben sollen, weshalb ihr - als Laie in arbeitsvertraglichen Belangen - aus deren Unkenntnis kein Vorwurf gemacht werden kann. Des Weiteren macht die Beschwerdeführerin auch nicht geltend, der Irrtum sei nicht entschuldbar, da die Versicherte bei ihrer Anmeldung beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) frühzeitig (beispielsweise mittels Merkblatt) auf die fragliche Regelung aufmerksam gemacht worden sei, welchem Umstand sie keine oder zu wenig Beachtung geschenkt hätte (nicht veröffentlichtes Urteil S. vom 1. Juni 1995, C 45/95). Aufgrund der Parteivorbringen und der Aktenlage ist mit der Vorinstanz sodann nicht ausser Acht zu lassen, dass sich die Versicherte in einem offensichtlich schwierigen, psychisch belastenden Arbeitsverhältnis befand, wie sich auch aus dem Arztzeugnis der Frau Dr. med. M.________, Ärztin für Allgemeine Medizin FMH, vom 20. November 2004, glaubhaft ergibt. Damit erscheint es zumindest fraglich, ob eine Beschäftigung über den 31. August 2004 hinaus zumutbar gewesen wäre. Angesichts der gegebenen Umstände und der Rechtslage ist das Verhalten der Beschwerdegegnerin als entschuldbar zu werten, weshalb der vorinstanzliche Entscheid Stand hält.