Citation: 2C_867/2021 E. 4.4

4.4. Ob in einem konkreten Fall gegenläufige Mandate vorliegen, lässt sich anhand folgender Kriterien bestimmen: Der Zeitablauf zwischen zwei Mandaten, der (faktische und/oder rechtliche) Zusammenhang zwischen diesen, die Tragweite des ersten Mandats - nämlich seine Bedeutung und seine Dauer -, die vom Anwalt erworbenen Kenntnisse bei der Ausübung des ersten Mandats sowie das Weiterbestehen eines Vertrauensverhältnisses mit dem ehemaligen Klienten (BGE 145 IV 218 E. 2.1 mit weiteren Hinweisen). In Anwendung dieser Grundsätze hat das Bundesgericht bereits verschiedentlich festgehalten, dass ein Interessenkonflikt auch dann vorliegt, wenn die Möglichkeit besteht, dass Kenntnisse, die unter dem Schutz des Berufsgeheimnisses im Rahmen eines früheren Mandats erworben wurden, bewusst oder unbewusst in einem späteren Mandat verwendet werden könnten (BGE 145 IV 218 E. 2.1; Urteile 2C_898/2018 vom 30. Januar 2019 E. 5.2; 1B_20/2017 vom 23. Februar 2017 E. 3.1; 1B_263/2016 vom 4. Oktober 2016 E. 2.1; 5A_967/2014 vom 27. März 2015 E. 3.3.2).