Citation: I 728/99 27.04.2001 E. 3

3.- a) Nach dem Gutachten der Augenklinik und Augenpoliklinik des Spitals X.________ vom 9. Februar 1998 ist der Beschwerdeführer wegen seinem Augenleiden in seiner Tätigkeit als Aussendienstmitarbeiter einer Versicherung zu 100 % arbeitsunfähig. Eine dem Leiden angepasste Tätigkeit könne er in vollem Umfang erfüllen. Dr. med. N.________, Augenarzt FMH, hält im Bericht vom 5. Juni 1997 aus ophthalmologischer Sicht alle Tätigkeiten für möglich, welche mit einem Visus von 0.5 ausgeführt werden können. Gemäss seinem Bericht vom 21. April 1999 ist die ophthalmologische Situation stabil. Nach Auffassung des Dr. med. G.________, Neurologie FMH, im Bericht vom 19. März 1999 bedingt die Migräne allein keine Invalidität. Dr. med. B.________, FMH für Innere Medizin speziell Kardiologie, führt im Bericht vom 17. Juni 1997 aus, die Arbeitsfähigkeit sei aus ophthalmologischer Sicht zu beurteilen und die internistische Situation rechtfertige eine Invalidenrente nicht. Daran hat sich laut seinem Bericht vom 1. September 1998 nichts geändert. b) Aus diesen ärztlichen Berichten und Gutachten haben IV-Stelle und kantonales Gericht an und für sich zu Recht geschlossen, bei Ausübung einer vor allem dem Augenleiden angepassten Tätigkeit sei der Beschwerdeführer zu 100 % arbeitsfähig. Hingegen ist nicht abgeklärt worden, welche konkreten Tätigkeiten dem Beschwerdeführer angesichts seiner starken Sehbehinderung noch zugemutet werden können und welchen Verdienst er damit noch erzielen könnte. Nach dem Protokoll der Besprechung in der Eingliederungsstelle für Sehbehinderte in A.________ vom 30. Juni 1998 ist eine Abklärung in O.________ angezeigt, damit die restliche Sehfähigkeit optimal erfasst und mit Hilfsmitteln versorgt werden könne. Als weiterer Schritt käme eine Abklärung von drei Monaten in der Eingliederungsstelle in A.________ in Frage. Hier könne neben der Abgabe von Hilfsmitteln mit dazugehörigem Training eine gezielte Abklärung der beruflichen Möglichkeiten im Bereich Büro, Kommunikation und EDV durchgeführt werden. In Anbetracht seiner Vorbildung und langjährigen Berufserfahrung und unter Berücksichtigung des Sehrestes liege durchaus noch ein gewisses berufliches Potential mit entsprechender Arbeitsfähigkeit vor. Angesichts dieser Ausführungen zur erwerblichen Situation kann ohne zusätzliche Aktenergänzungen, namentlich der empfohlenen Abklärung in der Eingliederungsstelle für Sehbehinderte in A.________, eine abschliessende Beurteilung des zumutbaren Invalideneinkommens nicht erfolgen. Erst nach Durchführung der erforderlichen Abklärungen in beruflicher Hinsicht und in Kenntnis der Ergebnisse allfälliger Eingliederungsmassnahmen wird es möglich sein, über einen Rentenanspruch zu befinden. Daran ändert nichts, dass sich der Beschwerdeführer nicht für arbeitsfähig hält und die Verwaltung aus diesem Grunde vom vorgeschlagenen Aufenthalt in der Eingliederungsstelle abgesehen hat. In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass die Verwaltung gegenüber einem Eingliederungsmassnahmen ablehnenden Versicherten in jedem Fall erst nach durchgeführtem Mahn- und Bedenkzeitverfahren die Verweigerung von Versicherungsleistungen verfügen darf (BGE 122 V 218).