Citation: U 396/06 16.01.2007 E. 2

Prozessthema bilden die Ansprüche auf eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung, wobei hinsichtlich beider Leistungen nur die Anspruchshöhe streitig ist. Zu prüfen ist namentlich, ob die psychischen Beschwerden rechtserheblich unfallkausal sind. 2.1 Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt zunächst voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit anderen Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 181 Erw. 3.1, 406 Erw. 4.3.1, 119 V 337 Erw. 1, 118 V 289 Erw. 1b, je mit Hinweisen). Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungsanspruches nicht (BGE 129 V 181 Erw. 3.1, 119 V 338 Erw. 1, 118 V 289 Erw. 1b, je mit Hinweisen). 2.2 Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausalzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung gilt ein Ereignis dann als adäquate Ursache, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt des Schadens also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 181 Erw. 3.2, 125 V 461 Erw. 5a mit weiteren Hinweisen). 2.3 Das kantonale Gericht hat die Rechtsprechung zum natürlichen Kausalzusammenhang zwischen dem versicherten Unfallereignis und dem eingetretenen Gesundheitsschaden bei Schleudertraumata der Halswirbelsäule und Schädel-Hirn-Traumen oder äquivalenten Verletzungen (BGE 117 V 359 und 369; RKUV 1999 Nr. U 341 S. 408 Erw. 3b [U 215/97], 1995 Nr. U 221 S. 109 [diverse Urteile]) sowie zu der für psychische Unfallfolgen massgebenden Adäquanzbeurteilung (BGE 115 V 133) zutreffend dargelegt. Darauf wird verwiesen. Zu ergänzen ist, dass auch bei Distorsionen der Halswirbelsäule oder äquivalenten Verletzungen die medizinischen Fakten wie die fachärztlichen Erhebungen über Anamnese, objektive Befunde, Diagnose, Verletzungsfolgen, unfallfremde Faktoren, Vorzustand usw. massgebliche Grundlage für die Kausalitätsbeurteilung durch Verwaltung und Sozialversicherungsgericht bilden. Das Vorliegen eines Schleudertraumas oder einer vergleichbaren Verletzung und seine Folgen müssen somit durch zuverlässige ärztliche Angaben gesichert sein (BGE 119 V 340 Erw. 2b/aa). Ferner spielt bei Unfällen mit Schleudertrauma der Halswirbelsäule oder äquivalenter Verletzung mit klar ausgewiesenen organischen Unfallfolgen die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung praktisch keine Rolle. Sie ist bei erstellter natürlicher Kausalität ohne weiteres zu bejahen (BGE 127 V 103 Erw. 5b/bb, 123 V 102 Erw. 3b, 118 V 291 Erw. 3a, 117 V 365 Erw. 5d/bb mit Hinweisen).