Citation: 1C_73/2013 E. 2.2

2.2. Es kann offen bleiben, ob sich die Beschwerdeführerinnen insoweit hinreichend mit dem angefochtenen Entscheid (S. 11 E. 1.8.2) auseinandersetzen und die Beschwerde den erhöhten Begründungsanforderungen nach Art. 106 Abs. 2 BGG genügt (hierzu BGE 133 II 249 E. 1.4.2 S. 254). Der Einwand ist jedenfalls unbegründet. Gemäss § 151 Abs. 1 BauG (in der damals geltenden Fassung) sind Gesuche um Anordnung der Enteignung sowie um Einleitung des Enteignungsverfahrens und Festsetzung der Entschädigung bei der Schätzungskommission einzureichen. Gestützt darauf ersuchte der Gemeinderat mit Schreiben vom 17. Dezember 2009 die Schätzungskommission um Anordnung der Enteignung und Einleitung des Enteignungsverfahrens gegenüber den Beschwerdeführerinnen. Der Gemeinderat legte dar, er beabsichtige, entlang der Industriestrasse (westseitig) einen Gehweg zu bauen. Nach Vorliegen des rechtskräftigen Erschliessungsplans und des Bauprojekts habe er versucht, den Landerwerb durchzuführen. Alle betroffenen Anstösser seien mit der Landabtretung und dem angebotenen Preis von Fr. 250.--/m² einverstanden gewesen, mit Ausnahme der Beschwerdeführerinnen. Diese erachteten den Gehweg als unnötig und verlangten einen Preis von Fr. 320.--/m². Als Gesuchsbeilagen reichte der Gemeinderat der Schätzungskommission unter anderem den Erschliessungsplan, das Bauprojekt 05 und die Projektbewilligung vom 23. April 2007 ein. Im Erschliessungsplan ist die Baumreihe beim geplanten Gehweg vorgesehen. Im Baumbepflanzungsplan des Bauprojekts 05 wird im Einzelnen aufgezeigt, wo und wie die Bäume gepflanzt werden sollen. In der gemeinderätlichen Projektbewilligung vom 23. April 2007 ging es ebenfalls um die Baumallee. Die Errichtung der Baumreihe war demnach mit dem Projekt des Gehwegs stets untrennbar verbunden. Die Schätzungskommission konnte das Gesuch des Gemeinderates vom 17. Dezember 2009 mitsamt Beilagen daher nur so auslegen, dass sie auch über die Baumreihe zu befinden habe. Die von der Schätzungskommission angeordnete Duldungsservitut stellt gegenüber der Enteignung die mildere Massnahme dar und ist grundsätzlich zulässig (BGE 134 III 341 E. 2.2 S. 344 mit Hinweisen). Dass die Schätzungskommission über das Gesuch des Gemeinderates vom 17. Dezember 2009 hinausgegangen sei, trifft demnach nicht zu. Eine Verletzung der Eigentumsgarantie oder eine willkürliche Anwendung von § 151 Abs. 1 BauG ist nicht erkennbar.