Citation: 9C_646/2016 E. 4.2.2

4.2.2. Ebenso wenig vermögen sodann die Resultate aus dem vom 1. Juli bis 12. November 2013 durchgeführten Belastbarkeitstraining die Schlussfolgerungen der MEDAS-Begutachtung, insbesondere ihrer orthopädischen Teilexploration, in Zweifel zu ziehen. So ist den Erkenntnissen der Eingliederungsfachpersonen im Rahmen von beruflichen Abklärungen bezüglich der Beurteilung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit zwar eine gewisse Aussagekraft zuzuerkennen. Solche Berichte basieren in der Regel jedoch nicht auf vertieften medizinischen Untersuchungen, sondern auf berufspraktischen Beobachtungen, welche in erster Linie die von ihnen erhobene, subjektive Arbeitsleistung der versicherten Person wiedergeben. Die Frage nach einem organischen Korrelat der Schmerzen und der daraus resultierenden Einschränkungen lässt sich gestützt darauf nicht restlos beantworten (Urteil 9C_262/2012 vom 3. August 2012 E. 4.4). Das alleinige Abstellen auf primär arbeitsorientierte Evaluationen ist deshalb nicht sachgemäss, da die abschliessende Beurteilung der sich aus einem Gesundheitsschaden ergebenden funktionellen Leistungsfähigkeit in der Hauptsache den ärztlichen Fachkräften obliegt (u.a. Urteile 9C_619/2014 vom 31. März 2015 E. 5.1 und 9C_833/2007 vom 4. Juli 2008 E. 3.3.2). Der RAD hat sich in seiner Stellungnahme vom 15. Juli 2014 denn auch zu den Divergenzen zwischen dem Resultat des Belastbarkeitstrainings und den Schlussfolgerungen der medizinischen Gutachter geäussert. Hierbei wurde vermerkt, die Einschätzung der Eingliederungsfachperson sei weder durch medizinisch objektivierbare Befunde erhärtet worden, noch bestünden Anhaltspunkte dafür, dass sich der Gesundheitszustand der Versicherten seit den der Expertise der MEDAS vom 10. September 2013 zugrunde liegenden Verhältnissen verschlechtert hätte. Inwiefern diese Feststellungen offensichtlich unrichtig sein oder auf einer Verletzung von Bundesrecht beruhen sollten, ist nicht erkennbar.