Citation: 1C_201/2022 E. 4.3.5

4.3.5. Es bleibt allerdings anzumerken, dass angesichts des spezifischen Segments der geplanten Bauten keine allzu hohen Anforderungen an eine ausreichende Nachfrage gestellt werden können, zumal nur zwei Häuser - und wahrscheinlich zeitlich gestaffelt - auf den Markt gelangen. Dabei sind nicht nur Personen mit Niederlassungsbewilligung C, sondern auch Schweizer Bürgerinnen und Bürger als Nachfragende für die Wohnungen zu berücksichtigen. Es ist notorisch, dass auch wohlhabende Personen mit Schweizer Bürgerrecht in der EG Saanen ihren Wohnsitz haben, auch wenn dies die Beschwerdeführenden aufgrund der hohen Steuerbelastung im Kanton Bern pauschal in Abrede stellen. Das Bundesgericht hat betreffend die wesentlich kleinere Nachbarsgemeinde Gsteig im Urteil 1C_326/2019 vom 17. April 2020 gestützt auf einen hinreichend festgestellten Sachverhalt angenommen, dass eine gewisse Nachfrage nach Erstwohnungen im gehobenen Segment im Saanenland besteht und erachtete deshalb die Erstellung fünf neuer Wohnungen im gehobenen (wenn auch mit dem vorliegenden Projekt nicht vergleichbaren) Segment als nicht rechtsmissbräuchlich.