Citation: 2C_109/2025 E. 5.3

5.3. Das kantonale Gericht ging davon aus, die Beschwerdeführerinnen hätten sich verschiedene Verfehlungen zu Schulden kommen lassen: Die Rechtsvertreterinnen hätten das Verfahren durch das offensichtlich aussichtslose Haftentlassungsgesuch "missbraucht", für den Klienten nicht die bestmögliche Rechtsberatung angeboten und dem Gericht wissentlich und willentlich falsche Informationen unterbreitet. Sie hätten das Gesuch auf einem Sachverhalt aufgebaut, der nur eine lose Verwandtschaft zu den tatsächlich dokumentierten Tatsachen des Falles aufgewiesen habe, dem Klienten dadurch unnötig Hoffnung gemacht und Abklärungsaufwände des Gerichts sowie des Migrationsamts generiert. Indem sie eine "Schablone" eingereicht, das Gesuch nicht auf die betroffene Person angepasst und somit am Fall "vorbeigeschrieben" hätten, seien die anwaltlichen Sorgfaltspflichten in schwerwiegender Weise verletzt worden. Generell bewirtschafte und instrumentalisiere die Organisation D.________ Ausländer für eigene Zwecke, indem mit ihnen ein "Massengeschäft" betrieben werde, das nicht die Interessenwahrung im Einzelfall im Fokus habe, sondern vielmehr den politischen Zwecken und der Mittelbeschaffung von D.________ diene. D.________ akquiriere eine unüberblickbare Vielzahl von Mandaten, ohne die Absicht, die grosse Masse der Klienten mit der nötigen Sorgfalt zu vertreten. Die Rechtsvertretung werde dabei nicht als Gefälligkeit erbracht, sondern regelmässig auf Kosten der Allgemeinheit voll zur Entschädigung angetragen. Es komme die Frage auf, ob die Tätigkeit im "Massengeschäft" der Organisation D.________ dazu diene, die Mittel für die Betreuung von Grundsatzfällen generieren zu können (vgl. angefochtenes Urteil, E. 5.1.2).