Citation: 6B_500/2023 E. 3.3

3.3. Die Vorinstanz erachtet für die qualifiziert grobe Verkehrsregelverletzung als mit der höchsten Strafe bedrohtes Delikt eine Einsatzstrafe von 26 Monaten als angemessen. Ein hohes Risiko eines Unfalls mit Schwerverletzten oder Todesopfern sowie die für die Qualifikation der Waghalsigkeit aufgeführten Kriterien dürften als strafbegründende Merkmale des Tatbestands nicht für die Qualifikation des Verschuldens verwendet werden. Straferhöhend würdigt die Vorinstanz, dass es bei der (Streif-) Kollision zu einer sehr konkreten Gefährdung für die entgegenkommende Lenkerin gekommen sei. Weder überholte noch weitere Fahrzeuglenker seien konkret gefährdet worden. Die Vorinstanz berücksichtigt bei ihrer Würdigung auch, dass das Überholmanöver in einer einzigen Handlung bestanden habe und eine einzelne Autofahrerin überholt worden sei. Die Vorinstanz stuft die objektive Tatschwere im mittleren Bereich ein. In subjektiver Hinsicht wirft die Vorinstanz dem Beschwerdegegner egoistisches Handeln vor. Er habe nach einem anstrengenden Arbeitstag schnell nach Hause gewollt. Sein Motiv stehe in keinem Verhältnis zur massiven Gefährlichkeit des Überholmanövers. Der Beschwerdegegner zeige sich sehr reuig. Demgegenüber sei das Vorleben des Beschwerdegegners neutral zu werten. Seine kriminelle Energie sei mittelmässig. Insgesamt schliesst die Vorinstanz auf ein eher mittelschweres Verschulden. Für die fahrlässige Tötung setzt sie aufgrund des sehr hohen Verschuldens, der kriminellen Energie sowie des engen Zusammenhangs mit der qualifiziert groben Verkehrsregelverletzung eine Einsatzstrafe von 33 Monaten Freiheitsstrafe fest. Der Beschwerdegegner habe in einer objektiv erkennbaren, sehr gefährlichen Situation überholt. Er habe realisiert, dass die Fahrzeuglenkerin vor ihm abgebremst habe. Die Tathandlung an sich wiege bereits sehr schwer. Ebenso wiegten die Verletzung des geschützten Rechtsguts wie auch die Sorgfaltspflichtverletzung schwer. Leicht verschuldensmindernd rechnet die Vorinstanz dem Beschwerdegegner an, dass er nicht damit gerechnet habe, es befänden sich Fussgänger auf der Strasse. Jedoch habe er damit rechnen müssen, dass die Lenkerin vor ihm aus einem Grund abgebremst habe. In Bezug auf die Täterkomponenten verweist die Vorinstanz auf die Ausführungen im Zusammenhang mit der qualifiziert groben Verkehrsregelverletzung. Im Unterschied dazu sei die kriminelle Energie hoch gewesen. Dennoch führten diese Umstände zu einer leichten Strafminderung. Für die fahrlässige Körperverletzung hält sie eine Einsatzstrafe von neun Monaten Freiheitsstrafe als angemessen. Im Grundsatz verweist sie auf die Ausführungen zur fahrlässigen Tötung. In Gegensatz dazu qualifiziert sie das Verschulden aufgrund der eher leichten Verletzungen von E.________als noch im unteren Bereich. Schliesslich erachtet es die Vorinstanz aufgrund des engen Zusammenhangs zwischen der Verkehrsregelverletzung mit dem Tötungs- und Körperverletzungsdelikt als angemessen, letztere beiden Delikte um einen Drittel - und damit um elf bzw. drei Monate Freiheitsstrafe - zu asperieren. Im Ergebnis bestraft sie den Beschwerdegegner mit einer Freiheitsstrafe von 40 Monaten. Für das Fahren in fahrunfähigem Zustand im Sinne von Art. 91 Abs. 2 lit. b SVG spricht die Vorinstanz eine bedingte Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu Fr. 30.-- aus. Das objektive Verschulden stuft sie im unteren, mittleren Bereich ein. Für die Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19a Ziff. 1 BetmG erachtet die Vorinstanz eine Busse von Fr. 300.-- als angemessen.