Citation: 1C_267/2014 E. 4.4

4.4. Aus diesen Ausführungen des Verwaltungsgerichts ergibt sich, dass der Ochsen Qualitäten aufweist, die eine Unterschutzstellung als Denkmal zu rechtfertigen vermögen. In Bezug auf den besonderen heimatkundlichen Wert der Baute, die an ortsbaulich sensibler Lage neben dem Brückenübergang über den Dorfbach steht und zusammen mit der gegenüberliegenden Gebäudegruppe eine das Ortsbild stark prägende, torartige Situation bildet, sind sich die beiden Gutachten sogar im Wesentlichen einig. Kommt aber dem Ochsen aufgrund dieser örtlichen Gegebenheiten ein sehr hoher heimatkundlicher Wert zu, so lässt allein schon dieser Aspekt seine Unterschutzstellung grundsätzlich als rechtens erscheinen, da die drei Voraussetzungen von § 25 Abs. 1 lit. a DMSG nach klarem Wortlaut nicht kumulativ, sondern alternativ zu erfüllen sind. Darüber hinaus ist auch die Einschätzung des Verwaltungsgerichts nachvollziehbar und plausibel, dass dem Ochsen neben dem sehr hohen Situationswert auch ein entsprechender Eigenwert zukommt. Dass die originale Bausubstanz nur noch in (aber immerhin erheblichen) Teilen vorhanden ist, steht dem nicht entgegen. Die im Laufe der Jahrhunderte entsprechend den sich ändernden Bedürfnissen und dem jeweiligen Zeitgeschmack erfolgten Um- und Ausbauten sind klarerweise von besonderem baugeschichtlichen Interesse und damit geeignet, einen bedeutenden Eigenwert zu begründen. Vorliegend trifft das insbesondere auf die um ca. 1900 entstandene Fassadengestaltung ("neoklassische Überformung") zu, die den damaligen Zeitgeist der "Belle Epoque" widerspiegelt, der Oberägeri als modernen, aufstrebenden Touristenort sah, dem die alte Blockbaufassade nicht mehr zu genügen vermochte.