Citation: 5A_608/2024 E. 5.3.2

5.3.2. Zu Recht hat die Vorinstanz in diesem Zusammenhang jedoch darauf hingewiesen, dass diese Einschätzungen explizit als "vorläufig" bezeichnet wurden. Vorläufige Einschätzungen begründen für sich allein keinen Anschein der Befangenheit, auch wenn diese zum Nachteil einer Partei ausfallen (vgl. Urteil 4A_265/2024 vom 22. Juli 2024 E. 2.3.2). Die erstellten Dokumente sind ausserdem provisorisch, mit anderen Worten steht es den Parteien offen, dazu noch Stellung zu nehmen. Es wurde bereits gesagt, dass es aus diesem Grund vorliegend nicht um die Frage geht, ob dem Referenten Verfahrensfehler unterlaufen sind (oben E. 4.4). Es geht auch nicht darum, zu beurteilen, ob die vom Referenten erstellten Dokumente vor Art. 185 Abs. 1 ZPO standhalten. Relevant ist einzig die Frage, ob die kritisierten Passagen einen objektiven Anschein der Befangenheit begründen, indem sie den Eindruck erwecken, dass der Referent eine durch den Prozess und insbesondere das Gutachten erst noch abzuklärende Tatsache als schon erwiesen ansieht oder sich bereits in einer Art festgelegt hat, dass Zweifel darüber bestehen, ob er einer anderen Bewertung der Sach- und Rechtslage auf Grund weiterer Abklärungen noch zugänglich wäre (BGE 131 I 113 E. 3.6).