Citation: 4A_167/2023 E. 3.3.2

3.3.2. Die Vorinstanz begründet gleichfalls überzeugend, weshalb die Beschwerdegegnerin auch bei objektiver Vertragsauslegung nach Treu und Glauben davon ausgehen durfte, dass die strittige Leistung mit einem Pauschalpreis von Fr. 580.-- zu vergüten war. Darauf kann ebenfalls verwiesen werden. Gestützt auf die für das Bundesgericht verbindlichen Tatsachenfeststellungen erscheint mit der Vorinstanz gar fraglich, ob nicht selbst die Beschwerdeführerin die strittige Vertragspassage so verstanden hat resp. verstanden haben muss. Es steht fest, dass das Unternehmen, welches die Arbeiten für sie letztlich ausführte, hierfür - resp. für vergleichbare Arbeiten - lediglich einen Preis von Fr. 1.45 pro Laufmeter, für 450 Meter inkl. Nebenkosten rund Fr. 1'000.-- verrechnete. Unter diesen Umständen kann die Beschwerdeführerin nicht ernsthaft der Auffassung gewesen sein, es habe ein Konsens darüber bestanden, dass die nämlichen Arbeiten die Beschwerdegegnerin über Fr. 200'000.-- kosten sollten. Der Einwand der Beschwerdeführerin, wonach der streitgegenständliche Abrechnungspreis nicht relevant sei, weil sich dieser bei Mengenabweichungen über 20% gegenüber dem Vorausmass gemäss Vertrag verändert - wohl verringert - hätte, wenn nicht Kanton und Beschwerdegegnerin durch Wegbedingung von Art. 86 SIA-Norm 118 das Festpreisrisiko verschärft hätten, geht, soweit nachvollziehbar, an der Sache vorbei. Die Beschwerdeführerin bestreitet nicht, unter der fraglichen Position über Fr. 200'000.-- geltend zu machen. Zudem wird dieser Betrag auch bei einer Reduktion der Ausmasse um 20% erreicht. Jedenfalls aber läge er nach dem Gesagten weit oberhalb des Nachvollziehbaren für besagte Arbeiten. Wenn die Beschwerdeführerin den Vertragstext anders, im Sinne der Vereinbarung von Einheitspreisen (multipliziert mit der zu bearbeitenden Strecke von 450 Metern), interpretiert, vermag sie damit nicht aufzuzeigen, dass die vorinstanzlichen Feststellungen und Beweiswürdigung willkürlich wären oder ihre Schlussfolgerungen Bundesrecht verletzten. Dies gilt etwa, wenn die Beschwerdeführerin geltend macht, aufgrund der klaren Ausschreibung habe sie nach Treu und Glauben von einem Einheitspreis pro Laufmeter sowie davon ausgehen dürfen, dass von der erwähnten Gesamtlänge (450 Meter) "wahrscheinlich nur ein kleiner Teil zu reinigen war". Davon kann angesichts der tatsächlich gereinigten 392.2, anstelle von 450 Laufmetern gemäss Ausschreibung, denn auch keine Rede sein. Die Vorinstanz verwirft auch den von der Beschwerdeführerin in diesem Zusammenhang ins Recht gelegten, von einem Einheitspreis ausgehenden Bericht der "profacto.ch" schlüssig und verzichtet willkürfrei auf ein gerichtliches Gutachten zum Nachweis der Angemessenheit eines Einheitspreises von Fr. 580.-- pro Laufmeter. Die Beschwerdeführerin zeigt im Übrigen nicht auf, dass sie sich - entgegen der Auffassung der Vorinstanz - hinreichend mit den diesbezüglichen Erwägungen der Erstinstanz auseinandergesetzt hätte. Es ist daher nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz darauf nicht vertieft eingeht. Gleichfalls schlüssig sind ihre Ausführungen zu den Offerten der Konkurrenten im Rahmen der Plausibilitätsprüfung. Auch darauf kann verwiesen werden.