Citation: 6B_55/2024 E. 3.2

3.2. Hinsichtlich des Strassenverlaufs hält die Vorinstanz fest, dass die Prättigauerstrasse in Fahrtrichtung Landquart in einer langen, leicht abfallenden, Geraden verlaufe. Es folgten rechts zwei Häuser unmittelbar an der Strasse. Gegenüber dem zweiten Haus münde von links die Weidstrasse in die Prättigauerstrasse ein, wo sich auch die Bushaltestelle mit Wendeplatz für die Buslinie 1 befinde. Direkt angrenzend seien längs der Strasse öffentliche Parkplätze für ca. zehn Fahrzeuge und das Landhaus B.________, das als Transitzentrum genutzt werde. Auf der gegenüberliegenden Strassenseite stünden fünf Garagenboxen sowie ein weiteres Wohnhaus. Unter diesen Umständen sei mit anderen Verkehrsteilnehmern zu rechnen, die kein mit 88 km/h herannahendes Fahrzeug erwarten müssten. Damit habe diesbezüglich eine erhöhte Gefahr bestanden. So sei auf dem Radarfoto ersichtlich, dass Fahrzeuge auf den Parkplätzen beim Landhaus stünden. Gerade diese erhöhte Gefährdungssituation, zusammen mit der Unfallauswertung, sei auch massgebend gewesen für die Neusignalisation. Dies erkläre auch, weshalb die Signalisation von jener bei den Bushaltestellen Unter Laret und Ober Laret abweiche. Es könne deshalb nicht von einem übersichtlichen Strassenabschnitt gesprochen werden. Die Vorinstanz erwägt weiter, es sei unbehelflich, dass sich die objektiv wahrnehmbaren Gegebenheiten genau gleich präsentierten wie zu der Zeit, als die Höchstgeschwindigkeit noch 80 km/h betragen habe. Nicht überzeugend sei das Argument, es sei für die nicht ortskundigen Verkehrsteilnehmer eine widersprüchliche Situation, dass im Bereich der Bushaltestelle Ober Laret und Unter Laret trotz Bushaltestellen und Einlenker eine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h gelte. Die Signale "Ortsbeginn" und "Ortsende" grenzten den Inner- und Ausserortsbereich unabhängig der im Einzelfall bestehenden Überbauungsdichte, der Strassenoptik und der geltenden Geschwindigkeitslimite ab. Auch bei atypischen Innerortsstrecken seien aufgrund der erhöhten Gefahrenlage die subjektiven Voraussetzungen der groben Verkehrsregelverletzung bei Überschreitung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit innerorts um 25 km/h oder mehr zu bejahen. Bei den vom Beschwerdeführer ins Feld geführten guten Sicht- sowie Lichtverhältnissen bei trockener Strasse und geringem Verkehrsaufkommen handle es sich nicht um besondere Umstände, welche das Verhalten subjektiv in einem milderen Licht erscheinen liessen. Auch ein Fehlen von anderen Verkehrsteilnehmern zum inkriminierten Zeitpunkt vermöge den Beschwerdeführer nicht zu entlasten, zumal der Tatbestand keine konkrete Gefahr verlange.