Citation: U 136/06 02.05.2007 E. 2.3

2.3.1 Das kantonale Gericht ging davon aus, das rechte Knie des Versicherten weise ausgeprägte degenerative (Meniskusschaden, Arthrose) bzw. durch eine früher erlittene Kreuzbandverletzung bedingte Schädigungen auf. Am 4. Februar 2003 sei in der Orthopädischen Universitätsklinik Y.________ eine umfassende Operation (bestehend aus einer Valgisations-Osteotomie, einer Knie-Arthroskopie mit Teilmeniskektomie sowie einer Kreuzband-Rekonstruktion) vorgenommen worden. Angaben der Klinik zufolge bildeten mehrere unfallfremde Ursachen Anlass für die Operation. Aus dem betreffenden Bericht vom 4. April 2003 gehe indes nicht hervor, dass die Operation auch ohne Unfall zum fraglichen Zeitpunkt nötig geworden wäre. Die ärztliche Stellungnahme lasse Raum für die Hypothese, dass die vorbestehenden degenerativen Veränderungen durch den Unfall symptomatisch geworden seien, was zur Begründung einer haftungsauslösenden Teilkausalität ausreichen würde. Möglich sei allerdings auch, dass die Beschwerden erst nach dem versicherten Ereignis aufgetreten seien, ohne damit in einem ursächlichen Zusammenhang zu stehen. Der den Unfallversicherer beratende Orthopäde Dr. S.________ lege dies mit seiner Stellungnahme vom 26. August 2003 nahe, indem er dort ausführe, der Status quo sine sei Ende Januar 2003 erreicht gewesen. Er begründe aber nicht, inwiefern sich die kausalen Verhältnisse innert der kurzen Zeit seit seinem Bericht vom 19. November 2002, in welchem er die Unfallkausalität noch bejaht hatte, grundlegend verändert haben sollten. Ein weiterer Konsiliarmediziner der "Winterthur", der Chirurg Dr. H.________, postuliere eine vorübergehende Verschlimmerung des Vorzustandes, der zu einer verzögerten Heilung der rein distorsionsbedingten Beschwerden geführt habe (Bericht vom 8. Januar 2004). Er lasse dabei aber offen, in welchem Zeitraum die Distorsion eines Kniegelenks nach medizinischer Erfahrung ausheile und wie es sich mit der von ihm angesprochenen Wechselwirkung zwischen Vorzustand und Unfallfolgen und der damit verbundenen prolongierten Schmerzsymptomatik verhalte. Entsprechende Aussagen seien unabdingbar, um angesichts des relativ engen zeitlichen Rahmens von rund fünfeinhalb Monaten zwischen Unfall und Einstellung der Leistungen die Kausalitätsfrage beurteilen zu können. Die Vorinstanz zog folgendes Fazit (E. 3.10): "Zusammenfassend lässt sich den medizinischen Unterlagen nicht schlüssig entnehmen, was für unfallbedingte Gesundheitsschäden der [Versicherte] genau erlitten hat und ob diese bis Ende Januar 2003 (Datum der Leistungseinstellung) tatsächlich [...] mit überwiegender Wahrscheinlichkeit von den unbestrittenermassen vorliegenden degenerativ bedingten, vorbestehenden Schäden 'überholt' wurden oder nicht. Es kann mit anderen Worten nicht beurteilt werden, ob bzw. mit welcher Wahrscheinlichkeit Ende Januar 2003 - und damit vor der Knieoperation - ein Zustand eingetreten war, wie er auch ohne den Unfall vom 13. August 2002 eingetreten wäre [...]. Um diese Frage zu beantworten, ist die Sache an die ['Winterthur'] zurückzuweisen, damit sie - unter Wahrung des rechtlichen Gehörs der Beschwerdeführenden - eine anstaltsfremde Begutachtung einhole." 2.3.2 Der Unfallversicherer wendet ein, angesichts des Umstandes, dass die Heilbehandlungen vorwiegend der Behandlung des Vorzustands dienten und sich aus den Akten praktisch keine Hinweise auf eine eigentliche unfallbedingte Verletzung ergeben hätten, erweise sich die Leistungsdauer von knapp einem halben Jahr als grosszügig. Die Anforderungen an den im Hinblick auf die Leistungseinstellung zu erbringenden Beweis dürften - entgegen der Vorinstanz - nicht von der Dauer der bereits erbrachten Leistungen abhängig gemacht werden. Erneute Abklärungen würden nicht zu neuen Erkenntnissen führen.