Citation: 2C_650/2020 E. 5.2

5.2. Nachdem der Duden online für "angemessen" Synonyme wie "angebracht", "gebührend", "geeignet" oder "verhältnismässig" anführt, kann angenommen werden, dass unter dem Ausdruck "angemessene Entschädigung" nicht zwingend eine kostendeckende Entschädigung zu verstehen ist. Die Botschaft zum BÜPF führt dazu aus, dass für die Kosten der einzelnen Überwachungen eine "angemessene Pauschalentschädigung" beispielsweise 80% der effektiven, entschädigungsfähigen Kosten der Anbieterinnen entspreche. Es könne also vorkommen, dass die Entschädigung nicht sämtliche effektiven variablen Kosten decke (Botschaft BÜPF, a.a.O., BBl 2013 2759; vgl. auch den Erläuternden Bericht zur Totalrevision der Verordnung über die Gebühren und Entschädigungen für die Überwachung des Post- und Fernmeldeverkehrs [GebV-ÜPF], in der Fassung von 2018, abrufbar unter < https://www.li.admin.ch/de/themen/das-buepf > [besucht am 29. April 2021]; nachfolgend: Erläuternder Bericht GebV-ÜPF, S. 3). Zudem wird in der Botschaft darauf hingewiesen, dass die Verwendung von Telekommunikationsdiensten für strafbare Handlungen für die Anbieterinnen eine Art Geschäftsrisiko darstelle und dass es die Pflicht eines jeden Bürgers sei, zur Aufklärung von Straftaten beizutragen (Botschaft BÜPF, a.a.O., BBl 2013 2759).