Citation: 1P.464/2000 25.08.2000 E. 3

3.- Der Beschwerdeführer beklagt sich in Ziff. 12 seiner Rechtsschrift über eine Verletzung des in Art. 29 Abs. 2 BV gewährleisteten Anspruchs auf rechtliches Gehör, weil die kantonale Instanz auf verschiedene Argumente, die er in seiner Haftbeschwerde vom 13. Juni 2000, in der ergänzenden Begründung und in der Vernehmlassung vom 22. Juni 2000 (zur Haftbeschwerdeantwort der Präsidentin des Verfahrensgerichts) vorgebracht habe, nicht eingegangen sei. Er rügt damit sinngemäss eine Verletzung des Rechts auf Begründung des Entscheids, das einen Teilgehalt des Anspruchs auf rechtliches Gehör bildet. Die aus Art. 29 Abs. 2 BV folgende Pflicht zur Begründung der Entscheide bedeutet nicht, dass sich die urteilende Instanz mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinander setzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt. Sie kann sich auf die für ihren Entscheid wesentlichen Punkte beschränken. Es genügt, wenn sich der Betroffene über die Tragweite des Entscheids Rechenschaft geben und ihn in voller Kenntnis der Sache an die höhere Instanz weiterziehen kann. In diesem Sinn müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich die Behörde leiten liess und auf welche sich ihr Entscheid stützt (BGE 124 V 180 E. 1a; 123 I 31 E. 2c; 117 Ib 64 E. 4, 481 E. 6b/bb, je mit Hinweisen). Der angefochtene Entscheid des Obergerichtspräsidiums vom 23. Juni 2000 genügt diesen Anforderungen. Es wird darin in hinreichender Weise dargelegt, aus welchen Überlegungen die gegen den Haftverlängerungsentscheid vom 7. Juni 2000 erhobene Beschwerde abgewiesen wurde. Aus den Erwägungen des Obergerichtspräsidiums ergibt sich mittelbar, dass es jene Argumente des Beschwerdeführers, auf die es nicht ausdrücklich einging, als nicht stichhaltig erachtete. Eine Verletzung der Begründungspflicht liegt demnach nicht vor.