Citation: 2C_454/2023 E. 4.1

4.1. In materieller Hinsicht bringt die Beschwerdeführerin im Wesentlichen vor, sie und ihr Ehemann hätten in den letzten Jahren nicht freiwillig getrennt gelebt. Da ihr Ehemann ab 2012 bzw. ab seiner Rückkehr in die Schweiz Sozialhilfe bezogen habe, sei er vom Sozialdienst informiert worden, ein Familiennachzugsgesuch für seine Ehegattin sei aussichtslos. Dass er innert fünf Jahren ab seiner Einreise ein Nachzugsgesuch haben stellen müssen, habe er nicht gewusst. Wäre eine Anhörung ihres Sohnes im vorinstanzlichen Verfahren durchgeführt worden, hätte sich zudem ergeben, dass ihr Nachzug durch das Kindeswohl geboten wäre. Es bestehe der innige Wunsch sowohl von Seiten der Beschwerdeführerin als auch von Seiten ihres Ehemannes und ihres Sohnes, das gemeinsame Familienleben in der Schweiz zu pflegen. Die Interessenabwägung der Vorinstanz sei ungenügend. In der Verweigerung des Familiennachzugs bzw. ihres Nachzugs in die Schweiz erblickt die Beschwerdeführerin eine Verletzung von Art. 42 Abs. 1 und Art. 47 Abs. 4 AIG sowie eine Verletzung von Art. 8 EMRK bzw. Art. 13 Abs. 1 BV (Recht auf Achtung des Familienlebens).