Citation: 5A_801/2022 E. 5.3

5.3. Die Vorinstanz hat sich bewusst darüber ausgeschwiegen, ob die Ehe der Parteien als lebensprägend zu bezeichnen ist oder nicht. Der Beschwerdegegner bestreitet, dass die Aufgabe der Erwerbstätigkeit der Beschwerdeführerin einem gemeinsamen Lebensplan entsprochen haben soll. Wie es sich damit verhält, kann offenbleiben, denn zumindest ist unbestritten, dass die Beschwerdeführerin ab der Geburt des gemeinsamen Sohnes der Parteien und bis zu deren Trennung, mithin während sechs Jahren, keiner Erwerbstätigkeit nachging und sich der Kinderbetreuung widmete und der Beschwerdegegner dies duldete. Aufgrund dieser Betreuungsregelung hat die Vorinstanz denn auch das Schulstufenmodell angewandt, was die Ausdehnung der Berufstätigkeit der Beschwerdeführerin anbelangt. Entgegen der Ansicht des Beschwerdegegners war die Ehe der Parteien lebensprägend.