Citation: 8C_238/2023 E. 4

Das kantonale Gericht hielt fest, Referenzzeitpunkt bilde die Verfügung vom 8. April 2019. Diese habe auf dem psychiatrischen Gutachten des Dr. med. B.________ vom 27. Dezember 2018 beruht, welcher eine Neurasthenie (ICD-10 F48.0) mit phobischem Syndrom und dranghaftem Reinigungsbedürfnis bei akzentuierten Persönlichkeitszügen (ICD-10 Z73.1) diagnostiziert habe und von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit sowohl in der angestammten als auch in einer leidensangepassten Tätigkeit ausgegangen sei. Der von der Beschwerdeführerin neu eingereichte Bericht der Dr. med. C.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 1. Juli 2021, so die Vorinstanz weiter, enthalte keine neuen Aspekte, die nicht bereits im Zeitpunkt der Verfügung vom 8. April 2019 bekannt gewesen seien. Im Bericht der Klinik D.________ vom 15. Juli 2021 hätten Dr. med. E.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, und med. pract. F.________ (unter anderem) zwar eine "Myalgische Enzephalomyelopathie (-itis) / Chronic Fatigue Syndrome (ME/CFS, ICD-10 G93.3; M79.70) mit Erfüllung der Kriterien einer Fibromyalgie (FM, ICD-10 8E49, ICD-11 MG30.0) " diagnostiziert und eine 80%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert. Die von ihnen geschilderten Beschwerden (dauerhafte Müdigkeit, nicht erholsamer Schlaf, kognitive Einbussen, orthostatische Intoleranz, postexertionelle Malaise) seien jedoch im Wesentlichen bereits von Dr. med. B.________ erhoben und von diesem als Neurasthenie eingestuft worden. Die neu gestellte Diagnose einer myalgischen Enzephalomyelopathie bzw. eines Chronic Fatigue Syndroms mit/bei Fibromyalgie genüge daher für sich allein nicht, um eine erhebliche Veränderung des Gesundheitszustandes glaubhaft zu machen, zumal auch im Bericht der Klinik D.________ von einer Persistenz der Beschwerden seit Ende 2015 ausgegangen werde. Zudem, so die Vorinstanz, hätte Dr. med. B.________ in seinem Gutachten hinreichende Belege für eine aktuelle und auch im Verlauf aufgetretene Aggravation festgestellt. Dr. med. E.________ und med. pract. F.________ hätten sich demgegenüber weder mit der Konsistenz der subjektiv geschilderten Beschwerden auseinandergesetzt, noch verfügten sie über einen Facharzttitel für Psychiatrie und Psychotherapie. Da es der Beschwerdeführerin vor diesem Hintergrund nicht gelungen sei, eine anspruchsrelevante Veränderung ihres Gesundheitszustandes glaubhaft zu machen, sei die IV-Stelle zu Recht auf die Neuanmeldung nicht eingetreten.