Citation: 5C.135/2004 30.09.2004 E. 1

Die Kläger behaupten vorab ein offensichtliches Versehen im Zusammenhang mit der Feststellung des Appellationsgerichts, die Skulptur sei vor langer Zeit im Auftrag von Z.________ nach A.________ zur Beklagten transportiert worden. Sie berufen sich dabei auf verschiedene Aktenstellen ihrer erstinstanzlichen Rechtsschriften. Explizit bestritten haben sie vor zweiter Instanz jedoch einzig, dass die Beklagte die Skulptur im Jahr 1977 oder später zu Eigentum erworben bzw. sie 1977 oder irgendwann zu Lebzeiten von Z.________ in Eigenbesitz genommen und sie je gutgläubig und unangefochten besessen oder ersessen habe (Appellationsantwort, Rz. 47). Vor Appellationsgericht hatte sich die Beklagte nämlich auf ihren rechtmässigen Besitz und darauf berufen, dass dieser seitens der Kläger nicht bestritten sei. Das Werk sei "anfangs November 1977 zumindest in den Besitz (wenn nicht gar das Eigentum) der Beklagten übergegangen" und "im Jahre 1977 (und auch vorher) [habe] Z.________ das Sagen [gehabt]" (Appellationsbegründung, Ziff. 14). Vor diesem Hintergrund liegt kein offensichtliches Versehen im Sinn von Art. 63 Abs. 2 OG vor, wenn das Appellationsgericht davon ausgegangen ist, dass die Skulptur vor langer Zeit im Auftrag von Z.________ nach A.________ zur Beklagten transportiert wurde. Ein solches würde im Übrigen voraussetzen, dass die Vorinstanz eine bestimmte Aktenstelle übersehen oder nicht in ihrer wahren Gestalt, insbesondere nicht in ihrem wirklichen Wortlaut wahrgenommen hat (BGE 109 II 159 E. 2b S. 162; 115 II 399 E. 2a). Das Übersehen oder Verkennen einer Aktenstelle müsste sich als blanker Irrtum, als eine in Wirklichkeit nicht gewollte Feststellung erweisen (vgl. Münch, in: Prozessieren vor Bundesgericht, 2. Aufl., Basel 1998, N. 4.66). Ein Versehen, und erst recht ein offensichtliches, ist daher nicht schon dadurch belegt, dass sich das Aktenstück bei der Beweiswürdigung nicht oder nicht vollständig erwähnt findet, sondern es muss klar sein, dass es bei der Bildung der richterlichen Überzeugung auch implizite nicht oder nicht insgesamt einbezogen worden ist (BGE 120 II 76, nicht publ. E. 2.; BGE 129 III 588, nicht publ. E. 3.1).