Citation: I 455/00 16.03.2001 E. 2

2.- Streitig und zu prüfen ist weiter, ob die IV-Stelle zu Recht einen Anspruch auf eine Invalidenrente ab 1. Juli 1998 bejaht hat, wobei sich insbesondere die Frage stellt, ob der Beschwerdeführer auf eine ihm gewährte Invalidenrente rechtsgültig verzichten kann. a) Nach Art. 4 Abs. 1 IVG gilt als Invalidität die durch einen körperlichen oder geistigen Gesundheitsschaden als Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall verursachte, voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde Erwerbsunfähigkeit. Aus den medizinischen Akten ist ersichtlich, dass der Versicherte schon seit Jahren an schweren psychischen Störungen in Form einer paranoiden Schizophrenie leidet (Bericht des IV-Arztes Dr. P.________, vom 29. Februar 2000, sowie des Dr. S.________, Spezialarzt für Neurologie und Psychiatrie und Psychotherapie, vom 25. September 1999). Aus psychiatrischer Sicht wird, bei übereinstimmender Diagnose, von einer vollen Arbeitsunfähigkeit ausgegangen. Es gibt keinen Grund, von diesen Stellungnahmen abzuweichen. Solange der Versicherte sich - mangels Krankheitseinsicht - nicht medikamentös behandeln lässt, bleibt eine invalidisierende Arbeitsunfähigkeit bestehen, so dass die IV-Stelle zu Recht eine ganze Invalidenrente bei einer Erwerbsunfähigkeit im Umfang von 100 % zusprach (Berichte der Dres. T.________ und S.________ vom 24. Juli und 25. September 1999). Unbeachtlich ist dabei, dass der Beschwerdeführer bei der Anmeldung lediglich Anspruch auf Arbeitsvermittlung erhob, da die IV-Stelle grundsätzlich alle gegenüber der Invalidenversicherung bestehenden Ansprüche - als Ausfluss aus der Untersuchungsmaxime und der Rechtsanwendung von Amtes wegen - frei überprüft, selbst wenn der Versicherte diese nicht einzeln angibt (Meyer-Blaser, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, Zürich 1997, S. 281). b) Zu prüfen bleibt, ob der Beschwerdeführer rechtsgültig auf die Ausrichtung der ihm zustehenden Invalidenrente verzichten kann. Rechtsprechungsgemäss setzt die Annahme eines Verzichts den Nachweis eines schutzwürdigen Interesses des Versicherten voraus (BGE 124 V 176 Erw. 3a mit Hinweis; vgl. auch Maurer, Schweizerisches Sozialversicherungsrecht, Bd. I, S. 311 ff.). Ein solches Interesse ist zu verneinen, wenn der Versicherte zur Bestreitung seines Lebensunterhaltes wesentlich auf die Unterstützung Dritter angewiesen ist (AHI 2000 S. 181 mit Hinweis). Wie die Vorinstanz zutreffend und unwidersprochen festgestellt hat, wird der Beschwerdeführer seit 1993 vollumfänglich vom Amt für Jugend- und Sozialhilfe der Stadt Zürich unterstützt. Er ist voraussichtlich auch weiterhin wesentlich auf die Unterstützung Dritter angewiesen, so dass es an der Voraussetzung des schutzwürdigen Interesses für den Verzicht auf die ihm zustehende Invalidenrente fehlt. c) Das Begehren um unentgeltliche Rechtspflege im Sinne der Befreiung von den Gerichtskosten ist gegenstandslos, da in der vorliegenden Streitsache für das letztinstanzliche Verfahren auf Grund von Art. 134 OG keine Verfahrenskosten erhoben werden.