Citation: 4C.201/2001 19.06.2002 E. A

Die 1959 gegründete "Bank X.________" betätigte sich hauptsächlich im Hypothekargeschäft und verfügte nach mehrmaligen Kapitalerhöhungen ab Herbst 1988 über ein Aktienkapital von fünfzehn Millionen Franken. Alleinaktionär war seit 1987 B.________, der im Herbst 1971 in den Verwaltungsrat der Bank gewählt worden war und einige Monate später das Vizepräsidium übernommen hatte. Die Geschäftsführung, insbesondere auch der Kreditbereich, oblag Direktor C.________. Seit November 1985 bestand eine sog. Kreditkommission, der jeweils drei Verwaltungsräte angehörten und die gemäss Geschäftsreglement über Kreditgesuche entschied, soweit diese nicht in den Kompetenzbereich der Geschäftsleitung oder des Gesamtverwaltungsrates fielen. Als bankengesetzliche Revisionsstelle und gleichzeitige aktienrechtliche Kontrollstelle amtierte die Revisionsgesellschaft D.________. An der Universalversammlung vom 16. Mai 1989 wurde A.________ in den Verwaltungsrat der Bank X.________ gewählt. C.________ war damals bereits seit Anfang April 1989 krankheitshalber beurlaubt. Eine im Frühling 1989 gegen zwei Kunden der Bank X.________ im Kanton Tessin eingeleitete Strafuntersuchung wurde in der Folge auf C.________ ausgedehnt und förderte den Verdacht zutage, dass er zusammen mit F.________, der dem Verwaltungsrat der Bank X.________ und dessen Kreditkommission angehörte und sich als Immobilientreuhänder und -vermittler betätigte, bei vielen Finanzierungen durch die Bank X.________ private Provisionen bezogen hatte. Am 15. Juni 1989 entliess die Bank X.________ C.________ aufgrund eines Geständnisses fristlos und berief F.________ ohne Entlastung als Verwaltungsrat ab. Tags darauf wurde C.________ im Tessin verhaftet. Er nahm sich am 15. Juli 1989 im Gefängnis das Leben. Nach dem Ausscheiden von C.________ wurde die Bank interimistisch durch den Vizedirektor G.________, die Kreditsachbearbeiterin H.________ und den Buchhalter I.________ geführt. A.________ nahm am 29. August 1989 erstmals an einer Verwaltungsratssitzung teil, an welcher unter mehreren Kreditgeschäften auch ein Kredit von zwei Millionen Franken an K.________ genehmigt wurde. Aufgrund einer Verschlechterung der finanziellen Lage hatte die Bank X.________ bereits im Juli 1989 eine Neuschätzung sämtlicher belehnter Liegenschaftsobjekte im Tessin in Auftrag gegeben. Die Anfang 1990 vorliegenden neuen Verkehrswertschätzungen waren besorgniserregend und bedingten bei der Bank X.________ eine Erhöhung des Wertberichtigungsbedarfs von zweiunddreissig Millionen Franken per Ende 1988 auf rund sechzig Millionen Franken. Ebenso zeichneten sich Probleme bei der Ertragslage ab. Mit Entscheid vom 6. April 1990 entzog die Eidgenössische Bankenkommission der Bank X.________ die Bewilligung zur Ausübung der Geschäftstätigkeit als Bank und setzte die L.________Bankenprüfung als Liquidatorin ein. Diese leitete ein Nachlassverfahren nach der Verordnung über Nachlassverfahren für Banken und Sparkassen ein. Mit Entscheid vom 27. August 1992 bestätigte die Schuldbetreibungs- und Konkurskommission des Obergerichts des Kantons Luzern den von der Liquidatorin vorgeschlagenen Nachlassvertrag mit Vermögensabtretung.