Citation: 4A_616/2021 E. 5.5

5.5. Ferner macht der Beschwerdeführer geltend, der "Vollstreckungsmechanismus der FIFA" verletze das staatliche Monopol auf Zwangsvollstreckung. Die Durchsetzung von Geldforderungen sei eine Angelegenheit der öffentlichen Gewalt. Es sei nicht an der FIFA, finanzielle Forderungen durch die Aussprechung von Sanktionen zu "vollstrecken". Ob das Zwangsvollstreckungsmonopol des Staats zum Ordre public zählt, kann dahingestellt bleiben. Stellt ein privater Verein (wie die FIFA) zur Erreichung seines Zwecks Bestimmungen auf, denen sich seine Mitglieder unterwerfen, ist es grundsätzlich zulässig, dass er Sanktionen vorsieht, um die Verpflichtungen der Mitglieder abzusichern. Die FIFA masst sich aufgrund des Beschlusses ihrer Disziplinarkommission nicht etwa die dem Staat zur Vollstreckung von Geldforderungen zur Verfügung stehenden Zwangsmassnahmen an, wie die Pfändung und Verwertung nach dem Schuldbetreibungs- und Konkursrecht. Dass die innerhalb einer Vereinsstruktur vorgesehene Sanktionierungsmöglichkeit vollstreckungsähnliche Wirkung zeitigen kann, ist bei genügender statutarischer Grundlage nicht zu beanstanden und bringt die vereinsrechtlichen Sanktionen nicht in Konflikt mit dem Zwangsmonopol des Staats (im Einzelnen: Urteil 4P.240/2006 vom 5. Januar 2007 E. 4.2).