Citation: 8C_315/2010 20.07.2010 E. 2

Die Allianz hat ihren Nichteintretensentscheid damit begründet, der Versicherte habe in offensichtlich rechtsmissbräuchlicher Weise bewusst auf die Einsprachebegründung verzichtet. Das kantonale Gericht hat das Vorliegen eines Rechtsmissbrauchs als fraglich erachtet. Abschliessend müsse dies aber nicht beurteilt werden, da der Einspracheentscheid schon aus anderen Gründen aufzuheben sei. Die Einsprachefrist sei am 20. April 2009 abgelaufen. Es sei davon auszugehen, dass die am 3. April 2009 der Post übergebene vorsorgliche Einsprache mit Fristerstreckungsgesuch rund 14 Tage vor Ablauf dieser Frist bei der Allianz eingegangen sei. Diese wäre demnach gestützt auf den Grundsatz von Treu und Glauben sowie die allgemeine Aufklärungs- und Beratungspflicht der Sozialversicherer gemäss Art. 27 ATSG gehalten gewesen, den Versicherten rechtzeitig auf den ihm ihrer Ansicht nach drohenden Rechtsnachteil aufmerksam zu machen und klar festzustellen, dass eine entsprechende Verbesserung innert der laufenden Einsprachefrist zu erfolgen habe. Unter diesen Umständen habe der Versicherte ohne weiteres davon ausgehen dürfen, dass seinem Fristerstreckungsgesuch zur Nachreichung der Einsprachebegründung stattgegeben werde. Das Schreiben der Allianz vom 24. April 2009 sei demnach so zu verstehen, als sei dem Versicherten die Frist zur Nachreichung der Einsprachebegründung ohne Androhung irgendwelcher Rechtsnachteile bis 8. Juni 2009 erstreckt worden. Die Einsprachebegründung sei an diesem Tag der Post übergeben worden, weshalb auf die Einsprache einzutreten sei. Die Beschwerde führende Allianz verneint eine Verletzung von Treu und Glauben sowie der gesetzlichen Aufklärungs- und Beratungspflicht.