Citation: 2C_440/2024 E. 5.4

5.4. Was die Verhältnismässigkeit der Massnahme betrifft, besteht ein gewichtiges öffentliches Interesse an einer tiergerechten Haltung bzw. am Schutz des Wohlergehens der Tiere (vgl. Art. 80 Abs. 1 und 2 lit. a BV; Art. 1 TSchG; vgl. dazu das Urteil 2C_278/2012 vom 1. November 2012 E. 3.4.4). Die angeordnete Tierhaltebeschränkung ist ohne Weiteres geeignet, dieses öffentliche Interesse zu wahren. Daran ändert auch das Vorbringen des Beschwerdeführers nichts, dass die Auflösung seines Rinderbestandes mit tierschutzrechtlich fragwürdigen Handlungen respektive unnötigem Stress für die Tiere verbunden wäre. Denn zum einen können - und müssen - die Auflösungsmassnahmen, z.B. der Verkauf an andere Bauern, tierschutzkonform durchgeführt werden. Zum anderen steht der damit verbundene Stress in keinem Vergleich zu den beanstandeten tierschutzrechtlichen Mängeln der Tierhaltung des Beschwerdeführers. Diese wurde mehrmals von den zuständigen Behörden beanstandet. Dabei wurden verschiedene Massnahmen angeordnet, darunter die am 19. Dezember 2022 verfügte Tierhaltebeschränkung auf maximal 50 Kühe und hochträchtige Erstkalbende. Selbst wenn der Beschwerdeführer jeweils einzelnen Anordnungen der Behörden nachgekommen sein mag, ist eine nachhaltige Verbesserung in der Rinderhaltung nicht ersichtlich, zumal anlässlich mehrerer Nachkontrollen erneut tierschutzrechtliche Mängel und das Nichteinhalten der angeordneten Massnahmen festgestellt werden mussten (vgl. auch vorne E. 5.3). Somit ist davon auszugehen, dass mildere Massnahmen nicht geeignet gewesen wären, das öffentliche Interesse zu erreichen. Wenn der Beschwerdeführer schliesslich vorbringt, dass er willens und mit Unterstützung Dritter auch in der Lage ist, die tierschutzrechtlichen Vorgaben umzusetzen, verkennt er, dass ihm dies trotz etlicher Chancen und behördlicher sowie privater Unterstützung über Jahre nicht gelungen ist. Er vermag nicht darzutun, weshalb es inskünftig anders sein sollte. Folglich ist die streitgegenständliche Tierhaltebeschränkung als erforderlich zu qualifizieren. In diesem Zusammenhang ist auch darauf hinzuweisen, dass bereits das Veterinäramt aufgrund von Verhältnismässigkeitsüberlegungen kein umfassendes, sondern bloss ein auf Rinder beschränktes Tierhalteverbot ausgesprochen hat. Schliesslich wiegt das öffentliche Interesse am Wohlergehen der Tiere höher als das geltend gemachte finanzielle Interesse des Beschwerdeführers, weiterhin Rinder halten zu dürfen (vgl. Urteile 2C_482/2024 vom 5. Dezember 2024 E. 4.5.2; 2C_958/2014 vom 31. März 2015 E. 5.2; 2C_378/2012 vom 1. November 2012 E. 3.4.4), sodass die Massnahme als zumutbar erscheint. Im Ergebnis erweist sich die Tierhaltebeschränkung unter den konkreten Umständen als verhältnismässig.