Citation: C 257/01 16.07.2003 E. 3

Der Begriff der Vermittlungsfähigkeit umfasst neben dem objektiven einen subjektiven Aspekt. Die Arbeit suchende Person muss demnach sowohl in der Lage als auch bereit sein, ihre Arbeitskraft im Umfang der geltend gemachten Arbeitslosigkeit einzusetzen (s. Erw. 1). Der Beschwerdeführer kann für die Zeit ab dem 1. Mai 2000 keinerlei Bemühungen um Arbeit nachweisen. In einer Stellungnahme gegenüber dem RAV vom 30. August 2000 hat er dazu ausgeführt, durch Stellenbewerbungen würde er zeigen, dass die seit 1. April 2000 bei der W.________ GmbH ausgeübte Tätigkeit für ihn nur vorübergehenden Charakter habe, was aber nicht zutreffend sei. War demnach der Versicherte nicht willens, seine 60 %-Stelle zugunsten einer Stelle, welche die von ihm gewünschten 80 Stellenprozente umfasst hätte, aufzugeben, so war - wie die Vorinstanz zutreffend ausgeführt hat - die Anspruchsvoraussetzung gemäss Art. 8 Abs. 1 lit. a in Verbindung mit Art. 10 Abs. 2 lit. b AVIG nur erfüllt, sofern er eine weitere Teilzeitbeschäftigung im Umfang von 20 % suchte. Dass dies nicht der Fall war, ergibt sich aus dem völligen Fehlen von Arbeitsbemühungen, aus den Äusserungen in der genannten Stellungnahme vom 30. August 2000, aus einer weiteren Stellungnahme des Beschwerdeführers gegenüber dem KIGA vom 31. Oktober 2000, in welcher er ausführte, er habe mit dem Antritt der 60 %-Stelle alles Zumutbare zur Beendigung seiner Arbeitslosigkeit getan, sowie aus der Argumentation in der letztinstanzlichen Verwaltungsgerichtsbeschwerde, dergemäss die Annahme eines Zwischenverdienstes die dauerhafte Integration in das Erwerbsleben, insbesondere die Einarbeitung in die damalige Tätigkeit, massiv behindert hätte. Auf Grund dieser Tatsachen ist zu folgern, dass der Beschwerdeführer in der fraglichen Zeit gar keine weitere Anstellung neben seiner 60 %-Stelle (für welche vertraglich eine Pensenerhöhung auf 80 % und später 100 % vorgesehen war) suchte. Ob die Anspruchsvoraussetzung der (in vorliegendem Fall: teilweisen) Arbeitslosigkeit damit noch gegeben war oder ob der Beschwerdeführer nicht vielmehr seine Erwerbstätigkeit für eine beschränkte Zeit freiwillig auf 60 % reduzierte, kann offen bleiben, denn ersichtlich ist zumindest die fehlende Bereitschaft, eine andere oder eine weitere Stelle zu suchen und anzutreten, womit die weitere Anspruchsvoraussetzung der Vermittlungsfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 lit. f AVIG) in subjektiver Hinsicht nicht erfüllt war. Zwar lässt sich gemäss der Rechtsprechung aus ungenügenden Bemühungen um eine neue Stelle nicht ohne weiteres auf eine fehlende subjektive Bereitschaft schliessen, die Arbeitskraft entsprechend den persönlichen Verhältnissen während der üblichen Arbeitszeit einzusetzen. In der Regel liegt lediglich eine unzureichende Erfüllung der gesetzlichen Schadenminderungspflicht vor. Für die Annahme fehlender Vermittlungsbereitschaft auf Grund ungenügender Stellensuche bedarf es vielmehr qualifizierter Umstände (ARV 2002 Nr. 13 S. 109 Erw. 4 mit Hinweisen). Die Rechtsprechung nennt unter anderem das vollständige Fehlen jeglicher Bemühungen um eine Anstellung (ARV 1996/1997 Nr. 19 S. 101 Erw. 3b mit Hinweisen).