Citation: 6B_452/2023 E. 1.8.1

1.8.1. Das Verfahren gegen den Beschwerdeführer wegen versuchter Nötigung wurde folglich von der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl am 28. Juni 2016 und damit vor dem Tötungsdelikt vom 30. Juni 2016 eröffnet. Der Haftbefehl gegen A.________ im von der damaligen Staatsanwaltschaft IV wegen des Tötungsdelikts vom 30. Juni 2016 gegen diesen geführten Verfahren C-2/2016/10022143 datiert vom 5. Juli 2016 (kant. Akten, HD/81/2). Gegen den Beschwerdeführer und A.________ wurden demnach zunächst getrennte Verfahren geführt, was darauf zurückzuführen ist, dass das Verfahren gegen den Beschwerdeführer wegen versuchter Nötigung bereits vor und unabhängig vom Tötungsdelikt vom 30. Juni 2016 eröffnet wurde. Zwar wurde das von der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl gegen den Beschwerdeführer geführte Verfahren wegen versuchter Nötigung bereits mit Verfügung vom 8. Juli 2016 an die damalige Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich abgetreten (kant. Akten, Ordner 46, ND 2/10/1). Eine Vereinigung der beiden Verfahren fand zu diesem Zeitpunkt jedoch nicht statt. Vielmehr wurde auch das gegen den Beschwerdeführer von der Staatsanwaltschaft IV Anfang April 2017 wegen Mordes eröffnete Verfahren zunächst getrennt unter der separaten Verfahrensnummer C-2/2016/10022135 geführt, worauf die Staatsanwaltschaft im Antrag auf Anordnung von Untersuchungshaft vom 7. April 2017 hinwies (kant. Akten, HD/82/1 S. 2). Ob dieses Vorgehen nach der Ausdehnung des Verfahrens gegen den Beschwerdeführer auf den Vorwurf des Mordes mit dem in Art. 29 Abs. 1 lit. b StPO verankerten Grundsatz der Verfahrenseinheit vereinbar war, ist fraglich. Für die Zeit vor dem 7. April 2017 erscheinen die getrennten Verfahren auf jeden Fall nicht offensichtlich unhaltbar, da es damals im Verfahren gegen A.________ auch um Mord und illegalen Waffenerwerb ging, während dem Beschwerdeführer zunächst lediglich eine versuchte Nötigung vorgeworfen wurde. In getrennt geführten Verfahren besteht nach der zuvor zitierten Rechtsprechung kein Teilnahmerecht (oben E. 1.2.1). Der Beschwerdeführer müsste auf jeden Fall näher begründen, weshalb ihm anlässlich der Einvernahmen von A.________ in der Zeit vom 19. Januar bis am 28. März 2017 im gegen diesen getrennt geführten Verfahren gestützt auf Art. 147 Abs. 1 StPO ein Teilnahmerecht zugestanden haben soll, was er nicht tut.