Citation: 6B_451/2009 23.10.2009 E. 3.4

3.4.1 Mangels anderweitiger Hinweise auf besondere Fachkenntnisse der Kunden ist es nicht willkürlich, auf einen durchschnittlichen Benutzer abzustellen. Soweit der Beschwerdeführer vorbringt, es sei willkürlich und verletze die Unschuldsvermutung, das Vorliegen einer Raubkopie bei denjenigen Kunden zu vermuten, die eine schriftliche Bestätigung unterzeichnet hätten, geht seine Rüge an der Sache vorbei. Die Vorinstanz hat diesbezüglich einzig die Frage geprüft, ob die genannten Bestätigungen geeignet seien, über die Art eines installierten Programms Auskunft zu geben, und dies schliesslich verneint. Soweit der Beschwerdeführer vorbringt, die schriftlichen Bestätigungen würden ihn zu entlasten vermögen, legt er einzig dar, wie seiner Auffassung nach diese Erklärungen richtigerweise zu würdigen gewesen wären. Das gleiche trifft auf seine Rüge zu, wonach die Vorinstanz auf seine Aussagen anlässlich der polizeilichen Einvernahme abgestellt habe, obwohl er sein anfängliches Geständnis glaubhaft widerrufen habe und die belastenden Ausführungen des Lehrlings zudem widersprüchlich seien. Dieses appellatorische Vorbringen ist unbehelflich und ungeeignet, Willkür darzutun, weshalb auf die Beschwerde insoweit nicht einzutreten ist (Art. 106 Abs. 2 BGG). 3.4.2 Näher zu prüfen ist die Rüge des Beschwerdeführers, wonach die Vorinstanz in willkürlicher antizipierter Beweiswürdigung die Einvernahme jener Kunden der B._________ GmbH abgelehnt habe, die unterschriftlich die Installation legaler Software bestätigt hätten. Die Vorinstanz hat erwogen, die Aussagen der besagten Kunden würden den Beschwerdeführer nicht zu entlasten vermögen. Diese antizipierte Beweiswürdigung ist willkürlich. Wesentlich ist, dass die Vorinstanz im Vergleich zur ersten Instanz die Anzahl der dem Beschwerdeführer vorgeworfenen nicht gültig lizenzierten Softwarekopien reduziert und insbesondere bestimmten Kunden zugeordnet hat. Die erste Instanz legte dem Beschwerdeführer zur Last, 20 bis 30 (nicht näher bezeichneten) Kunden Programme ohne Lizenz installiert zu haben. Sie erwog, dass es ungeachtet dessen durchaus zutreffen möge, dass jene Kunden, welche eine Bestätigung unterschrieben hätten, ein Programm mit einer gültigen Lizenz erhalten hätten. Demgegenüber ist die Vorinstanz von 11 Kunden ausgegangen (angefochtenes Urteil S. 8). Sie verweist diesbezüglich auf die Handzettel, welche mit den jeweiligen Rechnungen abgelegt wurden. Aus den vorinstanzlichen Akten gehen 15 Kunden hervor (vgl. vorinstanzliche Akten Register zur Sache, act. 22). Nicht eindeutig ist, betreffend welchen 11 (von 15) Kunden die Vorinstanz dem Beschwerdeführer zur Last legt, das Programm Microsoft Office 2003 ohne gültige Lizenz kopiert zu haben. Ein Antrag der Beschwerdegegnerin 1, sämtliche 15 Kunden im vorinstanzlichen Verfahren zu befragen, wurde vom Beschwerdeführer unterstützt (vgl. vorinstanzliche Akten OG act. 7 und 8). Soweit der Beschwerdeführer rügt, die Vorinstanz habe willkürlich die Einvernahme jener Personen abgelehnt, die eine schriftliche Bestätigung unterzeichnet hätten, ist seine Rüge zutreffend, insofern es sich dabei gleichzeitig um Kunden handelt, die laut dem angefochtenen Entscheid eine nicht lizenzierte Kopie erhalten haben. Selbst wenn diese Kunden über keine speziellen Fachkenntnisse verfügen würden, erscheint ihre Befragung nicht von vornherein untauglich respektive unerheblich. Insbesondere ist nicht auszuschliessen, dass sie Angaben zu allenfalls wesentlichen Verkaufsumständen (wie z.B. Aushändigung der CD in Originalverpackung, Benutzerhandbücher, Echtheitszertifikate) machen können. Indem die Vorinstanz ihre Befragung abgelehnt hat, ist sie zumindest implizit davon ausgegangen, dass ihre Aussagen irrelevant sind. Dadurch hat sie das rechtliche Gehör des Beschwerdeführers (Art. 29 Abs. 2 BV) sowie das Recht auf Einvernahme von Entlastungszeugen (Art. 6 Ziff. 3 lit. d EMRK) verletzt. Die Beschwerde ist in diesem Punkt begründet und gutzuheissen. Die Vorinstanz wird die Einvernahme der 11 Kunden, bezüglich deren sie dem Beschwerdeführer ein strafbares Verhalten vorwirft, aus diesen Gründen nachzuholen haben.