Citation: 5A_482/2007 17.12.2007 E. 6

Das Obergericht hat der Beiständin gemäss Art. 308 Abs. 2 ZGB den zusätzlichen Auftrag erteilt, bei Übernachtungen des Kindes beim Beschwerdeführer zu prüfen, ob das Kind in einem vom Beschwerdeführer separierten Raum eine Übernachtungsmöglichkeit hat. Der Beschwerdeführer hält die Anordnung für bundesrechtswidrig, beleidigend und diskriminierend, weil ihm damit unterstellt werde, für seine eigene Tochter eine Gefahr im Sinne des sexuellen Missbrauchs darzustellen (S. 43 Ziff. 12 der Beschwerdeschrift). 6.1 Der Anspruch auf persönlichen Verkehr ist nicht absolut, sondern - neben dem Kindeswohl - insbesondere auch durch das Persönlichkeitsrecht des Kindes begrenzt (vgl. Hegnauer, Berner Kommentar, 1997, N. 56 zu aArt. 273 ZGB, mit Hinweisen). Dieses Persönlichkeitsrecht muss bei der gerichtlichen Festlegung der Besuchsrechtsordnung beachtet werden. Zu deren Umsetzung und Durchführung können dem Beistand einzeln umschriebene Aufträge erteilt werden (vgl. Breitschmid, Basler Kommentar, 2006, N. 14 ff. zu Art. 308 ZGB, mit Hinweisen). Anordnungen betreffend die Übernachtung des Kindes kommen in der Praxis vor. Sie stehen - entgegen der Annahme des Beschwerdeführers - nicht zwingend vor dem Hintergrund des Verdachts auf sexuellen Missbrauch des Kindes und beinhalten deshalb auch keinen entsprechenden Vorwurf (vgl. Urteil 5C.209/2005 vom 23. September 2005, E. 2, in: FamPra.ch 2006 S. 191 f., wo das gut sechsjährige Kind bei den Grosseltern übernachten sollte, weil der besuchsberechtigte Vater in einem besetzten Haus wohnte, das er gegebenenfalls kurzfristig verlassen musste, und weil eine gewisse Gefahr von gewalttätigen Auseinandersetzungen mit Rechtsradikalen oder Polizeikräften bestand). 6.2 Beide Beiständinnen des Kindes haben vor Obergericht den Anspruch des Kindes auf eine eigene Schlafmöglichkeit betont. Das Obergericht hat anerkannt, dass einem Kind im Alter von T.________ - mit zunehmendem Alter ohnehin - ein Recht auf eine gewisse Intimsphäre und eine Rückzugsmöglichkeit für die Nacht zusteht (E. II/2c S. 26 f. des obergerichtlichen Urteils). Der Beschwerdeführer wendet dagegen nichts Stichhaltiges ein. Wie dieses Recht des Kindes und der Anspruch des Beschwerdeführers auf persönlichen Verkehr mit dem Kind letztlich gegeneinander abzuwägen sind, kann hier dahingestellt bleiben. Denn in tatsächlicher Hinsicht steht unangefochten fest, dass der Beschwerdeführer allein in einer 3 oder 3 ½ - Zimmerwohnung mit einem Kinderzimmer, einem Wohn- und Essraum sowie einem Elternschlafzimmer lebt. Auf Grund der Wohnverhältnisse kann das berechtigte Bedürfnis des Kindes nach einem eigenen Schlafraum problemlos befriedigt werden. Dass der Beschwerdeführer das Kinderzimmer als Büro und Werkraum nutzt und das Wohnzimmer vollständig möbliert hat, ändert daran nichts. Dem Obergericht kann vielmehr beigepflichtet werden, dass es dem Beschwerdeführer zumutbar ist, dem Kind in einem der Zimmer einen eigenen Schlafplatz einzurichten, und zwar für jede Übernachtung und nicht bloss im Falle mehrtägiger Aufenthalte des Kindes. Da der Beschwerdeführer dazu offenbar nur widerstrebend bereit ist, kann nicht beanstandet werden, dass das Obergericht der Beiständin einen darauf bezogenen Überwachungsauftrag erteilt hat. 6.3 Der Auftrag des Obergerichts an die Beiständin betreffend Übernachtungen des Kindes beim Beschwerdeführer verletzt aus den dargelegten Gründen kein Bundesrecht.