Citation: 1C_510/2014 E. 2.4

2.4. Das Bundesverwaltungsgericht führt im Wesentlichen aus, der Beschwerdeführer 1 habe in seiner ersten Stellungnahme gegenüber dem BFM den überraschenden Tod seines Vaters im Sommer 2009 als einen wichtigen Auslöser für das eheliche Zerwürfnis genannt. Dies habe nach seinen eigenen Angaben bei ihm eine grosse Trauer ausgelöst, wofür seine Ex-Gattin aber kein richtiges Verständnis aufgebracht habe. Aus dieser Situation heraus habe es angeblich immer häufiger Streitigkeiten gegeben, was im November 2009 zur provisorischen und später zur definitiven Trennung geführt habe. Als das BFM einen Beleg für den Todesfall verlangt habe, sei indessen herausgekommen, dass der Vater gar nicht im Sommer 2009, sondern bereits im Juli 2007 gestorben war. Wenn auch die geschiedene Ehefrau darauf hingewiesen habe, dass dieser Todesfall eine Belastung für die Ehe gewesen sei, müsse dies vor dem Hintergrund des wirklichen Datums als ein Anzeichen dafür gewertet werden, dass die Eheprobleme bereits einige Zeit vor der erleichterten Einbürgerung begannen. Die Ex-Ehefrau habe zudem die grossen Arbeitspensen des Beschwerdeführers 1 als eine Ursache für das Scheitern der Ehe genannt: Er habe viel gearbeitet und sei deswegen oft weg gewesen, teilweise auch am Wochenende. Auch dieser für die Ehe belastende Faktor sei jedoch weit vor der erleichterten Einbürgerung eingetreten. Die eingereichten Lohnabrechnungen würden schon ab November 2006 regelmässige Überstunden von einem teilweise erheblichen Umfang belegen. Analoges gelte hinsichtlich der gesundheitlichen Probleme der geschiedenen Ehefrau, wobei der Beschwerdeführer 1 diese ohnehin nur am Anfang des Verfahrens als Grund für die Eheprobleme vorgebracht habe. Aus den Akten ergebe sich, dass ihr Gesundheitszustand zwischen 2003 und 2005 besonders schlecht gewesen sei, 2004 habe sie sich einer Nierentransplantation unterziehen müssen. Ein plausibler Grund für ein plötzliches Zerwürfnis im Nachgang zur erleichterten Einbürgerung sei mithin nicht ersichtlich. Hinzu komme, dass es keine Anzeichen für die vom Beschwerdeführer 1 behaupteten Versuche zur Rettung der Ehe gebe, im Gegenteil. Er habe per 1. November 2009 eine Wohnung in einem anderen Kanton gemietet und diese auch nicht untervermietet, nachdem er wieder in die eheliche Wohnung zurückgezogen sei. Zudem hätten die Ehegatten kurze Zeit nach dem angegebenen definitiven Trennungszeitpunkt (Ende Februar 2010) bereits eine Scheidungskonvention unterzeichnet (im März 2010).