Citation: 1B_229/2007 30.10.2007 E. 2

2.1 Der Beschwerdeführer rügt, der angefochtene Entscheid verletze sein verfassungsmässiges Recht auf persönliche Freiheit. 2.2 Bei Beschwerden, die gestützt auf das Recht der persönlichen Freiheit (Art. 10 Abs. 2, Art. 31 BV) wegen der Ablehnung eines Haftentlassungsgesuchs erhoben werden, prüft das Bundesgericht im Hinblick auf die Schwere des Eingriffes die Auslegung und Anwendung des entsprechenden kantonalen Rechtes frei (vgl. BGE 132 I 21 E. 3.2.3 S. 24 mit Hinweisen). 2.3 Sicherheitshaft darf nach Zürcher Strafprozessrecht nur angeordnet bzw. verlängert werden, wenn der Angeklagte eines Verbrechens oder Vergehens dringend verdächtigt wird und ausserdem ein besonderer Haftgrund vorliegt, namentlich Flucht-, Kollusions- oder Wiederholungsgefahr (§ 67 Abs. 2 Satz 1 i.V.m. § 58 Abs. 1 der Zürcher Strafprozessordnung vom 4. Mai 1919 [StPO/ZH; LS 321]). Die Untersuchungshaft ist durch mildere Massnahmen zu ersetzen, sofern sich der Haftzweck auch auf diese Weise erreichen lässt (§ 67 Abs. 2 i.V.m. § 58 Abs. 4 und § 72 f. StPO/ZH). 2.4 Nach dem Beschwerdeführer ist im vorliegenden Fall kein hinreichender Tatverdacht gegeben. Er macht sinngemäss geltend, die Vorinstanz habe für ihre gegenteilige Annahme einen zu wenig strengen Massstab angelegt. Im angefochtenen Entscheid werde erwogen, ein Schuldspruch bezüglich der angeklagten, versuchten schweren Körperverletzung sei denkbar. Stattdessen müsse richtigerweise eine Verurteilung mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu erwarten sein, damit der dringende Tatverdacht als Haftvoraussetzung bejaht werden dürfe. Dies sei hier aber nicht der Fall. Ein Freispruch oder eine allfällige Verurteilung wegen eines weniger schweren Delikts wie einfacher Körperverletzung seien mindestens so wahrscheinlich oder gar noch wahrscheinlicher als ein Schuldspruch im Sinne der Anklage. 2.5 Im Gegensatz zum erkennenden Sachrichter hat das Bundesgericht bei der Überprüfung des allgemeinen Haftgrundes des dringenden Tatverdachts keine erschöpfende Abwägung sämtlicher belastender und entlastender Beweisergebnisse vorzunehmen. Macht ein Inhaftierter geltend, er befinde sich ohne ausreichenden Tatverdacht in strafprozessualer Haft, ist vielmehr zu prüfen, ob aufgrund der bisherigen Untersuchungsergebnisse genügend konkrete Anhaltspunkte für eine Straftat und eine Beteiligung des Beschwerdeführers an dieser Tat vorliegen, die Justizbehörden somit das Bestehen eines dringenden Tatverdachts mit vertretbaren Gründen bejahen durften. Im Haftprüfungsverfahren genügt dabei der Nachweis von konkreten Verdachtsmomenten, wonach das inkriminierte Verhalten mit erheblicher Wahrscheinlichkeit die fraglichen Tatbestandsmerkmale erfüllen könnte (vgl. BGE 116 Ia 143 E. 3c S. 146; Urteil 1P.90/2005 vom 23. Februar 2005, E. 2.2, in: Pra 95/2006 Nr. 1 S. 1). Das Beschleunigungsgebot in Haftsachen lässt dabei nur wenig Raum für ausgedehnte Beweismassnahmen. Zur Frage des dringenden Tatverdachts bzw. zur Schuldfrage hat der Haftrichter weder ein eigentliches Beweisverfahren durchzuführen, noch dem erkennenden Strafrichter vorzugreifen. Vorbehalten bleibt allenfalls die Abnahme eines liquiden Alibibeweises (vgl. BGE 124 I 208 E. 3 S. 210 mit Hinweisen). 2.6 Der Beschwerdeführer ist der Ansicht, die im Hinblick auf den Tatverdacht verlangte Wahrscheinlichkeit müsse eine überwiegende sein. Ein solcher Grundsatz lässt sich der soeben angeführten Rechtsprechung nicht entnehmen. Es besteht jedoch kein Anlass, diese Rechtsprechungsgrundsätze hier zu präzisieren. Die Vorinstanz hat nicht nur erwogen, ein Schuldspruch wegen versuchter schwerer Körperverletzung sei denkbar. Vielmehr hat sie dargelegt, ein solcher komme aufgrund der von ihr angeführten Indizien ernsthaft in Frage. Der Beschwerdeführer räumt ein, am 6. Dezember 2006 eine tätliche Auseinandersetzung mit Y.________ gehabt zu haben, in deren Verlauf es zu den festgestellten Stichverletzungen am Letztgenannten kam. Auch bestreitet der Beschwerdeführer nicht, dass er bei jener Auseinandersetzung ein Messer mit sich führte. Stattdessen trägt er in appellatorischer Weise seine eigene strafrechtliche Würdigung der angesprochenen Verdachtselemente vor. Bei diesen Vorbringen verkennt er die Aufgabe des Bundesgerichts im vorliegenden Zusammenhang. Die Vorinstanz hat einen dringenden Tatverdacht mit vertretbaren Gründen bejaht, so dass die Beschwerde in diesem Punkt unbehelflich ist. 2.7 Nicht anders verhält es sich, soweit der Beschwerdeführer einwendet, die Vorinstanz habe zu Unrecht Flucht- und Kollusionsgefahr angenommen. Die entsprechenden Erwägungen des angefochtenen Entscheids bewegen sich im Rahmen der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zur Fluchtgefahr (vgl. BGE 125 I 60 E. 3a S. 62 mit Hinweisen) wie auch zur Kollusionsgefahr, insbesondere nach Abschluss der Strafuntersuchung (vgl. BGE 132 I 21 E. 3.2 S. 23 f.; Urteil 1P.625/2006 vom 12. Oktober 2006, E. 4.2, in: Pra 96/2007 Nr. 39 S. 241). Die Vorinstanz hat die konkreten Anhaltspunkte, die sie für die Annahme der beiden besonderen Haftgründe als massgeblich erachtete, einlässlich und nachvollziehbar dargelegt. Auf diese Erwägungen kann verwiesen werden (Art. 109 Abs. 3 BGG). Ebenso ist es verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz mildere Massnahmen anstelle der Sicherheitshaft abgelehnt hat. Mit dem letztgenannten Punkt befasst sich die Beschwerdeschrift ohnehin nicht ausdrücklich, so dass es insoweit an rechtsgenüglichen Rügen fehlt (vgl. E. 1, hiervor). 2.8 Die Frage der Überhaft wirft der Beschwerdeführer nur in der Perspektive auf, dass auch eine Verurteilung wegen einfacher Körperverletzung in Betracht zu ziehen sei. Dieser Einwand geht an der Sache vorbei, weil die Vorinstanz ihrem Entscheid den als verfassungsrechtlich haltbar eingestuften Tatverdacht einer versuchten schweren Körperverletzung zugrunde gelegt hat (vgl. E. 2.6, hiervor). Im Übrigen setzt sich der Beschwerdeführer mit den differenzierten Erwägungen im angefochtenen Entscheid zur Verhältnismässigkeit der Haftdauer nicht auseinander; auch insoweit liegen keine rechtsgenüglichen Rügen vor (vgl. E. 1, hiervor).