Citation: 5A_155/2023 E. 2

Die Ausführungen in der Beschwerde sind teils nur schwer verständlich bzw. inhaltlich oft unklar und insbesondere sind Sachverhaltsbehauptungen mit Rügen betreffend das Prozessrecht und materiell-rechtlichen Vorbringen vermengt. Es lässt sich jedoch feststellen, dass der Beschwerdeführer (unter dem Titel "Materielles: Zum Sachverhalt") in formeller Hinsicht überspitzten Formalismus, Gehörsverweigerung und eine Verletzung von Art. 316, Art. 317 Abs. 1 lit. a und Art. 327 Abs. 2 lit. b ZPO (gemeint wohl: Art. 317 Abs. 2 lit. b ZPO) im Zusammenhang mit dem Schriftenwechsel im obergerichtlichen Verfahren geltend machen will. Er behauptet, mit einer rein formellen Argumentation habe das Obergericht einen Entscheid betreffend sein Begehren um Aufhebung der Unterhaltspflicht faktisch umgangen. In diesem Kontext dürfte auch sein auf Kassation und Rückweisung beschränktes Begehren zu lesen sein. Die Berufungsinstanz entscheidet frei, ob sie einen zweiten Schriftenwechsel durchführt (Art. 316 Abs. 2 ZPO), wobei ihr ein grosses Ermessen zukommt und entsprechend das Bundesgericht bei der Überprüfung der Frage, ob ein zweiter Schriftenwechsel anzuordnen gewesen wäre, grosse Zurückhaltung übt (BGE 138 III 252 E. 2.1). Im Übrigen lässt sich auch aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör kein Recht auf einen zweiten Schriftenwechsel ableiten (BGE 142 III 48 E. 4.1.1), sondern einzig ein unbedingtes Replikrecht (BGE 144 III 117 E. 2.1; 145 III 97 E. 3.4.1). Soweit sich die vorgebrachte Gehörsrüge überhaupt auf dieses bezieht, würde sie jedenfalls insofern scheitern, als sich der Beschwerdeführer im Berufungsverfahren mit einer weiteren Eingabe ein zweites Mal geäussert hat. Was sodann spezifisch das Novenrecht anbelangt, ist erforderlich, dass die Vorbringen nicht bereits von erster Instanz erfolgen konnten (Art. 317 Abs. 1 lit. b ZPO); das Obergericht hat sich hierzu und zur diesbezüglichen Substanziierungs- und Beweislast geäussert. Ebenso hat es sich zum (erst auf S. 7 der Berufung erfolgten) Rückweisungsantrag geäussert. Beschwerdeweise wird nicht sachgerichtet dargelegt, inwiefern das Obergericht in verfahrensmässiger Hinsicht Recht verletzt haben soll. Nicht nachvollziehbar ist sodann die sich auf die allgemeinen vorinstanzlichen Ausführungen zu den Berufungs- und Begründungsanforderungen (angefochtener Entscheid, Ziff. 2) beziehende Kritik. Der Beschwerdeführer bringt vor, das Obergericht hätte aufgrund der "äusseren Umstände des zu beurteilenden Sachverhalts (eines stets arbeitstätigen Beschwerdeführers und einer ebenso stets nicht arbeitstätigen Beschwerdegegnerin) " nicht einfach nachehelichen Unterhalt zusprechen dürfen und "im Sinn eines anzustrebenden Grundsatzentscheides nach Art. 74 Abs. 2 lit. a BGG [sei] durchaus von Interesse, wie sich die kantonalen Gerichte bei solchen Verhältnissen wie in concreto zu verhalten haben (nämlich falls eine aus dem Ausland zugezogene Ausländerin sich nicht im geringsten an die Treue- und Beistandspflicht hält) ". In diesem Kontext wäre jedoch konkret darzulegen gewesen, inwiefern das Obergericht im vorliegenden Fall mit dem Zuspruch zeitlich begrenzten nachehelichen Unterhalts gegen Recht verstossen haben soll (dazu E. 5).