Citation: 4A_350/2020 E. 3.3.2

3.3.2. Die Vorinstanz begründet überzeugend, weshalb sie die Abtretung der strittigen Ansprüche an die Beschwerdegegnerin als gültig und diese folglich als aktivlegitimiert betrachtet. Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerinnen erhellt aus dem angefochtenen Entscheid, dass die Vorinstanz die Abtretbarkeit der Forderungen zugunsten der Beschwerdegegnerin aus dem Wortlaut der Vereinbarung und dem erkennbaren Parteiwillen ableitet. Ersterer enthält mit Bezug auf Forderungen der C.________-Konzerngesellschaften keinerlei Einschränkung (vgl. Ziff. 5.2 Absatz 1 des Agreements). Dies im Unterschied zur Abtretung von Ansprüchen der Beschwerdeführerinnen, die gemäss Vertrag der ausdrücklichen Zustimmung bedarf (vgl. Ziff. 5.2 Absatz 2 des Agreements). Die Vorinstanz begründet schlüssig, weshalb sie den die Beschwerdegegnerin betreffenden Absatz 1 von Ziff. 5.2 als nicht abschliessend beurteilt. Sie nimmt nachvollziehbar an, dass es den Beschwerdeführerinnen bewusst war, mit einem grösseren Konzern zu verhandeln und dass dieser das Vertragsverhältnis mit Bezug auf seine Konzerngesellschaften möglichst flexibel gestalten wollte. Die Vorinstanz verletzt daher weder Bundesrecht noch verfällt sie in Willkür, wenn sie die Aufzählung in Ziff. 5.2 Absatz 1 des Transition Agreements gestützt auf den Wortlaut und den ermittelten Parteiwillen als nicht abschliessend beurteilt und zum Schluss gelangt, das Agreement stehe einer Abtretung von Forderungen der Cb.________ an die Beschwerdegegnerin nicht entgegen. Gleiches gilt für die Begründung, womit die Vorinstanz die Gültigkeit und den Umfang der an die Beschwerdegegnerin abgetretenen Forderungen, gestützt auf den Letter of Assignment, bejaht. Die Beschwerdeführerinnen beschränken sich darauf, ihren bereits vor Vorinstanz eingenommenen Standpunkt zu wiederholen, was zum Nachweis von Willkür nicht genügt. Dies ist etwa der Fall, wenn sie neuerlich vorbringen, eine Abtretung an die Beschwerdegegnerin sei nicht explizit vorgesehen, was im Übrigen unbestritten ist. Daraus lässt sich indes nicht zweifelsfrei schliessen, dass nach dem Willen der Parteien nicht auch andere Konzerngesellschaften, namentlich die Beschwerdegegnerin, als Zessionarin von Forderungen aus dem Transition Agreement in Frage kommen sollten. Der entsprechende Schluss der Vorinstanz ist mithin nicht willkürlich. Die Beschwerdeführerinnen bringen auch nichts vor, was ihre Interpretation der Vereinbarung als naheliegender erscheinen liesse als diejenige der Vorinstanz. Dies gilt namentlich auch für den Einwand, dass ein ausdrücklicher Abtretungs-Zusatz zugunsten der Beschwerdegegnerin fehle. Ebenso wenig kann gesagt werden, dass die Vorinstanz den Vertragszweck und dessen Entstehungsgeschichte ausser Acht gelassen hätte. Auch diese lassen nicht eindeutig darauf schliessen, dass eine Zession von Ansprüchen der türkischen Konzerngesellschaft an die Beschwerdegegnerin nach dem Parteiwillen ausgeschlossen sein sollte; im Gegenteil, gab die Abtretungsklausel doch zu keinen Bemerkungen Anlass. Daran ändert nichts, dass das Transition Agreement namentlich dazu gedient haben soll, das Türkei-Geschäft der Beschwerdegegnerin auf die dort eigens errichtete Konzerngesellschaft zu übertragen, was immerhin das Fehlen einer ausdrücklichen "vice-versa-Regelung" zu erklären vermag. Hingegen ist nicht erkennbar und zeigen die Beschwerdeführerinnen nicht auf, inwiefern sie vom die Rechte der Klägerseite regelnden Absatz 1 der strittigen Ziff. 5.2 des Transition Agreements überhaupt betroffen sein und welches Interesse sie bei Vertragsschluss an einer einschränkenden Interpretation des Absatz 1 hätten haben sollen. Unter diesen Umständen ist auch plausibel, dass die Abtretungsklausel in den Vertragsverhandlungen zu keinen Diskussionen Anlass gab, wie die Vorinstanz ausführt. Jedenfalls aber ist ihre Interpretation der strittigen Klausel offensichtlich nicht unhaltbar und damit nicht willkürlich. Dies gilt, wie sie zutreffend ausführt, umso mehr, als die Zedierbarkeit von Forderungen den Grundsatz darstellt, wovon im Übrigen auch die Beschwerdeführerinnen ausgehen. Die Gültigkeit der Abtretungsvereinbarung zwischen den C.________-Konzerngesellschaften und der Beschwerdegegnerin (Letter of Assignment) sowie deren Interpretation durch die Vorinstanz bestreiten die Beschwerdeführerinnen zu Recht nicht.