Citation: 1C_156/2017 E. 3.1

3.1. Unbestritten ist, dass der Beschwerdeführer 1996 in die Schweiz einreiste und hier blieb, obwohl sein Asylgesuch abgewiesen und seine Wegweisung angeordnet worden waren. In dieser prekären Aufenthaltssituation lernte er eine 12 Jahre jüngere Schweizerin kennen, mit der er 2000 ein Kind hatte und die er am 3. August 2001 heiratete, worauf er eine Aufenthaltsbewilligung erhielt. Am 12. Dezember 2003 stellte er verfrüht ein Gesuch um erleichterte Einbürgerung, am 11. Oktober 2004 reichte er ein zweites Gesuch ein. Dessen Behandlung wurde zeitweise sistiert, weil der Beschwerdeführer wegen Beschimpfung etc. zu einer bedingten Gefängnisstrafe von 10 Tagen verurteilt worden war, nachdem er am 19. März 2005 gegenüber einer Patrouille der Bahnpolizei, die ihn kontrollieren wollte, ausfällig geworden war (Strafmandat des Untersuchungsrichteramts III Bern-Mittelland vom 22. April 2005). Nachdem der Beschwerdeführer und seine Ehefrau am 29. November 2008 die gemeinsame Erklärung, in einer stabilen, auf die Zukunft gerichteten Gemeinschaft zu leben, unterzeichnet hatten, wurde der Beschwerdeführer am 28. Dezember 2008 erleichtert eingebürgert. Am 1. September 2009 verliess der Beschwerdeführer seine Familie und bezog eine eigene Wohnung. Die eheliche Gemeinschaft wurde nicht wieder aufgenommen; die Scheidung erfolgte am 28. Februar 2012. Am 15. November 2013 heiratete er eine Äthiopierin, die er nach eigenen Angaben 2011 kennengelernt hatte. Diese hatte allerdings bei der Asylbefragung angegeben, in die Schweiz einreisen zu wollen, um ihren Jugendfreund ("petit ami d'enfance") zu heiraten und mit ihm eine Familie zu gründen.