Citation: 5A_422/2010 13.08.2010 E. 3

In der Sache selbst kommt dem Bundesgericht umfassende Kognition zu und es wendet das Recht von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1 BGG). 3.1 Was den vom Beschwerdeführer verlangten Umfang des persönlichen Verkehrs anbelangt, ist er auf die von ihm selbst unterzeichnete und von der Vormundschaftsbehörde genehmigte Vereinbarung hinzuweisen, wonach ihm für den Konfliktfall ein Besuchsrecht an jedem zweiten Wochenende und ein Ferienrecht von vier Wochen zusteht. Zumal vor dem Hintergrund der völligen Kommunikationsunfähigkeit der Eltern ist nicht zu sehen, inwiefern sich eine über das vereinbarte und verbreiteter Praxis entsprechende Besuchs- und Ferienrecht hinausgehende Regelung aufdrängen soll. Das Verwaltungsgericht hatte sich nach den Ausführungen im angefochtenen Entscheid zwar überlegt, dem Beschwerdeführer als Schritt zur Verhinderung einer weiteren Eskalation vorläufig auch die von ihm gewünschte "Dienstagsbetreuung" zu gestatten; es hat davon jedoch Abstand genommen, nachdem der Beschwerdeführer die Tochter im Anschluss an das Osterwochenende 2010 eigenmächtig bei sich behielt und eine Rückgabe während Tagen verweigerte. Auch vor diesem Hintergrund hat das Verwaltungsgericht kein Bundesrecht verletzt, wenn es (jedenfalls bis zum Vorliegen des beim KJPD in Auftrag gegebenen Gutachtens) kein zusätzliches Besuchsrecht von Montag- bis Dienstagabend gewährt und das Ferienrecht nicht auf acht Wochen ausgedehnt, sondern die kantonale Beschwerde abgewiesen hat, soweit sie nicht ohnehin gegenstandslos war. 3.2 Der Beschwerdeführer betont wiederholt das gemeinsame Sorgerecht, aus welchem er gleiche Rechte und Pflichten mit Bezug auf die Betreuung und Erziehung des Kindes sowie ein umfassendes Informations- und Mitspracherecht ableitet. Dabei übergeht der Beschwerdeführer, dass das Obhutsrecht der Mutter allein zusteht. Dieses umfasst einerseits die Befugnis, den Aufenthaltsort des Kindes und die Art und Weise seiner Unterbringung zu bestimmen (BGE 128 III 9 E. 4a), sowie andererseits die Verantwortung für dessen tägliche Betreuung, Pflege und Erziehung (zur Publikation bestimmtes Urteil 5D_171/2009 vom 1. Juni 2010 E. 3.2). Dem nicht obhutsberechtigten Inhaber der elterlichen "Restsorge" verbleibt neben dem Recht auf persönlichen Verkehr im Wesentlichen ein Mitentscheidungs- und diesbezüglich auch ein Informationsrecht mit Bezug auf die zentralen Fragen der Lebensplanung des Kindes; dabei ist zu denken, stets im Sinn von Grundsatzentscheidungen, an die Namensgebung (vgl. Art. 301 Abs. 4 ZGB), an die allgemeine und berufliche Ausbildung (vgl. Art. 302 ZGB), an die Wahl der religiösen Erziehung (vgl. Art. 303 ZGB), an medizinische Eingriffe und andere einschneidende bzw. das Leben des Kindes prägende Weichenstellungen (zur Publikation bestimmtes Urteil 5D_171/2009 vom 1. Juni 2010 E. 3.2). In diesem Sinn hat die Vormundschaftsbehörde in ihrer Verfügung vom 26. Juni 2009, die Gegenstand des vorliegenden Beschwerdezuges ist, die Mutter verpflichtet, periodisch über folgende Ereignisse zu informieren (in der Verfügung mit weiteren Einzelheiten detailliert geregelt): Behandlung der Hautkrankheit (inkl. Kopien der ärztlichen Berichte); gesundheitliche Auffälligkeiten und Behandlungsmethoden; Schlafverhalten, soweit krankhafte Züge, und Behandlungsmethoden; prägende Erlebnisse; Umfang und Personen bei Fremdbetreuung; nennenswerte Entwicklungsschritte wie Schuleintritt, Berufsausbildung, Auszeichnungen, Erstkommunion, Firmung, etc. Soweit der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde das Gleiche verlangt, fehlt ihm, wie bereits festgehalten, eine Beschwer. Soweit er darüber hinausgehende Informations- und Mitbestimmungsrechte verlangt (was für Freunde das Kind habe; welche Besuche es erhalte; wie die Wochenstruktur im Einzelnen aussehe; Anschaffungen; einzelne mit der Krippe vereinbarte Punkte; etc.), ist die tägliche Betreuung, Pflege und Erziehung des Kindes betroffen, die in der alleinigen Verantwortung des Obhutsberechtigten liegt. Entsprechend stösst auch der Antrag ins Leere, bei Uneinigkeiten seien die Eltern zum Aufsuchen einer Fachstelle mit Stichentscheid zu verpflichten. Insoweit als das Verwaltungsgericht die kantonale Beschwerde mit Bezug auf all diese Punkte abgewiesen hat, ist keine Verletzung von Bundesrecht gegeben.