Citation: 4A_307/2020 E. 6

Die Beschwerdeführerin macht geltend, es sei auch möglich, das Teilwerk wie ein mangelhaftes Gesamtwerk zu betrachten. Dies habe zur Folge, dass die nach Minderungsgrundsätzen herabgesetzte ordentliche Vergütung geschuldet sei. Der Herabsetzungsbetrag entspreche dabei den Kosten, welche anfallen würden, wenn der Besteller das Werk durch einen Dritten vollenden lasse. Ein hinreichend konkreter Nachweis des Wertes des Teilwerks könne vorliegend somit auch dadurch erfolgen, dass anhand der Schlussabrechnung zwischen der Beschwerdegegnerin und der E.________ AG ermittelt werde, wie viel die Vollendung des Werkes nach Übernahme des Teilwerkes gekostet habe und sodann dieser Preis von dem vereinbarten Pauschalpreis in Abzug gebracht werde. Sie habe auch aus diesem Grund die Edition der Schlussabrechnung der E.________ AG verlangt. Indem die Vorinstanz dem Preis für die Vollendung des Projektes keine Bedeutung zugemessen habe und ihrem Editionsbegehren nicht nachgekommen sei, habe sie Art. 150 und Art. 152 ZPO sowie ihren Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 53 ZPO und Art. 29 Abs. 2 BV) verletzt. Die Rüge geht fehl. Dem angefochtenen Entscheid lässt sich nicht entnehmen, dass die Beschwerdeführerin die Ansicht, dass die geschuldete Vergütung für das Teilwerk nach Minderungsgrundsätzen berechnet werden könnte, bereits vor der Vorinstanz vertreten hat. Ebenso wenig zeigt sie in ihrer Beschwerde mit Aktenhinweis auf, dass sie dies getan oder dass erst der Entscheid der Vorinstanz zu dieser Rüge Anlass gegeben hätte. Es fehlt daher an der Erschöpfung des materiellen Instanzenzugs (vgl. hiervor E. 3). Auch das Editionsbegehren betreffend die Schlussrechnung erfolgte, wie sich aus den von ihr selbst zitierten Stellen der Klage und Replik ergibt, nicht in diesem Zusammenhang, sondern vielmehr betreffend die Frage, ob und in welcher Höhe der Beschwerdegegnerin im Zusammenhang mit der Konkurseröffnung der C.________ AG tatsächlich Mehrkosten entstanden sind.