Citation: U 322/05 11.01.2007 E. 3

Die SUVA hat anerkannt, dass die mässige Einschränkung der Schulterfunktion auf den fraglichen Unfall im Jahr 2002 zurückzuführen ist und hat deshalb nebst einer Integritätsentschädigung von 7.5 % eine Invalidenrente auf der Basis einer Erwerbsunfähigkeit von 11 % zugesprochen. Gegenstand des Verfahrens bildet zunächst die Frage, in welchem Ausmass unfallfremde psychische Faktoren das Beschwerdebild mitbestimmen und den Grad der Restarbeitsfähigkeit beeinflussen. Die Vorinstanz hat dazu erwogen, trotz umfassendsten Untersuchungen habe kein organisches Substrat für die noch bestehenden Beschwerden, insbesondere die invalidisierenden Schmerzen und die seit Februar 2004 eingetretene Symptomausweitung festgestellt werden können, weshalb hinsichtlich der organischen Unfallfolgen keine über die von der SUVA anerkannte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit hinausgehende Arbeitsunfähigkeit nachgewiesen sei. Der Beschwerdeführer wendet dagegen ein, das myofasziale Schmerzsyndrom sei den organischen Unfallfolgen zuzurechnen und entsprechend bei der Einschätzung der Restarbeitsfähigkeit zu berücksichtigen. 3.1 Im Rahmen der sozialversicherungsrechtlichen Leistungsprüfung wird verlangt, dass Schmerzangaben durch damit korrelierende, fachärztlich schlüssig feststellbare Befunde hinreichend erklärbar sind (BGE 130 V 399 Erw. 5.3.2). Das kantonale Gericht hat in einlässlicher Wiedergabe der medizinischen Beurteilungen schlüssig dargetan, dass sich beim Beschwerdeführer eine objektivierbare Erklärung für die Schmerzproblematik der Schulter trotz eingehender klinischer und bildgebender Abklärungen nicht finden liess. So stellten die Ärzte der Klinik Y.________, an welcher am 7. März 2003 die Schulterarthroskopie und modifizierte Bankart-Operation bei Teilabriss der anteroinferioren Kapsel durchgeführt wurde, anlässlich der regelmässigen Verlaufskontrollen wie auch bei der letzten Untersuchung am 7. Januar 2004 kein strukturelles Korrelat für die angegebene Symptomatik fest, insbesondere bei fehlendem Ansprechen von glenohumeraler und subakromealer Infiltration sowie Infektausschluss. Ebenso kamen die Ärzte der Rehaklinik Z.________ in einlässlicher Begründung und unter Hinweis auf die Befunde der Klinik Y.________ zum Schluss, auch für sie seien die Beschwerden nicht erklärbar (Bericht vom 21. April 2004). Schliesslich liessen sich im kreisärztlichen Abschlussbericht vom 8. März 2005 ebenfalls keine relevanten somatischen Ursachen für das Beschwerdebild finden. 3.2 Eine andere Beurteilung ergibt sich auch nicht daraus, dass die Klinik A._______ in ihrem Bericht vom 11. April 2005 ein myofasziales Schmerzsyndrom diagnostizierte. Entgegen den Vorbringen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde ist hier das myofasziale Schmerzsyndrom gerade nicht den organischen Unfallfolgen zuzurechnen, zumal entgegen den Behauptungen des Beschwerdeführers auch keine objektivierbaren myofaszialen Hinweise (vgl. Urteil S. vom 27. April 2006, U 393/05) wie Muskelverkürzungen oder Muskelhartspann festgestellt werden konnten (im Gegenteil war nicht einmal eine bedeutende Muskelatrophie ersichtlich). Schliesslich ist völlig spekulativ, dass das myofasziale Schmerzsyndrom beim Versicherten auf Grund einer Überlastung des lädierten Schultergelenks entstanden ist, wie dieser vorbringt; eine Fehlbelastung ist in den Akten nirgends ausgewiesen. Vielmehr deutet die Diagnose des myofaszialen Schmerzsyndroms auf eine funktionelle Störung hin (Urteil B. vom 10. April 2006, U 398/04), wofür auch der Umstand spricht, dass sich die Beschwerden ausgeweitet haben und durch zahlreiche Therapiemassnahmen nicht beeinflusst werden konnten (vgl. Urteil K. vom 16. August 2006, U 361/05). Es werden damit die früheren Beurteilungen bestätigt, wonach die Beschwerden organisch nicht erklärbar sind, sondern als psychisch bedingt anzusehen sind. Damit besteht auch kein Anspruch auf Übernahme der Kosten der Privatgutachten. Nach der zu Art. 108 Abs. 1 lit. g UVG (gültig ge wesen bis 31. Dezember 2002) ergangenen, unter der Herrschaft von Art. 61 lit. g ATSG weiterhin als massgebend zu betrachtenden Rechtsprechung (vgl. RKUV 2005 Nr. U 547 S. 221 [Urteil N. vom 14. März 2005, U 85/04]) hat der Unfallversicherer die Kosten eines vom Versicherten selbst veranlassten Privatgutachtens zu übernehmen, wenn sich der medizinische Sachverhalt erst auf Grund des im kantonalen Beschwerdeverfahren beigebrachten Untersuchungsergebnisses schlüssig feststellen lässt und dem Unfallversicherer insoweit eine Verletzung der ihm nach dem Untersuchungsgrundsatz obliegenden Pflicht zur rechtsgenüglichen Sachverhaltsabklärung vorzuwerfen ist. So verhält es sich hier nicht. Es ergeben sich aus den im kantonalen Beschwerdeverfahren eingereichten weiteren Beurteilungen des Dr. med. U.________ vom 8. März 2005 und der Klinik A.________ vom 29. März und 11. April 2005 keine entscheidwesentlichen neuen Tatsachen, welche eine Kostenersatzpflicht der Beschwerdegegnerin zu begründen vermöchten. 3.3 Mit der Vorinstanz ist unter diesen Umständen davon auszugehen, dass sich im Zeitpunkt der auf den 1. August 2004 erfolgten Leistungseinstellung unter den in somatischer Hinsicht erhobenen Befunden mit überwiegender Wahrscheinlichkeit kein vom Unfall herrührendes organisches Substrat mehr fand, welches für die angegebene Schmerzproblematik und eine allenfalls daraus resultierende Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit verantwortlich hätte sein können.