Citation: 7F_64/2024 E. 2.1

2.1. Im Verfahren 7B_265/2022 hatte der Mitbeschuldigte geltend gemacht, die Schuldsprüche gemäss Dispositiv-Ziffer 5.3 des zweiten Berufungsurteils vom 23. Dezember 2021 seien nicht in Rechtskraft erwachsen, weil das Bundesgericht das erste Berufungsurteil vom 9. Juli 2019 mit seinen Urteilen 6B_460/2020 und 6B_511/2020 vom 10. März 2021 kassiert habe. Das Bundesgericht schützte die Rüge des Mitbeschuldigten und hielt im Urteil 7B_265/2022 vom 28. Juni 2024 E. 1.2 fest, das Obergericht hätte auch diese Punkte neu verkünden müssen. Denn aufgrund der soeben erwähnten kassatorischen Urteile des Bundesgerichts vom 10. März 2021 existiere das erste Berufungsurteil vom 9. Juli 2019 formell nicht mehr. Zwar seien aufgrund der Bindungswirkung der bundesgerichtlichen Rückweisungsurteile nur noch die von der Staatsanwaltschaft beanstandeten Freisprüche und die Kostenauflage neu zu beurteilen, doch seien auch die materiell bestätigten Teile des ersten Berufungsurteils vom 9. Juli 2019 infolge vollumfänglicher Aufhebung nicht in Rechtskraft erwachsen und müssten formell neu verkündet werden. Das Obergericht hätte somit in Bezug auf die vom Bundesgericht nicht beanstandeten Schuldsprüche gemäss Dispositiv-Ziffer 5.3 des zweiten Berufungsurteils vom 23. Dezember 2021 ein neues Urteil fällen müssen. Dies gelte ebenso für die Verurteilung des Mitbeschuldigten zu einer Ersatzforderung von Fr. 100'000.-- gemäss Dispositiv-Ziffer 6 des zweiten Berufungsurteils vom 23. Dezember 2021. Mit dieser Begründung hiess das Bundesgericht die Beschwerde des Mitbeschuldigten gut und hob das zweite Berufungsurteil vom 23. Dezember 2021 insoweit auf.