Citation: I 462/00 17.12.2001 E. 4

4.- Zu prüfen bleibt, wie sich diese Arbeitsunfähigkeit in erwerblicher Hinsicht auswirkt. a) Die IV-Stelle hat für das Valideneinkommen auf die Auskunft des Arbeitgebers abgestellt, wonach der Versicherte im Jahr 1998 einen Lohn von monatlich Fr. 3'900.- plus Gratifikation von Fr. 1'200.- = jährlich Fr. 48'000.- erzielt hätte. Beim Invalideneinkommen stützte sie sich auf die vom Bundesamt für Statistik herausgegebene Schweizerische Lohnstrukturerhebung 1994 (LSE), passte den Zentralwert für einfache und repetitive Tätigkeiten von Fr. 4'225.- an die Nominallohnentwicklung bis zum Jahr 1998 an und kürzte diesen statistischen Lohn auf Grund des tiefen Valideneinkommens um 10.5 %. Unter Berücksichtigung der Arbeitsfähigkeit von 50 % und eines leidensbedingten Abzuges in der Höhe von 15 % resultierte ein Invalideneinkommen von Fr. 19'888.- und damit ein Invaliditätsgrad von 58 %. b) Grundsätzlich ist dieses Vorgehen nicht zu beanstanden, da zum einen bei der Ermittlung des ohne invalidisierenden Gesundheitsschaden erzielbaren Einkommens (des sog. Valideneinkommens) entscheidend ist, was die versicherte Person im Zeitpunkt des Rentenbeginns auf Grund ihrer beruflichen Fähigkeiten und persönlichen Umstände nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ohne den Gesundheitsschaden verdienen würde (RKUV 1993 Nr. U 168 S. 100 Erw. 3b mit Hinweis) und zum andern zur Festsetzung des Invalideneinkommens praxisgemäss auf die Tabellenlöhne der LSE abzustellen ist, da der Beschwerdeführer keine Verweisungstätigkeit aufgenommen hat (BGE 126 V 76 f. Erw. 3b/bb mit Hinweisen). Es sind jedoch einige Korrekturen anzubringen. Bei der Festlegung von Validen- und Invalideneinkommen ist praxisgemäss (BGE 121 V 366 Erw. 1b mit Hinweisen) der Zeitpunkt der Verfügung, d.h. das Jahr 1999, massgebend. Damit sind sowohl der erzielte Verdienst wie auch der statistische Wert unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung auf das Jahr 1999 aufzurechnen. Grundlage des statistischen Wertes bildet dabei die neuste Lohnstrukturerhebung 1998, auch wenn sie der Vorinstanz mangels Veröffentlichung noch nicht bekannt war, da sie - als Teil des rechtlich erheblichen Sachverhalts - im Verfügungszeitpunkt massgebend war. Zudem ist der statistische Wert von 40 Stunden auf die betriebsübliche Arbeitszeit von 41.8 Stunden aufzurechnen (Die Volkswirtschaft, Heft 10, Tabelle B 9.2). Schliesslich ist beim Vergleich des Valideneinkommens mit dem Branchendurchschnitt entgegen dem Vorgehen der IV-Stelle die Gratifikation miteinzubeziehen, da auch bei den Werten der LSE der 13. Monatslohn mitberücksichtigt ist. c) Damit ergibt sich folgender Einkommensvergleich: Gemäss Tabelle A1 der LSE 1998 beträgt der Zentralwert für die mit einfachen und repetitiven Tätigkeiten (Anforderungsniveau 4) im privaten Sektor bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 40 Stunden beschäftigten Männer monatlich Fr. 4'268.-. Angepasst an die Lohnentwicklung für 1999 (+ 0.3%, Die Volkswirtschaft, Heft 10, Tabelle B. 10.2) und aufgerechnet auf die betriebsübliche Wochenarbeitszeit von 41.8 Stunden im Jahre 1999 resultiert ein jährliches Einkommen von Fr. 53'681. 30. Das an die Lohnentwicklung für das Jahr 1999 angepasste Valideneinkommen in der Höhe von Fr. 48'144.- (48'000.- + 0.3 %) erweist sich damit um 10.3 % tiefer als der Branchendurchschnitt. Der Betrag von Fr. 53'681. 30 ist deshalb im entsprechenden Rahmen zu reduzieren (Urteil N. vom 22. Februar 2000, U 121/99), da invaliditätsfremde Gründe, welche der Einkommenserzielung entgegenstehen oder diese vermindern, sofern sie zu einem unterdurchschnittlichen Einkommen führen, praxisgemäss entweder sowohl beim Validen- wie beim Invalideneinkommen oder überhaupt nicht zu berücksichtigen sind (ZAK 1989 S. 456 Erw. 3b, RKUV 1993 Nr. U 168 S. 97 Erw. 5a und b), was wiederum den Wert des Valideneinkommen von Fr. 48'144.- und bei einer hälftigen Arbeitsfähigkeit Fr. 24'072.- ergibt. Ein behinderungsbedingter Abzug beim Invalideneinkommen ist gemäss BGE 126 V 79 f. Erw. 5b/aa bis cc im Einzelfall zu bestimmen und beträgt maximal 25 %, erfolgt aber nicht automatisch, sondern nur dann, wenn im Einzelfall Anhaltspunkte bestehen, dass der Versicherte seine gesundheitlich bedingte Restarbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt wegen Lebensalter, Anzahl Dienstjahren, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad nur mit unterdurchschnittlichem Erfolg verwerten kann (BGE 126 V 79 f. Erw. 5b/aa). Verwaltung und Vorinstanz haben einen Abzug von 15 % vorgenommen, was in Anbetracht des Umstandes, dass der Beschwerdeführer leichte Hilfsarbeiten, bei denen er abwechslungsweise sitzen, stehen und gehen kann, infolge seiner Behinderung nur noch halbtags, indes ohne weitere Einschränkungen ausüben kann, im Rahmen der Ermessenskontrolle nicht zu beanstanden ist. Das massgebliche Invalideneinkommen beträgt deshalb Fr. 20'461. 20. Im Vergleich zum Valideneinkommen ergibt sich ein Invaliditätsgrad von 57.5 %. Dabei ist der Vollständigkeit halber festzuhalten, dass selbst bei einem maximal zulässigen leidensbedingten Abzug von 25 % mit einem Invaliditätsgrad von 62,5 % (Invalideneinkommen: Fr. 18'054.-, Valideneinkommen: Fr. 48'144.-) die Grenze für die Zusprechung einer ganzen Rente (66 2/3 %) nicht erreicht wäre.