Citation: 1B_394/2021 E. 4.3.2

4.3.2. Zwar bestreitet die Vorinstanz diese Sachdarstellung der Staatsanwaltschaft nicht. Sie interpretiert jedoch einen Teil der unbestrittenen und mit Dokumenten belegten Zahlungsflüsse anders und folgert daraus, es sei "kein Konnex zwischen den beschlagnahmten Vermögenswerten und einer Straftat ersichtlich". Damit überspannt die Vorinstanz die Anforderungen an ausreichende Anhaltspunkte für Deliktskonnexität im Untersuchungsverfahren. Die Staatsanwaltschaft hat ausführlich dargelegt, dass die fraglichen Zahlungen auf das gesperrte Konto in einem engen sachlichen, zeitlichen und personellen Kontext mit dem inkriminierten Sachverhaltskomplex "S/T" stehen. Diesbezüglich hat sie diverse Bankunterlagen vorgelegt und auf weitere vorläufige Beweisergebnisse hingewiesen, welche die betreffenden Verdachtsgründe konkretisieren. Vor diesem Hintergrund erscheint die Interpretation der Vorinstanz, es sei "ausgeschlossen", dass die Zahlung der Fa. T.________ von USD 1,39 Mio. auf das Konto der Fa. h.________ aus einem Darlehensgeschäft "S/T" gestammt haben könnte, spekulativ und sachlich nur schwer nachvollziehbar. Der blosse Umstand, dass die von der C.________ auf ein bestimmtes Konto der Fa. T.________ transferierten USD 105 Mio. dort bereits anderweitig abgebucht gewesen seien, als die Überweisung von USD 1,39 Mio. auf das Konto der Fa. h.________ erfolgte, schliesst keineswegs zum Vornherein aus, dass diese unbestrittene Zahlung der Fa. T.________ sich aus den ursprünglichen USD 105 Mio. der C.________ alimentiert haben könnte. Dies umso weniger, als die Fa. T.________ über diverse Konten bei mehreren Banken verfügte und die Staatsanwaltschaft ausführlich darlegt, dass der Deliktserlös aus den (angeblich simulierten) Darlehensgeschäften über viele Kanäle verteilt worden sei. Analoges gilt für weitere verfrühte Spekulationen über Geldtransfers und Kontensalden, die überdies daran kranken, dass derzeit gar nicht bekannt ist, welche noch unbekannten Personen und Gesellschaften im relevanten Zeitraum Überweisungen auf die (bzw. aus den) fraglichen Konten geleistet (bzw. empfangen) haben. Wie die Vorinstanz ausdrücklich einräumt, waren diverse noch "unbekannte Quellen" an den verdächtigen hohen Geldtransfers beteiligt. Im Übrigen ist auch noch mitzuberücksichtigen, dass Art. 71 StGB für die Zusprechung einer Ersatzforderung keine direkte Deliktskonnexität des beschlagnahmten Vermögens voraussetzt ( BGE 140 IV 57 E. 4.1.2; zit. Urteil 1B_609/2019 E. 5.4). Wie die Staatsanwaltschaft schon im vorinstanzlichen Verfahren dargelegt hat, befand sich der mutmassliche Deliktserlös von USD 1'709'400.--, der am 14. Juni 2012 auf das Konto der Beschwerdegegnerin geflossen sei, im Zeitpunkt der Beschlagnahme nicht mehr auf ihrem Konto. Schon vier Tage nach Eingang, nämlich am 18. Juni 2012, habe die Beschwerdegegnerin die USD 1'709'400.-- nämlich auf ein Konto in Mexiko weitertransferiert. Falls ein rechtskräftiges Endurteil feststellen wird, dass die USD 1'709'400.-- aus einer deliktischen Vortat stammen, kommt hier die Zusprechung einer entsprechenden staatlichen Ersatzforderung grundsätzlich in Frage.