Citation: 2C_790/2021 E. 4.4

4.4. Der Entscheid der Sicherheitsdirektion setzt sich ausführlich mit der Zustellung der Verfügung betreffend den Widerruf der Aufenthaltsbewilligung und der damit zusammenhängenden Problematik, dass die betroffene Person vor Erlass der Fällung eines Entscheids das Recht hat, sich in der Sache zu äussern, auseinander (vgl. Ziff. 9 des Rekursentscheids der Sicherheitsdirektion vom 21. Januar 2021). Die Vorinstanz schweigt sich demgegenüber dazu gänzlich aus, obschon die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde an die Vorinstanz eine Verletzung ihres Anspruchs auf rechtliches Gehör ausführlich begründet hatte und insbesondere ausführte, sie habe sich vor dem Widerruf der Aufenthaltsbewilligung nicht dazu äussern können, weil ihr die entsprechenden Aufforderungen des Migrationsamtes nicht hätten zugestellt werden können (Ziff. 52 ff. der Beschwerdeschrift an das Verwaltungsgericht). Die Sicherheitsdirektion führte zur Rüge der Beschwerdeführerin, ihr Anspruch auf rechtliches Gehör sei verletzt worden, aus, die Beschwerdeführerin habe sich den Umstand, dass sie sich im erstinstanzlichen Verfahren nicht habe äussern können, selber zuzuschreiben. Sie begründete dies - kurz zusammengefasst - damit, dass es im Verantwortungsbereich der Beschwerdeführerin liege, ihre Post zu sichten und zu entscheiden, wem sie die Abholung der Post anvertraue. Das Migrationsamt habe davon ausgehen dürfen, dass die Nichtbeantwortung des Schreibens bzw. das Nichtabholen der beiden Einschreiben auf der Post auf einer bewussten Unterlassung der Beschwerdeführerin beruhten. Und selbst wenn es sich anders verhielte, würde dieser Mangel im Rechtsmittelverfahren vor der Sicherheitsdirektion geheilt werden, da sie über die volle Kognition verfüge, sich die Beschwerdeführerin in ihrem Rekurs umfassend zum Streitgegenstand habe äussern können und die Sicherheitsdirektion den gesamten Sachverhalt von Amtes wegen abklären müsse. Im Urteil der Vorinstanz finden sich keinerlei Hinweise darauf, dass sie die Ansicht der Sicherheitsdirektion zumindest (implizit) teilen würde. Indem die Vorinstanz nicht auf die Rüge der Beschwerdeführerin eingegangen ist, verletzte sie den Anspruch der Beschwerdeführerin auf rechtliches Gehör. Wie im Folgenden kurz darzulegen ist, ist klar, dass die von der Beschwerdeführerin vorgebrachte Gehörsverletzung in Zusammenhang mit ihrer finanziellen Situation einen wesentlichen Aspekt des vorliegenden Verfahrens betrifft, auf welchen die Vorinstanz in ihrem Entscheid hätte eingehen müssen (vorne E. 4.3, 2. Absatz).