Citation: 2A.148/2005 07.04.2005 E. 2

2.1 Gestützt auf Art. 8 EMRK und Art. 13 BV (Schutz des Familienlebens) ist die Verwaltungsgerichtsbeschwerde des um die fremdenpolizeiliche Bewilligung ersuchenden Ausländers oder seiner hier anwesenden nahen Verwandten zulässig, wenn diese über ein gefestigtes Anwesenheitsrecht in der Schweiz verfügen und die familiäre Beziehung tatsächlich gelebt wird und intakt ist. Der Schutz von Art. 8 EMRK bzw. Art. 13 BV greift bei Kindern grundsätzlich nur, wenn diese das Mündigkeitsalter noch nicht erreicht haben; ist dieses überschritten, setzt die Anrufung der genannten Bestimmungen über den Schutz des Familienlebens ein eigentliches Abhängigkeitsverhältnis zwischen den verschiedenen Familienangehörigen voraus (BGE 129 II 11 E. 2, mit Hinweisen). 2.2 Die Tochter der Beschwerdeführerin hat am 18. März 2005 das 18. Altersjahr vollendet. Die Beschwerdeführerin vermag nicht darzutun, inwiefern in ihrem Fall ein besonderes Abhängigkeitsverhältnis zwischen ihr und ihrer volljährigen Tochter bestehen soll, die bisher bei ihren Grosseltern (geb. 1932 und 1936), denen sie deren Erziehung und Betreuung anvertraut hatte, gelebt und auch (mit Unterstützung von drei Tanten) deren Haushalt besorgt hat. Davon abgesehen verfügen sie und ihr Ehemann als Inhaber einer blossen Aufenthaltsbewilligung auch nicht über ein gefestigtes Anwesenheitsrecht in der Schweiz. Damit ergibt sich kein Anspruch aus Art. 8 EMRK bzw. Art. 13 BV, weshalb auch insoweit auf die Verwaltungsgerichtsbeschwerde nicht einzutreten ist. 2.3 Inwieweit sich aus Art. 15 BV (Glaubens- und Gewissensfreiheit) und Art. 9 EMRK (Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit) sowie Art. 14 BV (Recht auf Ehe und Familie) ein Anspruch der Beschwerdeführerin auf Familiennachzug für ihre mündige Tochter ergeben soll, ist nicht ersichtlich: Die Glaubens- und Gewissensfreiheit wird durch die Verweigerung des Nachzuges grundsätzlich offensichtlich in keiner Weise verletzt, und auch das Recht auf Ehe und Familie verschafft der Beschwerdeführerin in Bezug auf den Familiennachzug keine über Art. 8 EMRK hinausreichenden Ansprüche (vgl. Ruth Reusser, St. Galler Kommentar zu Art. 14 BV, Rz 30).