Citation: I 511/02 18.05.2004 E. 6

6. Zwar macht der Beschwerdegegner mit der Notwendigkeit von Telefonbedienung und Teilnahme an Teamgesprächen berufliche Anforderungen geltend, die für ein gesteigertes Eingliederungsbedürfnis sprechen können. Andererseits ergibt sich aus der Expertise des Dr. med. W.________ vom 27. Oktober 1999, der Versicherte höre mit den alten Hörgeräten nach wie vor genügend bis gut. Grund für eine Neuanpassung seien vor allem das starke Schwitzen beim Fussballspielen, sodass die Hörgeräte dabei häufig feucht würden. Dies habe aber bisher noch zu keinen technischen Defekten geführt. Er erhoffe sich aber vom Tragen der neuen Geräte weniger Probleme beim Schwitzen. Auch habe er von der neuen digitalen Technologie gehört und möchte diese gerne ausprobieren. Vergleicht man nun aber die Expertisen des Dr. med. W.________ vom 27. Oktober 1999 sowie diejenige des Dr. med. F.________ vom 14. Juli 2000, so fällt bei der Detailbetrachtung der Punktevergabe auf, dass beide Experten zu unterschiedlichen Ergebnissen gelangen, obwohl die Expertisen jeweils nur rund 8 Monate auseinander liegen und der Versicherte in diesem Zeitraum die gleiche Tätigkeit ausübte. Während Dr. med. W.________ gerade bei den vom Versicherten vorgebrachten beruflichen Kommunikationsanforderungen lediglich 4 Punkte berücksichtigte (akustisch wechselnde Umgebung 1 Punkt, Kunden-/Mitarbeitergespräche wie auch berufliche Weiterbildungsanlässe Null Punkte, Sprachverständnis und Nebengeräusche 1 Punkt sowie schmutzige Hände und spezielle hygienische Anforderungen 2 Punkte), ergab die Expertise des Dr. med. F.________ deren 25, da alle 5 Kriterien mit 5 Punkten bewertet wurden. Auch gab Dr. med. F.________ an, subjektiv habe sich das Hörvermögen seit der letzten Versorgung 1993 verschlechtert (keine Vergleichsaudiometrien), und kam insgesamt auf 93 Punkte, während der Versicherte bei Dr. med. W.________ lediglich 75 Punkte erzielte. In Anbetracht dieser stark divergierenden Angaben der Experten ist es nicht zu beanstanden, wenn das kantonale Gericht die Sache an die IV-Stelle zurückgewiesen hat zur abschliessenden Beantwortung der Frage, ob nur eine die tarifvertraglichen Höchstansätze übersteigende Hörgeräteversorgung den beruflichen Anforderungen des Beschwerdegegners entspricht und damit mit Blick auf das Eingliederungsziel noch als einfach und zweckmässig im Sinne des Gesetzes zu qualifizieren wäre oder ob zur genügenden Verständigung im beruflichen Umfeld auch ein Modell ausgereicht hätte, welches den tariflichen Kostenrahmen der Indikationsstufe 3 wahrt.