Citation: 1P.134/2005 19.05.2005 E. 2

2.1 Die Ausnützungsziffer ist die Verhältniszahl zwischen der anrechenbaren Bruttogeschossfläche der Gebäude und der anrechenbaren Grundstückfläche (Art. 97 BG/Davos). Art. 93 BG/Davos sieht für die Ortsrandzone I eine Ausnützungsziffer von 0.45 vor. Das Grundstück Nr. 872 weist (nach Abzug des in der Gefahrenzone 1 liegenden Grundstückteils) eine Grundstücksfläche von 1'513 m2 auf. Von dieser Fläche ausgehend würde die konsumierte Bruttogeschossfläche von 1'118.32 m2 zu einer Ausnützungsziffer von 0.79 führen. Gemäss Art. 99 BG/Davos kann die Baubehörde Nutzungsübertragungen zwischen angrenzenden oder bloss durch Strassen, Bäche oder Bahnen getrennten Grundstücken innerhalb der gleichen Bauzone zulassen, sofern ein entsprechender, im Grundbuch eingetragener Dienstbarkeitsvertrag zwischen den betroffenen Grundeigentümern vorliegt. Es ist eine entsprechende Anmerkung im Grundbuch vorzunehmen. Die Baubehörde hat denn auch im vorliegenden Fall einem Ausnützungstransfer von 0.77 zu Lasten der Parzelle Nr. 1421 zugestimmt, was einer zusätzlichen Bruttogeschossfläche von 437.32 m2 entspricht. Indes grenzen die vom Ausnutzungstransport betroffenen Grundstücke Nrn. 872 und 1421 nicht unmittelbar aneinander und sind auch nicht durch eine Strasse oder ähnliches getrennt. Deshalb wurde in Ziff. 1a der Baubewilligung vom 11. Mai 2004 die Auflage gemacht, von der Parzelle Nr. 4837 seien ca. 4 m2 abzuparzellieren. Auf den Einwand der Beschwerdeführerin hin, dieses Vorgehen sei rechtsmissbräuchlich, argumentierte das Verwaltungsgericht, es sei das Recht aller Grundeigentümer, Liegenschaften aufzuteilen, abzuparzellieren oder Teile davon mit anderen Grundstücken zu vereinigen, um etwa die Überbaubarkeit zu verbessern. Entgegen der Meinung der Beschwerdeführerin werde die Zonenordnung nicht umgangen. Der Gesetzgeber habe den Umfang des zulässigen Ausnützungstransports nicht beschränkt und damit punktuelle bauliche Massnahmen innerhalb einer Zone in Kauf genommen. Voraussetzung für die Zulässigkeit der umstrittenen Nutzungskonzentration sei somit, dass die übrigen Bauvorschriften erfüllt seien, was der Fall sei. Die Beschwerdeführerin erachtet das Vorgehen der kantonalen Behörden als willkürlich und sieht die Eigentumsgarantie verletzt. Der Nutzungstransport führe im Ergebnis zu einer zonenwidrigen Erhöhung der maximal zulässigen Ausnützungsziffer von 0.45 auf 0.79. 2.2 Willkürlich ist ein Entscheid, der mit der tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft. Dabei genügt es nicht, dass die Begründung unhaltbar ist, der Entscheid muss sich vielmehr im Ergebnis als willkürlich erweisen (BGE 125 I 166 E. 2a S. 168; 125 II 10 E. 3a S. 15, 129 E. 5b S. 134; 122 I 61 E. 3a S. 66 je mit Hinweisen). 2.3 Zulässig ist die Berufung auf die Eigentumsgarantie von Art. 26 BV. Da die Duldung der nach Auffassung der Beschwerdeführerin baupolizeiwidrigen Überbauung des Nachbargrundstücks keinen schweren Eingriff in ihre Eigentumsgarantie darstellt, fällt diese Rüge allerdings mit dem Vorwurf zusammen, das kantonale bzw. kommunale Baurecht sei willkürlich angewandt worden. 2.4 Es fragt sich indessen, inwiefern die diesbezüglichen Rügen der Beschwerdeführerin den Anforderungen gemäss Art. 90 Abs. 1 lit. b OG zu genügen vermögen (dazu BGE 130 I 258 E. 1.3 S. 261 f.; 129 I 185 E. 1.6 S. 189; 127 I 38 E. 3c und 4 S. 43), zumal sie nicht darlegt, inwiefern die von ihr angerufenen verfassungsmässigen Rechte durch den Nutzungstransport tangiert sein sollen. Dies kann insofern offen bleiben, als die nachfolgenden Erwägungen zeigen werden, dass die Rügen selbst im Falle des Eintretens abzuweisen sind.