Citation: 9C_897/2014 E. 3.3

3.3. Dass der Beschwerdeführer in früheren Jahren trotz Vorliegens einer Minderintelligenz offensichtlich über genügend Ressourcen verfügt hatte, um über längere Zeit einer geregelten Erwerbstätigkeit nachzugehen, vermag nicht gegen den gutachterlichen Schluss auf eine vollständige Arbeitsunfähigkeit ab März 2009 zu sprechen. So führte Dr. E.________ in der psychiatrischen Expertise einleuchtend aus, dass die diagnostizierte leichte Minderintelligenz nicht nur die Arbeitsfähigkeit an sich reduziere, sondern insgesamt äusserst ungünstig interferiere, indem dadurch ein funktionaler, ressourcenorientierter Umgang mit den anderen Krankheiten erschwert bis verunmöglicht werde. In Bezug auf diese anderen Krankheiten (Störung mit intermittierend auftretender Explosivität [differenzialdiagnostisch organisch bedingt], leichte depressive Episode und Schmerzstörung) wies sie auf eine erschwerte Anpassung bzw. Überwindbarkeit der dysfunktionalen Erlebens- und Verhaltensweisen durch den inzwischen jahrelangen Verlauf mit entsprechender Chronifizierung und psychodynamisch plausibler, persönlichkeitsnah verankerter Regressionstendenz mit Dekonditionierung und Selbstlimitierung hin. Auch die behandelnde Therapeutin Dr. F.________ hielt eine kognitive Leistungseinschränkung vereinbar mit dem Umstand, dass der Beschwerdegegner in früheren Jahren Hilfstätigkeiten auch über eine längere Zeit zu erbringen im Stande war. Sie führte diesbezüglich zudem aus, dass Patienten mit einer kognitiven Leistungseinschränkung mit zunehmendem Alter typischerweise einen schnelleren psychophysiologischen Abbau der kognitiv-intellektuellen Fähigkeiten zeigten, womit es früher zu Überforderungssituationen kommen könne.