Citation: 6B_139/2022 E. 5.4.1

5.4.1. Der Beschwerdeführer kann sich als Vater von zwei in der Schweiz wohnhaften minderjährigen Söhnen auf den Anspruch auf Achtung des Familienlebens berufen. Der familienrechtliche Schutzbereich von Art. 8 Ziff. 1 EMRK ist berührt, wenn eine Ausweisung eine nahe, echte und tatsächlich gelebte familiäre Beziehung einer in der Schweiz gefestigt anwesenheitsberechtigten Person beeinträchtigen würde, ohne dass es dieser ohne weiteres möglich bzw. zumutbar wäre, ihr Familienleben andernorts zu pflegen. Zum geschützten Familienkreis gehört in erster Linie die Kernfamilie, d.h. die Gemeinschaft der Ehegatten mit ihren minderjährigen Kindern (BGE 145 I 227 E. 5.3; 144 II 1 E. 6.1; Urteil 6B_1314/2019 vom 9. März 2020 E. 2.3.7). Der Beschwerdeführer verfügte nach der vorinstanzlichen Feststellung bis 15. Dezember 2020 über eine Niederlassungsbewilligung C (vgl. BGE 144 II 1 E. 6.1). Das bestreitet er nicht und ebensowenig legt er dar, dass und inwiefern er seither (neben der Duldung infolge des rechtshängigen strafrechtlichen Ausweisungsverfahrens) noch über ein Anwesenheitsrecht in der Schweiz verfügt. Er lebt weder mit den beiden Söhnen noch mit der Mutter der Kinder zusammen. Die Kinder sind längst fremdplatziert. Immerhin übt er ein Besuchsrecht aus und zahlt aktuell Alimente (dazu oben E. 3.1). Auch andere familiäre Verhältnisse, die in den Schutzbereich von Art. 8 EMRK fallen können, bestehen nicht (BGE 144 II 1 E. 6.1), auch keine "de facto"-Beziehungen (Urteil 6B_255/2021 vom 3. Oktober 2022 E. 1.3.4).