Citation: 2P.258/2005 30.01.2006 E. 2

In formeller Hinsicht rügt der Beschwerdeführer eine Verletzung seines Anspruchs auf rechtliches Gehör. Diese erblickt er darin, dass das Verwaltungsgericht keinen zweiten Schriftenwechsel durchgeführt habe, obwohl die Rekurskommission in ihrer Vernehmlassung eine "stark erweiterte Begründung ihres Entscheides abgegeben" habe, zu der er sich nicht habe äussern können. 2.1 Der Umfang des Anspruchs auf rechtliches Gehör bestimmt sich in erster Linie nach den kantonalen Verfahrensvorschriften. Da der Beschwerdeführer vorliegend keine Verletzung von kantonalen Normen rügt, ist einzig - und zwar mit freier Kognition - zu prüfen, ob die unmittelbar durch die Verfassung gewährleisteten Garantien zur Sicherung des Gehörsanspruchs missachtet wurden (vgl. BGE 126 I 19 E. 2a S. 21 f.). Der in Art. 29 Abs. 2 BV verankerte Anspruch auf rechtliches Gehör verleiht dem Betroffenen das Recht, sich vor Erlass eines Entscheids zur Sache zu äussern, erhebliche Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen Beweisanträgen gehört zu werden, an der Erhebung wesentlicher Beweise mitzuwirken und sich zum Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen (BGE 127 I 54 E. 2b S. 56, mit Hinweis). In welcher Form und in welchem Umfang die entsprechenden Ansprüche zu gewährleisten sind, lässt sich nicht generell, sondern nur im Hinblick auf die konkrete Interessenlage im Einzelfall beurteilen (vgl. BGE 117 Ia 116 E. 3a S. 117 f., mit Hinweisen; vgl. auch BGE 131 I 91 E. 3.1 S. 95 ff.). 2.2 Die Rekurskommission hatte den Rekurs mit der Erwägung abgewiesen, dass die vom Beschwerdeführer geltend gemachte verlängerte Schliessung der Bibliothek weder eine ernsthafte Beeinträchtigung der Prüfungsvorbereitung bedeutet noch die Rechtsgleichheit verletzt habe. Daneben hatte sie die Frage, ob die Rüge überhaupt rechtzeitig erhoben worden sei, ebenfalls erörtert, letztlich aber offen gelassen. Der Beschwerdeführer hat in seiner Beschwerde an das Verwaltungsgericht beide Punkte kritisiert, worauf sich die Rekurskommission in ihrer Vernehmlassung insbesondere zur Frage der rechtzeitigen Geltendmachung der Rüge ausführlicher geäussert hat. Das Verwaltungsgericht hat die fragliche Stellungnahme dem Beschwerdeführer unbestrittenermassen zugestellt, jedoch keinen zweiten Schriftenwechsel angeordnet. Darin liegt entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers keine Verletzung seines verfassungsmässigen Gehörsanspruchs: Das Verwaltungsgericht hat die Beschwerde primär mit der Begründung abgewiesen, die behauptete Beeinträchtigung der Vorbereitung hätte praxisgemäss vor der Durchführung der Prüfung oder jedenfalls vor der Bekanntgabe des Resultats gerügt werden müssen. Im Kerngehalt ist diese (Haupt-)Begründung aber schon im Entscheid der Rekurskommission angelegt; dass diese die Frage offen gelassen hatte, ändert daran nichts. Der Beschwerdeführer hat sich in seiner Eingabe an das Verwaltungsgericht mit dieser Argumentation denn auch auseinandergesetzt. Auch wenn sich die Rekurskommission in der fraglichen Vernehmlassung zusätzlich auf (publizierte) bundesverwaltungsrechtliche Entscheide bezog, bedeutete das kein substanzielles Novum, das dem Verwaltungsgericht aus verfassungsrechtlichen Gründen die Durchführung eines zweiten Schriftenwechsels geboten hätte. Dazu wäre das Verwaltungsgericht allenfalls dann (ausnahmsweise) verpflichtet gewesen, wenn es seinen Entscheid mit einem Rechtsgrund hätte begründen wollen, auf den sich die beteiligten Parteien nicht berufen hatten und mit dessen Erheblichkeit sie vernünftigerweise nicht rechnen mussten (vgl. BGE 114 Ia 97 ff.); dem war aber, wie soeben dargelegt wurde, nicht so. Im Übrigen hätte sich der Beschwerdeführer, nachdem ihm die Vernehmlassung der Rekurskommission zugestellt worden war, von sich aus äussern können.