Citation: 6P.12/2005 30.05.2005 E. 3

Mit der Nichtigkeitsbeschwerde wird zunächst unter verschiedenen Gesichtspunkten die Strafzumessung gerügt. Die von der Vorinstanz ausgesprochene Strafe von sechs Jahren Zuchthaus sei unangemessen hoch und verstosse gegen bundesrechtliche Grundsätze der Strafzumessung. 3.1 Nach Art. 63 StGB misst der Richter die Strafe nach dem Verschulden des Täters zu. Er berücksichtigt die Beweggründe, das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse des Schuldigen. Die Schwere des Verschuldens bildet das zentrale Kriterium bei der Zumessung der Strafe. Bei deren Bestimmung hat der Richter die Umstände der Tat (sog. Tatkomponente) zu beachten, also das Ausmass des verschuldeten Erfolgs, die Art und Weise der Herbeiführung dieses Erfolgs, die Willensrichtung, mit welcher der Täter gehandelt hat, und die Beweggründe des Schuldigen. Je leichter es für ihn gewesen wäre, das Gesetz zu respektieren, desto schwerer wiegt dessen Missachtung und damit das Verschulden. Neben diesen auf die Tat bezogenen Faktoren sind auch täterbezogene Elemente (sog. Täterkomponente) zu berücksichtigen, so das Vorleben, die persönlichen Verhältnisse des Täters, weiter aber auch sein Verhalten nach der Tat und im Strafverfahren, allenfalls gezeigte Reue und Einsicht sowie die Strafempfindlichkeit (BGE 129 IV 6 E. 6.1 S. 20; 127 IV 101 E. 2a S. 103; 117 IV 112 E. 1 S. 113 f.). Dem Sachrichter steht bei der Gewichtung der genannten Strafzumessungskomponenten ein erheblicher Spielraum des Ermessens zu. Das Bundesgericht greift in diesen im Rahmen der Nichtigkeitsbeschwerde, mit der ausschliesslich eine Rechtsverletzung geltend gemacht werden kann, nur ein, wenn der kantonale Richter den gesetzlichen Strafrahmen über- oder unterschritten hat, wenn er von rechtlich nicht massgebenden Gesichtspunkten ausgegangen ist oder wenn er umgekehrt solche Faktoren ausser Acht gelassen hat und schliesslich wenn er wesentliche Kriterien in Überschreitung oder Missbrauch seines Ermessens falsch gewichtet hat (BGE 129 IV 6 E. 6.1 S. 21; 124 IV 286 E. 4a S. 295). 3.2 Das Tatverschulden wiegt nach Ansicht der Vorinstanz äusserst schwer. Der Beschwerdeführer und sein Komplize hätten sich auf rücksichtslose Weise am Opfer vergangen und seien nicht davor zurückgeschreckt, es über zwei Stunden lang psychisch unter Druck zu setzen, es zu bedrohen und auch Gewalt anzuwenden. Darin manifestiere sich ein erheblicher krimineller Wille. Der Beschwerdeführer macht demgegenüber geltend, die Tat sei nur wenig geplant gewesen und die kriminelle Energie erscheine deshalb nicht sehr gross. Diese Argumentation vermag nicht zu überzeugen. Eine langwierige Planung und Vorbereitung belegen wohl eine hohe kriminelle Energie. Doch bedeutet dies nicht, dass dort, wo die strafbaren Handlungen spontaner erfolgen, der deliktische Wille in jedem Fall geringer sein muss. Dieser kann sich vielmehr aus anderen Umständen ergeben. Wie im angefochtenen Entscheid zutreffend dargelegt wird, deuten die festgestellten Tatumstände auf eine sehr grosse kriminelle Energie des Beschwerdeführers. 3.3 Die Vorinstanz nimmt gestützt auf das bereits erwähnte psychiatrische Gutachten eine leichte Verminderung der Zurechnungsfähigkeit des Beschwerdeführers im Tatzeitpunkt an. Dies entspricht dem als nicht willkürlich erkannten Befund, dass seine Steuerungsfähigkeit bei der Deliktsbegehung leicht herabgesetzt war (vgl. E. 2). Die dagegen erhobenen Einwände weichen von diesem Befund ab. Darauf ist im Rahmen der Nichtigkeitsbeschwerde nicht einzutreten (vgl. E. 1). Die Vorinstanz vermindert die Strafe im Ausmass der festgestellten Verminderung, was mit dem Bundesrecht im Einklang steht (vgl. BGE 118 IV 1 E. 2 S. 4 f.). 3.4 Die weiteren Rügen, die der Beschwerdeführer gegen die Strafzumessung erhebt, beziehen sich auf die Berücksichtigung des Vorlebens, des Leumunds, der persönlichen Verhältnisse, der Reue und des teilweisen Geständnisses. Im angefochtenen Entscheid werden diese Umstände strafmindernd gewürdigt, nur den Vorstrafen und der Delinquenz während der Probezeit misst die Vorinstanz eine straferhöhende Bedeutung zu. Der Einwand, die Vorstrafen beträfen Delikte anderer Art und dürften daher nicht straferhöhend berücksichtigt werden, geht fehl. Zunächst trifft es nicht zu, dass nur Vorstrafen, denen gleichartige Straftaten zugrunde liegen, bei der Strafzumessung bedeutsam sind (vgl. etwa BGE 121 IV 3 E. 1c/cc S. 9), auch wenn solchen in der Regel ein grösseres Gewicht zukommt. Ausserdem legt gerade der Beschwerdeführer selber dar, dass zwischen den früheren Delikten und den hier zu beurteilenden Taten ein enger Zusammenhang besteht, weshalb sich die straferhöhende Berücksichtigung der Vorstrafen aufdrängt. Die weiteren oben genannten Faktoren zieht die Vorinstanz - wie es der Beschwerdeführer verlangt - strafmindernd in Betracht. Dies gilt auch für sein teilweises Geständnis. Dieses erachtete die Vorinstanz offensichtlich als substanziell, auch wenn es sich nicht auf alle Vorwürfe bezog. Denn andernfalls wäre es überhaupt nicht als strafmindernd berücksichtigt worden. Im Übrigen beschränkt sich der Beschwerdeführer auf eine eingehende Darlegung seiner Sicht der erwähnten Strafzumessungsfaktoren, ohne jedoch aufzuzeigen, inwiefern die Vorinstanz ihr Ermessen verletzt. 3.5 Gesamthaft verstösst die vorinstanzliche Strafzumessung nicht gegen die Grundsätze von Art. 63 StGB. Die Nichtigkeitsbeschwerde erweist sich daher in diesem Punkt als unbegründet, soweit darauf einzutreten ist.