Citation: C 227/06 28.03.2007 E. 3

Im vorliegenden Fall steht ein zweieinhalb Jahre dauerndes Nachdiplomstudium FH Executive Master of Gerontology zur Diskussion. Dabei handelt es sich um eine berufsbegleitende Weiterbildung, welche eine Tätigkeit mit Menschen in der zweiten Lebenshälfte voraussetzt. Von den Kursabsolventen wird in erster Linie erwartet, dass sie ihren Grundberuf beibehalten, jedoch in bedeutend höherem Masse befähigt sein werden, ihr Tätigkeitsfeld sowohl persönlich als auch fachlich besser zu gestalten. Das Nachdiplomstudium wendet sich sodann hauptsächlich an Personen, die sich beruflich in leitenden Funktionen mit Menschen in der zweiten Lebenshälfte befassen und in Organisationen des Sozial-, Gesundheitswesens, Bildungs- und Nonprofitbereichs tätig sind. 3.1 Die erwähnte lange Kursdauer übersteigt den üblichen Rahmen der von der Arbeitslosenversicherung zu übernehmenden Umschulungs- und Weiterbildungsmassnahmen. Die Rahmenfrist für den Leistungsbezug der Beschwerdegegnerin läuft vom 15. April 2005 bis 14. April 2007. Das Nachdiplomstudium begann im Januar 2006 und endet im Juni 2008. Gemäss Art. 59 Abs. 3 lit. a AVIG müssen die Anspruchsvoraussetzungen von Art. 8 AVIG für die Teilnahme an arbeitsmarklichen Massnahmen erfüllt sein. Demnach würden spätestens mit Auslauf der Rahmenfrist die Anspruchsvoraussetzungen dahinfallen (Urteil C 13/05 vom 14. August 2005, E. 6.3). 3.2 Unter Berücksichtigung sämtlicher Umstände kann vorliegend auch innert der Rahmenfrist keine Ausnahme vom Grundsatz gemacht werden, wonach nur Kurse mit einer Dauer von bis zu einem Jahr als obere zeitliche Grenze übernommen werden, denn der fragliche Kursbesuch dient nicht in erster Linie der Verbesserung der Anstellungsaussichten. Als gelernter Sekretärin stand der Versicherten in der Vergangenheit der Zugang zum Arbeitsmarkt offen. Den Akten ist zu entnehmen, dass sie als Sachbearbeiterin unbefristete Arbeitsverträge hatte und die letzte Stelle beim Amt X.________ wegen eines Bildungsurlaubs in Afrika aufgab. Im Vordergrund steht demnach eine persönliche Umorientierung und der Wille, im sozialen Bereich tätig zu werden. Dabei dürfen administrative Tätigkeiten mit sozialer Ausrichtung nicht mit Sozialarbeit vermengt werden, weshalb das Nachdiplomstudium im vorliegenden Fall nicht eine Ausbildungslücke zu schliessen vermag, sondern die beruflichen Wunschvorstellungen der Versicherten verwirklichen soll. Ziel der arbeitsmarktlichen Massnahmen ist jedoch, die Eingliederung von Versicherten, die aus Gründen des Arbeitsmarktes erschwert vermittelbar sind, zu fördern (Art. 59 Abs. 2 AVIG). Eine Ausbildung zu finanzieren, bei welcher die Vermittlungschancen im Vergleich zu jenen im angestammten Beruf nicht besser sind, erfüllt demnach die gesetzlichen Voraussetzungen nicht, weshalb eine zwei Jahre dauernde Weiterbildung zum Executive Master of Gerontology für eine Sachbearbeiterin nicht als adäquate Massnahme zur Beendigung der Arbeitslosigkeit bezeichnet werden kann.