Citation: I 846/02 19.11.2003 E. 6.2

6.2.1 Gemäss dem von der Beschwerdeführerin bei der vormaligen Arbeitgeberin eingeholten Bericht vom 11. Mai 1994 (samt Kündigungsschreiben vom 28. September 1992) sowie den gegenüber den Abklärungspersonen in A.________ gemachten Angaben (Schlussbericht BEFAS vom 3. Mai 2001) wurde die Auflösung des letzten vollzeitlichen Anstellungsverhältnisses des Beschwerdegegners per 31. Oktober 1992 mit wirtschaftlichen Gründen erklärt. Aktenmässig belegt ist jedoch der Umstand, dass der Versicherte auf Grund rasch exazerbierender lumbosacraler Rückenschmerzen bereits seit dem 15. Juli 1991 nicht mehr gearbeitet hatte, wobei Dr. med. M.________ den Beginn der Beschwerden auf Mitte Juni 1991 datierte (Bericht vom 30. Januar 1992). Auch Dr. med. B.________, Spezialarzt FMH für Innere Medizin, speziell Rheumaerkrankungen, bescheinigte dem Beschwerdegegner eine vollständige Arbeitsunfähigkeit seit dem 22. Oktober 1991 (Zeugnis vom 12. Februar 1992). In der Folge wurde ihm eine Arbeitsfähigkeit nurmehr für rückenschonende, körperlich leichtere Beschäftigungen attestiert (Berichte der Regionalstelle Burgdorf für berufliche Eingliederung vom 18. Dezember 1992, der Berufsberatung der IV-Stelle Bern vom 17. März 1994 sowie des Dr. med. M.________ vom 31. März 1994). Daraus wird deutlich, dass es letztendlich die ab Mitte Juni 1991 aufgetretenen gesundheitlichen, sich in der Folge verstärkenden Beschwerden gewesen sein dürften, welche - nebst anderen Motiven - zur Kündigung des Arbeitsverhältnisses durch die J.________ AG und damit überhaupt zur Aufgabe seiner Tätigkeit auf dem Bau geführt haben. 6.2.2 In der vor Invaliditätseintritt tatsächlich ausgeübten Erwerbstätigkeit liegt der für die Entscheidung der Statusfrage massgebliche, weil der Systematik der Art. 4 und 5 IVG entsprechende Gesichtspunkt, stellt doch das Gesetz für die Unterscheidung (teil-)erwerbstätige/nichterwerbstätig Person in erster Linie darauf ab, ob die Versicherten vor Eintritt der Invalidität (teil-)erwerbstätig oder nicht erwerbstätig waren und - im letzten Fall - die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht mehr zumutbar ist (Art. 5 Abs. 1 IVG; Urteil M. vom 13. November 2002, I 58/02, Erw. 3.2; vgl. auch SVR 1996 IV Nr. 76 S. 222 Erw. 2c). Da der Beschwerdegegner nach dem hievor Gesagten vollzeitlich einer erwerblichen Beschäftigung nachging, als er vom invalidisierenden Gesundheitsschaden (Art. 4 Abs. 1 IVG) betroffen wurde, ist er - mit der Vorinstanz - als im Gesundheitsfalle zu 100 % erwerbstätig einzustufen. 6.3 Was in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde vorgebracht wird, vermag an diesem Ergebnis nichts zu ändern. 6.3.1 Wenn die Beschwerdeführerin dem Versicherten vorhält, er habe sich nie ernsthaft um eine Erwerbstätigkeit bemüht, ist ihr entgegenzuhalten, dass der Beschwerdegegner sich gemäss eigenen Angaben mehrmals erfolglos beworben hat - einige der im Verlaufe des Administrativverfahrens vorgenommenen Bewerbungen sind denn auch aktenkundig - und sich ferner, wie die Vorinstanz ebenfalls zu Recht festgehalten hat, für berufliche Massnahmen bei der Invalidenversicherung angemeldet hat (Gesuch vom 8. September 1998). Zudem ist nach den medizinischen Berichten ausgewiesen, dass die Beschwer-den andauerten und insbesondere nach der im Juli 1996 durchgeführten Hüftoperation - nach einer kurzzeitigen Besserung (vgl. Bericht des Dr. med. M.________ vom 18. Oktober 1996) - wiederum zunahmen, wobei vermehrt auch der Bereich des rechten Kniegelenkes betroffen war (Berichte des Dr. med. M.________ vom 11. Januar 1997 und des Dr. med. B.________ vom 11. Februar 1997). Die Ärzte der Klinik und Poliklinik für Orthopädische Chirurgie des Spitals Z.________ kamen in ihrem Gutachten vom 25. März 1998 zum Schluss, dass die Beschwerden bezüglich des lumbovertebralen Schmerzsyndroms seit Juli 1996 in etwa gleich geblieben seien, während sich der Gesundheitszustand des Patienten hinsichtlich der linksseitigen Hüftbeschwerden nach der Implantation der Hüfttotalprothese verbessert habe. In Bezug auf die Knieproblematik rechts sei auf Grund zunehmender arthrotischer Veränderungen jedoch ein in letzter Zeit progredienter Verlauf zu beobachten. Auch in der BEFAS-Abklärungsstätte A.________ wurde anlässlich der vom 2. bis 20. April 2001 durchgeführten Abklärungen eine zufolge des chronischen Lumbovertebralsyndroms mit rezidivirend lumbospondylogener Schmerzausstrahlung rechtsbetont, der posttraumatischen Gonarthrose rechts, der Hüfttotalprothese links und der Periarthropathia coxae beidseits eine verminderte Belastbarkeit und damit eine auf körperlich leichte Tätigkeiten beschränkte Arbeitsfähigkeit festgestellt (Schlussbericht BEFAS vom 3. Mai 2001). Damit ist der Beschäftigungsverlauf in dieser Zeit durch die gesundheitlichen Beeinträchtigungen - und deren subjektive Verarbeitung durch den Beschwerdegegner - gekennzeichnet, weshalb daraus nichts für den hypothetischen Verlauf im Gesundheitsfall abgeleitet werden kann, auf den es für die Statusfrage aber ankommt (Urteil M. vom 13. November 2002, I 58/02, Erw. 3.3). 6.3.2 Des Weitern erscheint die Annahme des kantonalen Gerichts, dass ohne gesundheitliche Einschränkungen beide Ehepartner angesichts der familiären Verhältnisse voll erwerbstätig wären, nicht als aussergewöhnlich. Zum einen hat der Versicherte bis zum Auftreten seiner gesundheitlichen Beschwerden im Jahre 1991 stets zu 100 % gearbeitet; zum anderen sind die beiden erwachsenen Kinder zwischenzeitlich aus dem Haushalt der Eltern ausgezogen, sodass insofern keine intensiven Betreuungs- und Versorgeraufgaben mehr bestehen. Ferner scheinen der Beschwerdegegner und seine Ehefrau nur über bescheidene finanzielle Mittel zu verfügen, stellt ihr Verdienst als Fabrikarbeiterin doch die einzige Einnahmequelle der Familie dar. Selbst wenn im Übrigen das Einkommen der Ehegattin zur Finanzierung des ehelichen Unterhaltes genügen sollte, würde dies den Standpunkt der Beschwerdeführerin nicht untermauern. Massgebend ist letztlich allein, ob eine versicherte Person nach den persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnissen einer ausserhäuslichen Tätigkeit nachginge, wenn sie gesundheitlich nicht beeinträchtigt wäre. So ist auch im Rahmen der zu berücksichtigenden erwerblichen Verhältnisse im Endeffekt nicht entscheidend, ob und gegebenenfalls inwieweit die Ausübung einer Erwerbstätigkeit wirtschaftlich notwendig ist, sondern inwieweit sie bei den gegebenen Verhältnissen als über-wiegend wahrscheinlich erscheint (Urteil G. vom 19. August 2002, I 160/02, Erw. 2.2). 6.3.3 Kein anderes Ergebnis herbeizuführen vermag die Beschwerdeführerin ferner unter Berufung auf das Gleichbehandlungsgebot (vgl. auch BGE 120 V 150). Namentlich begründete die Vorinstanz ihren Entscheid bezüglich der Statusfrage nicht mit einer allgemeinen, auf geschlechterdiskriminierenden Verhältnissen fussenden Lebenserfahrung. Vielmehr beruht ihre Beurteilung auf einer sorgfältigen, nach Massgabe der rechtsprechungsgemäss zu beachtenden Grundsätze (Erw. 5.2 hievor) vorgenommenen Würdigung der konkreten Lebensumstände des Beschwerdegegners, weshalb darauf abzustellen ist. Es sind keine Anhaltspunkte ersichtlich, dass diese Prüfung im Falle einer weiblichen Versicherten im gleichen Umfeld anders ausgefallen wäre. Im Gegenteil entspräche es eher einer "allgemeinen Lebenserfahrung", welche die gesellschaftliche Realität im Sinne des "traditionellen Rollenbildes" wiedergäbe, wenn der Beschwerdegegner allein auf Grund des Umstands, dass seine Ehefrau voll erwerbstätig ist, als nicht- bzw. teilerwerbstätig eingestuft würde.