Citation: 8C_468/2008 25.09.2008 E. 6

6.1 Bezüglich der Adäquanz eines allfälligen Kausalzusammenhanges zwischen den nach dem 12. März 2007 geltend gemachten Beschwerden und dem Ereignis vom 4. August 1993 ist Folgendes festzuhalten: 6.1.1 Die Schwere des Unfalles ist auf Grund des augenfälligen Geschehensablaufs mit den sich dabei entwickelnden Kräften zu beurteilen (SVR 2008 UV Nr. 8 S. 26, E. 5.3.1 [U 2/07]). Dabei werden einfache Auffahrkollisionen auf ein haltendes Fahrzeug in der Regel als mittelschwerer Unfall im Grenzbereich zu den leichten Unfällen betrachtet (RKUV 2005 Nr. U 549 S. 236 E. 5.1.2 S. 237 [U 380/04]). Die Umstände des Unfalles sind nicht genau dokumentiert, gegenüber einem Vertreter der Beschwerdegegnerin gab die Versicherte jedoch am 5. November 1993 zu Protokoll, dass der von ihrem Ehemann gelenkte Personenwagen als letztes Fahrzeug einer langen Autokolonne auf einer Hauptstrasse in Albanien stand, als plötzlich ein deutscher Personenwagen mit ca. 30 km/h in das Heck ihres Fahrzeuges prallte. Die Stossstange und der Auspuff ihres Autos wurden eingedrückt, der Sachschaden wurde auf ca. Fr. 2'300.- geschätzt. Das Fahrzeug war indessen weiterhin fahrtauglich, so dass die Versicherte ihre Fahrt in die Schweiz fortsetzen konnte. Aufgrund dieser Angaben ist das Ereignis als mittelschwer im Grenzbereich zu den leichten Unfällen zu qualifizieren. Die Adäquanz eines Kausalzusammenhanges wäre somit nur dann zu bejahen, wenn eines der in E 2.2 hievor aufgezählten Adäquanzkriterien in besonders ausgeprägter oder mehrere dieser Kriterien in gehäufter Weise erfüllt wären. 6.1.2 Der Unfall ereignete sich weder unter besonders dramatischen Begleitumständen noch war er von besonderer Eindrücklichkeit. Eine fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung war nicht notwendig; in den Akten finden sich keine Hinweise auf eine Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert hätten. Auch liegen kein schwieriger Heilungsverlauf und keine erheblichen Komplikationen vor. Die Beschwerdeführerin konnte ihre angestammte Tätigkeit im Januar 1994 zu 50 %, und noch im Verlaufe des ersten Halbjahres 1994 zu 100 % wieder aufnehmen, so dass auch das Kriterium der erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen nicht erfüllt ist. Auch wenn die Versicherte seit dem Unfall an circa vierteljährlich auftretenden Schwindelbeschwerden leidet, so geht doch von diesen Beschwerden keine wesentliche Beeinträchtigung des Lebensalltags der Versicherten aus. Fraglich ist einzig, ob das Kriterium der besonderen Art der erlittenen Verletzung erfüllt ist, da die Beschwerdeführerin die Sicherheitsgurten nicht trug und mit dem Kopf in die Frontscheibe schlug, wobei diese barst. Die Frage kann indessen offenbleiben, da das Kriterium jedenfalls nicht ausgeprägt gegeben ist und demgemäss als einziges erfülltes Kriterium nicht ausreichen würde, die Adäquanz zu bejahen. 6.2 Die beiden Kollisionen vom 9. Mai 1994 und vom 20. November 1997 sind ebenfalls als mittelschwere Unfälle im Grenzbereich zu den leichten Ereignissen zu werten. Die Versicherte konnte ihre Arbeit jeweils nach wenigen Wochen wieder voll aufnehmen. Auch die übrigen unfallbezogenen Kriterien können, mit einer Ausnahme, ohne weiteres verneint werden. Näher zu prüfen wäre einzig, ob die beiden HWS-Distorsionen - als zweite und dritte unfallbedingte Schädigung der HWS - als Verletzungen besonderer Art zu qualifizieren sind. Rechtsprechungsgemäss ist allerdings nicht allein deshalb eine Verletzung besonderer Art anzunehmen, weil die versicherte Person bereits in der Vergangenheit einmal eine HWS-Distorsion erlitten hat (vgl. auch Urteile 8C_759/2007 vom 14. August 2008, E. 5.3, und 8C_61/2008 vom 10. Juli 2008, E. 7.3.2). Vielmehr rechtfertigt sich eine entsprechende Qualifikation der erlittenen Verletzungen nur bei Vorliegen einer erheblich vorgeschädigten Wirbelsäule (vgl. Urteil 8C_785/2007 vom 11. Juni 2008, E. 4.4). Ob dies für die beiden Ereignisse zutrifft, kann indessen offenbleiben, da auch bei diesen Unfällen das Kriterium jedenfalls nicht ausgeprägt gegeben ist und demgemäss als einziges erfülltes Kriterium nicht ausreichen würde, die Adäquanz zu bejahen. 6.3 Das Ereignis vom 13. August 2005, bei dem die Versicherte offenbar aufgrund eines Schwindelanfalles von einem Stuhl fiel, ist als leichter (vgl. Urteil 8C_649/2007 vom 22. Februar 2008, E. 5.1.2 mit Hinweisen), höchstens als mittelschwerer Unfall im Grenzbereich zu den leichten Ereignissen zu beurteilen. Auch bei diesem Unfall wäre die Adäquanz eines allfälligen Kausalzusammenhanges somit nur dann zu bejahen, wenn eines der in E 2.2 hievor aufgezählten Adäquanzkriterien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt wäre, oder wenn mehrere dieser Kriterien in gehäufter oder auffallender Weise erfüllt wären. 6.3.1 Die Versicherte stürzte weder unter besonders dramatischen Begleitumständen von ihrem Stuhl noch war der Unfall besonders eindrücklich. In der Folge war keine fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung notwendig. In den Akten finden sich keine Hinweise auf eine ärztliche Fehlbehandlung. Die drei Kriterien sind somit ohne weiteres zu verneinen. 6.3.2 Es ist davon auszugehen, dass die Halswirbelsäule aufgrund der drei Auffahrunfälle sowie der degenerativen Veränderungen zum Zeitpunkt des Unfalles bereits erheblich vorgeschädigt war, so dass das Kriterium der besonderen Art der erlittenen Verletzung zu bejahen ist. Da es der Beschwerdeführerin vor dem Unfall vom 13. August 2005 möglich war, ein 100 %-Pensum zu erbringen, liegt es indessen nicht in besonders ausgeprägter Form vor. 6.3.3 Bezüglich dem Kriterium der erheblichen Beschwerden ist festzuhalten, dass jedenfalls nicht das gesamte Beschwerdebild unfallkausal ist. Zudem sind die Einschränkungen und Schmerzen gemäss dem Bericht von Dr. med. H.________ vom 10. November 2006 grundsätzlich gut ertragbar; lediglich mittelschwere körperliche Belastungen führen jeweils zu einer Verstärkung der Symptomatik. Somit ist das Kriterium nicht erfüllt. 6.3.4 Ein schwieriger Heilungsverlauf liegt nicht vor. Die Versicherte erlitt indessen am 8. September 2005 aufgrund eines Schwindelanfalles einen Selbstunfall, bei dem sie sich an der linken Schulter verletzte. Diese Schulterverletzung ist grundsätzlich als Komplitkation zu werten; da die betroffene Schulter indessen gemäss dem Bericht des SUVA-Kreisarztes Dr. med. S.________ vom 29. September 2005 bereits Ende September 2005 wieder völlig schmerzfrei und funktionell vollumfänglich intakt war, ist nicht von einer erheblichen Komplikation auszugehen. Das Kriterium ist somit nicht erfüllt. 6.3.5 Was schliesslich das durch BGE 134 V 109 E. 10.2.7 S. 129 f. präzisierte Kriterium der erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen betrifft, gilt festzustellen, dass selbst wenn dies bejaht werden könnte, es jedenfalls nicht in ausgeprägter Weise gegeben ist. 6.3.6 Da mithin keines der massgeblichen Kriterien besonders ausgeprägt vorliegt und selbst dann, wenn man neben dem Kriterium der besonderen Art der erlittenen Verletzungen zugunsten der Versicherten das Kriterium der erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen als erfüllt erachten würde, die Kriterien nicht in gehäufter oder auffallender Weise gegeben sind, wäre ein allfälliger Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis vom 13. August 2005 und den über den 12. März 2007 hinaus anhaltend geklagten Beschwerden nicht adäquat. 6.4 Waren somit die nach dem 12. März 2007 anhaltend geklagten Beschwerden nicht adäquat durch eines der versicherten Unfallereignisse verursacht, so war die Leistungseinstellung der SUVA auf dieses Datum hin rechtens. Die Beschwerde ist demnach abzweisen, soweit auf sie einzutreten ist.