Citation: 5A_430/2023 E. 4.4.1

4.4.1. Zusammengefasst wirft er der Vorinstanz vor, die vom Bundesgericht zur alternierenden Obhut entwickelten Kriterien nicht dargelegt und nicht einmal die einschlägigen gesetzlichen Grundlagen benannt zu haben. Der Entscheid orientiere sich dementsprechend nicht an den massgebenden rechtlichen Grundsätzen bzw. stelle die Vorinstanz zwar fest, dass der Beschwerdeführer uneingeschränkt erziehungsfähig sei, gehe ansonsten aber ohne sachlichen Grund und damit willkürlich nicht auf die übrigen für die Beurteilung der Obhutsfrage relevanten Umstände ein, welche vom Beschwerdeführer behauptet worden seien. Stattdessen habe die Vorinstanz das Recht, konkret Art. 298 Abs. 2ter ZGB, in Verletzung von Art. 9 BV angewendet, ihr Ermessen missbraucht und sei damit zu einem offensichtlich unbilligen, in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken widersprechenden Ergebnis gelangt. Die Vorinstanz lasse ausser Acht, welche positiven Auswirkungen eine alternierende Obhut mit einer gleichberechtigten Beziehung zu beiden Elternteilen in Bezug auf das Kindeswohl hätte und welche negativen Auswirkungen die aktuelle Regelung für das Kindeswohl mit sich bringe. Sämtliche Tatsachen, die für eine alternierende Obhut sprechen würden, habe die Vorinstanz ausser Betracht gelassen. Sie habe es auch unterlassen, bezugnehmend auf die vom Bundesgericht als massgebend erachteten Kriterien eine sachverhaltsbasierte Prognose betreffend das Kindeswohl im Szenario einer alternierenden Obhut zu stellen. Der Entscheid sei in stossender Weise ungerecht, als dass dem Kind und dem Beschwerdeführer eine dem Kindeswohl entsprechende alternierende Obhut verwehrt werde, obschon die Voraussetzungen erfüllt wären. Ausschlaggebend scheine nur gewesen zu sein, dass sich die Beschwerdegegnerin mit allen Mitteln gegen eine alternierende Obhut wehre. Dies sei deshalb zusätzlich stossend, weil es die Beschwerdegegnerin gewesen sei, die den Kontakt zwischen Vater und Kind während Jahren behindert und damit deren Rechte beschnitten habe. Ein solches Vorgehen sei unzulässig.