Citation: C 211/00 23.08.2001 E. 3

3.- Im Rückforderungsprozess stellt sich lediglich die Frage, ob Arbeitslosenkasse und Vorinstanz die Wiedererwägungsvoraussetzungen zu Recht als erfüllt betrachten durften (vgl. Erw. 1b hiervor). a) Der Versicherte meldete sich per 1. Januar 1999 zum Bezug von Arbeitslosenentschädigung an und führte im Antragsformular aus, er sei bereit und in der Lage, Teilzeit, höchstens zu 30 % einer Vollzeitbeschäftigung, zu arbeiten. Am 30. März 1999 erlangte die Arbeitslosenkasse Kenntnis von der Verfügung der IV-Stelle des Kantons Zürich vom 8. Februar 1999, mit welcher dem Beschwerdeführer rückwirkend ab 1. Januar 1998 eine ganze Rente der Invalidenversicherung, basierend auf einem Invaliditätsgrad von 100 %, zugesprochen wurde. Ausserdem ging gleichentags ein Zeugnis des Dr. med. S.________, Arzt für allgemeine Medizin FMH, vom 9. Februar 1999 bei ihr ein, worin eine seit 5. Januar 1999 bestehende 30 %ige Arbeitsfähigkeit bescheinigt wird. Mit einem weiteren Zeugnis vom 28. Juni 1999 attestiert Dr. med. S.________ dem Versicherten eine 30 %ige Einsatzfähigkeit im Bereich der angestammten Tätigkeit. Offenbar gestützt auf diese ärztlichen Angaben zahlte die Arbeitslosenkasse am 28. Juli 1999 Arbeitslosentaggelder für die Monate Januar bis Juli 1999 nach und richtete fortan von August bis Dezember 1999 Arbeitslosenentschädigung aus. b) Da dem Beschwerdeführer zufolge der von der Invalidenversicherung festgestellten Erwerbsunfähigkeit die Vermittlungsfähigkeit vollständig abgeht, erweist sich die anfängliche Annahme der Vermittlungsfähigkeit durch die Arbeitslosenkasse als zweifellos unrichtig. Nach der Rechtsprechung können Leistungen der Arbeitslosenversicherung zwar dann nicht zurückgefordert werden, wenn hinreichende Anhaltspunkte dafür bestehen, dass trotz Annahme vollständiger Erwerbsunfähigkeit durch die Invalidenversicherung auf vollständige oder teilweise Vermittlungsfähigkeit geschlossen werden muss (ARV 1998 Nr. 15 S. 81 f. Erw. 5b, 1995 Nr. 12 S. 61). Solche besonderen Umstände liegen hier aber nicht vor. Die ärztlich attestierte Teilarbeitsfähigkeit bildet kein rechtsgenügliches Indiz für eine teilweise Vermittlungsfähigkeit. Sie stellt bloss eine medizinisch-theoretische Schätzung dar, welcher keine konkrete Verbesserung der Erwerbsfähigkeit entspricht, beträgt der der Verfügung der IV-Stelle vom 8. Februar 1999 zu Grunde liegende Invaliditätsgrad doch 100 %. Die Vorbringen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde vermögen an diesem Ergebnis nichts zu ändern. Soweit darin die bereits im kantonalen Gerichtsverfahren entkräfteten Rügen wiederholt werden, ist vollumfänglich auf die zutreffenden Erwägungen im angefochtenen Entscheid zu verweisen. Schliesslich kann die Frage nach einem durch die Arbeitslosenkasse geschaffenen Vertrauenstatbestand (vgl. die zu Art. 4 Abs. 1 der Bundesverfassung vom 29. Mai 1874 ergangene, gemäss RKUV 2000 Nr. KV 126 S. 223 und Nr. KV 133 S. 291 Erw. 2a unter der Herrschaft von Art. 9 der seit 1. Januar 2000 in Kraft stehenden neuen Bundesverfassung vom 18. April 1999 weiterhin massgebliche Rechtsprechung zum Vertrauensschutz: BGE 124 V 220 Erw. 2b/aa, 121 V 66 Erw. 2a, je mit Hinweisen) offen bleiben, da der Versicherte auch im letztinstanzlichen Prozess nicht darlegt, welche Dispositionen er im Zusammenhang mit den zu Unrecht erfolgten Taggeldleistungen der Arbeitslosenversicherung getroffen oder unterlassen hat, die ohne Nachteil nicht mehr rückgängig gemacht oder nachgeholt werden könnten. Der blosse Verbrauch von Geldmitteln kann jedenfalls nicht als Disposition gelten (ARV 1999 Nr. 40 S. 238). c) Der - masslich nicht zu beanstandende - Betrag von Fr. 8668. 15 erfüllt das Kriterium der erheblichen Bedeutung ohne weiteres.