Citation: 1P.589/2002 04.02.2003 E. 2

2.1 Der Beschwerdeführer macht in erster Linie eine Verletzung von Art. 29 Abs. 1 BV geltend. Zudem beruft er sich auf § 53 lit. d der Gerichtsordnung vom 10. Mai 1974 des Kantons Schwyz (GO), wonach eine Person abgelehnt werden kann, wenn (andere) Umstände vorliegen, die sie als befangen erscheinen lassen. Der Beschwerdegegner übe in einer anderen, noch hängigen Strafsache, welche der Beschwerdeführer als Untersuchungsrichter im Verhöramt Schwyz leite, ein Mandat als privater Strafverteidiger aus. Der Beschwerdeführer vertritt die Ansicht, ein Rechtsanwalt könne dann nicht als ausserordentlicher Untersuchungsrichter gegen einen ordentlichen Untersuchungsrichter ermitteln, wenn sich die Beteiligten gleichzeitig in einem weiteren Verfahren in anderer Funktion gegenüberständen. Der Strafverteidiger sei als Vertreter des Angeschuldigten Verfechter von Parteiinteressen und als solcher einseitig seinem Mandanten verpflichtet. Ihm obliege es, dem staatlichen Strafanspruch - und damit dem Untersuchungsrichter - entgegenzutreten. Von einem Strafverteidiger könne nicht erwartet werden, dass er einerseits dem Untersuchungsrichter entgegentrete und andererseits gleichzeitig gegen diesen Untersuchungsrichter unabhängig und unbeeinflusst eine Strafuntersuchung durchführe. Diese Konstellation sei an sich schon geeignet, die Befangenheit des Beschwerdegegners als wahrscheinlich erscheinen zu lassen. Ergänzend führt der Beschwerdeführer an, dass mit der in absehbarer Zeit in Kraft tretenden Ergänzung von § 2 GO auch Untersuchungsrichtern und Sachbearbeitern mit Einvernahmebefugnissen die Parteivertretung vor Gericht untersagt werde. Bei den vorliegenden organisatorischen und funktionellen Gegebenheiten genüge es, dass Umstände vorliegen, die bei objektiver Betrachtungsweise geeignet sind, den Anschein der Befangenheit zu erwecken. Nicht entscheidend sei eine gegenseitige Wertschätzung oder Feindschaft zwischen Beschwerdeführer und Beschwerdegegner. 2.2 Der Beschwerdeführer rügt weiter eine Verletzung seines Anspruchs auf einen unabhängigen und unbefangenen Untersuchungsrichter durch das konkrete Verhalten des Beschwerdegegners. Der Beschwerdegegner habe den Leiter des Verhöramtes am 19. Dezember 2001 über die Strafanzeige gegen den Beschwerdeführer in Kenntnis gesetzt und sich dahingehend geäussert, dass eine Nichteröffnung der Strafuntersuchung ausser Betracht falle. Der Beschwerdegegner könne darum nicht mehr als unbefangen gelten, nachdem er, ohne detaillierte Aktenkenntnis, Dritten gegenüber die Nichteröffnung der Untersuchung bereits ausgeschlossen habe. Die dem Beschwerdegegner im Zeitpunkt der Äusserung zur Verfügung stehenden Dokumente (der Haftbeschwerdeentscheid des Kantonsgerichtspräsidenten vom 12. Februar 2001 und die Strafanzeige vom 21. Juli 2001) hätten keine genügende Grundlage geboten für den Entscheid, ob allenfalls noch erste Erhebungen zu machen seien oder die Nichteröffnung zu verfügen sei. Diese neuen tatsächlichen Vorbringen seien gestattet, weil sie sich auf erstmals im angefochtenen Beschluss erwähnte Fakten bezögen. 2.3 Hinzu komme, dass gegen den Beschwerdegegner 1997 beim Verhöramt Schwyz Strafanzeige erhoben worden sei. Dieses Verfahren sei dem Beschwerdeführer als Untersuchungsrichter zugeteilt worden. Nach der vom Kantonsgericht vertretenen Meinung könnte nun also der Beschwerdeführer die Strafuntersuchung gegen den Beschwerdegegner führen und umgekehrt. Jeder der beiden Untersuchungsrichter könnte dann gleichzeitig Untersuchungsrichter und Angeschuldigter sein. Da er diese Auffassung nicht teile, sei er von sich aus in den Ausstand getreten. Das Verfahren gegen den Beschwerdegegner sei im Zeitpunkt der Beschwerdeeinreichung noch hängig.