Citation: 6B_1216/2021 E. 3.5.3

3.5.3. Die Vorinstanz bejaht zu Recht das Ausnützen des Abhängigkeitsverhältnisses durch den Beschwerdeführer. Mit seiner Argumentation weicht dieser erneut von den tatsächlichen Feststellungen der Vorinstanz ab bzw. ergänzt er diese, ohne jedoch eine substanziierte Willkürrüge zu erheben. Insofern kann auf die Beschwerde nicht eingetreten werden. Der Anstoss zu den sexuellen Handlungen kam immer vom Beschwerdeführer. Insbesondere in Anbetracht der anschaulichen Aussagen der Beschwerdegegnerin 2 geht die Vorinstanz zutreffend davon aus, dass sie sich aufgrund des Abhängigkeitsverhältnisses zum Beschwerdeführer nicht getraute, sich den sexuellen Kontakten zu widersetzen. Sie wollte die sexuellen Handlungen eigentlich nicht. Sie waren ihr unangenehm und teilweise empfand sie diese als eklig. Es ist erstellt, dass dem Beschwerdeführer bekannt war, dass sich die Beschwerdegegnerin 2 vor dem Oralverkehr ekelte und dass sie sich jeweils gegen den Vaginalverkehr wehrte, weil sie Schmerzen hatte. Er wusste um die Verletzlichkeit der Beschwerdegegnerin 2, um ihre Abhängigkeit von ihm und kannte deren Ausmass. Die dadurch eingeschränkte Steuerungsfähigkeit der Beschwerdegegnerin 2 muss ihm daher ebenfalls bewusst gewesen sein. Unter den gegebenen Umständen kann sich der Beschwerdeführer nicht darauf berufen, nicht gemerkt zu haben, dass die Beschwerdegegnerin 2 die sexuellen Handlungen eigentlich nicht wollte. Indem er gleichwohl eine sexuelle Beziehung zu ihr aufbaute und unterhielt, hat er zumindest in Kauf genommen, sich über den inneren Widerstand der von ihm abhängigen Beschwerdegegnerin 2 hinwegzusetzen. Der Beschwerdeführer, als übergeordnete Person in einem Abhängigkeitsverhältnis, hätte sich vergewissern müssen, dass die sexuellen Handlungen ausschliesslich im gegenseitigen Einverständnis vorgenommen bzw. geduldet werden und nicht auf einer vorbestehenden Drucksituation gründen (vgl. BGE 148 IV 57 E. 3.5.4; Urteil 6B_750/2022 vom 29. März 2023 E. 1.2.2; je mit Hinweis). Davon kann vorliegend nicht die Rede sein. Nach dem Vorstehenden liegt somit auch in subjektiver Hinsicht ein Ausnützen des Abhängigkeitsverhältnisses vor.