Citation: 1C_371/2022 E. 6.2

6.2. Ob die Beschwerdegegnerin vorliegend eine Vertrauensgrundlage geschaffen hat, indem sie den rechtswidrigen Zustand über Jahre bzw. Jahrzehnte hinweg nicht behoben hat, kann offenbleiben. Denn selbst bei langjähriger behördlicher Duldung können sich die Betroffenen nicht auf den Vertrauensschutz berufen, wenn sie selbst über den rechtswidrigen Zustand in bösem Glauben waren (BGE 136 II 359 E. 7.1; BGE 132 II 21 E. 6.3; BGE 107 Ia 121 E. 1c). Dabei setzt böser Glaube nicht voraus, dass die Nutzung ausdrücklich untersagt worden ist. Es genügt, wenn die Betroffenen wussten oder bei zumutbarer Sorgfalt wissen mussten, dass der Zustand unrechtmässig war (vgl. BGE 136 II 359 E. 7.1; BGE 132 II 21 E. 6; Urteil 1C_535/2012 vom 4. September 2013 E. 4.1.3). Aufgrund der Vorgeschichte muss den Beschwerdeführern bekannt gewesen sein, dass sie über keine Zufahrtsberechtigung über die Via Sur Punt verfügen. Dem Schreiben der Gemeinde Bever vom 1. März 2017 und dem Beschluss des Gemeindevorstandes Bever vom 17. September 2017 betreffend Genehmigung des Quartierplanes Surpunt Plaun kann entnommen werden, dass anlässlich des Quartierplanverfahrens von den Beschwerdeführern verlangt wurde, eine Erschliessung über die Via Sur Punt ab Samedan zu planen bzw. sicherzustellen.