Citation: 6B_600/2021 E. 1.1

1.1. Diesbezüglich wirft er der Vorinstanz zunächst eine Verletzung von Art. 42 Abs. 2 StGB vor. Sie gehe zu Unrecht davon aus, das Urteil des Jugendgerichts des Kantons Solothurn vom 19. November 2015, mit welchem er zu einem Freiheitsentzug von neun Monaten verurteilt worden sei, falle in den Anwendungsbereich dieser Bestimmung. Gemäss BGE 137 IV 7 E. 1.3 stünden im Jugendstrafrecht - im Unterschied zum Erwachsenenstrafrecht - indes die erzieherischen Massnahmen im Vordergrund. Die Sanktionen des Jugendstrafrechts dienten nicht der Tatvergeltung, sondern verfolgten das Ziel, den Jugendlichen im Sinne der Spezialprävention von der Begehung weiterer Straftaten abzuhalten. Richtigerweise sei das fragliche Urteil des Jugendgerichts vom 19. November 2015 deshalb auszublenden und es sei von der Regel von Art. 42 Abs. 1 StGB auszugehen, wonach der Vollzug einer Freiheitsstrafe von weniger als zwei Jahren aufgeschoben werde.