Citation: 1C_277/2023 E. A

Die Kommission für Justiz und Sicherheit des Grossen Rates des Kantons Graubünden (KJS) eröffnete im Dezember 2019 ein aufsichtsrechtliches Verfahren gegen den damligen Präsidenten des Kantonsgerichts Graubünden, A.________, wegen einer allfälligen Amtspflichtsverletzung. Im März 2020 hörte die KJS in diesem Zusammenhang A.________, weitere Kantonsrichter und einen Aktuar des Kantonsgerichts an. Am 23. April 2020 stellte die KJS A.________ einen Berichtsentwurf zur aufsichtsrechtlichen Untersuchung zu. Mit dem Berichtsentwurf stellte die KJS A.________ einen Verweis in Aussicht und gab ihm Gelegenheit zur Stellungnahme. A.________ beantragte am 7. Mai 2020 unter anderem, die KJS habe in der jetzigen Zusammensetzung für den Endentscheid im aufsichtsrechtlichen Verfahren in den Ausstand zu treten. Er begründete das Ausstandsbegehren damit, dass der ihm von der KJS vorgelegte Entwurf keinen Zweifel offenlasse, dass sich die Kommission in der Sache bereits festgelegt habe, was auch immer er in seiner Stellungnahme noch vorbringe. Dass die KJS in ihrer Entscheidung nicht mehr frei sei, sei damit offensichtlich und werde dadurch unterstrichen, dass sie am 7. April 2020 die Ermächtigung zur Durchführung einer Strafuntersuchung gegen ihn erteilt habe. A.________ reichte am 14. Mai 2020 eine Stellungnahme zum Berichtsentwurf zur aufsichtsrechtlichen Untersuchung ein und hielt darin am Ausstandsbegehren fest.