Citation: U 346/05 20.02.2007 E. 2

Streitig und zu prüfen ist, ob das Ereignis vom 3. September 2003 einen Unfall im Rechtssinne darstellt. 2.1 Unfall ist die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG). Der äussere Faktor ist ungewöhnlich, wenn er den Rahmen des im jeweiligen Lebensbereich Alltäglichen oder Üblichen überschreitet. Nach Rechtsprechung und Literatur kann der ungewöhnliche äussere Faktor in einer unkoordinierten Bewegung des Körpers bestehen. Er liegt in derartigen Fällen darin, dass die Bewegung durch etwas "Programmwidriges" gestört wird (vgl. BGE 130 V 116 E. 2.1 S. 181 mit Hinweisen). Dies ist etwa dann der Fall, wenn die versicherte Person stolpert, ausgleitet oder an einem Gegenstand anstösst oder wenn sie, um ein Ausgleiten zu verhindern, eine reflexartige Abwehrbewegung ausführt oder auszuführen versucht (vgl. Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts U 219/95 vom 13. Mai 1995, E. 4c, publ. in: RKUV 1996 Nr. U 253 S. 204; Alfred Maurer, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, Bern 1989, S. 176 f.). 2.2 Praxisgemäss sind die einzelnen Umstände des Unfallgeschehens glaubhaft zu machen. Kommt die Person, die eine Leistung verlangt, dieser Forderung nicht nach, indem sie unvollständige, ungenaue oder widersprüchliche Angaben macht, die das Bestehen eines unfallmässigen Schadens als unglaubwürdig erscheinen lassen, besteht keine Leistungspflicht der Unfallversicherung. Im Streitfall obliegt es dem Gericht zu beurteilen, ob die einzelnen Voraussetzungen des Unfallbegriffs erfüllt sind. Der Untersuchungsmaxime entsprechend hat es von Amtes wegen die notwendigen Beweise zu erheben und kann zu diesem Zwecke auch die Parteien heranziehen. Wird aufgrund dieser Massnahmen das Vorliegen eines Unfallereignisses nicht wenigstens mit Wahrscheinlichkeit erstellt - die blosse Möglichkeit genügt nicht -, so hat dieses als unbewiesen zu gelten, was sich zu Lasten der den Anspruch erhebenden Person auswirkt (BGE 116 V 136 E. 4b S. 140, 114 V 298 E. 5b S. 305, 111 V 197 E. 6b S. 201; Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts U 252/02 vom 30. März 2004, E. 4., publ. in: RKUV 2004 Nr. U 518 S. 435). 2.3 Bei sich widersprechenden Angaben der versicherten Person über den Unfallhergang ist auf die Beweismaxime abzustellen, wonach die so genannten spontanen "Aussagen der ersten Stunde" in der Regel unbefangener und zuverlässiger sind als spätere Darstellungen, die bewusst oder unbewusst von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art beeinflusst sein können. Wenn die versicherte Person ihre Darstellung im Laufe der Zeit wechselt, kommt den Angaben, die sie kurz nach dem Unfall gemacht hat, meistens grösseres Gewicht zu als jenen nach Kenntnis einer Ablehnungsverfügung des Versicherers (BGE 121 V 45 E. 1a S. 47 mit Hinweisen; vgl. auch BGE 130 III 321 E. 5 S. 328, 130 V 116 E. 2.2.7 S. 120).