Citation: 6B_1219/2021 E. 4.1

4.1. Zunächst meint der Beschwerdeführer auch im Zusammenhang mit dem Widerruf eine Verletzung des Anklagegrundsatzes zu erkennen. Diese sieht er darin begründet, dass der Antrag auf Widerruf in der Anklageschrift nicht begründet werde. Dieser Einwand geht fehl. Kern der Anklageschrift ist die Umschreibung des der beschuldigten Person vorgeworfenen Sachverhalts (Art. 325 Abs. 1 StPO, siehe E. 2.5 oben). Nebst dem macht die Staatsanwaltschaft dem Gericht namentlich Angaben über ihre Anträge zu den Sanktionen oder die Ankündigung, diese würden an der Hauptverhandlung gestellt (Art. 326 Abs. 1 lit. f StPO). Gemäss der gesetzlichen Konzeption sind diese Angaben, zu denen auch Anträge betreffend Widerruf früherer Strafen gehören, nicht zwingender Bestandteil der Anklage (vgl. für die Einziehung und Ersatzforderung Urteil 6B_67/2019 vom 16. Dezember 2020 E. 5.12.5.1). Eine Verletzung des Anklagegrundsatzes ist somit nicht auszumachen.