Citation: 1B_100/2018 E. 3.3

3.3. Nach Art. 221 Abs. 1 StPO sind drei Elemente für das Vorliegen von Wiederholungsgefahr konstitutiv. Erstens müssen von der beschuldigten Person schwere Vergehen oder Verbrechen drohen, nachdem sie bereits früher gleichartige Straftaten verübt hat (Vortaterfordernis). Zweitens muss hierdurch die Sicherheit anderer erheblich gefährdet sein. Drittens muss die Tatwiederholung ernsthaft zu befürchten sein, was anhand einer Rückfallprognose zu beurteilen ist (BGE 143 IV 9 E. 2.5 S. 14). Die Vortaten müssen sich gegen gleiche oder gleichartige Rechtsgüter gerichtet haben, wie sie im hängigen Untersuchungsverfahren massgeblich sind (BGE 143 IV 9 E. 2.3.1 S. 13). Bei der Beurteilung der Schwere bildet die abstrakte Strafdrohung gemäss Gesetz den Ausgangspunkt für die Abgrenzung zwischen schweren und - vom Haftgrund der Wiederholungsgefahr nicht erfassten - "leichten" bzw. minder schweren Vergehen. Voraussetzung für die Einstufung als schweres Vergehen ist zunächst, dass eine Freiheitsstrafe droht. Daneben sind aber insbesondere auch das betroffene Rechtsgut und der Kontext, namentlich die konkret vom Beschuldigten ausgehende Gefährlichkeit bzw. das bei ihm vorhandene Gewaltpotenzial einzubeziehen (BGE 143 IV 9 E. 2.6 S. 14). Die erhebliche Gefährdung der Sicherheit anderer durch drohende Verbrechen oder schwere Vergehen kann sich grundsätzlich auf Rechtsgüter jeder Art beziehen. Im Vordergrund stehen Delikte gegen die körperliche und sexuelle Integrität. In diesem Kontext muss bei Straftaten gegenüber speziell schutzbedürftigen Personengruppen, namentlich Kindern, aus Gründen des Opferschutzes ein strenger Massstab gelten (BGE 143 IV 9 E. 2.6-2.7 S. 14-16 mit Hinweisen). Vorliegend ist das Vortatenerfordernis unbestrittenermassen erfüllt: Der Beschwerdeführer weist drei rechtskräftige Vorstrafen wegen in den Jahren 2010 bis 2012 begangenen Delikten gegen die sexuelle Integrität von Kindern auf. Im August 2010 wurde er der sexuellen Handlungen mit einem Kind sowie der Verbreitung von Pornographie an eine unter 16-jährige Person schuldig gesprochen. Im Mai 2012wurde er wegen der mehrfachen Begehung der Verbreitung von Pornographie an eine unter 16-jährige Person verurteilt. Im Januar 2013 erfolgte ein Schuldspruch wegen sexuellen Handlungen mit einem Kind und Verbreitung von Pornographie sowie Nötigung. Dabei handelt es sich um schwere Delikte, da sämtliche Tatbestände im Falle eines Schuldspruchs eine Freiheitsstrafe androhen und mit der ungefährdeten sexuellen Entwicklung Unmündiger mehrheitlich auch ein hoch zu gewichtendes Rechtsgut betreffen. Wie die kantonalen Gerichte zutreffend erwogen haben, enthalten die oben erwähnten Chatprotokolle zudem Hinweise darauf, dass der Beschwerdeführer erhebliche sexuelle Gewaltfantasien in Bezug auf Kinder hat. Aus diesen Gründen drohen vom Beschwerdeführer weitere schwere Vergehen und Verbrechen gegen die sexuelle Integrität von Kindern, die deren Sicherheit erheblich gefährden.