Citation: 5C.261/2006 13.03.2007 E. 6

Mit Bezug auf die "dritte Phase" (nach der Pensionierung des Klägers) verlangt die Beklagte einen Unterhaltsbetrag von Fr. 500.-- mit der Begründung, infolge der Einkommensunterschiede der Parteien und der daraus resultierenden Differenz der Pensionskassenleistungen müsse ihr weiterhin ein Ausgleich zugesprochen werden. 6.1 Die Beklagte scheint davon auszugehen, dass sie bei einer lebensprägenden Ehe einen Anspruch auf lebenslängliche finanzielle Gleichstellung mit dem abgeschiedenen Ehegatten hat. Dies trifft indes in dieser absoluten Form nicht zu. Massgeblich sind vielmehr die in Art. 125 Abs. 2 ZGB aufgezählten Faktoren, auf deren Basis der gebührende Unterhalt der Ehegatten und der hierfür vom leistungsfähigeren an den bedürftigeren Teil zu leistende angemessene Beitrag im Sinn von Art. 125 Abs. 1 ZGB zu berechnen sind. 6.2 Im vorliegenden Fall ergibt sich, dass die Beklagte für die Zeit der Ehe im Rahmen des Vorsorgeausgleichs gemäss Art. 122 ZGB die Hälfte der Differenz zwischen den Austrittsleistungen erhält bzw. erhalten hat und sie zudem während noch rund 14 Jahren aus eigenem Einkommen und Teilen der Unterhaltsbeiträge von Fr. 1'650.-- bzw. 1'965.-- ihr Vorsorgeguthaben wird äufnen können. Sie sollte damit auf ein ähnliches Rentenbetreffnis wie der Kläger kommen. Auf der Gegenseite ist zu berücksichtigen, dass die verfügbaren Mittel in aller Regel sinken, sobald der Leistungspflichtige das Rentenalter erreicht, so dass der während der Aktivitätsphase gepflegte Lebensstandard nicht uneingeschränkt fortgesetzt werden kann. Die Praxis pflegt diesem Umstand denn auch dadurch Rechnung zu tragen, dass das Ende der Unterhaltspflicht zumeist an das Erreichen des AHV-Alters des Unterhaltspflichtigen geknüpft wird. 6.3 Aufgrund des Gesagten erscheint es nicht als unbillig, wenn der nacheheliche Unterhalt auf die Zeit bis zur ordentlichen Pensionierung des Klägers begrenzt wird, und der angefochtene Entscheid hält deshalb jedenfalls unter Berücksichtigung des weiten kantonalen Ermessens bei der Festsetzung des angemessenen Unterhaltsbeitrages (Art. 4 ZGB; BGE 127 III 136 E. 3a S. 141; Botschaft, BBl 1996 I S. 115 f.), bei dessen Überprüfung das Bundesgericht sich eine gewisse Zurückhaltung auferlegt (BGE 127 III 310 E. 3 S. 313 f.; 128 III 428 E. 4 S. 432; 129 III 380 E. 2 S. 382), vor Bundesrecht stand.