Citation: 2C_450/2020 E. 3.4.1

3.4.1. Der Einbau eines Schwimmbads ist - wie das Kreisschreiben Nr. 11 in Ziff. 4.2 ausdrücklich vorsieht - eine Luxusausgabe. Grundsätzlich ist daher der Aufwand, der notwendig wird, um ein Schwimmbad behindertengerecht zu erstellen, ebenfalls eine Luxusausgabe. Insoweit ist der Vorinstanz zu folgen (vgl. E. 2.4.2 des angefochtenen Entscheids). Allenfalls abziehbare Kosten könnten sich lediglich in Ausnahmefällen ergeben, wenn das Schwimmbad therapeutisch unabdingbar und - kumulativ dazu - der Besuch eines externen Schwimmbads gänzlich unzumutbar ist. Die Unzumutbarkeit bezieht sich in erster Linie auf den Weg zum für die Therapie geeigneten Schwimmbad. In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass das Kreisschreiben Nr. 11 grundsätzlich die Kosten des öffentlichen Verkehrs oder eines Behindertenfahrdienstes zum Abzug zulässt. Erst wenn dessen Benützung nicht möglich oder nicht zumutbar ist, können die Kosten eines privaten Motorfahrzeugs (Kilometerentschädigung) abgezogen werden (vgl. Kreisschreiben Nr. 11 Ziff. 4.3.6 S. 8 f.; vgl. auch Urteil 2C_258/2010 vom 23. Mai 2011 E. 4.3). In analoger Weise haben sich die steuerlich abziehbaren Kosten eines hauseigenen Schwimmbads im Falle der Unzumutbarkeit an den Kosten des Besuchs eines externen Schwimmbads (Fahr- und Eintrittskosten) zu orientieren und sind insofern auf die vergleichbare Kostenhöhe des externen Besuchs beschränkt. Die Beurteilung der beiden Voraussetzungen (Unabdingbarkeit der Therapie und Unzumutbarkeit des Besuchs eines externen Schwimmbads), die nur ausnahmsweise vorliegen dürften, bedingt regelmässig die Ermittlung der Art der Behinderung, die Feststellung der angeordneten Therapien, deren medizinische Notwendigkeit sowie die sonstigen persönlichen Umstände der betroffenen Person (z.B. Reisefähigkeit oder Distanz zwischen Wohn- und Therapieort).