Citation: 1C_451/2020 E. 5.2

5.2. Aus den Erwägungen der Vorinstanz ergibt sich, dass die Ehe des Beschwerdeführers und seiner Ex-Ehefrau bis zum Beginn des Pflegepraktikums des Beschwerdeführers im April 2010, d.h. während den ersten rund drei Jahren, intakt war. Erst danach entwickelten sich die ersten Spannungen. Vor der Heirat hatte die Beziehung zudem bereits während knapp zwei Jahren Bestand. Bis zum erstmaligen Auftreten der von der Vorinstanz genannten Differenzen dauerte die Beziehung somit bereits rund fünf Jahre. Wie der Beschwerdeführer zu Recht vorbringt, entwickelt sich nach einer derartigen Beziehungsdauer, die bis dahin soweit ersichtlich im Wesentlichen harmonisch verlief, erfahrungsgemäss eine Vertrauensbasis, welche geeignet ist, mitunter auch grössere Beziehungsprobleme zu überstehen. Eine im Einbürgerungsverfahren von den Eheleuten unterzeichnete Erklärung, wonach sie in einer stabilen Ehe zusammenleben, bedeutete demnach nicht zwingend, dass keinerlei Differenzen zwischen den Eheleuten bestehen, ergeben sich doch erfahrungsgemäss in jeder Paarbeziehung gelegentlich Probleme und Meinungsverschiedenheiten. Diese Schlussfolgerung drängt sich im vorliegenden Fall auch deshalb auf, weil die Beziehung insgesamt rund neun Jahre dauerte und die Ehe nach der Einbürgerung noch während mehr als zwei Jahren weitergeführt wurde. Hinzu kommt, dass nebst den genannten Eheproblemen keine zusätzlichen Umstände ersichtlich sind, die darauf hindeuten würden, dass die Ehe bereits vor dem 21. Mai 2014 nicht mehr gelebt wurde. Beispielsweise finden sich in den Vorakten keinerlei Hinweise auf aussereheliche Beziehungen, getrennte Wohnsitze oder dergleichen. Die Annahme eines arglistigen Verschweigens von rechtsrelevanten Tatsachen im Sinne von Art. 41 Abs. 1 aBüG rechtfertigt sich im vorliegenden Fall somit erst, wenn die Eheprobleme tatsächlich bereits im massgeblichen Einbürgerungszeitpunkt eine gewisse Erheblichkeit erreicht hatten, so dass der Beschwerdeführer vernünftigerweise nicht mehr auf den Fortbestand der Ehe vertrauen durfte.