Citation: 8C_307/2023 E. 5.2

5.2. Gleiches gilt insoweit, als der Beschwerdeführer geltend macht, beim E-Bike-Unfall ein Schleudertrauma der Halswirbelsäule beziehungsweise eine Gehirnerschütterung erlitten zu haben. Gemäss dem beratenden Arzt der Beschwerdegegnerin muss für die Annahme einer Commotio cerebri ein Kopfanprall mit zumindest kurzzeitigem Bewusstseinsverlust oder qualitativer Bewusstseinsstörung sowie einer Amnesie erfolgt sein. Der Beschwerdeführer bringt dagegen vor, dass eine Commotio cerebri nach den Handlungsempfehlungen der Schweizerischen Neurologischen Gesellschaft (Nina Feddermann-Demont et al., Diagnostik und Therapie bei Gehirnerschütterung im Sport, in: Swiss Medical Forum 2020 S. 449 ff.) in der Regel keine Bewusstlosigkeit bewirke. Wie dem betreffenden Artikel zu entnehmen ist, geht diese Gehirnverletzung indessen jedenfalls mit einem kurzzeitigen Verlust der normalen Gehirnfunktion als Reaktion auf eine Kopfverletzung einher. Dass solche Symptome innerhalb der praxisgemäss zu beachtenden Latenzzeit aufgetreten wären, findet im Bericht über die Erstkonsultation und in den Verlaufseinträgen der Krankengeschichte der behandelnden Ärztin Dr. med. C.________ keine Stütze, wobei diese ausdrücklich angab, mehrfach nach solchen Symptomen gefragt zu haben. Auch traten in diesem Zeitraum keine Nackenschmerzen auf. Es bleibt zudem unbestritten, dass kein Kopfanprall stattgefunden hat. Gemäss Beschwerdeführer sind die von den Ärzten des Zentrums E.________ erhobenen Befunde dem sogenannten "bunten Beschwerdebild" nach Schleudertrauma zuzuschreiben. Die in ihren Stellungnahmen genannten kognitiven Beeinträchtigungen - die in den echtzeitlichen Berichten noch nicht aufgeführt worden waren - waren indessen differentialdiagnostisch durch einen anamnestisch bereits bekannten Spannungskopfschmerz zu erklären. Lediglich differentialdiagnostisch waren die Kopfschmerzen ihrerseits als durch eine Distorsion der Halswirbelsäule bedingt zu interpretieren. Des Weiteren konnte bezüglich einer geklagten Benommenheit lediglich eine Verdachtsdiagnose gestellt werden (zentraler Belastungsschwindel, neurogen vegetativ), zumal die dazu erfolgten diversen Abklärungen keine eindeutigen Auffälligkeiten ergaben. Dass das kantonale Gericht eine unfallbedingte Distorsion der Halswirbelsäule oder eine milde traumatische Hirnverletzung insbesondere auch mangels entsprechender Diagnosen anlässlich der Erstbehandlung als nicht erstellt erachtete, ist nicht zu beanstanden.