Citation: 8C_833/2016 E. 6.3

6.3. Das Bundesgericht hat im Urteil BGE 134 V 109, E. 10.2.2 S. 127 f. seine Rechtsprechung bestätigt, wonach die Diagnose einer HWS-Distorsion für sich allein nicht zur Bejahung des Kriteriums der Schwere und besonderen Art der erlittenen Verletzung genügt. Es bedarf hiezu einer besonderen Schwere der für das Schleudertrauma typischen Beschwerden oder besonderer Umstände, welche das Beschwerdebild beeinflussen können (SVR 2007 UV Nr. 26 S. 86, U 339/06 E. 5.3; RKUV 2005 Nr. U 549 S. 236, U 380/04 E. 5.2.3 mit Hinweisen). Diese können beispielsweise in einer beim Unfall eingenommenen besonderen Körperhaltung und den dadurch bewirkten Komplikationen bestehen (SVR 2007 UV Nr. 26 S. 86, U 339/06 E. 5.3; RKUV 2003 Nr. U 489 S. 357, U 193/01 E. 4.3 mit Hinweisen). Daneben gilt es zu beachten, dass eine HWS-Distorsion, welche eine bereits erheblich vorgeschädigte Wirbelsäule trifft, speziell geeignet ist, die "typischen" Symptome hervorzurufen, weshalb sie als Verletzung besonderer Art zu qualifizieren ist (vgl. SVR 2007 UV Nr. 1 S. 1, U 39/04 E. 3.4 und Urteil 8C_785/2007 vom 11. Juni 2008, E. 4.4). Dabei ist allerdings in der Regel vorausgesetzt, dass die versicherte Person aufgrund der Vorschädigung unmittelbar vor dem Unfall mindestens teilweise arbeitsunfähig war (Urteile 8C_783/2015 vom 22. Februar 2016 E. 4.4, 8C_352/2012 vom 27. Dezember 2012 E. 6.4 und 8C_759/2007 vom 14. August 2008 E. 5.3). Die Versicherte macht geltend, bereits vor dem Ereignis vom 15. November 1997 zwei Auffahrunfälle erlitten zu haben; die Wirbelsäule sei demgemäss in jenem Zeitpunkt bereits vorgeschädigt gewesen. Echtzeitliche Akten zu diesen geltend gemachten Unfällen fehlen. Im Gutachten der MEDAS vom 2. Juni 2002 wird zwar eine "Beeinträchtigung" der Arbeitsfähigkeit ab einem Auffahrunfall im Jahre 1993 postuliert; worauf sich diese Annahme stützt, ist allerdings nicht ersichtlich. Gemäss der Liste der von den Experten verwendeten Dokumente haben auch den damaligen Gutachtern keine echtzeitlichen Arztberichte zu allfälligen Vorunfällen vorgelegen. In der Verfügung der IV-Stelle des Kantons Solothurn vom 15. Juli 2003 wird demgegenüber festgehalten, dass die Versicherte ihre Ausbildung zur zahnmedizinischen Assistentin (ohne Abschluss) in der Zeit vom 1. August 1995 bis 31. Juli 1997 ohne längerdauernde Absenzen absolvieren konnte. Somit ist nicht erstellt, dass der Unfall vom 15. November 1997 auf eine im Sinne der Rechtsprechung erheblich vorgeschädigte Wirbelsäule traf; das Kriterium ist zu verneinen.