Citation: 6B_1088/2022 E. 4.3.7

4.3.7. Wenn die Beschwerdeführerin weiter eine willkürliche Sachverhaltsfeststellung in Bezug auf die Mordqualifikation aufgrund des Tatmotivs rügt (Beschwerde S. 25-29), kann ihr nicht zugestimmt werden. Die Vorinstanz hält diesbezüglich fest, B.A.________ habe der Beschwerdeführerin Schenkungen an seine Geliebte in Aussicht gestellt und die Beschwerdeführerin habe versucht, dies zu verhindern. Die Tat der Beschwerdeführerin und somit ihr Motiv habe zudem in ihrem verletzten Stolz ob der Tatsache gegründet, dass B.A.________ sie nach einem langjährigen, von ihr als schwierig erlebten Eheleben kurzerhand für eine Konkurrentin habe verlassen wollen. Mit ihrer Tat habe die Beschwerdeführerin schliesslich versucht, dies zu verhindern. Das Tatmotiv der Beschwerdeführerin habe somit wohl aus mehreren Komponenten bestanden. Diesbezüglich verweist die Vorinstanz auf die Ausführungen der ersten Instanz, wonach davon auszugehen sei, dass die Beschwerdeführerin versucht habe, B.A.________ zu töten, weil sie eifersüchtig auf ihre Nebenbuhlerin gewesen sei. Sie habe verhindern wollen, dass B.A.________ mit dieser zusammen komme. Sie habe zudem das Vermögen der Familie sichern und verhindern wollen, dass B.A.________ dieses teilweise an die Nebenbuhlerin übertrage (vgl. angefochtenes Urteil S. 28 f. mit Verweis auf erstinstanzliches Urteil S. 179 f.). Die Vorinstanz erwägt weiter, die Beseitigung von B.A.________ zur Erhaltung des Familienvermögens erscheine hab- und raffgierig und damit besonders verwerflich. Dies gelte praxisgemäss auch für die Absicht, einen sich abwendenden Lebenspartner einer Nebenbuhlerin schlicht vorzuenthalten (angefochtenes Urteil S. 29 mit Verweis auf die Urteile 6B_540/2017 vom 16. Oktober 2017 E. 2.4 und 6S.357/2004 vom 20. Oktober 2004 E. 2.2). Diese vorinstanzlichen Ausführungen sind unter Willkürgesichtspunkten nicht zu beanstanden. In der Anklageschrift wird die Faktenlage der Skrupellosigkeit u.a. damit begründet, dass die Beschwerdeführerin "sich in ihrem Stolz verletzt fühlte, da sich ihr Ehemann zu einer jüngeren Frau hingezogen fühlte, welche Beziehung sie durch Tötung ihres Ehemannes abrupt beenden wollte" (Anklageschrift S. 5 f.). Die Vorinstanz erwägt zwar, dass verletzter Stolz aufgrund des Verlassen-Werdens nach langer gemeinsamer, schwieriger Ehezeit für sich (noch) nicht als skrupellos anzusehen wäre (angefochtenes Urteil S. 29). Die Vorinstanz begründet die Skrupellosigkeit jedoch nicht allein mit Hinweis auf den verletzten Stolz der Beschwerdeführerin. Sie weist vielmehr darauf hin, dass das Tatmotiv der Beschwerdeführerin aus mehreren Komponenten bestanden habe, die bei einer Gesamtwürdigung der Umstände für Skrupellosigkeit sprechen (angefochtenes Urteil S. 29 f.). Mit diesen zutreffenden vorinstanzlichen Ausführungen setzt sich die Beschwerdeführerin nicht begründet auseinander. Sofern sie sich beschränkt, eine Verletzung des Anklagegrundsatzes zu rügen bzw. zu behaupten, das in der Anklageschrift erwähnte Motiv "punkto damalige Freundin" sei gemäss Vorinstanz nicht erfüllt bzw. kein Grund für eine Mordqualifikation (Beschwerde S. 26), vermag sie die vorinstanzlichen Ausführungen nicht als schlechterdings unhaltbar auszuweisen. Die Beschwerde erweist sich auch in diesem Punkt als unbegründet.