Citation: 1C_520/2020 E. 6.1

6.1. Der Beschwerdeführer beruft sich für seine Darstellung des Sachverhalts, wonach Anfang 2015 ein Krankheitsschub seiner damaligen Ehefrau als ausserordentliches Ereignis die Trennung und die Scheidung plötzlich ausgelöst habe, auf die von ihm und seiner ehemaligen Ehefrau im Verfahren vor dem SEM und von ihm im Verfahren vor der Vorinstanz gemachten Aussagen. Bei den erwähnten Aussagen der früheren Eheleute handelt es sich um Beweise, die von der Vorinstanz zu beachten und zu würdigen waren, was die Vorinstanz denn auch getan hat (vgl. E. 10.4 und E. 11 des angefochtenen Urteils). Zu Recht macht der Beschwerdeführer nicht geltend, die Vorinstanz habe die Aussagen zum Krankheitsschub unberücksichtigt gelassen. Die Vorinstanz hat diese Aussagen gewürdigt und anerkannt, dass sich die Krankheit der damaligen Ehefrau im ersten Quartal 2015 verschlimmert hat. Sie kam jedoch zum Schluss, die Verschlimmerung der Krankheit sei kein ausserordentliches Ereignis gewesen, welches zum raschen Scheitern einer intakten Ehe geführt habe. Im Vordergrund stand für die Vorinstanz, dass die Krankheit der früheren Ehefrau schon länger gedauert und diese in ihrem Trennungsbegehren vom 30. April 2015 zuhanden des Zivilgerichts andere Gründe für die Trennung genannt habe. Sie habe darin zwar auch ihre Krankheit erwähnt, aber nicht auf die Verschlimmerung hingewiesen und nicht die Verschlimmerung als Grund für die Trennung angegeben. Vielmehr habe sie im Trennungsbegehren erklärt, der Beschwerdeführer wünsche sich noch eine Familie mit Kindern und eine Frau muslimischen Glaubens, weshalb sie ihm seine Freiheit geben wolle. Dieser von der früheren Ehefrau zuerst genannte Grund für das Auseinanderleben ist nach Auffassung der Vorinstanz glaubhafter als der erst später geltend gemachte Krankheitsschub, zumal die Ehegatten im Hinblick auf die drohende Nichtigerklärung der Einbürgerung Gelegenheit gehabt hätten, sich abzusprechen. Die Erklärung der früheren Ehefrau im Trennungsbegehren weist nach der Einschätzung der Vorinstanz auf einen längerdauernden, schleichenden Prozess der Entfremdung unter den Ehegatten hin.