Citation: 8C_828/2023 E. 5.3.1

5.3.1. Dr. med. F.________ berichtete am 17. Juni 2022, im Falle einer unfallkausalen frischen Ruptur der Supraspinatussehne wäre ein "Drop arm sign" zu erwarten gewesen. Das heisse, der Beschwerdegegner wäre nicht in der Lage gewesen, den Arm aktiv abzuspreizen. Dies sei ein deutlicher Hinweis für einen degenerativen Erkrankungsvorschaden der Supraspinatussehne, der bis anhin klinisch nicht evident gewesen sei. Die dokumentierte Untersuchung im Erst- und Echtzeitbefund ergebe keinen Rückschluss auf eine frische traumatische Läsion der Supraspinatussehne. Ferner sei eine Schulterkontusion aufgrund des Unfallherganges diagnostiziert, die nicht geeignet sei, eine traumatische Ruptur der Supraspinatussehne zu erzeugen. Es sei unklar, weshalb im Bericht des Dr. med. E.________ vom 15. März 2022 angegeben werde, dass der Beschwerdegegner einen schweren Gegenstand aufgefangen und dabei einen heftigen Riss in der linken Schulter verspürt habe. Dies sei diskrepant zur Unfallanamnese, wie sie am 19. Januar 2022 wiedergegeben worden sei. Im Weiteren seien bildgebend (MRT vom 28. Februar 2022) keinerlei Hinweise für eine schwere Gewalteinwirkung durch einen Schlag mit einem Betonkübel zu eruieren. Ferner sei der Musculus deltoideus als schützende und dicke Muskelkappe über dem Schultergelenk positioniert, weshalb eine Verletzung der darunterliegenden Supraspinatussehne durch das blosse Anschlagen mit einem ausschwenkenden Betonkübel auszuschliessen sei. Bei der in der MRT sichtbaren und radiologisch beschriebenen Läsion des Musculus supraspinatus handle es sich vielmehr um einen degenerativen Erkrankungsvorschaden, wie er sich auch in den ebenfalls zur Rotatorenmanschette zugehörigen Sehnen im Bereich des Musculus subscapularis und des Musculus infraspinatus zeige. Die radiologisch beschriebenen Restfasern im vorderen Abschnitt des Schultergelenkes seien ein weiterer Hinweis für den altersbedingten Degenerationsprozess der gesamten Rotatorenmanschette.