Citation: 6B_197/2021 E. 5.4.1

5.4.1. Gemäss Art. 48 lit. e StGB mildert das Gericht die Strafe, wenn das Strafbedürfnis in Anbetracht der seit der Tat verstrichenen Zeit deutlich vermindert ist und der Täter sich in dieser Zeit wohl verhalten hat. Unter dem Geltungsbereich des seit 1. Oktober 2002 in Kraft stehenden neuen Verjährungsrechts (AS 2002 2993) ist dieser Strafmilderungsgrund nach der Rechtsprechung in jedem Fall anzunehmen, wenn mindestens zwei Drittel der Verjährungsfrist abgelaufen sind (BGE 140 IV 145 E. 3.1; Urteile 6B_217/2022 vom 15. August 2022 E. 3.2; 6B_857/2021 vom 4. Mai 2022 E. 4.3.8; je mit Hinweisen). Für die Berechnung ist der Zeitpunkt des Sachurteils massgebend (BGE 140 IV 145 E. 3.1; 132 IV 1 E. 6.2.1; Urteile 6B_217/2022 vom 15. August 2022 E. 3.2; 6B_1074/2020 vom 3. Februar 2021 E. 3.2). Die Zeit bis zur Eröffnung des Entscheids kann naturgemäss nicht berücksichtigt werden (Urteile 6B_217/2022 vom 15. August 2022 E. 3.2; 6B_590/2020 vom 1. Oktober 2020 E. 1.4). Der fragliche Vorfall ereignete sich am 3. Juli 2014. Bezüglich der Frage, ob die Vorinstanz hätte Art. 48 lit. e StGB anwenden müssen, ist nicht der Zeitpunkt der schriftlichen Eröffnung ihres Entscheids massgebend (18. Januar 2021), sondern dass sie diesen am 14. September 2020 gefällt hat. Die Verjährungsfrist für die fahrlässige Tötung und die fahrlässige Verursachung einer Explosion beträgt 10 Jahre (Art. 97 Abs. 1 lit. c i.V.m. Art. 117 bzw. Art. 223 Ziff. 2 StGB). Zwei Drittel dieser Frist entsprechen 6 Jahren und 8 Monaten und waren im Zeitpunkt des Urteils der Vorinstanz am 14. September 2020 noch nicht verstrichen. Dass die Vorinstanz Art. 48 lit. e StGB nicht in die Strafzumessung einbezogen hat, verstösst somit nicht gegen Bundesrecht.