Citation: 6B_1040/2017 E. 1.3

1.3. Dem vorinstanzlichen Urteil ist zu entnehmen, dass in Bezug auf den Reinheitsgrad des Drogengemischs keine objektiven Beweismittel vorliegen, weshalb er aus statistisch erhobenen Mittelwerten hergeleitet wird (Urteil, S. 10 f.). Die daraus entstandenen Zahlen mit zwei Stellen nach dem Komma suggerieren folglich eine Exaktheit, die so nicht gegeben ist. Mit ihrer vermeintlichen Genauigkeit täuschen sie darüber hinweg, dass sie bloss auf Durchschnittswerten beruhen und nicht anhand des beim Beschwerdegegner im konkreten Fall sichergestellten Kokaingemischs errechnet wurden. Diese Pseudogenauigkeit kann sich im konkreten Fall sowohl zu Gunsten als auch zu Lasten des Beschwerdegegners auswirken. Es obliegt der Vorinstanz, anhand der Beweiswürdigung die Menge des im Besitz des Beschwerdegegners sichergestellten Drogengemischs sowie dessen Reinheitsgehalt zu bestimmen. Dabei ist sie im Rahmen ihres Ermessens ohne Weiteres berechtigt, die bei der Tatsachenfeststellung bestehenden Unsicherheiten zu Gunsten des Beschwerdegegners zu berücksichtigen und bei der Festlegung des Anteils reinen Kokains vom geringeren zweier unterschiedlicher Werte auszugehen. Dieses Vorgehen drängt sich angesichts des Grundsatzes "in dubio pro reo" geradezu auf.