Citation: 2C_180/2024 E. 2.1

2.1. Die Beschwerdeführerin beruft sich vor Bundesgericht auf ein Aufenthaltsrecht sowohl gestützt auf Art. 8 EMRK als auch Art. 24 Anhang I FZA. Die Beschwerdeführerin bezieht seit Oktober 2022 Ergänzungsleistungen in der Höhe von monatlich Fr. 2'923.-- und verfügt deshalb praxisgemäss nicht über ausreichende finanzielle Mittel im Sinne von Art. 24 Anhang I lit. a FZA (vgl. BGE 135 II 265 E. 3.7; Urteile 2C_16/2023 vom 12. Juni 2024 E. 5.4; 2C_121/2022 vom 24. November 2022 E. 4.1; 2C_168/2021 vom 23. November 2021 E. 4.3.3; 2C_914/2020 vom 11. März 2021 E. 5.10). Die vom Beschwerdeführer mit Blick auf diese Rechtsprechung geäusserte (teilweise appellatorische) Kritik war bereits Gegenstand früherer Verfahren vor Bundesgericht und hätte voraussichtlich nicht zur Neubewertung der Rechtslage geführt. Die Beschwerdevorbringen hätten diese eingehend begründeten Überlegungen der Vorinstanz voraussichtlich nicht umzustossen vermocht. Ein Aufenthaltsanspruch gestützt auf Art. 24 Anhang I FZA wäre deshalb voraussichtlich zu verneinen gewesen. Dasselbe gilt für den ebenfalls geltend gemachten Anspruch gestützt auf Art. 8 EMRK. Zwischen der volljährigen Beschwerdeführerin und ihrer Familie ist es nach der gemeinsamen Einreise in die Schweiz zu einem Zerwürfnis und einem Kontaktabbruch gekommen, weshalb sich die Beschwerdeführerin im Zeitpunkt des angefochtenen Urteils nicht mehr auf ein Abhängigkeitsverhältnis unter dem Aspekt des Familienlebens berufen konnte (vgl. hierzu das Urteil 2C_967/2021 vom 23. Januar 2023 E. 7.2 mit Hinweisen). Unter dem Aspekt des Privatlebens war ihre Aufenthaltsdauer in der Schweiz sehr kurz - ungefähr fünfeinhalb Jahre - und wäre eine besonders ausgeprägte Integration im Sinne der Rechtsprechung (vgl. BGE 149 I 207 E. 5.3.2; 144 I 266 E. 3.9; Urteil 2C_707/2022 vom 6. November 2023 E. 6.1) trotz der besonderen Lebensumstände der Beschwerdeführerin (schwere Behinderung; Lebensmittelpunkt und -umfeld seit 2021 in einer Institution im Kanton Thurgau bei gleichzeitig schwer belastetem Verhältnis zur ebenfalls in der Schweiz wohnhaften leiblichen Familie; Beziehung zu einem ebenfalls behinderten Schweizer Staatsangehörigen) zum Zeitpunkt des angefochtenen Urteils voraussichtlich zu verneinen gewesen. Mangels Aufenthaltsanspruch wäre die Beschwerde voraussichtlich abzuweisen gewesen.