Citation: 1C_194/2022 E. 5.6.2

5.6.2. Unbehelflich ist auch hier der Einwand des Beschwerdeführers, der erste Unfall sei objektiv nicht mit einer erheblichen Gefahr für die Sicherheit von Drittpersonen verbunden gewesen. Der Sachverhalt präsentiert sich zwar insoweit abweichend vom zweiten Unfall, als sein Fahrzeug noch unbeschädigt war und dem Unfall nicht noch eine versuchte Flucht vor einer Polizeikontrolle vorausging. Indes stellt ein Fahrzeug, das beim Befahren einer Passstrasse mit angesichts der zahlreichen, engen Kurven deutlich zu hoher Geschwindigkeit ausser Kontrolle gerät, eine ernstliche Gefahr für Leib und Leben von anderen Verkehrsteilnehmenden dar (vgl. Urteil 1C_364/2019 vom 4. Februar 2020 E. 3.3). Bei engen Haarnadelkurven auf einer Passstrasse ist es für Fahrzeuge aus der Gegenrichtung regelmässig schwierig, frühzeitig Sichtkontakt zu entgegenkommenden Fahrzeugen aufzubauen, um wegen übersetzter Geschwindigkeit ausser Kontrolle geratenen Fahrzeugen ausweichen zu können. Hinzu kommt, dass die Führer/-innen deutlich zu schnell fahrender und dabei ausser Kontrolle geratener Fahrzeuge nicht in der Lage sind, in der unübersichtlichen Kurvensituation auf korrekt fahrende oder langsamere Verkehrsteilnehmende zu reagieren. Dies gilt für Verkehrsteilnehmende in beide Fahrtrichtungen gleichermassen. Eine den Verhältnissen nicht angepasste, deutlich zu hohe Geschwindigkeit kann fatale Folgen haben. Auch wenn der erste Unfall hier mit keinen Personenschäden verbunden war, schuf der Beschwerdeführer mit seinem Manöver zweifelsfrei eine erhöhte abstrakte Gefahr für Drittpersonen.