Citation: 8C_811/2021 E. 5.4

5.4. Die Beschwerdeführerin bringt weiter vor, die aus viszeralchirurgischer Sicht attestierte Arbeitsunfähigkeit von 20 % sei nicht nachvollziehbar. Die Vorinstanz erwog, die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 20 % sei mit dem vermehrten Pausenbedarf wegen der häufigeren Toilettengänge und den Ruhepausen wegen der schmerzhaften Beschwerden begründet worden. Der tiefe Medikamentenspiegel relativiere die geltend gemachten Beschwerden jedoch. Weiter wies das kantonale Gericht darauf hin, dass gemäss dem Gutachter Adhäsionen zwar zu vermuten seien, er aber auch die fehlenden bildgebenden Befunde zur Objektivierung der geltend gemachten Beschwerden angeführt habe. Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin kann somit nachvollzogen werden, von welchen Überlegungen sich der viszeralchirurgische Gutachter bei der Einschätzung der Leistungsfähigkeit leiten liess. Daraus ergibt sich zudem, auch wenn eine eingehendere Auseinandersetzung mit anderen medizinischen Einschätzungen wünschbar gewesen wäre, weshalb er sich (im Wesentlichen gleich wie der Vorgutachter des ZMB) anderen medizinischen Beurteilungen nicht anschloss, wonach eine vollständige Arbeitsunfähigkeit bestehe. Ins Leere zielt sodann auch der Verweis der Beschwerdeführerin auf die von Prof. Dr. med. C.________, Facharzt für Chirurgie und Viszeralchirurgie, attestierte Arbeitsunfähigkeit. Diese vermag, wie die Vorinstanz zutreffend festhielt, keine Zweifel am Gutachten zu erwecken. Seinem Bericht vom 30. Januar 2020 ist zu entnehmen, dass eine endosonographische Erklärung für die Beschwerden nicht habe gefunden werden können und die viszerale Symptomatik nur Teil des Gesamtbeschwerdebildes sei. Im von der Beschwerdeführerin angerufenen Bericht des Prof. Dr. med. C.________ vom 10. November 2020 hat dieser alsdann die Arbeitsfähigkeit nicht anhand der objektivierbaren viszeralchirurgischen Befunde begründet, sondern in undifferenzierter Weise allfällige psychologische sekundäre Folgen miteinbezogen. Nicht gefolgt werden kann der Beschwerdeführerin schliesslich, soweit sie einen Widerspruch zwischen der attestierten Arbeitsfähigkeit von 80 % und einer stufenweisen beruflichen Integration geltend macht. Denn den gutachterlichen Ausführungen ist klar zu entnehmen, dass medizinisch-theoretisch eine Arbeitsfähigkeit von 80 % besteht. Der vom Gutachter vorgeschlagene stufenweise berufliche Wiedereinstieg ist somit lediglich als Empfehlung anzusehen, wie die Leistungsfähigkeit nach langer Arbeitsmarktabstinenz realisiert werden könnte.