Citation: 8C_239/2019 E. 5.2.2

5.2.2. Im Schrifttum wird darauf verwiesen, dass an der Glaubhaftmachung einer Forderung im Sinne von Art. 74 AVIV nichts ändere, wenn der insolvente Arbeitgeber gegenüber dem Arbeitnehmer verrechnungsweise Gegenforderungen geltend mache (Burgherr, a.a.O., S. 116). Dabei beruft sich dieser Autor auf Urteil C 362/98 des damaligen Eidg. Versicherungsgerichts (heute: sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts) vom 18. Februar 2000 (vgl. SZS 2001 S. 92 sowie AJP 2001 S. 445), das eine entsprechende Aussage in E. 4 enthält, die ihrerseits mit Urteil C 108/88 vom 1. Februar 1990 (ARV 1990 Nr. 8 S. 53 f. E. 2) unterlegt wird. Diesem Urteil lag freilich eine Konstellation zugrunde, in der die Verrechnung erst lange nach Konkurseröffnung erfolgt war (E. 3). Daher und angesichts der mit der Verrechnung einher gehenden Tilgungswirkung (E. 5.2.1 hiervor) scheint zweifelhaft, ob die eingangs genannte Auffassung in ihrer absoluten Form stand hält und die von der Verrechnung betroffene Forderung als glaubhaft gemacht gelten kann.