Citation: 1C_395/2022 E. 8.1

8.1. Zur Begründung führt sie aus, das absolute Bauverbot nach Art. 78 Abs. 5 BV gelte nicht in der an eine Moorlandschaft angrenzenden Bauzone. Indem sich die Vorinstanz auf das zitierte Gutachten stütze, das von einer Störungspufferzone von 100 m für Sichthindernisse in Form von Gebäuden, Bäumen, hohen Hecken oder anderen vergleichbaren Strukturen ausgehe, komme ihr Entscheid jedoch für die streitbetroffenen Parzellen weitestgehend einem Bauverbot gleich, da nicht einmal eingeschossige Bauten erlaubt wären. Entlang des Randes des Schutzgebiets und unmittelbar an der Grenze des Grundstücks Kat.-Nr. 10673 führe der Auslikerweg, ein rege benutzter Velo- und Wanderweg. Eine Limikole werde als Bodenbrüterin also dort nicht nisten, weil sie von den Menschen in die Flucht geschlagen würde. Ausserdem werde das Schutzgebiet dort von Gehölzen abgeschirmt, sodass es gar keine zu schützende Weitsicht gebe. Schliesslich seien die Bereiche links und rechts von den streitbetroffenen Grundstücken weitgehend überbaut. Da es der Bekassine und dem Kiebitz bereits durch den Velo- und Wanderweg sowie durch das Gehölz verunmöglicht werde, zu nisten, könne ein Bauverbot auf den Grundstücken somit gar nicht zur Erreichung des Ziels - die Wiederansiedlung der Vögel - beitragen. Das Bauverbot stelle somit keine geeignete Massnahme dar und verletze den Verhältnismässigkeitsgrundsatz. Die Verlegung bzw. die Nutzungseinschränkung des Velo- und Wanderwegs und die Entfernung des Gehölzes sei ausserdem weder wahrscheinlich noch plausibel. Als Teil eines überregionalen Wander- und Fahrradwegnetzes sei der Velo- und Wanderweg grundsätzlich moorrechtskonform und es seien keine Bestrebungen im Gange, ihn zu verlegen oder in seiner Nutzung einzuschränken. Vorliegend habe die Baudirektion des Kantons Zürichs behauptet, sich erst dann um die Verlegung des Auslikerweges oder um eine Nutzungseinschränkung desselben zu kümmern, wenn Klarheit darüber herrsche, ob und inwiefern die streitgegenständlichen Grundstücke bebaut werden könnten; dies ergebe keinen Sinn. Es bestünden auch keine Anhaltspunkte dafür, dass dereinst die hohen, dichten Bäume zwischen dem Schutzgebiet und den streitbetroffenen Grundstücken entfernt würden. Bereits das Gutachten von 2010 habe diese Massnahme empfohlen und es sei nichts passiert, was belegen würde, dass die Behörden nichts unternehmen wollten.