Citation: 6P.163/2006 01.03.2007 E. 12

Der Beschwerdeführer bringt vor, seine Mitwirkung im Strafverfahren und seine "Jugendlichkeit" hätten strafmindernd berücksichtigt werden müssen. Das Zustandekommen der Strafzumessung und insbesondere die Straferhöhung um 6 Monate gegenüber dem erstinstanzlichen Urteil seien nicht nachvollziehbar, weil die einzelnen Strafzumessungskomponenten nicht gewichtet, sondern lediglich summarisch aufgezählt worden seien. 12.1 Mit der Behauptung kooperativen Verhaltens weicht der Beschwerdeführer II unzulässigerweise von vorinstanzlichen Tatsachenfeststellungen ab (Art. 277 Abs. 1 Satz 2 BStP). Inwiefern sich das Alter von 23 Jahren zur Tatzeit strafmindernd auswirken soll, ist nicht nachvollziehbar. Der letzte Absatz von Art. 64 StGB ist nicht anwendbar. Zur Straferhöhung gegenüber dem erstinstanzlichen Urteil führt die Vorinstanz aus, es seien keine Gründe ersichtlich, die beiden Beschwerdeführer unterschiedlich zu bestrafen. Mit dieser Einschätzung verletzt sie kein Bundesrecht. Der Vorwurf, dass die einzelnen Zumessungsfaktoren bloss aufgezählt und nicht gewichtet wurden, erscheint indes berechtigt und auch in Bezug auf die Zusatzstrafe genügt das vorinstanzliche Urteil den von der bundesgerichtlichen Rechtsprechung aufgestellten Begründungsanforderungen nicht. Liegt wie hier ein Anwendungsfall von Art. 68 Ziff. 2 StGB vor, hat der Richter die Strafe auszufällen, die ausgesprochen worden wäre, wenn sämtliche strafbaren Handlungen gleichzeitig zur Beurteilung gestanden hätten. Die neu zu beurteilenden Straftaten sind also mit den bereits beurteilten als ein Ganzes zu betrachten. Der Richter hat nach seinem Ermessen und unter Berücksichtigung sämtlicher strafschärfenden, -mildernden, -erhöhenden und -mindernden Faktoren für alle zu beurteilenden Strafen eine Gesamtstrafe festzulegen und deren Höhe explizit zu beziffern (vgl. BGE 118 IV 119, s.a. Hans Wiprächtiger, Basler Kommentar StGB I, Art. 63 N. 147). Davon hat er die Dauer der in den rechtskräftigen Entscheiden ausgefällten Strafen in Abzug zu bringen. Die Differenz ist die Zusatzstrafe (BGE 129 IV 113 E. 1.1; 109 IV 90 E. 2d; Bundesgerichtsentscheide 6S.62/2006 vom 28. März 2006, E. 4 f.; und 6S.442/2000 vom 23. Februar 2001, E. 2a). Dem angefochtenen Urteil lässt sich lediglich entnehmen, dass die Vorstrafe von der ersten Instanz zu stark gewichtet wurde, nicht hingegen eine Gesamtstrafe im erwähnten Sinne. Die Regelung von Art. 68 Ziff. 2 StGB will sicherstellen, dass der Täter durch die getrennte Beurteilung der Taten weder schlechter noch besser gestellt wird. Ob dies gewährleistet ist, lässt sich nur bei korrekter Zusatzstrafenbildung beurteilen. Weil eine Ausscheidung von Gesamt- und Zusatzstrafe im angefochtenen Urteil fehlt, ist die Strafzumessung im Einzelnen nicht mehr nachzuvollziehen (vgl. Entscheid 6S.1/2006 vom 21. März 2006, Erw. 10.6.2). Die Begründung ist entsprechend zu ergänzen.