Citation: 6B_898/2016 E. 1.4.2

1.4.2. Unbegründet sind die Einwände des Beschwerdeführers, weshalb sein Vorgehen nicht als arglistig qualifiziert werden könne. Wie bereits das erstinstanzliche Gericht festgehalten hat, auf dessen Ausführungen die Vorinstanz in Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO verweist, erscheint es zwar durchaus paradox, dass die Geschädigten, die ursprünglich einen Kredit über Fr. 50'000.-- aufzunehmen suchten, dem Beschwerdeführer als angeblichen Kreditgeber in der Folge ihrerseits rund Fr. 40'000.-- bezahlten, ehe B.A.________ ihm am 20. April 2012 nochmals Fr. 58'000.-- aus dem Kredit der Bank C.________ übergab. Allerdings gelang es dem Beschwerdeführer, ein beinahe freundschaftliches Verhältnis zu den Geschädigten aufzubauen sowie deren Vertrauen in ihn mit einem über Jahre konstruierten und weiterentwickelten Lügengebäude zu erhalten. Im Gegensatz zu dem vom Beschwerdeführer angeführten Urteil 6P.34/2007 vom 18. April 2007 hatten die Geschädigten im vorliegenden Fall keine Kenntnis von seinen Machenschaften oder weiteren Geschädigten, wie die Vorinstanz zutreffend festhält. Aus ihren tatsächlichen Feststellungen und den Vorbringen des Beschwerdeführers ergibt sich wie dargelegt nicht, dass A.A.________ und B.A.________ aus zuverlässiger Quelle von Aufenthalten des Beschwerdeführers im Gefängnis oder in einer psychiatrischen Einrichtung erfahren hätten. Das Verhalten von B.A.________, dem Beschwerdeführer am 20. April 2012 nochmals eine grosse Summe Bargeld zu übergeben, mag zwar objektiv betrachtet durchaus naiv erscheinen, kann aber in Anbetracht ihrer im angefochtenen Urteil geschilderten persönlichen Situation und ihrer intellektuellen Fähigkeiten nicht als geradezu leichtsinnig qualifiziert werden. Die Vorinstanz beschreibt das Ehepaar A.________ als bodenständige, gutgläubige, in geschäftlichen Dingen unerfahrene Menschen mit begrenzten intellektuellen Fähigkeiten und einem vor allem praktischen Bildungsstand, was vom Beschwerdeführer nicht in Frage gestellt wird. Wie die Vorinstanz zu Recht festhält, geht es nicht an, im Rahmen der Beurteilung der Arglistigkeit eines Verhaltens denjenigen Täter zu privilegieren, der sich äusserst naive und unerfahrene Opfer aussucht und diese täuscht. Bei der Beurteilung der Opfermitverantwortung ist nicht aufgrund einer rein objektiven Betrachtungsweise darauf abzustellen, wie ein durchschnittlich vorsichtiger und erfahrener Dritter auf die Täuschung reagiert hätte. Das Mass der vom Opfer erwarteten Aufmerksamkeit richtet sich vielmehr nach einem individuellen Massstab. Es kommt mithin auf die Lage und Schutzbedürftigkeit des Betroffenen im Einzelfall an. Namentlich ist auf geistesschwache, unerfahrene oder auf Grund von Alter oder Krankheit beeinträchtigte Opfer oder auf solche, die sich in einem Abhängigkeits- oder Unterordnungsverhältnis oder in einer Notlage befinden, und deshalb kaum im Stande sind, dem Täter zu misstrauen, Rücksicht zu nehmen. Der Leichtsinn oder die Einfalt des Opfers mögen dem Täter bei solchen Opfern die Tat erleichtern, auf der anderen Seite handelt dieser hier aber besonders verwerflich, weil er das ihm entgegengebrachte - wenn auch allenfalls blinde - Vertrauen missbraucht (BGE 135 IV 76 E. 5.2 S. 80). Die vom Beschwerdeführer ausgedachte Geschichte, dem angeblich mit dem Geld von A.A.________ und B.A.________ durchgebrannten Buchhalter eine Falle zu stellen, indem die Fr. 58'000.-- aus dem Kredit der Bank C.________ in einem von der Polizei überwachten Schliessfach deponiert würden und dieser verhaftet werden könne, wenn er das Geld holen komme, mag objektiv betrachtet abenteuerlich klingen. Dass B.A.________ dem Beschwerdeführer gestützt darauf die Fr. 58'000.-- aushändigte, begründet indessen noch keine Leichtfertigkeit, welche das betrügerische Verhalten des Beschwerdeführer in den Hintergrund treten liesse. Wie die Vorinstanz zutreffend darlegt, war dessen Vorbringen für B.A.________ durchaus plausibel, zumal er damit an die frühere Lüge anknüpfte, wonach der Buchhalter mit dem für sie bestimmten Geld geflüchtet sei. Der Umstand, dass B.A.________ den Kredit bei der Bank C.________ nur aufgrund falscher Angaben im Kreditantrag erhielt, schmälerte ihr Vertrauen in den Beschwerdeführer gemäss den vorinstanzlichen Feststellungen nicht. Demnach waren sie vielmehr froh, erstmals Geld erhalten zu haben. Es erscheint aufgrund ihrer persönlichen Situation denn auch fraglich, inwiefern sie die Tragweite solcher Falschangaben überhaupt erfassen konnte. Vielmehr zeigt sich auch in ihrem diesbezüglichen Verhalten, dass sie dem Beschwerdeführer, welcher den Kreditantrag vorbereitete, immer noch vertraute. Entgegen dem Beschwerdeführer kann daher auch insoweit nicht von einem leichtsinnigen und tatbestandsausschliessenden Verhalten gesprochen werden. Die Kreditauszahlung durch die Bank C.________ spricht auch nicht gegen die von der Vorinstanz angenommene Notlage. Die Geschädigten hätten mit diesem Geld zwar grundsätzlich die im Zusammenhang mit der beabsichtigten Kreditaufnahme beim Beschwerdeführer eingegangenen Schulden tilgen können und sogar noch rund Fr. 20'000.-- übrig gehabt. Dies entsprach jedoch nicht den Fr. 50'000.--, die sie ursprünglich aufzunehmen gedachten. Zudem erscheint verständlich, dass sie insbesondere auch die dem Beschwerdeführer ausgehändigten rund Fr. 40'000.-- zurückerlangen wollten und B.A.________ daher bereit war, das Geld aus dem Kredit der Bank C.________ zwecks Überführung des angeblich durchgebrannten Buchhalters einzusetzen. Zusammengefasst ist es nicht bundesrechtswidrig, wenn die Vorinstanz aufgrund der gesamten Umstände (langjähriges, beinahe freundschaftliches Verhältnis, Errichtung und Weiterentwicklung eines Lügengebäudes, faktisch kaum überprüfbare Lüge mit der geplanten Überführung des angeblich flüchtigen Buchhalters, Gefälle zwischen den intellektuellen Fähigkeiten der sich in einer Notlage befindlichen Geschädigten und des Beschwerdeführers) von einem arglistigen Verhalten des Beschwerdeführers ausgeht.