Citation: 4P.67/2002 16.07.2002 E. 5

Das Obergericht erachtet die von der Beschwerdeführerin beantragte Zusatzfrage an die EMPA, ob das verastete Brett auch bei einem normalen Abstieg gebrochen wäre, für irrelevant, weil es davon ausgeht, dass der Beschwerdegegner vorsichtig auf das Gerüstbrett gelangt ist. Die Beschwerdeführerin rügt, das Obergericht habe missachtet, dass das EMPA-Gutachten in einem Strafverfahren eingeholt worden sei, in welchem die Beschwerdeführerin keine Mitwirkungsrechte gehabt habe und daher keine Ergänzungsfragen habe stellen können. Dadurch seien ihr Anspruch auf rechtliches Gehör wie auch ihr Anspruch auf willkürfreie Beweiswürdigung verletzt worden. Das EMPA-Gutachten spreche sich denn auch nicht über den Kausalzusammenhang zwischen dem festgestellten Mangel und dem Unfall des Beschwerdegegners aus. Die Beschwerdeführerin macht sinngemäss geltend, sie habe nicht aufzeigen können, dass der Beschwerdegegner den von ihr behaupteten Sprung auf das Gerüstbrett getan haben muss. Wie bereits dargelegt, durfte das Obergericht davon ausgehen, dass sich der Beschwerdegegner vorsichtig auf das Gerüstbrett hinabgleiten liess. Hinzu kommt, dass der EMPA die Frage vorgelegt wurde, ob auf ein Selbstverschulden des Verunfallten geschlossen werden könne, weil dieser allenfalls auf das Gerüstbrett gesprungen sei. Diese Frage verneinte die EMPA. Da das Gutachten auch sonst keinerlei Hinweise auf eine Überbelastung des Bretts als Unfallursache enthält, erscheint höchst unwahrscheinlich, dass die Zusatzfrage der Beschwerdeführerin zu einem anderen Resultat geführt hätte. Deshalb durfte die Vorinstanz die Ergänzung des Gutachtens in vorweggenommener Beweiswürdigung verweigern. Sie hat damit weder gegen das Willkürverbot verstossen noch hat sie den Gehörsanspruch der Beschwerdeführerin verletzt.