Citation: 9C_179/2018 E. 2

Die Beschwerdeführerin räumt ein, dass ihr beim Ausfüllen des Anmeldeformulars "nach jetzigem Kenntnisstand" ein Fehler unterlaufen sei. Die offenkundige Unkorrektheit und Unvollständigkeit ihrer Angaben hätten ihr jedoch bereits damals auffallen müssen, woran nichts ändert, dass auch die Ausgleichskasse keineswegs fehlerfrei agierte. Für die Beantwortung der Frage nach der Gutgläubigkeit beim unrechtmässigen Rentenbezug wird jedoch allein auf das Verhalten der Beschwerdeführerin abgestellt. Dabei kann ihr der Vorwurf der grobfahrlässigen Auskunftspflichtverletzung, welche den guten Glauben rechtsprechungsgemäss ausschliesst, nicht erspart bleiben. Abgesehen davon kann von einem gutgläubigen Rentenbezug schon deshalb keine Rede sein, weil die Beschwerdeführerin von Beginn weg, dass heisst noch im April 2011, als ihr die Witwenrente erstmals ausgerichtet wurde, bereits unüberwindbare Zweifel an der Richtigkeit der Rentengewährung über den Monat der neuerlichen Eheschliessung hinaus hegte. Wie die Vorinstanz zutreffend feststellt, ergibt sich dies mit aller Deutlichkeit aus den eingangs erwähnten (lit. A.a hievor) schriftlichen und elektronischen Eingaben an die Ausgleichskasse. So verlangte die Beschwerdeführerin mit E-Mail vom 9. Mai 2011 eine Bestätigung über die Korrektheit der Rentenverfügung vom 30. März 2011, "nicht dass ich im Nachhinein der Falschangabe, der Nichtangabe von Unterlagen oder gar des Betruges bezichtigt werde und mit daraus Nachteile entstehen". In dieser Situation ist unverständlich, weshalb die Beschwerdeführerin nicht bereits damals die Ursache ihrer Zweifel, nämlich ihre zwischenzeitliche Wiederverheiratung, klar benannte. Ist nach dem Gesagten die Erlassvoraussetzung des guten Glaubens zu verneinen, braucht die wirtschaftliche Härte nicht geprüft zu werden.