Citation: 9C_426/2022 E. 4

Das kantonale Gericht hat, insbesondere gestützt auf das Gutachten der Begaz GmbH vom 25. Mai 2021, für das Bundesgericht grundsätzlich verbindlich festgestellt, dass die Versicherte in allen Arbeiten ohne Absturzgefahr (mithin Arbeiten, die nicht auf Leitern oder Gerüsten zu verrichten sind) nicht in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist. Was die Beschwerdeführerin gegen diese Feststellung vorbringt, vermag sie nicht als willkürlich oder sonstwie bundesrechtswidrig erscheinen zu lassen. Auf im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholte Gutachten ist rechtsprechungsgemäss abzustellen, wenn nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 135 V 465 E. 4.4). Entgegen den Vorbringen der Versicherten sind vorliegend keine solchen Indizien ersichtlich. Insbesondere hat der psychiatrische Teilgutachter durchaus berücksichtigt, dass in der Kindheit der Beschwerdeführerin eine Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) diagnostiziert wurde. Er hat jedoch - unter anderem in Würdigung des beruflichen Werdegangs - nachvollziehbar dargelegt, dass die Versicherte trotz dieser Diagnose aus psychiatrischer Sicht uneingeschränkt arbeitsfähig ist. Der von ihr eingereichte Aufsatz des Dr. med. B.________, stellvertretender Teamleiter im Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) der IV-Stelle des Kantons Bern, wonach kindliche ADHS Spätfolgen im Erwachsenenalter zeitigen können (welche in Interaktion mit komorbiden Störungen unter Umständen zu einer relevanten qualitativen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit führen können), spricht nicht gegen die Zuverlässigkeit des Gutachtens der Begaz GmbH. Der psychiatrische Teilgutachter hat nicht in Frage gestellt, dass kindliche ADHS Spätfolgen im Erwachsenenalter haben können, sondern im vorliegenden Einzelfall eine relevante Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit durch die ADHS verneint. Die Versicherte vermag in ihrer Beschwerde nicht darzutun, dass eine medizinische Fachperson in Kenntnis des Gutachtens diesem Schluss nachvollziehbar widersprochen hätte. Durfte die Vorinstanz demnach zur Feststellung des medizinischen Sachverhalts auf dieses Gutachten abstellen, so ist die Verneinung eines Anspruchs auf berufliche Massnahmen nicht zu beanstanden. Entsprechend ist die Beschwerde der Versicherten abzuweisen.