Citation: 6B_1360/2019 E. 2.4

2.4. Das angefochtene Urteil verletzt Bundesrecht, soweit die Vorinstanz im Rahmen der rechtlichen Würdigung annimmt, der einzige Verwaltungsrat der Privatklägerin und mithin deren Organ, F.________, habe keinen Gewahrsam an den elektronischen Geräten im Lager gehabt und insofern dessen Herrschaftsmöglichkeit verneint. Wie die erste Instanz zutreffend erwogen hat (erstinstanzliches Urteil S. 41), bildeten die Büro- und Lagerräumlichkeiten des Firmengeschäfts die Gewahrsamssphäre der Privatklägerin, zumal der Mietvertrag auch auf sie lautete. Dementsprechend befanden sich die Geräte in ihrer Herrschaftsmacht. Dass F.________ nicht über einen ständigen Schlüssel zum Lager verfügte, führt zu keiner anderen Beurteilung. Es trifft zwar zu, dass der Besitz des Schlüssels zur Sicherung der Sache Indikator für den Gewahrsam an einer Sache bildet. Im zu beurteilenden Fall bedeutet der Umstand, dass die Beschwerdegegner einen Schlüssel zu den Lagerräumlichkeiten hatten, indes nur, dass auch sie Gewahrsam an den eingelagerten Geräten hatten. Dass dem so war, steht ausser Frage. Aus dem Umstand, dass F.________ selber über keinen ständigen Schlüssel verfügte, lässt sich demgegenüber nicht ableiten, er habe keine Herrschaftsmöglichkeit gehabt, zumal er sich, wie die Beschwerdeführerin zu Recht vorbringt (Beschwerde S. 4 f.), aufgrund seiner Position als Vorgesetzter und Weisungsbefugter jederzeit Zugang zu sämtlichen Räumlichkeiten der Privatklägerin verschaffen konnte. Dies ergibt sich auch daraus, dass die Privatklägerin nach den tatsächlichen Feststellungen der kantonalen Instanzen über einen bedienten Abholschalter mit Publikumsverkehr verfügt hat, über den F.________ ohne Weiteres Zutritt zum Lager erlangen konnte, was er auch tatsächlich regelmässig gemacht hat. Ausserdem hätte er ausserhalb der Geschäftszeiten auch mit Hilfe des hinterlegten Securitas-Schlüssels die Möglichkeit des Zutritts gehabt. Wie die Beschwerdeführerin zutreffend vorträgt, konnte F.________ somit nach den allgemeinen Anschauungen und den Regeln des sozialen Lebens sowohl innerhalb als auch ausserhalb der Öffnungszeiten seine Herrschaftsmöglichkeit jederzeit ausüben und über die Geräte verfügen. Dass er das Lager über einen längeren Zeitraum nicht betreten hat, erlaubt angesichts der bestehenden Verhältnisse nicht die Annahme, er habe den Gewahrsam an den eingelagerten Gegenständen aufgegeben. Etwas anderes ergibt sich auch nicht aus dem Anstellungsvertrag der Beschwerdegegner. Daraus folgt, dass die Privatklägerin und ihr Verwaltungsrat F.________ Mitgewahrsam an den elektronischen Geräten gehabt haben. Dabei ist aufgrund der Stellung von F.________ von übergeordnetem Mitgewahrsam auszugehen. Diesen haben die Beschwerdegegner gebrochen, indem sie die eingelagerten elektronischen Geräte entwendet haben. Damit kann offenbleiben, ob der Tatbestand der Veruntreuung überhaupt in Frage kommt, wenn der Treugeber (Mit-) Gewahrsam an der Sache behalten hat (NIGGLI/RIEDO, a.a.O., N. 84 zu Art. 138 und N. 48 zu Art. 139; ANDREAS DONATSCH, Strafrecht III, 11. Aufl., 2018, S. 133 f.; GÜNTER STRATENWERTH et al., Schweizerisches Strafrecht, Bes. Teil I, 7. Aufl., 2010, § 13 N. 52 und 93 f.). Was die Beschwerdegegner in ihren Vernehmlassungen hiegegen einwenden, führt zu keinem anderen Ergebnis. Zunächst ist nicht ersichtlich, inwiefern die Beschwerdeführerin ihren Begründungsanforderungen nicht nachgekommen sein soll, indem sie nicht rechtsgenüglich dargelegt habe, dass die Beweiswürdigung der Vorinstanz offensichtlich unrichtig sei, zumal eine reine Rechtsfrage zur Beurteilung steht. Die Beschwerdeführerin ist denn auch nicht von einem abweichenden Sachverhalt ausgegangen, sondern stützt sich auf die tatsächlichen Feststellungen der Vorinstanz. Sodann trifft nicht zu, dass die Vorinstanz explizit das Vorliegen des Herrschaftswillens von F.________ verneint hat. Die Vorinstanz äussert sich an der vom Beschwerdegegner 2 zitierten Stelle des angefochtenen Urteils (angefochtenes Urteil S. 27 f.; Vernehmlassung S. 5, 10) lediglich zur Herrschaftsmöglichkeit über die elektronischen Geräte. Der Herrschaftswille ergibt sich im zu beurteilenden Fall im Übrigen, wie die Beschwerdeführerin zu Recht ausführt (Beschwerde S. 6), schon aus dem generellen Willen, die in einer abgegrenzten Herrschaftssphäre befindlichen Gegenstände zu beherrschen, sofern der Gewahrsamsinhaber jederzeit deren Vorhandensein feststellen kann (vgl. NIGGLI/RIEDO, a.a.O., N. 41, 45 zu Art. 139). Dass F.________ über keinen Schlüssel zum Lager verfügte, spricht somit angesichts des Umstands, dass er sich als Organ der Privatklägerin jederzeit Zutritt zum Lager verschaffen konnte, auch nicht gegen seinen Herrschaftswillen (Vernehmlassung des Beschwerdegegners 2 S. 7 f.). Die Beschwerdegegner haben sich des gewerbsmässigen Diebstahls schuldig gemacht. Die Beschwerde erweist sich in diesem Punkt als begründet.