Citation: I 499/02 17.06.2003 E. 3.2

3.2.1 Verwaltung und Vorinstanz stellten hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit auf die MEDAS-Expertise vom 6. Juli 2001 ab. Hinsichtlich des Rentenbeginns wurde ausgeführt, bei der ersten MEDAS-Abklärung vom 25. Januar 2000 sei noch keine rentenbegründende Arbeitsunfähigkeit festgestellt worden. Diese sei mithin zwischen den beiden MEDAS-Begutachtungen entstanden. Da sich ein genaues Datum nicht mehr eruieren lasse, sei davon auszugehen, dass die einjährige Wartefrist nach Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG im April 2001 (Zeitpunkt des zweiten MEDAS-Aufenthaltes) abgelaufen sei. 3.2.2 Die Versicherte macht im Wesentlichen geltend, die beiden MEDAS-Gutachten seien unrichtig. Die Klinik K.________ habe eine umfassende Abklärung der körperlichen Beschwerden vorgenommen und sei zu einem multiplen Beschwerdebild gelangt; sie gehe entgegen der MEDAS auch von einer behandlungsbedürftigen Depression aus. Eine Verschlechterung der Arbeitsfähigkeit zwischen den beiden MEDAS-Untersuchungen werde bestritten. Diese sei nur vorgeschoben worden, weil im Rahmen der ersten MEDAS-Begutachtung geschlampt worden sei. Vielmehr sei gestützt auf das Gutachten der Klinik K.________, die Angaben von Dr. med. Z.________ und den Vorbescheid vom 30. Oktober 1998 davon auszugehen, dass bereits seit Mai 1997 ein multipler Gesundheitsschaden mit einer dauernden Arbeitsunfähigkeit vorliege. 3.3 Entgegen den Vorbringen der Versicherten kann bezüglich des Ausmasses der Arbeitsunfähigkeit auf die MEDAS-Expertise vom 6. Juli 2001 abgestellt werden. Sie erweist sich als umfassend, schlüssig und überzeugend. Sie setzt sich insbesondere mit dem Bericht der Klinik K.________ objektiv auseinander und zeigt nachvollziehbar auf, weshalb den dortigen Diagnosen des "Tietze-Syndrom" und der seropositiven, entzündlich-rheumatischen Erkrankung keine relevante Bedeutung zukommt. Unzutreffend ist weiter das Vorbringen der Versicherten, die Klinik K.________ gehe von einer behandlungsbedürftigen Depression aus. Vielmehr führte diese aus, bei Eintritt sei die Versicherte deutlich depressiv gewesen. Im Rahmen einer Gesprächs-Psychotherapie habe sie Gelegenheit gehabt, sich ausgiebig und gründlich über ihre seelische Situation auszusprechen und Klarheit zu verschaffen. Sie habe bei Austritt ein stabileres körperliches und seelisches Selbstbewusstsein beschrieben, habe aber vorerst nicht den Wunsch nach einer anhaltenden Psychotherapie geäussert; gegebenenfalls wolle sie eine solche später mit Dr. med. Z.________ besprechen. Demnach wurde eine psychiatrische Behandlung der Entscheidung der Versicherten anheimgestellt, weshalb nicht von akuter Behandlungsbedürftigkeit ausgegangen werden kann. Schliesslich kann die Versicherte aus dem Bericht der Klinik K.________ auch insofern nicht zu ihren Gunsten ableiten, als darin zur Arbeitsfähigkeit nicht Stellung genommen wird. Im Weiteren stimmt das MEDAS-Gutachten vom 6. Juli 2001 mit dem Bericht des Dr. Z.________ vom 22. Juni 1998 überein, worin dieser bezogen auf die bisherige Tätigkeit ab 1. Juni 1997 bis auf Weiteres von 50 %iger Arbeitsunfähigkeit ausging. Im Bericht vom 18. August 1998 sprach er ebenfalls von einer 50 %igen Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit ab 1. Mai 1998. Und auch im Bericht vom 7. November 1998 führte er zunächst aus, aus medizinsicher Sicht sei die auf 50 % festgelegte Arbeitsunfähigkeit korrekt. Wenn er in den beiden letztgenannten Berichten und in demjenigen vom 17. Dezember 1998 gleichzeitig darlegte, die Versicherte sei aus hausärztlicher Sicht ab 1. Dezember 1997 zu 100 % und ab 1. Mai 1998 zu 95 % arbeitsunfähig gewesen, so ist dies nicht nachvollziehbar und kann darauf nicht abgestellt werden. Denn zum einen gab Dr. med. Z.________ am 7. November 1998 selber an, Grund für den Rekurs der Versicherten sei nicht die medizinische, sondern die soziale Seite. Und zum anderen führte die Klinik S.________ im Bericht vom 1. April 1998 aus, aufgrund der deutlichen Verbesserung der gesundheitlichen Situation unterstütze sie die Idee der Versicherten, teilzeitlich (mittags und abends) in einer Küche für Saisonniers zu arbeiten. 3.4 Hinsichtlich des Beginns der 50 %igen Arbeitsunfähigkeit enthält das MEDAS-Gutachten vom 6. Juli 2001 keine Angaben. Die Argumentation von Verwaltung und Vorinstanz, die Arbeitsfähigkeit habe sich zwischen den beiden MEDAS-Aufenthalten verschlechtert, überzeugt nicht, zumal bei der Annahme, die einjährige Wartefrist für den Rentenbeginn sei im April 2001 abgelaufen, vorausgesetzt wird, die Arbeitsfähigkeit sei zwischen Januar 2000 (erster MEDAS-Aufenthalt) und April 2000 (Beginn der einjährigen Wartefrist) von 80 % auf 50 % gesunken. Hiefür bestehen indessen keine konkreten Anhaltspunkte. Angesichts der Tatsachen, dass Dr. med. Z.________ bereits ab Juni 1997 eine 50 %ige Arbeitsunfähigkeit feststellte und dass auch die Klinik S.________ im April 1998 lediglich eine eingeschränkte (mittags und abends) Erwerbstätigkeit der Versicherten unterstützte, ist vielmehr davon auszugehen, dass die Versicherte bereits ab Juni 1997 zu 50 % arbeitsunfähig war.