Citation: 1P.437/2004 01.12.2004 E. 3

Weiter rügt der Beschwerdeführer, dass das Appellationsgericht das Glaubwürdigkeitsgutachten, welches die Privatgutachterin gestützt auf die Aussagen der Beschwerdegegnerin über diese verfasst hatte, nicht berücksichtigt habe. 3.1 Abgesehen davon, dass sich das Appellationsgericht sehr wohl eingehend mit dem Gutachten auseinandergesetzt hat, ist die Prüfung der Glaubhaftigkeit von Aussagen nach der Rechtsprechung primär Sache der Gerichte. Auf eine Begutachtung ist nur bei besonderen Umständen zurückzugreifen (BGE 129 I 49 E. 4 S. 57; 128 I 81 E. 2 S. 86). Ein Gutachten ist insbesondere einzuholen bei Aussagen eines kleinen Kindes, die bruchstückhaft oder schwer auslegbar sind; ebenso wenn ernsthafte Anzeichen für eine geistige Störung bestehen oder konkrete Gesichtspunkte den Verdacht nahe legen, dass die befragte Person durch einen Dritten beeinflusst worden ist (BGE 129 IV 179 E. 2.4 S. 184 mit Hinweisen). 3.2 Bei der Beschwerdegegnerin handelt es sich um ein im Zeitpunkt der umstrittenen Tat 15 ½-jähriges Mädchen. Sie besuchte damals die Diplommittelschule (DMS 1) und vermochte den Sachverhalt zweifellos vollständig zu überblicken. In ihrer Person liegen keine Besonderheiten wie insbesondere eine psychische Störung vor, welche die Einholung eines Gutachtens erforderlich gemacht hätten. Sie antwortete auf die ihr gestellten Fragen klar und im Wesentlichen - abgesehen von kleineren Abweichungen - konstant. Welche Schlüsse aus den vom Beschwerdeführer geltend gemachten angeblichen Widersprüchen in ihren Aussagen zu ziehen sind, konnten die kantonalen Gerichte ohne Weiteres selbst beurteilen. Darauf wird im Folgenden (E. 5) im Zusammenhang mit der Frage der willkürlichen Beweiswürdigung zurückzukommen sein. 3.3 Das Appellationsgericht ist danach weder in Willkür verfallen noch hat es den Anspruch des Beschwerdeführers auf rechtliches Gehör verletzt, wenn es dem Privatgutachten über die Glaubwürdigkeit der Beschwerdegegnerin nicht gefolgt ist.