Citation: 6S.166/2005 03.07.2005 E. 3

3.1 Gemäss Art. 41 Ziff. 1 Abs. 1 StGB kann der Richter den Vollzug der Landesverweisung aufschieben, wenn Vorleben und Charakter des Verurteilten erwarten lassen, er werde dadurch von weiteren Verbrechen oder Vergehen abgehalten. Ob die Landesverweisung bedingt aufgeschoben oder vollzogen werden soll, hängt einzig von der Prognose über das zukünftige Verhalten des Verurteilten in der Schweiz ab. Nicht von Bedeutung ist dabei die Frage, ob die Aussichten der Wiedereingliederung in der Schweiz oder im Heimatland besser sind. Ob der bedingte Vollzug geeignet ist, den Verurteilten von der Begehung weiterer Straftaten abzuhalten, muss aufgrund einer Gesamtwürdigung entschieden werden. In die Beurteilung miteinzubeziehen sind neben den Tatumständen das Vorleben und der Leumund sowie alle weiteren Tatsachen, die gültige Schlüsse auf den Charakter des Täters und die Aussichten seiner Bewährung zulassen. Es ist unzulässig, unter den nach Art. 41 Ziff. 1 StGB zu berücksichtigenden Umständen einzelnen vorrangige Bedeutung beizumessen und andere zu vernachlässigen oder überhaupt ausser Acht zu lassen (BGE 123 IV 107 E. 4a und dortige Hinweise). 3.2 Die Vorinstanz hat die Verweigerung des bedingten Vollzuges der Landesverweisung einzig mit einer Aussage des Beschwerdeführers anlässlich der Appellationsverhandlung begründet. Dieser sei nämlich nach wie vor der Meinung, er sei berechtigt gewesen, den Prostituierten ihren Lohn wieder wegzunehmen, da sie "keinen guten Sex" geboten hätten. Zurecht führte die Vorinstanz dazu in ihren Erwägungen zur Strafzumessung aus, eine solche Einstellung zeuge von einer "äusserst egoistischen und rücksichtslosen Haltung", und würdigte sie dies entsprechend bei der Festsetzung der Strafe (angefochtenes Urteil S. 7). Der Beschwerdeführer selber bezeichnet seine Äusserung zutreffend als "völlig deplatziert". Die fragliche Aussage hätte aber die Vorinstanz bei der Prüfung des bedingten Vollzugs der Landesverweisung nicht davon abhalten dürfen, eine Gesamtwürdigung vorzunehmen. Indem sie dies unterliess, hat sie Bundesrecht verletzt. Fraglich ist im Übrigen auch, ob der bedingte Vollzug der Landesverweisung schon dann verweigert werden darf, wenn es "nicht ausgeschlossen werden" kann, dass der Verurteilte weiterhin auf die gleiche Art delinquieren werde (angefochtenes Urteil S. 8). Die Nichtigkeitsbeschwerde ist demnach gutzuheissen und der angefochtene Entscheid bezüglich der Verweigerung des bedingten Vollzugs der Landesverweisung aufzuheben. 3.3 Bei dieser Sach- und Rechtslage braucht nicht geprüft zu werden, ob die Vorinstanz auch Art. 13 BV und Art. 8 EMRK verletzt habe (vgl. dazu etwa Urteil 6S.802/2000 vom 30. Januar 2001).