Citation: 1A.110/2000 18.07.2000 E. 6

6.- a) Der Beschwerdeführer rügt weiter, es sei unverhältnismässig, sämtliche Kontounterlagen vom 1. Januar 1994 bis zum 31. Dezember 1997 an die ersuchende Behörde zu übermitteln. Es genüge, den Kontoauszug vom 5. Oktober 1995 auszuhändigen, der den Eingang der im Ersuchen erwähnten NLG 250'000.-- belege. Alles andere diene nur der Ausforschung der Vermögensverhältnisse des Beschwerdeführers. Jedenfalls dürfe der Depotauszug vom 9. April 1999 nicht übermittelt werden, da dieser offensichtlich keinen Zusammenhang mit den niederländischen Ermittlungen aufweise, die sich auf den Zeitraum bis 1997 beschränken. b) Für die Ausscheidung derjenigen Akten, die den Behörden des ersuchenden Staates auszuhändigen sind, stellt die bundesgerichtliche Rechtsprechung auf das Kriterium der potentiellen Erheblichkeit ab: Zu übermitteln sind diejenigen Aktenstücke, die sich möglicherweise auf den im Rechtshilfeersuchen dargestellten Sachverhalt beziehen können; nicht zu übermitteln sind nur diejenigen Akten, die für das ausländische Strafverfahren mit Sicherheit nicht erheblich sind (BGE 122 II 367 E. 2c S. 371). Dabei darf die ersuchte Behörde grundsätzlich nicht über die von der ersuchenden Behörde verlangten Rechtshilfemassnahmen hinausgehen (BGE 115 Ib 373 E. 7 S. 375 mit Hinweis). Die im Rechtshilfegesuch gestellten Begehren sind jedoch nicht von vornherein restriktiv auszulegen, sondern es sind alle Massnahmen zulässig, für die das Ersuchen bei vernünftigem Verständnis eine Grundlage bildet und für welche die Voraussetzungen der Rechtshilfeleistung erfüllt sind (BGE 121 II 241 E. 3a S. 243). Dieses Vorgehen erübrigt spätere ergänzende Rechtshilfebegehren seitens des ersuchenden Staates. c) Das Ergänzungsersuchen "Schweiz III" beantragt hinsichtlich des Kontos Nr. ________ bei der Bank B.________ Informationen über die Kontoeröffnung, den wirtschaftlich Berechtigten, eine "historische Übersicht über die Mutationen auf diesem Konto über die Jahre 1994 bis einschliesslich 1997" sowie eine Überprüfung des jetzigen Kontosaldos. Die von der Bezirksanwaltschaft erhobenen Unterlagen entsprechen diesem Ersuchen. d) Aus dem Sachverhalt des Ergänzungsersuchens "Schweiz III" ergibt sich, dass der Beschwerdeführer und T._________ engen Kontakt miteinander hatten: Sie waren früher Kollegen bei der Gesellschaft G.________ und haben nahezu täglich ein oder zweimal miteinander telefoniert. In den Terminkalendern von S.________ wurden die Initialien "T" (vermutlich: T._________) oft in Kombination mit den Initialien "X" (vermutlich: X.________) gebraucht, in Zusammenhang mit verschiedenen Transaktionen auf Bankkonten der von S.________ beherrschten Gesellschaften. Die ersuchende Behörde vermutet, dass S.________ den in den Jahren 1994, 1995, 1996 und 1997 erzielten Gewinn mit "X" und/oder "T" geteilt habe. U.a. soll S.________ am 4. Oktober 1995 250'000.-- NLB für den Beschwerdeführer auf ein Konto der Bank B.________ in Genf überwiesen haben; am selben Tag sei eine Überweisung in gleicher Höhe an T._________ erfolgt. Aufgrund dieser Zusammenhänge kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Kontounterlagen des Beschwerdeführers für das ausländische Strafverfahren erheblich sind, auch wenn sich dieses bisher nicht gegen den Beschwerdeführer sondern nur gegen T._________ und S.________ richtet. e) Die niederländischen Behörden vermuten, dass S.________ im Zeitraum 1994 bis 1997 Gewinnanteile auch an den Beschwerdeführer auf dessen Konto in Genf ausgezahlt habe. Zur Überprüfung dieser Hypothese benötigen sie die vollständigen Kontoauszüge für den gesamten Zeitraum und nicht nur einen einzelnen Kontoauszug für eine im Rechtshilfeersuchen nur beispielhaft erwähnte Überweisung. Dies kann auch der Entlastung des Beschwerdeführers bzw. des Angeschuldigten S.________ dienen, falls die Kontoauszüge keine weiteren derartigen Überweisungen enthalten. Die Kenntnis des derzeitigen Kontostandes (bzw. des Kontostandes zum Zeitpunkt der Durchführung der Rechtshilfemassnahmen) kann für eine etwaige Einziehung des von S.________ rechtswidrig erzielten Gewinns von Bedeutung sein. f) Nach dem Gesagten lässt sich somit nicht ausschliessen, dass die erhobenen Bankunterlagen für das niederländische Strafverfahren von Bedeutung sein könnten. Ihre Übermittlung an die ersuchende Behörde ist daher nicht unverhältnismässig.