Citation: 2A.535/2001 15.04.2002 E. 5

5.- a) Die kantonalen Behörden haben das Familiennachzugsgesuch vom August 2000 wie auch das mit der Einsprache vom 21. September 2000 erneut gestellte Gesuch im Hinblick auf die rechtskräftige Verfügung vom 16. November 1999 als Wiedererwägungsgesuche behandelt. Dies ist nicht zu beanstanden, zumal der Beschwerdeführer selbst einen Anspruch auf Wiedererwägung geltend macht. b) Die Verwaltungsbehörden können unter bestimmten Voraussetzungen ihre Verfügungen in Wiedererwägung ziehen. Wie das Bundesgericht in BGE 120 Ib 42 E. 2b S. 46/47 in Bestätigung seiner diesbezüglichen Praxis dargelegt hat, sind sie dazu aber nur gehalten, soweit sich eine entsprechende Pflicht aus einer gesetzlichen Regelung oder einer konstanten Verwaltungspraxis ergibt. Aus dem Verbot der formellen Rechtsverweigerung wird darüber hinaus ein bundesverfassungsrechtlicher Anspruch des Einzelnen auf Wiedererwägung abgeleitet, wenn sich die Verhältnisse seit dem ersten Entscheid erheblich geändert haben oder wenn der Gesuchsteller Tatsachen und Beweismittel anführt, die ihm im früheren Verfahren nicht bekannt waren oder die schon damals geltend zu machen für ihn rechtlich oder tatsächlich unmöglich war oder keine Veranlassung bestand (BGE 113 Ia 146 E. 3a S. 151; Kölz/Häner, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. Aufl. 1998, Rz. 438). c) Gemäss § 27 lit. a VRPG ist ein rechtskräftig erledigtes Verfahren auf Begehren eines Beteiligten durch die letzte Instanz wieder aufzunehmen, wenn nachgewiesen wird, dass neue erhebliche Tatsachen oder Beweismittel vorliegen, die zur Zeit des Erlasses der Verfügung oder des Entscheides wohl bestanden, den Behörden aber nicht bekannt waren. Beim Vorliegen entscheidwesentlicher Umstände, die sich erst nach Rechtskraft der Verfügung oder des Entscheids ergaben, greift nach den Ausführungen des Rekursgerichts hingegen § 25 VRPG Platz, wonach auf Gesuch eines Betroffenen eine Verfügung oder ein Entscheid durch die erstinstanzlich zuständige Behörde in Wiedererwägung gezogen werden kann. Der aus Art. 4 aBV abgeleitete Anspruch auf Wiedererwägung eines rechtskräftigen Verwaltungsentscheids, wenn sich die Umstände seither wesentlich geändert haben, geht demgegenüber insofern weiter, als bei erheblicher Veränderung der Verhältnisse eine Pflicht der Behörde zur Wiedererwägung angenommen wird (120 Ib 42 E. 2b S. 46/47; 113 Ia 146 E. 3a S. 150 ff. mit Hinweisen).