Citation: 4A_491/2023 E. 5.2

5.2. Zum subjektiven Tatbestand erwog die Vorinstanz, der Beschwerdeführer habe bereits seit dem 29. März 2018 Krankentaggelder bezogen. Die attestierte Arbeitsunfähigkeit habe sich schrittweise gesteigert, von 30 % über 50 % und 70 % auf 100 %. Diese abgestuften Arbeitsunfähigkeiten hätten sich unmittelbar auf die Taggeldhöhe ausgewirkt. So habe ein volles Taggeld Fr. 657.55 betragen und ein halbes Taggeld Fr. 328.80. Der Streit um Taggelder habe beim Beschwerdeführer Existenzängste ausgelöst. Gemäss Vorinstanz liegt auf der Hand, dass ihm die Bedeutung der ärztlich attestierten Arbeitsunfähigkeit von 100 % für den 1. September 2018 bekannt gewesen sei und er seine effektive Arbeitsfähigkeit mit Wissen und Willen verheimlicht habe, um einen Vermögensvorteil in Form der vollen Taggelder zu erlangen. In der vorinstanzlichen Replik brachte der Beschwerdeführer vor, der behandelnde Orthopäde habe ihm gesagt, er könne bereits ab September 2018 wieder zu 50 % arbeiten. Dies qualifizierte die Vorinstanz angesichts des eindeutig verfassten Arztberichts als unglaubhaft, zumal die Zeugenaussage des Orthopäden nicht zum Beweis offeriert worden sei. Die Vorinstanz ergänzte, selbst wenn eine Beweisofferte vorliegen würde, wäre der behandelnde Orthopäde angesichts des eindeutigen Arztberichts nicht zu befragen (vgl. zur Zulässigkeit der antizipierten Beweiswürdigung Urteile 4A_388/2021 vom 14. Dezember 2021 E. 5.4.1; 4A_92/2019 vom 29. August 2019 E. 2.3.2). Die Vorinstanz fasste zusammen, damit sei auch der subjektive Tatbestand der betrügerischen Begründung des Versicherungsanspruchs gemäss Art. 40 VVG erfüllt.