Citation: 6B_355/2021 E. 4.4.2

4.4.2. Was die Strafhöhe im Zusammenhang mit dem Vorwurf des Besitzes der Ecstasy-Tabletten und dem Vorwurf der Entgegennahme von 8 g Haschisch betrifft, ist nicht ersichtlich, dass sich die Vorinstanz von sachfremden Kriterien hätte leiten lassen. Auch hat sie weder wesentliche Gesichtspunkte ausser Acht gelassen oder falsch gewichtet noch das ihr zustehende Ermessen überschritten. Der Hinweis des Beschwerdeführers auf die Strafmassempfehlungen der Staatsanwaltschaft und auf die Tabelle in FINGERHUTH/SCHLEGEL/JUCKER, Kommentar BetmG, 3. Aufl. 2016, N. 43 zu Art. 47 StGB ist unbehelflich. Das Gericht kann in Literatur und Richtlinien angegebene Strafmasse als blosse Orientierungshilfe heranziehen, diese sind für Strafgerichte jedoch in keiner Weise bindend (Urteile 6B_81/2021 vom 10. Mai 2021 E. 4.2; 6B_144/2018 vom 21. März 2019 E. 3.2; je mit Hinweisen). Die Vorinstanz war somit nicht zum Beizug einer bestimmten Tabelle verpflichtet. Sie hat eine eigene Strafzumessung vorgenommen und das Verschulden hinsichtlich des Besitzes der Ecstasy-Tabletten nachvollziehbar als leicht und hinsichtlich der Entgegennahme von 8 g Haschisch als sehr leicht eingestuft. Dass sie die Einzelfreiheitsstrafe - vor Berücksichtigung der Täterkomponenten - in Bezug auf den erstgenannten Tatvorvorwurf auf 3 Monate und in Bezug auf den letztgenannten Tatvorwurf auf 1 Monat festsetzt, ist angesichts des für diese Widerhandlungen jeweils geltenden ordentlichen Strafrahmens von Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren (vgl. Art. 19 Abs. 1 lit. d BetmG), vom sachrichterlichen Ermessen gedeckt. Ein Verstoss gegen das Willkürverbot ist nicht auszumachen. Ebensowenig ist eine Verletzung des Rechtsgleichheitsgebots ersichtlich. Soweit die Strafe - wie vorliegend geschehen - innerhalb des gesetzlichen Strafrahmens, gestützt auf alle wesentlichen Gesichtspunkte und im Rahmen des richterlichen Ermessens festgesetzt wurde, sind Unterschiede in der Strafzumessungspraxis innerhalb dieser Grenzen als Ausdruck unseres Rechtssystems hinzunehmen (Urteile 6B_1435/2021 vom 16. November 2022 E. 1.3; 6B_81/2021 vom 10. Mai 2021 E. 4.2; je mit Hinweisen).