Citation: 4A_546/2023 E. 5.6.1

5.6.1. Die Beschwerdeführerin argumentiert, nachdem erstellt sei, dass die Abmahnung mindestens in Bezug auf eine Treuepflichtverletzung (Bereicherung im Umfang von Fr. 11'338.05 im Zusammenhang mit Ferienansprüchen) berechtigt gewesen sei, gelte in rechtlicher Hinsicht, dass bei einer erneuten Vertragsverletzung eine fristlose Kündigung gerechtfertigt wäre, auch wenn diese Pflichtverletzung weniger schwerwiegend sei. Sie übergeht dabei die vorinstanzlichen Erwägungen, dass nicht erstellt sei, seit wann sie von diesem Vorfall, der sich bereits im Oktober 2019 ereignet habe, Kenntnis erlangt habe (vgl. hiervor E. 5.2.4). Vor diesem Hintergrund ist bereits nicht dargetan, dass die am 22. April 2020 erfolgte Abmahnung betreffend die ungerechtfertigte Bereicherung des Beschwerdegegners im Zusammenhang mit den Ferienansprüchen rechtzeitig erfolgt sein soll (vgl. betreffend die Rechtzeitigkeit einer fristlosen Kündigung die Urteile 4A_610/2018 vom 29. August 2019 E. 4.2.2.1 f. mit Hinweisen; 4A_662/2016 vom 11. Mai 2017 E. 4.1, nicht publ. in: BGE 143 III 290).