Citation: 1P.67/2004 14.09.2004 E. 4.3

4.3.1 Der Beschwerdeführer hält dem entgegen, für die gegen ihn geführte Strafuntersuchung habe noch das uneingeschränkte Unmittelbarkeitsprinzip der alten Freiburger Strafprozessordnung zu gelten, wonach noch während dem Hauptverfahren sämtliche Anschlussfragen, Beweisanträge und Ergänzungen vorgebracht werden durften. Dabei unterlässt es der Beschwerdeführer allerdings, die Bestimmungen der alten Freiburger Strafprozessordnung zu nennen, auf die er sich berufen will. Im Verfahren der staatsrechtlichen Beschwerde gilt nach Art. 90 Abs. 1 lit. b OG das Rügeprinzip. Der Beschwerdeführer hat darzulegen, welche verfassungsmässigen Rechte bzw. welche Rechtssätze inwiefern durch den angefochtenen Entscheid verletzt worden sein sollen (BGE 127 I 38 E. 3c und 4 S. 43; 125 I 71 E. 1c S. 76). Auf diese Rüge ist somit nicht einzutreten. 4.3.2 Im Weiteren macht der Beschwerdeführer geltend, es treffe zwar zu, dass die Parteien noch im April 2000 Gelegenheit hatten, den Experten Fragen zu stellen und Einwände vorzubringen. Zu den am 23. Juni 2000 eingereichten Zusatzabklärungen habe er jedoch keine Fragen stellen können. Ferner hätte ihm Gelegenheit gegeben werden müssen, anhand der erstellten Expertise und mittels der Befragung des Experten zu belegen, welches die zum buchhalterisch erfassten Warenverkauf erforderlichen Drittzukäufe waren. 4.4 Im Urteil des Wirtschaftsstrafgerichts ist festgehalten, dass am 25. April 2000 vor dem Untersuchungsrichter eine Besprechung der (zweiten) Expertise vom 11. April 2000 stattfand, an welcher u.a. der Beschwerdeführer und sein damaliger Anwalt sowie die Experten D.________, A.________ und E.________ teilnahmen. Der Beschwerdeführer sowie sein damaliger Anwalt machten von ihrem Recht, den Experten Fragen zu stellen, Gebrauch. Auf Antrag des damaligen Anwalts des Beschwerdeführers ersuchte der Untersuchungsrichter in der Folge die Experten um zusätzliche Auskünfte, welche der Experte D.________ in einem Schreiben vom 23. Juni 2000 einreichte. Dieses Schreiben wurde dem damaligen Vertreter des Beschwerdeführers mit Begleitschreiben des Untersuchungsrichters vom 29. Juni 2000 zugestellt. Eine Einladung, zum Schreiben des Experten D.________ vom 23. Juni 2000 allfällige Zusatzfragen zu stellen, war damit nicht verbunden. Der Beschwerdeführer rügt nun als Verletzung seines Gehörsanspruchs, dass er A.________ keine Zusatzfragen zum Schreiben vom 23. Juni 2000 habe stellen können. 4.5 Der Untersuchungsrichter teilte den Parteien mit Schreiben vom 29. März 2001 unter Bezugnahme auf eine Instruktionsverhandlung vom 27. März 2001 mit, dass er die Untersuchung als abgeschlossen betrachte. Um eine allfällige Ergänzung der Untersuchung zu beantragen, setzte er den Parteien Frist bis zum 27. April 2001. Innert dieser Frist beantragte der Beschwerdeführer die Einvernahme dreier Zeugen, die in der Folge einvernommen wurden. Die Einvernahme von A.________ beantragte er in jenem Zeitpunkt jedoch nicht, obwohl er damals längst im Besitz des Schreibens des Experten D.________ vom 23. Juni 2000 war und die Ladung eines der Experten zwecks Stellung von Zusatzfragen hierzu hätte beantragen können. In seiner Eingabe vom 8. März 2002, mit welcher der Beschwerdeführer alsdann beantragte, A.________ als Zeugen einzuvernehmen, begründete er diesen Antrag nur damit, A.________ sei einer der zwei Experten. Es werde erforderlich sein, dem Experten zur erstellten Expertise Zusatzfragen zu stellen. Wäre es dem Beschwerdeführer darum gegangen, Zusatzfragen zum Schreiben des Experten D.________ vom 23. Juni 2000 zu stellen, wäre er gehalten gewesen, dies konkret zu spezifizieren. Nicht nur hatte der Beschwerdeführer innert der vom Untersuchungsrichter gesetzten Frist bis zum 27. April 2001 keine Zeugeneinvernahme von A.________ beantragt, sondern er nannte als Grund für diesen erst rund 10 Tage vor der Hauptverhandlung gestellten Antrag nur die Stellung von Zusatzfragen zur Expertise, zu welcher er anlässlich der Sitzung vom 25. April 2000 bereits hatte Zusatzfragen stellen können und er sich damals keine weiteren Fragen vorbehalten hatte. Im Übrigen hat der Beschwerdeführer keinerlei konkrete Angaben gemacht, welche Fragen er dem Experten A.________ noch hätte stellen wollen. In seiner Eingabe vom 8. März 2002 erklärte er lediglich, die nun gestellten Zeugenanträge würden sämtliche die Expertise sowie die in Anbetracht des Umsatzes erforderlichen Drittbezüge betreffen. Sie seien geeignet, über seine tatsächliche Tätigkeit im Rahmen des Instituts Y.________ Aufschluss zu erteilen. Mit dieser Begründung hätte sich ein Antrag auf die Stellung von Zusatzfragen zum Schreiben des Experten D.________ vom 23. Juni 2000 ohnehin nicht rechtfertigen lassen. Im Anschluss an die Sitzung vom 25. April 2000 waren die Experten vom Untersuchungsrichter um zusätzliche Auskunft darüber ersucht worden, ob in den Kalkulationen zu P.________ Lieferungen an die Firma S.________ AG eingeschlossen waren. Ferner beantwortete der Experte D.________ im Schreiben vom 23. Juni 2000 Fragen des damaligen Vertreters des Beschwerdeführers betreffend Anbau und Preis von Rhabarber. Weder liess der Beschwerdeführer mit der allgemein gehaltenen Begründung seines Antrags auf Einvernahme von A.________ in seiner Eingabe vom 8. März 2002 die Absicht erkennen, an denselben Fragen zum Schreiben vom 23. Juni 2000 stellen zu wollen, noch hat er je dargelegt, welche Fragen er hätte stellen wollen und inwiefern diese Fragen und die allfälligen Antworten darauf hätten geeignet sein können, den Ausgang des Strafverfahrens zu beeinflussen. 4.6 Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, es hätte ihm Gelegenheit gegeben werden müssen, anhand der erstellten Expertise und mittels Befragung des Experten A.________ zu belegen, welches die zum buchhalterisch erfassten Warenverkauf erforderlichen Drittzukäufe waren, ist auf das bereits Gesagte zu verweisen: Nicht nur hatte der Beschwerdeführer anlässlich der Sitzung vom 25. April 2000 Gelegenheit, die Experten zur Expertise zu befragen, sondern er hatte nach der Ankündigung des Untersuchungsrichters, er betrachte das Untersuchungsverfahren als abgeschlossen, Gelegenheit, weitere Beweise zu beantragen, wovon er zwar Gebrauch gemacht, eine weitere Befragung des Experten A.________ aber nicht verlangt hat. 4.7 Bei dieser Situation wurde der Gehörsanspruch des Beschwerdeführers durch die Ablehnung, A.________ als Zeugen einzuvernehmen, nicht verletzt.