Citation: 2C_505/2023 E. 6.3

6.3. Ein Wechsel der Anspruchsgrundlage von einer ehelich abgeleiteten Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA zu einer Aufenthaltsbewilligung gestützt auf das AIG löst nach der Rechtsprechung keine neue Frist für den Familiennachzug aus. So entschied das Bundesgericht in Bezug auf eine dominikanische Staatsangehörige, die dank der Heirat mit einem italienischen Staatsbürger zunächst über eine Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA verfügte, diese alsdann verlor, einen Schweizer Bürger heiratete und eine Aufenthaltsbewilligung gestützt auf das AIG erhielt: Die Frist für den Familiennachzug begann im Zeitpunkt der Erteilung der Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA zu laufen (Urteil 2C_837/2022 vom 19. April 2023 E. 5.2). Der nachträgliche Verlust der unter dem Freizügigkeitsabkommen entstandenen Rechtsposition und die später erteilte Aufenthaltsbewilligung wurden für den Fristenlauf im zitierten Urteil nicht berücksichtigt.