Citation: 1P.213/2000 06.09.2000 E. 3

3.- Der Beschwerdeführer beruft sich in seiner Beschwerde in verschiedener Hinsicht auf den Quartierplan Mottapitschna. a) Der Beschwerdeführer wirft dem Verwaltungsgericht vor, es habe sich mit der öffentlichrechtlichen Vereinbarung aus dem Jahre 1992 nicht auseinander gesetzt. Diese Vereinbarung stelle einen integrierenden (öffentlichrechtlichen) Bestandteil des Quartierplans dar und hätte daher auch im vorliegenden Verfahren Anwendung finden müssen. Der Beschwerdeführer unterlässt es indessen, in einer den Anforderungen von Art. 90 Abs. 1 lit. b OG genügenden Weise darzulegen, in welcher Hinsicht die Vereinbarung konkret hätte berücksichtigt werden müssen und inwiefern deren Nichtberücksichtigung ihn in seiner Rechtsposition verletzt habe. Bei dieser Sachlage kann auf diese Rüge nicht näher eingegangen werden. b) Das Verwaltungsgericht hat den Quartierplan Mottapitschna aus dem Jahre 1974 als sehr rudimentär und in verschiedener Hinsicht lückenhaft bezeichnet. Es führte insbesondere aus, dass keine genauen Baustandorte ausgeschieden worden seien, welche das Bauen nur innerhalb der dafür vorgesehenen Gebäudegrundrisse erlaubt hätten. Einschränkungen ergäben sich lediglich durch "Baulinien" am Rande der vorgesehenen Strassenkörper, welche die der Erschliessung der Baugrundstücke dienenden Landstreifen festlegen. Es spreche daher nichts für die Auffassung des Beschwerdeführers, dass die Baustandorte abschliessend festgelegt seien und auf den übrigen Flächen ein Bauverbot herrsche. Demgegenüber wirft der Beschwerdeführer dem Verwaltungsgericht konkret vor, es habe willkürlich die Existenz von so genannten Baufenstern verneint. Hierfür macht er geltend, das im Jahre 1974 in Kraft stehende Baurecht der Gemeinde Scuol habe das Institut des Quartierplanes respektive des Gestaltungsplanes vorgesehen. Gemäss dem heute in Kraft stehenden Baugesetz der Gemeinde habe sich an den Quartierplanungsgrundsätzen im Vergleich zu 1974 nichts geändert. Gemäss Art. 75 Abs. 2 der Bauordnung Scuol vom 23. Januar 1983, revidiert am 29. November 1998, bestehe der Quartierplan zwingend mindestens aus den Quartierplanvorschriften, dem Gestaltungsplan und dem Erschliessungsplan. Aus diesen gesetzlichen Anforderungen an einen Quartierplan ergibt sich entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers indessen nicht, dass der Quartierplan Mottapitschna diese Anforderungen auch tatsächlich erfüllt. Gemäss der vom Beschwerdeführer zitierten Fassung von Art. 26 der damals in Kraft stehenden Bauordnung der Gemeinde Scuol wurde klar unterschieden zwischen dem Quartierplan einerseits, der die zweckmässige Erschliessung eines Quartiers festlegt, und dem Gestaltungsplan andererseits, der die Gestaltung des Quartiers regelt. Die Gemeinde hat in ihrer Vernehmlassung dargelegt, dass seinerzeit auf den Erlass eines detaillierten Gestaltungsplanes mit genau definierten Standorten bewusst verzichtet wurde und eine seitherige Revision insbesondere bezüglich Gestaltung nicht erfolgt ist. Auch sonst ergeben sich aus dem Plan und den gesetzlichen Bestimmungen keine Hinweise darauf, dass im Quartierplangebiet genau definierte Baustandorte festgelegt worden seien und daher nur in ganz bestimmten Bereichen gebaut werden dürfte. Das Verwaltungsgericht hat denn auch darauf hingewiesen, dass der Beschwerdeführer selber auf seiner Parzelle Nr. 1110 eine grosszügige und freistehende Doppelgarage erstellt hatte, ohne sich um Baustandorte im Quartierplan zu kümmern. Daran vermag der Umstand nichts zu ändern, dass der Beschwerdeführer hierfür eine förmliche Baubewilligung erhalten hatte. Schliesslich ergibt sich auch aus dem vom Beschwerdeführer zitierten Entscheid des Bundesgerichts (ZBl 99/1998 S. 444) nichts anderes, da hier genau definierte Baufenster festgelegt waren, die ihrerseits den Waldabstand gemäss dem eidgenössischen Waldgesetz einzuhalten hatten. Die Annahme des Verwaltungsgerichts, im Quartierplan Mottapitschna seien keine genauen Baustandorte ausgeschieden, kann daher nicht als willkürlich bezeichnet werden. Insoweit erweist sich die Beschwerde als unbegründet.