Citation: 1C_341/2022 E. 2.5

2.5. Ob die vorinstanzliche Auslegung des Schreibens des Strassenverkehrsamts vom 16. Dezember 2020 mit dem Vertrauensprinzip vereinbar ist, kann offen bleiben. Selbst wenn mit dem Beschwerdeführer davon ausgegangen würde, das Strassenverkehrsamt habe mit diesem Schreiben nur angekündigt, es werde nach dem Ablauf der zur Stellungnahme eingeräumten Frist die Verfügung vom 1. Dezember 2020 mittels einer späteren Verfügung wiedererwägungsweise aufheben und damit die Dauer des Führerausweisentzugs auf 12 Monate verlängern, hätte er aufgrund dieser vor dem Ablauf der Rechtsmittelfrist erfolgten Ankündigung auch nach dem Ablauf dieser Frist mit der in Aussicht gestellten Wiedererwägung rechnen müssen. Er durfte daher aufgrund dieses Schreibens gemäss der zutreffenden Annahme der Sicherheitsdirektion im Zeitpunkt des Ablaufs der Rechtsmittelfrist (und auch später) nicht auf den weiteren Bestand der Verfügung vom 1. Dezember 2020 vertrauen (vgl. E. 2.1 hievor). Demnach war das Strassenverkehrsamt mangels eines schützenswertens Vertrauens des Beschwerdeführers in die Beständigkeit der materiell rechtswidrigen Verfügung vom 1. Dezember 2020 grundsätzlich befugt, auf diese Verfügung zurückkommen, ohne dass die Voraussetzungen für den Widerruf von formell rechtskräftigen Verfügungen erfüllt sein müssen. Umstände, die ein Abweichen von diesem Grundsatz rechtfertigen könnten, nennt der Beschwerdeführer nicht und sind auch nicht ersichtlich. Demnach durfte die Vorinstanz bundesrechtskonform zum Ergebnis kommen, der vom Strassenverkehrsamt vorgenommene Widerruf seiner Verfügung vom 1. Dezember 2020 sei zulässig gewesen.