Citation: 2C_123/2018 E. 3.1

3.1. Der Hauptvorwurf der Beschwerdeführerin richtet sich gegen die Auslegung von Art. 70 Abs. 4 lit. b DBG durch die Vorinstanz. Die Bestimmung verlange nach ihrem klaren Wortlaut für die Gewährung des Beteiligungsabzugs auf Kapitalgewinnen aus der Veräusserung von Beteiligungen namentlich, dass die veräusserte Beteiligung mindestens 10 Prozent des Grund- oder Stammkapitals einer anderen Gesellschaft betragen oder einen Anspruch auf mindestens 10 Prozent des Gewinns und der Reserven einer anderen Gesellschaft begründet habe. Die Vorinstanz sei mit Bezug auf dieses Erfordernis einer wirtschaftlichen Betrachtungsweise gefolgt, indem sie angenommen habe, trotz der Veräusserung von (nur) 1.6% an der Tochtergesellschaft seien wirtschaftlich gesehen im vorliegenden Fall weit mehr als 10% veräussert worden. Der klare Wortlaut, die bisher zu Art. 70 Abs. 4 lit. b DBG ergangene Bundesgerichtspraxis und auch die eigene Praxis der Beschwerdeführerin sprächen jedoch gegen die Zulassung einer wirtschaftlichen Betrachtungsweise bei der Anwendung der Bestimmung. Die Vorinstanz habe mit ihrem Entscheid somit Bundesrecht verletzt (Beschwerde, Ziff. 7.2 S. 8 f.).