Citation: I 588/02 04.03.2004 E. 5

5.1 Vorliegend ist der Versicherte unstreitig in der Indikationsstufe 3 einzureihen, entsprechend dem Ergebnis des regel- und verfahrenskonform erfolgten Abklärungsverfahrens. Jedoch prüfte die Vorinstanz auf Grund der Vorbringen der Versicherten, ob ein spezifisches Eingliederungsbedürfnis vorliege, das einer ausnahmsweise über die tarifarisch vorgesehenen Preislimiten hinausgehenden Versorgung bedürfe, und kam zum Schluss, die Sache sei an die IV-Stelle zur weiteren Abklärung zurückzuweisen. Sie begründete dies damit, dass der Versicherte die Tagesschulen Q.________ für motorisch und sehbehinderte Kinder in Münchenstein leite, welche etwa 200 Kinder und Jugendliche betreue und rund 90 Therapeutinnen und Pädagoginnen beschäftige. Er gebe an, dass er in dieser Tätigkeit auf Hörgeräte angewiesen sei, welche die Möglichkeit böten, von weither eindringende Geräusche zu dämpfen und gleichzeitig das Ohr auf in der Nähe befindliche Menschen zu fokussieren. Weder Dr. med. T.________ im «Formular Indikationsstufe» vom 19. Februar 2001 noch Frau Dr. med. G.________ in der «Expertise 2» vom 7. August 2001 hätten Ausführungen zur Frage gemacht, inwiefern die Versorgung mit übertariflichen Hörgeräten notwendig sei und worin diese Notwendigkeit genau bestehe. Die Rechnung der Hörberatung Laufen vom 7. Juni 2001 weise lediglich die Kosten aus, welche die IV-Stelle (Fr. 4922.70) sowie der Versicherte (Fr. 2073.45) zu tragen haben. Die im Beschwerdeverfahren von der IV-Stelle angefragte Hörberatung Laufen gebe im Schreiben vom 17. Januar 2002 an, dass es Hörgeräte der Tarifstufe 3 mit binauraler Versorgung gebe, welche den IV-Tarif nicht sprengten. Dem Versicherten seien teurere Geräte abgegeben worden, weil die tarifkonformen Geräte die technischen Möglichkeiten der abgegebenen Geräte nicht erfüllten; Letztere würden weder über digitale Mehrkanaltechnologie noch Fernbedienung verfügen. Auf Grund dieser spärlichen Angaben lasse sich nicht zuverlässig beurteilen, ob die vom Versicherten bezogenen Hörgeräte des Typs «Phonak Claro 21dAZ» einschliesslich Fernsteuerung eine einfache und zweckmässige Versorgung darstellten. Der Versicherte mache geltend, er benötige in seiner Tätigkeit Hörgeräte, die in der Lage seien, weiter entfernte Geräuschquellen zu dämpfen und gleichzeitig das Ohr auf Stimmen in unmittelbarer Nähe zu richten. Die Hörberatung Laufen führe in diesem Zusammenhang aus, dass die tarifkonformen Hörgeräte im Gegensatz zu den abgegebenen Hörgeräten weder über Mehrkanaltechnologie noch über eine Fernbedienung verfügten, ohne aber anzugeben, weshalb diese beiden Möglichkeiten für den Versicherten in seiner Berufstätigkeit erforderlich seien. Den Berichten der involvierten Ärzten und Ärztinnen lasse sich diesbezüglich ebenfalls nichts entneh-men. Somit fehle es an präzisen Angaben zur Frage, inwiefern die vom Versicherten bezogenen teureren Geräte beruflich notwendig seien oder ob allenfalls auch tarifkonforme Geräte den Eingliederungserfolg in einfacher und zweckmässiger Weise sicherstellen könnten. Demgegenüber verneint das BSV in seiner Verwaltungsgerichtsbeschwerde einen Anspruch des Beschwerdegegners auf eine über die in Indikationsstufe 3 vorgesehenen Höchstbeträge hinausgehende Hörgeräteversorgung. Es begründet dies indes nicht mit fehlenden spezifischen invaliditätsbedingten Gründen des Beschwerdegegners, welche eine über die tarifvertraglichen Preislimiten hinausgehende Hörgeräteversorgung rechtfertigen würden. Vielmehr wendet es sich nur in allgemeiner, grundsätzlicher Weise gegen die Möglichkeit eines ausnahmsweisen Abweichens vom Tarifvertrag und lehnt eine gerichtliche Prüfung, ob die tarifarisch vergüteten Höchstpreise dem invaliditätsbedingten Eingliederungsbedürfnis im konkreten Einzelfall Rechnung tragen, ab. Dass diese Auffassung rechtlich nicht Stand hält, wurde mit Verweis auf die Erwägungen im zitierten Urteil L. (Erw. 4 hievor) bereits ausführlich dargelegt. Auf die vom Versicherten vorgebrachten und von der Vorinstanz erwogenen fallspezifischen Besonderheiten geht das BSV in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde nicht ein. Deshalb besteht kein Anlass, den kantonalen Entscheid, welcher der Aktenlage richtig und angemessen Rechnung trägt, im Einzelnen näher zu überprüfen (BGE 110 V 53).