Citation: 8C_130/2023 E. 3

Das kantonale Gericht erachtete das auf allgemeininternistischen, psychiatrischen, neuropsychologischen und neurologischen Untersuchungen beruhende MEDAS-Gutachten vom 11. November 2020 als beweiskräftig. Als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten die Experten eine minimale bis leichte kognitive Minderleistung in den Bereichen Aufmerksamkeit und Neugedächtnis sowie einen Morbus Hodgkin, nodulär sklerosierender Typ, multifokaler ossärer Befall, bei Status nach Chemotherapie (Dezember 2006 bis April 2007) und anhaltender kompletter Remission seit April 2007. Unter den Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit führten die Gutachter unter anderem eine episodische Migräne ohne Aura, einen Status nach Anpassungsstörung (ICD-10 F43.2; DD: Status nach depressiver Episode [ICD-10 F32.1]) und eine dysfunktionale Störungsverarbeitung (ICD-10 F54) auf. Zur Arbeitsfähigkeit hielten sie im Konsens fest, in der bisherigen Tätigkeit als Sekretärin/Assistentin im Bausekretariat müsse insbesondere für komplexere und neue, wenig bekannte Tätigkeiten bei Stressanforderungen und bei rasch wechselnden Aufgaben eine leicht verminderte Leistungsfähigkeit um insgesamt 10 % bei voller zeitlicher Arbeitsfähigkeit festgestellt werden. Diese Angabe gelte seit Anfang 2020. In einer körperlich leichten bis mittelschweren Tätigkeit ohne vermehrte Stressbelastung, mit etwas mehr Zeit für komplexe und wenig bekannte Aufgaben, mit der Möglichkeit, eine Aufgabe nach der anderen zu erledigen und nicht parallel, mit häppchenweisen oder schriftlichen Aufträgen und mit geregelter Arbeitszeit bestehe eine volle Arbeitsfähigkeit, geltend ab Januar 2020. Für alle Tätigkeiten müsse rückblickend insbesondere aus psychiatrischer Sicht von September 2017 bis Mai 2018 eine 100%ige, von Juni bis Dezember 2018 eine 50%ige und für das Jahr 2019 noch eine 33%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert werden. Die Vorinstanz folgte dieser Einschätzung weitestgehend, wobei sie aber - anders als die Gutachter - schon ab Juni 2018 eine lediglich noch 33%ige Arbeitsunfähigkeit annahm. Anhand eines Prozentvergleichs ermittelte sie für die Zeit von September 2018 (Ablauf Wartejahr) bis Dezember 2019 einen Invaliditätsgrad von 33 %. Ab dem Jahr 2020 sei die Beschwerdeführerin in angepassten Tätigkeiten wieder voll arbeitsfähig, weshalb kein Anspruch auf eine Invalidenrente bestehe.