Citation: U 405/04 20.04.2005 E. 3

3.1 Die Meinungen gehen zunächst darin auseinander, wie der adäquate Kausalzusammenhang zu prüfen ist. Dabei ist aufgrund der durchgeführten eingehenden, auch bildgebenden medizinischen Untersuchungen davon auszugehen, dass eine unfallbedingte Schädigung, die gegebenenfalls für die seit der Auffahrkollision vom 16. April 2001 anhaltenden Beschwerden verantwortlich gemacht werden könnte, organisch nicht hinreichend nachweisbar ist. Vor diesem durch keine Seite in Frage gestellten Hintergrund vertritt der Beschwerdeführer die Auffassung, die Adäquanz sei nach der sogenannten Schleudertrauma-Praxis (BGE 117 V 359) zu beurteilen. Demgegenüber sind für Vorinstanz und SUVA die für psychische Unfallfolgen geltenden Grundsätze (BGE 115 V 133) massgebend. 3.2 Ob der Beschwerdeführer beim Unfall vom 16. April 2001 ein Schleudertrauma oder eine äquivalente Verletzung im Sinne der Rechtsprechung erlitten hat, was die SUVA bestreitet, ist tatsächlich zumindest fraglich. Die beteiligten Ärzte äussern sich dazu unterschiedlich. Zu beachten ist namentlich auch, dass der Versicherte nach Lage der Akten in den ersten Wochen nach dem Ereignis nebst Beschwerden im linken Arm und im unteren Teil des Rückens nur Kopf- und Nackenschmerzen und somit lediglich einen Teil des schleudertraumatypischen bunten Beschwerdebildes (BGE 119 V 338 Erw. 1, 117 V 360 Erw. 4b) klagte. Letztlich muss diese Frage aber, wie die Vorinstanz erkannt hat, aufgrund der folgenden Überlegungen nicht abschliessend beantwortet werden. 3.3 Praxisgemäss ist die Adäquanz auch dann unter dem Gesichtspunkt einer psychischen Fehlentwicklung nach Unfall zu beurteilen, wenn die zum typischen Beschwerdebild eines Schleudertraumas der HWS gehörenden Beeinträchtigungen zwar teilweise gegeben sind, im Vergleich zur vorliegenden ausgeprägten psychischen Problematik aber ganz in den Hintergrund treten (BGE 123 V 99 Erw. 2a mit Hinweisen; vgl. auch RKUV 2002 Nr. U 465 S. 437). Dies trifft hier zu. Bereits bei der Untersuchung am Spital Z.________, Rheumaklinik und Institut für Physikalische Medizin, vom 28. Mai 2001 wurde eine deutliche beginnende Symptomausweitung festgestellt (Bericht vom 20. Juni 2001). Sodann gelangten die Fachärzte der Rehaklinik Y.________ anlässlich des am 30. Juli 2001 angetretenen stationären Aufenthaltes des Versicherten zur Beurteilung, die Psychopathologie, interpretiert als Anpassungsstörung mit Angst und dissoziativen Elementen bei Verdacht auf ängstlich-hypochondrische Persönlichkeitszüge, stehe weit im Vordergrund (Austrittsbericht vom 2. Oktober 2001 mit neurologischen und psychiatrischen Konsilien vom 2. resp. 15. August 2001). Ein eindeutig psychisch überlagertes Beschwerdebild bestätigte dann am 7. November 2001 auch der damalige Hausarzt. Bei dieser Sachlage haben Vorinstanz und Unfallversicherer die Adäquanz zu Recht nach den für psychische Unfallfolgen geltenden Grundsätzen geprüft. Danach ist bei der Prüfung der massgebenden Kriterien, anders als nach der sogenannten Schleudertrauma-Praxis, wo nicht zwischen körperlichen und seelischen Beschwerden unterschieden wird, die psychische Komponente ausser Acht zu lassen. 3.4 Was der Versicherte vortragen lässt, rechtfertigt keine andere Betrachtungsweise. Namentlich geht es hier nicht darum, sämtliche Beschwerden als psychogen zu interpretieren. Massgebend ist vielmehr, ob die psychische Problematik schon sehr bald nach dem Unfall eindeutig dominierte, was der Fall ist.