Citation: I 809/05 12.06.2006 E. 3

3.1 Die Ermittlung des Invaliditätsgrades im erwerblichen Bereich nach der Einkommensvergleichsmethode ist nicht bestritten. Dabei ist jedoch Folgendes zu beachten: Unter dem Valideneinkommen ist jenes Einkommen zu verstehen, welches die versicherte Person als Gesunde tatsächlich erzielen würde (ZAK 1992 S. 92 Erw. 4a, 1961 S. 367). Die Einkommensermittlung hat so konkret wie möglich zu erfolgen. Massgebend ist, was die versicherte Person aufgrund ihrer beruflichen Fähigkeiten und persönlichen Umstände unter Berücksichtigung ihrer beruflichen Weiterentwicklung, soweit hiefür hinreichend konkrete Anhaltspunkte bestehen (Kursbesuche, Aufnahme eines Studiums etc.), zu erwarten gehabt hätte (BGE 96 V 29, ZAK 1985 S. 635 Erw. 3a sowie RKUV 1993 Nr. U 168 S. 100 f. Erw. 3b; vgl. auch EVGE 1968 S. 93 Erw. 2a). Da nach empirischer Feststellung in der Regel die bisherige Tätigkeit im Gesundheitsfall weitergeführt worden wäre, ist Anknüpfungspunkt für die Bestimmung des Valideneinkommens häufig der zuletzt erzielte, der Teuerung sowie der realen Einkommensentwicklung angepasste Verdienst (RKUV 1993 Nr. U 168 S. 101 Erw. 3b am Ende; vgl. auch ZAK 1990 S. 519 Erw. 3c; Urteil M. vom 29. August 2002 [I 97/00] Erw. 1.2 in Verbindung mit BGE 130 V 343). Diesen Grundsätzen widerspricht es, vorliegend das Valideneinkommen auf der Grundlage der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung 2002 des Bundesamtes für Statistik zu bestimmen (vgl. dazu BGE 126 V 77 Erw. 3b/bb, 124 V 321). Die Versicherte war vom 1. September 1988 bis 31. Oktober 1990 angestellte Pflegehelferin im Alters- und Pflegeheim National in Ennetbaden. Bei ihrem Weggang wurde ihr ein in jeder Beziehung gutes Zeugnis ausgestellt. Ab 1. März 1991 arbeitete sie als Spitalgehilfin im Regionalen Krankenheim Baden. Diese Stelle musste sie aus gesundheitlichen Gründen aufgeben. Die Tatsache allein, dass die Erwerbsaufgabe bereits vor einiger Zeit erfolgte, rechtfertigt entgegen der Vorinstanz nicht, für die Ermittlung des Valideneinkommens Tabellenlöhne heranzuziehen. Es sind keine Umstände ersichtlich, welche für die Annahme sprächen, die Versicherte hätte ohne gesundheitliche Beeinträchtigung die Stelle im Krankenheim Baden aufgegeben. Gemäss Fragebogen für den Arbeitgeber vom 1. Februar 1993 hätte die Beschwerdeführerin in diesem Jahr bei einem 100 %-Arbeitspensum Fr. 50'983.50 verdient. Diese Summe ist an die seitherigen Lohnerhöhungen bis 2005, mit denen sie hätte rechnen können, anzupassen. Mit Blick auf die Nominallohnentwicklung 1993/94 bis 2003/04 im Bereich «Unterrichtswesen; Gesundheits- und Sozialwesen; sonstige öffentliche Dienstleistungen; persönliche Dienstleistungen» von durchschnittlich mehr als 1,1 % im Jahr (Die Volkswirtschaft 8/1999 S. 28 und 5-2006 S. 87, je Tabelle B10.2) ist nicht auszuschliessen, dass der Verdienst 2005 mehr als das vom kantonalen Gericht ermittelte Valideneinkommen von Fr. 55'066.- betragen hätte. Unter der Annahme eines Lohnzuwachses von 1 % jährlich beispielsweise ergäbe sich ein ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erzielbares Einkommen von Fr. 56'881.-. Wird der Einkommensvergleich mit diesem höheren Valideneinkommen durchgeführt, resultiert bei unveränderten übrigen Bemessungsfaktoren ein Invaliditätsgrad von rund 39,9 % oder gerundet 40 % (BGE 130 V 121), was Anspruch auf eine Viertelsrente gibt (Art. 28 Abs. 1 IVG). 3.2 Beim Invalideneinkommen wird einzig vorgebracht, der Gesundheitszustand habe sich eher verschlechtert als verbessert. Von den fünf als Beleg hiefür angeführten ärztlichen Berichte wurden zwei nach der Verfügung vom 6. Januar 2005 und drei erst nach dem Einspracheentscheid vom 27. April 2005 erstellt. In der vom Rechtsvertreter der Versicherten eingeholten «Stellungnahme zur Aufhebung der Rente» vom 19. Januar 2005 äusserte sich der behandelnde Arzt Dr. med. M.________ vom Kantonsspital B._______ dahingehend, am Zustand habe sich seit den vergangenen Jahren kaum mehr etwas geändert, ausser dass die Beeinträchtigung der Hüftfunktion und auch die sekundären Störungen im Bereich der LWS allmählich zunähmen. Es sei deshalb insgesamt eher mit einer Zunahme der Beeinträchtigung der Leistungsfähigkeit zu rechnen. Auf Grund dieser fachärztlichen Aussagen sowie der übrigen medizinischen Unterlagen ist eine erhebliche Verschlechterung des Gesundheitszustandes mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit bis zum den Prüfungszeitraum begrenzenden Einspracheentscheid vom 27. April 2005 (SVR 2005 AHV Nr. 9 S. 31 Erw. 1.1.3) zu verneinen. Wie es sich für die Zeit danach verhält, ist nicht Gegenstand dieses Verfahrens. 3.3 Die Behinderung im Haushalt haben kantonales Gericht und IV-Stelle gestützt auf den «Bericht über die Abklärung an Ort und Stelle» vom 15. November 2004 auf 22 % festgesetzt. Gegen diese Einschätzung wird in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde im Wesentlichen dasselbe vorgebracht, wie bereits in der vorinstanzlichen Beschwerde. Eine Auseinandersetzung mit den ausführlichen Erwägungen der Vorinstanz zu diesem Punkt findet nicht statt. Insbesondere bleibt unerwähnt, dass in die Beurteilung der Abklärungsperson massgeblich die eigenen Aussagen der Versicherten im «Fragebogen zur Rentenabklärung betreffend Erwerbstätigkeit/Haushalt» vom 12. Juli 2004 Eingang gefunden hatten, was von IV-Stelle und kantonalem Gericht bei der Prüfung zu Recht mitberücksichtigt wurde. Ebenfalls wird nichts zur zumutbaren Mithilfe des Ehegatten im Haushalt gesagt (Schadenminderungspflicht: BGE 130 V 101 Erw. 3.3.3 mit Hinweisen). Die vorinstanzlichen Erwägungen, auf die im Grundsatz verwiesen werden kann, vermögen in einem Punkt nicht restlos zu überzeugen. Zur Position «Verschiedenes» wird ausgeführt, es seien keine Haustiere vorhanden, Weiterbildung oder künstlerische Tätigkeiten würden keine betrieben und die Versicherte habe noch nie (andere) Handarbeiten gemacht. Es fragt sich, ob dieser Bereich, der immerhin 10 % des gesamten Haushalts ausmacht, überhaupt besteht und bei der Bemessung der Invalidität in diesem Aufgabenbereich zu berücksichtigen ist. 3.4 Erst bei feststehenden Valideneinkommen (Erw. 3.1) und Behinderung im Aufgabenbereich Haushalt (Erw. 3.3) kann die streitige Rentenaufhebung oder allenfalls -herabsetzung abschliessend beurteilt werden. In diesem Sinne ist die Verwaltungsgerichtsbeschwerde teilweise begründet.