Citation: 8C_427/2022 E. 5.2.1

5.2.1. Während im Bericht über die kreisärztliche Abschlussuntersuchung vom 8. Februar 2021 als Hauptdiagnosen ein chronisches Schmerzsyndrom und eine leicht eingeschränkte Beweglichkeit der LWS erwähnt sind (Bericht vom 9. Februar 2021), diagnostizierten Dr. med. H.________ und Prof. Dr. med. I.________ hauptsächlich einen Status nach Polytrauma vom 7. August 2018 und verwiesen auf die persistierende Schmerzproblematik. Die beiden letztgenannten Ärzte äusserten unabhängig voneinander den Verdacht einer möglichen Nervenproblematik am rechten Becken und damit einer organischen Ursache für die geklagten starken Schmerzen in diesem Bereich. Dr. med. H.________ hielt im Bericht vom 17. September 2020 krampfartige Verspannungen an der rechten unteren Extremität entlang der Nervenwurzel S1 mit auch unterschiedlichem Kältegefühl auf der rechten Seite fest. Er sah sämtliche Restbeschwerden im Rahmen des erlittenen Polytraumas und somit als unfallkausal. Prof. Dr. med. I.________ sodann erwähnte in seinem Bericht vom 16. April 2021 ein Taubheits- und Dysästhesiegefühl im gesamten rechten Bein, weshalb er eine neurologische Abklärung empfahl, um eine allfällige Irritation des Plexus lumbosacralis durch die ehemalige schwerwiegende Beckenringfraktur zu prüfen. Zudem schlug er auch eine zusätzliche Untersuchung in Form eines MRI des Beckens vor. Diese Abklärungen wurden nie vorgenommen.