Citation: 7B_858/2024 E. 4.9

4.9. Nach dem Gesagten verletzt das Kantonsgericht Art. 221 Abs. 1bis StPO nicht, indem es den Haftgrund der qualifizierten Wiederholungsgefahr im derzeitigen Verfahrensstadium bejaht hat. Es kann offenbleiben, ob neben diesem Haftgrund, kumulativ, auch noch weitere besondere Haftgründe erfüllt wären (Art. 221 Abs. 1 lit. a-c und Abs. 2 StPO). Zum Haftgrund der Kollusionsgefahr (Art. 221 Abs. 1 lit. b StPO) wäre gegenüber den Erwägungen der Vorinstanz der Vollständigkeit halber noch Folgendes zu ergänzen: Wie sich aus den Haftakten, den tatsächlichen Feststellungen der Vorinstanz und dem medizinischen Obduktionsgutachten ergibt, hat der Beschwerdeführer aktiv und mit hoher krimineller Energie versucht, das untersuchte Verbrechen zu vertuschen, indem er sich mit grossem Aufwand darum bemühte, die Leiche bzw. Leichenteile verschwinden zu lassen. Gleichzeitig hat der Beschwerdeführer Tatspuren erheblich manipuliert, indem er den Leichnam mit einer Stichsäge, einem Messer und einer Gartenschere massiv zerstückelte (insbesondere grobe Durchtrennung des Halses zwischen dem 2. und dem 3. Halswirbelkörper) und diverse Leichenteile anschliessend mit einem Gastropürierstab zerkleinerte bzw. in einer Chemikalie auflöste. Damit hat er es den Strafbehörden teilweise erschwert, den exakten Tatablauf objektiv zu rekonstruieren und alle Verletzungsspuren am Opfer sorgfältig festzustellen. Auch die medizinischen Expertinnen gehen in ihrem Obduktionsgutachten vom "Ziel einer Beseitigung" des Leichnams aus. Als weitere Verdunkelungshandlungen wertet die Staatsanwaltschaft, dass der Beschwerdeführer das Mobiltelefon des getöteten Opfers auf einem Lieferwagen versteckt und während der Zerstückelung des Leichnams YouTube-Videos auf seinem eigenen Mobiltelefon abgespielt habe.