Citation: 5A_681/2018 E. 3.2

3.2. Die Beschwerdeführerin rügt eine "krasse Verletzung des Willkürverbots" (Art. 9 BV). Sie beharrt darauf, dass sich der Beschwerdegegner in der Hauptsache vor dem Bezirksgericht Meilen rechtsmissbräuchlich auf den Scheidungsgrund der Unzumutbarkeit (Art. 115 ZGB) berufe und als Folge davon auch das Massnahmeverfahren als vom Hauptprozess abhängiges Verfahren rechtsmissbräuchlich und damit unzulässig sei. Die Unzumutbarkeit gemäss Art. 115 ZGB sei eine "doppelrelevante Tatsache", die zumindest im Rahmen der Prüfung der Prozessvoraussetzungen gemäss Art. 59 Abs. 2 ZPO geprüft werden müsse, damit vorsorgliche Massnahmen erlassen werden können. Die Tatsachenvorbringen des Beschwerdegegners zur Unzumutbarkeit seien zu wenig substanziiert sowie schlicht unglaubhaft und unwahr. Darüber setze sich das Obergericht hinweg. Es unterstelle von sich aus Zweifel an der Zumutbarkeit der Ehefortführung und verletze so die Regel von Art. 8 ZGB über die Beweislastverteilung und das Gebot des fairen Verfahrens gemäss Art. 6 Ziff. 1 EMRK. Ausserdem übersehe die Vorinstanz, dass den Beschwerdegegner nach Art. 115 ZGB kein Verschulden an der Unzumutbarkeit treffen dürfe, durch das Gewaltschutzverfahren aber genau das Gegenteil belegt sei. Da der Beschwerdegegner keine "prima vista Begründung" liefere, die schlüssig wäre und genügen würde, um Art. 115 ZGB anzurufen, sei auf das Massnahmebegehren nicht einzutreten. Zudem sei es auch aus Gründen des offensichtlichen Rechtsmissbrauchs (Art. 2 ZGB und Art. 59 Abs. 2 Bst. a ZPO) nicht zulässig.