Citation: 5C.64/2006 03.07.2006 E. 2

Die Beklagte hat den Kläger im Sinne von Art. 72 Abs. 1 ZGB in Verbindung mit Art. 3.2 Abs. 3 ihrer Statuten "ohne Angabe von Gründen" ausgeschlossen. Um die richterliche Überprüfung zu ermöglichen, waren die Gründe im Prozess jedoch zu offenbaren (dazu Hans Michael Riemer, Berner Kommentar, N. 29 zu Art. 72 ZGB). Dabei ergab sich, dass der Kläger ausgeschlossen wurde, weil er nicht bereit gewesen sei, die von der Disziplinarkommission der Beklagten am 7. Januar 2003 erlassenen Vorgaben vorbehaltlos zu befolgen. Darin war er angewiesen worden, für "Erstanamnesen" eine Dauer von 1 ½, in Ausnahmefällen 2 Stunden, nicht zu überschreiten, die Anzahl eingesetzter Medikamente zu reduzieren und in der Regel die Zahl von fünf Medikamenten aus der Naturheilkunde nicht zu übersteigen, bei der Erstkonsultation die Medikamentenkosten in der Regel nicht höher zu halten als die Konsultationskosten und in Zukunft zu Handen der Krankenkassen genauere Angaben zur Diagnose zu machen.