Citation: BGE 150 III 305 E. 5.7.2

Seitens des Unterhalts schuldners hat in die Beurteilung einzufliessen, ob dieser seine Erwerbskraft (hauptsächlich) dank der während des ehelichen Zusammenlebens praktizierten Aufgabenteilung BGE 150 III 305 S. 309 steigern konnte und er auch nach der Scheidung noch von seiner beruflichen Entwicklung profitiert (vgl. Art. 125 Abs. 2 Ziff. 1 und 5 ZGB). Denkbar sind etwa Konstellationen, in welchen die Entlastung durch den anderen Ehegatten dem Unterhaltsschuldner einen beruflichen Aufstieg und eine damit einhergehende Einkommenssteigerung ermöglichte oder in welchen er während der Ehe erfolgreich ein Geschäft aufbauen konnte, weil ihm der andere Ehegatte den Rücken freihielt, und er damit auch nach der Scheidung noch ein verhältnismässig hohes Erwerbseinkommen zu erzielen imstande ist. Hat sich also die während des ehelichen Zusammenlebens praktizierte Aufgabenteilung besonders günstig auf die Einkommenssituation des Unterhaltsschuldners ausgewirkt, rechtfertigt sich eine länger dauernde Unterhaltspflicht.