Citation: 5A_534/2020 E. 4.2.2

4.2.2. Der Beschwerdeführer beschwert sich darüber, dass der Beschwerdegegnerin lediglich schrittweise ein erhöhtes Pensum mit entsprechender Entlöhnung angerechnet und namentlich erst ab dem 1. Juni 2018 ein Vollzeitpensum verlangt werde. Dies obwohl die Beschwerdegegnerin bereits ab dem 1. September 2017 keine Kinderbetreuung mehr habe wahrnehmen müssen. Es werde ihr ohne Begründung eine lange Übergangsfrist eingeräumt. Von ihm werde demgegenüber verlangt, dass er schon ab dem 1. September 2017 einem Vollzeitpensum nachgehe. Dies verstosse gegen den Grundsatz der Gleichbehandlung im Sinne von Art. 8 BV und Art. 14 EMRK i.V.m. Art. 9 BV sowie gegen den Grundsatz der Festlegung von Unterhaltsbeiträgen nach der Leistungsfähigkeit der Ehegatten (im Sinne von Art. 276 ZGB i.V.m. Art. 9 BV). Der Beschwerdeführer habe die Geburt der Zwillinge in W.________ alleine vorbereiten müssen, sich um sämtliche Dokumente für die Einreise kümmern und auch eine neue Familienwohnung suchen müssen. Trotz dieser Umstände sei ihm keine Übergangsfrist gewährt worden. Dies im Gegensatz zur Beschwerdegegnerin, welche sich aus der ganzen Verantwortung gezogen habe. Dies sei "krass" willkürlich. Eine Ungleichbehandlung im Sinne der Verfassung bzw. Konvention liege vor, wenn ohne rechtfertigende sachliche Gründe gegen den Grundsatz des Gleichheitsgebots verstossen werde. Dies liege vorliegend klarerweise vor. Selbst wenn man die Zwillinge nicht miteinbeziehe, sei zu berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer sich habe um den gemeinsamen Sohn C.A.________ kümmern müssen. Zudem habe er infolge Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung die Schweiz verlassen und eine neue Existenz aufbauen müssen. Die Rügen des Beschwerdeführers sind unbegründet. Der Beschwerdegegnerin wurde eine Übergangsfrist eingeräumt, da sie bis zu diesem Zeitpunkt - im Gegensatz zum Beschwerdeführer - nur in einem tiefen Pensum gearbeitet hatte. Die Einräumung einer Übergangsfrist entspricht ständiger Gerichtspraxis. Die betreffende Partei soll hinreichend Zeit haben, um die rechtlichen Vorgaben in die Wirklichkeit umsetzen zu können (BGE 129 III 417 E. 2.2 S. 421 mit Hinweis). Im Übrigen gehen die Ausführungen des Beschwerdeführers an der Sache vorbei. So ist es in unterhaltsrechtlicher Hinsicht unerheblich, dass die Geburt der Zwillinge für ihn offenbar mit viel Aufwand verbunden war. Da er bereits im Vollzeitpensum beschäftigt war, muss auch keine Übergangsfrist eingeräumt werden. Das Kantonsgericht hat bei der Bemessung des Einkommens der Beschwerdegegnerin weder den Gleichbehandlungsgrundsatz (Art. 8 BV) noch das Willkürverbot (Art. 9 BV) verletzt.