Citation: 8C_13/2024 E. 6.2

6.2. Angesichts der dokumentierten medizinischen Verhältnisse verletzt das vorinstanzliche Abstellen auf das Gutachten der medexperts Bundesrecht. Entgegen der vorinstanzlichen Auffassung kann namentlich der psychiatrischen Teilexpertise nicht voller Beweiswert zugesprochen werden. Der RAD-Arzt med. pract. F.________ zeigte schlüssig methodische Mängel hinsichtlich der gutachterlichen Exploration im Rahmen der psychiatrischen Untersuchung auf, indem Dr. med. D.________ feststellte, es liege keine PTBS vor, auf vertieftes Nachfragen zur Eruierung traumatisierender biografischer Details aber verzichtete. Daran ändert seine Stellungnahme vom 1. April 2019 nichts. Denn darin betonte Dr. med. D.________ lediglich insbesondere, dass Traumatisierungen in der Kindheit zwar angedeutet worden, aber nicht erinnerlich seien, was einzig die fehlende vertiefte Exploration verdeutlicht, wie med. pract. F.________ am 2. Juli 2019 anmerkte. Er hielt weiter fest, es gebe keinerlei Hinweise, dass während der Exploration nachgehakt worden wäre. Der Gutachter habe auch nicht auf eine Metaebene gewechselt, indem er beispielsweise darauf hingewiesen hätte, dass er plausibilisierende Detailinformationen brauche, um den Wahrheitsgehalt der Aussagen nachvollziehen zu können. Mit diesen Detailfragen wären eventuell einhergehende traumanahe emotionale Reaktionen zu beobachten gewesen (Schweissausbrüche, Zittern, gedankliche Abwesenheiten, Verwirrung, Schreckreaktionen, blass werden usw.