Citation: 4A_210/2020 E. 9.1

9.1. Die Vorinstanz erwog, zwar sei den Beschwerdeführern zuzustimmen, dass sich die Frage, ob und wann die SNB den Mindestkurs aufgeben würde bzw. welche Alternative zum bisherigen Mindestkurs die SNB in Kraft setzen würde, letztlich auf die ganze Laufzeit der Option beziehe, da es unerheblich sei, wann der "worst case" während der Laufzeit eintrete. Die Beantwortung dieser Frage hänge aber dennoch massgeblich davon ab, womit im Zeitpunkt der Anlage habe gerechnet werden müssen bzw. was im damaligen Zeitpunkt vorhersehbar gewesen sei. Die Short Put-Option sei am 18. Dezember 2014 mit einer sechsmonatigen Laufzeit abgeschlossen worden. In jenem Zeitpunkt habe die SNB den Mindestkurs seit September 2011 aufrechterhalten. Dass die SNB den Mindestkurs weiterhin beibehalten würde, habe auch in der Fachwelt der allgemeinen Erwartung entsprochen. Aus dem erstinstanzlichen Gutachten lasse sich schliessen, dass einerseits die Aufgabe des Mindestkurses durch die SNB am 15. Januar 2015 auch für Finanzfachleute nicht vorhersehbar gewesen sei und dass anderseits der tatsächliche Kursverlust des Euro gegenüber dem Schweizer Franken nicht vorhersagbar gewesen sei. Diese beiden Unwägbarkeiten resp. Unbekannten würden den Vorwurf der Beschwerdeführer an die Beschwerdegegnerin verbieten, wonach diese eine falsche Risikobeurteilung hinsichtlich des Wechselkursrisikos vorgenommen habe. Die Erwartung (nicht nur der Parteien), der Mindestkurs werde auf unabsehbare Zeit aufrechterhalten, habe sich nicht erfüllt. Wer eine Wette eingehe, könne nicht mit Sicherheit davon ausgehen, dass sich seine Erwartungen erfüllen würden.