Citation: 6B_1061/2023 E. B

Das Obergericht Appenzell Ausserrhoden sprach A.________ am 29. November 2022 der Vergewaltigung zum Nachteil von B.________ schuldig und verurteilte ihn zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 18 Monaten, unter Anrechnung der ausgestandenen Untersuchungshaft. Es verwies ihn ausserdem für sieben Jahre des Landes, ordnete die Ausschreibung der Landesverweisung im SIS an und verpflichtete ihn zur Zahlung einer Genugtuung an B.________ von Fr. 13'500.-- zzgl. Zins, wobei es die Zivilforderung im Übrigen auf den Zivilweg verwies. Den Antrag von A.________ auf Entschädigung der abgesessenen Untersuchungshaft wies es ab, soweit es darauf eintrat. Das Obergericht geht zusammengefasst von folgendem Sachverhalt aus: B.________ begab sich am 27. August 2019 abends in die Asylunterkunft am Bahnhof U.________, um mit einem Kollegen Shisha zu rauchen. Statt des Kollegen, der nicht anwesend war, traf sie auf A.________, mit dem sie in der Folge in seinem offenstehenden Zimmer Shisha rauchte und redete. Nachdem A.________ die Tür seines Zimmers von innen mittels eines vorzuschiebenden Riegels abgeschlossen und B.________ gefragt hatte, ob sie mit ihm Sex haben wolle, vollzogen sie miteinander den Geschlechtsverkehr. Dieser war in einer ersten Phase insoweit einvernehmlich, als dass B.________ nach anfänglicher Ablehnung ihre Meinung änderte und konkludent in die sexuellen Handlungen einwilligte. B.________ war während des Geschlechtsverkehrs indes nicht wohl bzw. es ging ihr dabei nicht gut. Als sie im Verlauf des Akts auf A.________ sass, stand sie vom Bett auf, lief sie zur von innen verschlossenen Tür und versuchte sie, diese zu öffnen. A.________ ging ihr nach, drang mit seinem Penis von hinten erneut in ihre Vagina ein und stiess sie auf das Bett zurück, um dort, trotz ihres mehrfach wiederholten Einwands "nei, bitte nöd", auf ihr liegend den Geschlechtsverkehr weiterzuführen. Aufgrund des Schocks wehrte sich B.________ nicht mehr weiter. Nachdem A.________ von ihr abgelassen hatte, zog sie sich an und verliess sie das Zimmer, ohne mit ihm sprechen zu wollen.