Citation: 4A_235/2023 E. B

Am 5. April 2017 reichte die Klägerin gegen die Beklagte beim Kantonsgericht Nidwalden Klage ein und beantragte, diese sei zu verpflichten, ihr Fr. 103'565.32 nebst Zins zu 5% seit 27. August 2015 zu bezahlen. Mit dem Teilbetrag von Fr. 71'061.12 machte die Klägerin diverse Schadensposten im Zusammenhang mit der Schimmelpilzbildung und der Vernichtung der Pfeffermühlen der Chargen-Nrn. 2315, 2815 sowie 3215 geltend. Den im Weiteren geforderten Teilbetrag von Fr. 32'504.20 begründete die Klägerin damit, dass die Beklagte den Vertrag mündlich auf den 30. April 2016 gekündigt habe, ohne sich an die vertragliche Kündigungsfrist von 24 Monaten zu halten. Durch die vorzeitige Beendigung sei ihr ein Schaden in der geforderten Höhe entstanden (nicht mehr nutzbare Etiketten, höhere Transportkosten). Die Beklagte trug auf Abweisung der Klage an und brachte eventualiter zwei Gegenforderungen von Fr. 22'617.15 und Fr. 17'455.--, je nebst Zins, zur Verrechnung. Das Kantonsgericht führte ein Beweisverfahren durch. Es holte antragsgemäss bei Prof. Dr. D.________ vom Institut E.________ der Hochschule F.________ ein gerichtliches Gutachten ein, das am 28. November 2019 erstattet wurde. Am 31. August 2020 beantwortete die Gutachterin diverse Ergänzungsfragen. Mit Urteil vom 3. Dezember 2021 wies das Kantonsgericht die Klage ab. Für einen Schadenersatzanspruch aus Werkvertrag im Zusammenhang mit dem Schimmelbefall fehle es am Nachweis der Vertragsverletzung und jedenfalls der natürlichen Kausalität. Ebenso verwarf es einen Entschädigungsanspruch wegen einer unzulässigen vorzeitigen Vertragsbeendigung. Dagegen gelangte die Klägerin an das Obergericht des Kantons Nidwalden mit dem Antrag auf Gutheissung der Klage. Dieses wies die Berufung mit Urteil vom 7. Februar 2023 ab. Es folgte dem Kantonsgericht betreffend beide Teilforderungen: Die Klägerin habe nicht bewiesen, dass der behauptete Schaden mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf ein vertragswidriges Verhalten der Beklagten zurückzuführen sei. Damit entfiel eine Prüfung der übrigen Haftungsvoraussetzungen, und die entsprechende Klageforderung wurde abgewiesen. Die darüber hinaus verlangte Entschädigung für Vorkehrungen im Hinblick auf eine Weitergeltung des Vertragsverhältnisses für mindestens 24 Monate scheiterte an der bestätigten Feststellung der Erstinstanz, dass sich die Parteien einvernehmlich auf eine vorzeitige Beendigung der Zusammenarbeit per Ende April 2016 geeinigt hätten.