Citation: 6B_608/2023 E. 2.5.3

2.5.3. Die Rüge der Beschwerdeführerin verfängt nicht. Die Berufung nach Art. 398 ff. StPO ist grundsätzlich ein reformatorisches Rechtsmittel und die Vorinstanz verfügt als Berufungsgericht über umfassende Kognition in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht (vgl. Art. 398 Abs. 2 und 3 StPO; BGE 141 IV 244 E. 1.3.3 mit Hinweisen; Urteil 6B_1388/2019 vom 30. November 2020 E. 3.1.2 mit Hinweis). Tritt das Berufungsgericht auf das Rechtsmittel ein, fällt es ein neues Urteil (Art. 408 StPO). Demnach beurteilt die Vorinstanz als Sachgericht, ob ein schwerer persönlicher Härtefall i.S.v. Art. 66a Abs. 2 StGB vorliegt, der zu einem Verzicht auf die Anordnung einer Landesverweisung führen würde. Dabei bemisst sie die privaten Interessen und das Vorliegen eines schweren persönlichen Härtefalls zu Recht anhand der persönlichen Lage zum Urteilszeitpunkt (vgl. dazu auch Urteil 6B_225/2023 vom 7. Juli 2023 E. 1.5.3 mit Hinweisen). Der Verweis der Beschwerdeführerin auf das Massnahmerecht erweist sich im Übrigen nicht als einschlägig. Die Beschwerdeführerin beschränkt sich darauf, die Berücksichtigung des Alters ihrer Tochter zum Urteilszeitpunkt zu kritisieren. Mit Bezug auf die übrigen von der Vorinstanz berücksichtigten Härtefallelemente erhebt sie keine weiteren Rügen (Art. 105 Abs. 1 BGG). Insbesondere setzt sie sich nicht mit den vorinstanzlichen Erwägungen auseinander, wonach es der Tochter zudem zumutbar wäre, die Mutter nach deren Vollzug der Strafe in die Dominikanische Republik zu begleiten. Im Übrigen wird die Vollzugsbehörde die familiäre Situation der Beschwerdeführerin zum Zeitpunkt des Vollzugs der Landesverweisung erneut beurteilen können. Soweit die Beschwerdeführerin zudem geltend macht, die Staatsanwaltschaft könnte mittels Beschwerde in Strafsachen die erneute Überprüfung des persönlichen schweren Härtefalls zu einem noch späteren Zeitpunkt erzwingen, so übersieht sie, dass das Bundesgericht kein Sachgericht ist und vielmehr an den vorinstanzlich festgestellten Sachverhalt gebunden ist (Art. 105 Abs. 1 BGG; vgl. BGE 148 IV 356 E. 2.1).