Citation: 5A_681/2018 E. 5.2.2

5.2.2. In der Folge prüft das Obergericht, ob es sich rechtfertige, dem Beschwerdegegner den Unterhalt wegen offensichtlicher Unbilligkeit in analoger Anwendung von Art. 125 Abs. 3 ZGB zu kürzen oder zu verweigern. Der dafür vorausgesetzte offenbare Rechtsmissbrauch bzw. krasse Fall sei nur mit grosser Zurückhaltung anzunehmen. Die geltend gemachten Vorfälle aus dem Herbst 2015 - die Wegweisung des Beschwerdegegners aus der ehelichen Liegenschaft und sein Kontaktverbot wegen angeblicher Drohung - würden jedenfalls nicht ausreichen, nicht zuletzt mit Blick auf den beschränkten Zeithorizont der vorsorglichen Massnahmen. Zudem werfe der Beschwerdegegner der Beschwerdeführerin seinerseits Psychoterror vor. Im Übrigen komme es auf das Verhalten bzw. Verschulden des Beschwerdegegners im Massnahmeverfahren gerade nicht an, so das Fazit des Obergerichts. Die Beschwerdeführerin wirft der Vorinstanz vor, ihre Ausführungen zu Art. 125 Abs. 3 ZGB "über weite Strecken pauschal als nichts zur Sache beitragend taxiert" und damit ihren Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt zu haben. Die Rüge geht fehl. Um den Vorgaben von Art. 29 Abs. 2 BV zu genügen, muss die Begründung so abgefasst sein, dass sich die betroffene Person über die Tragweite des angefochtenen Entscheids Rechenschaft geben und ihn in voller Kenntnis der Sache an die höhere Instanz weiterziehen kann (BGE 134 I 83 E. 4.1 S. 88; 133 III 439 E. 3.3 S. 445). Zu begründen ist das Ergebnis des Entscheides, das im Urteilsspruch zum Ausdruck kommt und das allein die Rechtsstellung der betroffenen Person berührt. Die Begründung ist also nicht an sich selbst, sondern am Rechtsspruch zu messen (Urteil 5A_382/2013 vom 12. September 2013 E. 3.1). Im konkreten Fall erklärt das Obergericht sehr wohl, weshalb es dem Beschwerdegegner den Unterhalt nicht in analoger Anwendung von Art. 125 Abs. 3 ZGB versagen will. Die Beschwerdeführerin ist mit dieser Entscheidfindung offensichtlich nicht einverstanden. Anstatt auf die vorinstanzlichen Erwägungen einzugehen, begnügt sie sich aber damit, den Sachverhalt aus ihrer Sicht zu schildern und am Schluss zu behaupten, die vorinstanzliche Beweiswürdigung verstosse gegen das Willkürverbot (Art. 9 BV). Darauf ist nicht einzutreten.