Citation: 1C_484/2014 E. 3.1

3.1. Streitgegenstand bildet die Frage, ob und inwiefern die Beschwerdeführerin gegenüber der Beschwerdegegnerin aufgrund der Enteignung der neuen Wilgutstrasse (Parzelle Nr. 1944) entschädigungspflichtig ist (Art. 26 Abs. 2 BV und § 16 des Enteignungsgesetzes des Kantons Luzern vom 29. Juni 1970 [kEntG; SRL 730]). Das Kantonsgericht und die Schätzungskommission bejahten zunächst die Entschädigungspflicht im Grundsatz und verwarfen das Argument der Beschwerdeführerin, die Forderung der Grundeigentümerin sei missbräuchlich. Hinsichtlich der Höhe der Entschädigung erwogen sie unter Verweis auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung, der Wert des Grundstücks, das bereits mit zahlreichen Fuss- und Fahrwegrechten belastet sei, bestimme sich vorliegend nach den Anwartschaften auf Einkaufsbeiträge für zu beteiligende Grundstücke (vgl. Urteile 1P.318/2001 vom 17. August 2001 E. 2, in: ZBGR 84/2003 S. 163; 1C_589/2012 vom 30. September 2013 E. 6.1; 1P.851/2005 vom 3. März 2006 E. 3.3; je mit Hinweisen). Dabei berücksichtigten sie, dass die frühere Eigentümerin der enteigneten Parzelle den Eigentümern der im Gebiet Wilgut/Bodenmatt gelegenen und über die alte Wilgutstrasse erschlossenen Wohnbauten zugesichert hatte, sie müssten an die neue Quartierstrasse keine Bau- oder Einkaufsbeiträge leisten. Eine Entschädigung für die Strassenbaukosten sei somit für die Parzellen Nrn. 1632, 158 und 311 zu leisten. Gestützt auf die Grundstücksfläche, die Zonenzugehörigkeit und Ausnützung ergebe sich für diese drei Parzellen ein Anteil von insgesamt Fr. 223'370.76 der Erstellungskosten von Fr. 622'104.--. Die Beschwerdeführerin ist der Ansicht, die Entschädigungspflicht entfalle bereits im Grundsatz aufgrund des rechtsmissbräuchlichen Vorgehens der Beschwerdegegnerin (vgl. E. 4 hiernach). Zudem kritisiert sie die Erwägungen der Vorinsanz betreffend die Anwartschaften auf Einkaufsbeiträge (vgl. E. 5 hiernach) und die Strassenerstellungskosten (vgl. E. 6 hiernach).