Citation: U 309/01 10.07.2002 E. 3

3.- Streitig und zu prüfen ist zunächst die natürliche Unfallkausalität der geklagten Beschwerden. a) Die Vorinstanz hat den natürlichen Kausalzusammenhang zwischen den physischen Leiden bzw. der das Beschwerdebild dominierenden Fibromyalgie und dem Unfall vom 14. September 1997 mangels organisch nachweisbarer Befunde insbesondere gestützt auf das Gutachten des Dr. med. M.________ vom 27. Dezember 1999 verneint. Hingegen wurde der natürliche Kausalzusammenhang in Bezug auf die festgestellten psychischen Beeinträchtigungen - und damit indirekt auch der Fibromyalgie als Folge dieser psychischen Beschwerden - bejaht. Diese Unterscheidung zwischen physischer und psychischer natürlicher Kausalität überzeugt jedoch nicht. b) Unbestritten und durch die medizinischen Akten erstellt ist, dass die Beschwerdeführerin an einer somatoformen Schmerzstörung mit klinischer Manifestation ähnlich einer Fibromyalgie, einer kombinierten Kopfschmerzsymptomatik sowie einer nunmehr subsyndromal ausgeprägten posttraumatischen Belastungsstörung in Form einer Anpassungsstörung und einer dissoziativen Störung leidet. Fraglich ist nun, wie es sich hinsichtlich der Unfallkausalität dieser gesundheitlichen Beeinträchtigungen, welche trotz organisch nicht nachweisbarer Befunde mindestens teilweise objektivierbar sind, verhält. c) Richtig ist zwar, dass Dr. med. M.________ den natürlichen Kausalzusammenhang zwischen Unfall und Fibromyalie in seinen gutachtlichen Schlussfolgerungen vom 27. Dezember 1999 nur für möglich bis wahrscheinlich hält - was dem erforderlichen Beweismass (vgl. Erw. 2 hievor) nicht genügt -, doch beschränkt er sich gemäss eigenen Angaben auf eine rein somatische Beurteilung, weshalb bei der Prüfung der natürlichen Kausalität nicht abschliessend darauf abgestellt werden kann. Für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhanges ist es ohne Bedeutung, ob es sich bei einem erhobenen Befund um eine physische oder eine psychische Unfallfolge handelt. Gerade Letzteres wird aber vom kantonalen Gericht zu Recht bejaht, denn mit Ausnahme von Dr. med. M.________, der als Rheumatologe einzig die somatischen Gesundheitsschäden begutachtete - allerdings unter Hinweis auf eine massive psychische Reaktion und den Verdacht auf eine posttraumatische Belastungsstörung -, ergibt sich aus den weiteren medizinischen Berichten, dass der Unfall vom 14. September 1997 mindestens als Teilursache der gesundheitlichen Störung und der damit verbundenen Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit betrachtet werden kann, was rechtsprechungsgemäss zur Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhanges genügt (BGE 119 V 338 Erw. 1 mit Hinweis). So hielt etwa Dr. med. B.________ in seinem Bericht vom 4. September 1998 fest, dass ein schweres posttraumatisches Zervikalsyndrom mit sämtlichen, den Fachleuten bekannten Folgeproblemen vorliege. Da die Patientin vor diesem Unfall weder psychisch noch somatisch krank gewesen sei, müsse der jetzige Zustand vollumfänglich und kausal auf das Unfallereignis vom 14. September 1997 zurückgeführt werden. Es sei nicht möglich, die psychischen und somatischen Beschwerden dieser Patientin aufzuteilen in Unfallfolgen und Krankheit. Dr. med. A.________ nahm mangels entsprechender Fragestellung mit Gutachten vom 28. April 1998 zum Kausalzusammenhang nicht ausdrücklich Stellung, machte aber für den ungünstigen, prolongierten Heilungsverlauf eine wesentliche psychische Überlagerung der körperlichen Unfallfolgen hauptverantwortlich. Auch im Austrittsbericht der Rehaklinik Z.________ vom 5. August 1998, samt psychosomatischem Konsilium der Dres. med. R.________ und K.________ vom 16. Juli 1998, wird zur Frage der Kausalität nicht speziell Stellung genommen, doch hielten die beteiligten Ärzte klar fest, dass die somatoforme Schmerzstörung mit klinischer Manifestation ähnlich einer Fibromyalgie in Zusammenhang mit einer posttraumatischen Belastungsstörung und einer dissoziativen Störung als Unfallfolge stehe. Im Lichte dieser medizinischen Angaben steht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit fest, dass es im Anschluss an den Unfall vom 14. September 1997 zu einer psychischen Fehlverarbeitung gekommen ist und dass sich - zumindest teilweise - als Folge dieser Beeinträchtigung ein Fibromyalgiesyndrom entwickelt hat. Die natürliche Kausalität zwischen dem Unfall vom 14. September 1997 und dem diagnostizieren Beschwerdebild ist daher zu bejahen.