Citation: 1C_128/2022 E. 3.2

3.2. Das Kantonsgericht legt dar, die Beschwerdeführerinnen seien sich seit langem bewusst gewesen, dass der Kanton spätestens nach Abschluss des Autobahnbaus den Rückbau der beiden Kieswerke verlangen würde. Anlässlich der Sitzung vom 21. August 2019 hätten die Vertreter des Kantons den Vertretern der Beschwerdeführerinnen unmissverständlich mitgeteilt, dass der Rückbau des unteren, alten Kieswerks bis Ende 2019 und der Rückbau des oberen, neuen Kieswerks bis Ende 2025 verlangt werden würde, unabhängig davon, ob und wann die Parteien sich auf einen anderen Standort für ein dauerhaftes Kieswerk einigen könnten. Die Beschwerdeführerinnen hätten einen anderen Standpunkt vertreten, sich gegen die Fristen für den Rückbau ausgesprochen und verlangt, dass ein Ersatzstandort für den Betrieb eines dauerhaften Kieswerks zur Verfügung stehen müsse, bevor der Rückbau angeordnet werde. Über die Absichten des Kantons hätten sie sich jedoch nicht im Zweifel befinden können. Hinsichtlich der Vormeinungen verschiedener kantonaler Dienststellen, die der Staatsrat zum Gesuch der Beschwerdeführerinnen um Weiterbetrieb der beiden bestehenden Kieswerke eingeholt habe, liege hingegen eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör vor. Da diese Vormeinungen entscheidrelevant gewesen seien, hätte sie der Staatsrat den Beschwerdeführerinnen vor der Entscheidfällung zustellen müssen oder sie zumindest über deren Eingang informieren müssen. Diese Verletzung habe jedoch im kantonsgerichtlichen Verfahren geheilt werden können, da die Akteneinsicht nachträglich gewährt worden sei und das Kantonsgericht die Rügen der Beschwerdeführerinnen mit freier Kognition prüfen könne.