Citation: 8C_481/2018 E. 4.2.2

4.2.2. Zahlt keine andere Taggeldversicherung mehr, so kommt Art. 28 Abs. 4 AVIG demzufolge als Koordinationsnorm nicht mehr zur Anwendung. Dazu findet sich im Schrifttum erwähnt, dass Art. 28 Abs. 4 AVIG einerseits sowie Art. 25 Abs. 3 UVV (und Art. 73 Abs. 1 KVG) anderseits ein schlüssiges, auf einander abgestimmtes Leistungssystem ergeben. Dabei werden insbesondere weder Vorleistungspflichten festgelegt, noch bestehen sonstige Koordinationsbestimmungen (Ueli Kieser, a.a.O., ARV 2012 S. 231, 234). Der Beschwerdeführer war ab 16. August 2017 zu 50 % arbeitsfähig, also bereit und in der Lage, eine Teilzeitbeschäftigung mit einem Pensum von 50 % anzunehmen. Deshalb gilt er für die im Streit stehende Zeit als Teilarbeitsloser im Sinne von Art. 10 Abs. 2 lit. a AVIG (vgl. E. 3.1 hiervor). Nur in Bezug auf diese 50%ige Teilarbeitslosigkeit hat die Arbeitslosenversicherung Leistungen zu erbringen. Eine Unsicherheit über die Leistungspflicht einer anderen Taggeldversicherung führt mangels einer entsprechenden Koordinationsregelung nicht bereits zu einer Vorleistungspflicht der Arbeitslosenkasse. Letztere hat folglich die Arbeitslosenentschädigung zu Recht gestützt auf den hälftigen versicherten Verdienst ausgerichtet.