Citation: 2C_468/2020 E. 6.3

6.3. Der Befund, dass beim Beschwerdeführer eine nicht unerhebliche Rückfallgefahr besteht, wird - wie die Vorinstanz in bundesrechtskonformer Weise erkannt hat - nicht zuletzt durch die Risikoabklärung der Abteilung für forensisch-psychologische Abklärungen vom 5. September 2018 gestützt, wurde doch dabei gemäss den bindenden Feststellungen im angefochtenen Urteil ein moderates bis hohes Risikopotential festgestellt. Zwar wurde im Rahmen dieser Risikoabklärung von einer günstigen risikorelevanten Beeinflussbarkeit ausgegangen und beruft sich der Beschwerdeführer auf neuere, aktenkundige Berichte der Strafvollzugsbehörden, welche nach seiner Darstellung ein "absolut klagloses Verhalten" und "legalprognostisch umfassend positive Umstände" attestieren sollen (Beschwerde, S. 13 f.). Daraus lässt sich aber nichts zugunsten des Beschwerdeführers ableiten: Straf- und Ausländerrecht verfolgen unterschiedliche Zielsetzungen: Ausländerrechtlich steht der Sicherheitsaspekt im Vordergrund, strafrechtlich die verschuldensabhängige Sanktionierung verpönten Verhaltens und die Reintegration des Täters (Urteile 2C_410/2018 vom 7. September 2018 E. 5.4.5; 2C_935/2017 vom 17. Mai 2018 E. 3.4). Die Ausländerbehörden sind nicht an die Einschätzung der Strafbehörden hinsichtlich der Rückfallgefahr gebunden - auch wenn sie diese sinnvollerweise in ihre Beurteilung miteinbeziehen werden -, da das Ausländerrecht zum Schutz der Gesellschaft hinsichtlich des noch hinzunehmenden Risikos strengere Anforderungen stellt als das Strafrecht (BGE 140 I 145 E. 4.3 S. 150; 137 II 233 E. 5.2.2 S. 536 f.). Die Vorinstanz hat sich im angefochtenen Entscheid bereits mit dem Einwand des Beschwerdeführers, er habe sich im Strafvollzug einwandfrei verhalten, ausführlich auseinandergesetzt (E. 4.2.3 des angefochtenen Urteils). Es ist dabei in bundesrechtskonformer Weise zum Schluss gekommen, dass angesichts der Schwere des vom Beschwerdeführer begangenen Gewaltdelikts die im Rahmen der Risikoabklärung festgestellte günstige risikorelevante Beeinflussbarkeit und eine positive Entwicklung im Straf- und Massnahmevollzug nichts an der Einschätzung änderten, dass ein nicht hinzunehmendes Risiko für eine erneute Straffälligkeit bestehe. Angesichts der genannten, im Vergleich zum Strafrecht strengeren ausländerrechtlichen Anforderungen betreffend das noch zu akzeptierende Risiko durfte die Vorinstanz auch als entscheidend erachten, dass sich einer aktenkundigen Verfügung der Bewährungs- und Vollzugsdienste vom 10. März 2020 nicht entnehmen lässt, dass vom Beschwerdeführer keine Gefahr mehr ausgeht (wie mehrfache Hinweise auf diese Verfügung im angefochtenen Urteil zeigen, hat die Vorinstanz im Übrigen - anders als der Beschwerdeführer vor dem Bundesgericht suggeriert - nicht [allein und] entscheidend auf die ältere Risikoabklärung der Abteilung für forensisch-psychologisc he Abklärungen vom 5. September 2018 abgestellt). Auch wenn sich der Beschwerdeführer während des Strafvollzuges korrekt verhalten hat, darf dies nach der bundesgerichtlichen Praxis nicht überbewertet werden (vgl. Urteile 2C_159/2017 vom 9. Februar 2018 E. 2.2.2.1; 2C_764/2013 vom 15. April 2014 E. 3.2 mit Hinweisen). Zu berücksichtigen ist im Zusammenhang mit der Beurteilung der Rückfallgefahr nämlich auch, dass der Beschwerdeführer erst vor kurzem aus dem bedingten Strafvollzug entlassen wurde; eine längere Zeit, während welcher er sich seit Verbüssung der Strafe bewährt hat, kann er sich daher nicht anrechnen lassen.