Citation: 1P.378/2000 23.10.2000 E. 3

3.- a) Der Beschwerdeführer wirft dem Obergericht vor, die Entsiegelung lasse sich auf keinen ausreichenden Tatverdacht stützen und sei im angefochtenen Entscheid nicht genügend begründet. Damit rügt er die Beweiswürdigung des Obergerichts. Bei der Beurteilung von Fragen der Beweiswürdigung beschränkt sich das Bundesgericht auf eine Willkürprüfung (BGE 126 I 112 E. 3b S. 116; 124 I 208 E. 4a; zum Willkürbegriff: BGE 125 I 166 E. 2a S. 168; 125 II 129 E. 5b S. 134 und 10 E. 3a mit Hinweisen). Folglich bleibt zu prüfen, ob es im Ergebnis haltbar ist, den Beschwerdeführer gestützt auf die im Entsiegelungsverfahren herangezogenen Verfahrensakten des Steuerbetrugs resp. der Teilnahmehandlungen zu verdächtigen. b) Im Steuerkonzept vom 25. September 1992 unterbreitete der Beschwerdeführer den Herren B.________, D.________, K.________ und L.________ Vorschläge, wie sie eine vom SBV bzw. der UBS für das Frühjahr 1993 erwartete Entschädigung (Finders Fee, Retrozession von Kommissionen, etc.) von Fr. 400'000.-- für eine Tätigkeit im Zusammenhang mit der damaligen G.________ & Partner AG möglichst steuerfrei vereinnahmen könnten. Die erwähnten Herren sind Alleinaktionäre der E.________ Holding AG, welche zu 95 % die damalige G.________ & Partner AG beherrschte. Der Beschwerdeführer führte in seinem Konzept aus, eine direkte Auszahlung an die E.________ Holding AG könne nicht zum erwünschten Ziel der Steuerfreiheit führen, da das Holdingprivileg mit Bezug auf nicht holdingspezifische Einkünfte bereits ausgereizt sei. Konkret empfahl er B.________, die E.________ Holding AG eine Tochtergesellschaft mit Sitz in Luxemburg gründen zu lassen, und dieser ihrerseits eine Offshore-Gesellschaft in Jersey beizugeben, an welche die Entschädigung dann überwiesen werden könnte. Letztere könne den Betrag steuerfrei vereinnahmen und ihn anschliessend quellensteuerfrei an die Luxemburger Gesellschaft ausschütten, welche ebenfalls keine Ertragssteuern bezahlen müsse. Diese wiederum könne die Entschädigung als Dividende ohne Quellensteuerabzug an die E.________ Holding AG ausschütten, wodurch die Begünstigten im Endergebnis keine Steuereinbussen erleiden würden. Unter dem Titel "Empfohlenes Vorgehen" rät der Beschwerdeführer, bei den beiden neu zu gründenden Gesellschaften keine Schweizer als Verwaltungsräte in Erscheinung treten zu lassen, um jeden Anschein einer Verbindung zur Schweiz zu vermeiden. Zudem sollte der Zahlungsauftrag an die Bank möglichst nicht auf schriftlichem Weg erfolgen. c) Das Obergericht ist nicht in Willkür verfallen, wenn es die im Konzept enthaltene Empfehlung des künstlichen Zwischenschaltens von ausländischen Handelsgesellschaften sowie die erwähnten Hinweise für das dabei zu wählende Vorgehen als konkrete Anzeichen für Steuerbetrug gewertet hat. In seinen ausführlich begründeten Erwägungen weist es auf zahlreiche weitere Umstände hin, die bei objektiver Betrachtung einen Tatverdacht nahelegen und unbestrittenermassen aktenkundig sind. Erwähnt sei hier die Tatsache, dass die E.________ Holding AG am 16. Oktober 1992 die E.________ Investment SA mit Sitz in Luxemburg gründete, wobei deren Verwaltungsräte noch am Gründungstag B.________ eine Alleinvollmacht erteilten. Weiter fällt auf, dass als Offshore-Gesellschaft der E.________ Investment SA die Firma I.________ Ltd. gegründet wurde und diese am 3. November 1992 einen Kontostand von rund US$ 429'000.-- aufwies. Die daraus gezogene Schlussfolgerung, das Konzept des Beschwerdeführers sei von B.________ und seinen Geschäftspartnern - zumindest in den Grundzügen - verwirklicht worden, ist haltbar. Der Einwand, die Überweisung an die I.________ Ltd. stamme nicht (direkt) vom SBV bzw. der UBS, vermag den Tatverdacht nicht zu entkräften, zumal der Beschwerdeführer keine konkreten Hinweise auf die Herkunft dieser Überweisung gegeben hat. Das Obergericht durfte deshalb auf die vom Beschwerdeführer verlangten zusätzlichen Beweisvorkehren mit der Begründung verzichten, diese würden am für das Entsiegelungsverfahren relevanten Beweisergebnis nichts ändern. Insgesamt ist es demnach nicht zu beanstanden, dass das Obergericht beim Beschwerdeführer den Betrugsverdacht bejaht hat.