Citation: 1C_98/2022 E. 3.2

3.2. Zum Gebäude Hochstrasse 3 führte der Stadtrat gestützt auf das denkmalpflegerische Gutachten des Amtes für Städtebau vom 6. Mai 2019 Folgendes aus: Das Wohnhaus mit Baujahr 1844 zähle zu den frühen Vertretern der Baumeisterhäuser. Es sei für den Landwirt und ehemaligen Gemeindepräsidenten von Oberstrass, Conrad Boller, erstellt worden, nachdem der Vorgängerbau durch einen Brand zerstört worden sei. Nach Bollers Tod im Jahr 1848 sei das Haus durch Heirat seiner Tochter in den Besitz der Familie Ottiker, Bauunternehmer, gelangt, die fünf Jahre später ins neu erbaute Ottikergut gezogen sei. Nach vielen Besitzerwechseln sei das Haus Anfang des 20. Jahrhunderts in den Besitz der Lehrerfamilie Scherrer gekommen, in deren Eigentum es bis zum Erwerb durch die jetzige Eigentümerschaft im Jahr 2015 geblieben sei. Das zweigeschossige Wohnhaus mit Satteldach liege giebelständig zur Hochstrasse, der alten Verbindungsstrasse zwischen den Gemeinden Oberstrass und Fluntern. Es sei umgeben von grossvolumigeren Mehrfamilienhausgruppen im Heimatstil, welche zwischen 1913 und 1916 entstanden seien. Beim rund 70 Jahre älteren Wohnhaus Hochstrasse 3 sei die regelmässige Anordnung der Fenster, die an der strassenseitigen Giebelfassade eng beieinanderstünden und in den Hauptgeschossen gerade Verdachungen aufwiesen, dem klassizistischen Formenkanon zuzuordnen. Im Inneren wiesen mehrere Räume vollständiges Wand- und Deckentäfer und Einbauschränke auf, die mit grosser Wahrscheinlichkeit aus der Bauzeit von 1844/45 stammten. Das Haus habe einen für damalige Verhältnisse eher überdurchschnittlichen Ausbaustandard besessen, was wohl dem sozialen Status des Bauherrn, des ehemaligen Gemeindepräsidenten, entsprochen habe.