Citation: 2A.370/2001 19.09.2001 E. 1

1.- a) Mit Verfügung vom 30. November 1998 ordnete das Regierungsstatthalteramt Thun den Vollzug einer dem algerischen Staatsangehörigen X.________ auferlegten strafrechtlichen Landesverweisung an. Auf eine Ausschaffungshaft wurde dabei ausdrücklich verzichtet. Mit Eingabe vom 22. August 2001 unterbreitete der Ausländer- und Bürgerrechtsdienst der Kantonspolizei Bern dem Haftgericht III Bern-Mittelland "gemäss beiliegender Haftanordnung des Regierungsstatthalteramts Thun" den Antrag, X.________ in Ausschaffungshaft zu nehmen. Am 23. August 2001 prüfte und bestätigte die Haftrichterin 2 am Haftgericht III Bern-Mittelland die Haft. b) Mit handschriftlicher Eingabe vom 30. August 2001 in französischer Sprache wandte sich X.________ an das Bundesgericht und äusserte sich unter anderem gegen die Haft. Der Präsident der II. öffentlichrechtlichen Abteilung des Bundesgerichts eröffnete daraufhin ein Verfahren der Verwaltungsgerichtsbeschwerde in der Haftsache. Das Haftgericht III Bern-Mittelland schloss in seiner ersten Stellungnahme vom 4. September 2001 auf Abweisung der Beschwerde. Mit Schreiben vom 5. September 2001 teilte der Migrationsdienst des Kantons Bern dem Bundesgericht mit, die Ausschaffungshaft sei vom Regierungsstatthalteramt Thun angeordnet worden, da sie auf der dem Beschwerdeführer auferlegten Landesverweisung beruhe, weshalb das genannte Regierungsstatthalteramt und nicht der Migrationsdienst zur Vernehmlassung einzuladen sei. Das Regierungsstatthalteramt Thun liess sich am 10. September 2001 in dem Sinne vernehmen, dass es sich nicht als zuständig erachte, habe es doch die Ausschaffungshaft nicht angeordnet. Das Bundesamt für Ausländerfragen reichte innert Frist keine Vernehmlassung ein, stellte jedoch dem Bundesamt für Flüchtlinge eine Kopie der Beschwerdeschrift zu, woraufhin dieses aufgrund der darin ebenfalls angerufenen asylwesentlichen Umstände unverzüglich ein Asylverfahren eröffnete. Am 11. September 2001 wurde das Asylgesuch offenbar abgewiesen. c) Mit Verfügung vom 12. September 2001 zog der Instruktionsrichter in Erwägung, dass nach vorläufiger Prüfung der Akten die Haftgenehmigung anscheinend ergangen sei, ohne dass im Sinne von Art. 13c Abs. 1 ANAG durch die zuständige kantonale Behörde erstinstanzlich Haft angeordnet worden sei. Alle Verfahrensbeteiligten erhielten die Gelegenheit, sich nochmals zur Sache zu äussern. Mit Eingabe vom 17. September 2001 verzichtete das Haftgericht III Bern-Mittelland auf eine Stellungnahme, hielt aber doch fest, es sei offenbar übersehen worden, dass vom Haftrichter "die Versetzung in Ausschaffungshaft innert 96 Stunden nach deren Anordnung zu überprüfen" sei. In seiner Vernehmlassung vom 17. September 2001 unterstrich der Migrationsdienst des Kantons Bern nochmals, er habe die Haft nicht angeordnet und sei deshalb in der Sache nicht zuständig. Das Regierungsstatthalteramt Thun liess sich innert gesetzter Frist nicht mehr vernehmen. Auch der Beschwerdeführer nahm die Gelegenheit nicht wahr, sich nochmals zur Sache zu äussern.