Citation: 6B_776/2016 E. 2.5.1

2.5.1. Für die Qualifikation des Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB ist die gewaltsam angestrebte Vermögensverschiebung das wesentliche Kriterium. Dieses "Vermögen" beinhaltet zugleich den bereicherungsrechtlichen Gegenstand oder die Bereicherung. In der vorliegenden Konstellation stellen sich keine Abgrenzungsfragen unter diesem Gesichtspunkt, da sich die Absicht der Bereicherung in der tatsächlich beabsichtigten Aneignung manifestiert. Deshalb wird die Frage einer "Bereicherungsabsicht" beim Raub regelmässig nicht aufzuwerfen sein, soweit sich nicht Abgrenzungsfragen stellen. Hier war etwa ein blosser Entreissdiebstahl (vgl. BGE 133 IV 207 E. 4.4 ff.) von vornherein auszuschliessen, da die Opfer verprügelt wurden. Um Wertungswidersprüche zu vermeiden, ist einerseits zu beachten, dass selbst für die qualifizierte Begehung des Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 4 StGB Eventualvorsatz ausreicht (BGE 117 IV 427 E. 3b/aa; Urteil 6B_28/2016 vom 10. Oktober 2016 E. 4.3). Andererseits lässt die Mindeststrafandrohung von Art. 140 Ziff. 1 StGB (180 Tagessätze Geldstrafe) keine Bedenken aufkommen, weil Raub eine qualifizierte Nötigung beinhaltet (BGE 133 IV 207 E. 4.3.2).