Citation: 1P.616/2001 08.02.2002 E. 2.1

Wie sich aus den Akten ergibt, fuhr der Beschwerdeführer am 16. November 1998 (um ca. 13.35 Uhr) mit seinem Personenwagen VW Golf auf der Gebertschwilerstrasse Richtung Flawil. Bei der Einmündung nach rechts in die vortrittsberechtigte St. Gallerstrasse (Fahrtrichtung Flawil) musste er den signalisierten Vortritt gewähren. Auf der St. Gallerstrasse kam ihm ein Sattelschlepper mit Anhänger (in Fahrtrichtung Gossau) entgegen. Dem Sattelzug folgte A.________ in ihrem Personenwagen Opel Corsa. Sie beabsichtigte, den Sattelschlepper (vor der Einmündung, beim Weiler Oberglatt, etwa auf der Höhe des Signals "Aufhebung der Geschwindigkeitsbegrenzung von 60 km/h") zu überholen. Die kantonalen Instanzen erachteten als erwiesen, dass der Beschwerdeführer beim Annähern an die St. Gallerstrasse zuerst nach rechts geschaut und den herannahenden Sattelzug erblickt habe. Er habe sodann den Fahrtrichtungsanzeiger nach rechts gestellt und nach links geschaut. Als er von links keinen herannahenden Verkehr erkannte, sei er langsam in die St. Gallerstrasse (Fahrtrichtung Flawil) eingebogen. Dabei habe er den von rechts (auf seiner Fahrspur) herannahenden Opel Corsa von A.________ übersehen, welche bereits mit dem Überholen des Sattelzuges begonnen hatte. Trotz Bremsmanöver von A.________ sei es zur Kollision mit dem Fahrzeug des Beschwerdeführers gekommen. In der Folge habe der Opel Corsa auch noch die linke Vorderseite des Sattelschleppers touchiert. Der Opel sei dadurch ins Schleudern geraten, habe sich um die eigene Achse gedreht und sei schliesslich auf der rechten Strassenseite in Gegenfahrtrichtung mit Totalschaden zum Stillstand gekommen. 2.2 Im angefochtenen Entscheid wird unter anderem erwogen, der Einzelrichter habe sich bereits ausführlich mit den Einwendungen des Beschwerdeführers befasst, wonach die Beweisunterlagen von der Polizei "gefälscht" (bzw. die Mittelspurlinie der Gebertschwilerstrasse falsch skizziert und Bremsspuren "verschoben") worden seien. Zum einen seien diese Vorbringen "für die rechtliche Beurteilung" des Unfalles "nicht von Belang". Zum andern handle es sich bei den fraglichen Skizzen im Polizeirapport nicht um exakte und massstabsgetreue Darstellungen der Unfallsituation. Unbegründet sei auch der Vorwurf, das Unfallgutachten des Sachverständigen des Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamtes St. Gallen sei unfachmännisch erstellt und gehe von falschen tatsächlichen Voraussetzungen aus. Insbesondere habe das Gutachten verschiedene Unfallablaufvarianten geprüft, darunter auch diejenige, die der Sachdarstellung des Beschwerdeführers entspricht. Ein Unfallhergang, wie er vom Beschwerdeführer dargelegt werde, könne gestützt auf die schlüssigen Ausführungen des Sachverständigen ausgeschlossen werden. 2.3 Demgegenüber bringt der Beschwerdeführer vor, das Kantonsgericht habe die "beanzeigten Sachverhalte nicht untersucht". Statt dessen sei "bloss eine Stellungnahme der Vorinstanz eingeholt" worden. Das Verhalten der kantonalen Behörden verletzte das rechtliche Gehör (Art. 29 Abs. 1 und 2 BV), das Willkürverbot (Art. 9 BV) sowie die "bundesrechtlichen Vorschriften über die Abgrenzung der sachlichen Zuständigkeit der Behörden" (im Sinne von Art. 84 Abs. 1 lit. d OG). In der Beschwerde wird insbesondere geltend gemacht, die Sachverhaltsdarstellung der rapportierenden Polizeibeamten sei falsch. Diese hätten das Kollisionsfeld und die Bremsspuren am Unfallort "gefälscht". Namentlich seien die "Mittellinie und Bremsspuren um ca. drei Meter zu Ungunsten" des Beschwerdeführers "verschoben" worden. Gestützt darauf sei ein fehlerhaftes Unfallgutachten erstellt worden. "Die groben Fälschungen" müssten "als vorsätzlich" und ihre Akzeptanz durch die kantonalen Instanzen "als möglicherweise strafbares Handeln beurteilt werden". Die kantonalen Behörden hätten bei der Beweiswürdigung jegliche "Mitschuld oder eventuell alleinige Schuld der zweiten Unfallbeteiligten" ausser Acht gelassen.