Citation: 8C_843/2015 E. 4.2

4.2. Zutreffen mag zwar, dass die Beschwerdegegnerin selbst erst nach Beizug ihres Rechtsvertreters in der gegen die Verfügung vom 5. Mai 2014 gerichteten Einsprache vom 19. Mai 2015 ausdrücklich erwähnte, dass ihre Körperschädigungen beim Skifahren im Tiefschnee ausgelöst worden seien, weil die Skis und damit die Unterschenkel bis zum Knie die vom Oberkörper vorgenommene Drehung nicht mitvollzogen, weil der unerwartet schwere Tiefschnee dies verhinderte. Bereits der Auskunft des Spitals C.________ vom 16. Januar 2014, wo es noch am Unfalltag zu einer notfallmässigen Einlieferung gekommen war, ist jedoch zu entnehmen, dass das inkriminierte Geschehen beim Skifahren im Tiefschnee aufgetreten ist. Davon musste auch der nunmehr Beschwerde führende Unfallversicherer Kenntnis haben. Dass das Skifahren in schwerem Tiefschnee weder in der vom Arbeitgeber der Beschwerdegegnerin erstatteten Bagatellunfall-Meldung UVG vom 30. Januar 2014 noch in der am 5. Februar 2014 von der Beschwerdegegnerin selbst abgegebenen "Hergangs-Schilderung" als Auslöser der zugezogenen Körperschädigungen genannt wurde, mag seine Erklärung ohne weiteres darin finden, dass der im Fragebogen für Antworten freigelassene Raum lediglich eine sehr knappe Auskunft ermöglichte, in welcher die Bedeutung des Fahrens in schwerem Tiefschnee für die Leistungspflicht der Unfallversicherung aus nachvollziehbaren Gründen entgangen sein konnte. Der Beschwerdegegnerin allein deswegen vorzuwerfen, nicht schon in der "Aussage der ersten Stunde" darauf hingewiesen zu haben, ist nicht gerechtfertigt. Vielmehr sind die nachträglichen Ergänzungen zum Geschehensablauf am 16. Januar 2014 in der Einsprache vom 19. Mai 2015 und der dem kantonalen Gericht eingereichten Beschwerde wie im angefochtenen Entscheid als nicht zu bemängelnde Präzisierungen zu akzeptieren. Dabei spielt die damalige Beschaffenheit des Schnees nach dem in vorstehender E. 3.2 Gesagten für die Beurteilung der Leistungspflicht des Unfallversicherers letztlich gar keine ausschlaggebende Rolle. Auch bei gelockertem, leichterem Tiefschnee (Pulverschnee) kann es bei der grundsätzlich als gegeben anzunehmenden Gefahrenlage mit - beim Drehen in einer Kurve - gesteigertem Gefährdungspotenzial zu einer unfallähnlichen Knieverletzung im Sinne von Art. 9 Abs. 2 UVV kommen. Nicht weiter einzugehen ist auf die nachträgliche Behauptung, die Skis seien im Tiefschnee "steckengeblieben". Diese Schilderung vermöchte allenfalls die Frage nach einem - allerdings gar nicht geltend gemachten - eigentlichen Unfallereignis im Sinne von Art. 4 ATSG aufzuwerfen. Wie es sich diesbezüglich verhielte, kann jedoch dahingestellt bleiben, nachdem jedenfalls eine unfallähnliche Körperschädigung als gegeben zu betrachten ist.