Citation: U 372/02 05.06.2003 E. 6.2

6.2.1 Im Bericht vom 16. April 2003 führte Dr. med. R.________ aus, die heutigen Beschwerden seien mit grosser Wahrscheinlichkeit immer noch auf den Unfall vom 17. Februar 1993 zurückzuführen. Die damalige Röntgenuntersuchung der HWS habe keinerlei degenerative Veränderungen und einzig eine Anomalie in Form einer Stummelrippe C7 links ergeben. Die Versicherte habe vor diesem Unfall keinerlei Kopf- und Nackenschmerzen beklagt. Wegen den persistierenden Beschwerden sei die MRI-Untersuchung vom 1. Oktober 2002 veranlasst worden. Diesem Befund komme keine grosse Bedeutung zu. Einzig von Bedeutung erscheine der Nachweis einer leichten Osteochondrose auf dem betroffenen Segment, die früher beim initialen Röntgenbild am Tag des Unfalls nicht nachweisbar gewesen sei. Indirekt könnte somit die unfallbedingte Bandscheibenschädigung diese vielleicht erst später entstandene Diskusprotrusion bis Herniation verursacht haben. Dr. med. F.________ legte im Bericht vom 29. April 2003 dar, die MRI der HWS vom 1. Oktober 2002 habe eine degenerative Läsion unisegmental auf dem Niveau C5/C6 gezeigt. Nach seiner persönlichen Erfahrung und manchen Meinungen in der Literatur spreche ein unisegmentaler Befall im Zusammenhang mit einem Unfall höchstwahrscheinlich für eine traumatische und nicht rein degenerative Ätiologie. Es sei ihm zur Zeit unmöglich, einen Literaturnachweis beizubringen. 6.2.2 Wenn Dr. med. R.________ und Dr. med. F.________ die Bandscheibenschädigung als (teilweise) unfallbedingt qualifizieren, kann dem nicht gefolgt werden. Dr. med. R.________ weist mit den Formulierungen "könnte" und "vielleicht" auf blosse Möglichkeiten hin, was dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 125 V 195 Erw. 2 mit Hinweisen) nicht genügt. Im Weiteren entspricht es einer medizinischen Erfahrungstatsache im Bereich des Unfallversicherungsrechts, dass praktisch alle Diskushernien bei Vorliegen degenerativer Bandscheibenveränderungen entstehen. Ein Unfallereignis fällt nur ausnahmsweise als eigentliche Ursache einer Diskushernie in Betracht, nämlich wenn es von besonderer Schwere und geeignet ist, eine Schädigung der Bandscheibe herbeizuführen, und wenn die Symptome der Diskushernie (vertebrales oder radikuläres Syndrom) unverzüglich auftreten und eine sofortige Arbeitsunfähigkeit zur Folge haben; in den übrigen Fällen wird eine Diskushernie durch einen Unfall lediglich ausgelöst, nicht aber verursacht (RKUV 2000 U Nr. 379 S. 193; Urteil S. vom 29. Oktober 2002 Erw. 5.1, U 22/01). Diese Voraussetzungen sind vorliegend nicht erfüllt, zumal die beiden Unfälle vom 17. Februar 1993 und 14. Dezember 1995 nur als mittelschwer im Grenzbereich zu den leichten Unfällen qualifiziert wurden. Auf Grund der konkreten Umstände anlässlich der Unfälle kann eine derart massive Gewalteinwirkung auf die Wirbelsäule, die als traumatische Ursache für eine Diskushernie hätte in Frage kommen können, ausgeschlossen werden. 6.3 Unbehelflich ist schliesslich die Berufung der Versicherten auf den Bericht der Physiotherapeutin V.________ vom 12. Januar 2003, da er keine relevanten Angaben zur Unfallkausalität der angegebenen Beschwerden beinhaltet.