Citation: I 611/00 29.03.2001 E. 3

3.- a) Verwaltungsverfügungen sind nicht ausschliesslich auf Grund ihres Wortlauts, sondern nach ihrem tatsächlichen rechtlichen Bedeutungsgehalt zu verstehen (BGE 120 V 497 Erw. 1a mit Hinweisen). Zu prüfen ist deshalb, welche Rechtsfolge die IV-Stelle mit der Verfügung vom 7. Mai 1998 anordnen wollte. b) Der Antrag des Berufsberaters, auf welchen die Verfügung zurückgeht, hatte auf "Kostengutsprache für eine Umschulung zum Sozialpädagogen" gelautet, wobei diese Umschulung einerseits Vorpraktika vom 17. März 1998 bis September 1999 in verschiedenen Institutionen und andererseits die 3jährige Voll-Ausbildung zum Sozialpädagogen an einer Schule für Sozialpädagogik von September 1999 bis September 2002 umfassen sollte. Der zuständige Sachbearbeiter erklärte, er unterstütze grundsätzlich die Umschulung gemäss Antrag des Berufsberaters. Vorläufig seien berufliche Massnahmen in Form der notwendigen Praktika bis September 1999 zu übernehmen. Die weiteren Schritte würden zugesprochen, sobald bekannt sei, in welcher Schule der Versicherte die Ausbildung zum Sozialpädagogen absolvieren werde. Die Verfügung stimmt mit dem entsprechenden Antrag des Sachbearbeiters überein. Aus dieser Entstehungsgeschichte wird deutlich, dass die IV-Stelle die Voraussetzungen einer Umschulung zum Sozialpädagogen als erfüllt beurteilte und die 3jährige Ausbildung und die vorbereitenden Praktika als Einheit betrachtete. Insbesondere bestand nicht die Absicht, die Voraussetzungen des Anspruchs auf Umschulung zum Sozialpädagogen nach der Absolvierung der Praktika - und unter Zugrundelegung des dannzumal erzielbaren Verdienstes - neu zu prüfen. Mit der rechtskräftigen Verfügung vom 7. Mai 1998 wurde dem Beschwerdeführer demzufolge neben den vorbereitenden Praktika auch die Vollausbildung zum Sozialpädagogen zugesprochen, letzteres unter der Bedingung, dass die Zulassung zur Ausbildung sowie die Ausbildungsstätte feststehen müssten. Diese Interpretation drängt sich auch auf Grund des Wortlauts der Verfügung auf. Sie wird durch die Verfügungen vom 11. Januar 1999 und vom 21. Juni 1999, welche im Hinblick auf die Absolvierung einer Schule für Sozialpädagogik ergingen, zusätzlich gestützt.