Citation: 1P.42/2002 17.04.2002 E. 4

4.1 Nach § 50 Abs. 1 PBG umfassen die Kernzonen "schutzwürdige Ortsbilder wie Stadt- und Dorfkerne oder einzelne Gebäudegruppen, die in ihrer Eigenart erhalten oder erweitert werden sollen". Nach Art. 11 Abs. 1 BZO haben in Kernzonen Neu- und Umbauten "in Grösse, kubischer Gestaltung, Fassade, Material, Farbe und Umgebungsgestaltung der bestehenden, das Ortsbild prägenden Überbauung zu entsprechen". Abs. 2 dieser Bestimmung verlangt für Hauptgebäude Satteldächer in ortsüblicher Ausgestaltung. 4.2 Das Verwaltungsgericht hat im angefochtenen Entscheid erwogen, in der Kernzone Unterdorf seien Bauten anzutreffen, die von ihrer Gestaltung her nicht in eine Kernzone gehörten; das treffe insbesondere etwa für das vermutlich aus den 60er-Jahren stammende Coop-Gebäude an der Klotenerstrasse zu. Sodann zeugten die in jüngerer Zeit erstellten Neubauten in der näheren Umgebung des Baugrundstücks von einer äusserst weitgehenden Auslegung der Kernzonenvorschriften, die an der Grenze dessen liege, was durch den Zonenzweck noch gedeckt sei. So wichen die dem Baugrundstück gegenüberliegenden Mehrfamilienhäuser Opfikonerstrasse 3 und 5 hinsichtlich kubischer Gestaltung deutlich von den ortsüblichen rechteckigen Grundrissen und einfachen Kubaturen ab, wie sie typischerweise bei der Liegenschaft Opfikonerstrasse 1 beobachtet werden könnten und wie sie in der Kernzone Unterdorf nach wie vor vorherrschten. Sowohl die erwähnten Mehrfamilienhäuser als auch die südwestlich an das Baugrundstück angrenzenden Reiheneinfamilienhäuser würden zudem Querdächer und damit Dachformen aufweisen, die an der Grenze dessen lägen, was noch als Satteldach mit ortsüblicher Ausgestaltung im Sinne von Art. 11 Abs. 2 BZO bezeichnet werden könne. Hingegen entsprächen die weiteren Bauten in der näheren Umgebung des Baugrundstücks hinsichtlich kubischer Gestaltung und Dachform den Kernzonenvorschriften ohne weiteres; ein schutzwürdiges Ortsbild, wie es nach § 50 Abs. 1 PBG durch die Kernzonenvorschriften erhalten oder erweitert werden solle, sei von der Struktur her noch zu erkennen. Insgesamt bleibe die Kernzone Unterdorf ungeachtet einiger Fehlleistungen noch durch Bauten mit zurückhaltender kubischer Gliederung und einfacher, traditioneller Fassadengestaltung geprägt. Sodann liege dem Baugrundstück schräg gegenüber die als ursprüngliches Bauernhaus weitgehend unverfälscht erhaltene Liegenschaft Opfikonerstrasse 1. Die Feststellung der Vorinstanz, die bauliche Umgebung des Baugrundstücks zeichne sich durch ein kernzonentypisches Erscheinungsbild aus, erweise sich somit als zutreffend. Ebenso habe der Augenschein bestätigt, dass dem Bauvorhaben wegen seiner Stellung am Eingang in die Kernzone eine besondere Bedeutung zukomme. Nach Art. 11 Abs. 1 BZO hätten Neubauten in der Kernzone in Grösse, kubischer Gestaltung, Fassade, Material, Farbe und Umgebungsgestaltung der bestehenden, das Ortsbild prägenden Überbauung zu entsprechen. Die Vorinstanz habe daher am fraglichen Bauplatz zu Recht eine einfache und zurückhaltende Gestaltung des Baukörpers verlangt. Das Bauprojekt mit seinem vielfach verwinkelten Grundriss werde bereits dieser Anforderung nicht gerecht. Zwar treffe es zu, dass die Mehrfamilienhäuser an der Opfikonerstrasse 3 und 5 sowie die südwestlich an das Baugrundstück stossenden Reiheneinfamilienhäuser ähnliche Gestaltungselemente verwendeten wie das Bauprojekt; insbesondere wiesen sie ebenfalls rückwärtige Quersegmente auf. Der Beschwerdeführer verkenne jedoch, dass sein Baugrundstück wesentlich exponierter liege und zudem bei seinem Projekt auch das rückwärtige Segment mit den zahlreichen Ecken so gestaltet sei, dass es schon für sich allein dem Gebot einer einfachen und ruhigen Gestaltung widerspreche. Jedenfalls gehe die Zergliederung des Baukörpers weit über das hinaus, was zur Belichtung von Wohnräumen in den Dachgeschossen und zur Schaffung eines zeitgemässen Wohnkomforts notwendig sei. Solche Anliegen würden zudem nicht von den besonderen Gestaltungsanforderungen der Kernzone entbinden. Ähnliches gelte für die strassenseitige Fassade, die wegen ihrer zahlreichen, zufällig anmutenden Abstufungen der herkömmlichen Überbauung noch deutlich schlechter entspreche als die der gegenüberliegenden Mehrfamilienhäuser Opfikonerstrasse 3 und 5. Das strassenseitig fast durchgängig grossflächig verglaste Erdgeschoss lasse eine Rücksichtnahme auf die für das Ortsbild typische Bebauung nicht erkennen, ebenso wenig wie die Dachgestaltung mit ihrem wuchtigen rückseitigen Querdach, welche nicht den Eindruck eines ortsüblichen Satteldachs erwecke. Zwar verfüge auch die gegenüberliegende Mehrfamilienhausliegenschaft über ein Querdach, doch trete dieses wesentlich zurückhaltender in Erscheinung. Der Vorinstanz könne kein Eingriff in das Auslegungsermessen der Gemeinde vorgeworfen werden, wenn sie dafür gesorgt habe, dass die kommunalen Kernzonenvorschriften so ausgelegt würden, dass ihre Anwendung mit dem durch § 52 (recte: 50) Abs. 1 PBG umschriebenen Zonenzweck vereinbar bleibe. 4.3 Der Beschwerdeführer wirft dem Verwaltungsgericht vor, es gehe in aktenwidriger Weise davon aus, in der Kernzone Unterdorf seien ungeachtet einiger Fehlleistungen rechteckige Gebäudegrundrisse, einfache Kubaturen und traditionelle Fassadengestaltung vorherrschend. Das als Beleg für die erhalten gebliebene Bausubstanz angeführte ehemalige Bauernhaus an der Opfikonerstrasse 1 sei ein Unikat; das unmittelbare und weitere Umfeld des Baugrundstücks sei geprägt durch Bauten mit unterschiedlichsten Kubaturen und architektonischer Gestaltung. Entlang der Opfikonerstrasse seien an allen Gebäuden - mit Ausnahme des eben erwähnten Bauernhauses - rückwärtige Quersegmente angebaut. Der Gemeinderat Bassersdorf habe in seiner Vernehmlassung an die Baudirektion denn auch klar zum Ausdruck gebracht, er betrachte Querfirste als adäquat für die Belichtung von Wohnräumen in Dachgeschossen. Offensichtlich falsch sei zudem die Feststellung, das Baugrundstück liege am Eingang der Kernzone. Aufgrund von Art. 11 Abs. 1 BZO könne von ihm nur verlangt werden, seine Baute in gestalterischer Hinsicht dem Charakter der Umgebung anzupassen. Das Verwaltungsgericht sei daher in Willkür verfallen, indem es ihn auf einen "herkömmlichen Bauernhausstil" mit einfachem rechteckigem Grundriss und ruhiger Fassadengestaltung verpflichten wolle und all die Bauten modernen und modernsten Zuschnitts, die das bauliche Umfeld prägten, als "Fehlleistungen" abtue, die den dörflichen Charakter der Kernzone nicht tangierten. Ihm zu verbieten, was all seinen Nachbarn in den vergangenen Jahren erlaubt worden sei, nämlich die Realisierung einer modernen Baute, welche mit Balkonen und grosszügigen Fensterflächen den heutigen Anforderungen an ein komfortables Wohnen genüge, sei mit der Eigentumsgarantie nicht vereinbar.