Citation: 5A_430/2023 E. 3.3

3.3. Nachdem die Vorinstanz den Parteien in Bezug auf die eingeholten Berichte der Beiständin und der sozialpädagogischen Fachperson das rechtliche Gehör gewährte, zeigte sie ihnen mit Verfügung vom 17. Januar 2023 den Übergang des Berufungsverfahrens in die Phase der Urteilsberatung an (siehe Sachverhalt, Bst. B.b). Damit waren die Parteien mit neuen Tatsachenbehauptungen und Beweismitteln ausgeschlossen (oben E. 3.1). Aber auch die Vorinstanz war ab diesem Zeitpunkt nicht mehr verpflichtet, von Amtes wegen neue Tatsachen und Beweismittel zu berücksichtigen (vgl. WILLISEGGER, in: Basler Kommentar, Zivilprozessordnung, 3. Aufl. 2017, N. 46 zu Art. 229 ZPO), denn der Novenausschluss ab Beginn der Urteilsberatung gilt unabhängig von der Geltung der uneingeschränkten Untersuchungsmaxime (zit. Urteil 5A_654/2022 E. 3.2; oben E. 3.1). Etwas anderes könnte allenfalls dann gelten, sollte die Urteilsberatung, wie dies der Beschwerdeführer geltend macht, unangemessen lange gedauert haben. Im Grundsatz zutreffend leitet der Beschwerdeführer für den vorliegenden Fall insbesondere aus der stufenweisen Regelung des persönlichen Verkehrs durch die Erstinstanz und die damit vorhersehbaren Entwicklungen der persönlichen Beziehung zwischen Vater und Sohn eine relativ kurz zu bemessende Dauer der Urteilsberatung ab. Schliesslich ist das Gericht gehalten, den Übergang in die Beratungsphase erst in dem Zeitpunkt mittels Verfügung festzulegen, in dem es sich auch tatsächlich mit dem Dossier befasst, so dass die Berufungssache zügig durchberaten und innert dem Fall angemessener Frist durch Berufungsentscheid zum Abschluss gebracht wird (BGE 142III 413 E. 2.2.5). Eine Urteilsberatung von ca. 3,5 Monaten ist aber - unter Willkürgesichtspunkten - vorliegend nicht zu beanstanden (als nicht unangemessen erachtete das Bundesgericht eine Urteilsberatung von sechs Monaten [Urteil 4A_538/2017 vom 21. Dezember 2017 E. 4.4.4] bzw. eine solche von rund drei Monaten [BGE 142 III 413 E. 2.2.7]; vgl. auch Urteil 5A_389/2022 vom 29. November 2022 E. 4.2 für eine ca. drei Monate andauernde Urteilsberatung, die Dauer wurde allerdings nicht in Frage gestellt). Schliesslich sei noch darauf hingewiesen, dass die Vorinstanz zwar von Amtes wegen auf ihre Verfügung vom 17. Januar 2023 hätte zurückkommen und das Beweisverfahren wieder hätte öffnen können, insbesondere, um in der Zwischenzeit eingetretene Tatsachen zu berücksichtigen (BGE 138 III 788 E. 5; zit. Urteil 5A_654/2022 E. 3.2). Darauf haben die Parteien jedoch keinen Anspruch (BGE 143 III 272 E. 2.3.2 in fine mit Hinweisen). Nicht beantwortet werden muss die Frage, ob der Vorinstanz - selbst wenn die Dauer der Urteilsberatung sich als zu lange erweisen würde - vorliegend eine Verletzung der uneingeschränkten Untersuchungsmaxime überhaupt vorgeworfen werden könnte, denn schliesslich trifft die Parteien auch bei Geltung dieser Maxime eine Mitwirkungspflicht und ist es an ihnen, das Gericht über den Sachverhalt zu unterrichten und auf die greifbaren Beweismittel hinzuweisen (BGE 140 I 285 E. 6.3.1; Urteil 5A_463/2022 vom 22. Mai 2023 E. 6.5.1). Über die (angeblich) eingetretenen Entwicklungen des persönlichen Verkehrs hat der Beschwerdeführer die Vorinstanz aber unstreitig nicht informiert.