Citation: 8C_693/2021 E. 4.7

4.7. Rechtsprechungsgemäss sei der Arbeitgeber verpflichtet, nach Lösungen zu suchen, die eine Aufrechterhaltung des Arbeitsverhältnisses ermöglichten (Urteil 4A_384/2014 vom 12. November 2014 E. 4.2.2). Allerdings spreche das Alter nur in ausgesprochenen Ausnahmesituationen und bei krassem Missverhältnis der entgegenstehenden Interessen für die Bejahung einer Missbräuchlichkeit der Kündigung (ULLIN STREIFF/ADRIAN VON KAENEL/ROGER RUDOLPH, Arbeitsvertrag, Praxiskommentar zu Art. 319-362 OR, 7. Aufl. 2012, S. 1006 f.). Bejaht worden sei die Missbräuchlichkeit etwa im Falle eines Heizungsmonteurs, der nach 44 Dienstjahren wenige Monate vor der Pensionierung ohne vorherige Anhörung entlassen worden sei (BGE 132 III 115). Eine vergleichbare Situation liege hier nicht vor. Der Beschwerdegegner habe sich im Übrigen bemüht, durch Umgestaltung des Arbeitsverhältnisses eine Fortdauer der Beschäftigung zu ermöglichen. Zur Kündigung sei es erst gekommen, als der Beschwerdeführer der vorgeschlagenen Zielvereinbarung nicht habe zustimmen wollen. Insgesamt könne dem Vorwurf der Missbräuchlichkeit der Kündigung nicht gefolgt werden. Den geltend gemachten Aspekten könne aber bei der Bemessung der Entschädigung und Genugtuung Relevanz zukommen.