Citation: 6B_492/2010 16.07.2010 E. 2.1

2.1.1 Die Vorinstanz erwägt, der Beschwerdeführer habe unbestrittenermassen am 21. Januar 2010 zwei Drittel seiner Strafe verbüsst, womit die zeitliche Voraussetzung gemäss Art. 86 Abs. 1 StGB für eine bedingte Entlassung erfüllt sei. Ebenso habe er sich im Strafvollzug anständig und korrekt verhalten, weshalb ihm ein gutes Führungszeugnis ausgestellt worden sei, was zu seinen Gunsten gewertet werden könne. Der Entscheid über die bedingte Entlassung hänge daher einzig vom Fehlen einer ungünstigen Legalprognose als weiterer Voraussetzung für die bedingte Entlassung ab. Diese Prognose über das künftige Wohlverhalten sei im Rahmen einer Gesamtwürdigung zu bilden, die neben dem Vorleben und der Persönlichkeit des Beschwerdeführers vor allem dessen neuere Einstellung zu seinen Taten, seine allfällige Besserung und die nach der Entlassung zu erwartenden Lebensverhältnisse berücksichtige (angefochtenes Urteil, S. 10 f.). 2.1.2 Zutreffend habe die erste Instanz auf die zahlreichen Vorstrafen des Beschwerdeführers hingewiesen. Das deliktische Verhalten habe sich ab 2003 merklich intensiviert. Trotz verschiedener strafrechtlicher Verurteilungen und teilweise einschlägiger Vorstrafen habe er sich nicht vom Delinquieren abhalten lassen. Zudem sei er schon zweimal bedingt aus dem Strafvollzug entlassen worden (per 31. Mai 2006 und 24. Dezember 2008) und beide Male innert kürzester Zeit nach der bedingten Entlassung wiederum einschlägig rück- und straffällig geworden, was ungünstig zu gewichten sei. Die erste Instanz habe daher die Rückfallgefahr zu Recht als stark erhöht eingeschätzt. Der Tragweite der zahlreichen und erheblichen Vorstrafen sowie der über Jahre hinweg anhaltenden gewerbsmässigen Delinquenz könne der Beschwerdeführer nichts Substantielles entgegenhalten. Trotz des Eingeständnisses seines Fehlverhaltens erscheine fraglich, inwieweit er sich einsichtig oder reuig zeige, zumal er seine Delikte im Rahmen der verschiedenen Haftentlassungsgesuche verharmlosend dargestellt habe und in der Eigenwahrnehmung eine Bagatellisierungstendenz offenbare, was ebenfalls ungünstig zu werten sei (angefochtenes Urteil, S. 14 ff.). 2.1.3 Die zu erwartenden persönlichen und beruflichen Aussichten nach der Entlassung aus dem Strafvollzug sowie die Zukunftsperspektiven seien völlig vage und ungewiss, er bleibe konkrete und belegte Angaben schuldig. Die Bereitschaft, in der Klinik Königsfelden eine stationäre Therapie in Angriff zu nehmen, erscheine unter anderem aufgrund seiner Flucht aus der Klinik am 15. Februar 2009 zweifelhaft. Es bleibe unklar, wie er seinen Lebensunterhalt auf legalem Weg bestreiten könne. Insgesamt habe er wenige konkrete Vorstellungen betreffend seine zukünftigen Lebenspläne. Aus dem Verhalten im Strafvollzug allein könne jedenfalls nicht abgeleitet werden, der Beschwerdeführer habe eine positive Persönlichkeitsentwicklung durchgemacht und sei willens, sich von seiner kriminellen Vergangenheit zu verabschieden und sich eine legale Existenz aufzubauen (angefochtenes Urteil, S. 19). 2.1.4 Es lasse sich nicht mit Bestimmtheit klären, ob die Gefahr mit der Vollverbüssung der Freiheitsstrafe abnehmen, gleich bleiben oder zunehmen werde. Weder die bisherigen Verurteilungen noch der Strafvollzug hätten den Beschwerdeführer allerdings von weiterer Delinquenz abhalten können, womit feststehe, dass die Gefährdung im Falle einer bedingten Entlassung erheblich wäre. Mögliche Rückfalltaten wögen schwer, so dass auch ein geringes Rückfallrisiko nicht in Kauf genommen werden könne, obwohl nicht das Rechtsgut Leib und Leben gefährdet erscheine. Aufgrund einer Gesamtbeurteilung der Umstände verletze die Verweigerung der bedingten Entlassung Art. 86 Abs. 1 StGB nicht (angefochtenes Urteil, S. 20).