Citation: 8C_458/2019 E. 5.1

5.1. Die Vorinstanz erwog, aus der Verfügung vom 30. Oktober 2015 gehe mit hinreichender Klarheit hervor, dass der Rentenberechnung ein massgebendes durchschnittliches Jahreseinkommen von Fr. 47'940.- zu Grunde liege. Sie erachtete es aber als zweifelhaft, ob von der Versicherten tatsächlich erwartet werden konnte, bei Erhalt dieser Verfügung zu prüfen, auf welchem durchschnittlichen Jahreseinkommen die zugesprochene Rente beruht. Mit Verweis auf das Urteil des Bundesgerichts 8C_353/2018 vom 26. Juli 2018 (SVR 2019 IV Nr. 6 S. 18) hielt sie fest, das durchschnittliche Jahreseinkommen hänge von einer Vielzahl variabler Parameter (Beitragsdauer; Rentenskala; Einfluss der Heirat/Scheidung; Eintritt eines Risikofalls beim Ehepartner; Karrierezuschlag) ab. Es handle sich dabei demnach nicht einfach um den Durchschnitt der effektiv erzielten Einkommen. Weiter stellte das kantonale Gericht fest, in der Verfügung vom 30. Oktober 2015 fänden sich keinerlei Erläuterungen zum Begriff des massgebenden durchschnittlichen Jahreseinkommens sowie zu dessen Berechnung und Bedeutung für die Rentenhöhe. In der Verfügung würden ausserdem zwei verschiedene Einkommen verwendet: In ihrem ersten Teil werde ein massgebendes durchschnittliches Jahreseinkommen von Fr. 47'940.- genannt und im zweiten Teil ein Valideneinkommen auf der Grundlage eines Jahreseinkommens von Fr. 50'700.- berechnet. Beide Einkommen würden sich im ähnlichen Rahmen bewegen und lägen über dem von der Versicherten tatsächlich erzielten Lohn. Für eine in sozialversicherungsrechtlichen Fragen nicht speziell geschulte Person sei keineswegs einfach nachzuvollziehen, dass für die Berechnung des durchschnittlichen Jahreseinkommens die tatsächlichen Jahreseinkommen massgebend seien, während zur Berechnung des Valideneinkommens in der Regel auf das zuletzt erzielte Einkommen abgestellt werde. Dies gelte umso mehr für die gesundheitlich beeinträchtige Beschwerdegegnerin, welche über keine abgeschlossene Berufslehre verfüge. Die Vorinstanz verneinte schliesslich eine grobe Nachlässigkeit der Beschwerdegegnerin bezüglich des unrechtmässigen Leistungsbezugs. Diese habe vielmehr auf die Richtigkeit der von der Verwaltung vorgenommenen Berechnung vertrauen dürfen. Eine grobfahrlässige Plfichtverletzung könne ihr nicht vorgeworfen werden. Der gute Glaube sei demnach zu bejahen.