Citation: 9C_550/2016 E. 4.1

4.1. Hinsichtlich der von der Beschwerdeführerin als nicht ausgewiesen betrachteten rezidivierenden kurzen depressiven Störung, derzeit schwergradig ausgeprägt, berichtete der psychiatrische Gutachter, es zeige sich eine kontinuierlich vorhandene depressive Symptomatik, die er als Dysthymie werte. Die depressiven Einbrüche, die im Sinne einer rezidivierenden, kurzen depressiven Störung auftreten würden, seien schwergradig ausgeprägt. Neben innerlicher Angespanntheit, Hoffnungslosigkeit, leichter Dysphorie, Gereiztheit und herabgesetzter Vitalgefühle erkannte er Durchschlafstörungen, eine Selbstwertproblematik, deutlich ausgeprägten Libidoverlust, einen deutlich sozialen Rückzug, leichte Freudlosigkeit sowie eine latente Suizidalität. Damit liegen durchaus verschiedene Anhaltspunkte vor, die dafür sprechen, dass die depressiven Einbrüche, welche gemäss der Expertise typischerweise Stunden bis Tage andauern würden, als schwergradig ausgeprägt erachtet werden können. Auf jeden Fall kann von offensichtlicher Unrichtigkeit (E. 1.1 in fine) keine Rede sein, zumal die psychiatrische Exploration von der Natur der Sache her nicht ermessensfrei erfolgen kann und dem oder der medizinischen Sachverständigen deshalb praktisch immer einen gewissen Spielraum eröffnet, innerhalb welchem verschiedene Interpretationen möglich, zulässig und im Rahmen einer Exploration lege artis zu respektieren sind (vgl. statt vieler Urteil 9C_353/2015 vom 24. November 2015 E. 4.1; vgl. zum Ganzen Urteil 9C_634/2015 vom 15. März 2016 E. 6.1). Die von der Vorinstanz auf der Grundlage dieses Gutachtens getroffene Tatsachenfeststellung zum Schweregrad der rezidivierenden kurzen depressiven Störung erscheint folglich bundesrechtskonform. Gestützt auf diese für das Bundesgericht verbindliche Feststellung (E. 1.1) kann der hier vorliegenden Diagnose aufgrund der schwergradigen Ausprägung eine invalidisierende Wirkung nicht mit der Begründung abgesprochen werden, es handle sich nur um kurze Episoden.