Citation: 5A_677/2022 E. 4.4.2

4.4.2. Diesbezüglich erwog das Obergericht, vor Regionalgericht habe die Beschwerdeführerin die Verjährung zwar geltend gemacht, indessen ohne sich auch nur ansatzweise zum Beginn des Fristenlaufs zu äussern. Das Regionalgericht habe daher zu Recht erwogen, dass die Verjährungseinrede bereits an der genügenden Substanziierung scheitere. Ausserdem lasse sich aus dem Umstand, dass C.________ der Vater des Beschwerdegegners sei, nicht ohne weiteres schliessen, dass dieser von Beginn weg Kenntnis von dessen Unterbringungen in der Liegenschaft gehabt habe. Der Beschwerdegegner habe damals nicht mehr in der Liegenschaft gewohnt und das Verhältnis zur Beschwerdeführerin sei konfliktgeladen gewesen, weshalb nicht von einem regelmässigen Dialog zwischen den Parteien ausgegangen werden könne. Ob und wie häufig der Beschwerdegegner Kontakt zu seinem Vater gepflegt habe, sei völlig unklar. In den Akten fänden sich keine konkreten Anhaltspunkte dafür, dass der Beschwerdegegner bereits während der Vermietung an C.________ davon Kenntnis gehabt habe. Im Übrigen habe die Verjährungsfrist für die gesamte Forderung erst nach dem Ende der Vermietung zu laufen begonnen. Selbst in der Annahme, dass der Beschwerdegegner bereits während der Vermietung Kenntnis davon gehabt habe, hätte er die Verjährung mit Einreichung des Schlichtungsgesuchs vom 26. Februar 2018 für die gesamte Forderung rechtzeitig unterbrochen. Das Schlichtungsgesuch sei hierfür präzise genug gewesen, müsse die verletzte Person doch bei der Geltendmachung des Anspruchs noch nicht ziffernmässig genau wissen, wie hoch der Schaden beziehungsweise die Forderung sei. Nachdem der Beschwerdegegner durch die Klageantwort Kenntnis von den Mietzinseinnahmen von Fr. 4'500.-- erlangt habe, habe er sein Rechtsbegehren Nr. 4 im ersten Parteivortrag entsprechend präzisiert. Demnach habe das Regionalgericht die Verjährung der Forderung aus verschiedenen Gründen zu Recht verneint.