Citation: 5A_901/2017 E. 2.3

2.3. Die kantonalen Instanzen ordnen Eheschutzmassnahmen im summarischen Verfahren an (Art. 254 ZPO). Von aufwendigen Beweismassnahmen sollen sie daher grundsätzlich absehen (Urteile 5A_236/2016 vom 15. Januar 2018 E. 4.5.1.2; 5A_112/2014 vom 11. Juli 2014 E. 1.3). Unbesehen darum hat das Obergericht auch mit Blick auf die Regelung der Obhut ein Fachgutachten eingeholt. Wie jedes Beweismittel unterliegen auch Gutachten der freien richterlichen Beweiswürdigung. In Sachfragen soll das Gericht aber nur aus triftigen Gründen von einer gerichtlichen Expertise abweichen. Die Würdigung der Beweise und die Beantwortung der sich stellenden Rechtsfragen ist Aufgabe des Gerichts. Dieses hat zu prüfen, ob sich aufgrund der übrigen Beweismittel und der Vorbringen der Parteien ernsthafte Einwände gegen die Schlüssigkeit der gutachterlichen Darlegungen aufdrängen. Erscheint ihm die Schlüssigkeit eines Gutachtens in wesentlichen Punkten zweifelhaft, hat es nötigenfalls ergänzende Beweise zur Klärung dieser Zweifel zu erheben. Das Abstellen auf eine nicht schlüssige Expertise bzw. der Verzicht auf die gebotenen zusätzlichen Beweiserhebungen kann gegen das Verbot der willkürlichen Beweiswürdigung verstossen (BGE 142 IV 49 E. 2.1.3; 141 IV 369 E. 6.1; 138 III 193 E. 4.3.1).