Citation: 9C_641/2013 E. 2.2.2

2.2.2. Das Vorliegen eines adäquaten Kausalzusammenhangs ist nicht strittig. Hingegen bringt der Beschwerdeführer vor, die Ausgleichskasse trage ein Mitverschulden am entstandenen Schaden. Obwohl die Firma U.________ GmbH während längerer Zeit nur schleppend Sozialversicherungsbeiträge einbezahlt habe, habe die Verwaltung sehr lange zugewartet, bis eine Schadenssumme von Fr. 75'880.15 entstanden sei. Indessen hätte sie den Umfang des Schadens bereits anfangs des Jahres 2010 weitestgehend erkennen müssen. Die Herabsetzung der Schadenersatzpflicht setzt voraus, dass die Ausgleichskasse elementare Vorschriften des Beitragsbezugs verletzt (BGE 122 V 185 S. 189), was etwa bei unbegründetem Verzicht auf Betreibungshandlungen und verordnungswidriger Gewährung eines Zahlungsaufschubs (Urteile H 142/03 vom 19. August 2003 E. 5.5 und H 290/95 vom 18. Dezember 1996 E. 3) oder bei längerdauerndem Unterlassen von Inkassoschritten (Urteile H 90/00 vom 20. Juni 2001 E. 5 und H 37/00 vom 21. November 2000 E. 6) zutrifft. Hier indes hat die Ausgleichskasse die geschuldeten Beiträge über den gesamten interessierenden Zeitraum hinweg kontinuierlich in Rechnung gestellt und mit betreibungsrechtlichen Mitteln eingefordert. Abgesehen davon verhält sich der Beschwerdeführer widersprüchlich, wenn er einerseits geltend macht, er habe die Lohnzahlungen vorrangig behandeln dürfen, und anderseits der Ausgleichskasse vorwirft, sie habe das Inkasso der Sozialversicherungsbeiträge nicht nachdrücklich genug verfolgt. Ein Mitverschulden der Beschwerdegegnerin fällt nicht in Betracht.