Citation: 1C_300/2022 E. 3.3

3.3. Wie die Vorinstanz in Auseinandersetzung mit der bundesgerichtlichen Rechtsprechung korrekt ausführt, stellt ein Krankheitszustand dann ein unverschuldetes, zur Wiederherstellung führendes Hindernis dar, wenn und solange er jegliches auf die Fristwahrung gerichtetes Handeln verunmöglicht (BGE 119 II 86 E. 2a; Urteile 5A_280/2020 vom 8. Juli 2020 E. 3.1.2 und E. 3.2; 2C_1031/2013 vom 26. Mai 2014 E. 5.3 mit Hinweisen auf die Kasuistik; NICCOLO GOZZI, in: Basler Kommentar ZPO, 3. Aufl. 2017, N. 20 zu Art. 148 ZPO). Bei der Prüfung des Verschuldens müssen namentlich auch die persönlichen Verhältnisse der gesuchstellenden Partei berücksichtigt werden, wobei von einem Rechtsanwalt oder einer Rechtsanwältin ein grösseres Mass an Sorgfalt erwartet werden kann. Diese müssen sich so organisieren, dass Fristen oder Termine grundsätzlich auch im Falle ihrer krankheitsbedingten Verhinderung gewahrt bleiben (BGE 119 II 86 E. 2a, Urteil 5A_280/2020 vom 8. Juli 2020 E. 3.1.2; NICCOLO GOZZI, a.a.O., N. 11 und N. 20 zu Art. 148 ZPO).