Citation: 4A_614/2014 E. 11.5.1

11.5.1. Zwar hätten die Parteien bei der Vertragsänderung im Juli/August 2008 einen Preis von USD 1'020.--, d.h. einen Abzug von USD 30.--/MT vereinbart, aber nur für die damals feststehende Menge von 592.85 MT, was lediglich 8 % der Gesamtlieferung entsprochen habe. Dieser von ihr akzeptierte geminderte Preis sei nicht objektiv bestimmt gewesen, sondern habe ihrerseits auf einer Mischrechnung beruht, da sie davon ausgegangen sei, der restliche Stahl sei vertragskonform. Das zeige sich auch darin, dass sie eine von der Klägerin anlässlich des Treffens vom 19. September 2008 offerierte Preisreduktion von USD 1,4 Mio. nicht angenommen habe. Massgeblich sei vielmehr ein Stahlschrottpreis im Zeitpunkt der Lieferung von USD 547.--/MT. Sie rügt zudem, die Berechnungsweise der Vorinstanz verstosse gegen Art. 50 CISG. Selbst wenn mit der Vorinstanz lediglich von einem Minderwert von USD 30.--/MT ausgegangen werde, würde bei korrekter Berechnung nicht ein geminderter Kaufpreis von USD 1'020.-- resultieren. In der Verhältnisrechnung gemäss Art. 50 CISG sei nämlich der objektive Marktwert im Lieferungszeitpunkt einzusetzen. Dieser entspreche nicht dem Verkaufspreis (USD 1'050.--). Der objektive Wert gemäss der von der Vorinstanz selber als korrekt beurteilten Marktpreiszusammenstellung sei im August 2008 USD 1'163.-- gewesen. Daraus resultiere ein geminderter Kaufpreis von USD 920.89 (USD 1'050.-- x USD 1'020.-- / USD 1'163.--).