Citation: 5F_11/2015 E. 4.3

4.3. Die Gesuchstellerin begründet ihr Revisionsgesuch mit der Tatsache, dass der Gesuchsgegner im Zeitpunkt ihrer Heirat (1995) bereits verheiratet war. Sie stützt ihre Tatsachenbehauptung auf die Kopien eines Eheregisterauszugs vom 12. Juni 1989 (Gesuchsbeilage Nr. 4) und eines Heiratszertifikats vom 15. September 2000 (Gesuchsbeilage Nr. 5), aus denen hervorgeht, dass ein "B.________" eine "C.________" am 12. Juni 1989 geheiratet hat. Die Vorbringen für sich allein sagen unmittelbar nichts zum entscheiderheblichen Ehewillen. Sie vermögen auch als Indizien in Verbindung mit dem festgestellten ehewidrigen Verhalten des Gesuchsgegners (E. 3) nicht von einem fehlenden Ehewillen zu überzeugen. Dagegen sprechen, dass das eheliche Zusammenleben fast sieben Jahre gedauert hat und aus der bereits vier Jahre vor der Heirat eingegangenen Beziehung zwei Söhne hervorgegangen sind (Bst. A). Es bedürfte somit gewichtigerer Indizien, um vorliegend auf einen fehlenden Ehewillen zu schliessen (vgl. dagegen zu einer eindeutigen Indizienbeweislage: BGE 98 II 1 E. 2c S. 7 f.; 113 II 472 E. 1 S. 473).