Citation: 6B_582/2021 E. 4.6

4.6. Zweifelhaft erscheint schliesslich, ob unter den gegebenen Umständen die (faktische) Fahrzeughaltereigenschaft des Beschwerdeführers - wie die Vorinstanz meint - ein "weiteres Indiz" für dessen Täterschaft darstellen kann. Wohl kann das Gericht nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung bei einem Strassenverkehrsdelikt, das von einem nicht eindeutig identifizierbaren Fahrzeuglenker begangen worden ist, im Rahmen der Beweiswürdigung ohne Verletzung der Unschuldsvermutung zum Schluss gelangen, der Halter habe das Fahrzeug selber gelenkt, wenn dieser die Tat bestreitet und sich über den möglichen Lenker ausschweigt (siehe jüngst Urteil 6B_235/2021 vom 29. Juli 2021 E. 2.3.2 mit Hinweisen). Indessen weist der Beschwerdeführer zu Recht darauf hin, dass er sich bei seiner Weigerung, die angeblich fahrende Drittperson zu nennen, anlässlich der Einvernahme vom 23. Januar 2018 nicht lediglich auf sein allgemeines Aussageverweigerungsrecht, sondern auf ein Zeugnis verweigerungsrecht berufen hat. Ob die Weigerung, die Drittperson zu nennen, bei dieser Sachlage überhaupt in die Beweiswürdigung einfliessen darf, kann jedoch letztlich offenbleiben. Denn aus der Formulierung des Entscheids ergibt sich, dass die Vorinstanz diesem Element bloss untergeordnete Bedeutung zugemessen hat.