Citation: 1B_60/2009 01.04.2009 E. 2

2.1 Der Beschwerdeführer bestreitet als erstes den dringenden Tatverdacht der versuchten vorsätzlichen Tötung. Er habe wesentliche Elemente der Anklage bestritten. Dennoch habe die Anklagekammer die Anklage zugelassen und sei auf seine Einwände nicht eingegangen. Selbst für den Fall, dass das Geschworenengericht ihn als schuldig erachten sollte, könnte ihm einzig eine einfache Körperverletzung zur Last gelegt werden. Da er seit dem 7. September 2007 inhaftiert sei, drohe die Gefahr der Überhaft. 2.2 Gemäss § 58 Abs. 1 Ziff. 1 StPO ist die Anordnung und Fortdauer der Untersuchungshaft unter anderem zulässig, wenn der Angeschuldigte eines Verbrechens oder Vergehens dringend verdächtigt wird und aufgrund bestimmter Anhaltspunkte Kollusionsgefahr ernsthaft zu befürchten ist. Die Untersuchungshaft ist durch mildere Massnahmen zu ersetzen, sofern sich der Haftzweck auch auf diese Weise erreichen lässt (§ 58 Abs. 4 i.V.m. § 72 f. StPO). Unter den gleichen Voraussetzungen ist die Anordnung und Aufrechterhaltung der Sicherheitshaft zulässig (§ 67 Abs. 2 Satz 1 StPO). 2.3 Im Gegensatz zum erkennenden Sachrichter hat das Bundesgericht bei der Überprüfung des allgemeinen Haftgrundes des dringenden Tatverdachts keine erschöpfende Abwägung sämtlicher belastender und entlastender Beweisergebnisse vorzunehmen. Macht ein Inhaftierter geltend, er befinde sich ohne ausreichenden Tatverdacht in strafprozessualer Haft, ist allein zu prüfen, ob genügend Anhaltspunkte dafür bestehen, dass der Beschwerdeführer eine Straftat begangen hat und die kantonalen Behörden somit das Bestehen eines dringenden Tatverdachts mit vertretbaren Gründen bejahen durften (BGE 116 Ia 143 E. 3c S. 146). 2.4 Gemäss Anklageschrift vom 17. November 2008 wird dem Beschwerdeführer versuchte vorsätzliche Tötung zur Last gelegt. Aufgrund der Aktenlage ist nicht von vornherein auszuschliessen, dass das in der Sache zuständige Geschworenengericht den Antrag der Staatsanwaltschaft übernehmen könnte. Was der Beschwerdeführer dagegen vorbringt (Gewaltbereitschaft seitens des Opfers, Verständigungsschwierigkeiten unter den Beteiligten, Begehung einer einfachen Körperverletzung), reicht jedenfalls nicht aus, den auf die Aussagen des Geschädigten sowie auf diverse Zeugenaussagen gestützten Tatverdacht (vgl. den Antrag der Staatsanwältin auf Fortsetzung der Sicherheitshaft vom 20. Februar 2009) in Frage zu stellen. Die abschliessende Würdigung der ärztlichen Gutachten und die strafrechtliche Würdigung des dem Beschwerdeführer zur Last gelegten Verhaltens sind nicht im Haftprüfungsverfahren vorzunehmen, sondern dem Sachgericht zu überlassen. Die Einwände des Beschwerdeführers, die Anklagekammer sei auf seine Vorbringen nicht näher eingegangen und es drohe bei einem Schuldspruch wegen einfacher Körperverletzung die Gefahr der Überhaft, zielen deshalb ebenfalls ins Leere.