Citation: 2A.366/1999 16.03.2000 E. 4

4.- Das Vorliegen eines Widerrufsgrundes führt nicht zwingend dazu, dass die Niederlassungsbewilligung auch zu widerrufen ist. Vielmehr ist den besonderen Gegebenheiten eines Falles Rechnung zu tragen, wobei den Fremdenpolizeibehörden ein gewisser Ermessensspielraum zusteht (BGE 112 Ib 473 E. 4 und 5 S. 477 ff.). Der Beschwerdeführer reiste im Alter von 18 Jahren in die Schweiz ein und weilt hier seit gut zwölf Jahren. Seine ganze Jugend hat er hingegen in der Türkei verbracht. Er hat den Kontakt zu seinem Heimatland nie abgebrochen, wie etwa sein Ferienaufenthalt um den Jahreswechsel 1995/96 sowie der Umstand, dass er dort 1997 eine Landsmännin heiratete, zeigen. Er darf daher als mit der Sprache und den dortigen Gepflogenheiten nach wie vor bestens vertraut bezeichnet werden. Auch lebt seine Frau zusammen mit der gemeinsamen Tochter in der Türkei. Dass türkische Staatsangehörige kurdischer Ethnie in ihrem Heimatland aufgrund der momentanen politischen Situation gewissen Benachteiligungen ausgesetzt sind, ist nicht auszuschliessen. Dies hatte den Beschwerdeführer aber bisher nicht vor Besuchen der Türkei abgehalten. Mit Blick auf das Schicksal des Kurdenführers Oecalan den Schluss zu ziehen, den Beschwerdeführer erwarte bei einer Rückkehr Folter und ungerechtfertigte Inhaftierung, ist eine grobe Verallgemeinerung und nicht stichhaltig. Sollte sich dereinst ein Vollzug der Wegweisung aus der Schweiz als nicht zumutbar erweisen, besteht immer noch die Möglichkeit, den Beschwerdeführer vorläufig aufzunehmen (vgl. Art. 14a Abs. 1 und 4 ANAG). Im Übrigen steht es dem Beschwerdeführer auch frei, in einen Drittstaat auszureisen. Der angefochtene Entscheid erweist sich somit weder als unverhältnismässig, noch hat die Vorinstanz ihr Ermessen missbraucht oder überschritten.