Citation: 1C_99/2023 E. 2.5.3

2.5.3. Die Vorinstanz anerkannte im angefochtenen Urteil, dass der UVB 3. Stufe Halbanschluss unvollständig war, da der Bereich der Luftreinhaltung während der Betriebsphase ungeprüft blieb. Sie kam indessen zum Schluss, dieser Mangel könne im Beschwerdeverfahren geheilt werden, nachdem sie den UVB WOV eingefordert sowie einen Fachbericht des BAFU eingeholt habe und die Verfahrensbeteiligten sich dazu hätten äussern können. Gemäss der Rechtsprechung des Bundesgerichts kann ausnahmsweise auf die Vervollständigung eines mangelhaften Umweltverträglichkeitsberichts verzichtet werden, wenn die vorgenommenen Sachverhaltsabklärungen materiell genügen, um die Vereinbarkeit eines Vorhabens mit den umweltrechtlichen Vorschriften beurteilen zu können. Eine derartige Ausnahmesituation ist nicht leichthin anzunehmen und es muss jedenfalls Gewähr geboten sein, dass der Massstab einer im Ergebnis umfassenden und korrekten Ermittlung des umweltrechtlichen Sachverhalts durch Fachpersonen nicht unterschritten wird (BGE 133 II 169 E. 2.2; Urteil 1C_662/2017 vom 14. Mai 2019 E. 3.4). Zwar erklärt das BAFU in seiner Vernehmlassung an die Vorinstanz vom 20. August 2021, die Immissionsgrenzwerte für Feinstaub und Stickstoffdioxid würden heute im Kanton Uri flächendeckend eingehalten und das im UVB 3. Stufe Halbanschluss erwähnte zusätzliche Verkehrsaufkommen bei der Ein- und Ausfahrt des Halbanschlusses von je 3'000 Fahrten pro Tag sei zu gering, um eine übermässige Luftbelastung herbeizuführen. Indessen vermögen die eher summarischen Ausführungen des BAFU zur Lufthygiene die im Rahmen der vorgeschriebenen Umweltverträglichkeitsprüfung vorzunehmenden Untersuchungen bzw. eine umfassende und korrekte Ermittlung des umweltrechtlichen Sachverhalts durch Fachpersonen nicht zu ersetzen. Die Voraussetzungen, unter welchen ausnahmsweise auf die Vervollständigung des im Bereich der Lufthygiene mangelhaften Umweltverträglichkeitsberichts hätte verzichtet werden können, sind vorliegend nicht erfüllt.