Citation: U 107/05 13.10.2005 E. 2

2.1 Es steht fest und ist unbestritten, dass die medizinische Behandlung für die nach dem Unfall vom 25. September 1997 aufgetretene Symptomatik im lumbalen Rückenbereich bereits am 18. November 1997 abgeschlossen werden konnte. Ab Juli 1998 beanspruchte die Versicherte wegen zunehmenden Nackenschmerzen, mit Ausstrahlungen in rechte Schulter, Arm und Hand sowie Gefühlsstörungen wieder ärztliche Behandlung. Sodann bestätigte der Hausarzt ab 4. Januar bis 14. Februar 1999 und erneut ab August 2000 eine Arbeitsunfähigkeit. Mittels MRI-Untersuchungen konnte eine Osteochondrose C5/6 bei breitflächiger, paramedian rechtsbetonter Diskushernie festgestellt werden. Diese Gesundheitsschädigung ist gemäss der vom Unfallversicherer vertretenen und von der Vorinstanz bestätigten Auffassung nicht auf den Unfall vom 25. September 1997 zurückzuführen. Übereinstimmend wird auch ein bei der Auffahrkollision erlittenes Schleudertrauma der Halswirbelsäule (HWS) oder ein äquivalenter Verletzungsmechanismus verneint. Diese Beurteilung stützt sich namentlich auf die medizinischen Gutachten des Dr. med. R.________ vom 24. Juni 2002 und des Dr. med. M.________ vom 10. September 2002. Danach liegt aus neurologischer Sicht die Wahrscheinlichkeit einer Unfallschädigung als Ursache für die geklagten Beschwerden unter 50 %. Aus orthopädischer Sicht können die als Cervicobrachialgie rechts interpretierten Symptome Ausdruck einer Diskushernie C5/6 sein. Die festgestellte degenerative HWS-Veränderung C5/6 mit paramedianer Diskushernie ist aber nicht unfallbedingt. 2.2 Die Folgerungen der Experten beruhen auf der Kenntnis der relevanten medizinischen Vorakten sowie eingehenden Untersuchungen der Versicherten und sind einlässlich und überzeugend begründet, dies auch unter Berücksichtigung der ärztlichen Berichte aus dem Invalidenversicherungsverfahren. Die Gutachten erfüllen damit die Anforderungen an einen beweiskräftigen Arztbericht (BGE 125 V 352 Erw. 3a). Hieran ändert nichts, dass sie durch den Unfallversicherer eingeholt wurden (BGE 125 V 353 Erw. 3b/bb). In der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird an der schon vorinstanzlich vertretenen Auffassung festgehalten, wonach die mit (erneuter) Behandlungsbedürftigkeit und Arbeitsunfähigkeit verbundene Symptomatik auf ein beim Unfall erlittenes Schleudertrauma der HWS zurückzuführen sei. Zur Stützung dieses Standpunktes wird insbesondere geltend gemacht, entgegen der den Schlussfolgerungen der medizinischen Gutachter zugrunde liegenden Annahme seien sogleich nach dem Unfall Nackenschmerzen aufgetreten. 2.3 Nach der auf dem medizinischen Schrifttum beruhenden Rechtsprechung verursacht ein erhebliches Distorsionstrauma der HWS regelmässig innerhalb einer kurzen Zeitspanne nach dem Ereignis massive Beschwerden in der Halsregion oder an der HWS (RKUV 2000 Nr. U 359 S. 29 ff. Erw. 5e-g mit Hinweisen; Urteil F. vom 24. Oktober 2000, U 341/99, Erw. 2b in fine). In vergleichbarer Weise setzt die Annahme der ausnahmsweisen Unfallkausalität einer Diskushernie namentlich auch voraus, dass deren Symptome (vertebrales oder radikuläres Syndrom) unverzüglich und mit sofortiger Arbeitsunfähigkeit auftreten (RKUV 2000 Nr. U 379 S. 193 Erw. 2a mit Hinweisen). Treten derartige Beschwerden nicht rasch in nennenswerter Intensität auf, spricht dies daher, wie in den Gutachten vom 24. Juni und 10. September 2002 richtig festgehalten wird, tatsächlich gegen einen kausalen Zusammenhang zum Unfallereignis. Aus den Akten ergibt sich hiezu, dass der erstbehandelnde Arzt im Bericht vom 3. Dezember 1997 nebst einem Bluterguss frontal links am Kopf eine eingeschränkte Inklination der HWS sowie einen Spontanschmerz im Nacken links/rechts mit Ausstrahlung in die Schultern erwähnte und eine HWS-Kontusion diagnostizierte. In seinem vorangegangenen Bericht an den Hausarzt vom 8. November 1997 hatte der Notfall-Dienstarzt hingegen noch eine frei bewegliche Wirbelsäule ohne Klopfdolenz beschrieben. Sodann verwies er in diesem früherem Bericht zwar auf neu hinzugekommene Schmerzen im HWS- und BWS-Bereich. Dabei stützte sich der Arzt aber einzig auf telefonische Angaben der Versicherten vom Unfallfolgetag. Er befand dann, es sei zuzuwarten und bei Bedarf eine Kontrolle durch den Hausarzt vorzunehmen. Dies zeigt, dass er den neu geklagten Beschwerden keine wesentliche Bedeutung beimass. Nicht anders wurde die Situation durch den Hausarzt beurteilt, welcher die bis 18. November 1997 durchgeführte Behandlung mit lumbalen Rückenbeschwerden begründete und keine Nackenschmerzen, sondern lediglich paravertebrale Muskelverspannungen bis zur HWS erwähnte (Bericht vom 6. Januar 1998). Zu beachten ist überdies, dass die Versicherte selber mit Schreiben an die Visana vom 14. Dezember 1998 ausgeführt hat, sie habe vorerst nur Rücken-/ Kreuzschmerzen verspürt. Diese hätten dann kontinuierlich nachgelassen. Dafür hätten sich zunehmend Nackenschmerzen, später ausstrahlend und mit Gefühlsstörungen verbunden, eingestellt. Diese Äusserungen sprechen ebenfalls gegen die Annahme von kurz nach dem Unfall aufgetretenen erheblichen Nackenschmerzen oder anderen Beschwerden ausserhalb der von der anerkanntermassen unfallbedingten Lumbalgie herrührenden Symptomatik. Zu erwähnen bleibt, dass der Notfall-Dienstarzt das Auftreten von weiteren zum typischen Beschwerdebild bei Schleudertraumen der HWS und äquivalenten Verletzungsmechanismen gehörenden Symptomen (vgl. BGE 117 V 360 Erw. 4b), wie Schwindel, Benommenheit, Bewusstlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Schlafstörungen oder einer Depression ebenso wie Druckdolenzen, Sensibilitätsstörungen oder andere neurologische Ausfälle ausdrücklich verneint hat (Bericht vom 3. Dezember 1997). 2.4 Zweifel an den Folgerungen in den Gutachten vom 24. Juni und 10. September 2002 begründet entgegen der in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde vertretenen Auffassung auch der augenärztliche Bericht vom 17. September 2002 nicht. Dass darin von einem postcommotionellen Syndrom gesprochen wird, vermag einen natürlichen Kausalzusammenhang zum Unfall vom 25. September 1997 nicht darzutun, zumal diese Diagnose wesentlich auf der Angabe der Versicherten bei der Untersuchung vom 13. September 2002 basiert, wonach sie seit dem Unfall an Doppelbildern und Problemen bei der Einschätzung von Beschleunigungen leide. Der Bericht des Augenarztes wurde im Übrigen von Dr. med. M.________ selber eingeholt und veranlasste den Neurologen nicht, von seiner gutachtlichen Stellungnahme abzuweichen. Die Versicherte beanstandet weiter, die medizinischen Experten sowie Unfallversicherer und Vorinstanz hätten bei der Kausalitätsbeurteilung den neuropsychologischen Gesichtspunkten zu wenig Beachtung geschenkt. Hiezu ist zunächst festzuhalten, dass der neurologische Experte von einer neuropsychologischen Untersuchung keinen wesentlichen Aufschluss erwartete (Gutachten Dr. med. R.________ vom 24. Juni 2002). Die Versicherte wurde in der Folge dennoch - auf Veranlassung des Hausarztes - neuropsychologisch abgeklärt. Die Ergebnisse stützen indessen den Standpunkt der Versicherten keineswegs, ist doch gemäss Bericht der Frau Dr. phil. S.________, Fachpsychologin für Neuropsychologie FSP, vom 1. März 2003 eine beim Unfall erlittene Verletzung des Gehirns - als mögliche Ursache für die bestehenden Beeinträchtigungen - mit grösster Wahrscheinlichkeit auszuschliessen. Nichts anderes ergibt sich aus dem mit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde aufgelegten Bericht des Psychologen PD Dr. phil. H.________ vom 4. März 2005. Zum einen beruhen dessen Aussagen zu neuropsychologischen Zusammenhängen nicht auf einer persönlich vorgenommenen Untersuchung der Versicherten, sondern alleine auf dem Studium der Akten. Deren Interpretation durch PD Dr. phil. H.________ überzeugt aber auch inhaltlich nicht, da sich der Psychologe in weiten Teilen seiner Ausführungen mit dem adäquaten Kausalzusammenhang auseinandersetzt. Ob dieser vorliegt, ist indessen als Rechtsfrage (BGE 123 V 105 Erw. 3f in fine, 117 V 382 Erw. 4a mit Hinweis) nicht von medizinischen Fachpersonen, sondern von den rechtsanwendenden Instanzen zu beurteilen. 2.5 Es bleibt somit bei der Feststellung, dass einzig die am 18. November 1997 wieder abgeklungene Lumbalgie als natürliche Folge des Unfalles vom 25. September 1997 zu betrachten ist. Sämtliche weiteren Vorbringen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde führen zu keiner anderen Betrachtungsweise. Dies gilt auch für die von der Versicherten im kantonalen Verfahren aufgelegten Bescheinigungen aus Verwandtschaft, Bekanntenkreis und Arbeitsumfeld. Dass sich der angefochtene Entscheid mit diesen Stellungnahmen nicht im Einzelnen auseinandersetzt, stellt denn auch, wenn überhaupt, höchstens eine geringfügige Verletzung des rechtlichen Gehörs dar, welche vor dem mit voller Kognition entscheidenden Eidgenössischen Versicherungsgericht (Art. 132 OG) ohne weiteres als geheilt zu betrachten ist. Sodann hat die Vorinstanz auch in nicht zu beanstandender antizipierter Beweiswürdigung (BGE 124 V 94 Erw. 4b) von weiteren Sachverhaltsabklärungen abgesehen. Es kann im Übrigen auf die zutreffenden Erwägungen im angefochtenen Entscheid verwiesen werden.