Citation: 6B_149/2022 E. 7.4

7.4. Die Vorinstanz stellt nicht die Menge des Heroins in den Vordergrund, sondern die Art und Weise der Tatbegehung. Auch unter der novellierten Bestimmung von Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG bildet die Menge nicht das einzige Kriterium, bleibt aber dennoch das zentrale Element der Strafzumessung (BGE 145 IV 312 E. 2.1.2). Unter den objektiven Komponenten erscheint die Annahme eines auf Analysen im Umfeld des Beschwerdeführers gestützten mittleren Reinheitsgrads von 30 % gerichtsnotorisch jedenfalls nicht als willkürlich (vgl. bereits oben E. 4.1.6, 6.2). Soweit eine Wirkstoffanalyse nicht möglich ist, ist nach der Rechtsprechung praxisgemäss grundsätzlich auf mittlere Qualität abzustellen, es sei denn, es gibt Hinweise, dass eine solche nicht vorliegt (vgl. Urteil 6B_1090/2019 vom 27. April 2020 E. 1.2.2; als mittlere Qualität gilt beim Heroingemisch grundsätzlich ein Reinheitsgrad von von ¼ oder 25 %, vgl. Urteil 6B_720/2018 vom 3. Oktober 2018 E. 4). Angesichts der nachgewiesenen Mengen des Heroingemischs und dem "operativen" Vorgehen liegt es fern, den Beschwerdeführer als einfachen Dealer einzuordnen. Wer so häufig mit solch beträchtlichen Mengen und über Monate hinweg in dieser Weise milieukonform "professionell" handelt, bei dem lässt sich eine hohe kriminelle Energie und eine Stellung im mittleren bis oberen Bereich einer inländischen Drogenhandelshierarchie willkürfrei annehmen (vgl. oben E. 7.2). Der Beschwerdeführer handelte im Umfeld der staatsanwaltschaftlich als "A.________-Clan" (Urteil S. 12) bezeichneten "Familie A.________" (Urteil S. 18), wo er in jenem Autocenter seines Onkels gearbeitet hatte (Urteil S. 32), das als "Zentrale für den Drogenhandel" diente (auch Urteil 6B_1446/2020 vom 25. August 2022 E. 3.2). Entgegen der Beschwerde nicht ersichtlich ist, weshalb der selbst nicht süchtige Beschwerdeführer nicht aus reinem Gewinnstreben gehandelt hätte. Er hielt, was ihm an sich zuzugestehen ist, im Strafverfahren an seiner Prozessstrategie, an der Aufklärung nicht mitzuwirken, konsequent fest. Die Hierarchiestufe in diesem "professionellen" Umfeld wird entgegen der Beschwerdeführung von der Vorinstanz hinreichend konkretisiert. Neben der Drogenmenge ist die Hierarchiestufe ein wesentliches Strafzumessungskriterium. Die Orientierung an den bekannten Richtlinien (vgl. Urteil 6B_603/2021 vom 18. Mai 2022 E. 4.2; WIPRÄCHTIGER/KELLER, a.a.O., NN. 215 ff. zu Art. 47 StGB) wird von der bundesgerichtlichen Rechtsprechung anerkannt. Sie dürfen nicht starr und schematisch angewendet werden. Sie haben Richtlinienfunktion und dienen Gerichten als Orientierungshilfe, ohne sie zu binden oder zu hindern, die ihrer Überzeugung entsprechende schuldangemessene Strafe im Sinn von Art. 47 StGB auszusprechen (Urteile 6B_662/2015 vom 12. Januar 2016 E. 2.4; 6S.560/1996 vom 9. September 1996 E. 2a). Eine tiefere Hierarchiestufe führt deshalb auch nicht zwingend zu einer milderen Verschuldensbeurteilung (Urteil 6B_683/2012 vom 15. Juli 2013 E. 3.4). Eine Doppelverwertung liegt nicht vor (vgl. dazu Urteile 6B_630/2021 vom 2. Juni 2022 E. 1.3.10; 6B_1024/2021 vom 2. Juni 2022 E. 5.2.2; 6B_603/2021 vom 18. Mai 2022 E. 4.4.1; 6B_943/2020 vom 19. Januar 2021 E. 3.4). Bundesrecht ist nicht verletzt. Eine erhöhte Strafempfindlichkeit ist nur bei aussergewöhnlichen Umständen zu bejahen (Urteil 6B_943/2020 vom 19. Januar 2021 E. 3.3). Die nicht weiter begründete Rückenerkrankung des Beschwerdeführers vermag die Strafzumessung nicht zu beeinflussen.