Citation: 2A.385/2004 29.11.2004 E. 3

3.1 Der Beschwerdeführer macht geltend, zwischen ihm und seiner Tochter habe immer eine vorrangige Beziehung bestanden. Zur Begründung führt er aus, bei der Scheidung sei ihm das alleinige Sorgerecht für B.________ übertragen worden und es habe während rund eineinhalb Jahren auch eine faktische Lebens- und Wohngemeinschaft zwischen Vater und Tochter in der Schweiz bestanden. Diese sei nur deshalb unterbrochen worden, weil die Mutter des Kindes schwer erkrankt sei und nunmehr ihre Tochter vermisst habe. Vater und Tochter seien deshalb übereingekommen, der Mutter durch die Rückkehr der Tochter neuen Lebensmut zu geben. Mit dieser Behauptung setzt sich der Beschwerdeführer in Widerspruch zu seiner eigenen Darstellung in der Stellungnahme vom 29. März 2003 an das Ausländeramt Schaffhausen. Auf die Frage des Ausländeramtes, warum die am 12. November 1994 in der Schweiz abgemeldete Tochter wieder in ihr Heimatland zurückgereist sei, obwohl er und nicht die Mutter über das Sorgerecht verfügte, antwortete der Beschwerdeführer: "B.________ ging im Jahre 1993 wieder zu ihrer Mutter zurück, weil sie immer weinte und Heimweh hatte nach ihrer Mutter, sie war ja noch so klein". Abgesehen davon, dass die Angabe des Jahres 1993 vermuten lässt, die Tochter B.________ müsse schon vor ihrer am 12. November 1994 erfolgten Abmeldung wieder in ihre Heimat zurückgekehrt sein, lag der Grund für die damalige Rückreise der seinerzeit noch nicht achtjährigen Tochter somit nach den eigenen Angaben des Beschwerdeführers in einer vorrangigen Beziehung der Tochter zu ihrer Mutter, nach der das Mädchen Heimweh hatte. Das Zusammenleben zwischen B.________ und ihrer Mutter im Kosovo war somit entgegen der nun in der Beschwerdebegründung erhobenen Behauptung nicht als Übergangslösung gedacht. An der vorrangigen Beziehung von B.________ zu ihrer Mutter änderte sich offensichtlich bis zu deren Tode im Jahre 2002 nichts, da der Beschwerdeführer erst am 10. Februar 2003 wieder ein Nachzugsgesuch für diese Tochter stellte. Selbst wenn, wie anzunehmen ist, die mit ihrer Mutter zusammenlebende, inzwischen herangewachsene Tochter diese vor ihrem Tode betreut hatte, spricht dies nicht gegen eine vorrangige Beziehung zur Mutter, sondern ist eher die Folge einer solchen. Für eine vorrangige Beziehung zum Beschwerdeführer fehlt hingegen jeder Anhaltspunkt. Daran ändert auch die vom Beschwerdeführer beigebrachte handschriftliche Bestätigung vom 23. März 2003 von D.________, wonach dieser der Tochter seit dem Tod ihrer Mutter "monatlich 250" (gemeint wohl Schweizer Franken) überbringe, nichts. Eine finanzielle Unterstützung der Tochter reicht für sich allein nicht aus, um eine vorrangige Beziehung zum Vater zu begründen. 3.2 Die Tochter des Beschwerdeführers war bei Einreichung des Nachzugsgesuchs 17 Jahre alt und ist im heutigen Zeitpunkt seit bald einem Jahr volljährig. Das Obergericht hat im angefochtenen Entscheid ausgeführt, der Beschwerdeführer vermöge keine stichhaltigen Gründe für eine Änderung der Betreuungsverhältnisse für seine inzwischen volljährige Tochter anzuführen. Das Gericht erwog, da nach den eigenen Angaben des Beschwerdeführers verschiedene weitere Angehörige seiner eigenen Familie wie auch des verstorbenen Elternteils im Kosovo lebten, mangle es im Kosovo nicht an Betreuungsmöglichkeiten. Diese Feststellung ist für das Bundesgericht verbindlich (Art. 105 Abs. 2 OG). Sodann durfte das Obergericht bei der Prüfung der materiellen Rechtslage ohne Verletzung von Bundesrecht mitberücksichtigen, dass die Tochter inzwischen volljährig geworden ist und damit keiner Betreuung mehr bedarf (vgl. Urteile 2A.601/2003 vom 13. April 2004, E. 2.4.2, 2A.469/2001 vom 6. März 2001, E. 3.4, und 2A.95/2001 vom 30. Mai 2001, E. 2b). Wenn das Bundesgericht entschieden hat, es sei aus integrationspolitischer Sicht nicht erwünscht, dass Jugendliche erst kurz vor Erreichen der Altersgrenze in die Schweiz geholt werden (BGE 129 II 11 E. 3.3.2 S. 16 mit Hinweis), so gilt dies erst recht, wenn das Kind, dessen Nachzug beantragt wird, wie im vorliegenden Fall im Laufe des ausländerrechtlichen Rechtsmittelverfahrens volljährig geworden ist. Für eine Stichhaltigkeit der in diesem Zusammenhang erhobenen unsubstantiierten Rüge (vgl. Art. 108 Abs. 2 OG), die kantonalen Instanzen hätten das Gebot einer beförderlichen Verfahrenserledigung missachtet, fehlt im Übrigen jeder Anhaltspunkt. 3.3 Das Obergericht hat sodann zu Recht berücksichtigt, dass sich das gesamte soziale Umfeld der Tochter B.________ im Kosovo befindet. Sie hat dort bis zu ihrem 15. Altersjahr die Schule besucht und abgeschlossen, so dass sie dort neben den familiären Kontakten zu den Familien ihres Vaters und ihrer Mutter die durch die Schule vermittelten sozialen Kontakte besitzt. Solche Kontakte würden in der Schweiz vollkommen fehlen. Nach den Angaben des Beschwerdeführers in seiner Auskunft an das Ausländeramt vom 29. April 2003 kann seine Tochter nur noch ein paar Worte Deutsch, die sie vor über zehn Jahren in der Schweiz gelernt hat (vgl. vorne "B.-"). Es ist daher davon auszugehen, dass die Tochter B.________ hier erhebliche Integrationsschwierigkeiten hätte. Ihre im Kosovo abgeschlossene Schulbildung könnte ihr zudem in der Schweiz für ihr berufliches Fortkommen kaum von Nutzen sein. Nach dem Gesagten lässt sich der Schluss des Obergerichts, es sei keine Vorrangigkeit der Beziehung zum Beschwerdeführer bzw. keine Notwendigkeit des Familiennachzuges ersichtlich, nicht beanstanden.