Citation: 6B_645/2024 E. 4.1

4.1. Insoweit der Beschwerdeführer eine Verletzung von Art. 32 Abs. 2 BV rügt und dabei geltend macht, weder die Staatsanwältin noch seine eigene Vertreterin hätten ihn über sein "Recht der Aussagewiderrufung" belehrt, beruft er sich - zumindest sinngemäss - auf die Verletzung von (angeblichen) Verfahrensrechten. Dabei übersieht er zweierlei. Einerseits, dass es sich beim geltend gemachten "Recht der Aussagewiderrufung" um keinen belehrungspflichtigen Aspekt im Sinne einer bundes- oder verfassungsrechtlich geschützten Verfahrensgarantie handelt. Verfahrensrechtlich massgebend ist, dass die beschuldigte Person rechtskonform (vgl. hierzu Art. 158 aber auch Art. 143 Abs. 1 lit. c StPO) und dabei namentlich und insbesondere darüber belehrt worden ist, dass sie die Aussagen und die Mitwirkung verweigern kann (Art. 158 Abs. 1 lit. b StPO). Ob und inwieweit sie sich in Kenntnis ihres Aussage- und Mitwirkungsverweigerungsrechts bereit erklärt, mitzuwirken und Aussagen zu machen, unterliegt allein ihrer Entscheidung; damit einhergehend und selbstredend ebenfalls, ob sie einmal getätigte Aussagen ergänzen, korrigieren oder gar widerrufen will. Andererseits kann sich die Revision nur gegen materielle Urteilsgrundlagen richten. Verfahrensverstösse bzw. -mängel sind grundsätzlich nicht mittels Revision korrigierbar und ist namentlich die nachträgliche Erkenntnis über eine angeblich ungenügende Verteidigung als solche keine Tatsache im Sinne von Art. 410 Abs. 1 lit. a StPO (BGE 145 IV 197 E. 1.1; Urteile 6B_593/2023 vom 26. Februar 2024 E. 2.2.1; 6B_965/2017 vom 18. April 2018 E. 4.2; 6B_1192/2020 vom 17. Januar 2022 E. 2.3.3; 6B_425/2014 vom 21. Juli 2014 E. 5; 6B_22/2018 vom 15. März 2018 E. 5; 6B_986/2013 vom 11. Juli 2014 E. 4.1).