Citation: 2C_221/2008 28.03.2008 E. 3

Gemäss § 20 Abs. 1 des Zürcher Steuergesetzes (StG/ZH) sind insbesondere steuerbar lit. a: die Zinsen aus Guthaben, sowie lit. b: die Einkünfte aus der Veräusserung oder Rückzahlung von Obligationen mit überwiegender Einmalverzinsung (globalverzinsliche Obligationen, Diskont-Obligationen). Das kantonale Steuergesetz unterscheidet somit - wie das harmonisierte Recht des Bundes, vgl. Art. 20 Abs. 1 lit. a und b des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer (DBG) - zwischen Zinsen aus Guthaben (einschliesslich Obligationen ohne überwiegende Einmalverzinsung) und solchen mit überwiegender Einmalverzinsung. Das Verwaltungsgericht hat zutreffend erwogen, dass es sich bei der in Frage stehenden Optionsanleihe um eine Anleihe handelt, die aus einem durch einen Schuldtitel repräsentierten Obligationenteil (Bond) sowie aus einem in Optionsscheinen verbrieften Optionsteil (Warrant) bestand. Der im Vergleich zu klassischen Anleihen tiefere Zinssatz im Zeitpunkt der Emission wird mit der Gewährung des Optionsrechts abgegolten. Im Unterschied zu einer Diskontobligation, welche mit einem Einschlag (Disagio) unter dem Nennwert herausgegeben wird, hat der Ersterwerber der Optionsanleihe die volle Kapitalschuld zu bezahlen und erhält dafür zusätzlich eine Option. Mit dem Optionsschein wird der Anleger dafür entschädigt, dass er während der Laufzeit eine (im Emissionszeitpunkt) nicht marktkonforme periodische Verzinsung in Kauf nimmt. Ohne Optionsschein hätte die Obligation mit gleichem Zinscoupon nur mit einem entsprechenden Diskont auf den Markt gebracht werden können. Der Differenzbetrag ist daher nicht als Teil des dem Emittenten zur Verfügung gestellten Kapitals zu betrachten, sondern als Erwerbspreis für den Optionsschein (Diskonttheorie). Was die Besteuerung betrifft, sind der Optionsteil und der Obligationenteil getrennt zu betrachten. Während ein allfälliger Kapitalgewinn auf der Option steuerfrei bleibt, folgt die Besteuerung der Obligation den allgemeinen Regeln. Es handelt sich demnach - hinsichtlich des Obligationenteils - sowohl beim letztmals fällig gewordenen periodischen Zins wie auch beim Emissionsdisagio um steuerbaren Vermögensertrag. Da es sich zudem unbestrittenermassen nicht um eine überwiegend einmalverzinsliche Obligation nach § 20 Abs. 1 lit. b StG handelt, ist das Emissionsdisagio nach dem Fälligkeitsprinzip im Zeitpunkt der Rückzahlung nach § 20 Abs. 1 lit. a StG zu besteuern. Das entspricht auch der Praxis zur direkten Bundessteuer (Art. 20 Abs. 1 lit. a und b DBG; vgl. das Kreisschreiben Nr. 4 der Eidgenössischen Steuerverwaltung vom 12. April 1999, ASA 68 S. 21 ff., und dazu Walter Jeck, Neueste Entwicklungen bei der Besteuerung moderner Finanzinstrumente, ASA 68 S. 177 ff., bes. 188, 194, 200 f.; ferner Urteil 2A.203/2006 vom 17. Oktober 2007). Es kann diesbezüglich auf die zutreffenden Erwägungen des Verwaltungsgerichts im angefochtenen Entscheid verwiesen werden (vgl. Art. 109 Abs. 3 BGG).