Citation: 9C_98/2017 E. 2.4

2.4. Die Ausgleichskasse verweist in ihrer Vernehmlassung darauf, dass die für die Wohnsitznahme geforderte Absicht dauernden Verbleibens auch bei einem kurzen Aufenthalt erfüllt sein könne. Der verstorbene A.B.________ habe am 18. Juni 1993 auf dem Fragebogen zur Abklärung der AHV-Beitragspflicht für Nichterwerbstätige als Grund des Auslandaufenthalts "Weltenbummler" angegeben. Dies möge seinem damaligen Willen entsprochen haben. Offensichtlich hätten sich sein Lebensmittelpunkt und derjenige seiner Ehefrau mit der Zeit in die USA verschoben; dies zeige die Tatsache, dass die Ehegatten so viel Mühe auf sich genommen hätten, nach Ablauf der Visa für 180 Tage auszureisen und einzureisen, um immer wieder am gleichen Ort in den USA zu leben. Eine Aufenthaltsbewilligung für 180 Tage stehe einer Wohnsitzbegründung nicht entgegen, wenn für Dritte die erkennbare Absicht besteht, dauernden Wohnsitz zu begründen. Nach der Rechtsprechung sei für den Wohnsitz nach Art. 23 Abs. 1 ZGB nicht massgebend, ob die betreffende Person eine fremdenpolizeiliche Niederlassungs- oder Aufenthaltsbewilligung besitzt. Der verstorbene Ehegatte der Beschwerdeführerin habe 1996 in den USA eine Unternehmung gegründet, um eine längere Niederlassungsbewilligung zu erhalten. Auch wenn er dadurch nur ein (erneuerbares) Visum für zwei Jahre erhielt und die jährliche Aufenthaltsgenehmigung der Versicherten hievon abhing, sei damit ein Lebensmittelpunkt in den USA geschaffen worden. Der tatsächliche langjährige Aufenthalt in den USA sowie Aufwand und Einsatz der Beschwerdeführerin (und ihres Ehegatten) legten den Willen zur Wohnsitznahme dar und hätten auch für Dritte erkennen lassen, dass sich der Lebensmittelpunkt in den USA befindet. Zudem sei die Versicherte eigenen Angaben zufolge nicht einmal mehr zu Ferienzwecken in die Schweiz gereist. Für Dritte ersichtliche Umstände dafür, dass sie den Wohnsitz noch in der Schweiz hatte, fehlten. Im Übrigen habe sie keinen Willen gehabt, sich weiter bei der AHV zu versichern, habe sie doch gegen die Entlassung aus der Kassenmitgliedschaft nicht interveniert und auch keine Beiträge mehr entrichtet.