Citation: U 52/03 03.09.2003 E. 2

2.1 Gemäss Art. 6 Abs. 3 UVG hat der Unfallversicherer seine Leistungen auch für Schädigungen zu erbringen, die dem Verunfallten bei der Heilbehandlung (Art. 10 UVG) zugefügt werden. Ferner bestimmt Art. 10 UVV, dass der Versicherer seine Leistungen auch für Körperschädigungen erbringt, die der Versicherte durch von ihm angeordnete oder sonstwie notwendig gewordene medizinische Abklärungsuntersuchungen erleidet. Die Haftung erstreckt sich auf Gesundheitsschädigungen, die auf Behandlungs- oder Abklärungsmassnahmen im Anschluss an einen Unfall zurückzuführen sind. Es muss weder ein Behandlungsfehler vorliegen noch der Unfallbegriff erfüllt noch ein Kunstfehler oder auch nur objektiv eine Verletzung der ärztlichen Sorgfaltspflicht gegeben sein. Der Unfallversicherer hat aber nur für Schädigungen aufzukommen, die in einem natürlichen und adäquat kausalen Zusammenhang mit den durch den versicherten Unfall erfolgten Heilbehandlungen und medizinischen Abklärungsuntersuchungen stehen (BGE 128 V 172 mit Hinweisen). 2.2 Aus den medizinischen Akten ergeben sich keine Anhaltspunkte für einen Kausalzusammenhang zwischen den bestehenden kognitiven Störungen und der Operation vom 10. November 1999. Laut Bericht der Klinik für Ohren-, Nasen-, Hals- und Gesichtschirurgie des Spitals Z.________ vom 29. November 1999 war der peri- und postoperative Verlauf komplikationslos. Am dritten Tag nach der Operation konnte der Versicherte nach Hause entlassen werden. In dem von Dr. med. H.________, beratender Arzt der Beschwerdeführerin, beigezogenen Narkoseprotokoll liess sich nichts Ungewöhnliches feststellen. Auch die vom Beschwerdegegner vorgenommenen Abklärungen haben keine Hinweise auf einen Zusammenhang der bestehenden Beschwerden mit der Unfallbehandlung und insbesondere keine Anhaltspunkte für eine Fehlbehandlung oder Komplikationen beim Eingriff vom 10. November 1999 ergeben. Weil von weiteren Abklärungen keine neuen Erkenntnisse zu erwarten sind, kann davon abgesehen werden (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 124 V 94 Erw. 4b; RKUV 2003 Nr. U 473 S. 50 Erw. 3.4; Alfred Kölz/Isabelle Häner, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. Auflage, Zürich 1998, Rz 111 und 320). Es muss folglich bei der Feststellung bleiben, dass es an den Voraussetzungen für eine Leistungspflicht des Unfallversicherers nach Art. 6 Abs. 3 UVG fehlt.