Citation: I 766/05 22.11.2006 E. 3

3.1 Die von der Versicherten beantragte Umschulung (vgl. Art. 17 IVG) zur Pflegehelferin des SRK kann schon deshalb nicht gewährt werden, weil es diesbezüglich an der objektiven Eingliederungsfähigkeit fehlt. Denn nach Auffassung der Ärzte ist der Beschwerdeführerin das - im Pflegeberuf übliche - Heben und Tragen von grossen Lasten nicht zumutbar und ist ihre psychische Belastbarkeit gering (vgl. insbesondere Gutachten des Dr. med. I.________ von 3. August 2004; Bericht der Dr. med. M.________ vom 23. Juli 2005). Daran vermag nichts zu ändern, dass die Versicherte den SRK-Kurs und ein Praktikum erfolgreich absolviert hat, beweist dies doch nur, dass sie in der Lage war, sich die erforderlichen theoretischen Grundlagen anzueignen und während einer kurzen Zeit (Praktikum von 13 Tagen, verteilt auf den Monat Januar 2003), in welcher sich die rheumatologischen und psychischen Einschränkungen naturgemäss noch kaum auswirkten, auf dem Beruf zu arbeiten. 3.2 Mit der Verneinung des Anspruches auf Umschulung zur Pflegehelferin des SRK ist noch nicht entschieden, wie es sich mit anderen Umschulungsmassnahmen verhält. Mit Blick auf den psychischen Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin, wie er sich bis zum massgebenden Zeitpunkt des Einspracheentscheides entwickelt hat (BGE 129 V 169 Erw. 1), lässt sich indessen im Ergebnis nicht beanstanden, dass die IV-Stelle und die Vorinstanz auch den Anspruch auf andere Umschulungsmassnahmen verneint haben. 3.3 Die Sache wird indessen an die Beschwerdegegnerin überwiesen, damit sie die Umschulungsfrage aufgrund der bei der Versicherten seither eingetretenen gesundheitlichen Entwicklung neu prüfe. Dabei ist darauf hinzuweisen, dass die IV-Stelle im Einspracheentscheid zwar zutreffend davon ausgegangen ist, eine Umschulung umfasse grundsätzlich die Eingliederungsmassnahmen berufsbildender Art, die notwendig und geeignet sind, der vor Eintritt der Invalidität bereits erwerbstätig gewesenen versicherten Person eine ihrer früheren annähernd gleichwertige Erwerbsmöglichkeit zu vermitteln. In diesem Sinne bezieht sich der Begriff der "annähernden Gleichwertigkeit" nicht in erster Linie auf das Ausbildungsniveau als solches, sondern auf die nach erfolgter Eingliederung zu erwartende Verdienstmöglichkeit (BGE 130 V 489 Erw. 4.2; Urteil D. vom 10. November 2005, I 210/05, Erw. 3.3.1). Im Rahmen ihrer erneuten Abklärung der Umschulungsfrage wird die IV-Stelle indessen zu berücksichtigen haben, dass - entsprechend dem Gedanken, dass eine durch die Eingliederungsmassnahme bewirkte wirtschaftliche Besserstellung der versicherten Person verglichen mit ihrer ökonomischen Lage vor dem Invaliditätseintritt verhindert werden soll - die Kostentragung für eine gegenüber der früheren Berufstätigkeit höherwertige Ausbildung nicht von vornherein ausgeschlossen, sondern für den Sonderfall vorbehalten ist, dass Art und Schwere der Invalidität und ihre beruflichen Auswirkungen derart ins Gewicht fallen, dass nur eine verglichen mit der vor Eintritt der Invalidität ausgeübten Erwerbstätigkeit anspruchsvollere Ausbildung zu einer optimalen Verwertung der Arbeitsleistung auf einer höheren Berufsstufe führt (ZAK 1988 S. 467). Ob die Voraussetzungen für die Annahme eines derartigen Sonderfalles bei der bis zum Invaliditätseintritt als Hilfsarbeiterin in der Firma N.________ AG beschäftigten Beschwerdeführerin gegeben sind, wird die IV-Stelle gegebenenfalls zu prüfen haben.