Citation: 5A_451/2022 E. 4.3.2

4.3.2. Was den Wortlaut der Dienstbarkeit angeht, gehen die Beschwerdeführer wie das Obergericht davon aus, "freistehend" bedeute nach dem allgemeinen Sprachgebrauch, dass ein Haus nicht mit einem anderen Haus zusammengebaut oder verbunden sei. Dies ist nicht zu beanstanden (vgl. Duden, Deutsches Universalwörterbuch, 9. Aufl. 2019, S. 653). Nach dem Ausgeführten greift es indes zu kurz, wenn die Beschwerdeführer allein hieraus ableiten, dass der Neubau - geplant sind im Wesentlichen zwei zusammengebaute Häuser (E. 4.2.2 hiervor) - durch die Dienstbarkeit nicht abgedeckt sei. Vielmehr konnte bzw. musste die Vorinstanz weitergehend danach fragen, welchen Zweck die Dienstbarkeit verfolgt bzw. welche Interessen durch sie geschützt werden sollen. Entgegen der Beschwerde hat die Vorinstanz nicht bereits deshalb gegen Bundesrecht verstossen, weil sie auch den Dienstbarkeitszweck bzw. die berührten Interessen berücksichtigt hat. Nichts anderes ergibt sich aus BGE 115 II 434: In diesem Entscheid sah das Bundesgericht keinen Anlass, vom eindeutigen Wortlaut einer Dienstbarkeit abzuweichen, weil es keinen Grund für dessen einschränkende Auslegung zu erkennen vermochte (BGE, a.a.O., E. 2c). Hieraus ist nicht abzuleiten, es sei stets nur der Wortlaut der Dienstbarkeit massgebend, wie die Beschwerdeführer dies tun. Damit ist es auch mit Blick auf Art. 29 Abs. 2 BV nicht zu beanstanden, sollte das Obergericht wie vor Bundesgericht gerügt auf ein entsprechendes Vorbringen nicht eingegangen sein (vgl. BGE 146 II 335 E. 5.1). Ohnehin liegt im blossen Hinweis, die Vorinstanz sei "gehörsverletzend" nicht auf das fragliche Vorbringen eingegangen, keine ausreichende Begründung der Beschwerde in Zivilsachen (vgl. vorne E. 2.2).