Citation: 6B_779/2019 E. 2.2

2.2. Die Vorinstanz hält fest, die Beantwortung der Frage, ob die vom 27. März 2019 datierende Ergänzung des ursprünglichen Strafbefehls mit Einsprache oder mit Beschwerde anzufechten sei, hänge von der Rechtsnatur des angefochtenen Entscheids ab. Die Staatsanwaltschaft habe den Strafbefehl vom 28. Juli 2017 mit einem Vorbehalt in Bezug auf noch nicht feststehende Auslagen versehen und so zum Ausdruck gebracht, dass der gefällte Kostenentscheid womöglich unvollständig sei, weil er nicht alle zu tragenden Kosten enthalte. Die von Thomas Domeisen (in: Basler Kommentar zur StPO, 2. Aufl. 2014, N. 6 zu Art. 421) vertretene Auffassung, wonach ein Kostenvorbehalt in einem Endentscheid zulässig sei und ein mit einem Kostenvorbehalt versehenes Entscheiddispositiv - weil unvollständig - einem Ergänzungsentscheid im Sinne von Art. 83 Abs. 1 StPO zugänglich sei, erscheine zutreffend. Entgegen der Behauptung des Beschwerdeführers gehe es nicht darum, einen auf einer fehlerhaften Willensbildung beruhenden und deshalb fehlerhaften Kostenentscheid zu korrigieren. Vielmehr werde der Kostenentscheid einzig um die beim Erlass des Strafbefehls am 28. Juli 2017 noch nicht bekannten (aber vorbehaltenen) Kosten ergänzt. Ein in einem Strafbefehl ergangener Kostenentscheid sei auch dann mit Einsprache anzufechten, wenn es einzig um die Kostenhöhe gehe, was sich aus Art. 356 Abs. 6 StPO ergebe. Es stehe fest, dass die Staatsanwaltschaft ihren Entscheid vom 27. März 2019 als einen Ergänzungsentscheid im Sinne von Art. 83 Abs. 1 StPO und nicht als eine anderweitige Verfügung gemäss Art. 393 ff. StPO erlassen habe. Demnach unterliege der angefochtene Entscheid der Einsprache und nicht der Beschwerde. Ob die Staatsanwaltschaft die Kosten im angefochtenen Ergänzungsentscheid tatsächlich gültig verlegt habe, sei eine im Einspracheverfahren zu klärende Frage.