Citation: 6B_1079/2022 E. 8.4

8.4. Der angefochtene Entscheid enthält schliesslich eine ausreichende Begründung. Daraus sowie aus dem dort enthaltenen Verweis auf das erstinstanzliche Urteil ergeben sich die Gesetzesgrundlagen für die Landesverweisung und die Rechtsprechung zur verfassungs- und EMRK-konformen Auslegung von Art. 66a StGB. Damit hat die Vorinstanz die Rüge des Beschwerdeführers, die Aussprache einer Landesverweisung neben der Freiheitsstrafe verstosse gegen das Diskriminierungsverbot, zumindest implizit abgewiesen. Eine eingehendere Begründung, weshalb die Landesverweisung zusätzlich zur Freiheitsstrafe auszusprechen ist, war nicht zwingend, zumal der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers vor der Vorinstanz selbst darauf hinwies, seine Betrachtungsweise widerspreche der schweizerischen Rechtsrealität. Nicht verlangt wird nach der Rechtsprechung, dass sich das Gericht mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt. Vielmehr kann es sich auf die für den Entscheid wesentlichen Punkte beschränken (BGE 143 III 65 E. 5.2; 142 III 433 E. 4.3.2; 141 III 28 E. 3.2.4; je mit Hinweisen). Die Vorinstanz erwähnt zudem das Vorleben sowie die persönlichen und familiären Verhältnisse des Beschwerdeführers und nimmt die vom EGMR geforderte umfassende Interessenabwägung vor (vgl. etwa Urteile 6B_552/2021 vom 9. November 2022 E. 2.4.3; 6B_855/2020 vom 25. Oktober 2021 E. 3.3.4; je mit Hinweisen).