Citation: 6B_427/2015 E. 2.3

2.3. Die Vorinstanz berücksichtigt die zahlreichen psychiatrischen Befundtatsachen aus dem Strafverfahren und Massnahmevollzug. Im Vordergrund stehen Überlegungen zur Legalprognose sowie zu den Risiken, denen die Beschwerdeführerin nach der bedingten Entlassung ausgesetzt sein wird. Es fehlt ihr ein privates, stützendes soziales Netz. Sie unterhält eine enge Beziehung zu ihrem ebenfalls an einer schweren psychischen Störung leidenden Sohn (dem jugendlichen Beteiligten an der Tötung des Ehemanns). Wie sie in ihrer Beschwerde ausführt, belastete sie das Schicksal ihres Sohnes schwer. Es handelt sich um einen gewichtigen und weiter wirksamen Stressfaktor, dem sie auf sich allein gestellt nicht gewachsen wäre. Das ernstliche Risiko einer Akzentuierung oder eines erneut gravierenden Ausbruchs einer wahnhaften Störung (Art. 59 Abs. 1 StGB), lässt sich nur herabsetzen, wenn die Beschwerdeführerin psychiatrisch und in ihrer Lebensgestaltung jedenfalls zunächst relativ engmaschig begleitet wird. Eine längerfristige Betreuung ("Erprobungszeit") mit stützenden Eingriffen und strukturiertem Alltag erweist sich als unabdingbar. Die Beschwerdeführerin verkennt völlig die in nahezu allen psychiatrisch relevanten Befunden festgestellten schweren psychischen Erkrankungen (insbesondere aus dem Formenkreis der Wahnerkrankungen) sowie die damit zusammenhängende, unabweisbare Rückfallproblematik (vgl. bereits Urteil 6B_298/2012 vom 16. Juli 2012 E. 4.4). Es ist nach aller Erfahrung ausgeschlossen, dass sie angesichts der offenkundig fortbestehenden krankheitsbedingt fehlenden Krankheitseinsicht und sozialen Isolation in zwei Jahren auf keine psychiatrische, therapeutische und strukturierende Hilfen mehr angewiesen sein wird. Mit einem Rückfall in frühere Verhaltensmuster wäre mit Sicherheit zu rechnen.