Citation: 6B_1166/2019 E. 3.1

3.1. Die Beschwerdeführerin begründet, gemäss Anhang 5, Verzeichnis d der Betäubungsmittelverzeichnisverordnung (BetmVV-EDI; SR 812.121.11 [nachfolgend: Verzeichnis]) würden Hanfpflanzen oder Teile davon mit einem durchschnittlichen THC-Gehalt von mindestens 1% als Betäubungsmittel gelten. Das gelte namentlich für Cannabis. Bei Cannabisextrakt, Cannabisöl, Cannabistinktur und Hanf sei der Vermerk "siehe unter Cannabis" angebracht, woraus sich für diese Substanzen der Grenzwert von 1% Gesamt-THC-Gehalt ergebe. Anders als diese Substanzen mit dem jeweiligen Vermerk "siehe unter Cannabis" seien die Substanzen "Cannabisharz (Haschisch) " und "Haschisch" im Verzeichnis explizit mit dem Vermerk "siehe unter Cannabisharz" aufgeführt. Daraus sei zu schliessen, dass der Gesetzgeber diese beiden Stoffe nicht der Grenzwertregelung von Cannabis unterstellt und unabhängig vom Gesamt-THC-Gehalt als verbotene Betäubungsmittel gemäss Art. 8 Abs. 1 lit. d BetmG qualifiziert habe. Das Verzeichnis sei wiederholt bereinigt worden, letztmals 2019 (AS 2019 1057), ohne dass Anpassungen vorgenommen worden wären. "Cannabisharz (Haschisch) " sei unabhängig von seinem Gesamt-THC-Gehalt eine verbotene Substanz (FINGERHUTH/SCHLEGEL/JUCKER, Kommentar BetmG, 3. Auf. 2016, N. 24 zu Art. 8 BetmG). In korrekter Anwendung von Art. 8 Abs. 1 lit. d BetmG und Art. 1 Abs. 2 lit. a i.V.m. dem Verzeichnis handle es sich bei Cannabisharz unabhänig vom Gesamt-THC-Gehalt um verbotene Betäubungsmittel, die gemäss Art. 24 Abs. 2 BetmG zu vernichten seien.