Citation: 4C.53/2003 25.06.2003 E. 4

Nach Art. 754 Abs. 1 aOR sind alle mit der Verwaltung, Geschäftsführung oder Kontrolle betrauten Personen sowohl der Gesellschaft als auch den einzelnen Aktionären und Gesellschaftsgläubigern für den Schaden verantwortlich, den sie durch absichtliche oder fahrlässige Verletzung ihrer Pflichten verursachen. Die auf dieser Bestimmung beruhende Haftung der Kontrollstelle ist an folgende vier allgemeine Voraussetzungen gebunden: Eintritt eines Schadens, Pflichtverletzung eines Organs, Verschulden (in der Form der Absicht oder der Fahrlässigkeit) und adäquater Kausalzusammenhang zwischen dem pflichtwidrig schuldhaften Verhalten und dem Schaden (BGE 127 III 453 E. 5a). 4.1 Die Vorinstanz sah es als eine von allen Beklagten mitzuverantwortende Pflichtverletzung an, dass sich der Beklagte 3 vom Verwaltungsratspräsidenten bzw. vom in dessen Auftrag handelnden Direktor der SLT davon abhalten liess, im Kontrollstellenbericht vom 7. Februar 1991 für das Geschäftsjahr 1990 einen Hinweis oder einen Vorbehalt anzubringen. Sie verneinte indessen, dass zwischen dieser Pflichtverletzung und dem Schaden der Klägerin ein Kausalzusammenhang bestehe. So habe sich im Zeitpunkt der Generalversammlung vom 25. Mai 1991 bereits die EBK eingeschaltet gehabt und wäre auch bei einem Vorstoss der Beklagten an der Generalversammlung kaum schneller gehandelt worden, um weiteren Schaden abzuwenden. Insoweit hat die Klägerin das vorinstanzliche Urteil nicht angefochten. 4.2 Weiter entschied die Vorinstanz, den Beklagten sei keine Pflichtverletzung vorzuwerfen, weil sie im Kontrollstellenbericht zum Geschäftsjahr 1989 keinen Vorbehalt angebracht hatten. Für den Fall, dass im Unterlassen eines Vorbehalts an der Generalversammlung vom 25. Mai 1990 entgegen ihren Erwägungen eine Pflichtverletzung läge, verneinte die Vorinstanz eine Ersatzpflicht der Beklagten, weil es an einem Kausalzusammenhang zwischen dieser Pflichtverletzung und dem Schaden fehle.