Citation: 2C_877/2020 E. 2.2

2.2. Bei der auf die Verletzung verfassungsmässiger Individualrechte beschränkten Prüfung ist die vorinstanzliche Auslegung und Anwendung von Art. 29 Abs. 3 BV nicht zu beanstanden. Insbesondere trifft es zu, dass das Bundesgericht die Erteilung des prozessualen Armenrechts an juristische Personen an erhöhte Anforderungen knüpft, indem eine zweidimensionale Prüfung vorzunehmen ist (BGE 143 I 328 E. 3.1 S. 330 f.). Zu untersuchen ist neben der Ebene der Kapitalgesellschaft oder Genossenschaft auch jene der wirtschaftlich berechtigten Personen. Dabei unterliegt die gesuchstellende juristische Person, wie in den übrigen Fällen, einer Mitwirkungspflicht (BGE 125 IV 161 E. 4a S. 164 f.). Die Prüfung erstreckt sich auf die wirtschaftliche Situation beider Ebenen bei Einreichung des Gesuchs (BGE 141 III 369 E. 4.1 S. 371). Die gesuchstellende Partei hat ihre Einnahmen und Ausgaben (bzw. Aufwand und Ertrag), ihr Vermögen und ihre Verbindlichkeiten (bzw. Aktiven und Verbindlichkeiten) vollständig offenzulegen, sodass diese einander gegenübergestellt werden können (BGE 135 I 221 E. 5.1 S. 223 f.). Kommt die gesuchstellende Person ihrer Mitwirkungspflicht gar nicht oder nur ungenügend nach, so kann die Behörde die Bedürftigkeit ohne Verletzung des Anspruchs auf unentgeltliche Rechtspflege verneinen. Die ersuchte Behörde ist weder verpflichtet, den Sachverhalt von sich aus in jede Richtung abzuklären, noch muss sie unbesehen alles, was behauptet wird, von Amtes wegen überprüfen (Urteil 2C_367/2020 vom 7. Oktober 2020 E. 3.3).