Citation: 1P.690/2001 14.11.2001 E. 2

2.- Der Beschwerdeführer beklagt sich in verschiedener Hinsicht über eine Verletzung des in Art. 29 Abs. 2 BV gewährleisteten Anspruchs auf rechtliches Gehör. a) Er macht geltend, die Vorsitzende der 3. Abteilung des Bezirksgerichts habe ihm beim Entscheid über sein Entlassungsgesuch das rechtliche Gehör verweigert, weil sie ihn nicht persönlich angehört habe; gemäss "Art. 38 Ziff. Abs. 3" sei "der Gesuchsteller persönlich anzuhören". Bei der zitierten Bestimmung handelt es sich offensichtlich um Art. 38 Ziff. 1 Abs. 3 StGB, wonach die für den Entscheid über die bedingte Entlassung zuständige Behörde den Verurteilten anhört, wenn er kein Gesuch gestellt hat oder wenn auf Gesuch hin eine bedingte Entlassung nicht ohne weiteres gegeben ist. Diese Vorschrift regelt das Verfahren beim Entscheid über die bedingte Entlassung gemäss Art. 38 Ziff. 1 Abs. 1 StGB. Die bedingte Entlassung aus dem Strafvollzug nach Verbüssung von zwei Dritteln der Strafe setzt eine rechtskräftige Verurteilung voraus. Als der Beschwerdeführer sein Entlassungsgesuch vom 24. September 2001 stellte, war das gegen ihn ausgefällte Strafurteil des Bezirksgerichts Zürich vom 20. September 2001 noch nicht rechtskräftig. Er konnte demzufolge noch kein Gesuch um bedingte Entlassung nach Art. 38 Ziff. 1 Abs. 1 StGB stellen. Sein Gesuch wurde daher als Begehren um Entlassung aus der Haft bzw. dem vorzeitigen Strafvollzug behandelt. Zur Beurteilung dieses Begehrens war nicht die Vollzugsbehörde, sondern die mit der Sache befasste Gerichtsinstanz zuständig, und das Verfahren beim Entscheid über ein Haftentlassungsgesuch ist nicht im StGB, sondern in der zürcherischen Strafprozessordnung geregelt. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass Art. 38 Ziff. 1 Abs. 3 StGB beim Entscheid über das hier in Frage stehende Haftentlassungsgesuch nicht zur Anwendung kam. Die Rüge, die kantonale Instanz habe den Beschwerdeführer entgegen dieser Vorschrift nicht persönlich angehört, geht klarerweise fehl. Was das anwendbare Recht angeht, so war die Vorsitzende der 3. Abteilung des Bezirksgerichts im vorliegenden Fall weder nach der zürcherischen Strafprozessordnung noch aufgrund der Verfassung oder der EMRK verpflichtet, den Beschwerdeführer beim Entscheid über das erwähnte Gesuch persönlich anzuhören (BGE 125 I 113 E. 2a-c S. 115 f.). b) Die weiteren Rügen der Verletzung des rechtlichen Gehörs stehen im Zusammenhang mit den materiellen Einwendungen, die der Beschwerdeführer gegen die von der kantonalen Behörde vorgenommene Beurteilung seines künftigen Wohlverhaltens erhebt. Sie sind daher dort zu behandeln (vgl. E. 3d/bb).