Citation: I 258/02 02.05.2003 E. 5

5.1 Der Beschwerdeführer lässt geltend machen, den Landwirtschaftsbetrieb invaliditätsbedingt bereits im Jahr 1997 von Milchproduktion auf Mutterkuhhaltung umgestellt zu haben, was mit einer - bei der Resterwerbsfähigkeit noch nicht berücksichtigten - Ertragseinbusse von ca. 50 % verbunden sei. Diesbezüglich verweist der Beschwerdeführer auf die im kantonalen Verfahren eingereichte Erhebung der Landwirtschaftlichen Bildungs- und Beratungsstelle Frick (LBL), wonach bei der Betriebsvariante "Mutterkühe" sich der Ertrag von Fr. 5500.- nur etwa auf die Hälfte des bei der Betriebsvariante "Milchkühe" möglichen Ertrages von Fr. 10'719.- belaufe. Die Vorinstanz hat die Frage, ob die Betriebsumstellung bei der Berechnung des Invaliditätsgrades miteinzubeziehen sei, nicht abschliessend beantwortet, weil auch eine Berücksichtigung der Ertragseinbusse lediglich zu einem Invaliditätsgrad von 39 % führe, der keinen Rentenanspruch begründe. Diesen Invaliditätsgrad hat die Vorinstanz ermittelt, indem sie das (gemäss Berechnungsmethode nach Rz. 3115 KSIH veranschlagte) hypothetische Valideneinkommen mit Mutterkuhhaltung von Fr. 54'225.- mit der möglichen Ertragseinbusse durch Betriebsumstellung von Fr. 5219.- addierte und damit ein hypothetisches Valideneinkommen mit Milchkühen von Fr. 59'444.- errechnete, das sie mit einem zumutbaren Invalideneinkommen von Fr. 36'243.- verglich. 5.2 Dieser Berechnungsweise der Vorinstanz kann nicht gefolgt werden. Muss - wie hier - bei einem erwerblich gewichteten Betätigungsvergleich mangels konkreter Zahlen zur Ermittlung des Invaliditätsgrades behelfsweise auf statistische Werte zurückgegriffen werden, kann eine zusätzlich geltend gemachte Ertragseinbusse durch die invaliditätsbedingte Betriebsumstellung konsequenterweise nicht zu einem hypothetischen Valideneinkommen hinzugerechnet werden (zur grundsätzlichen Problematik der Herleitung eines Vergleichseinkommens im Bereich der ausserordentlichen Bemessungsmethode vgl. den in Erw. 4.4.3 in fine hievor enthaltenen Hinweis). Denn bei diesem und bei der konkret geltend gemachten Ertragseinbusse handelt es sich - mit Blick auf die unterschiedliche Bemessungsbasis - nicht um gleichartige Werte. Im Übrigen könnte auch deshalb nicht auf die Berechnung der Ertragseinbusse infolge Betriebsumstellung durch die LBL abgestellt werden, weil keine aussagekräftigen Geschäfts- und Steuerunterlagen über den Landwirtschaftsbetrieb des Beschwerdeführers bestehen (Erw. 4.1 hievor). Die Berechnung der LBL beruht lediglich auf Annahmen und widerspricht den ausgewiesenen negativen Betriebsergebnissen der Jahre 1994 bis 1998. Die Ertragsberechnung der LBL weicht zudem beim Arbeitskraftbedarf massiv von den an Ort und Stelle ermittelten Ergebnissen des Abklärungsdienstes ab (betriebsnotwendiger jährlicher Arbeitskraftbedarf nach Abklärungsdienst bei Variante "Mutterkühe" 1432 Stunden und bei Variante "Milchkühe" 2377 Stunden gegenüber LBL-Annahme von 2400 Stunden bei Variante "Mutterkühe" bzw. von 3221 Stunden bei Variante "Milchkühe"); dieser Minderbedarf an Arbeitskraft bleibt bei der Gegenüberstellung der Erträge unberücksichtigt. Auf die Berechnung der LBL über die Ertragseinbusse durch die Betriebsumstellung kann deshalb nicht abgestellt werden. 5.3 Soweit eine Ertragseinbusse infolge einer invaliditätsbedingten Betriebsumstellung zu berücksichtigen ist, muss die Umstellung im Vergleich zwischen den verschiedenen Betriebstypen ertragsmässig gewichtet und mangels konkreter Zahlen auf statistische Werte - in diesem Zusammenhang auf den Agrarbericht 2002 des Bundesamtes für Landwirtschaft - zurückgegriffen werden. Aus der Tabelle über das Einkommen der Landwirtschaftsbetriebe nach Betriebstypen 1999/2001 ergibt sich, dass das landwirtschaftliche Einkommen beim Betriebstyp Verkehrsmilch/Ackerbau kombiniert im Durchschnitt Fr. 70'131.- und beim Betriebstyp Mutterkühe kombiniert Fr. 61'943.- betrug. Dieser Ertrag wird mit einem unterschiedlich hohen Arbeitskraftaufwand erzielt (Milchvieh 1,33 und Mutterkühe 1,20 Familienarbeitskräfte), was bei der Vergleichsberechnung zu berücksichtigen ist. Umgerechnet auf den Arbeitskraftfaktor 1 ergibt sich beim Betriebstyp Milchvieh/Ackerbau kombiniert ein Jahresertrag von Fr. 52'730.- und beim Betriebstyp Mutterkühe kombiniert ein solcher von Fr. 51'619.-, was einem lediglich um 2,1 % tieferen Ertrag entspricht. Wird im Sinne einer Kontrollüberlegung hilfsweise ein Einkommensvergleich zwischen dem Jahresertrag von Fr. 52'730.- beim Betriebstyp Milchvieh/Ackerbau und einem - bei einem Invaliditätsgrad von 32,5 % verbleibenden - Ertrag von Fr. 34'843.- (= Fr. 51'619.- - [Fr. 51'619.- x 32,5 %]) angestellt, so resultiert ein Invaliditätsgrad von 34 %. Mithin vermag auch die Berücksichtigung einer invaliditätsbedingten Betriebsumstellung von Milchvieh- auf Mutterkuhhaltung nicht zu einem anspruchsbegründenden Invaliditätsgrad zu führen.