Citation: 1B_423/2019 E. 1.3

1.3. Vom Grundrecht auf Privatsphäre (Art. 13 Abs. 1 BV) geschützt sind gemäss der einschlägigen Praxis des Bundesgerichtes strafprozessual nicht untersuchungsrelevante intime Aufnahmen. Die Strafverfolgungsbehörde soll keine Nacktbilder oder intimen Videos von Betroffenen durchsuchen dürfen, die mit dem Gegenstand des Strafverfahrens überhaupt nichts zu tun haben (BGE 137 IV 189 E. 5.2 S. 197 f.; Urteil 1B_2/2019 vom 11. Juli 2019 E. 2.4). Im vorliegenden Fall wird dem Beschwerdeführer der Besitz und Konsum von Kinderpornografie (Art. 197 Abs. 4 und Abs. 5 StGB) vorgeworfen. In diesem Zusammenhang könnten grundsätzlich auch Nacktaufnahmen des Beschuldigten als relevante Beweismittel (Art. 263 Abs. 1 lit. a StPO) in Frage kommen. Auch der Besitz von kinderpornografischen Bildern oder Videos, auf denen der Besitzer selber - nackt oder bekleidet - zu sehen ist, wäre jedenfalls strafbar. Mangels rechtlich geschützter Geheimnisinteressen bewahrt das Entsiegelungsverfahren den Beschuldigten nicht davor, dass die Strafbehörden untersuchungsrelevantes belastendes Beweismaterial gegen ihn erheben (BGE 144 IV 74 E. 2.6 S. 79 f.; 142 IV 207 E. 11 S. 228). Schon unter diesem Gesichtspunkt substanziiert der Beschwerdeführer keine im Strafprozess rechtlich geschützten Geheimnisinteressen (im Sinne von Art. 248 Abs. 1 StPO i.V.m. Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG).