Citation: 8C_572/2016 E. 4

Die Gerichtsgutachter haben den Versicherten allgemeinmedizinisch und internistisch, orthopädisch, neurologisch sowie psychiatrisch abgeklärt. Aus allgemeinmedizinischer und internistischer sowie aus psychiatrischer Sicht bestanden keine Erkrankungen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Der Orthopäde bescheinigte eine volle Arbeitsfähigkeit für leichte Tätigkeiten (unter Vermeidung von Überkopfarbeiten, häufigem Knien und Kauern sowie Besteigen von Leitern und Gerüsten). Gleiches galt aus neurologischer Sicht (bei Vermeidung von Tätigkeiten, welche mit Arbeiten über Kopf sowie Zwangshaltungen verbunden sind). In der Konsenskonferenz wurde die Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit auf lediglich 60 Prozent festgelegt. Es wird ausdrücklich angeführt, dass keinerlei Beeinträchtigungen im intellektuellen oder emotionalen Bereich bestünden, welche eine Verlangsamung, eine Erschwerung der Willensbildung ("und so weiter") rechtfertigen würden. Der Versicherte sei in der zeitlichen Präsenz, weniger im Rendement, eingeschränkt aufgrund des Schmerzerlebens. Es findet sich für diese Einschränkung keine Begründung und es ist nicht nachvollziehbar, weshalb insgesamt eine lediglich 60-prozentige Arbeitsfähigkeit bescheinigt wird, während in allen Einzelgutachten eine volle Arbeitsfähigkeit bei leidensangepasster Tätigkeit als zumutbar erachtet wird. Diese Ungereimtheit ist nicht ohne Weiteres auszuräumen und die Widersprüchlichkeit in den Arbeitsfähigkeitseinschätzungen nicht zu klären. Soweit die Gerichtsgutachter hiezu das Schmerzerleben anführen, ist darauf hinzuweisen, dass subjektive Schmerzangaben der versicherten Person nicht genügen für die Begründung einer Invalidität (BGE 139 V 547 E. 5.4 S. 556). Nach Art. 7 Abs. 2 ATSG liegt eine Erwerbsunfähigkeit nur dann vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (BGE 139 V 547 E. 5.7 S. 557). Die fehlende Begründung der von den Gerichtsexperten bescheinigten Arbeitsunfähigkeit ist ein zwingender Grund, vom Gerichtsgutachten abzuweichen (BGE 135 V 465 E. 4.4 S. 469). Die Ausführungen der Gutachter erlauben diesbezüglich keine schlüssige Beurteilung. Der Untersuchungsgrundsatz und die Beweiswürdigungsregeln gebieten eine ergänzende Abklärung und Rückfrage bei den ZMB-Ärzten.