Citation: 6B_416/2013 E. 7.3

7.3. Soweit der Schluss, die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin 1 sei nicht eingeschränkt, nicht zu beanstanden ist, verletzt die Vorinstanz kein Bundesrecht, wenn sie annimmt, die Vorbemerkung zur Zusammenfassung des Hauptgutachtens, wonach die Schlussfolgerungen gemeinsam mit den beteiligten Spezialärzten erarbeitet worden seien und sich alle ausdrücklich damit einverstanden erklärt hätten, sei nicht rechtserheblich. Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerinnen lässt sich nicht sagen, der Behauptung, wonach die Beurteilung durch die verschiedenen Fachärzte gemeinsam erfolgt sei, komme eine besondere Bedeutung zu und ein polydisziplinäres Gutachten sei nur durch den explizit erklärten Konsens verwertbar. Denn wie die Vorinstanz zu Recht erkennt (angefochtenes Urteil S. 13), erscheint eine Konsensbesprechung nur sinnvoll, wo in den einzelnen Fachbereichen überhaupt relevante Symptome pathologischer Art festgestellt werden, was hier nicht der Fall war. Ausserdem gelten die formellen Voraussetzungen zur Durchführung von polydisziplinären medizinischen Gutachten, nach welchen die Gutachterstelle die Garantie bieten muss, dass die einzelnen Gutachterinnen und Gutachter im Rahmen von Konsensbesprechungen bei der Formulierung der Schlussfolgerungen mitwirken, erst seit Inkraftsetzung des im Anschluss an BGE 137 V 210 geschaffenen Art. 72bis IVV vom 1. März 2012 (vgl. Kriterien des BSV für die Durchführung von polydisziplinären medizinischen Gutachten zur Beurteilung von Leistungsansprüchen in der IV, Anhang 1 zur Mustervereinbarung zwischen dem BSV und den Gutachterstellen; BGE 137 V 210 E. 3.3.2, S. 245, vgl. auch 139 V 349 E. 2.2). Schliesslich hat das Bundesgericht schon in einem anderen Fall, in welchen der Beschwerdegegner involviert war, festgehalten, eine Konsensbesprechung und die Wiedergabe des daraus resultierenden Ergebnisses in einer polydisziplinären Expertise sei zwar mehr als wünschenswert, aber nicht in jedem Fall unerlässlich (vgl. auch MEYER-BLASER, Arbeitsunfähigkeit, in: Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.], Schmerz und Arbeitsunfähigkeit, 2003, S. 89 mit Hinweisen). Soweit die einzelnen Teilgutachten im Hauptgutachten integriert seien, und auch einzeln, jeweils unterschrieben vorlägen und soweit das Ergebnis des Hauptgutachtens mit den Teilgutachten übereinstimme, sei eine Gesamtsicht auch ohne Konsensbesprechung möglich (Urteil des Bundesgerichts 8C_569/2013 30. September 2013 E. 4.2.3; s. auch Urteil 8C_305/2013 vom 2. September 2013 E. 3.3; ferner Urteil 8C_305/2013 vom 2. September 2013 E. 3.3 [das dieselbe Vorbemerkung des Beschwerdegegners zu den Schlussfolgerungen des Gutachtens betrifft]; vgl. schliesslich das den Einstellungsbeschluss in einem früheren gegen den Beschwerdegegner geführten Strafverfahren bestätigende Urteil 1B_650/2011 vom 2. Mai 2012). Die Beschwerden erweisen sich als unbegründet.