Citation: 5A_900/2021 E. 3.1

3.1. Das Obergericht hat erwogen, soweit ersichtlich und verständlich ergebe sich aus den beiden rumänischen Entscheiden, dass der Beschwerdeführer Geschäftsführer einer oder mehrerer B.________-Gesellschaften ist oder war. Aus dem erstinstanzlichen Beschluss gehe hervor, dass eine Preisdifferenz für die Abtretung von Anteilen sichergestellt werden soll. Das oberinstanzliche Urteil erwähne sodann Anträge zwecks Durchsetzung von Haftungsansprüchen gegenüber Führungs- und/oder Aufsichtsgremien der Gesellschaft, die den Sicherungsmassnahmen zugrunde lägen. Den Entscheiden lasse sich ferner entnehmen, dass über die B.________ AG (gemeint offenbar: die inzwischen gelöschte B.________ [Schweiz] AG) in der Schweiz der Konkurs eröffnet worden sei. Die Beschwerdegegnerin (als Hauptgläubigerin in diesem Konkurs) sei der Ansicht, der Beschwerdeführer als Geschäftsführer trage dafür die Hauptverantwortung, derer er sich vor rumänischen Gerichten mit unlauteren Mitteln zu entziehen suche. Aus diesem Grund möchte die Beschwerdegegnerin (vertreten durch einen Insolvenzverwalter) Vermögenssubstrat des Schuldners sichern. Im Kern gehe es folglich - so das Obergericht - um die Sicherung einer zwischen den Parteien strittigen Forderung aus Verantwortlichkeit des Geschäftsführers (ähnlich Art. 754 OR). Die beiden rumänischen Entscheide befassten sich nicht mit einer materiellen Klage eines Konkursverwalters, die eine Vergrösserung der Konkursmasse zur Folge hätte. Vielmehr gehe es nur um die Sicherung einer strittigen Forderung im Rahmen von einstweiligen Massnahmen durch Beschränkung der Verfügungsbefugnis des Schuldners. Das rumänische Verfahren sei deshalb vergleichbar mit einem Arrestverfahren in der Schweiz, das gerade nicht unter die Ausschlussklausel von Art. 1 Abs. 2 lit. b LugÜ falle. Da die rumänischen Entscheide nur eine Sicherungsbeschlagnahme (in der Schweiz als Arrest zu vollziehen) für eine strittige Forderung anordneten, handle es sich weder um ein Konkursverfahren noch um ein eng mit dem Konkurs zusammenhängendes Annexverfahren. Ein solches Ziel könne auch unabhängig von einem Insolvenzverfahren verfolgt oder erreicht werden. Der vorliegende Streit falle demnach in den Anwendungsbereich des LugÜ.