Citation: 6B_596/2021 E. 3.2.4

3.2.4. Mit dem Hinweis auf zwei bzw. drei mögliche Tathergangsvarianten verwirft die Vorinstanz in der Folge die vom Beschwerdeführer zu seiner Entlastung vertretene Sachverhaltsvariante. Dies u.a. mit der Begründung, dass nicht nachvollziehbar sei, weshalb der Beschwerdegegner 2 nach einem zuvor zu einem unbekannten Zeitpunkt begangenen Diebstahl die Halle genau in dieser Nacht hätte in Brand setzen bzw. weshalb er überhaupt einen Brand hätte legen sollen. Weder bedürfe es eines solchen, um einen Einbruchdiebstahl zu kaschieren noch sei ersichtlich, weshalb ein Dieb zur Vertuschung eines Einbruchdiebstahls ein noch schwereres Delikt begehen sollte, das ebenfalls Spuren hinterlassen könne. Im Gegensatz dazu stimme der zur Anklage erhobene Sachverhalt mit der finanziellen Interessenlage des Beschwerdeführers überein. Auch die im Kerngeschehen glaubhaften Aussagen des Beschwerdegegners 2 bestätigten die zur Anklage erhobene Sachverhaltsvariante und erklärten, weshalb sämtliche Türen der Halle offen gewesen seien und der Beschwerdegegner 2 über den Schlüssel für den VW-Bus verfügt habe. Der Einbruch in die Lagerhalle liefere zudem keine Erklärung dafür, weshalb der Beschwerdegegner 2 mit dem vom Beschwerdeführer genutzten VW-Bus nach Schaffhausen gefahren sei. Erst das Sachverhaltselement, das einen Tatbeitrag des Beschwerdeführers in die Handlungskette einfüge, ergebe ein stimmiges Bild. Schliesslich sei im Hinblick auf eine Minimierung des Verhaftungsrisikos nicht nachvollziehbar, weshalb der Beschwerdegegner 2 statt mit einem neutralen Fahrzeug mit dem mit bulgarischen Kennzeichen versehenen und vom Beschwerdeführer benutzten VW-Bus hätte nach München fahren sollen. Daran vermöchten dessen Vorbringen zu zeitlichen Aspekten nichts zu ändern. Gegen die zur Anklage erhobene Sachverhaltsvariante sprächen damit lediglich die Aussagen des Beschwerdeführers, welche indes in verschiedener Hinsicht nicht mit den objektiven Befunden vereinbar und insgesamt als wenig glaubhaft einzustufen seien. Auch sei kein Motiv erkennbar, welches die Selbstbelastung des Beschwerdegegners 2 erkläre, respektive verschaffe ihm das Eingeständnis der Brandstiftung keinen Vorteil im Hinblick auf die im Raum stehenden Vorwürfe des Diebstahls und Fahrens ohne Berechtigung. Der Beschwerdeführer hätte einen allfälligen Diebstahl ohne weiteres eingestehen können, ohne zusätzlich eine Brandstiftung zuzugeben.