Citation: I 235/00 06.03.2001 E. 2

2.- Streitig ist der Anspruch auf Invalidenrente. a) Frau Dr. med. H.________ diagnostizierte in ihrem Bericht vom 23. Oktober 1995 einen chronischen Reizhusten bei lymphozytärer Alveolitis, eine zunehmende restriktive Ventilationsstörung bei Adipositas, Refluxösophagitis, eine larvierte Depression sowie arterielle Hypertonie. Der Versicherte sei absolut nicht gewillt und zumindest psychisch nicht fähig, eine Erwerbstätigkeit aufzunehmen, obwohl er nach ihrer Ansicht arbeitsfähig sei. Dr. med. F.________, Höhenklinik W.________, habe anlässlich der psychiatrischen Exploration eine undifferenzierte Somatisierungsstörung festgestellt, welche häufig Ausdrucksweise der zugrunde liegenden depressiven Verstimmung darstelle, ohne dass diese für hiesige Verhältnisse die Kriterien einer depressiven Episode erfülle. b) In ihrem Bericht vom 2. April 1996 halten Frau Dr. med. H.________ und Frau Dr. med. K.________ eine schwere Refluxösophagitis, arterielle Hypertonie, chronische Bronchitis bei leichter Erhöhung der Lymphozyten in der bronchoalveolären Lavage, chronischen Spannungskopfschmerz, innere Hämorrhoiden sowie eine undifferenzierte Somatisierungsstörung fest. Der Versicherte zeige trotz weitgehend erfolgreicher Therapie und einer deutlichen Regredienz der Beschwerden konsequent eine ablehnende Haltung gegenüber seiner Reintegration in den Arbeitsprozess. Unter optimaler antihypertensiver und gastroprotektiver Therapie sei er voll arbeitsfähig. Hinsichtlich der Frage nach einer psychisch bedingten Arbeitsunfähigkeit sei er zweimal von Dr. med. F.________ untersucht worden, welcher die undifferenzierte Somatisierungsstörung bestätige. Die Untersuchung sei angesichts der mangelnden Sprachkenntnisse und der kulturellen Unterschiede schwierig. Das depressive Zustandsbild entspreche einer leichten depressiven Episode mit somatischem Syndrom. Es könne von einer Chronifizierung gesprochen werden. Die Wiedereingliederung in den Arbeitsprozess werde kaum gelingen. Das Verhalten des Versicherten lege den Verdacht der Rentenbegehrlichkeit nahe. Die genannten psychiatrischen Diagnosen reichten alleine nicht aus, um eine Arbeitsunfähigkeit zu begründen. Weitere Abklärungen würden ihn lediglich in der Patientenrolle fixieren. Einzig ein albanisch sprechender Psychiater könne über mögliche Zusammenhänge Auskunft geben. c) Der praktische Arzt C.________, Hausarzt des Beschwerdeführers, diagnostiziert eine somatoforme Störung (ICD-10 F 45), arterielle Hypertonie, chronische Bronchitis sowie Spannungskopfschmerzen und weist auf die vorzeitige Alterung hin. In der angestammten Tätigkeit liege andauernde Arbeitsunfähigkeit vor. Bezüglich einer körperlich leichten Arbeit, wie etwa Lagerist, bestehe nach einer Übergangszeit von einem halben Jahr volle Arbeitsfähigkeit (Bericht vom 3. Oktober 1996). In seinem Schreiben vom 7. März 1997 verweist der Hausarzt auf seinen Bericht vom 3. Oktober 1996 und vertritt nach wie vor die Meinung, dass eine leichte körperliche Arbeit zumutbar sei. Der Hausarzt beanstandet schliesslich in seinem Schreiben vom 10. April 2000, dass die Invalidenversicherung sich nicht um eine Eingliederung in eine leichte Tätigkeit bemüht habe. Seine Beurteilung der Arbeitsfähigkeit impliziere eine vollständige Arbeitsunfähigkeit im angestammten Beruf. Er selber würde die sozio-kulturelle Problematik allgemein nicht überbewerten; vorliegend spiele sie jedoch eine grosse Rolle und sei zu beachten. Zudem würden die somatischen Beschwerden zu wenig berücksichtigt. d) Die Dres. med. G.________ und B.________ stellen in ihrem Bericht vom 1. Juli 1997 die Diagnose einer undifferenzierten Somatisierungsstörung (ICD-10 F 45.1) und bescheinigen eine Arbeitsunfähigkeit von 70 %. Angesichts der chronisch depressiven Entwicklung, der Entwurzelungssituation und des fortgeschrittenen Alters seien rehabilitative Massnahmen höchstwahrscheinlich zum Scheitern verurteilt. Es könne versucht werden, die resignierte Grundhaltung aufzulockern. Einer Gesprächstherapie sei das Leiden auf Grund der geringen seelischen Ressourcen und der Sprachbarrieren kaum zugänglich. e) In seinem Gutachten vom 7. Januar 1998 kommt Dr. med. V.________, welcher sich mit dem Versicherten in Serbokroatisch unterhielt, zum Schluss, dass eine leichte bis mittelgradige undifferenzierte Somatisierungsstörung (ICD-10 F 45.1) mit hypochondrischer Färbung (ICD-10 F 45.2) und Aggravation zugrunde liegender somatischer Symptome (ICD-10 F 68.0) als Reaktion auf eine gravierende soziale Problematik gegeben sei. Er bestätige die 1996 und im Juli 1997 gestellte Diagnose, sei jedoch der Ansicht, dass die Somatisierungsstörung keineswegs in einem eine effektive Arbeitsunfähigkeit rechtfertigenden Ausmass vorhanden sei. Die multiplen Störungen würden teils bewusstseinsnah, teils bewusstseinsfern aggraviert, wobei eine gewisse Dosis von Hypochondrie mitmische. Dies sei verständlich angesichts der Bildung des Versicherten, welcher sein Verhalten nicht beurteilen könne und mit den an ihn herangetragenen administrativen Fragen überfordert sei. Der gemeinsame Nenner stelle die in Anbetracht der sozialen Situation alles andere als unberechtigte Angst dar. Trotzdem ergebe sich daraus, dass es sich eindeutig um eine reaktive Störung handle, welche bei Behebung der sozialen Ursachen wegfalle. Es könne aber auch im gegebenen Zustand keine Arbeitsunfähigkeit erkannt werden. Für eine die Arbeitsfähigkeit einschränkende echte Depression würden die entsprechenden Kriterien fehlen. Auch die sonstigen Symptome seien nicht derart, dass sich daraus eine Arbeitsunfähigkeit ergebe. Aus dem Bericht der Dres. med. G.________ und B.________ gehe insbesondere nicht hervor, auf Grund welcher Überlegungen die Arbeitsfähigkeit zu 70 % eingeschränkt sein soll. Der objektive psychiatrische Befund reiche hiefür nicht aus. Vielmehr sei der Auffassung des Dr. med. F.________ zu folgen. Eine Therapie des Beschwerdeführers würde an seiner mangelhaften Bildung und Motivation scheitern. Insbesondere sei vor einer Behandlung mit differenzierten Psychopharmaka zu warnen, da ihn dies in seinem Selbstbild nur bestärke.