Citation: 2C_475/2009 26.01.2010 E. 4

4.1 Der Beschwerdeführer erachtet den Widerruf der Niederlassungsbewilligung als unverhältnismässig. Er führt aus, er habe keine höchstrangigen Rechtsgüter wie etwa Leib und Leben oder die sexuelle Integrität verletzt. Er habe sich zwischen seiner Entlassung aus der Untersuchungshaft und dem Antritt des Strafvollzugs nichts mehr zu Schulden kommen lassen und sich auch erfolgreich in die Arbeitswelt integriert. Die familiäre Situation habe ihn grundlegend verändert und er habe sich von seiner kriminellen Vergangenheit distanziert. Die angehäuften Schulden stünden grösstenteils im Zusammenhang mit seinem kriminellen Lebensabschnitt und er werde bestrebt sein, diese abzubauen. Eine Wegweisung in den Kosovo würde für ihn zu einer regelrechten Entwurzelung führen, da er über keinerlei Verwandte im Herkunftsland verfüge. 4.2 Die Einwendungen des Beschwerdeführers vermögen nicht zu überzeugen: 4.2.1 Der Beschwerdeführer wurde - neben einer Jugendstrafe - viermal strafrechtlich verurteilt, gesamthaft zu vier Jahren, zwei Monaten und zehn Tagen. Er unterbrach seine deliktische Tätigkeit im Wesentlichen nur, wenn er sich in Untersuchungshaft oder im Strafvollzug befand. Auch der Beschwerdeführer selber geht von einem schweren Verschulden aus. Er hat über Jahre banden- und gewerbsmässig delinquiert. Zwar mag es zutreffen, dass keine besonders schweren Gewalt-, Sexual- oder Betäubungsmitteldelikte begangen wurden. Hingegen liegen wiederholte Straftaten von erheblichem Gewicht vor und es besteht eine sich verschlechternde Situation, d.h. der Beschwerdeführer fuhr mit der deliktischen Tätigkeit fort und liess sich immer schwerere Taten zu Schulden kommen (Urteil 2C_745/2009 vom 24. Februar 2009 E. 4.2 mit Hinweisen). Bei dieser Sachlage durften die Vorinstanzen davon ausgehen, dass ein gewichtiges öffentliches Interesse besteht, den Beschwerdeführer von der Schweiz fernzuhalten. 4.2.2 Dem öffentlichen Interesse an einer Fernhaltung sind die privaten Gründe des Beschwerdeführers, in der Schweiz zu verbleiben, gegenüberzustellen. Der Beschwerdeführer reiste 1991 im Alter von neun Jahren in die Schweiz ein und hält sich hier seit 19 Jahren auf. Wohl ist bei der Interessenabwägung zu berücksichtigen, dass er sich den überwiegenden Teil seines Lebens in der Schweiz aufgehalten hat. Je länger ein Ausländer in der Schweiz anwesend gewesen ist, desto strengere Anforderungen sind grundsätzlich an Fernhaltemassnahmen zu stellen. Jedoch ist eine Ausweisung bei wiederholter schwerer Straffälligkeit selbst dann nicht ausgeschlossen, wenn ein Ausländer hier geboren ist und sein ganzes bisheriges Leben in der Schweiz verbracht hat (BGE 130 II 176 E. 4.4.2 S. 190 mit Hinweisen). Im vorliegenden Fall ist festzustellen, dass der Grad seiner Integration in die schweizerische Gesellschaft nicht mit seiner verhältnismässig langen Aufenthaltsdauer korrespondiert. Gemäss den verbindlichen Feststellungen der Vorinstanz (vgl. E. 1.3) pflegte der Beschwerdeführer - zumindest zur Zeit seiner kriminellen Aktivitäten - vorwiegend mit Landsleuten und Verwandten Kontakt. Ein neuer Freundeskreis besteht nicht. Eine vertiefte Integration in die hiesigen Verhältnisse und damit eine enge Verbundenheit zur Schweiz ist nicht ersichtlich, weshalb der vom Beschwerdeführer angerufenen langen Aufenthaltsdauer kein allzu hohes Gewicht beizumessen ist. In Bezug auf die Prognose für das künftige Wohlverhalten, welche im Lichte des gesamten ausländerrechtlich relevanten Verhaltens und nicht lediglich aufgrund der Zeitspanne seit der (letzten) Haftentlassung zu stellen ist, dürfen strengere Massstäbe angelegt und einem korrekten Verhalten im Strafvollzug bzw. seit der bedingten Entlassung geringere Bedeutung beigemessen werden als bei den entsprechenden strafrechtlichen Entscheiden (Urteil 2A.51/2006 vom 8. Mai 2006 E. 4.2.3 mit Hinweisen). Die im Vollzugsbericht für den Beschwerdeführer gestellte günstige Prognose ist deshalb zu relativieren und namentlich in Bezug zur jahrelangen deliktischen Tätigkeit (mit Verurteilungen zu insgesamt über 50 Monaten Freiheitsstrafe) zu setzen. Zu Recht hat die Vorinstanz in diesem Zusammenhang auch festgehalten, dass ihn die Beziehung zu seiner damaligen Freundin und heutigen Ehefrau und seine beruflichen Tätigkeiten nicht von seinen deliktischen Aktivitäten abzuhalten vermochten. Die Vorinstanz hat weiter festgestellt, dass der Beschwerdeführer Albanisch in Wort und Schrift beherrscht, einen Teil seiner Kindheit im Kosovo verbracht und das Land auch nach seiner Einreise in die Schweiz wieder besucht hat. Zwar mag es zutreffen, dass die wirtschaftliche Situation im Kosovo schwieriger und die Arbeitslosenquote erheblich höher ist als in der Schweiz und eine Rückkehr in sein Heimatland den Beschwerdeführer damit hart treffen würde. Diese Folge ist jedoch seinem kriminellen Verhalten zuzuschreiben und deshalb hinzunehmen. Damit durfte die Vorinstanz den Schluss ziehen, dass keine massgeblichen Gründe, die der Wiedereingliederung des Beschwerdeführers in seiner Heimat entgegenstünden, ersichtlich sind. 4.2.3 Soweit sich der Beschwerdeführer weiter auf Art. 8 EMRK und Art. 13 BV (Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens) beruft, kann seiner Rüge nicht gefolgt werden. Zwar wird die Beziehung zu seinen beiden Kindern und seiner damaligen Freundin und heutigen Ehefrau unbestrittenermassen vom Schutzbereich der genannten Bestimmungen erfasst. Die Vorinstanz durfte aber zu Recht davon ausgehen, dass eine Ausreise sowohl für die heutige Ehefrau wie für die gemeinsamen Kinder nicht unverhältnismässig wäre. Art. 8 EMRK und Art. 13 BV gelten nicht absolut: Es ergibt daraus weder ein Recht auf Aufenthalt in einem bestimmten Staat noch auf die Wahl des für das Familienlebens am geeignetsten erscheinenden Orts (BGE 130 II 281 E. 3.1 S. 285). Die Ausreise wäre für die Ehefrau und die Kinder zwar mit Nachteilen verbunden. Die Ehefrau ist aber mit den Verhältnissen im Kosovo vertraut und hat gemäss den Feststellungen der Vorinstanz dort Verwandte. Dazu kommt, dass ihr das deliktische Verhalten ihres damaligen Freundes und heutigen Ehemannes schon zum Zeitpunkt der ersten Schwangerschaft bekannt sein musste. Die beiden Kinder sind zudem noch in einem anpassungsfähigen Alter, so dass es zumutbar erscheint, dass diese dem ausgewiesenen Elternteil folgen (BGE 127 II 60 E. 2b S. 67). Der Ehefrau und den Kindern steht es im Übrigen frei, ob sie im Rahmen ihrer Niederlassungsbewilligung in der Schweiz verbleiben oder ihrem Ehemann und Vater in den Kosovo folgen wollen. 4.2.4 Zusammenfassend ist es bei dieser Sachlage nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz annimmt, dass das öffentliche Interesse an einer Fernhaltung des Beschwerdeführers höher zu gewichten ist als dessen persönliche Interessen an seinem Verbleib in der Schweiz. Das Verwaltungsgericht hat mithin die Verhältnismässigkeit des Widerrufs der Niederlassungsbewilligung des Beschwerdeführers zu Recht bejaht. Dem Beschwerdeführer kann auch nicht im Sinne einer milderen Massnahme eine Aufenthaltsbewilligung erteilt werden, da damit das angestrebte Sicherheitsziel - die Entfernung des Beschwerdeführers aus der Schweiz - nicht erreicht werden könnte.