Citation: 5A_259/2019 E. 4.5.2

4.5.2. Mit Bezug auf die Auslegung der Personaldienstbarkeit wendet der Beschwerdegegner ein, der Grundbucheintrag sei nicht klar und regle die strittige Frage nicht. Daran ändere auch nichts, dass er die Liegenschaft erst 2007 erworben habe und im Gegensatz zur Beschwerdeführerin an der Begründung der Personaldienstbarkeit nicht selber beteiligt gewesen sei. Da auch dem Grundbuchbeleg die Antwort auf die vorliegend strittige Frage nicht zu entnehmen sei, bestimme sich der Inhalt der Dienstbarkeit nach den gewöhnlichen Bedürfnissen der Berechtigten im Zeitpunkt der Begründung der Dienstbarkeit (S. 8 ff. Rz. 18-21), d.h. 1920 und nicht 1809, wie die Beschwerdeführerin behaupte (S. 3 Rz. 7). Der Beschwerdegegner schildert, worin die damaligen gewöhnlichen Bedürfnisse bestanden hätten, nämlich in der Bewirtschaftung von drei, allenfalls fünf Liegenschaften. Eine Verbindungsfunktion zu weiteren Liegenschaften der Beschwerdeführerin sei der E.________-Strasse damit nicht zugekommen bzw. eine solche sei nicht durch Strassen, sondern bloss durch Fusswege/Pfade (gestrichelte Linie auf der Landeskarte) sichergestellt gewesen (S. 10 ff. Rz. 22-28). Dass die heutige Nutzung der Dienstbarkeit bis anhin unangefochten sei, sei aktenwidrig (S. 13 f. Rz. 29 mit Aktenhinweisen). Insgesamt berechtige das strittige Wegrecht die Beschwerdeführerin nicht dazu, das Gebiet H.________ bzw. ihre in diesem Gebiet heute gelegenen Grundstücke zu erschliessen (S. 14 ff. Rz. 30-35). Auf einen öffentlichen Glauben in das Grundbuch könne sich die Beschwerdeführerin ohnehin nicht berufen, da sie selber das Wegrecht vor Jahrzehnten eingeräumt erhalten habe (S. 20 f. Rz. 43-45).