Citation: 4A_356/2017 E. 3.6.1

3.6.1. Sie habe im Schiedsverfahren geltend gemacht, dass die Fälligkeit der zugesprochenen Forderung nicht am 30. April 2014 eingetreten sei, wobei sie sich insbesondere auf Art. 5.6 des 2009 Service Agreement berufen habe. Diese Vertragsbestimmung sehe vor, das die Beschwerdegegnerin jeweils bis Ende März die tatsächlichen Kosten des zurückliegenden Jahres mitteilen und einen Differenzbetrag zu den monatlich in Rechnung gestellten Beträgen (gestützt auf die erwarteten Preise) in Rechnung stellen oder gutschreiben müsse. Im Weiteren regle die Bestimmung die Frage, wie vorzugehen sei, wenn die Beschwerdeführerin gegen einen Teil der definitiven Preise opponiere; die Beschwerdegegnerin stelle den Differenzbetrag in Rechnung und die Beschwerdeführerin müsse den unbestrittenen Teilbetrag innert 30 Tagen seit Rechnungsstellung zahlen. Nur dieser Teil, nicht jedoch der bestrittene Teilbetrag, werde nach dieser Bestimmung 30 Tage nach Rechnungsstellung fällig. Die Fälligkeit des bestrittenen Teilbetrags trete erst ein, wenn die Streitigkeit entschieden sei, vorliegend mithin am 29. Mai 2017. Das Schiedsgericht habe ohne nachvollziehbare Begründung Verzugszinsen ab einem Zeitpunkt zugesprochen, in dem die Hauptforderung noch gar nicht fällig gewesen sei. Die Zusprechung von Verzugszinsen auf einer nicht fälligen Forderung stelle eine offensichtliche Verletzung des Rechts dar und sei im Ergebnis willkürlich.