Citation: 8C_579/2015 E. 3.1.3

3.1.3. Das Bundesamt für Sozialversicherungen bringt vor, es könne offen bleiben, ob das Vorgehen der IV-Stelle den Anforderungen an das Mahn- und Bedenkzeitverfahren nach Art. 21 Abs. 4 ATSG genüge. Sobald eine relevante Änderung nach Art. 17 ATSG eingetreten sei, habe die Verwaltung die bisher erbrachten Leistungen ohne Mahnung oder Einräumung einer Überlegungsfrist einzustellen. Zwar habe das Bundesgericht von diesem Grundsatz diejenigen versicherten Personen ausgenommen, die anlässlich einer zu verfügenden Herabsetzung oder Aufhebung der Rente diese während mehr als 15 Jahren bezogen oder in diesem Zeitpunkt das 55. Altersjahr zurückgelegt hatten. Solchen Versicherten solle Hand geboten werden, sich ins Erwerbsleben wieder eingliedern zu können, was indessen nichts daran ändere, die Leistung grundsätzlich anzupassen. Eine Veränderung gemäss Art. 17 ATSG bilde einen Rechtsgrund für die Anpassung einer Rente, die auch dann nicht mehr geschuldet werde, wenn das Mahn- und Bedenkzeitverfahren nicht gehörig durchgeführt worden sei.