Citation: 6B_663/2019 E. 1.3

1.3. Es bleibt zu prüfen, ob die Angabe eines "verbalen Streits" inhaltlich genügend bestimmt ist, um eine Beschimpfung anzuzeigen. A.________ (resp. dessen Mutter A.B.________ als gesetzliche Vertreterin) kreuzte auf dem amtlichen Formular "Strafantrag für Antragsdelikte/Privatklage" zusätzlich zur erwähnten Erklärung folgende vorformulierte Erklärung an: "Ich stelle gegen die Täterschaft wegen des erwähnten Sachverhalts Strafantrag wegen aller anwendbaren Antragsdelikte. (...) " (Untersuchungsakten pag. 82). Dass der Schwerpunkt des Strafantrags unverkennbar bei der Körperverletzung liegt, bedeutet den konkreten Umständen nach nicht, dass die Nennung des "verbalen Streits" als blosse Angabe einer Randbedingung der Körperverletzung zu verstehen wäre. Es handelt sich um ein eigenständiges, von der Körperverletzung zu unterscheidendes Element, dessen strafrechtliche Tragweite im Licht der Untersuchungsakten zu betrachten ist. Die im Formular vorgegebene Option, "wegen des erwähnten Sachverhalts Strafantrag wegen aller anwendbaren Antragsdelikte" zu erklären, gibt dem Antragsteller zu verstehen, dass es genügt, einen Sachverhalt zu bezeichnen, damit die mit diesem verbundenen allfälligen Delikte verfolgt werden. Die vorliegende Erklärung ist entsprechend auszulegen, zumal die ehrverletzende Äusserung im Strafantrag nicht notwendigerweise wörtlich wiedergegeben werden muss (BGE 131 IV 97 E. 3.3 S. 99; Urteil 6B_942/2017 vom 5. März 2018 E. 1.2). Die Vorinstanz hat bundesrechtskonforme Anforderungen an den Mindestgehalt des Strafantrags gestellt.