Citation: 6B_913/2016 E. 1.2.3

1.2.3. Der Beschwerdeführer bestreitet den offensichtlich politischen Hintergrund seiner Tat nicht. Die Vorinstanz verfällt daher nicht in Willkür und verletzt nicht die Unschuldsvermutung, indem sie auf diesen Umstand hinweist. Gleiches gilt, wenn sie daraus den Schluss zieht, der Beschwerdeführer habe, angesichts der Platzierung des Spreng- und Brandsatzes in einer vollbesetzten Halle, möglichst grossen Schaden anrichten wollen. Dass es letztlich bei einem relativ leicht löschbaren Feuer blieb, ändert daran nichts. Es ist auch nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz seiner Behauptung, wonach er bloss einen lauten Knall und eine Stichflamme habe herbeiführen wollen, keinen Glauben schenkt. Wäre dem so, hätte der Beschwerdeführer kaum in einer vollbesetzten Konzerthalle einen hauptsächlich aus Treibstoffbenzin bestehenden Spreng- und Brandsatz deponiert. Der gegenteilige Schluss der Vorinstanz ist jedenfalls nicht unhaltbar. Um lediglich Leute zu erschrecken wäre auch kein Feuerball von einem derartigen Ausmass erforderlich gewesen, wie er sich tatsächlich ereignete. Nach den für das Bundesgericht verbindlichen und vom Beschwerdeführer anerkannten Feststellungen der Vorinstanz erzeugte der Spreng- und Brandsatz einen Feuerball von bis zu 5 Metern Höhe und 3 Metern Breite, welcher sich danach auf immerhin noch rund 1.5 bis 2 Meter reduzierte. Die Explosion führte zudem zu zahlreichen Brandflächen auf der Strasse und an der seitlichen grossen Türe der Konzerthalle. Gemäss Aussagen eines Zeugen musste der Rucksack mit einem zweiten Feuerlöscher gelöscht werden und wurden einzelne Teile des Spreng- und Brandsatzes in einer Distanz von rund 5 Metern gefunden. Angesichts der Ausdehnung, welche das Feuer im Freien entfaltete, verletzt die Vorinstanz kein Bundesrecht, wenn sie erwägt, dass es mit einiger Wahrscheinlichkeit zu einem vom Verursacher nicht mehr beherrschbaren Feuer von gewisser Erheblichkeit hätte kommen können, wenn sich der Spreng- und Brandsatz im Innern der A.________ entfacht hätte. Ihr ist zuzustimmen, dass das mehrere Meter hohe und breite Feuer die sich im Umkreis befindlichen Menschen und die von ihnen getragenen oder mitgeführten Gegenstände mit grosser Wahrscheinlichkeit erfassen und darauf hätte übergreifen können. Diese Menschen wären somit in einer konkreten Gefahr für Leib und Leben gewesen. Es kann jedenfalls nicht gesagt werden, dass das vom Beschwerdeführer entfachte Feuer per se ungeeignet gewesen wäre, eine Feuersbrunst zu verursachen. Ein offensichtlich untauglicher Versuch liegt nicht vor (vgl. oben E. 1.1.2). Mit Bezug auf den Vorsatz, eine Feuersbrunst zu verursachen, entlastet es den Beschwerdeführer auch nicht, dass er den Spreng- und Brandsatz nicht in der Nähe von besonders brennbaren Gegenständen, etwa in der Garderobe, deponiert hat, wenngleich sich das Feuer von dort aus sicherlich leichter hätte ausbreiten können. Eine Ausbreitung zu einem für den Beschwerdeführer nicht mehr beherrschbaren Feuer war auch am von ihm ausgesuchten Ort möglich. Es ist nicht ersichtlich, dass er einen bewusst ungefährlichen Ort für seinen Brandsatz gewählt hätte. Auch leuchtet nicht ein, inwiefern das Mischpult, in dessen Nähe sich der Spreng- und Brandsatz befand, eine Sperrwirkung gegen eine Brandausdehnung hätte entfalten sollen. Es ist vielmehr plausibel anzunehmen, dass das Mischpult durch den Feuerball und die dabei entstandene Hitze in Brand geraten wäre und das Feuer von dort aus auf weitere Gegenstände hätte übergreifen können. Diese Feststellung der Vorinstanz ist weder willkürlich, noch verletzt sie Bundesrecht. Die sich zum Rucksack hin befindliche Abschrankung reichte bloss bis auf Standhöhe, während der Feuerball 5 Meter hoch war. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers ist die ihm zur Last gelegte versuchte Brandstiftung mit dem Anzünden eines Radarkastens in keiner Weise vergleichbar. Der Brand eines im Freien stehenden Radarkastens ist praktisch zwangsläufig eingedämmt und ein Übergreifen auf andere Gegenstände ist erheblich unwahrscheinlicher, als dies im Innern eines Gebäudes der Fall wäre. Ebenso wenig spricht es angesichts der Vorgehensweise gegen einen Vorsatz, dass der Beschwerdeführer in seinen Forumsbeiträgen lediglich von einer Bombe, nicht von einem Feuer gesprochen hat. Dies lässt keine gültigen Rückschlüsse auf seine anschliessende Tat zu. Er zeigt auch nicht auf, durch welche Untersuchungsmassnahmen die Vorinstanz ihn entlastende Umstände hätte erheben und berücksichtigen sollen. Eine Verletzung der Untersuchungspflicht ist nicht ersichtlich. Die Rüge erschöpft sich in der Behauptung einer falschen Beweiswürdigung, wobei der Beschwerdeführer keine Willkür dartut. Angesichts des Ausmasses des Feuers und der verwendeten Menge Treibstoffbenzin verfällt die Vorinstanz auch nicht in Willkür, wenn sie annimmt, der Beschwerdeführer habe um die konkrete Gefahr der Verursachung einer Feuersbrunst gewusst und diese gewollt. Wer im Innern eines Gebäudes, in der Nähe von brennbaren Gegenständen 4.5 Liter Benzin zur Explosion bringt, weiss um die Gefahr eines unbeherrschbaren Feuers und will diese (vgl. oben E. 1.1.1). Gleiches gilt im Lichte der geplanten Zündung des Spreng- und Brandsatzes in unmittelbarer Nähe zu einer Vielzahl von Menschen für die Gefährdung von deren Leib und Leben. Die Vorinstanz hat daher eine direktvorsätzliche Gefährdung von Menschen mindestens zweiten Grades infolge einer Feuersbrunst zu Recht bejaht. Der vorinstanzliche Schuldspruch wegen versuchter qualifizierter Brandstiftung nach Art. 221 Abs. 2 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB verletzt kein Bundesrecht.