Citation: 2C_261/2020 E. 4.2

4.2. Ob die Ehe bloss (noch) formell besteht, entzieht sich in der Regel dem direkten Beweis und kann nur durch Indizien erstellt werden (BGE 135 II 1 E. 4.2 S. 9 f.). Solche Indizien können äussere Begebenheiten sein wie eine drohende Wegweisung, das Fehlen einer Wohngemeinschaft, ein erheblicher Altersunterschied, Schwierigkeiten in der Kommunikation, fehlende Kenntnisse über den Ehepartner und dessen Familie oder die Bezahlung einer Entschädigung. Die Indizien können aber auch psychische Vorgänge betreffen (tatsächlicher Wille). In beiden Fällen handelt es sich um tatsächliche Feststellungen, welche das Bundesgericht nur auf offensichtliche Unrichtigkeit oder Rechtsverletzungen hin überprüft (Art. 97 Abs. 1 BGG; BGE 128 II 145 E. 2.3 S. 152). In die vorinstanzliche Beweiswürdigung greift es nur ein, wenn diese willkürlich ist (Urteile 2C_752/2016 vom 16. September 2016 E. 3.2; 2C_1141/2015 vom 18. Juli 2016 E. 2.2). In der Beschwerde begnügen sich die Beschwerdeführer über weite Strecken damit, die Geschehnisse zu schildern, wie sie sich aus ihrer Sicht zugetragen haben, ohne sich mit den tatsächlichen Feststellungen im angefochtenen Urteil und deren Würdigung durch die Vorinstanz auseinanderzusetzen. Damit vermögen sie gemäss ständiger bundesgerichtlicher Praxis keine willkürliche Sachverhaltsfeststellung und/oder Beweiswürdigung zu substanziieren (vgl. BGE 142 II 433 E. 4.4 S. 444). Zwar machen die Beschwerdeführer auch geltend, anlässlich der Kontrolle in der Wohnung habe die Polizei zu Unrecht die Aussage der Ehefrau, dass der Beschwerdeführer in der Wohnung vorhandene, für beide Geschlechter verwendbare Kosmetika der Marke "F.________" nutze, nicht protokolliert. Daraus lässt sich aber schon deshalb nichts zu Gunsten der Beschwerdeführer ableiten, weil sie damit eine neue Tatsache anrufen, ohne dass erst der Entscheid der Vorinstanz hierzu Anlass gibt (vgl. Art. 99 Abs. 1 BGG). Nichts anderes gilt für die in der Beschwerde aufgestellte Behauptung, die Ehefrau habe anlässlich der (angeblich) sechstündigen polizeilichen Befragung infolge des damit verbundenen Druckes vergessen, dass ihr Ehemann erstmals im März 2017 in die Schweiz gereist sei. Dass sich das Fehlen von Fotos gemeinsamer Unternehmungen des Ehepaares möglicherweise durch den Umstand erklären lässt, dass der Ehefrau Fotos ihrer Enkeltochter (auch angesichts des Alters des Ehepaares) mehr Wert sein sollen, lässt sodann die vorinstanzliche Beweiswürdigung ebenfalls nicht als willkürlich erscheinen, hat die Vorinstanz doch das Fehlen von Fotos des Ehepaares nur als eines von mehreren Indizien für das Vorliegen einer Scheinehe gewürdigt. Im Ergebnis deuten vorliegend - wie die Vorinstanz zutreffend erkannt hat - gewichtige Hinweise auf eine Scheinehe hin. Die Vorinstanz durfte gestützt auf die verschiedenen Indizien ohne Verletzung von Bundesrecht davon ausgehen, die Ehe der Beschwerdeführer sei lediglich aus ausländerrechtlichen Motiven geschlossen worden. Damit hat der Beschwerdeführer einen Grund für den Widerruf seiner Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA gesetzt (vgl. E. 3 hiervor).