Citation: 2C_396/2014 E. 3.4

3.4. Das forensisch-psychiatrische Gutachten vom 30. April 2012 diagnostizierte beim Beschwerdeführer ein schweres Abhängigkeitssyndrom von multiplen Substanzen (Heroin, Benzodiazepine, Alkohol), eine hyperkinetische Störung des Sozialverhaltens, eine emotionale instabile Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typ sowie eine rezidivierende depressive Störung. In diesem Zusammenhang unterzieht sich der Beschwerdeführer im Rahmen des Massnahmevollzugs einer Therapie. Weiter nimmt er an einem ärztlich überwachten Ersatzdrogenprogramm (Methadon) teil, welches bis anhin erfolgreich verlief. Ob eine dauernde Abstinenz erreicht werden kann, ist trotz des guten Willens des Beschwerdeführers zweifelhaft. Die vorherigen Entzugsversuche sind allesamt gescheitert. Das forensisch-psychiatrische Gutachten geht aufgrund des bisherigen Krankheitsverlaufs davon aus, dass wegen der vorliegenden psychischen Störung ein deutlich erhöhtes Risiko für zukünftige Eigentums-, Drogen- und mögliche Gewaltdelikte bestehe. Gemäss dem bisherigen Krankheitsverlauf sei anzunehmen, dass die Störung dauerhaft verlaufe und besonders im Rahmen von belastenden Lebenssituationen in ihrer Ausprägung stark fluktuiere (Persönlichkeitsstörung, Substanzmissbrauch). Bei fortbestehendem Drogenkonsum könne es auch in Zukunft zu Zuständen kommen, die mit erheblicher Selbst- bzw. Fremdgefährdung einhergehen könnten. Die vorliegende Konstellation einer emotional instabilen Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typ mit ausgeprägter Impulsivität und Substanzproblematik sei erfahrungsgemäss schwierig zu behandeln. Erschwerend komme hinzu, dass beim Beschwerdeführer bereits mehrmalige Entzugsbehandlungen und konsequente Therapieversuche auch in Massnahmensituationen durchgeführt worden seien, die allesamt bis jetzt nicht in überdauernde Therapieerfolge (Verhaltensänderungen) gemündet hätten. Langfristig erscheine aus Sachverständigensicht nur eine Substitution (Behandlung mit Ersatzstoffen wie Methadon) weitgehend geeignet, eine Stabilisierung des psychosozialen Zustandsbilds zu erreichen. Die Chance einer grundlegenden Änderung des Beschwerdeführers wird deshalb eher skeptisch eingeschätzt. Diese Beurteilung stimmt auch mit den Erkenntnissen der früheren forensisch-psychiatrischen Abklärung vom 27. März 2007 überein. Der bereits erwähnte Bericht über den Verhandlungsverlauf des Massnahmenvollzugs (E. 3.2) geht ebenfalls von einer anhaltenden Risikodisposition für delinquente Rückfälle aus. Die Vorinstanz durfte deshalb davon ausgehen, dass eine gewisse Rückfallgefahr und damit ein entsprechend gewichtiges (sicherheitspolizeiliches) Interesse daran besteht, dass der Beschwerdeführer das Land verlässt. Dieses muss aber - selbst wenn der Beschwerdeführer Delikte im Betäubungsmittelbereich begangen hat - nicht zwingend die persönlichen Interessen des Beschwerdeführers überwiegen (Urteil 2C_1033/2013 vom 4. Juli 2014 E. 4.2), welche im Folgenden zu prüfen sind.