Citation: 6B_1115/2022 E. 5.3

5.3. Die Vorinstanz bejaht einen schweren persönlichen Härtefall aufgrund der starken Bindungen des Beschwerdeführers zur Schweiz (vgl. angefochtenes Urteil E. VII.3.2 S. 26 f.). Zur im Anschluss vorgenommenen Interessenabwägung erwägt sie Folgendes: Den Beschwerdeführer belaste insbesondere, dass er nach dem heute zu beurteilenden Vorfall bis ins Jahr 2019 hinein in noch stärkerem Ausmass gewalttätig geworden sei, was die Einschätzung seiner Gewaltbereitschaft und die entsprechende Risikoprognose massgeblich verschlechtere. Im Übrigen hätten die Erwägungen im Rahmen des Widerrufs gezeigt, dass sich sein Lebenswandel seither nicht entscheidend verändert habe, sei er doch immer wieder mit dem Gesetz in Konflikt geraten, auch wenn die Verfehlungen deutlich niederschwelliger gewesen seien. Positiv anzurechnen sei ihm zwar, dass er in jüngster Zeit verschiedene Bestrebungen unternommen habe, um sein Leben in stabilere Bahnen zu lenken, wobei er sich vor Kurzem offenbar auch in eine freiwillige Therapie begeben habe, um an seiner Gewaltproblematik, zu arbeiten. Diese kurzfristigen Bestrebungen vermöchten jedoch an der aktuell schlechten Prognose nichts zu ändern, zumal nicht zu verkennen sei, dass sie auch durch die drohende Landesverweisung motiviert sein könnten. Vor diesem Hintergrund überwiege das öffentliche Interesse an einer Wegweisung des Beschwerdeführers aus der Schweiz sein privates Interesse, weiterhin hierorts unmittelbaren Kontakt zu seiner Familie bzw. zu seinen Bezugspersonen halten zu können, zumal auch seine mittlerweile zwei Jahre andauernde Beziehung zu seiner Freundin noch nicht sehr gefestigt erscheine. Dem Umstand, dass er als Angehöriger der kurdischen Minderheit in seinem Heimatland Syrien an Leib und Leben gefährdet sein könnte, sei im Weiteren nicht bereits im Rahmen des vorliegenden Entscheids Rechnung zu tragen, da der Einbezug solcher Aspekte in die Interessenabwägung gemäss der bundesgerichtlichen Praxis lediglich in klaren Fällen zum Tragen komme. Vorliegend sei jedoch unklar, wie sich die Situation in Syrien in nächster Zeit entwickeln werde, weshalb die Beurteilung des Refoulement-Verbotes den Vollzugsbehörden zu überlassen sei, die zweckmässiger darüber befinden könnten, inwiefern dem Beschwerdeführer eine Ausweisung in sein Heimatland nach verbüsster Strafe tatsächlich zumutbar sei. Dem beschwerdeführerischen Einwand, selbst das Strafgericht Basel-Stadt habe in seinem Verfahren im März 2020 auf eine Landesverweisung verzichtet, sei sodann entgegenzuhalten, dass dieser Behörde nicht alle begangenen Taten des Beschwerdeführers bekannt gewesen seien und die Zürcher Justiz im Übrigen ohnehin nicht an diesen früheren Entscheid gebunden sei. Hinsichtlich des Vorbringens des Beschwerdeführers, die Landesverweisung stehe Resozialisierungsbemühungen im Inland entgegen, weist die Vorinstanz ferner darauf hin, dass es im Interesse und in der Macht des Beschwerdeführers liege, diesbezüglich eigene Anstrengungen, allenfalls auch nach vollzogener Landesverweisung, zu unternehmen, und dass der Ausschluss vom gesellschaftlichen Leben im Inland gerade eine inhärente Eigenschaft der Landesverweisung sei, die deren Aussprechung selbstredend nicht entgegenstehen könne. Die Vorinstanz schliesst, bei einer Gesamtbetrachtung der Delinquenz des Beschwerdeführers sei von einer nach wie vor bestehenden Gefährdung der öffentlichen Sicherheit auszugehen, die genügend schwer wiege, um allfällige berechtigte private Interessen zu überwiegen. Sie verweist den Beschwerdeführer daher obligatorisch des Landes (angefochtenes Urteil E. VII.3.3 ff. S. 27 ff.).