Citation: 6B_542/2023 E. 1.2

1.2. Die Vorinstanz erwägt, der Beschwerdeführer sei erst im Alter von 39 Jahren in die Schweiz eingereist, nachdem er 38 Jahre seines Lebens und damit auch die als besonders prägend geltenden Kinder- und Jugendjahre in Pakistan verbracht habe. Auch seine Ehefrau, mit der er heute drei Kinder habe, stamme aus seinem Heimatland. Die Ausreise sei erst erfolgt, als das jüngste Kind etwa fünf Jahre alt gewesen sei. Entsprechend seien sowohl der Beschwerdeführer als auch dessen Familie bestens mit der pakistanischen Kultur, Sprache und den dortigen Gepflogenheiten vertraut. Der Beschwerdeführer lebe, so die Vorinstanz weiter, seit sechs Jahren in der Schweiz. Er habe sich in wirtschaftlicher Hinsicht kaum integrieren können, was indes grösstenteils auf seinen ungeklärten Aufenthaltsstatus zurückzuführen sei. Immerhin habe er sich mehrfach um Arbeit bemüht und gehe im Rahmen eines Arbeitsintegrationsprogrammes einer regelmässigen Tätigkeit nach. Nichtsdestotrotz seien er und seine Familie seit der Ankunft in der Schweiz von der Sozialhilfe abhängig. Auch die soziale Integration des Beschwerdeführers falle äusserst bescheiden aus. Mit seiner Ehefrau und seinen Kindern unterhalte er sich ausschliesslich in Urdu und spreche gebrochenes bzw. nur schwer verständliches Deutsch. Die Anwendung der deutschen Sprache beschränke sich hauptsächlich auf kurze Austausche mit hiesigen Bekanntschaften. Der Beschwerdeführer verkehre regelmässig mit aus seiner Heimat stammenden Personen. Die Freizeit verbringe er vorwiegend vor dem Fernseher; er sei weder Mitglied in einem Verein noch pflege er gesellige Hobbies. Insgesamt sei seine Integration äusserst dürftig, was er denn auch nicht in Abrede stelle. Demgegenüber präsentierten sich die Wiedereingliederungsmöglichkeiten in seiner Heimat " (mit Ausnahme des gegen ihn ausgestellten Haftbefehls [...]) " positiv. Er kenne die kulturellen Gepflogenheiten seines Landes und beherrsche die Sprache in Perfektion. Gleiches gelte für seine Ehefrau. Zudem lebten im gemeinsamen Heimatland eine Vielzahl enger Familienmitglieder, zu denen die Eheleute zumindest teilweise noch regelmässigen Kontakt pflegten, der bei Bedarf wohl ohne weiteres wieder intensiviert werden könnte. Die gemeinsamen Kinder hätten Sprache, Kultur und Charakter ihres Geburtslandes während der ersten Lebensjahre durch eigene Erfahrungen kennengelernt. Dies setze sich indirekt via ihre Eltern und die hier lebenden Landsleute fort. Dass sich die pakistanische Wirtschaftslage deutlich schwieriger als in der Schweiz präsentiere, stehe einer Landesverweisung nicht entgegen. Die beruflichen Integrationschancen des Beschwerdeführers seien in Anbetracht seines Alters, seiner Ausbildung, seiner früheren Arbeitstätigkeiten in Pakistan, seiner dortigen Verwurzelung, seines Beziehungsnetzes und umfassenden Sprachkenntnisse nicht negativ zu bewerten. Eine Wiedereingliederung sei grundsätzlich ohne grössere Schwierigkeiten möglich. Die Vorinstanz erwägt weiter, dass daran auch die gesundheitliche Situation des Beschwerdeführers nichts ändere. Seine Beschwerden schienen sich seit der akuten Krise im Jahr 2021 stabilisiert zu haben und die psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung könne auch in Pakistan fortgesetzt werden. Die gesundheitliche Situation seiner Ehefrau und insbesondere jene der Tochter B.________ könnten aufgrund von deren beträchtlicheren Schwere und notwendigen Therapien zwar beim Beschwerdeführer selbst zu berücksichtigende härtefallbegründende Aspekte darstellen. Allerdings verfügten weder er, seine Ehefrau noch die gemeinsamen Kinder über ein gefestigtes Anwesenheitsrecht in der Schweiz. Vielmehr sei das Asylverfahren noch immer hängig und der Aufenthaltsstatus ungeklärt. Insofern werde das Recht des Beschwerdeführers auf Achtung des Privat- und Familienlebens im Sinne von Art. 13 BV und 8 EMRK durch eine Landesverweisung nicht massgeblich beeinträchtigt. Insofern der Beschwerdeführer sich schliesslich auf das Non-refoulement-Gebot berufe, stellt die Vorinstanz zunächst fest, dass die generelle wirtschaftliche und politische Situation in Pakistan einer (zwangsweisen) Rückführung derzeit nicht entgegenstehe. Auch seien keine ernsthafte Gründe dafür ersichtlich, dass er sich im Falle einer Wegweisung nach Pakistan der Gefahr von Folter oder einer anderen Art grausamer und unmenschlicher Behandlung oder Bestrafung ausgesetzt sähe. Solche Gründe liessen sich auch nicht im wiederholt vorgetragenen, angeblich gegen ihn, seinen ehemaligen Vorgesetzten und seine Familie gerichteten, politisch motivierten Komplott erkennen. Stattdessen sei davon auszugehen, dass es sich bei den gegen ihn und seinen ehemaligen Vorgesetzten gerichteten Vorwürfen des Amtsmissbrauchs und der Korruption um ein legitimes strafrechtliches Verfahren handle und er mit einem rechtsstaatlich korrekten Verfahren und unabhängigen Richter rechnen dürfe. Anhand dieser Umstände verneint die Vorinstanz das Vorliegen eines schweren persönlichen Härtefalls i.S.v. Art. 66a Abs. 2 StGB und erwägt, auch eine allfällige Interessenabwägung fiele deutlich zu Gunsten der öffentlichen Interessen aus. Der nicht vorbestrafte Beschwerdeführer habe mit der Verbreitung von Kinderpornografie in schwerwiegender Weise das sehr hoch zu gewichtende Rechtsgut der ungestörten sexuellen Entwicklung von Kindern und Jugendlichen verletzt. Zudem gestehe er seine Taten zwar vordergründig ein, wolle diese aber aus blossem Versehen begangen haben, was unglaubhaft sei. Stattdessen müsse von einer (unterschwelligen) Anziehung und Neigung hin zu pädophilen Inhalten ausgegangen werden. Da sich der Beschwerdeführer zudem nicht als Hauptschuldigen oder auch nur bewusst Handelnden betrachte und keinerlei Problemeinsicht zeige, sei insgesamt eine gewisse Rückfallgefahr nicht von der Hand zu weisen.