Citation: 6P.64/2006 06.09.2006 E. A

A.a Die Familien von B.Y.________ einerseits und von dessen Bruder C.Y.________ andererseits sind Eigentümer mehrerer Familiengesellschaften, unter anderen der F.________ AG. Sie führten im Verlaufe der vergangenen Jahre mehrere Prozesse gegeneinander. Rechtsanwalt X.________ war und ist der Vertreter von B.Y.________ und von dessen beiden Söhnen D.Y.________ und E.Y.________. C.Y.________, der mit A.Y.________ verheiratet ist, erlitt am 25. Januar 2002 einen Schlaganfall. Über dessen Auswirkungen bzw. über den Gesundheitszustand von C.Y.________ wurde die Familie von B.Y.________ nach deren Einschätzung nicht ausreichend informiert. Dem Verwaltungsrat der F.________ AG gehörten D.Y.________, sein Onkel C.Y.________ und, als Präsident, Rechtsanwalt Dr. G.________ an. Zeichnungsberechtigt waren Dr. G.________ mit Einzelunterschrift sowie C.Y.________, D.Y.________ und E.Y.________ je kollektiv zu zweien. Dr. G.________ verstarb am 8. März 2002. A.b Am 19. März 2002 trafen sich D.Y.________ und E.Y.________ mit A.Y.________, um die Angelegenheiten der F.________ AG zu besprechen. A.Y.________ war weder Organ noch Angestellte der F.________ AG, aber Eigentümerin von Aktien. Sie legte an der Besprechung eine auf den 15. März 2002 datierte Anmeldung an das Handelsregisteramt des Kantons Aargau vor. Darin wird mitgeteilt, dass Dr. G.________ infolge Todesfalls aus dem Verwaltungsrat der F.________ AG ausgeschieden ist und dass neu A.Y.________ Kollektivzeichnungsrecht zu zweien erhält. Die Anmeldung trägt die vom Notar Dr. H.________ beglaubigte Unterschrift von A.Y.________. Sie wurde namens des Verwaltungsrates von D.Y.________ unterzeichnet und enthält zudem namens des Verwaltungsrates eine Unterschrift von C.Y.________ (kant. Akten p. 195). A.Y.________ sandte diese Anmeldung am 20. März 2002 an das Handelsregisteramt des Kantons Aargau, wo sie am 25. März 2002 einging. Per Faxschreiben vom 25. März 2002 teilte D.Y.________ persönlich dem Handelsregisteramt des Kantons Aargau Folgendes mit (kant. Akten p. 196): "Im Amt des zur Zeit noch einzigen aktiven Verwaltungsratsmitglieds der Firma (... F. AG ...) befindend, bitte ich Sie, die Neuanmeldung der (... A.Y. ...) auf Bankunterschrift in der (... F. AG ...) im Handelsregister zu unterlassen. In Bezug auf die Unterschrift von Herrn (... C.Y. ...) (als weiteres Verwaltungsratsmitglied an einem Schlaganfall erkrankt) bezweifle ich dessen Geschäftsfähigkeit und damit seinen ureigensten Willen, solch eine Unterschrift leisten zu wollen. Diese Unterlassung gilt auch trotz meiner auf dem Anmeldungsblatt geleisteten Unterschrift. Ich schlage vor, sobald die oben dargestellten Unstimmigkeiten geklärt sind, ich ihr Handelsregister persönlich aufsuche und den Eintrag selbst vornehme." Mit Schreiben vom 28. März 2002 teilte das Handelsregisteramt des Kantons Aargau D.Y.________ Folgendes mit (kant. Akten p. 194): "Gemäss dem Telefonat mit unserem Handelsregisterführer ... senden wir Ihnen die am 25.03.2002 eingereichte Anmeldung für vorgenannte Gesellschaft wieder zurück. Wir bitten Sie, uns stattdessen eine korrigierte Anmeldung zuzustellen, welche nur den Austritt von Dr. (... G ...) aus dem Verwaltungsrat infolge Todes beinhaltet. Der Eintrag von (... A.Y. ...) mit Kollektivunterschrift wird entsprechend den von Ihnen geschilderten Umständen vorläufig sistiert. In diesem Zusammenhang machen wir sie gleichzeitig darauf aufmerksam, dass nach dem Ausscheiden von (...G. ...) aus dem Verwaltungsrat ein neuer Präsident desselben bestimmt werden muss. Nach Eingang der genannten Unterlagen werden wir für Eintrag und Publikation besorgt sein." Am 29. April 2002 reichte C.Y.________ beim Departement des Innern des Kantons Aargau gegen das Handelsregisteramt Beschwerde wegen formeller Rechtsverweigerung ein mit dem Antrag, das Handelsregisteramt sei anzuweisen, die auf den 15. März 2002 datierte und von den Verwaltungsratsmitgliedern C.Y.________ und D.Y.________ persönlich unterzeichnete Anmeldung von Mutationen bei der F.________ AG unverzüglich an die Hand zu nehmen und das Eintragungsverfahren bzw. das Einspracheverfahren einzuleiten. Das Departement des Innern hiess die Beschwerde mit Verfügung vom 18. Dezember 2002 gut und wies das Handelsregisteramt an, das Einspracheverfahren gemäss Art. 32 HRegV zu eröffnen und dem Beschwerdegegner (D.Y.________) entsprechend der Vorschrift von Art. 32 Abs. 2 HRegV eine genügende Frist zur Erwirkung einer vorsorglichen Verfügung des Richters einzuräumen. A.c Am 29. Januar 2003 erhob D.Y.________, vertreten durch Advokat X.________, beim Verwaltungsgericht des Kantons Aargau Verwaltungsgerichtsbeschwerde unter anderem mit den Anträgen, die Verfügung des Departements des Innern sei aufzuheben und die Rechtsverweigerungsbeschwerde von C.Y.________ gegen das Handelsregisteramt abzuweisen. Mit Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Aargau, 4. Kammer, vom 16. Mai 2003 wurde die Verwaltungsgerichtsbeschwerde abgewiesen und das Handelsregisteramt angewiesen, das Einspracheverfahren gemäss Art. 32 Abs. 2 HRegV einzuleiten und dem Beschwerdeführer (D.Y.________) eine angemessene Frist nach Eintritt der Rechtskraft des Urteils des Verwaltungsgerichts neu anzusetzen.