Citation: 5A_452/2022 E. 5.2.3

5.2.3. In ihrer Berufung legten die Beschwerdeführer nicht konkret dar und es sei auch nicht ersichtlich, weshalb der Überbauanteil der Jauchegrube für sie unentbehrlich sein solle, zumal sie den Stall gemäss eigenen Angaben lediglich für die Unterbringung ihrer beiden Esel benützen wollten. Vielmehr sei davon auszugehen, dass gestützt auf das in erster Instanz eingeholte Gutachten widerlegt sei, dass die Beschwerdeführer für die Haltung ihrer Esel überhaupt auf eine Jauchegrube angewiesen seien. Gegen diese Feststellung brächten sie im Berufungsverfahren denn auch nichts vor. Dass sie für Unterhaltsarbeiten oder das Auspumpen der Jauchegrube einen Zugang zu derselben benötigten, möge allenfalls zutreffen, die Beschwerdeführer zeigten aber nicht auf, weshalb sie dafür auf das beantragte Überbaurecht angewiesen wären, zumal die Jauchegrube überwiegend auf ihrem eigenen Grundstück liege. Ohnehin dürften sich Unterhaltsarbeiten und das Auspumpen der Jauchegrube weitgehend erübrigen, nachdem die Haltung der beiden Esel eben gerade keine Jauche produziere. Im Übrigen äusserten sie sich auch dazu im Berufungsverfahren nicht mehr. Das langjährige Bestehen der Jauchegrube (mindestens 50 Jahre) würde zwar grundsätzlich für die Zuweisung eines entsprechenden Überbaurechts sprechen, vermöge aber die Interessen der Beschwerdegegner, den auf ihrem Grundstück liegenden Teil der Jauchegrube aufzufüllen, um damit einem späteren Einbruch der Grube und allfälligen Grundwassergefährdungen oder Werkeigentümerhaftungen zuvorzukommen, sowie an einem unbelasteten Grundstück nicht aufzuwiegen. Insgesamt erweise sich die angestrebte Zuweisung des Überbaurechts angesichts der konkreten Umstände als nicht gerechtfertigt.