Citation: 1C_189/2020 E. 1.3

1.3. Die Vorinstanz setzt sich mit der Bewilligungsfähigkeit der baulichen Änderungen im Innen- und Aussenbereich sowie der Umnutzung des Wochenendhauses in einen Dauerwohnsitz ausführlich auseinander. Sie erwägt, die Erteilung einer ordentlichen Baubewilligung gestützt auf Art. 22 RPG (SR 700) falle mangels Zonenkonformität unbestrittenermassen ausser Betracht. Bei der Beurteilung der Bewilligungsfähigkeit gestützt auf Art. 24c RPG und Art. 42 RPV (SR 700.1) gelte als Grundregel für alle vom Besitzstandsschutz ausserhalb der Bauzonen profitierenden Bauvorhaben, dass die Identität der Baute oder Anlage einschliesslich ihrer Umgebung in den wesentlichen Zügen gewahrt bleiben müsse (Erfordernis der Identität oder Wesensgleichheit). Zu vergleichen seien die Merkmale einer Baute oder Anlage im Moment der Zuweisung zum Nichtbaugebiet mit jenen, die mit dem Baugesuch angestrebt würden. Vorliegend sei der massgebliche Referenzzustand des Wochenendhauses jener am 1. Juli 1972. Anhand der am 5. Juni 1972 und am 26. März 1991 vorgenommenen Gebäudeschätzungen der Aargauischen Gebäudeversicherung (AGV) kommt die Vorinstanz zum Schluss, dass das Wochenendhaus zum Referenzzeitpunkt äusserst rudimentär ausgestattet, vom Ausbaustandard her als Dauerwohnsitz untauglich und objektiv nicht dazu geeignet gewesen sei, ganzjährig bewohnt zu werden. Der im Jahr 1991 erreichte Standard sei nach wie vor sehr bescheiden gewesen, auch wenn es - im Unterschied zu 1972 - nun eine Heizung, eine Einbauküche, einen Elektroherd, einen Kühlschrank sowie einen Elektroboiler gehabt habe. Auch bei der Übernahme des Hauses durch den Lebenspartner der Beschwerdeführerin im Jahr 2011 habe das Wochenendhaus über kein Badezimmer verfügt und sei verkehrsmässig nicht erschlossen gewesen bzw. seien keine Parkplätze vorhanden gewesen. Mit den von der Beschwerdeführerin und ihrem Lebenspartner ausgeführten baulichen Massnahmen sei das Haus sukzessive umfassend erneuert worden. Ein Vergleich der Gebäudeschätzungen aus dem Jahr 1991 (Fr. 89'000.--) und vom 28. Januar 2016 (Fr. 281'000.--) ergebe eine Werterhöhung von Fr. 192'000.--. Die Identität bzw. Wesensgleichheit der Baute werde (hinsichtlich Umfang, äusserer Erscheinung sowie Zweckbestimmung) nicht mehr, auch nicht in den wesentlichen Zügen, gewahrt. Die Erteilung einer Ausnahmebewilligung für die erfolgten baulichen Massnahmen und die Umnutzung gemäss Art. 24c RPG falle damit ausser Betracht. Nachdem eine wesentliche Änderung der bestehenden Baute gegeben sei, dürfe die Baubewilligung auch aus Gründen des Lärmschutzes nicht erteilt werden. Es sei unbestritten, dass bei der Liegenschaft der Beschwerdeführerin die vorgeschriebenen Immissionsgrenzwerte in der Nacht überschritten würden. Schliesslich seien der vom Regierungsrat angeordnete Rückbau zur Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands sowie die dazu angesetzte Frist von sechs Monaten ab Rechtskraft des Entscheids verhältnismässig: Es lägen keine Gründe vor, aus denen die Beschwerdeführerin nach Treu und Glauben habe darauf schliessen dürfen, dass sie ohne weiteres zu den zahlreichen baulichen Massnahmen berechtigt sei. Insbesondere habe ihr auch die zuständige Behörde keinen Anlass zu einer derartigen Annahme gegeben. Das erhebliche öffentliche Interesse an der Erhaltung des im kantonalen und kommunalen Recht im besonderen Mass geschützten Gebiets, der Einhaltung der Rechtsordnung, der konsequenten Trennung von Bau- und Nichtbaugebiet und der Rechtsgleichheit sei höher zu gewichten als das private Interesse der Beschwerdeführerin an der Beibehaltung der Bauten und Anlagen und den zu relativierenden finanziellen Interessen.