Citation: 9C_234/2023 E. 1.2

1.2. Es handelt sich um einen Neuanmeldungsfall (Art. 87 Abs. 2 und 3 IVV; Art. 17 Abs. 1 ATSG sinngemäss). Wenn die versicherte Person, wie hier, glaubhaft gemacht hat, dass sich die tatsächlichen Verhältnisse seit der letzten rechtskräftigen Verfügung, die auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs beruht, anspruchserheblich verändert haben, wird die Neuanmeldung - wie bei einem Revisionsfall nach Art. 17 ATSG - in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht umfassend geprüft (BGE 133 V 108; 130 V 71; Urteil 9C_899/2009 vom 26. März 2010 E. 2.1; vgl. BGE 141 V 9 E. 2.3). Die auf das Eintreten folgende materielle Prüfung findet aber nicht von Grund auf statt, wie es bei einer erstmaligen Beurteilung der Rentenberechtigung der Fall wäre (Urteil 9C_280/2018 vom 8. Juni 2018 E. 5.3) : Die Verwaltung, die auf die Neuanmeldung eingetreten ist, klärt die Sache materiell ab und vergewissert sich, ob die glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist. Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a; Urteil 9C_317/2014 vom 16. Juni 2014 E. 3.1).