Citation: 7B_8/2021 E. 5.4.5

5.4.5. Ob im konkreten Einzelfall von Verhandlungsunfähigkeit und damit von einem entschuldbaren Säumnis seitens des Beschuldigten auszugehen ist, hat allein das Gericht zu beurteilen. Insofern muss es Kenntnis von den zur behaupteten Verhandlungsunfähigkeit führenden tatsächlichen Umstände haben. Der Beschwerdeführer behauptet in dieser Hinsicht zwar, dass er am Tag vor dem Verhandlungstermin an Nebenwirkungen des dritten Antibiotikums gelitten habe. Mit der Vorinstanz bleiben diese Vorbringen indes gänzlich unbelegt. Zudem legt der Beschwerdeführer nach den zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz in keiner Weise dar, an welchen Nebenwirkungen er litt, welches Ausmass diese im Einzelnen aufwiesen und welche Auswirkungen diese konkret auf ihn hatten, sodass er am 13. Juni 2019 nicht an der Verhandlung teilnehmen konnte (vgl. angefochtenes Urteil S. 8). Eingedenk der Vielfalt möglicher Nebenwirkungen und deren Stärke wären detailliertere Angaben indes erforderlich gewesen, um die im ärztlichen Zeugnis vermerkte Verhandlungsunfähigkeit auf ihre Plausibiliät hin zu überprüfen.