Citation: 1C_562/2014 E. 3.5

3.5. Wie schon das Verwaltungsgericht festhielt, finden sich sowohl für die Auslegung von Art. 6 Abs. 2 BZO im Sinne einer Einschränkung des Anrechnungsprivilegs als auch im Sinne einer Nutzungsbeschränkung Argumente. Dabei trifft die Auffassung der Beschwerdeführer zu, dass die Anrechnung von Räumen zur Ausnützungsziffer nach § 255 PBG von der Anrechnung von Geschossen zur Geschosszahl im Sinne von § 276 PBG zu unterscheiden ist. Räume können ausnützungsprivilegiert sein, die nach Massgabe von § 276 PBG als Geschoss anrechenbar sind (vgl. FRITZSCHE/BÖSCH/WIPF, Zürcher Planungs- und Baurecht, Band 2: Bau- und Umweltrecht, 5. Aufl. 2011, S. 752 und S. 890 ff.). Vorliegend ist jedoch die Auslegung des Verwaltungsgerichts unter Willkürgesichtspunkten zu überprüfen. Willkür liegt nach der ständigen Praxis des Bundesgerichts vor, wenn der angefochtene Entscheid offensichtlich unhaltbar ist, mit der tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft. Das Bundesgericht hebt einen Entscheid jedoch nur auf, wenn nicht bloss die Begründung, sondern auch das Ergebnis unhaltbar ist. Dass eine andere Lösung ebenfalls als vertretbar oder gar zutreffender erscheint, genügt nicht (BGE 137 I 1 E. 2.4 S. 5; 136 I 316 E. 2.2.2 S. 318 f.; je mit Hinweisen). Die Argumentation der Vorinstanz erscheint nicht offensichtlich unhaltbar. Das Verwaltungsgericht kann sich zunächst auf die Marginalie zu Art. 6 BZO abstützen, die vom maximalen Flächenanteil in Untergeschossen spricht und somit auf einen quantitativen Messwert hindeutet. Dies kommt der Marginalie von § 255 PBG nahe, in welcher von anrechenbaren Flächen die Rede ist. Insbesondere ist aber die Auslegung, wonach sich der Klammerverweis auf § 255 Abs. 2 PBG entgegen der Auffassung der Beschwerdeführer nicht bloss auf den zweiten Halbsatz von Art. 6 Abs. 2 BZO bezieht, aus zweierlei Gründen vertretbar. Zum einen ist die Formulierung zur massgebenden Fläche in § 255 Abs. 2 PBG identisch mit derjenigen in Art. 6 Art. 2 BZO 2. Halbsatz. Erstere fügt letzterer diesbezüglich nichts hinzu. Art. 6 Art. 2 BZO 2. Halbsatz ist hinsichtlich der Berechnung der massgebenden Fläche dabei für sich alleine bereits so klar, dass es hierfür keines Verweises auf § 255 Abs. 2 PBG bedarf. Zum anderen wird die im 1. Halbsatz von Art. 6 Abs. 2 BZO angesprochene Nutzung erst durch den Verweis auf § 255 PBG präzisiert. Die Verbindung zu § 255 PBG verdeutlicht, dass damit alle dem Wohnen, Arbeiten oder sonst dem dauernden Aufenthalt dienenden Räume gemeint sind. Der Klammerverweis stellt somit ein wichtiges Element für das Verständnis von Art. 6 Abs. 2 BZO dar, weshalb dessen Streichung auch nicht bloss eine redaktionelle Korrektur darstellen würde. Damit wird ersichtlich, dass die Vorinstanz Art. 6 Abs. 2 BZO nicht willkürlich ausgelegt hat, indem sie diesen im Sinne der Anrechenbarkeit von Untergeschossen an die Ausnützungsziffer und als Verschärfung von § 255 Abs. 2 PBG interpretiert hat. Inwiefern der von den Beschwerdeführern zwischen Art. 6 Abs. 2 BZO und Art. 8 Abs. 2 BZO hergestellte Zusammenhang daran etwas ändern sollte, ist nicht ersichtlich, handelt es sich bei letzterem doch unbestrittenermassen um eine Ästhetikvorschrift, welche die Sichtbarkeit dieser Geschosse regelt.