Citation: U 261/01 09.07.2003 E. 2

2.1 Wie bereits erwähnt, stützte die Basler ihren leistungseinstellenden ursprünglichen Einspracheentscheid vom 22. Juli 1998 auf die ärztlichen Stellungnahmen des Rheumatologen Dr. S.________ (Gutachten vom 26. November 1997 und Zusatzbericht vom 6. März 1998). Die davon abweichende Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfallereignis vom 27. November 1996 und den im Zeitpunkt des letztgenannten Einspracheentscheids bestehenden Beschwerden (in erster Linie Nacken- und Kopfschmerzen) durch die Ärzte der Klinik X.________ (Bericht vom 29. Januar 1999) und die beiden Neurologen Dr. B.________ und Dr. O.________ (Gutachten vom 28. Mai 1999 bzw. 1. November 1999) beruht nicht auf neu entdeckten, schon im Zeitpunkt des früheren Einspracheentscheids gegebenen Tatsachen. Vielmehr stellt sie (im Verhältnis zur Beurteilung Dr. S.________) bloss eine andere Bewertung des seinerzeitigen Sachverhalts dar und bleibt als solche prozessualrevisionsrechtlich (vgl. Erw. 1.2 in fine hievor) von vorneherein unbeachtlich (BGE 127 V 358 Erw. 5b, 110 V 141 Erw. 2 und 293 Erw. 2a). 2.2 Was die Wiedererwägung des ursprünglichen, formell rechtskräftigen Einspracheentscheids (vgl. vorstehende Erw. 1.2 am Anfang) anbelangt, ist dem kantonalen Gericht beizupflichten, dass sich angesichts des erneut ablehnenden Sachentscheids (Einspracheentscheid vom 11. Mai 2000) der Prüfungsgegenstand im nachfolgenden verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren auf die Frage beschränkt, ob die Wiedererwägungsvoraussetzungen (zweifellose Unrichtigkeit des früheren Einspracheentscheids sowie erhebliche Bedeutung der Berichtigung) gegeben sind (BGE 116 V 62). Von einer zweifellos unrichtigen Rechtsanwendung (einschliesslich einer zweifellos unrichtigen Tatsachenfeststellung des Unfallversicherers im Sinne der Sachverhaltswürdigung; vgl. Meyer-Blaser, Die Abänderung formell rechtskräftiger Verwaltungsverfügungen in der Sozialversicherung, in: ZBl 1994, S. 337 ff., S. 352) kann im hier zu beurteilenden Fall nicht die Rede sein. Entgegen den Vorbringen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde war das am 26. November 1997 erstattete und mit Zusatzbericht vom 6. März 1998 ergänzte Gutachten Dr. S.________, auf welches die Basler ihren früheren Einspracheentscheid vom 22. Juli 1998 stützte, keineswegs unvollständig. Und anders als die Vorinstanz anzunehmen scheint, verneinte dieser Spezialarzt für Rheumatologie die natürliche Kausalität nicht etwa wegen des Fehlens organisch objektivierbarer Befunde (hätte der Unfallversicherer seinem leistungseinstellenden Entscheid tatsächlich eine solche Schlussfolgerung zu Grunde gelegt, wäre dieser, da im Widerspruch zur Rechtsprechung stehend [BGE 119 V 340 Erw. 2b/aa, 117 V 360 Erw. 4b, 363 Erw. 5d/aa und 377 ff. Erw. 3c und e], zweifellos unrichtig). Vielmehr gelangte Dr. S.________ in erster Linie unter Berücksichtigung eines "eindeutig krankheitsbedingten Vorzustandes von Seiten der Halswirbelsäule (Cervicalgien und Myogelosen)" sowie einer "vorbestandenen Migräneanamnese" zum Ergebnis, dass das streitige Unfallereignis vom 27. November 1996 zunächst eine Verschlimmerung des krankhaften Vorzustandes bewirkt hat, dass aber - erfahrungsgemäss - nach sechs Monaten der status quo ante wieder erreicht worden ist. 2.3 Es bleibt, das Rückkommensgesuch der Beschwerdeführerin vom 26. Juni 1999 unter dem Blickwinkel der Neuanmeldung zu prüfen (RKUV 1994 Nr.U 189 S. 138). Die medizinischen Stellungnahmen der Klinik X.________ vom 29. Januar 1999, der Neurologen Dr. B.________ vom 28. Mai 1999, Dr. O.________ vom 1. November 1999 und Prof. Dr. W.________ vom 25. Januar 2000 legen den Schluss nahe, dass sich der Gesundheitszustand seit Erlass des ersten abweisenden Einspracheentscheids vom 22. Juli 1998 verschlechtert hat. Auf die letztgenannte Expertise ist allerdings nicht im gleichen Masse abzustellen, da sie als reines Aktengutachten ohne persönliche Untersuchung der Versicherten und überdies in Missachtung der sinngemäss auch für die Basler geltenden Beweisvorschriften eingeholt worden ist (Art. 96 UVG in Verbindung mit Art. 19 VwVG und Art. 57 ff. BZP; BGE 125 V 353 Erw. 3b/bb, 120 V 359). In welchem fassbaren Ausmass es tatsächlich zu einer unfallkausalen Verschlechterung des Gesundheitszustandes gekommen ist, bedarf mangels entsprechender Fragestellung an die bisher involvierten Gutachter näherer Prüfung. Angesichts der Dauer der Latenz erscheint eine auf den versicherten Unfall zurückzuführende Verschlimmerung der gesundheitlichen Situation zweifelhaft, kann aber vom Eidgenössischen Versicherungsgericht auf Grund der vorliegenden Akten nicht abschliessend beurteilt werden. Die Sache ist daher zur Prüfung unter dem Gesichtspunkt der Neuanmeldung wegen einer (seit Erlass des ursprünglichen Einspracheentscheids vom 22. Juli 1998 eingetretenen) gesundheitlichen Verschlechterung im Sinne eines Rückfalls oder einer Spätfolge an das kantonale Gericht zurückzuweisen, welches diesbezüglich eine ergänzende Begutachtung anordnen wird.