Citation: 5C.79/2001 24.08.2001 E. 3

3.- a) Bei dieser Sachlage ist auch Art. 8 ZGB nicht verletzt. Diese Bestimmung regelt einerseits die Beweislastverteilung und die Folgen der Beweislosigkeit und andererseits gewährleistet sie bundesrechtlich einen Beweisführungsanspruch (BGE 114 II 289 E. 2a S. 290 mit Hinweisen; 122 III 219 E. 3c S. 223). Nachdem das Kantonsgericht den wirklichen Parteiwillen hinreichend festgestellt und eine vertragliche Befristung auf 15 Jahre annehmen durfte, stellt sich die Frage nach der Beweislast, das heisst danach, wen die Folgen der Beweislosigkeit trifft, nicht, und die Rüge, der bundesrechtliche Beweisführungsanspruch sei verletzt worden, ist unbegründet. Ebenso wenig braucht geprüft zu werden, ob die von der Vorinstanz angestellte Eventualerwägung bundesrechtmässig ist, welche sich für den Fall, dass sich dem Erbteilungsvertrag keine Befristung entnehmen lässt, mit Art. 27 ZGB auseinandersetzt. Inwiefern die kantonalen Entscheide mit ihrer Hauptbegründung widersprüchlich sein könnten, legt die Klägerin nicht hinreichend begründet dar. b) Auch die weiteren Voraussetzungen eines Gewinnanteilsrechts brauchen nicht geprüft zu werden. So ist beim gefundenen Ergebnis unerheblich, ob es sich bei der von der Beklagten realisierten Bootsstationierungsanlage um eine Auffüllung im Sinne der streitigen Ziffer IX Bst. b des Erbteilungsvertrags handelt und ob das obligatorische Gewinnbeteiligungsrecht auch gegenüber der Beklagten noch Bestand hat, nachdem diese das Grundstück bekanntlich von den ursprünglichen Vertragsparteien erworben hat. c) Schliesslich braucht auch entgegen dem Antrag der Klägerin kein doppelter Schriftenwechsel durchgeführt zu werden. Die Klägerin konnte zur Gegenbemerkung der Vorinstanz Stellung nehmen (Urteil des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte vom 27. Februar 1997 i.S. Nideröst-Huber gegen Schweiz). Die Berufungsantwort der Beklagten enthält zudem keine neuen Unterlagen oder Gesichtspunkte (Poudret, a.a.O., N. 2.6 zu Art. 59).