Citation: 5P.317/2003 26.09.2003 E. 2

Der Beschwerdeführer rügt eine Verletzung des rechtlichen Gehörs (Art. 29 Abs. 2 BV) in Zusammenhang mit der Feststellung der Höhe des der Beschwerdegegnerin aus dem Nachlass ihrer Mutter zustehenden Erbanspruches: Keinem seiner diesbezüglichen Beweisanträge (Edition sämtlicher Unterlagen der Erbteilung sowie Steuerunterlagen der Erblasserin, Expertisen über den Wert einer Liegenschaft und von Aktien aus dem Nachlassvermögen) sei entsprochen worden. Stattdessen habe der Einzelrichter des Kantonsgerichts einzig auf eine mündliche Erklärung der Beschwerdegegnerin abgestellt. 2.1 Zum Anspruch auf rechtliches Gehör gehört nach der Rechtsprechung unter anderem die Pflicht des Richters, die formrichtig und rechtzeitig angebotenen Beweise abzunehmen, wenn diese rechtlich erhebliche Tatsachen betreffen und tauglich sind, die streitigen Tatsachen zu beweisen (BGE 106 Ia 161 E. 2b S. 162; 115 Ia 8 E. 2b S. 11; 127 I 54 E. 2b S. 56). Jedoch gewährleistet dieser Anspruch nicht, dass das Gericht sämtliche Beweise abnehmen muss, die eine Partei offeriert; insbesondere wird dadurch die antizipierte Beweiswürdigung nicht ausgeschlossen. Der Richter kann somit das Beweisverfahren schliessen, wenn er auf Grund bereits abgenommener Beweise seine Überzeugung gebildet hat und in vorweggenommener Beweiswürdigung annehmen kann, seine Überzeugung werde durch weitere Beweiserhebungen nicht geändert (BGE 115 Ia 97 E. 5b S. 101; 122 II 464 E. 4a S. 469; 124 I 208 E. 4a S. 211). 2.2 Im vorliegenden Fall hat der Einzelrichter des Kantonsgerichts ausgeführt, die Beschwerdegegnerin habe glaubwürdig dargetan, dass sie aus dem Nachlass ihrer Mutter mit einem Vermögensanfall in der Grössenordnung von Fr. 350'000.-- rechnen könne. Weitere Abklärungen hielt er, auch unter Hinweis auf den summarischen Charakter des Eheschutzverfahrens, für nicht erforderlich. In einer solchen antizipierten Beweiswürdigung kann keine Verletzung des rechtlichen Gehörs erblickt werden. Ob die vorweggenommene Beweiswürdigung des Einzelrichters allenfalls gegen das Willkürverbot (Art. 9 BV) verstösst, ist vorliegend nicht zu prüfen, da der Beschwerdeführer diese Rüge nicht erhoben hat.