Citation: 7B_264/2022 E. 4.5

4.5. In einer Mischung aus sachverhaltsbezogener und rechtlicher Kritik wendet sich der Beschwerdeführer gegen den Schuldspruch, indem er der Vorinstanz "Willkür und Bundesrechtsverletzung beim subjektiven Tatbestandsvorwurf" vorwirft. Dabei scheint er ganz grundsätzlich zu übersehen, dass die Vorinstanz von einer fahrlässigen Tatbegehung ausgeht. Die Vorinstanz begründet dies damit, dass der Beschwerdeführer nach der Rechtsprechung und nach Art. 58 Abs. 5 VRV beim Abbiegen die Verkehrssituation zumindest hinter dem Traktor im Blick hätte haben müssen. Da es sich nicht bloss um wenige Tropfen, sondern um eine nicht mehr geringfügige Menge an ausgelaufener Gülle gehandelt habe, hätte er dabei das Auslaufen und Verschmutzen der Strasse bemerken können und müssen. Er habe offenbar um die Probleme mit dem Anhänger sowie der Gefahr von überschwappender oder auslaufender Gülle, insbesondere bei Bremsmanövern und Geschwindigkeitsreduktionen vor Verzweigungen, bei denen es zu einem Überschwappen von Gülle im Bereich der Lüftung kommen könne, gewusst. Ausserdem sei er einer der wichtigsten Spezialisten seiner Arbeitgeberin für das Ausbringen von Gülle. Daraus ergebe sich, dass der Beschwerdeführer mit besonderer Aufmerksamkeit auf allfällig auslaufende Gülle hätten achten müssen. Er habe dementsprechend seine Sorgfaltspflicht verletzt. Mit der vorinstanzlichen Einschätzung, wonach der Beschwerdeführer aufgrund seines Vorwissens besondere Aufmerksamkeit hätte walten lassen müssen, befasst dieser sich in seinen sachverhaltsbezogenen Ausführungen grossenteils nicht. Wenn er sinngemäss geltend macht, ihm könne - auch unter Berücksichtigung seiner Funktion als "Spezialist in Flüssigdüngung" - kein Vorwurf gemacht werden, da der Jaucheanhänger geprüft und zugelassen gewesen sei, kann ihm sodann nicht gefolgt werden: Mit der Vorinstanz darf von einem Spezialisten erwartet werden, dass er sich nicht nur mit der "Feldapplikation" - so das Vorbringen des Beschwerdeführers - sondern auch mit dem Transport des Düngemittels auskennt. Wenn die Vorinstanz zusätzlich den unbestritten gebliebenen Umstand berücksichtigt, wonach der Beschwerdeführer von Problemen mit dem Anhänger gewusst hat, und daraus insgesamt auf eine Pflichtverletzung schliesst, ist dies rechtlich nicht zu beanstanden. Daran ändert auch nichts, dass es sich beim streitigen Anhänger um ein zugelassenes Modell gehandelt hat, können doch auch bei zugelassenen Fahrzeugen Probleme auftreten.