Citation: 5A_875/2017 E. 2.5

2.5. Die tatsächlichen Feststellungen des Obergerichts zeichnen das Bild heftigst zerstrittener Eltern, die u.a. mit Strafanzeigen Behörden und das Umfeld in ihren Streit einbeziehen. Es liegt ein starker Nachtrennungskonflikt vor, der sich nicht auf einzelne Aspekte beschränkt, vielmehr die gesamte Beziehung zwischen den Eltern beschlägt, und insbesondere über die gemeinsame Tochter ausgetragen wird. Der Versuch einer Mediation ist gescheitert und ein Ende des Konfliktes ist nicht absehbar. Zwischen den Parteien ist weder eine Zusammenarbeit noch ein auch nur minimaler Austausch möglich, was sie nicht bestreiten. Der Beschwerdeführer führt vor Bundesgericht vielmehr aus, auch die Zuteilung des alleinigen Sorgerechts an die Mutter könne keine Beruhigung der Situation herbeiführen. Inwiefern es den Eltern unter diesen Umständen möglich sein soll, die elterliche Sorge gemeinsam effektiv auszuüben, ist nicht ersichtlich. Hinzu kommt, dass der Beschwerdeführer unbestritten seit einigen Jahren keinen persönlichen Kontakt mehr mit der Tochter hat und entsprechende Kontakte nicht nur durch die Beschwerdegegnerin, sondern auch die Tochter abgelehnt werden. Dass sich die Situation in den ersten vier Lebensjahren der Tochter anders präsentierte, wie der Beschwerdeführer geltend macht, ändert hieran nichts. Der Beschwerdeführer verfügt damit weder über den für die Ausübung des Sorgerechts notwendigen Zugang zu Informationen über das Kind noch einen persönlichen Zugang zu diesem. Alles in allem ist er damit nicht in der Lage, aus eigener Kraft von seinem bisherigen Sorgerecht Gebrauch zu machen. Vielmehr ist zu erwarten, dass er als Mitinhaber der elterlichen Sorge in allen Belangen stets von neuem die Kindesschutzbehörde oder das Gericht anrufen müsste, wie dies bisher namentlich bezüglich der Besuchskontakte der Fall war. Dies liegt nicht im Kindeswohl (vgl. zu einer ähnlichen Situation BGE 142 III 197 E. 3.6).