Citation: 1B_247/2014 E. A

Aufgrund einer Selbstanzeige der in Oslo domizilierten Düngemittelgrossproduzentin D.________ International Asa (im Folgenden: D.________) richteten die norwegischen Strafverfolgungsbehörden am 5. September 2011 ein Rechtshilfeersuchen an die Schweiz. Gestützt darauf eröffnete die Bundesanwaltschaft am 27. Januar 2012 ein Strafverfahren gegen die A.________ AG (im Folgenden: A.________), B.________ und C.________ wegen Bestechung fremder Amtsträger (Art. 322septies i.V.m. Art. 102 Abs. 2 StGB) und Urkundenfälschung (Art. 251 StGB). Die A.________ ist, wie ihre Schwesterfirma F.________ AG (im Folgenden: F.________), eine hundertprozentige Tochter der F.________ Holding AG (im Folgenden: F.________ Holding); alle drei Firmen haben ihren Sitz an der gleichen Adresse in Binningen. B.________ ist Verwaltungsratspräsident der drei Firmen sowie CEO der F.________ Holding. C.________ ist Verwaltungsrat und CEO der A.________ sowie Verwaltungsrat der F.________. Aufgrund der Ermittlungen in Norwegen und der Schweiz ergab sich für die Bundesanwaltschaft der Verdacht, dass die A.________ im Auftrag der D.________ libysche Amtsträger bestach, um letzterer den Zugang zum libyschen Düngemittelmarkt zu eröffnen. Konkret soll die A.________ am 29. März 2007 1.5 Mio USD auf eine Kontoverbindung der Offshorefirma G.________ Ltd bei der H.________ AG eingezahlt haben; wirtschaftlich Berechtigter an diesem Konto sei I.________ gewesen, der Sohn des vormaligen Premier- und Erdölministers von Libyen, J.________. Die Rückzahlung der 1.5 Mio USD von der D.________ an die A.________ soll mittels künstlich überhöhter Rechnungen für Ammoniaklieferungen von A.________ an eine in Genf domizilierte Tochter der D.________ - der K.________ SA (im Folgenden: K.________) - verschleiert worden sein. Am 31. Januar 2012 führte die Bundesanwaltschaft eine Hausdurchsuchung bei der A.________ in Binningen und der K.________ in Genf durch. Bei der A.________ wurden dabei die Jahre 2007 und 2008 betreffende Verträge und Rechnungen, Buchhaltungsunterlagen sowie IT-Daten (eine logische Kopie vom Server und von der Mailbox der A.________ sowie der Userhome von C.________) beschlagnahmt. Die Prüfung dieser Unterlagen durch das Kompetenzzentrum Wirtschaft und Finanzen der Bundesanwaltschaft (CCWF) verstärkte bei dieser den Verdacht, dass die A.________ zur Verschleierung der Bestechungszahlungen Falschbeurkundungen vorgenommen hatte. Weiter fand das CCWF Hinweise auf mögliche weitere Korruptionshandlungen der A.________ und der F.________ in Tunesien und Nigeria.