Citation: 1P.9/2006 07.03.2006 E. 4

Der Beschwerdeführer rügt eine Verletzung der Unschuldsvermutung. 4.1 Als Beweiswürdigungsregel besagt der aus der Unschuldsvermutung (Art. 32 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 2 EMRK) abgeleitete Grundsatz "in dubio pro reo", dass sich der Strafrichter nicht von einem für den Angeklagten ungünstigen Sachverhalt überzeugt erklären darf, wenn bei objektiver Betrachtung Zweifel bestehen, ob sich der Sachverhalt so verwirklicht hat. Die Maxime ist verletzt, wenn der Strafrichter an der Schuld des Angeklagten hätte zweifeln müssen. Dabei sind bloss abstrakte und theoretische Zweifel nicht massgebend, weil solche immer möglich sind und absolute Gewissheit nicht verlangt werden kann. Es muss sich um erhebliche und nicht zu unterdrückende Zweifel handeln, d.h. um solche, die sich nach der objektiven Sachlage aufdrängen. Bei der Frage, ob angesichts des willkürfreien Beweisergebnisses erhebliche und nicht zu unterdrückende Zweifel hätten bejaht werden müssen und sich der Sachrichter vom für den Angeklagten ungünstigen Sachverhalt nicht hätte überzeugt erklären dürfen, greift das Bundesgericht nur mit Zurückhaltung ein, da der Sachrichter diese in Anwendung des Unmittelbarkeitsprinzips zuverlässiger beantworten kann (Urteil 1P.428/2003 vom 8. April 2004, E. 4.2; BGE 127 I 38 E. 2a S. 41). 4.2 Der Beschwerdeführer bringt vor, es bestünden erhebliche, nicht zu unterdrückende Zweifel an der Version des Beschwerdegegners, wonach sich dieser zuerst umgedreht und dann einen Hechtsprung gemacht habe. Das Kantonsgericht hat als Beweisergebnis festgehalten, dass der Beschwerdeführer, nachdem er den Beschwerdegegner erkannt hatte, ungebremst auf ihn zufuhr und sein Fahrzeug beschleunigte. Dieser Schluss ist nicht willkürlich (E. 3). Ausgehend von diesem Beweisergebnis und mit der gebotenen Zurückhaltung betrachtet, hat das Kantonsgericht nicht gegen den Grundsatz "in dubio pro reo" verstossen, indem es erhebliche und nicht zu unterdrückende Zweifel an der Schuld des Beschwerdeführers verneint hat. Die Rüge der Verletzung der Unschuldsvermutung ist unbegründet.