Citation: 1A.150/1999 01.02.2000 E. 4

4.- a) Die Beschwerdeführerin bringt vor, weder das Verwaltungsgericht noch das Sozialamt hätten das Ablehnen der Opferqualität ausreichend begründet, weshalb sie zur Beschreitung des Rechtsmittelwegs gezwungen gewesen sei. Sie beanstandet, das Verweigern des ihr nach Art. 4 aBV zustehenden Anspruchs auf unentgeltliche Rechtspflege sei unter diesen Umständen unhaltbar, zumal sich die Rechtsverbeiständung auch angesichts der Unklarheiten bei der Auslegung des OpferbegriffsnachArt. 2Abs. 1OHGalsnotwendigerwiesenhabeundihreBegehrendemzufolgenichtalsaussichtslosbetrachtetwerdenkönnten. b) Gemäss dem in Art. 29 Abs. 3 BV garantierten Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege, der hinsichtlich der Voraussetzungen dem aus Art. 4 aBV abgeleiteten Anspruch entspricht (vgl. Botschaft des Bundesrates vom 20. November 1996 über eine neue Bundesverfassung, BBl 1997 I, S. 182), hat eine bedürftige Partei in einem für sie nicht aussichtslosen Verfahren Anspruch auf unentgeltliche Prozessführung (BGE 125 IV 161 E. 4a S. 164; 125 II 265 E. 4 S. 274; 124 I 1 E. 2a, 304 E. 2a, je mit Hinweisen). Als aussichtslos sind nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu Art. 4 aBV Prozessbegehren anzusehen, bei denen die Gewinnaussichten beträchtlich geringer sind als die Verlustgefahren und die deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet werden können (BGE 125 II 265 E. 4b S. 275 mit Hinweisen). c) Dass das Verwaltungsgericht die Erwägung des Sozialamts bestätigte, wonach die Beiordnung eines unentgeltlichen Rechtsanwalts sachlich nicht notwendig gewesen sei, weil die Anmeldung des Entschädigungs- und Genugtuungsgesuchs weder in rechtlicher noch in tatsächlicher Hinsicht Schwierigkeiten geboten habe, ist nicht zu beanstanden. Dies gilt selbst unter Berücksichtigung des von der Beschwerdeführerin vorgebrachten Umstands, wonach ihr das Sozialamt erst auf Intervention ihres Rechtsvertreters hin die Gelegenheit eingeräumt habe, sich zum Ergebnis des Strafverfahrens zu äussern, denn an den geringen Prozesschancen hat sich im Ergebnis nichts geändert. Auch trifft es zu, dass bereits dem eingehend begründeten Entscheid des Sozialamts klar zu entnehmen war, dass die Beschwerdeführerin mangels eines hinreichenden Zusammenhangs zwischen den fraglichen Straftaten und den von ihr empfundenen Beeinträchtigungen nicht als Opfer im Sinne des Opferhilfegesetzes in Betracht fällt. Ernsthafte Gewinnaussichten bestanden entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin deshalb auch im verwaltungsgerichtlichen Verfahren nicht. Dass das Urteil des Verwaltungsgerichts keinen verfassungswidrigen Begründungsmangel aufweist, wurde bereits dargelegt (s. vorne E. 3c). Daher verletzte es den Anspruch der Beschwerdeführerin auf unentgeltliche Rechtspflege nicht, als es das entsprechende Gesuch hinsichtlich beider kantonaler Verfahren abwies.