Citation: 4A_308/2018 E. 5.3.1

5.3.1. Das Schiedsgericht hat den von der Beschwerdeführerin erhobenen Einwand, die handschriftlichen Anmerkungen auf der D.________ List seien von der Beschwerdegegnerin verspätet eingereicht worden und damit unbeachtlich, im angefochtenen Schiedsentscheid als unbegründet erachtet. Gemäss seiner Vernehmlassung geht es entsprechend davon aus, es habe der Verfahrensordnung Rechnung getragen, da es sich bei der (kommentierten) D.________ List nicht um ein neues Dokument gehandelt habe. Zu Recht weist die Beschwerdeführerin allerdings darauf hin, dass die Verfahrensanordnung Nr. 7 nicht nur neue Beweise ("evidence") ausschliesst, sondern auch allgemein neue Argumente ("new arguments"). Ob das Schiedsgericht die Kommentierungen im Hinblick darauf berücksichtigen durfte, kann aber offen bleiben. Der Umstand allein, dass eine schiedsgerichtliche Verfahrensregel von den Parteien gewollt und für das Schiedsgericht verbindlich ist, macht diese Regel nicht zu einem zwingenden Verfahrensgrundsatz im Sinne von Art. 190 Abs. 2 lit. d IPRG (BGE 117 II 346 E. 1b/aa S. 348; Urteile 4A_405/2016 vom 2. März 2017 E. 3.3 und 4A_554/2014 vom 15. April 2015 E. 2.2). Ebenso wenig begründet die falsche oder gar willkürliche Anwendung einer schiedsgerichtlichen Verfahrensregel eine Unvereinbarkeit mit dem verfahrensrechtlichen ordre public (BGE 129 III 445 E. 4.2.1 S. 464; 126 III 249 E. 3a S. 253). Die Verletzung einer solchen Regel als solche genügt somit nicht, um einen Entscheid aus formellen Gründen aufzuheben.