Citation: 2A.443/2001 16.05.2002 E. 6

Bei diesem Ergebnis fragt sich nunmehr, wie die (ordentliche) Veranlagung 1999/2000 zu erfolgen hat. 6.1 Die Vorinstanz ging ohne weiteres davon aus, die Beschwerdeführer hätten die Schweiz am 12. Januar 1999 definitiv verlassen und seien nach Australien ausgewandert; ihre Steuerpflicht sei zu diesem Zeitpunkt erloschen (vgl. Art. 8 Abs. 2 DBG). Nach dem Gesagten würde dies dazu führen, dass das Einkommen, welches die Beschwerdeführer 1997/98 erzielt haben (die vorliegend streitigen Einkünfte des Beschwerdeführers 1 aus seinen Beteiligungen an der X.________ AG und der Y.________ AG eingeschlossen), der direkten Bundessteuer nur für einige wenige Tage unterläge. Ob dem so ist, kann vorliegend indessen nicht abschliessend beurteilt werden; es ist nicht rechtsgenügend erstellt, dass der Wohnsitz der Beschwerdeführer in Z.________ tatsächlich dahingefallen bzw. durch einen neuen Wohnsitz in Australien ersetzt worden ist. 6.2 Für die Verlegung des steuerrechtlichen Wohnsitzes genügt nicht, die Verbindungen zum bisherigen Wohnsitz zu lösen; ist ein Wohnsitz begründet worden, so bleibt er grundsätzlich bis zum Erwerb eines neuen bestehen. Nicht entscheidend ist deshalb, wann der Steuerpflichtige sich an seinem früheren Wohnort abgemeldet oder diesen verlassen hat (Agner/Jung/Steinmann, a.a.O., N 2 zu Art. 3 DBG; Xavier Oberson, Droit fiscal suisse, Basel 1998, S. 54; vgl. auch: Masshardt, a.a.O., N 3 zu Art. 4 BdBSt). Vielmehr kommt es darauf an, ob nach den gesamten Umständen ein neuer Wohnsitz begründet worden ist, was insbesondere voraussetzt, dass sich der Steuerpflichtige mit der Absicht dauernden Verbleibens an einem andern Ort aufhält (vgl. Locher, a.a.O. N 12 ff. zu Art. 3 DBG). Verfügt er über intensive Beziehungen zu mehreren Orten bzw. besteht neben dem neuen Wohnort eine Verbindung zum bisherigen steuerrechtlichen Wohnsitz fort, so ist entscheidend, wo sich nunmehr der Mittelpunkt seiner Lebensinteressen befindet (Urteil 2A.225/1998 vom 29. September 1999, in: Pra 2000 S. 29 f., E. 3a). Hat der Steuerpflichtige die Schweiz verlassen und sich ins Ausland begeben, so muss er die direkte Bundessteuer weiter entrichten, bis er seinen Lebensmittelpunkt nachweisbar ins Ausland verlegt und dort einen neuen Wohnsitz begründet hat (Urteil 2A.388/1998 vom 3. Mai 2000, in: StR 55/2000 S. 514, E. 5a). 6.3 Vorliegend ist zunächst einmal unklar, inwieweit die Beschwerdeführer noch Beziehungen zu ihrem bisherigen Wohnsitz unterhalten: Es erscheint erstaunlich, dass sie unter den gegebenen Umständen ans andere Ende der Welt nach Australien auswandern. Der Beschwerdeführer 1 hatte die beiden Aktiengesellschaften erst kurze Zeit zuvor übernommen und die Schulden, welche er für diese Akquisition einging, noch nicht getilgt. Er ist nach wie vor als einzelzeichnungsberechtigter Präsident und Delegierter des Verwaltungsrats der an seinem bisherigen Wohnsitz in Z.________ domizilierten X.________ AG im Handelsregister eingetragen und dürfte demnach immer noch als deren Direktor tätig sein. In dieser Funktion wird er sich, gleich wie in der Eigenschaft als Verwaltungsratspräsident sowohl der X.________ AG als auch der Y.________ AG, zumindest gelegentlich in Z.________ aufhalten müssen. Die Vorinstanz hat es weiter unterlassen, die Lebenssituation der Beschwerdeführer in Australien abzuklären. Den Akten lässt sich weder entnehmen, wie sich Wohnverhältnisse und berufliche Situation der Beschwerdeführer präsentieren, noch wie sie ihren Lebensunterhalt finanzieren. Mithin kann zur Zeit nicht beurteilt werden, ob die Beschwerdeführer ihren steuerrechtlichen Wohnsitz im Lichte der obigen Ausführungen tatsächlich ins Ausland verlegt haben.