Citation: 6B_19/2021 E. 2.2.1

2.2.1. Die Vorinstanz erachtet den Anklagesachverhalt gemäss Ziffer 1.1 und 1.2 aufgrund der Einlassungen der Beschuldigten sowie eines Beweisvideos als erstellt. Darauf sei erkennbar, dass das Opfer am Boden liege und von einem Beschuldigten niedergedrückt werde, während ein weiterer Beschuldigter dessen rechtes Bein festhalte. Währenddessen habe der Beschwerdeführer mit einer vierten Person mehrfach auf das Opfer eingetreten. Es sei erkennbar, dass es sich um Tritte von grosser Intensität handle und dass sich diese gegen den Kopf- bzw. Oberkörperbereich gerichtet hätten. Der Mitbeschuldigte (A.________) habe denn auch eingeräumt, dass er das Opfer mindestens einmal am Kopf getroffen und gesehen habe, dass es dort geblutet habe. Die wiederholten Beteuerungen des Beschwerdeführers, wonach er nur gegen die Beine und Füsse des Opfers getreten habe, sei zu verwerfen, so die Vorinstanz. Entgegen seiner Behauptung habe er wie der Mitbeschuldigte A.________ ungefähr am Kopfende des Opfers gestanden und in etwa parallel mit jenem von dort aus agiert. Da zudem derweil zwei weitere Mitbeschuldigte das Opfer niedergedrückt resp. dessen rechtes Bein festgehalten hätten, erschienen Tritte gegen die Beine oder Füsse des Opfers aus Platzgründen kaum möglich. Weitere Verletzungen als eine blutende Kopfwunde seien zwar nicht erstellt. Die vom Beschwerdeführer und vom Mitbeschuldigten ausgeführten massiven Tritte seien aber klarerweise geeignet gewesen, lebensgefährliche Kopfverletzungen, wie in der Anklage geschildert, hervorzurufen. Der Beschwerdeführer habe solches zudem mindestens in Kauf genommen. Er habe eingeräumt zu wissen, dass heftige Tritte beispielsweise auch schwere Augenverletzungen bis hin zur Erblindung sowie Knochenbrüche am Kopf und Oberkörper verursachen könnten. Der Einwand, er habe das Opfer nicht verletzen und lediglich zum Weggehen bewegen wollen, da von diesem eine Gefahr ausgegangen sei, erweise sich als Schutzbehauptung. Sodann sei zwar zugunsten der Beschuldigten davon auszugehen, dass das Opfer einen metallenen Gegenstand in der Hand gehalten habe, wobei es sich um ein Messer gehandelt haben könnte. Gleichwohl sei eine akute Bedrohungssituation für die Beschuldigten weder erkennbar noch substanziiert geltend gemacht worden. Namentlich hätten sie nirgends dargelegt, wann, wo wie und wen das Opfer mit dem metallenen Gegenstand konkret bedroht oder gar verletzt haben soll. Die diesbezüglichen Ausführungen der Beschuldigten seien diffus und uneinheitlich. Zudem habe das Opfer jedenfalls bereits wehrlos am Boden gelegen, als es der Beschwerdeführer getreten habe. Ohnehin erschienen Fusstritte ungeeignet, einen potenziell gefährlichen Gegenstand aus den Händen einer am Boden liegenden und dort fixierten Person zu entwinden. Vielmehr würden Fusstritte von der Art und Intensität, wie sie der Beschwerdeführer ausgeübt habe, vollends über das Ziel hinausschiessen, eine akute Bedrohungssituation - wäre eine solche anfangs denn überhaupt vorgelegen - zu entschärfen.