Citation: C 189/06 16.11.2006 E. 2

2.1 Die Beschwerdeführerin rügt, die Vorinstanz habe in das der Verwaltung zustehende Ermessen eingegriffen und Bundesrecht verletzt, indem sie im Falle des Beschwerdegegners die Einstellungsdauer von 55 auf 45 Tage reduziert habe. Sie wirft ihr sinngemäss vor, ohne triftigen Grund ihr Ermessen an die Stelle desjenigen der Arbeitslosenkasse gesetzt zu haben. Sie begründete jedoch in der Verfügung vom 28. Dezember 2005 nicht, warum sie die Einstellungsdauer innerhalb des bundesrechtlich vorgegebenen Bereichs von 31-60 Tagen bei der Sanktion eines schweren Verschuldens auf 55 Tage festsetzte. Im Einspracheentscheid vom 25. Januar 2006 führte sie lediglich aus, es liege ein Verschulden "im oberen Bereich" des schweren Verschuldens vor, weshalb eine Einstellungsdauer von 55 Tagen angemessen sei. Die vom kantonalen Gericht als verschuldensmindernd eingestuften Aspekte waren zuvor im Einspracheentscheid nicht gewürdigt worden. Die Vorinstanz hielt dann fest, der Versicherte habe zwar mit seinem Fehlverhalten das für seine berufliche Funktion erforderliche Vertrauensverhältnis nachhaltig erschüttert, und dadurch eine fristlose Entlassung bewirkt. Es sei deshalb von einem schweren Verschulden auszugehen. Es sei aber nicht ersichtlich, dass ihm ein strafrechtlich relevantes Fehlverhalten vorgeworfen werden könne. Die Verwerflichkeit seines Verhaltens sei in erster Linie grundsätzlicher Natur und habe bei der Arbeitgeberin und den betroffenen Kunden ansonsten keinen nennenswerten konkreten Schaden verursacht. In Anbetracht der konkreten Umstände erscheine deshalb eine Einstellung in der Anspruchsberechtigung für höchstens 45 Tage als angemessen, gerade auch - wie sie in der Vernehmlassung ausführt - im Vergleich mit Streitfällen, in denen arbeitslosen Personen tatsächlich ein strafrechtlich relevantes Verschulden vorzuwerfen gewesen sei. Dort sei Veruntreuung und/oder Diebstahl jeweils mit 45 bzw. 50 Einstelltagen geahndet worden. Dies lasse im Falle des Beschwerdegegners eine Einstellungsdauer von mehr als 45 Tagen als unangemessen erscheinen. 2.2 Die Vorinstanz konnte sich damit bei ihrem Entscheid durchaus auf Gegebenheiten stützen, welche eine von der Verwaltung abweichende Ermessensausübung im Sinne einer Reduktion der Einstellungsdauer auf die mittlere Höhe des Sanktionierungsrahmens bei schwerem Selbstverschulden als gerechtfertigt erscheinen lassen. Da nach der Rechtsprechung als sachgemässer Ausgangspunkt für die individuelle Verschuldensbeurteilung grundsätzlich ein Mittelwert in der Skala zu wählen ist (BGE 123 V 153 Erw. 3c), und weil gemäss Art. 45 Abs. 2 lit. c AVIV die Einstellung in der Anspruchsberechtigung bei schwerem Verschulden zwischen 31 und 60 Tagen dauert, ist auch im vorliegenden Fall der innerhalb dieser Bandbreite liegende Mittelwert von 45 Einstellungstagen angemessen; nach dem Gesagten hat die Vorinstanz mit triftigem Grund in das Ermessen der Verwaltung eingegriffen, und der Vorwurf, sie habe damit Bundesrecht verletzt, ist ohnehin nicht gerechtfertigt, weil eine unrichtige Ermessensausübung keinen Rechtsfehler bedeutet, solange nicht Ermessensmissbrauch vorliegt (Art. 132 lit. a im Vergleich zu Art. 104 lit. a OG), wovon hier nicht die Rede sein kann.