Citation: 5P.341/2000 06.10.2000 E. 4

4.-a) Beruht ein kantonaler Entscheid auf mehreren selbstständigen Begründungen, so ist er nur dann verfassungswidrig, wenn dies auf alle von ihnen zutrifft. Der Beschwerdeführer muss sich daher mit jeder Begründung auseinandersetzen und dartun, dass der Entscheid nach jeder von ihnen verfassungswidrig ist. Unterlässt er dies, so anerkennt er stillschweigend die Richtigkeit der nicht kritisierten Entscheidgründe, und ihre Überprüfung ist dem Bundesgericht verwehrt. Diesfalls kann es daher den Hoheitsakt auch dann nicht aufheben, wenn sich die Begründungen, die der Beschwerdeführer ausdrücklich ablehnt, als verfassungswidrig erweisen. Nichts anderes ergibt sich, wenn der Beschwerdeführer jede der verschiedenen, voneinander unabhängigen Begründungen beanstandet, aber schon nur eine von ihnen haltbar ist (Art. 90 Abs. 1 lit b OG; BGE 104 Ia 381 E. 6a S. 392; 113 Ia 94 E. 1a/bb mit Hinweisen; Spühler, Die Praxis der staatsrechtlichen Beschwerde, Bern 1994, Rz. 28; Kälin, Das Verfahren der staatsrechtlichen Beschwerde, 2. Aufl. Bern 1994, S. 368). b) In seiner Hauptbegründung betont das Obergericht, der Beschwerdeführer behaupte zwar, der Beschwerdegegner habe seinen Bruder im Verfahren vor der Amtsschreiberei vertreten, indem er dessen Stellungnahme vom 5. Juni 2000 ausgearbeitet habe. Dies werde allerdings sowohl vom Beschwerdegegner als auch vom Bruder des Beschwerdeführers bestritten. In seiner Eventualbegründung kommt das Obergericht zum Schluss, selbst wenn dies der Fall gewesen wäre, sei nicht einzusehen und auch nicht begründet, worin der behauptete Schaden des Beschwerdeführers liege. Erbrechtliche Dispositionen seien nicht präjudiziert oder sogar betroffen worden. Damit hat das Obergericht in seiner Eventualbegründung im Ergebnis eine Interessenkollision durch die behauptete Vertretungshandlung des Willensvollstreckers verneint. Mit dieser Begründung setzt sich der Beschwerdeführer nicht substanziiert auseinander (BGE 119 Ia 197 E. d S. 201; 120 Ia 369 E. 3a; 123 I 1 E. 4a, mit Hinweisen); er behauptet zum einen lediglich das Gegenteil unter Hinweis auf einen Autor und stellt zum andern die Feststellung des Obergerichts, dass keine erbrechtliche Dispositionen betroffen gewesen seien, als reine Spekulation hin; eine derartige Schlussfolgerung sei auch für einen Anwalt in einem Prozess mit mehreren Parteien mit widerstrebenden Interessen, die vom gleichen Anwalt beraten, aber teilweise nicht offiziell vertreten würden, völlig abwegig. Damit belegt der Beschwerdeführer aber einmal nicht, dass die Bestimmungen über die Vertretung der Parteien durch Anwälte auf das Amt des Willensvollstreckers anwendbar sein sollen; seine Kritik erschöpft sich im Ergebnis in einer eigenen Sicht der Dinge, womit allerdings nicht dargelegt wird, inwiefern die obergerichtliche Ausführung verfassungswidrig sein soll. Der allgemeine Hinweis, die Begründung des Obergerichts sei eine Spekulation, ist als solcher nicht geeignet, die Begründung rechtsgenüglich anzufechten (Art. 90 Abs. 1 lit. b OG; BGE 119 Ia 197 E. d S. 201; 120 Ia 369 E. 3a; 123 I 1 E. 4a, mit Hinweisen). Nicht anders verhält es sich mit den allgemeinen Ausführungen zum Schaden. Liegt somit eine nicht rechtsgenüglich als willkürlich beanstandete Begründung mit Bezug auf die behauptete Interessenkollision vor, so ist der Entscheid im Ergebnis verfassungsmässig. Auf die staatsrechtliche Beschwerde ist demnach in diesem Punkt nicht einzutreten. Damit werden auch die Rügen des rechtlichen Gehörs bzw. der Verletzung des Grundsatzes von Treu und Glauben gegenstandslos, die sich auf die Hauptbegründung beziehen; ebenso wenig besteht Anlass, die Willkürrüge hinsichtlich der obergerichtlichen Feststellung zu behandeln, dass die Eingabe, auf welche sich die beanstandete Stellungnahme vom 5. Juni 2000 beziehe, vom Beschwerdeführer "bezeichnenderweise nicht eingereicht worden" sei.