Citation: 1C_318/2020 E. 2

Dem vorliegenden Verfahren liegt folgender Sachverhalt zugrunde: Die Blutbuche ist im Natur- und Landschaftsinventar der Gemeinde Thalwil als Einzelbaum erfasst (Ziff. 612). Die Beschwerdeführerin, die ihr Grundstück gestützt auf den öffentlichen Gestaltungsplan Centralplatz vom 29. November 2016 überbauen möchte, beantragte einen Entscheid über die Schutzwürdigkeit der Blutbuche. Daraufhin holte der Gemeinderat einen Bericht zum Schutzwert der Blutbuche beim Büro für Gartendenkmalpflege ein. Dieses empfahl am 24. Juli 2017 die formelle Unterschutzstellung der ca. 120 Jahre alten Buche, die als markanter Einzelbaum mit einem Stammumfang von ca. 380 cm und einem Kronendurchmesser von 16-18 m das Ortsbild von Thalwil wesentlich präge. Der Gemeinderat Thalwil verzichtete jedoch mit Entscheid vom 22. August 2017 auf die definitive Unterschutzstellung der Blutbuche und entliess sie aus dem Inventar. Er erwog, die Blutbuche befinde sich im Perimeter des öffentlichen Gestaltungsplans Centralplatz und rage mit Wurzeln und Krone in das Baufeld A hinein. Der Fortbestand der Blutbuche verunmögliche die städtebauliche Umsetzung dieses Projekts, dessen Realisierung im öffentlichen Interesse liege. Das Baurekursgericht nahm am 27. März 2018 einen Augenschein vor und holte ein Gutachten der kantonalen Natur- und Heimatschutzkommission (NHK/ZH) ein. Diese nahm am 23. Mai 2018 einen Augenschein vor und empfahl in ihrem Gutachten vom 19. Juli 2018, die Blutbuche unbedingt zu erhalten, unter Schutz zu stellen und den Raum für einen späteren Ersatz am selben Ort zu sichern. Auf Antrag der Rekursparteien erläuterte die NHK/ZH ihr Gutachten am 17. Oktober 2018. Das Baurekursgericht hob die Inventarentlassungsverfügung auf, weil die Blutbuche schutzwürdig sei und ihr Fortbestand die Realisierung des öffentlichen Gestaltungsplans Centralplatz nicht verunmögliche. Das öffentliche Interesse am Fortbestehen der Blutbuche überwiege deshalb die gegenläufigen geringen öffentlichen Interessen der EKZ und der Gemeinde Thalwil. Eine Minderheit des Baurekursgerichts beantragte demgegenüber die Abweisung des Rekurses, weil die Blutbuche schon heute einen Vitalitätsverlust aufweise und wohl bald aus Sicherheitsgründen (aufgrund der nahegelegenen Gleisanlagen der SBB) entfernt werden müsse. Das Verwaltungsgericht wies die dagegen gerichteten Beschwerden des Gemeinderats Thalwil und der EKZ ab: Es verneinte insbesondere eine Verletzung der Gemeindeautonomie und bestätigte den Entscheid des Baurekursgerichts. Vor Bundesgericht bestreitet die Beschwerdeführerin die Schutzfähigkeit der Blutbuche (E. 4) und rügt eine Verletzung der Gemeindeautonomie bei der Beurteilung der Schutzwürdigkeit (unten E. 5) als auch bei der für die Anordnung von Schutzmassnahmen nötigen Interessenabwägung (unten E. 6-7). In diesem Zusammenhang erhebt sie verschiedene Verfahrens- und Sachverhaltsrügen. Schliesslich rügt sie eine Verletzung der Eigentumsgarantie (unten E. 8).