Citation: 6B_1394/2017 E. 5.1.2

5.1.2. Die Vorinstanz erwägt, das Jagdmesser habe über eine etwa 2 cm breite und ca. 11 cm lange, spitz zulaufende und relativ scharfe Klinge verfügt. Wer mit einem solchen Messer im Rahmen eines dynamischen Geschehens wuchtig auf den Oberkörper seines Gegenübers einsteche, müsse über die Möglichkeit einer lebensgefährlichen Verletzung wissen und nehme eine solche Verletzung in Kauf. Das Risiko einer lebensgefährlichen Verletzung sei derart hoch gewesen, dass die Beschwerdeführerin nicht darauf habe vertrauen können, ihrer Gegnerin nur einen relativ ungefährlichen Durchstich am Oberarm zuzufügen. Die Beschwerdeführerin habe mehr oder weniger in "blinder" Wut agiert. Ihr sei es egal gewesen, wo und wie sie ihre Tochter genau treffen würde. Ohnehin habe sie dies im Gerangel nicht kontrollieren können. Deshalb habe sie eine lebensgefährliche Verletzung in Kauf genommen und mindestens eventualvorsätzlich gehandelt (Entscheid S. 50 f.).