Citation: 2C_906/2021 E. A

A.a. Am 9. Dezember 2008 stellte der Schweizer Bürger B.________ (geb. 1965) ein Aufenthaltsgesuch zwecks Vorbereitung der Ehe mit der aus der Dominikanischen Republik stammenden A.________ (geb. 1986). Dieses wurde am 25. Februar 2009 gutgeheissen. Am 11. März 2009 heiratete das Paar und am 22. April 2009 erhielt A.________ eine Aufenthaltsbewilligung mit der Anweisung, dazu beizutragen, die umfangreichen Schulden von B.________ abzubauen und keine neuen Schulden anzuhäufen. Am 10. Februar 2012 wurde der Familiennachzug für die drei Kinder von A.________, d.h. für C.________ (geb. 2001), D.________ (geb. 2004) und E.________ (geb. 2007) bewilligt. In der Verfügung wurde darauf hingewiesen, dass B.________ mittlerweile 247 offene Verlustscheine in der Höhe von Fr 296'987.-- habe und im Jahr 2010 21 Betreibungen, im Jahre 2011 33 Betreibungen und im Jahre 2012 sechs Betreibungen eingeleitet worden seien. Gegen A.________ seien neun Verlustscheine in der Höhe von Fr. 96'638.-- ausgestellt worden und sechs Betreibungen pendent. Am 6. Juni 2014 verweigerte die Migrationsbehörde des Kantons Solothurn (nachfolgend: das Migrationsamt) A.________ die Erteilung der Niederlassungsbewilligung mit der Begründung, sie habe Schulden von Fr. 20'787.-- und ihr Ehemann Verlustscheine in der Höhe von Fr. 372'539.--. Hingegen wurde ihre Aufenthaltsbewilligung um ein Jahr verlängert. A.b. Am 15. Januar 2016 ging beim Migrationsamt eine Mutationsmeldung ein, wonach das Ehepaar seit dem 10. Dezember 2015 getrennt lebe. Am 27. Januar 2016 brachte A.________ ihren Sohn F.________ zur Welt. Das Migrationsamt verlängerte am 23. Juni 2016 ihre Aufenthaltsbewilligung, da das Ehepaar angegeben hatte, wieder zusammenzuleben. Wegen der bestehenden Schulden und der wiederholten Straffälligkeit von A.________ (vgl. dazu A.c) wurde diese ausländerrechtlich verwarnt. Die Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung erfolgte unter der Bedingung, dass A.________ mit einer Schuldenberatungsstelle eine situationsgerechte Lösung zum Schuldenabbau erarbeite, die bestehenden Schulden im Rahmen ihrer Möglichkeiten abbezahle, keine Schulden mehr anhäufe, nicht mehr straffällig werde und ihren Lebensunterhalt ohne Sozialhilfe bestreite. Weiter wurde darauf hingewiesen, dass sie mit einer erneuten Überprüfung ihres Aufenthalts rechnen müsse, sollten sich neue lndizien ergeben, dass sie das eheliche Zusammenleben entgegen ihren Angaben nicht aufgenommen habe bzw. sich rechtsmissbräuchlich auf eine nur noch formell bestehende Ehe berufe. Am 22. Juni 2017 ersuchte A.________ wiederum um Verlängerung ihrer Aufenthaltsbewilligung. Das Migrationsamt holte zur Prüfung Betreibungsregisterauszüge und einen Strafregisterauszug von A.________ ein und erkundigte sich beim zuständigen Sozialdienst über eine allfällige Abhängigkeit von der Sozialhilfe. Nachdem das Migrationsamt eine Recherche in den sozialen Medien getätigt hatte, beauftragte es am 9. April 2019 die Polizei, bei A.________ an verschiedenen Tagen zu verschiedenen Zeiten eine Polizeikontrolle durchzuführen und zu überprüfen, ob die Eheleute an derselben Adresse wohnhaft seien. A.________ wurde in der Schweiz wiederholt straffällig. Zwischen 2010 und 2017 wurden dreizehn Geldstrafen von insgesamt Fr. 4'490.- gegen sie ausgesprochen, insbesondere wegen Ungehorsams des Schuldners im Betreibungs- und Konkursverfahren, wegen mehrfachen Nichtingangsetzens der Parkuhr sowie Überschreitens der zulässigen Parkzeit, wegen Nichtbeachtens eines Lichtsignals, wegen Fahrens ohne Berechtigung, Raufhandels sowie Widerhandlung gegen das Waffengesetz und wegen Überschreitens der signalisierten Höchstgeschwindigkeit auf Autobahnen. A.c. Am 4. Februar 2020 beantragte die Rechtsvertreterin von A.________, es seien ihrer Klientin und ihren vier Kindern innert vier Wochen Aufenthaltsbewilligungen auszustellen. Am 17. Februar 2020 erstattete das Migrationsamt bei der Staatsanwaltschaft des Kantons Solothurn Strafanzeige gegen A.________ und B.________ wegen Täuschung der Behörden und beantragte die Einreichung einer Ungültigkeitsklage nach Art. 106 und Art. 105 Ziff. 4 ZGB. Am 11. März 2020 wurde A.________ in Aussicht gestellt, die Aufenthaltsbewilligung nicht zu verlängern.