Citation: 7B_261/2022 E. A

B.A.________ fuhr am 12. September 2016 mit seiner Ehefrau C.A.________ auf dem Beifahrersitz auf seinem Motorrad auf der U.________passstrasse in Richtung U.________. In der letzten Wendekehre vor dem Schiessstand U.________ versuchte er - korrekt fahrend - das Motorrad abzubremsen, die Bremsen sprachen jedoch ohne sein Verschuden nicht an. In der Folge fuhr das Fahrzeug unkontrolliert ca. 25 Meter den Abhang hinunter und kam in einem Bachbett zum Stillstand. B.A.________ zog sich dabei schwere Verletzungen (namentlich eine Paraplegie unter BWK 6) zu, welche als lebensgefährlich eingestuft wurden. C.A.________ erlitt diverse Frakturen, welche nicht als lebensgefährlich eingestuft wurden. Die Staatsanwaltschaft Graubünden wirft D.________ im Wesentlichen vor, als verantwortlicher Garagist die Servicearbeiten am Motorrad von B.A.________ nicht ordnungsgemäss ausgeführt zu haben, indem er die Bremsflüssigkeit nicht alle zwei Jahre ausgewechselt habe, insbesondere nachdem B.A.________ ihn im Frühling 2016 beauftragt habe, das Motorrad zu revidieren. Aufgrund der ungenügenden Arbeiten von D.________ sei die vordere Bremsflüssigkeit in einem schlechten Zustand gewesen und habe einen tiefen Nasssiedepunkt aufgewiesen. Diese Mängel in der Bremsanlage hätten schliesslich zum erwähnten Unfall geführt, weil eine starke Beanspruchung derselben in diesem Zustand den Totalausfall der vorderen und hinteren Bremse zur Folge gehabt habe.