Citation: 6A.97/2002 05.02.2003 E. 4

Massgebend für die Bemessung der Entzugsdauer sind vor allem die Schwere des Verschuldens, der Leumund als Motorfahrzeugführer sowie die berufliche Notwendigkeit, ein Motorfahrzeug zu führen (Art. 33 Abs. 2 VZV). Alle Umstände sind dabei gesamthaft zu würdigen, und es ist im Einzelfall die Entzugsdauer so festzusetzen, dass die mit der Massnahme beabsichtigte erzieherische und präventive Wirkung am besten erreicht wird. Den kantonalen Behörden steht bei der Bemessung der Entzugsdauer ein weiter Spielraum des Ermessens zu. Das Bundesgericht greift nur ein, wenn dieses Ermessen überschritten oder missbraucht wurde. Dies ist namentlich der Fall, wenn die kantonalen Behörden einzelne Umstände zu Unrecht ganz ausser Acht lassen oder in einer unhaltbaren Weise gewichten (BGE 128 II 173 E. 4b S. 178 mit Hinweisen). Die Vorinstanz qualifiziert das Verschulden als leicht. Diese Bewertung bezieht sich jedoch nur auf das Fahren trotz Führerausweisentzugs und nicht auf das Verwenden des Telefons ohne Freisprecheinrichtung. Die Vorinstanz befasst sich ferner überhaupt nicht mit dem automobilistischen Leumund des Beschwerdeführers. Sie anerkennt grundsätzlich die berufliche Sanktionsempfindlichkeit des Beschwerdeführers, da sie erwähnt, dass er als Marktfahrer auf ein Fahrzeug angewiesen sei. Eine weitergehende Würdigung dieses Beurteilungsmerkmals nimmt sie jedoch nicht vor. Sie berücksichtigt diesen Umstand einzig im Rahmen des Massnahmevollzugs, jedoch nicht bei der Festsetzung der Entzugsdauer. Indem sie damit bei der Bemessung der Entzugsdauer massgebliche Gesichtspunkte nicht berücksichtigt, verletzt sie Bundesrecht. Da die kantonalen Akten weder über die Umstände des Telefonierens ohne Freisprecheinrichtung noch über den automobilistischen Leumund des Beschwerdeführers Angaben enthalten, ist die Sache nicht spruchreif. Der angefochtene Entscheid ist deshalb aufzuheben und die Sache zur neuen Beurteilung an die Erstinstanz zurückzuweisen. Diese wird sich über den automobilistischen Leumund des Beschwerdeführers und über die Umstände, unter denen dieser mit seinem Handtelefon beim Fahren telefonierte, erkundigen müssen. Sie wird zudem zu prüfen haben, in welchem Masse die Massnahme aufgrund der anerkannten Sanktionsempfindlichkeit des Beschwerdeführers zu reduzieren ist, damit dieser nicht schwerer vom Entzug betroffen ist als ein Fahrzeuglenker ohne besondere Sanktionsempfindlichkeit. Dabei wird sie im neuen Entscheid die Gründe, die sie leiten, anführen müssen.