Citation: 5A_799/2019 E. 6.1.2

6.1.2. Nach Art. 481 Abs. 2 ZGB fällt der Teil, über den der Erblasser nicht verfügt hat, an die gesetzlichen Erben. Unerlässliche Voraussetzung für das Vorliegen und die Gültigkeit einer letztwilligen Verfügung ist insbesondere, dass der Erblasser seinen Testierwillen, das heisst seinen rechtsgeschäftlichen Gestaltungswillen erklärt, über sein Vermögen für die Zeit nach seinem Tod zu verfügen. Dieser Gestaltungswille umfasst zum einen den Geschäftswillen, das heisst den (endgültigen und aktuellen) Willensentschluss des Erklärenden, ein Rechtsverhältnis in bestimmter Weise zu gestalten, zum andern den Erklärungswillen, also den Entschluss des Erklärenden, den Geschäftswillen zu äussern (BGE 144 III 81 E. 3.3 S. 85 f.). Entgegen dem, was der Beschwerdeführer anzunehmen scheint, handelt es sich bei den Umständen, aus denen sich der Wille des Erblassers ergibt, nicht um Rechts-, sondern um Tatfragen, bezüglich derer das Bundesgericht an die vorinstanzlichen Feststellungen gebunden ist (BGE a.a.O., S. 86 mit Hinweisen). Im vorliegenden Fall anerkannte der Beschwerdeführer laut den Feststellungen des Obergerichts ausdrücklich, dass die Erblasserin im Zeitpunkt der Testamentserrichtung der Familie von E.________ auf keinen Fall etwas zukommen lassen wollte (E. 4). Das Ansinnen des Beschwerdeführers, im hiesigen Verfahren auf diese vorinstanzliche Erkenntnis über den Prozesssachverhalt (vgl. BGE 140 III 16 E. 1.3.1 S. 17 f.) zurückzukommen, ist zum Scheitern verurteilt. Der Beschwerdeführer beruft sich darauf, dass er "lediglich ein Motiv eingeräumt habe". Diese Sichtweise ist verkürzt. Tatsächlich konstatiert das Obergericht, der Beschwerdeführer erachte den Willen der Erblasserin, dass die Familie von E.________ nichts erben soll, "als einen Hinweis auf ein unbestrittenes Motiv der Erblasserin im Zeitpunkt der Testamentserrichtung". Allein mit dieser Aussage über die Beweggründe der Erblasserin wird das Zugeständnis des Beschwerdeführers bezüglich ihres Willens nicht in Frage gestellt. Inwiefern die erwähnten Feststellungen über den Prozesssachverhalt im Sinne von Art. 97 Abs. 1 BGG offensichtlich unrichtig sind (vgl. E. 2.2), tut der Beschwerdeführer nicht dar. Er macht auch nicht geltend, dass es für die Auslegung der letztwilligen Verfügung vom 11. Juni 1978 auf einen anderen Willen als denjenigen ankommt, den die Erblasserin im Zeitpunkt der Testamentserrichtung hatte.