Citation: 5A_819/2023 E. 4.3.3

4.3.3. Die Beschwerdeführerin bringt weiter vor, entgegen der Darstellung des Obergerichts sei der Beschwerdegegnerin der Nachweis ausländischen Rechts überbunden worden und dieser mit Lüge behaftete Nachweis sei der Revision zugänglich. Die Kritik der Beschwerdeführerin an der Schlussfolgerung des Obergerichts, was die Anwendung des saudi-arabischen Rechts betrifft, führt nicht weiter. Ausländisches Recht hat nicht Tatsachen-, sondern Normcharakter (BGE 145 III 213 E. 6.1.2; 138 III 232 E. 4.2.4); Parteivorbringen zum ausländischen Recht sind folglich vom Novenverbot nicht erfasst (BGE 150 III 89 E. 3.1; WALTER, in: Berner Kommentar, 2012, N. 112 zu Art. 8 ZGB, mit Hinw. auf Art. 16 Abs. 1 IPRG). Da ausländisches Recht nicht unter den Novenbegriff fällt, kann es keinen Revisionsgrund darstellen, wie im angefochtenen Urteil festgehalten wird. Die Beschwerdeführerin besteht darauf, dass das Novenrecht bei auferlegtem Nachweis zur Anwendung kommt. Zwar wird festgehalten, dass auch Gutachten über ausländisches Recht, Auszüge aus Lehrmeinungen oder Entscheide ausländischer Gerichte zumindest teilweise den Charakter von Beweismitteln haben können, sofern die Parteien zur Feststellung des ausländischen Rechts beitragen müssen (Art. 16 Abs. 1 IPRG; BGE 150 III 89 E. 3.1). Erörterungen erübrigen sich indes im konkreten Fall, weil eine solche Überbindung nicht stattgefunden hat. Dass diese Feststellung des Obergerichts über den Prozesssachverhalt, welche für das Bundesgericht verbindlich ist (Art. 105 Abs. 1 BGG; BGE 140 III 16 E. 1.3.1), auf einem Verstoss gegen das Willkürverbot (Art. 9 BV) beruhe (E. 1.3), wird in den Ausführungen der Beschwerdeführerin (unter dem Titel "ausländisches Recht als neue Tatsache") nicht dargetan. Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin kann dem Obergericht nicht vorgehalten werden, es habe zu Unrecht eine Frage der Rechtsanwendung angenommen, was die Kritik der Beschwerdeführerin an der Anwendung des ausländischen Rechts (Auflösungsvorgang) sowie an der Qualifizierung als einer behördlichen Entscheidung mit konkursrechtlicher Wirkung im Sinn von Art. 166 IPRG betrifft.