Citation: 2C_323/2018 E. 4.2.4

4.2.4. Die Beschwerdeführer wenden auch vergeblich ein, die Frist von fünf Jahren könne für den Nachzug der Eheleute erst ab dem Bundesgerichtsentscheid 2C_914/2014 vom 18. Mai 2015 zu laufen begonnen haben, da erst mit diesem die Tragweite von Art. 47 AuG bezüglich der Nachzugsfrist für den Ehepartner geklärt worden sei. Dem ist nicht so: Das Bundesgericht hat sich bereits in einem seiner ersten Urteile zur Anwendung von Art. 47 AuG in diesem Sinn geäussert (Urteil 2C_205/2011 vom 3. Oktober 2011 E. 4.3). In der Folge hat es die entsprechende Praxis immer wieder bestätigt (Urteile 2C_386/2016 vom 22. Mai 2017 E. 2.2; 2C_348/2016 vom 17. März 2017 E. 2.2 und 2C_887/2014 vom 11. März 2015 E. 2.2); schliesslich entsprach und entspricht die Lösung auch den Lehrmeinungen in der Doktrin, selbst wenn daran teilweise Kritik im Hinblick auf eine künftige Gesetzesformulierung ("de lege ferenda") geübt wird (Amarelle/Christen, in: Nguyen/Amarelle [Hrsg.], Code annoté de droit des migrations, vol. II: Loi sur les étrangers [LEtr], N. 6 zu Art. 47 LEtr; Marc Spescha, in: Spescha et al. [Hrsg.], Migrationsrecht, 4. Aufl. 2015, N. 2 zu Art. 47 AuG; Martina Caroni, in: Caroni/Gächter/Turnherr [Hrsg.], Stämpflis Handkommentar zum Bundesgesetz über die Ausländer und Ausländerinnen, 2010, N. 5 zu Art. 47 AuG; Caroni et al., Migrationsrecht, 3. Aufl. 2014, S. 134, 3. Abschnitt; Raselli/Hausammann/Möckli/Urwyler, in: Uebersax et al. [Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl. 2008, N. 16.10).