Citation: 6B_661/2020 E. 2.4

2.4. Die Anklagekammer St. Gallen führt in ihrer Vernehmlassung aus, mit dem psychiatrischen Gutachten vom 28. April 2020 dürfte sich die Situation für den Beschwerdeführer tatsächlich massgeblich verändert haben. Das Gutachten habe sich allerdings mit dem angefochtenen Entscheid "gekreuzt". Die Massnahmesituation habe sich vor Erlass des Entscheids vom 29. April 2020 zusehends verschlechtert, was ein Gutachten und eine Neubeurteilung der Situation erforderlich gemacht habe. Obwohl das Gutachten noch ausstehend gewesen sei, habe der Beschwerdeführer bereits ein Gesuch um Aufhebung der Massnahme und Entlassung eingereicht und den Entscheid an die Anklagekammer weitergezogen, ohne das Ergebnis des angeforderten Gutachtens abzuwarten. Dieses Vorgehen habe gestützt auf die damalige Aktenlage zu einer Abweisung der Beschwerde sowie des Gesuchs um unentgeltliche Rechtspflege und Rechtsvertretung geführt.