Citation: 7B_87/2023 E. 2.4

2.4. Demnach ist zu prüfen, ob der Beschwerdeführer sich im Sinne von Art. 118 Abs. 1 und Art. 119 Abs. 2 lit. a StPO als Strafkläger konstituiert hat. Dies ist zu verneinen. Der Vorinstanz ist beizupflichten, dass aus der Strafanzeige vom 7. Juli 2021 weder explizit noch implizit der Wille des Beschwerdeführers hervorgeht, am Verfahren teilzunehmen und Parteirechte ausüben zu wollen. Weil der Beschwerdegegner 2 nach den vorinstanzlichen Feststellungen (vgl. Art. 105 Abs. 1 BGG) als Cousin kein Angehöriger des Beschwerdeführers im Sinne von Art. 110 Abs. 1 StGB ist, handelt es sich bei den angezeigten Straftaten der Veruntreuung (Art. 138 Ziff. 1 Abs. 4 StGB) und der ungetreuen Geschäftsbesorgung (Art. 158 Ziff. 3 StGB) um Offizialdelikte. Bei solchen reicht eine Strafanzeige grundsätzlich nicht zur Konstituierung als Privatkläger aus (Urteil 6B_1308/2021 vom 17. März 2022 E. 2.1.3 mit Hinweisen). Ins Gewicht fällt auch, dass der Beschwerdeführer im gesamten Verfahren anwaltlich vertreten war. Es musste ihm folglich bewusst sein, dass er nur als Privatkläger als Partei am Verfahren partizipieren könnte und ihm die vollen Verfahrensrechte als Strafanzeiger nicht zukommen würden (Art. 301 Abs. 3 StPO). Sowohl in der Strafanzeige vom 7. Juli 2021 als auch in der Beschwerde an das Obergericht vom 7. Oktober 2022 bezeichnete er sich durchgehend als "Anzeiger". In der Strafanzeige verlangte der Beschwerdeführer, es sei "ein Strafverfahren zu eröffnen und die entsprechenden Ermittlungen aufzunehmen". Zudem sei er über den Abschluss des Strafverfahrens zu orientieren. Damit übte er ein typisches Recht eines Anzeigers aus (vgl. Art. 301 Abs. 2 StPO). Es trifft zwar zu, dass der Beschwerdeführer die Staatsanwaltschaft aufforderte, bestimmte Editionen vorzunehmen sowie Parteibefragungen und einen Augenschein durchzuführen. Aus diesen allgemein gehaltenen Beweisofferten lässt sich aber noch nicht auf einen Willen schliessen, selbst an diesen Erhebungen oder am Verfahren zu partizipieren. Auch aus dem Vorbehalt, im Rahmen des Verfahrens Zivilansprüche zu stellen, lässt sich kein entsprechender Wille ableiten. Wie der Beschwerdeführer selbst anerkennt, war er ohne die übrigen Erben nicht dazu legitimiert, Zivilansprüche in einer Zivilklage adhäsionsweise für die Erbengemeinschaft geltend zu machen. Mehr noch: Der Vorbehalt deutet darauf hin, dass es ihm vordergründig um die Durchsetzung seiner bzw. der Zivilansprüche der Erbengemeinschaft ging und nicht um die Bestrafung des Beschwerdegegners 2. Das Strafverfahren darf aber nicht dazu instrumentalisiert werden, die Durchsetzung zivilrechtlicher Forderungen in einem späteren Zivilprozess vorzubereiten (vgl. BGE 137 IV 246 E. 1.3.1; Urteil 7B_287/2022 vom 22. Februar 2024 E. 1.3). Andere Willensäusserungen im Rahmen des Vorverfahrens, die als Konstituierung zur Privatklägerschaft hätten verstanden werden müssen oder die die Staatsanwaltschaft zu entsprechender Nachfrage verpflichtet hätten, behauptet der Beschwerdeführer im Übrigen nicht.