Citation: 5C.196/2004 30.09.2004 E. 2

Eine mündige oder entmündigte Person darf wegen Geisteskrankheit, Geistesschwäche, Trunksucht, anderen Suchterkrankungen oder schwerer Verwahrlosung in einer geeigneten Anstalt untergebracht oder zurückbehalten werden, wenn ihr die nötige persönliche Fürsorge nicht anders erwiesen werden kann (Art. 397a Abs. 1 ZGB). Vorausgesetzt ist mit anderen Worten, dass der oder die Betroffene infolge der im Gesetz umschriebenen Schwächezustände persönlicher Fürsorge bedarf, die ihm bzw. ihr nur in einer Anstalt gewährt werden kann (BGE 114 II 213 E. 5). Nach der ausdrücklichen Vorschrift des Art. 397a Abs. 3 ZGB muss die von der fürsorgerischen Freiheitsentziehung betroffene Person entlassen werden, sobald ihr Zustand es erlaubt. 2.1 Das Verwaltungsgericht bemerkt, im Fall einer sofortigen Freilassung des Berufungsklägers bestehe mit hoher Wahrscheinlichkeit die Gefahr, dass er, bedingt durch seine schwere Erkrankung, sehr rasch nicht mehr in der Lage sein werde, seine eigene Leistungsfähigkeit und deren Beeinträchtigung richtig einzuschätzen. Der Berufungskläger habe selbst in der Klinik die Medikamente nicht regelmässig freiwillig eingenommen. Nach der umgehend zu erwartenden Absetzung der Medikamente (im Falle des Austrittes aus der Klinik) dürfte es in immer kürzer werdenden Abständen zu Abstürzen und damit zu sozialer Verwahrlosung kommen, wie sich dies im März, Anfang Mai und schliesslich Mitte Juli 2004 bereits ereignet habe. Zu beachten sei auch, dass sich der Berufungskläger mit seinem Verhalten zunehmend in der Gesellschaft stigmatisiere, was bezüglich eines möglichen Arbeitsplatzes und möglicher Ausbildungsmöglichkeiten negative Auswirkungen haben könnte. Das Gericht hat sich alsdann aufgrund seiner Würdigung der Meinung des Gutachters angeschlossen, dass ausserhalb der Klinik eine erhebliche Selbstgefährdung zu befürchten sei. Soweit der Berufungskläger in seiner Eingabe die erhebliche Selbstgefährdung bestreitet, beanstandet er nicht eine unrichtige Anwendung von Bundesrecht. Damit richtet er sich vielmehr in unzulässiger Weise gegen anders lautende, für das Bundesgericht verbindliche tatsächliche Feststellungen der Vorinstanz (Art. 63 Abs. 2 OG). Darauf ist nicht einzutreten. 2.2 Eine Bundesrechtsverletzung erblickt der Berufungskläger ferner darin, dass das Verwaltungsgericht zu Unrecht eine mildere Massnahme verneint habe. Das Gericht habe in Missachtung des Verhältnismässigkeitsprinzips insbesondere verkannt, dass er sich zu einer regelmässigen ambulanten Betreuung bereit erklärt habe und eine eigentliche ambulante Behandlung auch durchgeführt werden könne. Eine geeignete Behandlung durch den Allgemeinpraktiker wäre insofern garantiert, als dem Verwaltungsgericht der Beizug eines spezialisierten Psychiaters offeriert worden sei. Das Verwaltungsgericht hat hervorgehoben, eine Krankheitseinsicht sei nur zum Teil vorhanden. Zudem würden in der Klinik die angebotenen Medikamente offenbar nur vereinzelt freiwillig eingenommen. Hinter die Bereitschaft des Berufungsklägers, sich ambulant therapeutisch behandeln zu lassen, müsse ein grosses Fragezeichen gesetzt werden. Dagegen spreche einmal die Ambivalenz bezüglich der Krankheitseinsicht, anderseits aber auch der Verlauf der Krankheit seit dem Entweichen des Berufungsklägers (aus einem früheren Freiheitsentzug) am 30. März 2004. Der Berufungskläger habe damals erst einen Monat danach, d.h. am 30 April 2004 den Arzt aufgesucht. Eine eigentliche Behandlung der schweren psychischen Erkrankung habe aber in der Zeit vom 30. März 2004 bis 16. Juli 2004 so gut wie nicht stattgefunden. Die dringend notwendige Psychotherapie und die regelmässige Abgabe von Neuroleptika habe - von einer kurzzeitigen Abgabe von Abilify abgesehen - nicht stattgefunden. Auf eine Kombination aus Psychotherapie und einer geeigneten medikamentösen Therapie sei wahrscheinlich auf Wunsch des Berufungsklägers verzichtet worden. Allein schon aufgrund dieser Feststellungen, die der Berufungskläger nicht rechtsgenügend mit der Versehensrüge gemäss Art. 63 Abs. 2 OG angefochten hat, durfte das Verwaltungsgericht ohne Verletzung von Bundesrecht davon ausgehen, dass zur Zeit einzig eine Behandlung in einer geeigneten Anstalt in Frage komme, womit eine Verletzung des Verhältnismässigkeitsprinzips, wie sie der Berufungskläger erkennen will, zu verneinen ist. Damit aber erübrigen sich Ausführungen zu den Vorbringen des Berufungsklägers bezüglich der vorhandenen Wohnmöglichkeiten. Soweit der Berufungskläger schliesslich beanstandet, die Schlussfolgerung der Vorinstanz, dass er ein Leben ausserhalb der Klinik zur Zeit noch nicht selbstständig bewältigen könne, als nicht nachvollziehbar betrachtet, richtet er sich ohne rechtsgenügende Versehensrüge gegen die verbindlichen tatsächlichen Feststellungen der Vorinstanz. Darauf ist nicht einzutreten (Art. 63 Abs. 2 OG).