Citation: 2C_782/2013 E. 4.3

4.3. Zu Gunsten des Beschwerdeführers sprechen die Aufenthaltsdauer in der Schweiz (seit 1995) und eine mittlerweile längere deliktsfreie Zeit. Ersteres schliesst aber den Widerruf der Niederlassungsbewilligung nicht aus (vorne E. 4.1), und zudem ist der Zeitablauf insoweit zu relativieren, als die Migrationsbehörden vor dem Erlass der Widerrufsverfügung das rechtskräftige Strafurteil abwarten mussten. Was die von Art. 8 EMRK geschützten Garantien betrifft, kann der Beschwerdeführer mit Blick auf die Achtung des Privatlebens schon angesichts der begangenen Delikte sowie seiner Schulden nicht als besonders gut integriert gelten. Besonders intensive private Beziehungen beruflicher oder gesellschaftlicher Natur, die ihm allenfalls gestützt auf diese Garantie einen Aufenthaltsanspruch verschaffen könnten (BGE 130 II 281 E. 3.2.1 S. 286; 126 II 377 E. 2c S. 384 ff.; 120 Ib 16 E. 3b S. 22), sind nicht dargetan. Im Bereich der Garantie auf Achtung des Familienlebens geht die Vorinstanz zwar von der Anwendbarkeit von Art. 8 EMRK aus, weil die Tochter des Beschwerdeführers im Besitz der Niederlassungsbewilligung ist. Die Tochter hat allerdings diese Bewilligung einzig abgeleitet von derjenigen des Beschwerdeführers erhalten. Auch dann ist die Garantie nicht tangiert, wenn es den in der Schweiz anwesenheitsberechtigten Familienmitgliedern "ohne Schwierigkeiten" möglich ist, mit der ausländischen Person auszureisen (BGE 135 I 143 E. 2.2 S. 147, 153 E. 2.1 S. 154 f.; 116 Ib 353 E. 3c S. 357). Im hier zu beurteilenden Fall ist die Ehefrau des Beschwerdeführers Serbin, die selber bis vor kurzem dort gelebt hat, wo sich auch ihre Familie befindet. Sodann ist im Rahmen der Interessenabwägung praxisgemäss zu gewichten, dass die Heirat in einem Zeitpunkt geschlossen wurde, als das Strafverfahren gegen den Beschwerdeführer bereits im Gange war und die Ehefrau nicht ohne Weiteres damit rechnen konnte, das Familienleben in der Schweiz zu leben (vgl. BGE 139 I 145 E. 2.4 S. 149). Ihr ist - wie dem Beschwerdeführer selber, der nach den verbindlichen Feststellungen der Vorinstanz serbisch spricht, mehrfach dorthin gereist ist und mit der dortigen Kultur genügend vertraut blieb - die Ausreise zuzumuten. Gleiches gilt für die Tochter, die sich noch in einem anpassungsfähigen Alter befindet (BGE 135 I 143 E. 2.2 S. 147).