Citation: 1P.63/2003 08.05.2003 E. 4

Hinsichtlich der Verurteilung wegen Gewalt und Drohung gegen Beamte im Zusammenhang mit der Demontage und dem Abtransport der beschlagnahmten, für den Hanfanbau verwendeten Installationen durch die Polizei rügt der Beschwerdeführer eine Verletzung des Willkürverbots und des Art. 6 Ziff. 3 lit. d EMRK. Er beanstandet die Auffassung des Kantonsgerichts, wonach aufgrund der konkreten Umstände nicht ersichtlich sei, inwiefern eine Befragung von Y.________ entscheiderheblich sein sollte. Der Beschwerdeführer trägt vor, es sei erstellt, dass während des Polizeieinsatzes eine weitere Person anwesend gewesen sei, mit welchem Namen auch immer sich diese Person gegenüber der Polizei vorstellt habe. Möglicherweise sei Y.________ ein Entlastungszeuge, auf dessen Befragung ohne Verletzung der EMRK nicht verzichtet werden könne. Das Recht gemäss Art. 6 Ziff. 3 lit. d EMRK, Entlastungszeugen zu laden und zu befragen, ist relativer Natur. Der Richter hat nur solche Beweisbegehren, Zeugenladungen und Fragen zu berücksichtigen und zuzulassen, die nach seiner Würdigung rechts- und entscheidungserheblich sind. Er kann das Beweisverfahren schliessen, wenn die Beweisanträge eine nicht erhebliche Tatsache betreffen oder offensichtlich untauglich sind oder wenn er aufgrund bereits abgenommener Beweise seine Überzeugung gebildet hat und ohne Willkür in vorweggenommener Beweiswürdigung annehmen kann, dass seine Überzeugung durch weitere Beweiserhebungen nicht geändert würde. Das Bundesgericht hebt einen kantonalen Entscheid auf staatsrechtliche Beschwerde hin nur auf, wenn sich die Beweiswürdigung in dieser Hinsicht als willkürlich erweist (BGE 125 I 127 E. 6c/cc S. 135; 124 I 208 E. 4a S. 211, je mit Hinweisen). Y.________ konnte im Berufungsverfahren nicht befragt werden, da sein genauer Aufenthaltsort zu diesem Zeitpunkt unbekannt war. Ferner ist unklar, ob es sich bei der Person, die sich den Beamten als "Herrn Z.________" vorstellte, wirklich um Y.________ handelte. Zudem erweist es sich nicht als willkürlich, wenn das Kantonsgericht angesichts der im Wesentlichen übereinstimmenden Sachverhaltsschilderungen des Gemeinderatsschreibers, des anwesenden Polizeikorporals und des polizeilichen Vollzugsberichts eine Befragung von Y.________ als nicht entscheidungserheblich wertete. Eine Verletzung von Art. 6 Ziff. 3 lit. d EMRK liegt nicht vor.