Citation: 4A_439/2020 E. 4.4

4.4. Ist damit davon auszugehen, die Beschwerdeführerin hätte eine Universalversammlung durchführen können, um die bestehenden Organisationsmängel zu beheben, ist sie ohne weiteres auch mit ihren weiteren neuen Vorbringen nicht zu hören, wonach sie alles Mögliche unternommen habe, um die Anordnung einer Auflösung der Gesellschaft abzuwenden, indem sie formgerecht Revisionsverzichtserklärungen eingeholt, ein neues Domizil festgelegt und eine für den Verwaltungsrat geeignete Person gefunden habe, die sich dazu bereit erklärt habe, das Mandat als Verwaltungsrat anzunehmen. Ebensowenig kann auf die darauf gestützte Argumentation eingetreten werden, die Vorinstanz habe Art. 731b OR verletzt, indem sie unter diesen Umständen, nachdem die in einem ersten Schritt angesetzte Frist zur Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes nicht genügt habe, nicht in einem zweiten Schritt einen Verwaltungsrat oder zumindest einen Sachwalter ernannt habe. Inwiefern die Vorinstanz ausgehend von ihrer Feststellung, die Beschwerdeführerin hätte eine Universalversammlung durchführen können, um die Organisationsmängel zu beheben, ihren Ermessensspielraum, den ihr die Bestimmung von Art. 731b OR einräumt, unrichtig ausgeübt haben soll, indem sie erwog, es sei nicht Sache des Gerichts, einen Verwaltungsrat zu ernennen, welche Aufgabe die Aktionäre an einer Universalversammlung ohne weiteres selbst wahrnehmen könnten, legt die Beschwerdeführerin nicht dar und ist auch nicht ersichtlich. In der Tat ist es nicht Aufgabe des Gerichts, gestützt auf Art. 731b OR Organisationsmängel zu beheben, welche die Gesellschaft bzw. die Aktionäre selbst beseitigen könnten. Vielmehr dient die genannte Bestimmung dazu, Organisationsmängel zu beheben, welche die Gesellschaft aus bestimmten Gründen nicht aus eigener Kraft zu beseitigen vermag, wie beispielsweise, wenn ein Organisationsmangel darauf zurückzuführen ist, dass in ihrem Aktionariat eine Pattsituation bzw. eine Blockade (sog. "Deadlock") besteht, die dazu führt, dass ein obligatorisches Gesellschaftsorgan nicht bestellt werden kann (vgl. BGE 140 III 349 E. 2.1; 138 III 294 E. 3.1.5).