Citation: 8C_194/2022 E. 3.2

3.2. Das BSV gibt in seiner Vernehmlassung zunächst zu bedenken, die angerufene Bestimmung sei auf den vorliegenden Fall noch nicht anwendbar. Im Übrigen sei darin, in Ausführung des Art. 57 Abs. 1 lit. n und Abs. 2 IVG, vorgesehen, dass in der von den IV-Stellen zu führenden Liste unter anderem für jeden einzelnen Sachverständigen, jedes Sachverständigen-Zweierteam beziehungsweise jede Gutachterstelle die Anzahl Aufträge sowie die Gesamtvergütung erfasst werden. Zudem sei zu erheben, welche Arbeitsunfähigkeiten in der bisherigen und in einer angepassten Tätigkeit (nach der Konsensbeurteilung aller beteiligten Sachverständigen) in den Gutachten attestiert worden sei. Des Weiteren sei die Anzahl der Gutachten zu erfassen, die Gegenstand eines gerichtlichen Entscheides gebildet hätten, und schliesslich, ob die Gutachten beweiskräftig gewesen seien. Hingegen lasse sich, so das BSV weiter, aus Art. 41b IVV kein Anspruch darauf ableiten, dass die Gutachten in anonymisierter Form einsehbar seien. Es sei nie vorgesehen gewesen, dass diese durch das Parlament eingeführte Bestimmung eine Einsicht in einzelne Gutachten ermöglichen solle. Eine solch weitgehende Auslegung von Art. 41b IVV entspreche nicht dem gesetzgeberischen Willen. Im Übrigen weisen sowohl das BSV als auch die IV-Stelle darauf hin, dass die Liste der IV-Stellen erstmals per 1. März 2023 und die gesamtschweizerische Übersicht per 1. Juli 2023 publiziert würden. Der Artikel könne, so das BSV, auch nicht beigezogen werden, um für die Zeit vor seinem Inkrafttreten entsprechende Rechte abzuleiten.