Citation: K 75/06 07.12.2006 E. 3

Nicht mehr streitig ist die Leistungspflicht für die Behandlungskosten der oberen Weisheitszähne 18 und 28. Streitig und zu prüfen ist nur noch, ob die obligatorische Krankenpflegeversicherung für die Kosten der Behandlung der unteren Weisheitszähne 38 und 48 aufzukommen hat und, wenn ja, in welchem Umfang. Zu beachten ist diesbezüglich, dass das Eidgenössische Versicherungsgericht im Urteil vom 2. Februar 2005 die zweite Voraussetzung der Leistungspflicht, nämlich das Vorliegen eines qualifizierten Krankheitswertes, bereits bejaht hat. 3.1 Die Vorinstanz hat eine Leistungspflicht der obligatorischen Krankenpflegeversicherung für die Behandlungskosten der unteren Weisheitszähne 38 und 48 gestützt auf das Obergutachten des Prof. Dr. med. Dr. med. dent. H.________ vom 15. November 2005 verneint im Wesentlichen mit der Begründung, es sei wohl die Verlagerung als erste Voraussetzung, nicht aber der qualifizierte Krankheitswert im Sinne von Art. 17 lit. a Ziff. 2 KLV als zweite Voraussetzung gegeben. 3.2 Was zunächst die Frage der Verlagerung anbelangt, ist mit dem kantonalen Gericht auf das Obergutachten des Prof. Dr. med. Dr. med. dent. H.________ vom 15. November 2005, welches den Anforderungen der Rechtsprechung an ein beweiskräftiges medizinisches Gutachten (BGE 125 V 352 Erw. 3a) vollumfänglich entspricht, abzustellen. Demgemäss lagen die Weisheitszähne 38 und 48 ausserhalb des Odontoparodonts und waren mehrheitlich in den aufsteigenden Unterkieferast in einer nicht durchbruchsfähigen Lage positioniert. Unabhängig von der Frage, ob das Wurzelwachstum vollständig oder noch nicht ganz vollständig abgeschlossen war, lag gemäss Auffassung des Experten eine definitive Situation vor, die den Durchbruch der unteren Weisheitszähne in die Normposition nicht erlaubte. Damit kann - wie das kantonale Gericht zu Recht festhält - mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als erstellt gelten, dass die beiden entfernten Weisheitszähne 38 und 48 verlagert waren. 3.3 Soweit die Vorinstanz die Leistungspflicht der obligatorischen Krankenpflegeversicherung gestützt auf das Obergutachten vom 15. November 2005 mangels des erforderlichen qualifizierten Krankheitswertes verneint, kann dieser Auffassung nicht gefolgt werden, hat doch das Eidgenössische Versicherungsgericht das Vorliegen dieser zweiten Voraussetzung der Leistungspflicht in Form der Behinderung einer geordneten Gebissentwicklung bereits im Urteil vom 2. Februar 2005 bejaht und war diese Frage gar nicht mehr zu prüfen. 3.4 Zusammenfassend sind bezüglich der unteren Weisheitszähne 38 und 48 sowohl die Verlagerung wie auch der qualifizierte Krankheitswert gegeben, weshalb grundsätzlich eine Leistungspflicht der obligatorischen Krankenpflegeversicherung besteht.