Citation: 2C_634/2023 E. 4.2.2

4.2.2. Wie die Vorinstanz korrekt erwägt, kann für den Fortbestand einer Ehegemeinschaft zwar nicht allein auf die Dauer der Haushaltsgemeinschaft abgestellt werden. Der Wegzug aus dem ehelichen Domizil bedeutet nicht per se, dass der Wille zur Aufrechterhaltung der Ehe erloschen ist. Er ist aber praxisgemäss ein starkes Indiz hierfür (vgl. hiervor E. 4.1 und Urteil 2C_394/2017 vom 28. September 2017 E. 3.3). Vorliegend zog der Ehegatte zweimal aus der ehelichen Wohnung aus, das zweite Mal auf den 1. August 2020. Die Vorinstanz konnte keinerlei konkrete Anhaltspunkte feststellen, wonach die Eheleute ihre Gemeinschaft seither fortgesetzt oder auch nur regelmässig Kontakt gehabt hätten (angef. Urteil E. 6.2.2). Auch der Umstand, dass es bei den Trennungen jeweils keine Trennungsvereinbarung gab und die Scheidung wesentlich später erfolgte, vermag keine Willkür der vorinstanzlichen Sachverhaltsfeststellungen aufzuzeigen. Seine ehemalige Gattin führte in ihrer Stellungnahme vom 19. Oktober 2021 zudem explizit aus, sie lebe immer noch getrennt vom Beschwerdeführer und wolle sich scheiden lassen; entsprechende Schritte seien vom Anwalt des Beschwerdeführers bereits eingeleitet worden. Daraus ist in tatsächlicher Hinsicht klar ersichtlich, dass der Ehewillen jedenfalls von Seiten seiner ehemaligen Gattin erloschen war. Die entsprechenden Sachverhaltsfeststellungen werden vom Beschwerdeführer nicht substanziiert bestritten und der entsprechende Schluss durch die Vorinstanz ist in keiner Weise willkürlich. Dass das Verwaltungsgericht die Gattin - vor dem Hintergrund ihrer klaren schriftlichen Aussagen zu ihrem (erloschenen) Ehewillen und mangels substanziierter gegenteiliger Vorbringen des Beschwerdeführers zur vorübergehenden Trennung und zur definitiven Aufgabe des gemeinsamen Haushalts - nicht noch separat angehört und den diesbezüglichen Beweisantrag des Beschwerdeführers abgelehnt hat, verletzt im Übrigen kein Bundesrecht (BGE 144 II 427 E. 3.1.3; 141 I 60 E. 3.3).