Citation: 8C_97/2020 E. 4.1

4.1. Unter Arbeitsunfähigkeit gemäss Art. 6 ATSG ist die Einbusse an funktionellem Leistungsvermögen in der bisherigen Tätigkeit zu verstehen. Bei Erwerbstätigen entspricht die Einbusse an funktionellem Leistungsvermögen der medizinisch festgestellten Einschränkung im bisherigen Beruf (BGE 134 V 20 E. 3.2.2 S. 23; 130 V 97 E. 3.2 S. 99 mit Hinweisen). Der Anknüpfungspunkt für die Festlegung der Arbeitsunfähigkeit ist rückwärts gewandt (vgl. Urteil 9C_648/2007 vom 27. Dezember 2007 E. 2.3, in: SVR 2008 IV Nr. 39; UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 4. Aufl. 2020, N. 5 zu Art. 6 ATSG). Es ist daher zu klären, in welchem Mass die versicherte Person aus gesundheitlichen Gründen im bisherigen Beruf (oder Aufgabenbereich) nicht mehr nutzbringend tätig sein kann (vgl. BGE 115 V 404). Dies setzt eine genaue Kenntnis der bisherigen Tätigkeit und das Wissen um die Auswirkungen einer gesundheitlichen Beeinträchtigung auf eine bestimmte Tätigkeit voraus (KIESER, a.a.O., N. 55 zu Art. 6 ATSG). Zudem müssen der festgestellte Gesundheitsschaden und die Einschränkung in der funktionellen Leistungsfähigkeit einander bedingen, d.h. in einem kausalen Verhältnis zueinander stehen (KIESER, a.a.O., N. 41 f. zu Art. 6 ATSG). Eine feststellbare Einschränkung der funktionellen Leistungsfähigkeit, welche nicht kausal auf einem Gesundheitsschaden beruht (z.B. fehlende Motivation, keine Arbeitsbewilligung etc.), löst keine an die Arbeitsunfähigkeit geknüpfte Sozialversicherungsleistungen aus (MICHAEL E. MEIER, Arbeitsunfähigkeit (Art. 6 ATSG) - Wer bestimmt was?, in: Stephan Fuhrer [Hrsg.], Jahrbuch SGHVR 2015, 2015, S. 96 mit Hinweisen).