Citation: 5C.213/2004 13.01.2006 E. A

X.________ hielt sich im Jahr 1996 für einige Zeit mit ihrem Ehemann in Zürich auf. Dort lernte sie den aus Tschechien stammenden Y.________ kennen. Dieser litt an einem Hirntumor und ist inzwischen verstorben. Er suchte in der Schweiz nach ärztlicher Hilfe und wollte sich in die Behandlung eines in Genf praktizierenden Onkologen begeben. X.________ fand sich bereit, Y.________ am 24. Mai 1996 zu diesem Zweck von Zürich nach Genf zu begleiten. Die beiden planten, mit dem Intercity-Zug, der den Hauptbahnhof Zürich um 9.03 Uhr verliess, nach Genf zu reisen. X.________ und Y.________ trafen erst kurz vor Abfahrt des Zuges im Hauptbahnhof Zürich ein. Sie einigten sich, dass Y.________ schon den auf Gleis 13 bereitstehenden Zug besteigen, während X.________ die Fahrkarten lösen sollte. Als X.________ mit den Fahrkarten zum Zug gelangte, fuhr dieser an. Sie erblickte Y.________, der in der hintersten Türe des letzten Personenwagens stand, und ihr zurief und zuwinkte. X.________ lief - nach eigener Darstellung "wie eine Olympiateilnehmerin" - neben dem Zug her auf Y.________ zu, um ihm die Fahrkarten zu übergeben. Dabei stürzte sie zwischen Perron und Zug auf die Bahngeleise und wurde von den Rädern des Zugs erfasst, so dass ihr beim Schultergelenk der linke Arm und unterhalb des Kniegelenks das linke Bein abgetrennt wurden. Der betreffende Zug bestand aus einer Lokomotive 2000 (RE 460), aus 13 Einheitswagen EW IV und einem Gepäckwagen.