Citation: U 544/06 05.02.2007 E. 5

Zu prüfen bleibt der Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis und den über den 31. Dezember 2004 hinaus andauernden, organisch nicht (hinreichend) nachweisbaren Beschwerden. 5.1 Wie das kantonale Gericht erwogen hat, kann mit Blick auf die Beurteilung der Adäquanz des Kausalzusammenhangs letztlich offen bleiben, ob die Beschwerdeführerin am 27. August 2003 eine dem Schleudertrauma äquivalente Verletzung der Halswirbelsäule (HWS) erlitten hat. Soweit in der Folge Elemente des nach derartigen Verletzungen nicht selten beobachteten, vielschichtigen somatisch-psychischen ("bunten") Beschwerdebildes (dazu BGE 119 V 338 oben Erw. 1 am Ende) aufgetreten sind, traten die physischen Anteile schon nach kurzer Zeit gegenüber einer dominierenden psychischen Komponente praktisch völlig in den Hintergrund. So wies, nachdem zunächst Frau Dr. med. M.________ über einen komplikationslosen Verlauf berichtet hatte, Frau Dr. med. R.________ am 1. Dezember 2003 auf eine massive Zunahme der Beschwerden und eine schwere depressive Entwicklung hin, wegen welcher die Versicherte in Behandlung stehe. Diese Diagnose wurde in der Folge mehrfach bestätigt. Unabhängig davon, ob die psychische Fehlentwicklung ursprünglich dem "bunten" Beschwerdebild zuzurechnen war und innerhalb der entsprechenden Symptomatik dominierte (vgl. BGE 123 V 99 Erw. 2a) oder ob von einer selbständigen Problematik ausgegangen werden muss - wofür neben dem geschilderten Verlauf auch die Tatsache spricht, dass die Beschwerdeführerin bereits vor dem Unfall an depressiven Episoden gelitten und deshalb zeitweise sogar eine (befristete) Rente der Eidgenössischen Invalidenversicherung bezogen hatte - richtet sich unter diesen Umständen die Prüfung des adäquaten Kausalzusammenhangs nach der mit BGE 115 V 133 begründeten Praxis zu den psychischen Unfallfolgen und nicht nach derjenigen (BGE 117 V 359) zum Schleudertrauma der HWS (vgl. Urteil A. vom 13. Februar 2006, U 462/04, Erw. 1.2 mit Hinweisen). 5.2 Über den Hergang des Unfalls vom 27. August 2003 ist den Akten zu entnehmen, dass die Versicherte beim Hinabsteigen auf einer Treppe stürzte und sich den Rücken im LWS-Bereich sowie den Kopf mehrfach an den Stufen anstiess. Anschliessend war sie laut dem Bericht des Spitals X.________ vom 2. September 2003 während kurzer Zeit bewusstlos. Im Rahmen der für die Belange der Adäquanzbeurteilung vorzunehmenden Einteilung ist dieses Ereignis den mittelschweren Unfällen zuzuordnen. Die Bejahung der Adäquanz setzt demzufolge voraus, dass entweder eines der massgebenden unfallbezogenen Kriterien (BGE 115 V 140 Erw. 6c/aa) in besonders ausgeprägter Weise oder die relevanten Merkmale insgesamt in gehäufter oder auffallender Art erfüllt sind (BGE 115 V 141 Erw. 6c/bb). Dies trifft, wie die Vorinstanz mit Recht erkannt hat, nicht zu. Denn der Unfall ist weder als besonders eindrücklich zu bezeichnen noch war er durch dramatische Begleitumstände geprägt. Ebenso wenig wies er eine Art oder Schwere auf, welche ihn als in besonderer Weise geeignet erscheinen liesse, eine psychische Fehlentwicklung auszulösen. Die übrigen Kriterien sind, wenn nur die physischen Anteile berücksichtigt werden, ebenfalls nicht gegeben. 5.3 Da nach dem Gesagten die Adäquanz zu verneinen ist, können nähere Abklärungen zur natürlichen Kausalität unterbleiben (SVR 1995 UV Nr. 23 S. 68 Erw. 3c).