Citation: 4A_462/2024 E. 4.2.2

4.2.2. Ferner prüfte die Vorinstanz, ob C.________ am Abend des 6. März 2020 eine die Beschwerdeführerin verpflichtende Order Instruction für einen neuen Mini-Future erteilte. Damit hätten die früheren Mini-Futures ISIN CH0501202847 und ISIN CH0501203092 bzw. deren Absicherungspositionen nach ihrem Verfall am 5. März 2020 in einen neuen Mini-Future "gerollt" werden sollen (sog. Roll-Over-Instruktion). Die Vorinstanz verneinte insoweit eine gültige Order Instruction, weil die unter den Parteien anwendbaren "Terms of Business" der Beschwerdegegnerin einen Schriftlichkeitsvorbehalt statuiert und vorliegend nur mündliche Diskussionen zwischen C.________ und D.________ stattgefunden hätten. Mit Bezug auf die früheren Mini-Futures existierten hingegen Audioaufzeichnungen (vgl. oben E. 3.2). Entsprechend habe die Beschwerdegegnerin keinen Erfüllungsanspruch aus der Order Instruction vom 6. März 2020, woraus sie nach Abzug des Rückzahlungsanspruchs der Beschwerdeführerin USD 15'903'194 geltend machte. Bei diesem Ergebnis sei demgegenüber mit Bezug auf den Eventualstandpunkt der Beschwerdegegnerin zu prüfen, ob C.________ D.________ die Anweisung gegeben habe, die Absicherungspositionen nach Verfall der Mini-Futures ISIN CH0501202847 und ISIN CH0501203092 per 5. März 2020 auf Risiko der Beschwerdeführerin nicht zu liquidieren, womit diese der Beschwerdegegnerin den auf den deshalb weiterhin gehaltenen Absicherungspositionen erlittenen Verlust zu ersetzen hätte. Bei der Liquidation der Absicherungspositionen am 9. März 2020 entstand der Beschwerdegegnerin ein Verlust, den sie einschliesslich entgangenem Gewinn auf USD 13'446'194.-- beziffert.