Citation: 4A_27/2021 E. 4.3.2

4.3.2. Sie vermag zudem keine Verletzung von Art. 190 Abs. 2 lit. b IPRG aufzuzeigen, wenn sie vorbringt, das Schiedsgericht sei für die ursprünglichen Rechtsbegehren nicht zuständig gewesen und sich auf den Standpunkt stellt, ein unzuständiges Schiedsgericht werde durch spätere Klageänderung "nicht nachträglich plötzlich zuständig". Ihr kann nicht gefolgt werden, wenn sie unter Hinweis auf STACHER (Einführung in die internationale Schiedsgerichtsbarkeit der Schweiz, 2015, Rz. 191) vorbringt, die Zuständigkeit des Schiedsgerichts müsse als Prozessvoraussetzung von Beginn an gegeben sein und könne "nicht erst im Laufe des Verfahrens des Prozesses geschaffen werden". Der erwähnte Autor weist an der von ihr zitierten Stelle im Gegenteil ausdrücklich darauf hin, dass die Prozessvoraussetzungen bei Erlass des Schiedsspruchs erfüllt sein müssen (zum massgebenden Zeitpunkt Urteil 4A_414/2012 E. 2.3.1.1 mit Hinweis auf BGE 116 II 9 E. 5 S. 13, 209 E. 2b/bb S. 211). Damit stösst auch der Einwand ins Leere, das Vorgehen des Schiedsgerichts widerspreche "den grundsätzlichen Überlegungen zur Frage der Zuständigkeit eines Schiedsgerichts ratione temporis ". Soweit die Beschwerdeführerin das prozessuale Vorgehen der Gegenpartei kritisiert und einmal mehr vorbringt, das Schiedsgericht hätte die neuen Rechtsbegehren nach Artikel 20 Swiss Rules nicht zulassen dürfen, zeigt sie auch in diesem Zusammenhang keine Verletzung von Art. 190 Abs. 2 lit. b IPRG auf.