Citation: 5A_839/2021 E. 2.2.1

2.2.1. Erstens befinde sich die Beschwerdeführerin in einem Interessenkonflikt, sei aber nicht in der Lage, diesen zu erkennen und danach zu handeln. 2.2.1.1. So habe sie nicht dartun können, inwiefern die sehr hohen Zahlungen aus dem Vermögen der Verbeiständeten an eine dem Sohn der Beschwerdeführerin gehörende Gesellschaft gerechtfertigt und im Interesse der Verbeiständeten gewesen seien. 2.2.1.2. Die Beschwerdeführerin selbst sei bis vor kurzem Stiftungsrätin der von der Verbeiständeten als Stifterin gegründeten Stiftung D.________ (siehe dazu E. 2.2.2) gewesen und ihr Sohn sei, soweit ersichtlich, immer noch Mitglied des Stiftungsrates. Trotz Aufforderung habe die Beschwerdeführerin die Beistatuten der Stiftung nicht herausgegeben, weshalb unbekannt sei, wer im Falle eines Versterbens der Verbeiständeten (die zu Lebzeiten einzige Begünstigte ist) ersatzbegünstigte Person der Stiftung sei. Die Transaktionen bzw. Vermögensentäusserungen kollidierten ausserdem mit der Testierfreiheit der Verbeiständeten. 2.2.1.3. Die Beschwerdeführerin argumentiere, die Transaktionen bzw. die Veräusserung des Vermögens der Verbeiständeten beruhten auf einem privaten Auftrag bzw. privaten Aufträgen, und die Verbeiständete habe Mitte 2015, als deren Handlungsfähigkeit noch in keiner Weise eingeschränkt gewesen sei, ihr den Auftrag erteilt, das gesamte Vermögen in die Stiftung einzubringen. Es stehe jedoch inzwischen auch für die Beschwerdeführerin fest, dass die Verbeiständete infolge geistiger Erkrankung seit längerer Zeit nicht mehr die Bedeutung und Tragweite von Auftragsgeschäften im Sinne von Art. 394 OR erkennen könne. So habe denn die KESB bereits im Errichtungsbeschluss vom 7. Juli 2015 unter Hinweis auf einen ärztlichen Bericht vom 11./12. Mai 2015 festgehalten, dass die Verbeiständete nicht mehr in der Lage sei, ihre Angelegenheiten selbst zu besorgen und die Tragweite der Bevollmächtigung richtig einzuschätzen. Dies sei mit ein Grund gewesen, weshalb die KESB am 7. Juli 2015 die Beistandschaft angeordnet habe. Die Ernennung zur Beiständin habe dazu geführt, dass die Beschwerdeführerin (als Beiständin) an die Stelle der privaten Auftraggeberin (der Verbeiständeten) getreten sei. Die private Mandatsführerin, die Beschwerdeführerin, müsse demzufolge der Beiständin, und damit sich selbst, für sämtliche Aufträge und Geschäfte Rechenschaft ablegen. Der Interessenkonflikt sei offensichtlich und öffne die Tür für die Verfolgung von Eigeninteressen. Die Interessen der Verbeiständeten seien nicht (mehr) gewahrt, wobei die Beschwerdeführerin den Interessenkonflikt jedoch nicht erkennen könne. Damit zeige sie selbst ihre fehlende fachliche Eignung auf.