Citation: 6B_521/2010 09.11.2010 E. 2.2

2.2.1 Die Vorinstanz erwägt, der Beschwerdeführer bestreite nicht, dem Beschwerdegegner einen Stoss versetzt zu haben. Eine Tätlichkeit könne deshalb nicht von vornherein ausgeschlossen werden. Der Beschwerdegegner habe in guten Treuen annehmen dürfen, der Stoss gegen seinen Oberkörper überschreite das allgemein übliche und gesellschaftlich geduldete Mass physischen Einwirkens auf einen anderen Menschen. Er habe somit berechtigtes Interesse an einer Strafanzeige gehabt, auch wenn er diese später nicht weiterverfolgt habe. Es bestünden keine Hinweise, dass der Beschwerdegegner dem Beschwerdeführer "eins auswischen" und ihm dem Übel einer Strafuntersuchung habe aussetzen wollen (angefochtenes Urteil, S. 12). 2.2.2 Mit dem Vorwurf der "Spannerei" bzw. des "Voyeurismus" habe der Beschwerdegegner den Beschwerdeführer nicht eines sexuell motivierten Verhaltens bezichtigen wollen, sondern habe lediglich zu Protokoll gegeben, was er diesem beim Vorfall vom 4. Juni 2006 gesagt habe. Zudem stünden seine Aussagen in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Vorfall, seien sie doch Bestandteil der verbalen Auseinandersetzung gewesen, die zur behaupteten Tätlichkeit geführt habe. Die Wiederholung dieser Aussagen änderten hieran nichts, da er ausdrücklich zur Bedeutung seiner früheren Äusserungen befragt worden sei. Der Beschwerdeführer räume zudem selber ein, regelmässig an der Wohnung des Beschwerdegegners vorbeizugehen. Es sei nachvollziehbar, dass sich jener und dessen Frau dadurch beobachtet fühlten, und zwar unabhängig davon, ob das Badezimmer von aussen direkt einsehbar sei (angefochtenes Urteil, S. 12 f.). 2.3 Das Bundesgericht legt seinem Urteil den Sachverhalt zugrunde, den die Vorinstanz festgestellt hat. Die Feststellung des Sachverhalts durch die Vorinstanz kann nur gerügt werden, wenn sie offensichtlich unrichtig, d.h. willkürlich im Sinne von Art. 9 BV ist (BGE 133 II 249 E. 1.2.2), oder wenn sie auf einer Verletzung von schweizerischem Recht im Sinne von Art. 95 BGG beruht (Art. 97 Abs. 1 BGG). Die Rüge der offensichtlich unrichtigen Feststellung des Sachverhalts (Art. 105 Abs. 2 BGG) prüft das Bundesgericht ebenfalls unter den in Art. 106 Abs. 2 BGG vorgegebenen Bedingungen. 2.4 Der Beschwerdeführer, der die Sachverhaltsfeststellungen der Vorinstanz anfechten will, muss substantiiert darlegen, inwiefern die Voraussetzungen einer Ausnahme gemäss Art. 105 Abs. 2 BGG gegeben sind und das Verfahren bei rechtskonformer Ermittlung des Sachverhalts anders ausgegangen wäre. Andernfalls kann ein Sachverhalt, der von dem im angefochtenen Entscheid festgestellten abweicht, nicht berücksichtigt werden. Der Beschwerdeführer kann sich nicht damit begnügen, den bestrittenen Feststellungen eigene tatsächliche Behauptungen gegenüberzustellen oder darzulegen, wie die Beweise seiner Ansicht nach zu würdigen gewesen wären. Vielmehr hat er klar und substantiiert aufzuzeigen, inwiefern die gerügten Feststellungen bzw. die Unterlassung von Feststellungen offensichtlich unrichtig sind oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruhen. Auf eine Kritik an den tatsächlichen Feststellungen der Vorinstanz, die diesen Anforderungen nicht genügt, ist nicht einzutreten (vgl. BGE 133 III 462 E. 2.4). 2.5 Dem Sachgericht steht im Bereich der Beweiswürdigung ein erheblicher Ermessensspielraum zu (BGE 134 IV 132 E. 4.2; 129 IV 6 E. 6.1). Das Bundesgericht greift auf Beschwerde hin nur ein, wenn das Sachgericht diesen missbraucht, insbesondere offensichtlich unhaltbare Schlüsse zieht, erhebliche Beweise übersieht oder solche willkürlich ausser Acht lässt (vgl. BGE 132 III 209 E. 2.1). Willkür im Sinne von Art. 9 BV liegt nach ständiger Rechtsprechung nur vor, wenn der angefochtene Entscheid auf einer unhaltbaren oder widersprüchlichen Beweiswürdigung beruht, mit der tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft (BGE 135 V 2 E. 1.3; 134 I 140 E. 5.4). 2.6 Die Vorbringen des Beschwerdeführers erschöpfen sich in einer appellatorischen Kritik, die für die Begründung erheblicher und nicht zu unterdrückender Zweifel an der vorinstanzlichen Sachverhaltsfeststellung nicht geeignet ist. Der Beschwerdeführer bestreitet nicht, dem Beschwerdegegner einen Stoss versetzt zu haben. Mit dem Abwehrstoss habe er verhindern wollen, von dem in ihn hineinrennenden Beschwerdegegner rückwärts die Treppe hinuntergestossen zu werden. Gleichzeitig macht der Beschwerdeführer - in Widerspruch hierzu - geltend, der Beschwerdegegner habe gar nicht genug präzis mitbekommen, was passiert sei, weil er sich zu seiner, den Balkon betretenden, Frau umgedreht habe. Sein Vorbringen, der Beschwerdegegner habe die Strafanzeige einzig deshalb erstattet, um ihm "eins auszuwischen", begründet der Beschwerdeführer einzig mit der zeitlichen Nähe der beiden Anzeigen. Eine willkürliche Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz ist dadurch nicht dargetan. Ebenfalls als appellatorisch erweist sich die Kritik bezüglich der angeblichen Ehrverletzung im Zusammenhang mit der Äusserung der "Spannerei" bzw. des "Voyeurismus" durch den Beschwerdegegner. Der Beschwerdeführer legt nicht hinreichend dar, inwiefern die Vorinstanz gestützt auf die Protokollaussagen nicht annehmen durfte, dass sich der Beschwerdegegner und seine Frau durch ihn beobachtet fühlten, zumal er selber einräumt, regelmässig an der Wohnung des Beschwerdegegners vorbeizugehen und dies künftig noch häufiger zu tun gedenke (Schreiben des Beschwerdeführers an den Beschwerdegegner vom 20. Oktober 2006; lose und nicht paginiert am Schluss der Vorakten). Nicht belegt ist schliesslich die Behauptung, der Beschwerdegegner habe ihn in ein schlechtes Licht rücken wollen, weil die Aussagen nicht in einem Zusammenhang mit dem Vorfall vom 4. Juni 2006 stünden. Eine unrichtige Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz ist nicht in einer vor Art. 97 BGG standhaltenden Weise begründet worden.