Citation: 7B_50/2023 E. 2.1

2.1. Die Vorinstanz erwog, grundsätzlich wäre ein Anspruch des Beschwerdeführers auf amtliche Verteidigung (im Sinne von Art. 132 Abs. 1 lit. b StPO) ausgewiesen, falls das Berufungsverfahren durchgeführt werden müsste. Vor dem eigentlichen Berufungsverfahren müsse aber vorfrageweise geprüft werden, ob der Strafbefehl vom 22. August 2019 nicht bereits rechtskräftig sei und damit ein Prozesshindernis bestehen würde. Die entsprechende Rechtsfrage betreffe die Zustellungsfiktion und sei damit inhaltlich begrenzt. Die tatsächlichen Grundlagen würden sich ferner aus den Akten ergeben und könnten als einfach bezeichnet werden. Hinzu komme, dass der Beschwerdeführer gemäss eigenen Aussagen die entsprechende Strafe bereits vollständig ersessen habe, wobei er auf die entsprechende aktenkundige Vollzugsmeldung hinsichtlich des Strafbefehls vom 22. August 2019 verweise. Zusammenfassend bestehe im Rahmen des anzuordnenden schriftlichen Vorverfahrens betreffend die mögliche Rechtskraft des Strafbefehls vom 22. August 2019 kein Anlass, dem Beschuldigten eine amtliche Verteidigung beizustellen. Erst falls vom Gesamtgericht festgestellt werden sollte, dass der Strafbefehl vom 22. August 2019 nicht rechtskräftig wäre, so dass ein Berufungsverfahren durchgeführt werden müsste, könnte die Frage nach der Einsetzung einer amtlichen Verteidigung auf erneuten Antrag hin allenfalls anders entschieden werden. Das Gesuch des Beschuldigten um amtliche Verteidigung sei mithin zurzeit abzuweisen. Als Vorfrage - so die Vorinstanz weiter - werde nicht nur zu thematisieren sein, inwiefern die im Strafbefehl vom 22. August 2019 verfügte Verfahrenseinstellung betreffend den rechtswidrigen Aufenthalt des Beschuldigten eine Sperrwirkung nach Art. 11 Abs. 1 StPO entfalten könne, sondern auch, inwiefern der Strafbefehl vom 22. August 2019 gesamthaft in Rechtskraft erwachsen sei und mithin nach dem Grundsatz "ne bis in idem" nach Art. 11 Abs. 1 StPO ein Prozesshindernis vorliege.