Citation: 5A_309/2022 E. 4.1

4.1. Zur Einkommensberechnung hält das Obergericht fest, massgebender Zeitpunkt sei der 1. Oktober 2020. Welche Einkünfte der Beschwerdeführer vor diesem Datum erzielt habe, sei deshalb im Prinzip unerheblich. Allerdings sei der Beschwerdeführer seit vielen Jahren als Kameramann tätig, weise eine grosse Berufserfahrung auf und es könnten aus seiner früheren Tätigkeit Rückschlüsse auf die künftige Verdienstmöglichkeit gezogen werden. Es sei glaubhaft, dass der Beschwerdeführer auch im relevanten Zeitpunkt noch an verschiedenen grösseren Produktionen mitwirkte. In der Folge verweist das Obergericht auf sein Urteil vom 15. März 2021 betreffend Schuldneranweisung (vgl. dazu vorne Bst. A.c). Dort gelangte es zum Schluss, das im (aktuellen) Arbeitsvertrag des Beschwerdeführers mit der E.________ AG vereinbarte Einkommen entspreche mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit nicht einer marktüblichen Entlohnung, zumal es sich im Niedriglohnbereich bewege. Daher sei nicht glaubhaft, dass der Beschwerdeführer bloss Fr. 4'800.-- (brutto, inkl. 13. Monatslohn) im Monat verdiene. Die zuvor bezogene Arbeitslosenentschädigung habe netto Fr. 5'150.-- im Monat betragen. Ab dem 14. August 2020 sei daher von diesem Verdienst auszugehen. Auch im Lichte der im vorliegenden Verfahren vorgetragenen Behauptungen und der eingereichten Beweismittel seien diese Ausführungen noch überzeugend. Auf die vom Beschwerdeführer eingereichten Unterlagen (Lohnabrechnung, Steuererklärung) könne dagegen nicht vorbehaltslos abgestellt werden: So sei beispielsweise in der Steuererklärung 2020 kein Einkommen aus Tantiemen aufgeführt, obgleich der Beschwerdeführer an der Parteibefragung angegeben habe, solche in der Höhe von Fr. 50.-- im Monat zu erhalten. Zwar übe der Bruder des Beschwerdeführers sodann gemäss den Angaben des Letzteren in der Arbeitgebergesellschaft keine Funktion aus und sei er auch nicht im Handelsregister eingetragen. Auch ergebe sich aus den vorhandenen (mit Vorsicht zu geniessenden) Unterlagen nicht, dass der Beschwerdeführer ein höheres als das im Arbeitsvertrag vereinbarte Einkommen erziele. Ein monatliches Bruttoeinkommen von Fr. 4'800.-- sei für den berufserfahrenen, versierten und nach wie vor gefragten (Mitwirkung an Produktionen) Beschwerdeführer indes nicht glaubhaft. Ihm sei daher nach wie vor ein Einkommen von Fr. 5'150.-- anzurechnen. Dies gelte auch noch nach der Kündigung der Anstellung bei der E.________ AG auf den 31. Dezember 2021. Der Beschwerdeführer sei, so das Obergericht, vor dieser Anstellung im Filmgeschäft selbständig erwerbstätig gewesen. Er habe auch in jüngster Zeit an verschiedenen Filmprojekten mitgearbeitet und sei in der Filmbranche bestens etabliert. Selbst wenn der Beschwerdeführer keine neue Anstellung finden sollte, sei daher davon auszugehen, dass es ihm möglich sein werde, als Selbständigerwerbender ein Einkommen in der Höhe von Fr. 5'150.-- im Monat zu erzielen. Unter diesen Umständen brauche nicht darauf eingegangen zu werden, ob die Kündigung mit Blick auf das Novenrecht überhaupt noch habe berücksichtigt werden können.