Citation: B 14/05 09.08.2006 E. 3

Die IV-Stelle Bern hat in der rentenzusprechenden Verfügung den Rentenbeginn auf den 1. Juni 2001 festgesetzt. In der Begründung führt sie aus, dass der Versicherte bis Ende Mai 2000 als Kellner gearbeitet habe; seither sei er aus gesundheitlichen Gründen keiner ohne wesentlichen Unterbruch ausgewiesenen Erwerbstätigkeit mehr nachgegangen, weshalb die einjährige Wartezeit bis zum Beginn des Rentenanspruchs (Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG) ab diesem Datum eröffnet worden sei. 3.1 Das kantonale Gericht hat sich zunächst mit der Frage befasst, ob der Verfügung der IV-Stelle vom 30. Oktober 2002 in Bezug auf die hier interessierende Festsetzung des Eintritts der invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit auf den 1. Juni 2000 und damit auf einen Zeitpunkt, in welchem der Beschwerdegegner bei der Beschwerdeführerin versichert war, für diese verbindliche Wirkung zukomme. Rechtsprechungsgemäss sind die Vorsorgeeinrichtungen im Bereich der gesetzlichen Mindestvorsorge (Art. 6 BVG) an die Feststellungen der IV-Organe, insbesondere hinsichtlich des Eintrittes der invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit (Eröffnung der Wartezeit; Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG in Verbindung mit Art. 26 Abs. 1 BVG), gebunden, soweit die invalidenversicherungsrechtliche Betrachtungsweise auf Grund einer gesamthaften Prüfung der Akten nicht als offensichtlich unhaltbar erscheint (BGE 130 V 273 Erw. 3.1 mit Hinweis). Diese Verbindlichkeitswirkung setzt nach der mit BGE 129 V 73 begründeten Praxis weiter voraus, dass die IV-Stelle die Vorsorgeeinrichtung(en) spätestens im Vorbescheidverfahren resp. - nachdem und solange dieses durch das Einspracheverfahren ersetzt war (1. Januar 2003 [In-Kraft-Treten des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG] bis 30. Juni 2006 [In-Kraft-Treten des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Änderung des IVG]) - angelegentlich der Verfügungseröffnung in das invalidenversicherungsrechtliche Verfahren einbezieht (BGE 129 V 76; vgl. auch BGE 130 V 273 f. Erw. 3.1). Erfolgt dieser Einbezug nicht, vermag der Beschluss der IV-Stelle keine Bindungswirkung für die berufliche Vorsorge zu entfalten (BGE 129 V 76). Wie die Vorinstanz indessen richtig ausgeführt hat, kann die Frage, ob die Bindungswirkung nach BGE 129 V 73 zu beurteilen ist und bejahendenfalls, ob die Beschwerdeführerin im Sinne dieser Entscheidung gehörig in das invalidenversicherungsrechtliche Verfahren einbezogen wurde, offen bleiben, wenn sich die Festsetzung des Eintrittes der invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit durch die IV-Stelle auch bei einer freien Überprüfung der IV-Verfügung vom 30. Oktober 2002 als richtig erweist. 3.2 Gemäss dem angefochtenen Entscheid war vor dem am 1. Juni 2000 durch Anstellung im Restaurant G.________ begründeten Vorsorgeverhältnis bei der Beschwerdeführerin keine in engem sachlichem und zeitlichem Zusammenhang mit der in der Folge aufgetretenen Invalidität stehende Arbeitsunfähigkeit zu verzeichnen. Diese Beurteilung wird in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde zu Recht nicht in Frage gestellt. Namentlich lag die einzige während der unmittelbar vorangegangenen Anstellung - vom 1. Dezember 1999 bis 31. Mai 2000 - im Ristorante X.________ aufgetretene gesundheitsbedingte Arbeitsverhinderung in einem sich nur kurzzeitig auswirkenden viralen Infekt begründet, welcher nichts mit der invalidisierenden Gesundheitsschädigung zu tun hat. Und soweit der Beschwerdegegner schon damals am Morbus Menière litt, dessen Auswirkungen, wie Schwindel und Beeinträchtigung des Hörvermögens, ihn nunmehr entscheidend einschränken, beeinflusste dies die Arbeitsfähigkeit vor dem Beginn der Vorsorgedeckung durch die Beschwerdeführerin am 1. Juni 2000 nicht in relevanter Weise.