Citation: 6B_77/2024 E. 1.1.4

1.1.4. Dem Beschwerdeführer ist zwar insoweit zuzustimmen, als der Schuldspruch wegen Inzests (erstinstanzliche Dispositiv-Ziffer 1b) nicht Berufungsgegenstand war (vgl. angefochtenes Urteil S. 10); die Vorinstanz stellte diesbezüglich entsprechend die Rechtskraft fest (vgl. angefochtenes Urteil S. 74). Hingegen war die erstinstanzlich ausgefällte Sanktion - 9 Jahre Freiheitsstrafe - sowohl Gegenstand der Berufung des Beschwerdeführers als auch derjenigen der Beschwerdegegnerin. Der Beschwerdeführer beantragte eine Strafe von höchstens 5 Jahren Freiheitsstrafe, die Beschwerdegegnerin eine Freiheitsstrafe von 13.5 Jahren. Die Vorinstanz hatte damit mitunter den Schuldspruch wegen versuchter vorsätzlicher Tötung zu überprüfen und die Strafe neu festzusetzen. Nachdem das Rechtsmittel der Berufung dadurch nicht lediglich zu Gunsten des Beschwerdeführers eingelegt wurde (vgl. Art. 391 Abs. 2 Satz 2 StPO), kommt in dieser Konstellation das Verschlechterungsverbot nicht zum Tragen. Die vom Beschwerdeführer geltend gemachte Verletzung des Verbots der "reformatio in peius" liegt nicht vor.