Citation: U 205/03 15.06.2005 E. A

R.________, geboren 1955, war als selbstständig Erwerbender in den Bereichen Inkassowesen, Kreditanalysen und Personalberatung tätig und bei der Freiburger, Allgemeine Versicherung (später: Coop Allgemeine Versicherung AG; nachfolgend: Versicherer), freiwillig gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen UVG-versichert. Am 23. Oktober 1995 wurde er als Lenker eines Personenwagens in einen Verkehrsunfall verwickelt. Er fuhr auf einer zweispurig geführten Strasse auf der rechten Spur, als ein auf der linken Spur verkehrender Personenwagenlenker vor einer Kreuzung sein Fahrzeug nach rechts einzuspuren begann um abzubiegen, wobei es zu einer Streifkollision kam, weil er den Wagen von R.________ übersah. Dieser überquerte die Kreuzung und kam nach einer Vollbremsung, in Fahrtrichtung um eine halbe Strassenbreite nach rechts von seiner Fahrbahn versetzt, an der rechten Strassenecke unmittelbar an einem Trottoir zum Stehen, dessen Randstein wegen eines Fussgängerübergangs abgesenkt war. Die beiden Lenker zeigten keine Verletzungen. Am 28. Oktober 1995 suchte R.________ wegen Beschwerden in der Halsregion seinen Hausarzt Dr. med. E.________, Facharzt FMH für Allgemeine Medizin, auf. Dieser stellte eine Druckdolenz im Bereich der Halswirbelsäule (HWS) mit Ausstrahlungen in den Kopf fest und diagnostizierte eine HWS-Distorsion. Er verordnete einen Halskragen und Physiotherapie. Während einiger Wochen wurde eine Arbeitsunfähigkeit von 25 % attestiert. Der Versicherer übernahm die Heilbehandlungskosten und richtete ein Taggeld bei teilweiser Arbeitsunfähigkeit aus. Zunächst fanden nur noch gelegentlich Konsultationen beim Hausarzt statt, welcher ab dem 11. März 1996 in seinen Zwischenberichten eine Distorsion der HWS bei Schleudertrauma angab und den Versicherten später wegen im Vordergrund stehender Kopfschmerzen zum Konsilium an Frau Dr. med. A.________, Oberärztin Neurologie an der Klinik X.________, überwies. Diese diagnostizierte in ihrem Bericht vom 1. Oktober 1996 ein chronifiziertes zervikozephales Schmerzsyndrom bei Status nach HWS-Distorsionstrauma. Es folgten eine stationäre Behandlung vom 7. bis 28. Januar 1997 in der Rheuma- und Rehabilitationsklinik Y.________ und weitere medizinische und neuropsychologische Untersuchungen (u.a. durch Frau Dr. phil. O.________, Neuropsychologin, die Rheuma- und Rehabilitationsklinik Y.________ sowie Dr. med. H.________, Facharzt FMH für Neurologie; Berichte vom 29. November, 19. August und 26. September 1997). Mit Verfügung vom 9. Januar 1998 stellte der Versicherer die Leistungen per 1. Januar 1998 mit der Begründung ein, die Arbeitsunfähigkeit und die gesundheitlichen Beschwerden seien nicht mehr adäquat kausal zum Unfallereignis vom 23. Oktober 1995. Er bezeichnete es dabei als fraglich, ob ein adäquater Kausalzusammenhang überhaupt je bestanden habe, und behielt sich die Möglichkeit einer Rückforderung der ausgerichteten Leistungen vor. Auf die Einsprache des Versicherten hin veranlasste der Versicherer zusätzlich eine Abklärung durch den Vertrauensarzt Dr. med. N.________, Spezialarzt FMH für Orthopädische Chirurgie (Expertise vom 1. März 1999). Auch liess der Haftpflichtversicherer des Unfallverursachers R.________ durch die Neurologische Klinik des Spitals Z.________ untersuchen (Gutachten vom 13. Dezember 1999). Mit Entscheid vom 6. Juni 2000 wies der Unfallversicherer die Einsprache ab und stellte fest, dass er keine Leistungen aus dem Unfall zu erbringen habe, weil zwischen dem Ereignis vom 23. Oktober 1995 und den gesundheitlichen Beschwerden und der Arbeitsunfähigkeit kein adäquater Kausalzusammenhang bestehe und darum die Leistungspflicht zu verneinen sei. Zudem behielt er sich die Rückforderung der Versicherungsleistungen mit einer separaten Verfügung vor.