Citation: 5A_763/2018 E. 6.2

6.2. Zunächst verweist das Obergericht auf die Erwägungen des Bezirksgerichts, wonach die Klägerinnen in ihren Ausführungen vage und wenig substanziiert geblieben seien, inwiefern das Verhalten des Beklagten 1 zur Erbunwürdigkeit führen solle. Sodann schliesst sich das Obergericht der bezirksgerichtlichen Einschätzung an, dass die Klägerinnen dem Beklagten 1 Erbschleicherei und damit ein arglistiges Verhalten im Sinn von Art. 540 Abs. 1 Ziff. 3 ZGB vorwerfen. Es sei indes davon auszugehen, dass die Klägerinnen hinsichtlich wesentlicher Tatbestandsvoraussetzungen die mutmasslichen Sachverhaltsgrundlagen nicht ausreichend substanziiert hätten. Jedenfalls entspreche das Vorgehen der Klägerinnen vor Bezirksgericht, einfach "zusammengefasst" auf die dem Beklagten 1 vorgeworfenen Handlungen zu verweisen, einer ausreichenden Substanziierung nicht; diese hätte sämtliche Sachverhaltselemente mit Bezug auf die gesetzlichen Tatbestandsvoraussetzungen zu enthalten. In diesem Sinn bliebe unbewiesen, dass der Beklagte 2 [ recte: der Beklagte 1] dem Erblasser die Beziehung zu S.________ verheimlicht und der Erblasser davon nichts gewusst habe. Ebenso sei nicht belegt, dass der Erblasser nichts von den Bankbezügen des Beklagten 1 gewusst habe oder dass die von diesem veranlassten Kontobewegungen nicht dem Willen des Erblassers entsprochen hätten. Ferner setzten sich die Klägerinnen mit der Feststellung des Bezirksgerichts, der Erblasser habe im Jahr 2013 und damit vor der Bekanntschaft mit dem Beklagten 1 über 2 Mio. Franken ausgegeben, nicht auseinander. Die Vorbringen der Klägerinnen, wonach der Erblasser damals aus Angst vor einer Finanzkrise Goldbarren vergraben und grosse Mengen Bargeld zu Hause aufbewahrt habe, legten gegenteils den Schluss geradezu nahe, dass der Erblasser die angesprochenen Vermögensverschiebungen angeordnet und die Beklagten damit nichts zu tun gehabt hätten. Mangels substanziierter Ausführungen bzw. konkreter Beweisanträge bliebe die Behauptung unbewiesen, der Erblasser sei nicht nur von seinen Schwestern, sondern von seinem gesamten Umfeld abgeschottet worden. Im Übrigen sei auch nicht ersichtlich, dass die angebliche Abschottung auf Initiative des Beklagen 1 stattgefunden und nicht dem Wunsch des Erblassers entsprochen habe. Schliesslich seien die Ausführungen der Klägerinnen zum Gesundheitszustand des Erblassers, zu den Umständen der Beurkundung der angefochtenen letztwilligen Verfügung, das Zurückfordern des Schmucks von H.________, die fehlende Information zum Gesundheitszustand, zum Versterben und zur Beerdigung des Erblassers, die widersprüchlichen Aussagen der Beklagtenim Zusammenhang mit der Frage der Erbunwürdigkeit nicht wesentlich.