Citation: 2C_421/2020 E. 6.2.1

6.2.1. Den Beschwerdeführer trifft ausländerrechtlich ein sehr schweres Verschulden: Er hat seine (Noch-) Ehegattin über Jahre hinweg bzw. während der gesamten Dauer des ehelichen Zusammenlebens immer wieder aus nichtigem Anlass schwer misshandelt und bedroht: - Weil seine Ehegattin dem Beschwerdeführer Ende November 2014 unbedacht einen mit Butter gebackenen Kuchen anbot, obwohl dieser an einer Laktoseunverträglichkeit leidet, drängte er sie in eine Ecke, hielt ihr eine Messerklinge an den Hals, was einen feinen Schnitt zur Folge hatte, und drückte ihr sodann die Messerspitze in den Hals. - Nachdem seine Ehegattin nicht um Erlaubnis gefragt hatte, um zur Arbeit gehen zu können, verwehrte er ihr ebenfalls Ende November 2014 während rund zwei Stunden den Zutritt zur ehelichen Wohnung. Am selben Abend fesselte er sie mit Paketschnur und Klebeband, wickelte ihr einen Schal um den Hals und zog diesen zu, sodass sie Atemprobleme bekam und in Todesangst geriet. Anschliessend hiess er sie ein Alkoholmischgetränk zu trinken, verlangte Geschlechtsverkehr und vollzog diesen auch. - Weil eine Nachbarin und nicht seine Ehegattin die Tochter vom Kindergarten abgeholt hatte, ergriff der Beschwerdeführer Ende Dezember 2014 wiederum ein Messer, hielt es in Richtung Kopf seiner Ehegattin und erklärte ihr, sie bringe ihn wieder so weit wie zuvor. - Im Jahr 2014 drohte der Beschwerdeführer seiner Ehegattin mehrfach, er werde sie zerstückeln und im Cheminée verbrennen. Im selben Jahr kaufte der Beschwerdeführer ein Beil und sagte zu seiner Ehegattin, dieses könne man nicht nur verwenden um Äste zu hacken, sondern man könne es auch für sie benutzen, wobei er darauf achten werde, dies so anzustellen, dass der Verdacht nicht auf ihn falle. - Als der Beschwerdeführer am Einschulungstag seiner Tochter (Mitte August 2014) der Ansicht war, seine Ehegattin habe der Tochter eine ungesunde Pausenverpflegung einpacken wollen, schlug er mehrfach mit der Faust auf ihren Kopf ein. Dies führte zu einem Hämatom am rechten Auge. Bereits Ende 2011 oder 2012 schlug der Beschwerdeführer seine Ehegattin anlässlich einer verbalen Auseinandersetzung mehrfach mit der Faust, was zu rund zwei Wochen später noch sichtbaren Hämatomen an den Oberarmen führte. Insgesamt hat der Beschwerdeführer namentlich durch die von ihm begangene Gefährdung des Lebens die physische und psychische Integrität seiner (Noch-) Ehegattin schwer beeinträchtigt. Mit der Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe von 24 Monaten liegt das Strafmass weit über der Grenze von einem Jahr, welche für das Vorliegen eines Widerrufsgrunds nach Art. 63 Abs. 1 lit. a AuG i.V.m. Art. 62 lit. b AuG massgeblich ist (vgl. BGE 139 I 31 E. 2.1 S. 32).