Citation: 6B_1104/2022 E. 2

Nach dem zum Sachverhalt Gesagten betrachtet die Vorinstanz den Tatbestand der Misswirtschaft nach Art. 165 Ziff. 1 StGB zu Recht als erfüllt. Entgegen dem Einwand des Beschwerdeführers steht willkürfrei fest, dass er spätestens per Ende Dezember 2012 um die definitive Überschuldung der B.________ AG wusste resp. wissen musste. Dies gilt unbesehen der Tatsache, dass er erst im Verlauf des Jahres 2012 in den Verwaltungsrat berufen worden war. Nach der Rechtsprechung stellt die Unterlassung der Überschuldungsanzeige im Sinne von Art. 725 Abs. 2 OR zudem sehr wohl eine arge Nachlässigkeit in der Berufsausübung im Sinne von Art. 165 StGB dar und erfüllt den Tatbestand der Misswirtschaft (Urteile 6B_961/2016 vom 10. April 2017 E. 6.3; 6B_985/2016 vom 27. Februar 2017 E. 4.2.1). Die Vorinstanz beurteilt das Verhalten des Beschwerdeführers, d.h. die Nichtdeponierung der Bilanz per Ende 2012 denn auch - zu Recht - als nicht nachvollziehbar (dazu oben E. 1.2.2). Sie begründet ebenso, dass und in welchem Umfang die Untätigkeit des Beschwerdeführers die Finanzsituation der B.________ AG verschlechtert hat (oben E. 1.2.3). Diesen Verschleppungsschaden stellt er nicht in Abrede. Die Vorinstanz bejaht auch den subjektiven Tatbestand zu Recht. Ihr ist zuzustimmen, dass der Beschwerdeführer angesichts der lange vor Ende Dezember 2012 drohenden Überschuldung und der (weitgehend) erfolglosen Investorensuche im Jahr 2012 seine elementare gesetzliche Verpflichtung nach Art. 725 Abs. 2 OR in krasser Weise verletzt hat, indem er auch nach dem 1. Januar 2013 bis Ende August desselben Jahres, mithin während weiteren acht Monaten, die Bilanz der B.________ AG nicht hinterlegt hat. Er hat auch nicht bestritten, sich der Pflichten als Verwaltungsrat bewusst gewesen zu sein. Dies gilt insbesondere für die Pflichten nach Art. 725 OR, nachdem der Beschwerdeführer im Frühjahr 2012 eigens als "Sanierungsverwaltungsrat" eingesetzt worden war. Er unterliess die Benachrichtigung des Gerichts daher wissentlich und willentlich. Nach unbestrittener Feststellung der Vorinstanz war zudem bereits beim Amtsantritt des Beschwerdeführers vom vormaligen Verwaltungsrat ein Sanierungsprojekt "C.________" unternommen worden und erfolglos verlaufen. Der Vorinstanz ist zuzustimmen, dass ihm die Schwierigkeit der Ausgangslage für die Mittelbeschaffung von Anfang an bewusst gewesen sein muss. Es ist nicht zu beanstanden, wenn sie unter diesen und den im Jahr 2012 folgenden Umständen das Zuwarten des Beschwerdeführers mit der Bilanzhinterlegung während acht Monaten im Jahre 2013 dahingehend interpretiert, dass er dadurch weiteren Schaden für die Gläubiger der B.________ AG zumindest in Kauf genommen hat. Sie bejaht daher jedenfalls einen Eventualvorsatz zu Recht. Es kann auf die ausführlichen und zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden. Am Gesagten ändert nichts, dass der Beschwerdeführer weiterhin beteuert, fest an den positiven Ausgang der Sache geglaubt zu haben und von der Richtigkeit seines Vorgehens überzeugt gewesen zu sein. Soweit er neuerlich anführt, mit dem Konkurs der Gesellschaft E.________ im August 2012 sei eine finanzielle Last für die B.________ AG weggefallen und er insinuiert, damit habe sich deren Lage verbessert, entfernt er sich vom massgebenden Sachverhalt, ohne Willkür darzutun (dazu oben E. 1.2.1; S. 7). Wenn er sodann geltend macht, er habe davon ausgehen dürfen, dass die B.________ AG Ende 2012 nicht überschuldet gewesen sei, woraus sich ergebe, dass auch keine Besorgnis hierzu bestanden habe, verfällt er, wie die Vorinstanz zutreffend erwägt, in einen Zirkelschluss. Sein Einwand dagegen ist nicht nachvollziehbar.