Citation: 9C_213/2024 E. 3.3.2

3.3.2. Was die Kapitalsteuer angeht, lauteten die Steuererklärungen auf Fr. 107'415 (2021) bzw. Fr. -40'737.- (2022). Ein Blick in den Geschäftsabschluss zum Geschäftsjahr 2022 zeigt indes, dass zwar der Verlustvortrag Fr. -40'737.- erreicht, das handelsrechtliche Kapital aber richtigerweise Fr. 109'262.87 betragen hat. Dies bildet den Ausgangspunkt der Aufrechnung, wie sie die Veranlagungsbehörde getroffen hat. Unter Berücksichtigung der als Gewinn versteuerten stillen Reserve von Fr. 208'963.-, die hier strittig ist, sowie des verdeckten Eigenkapitals gelangte die Veranlagungsbehörde schliesslich zu steuerbarem Eigenkapital von Fr. 12'598.- (2021) bzw. Fr. 12'338.- (2022). Insofern hat die Bildung der Minusreserve - jedenfalls auf den ersten Blick - tatsächlich zu einer Erhöhung der Bemessungsgrundlage geführt. Indessen blieb es bei der Mindeststeuer. Diese wäre in gleicher Weise angefallen, wenn die Einbuchung der Minusreserve in der Steuerbilanz unterblieben wäre. Entsprechend stellt die blosse Tatsache, dass es zur Aufrechnung gekommen ist, für sich alleine keinen steuererhöhenden Sachumstand dar. Durch die Rückbuchung der Minusreserve lässt sich die Situation der Steuerpflichtigen mithin nicht verbessern (vorne E. 3.2.2). Die Veranlagungsbehörde hat damit, auch bezogen auf die Kapitalsteuer, im Einspracheverfahren die Legitimation der Steuerpflichtigen bundesrechtskonform verneint.