Citation: 2C_233/2021 E. 7.4.2

7.4.2. Vorliegend ist erstellt, dass der Beschwerdeführer - ohne seinen ehemaligen Klienten hinreichend über die Prozess- und Kostenrisiken aufzuklären - vor dem Bezirksgericht Liestal eine Klage mit überhöhtem Streitwert eingeleitet hat. Sowohl das Bezirksgericht Zürich als auch das Obergericht kamen übereinstimmend zum Schluss, dass keine vernünftigen Chancen bestanden hatten, auch nur annähernd einen Prozessgewinn in der Grössenordnung der eingeklagten Streitsumme zu realisieren, und dass der Verzeiger bei einer ordnungsgemässer Aufklärung über die Prozess- und Kostenrisiken das Verfahren vor dem Bezirksgericht Liestal mit überwiegender bzw. an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht geführt hätte (vgl. E. 4.2 und 4.3 hiervor). Ein solches Verhalten liegt nicht im Interesse des Klienten und ist mit einer sorgfältigen und gewissenhaften Berufsausübung nicht zu vereinbaren. Bereits aus diesem Grund ist nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanzen das Vorgehen des Beschwerdeführers als unverantwortlich bzw. als Verletzung auftragsrechtlicher Pflichten, die gestützt auf Art. 12 lit. a BGFA zur Anordnung einer Disziplinarmassnahme führen kann, qualifiziert haben.