Citation: I 753/01 24.06.2002 E. 3

3.- Streitig ist ausserdem, ob die IV-Stelle im Rahmen der durch sie als berufliche Eingliederungsmassnahme zu übernehmenden Lehre auch die Kosten des Transports zur Berufsschule zu tragen sowie ein Zehrgeld auszurichten hat. a) Die Vorinstanz hat eine Verpflichtung der Invalidenversicherung zur Übernahme der Kosten des Transports vom Wohnort Z.________ nach R.________ (ab A.________) bejaht mit der Begründung, nicht behinderte Lehrlinge aus dem Kanton Thurgau absolvierten in der Regel Berufsschulen in Frauenfeld, Weinfelden oder Kreuzlingen, während der Beschwerdeführer behinderungsbedingt auf den Besuch der Berufsschule in R.________ angewiesen sei. Diese Argumentation übersieht, dass im Rahmen der Vergleichsrechnung gemäss Art. 5 Abs. 3 IVV, in welche die Transportkosten einzubeziehen sind (Erw. 1b hievor), die Kosten der Ausbildung der behinderten Person denjenigen Kosten gegenüberzustellen sind, welche einer nicht behinderten Person entstehen, die dasselbe Berufsziel erreichen will. Eine Ausnahme gilt laut der zitierten Bestimmung nur dann, wenn die versicherte Person ohne Invalidität offensichtlich eine andere, weniger kostspielige Ausbildung erhalten hätte, wofür vorliegend keine Anhaltspunkte bestehen. Falls, wie die IV-Stelle geltend macht, die Kosten des Transports nach R.________ auch einer nicht behinderten Person in der gleichen ausbildungs- und wohnmässigen Situation entstehen würden, weil für die Ausbildung als Logistikassistent keine günstiger gelegene Berufsschule zur Verfügung steht, handelt es sich nicht um behinderungsbedingte Mehrkosten (vgl. AHI 1998 S. 113 f. Erw. 3c). Die Sache ist insoweit an die Vorinstanz zurückzuweisen, damit sie die entsprechende Feststellung der IVStelle überprüfe. b) Die mit der erstmaligen beruflichen Ausbildung verbundenen Kosten auswärtiger Verpflegung werden nicht in die Vergleichsrechnung gemäss Art. 5 Abs. 3 IVV einbezogen (Umkehrschluss aus Art. 5 Abs. 4 IVV). Auch diesbezüglich ist jedoch erforderlich, dass die zusätzlichen Kosten wegen der Invalidität entstehen (Erw. 1c hievor). Die Vorinstanz erachtete diese Voraussetzung als erfüllt, indem sie erwog, der Beschwerdeführer sei auf eine Ausbildung in einem geschützten Rahmen in B.________ angewiesen. Dadurch entstehe ihm ein Weg, welcher eine auswärtige Verpflegung notwendig mache, während ohne Behinderung eine Ausbildung an einem näher gelegenen Ort und damit die Einnahme des Mittagessens zu Hause möglich wäre. Die IV-Stelle macht demgegenüber geltend, auch eine gesunde, am gleichen Ort wohnhafte Person, welche dieselbe Ausbildung absolviere, habe nicht die Möglichkeit, das Mittagessen zu Hause einzunehmen. Auswärtige Verpflegung sei daher bei Absolvierung einer Lehre als Logistikassistent vom Wohnort des Beschwerdeführers aus unvermeidlich, und die entsprechenden Kosten seien nicht behinderungsbedingt. Die Vorinstanz, die sich dazu nicht geäussert hat, wird auch die dieser Beurteilung zu Grunde liegenden Feststellungen der IV-Stelle zur Lage in Frage kommender Lehrstellen als Logistikassistent und zur Dauer der Mittagspause überprüfen und über den entsprechenden Vergütungsanspruch des Beschwerdeführers neu befinden.