Citation: 9C_772/2007 26.02.2008 E. 4

Streitig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Invalidenrente der National hat. 4.1 Es ist unbestritten und steht aufgrund der Akten fest, dass der Beschwerdeführer am 11. November 1996 - und damit während der Dauer des Vorsorgeverhältnisses - eine Steissbeinfraktur erlitt, die in der Folge zu einer Arbeitsunfähigkeit von 20 % und zur Zusprechung einer entsprechenden Invalidenrente der SUVA ab 1. August 1997 führte (auf Einsprache des Versicherten hin erlassene Verfügung vom 17. April 2000). Nachdem die IV-Stelle in ihrer Verfügung vom 3. Juli 1998 noch von einer mindestens 80%igen Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit ausgegangen war (gestützt auf die Einschätzungen des Gutachters Dr. med. W.________, FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, der am 28. März 1998 in psychischer Hinsicht eine beginnende somatoforme Schmerzstörung [ICD-10 F45.4] mit ängstlicher Fehlverarbeitung von Beschwerden bei einfachst strukturierter Persönlichkeit diagnostizierte und aus rein psychiatrischer Sicht eine vollschichtige Arbeitsfähigkeit attestierte, indessen eine leicht verminderte Belastbarkeit und eine leichte Einbusse der Leistungsfähigkeit von 20 % festhielt), stellte sich in der Folge eine psychische Verschlechterung bis hin zu einer eindeutig depressiven Symptomatik ein, die ab Mitte 1998 zu einer 50%igen Arbeitsfähigkeit (auch) in einer körperlich leichten Tätigkeit führte (Gutachten der Medizinischen Abklärungsstelle der Invalidenversicherung [MEDAS] am Spital X.________ vom 18. August 1999) und schliesslich eine vollständige Arbeitsunfähigkeit für jegliche Erwerbstätigkeit in der freien Wirtschaft bewirkte. 4.2 Dieser von der IV anerkannte Invaliditätsgrad von zuletzt 100 % ist für eine allfällige Leistungspflicht der Vorsorgeeinrichtung indes nicht ohne weiteres massgeblich. Nach dem Gesagten (E. 3.2 in fine) muss ein psychisches Leiden mit Auswirkungen auf das Leistungsvermögen bereits während des Versicherungsverhältnisses erkennbar in Erscheinung getreten sein, damit eine entsprechende Leistungspflicht besteht. Dies trifft nach Lage der Akten nicht zu. Aus den umfangreichen medizinischen Unterlagen geht hervor, dass bis zum Ende der Versicherungsdeckung bei der Beschwerdegegnerin Ende Januar 1997 ausschliesslich somatische Beschwerden bestanden. Erst als sich im weiteren Verlauf die subjektiv empfundenen Schmerzen weder nach der operativen Resektion vom 27. Januar 1997 noch im Anschluss an die nachfolgenden physiotherapeutischen und balneologischen Behandlungen wesentlich besserten, vermerkten die Ärzte der Klinik C.________ erstmals eine Verdeutlichungstendenz (bei 4 von 5 positiven Waddell- und Kummel-Zeichen, wobei sie aber gleichzeitig eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit für mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeiten attestierten; Austrittsbericht vom 8. August 1997). Eine psychiatrische Behandlung bei Dr. med. K.________, FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, nahm der Beschwerdeführer ab 11. Februar 1998 auf. Die nachfolgenden ärztlichen Berichte und Gutachten belegen eindrücklich die stetige Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustandes bis hin zu einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung und einer schweren depressiven Episode (ohne psychotische Symptome) mit akuter Suizidalität im Oktober 2000 (Bericht der Psychiatrischen Klinik Y.________ vom 26. September 2001). Dass sich der psychische Gesundheitszustand markant verschlechtert hatte, bestätigten auch die Ärzte der MEDAS, welche im polydisziplinären Gutachten vom 24. Juli 2002 eine redizivierende depressive Störung (gegenwärtige mittelschwere depressive Störung mit somatischem Syndrom) sowie eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung und ein chronisches lumbosakrales Schmerzsyndrom diagnostizierten. Es ist nachvollziehbar, dass sowohl die subjektiv empfundenen starken Schmerzen als auch die operative Sanierung einer Uretheraverengung den Beschwerdeführer - vor dem Hintergrund der Blasenkrebserkrankung seines Vaters - verängstigt und verunsichert haben. Dies ändert indes ebenso wenig wie die lange Leidensgeschichte etwas daran, dass während der Dauer des Vorsorgeverhältnisses ein psychisches Leiden mit Krankheitswert (noch) nicht erkennbar in Erscheinung trat, was für die Leistungspflicht der Vorsorgeeinrichtung allein entscheidend ist. Dem Vorbringen des Beschwerdeführers, die von der IV-Stelle anerkannte Invalidität aus psychischen Gründen wäre ohne die langjährigen, auf den während des Versicherungsverhältnisses erlittenen Unfall zurückzuführenden Schmerzen nicht eingetreten, kann somit nicht gefolgt werden, auch wenn es zutreffen mag, dass die unfallbedingten Beschwerden massgeblich an der Genese des krankheitswertigen psychischen Leidens beteiligt waren. Ausschlaggebend ist einzig, dass der (sekundäre) psychische Gesundheitsschaden nicht identisch ist mit dem während der Versicherungsdeckung eingetretenen Leiden (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichtes B 9/06 vom 21. November 2006 E. 4.2 mit Hinweisen) und sich jenes bis zum massgeblichen Zeitpunkt des Klageentscheides nicht rechtserheblich verschlimmert hat. 4.3 Damit hat die Vorinstanz den erforderlichen engen Zusammenhang zwischen der mit einer ganzen IV-Invalidenrente abgegoltenen Arbeitsunfähigkeit und dem Vorsorgeverhältnis mit der Beschwerdegegnerin zu Recht verneint. Die diesbezüglichen tatsächlichen Feststellungen des kantonalen Gerichtes sind weder mangelhaft im Sinne von Art. 105 Abs. 2 BGG noch beruhen sie auf einer Rechtsverletzung (Art. 95 BGG).