Citation: 6B_266/2007 31.07.2007 E. 2

2.1 Der Beschwerdeführer macht geltend, sein Recht, Fragen an die Belastungszeugen - seine drei Mitangeklagten - zu stellen, sei verletzt, da er mit diesen nie in einer den Anforderungen von Art. 6 Ziff. 3 lit. d EMRK entsprechenden Weise konfrontiert worden sei. Die einzige Gegenüberstellung habe an der erstinstanzlichen Hauptverhandlung stattgefunden. An dieser sei er indessen von den drei Mitangeklagten nicht konkret beschuldigt worden. E.________ habe sich an nichts mehr erinnern können. F.________ habe einzig zu Protokoll gegeben, dass er selber auch geschlagen habe. D.________ habe ebenfalls zugestanden, selber geschlagen zu haben. Nach dem Protokoll habe er dann auf eine Frage hin geantwortet: "Alle, die in diesem Raum waren, halt, nicht namentlich". Es sei nicht nachvollziehbar, auf welche Frage D.________ geantwortet habe. Auch wenn diese Antwort bedeuten sollte, alle Anwesenden - auch der Beschwerdeführer - hätten auf C.________ eingeschlagen, so sei dieser Hinweis äusserst pauschal und erst auf Nachfrage hin ergangen. Grundsätzlich müsse davon ausgegangen werden, dass er an der Hauptverhandlung von keinem der Mitangeklagten beschuldigt worden sei, C.________ geschlagen zu haben, weshalb er den vermeintlichen Belastungszeugen keine Ergänzungsfragen habe stellen können. Wiederhole aber ein Zeuge seine Belastungen anlässlich der Konfrontation nicht, so dürften diese, wie wenn keine Konfrontation stattgefunden hätte, nicht verwertet werden. Seine Verurteilung aufgrund der Aussagen seiner Mitangeklagten sei daher unzulässig. 2.2 Der in Art. 6 Ziff. 3 lit. d EMRK ausdrücklich verankerte Anspruch des Angeklagten, Fragen an den Belastungszeugen zu stellen, gehört zu den Grundzügen des von Art. 6 Ziff. 1 EMRK sowie von den Art. 29 - 32 BV garantierten rechtsstaatlichen Verfahrens, weshalb ihm nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts grundsätzlich absoluter Charakter zukommt (BGE 125 I 127 E. 6c/cc S. 135). Danach muss der Beschuldigte einmal während des Verfahrens die Gelegenheit erhalten, dem Belastungszeugen Fragen zu stellen (BGE a.a.O. E. 6c/aa S. 134 und 6c/ee S. 136 f.). 2.3 An der erstinstanzlichen Hauptverhandlung wurde der Beschwerdeführer mit den ihn belastenden Mitangeklagten konfrontiert. Dabei wurde er von D.________ erneut belastet. Er erhielt Gelegenheit, sich dazu zu äussern, und er machte davon Gebrauch und bestritt, sich am Angriff beteiligt zu haben. Damit wurde seinem verfassungs- und konventionsrechtlichen Konfrontationsrecht Genüge getan. Dass die beiden anderen Mitangeklagten ihre Beschuldigung an der Hauptverhandlung nicht wiederholten, macht ihre Aussagen nicht ohne weiteres unverwertbar. Art. 6 Ziff. 3 lit. d EMRK kann naturgemäss nur ein Fragerecht einräumen und nicht garantieren, dass die Belastungszeugen an der Konfrontationseinvernahme ihre Belastungen wiederholen. Ob die gemeinsame Befragung der vier Mitangeklagten an der erstinstanzlichen Hauptverhandlung sämtliche konventions- und verfassungsrechtlichen Anforderungen erfüllte, kann indessen letztlich offen bleiben, da der Verteidiger des Beschwerdeführers an der appellationsgerichtlichen Hauptverhandlung ausdrücklich auf die Wiederholung von Beweisanträgen und damit auch auf eine (erneute) Konfrontation des Beschwerdeführers mit seinen Mitangeklagten verzichtete. Ein solcher Verzicht ist zulässig, der Beschwerdeführer kann sich im späteren Verlauf des Rechtsmittelverfahrens nicht mehr darauf berufen, die Konfrontation an der erstinstanzlichen Hauptverhandlung habe den konventions- und verfassungsrechtlichen Anforderungen nicht genügt, die Rüge ist unbegründet.