Citation: 5A_698/2024 E. 5.2

5.2. Wird eine eingeschriebene Mitteilung infolge eines Postrückhalteauftrags nicht abgeholt, so gilt diese am siebten Tag nach ihrem Eintreffen bei der Poststelle am Ort des Empfängers als zugestellt, soweit der Adressat mit der fraglichen Zustellung hat rechnen müssen (BGE 141 II 429 E. 3; 134 V 49 E. 4; GSCHWEND, in: Basler Kommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, 4. Aufl. 2024, N. 22 zu Art. 138 SchKG). Denn sonst könnte die gesetzliche Zustellfiktion durch Parteivorkehrungen beliebig unterlaufen werden (BGE 141 II 429 E. 3.3.2; Urteil 6B_1430/2020 vom 15. Juli 2021 E. 1.3). Das Vorbringen der Beschwerdeführerin, wonach sie entgegen der Annahme der Vorinstanz keine Abholungseinladung erhalten habe, erweist sich in diesem Zusammenhang als nicht entscheiderheblich. Die tatsächlichen Darlegungen der Beschwerdeführerin zum Nichterhalt einer Abholungseinladung decken sich zwar mit den Informationen der Schweizerischen Post, d.h. den Daten aus der Sendungsverfolgung mit "Track & Trace". Bei Vorliegen eines Postrückhalteauftrags ist ein tatsächlicher Versuch einer physischen Zustellung (so dass eine Abholungseinladung in den Briefkasten gelegt würde) jedoch nicht vorgesehen und eine Abholungseinladung stellt in einem solchen Fall für die Zustellfiktion auch keine Voraussetzung dar (vgl. dazu BGE 141 II 429 E. 3.3.3; ERNST/ OBERHOLZER/SUNARIC, Fristen und Fristberechnung im Zivilprozess, 2021, Rz. 217; GASSMANN, Die Zustellung von Verfügungen im eidgenössischen Steuerrecht, 2024, S. 98). Dass die Beschwerdeführerin mit der fraglichen Zustellung rechnen musste, ist unbestritten geblieben und steht ausser Zweifel. Vor dem Hintergrund der vorstehend zitierten Rechtsprechung hat das Obergericht daher zu Recht festgehalten, dass der bezirksgerichtliche Beschluss vom 27. Mai 2024 der Beschwerdeführerin am siebten Tag nach dem Eintreffen der Sendung auf dem Postbüro an ihrem Wohnort und damit am 5. Juni 2024 als zugestellt galt. Der Beschwerde-Weiterzug ist folglich nicht innert der zehntägigen Frist gemäss Art. 18 Abs. 1 SchKG erfolgt und die Vorinstanz ist auf die Beschwerde vom 28. Juni 2024 zu Recht nicht eingetreten.