Citation: 2C_681/2020 E. 5.4.2

5.4.2. Auf den Ausgang des vorliegenden Verfahrens haben diese Bedenken allerdings aus mehreren Gründen keinen Einfluss. Erstens lässt sich auf der Basis der vorinstanzlichen Feststellungen nicht abschliessend beurteilen, ob sich die Gefahr der systematischen Harmonisierungs- und Verfassungswidrigkeit der Vermögenssteuerwerte von Liegenschaften im Kanton St. Gallen bereits aktualisiert hat. Die Akten der Vorinstanz enthalten zwar gewisse Hinweise darauf, dass die Immobilienpreise im Kanton St. Gallen in den vergangenen Jahren stark angestiegen sind. Insgesamt bleiben diese Hinweise aber zu vage, als dass die Beschwerdeführer daraus etwas zu ihren Gunsten ableiten könnten, zumal die Vorinstanz zur Preisentwicklung auch keine konkreten Feststellungen getroffen hat. Zweitens wäre eine allfällige Harmonisierungsrechts- und Verfassungswidrigkeit der Vermögenssteuerwerte nicht zwingend bereits im Rahmen der Schätzung zu beheben, sondern könnte ihr mittels Anpassung der Vermögenssteuerwerte ohne Neubeurteilung der Schätzung begegnet werden, wie dies denn auch Art. 30bis Abs. 1 Satz 2 StV/SG vorsieht bzw. vorsähe. Erfolgt die Korrektur des Vermögenssteuerwerts erst im Veranlagungsverfahren, wäre auch die Gleichbehandlung - bzw. im Falle eines rechtswidrigen Unterbleibens der Korrektur: die Gleichbehandlung im Unrecht - erst im Rahmen des Veranlagungsverfahrens geltend zu machen. Streng formell betrachtet sprengte es also von vornherein den Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens, von einer Neubeurteilung der Schätzung der Liegenschaft der Beschwerdeführer bloss deshalb abzusehen, weil die Vermögenssteuerwerte der Liegenschaften anderer Eigentümer entgegen Art. 30bis Abs. 1 Satz 2 StV/SG nicht an die Marktentwicklung angepasst werden.