Citation: I 278/99 09.05.2000 E. 2

2.- Materiell ist vorab strittig, ob die mit Verfügung vom 28. Mai 1997 ab 1. Mai 1995 zugesprochene ganze Rente zu Recht auf den 31. Dezember 1996 befristet worden ist. Dies beurteilt sich praxisgemäss danach, ob in diesem Zeit- punkt die Voraussetzungen für eine revisionsweise Aufhebung des Rentenanspruchs gemäss Art. 41 IVG gegeben waren. Wäh- rend Verwaltung und Vorinstanz diese Voraussetzungen zu- mindest sinngemäss bejahen, verneint der Beschwerdeführer einen Revisionsgrund im Sinne von Art. 41 IVG mit der Fest- stellung, weder der Gesundheitszustand noch die Erwerbs- fähigkeit hätten sich gegen Ende 1996 geändert. a) Nach den Angaben des behandelnden Arztes Dr. med. B.________ war der Beschwerdeführer im Anschluss an den Un- fall vom 15. Mai 1994 zunächst vollständig arbeitsunfähig. Er bezog von der SUVA denn auch das volle Taggeld. Nach einer kreisärztlichen Untersuchung durch Dr. med. E.________ (vom 16. August 1994) setzte die SUVA das Tag- geld mit Wirkung ab 19. August 1994 auf 50 % herab. Ein Arbeitsversuch beim bisherigen Arbeitgeber wurde nach wenigen Stunden abgebrochen. Ab dem 22. August 1994 war der Beschwerdeführer wegen einer Angina arbeitsunfähig. Er hatte bereits im Juni 1994 eine solche Erkrankung durch- gemacht (Zeugnis des Dr. med. B.________ vom 23. August 1994). Während Kreisarzt Dr. med. L.________ am 20. Septem- ber 1994 aus orthopädischer Sicht eine Arbeitsfähigkeit von 50 % ab 19. August und von 100 % ab 21. September 1994 annahm und auf eine psychogene Fehlentwicklung hinwies, verneinte Dr. med. B.________ am 24. Februar und 19. April 1995 eine Arbeitsfähigkeit im bisherigen Beruf und bestä- tigte eine medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit für leichtere Tätigkeiten von 30 bis 50 % ab Januar 1995. Die Ärzte der MEDAS gelangten zur Auffassung, dass der Ver- sicherte in der bisherigen körperlich schweren Tätigkeit mindestens seit dem Unfall vom 15. Mai 1994 nicht mehr arbeitsfähig gewesen sei und der Beginn der Arbeitsfähig- keit (von 75 %) für eine leichtere Tätigkeit auf das Datum der Schlussbesprechung der untersuchenden Ärzte, den 16. September 1996 (recte: 16. August 1996), festgesetzt werden könne. Die Arztberichte lassen eindeutig den Schluss zu, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers in den Jahren 1995 und 1996 derart gebessert hat, dass ihm zumin- dest die Aufnahme einer leichten Teilzeitarbeit zumutbar war, was als Revisionsgrund im Sinne von Art. 41 IVG zu betrachten ist. b) Der Beschwerdeführer bestreitet die Schlussfolge- rungen im MEDAS-Bericht und macht geltend, bei der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit seien verschiedene Leiden unberücksichtigt geblieben. So werde nicht geprüft, ob die Tuberkulose und die Blähungen, an welchen der Versicherte leide, die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigten. Der äusserst schlechte psychische Gesundheitszustand bleibe bei der Festsetzung der Arbeitsfähigkeit ebenfalls ausser Acht. Dem ist entgegenzuhalten, dass die offenbar abgeheilte Tuber- kulose durchaus berücksichtigt wurde, indem sie im Bericht vom 6. September 1996 mit der Diagnose "St. n. offener Tuberkulose des rechten Oberlappens 1993/94" bei den Leiden ohne wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit, aber mit Krankheitswert aufgeführt wurde. Es besteht kein Grund, von diesen mit den übrigen Akten übereinstimmenden Fest- stellungen abzugehen. Namentlich wurde im Bericht der Höhenklinik Y.________ (vom 16. Dezember 1993) eine volle Arbeitsfähigkeit ab 30. Dezember 1993 bestätigt. Über Blähungen hat der Beschwerdeführer anlässlich der MEDAS- Untersuchung nicht geklagt. Die im Rahmen des Allgemein- status erfolgte Untersuchung des Abdomens hat normale Be- funde ergeben. Es besteht daher kein Grund zur Annahme einer entsprechenden Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit. Was schliesslich die psychischen Leiden betrifft, sind diese im Bericht der MEDAS (vom 6. September 1996) berück- sichtigt worden, nachdem am 10. Juli 1996 ein psychiatri- sches Konsilium durch Dr. med. K.________ durchgeführt worden war, welches zur Diagnose einer leicht- bis mittelgradigen reaktiven Depression und Anpassungsstörung mit gemischter Störung von Gefühlen und Sozialverhalten führte. Die Arbeitsunfähigkeit wurde aus psychiatrischer Sicht mit mindestens 25 % und höchstens 50 % bewertet. Wenn die MEDAS sowohl unter Berücksichtigung der organischen als auch der psychischen Befunde zu einer Arbeitsfähigkeit von 75 % gelangt ist, so erscheint dies nicht widersprüchlich. Das psychische Leiden war nicht schweren Grades und teil- weise von invaliditätsfremden äusseren Faktoren (Trennung von der Familie, drohende Ausweisung) beeinflusst. In den vom Beschwerdeführer eingereichten Arztzeugnissen aus dem ehemaligen Jugoslawien (vom 27. Dezember 1996 und 16. Juni 1997) ist denn auch nicht von einer psychisch bedingten Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit die Rede. Es ist da- her nicht zu beanstanden, wenn die Verwaltung auf die Ge- samtbeurteilung des medizinischen Sachverhalts im MEDAS- Bericht (vom 6. September 1996) abgestellt und von einer Arbeitsunfähigkeit im bisherigen Beruf vom 15. Mai 1994 bis 15. September 1996 und einer Arbeitsfähigkeit von 75 % für eine leichtere Tätigkeit ab 16. September 1996 ausgegangen ist und die Rente nach Art. 88a Abs. 1 Satz 2 IVV auf den 31. Dezember 1996 aufgehoben hat. Weil die für die Beurtei- lung der Arbeitsfähigkeit massgebende Schlussbesprechung der MEDAS am 16. August 1996, und nicht, wie im Bericht vom 6. September 1996 irrtümlicherweise angegeben, am 16. Sep- tember 1996 stattgefunden hat, hätte die Rente bereits auf den 30. November 1996 aufgehoben werden können. Für das Eidgenössische Versicherungsgericht besteht indessen kein Grund, die strittige Verwaltungsverfügung in diesem Punkt abzuändern. c) Schliesslich fehlen Anhaltspunkte dafür, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers in der Zeit nach der MEDAS-Untersuchung (vom 6. September 1996) bis zum Erlass des strittigen Verwaltungsaktes (vom 28. Mai 1997) wesentlich verschlechtert hätte. Gegenteiliges lässt sich weder dem Zeugnis des Dr. med. A.________ vom 27. Dezember 1996 noch den erst nach dem Erlass der strittigen Ver- waltungsverfügung ausgestellten Zeugnissen der Dres. med. R.________ vom 16. Juni 1997 und H.________ vom 17. April 1998 entnehmen. Ohne dass es weiterer Abklärungen, ein- schliesslich des vom Beschwerdeführer beantragten psychiat- rischen Gutachtens bedürfte, ist daher festzustellen, dass die Befristung der Rente auf den 31. Dezember 1996 zu Recht besteht.