Citation: 5A_93/2022 E. 5.1

5.1. Die Beschwerdeführerin wirft dem Obergericht weiter eine "offensichtlich falsche und unvollständige bzw. willkürliche" Feststellung des Sachverhalts vor. Dabei rügt sie vorab, die Entscheide der Vorinstanz und der KESB würden auf nicht mehr aktuellen Tatsachen und Fakten basieren. Die eingeholten Gutachten verneinten die Erziehungsfähigkeit der Beschwerdeführerin wesentlich aufgrund von deren psychischen Situation (Borderline-Persönlichkeitsstörung). Dabei würden die Gutachten sich aber vorab auf die aktenkundige Vorgeschichte stützen und die Situation des Jahres 2014 abbilden. Die seitherige Therapie und insbesondere ein psychiatrisches Fachgutachten vom 29. April 2021, aus dem sich ergebe, dass der Ausprägungsgrad der vorhandenen Störung nur noch leicht sei, würden dagegen nicht berücksichtigt. Weder den Gutachten noch dem angefochtenen Entscheid liesse sich entnehmen, ob die aktuelle psychische Situation der Beschwerdeführerin sich auf deren Erziehungsfähigkeit auswirke und zu einer Kindeswohlgefährdung führe. Willkürlich werde ausserdem die Kooperationsbereitschaft der Beschwerdeführerin verneint. Wie sich den Akten und den Gutachten entnehmen lasse, sei sich die Kindsmutter der Erkrankung des Sohns vielmehr bewusst und habe sie nie geleugnet, dass dieser eine spezifische Betreuung brauche. Die zwischen der Beschwerdeführerin und den Behörden bestehenden Meinungsverschiedenheiten bezüglich Reichweite, Notwendigkeit und Verhältnismässigkeit der Massnahmen könnten nicht als mangelnde Kooperation Ersterer qualifiziert werden. Schliesslich sei das Kindesinteresse nur mangelhaft in die Entscheidfindung einbezogen worden. Der Sohn leide an der Fremdplatzierung und führe sich enorm destabilisiert und unter Druck gesetzt. Er habe denn auch explizit gewünscht, wieder nach Hause gehen zu dürfen.