Citation: 1C_226/2015 E. 2.2.3

2.2.3. Zwar hat die Kantonspolizei im Laufe des Verfahrens vor dem Bezirksgericht und der Vorinstanz sowie bereits im Verfahren vor der Sicherheitsdirektion und dem Verwaltungsgericht ihre Einschätzung der tatsächlichen Situation im Raum Helvetiaplatz/Kanzleiareal unmittelbar vor der polizeilichen Einkesselungsaktion sowie des zu erwartenden weiteren Geschehens teilweise eher vage beschrieben. Die Vorinstanz konnte sich bei ihrem Entscheid aber letztlich auf mehrere, sich ergänzende und nicht widersprechende Verlautbarungen und Stellungnahmen der Kantonspolizei abstützen, sodass sie sich insgesamt ein genügend zuverlässiges Bild über die für den Entscheid wesentlichen tatsächlichen Umstände machen konnte. Zudem hat sie sich mit den tatsächlichen Vorbringen des Beschwerdeführers auseinandergesetzt und diese jedenfalls nicht in willkürlicher Weise gewürdigt. Die Vorinstanz konnte den Akten in genügender Weise entnehmen, wie sich die Situation am 1. Mai 2011 im Raum Helvetiaplatz/Kanzleiareal präsentiert hat. Mangels Hinweisen darauf, dass die Polizei die Situation unmittelbar vor der Einkesselungsaktion nicht richtig eingeschätzt bzw. falsch oder unvollständig wiedergegeben hätte, durfte die Vorinstanz - ohne in Willkür zu verfallen - davon ausgehen, dass am 1. Mai 2011 gegen 16.30 Uhr eine vom Kanzleiareal ausgehende unbewilligte Demonstration unmittelbar bevorstand. Daran ändern die Ausführungen des Beschwerdeführers nichts, er habe die Stimmung die ganze Zeit über als sehr friedlich und entspannt empfunden und von einer bevorstehenden Nachdemonstration sei nichts wahrzunehmen gewesen. Willkürfrei hat die Vorinstanz darauf hingewiesen, dass die mit einem grossen Aufgebot an verschiedenen Stellen präsente Polizei einen besseren Überblick über die Situation haben musste als der Beschwerdeführer. Aufgrund der von der Kantonspolizei geschilderten Umstände, namentlich dass sich die versammelten Personen teilweise vermummt haben und Polizeikräfte mit Wurfgeschossen angegriffen worden sind, sowie unter Mitberücksichtigung der Erfahrungen aus vergangenen Jahren erscheint auch die Prognose der Kantonspolizei haltbar, dass eine sich aus dem Kanzleiareal heraus bildende Nachdemonstration wahrscheinlich mit gewalttätigen Ausschreitungen verbunden gewesen wäre. Eine willkürliche Sachverhaltsfeststellung vermag der Beschwerdeführer auch nicht darzutun, indem er vorbringt, die Polizei habe die im Raum Helvetiaplatz/Kanzleiareal anwesenden Personen unabhängig von konkreten Anzeichen für eine unbewilligte Nachdemonstration einkesseln wollen und dies schliesslich auch getan. Aufgrund der Schilderung der Situation durch die Kantonspolizei ist vielmehr davon auszugehen, die Polizei habe die anwesenden Personen eingekesselt, weil und nachdem auf dem Kanzleiareal nach anfänglicher Ruhe klare Tendenzen zu einer Mobilisierung zwecks einer unbewilligten Nachdemonstration erkennbar gewesen sind. Daran ändert nichts, dass die Polizei offenbar darauf vorbereitet war, dass sich im Raum Helvetiaplatz/Kanzleiarealeine grössere Menschenmenge versammeln könnte, dass sie im Voraus angekündigt hatte, den Wegweisungsartikel konsequent anzuwenden, und dass sie es möglicherweise schon im Voraus in Betracht zog, falls nötig Einkesselungsaktionen durchzuführen.