Citation: 8C_1003/2009 03.03.2010 E. 5

5.1 Im Bereich der Unfallversicherung bedeutet Arbeitsunfähigkeit (gemäss Art. 6 Abs. 1 ATSG) - insbesondere auch in seiner Funktion als leistungsbegründendes Element des Taggeldanspruchs nach Art. 16 f. UVG - zunächst die volle oder teilweise Unfähigkeit, am bisherigen Arbeitsplatz zumutbare Arbeit zu leisten, soweit diese Einschränkung auf eine unfallbedingte Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit zurückgeht. Der Grad der Arbeitsunfähigkeit wird solange unter Berücksichtigung der bisherigen Tätigkeit festgesetzt, als von der versicherten Person vernünftigerweise nicht verlangt werden kann, dass sie ihre restliche Arbeitsfähigkeit anderweitig einsetzt. Bei langdauernder Arbeitsunfähigkeit im angestammten Beruf - oder sobald klar wird, dass die Wiederaufnahme der bisher ausgeübten Tätigkeit nicht mehr in Frage kommt - sind nach Ablauf einer gewissen Anpassungszeit auch zumutbare Tätigkeiten in einem andern Beruf zu berücksichtigen (BGE 130 V 343 E. 3.1 S. 345 mit Hinweis; Urteil [des Eidg. Versicherungsgerichts] U 108/05 vom 28. August 2006 E. 2.2). Verwertet die versicherte Person ihre restliche Arbeitsfähigkeit nicht, obgleich sie hiezu unter Berücksichtigung der Arbeitsmarktlage und nötigenfalls einer bestimmten Anpassungszeit zumutbarerweise in der Lage wäre, so hat sie sich die berufliche Tätigkeit anrechnen zu lassen, die sie bei gutem Willen ausüben könnte; das Fehlen des guten Willens ist nur dort entschuldbar, wo es auf einer Krankheit beruht (BGE 114 V 281 E. 1d S. 283 mit Hinweisen; Urteil [des Eidg. Versicherungsgerichts] U 137/97 vom 9. Juli 1999 E. 2). 5.2 Der Rentenverfügung der Beschwerdegegnerin vom 31. Januar 1994 wie auch dem Entscheid der Vorinstanz vom 16. Mai 2007, in welchem der Sachverhalt bis zum Erlass des Einspracheentscheids der SUVA vom 31. August 2005 zu prüfen war, lag die Annahme zugrunde, dass der Beschwerdeführer in seiner Funktion als Betriebsinhaber und Geschäftsführer der in Y.________ domizilierten Garage A.________ AG (S.________- und U.________-Vertretung mit Auto-Reparaturwerkstätte, Tankstelle und einem Handel mit Neu- und Occasionsfahrzeugen; vier bis fünf Angestellte) vorwiegend Bürotätigkeit mit Kundenkontakten verrichtete, die zur Hauptsache sitzende, teilweise stehende oder gehende Arbeit ohne ins Gewicht fallende manuelle Verrichtungen beinhaltete. Im September 2005 kam es zu einer Umfirmierung und neuen Umschreibung des Gesellschaftszwecks ("Die Firma O.________ AG bezweckt [u.a.] den Handel mit Automobilen aller Art."). Nach den eigenen Ausführungen des Beschwerdeführers handelte er ab diesem Zeitpunkt - jedenfalls bis zum Erlass des vorliegend in zeitlicher Hinsicht massgebenden Erlasses des Einspracheentscheids der SUVA vom 31. Dezember 2008 (BGE 132 V 215 E. 3.1.1 S. 220 mit Hinweisen; vgl. Schreiben der Eidgenössischen Steuerverwaltung, Abteilung Mehrwertsteuer, vom 30. September 2008 sowie der Sicherheitsdirektion des Kantons Zürich, Strassenverkehrsamt, vom 10. August 1999) - in einem bescheidenen Rahmen mit Occasionsfahrzeugen. Seine Tätigkeit besteht dabei nach seiner Darstellung im Wesentlichen in folgendem - einer gewissen körperlichen Beweglichkeit bedürfenden - Aufgabengebiet: Prüfung des mechanischen Zustandes des Fahrzeugs vor dem Kauf, danach Kontrolle des Ölstand, des Auspuffs, des Katalysators, der Bremsbeläge, der Felgen und Pneus sowie Reinigung des Fahrzeugs samt Motor und Innen- sowie Kofferraum. 5.2.1 Im angefochtenen Entscheid führte die Vorinstanz vor diesem Hintergrund aus, dass, würden die vom Versicherten aufgelisteten Verrichtungen für die neue Gesellschaft mit seinem früheren Beschäftigungsprofil als Betriebsinhaber und Geschäftsführer der Garage A.________ AG verglichen, der hohe Anteil an manuellen Arbeiten auffalle. Soweit der Beschwerdeführer mit der neuen Tätigkeit tatsächlich den Anteil an körperlich belastenderen Tätigkeiten gesteigert habe, verletze er die ihm obliegende Schadenminderungspflicht. Die Bemessung der Arbeitsfähigkeit habe jedenfalls in Bezug auf das angestammte Berufsfeld als Betriebsinhaber zu erfolgen (E. 4.3). Dieser Argumentationslinie kann nicht ohne weiteres gefolgt werden. Unstrittig bezog sich die Feststellung des kantonalen Gerichts zur angestammten beruflichen Betätigung des Beschwerdeführers im Entscheid vom 16. Mai 2007 auf dessen Tätigkeit als Betriebsinhaber und Geschäftsführer der bis Mitte September 2005 unter der Firma A.________ AG geführten Autohandel- und -reparaturwerkstätte. Ab diesem Zeitpunkt konzentrierte der Versicherte sich indessen, wie glaubhaft der mit der Umfirmierung der Gesellschaft verbundenen Zweckänderung zu entnehmen ist, auf den Handel mit Occasionsfahrzeugen. Zur Ermittlung des im vorliegenden Verfahren zu beurteilenden Taggeldanspruchs des Beschwerdeführers erweist sich deshalb als massgeblich, ob und bejahendenfalls in welchem Ausmass der Versicherte die ihm verbliebene Restarbeitsfähigkeit im Rahmen dieses Tätigkeitsfelds zu verwerten vermag. Fehlender guter Wille im Sinne der hievor dargestellten Rechtsprechung dergestalt, dass der Beschwerdeführer als schadenschmälernde Vorkehr seinen vorangegangenen Betrieb hätte weiterführen - und damit sein bisheriges angestammtes Aufgabengebiet hätte beibehalten - sollen, kann ihm kaum vorgeworfen werden, spielten für diesen Entscheid doch mannigfache Gründe eine Rolle (Alter des Beschwerdeführers, finanzielle Motive, Nachfolgeregelung etc.). Ebenso wenig hat sich der Versicherte vorhalten zu lassen, mit der Beschränkung seiner Geschäftstätigkeit auf die Weiterführung des Gebrauchtwagenhandels gleichsam (eventual)vorsätzlich eine Minderverwertbarkeit der ihm auf Grund der Unfallfolgen verbliebenen Restarbeitsfähigkeit in Kauf genommen zu haben. Vielmehr scheint die berufliche Fokussierung auf ein dem Beschwerdeführer bekanntes und wohl auch bevorzugtes Tätigkeitsfeld unter Abgabe anderer, anspruchsvoller Geschäftsführerfunktionen in Anbetracht der gesamten - auch gesundheitlichen - Umstände zweckmässig. Der Bemessung der dem Versicherten zustehenden Taggeldleistungen ist daher dessen als Folge der Mitte September 2005 durchgeführten betrieblichen Veränderung resultierende Tätigkeit als Händler von Occasionsfahrzeugen zugrunde zu legen. 5.2.2 Da die Beschwerdegegnerin es bis zum aktuellen Zeitpunkt unterlassen hat, verlässliche Angaben zum "neuen", jedenfalls bis Ende Dezember 2008 ausgeübten Aufgabengebiet des Beschwerdeführers zu evaluieren - es sind einzig die diesbezüglichen Angaben des Versicherten selber aktenkundig, aus denen indes beispielsweise nicht hervorgeht, ob auch die Firma O.________ AG Angestellte beschäftigt(e) -, ist die Sache an den Unfallversicherer zurückzuweisen. Er wird die entsprechenden Abklärungen vorzunehmen und hernach zu prüfen haben, inwieweit der Versicherte darin auf Grund seiner Unfallbeschwerden eingeschränkt ist, wobei ein besonderes Augenmerk auf die Ausschöpfung allfälliger zumutbarer, schadenmindernder Massnahmen zu richten ist. Im Rahmen dieser Erhebungen wird die Beschwerdegegnerin ferner auch der Frage nachzugehen haben, ob durch die dem Beschwerdeführer im relevanten Zeitraum attestierte Arbeitsunfähigkeit eine - grundsätzlich Leistungsvoraussetzung bildende (vgl. BGE 134 V 392 E. 5.3 S. 394 f. mit Hinweisen) - (zusätzliche) Verdiensteinbusse bewirkt wurde. Beachtung zu schenken gilt es schliesslich dem Umstand, dass der Unfallversicherer den Fall abzuschliessen (Einstellung der vorübergehenden Leistungen [Heilbehandlung, Taggeld]) und den Anspruch auf Invalidenrente und Integritätsentschädigung zu prüfen hat, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der versicherten Person mehr erwartet werden kann (Art. 19 Abs. 1 UVG; BGE 134 V 109 E. 4.1 S. 113 f. mit Hinweisen; Urteil U 291/06 vom 4. März 2008 E. 4.1). Auf Grund der vorhandenen Unterlagen bestehen doch gewisse Zweifel, dass die Weiterführung der medizinischen Vorkehren noch eine erhebliche Optimierung der unfallbedingten Wirbelsäulenbeschwerden im Sinne einer ins Gewicht fallenden Verbesserung (vgl. dazu BGE 134 V 109 E. 4.3 S. 115 mit Hinweisen; Urteil U 291/06 vom 4. März 2008 E. 4.2) herbeizuführen vermag. Die Beschwerdegegnerin wird daher im Rahmen der Rückweisung auch diesen Punkt zu prüfen und gegebenenfalls die Frage einer weiteren Berentung (nach Massgabe der Art. 18 ff. UVG) bzw. der Ausrichtung einer Integritätsentschädigung zu beurteilen haben.