Citation: 2C_558/2018 E. 2.2.2

2.2.2. Nach der Rechtsprechung setzt der Anspruch aus Art. 50 Abs. 1 lit. a AIG grundsätzlich voraus, dass die Ehegatten ihre Ehe mindestens drei Jahre in der Schweiz zusammen gelebt haben (BGE 136 II 113 E. 3.3.5 S. 120). Es ist allerdings nicht erforderlich, dass die Ehegatten diese drei Jahre in der Schweiz am Stück verbracht haben; selbst längere Unterbrechungen bzw. Trennungszeiten schaden der ausländischen Person nur, wenn dabei die ernsthafte Führung eines Ehelebens nicht beabsichtigt war (BGE 140 II 345 E. 4.5.2 S. 351; 140 II 289 E. 3.5.1 S. 294 f.; Urteile 2C_602/2013 vom 10. Juni 2014 E. 2.2; 2C_231/2011 vom 21. Juli 2011 E. 4.6). Ausserdem kann sich die ausländische Person auch Zeiträume gemäss Art. 49 AIG anrechnen lassen. Hierunter fallen Perioden, in denen die ausländische Person in der Schweiz weilte, ihr anspruchsverschaffender Ehegatte hingegen im Ausland oder an einem anderen Ort in der Schweiz weilte, sofern für die getrennten Wohnorte wichtige Gründe geltend gemacht werden können und die Familien- bzw. Ehegemeinschaft fortbestand (BGE 140 II 345 E. 4.4.2 S. 350). Nicht zusammengerechnet werden können für die Berechnung der Dreijahresfrist hingegen mehrere kürzere Ehegemeinschaften, welche die ausländische Person in der Schweiz geführt hat. Dies ergibt sich unter anderem aus dem systematischen Zusammenhang von Art. 50 Abs. 1 lit. a AIG mit Art. 42 f. AIG, da der Anspruch aus Art. 50 Abs. 1 lit. a AIG an die spezifische Lebenssituation nach dem Dahinfallen der abgeleiteten Anwesenheitsberechtigung anknüpft (BGE 140 II 289 E. 3.7 S. 297 f.).