Citation: 4A_418/2019 E. A

A.a. A.________ A.S. (Klägerin 1, Beschwerdeführerin 1) mit Sitz in U.________, Türkei, ist eine Gesellschaft türkischen Rechts, die im Bausektor tätig ist. B.________ Construction Corporation, V.________, Iran, (Klägerin 2, Beschwerdeführerin 2) ist eine Gesellschaft iranischen Rechts, die ebenfalls im Bausektor tätig ist. C.________ Corporation, V.________, Iran, (Beklagte 1, Beschwerdegegnerin 1) ist eine Gesellschaft iranischen Rechts. Sie ist eine Tochtergesellschaft der E.________ Development Co., die durch das iranische Ministerium für Strassen und Stadtentwicklung (Ministry of Roads and Urban Development) kontrolliert wird. Die Bank D.________, V.________, Iran, (Beklagte 2, Beschwerdegegnerin 2) ist ebenfalls eine Gesellschaft iranischen Rechts. Es handelt sich dabei um eine staatliche Bank. A.b. Im Jahre 2007 wurde in der Islamischen Republik Iran von der Regierung Mahmoud Ahmadinejads der "F.________ Housing Plan" lanciert, mit dem über einen Zeitraum von fünf Jahren rund zwei Millionen Wohneinheiten für einkommensschwache Haushalte erstellt werden sollten. Die iranische Zentralbank wurde damit beauftragt, Mittel in Form von Darlehen für die Umsetzung dieses Plans zur Verfügung zu stellen. Die Bank D.________ wurde als einzige Bank ernannt, um diese Darlehen zu gewähren. Im Rahmen der Umsetzung wurde Immobilienentwicklern auf der Grundlage von Baurechtsverträgen für 99 Jahre kostenlos Bauland zur Errichtung von Wohneinheiten für Erstkäufer angeboten. In diesem Kontext wurde das "G.________ Construction Project" entworfen. Es handelt sich um das erste Projekt, an dem sich auch ausländische Investoren beteiligten. Am 9. Februar 2010 sagte das iranische Ministerium für Wohnungswesen und städtische Entwicklung im Rahmen eines Memorandum of Understanding zwischen der iranischen E.________ Construction Company und der A.________ Group dem Abschluss eines Vertrags mit der "türkischen Seite" seine Unterstützung zu ("Ministry of Housing and Urban Development of the Islamic Republic of Iran expresses its support for conclusion of agreement with Turkish side"). Am 14. April 2010 unterzeichneten die A.________ Group (bezeichnet als "Constructor"), die Beklagte 1 (bezeichnet als "Company") und die Beklagte 2 (bezeichnet als "Bank") eine als "Trilateral Agreement for Land Preparation and Construction of Residential Flats" bezeichnete Vereinbarung ("Trilateral Agreement"). Gegenstand des Trilateral Agreement bildet die Erstellung von 20'000 Wohneinheiten als Teil des "F.________ Housing Construction Project". Ob die Klägerin 1 - wie von ihr behauptet - Vertragspartei des Trilateral Agreement wurde, war in der Folge umstritten, weshalb im angefochtenen Schiedsentscheid jeweils von der "türkischen Seite" ("the Turkish side") die Rede ist, wenn es um die Verhandlungsführer auf Seiten des "Constructor" geht. Die Bestimmungen des Trilateral Agreement beruhen auf einem Formularvertrag, der eigens für das erwähnte Bauprojekt entworfen wurde. Die Präambel der Vereinbarung weist darauf hin, dass diese mit Zustimmung des Ministeriums für Wirtschaft und Finanzen abgeschlossen wurde. Die jeweiligen Vertragspflichten der Parteien sind in Artikel 2 festgehalten. Die Verpflichtung der "Company" besteht hauptsächlich darin, das Bauland zur Verfügung zu stellen und vorzubereiten sowie den vereinbarten Preis für jede Wohneinheit zu bezahlen. Die Hauptverpflichtung des "Constructor" besteht in der Erstellung von Wohnungen gemäss den entsprechenden Vorgaben. Die "Bank" ist insbesondere zur Vergabe von Krediten an den "Constructor" verpflichtet. Artikel 3 Abs. 14 des Trilateral Agreement sieht vor, dass sämtliche Verpflichtungen des "Constructor" aus dem Vertrag automatisch auf eine von ihm zu gründende iranische Gesellschaft übergehen. In der Folge wurde am 12. Juni 2010 die Klägerin 2 gegründet. Artikel 4 des Trilateral Agreement enthält die folgende Schiedsklausel: "1. in the event of occurrence of a dispute between a Contracting party in whose territory an investment is made and one or more investors of the other contracting party with respect to an investment, the Contracting party with respect to an investment, the Contracting Party in whose territory the investment is made and the investor (s) shall primarily endeavour to settle the dispute in an amicable manner through negotiation and consultation. 2- In the event that the Contracting party in whose territory an investment is made and the investor (s) are unable to agree within six months from the notification of the claim by one party to the other, the dispute can upon the request of the investor, be referred to: a) The competent courts of the Contracting Party in whose territory the investment is made. Or with due regard of their own laws and regulation to: b) An ad-hoc arbitral tribunal of three members established in the following manner: The Party to the dispute that desires to refer the dispute to the arbitration shell appoints [sic] an arbitrator through a written notice sent to other Party. The other party shell [sic] appoint an arbitrator within sixty days from the date of receipt of the said notice and the appointed arbitrators shall within sixty days from the date of the last appointment, appoint the umpire. In the event that each of the parties fails to appoint its arbitrator within the mentioned period or that the appointed arbitrators fail to agree on the umpire, each of the parties may request the President of the International Arbitral Tribunal of the International Chamber of commerce to appoint the failing party's arbitrator or the umpire, as the case may be. In any event the umpire shall be appointed amongst nationals of a country having diplomatic relations with both Contracting parties.