Citation: 1P.416/2003 23.07.2003 E. 5

Der Beschwerdeführer rügt schliesslich die unverhältnismässige Länge der Untersuchungshaft: Zuerst müsse ein psychiatrisches Gutachten in der Klinik Königsfelden erstellt werden, was mehrere Monate dauern werde. Es sei unabsehbar, wann die Anklage bei Gericht eingehen werde. Wegen der Drohung und Nötigung seiner Ehefrau drohten ihm dagegen höchstens drei Monate Gefängnis. Der Haftrichter habe nicht geprüft, ob mildere Massnahmen möglich seien. Eventuell sei die Haft bis zum Vorliegen einer ersten Kurzeinschätzung des beauftragten Gutachters zu befristen. 5.1 Die Einschätzung des Beschwerdeführers, ihm drohten insgesamt höchstens drei Monate Gefängnis, erscheint zu optimistisch: Allein schon für schwere Körperverletzung droht eine Strafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren Gefängnis. Auch Drohung und Nötigung können mit Gefängnis bis zu drei Jahren bestraft werden. 5.2 Bisher hat die Untersuchungshaft noch keine zwei Monate gedauert. Gemäss dem Schreiben der Psychiatrischen Dienste des Kantons Aargau, die mit der Erstattung des psychiatrischen Gutachtens beauftragt worden sind, wird die Erstellung des Gutachtens voraussichtlich drei Monate dauern. Es ist davon auszugehen, dass die Anklage kurze Zeit später bei Gericht eingehen wird. Die Aufrechterhaltung der Haft während dieses Zeitraums erscheint nicht von vornherein übermässig. Immerhin wird schon nach Erstellung des Gutachtens zu prüfen sein, ob Ausführungsgefahr besteht und sich eine weitere Aufrechterhaltung der Haft bis zum Zeitpunkt der Anklage rechtfertigt. 5.3 Mildere Massnahmen sind nicht ersichtlich. Der Untersuchungsrichter hat das Thema der psychiatrischen Begutachtung bereits auf die für die Beurteilung der Ausführungsgefahr wesentlichen Fragen beschränkt, nämlich auf die Fragen, ob beim Beschuldigten eine akute Fremd- oder Drittgefährdung vorliege und deshalb eine erhöhte Gefahr neuerlicher Straftaten (Gewaltdelikte) bestehe und die Anordnung einer entsprechenden Massnahme notwendig sei (Schreiben des Untersuchungsrichters an die psychiatrischen Dienste des Kantons Aargau vom 27. Juni 2003).