Citation: I 661/06 03.11.2006 E. 2

Streitig ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente und dabei in erster Linie die Zulässigkeit der Wiedererwägung sowie die vorinstanzliche Beurteilung der Arbeitsfähigkeit. 2.1 Die aufgrund von medizinischen Untersuchungen gerichtlich festgestellte Arbeits(un)fähigkeit ist Entscheidung über eine Tatfrage. Dazu gehört auch die Frage, in welchem Umfange eine versicherte Person vom funktionellen Leistungsvermögen und vom Vorhandensein oder der Verfügbarkeit psychischer Ressourcen her eine (Rest-)Arbeitsfähigkeit aufweist und ihr die Ausübung entsprechend profilierter Tätigkeiten zumutbar ist, es sei denn, andere als medizinische Gründe stünden der Bejahung der Zumutbarkeit im Einzelfall in invalidenversicherungsrechtlich erheblicher Weise entgegen. Soweit hingegen die Beurteilung der Zumutbarkeitsfrage auf die allgemeine Lebenserfahrung gestützt wird, geht es um eine Rechtsfrage (zur Publikation in BGE 132 V vorgesehenes Urteil B. vom 28. September 2006, I 618/06, Erw. 3.2). Frei überprüfbare Rechtsfrage ist auch, ob die Vorinstanz die richtigen Rechtsnormen herangezogen und diese zutreffend ausgelegt und angewendet hat. 2.2 Die Vorinstanz hat auf das Gutachten der Medizinischen Begutachtungsstelle X.________ vom 15. März 2003 abgestellt und gestützt darauf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers für leichtere Tätigkeiten auf 50 % veranschlagt. Dabei handelt es sich nach dem Gesagten um eine Sachverhaltsfeststellung, die das Eidgenössische Versicherungsgericht nur mit den erwähnten Einschränkungen (Erw. 1) überprüft. 2.3 Was der Beschwerdeführer gegen die vorinstanzliche Beurteilung vorbringt, ist nicht geeignet, diese Sachverhaltsfeststellung als offensichtlich unrichtig oder unvollständig erscheinen zu lassen: Die somatische Beurteilung wird vom Beschwerdeführer selber nicht in Frage gestellt, führt er doch im Gegenteil aus, dass die somatische Diagnose der Dr. med. R.________, FMH Physikalische Medizin und Rehabilitation (ärztliches Zeugnis vom 25. Oktober 2004), auf deren Beurteilung er abstellt, mit derjenigen der Medizinischer Begutachtungsstelle X.________ (Gutachten vom 15. März 2003) im Wesentlichen übereinstimmt. Hingegegen beanstandet er die Schlussfolgerungen des Psychiaters der Medizinischen Begutachtungsstelle X.________, wonach die Arbeitsfähigkeit 50 % betrage, welche Einschätzung im Widerspruch zur Beurteilung des behandelnden Psychiaters Dr. med. F.________, Spezialarzt Psychiatrie (Bericht vom 19. August 2003), stehe. Indessen lässt der Umstand, dass ein Gutachten, das im Übrigen die Anforderungen der Rechtsprechung (BGE 125 V 352 Erw. 3a) erfüllt, von einer Beurteilung durch den behandelnden Arzt abweicht, dieses noch nicht als unzutreffend erscheinen. Dies gilt im vorliegenden Fall umso mehr, als auch Dr. med. F.________ als psychiatrische Diagnose eine Anpassungsstörung (ICD-10 F 43.22) und eine somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F 45.4) festhält (Bericht vom 19. August 2003), was nicht wesentlich von der auf Anpassungs- und Schmerzverarbeitungsstörung lautenden Diagnose des Psychiaters der Medizinischen Begutachtungsstelle X.________ (Gutachten vom 15. März 2003) abweicht. Diese Diagnose vermag allerdings für sich allein noch keine invalidenversicherungsrechtlich relevante Arbeitsunfähigkeit zu begründen, sondern erst zusammen mit weiteren Umständen, welche eine Arbeitsaufnahme objektiv unzumutbar machen (BGE 131 V 50), was gutachterlich begründet sein muss (Urteil C. vom 11. Oktober 2005, I 269/05, Erw. 3.3; Urteil S. vom 8. November 2005, I 758/04, Erw. 3.2; Urteil R. vom 2. Dezember 2002, I 53/02, Erw. 2.2). Auch Dr. med. F.________ nennt keine solchen Umstände und begründet nicht, weshalb eine Arbeitsaufnahme nicht möglich sein soll, ebenso wenig Dr. med. R.________, die - als Nicht-Psychiaterin - die von ihr angenommene Arbeitsunfähigkeit "insbesondere" mit dem psychischen Zustand begründet (Bericht vom 2. Juni 2003). Die vorinstanzliche Sachverhaltsfeststellung, wonach der Beschwerdeführer in einer leichteren Tätigkeit zu 50 % arbeitsfähig sei, ist damit für das Eidgenössische Versicherungsgericht bindend. 2.4 Ist mithin davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer zu 50 % arbeitsfähig ist, war die ursprüngliche Verfügung vom 19. Dezember 2003, mit der gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 100 % eine ganze Rente zugesprochen wurde, zweifellos unrichtig im Sinne von Art. 53 Abs. 2 ATSG. Ob - wie der Beschwerdeführer annimmt - das Gutachten der Medizinischen Begutachtungsstelle X.________ vom 15. März 2003 im Zeitpunkt dieser Verfügung der IV-Stelle bereits zugänglich gewesen wäre, ist unerheblich, denn eine Verfügung kann auch und erst recht dann zweifellos unrichtig sein, wenn sie in den Akten befindliche rechtserhebliche Unterlagen zu Unrecht nicht berücksichtigt. Da überdies die Berichtigung betragsmässig erheblich ins Gewicht fällt, sind die Voraussetzungen für eine Wiedererwägung erfüllt.