Citation: 1B_633/2021 E. 7.2

7.2. Zwar haben bis zum Zeitpunkt des angefochtenen Entscheids schon verschiedene Einvernahmen stattgefunden. Die Privatklägerin wurde bereits am 14. Oktober 2021 zum zweiten Mal einvernommen und zwar in Anwesenheit des Beschwerdeführers (im Nebenraum). Der Bruder des Beschwerdeführers, welcher die letzte Drohung an die Privatklägerin weitergeleitet haben soll, wurde am 10. November 2021 und damit am Tag des angefochtenen Entscheids ebenfalls zum zweiten Mal einvernommen. Die Vorinstanz hat im angefochtenen Entscheid allerdings darauf hingewiesen, dass noch weitere Einvernahmen anstehen dürften. Wie den Akten der Strafuntersuchung entnommen werden kann, wurde die Einvernahme der Tante der Privatklägerin bzw. der Schwester des Beschwerdeführers per 22. November 2021 und eine Einvernahme des Beschwerdeführers per 2. Dezember 2021 angesetzt. Somit war die Strafuntersuchung im Zeitpunkt des angefochtenen Entscheids noch nicht abgeschlossen. Die Privatklägerin beschuldigt den Beschwerdeführer, sie mittels Drohungen zu einem von ihm gewünschten Verhalten gedrängt zu haben, namentlich sich nicht von ihrem Lebensgefährten zu trennen. Der Beschwerdeführer und die Privatklägerin sind miteinander verwandt. Auch weitere Zeugen und Auskunftspersonen gehören zur Familie des Beschwerdeführers oder sind mit der Familie des Beschwerdeführers freundschaftlich verbunden. Die Aussagen der Privatklägerin sowie von Zeugen und Auskunftspersonen ist für die Strafuntersuchung von grosser Relevanz. Eine am 7. Oktober 2021 einvernommene Auskunftsperson hat explizit ausgesagt, sie habe Angst vor dem Beschwerdeführer und wolle wegen der Freundschaft zwischen ihren Eltern und dem Beschwerdeführer bzw. dem Bruder des Beschwerdeführers gewisse Fragen nicht beantworten. Sie habe die Befürchtung, dass sich das Problem zwischen dem Beschwerdeführer und der Privatklägerin ansonsten auf sie und ihre Familie ausbreiten könnte. Unter den gegebenen Umständen sprachen jedenfalls im Zeitpunkt des Haftentlassungsgesuchs und des angefochtenen Entscheids konkrete Indizien für die Annahme von Verdunkelungsgefahr. Dies zumal die Strafuntersuchung noch nicht abgeschlossen war und namentlich zu befürchten war, der Beschwerdeführer könnte im Falle einer Haftentlassung seine Schwester beeinflussen, deren Einvernahme noch bevorstand. Was der Beschwerdeführer einwendet, ist nicht geeignet, Kollusionsgefahr zu verneinen. Die Vorinstanz ging im Ergebnis zu Recht davon aus, es sei ernsthaft zu befürchten, der Beschwerdeführer könnte im Falle einer Haftentlassung die Privatklägerin, Zeugen oder Auskunftspersonen beeinflussen, um die Wahrheitsfindung zu beeinträchtigen.