Citation: I 426/03 05.03.2004 E. 3.2

3.2.1 Für die rechnerische Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der gesundheitlichen Beeinträchtigung eine Erwerbstätigkeit aus, bei der - kumulativ - besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, sowie das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn erscheint, gilt grundsätzlich der damit erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne herangezogen werden (BGE 126 V 76 f. Erw. 3b/aa und bb mit Hinweisen). Aus dem Anstellungsverhältnis bei der Firma X.________ ergeben sich, auch wenn es gemäss deren Schreiben vom 14. Januar 2002 im Jahr 2001 offenbar noch Bestand hatte, keine zuverlässigen Anhaltspunkte für die Festlegung des Invalideneinkommens, zumal der Versicherte ab 6. März 2000 krank geschrieben war und gemäss den vorinstanzlich aufgelegten Taggeldkarten, welche den Zeitraum bis September 2001 umfassen, Leistungen der Kollektiv-Taggeldversicherung flossen. Verwaltung und Vorinstanz haben daher das Invalideneinkommen zu Recht anhand von lohnstatistischen Angaben bestimmt (vgl. auch Meyer-Blaser, a.a.O., S. 209 f.), was in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde auch nicht grundsätzlich in Frage gestellt wird. 3.2.2 Gemäss der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) belief sich der monatliche Bruttolohn (Zentralwert bei einer standardisierten Arbeitszeit von 40 Wochenstunden) der mit einfachen und repetitiven Arbeiten (Anforderungsniveau 4) beschäftigten Männer im Jahr 2000 auf Fr. 4437.- (LSE 2000 Tabelle TA1). Die Umrechnung auf die betriebsübliche Arbeitszeit im Jahr 2001 von 41,7 Wochenstunden (Die Volkswirtschaft, a.a.O., Tabelle B9.2 S. 90) und Anpassung an die Nominallohnentwicklung von 2,5 % (Die Volkswirtschaft, a.a.O., Tabelle B10.2 S. 91; Erw. 3.1 hievor) führt bei der noch gegebenen hälftigen Arbeitsfähigkeit aufs Jahr zu einem Einkommen von Fr. 28'447.- (Fr. 4437.- : 40 x 41,7 x 1,025 : 2 x 12). 3.2.3 Vom anhand von Tabellenlöhnen ermittelten Invalideneinkommen kann unter bestimmten, von der Rechtsprechung umschriebenen Voraussetzungen ein Abzug vorgenommen werden, wobei dieser für sämtliche in Betracht fallenden Umstände (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad) gesamthaft zu schätzen und unter Berücksichtigung aller jeweils in Betracht fallender Merkmale auf höchstens 25 % zu beschränken ist (BGE 126 V 78 ff. Erw. 5). Es besteht kein Anlass, von dieser Rechtsprechung abzuweichen und je nach den gegebenen Umständen einen höheren Maximalabzug zuzulassen, wie dies in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde befürwortet wird. Der wegen der noch möglichen Teilzeitarbeit in einer überdies notwendigerweise der Behinderung angepassten Tätigkeit zu erwartenden Lohnminderung gegenüber dem statistischen Durchschnitt haben Verwaltung und Vorinstanz mit einem Abzug von insgesamt 10 % Rechnung getragen, was im Rahmen der Ermessensprüfung (Art. 132 OG; BGE 126 V 362 Erw. 5d mit Hinweis) nicht zu beanstanden ist. Die entsprechende Herabsetzung des Tabellenlohnes führt zu einem Invalideneinkommen von Fr. 25'602.- (90 % von Fr. 28'447.-) und bei Gegenüberstellung mit dem Valideneinkommen von Fr. 64'293.- (Erw. 3.1 hievor) zu einem Invaliditätsgrad von 60,18 %. 3.2.4 Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, der anhand von statistischen Angaben ermittelte Invalidenlohn sei um mehr als 10 % herabzusetzen, womit sich der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente ergebe, ist Folgendes festzuhalten: Die Zusprechung einer ganzen Rente setzte einen Invaliditätsgrad von mindestens 66 2/3 % voraus (Art. 28 Abs. 1 IVG). Um diesen Wert im vorliegenden Fall zu erreichen, dürfte das dem Valideneinkommen von Fr. 64'293.- (Erw. 3.1) gegenüberzustellende Invalideneinkommen maximal Fr. 21'431.- betragen (Erwerbseinsbusse = Fr. 42'862.- = 66 2/3 %). Dies setzte voraus, dass der leidensbedingte Abzug vom anhand von Tabellenlöhnen ermittelten Einkommen von Fr. 28'447.- (Erw. 3.2.2 hievor) auf 24,66 % (= Fr. 7016.- [Fr. 28'447.- - Fr. 21'431.-]), mithin nahezu den maximal möglichen Ansatz von 25 % festgelegt würde. Dies lässt sich indessen entgegen der in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde vertretenen Auffassung mit den vorliegend gegebenen Verhältnissen nicht rechtfertigen. Inwiefern dem zur Begründung angeführten Umstand der fehlenden Umplatzierungsmöglichkeiten bei der Firma X.________ eine für die Frage des behinderungsbedingten Abzuges massgebende Bedeutung zukommen soll, ist nicht ersichtlich. Es hängt bei einer einzigen Arbeitgeberin auch von Zufälligkeiten ab, ob gerade für einen behinderten Mitarbeiter eine Stelle frei ist oder nicht. Die Berücksichtigung eines solchen Kriteriums hätte letztlich zur Folge, dass bei der Bemessung des Invalideneinkommens entgegen dem Gesetz (Art. 28 Abs. 2 IVG; vgl. zum neuen Recht: Art. 16 ATSG) nicht mehr auf den ausgeglichenen Arbeitsmarkt abzustellen wäre. Es genügte dann, dass in einem einzigen Betrieb für einen teilinvaliden Arbeitnehmer keine Arbeitsstelle vorhanden wäre, um diesen dann in den Genuss eines höheren Leidensabzuges und somit letztlich dann je nach der tatsächlich gegebenen Situation einer höheren Invalidenrente zu bringen, was nicht dem Sinn und Zweck der gesetzlichen Regelung entspricht. Dieser Umstand ist daher im Rahmen der Ermittlung des Leidensabzuges nicht zu berücksichtigen. Sodann lassen die Aufenthaltskategorie und die ausländische Nationalität nicht automatisch auf einen tiefen Lohn schliessen (BGE 126 V 79 Erw. 5a/cc). Der Beschwerdeführer verfügt über eine langjährige Vertrautheit mit einem Arbeitsplatz in der Schweiz, und es kann davon ausgegangen werden, dass er als Grenzgänger auch nach Eintritt seiner Behinderung hinsichtlich der Arbeits- und Verdienstmöglichkeiten gegenüber dem Personenkreis, auf welchem die statistischen Lohnerhebungen basieren, nicht wesentlich benachteiligt ist. Die Behauptung, Staatsangehörigkeit und Grenzgängerstatus wirkten sich im vorliegenden Falle unvorteilhaft aus, wird denn auch in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde nicht näher begründet. Geltend gemacht wird darin aber weiter, der Beschwerdeführer habe bei der Begründung eines neuen Anstellungsverhältnisses die tieferen Lohnansätze der neu in einem Betrieb anfangenden Personen zu gewärtigen. Die Bedeutung der Dienstjahre im privaten Sektor nimmt indessen gemäss der damit nur unvollständig zitierten Aussage im Urteil N. vom 24. März 1999 (AHI 1999 S. 177 ff.) ab, je niedriger das Anforderungsprofil ist (AHI 1999 S. 181; vgl. auch BGE 126 V 79 Erw. 5a/cc). Der Beschwerdeführer war gemäss eigener Angabe in der Anmeldung vom Dezember 2000 bei der Firma X.________ als Hilfsarbeiter tätig. Dem Kriterium der fehlenden Dienstjahre kann daher nach dem Gesagten für die Festsetzung des Abzuges vom Tabellenlohn keine wesentliche Bedeutung beigemessen werden. In der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird schliesslich vorgebracht, es sei auch das Alter des Versicherten (Jahrgang 1946) zu berücksichtigen. Es erübrigt sich aber, näher zu prüfen, ob das Lebensalter des Beschwerdeführers unter den hier gegebenen Verhältnissen überhaupt eine Erhöhung des leidensbedingten Abzuges rechtfertigen könnte. Denn auch bejahendenfalls könnte dieser jedenfalls nicht auf die fast 25 % angesetzt werden, welche für die Erreichung des Anspruch auf eine ganze Rente vermittelnden Invaliditätsgrades erforderlich wären. Die verfügte und vorinstanzlich bestätigte Zusprechung einer halben Invalidenrente ist somit rechtens, was zur Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde führt.