Citation: 8C_672/2022 E. 4.3.1

4.3.1. Aus materieller Sicht macht die Beschwerdeführerin zunächst geltend, die Vorinstanz habe ein CRPS zu Unrecht und in selektiver Wahrnehmung der Aktenlage verneint. Indessen stützt sich das angefochtene Urteil, anders als die Beschwerdeführerin meint, nicht allein auf die Resultate der Mitte August 2020 in der Klinik C.________ durchgeführten EFL (zum Beweiswert: BGE 139 V 225 E. 5.2; 136 V 117; 135 V 465 E. 4; je mit Hinweisen). Ebenso wenig hat das kantonale Gericht einzig auf das estimed-Gutachten vom 15. April 2021 abgestellt. Vielmehr hat es die dabei gewonnenen Anhaltspunkte im Zusammenhang mit den relevanten medizinischen Akten umfassend gewürdigt und dabei vor allem die hausärztlichen Angaben des Dr. med. E.________ berücksichtigt. Dieser stellte erst am 28. Mai 2017, also deutlich nach Ablauf der Latenzzeit von sechs bis acht Wochen seit dem Unfall (vgl. E. 2.2 hievor), die Diagnose eines CRPS unter zumindest teilweiser Nennung der typischen Symptome (so etwa: leichte [livide] Hautverfärbung und Überwärmung; Berührungsempfindlichkeit). Inwieweit ein allfälliges CRPS bereits vorher vorgelegen haben soll, ist weder ersichtlich noch (substanziiert) dargelegt. Dass Dr. med. E.________ angab, die Erstkonsultation habe bereits am 28. März 2017 stattgefunden (vgl. Überweisungsschreiben an das Spital F.________ vom 28. August 2017), hilft entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin nicht weiter, fehlt es doch dessen ungeachtet an echtzeitlichen Belegen (vgl. E. 2.2). Die weiteren in der Beschwerde genannten medizinischen Akten sind schon aufgrund ihrer (noch späteren) Datierung nicht geeignet, den erforderlichen Nachweis zu erbringen (vgl. Berichte des Spitals F.________ vom 16. Oktober 2017, 1. Juli/22. August 2019, des Dr. med. G.________, Spital H.________, vom 26. Januar 2018 und des Kreisarztes Dr. med. D.________ vom 4. Januar/12. November 2019). Eine nähere Auseinandersetzung mit den sogenannten "Budapester Kriterien" erübrigt sich daher (dazu: SVR 2021 UV Nr. 9 S. 48, 8C_416/2019 E. 5.1). Die Schlussfolgerung des kantonalen Gerichts, es erscheine nicht überwiegend wahrscheinlich, dass die Beschwerdeführerin innert sechs bis acht Wochen nach dem Unfall zumindest teilweise an CRPS-typischen Symptomen gelitten habe, ist folglich nicht rechtsverletzend. Ob die Diagnose eines CRPS mit Blick auf die erhobenen Befunde (medizinisch gesehen) überhaupt gestellt werden durfte, kann demnach offen bleiben.