Citation: 6S.20/2006 12.06.2006 E. 2

2.1 Der Beschwerdeführer wurde mit Urteil des Bezirksgerichts Baden vom 6. März 1987 wegen Freiheitsberaubung, wiederholten Diebstahls, wiederholten versuchten Diebstahls, wiederholten Raubes, fortgesetzter Veruntreuung, Fundunterschlagung, Hehlerei, wiederholter Sachbeschädigung, Nötigung, wiederholten Hausfriedensbruchs etc. zu einer Freiheitsstrafe von 4 Jahren Zuchthaus, unter Anrechnung der ausgestandenen Untersuchungshaft, verurteilt. Da sich das zu beurteilende Tötungsdelikt vor diesem Urteil ereignete, spricht die Vorinstanz gemäss Art. 68 Ziff. 2 StGB eine Zusatzstrafe aus. Dabei geht sie so vor, dass sie sich in einem ersten Schritt in den damaligen Richter von 1987 zurückversetzt und die Zusatzstrafe zu der im rechtskräftigen früheren Urteil ausgefällten Einsatz- oder Grundstrafe von 4 Jahren Zuchthaus bestimmt. In einem zweiten Schritt trägt sie daran anschliessend den neuen Strafzumessungsfaktoren, namentlich der seit der Tatbegehung verstrichenen langen Zeitdauer Rechnung (angefochtenes Urteil S. 25, 26 f.). 2.1.1 Die Vorinstanz wertet im Rahmen der hypothetischen Gesamtbewertung das Verschulden des Beschwerdeführers als sehr schwer. Die Tat sei äusserst brutal und absolut sinnlos gewesen. Auch das Tatmotiv müsse als äusserst verwerflich bewertet werden. Der Beschwerdeführer habe, obwohl er bereits im Besitze der Beute gewesen sei, aus nicht nachvollziehbaren Gründen den Posthalter richtiggehend niedergestreckt und damit eine Familie zerstört. Geradezu absurd mute in diesem Zusammenhang nicht nur die geringe Beute von lediglich etwas unter Fr. 2'000.--, sondern auch der Verwendungszweck des Geldes an, welches er nach seinen eigenen Angaben "versoffen" habe (angefochtenes Urteil S. 28). Zugunsten des Beschwerdeführers nimmt die Vorinstanz an, der Beschwerdeführer habe die Tat unter akutem Alkoholeinfluss begangen, so dass strafmildernd eine geringfügig verminderte Zurechnungsfähigkeit zu berücksichtigen sei. Strafmindernd hält sie dem Beschwerdeführer im Weiteren seine schwierige Jugendzeit zugute (angefochtenes Urteil S. 29 ff.). Ganz erheblich strafmindernd würdigt die Vorinstanz sodann das umfassende und ohne jeglichen äusseren Druck zustande gekommene Geständnis des Beschwerdeführers nach einem Zeitablauf von nahezu 20 Jahren. Sie nimmt an, die Tat hätte ohne dieses Geständnis nie aufgeklärt werden können. Der Beschwerdeführer habe mit einer langjährigen Strafe gerechnet und habe aufgrund seiner Erfahrung mit zwei längeren Strafvollzügen gewusst, was auf ihn zukommen würde (angefochtenes Urteil S. 33 f.). Die Vorinstanz kommt zum Schluss, das Bezirksgericht Baden hätte im Jahre 1987 bei Kenntnis des Tötungsdelikts, auch wenn nunmehr vom milderen Strafrahmen gemäss dem heute geltenden Art. 112 StGB in der Fassung vom 23.6.1989 auszugehen sei, unzweifelhaft eine lebenslängliche Zuchthausstrafe ausgesprochen (angefochtenes Urteil S. 34 f). Eine lebenslängliche Freiheitsstrafe lasse sich indes nicht in Zahlen ausdrücken, so dass die vom Bezirksgericht Baden ausgesprochene Strafe von 4 Jahren Zuchthaus davon rechnerisch nicht abgezogen werden könne. Diese werde vielmehr von der zeitlich nicht begrenzten Strafe absorbiert, so dass als Zusatzstrafe zum Urteil vom 6. März 1987 eine lebenslängliche Zuchthausstrafe auszusprechen sei (angefochtenes Urteil S. 23 ff.). 2.1.2 Bei der Berücksichtigung des Zeitablaufs seit der Tatbegehung würdigt die Vorinstanz in einem zweiten Schritt die Selbstanzeige des Beschwerdeführers nach fast 20 Jahren als aufrichtige Reue im Sinne von Art. 64 Abs. 5 StGB strafmildernd (angefochtenes Urteil S. 37 ff.). Im weiteren berücksichtigt sie die positive persönliche Entwicklung des Beschwerdeführers und seine Bewährung seit der Entlassung aus dem Strafvollzug im Jahre 2001. Zudem wertet sie sein Wohlverhalten seit diesem Zeitpunkt und in den neun Jahren seit der bedingten Entlassung aus dem Vollzug des Urteils vom 6. März 1987 als strafmildernd im Sinne von Art. 64 Abs. 8 StGB (angefochtenes Urteil S. 39 f.). Schliesslich trägt die Vorinstanz auch allgemeinen Strafzwecken, namentlich generalpräventiven Gesichtspunkten Rechnung (angefochtenes Urteil S. 41 ff.). Ausgehend von einer Zusatzstrafe von lebenslänglichem Zuchthausstrafe, zumindest aber von einer minimalen Zusatzstrafe von 16 Jahren Zuchthaus (bei einer hypothetischen Gesamtstrafe von 20 Jahren Zuchthaus; angefochtenes Urteil S. 36) gelangt die Vorinstanz unter Berücksichtigung der genannten Reduktionsgründe zu einer Zusatzstrafe zum Urteil des Bezirksgerichts Baden vom 6. März 1987 von 8 Jahren Zuchthaus (angefochtenes Urteil S. 46 f). 2.2 Der Beschwerdeführer wendet sich gegen das Ergebnis der Strafzumessung. Er macht geltend, die Annahme der Vorinstanz, der Richter im Jahre 1987 hätte bei Kenntnis der zu beurteilenden Mordtat eine lebenslängliche Freiheitsstrafe ausgesprochen, beruhe auf einer Ermessensverletzung. Es sei ihm schon damals eine geringfügige Verminderung der Zurechnungsfähigkeit zugebilligt worden. Ausserdem hätte das Geständnis bezüglich des Tötungsdelikts auch zu jenem Zeitpunkt zu einer Strafminderung führen können, zumal er schon damals eine ganze Reihe von Delikten gestanden habe, die ihm nicht hatten nachgewiesen werden können. Soweit die Vorinstanz von einer Zusatzstrafe von 16 Jahren ausgeht, sei nicht nachvollziehbar, dass die Strafmilderungsgründe des Zeitablaufs und der aufrichtigen Reue sowie das umfassende freiwillige Geständnis und seine aktuelle persönliche Situation nur gerade eine Reduktion des Strafmasses um rund die Hälfte nach sich ziehe. Die Vorinstanz habe die Strafmilderungsgründe zu wenig stark gewürdigt. Jedenfalls habe die Vorinstanz nicht dargelegt, in welcher Art und Weise sie die einzelnen, zu seinen Gunsten angeführten Strafmilderungsgründe gewichtet habe (Beschwerde S. 3 ff.).