Citation: 1B_439/2022 E. 4.4.1

4.4.1. In Bezug auf die Rüge des Beschwerdeführers, der Beschwerdegegner habe seine unentgeltliche Geschädigtenvertretung "liquidiert", ergibt sich aus dem angefochtenen Entscheid und der Beschwerdeschrift, dass der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers im vorliegenden Ausstandsverfahren, Rechtsanwalt Daniel U. Walder, mit Präsidialverfügung des Beschwerdegegners vom 13. Juli 2021 als unentgeltlicher Rechtsbeistand entlassen wurde. Zur Begründung führte der Beschwerdegegner aus, der Beschwerdeführer werde neben Rechtsanwalt Daniel U. Walder parallel auch wieder durch seinen früheren Rechtsvertreter Dr. B.________ erbeten vertreten, weshalb die Voraussetzung der unentgeltlichen Verbeiständung der Privatklägerschaft nach Art. 136 Abs. 1 StPO nicht mehr erfüllt sei. Die Vorinstanz führt unter Hinweis auf eine Kommentarstelle aus, es stehe der unentgeltlich vertretenen Privatklägerschaft offen, eine private Rechtsvertretung zu bestellen; dies führe allerdings grundsätzlich zur Beendigung der amtlichen Verbeiständung und die Privatklägerschaft habe die Kosten der privaten Wahlverteidigung selber zu tragen (VIKTOR LIEBER, in: Donatsch/Lieber/Summers/Wohlers [Hrsg.], SK-Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 3. Aufl. 2020, N. 1 zu Art. 137 StPO; mit Verweis auf Urteil 6B_390/2018 vom 25. Juli 2018 E. 8.1). Angesichts der Tatsache, dass sich der Beschwerdeführer mit dieser vorinstanzlichen Erwägung nicht substanziiert auseinandersetzt und er gegen die Präsidialverfügung vom 13. Juli 2021 kein Rechtsmittel ergriff, ist es mit Blick auf die vorerwähnte Kommentarstelle nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz in der Entlassung von Rechtsanwalt Daniel U. Walder als unentgeltlichen Rechtsbeistand des Beschwerdeführers jedenfalls keinen krassen Verfahrensfehler seitens des Beschwerdegegners sah. Soweit der Beschwerdeführer weiter geltend macht, der Beschwerdegegner habe ihm im Nachgang zur Präsidialverfügung vom 13. Juli 2021 wiederholt zu kurze Fristen angesetzt, um seine Rechtsvertretung zu bestimmen, vermag er damit ebenfalls keine Befangenheit des Beschwerdegegners zu begründen. Nach den verbindlichen Feststellungen der Vorinstanz hat der Beschwerdegegner dem Beschwerdeführer mit Verfügungen vom 3. September, 14. September und 28. September 2021 nicht erstreckbare Fristen von jeweils fünf Tagen angesetzt, um sich erneut zur Frage der Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistands bzw. zu dessen Person zu äussern. Wie der Beschwerdeführer ausführlich darlegt, mag es zwar stimmen, dass die fraglichen Fristen von fünf Tagen durchaus kurz bemessen sind. Indessen weist die Vorinstanz zu Recht darauf hin, dass sich der Beschwerdeführer innert der ihm angesetzten Fristen einzig dazu erklären musste, ob er wieder eine unentgeltliche Rechtsvertretung wünsche und welche Person diese gegebenenfalls ausüben solle. Im Rahmen der zweiten Verfügung musste er sich gar nur dazu äussern, ob er erneut Rechtsanwalt Daniel U. Walder als unentgeltlichen Rechtsbeistand möchte. Entgegen den Rügen des Beschwerdeführers musste er sich somit nicht zu besonders schwierigen rechtlichen Fragen mit weitreichenden Konsequenzen äussern. Da es sich bei der Ansetzung von richterlichen Fristen zudem um einen Ermessensentscheid der Verfahrensleitung handelt, erweist es sich angesichts der Überschaubarkeit der zu beantwortenden Fragen ohne Weiteres als mit dem Bundesrecht vereinbar, wenn die Vorinstanz in den drei Fristansetzungen kein Anzeichen für eine einseitige Verfahrensführung zu Lasten des Beschwerdeführers sah. Entgegen dem Vorbringen des Beschwerdeführers vermag sodann auch die seines Erachtens zu Unrecht erfolgte Kürzung des Honorars seines unentgeltlichen Rechtsbeistands keinen Ausstandsgrund im Sinne von Art. 56 lit. f StPO zu begründen. Selbst wenn sich die Kürzung aufgrund der von ihm an das Bundesstrafgericht erhobenen Honorarbeschwerde als rechtsfehlerhaft herausstellen sollte, wäre darin gestützt auf die gegenwärtige Aktenlage kein krasser Verfahrensfehler im Sinne von Art. 56 lit. f StPO zu sehen. Die weiteren Ausführungen des Beschwerdeführers hinsichtlich der Handhabung seiner unentgeltlichen Geschädigtenvertretung durch den Beschwerdegegner erschöpfen sich in appellatorischer Kritik, ohne dass dabei konkret aufgezeigt wird, inwiefern die vorinstanzlichen Erwägungen gegen Bundesrecht verstossen sollen.