Citation: 1C_406/2023 E. 4.2.1

4.2.1. Die Beschwerdeführerin hat im kantonalen Verfahren beachtenswerte Argumente vorgetragen, die eine mögliche Gefährdung der Tunnelquellen im Zusammenhang mit der Stützmauersanierung zumindest als glaubhaft erscheinen lassen (zum Beweismass des Glaubhaftmachens MÄRKLI, a.a.O., Rz. 600 mit Hinweisen). So bestehe beim Bettlerank im Bereich des Stützmauerabschnitts 7 eine direkte Fliessverbindung von der Oberfläche bis zu den Tunnelquellen; die Fliessgeschwindigkeit betrage mehr als 50 m pro Stunde. Damit fliesse das Wasser innert weniger als zehn Stunden von der Erdoberfläche bis hinunter zu den Quellfassungen. Die Verschmutzungsgefahr könne daher nicht mit dem Argument widerlegt werden, die Tunnelquellen würden erst 450 m unterhalb der Oberfläche des Grenchenbergs gefasst. Der Verschmutzungsgefahr müsse mit zusätzlichen Massnahmen, etwa einer vollständigen Entwässerung (dichter Belag, Entwässerungsrinnen) begegnet werden, um sämtliches Strassenabwasser und allfällige Schadstoffe aufzufangen. Zudem sei im Bereich des Bettleranks aufgrund der direkten hydraulischen Verbindung zu den Tunnelquellen eine Grundwasserschutzzone S1 auszuscheiden bzw. eine solche bestehe faktisch resp. materiell bereits. Die Beschwerdeführerin verlangt insofern auch eine vorfrageweise Überprüfung der rund 18 Jahre alten Schutzzonenausscheidung. Die Vorbringen der Beschwerdeführerin decken sich zudem mit den Erkenntnissen früherer gerichtlicher Verfahren. So stellte das Verwaltungsgericht des Kantons Solothurn in seinem Urteil zum Planverfahren des Windparks Grenchenberg fest, beim Bettlerank sei eine "sehr schnelle hydraulische Verbindung" zum westlichen Teil der Tunnelquellen nachgewiesen (Urteil VWBES.2017.280 vom 17. September 2018 E. II.7.3.2). Derselben Zitatstelle kann entnommen werden, dass bei der Grenchenbergstrasse oberhalb der Tunnelquellen offenbar Parkplätze aufgehoben wurden, da Schadstoffe wie Motorenöl oder Benzin sofort ins Quellwasser gelangen könnten. Im Übrigen anerkennt die Beschwerdegegnerin gestützt auf durchgeführte Färbversuche das Vorliegen diffuser Versickerungsstellen beim Bettlerank, bei denen Wasser schnell in den Untergrund und ins Quellwasser gelange. Mit der Behauptung, es sei bisher noch nie zu einer Grundwasserverschmutzung gekommen, lässt sich die Gefahr einer solchen aber nicht generell widerlegen. Ihr steht zudem eine frühere Aussage des Gemeinderats Grenchen entgegen, wonach bereits die Nutzung der Strasse im Rahmen des Freizeitverkehrs eine Gefährdung des Wassers nicht ausschliesse (Urteil VWBES.2020.439 des Verwaltungsgerichts des Kantons Solothurn vom 3. März 2021 E. I.2).