Citation: 7B_269/2022 E. 8.7.6

8.7.6. Eine solch differenzierte Lösung schafft ferner ein gewisses Gleichgewicht zu Art. 432 Abs. 1 StPO, wonach der obsiegenden beschuldigten Person im umgekehrten Fall grundsätzlich nur für die durch ihre Anträge zum Zivilpunkt verursachten Aufwendungen ein Entschädigungsanspruch gegenüber der Privatklägerschaft zusteht. Diese Bestimmung stellt sozusagen das Gegenstück zu Art. 433 Abs. 1 StPO dar (MIZEL/RÉTORNAZ, a.a.O., N. 8 zu Art. 433 StPO). Im Falle ihres Unterliegens wird die Privatklägerschaft folglich nicht voraussetzungslos entschädigungspflichtig, sondern dies hängt unter anderem von der Art ihrer Verfahrensbeteiligung - ob als Straf- und/oder als Zivilklägerin - ab (siehe auch Art. 432 Abs. 2 StPO). Es scheint naheliegend, ihren Entschädigungsanspruch ähnlich zu handhaben.