Citation: I 380/04 28.02.2005 E. 1

1.1 Die Beschwerdeführerin bemängelt vorab den Umstand, dass der medizinische Sachverhalt, namentlich ihr psychischer Gesundheitszustand, ungenügend durch die Verwaltung abgeklärt worden sei, da die Untersuchungen und Begutachtungen nicht - wie von ihr beantragt - bei türkisch sprechenden Ärzten bzw. in Anwesenheit eines Übersetzers stattgefunden hätten. 1.2 Dem kantonalen Gericht ist darin beizupflichten, dass gerade im Rahmen von psychiatrischen Abklärungen der bestmöglichen sprachlichen Verständigung zwischen begutachtender und versicherter Person besonderes Gewicht zukommt (vgl. auch Urteil L. vom 25. Juli 2003, I 642/01, Erw. 3.1). Steht diese Frage, wie vorliegend, im Raum, ist zu prüfen, ob den betreffenden ärztlichen Berichten und Gutachten namentlich unter diesem Blickwinkel Aussagekraft nach den von der Rechtsprechung aufgestellten Kriterien (BGE 125 V 352 Erw. 3a mit Hinweis) zuzugestehen und deren beweismässige Verwertbarkeit als Entscheidungsgrundlage damit zu bejahen ist (AHI 2004 S. 146 f. Erw. 4.2.1 und 4.2.2 mit Hinweisen). 1.2.1 Dr. med. B.________, Verfasser der MEDAS-Expertise vom 5. Februar 1998, attestierte der Versicherten trotz beschränktem Wortschatz und gebrochener Aussprache ein gutes Verständnis für die deutsche Sprache und auch der konsiliarisch beigezogene Dr. med. A.________, Spezialarzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, stellte in seiner Teilexpertise vom 22. Januar 1998 "ordentliche Deutschkenntnisse" fest. Dr. med. U.________, Facharzt FMH für Innere Medizin, speziell Rheumaerkrankungen, enthielt sich in seinem rheumatologischen Konsiliumsbericht vom 15. Januar 1998 sodann einer Aussage zum sprachlichen Verständnis, während Dr. med. T.________, Spezialarzt FMH für Neurologie, am 5. März 1999 lediglich erwähnte, dass die neurologische Kontrolle mit der Patientin und deren Kollegin durchgeführt worden sei, die als Übersetzerin fungiert habe, nicht aber, dass er selber eine Dolmetscherin für erforderlich erachtet bzw. eine solche verlangt hätte. Dr. med. W.________, der die Versicherte, durch die IV-Stelle beauftragt, am 19. Juli 2000 ohne Dolmetscher - die als Übersetzungshilfe mitgenommene Tochter der Beschwerdeführerin wurde beim Gespräch nicht zugelassen (vgl. Aktennotiz vom 20. Juli 2000) - psychiatrisch begutachtete, führte in seiner Expertise vom 25. Juli 2000 aus, dass die Explorandin "recht gut Deutsch" spreche. Anlässlich der zweiten MEDAS-Begutachtung Ende 2001 konstatierten die Dres. med. R.________ und O.________ zwar als auffällig, dass die Versicherte nach 24 Jahren Aufenthalt in der Schweiz nur höchst gebrochen Deutsch spreche, verzichteten aber ebenfalls auf den Beizug eines Übersetzers oder einer Übersetzerin (Expertise vom 30. November 2001). Dr. med. N.________, Spezialarzt FMH für Psychiatrie, welcher die psychiatrische Teilexploration vornahm, vermerkte demgegenüber in seinem Bericht vom 11. September 2001, das lange dauernde Gespräch sei kaum durch sprachliche Schwierigkeiten gestört worden. 1.2.2 Daraus erhellt, dass sich die beigezogenen ärztlichen, insbesondere psychiatrischen Fachpersonen weder von sich aus veranlasst gesehen haben, zufolge sprachlicher Probleme einen Dolmetscher oder eine Dolmetscherin beizuziehen, noch durch die Beschwerdeführerin selber im Zeitpunkt der jeweiligen Untersuchung auf erhebliche Verständigungsschwierigkeiten hingewiesen worden wären. Vor diesem Hintergrund wie auch mit Blick darauf, dass der Entscheid darüber, ob eine medizinische Abklärungsmassnahme in der Muttersprache des Exploranden oder der Explorandin oder unter Beizug eines Übersetzers im Einzelfall geboten ist, grundsätzlich durch die begutachtende Person im Rahmen sorgfältiger Auftragserfüllung zu ergehen hat (AHI 2004 S. 147 Erw. 4.2.1), ist den fraglichen medizinischen Akten - auch wenn etwas erschwerte Kommunikationsbedingungen vorhanden gewesen sein dürften - mit der Vorinstanz voller Beweiswert zuzuerkennen. Diese Annahme rechtfertigt im Übrigen auch der Umstand, dass die Beschwerdeführerin bereits seit 1977 in der (Deutsch-)Schweiz lebt, längere Zeit gearbeitet hat und seit 1995 auch über das schweizerische Bürgerrecht verfügt. Daran vermag die Aussage des Dr. med. S.________ in dessen Bericht vom 3. November 2000, wonach gewisse divergierende Angaben möglicherweise auch auf sprachliche Schwierigkeiten zurückzuführen seien, da die Versicherte nur über ungenügende Deutschkenntnisse verfüge, nichts zu ändern. Der behandelnde Arzt ist selber türkischer Abstammung und kommunizierte mit der Beschwerdeführerin daher von Beginn weg in ihrer beider Muttersprache, weshalb er tatsächlich nur geringe Kenntnisse über deren Fähigkeiten, Deutsch zu verstehen und sich in dieser Sprache auszudrücken, haben dürfte.