Citation: 5A_608/2024 E. 4.3.1

4.3.1. Im Zentrum des vorliegenden Verfahrens steht die vom erstinstanzlichen Referenten unterzeichnete Dokumentation zu Handen des Gutachters, die aus vier Dokumenten mit den folgenden Titeln besteht: "Einleitung", "Sachverhaltszusammenfassung", "Lebzeitige Zuwendungen Erblasser" und "Unterlagenverzeichnis". Diese Dokumente wurden den Parteien des Hauptverfahrens zusammen mit dem Fragenkatalog zur Stellungnahme zugestellt, wobei jedes dieser Dokumente den Vermerk "provisorisch" trug. Die Vorinstanz erwog deshalb, Verfahrensfehler könnten dem Referenten nicht vorgeworfen werden. Auch lasse sich der Vorwurf, es sei offensichtlich das Ziel des Referenten, den Gutachter unzulässig zu beeinflussen, vor diesem Hintergrund nicht halten. Dies schliesse jedoch nicht aus, dass der Referent mit seinen Äusserungen zum Sachverhalt objektiv den Anschein der Befangenheit erweckt habe. Den Anschein der Voreingenommenheit könnten Äusserungen zum Sachverhalt dann begründen, wenn sie objektiv den Eindruck erwecken würden, dass das Gericht oder eines seiner Mitglieder sich bereits in einer Art und Weise festgelegt hat, dass Zweifel daran bestehen, dass es einer anderen Bewertung der Sach- und Rechtslage noch zugänglich wäre. Eine vorläufige Einschätzung der Sach- und Rechtslage begründe aber nicht per se den Verdacht der Voreingenommenheit.