Citation: 5A_975/2022 E. 3.2

3.2. Das Kantonsgericht hat auf diese Rechtslage abgestellt und festgestellt, dass die Ausführungen des Bezirksgerichts zur Erziehungsfähigkeit der Eltern, zur Kinderbetreuung, zur persönlichen Beziehung sowie zur geografischen Distanz nicht bestritten würden. Sodann erwog es, dass die Kriterien der Bindungstoleranz, der Stabilität der Verhältnisse sowie der Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit, die beiderseits eingeschränkt sei, letztlich - entgegen der Auffassung der Mutter - nicht gegen die Anordnung einer alternierenden Obhut sprächen. Hinsichtlich der vom Beschwerdeführer beantragten Betreuungsanteile führt das Kantonsgericht aus, die Tochter sei vom Beschwerdeführer nunmehr seit dem 9. Juni 2020 und damit seit Längerem entsprechend der bezirksgerichtlichen Regelung betreut worden und es sei von einer Erweiterung der Betreuungsanteile des Beschwerdeführers abzusehen. Bereits heute würden zahlreiche Konfliktfelder bestehen, wobei die Eltern ihre Verantwortung nicht wahrnehmen, sondern sie auf Dritte bzw. Gerichte abschieben würden. Die Eltern seien weder willens noch fähig, die Besuchs- bzw. Betreuungszeiten im Sinn des Kindeswohls zu regeln. Mit grösster Wahrscheinlichkeit würde eine Ausdehnung der Betreuung wiederum neue Konfliktfelder eröffnen. Die erwiesenermassen eingeschränkte Bindungstoleranz der Mutter würde durch eine Erweiterung der Betreuungsanteile des Beschwerdeführers strapaziert und die ohnehin mangelhafte Kommunikation und Kooperation zwischen den Eltern müsste auf die neue Situation eingestellt werden, wobei die aktuell stabilen Verhältnisse durcheinander gebracht würden. Nach den zahlreichen Verfahren sei dem Kindeswohl am meisten gedient, wenn Ruhe einkehre. Die Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit und die stabilen sozialen Verhältnisse würden deutlich gegen eine Erweiterung der Betreuungsanteile des Beschwerdeführers sprechen. Auch gemäss des eingeholten Gutachtens von Dr. phil. E.________ sei von einer alternierenden Obhut im Wochenrhythmus abzusehen. Die eingeschränkte Absprachefähigkeit und das fehlende Vertrauen würden bei Anordnung einer alternierenden Obhut in einem Masse überstrapaziert, dass sich dies früher oder später negativ auf das Kindeswohl auswirken würde. Schliesslich wolle die Tochter nicht zu gleichen Teilen von Vater und Mutter betreut werden. An den vom Bezirksgericht angeordneten Betreuungszeiten sei somit festzuhalten. Die Regelung sei indes insofern anzupassen, als der Beschwerdeführer die Tochter ab Februar 2023 in der Woche nach dem Betreuungswochenende jeweils bereits ab Mittwochabend, 18 Uhr, betreue.