Citation: 7B_81/2023 E. 2.3.5

2.3.5. Ein adäquater Kausalzusammenhang liegt vor, wenn ein Umstand nicht nur conditio sine qua non des Schadens, sondern auch nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet ist, den eingetretenen Erfolg zu bewirken, so dass der Eintritt dieses Erfolgs als durch die fragliche Bedingung wesentlich begünstigt erscheint. Die adäquate Kausalität ist eine Rechtsfrage, die vom Bundesgericht frei zu prüfen ist (Art. 95 lit. a BGG). Der adäquate Kausalzusammenhang wird unterbrochen, wenn zu einer an sich adäquaten Ursache eine andere Ursache hinzutritt, die einen derart hohen Wirkungsgrad aufweist, dass erstere nach wertender Betrachtungsweise als rechtlich nicht mehr beachtlich erscheint. Entscheidend ist die Intensität der beiden Ursachen. Das Verhalten eines Dritten vermag den Kausalzusammenhang nur zu unterbrechen, wenn diese Zusatzursache derart ausserhalb des normalen Geschehens liegt, derart unsinnig ist, dass damit nicht zu rechnen war (BGE 142 IV 237 E. 1.5.2 mit Hinweisen). Ein adäquater Kausalzusammenhang ist zu verneinen, wenn ein Fehlverhalten anderer Behörden als jenes der Strafbehörden zum Schaden führt (a.a.O., E. 1.5.3). Im zitierten Leiturteil BGE 142 IV 237 hatte das Bundesgericht die finanziellen Konsequenzen der während des hängigen Strafverfahrens erfolgten Entlassung eines Lehrers durch die Schulbehörde zu beurteilen, der von einer Schülerin wegen sexueller Handlungen angezeigt, jedoch letztlich freigesprochen wurde.