Citation: 7B_770/2023 E. 4.5.2

4.5.2. Demgegenüber geht die Vorinstanz fehl, wenn sie dem Beschwerdeführer deshalb "keine geringe kriminelle Energie" mehr attestiert, weil dieser bereits im Jahr 2015 wegen eines gleichen bzw. ähnlichen Verhaltens verurteilt worden war. Sie übersieht, dass die Vorstrafen für die Beurteilung des leichten Falles im Sinne von Art. 148a Abs. 2 StGB keine Rolle spielen. Nach der Rechtsprechung sind nur die sog. Tatkomponenten (vgl. Art. 47 Abs. 2 StGB), nicht aber Täterkomponenten (Abs. 1 Satz 2) in die Abwägung miteinzubeziehen (BGE 149 IV 273 E. 1.5.7 mit Hinweisen). Das Vorleben und damit die Verurteilung aus dem Jahr 2015 ist kein taugliches Abgrenzungskriterium und lässt keine Schlüsse auf die Schwere des unrechtmässigen Bezugs von Sozialleistungen zu.