Citation: 2P.340/2004 20.01.2005 E. 4

Hat ein Steuerpflichtiger trotz Mahnung seine Verfahrenspflichten nicht erfüllt oder können die Steuerfaktoren mangels zuverlässiger Unterlagen nicht einwandfrei ermittelt werden, so nimmt die Veranlagungsbehörde die Veranlagung nach pflichtgemässem Ermessen vor. Sie kann dabei Erfahrungszahlen, Vermögensentwicklung und Lebensaufwand des Steuerpflichtigen berücksichtigen (vgl. Art. 130 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer, DBG; SR 642.11). Der Beschwerdeführer will anhand des Mietvertrages sowie der Kontoauszüge der Migros nachweisen, dass er jährliche Lebenshaltungskosten von höchsten Fr. 6'000.-- hatte. Die Steuerbehörde stellte zu Recht nicht auf diese Unterlagen ab. Eine Person hat im Laufe des Jahres noch weitere lebensnotwendige Ausgaben wie beispielsweise für Krankenkasse, Abonnements, Versicherungen, Strom, Heizung, Wasser, Telefon, Transport, Büro usw. Bezüglich dieser Ausgaben gab der Beschwerdeführer keine Auskunft. Monatliche Ausgaben für Wohnen von Fr. 280.-- entsprechen zudem bei Weitem nicht einem marktüblichen Mietzins. Der Beschwerdeführer bezieht folglich noch weitere Einkünfte - in Geld oder als Naturaleinkommen - die ihm das Leben ermöglichen. Die Steuerbehörden forderten den Beschwerdeführer zu Recht auf, zusätzliche Angaben zu machen. Der Beschwerdeführer hätte es in der Hand gehabt, seine Einkommensverhältnisse und seinen Lebensaufwand lückenlos zu belegen, damit die Steuerfaktoren zuverlässig ermittelt werden können. Mangels zuverlässiger Auskünfte muss dieses Einkommen geschätzt werden. Die Voraussetzungen für eine Ermessensveranlagung sind gegeben. Wenn daher die Steuerbehörde zu einer Ermessensveranlagung schritt, ist das bundesrechtlich nicht zu beanstanden.