Citation: 2C_160/2013 E. 2.2.1

2.2.1. Wie dargelegt, liess sich der Beschwerdeführer weder von den verhängten Strafen noch von den fremdenpolizeilichen Verwarnungen beeindrucken und zu einer Änderung seines Verhaltens veranlassen. Selbst nach der zweiten formellen Verwarnung vom 15. Oktober 2009 gab der Beschwerdeführer erneut zu Klagen Anlass (10.01.2010: einfache Körperverletzung; 11.06.2010: grobe Verletzung der Verkehrsregeln; 25.11.2011: Tätlichkeiten). Das Verhalten des Beschwerdeführers zeugt damit von einer inakzeptablen Geringschätzung der schweizerischen Rechtsordnung sowie von einer gewissen Unbelehrbarkeit. Das Fahreignungsgutachten vom 23. September 2011 attestiert dem Beschwerdeführer zwar aus verkehrspsychologischer Sicht im Bereich der aggressiven Interaktion eine Verbesserung. Die nur gerade zwei Tage später erneut begangenen Tätlichkeiten bestätigen diese positive Entwicklung aber nicht und zeugen vielmehr von einer vom Beschwerdeführer weiterhin ausgehenden Gefährdung der körperlichen Integrität anderer Personen. Der Versuch des Beschwerdeführers, diesen Vorfall als "Lappalie", als blosse Ohrfeige zu verharmlosen, ändert daran nichts. Der diesbezügliche Strafbefehl der Staatsanwaltschaft des Kantons Schaffhausen vom 2. März 2012 erfolgte wegen mehrerer Schläge gegen verschiedene Körperstellen des Opfers. Im ausländerrechtlichen Beschwerdeverfahren besteht kein Raum, strafrechtliche Verurteilungen in Frage zu stellen. Im Übrigen bezeichnet denn auch das erwähnte Gutachten die Impulskontrolle des Beschwerdeführers als weiterhin ungenügend und hält fest, im Bereich der Kritikfähigkeit und Belehrbarkeit zeigten sich noch Schwankungen. In seinem Schreiben vom 16. März 2012 an das Strassenverkehrsamt im Hinblick auf die Wiedererteilung des Führerausweises führt der (private) Therapeut Q.________ unter anderem aus, der Beschwerdeführer habe mittlerweile ein gewöhnliches Mittelklasse-Auto gekauft, mit dem er nicht mehr provoziert werde. Er müsse sich nun nicht mehr von andern Verkehrsteilnehmern stressen lassen und habe auch das Problem mit der Geschwindigkeit im Griff. Diesbezüglich fällt auf, dass nach Auffassung des Beschwerdeführers die Ursache für seine Verfehlungen im Strassenverkehr bei den anderen Verkehrsteilnehmern zu liegen scheint. Der Beschwerdeführer macht geltend, er habe danach (ab Ende August 2012) eine zusätzliche Therapie in Bezug auf die begangenen Tätlichkeiten besucht und beruft sich auf den entsprechenden Bericht von Q.________ vom 15. Oktober 2012. Die Vorinstanz hat sich mit den Ausführungen in den verschiedenen Berichten detailliert auseinandergesetzt; es kann darauf verwiesen werden. Abgesehen davon, dass der Beschwerdeführer in erster Linie zwecks Wiedererteilung des Führerausweises eine Therapie besuchte und die erwähnte zusätzliche Therapie reichlich spät und erst unter dem Druck der verfügten fremdenpolizeilichen Massnahme anfing, lässt sich auch aus dem neueren Schreiben von Q.________, das zudem bloss eineinhalb Monate nach Therapiebeginn abgefasst wurde, keineswegs schliessen, der Beschwerdeführer habe seine Einstellung grundlegend geändert. Wie die Vorinstanz zutreffend feststellt, handelt es sich entgegen den Ausführungen des Therapeuten, der möglicherweise nicht umfassende Kenntnis der Vorfälle hatte, nicht bloss um in der Pubertät begangene Straftaten. Zudem sieht der Beschwerdeführer offensichtlich nicht ein, dass er bei den ihm vorgeworfenen Ereignissen der Täter ist, stellt er sich doch - ob im Verkehr oder im Ausgang - als Opfer von Provokationen dar. Dass eindeutig ein Umdenken stattgefunden hätte, wie der Beschwerdeführer behauptet, lässt sich somit nicht erkennen. Es besteht folglich keine Gewähr dafür, dass sich der Beschwerdeführer zukünftig klaglos verhalten wird. Die ihm mehrmals eingeräumte Gelegenheit, sich zu bessern und sich an die schweizerische Rechtsordnung zu halten, hat der Beschwerdeführer nicht genutzt. Unter diesen Umständen ist die Vorinstanz zu Recht von einem grossen öffentlichen Interesse an der Entfernung bzw. Fernhaltung des Beschwerdeführers ausgegangen.