Citation: 8C_86/2010 06.09.2010 E. 4

Das kantonale Gericht hat sodann ergänzend dargelegt, dass auch die Prüfung der Adäquanzfrage - ausgehend von einem mittelschweren Unfall an der Grenze zu den leichten Unfällen oder höchstens von einem mittelschweren Unfall im engeren Sinn - negativ ausfiele. Den diesbezüglichen Erwägungen kann vollumfänglich beigepflichtet werden. 4.1 Mit dem kantonalen Gericht ist davon auszugehen, dass keine organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen vorliegen. Die 2007 bildgebend nachgewiesene Diskushernie ist - wie oben dargelegt - in Anbetracht der Unfallschwere rechtsprechungsgemäss nicht als unfallverursacht zu betrachten. Anlässlich der Erstkonsultation am 14. Juni 2004 klagte die Versicherte sodann über Kopf- und Nackenschmerzen und verneinte das Vorliegen von Schwindel, an welchem sie bereits vor dem Unfall gelitten hatte, von Übelkeit, Erbrechen und andern Symptomen. Das für ein Schleudertrauma typische Beschwerdebild mit einer Häufung von Beschwerden wie diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit, Visusstörungen, Reizbarkeit, Affektlabilität, Depression, Wesensveränderung usw. (BGE 134 V 109 E. 6.2.1 S. 116) lag somit im Anschluss an das Unfallereignis nicht vor. Trotzdem wurde die Diagnose eines Akzelerationstrauma der HWS nie in Frage gestellt. Dass die Vorinstanz die Adäquanzprüfung nach der Schleudertraumapraxis gemäss BGE 134 V 109 vorgenommen hat, ist nicht zu beanstanden, zumal das Vorliegen eines adäquaten Kausalzusammenhangs auch in Anwendung dieser Praxis zu verneinen ist. 4.2 Das kantonale Gericht ist zu Recht von einem mittelschweren Unfall an der Grenze zu den leichten oder höchstens im mittleren Bereich ausgegangen. Dass ein Unfall im Grenzbereich zu den schweren Fällen vorliege, macht auch die Versicherte nicht geltend. Der adäquate Kausalzusammenhang ist bei einem Unfall im eigentlichen mittleren Bereich zu bejahen, wenn eines von den zur Beurteilung beizuziehenden Kriterien in besonders ausgeprägter Weise oder drei dieser Kriterien erfüllt wären (in Plädoyer 2/2010 S. 53 zusammengefasstes Urteil 8C_897/2009 vom 29. Januar 2010 [E. 4.5 mit Hinweisen]; BGE 134 V 109 E. 10 S. 126 ff.). Die Vorinstanz ist zum Schluss gekommen, es seien höchstens und jedenfalls nicht in ausgeprägter Weise die Kriterien der erheblichen Beschwerden und der erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen erfüllt. Nach Auffassung der Versicherten sind fast alle Kriterien erfüllt. 4.2.1 Zu Recht nicht geltend gemacht wird das Kriterium der ärztlichen Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert. 4.2.2 Bezüglich Kriterium der besonders dramatischen Begleitumstände oder besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls ist zu beachten, dass jedem mindestens mittelschweren Unfallereignis eine gewisse Eindrücklichkeit eigen ist, welche somit noch nicht für eine Bejahung des Kriteriums ausreichen kann (vgl. Urteil 8C_1020/2008 vom 8. April 2009 E. 5.2). Vorliegend handelt es sich um einen einfachen, von einem Kleinlaster auf einen stehenden Personenwagen verursachten Auffahrunfall, der sich innerorts zugetragen hat und bei dem nur geringer Personen- und Sachschaden entstanden ist. Eine besondere Dramatik der Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls ist nicht ersichtlich. 4.2.3 Das Kriterium der Schwere und besonderen Art der erlittenen Verletzungen liegt nicht vor. Es bedürfte hiefür einer besonderen Schwere der für das Schleudertrauma typischen Beschwerden oder besonderer Umstände, welche das Beschwerdebild beeinflussen können (BGE 134 V 109 E. 10.2.2 S. 127 f.). Daran fehlt es hier. Was die Versicherte vorträgt, rechtfertigt kein anderes Ergebnis. Namentlich fehlen, auch in den Berichten des behandelnden Arztes, Anhaltspunkte für eine beim Unfall eingenommene besondere Körperhaltung. Weitere Abklärungen hiezu lassen keinen verlässlichen neuen Aufschluss erwarten. Schliesslich liegt auch keine erhebliche Vorschädigung im Bereich der HWS vor (vgl. zum Erfordernis der Erheblichkeit einer Vorschädigung: SVR 2007 UV Nr. 1 S. 1 E. 3.3.2 [U 39/04]; Urteil 8C_724/2008 vom 18. Dezember 2008 E. 4.2.2), sondern wurde erst im Jahr 2007 eine Diskushernie bildgebend festgestellt. 4.2.4 Die Heilbehandlung bestand in erster Linie in Physiotherapie und Medikation. Eine fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung ist damit nicht gegeben. Praxisgemäss werden an dieses Kriterium deutlich höhere Anforderungen gestellt (vgl. etwa SVR 2009 UV Nr. 22 S. 80 E. 5.4 [8C_209/2008]; Urteil 8C_30/2009 vom 13. Mai 2009 E. 5.2.3). 4.2.5 Ohne weiteres zu verneinen ist auch das Kriterium des schwierigen Heilungsverlaufs und erheblicher Komplikationen. Weder ist in den Akten ein Anhaltspunkt dafür ersichtlich noch vermag die geltend gemachte Operationsindikation die Bejahung des Kriteriums zu rechtfertigen. 4.2.6 Selbst für den Fall, dass die Kriterien der erheblichen Beschwerden und der erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen (zur Begrifflichkeit: BGE 134 V 109 E. 10.2.4 S. 128 und E. 10.2.7 S. 129 f. mit Hinweisen) als erfüllt zu betrachten wären, reichte dies zur Adäquanzbejahung praxisgemäss nicht aus, da - wie das kantonale Gericht darlegt - jedenfalls keines in besonders ausgeprägter Weise und sicher nicht drei der Kriterien gegeben wären. 4.3 Zusammenfassend hat das kantonale Gericht zu Recht einen rechtserheblichen Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis vom 14. Juni 2004 und den im Oktober 2007 rückfallmässig geltend gemachten Beschwerden und damit die Leistungspflicht der Zürich verneint.