Citation: 6B_1388/2021 E. 3.3

3.3. Die Rügen des Beschwerdeführers sind unbegründet. Gemäss Gutachten kann die ambulante Massnahme während des Strafvollzugs und auch danach durchgeführt werden, wobei der Strafvollzug die ambulante Behandlung nicht erheblich erschwert. Diesem Befund stellt die Vorinstanz den Bericht über die laufende Therapie gegenüber, wonach die Behandlung durch den Strafvollzug erschwert und verzögert werde. Wie die Vorinstanz zutreffend ausführt, wird der Täter erheblich privilegiert, wenn die ambulante Behandlung an die Stelle der Freiheitsstrafe tritt und ihm der Freiheitsentzug erspart bleibt. Dies ist unter dem Aspekt der Rechtsgleichheit und Strafgerechtigkeit problematisch (vgl. Marianne Heer, in: Basler Kommentar, Strafrecht, Bd. I, 4. Aufl. 2019, N. 36 f. zu Art. 63 StGB). Es ist zu vermeiden, dass Täter mit therapierbaren Persönlichkeitsstörungen in einem Mass privilegiert werden, das mit dem strafrechtlichen Schuldprinzip nicht mehr zu vereinbaren ist (Trechsel/Pauen Borer, in: Praxiskommentar Strafgesetzbuch, 4. Aufl. 2021, N. 5 f. zu Art. 63 StGB; zur Gleichrangigkeit der Massnahme vgl. Urteil 6B_147/2021 vom 29. September 2021 E. 3.4 mit Hinweisen). Die Vorinstanz berücksichtigt denn zu Recht, dass der Beschwerdeführer gemäss Gutachten bei sämtlichen Anlassdelikten voll schuldfähig war. Es kommt hinzu, dass eine schuldangemessene Freiheitsstrafe von 21 Monaten auszufällen ist (vgl. dazu E. 1 hiervor). Die Vorinstanz weist zudem überzeugend darauf hin, dass beim Beschwerdeführer die von Gutachter und Therapeut als Charaktereigenschaft bezeichnete gesteigerte Eifersuchtsproblematik im Vordergrund steht und nicht die Drogen oder die Depression. Durch einen Aufschub der Freiheitsstrafe würde der Beschwerdeführer verglichen mit einem gesunden Täter besser gestellt. Eine solche Privilegierung liesse sich nur rechtfertigen, wenn die Bewährungsaussichten durch den Strafaufschub zumindest erheblich vermindert würden. Davon kann vorliegend aber keine Rede sein. Selbst der wohlwollende Therapiebericht hält fest, dass der Strafvollzug die Erfolge der bisherigen Behandlung nicht rückgängig machen würde. Gemäss Therapiebericht besteht die therapeutische Kernaufgabe in einer systematischen Desensibilisierung, die in der bisherigen Form nicht fortgesetzt werden könnte, wenn der Beschwerdeführer den Freiheitsentzug antritt. Wie die Vorinstanz zutreffend entgegnet, rechtfertigt dies aber keinen Aufschub der Freiheitsstrafe, da damit keine erhebliche Erschwerung der Therapie verbunden ist. Zudem hebt die Vorinstanz überzeugend hervor, dass keine Krankheit mit fortschreitender Progredienz und damit auch keine zeitliche Dringlichkeit der Behandlung besteht. Die Vorinstanz verletzt kein Bundesrecht, indem sie den Vollzug der Freiheitsstrafe nicht zu Gunsten einer ambulanten Massnahme aufschiebt. Es ist nicht ersichtlich, dass der Strafvollzug den Erfolg der Massnahme erheblich gefährden würde. Daran ändert nichts, dass der Beschwerdeführer aus seiner beruflichen und familiären Umgebung gerissen wird und dass es allenfalls zu einem Therapeutenwechsel kommt. Zudem hat die Vorinstanz einen Ermessensspielraum, den sie angemessen ausübt (Urteil 6B_771/2020 vom 9. Februar 2021 E. 2.3.2).