Citation: 6B_262/2024 E. 2.4.2

2.4.2. Darüber hinaus fehlt im angefochtenen Entscheid auch eine hinreichende Auseinandersetzung mit den Vermögensverhältnissen der C.________ AG. Ob und wenn ja in welchem Umfang durch die Bezüge über das Kontokorrentkonto Aktienkapital und gebundene Reserven angegriffen wurden, geht aus dem angefochtenen Entscheid nicht hervor. Dies wäre jedoch von der Vorinstanz zu beweisen gewesen. Bei einer Einmann-Aktiengesellschaft, wovon die Vorinstanz vorliegend ausgeht (vgl. angefochtenes Urteil S. 10), liegt eine schädigende Vermögensdisposition im Sinne von Art. 158 Ziff. 1 StGB nach ständiger Rechtsprechung nur vor, wenn damit in das Reinvermögen der AG im Umfang des Aktienkapitals und der gebundenen Reserven eingegriffen wird (oben E. 2.1.2). Dies ist der Fall, wenn das Reinvermögen, d.h. die Aktiven minus Forderungen gegen die Gesellschaft, der Gesellschaft nicht mehr zur Deckung von Grundkapital und gebundenen Reserven ausreicht (BGE 117 IV 259 E. 5). Dass der Saldo des Kontokorrents das Aktienkapital samt Reserven vorliegend überstieg (vgl. angefochtenes Urteil S. 12), genügt folglich nicht. Auch lässt sich die ungetreue Geschäftsbesorgung bei einer Einmann-Aktiengesellschaft nicht damit begründen, das Aktionärsdarlehen sei ungenügend abgesichert oder nicht verzinst worden, wenn das Aktienkapital und die gebundenen Reserven dadurch nicht tangiert wurden. Um den Wert der Forderung der C.________ AG gegenüber dem Beschwerdeführer beurteilen zu können, hätte sich die Vorinstanz zudem zwingend mit dessen Vermögensverhältnissen auseinandersetzen müssen. Alleine daraus, dass der Beschwerdeführer hohe (Steuer-) Schulden und Lohnpfändungen hatte, kann ohne Kenntnis des Vermögens des Beschwerdeführers nicht geschlossen werden, die Forderung sei wertlos gewesen. Ohnehin erübrigt sich diese Prüfung, wenn es sich bei den auf dem Kontokorrentkonto verbuchten Bezügen des Beschwerdeführers in Wirklichkeit um Lohnanspruch des Beschwerdeführers handelte, wovon die Vorinstanz im Zusammenhang mit dem Schuldspruch wegen Pfändungsbetrugs auszugehen scheint (vgl. oben E. 2.4.1).