Citation: 4A_294/2020 E. 5.4.1

5.4.1. 5.4.1.1. Die Vorinstanz habe zu Unrecht eine Pflichtwidrigkeit bejaht, da die ausschliesslich auf Lebenserfahrung beruhende Behauptung, er wäre aufgrund seiner beruflichen Qualifikation in der Lage gewesen, die in Deutschland gelegenen Liegenschaften selbst zu bewerten und die (bestrittene) Differenz von 30 % festzustellen, unhaltbar und willkürlich sei. Hierbei ist ihm nicht zu folgen. Der Beschwerdegegner 1 missversteht die Ausführungen der Vorinstanz. Diese hielt lediglich fest, dass er "über die notwendigen Fachkenntnisse, um eine Liegenschaftsbewertung vorzunehmen" verfügte, er jedoch "[e]ine eigenständige Überprüfung der Verkehrswerte [...] nicht vorgenommen" habe und stattdessen auf die von der Bank akzeptierten Schätzungen des Gutachters Dipl. Ing. L.________ vertraut habe. Die Vorinstanz warf ihm demzufolge nicht vor, dass er selbständig eine Bewertung hätte vornehmen müssen, sondern erachtete das Unterlassen der Überprüfung der gutachterlichen Schätzung aufgrund seiner beruflichen Qualifikation als pflichtwidrig. Dass eine derartige Feststellung willkürlich wäre, rügt der Beschwerdegegner 1 nicht und wäre überdies auch nicht ersichtlich. 5.4.1.2. Betreffend die zweite von der Vorinstanz festgestellte Pflichtwidrigkeit (Unterlassen, sich über die Mieterträge zu informieren) habe die Vorinstanz nicht konkretisiert, welche Erkenntnisse der Beschwerdegegner 1 hätte erlangen sollen, wenn er sich über die Mieterträge informiert hätte. Sie habe nicht festgestellt welche Mieterträge die Liegenschaften hätten generieren müssen, um die Liquiditätssituation der F.________ AG im Gleichgewicht zu halten. Auch diese Vorbringen überzeugen nicht. Indem die Vorinstanz darauf hinwies, dass die Mietzinseinnahmen für die F.________ AG von zentraler Bedeutung gewesen seien, da diese über keine liquiden Mittel verfügte, liegt es auf der Hand, dass der Beschwerdegegner 1 durch die Überprüfung der Vermietungssituation Aufschlüsse über die potenziell erzielbaren Mittelzuflüsse hätte erlangen und damit die Auswirkungen des Erwerbs der Liegenschaften auf die Liquiditätslage der F.________ AG hätte beurteilen können. Und selbst wenn die F.________ AG nicht von den Mietzinseinnahmen abhängig gewesen wäre, würde die Unterzeichnung eines Kaufvertrags über zur Vermietung bestimmte Liegenschaften ohne vorgängige Auseinandersetzung mit den gegenwärtigen und in der Zukunft zu erwartenden Mietzinseinnahmen einem Blindflug gleichkommen, was sich nicht mit einer sorgfältigen Ausübung der Finanzplanung im Sinne von Art. 716a Abs. 1 Ziff. 3 OR vereinbaren liesse. Der Beschwerdegegner 1 durfte nicht - wie vor der Vorinstanz vorgebracht - darauf vertrauen, dass A.E.________ über die entsprechenden Kenntnisse verfügte, da nicht diesem sondern dem Beschwerdegegner 1 die Geschäftsführung oblag.