Citation: 5A_479/2022 E. 4.2

4.2. Die Beschwerdeführerin tadelt den angefochtenen Entscheid als willkürlich. Ihr den Grossteil der Prozesskosten aufzubürden, obwohl sie im Rechtsmittelverfahren mehrheitlich obsiegt habe, sei in krassem Mass unbillig. Sie insistiert, dass für die Beurteilung von Obsiegen und Unterliegen die Rechtsbegehren der Klage massgeblich seien und bei vermögensrechtlichen Klagen auf das Verhältnis zwischen der verlangten und der zugesprochenen Summe abgestellt werden könne. Eine "mathematische" Betrachtung sei auch im Streit um die Obhut möglich. Gegenüber dem erstinstanzlichen Entscheid, wonach ihm jährlich 126 Betreuungstage (einschliesslich vier Wochen Ferien) zugestanden hätten, habe der Beschwerdegegner vor Obergericht zusätzlich 29 Tage (120 Betreuungstage und 35 Ferientage) erstritten. Dies entspreche rund 30% der 91 Tage, die er im Berufungsverfahren zusätzlich gefordert habe. Im Ergebnis habe der Beschwerdegegner im Obhutsstreit vor der Vorinstanz also zu 30% und sie, die Beschwerdeführerin, zu 70% obsiegt; daran ändere auch die Tatsache nichts, dass die erste Instanz nur von "faktisch" alternierender Obhut sprach, das Obergericht C.________ hingegen ausdrücklich unter die alternierende Obhut der Parteien stellte. Mit Bezug auf den Unterhaltsstreit erinnert die Beschwerdeführerin daran, dass der Beschwerdegegner mit seiner Berufung eine deutliche Reduktion des Unterhalts gefordert habe. Sie rechnet vor, dass sich die Differenz für die Zeit von der Trennung bis zur neuen Obhutsregelung (17 Monate) auf Fr. 12'614.-- (Fr. 38'450.--./. Fr. 25'836.--) belaufe. Das Obergericht habe für den genannten Zeitabschnitt Unterhalt im Gesamtbetrag von Fr. 33'065.-- zugesprochen, also Fr. 5'365.-- weniger als das Kantonsgericht, womit der Berufungsentscheid gegenüber dem erstinstanzlichen für den Beschwerdegegner um rund 43% günstiger ausfalle. Für die Zeit nach dem angefochtenen Entscheid (ab 1. Juni 2022) sei eine Berechnung nicht möglich, da der Beschwerdegegner keine bezifferten Anträge gestellt habe. Dieses Versäumnis, das nach der Rechtsprechung zu einem Nichteintretensentscheid hätte führen müssen, könne (mit Blick auf den Kostenentscheid) sicher nicht ihr, der Beschwerdeführerin, angelastet werden. Ihr bei dieser Ausgangslage 5/6 der Gerichtskosten aufzubürden, lässt sich der Beschwerdeführerin zufolge auch mit dem "üblicherweise nicht unerheblichen Ermessen" bei der Handhabung von Art. 106 ZPO nicht mehr rechtfertigen und könne vor dem Willkürverbot nicht standhalten. Nichts anderes gälte, falls sich der angefochtene Entscheid auf Art. 107 Abs. 1 Bst. c ZPO stützen würde. Im Ergebnis erachtet es die Beschwerdeführerin als "opportun", die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren zu einem Drittel (Fr. 1'000.--) ihr und zu zwei Dritteln (Fr. 2'000.--) dem Beschwerdegegner aufzuerlegen. Auch was die Parteientschädigung für das Berufungsverfahren angeht, erachtet es die Beschwerdeführerin (unter Verweis auf die Ausführungen zur Gerichtsgebühr) als "schlicht willkürlich", von einem Obsiegen des Beschwerdegegners zu 5/6 auszugehen, denn auch die Parteientschädigung sei nach dem Verfahrensausgang festzusetzen. Zusätzlich bemängelt die Beschwerdeführerin, dass der Parteikostenentscheid "äusserst knapp begründet" und deswegen auch Art. 29 Abs. 2 BV verletzt sei. Im Ergebnis verlangt die Beschwerdeführerin, der Festsetzung der Parteientschädigung wie bei den Gerichtskosten ein Verhältnis von 2:1 zugrunde zu legen und ihr (ausgehend von einer vollen Parteientschädigung von je Fr. 3'600.--) unter diesem Titel Fr. 1'200.-- zuzusprechen.