Citation: 1P.213/2000 06.09.2000 E. 4

4.- a) Das Verwaltungsgericht hat im angefochtenen Urteil ausgeführt, eine 3 m breite Zufahrtsschneise biete objektiv genug Gewähr, dass die Befahrbarkeit jener Weganlage über Parzelle Nr. 1790 selbst für Kleinbusse und Lieferwagen möglich bleibt. Es hat daran anschliessend auf seine im früheren Verfahren (VGE 551/93) geäusserte Auffassung hingewiesen, dass die im Bereich der Parzelle Nr. 1791 gemessene Fahrwegbreite von 2,67 m ausreiche, um sogar Lastwagen ohne grosse Probleme bis zur Liegenschaft Gianom einfahren zu können. Dieser Einschätzung gebe es aus verkehrspolizeilicher Sicht vorliegend nichts beizufügen, zumal jene Lagebeurteilung auf einem Augenschein vor Ort beruhte und damals unangefochten blieb. Dem hält der Beschwerdeführer nun entgegen, vorliegend würde das Dach des geplanten Garageanbaus in den Strassenbereich hineinragen. Er beruft sich dabei auf den Baueingabeplan, Teilpläne Ostfassade und Westfassade, sowie auf die Beschwerde des privaten Beschwerdegegners Jachen Egler an den Bezirksgerichtspräsidenten vom 13. Januar 2000 im Verfahren der privatrechtlichen Baueinsprache des vorliegenden Beschwerdeführers. In dieser Eingabe hat Jachen Egler ausgeführt, aus den Plänen sei beim Grundriss klar ersichtlich, "dass der Abstand von 3 m für das Wegrecht eingehalten wird. Einzig ein kleiner Fehler beim Dachvorsprung könnte allenfalls Anlass zu Unsicherheiten geben ...". b) Auf den Plänen der Ostfassade und der Westfassade lässt sich am Dach des geplanten Garagenanbaus jeweils ein kleiner Vorsprung feststellen, der in die Strasse hineinzuragen scheint. Ob daraus zwingend hervorgeht, dass damit ein Mindestabstand von 3 m von der nördlich gelegenen Parzelle Nr. 1789 nicht mehr eingehalten wäre, was die Gemeindebehörden gemäss ihrer Vernehmlassung bezweifeln, kann offen bleiben. Entscheidend ist vielmehr, dass die Baubewilligung unter der ausdrücklichen Bedingung erteilt wurde, der Grenzabstand gegenüber der Parzelle Nr. 1789 habe den gesetzlichen Bestimmungen von 3 m zu entsprechen. Der Beschwerdeführer hat sich mit dieser an die Erteilung der Baubewilligung geknüpften Bedingung nicht auseinander gesetzt und insbesondere nicht geltend gemacht, diese Bedingung entspreche nicht den gesetzlichen Bestimmungen oder sie sei unklar. Der Formulierung dieser Bedingung ist zwar nicht ausdrücklich zu entnehmen, dass damit der gesamte Bau inklusive Vordächlein gemeint ist. Dass der Grenzabstand auch von einem Vordächlein einzuhalten ist, legt das Verwaltungsgericht seinem Urteil zugrunde und wird auch in der Vernehmlassung der Gemeinde Scuol präzisiert und klar festgehalten. Davon gehen auch die Beschwerdegegner in ihrer Vernehmlassung sowie in der erwähnten Eingabe vom 13. Januar 2000 aus. Es ist daher klarerweise davon auszugehen, dass der Grenzabstand von 3 m durch den geplanten Garagenneubau gesamthaft respektiert wird. Bei dieser Sachlage ist nicht entscheidend, ob die Baubehörden das Baugesuch willkürlich verstanden und ausgelegt haben, wie der Beschwerdeführer meint. Es kann demnach nicht als willkürlich betrachtet werden, wenn das Verwaltungsgericht im Sinne der ausdrücklichen Bedingung zur Baubewilligung von der Einhaltung eines Grenzabstandes von 3 m ausgegangen ist. Der Beschwerdeführer legt im Übrigen nicht dar, dass dieser tatsächlich einzuhaltende Abstand im Widerspruch zu gesetzlichen Bestimmungen stehen und ihn in der Zufahrt zu seiner eigenen Parzelle beeinträchtigen soll.