Citation: 1C_267/2022 E. 7.3

7.3. Die Beschwerdeführerin rügt, die Vorinstanz habe § 201 Abs. 1 lit. b PBG willkürlich angewandt. Gemäss dieser Regelung erlösche die Baubewilligung, wenn die Bauarbeiten innerhalb einer von der Gemeinde festzusetzenden Frist nicht vollendet werden. Dem Wortlaut entsprechend seien die Bauarbeiten erst dann als "vollendet" anzusehen, wenn sämtliche zur Erstellung des Baus erforderlichen Bauarbeiten abgeschlossen wurden. Dazu könne allenfalls die Meldekarte "Vollendung Bauten und Anlagen" herangezogen werden. Nicht unter § 201 Abs. 1 lit. b PBG fielen jedoch die für das Einreichen der Meldekarte "Erstellen Schnurgerüst" erforderlichen Bauarbeiten, da diese lediglich einen Zwischenschritt zur Vollendung der Baute bildeten. Das Erlöschen der Baubewilligung bei der nicht fristgerechten Vornahme der Bauarbeiten für diesen Zwischenschritt sei vom Zweck (ratio legis) von § 201 Abs. 1 lit. b PBG nicht gedeckt. Der von der Vorinstanz erwähnte Wille des Gesetzgebers lasse sich weder dem Gesetzestext noch den Materialien entnehmen.