Citation: 1C_286/2020 E. 5.3.2

5.3.2. Gemäss dem ersten Satz von § 357 Abs. 1 PBG dürfen bestehende Bauten, die Bauvorschriften widersprechen, umgebaut und erweitert werden, wenn keine überwiegenden öffentlichen oder nachbarlichen Interessen entgegenstehen. Diese Regel wird durch den zweiten Satz von § 357 Abs. 1 PBG eingeschränkt, der für neue oder weiter gehende Abweichungen von Vorschriften die erforderlichen Ausnahmebewilligungen vorbehält. Nach der Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts und des Bundesgerichts liegt im Sinne von § 357 Abs. 1 Satz 2 PBG eine weiter gehende Abweichung vor, wenn zusätzlich gegen eine bereits verletzte Bestimmung verstossen wird, also z.B. die bereits überschrittene Bauhöhe noch einmal erhöht würde (Urteil 1C_319/2016 vom 1. Februar 2017 E. 3.5 und 3.6 mit Hinweisen). Eine weiter gehende Abweichung kann auch bejaht werden, wenn eine bauliche Änderung den optischen Eindruck der Abweichung von einer Baunorm verstärkt (Urteil 1C_319/2016 vom 1. Februar 2017 E. 3.6).