Citation: 6P.120/2004 23.03.2005 E. 8.4

Das Bezirksgericht, auf dessen Urteil das Obergericht im Übrigen verweist, hat die Glaubhaftigkeit der Aussagen der Geschädigten entgegen den Behauptungen in der staatsrechtlichen Beschwerde (S. 19) nicht allein gestützt auf das Gutachten bejaht. Vielmehr hat es sich mit eigenen Erwägungen ausführlich damit auseinander gesetzt. Es hat zunächst die Kriterien dargestellt, welche für die Bewertung von Aussagen im Allgemeinen und von kindlichen/jugendlichen Opfern sexuellen Missbrauchs durch Beziehungspersonen im Besonderen massgebend sein können (erstinstanzliches Urteil S. 54 - 59; kant. Akten p. 338 - 343). Es hat in Würdigung verschiedener Zeugen-aussagen und Berichte festgestellt, dass die Geschädigte grund-sätzlich glaubwürdig ist (S. 59 - 61; kant. Akten p. 343 - 345). Es ist aufgrund einer eingehenden Auseinandersetzung mit den Aussagen der Geschädigten unter Berücksichtigung der von der Wissenschaft allgemein anerkannten Kriterien zum Schluss gekommen, dass diese Aussagen als glaubhaft zu werten sind und einem reellen Geschehen entsprechen (erstinstanzliches Urteil S. 63 - 71; kant. Akten p. 347 - 355). Mit dieser eingehenden Beweiswürdigung, auf die im angefochtenen Entscheid verwiesen wird, setzt sich der Beschwerdeführer nicht aus-einander. Er behauptet bloss, die daraus gezogenen Schluss-folgerungen seien das Resultat einer eigenen laienhaften aussage-psychologischen Beurteilung durch das Gericht, die sich in ver-messener Weise über das fachmännische Gutachten hinwegsetze (staatsrechtliche Beschwerde S. 3). Die Rüge ist unbegründet. Das angefochtene Urteil (S. 24) und der erstinstanzliche Entscheid (S. 55; kant. Akten p. 339) gehen zutreffend davon aus, dass die Beurteilung der Glaubhaftigkeit von Aussagen in erster Linie Aufgabe des Richters ist, der hiefür ein Gutachten als Hilfsmittel heranziehen kann, welches grundsätzlich der freien Beweiswürdigung unterliegt (siehe BGE 128 I 81 E. 2 S. 86). Das Obergericht durfte mit dem Bezirksgericht die Schlussfolgerung, dass die Aussagen der Geschädigten glaubhaft sind, ohne Willkür auch auf das eingeholte Gutachten und die ergänzenden Ausführungen des Experten in der erstinstanzlichen Hauptverhandlung stützen (siehe E. 8.3 hievor), und es kann daher keine Rede davon sein, dass es sich über das Gutachten hinweg-gesetzt habe.