Citation: U 401/04 13.06.2005 E. 4

4.1 Bei festgestellter Abklärungsbedürftigkeit verletzt die Rückweisung der Sache an die Verwaltung als solche weder den Untersuchungsgrundsatz noch das Gebot eines einfachen und raschen Verfahrens (aArt. 108 Abs. 1 lit. a UVG, in Kraft gewesen bis 31. Dezember 2002; Art. 61 lit. a ATSG, in Kraft seit 1. Januar 2003). Anders verhält es sich nur dann, wenn die Rückweisung an die Verwaltung einer Verweigerung des gerichtlichen Rechtsschutzes gleichkäme (beispielsweise dann, wenn aufgrund besonderer Gegebenheiten nur ein Gerichtsgutachten oder andere gerichtliche Beweismassnahmen geeignet wären, zur Abklärung des Sachverhaltes beizutragen) oder wenn die Rückweisung nach den Umständen als unverhältnismässig bezeichnet werden müsste (RKUV 1993 Nr. U 170 S. 136 Erw. 4a, 1989 Nr. K 809 S. 207 Erw. 4). Das Eidgenössische Versicherungsgericht hat überdies entschieden, dass eine Rückweisung an die Verwaltung gerechtfertigt ist, wenn eine medizinische Expertise notwendig erscheint, weil der Grundsatz der Kostenlosigkeit des versicherungsgerichtlichen Beschwerdeverfahrens nicht dazu missbraucht werden darf, dass die Unfallversicherer sich von den oftmals beträchtlichen Kosten derartiger Gutachten zu Lasten der kantonalen Staatskasse befreien können (nicht veröffentlichte Urteile J. vom 24. Februar 1999, U 51/98, M. vom 27. Mai 1993, U 76/92 und J. vom 18. Dezember 1985, U 69/84). 4.2 Im vorliegenden Fall ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf weitere Heilbehandlung (und gegebenenfalls auf eine Integritätsentschädigung) streitig. Dieser Anspruch besteht, sofern die natürliche Unfallkausalität der geklagten Beschwerden nicht dahingefallen ist, solange als von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch eine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann (Art. 19 Abs. 1 e contrario in Verbindung mit Art. 10 Abs. 1 UVG). Die gesundheitliche Besserung muss dabei erheblich ("namhaft") und wahrscheinlich sein. Es genügt nicht, dass lediglich noch ein unbedeutender therapeutischer Fortschritt erwartet oder eine erhebliche Besserung bloss möglicherweise noch erzielt werden kann (EVGE 1952 S. 86; A. Maurer, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, Bern 1985, S. 274). Der Gesundheitszustand des Versicherten darf hiefür allerdings nur prognostisch und nicht aufgrund retrospektiver Feststellungen beurteilt werden (RB SUVA 1982 Nr. 2; vgl. auch BGE 111 V 25 Erw. 3c in fine). Alle diesbezüglichen Fragen bedürfen zusätzlich zur natürlichen Unfallkausalität der von der Beschwerdeführerin nach dem 2. Dezember 2002 weiterhin geklagten Beschwerden der Abklärung in tatsächlicher Hinsicht, allenfalls durch Einholung eines neuen spezialärztlichen Gutachtens. Die Streitsache ist daher an die Allianz und nicht an die Vorinstanz zurückzuweisen.