Citation: 9C_602/2021 E. 3.2.1

3.2.1. Dr. med. B.________ diagnostizierte mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit den Verdacht auf ein Stiff-Man-Syndrom, wahrscheinlich paraneoplastisch bei Multiplem Myelom, sowie ein chronisches generalisiertes Schmerzsyndrom (neurologisches Teilgutachten des BEGAZ S. 23). Zur Arbeitsfähigkeit führte er aus, in der angestammten Tätigkeit (Hilfsschreiner) sei bezugnehmend auf die früheren Begutachtungen unverändert von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen. Aktuell müsse unter Berücksichtigung der neu gestellten Diagnosen eines Multiplen Myeloms beziehungsweise eines damit assoziierten Stiff-Man-Syndroms eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % auch in leidensangepassten leichten Tätigkeiten attestiert werden. Der Beginn dieser Einschränkung sei retrospektiv schwierig festzulegen; arbiträr könne er ab dem Zeitpunkt der im Ausland vorgenommenen Abklärungen im Oktober 2017 angenommen werden, wo mit dem pathologischen Liquorbefund (Nachweis oligoklonaler Banden, verdächtig auf ein Autoimmungeschehen) erstmals die zur aktuellen Diagnose führende Erkrankung des Immunsystems festgestellt worden sei (neurologisches Teilgutachten des BEGAZ S. 30 f.). Das kantonale Gericht hat sein Abweichen betreffend den Zeitpunkt des Eintritts der 100%igen Arbeitsunfähigkeit in leidensangepasster Tätigkeit im Wesentlichen mit zwei Aspekten begründet: Erstens mit einem Laborbefund vom 10. Januar 2017, der auf eine monoklonale Gammopathie hinweist. Sodann damit, dass der Beschwerdegegner bereits ab 2015 für das Stiff-Man-Syndrom typische Beschwerden geklagt haben soll.