Citation: 5A_1033/2017 E. 4.4

4.4. Die Beschwerdeführerin macht eine weitere Gehörsverletzung geltend und verweist darauf, dass sie die Kinder bereits für zehn Monate betreut habe. Sie habe nicht mit der Übertragung der Betreuung auf den Vater rechnen müssen. Hierin liege eine unerwartete Rechtsanwendung, zu der das Bezirksgericht sie hätte anhören müssen. Erst mit dieser Anhörung hätte sie auch Anlass gehabt, Angaben zu den Tages- und Betreuungsstrukturen am Wohnort des Beschwerdegegners zu machen. Die Beschwerdeführerin bringt nicht vor, diese Rüge bereits im vorinstanzlichen Verfahren erhoben zu haben (vgl. BGE 143 III 290 E. 1.1; 133 III 639 E. 2). Sie ist ohnehin unbegründet: Die Obhutszuteilung war im kantonalen Verfahren strittig und den Parteien die Sachlage hinreichend bekannt. Die Beschwerdeführerin musste damit rechnen, dass dieser Punkt zu ihren Ungunsten entschieden werden könnte. Ein verfassungsmässiger Anspruch auf (nochmalige) Anhörung hat unter diesen Umständen nicht bestanden (vgl. BGE 140 III 231 E. 3.5).