Citation: 6B_1060/2022 E. 2.2.1

2.2.1. 2.2.1.1. Die Vorinstanz geht von der sexuellen Nötigung als schwerstes Delikt aus. Dafür setzt sie eine hypothetische Einsatzstrafe von 8 Monaten fest. Sie begründet dies sorgfältig und hält fest, der Beschwerdeführer habe die Privatklägerin durch physische und psychische Gewalt gefügig gemacht und sich anschliessend auf dem Bett mit seiner körperlichen Überlegenheit über ihre Ablehnung hinweggesetzt. Er habe die Privatklägerin mit sexueller Motivation geküsst, gebissen, ausgegriffen und schliesslich für mehrere Minuten einen Finger in ihre Vagina eingeführt. Die Privatklägerin habe darunter weniger physisch als psychisch gelitten. Sie habe angegeben, den Sex mit dem Beschwerdeführer gewohnt gewesen zu sein. Zudem habe sie sich anschliessend auch zu einvernehmlichen sexuellen Handlungen motivieren lassen. Hingegen habe sie die sexuellen Handlungen mit dem Beschwerdeführer zumindest anfänglich nicht gewollt, da sie einen neuen Freund gehabt habe, dem sie eigentlich treu habe bleiben wollen. Über dieses sexuelle Selbstbestimmungsrecht habe sich der Beschwerdeführer hinweggesetzt. Das Beissen habe bei der Privatklägerin eine blutende und schmerzhafte Wunde hinterlassen. Die Vorinstanz erachtet die objektive Tatschwere im weiten Bereich der denkbaren sexuellen Nötigung als leicht. Zur subjektiven Tatschwere erwägt die Vorinstanz, der Beschwerdeführer habe direktvorsätzlich egoistisch und "machohaft-primitiv" gehandelt. Er habe nicht akzeptieren wollen, dass nicht nur er eine neue Beziehung habe, sondern auch die Privatklägerin. Mit den Übergriffen habe er seine Besitzansprüche an der Privatklägerin zeigen wollen. Die Vorinstanz wertet das Motiv des Beschwerdeführers als niederträchtig. Entgegen der Erstinstanz sieht sie keinen Anlass, das Alter des Beschwerdeführers strafmindernd zu berücksichtigen. Er sei auch mit 19 Jahren in der Lage gewesen, die Folgen seiner Tat zu erkennen. Die subjektive Tatschwere übersteige die objektive Tatschwere. Trotzdem lässt es die Vorinstanz bei einem "vergleichsweise noch leichten Verschulden" bewenden. 2.2.1.2. Sodann legt die Vorinstanz für die Nötigung eine Strafe von sieben Monaten fest. Auch dies begründet sie überzeugend. Sie hält fest, der Beschwerdeführer habe damit gedroht, ein Intimbild der Privatklägern an deren strengen muslimischen Vater zu senden. Dies hätte der damals 16-jährigen Privatklägerin massive Probleme mit dem Vater eingehandelt. Nur schon die Befürchtung einer familiären Zerrüttung wiege schwer. Die objektive Tatschwere wiege deshalb nicht mehr leicht. Zur subjektiven Tatschwere macht die Vorinstanz dieselben Überlegungen wie bei der sexuellen Nötigung und geht von einem "vergleichsweise nicht mehr leichten Verschulden" aus. 2.2.1.3. Schliesslich erhöht die Vorinstanz die Einsatzstrafe für die sexuelle Nötigung von 8 Monaten wegen der Nötigung um 4 Monate. Eine geringere Straferhöhung hält sie nicht für angezeigt, da die Taten sich gegen unterschiedliche Rechtsgüter richteten.