Citation: I 73/05 13.09.2006 E. 5

5.1 Aus den Akten ergeben sich folgende Perioden eingeschränkter oder gänzlich aufgehobener Arbeitsfähigkeit: Dr. med. F.________, allg. Medizin FMH, attestierte vom 24. Oktober 1997 bis 8. November 1997, vom 23. bis 27. März sowie vom 3. bis 13. April 1998 je eine volle Arbeitsunfähigkeit. In der Folge kam es zu einem 31 Tage dauernden Unterbruch, in welchem die Beschwerdeführerin voll arbeitsfähig war, bevor zuerst Dr. med. R.________, Innere Medizin FMH, und dann insbesondere PD Dr. med. E.________, leitender Arzt Gastroenterologie am Spital Z.________, vom 15. Mai bis 1. Juli 1998 eine volle und ab 2. Juli bis 2. Oktober 1998 eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit bescheinigten. Frau Dr. med. W.________, Ärztin an der medizinischen Universitätsklinik am Spital Z.________, bestätigte auf der Taggeldkarte der SWICA Krankenkasse ab 8. Oktober 1998 bis 9. September 1999 und wiederum vom 19. September bis 1. November 1999 eine Arbeitsunfähigkeit von 60 %. Diese reduzierte sich in der Folge auf 50 % (1. bis 15. November) und 40 % (15. bis 23. November). Ab 23. November bis 23. Dezember 1999 lag - mit Ausnahme des 18. Dezembers - keine Arbeitsunfähigkeit vor, während die Beschwerdeführerin vom 24. Dezember 1999 bis 15. Januar 2000 als vollständig arbeitsunfähig erachtet wurde. Danach bestand während eines Monats vom 16. Januar bis 17. Februar 2000 eine 30%ige Arbeitsunfähigkeit. Erst ab 27. Juli 2000 wurde erneut eine solche von 50 % attestiert. 5.2 Verwaltung und Vorinstanz argumentieren auf Grund der Tatsache, dass sich die Beschwerdeführerin erst am 18. Januar 2001 bei der Invalidenversicherung angemeldet hatte, ein Anspruch auf Rentenleistungen könne in Anwendung von Art. 48 Abs. 2 IVG frühestens im Januar 2000 beginnen. Sie liessen daher die vor diesem Zeitpunkt attestierten Perioden der Arbeitsunfähigkeit ausser Betracht. Da vom 18. Februar bis 26. Juli 2000 keine entsprechenden Belege vorhanden seien, sei die Wartezeit im Sinne von Art. 29ter IVV unterbrochen worden und habe erst wieder am 27. Juli 2000 zu laufen begonnen. 5.3 Beschwerdeweise wird insbesondere vorgebracht, die Arbeitsunfähigkeit sei im genannten Zeitraum nicht unterbrochen worden. Letztinstanzlich wurden weitere Zeugnisse und Berichte eingereicht. Am 15. März 2000 berichteten die Dres. med. E.________, Leitender Arzt Gastroenterologie, und W.________, Assistenzärztin an der medizinischen Universitätsklinik am Spital Z.________, über eine vom Oktober 1998 bis September 1999 durchgeführte Behandlung und die dabei aufgetretenen Nebenwirkungen. Angaben über die Arbeitsfähigkeit ab Februar 2000 fehlen. Laut Bericht vom 29. März 2000 wurde die Beschwerdeführerin am 26. März 2000 in die chirurgische Notfallstation eingeliefert, da sie sich durch einen tätlichen Angriff im Rahmen einer Auseinandersetzung eine commotio cerebri und multiple Prellungen mit Abschürfungen zugezogen hatte. Eine stationäre Behandlung fand nicht statt, da die Patientin auf Entlassung nach Hause bestanden habe. Eine Arbeitsunfähigkeit wird nicht attestiert. Sollte eine solche bestanden haben, hätte sie nur einige Tage gedauert. Von einer Nachbehandlung finden sich in den Akten keine Angaben. Im Bericht vom 19. Januar 2005 über eine Behandlung beim Zentrum A.________ (Zentrum für Traditionelle Chinesische Medizin am Spital C.________) am 30. März und am 10. April 2000 wird weder der Unfall erwähnt, noch eine Arbeitsunfähigkeit bescheinigt. Gemäss Schreiben des Dr. med. D.________, Spezialarzt für Innere Medizin FMH, vom 16. Juni 2003 war die Beschwerdeführerin vom Januar bis Juli 2000 regelmässig in seiner Behandlung. Es wird über eine chronische Müdigkeit und Schmerzen am ganzen Körper berichtet. Angaben über die Arbeitsfähigkeit fehlen. Hingegen ist dem Bericht des Gastroenterologen PD Dr. med. E.________ vom 15. Juli 2003 zu entnehmen, dass sich seine Patientin nach der fehlgeschlagenen Kombinationstherapie vom Herbst 1998 bis September 1999 und der daran anschliessenden 24-wöchigen "follow up" -Therapie bis im August 2000 besser gefühlt habe. Dasselbe ergibt sich auch aus dem Schlussbericht Berufsförderungskurs vom 28. Oktober 2002. Für eine volle Arbeitsfähigkeit im hier strittigen Zeitraum vom 18. Februar bis 26. Juli 2000 spricht auch der Umstand, dass bereits ab Mitte November 1999 eine rückläufige Arbeitsunfähigkeit attestiert wurde und unmittelbar vor dem 18. Februar 2000 ein Monat mit einer solchen von bloss 30 % bestand. Einzig Frau med. prakt. H.________, welche die Beschwerdeführerin gynäkologisch betreute, legt am 16. Januar 2005 dar, diese sei ab Oktober 1999 in ihrer Behandlung gestanden. Es sei ihrer Patientin damals gar nicht gut gegangen. Nach der Interferon- und Ribavirintherapie, auf welche sie nicht angesprochen habe, seien starke Nebenwirkungen aufgetreten und hätten sie stark geschwächt. Eine Arbeitsfähigkeit sei in jener Zeit kaum gegeben gewesen, nachdem der Alltag knapp alleine bewältigt wurde. Dieses Zeugnis, das ungefähr fünf Jahre nach dem fraglichen Zeitraum ausgestellt wurde, kann nicht belegen, dass vom 18. Februar bis 26. Juli 2000 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eine um mindestens 25 % reduzierte Arbeitsfähigkeit vorgelegen hatte. Der Ausdruck "kaum" lässt darauf schliessen, dass die Ärztin retrospektiv von einer Arbeitsunfähigkeit ausgeht, hingegen nicht, dass diese überwiegend wahrscheinlich für einen fünf Monate dauernden Zeitraum als ununterbrochen gegeben zu erachten ist. Eine solche ist zwar möglich. Hingegen liegen auch Indizien vor, die für einen Unterbruch im Sinne von Art. 29ter IVV sprechen. So dokumentiert die Taggeldkarte der SWICA ab 8. Oktober 1998 bis 8. Mai 2001 verschiedene Grade und Perioden von Arbeitsunfähigkeit. Es ist nicht einleuchtend, dass einzig im hier interessierenden Zeitraum vom 18. Februar bis 26. Juli 2000 keine Einträge vorgenommen wurden. Weiter wäre bei einer durchgehenden Arbeitsunfähigkeit nicht erklärt, warum Dr. med. M.________ am 26. Juli 2000 eine 40%ige Arbeitsunfähigkeit ab dem darauf folgenden Tag bescheinigte, wenn diese beim Arztbesuch schon angedauert hätte.