Citation: 8C_386/2021 E. 5.2

5.2. Soweit die Beschwerdeführerin in der Nichtansetzung einer Nachfrist durch das kantonale Gericht einen Verstoss gegen das Verbot des überspitzten Formalismus gemäss Art. 29 Abs. 1 BV rügt, kann ihr nicht gefolgt werden. Überspitzter Formalismus liegt als eine besondere Form der Rechtsverweigerung vor, wenn für ein Verfahren rigorose Formvorschriften aufgestellt werden, ohne dass die Strenge sachlich gerechtfertigt wäre, oder wenn die Behörde formelle Vorschriften mit übertriebener Schärfe handhabt. Prozessuale Formen sind jedoch unerlässlich, um die ordnungsgemässe Abwicklung des Verfahrens sowie die Durchsetzung des materiellen Rechts zu gewährleisten (BGE 118 V 311 E. 4; 114 Ia 34 E. 3). Überspitzter Formalismus ist daher nur gegeben, wenn die strikte Anwendung der Formvorschriften durch keine schutzwürdigen Interessen gerechtfertigt ist, zum blossen Selbstzweck wird und die Verwirklichung des materiellen Rechts in unhaltbarer Weise erschwert oder verhindert (BGE 142 V 152 E 4.2; Urteil 8C_77/2020 vom 17. März 2020 E. 5.4, je mit Hinweisen). Dies trifft hier klarerweise nicht zu. Wie das kantonale Gericht darlegte (vgl. E. 4.2 hiervor), hätte der Beschwerdeführerin bzw. ihrem Rechtsvertreter spätestens bei Erhalt der Abgabequittung bewusst werden müssen, dass die Beschwerdeschrift nicht übermittelt worden war und die Beschwerde somit nicht als fristgemäss eingereicht gelten konnte. Zu Recht wies die Vorinstanz denn auch darauf hin, dass zu diesem Zeitpunkt noch die Möglichkeit eines erneuten Zustellversuchs und damit der Fristwahrung offen gestanden hätte. Es kann mithin keine Rede davon sein, dass das kantonale Gericht der Beschwerdeführerin den Rechtsweg in unzulässiger Weise versperrt hätte.