Citation: 2C_678/2023 E. 6.9

6.9. Die Beschwerdeführerin macht weiter geltend, die Regelung der Fristwahrung nach kantonalem Recht (§ 11 Abs. 2 VRG/ZH) verletze ihr Recht auf Zugang zu einem Gericht gemäss Art. 6 Ziff. 1 EMRK. Es kann offenbleiben, ob diese Garantie hier anwendbar ist (zur Anwendbarkeit auf Prüfungsentscheide im Zusammenhang mit dem rechtlichen Gehör vgl. E. 4.4 hiervor), denn der angefochtene Entscheid erweist sich so oder so als konventionskonform. Die Konventionsstaaten dürfen den von Art. 6 Ziff 1 EMRK gebotenen gerichtlichen Rechtsschutz (Urteil Golder c. Royaume Uni, Reports A, No 18, § 26 ff.) an - für alle Personen gleichermassen geltende - prozessuale Bedingungen knüpfen (Urteil Stedman c. Royaume-Uni vom 9. April 1997, Série B, No 89). Sie geniessen dabei einen gewissen Spielraum und können sachlich begründbare sowie verhältnismässige Voraussetzungen vorsehen (Urteil Sortiris et Nikos Koutras Attee c. Grèce vom 16. November 2000, Recueil 2000-XII, §15). Aus den bereits dargelegten Gründen ist die Rechtslage im Kanton Zürich sachlich begründbar und wirkt sich nicht unverhältnismässig auf den Zugang zu einem Gericht aus.