Citation: 1A.41/2005 04.11.2005 E. 4

Die Beschwerdeführerin hält den angeordneten Einbau von Schallschutztunnels für wirtschaftlich untragbar und damit für unverhältnismässig, da mit anderen baulichen Sanierungsmassnahmen, die nach ihrer Schätzung um Fr. 20'000.-- bis Fr. 35'000.-- billiger wären als die Gesamtkosten für die Schallschutztunnels (Fr. 40'000.-- bis Fr. 60'000.--), das gleiche Ziel erreicht werden könne. Zur Wirksamkeit von Schallschutztunnels kann mit der Vorinstanz festgestellt werden, dass gemäss der Überzeugung der Fachleute solche Tunnels heute das beste Mittel zur Dämpfung des Mündungsknalls sind. Sie sind wirksamer als Lägerblenden und können im Idealfall zu einer Lärmminderung von bis zu 20 dB(A) führen. Schallschutztunnels zeigen auch eine sehr gute Wirkung in den Mündungsknallbereichen neben und hinter dem Schützenstand sowie hinter dem Scheibenstand. Lägerblenden decken dagegen nur einen ungenügenden Raumwinkel ab und dämpfen vor allem die seitliche Abstrahlung des Mündungsknalls. Im Geschossknallbereich zeigen Schallschutztunnels allerdings nahezu keine Wirkung, da weder der (dominierende) Geschossknall noch die Geschossknall-Reflexionen reduziert werden. Das Gleiche gilt indessen auch für Läger- und Seitenblenden (vgl. zum Ganzen Schriftenreihe Vollzug Umwelt, Schiesslärm-Modell SL-90, Erweiterung 1996, hrsg. BUWAL 1996, S. 11 ff; Robert Hofmann, Lärm und Lärmbekämpfung in der Schweiz, Vorlesungsskript ETH, 2. A. 2000, S. 15-11 ff.). Die Nidwaldner Behörden sind somit bei ihren Sanierungsentscheiden zu Recht davon ausgegangen, dass der Einbau von Schiesstunnels die wirksamste bauliche Massnahme zur Verbesserung der Lärmsituation vor allem hinter dem Schützenstand bzw. im dort liegenden Siedlungsgebiet sei. Auch die Häuser hinter dem Scheibenstand werden lärmentlastet werden können. Dass bei den hinter dem Schützenhaus und hinter dem Scheibenstand gelegenen Wohnbauten heute die Immissionsgrenzwerte nicht überschritten werden, entbindet entgegen der Meinung der Beschwerdeführerin die Inhaberin einer Schiessanlage nicht von der Pflicht, im Sanierungsverfahren auch jene Vorkehren zu treffen, mit denen im Sinne von Art. 11 Abs. 2 USG unnötige Emissionen vermieden werden können. Was schliesslich die Ausführungen der Beschwerdeführerin zu möglichen Kosteneinsparungen für Lärmschutzmassnahmen betrifft, so ist nach dem Gesagten nicht einzusehen, mit welchen bedeutend billigeren Massnahmen eine vergleichbare Wirkung erzielt werden könnte wie mit Schallschutztunnels. Die Kosten-"Schätzung" der Beschwerdeführerin wird denn auch in keiner Weise substanziiert.