Citation: 8C_117/2023 E. 4.2

4.2. Anhaltspunkte für eine Auslegung über den Wortlaut des Art. 24 Abs. 1 UVV hinaus bestehen entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin keine. Es fehlt insbesondere an einer Überschreitung (bzw. Unterschreitung) des Gestaltungsspielraums, welcher dem Verordnungsgeber in diesem Zusammenhang zusteht (vgl. BGE 139 V 161 E. 4.2.3). Inwieweit eine durch Pflege- und Betreuungsaufgaben begründete teilzeitliche Erwerbstätigkeit mit den in Art. 24 Abs. 1 UVV genannten Tatbeständen (Militärdienst, Zivildienst, Zivilschutzdienst, Unfall, Krankheit, Mutterschaft, Arbeitslosigkeit oder Kurzarbeit; vgl. E. 2.3 hievor) gleichgesetzt werden könnte, leuchtet dementsprechend nicht ein. Vorab betreffen die in dieser Bestimmung erwähnten Faktoren stets die versicherte Person selber. Schon deshalb kann das durch Pflege und Betreuung des eigenen Kindes (oder einer anderen Person) verminderte Einkommen, selbst wenn krankheitsbedingt von einem erhöhten Aufwand ausgegangen werden müsste, nicht berücksichtigt werden. Hält Art. 24 Abs. 1 UVV, wie erwähnt, abschliessend fest, welche vorübergehenden Einkommenseinbussen bei der Ermittlung des massgeblichen versicherten Verdienstes miteinzubeziehen sind, so dient dies nicht zuletzt der Rechtssicherheit. Die rechtsprechungsgemäss enge Umschreibung dieser Ausnahmen bestätigt das von Gesetz- und Verordnungsgeber vorgesehene Grundprinzip, wonach ein reduziertes Erwerbseinkommen in der Regel zu einem geringeren versicherten Verdienst führt. Darin liegt der entscheidende Unterschied zum Valideneinkommen, dessen Bestimmung sich in der Unfallversicherung nicht danach richtet, ob die versicherte Person ihre Arbeitskraft ganz oder nur teilweise einsetzt (BGE 135 V 287 E. 3.2 mit Hinweisen). Eine gewisse Glättung von Lohnungleichheiten erfolgt darüber hinaus durch das Abstellen auf eine Jahresperiode, was auch bei Teilzeittätigkeit gilt (vgl. Art. 15 Abs. 2 UVG in Verbindung mit Art. 22 Abs. 4 UVV; Urteil U 282/03 vom 19. November 2004 E. 3.3 mit Hinweis). Vor diesem Hintergrund ist nicht ersichtlich, inwiefern mit der Auslegung des Art. 24 Abs. 1 UVV nach dem Wortlaut - soweit die entsprechende Rüge nicht ohnehin zu pauschal und zu unsubstanziiert ist (vgl. Art. 106 Abs. 2 BGG) - eine Verletzung des Gleichbehandlungsgrundsatzes einhergehen soll. Nichts zu ihren Gunsten ableiten kann die Beschwerdeführerin ferner aus dem Umstand, dass die Invalidenversicherung Einschränkungen der versicherten Person im Haushalt durch die gemischte Methode miteinbezieht (vgl. Art. 27bis Abs. 1 lit. a und b IVV). Abgesehen davon, dass die zur Diskussion stehenden Betreuungspflichten keine Haushaltseinschränkungen darstellen, ist die obligatorische Unfallversicherung grundsätzlich an die Ausübung einer Erwerbstätigkeit geknüpft (vgl. Art. 1a UVG). Nach dem Gesetz nicht versicherte oder nicht entlöhnte Tätigkeiten sind damit irrelevant, weshalb in der Unfallversicherung zum Vornherein keine gemischte Methode zur Anwendung kommt (zum Ganzen: Urteil 8C_664/2007 vom 14. April 2008 E. 7.2.3 mit Hinweis). Auch anderweitig deutet nichts darauf hin, dass die durch Rechtsprechung und Lehre gefestigte Auslegung des Art. 24 Abs. 1 UVV willkürlich oder sonstwie rechtsverletzend wäre.