Citation: U 5/01 15.10.2001 E. 6

6.- Die Ermittlung der Erwerbsunfähigkeit und damit des Invaliditätsgrades erfolgt durch den Vergleich des Einkommens, das der Versicherte erzielen würde, wenn der versicherte Gesundheitsschaden nicht eingetreten wäre, mit jenem, das er als Invalider erzielen könnte. a) Als Betonbohrer und -fräser könnte der Versicherte an seiner bisherigen Arbeitsstelle im Jahre 1994 unbestrittenermassen Fr. 72'800.- (13 x Fr. 5600.-) verdienen. b) Da keine weiteren ärztlichen Gutachten einzuholen sind (vgl. Erw. 3), ist bezüglich der noch zumutbaren Tätigkeiten auf die Feststellungen des Kreisarztes Dr. I.________ vom 9. März 1998, der auf die Erkenntnisse von Dr. A.________ vom 19. August 1994 verweist, abzustellen. Gemäss diesen Angaben kann der Versicherte trotz des bestehenden Gesundheitsschadens alle Tätigkeiten vollzeitig ausüben, die weder das Heben schwerer Gegenstände über 15 kg noch ein forciertes Arbeiten über Schulterhöhe verlangen. Das Mass der tatsächlichen Erwerbseinbusse stimmt mit dem Umfang der Invalidität nur dann überein, wenn - kumulativ - besonders stabile Arbeitsverhältnisse eine Bezugnahme auf den allgemeinen Arbeitsmarkt praktisch erübrigen, wenn der Versicherte eine Tätigkeit ausübt, bei der anzunehmen ist, dass er die ihm verbliebene Arbeitsfähigkeit entsprechend seiner Ausbildung und Fähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft und gleichzeitig zu erwarten ist, dass ein entsprechendes Einkommen auch anderweitig auf dem Arbeitsmarkt erzielt werden könnte (BGE 117 V 8). Diese Voraussetzungen sind vorliegend (Teilzeittätigkeit als Hilfskoch) nicht gegeben. Dem Versicherten wäre unter Berücksichtigung der von den Kreisärzten I.________ und A.________ festgehaltenen Einschränkungen eine Vollzeittätigkeit mit einem höheren Erwerbseinkommen zuzumuten. aa) Für die Bemessung des trotz Gesundheitsschadens noch realisierbaren Einkommens, insbesondere wenn der Versicherte nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihm an sich noch zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, sind die Tabellenlöhne beizuziehen (AHI 2000 S. 311 Erw. 3b/bb mit Hinweisen). Dazu ist seit 1994 von den Tabellenlöhnen auszugehen, die in der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik ausgewiesen sind. Bei deren Anwendung ist zu beachten, dass die erfassten Löhne auf einer wöchentlichen Arbeitszeit von 40 Stunden beruhen, Teilzeitbeschäftigte in der Regel überproportional weniger verdienen als Vollzeitangestellte (BGE 124 V 323 Erw. 3b/aa) und gesundheitlich beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern lohnmässig benachteiligt sind. Es ist anhand der gesamten Umstände des konkreten Einzelfalles zu prüfen, ob und in welchem Ausmass das hypothetische Einkommen als Invalider zusätzlich reduziert werden muss (AHI 1998 S. 177 Erw. 3a). bb) Laut Tabelle A 1.3.1. (vgl. zur massgebenden Tabelle: RKUV 2000 Nr. U 405 S. 400) der LSE 1994 (S. 57) belief sich der Zentralwert (vgl. AHI-Praxis 2000 S. 311) für die mit einfachen und repetitiven Aufgaben (Anforderungsniveau 4) beschäftigten Männer im privaten und öffentlichen Sektor auf Fr. 4225.-, was auf der Basis einer betriebsüblichen durchschnittlichen Arbeitszeit von 41,9 Stunden (vgl. LSE S. 42) im Jahre 1994 ein Gehalt von monatlich Fr. 4425.- (einschliesslich 13. Monatslohn [LSE S. 43]) und Fr. 53'100.- jährlich ergibt. cc) Streitig ist der leidensbedingte Abzug, der von diesem Einkommen vorzunehmen ist. Die SUVA will beschwerdeweise lediglich 15 % zugestehen. Sie setzt sich dabei aber in Widerspruch zu ihrem Einspracheentscheid, wo sie einen Abzug von 20 % vorgenommen hatte. Eine Begründung für diese Abweichung gibt sie nicht. Ebenso wenig aber begründet die Vorinstanz die Erhöhung auf 25 %. Damit bleibt es bei dem von der SUVA gewährten Abzug. Demnach ist von einem Invalideneinkommen von Fr. 42'480.- (Fr. 53'100.- abzüglich 20 %) auszugehen. c) Bei einem Valideneinkommen von Fr. 72'800.- und einem Invalideneinkommen von Fr. 42'480.- ergibt sich eine invaliditätsbedingte Einkommenseinbusse von Fr. 30'320.-, was einem Invaliditätsgrad von 41,6 % entspricht. Im noch nicht in der Amtlichen Sammlung veröffentlichten Urteil E. vom 8. August 2001 (I 32/00) hat das Eidgenössische Versicherungsgericht entschieden, dass an einem einmal auf Grund von korrekt bestimmten Faktoren mathematisch exakt berechneten Invaliditätsgrad nicht mehr gerundet werden darf. Dieser Grundsatz gilt nicht nur für Renten der Invalidenversicherung, sondern auch für solche der Unfallversicherung (Erw. 4c und d).