Citation: 6B_794/2016 E. 4.2.2

4.2.2. Die Vorinstanz verneint demgegenüber das Vorliegen ausserordentlicher Umstände gemäss Art. 48 lit. e StGB. Zwar treffe zu, dass es primär am Willen der Vertragsparteien lag, dass der Beschwerdeführer einen falschen Kaufpreis beurkundet habe. Doch sei es gerade Aufgabe des Notars, den wirklichen Parteiwillen zu ermitteln und zu überprüfen. Zudem habe der Beschwerdeführer mit direktem Vorsatz gehandelt. Eine Öffnung des Strafrahmens nach unten sei daher nicht angezeigt. Hingegen werde der Zeitablauf seit der Straftat strafmildernd berücksichtigt. In Bezug auf die Tatkomponenten führt die Vorinstanz aus, die Falschbeurkundung habe keine grössere Wirkung entfaltet, zumal der Kaufvertrag mangels Finanzierungszusage dem Grundbuchamt nicht eingereicht worden sei. Andererseits sei die Vertragsurkunde von der Käuferschaft mindestens einer Bank vorgelegt worden, um einen Kredit zu erhalten. Dadurch seien zwar keine Dritten zu Schaden gekommen, doch habe sich die Täuschungsgefahr konkretisiert. Die Verletzung bzw. Gefährdung der betroffenen Rechtsgüter sei nicht mehr unerheblich. Dennoch liege das Ausmass des verschuldeten Erfolgs noch im unteren Bereich. Auch die Verwerflichkeit des Handelns sei als noch eher gering einzustufen. Ferner sei dem Beschwerdeführer zu Gute zu halten, dass er im Zeitpunkt der Ausarbeitung und Beurkundung des Kaufvertrages sehr beschäftigt gewesen sei und die Kommunikation mit den Parteien sowie die Vertragsvorbereitung und -ausarbeitung zumindest teilweise von seinem Sekretariat übernommen worden sei. Zudem habe es sich hinsichtlich der Höhe des Kaufpreises um ein eher kleineres Geschäft gehandelt. Doch habe der Beschwerdeführer der Wahrheitspflicht unterstanden und auch einem Massengeschäft die gebührende Aufmerksamkeit schenken müssen. Dennoch sei auch die Verwerflichkeit des Handelns als noch eher gering einzustufen. Schliesslich nimmt die Vorinstanz an, der Beschwerdeführer habe aus egoistischen Motiven gehandelt, entweder aus - wenn auch eher geringfügigen - finanziellen Interessen oder aber einfach nur, um sich den resolut auftretenden C.________ und insbesondere E.________ nicht weiter entgegenstellen zu müssen. Dies wirke sich indes nicht verschuldenserhöhend aus. Insgesamt handle es sich nicht mehr um eine Bagatelle. Das Tatverschulden wiege aber noch leicht. Aufgrund der Tatkomponenten erachtet die Vorinstanz 90 Strafeinheiten als verschuldensangemessen (angefochtenes Urteil S. 26 ff.). In Bezug auf die Täterkomponenten nimmt die Vorinstanz an, beim Beschwerdeführer liege eine deutlich erhöhte Strafempfindlichkeit vor, zumal ihm bei Eintragung der Verurteilung im Strafregister der Entzug der Berufsausübungsbewilligungen als Notar und Anwalt drohe. Darüberhinaus sei er auch aufgrund seiner gravierenden gesundheitlichen Probleme überdurchschnittlich strafempfindlich. Die Vorinstanz reduziert deshalb aufgrund der Täterkomponenten die Strafe auf 60 Strafeinheiten. Angesichts des Zeitablaufs von 10 1/2 Jahren seit der Tat erachtet sie zudem eine weitere Reduktion auf 30 Strafeinheiten als angezeigt. Die Voraussetzungen für eine Strafbefreiung im Sinne von Art. 52 StGB seien indes nicht erfüllt. So sei der Kaufvertrag gegenüber Dritten im Rechtsverkehr verwendet worden, so dass schon unter dem Aspekt der Tatfolgen keine Geringfügigkeit mehr vorliege. Auch unter dem Aspekt der Schuld sei nicht von einer Bagatelle auszugehen. Hiefür spreche namentlich, dass der Beschwerdeführer direktvorsätzlich gehandelt habe. Insgesamt liege kein derart unerhebliches Verschulden vor, dass überhaupt kein Strafbedürfnis mehr bestünde. Es wäre vielmehr stossend, wenn der Beschwerdeführer für eine direktvorsätzliche Urkundenfälschung im Amt nicht bestraft würde. Unter Berücksichtigung aller Strafzumessungskriterien und aufgrund des hohen Vertrauens, welches einem öffentlichen Notar entgegengebracht werde, bestehe ein klares Strafbedürfnis. Insgesamt erscheine eine Strafe von 30 Tagessätzen Geldstrafe angemessen (angefochtenes Urteil S. 28 ff.).