Citation: 5A_188/2018 E. 2

Wie bereits das Bezirksgericht hat das Obergericht hinsichtlich der Wohnungszuteilung eine umfassende Würdigung vorgenommen, jedoch mit anderer Gewichtung. Es hat das Interesse des Kindes, vorerst in der gewohnten Umgebung verbleiben zu können, in den Vordergrund gestellt und dabei befunden, angesichts seines Alters könne zwar noch nicht von einem sozialen Netz in der Umgebung gesprochen werden, aber die eheliche Wohnung sei das vertraute Zuhause des Kindes, woran weder Krippenaufenthalte noch Urlaube in Tschechien etwas änderten. Vor den Interessen des Kindes habe das Affektionsinteresse des Beschwerdeführers an der Wohnung, die aufgrund eines Erbvorbezuges in seinem Eigentum stehe, in den Hintergrund zu treten. Sodann sei zu bedenken, dass die Wohnungssuche angesichts der schlechten finanziellen Verhältnisse für beide Seiten schwierig sei, jedoch für die Beschwerdegegnerin mit dem Kind noch weniger einfach als für den Beschwerdeführer als Einzelperson. Überdies könne davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer zur Not vorübergehend bei seinen im gleichen Haus wohnhaften Eltern Unterschlupf finden könnte, sei es in deren Wohnung, sei es in der freistehenden Zweieinhalbzimmerwohnung im selben Haus, welche ebenfalls seinen Eltern gehöre. Im Übrigen sei keine der Parteien aus beruflichen oder gesundheitlichen Gründen auf die eheliche Wohnung angewiesen, auch nicht der gesundheitlich angeschlagene Beschwerdeführer (Schuppenflechten und Bizepssehnenrisse aufgrund eines Treppensturzes), weil die eheliche Wohnung nicht speziell auf dessen gesundheitlichen Bedürfnisse zugeschnitten sei. Insgesamt überwiege das Interesse des Kindes an einem einstweiligen Verbleib in der vertrauten Wohnung.