Citation: 1P.461/2005 19.08.2005 E. 3

3.1 Das Präsidium der Beschwerdekammer bemerkt (S. 2 E. 5.1), die Anordnung von Haft wegen Fortsetzungsgefahr könne praxisgemäss auch dem strafprozessualen Ziel der Beschleunigung dienen, indem verhindert werde, dass sich das Verfahren durch immer neue Delikte kompliziere und in die Länge ziehe. Dem fügt es in Klammer folgenden Hinweis hinzu: "BGE 1P.499/1998 m.H. auf BGE 105 Ia 31". Der Beschwerdeführer bringt vor, inwiefern BGE 1P.499/1998 auf die aargauische ZPO (recte: StPO) anzuwenden sei, sei unbekannt. Der Entscheid sei nicht frei zugänglich. Deshalb sei sein Anspruch auf rechtliches Gehör nach Art. 9 BV verletzt worden. 3.2 Der Anspruch auf rechtliches Gehör ergibt sich aus Art. 29 Abs. 2 BV, nicht aus Art. 9 BV. Die falsche Bezeichnung der Verfassungsbestimmung schadet dem Beschwerdeführer nicht. 3.3 Das Präsidium der Beschwerdekammer verweist - wie dargelegt - zunächst auf die Praxis, wonach die Anordnung von Haft wegen Fortsetzungsgefahr auch dem strafprozessualen Ziel der Beschleunigung dienen kann. Wenn es daran anschliessend zwei Bundesgerichtsentscheide angeführt hat, ist klar, dass dies als Beleg für die erwähnte Praxis diente. Damit liegt auch nahe, dass in beiden Entscheiden, was die angeführte Praxis betrifft, das gleiche steht. Der amtlich publizierte BGE 105 Ia 31 war dem Beschwerdeführer aber zugänglich. In der Tat steht in Erwägung 2b/bb des Urteils 1P.499/1998 vom 13. Oktober 1998 in der Sache dasselbe wie in BGE 105 Ia 31. Hätte der Beschwerdeführer daran gezweifelt und wäre er der Auffassung gewesen, die Kenntnis des Urteils 1P.499/1998 sei für ihn wesentlich, hätte er im Übrigen beim Bundesgericht die Herausgabe des Entscheids verlangen können. Dieses hätte ihm den Entscheid - da es um eine Haftsache geht - allenfalls per Fax zusenden können. Hätte der Beschwerdeführer somit, wenn er gewollt hätte, die Möglichkeit gehabt, in den Entscheid Einsicht zu nehmen, ist eine Verletzung des rechtlichen Gehörs zu verneinen.