Citation: 4A_24/2021 E. 6.4.2

6.4.2. Soweit die Beschwerdeführer mit Verweis auf BGE 143 III 297 die Tauglichkeit der Parteibefragung bzw. Beweisaussage hervorheben, übersehen sie, dass die Vorinstanz nicht deshalb darauf verzichtet hat, weil sie diese als untauglich erachtete, sondern vielmehr, weil es aus ihrer Sicht an substanziierten Behauptungen fehlte. Die Vorinstanz hielt ohne Verletzung von Bundesrecht fest, dass Parteibefragungen nicht dazu dienten, das Behauptungsfundament zu erweitern. Das Beweisverfahren dient nicht dazu, fehlende (substanziierte) Behauptungen zu ersetzen oder zu ergänzen, sondern setzt solche vielmehr voraus (Urteile 4A_449/2017 vom 26. Februar 2018 E. 4.3; 4A_113/2017 vom 6. September 2017 E. 6.1.1 mit Hinweis). Die Beschwerdeführer müssten daher mit Aktenverweis aufzeigen, dass sie vor der Vorinstanz substanziierte Behauptungen dahingehend gemacht haben, dass sie bei korrekter Information in den prospektähnlichen Mitteilungen nicht in die I.________ AG investiert hätten, und zwar jeder einzeln auf sich bezogen (z.B. unter Bezugnahme auf die jeweilige individuelle Anlagestrategie). Die Beschwerdeführer merken in ihrer Beschwerde an, sie hätten vor der Vorinstanz ausgeführt, dass sie in Kenntnis des Vertrages zwischen der K.________ mbh und der I.________ GmbH (nachfolgend: Fördervertrag) sowie des Optionskonstrukts schon aus Reputationsgründen auf die Investition verzichtet hätten (mit Verweis auf Klage Rz. 364). Dies hätte - so die Beschwerdeführer - vom Vertreter der Beschwerdeführer 1 und 2, L.________, bei einer Parteibefragung oder Beweisaussage glaubhaft anhand der Tatsache dargestellt werden können, dass sich die M.________ Gruppe seit geraumer Zeit mit einem Börsengang der M.________ AG befasse, der zwischenzeitlich auch vorgenommen worden sei. Dass die renommierte M.________ Gruppe in diesem Umfeld eine relativ unbedeutende Investition vorgenommen hätte, welche letztlich auf der Verletzung der Rechte einer ausländischen staatlichen Fördergesellschaft (der K.________ mbh) beruhe, könne ausgeschlossen werden. Mit diesen Ausführungen zeigen die Beschwerdeführer gerade selber auf, dass es ihnen möglich gewesen wäre, bereits in der Klage bzw. Replik substanziierte Behauptungen dazu aufzustellen, weshalb sie auf eine Investition in die I.________ AG verzichtet hätten. Die Ausführungen über den geplanten Börsengang hätten jedenfalls als Behauptungen in die vorinstanzlichen Rechtsschriften gehört.