Citation: 2P.66/2003 19.03.2003 E. 1

Gemäss Art. 5 des Gesetzes vom 13. November 1991 über das Verhältnis zwischen Kirchen und Staat im Kanton Wallis (GVKS) kommen die Einwohnergemeinden für jenen Teil der ortskirchlichen Kultusausgaben auf, welchen die Pfarreien nicht aus eigenen Mitteln zu bestreiten vermögen (Abs. 1); die entsprechenden Beziehungen können die Pfarreien und die Gemeinden durch eine Vereinbarung regeln (Abs. 2). Gestützt auf diese Bestimmung haben die Stadtgemeinde Brig-Glis und die römisch-katholischen Pfarreien von Brig und Glis offenbar vereinbart, dass Erstere pro Kirchenmitglied jährlich Fr. 95.-- an die Kultusausgaben bezahlt. Den gleichen Betrag bezahlt die Gemeinde Brig-Glis auch der evangelisch-reformierten Lukas-Kirchgemeinde Brig-Glis und Umgebung, obschon mit dieser keine entsprechende Vereinbarung geschlossen worden ist. Die reformierte Kirchgemeinde, welche gemäss eigenen Angaben nur über einen Zehntel der Mitglieder der römisch-katholischen Schwestergemeinde verfügt, sieht sich durch diese formelle Gleichbehandlung materiell ungleich behandelt und hat offenbar erfolglos versucht, einen höheren Beitrag zu erstreiten. Den abschlägigen Beschluss des Staatsrats des Kantons Wallis hat sie mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Kantonsbericht angefochten; dieses ist mit Entscheid vom 7. Februar 2003 auf die Beschwerde nicht eingetreten und hat die Beschwerdeführerin an die spezialgesetzlich vorgesehene kantonale paritätische Kommission (vgl. Art. 18 GVKS) verwiesen.