Citation: 8C_609/2021 E. 6.2

6.2. Die Gemeinde, in der sich der Unterstützungswohnsitz einer auf Sozialhilfe angewiesenen Person befindet, trifft nach dem Gesagten eine Pflicht zur Leistung persönlicher und wirtschaftlicher Hilfe (E. 6.1 hiervor). Indem das kantonale Sozialamt am 8. März 2019 verfügte, die Unterstützungswohnsitze der Geschwister würden sich seit 17. Dezember 2017 in der Gemeinde Wil befinden, legte es somit gleichzeitig den Anknüpfungspunkt für eine entsprechende Kostentragungspflicht dieser Gemeinde fest. Die Verfügung ordnet den Unterstützungswohnsitz nicht nur für die Vergangenheit, sondern - bei gleichbleibenden Verhältnissen - auch für die nachfolgende Zeit verbindlich zu. Die Sicherheitsdirektion bestätigte den Verwaltungsakt auf Rekurs der Gemeinde Wil hin. Da das kantonale Gericht auf die dagegen erhobene Beschwerde nicht eintrat, verwehrte es der Gemeinde Wil die gerichtliche Überprüfung der Kostentragungspflicht für allfällige Sozialhilfeleistungen. Würde das Bundesgericht den vorinstanzlichen Nichteintretensbeschluss schützen, hätte die verfügte, von der Sicherheitsdirektion bestätigte Festlegung des Unterstützungswohnsitzes Bestand. Allfällige Unterstützungsleistungen müssten dementsprechend ohne Weiteres von der Beschwerdeführerin getragen werden. Wie diese zu Recht einwendet, würde einem neuen Verfahren gegen eine allfällige konkret von der Gemeinde Wasterkingen geltend gemachte Forderung der Grundsatz der abgeurteilten Sache entgegenstehen (BGE 144 I 11 E. 4.2; 139 III 126 E. 3.2.3 mit Hinweisen; vgl. auch BGE 142 III 210 E. 2.2). Würde die Gemeinde Wasterkingen der Beschwerdeführerin zu einem späteren Zeitpunkt für die Geschwister direkt oder indirekt erbrachte Leistungen in Rechnung stellen, so liesse sich somit der Unterstützungswohnsitz in einem weiteren Verfahren nicht mehr in Frage stellen. Es ist der Beschwerdeführerin daher beizupflichten, dass das kantonale Gericht mit seiner gegenteiligen Auffassung, wonach es eines neuen Verfahrens bedürfte, um sie zu einer Geldleistung an die Gemeinde Wasterkingen zu verpflichten, in Willkür verfällt.