Citation: 6B_179/2013 E. 2

Die Vorinstanz erwägt, der Beschwerdeführer habe in Bosnien vier Jahre die Berufsmittelschule für Bautechnik für Einzel- und Brückenbau besucht und erfolgreich abgeschlossen. In der Schweiz habe er zirka vier Jahre auf dem Bau gearbeitet. Folglich seien ihm die Gefahren auf einer Baustelle hinlänglich bekannt gewesen. Gegenüber der Polizei habe er ausführlich dargelegt, wie beim Abbruch eines Cheminées vorzugehen sei. Es sei mit herabstürzenden Mauerteilen zu rechnen, weshalb sich alle Bauarbeiter, welche nicht unmittelbar an den Abspitzarbeiten beteiligt seien, in Sicherheit zu begeben hätten. Er habe mit einem Auszubildenden (Azubi) bereits mittels Vorschlaghammer die linke Cheminée-Wand abgerissen gehabt, mithin selbst Mauern abgespitzt. Erst dann sei der Beschwerdegegner hinzu gekommen und habe mit dem Abbruch der rechten Mauer begonnen. Gemäss seiner Schilderung sei es zum Unfall gekommen, als er sich hinter dem Beschwerdegegner durch begeben habe, um eine Blechschere zu holen. Damit habe er den Blecheinsatz, der teilweise noch im Cheminée klemmte, losmachen wollen. Als er hinter dem Beschwerdegegner gestanden sei, sei er vom Mauerstück getroffen worden. Weshalb er sich in den Gefahrenbereich begeben habe, leuchte nicht ein. Er habe gewusst, dass der Beschwerdegegner die Mauer abspitzte, und die mit dieser Tätigkeit einhergehenden Gefahren gekannt. Er habe auch gewusst, wie man sich in einem solchen Fall zu benehmen hatte. Habe er sich trotz dieses Wissens in den Gefahrenbereich begeben, könne nicht der Beschwerdegegner dafür verantwortlich gemacht werden. Dieser habe darauf vertrauen dürfen, dass sich der Beschwerdeführer als Bauarbeiter korrekt verhalte, und nicht damit rechnen müssen, dass sich ein Arbeitskollege mit dieser Berufserfahrung unvermittelt in den Gefahrenbereich begebe (angefochtener Entscheid S. 8 Ziff. 3b).