Citation: 6P.76/2003 28.09.2003 E. A

X.________ und Y.________ hatten im Jahre 1998 dem inzwischen wegen gewerbsmässigen Betruges verurteilten Z.________ unabhängig voneinander gegen die Zusicherung hoher Renditen rund Fr. 300'000.-- bzw. Fr. 600'000.-- zu Anlagezwecken anvertraut. Als Z.________ Ende 1998 verhaftet und seiner Firma Z.________ am 19. Februar 1999 Nachlassstundung gewährt wurde, mussten die Einsätze als verloren gelten. Im Nachlassverfahren gab X.________ am 9. März 1999 eine Forderung - bestehend aus Starteinlage, Gewinn und Verzugszins - in Höhe von über Fr. 600'000.-- ein. Bald nach seiner Entlassung aus der Untersuchungshaft nahm Z.________ seine Anlagetätigkeit in der Hoffnung wieder auf, dadurch seine Verpflichtungen gegenüber Kunden und Kreditoren erfüllen zu können. Im Februar 1999 sprach er X.________ darauf an, ob er ihm in Italien neue Kunden empfehlen könne, worauf dieser Ende März bzw. im April 1999 den Kontakt zu zwei Geschäftsleuten aus dem Raum Domodossola/Mailand vermittelte. Diese waren bereit, Geld bzw. eine Bankgarantie über Fr. 600'000.-- für eine neue Investmentfirma zur Verfügung zu stellen, allerdings unter der Voraussetzung, dass Z.________ und X.________ denselben Betrag in die neue Gesellschaft investierten. Da aber beide dazu nicht in der Lage waren, gelangte Z.________ an seinen früheren Kunden Y.________. Noch im April 1999 sollen Z.________ und X.________ gemeinsam Y.________ dazu veranlasst haben, erneut Fr. 600'000.-- als Darlehen zur Verfügung zu stellen. Dabei ging Y.________ davon aus, die neuen Mittel würden in neue, zusammen mit italienischen Geldgebern abzuwickelnde Geschäfte investiert. Er hoffte, mit den dabei zu realisierenden Gewinnen könnten die Verluste aus dem ersten Geschäft mit Z.________ wettgemacht werden. Es war vorgesehen, das Darlehen zur Erlangung einer Bankgarantie durch X.________ zu verwenden, die dieser dann den italienischen Geschäftspartnern hätte vorlegen müssen, wodurch diese zu der von ihnen in Aussicht gestellten Zahlung veranlasst werden sollten. Darauf wäre das Darlehen wieder an Y.________ zurückbezahlt worden. Mit der Zahlung der Italiener hätte Z.________ gewinnbringend arbeiten sollen, worauf die Gewinne aufgeteilt worden wären. Im Darlehensvertrag vom 27. April 1999 zwischen Z.________ und Y.________ wurde als spätester Rückzahlungstermin der 30. Juni 1999 festgelegt und X.________ als "Dritter" bezeichnet, der "mit dem geliehenen Betrag ... einen Solvenzbeweis gegenüber ausländischen Geschäftspartnern leisten" werde. Die Übergabe des Geldes sollte am 27. April 1999 bei der UBS in Brig stattfinden, wo X.________ einen Safe hatte. Er erschien jedoch nicht und beharrte in der Folge darauf, dass ihm die von Y.________ aufgebrachte Summe direkt von Z.________ und zwar ohne Anwesenheit von Y.________ übergeben werde. Nachdem er das Geld erhalten hatte, überwies er die Fr. 600'000.-- in seinem Namen zur A.________Ltd. in Vaduz, welche den Betrag auf einem Sperrkonto bei der Liechtensteinischen Landesbank AG deponierte. Diese Bank stellte zugunsten von X.________ eine Bankgarantie über Fr. 600'000.-- aus, damit er diese seinen Geschäftspartnern in Italien als Beweis seiner Zahlungsfähigkeit vorweisen könne. Dies tat er jedoch nicht. Statt dessen erklärte er gegenüber Z.________ die Verrechnung mit seinem Guthaben und teilte dem Sachwalter der Firma Z.________ mit, dass er von Z.________ schadlos gehalten worden sei und seine im Nachlassverfahren geltend gemachte Forderung deshalb zurückziehe. Sämtliche Bemühungen Y.________s, X.________ zur Rückzahlung des Darlehens zu bewegen, blieben erfolglos.