Citation: 2C_972/2022 E. 6.1.3

6.1.3. Der Gesetzgeber beabsichtigte mit der Einführung von Art. 43 Abs. 1 lit. e AIG ausdrücklich die Gleichbehandlung von Personen, die Sozialhilfe beziehen mit solchen, die Ergänzungsleistungen beziehen, wobei die Belastung der öffentlichen Finanzen durch Ergänzungsleistungen im Zentrum stand (vgl. Urteil 2C_309/2021 vom 28. November 2021 E. 5.4 f. mit Hinweisen). Aus dieser Perspektive knüpft Art. 43 Abs. 1 lit. e AIG - wie Art. 43 Abs. 1 lit. c AIG - damit an die Frage der (fehlenden) wirtschaftlichen Selbsterhaltungsfähigkeit an, die für den Familiennachzug von Personen mit Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung grundsätzlich vorausgesetzt wird. Im Fall des Beschwerdeführers - der ja gerade deshalb Ergänzungsleistungen zur Existenzsicherung beziehen muss - ist die wirtschaftliche Selbsterhaltungsfähigkeit aber wegen seiner Invalidität beschränkt: er kann aufgrund seiner Behinderung kein Einkommen erzielen, welches den Familiennachzug erlauben würde. Gegenüber einer gesunden und erwerbsfähigen ausländischen Person, die ihre Familie in die Schweiz nachziehen möchte, wird der Beschwerdeführer deshalb behinderungsbedingt benachteiligt.