Citation: I 393/04 07.12.2004 E. 5

5.1 Nachdem die Voraussetzung der erheblichen Bedeutung ohne Weiteres erfüllt ist, da eine periodische Dauerleistung Prozessgegenstand bildet (vgl. BGE 119 V 480 Erw. 1c, SVR 2001 IV Nr. 1 S. 3 Erw. 5c) und keine Rolle spielt, dass der Anstoss zur Wiedererwägung von einer aufsichtsbehördlichen Direktive ausging (Urteil B. vom 19. Dezember 2002, I 222/02), bleibt zu prüfen, ob das Erfordernis der zweifellosen Unrichtigkeit der ursprünglichen Rentenverfügung zu bejahen ist, sodass diese der Wiedererwägung zugänglich wäre, welche mithin der Korrektur eine anfänglich unrichtigen Rechtsanwendung (unter Einschluss unrichtiger Feststellung im Sinne der Würdigung des Sachverhalts [BGE 117 V 17 Erw. 2c mit Hinweis]) dient. 5.2 Die IV-Stelle legte ihrer Verfügung vom 26. Mai 2000 die Stellungnahme des damaligen Hausarztes Dr. med. M.________ (vom 16. Januar 2000) zur Arbeitsfähigkeit zu Grunde, wonach die Versicherte für jegliche ausserhäusliche Tätigkeit - im Gegensatz zur Hausarbeit, welche sie mit Ausnahme der schweren Tätigkeiten uneingeschränkt ausführen könne - vollständig arbeitsunfähig sei. Das vorliegende Beschwerdebild, welches sich hauptsächlich aus den den Bewegungsapparat betreffenden Leiden zusammensetzt, wobei aus arbeitsmedizinischer Sicht die verminderte Belastbarkeit des Achsenorgans sowie der linken Schulter von relevanter Bedeutung ist (Gutachten der MEDAS vom 27. März 2002), erscheint nicht als derart komplex, diffus oder von persönlichkeitsbedingten Einflüssen überlagert, dass es keine differenziertere Schätzung der Arbeitsfähigkeit als jene des Dr. med. M.________ zulassen würde. Dieser setzt sich überhaupt nicht mit möglichen Verweisungstätigkeiten auseinander und legt in keiner Weise dar, warum die somatischen Leiden innerhäusliche Verrichtungen (bis auf schwere Arbeiten) erlauben, ausserhäusliche Aktivitäten jedoch gar nicht möglich sein sollen. Wenn der Hausarzt im Rahmen des Revisionsverfahrens am 17. Mai 2001 ausführt, ausserhäusliche Tätigkeiten könnten deswegen nicht ausgeführt werden, weil dabei das Arbeitstempo und die Arbeitsintensität nicht individuell angepasst sowie keine beliebigen Arbeitspausen eingeschaltet werden könnten, vermischt er zudem die durch ihn zu schätzende Arbeitsfähigkeit mit der Aufgabe der Verwaltung, diese ärztliche Stellungnahme in zumutbaren Verweisungstätigkeiten erwerblich umzusetzen (BGE 125 V 261 Erw. 4, 115 V 134 Erw. 2, 114 V 314 Erw. 3c, 105 V 158 Erw. 1). Indem die IV-Stelle ohne weitere Abklärungen einzig auf den bezüglich der Stellungnahme zur Arbeitsfähigkeit in sich widersprüchlichen Bericht des Dr. med. M.________ abstellte, erging die Verfügung auf Grund einer unrichtigen Sachverhaltsfeststellung. Unter diesem Gesichtspunkt ist die Zusprechung der ganzen Invalidenrente unter Annahme eines Invalidengrades von 100 % als qualifiziert unrichtig und rechtsfehlerhaft im wiedererwägungsrechtlichen Sinne anzusehen.