Citation: 6B_1092/2022 E. 2.4.2

2.4.2. Die Vorinstanz zieht bei der Feststellung des Sachverhalts betreffend den Tatbestand des Art. 133 Abs. 1 StGB die Erstaussagen von B.B.________ und C.B.________ nicht in die Beweiswürdigung mit ein. Sie würdigt die Aussagen des Beschwerdeführers, die von B.B.________ anlässlich der Konfrontationseinvernahme vom 29. Mai 2020 gemachten Depositionen, die fotografischen Aufnahmen der Verletzungen, die Gutachten der Abteilung Forensische Medizin des Kantonsspitals Aarau sowie die Auswertung des Mobiltelefons von C.B.________. Sie gelangt zum Schluss, aufgrund des Verletzungsbildes und gestützt auf das forensische Gutachten sei die Sachdarstellung des Beschwerdeführers, wonach B.B.________ gestürzt sei und die Verletzungen vom Sturz rührten, widerlegt. Das forensische Gutachten halte fest, B.B.________ habe nebst einem Stirnschädelbruch auch etliche Blutergüsse und Oberhautdefekte an unterschiedlichen Stellen am Vorder- und Hinterkopf, am Hals sowie am Rücken davongetragen; diese Verletzungen könnten nicht von einem Sturz herrühren. Sodann stehe die Darstellung des Beschwerdeführers in völligem Widerspruch zum Inhalt der Sprachnachricht von C.B.________, in der sie ausführt, sie und der Beschwerdeführer seien zusammen auf B.B.________ gesessen und hätten ihn zusammengeschlagen, bis er ein blutiges Gesicht gehabt habe. Aus diesen Gründen und gestützt auf die ausgewiesenen Verletzungsbilder bestehe kein Zweifel daran, dass der Beschwerdeführer und C.B.________ B.B.________ am Boden fixiert und mehrmals auf ihn eingeschlagen hätten. Durch sein aktives Mitwirken (Austeilen von mehreren Schlägen während der tätlichen Auseinandersetzung) habe der Beschwerdeführer sowohl den objektiven als auch den subjektiven Tatbestand des Raufhandels gemäss Art. 133 Abs. 1 StGB erfüllt. Da die Vorinstanz auf die Erstaussagen von B.B.________ und C.B.________ entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers nicht abstellt, ist der Konfrontationsanspruch bei der Feststellung des für die Anwendbarkeit von Art. 133 Abs. 1 StGB massgeblichen Sachverhalts nicht verletzt. Der Beschwerdeführer scheint die entsprechende Rüge denn auch nur im Zusammenhang mit der Frage einer Notwehrlage zu erheben. Sollte mit dem Einwand, die Sprach- bzw. Textnachrichten seien von C.B.________ in stark alkoholisiertem Zustand verfasst worden und die Vorinstanz hätte daher auf sie nicht abstellen dürfen, eine willkürliche Beweiswürdigung gerügt werden, erwiese sich die Rüge als unbegründet. Der Beschwerdeführer legt nicht dar, weshalb die alkoholisierte C.B.________ in der unmittelbar nach dem Vorfall ausgeführten Sprachnachricht Unwahres gesagt haben sollte und Entsprechendes ist auch nicht ersichtlich. Ebenso unbehelflich ist der Einwand, dem forensischen Gutachten lasse sich nicht entnehmen, wer (C.B.________ oder der Beschwerdeführer) B.B.________ die Verletzungen zugefügt habe. Für die rechtliche Würdigung ist ohne Bedeutung, wer von den am Raufhandel Beteiligten dem Opfer die Verletzungen zugefügt hat (BGE 137 IV 1 E. 4.2.2).