Citation: 6B_265/2024 E. 2.6.4

2.6.4. Der Beschwerdeführer rügt eine Verletzung von Art. 8 EMRK und Art. 13 BV. Sein aktuell intaktes Familienleben stehe der Landesverweisung eindeutig entgegen. Soweit er zur Begründung vorbringt, er verfüge in seinem Heimatland über kein tragfähiges soziales Umfeld und keine geschäftlichen Beziehungen (Beschwerde Ziff. 5.7 S. 18), weicht er von den tatsächlichen Feststellungen der Vorinstanz ab, ohne jedoch Willkür darzutun. Darauf kann nicht eingetreten werden (E. 1.1.6). Im Weiteren macht er im Wesentlichen geltend, das von der Vorinstanz in Erwägung gezogene Szenario, wonach er für die Dauer der Landesverweisung eine Fern- sowie Ferienbeziehung zu seiner Ehefrau und seinen Kindern pflegen könne, führe zu einer unzumutbaren Einschränkung seiner familiären Kontakte. Eine Rückkehr in den Kosovo zusammen mit seiner Ehefrau und seinen beiden (jüngeren) Kindern münde mit grosser Wahrscheinlichkeit in eine wirtschaftliche Notlage für die gesamte Familie, denn in seinem Heimatland bestehe eine hohe Arbeitslosigkeit, von der auch er betroffen wäre (Beschwerde Ziff. 5.6 S. 17 und Ziff. 5.8 S. 18 f.). Zutreffend stuft die Vorinstanz die Resozialisierungschancen des Beschwerdeführers im Kosovo als möglich bzw. intakt ein (vgl. Urteil E. V.3a/ee S. 35 und E. V.3b S. 36). Ein (allenfalls) günstigeres wirtschaftliches Fortkommen in der Schweiz vermag einen Verbleib hier nicht zu begründen (vgl. Urteile 6B_643/2023 vom 8. Januar 2024 E. 1.6.3; 6B_523/2023 vom 18. Oktober 2023 E. 1.5.4; 6B_207/2022 vom 27. März 2023 E. 1.5.3; je mit Hinweis). Hinsichtlich der familiären Situation blendet der Beschwerdeführer die zentrale Frage aus, ob es sich für seine Ehefrau als zumutbar erweist, ihm für die Dauer der Landesverweisung in den Heimatstaat zu folgen. Die Vorinstanz legt überzeugend dar, dass diese - in noch ausgeprägterem Ausmass als er selbst - mit der Kultur des Heimatlandes vertraut ist. Sie verfügt gemäss den verbindlichen vorinstanzlichen Feststellungen nicht nur über die kosovarische Staatsangehörigkeit, sondern verbrachte auch die prägenden Kindheits- und Jugendjahre im Heimatstaat, ehe sie zwecks Heirat in die Schweiz kam. Sie spricht ferner hauptsächlich Albanisch. Mit zwei Brüdern und den Eltern leben nach wie vor engste Verwandte im Heimatstaat (Urteil E. V.3b/bb S. 39 f.). Die Vorinstanz folgert aus diesen konkreten Gegebenheiten zutreffend, dass seiner Ehefrau ein Umzug in das gemeinsame Heimatland ohne Weiteres zumutbar ist. Hinsichtlich der Frage, ob den gemeinsamen Kindern ein solcher Umzug zuzumuten ist, verweist die Vorinstanz auf deren Vertrautheit mit der albanischen Sprache: Gemäss den Angaben der Ehefrau des Beschwerdeführers, die im Beschwerdeverfahren unbestritten blieben, unterhalten sich die Kinder mit ihrem Vater vor allem auf Albanisch und beherrschen diese Sprache genau so gut wie Deutsch (vgl. Urteil E. V.3a/dd S. 35 und E. V.4b/bb S. 40). Ferner erachtet die Vorinstanz die beiden jüngeren, zum Zeitpunkt des vorinstanzlichen Entscheids (14. November 2023) 81/2- bzw. 121/4-jährigen Kinder im gerade noch anpassungsfähigen Alter (vgl. 2.5.2 in fine). In Bezug auf die beiden älteren, damals 151/2- bzw. 163/4-jährigen Kinder weist sie - unter Berücksichtigung der aus ihrer Sicht zwingend gesamthaft zu vollziehenden Freiheitsstrafe von 20 Monaten, die dem Vollzug der Landesverweisung vorausgeht - auf die nahende Volljährigkeit hin, welche ihnen in Zukunft erlaube, selbständig in der Schweiz zu leben (vgl. E. 2.5.2 in fine). Ob ein (noch) anpassungsfähiges Alter hinsichtlich der beiden jüngeren Kinder mit Blick auf die bereits hier absolvierten Schuljahre und die damit einhergehende Sozialisation angenommen werden kann bzw. ob sich die Zumutbarkeit eines Umzugs für die Kinder aus deren Vertrautheit mit der kosovarischen Kultur hinreichend erschliesst, ist fraglich ( vgl. zu den Kriterien insbesondere Urteile 6B_49/2022 vom 28. August 2024 E. 3.4.2; 7B_267/2022 vom 13. Mai 2024 E. 7.2; 6B_783/2021 vom 12. April 2023 E. 1.4.3; je mit Hinweisen). Ebenso ist in Frage gestellt, ob sich hinsichtlich der beiden älteren Kinder die Annahme der (nahenden) Volljährigkeit bzw. Selbständigkeit aufrechterhalten lässt, da sich die Vorinstanz - wie dargetan zu Unrecht (vgl. E. 1.3.3) - nicht mit der Möglichkeit des teilbedingten Strafvollzuges befasst hat. Beide Fragen können indessen vorliegend offenbleiben. Wie nachfolgend aufzuzeigen sein wird (E. 2.7), hält die Landesverweisung - selbst wenn man (entgegen der Vorinstanz) mit Blick auf die Kindesinteressen von einer fehlenden Zumutbarkeit und demnach einer Trennung zwischen dem Beschwerdeführer einerseits und den noch nicht volljährigen Kindern sowie der Ehefrau andererseits ausginge - einer Prüfung der Eingriffsvoraussetzungen nach Art. 8 Ziff. 2 EMRK stand.