Citation: 2C_1014/2017 E. 2.2.1

2.2.1. Art. 29 Abs. 1 BV verbietet überspitzten Formalismus als besondere Form der Rechtsverweigerung. Eine solche liegt vor, wenn für das Verfahren rigorose Vorschriften aufgestellt werden, ohne dass die Strenge sachlich gerechtfertigt wäre, wenn die Behörde formelle Vorschriften mit übertriebener Schärfe handhabt oder an Rechtsschriften überspannte Anforderungen stellt und den Rechtssuchenden den Rechtsweg in unzulässiger Weise versperrt. Wohl sind im Rechtsgang prozessuale Formen unerlässlich, um die ordnungsgemässe und rechtsgleiche Abwicklung des Verfahrens sowie die Durchsetzung des materiellen Rechts zu gewährleisten. Nicht jede prozessuale Formstrenge steht demnach mit Art. 29 Abs. 1 BV im Widerspruch. Überspitzter Formalismus ist nur gegeben, wenn die strikte Anwendung der Formvorschriften durch keine schutzwürdigen Interessen gerechtfertigt ist, zum blossen Selbstzweck wird und die Verwirklichung des materiellen Rechts in unhaltbarer Weise erschwert oder verhindert (BGE 142 I 10 E. 2.4.2 S. 11; mit Hinweisen). Die Erhebung eines Kostenvorschusses zur Sicherstellung der voraussichtlichen Verfahrenskosten bei demjenigen, der Rechtsschutz beanspruchen will, entspricht allgemeiner Praxis der Kantone wie des Bundes. Soweit das Bundesrecht nicht die Unentgeltlichkeit eines bestimmten Verfahrens vorschreibt oder das Verfassungs- oder Verfahrensrecht es im Einzelfall nicht gebietet, die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren und auf die Auferlegung von Verfahrenskosten zu verzichten, dürfen die Prozessordnungen die Erhebung von Kostenvorschüssen vorsehen. Nach feststehender Rechtsprechung ist das Nichteintreten auf eine Rechtsvorkehr wegen verspäteter Bezahlung des Kostenvorschusses nicht überspitzt formalistisch oder rechtsverweigernd, wenn die betroffene Partei in geeigneter Weise über den zu leistenden Betrag, die Zahlungsfrist und die Folgen der Säumnis in Kenntnis gesetzt wurde (BGE 133 V 402 E. 3.3 S. 405 mit Hinweisen; Urteile 2C_550/2017 vom 20. Juni 2017 E. 3.2 und 2D_32/2015 vom 24. September 2015 E. 4.1). Es bedarf mithin ganz besonderer Umstände, damit ein Nichteintretensentscheid wegen Säumnis bei der Vorschusszahlung überspitzt formalistisch bzw. rechtsverweigernd ist.