Citation: 1C_371/2019 E. 4.3

4.3. Die Vorinstanz führt aus, zu den Schutzobjekten im Sinn von § 203 Abs. 1 lit. f PGB/ZH gehörten wertvolle Bäume, wobei der Begriff "wertvoll" nicht nur den biologischen oder ökologischen Wert, sondern auch den gestalterisch-ästhetischen Wert umfasse, der einem Baum in überbautem Gebiet im Hinblick auf seine Umgebung, also für das Quartier- und Strassenbild, zukomme. In Bezug auf den biologischen und/oder ökologischen Wert der beiden kolchischen Ahornbäume stützt sich die Vorinstanz auf die gutachterlichen Feststellungen, wonach die beiden Ahornbäume vermutlich im Winter 1960/1961 gepflanzt worden seien und es sich dabei um eine in unseren Breitengraden fremde Ahornart handle. Zufolge des geringen Abstands zueinander würden die zwei Bäume eine gemeinsame Krone mit ca. 13 m Durchmesser bilden und seien ca. 13 m hoch. Auf einer Vitalitätsskala (0 = vital, 1 = geschwächt, 2 = geschädigt, 3 = stark geschädigt, 4 = tot) seien die Bäume insgesamt als geschwächt einzustufen, was auf die stark beengten Standortverhältnisse zurückzuführen sei. Die Ahornbäume seien kompakt sowie geschlossen gewachsen und in einem guten statischen Zustand. Auszugehen sei von einer langfristigen Lebenserwartung, so dass die baumbiologische Grundlage einer Unterschutzstellung (Schutzfähigkeit) gegeben sei. Indessen würden die zwei kolchischen Ahornbäume keine absolute botanische Besonderheit darstellen; auch sei der ökologische Wert im Vergleich zu einheimischen Ahornarten deutlich geringer. Im Ergebnis schliesst sich die Vorinstanz, unter Berücksichtigung der im Recht liegenden Gutachten, der Auffassung des Baurekursgerichts an, demzufolge sich aufgrund des mittelmässigen biologischen und des geringen ökologischen Werts der Ahornbäume damit keine Schutzwürdigkeit begründen lasse. Hinsichtlich des gestalterisch-ästhetischen Werts der beiden Ahornbäume hält die Vorinstanz fest, dass bei der Unterschutzstellung von Bäumen bzw. Baumgruppen strenge Massstäbe anzulegen seien, da jene in dicht besiedelten Gebieten nicht generell besonderen Schutz genössen. Bäume bzw. Baumgruppen seien nur dann schutzwürdig, wenn sie aufgrund des Standorts und ihrer Erscheinung in markanter Weise einen dominierenden, aussergewöhnlichen Akzent setzten und das Quartier- oder Strassenbild damit wesentlich mitprägten. Die Vorinstanz erwägt im Wesentlichen, die zwei Ahornbäume überragten sämtliche in der Umgebung befindlichen Häuser, womit ihnen eine gewisse Auffälligkeit nicht abgesprochen werden könne. Jedoch mache sie dies allein noch nicht "wertvoll" im Sinn von § 203 Abs. 1 lit. f PBG/ZH. Die Bilder des verwaltungsgerichtlichen Augenscheins belegten überdies, dass dies auf weitere Bäume in der näheren Umgebung zutreffe und sich das Quartier insgesamt durchgrünt und mit zahlreichen anderen hohen oder mächtigen Bäumen zeige, was mit der gutachterlichen Feststellung korrespondiere. Die zwei Ahornbäume würden eher als Gehölz unter vielen wahrgenommen. Soweit der Gemeinderat die Unterschutzstellung der beiden Bäume insbesondere mit deren "Lage an der Kreuzung" begründe, sei festzuhalten, dass es sich bei dieser Kreuzung um die Überschneidung zweier untergeordneter Quartierstrassen handle, die bereits aus geringer Entfernung unscheinbar wirke und der keinerlei zentrale Bedeutung zukomme. Den zwei Bäumen fehle es damit an einer wahrzeichenhaften Funktion für das Quartier oder die Gemeinde. Mit Verweis auf die Bilder des Augenscheins stellt die Vorinstanz sodann fest, dass auch die behauptete räumliche Wirkung der zwei Ahornbäume auf die Kreuzung nicht auffällig sei. Zusammengefasst setzten die zwei kolchischen Ahornbäume weder aufgrund ihres Standorts noch ihrer Erscheinung in markanter Weise einen dominierenden, aussergewöhnlichen Akzent; sie prägten das Quartier- oder Strassenbild damit nicht wesentlich mit. Der Gemeinderat und das Baurekursgericht seien bei der Beurteilung der gestalterisch-ästhetischen Wirkung der beiden kolchischen Ahornbäume nicht von den Massstäben ausgegangen, die bei der Unterschutzstellung von Bäumen im Interesse des Quartier- und Strassenbilds anzuwenden seien. Die Unterschutzstellung erweise sich als rechtsverletzend und sei aufzuheben.