Citation: I 843/06 12.10.2007 E. 9

9.1 Die MEDAS stellte in diesem polydisziplinären (psychiatrischen, neurologischen, neuropsychologischen, rheumatologischen) Gutachten folgende Diagnose: Spannungskopf- und Nackenschmerzen bei labilisierter, neurasthenischer und zu ängstlich-hypochondrischer Wahrnehmung und Somatisierung neigender Persönlichkeitsstruktur. Diese Diagnosen fassten die für die Leistungsbeurteilung relevanten gesundheitlichen Störungen entsprechend den Kriterien der ICD-10 zusammen. Auf Grund der dargestellten Befunde würden sie in der angestammten Tätigkeit der Versicherten von einer grundsätzlichen Leistungsminderung von ca. 30 % ausgehen, womit insbesondere zum Ausdruck gebracht werden solle, dass diese Leistungsminderung sich auf eine Stunde Tätigkeit genauso wie auf einen ganzen Arbeitstag beziehe, da sie keinen Hinweis dafür hätten, dass krankheitsbedingt im Laufe eines Tages eine nennenswerte Zunahme der medizinisch begründbaren Beschwerden zu erwarten wäre. Diese konstante Minderung im Leistungsvermögen begründeten sie mit den dargestellten Störungen funktionell-körperlicher und psychischer Natur. Ob die vor dieser Begutachtung ausgesprochenen Prozentsätze der Arbeitsunfähigkeit überzeugend seien, vermöchten sie nicht zu beurteilen. Aus ihrer Sicht sei davon auszugehen, dass eine medizinisch begründete Arbeitsunfähigkeit von 20 % oder mehr seit 25. Februar 2002 vorgelegen habe. Seit der dokumentierten vollständigen Remission (9. Februar 2003) der akut im Jahre 2002 einsetzenden psychischen Störungen liege das von ihnen dargestellte Leistungsbild vor, da sie der Einschätzung des Psychiaters Dr. med. M.________ diesbezüglich nicht zu folgen vermöchten. 9.2 Die Vorinstanz ging gestützt auf dieses Gutachten davon aus, die Versicherte sei ab dem Begutachtungszeitpunkt (2. Mai 2005) in ihrer angestammten Tätigkeit zu 30 % arbeitsunfähig. Hieraus könne nicht geschlossen werden, dass für den davor liegenden Zeitraum eine (befristete) Rentenberechtigung von vornherein ausgeschlossen sei. Diesbezüglich erweise sich der Verzicht der IV-Stelle, bei Dr. med. M.________ einen Verlaufsbericht einzuholen, als Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes. Im Gutachten vom 9. Februar 2003 habe dieser eine Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen in Höhe von 50 % festgehalten. Da für den Zeitpunkt der Begutachtung durch Dr. med. M.________ von einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen sei, und somit für den dazwischen liegenden Zeitraum eine Renteberechtigung nicht ausgeschlossen werden könne, seien die Akten an die IV-Stelle zurückzuweisen, damit sie bei Dr. med. M.________ einen Verlaufsbericht einhole und gestützt darauf die Ausrichtung einer (befristeten) Rente prüfe.