Citation: 9C_62/2024 E. 4

Die Vorinstanz stellte in tatsächlicher Hinsicht fest, es bestehe kein enger Konnex zwischen der 2016/2017 aufgetretenen und der invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdegegnerin, welche spätestens am 16. April 2019 und mithin während dem Versicherungsverhältnis bei der Beschwerdeführerin eingetreten sei. Es handle sich dabei zwar jeweils um dieselben Diagnosen, womit ein sachlicher Zusammenhang bestehe. Der zeitliche Zusammenhang werde jedoch durch die zwischenzeitliche Vollzeitarbeitstätigkeit der Beschwerdegegnerin aufgehoben. Aus den Akten sei zu entnehmen, dass die Beschwerdegegnerin während ihrer neunmonatigen Tätigkeit bei der C.________ AG keine Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit gezeigt habe. Der behandelnde Psychiater Dr. med. E.________, Facharzt Psychiatrie und Psychotherapie FMH, habe zwar festgehalten, dass eine Weiterbeschäftigung zu einem psychischen Zusammenbruch geführt hätte, ein solcher habe aber nicht stattgefunden; zudem habe es sich nicht um eine angepasste Tätigkeit gehandelt. Kurz nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses habe sich die Beschwerdegegnerin wieder erholt, Dr. med. E.________ habe ihr eine durchgehende Arbeitsfähigkeit attestiert. Somit sei eine volle Arbeits-/Leistungsfähigkeit für den Zeitraum der Anstellung bei der C.________ AG zu bejahen, selbst wenn während dieser Zeit Krankheitssymptome bestanden haben sollten. Auch für die Zeit vom 1. Oktober 2017 bis zum 15. April 2019 habe Dr. med. E.________ eine volle Arbeitsfähigkeit bescheinigt, was ein gewichtiges Indiz dafür bilde, dass tatsächlich eine solche vorgelegen habe. Dass der Arzt gleichzeitig einen Behandlungsbedarf bejaht habe, führe nicht zu einer anderen Einschätzung. Die Ausführung des behandelnden Psychiaters, gemäss Fallbetreuerin sei die Beschwerdegegnerin im Rahmen des RAV-Beschäftigungsprogramms praktisch nicht arbeitsfähig gewesen, lasse sich so den Akten nicht entnehmen. Präsenz, Arbeitsqualität und Tempo seien als gut bewertet worden; Einschränkungen seien nicht ausgewiesen. Seit Oktober 2018 seien gemäss Dr. med. E.________ verstärkt Krankheitssymptome aufgetreten, eine Arbeitsunfähigkeit werde aber nicht erwähnt. Damit stehe diese Verschlechterungsmeldung auch nicht im Widerspruch zur später attestierten vollen Arbeitsfähigkeit bis zum 15. April 2019. Den Akten lasse sich weiter entnehmen, dass es nach Stellenantritt im Alterszentrum V.________ per 1. April 2019 zu einer weiteren Verschlechterung des Gesundheitszustands der Beschwerdegegnerin gekommen sei, welche zur Arbeitsunfähigkeit geführt habe. Es lägen zwar Hinweise auf eine Verschlechterung schon vor dem 1. April 2019 vor, eine relevante Einschränkung der Arbeits- bzw. Leistungsfähigkeit von mindestens 20 % sei vor dem 15. April 2019 jedoch nicht überwiegend wahrscheinlich nachgewiesen. Die invalidisierende Arbeitsunfähigkeit sei daher überwiegend wahrscheinlich am 16. April 2019 und damit während dem Versicherungsverhältnis mit der Beschwerdeführerin eingetreten.