Citation: H 31/05 14.08.2006 E. 1

1.1 Nachdem die Frage der Nachzahlung bereits rechtskräftig entschieden wurde (vgl. Sachverhalt, Ziff. A zweiter Absatz hievor), kann sie in diesem Prozess nicht wieder aufgegriffen werden (vgl. BGE 122 V 221 Erw. 2 mit Hinweis). Streitig und zu prüfen ist demgegenüber der Erlass der Beitragsschuld (zum Anfechtungs- und Streitgegenstand im Allgemeinen: BGE 125 V 415), wobei mit Blick auf den bisherigen Verfahrensgang und die Parteivorbringen die Beurteilung der Erlassvoraussetzung des guten Glaubens im Vordergrund steht. 1.2 Das kantonale Gericht hat die gesetzlichen Bestimmungen über die Voraussetzungen für den Erlass nachzuzahlender Beiträge (Art. 14 Abs. 4 lit. d AHVG [in der seit 1. Januar 2003 gültigen Fassung] in Verbindung mit Art. 40 Abs. 1 AHVV) zutreffend dargelegt, worauf verwiesen wird. 1.3 Weil es dabei nicht um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht (BGE 100 V 151 Erw. 2a mit Hinweis), prüft das Eidgenössische Versicherungsgericht nur, ob das vorinstanzliche Gericht Bundesrecht verletzte, einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Ermessens, oder ob der rechtserhebliche Sachverhalt offensichtlich unrichtig, unvollständig oder unter Verletzung wesentlicher Verfahrensbestimmungen festgestellt wurde (Art. 132 in Verbindung mit Art. 104 lit. a und b sowie Art. 105 Abs. 2 OG). Hinsichtlich der Überprüfungsbefugnis des Eidgenössischen Versicherungsgerichts ist praxisgemäss zu unterscheiden zwischen dem guten Glauben als fehlendem Unrechtsbewusstsein und der Frage, ob sich jemand unter den gegebenen Umständen auf den guten Glauben berufen kann oder ob er bei zumutbarer Aufmerksamkeit den bestehenden Rechtsmangel hätte erkennen sollen. Die Frage nach dem Unrechtsbewusstsein gehört zum inneren Tatbestand und ist daher Tatfrage, die nach Massgabe von Art. 105 Abs. 2 OG von der Vorinstanz verbindlich beurteilt wird. Demgegenüber gilt die Frage nach der gebotenen Aufmerksamkeit als frei überprüfbare Rechtsfrage, soweit es darum geht, festzustellen, ob sich jemand angesichts der jeweiligen tatsächlichen Verhältnisse auf den guten Glauben berufen kann (in BGE 102 V 246 Erw. 2b mit Hinweis auf BGE 100 V 152 Erw. 2b geänderte Praxis, bestätigt in BGE 122 V 223 Erw. 3 und ARV 1998 Nr. 41 S. 237 Erw. 3, je mit Hinweisen).