Citation: 6B_1236/2018 E. 1.6.3

1.6.3. Nach der Rechtsprechung muss die rechtswidrige Zweckbestimmung der Falschbeurkundung - hier die Täuschung Dritter, um jemandem einen unrechtmässigen Vorteil zu verschaffen - zumindest in Kauf genommen werden. Worin der unrechtmässige Vorteil konkret besteht, braucht der Beschuldigte nicht zu wissen (BGE 138 IV 130 E. 3.2.4 S. 141; 135 IV 12 E. 2.2 S. 15; 102 IV 191 E. 4 S. 195; BOOG, a.a.O., N 193 zu Art. 251 StGB). Mithin setzt die Annahme einer Eventualabsicht nicht voraus, dass der Beschwerdegegner mit einer unmittelbaren Verwendung der Rechnungslegung oder der Revisionsberichte im Rahmen eines Anlagebetrugs gerechnet hat, d.h. damit, die Adressaten würden gerade dadurch zu einem bestimmten rechtserheblichen Verhalten (Vermögensdisposition im Sinn von Art. 146 Abs. 1 StGB) bewegt. Ebensowenig ist erforderlich, dass der Beschwerdegegner die Mechanismen des Anlagebetrugs in Form eines Ponzi scheme in ihren Einzelheiten durchschaute, d.h. dass die von Neukunden akquirierten Geldanlagen dafür verwendet werden, früheren Anlegern angebliche Gewinne, Zinsen oder Teile des angelegten Kapitals auszuzahlen (dazu Urteil 6B_81/2013 vom 5. September 2013 E. 2.2; SARA CIMAROLLI, Anlagebetrug, 2000, S. 125). Der Beschwerdegegner musste von den rechtswidrigen Vorgängen nur soviel wissen, dass ihm die Auswirkungen seiner Falschbeurkundung deutlich wurden, soweit sie einem anderen zum unrechtmässigen Vorteil gereichten. Auf die Willenskomponente der Eventualabsicht ist mit andern Worten zu schliessen, sobald der Beschwerdegegner aufgrund jenes Wissens über einschlägige Vorgänge in der Gesellschaft erkennen musste, dass er den Urhebern eines Betrugssystems in die Hände spielte, weil diese die unrichtig beurkundeten buchhalterischen Tatsachen (vgl. Urteil 6B_778/2011 vom 3. April 2012 E. 5.2.3) verwenden würden, um Anleger und Behörden über das betrügerische Konstrukt hinwegzutäuschen und damit dessen Bestand zu sichern.