Citation: 4C.317/2003 18.03.2004 E. 3

3.1 Nach Ansicht des Klägers verstösst das angefochtene Urteil gegen Art. 42 OR. Gemäss Art. 42 Abs. 1 OR hat die Schadenersatz beanspruchende Partei den Schaden zu beweisen, d.h. die Schadenersatzforderung zu substanziieren (BGE 127 III 365 E. 2b). Art. 42 Abs. 2 OR enthält eine bundesrechtliche Beweisvorschrift, die dem Geschädigten den Schadensnachweis erleichtern soll. Die Bestimmung räumt dem Sachgericht bei Unmöglichkeit des ziffernmässigen Nachweises der Schadenshöhe einen erweiterten Ermessensspielraum ein, indem sie ihm gestattet, den Schaden aufgrund einer blossen Schätzung als ausgewiesen zu erachten. Damit soll jedoch dem Geschädigten entgegen dem, was der Kläger anzunehmen scheint, nicht die Möglichkeit eröffnet werden, ohne nähere Angaben Schadenersatzforderungen in beliebiger Höhe zu stellen. Art. 42 Abs. 2 OR zielt lediglich auf eine Beweiserleichterung und nicht etwa darauf, dem Geschädigten die Beweislast generell abzunehmen. Nach ständiger Rechtsprechung hat der Geschädigte deshalb alle Umstände, die für den Eintritt eines Schadens sprechen und dessen Abschätzung erlauben oder erleichtern, soweit möglich und zumutbar zu behaupten und zu beweisen (BGE 122 III 219 E. 3a mit Hinweisen). Nach den Feststellungen der Vorinstanz hat der Kläger die künftige Reallohnsteigerung nicht einmal behauptet. Es liegt daher keine Verletzung von Bundesrecht vor. 3.2 Der Kläger unterschätzt in diesem Zusammenhang auch die Bindung des Bundesgerichts an tatsächliche Feststellungen der letzten kantonalen Instanz (Art. 63 Abs. 2 OG). Bestand und Höhe des Schadens sind Tatfragen, über die das kantonale Sachgericht grundsätzlich abschliessend befindet. Das Bundesgericht kann auf Berufung hin bloss prüfen, ob die Vorinstanz den Rechtsbegriff des Schadens verkannt oder gegen Rechtsgrundsätze der Schadensberechnung verstossen hat. Entsprechendes gilt auch im Anwendungsbereich von Art. 42 Abs. 2 OR. Die ermessensweise Schadensschätzung gehört zur Feststellung des Sachverhalts und bleibt damit der Überprüfung im Berufungsverfahren grundsätzlich entzogen (BGE 122 III 219 E. 3b). 3.3 Der Kläger verkennt schliesslich, dass nach der Rechtsprechung mit dem Taggeld die aus der Arbeitsunfähigkeit resultierende Erwerbseinbusse kompensiert wird (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts U 51/03 vom 29. Oktober 2003 E. 3.3, AJP 2004 189 f.; BGE 114 V 281 E. 3b/c). Das versicherte Ereignis, das zur Erwerbseinbusse zufolge Arbeitsunfähigkeit führt, kann eine Krankheit oder ein Unfall sein (vgl. die Besprechung von G. Riemer-Kafka in SZS 2004 S. 79 f.). Das Argument des Klägers, seine Taggeldversicherung habe lediglich die Krankheits-, nicht aber die Unfallfolgen gedeckt, sticht daher ins Leere. Entscheidend ist allein, dass er für erlittenen Erwerbsausfall Ausgleichsleistungen erhielt, welche in die Schadensbemessung einzubeziehen sind.