Citation: 6B_563/2021 E. 2.4.3

2.4.3. Der Beschwerdeführer erschien am Nachmittag des 10. Februar 2012 ohne Voranmeldung beim Polizeikommando Glarus, um eine Selbstanzeige zu erstatten. In der Folge wurde er von der Polizei zur Sache befragt und legte ein Geständnis betreffend sexuelle Handlungen zum Nachteil der beiden Privatklägerinnen ab. Gemäss vorinstanzlicher Feststellung hatte die Polizei bei dieser Einvernahme des Beschwerdeführers Kenntnis vom Durchsuchungs- und Beschlagnahmebefehl, da sie darauf verwies. Die Hausdurchsuchung fand in der Folge gleichentags um 16.50 Uhr im Anschluss an die polizeiliche Einvernahme des Beschwerdeführers statt. Wie die Vorinstanz zutreffend erwägt, musste die Staatsanwaltschaft den dringenden Tatverdacht auf die Aussagen der Beschwerdegegnerin 2 anlässlich ihrer Einvernahme vom 9. Februar 2012 gestützt haben. Diese Einvernahme hatte in Absprache mit der Staatsanwaltschaft stattgefunden. Vorliegend ging es um sexuelle Handlungen mit Kindern gemäss Art. 187 StGB. Aufgrund der von der Beschwerdegegnerin 2 am 9. Februar 2012 erhobenen Vorwürfe musste die Polizei bzw. die Staatsanwaltschaft erkennen, dass ein Fall notwendiger Verteidigung im Sinne von Art. 130 lit. b StPO vorlag. In der Anklageschrift vom 7. November 2018 beantragte die Staatsanwaltschaft denn auch eine bedingte Freiheitsstrafe von 21 Monaten. Die Vorinstanz gelangt daher zu Recht zum Schluss, dass dem Beschwerdeführer bereits anlässlich seiner ersten Einvernahme vom 10. Februar 2012 ein notwendiger Verteidiger hätte bestellt werden müssen. Entgegen ihrer Auffassung ist dabei irrelevant, dass sich der Beschwerdeführer freiwillig zur Polizei begeben hatte, um ein Geständnis abzulegen. Dasselbe gilt mit Bezug auf den Umstand, dass die am Morgen des gleichen Tages angeordneten Zwangsmassnahmen erst nach der ersten polizeilichen Einvernahme stattfanden.