Citation: 9C_499/2018 E. 5.2

5.2. Die Rüge des Beschwerdeführers, es habe kein hinreichender Anfangsverdacht für die veranlasste Observation bestanden, ist ebenfalls unbegründet. Zwar kann die anonyme Mitteilung an die Beschwerdegegnerin vom 9. Juli 2010, wonach der Beschwerdeführer auf der Strasse demonstrativ hinke, aber auf der Baustelle herumspringe, nicht allein als ausschlaggebend für die am 13. August 2013 - d.h. über drei Jahre später - veranlasste Überwachung angesehen werden. Vielmehr hat der Suizidversuch des Beschwerdeführers vom 12. Juli 2013 Fragen aufgeworfen (vgl. Observationsbericht vom 1. Oktober 2013). Das in diesem Zusammenhang, insbesondere vom behandelnden Psychiater Dr. med. D.________, im Bericht vom 19. Juli 2013 Dokumentierte zeigt ein widersprüchliches und nicht einleuchtendes Verhalten des Versicherten. Der Beschwerdeführer hat für das Ereignis eine Amnesie, aber die Tochter konnte ihn über das Geschehene aufklären. Für einen aussenstehenden Dritten präsentiert sich hier eine akute Gefährdungslage des Beschwerdeführers. Jedoch nahmen weder er noch seine Familie sofortige ärztliche Hilfe in Anspruch. Sie wandten sich zunächst an den Anwalt des Beschwerdeführers und erst anschliessend erfolgte am 19. Juli 2013 - mithin erst eine Woche nach dem Suizidversuch - eine Konsultation beim behandelnden Psychiater. Vor dem Hintergrund, dass es in den Akten neben dem anonymen Hinweis vom 9. Juli 2010 und dem soeben Geschilderten noch weitere Anhaltspunkte für Inkonsistenzen gab, zu erwähnen ist insbesondere der im ABI-Gutachten vom 4. Januar 2011 dargelegte fragliche Leidensdruck bei Ausweitung und Aggravation der Beschwerden, bestand insgesamt ein hinreichender Anlass, das vom behandelnden Psychiater Berichtete anzuzweifeln und eine Überwachung zu veranlassen.