Citation: 4A_416/2024 E. B

B.a. Mit Klage vom 28. März 2023 beantragten die Klägerinnen dem Handelsgericht des Kantons Bern, die Beklagte sei zu verurteilen, ihnen Fr. 125'000.-- zu bezahlen. B.b. Mit Urteil vom 11. Juni 2024 hiess das Handelsgericht die Klage antragsgemäss gut. Es hielt fest, das Regressprivileg des Arbeitgebers nach Art. 75 Abs. 2 ATSG entfalle im Umfang der vom Gesetz verlangten Versicherungsdeckung nach Art. 63 SVG. Ob es sich bei der abgeschlossenen Versicherung um eine "obligatorische" Haftpflichtversicherung nach Art. 63 SVG handle, oder eine "freiwillige" Haftpflichtversicherung ausserhalb der Versicherungspflicht vorliege, bemesse sich nicht am konkreten Unfallort, sondern daran, ob das fragliche Motorfahrzeug in den öffentlichen Verkehr gebracht worden sei bzw. in diesen hätte gebracht werden sollen. Da das Unfallfahrzeug ein gesetzliches Kennzeichen (Kontrollschild) getragen und die Haftpflichtversicherung der C.________ AG auch die Schadenersatzansprüche abgedeckt habe, die aufgrund gesetzlicher Haftpflichtbestimmungen gegen die Versicherten erhoben würden, sei davon auszugehen, dass das Unfallfahrzeug in den Verkehr gebracht worden sei bzw. in den Verkehr hätte gebracht werden können. Es widerspreche dem Normzweck von Art. 75 Abs. 3 ATSG, wenn trotz Vorliegens einer obligatorischen Versicherungsdeckung dem Sozialversicherer der Regress verwehrt bliebe.