Citation: 1B_504/2022 E. 2.3

2.3. Zur Untersuchungsrelevanz der 46 entsiegelten Bilddateien der "Kategorie B" erwägt die Vorinstanz, im Wesentlichen zusammengefasst, Folgendes: Der Beschwerdeführer habe sich im Entsiegelungsverfahren auf den Standpunkt gestellt, dass ausschliesslich Bilddateien relevant seien, die mit seinem Mobiltelefon aufgenommen worden seien. Die Bilder der "Kategorie B" wiesen keine "Zeitstempel" auf, die Rückschlüsse auf das ursprünglich verwendete Aufnahmegerät oder den Aufnahmezeitpunkt zuliessen. Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers seien aber nicht nur jene Bilddateien untersuchungsrelevant, bei denen aufgrund vorhandener Zeitstempel bzw. Metadaten mit Sicherheit davon auszugehen wäre, dass sie im Tatzeitraum (bzw. vom 21. bis 23. April 2020) mit seinem sichergestellten Mobiltelefon erstellt wurden. Vielmehr könnten auch Bilder relevant sein, bei denen bloss die Möglichkeit bestünde, respektive bei denen nicht ausgeschlossen werden könnte, dass sie im massgeblichen Zeitraum aufgenommen wurden. Der Sachverständige habe dargelegt, dass sich der ursprüngliche Aufnahmezeitpunkt eines Bildes (oder Videos) nicht in jedem Fall durch einen Zeitstempel ("file created") eruieren lasse. Vielmehr könnten Zeitangaben der Dateien aufgrund ihrer jeweiligen Nutzung - z.B. durch Kopiervorgänge, Wiederherstellung von Dateien aus Backups etc. - oder durch die Verwendung von Applikationen ("Apps") verändert bzw. beeinflusst worden sein. Zudem enthalte nicht jedes Bild, das mit einem iPhone aufgenommen wurde, zwangsläufig auch Metadaten auf dem verwendeten Zielgerät. Ein iPhone erzeuge meist mehrere Kopien derselben Aufnahme in unterschiedlichen Auflösungen (etwa Vorschaubilder, Bilder für Versand etc.) und an verschiedenen Speicherorten, wobei diese Kopien dann oft keine "inneren Zeitstempel" mehr trügen. Dies bedeute, dass nach der Aufnahme eines Bildes mit einem iPhone die jeweiligen Zeitstempel aufgrund diverser Ursachen verändert bzw. beeinflusst worden sein könnten. Folglich sei es vorliegend gerade nicht ausgeschlossen, dass auch die Bilder der "Kategorie B", die keine Metadaten bzw. keine entsprechenden Zeitstempel aufwiesen, untersuchungsrelevant wären. Da die vom Sachverständigen gespiegelten 46 Bilder der "Kategorie B" im tatrelevanten Zeitraum und mit dem sichergestellten iPhone des Beschuldigten aufgenommen worden sein könnten, seien sie als grundsätzlich untersuchungsrelevant einzustufen.