Citation: 6B_1087/2020 E. 3.3.1

3.3.1. Die Vorinstanz prüfte eingehend, ob die Tat als Totschlag im Sinne von Art. 113 StGB zu beurteilen ist, und gelangte wie bereits die Erstinstanz zum Schluss, es lägen keine privilegierenden Umstände gemäss dieser Bestimmung vor. Dabei ging sie insbesondere auf die Krankheitsgeschichte des Beschwerdeführers ein. Gestützt auf das psychiatrische Gutachten von Prof. Dr. med. G.________ vom 15. Mai 2017 hielt sie fest, im Jahr 2005 sei beim Beschwerdeführer ein Meningeom diagnostiziert worden. In der Folge habe sich der Beschwerdeführer mehreren Operationen unterziehen müssen. Im Zuge der ärztlichen Behandlung sei bei ihm ferner ein Krampfleiden in Form einer Epilepsie festgestellt worden, welches sich auch in einer Anfallssymptomatik geäussert habe. Gemäss gutachterlicher Einschätzung sei die Hirnschädigung unter anderem geeignet, die Selbstkontrolle zu beeinträchtigen. Betreffend die Anfallssymptomatik habe der Gutachter festgehalten, dass der Beschwerdeführer ein Anfallsmuster entwickelt habe, bei dem es zu motorischen Zuckungen oder Tonuserhöhungen komme und er die Kontrolle über seine rechte Körperhälfte verliere. Das Anfallsmuster sei auf die hirnorganische Schädigung zurückzuführen und sei als Folgeerkrankung des im Jahr 2005 diagnostizierten Meningeoms einzuordnen. Ferner gehe gemäss Gutachter G.________ aus dem zusätzlich eingeholten neurologisch-epileptischen Gutachten von Dr. med. H.________ vom 8. Mai 2018 hervor, dass der Beschwerdeführer seit dem Jahr 2005 an den Folgen seines Hirntumors leide. In Bezug auf die Epilepsie habe der Gutachter im neurologisch-epileptischen Gutachten dargelegt, dass der Beschwerdeführer unter einer Anpassungsstörung mit ausgeprägter Anfallsangst leide.