Citation: 5A_796/2016 E. 3.3.3

3.3.3. Das Verfahren der Spezialliquidation gemäss Art. 230a SchKG nach Einstellung des Konkurses über eine juristische Person mangels Aktiven ist in die Hände des Konkursamtes gelegt und es finden die konkursrechtlichen Bestimmungen über das summarische Verfahren Anwendung, sofern die Besonderheiten der Spezialliquidation keine Abweichungen verlangen (LORANDI, a.a.O., S. 43). Die "analoge Anwendung" verlangt insbesondere eine Abweichung dahingehend, dass nicht pfandgesicherte Gläubiger am Verfahren nicht beteiligt sind (BGE 97 III 34 E. 3 S. 38). Die Beschwerdeführerin übergeht, dass die Verteilung des Verwertungserlöses auch in der Spezialliquidation nach Art. 230a SchKG in einer Verteilungsliste gestützt auf Art. 261 SchKG erfolgt. Diese Verteilungsliste stützt sich auf den rechtskräftigen konkursrechtlichen Kollokationsplan, dessen Teil das Lastenverzeichnis bildet (Art. 247 Abs. 2 SchKG) und mit Kollokationsklage bereinigt worden ist (Art. 250 SchKG). Dass sich der Kollokationsplan im Verfahren nach Art. 230a SchKG auf das Lastenverzeichnis beschränkt und die nicht pfandgesicherten Gläubiger nicht beteiligt sind, ändert nichts daran, dass es sich beim Verfahren ("Anschluss-Liquidation") um ein konkursrechtliches Instrument handelt und dieses nach den konkursrechtlichen Grundsätzen abzuwickeln ist (SCHMID/JENT-SØRENSEN, Zur Liquidation juristischer Personen nach Art. 230a SchKG, in: Festschrift Meier, 2015, S. 642, 644; GASSER, Die Liquidation nach Artikel 230a SchKG, in: Schuldbetreibung und Konkurs im Wandel, 2000, S. 52, 61).