Citation: U 447/05 25.07.2006 E. 2

Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf Taggelder der Unfallversicherung. 2.1 Nachdem der Kranken- und Unfall-Versicherungsverein St. Moritz im mit Verfügung bezeichneten Schreiben vom 28. Juli 2004 der Versicherten einen Vorschlag für die Berechnung des Taggeldes unterbreitet und gleichzeitig Unterlagen zum Lohn für die Zeit vom 9. Juni 2002 bis 25. Mai 2003, somit vor Beginn des Anstellungsverhältnisses ab 26. Mai 2003, einverlangt hatte, verneinte er im Einspracheentscheid vom 9. Dezember 2004 einen Taggeldanspruch. Er bestritt im Wesentlichen das Vorliegen einer Arbeitsunfähigkeit, weil einerseits die Berichte der Frau Dr. med. C.________ widersprüchlich seien, die Beschwerdegegnerin trotz attestierter vollständiger Arbeitsunfähigkeit im Monat Juli 11,5 Stunden gearbeitet und sich ab Juni 2003 diversen Zahnarztbesuchen sowie einer Behandlung bei einem Anthroposophen unterzogen habe. Zudem sei die Unfallmeldung erst am 19. August 2003 eingereicht worden und datiere der Arbeitsvertrag vom 30. Juni 2003, somit 21 Tage nach dem Unfall bzw. 35 Tage nach dem behaupteten Arbeitsbeginn. Schliesslich sei die Beschwerdegegnerin als Aushilfe angestellt worden, was einer befristeten, meistens kurzfristigen und unregelmässigen Gelegenheitsarbeit entspreche. Es bestehe bei der Aushilfsarbeit nicht ein über die einzelnen Arbeitseinsätze hinaus andauerndes Arbeitsverhältnis, sondern dieses werde mit jedem Einsatz neu begründet. Im Beschwerdeverfahren vor dem kantonalen Gericht stellte sich der Kranken- und Unfall-Versicherungsverein St. Moritz im Wesentlichen auf den Standpunkt, es handle sich im Falle der Versicherten gänzlich oder zumindest weitestgehend um eine "Scheinarbeitsunfähigkeit". 2.2 Das kantonale Gericht hat sich mit der Argumentation des Kranken- und Unfall-Versicherungsvereins auseinandergesetzt und ist zum Schluss gekommen, dass er die ihm nach Art. 43 ATSG obliegende Abklärungspflicht verletzt habe und dies nun durch eine Herabqualifizierung der Berichte der Frau Dr. med. C.________ sowie durch andere unsachliche Argumente zu verdecken versuche. Es könne - so die Vorinstanz - keine Rede davon sein, dass das Fehlen des Anspruchs auf ein Unfalltaggeld aktenmässig erstellt sei. Das kantonale Gericht wies daher die Angelegenheit zur näheren Abklärung des Sachverhalts und allfälligen Neuberechnung des Taggeldanspruchs an den Kranken- und Unfall-Versicherungsverein zurück. 2.3 Dagegen wehrt sich der Beschwerdeführer wiederum im Wesentlichen mit der Begründung, es handle sich bei der Beschwerdegegnerin um eine "Scheinarbeitsunfähigkeit". Er räumt ein, dass sein case management in diesem Fall nicht optimal gewesen sei, was aber nicht einer Verletzung von Art. 43 ATSG gleichkomme. Selbst wenn er seiner Abklärungspflicht nicht genügend nachgekommen wäre, so der Kranken- und Unfall-Versicherungsverein, hätte das Verwaltungsgericht von Amtes wegen ernsthaft und detailliert der Frage nachgehen müssen, ob die Voraussetzungen für einen Taggeldanspruch erfüllt seien, gelte die Untersuchungspflicht doch auch im Gerichtsverfahren. Der Beschwerdeführer weist im Übrigen nochmals auf Widersprüche in den Berichten und Abrechnungen der Frau Dr. med. C.________ sowie auf Merkwürdigkeiten bezüglich Unfallmeldung und Arbeitsvertrag hin. 2.4 Die Beschwerdegegnerin stellt sich auf den Standpunkt, die medizinische Aktenlage sowie die Situation bezüglich Anstellungssituation und Unfallmeldung seien schlüssig. Sie kritisiert, dass der Beschwerdeführer lediglich Angaben in Zweifel ziehe, ohne eigene Abklärungen zu tätigen.