Citation: H 213/02 07.07.2003 E. 3

3.1 Damit ist mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 360 Erw. 5b, 125 V 195 Erw. 2, je mit Hinweisen) erstellt, dass die Versicherte im Jahr 1969 vier - anstelle der von Verwaltung und Vorinstanz angenommenen drei - und im Jahr 1970 fünf Monate - gemäss Verwaltung und Vorinstanz ausländische Versicherungszeit - in der Schweiz gelebt hat. 3.2 Zu prüfen bleibt, ob die Beschwerdeführerin in diesen Zeiten versichert war. 3.2.1 Wie bereits erwähnt (s. Erw. 1.2), sind gemäss Art. 1 Abs. 1 lit. a AHVG natürliche Personen nach Massgabe des AHVG obligatorisch versichert, wenn sie Wohnsitz in der Schweiz haben, wobei der zivilrechtliche Wohnsitzbegriff nach Art. 23 ff. ZGB massgebend ist (Art. 95a AHVG; Käser, Unterstellung und Beitragswesen in der obligatorischen AHV, 2. Aufl., Bern 1996, S. 13 Rz 1.16; vgl. auch die Rechtsprechung zu der bis am 31. Dezember 1996 gültig gewesenen Fassung von Art. 1 Abs. 1 lit. a aAHVG: ZAK 1990 S. 247 f. Erw. 3a). 3.2.2 Der Wohnsitz einer Person befindet sich nach Art. 23 Abs. 1 ZGB an dem Ort, wo sie sich mit der Absicht dauernden Verbleibens aufhält. Art. 25 Abs. 1 ZGB in seiner bis 31. Dezember 1987 gültig gewesenen, hier massgebenden (Art. 1 Abs. 1 SchlT ZGB) Fassung bestimmte, dass als Wohnsitz der Ehefrau derjenige des Ehemannes galt. Gemäss Art. 24 Abs. 1 ZGB bleibt der einmal begründete Wohnsitz bestehen bis zum Erwerb eines neuen Wohnsitzes; nach Abs. 2 dieser Bestimmung gilt der Aufenthaltsort als Wohnsitz, wenn ein früher begründeter Wohnsitz nicht nachweisbar oder ein Wohnsitz im Ausland aufgegeben und in der Schweiz kein neuer begründet worden ist. 3.2.3 Aus den Angaben der Beschwerdeführerin ergibt sich, dass sie nach ihrer Rückkehr aus Spanien im September 1969 gemeinsam mit ihrem Ehemann in der Schweiz geweilt hat, bevor dieser von seiner damaligen Arbeitgeberin nach Brasilien versetzt wurde, wobei dort offenbar noch kein definitiver Einsatz vorgesehen war, weshalb er zunächst in einem Hotel wohnte. Unter diesen Umständen ist davon auszugehen, dass die Ehegatten im September 1969 Wohnsitz in der Schweiz genommen und zufolge der vorerst nur provisorischen Versetzung des Ehemannes erst im Verlaufe des Mai 1970 einen neuen Wohnsitz in Brasilien begründet haben. 3.2.4 Die Beschwerdeführerin hatte demnach von September 1969 bis in den Mai 1970 hinein Wohnsitz in der Schweiz und war damit während dieser Periode obligatorisch versichert, wobei ihr diese beitragsfreie Zeit ebenfalls gemäss Art. 29bis Abs. 2 aAHVG anzurechnen ist. Die Sache ist deshalb an die Ausgleichskasse zurückzuweisen, damit sie die Rente unter Berücksichtigung dieses Umstands neu berechne.