Citation: 6B_563/2021 E. 1.1

1.1. Die Beschwerde richtet sich gegen den vorinstanzlichen Schuldspruch der mehrfachen sexuellen Handlungen mit einem Kind gemäss Art. 187 Ziff. 1 StGB. Der Beschwerdeführer macht geltend, die Staatsanwaltschaft habe am 16. Juni 2015 gegen ihn Anklage wegen mehrfacher sexueller Handlungen mit Kindern erhoben. Mit Verfügung vom 19. Juni 2015 habe der Kantonsgerichtspräsident die Anklage an die Staatsanwaltschaft zurückgewiesen und die Rechtshängigkeit zurück an diese übertragen. Am 30. Oktober 2018 habe die Staatsanwaltschaft erneut Anklage gegen ihn erhoben. Die Rückweisung der Anklage vom 16. Juni 2015 aufgrund der Verfügung durch den Kantonsgerichtspräsidenten stelle zweifellos eine Verletzung von Art. 329 Abs. 2 StPO und damit eine Verfahrenshandlung einer funktionell unzuständigen Behörde dar. Mit Blick auf die Bedeutung der Rückweisungsverfügung liege ein schwerer Mangel im Sinne der bundesgerichtlichen Rechtsprechung vor. Aufgrund des klaren Wortlauts von Art. 329 Abs. 2 StPO sei der Mangel auch offensichtlich oder zumindest leicht erkennbar. Die Rechtssicherheit werde durch die Annahme der Nichtigkeit der Verfügung vom 19. Juni 2015 nicht gefährdet. Nichtige Entscheide würden keinerlei Rechtswirkungen entfalten und seien ex tunc sowie ohne Aufhebung rechtlich unverbindlich. Mangels gültiger Rückweisung der Anklage vom 16. Juni 2015 sei die Staatsanwaltschaft daher nicht befugt gewesen, weitere Beweiserhebungen durchzuführen. Damit seien auch die Anklage vom 30. Oktober bzw. 7. November 2018 und die daraufhin ergangenen Urteile der ersten Instanz sowie der Vorinstanz nichtig.