Citation: 6B_1128/2023 E. 2.3

2.3. Die Vorinstanz erwägt, der Beschwerdeführer habe - erst wenige Monate in der Schweiz (und was den Tatbestand der Hehlerei angehe, sogar bereits Jahre bevor er in der Schweiz wohnhaft gewesen sei), und obwohl er hier während der gesamten Dauer der Delinquenz über eine gut bezahlte Anstellung verfügt habe - während knapp eines Jahres (Januar bis November 2020) an insgesamt 39 Diebstählen mitgewirkt, fünf Mal in Kombination mit Hausfriedensbruch. Dabei sei Deliktsgut im Wert von insgesamt ca. Fr. 110'000.-- erbeutet worden. In 17 Fällen seien gleichzeitig Sachbeschädigungen angerichtet worden, wobei sich der Sachschaden auf insgesamt rund Fr. 1'800.-- belaufe. Damit habe der Beschwerdeführer die Vermögensrechte einer Vielzahl von Personen angegriffen, wobei er situativ auch nicht davor zurückgeschreckt sei, deren Hausrecht zu verletzen. Durch sein gewerbs- und teilweise bandenmässiges Vorgehen bei den Diebstählen habe der Beschwerdeführer somit - selbst wenn er nicht in bewohnte Räumlichkeiten eingedrungen sei - eine besondere Sozialgefährlichkeit gezeigt. Ferner habe er mit den sich auf eine Vielzahl von Einzelfällen und sich über mehrere Monate erstreckenden kriminellen Aktivitäten seine generelle Bereitschaft bzw. Neigung zur Delinquenz zum Ausdruck gebracht bzw. im Vergleich zur bereits im Jahr 2016 begangenen Hehlerei noch deutlich gesteigert, was per se eine gewisse Rückfallgefahr indiziere. Hinzu komme, dass bis heute nicht nachvollziehbar erscheine, aufgrund welcher Motivation es zu den überaus zahlreichen Delikten gekommen sei. Die finanziellen Verhältnisse des Beschwerdeführers seien jedenfalls jederzeit gesichert gewesen und auch die Corona-Epidemie sei keine taugliche Erklärung, nachdem die Diebstähle bereits im Januar 2020 und damit vor der Anordnung von das Sozialleben einschränkenden Schutzmassnahmen ihren Anfang genommen hätten. Mithin müsse davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer auch ohne besonderen Anlass schnell bereit sei, bei strafbaren Tätigkeiten mitzumachen. Dies habe er bereits im Jahr 2016 ein erstes Mal unter Beweis gestellt, als er bei einem Versicherungsbetrug mitgewirkt habe, und habe sich im Jahr 2020 dann im Zusammenspiel mit seinen Brüdern immer und immer wieder gezeigt; dabei seien sie nicht davor zurückgeschreckt, auch ihren minderjährigen Neffen in ihre Straftaten einzubinden. Bei den vom Beschwerdeführer begangenen Delikten handle es sich zwar nicht um solche gegen Leib und Leben. In ihrer Kumulation handle es sich aber gleichwohl um schwerwiegende Delikte und damit einhergehend um eine schwere Störung der öffentlichen Ordnung, was sich auch an der ausgefällten Strafe von 24 Monaten Freiheitsstrafe zuzüglich 30 Tagessätze Geldstrafe zeige. Damit genüge auch ein geringes Rückfallrisiko - wie es hier dem Beschwerdeführer zu attestieren sei - für eine aufenthaltsbeendende Massnahme im Sinne von Art. 5 Abs. 1 Anhang | FZA. Deshalb stehe das Freizügigkeitsabkommen vorliegend einer Verweisung des Beschwerdeführers aus dem Hoheitsgebiet der Schweiz nicht entgegen (angefochtenes Urteil E. 3.5.1 S. 21 ff.).