Citation: 6B_1070/2018 E. 2.4

2.4. Fraglich ist, ob es sich beim letzten Satz der Anklageziffer 3 um eine Eventualanklage handelt, wovon sowohl die Vorinstanz als auch der Beschwerdeführer ausgehen. Die Anklage bringt damit zum Ausdruck, dass das Kokain auf jeden Fall nicht in grösseren Mengen für den Eigenkonsum des Beschwerdeführers (anlässlich der Geburtstagsfeier oder danach) bestimmt war. Richtigerweise kann der letzte Satz der Anklage auch als Antwort auf die Frage verstanden werden, was der Beschwerdeführer mit dem Kokain gemacht hätte, das er seinen Gästen zwar zur Verfügung stellte bzw. stellen wollte, von diesen anlässlich der Geburtstagsfeier jedoch nicht konsumiert worden wäre. Insoweit deckt die Anklageschrift daher nicht verschiedene Varianten eines sich in der Vergangenheit tatsächlich abgespielten Ereignisses ab, sondern lediglich die Frage nach dem weiteren Verwendungszweck bzw. die hypothetische Frage, wie der Beschwerdeführer das nach der Geburtstagsfeier übrig gebliebene Kokain verwendet hätte. Selbst wenn die Anklageschrift im Sinne einer Haupt- und Eventualanklage zu verstehen wäre, ist entgegen der Vorinstanz (vgl. angefochtenes Urteil S. 10 f.) nicht ersichtlich, warum die Eventualanklage unbeachtlich sein soll. Dass sich eine Haupt- und Eventualanklage bzw. Alternativanklagen widersprechen, liegt in der Natur der Sache. Die Möglichkeit einer Alternativ- oder Eventualanklage ist gesetzlich dennoch ausdrücklich vorgesehen (vgl. Art. 325 Abs. 2 StPO). Eine Alternativ- oder Eventualanklage drängt sich namentlich auf, wenn eindeutige tatsächliche Feststellungen nicht möglich sind, aber doch feststeht, dass die beschuldigte Person sich in jeder der in Betracht fallenden Sachverhaltsalternativen schuldig gemacht haben könnte (Urteile 6B_879/2018 vom 26. April 2019 E. 1.1; 6B_1180/2015 vom 13. Mai 2016 E. 1.3.2). Damit trifft zwar zu, dass eine Verteidigung beieiner Haupt- und Eventualanklage bzw. zwei Alternativanklagen schwieriger ist. Die Alternativ- bzw. Eventualanklage verhindert, dass sich die beschuldigte Person auf eine nicht angeklagte, aber ebenfalls strafbare Sachverhaltsvariante berufen kann, um einen Freispruch zu erwirken. Dies war vom Gesetzgeber so gewollt und tangiert das Recht auf Verteidigung nicht. Die Verteidigung ist generell umso schwieriger, je erdrückender die Beweislage ist. Vorliegend war es auch keineswegs so, dass die Anklage derart weit gefasst war, dass sie ihrer Umgrenzungsfunktion nicht mehr gerecht wurde. Die Rüge des Beschwerdeführers ist unbegründet.