Citation: U 308/98 27.01.2000 E. 2

2.- Streitig ist, ob es sich bei der beim Beschwerdeführer bestehenden psychischen Gesundheitsstörung (Depression mit funktioneller Überlagerung der Schmerzsymptomatik) um eine Folge des versicherten Unfalles vom 13. September 1993 handelt. Dabei kann gestützt auf die zur Verfügung stehenden medizinischen Akten die Frage des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 119 V 9 Erw. 3c/aa) beantwortet werden. Eine Rückweisung der Sache zwecks Einholung eines Gutachtens erübrigt sich aber; selbst wenn auf Grund zusätzlicher Abklärungen der natürliche Kausalzusammenhang zu bejahen wäre, fehlt es - wie die nachstehenden Erwägungen zeigen - an der Adäquanz des Kausalzusammenhangs. Bei der Beurteilung letzterer Frage hat das kantonale Gericht zu Recht auf die Kriterien zu den psychischen Unfallfolgen abgestellt (vgl. auch RKUV 1995 Nr. U 221 S. 113). Dabei hat es den Unfall dem mittleren Bereich zugeordnet, wobei das kantonale Gericht dem Sturz aus einer Höhe von ca. 4 - 5 m eine gewisse Eindrücklichkeit nicht abgesprochen hat (vgl. dazu auch die Übersicht über die Fälle, die seit BGE 115 V 135 zu den schwereren Fällen im mittleren Bereich gerechnet worden sind, in RKUV 1999 Nr. U 330 S. 122). Dem ist auf Grund der Aktenlage beizupflichten. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers kann der Unfall vom 13. September 1993 nicht dem schweren Bereich zugeordnet werden. Weder die Sturzhöhe noch die dabei zugezogenen Verletzungen rechtfertigen eine Zuordnung zum schweren Bereich. Dabei kann dem während des Heilungsprozesses erfolgten Tod der Ehefrau bei der Beurteilung der Adäquanz von psychischen Unfallfolgeschäden keine Bedeutung zugemessen werden. Zur Bejahung der Adäquanz ist daher erforderlich, dass ein einziges Kriterium in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist oder mehrere unfallbezogene Kriterien gegeben sind. Dies trifft im vorliegenden Fall entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers nicht zu. Zwar ist das Kriterium der lang dauernden physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit gegeben. Hingegen ereignete sich der Unfall weder unter besonders dramatischen Begleitumständen, noch kann er als besonders eindrücklich bezeichnet werden. Daran ändert auch nichts, dass der Beschwerdeführer Verätzungen beider Augen zugezogen hat, weil er beim Sturz von einem Eimer mit Farbe übergossen wurde. Diese wie auch die anderen beim Unfall zugezogenen Verletzungen verheilten problemlos mit Ausnahme des im kreisärztlichen Abschlussbericht vom 10. März 1995 erwähnten Schadens im Ellbogengelenk. Von einem schwierigen Heilungsverlauf mit erheblichen Komplikationen kann daher ebenso wenig die Rede sein wie von einer ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung oder einer ärztlichen Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmerten. Das kantonale Gericht, auf dessen Erwägungen verwiesen wird, hat daher zu Recht die Adäquanz des Kausalzusammenhangs verneint, weil dem Unfallereignis vom 13. September 1993 für die Entstehung des psychischen Gesundheitsschadens und der damit verbundenen Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit in Würdigung aller relevanten Umstände keine massgebende Bedeutung zukommt. Die Ablehnung der Leistungspflicht für die psychischen Gesundheitsstörungen erweist sich daher als rechtmässig, woran die weiteren Einwendungen des Beschwerdeführers nichts zu ändern vermögen. Mit Bezug auf den aus den physischen Unfallfolgen resultierenden Invaliditätsgrad werden in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde keine substanziierten Einwendungen vorgebracht. Es kann in diesem Zusammenhang ebenfalls auf die einlässlichen Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden.