Citation: 2C_688/2017 E. 4.6

4.6. Daran ändert auch die Berufung des Beschwerdeführers auf Art. 3 Abs. 5 Anhang I FZA nichts: Nach dieser Bestimmung haben der Ehegatte und die Kinder einer Person mit Aufenthaltsrecht, die noch nicht 21 Jahre alt oder unterhaltsberechtigt sind, ungeachtet ihrer Staatsangehörigkeit das Recht auf Zugang zu einer Erwerbstätigkeit. Der Verwandte hat dieses Recht somit nur, wenn er aufenthaltsberechtigt ist (ebenso der EuGH im Urteil Reyes, a.a.O., Rn. 32, zu Art. 23 der Unionsbürgerrichtlinie), was nach dem bisher Gesagten nicht zutrifft. Würde nun - so offenbar die Auffassung des Beschwerdeführers - einerseits das Aufenthaltsrecht damit begründet, dass ohne Aufenthalts- und Erwerbsbewilligung in der Schweiz eine Unterhaltsbedürftigkeit bestünde und andererseits die Erwerbsberechtigung damit begründet, dass ein Aufenthaltsrecht bestehe, so würde dies im Ergebnis zu einer voraussetzungslosen Arbeitsmigration von erwachsenen drittstaatsangehörigen Nachkommen von EU-Angehörigen führen. Das entspricht nicht dem Familiennachzug, wie er im FZA geregelt ist. Dasselbe gilt für das Recht auf Ausübung einer Erwerbstätigkeit gemäss Art. 46 AuG: Auch dieses Recht setzt das Bestehen eines Aufenthaltsrechts nach Massgabe der Art. 42-44 AuG.