Citation: C 286/00 08.10.2002 E. 4

Das kantonale Gericht hat den guten Glauben im Wesentlichen mit dem Hinweis bejaht, es gebe keine einschlägige Gesetzesbestimmung, welche den zur Rückforderung führenden Sachverhalt klar und unmissverständlich regle. Die Beschwerdegegnerin als sozialversicherungsrechtlicher Laie habe weder Kenntnis der jüngeren Rechtsprechung (insbesondere des Urteils BGE 123 V 234) gehabt noch haben müssen. Sie habe sich deshalb in einem Rechtsirrtum befunden. Dieser sei für die Gutgläubigkeit dann relevant, wenn er aus einem schützenswerten Vertrauen in ein behördliches Verhalten entstanden sei, was vorliegend zutreffe. Denn die Arbeitslosenkasse habe keine Beanstandungen vorgenommen und keine Zweifel an der Rechtmässigkeit gehabt, auch dann als die Beschwerdegegnerin im Zwischenverdienst wiederum für die S.________ GmbH (ihre vormalige Arbeitgeberin) gearbeitet habe. Das seco führt in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde an, auch die Vorinstanz gehe davon aus, dass die Versicherte die Leistungen unter Umgehung von Art. 31 Abs. 3 lit. c AVIG bezogen habe. Deshalb sei von einer fehlenden Gutgläubigkeit auszugehen. Der angerufene Rechtsschutz müsse auch im Rahmen eines Interessenausgleichs versagt werden. Eine andere Betrachtungsweise führe zu einem im öffentlichen Interesse unerträglichen Zustand, indem jene belohnt würden, die durch rechtsmissbräuchliche Umgehung gesetzlicher Bestimmungen unrechtmässig Versicherungsleistungen bezögen.