Citation: I 192/03 28.05.2004 E. 2

Der Beschwerdeführer beruft sich darauf, er leide - nebst den Unfallfolgen - an starken Depressionen, Diabetes, Knochen- und Gelenkschmerzen, Gleichgewichtsstörungen sowie neurologischen Ausfällen, was Verwaltung und Vorinstanz nicht berücksichtigt hätten. 2.1 Hinsichtlich der Zeit vom 1. Dezember 2000 bis zum 30. Juni 2001, für die dem Versicherten eine halbe Invalidenrente zugesprochen wurde, fehlt es an einer stichhaltigen Begründung des Antrags auf eine ganze Rente. Die vom Beschwerdeführer geltend gemachten Beschwerden werden im Bericht des Spitals Z.________ vom 9. August 2001, wo er seit März 2000 betreut worden war, mit Ausnahme des Diabetes, nicht genannt. Lediglich die hier nicht streitigen Beschwerden am linken Ellbogen wirkten sich nach Einschätzung der Ärzte auf die Arbeitsfähigkeit aus. Insbesondere ein invalidisierendes psychisches Leiden war damals nicht aktenkundig. Sein Antrag auf Zusprechung einer ganzen Invalidenrente für die Zeit vom 1. Dezember 2000 bis zum 30. Juni 2001 ist daher unbegründet. 2.2 Zu prüfen bleibt, ob die Rente zu Recht bis zum 30. Juni 2001 befristet wurde. Der Beschwerdeführer hat im Vorbescheidverfahren geltend gemacht, seine Beschwerden seien rheumatischer, psychologischer und internistischer Natur, und er beantragte die Einholung eines Berichts des Dr. med. S.________, Psychiatrie/Psychotherapie FMH, da das psychische Leiden nicht abgeklärt worden sei. Die Vertrauensärztin der IV-Stelle, Frau Dr. med. G.________, war demgegenüber der Meinung, dass keine Hinweise für ein psychisches Leiden bestünden, weshalb eine psychiatrische Begutachtung nicht erforderlich sei (Stellungnahme vom 30. November 2001). Entgegen ihrer Annahme war das Vorliegen von psychischen Beschwerden jedoch auf Grund des Schreibens der Frau Dr. med. F.________, Neurologie, EEG, vom 4. September 2001 nicht auszuschliessen. Diese teilte lediglich mit, dass sie den Versicherten erst seit Juni 2001 kenne und die gestellten Fragen noch nicht beantworten könne. Vor Erlass der Verfügung vom 15. Februar 2002 hätte die IV-Stelle daher nochmals rückfragen müssen, zumal es, wie sich aus dem Nachfolgenden ergibt, am 9. September 2002 doch zur Einholung eines psychiatrischen Berichts gekommen ist. Aus dem Bericht der Frau Dr. med. F.________ vom 16. Oktober 2001 an die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA) ist ersichtlich, dass die behandelnde Ärztin den Beschwerdeführer dem Psychologen lic. phil. H.________ für eine Exploration vorgestellt hatte. Dieser habe den Verdacht auf eine Persönlichkeitsstörung gestellt und eine psychiatrische Betreuung in der Muttersprache vorgeschlagen, worauf sich der Versicherte in die Behandlung durch Dr. med. S.________ begeben habe. Der Beschwerdeführer legt letztinstanzlich einen zuhanden der Beschwerdegegnerin auf deren schon erwähnte Anfrage vom 9. September 2002 hin erstatteten Bericht des Dr. med. S.________ vom 13. Februar 2003 ins Recht, welcher ihm eine 70%ige Arbeitsunfähigkeit ab dem 3. Oktober 2001, dem Zeitpunkt des Behandlungsbeginns, attestiert. Wenn dieser Bericht auch in der Diagnosestellung zu wenig präzis ist ("Symptome einer Depression", "Vermutung einer Persönlichkeitsstörung"), und die Tragweite der psychischen Befunde unklar bleibt, so enthält er doch Anhaltspunkte für eine psychische Fehlentwicklung, welche nähere Abklärungen rechtfertigen: Immerhin rapportiert der behandelnde Arzt eine andauernde depressive Störung mit zum Teil psychotischen Symptomen auf dem Boden einer schizoiden Persönlichkeit sowie ein chronifiziertes Schmerzsyndrom. Wie es sich damit bis zum Zeitpunkt der Verfügung vom 15. Februar 2002 verhalten hat, bleibt nach Lage der Akten offen. Die Verwaltung wird daher zur Klärung dieser Frage ein psychiatrisches Gutachten beiziehen und erneut über den Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente ab dem 1. Juli 2001 befinden.