Citation: 6B_149/2022 E. 7.5.3

7.5.3. Es ist dem Beschwerdeführer zuzustimmen, dass das Verfahren insgesamt lange angedauert hatte. Die Vorinstanz räumt diese Tatsache ein und erwähnt das zu lange Berufungsverfahren, was von ihr auch der schwierigen Terminfindung zugeschrieben wird (oben E. 7.2). Hinzuweisen ist auf die Einholung des vom Beschwerdeführer beantragten Stimmengutachtens, das erst am 3. März 2021 erstattet wurde. In der massgebenden Gesamtbetrachtung wird die angesprochene Gesamt-Verfahrensdauer aufgrund von im Urteil festgestellten Tatsachen nachvollziehbar. Nach der Vorinstanz kann von einer rechtsmissbräuchlichen Verzögerung keine Rede sein. Ermittlungen gegen internationale Drogenbanden seien oftmals sehr aufwändig und kompliziert. Das Bestreben, Hintermänner und Lieferketten zu ermitteln, sei völlig legitim (Urteil S. 13 f.). Bei der Strafuntersuchung gegen den Beschwerdeführer handelte es sich um ein kleines Segment aus einer sehr grossen und komplexen Strafuntersuchung im Umfeld der "Familie A.________" (vgl. oben 5.3). Bei Durchsicht der Akten konnte sich die Vorinstanz des Eindrucks nicht erwehren, dass der Beschwerdeführer ganz tief darin verstrickt war. Die Ermittlungsarbeiten waren äusserst schwierig und aufwändig (Urteil S. 18). Dies bezeugen schliesslich die jeweils umfangreichen Urteile, beispielsweise jene dem Verfahren 6B_1446/2020 (Urteil vom 25. August 2022) zugrunde liegenden mit einem 152-seitigen obergerichtlichen und einem 317-seitigen bezirksgerichtlichen Urteil. Der Beschwerdeführer handelte im Umfeld dieser "Familie A.________" und verweigerte jede Mitwirkung zur Tataufklärung konsequent. Er hatte sich im Kreis dieser internationalen Drogenbande bewegt und wurde deshalb unabdingbar und zwingend in den Gesamtzusammenhang dieser Fahndungs- und Ermittlungsverfahren einbezogen (dazu Urteil S. 8 f.), die in der Folge in die weitere zeitaufwändige justizielle Aufarbeitung und Beurteilung einmündeten. Es besteht kein Anspruch, unverzüglich an weiteren Delikten gehindert zu werden; die Wahl der sachlich gebotenen Untersuchungsführung liegt im pflichtgemässen Ermessen der Staatsanwaltschaft (dazu näher BGE 140 IV 40 E. 4.4.2; Urteil 1B_42/2021 vom 2. Dezember 2021 E. 4.4.7). Damit erweist sich die Rüge als aus dem Kontext gelöstes, appellatorisches Unterfangen. Eine Verletzung des vorinstanzlichen Entscheid- und Strafzumessungsermessens ist daher zu verneinen. In solche Ermessensentscheide greift das Bundesgericht in ständiger Rechtsprechung nur mit Zurückhaltung ein (oben E. 7.3; Urteile 6B_965/2020 vom 29. März 2022 E. 2.6; 6B_914/2021 vom 3. März 2022 E. 1.3). Mit der Strafrechtsbeschwerde kann nicht die Nachprüfung des Ermessens erreicht werden; dies liegt darin begründet, dass eine auf die Rechtskontrolle beschränkte Instanz wie das Bundesgericht "nicht so nahe an der Strafsache ist" wie die Vorinstanzen (WIPRÄCHTIGER/KELLER, a.a.O., NN. 236 und 238 zu Art. 47 StGB).