Citation: 6B_427/2024 E. 2.5

2.5. Der Beschwerdeführer schloss an seinem ehemaligen Arbeitsort am Verkaufsterminal der Beschwerdegegnerin 2 Sportwetten ab, ohne die entsprechenden Einsätze zu bezahlen. Die von ihm am Verkaufsterminal ausgedruckten Quittungen mit dem Vermerk "paid at retailer" präsentierte er den Postangestellten und täuschte so vor, er habe die Wetteinsätze bezahlt und habe somit einen rechtmässigen Anspruch auf die Auszahlung des Gewinns. Entgegen der Darstellung des Beschwerdeführers erwiesen sich die Handlungen der natürlichen Personen nicht als "völlig irrelevant" und es lag auch kein "vollständig automatisierter Prozess" vor. Automatisiert wurden lediglich die gestützt auf die Eingaben des Beschwerdeführers erstellten Quittungen ausgedruckt. Dies, weil der Beschwerdeführer das Passwort des Verkaufsterminals kannte und fälschlicherweise den Zahlungseingang eingegeben hatte. Die Auszahlung der angeblichen Gewinne erfolgte indes nicht automatisiert, sondern durch die Postangestellten. Analog zu den vorn zitierten Bundesgerichtsentscheiden betreffend den Onlinehandel wurden Personen getäuscht, wobei die Mitwirkung der Postangestellten (Auszahlung der angeblichen Gewinne) von noch gewichtigerer Bedeutung als das Versenden der Ware im Onlinehandel war. Nicht zu entlasten vermag sich der Beschwerdeführer mit dem Einwand, die Postangestellten hätten die Auszahlung gestützt auf die ihnen vorgelegten Quittungen zwingend tätigen müssen und über keine Kompetenz zu deren Prüfung verfügt. Wie erwogen ist nämlich unerheblich, ob ihnen keine oder kaum eine Entscheidungsbefugnis zukam (vgl. supra E. 2.4.3). Ausserdem hätten die Postangestellten, hätten sie gewusst, dass die Wetten nicht bezahlt wurden, die Auszahlungen nicht vorgenommen. Der Beschwerdeführer nutzte sein Spezialwissen und ging raffiniert vor. So tätigte er nur Wetten, die einen möglichen Gewinn von Fr. 1'000.-- nicht überstiegen, da sonst die Beschwerdegegnerin 2 direkt involviert worden wäre. Sein Mittäter und er lösten die angeblichen Gewinne während zwei Tagen bei insgesamt 26 Schalterbesuchen ein. Der Beschwerdeführer wusste, dass die Postangestellten die Quittungen nicht prüfen und gestützt auf diese die Auszahlungen vornehmen würden. Ebenso wusste er, dass den Postangestellten eine Überprüfung auch nicht möglich und nicht zumutbar war. Zu Recht bejaht die Vorinstanz nebst der übrigen Tatbestandsmerkmalen des Art. 146 Abs. 1 StGB auch das Tatbestandsmerkmal der Arglist. Der Beschwerdeführer handelte vorsätzlich und in unrechtmässiger Bereicherungsabsicht. Die Vorinstanz verletzt kein Bundesrecht, wenn sie den Beschwerdeführer des Betrugs im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB schuldig spricht.