Citation: 1P.57/2004 02.06.2004 E. A

Paul Grossrieder trat 1967 in den Dienst der Kriminalpolizei des Kantons Freiburg und war hier seit 1979 Chef der Betäubungsmittelbrigade. Im Zusammenhang mit einem Ermittlungsverfahren gegen die Prostituierten X.________ und Y.________ wurden gegen Paul Grossrieder belastende Aussagen gemacht. Die Bundesanwaltschaft eröffnete gegen diesen ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts von Widerhandlungen im Sinne von Art. 19 BetmG. Unter dem Vorwurf der passiven Bestechung (Art. 315 StGB) und der Begünstigung (Art. 305 StGB) wurde Paul Grossrieder am 20. März 1998 in Untersuchungshaft versetzt und am 22. März 1998 zusätzlich der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz beschuldigt. Er wurde mehrmals von den Untersuchungsbehören und ein weiteres Mal von der Bundesanwaltschaft einvernommen sowie mit Y.________ konfrontiert. Am 27. März 1998 ist er aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Die Anklagekammer des Kantons Freiburg hiess am 13. Mai 1998 ein gegen die Untersuchungsrichter Lamon und Rayroud gerichtetes Ausstandsbegehren gut. In der Folge wurde die Untersuchung vom ausserordentlichen Untersuchungsrichter Schroeter weitergeführt. In einem späteren Zeitpunkt bewilligte die Strafkammer des Kantons Freiburg unter Aufhebung eines Entscheides des Bezirksstrafgerichts, das Verfahren in deutscher Sprache zu führen.