Citation: 6B_57/2023 E. 1.6.4

1.6.4. Der Vorinstanz kann nicht vorgeworfen werden, sie verkenne, dass sich der Beschwerdegegner in ganz erheblichem Masse selber belaste. Unter Verweis auf die erstinstanzlichen Ausführungen bezieht die Vorinstanz die diversen vom Beschwerdegegner berichteten Vorfälle bzw. Unfälle, welche sich während seiner Betreuungszeit ereignet hätten, in ihre Würdigung ein, wie auch, dass er anfänglich von Schüttelvorfällen gesprochen habe. Insbesondere berücksichtigt die Vorinstanz auch die vom Beschwerdegegner seinen Schwiegereltern gegenüber geschilderten (kontrollierten) Schüttelereignisse bei den am 26. Juli 2019 erfolgten Wiederbelebungsmassnahmen. Sie würdigt dies nicht als Schuldeingeständnis, da die Hirnschädigungen zwangsläufig vor dem Auftreten von Atemaussetzern bzw. weiteren Symptomen verursacht worden sein müssten. Die Vorinstanz schlussfolgert keine Zugabe von heftigen, unkontrollierten Schüttelvorgängen und keine geständnisgleiche Selbstbelastung. Vielmehr stuft sie seine Aussagen insgesamt als widerspruchsfrei, lebensnah sowie reflektiert, und damit in ihrer Gesamtheit als glaubhaft ein. Die Beschwerdeführerin vermag nicht darzutun (vgl. Art. 42 Abs. 2 BGG), inwiefern dieser Schluss im Ergebnis unhaltbar ist.