Citation: 6B_817/2019 E. 4.4.2

4.4.2. Gemäss Art. 42 Abs. 1 StGB schiebt das Gericht den Vollzug einer Geldstrafe in der Regel auf, wenn eine unbedingte Strafe nicht notwendig erscheint, um den Täter von der Begehung weiterer Verbrechen oder Vergehen abzuhalten. Für die Gewährung des bedingten Strafvollzuges genügt die Abwesenheit der Befürchtung, der Täter werde weitere Verbrechen oder Vergehen begehen. Vom Strafaufschub darf deshalb grundsätzlich nur bei ungünstiger Prognose abgesehen werden (BGE 134 IV 1 E. 4.2.2). Bei der Prüfung des künftigen Wohlverhaltens sind alle wesentlichen Umstände zu prüfen. Zu berücksichtigen sind neben den Tatumständen namentlich das Vorleben und der Leumund sowie alle weiteren Tatsachen, die gültige Schlüsse auf den Charakter des Täters und die Aussichten seiner Bewährung zulassen. Ein relevantes Prognosekriterium ist insbesondere die strafrechtliche Vorbelastung, Sozialisationsbiographie, Arbeitsverhalten und das Bestehen sozialer Bindungen etc. (BGE 135 IV 180 E. 2.1; BGE 134 IV 1 E. 4.2.1). Dem Richter steht bei der Prüfung der Prognose des künftigen Legalverhaltens ein Ermessensspielraum zu. Das Bundesgericht greift nur korrigierend ein, wenn eine Über- resp. Unterschreitung oder ein Missbrauch des Ermessens und damit eine Verletzung von Bundesrecht gegeben ist (BGE 134 IV 140 E. 4.2). Die Vorinstanz erwägt mit Hinweis auf ihre Überlegungen zum teilbedingten Vollzug der Freiheitsstrafe, beim Beschwerdeführer bestehe eine stark getrübte Legalprognose, welche die Verhängung einer spürbaren Strafe erforderlich mache. Der Vollzug der Geldstrafe bilde auch ein wesentliches Element, welches den teilbedingten Vollzug der Freiheitsstrafe erst ermögliche (Urteil, S. 33). Hinsichtlich der Freiheitsstrafe erwägt die Vorinstanz im Wesentlichen, dass der Beschwerdeführer über keine Ausbildung verfüge und kaum zu erwarten sei, dass er noch eine Lehre machen werde. Dies dürfte ihm das berufliche Fortkommen in der Zukunft wesentlich erschweren. Darüber hinaus habe der Gutachter eine erhöhte Rückfallgefahr bejaht. Mit Blick auf die Anordnung der Bewährungshilfe, der Anordnung zur Weiterführung der Therapie und die abschreckende Wirkung des Vollzugs der Geldstrafe sei die Gewährung des teilbedingten Vollzugs gerade noch möglich, dies insbesondere auch vor dem Hintergrund, dass sich der Beschwerdeführer nach der Untersuchungshaft nichts mehr zu Schulden habe kommen lassen (Urteil, S. 29 f.). Der Gutachter führt aus, beim Beschwerdeführer bestehe "grundsätzlich" eine erhöhte Rückfallwahrscheinlichkeit für die Taten, für welche er angeklagt sei. Die Rückfallgefahr liege bei 55 % innerhalb von sieben Jahren und bei 64 % innerhalb von zehn Jahren. Er relativiert diese Angaben jedoch, indem er anfügt, dass durch die mittlerweile stattgefundene Therapie sich das Rückfallrisiko vermindert habe und nun eher im unteren Bereich der in der Literatur für Körperverletzungen angegebenen Rezidivraten von 25 % bis 50 % liege (Akten Vorinstanz, B/36, S. 57). Entgegen der Darstellung der Vorinstanz und in Berücksichtigung der mittlerweile stattfindenden Therapie ist die Rückfallgefahr also nicht mehr als "erhöht" zu qualifizieren, sondern im unteren Bereich anzusiedeln. Vor diesem Hintergrund kommt dem Verhalten des Beschwerdeführers nach der Entlassung aus der Untersuchungshaft eine besondere Bedeutung zu. Nachdem der Beschwerdeführer sich in dieser Zeit nichts zu Schulden hat kommen lassen, kann - entgegen der Vorinstanz - nicht von einer ungünstigen Prognose ausgegangen werden. Einem allfälligen Bedürfnis nach einer spürbaren Strafe hat die Vorinstanz bereits mit dem unbedingten Teil der Freiheitsstrafe entsprochen. Die Voraussetzungen für einen bedingten Vollzug der Geldstrafe sind erfüllt. Die Beschwerde ist in diesem Punkt gutzuheissen.