Citation: I 398/00 04.04.2002 E. 3

3.- In der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird im Wesentlichen geltend gemacht, die medizinische Situation sei genügend abgeklärt. Die Beschwerdeführerin beruft sich dazu auf die Rechtsprechung, dergemäss bei sich widersprechenden ärztlichen Berichten derjenige den Vorzug verdiene, der für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten oder der Expertin begründet sind (BGE 125 V 352 Erw. 3a mit Hinweisen). Damit ist die Rechtsprechung nur unvollständig wiedergegeben. Das Eidgenössische Versicherungsgericht hat in derselben Erwägung auch dargelegt, dass das Sozialversicherungsgericht die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln zu prüfen habe, dass es zu entscheiden habe, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatteten und dass es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen dürfe, ohne das gesamte Beweismaterial zu prüfen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstelle. Das kantonale Gericht ist nach Auseinandersetzung mit den ihm vorliegenden Akten und nach sorgfältiger Würdigung der Beweislage zum Schluss gelangt, weder die somatischen noch die psychischen Beeinträchtigungen des Versicherten seien genügend sicher erhoben worden, und eine weitere Abklärung sei unvermeidlich. Es verweist insbesondere auf die widersprüchlichen Einschätzungen der Arbeitsfähigkeit, welche vom Kreisarzt der SUVA am 12. Februar 1996 für die bisherige Tätigkeit ab sofort auf 75 % und ab dem 26. Februar 1996 sogar auf 100 % festgelegt worden ist, während das Gutachten der MEDAS eine volle Arbeitsfähigkeit lediglich für vorwiegend sitzende Tätigkeiten mit der Möglichkeit eines gelegentlichen Positionswechsels zuschreibt. Ein von Dr. med. M._________, Ärzteteam Unfallmedizin der SUVA, auf Grund einer Untersuchung am 13. Februar 1998 erstellter Bericht wiederum hält für körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeiten im Stehen oder Herumgehen dafür, es bestehe keine nennenswerte Beeinträchtigung. Anderseits widerspricht er dem Gutachten der MEDAS darin, dass die dort festgestellte Gonarthrose nicht bestätigt werden könne. Diese wurde allerdings von der Klinik für Orthopädische Chirurgie am Spital Y.________ am 26. November 1998 (also rund zehneinhalb Monate nach dem Erlass der streitigen Verfügung) erneut diagnostiziert. Dr. med. K._________ beobachtete laut seinem Bericht vom 18. August 1995 eine erhebliche mediale Meniskusläsion, eine Vitalitätsstörung des lateralen Femurcondylus mit lokaler Osteonekrose subchondral und leichte Veränderungen des lateralen Meniskus. Was die psychischen Beschwerden betrifft, hat die Vorinstanz die Berichte von Dr. med. G._________, Dr. med. S._________ und Dr. med. B._________ beigezogen. Dr. med. G._________, Leitender Arzt Orthopädie am Spitl X.________, bezeichnete den Versicherten in seinem Schreiben vom 28. August 1995 als "psychisch schwer angeschlagen" und hielt einen zumindest 50%igen Arbeitseinsatz unter "Führung durch einen geduldigen Psychotherapeuten" für realistisch. Der von der MEDAS als Konsiliararzt zur Beurteilung des psychiatrischen Aspekts herbeigezogene Dr. med. S._________ hielt in seinem Bericht vom 14. Februar 1997 eine psychische Überlagerung von körperlichen Beschwerden und eine zyklothyme Persönlichkeit fest. Der Unfall habe für den Exploranden die Bedeutung eines Knicks in der Lebenslinie gehabt. Der verzögerte Heilungsverlauf und die gescheiterte Wiedereingliederung seien psychisch überlagert und zum Teil als pathologische Unfallreaktion zu werten. Eine eigentliche psychiatrische Erkrankung im Sinne einer Geisteskrankheit könne nicht diagnostiziert werden. Zur Arbeitsfähigkeit äusserte sich Dr. med. S._________ nicht. Dr. med. B._________, Spezialarzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, bezeichnete in seinem Bericht vom 29. November 1994 die psychogene Komponente im Krankheitsbild als eine hypochondrisch-neurotische Störung. Eine Depression sei unwahrscheinlich. Eine Entwicklung, bei der sich die psychogene Komponente als bedeutsam erweisen würde, hielt er für durchaus möglich. Auch dieser Arzt äusserte sich nicht zur Arbeitsfähigkeit. Angesichts der vorliegenden medizinischen Berichte ist die Beweiswürdigung der Vorinstanz, welche den Sachverhalt als nicht genügend abgeklärt erachtete, zu bestätigen. Der in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde geäusserte Vorwurf, das kantonale Gericht habe "den Sachverhalt unrichtig und vollständig [sic], wenn nicht sogar willkürlich festgestellt", ist unhaltbar.