Citation: 2C_499/2023 E. 5.3

5.3. Als private Interessen fallen vor allem seine familiären Verhältnisse ins Gewicht. Der Beschwerdeführer hält sich erst seit Kurzem in der Schweiz auf. Er ist erst mit 35 Jahren in die Schweiz eingereist, wurde in seinem Heimatland sozialisiert und hat dort einen Sohn aus einer früheren Ehe. Was die Beziehung zu seiner (aktuellen) Ehefrau und seinem Sohn anbelangt, so hat die Vorinstanz diesbezüglich festgestellt (Art. 105 Abs. 1 BGG), dass die Ehe 2019 im Heimatstaat der Ehegatten geschlossen wurde, als der Beschwerdeführer seine letzte und längste Freiheitsstrafe verbüsste, und dass die Ehefrau bereits in dieser Zeit in die Schweiz gezogen und hier berufstätig ist. Vor diesem Hintergrund ist mit der Vorinstanz davon auszugehen, dass sich die Ehegatten bereits bei der Eheschliessung bewusst sein mussten, dass ein gemeinsames Familienleben am gleichen Ort, insbesondere im Ausland, mithin in der Schweiz, allenfalls nicht möglich sein würde (vgl. Urteil EGMR Jeunesse gegen Niederlande vom 3. Oktober 2014, Nr. 12738/10 [GC], § 108). Weiter hat der Beschwerdeführer, als er in die Schweiz eingereist ist, zunächst einen eigenen Wohnsitz im Kanton Waadt zu begründen versucht und ist erst in einem zweiten Schritt zu seiner Frau gezogen. Ein gemeinsames Eheleben scheint zunächst - jedenfalls im Zeitpunkt der Einreise in die Schweiz - nicht geplant gewesen zu sein. Ein getrenntes Familienleben ist dementsprechend vom Beschwerdeführer hinzunehmen. Die geographische Nähe von Deutschland erlaubt es ihm, seine Beziehung zu seiner Familie auch besuchsweise und über die modernen Kommunikationsmittel aufrecht zu erhalten. Im Übrigen besitzt die Ehefrau ebenfalls die deutsche Staatsbürgerschaft und es stünde ihr frei, zusammen mit dem Beschwerdeführer und dem Sohn nach Deutschland zurückzukehren, sodass es zu keiner Trennung der Familie käme. Schliesslich kann der Beschwerdeführer, wenn sich seine Straffreiheit bewährt und von keinem erheblichen Rückfallrisiko mehr auszugehen ist, erneut um eine Aufenthaltsbewilligung ersuchen (vgl. Urteile 2C_484/2020 vom 19. Januar 2021 E. 3.1 mit zahlreichen Hinweisen).