Citation: 6B_568/2020 E. 5.4

5.4. Die Vorinstanz verletzt kein Bundes- oder Völkerrecht, wenn sie das Vorliegen eines schweren persönlichen Härtefalls verneint und den Beschwerdeführer des Landes verweist. Dieser wanderte erst als Erwachsener in die Schweiz ein. Er hat die prägenden Kindes- sowie Jugendjahre in der Türkei verbracht und ist mit der dortigen Kultur vertraut. Er spricht fliessend kurdisch sowie türkisch und besucht regelmässig seine Verwandten, die in der Türkei leben. Es ist auch in Anbetracht seines Alters und Gesundheitszustands nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz zum Schluss gelangt, eine Wiedereingliederung des Beschwerdeführers in der Türkei sei möglich. Aus dem Umstand, dass er sich bereits seit langer Zeit in der Schweiz aufhält, lässt sich noch kein für die Annahme eines Härtefalls genügend gewichtiges persönliches Interesse an einem Verbleib in der Schweiz ableiten (BGE 146 IV 105 E. 3.4.4 S. 110). Der Beschwerdeführer geht keiner Erwerbstätigkeit (mehr) nach. Besonders intensive, über eine normale Integration hinausgehende private Beziehungen beruflicher oder gesellschaftlicher Natur, aufgrund derer bei einer Landesverweisung von einem schweren persönlichen Härtefall auszugehen wäre, liegen nicht vor. Die Vorbringen des Beschwerdeführers hinsichtlich seiner familiären Situation in der Schweiz betreffen weder eine Kernfamilie, d.h. eine Gemeinschaft der Ehegatten mit minderjährigen Kindern, noch besondere Abhängigkeitsverhältnisse. Anzumerken ist, dass seine Ehefrau ebenfalls türkische Staatsangehörige ist. Dass bzw. inwiefern eine besonders enge Bindung oder ein Abhängigkeitsverhältnis zu den weiteren hier lebenden Familienmitgliedern bestehen sollte, trägt der Beschwerdeführer nicht vor. Schliesslich sind seine Ausführungen zu seinem Gesundheitszustand ebenfalls nicht geeignet, das Vorliegen eines schweren persönlichen Härtefalls im Sinne von Art. 66a Abs. 2 StGB aufzuzeigen. Mit dem nicht weiter vertieften Hinweis auf seine gesundheitlichen Probleme, koronare Gefässerkrankung und Diabetes mellitus, ist nicht hinreichend dargelegt, dass ein aussergewöhnlicher Fall im Sinne der Rechtsprechung vorliegt (vgl. E. 5.3.4). Dies ist auch nicht ersichtlich. Dass die Behandlungsmöglichkeiten in der Türkei gemäss dem Beschwerdeführer allgemein nicht denjenigen der Schweiz entsprechen, reicht hierzu nicht aus. Es liegt kein schwerer persönlicher Härtefall vor, weshalb keine Interessenabwägung vorzunehmen ist. Die übrigen Einwände des Beschwerdeführers betreffen die Interessenabwägung. Auf diese ist nicht weiter einzugehen. Der angefochtene Entscheid ist hinsichtlich der angeordneten Landesverweisung zu bestätigen.