Citation: 5A_682/2022 E. 5.1

5.1. Die Vorinstanz fasste den Inhalt des Gutachtens wie folgt zusammen: Der Gutachter komme zum Schluss, dass die psychopathologische Befunderhebung insgesamt keinen Hinweis auf das Vorhandensein einer klassischen psychischen Erkrankung ergebe. Auffallend vage und nichtssagend bleibe die Schilderung der ehelichen Beziehung. Der Beschwerdeführer kenne weder die Familie seiner Ehefrau noch deren Lebens- und Vorgeschichte oder gebe sie nicht preis. Er räume ein, dass er finanziellen Forderungen seiner Ehefrau nach einer Diskussion nachgeben würde. Die Entwicklung und Darstellung der finanziellen Transaktionen und deren Umstände würden kontradiktorisch zur Aktenlage dargestellt, ohne dass die Widersprüche nachvollziehbar aufgelöst werden könnten. Das Zusammenleben mit seiner Ehefrau mute nach den Schilderungen des Beschwerdeführers an wie der gemeinsame Haushalt eines Heranwachsenden mit seiner Mutter. Er idealisiere seine Ehefrau, gleichsam zur guten Mutter, von welcher er sich nicht vorstellen könne, dass sie ihm schlecht wolle. Er toleriere aktenkundig aggressives und übergriffiges Verhalten und sei nicht oder nur ungenügend in der Lage, sich seiner Ehefrau gegenüber abzugrenzen, eigene Interessen wahrzunehmen und einen alters- und situationsadäquaten Selbstschutz zu betreiben. Es handle sich um eine mittelschwere bis schwere Reifungsstörung in der Persönlichkeit, die sich diagnostisch unter dem Bild einer Persönlichkeits- und Verhaltensstörung zeige. Die Kriterien für eine abhängige (asthenische) Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.7) seien zwar formal teilweise erfüllt, dieses Krankheitsbild bilde die Pathologie des Beschwerdeführers aber ungenügend ab. Daher sei die diagnostische Restkategorie F68.8 (sonstige näher bezeichnete Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen) und hier besonders der dazugehörige Begriff der nicht näher bezeichneten Störung zwischenmenschlicher Beziehung gewählt worden.