Citation: 6B_1302/2015 E. 3.2.1

3.2.1. Die Vorinstanz verkennt den reformatorischen Charakter der Berufung (vgl. Botschaft vom 21. Dezember 2005 zur Vereinheitlichung des Strafprozessrechts, BBl 2006 1318 Ziff. 2.9.3.3). Tritt das Berufungsgericht auf die Berufung ein, fällt es ein neues, den erstinstanzlichen Entscheid ersetzendes Urteil (Art. 408 StPO; BGE 141 IV 244 E. 1.3.3; Urteil 6B_466/2015 vom 28. September 2016 E. 2; je mit Hinweisen). Das erstinstanzliche Urteil erwächst nur in dem Umfang in Rechtskraft, in dem es nicht angefochten ist und/oder das Berufungsgericht auf die Berufung materiell nicht eintritt (vgl. LUZIUS EUGSTER, in: Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, 2. Aufl. 2014, N. 1 ff. zu Art. 408 StPO). Der Beschwerdeführer hatte das erstinstanzliche Urteil des Strafgerichts vollumfänglich angefochten und die Vorinstanz ist uneingeschränkt auf die Berufung eingetreten. Sie hatte sämtliche Anklagevorwürfe eigenständig zu beurteilen und hat in allen Punkten ein das erstinstanzliche ersetzendes, neues Urteil gefällt (vgl. HUG/SCHEIDEGGER, in: Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 2. Aufl. 2014, N. 1 zu Art. 408 StPO). Das Urteil des Strafgerichts ist demnach auch nicht in einzelnen Punkten in Rechtskraft erwachsen. Dass die Vorinstanz die Tatvorwürfe ebenfalls als erstellt erachtet hat, ändert hieran nichts, denn sie fällt unabhängig vom Ausgang des Berufungsverfahrens hinsichtlich der ihr zur Entscheidung vorgelegten Punkte ein neues Urteil und nimmt nicht bloss eine Sach- oder Rechtsprüfung des erstinstanzlichen Urteils vor. Entgegen der Vorinstanz bedurfte es im bundesgerichtlichen Rückweisungsurteil (6B_318/2015) somit auch keiner (förmlichen) Aufhebung des bereits durch das Berufungsurteil ersetzten erstinstanzlichen Urteils respektive war eine solche gar nicht mehr möglich, zumal das Urteil des Strafgerichts auch nicht Anfechtungsobjekt im bundesgerichtlichen Verfahren war (vgl. Art. 80 Abs. 1 BGG; Urteil 6B_688/2015 vom 19. Mai 2016 E. 1.5.2).