Citation: 6B_900/2024 E. 4.3

4.3. Die Vorinstanz erwägt zusammengefasst, die glaubhaften Aussagen von D.________ und der dokumentierte Chatverkehr mit dem Beschwerdeführer liessen keinen anderen Schluss zu, als dass sie anlässlich der Treffen die sexuellen Handlungen einzig und allein aufgrund der massiven Druck- und Gewaltausübung des Beschwerdeführers vorgenommen bzw. geduldet habe. Der Beschwerdeführer habe ein Terrorregime aufgebaut, indem er sie wiederholt geschlagen, massiv bedroht sowie unablässig kontrolliert und sozial isoliert habe. Gemäss den Aussagen von D.________ habe er sie immer geschlagen, wenn sie nein gesagt und versucht habe, sich zu wehren. Ein Nein habe er nicht akzeptiert. Damit habe sie in nachvollziehbarer Weise darzulegen vermocht, weshalb sie sich irgendwann nicht mehr gegen ihn zur Wehr gesetzt habe (vgl. Urteil, E. III.17.2.4 S. 59-62; E. IV.20.2.1 S. 107 f.). Gestützt auf dieses Beweisergebnis sei von einer direktvorsätzlichen Tatbegehung auszugehen: Der Beschwerdeführer habe gewusst, dass D.________ die sexuellen Handlungen (d.h. den mehrfachen ungeschützten Geschlechtsverkehr, den mehrfachen Oralverkehr sowie die weiteren sexuellen Praktiken) im Rahmen dieser Treffen nicht gewollt habe. Er habe sich jedoch über ihren Willen hinweggesetzt, indem er sie mittels struktureller Gewalt psychisch unter Druck gesetzt und somit dazu gezwungen habe (vgl. Urteil, E. IV.20.2.1 S. 108, E. IV.20.3 S. 110, E. IV.20.6.2 S. 114 und E. IV.20.7. S. 115). Auch in Bezug auf die vom Beschwerdeführer selbst mit D.________ vorgenommenen beischlafsähnlichen Handlungen ausserhalb der vorgenannten sexuellen Treffen geht die Vorinstanz von einer direktvorsätzlichen Tatbegehung aus (vgl. Urteil, E. IV.20.2.2 S. 109 und E. IV.20.4 f.S. 111 f.) : Nach dem sexuellen Treffen in U.________ habe der Beschwerdeführer D.________ mit dem Handrücken geschlagen und ihr Fausthiebe sowie Ohrfeigen erteilt. Dadurch habe er die Drucksituation akzentuiert und ihre Ausweglosigkeit verstärkt. Er habe aufgrund der Vorgeschichte (Zwang zu ungeschütztem Geschlechtsverkehr mit einem fremden Mann, Zwang zu Oralverkehr mit ihm, Streit und Schläge auf der Rückreise) gewusst, dass sie zu diesem Zeitpunkt keinen Sexualkontakt mit ihm gewollt habe. Er habe sich jedoch darüber hinweggesetzt und sie mittels psychischen Drucks gezwungen, ihn (ein weiteres Mal) oral zu befriedigen. Sodann habe er ihr im Sommer 2020 eine Salatgurke vaginal eingeführt, obschon sie ihm unmissverständlich mitgeteilt habe, dass sie Schmerzen habe und er aufhören solle. Schliesslich habe er ihr zu einem späteren Zeitpunkt zwischen August und November 2020 gewaltsam die Beine gespreizt, um ihr hierauf den Hals einer Bierflasche vaginal einzuführen. Sie habe mit dem Zusammenpressen der Beine deutlich gemacht, dass sie das nicht wolle, er habe sich jedoch mittels Gewaltanwendung darüber hinweggesetzt. Dass sie darüber hinaus auf weiteren Widerstand verzichtet habe, habe an der vom Beschwerdeführer erzeugten fortdauernden Zwangssituation gelegen.