Citation: U 369/05 23.11.2006 E. 4.1

4.1.1 Im Zentrum Z.________-Gutachten vom 12./21. August 2003, in dessen Rahmen eine Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit stattfand, wurden folgenden Diagnosen gestellt: Zustand nach Unfallereignis am 27. Februar 1999 mit/bei persistierendem paravertebralem Schmerzsyndrom, HWS-Distorsionstrauma mit Kopfanprall mit im Verlauf regredienten neurokognitiven, neurasthenischen und vegetativen Symptomen. Eine milde traumatische Hirnverletzung liege wahrscheinlich nicht vor. Entsprechend den heutigen Beschwerden und dem Behinderungsbild sei die Kausalität zum Unfall vom 27. Februar 1999 gegeben. Nach dem Unfall seien die typischen Symptome eines HWS-Beschleunigungstraumas mit Kopfanprall mit bis heute andauernden Brückensymptomen aufgetreten. Unfallfremde Faktoren lägen nicht vor. Heute seien die Beschwerden von wechselnder Intensität und Lokalisation. Zeitweise habe die Versicherte auch schmerzfreie Tage. Die Schmerzen lokalisierten sich hauptsächlich wechselnd im Nacken- und Hinterkopfbereich, im Brustwirbelsäulenbereich mit Ausstrahlungen bis zum Brustbein, wobei vor allem intermittierend auftretende Atemprobleme infolge eines Gefühls über dem Brustbein sehr störend sein könnten und vor allem linksbetonte Kreuz- und Glutealschmerzen. Intermittierend bestünden Schmerzausstrahlungen in den linken Arm. Auch wenn die anfänglich deutlichen Blockierungen der ulnaren 2 Finger in der Zwischenzeit gebessert hätten, verspüre die Versicherte weiterhin eine gewisse Funktionsstörung beim Bewegen der Finger der linken Hand. Erneut komme es auch zeitweise zu Sehstörungen ("verschwommen Sehen", z.T. auch in Form eines "weissen Schleiers" auftretend), z.T. spontan morgendlich beim Aufstehen oder bei längeren PC-Arbeiten. Die Konzentrations- und Merkfähigkeitsstörungen hätten deutlich gebessert und seien nicht im Vordergrund. Im Februar 2002 seien vor allem schmerzhafte "Blitze" im Schläfenbereich bds. aufgetreten, die auch heute noch sporadisch vorhanden seien. Die damaligen Abklärungen hätten jedoch keine Hinweise für eine morphologische Pathologie gezeigt. Heute hätten diese Erscheinungen in Häufigkeit und Intensität abgenommen, könnten jedoch weiterhin gelegentlich auftreten. Seit 3 Monaten bestünden neu krampfartige Schmerzen an der Innenseite des linken Fusses vor allem morgendlich. Bei den Belastungstests habe sich als arbeitsbezogen relevante Problematik eine verminderte Stabilisation der ganzen Wirbelsäule sowie eine verminderte Kraft und Kraftausdauer der Arme bds. gezeigt. Bei einem arbeitsspezifischen Test mit Texteingabe am Bildschirm habe eine deutliche Tonuserhöhung der Nacken- und Schultergürtelmuskulatur beobachtet werden können. Spezifisch beim Treppensteigen und wiederholten Kniebeugen habe sich eine verminderte Stabilisation des rechten Knies gezeigt, was jedoch subjektiv zu keiner Symptomatik führe. Die von der Versicherten gewählten Therapieformen im paramedizinisch-alternativmedizinischen Bereich inkl. Craniosacraltherapie hätten zeitweise eine Besserung gebracht. Auch das von ihr intensivierte Yoga sei eine Möglichkeit, die Beschwerden günstig zu beeinflussen. Wichtig sei der Erhalt der aktiven Selbsthilfestrategien und der Coping-Mechanismen, was von ihr auch im Rahmen der durchgeführten Behandlungsformen umgesetzt werde. Nicht stattgefunden habe bisher eine medizinische Trainingstherapie, was eine Möglichkeit zur Steigerung der Belastbarkeit wäre (Ziel der Stabilisation der gesamten Wirbelsäule, Kräftigung der Armmuskulatur und Stabilisation des rechten Knies). Zudem hätten sie der Versicherten empfohlen, den Büroarbeitsplatz ergonomisch einzurichten. Auf Grund der nun langjährigen Symptomatik sei jedoch nicht damit zu rechnen, dass die vorgeschlagenen Therapiemassnahmen mit genügender Sicherheit erfolgversprechend seien. Der Gesundheitszustand erscheine gegenwärtig insofern stabil, als dass nichts gegen einen Fallabschluss spreche. Allenfalls sei später eine Rentenrevision vorzunehmen, falls die von ihnen oben erwähnten therapeutischen Massnahmen umgesetzt und zu einer Verbesserung führen würden. Der derzeitige Beruf als Personalassistentin sei bezüglich der gesundheitlichen Beeinträchtigungen ideal. Es handle sich um eine körperlich leichte, vorwiegend sitzende Tätigkeit, wobei die Versicherte wiederholt gehen und gewisse stereotype Arbeiten unterbrechen könne; bei PC-Arbeiten seien Unterbrechungen notwendig. Wegen den Unfallfolgen erscheine eine vorzeitige Erschöpfbarkeit plausibel. Die Einschränkungen betrügen rund 20 %. Entsprechend der Gliedertabelle "Integritätsschaden bei Wirbelsäulenaffektionen" mit mässigen Beanspruchungsschmerzen bis geringen Dauerschmerzen entspreche der Integritätsschaden 7,5 %. Trotz des beklagten Beschwerdebildes spreche nichts gegen die Yoga-Ausbildung der Versicherten; die Schmerzen im Rücken- und Nackenbereich seien nicht deswegen aufgetreten. 4.1.2 In der Expertise-Ergänzung vom 15. Januar 2004 (betreffend Eingaben der Zürich vom 29. August und 17. September 2003 sowie der Versicherten vom 4. September 2003) legte das Zentrum Z.________ dar, berufsabhängig bestünden Einschränkungen beim Hantieren von Lasten (unabhängig von der Position), betreffend Kraft der linken Hand, bei Arbeiten über Kopf sowie Rotationen im Sitzen nach links, ferner geringgradig bei vorgeneigtem Sitzen und Stehen, Rotationen im Sitzen nach rechts, Rotationen im Stehen, wiederholten Kniebeugen, längerem Stehen, Treppensteigen sowie beim arbeitsspezifischen Test (Texteingabe am PC). Dargestellt im Rahmen eines direkten Vergleichs mit den Berufsanforderungen würden die physischen Voraussetzungen im Prinzip erreicht. Die tiefen erreichten Limiten beim Hantieren von Lasten, die konsistenten Einschränkungen bei den statischen Tests und die objektivierbar verstärkte Muskelaktivität in der Nacken-/Schultergürtelmuskulatur bei 10 Min. Texteingabe wie auch die konsistenten Beobachtungen zur Einnahme von spontanen Entlastungspositionen als "objektiver" Hinweis auf erlebte Schmerzen im Laufe der Beobachtungszeit liessen jedoch darauf schliessen, dass eine längerdauernde Belastung zu einer Beschwerdezunahme, erhöhtem Regenerationsbedarf und verminderter Leistungsfähigkeit führe. Diese Überlegungen stimmten mit dem subjektiven Belastungsempfinden und den klinischen Befunden überein. Im Vergleich zu anderen Begutachtungsresultaten könne die Einschätzung von 20 % Einbusse nicht als grosszügig bezeichnet werden. Da die Arbeit als Personalassistentin bezüglich des Behinderungsspektrums ideal und die obige Begründung auch auf andere Tätigkeiten anwendbar sei, bestehe auch hier eine Einschränkung von 20 %. In der Folgerung, dass die bisherige Behandlung zu einer Besserung mit zeitweise auch schmerzfreien Tagen geführt habe, bestehe kein Widerspruch zu ihren Schlussfolgerungen betreffend Arbeitsfähigkeit. Die "plausible, vorzeitige Erschöpfbarkeit sowie bei PC-Arbeiten eine rasche Tonus-Erhöhung der Nacken- und Schultermuskulatur" seien zwar tätigkeitsrelevante Einschränkungen, und es bestehe kein Widerspruch zur Schlussfolgerung einer 20%igen Einschränkung in einer zumutbaren alternativen Tätigkeit. Die im Schreiben (des E.________, Mitglied der Direktion Leiter Prozesse/UVG, Zürich) vom 12. September 2003 erwähnte Äusserung "zum jetzigen Zeitpunkt", wonach der Eindruck entstehen könnte, dass sich noch Veränderungen ergeben könnten, könne tatsächlich zu dieser Annahme führen. Diese Aussage sei nicht in ihrem (der Gutachter) Sinne gewesen. 4.2 Das Zentrum Z.________-Gutachten samt Ergänzung erfüllt die rechtsprechungsgemäss an einen ärztlichen Bericht gestellten Anforderungen (Erw. 2.2.3 hievor). Es sind keine Gründe ersichtlich, weshalb darauf nicht abgestellt werden sollte.