Citation: 6S.338/2001 23.08.2001 E. 4

4.- Der Beschwerdeführer bestreitet, sich der Drohung nach Art. 180 StGB schuldig gemacht zu haben. Er wendet ein, die Vorinstanz lasse unberücksichtigt, dass die Drohung mit "Fertigmachen" eine Antwort auf die Ankündigung des Verletzens gewesen sei, wonach das Verhalten des Beschwerdeführers Konsequenzen nach sich ziehen würde. Soweit der Beschwerdeführer mit seiner Drohung versucht habe, den Verletzten von einer Anzeige abzuhalten, könne keine Drohung i.S. von Art. 180 vorliegen; seine Äusserung gegenüber Z.________ sei bloss als straflose Warnung zu qualifizieren (Beschwerde, S. 8 f.). a) Gemäss den verbindlichen tatsächlichen Feststellungen der Vorinstanz sagte der Beschwerdeführer nach dem zweiten Vorfall im Eingangsbereich des Grenzwachtpostens Grenchen zu Z.________, er erwische ihn schon noch und werde ihn fertig machen. Nachdem der Beschwerdeführer Z.________ zuvor zwei Mal misshandelt gehabt habe, sei diese Aussage allein so zu verstehen, dass der Beschwerdeführer beabsichtigte, später erneut gegen den Verletzten gewalttätig zu werden. Die Vorinstanz wertet dies als objektiv schwere Drohung mit körperlicher Gewalt, weil sie geeignet gewesen sei, einen normal empfindenden Menschen zu beunruhigen. Z.________ habe die Ankündigung des Beschwerdeführers denn auch als "massive Bedrohung seiner Existenz" aufgefasst. Noch nach Jahren habe er sich nicht alleine auf die Strasse getraut. Auf Grund der Umstände könne auch nicht zweifelhaft sein, dass der Beschwerdeführer vorsätzlich gehandelt habe. Es habe keine Veranlassung gegeben, die Äusserung zu machen, es sei denn, um den Verletzten zu ängstigen (angefochtenes Urteil, S. 42). b) Gemäss Art. 180 StGB wird auf Antrag mit Gefängnis oder mit Busse bestraft, wer jemanden durch schwere Drohung in Schrecken oder Angst versetzt. Als tatbestandsmässige Drohung gilt ein Angriff auf die Freiheit der Willensbildung oder -betätigung durch Ankündigung eines erheblichen Übels, dessen Verwirklichung vom Willen des Täters abhängt (Trechsel, a.a.O., Art. 180 N. 1). Die Strafbarkeit nach Art. 180 setzt einerseits voraus, dass der Täter einen schweren Nachteil in Aussicht stellt, und andererseits, dass das Opfer dadurch in Schrecken oder Angst versetzt wird (BGE 99 IV 212 E. 1a S. 215). Nach der Rechtsprechung gilt etwa die Drohung mit "casser la gueule" als "schwer" i.S. von Art. 180 StGB (BGE 99 IV 212 E. 1a S. 216). c) Nach den verbindlichen Feststellungen der Vorinstanz hat der Beschwerdeführer Z.________ angedroht, er erwische ihn schon noch und werde ihn fertig machen. Die Vorinstanz würdigt dies als Ankündigung künftiger physischer Gewalt gegen Z.________. Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, er habe Z.________ weitere physische Gewalt implizite nur für den Fall angedroht, dass er wegen der Vorfälle auf dem Grenzwachtposten Strafanzeige erstatten würde, weicht er von der Tatsachenfeststellung der Vorinstanz ab, die eine solche Verknüpfung nicht feststellt. In diesem Umfang ist auf die Beschwerde nicht einzutreten. In der fraglichen Äusserung des Beschwerdeführers hat die Vorinstanz zu Recht eine schwere Drohung im Sinne von Art. 180 StGB erkannt. Gegen die Bejahung von Vorsatz bringt der Beschwerdeführer nichts vor; auch insoweit verletzt das angefochtene Urteil kein Bundesrecht. Im Übrigen sind alle Voraussetzungen der Strafbarkeit gegeben. d) Zudem ist auf Folgendes hinzuweisen: Wenn der Beschwerdeführer Z.________ mit seinen Drohungen zu einem Unterlassen hätte bewegen wollen, wäre sein Verhalten als Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB strafbar. Dieser Straftatbestand droht ebenso wie Art. 180 StGB Gefängnis oder Busse an.