Citation: 6B_992/2021 E. 2.3.1

2.3.1. Es ist unbestritten, dass die medizinischen Experten, auf die die Vorinstanz verweist, die Beschwerdeführerin trotz ihrer psychischen und somatischen Leiden für hafterstehungsfähig befinden. Deren Gutachten sind unter Willkürgesichtspunkten und bei summarischer Prüfung (vgl. E. 2.1.1 f.) nicht zu beanstanden. Gemäss dem auf den medizinischen Akten, einer Exploration der Beschwerdeführerin sowie einem Telefonat mit deren Hausärztin beruhenden UPK-Gutachten vom 22. Dezember 2020 kann aus forensisch-psychiatrischer Sicht nicht davon ausgegangen werden, dass der Haftvollzug mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einer nachhaltigen und irreversiblen Beeinträchtigung der psychischen Gesundheit oder gar zum Tod der Beschwerdeführerin führen wird. Zwar bestehe aufgrund der diagnostizierten psychischen Störungen ein erhöhtes Risiko für selbstschädigendes oder suizidales Verhalten. Jedoch sei aus der Vorgeschichte kein solches Verhalten ersichtlich. Zudem stelle die Distanzierung von suizidalen Absichten "aus Angst" einen protektiven Faktor diesbezüglich dar. Ferner könne zur Verhütung einer möglichen Selbstgefährdung eine Anpassung der psychopharmakologischen Medikation erwogen und im Vollzug ein an die psychischen Störungen angepasstes Setting mit psychiatrisch erfahrenem Personal, empathischem Umgang, entsprechender Zellenform, Eintrittsuntersuchung und regelmässigen, anfangs täglichen Kontakten mit dem medizinischen und übrigen Personal zwecks Verhaltensbeobachtung gewährleistet werden. Bei Bedarf seien weitere Massnahmen, z.B. die Verlegung in eine Überwachungszelle möglich. In der vorgesehenen Haftanstalt Hindelbank sei die notwendige Betreuung der Beschwerdeführerin gewährleistet. Dem Aktengutachten des IRM Basel vom 20. Januar 2021 (S. 4 ff.) ist sodann zu entnehmen, dass keine der diagnostizierten somatischen Erkrankungen, namentlich die Multiple Sklerose, die chronischen Schmerzen, der reduzierte Ernährungszustand, die Entzündung der Magenschleimhaut, wiederkehrende Durchfälle sowie die Abhängigkeit von Benzodiazepinen, der Hafterstehungsfähigkeit der Beschwerdeführerin entgegen stehen. Gleiches gelte mit Bezug auf den zum Beurteilungszeitpunkt letzten Spitalaufenthalt, in dessen Rahmen eine Verlegung in die UPK erfolgte. Demnach sei die Beschwerdeführerin nach drei Tagen ins häusliche Umfeld ausgetreten. Daraus sei abzuleiten, dass im Anschluss an den Klinikaufenthalt keine engmaschige medizinische Überwachung und Betreuung erforderlich gewesen sei. Es ist nachvollziehbar, wenn die Experten vor diesem Hintergrund, angesichts der Entlassung der Beschwerdeführerin ins häusliche Umfeld, aus psychiatrischer - und somatischer - Sicht auch eine Hafterstehungsfähigkeit bejahen. Dies gilt umso mehr, als die Experten hierfür eine geeignete medizinische Betreuung voraussetzen, was nach dem im vorstehenden Abschnitt Gesagten gewährleistet ist. Unter derlei Umständen müsse, so die Experten, die Unterbringungssituation im Strafvollzug als gleichwertig angesehen werden, wie die Lebenssituation in Freiheit. Dies ist schlüssig. Gleiches gilt, entgegen der Kritik der Beschwerdeführerin, für die Auffassung der Experten, wonach sich durch den geregelten Alltag in einer Haftanstalt letztlich gar eine Stabilisierung des Zustands der Beschwerdeführerin einstellen könnte.