Citation: 1C_1/2022 E. 6.2

6.2. § 302 Abs. 1 PBG/ZH verlangt, dass die Räume genügend belichtet und lüftbar sein müssen. Gemäss § 302 Abs. 2 PBG/ZH sind Wohn- und Schlafräume mit Fenstern zu versehen, die über dem Erdreich liegen, ins Freie führen und in ausreichendem Masse geöffnet werden können; die Fensterfläche hat wenigstens einen Zehntel der Bodenfläche zu betragen. Laut § 302 Abs. 3 PBG/ZH sind Abweichungen bei besonderen Verhältnissen zulässig, insbesondere zum Schutz vor übermässigen Einwirkungen öffentlicher Bauten und Anlagen, sowie bei einschränkenden Schutzbestimmungen für die Dachgestaltungen bei geschützten Einzelobjekten oder in Kernzonen. Eine Ausnahmebewilligung kann laut den Ausführungen der Vorinstanz nur erteilt werden, wenn dies dem öffentlichen Interesse an wohnhygienisch einwandfreien Verhältnissen nicht zuwiderlaufe. Dazu gehöre gemäss kantonaler Praxis, dass es bei Wohn- und Schlafräumen Fenster bedürfe, die sich öffnen lassen würden. Nur dann dürfe eine Ausnahmebewilligung erteilt werden. Bei der Anwendung dieser kantonalen Normen und der dazu gehörenden Bewilligungspraxis auf das konkrete Bauprojekt kam die Vorinstanz zum Schluss, bei einer Festverglasung würde bei den westlichen Wohnungen nur noch ein Fenster von ca. 4 m2 übrigbleiben, was die in § 302 Abs. 1 PBG/ZH statuierten flächenmässigen Voraussetzungen doch sehr deutlich unterschreite. Infolgedessen könne nicht von wohnhygienisch einwandfreien Verhältnissen im Sinne der zu § 302 Abs. 3 PBG/ZH entwickelten Praxis zur Erteilung von Ausnahmebewilligungen ausgegangen werden.