Citation: 9C_393/2017 E. 5.1.1

5.1.1. Die Beschwerdeführerin rügt in diesem Zusammenhang eine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes, weil das ABI-Gutachten nicht den Vorgaben von BGE 141 V 281 entspreche. Die Expertise beziehe sich ausdrücklich auf die sogenannten Foerster-Kriterien; obwohl sie die Beschwerdegegnerin darauf aufmerksam gemacht habe, dass die Rechtsprechung zu unklaren Beschwerdebildern geändert worden sei, habe diese es nicht für nötig befunden, der Gutachterstelle die neuen Fragestellungen zu unterbreiten. Es sei lediglich eine Anfrage an den RAD erfolgt, welcher die neuen Indikatoren aber ungenügend abgehandelt habe. Die vom RAD vorgenommene Prüfung bestehe im Wesentlichen aus einem einzigen Satz, nämlich dass sich keine Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei nachweisen liessen, welche die Arbeitsfähigkeit objektiv einschränkten. Ansonsten handle es sich weitgehend um eine Wiedergabe des ABI-Gutachtens. Indem die Beschwerdegegnerin auf das von der Rechtsprechung überholte ABI-Gutachten abstelle und die Vorinstanz dieses Vorgehen stütze, werde der Untersuchungsgrundsatz gleich doppelt verletzt.