Citation: 1B_598/2020 E. 5.2.1

5.2.1. Sinngemäss bringt der Beschwerdeführer vor, es fehle an bereits früher verübten gleichartigen Strafen. Damit übersieht er allerdings, dass gemäss der erwähnten bundesgerichtlichen Rechtsprechung bei drohenden schweren Verbrechen ausnahmsweise auch vollständig auf das Vortatenerfordernis verzichtet werden kann (vorne E. 5.1). Ein solches schweres Verbrechen liegt hier vor. Dem Beschwerdeführer wird mit der versuchten schweren Körperverletzung ein Angriff auf die körperliche Integrität vorgeworfen. Dabei ist der Kontext dieser Tatausübung miteinzubeziehen. Gemäss Anklagesachverhalt soll der Beschwerdeführer gemeinsam mit weiteren Personen einen tätlichen Angriff auf einen Dritten verübt haben, wobei der Beschwerdeführer einen Baseballschläger zum Angriff benutzt habe und seine Mitbeteiligten mitgeführte Messer eingesetzt haben sollen. Dem Angegriffenen wurden mit dem Angriff schwere Verletzungen zugefügt. Zu Recht beurteilte die Vorinstanz die dem Beschwerdeführer zugeordnete Tat als von erheblicher Schwere, die von einem grossen Gewaltpotenzial zeuge. An dieser Einschätzung ändert der Einwand des Beschwerdeführers nichts, dass ihm nicht vorgeworfen werde, dem Geschädigten die tiefen Schnittverletzungen an den Beinen zugefügt zu haben. Angesichts der erheblichen Schwere seiner Handlungen und der ungünstigen Rückfallprognose des Beschwerdeführers sah es die Vorinstanz im Lichte der bundesgerichtlichen Rechtsprechung gar als zulässig an, auf das Vortatenerfordernis gänzlich zu verzichten.