Citation: 4A_415/2023 E. 4.5.1

4.5.1. Die Beschwerdeführerin moniert sodann, das Obergericht habe im Wesentlichen darauf abgestellt, ob die Polypektomie bei objektiver Betrachtung medizinisch sinnvoll gewesen sei. Massgebend seien aber die persönlichen Haltungen des Patienten, über welche dieser keine Rechenschaft ablegen müsse. Sie habe erklärt, weshalb sie den Polypen nicht von der Beschwerdegegnerin und jedenfalls erst nach einer Bedenkzeit hätte entfernen lassen. Das Obergericht habe ihre Ausführungen als nicht nachvollziehbar oder gar "verschroben" abgetan und ihr so zu Unrecht die Last auferlegt, "ihr hypothetisches Tun nicht nur darzutun, sondern dieses objektiv zu rechtfertigen". Dass sich eine Patientin gegen einen "medizinisch nicht zwingend gebotenen, in keiner Weise dringlichen Eingriff" entscheide, sei plausibel. Das Obergericht übergehe ihr Selbstbestimmungsrecht.