Citation: 8C_688/2013 E. 5.3

5.3. Zu prüfen bleibt die Höhe des reduzierten massgebenden Verdienstes. Die Vorinstanz führte aus, das RAV sei bei seinem Antrag an die tripartite Kommission gestützt auf den Landesmantelvertrag (LMV) für das Bauhauptgewerbe Einstufung Lohnklasse Q (gelernter Baufacharbeiter) in der Zone 8 von einem Stundenlohn von Fr. 25.40 ausgegangen und habe die finanzielle Zumutbarkeit bei Fr. 4'625.- festgelegt; dabei verwies es auch auf den Arbeitsvertrag in der bisherigen Tätigkeit, welcher einen Stundenlohn von Fr. 25.20 festhielt (vgl. auch die Arbeitgeberbescheinigung vom Juni 2011). Die tripartite Kommission habe einen auf Grund der konkreten Umstände des Versicherten branchenüblichen Monatslohn von Fr. 4'552.- bestätigt (Maschinenbau, Zentralschweiz, herstellen und bearbeiten von Produkten, einfache und repetitive Tätigkeiten, ohne Kaderfunktion, 40-Stundenwoche, ohne abgeschlossene Berufsbildung, 46 Jahre alt, 13 Monatslöhne). Der Versicherte bringe keine Gründe vor, weshalb es ihm nicht möglich sei, in dieser Branche zu arbeiten, so dass das RAV im Einspracheentscheid zu Recht das Profil Maschinenbau zugrunde gelegt habe. Was der Versicherte dagegen vorbringt, vermag weder eine Verletzung der AVIG-Bestimmungen noch Willkür zu begründen. So ist es nicht zu beanstanden, wenn Vorinstanz und Verwaltung davon ausgehen, dass für den Versicherte jene Tätigkeiten im Baugewerbe, welche ihm aus gesundheitlichen Gründen noch zumutbar sind, aus persönlichen Gründen (unzureichende Deutschkenntnisse; fehlende Ausbildung) nicht in Frage kommen. Namentlich handelt es sich bei den vom Versicherten angeführten Tätigkeiten wie Gerüstbau oder Zimmerarbeiten um solche, bei welchen ganztags mit Gewichten von 10 kg und mehr hantiert werden muss, was jedoch gemäss Dr. med. S.________ unzumutbar ist. Bezüglich der konkreten Ermittlung der finanziellen Zumutbarkeit lässt sich weder dem Gesetz (Art. 16 Abs. 2 lit. i AVIG; Art. 17 AVIV) noch den Materialien Genaueres entnehmen. Aus den Materialien ergibt sich zu diesem erst im Rahmen der parlamentarischen Beratung hinzugekommenen Satz 2 des Art. 16 Abs. 2 lit. i AVIG lediglich, dass es bei der Frage der Senkung des massgeblichen Lohnes sinnvoll sei, diese von der Zustimmung der Sozialpartner abhängig zu machen (vgl. etwa AB 1994 N S. 1571 und AB 1995 S S. 95 ff.); wie dieser zumutbare Lohn zu ermitteln sei, wurde jedoch nicht erörtert. Somit kommt der Verwaltung und der tripartiten Kommission ein grosses Ermessen zu und sie hat die im Einzelfall verwendeten Grundlagen zur Ermittlung der finanziellen Zumutbarkeit willkürfrei auszuwählen und nachvollziehbar zu belegen. Demnach vermag auch der Einwand, bei einer Konsultierung des Lohnrechners des Bundesamtes für Statistik sei vom Medianwert und nicht vom Mindestlohn auszugehen, kein bundesrechtswidriges Vorgehen von Vorinstanz oder RAV zu belegen, da diese den massgebenden Betrag gerade nicht mittels dieses Lohnrechners, sondern mittels anderer, nicht zu beanstandender statistischer Grundlagen (LMV) ermittelt haben. Im vorliegenden Fall ist auch zu berücksichtigen, dass die Verwaltung ihrer Verfügung in Abweichung vom tieferen, durch die tripartite Kommission ermittelten Betrag (Fr. 4'552.-) zu Gunsten des Versicherten den von ihr beantragten höheren Wert von Fr. 4'625.- zugrunde gelegt hat.