Citation: 8C_542/2022 E. 7.1

7.1. Sodann fordert der Beschwerdeführer einen Methodenwechsel zum Betätigungsvergleich hin. Dies drängt sich auf, wenn eine vor allem landwirtschaftlich oder handwerklich tätige versicherte Person durch einen Gesundheitsschaden gezwungen ist, ihre bisher körperlich schwere Haupttätigkeit aufzugeben und die Struktur des eigenen Kleinstbetriebs, beispielsweise durch die Anstellung von Mitarbeitenden, den geänderten Verhältnissen anzupassen. In einer derartigen Konstellation kann der Einkommensvergleich häufig nicht oder nicht sachgerecht durchgeführt werden, weil vor allem Erfahrungen mit dem neu strukturierten Gewerbe fehlen. Gerade darauf ist die ausserordentliche Bemessungsmethode (Betätigungsvergleich) zugeschnitten, erlaubt sie es doch, die erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitsschadens unter den geänderten betrieblichen Verhältnissen zu erfassen (Urteil I 230/04 vom 30. November 2004 E. 2.5). Anwendbar ist das ausserordentliche Bemessungsverfahren ausserdem, wenn invaliditätsfremde Faktoren - wie etwa Strukturänderungen in dem von der versicherten Person betriebenen Gewerbe oder zusätzliche Abschreibungen infolge eines Umbaus - das Geschäftsergebnis beeinflusst haben, sodass nicht ohne Weiteres von der Einkommenseinbusse auf den Invaliditätsgrad geschlossen werden kann (BGE 128 V 29 E. 1; Urteil 8C_640/2016 vom 29. November 2016 E. 4.2).