Citation: 8C_606/2023 E. 4.2.2

4.2.2. Die Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz zu den Berichten des Betreuungsdienstes D.________ ist insofern zu ergänzen (Art. 105 Abs. 2 BGG; BGE 136 V 362 E. 4.1), als die SMAB-Gutachter im Rahmen des Aktenauszugs festhielten, dass der Betreuungsdienst D.________ im Abschlussbericht vom 4. Mai 2020 die Integrationsfähigkeit in den ersten Arbeitsmarkt verneint habe. Begründet worden sei dies mit den multiplen somatischen Beschwerden, den wöchentlichen Arztbesuchen mit immer wechselnder Medikation und den sehr zeitaufwändigen Behandlungen und Therapien der Beschwerden. Sobald Schmerzen auftreten würden, sei die Beschwerdeführerin sehr verunsichert und auch ängstlich und die Konzentration deutlich beeinträchtigt. Gleiches ergibt sich aus dem Abschlussbericht Integrationsmassnahme Aufbautraining vom 29. Januar 2021. Der behandelnde Dr. med. E.________ hielt im Verlaufsbericht vom 7. März 2021 damit im Einklang fest, die Beschwerdeführerin sei während der Eingliederungsmassnahmen durch den Betreuungsdienst D.________ arg überfordert gewesen, "vor allem, da sie ja im somatischen Bereich wöchentlich weitere Therapien und Arztkonsultationen wahrnahm". Für die während der Integrationsmassnahmen festgestellte geringe Leistungsfähigkeit konnte Dr. med. E.________ somit keine spezifische medizinische Begründung finden. Mit den subjektiven Schmerzangaben korrelierten die objektivierten pathologischen Befunde weder aus orthopädischer, neurologischer noch aus internistischer Sicht (vgl. E. 4.1.2 vorne). Der psychiatrische Experte hielt ein chronisches Schmerzsyndrom fest, welchem er aber - nebst der depressiven Entwicklung in Form einer Dysthymie (ICD-10 F34.1) und den Problemen mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung (ICD-10 Z73) im Sinne einer Akzentuierung von Persönlichkeitszügen mit deutlich hypersensitiver Komponente - keine eigenständige diagnostische Bedeutung beimass. Eine somatoforme Schmerzstörung schloss er aus, da die hierzu erforderlichen Diagnosekriterien nicht in ausreichender Form erfüllt seien. Die unbewusste Beschwerdeakzentuierung erklärte der Gutachter mit somatoformen Begleitfaktoren im Rahmen der verifizierten affektiven Störungsspezifität (Stellungnahme vom 18. Oktober 2022). Eine leichte Beeinträchtigung der Durchhaltefähigkeit bzw. der Selbstbehauptungsfähigkeit liege vor.