Citation: 6B_239/2022 E. 8.3.3

8.3.3. Die Höhe der dem Beschwerdegegner 2 zugesprochenen Entschädigung für das Berufungsverfahren ist zudem schwer nachvollziehbar. Besondere Aufwendungen sind nicht ersichtlich. Der Beschwerdegegner 2 reichte zwar eine siebenseitige Stellungnahme zur Vorabbegründung des Beschwerdeführers (kant. Akten, pag. 262 ff.), jedoch keine schriftlichen Plädoyernotizen ein. Die Vorinstanz nahm offenbar auch keine Prüfung der Kostennote des Beschwerdegegners 2 vor, ansonsten ihr hätte auffallen müssen, dass die Kostennote zahlreiche Aufwendungen in der Zeit von Oktober 2020 bis März 2021 enthält, welche kaum das Berufungsverfahren bzw. die Berufung des Beschwerdeführers betrafen, sondern allenfalls die weitere zivilrechtliche Auseinandersetzung oder Abklärungen im Hinblick auf eine eigenen Berufung des Beschwerdegegners 2 im Zivilpunkt, da die Rechtsanwältin des Beschwerdegegners 2 erst mit Schreiben vom 6. April 2021 über die Berufungserklärung des Beschwerdeführers vom 25. März 2021 in Kenntnis gesetzt wurde (kant. Akten, pag. 243). Fraglich ist auch, warum in einem einfach gelagerten Fall wie dem vorliegenden (nebst einem Anwaltspraktikanten) zwei patentierte Anwälte zum Einsatz kamen, was mit einem entsprechenden Mehraufwand einherging. Nicht einzutreten war zudem auf die nachträgliche Substanziierung der Zivilforderung durch den Beschwerdegegner 2 im Berufungsverfahren, da dieser selber keine Berufung erhob (vgl. angefochtenes Urteil E. 7.3 S. 27).