Citation: 4A_337/2017 E. 4.1

4.1. Die Vorinstanz erwog, die Beschwerdeführerin habe bei den ab September 2012 durchgeführten Werbeveranstaltungen (auch) Erzeugnisse von Drittherstellern verkauft. Zwar sei sie gemäss Ziffer 11 des Vertrages grundsätzlich befugt gewesen, auch für andere Auftraggeber - auch für Konkurrenten - als Mäklerin tätig zu sein. Daraus könne aber nicht abgeleitet werden, sie sei berechtigt gewesen, an den von den Parteien gemeinsam finanzierten und einzig mit der Firma der Beschwerdegegnerin beworbenen Verkaufsveranstaltungen konkurrenzierende Ware anzubieten. Denn eine konkurrenzierende Tätigkeit an den Verkaufsveranstaltungen selber sei den Interessen der Beschwerdegegnerin offensichtlich zuwider gelaufen, insbesondere da die Beschwerdeführerin die Erzeugnisse der Beschwerdegegnerin zu "erheblichen Überpreisen" angeboten habe. Nach dem Vertrauensprinzip habe die Beschwerdeführerin den Vertrag so verstehen müssen, dass sie nicht berechtigt gewesen sei, an den gemeinsam finanzierten Verkaufsveranstaltungen konkurrenzierende Produkte zu verkaufen. Zudem schloss die Vorinstanz aus der nach Vertragsschluss erfolgten, per E-Mail geführten Korrespondenz, die von der Beschwerdeführerin vor Gericht vertretene Auffassung, sie sei berechtigt, an den von der Klägerin mitfinanzierten Verkaufsveranstaltungen Erzeugnisse von Drittherstellern anzubieten bzw. zu verkaufen, die das Angebot der Beschwerdegegnerin konkurrenzierten, stimme nicht mit dem gelebten Vertragsverständnis der Parteien überein. Da beide Parteien Anbieter von Storen, (Fenster-) Läden und Ähnlichem seien, seien sie Mitbewerber bzw. Anbieter im Sinne von Art. 2 UWG. Gemäss dieser Bestimmung sei ein gegen Treu und Glauben verstossendes Verhalten von Mitbewerbern unlauter, wenn es zu einer Wettbewerbsbeeinflussung führe. Dies sei hier der Fall gewesen, wie sich aus verschiedenen Aussagen von Zeugen (Kunden an diesen Veranstaltungen) ergebe. Schliesslich ergebe sich aus den zahlreichen Zeugenbefragungen klar, dass eine Reihe von Kunden hinsichtlich der betrieblichen Herkunft der von ihnen an diesen Veranstaltungen erworbenen Waren einem Irrtum unterlegen seien, indem sie angenommen hätten, sie kauften Ware der Beschwerdegegnerin, es sich aber um Produkte der Beschwerdeführerin gehandelt habe. Die Beschwerdeführerin habe mit ihrem Verhalten an den Verkaufsveranstaltungen eine Verwechslungsgefahr zumindest billigend in Kauf genommen und damit gegen Art. 3 Abs. 1 lit. d UWG verstossen. Angesichts des massiven Umsatzeinbruchs ab September 2012 sei der Beschwerdegegnerin 90 % des von ihr seit September 2012 getätigten Werbeaufwands als Schaden anzurechnen und gestützt auf Art. 9 Abs. 1 und 3 UWG i.V.m. Art. 41 ff. OR, insbesondere Art. 42 Abs. 2 OR Schadenersatz im Betrag von Fr. 28'482.65 (90 % von Fr. 31'647.39) zuzusprechen.