Citation: 6B_613/2018 E. 1.2

1.2. Die Vorinstanz gelangt zunächst zum Schluss, es könne dem Beschwerdeführer nicht nachgewiesen werden, dass er die Signalisation Tempo-30-Zone bewusst wahrgenommen und dennoch zu schnell gefahren wäre. Vielmehr müsse in Anwendung des Grundsatzes "in dubio pro reo" gestützt auf die Aussagen des Beschwerdeführers davon ausgegangen werden, dass er die Technikumstrasse am Nachmittag des 12. April 2014 nicht ausreichend aufmerksam befahren und infolgedessen die erkennbare Signalisation sowie die Markierungen Tempo-30-Zone (vgl. hierzu Urteil 6B_95/2017 vom 22. Mai 2017 E. 1.5) übersehen habe. Die konkreten Umstände betreffend stellt die Vorinstanz nach Würdigung der Beweise, insbesondere der im zweiten Berufungsverfahren eingeholten Dokumentation des Unfalltechnischen Diensts der Kantonspolizei Bern (Video, Fotodokumentation und Situationsplan eines Teilstücks der Technikumstrasse), fest, beim fraglichen Abschnitt der Technikumstrasse handle es sich um ein gerade verlaufendes, leicht abwärts fallendes, jedoch aufgrund der Haus- und Garageneinfahrten, Parkplätze, Sitzbänke sowie der einmündenden Max-Buri-Strasse und des einmündenden Radwegs unübersichtliches Stück Strasse, auf welchem jederzeit mit die Strasse unvermittelt betretenden Fussgängern sowie mit einbiegenden anderen Verkehrsteilnehmern (Autofahrer und Velofahrer) gerechnet werden müsse. Die Örtlichkeit unterscheide sich somit deutlich von einem Innerortsbereich, in welchem die Höchstgeschwindigkeit auf 50 km/h begrenzt sei. Weiter sei unwahrscheinlich, dass ausgerechnet an einem witterungsmässig schönen, trockenen Samstagnachmittag der Beschwerdeführer der einzige Verkehrsteilnehmer gewesen beziehungsweise ausnahmsweise keine anderen Verkehrsteilnehmer die Technikumstrasse befahren oder begangen hätten. Sie erwägt, der Beschwerdeführer habe eine wichtige Verkehrsregel in gravierender beziehungsweise objektiv schwerer Weise verletzt und eine erhöhte abstrakte Gefahr geschaffen, insbesondere für alle Fussgänger, Velofahrer und Anwohner, aber auch für andere Fahrzeuglenker, die aus der Max-Buri-Strasse in die Technikumstrasse hätten einbiegen wollen. In subjektiver Hinsicht habe der Beschwerdeführer grob fahrlässig gehandelt, womit er der groben Verkehrsregelverletzung schuldig zu erklären sei (Urteil S. 13, 20, 23 ff.).