Citation: 5A_1031/2021 E. 2.3

2.3. Die Vorinstanz kam zum Schluss, dass der Beschwerdegegner nicht rechtsmissbräuchlich gehandelt hatte, als er am 25. August 2021 das Konkursbegehren gestellt hatte. Aufgrund der gesetzlichen Fristen betreffend den Fortgang des Betreibungsverfahrens stehe es nicht im freien Ermessen des Gläubigers, mit seinem Gesuch beliebig zuzuwarten. Zudem wäre mit einem raschen Abschluss des im Jahre 2021 gegen den Beschwerdeführer eröffneten Strafverfahrens und damit der Freigabe seiner beschlagnahmten Vermögenswerte nicht zu rechnen gewesen. Angesichts dieser Umstände könne - so die Vorinstanz - offen bleiben, ob der Beschwerdegegner dem Beschwerdeführer einen wirtschaftlichen Schaden zufügen wollte, wie dieser vorbringe. Es gebe nämlich durchaus sachliche Gründe, das bereits vor Jahren eingeleitete Betreibungsverfahren weiterzuführen. Vor diesem Hintergrund sei daher nicht davon auszugehen, dass der Beschwerdegegner mit seinem Vorgehen ausschliesslich andere Ziele als die Zwangsvollstreckung verfolge, so dass das Konkursbegehren als rechtsmissbräuchlich zu qualifizieren wäre. Schliesslich sei festzuhalten, dass die Strafverfolgung nach den geltenden rechtsstaatlichen Grundsätzen in der Hand des Staates und nicht in einer Drittperson liege. Damit sei das Verhalten des Beschwerdegegners in dem gegen den Beschwerdeführer laufenden Strafverfahrens vorliegend nicht zu beurteilen.