Citation: 6B_1302/2015 E. 4.1

4.1. Der Aufhebungs- und Rückweisungsbeschluss an die erste Instanz (Dispositivziffer 2) stellt einen selbstständig eröffneten Zwischenentscheid dar, denn er schliesst den Prozess nicht ab. Ob die Vorinstanz mit dem Aufhebungs- und Rückweisungsentscheid gemäss Art. 409 Abs. 1 StPO, wonach die Rückweisung an das erstinstanzliche Gericht grundsätzlich ausgeschlossen und nur bei Vorliegen wesentlicher Verfahrensmängel vorgesehen ist, (implizit) einen selbstständigen Entscheid über die (funktionale) Zuständigkeit im Sinne von Art. 92 BGG gefällt hat (vgl. BGE 138 III 558 E. 1.3; 136 III 597 E. 4.2 S. 600; Urteil 4A_217/2012 vom 9. Oktober 2012 E. 4.2, nicht publ. in: BGE 138 I 406), kann vorliegend offenbleiben. Auch wenn der Aufhebungs- und Rückweisungsentscheid rechtlich als "anderer" Zwischenentscheid i.S.v. Art. 93 BGG zu qualifizieren ist (vgl. BGE 135 III 329 E. 1.2; 133 IV 288 E. 2 f.), ist auf die Beschwerde einzutreten. Rügt die beschwerdeführende Partei - wie vorliegend - mit hinreichender Begründung eine Rechtsverweigerung und -verzögerung, wird praxisgemäss auf das Erfordernis des nicht wieder gutzumachenden Nachteils verzichtet (BGE 138 IV 258 E. 1.1; 138 III 190 E. 6 S. 191 f.; 134 IV 43 E. 2.5, je mit Hinweisen). Vorliegend könnte im Falle einer rechtswidrigen Rückweisung des Verfahrens an das erstinstanzliche Gericht in Anbetracht der Natur des betroffenen Prozesses nicht innerhalb angemessener Frist mit einem Urteil gerechnet werden, was eine Verletzung des Beschleunigungsgebots zur Folge hätte. Der Beschwerdeführer wäre trotz des seiner Ansicht nach unter Verletzung von Art. 409 Abs. 1 StPO zu Stande gekommenen Entscheids zur Weiterführung des Prozesses bis zum Endurteil gezwungen und könnte erst im bundesgerichtlichen Verfahren geltend machen, die gesetzlich nur ausnahmsweise vorgesehene erneute Durchführung eines erstinstanzlichen Hauptverfahrens sei rechtswidrig erfolgt. Dies würde sowohl dem Zweck von Art. 92 BGG, gerichtsorganisatorische Fragen in jedem Verfahren frühstmöglich zu bereinigen (Urteil 4A_217/2012 vom 9. Oktober 2012 E. 4.2, nicht publ. in: BGE 138 I 406), als auch der Natur der Berufung als grundsätzlich reformatorisches Rechtsmittel (Art. 398, Art. 408 StPO; BBl 2006 1318 Ziff. 2.9.3.3; BGE 141 IV 244 E. 1.3.3) widersprechen und wäre mit dem im Strafverfahren besondere Bedeutung zukommenden Beschleunigungsgebot (Art. 5 Abs. 1 StPO; Art. 6 Ziff. 1 EMRK) nicht zu vereinbaren (vgl. BGE 136 II 165 E. 1.2.1 S. 171; Urteil 1C_256/2014 vom 17. März 2016 E. 1.1, nicht publ. in BGE 142 II 136).