Citation: 4A_620/2017 E. 4.3

4.3. Die Vorinstanz erwog, die Parteien hätten in ihrem Vertrag die "Berechnung des Honorars nach dem Zeitaufwand" explizit erwähnt und auch die Honorarschätzung sei "nach Zeitaufwand" erfolgt. Die Vorinstanz ging sodann auf die SIA-Norm 102 (2003) ein, welche Vertragsbestandteil bilde und wonach es sich bei der Honorierung nach mittleren Stundenansätzen nicht um ein Pauschalhonorar handle. Dabei ging die Vorinstanz ausführlich auf die vertragliche Regelung der Parteien ein. Sie führte zudem aus, eine Honorarschätzung (Ziffer 2.3 des Vertrags) sei auch bei einem Honorar nach Zeitaufwand üblich, weshalb das Argument der Klägerin, beim Festhonorar müsse vorab immer eine Schätzung gemacht werden, nicht greife. Die Schätzung diene beim Honorar nach Zeitaufwand immerhin als Kostendach; der Architekt sei an die Höchstlimite zwar nicht gebunden, habe aber deren Erreichung aufgrund seiner Treue- und Sorgfaltspflicht dem Bauherrn rechtzeitig anzuzeigen. Der Umstand, dass die Parteien hinsichtlich der Teuerung keine Anpassungen vereinbart hätten, lasse nicht auf ein Pauschalhonorar schliessen. Ergänzend hielt die Vorinstanz fest, die Parteien hätten wohl den "Mustervertrag" für Architektenleistungen der SIA, Nr. 1002, Ausgabe 2001, herangezogen. Da die darin enthaltenen anderen möglichen Honorierungsarten im Vertrag nicht enthalten seien, hätten die Parteien bewusst eine konkrete Abrede über die Honorierungsart getroffen. Es lasse sich ein tatsächlich übereinstimmender Parteiwille feststellen und es könne insbesondere gestützt auf den Wortlaut des Vertrages davon ausgegangen werden, dass die Parteien ein Honorar nach Zeitaufwand vereinbart hätten.