Citation: 4C.313/2004 21.01.2005 E. 3

Im Zusammenhang mit der soeben erörterten FTE-Vergütung ist insbesondere auch die Frage umstritten, ob der Zusatzaufwand der Klägerin für eine Produktion im vereinbarten "GMP-environment" (good manufacturing practice) der Beklagten in Rechnung gestellt werden kann. 3.1 Die Vorinstanz hat dazu ausgeführt, beim sog. "GMP-environment" handle es sich um ein international harmonisiertes, meist arzneimittelgesetzlich vorgeschriebenes System zur Sicherung des Qualitätsstandards bei der Erzeugung von pharmazeutischen Produkten. Das GMP-Umfeld betreffe die Produktionsbedingungen und -voraussetzungen, nicht aber die Vergütung des Produktions- und Entwicklungsaufwandes für Arzneimittel. Im branchenspezifischen Verständnis einer GMP-Betriebsorganisation sei die Abgeltung der betrieblichen Leistungen eines Arzneimittelherstellers nicht enthalten. Die Auffassung der Beklagten, der Aufwand für "Management", "Cleaning", "Literature", "Meetings" und "Versand" im Umfang von mindestens 2'780 Arbeitsstunden seien nicht zu berücksichtigen, sei daher unzutreffend. 3.2 Die Parteien haben im CRD-Vertrag vereinbart, dass die von der Klägerin zu leistenden Stunden in einem GMP-Umfeld zu erbringen seien. In Anhang A wurde sodann ausgeführt, was zum sog. "GMP-Umfeld" gehört. Genau gleich wie der Begriff "FTE-Einheit" ist auch die Wendung, dass in einem "GMP-Umfeld" zu produzieren sei, nach Vertrauensprinzip auszulegen. Dabei hat die Vorinstanz unangefochten festgehalten, dass es sich beim "GMP-environment" um ein international harmonisiertes System zur Sicherung des Qualitätsstandards bei der Erzeugung von pharmazeutischen Produkten handle und dass der Begriff nichts aussage zur Frage der Vergütung des Produktions- und Entwicklungsaufwandes. 3.3 Angesichts dieser Umschreibung des Begriffs "GMP-Umfeld" in seiner branchenspezifischen Bedeutung ist die Auslegung der Vorinstanz entgegen der Auffassung der Beklagten auch in diesem Punkt nicht zu beanstanden. Die Vereinbarung, dass die von der Klägerin zu leistenden Stunden in einem GMP-Umfeld zu erbringen seien, spricht nicht gegen eine separate Verrechnung des Zeitaufwandes für "Management", "Cleaning", "Literatur", "Meetings" und "Versand". Auch in diesem Punkt erweist sich die Berufung somit als unbegründet.