Citation: 6P.124/2002 06.10.2003 E. 2

Das Verfahren gegen den früheren Liebhaber der Beschwerdeführerin, M.________, war mit Beschluss vom 26. Juli 1999 vom vorliegenden Verfahren abgetrennt worden (angefochtener Entscheid S. 80). Die Beschwerdeführerin hatte im Appellationsverfahren beantragt, das erstinstanzliche Urteil sei aufzuheben und das Verfahren in die Voruntersuchung zurückzuweisen zwecks Wiedervereinigung mit dem Verfahren gegen M.________. Obwohl auch das Obergericht die Abtrennung "in der Tat als ungünstig" bezeichnet, weist es den Antrag ab. Damit hat es nach Auffassung der Beschwerdeführerin ihren Anspruch auf ein faires Verfahren verletzt (vgl. Beschwerde S. 5 - 8). Das Obergericht verweist darauf, dass M.________ zum Zeitpunkt des angefochtenen Urteils abwesend war und noch nicht hatte verhaftet werden können. Folglich sei offen, ob und wann ein erstinstanzliches Urteil gegen ihn ergehen könne. Die Beschwerdeführerin habe aber einen gesetzlichen und verfassungsmässigen Anspruch darauf, dass ihr Fall innert nützlicher Frist beurteilt werde (angefochtener Entscheid S. 21). Diese Erwägung ist offensichtlich nicht zu beanstanden. Art. 240 Abs. 1 StrV/BE sieht denn auch ausdrücklich vor, dass Straffälle getrennt werden können, sofern die vereinigte Führung wesentliche Nachteile zur Folge hat. Dies ist z.B. der Fall, wenn ein Mittäter in der Schweiz verhaftet und der andere ins Ausland geflohen ist (Thomas Maurer, Das bernische Strafverfahren, Bern 1999, S. 359). Das Obergericht geht im Übrigen zu Gunsten der Beschwerdeführerin davon aus, dass es M.________ war, der die Idee zur Tötung des Ehemannes hatte, und er folglich insoweit eine zentrale Rolle spielte (vgl. angefochtener Entscheid S. 321, 343). Folglich ist nicht ersichtlich, inwieweit der Beschwerdeführerin aus der Trennung des Verfahrens ein Nachteil erwachsen sein könnte. Davon, dass sie wegen der Trennung kein faires Verfahren gehabt hätte, kann nicht die Rede sein. Die Beschwerdeführerin macht in diesem Zusammenhang noch geltend, das Obergericht widerspreche sich selbst, wenn es an anderer Stelle die Frage, ob M.________ an der Tat beteiligt gewesen sei, offen lasse (Beschwerde S. 52). Die Rüge ist unbegründet. Zwar hat das Obergericht die Frage nach einer Mittäterschaft von M.________ offen gelassen (angefochtener Entscheid S. 319). Dies war richtig, denn das Obergericht hatte über den abwesenden M.________ kein Urteil zu fällen. Es hatte nur über die Beschwerdeführerin zu befinden und im Rahmen dieses Entscheids einem möglichen Mitverschulden M.________s Rechnung zu tragen. Dies hat das Obergericht getan, und ein Widerspruch liegt offensichtlich nicht vor.