Citation: 1C_617/2021 E. 5.2

5.2. Die Beschwerdeführerin rügt eine bundesrechtswidrige Auslegung von Art. 676 ZGB; dagegen legt sie nicht (oder jedenfalls nicht genügend) dar, inwiefern die Auslegung des kantonalen Rechts, namentlich von § 27 PBV, willkürlich sei. Dies liegt auch nicht auf der Hand: Zwar mag die Formulierung "ins Eigentum... zu übernehmen" gegen einen Erwerb von Gesetzes wegen sprechen; die Verordnung ist jedoch vor dem Hintergrund des Gesetzes zu interpretieren, das in § 39 Abs. 3 PBG einen gesetzlichen Erwerb, unabhängig von der Begründung einer (öffentlich beurkundeten) Dienstbarkeit und deren Eintrag im Grundbuch, vorsieht. Dies entspricht auch der Praxis anderer Kantone (MEINRAD HUSER, Leitungen zwischen privatem und öffentlichem Sachenrecht, ZBGR 2016, S. 247; vgl. auch Urteil 2C_401/ 2010 vom 14. Dezember 2012, in: ZBGR 95/2014 353, E. 2.2.1 mit Hinweis zum Eigentum der Konzessionärin an in den öffentlichen Grund verlegten Leitungen). Der Zusatz "in der Regel" in § 27 Abs. 1 PBV lässt sich zwar im Sinne einer Regelungskompetenz der Gemeinde für Ausnahmefälle interpretieren; die Beschwerdeführerin macht jedoch selbst nicht geltend, eine abweichende Regelung in ihrem Wasserreglement vorgesehen zu haben. Insofern ist auch keine Verletzung der Gemeindeautonomie dargetan. Unbegründet ist auch der Einwand, eine kantonale Verordnungsbestimmung könne die Grundsätze des zivilrechtlichen Eigentumsbegriffs nicht ersetzen: Art. 676 Abs. 1 ZGB behält andere Ordnungen ausdrücklich vor und lässt damit abweichende öffentlich-rechtliche Regelungen der Kantone und des Bundes zu (Urteil 1C_565/2014 vom 11. Mai 2015 E. 2.2 mit Hinweisen; zur Anwendbarkeit kantonalen Rechts vgl. auch BGE 131 II 420 E. 3.1; Urteil 2C_401/2010 vom 14. Dezember 2012 E. 2.2.1).