Citation: 9C_382/2020 E. 4.2.1

4.2.1. Anders als die Vorinstanz anzunehmen scheint, stellt die klassifikatorische Änderung (COPD von Schweregrad II zu III) nicht bloss eine unterschiedliche diagnostische Einordnung eines unveränderten Leidens dar. Vielmehr erhob Dr. med. B.________ neue objektive Befunde, die er zu Recht im Rahmen der anerkannten medizinischen Richtlinien (GOLD) berücksichtigte. Sodann ist zu präzisieren, dass die Reduktion des "Ein-Sekunden-Volumens" (FEV 1) von 52 % (20. Juli 2016) auf 47 % (30. November 2018) nicht 5 %, sondern 5 Prozentpunkten und (ausgehend vom im Juli 2016 gemessenen Wert) rund 10 % entspricht. Weiter ist nicht von vornherein auszuschliessen, dass sich die Erhöhung der "medizinisch-theoretischen Ateminva lidität" in quantitativer Hinsicht negativ auf die Arbeits- resp. Leistungsfähigkeit auswirkt. Zwar enthalten die Berichte des Dr. med. B.________ keine konkrete Einschätzung der Restarbeitsfähigkeit. In seinem Bericht vom 6. September 2018 bezeichnete er aber den Gesundheitszustand des Ver sicherten als verschlechtert; zudem verneinte er die Frage nach einer "Belastbarkeit für Massnahmen der Wiedereingliederung im Umfang von mindestens zwei Stunden/Tag". Er empfahl u.a. einen Rauchstopp, als Prognose hielt er aber fest, dass auch im besten Fall keine Verbesserung, (sondern) nur eine Stabilisierung der aktuellen Lungenproblematik zu erwarten sei.