Citation: 7B_178/2022 E. 3.3.1

3.3.1. Bei der Reduktion der Spesen für Kopien handelt es sich um eine Praxisänderung, welche keine Verwirkung von Rechten (namentlich betreffend Fristwahrung) zur Folge hat. Die Änderung der zu entschädigenden Höhe der Auslagen war demzufolge nicht anzukündigen. Die Rückwirkung der Praxisänderung auf den seit 2014 hängigen Fall erweist sich unter Willkürgesichtspunkten, welche bei der Frage der Höhe der Entschädigung nach kantonalem Recht massgebend sind, sodann als zulässig. Die Beschwerdeführerin behauptet nicht, das Verfahren hätte aufgrund behördlichen Verschuldens ungebührlich lange gedauert. Nichts ableiten kann sie aus dem Umstand, dass ihr die Vorinstanz vor der Praxisänderung in einem Zwischenentscheid einen höheren Spesenansatz für Kopien zugebilligt hat. Daraus ergibt sich keine Zusicherung, auf deren Fortdauer die Beschwerdeführerin vertrauen durfte. Dass der technische Fortschritt, welchen die Vorinstanz zur Begründung heranzieht, nicht bereits im Jahr 2014 eingetreten wäre, ist sodann nicht ersichtlich, zumal die Computerisierung und Informatisierung der gesamten Bürotechnologie bereits ab Beginn der 1990er Jahre, d.h. viel früher begonnen hat. Im Übrigen macht die Beschwerdeführerin in Bezug auf die zeitlichen Feststellungen im vorinstanzlichen Entscheid keine willkürliche Sachverhaltsfeststellung geltend, sondern beschränkt sich auf eigene Behauptungen hinsichtlich der Technisierung, ohne diese näher zu substanziieren. Zwar trifft es zu, dass die Vorinstanz die Spesenpraxis bereits früher hätte anpassen können. Daraus kann die Beschwerdeführerin jedoch nichts zu ihren Gunsten ableiten. Vielmehr ist es mit den von der Beschwerdeführerin angerufenen Rechten vereinbar, wenn die Vorinstanz davon ausgeht, der bisherige Ansatz von Fr. 1.-- pro Kopie enthalte verstecktes Honorar und die Beschwerdeführerin zeige nicht auf, dass ihr höhere Kosten angefallen sein sollen. Diese Ausführungen untermauert die Vorinstanz mit einem interkantonalen Vergleich, wobei sie die Regelungen in elf von 26 (Halb) Kantonen zitiert. Zudem weist sie zutreffend darauf hin, dass in einem gewinnorientierten Kopiercenter üblicherweise viel weniger als Fr. 1.-- pro Kopie verlangt wird (vgl. angefochtener Entscheid S. 12 ff.). Dass im kantonalen Verwaltungsverfahren bzw. bei der Einsicht in Justizakten oder beim Grundbuchamt andere Ansätze gelten, ändert am Ergebnis nichts. Die von der Vorinstanz vorgenommene Praxisänderung ist in Bezug auf die Entschädigung für Kopien sowohl in inhaltlicher wie auch in zeitlicher Hinsicht nicht zu beanstanden.