Citation: 2C_383/2014 E. 9.3.5

9.3.5. Metro Torino 9.3.5.1. Die Referenz gab als Kurzbeschriebe an "Lieferung und Verlegung Oberbau in Beton und Geleise im Untertagtunnel der Fahrtlinien Porta Nuova - Lingotto, 7 km" und "Bau der Gleisanlage in Fester Fahrbahn mit Weichenabschnitten". 9.3.5.2. Die Rhomberg machte vor der Vorinstanz geltend, es handle sich dabei um eine führerlose Metro mit Gummibereifung, deren Fahrweg bestenfalls mit einem Strassentunnel vergleichbar sei, aber nicht mit der Fahrbahn des Ceneri Tunnels. Es fehle an den dort geltenden Präzisionsanforderungen. Zudem seien keine Eisenbahnweichen, sondern Führungsweichen eingebaut worden, was nicht vergleichbar sei. Die Systeme seien nicht vergleichbar; während die betonierten Flächen bei der Metro bottom up errichtet würden, müsse eine feste Fahrbahn top down erstellt werden. 9.3.5.3. Die Vergabestelle und die ARGE Mons Ceneris brachten demgegenüber vor, es handle sich um Lieferung und Verlegung des Oberbaus in Beton und Geleise im Tunnel mit zwei Weichen, was vergleichbar komplex sei. Die Fahrbahn der Metro Torino gelte ebenfalls als feste Fahrbahn; es sei ein spurgeführtes System, die Anforderungen an die Fahrbahn seien vergleichbar mit einem Schienensystem (betonierte Fahrbahnplatte, Gleisbautechnik). Sie sei auch im top-down Verfahren erstellt worden. Auch die Führungsweiche der Metro sei vergleichbar mit einer Eisenbahnweiche, sie lenke alle Lenkachsen des Zugs. Die Metro sei vergleichbar komplex; anstelle der Schienenprofile einer herkömmlichen Eisenbahn bestünden die Schienen aus Stahlprofilen mit breiter Fahrbahnoberfläche und einer seitlichen Spurführung mittels seitlichen oder mittigen Spurführungsschienen; Gleisbautechnik, Vermessungs- und Richttechnik, Betontechnologie, Einbauverfahren, Einbaulogistik und Qualitätskontrolle seien vergleichbar. 9.3.5.4. Bei der Frage, ob die Fahrbahn einer Metro mit derjenigen einer Eisenbahn vergleichbar sei, handelt es sich ebenfalls um eine Frage des technischen Ermessens, bei welchem das Gericht nicht in den Ermessensspielraum der Vergabestelle einzugreifen hat. Dass es technische Unterschiede zwischen den beiden Systemen gibt, bedeutet nicht, dass es rechtsfehlerhaft wäre, sie als vergleichbar komplex zu betrachten. Zudem hatte die ARGE Mons Ceneris in ihrer Duplik vor der Vorinstanz vom 5. Februar 2014 darauf hingewiesen, dass die Rhomberg selber für das LP 31 die Referenz Citytunneln Malmö angegeben hatte, welche auch keine Hochgeschwindigkeitsstrecke sei.