Citation: 8C_320/2022 E. 7.4.2

7.4.2. Das EBG weist zutreffend darauf hin, dass diese beschwerdeweise wiedergegebene Feststellung des Bundesgericht aus dem Kontext gerissen ist. Denn mit BGE 141 II 411 erfolgte im Vergleich zu BGE 125 II 530 eine Wende dergestalt, dass der Beruf der Primarlehrkraft fortan als typischer Frauenberuf betrachtet und der historischen Prägung keine entscheidwesentliche Bedeutung mehr beigemessen wird (BGE 141 II 411 E. 9.2). Diesen Schritt hatte das Bundesgericht in BGE 125 II 530 E. 2b trotz des bereits damals schon hohen Frauenanteils - wegen der historischen Prägung - eben noch nicht vollzogen. Nach mehr als 20 Jahren, insbesondere nach BGE 141 II 411 E. 9.2 (zeitgleich ergangen mit der Einführung des neuen Gehaltssystems im Kanton Basel-Stadt) und mit Blick auf die aktuellen statistischen Gegebenheiten liegt keine Bundesrechtswidrigkeit vor, wenn im Rahmen von Art. 8 Abs. 3 BV der Vergleich mit den Primarlehrpersonen, die nun als in einem typischen Frauenberuf tätig gelten, nicht mehr zugelassen wird. Primarlehrkräfte berufen sich denn auch mittlerweile ihrerseits auf Art. 8 Abs. 3 BV, um eine Lohndiskriminierung aufgrund des Geschlechts geltend zu machen. Der Frauenanteil liegt bei den Kindergartenlehrpersonen gemäss den Vorbringen der Beschwerdeführenden unter Berufung auf die Zahlen des Bundesamtes für Statistik für die Jahre 2020/2021 mit 94,6 % (bzw. in Basel gemäss dem kantonalen Amt für Statistik im Jahr 2021 mit 91,3 %) um 11,3 % (und kantonal um 11,8 %) höher als bei den Primarlehrpersonen (83,3 %, bzw. gemäss kantonaler Statistik 79,5 %). Dies ändert jedoch nichts daran, dass der Frauenanteil sich beim Beruf der Primarlehrpersonen signifikant über 70 % bewegt, womit kein Anlass besteht, die Einstufung als typischer Frauenberuf zu hinterfragen. Die geschlechtsspezifische Identifizierung der benachteiligten Funktion ist Tatbestandsvoraussetzung, damit eine indirekte Geschlechtsdiskriminierung in Frage kommt (vgl. E. 6.4 hiervor). Ein Vergleich von Kindergartenlehrpersonen mit Primarlehrpersonen unter dem Aspekt des Diskriminierungsverbots von Art. 8 Abs. 3 BV entfällt daher.