Citation: 4A_614/2014 E. B

B.a. Mit Eingabe vom 9. Februar 2010 reichte die Verkäuferin beim Handelsgericht des Kantons Zürich Klage ein. Sie beantragte, die Beklagte sei zu verpflichten, ihr wegen unberechtigter Annahmeverweigerung des Walzdrahtes Schadenersatz von USD 4'956'630.32 zuzüglich Zins zu 5 % seit dem 9. Februar 2010 zu bezahlen. Der Schaden setze sich zusammen aus der Differenz zwischen den von der Beklagten geschuldeten Kaufpreisen und den in den Deckungsverkäufen erzielten Kaufpreisen, Lagerungskosten und Versicherungskosten. Der Grund für die Annahmeverweigerung der Beklagten liege in der negativen Entwicklung des Stahlpreises. Die Beklagte bestritt dies. Sie machte geltend, seitens der Klägerin hätten vier Vertragsverletzungen vorgelegen, nämlich die verspätete Verschiffung, die Nichtlieferung der Konnossemente, die fehlende Mindestzugfestigkeit des Walzdrahtes und Konfektionierungsmängel. Jede dieser Vertragsverletzungen habe eine wesentliche Vertragsverletzung dargestellt, welche sie zur Nichtannahme des Walzdrahtes und zur Aufhebung der Kaufverträge berechtigt habe. Eventualiter machte die Beklagte mit Verrechnungseinrede die Minderung des Kaufpreises und Schadenersatz wegen eines Produktionsausfalls geltend. Das Handelsgericht wies die Klage mit Urteil vom 3. April 2013 ab. Es beurteilte den Sachverhalt nach dem Übereinkommen der Vereinten Nationen über Verträge über den internationalen Warenkauf, abgeschlossen in Wien am 11. April 1980 (CISG; SR 0.221.211.1). Die Anwendbarkeit des CISG ist zwischen den Parteien nicht umstritten. Das Handelsgericht kam (im Sinne der Ermittlung des mutmasslichen Parteiwillens gemäss Art. 8 Abs. 2 CISG) zum Schluss, eine Vertragsverletzung wegen der fehlenden Zugfestigkeit des Walzdrahtes sei ausgewiesen. Entsprechend sei die Aufhebung der Verträge berechtigterweise erfolgt. Daher liess sie offen, ob sich die Beklagte auf weitere von ihr geltend gemachte Vertragsverletzungen berufen könnte, die eine Vertragsaufhebung zu rechtfertigen vermöchten. Mit Urteil 4A_264/2013 vom 23. September 2013 (nachfolgend: Rückweisungsentscheid) hob das Bundesgericht in Gutheissung der Beschwerde der Klägerin das Urteil des Handelsgerichts vom 3. April 2013 auf und wies die Sache zur neuen Beurteilung an dieses zurück. Es nahm an, eine vernünftige Person müsse aufgrund der festgestellten Umstände nicht davon ausgehen, die Einhaltung der Zugfestigkeit sei aus Sicht der Beklagten für den Bestand des Vertrages absolut wesentlich. Somit bleibe zu prüfen, ob der Vertragszweck durch die mangelhafte Qualität in objektiver Hinsicht wesentlich beeinträchtigt worden sei bzw. ob allenfalls andere wesentliche Vertragsverletzungen vorgelegen hätten. B.b. Mit Urteil vom 17. September 2014 schützte das Handelsgericht die Klage teilweise. Es verpflichtete die Beklagte, der Klägerin USD 3'210'828.58 zuzüglich Zins auf USD 3'201'302.30 seit 15. November 2008 zu bezahlen. Die Gerichtsgebühr von Fr. 98'000.-- wurde zu 35 % der Klägerin und zu 65 % der Beklagten auferlegt und die Beklagte verpflichtet, der Klägerin eine reduzierte Prozessentschädigung von Fr. 32'000.-- zu bezahlen. Das Gericht verneinte ein Vertragsaufhebungsrecht der Beklagten. Hinsichtlich einer verspäteten Verschiffung, der verspäteten bzw. nicht vorgenommenen Lieferung der Konnossemente und der fehlenden Mindestzugfestigkeit liege keine wesentliche Vertragsverletzung im Sinn von Art. 25 CISG vor. Hinsichtlich der Konfektionierungsmängel sei einerseits eine Vertragsverletzung an sich und andererseits die für die Berufung auf das Aufhebungsrecht gemäss Art. 49 Abs. 1 lit. a CISG erforderliche rechtsgenügliche Mängelrüge zu verneinen. Im Hinblick auf den Schadenersatzanspruch der Klägerin ermittelte die Vorinstanz sodann einen Minderungsanspruch von USD 167'753.83 und damit einen geminderten Kaufpreis von USD 7'171'476.32. Unter Abzug eines pflichtgemäss erzielbaren Erlöses aus Deckungsverkäufen von USD 3'970'174.02 ergab sich ein Schaden von USD 3'201'302.30. Auf diesem Betrag sprach sie einen Zinsanspruch von 5 % seit 15. November 2008 zu. Ausserdem ermittelte sie einen Schadenersatzanspruch für Versicherungskosten im Betrag von Fr. 9'526.28, für welchen kein Zinsanspruch bestehe.