Citation: 5A_901/2017 E. 5.3.2

5.3.2. Allerdings gilt es hinsichtlich der beiden Kinder zu unterscheiden: Wie das Gutachten ausführt, stellen sich aus fachpsychologischer Sicht bei C.A.________ und D.A.________ "gemäss ihrem Alter" "andere Fragestellungen und Überlegungsansätze betreffend einer Anpassung der aktuellen Situation" (Gutachten, S. 72 und 82). Anders als das Obergericht meint, kommt damit dem Grundsatz, dass Kinder nicht getrennt werden sollen, keine entscheidende Bedeutung zu (vorne E. 2.2). Vielmehr ist für jedes Kind eine seiner Situation angepasste Lösung zu finden. Zur Tochter wird im Gutachten auf S. 72 diesbezüglich ausgeführt: "Hinsichtlich C.A.________ ist von einer Fremdunterbringung aus gutachterlicher Sicht zum gegenwärtigen Zeitpunkt abzusehen. Als 14-jährige Jugendliche ist ihr alltäglicher Betreuungsbedarf [...] so, dass sie vermehrt auf ein qualitativ stringentes Monitoring angewiesen ist. Viele ihrer Aufgaben (Schulbesuch, Erledigung von Hausaufgaben, körperliche Hygiene, Pflege von Freundschaften) kann C.A.________ kompetent und selbständig ausüben. Vor dem Hintergrund der dysfunktionalen Bindung an die Kindsmutter erscheint eine Fremdunterbringung für C.A.________ wohl entwicklungsproblematischer als ein Verbleib bei der Kindsmutter mit entsprechenden flankierenden Massnahmen. Beispielsweise mit dem Erhalt der Beistandschaft, Erhalt der psychotherapeutischen Behandlung bei [...], regelmässigen Standortsitzungen mit Schule und Lehrpersonen zur Sicherung der schulischen Karriere kann aus gutachterlicher Sicht eine ausreichende familienergänzende Betreuung sichergestellt werden, um C.A.________ in der mütterlichen Obhut zu belassen. Eine Annäherung an den Kindsvater erscheint aus gutachterlicher Sicht aktuell deutlich erschwert [...]. Aus gutachterlicher Sicht soll nicht entgegen diesem Wunsch von C.A.________ gehandelt werden. C.A.________ soll die Entscheidung betreffend der Wiederaufnahme von Kontakten zum Kindsvater überlassen werden." Nachdem auch das Gutachten eine Belassung der Tochter unter der Obhut der Beschwerdegegnerin empfiehlt, kann der angefochtene Entscheid diesbezüglich jedenfalls im Ergebnis nicht als geradezu unhaltbar angesehen werden. Zumal in Form der unbestritten gebliebenen umfassenden Beistandschaft (vgl. vorne Bst. B.e) die Begleitung der Tochter im Sinne einer flankierenden Massnahme sichergestellt ist. Die Beschwerde erweist sich insoweit als unbegründet.