Citation: 1C_68/2022 E. 3.1

3.1. In Bezug auf den vorliegenden Fall führte die Vorinstanz zusammengefasst aus, gemäss den Angaben der Beschwerdeführerin habe diese gegen das ihr bekannte ursprüngliche Baugesuch und das Gesuch betreffend die 1. Projektänderung keine Einsprachen erhoben, weil sie gestützt auf einen ihr (vom Bauherrn) vorgelegten Fassadenplan davon ausgegangen sei, das äussere Erscheinungsbild und die Silhouette des Nachbarchalets würden nicht verändert. Die Beschwerdeführerin sei damit im Zeitpunkt der öffentlichen Auflage über das Bauvorhaben informiert gewesen und hätte die Baugesuchsakten mit den Plänen einsehen können. Die zumindest teilweise aufgestellten Profile hätten damit ihre Informationsfunktion erfüllt. Ob die Profile tatsächlich vollständig und ordnungsgemäss gewesen seien, lasse sich nachträglich nicht mehr feststellen, könne aber aus mehreren Gründen offengelassen werden: So sei die nachträgliche Anfechtung der bereits erteilten Baubewilligungen nach ausgeführtem Bauvorhaben ausgeschlossen, weil die Beschwerdeführerin durch eine zumindest teilweise Profilierung auf das Bauvorhaben im fraglichen Bereich hingewiesen worden sei und sie daher bei pflichtgemässer Aufmerksamkeit die aufgelegten Baupläne hätte konsultieren müssen. Diese Pläne hätten die Spa-Terrasse und das Zwischengeschoss in genügender Klarheit erkennen lassen, auch wenn die Einordnung der Spa-Terrasse anhand des Fassaden- und Grundrissplanes schwer vorstellbar gewesen sei. Selbst wenn die Profilierung fehlerhaft gewesen wäre, hätte die Beschwerdeführerin demnach bei pflichtgemässer Einsichtnahme in die aufgelegten Pläne den angeblichen Profilierungsmangel erkennen können. In einer solchen Situation sei eine nachträgliche Anfechtung der Baubewilligung oder eine Wiederholung der Profilierung nicht gerechtfertigt. Zudem sei die mangelhafte Profilierung von der Beschwerdeführerin nicht rechtzeitig gerügt worden. Diese habe gemäss den Akten spätestens im April 2018 vom Bau der Spa-Terrasse Kenntnis genommen und sich diesbezüglich per E-Mail an den Beschwerdegegner gewandt. Bei der Gemeinde habe sie sich am 11. Juli 2018 nach dem Vorgehen bei fehlender Profilierung und nach den Bauplänen erkundigt. Am 23. Juli 2018 habe ihr die Gemeinde Einsicht in diese Pläne gewährt, ohne ihr zu erlauben davon Kopien/Fotos zu erstellen. Mit Schreiben vom 10. August 2018 habe die Gemeinde dem Anwalt der Beschwerdeführerin Kopien der Pläne der ursprünglichen Bewilligung und der Projektänderung 1 übermittelt, wobei der Plan «Untergeschosse» der 1. Projektänderung erst auf Nachfrage hin am 17. Juli 2019 zugestellt worden sei. In der Einsprache vom 8. August 2018 gegen die 2. Projektänderung habe die Beschwerdeführerin neben der Verletzung des rechtlichen Gehörs (Akteneinsicht) die fehlende Profilierung und Bewilligungsfähigkeit der Spa-Terrasse gerügt. Nach der Abschreibung des Verfahrens betreffend die 2. Projektänderung habe die Beschwerdeführerin erstmals mit Schreiben vom 26. Oktober 2018 eine Verfügung der Gemeinde hinsichtlich der Profilierung verlangt. Damit habe sie trotz Kenntnis der wesentlichen Elemente im April 2018 bzw. spätestens am 23. Juli 2018 nicht innert 30 Tagen eine nachträgliche Beschwerde eingereicht. Die Beschwerdeführerin habe demnach eine mangelhafte Profilierung ohnehin verspätet gerügt und könne daher aus einem Profilierungsmangel nichts zu ihren Gunsten ableiten.