Citation: 5P.35/2006 31.05.2006 E. 3

3.1 Im Übrigen erscheint der angefochtene Ermessensentscheid der Vorinstanz im Ergebnis nicht als offensichtlich unbillig oder in stossender Weise ungerecht. Der Beschwerdeführer übersieht bei der Rüge widersprüchlicher Entscheide des Obergerichts hinsichtlich der "Patt-Situation" der Betreuungssysteme der Parteien die entscheidende Tatsache, dass die Beschwerdegegnerin sofort ihre Weiterbildungs- und Praktikumsstelle gekündigt hat, nachdem sie den ersten Entscheid des Obergerichts vom 13. Januar 2005 erhalten hatte. Das Obergericht hatte in diesem ersten Entscheid ausgeführt, die Tatsache, dass der Beschwerdeführer arbeitslos sei, während die Beschwerdegegnerin zu 80 % ein Praktikum absolviere, indiziere unter dem Gesichtswinkel des Kindeswohls eine bessere Betreuungssituation bei Ersterem. Der sofortige Abbruch der Weiterbildung durch die Beschwerdegegnerin nach der Zustellung des ersten Entscheids wurde in der Folge nicht als rechtsmissbräuchliches Verhalten qualifiziert, womit die Beschwerdegegnerin die bereits erwähnte "Patt-Situation" bei der Möglichkeit der Betreuung des Kleinkindes herbeiführte. Das Urteil des Obergerichts vom 13. Januar 2005 scheint im Übrigen beide Parteien dazu geführt zu haben, anzunehmen, die eigene Arbeitslosigkeit sei ein wesentliches Kriterium für die Zuteilung der Obhut über das Kind, womit allerdings den langfristigen Kindesinteressen, auch in finanzieller Hinsicht, kaum gedient sein dürfte; so sind keine Bemühungen des Beschwerdeführers ersichtlich, eine Arbeitsstelle zu suchen und die Beschwerdeführerin hat ihre Bemühungen, durch Weiterbildung eine finanzielle Besserstellung zu erreichen, aufgegeben. Fest steht damit aber immerhin, dass beide jungen Eltern zeitlich in der Lage sind, das Kind selber zu betreuen. 3.2 Der Beschwerdeführer bestreitet sodann zu Recht nicht, dass beide Parteien als gleich geeignet für die persönliche Betreuung des Kleinkindes erscheinen, nachdem dies die kantonalen Instanzen in ausführlichen Erwägungen und ausdrücklich festgestellt haben. Das von den kantonalen Instanzen abgeklärte weitere Betreuungsumfeld ist zwar nicht unbedeutend, tritt aber angesichts der Möglichkeit der persönlichen Betreuung durch die Beschwerdegegnerin in den Hintergrund. Im Rahmen der vorliegenden staatsrechtlichen Beschwerde sind sodann die Hinweise des Beschwerdeführers unbehelflich, wonach die Beschwerdegegnerin die Kontaktförderung zum anderen Elternteil nur auf dem Papier zubillige. Die Beschwerdegegnerin hat sich an die richterlich festgelegten Besuchszeiten zu halten und damit den Kontakt des Beschwerdeführers zur Tochter zu gewähren. 3.3 Tragende Erwägung des obergerichtlichen Entscheides ist sodann, dass eine Umteilung der Obhut über die Tochter nach konstanter, über zweijähriger Betreuung durch die Beschwerdegegnerin unter dem Aspekt der Stabilität und Kontinuität dem Kindeswohl zuwiderlaufen würde. Es ist nicht bestritten worden, dass die Tochter seit dem 21. Februar 2004 durch die Beschwerdegegnerin persönlich betreut worden ist, insbesondere, nachdem diese ihre Arbeitsstelle aufgegeben hatte. Die sehr kurze Zeit zwischen dem ersten Entscheid des Obergerichts vom 13. Januar 2005 und dem Entscheid betreffend vorläufig sofortiger Massnahme vom 4. Februar 2005, während welcher die Obhut formell dem Beschwerdeführer oblag, kann unter diesen Umständen nicht ins Gewicht fallen. Auf die Einwendung des Beschwerdeführers, wonach die Beschwerdegegnerin die väterliche Familie in S.________ verlassen und nach T.________ gezogen sei, kann wie bereits erwähnt im vorliegenden Beschwerdeverfahren nicht eingetreten werden, wobei diese Einwendung angesichts der persönlichen Betreuung des Kleinkindes durch die Beschwerdegegnerin ohnehin wenig Bedeutung zukommen kann und es sich bei den genannten Ortschaften um Nachbardörfer handelt. 3.4 Das Obergericht hat daher mit seinem Entscheid vom 5. Dezember 2005 das Willkürverbot im Sinne von Art. 9 BV nicht verletzt. Die staatsrechtliche Beschwerde ist abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann.