Citation: 8C_705/2022 E. 5.1.2

5.1.2. Der Beschwerdeführer bringt vor, die Vorinstanz habe in Verletzung von Bundesrecht kein ergebnisoffenes strukturiertes Beweisverfahren mit Indikatorenprüfung gemäss BGE 141 V 281 durchgeführt. Entgegen ihrer Auffassung sei eine reaktive Depression nicht per se rentenausschliessend. Der von ihr zitierte BGE 143 V 124 beziehe sich auf die Frage, ob eine Depression therapeutisch angehbar und noch nicht ausbehandelt sei. Dies sei etwas ganz anderes. Anhand einer Indikatorenprüfung wäre klar geworden, dass er an massiven Komorbiditäten leide und die verbleibende Arbeitsfähigkeit vollständig ausschöpfe. Eine depressive Störung werde nicht allein durch ein Ereignis ausgelöst, auch chronische Schmerzen seien häufig ein Faktor. Er leide zudem an einem Schlafapnoe Syndrom, das die Beeinträchtigung der Konzentration und der Aufmerksamkeit sowie die grosse Erschöpfung erkläre. Darauf sei das kantonale Gericht nicht eingegangen. Dass Zukunftssorgen im Zusammenhang mit einer schweren Verletzung bestünden, sei nachvollziehbar, insbesondere wenn die bisherige, jahrzehntelang ausgeübte Tätigkeit nicht mehr möglich sei. Deswegen einer Depression den Schweregrad abzusprechen, sei weder medizinisch noch juristisch haltbar.