Citation: 1C_514/2024 E. 8.1

8.1. Es ist unbestritten, dass vorliegend das Bundesgesetz vom 29. September 1952 über Erwerb und Verlust des Schweizer Bürgerrechts (aBüG; AS 1952 1087) zur Anwendung kommt. Gemäss dessen Art. 14 lit. d ist vor Erteilung der Bewilligung zu prüfen, ob der Bewerber oder die Bewerberin zur Einbürgerung geeignet ist, insbesondere ob er oder sie die innere oder äussere Sicherheit der Schweiz nicht gefährdet. Der Begriff der Gefährdung der inneren oder äusseren Sicherheit ist ein unbestimmter Rechtsbegriff, der auch in den anderen Bereichen des Migrationsrechts verwendet wird (vgl. z.B. Art. 67 Abs. 4 und Art. 68 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer und über die Integration [AIG; SR 142.20], Art. 53 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG; SR 142.31] und Art. 121 BV). Darunter wird insbesondere die Gefährdung des Vorrangs der staatlichen Gewalt im militärischen und politischen Bereich verstanden, wie z.B. die Gefährdung durch Terrorismus, gewalttätigen Extremismus, verbotenen Nachrichtendienst und organisierte Kriminalität sowie Handlungen und Bestrebungen, welche die gegenwärtigen Beziehungen der Schweiz zu anderen Staaten ernsthaft gefährden oder auf eine gewaltsame Änderung der staatlichen Ordnung abzielen (Urteil 1C_329/2024 vom 28. Januar 2025 E. 4.1; Botschaft zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März 2002, BBl 2002 3709, 3814; Zusatzbotschaft vom 27. Oktober 2010 zur Änderung des Bundesgesetzes über Massnahmen zur Wahrung der inneren Sicherheit, BBl 2010 7841, 8751; vgl. auch das Handbuch Bürgerrecht des Staatssekretariats für Migration SEM, Kapitel 3, Ziff. 323/1, abrufbar unter www.sem.admin.ch > Publikationen & Service > Weisungen und Kreisschreiben > V. Bürgerrecht). Nach der Rechtsprechung ist die Bedrohung der internationalen Beziehungen der Schweiz in diesem Begriff enthalten, da die Sicherheitslage des Landes auch von seinen Beziehungen und der Zusammenarbeit mit Drittländern abhängt (Urteil 1C_329/2024 vom 28. Januar 2025 E. 4.1; BGE 129 II 193 E. 5). Im Einbürgerungsrecht hat die Beurteilung dieses Kriteriums strengen Massstäben zu genügen, da das Bürgerrecht eine dauerhafte und rechtlich verbindliche Bindung an den Schweizer Staat darstellt, welche die Garantie eines definitiven Aufenthalts sowie eines diplomatischen und konsularischen Schutzes im Ausland beinhaltet (vgl. BVGE 2019 VII/5 E. 6.3.2.2).