Citation: 8C_710/2022 E. 3.3

3.3. Dem vorinstanzlichen Urteil lässt sich nicht entnehmen, wann der Beschwerdeführer Kenntnis von der Beschwerdeantwort erhalten hat; in den Rechtsschriften finden sich divergierende Aussagen dazu. Die objektive Beweislast für die Tatsache und das Datum der Zustellung eines behördlichen Entscheids trägt nach der Rechtsprechung die Behörde, die daraus Rechte ableiten will (BGE 142 IV 125 E. 4.3; 136 V 295 E. 5.9; Urteil 9C_260/2021 vom 6. Dezember 2021 E. 4.6.1, in SVR 2022 AHV Nr. 12 S. 30). Die in den Verfahrensakten liegende Verfügung vom 14. September 2022 trägt zwar einen Stempel vom 15. September 2022, es ist aber nicht ersichtlich, worauf er sich bezieht. Der Versand erfolgte offensichtlich mit normaler Post, ist doch weder auf der Verfügung ein Vermerk auf ein Einschreiben bzw. eine Gerichtsurkunde angebracht noch findet sich ein Track&Trace-Auszug bzw. Empfangsschein für Gerichtsurkunden in den Akten. Ist die Tatsache oder - wie vorliegend - das Datum der Zustellung uneingeschriebener Sendungen strittig, muss, da der Beweis für das Zustelldatum im konkreten Fall auch nicht anderweitig erbracht wird, im Zweifel rechtsprechungsgemäss auf die Darstellung des Empfängers abgestellt werden (BGE 142 IV 125 E. 4.3; 136 V 295 E. 5.9; 129 I 8 E. 2.2 und 124 V 400 E. 2a; Urteile 8C_386/2022 vom 13. September 2022 E. 4.5 und 9C_289/2020 vom 23. September 2020 E. 3.2.2 mit Hinweisen).