Citation: 8C_505/2009 23.02.2010 E. 4.2.2

4.2.2.1 Entgegen den Vorbringen der Beschwerdeführerin gelten regelmässige hausärztliche Verlaufskontrollen und medizinische Abklärungsmassnahmen praxisgemäss nicht als fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlungen. Die Vorinstanz hat zutreffend festgehalten, dass die Versicherte die von Dr. med. W.________ am 7. März 2001 angemeldete stationäre Behandlung in der Rehaklinik E.________ nicht antrat, weil sie einen Arbeitsversuch im Spital X.________ halbtags mit leichten Arbeiten im administrativem Bereich der Krankenpflege unternehmen wollte. Die ärztlichen Behandlungen erschöpften sich im Wesentlichen in der regelmässig durchgeführten Physiotherapie und der Einnahme von Medikamenten. Erst nach den Ergebnissen des die Versicherte begutachtenden Dr. med. S.________ in der psychiatrischen Expertise vom 7. Juli 2005 begann sie eine psychotherapeutische Behandlung (vgl. Bericht der Frau L.________, Psychotherapeutin SPV/ASP, dipl. Heilpädagogin von 19. August 2005). Insgesamt liegt damit das zur Diskussion stehende unfallbezogene Kriterium nicht vor. 4.2.2.2 Das Kriterium der erheblichen Beschwerden ist mit den Vorbringen der Beschwerdeführerin gestützt auf die Angaben im Gutachten des Spitals Y.________ vom 11. August 2005 zu bejahen. Gemäss der konsiliarisch eingeholten psychiatrischen Expertise des Dr. med. S.________ vom 7. Juli 2005 lagen keine Hinweise für einen sekundären Krankheitsgewinn vor; die Explorandin wirkte authentisch leidend und beschrieb die Beschwerden transparent und widerspruchslos; mit den glaubhaften Schilderungen schien nach nunmehr fünf Jahren anhaltender Beschwerden nachvollziehbar, dass die Explorandin schneller mit Schmerzen reagierte, wenn sie belastenden Momenten ausgesetzt war. Diese ärztlichen Feststellungen lassen allerdings die Annahme der beschwerdeweise geltend gemachten besonderen Ausprägung des zu prüfenden Adäquanzkriteriums nicht zu. Der Versicherten war es möglich, neben einer 50%-igen Erwerbstätigkeit eine in Zürich stattfindende Ausbildung zur Hygienefachfrau mit langen Anreisezeiten zu beginnen, deren Abbruch nicht allein auf das medizinsche Krankheitsbild zurückzuführen war, sondern auch mit den im Universitätsspital A.________ anlässlich der neuropsychologischen Testungen festgestellten (unfallfremden) phobischen Prüfungsangst zusammenhängen dürfte (Berichte vom 7. Februar und 10. Juni 2002). Daraus ist zu schliessen, dass die Versicherte Alltagsaktivitäten immer noch in einem grösseren Ausmass wahrzunehmen vermochte. Zum anderen hat sie die vom Spital Y.________ und dem psychiatrischen Experten empfohlene, prognostisch als günstig bezeichnete, medikamentös zu unterstützende Schmerzbewältigungstherapie in einer Gruppe sowie individuelle Psychotherapie offenbar nur teilweise absolviert, was darauf schliessen lässt, dass der Leidensdruck im Zeitraum zwischen Unfall und Fallabschluss per 31. Oktober 2006 (vgl. BGE 134 V 109 E. 10.2.4 S. 128) nicht im geltend gemachten Ausmass bestand. Eine besondere Ausprägung des Kriteriums der erheblichen Beschwerden ist jedenfalls zu verneinen. 4.2.2.3 Das weitere Vorbringen der Beschwerdeführerin, sie habe trotz regelmässig durchgeführter Therapien weder Beschwerdefreiheit noch vollständige Arbeitsfähigkeit wiedererlangt, ist nicht stichhaltig. Solche Umstände sind bei der Beurteilung der beiden Teilsaspekte des Kriteriums des schwierigen Heilverlaufs und der erheblichen Komplikationen, welche nicht kumulativ erfüllt sein müssen (BGE 117 V 359 E. 7b S. 369), praxisgemäss nicht zu berücksichtigen (Urteile 8C_252/2007 vom 16. Mai 2009 E. 7.6 und 8C_57/2008 vom 16. Mai 2008 E. 9.6.1, je mit Hinweisen). 4.2.2.4 Das Bundesgericht hat in BGE 134 V 109 E. 10.2.7 S. 129 f. festgehalten, dass bei leichten bis mittelschweren Schleudertraumen der HWS ein längerer oder gar dauernder Ausstieg aus dem Arbeitsprozess vom medizinischen Standpunkt aus eher ungewöhnlich ist. Nicht die Dauer der Arbeitsunfähigkeit ist daher massgebend, sondern eine erhebliche Arbeitsunfähigkeit als solche, die zu überwinden die versicherte Person ernsthafte Anstrengungen unternimmt. Darin liegt der Anreiz für die versicherte Person, alles daran zu setzen, wieder ganz oder teilweise arbeitsfähig zu werden. Gelingt es ihr trotz solcher Anstrengungen nicht, ist ihr dies durch Erfüllung des Kriteriums anzurechnen. Konkret muss ihr Wille erkennbar sein, sich durch aktive Mitwirkung raschmöglichst wieder optimal in den Arbeitsprozess einzugliedern. Solche Anstrengungen der versicherten Person können sich insbesondere in ernsthaften Arbeitsversuchen trotz allfälliger persönlicher Unannehmlichkeiten manifestieren. Dabei ist auch der persönliche Einsatz im Rahmen von medizinischen Therapiemassnahmen zu berücksichtigen. Sodann können Bemühungen um alternative, der gesundheitlichen Einschränkung besser Rechnung tragende Tätigkeiten ins Gewicht fallen. Nur wer in der Zeit bis zum Fallabschluss nach Art. 19 Abs. 1 UVG in erheblichem Masse arbeitsunfähig ist und solche Anstrengungen auszuweisen vermag, kann das Kriterium erfüllen (BGE 134 V 109 E. 10.2.7 S. 129 mit Hinweisen; Urteil 8C_252/2007 vom 16. Mai 2008 E. 7.7.1 mit Hinweis). Gemäss den im Einspracheentscheid der Zürich vom 1. Oktober 2007 zitierten hausärztlichen Attesten war die Beschwerdeführerin nach dem Unfall vom 11. September 2000 vollständig oder teilweise, zuletzt zu 80 % (ab 22. August 2005), arbeitsunfähig gewesen. Die Anstellung als Krankenschwester im Kantonalen Spital X_______, wo ihr leichtere Verrichtungen zugewiesen wurden, gab sie im September 2002 auf. Am 30. September 2002 begann sie eine Ausbildung zur Infektionspräventions- und Hygienefachfrau sowie promotionsbedingt gleichzeitig ein Praktikum zu einem Pensum von 50 % beim Pflegeheim D.________ (vgl. Arbeitsvertrag vom 2./5. Juli 2002). Im August 2003 brach sie die Ausbildung ab. Das Pensum der weiter ausgeübten Beschäftigung beim Pflegeheim D.________ reduzierte sie in der Folge stufenweise auf 20 %. Die gesamte Entwicklung der hausärztlich dokumentierten Arbeitsunfähigkeit ist angesichts der hievor zitierten Rechtsprechung sowie anhand der Akten wenig nachvollziehbar. Das Spital Y.________ stellte im Gutachten vom 11. August 2005 eine mindestens 50%-ige Arbeitsfähigkeit fest, die mit den vorgeschlagenen schmerz- und psychotherapeutischen Massnahmen prognostisch verbessert werden konnte. Die unmittelbar danach vom Hausarzt ab 22. August 2005 bestätigte Arbeitsunfähigkeit von 80 % überzeugt daher, auch unter Berücksichtigung der Berichte der die Beschwerdeführerin therapierenden Frau L.________ vom 28. Februar und 4. Mai 2006, nicht. Eine besondere Ausprägung des Kriteriums der erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen ist gesamthaft betrachtet jedenfalls ohne weiter durchzuführende Abklärungen zu verneinen. 4.3 Zusammengefasst liegen allenfalls zwei der massgebenden unfallbezogenen Kriterien (erhebliche Beschwerden; erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen) vor, weshalb in Bestätigung des vorinstanzlichen Ergebnisses der adäquate Kausalzusammenhang des Unfalles vom 11. September 2000 und dessen Folgen mit den über den 31. Oktober 2006 hinaus geltend gemachten gesundheitlichen Beschwerden zu verneinen ist.