Citation: 6B_443/2014 E. 3.1.2

3.1.2. Die Oberstaatsanwaltschaft wendet ein, im Strafbefehl vom 22. Januar 2011 sei dem Beschwerdegegner bereits eine zweite Chance gewährt worden, indem lediglich die auf ursprünglich vier Jahre angesetzte Probezeit um zwei Jahre verlängert worden sei. Ein mehrfacher Verzicht auf den Widerruf solle nur ausnahmsweise zulässig sein, so wenn die neuen Taten geringfügig oder ganz andersartig als die früheren seien. Die Verlängerung der Probezeit habe den Beschwerdegegner offenkundig nicht beeindruckt. Die Vorinstanz verkenne, dass die neue Tat an sich, nicht bloss das Verschulden geringfügig sein müsse, damit ausnahmsweise erneut auf den Widerruf verzichtet werden könne. Hier seien aber vier Personen verletzt worden. An-gesichts der vier Vorstrafen zwischen 2003 und 2011 sowie der zu beurteilenden Tat vom November 2011 könne schliesslich nicht schon aufgrund dessen, dass der Beschwerdegegner bis zum vorinstanzlichen Urteil nicht erneut straffällig geworden sei, geschlossen werden, er werde nun wohl nicht mehr rückfällig. Gleich wie im Zusammenhang mit dem Aufschub der Strafe (Art. 42 StGB) wirkten sich einschlägige Vorstrafen äusserst ungünstig auf die Prognose aus; aber auch Vorstrafen zu andersartigen Delikten seien für die Prognose nicht belanglos.