Citation: C 433/99 18.04.2001 E. 3

3.- Nach den medizinischen Akten ist, wie bereits das kantonale Gericht zutreffend erwog, davon auszugehen, dass im Anschluss an das Geschehnis vom 16. September 1992 - der Beschwerdeführer litt nach Schweissarbeiten an Schwindelanfällen, die in der Folge persistierten - aus somatischer Sicht im Verlaufe des Jahres 1993 oder, gestützt auf den Bericht über die neurootologische Untersuchung vom 19. April 1994, spätestens zu diesem Zeitpunkt praktisch wieder volle Arbeitsfähigkeit bestand. Im Gutachten der Dres. med. B.________ und L.________, Spital Y.________, vom 24. September 1994 wurde eine Somatisierungsstörung mit diffusen, intermittierenden Schwindelattacken diagnostiziert, wobei sich die Ärzte nicht dazu äusserten, ob und inwieweit sich diese hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit auswirke. Laut Gutachten des Zentrums für Medizinische Begutachtung (ZMB) vom 28. August 1995, ist im Nachgang zum Vorfall vom 16. September 1992 eine psychische Fehlentwicklung im Sinne einer generalisierten Angststörung mit ausgeprägten Somatisierungstendenzen eingetreten. Hinsichtlich der angestammten Tätigkeit als Heizungsmonteur sei der Beschwerdeführer zu 30 % arbeitsfähig; eine leidensangepasste, körperlich nicht anstrengende, vorwiegend sitzend ausgeübte Tätigkeit sei ihm zu 50 % zumutbar. Nachdem die Gutachter des Spitals Y.________ und des ZMB im Wesentlichen von einer identischen Diagnose ausgehen, war der Beschwerdeführer nicht während mehr als zwölf Monaten innerhalb der vom 18. März 1994 bis 17. März 1996 dauernden Rahmenfrist für die Beitragszeit wegen Krankheit oder Unfall daran gehindert, eine beitragspflichtige (Teilzeit-) Beschäftigung auszuüben. Es kann dabei offen bleiben, wie es sich hinsichtlich der Zeit vom 18. März bis 30. November 1994 verhält, als die zuständige Unfallversicherung Taggelder auf der Grundlage einer Arbeitsfähigkeit von 100 % geleistet hat. Der Einwand, wonach erst mit dem Gutachten des ZMB vom 28. August 1995 festgestanden sei, dass die Tätigkeit als Heizungsmonteur nicht mehr aufgenommen werden könne und hinsichtlich einer leidensangepassten Tätigkeit eine 50 %ige Arbeitsfähigkeit bestehe, ist nicht stichhaltig. Das Vorliegen des Befreiungstatbestandes Krankheit, Unfall oder Mutterschaft gemäss Art. 14 Abs. 1 lit. b AVIG bestimmt sich grundsätzlich nach objektiver Betrachtungsweise, somit ex post. Ob sich eine versicherte Person nach eigener Einschätzung gesundheitsbedingt ausser Stande sieht, eine beitragspflichtige (Teilzeit-)Beschäftigung auszuüben, ist demgegenüber nicht massgebend. Daran ändert nichts, dass im Zuge der Abklärungen hinsichtlich unfall- und/oder invalidenversicherungsrechtlicher Ansprüche, die häufig längere Zeit dauern, kontroverse Stellungnahmen der involvierten Ärzte zur Arbeitsfähigkeit vorliegen. Die Koordination mit anderen Sozialversicherungszweigen wird in Art. 15 Abs. 3 AVIV vorgenommen. Danach ist die Arbeitslosenversicherung vorleistungspflichtig, es sei denn, die Vermittlungsunfähigkeit sei offensichtlich (vgl. Nussbaumer, Arbeitslosenversicherung, in: Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht, Rz 228).