Citation: I 716/00 20.11.2001 E. 2

2.- Mit Verfügungen vom 5. März/4. Juni 1987 sprach die Ausgleichskasse Baumeister dem Versicherten ab 1. Juni 1986 eine halbe Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von 50 % zu. Streitig und zu prüfen ist, ob ab 1. September 1997 Anspruch auf eine ganze Rente besteht. a) Im ZMB-Gutachten vom 29. Oktober 1998 wird ausgeführt, in einer geeigneten Verweisungstätigkeit, welche weder mit repetitivem Lastenheben noch mit körperlichen Zwangshaltungen noch mit Staubexpositionen einhergehe, bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 50 %. Der Beschwerdeführer wendet ein, es sei unklar, ob darunter eine volle Arbeitsfähigkeit halbtags oder eine 50%ige Arbeitsfähigkeit bei ganztägiger Präsenz zu verstehen sei; im letzteren Fall biete die freie Wirtschaft keine entsprechenden Arbeitsplätze an. Das Gutachten müsse daher zu dieser Frage ergänzt werden. b) Das Eidgenössische Versicherungsgericht ging in mehreren Urteilen davon aus, dass eine eingeschränkte Arbeitsfähigkeit ganztags auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt verwertbar ist (vgl. z.B. unveröffentlichte Urteile S. vom 26. Juli 1999, U 145/98, und G. vom 17. Juni 1996, I 59/96: 50%ige Leistung bei ganztägiger Präsenz für leichte Hilfsarbeitertätigkeiten bzw. wenig anspruchsvolle Arbeiten in Wechselhaltung; Urteil H. vom 22. Oktober 1998, I 127/97: 60%ige Arbeitsfähigkeit ganztags mit Einlegen vermehrter Pausen bei irgendeiner Hilfsarbeit; Urteil K. vom 8. August 2001, I 539/00: Arbeitsfähigkeit von 70 % für Hilfsarbeiten je nach Arbeitssituation bei verkürzter Tagesarbeitszeit oder auch ganztags unter Gewährung allfällig notwendiger kurzer Entlastungspausen). Es bestehen keine Gründe, von dieser Rechtsprechung abzuweichen. Dem Umstand, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen, wird mit dem Behindertenabzug Rechnung getragen (BGE 126 V 78 Erw. 5). Bei dieser Sachlage kann auf die vom Beschwerdeführer verlangte Ergänzung des Gutachtens verzichtet werden.