Citation: 6B_120/2024 E. 2.4.3

2.4.3. Unzutreffend ist sodann, dass die Vorinstanz unbesehen auf das Willensmoment geschlossen hätte. Sie begründet sowohl in Bezug auf C.________ auch als B.________, weshalb sie zum Schluss gelangt, der Beschwerdeführer habe die Möglichkeit der Tötung in Kauf genommen. 2.4.3.1. Dabei berücksichtigt sie zu Recht das Ausmass der Sorgfaltspflichtverletzung und stuft dieses als gravierend ein. Sie würdigt die weiteren konkreten Umstände der Tathandlung. Konkret, dass der Beschwerdeführer zunächst blindlings und dann maximal beschleunigend einen Fuss- und Fahrradweg befahren hat, in dessen Bereich eine ihn betreffende, dynamische Kontroll- und Zugriffssituation im Gang war und sich mehrere Polizeibeamten in unmittelbarer Nähe bzw. auf dem Trottoir aufhielten. Gemäss den unbestritten gebliebenen Feststellungen der Vorinstanz war es dem Beschwerdeführer ohne Weiteres klar, dass die Polizeibeamten nicht an Ort und Stelle verharren würden. Anhand dieser Umstände schliesst die Vorinstanz auf ein krass verantwortungsloses Verhalten und erkennt darin eine Manifestation seiner inneren Haltung bzw. seines Ziels, ohne jede Rücksicht auf Verlust vor der Polizei zu fliehen und damit einhergehend die schwere Verletzung oder Tötung von Personen hinzunehmen. Sie bezieht in ihre Erwägungen das Ausmass des vom Beschwerdeführer durch sein Handeln geschaffene und von ihm erkannte Risiko der Tötung von Polizisten mitein und qualifiziert dieses - zu Recht - als erheblich (erstinstanzliches Urteil S. 154). Sie erwägt weiter, dass der Beschwerdeführer das Risiko einer Tötung von C.________, die er gemäss den verbindlichen vorinstanzlichen Feststellungen erst unmittelbar vor der Kollision sehen konnte und damit zu einem Zeitpunkt, in dem er nicht mehr hätte (ab-) bremsen können, in keiner Weise kalkulieren oder dosieren konnte. Er habe sein Fahrzeug voll beschleunigt und - zunächst ohne auf die Fahrbahn zu sehen -, das Trottoir befahren. In einem derart dynamischen Tatgeschehen habe er keine Kontrolle mehr darüber gehabt, ob und wie er einen sich gegebenenfalls auf dem Trottoir befindenden oder sich dorthin begebenden Menschen treffen könnte und ob es zur Todesfolge kommen würde oder nicht. Zum anderen habe C.________ keine Abwehrchancen gehabt. Beides spreche ebenfalls klar für eine Inkaufnahme des Tötungserfolges. Ergänzend und in Bezug auf B.________ erschwerend, dazu sogleich, geht die Vorinstanz willkürfrei davon aus, dass der Beschwerdeführer diese spätestens nach einer Fahrzeit von 1.5 Sekunden gesehen und kein Bremsmanöver eingeleitet hat, sondern - zumindest ab einem gewissen Zeitpunkt nicht mehr weiter beschleunigend - mit einer Geschwindigkeit von rund 40 km/h auf sie zugefahren ist. Hierin erblickt die Vorinstanz ein weiteres Indiz, dass der Beschwerdeführer nebst dem Tod von B.________ auch den Tod von weiteren, sich in der Nähe aufhaltenden und sich auf das Trottoir zubewegenden Menschen, und damit auch jenen von C.________ in Kauf genommen habe. 2.4.3.2. Schliesslich erwägt die Vorinstanz, dass sich dem Beschwerdeführer ab jenem Zeitpunkt, mithin als er auf ein Bremsmanöver verzichtet habe, die Möglichkeit einer Tötung von B.________ nochmals verstärkt aufgedrängt habe. Spätestens ab jenem Zeitpunkt könne nicht mehr ernsthaft in Erwägung gezogen werden, er habe bloss aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit auf den Nichteintritt des Todes von B.________ vertraut. Die vom Beschwerdeführer begangene Sorgfaltspflichtverletzung sei gravierend, habe er doch bereits bei Beginn des Beschleunigungs- und Ausschermanövesre erkannt, dass sich auf dem Trottoir befindende oder dorthin bewegende Polizisten durch sein Verhalten zu Tode kommen könnten. In Bezug auf B.________ wiege sie aber noch schwerer, da er sich bewusst gegen ein Bremsmanöver entschieden habe. Er habe das Risiko einer Tötung in keiner Weise kalkulieren oder dosieren können. Zwar habe B.________ eine gewisse Abwehrchance ("Wegspringen") gehabt, doch sei diese aus Sicht des Beschwerdeführers ex ante als gering einzustufen. Es habe insgesamt ausschliesslich vom Glück und Zufall abgehangen, ob sie sterben würde oder nicht.