Citation: 4C.294/2001 03.01.2002 E. 2

2.- a) Streitig ist die Bedeutung der Abtretung der Garantieansprüche. Die Vorinstanz ist der Auffassung der Beklagten nicht gefolgt, wonach daraus die Verpflichtung der Kläger abzuleiten sei, zunächst von den Unternehmern Nachbesserung zu verlangen mit der Wirkung, dass die Mängelrechte gegenüber der Verkäuferin gestundet seien, bis feststehe, dass eine Nachbesserung nicht durchgesetzt werde könne. b) Die Bedeutung einer Zession ist durch Auslegung des Grundgeschäfts zu bestimmen (BGE 118 II 142 E. 1b). Nachdem unangefochten ist, dass die Kläger keine vertragliche Einschränkung ihrer kaufrechtlichen Mängelrechte gegenüber der Beklagten hinzunehmen hatten, ist davon auszugehen, dass ihnen mit der Abtretung zusätzlich die Möglichkeit eröffnet wurde, allfällige Nachbesserungsansprüche direkt von den mit der Verkäuferin werkvertraglich verbundenen Unternehmern zu verlangen, wobei im Umfang der Erfüllung ihre kaufrechtlichen Gewährleistungsansprüche untergehen sollten (Abtretung erfüllungshalber). Wenn die Vorinstanz sinngemäss zum Ergebnis gelangte, den Klägern stehe gegenüber der Beklagten kein Nachbesserungsrecht, wohl aber ein Wandelungs- bzw. Minderungs- oder Schadenersatzrecht zu, verstösst dies im Ergebnis nicht gegen Bundesrecht. c) Die Beklagte macht geltend, die Vorinstanz habe verkannt, dass nach dem bereits zitierten BGE 118 II 142 E. 1b der Zessionar im Fall der Forderungsabtretung erfüllungshalber analog Art. 467 Abs. 2 OR verpflichtet sei, vorerst die abgetretene Forderung geltend zu machen, und dass die vom Zedenten geschuldete eigene Leistung für so lange als gestundet gelte. Die Rüge ist unbegründet. In BGE 118 II 142 war streitig, ob der Erwerber eines im Bau befindlichen Wohnhauses berechtigt war, die Nachbesserungskosten vom Veräusserer einzufordern, obwohl ihm dieser die Garantieverpflichtungen der Handwerker aus dem Hausbau zediert hatte. Demgegenüber haben die Kläger im vorliegenden Falle nicht die ihnen abgetretenen Garantieansprüche, sondern den Minderungsanspruch geltend gemacht. Dabei handelt es sich um einen Anspruch, der ihnen ausserhalb der mit der Abtretung erlangten Rechte direkt gegenüber der Beklagten als Folge von deren kaufvertragstypischer Hauptpflicht zusteht. Es stellt sich mithin nicht die Frage nach den Voraussetzungen, unter denen der Zessionar befugt ist, abgetretene Nachbesserungsrechte gegenüber dem Zedenten auszuüben, sondern nach dem Verhältnis der einzelnen Mängelrechte zueinander. Ob aber ein Käufer, dem zusätzlich zu den kaufrechtlichen Gewährleistungsansprüchen Nachbesserungsrechte gegenüber dem Ersteller der Kaufsache übertragen werden, verpflichtet ist, zunächst diese geltend zu machen, hat das Bundesgericht im zitierten Urteil nicht entschieden. Für eine derartige Einschränkung des Wahlrechts des Käufers ist denn auch kein Grund ersichtlich. Vielmehr ist anzunehmen, er bleibe wie nach der Regelung des Werkvertragsrechts frei, bei gegebenen Voraussetzungen vom Hauptschuldner die Wandelung oder Minderung zu verlangen, ohne dass er zunächst gehalten wäre, das abgetretene Nachbesserungsrecht geltend zu machen (Gauch, Der Werkvertrag,