Citation: I 279/03 02.07.2004 E. 5.2

5.2.1 Im Abklärungsbericht werden die drei genannten Bereiche mit 20 % (Betriebsleitung), 75 % (Bautätigkeit/Polier) und 5 % (Liegenschaftshandel) gewichtet. Die Gewichtung bezieht sich offensichtlich auf den damit verbundenen Zeitaufwand und erscheint mit Bezug auf einen Kleinbetrieb in der Baubranche als angemessen. Die Einschränkung in den einzelnen Tätigkeiten wurden bezüglich der Arbeit auf der Baustelle, insbesondere in einer Polierfunktion, auf 85 %, in den beiden anderen, eher administrativen Charakter tragenden Bereichen auf 0 % beziffert. Der Beschwerdeführer bestreitet die Gewichtung der einzelnen Teilbereiche wie auch die Bezifferung der jeweiligen Beeinträchtigung im Grundsatz nicht, wendet aber ein, mit dem Wegfall der Tätigkeit auf den Baustellen werde es ihm verunmöglicht, entsprechende Aufträge anzunehmen. Deshalb ziehe die Beeinträchtigung in der Arbeit als Polier notwendigerweise auch eine erhebliche Reduktion derjenigen als Betriebsleiter nach sich. Dieser Auffassung kann nicht gefolgt werden. Wohl sind die Einsatzmöglichkeiten des Beschwerdeführers auf der Baustelle selbst durch die gesundheitlichen Beeinträchtigungen auf Führungs-, Kontroll- und andere körperlich leichte Aufgaben beschränkt, während die Erledigung der übrigen Arbeiten die Anstellung respektive den Beizug entsprechenden Personals voraussetzt. Diesem Umstand wird jedoch durch die Einschränkung in der Teiltätigkeit als Polier Rechnung getragen, während nicht ersichtlich ist, warum eine Fortführung des Betriebs von vorneherein ausgeschlossen sein sollte. Die Aufteilung der Erwerbstätigkeit des Beschwerdeführers auf die Bereiche Betriebsführung, Poliertätigkeit und Liegenschaftshandel ist daher nicht zu beanstanden. Gleiches gilt für die Bezifferung der Einschränkung in den einzelnen Teilbereichen, welche sich sowohl mit den Angaben des Versicherten als auch mit den medizinischen Akten vereinbaren lässt. 5.2.2 Nicht beigepflichtet werden kann der Vorinstanz jedoch insoweit, als sie im Rahmen des ausserordentlichen Bemessungsverfahrens die aus dem Betätigungsvergleich resultierende Einschränkung von 64 % (85 % im mit 75 % gewichteten Teilbereich "Bautätigkeit/Polier", 0 % in den übrigen Teilbereichen) ohne weiteres mit dem Invaliditätsgrad gleichgesetzt hat. Nach der Rechtsprechung ist nicht in dieser Weise vorzugehen, sondern die durch den Betätigungsvergleich ermittelte leidensbedingte Behinderung im Hinblick auf ihre erwerbliche Auswirkung besonders zu gewichten (Erw. 2.4 hievor). Dabei wird den einzelnen Teiltätigkeiten ein Lohn- respektive Verdienstansatz zugeordnet, welcher nach Möglichkeit statistischen Angaben zu entnehmen ist (BGE 128 V 32 f. Erw. 4b). Zur Ermittlung des Invaliditätsgrades wird der Anteil jeder einzelnen Teiltätigkeit mit der in ihr gegebenen Arbeitsunfähigkeit sowie dem ihr entsprechenden Lohnansatz multipliziert, und die Ergebnisse werden addiert. Das Resultat ist anschliessend durch die Summe der mit dem jeweiligen Lohnansatz multiplizierten Anteile der Teiltätigkeiten (ohne Berücksichtigung der Behinderung) zu dividieren (vgl. zum Ganzen die Formel in BGE 128 V 33 Erw. 4c). 5.2.3 Die Tätigkeit als Geschäftsführer oder Betriebsleiter ist regelmässig mit vergleichsweise hoher Wertschöpfung verbunden. Ihr entspricht ein höherer Verdienstansatz als der Arbeit auf der Baustelle selbst (vgl. BGE 128 V 32 f. Erw. 4b, 34 Erw. 4d, je mit Hinweis). Gleiches gilt für den Liegenschaftshandel. Die erwerbliche Gewichtung führt daher dazu, dass die administrativ gelagerten Tätigkeiten, in welchen sich die Behinderung des Beschwerdeführers weniger stark auswirkt, bei der Festsetzung des Invaliditätsgrades eine grössere Bedeutung erlangen als im Rahmen des durch die Vorinstanz durchgeführten reinen Betätigungsvergleichs. Die Berücksichtigung der Verdienstansätze kann daher nur zu einem geringeren Invaliditätsgrad führen als demjenigen von 64 %, welchen das kantonale Gericht ermittelt hat. Die Erwerbsunfähigkeit erreicht andererseits selbst dann das für den Anspruch auf eine halbe Rente erforderliche Mass von mindestens 50 %, wenn - im Rahmen der Formel gemäss BGE 128 V 33 Erw. 4c - für die Tätigkeit als Betriebsleiter und Liegenschaftshändler ein doppelt so hoher Ansatz eingesetzt wird wie für diejenige auf der Baustelle. Es kann jedoch ausgeschlossen werden, dass die Differenz zwischen den einzelnen Teiltätigkeiten im vorliegenden Fall dieses Ausmass erreicht. Geht man beispielsweise von den Werten der schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) aus, welche zwar keine hinreichende Grundlage für die Festsetzung der Ansätze darstellt (BGE 128 V 34 Erw. 4e), aber zumindest einen Anhaltspunkt bezüglich der Grössenordnungen liefern kann, und ordnet man die Tätigkeit als Betriebsleiter dem obersten, oberen und mittleren Kader zu, für welches der Zentralwert des standardisierten Monatslohns von im Baugewerbe tätigen Männern im Jahr 2000 bei Fr. 6'831.-- lag (LSE 2000 S. 32 Tabelle A1_b), während für die Poliertätigkeit der entsprechende Wert für das untere Kader von Fr. 5'924.-- oder das unterste Kader von Fr. 5'444.-- eingesetzt wird (LSE 2000 S. 32 f. Tabelle A1_b), so wird deutlich, dass der Ansatz für die eine Tätigkeit bei weitem nicht doppelt so hoch ist wie derjenige für die andere. Zusätzliche Abklärungen zur genauen Höhe der massgebenden Lohnansätze (vgl. dazu BGE 128 V 34 Erw. 4d und 4e) können daher unterbleiben, lässt sich doch auf Grund der vorhandenen Akten feststellen, dass der Invaliditätsgrad mehr als 50 %, aber weniger als 66 2/3 % erreicht. Die Zusprechung einer halben Rente durch Vorinstanz und Verwaltung erweist sich somit als korrekt.