Citation: U 283/06 23.02.2007 E. 9.1

9.1.1 Nach der Rechtsprechung geht der Grundsatz der Gesetzmässigkeit der Verwaltung in der Regel der Rücksicht auf die gleichmässige Rechtsanwendung vor. Der Umstand, dass das Gesetz in andern Fällen nicht oder nicht richtig angewendet worden ist, gibt dem Bürger und der Bürgerin grundsätzlich keinen Anspruch darauf, ebenfalls abweichend vom Gesetz behandelt zu werden. Das gilt jedoch nur, wenn lediglich in einem einzigen oder in einigen wenigen Fällen eine abweichende Behandlung dargetan ist. Wenn dagegen die Behörden die Aufgabe der in andern Fällen geübten, gesetzwidrigen Praxis ablehnen, können der Bürger oder die Bürgerin verlangen, dass die gesetzwidrige Begünstigung, die Dritten zuteil wird, auch ihnen gewährt werde (BGE 131 V 9 E. 3.7 S. 20, 126 V 390 E. 6a S. 392, 122 II 446 E. 4a S. 451, je mit Hinweisen auf Lehre und Rechtsprechung). 9.1.2 Weder legt die Beschwerdeführerin dar noch sind Anhaltspunkte dafür ersichtlich, dass sich unter den kantonalen Beschwerdeinstanzen bei Anfechtung von Einspracheentscheiden in Zuweisungsstreitigkeiten nach Art. 73 Abs. 2 UVG mit Blick auf die massgebende Beschwerdefrist eine gesetzwidrige Praxis gebildet hätte. Von einer rechtsungleichen Behandlung kann keine Rede sein. Sollten Adressaten von mit einer fehlerhaften Rechtsmittelbelehrung versehenen Einspracheentscheiden der Ersatzkasse den Rechtsweg nicht beschritten haben oder andere kantonale Versicherungsgerichte die Prozessvoraussetzung der fristgerechten Beschwerdeerhebung vereinzelt nicht anhand der von Gesetzes wegen anwendbaren Beschwerdefrist gemäss Art. 60 Abs. 1 ATSG überprüft haben, vermag die Y.________ daraus keinen Anspruch auf Anwendung der unzutreffenden Dreimonatsfrist des Art. 106 UVG abzuleiten.