Citation: 6P.70/2006 17.08.2006 E. 5

5.1 Der Beschwerdeführer wirft dem Kassationsgericht vor, es habe mit einem offensichtlich unzulässigen Umkehrschluss gebilligt, dass ein für sich genommen zweifellos entlastendes Indiz von der Beweiswürdigung ausgeschlossen worden sei, und zwar einzig mit dem Argument, der Sachverhalt sei bereits anderweitig erstellt. 5.2 Das Obergericht ging davon aus, dass neben den drei maskierten Tätern, die ins Clublokal eindrangen, weitere Täter am Raub beteiligt waren, die Funktionen (z.B. als Aufpasser) ausserhalb des Lokals versahen. Es liege nahe, dass A.________ ein weiterer Täter gewesen sei, doch liesse sich aus dieser Erkenntnis nichts zu Gunsten der Angeklagten Y.________, Z.________ und X.________ ableiten. Aufgrund des gesamten Beweisergebnisses stehe klar und eindeutig fest, dass es sich bei den drei maskierten Haupttätern im Clublokal um die Angeklagten gehandelt hätte (Urteil des Obergerichtes, S. 60). Der Beschwerdeführer rügte mit kantonaler Nichtigkeitsbeschwerde, der Umstand, dass einer der vier Tatbeteiligten vor dem Lokal wartete, hätte als Entlastungsindiz zu seinen Gunsten berücksichtigt werden müssen. Aus dem obergerichtlichen Urteil gehe nicht hervor, warum ausgerechnet A.________ es gewesen sein soll, der Funktionen ausserhalb des Lokals übernahm, und nicht etwa er selbst. Das Kassationsgericht hielt dazu fest, das Obergericht begründe durchaus, weshalb A.________ und nicht etwa der Beschwerdeführer Funktionen ausserhalb des Lokals wahrgenommen habe, nämlich damit, dass die Angeklagten als die Täter festständen, die maskiert ins Clublokal eingedrungen seien (angefochtener Entscheid, S. 18). 5.3 Das Bundesgericht gesteht dem Sachrichter in der Beweiswürdigung einen weiten Spielraum des Ermessens zu. Die Beweiswürdigung kann immerhin als willkürlich erscheinen, wenn der Sachrichter einseitig einzelne Beweise berücksichtigt und andere, aus denen sich Gegenteiliges ergeben könnte, ausser Acht lässt (BGE 118 Ia 28 E. 1b S. 30; 100 Ia 119 E. 4 S. 127 und E. 6 S. 130). Der sich aus der Unschuldsvermutung ergebende Grundsatz von "in dubio pro reo" als Beweiswürdigungsregel hat darüber hinaus keine weiterreichende Bedeutung, da er lediglich besagt, dass bis zum gesetzlichen Nachweis seiner Schuld vermutet wird, dass der wegen einer strafbaren Handlung Angeklagte unschuldig ist (BGE 120 Ia 31 E. 4b S. 40; 118 Ia 28 E. 1b S. 30). 5.4 Das Obergericht - und in der Folge auch das Kassationsgericht (angefochtener Entscheid, S. 19 ff., 23) - hat in Anbetracht der naheliegenden Tatbeteiligung von A.________ durchaus in Betracht gezogen, dass es der Beschwerdeführer gewesen sein könnte, der draussen vor dem Lokal wartete. Wie sich aus den dargelegten Erwägungen des Obergerichts ergibt, hat es diese Möglichkeit nicht von vornherein ausser Acht gelassen, sondern erst nach einer objektiven Würdigung des gesamten Beweisergebnis ausgeschlossen. Der Beschwerdeführer verkennt, dass damit in die Beweiswürdigung sehr wohl eingeflossen ist, dass einer der vier Tatbeteiligten nicht im Lokal war. Inwiefern aber die (mögliche) Tatbeteiligung von A.________ als Indiz geeignet wäre, das übrige Beweisergebnis derart zu erschüttern, dass sich schlechterdings nicht zu unterdrückende Zweifel an der Mittäterschaft des Beschwerdeführers einstellten, wird in der Beschwerde nicht dargetan und ist auch nicht ersichtlich. Demzufolge stellt auch die kassationsgerichtliche Begründung keinen willkürlichen Umkehrschluss dar.