Citation: 4A_597/2013 E. 3.1

3.1. Sie bringt zunächst vor, der Einzelschiedsrichter habe trotz Unkenntnis des ungarischen Rechts keinen Sachverständigen beigezogen und ihr keine Möglichkeit zum Nachweis des ungarischen Rechts eingeräumt. Die Parteien sind sich während des Verfahrens einig geworden, dass auf die Streitigkeit das Wiener Kaufrecht (Übereinkommen der Vereinten Nationen vom 11. April 1980 über Verträge über den internationalen Warenkauf [SR 0.221.211.1]) anwendbar sein soll. Ergänzend erachtete der Einzelschiedsrichter das ungarische Recht als anwendbar, sofern das Wiener Kaufrecht keine abschliessende Regelung enthält. Die Beschwerdeführerin hat im Schiedsverfahren weder die Rechtskenntnisse des Einzelschiedsrichters angezweifelt noch den Beizug eines Sachverständigen zum ungarischen Umsatzsteuerrecht beantragt, obwohl die Berechnung des Betrags, über den sie nach der Rahmenvereinbarung eine die Umsatzsteuer ausweisende Rechnung auszustellen hatte, umstritten war. Indem sie die angeblichen Verfahrensmängel erst im bundesgerichtlichen Beschwerdeverfahren rügt, obwohl sie diese bereits im Schiedsverfahren hätte vorbringen können, verhält sie sich treuwidrig und ist mit der entsprechenden Rüge infolge Verwirkung ausgeschlossen. Ohnehin zeigt die Beschwerdeführerin mit ihren Ausführungen keine Gehörsverletzung auf, sondern kritisiert lediglich in unzulässiger Weise den angefochtenen Schiedsentscheid, wenn sie etwa dessen Anordnungen als "offenkundig rechtswidrig" bezeichnet und unter Berufung auf verschiedene Aktenstücke des Schiedsverfahrens behauptet, entgegen der Ansicht des Schiedsgerichts handle es sich beim Betrag von HUF 298'708'777.50 nicht um einen Brutto-, sondern um einen Nettowert. Ebenso wenig zeigt sie eine Gehörsverletzung oder einen anderen in Art. 190 Abs. 2 IPRG vorgesehenen Beschwerdegrund auf, indem sie vorbringt, der in Dispositiv-Ziffer 1 aufgeführte Wert von HUF 121'291'222.50 beruhe auf einer unzutreffenden Berechnung und der Betrag von HUF 235'698'277.50 nach Dispositiv-Ziffer 2 sei viel zu tief, weil er nicht der tatsächlich gelieferten Warenmenge entspreche.