Citation: 1C_25/2019 E. 8.3

8.3. Es kommt im Verfahren zur Bewilligung von Bauvorhaben regelmässig vor, dass die Bewilligung des Farb- und Materialkonzepts sowie der Umgebungsarbeiten nicht gleichzeitig mit der Hauptbewilligung erteilt wird, sondern dass in der Hauptbewilligung verfügt wird, die entsprechenden Pläne seien rechtzeitig einzureichen und bewilligen zu lassen. Beim Farb- und Materialkonzept sowie bei der Umgebungsgestaltung handelt es sich um Projektbestandteile, aus denen sich jedenfalls bei kleineren Bauvorhaben wie dem vorliegenden üblicherweise keine so wesentlichen neuen Auswirkungen oder Änderungen für das Projekt ergeben, dass sie zwingend zusammen mit der Hauptbewilligung erlaubt werden müssten. Die Einordnung dreidimensionaler Baukörper hängt in der Regel nicht von deren Material- und Farbgebung ab. Daran vermag nichts zu ändern, dass bei einem in dreidimensionaler Hinsicht hinreichend eingegliederten Bauvorhaben eine ungünstige Material- und Farbwahl zu einer ungenügenden Eingliederung führen könnte. Dieser Eventualfall kann durch den Vorbehalt der nachträglichen Genehmigung der Materialien und Farben verhindert werden. Die optische W irkung der gewählten Farben und Materialien kann anhand von grossflächigen Mustern am Rohbau im direkten Vergleich mit der Umgebung besser beurteilt werden als gestützt auf Muster, die vor der Errichtung der Baute zu beurteilen sind. Demnach erlaubt die zeitlich aufgeschobene Beurteilung der Farben und Materialien für die Betroffenen und die Behörden eine präzisere Beurteilung der Gesamtwirkung (vgl. zum Ganzen Urteil 1C_327/2016 vom 22. März 2017 E. 9.4). Die Auffassung der Vorinstanz, wonach es im Zeitpunkt der Erteilung der Baubewilligung genügt, dass eine oder mehrere Lösungen als denkbar erscheinen, welche im konkreten Kontext die rechtlichen Anforderungen an das Bauvorhaben zu erfüllen vermögen, ist nicht zu beanstanden. Die Beschwerdeführer scheinen davon auszugehen, die Vorinstanz habe die projektierte Einfahrt zur Tiefgarage als mit der BZO Aeugst am Albis nicht vereinbar eingestuft und eine spätere Korrektur dieses Mangels in Aussicht gestellt. Die entsprechenden Ausführungen der Vorinstanz sind zwar missverständlich formuliert (vgl. E. 8.4 f. des angefochtenen Urteils). Wie indessen der Gemeinderat in seiner Vernehmlassung an das Bundesgericht überzeugend darlegt, betrifft Disp.-Ziff. 2.8 die Einfahrt zur Tiefgarage nicht. Dass die Bewilligungsbehörde das umstrittene Bauvorhaben - inklusive der Einfahrt zur Tiefgarage - bewilligt und gleichzeitig angeordnet hat, das Farb- und Materialkonzept sowie die Umgebungsarbeiten seien zu einem späteren Zeitpunkt bewilligen zu lassen, stellt unter den gegebenen Umständen keinen Verstoss gegen Art. 25a RPG und keine willkürliche Anwendung von § 321 Abs. 1 PBG/ZH dar.