Citation: I 643/03 17.08.2004 E. 3.3

3.3.1 Im Zeitpunkt der Anmeldung für Leistungen der Invalidenversicherung war der Beschwerdeführer 43 Jahre alt. In diesem Alter ist es angesichts der noch langen Aktivitätsdauer von über 20 Jahren zumutbar, sich den gegebenen Verhältnissen anzupassen und von einer selbstständigen in eine unselbständige andere Tätigkeit zu wechseln. Dies gilt insbesondere auch im Hinblick darauf, dass die Prognose für die diagnostizierte Kniearthrose übereinstimmend als eher schlecht beurteilt wird und davon ausgegangen werden muss, dass später eine Knieprothese notwendig wird. Kein Arzt geht von einer möglichen Besserung des Gesundheitszustandes aus. Der Beschwerdeführer ist alleinstehend. Damit entfällt auch das Argument, der selbst bewirtschaftete Landwirtschaftsbetrieb müsse für die nächste Generation erhalten bleiben. 3.3.2 Es ist durchaus verständlich, dass der Beschwerdeführer ausserordentlich stark mit dem bereits von den Eltern geführten Hof verbunden ist. Dies macht die Aufgabe des landwirtschaftlichen Betriebes aber nicht ohne weiteres unzumutbar, weil bei der Frage der Zumutbarkeit einer Berufstätigkeit, und damit je nachdem eines Berufswechsels, eine objektive Betrachtungsweise Platz greift (vgl. Erw. 1.2 hievor). Bei allem Verständnis für die Verwurzelung des Beschwerdeführers in den Familienbetrieb überwiegen in einer Gesamtwürdigung die Faktoren, welche für die Zumutbarkeit eines Berufswechsels sprechen. Neben dem bei Weiterführung der landwirtschaftlichen Tätigkeit bleibenden Gesundheitsschaden und der noch langen Aktivitätsdauer fällt vor allem auch der Umstand ins Gewicht, dass der Bauernbetrieb des Beschwerdeführers zu einem grossen Teil aus zugepachtetem Land besteht (vgl. hiezu auch Urteil Z. vom 18. Februar 2002, I 287/00). Zudem war der Beschwerdeführer vor Eintritt der Invalidität während langer Zeit nur zu einem Teil als Landwirt tätig und ging zusätzlich einer unselbstständigen Nebenbeschäftigung nach. Diese hat er nur wegen seines Gesundheitsschadens aufgegeben. Unter diesen Umständen kann und muss vom Beschwerdeführer verlangt werden, dass er auch in einer anderen als der landwirtschaftlichen Tätigkeit eine genügende Motivation entwickelt, zumal mit einer dem Leiden angepassten, körperlich weniger belastenden Tätigkeit seiner beeinträchtigten Gesundheit besser Rechnung getragen werden kann. Insbesondere ist auch dem Argument zu widersprechen, dass er nur mit der Weiterführung des Landwirtschaftsbetriebes den Verbleib seiner Mutter in ihrem Heim und deren mittelfristig notwendige Betreuung gewährleisten könne. Die sozialversicherungsrechtliche Schadenminderungspflicht wird durch diesen Umstand nicht relativiert. Zudem kann die zu bewirtschaftende Fläche auch ohne das Wohnhaus verpachtet werden. Mit der Vorinstanz ist deshalb von der Zumutbarkeit eines Berufswechsels auszugehen. Das gilt umso mehr, als ein Wechsel aus medizinischer Sicht empfehlenswert ist, nachdem die Belastung in unebenem Gelände, wie auf dem Betrieb des Beschwerdeführers, die Abnützungserscheinungen am Knie fördern.