Citation: 1C_188/2020 E. 3.3.1

3.3.1. Unbestritten ist, dass es sich bei der geplanten Baute um ein Alters- und Pflegeheim handelt. Anders als bei Dienstleistungsbetrieben wie einer Post, einer Bank, einer Arztpraxis, einem Reisebüro oder einem Coiffeursalon halten sich die Dienstleistungsempfängerinnen und -empfänger im Fall des vorliegend geplanten Alters- und Pflegeheims grundsätzlich dauerhaft und ununterbrochen am Ort der Dienstleistungserbringung auf. Wie die Vorinstanz festgehalten hat, sind gemäss Leistungsvereinbarung 84 betreute Wohnungen und 75 Pflegeplätze (alles Einzelzimmer mit eigenem Sanitärraum, ausgestattet mit Dusche, WC und Lavabo) geplant; insgesamt also über 150 Wohnzimmer. Das Bauvorhaben solle "Wohn- und Lebensraum für ältere Menschen" sein mit Wohnraum für stationäre Pflege, öffentlichen Lebensräumen und Treffpunkten wie Garten, Restaurant etc. Gemäss Nutzungskonzept bietet die Beschwerdeführerin "betreute Wohnangebote in gepflegtem, familiärem Ambiente. Die Seniorinnen und Senioren leben und wohnen autonom und bestimmen ihren Tagesablauf selbst." Sicherheit biete unter anderem "das lebenslange Wohn-, Betreuungs- und Pflegerecht: Die Bewohnerinnen und Bewohner können in ihrem Zuhause bei der [Beschwerdeführerin] bleiben, auch bei erhöhter Pflegebedürftigkeit". Das breit gefächerte, hausinterne Angebot biete Veranstaltungen verschiedenster Art für jeden Geschmack. Liessen die Kräfte nach und werde Pflege notwendig, würden die Bewohnerinnen und Bewohner "so lange wie möglich in ihrer Wohnung" umsorgt. Bei dauerhafter und starker Pflegebedürftigkeit bestehe die Möglichkeit, "in ein grosszügiges Pflegezimmer in der Pflegewohngruppe" zu wechseln. Die pflegerischen Leistungen würden "nach den Gewohnheiten und Bedürfnissen der Bewohnenden" ausgerichtet. Vor diesem Hintergrund folgerte die Vorinstanz zu Recht, dass auch wenn die Beschwerdeführerin Dienstleistungen erbringt, bei der geplanten Baute das Wohnen und sich zu Hause-Fühlen der potentiellen Bewohnerinnen und Bewohner im Vordergrund steht. Diese sollen dort namentlich schlafen, essen, sich erholen und ihre Freizeit gestalten können. Das Vorliegen eines verbindlichen Betriebskonzepts oder der angeordnete Eintrag eines Zweckentfremdungsverbots als öffentlich-rechtliche Eigentumsbeschränkung im Grundbuch, wie sie der Gemeinderat als massgebend erachtet (vgl. oben E. 3.2.1), vermag an der vorrangigen Nutzung als Wohnraum nichts zu ändern. Dies gilt umso mehr, als gemäss den Ausführungen der Beschwerdeführerin für die potenziellen Bewohnerinnen und Bewohner lediglich die Möglichkeit zum Bezug von Dienstleistungen besteht.