Citation: 6S.481/2002 19.06.2003 E. 1

Wer sich eine fremde bewegliche Sache aneignet, um sich oder einen andern damit unrechtmässig zu bereichern, wird, wenn nicht die besonderen Voraussetzungen der Artikel 138-140 StGB zutreffen, mit Gefängnis oder mit Busse bestraft (Art. 137 Ziff. 1 StGB). Die Straftat der unrechtmässigen Aneignung wird gemäss Art. 137 Ziff. 2 StGB nur auf Antrag verfolgt, wenn der Täter die Sache gefunden hat oder sie ihm ohne seinen Willen zugekommen ist (Abs. 1), wenn er ohne Bereicherungsabsicht handelt (Abs. 2) oder wenn er zum Nachteil eines Angehörigen oder Familiengenossen handelt (Abs. 3). Richtet sich das Vermögensdelikt nur auf einen geringen Vermögenswert oder auf einen geringen Schaden, so wird der Täter, auf Antrag, mit Haft oder mit Busse bestraft (Art. 172ter Abs. 1 StGB). Nach der Auffassung der Vorinstanz hat die Beschwerdeführerin durch ihr Verhalten den Tatbestand der unrechtmässigen Aneignung ohne Bereicherungsabsicht im Sinne von Art. 137 Ziff. 2 Abs. 2 StGB erfüllt. Da sich die Tat nur auf einen geringen Vermögenswert von ca. Fr. 15.-- gerichtet habe, liege ein geringfügiges Vermögensdelikt im Sinne von Art. 172ter StGB vor.