Citation: 8C_232/2013 E. 4.3

4.3. Ebenso wenig sind die Ausführungen des Gutachters zum Umstand, dass die eine krankheitswertige Persönlichkeitsstörung bejahenden Ärzte jeweils zugleich auch auf eine mittelgradige depressive Episode (und eine Alkoholabhängigkeit) erkannt haben, zu bemängeln. Anders als vom Beschwerdeführer nämlich angenommen, schloss der Experte die Kombinationsmöglichkeit einer Persönlichkeitsstörung mit depressiver Episode nicht per se aus, als er ausführte, aus diesem Grund könne keiner dieser Ärzte sagen, wie der Zustand ohne die depressive Episode aussehe und es darum auch nicht plausibel sei, dass das auffällige Verhaltensmuster nicht auf Episoden psychischer Krankheiten begrenzt sei. Damit brachte er einerseits zum Ausdruck, dass während einer depressiven Periode auftretende Verhaltensmuster nicht ohne weiteres Rückschlüsse auf ausserhalb einer solchen Periode Liegendes zulassen. Zugleich ordnete er damit auch das Verhalten des Versicherten, wie es sich augenscheinlich frühestens ab 2001, eher ab Trennung und mit Bestimmtheit spätestens ab Beendigung des letzten Arbeitsverhältnisses zu akzentuieren begann, der durch private, berufliche und Alkoholprobleme begünstigten depressiven Symptomatik zu. Der Gutachter führte dazu aus, er könne in concreto insgesamt keine seit der Kindheit oder Jugend bestehende deutliche Unausgeglichenheit mehrerer Funktionsbereiche wie der Affektivität, des Antriebs, der Impulskontrolle, des Wahrnehmens und Denkens sowie in der Beziehung zu anderen ausmachen, die tief greifend und in vielen persönlichen und sozialen Situationen eindeutig dauerhaft und gleichförmig unpassend wären; dies wäre aber gemäss ICD-10 Voraussetzung für die Diagnose einer krankheitswertigen Persönlichkeits- und Verhaltensstörung.