Citation: 4A_197/2020 E. 4.4

4.4. Wie die Vorinstanz zutreffend erwog, kann es sich bei Haftpflichtprozessen auch bei nur teilweiser Gutheissung der Klage rechtfertigen, nach dem Veranlassungsprinzip die Kosten vollständig der beklagten Partei aufzuerlegen und diese zur Zahlung einer vollen Parteientschädigung an die klagende Partei zu verpflichten. Bei der konkreten Berechnung verfiel die Vorinstanz allerdings in Willkür. Während sie bei der Ermittlung der Gerichtsgebühr und der Anwaltsgebühr von einem Streitwert von Fr. 8'910'327.-- ausging (vgl. E. 4.2.1 sowie 4.2.2 hiervor), unterstellte sie bei der Verteilung der Prozesskosten einen Streitwert von Fr. 6'978'573.-- (vgl. E. 4.1 hiervor). Was die Begründung der Kostenverteilung betrifft, übernahm die Vorinstanz im angefochtenen Urteil praktisch unverändert die Erwägungen des Ersturteils. Dies tat sie, obwohl der Beschwerdegegnerin im Ersturteil Fr. 2'934'687.-- und aufgelaufene Zinsen von Fr. 451'193.-- zugesprochen wurden, während sie nach dem angefochtenen Urteil nur noch Fr. 1'718'310.-- und aufgelaufene Zinsen von Fr. 375'742.-- erhalten sollte.