Citation: 7B.87/2000 08.05.2000 E. 1

1.- Gestützt auf Thomas Bauer (Kommentar zum Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs, Bd. I, N. 4 und 5 zu Art. 61 SchKG) führt das Obergericht im Wesentlichen aus, ein summarisch gehaltenes Arztzeugnis ohne Diagnose dürfe nicht ohne kritische Überprüfung angenommen werden und als einzige Grundlage für die Bewilligung des Rechtsstillstandes dienen. Das vom Beschwerdeführer eingereichte ärztliche Attest vom 16. November 1999 führe an, dass A.________ seit Oktober 1999 in ärztlicher Behandlung stehe und dass es ihm aus medizinischen Gründen bis Ende 1999 nicht möglich sei, an einer Verhandlung teilzunehmen. Das eingereichte Arztzeugnis sei derart allgemein gehalten, dass danach eine schwere Krankheit oder ein schwerer Unfall nicht nachgewiesen seien. Ob Rechtsstillstand zu gewähren sei, habe nicht der Arzt, sondern der Betreibungsbeamte zu entscheiden. Dieser habe sich über den Gesundheitszustand des Beschwerdeführers ins Bild gesetzt. Am 12. November 1999 habe der Schuldner im Amtslokal die Pfändungsankündigung entgegengenommen, wobei er dem Betreibungsbeamten "einen frischen Eindruck" erweckt habe. Was der Beschwerdeführer einwendet, geht fehl, und es kann offen gelassen werden, ob die Ausführungen den Anforderungen des Art. 79 Abs. 1 OG genügen. Zum Vornherein nicht eingetreten werden kann auf den Einwand (Art. 63 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 81 OG), mit der Beibringung eines Zeugnisses, das die Verhandlungsunfähigkeit bestätigt habe, sei der Nachweis einer schweren Erkrankung im Sinne des Gesetzes erbracht worden. Im angefochtenen Urteil wird - wie eingangs zitiert - festgestellt, das Arztzeugnis sei derart allgemein gehalten, dass danach eine schwere Krankheit oder ein schwerer Unfall nicht nachgewiesen sei. Dieser Schluss ist mit Beschwerde im Sinne von Art. 17 ff. SchKG nicht anfechtbar, denn er beruht auf Beweiswürdigung (BGE 120 III 114 E. 3a S. 116). Unrichtig ist die Auffassung des Beschwerdeführers, die Betreibungsbehörde sei nicht kompetent darüber zu entscheiden, ob der ärztliche Befund eine schwere Erkrankung im Sinne des Gesetzes sei oder nicht. Der Betreibungsbeamte gewährt den Rechtsstillstand von sich aus, und dieser Ermes-sensentscheid kann nur dann mit Beschwerde ans Bundesgericht weitergezogen, wenn Wesen und Zweck des Art. 61 SchKG verkannt worden sind (Jaeger/Walder/Kull/Kottmann, Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs, 4. Auflage, Bd. I, N. 3 zu Art. 61, S. 263), was indessen überhaupt nicht dargetan wird (BGE 120 III 79 E. 1; 110 III 17 E. 2). Ist nach dem für das Bundesgericht verbindlich festgestellten Sachverhalt erstellt, dass der Schuldner nicht schwerkrank im Sinne von Art. 61 SchKG war, so sind die Pfändungshandlungen vom 18. November 1999 nicht nichtig. Demnach stossen auch die weiteren Vorbringen des Beschwerdeführers zur Bestellung eines Vertreters sowie zur Beibringung eines Zeugnisses eines Amts- oder eines Drittarztes ins Leere.