Citation: 6B_538/2022 E. 2.2

2.2. Die Vorinstanz erwägt, der objektive Tatbestand der Irreführung gemäss Art. 3 Abs. 1 lit. b UWG sei nicht erfüllt. Ob ein unzulässiges Schneeballsystem vorliegt und damit der objektive Tatbestand von Art. 3 Abs. 1 lit. r UWG erfüllt ist, lässt sie offen. Sie gelangt nämlich zum Schluss, dass der subjektive Tatbestand ohnehin nicht gegeben sei. Diesbezüglich stellt die Vorinstanz fest, die Beschwerdegegnerin 1 sei von einem legalen Geschäftsmodell ausgegangen. Die Teilnehmer seien gezielt auf Diskussionen über die Legalität des Geschäftsmodells vorbereitet worden. So sei das Gutachten einer Anwaltskanzlei verbreitet worden, wonach das Geschäftsmodell rechtmässig sei. Letztlich habe auch die Vorinstanz offenlassen müssen, ob ein illegales Schneeballsystem vorliege. Daher könne der Beschwerdegegnerin 1 nicht vorgeworfen werden, dass sie eine allfällige Unrechtmässigkeit im Tatzeitpunkt nicht erkannt habe. Die Beschwerdegegnerin 1 habe eigene Abklärungen getätigt, indem sie sich etwa bei ihrem "Vorgesetzten" D.________ erkundigt habe. Dessen Ausführungen an der Berufungsverhandlung hätten gezeigt, wie sicher und überzeugend er gegenüber der Beschwerdegegnerin 1 habe auftreten können, um ihre Zweifel zu zerstreuen. Die Vorinstanz erwägt, die Beschwerdegegnerin 1 sei einem Sachverhaltsirrtum unterlegen. Der Tatbestand von Art. 3 Abs. 1 lit. r UWG definiere das verpönte Schneeballsystem über die fehlende wirtschaftliche Nachhaltigkeit. Die Beschwerdegegnerin 1 sei davon ausgegangen, das Geschäftsmodell sei nachhaltig, weil ein konkurrenzfähiges Produkt angeboten werde und die Vergütungen wie in einem Provisionssystem ausgerichtet würden. Das Wissen der Beschwerdegegnerin 1 habe sich somit nicht auf alle objektiven Tatbestandsmerkmale erstreckt, weshalb der subjektive Tatbestand nicht erfüllt sei. Nachdem die Beschwerdegegnerin 1 keinen Vorsatz zur Beteiligung an einem Schneeballsystem gehabt habe, verneint die Vorinstanz auch einen Vorsatz zur Irreführung über die Funktionsweise und den Nutzen der Produkte von "B.________". Sodann lässt die Vorinstanz offen, ob die Beschwerdegegnerin 1 den Irrtum bei pflichtgemässer Vorsicht hätte vermeiden können. Denn in dieser Konstellation wäre die Beschwerdegegnerin 1 nur dann strafbar, wenn die fahrlässige Begehung der Tat mit Strafe bedroht ist. Gerade dies ist vorliegend aber nicht der Fall. Gemäss Art. 23 Abs. 1 UWG macht sich nur strafbar, wer vorsätzlich unlauteren Wettbewerb begeht.