Citation: 8C_456/2022 E. 5.4.4

5.4.4. Die hauptsächliche Begründung für die Gewährung eines Abzugs von 5 % sah die Beschwerdeführerin, wie in E. 5.4.2 hiervor dargelegt, in den im Vergleich zu gesunden Personen vorhandenen körperlichen Einschränkungen des Beschwerdegegners. Sie nahm diese Reduktion des Tabellenlohns vor, obschon entsprechende Bewegungen bei den im Kompetenzniveau 2 aufgeführten Tätigkeiten, die sie der Bemessung des Invalideneinkommens zu Grunde legte, meist gar nicht notwendig seien. Insofern verhält sich die Beschwerdeführerin widersprüchlich, wenn sie im vorliegenden Verfahren die Gewährung des Abzugs beim Abstellen auf das Kompetenzniveau 1 rügt, fallen doch leidensbedingte Einschränkungen bei den dort enthaltenen einfachen Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art stärker ins Gewicht als bei Tätigkeiten des Kompetenzniveaus 2. Dass die Vorinstanz die Gewährung des kleinstmöglichen Abzugs von 5 % bestätigte, ist daher nicht zu beanstanden. Die in mehreren jüngeren Urteilen offen gelassene Frage, ob das Merkmal "Alter" in der obligatorischen Unfallversicherung ausserhalb des Anwendungsbereichs von Art. 28 Abs. 4 UVV überhaupt einen Abzug vom Tabellenlohn rechtfertigen könnte, kann dabei weiterhin offen bleiben (BGE 148 V 419 E. 8.3 mit Hinweisen; SVR 2018 UV Nr. 15 S. 50, 8C_439/2017 E. 5.6.3 und 5.6.4; Urteil 8C_628/2021 vom 23. Januar 2023 E. 5.3).