Citation: 6S.358/2003 27.10.2004 E. 4

4.1 Der Beschwerdeführer macht geltend, Vorsatz sei auch deshalb zu verneinen, weil er die inkriminierte Tat unter Drogeneinfluss begangen habe. Die Vorinstanz habe denn auch eine mittelgradige Verminderung seiner Zurechnungsfähigkeit angenommen. Sie habe aber verkannt, dass dieser Befund ebenfalls Auswirkungen auf den Vorsatz habe. Infolge der Wirkungen des unmittelbar vor dem Geschlechtsverkehr gemeinsam mit der Geschädigten konsumierten Kokains seien er und die Geschädigte "bis auf weiteres in eine Welt umgesiedelt, in welcher Dinge wie HIV, Präservative, die Unterscheidung zwischen geschütztem und anderem Geschlechtsverkehr zwar noch existieren mögen, aber bedeutungslos sind" (Beschwerde S. 10). Auch wenn man mit der Vorinstanz von einer bloss mittelgradigen Verminderung der Zurechnungsfähigkeit ausgehe, hätten die spezifischen Wirkungen des Kokains es ihm verunmöglicht, mit Eventualvorsatz zu handeln (Beschwerde S. 11). Die Wirkung des Kokains habe bei ihm (wie auch bei der Geschädigten) das Vertrauen auf das Glückhaben verstärkt und ihm die trügerische Gewissheit gegeben, dass alles gut gehen werde (Beschwerde S. 12). Er habe den Wortlaut und den Schutzgedanken von Art. 231 StGB beziehungsweise diese Norm überhaupt nicht gekannt (S. 12). Daher liege höchstens grobe Fahrlässigkeit vor (Beschwerde S. 13).