Citation: C 185/99 24.05.2000 E. 2

2.- Streitig und zu prüfen ist die Vermittlungsfähig- keit des Beschwerdeführers ab 1. September 1998. a) Am 1. Mai 1997 begann dieser auf eigene Initiative eine Ausbildung zum Damencoiffeur an den Coiffeur- und Kos- metikfachschulen X.________. Bis Ende August 1998 war er zugleich im Schichtbetrieb berufstätig und absolvierte den Lehrgang halbtags oder mit Unterbrüchen, welchen die Schulleitung zugestimmt hatte. Ab Eintritt der Arbeits- losigkeit am 1. September 1998 stand der Versicherte ganz- tags in der Ausbildung. Die Vorinstanz räumte zwar ein, dass er diese bei Antritt einer neuen Stelle jederzeit unterbrechen oder wiederum halbtags hätte fortsetzen kön- nen. Die ungenügenden Arbeitsbemühungen während der Periode des ganztägigen Kursbesuchs belegten jedoch, dass der Be- schwerdeführer in erster Linie nicht einen neuen Arbeits- platz finden, sondern die Ausbildung abschliessen wollte, weshalb die Vermittlungsfähigkeit zu verneinen sei. b) Nach der Rechtsprechung (BGE 122 V 266 Erw. 4) kann die Vermittlungsfähigkeit von Arbeitslosen, die nicht be- willigte Kurse besuchen, nur bejaht werden, wenn eindeutig feststeht, dass sie bereit und jederzeit in der Lage sind, den Kurs abzubrechen, um eine neue Stelle anzutreten. Dazu gehört u.a., dass sie auch während des Kursbesuchs der Pflicht zu persönlichen Arbeitsbemühungen nachkommen. Dabei werden an die Disponibilität und Flexibilität solcher Ver- sicherter erhöhte Anforderungen gestellt (BGE 122 V 267 Erw. 4). Fehlen entsprechende Aktivitäten und Dispositio- nen, wird Vermittlungsunfähigkeit angenommen. Ein wichtiger Punkt ist sodann die Frage, welche finanziellen Einbussen die Versicherten bei einem Kursabbruch erleiden. c) Ab September 1998 macht der Beschwerdeführer jeden Monat vier, im Dezember 1998 nur zwei Bewerbungen geltend. Dies ist quantitativ ungenügend (BGE 124 V 234 Erw. 6). Auch qualitativ sind die Bemühungen mangelhaft, da es sich vor allem um Blindbewerbungen bei potenziellen Arbeitgebern handelt, die keine Stelle ausgeschrieben hatten. Bewerbun- gen auf Inserate werden nur wenige behauptet und keine be- legt. In zwei Fällen (S.________ AG, A.________) wurde zu- dem die selbe Firma mehrmals telefonisch angegangen. Dies genügt den erhöhten Anforderungen nicht, welche an die Dis- positionen von Versicherten gestellt werden, die nicht be- willigte Kurse besuchen. Sodann hat der Beschwerdeführer für seine Ausbildung eine Pauschale von Fr. 3600.- begli- chen und musste für jeden zusätzlichen Monat weitere Fr. 300.- nachzahlen. Auch dies spricht nicht dafür, dass er bereit war, den Kurs während der Periode des ganztägigen Kursbesuchs zu unterbrechen. d) Was in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde hiegegen eingewendet wird, vermag daran nichts zu ändern. Dass sich die Vermittlungsfähigkeit nach Abschluss der Ausbildung dank des neu erworbenen Diploms erhöht, entbindet nicht davon, während der Kurse Stellen zu suchen. Unerheblich ist auch, dass die Verwaltung die Arbeitsbemühungen vor der Verneinung der Vermittlungsfähigkeit nicht beanstandet hat. Bei einer Einstellung in der Anspruchsberechtigung wegen ungenügender Arbeitsbemühungen ist praxisgemäss keine vo- rangehende Mahnung vorgesehen (BGE 124 V 233 Erw. 5b). Sinngemäss beruft sich der Beschwerdeführer auf den Grundsatz von Treu und Glauben, indem er geltend macht, der zuständige Sachbearbeiter der Verwaltung habe ihm zuge- sichert, dass vier Bewerbungen pro Monat ausreichend seien. Ob die Verletzung dieses Grundsatzes nach Art. 4 der bis Ende 1999 gültig gewesenen Bundesverfassung vom 29. Mai 1974 (aBV) und der hiezu ergangenen Rechtsprechung oder im Lichte von Art. 9 (und Art. 5 Abs. 3) der neuen, am 1. Ja- nuar 2000 in Kraft getretenen Verfassung vom 18. April 1999 zu prüfen ist, kann offen bleiben. Denn einerseits gilt die Praxis zu Art. 4 aBV auch unter Art. 9 BV (nicht veröffent- lichtes Urteil S. vom 9. Mai 2000, K 23/98), anderseits bleibt die erwähnte Behauptung des Versicherten unbelegt, sodass darauf nicht abgestellt werden kann. Die Aufnahme der Taggeldleistungen ab April 1999 hängt damit zusammen, dass die Ausbildung beendet war, somit die Vermittlungsfähigkeit wieder bejaht werden konnte. Damit ist nichts darüber ausgesagt, ob die Bemühungen ab April 1999 genügend sind. Diese Frage aber ist hier nicht zu prüfen.