Citation: 2C_69/2019 E. 4.2

4.2. Der Beschwerdeführer, der sich seit über 27 Jahren in der Schweiz aufhält, kann sich auf diese Grundrechte in ihrer Ausprägung als Recht auf Privatleben (BGE 144 I 266 E. 3.9 S. 277 ff.) und hinsichtlich seiner Ehe als Recht auf Familienleben berufen. Entgegen den Vorbringen des Beschwerdeführers erweist sich die aufenthalts-beendende Massnahme auch als verhältnismässig. Der Beschwerdeführer ist gemäss den unbestritten gebliebenen vorinstanzlichen Sachverhaltsfeststellungen im Alter von neun Jahren in die Schweiz eingereist und lebt seither hier. Er hat einen Teil der Primarschule sowie die Realschule hier besucht. Eine Ausbildung hat der Beschwerdeführer nicht absolviert, und eine Weiterbildung zum Handelsfachmann hat er abgebrochen. Seit dem Jahr 2012 ist er - mit einem Unterbruch wegen Arbeitslosigkeit - in verschiedenen Funktionen in Telemarketing- und Telekommunikationsunternehmen tätig, wobei ihm jeweils gute Zeugnisse ausgestellt worden sind. Die Eltern und seine Geschwister wohnen ebenso in der Schweiz wie seine jetzige Ehefrau schweizerischer Staatsangehörigkeit. Nach eigenen Angaben im vorinstanzlichen Verfahren unterhält er kaum mehr Kontakte zu seinem Heimatstaat. In einer Würdigung seines Verhaltens während seines gesamten Auf-enthalts in der Schweiz, in welche auch strafrechtlich relevante Daten, die sich in den Akten befinden, nach deren Löschung im Strafregister in die Beurteilung des Verhaltens miteinzubeziehen sind (Urteile 2D_37/2014 vom 9. Februar 2015 E. 3.2.3; 2C_477/2008 vom 24. Februar 2009 E. 3.2.2), ist jedoch zu berücksichtigen, dass er über Jahre hinweg immer wieder straffällig geworden ist, insgesamt 16 straf-rechtliche Verurteilungen erwirkt hat und dadurch das Gesamtbild eines gesellschaftlich schlecht integrierten Gewohnheitsdelinquenten, der die zahlreichen ihm eingeräumten Chancen nicht zu nutzen wusste, erweckt. Vom in der Beschwerdeschrift erwähnten kompletten Lebenswandel kann angesichts der jüngsten strafrechtlichen Ver-urteilungen keine Rede sein, zumal der Beschwerdeführer mit den im Jahr 2007 begangenen Delikten der Entführung und der versuchten Nötigung hochwertige Rechtsgüter verletzte, anlässlich der im Jahr 2013 begangenen groben Verletzung der Verkehrsverletzung durch seine rücksichtslose Fahrweise ein bedenkenloses Verhalten gegen-über fremden Rechtsgütern an den Tag legte und er auch im Jahr 2017 nochmals wegen vorsätzlicher grober Verletzung der Verkehrs-regeln strafrechtlich verurteilt werden musste. Angesichts der zahl-reichen strafrechtlichen Verurteilungen des Beschwerdeführers und insbesondere angesichts des hängigen migrationsrechtlichen Ver-fahrens konnten der Beschwerdeführer und seine zweite Ehefrau im Zeitpunkt der Begründung ihres Familienlebens nicht davon ausgehen, dieses in der Schweiz führen zu können. Auch wenn die Wegweisung des kinderlosen Beschwerdeführers in den Kosovo und die Trennung von seiner Ehefrau zweifelsohne mit einer grossen Härte verbunden sind, überwiegt das öffentliche Interesse an einer Ausreise des Be-schwerdeführers sein privates an einem weiteren Aufenthalt in der Schweiz. Die Ehefrau kann ihr Familienleben mit dem Beschwerde-führer in seinem Heimatstaat Kosovo, der in wenigen Stunden und vergleichsweise günstig erreicht werden kann, auch über Besuche und über moderne Kommunikationsmittel aufrechterhalten. Die Beschwerde wegen Unverhältnismässigkeit (Art. 96 AIG; Art. 5 Abs. 2 BV; Art. 8 Ziff. 2 EMRK) der aufenthaltsbeendenden Massnahme erweist sich als unbegründet. Eine erneute Verwarnung anstelle des Widerrufs fällt ausser Betracht, da bereits zwei ausländerrechtliche Verwarnungen offensichtlich keine Wirkung gezeigt haben (Urteil 2C_106/2017 vom 22. August 2017 E. 4.2). Der entsprechende Eventualantrag ist des-halb abzuweisen.