Citation: 6B_1042/2021 E. 5.2

5.2. Die Vorinstanz erwog was folgt: Der Beschwerdeführer lebe seit mehr als zehn Jahren in der Schweiz. Er spreche sehr gut Deutsch. Sein persönliches Umfeld habe vor seiner Verhaftung fast nur aus Landsleuten bestanden. Mit seiner ebenfalls in der Schweiz lebenden Schwester pflege er lediglich sporadisch Kontakt, seine im Iran lebenden Eltern kontaktiere er wöchentlich telefonisch. Gleichwohl könne er als relativ gut integriert bezeichnet werden. Er habe während knapp zwei Jahren als Kind in der Schweiz die Primarschule besucht. Den weitaus grössten Teil der prägenden Kinder- und Jugendjahre habe er aber im Iran verbracht. Seine Bereitschaft zur Teilnahme am Wirtschaftsleben und zum Erwerb einer Ausbildung dürfe als intakt bezeichnet werden. Seine finanziellen und beruflichen Perspektiven in der Schweiz hingegen müssten angesichts seines bisherigen Lebenslaufs als eher schlecht eingestuft werden. Vor Verübung der fraglichen Delikte habe er sich nicht strafbar gemacht, umso schwerer wiege die dem aktuellen Verfahren zugrundeliegende Delinquenz. Insgesamt weise der Beschwerdeführer keine besondere Nähe zur Schweiz auf, woraus - so die Vorinstanz - im Fall einer Landesverweisung ein schwerer persönlicher Härtefall resultieren würde. Er habe allerdings plausibel aufzuzeigen vermocht, dass ihm in seinem Herkunftsland aufgrund seiner regierungskritischen Aktivitäten und seines Kontakts zu Dissidenten in den Jahren 2009 bis 2018 politische Verfolgung durch das iranische Regime drohe. Zusätzlich erschwert werde seine Situation im Iran durch seine Konfession als Christ. Gestützt auf diese Überlegungen habe das Staatssekretariat für Migration dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 18. August 2016 die Flüchtlingseigenschaft zuerkannt. Da ihm im Fall einer Ausweisung in den Iran politische Inhaftierung sowie unter Umständen gar Folter drohe, würde eine Landesverweisung für ihn eine besondere Härte im Sinne von Art. 66a Abs. 2 StGB darstellen. Die Annahme eines Härtefalls stehe der Anordnung einer Landesverweisung indes nicht per se entgegen. Die privaten Interessen des Beschwerdeführers würden den härtefallbegründenden Kriterien entsprechen, worunter vorliegend die drohende politische Verfolgung im Herkunftsland zu subsumieren sei. In diesem Zusammenhang gelte es zu beachten, dass die Gründe, aus welchen dem Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft zuerkannt worden sei, nicht unveränderbar seien. Die politische Situation im Iran sei derzeit insbesondere für Personen, die sich regierungskritisch betätigt hätten, äusserst schwierig. Eine Verbesserung der Lage in den nächsten Jahren oder Jahrzehnten sei jedoch nicht ausgeschlossen. Aussergewöhnliche Zustände in Form eines dauerhaften Zustands seien nicht ersichtlich. Die Situation des Beschwerdeführers in seinem Heimatland sei im Rahmen der Gesamtwürdigung seiner persönlichen Verhältnisse mitzuberücksichtigen; sie alleine führten für sich betrachtet jedoch nicht zur Unverhältnismässigkeit der Anordnung einer Landesverweisung. Diesen privaten Interessen würde gewichtige öffentliche Interessen gegenüberstehen, habe er doch mit der qualifizierten Brandstiftung ein sehr gravierendes Delikt gegen Leib und Leben ebenso wie gegen fremde Vermögenswerte begangen. Es sei allein dem Zufall zu verdanken, dass eine Polizeipatrouille den Brand frühzeitig bemerkt habe, sodass die beiden Bewohnerinnen physisch unversehrt geblieben seien. Der Beschwerdeführer habe mit der Brandstiftung auf einen Versicherungsbetrug in nicht unbeachtlicher Höhe abgezielt. Darüber hinaus habe er ein knappes halbes Jahr zuvor während mehrerer Monate zu Unrecht Leistungen der Sozialhilfe bezogen, indem er den Sozialbehörden den Erhalt eines Darlehens von Fr. 50'000.-- verschwiegen habe. Infolge der Schwere der verübten Straftaten bestehe bereits bei geringer Rückfallgefahr ein erhebliches Interesse an einer Landesverweisung, da von seiner Anwesenheit in der Schweiz eine nicht unerhebliche reale gegenwärtige Gefahr für die öffentliche Ordnung und Sicherheit ausgehe. Zusammenfassend würden die öffentlichen Interessen an einer Landesverweisung die privaten Interessen des Beschwerdeführers am Verbleib in der Schweiz überwiegen. Die Frage, ob die Landesverweisung vollstreckt werden könne, sei unter Berücksichtigung der Kriterien gemäss Art. 66d StGB im Vollzug zu prüfen. Aufgrund der vorliegenden Umstände erweise sich eine Landesverweisung für 10 Jahre als angemessen. Ebenso rechtfertige sich der mit der Ausschreibung im SIS verbundene Eingriff in sein Privatleben mit der vorliegenden Gefährdung der öffentlichen Ordnung (Urteil S. 28 ff.).