Citation: 4A_573/2022 E. 3.2.1

3.2.1. Die Vorinstanz erachtete die Voraussetzungen von Art. 148 Abs. 1 ZPO als nicht erfüllt. Die Beschwerdeführerin habe ein bloss leichtes Verschulden an ihrem Versäumnis nicht glaubhaft gemacht. Sie führe lediglich vage aus, sie habe die Berufungsfrist wegen mehrerer unglücklicher, gleichzeitig aufgetretener Umstände und Missverständnisse verpasst, ohne diese Umstände konkret darzulegen. Ebenso wenig sei ein nur leichtes Verschulden mit dem Vorbringen glaubhaft gemacht, die Angelegenheit sei wegen mehrerer verketteter Missverständnisse nicht bis zum zuständigen Verwaltungsrat durchgedrungen. Der Berufung lasse sich zwar entnehmen, dass die für die Post verantwortliche Mitarbeiterin des zuständigen Verwaltungsrats D.________ wegen einer erschöpfungsbedingten Krankheit ausgefallen, wobei eine Arbeitsunfähigkeit für den Zeitraum vom 8. September 2022 bis zum 31. Oktober ärztlich attestiert worden sei. Dieses Vorbringen sei allerdings nicht geeignet, eine fehlende Kenntnis des Verwaltungsrats D.________ von der angefochtenen Verfügung zu erklären, da die Verfügung bereits am 6. September 2022 und damit zwei Tage vor der behaupteten Arbeitsunfähigkeit zugestellt worden sei. Die vorinstanzlichen Erwägungen erweisen sich als begründet und sind bundesrechtlich nicht zu beanstanden.