Citation: 2C_83/2023 E. 6.4.1

6.4.1. In Bezug auf das Schreiben vom 29. Januar 2020 erwog die Vorinstanz, von Anwälten dürfe erwartet werden, dass sie Eingaben, denen sie sich "vorbehaltlos" anschliessen, vorher lesen. Die Äusserungen des Wahlverteidigers seien keine sach- und problembezogene Kritik, sondern persönliche Angriffe ohne erkennbaren Nutzen für den Klienten. Dieser Mangel an Sachlichkeit und Anstand springe unmittelbar in die Augen. Der Beschwerdeführer habe sich der Eingabe des Wahlverteidigers "vorbehaltlos" angeschlossen und damit zum Ausdruck gebracht, diese in formeller und materieller Hinsicht vollumfänglich zu begrüssen und zu unterstützen und sie sich zu eigen machen zu wollen. Durch dieses vorbehaltlose Anschliessen, ohne sich zumindest von der standesrechtswidrigen Form bzw. Tonalität der Eingabe zu distanzieren, habe er gegen die Berufspflicht nach Art. 12 lit. a BGFA verstossen. Der Beschwerdeführer bestreitet, dass der pauschale Anschluss an eine fremde Eingabe den Tatbestand einer Berufspflichtverletzung nach Art. 12 lit. a BGFA überhaupt erfüllen könne. Er macht sodann geltend, er habe sich der Eingabe lediglich "betreffend Befangenheit" und damit in ihrem Fazit angeschlossen. Es sei ihm nicht um einen vorbehaltlosen Anschluss an die Äusserungen des Wahlverteidigers gegangen, sondern nur um Zustimmung zur Befangenheit des Verfahrensleiters und damit zum Ausstandsgesuch des Wahlverteidigers. Schliesslich bestreitet der Beschwerdeführer, dass die Äusserungen des Wahlverteidigers, denen er sich nach Ansicht der Vorinstanz angeschlossen hat, gegen Art. 12 lit. a BGFA verstossen.