Citation: 2C_263/2019 E. 2.1

2.1. Wurde ein erstinstanzlicher Weg- oder Ausweisungsentscheid eröffnet, kann die zuständige Behörde den betroffenen Ausländer zur Sicherstellung von deren Vollzug unter anderem in Ausschaffungshaft nehmen bzw. in dieser belassen, wenn er andere Personen ernsthaft bedroht oder an Leib und Leben erheblich gefährdet und deshalb strafrechtlich verfolgt wird oder verurteilt worden ist (Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 1 in Verbindung mit Art. 75 Abs. 1 lit. g AIG [bis 1. Januar 2019: AuG; SR 142.20]). Dasselbe gilt seit dem 1. Oktober 2016 für erstinstanzliche strafrechtliche Landesverweisungen nach Art. 66a oder 66a bis StGB (SR 311.0) : Da es sich dabei um eine strafrechtliche Massnahme handelt, stellen primär Art. 220 Abs. 2 und Art. 231 Abs. 1 lit. a StPO (SR 312.0; Sicherheitshaft nach dem erstinstanzlichen Urteil) die gesetzliche Grundlage dar, um eine ausländische Person zur Sicherstellung des Vollzugs der ausgesprochenen Landesverweisung in Sicherheitshaft zu nehmen bzw. zu belassen, soweit die entsprechenden strafprozessualrechtlichen Voraussetzungen gegeben sind (BGE 143 IV 168 E. 3.2 S. 171 f.; Botschaft zur Änderung des Strafgesetzbuchs und des Militärstrafgesetzes vom 26. Juni 2013 [Umsetzung von Art. 121 Abs. 3 - 6 BV über die Ausschaffung krimineller Ausländer und Ausländerinnen]: BBl 2013 5975 ff., dort S. 6050; MATTHIAS ZURBRÜGG/CONSTANTIN HRUSCHKA, in: Niggli/Wiprächtiger [Hrsg.], BSK Strafrecht I, 4. Auflage 2019, N. 12 zu Art. 66c StGB).