Citation: 1P.191/2002 18.11.2002 E. 3

Der Beschwerdeführer rügt in erster Linie, das Urteil des Verwaltungsgerichtes sei willkürlich, weil das Verwaltungsgericht seinem Entscheid einen Generellen Erschliessungsplan zugrunde gelegt habe, der gar nicht existiere. 3.1 Gemäss Art. 9 BV hat jede Person Anspruch darauf, von den staatlichen Organen ohne Willkür behandelt zu werden. Willkürlich ist ein Entscheid nicht schon dann, wenn eine andere Lösung ebenfalls vertretbar erscheint oder gar vorzuziehen wäre, sondern erst dann, wenn er offensichtlich unhaltbar ist, zur tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft (BGE 127 I 54 E. 2b S. 56; 124 I 208 E. 4a S. 211; 123 I 1E. 4a S. 5, je mit Hinweisen). Willkür in der Tatsachenfeststellung ist nicht nur gegeben, wenn entscheiderhebliche tatsächliche Feststellungen offensichtlich falsch sind. Ebenso unhaltbar ist es, wenn eine Behörde Sachverhaltselementen Rechnung trägt, die keinerlei Bedeutung haben, oder entscheidende Tatsachen ausser Acht lässt (BGE 100 Ia 305 E. 3b S. 307). Auf entsprechende Rügen hin prüft das Bundesgericht, ob die kantonale Instanz den Sachverhalt in Verletzung der rechtsstaatlichen Mindestanforderungen offensichtlich unvollständig oder unrichtig, somit willkürlich, festgestellt hat (BGE 118 Ia 394 E. 2c S. 397). 3.2 Das Verwaltungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen zu ermitteln. Die Parteien haben, soweit es ihnen zumutbar ist, bei der Feststellung des Tatbestandes mitzuwirken (Art. 37 VVG). Im vorliegenden Fall stellte das Verwaltungsgericht nicht auf einen rechtskräftigen Erschliessungsplan ab, sondern lediglich auf einen Planentwurf, der von der kantonalen Regierung noch nicht genehmigt wurde (Art. 37 Abs. 3 Raumplanungsgesetz des Kantons Graubünden vom 20. Mai 1973 [RPG GR]). Es hatte diesen vom Planer der Gemeinde erhalten. Dies wird sowohl von der Gemeinde als auch von der Genossenschaft L.________ ausdrücklich zugestanden. Wurde aber die umstrittene Leitungsführung erstmals im Quartierplan verbindlich festgelegt, so muss dem Beschwerdeführer die Möglichkeit zur Anfechtung eingeräumt werden. Die Erschliessungsplanung der Gemeinde schränkt die zulässige Nutzung der Parzelle des Beschwerdeführers ein und stellt somit eine öffentlich-rechtliche Eigentumsbeschränkung dar. Entgegen der Meinung der Genossenschaft L.________ steht dem Grundeigentümer sehr wohl das Recht zu, sich gegen einen derartigen Eingriff in sein Eigentum zu wehren. Ein solcher Eingriff ist nur zulässig, wenn er auf einer gesetzlichen Grundlage beruht, im öffentlichen Interesse liegt und verhältnismässig ist (Art. 26 Abs. 1 BV i.V.m. Art. 36 Abs. 1 bis 3 BV). Die offensichtlich falsche, für den Entscheid aber ausschlaggebende Feststellung des Verwaltungsgerichtes, die umstrittenen Entsorgungsstränge seien bereits im rechtskräftigen GEP enthalten, führt zu dem stossenden Ergebnis, dass dem Beschwerdeführer der Rechtsschutz versagt wird.