Citation: 8C_814/2021 E. 4.2.2

4.2.2. Der Vorinstanz ist beizupflichten, dass das rund 10-monatige Zuwarten des Beschwerdeführers nach der fristlosen Auflösung des Arbeitsverhältnisses am 1. September 2017 bis zur Einleitung der Betreibung am 28. Juni 2018 ein grobes Versäumnis war (vgl. auch SVR 2014 ALV Nr. 4 S. 9, 8C_66/2013 E. 4.3 bezüglich eines 5-monatigen Zuwartens mit zielgerichteten Durchsetzungshandlungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses). Hieran ändern seine Mahnungen vom 15. November 2017 sowie vom 11. und 27. Juni 2018 nichts. Hinzu kommt, dass der Beschwerdeführer nach dem Rechtsvorschlag der B.________ GmbH vom 6. Juli 2018 gegen die Betreibung vom 28. Juni 2018 erst am 20. März 2019 beim Friedensrichteramt U.________ die Durchführung der Schlichtungsverhandlung verlangte. Dieses Zuwarten von rund 8,5 Monaten verletztebenfalls die Schadenminderungspflicht, wie die Vorinstanz richtig erkannt hat (siehe auch Urteil 8C_151/2018 vom 17. April 2018 E. 5 betreffend ein Zuwarten von 9,5 Monaten zwischen der Anhebung der Betreibung bis zum Gesuch um Durchführung einer Schlichtungsverhandlung). Dies gilt umso mehr, als der Beschwerdeführer nach eigenen Angaben die Arbeitgeberin bereits während des Arbeitsverhältnisses mehrfach erfolglos um Bezahlung seines Lohnes aufforderte. Zudem hätte er aufgrund der erfolglos gebliebenen Mahnung vom 15. November 2017, der von ihm behaupteten ergebnislosen Vergleichsgespräche und Strafanzeige sowie des von der B.________ GmbH erhobenen Rechtsvorschlags wissen müssen, dass nur konkrete rechtliche Schritte zur Eintreibung des ausstehenden Lohnes hätten führen können (vgl. auch Urteil 8C_151/2018 vom 17. April 2018 E. 5). Von solchen Schritten war der Beschwerdeführer auch nicht durch den Umstand entbunden, dass versucht worden sei, durch den Zusammenschluss mehrerer Gläubiger ein koordiniertes Vorgehen gegen die B.________ GmbH zu ermöglichen. Es ist nämlich auf die Erfahrungstatsache abzustellen, dass die Wahrscheinlichkeit eines Lohnverlustes mit dem Zeitablauf stetig zunimmt (vgl. Urteile 8C_85/2019 vom 19. Juni 2019 E. 4.3 und 8C_66/2011 vom 29. August 2011 E. 4.3).