Citation: U 468/06 26.07.2007 E. 3.2

3.2.1 Aus den Akten ergibt sich zunächst, dass der Beschwerdegegner am 9. Januar 2003 gegenüber der SUVA angab, unter - sich bessernden - Rückenschmerzen zu leiden. In den Arztberichten aus der Zeit nach dem Unfall werden aber keine Beschwerden im unteren Rückenbereich erwähnt (Berichte Spital Z.________ vom 8. Dezember 2002 und Dr. med. B.________ vom 18. Dezember 2002, 24. Januar 2003 sowie 11. Februar 2003). Erst im Bericht der Klinik S.________, vom 27. März 2003 wird ausgeführt, es seien nebst initialen Kopf- und Nackenschmerzen später auch lumbale Beschwerden aufgetreten. Gestützt auf die Diagnosen eines Cervical- und Lumbovertebralsyndroms empfahl die Klinik eine physiotherapeutisch überwachte medizinische Trainingstherapie zum Haltungsaufbau mit - namentlich zu Therapiebeginn - ausreichender analgetischer Behandlung. Die bisherige Tätigkeit wurde als vollumfänglich zumutbar erachtet. Ob und inwieweit die Therapieempfehlung auf die lumbovertebrale Symptomatik gerichtet war, lässt sich dem Klinikbericht vom 27. März 2003 nicht schlüssig entnehmen. Die in der Folge durchgeführte kombinierte Feldenkrais-Muskelaufbautherapie diente aber gemäss Kostengutsprachegesuch des Dr. med. T.________ vom 9. April 2003 der muskulären Rehabilitation der tiefen HWS-Flexoren. Am 3. September 2003 berichtete der Therapeut dann, die Beschwerden hätten abgenommen und die Muskulatur sei gekräftigt. Es bestünden nurmehr Restbeschwerden bei Kopfballaktivitäten während Fussballspielen. Die Behandlung könne abgeschlossen werden. Die Arbeitsfähigkeit sei nicht eingeschränkt gewesen. Nachdem im August 2004 akute lumbale Rückenschmerzen aufgetreten waren, wurde am 1. September 2004 ein MRI der Lendenwirbelsäule (LWS) durchgeführt. Gestützt auf die dabei gewonnenen Erkenntnisse und eine Untersuchung des Versicherten wurde mit Bericht der Klinik S.________ vom 22. September 2004 ein lumboradikuläres Schmerzsyndrom S1 rechts bei nachgewiesener Diskushernie L5/S1 diagnostiziert und die Indikation eines Sakralblockes bejaht. Dr. med. T.________ berichtete in der Folge am 22. November 2004, das posttraumatische cervicocephale und lumbovertebrale Syndrom habe sich nach dem Unfall unter Physiotherapie und Muskeltraining stabilisiert. Der Patient sei arbeitsfähig gewesen, bis es am 30. August 2004 zu einer neuen akuten lumboradikulären Exazerbation gekommen sei. Zwischenzeitlich sei der empfohlene Sakralblock ausgeführt worden. Der Erfolg sei aber nicht befriedigend, weshalb eine operative Sanierung erwogen werde. 3.2.2 Aufgrund des Gesagten erscheint zunächst durchaus fraglich, ob in der Zeit kurz nach dem Unfall vom 8. Dezember 2002 überhaupt mit diesem Ereignis erklärbare Beschwerden einer gewissen Relevanz im unteren Rückenbereich aufgetreten sind. Selbst wenn Entsprechendes angenommen wird, ist festzustellen, dass bereits ab der vollumfänglichen Wiederaufnahme der Arbeit am 27. Januar 2003 keine Einschränkung des funktionellen Leistungsvermögens mehr bestanden hatte und jegliche Heilbehandlung im September 2003 abgeschlossen werden konnte. Mithin ist höchstens von vorübergehenden Beschwerden im unteren Rückenbereich auszugehen, welche spätestens im September 2003 beendet waren. Erst knapp ein Jahr nach diesem Zeitpunkt traten im August 2004 die im September 2004 gemeldeten akuten lumbalen Rückenschmerzen auf, wobei hiefür die am 1. September 2004 diagnostizierte Diskushernie verantwortlich gemacht werden kann. Dass dieser Bandscheibenschaden - vollumfänglich - durch den Unfall vom 8. Dezember 2002 verursacht wurde, schliesst die Vorinstanz aus. Dies ist zweifellos richtig, zumal die Diskushernie kurz nach dem Unfall gemäss den damaligen bildgebenden Untersuchungen noch nicht bestanden hatte (Bericht Klinik S.________ vom 27. März 2003). Es entspricht zudem im Bereich des Unfallversicherungsrechts einer medizinischen Erfahrungstatsache, dass praktisch alle Diskushernien bei Vorliegen degenerativer Bandscheibenveränderungen entstehen und ein Unfallereignis nur ausnahmsweise, unter besonderen Voraussetzungen, als eigentliche Ursache in Betracht fällt (RKUV 2000 Nr. U 378 S. 190, U 149/99, und Nr. U 379 S. 192, U 138/99, auch zum Folgenden). Mit der SUVA und entgegen der Vorinstanz ist aber auch eine Teilursächlichkeit des Unfalles vom 8. Dezember 2002 für die im September 2004 diagnostizierte Diskushernie und die daraus resultierenden Beschwerden als unwahrscheinlich zu betrachten. Namentlich sind Anhaltspunkte dafür, dass die LWS durch das Unfallereignis vom 8. Dezember 2002 geschwächt oder geschädigt wurde und dies mit zum späteren Auftreten der Diskushernie beigetragen hat, nicht ersichtlich und auch von weiteren medizinischen Abklärungen nicht zu erwarten. Hieran ändert nichts, dass im Bericht der Klinik S.________ vom 29. Oktober 2004 die Frage einer Unfallkausalität der Diskushernie aufgeworfen und weiterer Exploration anheim gestellt wurde, zumal die Klinikärzte nicht über die vollständigen Akten zum Hergang des Unfalles vom 8. Dezember 2002 und zum darauffolgenden Verlauf verfügten. Im späteren Bericht vom 3. Januar 2005 verzichteten die Ärzte der Klinik S.________ im Übrigen ausdrücklich auf eine Aussage dazu, ob es sich um eine unfallbedingte Diskushernie handle. Der vorliegende Sachverhalt lässt sich sodann auch nicht mit demjenigen vergleichen, welcher im von der Vorinstanz erwähnten Urteil U 69/03 vom 7. April 2004 (auszugsweise veröffentlicht in: Plädoyer 7/2005 S. 46) zu beurteilen war. Denn dort war - anders als hier - unmittelbar nach dem erlittenen Unfall eine Bandscheibenproblematik festgestellt worden, was - nebst anderen Gesichtspunkten - gestattete, die Unfallkausalität von später aufgetretenen Beschwerden zu bejahen. Wenn der Unfallversicherer einen natürlichen Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom 8. Dezember 2002 und den ab August 2004 aufgetretenen Rückenbeschwerden verneint hat, ist dies aufgrund des Gesagten richtig. Hieran ändert nichts, dass die versicherungsinternen Ärzte, auf deren Aussagen die SUVA nebst anderem verweist, alleine gestützt auf die Akten Stellung genommen haben. Denn die sich in medizinischer Hinsicht stellenden Fragen lassen sich aufgrund der bereits vorhandenen Unterlagen zuverlässig beantworten.