Citation: I 160/06 10.05.2006 E. 2

Das kantonale Gericht hat erwogen, die für eine Psychologin im Bereich Diagnostik/Beratung in Betracht fallenden Tätigkeiten gemäss Auskunft des Prorektors der Hochschule für Angewandte Psychologie (HAP [vormals IAP]) vom 11. August 2003 seien allesamt nicht als körperlich anstrengend zu werten. Dabei könne durch zumutbare Vorkehren (Verwenden eines Stehpultes für administrative Arbeiten, Aufstehen während den Beratungen oder allenfalls Durchführen eines Teils der Beratung an einem Stehtisch, geeignete Terminplanung mit kürzeren Sitzungseinheiten) eine gewisse Wechselbelastung erreicht und verhindert werden, dass die Versicherte ununterbrochen in sitzender Haltung arbeiten müsse. Der Einwand, als angestellte Psychologin an Termine gebunden und an schlechten Tagen weniger flexibel zu sein als im Beruf als selbstständigerwerbende Naturärztin, treffe in dieser Form nicht zu. Auch als praktizierende Naturärztin habe sie die verabredeten Termine einzuhalten und sie könnte keinen Kundenstamm aufbauen, wenn dauernd Sitzungen verschoben werden müssten. Im Weitern sei aufgrund der arbeitsmarktlichen Situation eine Anstellung als Psychologin wahrscheinlich gewesen. Gemäss Auskunft des Prorektors des HAP hätten im Zeitraum 1995 bis 2001 zwischen 83,5 % und 96 % der Studienabgänger im Bereich Diagnostik/Beratung innerhalb eines Jahres eine Stelle gefunden. Dass ältere Personen zuweilen eher Mühe bekundeten als jüngere, eine Anstellung zu finden, sei als invaliditätsfremde Gegebenheit grundsätzlich nicht ausschlaggebend und treffe bei der dokumentierten Arbeitsmarktlage auch nur teilweise zu. Mit der Ausbildung zur Psychologin sei die Versicherte daher grundsätzlich optimal und zweckmässig eingegliedert (gewesen). Die Umschulung zur Naturärztin sei somit nicht erforderlich gewesen, damit das Eingliederungsziel voraussichtlich erreicht werden könne. Vielmehr habe es ihrem Interesse und ihren persönlichen Wünschen mehr entsprochen, als Naturärztin zu praktizieren denn als Psychologin tätig zu sein. Es komme dazu, dass die Aussichten, als Naturärztin ein massgebliches Einkommen zu erreichen, nicht grösser gewesen seien als im Beruf als Psychologin. Schliesslich sei auch die Wesentlichkeit des Eingliederungserfolges zu verneinen. Bei Beendigung der Ausbildung zur Naturärztin im Jahre 1997 sei die Versicherte 56 Jahre alt gewesen. Es sei somit noch eine Arbeitsdauer von acht Jahren verblieben. Die Kosten der Ausbildung beliefen sich auf Fr. 53'814.45. Dazu kämen die Taggelder. Unter diesen Umständen könne verglichen mit einer vierzehn Jahre dauernden ebenfalls geeigneten Tätigkeit als Psychologin vernünftigerweise nicht von einer einfachen und zweckmässigen Ausbildung gesprochen werden. In der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird vorgebracht, die Versicherte sei mit der Ausbildung zur Psychologin IAP überhaupt nicht eingegliedert gewesen. Im entscheidwesentlichen Zeitraum 1995 sei sie gesundheitlich gar nicht in der Lage gewesen, ihren Abschluss am IAP beruflich umzusetzen. Die gescheiterten Arbeitsversuche im Haus A.________ und im Kurhotel H.________ seien Beleg hiefür. Sodann seien bei der Arbeit als Psychologin die Möglichkeiten, eine abwechselnde Arbeitshaltung einzunehmen und die Arbeitszeiten zu bestimmen, weniger vielfältig und nicht frei bestimmbar wie bei der Tätigkeit als Naturärztin. Die anders lautenden Darlegungen des kantonalen Gerichts seien praxisfremd und sachlich nicht abgestützt.