Citation: 9C_410/2022 E. 3.2

3.2. Die Vorbringen in der Beschwerde vermögen kein anderes Ergebnis herbeizuführen. So ist nicht erkennbar, inwiefern die Vorinstanz dadurch, dass sie in Bezug auf den Einspracheentscheid der Beschwerdegegnerin vom 8. Februar 2022 von einer am 17. Februar 2022 fingierten Zustellung ausgegangen ist, Bundesrecht - und dabei namentlich den in der Beschwerde angerufenen Grundsatz von Treu und Glauben nach Art. 9 BV - verletzt haben sollte. Anhaltspunkte dafür, dass das kantonale Gericht die Empfangspflicht der Beschwerdeführerin mit dieser Vorgehensweise übertrieben streng oder ungerechtfertigt formalistisch gehandhabt haben sollte, sind nicht auszumachen. In der Beschwerde wird insbesondere übersehen, dass die Zustellfiktion auch zum Tragen kommt, wenn, wie hier geschehen, der Adressat oder die Adressatin bei der Post einen Nachsendeauftrag, einen Rückbehaltungsauftrag oder eine ähnliche Anweisung erteilt, die in den üblichen Zustellvorgang eingreift; derartige Vorkehren führen nicht zu einer Fristverlängerung. Im Falle längerer Abwesenheiten ist der Adressat oder die Adressatin behördlicher Akte vielmehr gehalten, darum besorgt zu sein - etwa durch Meldung einer (temporären) Adressänderung oder Ernennung einer Stellvertretung -, dass diese ihm oder ihr zugestellt werden können (vgl. BGE 141 II 429; 134 V 49; Urteile 6B_1429/2021 vom 7. Februar 2022 E. 2, 2C_543/2021 vom 27. Juli 2021 E. 2.2, 2C_272/2020 vom 23. April 2020 E. 3.3 und 9C_815/2015 vom 8. August 2016 E. 4.2, je mit Hinweisen). Nichts zu ihren Gunsten kann die Beschwerdeführerin hierbei aus dem von ihr erwähnten Urteil 5P.425/2005 vom 20. Januar 2006 E. 3.3 ableiten. Aus diesem ergibt sich einzig, dass als für den Fristenlauf massgeblicher Bestimmungsort einer Sendung im Falle eines Nachsendeauftrags die durch den Auftrag definierte (Nachsende-) Adresse und nicht die Wohnadresse des Absenders oder der Absenderin gilt. Indem ein Nachsendeauftrag erteilt worden ist, kommt die betroffene Person ihrer Pflicht nach, für die Nachreichung amtlicher Sendungen zu sorgen. Die durch die Nachsendung entstehende Zeitverzögerung darf daher nicht auf die Rechtsmittelfrist angerechnet werden. Die Frist für den Eintritt der Zustellungsfiktion beginnt diesfalls am Tag nach Eingang der Sendung bei dem durch den Nachsendeauftrag bestimmten Postamt (sofern postlagernd), läuft aber, was die Beschwerdeführerin verkennt, ebenfalls nach sieben Tagen ab. Vorliegend wurde der Einspracheentscheid der Beschwerdegegnerin vom 8. Februar 2022 am 10. Februar 2022 - auf Nachsendung hin - postlagernd in der Poststelle Kloten deponiert. Der Einspracheentscheid hat mithin, auch in Berücksichtigung des "Nachsendeauftrags postlagernd", als am 17. Februar 2022 zugestellt zu gelten. Dass sich die Beschwerdeführerin nach ihrer Aussage in diesem Zeitpunkt auf Grund ihrer neurodermitischen Beschwerden in Graubünden aufgehalten hat, führt nicht zu einer Verlängerung der Beschwerdefrist. Es hat somit beim vorinstanzlichen Beschluss sein Bewenden.