Citation: 7B_417/2023 E. 3.3.1

3.3.1. Die Vorinstanz erwägt, die vorliegende Strafuntersuchung sei umfangreich und stehe im Zusammenhang mit einem mehrere Kantone betreffenden, vom Beschwerdeführer mutmasslich in Mittäterschaft mit B.________, C.________ und D.________ geführten Menschenhändlerring. Zusammengefasst laute der Vorwurf, die vier Beschuldigten hätten mit mehreren, teilweise noch minderjährigen Frauen Kontakt aufgenommen und diese aufgefordert, ihnen Nacktbilder zu schicken. Schliesslich sollen sie die Frauen über die Webseite E.________ gegen Entgelt zur Vornahme von sexuellen Handlungen an Freier vermittelt haben. Da die Untersuchungen fortlaufend zur Identifikation weiterer Opfer und Freier führten, könne das Ausmass der kriminellen Handlungen nach derzeitigem Ermittlungsstand noch nicht abgeschätzt werden. Aktuell sei mindestens das mutmassliche weitere Opfer "F.________" noch nicht identifiziert. In Würdigung der erfolgten Einvernahmen der bereits identifizierten mutmasslichen Opfer führt die Vorinstanz aus, es seien Verbindungen des Beschwerdeführers zu G.________, mit der alle Beschuldigten nacheinander Geschlechtsverkehr vollzogen hätten, H.________, I.________, J.________ und "K.________" erstellt, wobei I.________ eine Vermittlung an Freier bestreite. Weiter zeigten die aktenkundigen Einvernahmen auch Kontakte des Beschwerdeführers zu den Freiern auf. Das Geständnis des Beschwerdeführers in Bezug auf die Vermittlung von J.________ an Freier müsse daher einstweilen als unvollständig qualifiziert werden, da aufgrund diverser widersprüchlicher Aussagen deutliche Anhaltspunkte bestünden, dass er seine Tatbeteiligung herunterzuspielen versuche. Insbesondere die bei den Akten liegenden Konversationen mit D.________ liessen es als naheliegend erscheinen, dass der Beschwerdeführer an der Rekrutierung und Vermittlung weiterer Frauen, namentlich "L.________", "M.________", "N.________", "O.________", "P.________", beteiligt gewesen sein könnte. Weil das genaue Verhältnis des Beschwerdeführers zu den weiteren Opfern somit noch nicht geklärt sei, bestehe insoweit ein objektives Interesse des Beschwerdeführers an Verdunkelungshandlungen, zumal er bereits früher kolludiert habe. Dies gelte insbesondere hinsichtlich der bereits identifizierten mutmasslichen Opfer Q.________, R.________, S.________, T.________, U.________, V.________, W.________, deren nochmalige Einvernahme durch die Staatsanwaltschaft geplant sei. Nachdem Verbindungen des Beschwerdeführers zu verschiedenen mutmasslichen Freiern nachgewiesen seien, bestünde auch insoweit ein Kollusionsrisiko. Diesbezüglich sei insbesondere zu berücksichtigen, dass J.________ ihre mutmasslichen Freier auf ihrem Mobiltelefon als "K1" bis "K15" gespeichert habe, teilweise jedoch weitere Daten zu diesen Personen fehlen würden, da sie gelöscht worden seien. Es bestünden daher konkrete Anhaltspunkte auf noch nicht identifizierte Freier, deren unverfälschte Aussagen für den Fortgang der Strafuntersuchung auch von Bedeutung seien.