Citation: 5P.277/2004 09.09.2004 E. 3

Der Beschwerdeführer macht in erster Linie geltend, der Verzicht des Obergerichts auf Abnahme weiterer, rechtzeitig beantragter Beweise verstosse gegen das rechtliche Gehör. 3.1 Soweit der Beschwerdeführer sich mit dieser Rüge auf das in Art. 29 Abs. 2 BV enthaltene Recht auf Abnahme formrichtig und rechtzeitig angebotener Beweise beruft (BGE 106 Ia 161 E. 4b S. 162; 122 II 464 E. 4a S. 469; 127 I 54 E. 2b S. 56), ist darauf hinzuweisen, dass dieses auch in Art. 8 ZGB enthalten ist (BGE 122 III 219 E. 3c S. 223; 126 III 315 E. 4a S. 317) und daher mit Berufung vorzubringen wäre. Aus dem angefochtenen Urteil wird jedoch ersichtlich, dass das Obergericht in antizipierter Beweiswürdigung auf die Abnahme der beantragten Beweismittel verzichtet hat. Einer solchen steht Art. 8 ZGB nicht entgegen; indes kann die Beweisbeschränkung unter Umständen gegen das Willkürverbot (Art. 9 BV) verstossen, was wiederum mit staatsrechtlicher Beschwerde gerügt werden kann (BGE 114 II 289 E. 2 S. 291; 124 I 208 E. 4a S. 211). Inwiefern Willkür gegeben ist, hat der Beschwerdeführer durch präzise Argumentation im Einzelnen aufzuzeigen. Im Verfahren der staatsrechtlichen Beschwerde prüft das Bundesgericht nur klar und detailliert erhobene Rügen. Auf ungenügend begründete Vorbringen und rein appellatorische Kritik am angefochtenen Entscheid tritt es nicht ein (Art. 90 Abs. 1 lit. b OG; BGE 110 Ia 1 E. 2a S. 3; 125 I 492 E. 1b S. 495; 129 II 297 E. 2.2.2 S. 301). 3.2 Von der Einvernahme der Kindsmutter sowie der Ehefrau des Beschwerdeführers hat das Obergericht mit der Begründung abgesehen, diese seien bereits im Strafverfahren befragt worden. Auf Grund der Aktenlage sei eine (erneute) Einvernahme im Zivilverfahren überflüssig. In der Beschwerdeschrift fehlt eine detaillierte Bezugnahme auf diese obergerichtlichen Ausführungen. Insbesondere bezüglich der Aussage seiner Ehefrau legt der Beschwerdeführer nicht dar, inwiefern davon im Vergleich zum Strafverfahren neue Erkenntnisse zu erwarten wären (Art. 90 Abs. 1 lit. b OG). Zum Antrag auf Einvernahme der Kindsmutter gibt der Beschwerdeführer an, diese habe im Strafverfahren äusserst widersprüchlich ausgesagt. Auf die widersprüchlichen Aussagen ist das Obergericht indes ausdrücklich eingegangen und hat erläutert, diese seien gerade typisch für den Fall von sexuellem Missbrauch. Das Aussageverhalten sei geprägt von Scham und Schuldgefühlen, von der Angst vor dem Vater und eines inneren Loyalitätskonflikts. Dass die Kindsmutter anfänglich nur von einem Vorfall gesprochen, und erst später von zahlreichen und wiederholten Übergriffen erzählt habe, sei keinesfalls ein Zeichen für ihre Unglaubwürdigkeit, sondern im Gegenteil bezeichnend für die vorliegende Konstellation. Auf diese Erwägungen geht der Beschwerdeführer mit keinem Wort ein. Er zeigt insbesondere nicht auf, dass das Obergericht bei der Würdigung der Aussagen der Kindsmutter falsche Grundsätze angewandt hätte. Folglich kann auf diese Rüge nicht eingetreten werden (Art. 90 Abs. 1 lit. b OG). 3.3 Abgewiesen hat das Obergericht auch die Anträge auf Einvernahme der sechs Brüder des Beschwerdeführers (Onkel der Kindsmutter) bzw. auf Erstellung diesbezüglicher Vaterschaftsgutachten. Es hat ausgeführt, konkrete Anhaltspunkte für eine mögliche Vaterschaft eines Bruders des Beschwerdeführers würden fehlen. Es gehe nicht an, den Kreis der Verdächtigen stets weiter zu ziehen (im erstinstanzlichen Verfahren hatte der Beschwerdeführer die Brüder und Cousins der Kindsmutter bzw. einen Dritten als mögliche Väter bezeichnet) und schliesslich einfach eine Auswahlsendung von möglichen Vätern zu liefern. Der Beschwerdeführer habe seine Behauptungen in keiner Art und Weise substanziiert. Auch in diesem Punkt setzt sich der Beschwerdeführer nur unzureichend mit dem angefochtenen Urteil auseinander und weist nicht nach, dass er sein Vorbringen bereits im kantonalen Verfahren ausreichend substanziiert hat. Im bundesgerichtlichen Verfahren behauptet er einzig, der Verdacht gegenüber seinen Brüdern sei erhärtet, da die Kindsmutter anlässlich der Ferien mit ihnen zusammengetroffen sei. Es liege daher nahe, dass es zu Kontakten gekommen sei. Diese Ausführungen gehen über appellatorische Kritik nicht hinaus, so dass darauf nicht einzutreten ist (Art. 90 Abs. 1 lit. b OG). Im Übrigen belegt der Beschwerdeführer nicht einmal ansatzweise, dass die fraglichen Ferien während der möglichen Empfängniszeit stattgefunden haben.