Citation: 6P.144/2004 10.01.2005 E. 3.1

Der Beschwerdeführer macht geltend, das Kantonsgericht habe die allfällig neuen Beobachtungen und Erkenntnisse des inzwischen ver-storbenen Hausarztes der Familie des Beschwerdeführers betreffend den Gesundheitszustand der Stieftochter willkürlich als nicht erheblich beurteilt. Der Hausarzt habe von sich aus beim kantonalen Gesund-heitsrat um Befreiung vom Arztgeheimnis nachgesucht und dabei u.a. ausgeführt: "Aufgrund meiner Unterlagen und meiner Erinnerungen muss ich jedoch feststellen, dass ich in der Zeit von ca. Dezember 1993 bis jetzt die Hauptzeugin, nämlich Y.________, 28.12.1984[,] mehrere Male in variablen Abständen in Begleitung von Mutter oder Stiefvater oder alleine als Patientin oder nur die Eltern begleitend in meiner Sprechstunde gesehen habe. Ca. 1993 stellte ich zum ersten Mal gewisse Auffälligkeiten bei Y.________fest. Sie machte in variablem Ausmass einen extrem verträumten Eindruck, die Mutter gab an[,] dass es immer wieder Probleme in der Schule gebe, da Y.________ wegen ihrer überbordenden Phantasie quasi viel lüge, Mitschüler austrickse etc. Ich muss zusammen mit vielen anderen kleinen Details insgesamt festhalten, dass schon damals der Anfang jener Entwicklung offenbar wurde, welche leider schlussendlich in der jetzigen schweren psychischen Erkrankung, nämlich einer rezidivie-renden psychischen Störung bei Verdacht auf kombinierte Persön-lichkeitsstörung mit emotional instabilen und dissozialen Zügen vom Borderline Typ bei konkomitierender Politoxikomanie, endete. Zum Zeitpunkt der Einvernahme muss meines Erachtens diese Erkrankung schon in entscheidendem Ausmasse bestanden haben, vielleicht ohne spezielle Beobachtung nicht offensichtlich auffällig, aber doch sicher soweit, dass ich einfach nicht annehmen kann, dass sie als absolut glaubhafte und zuverlässige, stabile und vertrauenswürdige Haupt-zeugin akzeptiert werden kann". Indem das Kantonsgericht in antizipierter Beweiswürdigung den Beizug der Krankengeschichte der Stieftochter und eine Expertise über deren Gesundheitszustand im Frühjahr 1999 ablehnte, sei es in Willkür verfallen. 3.2 Das Kantonsgericht hatte bereits anlässlich der Berufungs-verhandlung Kenntnis von verschiedenen psychischen Problemen der Stieftochter. Derartige Probleme hatten denn auch die Gerichts-behörden veranlasst, die Aussagen der Stieftochter einer Glaub-haftigkeitsbegutachtung zu unterziehen, was angesichts von Umfang und Qualität der einlässlichen Aussagen der damals bereits gut 14-jährigen Stieftochter grundsätzlich nicht notwendig gewesen wäre . Das zitierte Schreiben des Hausarztes zielt lediglich darauf ab, die allgemeine Glaubwürdigkeit der Zeugin anzuzweifeln. Inwiefern die Krankengeschichte der Stieftochter bzw. eine Expertise über deren Gesundheitszustand im Frühjahr 1999 das einlässliche und über-zeugende Glaubhaftigkeitsgutachten ernsthaft in Frage stellen könnten, legt der Beschwerdeführer nicht dar. Unter diesen Um-ständen durfte das Kantonsgericht die beantragten Beweismittel willkürfrei als für den Entscheid nicht erheblich betrachten. Dasselbe gilt hinsichtlich der "bislang nicht bekannten Verhaltens-muster" des Opfers, die von zwei ehemaligen Lehrern bezeugt werden könnten und auch hinsichtlich des Dossiers der Schulgemeinde und Vormundschaftsbehörde G.________ sowie die Akten der Jugendanwaltschaft. Denn auch die Aussagen der Lehrer wie die angerufenen Akten erlaubten bloss Schlüsse bezüglich der allgemeinen Glaubwürdigkeit des Opfers.