Citation: 1C_459/2023 E. 8.1

8.1. Die Beschwerdeführenden sind der Auffassung, die Immissionsgrenzwerte für nichtionisierende Strahlung würden auf Personengruppen mit erhöhter Empfindlichkeit nicht hinreichend Rücksicht nehmen und vernachlässigten die nichtthermischen Wirkungen. Sie machen geltend, nach Art. 14 USG sei auch die Erfahrung zu berücksichtigen, und verweisen auf Erfahrungsberichte von elektrosensiblen Personen. Weiter führen sie eine grosse Zahl von Studien, Vorträgen und Fachliteratur an, worin sie den Beleg dafür zu erkennen glauben, dass dem Vorsorgeprinzip in der bundesgerichtlichen Rechtsprechung nicht hinreichend Rechnung getragen werde. Die notorisch wiederholte Behauptung des BAFU, beim gegenwärtigen Ausbaustandard unterscheide sich 5G nicht von seinen Vorgängern, sei nicht haltbar. Zu 5G gebe es im realen Betrieb noch keine Forschungserkenntnisse. Die Menschen würden gegen ihren Willen zu medizinischen Experimenten gezwungen. Die flächendeckende Einführung von Mobilfunk und insbesondere von 5G verletze Art. 2, 3, 5, 6, 8, 13 und 14 EMRK. Weiter zweifeln sie die Fachkompetenz des BAFU an und kritisieren, es ignoriere einen Newsletter von BERENIS (der Beratenden Expertengruppe NIS, s. dazu E. 8.2 hiernach) vom Januar 2001, der Hinweise auf oxidativen Stress enthalte.