Citation: 6B_460/2020 E. 8.4.1

8.4.1. Dies gilt zunächst, soweit der Beschwerdeführer rügt, die Vorinstanz habe dem Strafmilderungsgrund gemäss Art. 48 lit. e StGB sowie der Verletzung des Beschleunigungsgebots nicht genügend Rechnung getragen. Nach der Rechtsprechung sind die Verletzung des Beschleunigungsgebots, bei welchem die Verfahrensdauer und das Verhalten der Behörden im Zentrum stehen, und der Strafmilderungsgrund gemäss Art. 48 lit. e StGB, welcher auf das verminderte Strafbedürfnis infolge Zeitablaufs seit der Tat abstellt, auseinanderzuhalten. Sind die Voraussetzungen beider Bestimmungen erfüllt, sind sie dementsprechend nebeneinander anzuwenden (Urteil 6B_260/2020 vom 2. Juli 2020 E. 2.3.5 mit Hinweisen). Der Strafmilderungsgrund von Art. 48 lit. e StGB (vgl. aArt. 64 Abs. 8 StGB [AS 54 757]) ist unter dem Geltungsbereich des seit 1. Oktober 2002 in Kraft stehenden neuen Verjährungsrechts nach der Rechtsprechung in jedem Fall anzunehmen, wenn mindestens zwei Drittel der Verjährungsfrist abgelaufen sind (BGE 140 IV 145 E. 3.1; Urteil 6B_1053/2018 vom 26. Februar 2019 E. 3.3; je mit Hinweisen). Die Vorinstanz hat die Gesetzesbestimmung von Art. 48 lit. e StGB zwar nicht explizit genannt (angefochtenes Urteil S. 270, 292), doch hat sie in der Sache die lange Verfahrensdauer und dabei insbesondere den Umstand, dass bei den meisten Delikten mehr als 2/3 der Verjährung verstrichen waren oder gewisse inkriminierte Handlungen kurz vor der Verjährung standen, als Strafmilderungsgrund anerkannt (angefochtenes Urteil S. 270). Sie hat dementsprechend ihre Strafzumessung u.a. in Anwendung der Art. 47 f. StGB vorgenommen (angefochtenes Urteil S. 270, 292). Darüber hinaus hat sie auch die Verletzung des Beschleunigungsgebots hinreichend berücksichtigt. Wie die Vorinstanz in diesem Kontext zutreffend annimmt, verletzt die Verfahrensdauer von rund 13 Jahren seit der Verfahrenseröffnung im Jahre 2006 bis zum Vorliegen des zweitinstanzlichen Urteils das Beschleunigungsgebot, zumal es nach der Eröffnung offenbar mehr als vier Jahre gedauert hat, bis nennenswerte Untersuchungshandlungen stattgefunden haben (angefochtenes Urteil S. 39, 270). Als Sanktionen für eine Verletzung des Beschleunigungsgebotes fallen nach der Rechtsprechung die Berücksichtigung bei der Strafzumessung, die Schuldigsprechung bei gleichzeitiger Strafbefreiung oder in extremen Fällen - als ultima ratio - die Einstellung des Verfahrens in Betracht. Die Herabsetzung der Strafe um 18 Monate trägt im vorliegenden Fall den Verfahrensverzögerungen hinreichend Rechnung und liegt jedenfalls im Rahmen des der Vorinstanz zustehenden Spielraums des Ermessens, in welches das Bundesgericht auch in diesem Bereich nur mit Zurückhaltung eingreift (BGE 143 IV 373 E. 1.4.1; 133 IV 158 E. 8; Urteil 6B_979/2020 vom 2. Dezember 2020 E. 1.2.1; je mit Hinweisen). Damit trägt sie insbesondere dem Umstand Rechnung, dass anders als zu Beginn des Verfahrens keine grösseren, zu Lasten der Behörden gehenden Verfahrensverzögerungen zu verzeichnen sind. Die Gesamtlänge des Verfahrens mag mit 13 bzw. nunmehr 14 Jahren als lang erscheinen. Doch ist zu berücksichtigen, dass das Verfahren angesichts dessen Umfangs mit fünf Beschuldigten, vier Privatklägern und zwei Berufungsklägern von ausserordentlicher Komplexität war, so dass dessen Dauer noch in einem Rahmen liegt, dem mit einer Strafreduktion angemessen Rechnung getragen werden kann. Nach ständiger Rechtsprechung ist das Sachgericht allerdings verpflichtet, die Verletzung des Beschleunigungsgebotes im Dispositiv seines Urteils ausdrücklich festzuhalten (BGE 137 IV 118 E. 2.2; 136 I 274 E. 2.3; Urteile 6B_46B_441/2019 vom 12. September 2019 E. 3.1; 6B_1303/2018 vom 9. September 2019 E. 1.2; je mit Hinweisen). Dies hat die Vorinstanz unterlassen. Sie wird ihr Urteil insofern gegebenenfalls zu berichtigen haben (Art. 83 StPO; Verfügung 6B_1013/2016 vom 3. Oktober 2016 E. 3).