Citation: 4A_230/2022 E. 8.1.1

8.1.1. Die Erstinstanz habe zur Frage, ob zwischen der E.________ AG oder der G.________ S.p.A. einerseits und der H.________ S.p.A. bzw. der I.________ S.p.A. andererseits eine vertragliche Beziehung bestanden habe, Beweise abgenommen. Im Rahmen der Beweiswürdigung habe sie neben weiteren Urkunden und Zeugenaussagen (darunter der Zeuge R.________, einziger Verwaltungsrat der G.________ S.p.A. von 2001 bis 2010) wesentlich auf ein Schreiben der H.________ S.p.A. vom 2. März 2010 sowie ein Schreiben der I.________ S.p.A. vom 22. Februar 2010 abgestellt. Die H.________ S.p.A. habe im betreffenden Schreiben ausgeführt, sie habe nie irgendwelche Güter von der E.________ AG und/oder der G.________ S.p.A. erworben. Die I.________ S.p.A. habe ausgeführt, sie habe noch nie eine Geschäftsbeziehung mit der E.________ AG und/oder der G.________ S.p.A. unterhalten. Sogar die Beschwerdeführerin selbst habe eingeräumt, dass die E.________ AG in keiner Vertragsbeziehung zu H.________ S.p.A. und I.________ S.p.A. gestanden habe, obwohl in der Korrespondenz mit der Beschwerdegegnerin explizit ein Grundgeschäft mit der E.________ AG genannt worden sei. Aufgrund dieser Beweismittel hätten bei der Erstinstanz keine Zweifel bestanden, dass weder die E.________ AG noch die G.________ S.p.A. über Vertragsbeziehungen zu H.________ S.p.A. bzw. I.________ S.p.A. verfügt hätten. Die Erstinstanz habe sich diesbezüglich auch mit der Frage befasst, ob die Beschwerdeführerin die beiden Auftragsbestätigungen gefälscht habe. Sie habe festgestellt, dass der runde Stempel "G.________ s.p.a. W.________ - Italy", der in den von der Beschwerdeführerin genutzten Büroräumlichkeiten der E.________ AG sichergestellt worden sei, nicht den Stempeln entsprochen habe, welche die G.________ S.p.A. effektiv verwendet habe. Zudem hätten echte Auftragsbestätigungen der G.________ S.p.A. in verschiedener Hinsicht ein anderes Erscheinungsbild gehabt. Im Umstand, dass das in den Räumlichkeiten der E.________ AG sichergestellte Original der Auftragsbestätigung betreffend H.________ S.p.A. keinen G.________ S.p.A.-Stempel aufgewiesen habe, habe sie ein starkes Indiz dafür gesehen, dass das Dokument in den Räumlichkeiten der E.________ AG fabriziert worden sei. In Würdigung der abgenommenen Beweise sei sie zum Schluss gelangt, dass die Beschwerdeführerin die beiden Auftragsbestätigungen in den Büroräumlichkeiten der E.________ AG habe erstellen lassen und unten rechts einen nachgeahmten Stempel der G.________ S.p.A. und darunter die vermeintliche Unterschrift von deren Geschäftsführer, R.________, sowie den Vermerk für die beiden Kunden H.________ S.p.A. und I.________ S.p.A. und die dazugehörigen Unterschriften habe anbringen lassen. Nicht erwiesen sei, dass die Beschwerdeführerin die Unterschriften eigenhändig gefälscht habe.