Citation: 6B_985/2023 E. 1.3

1.3. Die Vorinstanz erachtet es betreffend die Unfallstelle bzw. deren Signalisation als unbestritten, dass der quer zur Skipiste Nr. xxx verlaufende Graben im Unfallzeitpunkt mit drei gelb-schwarzen Markierungsstangen mit einem zehn Meter langen Wimpelseil (mit schwarz gelben Wimpeln) gekennzeichnet gewesen sei, wobei die gelb-schwarzen Markierungsstangen parallel zur Piste angebracht gewesen seien. Ebenso sei unbestritten, dass der rote Pistenmarkierungspfosten mit oranger Einfärbung (30 cm; pag. 268 lit. c) im Unfallzeitpunkt nicht vorhanden gewesen und erst später an dieser Stelle eingesteckt worden sei. Dies ergebe sich sowohl aus den nach dem Unfall erstellten Fotoaufnahmen, sowie aus den Aussagen der Beteiligten. Unbestritten seien auch die guten Wetter- und Sichtverhältnisse am Unfalltag sowie die Tatsachen, dass die Piste flach gewesen sei und es zuvor frisch geschneit habe. Die Vorinstanz hält fest, die Markierungen und Sicherungen am Unfalltag würden - mit Ausnahme des roten Pfostens mit oranger Einfärbung - mit den auf der Fotodokumentation der Polizei ersichtlichen Markierungen und Sicherungen übereinstimmen. Auf der Übersichtsaufnahme in Richtung der Unfallstelle (pag. 264) sei die präparierte Piste bzw. deren seitliche Begrenzung eindeutig erkennbar. Am Rand der präparierten Piste seien jeweils rot-orange Pfosten ersichtlich. Die Pfosten würden die seitliche Begrenzung der Piste markieren und je nach Umfang der orangen Einfärbung jeweils auf den rechten oder linken Pistenrand hinweisen. Die Übersichtsaufnahme vor der Unfallstelle (pag. 265) zeige parallel zur Piste rechts eine rot-orange Markierungsstange, gefolgt von drei ebenfalls parallel zur Piste verlaufenden schwarz-gelben Markierungsstangen mit Wimpelseil. Zudem lasse sich die Abgrenzung der präparierten Piste anhand des danebenliegenden Neuschnees erkennen. Die Nahaufnahme der Situation vor dem Chalet X.________ (pag. 266) zeige, dass bereits bei örtlicher Annäherung an den Unfallort (aus einer gewissen Distanz) die sich bei der Unfallstelle befindenden schwarz-gelben Markierungspfosten ersichtlich seien. Die das Y.________ signalisierenden schwarz-gelben Stangen seien deutlich erkennbar gewesen. Aus der Nahaufnahme vor der Unfallstelle (pag. 267 und 268) sei ersichtlich, dass der durch die Pistenpräparationsmaschine aufgeschobene erhöhte Rand in einer Linie mit den schwarz-gelben Markierungsstangen verlaufe und deute bereits an dieser Stelle darauf hin, dass die präparierte Piste links von den schwarz-gelben Markierungsstangen zu passieren sei. Die schwarz-gelben Markierungsstangen mit Wimpelseil seien deutlich erkennbar. Auf der Nahaufnahme (pag. 270) erkenne man eine deutliche Abgrenzung zwischen der linksseitig präparierten Piste und dem nichtpräparierten (Neu-) Schnee. Auf der rechten Seite der schwarz-gelben Markierungsstangen seien hinter dem Grabenrand diverse herausragende Äste ersichtlich, die auf einen Geländeabfall hindeuteten. Deutlich erkennbar sei, dass sich der durch Spuren der Schneesportler geschaffene Weg (sog. Nebenweglein) ausserhalb der präparierten Piste befinde und dass die Spuren der Schneesportler vor den schwarz-gelben Markierungsstangen links auf die präparierte Piste zurückführten. Auch auf den Fotoaufnahmen der Patrouilleure (pag. 98 ff.) sei erkennbar, dass auf der linken und rechten Seite des durch die Schneesportler geschaffenen Wegs Neuschnee liege und dass dieser Weg vor den schwarz-gelben Markierungsstangen wieder zurück auf die Piste führe. Auf den Fotoaufnahmen der Unfallstelle von oben sei wegen des Neuschnees deutlich erkennbar, dass nur eine einzige Fahrspur - diejenige der Verunfallten - in Richtung des Grabens führe (pag. 30 lit. c). Gemäss Aussage der hinter der Verunfallten fahrenden I.________ habe diese gemeint, es habe dort ein Nebenweglein. Sie seien vorgängig bereits zwei Mal an anderen Stellen gemeinsam neben der Piste gefahren. Die Verunfallte habe kurz angebremst bzw. angestemmt, um in dieses Nebenweglein einzufahren. Sie selbst sei der normalen Piste gefolgt, sei dann auf der gleichen Höhe gefahren wie die Verunfallte und habe aus dem Augenwinkel gesehen, wie die Verunfallte in die Mulde gefallen sei. Aus den Ausführungen von I.________ gehe hervor, dass sie sehr wohl zwischen der präparierten Piste und einem neben der Piste führenden Weg unterscheiden könne. Nicht nur I.________, auch sämtliche Zeugen und Auskunftspersonen hätten übereinstimmend angegeben, der Unfallort habe sich neben der Piste befunden; dies zeige, dass alle den Pistenverlauf und Pistenrand als solchen erkannt hätten. Gestützt darauf geht die Vorinstanz davon aus, die Verunfallte habe bewusst kurz vor dem Chalet X.________ kurz angebremst, die präparierte Piste verlassen und sei neben dieser weiter gefahren. Sämtliche Spuren, die von den im Randbereich der Piste abschwingenden Skifahrern entstanden und das sogenannte Nebenweglein gebildet hätten, hätten vor den schwarz-gelben Markierungsstangen wieder zurück auf die Piste geführt; das Nebenweglein habe somit wieder zurück auf die Piste geführt. Rechts von der schwarz-gelben Markierung habe es keine weiteren Spuren in Richtung Graben gehabt. Nur die Spur der Verunfallten habe weiter in Richtung des parallel zur Piste markierten Grabens geführt. Dies sei auf der Fotodokumentation ersichtlich und entspreche auch der Beobachtung von K.________, der als Erster versucht habe, die Verunfallte zu bergen. Nach einer Gesamtwürdigung der Beweismittel erachtet es die Vorinstanz als erstellt, dass der Pistenverlauf und der Pistenrand erkennbar und die Gefahrenstelle mit parallel zur Piste angebrachten schwarz-gelben Markierungsstangen mit dazwischen gespanntem Seil mit schwarz-gelben Wimpeln gekennzeichnet gewesen seien, wobei diese Signalisation sowohl aus einer gewissen Distanz von der Piste als auch vom Nebenweglein aus gut sichtbar gewesen sei. Ebenso hält es die Vorinstanz für erstellt, dass die Verunfallte bewusst die markierte Piste verlassen habe, nach rechts in ein durch abschwingende Skifahrer gebildetes Nebenweglein eingebogen sei und von diesem nicht den Spuren der anderen Skifahrer folgend wieder auf die Piste eingeschwungen sei, sondern weiter im Neuschnee auf den Graben zugefahren sei.