Citation: 1C_275/2016 E. 3.2

3.2. Das Verwaltungsgericht hat dazu, ausgehend von den tatsächlichen Feststellungen des Strafbefehls, erwogen (E. 4.3 und 4.4 S. 8 ff.), der auf der linken Fahrspur in Richtung Chur fahrende Lenker habe nicht damit rechnen müssen, dass der ihn rechts überholende Beschwerdeführer unmittelbar vor dem "Reichenburger Kreuz" die Spur wechseln würde. Dazu sei aufgrund der Feststellungen der erfahrenen Polizeibeamten davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer zu schnell gefahren sei. Das spreche gegen die Annahme, dass die Verkehrssicherheit durch das Manöver des Beschwerdeführers nur in geringem Mass gefährdet worden sei. In Bezug auf das Verschulden behaftete das Verwaltungsgericht den Beschwerdeführer auf sein Zugeständnis in der polizeilichen Befragung direkt nach seiner Anhaltung, dass er von Anfang an nach Reichenburg (wozu er in die linke Fahrspur in Richtung Chur hätte einspuren müssen) fahren wollte und die Aussage, er habe, nachdem er rechts an den beiden Fahrzeugen vorbeigefahren sei, spontan das Fahrziel gewechselt, eine blosse Ausrede darstelle. Es ging somit davon aus, dass der Beschwerdeführer nicht die Geduld hatte, sich hinter dem Lastwagen und dem Personenwagen auf der linken Fahrspur einzureihen, sondern diese bewusst rechts überholte. Dies könne nicht als leichte Unaufmerksamkeit und nicht als leichtes Verschulden qualifiziert werden. Es sei mithin von einer mittelschweren Widerhandlung auszugehen.