Citation: 4C.68/2005 29.04.2005 E. 1

Der Kläger ist der Ansicht, das Urteil der Vorinstanz verletze Art. 337 und 337c OR. Zur Begründung führt er im Wesentlichen aus, bereits der ordentlichen Kündigung und der Freistellung liege derselbe Sachverhalt zugrunde, mit dem die Beklagte die fristlose Kündigung rechtfertige. Indem sie den Kläger in Kenntnis der gesamten Umstände freigestellt habe, statt eine fristlose Kündigung auszusprechen, habe sie auf die Möglichkeit der fristlosen Entlassung verzichtet, zumal der Kläger bereits vor der Freistellung "Breitseiten" gegen seinen Vorgesetzten abgeschossen habe. Umstände, die im Zeitpunkt der Freistellung noch nicht bekannt waren und eine fristlose Kündigung zu rechtfertigen vermöchten, lägen keine vor. Nach der Freistellung habe sich der Kläger lediglich mit einem Schreiben an neun Arbeitskolleginnen und -kollegen gewandt und einlässlich seine Sicht der Dinge dargestellt. Wohl habe er sich zur Person seines Vorgesetzten geäussert und diesem die erforderlichen Eigenschaften als "Vorgesetzter" abgesprochen. Der dabei verwendete Ausdruck "Amoklauf" umschreibe dabei nichts anders, als was der Kläger im Schreiben ausführlich dargelegt habe. Ausserdem habe er die Arbeitskollegen weiterhin zu loyalem Arbeitseinsatz aufgefordert. Das Schreiben habe der Beklagten nicht Schaden können, da die Arbeitskollegen um den Konflikt bereits wussten. Allenfalls sei die Angelegenheit an die Vorinstanz zurückzuweisen, um die konkreten Auswirkungen des Schreibens abzuklären. Jedenfalls habe die Beklagte aber mit der Kündigung zu lange zugewartet und dadurch das Recht zur fristlosen Auflösung des Arbeitsverhältnisses verwirkt.