Citation: 6A.58/2005 22.11.2005 E. 2

2.1 Der Beschwerdeführer macht geltend, der Grund für die Verwahrung sei weggefallen. Das Verwaltungsgericht habe zwar zur Kenntnis genommen, dass sich seine Persönlichkeit verändert habe. Es sei aber von den positiv lautenden Stellungnahmen des Gutachters und des Therapeuten ohne triftige Gründe abgewichen. Sein Therapeut habe im Bericht vom 10. September 2001 bestätigt, dass keine besondere Rückfallgefahr mehr bestehe, dass er offener und spontaner kontakt- und beziehungsfähig geworden sei und dass ein entscheidender Veränderungsprozess in seiner Persönlichkeit eingetreten sei und er einen anderen Bezug zu sich selbst gefunden habe. Auch das neue psychiatrische Gutachten vom 28. Februar 2003 sei vom Verwaltungsgericht nur einseitig zu seinen Ungunsten gewürdigt worden. Aus dieser Begutachtung ergebe sich ebenfalls, dass sich eine klare Veränderung in seinem Verhalten gezeigt habe. Eventualiter wendet sich der Beschwerdeführer dagegen, dass das Verwaltungsgericht entgegen den Empfehlungen des psychiatrischen Gutachtens Hafterleichterungen mit dem Hinweis auf Flucht- und Rückfallgefahr verweigert hat. 2.2 Das Verwaltungsgericht erwägt, sämtliche mit dem Beschwerdeführer befassten Strafgerichte seien von einer bei ihm diagnostizierten Persönlichkeitsstörung ausgegangen. So habe namentlich das Bundesgericht in seinem Entscheid vom 6. Juli 2000 (6S.848/1999, E. 3b) ausgeführt, der Beschwerdeführer verkenne offensichtlich den Schweregrad seiner Persönlichkeitsstörung, die auch heute noch als entscheidender Faktor der sexuellen Delinquenz anzusehen sei. Dementsprechend sei dem Beschwerdeführer im Strafverfahren einerseits eine herabgesetzte Zurechnungsfähigkeit und andererseits eine Sozialgefährlichkeit attestiert worden, welche die Anordnung einer Verwahrung erfordere. Diese festgestellte Massnahmebedürftigkeit bilde den Ausgangspunkt für die Frage, ob sich die Verhältnisse seither massgeblich verändert hätten. Gestützt auf das psychiatrische Gutachten des Psychiatriezentrums Luzern-Stadt vom 28. Februar 2003 und die Stellungnahme der FKGS vom 22. Juli 2003 gelangt das Verwaltungsgericht zum Schluss, der Grund für die Verwahrung sei weder vollständig noch teilweise weggefallen, weshalb der Beschwerdeführer auch nicht probeweise aus der Anstalt entlassen werden könne. Im Wesentlichen führt es aus, es werde nicht verkannt, dass die bisher durchgeführte Einzeltherapie erste Wirkungen gezeigt habe. Die FKGS habe aber in ihrer aktuellen Stellungnahme ihre frühere Einschätzung erneuert, wonach zusätzlich eine deliktsorientierte Gruppentherapie unerlässlich und dringend geboten sei. Auch das neueste Gutachten habe hinsichtlich der Störung der Sexualpräferenz bzw. der paraphilen Veranlagung festgestellt, diese seien noch nicht hinreichend bearbeitet worden. Selbst der Therapeut des Beschwerdeführers habe in seiner Stellungnahme die Aufnahme seines Klienten in eine deliktszentrierte Gruppentherapie in Kombination mit der bestehenden Einzeltherapie in Aussicht gestellt, sobald die Voraussetzungen in der Strafanstalt Lenzburg gegeben seien. Eine solche Therapie sei aber bis heute nicht in Angriff genommen worden. Unter diesen Umständen könne der Beschwerdeführer aber nicht als hinreichend therapiert gelten, so dass die Rückfallgefahr nach wie vor bestehe. Diese sei im Hinblick darauf zu würdigen, dass der Beschwerdeführer in verschiedenen Deliktsperioden eine Vielzahl von Frauen physisch beeinträchtigt und vor allem psychisch schwerwiegend verletzt sowie auch in der Zwischenzeit deutlich Gewaltbereitschaft gezeigt habe. Das öffentliche Schutzinteresse sei in einem solchen Fall entsprechend hoch einzustufen.