Citation: 1C_173/2022 E. 8.1

8.1. Ob die Anpassung eines Nutzungsplans an veränderte Verhältnisse gerechtfertigt ist, beurteilt sich nach ständiger Rechtsprechung aufgrund einer Interessenabwägung. Dabei ist auf der einen Seite die Notwendigkeit einer gewissen Stabilität nutzungsplanerischer Festlegungen zu beachten, auf der anderen Seite das Interesse, die Pläne an eingetretene Veränderungen anzupassen. Zu berücksichtigen sind insbesondere die bisherige Geltungsdauer des Nutzungsplans, das Ausmass seiner Realisierung und Konkretisierung, das Gewicht des Änderungsgrunds, der Umfang der beabsichtigten Planänderung und das öffentliche Interesse daran (BGE 148 II 417 E. 3.2; 140 II 25 E. 3.1; je mit Hinweisen; vgl. auch Urteil 1C_249/2021 vom 12. Juli 2022 E. 2.1). Ebenso sind die Auswirkungen der Planänderung auf die Nutzungsmöglichkeiten der Eigentümer zu berücksichtigen. Je stärker diese Möglichkeiten eingeschränkt werden, desto gewichtiger müssen die Gründe für eine Planänderung sein (BGE 113 Ia 444 E. 5b; WALDMANN/HÄNNI, Raumplanungsgesetz, 2006, N. 20 zu Art. 21 S. 512).