Citation: 2P.170/2000 27.10.2000 E. 1

1.- Das Bundesgericht prüft die Zulässigkeit der bei ihm eingereichten Beschwerden von Amtes wegen und mit freier Kognition (BGE 125 II 293 E. 1 a S. 299, mit Hinweisen). a) Gegenstand des angefochtenen Entscheides sind vorab die Anordnung der psychiatrischen Begutachtung der Beschwerdeführerin sowie die Bestätigung des beauftragten Gutachters. Gemäss Art. 87 Abs. 1 OG in der seit 1. März 2000 geltenden Fassung vom 8. Oktober 1999 ist die staatsrechtliche Beschwerde gegen selbständig eröffnete Vor- und Zwischenentscheide über die Zuständigkeit und über Ausstandsbegehren zulässig. Diese Entscheide können später nicht mehr angefochten werden. Gegen andere selbständig eröffnete Vor- und Zwischenentscheide ist sie nur zulässig, wenn dadurch ein nicht wiedergutzumachender Nachteil bewirkt wird. Nach der Rechtsprechung zur früheren Regelung wurde als Endentscheid jeder Entscheid qualifiziert, der ein Verfahren vorbehältlich der Weiterziehung an eine höhere Instanz abschliesst, sei es durch einen Entscheid in der Sache selbst (Sachentscheid), sei es aus prozessualen Gründen (Prozessentscheid). Als Zwischenentscheide galten dagegen jene Entscheide, die das Verfahren nicht abschliessen, sondern bloss einen Schritt auf dem Weg zum Endentscheid darstellen, gleichgültig, ob sie eine Verfahrensfrage oder vorausnehmend eine Frage des materiellen Rechts zum Gegenstand haben (BGE 123 I 325 E. 3b S. 327; 117 Ia 251 E. 1a S. 253; 116 Ia 181 E. 3a S. 183). Art. 87 OG in der revidierten Fassung vom 8. Oktober 1999 spricht nicht mehr nur von Zwischenentscheiden, sondern zusätzlich von Vorentscheiden, ohne dass damit eine Änderung der bisherigen Rechtslage beabsichtigt gewesen wäre. Es sollte vielmehr nur zum Ausdruck gebracht werden, dass derartige Entscheide, die nur eingeschränkt mit staatsrechtlicher Beschwerde anfechtbar sind, materielle oder prozessuale Fragen zum Gegenstand haben können (BBl 1999, 7922/7938). Der angefochtene Entscheid stellt einen Schritt im Rahmen des Verfahrens betreffend die Überprüfung der an die Beschwerdeführerin erteilten Bewilligung zur selbständigen ärztlichen Tätigkeit dar. Soweit damit die Befangenheit des von der Gesundheitsdirektion bestimmten Gutachters verneint wird, ist nach Art. 87 Abs. 1 OG ein anfechtbarer Zwischenentscheid gegeben. Diese Bestimmung führt im Übrigen die Praxis zur altrechtlichen Regelung weiter, wonach die staatsrechtliche Beschwerde gegen Zwischenentscheide gerichtsorganisatorischer Natur, namentlich Entscheide über die Zusammensetzung der entscheidenden Behörde, ohne weiteres zugelassen wurde (BGE 124 I 255 E. 1b S. 259 f.). Hierzu gehörten auch Entscheide betreffend die Ablehnung eines Gerichtsexperten (vgl. Walter Kälin, Das Verfahren der staatsrechtlichen Beschwerde, Bern 1994, S. 345; Thomas Geiser/Peter Münch, Prozessieren vor Bundesgericht, 2. Auflage, Basel 1998, N 2.18 S. 65). Die Anordnung des Gutachtens selber kann demgegenüber nur insofern selbständig angefochten werden, als dadurch ein nicht wieder gutzumachender Nachteil rechtlicher Natur bewirkt werden kann, d.h. es muss ein Nachteil vorliegen, der auch durch einen der Beschwerdeführerin günstigen (bundesgerichtlichen) Endentscheid nicht mehr zu beheben wäre (Art. 87 Abs. 2 OG; BGE 123 I 325 E. 3b S. 327 f.; 117 Ia 247 E. 3 S. 249). Dies ist vorliegend zu bejahen: Die psychiatrische Begutachtung ist als schwerer Eingriff in die Persönlichkeit der betroffenen Person einzustufen, um so mehr, wenn sie wie vorliegend gegen deren Willen angeordnet wird. Wohl könnte sich die Beschwerdeführerin einer Untersuchung widersetzen, doch hätte dies, wie im Übrigen ausdrücklich angedroht, zur Folge, dass aufgrund der bestehenden Aktenlage über ihre berufliche Zukunft entschieden würde. Zu berücksichtigen ist dabei insbesondere auch, dass dem Bundesgericht im Verfahren der staatsrechtlichen Beschwerde gegen einen nachteiligen kantonalen Endentscheid vorab in tatsächlicher Hinsicht nur eine eingeschränkte Überprüfungsbefugnis zusteht (Art. 9 BV). b) Nach Art. 90 Abs. 1 lit. b OG muss die Beschwerdeschrift die wesentlichen Tatsachen und eine kurz gefasste Darlegung darüber enthalten, welche verfassungsmässigen Rechte bzw. welche Rechtssätze und inwiefern sie durch den angefochtenen Erlass oder Entscheid verletzt worden sind. Das Bundesgericht prüft nur klar und detailliert erhobene und, soweit möglich, belegte Rügen (BGE 110 Ia 1 E. 2a S. 3f; 125 I 71 E. 1c S. 76). Soweit die Beschwerdeführerin auf die Wirtschaftsfreiheit (Art. 27 BV) verweist, stellt sie selber in Abrede, dass sich im vorliegenden Verfahren hieraus etwas zu ihren Gunsten ableiten lasse, und verzichtet auf weitere Ausführungen. Auf die Beschwerde ist daher in diesem Punkt nicht einzutreten. Gleiches gilt in Bezug auf die lediglich pauschal erhobenen Rügen der Verletzung der Privatsphäre nach Art. 8 EMRK sowie Art. 17 UNO-Pakt II, zumal die Beschwerdeführerin es insbesondere unterlässt darzulegen, inwiefern sich aus diesen Bestimmungen ein weitergehender Schutz ergeben sollte als aus den angerufenen Verfassungsbestimmungen. c) Auf die Beschwerde ist aber auch insofern nicht einzutreten, als die Beschwerdeführerin mehr verlangt als die Aufhebung des angefochtenen Entscheides. Die staatsrechtliche Beschwerde ist, von hier nicht in Betracht fallenden Ausnahmen abgesehen, rein kassatorischer Natur (BGE 125 I 104 E. 1b S. 107).