Citation: 5P.331/2005 01.12.2005 E. 3

3.1 Einen Verstoss gegen das Willkürverbot erblickt der Beschwerdeführer einmal darin, dass das Obergericht bei der Beurteilung der Unterhaltsfrage unterlassen habe, die Kriterien von Art. 125 ZGB mit einzubeziehen, obwohl es sie aus einem zweifachen Grund hätte berücksichtigen müssen: Zum einen sei vorliegend mit der Wiederaufnahme des gemeinsamen Haushaltes eindeutig nicht mehr zu rechnen, und zum andern handle es sich hier nicht um eine Hausgattenehe, sondern um eine klassische kinderlose Doppelverdienerehe. Die Beschwerdegegnerin habe schon vor der Heirat als Sekretärin gearbeitet und tue dies noch immer, so dass sich für sie überhaupt keine ehebedingten Nachteile ergäben. Angesichts dessen hätte das Obergericht die Kriterien von Art. 125 ZGB beachten müssen und nicht den Überschuss des Gesamteinkommens der Parteien hälftig aufteilen dürfen. 3.2 Es trifft zu, dass das Bundesgericht in dem vom Beschwerdeführer angerufenen Entscheid, der ebenfalls ein Eheschutzverfahren betroffen hatte, erklärte, es erscheine in einem Fall, wo mit einer Wiederaufnahme des gemeinsamen Haushaltes nicht mehr ernsthaft zu rechnen sei, als sachgerecht, bei der Beurteilung des Unterhalts, insbesondere der Frage der Wiederaufnahme oder Ausdehnung einer Erwerbstätigkeit, die für den nachehelichen Unterhalt geltenden Kriterien von Art. 125 ZGB mit einzubeziehen (BGE 128 III 65 E. 4a S. 68). In BGE 130 III 537 (E. 3.2 S. 542 mit Hinweisen) wurde alsdann darauf hingewiesen, dass auf die bundesgerichtlichen Richtlinien zum Scheidungsunterhalt nach Eintritt der Rechtshängigkeit des Scheidungsprozesses stärker abzustellen sei als im Eheschutzverfahren. Das Obergericht ist der Ansicht, es wäre zu kurz gegriffen, die Unterhaltsbeiträge im Eheschutzverfahren, das nicht die Wiederherstellung des ehelichen Zusammenlebens, sondern die Regelung des Getrenntlebens bis zur Scheidung bezwecke, ausschliesslich nach den Kriterien von Art. 125 ZGB zu beurteilen. Es sei, insbesondere bei einer Ehe, die länger gedauert habe, nicht ausser Acht zu lassen, dass diese während des Getrenntlebens formell weiter bestehe. Hinzu komme, dass das geltende Recht den ehelichen und den nachehelichen Unterhalt bewusst differenziert regle. Die Ehe der Parteien sei mit einer Dauer von 15 Jahren lebensprägend gewesen. Da zudem beide Gatten während der Ehe ein volles Arbeitspensum versehen hätten, sei der Einkommensüberschuss hälftig zu teilen, zumal keine Sparquote substantiiert behauptet und belegt werde. Diese Auffassung der kantonalen Rekursinstanz ist angesichts der erwähnten bundesgerichtlichen Rechtsprechung, wonach den Grundsätzen des Art. 125 ZGB im Eheschutz nicht die gleich grosse Bedeutung zukommt wie etwa bei der Anordnung vorsorglicher Massnahmen für die Dauer des Scheidungsprozesses, keineswegs willkürlich. Der Beschwerdeführer bringt namentlich auch nichts vor, was die Aufteilung des Überschusses nach Hälften als vollkommen unhaltbar erscheinen liesse (dazu BGE 126 III 8 E. 3c S. 9 mit Hinweisen).