Citation: 5C.4/2000 07.07.2000 E. 7

7.- Hinsichtlich der Schreiben 1 und 2 hat das Obergericht - wie in E. 3c/cc dargelegt worden ist - das Feststellungsinteresse des Klägers zu Unrecht verneint. Dieser hat indessen nicht vorgebracht und mit entsprechenden Aktenhinweisen belegt, dass er bereits im kantonalen Verfahren eine Ergänzung des Sachverhalts mit Bezug auf Feststellungen über den Wahrheitsgehalt der in den beiden Schreiben erhobenen Vorwürfe verlangt hat (BGE 115 II 484 E. 2a S. 486). Sein diesbezügliches Ergänzungsbegehren muss daher als neu und damit als unzulässig gelten (Art. 55 Abs. 1 lit. c OG). Im Übrigen hat der Kläger weder im Zusammenhang mit den Vorbringen zu den Schreiben 1 und 2 noch in Verbindung mit den Rügen betreffend den Beitrag III, in dem die Hauptvorwürfe aus den beiden Schreiben publiziert wurden, geltend gemacht, die Vorwürfe seien in wesentlichen Punkten unwahr (vgl. E. 6c hiervor). Für die Beurteilung ist demnach auch im Zusammenhang mit den Schreiben 1 und 2 davon auszugehen, dass die Vorhaltungen im Kern der Wahrheit entsprechen und zu einer Ergänzung der Sachverhaltsfeststellungen in diesem Punkt kein Anlass besteht. Zur Bekanntgabe selbst schwerer Mängel in der Tierarztpraxis des Klägers gegenüber dem Präsidenten der Beklagten 5 aber waren die Beklagten 3 und 4 berechtigt. Sie zielten damit nur auf die Durchführung einer Untersuchung nach den Satzungen der Standesorganisation ab, denen sich der Kläger mit seinem Beitritt unterworfen hatte. An der Untersuchung und Behebung derartiger Mängel bestand ein erhebliches öffentliches Interesse (vgl. E. 5c hiervor), und auch die standespolitischen Anliegen, denen der Kläger als Mitglied des Berufsverbandes verpflichtet war, sprachen für die Unterrichtung der Verbandsorgane zwecks Einleitung allfälliger Massnahmen. Es kann daher nicht zweifelhaft sein, dass die in den Schreiben 1 und 2 enthaltenen Äusserungen gerechtfertigt waren. Auch insofern liegt somit keine widerrechtliche Persönlichkeitsverletzung des Klägers vor.