Citation: 1C_63/2019 E. 7.2

7.2. Dagegen nahm das kantonale Amt für Umweltschutz am 16. Dezember 2016 (aufgrund des Urteils des Schwyzer Verwaltungsgerichts VGE III 2015 184 vom 24. August 2016 E. 3.2.2) eine Praxisänderung für die Beurteilung der Lärmimmissionen von Wärmepumpen bei Einfamilienhäusern vor (analog der bisherigen Praxis bei Mehrfamilienhäusern). Wie das Verwaltungsgericht zutreffend dargelegt hat, begründet eine Praxisänderung in der Regel keinen Anspruch auf Anpassung einer rechtskräftigen Verfügung. Etwas anderes kann gelten, wenn die neue Praxis in einem solchen Masse allgemeine Verbreitung gefunden hat, dass ihre Nichtbefolgung als Verstoss gegen das Gleichheitsgebot erschiene, insbesondere wenn das Festhalten an der ursprünglichen Verfügung aus Sicht der neuen Rechtspraxis schlechterdings nicht mehr vertretbar bzw. stossend wäre (BGE 135 V 215 E. 5.1.1 S. 219 f., 201 E. 6.1.1 und 6.4; 121 V 157 E. 4a S. 162 f.; je mit Hinweisen). Vorliegend ist davon auszugehen, dass bereits zahlreiche Wärmepumpen für Einfamilienhäuser gestützt auf die alte Vollzugspraxis bewilligt worden sind. Die neue Praxis dient insbesondere dem Schutz der (aktuellen und künftigen) Bewohner von Einfamilienhäusern mit Wärmepumpe, weshalb es nicht stossend erscheint, von einer Anpassung abzusehen, wenn nicht diese, sondern lediglich die Nachbarn eine Neuprüfung verlangen.