Citation: 6B_824/2022 E. 2.4.2

2.4.2. Die Vorinstanz geht gestützt auf die Dauer zwischen der polizeilichen Einvernahme und der Zustellung des Strafbefehls von rund zwei Monaten davon aus, der Beschwerdeführer habe sich in letzterem Zeitpunkt noch an das gegen ihn geführte Strafverfahren zu erinnern vermögen. Er habe die in der Abholungseinladung in deutscher Sprache enthaltenen Informationen betreffend Ort und Frist zur Abholung der Sendung offenbar selbst verstanden oder zumindest jemanden um Hilfe bei der Übersetzung gebeten. Letzteres habe von ihm auch in Bezug auf den Strafbefehl erwartet werden dürfen. Der Beschwerdeführer habe weder im Beschwerdeverfahren noch vor der Erstinstanz geltend gemacht, dass er nach der Zustellung des Strafbefehls bei den Behörden einen Übersetzungsbedarf angezeigt oder um eine Übersetzung ersucht habe. Bereits am 9. April 2019 erging ein Strafbefehl. Ein weiterer erfolgte am 16. September 2019. Letzterer sei dem Beschwerdeführer bei der Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis direkt ausgehändigt worden, wobei er fristgerecht Einsprache erhoben habe und anwaltlich vertreten gewesen sei. Darin erblickt die Vorinstanz konkrete Anhaltspunkte, dass der Beschwerdeführer Mitte April 2019, spätestens nach der Aushändigung des Strafbefehls vom 16. September 2019 und der dagegen gültig erhobenen Einsprache, gewusst habe, was ein Strafbefehl sei, die Staatsanwaltschaft solche erlasse und wie dagegen vorgegangen werden könne. Den Strafbefehl vom 9. Juli 2019 habe er seiner im September 2019 beigezogenen Anwältin vorlegen können, um sich den Inhalt erklären zu lassen und in der Folge zusammen mit ihr die Erhebung einer Einsprache auch gegen diesen zu erwägen. Dies gelte umso mehr, als es in beiden Verfahren um Widerhandlungen gegen das AIG gegangen sei, was der Beschwerdeführer nach den jeweiligen Einvernahmen habe erkennen müssen. Dies habe er offensichtlich unterlassen, was die Vorinstanz als Verhalten gegen Treu und Glauben wertet.