Citation: 6B_354/2022 E. 2.4

2.4. Die Rügen des Beschwerdeführers verfangen nicht. Die Vorinstanz begründet überzeugend, dass das Opfer in einem Abhängigkeitsverhältnis zum Beschwerdeführer stand und dass der Beschwerdeführer die Abhängigkeit für sexuelle Handlungen ausnutzte. Sie würdigt sorgfältig die Aussagen des Beschwerdeführers und des Opfers und gelangt zum Schluss, dass das Opfer weder ungebunden noch frei war. Vielmehr sei es in mehrfacher Hinsicht vom Beschwerdeführer abhängig gewesen. Die Wohnung des Beschwerdeführers sei für das Opfer eine Zuflucht gewesen. Es habe dort Alkohol, Zigaretten und Marihuana erhalten und abschalten können. Die sexuellen Handlungen seien der Preis gewesen, dass sich das Opfer beim Beschwerdeführer habe aufhalten können. Es habe die sexuellen Handlungen zugelassen, weil es Angst gehabt habe, den Beschwerdeführer zu verlieren. Der Beschwerdeführer sei ein Vaterersatz und eine Bezugsperson gewesen, von der das Opfer abhängig gewesen sei. Seine familiäre Situation sei schlecht gewesen und es habe keine Freunde gehabt. Gemäss Vorinstanz lag dem Abhängigkeitsverhältnis eine besondere Vertrauensbeziehung zugrunde. Diese sei bereits im Frühjahr 2013 entstanden, als der Beschwerdeführer dem Opfer als Betreuer und Vertrauensperson zugeteilt worden sei. Zur Tatzeit habe das Verhältnis angedauert, auch wenn der Beschwerdeführer das Opfer nicht mehr betreut habe. Gemäss Vorinstanz bestand das Abhängigkeitsverhältnis nach dem 16. Geburtstag des Opfers weiter. Der Beschwerdeführer sei für das Opfer da gewesen, als es dessen Vater schlecht ging und dessen Mutter keine Zeit für ihn hatte. Er habe das Vertrauen der Eltern des Opfers genossen. Seine Stellung sei jener eines Ersatzvaters oder Paten ähnlich gewesen. Ebenso überzeugend schliesst die Vorinstanz eine gegenseitige Liebesbeziehung zwischen dem Beschwerdeführer und dem Opfer aus. Der Beschwerdeführer habe selbst zu Protokoll gegeben, die Abhängigkeit des Opfers missbraucht zu haben. Das Opfer habe ausgesagt, dass es die sexuellen Handlungen nicht gewollt habe, dass sie ihm immer unangenehm gewesen seien und dass die Initiative vom Beschwerdeführer ausgegangen sei. Das Opfer habe die sexuellen Handlungen als eklig empfunden. Es habe sie unter dem Einfluss von Alkohol oder Drogen zugelassen. Als das Opfer sich habe lösen wollen, habe der Beschwerdeführer es davon abgehalten. Der Beschwerdeführer kannte gemäss Vorinstanz das Alter und die schwierigen familiären Verhältnisse des Opfers. Er habe an der erstinstanzlichen Hauptverhandlung noch eingestanden, ein Konzept von Begünstigungen angewendet zu haben, indem er dem Opfer Marihuana und Alkohol angeboten habe. An der Berufungsverhandlung habe er ein solches Konzept dann bestritten. Diese Bestreitung verwirft die Vorinstanz in überzeugender Weise. Sie geht davon aus, dass der Beschwerdeführer mit Wissen und Willen ein Abhängigkeitsverhältnis schuf, um sexuelle Handlungen vorzunehmen. Er habe gewusst und gewollt, dass die Abhängigkeit als Triebfeder für die sexuelle Gefügigkeit des Opfers diente. Ihm sei bewusst gewesen, dass das Opfer die sexuellen Handlungen nicht gewollt habe.