Citation: 2C_878/2018 E. 4.1

4.1. Bezüglich der ehelichen Gewalt rügt die Beschwerdeführerin eine willkürliche Beweiswürdigung und Sachverhaltsfeststellung bzw. eine Verletzung von Art. 9 BV. Aus dem Bericht der E.________ AG vom 6. März 2017 gehe entgegen der Vorinstanz explizit hervor, dass ihr am 9. Dezember 2017 (recte: 2016) durch den Ehemann mehrere Hämatome zugefügt worden seien. Auch sei es nicht unglaubhaft, wenn sie erstmals gegenüber der Fachstelle für Frauenhandel und Frauenmigration (FIZ) als weiteren Vorfall einen Würgevorfall erwähnt habe, denn dieser habe in der intimen Sphäre des Ehebetts stattgefunden und sei deshalb mit Scham behaftet gewesen. Wie ein E-Mail der Fachstelle FIZ vom 16. Mai 2018 zeige, habe sie (Beschwerdeführerin) gemäss dem ersten Entwurf für ein Antwortschreiben an das Migrationsamt die eheliche Gewalt erwähnt, allerdings nicht mehr im verschickten Antwortschreiben. Zwischen dem Ehemann und ihr habe ein strukturelles Machtgefälle bestanden und sie sei von ihm abhängig gewesen. Auch das Haus F.________ habe in seiner Stellungnahme erklärt, ihre Aussagen bezüglich ihres Martyriums seien glaubhaft. Sie sei von ihrem Ehemann sozial isoliert worden. Bereits während zwei Monaten, während denen sie in der Türkei habe ausharren müssen, sei ihr verboten worden, einen Deutschkurs zu besuchen, was vom Ehemann in seiner Stellungnahme vom 23. Juni 2017 nicht bestritten worden sei. Letzterer habe ihr gegenüber angegeben, drei Kameras installiert zu haben, um sie zu überwachen. Besuch habe sie während der Abwesenheit des Ehemannes nicht empfangen dürfen. Sie, die Beschwerdeführerin, sei gemäss schriftlicher Aussage ihrer Tante vom 9. Mai 2018 von ihrem Ehemann innert fünf Monaten sechs Mal aus der gemeinsamen Wohnung geworfen worden. Auch sei es willkürlich, wenn die Vorinstanz den vorgelegten Berichten unter anderem deshalb die "Glaubwürdigkeit" abspreche, weil diese erst nach der Trennung vom Ehemann und erst nach der Einleitung des ausländerrechtlichen Verfahrens erstellt worden seien sowie weil diese bloss auf Aussagen der Beschwerdeführerin beruhten. Häusliche Gewalt sei ein Vier-Augen-Delikt und basiere häufig auf Aussagen der Betroffenen. Die Beschwerdeführerin macht zudem geltend, ihre psychischen Probleme seien entgegen der Vorinstanz durch die von C.________ ausgeübte eheliche Gewalt verursacht worden, was auch aus den verschiedenen ins Recht gelegten Fachberichten hervorgehe. Eine willkürfreie Beweiswürdigung führe zur Feststellung, dass eheliche Gewalt im Sinne von Art. 50 Abs. 2 lit. a AIG (gemeint ist offensichtlich Art. 50 Abs. 1 lit. b und Abs. 2 AIG) stattgefunden habe.