Citation: 1C_68/2022 E. 2.1

2.1. Die Vorinstanz erwog zusammengefasst, gegen die von der BVD als 4. Projektänderung nachträglich bewilligten Abweichungen von den zuvor bewilligten Plänen bringe die Beschwerdeführerin nichts vor. Sie sei vielmehr der Ansicht, die Spa-Terrasse und das Zwischengeschoss oberhalb der Einstellhalle seien mangels genügender Profilierung insgesamt nicht rechtskräftig bewilligt worden. Somit sei zu prüfen, ob die Beschwerdeführerin diese Teile des Bauprojekts zufolge einer aus ihrer Sicht ungenügenden Profilierung nachträglich noch habe anfechten können, obwohl sie gegen das ursprüngliche Baugesuch und die 1. Projektänderung keine Einsprachen erhoben habe. Die Vorinstanz führte diesbezüglich in rechtlicher Hinsicht zusammengefasst aus, die Profilierung habe Informations- und Warnfunktion, indem sie erkennen lasse, dass ein Baugesuch hängig sei. Zudem komme der Profilierung Visualisierungsfunktion zu, weil mit der Absteckung der äusseren Umrisse von Bauten und Anlagen im Gelände die für das Erscheinungsbild wesentlichen Abmessungen kenntlich gemacht würden. Um Details über das Vorhaben zu erfahren, müssten die Interessierten jedoch die Baugesuchsakten einsehen. Nach erfolgter Profilierung habe die Gemeindeverwaltung deren Vollständigkeit und Richtigkeit zu prüfen und bei unterlassener oder nur mangelhafter Profilierung die sofortige Verbesserung zu verlangen (Art. 17 Abs. 3 BewD). Werde dieser Mangel erst nach erfolgter Bekanntmachung des Bauvorhabens behoben, müsse die Bekanntmachung wiederholt werden, was die Einsprachefrist entsprechend verlängere (Art. 16 Abs. 4 BewD). Die Profilierung bilde neben der öffentlichen Publikation Teil der Eröffnung eines Baugesuchs, weshalb allfällige Profilierungsmängel entsprechend den Grundsätzen über die fehlerhafte Eröffnung von Verfügungen für die davon betroffenen Personen nicht zu einem Nachteil führen dürften (Art. 44 Abs. 6 VRPG). Gegenüber diesen Personen erwachse ein mangelhaft eröffneter Bauentscheid nicht in Rechtskraft (sog. hinkende Rechtskraft) und könne von ihnen auch nach Ablauf der Rechtsmittelfrist innert 30 Tagen seit Kenntnis des massgebenden Sachverhalts angefochten werden (sog. nachträgliche Beschwerde). Die fristauslösende Sachverhaltskenntnis sei gegeben, wenn die betroffene Person im Besitz aller für die erfolgreiche Wahrung ihrer Interessen wesentlichen Informationen sei bzw. bei gebührender Aufmerksamkeit hätte sein können. Dabei sei nicht erforderlich, dass sie alle Einzelheiten der behördlichen Anordnung erfahre, vielmehr genüge die Kenntnis der wesentlichen Elemente. Die Person sei alsdann nach Treu und Glauben verpflichtet, die ihr zumutbaren Schritte zur Fristwahrung zu unternehmen. Welches Mass an Aufmerksamkeit der von einem Eröffnungsmangel betroffenen Person zugemutet werden dürfe, hänge von den Umständen des Einzelfalls ab. Mangelhafte Profilierung sei nach Treu und Glauben sofort zu rügen. Wer seine Verfahrensrechte habe ausüben können, könne aus einer mangelhaften Profilierung keine Rechte ableiten.