Citation: 9C_611/2022 E. 2.3.5

2.3.5. 2.3.5.1. Die vorliegende Konstellation lässt weitgehende Parallelen zum zitierten Urteil P.323/1973 vom 20. Februar 1973 erkennen. Hier wie dort wurde bzw. wird die nachgesuchte Höherbewertung von den Beschwerdeführenden damit begründet, dass diese in der parallelen erbrechtlichen Auseinandersetzung von Bedeutung sei. Vorgebracht wird damit weder eine zu hohe Bewertung, deren Anfechtung ohne Weiteres ein schutzwürdiges Interesse im Sinne von Art. 89 Abs. 1 lit. c BGG zu begründen vermöchte, noch wird dargetan, dass die zu hohe Bewertung reflexweise in einem anderen oder späteren abgaberechtlichen Verfahren zu gravierenden Nachteilen führen könnte. 2.3.5.2. Die angebliche Reflexwirkung bezieht sich vielmehr auf die erbrechtliche Auseinandersetzung, die von Zivilrechts wegen anhand der Verkehrswerte vorzunehmen ist. So hält Art. 617 ZGB fest: "Grundstücke sind den Erben zum Verkehrswert anzurechnen, der ihnen im Zeitpunkt der Teilung zukommt" (dazu Urteil 5A_497/2020 vom 30. Juni 2021 E. 4.4.2). Gleiches trifft etwa auf die güterrechtliche Auseinandersetzung zu: Auch diesfalls sind die Vermögensgegenstände zu ihrem Verkehrswert einzusetzen (Art. 211 ZGB). Hier wie da ist im Streitfall eine Begutachtung anzuordnen, weswegen den abgaberechtlichen Werten von vornherein nur eine beschränkt präjudizierende Wirkung zukommt. 2.3.5.3. Wenn - was der "Generalerbenvertreter" vorbringt - der Erblasser in seinen letztwilligen Anordnungen tatsächlich ein Junktim zur direktsteuerlichen Bewertung hergestellt haben sollte, so blieben den Erben die erbrechtlichen Korrekturinstrumente. Zu denken ist namentlich an die Herabsetzung (Art. 522 ff. ZGB) und/oder die Ausgleichung (Art. 626 ff. ZGB). Darauf ist hier nicht weiter einzugehen, nachdem, wie dargelegt, die steuerrechtliche Bewertung an sich die erbrechtliche Auseinandersetzung nicht präjudiziert.