Citation: 2C_106/2023 E. 4.2

4.2. Mit der Vorinstanz ist im vorliegenden Fall davon auszugehen, dass für eine Umgehungsehe spricht, dass G.G.________, die damalige Ehefrau des Beschwerdeführers, und I.________ über sechs Jahre lang eine Beziehung führten, aus der nach Angabe von G.G.________ mutmasslich das Kind F.A.________ hervorging. G.G.________ gab bereits im Jahr 2013 anlässlich einer polizeilichen Befragung zu Protokoll, I.________ sei seit zwei Jahren ihr "Freund"; I.________ seinerseits gab in einer polizeilichen Befragung vom 19. Juni 2019 an, bei G.G.________ handle es sich um seine "Ex-Freundin". Die Beziehung zwischen G.G.________ und I.________ dauerte mindestens ein Jahr zu einer Zeit fort, als G.G.________ bereits mit dem Beschwerdeführer verheiratet war, wobei es gemäss Vorinstanz möglich erscheint, dass G.G.________ eine Dreiecksbeziehung geführt und den Beschwerdeführer nicht darüber informiert hat. Der Beschwerdeführer und G.G.________ hatten nach übereinstimmenden Angaben Geschlechtsverkehr während der Ehe. Dem Vorbringen, es habe sich bei der Beziehung zwischen G.G.________ und I.________ nicht um eine feste Beziehung gehandelt, sondern um eine Beziehung zur Befriedigung ihrer sexuellen Bedürfnisse, kann nicht gefolgt werden. Es handelt sich vorliegend nicht mehr um einen blossen Seitensprung; vielmehr spricht die lange Dauer der Beziehung und die vor den Behörden gewählte Bezeichnung "Freund" bzw. "Ex-Freundin" für eine Parallelbeziehung (vgl. E. 3.3 hiervor). Ob der Beschwerdeführer von der Parallelbeziehung seiner Ehefrau gewusst hat, ist entgegen seinen Vorbringen unerheblich; ein einseitig weggefallener Ehewille genügt (vgl. Urteile 2C_482/2022 vom 29. September 2023 E. 4.6.2; 2C_782/2018 vom 21. Januar 2019 E. 4.1 und E. 5). Massgebend ist, dass G.G.________ anfangs parallel zur Ehe ihre langjährige Liebesbeziehung zu I.________ weiterpflegte und beide die Beziehung gegenüber den staatlichen Behörden kundtaten. Dies spricht dafür, dass die Parallelbeziehung den Fortbestand der Ehe zumindest seitens von G.G.________ in Frage stellte.