Citation: 6B_694/2023 E. 2.2

2.2. Die Vorinstanz wendet sich zuerst den Strafrahmen zu, welche vorgesehen sind für Vergehen gegen das AHVG, Vergehen gegen das BVG, Vergehen gegen das UVG und Veruntreuung von Quellensteuern. Die Vorinstanz sieht eine Schnittstellenproblematik zwischen Geldstrafe und Freiheitsstrafe. Sie geht von der bundesgerichtlichen Rechtsprechung aus, wonach bei der Wahl der Sanktionsart für Strafen zwischen sechs Monaten und einem Jahr als wichtiges Kriterium die Zweckmässigkeit einer bestimmten Sanktion, ihre Auswirkungen auf den Täter und sein soziales Umfeld sowie ihre präventive Effizienz zu berücksichtigen war. Bei alternativ zur Verfügung stehenden Sanktionen ist entsprechend dem Prinzip der Verhältnismässigkeit die Geldstrafe als weniger eingriffsintensive Sanktion zu bevorzugen (BGE 134 IV 82 E. 4.1; Urteile 6B_141/2021 vom 23. Juni 2021 E. 1.3.2; 6B_112/2020 vom 7. Oktober 2020 E. 3.2). Doch auch nach der neusten Rechtsprechung darf eine Gesamtfreiheitsstrafe ausgesprochen werden, wenn viele Einzeltaten zeitlich sowie sachlich eng miteinander verknüpft sind und eine blosse Geldstrafe bei keinem der in einem engen Zusammenhang stehenden Delikte geeignet ist, in genügendem Masse präventiv auf den Täter einzuwirken (Urteile 6B_141/2021 vom 23. Juni 2021 E. 1.3.2 mit Hinweisen; 6B_496/2020 vom 11. Januar 2021 E. 3.4.2; 6B_112/2020 vom 7. Oktober 2020 E. 3.2; 6B_1186/2019 vom 9. April 2020 E. 2.2 und 2.4). Die Vorinstanz erwägt, angesichts des Verschuldens komme für die beiden Veruntreuungen von Quellensteuern nur eine Strafe von mehr als sechs Monaten in Betracht. Weil der Beschwerdeführer eine der beiden Taten vor dem 1. Januar 2018 begangen habe, sei zu prüfen, ob eine Geldstrafe in Frage kommt. Der Beschwerdeführer sei mehrfach vorbestraft. Bis anhin habe keine Strafe Wirkung gezeigt. Er habe sogar nach der Verurteilung zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe weiter delinquiert. Auch laufende Strafverfahren und Untersuchungshaft hätten ihn nicht von weiteren Straftaten abgehalten. Daher sei nicht davon auszugehen, dass eine blosse Geldstrafe eine abschreckende Wirkung erzielen könnte, weshalb für die beiden Veruntreuungen von Quellensteuern eine Freiheitsstrafe auszusprechen sei. Die Vorinstanz fasst zusammen, für die mehrfachen Vergehen gegen das AHVG, das Vergehen gegen das BVG und die mehrfachen Vergehen gegen das UVG sei jeweils eine Geldstrafe auszusprechen. Für den Zeitraum bis zum 8. April 2015 stellten diese Strafen eine Zusatzstrafe zum Urteil des Obergerichts des Kantons Schaffhausen vom 18. November 2016 dar und für den Zeitraum vom 9. April 2015 bis zum 29. Juli 2016 eine Zusatzstrafe zum Strafbefehl der Staatsanwaltschaft des Kantons Schaffhausen vom 29. Juli 2016.