Citation: 2C_83/2023 E. 5.3

5.3. Die Vorinstanz erwog, dass allfällige behördliche Verfahrensfehler in einem Strafprozess kein tauglicher Rechtfertigungsgrund dafür seien, die beruflichen Fähigkeiten von Gerichtspersonen und ihre Berufsethik unnötig beleidigend infrage zu stellen. Die vom Beschwerdeführer beanstandete Verfahrensführung durch den Verzeiger könne daher die Äusserungen des Beschwerdeführers von vornherein nicht rechtfertigen, weshalb die Aufsichtskommission zufolge offenkundiger Unerheblichkeit des Beweisthemas auf Sachverhaltsabklärungen zu Hintergrund und Kontext dieser Äusserungen habe verzichten dürfen. Der Beschwerdeführer hält dem entgegen, der Gesamtkontext der ihm vorgeworfenen Äusserungen sei für seine Verteidigung von elementarer Bedeutung. Das Verfahren sei nicht spruchreif gewesen, dazu hätten zumindest die Akten des Strafverfahrens inkl. der Tonträger zur Hauptverhandlung beigezogen werden müssen. In Bezug auf sein Schreiben vom 29. Januar 2020 bringt er vor, es sei gänzlich ignoriert worden, aus welchem Anlass das Ausstandsgesuch von Rechtsanwalt C.________ so formuliert worden sei. Die Vorinstanz habe von einer Befragung des Beschwerdeführers, woran er sich mit diesem Schreiben habe anschliessen wollen, abgesehen, obwohl nur entscheidend sein könne, was er subjektiv gewollt habe. Ausserdem wäre der Gesamtkontext seiner Äusserungen für die Frage des Verschuldens und damit der Strafzumessung relevant gewesen.