Citation: 4A_254/2020 E. 4.3.1

4.3.1. Mit dem Bezirksgericht verneinte die Vorinstanz eine dadurch begründete Notlage. Sie erwog, für die Anwendbarkeit von Art. 21 OR hätte die Beschwerdeführerin aufgrund des Tierhalteverbots gezwungen sein müssen, über den Hof sachenrechtlich zu verfügen, um ihre Situation im Sinne eines "kleineren Übels" - objektiv vertretbar - zu verbessern. Wenn sie nun ausführe, die sachenrechtliche Verfügung des Hofs sei keine unmittelbare Folge des Tierhalteverbots gewesen, dann liege auch keine Notlage vor und die nach der Rechtsprechung erforderliche Güterabwägung habe gar nicht stattgefunden. Eine rein fiktive Zwangslage ohne Güterabwägung begründe keinen Schwächezustand im Sinne von Art. 21 OR. Soweit sie ihre Notlage aufgrund des drohenden Tierhalteverbots in der Berufungsschrift näher begründe, handle es sich um unzulässige Noven. Die Beschwerdeführerin gehe auch nicht auf die zutreffenden Feststellungen des Bezirksgerichts zu den zeitlichen Zusammenhängen ein. Danach seien zwischen der ersten Androhung des Tierhalteverbots und dessen tatsächliche Verfügung mehr als drei Jahre vergangen, in welcher Zeit die Beschwerdeführerin Gelegenheit gehabt hätte, sich über die Konsequenzen Gedanken zu machen und Abklärungen zu treffen.