Citation: 9C_320/2021 E. 4.1

4.1. Der Orthopäde, der die Beschwerdeführerin untersucht hatte, berichtete in seinem Teilgutachten, dass er kein nervales Defizit habe erheben können und er führte aus, die dargebotene Kraftentfaltungsstörung der Fusshebung und -senkung würde sich nur im Kontext mehrerer Spinalnervenwurzelläsionen (hier von L4 bis S1) oder des Nervus ischiadicus erklären lassen. Aufgrund der erhaltenen Kennreflexe (robuste objektive und weitgehend kooperationsunabhängige, sensitive Parameter) für L4 und S1 sei dies jedoch sehr unwahrscheinlich. Ausserdem würden die Belege einer entsprechenden Atrophie der Kennmuskulatur fehlen und die seitengleiche Beschwielung der Fusssohlen sei mit dem gebotenen Gangbild nicht in Einklang zu bringen. Der Gutachter legte folglich die erhobenen Befunde dar und berichtete, weshalb die Angaben der Versicherten im Rahmen der Exploration teilweise nicht zu seinen Erhebungen passten. Die Beschwerdeführerin kritisiert, anhand der festgestellten seitengleichen Beschwielung der Fusssohlen sei nicht zu erklären, weshalb sich die Rückenproblematik in Luft aufgelöst haben solle. Dazu ist festzuhalten, dass die Einschätzung des Orthopäden nicht einzig auf der seinerseits festgestellten seitengleichen Beschwielung der Fusssohlen basierte. Daraus schloss er lediglich, dass das gebotene Gangbild nicht mit dem Befund in Einklang zu bringen sei. Im Weiteren führt das in der Expertise verwendete Wort "darbieten" entgegen der Versicherten nicht automatisch zur Annahme, der Gutachter habe ihr nicht geglaubt, ihre Beschwerden verharmlost oder der medizinischen Problematik zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Dafür finden sich keine Hinweise in der Expertise.