Citation: 6B_900/2020 E. 3.3

3.3. Das vorinstanzliche Urteil erging nur auf Berufung des Beschwerdeführers. Die weiteren Parteien erklärten keine Berufung oder Anschlussberufung. Die Vorinstanz durfte somit den Entscheid nur unter Einhaltung der Voraussetzungen gemäss Art. 391 Abs. 2 Satz 2 StPO zu Ungunsten des Beschwerdeführers abändern. Die Vorinstanz hat als neue Tatsache die Steuerveranlagung 2018 berücksichtigt. Gemäss Art. 34 Abs. 3 StGB kann das Gericht bei der Ermittlung des Einkommens die Daten der Steuerverwaltung zugrunde legen. Es ist unbestritten, dass sich die Steuerveranlagung 2018 noch nicht in den erstinstanzlichen Akten befunden hat. Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers dürfen nicht nur Tatsachen berücksichtigt werden, welche sich nach dem erstinstanzlichen Entscheid ereignet haben. Massgebend ist, dass die betreffende Tatsache der ersten Instanz nicht bekannt war. Es wäre stossend, wenn Tatsachen, von denen erst nach dem erstinstanzlichen Urteil Kenntnis erlangt wurde, nicht - auch zum Nachteil der beschuldigten Person - verwendet werden könnten (BGE 144 IV 198 E. 5.4.3 S. 201 unter Hinweis auf Botschaft vom 21. Dezember 2005 zur Vereinheitlichung des Strafprozessrechts, BBl 2006 1311 Ziff. 2.9.1). Dass die Vorinstanz die Steuerveranlagung 2018 bei der Bemessung der Tagessatzhöhe mitberücksichtigt, ist somit nicht zu beanstanden. Die Vorinstanz berücksichtigt sodann als neue Tatsache zu Gunsten des Beschwerdeführers, dass ihm gemäss seinen Angaben aufgrund der Pandemiesituation der Umsatz um Fr. 15'000.-- eingebrochen sei und er lediglich Fr. 1'200.-- an Erwerbsersatz erhalten habe. Die Erstinstanz hielt fest, tatsächlich geleistete Unterstützungspflichten seien in Abzug zu bringen und nahm bei der Ermittlung des massgebenden Einkommens diese in Abzug. Demgegenüber nahm die Vorinstanz die gerichtlich festgelegten Unterhaltsbeiträge von jährlich Fr. 12'000.-- nicht in Abzug, da der Beschwerdeführer im Berufungsverfahren ausgeführt habe, er sei zurzeit nicht in der Lage, die Alimente für seine Kinder zu leisten. Dass die Vorinstanz dies nicht als eine neue Tatsache hätte berücksichtigten dürfen, wird nicht gerügt. Die von der Vorinstanz neu zusätzlich berücksichtigten Umstände (amtliche Steuereinschätzung 2018, niedrigeres Einkommen 2020 wegen der Corona-Pandemie und Nichtleisten der Unterhaltsbeiträge) sind Tatsachen im Sinne von Art. 391 Abs. 2 Satz 2 StPO, die dem erstinstanzlichen Gericht zum Zeitpunkt seines Urteils noch nicht bekannt waren. Die Vorinstanz durfte angesichts dieser Tatsachen gestützt auf Art. 391 Abs. 2 Satz 2 StPO die Höhe des Tagessatzes auch zu Ungunsten des Beschwerdeführers anpassen. Die Vorinstanz hat das Verschlechterungsverbot nicht verletzt und die Beschwerde ist auch in diesem Punkt unbegründet.