Citation: 2C_450/2023 E. 6.4.2

6.4.2. Ob die Grenze des Zulässigen überschritten ist, hängt unter anderem davon ab, wer Adressat einer Äusserung ist und in welchem Kontext diese fällt. Kritik an Trägern einer öffentlichen Aufgabe muss grundsätzlich zulässig sein, denn es besteht ein öffentliches Interesse am rechtsstaatlich einwandfreien Funktionieren des Gemeinwesens. Übertreibungen und allenfalls gar Polemik sind gewissermassen der Preis, der für eine rechtsstaatlich wünschbare Kritik zu bezahlen ist (AUBRY GIRARDIN, a.a.O., N. 21 zu Art. 33 BGG). Entscheidend für die Beurteilung bleibt jedoch, ob Behördenkritik sachbezogen ausfällt. Unnötig verunglimpfende Äusserungen verletzen den prozessualen Anstand (NYFFENEGGER, a.a.O., N. 4 zu Art. 60 VwVG; HIRZEL, a.a.O., N. 27 zu Art. 60 VwVG).