Citation: U 224/00 25.10.2000 E. 2

2.- a) Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt zunächst voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 119 V 337 Erw. 1, 118 V 289 Erw. 1b, je mit Hinweisen). b) Die in den Akten enthaltenen psychiatrischen Berichte stimmen darin überein, dass der Beschwerdeführer an einer andauernden Persönlichkeitsänderung (ICD-10 F62.0) nach posttraumatischer Belastungsstörung (ICD-10 F43.1) leidet. Die Psychiatrische Klinik W.________ diagnostiziert des Weiteren eine Anpassungsstörung mit gemischter Störung von Gefühlen und Sozialverhalten (ICD-10 F43.25) sowie eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4). Die Diagnose einer andauernden Persönlichkeitsänderung nach posttraumatischer Belastungsstörung erweckt zwar insofern Zweifel, als nach den diagnostischen Leitlinien der ICD-10 eine posttraumatische Belastungsstörung nur nach traumatisierenden Ereignissen von aussergewöhnlicher Schwere anzunehmen ist und nur bei extremer Belastung zu einer andauernden Persönlichkeitsänderung führt; langandauernde Änderungen der Persönlichkeit nach einer kurzzeitigen Lebensbedrohung, wie bei einem Autounfall, sind nicht unter ICD-10 F62.0 einzuordnen (Dilling/Mombour/Schmidt, Internationale Klassifikation psychischer Störungen: ICD-10 Kapitel V [F], 2. Aufl., Bern 1993, S. 169 f. und 234 f.). Auf Grund der ärztlichen Angaben rechtfertigt sich jedoch die Annahme, dass die bestehende psychische Störung zumindest im Sinne einer Teilursache auf das Unfallereignis vom 13. August 1994 zurückzuführen ist, was für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs praxisgemäss genügt (BGE 119 V 338 Erw. 1 in fine). Das Vorliegen eines natürlichen Kausalzusammenhangs ist denn auch unbestritten.