Citation: 1C_562/2023 E. 3.4

3.4. Für das Bundesgericht steht verbindlich fest, dass der Beschwerdeführer in den Jahren 2014 und 2015 zwei aussereheliche Kinder gezeugt und diese rechtlich anerkannt hat. Davon hat das SEM erst am 27. Januar 2021 aufgrund einer Auskunft einer Mitarbeiterin des Zivilstandsamts U.________ Kenntnis erlangt. Zum Zeitpunkt des Gesuchs des Beschwerdeführers um erleichterte Einbürgerung vom 26. November 2014, als er die Erklärung betreffend die eheliche Gemeinschaft unterzeichnet hat, war die Kindsmutter bereits mit dem ersten ausserhalb der Ehe gezeugten Kind schwanger. Auch im weiteren Verlauf des Einbürgerungsverfahrens bzw. nach der Geburt der Kinder im April 2015 und Oktober 2016 hat der Beschwerdeführer es unterlassen, das SEM über die Geburten und die Anerkennung der Vaterschaft zu informieren. In seiner Stellungnahme vom 27. Juni 2019 hielt er fest, er und seine Ehefrau lebten als Ehepaar unter dem gleichen Dach zusammen, seien sich während der bisherigen Ehedauer treu gewesen und leisteten sich Beistand und Unterstützung. In seiner Eingabe vom 21. August 2020 führte er aus, er habe zwar eine in einem anderen Kanton wohnhafte Bekannte, unterhalte aber keine Beziehung zu einer anderen Frau; zu seinen Kindern pflege er eine gute Beziehung. Damit könnten auch die drei Kinder seiner Ehefrau aus erster Ehe gemeint sein, die er nach eigenen Angaben sowohl persönlich als auch finanziell unterstützt habe, als ob es seine eigenen Kinder wären. Die Vorinstanz hat die Erkenntnisse aus den (rechtswidrig erhobenen) Befragungen der Nachbarinnen und Nachbarn zwar in ihren Erwägungen erwähnt, diesen aber keine ausschlaggebende Bedeutung beigemessen. Der in diesem Zusammenhang rechtserhebliche Sachverhalt wurde nachträglich insbesondere aufgrund der Auskunft des Zivilstandsamtes bereits anderweitig hinreichend erstellt.