Citation: 5A_361/2023 E. 4.4

4.4. Gegen den Abklärungsbericht D.________ AG bringt die Beschwerdeführerin einzig vor, er sei überholt. Die Lebensumstände und die Situation von C.A.________ hätten sich seither geändert. Sofern die Beschwerdeführerin eine Änderung der Lebensumstände darin erblickt, dass sich der gesundheitliche Zustand von C.A.________ seit dem erstinstanzlichen Entscheid und damit seit der aktuellen Obhuts- und Besuchsregelung verschlechtert haben soll, was letztlich zu einer massiven Verhaltensauffälligkeit (Einstuhlen) geführt habe, ist ihr entgegenzuhalten, dass C.A.________ bereits kurz nach der Trennung der Eltern und damit schon vor Erlass des erstinstanzlichen Entscheids diese Verhaltensauffälligkeit an den Tag legte. Dies ergibt sich aus dem Abklärungsbericht D.________ AG (Ziff. 3). Darin wird festgehalten, die Beschwerdeführerin habe im Oktober 2019 den Kinderpsychologen H.________ aufgesucht, weil C.A.________ seinen Stuhl verhalten und sie emotionale Belastungen bei ihm vermutet habe. Weiter wird die Aussage der Kinderärztin, Dr. I.________, wiedergegeben, wonach die Verhaltensauffälligkeit von C.A.________ auf die für ihn neue Situation nach der Trennung der Eltern zurückgeführt werden könne. Die Beschwerdeführerin hält schliesslich selbst fest, die Verhaltensauffälligkeit bei C.A.________ habe bereits angefangen, als er vier Jahre alt gewesen sei, also zu einer Zeit, als sich die Eltern getrennt hatten und C.A.________ noch unter alleiniger Obhut der Beschwerdeführerin stand (vgl. Sachverhalt Bst. A.a und E. 4.2). Demnach ist aktenkundig und unbestritten, dass C.A.________ schon kurze Zeit nach der Trennung der Eltern verhaltensauffällig geworden ist. Die Verhaltensauffälligkeit ist somit keine Folge der aktuellen Obhuts- und Besuchsregelung. Den in diesem Zusammenhang von der Beschwerdeführerin erhobenen Rügen (Willkür in der Sachverhaltsfeststellung und Rechtsanwendung durch Nichtberücksichtigung der Verhaltensauffälligkeit im angefochtenen Entscheid, Verletzung der Untersuchungsmaxime durch Nichtberücksichtigung der Gefährdungsmeldung des Beschwerdegegners im Zusammenhang mit der Verhaltensauffälligkeit, die Verletzung von Kinder- und Verfahrensrechten und die Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör) ist damit die Grundlage entzogen. Weiterungen diesbezüglich erübrigen sich.