Citation: 6S.289/2001 20.03.2002 E. 4

4.- Fraglich bleibt, ob und gegebenenfalls welche Wir- kungen die Gutheissung der Nichtigkeitsbeschwerde in den angefochtenen Punkten auf die von der Vorinstanz gleich- zeitig mitbeurteilten Zivilforderungen der Geschädigten hat. a) Nach der Rechtsprechung muss die eidgenössische Nichtigkeitsbeschwerde im Zivilpunkt die Angabe, welche Punkte des Entscheides angefochten werden, und die be- zifferten Anträge enthalten. Fehlt eine solche Bezifferung und kann der Beschwerdebegründung in Verbindung mit dem angefochtenen Urteil nicht ohne weiteres entnommen werden, in welchem Umfang die Beträge oder Quoten durch den Be- schwerdeführer angefochten sind, ist auf die Nichtigkeits- beschwerde nicht einzutreten (BGE 127 IV 141 E. 1c mit Hin- weis). In der Nichtigkeitsbeschwerde im Zivilpunkt muss der Beschwerdeführer konkrete Rechtsbegehren stellen. Ein Antrag, das angefochtene Urteil aufzuheben, ist grund- sätzlich ungenügend und führt zu einem Nichteintretens- entscheid. Das gilt auch, wenn sich die Nichtigkeitsbe- schwerde gleichzeitig gegen den Strafpunkt richtet; der Beschwerdeführer hat dann nicht nur die Aufhebung des an- gefochtenen Urteils in den strafrechtlichen Punkten zu beantragen, sondern darüber hinaus gesondert konkrete Rechtsbegehren zu den Zivilpunkten zu stellen (BGE 127 IV 141 E. 1d). b) Der Beschwerdeführer beantragt die vollum- fängliche Aufhebung des angefochtenen Urteils und die Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zur Neubeurteilung. In der Beschwerdebegründung wird ausgeführt, die Beschwerde richte sich sowohl gegen die Subsumtion der dem Beschwerde- führer vorgeworfenen Handlungen, als auch gegen die Höhe der ausgesprochenen Strafe und damit auch gegen die damit ver- bundenen Nebenfolgen. In der Beschwerde fehlen aber sowohl Anträge als auch Ausführungen zu den von der Vorinstanz beurteilten Zivilforderungen der Beschwerdegegnerin (Genugtuung und Therapiekosten). Der Beschwerdeführer hat seine Verurteilung wegen mehrfacher Schändung zum Nachteil der Beschwerdegegnerin nicht angefochten. Er räumt ferner ein, dass sein übriges Verhalten den Tatbestand des Art. 193 StGB erfüllen könnte. Es ist deshalb nicht zu erkennen, inwiefern sich das heutige Urteil auf die Beurteilung der Schadenersatzforderung der Beschwerdegegnerin (Zahlung der dadurch notwendigen Therapiekosten) auswirken könnte. Ferner ist die Frage, ob die Taten des Beschwerdeführers die Art. 189 und 190 StGB oder Art. 193 StGB erfüllen, für die Bemessung der Ge- nugtuung grundsätzlich unerheblich, weil sich an den Taten selbst nichts ändert. Unter zivilrechtlichen Gesichtspunkten ist schliesslich ohne Belang, ob das Ausnützen der Notlage nach Art. 193 StGB verjährt ist, da der Beschwerdeführer keine Verjährungseinrede erhoben hat (vgl. Eventualantrag in der Berufung, Ziff. 4). Unter diesen Umständen wäre der Beschwerdeführer verpflichtet gewesen darzulegen, ob und inwieweit und aus welchen Gründen er auch seine Verurteilung im Zivilpunkt anfechten will. Da er dies unterlassen hat, ist auf die Nichtigkeitsbeschwerde nicht einzutreten, soweit sie sich gegen die Dispositivziffern 3 und 4 des ange- fochtenen Urteils richtet.