Citation: 2C_855/2020 E. A

A.a. A.________ (geboren 1981) ist tunesischer Staatsangehöriger. In den Jahren 2010 und 2011 ersuchte er erfolglos um Asyl in der Schweiz. Am 23. August 2011 reiste er erneut in die Schweiz ein und stellte ein drittes Asylgesuch. Das damalige Bundesamt für Migration (heute: Staatssekretariat für Migration) trat am 12. März 2012 auf das Gesuch nicht ein und ordnete die Wegweisung von A.________ nach Italien an. Zwischenzeitlich - d.h. nach seiner erneuten Einreise im August 2011 - heiratete A.________ im November 2011 die Schweizer Bürgerin B.________ (geboren 1978). In der Folge bewilligte die Migrationsbehörde (heute: Migrationsamt) des Kantons Solothurn am 8. Januar 2013 das Gesuch um Familiennachzug. A.b. Am 15. April 2013 meldete die Einwohnergemeinde E.________/SO der Migrationsbehörde, dass sich die Ehegatten getrennt hätten und A.________ per 1. April 2013 aus der ehelichen Wohnung nach F.________/AG umgezogen sei. Nachdem die zuständige Behörde des Kantons Aargau sein Gesuch um Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung bzw. einen Kantonswechsel abgelehnt hatte, zog A.________ im September 2013 wieder nach E.________/SO zu seiner Gattin. Im November 2013 fand die Kantonspolizei Solothurn im Rahmen ihrer Ermittlungen gegen A.________ wegen Betäubungsmitteldelikten am gemeinsamen Wohndomizil der Ehegatten nur B.________ vor. Anlässlich ihrer Erstbefragung sagte sie insbesondere aus, A.________ wohne seit Juni 2012 nicht mehr bei ihr und führe seither eine Ausländerrechtsehe mit ihr; er lebe seit Oktober 2012 bei seiner neuen Partnerin C.________ in F.________/AG. Im März 2014 meldete sich A.________ erneut in E.________/SO ab und daraufhin in G.________/SO an. Auf die schriftliche Befragung zur Trennung von seiner Ehegattin teilte er am 5. Mai 2014 im Wesentlichen mit, er habe sich definitiv von ihr getrennt. B.________ bestätigte die definitive Trennung seit Oktober 2013. Am 20. August 2014 meldete sich A.________ wieder in E.________/SO an. Im Rahmen des ihm gewährten rechtlichen Gehörs hinsichtlich der Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung und der Wegweisung aus der Schweiz brachte er am 10. September 2014 vor, er und seine Gattin hätten sich versöhnt, führten wieder einen gemeinsamen Haushalt und hätten sich von der Sozialhilfe gelöst. Das gemeinsame Zusammenleben bestätigten beide Ehegatten am 9. Dezember 2014. Aufgrund der unklaren Wohnsituation von A.________ wurde die Kantonspolizei Solothurn beauftragt, die Wohnverhältnisse in E.________/SO zu überprüfen. Diese hielt am 16. März 2015 fest, dass A.________ bei fünf Kontrollen nicht persönlich habe angetroffen werden können und in der Wohnung auch keine Gegenstände gefunden worden seien, die eindeutig ihm hätten zugeordnet werden können. Im Rahmen eines persönlichen Gesprächs am 26. Januar 2016 stritt B.________ ihre frühere Aussage zur Ausländerrechtsehe ab und auch A.________ bestritt am 14. März 2016, eine Beziehung mit C.________ geführt zu haben. Aus der Sicht des Migrationsamts konnte der Verdacht auf eine Ausländerrechtsehe zwar nicht ausgeräumt werden, jedoch ergaben sich auch keine neuen Indizien diesbezüglich. A.c. Das Migrationsamt des Kantons Solothurn sprach am 28. April 2016 gegen A.________ aufgrund seiner Straffälligkeit, der angehäuften Schulden und der bezogenen Sozialhilfe eine ausländerrechtliche Verwarnung aus. Da A.________ keine Ausländerrechtsehe nachgewiesen werden konnte, verlängerte das Migrationsamt in der Folge jeweils dessen Aufenthaltsbewilligung. Am 12. April 2018 leitete das Staatssekretariat für Migration dem Migrationsamt eine E-Mail von Frau D.________ aus H.________ (Italien) weiter. Diese teilt darin namentlich mit, sie habe Beweise für eine Ausländerrechtsehe zwischen B.________ und A.________. In der Folge liess D.________ dem Migrationsamt diverse Fotos von sich und A.________ zukommen. A.d. Am 31. Juli 2019 ersuchte A.________ letztmals um Verlängerung seiner Aufenthaltsbewilligung und gab an, weiter mit B.________ zusammen zu leben. Gleichzeitig ersuchte er um Erteilung einer Niederlassungsbewilligung. Das Migrationsamt des Kantons Solothurn gewährte A.________ am 1. Oktober 2019 das rechtliche Gehör betreffend die Nichtverlängerung seiner Aufenthaltsbewilligung, die Nichterteilung der Niederlassungsbewilligung und die Wegweisung aus der Schweiz. In ihren Stellungnahmen vom 30. Oktober 2019 bzw. 11. November 2019 bestritten sowohl B.________ als auch A.________ das Vorliegen einer Ausländerrechtsehe. Im Oktober 2019 zog A.________ alleine in die Gemeinde I.________/SO.