Citation: 6B_432/2023 E. 1.4.2

1.4.2. Der Beschwerdeführer verweist auf widersprüchliche Aussagen der Beschwerdegegnerin 2. Die Vorinstanz übersieht nicht, dass in den Aussagen der Beschwerdegegnerin 2 Widersprüche sind, welche allerdings nicht das Kerngeschehen betreffen. Dazu hält die Vorinstanz fest, die Angaben der Beschwerdegegnerin 2 seien an der erstinstanzlichen Hauptverhandlung zurückhaltender ausgefallen als im Ermittlungsverfahren. Gemäss Vorinstanz ist zu beachten, dass die Beschwerdegegnerin 2 bei der ersten Befragung erst 13 Jahre alt war und bei der Einvernahme vor Erstinstanz 15 Jahre. Das plötzliche Auftauchen der Polizei, der Rauswurf des Stiefvaters und die Einvernahme bei der Staatsanwaltschaft hätten sie erschüttert und überfordert. Die Beschwerdegegnerin 2 habe zunächst versucht, die Vorfälle zu verdrängen. Deshalb stellt die Vorinstanz an die kognitive Verarbeitung und die präzise Wiedergabe der Geschehnisse weniger hohe Anforderungen als bei Erwachsenen. Zudem berücksichtigt sie die Fremdsprachigkeit der Beschwerdegegnerin 2 und allfällige Verständigungsprobleme. Weiter beachtet die Vorinstanz die Vielzahl der Delikte während mehr als eineinhalb Jahren. Sie betont, dass die sexuellen Übergriffe immer nach dem gleichen Muster abgelaufen seien. Während die Einordnung einzelner Ereignisse bereits für erwachsene Opfer von Seriendelikten äusserst schwierig sei, müsse dies für die minderjährige Beschwerdegegnerin 2 umso mehr gelten. Daher seien Abweichungen bei den Aussagen möglich, ohne dass deswegen ein Lügensignal vorliege, beispielsweise wenn die Beschwerdegegnerin 2 bei den verschiedenen Befragungen andere Situationen vor Augen gehabt und daher abweichende Schilderungen zu Protokoll gegeben habe. Die Vorinstanz verweist zu Recht darauf, dass gerade bei gewaltgeprägten Übergriffen und Seriendelikten nicht zu erwarten ist, dass das Opfer über jeden einzelnen Vorfall erschöpfend Auskunft geben kann. Vielmehr ist die minutiöse Aufarbeitung des Vorgefallenen für Opfer solcher Straftaten in der Regel schwierig (Urteile 6B_800/2016 vom 25. Oktober 2017 E. 10.3.2, nicht publiziert in BGE 143 IV 397; 6B_829/2014 vom 30. Juni 2016 E. 1.4.1, nicht publiziert in BGE 142 IV 265; 6B_228/2015 vom 25. August 2015 E. 4; 6B_379/2013 vom 4. Juli 2013 E. 1.2). Damit setzt sich der Beschwerdeführer nicht hinreichend auseinander. Die von ihm behaupteten Unstimmigkeiten in den Aussagen der Beschwerdegegnerin 2 verlieren vor diesem Hintergrund an Bedeutung. Die Würdigung der Vorinstanz ist jedenfalls nicht schlechterdings unhaltbar.