Citation: 9C_26/2022 E. 4.4

4.4. Dr. med. D.________ erkannte im Vergleich zur Situation im Januar resp. Februar 2012 einen verbesserten Gesundheitszustand. Mit Bezug auf eine veränderte Befundlage (vgl. vorangehende E. 2.1) führte er insbesondere aus, der Explorand sei jetzt im Gespräch durchaus zugewandt, überhaupt nicht abweisend und weder aggressiv noch subaggressiv. Es könne ein guter affektiver Rapport hergestellt werden. Die schon seinerzeit "sehr schwache depressive Symptomatik" lasse sich nicht mehr nachweisen. Bereits damals sei die Konzentrationsleistung durchschnittlich und die Tempoleistung leicht unterdurchschnittlich gewesen. Fünf Jahre später scheine ein erhebliches Mass an Nachreifung eingetreten zu sein. Es lasse sich weder eine Persönlichkeitsstörung diagnostizieren noch ein entsprechender Verdacht bestätigen. Allenfalls könnten auffällige Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z73) beschrieben werden (etwa im Sinne von erhöhter Impulsivität oder auch einer gewissen Unreife). Weiter legte der Experte dar, der Versicherte habe keine Psychopharmaka-, Psycho- oder Soziotherapie in Anspruch genommen. Alleiniges Reisen durch die Schweiz und eine Übernachtung im Hotel sei ihm ebenso möglich wie Aufenthalte in Italien, das Einkaufen in Deutschland oder die Kontaktpflege.