Citation: 5P.390/2000 14.11.2000 E. 3

3.- Nach Auffassung der Beschwerdeführerin hat das Kantonsgericht auch den in Art. 29 Abs. 1 und 2 BV verankerten Gehörsanspruch missachtet: Sie habe in ihrer Eingabe vom 7. April 2000 beantragt, der ihr zustehende Unterhaltsbeitrag sei für den Fall, dass sich der Beschwerdegegner in Spanien niederlassen sollte, um Fr. 200.-- zu erhöhen. Mit diesem Begehren habe sich das Kantonsgericht weder formell noch materiell befasst. a) Es trifft zu, dass das Kantonsgericht nur geprüft und in seine Überlegungen einbezogen hat, wie sich die wirtschaftlichen Verhältnisse der Beschwerdeführerin darstellen würden, wenn sie selbst nach Spanien zurückkehren würde. Wie es sich verhielte, falls (auch) der Beschwerdegegner sich dort niederliesse, hat die kantonale Berufungsinstanz weder abgeklärt noch dargelegt. Allerdings hatte die Beschwerdeführerin in der erwähnten Eingabe vom 7. April 2000, in der sie die Möglichkeit einer Übersiedlung des Beschwerdegegners vorgebracht und ihre Rechtsbegehren entsprechend angepasst hatte, keinen einzigen zudienlichen Beweisantrag gestellt. Dem Kantonsgericht kann deshalb nicht vorgeworfen werden, es habe Beweisanträge der Beschwerdeführerin übergangen und aus diesem Grund gegen den verfassungsrechtlichen Gehörsanspruch verstossen. Indem es einen Unterhaltsbeitrag festgesetzt und diesen nicht von einem allfälligen Domizilwechsel des Beschwerdegegners abhängig gemacht hat, hat es das dahin zielende und als zulässig entgegengenommene Rechtsbegehren der Beschwerdeführerin zumindest sinngemäss abgewiesen. Damit kann sich unter dem Titel der Gehörsverweigerung bloss noch fragen, ob das angefochtene Urteil ungenügend begründet sei. b) Der Grundsatz des rechtlichen Gehörs (Art. 29 Abs. 2 BV) als persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht verpflichtet, Entscheide zu begründen. Die Begründung soll dem Betroffenen ermöglichen, den Entscheid gegebenenfalls sachgerecht anzufechten, was erfordert, dass sowohl der Betroffene selbst wie auch die Rechtsmittelinstanz sich über dessen Tragweite ein Bild machen können. In diesem Sinne müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf welche sich ihr Entscheid stützt. Das bedeutet indessen nicht, dass sich die Behörde mit jeder tatbeständlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzen müsste. Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (BGE 126 I 97 E. 2b S. 102 f. mit Hinweisen). Das Kantonsgericht hat seine Überlegungen zur Rentenbemessung ausführlich dargelegt. Wenn es dabei nicht auf den Antrag eingegangen ist, auch der Möglichkeit einer Übersiedlung des Beschwerdegegners nach Spanien Rechnung zu tragen, kann dies nur so verstanden werden, dass es dem Vorbringen keine entscheidwesentliche Bedeutung zugemessen hat. Angesichts dessen, dass die Beschwerdeführerin nicht ansatzweise ausgeführt hatte, weshalb eine Rückkehr des Beschwerdegegners in sein Heimatland in Betracht zu ziehen sei, und sie zum Nachweis einer solchen Möglichkeit oder gar Wahrscheinlichkeit keinen einzigen Beweis oder Beweisantrag eingebracht hatte, lässt sich das Vorgehen der kantonalen Berufungsinstanz rechtfertigen. Unter den erwähnten Umständen durfte das Kantonsgericht die für das Begehren erforderliche tatsächliche Grundlage ohne weiteres als nicht erstellt bzw. als derart entfernte Eventualität betrachten, dass sie keine Rechtsfolgen zu bewirken vermöge. Die kantonale Berufungsinstanz durfte mit andern Worten zum Ergebnis gelangen, es fehle eine hinreichende Basis, um dem Begehren entsprechen zu können. Mithin konnte sie den Antrag, so wie er begründet worden war, als von vornherein aussichtslos erachten. Sie war deshalb nicht von Verfassungs wegen verpflichtet, auf die nur am Rande erwähnte Möglichkeit einer Rückkehr des Beschwerdegegners näher einzugehen. Auch eine Verletzung der verfassungsrechtlichen Begründungspflicht liegt nach dem Gesagten nicht vor.