Citation: 4A_230/2018 E. B

B.a. Mit Klage vom 15. Juni 2015 gelangte die Arbeitnehmerin an das Kantonsgericht Schaffhausen mit dem Antrag, die Arbeitgeberin sei kostenfällig zu verpflichten, ihr Fr. 20'475.-- brutto zuzüglich Zins von 5 % seit dem 12. Februar 2015 (Datum des Eingangs des Schlichtungsgesuchs) zu bezahlen. Das Kantonsgericht wies die Klage mit Urteil vom 20. Dezember 2016 ab. B.b. Das Obergericht des Kantons Schaffhausen schützte mit Urteil vom 20. Februar 2018 die Berufung der Klägerin und verpflichtete die Beklagte, der Klägerin Fr. 20'475.-- brutto zuzüglich Verzugszins von 5 % seit dem 12. Februar 2015 zu bezahlen. Es erwog, grundsätzlich könne ein Lohn auch in Euro ausbezahlt werden und eine einvernehmliche Reduktion des Lohns sei gemäss dem Schweizerischen Obligationenrecht zulässig. Die zwischen den Parteien geschlossene Vertragsänderung sei vom kantonalen Arbeitsamt gemäss Art. 22 Abs. 2 der Verordnung vom 24. Oktober 2007 über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit (VZAE; SR 142.201), welche die Einhaltung orts-, berufs- und branchenüblicher Löhne prüfen müsse, genehmigt worden; eine Lohndifferenz von rund zehn Prozent stelle denn auch noch keine Art. 22 VZAE zuwiderlaufende Anstellungsbedingung dar. Da somit die Vertragsänderung weder gegen Gesetz noch gegen eine auf die Parteien unmittelbar anwendbare Gesamtarbeitsvertragsbestimmung verstosse, sei das Verzichtsverbot gemäss Art. 341 Abs. 1 OR nicht anwendbar, in dessen Anwendungsbereich im Übrigen nur bereits entstandene Forderungen fielen, nicht aber zukünftige Ansprüche aufgrund einer Vertragsänderung. Auch aus dem allgemeinen verfassungsrechtlichen Diskriminierungsverbot von Art. 8 Abs. 2 BV könne die Klägerin nichts für sich ableiten, da dieses - anders als der hier nicht massgebliche Art. 8 Abs. 3 BV - auf das Verhältnis zwischen Privaten nicht direkt anwendbar sei. Das Obergericht bejahte aber eine im Hinblick auf das Abkommen vom 21. Juni 1999 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der Europäischen Gemeinschaft und ihren Mitgliedstaaten andererseits über die Freizügigkeit (Freizügigkeitsabkommen, FZA; SR 0.142.112.681) bestehende indirekte Diskriminierung der im Ausland wohnhaften Grenzgänger. Die tieferen Lebenshaltungskosten im Ausland würden entgegen der Auffassung des Kantonsgerichts eine unterschiedliche Behandlung nicht rechtfertigen.