Citation: 1C_179/2021 E. 4.2

4.2. Die Gemeinde bestätigt in ihrer Stellungnahme an das Bundesgericht ihre konstante und langjährige Praxis bezüglich nicht grenzabstandsprivilegierter, über die Fassade vorspringender Bauteile. Demnach hätten solche Bauteile, welche nicht unter die Abstandsprivilegierung fielen, die gleichen Bedingungen zu erfüllen wie Hauptbauten. Dies wirke sich sowohl auf die Grenzabstände als auch auf die Gebäudehöhen aus. Abstandsrelevante Bauteile besässen eine eigene Höhe, welche ihren Grenzabstand dynamisch beeinflussen könne. In Anlehnung an § 60 Abs. 5 PBG/SZ werde daher bei Balkonen die Gebäudehöhe jedes Baukörpers gesondert bestimmt. Die gegenteilige Auffassung der Vorinstanz, wonach nicht die Höhe des Balkons entscheidend sei, sondern die gesamte Gebäudehöhe, sei nur schwer verständlich. Wenn der Grenzabstand ab der Vorderkante der Balkonkonstruktion zu messen sei, wie wenn sich dort die Fassade befände, dann sei die Balkonkonstruktion auch hinsichtlich ihrer Bauhöhe wie ein gesonderter Teil der Hauptbaute, eben als in die Höhe gestaffelte Baute, zu betrachten. Andernfalls wäre eine Balkonkonstruktion, die anstelle einer filigranen Abstützung fassadenähnliche Bauteile nutze, ohne weiteres als in der Höhe gestaffelter Baukörper zu betrachten.