Citation: 1B_129/2015 E. 4.6

4.6. Wie das Gutachten ausführt, ist die Ausführungsgefahr als gering einzuschätzen, solange beim Beschwerdeführer keine schizophrene Psychose ausbricht. Dies ist, soweit ersichtlich, aber noch nicht geschehen und soll durch die stationäre Behandlung auch verhindert werden. Dem Therapieverlaufsbericht zufolge zeige sich der Beschwerdeführer sehr motiviert. Das deliktische Geschehen bis hin zur Verhaftung könne mit ihm thematisiert und vertieft werden. Durchgehend habe er sich während der Sitzungen von Amok- und Fremdtötungsphantasien distanziert. Er betone, dass er seine Gedankengänge niemals in die Tat umgesetzt hätte und dass es sich um ein "Rollenspiel" mit provokativem Charakter gehandelt habe. Er habe eigentlich auf seine Verzweiflung und seinen Lebensüberdruss aufmerksam machen wollen; dabei habe er zeitweise aber auch "die Kontrolle irgendwie verloren". Bisher offenbare der Beschwerdeführer ein gutes Problemverständnis. Aus psychotherapeutischer Sicht seien daher die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Behandlung gegeben. Ungeachtet seiner (relativen) psychischen Stabilität stehe er aber erst am Anfang der Behandlung. Hingegen seien die Risikofaktoren relativ gut kontrollierbar bzw. beeinflussbar. Das Risiko für Vorbereitungshandlungen oder für die Durchführung einer Gewalttat sei gering. Als günstig erweise sich, dass der Beschwerdeführer bisher nicht als impulsiv aufgefallen sei, keine ausgeprägten antisozialen Einstellungen vertrete, überwiegend krankheitseinsichtig und therapiemotiviert sei und realistische Pläne für die Zukunft formulieren könne.