Citation: I 337/03 06.11.2003 E. 4

4.1 Für den zur Bestimmung des Invaliditätsgrades massgebenden Einkommensvergleich (Art. 28 Abs. 2 IVG) ist auf die Verhältnisse im Zeitpunkt des (eventuellen) Rentenbeginns abzustellen. Ausserdem sind gegebenenfalls bis zum Erlass der Rentenverfügung eingetretene Veränderungen zu berücksichtigen, indem auf den entsprechenden Zeitpunkt hin ein weiterer Einkommensvergleich vorgenommen wird. In jedem Fall sind das Validen- und das Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu ermitteln (BGE 129 V 223 f. Erw. 4.1 und 4.2 mit Hinweisen). 4.2 Laut den medizinischen Akten war die Beschwerdeführerin ab dem (Flugzeug-)Unfall vom 17. Juni 1996 in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Sachbearbeiterin zu mindestens 50 % arbeitsunfähig. Der Rentenanspruch konnte daher im Juni 1997 entstehen (Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG). Dementsprechend ist für die Invaliditätsbemessung von den damaligen Verhältnissen auszugehen. Gemäss den Angaben der Arbeitgeberin im Bericht vom 6. Mai 1997 sowie in der Unfallmeldung UVG vom 19. Juni 1996 hätte die Beschwerdeführerin zu diesem Zeitpunkt einen Jahresverdienst von Fr. 52'650.- (13 x Fr. 4050.-) erzielt. Da die Arbeitgeberin das Arbeitsverhältnis per 28. Februar 1997 gekündigt hatte, kann demgegenüber das Invalideneinkommen entgegen der Auffassung von Verwaltung und Vorinstanz nicht auf derselben Grundlage festgesetzt werden. Stattdessen sind - in Ermangelung einer tatsächlich ausgeübten Erwerbstätigkeit - Tabellenlöhne in Form der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukurerhebung (LSE) beizuziehen (vgl. BGE 126 V 76 f. Erw. 3b). Angesichts des in der neuropsychologischen Begutachtung festgestellten leicht beeinträchtigten Leistungsprofils ist trotz der Berufserfahrung der Beschwerdeführerin als Sachbearbeiterin von einer einfachen und repetitiven Tätigkeit (Anforderungsniveau 4) auszugehen. Auf der Basis des monatlichen Bruttolohns (Zentralwert bei einer standardisierten Arbeitszeit von 40 Wochenstunden) der im privaten Sektor in diesem Anforderungsniveau beschäftigten Frauen im Jahr 1996 von Fr. 3455.- (LSE 1996 S. 17 Tabelle A1), bei einer durchschnittlichen betriebsüblichen Arbeitszeit im Jahr 1997 von 41,9 Stunden pro Woche (Die Volkswirtschaft 5/2003, Heft 6, S. 82, Tabelle B 9.2) und unter Berücksichtigung der durchschnittlichen allgemeinen Lohnentwicklung von 1996 auf 1997 (+ 0,5 %; Die Volkswirtschaft 5/2003 S. 83 Tabelle B10.2) ergibt sich bei einer Restarbeitsfähigkeit von 50 % ein Betrag von Fr. 21'823.-. Rechtsprechungsgemäss kann einer zu erwartenden behinderungsbedingten Lohneinbusse - unter Einschluss allfälliger deren Höhe beeinflussender individueller Faktoren - durch einen prozentualen Abzug von diesem Tabellenlohn Rechnung getragen werden (BGE 126 V 79 f. Erw. 5b mit Hinweisen). Die Verwaltung hat diesen Abzug auf 10 % beziffert. Dies ist angesichts der konkreten Umstände (vermehrter Pausenbedarf; Schweizerin; berufliche Qualifikationen, welche über den Bereich der einfachen und repetitiven Tätigkeiten hinaus gehen; Teilzeittätigkeit, welche sich bei Frauen gemäss Statistik nicht einkommensmindernd auswirkt) nicht zu beanstanden (vgl. zur Bemessung des Abzugs BGE 126 V 79 Erw. 5b und zu deren Überprüfung im Rechtsmittelverfahren BGE 126 V 81 Erw. 6). Das auf diese Weise resultierende Invalideneinkommen von Fr. 19'641.- ergibt in Gegenüberstellung zum Valideneinkommen von Fr. 52'650.- einen Invaliditätsgrad von 62,7 %, der einen Anspruch auf eine halbe Rente begründet. Es bestehen keine Hinweise auf eine wesentliche Veränderung des Invaliditätsgrades im Verlauf des Zeitraums bis zum Erlass der Verfügung vom 10. Oktober 2002. Insbesondere kann für die Umschreibung des Zumutbarkeitsprofils während des gesamten relevanten Zeitraums auf das Gutachten der Klinik X.________ vom 17. Juni 2001 abgestellt werden. Die IV-Stelle hat daher der Versicherten mit der vorinstanzlich bestätigten Verfügung vom 10. Oktober 2002 zu Recht eine halbe Rente ab 1. Juni 1997 (Art. 29 Abs. 2 IVG) zugesprochen.