Citation: 1C_692/2024 E. 4.3

4.3. Mit der Zustellung der Abstimmungsunterlagen spätestens am 17. Mai 2024 wurde der Beschwerdeführer in die Lage versetzt, Beschwerde gegen die Abstimmungsbotschaft zu erheben, zumal er sich mit der Vorlage bereits früher befasst bzw. sich in der Sache an den Gemeinderat gewandt hatte und die Planungsakte sowie der Entwurf des Baurechtsvertrags, auf welche die Abstimmungsbotschaft Bezug nahm, öffentlich zugänglich waren. Zwar sind sehr kurze Beschwerdefristen von drei Tagen in Stimmrechtsangelegenheiten nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts nur unter gewissen Voraussetzungen zulässig. Die Anwendung der kurzen Frist darf den Stimmberechtigten im konkreten Fall eine Beschwerdeerhebung nicht praktisch verunmöglichen. Unter anderem muss bei so kurzen Beschwerdefristen die zeitgerechte Erkennbarkeit von Verfahrensmängeln oder Unregelmässigkeiten sichergestellt sein und darf an die Beschwerdebegründung kein strenger Massstab angelegt werden (Urteil 1C_155/2021 vom 23. November 2021 E. 3.2 mit Hinweisen). An die Erkennbarkeit eines Mangels, mit welcher die Beschwerdefrist ausgelöst wird, dürfen in der genannten Konstellation keine zu geringen Anforderungen gestellt werden (BGE 121 I 1 E. 3b; Urteil 1C_301/2019 vom 1. November 2019 E. 4.4.1 mit Hinweis). Art. 60 Abs. 1 VRG/GR, dessen Anwendung vorliegend umstritten ist, sieht allerdings eine Beschwerdefrist von immerhin zehn Tagen vor. Damit kann nicht gesagt werden, es sei dem Beschwerdeführer im konkreten Fall praktisch verunmöglicht worden, eine Beschwerde zu erheben.