Citation: 1B_415/2022 E. 5.4

5.4. Wie ausgeführt, ist vorliegend zumindest von einer relativ erheblichen Fluchtgefahr auszugehen. Die Leistung einer Sicherheit nach Art. 238 StPO als Ersatzmassnahme erscheint damit zwar nicht von vornherein als grundsätzlich ausgeschlossen. Eine allfällige Kaution muss jedoch in Bezug auf die Höhe wie auch die weiteren Umstände der bestehenden Fluchtgefahr angemessen Rechnung tragen. Gemäss der Darstellung des Beschwerdeführers sollen Fr. 50'000.-- der strittigen Kaution von Fr. 75'000.-- von seiner Ehefrau geleistet werden. Dafür habe sie einen Kleinkredit aufgenommen. Er verweist dabei auf ein im vorinstanzlichen Verfahren eingereichtes Dokument, auf dem die erste Seite eines entsprechenden Kreditvertrags ersichtlich ist. Ob dieser tatsächlich abgeschlossen wurde, ist nicht erkennbar. Aus dem betreffenden Dokument geht hervor, dass der gewährte Barkredit von Fr. 50'000.-- in 84 aufeinanderfolgenden monatlichen Raten zurückzuzahlen ist, wobei eine Rate (inklusive Zins) Fr. 794.95 beträgt. Die Zahlung dieser Raten wäre für die Ehefrau des Beschwerdeführers angesichts ihres Gehalts - das gemäss den im vorinstanzlichen Verfahren eingereichten Lohnabrechnungen, auf die der Beschwerdeführer verweist, in den Monaten Januar bis April 2022 zwischen rund Fr. 7'300.-- und Fr. 7'600.-- netto betrug - und der langen Laufdauer des Vertrags zwar eine ernsthafte, spürbare Belastung. Mit Blick auf die besondere Beziehung zwischen Ehegatten und die zumindest relativ erhebliche Fluchtgefahr erscheint indessen zweifelhaft, dass dies den Beschwerdeführer ausreichend an einer Flucht hindern würde, zumal aufgrund des bestehenden Eheverhältnisses nicht auf der Hand liegt, dass seine Ehefrau den Betrag zurückfordern würde. Die restlichen Fr. 25'000.-- der Kaution sollen gemäss dem Beschwerdeführer von drei weiteren Personen geleistet werden. Dabei handelt es sich um den Neffen des Beschwerdeführers, seine Schwägerin und einen Freund seiner Ehefrau, mithin um Personen, die zur Familie gehören oder ihr nahe stehen. Bei einer Flucht des Beschwerdeführers verteilte sich der Verlust der Fr. 25'000.-- auf diese drei Personen, wobei unklar ist, wer in welchem Ausmass davon betroffen wäre. Unter diesen Umständen erscheint angesichts der erwähnten Fluchtgefahr auch in Bezug auf die Beiträge dieser Drittpersonen an die Kaution zweifelhaft, dass der Beschwerdeführer dadurch genügend an einer Flucht gehindert würde. Insgesamt kann unter gegebenen Umständen damit nicht davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer durch die strittige Kaution tatsächlich von einer Flucht abgehalten würde. Die von ihm beantragte Ersatzmassnahme ist demnach nicht geeignet, der bestehenden Fluchtgefahr zu begegnen, und kommt daher nicht in Frage.