Citation: 1C_460/2012 E. 6

Der Beschwerdeführer rügt weiter eine Verletzung von Treu und Glauben (Art. 9 BV i.V.m. Art. 5 Abs. 3 BV), weil die Behörden den Bau des Weidstalls 1980 bewilligt hätten und die Nutzung des fraglichen Gebiets als Weide sowie dessen Ausholzung immer geduldet hätten. Damit hätten sie ein wohlerworbenes Recht begründet bzw. einen Vertrauenstatbestand geschaffen. Hätten die Rechtsvorgänger des Beschwerdeführers gewusst, dass es sich beim fraglichen Gebiet um Wald handle und damit der Durchgang zum restlichen Weideland der Parzelle abgeschnitten werde, hätten sie nie die Bewilligung eines Weidstalls in diesem Gebiet beantragt. Es ist jedoch unstreitig, dass das Thema Wald im Baubewilligungsverfahren nicht angesprochen worden ist; daraus lässt sich deshalb keinerlei Zusicherung ableiten, dass es im Umfeld des Weidstalls oder in einem gewissen Abstand dazu keinen Wald gebe. Dies gilt umso mehr, als der Wald südöstlich des Baustandorts in dem dem Baugesuch beiliegenden Situationsplan nicht eingezeichnet war (vgl. oben E. 4.5). Entsprechendes gilt für das Nichteinschreiten der Forstbehörden gegen frühere Ausholzungsaktionen, zumal nicht nachgewiesen ist, das sie davon Kenntnis hatten (E. 4.3). Damit fehlt es bereits am Vorliegen eines Vertrauenstatbestands. Die Rechtsvorgänger des Beschwerdeführer haben somit den Weidstall auf eigene Verantwortung an dieser Stelle errichtet.