Citation: 6B_595/2020 E. 2.2.2

2.2.2. 2.2.2.1. Die Vorinstanz nimmt in rechtlicher Hinsicht an, Täuschungsopfer seien D.________ und E.________ gewesen, mithin die beiden neben dem Beschwerdeführer weiteren Mitglieder des Anlageausschusses, der bei den Entscheiden über die angeklagten Liegenschaftsgeschäfte das Gremium für die Willensbildung der Stiftung gewesen sei. Der Mitangeklagte C.________ habe die Liegenschaften im Anlageausschuss als gute Anlageobjekte, die langfristig den gewünschten Erfolg bringen würden, präsentiert. Sein Verhalten sei in allen Fällen klar darauf gerichtet gewesen, die anderen Anlageausschussmitglieder davon zu überzeugen, dass das Geschäft im Interesse der Personalvorsorgestiftung der B.________-Gruppe liege, weil die vertraglichen Leistungen der F.________ Hausbau AG, bestehend hauptsächlich aus der Verpflichtung zur späteren Übergabe der sanierten Liegenschaft und zudem aus der zu leistenden Zinszahlung und der Mietzinsgarantie, den Kaufpreis wert seien. Dass der Mitangeklagte C.________ dies nicht explizit so gesagt, sondern stillschweigend vorgespiegelt habe, sei ohne Bedeutung. Dieser habe mithin konkludent über den Verkehrswert der Liegenschaften getäuscht. Seine Äusserungen seien sinngemäss jeweils so zu verstehen gewesen, dass auch ein Dritter die Liegenschaft mit ihrem Gesamtpaket, d.h. inklusive Zins auf der ersten Teilzahlung und der Mietzinsgarantie, zu dem vom Beschwerdeführer und dem Mitangeklagten C.________ vereinbarten Kaufpreis erwerben würde. Die beiden Täter hätten aber in jedem der Fälle gewusst, dass die Vertragsleistungen der F.________ Hausbau AG in einem eklatanten Missverhältnis zum vereinbarten Kaufpreis gestanden hätten und dieser deutlich übersetzt gewesen sei. Damit hätten die beiden bewusst über (schon damals) objektiv feststehende gegenwärtige Verhältnisse, mithin über Tatsachen und nicht lediglich über ungewisse Ereignisse und Vorgänge in der Zukunft getäuscht. Die den beiden Mitgliedern des Anlageausschusses unterbreiteten Renditezahlen seien nicht Resultat seriöser Abklärungen gewesen, sondern so festgelegt worden, dass der vorgeschlagene Kaufpreis als plausibel erschienen sei. Die vorgerechneten Mietzinseinnahmen seien damals indes - mit einer Ausnahme - allesamt nicht realistisch bzw. aufgrund des Zustands der real als Gegenwert vorhandenen Liegenschaft und unter Berücksichtigung der vorgeschlagenen Sanierungen nicht und schon gar nicht nachhaltig erreichbar gewesen. Dabei habe es sich bei dem nach der Sanierung zu erwartenden Mietertrag nicht um eine bloss spekulative Einschätzung ungewisser künftiger Vorgänge gehandelt, sondern um eine Täuschung über die Grundlagen der Prognose (angefochtenes Urteil S. 161 ff.). 2.2.2.2. In Bezug auf das Merkmal der Arglist nimmt die Vorinstanz unter Verweisung auf die erstinstanzlichen Erwägungen an, zwischen dem Mitangeklagten C.________ auf der einen und den weiteren Mitgliedern des Anlageausschusses D.________ und E.________ auf der anderen Seite habe basierend auf einer langjährigen, engen und erfolgreichen Zusammenarbeit grosses Vertrauen geherrscht. Diese Zusammenarbeit habe sich nicht nur auf die Beschwerdegegnerin 2, sondern auf die gesamte A.________-Gruppe bezogen. Die Mitglieder hätten im Anlageausschuss arbeitsteilig gearbeitet, sodass jeder darauf angewiesen gewesen sei, sich auf die anderen verlassen zu können. Der Mitangeklagte C.________ habe im Ausschuss als Geschäftsführer der Beschwerdegegnerin 2 im Rahmen seiner Zuständigkeit für Liegenschaftskäufe und -verkäufe aufgrund seines langjährigen, erfolgreichen Wirkens grosse Freiheiten in der praktischen, operativen Umsetzung der strategischen Beschlüsse genossen. Seine Angaben seien zwar durchaus hinterfragt worden, aber es sei nicht jede Zahl, die er vorlegte, nachgerechnet worden, so lange seine Angaben plausibel gewesen seien. Indem der Mitangeklagte C.________ die weiteren Mitglieder des Anlageausschusses habe glauben machen wollen, die Gegenstand des Verfahrens bildenden Liegenschaften seien gute Anlageobjekte, die langfristig den gewünschten Ertrag bringen würden, und diese seien unter Berücksichtigung der von der F.________ Hausbau AG zu leistenden Zinszahlung und der Mietzinsgarantie als Gesamtpaket den Kaufpreis wert, habe er deren Vertrauen in ihn als loyalen, im Interesse der Beschwerdegegnerin 2 handelnden Geschäftsführer missbraucht und ausgenutzt. Aufgrund seiner langjährigen Bekanntschaft mit D.________ und E.________ und aufgrund der stets in gleicher Weise funktionierenden Abläufe sowohl im Anlageausschuss als auch im Gesamtstiftungsrat habe der Mitangeklagte C.________ vorausgesehen, dass jene die Liegenschaftsgeschäfte mit dem Beschwerdeführer nicht derart tiefgreifend prüfen würden, dass ihnen die unzutreffenden Renditeberechnungen und damit auch die überhöhten Kaufpreise hätten auffallen können. Dabei sei auch von Bedeutung, dass der Mitangeklagte C.________ nicht nur bewusst verschwiegen habe, dass er den Beschwerdeführer seit Jahrzehnten kannte, sondern dass er die weiteren Mitglieder des Anlageausschusses bzw. den ganzen Stiftungsrat auch darüber belogen habe, dass er aus den fraglichen Liegenschaftsgeschäften keine persönlichen finanziellen Vorteile ziehe. Dass er nicht eingeräumt habe, vom Beschwerdeführer bezahlt worden zu sein, sei in Verbindung mit der jährlich gegenüber der Beschwerdegegnerin 2 abgegebenen Loyalitätserklärung als aktives Täuschen zu werten. Es verstehe sich von selbst, dass diese Vorspiegelungen für die Mitglieder des Anlageausschusses und des Stiftungsrates nicht überprüfbar gewesen seien. Im Übrigen hätten die Einsetzung des seit vielen Jahren für die Beschwerdegegnerin 2 und die ganze A.________-Gruppe tätigen Architekten I.________ und bis zu einem gewissen Grad auch seine Berichte ebenfalls dazu beigetragen, D.________ und E.________ von einer weiteren Überprüfung der Geschäfte mit der F.________ Hausbau AG abzuhalten. Hinsichtlich der Frage der Opfermitverantwortung erwägt die Vorinstanz, den beiden Mitgliedern des Anlageausschusses könne nicht vorgehalten werden, sie hätten die grundlegendsten Vorsichtsmassnahmen missachtet. So sei E.________ dem Mitangeklagten C.________ und den Liegenschaftsgeschäften mit der F.________ Hausbau AG gegenüber durchaus kritisch eingestellt gewesen. Er habe denn auch Erklärungen und Erläuterungen verlangt und habe sich versichern lassen, dass die Beschwerdegegnerin 2 der F.________ Hausbau AG mit den hohen ersten Tranchen der Kaufpreiszahlungen vor Übergang des Eigentums nicht etwa Blankodarlehen eingeräumt habe und habe auf der Einsetzung eines unabhängigen Baufachmanns bestanden. Mehr könne in einem Gremium, das arbeitsteilig funktioniere, nicht verlangt werden. Dies gelte insbesondere vor dem Hintergrund, dass der Mitangeklagte C.________ mit den einzelnen Liegenschaftskäufen stets im Rahmen der beschlossenen Strategie operiert und keine aussergewöhnlichen Objekte vorgeschlagen habe. Insgesamt habe aufgrund des grossen Vertrauens in den Mitangeklagten C.________ und in seine Reputation als "harter Verhandler" keine Veranlassung bestanden, sich umfassend dokumentieren zu lassen. Das Wissen um den Beizug des in den Augen von D.________ und E.________ unabhängigen und vertrauenswürdigen Baufachmannes I.________ habe ihnen darüberhinaus ein zusätzliches Gefühl der Sicherheit gegeben. Nicht zuletzt dadurch seien die bei E.________ aufgekommenen Zweifel wieder ausgeräumt worden. Der Beschwerdeführer und der Mitangeklagte C.________ hätten somit bei allen Geschäften davon ausgehen können, dass eine eingehende Überprüfung der Anträge unterbleiben werde (angefochtenes Urteil S. 164 ff.).