Citation: 5A_711/2017 E. 4.3

4.3. Der Beschwerdeführer macht weiter geltend, bei der aktuellen Marktlage finde bei ernsthafter Suche auch eine 55-jährige Primarlehrerin zumindest eine Teilzeitstelle oder eine Position als Stellvertreterin. Bei der Beschwerdegegnerin steht ausserdem nicht die Neuaufnahme einer Erwerbstätigkeit in Frage, sondern der Wiedereinstieg in den während der gesamten Ehezeit ausgeübten Beruf. Seit der Erstellung des Gutachtens habe die Beschwerdegegnerin vier Jahre Zeit gehabt, sich um ihre Probleme und eine neue Anstellung zu kümmern. Das Obergericht habe sodann zu Unrecht allein auf die lange Untätigkeit der Beschwerdegegnerin im angestammten Beruf abgestellt und weitere positive Entwicklungen unbeachtet gelassen, wie die räumliche Trennung der Beschwerdegegnerin vom gemeinsamen Sohn und die verbesserte Wohnsituation. Mit seinen Ausführungen stellt der Beschwerdeführer die tatsächlichen Feststellungen der Vorinstanz zu der Möglichkeit der Berufsausübung in Frage (vorne E. 3.2). Keine willkürliche oder sonst wie bundesrechtsverletzende Sachverhaltsfeststellung vermag der Beschwerdeführer dabei mit dem Vorbringen aufzuzeigen, die Vorinstanz habe verschiedene positive Umstände nicht berücksichtigt (zur Willkür in der Sachverhaltsfeststellung vgl. BGE 142 II 355 E. 6; 433 E. 4.4) : Weder führt er aus noch ist geradezu offensichtlich, wie es der Beschwerdegegnerin bei der Stellensuche helfen sollte, dass sie eine neue Wohnung gefunden und sich von ihrem Sohn distanziert hat. Soweit der Beschwerdeführer sodann auf die aktuelle Arbeitsmarktlage verweist und Überlegungen dazu anstellt, welche Art von Anstellung die Beschwerdegegnerin finden könne, beschränkt er sich darauf, den Feststellungen des Obergerichts seine eigene Sachverhaltsdarstellung gegenüberzustellen. Diese Ausführungen sind appellatorischer Natur und vermögen keine vor Bundesgericht zu berücksichtigenden Fehler in der Sachverhaltsfeststellung aufzuzeigen (Art. 106 Abs. 2 BGG und dazu vorne E. 1.2). Da es der Beschwerdegegnerin aufgrund der nicht zu beanstandenden Sachverhaltsfeststellungen der Vorinstanz nicht möglich ist, erneut eine Anstellung als Primarlehrerin zu finden, spielt auch keine Rolle, wie lange sie für die Stellensuche Zeit hatte.