Citation: 9C_32/2023 E. 2.2.1

2.2.1. Die Verjährung dient dazu, das öffentliche Interesse an Klarheit und Sicherheit im Rechtsverkehr zu schützen. Ab einem bestimmten oder jedenfalls objektiv bestimmbaren Zeitpunkt gewichten die Interessen des Schuldners stärker als jene des Gläubigers (BGE 146 III 14 E. 6.1.4). Die Rechtssicherheit wäre beeinträchtigt, wenn Prozesse über Forderungen möglich blieben, deren Entstehung oder Erlöschen aufgrund der durch den Zeitablauf verursachten Beweisschwierigkeiten nicht mehr zuverlässig feststellbar sind. Die drohende Verjährung soll gleichsam den Gläubiger anspornen, seine Forderungen innert vernünftiger Frist geltend zu machen und die Austragung von Streitigkeiten darüber nicht zu verzögern (BGE 143 III 348 E. 5.3.2; 137 III 16 E. 2.1; 136 II 187 E. 7.4; 90 II 428 E. 8; Michael Beusch, Der Untergang der Steuerforderung [nachfolgend: Habil.], 2012, 274).