Citation: 5A_35/2024 E. 3.4

3.4. Wie sich aus den vorstehenden Ausführungen ergibt, ist das Sachgericht bei der Beurteilung, ob die Verspätung mit wichtigen Gründen entschuldigt werden kann, in verschiedener Hinsicht auf sein Ermessen verwiesen; es hat unter Würdigung der einschlägigen Umstände und unter Abwägung der auf dem Spiel stehenden Interessen nach Recht und Billigkeit zu entscheiden (Art. 4 ZGB; Urteil 5A_921/2017 vom 16. Juli 2018 E. 3.1). Das Bundesgericht überprüft Ermessensentscheide dieser Art an sich frei; es greift aber nur ein, wenn die kantonale Instanz von dem ihr zustehenden Ermessen falschen Gebrauch gemacht hat, das heisst, wenn sie grundlos von in Lehre und Rechtsprechung anerkannten Grundsätzen abgewichen ist, wenn sie Gesichtspunkte berücksichtigt hat, die keine Rolle hätten spielen dürfen, oder wenn sie umgekehrt rechtserhebliche Umstände ausser Acht gelassen hat. Aufzuheben und zu korrigieren sind ausserdem Ermessensentscheide, die sich als im Ergebnis offensichtlich unbillig, als in stossender Weise ungerecht erweisen (BGE 142 III 336 E. 5.3.2; 138 III 252 E. 2.1; je mit Hinweisen).