Citation: 8C_479/2021 E. 5.1

5.1. Die Vorinstanz hat den Beginn des Wartejahres gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG auf den 21. November 2012 festgesetzt. Zur Begründung gibt sie an, die Beschwerdeführerin habe sich am 21. November 2012 in die Behandlung bei Dipl. med. C.________ begeben, der eine paranoide Schizophrenie diagnostiziert und eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bis auf Weiteres attestiert habe. Danach sei der Lehrabbruch erfolgt und es habe ohne wesentlichen Unterbruch eine 100 oder 75%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden. Da die invalidisierende Schizophrenie erst während der am 1. August 2012 begonnenen Lehre als Detailhandelsfachfrau EFZ bei der B.________ AG im November 2012 aufgetreten sei, habe die IV-Stelle das Valideneinkommen zu Recht gestützt auf Art. 26 Abs. 2 IVV nach dem durchschnittlichen Einkommen einer Detailhandelsfachfrau bemessen. Allerdings sei nicht auf die LSE 2016, sondern auf die LSE 2018 abzustellen. Ausgehend vom Wert der Tabelle TA1 der LSE 2018 für Frauen im Detailhandel, Kompetenzniveau 2, ergebe sich so ein Valideneinkommen von Fr. 57'225.30 (Fr. 4511.- : 40 x 41,7 x 1,005 x 1,009 x 12). Zwar sei die Beschwerdeführerin bereits vor Beginn der Lehre vom 31. März bis 2. April 2012 bei den Psychiatrischen Diensten E.________ hospitalisiert gewesen. Dieser kurze stationäre Aufenthalt habe aber nicht im Zusammenhang mit einer ernsthaften psychischen Erkrankung gestanden, sondern sei Folge einer Eskalation aufgrund von Problemen in der Schule und mit den Eltern gewesen. Die damals 17jährige Beschwerdeführerin sei gegen den Willen ihrer Eltern eine Beziehung mit einem Mann mit Flüchtlingsstatus eingegangen und von der Schule verwiesen worden, weil sie gegen die Hausordnung verstossen habe. Bei einem Besuch zu Hause sei sie ausgerastet, habe randaliert und ihre Eltern verbal und tätlich angegriffen. Die Eltern hätten die Polizei alarmiert und in der Folge sei es im Rahmen eines fürsorgerischen Freiheitsentzugs (FFE; seit 1. Januar 2013: fürsorgerische Unterbringung) zur Einweisung ins Spital und in die psychiatrische Klinik gekommen, wo eine Anpassungsstörung diagnostiziert worden sei. Bereits nach drei Tagen sei die Beschwerdeführerin in psychisch stabilem Zustand und ohne Medikation entlassen worden. Damit habe die Beschwerdeführerin ihre Lehre gesund angetreten und die invalidisierende psychische Krankheit sei erst im Laufe der Ausbildung aufgetreten.