Citation: 1B_678/2021 E. 3.2

3.2. Die Vorinstanz hielt gestützt auf die Akten fest, der Beschwerdeführer habe sich am 25. Dezember 2020 bei der Kantonspolizei Bern gemeldet und angegeben, soeben seine Freundin erschossen zu haben. Kurze Zeit später habe sich B.________ ebenfalls bei der Polizei gemeldet und mitgeteilt, dass er vom Beschwerdeführer über den Vorfall informiert worden sei. Anlässlich seiner Einvernahmen vom 25. und 26. Dezember 2020 habe der Beschwerdeführer zu Protokoll gegeben, dass er und seine Freundin am 25. Dezember 2020 noch "Diskussionen" wegen deren Tochter gehabt hätten. Nachdem diese dann zu ihrem Vater gegangen sei, hätten sie "gespässelt" und gelacht. Während des "Blödelns" habe sich ein Schuss aus der Waffe, die er in den Händen gehalten habe, gelöst. Zur Tat selber habe der Beschwerdeführer keine konkreten Fragen beantworten können. An weiteren Einvernahmen vom 3. Februar 2021 und 10. März 2021 habe er sich an keine Details mehr erinnern bzw. keine Detailfragen bezüglich Schussabgabe beantworten können. Dem rechtsmedizinischen Gutachten vom 16. Juli 2021 samt Ergänzungsgutachten könne entnommen werden, dass der Abstand zwischen der Waffenmündung und dem Einschuss im Kopf der Verstorbenen wahrscheinlich mehr als 20 cm, jedoch weniger als 60 cm betragen habe (sogenannter Nahschuss). Unbestritten sei, dass der Beschwerdeführer regelmässig viel Alkohol und Cannabis konsumiert habe. Die forensisch-toxikologische Alkoholbestimmung habe bei ihm für den Tatzeitpunkt einen Minimalwert von 2.33 Gewichtspromille und einen Maximalwert von 3.32 Gewichtspromille ergeben. Weiter sei der Beschwerdeführer positiv auf Cannabis getestet worden. Nach einer Erörterung der Aussagen der Tochter der Verstorbenen, deren Vaters und weiterer Personen sowie des Wahrnehmungsberichts der Kantonspolizei Bern vom 25. Dezember 2020 hielt die Vorinstanz fest, der dringende Tatverdacht der vorsätzlichen Tötung könne nicht ernsthaft in Abrede gestellt werden. Die vom Beschwerdeführer geltend gemachte "Unfallversion" überzeuge in keiner Weise und erscheine unter Berücksichtigung der Gesamtakten nicht glaubhaft. Derzeit müsse davon ausgegangen werden, dass es am 25. Dezember 2020 zu Meinungsverschiedenheiten zwischen dem Beschwerdeführer und der Verstorbenen gekommen sei. Es spreche einiges dafür, dass sich die Situation zugespitzt haben müsse: Der Beschwerdeführer sei an jenem Tag unter Alkohol- und Drogeneinfluss gestanden, aufgebracht gewesen, habe eine Waffe bei sich gehabt und werde von verschiedener Seite - insbesondere unter Alkoholeinfluss - als aufbrausend, impulsiv und aggressiv beschrieben. Zudem hätten Ex-Partnerinnen des Beschwerdeführers geschildert, dass ihnen der Beschwerdeführer ebenfalls gedroht habe resp. er diese tätlich angegangen sei. Zusammengefasst sei der Verdacht der vorsätzlichen Schussabgabe und damit der vorsätzlichen Tötung als dringend zu qualifizieren. Auch hinsichtlich der dem Beschwerdeführer vorgeworfenen Drohung, wonach er anlässlich des nach der Schussabgabe geführten Telefongesprächs B.________ mit der Erschiessung gedroht haben solle, sei der dringende Tatverdacht zu bejahen. B.________ habe gegenüber der Polizei zu Protokoll gegeben, dass der Beschwerdeführer ihm zunächst in aufgelöstem Zustand berichtet habe, "Scheisse gebaut" und seine Freundin erschossen zu haben. Dann habe seine Stimmung um 180 Grad gekehrt, sei er aggressiv geworden und habe ihn als Betrüger beschimpft und dabei gesagt, dass er (B.________) der nächste sei, den er erschiessen werde.