Citation: 4A_276/2010 29.07.2010 E. 7

In einem Eventualstandpunkt bestreitet der Beschwerdeführer den Haftungsbetrag und macht geltend, er müsste höchstens noch für einen Betrag von Fr. 18'481.75 nebst Zins zu 5 % ab 16. Mai 2006 einstehen. Er begründet dies damit, dass die Verpflichtung, als Bürge für die laufenden Zinse der Grundforderung entgegen Art. 209 Abs. 1 SchKG auch nach der Konkurseröffnung noch einstehen zu müssen, mit der Versteigerung des Grundstücks am 15. April 2003 erloschen sei. Im Zeitpunkt der Versteigerung habe die Forderung der Beschwerdegegnerin inklusive Zinsen und Kosten Fr. 466'625.85 betragen. Nach Abzug des ihr ausbezahlten Versteigerungserlöses von Fr. 444'556.60 sowie der später noch aufgelaufenen Zinsen von Fr. 3'587.50 verbleibe ein Betrag von Fr. 18'481.75. Mit diesem erstmals vor Bundesgericht vorgetragenen Standpunkt ist der Beschwerdeführer ausgeschlossen. Die Vorinstanz führte aus, der Beschwerdeführer bestreite die Berechnung des Haftungsbetrags an sich in appellatorio nicht und es würden sich auch aus den Akten keine substantiierten Einwendungen gegen den eingeklagten Ausstand aus dem Kreditverhältnis ergeben. Deshalb verpflichtete sie den Beschwerdeführer in Anwendung der Verhandlungsmaxime, der Beschwerdegegnerin den eingeklagten Betrag von Fr. 95'290.25 zuzüglich Zins zu 8 % seit dem 16. Mai 2006 zu bezahlen. Der Beschwerdeführer bringt nicht vor, die Vorinstanz habe zu Unrecht angenommen, er habe die Berechnung des Haftungsbetrags nicht bestritten. Demnach muss er sich darauf behaften lassen und kann die Bestreitung vor Bundesgericht nicht mehr nachholen. Im Übrigen verkennt er, dass die Beendigung des Zinsenlaufes nach Art. 209 SchKG ausschliesslich gegenüber dem konkursiten Hauptschuldner, nicht aber gegenüber dem Bürgen greift (Amonn/Walther, Grundriss des Schuldbetreibungs- und Konkursrechts, 8. Aufl. 2008, S. 382; Giovanoli Silvio, Berner Kommentar, 2. Aufl. 1978, N. 28 zu Art. 492 OR).