Citation: 6B_1284/2016 E. 1.2

1.2. Der Schuldspruch der mehrfachen Förderung der Prostitution beruht im Wesentlichen auf dem Vorwurf, dass die in der Kontaktbar U.________ tätigen Frauen aus Rumänien, welche in den darüber gelegenen Zimmern der Prostitution nachgingen und dort auch wohnten, durch D.________ und weitere Personen in ihrer sexuellen Selbstbestimmung in mehrfacher Hinsicht eingeschränkt wurden. Die Vorinstanz stellt unter anderem fest, dass die Zimmerpreise abhängig vom Umsatz gestaltet waren und feste Preise für die sexuellen Dienstleistungen vorgeschrieben wurden. Selbst wenn bei einer genügenden Anzahl anwesender Frauen in der Bar einzelne frei machen konnten, wurden Präsenzzeiten vorgeschrieben und diese kontrolliert. Unpünktliches Erscheinen wurde gemeldet, bei Nichterscheinen wurde mit Schlägen gedroht (Entscheid S. 93 ff. und 157, 110 ff. und 264 f.). Um die Frauen an einem plötzlichen Weggang zu hindern und teilweise zur Begleichung der Schulden wurden die meisten Pässe eingezogen (Entscheid S. 152 ff.). Den Frauen wurde das Benutzen von Kondomen vorgeschrieben. Wer dies nicht befolgte, erhielt Schläge (Entscheid S. 163 f. und 263 f.). Zudem mussten die Frauen die Anzahl Freier pro Tag mitteilen (Entscheid S. 173 ff.). Der Beschwerdeführer war Vermieter der Liegenschaft U.________, Inhaber der Betriebsbewilligung und arbeitsvertraglich verpflichtet, die Liegenschaft inklusive Umgebung in Ordnung zu halten. Er machte für die Frauen Botengänge und fuhr sie zum Einkaufen etc., womit aber mit den besagten Fahrten keine Kontrolle einherging. Die Beteiligung des Beschwerdeführers ging hingegen entgegen dessen Dafürhalten darüber hinaus. Die Vorinstanz stellt dazu gestützt auf die Aussagen der Mitbeschuldigten und insbesondere D.________ fest, dass der Beschwerdeführer die Betriebsbewilligung (respektive deren Entzug) als Druckmittel gegen D.________ einsetzte, um auf diesen Einfluss zu nehmen und Kontrolle auszuüben. Er hatte einen guten Einblick in die Strukturen und die Organisation der Kontaktbar. Der Beschwerdeführer nahm Einfluss auf die Auswahl und Anzahl der Frauen sowie auf die von diesen angebotenen Sexualpraktiken. Auch mischte er sich in das Angebot und die Bestellungen der Getränke ein. Wurde zu wenig Champagner getrunken, reklamierte er. Der Beschwerdeführer hielt dafür, dass die Frauen engere Kleider tragen sollten und sagte mehrmals, die Frauen sollten auch Oralverkehr anbieten. Einen Mitbeschuldigten wies er an, Getränke zu bestellen und die Frauen mit dem Reinigen ihrer Zimmer zu beauftragen, wobei er in Aussicht stellte, für eine Kontrolle gegen 16 Uhr zurückzukommen. Die Vorinstanz qualifiziert den Beschwerdeführer zusammenfassend als Teil des Systems, der sich in die Betriebsführung einbrachte (Entscheid S. 268 ff.).