Citation: 8C_918/2008 01.05.2009 E. 4

In Würdigung der gesamten, gut dokumentierten medizinischen Aktenlage gelangte das kantonale Gericht wie zuvor schon die SUVA zum Schluss, dass als Folge der Unfalles vom 7. Februar 2003, bei welchem die Beschwerdeführerin auf der Kunsteisbahn in Y.________ auf den Hinterkopf gefallen war, keine organisch erklärbaren Gesundheitsschäden aufgetreten sind. Dieser Beurteilung kann gefolgt werden. Jedenfalls vermögen die Ausführungen in der Beschwerdeschrift zur medizinischen Sachlage eine abweichende Betrachtungsweise nicht zu begründen. Der Neurologe Prof. Dr. med. J.________ etwa hielt im Gutachten der Rehaklinik E.________ vom 15. August 2005 ausdrücklich fest, dass Beschwerden primär organischer Genese nicht feststellbar seien, und auch der Neurologe Dr. med. H.________ konnte in seiner von der Beschwerdeführerin veranlassten, im kantonalen Verfahren eingereichten Expertise vom 19. Oktober 2007 lediglich eine leichte Kippung des Atlas von rechts nach links bei sonst normalen anatomischen Verhältnissen der Kopfgelenke feststellen. 4.1 Damit stellt sich die Frage, ob die auch nach der Leistungseinstellung auf den 31. März 2006 hin dennoch geklagten Beschwerden in einem - für die Leistungspflicht der SUVA unabdingbar vorausgesetzten - rechtserheblichen, natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang mit dem versicherten Unfallereignis stehen. Zu beachten ist dabei, dass eine genauere Prüfung der natürlichen Unfallkausalität des Gesundheitsschadens nicht nötig ist, wenn sich zeigt, dass dessen Adäquanz zum versicherten Unfallereignis nicht gegeben und damit eine für die Leistungspflicht des Unfallversicherers nebst der natürlichen Kausalität kumulativ erforderliche Voraussetzung fehlt. Nachdem SUVA und Vorinstanz die Adäquanz der anhaltenden Beeinträchtigungen verneint haben, ist auch im bundesgerichtlichen Verfahren primär der Adäquanzfrage nachzugehen. Lässt sich diese mit den beiden Vorinstanzen verneinen, erübrigt sich eine nähere Auseinandersetzung mit der natürlichen Unfallkausalität, womit insoweit auf die Argumentation in der Beschwerdeschrift nicht weiter einzugehen ist, als diese ausschliesslich Aspekte beleuchtet, welche allenfalls für die Beurteilung der natürlichen Kausalität von Bedeutung sein könnten, zur Beantwortung der Adäquanzfrage jedoch nichts beitragen. 4.2 Die Beschwerdeführerin macht geltend, eine milde traumatische Hirnverletzung (MTBI [mild traumatic brain injury]) erlitten zu haben, und will dies mit dem von ihr im kantonalen Verfahren eingereichten Privatgutachten des Dr. med. H.________ vom 19. Oktober 2007 belegen. Nach allgemein anerkannter Lehrmeinung setzt die Diagnose einer MTBI entweder eine Episode von Bewusstlosigkeit oder einen Gedächtnisverlust für Ereignisse unmittelbar vor oder nach dem Unfall oder eine Bewusstseinstrübung (Benommenheitsgefühl, Desorientierung) im Zeitpunkt der Verletzung voraus (ADRIAN M. SIEGEL, Neurologisches Beschwerdebild nach Beschleunigungsverletzung der Halswirbelsäule, in: SIEGEL/ FISCHER [Hrsg.], Die neurologische Begutachtung, Zürich 2004, S. 166 Tabelle 9, mit bibliographischen Hinweisen; Urteil U 14/05 vom 29. Mai 2006, E. 3.1). Aktenmässig ist eine Bewusstlosigkeit indessen nicht erstellt und auch die behauptete Gedächtnislücke bezüglich der Heimfahrt nach dem Unfallereignis fand weder am 9. Mai 2003 gegenüber dem Kundenbetreuer der SUVA noch im Rahmen der ab 30. September bis 28. Oktober 2003 dauernden Hospitalisation in der Rehabilitationsklinik I.________ Erwähnung. Sicherlich liegt aber - wenn überhaupt - höchstens eine Commotio cerebri und keine Contusio cerebri vor, was für eine Anwendung der bei Schleudertraumen und diesen äquivalenten Verletzungen massgebenden Methode der Adäquanzprüfung (BGE 134 V 109 E. 10 S. 126 ff.) grundsätzlich nicht genügt (Urteil 8C_476/2007 vom 4. August 2008, E 4.1.3, in: SVR 2008 UV Nr. 35). Da selbst nach Meinung des Dr. med. H.________ kein klassisches Schleudertrauma vorliegt, kann die so genannte Schleudertraumapraxis auch unter diesem Aspekt keine Anwendung finden. Die gesundheitlichen Beeinträchtigungen der Beschwerdeführerin müssen vielmehr auf ein psychisches Leiden zurückgeführt werden. Dr. med. K.________ hat denn in seiner ambulanten psychiatrischen Abklärung anlässlich des Aufenthaltes der Beschwerdeführerin in der Rehaklinik E.________ am 5. Juli 2005 auch dargelegt, dass eine depressive Störung von atypischem Muster vorliege. 4.3 Es rechtfertigt sich unter diesen Umständen, die Adäquanzprüfung nach der bei psychischen Folgeschäden nach Unfällen massgebenden Methode vorzunehmen, wie sie in BGE 115 V 133 entwickelt worden ist. Die danach für eine Bejahung der Adäquanz erforderlichen Kriterien sind indessen offensichtlich nicht erfüllt, ist doch der Sturz mit Anschlagen des Kopfes auf der Kunsteisfläche eher den banalen Unfällen zuzuordnen, was einen adäquaten Kausalzusammenhang eines psychischen Leidens mit dem Unfallereignis von vornherein ausschliesst (BGE 115 V 133 E. 6a S. 139). Selbst wenn der Unfall mit der Vorinstanz dem mittleren Bereich, allerdings an der Grenze zu den leichten Fällen, zugeordnet würde, wären keine der in BGE 115 V 133 verlangten Kriterien in der notwendigen qualifizierten Weise erfüllt, um den adäquaten Kausalzusammenhang mit dem Unfallereignis bejahen zu können. 4.4 Auch wenn angenommen würde, die Adäquanzprüfung habe nicht nach BGE 115 V 133, sondern nach der Schleudertraumapraxis zu erfolgen, was sich allenfalls im Hinblick auf die wiederholt diskutierte milde traumatische Hirnverletzung oder die etwa vom Augenarzt Dr. med. G.________ angenommene und auch schon von Frau Dr. med. Z.________ ursprünglich diagnostizierte, von der Vorinstanz aber nicht als erwiesen betrachtete Distorsion der Halswirbelsäule rechtfertigen könnte, wären die in BGE 134 V 109 (E. 10 S. 126 ff.) verlangten Kriterien nicht erfüllt. So liegen weder besonders dramatische Begleitumstände noch eine besondere Eindrücklichkeit des Unfallereignisses (BGE 134 V 109 E. 10.2.1 S. 127) vor. Ebenso wenig sind die Verletzungen schwer oder besonderer Art (BGE 134 V 109 E. 10.2.2 S. 127 f.) gewesen. Auch eine fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung (BGE 134 V 109 E. 10.2.3 S. 128) hat nicht stattgefunden. Vielmehr hat die Beschwerdeführerin immer wieder andere Heilbehandlungen ausprobiert, die letztlich jedoch keine günstigen Auswirkungen hatten. Ebenso wenig sind erhebliche Beschwerden (BGE 134 V 109 E. 10.2.4 S. 128) auszumachen. Nach dem Rehabilitationsaufenthalt in der Klinik I.________ jedenfalls konnte von einer deutlichen Reduktion der Kopfschmerzen und teilweise sogar von kopfschmerzfreien Phasen berichtet werden. Eine ärztliche Fehlbehandlung ist nicht auszumachen und auch ein schwieriger Heilungsverlauf mit erheblichen Komplikationen lag nicht vor (BGE 134 V 109 E. 10.2.5 S. 129). Was das Kriterium der Arbeitsunfähigkeit (BGE 134 V 109 E. 10.2.7 S. 129 f.) anbelangt, ist mit dem kantonalen Gericht festzustellen, dass keine Versuche unternommen worden und ausgewiesen sind, um die von den Gutachtern Dr. med. K.________ und Prof. Dr. med. J.________ attestierte 50%ige Arbeitsfähigkeit zu verwerten.