Citation: 9C_901/2014 E. 3.4.1

3.4.1. In zeitlicher Hinsicht wird nicht bestritten, dass für die auf 2013 entfallende jährliche Ergänzungsleistung grundsätzlich das im Vorjahr erzielte Einkommen massgeblich ist, weil die Anrechnung in der Regel zeitlich verschoben erfolgt (vgl. Art. 23 Abs. 1 ELV). Indessen werden bei der Anspruchsberechnung nur tatsächlich vereinnahmte Einkünfte und vorhandene Vermögenswerte berücksichtigt, über die der Leistungsansprecher ungeschmälert verfügen kann (BGE 127 V 248 E. 4a S. 249; Urteil 9C_675/2012 vom 15. November 2012 E. 1). Damit steht im Einklang, dass Ergänzungsleistungen ausgerichtet werden, um Bezügerinnen und Bezügern von Renten der Alters- und Hinterlassenen- oder der Invalidenversicherung das Existenzminimum zu gewährleisten, ohne dass die Versicherten Sozialhilfe beziehen müssen (vgl. Art. 112 Abs. 2 lit. b in Verbindung mit Art. 196 Ziff. 10 BV). Mit den Leistungen gemäss ELG soll somit der gegenwärtige Grundbedarf, sollen die laufenden Lebensbedürfnisse gedeckt werden (BGE 130 V 185 E. 4.3.3 S. 188; 127 V 369 Erw. 5a; vgl. auch BGE 122 V 24 Erw. 5a mit Hinweisen). Diesen Grundsätzen trug der Verordnungsgeber mit den Bestimmungen von Art. 23 Abs. 4 ELV, der sich auf die erstmalige Leistungszusprache bezieht, als auch mit jenen von Art. 25 Abs. 1 lit. c ELV Rechnung. Danach ist vom Vorjahreseinkommen abzuweichen, sobald die tatsächlichen Umstände damit nicht mehr übereinstimmen; massgeblich ist dann das mutmassliche aktuelle Jahreseinkommen.