Citation: 9C_641/2023 E. 5.2

5.2. Diesbezüglich ist festzuhalten, dass sich die Vorinstanz im angefochtenen Urteil nicht explizit zur Wiedererwägung gemäss Art. 53 Abs. 2 ATSG äussert. Sie legt lediglich dar, die ursprüngliche Leistungszusprache sei zweifellos unrichtig gewesen. Allerdings argumentiert sie einerseits, die erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitsschadens seien ungenügend ermittelt und die Verflechtungen der verschiedenen Gesellschaften und die dabei erzielten Verdienste ganz ausser acht gelassen worden. Sie impliziert damit ein rechtsfehlerhaftes Vorgehen der Beschwerdegegnerin, welches Voraussetzung für eine Wiedererwägung bildet. Wenn sie jedoch gleichzeitig ausführt, die Beschwerdegegnerin sei nicht in der Lage gewesen, die neu zutage getretenen Beweismittel bereits zum Zeitpunkt der ursprünglichen Verfügungen beizubringen, womit sie befugt war, diese in prozessuale Revision zu ziehen, so verneint sie ein rechtsfehlerhaftes Vorgehen der Beschwerdegegnerin. Diese Begründung der Vorinstanz ist widersprüchlich. Wenn die Beschwerdegegnerin nicht in der Lage gewesen war, die neu zutage getretenen Beweismittel bereits zum Zeitpunkt der ursprünglichen Verfügungen vorzuweisen, so hat sie den Sachverhalt nicht rechtsfehlerhaft abgeklärt. Wenn sie hingegen den Sachverhalt ungenügend abgeklärt hätte, so hätten die Beweismittel, auf die sich die Beschwerdegegnerin in der Verfügung vom 3. März 2023 stützte, zumindest theoretisch bereits zuvor zu den Akten genommen werden können, was wiederum ein Revisionsverfahren ausschliesst.