Citation: 6B_1416/2016 E. 1.4.3

1.4.3. Zwar ist dem Beschwerdeführer zuzustimmen, dass nicht anzunehmen ist, der am andern Ende der Baustelle wartende Gegenverkehr würde bei Grün ohne weiteres auf die einspurig geführte Baustelle fahren, ohne die Durchfahrt des (vermeintlich) letzten Autos abzuwarten. Es ist jedoch zu beachten, dass sich das tatsächlich letzte Fahrzeug, dasjenige des Beschwerdeführers, gemäss willkürfreier Feststellung der Vorinstanz rund zehn Meter hinter der geschlossenen Kolonne befand. Mit einem derart weit zurückliegenden Fahrzug musste der Gegenverkehr nicht rechnen. Es bestand daher eine erhebliche Gefahr, dass der Fahrer eines entgegenkommenden Fahrzeugs nicht mehr rechtzeitig hätte bremsen können oder wegen des unvermuteten Gegenverkehrs eine Fehlmanipulation vorgenommen hätte. Die durch die zu späte Durchfahrt entstandene Lücke zu den voran fahrenden Fahrzeugen konnte zudem etwa Baustellenarbeiter veranlassen, die Fahrbahn zu überschreiten oder Baustellenfahrzeuge in die eine oder andere Richtung zu verschieben. Der Beschwerdeführer hat auch für diese ein erhöhtes Unfallrisiko geschaffen, weil sie nicht mit einem aus seiner Richtung herannahenden Fahrzeug rechnen mussten. Sie durften aufgrund des Vertrauensgrundsatzes (Art. 26 Abs. 1 SVG) darauf vertrauen, dass Fahrzeuglenker das Fahrverbot des ihnen "Halt" gebietenden Gelblichts beachten würden. Der Eintritt einer konkreten Gefährdung lag somit aufgrund des Verhaltens des Beschwerdeführers nahe. Soweit er dies mit der Begründung verneint, dass er nach kürzester Zeit auf die Kolonne aufgeschlossen habe, entfernt sich vom vorinstanzlich festgestellten Sachverhalt, ohne Willkür darzutun. Abgesehen davon ist für die Frage, ob und welche Gefahr bestanden hat, auf den Zeitpunkt der Verkehrsregelverletzung, mithin der Passage des Gelblichts und des Befahrens der Baustelle, abzustellen. In diesem Moment wusste der Beschwerdeführer nicht, ob er zur Kolonne aufschliessen und das Ende der Baustelle rechtzeitig vor Einsetzen des Gegenverkehrs erreichen würde. Dies namentlich deshalb nicht, weil in der Nähe von Baustellen, zumal wenn dort gearbeitet wird, stets mit Hindernissen oder Personal zu rechnen ist, was zu Verzögerungen führen kann (Urteil 1C_50/2017 vom 16. Mai 2017 E. 4.3). So war es denn auch vorliegend. Der Beschwerdeführer erreichte das Baustellenende unbestrittenermassen nicht, wobei unerheblich ist, weshalb dies der Fall war. Mit seiner Argumentation scheint der Beschwerdeführer im Übrigen zu verkennen, dass eine konkrete Gefahr nach Art. 90 Abs. 2 SVG nicht erforderlich ist.