Citation: 4A_493/2023 E. 4.2.2

4.2.2. Soweit die Beschwerdeführerin 2 hingegen spezifisch die Verletzung von Verfahrensrechten durch die Vorinstanz rügt, ist sie zwar als Verfahrenspartei am vorinstanzlichen Verfahren dazu befugt. Ihre Rügen sind jedoch unbegründet. 4.2.2.1. Sie rügt, die Vorinstanz sei in Verletzung ihres Anspruchs auf rechtliches Gehör davon ausgegangen, dass zwischen ihr und der Beschwerdegegnerin ein direktes Mandatsverhältnis vorgelegen habe. Die Vorinsta nz sei damit über die erstinstanzlichen Sachverhaltsfeststellungen hinausgegangen, was unzulässig sei, da sie den Sachverhalt der Erstinstanz übern ehmen müsse, solange eine Partei nicht deren offensichtliche Unrichtigkeit rüge. Soweit die Beschwerdeführerin 2 in diesem Zusammenhang eine Verletzung ihres Gehörsanspruchs geltend macht, zeigt sie nicht hinreichend auf, inwiefern die angebliche Verletzung einen Einfluss auf das Verfahren haben könnte, weshalb diese Rüge offensichtlich unbegründet ist. Soweit die Beschwerdeführerin 2 sodann sinngemäss eine Verletzung von Art. 320 lit. b ZPO geltend macht, indem die Vorinstanz von den Sachverhaltsfeststellungen der Erstinstanz abgewichen sei, erweist sich diese Rüge mangels Relevanz für den Verfahrensausgang als unzulässig (Art. 97 Abs. 1 BGG). So hielt die Vorinstanz explizit fest, dass es für ihre Entscheidung keine Rolle spiele, ob die Beschwerdeführerin 2 von der Beschwerdegegnerin selbst mandatiert oder von der mandatierten Beschwerdeführerin 1 beigezogen worden sei. Die Beschwerdeführerin 2 unterliege ungeachtet ihrer Funktion dem Berufsgeheimnis und damit auch dem Verbot der Interessenkollision gemäss Art. 12 lit. c BGFA. 4.2.2.2. Weiter rügt sie, die Vorinstanz habe ihre Bestreitung der behaupteten Erstellung des Rechtsgutachtens für die Beschwerdegegnerin wegen angeblicher Verletzung der Novenschranke von Art. 326 Abs. 1 ZPO zu Unrecht für unzulässig erklärt. Die Pflicht zur Prüfung der Prozessvoraussetz ungen von Amtes wegen nach Art. 60 ZPO erstrecke sich auch auf die Sachverhaltsermittlung. Die Rüge entbehrt der Konsistenz. Die Vorinstanz war nicht gemäss Art. 60 ZPO verpflichtet, nach Umständen zu forschen, die für eine rechtsgültige Vertretung der beklagten Partei sprechen (vgl. E. 5.1 hiernach).