Citation: 8C_424/2020 E. 4

Die Vorinstanz erwog, die Einschätzung des Kreisarztes vom 6. Juni 2018, gemäss welcher der angestammte Beruf als Schaler nicht mehr, eine leidensangepasste leichte Tätigkeit hingegen voll zumutbar sei, sei nachvollziehbar, weshalb darauf abgestellt werden könne. Der Ansicht des Versicherten, wonach seine Leistungsfähigkeit reduziert sei, könne nicht gefolgt werden. Der Gebrauch des Daumens, obwohl teilweise möglich, sei beim Zumutbarkeitsprofil ausgeklammert worden. Der beklagte Schmerz könne von den Ärzten keiner somatischen Genese zugeordnet werden und wirke sich bei Nichtgebrauch des Daumens nicht hindernd aus. Angesichts der Beweisschwierigkeiten bei Schmerzen würden die subjektiven Angaben der versicherten Person nicht genügen, sondern es werde verlangt, dass die Schmerzangaben durch damit korrelierende fachärztlich schlüssig festgestellte Befunde erklärbar seien. Ebenso wenig vermöge das leichte Medianusreizsyndrom eine Einschränkung über das Belastungsprofil hinaus zu begründen. Das kreisärztliche Zumutbarkeitsprofil werde denn auch von keiner Fachperson angezweifelt. Selbst bei funktioneller Einarmigkeit wegen Gebrauchsunfähigkeit der dominanten Hand sei grundsätzlich eine verwertbare Arbeitsfähigkeit zu bejahen. Soweit der Versicherte eine Diskrepanz zwischen den Feststellungen des Kreisarztes und den Ergebnissen der beruflichen Abklärungen geltend mache, könne ihm ebenfalls nicht gefolgt werden. Nach der Rechtsprechung sei die Frage der noch zumutbaren Tätigkeit nach Massgabe der objektiv feststellbaren Gesundheitsschädigung in erster Linie durch die Ärzte zu beantworten. Nur bei offensichtlicher und erheblicher Diskrepanz zwischen den Einschätzungen vermöchten Leistungen in der beruflichen Eingliederung ernsthafte Zweifel an der ärztlichen Annahme zu begründen. Dies sei vorliegend nicht der Fall. So habe der Versicherte im Rahmen der beruflichen Eingliederung Tätigkeiten ausgeführt, die der kreisärztlichen Einschätzung zuwiderlaufen würden. Zudem sei das Leistungsvermögen aus psychischen Gründen, die vorliegend nicht zu berücksichtigen seien, als reduziert bewertet worden. Weiter habe der Versicherte - abhängig von seinem Interesse an der Arbeit - unterschiedliche Leistungen gezeigt. Der Fallabschluss im Januar 2019 sei nicht zu früh erfolgt, da der Kreisarzt nachvollziehbar darlege, dass durch weitere Behandlungen keine wesentliche Verbesserung des Gesundheitszustandes erzielt werden könne. Behandlungsbedürftige psychische Gesundheitsschäden stellten sodann nach der "Psycho-Praxis" kein Hindernis für den Fallabschluss dar. Zusammenfassend sei somit ab Februar 2019 von der vollen Zumutbarkeit einer leidensadaptierten leichten Tätigkeit auszugehen. Der natürliche Kausalzusammenhang zwischen den psychischen Beschwerden und dem Unfall könne offen gelassen werden, da der adäquate zu verneinen sei. Der Unfall vom 8. Juni 2016 sei von der Suva zutreffend dem Bereich der mittelschweren Unfälle im engeren Sinn zugeordnet worden. Somit müssten mindestens drei der sieben Kriterien erfüllt sein oder eines besonders ausgeprägt vorliegen. In der Folge verneinte die Vorinstanz sämtliche Kriterien und damit die Adäquanz der psychischen Beschwerden. Weiter prüfte sie den Rentenanspruch unter alleiniger Berücksichtigung der somatischen Unfallfolgen und schloss bei einem Valideneinkommen von Fr. 65'022.- und einem Invalideneinkommen von Fr. 54'194.- auf einen Invaliditätsgrad von 17 %. Schliesslich bestätigte sie die Integritätsentschädigung bei einer Integritätseinbusse von 20 % gestützt auf die kreisärztliche Einschätzung und dem bereits berücksichtigen Maximalwert für den Verlust eines Daumens.