Citation: 4A_69/2023 E. 2.4

2.4. In einem Auslegungsstreit ist zunächst zu prüfen, ob sich die Parteien tatsächlich übereinstimmend geäussert, verstanden und in diesem Verständnis geeinigt haben (BGE 147 III 153 E. 5.1). Diese subjektive Vertragsauslegung beruht auf Beweiswürdigung (BGE 144 III 93 E. 5.2.2; 132 III 268 E. 2.3.2). Nur wenn kein übereinstimmender wirklicher Wille festgestellt werden kann, beurteilt sich nach dem Vertrauensprinzip, welchen Inhalt eine Willenserklärung hat. Diese objektivierte Auslegung überprüft das Bundesgericht als Rechtsfrage (BGE 148 III 57 E. 2.2.1; 146 V 28 E. 3.2). Die Beschwerdeführerin stellt zwei Fragen in den Raum: Erstens sei zu beantworten, ob die Beschwerdegegnerin als Vermittlerin von Ferienunterkünften dazu verpflichtet ist, der Beschwerdeführerin die Gegenpartei bekannt zu geben. Zweitens sei zu klären, ob die Beschwerdegegnerin dafür haftet, dass der Vermieter der Ferienvilla den Mietzins bereits vor dem Bezug der Unterkunft der Kreditkarte der Beschwerdeführerin belastet hat. Dies sind nach dem Gesagten keine Rechtsfragen, sofern die subjektive Vertragsauslegung betroffen ist. Wie die Beschwerdegegnerin zu Recht einwendet, verwandelt die blosse Verallgemeinerung eine Sachverhaltsfrage nicht in eine Rechtsfrage. Soweit die objektivierte Auslegung betroffen sein sollte, würde sich keine Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung stellen. Vielmehr wären die allgemeinen Grundsätze der Vertragsauslegung auf den vorliegenden Einzelfall anzuwenden. Daran ändert nichts, dass sich die Redaktorin eines Schweizer Konsumentenmagazins für den Ausgang des vorliegenden Verfahrens interessiert. Ein allfälliges Medieninteresse ist bedeutungslos, wenn zu beurteilen ist, ob sich eine Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung stellt. Zudem ist die Anfrage des Konsumentenmagazins vom 6. Januar 2023 ein unzulässiges echtes Novum (Art. 99 Abs. 2 BGG). Im Übrigen muss sich die Rechtsfrage im Einzelfall effektiv stellen.