Citation: 9C_292/2022 E. 4.6

4.6. Hinzu kommt Folgendes: Zwar war im Zeitpunkt der Verfügung über den Corona-Erwerbsersatz (29. April 2020) die "provisorische Verfügung" vom 18. Februar 2020 die aktuellste Beitragserhebung (Akontobeiträge). Indessen beendete erst der Erlass des Einspracheentscheids vom 23. September 2021 das Verwaltungsverfahren (vgl. BGE 131 V 407 E. 2.1.2.1). Zu diesem Zeitpunkt lag nicht nur die definitive Steuerveranlagung 2019, sondern auch die - unangefochten gebliebene - Verfügung vom 16. Juli 2021 betreffend die definitiven Beiträge des Jahres 2019, denen ein beitragspflichtiges Einkommen von Fr. 27'700.- zugrunde lag, bereits vor. Dieser Umstand ist für die Festlegung des massgeblichen Einkommens im Sinne von Art. 5 Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall von entscheidender Bedeutung (vgl. vorangehende E. 4.2). Dass in BGE 147 V 278 E. 5.3 vom "Verfügungszeitpunkt" gesprochen wurde, ändert nichts: Dieser Begriff ist materiellrechtlich (im Sinne von Art. 5 VwVG) zu verstehen und erfasst auch einen Einspracheentscheid. Selbst wenn die Ausgleichskasse die Akontobeiträge nachträglich wieder erhöht hätte, hätte sie vor dem Erlass des Einspracheentscheids die zuvor ergangene Verfügung betreffend die definitiven Sozialversicherungsbeiträge beachten und den Tagesansatz auf der Grundlage eines Jahreseinkommens von Fr. 27'700.- festlegen können. Die Vorinstanz hat auf eine entsprechende Korrektur verzichtet (vgl. Art. 61 lit. d ATSG); darauf ist hier nicht weiter einzugehen (vgl. Art. 107 Abs. 1 BGG).