Citation: 6B_164/2020 E. 2.1

2.1. Die Vorinstanz hält in tatsächlicher Hinsicht fest, die erste Instanz habe mit ausführlicher und in allen Teilen zutreffender Begründung dargelegt, dass der angeklagte Sachverhalt erstellt sei. Um Wiederholungen zu vermeiden, könne bezüglich des Beweisergebnisses in Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO auf die betreffenden Ausführungen im erstinstanzlichen Urteil (S. 17-23) verwiesen werden (vgl. angefochtenes Urteil S. 7). Mit der ersten Instanz sei der dem Beschwerdegegner vorgeworfene Sachverhalt mit der Präzisierung, dass die Abstandsmessung auf der zweiten Überholspur erfolgt sei, als erstellt zu erachten (vgl. angefochtenes Urteil S. 10). In rechtlicher Hinsicht nimmt die Vorinstanz an, dass der objektive Tatbestand erfüllt sei. Zum subjektiven Tatbestand führt sie aus, es könne in geringem Umfang zu Gunsten des Beschwerdegegners berücksichtigt werden, dass er sich durch das ihm folgende Polizeifahrzeug bedrängt gefühlt habe. Zum Tatzeitpunkt habe kein Kolonnenverkehr, jedoch ein recht hohes Verkehrsaufkommen geherrscht. Dies sei bei der subjektiven Seite einer groben Verkehrsregelverletzung ebenfalls zu beachten, da die permanente Einhaltung der Abstandsvorschriften unter solchen Umständen naturgemäss als faktisch deutlich erschwert erscheine. Vorliegend habe der Beschwerdegegner bei dichtem Verkehr den Mindestabstand nur während weniger Sekunden und überdies auf einer relativ kurzen Strecke von 500 Metern nicht eingehalten. In Anbetracht all der genannten Umstände erscheine dessen Verhalten in einem milderen Licht, sodass subjektive Rücksichtslosigkeit zu verneinen und noch von einer einfachen Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG auszugehen sei. Eine solche habe der Beschwerdegegner durch das Nichteinhalten der Abstandsvorschriften gemäss dem Beweisergebnis klarerweise mit Eventualvorsatz in Kauf genommen (angefochtenes Urteil S. 14 f.).