Citation: 6B_567/2017 E. 2.2.2

2.2.2. Wie die Vorinstanz sodann zutreffend erwägt, konnte der Beschwerdeführer unter den gegebenen (Sicht) verhältnissen nicht ernsthaft davon ausgehen, die als möglich erkannte Gefahr einer Frontalkollision mit Fahrgeschick zu vermeiden oder das Überholmanöver rechtzeitig abzuschliessen. Es steht vielmehr in tatsächlicher Hinsicht fest, dass weder der Beschwerdeführer noch der entgegenkommende Fahrzeugführer rechtzeitig reagieren und die Gefahr durch eigenes Verhalten abwehren konnten (oben E. 1.2). Dies gilt umso mehr, als der Beschwerdeführer seinen Führerschein nur knapp vier Monate vor dem Unfall erlangt hatte und somit über kaum Fahrpraxis verfügte. Als derartiger Fahranfänger konnte er nicht auf besonderes Fahrgeschick vertrauen oder darauf zurückgreifen (vgl. Urteile 6B_1050/2017 vom 20. Dezember 2017 E. 1.4.2; 6B_863/2017 vom 27. November 2017 E. 2.2; 2.5.2 mit Hinweis). Es hing somit einzig vom Auftreten von Gegenverkehr mithin vom Zufall ab, ob es zur Frontalkollision kommen würde. Der Vorinstanz ist ferner zuzustimmen, dass die Missachtung der durchgezogenen Sicherheitslinie zur Vornahme eines Überholmanövers zweier Autos mit übersetzter Geschwindigkeit bei ungenügender Sicht an einer dem Beschwerdeführer als gefährlich bekannten Stelle für die eventualvorsätzliche Inkaufnahme des als möglich erkannten Taterfolgs spricht. Die blosse Hoffnung, der Tatbestand werde sich dank glücklicher Fügung nicht verwirklichen, schliesst Eventualvorsatz nicht aus (Urteil 6B_411/2012 vom 8. April 2013 E. 1.4 mit Hinweisen). Die Vorinstanz verletzt daher kein Bundesrecht, wenn sie erwägt, der Beschwerdeführer habe nicht lediglich die Gefahr falsch eingeschätzt und bewusst fahrlässig gehandelt. Angesichts des mit dem Manöver von Anfang an eingegangenen hohen Risikos sowie des Umstands, dass der Beschwerdeführer nach dem Überholen des ersten Fahrzeugs trotz der objektiven Möglichkeit hierzu - gemäss Anklageschrift soll die Distanz zwischen den beiden überholten Fahrzeugen 80 Meter betragen haben - nicht auf seine Fahrspur zurückkehrte, sondern das Überholmanöver ungeachtet der schlechten Sicht fortsetzte und massiv beschleunigte, verletzt die Vorinstanz auch kein Bundesrecht, wenn sie sein Verhalten nicht als isolierte fahrerische Fehlleistung qualifiziert. Der Eintritt des tatbestandsmässigen Erfolgs drängte sich unter den gegebenen Umständen als derart wahrscheinlich auf, dass die Bereitschaft, ihn als Folge hinzunehmen, vernünftigerweise nur als Inkaufnahme des Erfolgs ausgelegt werden kann. Daran ändert nichts, dass sich der Beschwerdeführer mit dem waghalsigen Manöver auch selber erheblich gefährdete. Der vorliegende Fall erscheint angesichts der schlechten Sicht- und Witterungsverhältnisse, der gefahrenen Geschwindigkeit sowie des dem Beschwerdeführer bekannten Strassenverlaufs als krass. Die Annahme der Vorinstanz, er habe sich mit seiner Fahrweise für die mögliche Rechtsgüterverletzung entschieden, ist nicht zu beanstanden. Mit seinem Hinweis auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung verkennt der Beschwerdeführer, dass die Inkaufnahme des als möglich erkannten Taterfolgs nicht nur dann in Frage kommt, wenn sich die beschuldigte Person über einen längeren Zeitraum ein Rennen mit einem anderen Verkehrsteilnehmer liefert. Ebenso wenig ist hierfür die Demonstration eigener fahrerischer Überlegenheit erforderlich z.B. gegenüber einem Beifahrer. Wenn der Beschwerdeführer vorbringt, er sei nur während der letzten drei Sekunden seines Überholmanövers mit massiv überhöhter Geschwindigkeit unterwegs gewesen, zeigt er nicht auf, was er aus diesem - unbestrittenen - Umstand für sich ableiten will. Namentlich ist nicht ersichtlich, inwiefern ihn dies mit Blick auf die Höhe des geschaffenen Risikos und die Bereitschaft, die Tatbestandsverwirklichung als Folge seines Handelns in Kauf zu nehmen, entlasten würde. Die Gefahr in den Gegenverkehr zu geraten ist im Gegenteil umso grösser, je geringer die Geschwindigkeitsdifferenz zwischen seinem und dem überholten Fahrzeug ist und je länger der Überholvorgang dauert.