Citation: 4A_91/2022 E. 2.5

2.5. Sodann hält die Beschwerdeführerin die Annahme der Vorinstanz, die Sicht des Velofahrers auf die U.________strasse sei nicht beeinträchtigt gewesen, für tatsachen- und aktenwidrig. Sie anerkennt aber, dass die von der Vorinstanz herangezogenen Fotos auf Blatt 3 und 4 der Fotodokumentation der Stadtpolizei B.________ eine uneingeschränkte Sicht aus der V.________strasse bzw. vom Trottoir geradeaus Richtung U.________strasse belegen. Sie meint aber, auf diese Sicht komme es nicht an, sondern auf die Sicht aus der V.________strasse nach links. Damit zeigt sie keine offensichtlich unrichtige Feststellung auf, sondern nimmt eine Beurteilung hinsichtlich der massgebenden Sicht vor. Ohnehin fehlt es auch hier am Nachweis, dass die für zutreffend propagierte Feststellung am Ergebnis etwas zu ändern vermöchte. Im Gegenteil: Sollten die Sichtverhältnisse nach links, von woher das Tram xxx kam, tatsächlich für den auf dem Trottoir fahrenden C.________ eingeschränkt gewesen sein, würde dieser Umstand sein ohnedies höchst unsorgfältiges Verhalten noch verstärken. Denn es würde bedeuten, dass er trotz eingeschränkter Sicht und als Ortskundiger im Wissen, dass auch von links Trams kommen, unbesehen auf die Kreuzung zufuhr, obwohl er jederzeit mit vortrittsberechtigten Strassenbahnen rechnen musste.