Citation: 8C_100/2024 E. 11.1

11.1. Die Beschwerdeführerin bringt weiter vor, sie arbeite heute nicht an einer Stelle, die dem Studienabschluss in den Fachrichtungen Kulturwissenschaften und evolutionäre Linguistik entsprechen würde. Mit einem solchen Studienabschluss gebe es viel weniger Arbeitsmöglichkeiten als mit anderen Abschlüssen in der Sozialwissenschaft oder mit Abschluss im Recht. Die Vorinstanz habe ihr Belastungsprofil nicht konkret abgeklärt. Sie bräuchte einen Nischenarbeitsplatz mit Entgegenkommen der Arbeitgeberin. Dieser Umstand wäre wohl eher berücksichtigt in Anwendung des Totals von LSE-Tabelle TA1. Der Studienabschluss spräche für sich allein für ein Kompetenzniveau 2. Allerdings zeige die Entwicklung der Rechtsprechung seit BGE 148 V 174, dass die Konkretisierung des Invalideneinkommens sich ergebe durch eine Justierung des Invalideneinkommens durch eine angepasste Wahl des LSE-Kompetenzniveaus und durch zunehmende Berücksichtigung der Anzahl Dienstjahre, Berufs- bzw. Branchenerfahrung sowie der "arbeitsmarktlichen Desintegration" (ANDREAS TRAUB, Auslaufmodell "leidensbedingter Abzug", in SZS 5/2022 S. 320). Sie habe zwar einen Studienabschluss, jedoch keine Dienstjahre, keine Berufserfahrung, keine Branchenerfahrung und sei auf dem "Arbeitsmarkt für Studienabgängerinnen" handicapiert. Unter diesen Umständen wäre von LSE-Tabelle 2020 TA1, Total Frauen mit Kompetenzniveau 1, auszugehen (Fr. 4'276.-).