Citation: 5A_490/2021 E. 4.3.3

4.3.3. Kein Vorwurf kann dem Beschwerdeführer demgegenüber im Zusammenhang mit dem von der Vorinstanz erwähnten Beispiel der Impfungen gemacht werden. Der Beschwerdeführer hat die Beschwerdegegnerin am 27. März 2018 per WhatsApp lediglich unter Hinweis auf das bestehende gemeinsame Sorgerecht darauf aufmerksam gemacht, dass er in Zukunft bereits vorgängig über anstehende Impftermine informiert werden möchte. Damit hat der Beschwerdeführer zutreffend erkannt, dass die Impfung keine alltägliche oder dringliche Angelegenheit i.S.v. Art. 301 Abs. 1bis ZGB ist, die bei gemeinsamer elterlicher Sorge dem betreuenden Elternteil alleine zum Entscheid zu überlassen ist (s. dazu BGE 146 III 313 E. 6.2.1 mit Hinweisen). Demgegenüber gibt es keine Anhaltspunkte dafür, dass der Beschwerdeführer den von der Kinderärztin empfohlenen Impfungen nicht ausdrücklich oder konkludent zugestimmt hätte, wenn die Beschwerdegegnerin den Beschwerdeführer über den anstehenden Termin vorgängig informiert hätte. Es ist durch nichts belegt, dass sich die Kindseltern diesbezüglich in der Sache uneinig gewesen wären oder dass der Beschwerdeführer der Beschwerdegegnerin wegen der erfolgten Impfungen weitere Vorwürfe gemacht hätte. Weshalb in Bezug auf medizinische Belange unüberwindbare Differenzen bestehen sollen und es deshalb unbedingt erforderlich sein soll, dass die Kindsmutter die alleinige Entscheidungsbefugnis hat, geht aus dem angefochtenen Entscheid nicht hervor.