Citation: 6B_383/2013 E. 1.1

1.1. Die Beschwerdeführerin rügt, die Vorinstanz bejahe zu Unrecht das Tatbestandsmerkmal der arglistigen Täuschung. Sie habe sich weder besonderer Machenschaften bedient noch ein eigentliches Lügengebäude errichtet. Die Geschädigte habe ihre unwahren Angaben nicht überprüft, weil sie entweder nicht daran gedacht oder ihren Ausführungen einfach geglaubt habe, obwohl einzelne Angaben sie misstrauisch und stutzig gemacht hätten. Es treffe nicht zu, dass die falschen Angaben nicht hätten überprüft werden können oder ihr die Überprüfung nicht zumutbar gewesen wäre. Ausgangspunkt sei, dass die Geschädigte von einer ihr völlig unbekannten Person angesprochen worden sei, welche ihr eine Mitleid erregende Geschichte erzählt habe. Eine Verabredung sei erst auf den folgenden Tag vereinbart worden. Die Geschädigte hätte somit über genügend Zeit verfügt, sich die Geschichte durch den Kopf gehen zu lassen und Erkundigungen einzuholen. Dies habe sie jedoch nicht getan. Zudem habe die Geschädigte als langjährige Krankenpflegerin davon ausgehen müssen, dass in Bezug auf die ärztliche Behandlung des Kindes keine zeitliche Dringlichkeit bestanden habe (Beschwerde S. 5 ff.). Im Weiteren beanstandet die Beschwerdeführerin, die Vorinstanz gehe hinsichtlich der Schutzbedürftigkeit des Opfers von willkürlichen Annahmen aus. Die Geschädigte sei zum Tatzeitpunkt 67 Jahre alt und erst seit kurzem pensioniert gewesen. Sie habe bei den Einvernahmen einen wachen Eindruck hinterlassen, sei geistig beweglich gewesen und habe alle Fragen konzis beantworten können. Es lägen somit keine Anzeichen für eine spezielle Opferanfälligkeit vor. Daran änderten auch die Gläubigkeit und aktive Mitgliedschaft der Geschädigten in einer Freikirche nichts. Es könne bei einer Bekanntschaft zwischen zwei fremden Personen, welche sich bei einem Kaffeegespräch und einem gemeinsamen Mittagessen entwickelt habe, auch nicht von einer Vertrauensbeziehung die Rede sein. Die Geschädigte habe einer ihr wildfremden Person aufgrund einer falschen, nicht näher überprüften Geschichte einen Betrag von Fr. 1'050.-- geschenkt und sei bereit gewesen, ihre einzige Ersparnis, eine Lebensversicherung im Betrag von Fr. 30'000.-- bis 40'000.-- aufzulösen. Bei der beachtlichen Höhe des Betrages hätte die Geschädigte zwingend Vorsichtsmassnahmen und Abklärungen treffen müssen. Da sie dies nicht getan habe, müsse sie sich die Opfermitverantwortung anrechnen lassen, so dass Arglist entfalle (Beschwerde S. 8 ff.).