Citation: 5A_157/2022 E. 2.3

2.3. Auf die Unpfändbarkeit gemäss Art. 92 Abs. 1 Ziff. 9a SchKG kann sich nur berufen, wer die darin aufgeführten Leistungen tatsächlich erhält und bei wem sie tatsächlich gepfändet werden. Die Vorinstanz stellte zu Recht darauf ab, dass die Beschwerdeführerin zwar eine AHV-Rente über Fr. 2'390.--, jedoch darüber hinaus keine Ergänzungsleistungen erhält. Soweit die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde davon auszugehen scheint, die gepfändeten Renten der BVG-Sammelstiftung sowie die Witwenrente der Lebensversicherung stellten Surrogate eines hypothetischen Anspruchs auf Ergänzungsleistungen dar, die deshalb gewissermassen indirekt absolut unpfändbar seien, so findet eine solche Auslegung in Art. 92 Abs. 1 Ziff. 9a SchKG keine Stütze. Die Vorinstanz hat zutreffend darauf hingewiesen, dass das Betreibungsamt vom betreibungsrechtlichen Existenzminimum auszugehen und die Berechnungsgrundlagen für den Anspruch auf Ergänzungsleistungen nicht zu beachten hat (vgl. Urteile 5A_908/2017 vom 7. März 2018 E. 2.2; 5A_589/2014 vom 11. November 2014 E. 3.2 mit Hinweis). Es entspricht der gesetzgeberischen Konzeption, dass es in einigen Fällen zu einer Ungleichbehandlung zwischen Schuldner kommen kann, die einzig in Art. 92 Abs. 1 Ziff. 9a SchKG ausgeführte und damit absolut unpfändbare Leistungen beziehen, und solchen, die nur oder auch über beschränkt pfändbares Einkommen verfügen (BGE 143 III 385 E. 4.2, Urteil 5A_908/2017, a.a.O., E. 2.2).