Citation: 8C_857/2014 E. 6.2.1

6.2.1. Die AXA wendet im Wesentlichen ein, eine ordnungsgemässe Adäquanzprüfung sei nur möglich, wenn die endgültigen Beschwerden der Versicherten und deren Ursache bekannt seien. Psychische Beschwerden könnten zunächst zumindest teilweise unfallkausal sein, später jedoch durch unfallunabhängige Ursachen, die bereits vorher vorgelegen hätten (Status quo sine) oder später hinzugetreten seien (Status quo ante), abgelöst werden. Es sei durchaus wahrscheinlich, dass die Ursache der andauernden Beschwerden der Versicherten nicht mehr im Bereich der Brandnacht, sondern in den multiplen Gewalterfahrungen bereits vor dem Unfall und den danach eingetreten neuen Belastungsfaktoren (Arbeitsverlust, schwierige finanzielle Situation und berufliche Neuorientierung, erneute Beziehungsprobleme resp. mittlerweile eventuell sogar bestehende Einsamkeit) liege. Unter diesem Umständen sei die durch die Vorinstanz bereits vorgenommene Adäquanzprüfung vor Einholung eines neues Gutachtens unter Bekanntgabe der gesamten Krankengeschichte des die Versicherte behandelnden Psychiaters bundesrechtswidrig. Wenn die Vorinstanz die Adäquanz vor den entsprechenden medizinischen Abklärungen zum psychischen Gesundheitszustand bzw. zur natürlichen Unfallkausalität der Beschwerden bejahe, beraube sie die AXA der Möglichkeit, zum Ergebnis dieser Abklärungen Stellung zu nehmen und diese insbesondere bei der Adäquanzprüfung zu berücksichtigen. Zudem habe die Vorinstanz das Ergebnis der Überwachung der Versicherten mit keinem Wort erwähnt.