Citation: 7B_183/2022 E. 4.5.2

4.5.2. In der vorinstanzlichen Anordnung der Landesverweisung bzw. in der von ihr vorgenommenen Interessenabwägung ist sodann keine Bundesrechts- oder Konventionswidrigkeit zu erkennen. Die Vorinstanz bezieht alle massgebenden Sachverhaltselemente in die Interessenabwägung mit ein. Dies gilt namentlich für die vom Beschwerdeführer ausgehende hohe Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung, welche die Vorinstanz aufgrund des begangenen Delikts sowie der fehlenden Rechtstreue bejaht. Die von der Vorinstanz berücksichtigten Elemente wecken zusammen genommen Bedenken in Bezug auf das künftige Verhalten des Beschwerdeführers. Hinsichtlich der privaten Interessen gewichtet die Vorinstanz das Interesse des Beschwerdeführers am Verbleib in der Schweiz angesichts der Beziehung zu seinen drei Kindern aus erster Ehe sowie seiner Bindung zu seiner jetzigen Lebenspartnerin und dem gemeinsamen 10-jährigen Sohn richtigerweise als erheblich. Sie verkennt keineswegs, dass die Anwesenheit des Beschwerdeführers und dessen Engagement für das Wohl der Kinder grundsätzlich wichtig sind. Dennoch spricht dies nicht gegen die Anordnung einer Landesverweisung. Es ist zu betonen, dass auch der Anspruch auf Achtung des Privat- und Familienlebens gemäss Art. 8 EMRK und das Recht des Kindes auf beide Elternteile nicht absolut gelten (Urteile 6B_1258/2020 vom 12. November 2021 E. 4.3.5.2; 6B_166/2021 vom 8. September 2021 E. 3.4.3; je mit Hinweisen). In ihrer Interessenabwägung durfte die Vorinstanz insbesondere berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer zwar mit seinen drei, aus seiner früheren Ehe entstammenden Kindern eine nahe Beziehung pflegt, indessen nicht mit ihnen zusammenlebt und aufgrund der grossen örtlichen Distanz (Winterthur - Grossraum Bern) der Kontakt bereits heute eingeschränkt möglich ist. Weiter ist zu beachten, dass durch den Vollzug von 9 Monaten Freiheitsstrafe zwangsläufig eine gewisse mit dem Strafvollzug einhergehende Entfremdung zu seinen Kindern auftreten wird. Dass die Landesverweisung für den Beschwerdeführer und seine Familie die damit verbundenen gängigen Schwierigkeiten mit sich bringt und sich seine Lebenspartnerin entscheiden muss, ob sie zusammen mit ihrem 10-jährigen Sohn in den Kosovo zieht oder aber eine auf sieben Jahre befristete Trennung hinnimmt, lässt die Interessenabwägung sodann nicht zu Gunsten des Beschwerdeführers ausfallen. Mit der Vorinstanz ist festzuhalten, dass es zumutbar erscheint, die familiären Beziehungen - auch wenn dies keinen gleichwertigen Ersatz bildet - über die modernen Kommunikationsmittel aufrecht zu erhalten oder besuchsweise in den Ferien zu pflegen. Schliesslich ist nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz die Wiedereingliederung des Beschwerdeführers in seinem Heimatland aufgrund seiner dort bestehenden familiären Bindungen, seiner Kenntnis der Verhältnisse vor Ort, seiner Ausbildung, seiner Berufserfahrung und seiner Sprachkenntnisse zwar als schwierig, aber durchaus möglich und zumutbar erachtet. Hinsichtlich der Dauer der vorinstanzlich festgesetzten Landesverweisung äussert sich der Beschwerdeführer nicht. Darauf ist nicht weiter einzugehen. Insgesamt erweist sich die von der Vorinstanz ausgesprochene Landesverweisung als rechtmässig.