Citation: I 556/04 22.12.2004 E. 3.5

3.5.1 Zwar trifft es zu, dass den Einschätzungen eines Spezialarztes in Bezug auf sein Fachgebiet im Vergleich zu den Beurteilungen eines Allgemeinpraktikers im Allgemeinen höheres Gewicht zukommt (statt vieler: Urteil B. vom 3. August 2000, I 178/00). Jedoch handelt es sich hiebei nicht um eine förmliche Beweiswürdigungsregel, sondern lediglich um eine Richtlinie im Rahmen freier Beweiswürdigung, von welcher abzuweichen ist, wenn die konkreten Gegebenheiten dies nahelegen. So kann namentlich in umstrittenen Fällen im Hinblick auf einen möglichen Zielkonflikt (Behandlung versus Begutachtung) regelmässig nicht unbesehen auf die Angaben eines behandelnden Spezialisten abgestellt werden (Urteil P. vom 5. April 2004, I 814/03). Die Einschätzungen eines Spezialisten sind sodann ebenso wie alle anderen medizinischen Darlegungen hinsichtlich der Voraussetzungen ihrer Beweiseignung und Beweiskraft (BGE 125 V 352 Erw. 3a, 122 V 160 f. Erw. 1c, je mit Hinweisen) zu überprüfen. Widersprüchliche Angaben schmälern den Beweiswert (spezial-)ärztlicher Aussagen erheblich (vgl. Meyer-Blaser, Der Rechtsbegriff der Arbeitsunfähigkeit und seine Bedeutung in der Sozialversicherung, namentlich für den Einkommensvergleich in der Invaliditätsbemessung, in: Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.], Schmerz und Arbeitsunfähigkeit, St. Gallen 2003, S. 60 f.).