Citation: 1C_318/2020 E. 6.3.2

6.3.2. Vorliegend hatte die Gemeinde die Inventarentlassung damit begründet, der Schutz der Blutbuche verunmögliche eine gestaltungsplankonforme Überbauung des Baufelds A. Baurekursgericht und Verwaltungsgericht legten ausführlich dar, dass eine Zurücknahme der Baute A zum Schutz der Blutbuche nicht im Widerspruch zu den verbindlichen Vorgaben des Gestaltungsplans stehe, sondern lediglich eine - grundsätzlich zulässige - Abweichung vom (informativen) Richtprojekt darstelle. Streitig ist nur noch, ob eine Überbauung bei Schonung der Blutbuche die nach Ziff. 1.5 GP erforderlichen hohen gestalterischen Qualitäten aufweisen würde. Bei der Beurteilung dieser Frage kommt der Gemeinde unstreitig ein Beurteilungsspielraum zu. Allerdings genügt es dafür nicht, auf das öffentliche Interesse an der Realisierung des Richtprojekts zu verweisen, wenn diesem laut Gestaltungsplan nur informativer Charakter zukommt. Vielmehr hätte der Gemeinderat substanziiert darlegen müssen, weshalb es aus seiner Sicht nicht möglich sei, eine hochwertige, dem Richtprojekt ebenbürtige gestalterische Lösung für die Überbauung von Baufeld A zu finden, falls die Blutbuche erhalten bleibe, damit das Baurekurs- und das Verwaltungsgericht diese Auffassung auf ihre Vertretbarkeit hätten überprüfen können. War es somit nicht Sache des Baurekurs- oder des Verwaltungsgerichts, konkret darzulegen, wie eine qualitativ hochstehende angepasste Gesamtüberbauung unter Schonung der Blutbuche aussehen könnte, bedarf es keiner weiteren Auseinandersetzung mit den - vom Verwaltungsgericht ohnehin nur beispielhaft - erwähnten Realisierungsmöglichkeiten.