Citation: C 88/05 20.07.2005 E. 4

Für die Frage der Vermittlungsfähigkeit ab 16. Januar 2004 ausschlaggebend ist, ob die Betreuung des Sohnes der Beschwerdeführerin sichergestellt war. Wie in der Weisung ALV-P 98/1 Blatt 8 des damaligen Bundesamtes für Wirtschaft und Arbeit (heute: Staatssekretariat für Wirtschaft) festgehalten, ist die Regelung der Kinderbetreuung grundsätzlich den Eltern überlassen. Die Arbeitslosenversicherung hat ihr zufolge, ausser bei offensichtlichem Missbrauch, nicht schon zum Zeitpunkt des Einreichens des Entschädigungsgesuches das Vorhandensein eines Kinderhüteplatzes zu prüfen. Erscheint hingegen im Verlaufe der Bezugsdauer der Wille oder die Möglichkeit, die Kinderbetreuung einer Drittperson anzuvertrauen, aufgrund von Äusserungen oder des Verhaltens der Versicherten wie ungenügende Arbeitsbemühungen, spezielle Anforderungen für die Annahme einer Stelle oder Ablehnung zumutbarer Arbeit zweifelhaft, ist die Vermittlungsfähigkeit im Hinblick auf die konkrete Möglichkeit einer Kinderbetreuung zu prüfen (vgl. dazu ARV 1993/94 Nr. 31 S. 219). Im vorliegenden Fall haben die Versicherte und ihre Mutter wiederholt bestätigt, dass letztere bereit und in der Lage sei, die Betreuung des Kindes montags bis freitags von 06.30 Uhr bis 17.30 Uhr zu übernehmen. Die angegebenen Zeiten erlaubten es der Beschwerdeführerin ohne weiteres, einer Vollzeitstelle nachzugehen, zumal sie ausser der Ablehnung von Arbeit in einem Restaurant keine Einschränkungen machte. Nie hat die Versicherte zudem eine Arbeit oder eine arbeitsmarktliche Massnahme abgelehnt. Allfällige ungenügende Arbeitsbemühungen sodann wären mit einer Einstellung in der Anspruchsberechtigung zu sanktionieren gewesen. Die Vermittlungsfähigkeit ist allein aufgrund des Umstandes, dass die Betreuungsperson Wohnsitz in T.________ hatte, verneint worden. Dieses Problem hätte indessen - wie in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde dargelegt wurde - auf verschiedene Arten gelöst werden können, sei es, dass die Mutter der Beschwerdeführerin bis zu ihrem Umzug als Wochenaufenthalterin bei der Beschwerdeführerin oder ihrer ebenfalls in W.________ lebenden Schwester gewohnt hätte, sei es, dass das Kind vorübergehend während der Woche in T.________ betreut worden wäre. Zudem hatten sich - wie einspracheweise geltend gemacht wurde - auch eine in W.________ wohnhafte Kollegin sowie andere Verwandte der Versicherten bereit erklärt, diese Aufgabe zu übernehmen. Somit ergeben die Akten hinsichtlich des wesentlichen Aspekts der gesicherten Drittbetreuung kein vollständiges Bild, weshalb weitere Beweisvorkehren wie Beweisauskünfte oder Befragungen der Betroffenen erforderlich sind. Die Sache ist demzufolge an das AWA zurückzuweisen, damit es diese Abklärungen zur Fremdbetreuung des Kindes nachholt.