Citation: 6P.26/2005 24.09.2005 E. 1

Der Beschwerdeführer hält es für möglich, dass die Rüge der willkürlichen Beweiswürdigung im Rahmen der Nichtigkeitsbeschwerde vorfrageweise überprüft werden kann. Er stützt sich hierbei auf einen Entscheid des Bundesgerichts, worin die Verletzung des Beschleunigungsgebots vorfrageweise zu der Hauptfrage betreffend die Strafzumessung geprüft wurde (BGE 130 IV 54). Die Frage ist, ob auch die Willkürprüfung vorfrageweise vorgenommen werden kann. Dies ist zu verneinen. Im Gegensatz zur Willkür ist eine allfällige Verfahrensüberlänge im Rahmen der Strafzumessung von Art. 63 StGB zu berücksichtigen. Bei überlanger Verfahrensdauer wird der Beschuldigte länger als notwendig den Belastungen eines Strafverfahrens ausgesetzt (BGE 124 I 139 E. 2a). Dies ist ein unmittelbar persönlichkeitsrelevanter Umstand, der zumindest strafmindernd zu werten ist. Wegen dieser sachlichen Nähe zu Art. 63 StGB kann die Verletzung des Beschleunigungsgebots vorfrageweise überprüft werden (BGE 130 IV 54, E. 3.3.2.). Ein vergleichbarer Sachzusammenhang fehlt bei der Rüge der willkürlichen Beweiswürdigung. Diese ist somit entsprechend der ständigen Praxis separat im Verfahren der staatsrechtlichen Beschwerde geltend zu machen.