Citation: 2C_515/2023 E. A

A.a. A.________ ist italienischer Staatsangehöriger. Er wurde 1974 in der Schweiz geboren, wo er seither über eine Niederlassungsbewilligung (seit den frühen 2000er-Jahren: Niederlassungsbewilligung EU/EFTA) verfügt. Seit dem 28. Februar 2008 ist er mit einer ukrainischen Staatsangehörigen verheiratet, der ihrerseits am 19. Februar 2013 eine Niederlassungsbewilligung EU/EFTA erteilt wurde. Der Ehe entstammt eine gemeinsame Tochter (geb. 2012). Die Eheleute trennten sich im Jahr 2018; geschieden wurde die Ehe bislang nicht. A.b. A.________ wurde in der Schweiz während seines Aufenthalts zu folgenden Strafen verurteilt: - Freiheitsstrafe von 18 Monaten, bedingt aufgeschoben mit einer Probezeit von zwei Jahren, wegen qualifizierter Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz (BetmG, SR 812.121), qualifizierter Urkundenfälschung, wiederholten Diebstahls, wiederholten Betrugsversuchs und wiederholter Übertretung des BetmG (Urteil des Amtsgerichts Olten-Gösgen vom 18. Januar 1994); - Freiheitsstrafe von zwei Jahren, aufgeschoben zu Gunsten einer stationären Massnahme, und einer Busse von Fr. 100.--, wegen Raubes, bandenmässigen, teilweise versuchten bandenmässigen Diebstahls, mehrfacher Sachbeschädigung, mehrfacher Fälschung von Ausweisen, mehrfacher Widerhandlung gegen das BetmG sowie mehrfachen Führens eines Motorfahrzeugs trotz Entzugs des Lernfahrausweises (Urteil des Bezirksgerichts Aarau vom 20. November 1996); - Freiheitsstrafe von 14 Tagen und Busse von Fr. 500.-- wegen Fahrens ohne Führerausweis (Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 25. August 1999); - Freiheitsstrafe von zwölf Monaten und Busse von Fr. 100.-- wegen mehrfacher Widerhandlung gegen das BetmG, mehrfacher Übertretung des BetmG, mehrfachen Diebstahls, mehrfachen Hausfriedensbruchs, mehrfacher Sachbeschädigung, mehrfacher falscher Anschuldigung, Widerhandlung gegen das Waffengesetz sowie mehrfacher Entwendung eines Motorfahrzeugs (Urteil des Bezirksgerichts Aarau vom 31. Oktober 2001); - Freiheitsstrafe von 30 Tagen und Busse von Fr. 1'000.-- wegen mehrfacher Widerhandlung gegen das Strassenverkehrsgesetz (SVG; SR 741.01; Strafbefehl des Bezirksamts Aarau vom 23. Dezember 2002); - Gemeinnützige Arbeit von 480 Stunden und Busse von Fr. 250.-- wegen Vergehens gegen das BetmG (u.a. Anbau von 116 Hanfpflanzen zum Marihuanaverkauf) sowie mehrfacher Übertretung des Bundesgesetzes über den Umweltschutz (Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Solothurn vom 3. September 2012); - Geldstrafe von 140 Tagessätzen zu je Fr. 20.-- wegen Vergehens gegen das BetmG (u.a. Veräussern von Marihuana; Gehilfenschaft zum Anstalten treffen für den Hanfanbau; Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Solothurn vom 12. Juni 2014); - Freiheitsstrafe von neun Monaten wegen einfacher Körperverletzung, Raufhandels, sowie mehrfacher Widerhandlung gegen das BetmG (u.a. Anbau und Verkauf von Marihuana sowie Besitz von Kokain und Amphetamin; Urteil des Obergerichts des Kantons Aargau vom 25. März 2019); - Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu je Fr. 30.-- und Busse von Fr. 500.-- wegen Führens eines Motorfahrzeugs trotz Entzugs des Führerausweises, Fahrens in fahrunfähigem Zustand sowie mehrfacher Übertretung des BetmG (Konsum von Kokain und Heroin; Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Solothurn vom 30. August 2019); - Geldstrafe von 130 Tagessätzen zu je Fr. 30.-- und Busse von Fr. 300.-- wegen Fahrens in fahrunfähigem Zustand, Führens eines Motorfahrzeuges trotz Entzugs des Führerausweises, mehrfacher Übertretung des BetmG (Konsum von Kokain und Opiaten) sowie Verletzung der Verkehrsregeln durch Unterlassen der Richtungsanzeige (Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Solothurn vom 30. März 2020); - Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu je Fr. 30.-- und Busse von Fr. 500.-- wegen mehrfachen Fahrens in fahrunfähigem Zustand, mehrfachen Führens eines Motorfahrzeuges trotz Entzugs des Führerausweises, versuchter Hinderung einer Amtshandlung (Flucht vor einer Polizeikontrolle mittels Fahrzeug und zu Fuss) sowie mehrfacher Übertretung des BetmG (u.a. Konsum von Kokain und Morphin sowie Besitz von Amphetamin; Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Solothurn vom 19. Oktober 2020); - Freiheitsstrafe von 20 Tagen wegen Hehlerei (Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau vom 11. Januar 2021). Zudem erwirkte A.________ verschiedentlich Bussen gegen sich (Straferkenntnisse von 2005, 2006, 2008, 2013, 2015 und 2022). Gemäss zweier Polizeirapporte der Kantonspolizei Aargau wurde der Beschwerdeführer im August 2021 mit circa 20 g Kokain angehalten. Bei der anschliessenden Hausdurchsuchung seien weitere circa 28 g Kokain, 12 g Heroin, ungefähr 789 g Marihuana, eine Pistole mit Munition sowie eine Softair-Pistole sichergestellt worden; Gemäss Rapport habe A.________ Letztere "für seine Tochter gekauft". Das Bezirksgericht Aargau lud A.________ zwecks Teilnahme als Beschuldigter an einer Strafverhandlung im Januar 2023 u.a. betreffend qualifizierte Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz und Widerhandlungen gegen das Waffengesetz vor. Zum Zeitpunkt des angefochtenen Urteils war das diesbezügliche Gerichtsverfahren zweitinstanzlich im Kanton Aargau hängig. A.c. Am 19. Juli 1995 wurde A.________ von den Solothurner Migrationsbehörden darauf hingewiesen, dass Ausländer, welche strafbare Handlungen begehen, aus der Schweiz weggewiesen werden können. Am 12. März 1997 folgte eine förmliche Verwarnung mit demselben Hinweis. A.d. Zwischen dem 1. März 2000 und dem 1. März 2001 sowie für nicht näher bestimmte Zeiträume in den Jahren 2002 und 2003 hielt sich A.________ zwecks Therapie in Italien auf, wo er in dieser Zeit auch die schriftliche und praktische italienische Führerausweisprüfung absolvierte. Mit Verfügung vom 29. April 2005 entschied das Departement des Innern des Kantons Solothurn, dass nicht erwiesen sei, dass sich A.________ länger als sechs Monate am Stück im Ausland aufgehalten habe. Gleichzeitig wurde ihm mittels derselben Verfügung die Ausweisung angedroht, für den Fall, dass sein Verhalten erneut zu Klagen Anlass gebe. Die Verfügung wurde als "letzte Chance" bezeichnet. A.e. Gemäss Auskunft der IV-Stelle des Kantons Solothurn vom 17. November 2021 bezog A.________ ab 2004 eine IV-Rente; diese wurde per Dezember 2012 aufgehoben, wogegen A.________ Beschwerde führte. Im Jahr 2017 anerkannte das kantonale Versicherungsgericht einen Umschulungsanspruch; in der Folge sprach die IV-Stelle A.________ im November 2017 eine Umschulung zum Marketingfachmann zu. Im Januar 2020 wurde A.________ eine halbe IV-Rente zugesprochen. Die gegen diesen Entscheid ergriffenen Rechtsmittel (mit Antrag auf volle Rente) waren zum Zeitpunkt des angefochtenen Urteils noch nicht abgeschlossen. A.f. Im März 2021 war A.________ beim Betreibungsamt Olten-Gösgen mit 69 Verlustscheinen in der Höhe von Fr. 91'010.09 verzeichnet. Im Februar 2022 lagen gegen ihn 11 Betreibungen (davon 4 mit Rechtsvorschlag) in der Höhe von Fr. 20'894.63 vor, sowie 86 Verlustscheine in der Höhe von Fr. 129'638.39. Gemäss Betreibungsregisterauszug vom 7. August 2023 bestanden gegen A.________ Betreibungen im Umfang von Fr. 6'049.08 (darunter drei mit Rechtsvorschlag und fünf mit Pfändung) und Verlustscheine im Umfang von Fr. 166'906.59. A.g. Im März 2021 bestand gegenüber der Sozialregion Unteres Niederamt ein sozialhilferechtlicher Negativsaldo von Fr. 201'250.50. Im Januar 2022 ersuchte A.________ aus dem Strafvollzug erneut um Sozialhilfeleistungen, wobei unklar ist, ob er infolge dieses Gesuchs tatsächlich Leistungen der Sozialhilfe bezog. Im Zeitpunkt des angefochtenen Urteils bezog A.________ keine Sozialhilfe. A.h. Anlässlich einer Anfrage des Migrationsamts von März 2022 teilte die zuständige KESB mit, die Beiständin habe anlässlich eines Besuchs festgestellt, dass A.________ im Beisein seiner Tochter "Crack, Kokain und Heroin rauchte", woraufhin eine sozialpädagogische Familienbegleitung installiert und das Besuchsrecht auf Wunsch der Tochter geregelt worden sei. Die Tochter besuche den Vater nicht oft, da sie die Wochenenden meistens bei den Grosseltern verbringe, zu welchen ein enges Verhältnis bestehe.