Citation: 1B_118/2019 E. 2.2

2.2. Die Rüge, es habe im Entsiegelungsverfahren keine richterliche Triage stattgefunden, erweist sich als offensichtlich unbegründet, soweit sie (im Sinne von Art. 42 Abs. 2 Satz 1 BGG) ausreichend substanziiert erscheint. Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers muss eine richterliche Triage im Entsiegelungsverfahren nicht zwangsläufig zur Aussonderung von sichergestellten Asservaten (oder Teilen davon) führen. Das Gesetz verlangt, dass der Entsiegelungsrichter die versiegelten Aufzeichnungen und Gegenstände sichtet, soweit mögliche Durchsuchungshindernisse im Sinne von Artikel 248 Absatz 1 StPO ausreichend substanziiert erscheinen und materiell zu prüfen sind. Eine Aussonderung allfälliger nicht entsiegelungsfähiger Asservate hat hingegen nur zu erfolgen, soweit der Entsiegelungsrichter Durchsuchungshindernisse feststellt. Unbegründet ist auch die Rüge der Verletzung des rechtlichen Gehörs. Wie sich aus den Akten ergibt, hatte der Beschwerdeführer ausreichend Gelegenheit, zum Entsiegelungsgesuch und zur anstehenden richterlichen Triage schriftlich Stellung zu nehmen und dabei auch geeignete prozessuale Anträge zu stellen. Die Tatsache, dass er nicht mehr im Besitze seiner privaten Agenden war, entband ihn nicht von seiner prozessualen Obliegenheit, Entsiegelungshindernisse ausreichend zu substanziieren (vgl. BGE 142 IV 207 E. 7.1.5 S. 211, E. 11 S. 228; 141 IV 77 E. 4.3 S. 81, E. 5.5.3 S. 86, E. 5.6 S. 87). Zu diesem Zweck wäre es ihm nötigenfalls auch frei gestanden, rechtzeitig ein Akteneinsichtsbegehren (Art. 107 Abs. 1 lit. a StPO) oder ein begründetes Gesuch um Durchführung einer mündlichen Triageverhandlung zu stellen. Wenn er diesbezüglich seine prozessualen Rechte und Obliegenheiten nicht wahrgenommen hat, kann der Beschwerdeführer dies nicht nachträglich der Vorinstanz als Verletzung des rechtlichen Gehörs zur Last legen. Zwar stellt sich der Beschwerdeführer noch auf den Standpunkt, die Vorinstanz hätte einen Schriftgutachter beiziehen müssen, um die Identität von Personen zu klären, die in den beiden Agenden des Beschwerdeführers vermutlich Einträge bzw. nachträgliche Anmerkungen angebracht hätten. Der Beizug einer sachverständigen Person im Entsiegelungsverfahren drängt sich jedoch nur in besonderen begründeten Fällen von Bundesrechts wegen auf (vgl. Art. 248 Abs. 4 StPO). Wie sich aus den nachfolgenden materiellen Erwägungen ergibt, war hier kein Gutachten zur Eruierung der Urheber von möglichen (anwaltlichen) Anmerkungen sachlich geboten (vgl. unten E. 4.3).