Citation: U 125/01 26.03.2003 E. 4

Die Vorinstanz hat das Vorliegen einer Adäquanz zwischen Ereignis und Leiden mit der Begründung verneint, bei der als mittelschwer im Grenzbereich zu den leichten Unfällen einzustufenden Auffahrkollision seien lediglich zwei der für die Adäquanzbeurteilung relevanten unfallbezogenen Kriterien (BGE 117 V 367 Erw. 6a) erfüllt, was nicht genüge. Die Beschwerdeführerin geht dagegen von einem Unfall im mittleren Bereich aus und bezeichnet insgesamt fünf Kriterien als ausgewiesen, womit die Adäquanz zu bejahen sei. 4.1 Angesichts der im biomechanischen Gutachten von dipl. Ing. Z.________ und PD Dr. G.________ vom 6. Juli 1998 ausgewiesenen kollisionsbedingten Geschwindigkeitsveränderung von 6 - 9 km/h, der relativ geringfügigen Beschädigung der beteiligten Fahrzeuge und der unmittelbar im Anschluss an den Unfall aufgetretenen Beschwerden (lediglich Nackenbeschwerden und Schwindel, indessen mit direkter Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit, verbunden mit der Notwendigkeit, unmittelbar nach dem Ereignis einen Arzt aufzusuchen) ist mit der Vorinstanz von einem mittelschweren im Grenzbereich zu den leichten Unfällen liegenden Ereignis auszugehen. Dagegen fällt eine höhere Einstufung der Unfallschwere ausser Betracht, wie auch ein Blick auf bisher ergangene Urteile des Eidgenössischen Versicherungsgerichts mit ähnlichem Geschehensablauf zeigt (Urteile S. vom 29. Oktober 2002, U 22/01, W. vom 18. Juni 2002, U 164/01 [auszugsweise in RKUV 2002 Nr. U 465 S. 437 publiziert], J. vom 7. Februar 2002, U 431/00, und D. vom 16. August 2001, U 21/01, mit Hinweisen auf weitere unveröffentlichte Urteile). Für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhanges müssen demgemäss die massgebenden unfallbezogenen Kriterien in auffallender oder gehäufter Weise gegeben sein. 4.2 Die Vorinstanz hat die beiden Adäquanzkriterien der Dauerbeschwerden sowie des Grades und der Dauer der Arbeitsunfähigkeit zu Recht bejaht. Die Versicherte leidet mehr als fünf Jahre nach dem Unfall immer noch an den erwähnten, mannigfaltigen körperlichen Beschwerden. Sie hat nach dem Unfall vom 16. April 1996 nie mehr eine verwertbare Arbeits- und Erwerbsfähigkeit erlangt. 4.3 Unter dem Kriterium der besonderen Art der erlittenen Verletzung ist zu berücksichtigen, dass die Versicherte als Mitfahrerin nicht angegurtet auf dem nicht mit Kopfstützen ausgerüsteten Rücksitz des von hinten gerammten Fahrzeuges sass und vom kollisionsbedingten, auf die HWS einwirkenden Beschleunigungsmechanismus überrascht wurde (Abklärungsbericht des Schadensexperten vom 9. Dezember 1996). Sie litt sofort nach dem Unfall unter Nackenschmerzen und Schwindel und begab sich gleichentags in ärztliche Behandlung. Das für ein Schleudertrauma der HWS typische multiple Beschwerdebild stellte sich ohne zeitliche Latenz ein und hat sich in der Folge trotz zahlreicher Therapien erheblich verschlimmert. Von der interkurrent aufgetretenen und psychotherapeutisch erfolgreich behandelten Depression abgesehen, hat keiner der die Versicherte behandelnden oder begutachtenden Ärzte ihre körperlichen Beschwerden je auf eine psychogene Fehlentwicklung oder Anpassungsstörung zurückgeführt. Bei einer derartigen Sachlage ist das Kriterium der besonderen Art der erlittenen Verletzung entgegen der vorinstanzlichen Auffassung zu bejahen (vgl. BGE 117 V 369 Erw. 7b; RKUV 1998 Nr. U 297 S. 245 Erw. 3c, 1995 Nr. U 221 S. 114). 4.4 Mit der Beschwerdeführerin und ebenfalls im Widerspruch zu den vorinstanzlichen Erwägungen ist auch das Kriterium der ungewöhnlich langen Behandlungsdauer erfüllt: Aus dem Bericht von Prof. Dr. Y.________ vom 31. Januar 2001 geht hervor, dass die Beschwerdeführerin bis zu diesem Zeitpunkt vom neurologischen Spezialarzt Dr. R.________ behandelt wurde. Die ärztliche Behandlung erstreckte sich damit bis zu diesem Zeitpunkt bereits auf beinahe fünf Jahren. 4.5 Dagegen kann der Beschwerdeführerin nicht gefolgt werden, soweit sie im Verabreichen des Halskragens eine Fehlbehandlung erblickt. 4.6 Gesamthaft gesehen sind vier der für die Adäquanz von nach einem Schleudertrauma oder einer äquivalenten Verletzung anhaltenden Beschwerden massgebenden Kriterien erfüllt. Damit sind die unfallbezogenen Adäquanzkriterien in gehäufter Weise erfüllt, und der adäquate Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom 16. April 1996 und den seither bei der Versicherten vorhandenen Gesundheitsstörungen ist zu bejahen. Die Zürich ist damit über den 1. Juli 1997 hinaus leistungspflichtig.