Citation: 6B_55/2015 E. 1.2

1.2. Konkrete Ausführungen macht die Beschwerdeführerin lediglich in Bezug auf die familiäre Situation. Die Vorinstanz bagatellisiere die schwierigen familiären Verhältnisse und die lebenslange, dauernde und schwere Verletzung einer Kinderseele in schwer erträglicher Weise. Durch die Schläge des Vaters und sein jahrelanges, ständiges Heruntermachen, Kritisieren und Entmutigen sei sie depressiv geworden und habe die Informatikerschule nicht abschliessen können. Sie habe sich in einer ausweglosen Situation gewähnt und aus tiefer innerer Not heraus gehandelt. Die Sachverhaltsfeststellungen der Vorinstanz in diesem Zusammenhang seien offensichtlich unrichtig. Die Vorinstanz setzt sich ausführlich mit den Aussagen sämtlicher Beteiligter auseinander. Gestützt darauf sei davon auszugehen, dass in der Familie ein rauer und teilweise unangemessener Umgangston geherrscht habe. Das Familienleben sei durch die autoritäre Person des Vaters geprägt gewesen. Die Eltern hätten wenig familiäre Geborgenheit vermittelt und seien mit der Erziehung der Beschwerdeführerin überfordert gewesen. Aufgrund dessen sei es zu einer Fremdplatzierung gekommen. Die Vorinstanz erwähnt auch, dass die Beschwerdeführerin mehrmals die Polizei gerufen hatte. Gelegentlich seien die Kinder mit Ohrfeigen gemassregelt worden. In Bezug auf die Beschwerdeführerin handle es sich jedoch lediglich um drei konkrete Vorfälle physischer Gewalt. Einmal habe der Vater ihr mit der Hand die Kehle zugedrückt, was als gravierendster Vorfall zu bezeichnen sei. Atemnot habe sie dabei nicht verspürt. Zudem sei dies bereits viereinhalb Jahre vor der Tat geschehen. Von regelmässigen Schlägen oder schweren Beleidigungen sowie systematischen Blossstellungen könne keine Rede sein. Trotz der Schwierigkeiten habe sich der Vater um die Beschwerdeführerin gekümmert. Er habe sie unterstützt. Beispielsweise habe er einen Schulwechsel veranlasst und sie bei der Informatikerschule angemeldet. Zudem hätten die Eltern für die Beschwerdeführerin eine Wohnung gemietet. Die familiären Verhältnisse werden im vorinstanzlichen Entscheid umfassend dargestellt. Erwähnt werden insbesondere auch die Schwierigkeiten innerhalb der Familie. Die Aussagen der Beteiligten werden in den Gesamtkontext gesetzt und in vertretbarer Weise gewürdigt. Die Vorinstanz durfte willkürfrei zum Schluss gelangen, dass die Konflikte und Gewalt innerhalb der Familie bei weitem nicht das von der Beschwerdeführerin behauptete Ausmass erreichten.