Citation: 4A_204/2020 E. 3.3.2

3.3.2. Allerdings knüpft die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde unmittelbar an die als willkürlich gerügte Feststellung an und führt aus, vor dem Hintergrund der Verwarnung sei die Annahme der Vorinstanz, die Arbeitsverpflichtung am 15. August 2015 sei für den Nachtrag zur Verwarnung kein Thema (mehr) gewesen, eine willkürliche, aktenwidrige Annahme. Dabei handelt es sich aber um unzulässige, appellatorische Kritik an der Beweiswürdigung der Vorinstanz. Denn selbst wenn man mit der Beschwerdeführerin annimmt, die Verwarnung vom 10. August 2015 betreffend die Weigerung, am Feiertag zu arbeiten, könne nicht hinweggedacht werden, ohne dass auch die Verwarnung vom 14. August 2015 sowie der Nachtrag dazu entfielen, genügt das nicht, um die Feststellung der Vorinstanz als offensichtlich unhaltbar auszuweisen. Denn nach den Feststellungen der Vorinstanz wurde die Beschwerdeführerin in der Verwarnung vom 14. August 2015 aufgefordert, ihre Arbeit am 17. August 2015 wieder aufzunehmen. Dass die Beschwerdeführerin am 15. August 2015 nicht zur Arbeit erscheinen würde, war der Beschwerdegegnerin offensichtlich damals schon bewusst, weshalb der Schluss, diese Arbeitsverweigerung sei nicht Thema des Nachtrags gewesen, nicht offensichtlich unhaltbar ist. Dagegen vermag die Interpretation der Beschwerdeführerin, die im Nachtrag eine Kündigung als Reaktion darauf sehen will, dass sie am 15. August 2015 nicht zur Arbeit erschienen ist, nicht zu überzeugen. Wird die Arbeitnehmerin mit Verwarnung vom 14. April 2015 zur Wiederaufnahme der Arbeit am 17. August 2015 aufgefordert, macht dies nicht nur deutlich, dass der Beschwerdegegnerin bereits damals bewusst war, dass die Beschwerdeführerin am 15. August 2015 nicht zur Arbeit erscheinen würde. Es unterstreicht auch, dass die Beschwerdegegnerin darin gerade keinen Grund für eine fristlose Kündigung sah, hielt sie doch trotzdem an einem Wiedererscheinen der Beschwerdeführerin am Arbeitsplatz am 17. August 2015 fest.