Citation: 6B_722/2020 E. 1.2

1.2. Es ist unbestritten und erstellt, dass der Beschwerdeführer dem schriftlichen Berufungsverfahren nicht zugestimmt hat. Er hat im Gegenteil mehrfach ausdrücklich die Durchführung einer mündlichen Verhandlung beantragt. Vor diesem Hintergrund scheidet Art. 406 Abs. 2 StPO zur Begründung eines schriftlichen Berufungsverfahrens von vornherein aus. Sodann erhellt bereits aus den vorinstanzlichen Anträgen des Beschwerdeführers, dass er den Anklagesachverhalt bestreitet und "zur tatsächlichen Sachverhaltsermittlung" diverse Beweisanträge stellt. Namentlich verlangte er die Anhörung mehrerer Zeugen sowie die Einholung eines detaillierten Berichts durch die Anzeigestellerin SECO. Darin sei darzulegen, worin die technischen bzw. kryptographischen Eigenschaften der Güter Fortigate 90D und 300D sich unterscheiden würden, zumal die Stellungnahme des Fachexperten der C.________ GmbH bestätige, dass dahingehend bei diesen beiden Gütern keine Differenz bestehe und er sich nicht erklären könne, weshalb das eine Gut die Ausnahmekriterien gemäss GKV (Güterkontrollverordnung; SR 946.202.1) erfülle, das andere aber nicht. Die Vorinstanz lehnte sämtliche Beweisanträge wiederholt ab. Wie das Bundesgericht indes in konstanter Rechtsprechung erwägt, sieht der kontradiktorische Charakter des mündlichen Berufungsverfahrens die Anwesenheit der Parteien vor, auf die nur in einfach gelagerten Fällen verzichtet werden kann, namentlich wenn der Sachverhalt unbestritten und nicht angefochten und deshalb eine Einvernahme nicht erforderlich ist (vgl. Art. 405 Abs. 2 StPO; BGE 143 IV 288 E. 1.4.1 f.; Urteil 6B_1189/2018 vom 12. September 2019 E. 2.1.3). Vorliegend kann offensichtlich weder von einem in tatsächlicher Hinsicht unbestrittenen noch ohne Weiteres von einem rechtlich und tatsächlich einfachen Verfahren gesprochen werden. Es ist daher nicht nachvollziehbar, weshalb die Vorinstanz trotz wiederholtem Verlangen des Beschwerdeführers auf ein die gesetzliche Regel bildendes mündliches Berufungsverfahren verzichtet hat. Dies ist nachzuholen, wobei die zur rechtskonformen Ermittlung des Sachverhalts resp. zur Beurteilung der Tat erheblichen Beweise von Amtes wegen und unter Gewährung der Parteirechte allenfalls nochmal zu erheben sind (vgl. oben E. 1.1.2).