Citation: 7B.190/2005 29.11.2005 E. 3

3.1 Die obere Aufsichtsbehörde hat ferner erwogen, soweit die Beschwerdeführerin um eine Wiederherstellung der versäumten Frist nachsuche, sei darauf hinzuweisen, dass der Richter auf Gesuch der säumigen Partei eine Frist neu ansetzen könne, wenn ein entschuldbares Hindernis als Ursache der Säumnis glaubhaft gemacht werde (§ 90 Abs. 1 ZPO/LU). Gemäss konstanter Praxis stelle das Luzerner Obergericht an die Gewährung der Wiederherstellung hohe Anforderungen. Eine Wiederherstellung im Sinne von § 90 ZPO/LU könne nur dann in Frage kommen, wenn die Wahrung der Frist objektiv nicht möglich gewesen sei oder übermässige Anforderungen gestellt hätte, wie etwa bei Naturereignissen, Verkehrsstörungen, plötzlicher schwerer Krankheit, usw. Ausdrücklich als Hinderungsgründe verneint würden u.a. Arbeitsüberlastung und Rechtsunkenntnis. Säumnis des Rechtsvertreters oder dessen Hilfsperson würden immer der vertretenen Partei angerechnet. Das Gesuch sei innert 10 Tagen nach Wegfall des Hindernisses schriftlich einzureichen; gleichzeitig sei die versäumte Rechtshandlung nachzuholen (§ 90 Abs. 2 ZPO/LU). Die Vorinstanz fährt fort, vor dem Hintergrund der genannten konstanten Rechtsprechung des Obergerichts würden die von der Beschwerdeführerin aufgeführten Gründe kein entschuldbares Hindernis im Sinne von § 90 Abs. 1 ZPO/LU darstellen. Es könne hier weder behauptet werden, dass die Wahrung der Frist objektiv nicht möglich gewesen sei, noch, dass die Wahrung der Frist übermässige Anforderungen gestellt hätte. Die für das Unterlassen der rechtzeitigen Bezahlung des Kostenvorschusses aufgeführten Gründe vermöchten nicht zu überzeugen. Es sei Sache der Beschwerdeführerin sicherzustellen, dass die Hilfsperson (vorliegend die S.________ AG), bei welcher die Beschwerdeführerin ihr Domizil in Basel gewählt habe, richtig instruiert werde. Dass das Handelsregisteramt Basel-Stadt die Eintragung der Sitzverlegung auf eine entsprechende Anmeldung der Beschwerdeführerin hin vorgenommen habe, vermöge an der Rechtslage ebenfalls nichts zu ändern. Schliesslich habe die Beschwerdeführerin die versäumte Rechtshandlung (Bezahlung des Kostenvorschusses) bis heute offenbar nicht nachgeholt, was gemäss § 90 Abs. 2 ZPO/LU aber eine Voraussetzung für die Wiederherstellung einer versäumten Frist sei. Die Wiederherstellung der Frist zur Bezahlung des Kostenvorschusses sei deshalb ebenfalls abzulehnen. 3.2 Mit Bezug auf die Wiederherstellung der versäumten Frist hat die obere Aufsichtsbehörde mit Recht ebenfalls einzig kantonales Recht (Art. 90 Abs. 1 und 2 ZPO/LU) angewendet. Denn Art. 33 Abs. 4 SchKG regelt i.V.m. Art. 33 Abs. 1 SchKG ausschliesslich die Wiederherstellung von durch das SchKG aufgestellten Fristen, nicht aber von solchen, die der Richter gestützt auf kantonales Prozessrecht erlässt. Die Berechnung einer Frist richtet sich stets nach dem Recht, welches die Frist setzt (BGE 123 III 67 E. 2a; 119 II 434 E. 2a; 101 II 86 E. 2). Weil die Vorinstanz sich auch in diesem Punkt auf kantonales Recht abgestützt hat, ist die Prüfung der Wiederherstellung der versäumten Frist nach Art. 33 Abs. 4 SchKG ausgeschlossen. Die Einwände der Beschwerdeführerin hätten deshalb nur im Rahmen einer staatsrechtlichen Beschwerde beurteilt werden können (E. 2.2 hiervor).