Citation: 1C_19/2022 E. 4.9

4.9. Entgegen der Meinung der Beschwerdeführenden kann auch nicht verlangt werden, dass Mobilfunkanlagen von ihrer Leistungsfähigkeit her mindestens einer in reinen Wohnzonen üblichen Ausstattung entsprechen müssen, weil für eine solche Einschränkung der Wirtschaftsfreiheit der Mobilfunkbetreiberinnen eine gesetzliche Grundlage fehlt. So geben die Beschwerdeführenden zutreffend an, das Umweltschutzgesetz (USG; SR 814.01) und die NISV enthielten in Bezug auf Mobilfunkanlagen keine Regelungen für minimale Sendeleistungen. Solche Regelungen könnten auch nicht mit dem Schutz vor nichtionisierender Strahlung gerechtfertigt werden, da mit abnehmender Sendeleistung einer Anlage die Strahlungsintensität in ihrer Umgebung sinkt. Zudem kann in Gebieten mit hohem Datenverkehr mit der Verdichtung der Netze durch zusätzliche Kleinzellen bzw. Antennen mit kleiner Sendeleistung die Gesamtexposition der Nutzerinnen und Nutzer reduziert werden, weil bei einer Netzverdichtung die Distanzen zwischen Sendeantennen und Endgeräten in aller Regel kürzer werden und damit sowohl die Antennen als auch die Endgeräte ihre Sendeleistung dynamisch absenken können (vgl. Bericht Mobilfunk und Strahlung, S. 10 und S. 91 f. Ziff. 9.1).