Citation: 4A_196/2020 E. 6.3

6.3. Die vorinstanzlichen Erwägungen sind nicht zu beanstanden. Die Beschwerdeführerin setzt den vorinstanzlichen Feststellungen über weite Strecken ihre eigene Sicht der Dinge entgegen. Mit derart appellatorischer Kritik ist sie nicht zu hören. Aber auch abgesehen davon sind ihre Ausführungen nicht nachvollziehbar. Die Beschwerdeführerin macht geltend, sie habe zu mehr als 100 % für die Beschwerdegegnerin gearbeitet. Daher gehe die Vorinstanz in willkürlicher Weise zu weit, wenn sie von der Beschwerdeführerin " über die erwähnten Fakten hinaus " verlange, dass sie die abgesagten Projekte samt mutmasslicher Entschädigungen nenne. Die Vorinstanz stellte ausdrücklich fest, dass die Beschwerdeführerin ihren Betrieb auf die Aufträge der Beschwerdegegnerin ausgerichtet habe und dass sie deswegen andere Verpflichtungen abgesagt oder verschoben habe. Indem die Vorinstanz auf einer hinreichenden Substanziierung bestand, verletzte sie freilich kein Bundesrecht. Die Beschwerdeführerin argumentiert, die Kündigung der Beschwerdegegnerin sei zur Unzeit erfolgt. Es sei der Beschwerdeführerin unmög lich gewesen, während der Kündigungsfrist von zwei Monaten neue Mandate abzuschliessen. Die vorinstanzlichen Fachrichter, welche als Architekten tätig seien, hätten gewusst, dass die Akquisition von Bauleitungsmandanten in aller Regel weit mehr als zwei Monate dauert. Weiter trägt die Beschwerdeführerin vor, die Beschwerdegegnerin habe die Verträge redigiert. Von gleich gestellten Vertragspartnern könne wegen des wirtschaftlichen Gefälles keine Rede sein. Daher seien die Kündigungsklauseln nach dem Grundsatz in dubio contra stipulatorem auszulegen. Zudem sei die Berufung der Beschwerdegegnerin auf Art. 404 Abs. 2 OR rechtsmissbräuchlich, weil sie den Vertrag selbst redigiert habe. Hier übersieht die Beschwerdeführerin, dass ihre Klage nicht an diesen Punkten scheiterte. Vielmehr wies die Vorinstanz ihre Forderungen ab, weil die Beschwerdeführerin ein allfälliges negatives Vertragsinteresse nicht hinreichend substanziiert hatte. Schliesslich führt die Beschwerdeführerin ins Feld, sie könne sich nicht damit abfinden, dass gestützt auf Art. 404 Abs. 2 OR das positive Vertragsinteresse nicht geltend gemacht werden könne. Dazu ist zu ve rmerken, dass die Vorinstanz prüfte, ob die Beschwerdeführerin ausnahmsweise das positive Vertragsinteresse verlangen könne (vgl. dazu BGE 144 III 43 E. 3.4.4 S. 51 f.). Dies verneinte sie, weil kein Erfolgshonorar, sondern ein Zeithonorar geschuldet war. Zudem erwog die Vorinstanz überzeugend, dass die Beschwerdeführerin es ohnehin versäumt hatte, den entgangenen Gewinn hinreichend zu substanziieren. Die Rügen sind unbegründet.