Citation: 2C_241/2018 E. 4.5

4.5. Die Beurteilung der vorinstanzlichen Beweiswürdigung erfährt auch durch die verschiedenen medizinischen Berichte keine Änderung: Gemäss Würdigung der Vorinstanz folgt aus dem Bericht der Beratungsstelle E.________, W.________ vom 3. Juli 2013, den Berichten des medizinischen Zentrums D.________ vom 16. Februar, 20. April und 19. September 2016 sowie dem Bericht der Psychiatrischen Klinik F.________, W.________, vom 4. Mai 2017 nicht glaubhaft, dass die psychische Krankheit der Beschwerdeführerin, nämlich rezidivierende depressive Störung und posttraumatische Belastungsstörung, auf die in der Schweiz gelebte Ehe mit B.A.________ zurückzuführen ist. Den Bericht des medizinisches Zentrum D.________ vom 22. Januar 2018 erachtet die Vorinstanz als konstruiert. Sie bemängelt insbesondere, dass aus dem Bericht des medizinischen Zentrums D.________ vom 16. Februar 2016 nicht klar hervorgehe, auf welche Ehe (erste Ehe in der Türkei oder zweite Ehe in der Schweiz) die psychische Krankheit zurückzuführen sei. Auch aus dem Bericht der Psychiatrischen Klinik F.________ vom 4. Mai 2017 gehe nicht hervor, dass die Beschwerdeführerin aufgrund der Ehe in der Schweiz behandelt werden müsse. Ausserdem erscheine es fraglich, dass die Ärzte am 22. Januar 2018 (im entsprechenden Bericht des medizinischen Zentrums D.________) bzw. im Nachhinein eine Feststellung über den Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin bei deren Einreise in die Schweiz (2012) machen könnten, nämlich dass sie zum damaligen Zeitpunkt psychisch gesund gewesen sei. Die Beschwerdeführerin macht geltend, aus ihrem Schreiben an das medizinische Zentrum D.________ vom 7. April 2016 und dem Bericht des medizinischen Zentrums D.________ vom 20. April 2016 gehe klar hervor, dass die in der Schweiz erlebte eheliche Gewalt Ursache der Erkrankung sei. Dies sei auch den übrigen Berichten des medizinischen Zentrums D.________ zu entnehmen, insbesondere dem Bericht des medizinischen Zentrums D.________ vom 22. Januar 2018, der überdies bestätige, dass die Beschwerdeführerin gesund in die Schweiz eingereist sei. Die Kritik der Vorinstanz bezieht sich auf den Bericht des medizinischen Zentrums D.________ vom 16. Februar 2016, nicht auf denjenigen vom 20. April 2016. Der erstgenannte Bericht erwähnt eheliche Gewalt, welcher die Beschwerdeführerin über lange Zeit ausgesetzt gewesen sei, unter anderem Vergewaltigung, ohne zu spezifizieren, ob es zu dieser Gewalt in der ersten (Türkei) oder zweiten (Schweiz) Ehe gekommen ist. Auch dem zweitgenannten Bericht lässt sich im Übrigen, trotz Schreiben vom 7. April 2016, keine zeitliche Zuordnung der beschriebenen Gewalt entnehmen, denn dieser Bericht hält bloss fest, dass eine Anzeigeerstattung erst nach längerer Zeiteinem opfertypischen Verhalten entspricht, sodass die beschriebene Gewalt genau so gut auf die erste Ehe zurückgehen könnte. In einem von der Beschwerdeführerin selbst unterzeichneten Schreiben an das Migrationsamt vom 7. April 2014 führt erstere zudem aus, sie sei in erster Ehe 15 Jahre lang mit einem Kurden verheiratet gewesen. Die letzten fünf Ehejahre seien von Gewalt, Drohung und Betrug geprägt gewesen. Diese Ausführungen stehen in diametralem Gegensatz zum Bericht des medizinischen Zentrums D.________ vom 22. Januar 2018, wonach in der ersten Ehe in der Türkei kaum Gewalt vorhanden gewesen sei; aus religiösen Gründen habe der Ehemann eine zweite Ehefrau gleichzeitig haben wollen, weshalb diese Ehe geschieden worden sei. Diese Ehe sei nicht wegen Gewalt geschieden worden. Auch der genannte Bericht der Beratungsstelle E.________, der auf Schilderungen der Beschwerdeführerin beruht, hält diesbezüglich das Gegenteil fest: "Sie erlitt in erster Ehe, aus der ein heute 17 jähriger Sohn entsprang, massive physische Gewalt durch Schläge, psychische Gewalt durch Demütigungen, Beschimpfungen und Drohungen und soziale Gewalt durch Wegnahme finanzieller Mittel, die der damalige Mann in ausserehelichen Beziehungen verbrauchte." Der Bericht des medizinischen Zentrums D.________ vom 22. Januar 2018 ist vor diesem Hintergrund unglaubwürdig und die Annahme, dass die Beschwerdeführerin 2012 gesund in die Schweiz eingereist ist, zumindest fraglich. Die Beweiswürdigung der Vorinstanz, wonach in der Schweiz erlittene häusliche Gewalt nicht glaubhaft gemacht wurde, erweist sich demzufolge auch im Kontext der diversen Arztberichte nicht als offensichtlich unhaltbar bzw. willkürlich, sondern als bundesrechtskonform.