Citation: 8C_576/2023 E. 5.2

5.2. Die Schlussfolgerung der Vorinstanz, der Beschwerdeführer habe sich nicht genügend ernsthaft um eine Anstellung bemüht, beruht auf konkreter Beweiswürdigung und zählt deshalb zu den für das Bundesgericht grundsätzlich verbindlichen Sachverhaltsfeststellungen. Demgemäss genügen die aktenkundigen Stellenbemühungen - abgesehen davon, dass sie sich quantitativ im niedrigen Bereich bewegen - qualitativ nicht. Wohl dürfen in dieser Hinsicht keine überspannten Anforderungen gestellt werden und sind diesbezüglich auch die persönlichen Umstände und Möglichkeiten der versicherten Person wie Alter, Schul- und Berufsausbildung sowie die Usanzen des in Betracht fallenden Arbeitsmarktes zu berücksichtigen (BGE 120 V 74 E. 4a; Urteil 9C_217/2023 vom 30. Mai 2023 E. 5.3). Die letztinstanzlich erneut vorgetragene, pauschale Berufung auf die schlechte Ausgangslage - lediglich 50%ige Arbeitsfähigkeit, 55 Jahre alt, ohne jede Ausbildung, seit über 30 Jahren nicht erwerbstätig und in keiner Branche Berufserfahrung, sehr schlechte Deutschkenntnisse, begrenzte intellektuelle Fähigkeiten - mag die Stellensuche zwar erschweren, entbindet jedoch nicht von konkreten ernsthaften Arbeitsbemühungen. Diesbezüglich bestätigt der Beschwerdeführer die Feststellung der Vorinstanz, wonach er sich mehrheitlich "blind" bzw. spontan, wiederholt auf die gleichen Arbeitsstellen und ohne erheblichen individuellen Bezug zu diesen beworben habe. In den kurzen, eher oberflächlichen Bewerbungsschreiben wurden in der Tat standardisierte Formulierungen verwendet, die bei ordentlichen Bewerbungen nicht auf das jeweilige Stellenprofil zugeschnitten waren und bei den mehrheitlich erfolgten Blind-/Spontanbewerbungen keinen Bezug zum potentiellen Arbeitgeber aufwiesen. Dies schmälert die Chancen für eine erfolgreiche Stellensuche erheblich und vermag den qualitativen Anforderungen an eine Bewerbung, auf die der Beschwerdeführer mehrfach hingewiesen worden war, nicht zu genügen. Der Einwand, der Beschwerdeführer habe alles ihm Zumutbare unternommen und sich auch von seinem Sohn ein Bewerbungsschreiben erstellen lassen, zeigt sodann wohl ein gewisses Bemühen, reicht jedoch nicht für den Nachweis eines ernsthaften Bewerbungsprozederes, zumal sich dieses durch die Unterstützung des Sohnes nicht massgeblich veränderte. Soweit sich der Beschwerdeführer auf seine beschränkten Fähigkeiten beruft, ist ihm mit der Vorinstanz entgegenzuhalten, dass er sich jederzeit beim RAV zur Arbeitsvermittlung hätte anmelden können, was neben den konkreten Stellenbewerbungen auf ernsthafte Bemühungen schliessen liesse (Urteile 9C_759/2017 vom 29. November 2017 E. 2.2 und 9C_549/2016 vom 13. Juli 2017 E. 5.3; je mit Hinweisen). Dies entkräftet denn auch das Argument des Beschwerdeführers, in der Verfügung des Sozialversicherungszentrums Thurgau vom 7. Juni 2023 sei ihm kein hypothetisches Erwerbseinkommen mehr angerechnet worden, hat er sich doch inzwischen beim RAV angemeldet und liegt daher eine andere Ausgangslage vor. Schliesslich hilft auch die Berufung auf den Vertrauensgrundsatz nicht weiter. Selbst wenn die Beschwerdegegnerin auf ein ihr vorgelegtes Bewerbungsschreiben nicht reagiert hatte, kann daraus - wie das kantonale Gericht zu Recht erwog - höchstens abgeleitet werden, dass dieses konkrete Schreiben grundsätzlich nicht zu beanstanden war, nicht jedoch, dass die Bewerbungsbemühungen gesamthaft genügend waren.