Citation: 2C_634/2018 E. 8.3.2

8.3.2. Vor diesem Hintergrund erweist es sich als unhaltbar, dass das Verwaltungsgericht, nachdem sowohl das Migrationsamt als auch die Sicherheitsdirektion die Ausreisefrist für den Beschwerdeführer auf drei Monate festgesetzt hatten, nunmehr eine Ausreisefrist von bestenfalls nur wenig mehr als einem Monat (Zustellung des Urteils der Vorinstanz am 25. Juni 2018 - Ausreisefrist bis 31. Juli 2018 bzw. 30 Tage nach einem allfälligen abweisenden Entscheid des Bundesgerichts) festgesetzt hat. Der Beschwerdeführer musste zwar schon nach dem Entscheid des Migrationsamt vom 30. Januar 2017 und umso mehr nach dem Entscheid der Sicherheitsdirektion vom 15. November 2017 damit rechnen, dass er die Schweiz werde verlassen müssen. Hingegen durfte er auch, jedenfalls angesichts der nicht offenbaren Aussichtslosigkeit seiner Beschwerde ans Verwaltungsgericht, davon ausgehen, dass dieses im Fall einer Abweisung seines Rechtsmittels nicht ohne Weiteres eine erheblich kürzere Ausreisefrist ansetzen, sondern die infolge seines sehr langen Aufenthalts in der Schweiz vor einer Ausreise zu erledigenden Angelegenheiten (Auflösung von Miet- und Arbeitsverträgen) durch Ansetzung einer ausreichenden Ausreisefrist angemessen berücksichtigen werde. Zwar muss bei der Festlegung der Ausreisefrist nicht auf neu - insbesondere während eines Rechtsmittelverfahrens - eingegangene Verpflichtungen Rücksicht genommen werden; solche Verpflichtungen geht der Ausländer in Kenntnis der drohenden Aufenthaltsbeendigung ein und das Risiko, diese nicht innert der dafür vorgesehenen Fristen beendigen zu können, fällt dementsprechend auch in seine Risikosphäre. Bei einem derart langen Aufenthalt wie bei dem 1977 in der Schweiz geborenen Beschwerdeführer, der sein gesamtes bisheriges Leben hier verbracht hat, muss aber nach der allgemeinen Lebenserfahrung davon ausgegangen werden, dass er für die Regelung seiner Angelegenheiten vor der Ausreise einen längeren Zeitraum als 30 Tage benötigt. Indem das Verwaltungsgericht die von seinen Vorinstanzen jeweils auf drei Monate angesetzte Ausreisefrist auf - im besten Fall - wenig mehr als einen Monat herabgesetzt hat, hat es somit offensichtlich unhaltbar entschieden. Dementsprechend ist die subsidiäre Verfassungsbeschwerde gutzuheissen. Der angefochtene Entscheid ist in diesem Punkt aufzuheben und die Angelegenheit ist - die Länge einer angemessenen Ausreisefrist hängt von den konkreten Umständen ab und ist daher nicht vom Bundesgericht festzusetzen - zur Ansetzung einer neuen, der Situation des Beschwerdeführers angemessenen Ausreisefrist an die Vorinstanz zurückzuweisen (vgl. so schon Urteil 2C_200/2017 vom 14. Juli 2017 E. 4.3).