Citation: U 338/06 22.12.2006 E. 2

Streitig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer aufgrund des Unfalls vom 27. August 2002 Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung über den Zeitpunkt der verfügten Leistungseinstellung am 30. September 2004 hinaus hat. 2.1 Ist das Vorliegen eines Schleudertraumas der HWS durch zuverlässige Angaben gesichert und der natürliche Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und der die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit einschränkenden Gesundheitsbeeinträchtigung aufgrund fachärztlicher Feststellung im konkreten Fall unbestritten, so kann die natürliche Kausalität in der Regel auch aus rechtlicher Sicht als erstellt gelten (BGE 119 V 340 f. Erw. 2b, 117 V 360 Erw. 4b), wobei es genügt, dass der Unfall mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eine Teilursache der geklagten Beschwerden darstellt (BGE 119 V 338 Erw. 1 in fine und 341 Erw. 2b/bb). Seit dem Verkehrsunfall leidet der Beschwerdeführer unter Kopfschmerzen, Genickschmerzen, Schwindel, Übelkeit und rascher Ermüdbarkeit. Die Gedächtnis- und Konzentrationsfähigkeit ist schlecht und rechtsseitig besteht ein Tinnitus (Überweisungsschreiben des Dr. med. W.________, Allgemeine Medizin FMH, vom 21. September 2002; Bericht der Rehaklinik X.________ vom 6. Januar 2003). Es liegen damit die typischen Symptome vor, wie sie nach einem Schleudertrauma auftreten können (BGE 119 V 338 Erw. 1; 117 V 360 Erw. 4b). Von Anfang an wurde ein Schleudertrauma der HWS diagnostiziert (Arztzeugnis UVG des Dr. med. W.________ vom 26. September 2002; Ärztlicher Bericht des Zentrums für Berufliche Abklärung am Spital Y.________ vom 11. Februar 2004). Die Beschwerden haben sich innert der Latenzzeit manifestiert. Die natürliche Kausalität zwischen dem Unfall und den danach aufgetretenen, auch nach dem 30. September 2004 anhaltenden Beschwerden ist unter diesen Umständen in Übereinstimmung mit der Vorinstanz zu bejahen. 2.2 Vom kantonalen Gericht verneint und streitig ist in diesem Zusammenhang einzig, ob das Unfallereignis für das bestehende Augenleiden natürlich kausal ist. Dem Bericht des Hausarztes Dr. med. W.________ vom 21. September 2002 ist zu entnehmen, dass der Versicherte seit dem Unfallereignis beim Lesen oder Fernsehen rasch ermüdet. Gemäss Bericht der Rehaklinik X.________ vom 6. Januar 2003 sieht der Versicherte rechtsseitig wiederholt wie verschleiert und hat beidseitig häufig, vor allem nach Augenschluss, grelles Licht vor Augen, wobei eine ungestörte Okulomotorik und eine unauffällige Konvergenzreaktion bestehe. Die Sehstörungen des Beschwerdeführers führten zum Teil dazu, dass er die einzelnen Buchstaben nicht sehen könne und seit dem Unfall eine Brille trägt (SUVA-Bericht vom 22. April 2003). Der untersuchende Ophthalmologe Dr. med. P.________ diagnostizierte in seinem Bericht vom 17. April 2004 in beiden Augen eine seit dem Geschehen vom 27. August 2002 bestehende Akkommodationsschwäche, eine Hyperopie (Weitsichtigkeit, links mehr als rechts) und eine Sicca-Symptomatik. In einer Stellungnahme zu diesem Bericht führte Dr. med. F.________, Facharzt FMH für Ophthalmologie und Ophthalmochirurgie von der SUVA Versicherungsmedizin am 1. Juli 2003 aus, die Akkommodationsbreite sei bei einem Hyperopen naturgemäss eingeschränkt, weshalb es sich nicht um eine eigentliche Akkommodationsschwäche handle. Das Problem sei hyperopie- und nicht unfallbedingt. Durch ein Trauma könne sich eine Hyperopie jedoch vorzeitig bemerkbar machen. Gestützt hierauf verneinte die Vorinstanz den natürlichen Kausalzusammenhang zwischen Unfall und Augenleiden, womit sie allerdings unberücksichtigt liess, dass Akkommodationsstörungen, wie sie Dr. med. P.________ diagnostizierte, zum typischen Beschwerdebild eines Schleudertraumas gehören (Urteil R. vom 10. November 2004, U 174/03 Erw. 3.3). Zudem räumte auch Dr. med. F.________ ein, dass sich durch ein Trauma eine Hyperopie vorzeitig bemerkbar machen kann (Ärztliche Beurteilung des Dr. med. F.________ vom 1. Juli 2003); insofern wäre das Unfallereignis als (Teil-)Ursache der Sehstörung zu betrachten. Gestützt auf die zur Verfügung stehenden Akten lässt sich die Frage, ob es sich bei den heute bestehenden Sehbeschwerden um eine natürliche Folge des versicherten Unfalles handelt, nicht mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 360 Erw. 5b) beantworten. Weil das typische Beschwerdebild nach Schleudertrauma allerdings auch ohne Berücksichtigung der Sehstörung zu bejahen ist, kann zur Beurteilung der in Frage stehenden Leistungspflicht auf eine ergänzende Abklärung verzichtet werden.