Citation: 4A_27/2018 E. B

Mit Klage vom 20. November 2000 verlangte die Alleinvertreterin vor Bezirksgericht Zürich von der Beklagten Schadenersatz aus Vertragsverletzung (Art. 97 f. OR) sowie eine Kundschaftsentschädigung. Nachdem sie ursprünglich auch beantragt hatte, der Beklagten unter Strafandrohung zu untersagen, die Vertragsprodukte selbst oder mittelbar in Polen zu vertreiben, verlangte sie nach Präzisierungen ihrer Rechtsbegehren schliesslich im Wesentlichen PLZ 15'511'581 nebst Zins unter Vorbehalt der Nachklage bezüglich des Schadens, der auf nach dem 31. März 2001 begangene Vertragsverletzungen zurückzuführen sei. Eventualiter verlangte sie eine Kundschaftsentschädigung von PLZ 2'268'581 sowie PLZ 15'511'581, jeweils nebst Zins. B.a. Nachdem am 30. Juli 2003 ein Säumnisurteil gegen die Beklagte ergangen war, welches zu einem Rechtsmittelverfahren bis zum Kassationsgericht des Kantons Zürich geführt hatte, wurde das Säumnisurteil vom Obergericht des Kantons Zürich aufgehoben und die Sache an das Bezirksgericht zurückgewiesen, um der Beklagten Frist zur Klageantwort anzusetzen und das Verfahren fortzusetzen. B.b. Mit Urteil vom 27. November 2014 wies das Bezirksgericht die Klage ab, da es eine Vertragsverletzung der Beklagten verneinte. Mit Beschluss vom 12. Januar 2016 wies das Obergericht die Angelegenheit an das Bezirksgericht zurück. Es erkannte, der Vertriebsvertrag sei weder automatisch erloschen noch vertragsgemäss gekündigt worden. Die Beklagte habe den Vertrag verletzt, indem sie die Klägerin im Verlaufe des Jahres 2000 nicht mehr mit Vertragsware beliefert habe. Auf eine gegen diesen Beschluss erhobene Beschwerde trat das Bundesgericht mit Urteil 4A_125/2016 vom 11. April 2016 nicht ein, da die Voraussetzungen für die selbständige Anfechtung eines Zwischenentscheides (Art. 93 Abs. 1 BGG) nicht dargetan waren. B.c. Mit Urteil vom 3. November 2016 wies das Bezirksgericht die Klage erneut ab. Auf Berufung der Klägerin, mit der diese im Wesentlichen im Hauptbegehren verlangte, die Beklagte zu verpflichten, ihr PLZ 15'511'861 sowie PLZ 880'285, jeweils nebst Zins, zu bezahlen, und subeventualiter die erstinstanzliche Kostenverteilung beanstandete, wies auch das Obergericht die Klage ab und bestätigte die erstinstanzlichen Kosten- und Entschädigungsfolgen. In Bezug auf den Schadenersatz erachtete das Obergericht die Angaben der Klägerin für eine Schadensschätzung als ungenügend, da die Klägerin nur zum Teil produktspezifische Angaben machte und im Übrigen auf Durchschnittswerte für das gesamte Unternehmen abstellte. Dass die Vertragsprodukte für ihr Unternehmen repräsentativ seien, habe die Klägerin nicht rechtzeitig behauptet. Die Voraussetzungen für eine analoge Anwendung der Regeln des Agenturvertragsrechts über die Kundschaftsentschädigung sah das Obergericht nicht als gegeben an. Es übernahm zudem die Erwägungen des Bezirksgerichts, wonach die Klägerin keine hinreichenden Angaben zur Bestimmung ihres Nettojahresverdienstes und damit zur Festsetzung der Höhe einer allfälligen Kundschaftsentschädigung gemacht habe.