Citation: 1C_80/2022 E. 5.2.2

5.2.2. Im Hinblick auf die formelle Rechtswidrigkeit der Gartenanlage führte die Vorinstanz aus, Ausgangspunkt für die Beurteilung der Bewilligungspflicht sei Art. 22 Abs. 1 RPG. Den Kantonen bleibe es vorbehalten, über den bundesrechtlichen Mindeststandard hinauszugehen. Vorliegend erkläre das kantonale Recht alle Bauten und Anlagen bzw. "Vorkehren", durch welche nachbarrechtliche oder öffentliche Interessen berührt werden könnten, für baubewilligungspflichtig. Dies gelte insbesondere auch für Bauten und Anlagen, die andernfalls grundsätzlich nicht der Baubewilligungspflicht unterstünden wie Mauern und Einfriedungen von höchstens 1.5 m Höhe sowie Geländeveränderungen, welche zum gewachsenen Boden eine Niveaudifferenz von maximal 1.5 m bewirkten oder höchstens 200 m3 Aufschüttungen oder Abgrabungen umfassten. Das kommunale Recht sehe darüber hinaus vor, dass Terrainveränderungen von mehr als 1.0 m Höhe oder 100 m3 Volumen oder Stützmauern einer Baubewilligung bedürften. Ob es sich bei den der Hangsicherung dienenden Quadersteinen um eine solche Stützmauer handle, könne mit Blick auf den Ausgang des Verfahrens offenbleiben. Denn bei der Beurteilung der Baubewilligung falle weiter ins Gewicht, dass die Gemeinde im ISOS verzeichnet sei. Das Grundstück GB Nr. 155 befinde sich in der Umgebungs-Richtung VII, welche als leicht ansteigendes Kulturland und Ortsbildhintergrund bezeichnet werde. Für dieses Gebiet gelte das Erhaltungsziel a, das heisse, das Erhalten der Beschaffenheit als Kulturland oder Freifläche sowie der für das Ortsbild wesentlichen Vegetation und Altbauten. Störende Einwirkungen seien zu beseitigen. Angesichts der gemäss Wiederherstellungsverfügung des Gemeinderats zu belassenden Aufschüttungen und Abgrabungen, welche noch Niveaudifferenzen von 1.5 m im Süden und 1.0 m im Norden bewirkten und dazwischen im Volumen von ca. 70 m3 aus Kies bestünden sowie der ebenfalls zu belassenden, der Hangsicherung dienenden Quadersteine, sei der Regierungsrat zu Recht von einer in der Zone für Rebbau weiterhin baubewilligungspflichtigen Gartenanlage ausgegangen. Der vollständige Rückbau der Anlage sei somit erforderlich.