Citation: 8C_658/2022 E. A

A.a. A.________, geboren 1991, leidet an einer 2006 diagnostizierten Immunthrombozytopenie. Nach Anmeldung zum Leistungsbezug durch ihre Mutter im August 2006 übernahm die Invalidenversicherung unter anderem die erstmalige berufliche Ausbildung zur Detailhandelsassistentin, welche A.________ am 30. Juni 2009 erfolgreich abschloss. Wegen rezidivierender hämorrhagischer Komplikationen und einer schweren axonalen Polyneuropathie der unteren Extremitäten mit stationärer Spitalbehandlung vom 10. Juli bis 11. November 2009 gewährte die IV-Stelle Bern (fortan: IV-Stelle oder Beschwerdegegnerin) ab 2010 weitere Eingliederungsmassnahmen. Zudem sprach sie A.________ bei einem Invaliditätsgrad von 100% ab 1. August 2009 eine ganze und bei einem Invaliditätsgrad von 60% ab 1. Februar 2011 eine Dreiviertelsrente zu (Verfügung vom 18. Mai 2011). A.b. Von Februar 2011 bis Mai 2012 war A.________ mit einem Pensum von ungefähr 50% als Aushilfs-Schuhmodeberaterin für die B.________ AG tätig. Bei anhaltender Arbeitsunfähigkeit infolge starker Schmerzen in den Beinen ab Mai 2012 ersuchte sie die IV-Stelle mit Schreiben vom 13. Juni 2012 um die Prüfung von Umschulungsmassnahmen. Die IV-Stelle schloss die beruflichen Eingliederungsmassnahmen am 23. Juni 2014 ab mit dem Hinweis, es sei zum jetzigen Zeitpunkt keine Umschulung möglich, da die Belastbarkeit und das Arbeitspensum noch weiter gesteigert werden müssten. Zudem sei A.________ seit 2. Juni 2014 an einem geschützten Arbeitsplatz als Telefonistin bzw. am Empfang der Stiftung C.________ mit einem 50%-Pensum tätig. Gemäss Mitteilungen vom 30. Oktober 2014 und 12. Dezember 2016 hielt die IV-Stelle am unveränderten Anspruch auf eine Dreiviertelsrente fest. A.c. Nach der Heirat im Mai 2019 gebar A.________ am 11. April 2020 eine Tochter. Im Rahmen des anschliessenden Rentenrevisionsverfahrens ermittelte die IV-Stelle gestützt auf die Haushaltsabklärung vom 8. Dezember 2020 bei einem Erwerbsstatus von 70% neu einen Invaliditätsgrad von 53%. In der Folge setzte die IV-Stelle die bisherige Dreiviertelsrente ab 1. Mai 2022 auf eine halbe Invalidenrente herab (Verfügung vom 28. Februar 2022).