Citation: 6B_1440/2019 E. 4.4

4.4. Angesichts der für das Bundesgericht verbindlichen vorinstanzlichen Feststellungen (Art. 105 Abs. 1 BGG) bestehen keine Gründe, den von der Vorinstanz angeordneten gleichzeitigen Vollzug von Freiheitsstrafe und ambulanter Massnahme anzuzweifeln. Zwar hat der Beschwerdeführer gewisse Fortschritte erzielt, indem er sich freiwillig in eine Therapie begeben hat und in einer begleiteten Wohnsituation lebt. Indessen ändern diese Umstände nichts daran, dass er trotz der bisherigen Bemühungen und der unternommenen Therapie nach wie vor nicht sozial integriert ist und über keine gefestigten Strukturen verfügt, aus welchen er durch einen Gefängnisaufenthalt herausgerissen würde (angefochtenes Urteil S. 15, 21). Die Therapie findet mit gegenwärtig einer Sitzung pro Woche in zeitlich eng begrenztem Umfang statt, weshalb der Gefängnisaufenthalt nach den zutreffenden vorinstanzlichen Erwägungen diesbezüglich kaum zu Änderungen führen wird. Einer allfälligen akut auftretenden Suizidalität kann im Strafvollzug mit geeigneten Vorkehrungen begegnet werden, so durch eine vorübergehende Einweisung in eine psychiatrische Einrichtung. Dass er aus seinem bisherigen Umfeld, dem betreuten Wohnen, gerissen wird, trifft in gleichem Ausmass auf nicht behandlungsbedürftige Straftäter zu. Dies ist die gesetzliche Folge der Delinquenz und der mit dem Strafvollzug einhergehenden Einschränkungen. Zwar trifft es zu, dass ein betreutes Wohnen qualitativ eine andere Betreuung bietet als eine Strafanstalt. Indessen geben beide Institutionen den Bewohnern oder Insassen Alltagsstrukturen vor, welche der Beschwerdeführer offenkundig benötigt. Es ist haltbar, wenn die Vorinstanz davon ausgeht, dem am Rande der Gesellschaft lebenden Beschwerdeführer komme auch im Strafvollzug diejenige Unterstützung zuteil, welche er im betreuten Wohnen erfahre. Nach dem Gutachten ist der Erfolg der ambulanten Massnahme durch den gleichzeitigen Vollzug der Strafe nicht gefährdet, weshalb die vorinstanzliche Anordnung bundesrechtskonform ist.