Citation: 2A.662/2006 17.04.2007 E. 4

4.1 Bei der gebotenen Abwägung ist auch das Interesse des Beschwerdeführers am Verbleib in der Schweiz zu berücksichtigen. Er ist in der Schweiz geboren und aufgewachsen. Er hat nach dem Schulbesuch eine Maurerlehre absolviert. Er ist mit einer in der Schweiz niedergelassenen Landsfrau verlobt, und seine gesamte engere Familie (Eltern, Grosseltern, Brüder) lebt in der Schweiz. Bis zum Strafantritt galt der Beschwerdeführer als beruflich integriert. 4.2 Wie die Vorinstanz indes richtig bemerkt, hat die Anwesenheit seiner Familie weder die erwähnte Konfliktsituation (vgl. E. 3.2 hiervor) beheben noch den Beschwerdeführer von der Verübung der schweren Delikte abhalten können. Ausserdem ist der Beschwerdeführer erwachsen. Er steht nicht in einem besonderen Abhängigkeitsverhältnis zu seiner Familie. Und auch umgekehrt ist seine Familie nicht auf ihn angewiesen. Mit Blick auf die vom Rekursgericht vorgenommene Beschränkung der Dauer der Ausweisung auf drei Jahre wird er nach Ablauf dieser Zeit besuchsweise zu seiner Familie in die Schweiz reisen können. In der Schweiz verkehrte der Beschwerdeführer vorwiegend mit Türken und anderen Ausländern. Wie gesehen (E. 3.2), ist der Beschwerdeführer auch noch Wertvorstellungen aus dem heimatlichen Kulturkreis verhaftet. Es kann daher nicht davon die Rede sein, er sei in der Schweiz überdurchschnittlich integriert. Im Übrigen beherrscht er die türkische Sprache. Die Verhältnisse in der Türkei sind ihm nicht fremd. Seinen erlernten Maurerberuf kann er dort ebenfalls ausüben. Der Beschwerdeführer weist zwar auf sein positives Verhalten im Strafvollzug hin. Dem Wohlverhalten in Unfreiheit kommt praxisgemäss jedoch bloss untergeordnete Bedeutung zu (vgl. BGE 114 Ib 1 E. 3b S. 5). Ausserdem wurde im Führungsbericht vom 23. März 2006 festgehalten, das Verhalten des Beschwerdeführers lasse, was Benehmen und allgemeine Hausordnung betreffe, "zu wünschen übrig". Er musste, wenn auch aus geringfügigem Anlass, mehrmals diszipliniert werden. Seit der Begehung der schwersten Delikte ist zudem noch nicht viel Zeit vergangen. 4.3 Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers hat die Vorinstanz den Sachverhalt in Bezug auf seine Verlobung nicht offensichtlich unrichtig dargestellt. Zwar mag er von der Absicht des Migrationsamtes, ihn auszuweisen, erst nach der Verlobung erfahren haben. Das Rekursgericht hält jedoch zu Recht fest, wegen der von ihm begangenen Straftaten hätten der Beschwerdeführer und seine Verlobte damit rechnen müssen, die Beziehung nicht in der Schweiz leben zu können (vgl. BGE 116 Ib 353 E. 3e S. 358; 120 Ib 6 E. 4c S. 15). Die Verlobung fand erst während des Strafvollzugs statt. Wohl wendet der Beschwerdeführer ein, er habe seine Verlobte schon einige Jahre vorher gekannt. Diese Beziehung vermochte ihn jedoch auch nicht daran zu hindern, die schweren Straftaten zu begehen. Will die Verlobte mit dem Beschwerdeführer zusammenbleiben, ist ihr mit Blick auf ihre Abstammung, Staatsangehörigkeit und die Verhältnisse in der Türkei grundsätzlich zumutbar, ihm in die Heimat zu folgen. 4.4 Ergänzend ist auf die zutreffenden Ausführungen im angefochtenen Urteil zu verweisen. Der Beschwerdeführer bringt nichts vor, was der Ausweisung entgegenstünde. Unter Berücksichtigung sämtlicher Umstände hat das Rekursgericht das öffentliche Interesse an der Fernhaltung des Beschwerdeführers zu Recht höher gewichtet als dessen privates Interesse am Verbleib in der Schweiz. Die Ausweisung erweist sich demnach als verhältnismässig und verletzt kein Bundesrecht.