Citation: 1C_228/2024 E. 2.2

2.2. Die Beschwerdeführerin macht, wie bereits vor der Vorinstanz, geltend, eine Wiedererwägung wäre in der vorliegenden Konstellation nur möglich gewesen, wenn sich der zugrunde liegende Sachverhalt oder die Rechtslage erheblich und entscheidrelevant geändert hätte (vgl. § 39 Abs. 2 VRPG/AG). Zufolge der Vorinstanz trifft diese Ansicht nicht zu: § 39 Abs. 2 VRPG/AG beziehe sich auf Fälle, in denen ein Rechtsmittelentscheid vorliege; eine solche Konstellation habe hier nicht vorgelegen. Der vor dem Regierungsrat erhobenen Beschwerde im Verfahren SKRD.20.405 habe kein Rechtsmittelentscheid zugrunde gelegen, sondern ein erstinstanzlicher Entscheid des BVU, Abteilung Wald (vom 10. September 2020). Die (erhöhten) Voraussetzungen von § 39 Abs. 2 VRPG/AG für eine Wiedererwägung hätten daher nicht erfüllt sein müssen. Zudem hat die Vorinstanz festgehalten, dass die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde an den Regierungsrat im Verfahren SKRD.20.405 den Antrag gestellt habe, der Entscheid des BVU, Abteilung Wald, vom 10. September 2020 sei aufzuheben und der Verlauf der Waldgrenze auf der Parzelle Nr. 28 sei nach dem tatsächlichen Verlauf der aktuell bestehenden Bestockung neu festzulegen. Dem sei das BVU, Abteilung Wald, dahingehend nachgekommen, als es die Waldgrenzen auf Parzelle Nr. 28 mit dem Nachführungsgeometer anlässlich einer Augenscheinsverhandlung - unter Einbezug der Eigentümerschaft - vor Ort ermittelt und die Waldgrenze auf der Parzelle Nr. 28 anschliessend wiedererwägungsweise neu festgelegt habe. Die Vorinstanz schliesst daraus, dass der Gegenstand des Entscheids vom 10. September 2020 bildende Waldgrenzenplan betreffend Parzelle Nr. 28 damit dahingefallen sei, wobei unerheblich sei, dass die neu ermittelte Waldgrenze allenfalls nicht den Vorstellungen der Beschwerdeführerin entsprochen habe. Gegen die neu festgelegte Waldgrenze habe sich die Beschwerdeführerin uneingeschränkt wehren können und dies auch getan, ohne einen Rechtsverlust zu erleiden. Auch die Ausführungen der Beschwerdeführerin, wonach ein Wiedererwägungsgesuch nicht dazu dienen dürfe, einen einmal gefällten Entscheid wieder in Frage zu stellen oder die Fristen für ein ordentliches Rechtsmittel zu umgehen, gehen zufolge der Vorinstanz an der Sache vorbei. Den vorinstanzlichen Ausführungen setzt die Beschwerdeführerin, die sich im Übrigen auf die hier nicht anwendbare ZPO (SR 272) zu beziehen scheint, nichts entgegen, das den angefochtenen Entscheid als willkürlich erscheinen liesse; insbesondere sieht § 39 VRPG/AG kein Verbot der reformatio in peius (Verschlechterungsverbot) vor, wie die Beschwerdeführerin offenbar annimmt, sondern lässt die Wiedererwägung gleichermassen zu Gunsten wie zu Lasten der Parteien zu. Auch das Gebot der Waffengleichheit wird, anders als die Beschwerdeführerin in diesem Zusammenhang vorbringt, durch die gesetzlich vorgesehene Möglichkeit der Wiedererwägung nicht tangiert. Die Beschwerde erweist sich insoweit als unbegründet.