Citation: 2C_1016/2017 E. 3.2

3.2. In Bezug auf die genannte dreijährige Dauer ist auf die in der Schweiz gelebte Ehegemeinschaft abzustellen (BGE 136 II 113 E. 3.3 117 ff.). Diese hat vorliegend mit der Einreise der Beschwerdeführerin am 21. Oktober 2011 begonnen. Die Beschwerdeführerin macht geltend, die eheliche Gemeinschaft sei erst mit ihrem Auszug aus der ehelichen Wohnung im Februar 2015 aufgelöst worden, womit die dreijährige Dauer erreicht wäre. Ob die Ehegemeinschaft drei Jahre angedauert hat, ist eine Sachverhaltsfrage (Urteile 2C_54/2019 vom 22. Januar 2019 E. 5.3; 2C_976/2012 vom 11. Februar 2013 E. 3.2). Die Beschwerdeführerin hat nicht dargelegt, inwiefern die vorinstanzliche Sachverhaltsfeststellung, wonach die Ehegemeinschaft bereits im Dezember 2012 aufgehoben wurde, offensichtlich unhaltbar bzw. willkürlich ist, sondern sich hauptsächlich damit begnügt, die vorinstanzlichen Argumente zurückzuweisen und sich auf den Standpunkt zu stellen, das Migrationsamt müsse den Nachweis erbringen, dass die Ehegemeinschaft weniger als drei Jahre gedauert hat. Damit wurde dem Rügeprinzip nicht genüge getan bzw. es fehlt an einer substanziierten Rüge der willkürlichen Sachverhaltsfeststellung. Es trifft zwar zu, dass die Behörden Tatsachen, die einer belastenden Verfügung zugrunde liegen, grundsätzlich zu beweisen haben (BGE 130 II 482 E. 3.2 S. 485; Urteil 2C_1046/2011 vom 14. August 2012 E. 4.3). Die Vorinstanz ist jedoch in Würdigung einer Vielzahl von Indizien zur Überzeugung gelangt, dass die Ehegemeinschaft bereits im Dezember 2012 beendet wurde. Die Indizien beruhen auf zahlreichen Abklärungen des Migrationsamtes und Erkenntnissen aus dem genannten Scheidungsverfahren. Der Untersuchungsgrundsatz, wonach die Behörden den Sachverhalt möglichst zuverlässig abklären müssen, wird durch die Mitwirkungspflicht der Parteien relativiert (Art. 90 AIG). Diese kommt naturgemäss bei Tatsachen zum Tragen, die eine Partei besser kennt als die Behörden und die ohne ihre Mitwirkung gar nicht oder nicht mit vernünftigem Aufwand erhoben werden können (BGE 138 II 456 E. 8.6.4 S. 496 f.; Urteil 2C_118/2017 vom 18. August 2017 E 4.2). Das gilt insbesondere, wenn bereits wie vorliegend gewichtige Hinweise für eine Scheinehe sprechen. Dann wird, umso mehr wenn der andere Ehegatte wie vorliegend eine Scheinehe behauptet, von der widersprechenden Ehegattin bzw. Beschwerdeführerin erwartet, dass sie von sich aus Umstände vorbringt und belegt, um die eheliche Gemeinschaft glaubhaft zu machen (vgl. Urteile 2C_118/2017 vom 18. August 2017 E. 4.2; 2C_936/2016 vom 17. März 2017 E. 2.3). Die Beschwerdeführerin hat jedoch vor den unteren Instanzen keine Belege für gemeinsame Ferien oder Freizeitaktivitäten für die Zeit nach dem Dezember 2012 vorgelegt noch die Einvernahme von Zeugen beantragt, welche zur ehelichen Gemeinschaft nach diesem Zeitpunkt hätten aussagen können. Die Vorinstanz hatte denn auch praktisch nur Indizien zu würdigen, welche für eine Beendigung der ehelichen Gemeinschaft entweder im Dezember 2012 oder - ausgehend vom Scheidungsurteil - im März 2013 sprachen. Vor diesem Hintergrund ist von der vorinstanzlichen Sachverhaltsfeststellung auszugehen, wonach die eheliche Gemeinschaft der Beschwerdeführerin ab dem Dezember 2012 aufgegeben wurde.