Citation: 8C_462/2022 E. 4.2.3

4.2.3. Unabhängig davon, wie die bildgebend erfassten ödematösen Veränderungen interpretiert werden, wurden sie im MRT-Bericht vom 4. November 2020 lediglich als diskret bzw. leichtgradig beschrieben. Ein überwiegend degeneratives Geschehen kann hieraus nicht abgeleitet werden. Die von Dr. med. B.________ erwähnten hyperintensen Veränderungen der Binnensubstanz im Anteil distal der Rissstelle wurden hingegen bei der MRT-Untersuchung vom 4. November 2020 nicht befundet. Dass die Ruptur der Achillessehne durch diese allfälligen degenerativen Veränderungen zu mehr als 50 % verursacht worden sein soll, legt Dr. med. B.________ nicht dar. Daran ändern auch die Hinweise der beratenden Ärzte auf die medizinische Literatur nichts, denn diese beinhalten nur allgemeine Ausführungen und grundsätzliche Überlegungen zur vorhandenen degenerativen Vorschädigung rupturierter Achillessehnen sowie statistische Angaben zur Häufigkeit dieser Verletzung bei Personen mittleren Alters anlässlich von typischen sportlichen Aktivitäten ohne stichhaltige Aussagen zur konkret zu beurteilenden Verletzung. Dies genügt für den Entlastungsbeweis nicht, zumal keine medizinischen Befunde vorliegen, die ihre Auffassung eines vorwiegend abnützungsbedingten Risses stützen könnten. Wie in SVR 2022 UV Nr. 37 S. 146, 8C_593/2021 E. 5.3 erübrigen sich auch hier weitere Abklärungen zum Zustand der Achillessehne, da sich durch aktuelle bildgebende oder histologische Untersuchungen der damalige (allfällige) Degenerationsgrad derselben nicht beurteilen liesse.