Citation: 8C_752/2020 E. 5

Gemäss den vorinstanzlichen Feststellungen bestanden anlässlich der Begutachtung durch Dr. med. D.________ keine Hinweise auf einen aktuell problematischen Alkoholkonsum. Es sei deshalb nicht zu beanstanden, dass der Gutachter keine diesbezüglichen weiteren Abklärungen getroffen habe, zumal auch die langjährig behandelnde Psychologin nichts dergleichen erwähnt habe. Die Vorinstanz liess dabei ausser Acht, dass Dr. med. D.________ keine Kenntnis hatte von dem vor seiner Untersuchung im Juni 2018 erstatteten verkehrsmedizinischen Gutachten des IRM vom 25. April 2018. Anlässlich der dortigen Abklärung der Fahreignung wurde eine chemisch-toxische Haaranalyse vorgenommen und dabei für den Zeitraum von Mitte November 2017 bis Mitte März 2018 ein starker, chronischer Alkoholkonsum beweiskräftig dokumentiert. Die IV-Stelle unterliess es in der Folge insbesondere, den Regionalen Ärztlichen Dienst zu konsultieren. Angesichts des erwähnten Untersuchungsbefundes des IRM kann nicht ohne Weiteres davon ausgegangen werden, dass die gutachtliche Beurteilung auch unter Berücksichtigung der verkehrsmedizinischen Abklärung gleichermassen ausgefallen wäre. Daran kann nichts ändern, dass der Gutachter weder bei seiner eigenen Befunderhebung noch anhand der von ihm veranlassten neuropsychologischen Untersuchung entsprechende Auffälligkeiten festzustellen vermochte und auch den Berichten der behandelnden Psychologin keine entsprechenden Hinweise zu entnehmen waren, wie die Vorinstanz erwog. Dass der Gutachter über das Ausmass der Alkoholproblematik nicht vollständig dokumentiert war, fällt umso mehr ins Gewicht, als er die anamnestisch berichteten Komorbiditäten der PTBS sowie Psychischen und Verhaltensstörungen durch Alkohol bei seiner Einschätzung der Ressourcen sehr wohl mitberücksichtigte. Es lässt sich daher nicht ausschliessen, dass er die Gesundheitsschädigung bei vollständiger Aktenkenntnis insgesamt anders beurteilt hätte. Indem das kantonale Gericht dennoch auf das Gutachten abstellte, verletzte es die zu beachtenden Beweiswürdigungsregeln. Ob bei der Beurteilung der Zuverlässigkeit dieser Expertise, die von einem privaten Versicherer eingeholt wurde, die für versicherungsinterne oder aber die für versicherungsexterne Stellungnahmen geltenden Beweisregeln anzuwenden sind (vgl. oben E. 3), kann dabei offengelassen werden. So oder anders fehlt es dem zuhanden der PAX Lebensversicherungsgesellschaft erstatteten Gutachten des Dr. med. D.________ unter den hier gegebenen Umständen an hinreichender Beweiskraft. Damit mangelt es zudem auch an einer verlässlichen Grundlage für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit durch den Rechtsanwender. Soweit die Vorinstanz gestützt auf das Gutachten eine Alkoholsucht ausschloss, stellte sie den Sachverhalt bundesrechtswidrig fest. Die Sache ist daher zu den erforderlichen weiteren Abklärungen an die Vorinstanz zurückzuweisen.