Citation: 5A_106/2014 E. 6

Den Beschwerdeführern ist darin beizupflichten, dass der Wille des Erblassers grundsätzlich zunächst allein anhand seiner schriftlich festgehaltenen Anordnungen zu ermitteln ist. Nur wenn sich diesen Formulierungen kein eindeutiger Sinn entnehmen lässt, darf der Richter das Geschriebene unter Berücksichtigung des Testaments als Ganzes auslegen (BGE 131 III 601 E. 3.1 S. 604). Er kann auch ausserhalb der Testamentsurkunde liegende Elemente zur Auslegung heranziehen, soweit sie den im Text unklar oder unvollständig ausgedrückten Willen erhellen. In gleicher Weise kann er sich auf die allgemeine Lebenserfahrung abstützen oder die Verfügung "in favorem testamenti" auslegen, das heisst von mehreren Auslegungsmöglichkeiten diejenige wählen, welche die Aufrechterhaltung der Verfügung ermöglicht (zum Ganzen: BGE 131 III 106 E. 1.1 S. 108; Urteile 5A_850/2010 vom 4. Mai 2011 E. 3.1.1 und 5A_323/2013 vom 23. August 2013 E. 2.1, je mit Hinweisen). Es trifft zu, dass sich der angefochtene Entscheid eingehend mit "nicht im Testament enthaltenen Anhaltspunkten" auseinandersetzt. Soweit die Beschwerdeführer dem Kantonsgericht aber vorwerfen, ohne Grund über den klaren Wortlaut des Testaments hinausgegangen zu sein, vermögen sie damit nichts auszurichten. Denn schon gestützt auf den Wortlaut der letztwilligen Verfügung selbst folgert das Kantonsgericht, dass aus der im Testament vorgesehenen Provisions- bzw. Honorarberechtigung der Beschwerdegegnerin Beträge resultieren, die nicht nur die Unkosten der Werksbetreuung decken, sondern "zweifelsohne einen Gewinn darstellen". Inwiefern diese Erkenntnis allein nicht den Schluss zulasse, dass der Erblasser die Beschwerdegegnerin habe begünstigen wollen, die vorinstanzliche Berücksichtigung weiterer, ausserhalb des Testaments liegender Beweismittel sich also auf die vorinstanzliche Ermittlung des Willens des Erblassers ausgewirkt hätte, vermögen die Beschwerdeführer nicht aufzuzeigen. Der vorinstanzlichen Einsicht, dass der Erblasser die Beschwerdegegnerin mit seinen Anordnungen begünstigen wollte, halten die Beschwerdeführer weiter Ziffer 3.2 des Testaments entgegen, wonach die Beschwerdegegnerin nach "marktüblichen Ansätzen" honoriert werden soll; dies schliesse die Zuwendung eines unentgeltlichen Vermögensvorteils aus. Auch dieser Einwand geht fehl. Der erwähnten testamentarischen Anordnung zufolge kann die Beschwerdegegnerin nicht nur für die von ihr selbst getätigten Verkäufe ein Entgelt beanspruchen, sondern auch für Kaufgeschäfte, die andere Personen vermittelt haben. Bei dieser Ausgangslage kann nicht gesagt werden, das Kantonsgericht habe den Sachverhalt im Sinne von Art. 97 Abs. 1 BGG offensichtlich unrichtig ermittelt, wenn es zum Schluss kommt, die erwähnten testamentarischen Anordnungen seien "zumindest auch" im Interesse der Beschwerdegegnerin erfolgt. Ebenso wenig folgt daraus, dass der Erblasser einen unentgeltlichen Vermögensvorteil zugunsten dieser Drittverkäufer verfügt hätte, wie die Beschwerdeführer behaupten. Schliesslich bemängeln die Beschwerdeführer, dass der angefochtene Entscheid nicht auf die "Testamentsbesprechung" eingehe, zu der sie sich mit dem Erblasser unbestrittenermassen getroffen und anlässlich derer sie den Testamentsentwurf "auch akzeptiert" hätten, nachdem die Provision der Beschwerdegegnerin für von ihnen, den Beschwerdeführern vermittelte Verkäufe von 40 % auf 30 % reduziert worden sei. Allein diese Reduktion verbietet die Annahme einer Begünstigungsabsicht des Erblassers jedoch keineswegs. Nach alledem vermögen die Beschwerdeführer die tatsächlichen Feststellungen, anhand derer das Kantonsgericht den inneren Willen des Erblasser ermittelt, nicht in Zweifel zu ziehen. Zu klären bleibt, welche Bewandtnis es mit dem vorinstanzlich festgestellten Willen des Erblassers in rechtlicher Hinsicht hat.