Citation: I 435/99 03.04.2000 E. 3

3.- Vorinstanz und Verwaltung verneinen den Rentenan- spruch wegen fehlender Invalidität im Sinne des Gesetzes, dies weil ausser der bestehenden Drogensucht keine körper- lichen oder geistigen, die Erwerbsfähigkeit beeinträchti- genden Gesundheitsschäden vorliegen würden. Dabei stützen sie sich vor allem auf den Bericht des Allgemeinmediziners Dr. R.________ vom 10. Dezember 1997 ab, wonach der Be- schwerdeführer auf Grund der langjährigen Drogenkarriere (seit 1982 abhängig) mit langjährigem Fernbleiben von einem geregelten Arbeitsprozess heute und auch inskünftig vollständig "arbeitsunfähig" bleibe. Aus psychiatrischen Gründen komme zur Zeit auch keine angepasste, andere zumutbare Tätigkeit in Frage. a) Was Dr. R.________ mit diesem letzten Satz genau gemeint hat, präzisiert er in der letztinstanzlich einge- reichten Stellungnahme vom 2. Juli 1999. Darin legt er dar, dass nach seinem Verständnis beim Versicherten als Folge der schweren Sucht ein invalidisierender Gesundheitsschaden vorliege, der in der Gesamtentwicklung über die Jahre in eine suchtbedingte Wesensveränderung geführt habe. Sein Patient leide seit langer Zeit und in den letzten Monaten zunehmend an einer psychiatrischen Erkrankung, welche die Wesensveränderung zusätzlich verstärke mit depressivem Zustandsbild, ausgeprägter innerer Haltlosigkeit, schwer verminderter Belastbarkeit und erheblichen Konzentra- tionsstörungen. Zudem bestehe eine multiple psychosoma- tische Überlagerung, die im Rahmen des gesamten psychiatri- schen Krankheitsbildes interpretiert werden müsse (zur Zu- lässigkeit der Berücksichtigung von nach dem massgeblichen Verfügungszeitpunkt [BGE 121 V 366 Erw. 2b mit Hinweisen] datierenden Arztberichten: BGE 99 V 102 Erw. 4 mit Hinwei- sen). b) Angesichts dieser präzisierenden Aussagen des den Beschwerdeführer seit Sommer 1996 betreuenden Arztes lässt sich das Vorliegen einer invalidisierenden Wesensverände- rung oder einer anderen psychischen Störung mit Krankheits- wert zum Verfügungszeitpunkt nicht ausschliessen. Eine fachärztliche (psychiatrische) Begutachtung drängt sich auf. Dabei interessiert vor allem, ob und gegebenenfalls seit wann sowie in welchem Umfang die langjährige Drogen- sucht eine Gesundheitsstörung verursacht hat, welche die Erwerbsfähigkeit während längerer Zeit zu beeinträchtigen vermochte oder vermag (vgl. Erw. 2b). Damit sich der Psy- chiater ein umfassendes Bild über den Versicherten machen kann (Anamnese), erscheint es in Übereinstimmung mit dem Beschwerdeführer als sinnvoll, vorgängig der psychiatri- schen Untersuchung einen Bericht der von ihm besuchten ge- schützten Werkstatt Y.________ einzuholen.