Citation: 6B_611/2022 E. 1.3

1.3. Der Einwand des Beschwerdeführers ist unberechtigt. Der Strafbefehl vom 4. Juni 2021, welcher vorliegend als Anklageschrift gilt (vgl. Art. 356 Abs. 1 StPO), wirft dem Beschwerdeführer vor, er sei die Fahrt pflichtwidrig unvorsichtig in gesundheitlich nicht einwandfreiem Zustand respektive übermüdet angetreten. Entsprechend habe er einen sog. Sekundenschlaf erlitten. Der Beschwerdeführer habe um seinen Gesundheitszustand (Diabetes sowie Müdigkeit) gewusst. Dennoch sei er losgefahren und habe er seine Fahrt fortgesetzt. Es sei für ihn voraussehbar gewesen, dass er angesichts seines gesundheitlich nicht einwandfreien Zustands respektive seiner Übermüdung Gefahr laufen würde, das Fahrzeug in fahrunfähigem Zustand zu lenken. Er hätte die Pflichtwidrigkeit vermeiden können, indem er die Fahrt in gesundheitlich einwandfreiem Zustand sowie ausgeruht angetreten hätte. Daraus geht hervor, was dem Beschwerdeführer vorgeworfen wird. Aus einem gesundheitlich nicht einwandfreien bzw. übermüdeten Zustand ergibt sich eine Vielzahl von möglichen Beeinträchtigungen, welche in der Anklage nicht im Einzelnen umschrieben sein müssen. Ebenfalls nicht verlangt wird im vorliegenden Fall, dass die Anklage anhand einzelner Lebensvorgänge im Einzelnen aufführt, wie es zu diesem (von ihr angeklagten) Zustand gekommen ist. Insofern der Beschwerdeführer mit seinem Einwand insbesondere die vorinstanzlichen Ausführungen betreffend die Medikamente im Zusammenhang mit dem Bluthochdruck meint, so ist auch diesbezüglich keine Verletzung des Anklagegrundsatzes auszumachen. Zum einen werden auch diese von einem gesundheitlich nicht einwandfreien Zustand umfasst und geht damit kein zusätzlicher Vorwurf einher. Zum anderen wurde der Beschwerdeführer im Rahmen des gerichtlichen Beweisverfahrens vor der Erst- wie auch der Vorinstanz dazu befragt und konnte er dazu Stellung nehmen.