Citation: 4A_466/2020 E. 3.3.4

3.3.4. Es ist in einem nächsten Schritt zu prüfen, ob die Beschwerdeführerin den Tatsachenvortrag des Beschwerdegegners - entgegen der Vorinstanz - gemäss den Anforderungen (vgl. hiervor E. 3.3.2) bestritten hat. Erst in diesem Fall greift eine über die Behauptungslast hinausgehende Substanziierungslast des Beschwerdegegners (vgl. hiervor E. 3.3.1). Die Beschwerdeführerin zitiert in Rz. 43 ff. der Beschwerde ausführlich aus ihrer vorinstanzlichen Klageantwort. Daraus ergibt sich aber nicht, dass sie hinreichend bestritten hätte, dass C.________ und D.________ gewusst haben sollen, dass ihr auch ohne Schulderlass durch den Beschwerdegegner kein Konkurs gedroht habe bzw. dass sie geltend gemacht hätte, die damalige Erklärung - der Konkurs könne allein durch einen Schulderlass des Beschwerdegegners abgewendet werden - habe den Tatsachen entsprochen. Über weite Strecken befasst sich die Beschwerdeführerin an den zitierten Stellen der Klageantwort gar nicht mit den entsprechenden Behauptungen des Beschwerdegegners in Rz. 51 der Klage. Zu Recht führt dieser in seiner Beschwerdeantwort aus, die Beschwerdeführerin habe in Rz. 51 ihrer Klageantwort allein den ersten Satz von Rz. 51 der Klage bestritten. Führte die Beschwerdeführerin doch explizit aus: "Bestritten ist, dass C.________ und Rechtsanwalt D.________ den Kläger unter Druck gesetzt haben." Damit kann auch die Aussage in Rz. 53 der Klageantwort, wonach der Kläger in der Folge die "Quittung" frei von Willensmängeln unterzeichnet habe, nicht als Bestreitung der in Frage stehenden Behauptungen betreffend den angeblichen Konkurs (Vorspiegeln falscher Tatsachen) gelten, muss doch diese im Zusammenhang mit der vorherigen Bestreitung gesehen werden, dass C.________ und D.________ den Beschwerdegegner nicht unter Druck gesetzt hätten. Im Übrigen zielt die Aussage ohnehin nur auf die vom Beschwerdegegner anbegehrte Rechtsfolge und nicht auf die zugrunde liegenden Tatsachen. Auch die pauschale Schlussfolgerung in Rz. 59 der Klageantwort, wonach der Beschwerdegegner bezüglich der finanziellen Verhältnisse der Beschwerdeführerin nie über den Tisch gezogen worden sei, genügt im Hinblick auf die Behauptungen des Beschwerdegegners den Anforderungen an eine Bestreitung nicht, zumal diese Aussage wohl vielmehr mit dem Vorwurf der Vorlage eines falschen Darlehenssaldos zu verstehen ist.