Citation: 7B_14/2021 E. 3.2.2

3.2.2. In rechtlicher Hinsicht erwägt die Vorinstanz, der Beschwerdeführer habe sich der falschen Anschuldigung nach Art. 303 Ziff. 1 Abs. 1 i.V.m. Ziff. 2 StGB schuldig gemacht, indem er sich bei der Fahrausweiskontrolle vom 12. April 2015 als C.________ ausgegeben und ausgewiesen habe, Er habe um die Unwahrheit seiner Anschuldigung gegenüber C.________ gewusst. Zwar habe er mit seinem Verhalten wohl nicht primär beabsichtigt, eine Strafverfolgung gegen einen Unschuldigen herbeizuführen. Er habe jedoch ohne Weiteres damit rechnen müssen, dass C.________ ausfindig gemacht und gegen ihn ein Strafverfahren eröffnet werden könnte. Aufgrund des Namens und der Versicherungsnummer sei C.________ eindeutig identifizierbar gewesen, auch wenn der Beschwerdeführer dessen Geburtsjahr auf dem Ausweis verändert und eine falsche Adresse angegeben habe. Die Strafverfolgungsbehörden hätten C.________ denn auch problemlos ausfindig machen und zur Sache befragen können. Trotz falschem Geburtsjahr und falscher Adresse sei gegen ihn ein Verfahren eröffnet worden. Entgegen dem Einwand des Beschwerdeführers sei auch das Tatbestandselement, wonach die Anschuldigung gegenüber einer Behörde erfolgen müsse, erfüllt. Als solche bzw. als Beamte würden sämtliche Personen gelten, die im weitesten Sinne öffentlich-rechtliche Funktionen wahrnehmen würden. Hierzu würden gemäss Art. 285 Ziff. 1 Abs. 2 StGB auch Angestellte von Personenbeförderungsunternehmen gehören, d.h. auch solche des hier involvierten Busbetriebs. Dessen Angestellte übten eine öffentlich-rechtliche Funktion aus, da es sich um einen konzessionierten Betrieb handle. Zudem müsse die nach Art. 303 StGB erforderliche Bezichtigung nicht zwingend bei einer Strafverfolgungsbehörde erfolgen. Es genüge, dass die falsche Anschuldigung bei einer anderen Amtsstelle erfolge, von der erwartet werde, dass sie diese an die in Frage kommende Behörde weiterleite. Ebenso wenig müsse die direkt beteiligte Behörde einer Anzeigepflicht unterstehen; eine Berechtigung zur Anzeige genüge. Selbst wenn die kontrollberechtigte Person keine Behörde wäre, sei nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge damit zu rechnen, dass eine Behörde von der Verfehlung Kenntnis erhalte und von Amtes wegen tätig werde, was ebenfalls genüge. Wer ohne gültigen Fahrausweis im öffentlichen Verkehr unterwegs sei und falsche Personalien angebe, müsse ohne Weiteres damit rechnen, dass das Transportunternehmen nach erfolgloser Einforderung des Fahrpreises samt Zuschlag Strafantrag bei den Strafverfolgungsbehörden stelle.