Citation: 6B_1381/2022 E. 2.3.3

2.3.3. Der Gesetzgeber hat sich für eine strikte Trennung der verschiedenen Funktionen entschieden (BGE 141 IV 298 E. 1.6; HENZELIN/MAEDER MORVANT, in: Commentaire romand, Code de procédure pénale suisse, 2. Aufl. 2019, N. 10 zu Art. 21 StPO; ANDREAS J. KELLER, in: Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung [StPO], 3. Aufl. 2020, N. 4 zu Art. 21 StPO). Mit Art. 21 Abs. 2 und 3 StPO werden Bund und Kantone verpflichtet, eine solche Trennung auf geeignete Weise - wenn auch nur gerichtsintern - umzusetzen (Botschaft vom 21. Dezember 2005 zur Vereinheitlichung des Strafprozessrechts, BBl 2006 1140 und 1321). Dabei verweist die Botschaft in Fussnote 171 als Beispiel für eine solche Trennung auf Art. 17 Abs. 3 des Bundesgesetzes vom 4. Oktober 2002 über das Bundesstrafgericht (Strafgerichtsgesetz, SGG; in Kraft bis am 31. Dezember 2010). Diese Bestimmung sah einerseits vor, dass die Richter und Richterinnen zur Aushilfe in anderen Kammern verpflichtet sind, und andererseits, dass nicht im gleichen Fall als Mitglied der Strafkammer wirken kann, wer als Mitglied der Beschwerdekammer tätig gewesen ist.