Citation: 5A_93/2022 E. 4.3

4.3. Nach unbestrittener Darstellung des Obergerichts leidet B.A.________ unter einer hyperkinetischen Störung des Sozialverhaltens sowie an einer reaktiven Bindungsstörung. Er ist nicht altersgemäss entwickelt und benötigt Sondermassnahmen. Damit ist er in seiner Gesundheit und Entwicklung beeinträchtigt, was gegen die Durchführung einer öffentlichen Verhandlung spricht. Eine Kinderanhörung in anderem Rahmen und unter Ausschluss der Öffentlichkeit würde wohl teilweise dem Schutz des Kindes dienen, könnte aber nicht verhindern, dass die B.A.________ betreffenden schützenswerten Angaben im Zusammenhang mit seiner Gesundheit und Entwicklung im Rahmen der öffentlichen Verhandlung thematisiert würden und so an die Öffentlichkeit gelangen könnten. Das Obergericht hat entgegen der diesbezüglichen Behauptung der Beschwerdeführerin durchaus eine Interessenabwägung vorgenommen, in die einzugreifen im Ergebnis kein Anlass besteht, zumal das Bundesgericht sich hier wie gesagt eine gewisse Zurückhaltung auferlegt. Daher konnte das Obergericht ohne Konventionsverletzung von der Durchführung einer öffentlichen Verhandlung absehen. Entsprechendes gilt mit Blick auf die Parteibefragung: Das Vorbringen, es sei mit der Befragung ein offensichtlich falsches Bild von der Beschwerdeführerin in den Akten zu korrigieren, stützt sich auf von den tatsächlichen Feststellung der Vorinstanz - diese vermag die Beschwerdeführerin nicht in Frage zu stellen (vgl. hinten E. 5) - abweichende und damit nicht zu berücksichtigende Sachverhaltselemente. Gleichzeitig vermag die Beschwerdeführerin, soweit sie diesbezüglich überhaupt genügende Rügen erhebt (vgl. BGE 138 III 374 E. 4.3.2), die von der Vorinstanz vorgenommene (antizipierte) Würdigung nicht in Frage zu stellen, wonach von einer Parteibefragung keine neuen Erkenntnisse zu erwarten sind (vgl. BGE 145 I 167 E. 4.1; 143 III 297 E. 9.3.2). Es bleibt damit bei der Feststellung der Vorinstanz, eine persönliche Anhörung der Beschwerdeführerin und damit auch der persönliche Eindruck des Gerichts von dieser seien mit Blick auf die umfangreichen Akten nicht notwendig. Die Beschwerde erweist sich daher insoweit als unbegründet.