Citation: 6B_1394/2019 E. 4.2.2

4.2.2. Die Vorinstanz begründet ausführlich und überzeugend, weshalb sie eine Landesverweisung anordnet. Dabei setzt sie sich mit allen wesentlichen rechtlichen und tatsächlichen Faktoren auseinander. Der Beschwerdeführer bringt nichts vor, was die vorinstanzliche Einschätzung als bundes- oder völkerrechtswidrig erscheinen liesse. Es ist erstellt, dass er eine Katalogtat nach Art. 66a Abs. 1 lit. c StGB begangen hat, die grundsätzlich eine Landesverweisung nach sich ziehen muss. Der Vorinstanz ist zuzustimmen, dass mit Blick auf den Beschwerdeführer selbst keine Umstände ersichtlich sind, welche einen Härtefall auch nur ansatzweise begründen könnten. Er hat die meiste Zeit seines Lebens ausserhalb der Schweiz verbracht, ist jung und gesund und von einer gelungenen persönlichen sowie wirtschaftlichen Integration kann angesichts der massiven Vorstrafen innert kürzester Anwesenheit in der Schweiz nicht gesprochen werden. Soweit er die Schwere der hier beurteilten Anlasstat dadurch zu relativieren versucht, dass er jung und ein Mitläufer gewesen sei, ist mit der Vorinstanz darauf hinzuweisen, dass dennoch ein qualifizierter Raub vorliegt. Das Delikt wiegt weit schwerer als manch andere Anlasstat, insbesondere der für eine Landesverweisung bereits ausreichende einfache Raub. Dass der Beschwerdeführer behauptet, sehr gut Schweizerdeutsch zu sprechen, was die Vorinstanz anerkennt, begründet ebenfalls keine besondere Integration. Auch liegen die ihm zur Last gelegten Straftaten lange zurück, wurde er doch noch im Oktober 2018 - trotz laufendem Strafverfahren - gegenüber seiner Partnerin handgreiflich; gemäss schlüssiger Darstellung der Vorinstanz hat er zumindest eingeräumt, seine Partnerin in einem Disput um die Rolle von Mann und Frau in einer Beziehung körperlich angegangen zu haben. Selbst wenn dem Beschwerdeführer ferner eine positive Legalprognose auszustellen wäre, wobei die Vorinstanz "nur" von keiner ungünstigen Prognose ausgeht, würde dies an der Schlüssigkeit ihrer Einschätzung nichts ändern. Mit Bezug auf die familiären Bindungen und die Stabilität der Paarbeziehung äussert die Vorinstanz ferner nachvollziehbar gewisse Vorbehalte. Es ist unbestritten, dass keiner der Verwandten über ein gesichertes Bleiberecht in der Schweiz verfügt. Dies gilt namentlich auch für die Partnerin des Beschwerdeführers, welche die türkische Staatsbürgerschaft besitzt. Wie die Vorinstanz zutreffend erwägt, ist das gemeinsame Kind noch sehr jung, nicht eingeschult und befindet sich in der Obhut der Mutter. Es ist daher plausibel anzunehmen, dass es durch eine Rückkehr des Beschwerdeführers nach Syrien nicht aus seiner gewohnten Umgebung gerissen würde. In diesem Zusammenhang berücksichtigt die Vorinstanz auch zu Recht, dass der Beschwerdeführer vor Beginn der Schwangerschaft seiner Partnerin von der drohenden Landesverweisung wusste. Er lebte damals auch noch nicht mit der ca. 18-jährigen Frau zusammen. Die Umstände der Familiengründung sind bei der Interessenabwägung zu beachten. Ohnehin scheint der Beschwerdeführer zu verkennen, dass der Anspruch auf Achtung des Privat- und Familienlebens gemäss Art. 8 EMRK nicht absolut gilt. Dies trifft ebenso auf das Recht des Kindes auf beide Elternteile zu (vgl. dazu Urteil 6B_742/2019 vom 23. Juni 2020 E. 1.2.2). Auch äussert er sich nicht dazu, weshalb es den Beteiligten unzumutbar sein soll, die Beziehungen während der Dauer seiner Fernhaltung telefonisch oder elektronisch aufrecht zu erhalten. Der Beschwerdeführer legt sodann nicht dar, weshalb eine Wiedereingliederung in Syrien nicht möglich sein soll. Wenngleich das Land von einem Bürgerkrieg heimgesucht wurde, stehen einer Rückkehr offensichtlich keine zwingenden Gründe entgegen. Der Beschwerdeführer ist kein anerkannter Flüchtling, was er auch nicht behauptet. Es ist daher, nicht zuletzt mit Blick auf eine sich möglicherweise verändernde Situation in Syrien während seines Strafvollzugs, nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz allfällige Vollzugshindernisse allein durch die seinerzeit zuständigen Behörden geprüft wissen will. Auch aus dem Verlust seines Aufenthaltstitels infolge der Landesverweisung kann der Beschwerdeführer nichts für sich ableiten. Wie das Bundesgericht festgestellt hat, war sich der Gesetzgeber bei der Verschärfung der bisherigen Rechtslage betreffend Ausweisung resp. Landesverweisung der Problematik bewusst, wonach des Landes verwiesene Ausländer über keinen aufenthaltsrechtlichen Status mehr verfügen, obwohl sie die Schweiz - aus den Vollzug hindernden Gründen - nicht verlassen (Botschaft vom 26. Juni 2013 zur Änderung des Strafgesetzbuchs und des Militärstrafgesetzes [Umsetzung von Art. 121 Abs. 3-6 BV über die Ausschaffung krimineller Ausländerinnen und Ausländer], BBL 2013 5975 S. 6008; Urteil 6B_423/2019 vom 17. März 2020 E. 2.2.2). Die Dauer der Landesverweisung kritisiert der Beschwerdeführer zu Recht nicht, entspricht sie doch dem gesetzlichen Minimum.