Citation: 6B_1133/2019 E. 4.3

4.3. Schiebt das Gericht den Vollzug einer Strafe ganz oder teilweise auf, so bestimmt es dem Verurteilten eine Probezeit von zwei bis fünf Jahren (Art. 44 Abs. 1 StGB). Die Bemessung der Probezeit richtet sich innerhalb des gesetzlichen Rahmens nach den Umständen des Einzelfalls, insbesondere nach der Persönlichkeit und dem Charakter des Verurteilten sowie der Rückfallgefahr. Je grösser diese Gefahr ist, desto länger muss die Probezeit sein, damit der Verurteilte von weiteren Delikten abgehalten wird. Die Dauer der Probezeit muss mit anderen Worten so festgelegt werden, dass sie die grösste Wahrscheinlichkeit zur Verhinderung eines Rückfalls bietet. Die Behörden verfügen in diesem Zusammenhang über einen weiten Ermessensspielraum. In diesen greift das Bundesgericht nur ein, wenn der Richter sein Ermessen in missbräuchlicher Weise überschreitet (BGE 95 IV 121 E. 1 S. 122 f.; Urteile 6B_140/2011 vom 17. Mai 2011 E. 7.1; 6B_1001/2008 vom 25. März 2009 E. 6.3). Keine Rolle spielt insoweit die Schwere der Tat (Urteile 6B_140/2011 vom 17. Mai 2011 E. 7.1; 6B_1001/2008 vom 25. März 2009 E. 6.3; je mit Hinweis). Die Prognose wird am Tag des Urteils gestellt. Dabei berücksichtigt der Richter die aktuelle Situation des Beschuldigten im Moment seiner Verurteilung (Urteil 6B_516/2019 vom 21. August 2019 E. 2.4.1, zur Publikation vorgesehen).