Citation: 2C_1031/2020 E. 2.3.1

2.3.1. Das harmonisierte Steuerrecht von Bund, Kantonen und Gemeinden und das interkantonale Doppelbesteuerungsrecht kennen denselben Begriff des gewerbsmässigen Grundstückhändlers. Es handelt sich damit um einen bundesrechtlichen Begriff, den das Bundesgericht mit freier Kognition prüfen kann (Art. 106 Abs. 1 BGG; vorne E. 1.5). Bei einem solchen Grundstückhändler kann es sich um eine natürliche oder eine juristische Person handeln (Urteile 2C_138/2014 vom 12. Dezember 2014 E. 3.6.2). Die bereichsspezifischen Merkmale des gewerbsmässigen Grundstückhandels bestehen im systematischen bzw. planmässigen Vorgehen (durch aktives, wertvermehrendes Tätigwerden durch Realisieren eines Projekts oder durch Erwerb eines bereits realisierten Projekts, um es baldmöglichst unter Ausnützung der Marktlage gewinnbringend zu veräussern), in der Häufigkeit der Transaktionen, der Nähe des Grundstückhandels zur hauptsächlichen Tätigkeit der steuerpflichtigen Person, im Einsatz spezieller Fachkenntnisse, der kurzen Besitzesdauer, dem Einsatz erheblichen Fremdkapitals zur Finanzierung der Transaktionen oder der Wiederanlage der realisierten Gewinne in gleichartige Objekte. Erforderlich ist eine Tätigkeit, die in ihrer Gesamtheit auf Erwerb gerichtet ist (BGE 125 II 113 E. 6a S. 124; 122 II 446 E. 3b S. 449 f.; 96 I 655 E. 2 S. 658 ff.). Hinzu kommt, dass die Planung von Überbauungen im Rahmen eines Baukonsortiums (Art. 530 ff. OR) ein gewichtiges Indiz für Grundstückhandel ist (Urteile 2C_550/2016 / 2C_551/2016 vom 8. März 2017 E. 4.2; 2C_156/2015 vom 5. April 2016 E. 2.2.6), auch wenn nur einzelne Objekte betroffen sind und diese über längere Zeit gehalten werden.