Citation: 1P.832/2005 29.05.2006 E. 1

Das Bundesgericht prüft die Zulässigkeit der Beschwerde von Amtes wegen und mit freier Kognition (vgl. BGE 129 I 185 E. 1 S. 188, 302 E. 1 S. 305, je mit Hinweisen). 1.1 Die staatsrechtliche Beschwerde ist zulässig gegen selbstständig eröffnete Vor- und Zwischenentscheide über die Zuständigkeit und den Ausstand. Diese Entscheide können später nicht mehr angefochten werden (Art. 87 Abs. 1 OG). Gegen andere selbstständig eröffnete Vor- und Zwischenentscheide ist die staatsrechtliche Beschwerde nur zulässig, wenn sie einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken können (Art. 87 Abs. 2 OG). Ist diese Beschwerde nicht zulässig oder wurde von ihr kein Gebrauch gemacht, ist ein solcher Zwischenentscheid durch Beschwerde gegen den Endentscheid anfechtbar (Art. 87 Abs. 3 OG). 1.2 Bei der angefochtenen prozessleitenden Verfügung handelt es sich um einen Zwischenentscheid (im Sinne von Art. 87 Abs. 2 OG), der das Strafverfahren nicht abschliesst. Ausserdem ist hier kein drohender nicht wieder gutzumachender Nachteil ersichtlich: Der Antrag der Beschwerdeführerin auf Verbesserung des Protokolls wird im angefochtenen Entscheid lediglich "zur Zeit" abgewiesen. Das Kantonsgericht weist in seiner Verfügung vom 9. November 2005 ausdrücklich darauf hin, dass die Beschwerdeführerin die "Möglichkeit" habe, "diesen Antrag an der Verhandlung zu erneuern". Die von ihr erhobenen Rügen könnten somit - nötigenfalls - auch noch gegen den Endentscheid des Kantonsgerichtes vorgebracht werden. Daran ändert auch der Einwand nichts, mangels genügender Protokollierung der erstinstanzlichen Hauptverhandlung könne die Beschwerdeführerin ihre Berufung nicht ausreichend begründen bzw. von ihrem Recht auf Einreichung von Beweisergänzungsanträgen keinen wirksamen Gebrauch machen. Nach st. gallischem Strafprozessrecht besteht grundsätzlich die Möglichkeit, auch anlässlich der mündlichen Berufungsverhandlung noch Beweisanträge zu stellen. Die betreffenden Beweise werden vom Kantonsgericht "abgenommen, soweit sie für die Beurteilung erforderlich sind" (Art. 245 Abs. 1 StP/SG). Auch zu materiellen strittigen Fragen können sich die Appellanten anlässlich der Berufungsverhandlung äussern (vgl. Art. 245 Abs. 2 i.V.m. Art. 238 StP/SG). Soweit das Kantonsgericht zur Auffassung gelangen sollte, die Protokollierung der erstinstanzlichen Hauptverhandlung sei ungenügend, könnte ein etwaiger Prozessfehler somit korrigiert und der Beschwerdeführerin die Gelegenheit eingeräumt werden, ihre Berufungsbegründung zu ergänzen bzw. weitere Beweisanträge zu stellen. 1.3 Damit gebricht es der vorliegenden Beschwerde sowohl an einem anfechtbaren Zwischenentscheid mit drohendem nicht wieder gutzumachendem Nachteil (Art. 87 Abs. 2 OG), als auch an einem aktuellen praktischen Rechtsschutzinteresse (vgl. Art. 88 OG).