Citation: P 48/99 11.07.2001 E. 1

1.- Der Beschwerdegegner war seit 1996 bevormundet. Mit Verfügung vom 18. Januar 2001 des Oberamtes X.________ wurde die Vormundschaft aufgehoben und neu eine Beistandschaft im Sinne von Art. 392 und 393 ZGB errichtet. Zum Beistand wurde der vormalige Vormund, W.________, ernannt. a) Eine Vertretungsbeistandschaft im Sinne von Art. 392 ZGB ändert zwar nichts an der Handlungsfähigkeit der verbeiständeten Person, doch vermag diese aus einem vorübergehenden Grund (Krankheit, Abwesenheit) faktisch nicht oder nur ungenügend zu handeln. Der Beistand übernimmt daher die Vertretung der vorübergehend an der Teilnahme am Rechtsverkehr verhinderten Person. Die Vertretungsmacht leitet sich aus dem Gesetz ab und ist nicht vom Willen des Vertretenen abhängig (Bernhard Schnyder/Erwin Murer, Berner Kommentar zum schweizerischen Privatrecht, Band II, Abt. 3, 1. Teilband: Systematischer Teil und Kommentar zu den Art. 360 - 397 ZGB, Bern 1984, N 16, N 18 zu Art. 392 ZGB). Für den Beistand gelten, soweit keine besonderen Vorschriften aufgestellt sind, die Bestimmungen des ZGB über den Vormund (Art. 367 Abs. 3 ZGB). Nach Art. 407 ZGB vertritt der Vormund den Bevormundeten in allen rechtlichen Angelegenheiten, unter Vorbehalt der Mitwirkung der vormundschaftlichen Behörden. Die Zustimmung der Vormundschaftsbehörde ist namentlich für die Prozessführung erforderlich (Art. 421 Ziff. 8 ZGB). Der Beistand seinerseits hat die Anweisungen der Vormundschaftsbehörde genau zu beachten, wenn ihm die Besorgung einer einzelnen Angelegenheit übertragen wird (Art. 418 ZGB). b) Nachdem die Vormundschaftsbehörde der Einwohnergemeinde E.________ dem Beistand des Beschwerdegegners die Genehmigung zur Prozessführung erteilt hatte, als dieser noch als dessen Vormund amtete, ist davon auszugehen, dass diese Genehmigung auch im Rahmen der Vertretungsbeistandschaft im Sinne von Art. 392 ZGB gilt, zumal die Beistandschaft gemäss Ernennungsakt nicht auf eine bestimmte Angelegenheit beschränkt wurde. Der Beschwerdegegner ist somit rechtmässig vertreten.