Citation: 6S.412/2004 16.12.2005 E. 2.5

2.5.1 Der Tatbestand der Vereitelung einer Blutprobe ist erfüllt, wenn durch das tatbestandsmässige Verhalten die zuverlässige Ermittlung der Blutalkoholkonzentration im massgebenden Zeitpunkt mittels Analyse der Blutprobe verunmöglicht wird, wenn mit andern Worten etwa ein geltend gemachter Nachtrunk die Ermittlung der Blutalkoholkonzentration durch die Analyse der Blutprobe in relevanter Weise beeinträchtigt. Darauf hat der Kassationshof bereits in seinem Urteil 6S.42/2004 vom 12. Mai 2004 in Sachen des Beschwerdeführers hingewiesen (E. 2.1.1 und E. 2.1.3). Diese Voraussetzung ist vorliegend erfüllt. Infolge des vom Beschwerdeführer geltend gemachten Nachtrunks mit einem ungewissen Alkoholgehalt konnte die Blutalkoholkonzentration im Zeitpunkt des Unfalls mittels Blutprobenanalyse nicht mehr zuverlässig festgestellt werden. Damit war die Ermittlung der Blutalkoholkonzentration in relevanter Weise beeinträchtigt. Die Straftat war daher infolge Eintritts des tatbestandsmässigen Erfolgs objektiv vollendet. 2.5.2 Was in der Nichtigkeitsbeschwerde in weitschweifigen Ausführungen unter Berufung auf das Urteil 6S.42/2004 vom 12. Mai 2004 dazu vorgetragen wird, geht an der Sache vorbei. Die Ermittlung der Blutalkoholkonzentration wird durch einen Nachtrunk dann nicht im Sinne der vorstehend zitierten bundesgerichtlichen Erwägung "in relevanter Weise" beeinträchtigt, wenn trotz des Nachtrunks die Blutalkoholkonzentration im massgebenden Zeitpunkt mittels Blutprobenanalyse zuverlässig festgestellt werden kann. In diesem Fall ist mangels Eintritts des tatbestandsmässigen Erfolgs die Beeinträchtigung nicht relevant und kommt daher lediglich allenfalls eine Verurteilung wegen versuchter Vereitelung einer Blutprobe in Betracht. Es geht mithin entgegen der Meinung des Beschwerdeführers nicht um die Relevanz des Nachtrunks als solchen, sondern um die Relevanz der daraus resultierenden Beeinträchtigung der Ermittlung der Blutalkoholkonzentration.