Citation: 4A_314/2022 E. 3.4.3

3.4.3. Der Katalysator war zwar aufgrund der vorangehenden Fahrt erhitzt und war für den Brand auch ursächlich, aber die Brandgefahr war nicht dem Betrieb eines Motorfahrzeugs eigen. Vielmehr weist jeder erhitzte Gegenstand, der an einer leicht entflammbaren Stelle aufbewahrt wird, eine ähnliche Brandgefahr auf. Es verwirklichte sich daher eine gewöhnliche Gefahr, die im Zusammenhang mit Gegenständen auftreten kann, die an einem dafür weder vorgesehenen noch geeigneten Ort gelagert werden. So wäre es vermutungsweise auch zu einem Brand gekommen, wenn ein noch heisser nicht motorisierter Gegenstand in der Tenne gelagert worden wäre (wie z.B. ein heisses Bügeleisen). Ein anderes - für die Landwirtschaft typischeres - Beispiel kann in der Heuselbstentzündung erkannt werden, welche auftritt, wenn noch zu feuchtes Heu in der Tenne gelagert wird. Der in der Tenne abgestellte Lieferwagen strahlte daher keine dem Betrieb des Motorfahrzeugs besondere Gefahr aus, und zwar unabhängig davon, ob die Hitzeeinwirkung bereits bei der Einfahrt oder erst nach Abstellen des Motors begann. Entsprechend ist auch nicht auf die Rügen des Beschwerdeführers im Zusammenhang mit dem Bericht des Forensischen Instituts Zürich näher einzugehen. Die Hitze ging zwar von einem Motorfahrzeug aus, dies vermag jedoch für sich alleine nicht die gewöhnliche Brandgefahr in eine besondere Betriebsgefahr umzuwandeln. Ansonsten würde grundsätzlich bereits der alleinige Umstand, dass es sich beim brandverursachenden Gegenstand zufälligerweise um ein Motorfahrzeug und nicht um einen unmotorisierten Gegenstand handelt, eine Kausalhaftung auslösen. Eine solch weitgehende Kausalhaftung wäre jedoch - wie nachfolgend dargelegt wird (vgl. hiernach E. 3.4.4) - nicht mit dem Zweck von Art. 58 Abs. 1 SVG vereinbar.