Citation: 9C_154/2023 E. B

B.a. Zu Beginn der hier interessierenden Steuerperiode 2019 hatte die Steuerpflichtige zusammen mit weiteren Beteiligten insbesondere zwei Beteiligungen gehalten. Dabei handelte es sich um Anteile an der C.________ AG, deren Sitz sich ebenfalls in U.________/TG befand, und an der D.________ GmbH mit Sitz in V.________ (DE). In der Folge kamen die mehreren Anteilsinhaber überein, ihre jeweiligen Anteile im Rahmen einer gemeinsamen Transaktion zu veräussern. Zu diesem Zweck wurden verschiedene Berater mandatiert, so namentlich die E.________ AG, W.________ (DE; nachfolgend: Beraterin 1), die F.________ PartGmbH, X.________ (DE; nachfolgend: Beraterin 2) und die G.________ Partnerschaft mbB, X.________ (DE; nachfolgend: Beraterin 3). Die jeweiligen Verträge zwischen den Anteilsinhabern als Auftraggeber und den Beraterinnen trugen das Datum vom 12. Juni 2014, 10. November 2018 bzw. 17. Oktober 2018. Der Verkauf der Anteile an den beiden "Targets" erfolgte schliesslich mit dem " Signing " vom 24. Mai 2019. Damit war das Projekt " (...) " abgeschlossen. B.b. Die drei Beraterinnen, die alle Sitz im Ausland haben und in dem von der ESTV geführten Register der Inlandsteuerpflichtigen nicht verzeichnet sind, stellten den Auftraggebern nach Abschluss des Projekts ihre jeweiligen Leistungen in Rechnung. Die Beraterin 1 fakturierte den Auftraggebern am 28. Mai 2019 den Betrag von EUR 1'800'000.- (ausgestaltet als Erfolgshonorar), wovon 30 Prozent, d.h. EUR 540'000.-, auf die Steuerpflichtige entfielen. Die Beraterin 2 machte am 18. April 2019 bzw. am 3. Juni 2019 gegenüber der Steuerpflichtigen die anteiligen Beträge von EUR 1'500.- bzw. EUR 54'000.- geltend. Die Beraterin 3 stellte ihre Rechnung am 4. Juni 2019; diese lautete auf EUR 680'000.- bzw. anteilig EUR 204'000.-. Die Steuerpflichtige deklarierte alle diese Dienstleistungen in der Abrechnungsperiode des zweiten Quartals des Jahres 2019 und mass ihnen, nach Umrechnung in Franken, einen Wert von Fr. 921'805.87 bei. Bei einem Normalsteuersatz von 7,7 Prozent ergab sich, immer den Berechnungen der Steuerpflichtigen zufolge, eine Bezugsteuer von Fr. 70'979.05. Denselben Betrag brachte sie als Vorsteuer zum Abzug; neben weiteren geringfügigen Beträgen ergaben sich Vorsteuern von insgesamt Fr. 71'013.55. Damit resultierte im zweiten Quartal des Jahres 2019 ein Guthaben zu Gunsten der Steuerpflichtigen von Fr. 34.50. Mit Schreiben vom 11. Februar 2020 ersuchte die ESTV die Steuerpflichtige um näheren Aufschluss über die in den Abrechnungen des zweiten, dritten und vierten Quartals 2019 deklarierten Bezugsteuern. Nach Prüfung der eingereichten Unterlagen korrigierte die ESTV die Abrechnungen dahingehend, dass sie die Beträge von Fr. 46'211.56 (Beraterin 1), Fr. 3'621.98 (Beraterin 2), Fr. 13'280.85 (Beraterin 3) und Fr. 423.39, in Summe Fr. 63'537.50, nachbelastete (Schreiben vom 2./3. Juni 2020). Die ESTV begründete dies damit, dass die vor dem Eintritt in die subjektive Steuerpflicht bezogenen Dienstleistungen zu keinem Vorsteuerabzug berechtigten. Mit Blick auf den 1. April 2019, der den Stichtag bildete, ging die ESTV methodisch davon aus, dass alle bezogenen Leistungen nach Massgabe der Zeitdauer ( pro rata temporis) auf einen Zeitraum vom jeweiligen Vertragsabschluss bis zum Stichtag und einen solchen vom Stichtag bis zum 24. Mai 2019 zu verteilen seien. Die Bezugsteuer liess sie nur insofern zum Vorsteuerabzug zu, als die fakturierten Leistungen - gemäss der proportionalen Verlegung der Honorare - nach dem Stichtag erbracht worden waren. Die Steuerpflichtige bestritt dies (Schreiben vom 17. Juni 2020). Mit Verfügung vom 28. Oktober 2020 setzte die ESTV daraufhin die geschuldete Steuer auf Fr. 71'342.- fest. Weiter liess sie Vorsteuern von Fr. 9'698.- zum Abzug zu, woraus sich eine Steuerforderung zugunsten der ESTV von Fr. 61'644.- ergab. Entsprechend bestätigte sie die Nachbelastung von Fr. 63'538.-. Die Steuerpflichtige bestritt die Verfügung mit Einsprache vom 9. November 2020. Im ihrem Einspracheentscheid vom 12. Januar 2022 hielt die ESTV an ihren Überlegungen fest.