Citation: 6B_1341/2017 E. 1.4.2

1.4.2. Die vom Beschwerdeführer darüber hinaus geäusserte Kritik macht deutlich, dass er der Würdigung der Vorinstanz seine eigene Sicht der Dinge gegenüberstellt. In Bezug auf die erste Schussabgabe durch Y.________ gelangt die Vorinstanz zur Überzeugung, dass Y.________ die Waffe einsetzte, als der Beschwerdegegner 2 dessen Hände respektive dessen Arm packte, um ihn am Schiessen zu hindern. Der Schuss löste sich, als die Kontrahenten in einem Gerangel verwickelt waren ("als die beiden aneinander klebten", Entscheid S. 55). Dass die Vorinstanz Y.________ zur Last legt, in dieser Situation knapp am Kopf seines Gegners und damit nicht in dessen Oberschenkel geschossen zu haben, kann auch mit Blick auf den Schusskanal (Durchschuss des Oberschenkels vom unteren Drittel der Vorderseite zum mittleren Drittel der Rückseite) nicht als unhaltbar bezeichnet werden. Eigentlicher Angelpunkt der Verteidigung ist die wiederholte Behauptung, Schusskanal und Schussbahn liessen sich ("nach den allgemeinen Gesetzen der Physik und der Geometrie") unmöglich in Übereinstimmung bringen. Zum einen muss diese Sicht, nachdem die Vorinstanz den Tatvorwurf auf verschiedene Beweismittel stützt, als verkürzt bezeichnet werden. Zum andern fusst sie auf Annahmen, die in den vorinstanzlichen Sachverhaltsfeststellungen keine Grundlage finden. Es trifft nicht zu, dass die Vorinstanz annehmen würde, der Beschwerdeführer habe dem Beschwerdegegner 2 die Schussverletzung aus einer Distanz von acht bis zehn Metern zugefügt. Vielmehr stellt die Vorinstanz fest, aus der besagten Entfernung habe der Beschwerdeführer ein erstes Mal geschossen. In der Folge sei er auf den Beschwerdegegner 2 zugerannt und habe dabei seinen Gegner in den Oberschenkel geschossen. Zwar hält die Vorinstanz nicht fest, aus welcher exakter Distanz der Durchschuss erfolgte. Sie bezeichnet aber die übereinstimmenden Aussagen des Beschwerdegegners 2 und von C.________ als glaubhaft, wonach der Beschwerdeführer die Waffe aus einer Entfernung von zwei Metern eingesetzt habe (Entscheid S. 31, 43 und 45). Damit ist der Argumentation des Beschwerdeführers die Grundlage entzogen. Gleiches gilt in Bezug auf den behaupteten Winkel von 45 Grad, während die Vorinstanz feststellt, der Beschwerdeführer habe die Waffe gegen den Boden respektive gegen die Beine des Beschwerdegegners 2 gerichtet. Die Vorinstanz verweist auf die Ausführungen von D.________ und E.________ vom KTD anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung. Danach könnten sie (im Gegensatz zur Argumentation des Beschwerdeführers) aus dem Verlauf des Schusskanals nichts ableiten. Werde der Fuss vom Boden abgehoben, verändere sich der Winkel sofort. Die Vorinstanz schlussfolgert, aufgrund des dynamischen Geschehens sei der Schusskanal mit dem Waffeneinsatz des Beschwerdeführers ohne weiteres vereinbar (Entscheid S. 28 f.). Der Beschwerdeführer vermag diese Beweiswürdigung nicht zu erschüttern. Der Beschwerdeführer räumte im Untersuchungsverfahren zudem ein, die Verletzung des Beschwerdegegners 2 sei "zu 100 %" von ihm verursacht. Der eine Schuss sei vielleicht in Richtung Asphalt, der andere vielleicht ein wenig höher gewesen. Der Durchschuss am Oberschenkel sei von ihm (Entscheid S. 35 f.). Dazu erklärt der Beschwerdeführer relativierend, es sei logisch und nachvollziehbar, dass er sich selbst belastet habe, da er angenommen habe, nebst ihm habe nur der Beschwerdegegner 2 (und nicht sein Mitstreiter Y.________) eine Waffe getragen (Beschwerde S. 27). Ein solches Vorbringen setzt voraus, dass das Bundesgericht eine freie Prüfung in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht vornimmt. Dies ist nicht der Fall. Es reicht für die Rüge einer willkürlichen Beweiswürdigung nicht aus, wenn der Beschwerdeführer zum Beweisergebnis wie in einem appellatorischen Verfahren frei plädiert und darlegt, wie seiner Auffassung nach die vorhandenen Beweise richtigerweise zu würdigen gewesen wären.