Citation: 4A_388/2021 E. 5

Die Vorinstanz erwog, die Beschwerdeführerin habe sich am 4. Mai 2018 beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum zur Arbeitsvermittlung gemeldet. In ihrem Antrag auf Arbeitslosenentschädigung habe sie zum Ausmass, in dem sie bereit und in der Lage sei zu arbeiten, erklärt, " wenn gesund 100 % "; zurzeit sei sie im Umfang von 30 % mit Tendenz aufwärts arbeitsfähig. In den Angaben der versicherten Person (nachfolgend: AVP) von Mai bis September 2018 habe sie, so die Vorinstanz weiter, die Frage jeweils bejaht, ob sie im gleichen Umfang Arbeit suche wie im Vormonat. In den AVP für den Oktober 2018 habe sie dann angegeben, ab 1. Oktober 2018 neu eine Arbeit mit Beschäftigungsgrad von 100 % zu suchen. Dasselbe gelte für die AVP der Folgemonate. In den AVP werde auch gefragt, ob die versicherte Person im Berichtsmonat arbeits un fähig gewesen sei. Diese Frage habe die Beschwerdeführerin folgendermassen beantwortet: Jahr Monat Arbeitsunfähigkeit 2018 Mai ja, 1. bis 31. Mai Juni ja, 60 %, 1. bis 30. Juni Juli ja, 1. bis 31. Juli August ja, 60 %, 1. bis 31. August September ja, 60 %, 1. bis 30. September Oktober nein November nein Dezember nein 2019 Januar nein Februar nein März ja, wegen Krankheit 13.-14. März, wegen Unfall ½ Tag 29. März April nein Mai nein Jahr Monat Arbeitsunfähigkeit 2018 Mai ja, 1. bis 31. Mai Juni ja, 60 %, 1. bis 30. Juni Juli ja, 1. bis 31. Juli August ja, 60 %, 1. bis 31. August September ja, 60 %, 1. bis 30. September Oktober nein November nein Dezember nein 2019 Januar nein Februar nein März ja, wegen Krankheit 13.-14. März, wegen Unfall ½ Tag 29. März April nein Mai nein Die Beschwerdeführerin berufe sich zum Beweis der Arbeitsunfähigkeit - im Ausmass und vor allem in zeitlicher Hinsicht - auf die Atteste und Berichte von Dr. med. D.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie. Dieser habe ihr eine Arbeitsunfähigkeit von 60 % von August bis Dezember 2018 bescheinigt, eine solche von 100 % in der ersten Hälfte des Januars 2019 und dann von 60 % bis Ende April 2019 bzw. noch immer im Oktober 2019. Diese Angaben kontrastierten aufs Schärfste mit den eigenen Angaben der Beschwerdeführerin gegenüber der Arbeitslosenversicherung (nachfolgend: ALV). Sie habe dieser nämlich mitgeteilt, ab Oktober 2018 Arbeit im Umfang von 100 % zu suchen. Auch die Frage nach einer allfälligen Arbeitsunfähigkeit - mit Ausnahme von wenigen Tagen im März 2019 - habe sie Monat für Monat ausdrücklich verneint. Sie habe sich gegenüber der ALV als vollumfänglich arbeitsfähig präsentiert. Sie könne sich deshalb nicht in guten Treuen auf die Atteste und Berichte von Dr. med. D.________ berufen. Diese seien vor diesem Hintergrund als Beweismittel hinsichtlich der behaupteten Arbeitsunfähigkeit vollkommen untauglich. Damit sei der Beweis für die Behauptung, es habe ab Oktober 2018 noch eine zu Taggeldleistungen berechtigende Arbeitsunfähigkeit bestanden, nicht erbracht.