Citation: 8C_194/2022 E. 7.4.1

7.4.1. Bezüglich der erwerblichen Auswirkungen der Gesundheitsschädigung wird zunächst beanstandet, dass die Vorinstanz bei der Ermittlung des Invalideneinkommens den Tabellenlohn (unbestrittenerweise im Dienstleistungssektor) für Kompetenzniveau 2 (Fr. 60'764.-) heranzog. Praxisgemäss rechtfertigt sich bei der Bemessung des Invalideneinkommens, wenn die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität nicht auf ihren angestammten Beruf zurückgreifen kann, das Abstellen auf den Totalwert im Kompetenzniveau 2 gemäss LSE nur dann, wenn sie über besondere Fertigkeiten und Kenntnisse verfügt, beispielsweise Führungserfahrung, zusätzliche formale Weiterbildungen oder andere während der Berufsausübung erworbene besondere Qualifikationen. Andernfalls ist der im Kompetenzniveau 1 ausgewiesene Wert entscheidend (Urteile 8C_156/2022 vom 29. Juni 2022 E. 7.3; 8C_276/2021 vom 2. November 2021 E. 5.4.1; 8C_737/2020 vom 23. Juli 2021 E. 2; 8C_457/2017 vom 11. Oktober 2017 E. 6.3, je mit weiteren Hinweisen). Wie bereits dargelegt, steht fest, dass die Beschwerdeführerin ihren angestammten Beruf nicht mehr ausüben kann. Des Weiteren stellte das kantonale Gericht fest, dass sie eine Lehre als Kinderkrankenschwester absolviert habe und später mehrere Jahre im Pflegeberuf tätig gewesen sei. Die Vorinstanz zog in Erwägung, dass die Beschwerdeführerin damit durchaus Fertigkeiten und Kenntnisse mitbringe, die ihr auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zugutekämen. Jedenfalls sei sie nicht auf einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art entsprechend dem niedrigsten Kompetenzniveau 1 beschränkt. Auch sei sie gestützt auf das Zumutbarkeitsprofil nicht auf entsprechende Tätigkeiten limitiert. Unter Berücksichtigung ihrer Ausbildung, ihrer Berufserfahrung und ihres Gesundheitszustandes kämen etwa betreuende, überwachende und administrative Tätigkeiten vollumfänglich und auch ohne zeitliche Einschränkungen in Betracht. Um welche im Bereich des Kompetenzniveaus 2 anzusiedelnde Tätigkeiten es sich dabei handeln könnte, lässt das kantonale Gericht indessen offen und ist nicht ersichtlich. Gestützt auf die vorinstanzlichen Feststellungen verfügt die Beschwerdeführerin ausserhalb ihrer angestammten Tätigkeit als Pflegefachfrau über keinerlei spezielle Kenntnisse. Es verbietet sich daher die Anwendung von Kompetenzniveau 2 und die Vorinstanz verletzte insoweit Bundesrecht. Unter Zugrundelegung der vom kantonalen Gericht herangezogenen Zahlen (betriebsübliche Arbeitszeit: 41,7 Stunden pro Woche; Indexierung 2018: 101,7, 2019: 102,7), jedoch mit dem Betrag für den Totallohn für Frauen im Sektor 3 Kompetenzniveau 1 gemäss Tabelle TA1_tirage_skill_level der LSE 2018 (Fr. 4293.- pro Monat), ergibt sich für den vorinstanzlich festgestellten Zeitpunkt des Rentenbeginns im April 2019 ein jährliches Invalideneinkommen von Fr. 54'233.- für ein 100%-Pensum.