Citation: 8C_217/2021 E. 4.3

4.3. Der Beschwerdeführer rügt insbesondere, die Einsprache sei fristgerecht innert 30-tägiger Rechtsmittelfrist unter Berücksichtigung des damaligen Fristenstillstandes erfolgt. Die Vorinstanz gehe zu Unrecht von einem Rechtsmissbrauch aus. Die nachträgliche Begründung sei innert der eingeräumten Nachfrist erfolgt, die ihrerseits erstreckt worden sei. Indem die Beschwerdegegnerin den jeweiligen Rechtsvertretern des Beschwerdeführers eine Nachfrist im Sinne von Art. 10 Abs. 5 ATSV eingeräumt und diese bis 31. August 2020 erstreckt habe, habe sie dem Beschwerdeführer die Nachreichung einer Einsprachebegründung ausdrücklich zugestanden. Dieser sei deshalb in seinem Vertrauen hierauf zu schützen. Entgegen der vorinstanzlichen Beurteilung rechtfertige es sich trotz des gleichen Wortlauts von Art. 10 Abs. 5 ATSV und Art. 61 lit. b ATSG nicht, die Frage der Rechtsmissbräuchlichkeit der beiden Rechtsmittel mit derselben Strenge und demselben Mass zu beurteilen. Wenn die Beschwerdegegnerin ausdrücklich Fristen zur Nachreichung einer Begründung bewilligt habe, nachträglich aber die eigens bewilligten Fristerstreckungen für unwirksam erkläre, entscheide sie im Widerspruch zur eigenen formellen Vorgehensweise (venire contra factum proprium), handle damit rechtsmissbräuchlich, verletze den Vertrauensschutz und verstosse gegen das Gebot des Handelns nach Treu und Glauben, was keinen Rechtsschutz verdiene.