Citation: U 110/00 27.04.2001 E. 2

2.- Streitig und zu prüfen bleibt das Massliche der geschuldeten Integritätsentschädigung. a) Im angefochtenen Entscheid werden die Bestimmungen über den Anspruch auf eine Integritätsentschädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG; Art. 36 Abs. 1 UVV) und deren Abstufung nach der Schwere des Integritätsschadens (Art. 25 Abs. 1 UVG und Anhang 3 zur UVV basierend auf Art. 36 Abs. 2 UVV; vgl. auch BGE 124 V 32 Erw. 1b mit Hinweisen) zutreffend dargelegt. Darauf wird verwiesen. Beizufügen ist, dass, falls mehrere, teils versicherte, teils nicht versicherte Ereignisse, worunter ausser nicht versicherten Unfällen auch ein Vorzustand oder eine interkurrente Erkrankung fallen, einen Integritätsschaden verursachen, d.h. ein Beschwerdebild besteht, das medizinisch-diagnostisch nicht in einzelne, voneinander unterscheidbare Beeinträchtigungen aufgeteilt werden kann, der Integritätsschaden zwar ebenfalls gesamthaft nach Anhang 3 zur UVV oder nötigenfalls nach den Richtlinien gemäss den Tabellen der medizinischen Abteilung der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt einzuschätzen ist. In einem zweiten Schritt ist diesfalls aber die Entschädigung nach Massgabe von Art. 36 Abs. 2 UVG entsprechend dem Kausalanteil der nicht versicherten Ereignisse am gesamten Integritätsschaden zu kürzen (BGE 116 V 157 f. Erw. 3c). b) Gestützt auf die Einschätzung des Dr. med. A.________, Chefarzt der Rheuma- und Rehabilitationsklinik Y.________, vom 13. April 1994 gehen Parteien und Vorinstanz von einem gesamthaften Integritätsschaden von 70 % aus. Das kantonale Gericht führt diese zu 50 % auf das Rückenleiden sowie zu 20 % auf die - aus seiner Sicht rein unfallbedingten - neuropsychologischen Defizite zurück und setzt die durch die Beschwerdeführerin zu entschädigende Integritätseinbusse im Hinblick auf den bei der Wirbelsäulenproblematik zu beachtenden Vorzustand sowie der hieraus resultierenden hälftigen Kürzung (50 % : 2) auf insgesamt 45 % fest (25 % und 20 %). Demgegenüber folgt die Beschwerdeführerin der von Dr. med. A.________ in dessen Stellungnahme vom 7. November 1994 erfolgten Präzisierung seines Berichtes vom 13. April 1994 und schätzt den Integritätsschaden - ohne detailliertere Unterscheidung der einzelnen gesundheitlichen Beeinträchtigungen - angesichts der auf Grund des Vorzustandes zu erfolgenden hälftigen Kürzung (70 % : 2) auf 35 %. c) Nach dem in Erw. 2a hievor Ausgeführten ist für die Bemessung der Integritätsentschädigung von rechtserheblicher Bedeutung, welches ursächliche Gewicht den unfallbedingten Ursachen einerseits und den unfallfremden Krankheitsfaktoren anderseits im Hinblick auf die Entstehung, Art und Schwere des cervicophalen und cervicobrachialen Schmerzsyndroms sowie der neuropsychologischen Ausfälle des Beschwerdegegners zukommt. Für die Ermittlung des entschädigungsberechtigten unfallbedingten Anteils ist vorerst der den beiden Leiden als solchen entsprechende Integritätsschaden in Prozenten festzulegen. In einem zweiten Schritt ist der jeweilige Kausalanteil der auf die vorbestandenen degenerativen Veränderungen der Wirbelsäule sowie - falls noch nicht ausgeheilt - der auf den im Mai 1987 erlittenen cerebrovaskulären Insult zurückzuführenden Krankheitsursachen festzusetzen. Hernach ist der für beide Beschwerdebilder je als Ganzes ermittelte Prozentsatz nach Massgabe des Verhältnisses des so ermittelten Kausalanteils zu kürzen. Die beiden derart für das nur unfallkausale Leiden errechneten Integritätsentschädigungen sind hierauf zusammenzuzählen. Da die Akten die für die Bemessung des dem Rückenleiden wie auch der neuropsychologischen Problematik entsprechenden Integritätsschadens notwendigen Angaben nicht enthalten, ist die Streitsache diesbezüglich zur ergänzenden Sachverhaltsabklärung und zu neuer Festsetzung des Integritätsentschädigungsanspruchs an die Beschwerdeführerin zurückzuweisen.