Citation: 6B_491/2023 E. 2.1

2.1. Der Beschwerdeführer rügt, die Vorinstanz verletze Bundesrecht (insbesondere Art. 118 Abs. 3, Art. 120 und Art. 382 Abs. 1 StPO), indem sie die Berufungslegitimation der Beschwerdegegner 2 und 3 trotz deren endgültigen Verzichts auf Strafklage bejahe und auf deren Berufungen im Verfahren gegen ihn eintrete. Der Beschwerdeführer macht geltend, die Beschwerdegegner 2 und 3 hätten unabhängig voneinander die Entscheidung gefällt, sich lediglich in Bezug auf die Zivilklage konstituieren zu wollen. Sie hätten je mit dem Ankreuzen der "Nein"-Box im von der Polizei zur Verfügung gestellten Formular auf die Konstituierung als Strafkläger verzichtet und die Differenzierung der beiden Klagen zur Kenntnis genommen. Die Vorinstanz missachte die Endgültigkeit gemäss Art. 120 Abs. 2 StPO, wenn sie annehme, dass die Beschwerdegegner 2 und 3 auf die Strafklage in Bezug auf den Raufhandel nicht verzichtet hätten, zumal weder der eine noch der andere im Strafprozess jemals vorgebracht habe, dass der mittels Formular erklärte Verzicht auf Strafklage mit einem Willensmangel behaftet sei. Es sei aktenkundig, dass es keine diesbezüglichen Erklärungen der Beschwerdegegner 2 und 3 in den Einvernahmen oder schriftlichen Begehren gebe, welche die formelle Rückgängigmachung des Verzichts auf Strafklage verlangten. Ohne konkrete Äusserungen hierzu sei davon auszugehen, dass der Verzicht der Beschwerdegegner 2 und 3 zu Beginn der Strafuntersuchung so gemeint gewesen sei, wie er schriftlich erklärt worden sei. Die Vorinstanz verletze Art. 120 Abs. 1 StPO, wenn sie "zumindest" beim Beschwerdegegner 2 die Berufungslegitimation bejahe, obwohl der Verzicht des Privatklägers als endgültig einzustufen sei. Für den Beschwerdegegner 3 müsse die gleiche Einschätzung gelten, auch wenn die Vorinstanz die Frage habe offen lassen wollen. Darüber hinaus konstruiere die Vorinstanz die Legitimation des Beschwerdegegners 2 zur Strafklage mit der Anwendung der Geschädigtennorm im Sinne von Art. 115 StPO in Verbindung mit Art. 133 StGB und ermögliche so dem Beschwerdegegner 2 die nachträgliche Konstituierung als Privatkläger in Bezug auf die Strafklage zum Zeitpunkt des Rechtsmittelverfahrens, obwohl die Konstituierung der Privatklägerschaft nach Art. 118 Abs. 3 StPO bis spätestens zum Abschluss des Vorverfahrens zu erfolgen habe. Da der Beschwerdegegner 2 im Strafantragsformular auf seine Rechte zur Ergreifung von Rechtsmitteln als Strafkläger endgültig verzichtet habe, verletze die Vorinstanz Art. 382 Abs. 1 StPO, indem sie dessen Legitimation als Strafkläger in Bezug auf den Vorwurf des Raufhandels bejahe und auf seine Berufung eintrete. In Bezug auf die Eintretensfrage hinsichtlich des Beschwerdegegners 3 sei jedoch weder den Erwägungen noch dem Dispositiv ein Entscheid zu entnehmen.