Citation: 5A_532/2009 16.11.2009 E. 3

Das Obergericht hat den Rekurs der Beschwerdeführerin aus zwei Gründen abgewiesen. 3.1 Zum einen erwog es, dass die Beschwerdeführerin keine objektiven oder gar wichtigen, sondern einzig subjektive Gründe vorzubringen vermöge, wenn sie geltend mache, ihre Landsleute könnten nicht verstehen, warum man ihren Namen hier so ausspreche, reagierten daher überrascht und beschämt und hänselten sie teilweise damit. Es müsse ihr selbst und auch ihren Landsleuten, welche in die Schweiz reisten, bewusst sein, dass mit der hiesigen Aussprache keine Beleidigung beabsichtigt sei, sondern dass einzig sie selbst und allenfalls ihre somalischen Bekannten in ihrem rein subjektiven Empfinden sich beleidigt fühlten. Allfällige Hänseleien und Verballhornungen eines Namens im privaten Bekanntenkreis seien auch bei vielen inländischen oder europäischen Namen möglich und erreichten nicht die von Art. 30 Abs. 1 ZGB geforderte Intensität eines erschwerten Fortkommens. Die von der Beschwerdeführerin bemängelte Aussprache ihres Namens setze sie hierzulande - wenn überhaupt - höchstens in ihrem privaten Kreis somalischer Bekannter und damit nicht allgemein, d.h. beliebigen Personen gegenüber, dem Spott aus, da sie in den schweizerischen Landessprachen an keinerlei negative Sachbezeichnungen anklinge. Sie könne ihr daher von vornherein auch nicht das Fortkommen in unbilliger Weise erschweren. Allein diese objektive Betrachtungsweise sei hier entscheidend. Eine falsche Aussprache ihres Namens sei unbeachtlich und gebe zu keiner Namensänderung Anlass. Zudem habe es die Beschwerdeführerin in der Hand, neuen Bekannten die von ihr gewünschte somalische Aussprache ihres Namens zu erklären. 3.2 Zum andern hielt das Obergericht der Beschwerdeführerin entgegen, sie habe nicht dargetan, dass sie den Namen "D.E.________", den sie in der Schweiz zu führen wünsche, weltweit, d.h. insbesondere auch in Somalia, zu führen beabsichtige. Vielmehr sei aus ihren gesamten Vorbringen zu schliessen, dass sie sowohl ihren jetzigen Namen gemäss ihrem somalischen Pass als auch den im vorliegenden Verfahren beantragten Namen, je nach Aufenthaltsort, zu führen beabsichtige. Auch wenn sie eine allfällige Rückkehr nach Somalia für unwahrscheinlich halte, sei diese nicht absolut auszuschliessen. So beziehe sich die Beschwerdeführerin auf ein Schreiben der somalischen Vertretung in Genf, in welchem diese ausdrücklich zwei Versionen des Namens, eine somalische ("A.________ B.C.________ X.Y.________") und eine englische/westliche ("A.________ D.E.________ X.Y.________"), nebeneinander- und gleichzeitig gelten lasse und benütze, indem die Beschwerdeführerin in englischer/westlicher Version angeschrieben werde, obwohl ihr Pass auf die somalische Version laute. Die Beschwerdeführerin habe vor Obergericht ausgeführt, dies decke sich genau mit ihrer Vorstellung, dass es hier nicht um eine Änderung ihres Namens gehe. Das Obergericht führte jedoch aus, dass nach schweizerischem Namensrecht nicht zwei verschiedene amtliche "Versionen" eines angeblich identischen Namens geduldet würden, sondern eine eindeutige Kennzeichnungsfunktion des Namens, insbesondere auch des geschriebenen Namens, verlangt werde. Aus den Ausführungen der Beschwerdeführerin sei zu schliessen, dass sie - entsprechend der Ansicht der somalischen Vertretung - beide Namen gleichzeitig benützen wolle, da sie nach ihrer Meinung identisch seien. Die Beschwerdeführerin habe denn auch nie zu substanziieren vermocht, ja nicht einmal die Absicht geäussert, den bisherigen Namen ganz und weltweit aufzugeben. Damit habe sie nicht einmal einen eindeutigen Namensänderungswillen darzutun vermocht.