Citation: 5A_656/2024 E. 3.2

3.2. Die Vorinstanz ermittelte für die Beschwerdeführerin ein Einkommen von Fr. 4'929.50. Diesem stellte sie einen Bedarf von Fr. 3'768.-- gegenüber. Zu den zu erwartenden Prozesskosten erwog die Vorinstanz, der anwaltlich vertretenen Beschwerdeführerin sei bekannt, dass der Prozesskostenvorschuss analog der unentgeltlichen Rechtspflege nicht rückwirkend, sondern grundsätzlich erst ab Einreichung des Gesuchs bewilligt werde. Entsprechend sei davon auszugehen, dass sie die weiteren Prozesskosten - unter Berücksichtigung der Aufwände im Zusammenhang mit der Klageantwort vom 5. Mai 2023 - auf Fr. 12'000.-- abgeschätzt habe. Die Beschwerdeführerin habe sich zwar in ihrem Gesuch vorbehalten, bei Bedarf weitere Anträge auf Ausrichtung von Prozesskostenvorschüssen zu stellen; getan habe sie dies jedoch nicht. Die Höhe des Prozesskostenvorschusses sei unangefochten geblieben. Entsprechend sei auf die - teilweise weitschweifigen - Ausführungen der Parteien, dass die Anwaltskosten der Beschwerdeführerin bereits im Zeitpunkt der Klageantwort vom 5. Mai 2023 fast Fr. 10'000.-- betragen, die Prozesskosten inzwischen den Betrag von Fr. 12'000.-- ohnehin bei weitem überschritten hätten und ob oder inwieweit die Prozesskosten in Zukunft noch ausufern würden, nicht einzugehen, da sie nicht Gegenstand des Berufungsverfahrens seien. Mit dem monatlichen Überschuss von Fr. 1'162.-- sei die Beschwerdeführerin in der Lage, die von ihr zum Zeitpunkt der Gesuchseinreichung erwarteten Prozesskosten von Fr. 12'000.-- innerhalb eines Jahres abzubezahlen. Würde man - mit der Vorinstanz und der Beschwerdeführerin - von einem aufwändigen Prozess ausgehen, wäre die Beschwerdeführerin mit ihrem monatlichen Überschuss sogar in der Lage, innert zweier Jahre Prozesskosten von bis zu Fr. 27'888.-- abzubezahlen. Die Beschwerdeführerin sei daher nicht mittellos und der Beschwerdegegner nicht verpflichtet, ihr einen Prozesskostenvorschuss zu bezahlen.