Citation: 1C_183/2017 E. 5.5

5.5. Im Hochwasserschutzkonzept (S. 38 ff.) wurden aktive Schutzmassnahmen im Einzugsgebiet geprüft und begründet, weshalb diese nicht in Betracht fielen (von örtlichen Massnahmen zum Schutz von Wasserfassungen und Brücken abgesehen) : Aufgrund des grossen Erosionspotentials in der Sohle und den Böschungen des Baltschiederbachs würden örtliche Verbauungen einzelner Geschiebeherde nichts nützen, sondern der Bach müsste praktisch durchgehend mit einer Sperrentreppe und einer Verstärkung der Deckschicht durch grosse Betonelemente verbaut werden. Dies allein würde aber nicht genügen, weil noch mit einer erheblichen Geschiebezufuhr aus Runsen und Seitenbächen zu rechnen wäre. Deren Reduktion sei im steilen Gelände eine fast unlösbare Aufgabe. Systematische Verbauungen wären sehr aufwendig und teuer; zudem wären sie mit der Schutzverordnung für das Baltschiedertal unvereinbar: Im Vertrag zum Schutz des Baltschiedertals von 1986/1994 zwischen den Gemeinden Baltschieder, Ausserberg, Eggerberg und Mund mit der Schweizerischen Stiftung für Landschaftsschutz und -pflege sowie dem Walliser Bund für Naturschutz sei festgelegt, dass die natürlichen Gewässer im Baltschiedertal in der bestehenden Form belassen werden, keine neuen Bauten und Anlagen erstellt werden und dass die Zugänglichkeit des Gebiets nicht erleichtert werden dürfe. Überdies gehöre das Baltschiedertal zum UNESCO Welterbe-Gebiet Swiss Alps Jungfrau-Aletsch (S. 35). Im Einsprache- und Genehmigungsentscheid für die 2. und 3. Ausbauetappe ergänzte der Staatsrat, dass auch der Unterhalt, insbesondere die Zufahrt und der Abtransport von Material, im Einzugsgebiet nicht gewährleistet sei. Diese Argumente sind plausibel. Die Beschwerdeführerinnen setzen sich mit ihnen nicht näher auseinander, sondern bemängeln einzig das Fehlen konkreter Kostenberechnungen. Auch ohne konkrete Berechnungen ist es indessen naheliegend, dass die Kosten einer systematischen Verbauung des Baltschiederbachs und seiner Seitengewässer ein Vielfaches betragen würden; zudem wäre eine solche Verbauung mit den Schutzzielen für das weitgehend unberührte Gebiet unvereinbar.