Citation: 5P.182/2002 21.06.2002 E. 3

Das Obergericht hat im Wesentlichen erwogen, der Eheschutzrichter sei zwar nicht an den mit der Abweisung der Scheidungsklage dahinfallenden Massnahmeentscheid gebunden, aber die Bemessung der Unterhaltsbeiträge richte sich weitgehend nach den gleichen Regeln und der Eheschutzrichter habe bei unveränderten Verhältnissen keine Veranlassung für eine abweichende Beurteilung. Die Möglichkeit, mit einem Eheschutzgesuch rückwirkend auf ein Jahr Unterhaltsbeiträge zu verlangen, entfalle, wenn für diese Zeit über die Unterhaltsfrage bereits entschieden worden sei. Im vorliegenden Fall hätten die Parteien am 22. Dezember 1997 nach einer Bekanntschaftszeit von drei Monaten geheiratet und sich am 5. Mai 1998 bereits wieder getrennt. Während der viereinhalb Monate des Zusammenlebens hätten die Parteien vom Einkommen der Beschwerdegegnerin gelebt. Nach Abzug des gemeinsamen Existenzminimums sei ein Überschuss von Fr. 2'000.-- verblieben. An diesen Lebensstandard könne der Beschwerdeführer heute anknüpfen, da er durchschnittlich ein Einkommen von etwas über Fr. 3'000.-- und ein Existenzminimum in der Grössenordnung von Fr. 2'000.-- habe. Ohnehin sei es fraglich, ob der Beschwerdeführer aus einem allfällig höheren Lebensstandard während des Zusammenlebens etwas für sich ableiten könnte. Dieses sei angesichts der kurzen Dauer nicht lebensprägend gewesen, weshalb es sachgerecht erscheine, die für den nachehelichen Unterhalt geltenden Kriterien mit einzubeziehen. Hierfür sei unter den gegebenen Umständen an der vorehelichen Lebenshaltung anzuknüpfen, als der Kläger als Asylbewerber im Gastgewerbe gearbeitet habe und während längeren Phasen arbeitslos gewesen sei. Demgegenüber gestalte sich seine heutige wirtschaftliche Situation erheblich günstiger, verfüge er doch über eine feste Anstellung und ein gesichertes Einkommen.