Citation: 8C_798/2023 E. 6.1

6.1. In der interdisziplinären Gesamtbeurteilung der Expertise wird für körperlich leichte bis intermittierend mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeiten ohne Zwangshaltungen des Rumpfes und ohne länger andauernde Stehphasen ab Mai 2021 (Untersuchungsdatum) eine 80%ige "Arbeits- und Leistungsfähigkeit" angegeben, wobei die Einschränkung vorwiegend auf die depressive Symptomatik zurückgeführt wird. Für die Vergangenheit wird von September 2018 bis Mai 2019 von einer 100%igen und ab Juni 2019 von einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit ausgegangen. Im psychiatrischen Teilgutachten attestiert Dr. med. F.________ eine 20%ige Leistungseinschränkung, auch rückwirkend "seit der fachärztlich attestierten Arbeitsunfähigkeit", wobei vorübergehende (punktuelle) höhergradige Arbeitsunfähigkeiten im Rahmen von Verschlechterungen möglich seien. Diese Einschätzung wird nicht weiter begründet, weshalb nur vermutet werden kann, dass der psychiatrische Gutachter mit der fachärztlich attestierten Arbeitsunfähigkeit die 100%ige Arbeitsunfähigkeit ab September 2018 bis Mai 2019 zunächst wegen einer höhergradigen depressiven Episode und danach infolge der Implantation einer Hüfttotalprothese rechts am 11. Januar 2019 meint. Da offenbar die Arbeitsfähigkeit aus somatischer Sicht gemäss rheumatologischem Teilgutachten spätestens ab Juni 2019 leidensangepasst nur noch zu 10 % eingeschränkt war und Dr. med. F.________ psychiatrisch rückwirkend "gemittelt im Verlauf" von einer 20%igen Leistungseinschränkung ausgeht, lässt sich nicht nachvollziehen, weshalb insgesamt ab Juni 2019 eine 50%ige und ab Juni 2021 eine 70%ige Arbeitsfähigkeit angenommen wird. Die Experten äussern sich dazu weder in den Teilgutachten noch in ihrer Konsensbeurteilung. Es ist der Beschwerdeführerin daher beizupflichten, dass das Gutachten in Bezug auf die Entwicklung des Gesundheitszustandes und die entsprechenden Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit vor Mai 2021 lückenhaft, bzw. widersprüchlich ist und deshalb offensichtlich nicht als beweiskräftig eingestuft werden kann.