Citation: 6B_1148/2023 E. 2.2.2

2.2.2. Gemäss Art. 84 Abs. 1 StPO eröffnet das Gericht das Urteil im Anschluss an die Urteilsberatung mündlich und begründet es kurz, wenn das Verfahren öffentlich ist. Das Gericht händigt den Parteien am Ende der Hauptverhandlung das Urteilsdispositiv aus oder stellt es ihnen innert 5 Tagen zu (Art. 84 Abs. 2 StPO). Kann das Gericht das Urteil nicht sofort fällen, so holt es dies so bald als möglich nach und eröffnet das Urteil in einer neu angesetzten Hauptverhandlung, es sei denn, die Parteien verzichten in diesem Falle auf eine öffentliche Urteilsverkündung (vgl. Art. 84 Abs. 3 StPO). Muss das Gericht das Urteil begründen, so stellt es innert 60 Tagen, ausnahmsweise 90 Tagen, der beschuldigten Person und der Staatsanwaltschaft das vollständig begründete Urteil zu, den übrigen Parteien nur jene Teile des Urteils, in denen ihre Anträge behandelt werden (Art. 84 Abs. 4 StPO). Bei den in Art. 84 Abs. 4 StPO erwähnten Zeiträumen handelt es sich um Ordnungsfristen, die das Beschleunigungsgebot konkretisieren (Urteile 6B_1168/2020 vom 11. Oktober 2022 E. 2.4.3; 6B_499/2017 vom 6. November 2017 E. 1.2.3; 6B_176/2017 vom 24. April 2017 E. 2.1).