Citation: 8C_462/2015 E. 3.1

3.1. Das kantonale Gericht geht gestützt auf das Polizeiprotokoll vom 14. September 2005 und die Aussagen der Versicherten davon aus, dass diese am 13. Juli 2005 um ungefähr sieben Uhr morgens durch Menschenrufe aufgeweckt worden sei. Durch das Fenster habe sie Feuerwehrpersonal und weitere Personen sehen können. Folglich habe sie das Geschehen erst mitbekommen, als die Feuerwehr bereits vor Ort gewesen sei. Sie habe denn auch davon ausgehen können, dass sie durch das vorhandene Rettungspersonal in Sicherheit gebracht werden würde. Die Westseite des Wohnhauses sei in jenem Zeitpunkt in Vollbrand gestanden und fast das ganze Haus sei mit Rauch gefüllt gewesen. Die Beschwerdeführerin habe aber von der Feuerwehr durch das Fenster evakuiert werden können. Das Ereignis und die von ihr geschilderte Angst seien somit nur von kurzer Dauer gewesen. Ausserdem hätten weder sie noch eine Drittperson einen erheblichen Körperschaden erlitten. Dem Hausbrand könne zwar eine gewisse Eindrücklichkeit nicht abgesprochen werden. Dennoch erscheine dieser nach der allgemeinen Lebenserfahrung und dem gewöhnlichen Lauf der Dinge - unter Berücksichtigung der weiten Bandbreite der Versicherten - nicht geeignet, eine psychische Störung mit langfristiger vollständiger Erwerbsunfähigkeit herbeizuführen. Die übliche und einigermassen typische Reaktion auf ein solches Ereignis dürfte vielmehr darin bestehen, dass zwar eine Traumatisierung stattfinde, diese aber vom Opfer in aller Regel innert einiger Wochen oder Monate überwunden werde. Zudem vermöge das Erleben von Todesangst an sich keine adäquate Kausalität zu begründen. Die andauernde psychische Störung könne daher nicht mehr in einem weiten Sinn als angemessene und einigermassen typische Reaktion auf das Ereignis bezeichnet werden. Fehle es somit am adäquaten Kausalzusammenhang, so habe die Beschwerdegegnerin ihre Leistungen zu Recht auf den 30. September 2013 eingestellt. Es könne demzufolge offen bleiben, ob ein aussergewöhnliches Schreckereignis und damit ein Unfall vom Sinne von Art. 4 ATSG vorliege, und ob zwischen dem Ereignis vom 13. Juli 2005 und den psychischen Beschwerden ein natürlicher Kausalzusammenhang gegeben sei.