Citation: U 353/05 10.02.2006 E. 4

Nach dem Bericht der Klinik V.________ vom 8. Januar 2002 ergab die klinische Untersuchung für das diagnostizierte chronische Panvertebralsyndrom keine Hinweise auf eine entzündliche Ursache oder eine radikuläre Symptomatik, welche die Beschwerden erklären würden. Bei der ausgeprägten Schmerzsymptomatik schloss man auf eine zusätzlich vorhandene Schmerzverarbeitungsstörung als Ursache für das Schonverhalten und die Dekonditionierung. 4.1 Wie die Vorinstanz richtig erwägt, ist in einem solchen Fall nach den in BGE 115 V 140 Erw. 6c/aa für Unfälle mit psychischen Folgeschäden aufgestellten Grundsätzen zu prüfen, ob die Störung unfallbedingt ist, das heisst durch den Unfall adäquat kausal verursacht wurde. Sie kommt dabei zu Recht zum Schluss, dass keines der nach der Rechtsprechung zu prüfenden Kriterien zumindest in einem einigermassen beachtlichen Umfang erfüllt ist und der in Frage stehende Unfall vom 4. Dezember 2000 somit nicht geeignet war, eine psychische Fehlentwicklung adäquat kausal zu bewirken. 4.2 Was der Beschwerdeführer in diesem Zusammenhang vorbringt, ist nicht stichhaltig. Sein Hinweis, es habe sich keineswegs um einen Bagatellunfall gehandelt, sondern zumindest um ein mittelschweres Ereignis, ist insofern unbehelflich, als dies gar nicht umstritten ist. Nach der Rechtsprechung ist die Adäquanz nur in solchen Fällen zu prüfen. Bei banalen Unfällen ist sie in der Regel ohne weiteres zu verneinen und bei schweren Unfällen zu bejahen. Dass hier nicht von einem schweren Unfall auszugehen ist, ist auch ohne den beantragten Beizug der gesamten Gerichtsakten des Landgerichtes Hildesheim offensichtlich. Der Unfall vom 4. Dezember 2000 ist in den Akten bereits ausreichend dokumentiert, und es ist klar erstellt, dass keine besonders dramatischen Begleitumstände und keine besondere Eindrücklichkeit des Unfalls zu bejahen sind, auch wenn der Beschwerdeführer ihn als traumatisch erlebt haben will. Bei der Adäquanzbeurteilung ist zwar auf eine weit gefasste Bandbreite von Versicherten abzustellen, wozu auch Personen gehören, welche im Hinblick auf die erlebnismässige Verarbeitung eines Unfalles zu einer Gruppe mit erhöhtem Risiko gehören, weil sie aus versicherungsmässiger Sicht auf einen Unfall nicht optimal reagieren (BGE 115 V 135 Erw. 4b). Die Frage, ob sich das Unfallereignis und eine psychische Fehlentwicklung im Sinne eines adäquaten Verhältnisses von Ursache und Wirkung entsprechen, ist unter anderem im Hinblick auf die Gebote der Rechtssicherheit und der rechtsgleichen Behandlung der Versicherten indessen auf Grund einer objektivierten Betrachtungsweise zu prüfen (BGE 115 V 139 Erw. 6 mit Hinweisen, RKUV 2000 Nr. U 394 S. 313 ff. [Urteil S. vom 31. Mai 2000, U 248/98]). Dies gilt auch hinsichtlich des Adäquanzkriteriums der besonders dramatischen Begleitumstände oder der besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls, wo nicht auf das subjektive Erleben, sondern auf die objektive Eignung der Umstände, bei den Betroffenen psychische Beeinträchtigungen auszulösen, abzustellen ist (RKUV 1999 Nr. U 335 S. 209 Erw. 3b/cc). Dementsprechend hat das Eidgenössische Versicherungsgericht das Adäquanzkriterium der besondern Eindrücklichkeit des Unfalls etwa bejaht bei einem Zusammenstoss mehrerer Personenwagen in einem Tunnel, bei dem der Lenker des vorausfahrenden Fahrzeugs getötet und derjenige des entgegenkommenden Fahrzeugs schwer verletzt wurde und ein Fahrzeug an der Tunnelwand hochgetrieben wurde und hierauf in den von der Versicherten gesteuerten Personenwagen stiess (RKUV 1999 Nr. U 335 S. 207 ff.); ferner bei einer Auffahrkollision und anschliessendem Zusammenstoss mit zwei Fussgängern, wovon einer auf die Kühlerhaube des Fahrzeugs gehoben und anschliessend auf die Strasse geschleudert wurde (Urteil H. vom 26. Mai 2000, U 86/98), bei einem Unfall wegen eines geplatzten Reifens auf der Autobahn, wobei das Fahrzeug ins Schleudern geriet, in eine Fahrbahnabschrankung geriet, sich überschlug und auf dem Dach liegend zum Stillstand kam (Urteil G. vom 25. März 1998, U 137/96) und bei der Kollision eines Lieferwagens mit einem mit erheblich übersetzter Geschwindigkeit herannahenden Motorradfahrer, welcher am Tag nach dem Unfall seinen schweren Verletzungen erlag (Urteil M. vom 18. Februar 1997, U 137/96). Im vorliegenden Fall fehlt es an vergleichbaren Umständen und ist - objektiv betrachtet - das Kriterium der besonders dramatischen Begleitumstände oder der besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls nicht erfüllt. Was die weiteren zu prüfenden Kriterien anbelangt, wird auf die zutreffenden vorinstanzlichen Erwägungen verwiesen.