Citation: I 673/05 08.02.2006 E. 2

Streitig ist der Anspruch auf eine höhere als die zugesprochene halbe Rente. Zu Recht nicht bestritten ist, dass die Invalidität anhand eines Betätigungsvergleichs festzusetzen ist. 2.1 Das kantonale Gericht stützt sich auf die Einschätzung der Ärzte der MEDAS ab und geht von einer Einschränkung im Aufgabenbereich von 50 % aus. Wegen verspäteter Anmeldung laufe die Rente erst ab Juni 2000, obwohl schon vorher eine Arbeitsunfähigkeit bestanden habe. Die Versicherte ist demgegenüber der Auffassung, es könne nicht auf die nicht nachvollziehbare Expertise der MEDAS abgestellt werden; massgebend sei vielmehr die Haushaltabklärung, die eine Einschränkung von 72 % ergeben habe und die von der Physiotherapeutin und vom behandelnden Arzt bestätigt werde. 2.2 Für die Feststellung der Behinderung Nichterwerbstätiger im Aufgabenbereich ist nicht die medizinisch-theoretische Arbeitsunfähigkeit massgebend; entscheidend ist vielmehr, wie sich der Gesundheitsschaden in der nichterwerblichen Betätigung konkret auswirkt, was durch die Abklärung an Ort und Stelle erhoben wird (Urteil R. vom 19. Oktober 2004, I 300/04, Erw. 6.2.2 mit Hinweisen). Auch im Fall einer Beeinträchtigung der geistigen Gesundheit stellt der Abklärungsbericht im Haushalt ein geeignetes Beweismittel für die Bemessung der Invalidität dar. Stimmen jedoch die Ergebnisse der Haushaltabklärung nicht mit den ärztlichen Feststellungen der Behinderungen im gewohnten Tätigkeitsbereich überein, so haben Letztere in der Regel mehr Gewicht als die im Haushalt durchgeführte Abklärung (AHI 2004 S. 139 Erw. 5.3 [= Urteil B. vom 22. Dezember 2003, I 311/03]). Die Gutachter der MEDAS stellen in der Expertise vom 3. Juni 2002 die Diagnosen eines Status nach mittelschwerem Distorsionstrauma der Halswirbelsäule sowie einer mittelgradigen depressiven Störung mit ausgeprägtem somatischem Syndrom; sie schätzen die "Arbeitsunfähigkeit in der freien Wirtschaft" auf 100 %, "vor allem aufgrund des sozial stigmatisierenden permanenten Singultus [Schluckauf]", während sie aus psychiatrischer Sicht im Haushalt eine Tätigkeit im Umfang von 50 % als zumutbar erachten. In der nachträglich eingeholten Stellungnahme der MEDAS vom 19. November 2004 werden diese Angaben bestätigt und zudem ausgeführt, dass für die Schätzung der Arbeitsfähigkeit in der freien Wirtschaft "die Zumutbarkeit gegenüber einem Arbeitsumfeld berücksichtigt" worden sei; weiter weisen die Gutachter auf invaliditätsfremde Gründe hin. Die erwähnten medizinischen Berichte sind für die streitigen Belange umfassend, beruhen auf allseitigen Untersuchungen, berücksichtigen die geklagten Beschwerden und sind in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden; zudem sind sie in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sowie der medizinischen Situation einleuchtend und enthalten begründete Schlussfolgerungen (BGE 125 V 352 Erw. 3a). Entgegen der Annahme in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde sind sie inhaltlich auch nicht widersprüchlich, wird doch die vollständige Arbeitsfähigkeit in einer Erwerbstätigkeit vor allem damit begründet, die Versicherte sei ihrem Arbeitsumfeld nicht zumutbar, was die Arbeitsfähigkeit im Aufgabenbereich nicht ausschliesst, auch wenn in diesem Bereich nicht nur leichte, sondern auch mittelschwere und schwere Tätigkeiten zu verrichten sind. Ob die Beschwerdeführerin nun unbewusst psychische Konflikte in körperliche Beschwerden umwandelt oder nicht (welche Aussage in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde als "kaum nachvollziehbar" und "extrem schwammig" taxiert wird), spielt hier keine Rolle, da die psychischen Einschränkungen im Rahmen der Arbeitsfähigkeit berücksichtigt worden sind. Begründete ärztliche Berichte, die gegen die Auffassung der Gutachter sprechen (vgl. BGE 125 V 353 Erw. 3b/bb), liegen nicht vor. Dieser Einschätzung der Gutachter steht vordergründig der Bericht über die am 5. April 2004 durchgeführte Abklärung im Haushalt entgegen, wonach eine Einschränkung im Aufgabenbereich von 72 % bestehe. Wie dem Bericht jedoch weiter entnommen werden kann, stützt sich diese Zahl allein auf die Angaben der Versicherten, während zumutbare Arbeiten oder die im Rahmen der Schadenminderungspflicht (BGE 123 V 233 Erw. 3c) zu berücksichtigende Mithilfe der Familienangehörigen, insbesondere des über genügend Zeit verfügenden Ehemannes (vgl. dazu AHI 2003 S. 218 Erw. 2.3.3 [= Urteil S. vom 30. Dezember 2002, I 90/02; in BGE 129 V 67 nicht publiziert] sowie Urteil R. vom 19. Oktober 2004, I 300/04, Erw. 6.2.2 f.), nicht einbezogen worden sind. So hält die Abklärungsperson im Bericht denn auch fest, dass sich der Ehemann am Haushalt nicht zu beteiligen scheine und der Aufgabenbereich überschaubar sei, in dem nicht zusätzlich schwere Arbeiten für Umgebung und Garten anfielen. Abschliessend führt die Abklärungsperson aus, dass mit "der Anerkennung einer 50%igen Einschränkung im Haushaltbereich ... der gesundheitlichen Problematik ... wohlwollend Rechnung getragen worden" sei. Damit deckt sich die Auffassung der Abklärungsperson mit derjenigen der Gutachter der MEDAS und es ist von einer Einschränkung von 50 % im Aufgabenbereich auszugehen, was zum Anspruch auf eine halbe Invalidenrente führt. 2.3 Die Versicherte beantragt die Überprüfung "der Bundesrechtskonformität der Festsetzung des Rentenbeginns ... im Rahmen des iura novit curia". Mangels konkreter Beanstandungen und mangels Anhaltspunkten in den Akten (vgl. BGE 110 V 53 Erw. 4a) ist jedoch nicht ersichtlich, inwiefern Vorinstanz und Verwaltung den Rentenbeginn nicht korrekt bestimmt haben sollten.