Citation: 6B_976/2015 E. 6.2

6.2. Die Vorinstanz erwägt unter Verweis auf BGE 138 IV 169, die Fernwirkung des Beweisverwertungsverbots sei nicht derart weitreichend, wie dies der Beschwerdeführer vorbringe. Es gelte einen angemessenen Ausgleich zwischen den divergierenden Interessen zu erzielen. Während für eine Fernwirkung von Beweisverwertungsverboten spreche, dass andernfalls die Regeln über die Beweiserhebung unterminiert würden, könnten indirekte Beweisverbote auf der anderen Seite der Ermittlung der materiellen Wahrheit hinderlich sein. Im Gegensatz zur früheren Praxis habe der Gesetzgeber in Art. 141 Abs. 4 StPO zwar eine sehr weitgehende, nicht jedoch eine absolute Fernwirkung verankern wollen. Die unverwertbaren Gesprächsprotokolle hätten vorliegend nicht die Unverwertbarkeit aller nachfolgenden Einvernahmen zur Folge. Viele der abgehörten Gespräche seien auf Deutsch geführt worden und hätten keiner Übersetzung bedurft. Diese Gesprächsprotokolle seien ohne Weiteres verwertbar. Der Beschwerdeführer habe in der Einvernahme vom 20. November 2012 ohne Vorhalt der fraglichen Protokolle Aussagen zum Anklagevorwurf des Anstaltentreffens zur Veräusserung von 200 kg Marihuana gemacht. In der Konfrontationseinvernahme habe er den ihm vorgeworfenen Sachverhalt in eigenen Worten bestätigt und auch anlässlich der Schlusseinvernahme habe er nochmals ein Geständnis abgelegt. Das Geständnis an der Schlusseinvernahme basiere nicht auf früheren, angeblich rechtswidrig erlangten Beweisen, sondern weise eigenständigen Charakter auf.