Citation: I 32/06 09.08.2007 E. A

A.________, geboren am 9. Dezember 1985, leidet gemäss Bericht des Ostschweizer Kinderspitals vom 22. Juli 1996 seit Geburt an einem spastischen Hemisyndrom links. Die IV-Stelle des Kantons St. Gallen bewilligte mit Verfügung vom 14. Januar 1997 medizinische Massnahmen zur Behandlung des Geburtsgebrechens Ziff. 390 GgV (angeborene celebrale Lähmungen) für die Zeit vom 25. Juni 1996 bis 31. Dezember 2005. Am 3. April 2001 sprach die Invalidenversicherung A.________ eine berufliche Eingliederungsmassnahme in Form einer zweijährigen Anlehre als hauswirtschaftliche Betriebsgehilfin in der Institution B.________ zu. Diese schloss sie im Sommer 2003 ab. In der Folge war die Versicherte aufgrund ihrer schlechten psychischen Verfassung nicht mehr arbeitsfähig. Mit Schreiben vom 4. Dezember 2003 ersuchte Dr. med. G.________, Oberärztin des Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienstes KJPD, bei welcher sich die Versicherte seit November 2002 in psychotherapeutischer Behandlung befindet, um Kostenübernahme für eine psychiatrische teilstationäre Behandlung mit der Begründung, die psychische Erkrankung der Versicherten sei in Zusammenhang mit ihrem Geburtsgebrechen entstanden. Im Arztbericht vom 30. Januar 2003 (recte 2004) diagnostizierte sie ein spastisches Hemisyndrom links nach cerebravaskulärem Insult, eine somatoforme Schmerzstörung (seit Sommer 2000) sowie eine dissoziative Störung mit optischen und akustischen Halluzinationen (anamnestisch seit Anfang 2003, Diagnose erstmals gestellt im August 2003). Sie hielt u.a. fest, der weitere Krankheitsverlauf sei schwer abzusehen. Es sei denkbar, dass die Versicherte im Rahmen einer erfolgreichen Rehabilitation in den Arbeitsprozess reintegriert werden könne. Dies bestätigte sie in ihrem Schreiben vom 26. Mai 2004 an die IV-Stelle. Am 6. April 2004 war der Versicherten ab 1. Januar 2004 bei einem Invaliditätsgrad von 70 % eine ganze IV-Rente zugesprochen worden. Mit Verfügung vom 3. November 2004 lehnte die IV-Stelle das Leistungsbegehren der Versicherten auf medizinische Massnahmen in Form von Psychotherapie ab mit der Begründung, dass es sich dabei um eine Leidensbehandlung und nicht um eine Eingliederungsmassnahme handle, weshalb die Kosten zu Lasten der Krankenkasse gingen. Die dagegen erhobene Einsprache wies sie nach Beizug zweier Stellungnahmen der Frau Dr. med. H.________, Fachärztin für Psychiatrie und ärztliche Leiterin des regionalen ärztlichen Dienstes der Invalidenversicherung (RAD), vom 16. März und 14. April 2005, mit Einspracheentscheid vom 28. April 2005 ebenfalls ab. Zur Begründung hielt sie fest, dass eine Kostenübernahme weder gestützt auf Art. 12 IVG noch auf Art. 13 IVG in Betracht komme. Zum einen sei davon auszugehen, dass sich die psychotherapeutische Behandlung nicht unmittelbar auf die berufliche Eingliederung richte, sondern den Eintritt eines stabilen pathologischen Zustandes verhindern soll und ein Ende dieser Behandlung nicht absehbar sei. Zum anderen umfasse das Geburtsgebrechen Ziff. 390 keine psychischen Störungen und für die Bejahung eines sekundären Krankheitsgeschehens, welches ausnahmsweise die Gewährung einer medizinischen Massnahme zulasse, mangle es am erforderlichen qualifizierten Kausalzusammenhang zwischen dem Geburtsgebrechen und dem im Adoleszenzalter aufgetretenen psychischen Leiden.