Citation: 6B_659/2018 E. 3.3.1

3.3.1. Die Vorinstanz stellt fest, der Beschwerdeführer sei im April 2001 im Alter von 15 Jahren im Rahmen eines Familiennachzugs mit seinen beiden Schwestern in die Schweiz gekommen. Sein Vater sei politischer Flüchtling gewesen, weshalb er ein Jahr zuvor Asyl in der Schweiz erhalten habe. Die Mutter lebe in Frankreich. In Tunesien habe er Verwandte; diese kenne er nicht, und er pflege auch zu sonst niemandem Kontakt. Er habe in der Schweiz die Sekundarschule besucht und die Lehre abgebrochen. Vor seiner Verhaftung habe er seit knapp drei Jahren am Flughafen gearbeitet. Bis vor kurzem habe er mit seiner Frau und dem gemeinsamen Sohn zusammengewohnt (in der Beschwerde als "Noch-Ehefrau" bezeichnet). Sie stamme aus Tunesien und sei vor rund zwei Jahren in die Schweiz gezogen. Er habe sich nach eigenen Angaben wegen ihrer Integrationsschwierigkeiten von ihr getrennt. Die Mütter der beiden andern Kinder seien Schweizerinnen. Bei der Härtefallprüfung berücksichtigt die Vorinstanz Anwesenheitsdauer, familiäre Verhältnisse, Arbeits- und Ausbildungssituation, Persönlichkeitsentwicklung, den Grad der Integration und die Resozialisierungschancen. Dabei sei der Fokus auf die Situation in der Schweiz und im Heimatland zu legen. Härtefallbegründende Aspekte müssten grundsätzlich den Betroffenen selbst treffen. Träten sie bei Dritten auf, seien sie nur zu berücksichtigen, wenn sie sich zumindest indirekt auf den Betroffenen auswirkten. Ein Härtefall sei anzunehmen, wenn die Summe aller Schwierigkeiten derart hart träfen, dass ein Verlassen der Schweiz bei objektiver Betrachtung zu einem nicht hinnehmbaren Eingriff in die Daseinsbedingungen des Betroffenen führten (mit Hinweis auf BUSSLINGER/UEBERSAX, a.a.O., S. 99).