Citation: 1P.669/2006 09.02.2007 E. 2

2.1 Unbestritten ist, dass die Beschwerdeführerin und der Beschwerdegegner Ende 2003 und Anfang 2004 im Restaurant D.________ in E.________ gearbeitet haben, sie als Geschäftsführerin, er als Koch. Nach der Anklageschrift soll der Beschwerdegegner der Beschwerdeführerin am Arbeitsort zwischen Mitte Dezember 2003 und Mitte Januar 2004 in sexueller Absicht mehrfach an die Brüste und zwischen die Beine gegriffen und sie gegen ihren Willen geküsst haben. Zudem habe er sie wiederholt mündlich und telefonisch aufgefordert, mit ihm ins Bett zu gehen. An einem Tag in der ersten Hälfte des Januars 2004, vermutlich am 5., soll er zwischen 13:30 und 14:00 Uhr beim Buffet den Schlüssel für die über dem Restaurant liegende Wohnung der Beschwerdeführerin an sich genommen und diese aufgefordert haben, mit ihm mitzukommen. Obwohl sich diese gewehrt und sich am Treppengeländer festgehalten habe, sei es dem Beschwerdegegner gelungen, sie in den oberen Stock zu bringen, in die Wohnung zu stossen und sie dort zu vergewaltigen. 2.2 Das Kantonsgericht kommt im angefochtenen Entscheid zum Schluss, die Aussagen der Beschwerdeführerin, auf die sich die Anklage im Wesentlichen stütze, seien in Bezug auf den Zeitpunkt der Tat und der Reihenfolge der geltend gemachten Geschehnisse widersprüchlich, was erhebliche Zweifel an ihrer Richtigkeit aufkommen liesse. Weitere Beweismittel, welche diese Widersprüche zu entkräften bzw. die belastenden Aussagen zu bekräftigen vermöchten, fehlten, weshalb erhebliche und nicht überwindbare Zweifel an der Schuld des Beschwerdegegners verblieben. Die Beschwerdeführerin wirft dem Kantonsgericht eine Verletzung des rechtlichen Gehörs vor, weil es die von ihr beantragte aussageanalytische Begutachtung ihrer Aussagen abgelehnt habe. Zudem habe es seine Begründungspflicht verletzt und die Beweise willkürlich gewürdigt. 2.3 Nach den aus Art. 29 BV fliessenden Verfahrensgarantien sind alle Beweise abzunehmen, die sich auf Tatsachen beziehen, die für die Entscheidung erheblich sind (BGE 127 I 54 E. 2b; 124 I 241 E. 2). Das hindert aber den Richter nicht, einen Beweisantrag abzulehnen, wenn er in willkürfreier Überzeugung der bereits abgenommenen Beweise zur Überzeugung gelangt, der rechtlich erhebliche Sachverhalt sei genügend abgeklärt, und er überdies in willkürfreier antizipierter Würdigung der zusätzlich beantragten Beweise annehmen kann, seine Überzeugung werde auch durch diese nicht mehr geändert (BGE 131 I 153 E. 3; 130 II 425 E. 2.1; 122 V 157 E. 1d). 2.4 Aus dem aus Art. 29 Abs. 2 BV abgeleiteten Anspruch auf rechtliches Gehör ergibt sich für den Richter die Pflicht, seinen Entscheid zu begründen. Er muss wenigstens kurz die wesentlichen Überlegungen darlegen, von denen er sich dabei hat leiten lassen, sodass der Betroffene den Entscheid in voller Kenntnis der Sache anfechten kann. Dabei muss sich der Richter nicht mit allen tatsächlichen Behauptungen und rechtlichen Einwänden auseinandersetzen. Er kann sich vielmehr auf die für seinen Entscheid erheblichen Gesichtspunkte beschränken (BGE 126 I 97 E. 2b; 123 I 31 E. 2c; 122 IV 8 E. 2c; 121 I 54 E. 2c je mit Hinweisen). 2.5 Art. 9 BV gewährleistet den Anspruch darauf, von den staatlichen Organen ohne Willkür behandelt zu werden. Auf dem Gebiet der Beweiswürdigung steht den kantonalen Instanzen ein weiter Ermessensspielraum zu. Willkür in der Beweiswürdigung liegt vor, wenn die Behörde in ihrem Entscheid von Tatsachen ausgeht, die mit der tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch stehen oder auf einem offenkundigen Fehler beruhen. Dabei genügt es nicht, wenn sich der angefochtene Entscheid lediglich in der Begründung als unhaltbar erweist; eine Aufhebung rechtfertigt sich erst, wenn er auch im Ergebnis verfassungswidrig ist (BGE 127 I 38 E. 2a S. 41; 124 IV 86 E. 2a S. 88, je mit Hinweisen).