Citation: U 47/06 05.09.2006 E. 3

Die Beschwerdeführerin macht im Wesentlichen geltend, alle behandelnden Ärzte hätten eine Einschränkung der Beweglichkeit der Halswirbelsäule, namentlich eine "schmerzhafte Beschränkung des Seitneigens, der Rotation nach rechts und links, der Inklination und der Reklination", festgestellt und damit ein Schleudertrauma der Halswirbelsäule diagnostiziert. Ausserdem sei von verschiedenen Fachärzten bestätigt worden, dass sie ein typisches Beschwerdebild nach Schleudertrauma aufweise. Der natürliche Kausalzusammenhang zwischen diesen Beschwerden und den beiden Unfällen sei daher gegeben. 3.1 Aus medizinischer Sicht handelt es sich bei der als Schleudertrauma der Halswirbelsäule bezeichneten Einwirkung um einen Beschleunigungsmechanismus an der Halswirbelsäule - ohne Kopfanprall - mit der dazugehörigen Diagnose einer Distorsion der Halswirbelsäule oder des Nackens (RKUV 1995 Nr. U 221 S. 112). Einem klassischen Schleudertrauma gleichgestellt sind auch dem Schleudertrauma äquivalente Verletzungen wie Distorsionen der Halswirbelsäule infolge eines "Abknickmechanismus" (RKUV 1999 Nr. U 341 S. 480 Erw. 3b; SVR 1995 UV Nr. 23 S. 67 Erw. 2). Die darauf zurückzuführenden unfallbedingten Beschwerden können, auch wenn sie organisch nicht (hinreichend) nachweisbar sind, unter Umständen eine Leistungspflicht des Unfallversicherers auslösen (RKUV 1999 Nr. U 341 S. 408 Erw. 3b). Ist ein Schleudertrauma der Halswirbelsäule diagnostiziert und liegt ein für diese Verletzung typisches Beschwerdebild mit einer Häufung von Beschwerden wie etwa diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit, Visusstörungen, Reizbarkeit, Affektlabilität, Depression und Wesensveränderung vor, ist der natürliche Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und der danach eingetretenen Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit in der Regel anzunehmen (BGE 119 V 338 Erw. 1, 117 V 360 Erw. 4b). Auch bei Schleudertraumata der Halswirbelsäule bilden indessen zuallererst die medizinischen Fakten die massgebende Grundlage für die Kausalitätsbeurteilung. Das Vorliegen eines Schleudertraumas wie seine Folgen müssen durch zuverlässige Angaben gesichert sein (BGE 119 V 340 Erw. 2b/aa).