Citation: 5A_209/2014 E. 2.1

2.1. Die Ehegatten Z.________ unterstanden dem ordentlichen Güterstand der Errungenschaftsbeteiligung (Art. 196 ff. ZGB). Zum Beweis sieht Art. 200 ZGB vor, dass das Eigentum des einen oder andern Ehegatten an einem bestimmten Vermögenswert beweisen muss, wer es behauptet (Abs. 1), und dass Miteigentum beider Ehegatten angenommen wird, wenn dieser Beweis nicht erbracht werden kann (Abs. 2). Die Beweisvorschrift findet sich wörtlich gleich im Güterstand der Gütertrennung (Art. 248 ZGB). Sie gilt sowohl unter den Ehegatten wie auch zwischen einem Ehegatten und den Erben des andern, ebenso zwischen einem Ehegatten und Dritten, vor allem Gläubigern des andern Gatten. Der Beweis wird vereinfacht durch die Vermutungen, die sich aus dem Besitz beweglicher Sachen (Art. 930/931 ZGB) ergeben und durch den Eintrag im Grundbuch (Art. 937 ZGB). Er kann mit allen Beweismitteln erbracht werden: Schriftstücke, Zeugeneinvernahmen, Sachverständigengutachten. Zu den Beweismitteln gehören insbesondere auch öffentlich beurkundete Inventare (Botschaft über die Änderung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches [Wirkungen der Ehe im allgemeinen, Ehegüterrecht und Erbrecht] vom 11. Juli 1979, BBl 1979 II 1191, S. 1308 Ziff. 222.141). Diese Vermutungen aus Besitz und Grundbucheintrag erbringen unter Vorbehalt ihrer Widerlegung den Beweis gemäss Art. 200 Abs. 1 ZGB und verdrängen die Vermutung gemäss Art. 200 Abs. 2 ZGB (aus der Rechtsprechung: BGE 117 II 124 E. 2 S. 126, betreffend Besitz am Mobiliar der ehelichen Wohnung; BGE 116 III 32 E. 2 S. 34, betreffend Besitz am Inhalt eines Weinkellers; Urteile 5A_87/2012 vom 25. Mai 2012 E. 5.1, 5A_137/2009 vom 8. November 2010 E. 3.4 und 5A_28/2009 vom 5. Februar 2010 E. 4.2, in: FamPra.ch 2010 S. 422 f., betreffend Eigentum an Grundstücken). Hält das Sachgericht das Alleineigentum eines Ehegatten an einem bestimmten Vermögenswert für erwiesen, werden die Beweislastverteilung gemäss Art. 200 Abs. 1 ZGB und die Miteigentumsvermutung gemäss Art. 200 Abs. 2 ZGB gegenstandslos (Urteile 5A_776/2009 vom 27. Mai 2010 E. 5 und 5C.171/2003 vom 11. November 2003 E. 1.3, in: FamPra.ch 2004 S. 379).