Citation: 2C_76/2020 E. 6.2

6.2. Soweit der Beschwerdeführer einwendet, es liege kein Widerrufsgrund vor, da bis zu einer Verurteilung von zwei Jahren eine Aufenthaltsbewilligung erteilt werden könne ("Reneja"-Praxis: vgl. BGE 139 I 145 E. 2.3 S.148), übersieht er, dass jeweils im Einzelfall gestützt auf die jeweiligen konkreten Umstände zu entscheiden ist, ob die Bewilligung trotz der Straftat erteilt werden kann oder nicht. Im vorliegenden Fall fällt zu Ungunsten des Beschwerdeführers ins Gewicht, dass er bei der Bewilligungserteilung ausdrücklich erklärt hatte, dass er nie zu einer Freiheitsstrafe verurteilt worden sei. Er hat insofern die Behörden bei der Bewilligungserteilung über ein wesentliches Element wissentlich getäuscht (Art. 62 Abs. 1 lit. a AIG). Sein Einwand, er habe die Frage nur auf rechtskräftige Verurteilungen bezogen, überzeugt nicht: Einerseits war die Strafe wegen Drogenhandels längst rechtskräftig, andererseits war auf dem Formular für den Familiennachzug von "Freiheitsstrafen" und nicht von "rechtskräftigen" Freiheitsstrafen die Rede.