Citation: 8C_38/2022 E. 6.3

6.3. Die Rüge des Beschwerdeführers, es liege keine Veränderung des Gesundheitszustandes vor, ist ebenfalls nicht stichhaltig, weil es sich hier nicht um eine Revision aufgrund veränderter Verhältnisse im Sinne von Art. 17 ATSG handelt. Die prozessuale Revision wirkt in zeitlicher Hinsicht zurück (ex tunc), das heisst, die ursprüngliche Rentenverfügung vom 18. April 2011 bzw. die bestätigende Mitteilung vom 11. März 2013 besteht nicht mehr. Der Invaliditätsgrad und der allfällige Anspruch auf eine Rente des Beschwerdeführers sind daher von Grund auf neu zu bestimmen. Die Beweislast einer Invalidität liegt bei dieser ursprünglichen Prüfung eines Rentenanspruchs beim Beschwerdeführer und nicht - wie bei einer Revision infolge anspruchserheblicher Änderung - bei der Leistungserbringerin. Die Beschwerdegegnerin durfte folglich vom Beschwerdeführer die ihm zu Unrecht ausbezahlten - in masslicher Hinsicht unbestrittenen - Rentenleistungen zurückfordern (vgl. E. 3.1 hiervor).