Citation: I 441/02 05.03.2003 E. 4.3

4.3.1 Das kantonale Gericht ging davon aus, es liege kein psychisches Leiden mit Krankheitswert vor, welches die Arbeitsfähigkeit erheblich einschränke. Diese Beurteilung stützt sich auf die Aussagen des Dr. J.________ im Gutachten vom 28. Juni 2001. In der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird die Beweiskraft dieses Gutachtens unter Hinweis auf die Stellungnahmen des Dr. H.________, des Dr. G.________ sowie den Bericht des Spitals K.________ vom 18. März 2002 bestritten. 4.3.2 Dr. J.________ gelangt in seinem Gutachten vom 28. Juni 2001 zum Ergebnis, der Zustand der Beschwerdeführerin sei aus psychiatrischer Sicht heute weitgehend unauffällig; es könnten allenfalls gewisse Charaktereigenschaften als Normvariante beobachtet werden. Die Anfang 2000 eingetretene psychische Krise unklarer Aetiologie sei überwunden. Die Prognose sei günstig. Der Gutachter erstattete seine Stellungnahme gestützt auf die Akten sowie eine persönliche Exploration (mit testpsychologischer Untersuchung). Im Widerspruch dazu wird im Bericht des Spitals K.________ vom 18. März 2002, der im Anschluss an einen stationären Aufenthalt vom 9. bis 30. Januar 2002 erstellt wurde, eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung von Krankheitswert diagnostiziert. Im Bericht der Klinik C.________ vom 29. Februar 2000 und daran anschliessend in den Stellungnahmen des Dr. G.________ (Bericht vom 15. September 2000, Schreiben vom 31. August 2001) waren familiäre Probleme erwähnt worden, welche die psychische Verfassung der Patientin beeinflussten. 4.3.3 Schmerzhafte somatoforme Beschwerden oder Schmerzverarbeitungsstörungen können unter Umständen zu einer Arbeitsunfähigkeit führen. Sie fallen unter die Kategorie der psychischen Leiden, deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit grundsätzlich nur auf der Grundlage eines psychiatrischen Gutachtens beurteilt werden können (AHI 2000 S. 159 Erw. 4b mit Hinweisen; Urteil R. vom 2. Dezember 2002 [I 53/02], Erw. 2.2). In Anbetracht der sich mit Bezug auf Schmerzen naturgemäss ergebenden Beweisschwierigkeiten genügen die subjektiven Schmerzangaben der versicherten Person allein für die Begründung einer Invalidität nicht; vielmehr muss im Rahmen der sozialversicherungsrechtlichen Leistungsprüfung verlangt werden, dass die Schmerzangaben durch damit korrelierende, fachärztlich schlüssig feststellbare Befunde hinreichend erklärbar sind. Andernfalls liesse sich eine rechtsgleiche Beurteilung der Rentenansprüche nicht gewährleisten (Urteil W. vom 9. Oktober 2001 [I 382/00] Erw. 2b). Den ärztlichen Stellungnahmen zur Arbeits(un)fähigkeit und den Aussagen zu den einer versicherten Person aus medizinischer Sicht noch zumutbaren Arbeitstätigkeiten eignen von der Natur der Sache her Ermessenszüge. Für Schmerzverarbeitungsstörungen gilt dies in besonderem Masse. Dem begutachtenden Psychiater obliegt hier die Aufgabe, durch die ihm zur Verfügung stehenden diagnostischen Möglichkeiten fachkundiger Exploration der Verwaltung (und im Streitfall dem Gericht) aufzuzeigen, ob und inwiefern eine versicherte Person über psychische Ressourcen verfügt, die es ihr erlauben, mit ihren Schmerzen umzugehen. Massgebend ist, ob die betroffene Person, von ihrer psychischen Verfassung her besehen, an sich die Möglichkeit hat, trotz ihrer subjektiv erlebten Schmerzen einer Arbeit nachzugehen (zitiertes Urteil R. vom 2. Dezember 2002, I 53/02, Erw. 2.2). Die zumutbarerweise verwertbare Arbeitsfähigkeit ist dabei nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilen (vgl. BGE 127 V 298 Erw. 4c mit Hinweisen). 4.3.4 Im Lichte dieser Grundsätze kann dem Bericht des Spitals K.________ vom 18. März 2002 nicht die Beweiskraft zugesprochen werden, welche erforderlich wäre, um die Zuverlässigkeit des Gutachtens des Dr. J.________ in Frage zu stellen. Die Ärzte des Spitals K.________ führen aus, die organischen Korrelate vermöchten die Art und das Ausmass der Schmerzsymptomatik nicht vollständig zu erklären, sondern es spielten auch psychogene Faktoren eine Rolle. Hinweise dafür seien die fehlende Schmerzmodulation, die fehlende Wirksamkeit von Analgetika, die vage Schmerzbeschreibung und die Gegenübertragungsreaktion während des Interviews. Die Beschwerdeführerin sei auf dem freien Arbeitsmarkt keinem Arbeitgeber mehr zumutbar. Damit wird jedoch die zentrale Frage, ob die Beschwerdeführerin zumutbarerweise in der Lage wäre, eine leidensangepasste, den aus rheumatologischer Sicht zu stellenden Anforderungen gerecht werdende Tätigkeit auszuüben, nicht beantwortet. Der Umstand, dass die angegebenen Beschwerden organisch nicht vollumfänglich erklärt werden können, genügt nach dem vorstehend Gesagten nicht, um das Vorliegen eines psychischen Leidens mit Krankheitswert, welches die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit beeinträchtigt, als hinreichend erstellt erscheinen zu lassen. Die in den übrigen Arztberichten enthaltenen Hinweise auf eine familiäre Problematik liessen sich anlässlich der psychiatrischen Exploration durch Dr. J.________ nicht erhärten, sodass auch keine Anhaltspunkte für ein dadurch ausgelöstes psychisches Leiden mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit bestehen. Unter diesen Umständen hat die Vorinstanz zu Recht auf die Stellungnahme des Dr. J.________ abgestellt.