Citation: 7B_127/2022 E. 3.2

3.2. Die Oberstaatsanwaltschaft rügt insbesondere eine Verletzung von aArt. 248 Abs. 3 lit. a StPO. Ihrer Auffassung nach ist das von der Vorinstanz zitierte Leiturteil BGE 148 IV 221 nicht einschlägig. Sie macht geltend, dieses Urteil betreffe allein den Fall, in welchem die Untersuchungsbehörde nach bereits erfolgter Siegelung Daten spiegle. Im vorliegenden Fall habe die Kantonspolizei aber Daten vor Eingang eines Siegelungsbegehrens gespiegelt, was zulässig sei. Auch dass der Inhaber bzw. die Inhaberin der Daten gar keine Möglichkeit gehabt habe, die Siegelung zu verlangen, bevor die Daten gespiegelt worden seien, könne der Staatsanwaltschaft nicht angelastet werden: Die Swissmedic habe nämlich im Februar 2022 bereits "seit geraumer Zeit" ein Verwaltungsstrafverfahren gegen den Beschwerdegegner geführt (in dem im Übrigen eine "verjährungsrechtliche Problematik" gedroht habe) und die Staatsanwaltschaft deshalb darum ersucht, im Hinblick auf ein allfälliges künftiges "Aktenbeizugs- oder Rechtshilfeersuchen[...]" eine Kopie der sichergestellten Daten anzufertigen. Die Staatsanwaltschaft sei dem nachgekommen, aus untersuchungstaktischen Gründen habe sie den Beschwerdegegner aber zum fraglichen Zeitpunkt noch nicht mit den gegen ihn erhobenen Vorwürfen konfrontieren können und deshalb auch noch keinen Durchsuchungsbefehl erlassen.