Citation: 9C_605/2023 E. 4.1

4.1. Es steht fest und ist unbestritten, dass der Beschwerdegegnerin lediglich die Verfügung vom 26. März 2012, nicht aber diejenige vom 19. Oktober 2020 eröffnet worden ist, weshalb für sie grundsätzlich nur die erstere (unter dem Vorbehalt der Unhaltbarkeit) Bindungswirkung entfaltet (vgl. zu letzterer allerdings auch E. 7.2 nachstehend). In der Verfügung vom 26. März 2012 hatte die IV-Stelle einen Rentenanspruch gestützt auf das ABI-Gutachten vom 5. Januar 2012 verneint, wonach die Versicherte aufgrund von chronischen Kniebeschwerden in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Pflegehelferin ab 21. Juni 2010 50 % und ab 30. August 2010 100 % eingeschränkt, zumindest seit Juni 2010 aber voll arbeitsfähig ist in einer leichten, wechselbelastenden Tätigkeit ohne wiederholtes Treppensteigen und Gehen auf unebenem Untergrund und unter Berücksichtigung einer Gewichtslimite von 15 kg für Heben und Tragen. Grundlage für die zweite Verfügung und mithin die Zusprache einer Dreiviertelsrente der Invalidenversicherung ab 1. Dezember 2014 bildet demgegenüber die im Gutachten des Dr. med. C.________ vom 30. Mai 2018 diagnostizierte zönästhetische Schizophrenie (ein seltener Subtyp einer Schizophrenie, bei welcher leibliches Beeinflussungserleben im Vordergrund steht, begleitet von weiteren psychotischen Symptomen wie Wahn, Halluzinationen oder Ich-Störungen [Klinisches Wörterbuch Pschyrembel, online unter www.pschyrembel.de [besucht am 29. Juli 2024]). Abweichend vom Gutachter ging die IV-Stelle allerdings gestützt auf die RAD-Beurteilung vom 5. September 2018 davon aus, dass die Einschränkung nicht bereits seit 2010, sondern erst seit 6. Dezember 2013 bestehe, ab welchem Zeitpunkt die Beschwerdeführerin in der Klinik E.________ hospitalisiert war.