Citation: 6B_49/2022 E. 3.6.2

3.6.2. Den vorinstanzlichen Ausführungen kann nicht vollständig gefolgt werden. Zunächst trifft es zu, dass die Beschwerdegegnerin wegen einer Widerhandlung gegen das BetmG verurteilt wurde, wobei zu berücksichtigen ist, dass sie dem Handel mit Kokain während zweieinhalb Jahren nachging, eine Reinmenge von rund 499 Gramm Kokain vertrieb und damit einen Gewinn von Fr. 31'000.-- erzielte. Demnach handelt es sich nicht um eine bloss einmalige Verfehlung. Die Vorinstanz widerspricht auch der erstinstanzlichen Einschätzung nicht, wonach die Beschwerdegegnerin nicht auf unterster Hierarchiestufe gehandelt und als freie Unternehmerin auf dem Markt agiert habe. Sie agierte zudem aus rein finanziellen Motiven und das vorinstanzliche Gericht stuft das Tatverschulden als "mittelschwer" bzw. angesichts der grossen Drogenmenge als "nicht mehr geringfügig" ein. Die Beschwerdegegnerin verfügt zudem über drei Vorstrafen, welche - wenn sie auch nicht einschlägig sein mögen - diverse Straftaten betreffen (mehrfache Gehilfenschaft zur Geldwäscherei, mehrfacher Betrug, harte Pornografie und mehrfache Urkundenfälschung). Allerdings wurde sie dafür lediglich mit Strafen im untersten Sanktionsbereich belegt (drei Geldstrafen von 60 Tagessätzen zu Fr. 40.-- resp. von 50 und 10 Tagessätzen zu Fr. 30.-- sowie drei Bussen zwischen Fr. 100.-- und Fr. 500.--). Es handelte sich entsprechend um Delikte von nur sehr geringer Schwere, was die öffentlichen Interessen am Schutz vor der Delinquenz der Beschwerdegegnerin massgeblich relativiert. Weiter weist die Beschwerdeführerin zwar zu Recht darauf hin, dass die Beschwerdegegnerin die Betäubungsmitteldelikte während laufender Probezeit zweier vorgängiger Verurteilungen beging. Jedoch zeigte sie sich im vorliegenden Verfahren geständig sowie kooperativ und hat sich seit der Entlassung aus der Haft nichts mehr zuschulden kommen lassen. Im Lichte vorstehender Erwägungen ist es nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz insgesamt von geringer Rückfallgefahr resp. einer positiven Prognose ausgeht. Ein erhebliches öffentliches Interesse an der Landesverweisung besteht demnach.