Citation: 6B_759/2024 E. 4.4

4.4. Als unhaltbar erweist sich jedoch, dass die Vorinstanz von einer nicht direkt den bestrittenen Kernsachverhalt (fehlende Einwilligung zum Geschlechtsverkehr) betreffenden Aussage von B.________ hinsichtlich allfälliger Blutanhaftungen auf ihrer Unterhose auf eine fehlende Glaubhaftigkeit in Bezug auf die geschilderten Nötigungshandlungen schliesst. Wie die Beschwerdeführerin zu Recht rügt, hätten Verletzungen von B.________ höchstens ein weiteres Indiz für einen erzwungenen Geschlechtsverkehr dargestellt. Bereits die übrigen Indizien (vorhandene Realkennzeichen in den Aussagen von B.________, Spermaspuren des Beschwerdegegners in deren Analbereich, übereinstimmende Zeugenaussagen zu deren Zustand nach dem Ereignis, realitätsferne und nicht plausible Aussagen des Beschwerdegegners) sprechen in starkem Ausmass für einen erzwungenen Geschlechtsverkehr. Es ist vor diesem Hintergrund auch im Ergebnis unhaltbar, der Aussage von B.________ hinsichtlich ihrer Unterhose ein derart hohes Gewicht beizumessen, wie es die Vorinstanz tut. Dies wäre selbst dann der Fall, wenn B.________ im Rahmen ihrer staatsanwaltlichen Einvernahme ein Jahr nach dem Vorfall tatsächlich - aus welchen Gründen auch immer - hinsichtlich ihrer Unterhose und der von ihr geschilderten Unterleibsschmerzen bewusst die Unwahrheit gesagt hätte. Abgesehen davon schliesst das Fehlen von Blutspuren die von B.________ berichteten Unterleibsschmerzen keineswegs aus.