Citation: 1C_169/2015 E. 9.2

9.2. Die Vorinstanz führte dazu aus, da keine Baulinie im Sinne von Art. 41 Abs. 4 Ziff. 1 BauG erlassen worden sei, ergebe sich die Bebaubarkeit der Parzelle Nr. 97 durch die Anwendung der Bestimmungen des Bauzonenreglements und der Strassengesetzgebung. Gemäss Art. 28 Abs. 3 Ziff. 1 des Gesetzes über den Bau und Unterhalt der Strassen (Strassengesetz, NG 622.1) könnten die Strassenabstände gemäss Baugesetz durch den Gemeinderat mit Zustimmung der zuständigen Direktion herabgesetzt werden. Da vorliegend eine Kantonsstrasse betroffen sei, komme der Zustimmung der kantonalen Baudirektion vom 28. Juni 2012 entscheidende Bedeutung zu. Nicht massgebend sei dagegen die Zustimmung der Baudirektion vom 19. März 2011 zum Bauvorhaben auf der Parzelle Nr. 1254. Der diesem Schreiben zu Grunde liegende Plan habe den Platzbedarf für den motorisierten Verkehr zum damaligen Zeitpunkt festgelegt. Aufgrund einer erneuten Ermittlung dieses Platzbedarfs habe die Baudirektion im Herbst 2011 ihre Auffassung zur zulässigen Unterschreitung der Strassenbaulinie in Bezug auf die Parzelle Nr. 97 geändert. In der Einleitung der Stellungnahme der Baudirektion vom 28. Juni 2012 werde denn auch darauf verwiesen, dass in Vorgesprächen im Herbst 2011 eine Strassenbaulinie von 2,5 m ab heutigem Fahrbahnrand in Aussicht gestellt wurde. Davon ausgehend habe die Baudirektion im massgebenden Schreiben vom 28. Juni 2012 in Bezug auf die Parzelle Nr. 97 eine Unterschreitung der Strassenbaulinie ab heutigem Strassenrand als ausreichend erachtet. Dieser Abstand werde eingehalten.