Citation: 6B_246/2021 E. 1.4

1.4. Die Vorinstanz verneinte eine Tötungsabsicht des Beschwerdeführers, ging jedoch davon aus, dass er den Tod des Geschädigten in Kauf nahm. In der Tat ist es offensichtlich, dass Stiche mit einem etwa 12 cm langen Messer in den Oberkörper zu lebensgefährlichen Verletzungen führen können (vgl. auch Urteil 6B_798/2020 vom 16. September 2020 E. 3.2.2). Der Beschwerdeführer konnte bei diesem Stich unmöglich abschätzen, ob er lebenswichtige Blutgefässe oder Organe trifft, zumal er sich zum Zeitpunkt des Zustechens im "Schwitzkasten" und damit entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers mitten in einem dynamischen Geschehen befand. Der Stichkanal von 5 bis 6 cm in Richtung Niere weist zudem auf eine nicht unerhebliche Wucht beim Zustechen hin. Gemäss konstanter bundesgerichtlicher Rechtsprechung darf bei Stichen mit einem Messer in den Oberkörper oder den Bauchbereich eines Opfers darauf geschlossen werden, dass der Täter den Tod des Opfers in Kauf genommen hat (vgl. Urteil 6B_135/2020 vom 16. Juni 2020 E. 4.2 mit zahlreichen weiteren Hinweisen). Im Weiteren trifft es zwar zu, dass der Geschädigte durch den Stich nicht lebensgefährlich verletzt wurde; wie indessen die Vorinstanz bundesrechtskonform erwogen hat, ist aus der Gesamtsituation zu schliessen, dass es der Beschwerdeführer dem Zufall überliess, ob der Geschädigte durch den Messerstich tödlich verletzt würde. Entsprechend verstösst es nicht gegen Bundesrecht, dass die Vorinstanz eine Inkaufnahme des Todes des Geschädigten durch den Beschwerdeführer und damit seinen Eventualvorsatz bejahte.