Citation: 5P.198/2000 27.06.2000 E. 3

3.-Der Beschwerdeführer erachtet seinen Anspruch auf rechtliches Gehör als verletzt, weil er nicht zu einer mündlichen Appellationsverhandlung vorgeladen worden sei. Dabei beruft er sich einerseits auf Art. 29 Abs. 2 BV, anderseits macht er willkürliche Anwendung von § 329 ZPO/AG geltend. a) Der Umfang des Anspruches auf rechtliches Gehör wird zunächst durch die kantonalen Verfahrensvorschriften umschrieben; erst wo sich dieser Rechtsschutz als ungenügend erweist, greifen die unmittelbar aus Art. 29 Abs. 2 BV folgenden bundesrechtlichen Minimalgarantien Platz. Im folgenden ist demnach als erstes - allerdings nur unter dem Gesichtswinkel der Willkür (BGE 126 I 19 E. 2a S. 22) - zu prüfen, ob § 329 ZPO/AG verletzt worden ist, welcher nach Auffassung des Beschwerdeführers das rechtliche Gehör im Appellationsverfahren regelt. b) Gemäss § 329 Abs. 1 ZPO/AG hat das Obergericht die Parteien zu einer Verhandlung zu laden, wenn sich - was hier der Fall ist - die Appellation gegen einen Entscheid eines Bezirksgerichtes richtet. Nach Abs. 3 der genannten Bestimmung können die Parteien auf diese Verhandlung verzichten, wobei ein Verzicht freilich nach der einschlägigen Lehre von beiden Parteien erklärt werden muss (Bühler/Edelmann/ Killer, Kommentar zur aargauischen Zivilprozessordnung,