Citation: U 225/06 22.06.2007 E. 4

Das Röntgeninstitut X.________ hielt am 26. April 1991 auf der Höhe L4/5 eine mässiggradige konzentrische Bandscheibenprotrusion, linksseitig mediolateral im Übergangsbereich zu einer sehr kleinen Hernie und dadurch umschriebene geringfügige ventrale Eindellung des Thekalsackes sowie eine geringfügige Bandscheibeprotrusion L5/S1 fest. Das Institut für diagnostische und interventionelle Radiologie, Spital Y.________, kam am 30. September 1998 zum Schluss, im Vergleich zu den Aufnahmen von 1991 bestehe eine deutliche Zunahme des Befundes. Aktuell sei eine ausgedehnte paramediane linksseitige Diskushernie mit Kompression des Spinalnerves S1 nachgewiesen. Dr. med. T.________, Facharzt für Neurochirurgie, diagnostizierte am 30. Dezember 2003 ein lumbovertebrogenes und lumboradikuläres Schmerzsyndrom, die Wurzel L5 links betreffend, bei grosser medianer paramedianer Diskushernie L4/5 links. Seit ca. zehn Jahren klage der Versicherte über rezidivierende Lumbalgien, die seit fünf Jahren zugenommen hätten. Nach dem Sturz vom 14. November 2003 hätten sich die Schmerzen verstärkt mit Ausstrahlung über den Oberschenkel lateral bis in die Grosszehe links sowie Gefühlsstörungen und Schwächegefühl im linken Bein. Auf Grund der klinischen Befunde und des neuroradiologischen Befundes habe er eine Operation vorgeschlagen. Die neurochirurgische Klinik, Spital Y.________, hielt am 16. Januar 2004 ein lumboradikuläres Schmerz- und sensomotorisches Ausfallsyndrom L5 links bei paramedianer linksgelegener Diskushernie L4/5 fest. Es seien seit Jahren Lumbalgien bekannt, die in den letzten 4 ½ Jahren zugenommen hätten. Seit dem 14. November 2003 hätten sich die lumbalen Schmerzen verstärkt. Eine Woche später sei es zur Ausstrahlung in den dorsolateralen Oberschenkel sowie den lateralen Unterschenkel bis zur Grosszehe gekommen. Aktuell habe er keine Schmerzen in den Beinen. Es sei ihm auf Grund des neurologischen Befundes eine Operation empfohlen worden. Dr. med. U.________, Facharzt für Innere Medizin, bei welchem er von August 1998 bis September 2003 in Behandlung war, berichtete am 5. März 2004, der Versicherte sei im Mai 1999 wieder beschwerdefrei gewesen. Radikuläre Zeichen hätten sich keine nachweisen lassen. Im März 2001 habe er angegeben, nur wenig unter Rückenbeschwerden zu leiden. Wegen einer akuten immobilisierenden Lumbago habe er am 14. September 2003 den Notfallarzt aufsuchen müssen. Erneut hätten keine radikulären Zeichen festgestellt werden können. Der Kreisarzt hielt am 19. April 2004 ein motorisches Ausfallsyndrom L5 und lumboischialgieforme Schmerzen bei paramedianer linksseitiger Diskushernie L4/5 links und schon lange belasteter Anamnese mit Exzerbation nach einem Kontusionstrauma des Rückens am 4. (recte: 14.) November 2003 fest. Auf Grund des klaren klinischen Befundes sei die Indikation zur Operation gegeben. Im Zusammenhang mit dem versicherten Trauma sei es teilursächlich zu einer Verschlimmerung gekommen. Die SUVA übernehme in solchen Fällen den Beschwerdeschub; nach einem Jahr stelle sich die Frage der Terminierung. Die Rehaklinik Z.________, wo der Versicherte von 16. Juni bis 12. August 2004 z.T. stationär behandelt wurde, diagnostizierte in ihrem Austrittsbericht vom 27. August 2004 ein lumboradikuläres sensomotorisches Ausfallsyndrom L5 links bei Sturz mit LWS-Kontusion am 14. November 2003, Diskushernie paramedian L4/5 links und vorbestehenden degenerativen Veränderungen mit rezidivierenden Kreuzschmerzen. Die bisherige Arbeit sei nicht mehr zumutbar. Für andere Tätigkeiten bestehe zur Zeit keine verwertbare Arbeitsleistung. Auch nach ausführlicher Aufklärung unter Beizug von seiner Muttersprache sprechenden Ärzten wolle er keine invasiven Massnahmen. Mit konservativen Massnahmen könne keine Verbesserung erreicht werden. Am 20. Oktober 2004 ordnete der Kreisarzt eine Abklärung zur Zumutbarkeit der Operation an. Die SUVA stellte am 10. Februar 2005 dem Versicherten den Fragekatalog an den - zwischenzeitlich aus der SUVA ausgeschiedenen - Gutachter Dr. med. A.________ zu. Am 14. Februar 2005 liess dieser vier Zusatzfragen einreichen. Am 28. April 2005 hielt Dr. med. P.________, Facharzt für Radiologie und diagnostische Neurologie, im Vergleich zu den Aufnahmen vom 2. Dezember 2003 fehlende Anhaltspunkte für eine segmentale Instabilität lumbal, eine eingeschränkte segmentale Beweglichkeit auf der Höhe L4/5 und L5/S1, im Verlauf weitgehende Regredienz der bekannten medianen Diskushernie L4/5 mit nur noch diskreter, medianer Restprotrusion ohne neurokompressive Wirkung, eine im Verlauf leichte Regredienz der bereits vorbestehenden deutlichen Osteochondrosen mit Deck- und Bodenplattenveränderungen auf der Höhe L4/5 sowie eine Facettengelenkarthrose mässiger Ausprägung auf den unteren beiden lumbalen Segementen fest. Dr. med. A.________ diagnostizierte in seinem Gutachten vom 29. April 2005 ein chronifiziertes sensomotorisches distalbetontes lumboradikuläres Reiz- und Ausfallsyndrom L5 links bei nicht mehr nachweisbarer medianer Diskushernie L4/5 und Status nach radiologisch nachgewiesener mediolateraler Diskushernie L4/5 links mit entsprechendem klinischen Korrelat. Das Trauma vom 14. November 2003 sei zuwenig heftig gewesen, um eine traumatische Diskushernie auszulösen. Die Beschwerden in Form einer Lumboischialgie seien nicht sofort, sondern erst später aufgetreten. Zudem sei der Versicherte vor dem Sturz beschwerdefrei gewesen, was bei seiner Vorgeschichte als stummer Vorzustand zu interpretieren sei. In der Regel würden die Beschwerden einer Rückenprellung maximal sechs Wochen bis drei Monate bestehen. Spätestens drei Monate nach dem Vorfall sei der status quo sine erreicht worden. Die anlässlich eines geschilderten weiteren Ereignisses (Strecken im Bett) aufgetretene Symptomatik der bereits 1998 dargestellten Diskushernie habe jene der Rückenprellung überdeckt und sich chronifiziert. Ob die weiteren Begleitumstände (Ehe- resp. Scheidungs- und wirtschaftliche Probleme) mitgespielt hätten, sei psychiatrisch abzuklären. Die Zumutbarkeit der Operation sei von wenig Relevanz, da der krankhafte Befund vorbestanden habe und der Sturz nicht geeignet gewesen sei, eine traumatische Diskushernie auszulösen. Die Indikation für eine Operation bzw. der im Dezember 2003 beschriebene Befund stehe in keinem natürlichen Kausalzusammenhang mit dem Sturz vom 14. November 2003.