Citation: 5A_343/2021 E. D

D.a. Gegen den Entscheid vom 3. April 2020 erhob die Beschwerdeführerin am 16. April 2020 Berufung beim Obergericht des Kantons Thurgau. Sie beantragte, Ziff. 1, 2 und 4 des Entscheides seien aufzuheben. Die Tochter sei unter ihre alleinige Obhut zu stellen. Dem Beschwerdegegner sei ein begleitetes Besuchsrecht einzuräumen, inkl. Ferienrecht, und ihm seien Weisungen zu erteilen. Weiter sei er zur Bezahlung angemessener Unterhaltsbeiträge an sie selbst und an die Tochter zu verpflichten. Eventualiter beantragte sie die Erstellung eines Erziehungsgutachtens über sie selbst, und die Tochter sei von einer Fachperson zu den Tätlichkeiten und zur Ausübung von psychischer und physischer Gewalt durch den Beschwerdegegner zu befragen. D.b. Der Beschwerdegegner beantragte mit Berufungsantwort vom 4. Mai 2020, die Berufung sei abzuweisen. Beide Parteien äusserten sich ein weiteres Mal und die Beschwerdeführerin brachte mehrfach weitere Beweismittel und Behauptungen vor. D.c. Am 13. Juli 2020 ernannte das Obergericht Rechtsanwältin Karin Looser Hürsch zur Kinderanwältin für C.A.________. Die Kinderanwältin erstattete dem Obergericht am 21. August 2020 Bericht, wozu beide Parteien Stellung nahmen. D.d. Am 12. August 2020 beantragte die Beschwerdeführerin ein Erziehungsfähigkeitsgutachten über den Beschwerdegegner. D.e. Am 14. Oktober 2020 beantragte die Beschwerdeführerin, dem Beschwerdegegner sei die Obhut über die Tochter superprovisorisch zu entziehen. Weiter verlangte die Beschwerdeführerin neu die Zuteilung der ehelichen Liegenschaft, dem Beschwerdegegner sei zu verbieten, sich ihr anzunähern, die Akten einer Strafuntersuchung gegen den Beschwerdegegner wegen mehrfacher Tätlichkeiten gegenüber C.A.________ seien beizuziehen und eventualiter sei Frau D.________, die Mutter der Beschwerdeführerin, als Zeugin zu befragen. Gleichzeitig änderte sie ihre Berufungsanträge. Der Beschwerdegegner solle die Tochter an einem Nachmittag pro Woche von 12.00 Uhr bis 17.00 Uhr und jedes zweite Wochenende von Samstag, 9.00 Uhr bis 12.00 Uhr, begleitet auf Besuch nehmen können. Auf eine Ferien- und Feiertagsregelung sei zu verzichten, bis er eine Erziehungsschule besucht habe. Er sei zu Unterhaltsbeiträgen an sie selbst von Fr. 2'000.-- bis Oktober 2019, Fr. 770.-- von November 2019 bis April 2020 resp. Fr. 1'410.-- von Mai 2020 bis Oktober 2020 zu verpflichten. Ab November 2020 habe er ihr und an den Unterhalt der Tochter Fr. 2'830.-- zu bezahlen. Den Antrag auf Erstellung eines Erziehungsgutachtens zog sie zurück. Der Beschwerdegegner und die Kinderanwältin nahmen je am 6. November 2020 hierzu Stellung. D.f. Den superprovisorischen Antrag wies das Obergericht mit verfahrensleitender Verfügung vom 15. Oktober 2020 ab. Mit Entscheid vom 10. November 2020 wurde der Antrag auf (super) provisorische Umteilung der Obhut definitiv abgewiesen. Gleichzeitig ordnete das Gericht ein Ergänzungsgutachten beim Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienst U.________ (KJPD) an, wobei die Parteien dem Vorgehen zustimmten. Mit dem Gutachten wurde E.________ (KJPD, Fachstelle Gutachten) beauftragt. D.g. Am 16. Februar 2021 unterbreiteten die Gutachter einen vorläufigen Ergebnisbericht, der den Parteien vorgelegt wurde. Eine der Gutachterpersonen, F.________, erstattete an der Berufungsverhandlung mündlich Bericht und beantwortete Ergänzungsfragen der Parteien. D.h. Die Berufungsverhandlung fand am 24. Februar 2021 statt. Die Parteien einigten sich darauf, eine Erziehungsberatung zu beginnen (mit je separaten Gesprächen, aber bei derselben Institution, wobei die beiden beratenden Fachpersonen ihre Arbeit eng miteinander abstimmen sollten, um einen kooperativen Informationsaustausch bezüglich Tochter aufzubauen). Der Beschwerdegegner erklärte, die Organisation an die Hand zu nehmen. Die Parteien und die Kinderanwältin konnten zum Ergebnisbericht und der Befragung der Gutachterin sowie zu allen Anträgen Stellung nehmen. D.i. Mit Entscheid vom 24. Februar/3. März 2021 erklärte das Obergericht die Berufung für unbegründet, soweit darauf einzutreten sei (Ziff. 1 des Urteilsdispositivs). Es genehmigte die Vereinbarung der Parteien zur Erziehungsberatung (Ziff. 2.a), hob daher den Entscheid vom 3. April 2020 in Bezug auf die in Ziff. 6 des erstinstanzlichen Urteils angeordnete Beratung auf (Ziff. 2.b), und bestätigte den erstinstanzlichen Entscheid im Übrigen (Ziff. 2.c). Die Kosten des Verfahrens auferlegte das Gericht grundsätzlich der Beschwerdeführerin, gewährte dieser aber die unentgeltliche Rechtspflege (Ziff. 3-5).