Citation: 4A_5/2014 E. 5.2

5.2. Der Hinweis auf die "sektorielle" Aufteilung des Schadens ( OFTINGER/STARK, a.a.O., S. 284 § 25 Rz. 653; FELLMANN, a.a.O., S. 152 Rz. 489; ebenso BREHM, a.a.O., S. 328 Rz. 849 jedoch ausschliesslich für den Fall, dass die Betriebsgefahr des Motorfahrzeugs des nichtschuldigen Halters gewichtig genug ist, um als besonderer Umstand im Sinne von Art. 61 Abs. 2 SVG in die Abwägung einbezogen zu werden vgl. BGE 129 III 65 E. 7.3 S. 70) hilft dem Beschwerdeführer nichts. Nach dieser Aufteilung, bei der alle rechtlich relevanten Ursachen zusammen 100 % der Gesamtverursachung ergeben und durch Werturteil jeder relevanten Mitursache eine Quote zugeteilt wird (vgl. OFTINGER/STARK, a.a.O., S. 252 § 25 Rz. 558 i.V.m. S. 284 § 25 Rz. 653; FELLMANN, a.a.O., S. 152 Rz. 489; BREHM, a.a.O., S. 324 Rz. 838) haftet zwar in der Regel der schuldlose Halter für die Betriebsgefahr seines Fahrzeugs, auch wenn sich diese nicht besonders stark ausgewirkt hat oder wenn den allein schuldigen Halter mehr als nur ein geringfügiges Verschulden trifft. Auch bei einer sektoriellen Aufteilung besteht aber, wie der Beschwerdeführer selbst ausführt, die Möglichkeit, einer Betriebsgefahr den Wert 0 % zuzuweisen, wenn die anderen Faktoren so stark überwiegen, dass die Betriebsgefahr als "quantité négligeable" nicht mehr zu berücksichtigen ist ( OFTINGER/STARK, a.a.O., S. 284 § 25 Rz. 653; anders wohl FELLMANN, a.a.O., S. 167 Rz. 543, der eine Befreiung von der Haftung nur nach Massgabe von Art. 59 Abs. 1 SVG zulassen will). In dieser Situation besteht auch nach der sektoriellen Aufteilung für den schuldlosen Halter keine Haftung. Die Vorinstanz nahm in einer Zusatzbegründung aber an, eine allenfalls erhöhte Betriebsgefahr des Postautos erscheine neben dem eindeutigen Verschulden des Motorradlenkers als "quantité négligeable". Auch insoweit gelingt es dem Beschwerdeführer nicht aufzuzeigen, dass die Vorinstanz ihr Ermessen überschritten hätte.