Citation: 8C_800/2009 01.06.2010 E. 2.2

2.2.1 Die vorinstanzlich gestützt auf die Aktenlage und mit Hinweis auf das Urteil I 601/06 vom 12. März 2008 E. 5.4 (publ. in: SZS S. 358) gezogene Schlussfolgerung, dass in Bezug auf die streitigen Behandlungen im Ausland die Voraussetzungen für eine Kostenübernahme nach Art. 23bis Abs. 1 erster Halbsatz IVV ("Erweist sich die Durchführung einer Eingliederungsmassnahme in der Schweiz als unmöglich, inbesondere weil die erforderlichen Institutionen und Fachpersonen fehlen, ...") nicht gegeben sind, ist nicht zu beanstanden. Es wird auf die Erwägungen im angefochtenen Entscheid verwiesen. Die Beschwerdeführerin übersieht mit ihrem Vorbringen, die in der Klinik Y.________ erfolgte Therapie sei anders als diejenige in der Klinik X.________ erfolgreich gewesen, dass die in Art. 12 Abs. 1 IVG vorausgesetzte Dauerhaftigkeit und Wesentlichkeit der angestrebten Eingliederung praxisgemäss anhand des im Zeitpunkt vor Durchführung der fraglichen Massnahme massgebenden medizinischen Sachverhalts prognostisch zu beurteilen ist (BGE 110 V 99 E. 2 S. 102, 98 V 33 E. 2 S. 34 mit Hinweisen; Urteil 9C_520/2008 vom 29. Dezember 2008 E. 2.2 mit Hinweisen). Dr. med. W.________ äusserte sich im Bericht vom 22. Juli 2008 einzig zum Progressionsrisiko der neuromuskulären Skoliose sowie zur Indikation einer stationären Skolioseintensivrehabilitation und erneuten Korsettversorgung, die aus konstruktionstechnischen Gründen notwendig sei. Vom 10. bis 15. August 2008 nahm die Versicherte in der Universitätsklinik X.________ an einer stationären Skoliosetherapie teil. Laut deren Bericht vom 16. Januar 2009 war danach keine weitere Intensivbehandlung mehr vorgesehen; eine Operationsindikation bestand nicht. Gleiches ergibt sich aus den Auskünften der Klinik A.________ vom 23. Dezember 2008. Dr. med. B.________ hielt in der an den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin gerichteten E-Mail vom 2. April 2009 fest, dass hinsichtlich der Wirksamkeit der Therapien in der Klinik Y.________ ein Beweis einer Verbesserung der Wirbelsäulenkrümmung, welche für die Beurteilung des Gesundheitszustands vor allem wichtig sei, meistens fehle. Aus diesen Unterlagen ergibt sich nicht, dass prognostisch mit der von der Klinik Y.________ angebotenen Skolioseintensivtherapie ein dauerhafter und wesentlicher Eingliederungserfolg in den Aufgabenbereich der Versicherten hätte herbeigeführt werden können. 2.2.2 Entgegen den weiteren Vorbringen der Beschwerdeführerin hat sich das kantonale Gericht einlässlich mit der Frage auseinandergesetzt, ob andere beachtliche Gründe im Sinne von Art. 23bis Abs. 3 IVV vorlagen, die einen Kostenbeitrag an die in der Bundesrepublik Deutschland durchgeführte stationäre Behandlung rechtfertigten. Es erwog, dass sich hiezu weder in der kantonalen Beschwerdeschrift noch in den Akten Anhaltspunkte fanden. Diese Feststellungen verletzen das Bundesrecht nicht. Die Beschwerdeführerin ist in Bestätigung des angefochtenen Entscheids erneut darauf hinzuweisen, dass Art. 23bis Abs. 3 IVV einen anhand des konkreten Sachverhalts zu beurteilenden Ausnahmetatbestand zu Abs. 1 dieser Bestimmung enthält. Gemäss dem bereits zitierten Urteil I 601/06 vom 12. März 2008 E. 5.5.3 mit Hinweisen ist für die Gewährung einer Auslandbehandlung vorausgesetzt, dass vorgängig ärztlicherseits eine dringliche Empfehlung vorgelegen haben muss, woran es hier fehlt. Die Klinik A.________ hielt in dem an die Versicherte adressierten Bericht vom 7. November 2008 ohne Begründung einzig fest, sie ersuche "um Kostenübernahme für das 4wöchige Skolioselager in Deutschland". Diese Aussage kann sowohl angesichts des Wortlautes, als auch aufgrund des Umstands, dass sie nach Anmeldung und festgesetztem Therapiebeginn bei der Klinik Y.________ erfolgte und die Klinik A.________ gemäss Auskünften vom 23. Dezember 2008 nach der stationären Behandlung in der Universitätsklinik X.________ die Notwendigkeit einer weiteren Intensivtherapie zumindest implizit verneinte, nicht als dringliche Empfehlung interpretiert werden. Inwiefern von zusätzlichen Abklärungen zu diesem Punkt neue Erkenntnisse zu erwarten sind, legt die Beschwerdeführerin nicht dar, weshalb das kantonale Gericht davon zu Recht abgesehen hat. 2.3 Auf die vorinstanzlich erstmals beurteilte und verneinte Frage, ob die Kosten der streitigen Behandlung in der Bundesrepublik Deutschland allenfalls unter europarechtlichen Gesichtspunkten (vgl. dazu BGE 133 V 624 und erwähntes Urteil I 601/06 vom 12. März 2008 E. 6) von der Invalidenversicherung zu übernehmen sind, ist mangels entsprechender Rüge in der letztinstanzlichen Beschwerde nicht mehr einzugehen (vgl. E. 1 hievor).