Citation: 1B_200/2021 E. 2.3

2.3. Zum Haftgrund der Fluchtgefahr führte das Obergericht aus, der aus Eritrea stammende und über eine Aufenthaltsbewilligung B verfügende Beschwerdeführer habe mit einer Freiheitsstrafe von mindestens sechs Monaten zu rechnen, sollte er wegen in Mittäterschaft begangenen Raubes schuldig gesprochen werden (vgl. Art. 140 Ziff. 1 StGB). Zudem drohe ihm im Falle einer Verurteilung die grundsätzlich obligatorische Landesverweisung von 5-15 Jahren (Art. 66a Abs. 1 lit. c StGB). Gestützt darauf sei bereits von einem erheblichen Fluchtanreiz auszugehen. Hinzu komme, dass der Beschwerdeführer in der Schweiz weder über berufliche noch enge soziale Kontakte verfüge, die ihn hier verankern würden und ernsthaft von einer Flucht abhalten könnten. Abgesehen von gewissen sozialen Unterstützungsleistungen (Sozialhilfe im Umfang von anscheinend Fr. 750.-- pro Monat) sei es deshalb nicht ersichtlich, weshalb es für den Beschwerdeführer von Belang sein sollte, in der Schweiz zu leben, zumal er diesen finanziellen Verlust etwa durch Arbeitsaufnahme im nahen Ausland ausgleichen und so seinen gegenwärtigen Lebensstandard aufrechterhalten könnte. Wegen den fehlenden engen sozialen oder sonstigen Bindungen zur Schweiz und weil ihm nicht der Verlust einer IV-Rente drohe, könne die Situation des Beschwerdeführers auch nicht verglichen werden mit derjenigen, die dem bundesgerichtlichen Urteil 1B_364/2017 vom 12. September 2017 zugrunde lag, weshalb der besondere Haftgrund der Fluchtgefahr insgesamt zu bejahen sei.