Citation: 6S.464/2001 25.09.2001 E. 3

3.- a) Die Beschwerdeführerin rügt eine Verletzung der Art. 18 Abs. 3 und 117 StGB. Sie macht geltend, sowohl der stellvertretende Pistenchef als auch der Rettungschef hätten ihre Sorgfaltspflichten verletzt. In Bezug auf den Verantwortlichen für die Sicherheit auf den Pisten, den Rettungschef H.________, ergebe sich dies zunächst daraus, dass zwischen der Fahrspur für die Pistenfahrzeuge und der Skipiste eine genügende Absperrung gefehlt habe. Motorfahrzeuge stellten auf Skipisten Fremdkörper dar und schüfen eine besondere Gefahr für die Skifahrer. Aus diesem Grund müssten die Pisten soweit möglich ausserhalb der Betriebszeiten der Lifte präpariert werden. Sofern Pistenfahrzeuge während der Betriebszeiten auf den Pisten verkehrten, müsse der Sicherheitsverantwortliche dafür besorgt sein, dass Skiläufer keiner Gefahr ausgesetzt würden. Im vorliegenden Fall seien als Sicherheitsmassnahmen lediglich ein Fahrverbotsschild für Skifahrer auf der für die Pistenfahrzeuge reservierten Fahrspur und ein Absperrseil, das die Spur für die Raupenfahrzeuge von der Skipiste bis in die Mitte des Hanges abgrenzte, installiert gewesen. Diese Sicherheitsmassnahmen seien ungenügend gewesen. Es sei namentlich kein Warnschild "Pistenbearbeitungsmaschine" (Gefahrensignal Nr. 4) aufgestellt gewesen und zwar weder am Beginn der Fahrspur für die Raupenfahrzeuge noch an jenem Ort, wo Skipiste und Fahrtrassee sich vereinigten. Zudem seien Skipiste und Fahrspur nicht in klarer Weise über den ganzen Hang hinweg voneinander abgegrenzt gewesen. Hinsichtlich des für den konkreten Einsatz der Pistenfahrzeuge verantwortlichen stellvertretenden Pistenchefs, T.________, macht die Beschwerdeführerin geltend, Pistenfahrzeuge dürften wegen der von ihnen ausgehenden besonderen Gefahr nur im Notfall oder bei absoluter Notwendigkeit während der Pistenöffnungszeiten eingesetzt werden. Im vorliegenden Fall habe der Lenker des Pistenfahrzeugs nicht den Auftrag gehabt, die Piste zu unterhalten oder auszubessern. Vielmehr habe er lediglich einen leeren Dieseltank von Mast 4 nach Langfluh transportieren müssen. Dieser Transport sei weder notwendig gewesen noch habe er gerechtfertigt, dass das Pistenfahrzeug sich während der Pistenöffnungszeit auf der Skipiste bewegte. Die besondere Gefahr, welche die Anwesenheit eines Pistenfahrzeuges auf einer von Skiläufern benutzten und nur unzureichend abgesperrten Fläche bedeute, hätte T.________ dazu führen müssen, auf den Einsatz des Fahrzeugs während der fraglichen Zeit zu verzichten. b) Die Vorinstanz nimmt an, Raupenfahrzeuge sollten aus Sicherheitsgründen möglichst ausserhalb der Pistenöffnungszeiten eingesetzt werden. Der Einsatz eines Pistenfahrzeugs für Materialtransporte während den Pistenöffnungszeiten stelle für sich allein aber keine Sorgfaltspflichtverletzung dar. Zum einen fielen zahlreiche Einsätze solcher Fahrzeuge an, weshalb sie teilweise auch tagsüber ausgeführt werden müssten. Zum anderen seien die getroffenen Sicherheitsmassnahmen ausreichend gewesen. Im konkreten Fall bestehe ausserhalb der Piste eine eigene Fahrspur für die Pistenfahrzeuge. Diese sei mit einem Fahrverbot für Skifahrer signalisiert und im Steilhang zudem mit einem Seil von der Piste abgegrenzt gewesen. Überdies sei das fragliche Skigebiet grossräumig angelegt und könnten Hindernisse von weitem gesehen werden. Unter diesen Umständen könne im alleinigen Einsatz des Raupenfahrzeugs keine relevante Sorgfaltspflichtverletzung gesehen werden. Im Übrigen sei der Unfall für den stellvertretenden Pistenchef nicht voraussehbar gewesen. Der Untersuchungsrichter habe daher dem Verfahren gegen den stellvertretenden Pistenchef zu Recht keine Folge gegeben. Nicht zu beanstanden sei auch die Einstellung des Verfahrens hinsichtlich des Rettungschefs. Der Bereich, in welchem die Ratracspur in die Skipiste einmünde, sei übersichtlich, weshalb die angebrachte Markierung genügt habe. Anzumerken sei, dass die Pisten mit den Markierungen regelmässig durch die Verantwortlichen des schweizerischen Seilbahnverbandes abgenommen worden seien.