Citation: 9C_710/2018 E. 4.3.2

4.3.2. In der Kategorie "Konsistenz", Indikator "gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen", erkannte die Vorinstanz, der Beschwerdeführer verfüge über ein gutes Aktivitätsniveau, habe sehr unterschiedliche Tagesabläufe, je nachdem, wie es ihm gehe. Er lese Zeitung, gehe raus, mit der Mutter einkaufen oder zum Arzt, erledige die Post, nehme eigene Arzttermine wahr, helfe der Ehefrau manchmal im Haushalt, bereite mit der Ehefrau und dem Sohn das Essen zu, telefoniere, besuche seine Mutter, fahre Velo oder Auto (auch längere Strecken); vor einer Woche sei er mit seiner Mutter für drei Tage mit dem Wohnwagen ins Tessin gefahren. Der Beschwerdeführer kritisiert auch diese Darstellung der Verhältnisse im angefochtenen Entscheid als einseitig. Von einem "guten" Tagesablauf könne nicht die Rede sein. Er verbringe sein Leben passiv und übe weder geistreiche noch anspruchsvolle Tätigkeiten aus. Dem psychiatrischen Teilgutachten sei zu entnehmen, dass er zwar mit der Verwandtschaft Kontakt habe, aber keine Freunde und Kollegen, dass er zwar die Nachrichten schaue, sie ihm aber egal seien, dass er eher keine weiteren Hobbys habe und ihn auch Sport (insbesondere Fussball) nicht mehr interessiere. Entgegen der in der Beschwerde vertretenen Auffassung ist es für den Indikator der "gleichmässigen Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen" nicht entscheidend, ob eine versicherte Person sich in den Belangen, welche nicht den Beruf und den Erwerb (bzw. bei Nichterwerbstätigen nicht den Aufgabenbereich) betreffen, mit geistreichen oder anspruchsvollen Tätigkeiten abgibt. Massgebend ist vielmehr, ob die in Frage stehende Einschränkung in Beruf und Erwerb (bzw. Aufgabenbereich) einerseits und in den sonstigen Lebensbereichen (z.B. in der Freizeitgestaltung) etwa gleich ausgeprägt ist (BGE 141 V 281 E. 4.4.1 S. 303). Der Beschwerdeführer vermag deshalb nichts zu seinen Gunsten abzuleiten aus dem Umstand, dass er sich mit vielen unspektakulär erscheinenden und ihn intellektuell kaum fordernden Tätigkeiten beschäftigt, wie beispielsweise mit Zeitunglesen, Einkaufen, Kochen, mit Arztkonsultationen oder Besuchen bei der Mutter. Zu würdigen ist unter dem Gesichtspunkt der Konsistenz mit der Vorinstanz die Tatsache, dass der zur Diskussion stehende Gesundheitsschaden die Tagesgestaltung des Beschwerdeführers nicht schwerwiegend zu beeinträchtigen scheint. Die im angefochtenen Entscheid vorgenommene Wertung, dass der Beschwerdeführer über ein gutes Aktivitätsniveau verfüge, ist nicht als aktenwidrig zu qualifizieren.