Citation: 1C_252/2017 E. 6.5

6.5. Raumplanungsrechtlich handelt es sich (unabhängig von der lärmrechtlichen Qualifikation) um eine bestehende, rechtskräftig bewilligte Anlage. Es liegt im öffentlichen Interesse, diese sinnvoll zu nutzen, anstatt auf andere, weiter entfernt liegende Sportplätze ausweichen oder gar eine neue Anlage erstellen zu müssen. Ersatzstandorte innerhalb der Bauzone dürften kaum bestehen; ausserhalb der Bauzone würde eine neue Sportanlage dem raumplanerischen Interesse an der Begrenzung des Siedlungsgebiets und dem Erhalt von Natur- und Landwirtschaftsflächen widersprechen. Dies gilt unabhängig von allfälligen Mängeln im Bewilligungsverfahren: Sollten die Baugesuche nicht ordnungsgemäss bekanntgemacht worden sein, hätten die Beschwerdeführer die Möglichkeit gehabt, den baurechtlichen Entscheid nachträglich (z.B. bei Beginn der Bauarbeiten) anzufordern und anzufechten. Wenn sie dies unterliessen, können sie sich heute nicht mehr auf den Mangel berufen. Das öffentliche Interesse an der Sportausübung ist verfassungsrechtlich anerkannt (vgl. Art. 68 Abs. 1 BV und Art. 121 der Zürcher Kantonsverfassung vom 27. Februar 2005 [KV/ZH]) und unbestritten (vgl. WIDMER DREIFUSS, a.a.O. S. 2 ff. und S. 15 f.). Dieses ist vor allem für Anlagen wie der vorliegenden gewichtig, die dem Breitensport dienen, d.h. einer grossen Anzahl von Menschen zur Verfügung stehen (Vollzugshilfe 2017 S. 12). Die Vollzugshilfen verweisen ausdrücklich auf die Möglichkeit, im Einzelfall Erleichterungen zu erteilen (vgl. Vollzugshilfe 2017 S. 12 f.; Vollzugshilfe 2013 S. 11 f.), d.h. die diesbezügliche Interessenabwägung ist nicht bereits bei der Festlegung der Richtwerte vorgenommen worden. Die privatrechtliche Organisationsform als Verein steht der Anerkennung eines öffentlichen Interesses an der Vereinstätigkeit und dem Vereinsleben nicht entgegen. Vorliegend ist unbestritten, dass dem Fussballclub eine wichtige Rolle im Dorf zukommt, auch als Treffpunkt und Integrationsfaktor für Jugendliche. Schliesslich erscheint es plausibel, dass nicht mehr alle Mannschaften und Gruppen regelmässig trainieren und spielen könnten, wenn die Betriebszeiten, vor allem am Abend (nach Schule und Arbeit) weiter eingeschränkt würden; insofern besteht ein betriebliches Bedürfnis für Erleichterungen. Die Beschwerdeführer legen denn auch nicht dar, mit welchen weitergehenden Massnahmen die Planungswerte eingehalten werden könnten, ohne den Sportbetrieb übermässig zu behindern.