Citation: 2C_685/2014 E. 4.4.3

4.4.3. Ob die Strafe bedingt, teilbedingt oder unbedingt ausgesprochen wurde, betrifft in erster Linie die Bewährungsaussichten; das Verschulden hat lediglich im Bereich der teilbedingten Strafen eine direkte, vom Strafmass losgelöste Bedeutung. Die Wahl der Vollzugsart beeinflusst die Länge der Strafe nicht und kann daher zur Auslegung des Begriffs "längerfristige Freiheitsstrafe" nicht herangezogen werden. Im Übrigen würde die Berücksichtigung der Vollzugsart die Praktikabilität des Widerrufsgrundes einschränken. Das Bundesgericht hat die Präzisierung des Begriffs "längerfristige Freiheitsstrafe" namentlich mit dem Interesse an Rechtssicherheit und einer einheitlichen Auslegung des Bundesrechts begründet (BGE 137 II 297 E. 2.3.5 S. 301; 135 II 377 E. 4.2 S. 380). Dieses Bestreben würde durch die Berücksichtigung der Vollzugsart behindert. Die Rechtsprechung, wonach es für das Vorliegen eines Widerrufgsgrundes nach Art. 62 lit. b AuG nicht darauf ankommt, ob die Freiheitsstrafe bedingt, teilbedingt oder unbedingt ausgesprochen wurde (vgl. Urteil 2C_515/2009 vom 27. Januar 2010 E. 2.1), ist daher zu bestätigen.