Citation: 1C_258/2007 26.02.2008 E. 3

Schliesslich erachtet die Orange den Entscheid des Verwaltungsgerichts als willkürlich, weil dieser, in Abweichung vom Rundschreiben des BAFU und von der bundesgerichtlichen Praxis, eine ISO-Zertifizierung des Qualitätssicherungssystems verlange. Damit habe das Verwaltungsgericht die Wirtschaftsfreiheit, die Eigentumsgarantie und die Informationsfreiheit der Orange in unzulässiger Weise, ohne gesetzliche Grundlage, eingeschränkt und Bundesumweltrecht verletzt. Das Verwaltungsgericht ging davon aus, die Zertifizierung nach ISO-Normen durch eine hierfür akkreditierte Stelle biete eine Mindestgarantie für die Einhaltung sachdienlicher Verfahren. Es schloss allerdings die Auditierung durch andere Stellen nicht von vornherein aus, verlangte jedoch für diesen Fall den Nachweis der Fachkompetenz und der Unabhängigkeit des Auditors. Diese Auffassung ist nicht zu beanstanden: Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung kann auf die Kontrolle der Emissionsbegrenzung durch bauliche Vorkehrungen nur verzichtet werden, wenn die Einhaltung der bewilligten ERP und des bewilligten Winkelbereichs auf andere Weise wirksam kontrolliert werden kann. Wie das BAFU und die Bausektion Zürich in ihren Vernehmlassungen betonen, ist die Auditierung der Qualitätssicherungssysteme für das Vertrauen der Öffentlichkeit in dieses Kontrollsystem von entscheidender Bedeutung. Im Zeitpunkt des angefochtenen Entscheids waren die Qualitätssicherungssysteme gerade erst in Betrieb genommen worden und es lagen noch keine praktische Erfahrungen damit vor, weshalb der Auditierung um so grössere Bedeutung zukam. Unter diesen Umständen verstiess es nicht gegen Bundesrecht, auf einer Kontrolle durch bauliche Vorkehrungen zu beharren, solange die Qualitätssicherungssysteme - nach Ablauf der vom BAFU eingeräumten Übergangsfrist bis 31. Dezember 2006 - nicht von einer fachkundigen und unabhängigen Stelle auditiert worden waren. Ob es mildere Mittel als die Verweigerung der Baubewilligung gegeben hätte, ist im vorliegenden Fall nicht zu prüfen, nachdem die Beschwerdeführerin keine anderen geeigneten Mittel benennt und die Verletzung des Verhältnismässigkeitsprinzips auch nicht rügt (Art. 106 Abs. 2 BGG).