Citation: 4A_385/2013 E. 6.1

6.1. Ob eine Unterbrechung des Kausalzusammenhangs gegeben ist, kann nicht ohne Rücksicht auf die Frage beantwortet werden, gegen welche Gefahren die Benutzer eines Werks zu schützen sind. Insoweit kann auf die Rechtsprechung des Bundesgerichts zur Werkeigentümerhaftung zurückgegriffen werden. Danach ist unter Umständen auch mit einem Verhalten von Benützern zu rechnen, das von der ursprünglichen Zweckbestimmung eines Werks abweicht (BGE 116 II 422 E. 1 S. 424). Entscheidend ist, was sich nach der allgemeinen Lebenserfahrung bei der Benutzung des Werks zutragen kann (BGE 96 II 34 E. 2 S. 36). Die Frage, ob ein Mangel vorliegt, bestimmt sich nach dem Schutzbedürfnis des Benutzers vor der Gefahr, die von dem Werk ausgeht. Bei geringeren Mängeln und Gefahren darf der Werkeigentümer zwar darauf vertrauen, dass sich die Benützer dem Durchschnitt entsprechend vernünftig und vorsichtig verhalten werden (BGE 66 II 109 E. 2a S. 111; vgl. auch BGE 106 II 208 E. 1b S. 211 f.; 91 II 201 E. 3e S. 209). Solches Vertrauen auf durchschnittliche Vernunft und Vorsicht ist jedoch nicht mehr angebracht, wenn aufgrund der Beschaffenheit des Werks augenfällig ist, dass Unvernunft oder Unvorsicht zu schweren Schädigungen führen kann. Diesfalls ist den vom Werk ausgehenden Gefahren vielmehr mit allen zumutbaren Schutzvorkehren zu begegnen (BGE 116 II 422 E. 1 S. 424). Das gilt insbesondere bei Anlagen mit Publikumsverkehr, sind doch an die Sicherheit solcher Anlagen allgemein höhere Anforderungen zu stellen als an diejenige von Werken, die der privaten Benützung durch einen beschränkten Personenkreis vorbehalten sind (BGE 118 II 36 E. 4a S. 38; 117 II 399 E. 2 S. 400; je mit Hinweisen). Dass ein Werk nicht für eine Begehung durch das Publikum bestimmt ist, spielt dabei keine Rolle, sofern es doch allgemein zugänglich ist oder zumindest als allgemein zugänglich erscheinen konnte (BGE 130 III 736 E. 1.5 S. 743 f.; Urteil des Bundesgerichts 4C.36/1997 vom 15. Juli 1997 E. 2; je mit Hinweisen).