Citation: 4C.103/2005 01.06.2005 E. 3

Als Nächstes ist die Frage nach dem pflichtwidrigen Verhalten des Beklagten zu beantworten. 3.1 Für das Bundesgericht steht verbindlich fest, dass der Beklagte jedenfalls hinsichtlich des Schreibens des BSV vom Dezember 1999 seine als solche nicht bestrittene Pflicht zur ordnungsgemässen Kontrolle und Besorgung der eingehenden Post verletzt hat, indem er das Schreiben nicht an die zuständige Stelle weitergeleitet hat. Soweit der Beklagte unter Berufung auf Art. 8 ZGB in Frage stellen möchte, dass der Umschlag mit den Beitrag-Gesuchsformularen monatelang ungeöffnet in seinem Büro lag, ist er damit nicht zu hören, da die kantonalen Gerichte in dieser Hinsicht zu einem positiven Beweisergebnis gelangten, so dass sich die in Art. 8 ZGB geregelte Beweislastverteilung nicht auswirkt (BGE 128 III 22 E. 2d S. 25; 119 II 114 E. 4c S. 117). Insoweit liegt klar eine Pflichtverletzung vor, welche die Vorinstanz zu Recht der Verschuldensbeurteilung zugrunde gelegt hat. 3.2 Darüber hinaus ging die Vorinstanz davon aus, der Beklagte habe sich, unabhängig von der Zustellung eines entsprechenden Formulars, um allfällige Subventionsgesuche zu kümmern gehabt. Das Kantonsgericht ging davon aus, der Beklagte sei seiner Pflicht, den Überblick über die Finanzen zu wahren, nicht nachgekommen und habe nicht bemerkt, dass für das Geschäftsjahr 1999 kein Subventionsgesuch eingereicht worden sei. 3.2.1 Der Beklagte macht in der Berufung geltend, die Wahrung der Frist für das Subventionsgesuch und die Sorge dafür sei nicht in seinem Verantwortungsbereich gelegen, sondern klar in jenem der Klägerin. Allein dieser habe nach den Feststellungen der Vorinstanz oblegen, die entsprechenden Anträge zu stellen. Den hiezu nicht berechtigten Beklagten könne diesbezüglich kein Verschulden treffen. 3.2.2 Die von der Vorinstanz als einschlägig erachteten Vorgaben des Pflichtenhefts lauten wie folgt: