Citation: 8C_322/2021 E. 6.4

6.4. Die Vorinstanz stellte sich auf den Standpunkt, gemäss den überzeugenden Einschätzungen des Dr. med. F.________ vom 1. August 2020, welche mit jenen der Dres. med. E.________ und D.________ übereinstimmen würden, habe der Gesundheitsschaden bereits vor dem Ereignis vom 28. Juni 2019 bestanden. Daran würde, so das kantonale Gericht weiter, auch die Stellungnahme des Dr. med. G.________ vom 17. September 2020 nichts ändern. Wie der Beschwerdeführer jedoch zu Recht geltend macht, kann ihr diesbezüglich nicht gefolgt werden. Die Ansichten der beratenden Ärzte und des behandelnden Orthopäden gehen nach dem Dargelegten (vgl. E. 6.3 hiervor) weit auseinander. Einigkeit besteht zwar insofern, dass die rechte Schulter bereits vor dem Ereignis vom 28. Juni 2019 geschädigt war. Hinsichtlich der Ausprägung dieses Vorzustands, der Diagnose, der (intraoperativen) Befunde und der Interpretation der Bildgebung bestehen jedoch ebenso unüberbrückbare Differenzen wie zur Frage, ob der Schadensmechanismus überhaupt geeignet ist, die umstrittene Schulterverletzung zu verursachen. Sodann sind sich auch die beratenden Ärzte nicht durchweg einig, hält Dr. med. E.________ die von Dr. med. G.________ postulierte Rupturausweitung im Sinne von "acute on chronic" doch immerhin für möglich (vgl. E. 6.3.5 hiervor). Zwar weist namentlich Dr. med. F.________ auf verschiedene Widersprüche in den Schreiben und Stellungnahmen des Dr. med. G.________ hin. Umgekehrt hält Letzterer dafür, dass die Einschätzungen der beratenden Ärzte, insbesondere jene des Dr. med. F.________, nicht dem aktuellen Wissensstand entsprechen würden. Wie es sich damit verhält, kann bei der gegebenen medizinischen Aktenlage ebenso wenig beantwortet werden wie die Frage, ob die unbestrittenermassen vorliegende Listenverletzung zu mehr als 50 %, auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen ist. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (E. 4.3 hiervor). Solche Zweifel sind vorliegend mit Blick auf die diametral voneinander abweichenden ärztlichen Beurteilungen zu bejahen. Daran vermag auch nichts zu ändern, dass sich Dr. med. G.________ in seiner Stellungnahme vom 17. September 2020 vornehmlich auf die genannte Publikation des PD Dr. med. Alexandre Lädermann (et al.) sowie weitere Literatur abstützte. Wie die AXA in ihrer Beschwerdeantwort zwar zutreffend vorbringt, ist eine Einzelfallbeurteilung jeweils unabdingbar (Urteil 8C_672/2020 vom 15. April 2021 E. 4.5). Eine solche lässt sich bereits den früheren Berichten des Dr. med. G.________, namentlich jenem vom 17. Oktober 2019, jedoch ohne Weiteres entnehmen, zumal der behandelnde Orthopäde darin auch auf seine eigenen Wahrnehmungen anlässlich der Operation vom 19. September 2019 verwies. Dass er seine Auffassung im Rahmen der Stellungnahme vom 17. September 2020 im Wesentlichen mit Verweisen auf die Literatur untermauerte, schadet somit nicht. Soweit die AXA weiter geltend macht, der vorliegende konzentrische Schadensmechanismus werde selbst in der von Dr. med. G.________ angerufenen Publikation als nicht geeignet erachtet, die vorliegenden Beschwerden zu verursachen, ist erneut darauf hinzuweisen, dass auch der beratende Dr. med. E.________ eine Rupturausweitung aufgrund des Ereignisses vom 28. Juni 2019 zumindest für möglich hielt.