Citation: 2C_40/2023 E. 5.1

5.1. Das öffentliche Interesse am Widerruf der Niederlassungsbewilligung ist, wie dies die Vorinstanz korrekt erwog, hoch. Es ergibt sich in erster Linie aus dem langjährigen und hohen Sozialhilfebezug des Beschwerdeführers im Umfang von Fr. 693'141.10. Zu prüfen ist in diesem Zusammenhang allerdings, ob die Sozialhilfeabhängigkeit durch Ursachen zu erklären ist, die das öffentliche Interesse an der Aufenthaltsbeendigung mindern (vgl. vorstehende E. 4.2). Der Beschwerdeführer bringt hierzu vor, die Sozialhilfeabhängigkeit sei durch gesundheitliche Beeinträchtigungen bedingt und habe somit nicht als selbstverschuldet zu gelten. Die Vorinstanz stellte für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers auf die IV-Verfahren ab, was das Willkürverbot nicht verletzt (vgl. vorstehende E. 2.2; Urteile 2C_43/2022 vom 18. Januar 2023 E. 4.3.2; 2C_525/2020 vom 7. Oktober 2020 E. 4.2.3; 2C_1048/2017 vom 13. August 2018 E. 3.4). Selbst im Vorbescheid vom 20. August 2021 ging die IV-Stelle noch davon aus, dass der Beschwerdeführer einer angepassten körperlich leichten wechselbelastenden Tätigkeit mit einem Pensum von 6 Stunden pro Tag an 5 Tagen pro Woche und einer Leistungsfähigkeit von 85 % nachgehen könne. Trotzdem hat sich der Beschwerdeführer gemäss Feststellungen der Vorinstanz während Jahren nicht um Stellen bemüht. Die gegenwärtige gesundheitliche Situation des Beschwerdeführers vermag allerdings das Selbstverschulden ein Stück weit zu relativieren (vgl. vorstehende E. 4.2) : Zu Recht verweist der Beschwerdeführer auf einen neurologischen Bericht vom 3. Februar 2022, der ihm eine Arbeitsunfähigkeit attestierte. Auch die IV-Stelle schloss gestützt darauf am 16. März 2022 ihre Eingliederungsbemühungen ab. Zudem erhält der Beschwerdeführer zur Alltagsbewältigung offensichtlich Unterstützung durch die Spitex und eine Wohnbegleitung (Art. 105 Abs. 2 BGG). Vor dem Hintergrund, dass sich der Beschwerdeführer zuvor nicht um eine angepasste Tätigkeit bemühte, erweist sich die langjährige und erhebliche Sozialhilfeabhängigkeit dennoch als grösstenteils selbstverschuldet.