Citation: 6B_959/2021 E. 3.3.4

3.3.4. Die Vorinstanz kommt zum Schluss, die Landesverweisung sei für den Beschwerdeführer zwar vorübergehend mit gewissen Entbehrungen verbunden, treffe ihn indes nicht unverhältnismässig. Insbesondere sei nicht ersichtlich, dass er in der Schweiz aussichtsreiche Perspektiven habe, während er sich in seinem Heimatland voraussichtlich entsprechende Chancen erarbeiten oder sogar eine weitere Ausbildung abschliessen könnte. Die Landesverweisung sei zudem lediglich temporär und falle nicht übermässig aus, wobei es dem Beschwerdeführer nach deren Ablauf möglich sei, wieder in die Schweiz zurückzukehren. Im Ergebnis überwiege somit das Interesse der Öffentlichkeit, vor den Folgen der sich wiederholenden und mitunter folgenschweren Straffälligkeit des Beschwerdeführers bewahrt zu werden gegenüber seinem privaten Interesse an einem Verbleib in der Schweiz. Obige Einschätzung erweist sich als zutreffend. Unbehelflich ist die Argumentation des Beschwerdeführers, wonach Ausländer der zweiten Generation gemäss den (Art. 5 Abs. 2 BV konkretisierenden) Kriterien betreffend den Widerruf einer Niederlassungsbewilligung im Ausländerrecht in der Regel nur verwarnt würden. Der Beschwerdeführer lässt dabei ausser Acht, dass die gestützt auf Art. 121 Abs. 3-6 BV eingeführte obligatorische Landesverweisung (Art. 66a StGB) eine klare Verschärfung der bisherigen (ausländerrechtlichen) Ausweisungspraxis bezweckte (BGE 144 IV 332 a.a.O; vgl. dazu auch BGE 145 IV 55 E. 4.3; Urteile 6B_134/2021 vom 20. Juni 2022 E. 5.3.2; 6B_1424/2019 vom 15. September 2020 E. 3.4.1; je mit Hinweisen). Mithin kann er aus dieser keinen Anspruch auf eine Verwarnung ableiten, die für die infrage kommende Massnahme der Landesverweisung nicht vorgesehen ist (Urteil 6B_742/2019 vom 23. Juni 2020 E. 1.2.2). Dass in der Schweiz aufgewachsenen Ausländern grundsätzlich ein gewichtiges Interesse an einem Verbleib zukommt, ist derweil unbestritten. Wie erwähnt, ist dieses im vorliegenden Fall angesichts der sozialen, familiären und beruflichen Situation des Beschwerdeführers zu relativieren (vgl. dazu supra E. 3.3).