Citation: 6A.40/2001 26.06.2001 E. 3

3.- a) Der Beschwerdeführer wirft der Vorinstanz vor, sie sei entgegen den in BGE 119 Ib 158 E. 3a vom Bundesgericht gemachten Vorgaben von der tatbeständlichen und rechtlichen Würdigung des Strafurteils abgewichen. Sie habe dem Umstand nicht Rechnung getragen, dass der Strafrichter das Verschulden als leicht taxiert habe und überdies von einer geringen Gefährdung ausgegangen sei. Die Busse betrage trotz einer oberen Grenze von Fr. 1'000.-- für Strafmandate lediglich Fr. 360.--, worin ein Betrag von Fr. 60.-- für das Nichttragen der Sicherheitsgurte enthal- ten sei. Im Übrigen seien die besonderen Umstände der Verkehrssituation verschuldensmässig entlastend zu berücksichtigen. b) Dem Gerichtspräsidenten 8 des Gerichtskreises II Biel-Nidau standen als Beweismittel die Einvernahme des Beschwerdeführers, zwei Zeugeneinvernahmen von Polizisten, ein massstabgetreuer Situationsplan und weitere Aktenstücke zur Verfügung. In Würdigung dieser Beweise hält die Vorinstanz fest, der fragliche Fussgängerstreifen führe über neun Meter bis zur Strassenmitte, wo sich die Fussgängerinsel befinde. Der Beschwerdeführer habe wegen der Businsel auf die linke Einspurstrecke ausweichen, anschliessend vor dem Fussgängerstreifen wegen der Fussgängerinsel jedoch wieder leicht nach rechts schwenken müssen. Nach den übereinstimmenden Aussagen der beiden Polizisten habe sich die von rechts kommende Fussgängerin bereits auf dem vierten oder fünften Balken des Streifens befunden, also ca. fünf Meter vom Trottoir entfernt. Es müsse davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer der Fussgängerin den Weg abgeschnitten und folglich mindestens eine erhöhte abstrakte Gefährdung geschaffen habe, was ihm auch verschuldensmässig vorzuwerfen sei. Der Einwand, angesichts der schwierig zu erfassenden örtlichen Situation habe der Beschwerdeführer gemeint, der Fussgängerstreifen sei durch die Verkehrsinsel der Busbetriebe unterbrochen worden, könne nicht gehört werden. Zum einen hätte der Beschwerdeführer gerade deswegen umso aufmerksamer fahren müssen; zum andern aber sei er ortskundig, und er hätte deshalb auch wissen können, dass die Verkehrsinsel der Busbetriebe den Fussgängerstreifen nicht unterbreche. Vorzuwerfen sei indessen dem Beschwerdeführer vor allem die Tatsache, dass er die Fussgängerin, wie er in seiner Stellungnahme an die Vorinstanz festgehalten habe, offensichtlich gar nicht bemerkt habe. Dem Gerichtspräsidenten gegenüber habe er erklärt, dort niemanden gesehen zu haben, und er sei sehr erstaunt gewesen, dass die Polizei ihn angehalten habe. Er habe denn zuerst geglaubt, dass es sich um einen andern Fussgängerstreifen handle. Die Vorinstanz leitet daraus ab, dass der Beschwerdeführer recht unaufmerksam gewesen sein müsse, als er der Fussgängerin den Vortritt nicht gewährt habe, was ihm als nicht mehr leichtes Verschulden anzulasten sei. Damit seien weder Verschulden noch Gefährdung gering. c) Es ist nicht ersichtlich, inwiefern die Vorinstanz von den tatsächlichen Feststellungen des Strafrichters abgewichen sein soll. Sie legt ihren Überlegungen den Sachverhalt zu Grunde, der von der Strafbehörde beurteilt wurde. Die Berücksichtigung der eigenen Ausführungen des Beschwerdeführers gegenüber dem Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt ist zulässig. Der Beschwerdeführer macht denn auch nicht geltend, sie würden von den Strafakten abweichen. Ist der Sachverhalt in allen relevanten Elementen bekannt, ist die Verwaltungsbehörde in der rechtlichen Beurteilung des Falles frei (BGE 119 Ib 158 E. 3c/bb, S. 164).