Citation: 9C_221/2021 E. 4.2.2

4.2.2. Welcher Grad und welche Dauer der Arbeitsfähigkeit ausreichen, um den zeitlichen Konnex zwischen der ursprünglichen, während des Vorsorgeverhältnisses eingetretenen Arbeitsfähigkeit und der späteren Invalidität zu unterbrechen, ist Rechtsfrage (BGE 144 V 58 E. 4.1 i.V.m. E. 4.4). Tatsächlicher Natur - und damit für das Bundesgericht grundsätzlich verbindlich (E. 2 hiervor) - sind indes die vorinstanzlichen Feststellungen zu Gesundheitsschäden und Arbeitsfähigkeit. Dies gilt - entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin - auch bei freier Prüfung des Eintritts der für die Invalidität ursächlichen Arbeitsunfähigkeit durch das kantonale Gericht (vgl. zur Publikation vorgesehenes Urteil 9C_106/2021 vom 6. Juli 2021 E. 1.3 i.V.m. E. 4.2). 4.2.2.1. Nicht weiter einzugehen ist im Kontext der Prüfung einer Unterbrechung des zeitlichen Konnexes auf die Ausführungen der Beschwerdeführerin zu ihrer Arbeits (un) fähigkeit während des Vorsorgeverhältnisses, zumal nicht bestritten ist, dass wiederholt Arbeitsunfähigkeiten verschiedener Genese bestanden haben, was zur Kündigung geführt hat. Die Beschwerdeführerin zeigt nicht auf, inwiefern eine Verbesserung der damaligen Befunde - entgegen der Vorinstanz - prognostisch unwahrscheinlich gewesen sein sollte (vgl. bereits E. 4.2.1 hiervor). 4.2.2.2. Die Beschwerdeführerin trägt vor, sie sei von der Arbeitgeberin gedrängt worden, sich bei der Arbeitslosenversicherung anzumelden. Diesem Druck habe sie nachgegeben; zwecks finanzieller Absicherung habe sie sich ein ärztliches Zeugnis organisieren müssen, das ihr die Arbeitsfähigkeit bestätigt habe. Die Vorinstanz sei in fachfremde, willkürliche Spekulation verfallen, wenn sie Befunde und Funktionseinbussen bei der Arbeit überhaupt nicht diskutiert, sondern allein basierend auf der retrospektiven und unbegründeten Bescheinigung des Dr. med. C.________ und des Besuchs von RAV-Kursen sowie eines Diplomlehrgangs auf Arbeitsfähigkeit geschlossen habe. Dabei habe sie unberücksichtigt gelassen, dass ausserhalb eines konkreten Anstellungsverhältnisses die Funktionseinschränkungen im Zusammenhang mit dem Druck von Arbeitszeiten, dem Arbeitsdruck und der Angst vor einem Stellenverlust naturgemäss keine Rolle gespielt hätten. Willkürlich sei weiter, dass das kantonale Gericht in antizipierter Beweiswürdigung auf das Einholen der Krankengeschichte bei Dr. med. C.________ verzichtet habe, zumal sich daraus Anhaltspunkte dafür hätten ergeben können, dass der behandelnde Arzt sein Arbeitsfähigkeitszeugnis "ohne irgendwelchen Bezug auf Befunde und Funktionseinschränkungen" ausgestellt haben könnte. Die Rügen verfangen nicht. Das Sozialversicherungsgericht hat in einlässlicher Würdigung der Akten festgestellt, es habe in der Zeit vom 6. Mai bis 19. September 2013 - mithin während mehr als dreier Monate - überwiegend wahrscheinlich (zu diesem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad vgl. etwa BGE 144 V 427 E. 3.2 mit Hinweis) eine uneingeschränkte respektive über 80 % liegende Arbeitsfähigkeit bestanden. Dabei hat es weder verkannt, dass die Arbeitsfähigkeitsbescheinigung des Hausarztes zu Handen der zuständigen Arbeitslosenkasse ausgefertigt wurde, noch, dass der Besuch von Aus- und Weiterbildungen sowie der Bezug von Taggeldern der Arbeitslosenversicherung grundsätzlich nicht mit demselben Gewicht wie effektive Arbeitstätigkeit das Vorhandensein voller Arbeitsfähigkeit nahelegen. Vielmehr hat sie in Würdigung der gesamten Umstände (Bezug von Taggeldern der Arbeitslosenversicherung bei voller Vermittlungsfähigkeit; Existenz eines ärztlichen Attests über die volle Arbeitsfähigkeit sowie Besuch von Aus- und Weiterbildungen) eine vorübergehende (nahezu) volle Arbeitsfähigkeit bejaht. Was die Beschwerdeführerin dagegen vorbringt, vermag diese Sichtweise weder als willkürlich noch sonstwie bundesrechtswidrig erscheinen zu lassen. Insbesondere hat das kantonale Gericht nicht den Untersuchungsgrundsatz verletzt, hatte es doch einerseits bereits festgestellt, dass das Zeugnis zuhanden der Arbeitslosenkasse gefertigt wurde, so dass sich weitere Abklärungen in dieser Hinsicht erübrigten, und ist - nicht zuletzt mit Blick auf Art. 318 StGB (Strafbarkeit eines falschen ärztlichen Zeugnisses) - anderseits grundsätzlich nicht zu erwarten, dass ein behandelnder Arzt vorsätzlich ein Gefälligkeitszeugnis zwecks Bezugs von Sozialversicherungsleistungen ausstellt, und noch viel weniger, dass er solches in der Krankengeschichte dokumentiert haben könnte, wie seine Patientin nahezulegen scheint. Zusätzlicher Abklärungsbedarf bestand umso weniger, als es dieser grundsätzlich offen stand, bei ihrem Hausarzt die eigene Krankengeschichte einzusehen (Art. 8 Abs. 2 und 3 DSG), anstatt bezüglich deren möglichen Inhalts Vermutungen zu formulieren, die bestenfalls als spekulativ zu bezeichnen sind. Demnach hat es beim vorinstanzlichen Urteil sein Bewenden.