Citation: 7B_131/2024 E. 3.3

3.3. In Bezug auf die Situation in Sri Lanka gelangte das Bundesverwaltungsgericht in einem Referenzurteil aus dem Jahr 2016 zum Schluss, es bestehe keine generelle Gefahr für Rückkehrende tamilischer Ethnie, Verhaftung und Folter ausgesetzt zu sein, sofern nicht gewisse Risikofaktoren erfüllt seien. Solche Risikofaktoren können beispielsweise exilpolitische Tätigkeiten, eine Verbindung zu den LTTE oder ein Eintrag in einer sogenannten "Stop-List" sein (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 E. 8.5; zitiert in: Urteil 2C_293/2020 vom 24. Juli 2020 E. 5.2 mit Hinweisen). Diese Einschätzung ist auch angesichts der aktuellen Ereignisse in Sri Lanka nach wie vor ausschlaggebend (siehe Urteil 6B_1470/2022 vom 29. August 2023 E. 2.6.1 mit Hinweisen) und steht im Einklang mit der Rechtsprechung des EGMR (Urteil T.N. gegen Dänemark vom 20. Januar 2011, Nr. 20594/08, § 87 ff. und § 93). Auch der EGMR verlangt die Darlegung triftiger Gründe, dass die von ihm im Rahmen seiner Rechtsprechung entwickelten Risikofaktoren erfüllt sind und deshalb die ernsthafte und konkrete Gefahr besteht, die rückkehrende Person sei für die lokalen Sicherheitsbehörden aufgrund ihrer engen Verbindungen zur LTTE von hohem Interesse, weshalb ihr bei ihrer Ankunft in Sri Lanka die Verhaftung und unmenschliche Behandlung drohe (Urteil T.N. gegen Dänemark vom 20. Januar 2011, Nr. 20594/08, § 89 und 93 f.).