Citation: 6P.178/2001 11.01.2002 E. 4

4.- a) Im Fall Cosco machten die Angeschuldigten im kantonalen Verfahren geltend, sie seien zufolge des Gleichbehandlungsprinzips freizusprechen, da die Verfahren gegen andere Beteiligte, wie z.B. die Anwältin der Cosco, nicht anhand genommen, eingestellt oder deren Untersuchungen immer noch nicht abgeschlossen worden seien (angefochtener Entscheid S. 104). Der Beschwerdeführer rügt, das Obergericht sei in Willkür verfallen, weil es den objektiven Tatbestand bei der Rechtsanwältin als nicht erfüllt, dagegen bei ihm als erfüllt betrachtet habe (Beschwerde S. 8). Das Vorbringen ist insoweit zum vornherein unrichtig, als das Verfahren gegen die Anwältin eingestellt wurde, weil ihr der subjektive Tatbestand nicht nachgewiesen werden konnte (angefochtener Entscheid S. 106). In diesem Zusammenhang macht der Beschwerdeführer geltend, wenn man einer rechtskundigen Rechtsanwältin den Vorsatz nicht einmal im Sinne eines Eventualdolus nachweisen könne, obwohl sie aktiv am Geschehen beteiligt gewesen sei und viel Geld entgegengenommen habe, müsse davon ausgegangen werden, "dass bereits der objektive Tatbestand nicht erfüllt ist oder zumindest auch (der Beschwerdeführer) als Ungebildeter, der auf den Beistand der Rechtsanwältin angewiesen war, nicht den Vorsatz hatte, die Kunden zu betrügen" (Beschwerde S. 9). Das Vorbringen ist offensichtlich unbegründet. Allein aus dem Umstand, dass die Anwältin nicht den Vorsatz hatte, die Kunden der Cosco zu betrügen, lässt sich für die Frage, welchen Vorsatz der Beschwerdeführer hatte, nichts herleiten. Dasselbe gilt erst recht für die Frage, ob der Beschwerdeführer den objektiven Tatbestand des Betruges erfüllt hat. Aufgrund der summarischen Behauptung in der Beschwerde ist nicht ersichtlich, dass und inwieweit das Obergericht das Gleichbehandlungsgebot verletzt haben könnte. Im Zusammenhang mit der Tätigkeit der Anwältin für die Cosco haben die kantonalen Behörden im Übrigen ausdrücklich festgehalten, dass erhebliche Zweifel daran, dass sie seriös tätig gewesen sei, und an ihren damaligen Fähigkeiten bestünden (angefochtener Entscheid S. 106, 117). Der Umstand, dass die Anwältin eine entsprechende Ausbildung hat, spricht folglich noch nicht für die Behauptung des Beschwerdeführers, er habe in Bezug auf die betrügerische Tätigkeit keinen Vorsatz gehabt. b) Das Obergericht stellt fest, der Beschwerdeführer und die anderen Beteiligten hätten die Kunden über ihren inneren Willen getäuscht, da sie tatsächlich gar nicht die Absicht gehabt hätten, den Kunden einen Kredit zu vermitteln (angefochtener Entscheid S. 148). Der Beschwerdeführer rügt, das Obergericht habe in diesem Zusammenhang die Beweise willkürlich gewürdigt (Beschwerde S. 9). In diesem Punkt kann auf die Ausführungen des Obergerichts verwiesen werden (vgl. angefochtener Entscheid S. 149 - 155). Die Beschwerde erschöpft sich in unzulässiger appellatorische Kritik (vgl. Beschwerde S. 9 - 11). Wenn das Obergericht z.B. zum Schluss gelangt, die Beteiligten seien sich des fehlenden Zahlungswillens sowie der mangelnden Zahlungsfähigkeit der refinanzierenden Stellen bewusst gewesen (angefochtener Entscheid S. 155), so lässt sich dies nicht mit dem Hinweis darauf widerlegen, die Bank X.________ habe das Projekt Y.________ "bestätigt" und die Z.________ habe Finanzierungsgeschäfte von 200 bis 300 Millionen Franken "beabsichtigt" (Beschwerde S. 10). Eine solche Bestätigung bzw. Absichtserklärung der Stellen, die die Kredite angeblich finanzieren sollten, beweist noch nicht, dass der Beschwerdeführer tatsächlich Kredite zu vermitteln beabsichtigte.