Citation: 6B_324/2023 E. 2.2.4

2.2.4. Entgegen dem Beschwerdeführer übersieht die Vorinstanz nicht, dass er sich nicht selbst belasten musste und dass er die Aussage verweigern durfte. Dies hindert sie allerdings nicht daran, sein Aussageverhalten im Verlauf des Strafverfahrens einer sorgfältigen Würdigung zu unterziehen. Dabei durfte sie zum Schluss gelangen, dass seine anfängliche Aussageverweigerung taktisch motiviert gewesen sei und dass er an den späteren Einvernahmen gezielt entlastende Angaben zum Kerngeschehen gemacht habe. Die Vorinstanz qualifiziert seine Aussagen anhand verschiedener Beispiele als "karg, einsilbig und wenig stimmungsvoll". Sie entlarvt scheinbare Wahrheitssignale mit Hinweis auf die Akten als konstruiert und wertet diverse Aussagen als beschönigende Schutzbehauptungen. Von einer Verletzung von Art. 14 Ziff. 3 lit. g UNO-Pakt II oder Art. 6 Ziff. 1 und 2 EMRK kann keine Rede sein.