Citation: 2C_1016/2021 E. 1.2

1.2. Im Zusammenhang mit der geltend gemachten ehelichen Gewalt steht der Beschwerdeführerin 1, die nach der Heirat mit einem in der Schweiz aufenthaltsberechtigten türkischen Staatsbürger lediglich über eine Aufenthaltsbewilligung nach Art. 44 Abs. 1 AIG (SR 142.20) verfügte, kein Anspruch auf Verlängerung ihrer Aufenthaltsbewilligung nach Art. 50 Abs. 1 lit. b i.V.m. Abs. 2 AIG zu (vgl. den Wortlaut von Art. 50 Abs. 1 AIG und Art. 77 Abs. 1 der Verordnung vom 24. Oktober 2007 über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit [VZAE; SR 142.201] sowie zum Anwendungsbereich von Art. 50 AIG im Zusammenhang mit dem ausländerrechtlichen Bewilligungsstatus BGE 140 II 289 E. 3.6.1; Urteil 2C_536/2016 vom 13. März 2017 E. 3.1, je mit Hinweisen). Die Beschwerdeführer berufen sich allerdings in vertretbarer Weise auf die sich aus Art. 7 und 13 BV sowie Art. 3 und 8 EMRK ergebenden positiven staatlichen Schutzpflichten gegenüber Opfern ehelicher Gewalt (vgl. hierzu Urteile 2C_915/2019 vom 13. März 2020 E. 5.2; 2C_1072/2014 vom 9. Juli 2015 E. 2.3 f. und hinten E. 4.1).