Citation: I 605/06 14.02.2007 E. 5

5.1 Die IV-Stelle hat dem Beschwerdegegner eine bis 31. März 2000 befristete ganze Invalidenrente sowie mit Wirkung ab 1. April 2000, unter Berücksichtigung der dreimonatigen Frist nach Art. 88a Abs. 1 IVV, eine halbe Rente gestützt einen Invaliditätsgrad von 50 % zugesprochen. Zur Begründung hat sie in der Verfügung vom 21. April 2004 im Wesentlichen ausgeführt: "Nach Eintritt des Gesundheitsschadens bestand eine überwiegende Arbeitsunfähigkeit, die sich nach einer vorübergehenden kurzen Phase (Herbst 1999) ab Jahresende 1999 stabilisiert bzw. reduziert hat, weshalb nach Ablauf einer Karenzfrist von drei Monaten die bisher gewährte Ganzrente auf eine halbe Rente herabgesetzt werden kann." Das kantonale Gericht hat demgegenüber eine Verbesserung des Gesundheitszustandes des Beschwerdegegners ab Januar 2000 verneint. 5.2 Die Vorinstanz stützt sich bei ihrer Folgerung, eine wesentliche Verbesserung des Gesundheitszustandes Ende 1999 / anfangs 2000 sei nicht überwiegend wahrscheinlich, auf die Begutachtung des Dr. phil. H.________. Dazu ist zunächst zu bemerken, dass es sich bei den Ausführungen von Dr. phil. H.________ nicht um solche eines im Bereiche der Psychiatrie spezialisierten Arztes, sondern eines behandelnden Psychologen handelt. Überdies sind behandelnde Ärzte nicht als Gutachter einzusetzen (U. Meyer-Blaser, Das medizinische Gutachten aus sozialversicherungsrechtlicher Sicht, in: A.M. Siegel/D. Fischer [Hrsg.], Die neurologische Begutachtung, Schweizerisches medico-legales Handbuch, Band 1, Zürich 2004, S. 97; ders., Sozialversicherungsrecht und Medizin, in: H. Fredenhagen, Das ärztliche Gutachten, 4. Aufl., Bern e.a. 2003, S. 22). Demgegenüber handelt es sich bei Dr. E.________ um einen ausgebildeten Facharzt im Bereiche der Psychiatrie, der als unabhängiger Gutachter seine Erhebungen vornahm. Dr. med. E.________ kommt zum Schluss, dass beim Beschwerdegegner insbesondere bei Berücksichtigung einer zumutbaren Willensanstrengung eine 50%ige Arbeitsfähigkeit gegeben sei. Die von ihm abgelieferten Gutachten genügen den Anforderungen an eine beweiskräftige medizinische Stellungnahme (BGE 125 V 352 Erw. 3a, 122 V 160 Erw. 1c), beruhen auf umfassenden Untersuchungen und berücksichtigen die geklagten Beschwerden. Zudem sind seine Schlussfolgerungen begründet sowie nachvollziehbar und wurden die Gutachten in Kenntnis der umfangreichen Vorakten (Anamnese) abgegeben. Es besteht daher keine Veranlassung, von dieser Beurteilung abzuweichen. Insbesondere trifft es nicht zu, dass der Beschwerdegegner nicht an einer somatoformen Schmerzstörung, sondern an einer Depression leide, weshalb hier die zumutbare Willenanstrengung zur Erwerbsaufnahme nicht verlangt werden könne. Von Dr. med. E.________ wird sowohl im Gutachten vom 22. August 2001 wie auch vom 22. November 2003 eine somatoforme Schmerzstörung aufgeführt. Zudem wird dem Beschwerdegegner ja nicht zugemutet, wieder vollzeitlich erwerbstätig zu sein, obwohl gemäss dem beim Universitätsspital I.________ eingeholten neurologischen Konsilium somatisch eine volle Arbeitsfähigkeit bestätigt wird. Vielmehr wird dem 1969 geborenen Beschwerdegegner lediglich zugemutet, zumindest einer teilweisen Erwerbstätigkeit nachzugehen. Eine Erhöhung der Arbeitsfähigkeit wurde auch von Dr. med. P.________ attestiert (Arbeitsunfähigkeit von 100 % vom 24. Oktober 1998 bis 4. Januar 1999, von 50 % vom 5. Januar bis zum 14. November 1999, von 100 % vom 15. November bis 28. Dezember 1999 sowie von 50 % seit 29. Dezember 1999 bis zur Erstellung des Arztberichtes am 1. April 2000). Er konnte sich dabei auch auf die Beurteilungen des Dr. med. J.________ sowie der Frau Dr. phil. S.________ vom 2. November 1999 abstützen. Frau Dr. phil. S.________ wies dabei darauf hin, dass betreffend der posttraumatischen Belastungsstörung weiterhin ein positiver Verlauf festgehalten werden könne. Diese Feststellungen wurden von Dr. med. P.________ im von ihm gegenüber der Invalidenversicherung verfassten Arztbericht übernommen. Die 50%ige Arbeitsfähigkeit ab Januar 2000 deckt sich mit den Feststellungen des Gutachters Dr. med. E.________. Damit sind die Revisionsvoraussetzungen gemäss Art. 17 Abs. 1 ATSG erfüllt. Die Beschwerdeführerin hat in ihrer Verfügung auch berücksichtigt, dass die Veränderung der Verhältnisse drei Monate angedauert hat (Art. 88a IVV sowie BGE 130 V 343 Erw. 3.5.3), so dass die ganze Invalidenrente zu Recht per 1. April 2000 auf eine halbe herabgesetzt wurde.