Citation: 2C_566/2019 E. 4.2

4.2. Im erwähnten Urteil führte das Bundesgericht aus, dass der konkrete Fall die internationale Hilfe ("entraide internationale") betreffe (BGE 145 II 168 E. 3.2 S. 172 ff.). Zur Begründung erklärte das Bundesgericht insbesondere, aus funktioneller Sicht unterscheide sich das Verfahren der Anerkennung des Bankauflösungsplanes nicht in grundsätzlicher Weise von einem ordentlichen Verfahren der Anerkennung eines ausländischen Konkursdekrets. Für die ausländische Behörde, welche den Auflösungsplan angenommen habe, gehe es darum, die Vermögenswerte, welche die aufzulösende Bank bei der Schweizer Bank deponiert habe, zurückfordern zu können, um zur Sanierung schreiten und schliesslich mit der Liquidation der Bank eine ihr staatlich übertragene öffentliche Aufgabe zu erfüllen (BGE 145 II 168 E. 3.2 S. 3.2.3 S. 173). Weil die FINMA die andorranische Behörde dazu ermächtigt habe, ihren Bankauflösungsplan in der Schweiz auszuführen, liege ein Akt der internationalen Hilfe zwischen zwei Behörden unterschiedlicher Staaten vor (BGE 145 II 168 E. 3.2.4 S. 173 f.). Der Annahme einer solchen Hilfeleistung stehe nicht entgegen, dass die FINMA im konkreten Fall weder einen Anschlusskonkurs eröffnet noch ein Anschlusskonkursverfahren durchgeführt habe. Denn eine internationale Hilfe könne auch darin bestehen, einer ausländischen Behörde die Ermächtigung zu erteilen, in der Schweiz Handlungen vorzunehmen (BGE 145 II 168 E. 3.2.4 S. 174).