Citation: 5C.164/2000 04.04.2001 E. 3

3.-Die Beklagte macht geltend, dass der Appellationshof beim Nachweis des natürlichen Kausalverlaufs vom falschen Massstab (Beweismass) ausgegangen sei. a) Nach den allgemeinen Regeln von Art. 8 ZGB hat der Geschädigte zu beweisen, dass zwischen dem behaupteten schädigenden Verhalten und dem Eintritt des Schadens ein Kausalzusammenhang besteht. Kann der Natur der Sache nach kein direkter Beweis geführt werden, genügt, dass der Richter die Überzeugung gewinnt, dass eine überwiegende Wahrscheinlichkeit für den Kausalverlauf spricht (BGE 121 III 358 E. 5 S. 363; 115 II 440 E. 5a S. 447 f. und E. 6a S. 449 f.). Keine natürliche Kausalität liegt dagegen vor, wenn nach den besonderen Umständen des Falles weitere Möglichkeiten bestehen, die neben der behaupteten Ursachenfolge ebenso ernsthaft infrage kommen oder sogar näher liegen (BGE 107 II 269 E. 1b S. 273 m.w.H.). b) Die Beklagte wirft dem Appellationshof nicht vor, statt eines strikten Beweises nur den Wahrscheinlichkeitsbeweis verlangt zu haben. Vielmehr macht sie geltend, die Vorinstanz habe aufgrund einer blossen "Vermutung", gestützt auf "eine blosse Möglichkeit", den natürlichen Kausalzusammenhang bejaht und damit Bundesrecht verletzt. Damit rügt sie im Grunde genommen, dass die Vorinstanz den Wahrscheinlichkeitsbeweis für den infrage stehenden Kausalverlauf als erbracht erachtet habe. Dies beschlägt aber die Beweiswürdigung, die nicht mit Berufung, sondern nur mit staatsrechtlicher Beschwerde angefochten werden kann (BGE 122 III 219 E. 3c S. 223 f. m.w.H.). c) Ebenso wenig ist auf die Berufung einzutreten, als die Beklagte rügt, dass sich die Vorinstanz für den Nachweis des natürlichen Kausalzusammenhangs mit blossen Mutmassungen zufrieden gegeben und nicht einen Nachweis der überwiegenden Wahrscheinlichkeit verlangt habe, womit faktisch die Beweislast umgekehrt und damit Art. 8 ZGB verletzt worden sei. Auch diese Rüge beschlägt die Beweiswürdigung. Von einer Beweislastumkehr kann keine Rede sein. d) Die Abweisung verschiedener Beweisanträge - Antrag auf eine Oberexpertise, keine Betrachtung der Videokassette "Kanalfernsehen", keine Anhörung von Dr. Häfeli bzw. Hans Boss, Verzicht auf das beantragte Parteiverhör bzw. die beantragten Zeugeneinvernahmen - betrifft nicht das Recht auf Beweis (Art. 8 ZGB). Vielmehr liegt darin eine antizipierte Beweiswürdigung, die nur mit staatsrechtlicher Beschwerde angefochten werden kann (BGE 122 III 219 E. 3c S. 223 f. m.w.H.).