Citation: 6B_425/2023 E. 2.1.3

2.1.3. Im kantonalen Verfahren war umstritten, was geschehen war, kurz bevor der Nachbar des Beschwerdeführers beim Lieferwagen eintraf. Die Vorinstanz würdigt das Aussageverhalten des Beschwerdeführers und stellt diesem die Angaben des Beschwerdegegners gegenüber. Diese wiederum vergleicht sie mit den Depositionen des Nachbarn. Sie hält auch zutreffend fest, dass nicht zwingend ein Freispruch erfolgen muss, wenn Aussage gegen Aussage steht. Nach ihrer sorgfältigen Beweiswürdigung gelangt die Vorinstanz zum Beweisergebnis, dass der Beschwerdeführer in grosse Aufregung und Sorge geriet, als der Beschwerdegegner mit seinem Lieferwagen vorbeifuhr. Er habe die Durchfahrt irrtümlicherweise für rechtswidrig gehalten. Den Beschwerdeführer habe zusätzlich enerviert, dass der Beschwerdegegner nach der Durchfahrt wieder beschleunigte, obwohl ihn der Nachbar mit Handzeichen und Zurufen aufgefordert habe, die Geschwindigkeit zu drosseln. In diesem hochemotionalen Zustand sei der Beschwerdeführer dem Lieferwagen spontan nachgerannt, um die Konfrontation mit dem Beschwerdegegner zu suchen. Der Beschwerdegegner habe in der folgenden Linkskurve angehalten, um zu prüfen, ob er mit seinem Lieferwagen die dortige Baustelle passieren könne. Als er den Kopf durch die Beifahrertüre gestreckt habe, habe der Beschwerdeführer ihn unversehens gepackt und ihm mit der flachen Hand ins Gesicht geschlagen. In der Folge habe er dem Beschwerdegegner gesagt, wenn er nochmals so fahre, werde "etwas Schlimmeres" passieren. Dann habe er ihn nochmals geohrfeigt. Nicht erstellt sei hingegen, dass der Beschwerdeführer gedroht habe, er werde den Beschwerdegegner umbringen, wenn er nochmals so fahre. Die Vorinstanz hält fest, dass diese Worte Eingang in den Strafbefehl fanden, weil sie auf einer Beilage notiert waren, welche der Beschwerdegegner eingereicht hatte. Diese Formulierung habe der Beschwerdegegner bei keiner Befragung wiederholt.