Citation: H 176/05 30.01.2006 E. 3

3.1 Diese Frage ist im Lichte der geltenden Rechtsprechung (vgl. das von den Verfahrensbeteiligten mehrfach erwähnte Urteil K. vom 10. Januar 2003, H 230/01, publiziert in SVR 2003 AHV Nr. 12 S. 31 und Urteil R. vom 29. September 2005, H 247/04), an der festzuhalten ist, eindeutig zu verneinen. Abgesehen vom Verhältnis der mono- zur binauralen Hörgeräteversorgung, wo spezielle Verhältnisse vorliegen (ZAK 1984 S. 227), wird der Rechtssinn des Art. 4 HVA überschritten, wenn in die Besitzstandsgarantie auch Leistungen miteinbezogen werden, welche die versicherte Person vor Erreichen des Schlussalters auf Grund ihrer Invalidität noch nicht hatte beanspruchen müssen und die nunmehr im Alter wegen zunehmender Verschlechterung der gesundheitlichen Verhältnisse nötig werden. Das trifft bei der Beschwerdegegnerin, wie aus ihren eigenen Vorbringen hervorgeht, eindeutig zu, was auch das kantonale Gericht berücksichtigt hat. 3.2 Im weiteren kann der - von der Beschwerdegegnerin geteilten - vorinstanzlichen Argumentation nicht beigepflichtet werden, wonach ohne Anerkennung einer Leistungspflicht für den auf Grund der neueingetretenen gesundheitlichen Verschlechterung nötig gewordenen Behelf die Besitzstandsgarantie für die vorher zugesprochenen Leistungen hinfällig, gleichsam ihres Gehaltes entleert oder, wie die Beschwerdegegnerin sich ausdrückt, "de facto abgesprochen" würde. Wenn das kantonale Gericht zwischen "den bisher finanzierten Anpassungen am Motorfahrzeug und dem beantragen Kofferraum-Rollstuhllifer" einen "enge(n) Konnex" feststellt und im weiteren anführt sämtliche Anpassungen gehörten zur gleichen Art der Hilfsmittelausstattung gemäss Ziff.10.05 HVI-Anhang (Invaliditätsbedingte Abänderungen von Motorfahrzeugen), ist damit für die Auslegung des Art.4 HVA nichts Entscheidendes gewonnen. Wie die beschwerdeführende Ausgleichskasse zutreffend argumentiert, hätte die vorinstanzliche Auffassung zur Folge, "dass sukzessiv eintretende Verschlimmerungen des Gesundheitszustandes im AHV-Alter (...) einen Anspruch auf zusätzliche, neue Hilfsmittel am Automobil vermitteln", was über die Besitzstandsgarantie hinausgeht. Die zu Zeiten der IV-Zuständigkeit erworbene Leistungsberechtigung und ihre Weiterführung im AHV-Alter, wozu die Ausgleichskasse unstreitig bereit ist (und entsprechende Leistungen verfügt hat, z.B. Kosten für eine leichter drehbare Servolenkung am 12. Februar 2004), behält durchaus ihren Sinn: Soweit nach Erreichen des Schlussalters invalditätsbedingte Änderungen am Motorfahrzeug erforderlich werden, kann die Beschwerdegegnerin daran im Umfang des IV-rechtlich erworbenen Leistungsumfanges Beiträge verlangen, obwohl sie dazu nach der HVA grundsätzlich nicht mehr berechtigt wäre. Neu entstehende Mehraufwendungen hingegen für Anpassungen, die von den bisher übernommenen invaliditätsbedingten Abänderungen begrifflich durchaus unterschieden werden können, gehen über die Besitzstandsgarantie hinaus.