Citation: I 836/05 01.03.2006 E. 3.3

3.3.1 Anders als etwa ein Haushaltlehrjahr oder eine Haushaltungsschule, welche darauf abzielen, im Sinne einer Grundausbildung schulische Wissenslücken zu schliessen - weshalb die anfallenden Kosten von der Invalidenversicherung weder als erstmalige berufliche Ausbildung (oder entsprechende Vorbereitungsmassnahme) noch unter dem Titel der Berufsberatung übernommen werden können (vgl. AHI 2002 S. 174 und Urteil R. vom 17. März 2004, I 242/02) -, ist das Vorlehrjahr in der Stiftung P.________ nach dem Gesagten (Erw. 2.3.1 hievor) massgeblich auf die berufliche Integration ausgerichtet. Daran ändert nichts, dass die Vermittlung von Basiswissen ebenfalls auf dem Programm steht. Das Vorlehrjahr kann damit grundsätzlich als Massnahme im Sinne von Art. 15 IVG genutzt werden. 3.3.2 In den Zwischenberichten vom 10. September und 17. Dezember 2004 weist der Berufsberater der Invalidenversicherung darauf hin, dass die Verwirklichung der erstmaligen beruflichen Ausbildung bei einer vorzeitigen Entlassung der Versicherten aus dem Projekt Y.________ akut gefährdet (gewesen) wäre. Denn nach Abschluss der Abklärungsmassnahmen im Herbst 2004 kannte die Beschwerdegegnerin weder ihr genaues Berufsziel noch wäre sie gesundheitlich in der Lage gewesen, eine erstmalige berufliche Ausbildung in Angriff zu nehmen. Eine Entlassung kam schon aus diesem Grund nicht in Frage (vgl. Urteil A. vom 13. Juli 1990, I 492/88). Darüber hinaus war nach dem Scheitern der Vorlehre im Hotel D.________ unklar, ob die Beschwerdegegnerin eine externe Ausbildung überhaupt durchstehen kann oder ob sie einen heilpädagogischen Rahmen benötigt (Zwischenbericht des Berufsberaters vom 15. Oktober 2004). Die im Rahmen des Vorlehrjahres zu absolvierenden Praktika dienten somit auch der Abklärung der beruflichen Eingliederungsmöglichkeiten. Das Vorlehrjahr hatte damit einerseits den Zweck, den Berufswunsch näher zu konkretisieren und anderseits ein berufliches Umfeld zu finden, das die Beeinträchtigungen der Beschwerdegegnerin toleriert. Die entsprechenden Kosten sind somit bis zum Beginn der erstmaligen beruflichen Ausbildung als berufliche Eingliederung gemäss Art. 15 IVG von der Invalidenversicherung zu übernehmen (vgl. Urteil H. vom 30. Dezember 1993, I 174/93, mit Hinweisen).