Citation: I 220/03 04.09.2003 E. 4.2

4.2.1 Die ablehnende Verfügung vom 13. August 2002 stützt sich in medizinischer Hinsicht auf das Gutachten der Rheumatologischen Klinik und Poliklinik des Spital S.________ vom 12. April 2002. Danach ist der Beschwerdeführer von Seiten des Bewegungsapparates in einer leichten körperlichen Tätigkeit ohne Heben und Tragen von schweren Lasten sowie ohne langdauerndes Stehen oder Sitzen zu 100 % arbeitsfähig. Verwaltung und Vorinstanz haben diesem Gutachten im Lichte der von der Rechtsprechung entwickelten Grundsätze (BGE 125 V 352 Erw. 3a) zu Recht volle Beweiskraft beigemessen. Der letztinstanzlich nachgereichte Bericht des Dr. med. C.________ vermag die Zuverlässigkeit des Gutachtens für den hier zu beurteilenden Zeitraum bis zum Erlass der Verfügung vom 13. August 2002 (BGE 121 V 366 Erw. 1b) nicht in Frage zu stellen. Es ist somit davon auszugehen, dass sich die gesundheitliche Situation in somatischer Hinsicht seit dem Erlass Verfügung vom 23. April 1996 nicht verschlechtert hat. 4.2.2 In der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird geltend gemacht, in Bezug auf eine allenfalls hinzugetretene psychisch begründete Einschränkung der Arbeitsfähigkeit seien zusätzliche Abklärungen notwendig. Nach der Rechtsprechung ist eine spezialärztliche Untersuchung, wie sie der Beschwerdeführer verlangt, erforderlich, wenn hiezu auf Grund der Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebender Anhaltspunkte hinreichender Anlass besteht (BGE 117 V 282 Erw. 4a; AHI 1994 S. 212 Erw. 4a; SVR 1999 UV Nr. 10 S. 28 Erw. 2c). Die ärztlichen Stellungnahmen enthielten zunächst keine Hinweise auf das Vorliegen einer psychischen Störung von Krankheitswert. Wohl wird bereits im Gutachten des Dr. med. D.________ vom 18. September 1995 auf gewisse Eigenheiten der Persönlichkeit des Beschwerdeführers hingewiesen: Dieser habe einen besonderen Charakter, sei dem Gutachter als sehr verschlossen erschienen und habe beispielsweise von sich aus erwähnt, sein Charakter erlaube ihm keine Tätigkeit als Verkäufer oder Vertreter. Eine psychische Störung von Krankheitswert stellte Dr. med. D.________ jedoch nicht fest. Gemäss dem Gutachten des Spital S.________ vom 12. April 2002 stehen im Zusammenhang mit den Schwierigkeiten, ein existenzsicherndes Einkommen zu erzielen, gewisse Besonderheiten der Persönlichkeit im Vordergrund. Die Ärzte erklären jedoch, sie seien weder fachlich dazu ausgebildet, noch könnten sie auf Grund einer einmaligen Konsultation diesbezüglich ein Urteil abgeben. In Beantwortung einer entsprechenden Frage führen sie aus, von psychischer Seite her bestünden zwar keine Krankheiten, aber die Persönlichkeit des Patienten (in sich gekehrt und sensibel) habe sicherlich einen wesentlichen Einfluss auf die Art der in Frage kommenden beruflichen Tätigkeiten. Dr. med. A.________ erwähnt in seinem Schreiben an die IV-Stelle vom 14. September 2001 einzig das Rückenleiden des Beschwerdeführers. Im Bericht vom 13. November 2001 weist er auf verschiedene somatische Symptome hin, fügt jedoch hinzu, der Patient kämpfe kontinuierlich gegen eine Depressionstendenz. Ein psychisches Leiden von Krankheitswert wird allerdings nicht diagnostiziert. Dagegen enthält das Schreiben von Dr. med. A.________ vom 28.Juni 2002 die klare Aussage, die auf den somatischen Aspekt beschränkte Beurteilung des Spitals S.________ sei unvollständig und es müsse zusätzlich der psychische Bereich abgeklärt werden. Im mit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde eingereichten Bericht der Klinik K.________ vom 30. Dezember 2002 wird eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (F45.4) bei Status nach dreimaliger Diskushernienoperation 1989 sowie narzisstischer Persönlichkeitsstörung (F60.8) diagnostiziert. Die Bericht erstattende Ärztin führt aus, anhand der Anamnese, der Kindheit des Patienten, der Schmerzlokalisationen und des zeitlichen Verlaufs ergebe sich die Diagnose einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung und muskulärer Dysbalance. Zusätzlich liege eine Ko-Morbidität einer Depression und Angststörung vor. Eine medikamentöse Unterstützung zur Schmerzdistanzierung sei dringend empfehlenswert. Die Arbeitsunfähigkeit betrage 100 % für zwei Wochen; die weitere Beurteilung obliege dem zuständigen Arzt. Nach dem Gesagten ergaben die vorgängig der ersten Verfügung vom 23. April 1996 durchgeführten Untersuchungen keine Hinweise auf eine psychische Störung von Krankheitswert. Im Gutachten des Spitals S.________ vom 12. April 2002 wird auf Besonderheiten des Charakters hingewiesen, welche die Einkommenserzielung erschwerten. Die Gutachter messen diesem Umstand jedoch nicht die Eigenschaft einer psychischen Störung von Krankheitswert bei. Dr. med. A.________ konzentrierte sich zunächst auf das somatische Beschwerdebild, hielt aber- nachdem er bereits vorher über eine Depressionstendenz berichtet hatte - im Anschluss an das Gutachten des Spitals S.________ diese Betrachtungsweise für unvollständig und veranlasste eine Beurteilung aus psychosomatischer Sicht. Der diesbezügliche Bericht der Klinik K.________ vom 30. Dezember 2002 enthält nun Anhaltspunkte dafür, dass eine psychische Störung von Krankheitswert mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit vorliegen könnte, wobei nicht ausgeschlossen werden kann, dass diese bereits vor dem Erlass der Verfügung vom 13. August 2002 gegeben war. Der Bericht wird zwar den von der Rechtsprechung entwickelten Anforderungen an eine beweiskräftige medizinische Stellungnahme (BGE 125 V 352 Erw. 3a) nicht vollumfänglich gerecht, sodass ihm nicht volle Beweiskraft zugesprochen werden kann, und beantwortet auch die für die invalidenversicherungsrechtliche Beurteilung relevanten Fragen (Erw. 3.3 hievor) nicht. Die im Anschluss an einen rund dreiwöchigen Aufenthalt gestellten und begründeten Diagnosen bieten jedoch -unter Berücksichtigung der vorgängigen ärztlichen Aussagen- hinreichenden Anlass, um zusätzliche diesbezügliche Abklärungen als erforderlich erscheinen zu lassen. Die Sache ist daher zur Veranlassung einer psychiatrischen Begutachtung an die IV-Stelle zurückzuweisen.