Citation: I 192/06 19.09.2006 E. 3

Der Beschwerdeführer rügt, der Administrativgutachter Dr. med. K.________ habe die Expertise vom 31. Januar 2005 nach nur einer Stunde Gespräch und zwei Stunden Tests erstattet und sei der langjährigen depressiven Symptomatik nicht gerecht worden. Insbesondere würden die Befunde und Berichte des behandelnden Arztes Dr. med. W.________ und der Therapeutin Frau M.________, dipl. prozessorientierte Psychologin, nicht gewürdigt. Diese Vorbringen sind zumindest in dem Sinne begründet, als das Gutachten sich mit der Frage der Depression beinahe ausschliesslich in technischer Weise auf Grund in Tests gewonnener Erkenntnisse befasst. Diese Untersuchungen sind jedoch nur Hilfsmittel, die über den Verlauf, den Schweregrad und die Prognose einer depressiven Störung lediglich Beschränktes auszusagen vermögen. Entscheidend bleibt die klinische Untersuchung mit Anamneseerhebung, Symptomerfassung und Verhaltensbeobachtung (Urteil D. vom 9. August 2006, I 391/06, Erw. 3.2.2 mit Hinweis auf die Leitlinien der Schweiz. Gesellschaft für Versicherungspsychiatrie für die Begutachtung psychischer Störungen, publiziert in Schweiz. Aerztezeitung, SAeZ 2004, S. 1045 ff, besonders S. 1050 Ziff. IV./4.). Dazu hätte sich Dr. med. K.________ in Auseinandersetzung mit der medizinischen Aktenlage äussern müssen, was er jedoch weitgehend unterlassen hat. Auch hat er sich nicht näher mit dem Einwand des Beschwerdeführers befasst, seine in den letzten Jahren schon eingeschränkte Erwerbstätigkeit sei Ausdruck einer seit langem bestehenden depressiven Störung gewesen, wenn er dazu lediglich anmerkt, der "Lebensverlauf" sei kein invalidenversicherungsrechtlich relevanter Aspekt; die Administrativexpertise gibt keinen genügenden Eindruck über die Persönlichkeit und die psychodynamischen Zusammenhänge, welche den seit Jahren manifesten Störungen verschiedenster Ausprägung zu Grunde liegen. Nach dem Gutachten soll die aktuelle Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers krankheitsbedingt nur noch wenig reduziert sein und sollen insbesondere subjektiv ausgeprägte Insuffizienzgefühle im Vordergrund stehen. Auf den Grad einer Arbeitsunfähigkeit von 30 % bei Ausführung einfachster Hilfsarbeiten schliesst der Experte offenbar direkt aus den Testergebnissen, ohne dies in einer zusammenfassenden Wertung näher zu begründen. Entgegen der von der Vorinstanz - ohne inhaltliche Würdigung bezogen auf den konkreten Fall - getroffenen Feststellung genügt dieses Gutachten den Anforderungen der Rechtsprechung gemäss BGE 125 V 352 Erw. 3a nicht vollumfänglich, da es die dort aufgestellten Kriterien nur zum Teil erfüllt. So fehlt vor allem eine fundierte Auseinandersetzung mit den aktenkundigen abweichenden medizinischen Auffassungen. Immerhin hatte der behandelnde Arzt Dr. med. W.________ im IV-Arztbericht vom 19. Februar 2004 eine Arbeitsunfähigkeit von 75 % seit August 2003 bei sich verschlechterndem Gesundheitszustand angegeben und medizinisch-theoretisch die Arbeitsfähigkeit für einfache manuelle/ technische Tätigkeiten in einem geschützten Arbeitsmilieu auf 1-2 Stunden täglich festgelegt. In ähnlichem Sinne hatte sich Dr. med. W.________ am 3. Februar 2004 gegenüber dem Vertrauensarzt der Personalvorsorgekasse geäussert, welcher diese Sichtweise anscheinend übernommen hat, ansonsten es nicht zur vorzeitigen Pensionierung auf anfangs April 2004 gekommen wäre. Der Gutachter erörtert diese wesentlichen Umstände nicht, sondern erwähnt dazu lediglich, es sei ihm bewusst, dass seine gutachterliche Einschätzung mit einer therapeutischen Einschätzung bedauerlicherweise in Konflikt geraten könne. Offenbar hat der Experte auch keine Rücksprache mit der behandelnden Psychologin genommen.