Citation: 4P.142/2006 25.09.2006 E. 2

Die Beschwerdeführerin rügt zunächst, das Obergericht habe willkürlich festgestellt, dass sie innert äusserst kurzer Frist gesicherte Kenntnisse über das Fehlverhalten des Beschwerdegegners erhalten habe. Dies stehe mit der tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch und sei offensichtlich unzutreffend. Die Erlangung gesicherter Kenntnisse habe einer vertieften Abklärung bedurft. Anlässlich des Telefongesprächs zwischen C.________ und D.________ habe sie erste Hinweise auf (weiteres) Fehlverhalten des Beschwerdegegners erhalten. Mit diesen Informationen habe sie jedoch noch keineswegs gesicherte Kenntnisse besessen. Weitere Abklärungen seien daher notwendig gewesen, die in Form von Einzelgesprächen vorgenommen worden seien. Die Abklärungen seien unverzüglich an die Hand genommen und zeitverzugslos durchgeführt worden. Diese Mitarbeitergespräche hätten den Verdacht erhärtet, worauf kurzfristig eine Konfrontation mit dem Beschwerdeführer in Gegenwart eines Zeugen angesetzt worden sei. Anlässlich dieser Konfrontation habe der Beschwerdegegner die Vorwürfe zumindest implizit zugegeben. Erst an diesem Tag habe sie demnach definitive Kenntnis vom wichtigen Grund erhalten. Diese Rüge beruht auf einem unzutreffenden Verständnis des angefochtenen Urteils und stösst daher ins Leere. Die Beschwerdeführerin verkennt, dass das Obergericht nicht feststellte, sie habe bereits mit den Informationen anlässlich des Telefonats mit C.________ gesicherte Kenntnisse über das Fehlverhalten des Beschwerdeführers erlangt. Das Obergericht führte vielmehr aus, dass die Abklärungen, mit denen die Beschwerdeführerin erst in der ersten Juniwoche bzw. am 6. Juni 2004 begonnen habe, nicht lange gedauert hätten, da der Beschwerdeführer bereits am 7. Juni 2004 mit den Vorwürfen konfrontiert werden konnte und er diese nicht bestritt. Mit seiner Feststellung, die Beschwerdeführerin habe innert äusserst kurzer Frist gesicherte Kenntnisse über das Fehlverhalten des Beschwerdegegners erhalten, hat das Obergericht - richtig verstanden - lediglich festgehalten, die Beschwerdeführerin habe bereits kurz nach Beginn der Abklärungen gesicherte Kenntnisse erlangt. Inwiefern es insoweit in Willkür gefallen sein soll, zeigt die Beschwerdeführerin nicht auf und ist in keiner Weise ersichtlich. Im Übrigen hat das Obergericht seine Folgerung, die Beschwerdeführerin habe das Recht zur fristlosen Vertragsauflösung verwirkt, allein auf den Vorwurf gestützt, die Beschwerdeführerin habe zu lange zugewartet, bis sie den gegen den Beschwerdegegner erhobenen Vorwürfen nachgegangen sei. Inwiefern es sich dabei auf die gerügte Tatsachenfeststellung gestützt haben soll, so dass der angefochtene Entscheid, sollte diese willkürlich sein, auch im Ergebnis unhaltbar wäre, zeigt die Beschwerdeführerin nicht auf (Art. 90 Abs. 1 lit. b OG) und ist auch nicht ersichtlich. Schliesslich liegt zudem in ihrer blossen Behauptung, die Abklärungen seien unverzüglich an die Hand genommen und zeitverzugslos durchgeführt worden, keine rechtsgenüglich begründete Willkürrüge (Art. 90 Abs. 1 lit. b OG; BGE 130 I 26 E. 2.1, 258 E. 1.3; 129 I 113 E. 2 S. 120). Nach dem Dargelegten ist insoweit auf die Beschwerde nicht einzutreten.