Citation: 6B_516/2021 E. 2.5.3

2.5.3. Dass die Auflagen der Verfügung der Sicherheits- und Verkehrspolizei der Stadt U.________ vom 6. April 2018 nicht eingehalten worden seien, begründet der Beschwerdeführer namentlich damit, dass F.________ und I.________ der Stadtpolizei U.________ dies nachträglich so verstanden haben wollen. Die Vorinstanz berücksichtigt die Funktion von F.________ sehr wohl, allerdings auch das massgebliche Faktum, dass er sich explizit nachträglich in diesem Sinn geäussert hat. Die entsprechende Frage in der Einvernahme lautete: "Was sagen Sie im Nachhinein als Chef Sicherheit und Verkehrspolizei der Stadt U.________ zu diesen Umständen [dass D.________ Streckenposten war und einen Bereich von 4 Metern abdecken sollte]?" Gleiches gilt für die Aussage von I.________ auf die identische Frage. Bei beiden Aussagen - soweit diese nicht ohnehin lediglich der persönlichen Einschätzung von F.________ und I.________ entsprechen und nicht jener der verfügenden Behörde - handelt es sich um nachträgliche bzw. Ex-post-Beurteilungen und damit nicht um eine Einschätzung aus der für die Beantwortung der vorliegend relevanten Frage einer strafrechtlichen Verantwortlichkeit des Veranstalters heranzuziehenden Ex-ante-Perspektive (vgl. BGE 140 II 7 E. 3.4; 135 IV 66 E. 2.2; Urteile 6B_1091/2016 vom 18. Mai 2017 E. 3.2.1; 6B_1341/2015 vom 25. Februar 2016 E. 4.3.2; vgl. ferner TOMMASO CAPRARA, Strafrechtliche Verantwortlichkeit bei der Organisation und Durchführung von Grossveranstaltungen, 2020, S. 265 i.V.m. S. 104 ff.). Soweit mit der Behauptung, dass im vorinstanzlichen Beschluss einzig die Aussagen derjenigen Personen Berücksichtigung fänden, die "keinerlei Erfahrungen mit Sicherheitsfragen im Strassenverkehr" aufwiesen, eine einseitig-willkürliche Beweiswürdigung durch die Vorinstanz unterstellt werden soll, ist der Beschwerdeführer nicht zu hören. Vielmehr überzeugt, dass die Vorinstanz für die Feststellung der massgeblichen Unfallumstände hauptsächlich auf die Aussagen jener Zeugen abstellt, die sich im Unfallzeitpunkt in unmittelbarer Nähe des Unfallortes und von D.________ befunden haben. Die Vorinstanz zieht aus den Aussagen dieser Zeugen - und weiteren Beweismitteln, namentlich den Aussagen von B.________ - willkürfrei folgenden Schluss: Das vom Veranstalter vorgesehene Sicherheitskonzept kann ein Verhalten, wie es B.________ zur Last gelegt wird, das heisst wenn ein Passant sich den Signalisationen bzw. Anweisungen eines Streckenpostens widersetzt, nicht verhindern. Der Beschwerdeführer scheint diesbezüglich in grundsätzlicher Weise zu verkennen, dass die Vorinstanz nicht an die rechtliche Einschätzung von Zeugen gebunden ist. Dass diese teilweise - und nicht zuletzt wohl aufgrund ihrer eingeschränkten Kenntnisse der Gesamtumstände - dem Veranstalter eine Sorgfaltspflichtverletzung, bzw. deren Äquivalent in der Laiensphäre, unterstellen, ist für die rechtliche Würdigung der (u.a. aufgrund der angeführten Zeugenaussagen erlangten) tatsächlichen Feststellungen unerheblich.