Citation: 2C_1178/2013 E. 6.3

6.3. Ausgangspunkt für das ausländerrechtliche Verschulden ist die vom Strafgericht ausgesprochene Strafe (BGE 134 II 10 E. 4.2 S. 23; 129 II 215 E. 3.1 S. 216). In der Höhe der (verfahrensauslösenden) Freiheitsstrafe von 20 Monaten spiegelt sich das strafrechtliche Verschulden. Davon ausgehend sind die übrigen Umstände zu würdigen, welche mit der deliktischen Tätigkeit des Beschwerdeführers zusammenhängen und welche das öffentliche Interesse an einer Wegweisung erhöhen oder relativieren können (Urteil 2C_28/2014 vom 21. Juli 2014 E. 6.3). Von Interesse ist dabei die Frage, ob es sich bei der verfahrensauslösenden Straftat um erstmalige Delinquenz handelt und ob sich die straffällig gewordene Person von Verwarnungen und strafrechtlichen Sanktionen beeindrucken lässt (BGE 139 I 145 E. 3.8 S. 154). Die Vorinstanz hat gestützt auf die nachfolgend dargelegten, für das Bundesgericht grundsätzlich verbindlichen Feststellungen ein schweres ausländerrechtliches Verschulden bejaht: Der Beschwerdeführer habe zusammen mit einem Mittäter eigens zwecks Vermittlung fiktiver Kunden an Lebensversicherungen eine Maklerfirma gegründet, um auf diese Weise hohe Abschluss- und Superprovisionen kassieren zu können. Für über 700 fingierte bzw. gefälschte Versicherungsanträge, welche an neun Versicherungsgesellschaften vermittelt worden seien, hätten sie gut Fr. 488'000.-- eingenommen. Dieses grob täuschende und in erheblichem Mass schädigende Verhalten zeuge von einer beträchtlichen Rücksichtslosigkeit gegenüber finanziellen Verlusten Dritter und von einem äusserst eigennützigen Streben nach unrechtmässiger Verbesserung der eigenen Vermögensverhältnisse. Zudem sei der Beschwerdeführer gegenüber strafrechtlichen Verurteilungen unbelehrbar und unbeeindruckbar. Bereits im Jahr 2005 sei er wegen mehrfacher Hehlerei verurteilt worden. Ferner habe er wiederholt und mehrfach gegen das SVG verstossen. Er habe auch mehrmals wegen Nichtbefolgens einer betreibungsrechtlichen Vorladung und Verweigerung der Auskunft über Einkommens- und Vermögensverhältnisse sowie wegen Widerhandlung gegen das Waffengesetz verurteilt werden müssen. Trotz fremdenpolizeilicher Verwarnungen, ausgefällten bedingten Strafen, vollzogenen Ersatzfreiheitsstrafen für unerhältliche Bussen und laufenden Strafverfahren oder Untersuchungshaften habe er sich nicht davon abhalten lassen, weiter zu delinquieren. Selbst während des Verfahrens beim Kreisgericht Rorschach im Jahr 2010 und gerade fünf Tage nach Zustellung des begründeten Entscheids am 11. Februar 2011 hätten weitere Strafbefehle gegen ihn erlassen werden müssen. Schliesslich sei der Beschwerdeführer wiederholt wegen häuslicher Gewalt aufgefallen. Er habe seine (damalige) Frau am 30. Januar 2005 im verschlossenen Badezimmer mit der Faust mehrmals ins Gesicht, auf den Oberkörper und die Beine geschlagen, was der Beschwerdeführer bestritten habe. Der Arzt habe jedoch noch drei Tage später Kontaktmarken am rechten Oberlid, am rechten Oberarm und im Bereich der elften und zwölften Rippe rechts feststellen müssen. Der Beschwerdeführer sei schliesslich nur deshalb nicht der einfachen Körperverletzung schuldig gesprochen worden, weil die Frau nach der staatsanwaltlichen Anklage den Strafantrag beim Gericht zurückgezogen habe. Am 18. Juni 2010 habe die Polizei wegen häuslicher Gewalt gegen die Exfreundin des Beschwerdeführers, konkret wegen Widerhandlung gegen das Waffengesetz, versuchter Drohung, Hausfriedensbruch und Tätlichkeit ausrücken müssen, worauf eine Wegweisung ausgesprochen worden sei. Die Beurteilung der Vorinstanz ist nicht zu beanstanden. Aus der Verwarnung vom 6. Oktober 2005 geht hervor, dass der Beschwerdeführer nach einer Jugendstrafe im Jahr 1999 zwischen 2002 und 2005 vier Strafverfügungen und zwei Strafbefehle erwirkt hatte, bevor ihn das Bezirksgericht Bischofszell am 25. August 2005 wegen mehrfacher Hehlerei und verschiedenen SVG-Delikten zu einer bedingten Gefängnisstrafe von acht Wochen (bei einer Probezeit von fünf Jahren) verurteilte. Trotz der Verwarnung folgten in den Jahren 2006 bis 2010 zahlreiche weitere Verurteilungen, bis der Beschwerdeführer am 17. November 2010 wegen gewerbsmässigen Betrugs, mehrfacher Urkundenfälschung und mehrfacher Fälschung von Ausweisen zu einer bedingt vollziehbaren Freiheitsstrafe von 20 Monaten sowie zu einer Busse von Fr. 2'000.-- verurteilt wurde. Die Schwere der Straftaten hat über die Jahre zugenommen und der Beschwerdeführer hat die zahlreichen ihm gebotenen Chancen nicht genutzt. Es besteht somit ein erhebliches sicherheitspolizeiliches Interesse an der Beendigung des Aufenthalts.