Citation: 6B_307/2022 E. 2.2.2

2.2.2. Weshalb die Tataufarbeitung vorliegend "ganz klar in den Hintergrund" rücken müsste, legt der Beschwerdeführer nicht dar. Es trifft offensichtlich nicht zu, dass die Vorinstanz keine Einzelfallbetrachtung vorgenommen hätte. Vielmehr nimmt sie eine sorgfältige Würdigung vor und gewichtet die verschiedenen Faktoren überzeugend. Die Vorinstanz hält die fehlende Tataufarbeitung zu Recht für massgeblich prognoserelevant. Zwar spricht die Uneinsichtigkeit eines Straftäters nicht ohne Weiteres gegen dessen bedingte Entlassung, jedoch ist die fehlende Tataufarbeitung prognoserelevant (Urteile 6B_93/2015 vom 19. Mai 2015 E. 5.6; 6B_715/2014 vom 27. Januar 2015 E. 8.5; 6B_375/2011 vom 19. Juli 2011 E. 3.3). Der Beschwerdeführer verkennt, dass das Gesetz den Gefangenen verpflichtet, bei den Sozialisierungsbemühungen und den Entlassungsvorbereitungen aktiv mitzuwirken (Art. 75 Abs. 4 StGB). Therapiearbeit im Strafvollzug ist keine Privatangelegenheit, sondern eine Pflicht des Gefangenen der Allgemeinheit gegenüber. Die Konfrontation und Auseinandersetzung des Täters mit der Tat stellen im Hinblick auf den Veränderungsprozess in Richtung eines deliktfreien Lebens ein wesentliches Element dar. Die Weigerung, an den Resozialisierungsmassnahmen als Vollzugsziel aktiv mitzuwirken, kann als negatives Prognoseelement gewürdigt werden (Urteile 6B_240/2017 vom 6. Juni 2017 E. 1.5.4; 6B_93/2015 vom 19. Mai 2015 E. 5.6 mit zahlreichen Hinweisen). Das Gleiche gilt in Bezug auf die Einhaltung des Vollzugsplans und die Erreichung der Vollzugsziele (Art. 75 Abs. 3 StGB). Soweit der Beschwerdeführer vorbringt, er habe sich mit seiner deliktischen Vergangenheit auseinandergesetzt, was sich in seiner persönlichen Eingabe zeige, verkennt er, dass einzig eine objektiv nachvollziehbare Auseinandersetzung mit den Taten unter Anerkennung rechtsstaatlicher Prinzipien für den Vollzugsentscheid relevant sein kann (vgl. Urteil 6B_961/2009 vom 19. Januar 2010 E. 2.2.2). Dies ist bei den behaupteten Gesprächen mit seinem Rechtsvertreter und seiner Lebenspartnerin nicht der Fall. Entgegen den Vorbringen des Beschwerdeführers ist es keinesfalls willkürlich, wenn die Vorinstanz von einer mangelhaften nachvollziehbaren Tataufarbeitung ausgeht. Die Einsichtslosigkeit des Beschwerdeführers indiziert eine gefährliche Grundhaltung (Urteil 6B_93/2015 vom 19. Mai 2015 E. 5.6 mit Hinweis). Der Beschwerdeführer verweist auf die lange Zeit seit der Tatbegehung und seine zwischenzeitliche Deliktsfreiheit. Die Vorinstanz erwägt überzeugend, dass dies an der Prognoserelevanz der mangelnden Tataufarbeitung nichts ändert. Dass seit den Taten viel Zeit verstrichen ist, sei wesentlich der Flucht des Beschwerdeführers ins Ausland geschuldet. Im Einklang mit der forensisch-psychiatrischen Risikoabklärung sei von einer ungünstigen Prognose und einer Rückfallgefahr auch für schwerere Sexualdelikte auszugehen. Die Vorinstanz weist zu Recht darauf hin, dass mit der sexuellen Integrität und der ungestörten sexuellen Entwicklung eines Kindes sehr hohe Rechtsgüter betroffen sind. Dass der entsprechende soziale Nahraum nicht näher konkretisiert wird, ist nicht zu beanstanden, zumal sich ein solcher je nach Lebensumständen anders etablieren kann. Jedenfalls kann mit der Vorinstanz nicht ausgeschlossen werden, dass sich in einem sozialen Nahraum, wie etwa der Nachbarschaft, minderjährige Mädchen befinden können, zu denen der Beschwerdeführer einen näheren Kontakt aufbauen könnte. Was an diesen Erwägungen bundesrechtswidrig sein soll oder inwiefern die Vorinstanz damit sein rechtliches Gehör verletzt haben sollte, legt der Beschwerdeführer nicht dar.