Citation: 2C_656/2018 E. 2.5.2

2.5.2. Des Weiteren geht aus der Beschwerdeschrift nicht nachvollziehbar hervor, weswegen die Vorinstanz bei ihrer Interessenabwägung Art. 13 BV oder Art. 8 EMRK verletzt haben sollte. Die Vorinstanz hat nicht verkannt, dass der Beschwerdeführer sich aufgrund seines langjährigen Aufenthalts auf Art. 8 EMRK berufen kann (vgl. dazu Urteil 2C_105/2017 vom 8. Mai 2018 E. 3.4 und E. 3.9, zur Publ. vorg.). Ebensowenig hat die Vorinstanz übersehen, welche Kriterien bei der Prüfung der Verhältnismässigkeit der aufenthaltsbeendenden Massnahme rechtsprechungsgemäss (oben, E. 2.3) zur Anwendung gelangen. Mangels konkreter Hinweise auf eine Gefährdung des Beschwerdeführers als Tamile in Sri Lanka oder auf seinen Gesundheitszustand (oben, E. 2.5.1) konnte die Vorinstanz diese Elemente auch nicht in ihrer Verhältnismässigkeitsprüfung berücksichtigen. Soweit sich die weiteren Ausführungen des Beschwerdeführers dazu, wie eine Interessenabwägung seiner Ansicht nach korrekterweise hätte ausfallen müssen, nicht auf Noven (wie etwa die Entweichung aus der Strafanstalt, einen angeblichen Suizidversuch sowie sein nicht näher definierte Gesundheitszustand) stützen, die im bundesgerichtlichen Verfahren, von besonderen Konstellationen abgesehen (Urteil 2C_791/2016 vom 26. September 2016 E. 3.5), nicht gehört werden können (Art. 99 Abs. 1 BGG), ist ihnen entgegen zu halten, dass sich die vorliegende Konstellation massgeblich von denjenigen unterscheidet, auf welche sich der Beschwerdeführer beruft. Zutreffend ist zwar, dass angesichts der Entwicklungsfähigkeit von Jugendlichen bei Frühdelinquenten nur wenig Raum für aufenthaltsbeendende Massnahmen besteht, wenn die begangenen Delikte überwiegend keine Gewaltanwendung implizieren (oben, E. 2.3). Die dem Bundesgericht eingereichte Beschwerdeschrift übergeht jedoch stillschweigend, dass der Beschwerdeführer nicht für überwiegend nicht gewalttätige Delikte, sondern rechtskräftig für qualifizierten Raub (Mitführen einer gefährlichen Waffe), Nötigung, der mehrfachen Widerhandlung gegen das Waffengesetz sowie der mehrfachen Widerhandlung gegen das BetmG (oben, Sachverhalt A.) verurteilt worden ist und sein Verschulden daran durch das Strafgericht als erheblich eingestuft wurde. Entsprechend dem Verschulden fiel denn auch die Freiheitsstrafe von vier Jahren und drei Monaten, zu welcher der Beschwerdeführer verurteilt wurde, viel höher aus als diejenige, welche dem vom Beschwerdeführer zitierten Urteil Emre gegen Schweiz vom 11. Oktober 2011 (Nr. 5056/10), §§ 10, 13 (mehrere bedingte Verurteilungen zu zweieinhalb, sechs, fünf, drei resp. zwei Monaten Freiheitsstrafe) zu Grunde lagen. Erschwerend kommt hinzu, dass das wegen eines am 28. Mai 2014 begangenen Diebstahls angestrengte Strafverfahren keinerlei abschreckende Wirkung entfaltete, der Beschwerdeführer vielmehr am 19. September 2014 einen Raubüberfall beging und nur wenige Tage später, am 30. September 2014, zusammen mit weiteren Personen eine Bank überfiel. Negativ ins Gewicht fällt weiter, dass sich der Beschwerdeführer während des Massnahmevollzugs antriebslos zeigte und keinerlei Interesse an einer Berufslehre bekundete, weshalb die Vorinstanz zum Ergebnis gelangte, eine Nachreifung im Massnahmevollzug sei nicht gelungen und eine berufliche Integration sei unter diesem Umständen mehr als fraglich. Die Vorinstanz hat somit, entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers, nicht verkannt, dass der Beschwerdeführer in der Schweiz geboren und sozialisiert worden ist und ihn mit seinem Heimatstaat nichts mehr als seine nicht mehr gelebte Staatsbürgerschaft verbindet, hat jedoch angesichts der begangenen Gewalt- und Drogendelikte, des als erheblich eingestuften Verschuldens des Beschwerdeführers daran und seiner geringen Bemühungen um eine Wiedereingliederung in die Gesellschaft ungeachtet seines jugendlichen Alters im Tatzeitpunkt auf ein gewichtiges öffentliches Interesse an einer Beendigung des Aufenthalts des Beschwerdeführers geschlossen. Nicht zu beanstanden ist weiter, dass das unter dem Druck des Strafverfahrens gezeigte Wohlverhalten (im Sinne einer fehlenden Delinquenz) zu erwarten und in der Interessenabwägung nicht besonders zu Gunsten des Beschwerdeführers berücksichtigt werden kann (BGE 139 II 121 E. 5.5.2 S. 128). Die Hinweise auf die Urteile Radovanovic gegen Österreich vom 22. Juli 2004 (Nr. 42703/98) und Yilmaz gegen Deutschland vom 17. April 2003 (Nr. 52853/99) übergehen ebenfalls stillschweigend, dass die von Art. 8 Ziff. 2 EMRK geforderte Interessenabwägung nicht nur die ausgesprochene Strafe, sondern mehrere Elemente berücksichtigt und der Beschwerdeführer, gerade im Gegensatz zum dem ersten Urteil zugrunde liegenden Sachverhalt, auch für Drogendelikte verurteilt wurde, zu welchen der EGMR eine strenge Praxis entwickelt hat (zit. Urteil Radovanovic, § 34), und im zweiten zitierten Urteil die aufenthaltsbeendende Massnahme an sich nicht als unverhältnismässig beurteilt wurde, sondern nur angesichts ihrer unbefristeten Dauer Art. 8 EMRK verletzte (zit. Urteil Yilmaz, § 48).