Citation: 6B_606/2015 E. 3.2

3.2. Die Vorinstanz nimmt in rechtlicher Hinsicht an, das Vorgehen des Beschwerdeführers stelle einen geradezu typischen Anwendungsfall des Tatbestands von Art. 147 Abs. 1 StGB dar. Der Beschwerdeführer habe mit der richtigen Bancomatkarte und dem richtigen Code einen an sich korrekten Vorgang eingeleitet (Geldausgabe und Belastung auf dem Konto der Privatklägerin). Indem er auf diese Weise aber unerlaubterweise Geld für sich selbst bezogen habe, habe er die Datenverarbeitungsanlage über seine Berechtigung getäuscht und zulasten der Privatklägerin ein unzutreffendes Ergebnis herbeigeführt. Ob er die Karte und den PIN-Code durch eine strafbare Handlung erlangt habe oder nicht, sei nicht relevant, da es für die Anwendung von Art. 147 StGB nicht darauf ankomme, auf welche Weise der Täter die Daten erlangt habe. Der Beschwerdeführer sei in jedem Fall zu den fraglichen Bezügen nicht befugt gewesen. Im Übrigen gehe Art. 147 StGB als lex specialis Art. 138 StGB vor. Eine allfällige Erfüllung des Tatbestandes der Veruntreuung würde deshalb in unechter Konkurrenz von Art. 147 StGB konsumiert (angefochtenes Urteil S. 27 ff.).