Citation: 2C_917/2019 E. 4.2.2

4.2.2. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung muss der nachziehende Elternteil über das Sorgerecht für das nachzuziehende Kind verfügen, womit die zivilrechtlichen Regeln und Begebenheiten zu beachten sind (vgl. BGE 137 I 284 E. 2.3.1 S. 290; 136 II 78 E. 4.8 S. 86 f.). Daraus lässt sich indes nicht schliessen, die Fristen von Art. 47 AIG würden generell erst mit der Übertragung des Sorgerechts zu laufen beginnen (vgl. Urteile 2C_174/2012 vom 22. Oktober 2012 E. 3.2; 2C_305/2012 vom 1. Oktober 2012 E. 4.5). Vorliegend hat der beschwerdeführende Vater seinen Sohn im Jahr 2010 bei der Mutter in Serbien zurückgelassen. Die Eltern haben sich bis ins Jahr 2018 gegen den Nachzug des beschwerdeführenden Sohns in die Schweiz entschieden und es ist kein Nachzugsgesuch gestellt worden. Deshalb besteht kein Grund, die Frist erst ab der Übertragung des Sorgerechts laufen zu lassen (vgl. Urteile 2C_174/2012 vom 22. Oktober 2012 E. 3.2; 2C_305/2012 vom 1. Oktober 2012 E. 4.5). Es ist somit auf die üblichen Fristen abzustellen.