Citation: I 716/00 20.11.2001 E. 3

3.- Streitig ist weiter, wie sich die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in erwerblicher Hinsicht auswirkt. a) Bei der Ermittlung des ohne Invalidität vom Versicherten erzielbaren Einkommens (Valideneinkommen) ist entscheidend, was er im massgebenden Zeitpunkt nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunder tatsächlich verdienen würde (RKUV 1993 Nr. U 168 S. 100 Erw. 3b mit Hinweis). Die Einkommensermittlung hat so konkret wie möglich zu erfolgen. Es ist daher in der Regel vom letzten Lohn, welchen der Versicherte vor Eintritt der Gesundheitsschädigung erzielt hat, auszugehen. Dabei ist grundsätzlich das durchschnittliche Lohnniveau in der betreffenden Branche und in der konkreten beruflichen Situation massgebend. Ein Spitzenlohn darf nur angenommen werden, wenn ganz besondere Umstände eindeutig hiefür sprechen (ZAK 1980 S. 593 mit Hinweisen). Fehlen aussagekräftige konkrete Anhaltspunkte, ist auf Erfahrungs- und Durchschnittswerte zurückzugreifen. Die Löhne verschiedener Wirtschaftszweige und Anforderungsniveaus werden in der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik (LSE) ermittelt. In diesen Durchschnittswerten schlägt sich nieder, was eine Person mit gleichen beruflichen Voraussetzungen wie der Versicherte verdienen könnte. Auf sie darf jedoch im Rahmen der Invaliditätsbemessung nur unter Mitberücksichtigung der für die Entlöhnung im Einzelfall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren abgestellt werden (Meyer-Blaser, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, Zürich 1997, S. 205 f.; Omlin, Die Invalidität in der obligatorischen Unfallversicherung, Diss. Freiburg 1995, S. 180). Im Revisionsfall bleibt nicht das bei der erstmaligen Rentenfestsetzung festgestellte - an die allgemeine Lohnentwicklung angepasste - Valideneinkommen massgebend, sondern es ist zu ermitteln, wie viel die versicherte Person ohne invalidisierenden Gesundheitsschaden nunmehr verdienen würde (unveröffentlichtes Urteil G. vom 17. April 2001, I 506/99). Da die Invaliditätsbemessung der voraussichtlich bleibenden oder längere Zeit dauernden Erwerbsunfähigkeit zu entsprechen hat (vgl. Art. 4 Abs. 1 IVG), ist auch die berufliche Weiterentwicklung mit zu berücksichtigen, die eine versicherte Person normalerweise vollzogen hätte; dazu ist allerdings erforderlich, dass konkrete Anhaltspunkte dafür bestehen, dass ohne gesundheitliche Beeinträchtigung ein beruflicher Aufstieg und ein entsprechend höheres Einkommen tatsächlich realisiert worden wären (BGE 96 V 30; AHI 1998 S. 171 Erw. 5a; RKUV 1993 Nr. U 168 S. 100 Erw. 3b). b) aa) Verwaltung und Vorinstanz gehen davon aus, dass der Beschwerdeführer ohne Invalidität bei der Firma X.________ AG nicht als Bau-Facharbeiter, sondern als Bauarbeiter mit Fachkenntnissen tätig und damit in der Lohnklasse B eingeteilt wäre. Die Vorinstanz legt zudem dar, hierüber habe sie im Rückweisungsentscheid vom 25. August 1997 bereits rechtskräftig entschieden. Gestützt auf die Statistik der Durchschnittslöhne des Schweizerischen Baumeisterverbandes für Bauarbeiter der Lohnklasse B der Sektion Winterthur resultiere für 1998 ein Jahresverdienst von Fr. 56'199.- (Fr. 4323.- x 13) bzw. für 1999 aufgrund der Nominallohnentwicklung von 0,3 % ein solcher von Fr. 56'368.-. bb) Der Versicherte macht geltend, die Ausführungen der Vorinstanz zum Valideneinkommen im Entscheid vom 25. August 1997 nähmen an dessen Rechtskraft nicht teil, zumal sie in jenem Entscheid offen gelassen habe, ob der Einkommensvergleich der IV-Stelle richtig gewesen sei. Da er ohne Invalidität Bau-Facharbeiter geworden und in der Lohnklasse A eingeteilt wäre, sei ein Valideneinkommen von mindestens Fr. 65'000.- (Fr. 5042.- x 13) heranzuziehen. c) aa) Anfechtbar ist grundsätzlich nur das Dispositiv, nicht aber die Begründung eines Entscheides. Verweist indessen das Dispositiv eines Rückweisungsentscheides ausdrücklich auf die Erwägungen, werden diese zu dessen Bestandteil und haben, soweit sie zum Streitgegenstand gehören, an der formellen Rechtskraft teil. Dementsprechend sind die Motive, auf die das Dispositiv verweist, für die Behörde, an die die Sache zurückgewiesen wird, verbindlich (BGE 120 V 237 Erw. 1a, 117 V 241 Erw. 2a; vgl. auch BGE 125 V 416 Erw. 2c). Wird der neue Entscheid bzw. die neue Verfügung der unteren Instanz an die Rechtsmittelinstanz weitergezogen, welche den Fall zurückgewiesen hat, so ist dann auch diese selbst an die Erwägungen gebunden, mit denen sie die Rückweisung begründet hat (BGE 111 II 94, 100 Ia 30 Erw. 2, 99 Ib 520). bb) Die Vorinstanz wies die Sache mit unangefochten in Rechtskraft erwachsenem Entscheid vom 25. August 1997 an die Verwaltung zurück, damit diese, nach erfolgter Abklärung im Sinne der Erwägungen, über den Rentenanspruch neu verfüge. Bezüglich des Valideneinkommens führte sie aus, bei dessen Bestimmung sei von einer Arbeit als Bauhilfsarbeiter, wie sie der Beschwerdeführer vor der Übernahme von leichteren Arbeiten bei der Firma X.________ AG ausgeführt habe, auszugehen. Ob dieser Standpunkt noch überprüfbar ist, kann offen bleiben, wie sich aus dem Nachfolgenden ergibt. d) Frau Z.________, zuständig für das Personalwesen bei der Firma X.________ AG, führte am 5. April 1995 gegenüber der IV-Stelle aus, ohne Gesundheitsschaden wäre der Beschwerdeführer für ganz andere, höher bezahlte Arbeiten (z.B. Baggerfahren) eingesetzt worden. Am 8. Mai 1996 legte sie gegenüber der SUVA dar, der Versicherte hätte nach einer derart langen Anstellungszeit sicher eine Ausbildung bzw. Fachkurse absolviert und damit mehr verdient als ein Hilfsarbeiter. Aus dem ZMB-Gutachten vom 29. Oktober 1998 geht jedoch hervor, dass der Versicherte italienisch sprechend und des Lesens sowie Schreibens wenig mächtig ist. Unter diesen Umständen ist es nicht überwiegend wahrscheinlich, dass er die Ausbildung zum Baufacharbeiter absolviert hätte. Auch der Einsatz in ganz anderen, höher bezahlten Arbeiten wäre zwar möglich, aber aufgrund der beschränkten Bildung und der mangelnden Deutschkenntnisse des Versicherten nicht überwiegend wahrscheinlich, zumal wohl nur der kleinere Teil der Bauarbeiter z.B. Baggerfahrer wird. Es ist deshalb davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer ohne Invalidität - wie vor dem Unfall - weiterhin als Bauhilfsarbeiter bzw. Bauhandlanger tätig wäre. e) Gemäss den Angaben der Frau Z.________ vom 29. Juli 1998 - auf die auch die SUVA bei der Ermittlung des versicherten Verdienstes abgestellt hat (Einspracheentscheid vom 16. März 2000) - hätte der Beschwerdeführer als Bauhandlanger im Jahre 1997 einen Stundenlohn von Fr. 25.50 zuzüglich je 8,33 % Ferienentschädigung und Gratifikation erzielt, was total Fr. 29.93 ergibt. Die Jahresstundenarbeitszeit betrug im Jahre 1997 2119, 5, woraus ein Jahreslohn von Fr. 63'436. 60 folgt. Hiervon ist beim Valideneinkommen auszugehen, da dies den konkreten Verhältnissen in der vor der Invalidität ausgeübten Arbeit entspricht (Erw. 2). Weil der Beschwerdeführer seit 1978 die Niederlassungsbewilligung besitzt, ist das Valideneinkommen - entgegen dem Vorgehen der SUVA - nicht auf die von Saisonniers geleistete Jahresstundenzahl umzurechnen. Umgerechnet auf das Jahr 1999 (massgebender Zeitpunkt des Verfügungserlasses; BGE 116 V 248 Erw. 1a) resultiert ein Valideneinkommen von Fr. 63'371. 90 (Nominallohnentwicklung 1998: 0,4 %, 1999: -0,5 %; Die Volkswirtschaft 2001, Heft 10, S. 101 Tabelle B 10.2, F Baugewerbe).