Citation: 2C_339/2018 E. 8.5

8.5. Mit den kantonalen Instanzen ist bei dieser Beweislage davon auszugehen, dass zwar ein schwelender Paarkonflikt (Eifersucht, Verdacht auf eine Fremdbeziehung) zwischen der Beschwerdeführerin und ihrem Gatten bestand, es dabei aber hauptsächlich zu verbalen Auseinandersetzungen gekommen ist. Die vorgeworfenen Tätlichkeiten erschöpften sich in wechselseitig erteilten Ohrfeigen und einem Reissen an den Haaren. Hierin liegen keine Übergriffe von einer derartigen Schwere und Nachhaltigkeit, wie sie die bundesgerichtliche Rechtsprechung für die Annahme eines nachehelichen Härtefalls wegen ehelicher Gewalt voraussetzt. Es ist aufgrund der verschiedenen Berichte nicht ersichtlich, dass und inwiefern der Ehegatte auf die Beschwerdeführerin in relevanter Weise eheliche Gewalt ausgeübt hätte. Der Beschwerdeführerin wurden verschiedene Adressen und Telefonnummern (für Gespräche in ihrer Muttersprache) vermittelt; sie hätte wohl von diesen Angeboten Gebrauch gemacht, wäre ihre Situation derart angespannt gewesen, wie sie dies im ausländerrechtlichen Verfahren geltend macht. Die Ehe verlief offensichtlich bereits nach wenigen Monaten nicht nach den Vorstellungen der Eheleute; der Ehemann wollte sich deswegen scheiden lassen. Nicht jede unglückliche, belastende und nicht den eigenen Vorstellungen entsprechende Entwicklung einer Beziehung begründet - wie bereits ausgeführt (vgl. die vorstehende E. 7.2) - einen nachehelichen Härtefall. Es braucht hierzu vom Ehepartner ausgehende physische oder psychische Beeinträchtigungen von einem gewissen Gewicht und einer gewissen Dauer. An solchen fehlte es hier; es liegt kein Mass einseitiger ehelicher Oppression vor, welches es rechtfertigen würde, gestützt auf die verschiedenen Vorkommnisse von einem nachehelichen Härtefall im Sinne von Art. 50 Abs. 1 lit. b in Verbindung mit Absatz 2 AuG auszugehen.