Citation: 8C_373/2008 28.08.2008 E. 5.2

5.2.1 Zur Bemessung des Invalideneinkommens wurde - in für das Bundesgericht grundsätzlich verbindlicher (vgl. E. 1.2.2 hievor) und letztinstanzlich denn auch zu Recht unbeanstandet gebliebener Weise - die vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebene Lohnstrukturerhebung (LSE) 2004 herangezogen und gestützt auf deren Tabelle TA1 (Privater Sektor), wonach der monatliche Durchschnittslohn im Sektor "Persönliche Dienstleistungen" bei Anforderungsniveau 4 des Arbeitsplatzes (einfache und repetitive Tätigkeiten) für Arbeitnehmerinnen bei Fr. 3263.- liegt (S. 53), ein hypothetischer (Jahres-)Lohn, aufindexiert und unter Beachtung der durchschnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit, für die Zeit bis Ende März 2006 (40 %ige Arbeitsfähigkeit) von Fr. 16'431.30 bzw. - ab April 2006 bei einer erwerblichen Leistungsfähigkeit von nunmehr 50 % - von Fr. 20'539.10 ermittelt. 5.2.2 Ob, wie vom kantonalen Gericht verneint, von diesem statistisch erhobenen Einkommen ein Abzug nach Massgabe der in BGE 126 V 75 festgehaltenen Grundsätze vorzunehmen ist, beschlägt eine - frei überprüfbare - Frage rechtlicher Natur (BGE 132 V 393 E. 3.3 S. 399; Urteil 9C_382/2007 vom 13. November 2007, E. 4.1). 5.2.2.1 Der Abzug hat nicht automatisch, sondern dann zu erfolgen, wenn im Einzelfall Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn sodann ist nicht in der Weise vorzugehen, dass für jedes in Betracht fallende Merkmal separat eine Reduktion vorgenommen wird, weil damit Wechselwirkungen ausgeblendet würden. Vielmehr ist der Einfluss aller Faktoren auf das Invalideneinkommen (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad) unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen. Dabei ist der Abzug auf insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen (BGE 126 V 75 E. 5b/aa-cc S. 79 f.; AHI 2002 S. 62, E. 4b/cc, I 82/01). 5.2.2.2 Entgegen der Betrachtungsweise der Beschwerdeführerin ist nicht erkennbar, inwiefern die in diesem Zusammenhang ins Gewicht fallenden persönlichen und beruflichen Umstände im Lichte der erforderlichen Gesamtbetrachtung vorliegend zu erheblichen Lohneinbussen führen sollten. So ergibt sich etwa aus Tabelle 6* der LSE 2004 (S. 25), dass der Zentralwert einer zu 40 % ausgeübten Tätigkeit im hier relevanten Arbeitssegment (Anforderungsniveau 4, Frauen) proportional nur geringfügig unter dem einer entsprechenden 80 %igen Beschäftigung liegt und die im Rahmen eines Beschäftigungsgrades von 50 % ausgeführte Arbeit sogar verhältnismässig besser bezahlt wird. Ein ähnliches Bild zeigt das Merkmal Lebensalter (die Beschwerdeführerin wurde 2005 39-jährig): Gemäss Tabelle TA9 (LSE 2004, S. 65) wirkt sich dieses im hier relevanten Anforderungsniveau 4 im Alter von 30 bis 39 Jahren nicht erheblich lohnsenkend und danach bis zum Lebensalter 63/65 sogar lohnerhöhend aus (vgl. auch AHI 1999 S. 237, E. 4c; Urteil 8C_223/2007 vom 2. November 2007, E. 6.2.2). Die Beschwerdeführerin war sodann von 1999 bis 2005 im gleichen Haushalt tätig. Tritt sie nun eine neue Stelle an, verliert sie den bisher allenfalls lohnrelevanten Vorteil der bisherigen Dienstjahre (vgl. dazu LSE 2004, Tabelle TA10, S. 66). Jedoch ist in dieser Hinsicht zu berücksichtigen, dass sich das Anfangseinkommen im Rahmen einer neuen Arbeitsstelle in der Regel nicht isoliert nach der Anzahl Dienstjahre, sondern u.a. auch auf Grund der mitgebrachten Berufserfahrungen bestimmt. Zudem ist eine lange Dienstdauer beim gleichen Arbeitgeber auf dem hypothetischen ausgeglichenen Arbeitsmarkt durchaus positiv zu werten, indem die durch die langjährige Betriebstreue ausgewiesene Zuverlässigkeit und Tüchtigkeit sich bei einem anderen Arbeitgeber im Anfangslohn niederschlägt. Vor allem aber bleibt zu beachten, dass die Bedeutung der Dienstjahre im privaten Sektor abnimmt, je niedriger das Anforderungsprofil ist (BGE 126 V 75 E. 5a/cc S. 79; Urteile U 11/07 vom 27. Februar 2008, E. 8.4, und 8C_223/2007 vom 2. November 2007, E. 6.2.2). Dem Aspekt der Dienstjahre kommt deshalb in casu ebenfalls keine relevante Bedeutung zu. Was die Nationalität anbelangt, kann die Versicherte als Schweizerin sogar mit einem deutlich über dem Totalwert liegenden Einkommen rechnen (LSE 2004, Tabelle TA12, S. 69, Anforderungsniveau 4). Eine allenfalls gesundheitlich bedingte Lohnminderung würde schliesslich bereits mit der Berücksichtigung der dem Anforderungsniveau 4 inhärenten tieferen Ansätze abgegolten. Nach dem Ausgeführten ist die vorinstanzliche Verneinung eines leidensbedingten Abzugs nicht zu beanstanden. 5.2.3 Aus der Gegenüberstellung der beiden Vergleichseinkommen resultiert für die Zeit bis März 2006 eine Erwerbsunfähigkeit von 53,38 % (Fr. 35'249.-/Fr. 16'431.30) und ab April 2006 eine solche von 41,73 % (Fr. 35'249.-/Fr. 20'539.10).