Citation: 6P.107/2005 03.02.2006 E. 5.3

5.3.1 Die Vorinstanz führt zunächst zutreffend aus, dem Beschwerdeführer werde nicht zum Vorwurf gemacht, wie die Treuhandgeschäfte als Ausserbilanzgeschäfte in der Buchführung der C.________ AG behandelt wurden. Wie die von den Kunden der C.________ AG anvertrauten Vermögenswerte beim Treuhänder handelsrechtlich zu verbuchen sind, ist daher im vorliegenden Zusammenhang ohne Bedeutung. Was der Beschwerdeführer in dieser Hinsicht vorträgt, geht an der Sache vorbei (vgl. Nichtigkeitsbeschwerde S. 5). Zu beurteilen ist allein, ob die von der D.________ AG an die C.________ AG ausgeschütteten Retrozessionen in der Jahresrechnung der C.________ AG hätten aufgeführt werden müssen. Dies hat die Vorinstanz zu Recht angenommen. Dabei geht sie zutreffend davon aus, die von der D.________ AG überwiesenen Gelder seien als Ertrag der C.________ AG aus den Ausserbilanzgeschäften zu würdigen (angefochtenes Urteil S. 12; Gegenbemerkungen S. 2). 5.3.2 Im zu beurteilenden Fall wurden die Retrozessionen aufgrund der Vereinbarung über die Zusammenarbeit der beiden Gesellschaften von der D.________ AG an die C.________ AG als Vermittlerin von Kundengeldern ausgerichtet. Sie stellten kein Treugut der Kunden dar und wurden diesem auch nicht entnommen (vgl. hiezu Urteil des Kassationshofs 6S.709/2000 vom 26.5.2003 E. 5.3.2), sondern flossen als Ertrag aus den Anlageschäften aus dem Vermögen des Brokers an die C.________ AG. Die Vorinstanz geht unter Verweisung auf das erstinstanzliche Urteil davon aus, die C.________ AG habe nach Art. 400 Abs. 1 OR gegenüber ihren Kunden eine Rechenschafts- und Herausgabepflicht über sämtliche ihr aufgrund ihrer Geschäftsführung zugekommenen Vergütungen, mithin auch über die Retrozessionen, getroffen (angefochtenes Urteil S. 11; erstinstanzliches Urteil S. 17). Dass der Beauftragte mangels anderer Abrede gemäss Art. 400 Abs. 1 OR alles, was er in Erfüllung des Auftrages erhalten hat, namentlich etwa Preisnachlässe, Provisionen oder Sondervergütungen, an den Auftraggeber herausgeben muss, trifft zu (vgl. Walter Fellmann, Berner Kommentar, N 127 f., 131 zu Art. 400 OR). Ob hierunter auch der von der D.________ AG an die C.________ AG weitergeleitete Teil ihrer Kommissionen fällt, auf welche die C.________ AG gegenüber der D.________ AG aufgrund der mit dieser getroffenen Vereinbarung über die Zusammenarbeit Anspruch hatte, muss hier nicht geprüft werden. Denn die Beträge hätten so oder anders in der Rechnungslegung als Kommissionsertrag in einem Aktivkonto verbucht werden müssen. Gegebenenfalls hätten die Forderungen der Kunden auf Rückerstattung der Gelder als Passivposten aufgeführt werden müssen. Eine Verrechnung der beiden Positionen war aufgrund des Verrechnungsverbots (Art. 662a Abs. 2 Ziff. 6 OR) ausgeschlossen (angefochtenes Urteil S. 13). Der Beschwerdeführer macht nicht geltend, er habe zum damaligen Zeitpunkt angenommen, die Retrozessionen stünden den Kunden zu. Sie wurden denn auch in der Kundenbuchhaltung nicht aufgeführt. Er bringt vielmehr vor, er sei davon ausgegangen, die von der D.________ AG ausgerichteten Beträge hätten B.________ und A.________ zugestanden (Nichtigkeitsbeschwerde S. 6; vgl. auch erstinstanzliches Urteil S. 24). In diesem Fall wären die Gelder aber, wie die erste Instanz zutreffend ausführt (erstinstanzliches Urteil S. 24), für ihn ebenfalls erkennbar im Rahmen der geschäftlichen Tätigkeit der C.________ AG angefallen und in der Jahresrechnung aufzuführen gewesen. Dies entspricht auch der von der C.________ AG mit der D.________ AG getroffenen Vereinbarung über die Zusammenarbeit (vgl. erstinstanzliches Urteil S. 24 E. 3.2.5; Untersuchungsakten Ordner UR 4a I 4 act. 43), nach welcher die ausgeschütteten Retrozessionen der C.________ AG zustanden. Wenn die Bezahlung der Retrozessionen durch die D.________ AG korrekt als geschäftsrelevante Vorgänge in der Bilanz und Jahresrechnung der C.________ AG erfasst worden wäre, so wären, wie die Vorinstanz zutreffend ausführt (angefochtenes Urteil S. 14), die Rückvergütungen und der Umstand, dass diese zu einem grossen Teil an B.________ und A.________ flossen, offenkundig geworden. Durch die Unterlassung der korrekten Verbuchung der Gelder verschleierte er somit diese Privatbezüge zu Lasten der C.________ AG und deren Kunden (angefochtenes Urteil S. 15; erstinstanzliches Urteil S. 25). Die Buchführung der C.________ AG zeigte daher ein unvollständiges, und damit falsches Bild. Indem der Beschwerdeführer die teils privat an B.________ und A.________ über Konti in Liechtenstein, teils auf zwei Konten der C.________ AG in Liechtenstein ausbezahlten Retrozessionen nirgends erfasst hat, hat er den Tatbestand der Falschbeurkundung erfüllt. Das angefochtene Urteil verletzt daher kein Bundesrecht. Die Beschwerde erweist sich in diesem Punkt als unbegründet.