Citation: U 203/05 16.08.2005 E. 3

3.1 Gemäss MEDAS-Gutachten liegen des Weiteren eine mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom, eine gemischte dissoziative Störung sowie eine undifferenzierte Somatisierungsstörung vor. Der Beschwerdeführer beruft sich darauf, dass die psychischen Beschwerden durch ärztliche Fehlleistungen verursacht worden seien. 3.2 Damit wird sinngemäss geltend gemacht, dass ein adäquater Kausalzusammenhang des psychischen Leidens zum Ereignis vom 28. August 2001 zu bejahen sei, weil ein einzelnes der bei mittleren Unfällen erforderlichen einschlägigen Beurteilungskriterien in besonders ausgeprägter Form vorliege (BGE 115 V 140 f. Erw. 6c/bb). In den medizinischen Akten finden sich jedoch keine Anhaltspunkte für ärztliche Fehlbehandlungen. Zwar wurde anlässlich der Hospitalisierung im Spital X.________ vom 29. Oktober bis zum 20. November 2002 zur Ausschaltung des Schmerzes ein Plexuskatheder gelegt, der zunächst für kurze Zeit zu Schmerzfreiheit mit voller Beweglichkeit der rechten Schulter führte, dann aber verrutschte. In der Folge klagte der Beschwerdeführer über Sensibilitätsstörungen (ophthalmologische Störungen, Hypaesthesie des Gesichtsschädels) und Atemnot. In einem neurologischen Konsilium liess sich jedoch kein objektives Korrelat finden (Bericht vom 27. November 2002). Auch Dr. med. H.________ führte am 5. Juli 2003 aus, dass weder die Operation vom 19. November 2001 - die der Versicherte nach seinen Angaben gegenüber den MEDAS-Gutachtern abgelehnt hatte - noch die Kathetereinlage zu motorischen oder sensiblen Ausfällen führen konnten, wie sie nun präsentiert würden. Weitere Abklärungen erübrigen sich unter diesen Umständen. Damit verhält es sich nicht so, dass der Beschwerdeführer tatsächlich falsch behandelt worden wäre. Vielmehr wähnt er sich als Opfer einer Fehlbehandlung, wie im psychosomatischen Konsilium anlässlich des Aufenthalts in der Rehaklinik Y.________ (Bericht vom 3. Februar 2003) und im MEDAS-Gutachten berichtet wird. Die Ärzte werten dies als Mischbild einer dissoziativen Störung und einer undifferenzierten Somatisierungsstörung. Damit kann ein adäquater Kausalzusammenhang zwischen dem Ereignis vom 28. August 2001 und dem psychischen Leiden - das nach Einschätzung der MEDAS-Gutachter zu einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit führt - nicht mit einer ärztlichen Fehlbehandlung begründet werden. 3.3 Zu ergänzen ist in diesem Zusammenhang, dass die heute geklagten Schmerzen ebenfalls nicht auf eine ärztliche Fehlleistung zurückzuführen sind. Der Beschwerdeführer hat die fehlgeschlagene Therapie im Spital X.________ nach Ansicht der MEDAS-Ärzte als "iatrogen verursachtes Trauma" wahrgenommen (Gutachten vom 15. März 2003). Schon anlässlich des psychiatrischen Konsiliums in der Rehaklinik Y.________ hatte er eindrücklich über diesen Vorfall berichtet, sodass der Psychiater annahm, der Versicherte verknüpfe damit eine quantitative und qualitative Ausweitung seiner Beschwerden (Bericht vom 3. Februar 2003). Nach Lage der medizinischen Akten ist es nach der Plexusanästhesie jedoch nicht zu einer Verschlimmerung des Zustands gekommen. Bereits bei der Untersuchung durch SUVA-Kreisarzt Dr. med. B.________ am 9. Juli 2002 - also rund vier Monate vorher - war jegliche Bewegung der rechten Schulter schmerzhaft, und eine am 2. September 2002 in der Klinik Z.________ durchgeführte Schmerztherapie war ebenfalls erfolglos geblieben (Bericht vom 17. September 2002).