Citation: 8C_118/2020 E. 9.2

9.2. Als Anspruchsgrundlage kommen lit. e (Fortbewegung) und lit. g (Kontakt mit der Umwelt) von Art. 21 MVG in Frage. Diesbezüglich ist Folgendes festzuhalten: Als Hilfsmittel für die Fortbewegung gelten lediglich Gehhilfen (Krücken, Schienen, Blindenführhund, u.Ä.) sowie (Elektro-) Rollstühle (vgl. JÜRG MAESCHI, a.a.O., N. 26 ff. zu Art. 21). Ebenfalls darunter fallen die Kosten für die invaliditätsbedingte Anpassung eines privaten Motorfahrzeugs (siehe JÜRG MAESCHI, a.a.O., N. 28 zu Art. 21; vgl. aber auch N. 17 zu Art. 21, wo er auch die Motorfahrzeuge aufführt). Damit sind nur Kosten der invaliditätsbedingten Anpassungen am Fahrzeug, nicht aber die Betriebs-, Unterhalts- und Amortisationskosten für Fahrten miterfasst. Ein Anspruch auf Entschädigung solcher invaliditätsbedingter Anpassungen besteht (unter dem Titel der sozialen Eingliederung) auch dann, wenn die Voraussetzungen für einen Amortisationsbeitrag nicht gegeben sind, weil die versicherte Person das Motorfahrzeug nicht für die Überwindung des Arbeitswegs benötigt oder auch ohne die Behinderung auf ein persönliches Motorfahrzeug angewiesen wäre (vgl. JÜRG MAESCHI, a.a.O., N. 28 i.V.m. N. 22 zu Art. 21 mit Hinweis auf BGE 97 V 237 ff.). Dies ergibt sich auch aus Ziff. 23 der Weisung Nr. 43. Gemäss deren Ziff. 23.1 haben alle Versicherten, die wegen ihrer Invalidität auf ein Motorfahrzeug angewiesen sind, Anspruch auf Vergütung der Kosten für Anpassungen am Fahrzeug, die aufgrund ihrer Behinderung notwendig sind. Ziff. 23.2 dieser Weisung lautet: "Das Fahrzeug dient der sozialen Eingliederung der versicherten Person (Kontaktpflege usw.). Die Ausübung einer Erwerbstätigkeit ist keine zwingende Voraussetzung". Noch klarer ging dies aus der alten Weisung Nr. 10 hervor: Der Titel der Ziff. 6 lautete: "Invaliditätsbedingte Anpassungen am Motorfahrzeug (PW) von militärversicherten Behinderten, welche keinen Anspruch auf einen Betriebsbeitrag haben". In Ziff. 22 wurde festgehalten, dass Versicherte, die keiner Erwerbstätigkeit nachgingen, Anspruch auf invaliditätsbedingte Anpassungen hatten, wenn das Fahrzeug der sozialen Eingliederung diente. Ziff. 24 bestimmte, dass der Versicherte die Fahrkosten zur Pflege des sozialen Kontakts (wie Gesunde auch) selber zu tragen hatte. Sie konnten nicht mit einem PW-Betriebskostenbeitrag abgegolten werden. An dieser Regelung gemäss der alten Weisung Nr. 10 hat die neue Weisung Nr. 43 nichts geändert. Würde es sich anders verhalten, könnten versicherte Personen, die - wie der Beschwerdeführer - auch ohne die militärversicherte Gesundheitsschädigung ein Autos angeschafft hätten (vgl. E. 3.3.2 hiervor), unter dem Titel "Fortbewegung" oder "Kontakt mit der Umwelt" unabhängig vom Zweck der Fahrten sämtliche Kilometerspesen geltend machen. Es ist jedoch nicht einzusehen, weshalb die Suva-MV nebst einer Anpassung des Motorfahrzeugs noch eine zusätzliche Entschädigung für Fahrten bezahlen sollte, welche die versicherte Personen auch ohne die Behinderung mit dem Fahrzeug zurücklegen würde. Somit hat die Suva-MV für die Fahrten des Beschwerdeführers zum Zunfthöck, zu Vorstandssitzungen und sonstigen -anlässen nicht aufzukommen. Gleiches gilt für seine Fahrten zum Rollstuhlsport in B.________, da es sich ebenfalls um eine Freizeitaktivität handelt. Hieran ändert entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers nichts, dass er den Rollstuhlsport nur in B.________ ausüben kann.