Citation: 6B_194/2023 E. 3.2.3

3.2.3. Gestützt auf diverse E-Mails sowie die glaubhaften Aussagen der Beschwerdegegnerin 2 und ihres Ex-Ehemannes sei ferner erstellt, dass sich die Beschwerdegegnerin 2 im Zeitpunkt des Kennenlernens der Beschwerdeführerin in einer schwierigen persönlichen Situation befunden habe. Sie sei unsicher, labil und zeitweise depressiv gewesen, was die Beschwerdeführerin gewusst und gezielt ausgenutzt habe. Deren Ausstrahlung habe die Beschwerdegegnerin 2 fasziniert. Die Beschwerdeführerin habe sie gezielt und intensiv beeinflusst, damit sie sich von ihrem familiären und sozialen Umfeld isolieren würde etwa dahingehend, sich scheiden zu lassen und keinen Kontakt zu ihren Töchtern mehr zu haben. Auf diese Weise sei die Beschwerdeführerin schleichend zur wichtigsten Bezugsperson der Beschwerdegegnerin 2 und zu deren Lebensmittelpunkt geworden. Aufgrund der Akten sei ein massives Hierarchiegefälle zugunsten der Beschwerdeführerin belegt, zumal die Teilnahme und das Fortkommen der Beschwerdegegnerin 2 im Rahmen der Lehrgänge einzig vom Willen der Beschwerdeführerin abhängig gewesen sei. Diese habe die Hierarchie letztlich bestätigt. Die Beschwerdeführerin sei gegenüber ihren Schülern, auch der Beschwerdegegnerin 2, bestimmend und forsch aufgetreten und habe sie gezielt gedemütigt oder blossgestellt. Sie habe die Beschwerdegegnerin 2 dazu gebracht, ihr Geld zu geben, indem sie ihr die Rolle als Gönnerin zugeschrieben und z.B. gesagt habe, das Universum wolle es so sehen, da die Beschwerdegegnerin 2 das Geld auch erhalten habe. Die Beschwerdeführerin habe sie auch in geschäftlichen Belangen - die Beschwerdegegnerin 2 war Stiftungsrätin der D.________ - streng geschult, was sie zu sagen habe. Die Beschwerdegegnerin 2 sei hierin äusserst unsicher und überfordert gewesen, was anhand der Aussagen ihres Ex-Ehemannes sowie von E-Mails belegt sei. Daraus erhelle auch eine Unterwürfigkeit bzw. Hörigkeit der Beschwerdegegnerin 2. Die von der Beschwerdeführerin zum Beleg des Gegenteils angeführte E-Mail vom 9. Juli 2011, welche eine bestimmt auftretende Beschwerdegegnerin 2 zeigen soll, vermöge an dieser Einschätzung nichts zu ändern und sei angesichts ihrer Isoliertheit unmassgebend. Die Beschwerdeführerin habe mithin ein gezieltes Abhängigkeits- und Unterordnungsverhältnis geschaffen. Angesichts der geschilderten Beziehung habe die Beschwerdegegnerin 2 bei der Hingabe der Fr. 1,5 Mio. eine Prüfung unterlassen, ob die Angaben der Beschwerdeführerin zur vermeintlichen Rückzahlung des Darlehens der Wahrheit entsprochen hätten, so die Vorinstanz. Die Beschwerdegegnerin 2 habe ihr vertraut bzw. sei ihr völlig unkritisch gegenübergestanden. Nach dem gescheiterten Kauf habe die Beschwerdeführerin das Darlehen abredewidrig verwendet. Gemäss ihren glaubhaften Aussagen hätte die Beschwerdegegnerin 2 das Darlehen unter diesen Umständen nicht gewährt.