Citation: 4A_455/2022 E. 4.3.1

4.3.1. Der Beschwerdeführer vertritt in den Rz. 17-63 und 68-108 der Beschwerde die Ansicht, der von der Beschwerdegegnerin erklärte Margin Call habe den vertraglichen Anforderungen nicht entsprochen, unter anderem weil die Beschwerdegegnerin keine genügende Frist zur Nachdeckung eingeräumt und den konkreten Nachdeckungsbedarf nicht beziffert habe. Ohne vertragsgemässen, "qualifizierten" Margin Call stelle die Glattstellung der Termingeschäfte eine Pflichtwidrigkeit dar. Dies sehe auch das Bundesgericht in "langjähriger, konstanter und rechtlich einwandfreier Praxis" so; der Beschwerdeführer verweist auf die Urteile 4A_521/2008 / 4A_523/2008 vom 26. Februar 2009 E. 7 und 9 sowie 4C.243/2006 vom 10. Juli 2007 E. 3. Zunächst ist klarzustellen, dass die Vorinstanz den Margin Call nicht etwa als entbehrlich erachtete, sondern im Gegenteil ausdrücklich erkannte, dass ein den anwendbaren Verträgen entsprechender Margin Call Voraussetzung für die in der Folge erfolgte Glattstellung war. Soweit der Beschwerdeführer das Gegenteil insinuiert, geht seine Kritik an der Sache vorbei. Die Vorinstanz stellte hiernach gestützt auf eine Beweiswürdigung (Zeugen- und Parteibefragungen; Einträge im Kundenjournal) fest, dass Telefongespräche stattgefunden hätten, in welchen dem Beschwerdeführer der Margin Call vertragskonform kommuniziert worden sei. Dieser habe insbesondere Bescheid gewusst über die Höhe der erforderlichen Nachdeckung, und es sei ihm auch eine "sofortige", durchaus hinlängliche Frist zur Nachdeckung angesetzt worden. Selbst wenn dem Beschwerdeführer kein präziser Betrag "in Franken und Rappen" genannt worden wäre, schadete dies - so das Obergericht weiter - nicht, denn er wäre erklärtermassen ohnehin nicht in der Lage gewesen, innert der gesetzten Frist Nachdeckung zu leisten. Der Beschwerdeführer ist mit den Erwägungen der Vorinstanz in verschiedener Hinsicht nicht einverstanden. Er wirft ihr etwa vor, "von einem falschen Verständnis" ausgegangen zu sein und verkannt zu haben, was "in der Praxis eben gerade normal" sei. In welcher Hinsicht die obergerichtliche Beweiswürdigung geradezu willkürlich wäre, wie der Beschwerdeführer vor Bundesgericht (einzig) rügen könnte, zeigt er dagegen nicht hinreichend auf. Dass er ganz allgemein "jeglicher Nachdeckungsmöglichkeit [...] beraubt" worden wäre, ist unzutreffend. Schliesslich hält der Beschwerdeführer der Vorinstanz in diesem Zusammenhang generell entgegen, dass eine Bank keinen Anspruch auf "Risikolosigkeit" habe. Die den Termingeschäften zugrunde liegenden Verträge begründeten keinen "Rundumschutz (in der Art einer Vollkaskoversicherung) für die Bank", sondern dienten dem "Risikoausgleich zwischen den Parteien". Ferner habe das Obergericht "die vertragliche Struktur unzulässig auf den Kopf gestellt", was "krass und bizarr" sei. Der Beschwerdegegnerin wiederum wirft er ein Handeln wider Treu und Glauben vor sowie "Schlaubergereien", die "im Sicherungsvertrag evident keine Stütze" fänden. Mit diesen Behauptungen zeigt der Beschwerdeführer nicht hinreichend auf, inwiefern die vorinstanzliche Beurteilung - sei es in rechtlicher, sei es in sachverhaltlicher Hinsicht - bundesrechtlich zu beanstanden wäre.