Citation: 6B_207/2022 E. 1.5.1

1.5.1. Der Beschwerdegegner ist im Alter von 12 Jahren aus Mazedonien in die Schweiz gekommen und lebt zum Urteilszeitpunkt seit rund 13 Jahren hier. Eine längere Aufenthaltsdauer zusammen mit einer guten Integration ist in aller Regel als starkes Indiz für das Vorliegen eines Härtefalls; dennoch lässt sich nicht schematisch ab einer gewissen Aufenthaltsdauer eine Verwurzelung in der Schweiz annehmen (BGE 146 IV 105 E. 3.4.4; vgl. Urteile 6B_33/2022 vom 9. Dezember 2022 E. 3.2.3; 6B_134/2021 vom 20. Juni 2022 E. 5.3.2; je mit Hinweisen; vgl. E. 1.2.3 oben). Angesichts des Umstands, dass der Beschwerdegegner hier ab der 5. Klasse die Schule besucht und mehr als die Hälfte seines Lebens verbracht hat, durfte die Vorinstanz ohne weiteres von einer prägenden Zeit ausgehen. Jedoch gilt dies auch für seine bis zur Einreise in die Schweiz in Mazedonien verbrachte (Schul-) Zeit. Demnach ist alleine gestützt auf die Aufenthaltsdauer noch nicht von einem schweren persönlichen Härtefall auszugehen.