Citation: 4A_391/2024 E. 3.3

3.3. Was die Beschwerdeführerin dagegen einwendet, vermag nicht zu überzeugen. Vorab ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin nicht bestreitet, dass sie selbst korrekt zur Schlichtungsverhandlung vorgeladen wurde. Sie stellt sich aber auf den Standpunkt, die Schlichtungsverhandlung könne nur gültig durchgeführt worden sein, wenn alle Parteien des jeweiligen Verfahrens gültig vorgeladen worden seien. Mit dieser Argumentation übergeht sie die Rechtsnatur der einfachen Streitgenossenschaft. Wie die Vorinstanz zutreffend erwog, ergibt sich aus der Natur der einfachen Streitgenossenschaft (vgl. dazu hiervor E. 3.1.3), dass die Klage der Beschwerdegegnerin gegen die Beschwerdeführerin rechtlich selbstständig von jener gegen die C.________ Limited ist. Die Situation ist gerade nicht vergleichbar mit derjenigen bei einer notwendigen Streitgenossenschaft. Die Beschwerdegegnerin hätte auch nur die Beschwerdeführerin einklagen können. Gemäss den - mangels hinreichender Anfechtung (vgl. hiervor E. 2.2) für das Bundesgericht verbindlichen Feststellungen der Vorinstanz in Erwägung 5.3.2 ihres Entscheids - gingen die Parteien vorliegend übereinstimmend davon aus, dass die Beschwerdegegnerin an der Schlichtungsverhandlung darauf verzichtet hat, die Klage gegen die C.________ Limited weiterzuführen. Entgegen der Beschwerdeführerin ist auch nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz nicht davon ausging, aufgrund der Klageänderung an der Schlichtungsverhandlung (kein Weiterverfolgen der Klage gegen die C.________ Limited) hätte ein neues Schlichtungsgesuch eingereicht werden müssen, zumal die Beschwerdeführerin, gegen welche die (selbstständige) Klage aufrechterhalten wurde, unbestrittenermassen korrekt zur Schlichtungsverhandlung vorgeladen worden ist. Eine fehlende Prozessvoraussetzung wirkt sich nur beim betreffenden Streitgenossen aus (vgl. PETER RUGGLE in: Basler Kommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, 3. Aufl. 2017, N. 27 zu Art. 71 ZPO). Vor dem Hintergrund der unbestrittenermassen korrekten Vorladung der Beschwerdeführerin zur Schlichtungsverhandlung ist auch nicht ersichtlich und die Beschwerdeführerin legt auch nicht hinreichend dar, welchen Nachteil sie überhaupt dadurch erlitten haben soll, dass die C.________ Limited nicht korrekt zur Schlichtungsverhandlung vorgeladen worden sein soll. Prozesshandungen und Säumnisse eines einfachen Streitgenossen gereichen den anderen Streitgenossen jedenfalls weder zum Vorteil noch zum Nachteil (vgl. hiervor E. 3.1.3). Die Beschwerdegegnerin macht in diesem Sinne zutreffend geltend, dass die Konsequenzen einer allfällig ungültigen Vorladung der englischen C.________ Limited einzig sie selbst (die Beschwerdegegnerin) und nicht die Beschwerdeführerin beträfe. Die Beschwerdeführerin vermag insgesamt nicht darzutun, dass die Vorinstanz in Willkür verfallen wäre oder Bundesrecht verletzt hätte, indem sie zum Ergebnis gelangte, die korrekt vorgeladene Beschwerdeführerin sei an der Schlichtungsverhandlung - trotz allenfalls ungültiger Vorladung der C.________ Limited - säumig gewesen. Entsprechend ist es nicht zu beanstanden, sondern folgerichtig, wenn die Vorinstanzen die der Beschwerdegegnerin ausgestellte Klagebewilligung als gültig erachten. Demnach kann auch im bundesgerichtlichen Verfahren offenbleiben, ob die englische C.________ Limited gültig zur Schlichtungsverhandlung vorgeladen worden ist.