Citation: 1P.317/2000 11.09.2000 E. 4

4.- Der Beschwerdeführer rügt, die Anklagekammer habe eine formelle Rechtsverweigerung begangen, indem sie bis zum Zeitpunkt der Einreichung der staatsrechtlichen Beschwerde nicht über die Herausgabe verschiedener Gegenstände aus dem Laden entschieden habe, die zweifellos legal seien und von denen die Staatsanwaltschaft in aktenwidriger Weise behaupte, sie seien gar nicht beschlagnahmt. Das hier sinngemäss angerufene Verbot der Rechtsverzögerung, das die Rechtsprechung aus Art. 4 aBV abgeleitet hat und das in Art. 6 Ziff. 1 EMRK und nunmehr auch ausdrücklich in Art. 29 Abs. 1 BV statuiert ist, wird verletzt, wenn die zuständige Behörde sich zwar bereit zeigt, einen Entscheid zu treffen, diesen aber nicht binnen der Frist fasst, welche nach der Natur der Sache und nach der Gesamtheit der übrigen Umstände als angemessen erscheint (BGE 117 Ia 193 E. 1c S. 197; 107 Ib 160 E. 3b, je mit Hinweisen). Im vorliegenden Fall gelangte der Beschwerdeführer mit Beschwerde vom 6. März 2000 an die Anklagekammer und beantragte unter anderem die sofortige Herausgabe von beschlagnahmten "legalen" Gegenständen. Am 5. April 2000 wies der Präsident der Anklagekammer ein Gesuch um aufschiebende Wirkung, mit dem ebenfalls die sofortige Herausgabe der beschlagnahmten Gegenstände beantragt worden war, ab und hielt fest, die Anklagekammer werde das Begehren an ihrer nächsten Sitzung behandeln. Aus den Akten geht nicht hervor, ob sich in diesem Verfahren bis zur Einreichung der staatsrechtlichen Beschwerde am 22. Mai 2000 etwas weiteres ereignete. Einerseits handelt es sich bei der Überprüfung der vorsorglichen Beschlagnahme vorliegend nicht um eine Angelegenheit von besonderer Komplexität. Andererseits macht der Beschwerdeführer nicht geltend und ist nicht ersichtlich, dass er vor der Einreichung der staatsrechtlichen Beschwerde das Ausbleiben des Entscheides bei der Anklagekammer beanstandet hätte. Unter den gegebenen Umständen ist die Dauer von zweieinhalb Monaten zwischen der Erhebung der Beschwerde an die Anklagekammer und der Einreichung der staatsrechtlichen Beschwerde, während welcher der Präsident der Anklagekammer immerhin über das Gesuch um aufschiebende Wirkung entschieden hat, noch nicht zu beanstanden. Die Beschwerde erweist sich somit auch in diesem Punkt als unbegründet.