Citation: 2C_652/2023 E. 4.2

4.2. Die Vorinstanz hat die vorliegend strittige Nichtgewährung eines Prüfungszeitzuschlags mit der Begründung verneint, § 48 StuPO RF räume der oder dem Prüfungsdelegierten betreffend die Gewährung von Prüfungszeitverlängerungen auch dann Entschliessungsermessen ein, wenn die Maturitätssprache des Prüfungskandidaten nicht Deutsch war. Demgemäss müsse Studierenden mit einer fremdsprachigen Maturität nicht zwingend eine Verlängerung der Prüfungsdauer gewährt und könne diese Massnahme etwa - wie im Fall des Beschwerdeführers - aufgrund des Vorliegens eines deutschsprachigen Studienabschlusses verweigert werden, ohne dass darin ein Verstoss gegen die Studien- und Prüfungsordnung zu erblicken wäre (vgl. E. 5 des angefochtenen Urteils). Sodann werde der über eine türkische Maturität verfügende Beschwerdeführer durch die aufgrund seines an der Universität U.________ (D) erworbenen Bachelorabschlusses in Politikwissenschaft erfolgte Verweigerung der Verlängerung seiner Prüfungszeit weder gegenüber den deutschsprachigen noch gegenüber den fremdsprachigen Studierenden der Rechtswissenschaftlichen Fakultät benachteiligt. Das Abstellen auf deutschsprachige Studienabschlüsse sei im Kontext der Beurteilung von Gesuchen um Prüfungszeitverlängerung sachgerecht und praktikabel. Fremdsprachige Studierende, die bereits ein deutschsprachiges Studium absolviert haben, verfügten mit Blick auf weiterführende oder andere Studiengänge über bessere Sprachkompetenzen als die übrigen fremdsprachigen Studierenden und seien mit den sprachlichen Anforderungen an die erfolgreiche Erbringung universitärer Leistungsnachweise auf Deutsch vertraut, weshalb es zulässig sei, bei ihnen generell davon auszugehen, dass der durch ihre fremdsprachige voruniversitäre Bildung bewirkte Nachteil nicht mehr bestehe. Dies gelte auch für fremdsprachige Studierende der Rechtswissenschaft mit einem fachfremden deutschsprachigen Studienabschluss; denn die juristische Fachsprache müssten alle Studierenden gleichermassen erlernen, auch die deutschsprachigen (vgl. E. 6 f. des angefochtenen Urteils). Schliesslich vermöge der Beschwerdeführer daraus, dass an anderen Fakultäten der Universität Luzern hinsichtlich der Gewährung von Prüfungszeitverlängerungen (möglicherweise) eine grosszügigere Praxis herrscht, nichts zu seinen Gunsten abzuleiten (vgl. E. 8 des angefochtenen Urteils).