Citation: 2C_958/2012 E. 2.5

2.5. Das Rekursgericht ging im angefochtenen Entscheid davon aus, die Eheschliessung des Beschwerdeführers sei für das vorliegende Verfahren unbeachtlich, zumal sie erst nach der verfügten Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung erfolgt sei. Ohnehin müsse der Beschwerdeführer ein auf der Eheschliessung basierendes Gesuch um Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung am Wohnsitz der schweizerischen Ehefrau, d.h. bei der zuständigen Behörde des Kantons Zürich einreichen; im aargauischen Rechtsmittelverfahren könne er aus diesem Umstand nichts zu seinen Gunsten herleiten. Ob diese Auffassung des Rekursgerichts zutrifft, erscheint äusserst fraglich. Die Frage kann im vorliegenden Fall jedoch offen bleiben: Zum einen setzt sich der Beschwerdeführer in seiner Eingabe mit dieser Problematik nicht substantiiert auseinander. Zum andern hat der ausländische Ehegatte einer Schweizerin wohl nach Art. 42 Abs. 1 AuG einen grundsätzlichen Anspruch auf Erteilung und Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung, wenn er mit dieser zusammenwohnt; der Anspruch erlischt indessen u.a. wenn der Ausländer - wie im vorliegenden Fall -einen Widerrufsgrund i.S.v. Art. 63 Abs. 1 lit. a AuG in Verbindung mit Art. 62 lit. b AuG setzt und sich die Nichterteilung der Bewilligung überdies als verhältnismässig erweist. Aus diesem Grund braucht nicht näher untersucht zu werden, inwieweit für den getrennten Wohnsitz der Ehegatten wichtige Gründe bestehen (vgl. Art. 49 AuG). Auch aus dem Abkommen vom 21. Juni 1999 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der Europäischen Union und ihren Mitgliedstaaten andererseits über die Freizügigkeit (Freizügigkeitsabkommen, FZA; SR 0.142.112.681), auf welches sich der Beschwerdeführer als Ehegatte einer spanischen Staatsangehörigen berufen kann, ergibt sich hier nichts zu seinen Gunsten: Die Ansprüche auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung nach dem Freizügigkeitsabkommen gelten nämlich ebenfalls nicht absolut, sondern können namentlich dann eingeschränkt werden, wenn von der ausländischen Person eine hinreichend schwere und gegenwärtige Gefährdung der öffentlichen Ordnung, Sicherheit oder Gesundheit ausgeht (Art. 5 Anhang I FZA). Dies ist hier angesichts der hartnäckigen und erheblichen Delinquenz des Beschwerdeführers der Fall.