Citation: 4A_100/2014 E. 3.6

3.6. Die Vorinstanz ist der Meinung des Vertrauensarztes nicht nur aus formellen Gründen nicht gefolgt, sondern auch aus inhaltlichen Gründen, weil er nicht dargelegt hatte, woher er die These habe, dass nur dann ein der Operation immanentes Risiko vorliegen könne, wenn die anatomischen Strukturen unübersichtlich seien. Die Beschwerdeführerin bemerkt hierzu zwar, man müsse kein Chirurg sein, um zu verstehen, dass bei komplizierten anatomischen Verhältnissen eine Verwechslung des Hauptgallenganges eher möglich und auch eher entschuldbar sei, als bei normalen anatomischen Gegebenheiten. Damit wird aber nicht plausibel erklärt, weshalb dieser Umstand den auf diesem Gebiet spezialisierten Ärzten nicht aufgefallen sein sollte im Gegensatz zum Vertrauensarzt des Rechtsvertreters, der nach den Feststellungen der Vorinstanz nicht auf dem Fachgebiet spezialisiert, sondern Internist ist. Es ändert nichts daran, dass der Vertrauensarzt seine Meinung in keiner Weise belegt hat. Die Vorinstanz hat in diesem Punkt aber nicht allein auf die Auffassung des Gutachters abgestellt. Sie berücksichtigte zudem ein Gutachten aus einem früher vom Verwaltungsgericht (und mit Urteil 4A_323/2007 vom 24. Oktober 2007 auch vom Bundesgericht) beurteilten Fall. In diesem Gutachten wird nach den Feststellungen der Vorinstanz, obwohl ebenfalls keine komplizierten anatomischen Verhältnisse gegeben waren, von einem operationsimmanenten Risiko ausgegangen. Dass diese Feststellung offensichtlich unzutreffend wäre, zeigt die Beschwerdeführerin nicht rechtsgenüglich auf. Vor diesem Hintergrund kann von Willkür keine Rede sein, wenn die Vorinstanz auch bei einer Verletzung bei übersichtlichen Strukturen nicht zwingend auf einen Kunstfehler schliesst. Aus dem im von der Strafkammer des Obergerichts behandelten Fall erstellten Gutachten kann die Beschwerdeführerin nichts ableiten. Daraus geht zwar hervor, dass eine Verletzung des Gallenhauptgangs eine Sorgfaltspflichtverletzung darstellen kann. Die konkreten Umstände waren aber andere, indem bereits während der Operation Indizien für eine fehlerhafte Behandlung auftraten. Dass mit Blick auf die ausländische Rechtsprechung vielleicht auch eine andere Würdigung denkbar wäre, genügt nicht, um die Einschätzung der Vorinstanz als willkürlich auszuweisen. Auf diese nicht den konkret zu beurteilenden Fall betreffenden Meinungen musste die Vorinstanz nicht weiter eingehen, wenn sie sich willkürfrei auf ein zum konkreten Fall ergangenes Gutachten stützen konnte.