Citation: I 303/06 17.08.2006 E. 6

Umstritten sind schliesslich auch die erwerblichen Auswirkungen der festgestellten Arbeitsunfähigkeit. Dem hierfür vorzunehmenden Einkommensvergleich sind, da diesbezüglich der Zeitpunkt des potentiellen Rentenbeginns relevant ist, die Einkommensverhältnisse des Jahres 2003 zu Grunde zu legen (vgl. Erw. 2 hievor). Bestehen Hinweise dafür, dass in der dem Rentenbeginn folgenden Zeit eine erhebliche Veränderung der hypothetischen Bezugsgrössen eingetreten ist, hat ein weiterer Einkommensvergleich zu erfolgen (BGE 129 V 222). 6.1 Das Einkommen, welches der Beschwerdeführer ohne gesundheitliche Einschränkungen zu erzielen vermöchte (Valideneinkommen), ist - für ein 80%-Pensum (vgl. Erw. 4.2 hievor) - basierend auf den Lohnangaben der vormaligen Arbeitgeberin vom 20. Mai 2003 festzusetzen. Danach erzielte der Versicherte im Zeitraum von Januar bis März 2002 einen Verdienst von - einschliesslich eines Anteils am 13. Monatslohn von Fr. 1500.- (vgl. Schreiben der Arbeitgeberin vom 15. August 2005) - Fr. 24'507.80, woraus sich ein massgebliches Monatseinkommen von Fr. 8169.30 ergibt. Dass dieses Einkommen beträchtlich über dem gemäss Angaben der Arbeitgeberin vom 15. August 2005 für das Jahr 2002 mit Fr. 6000.- bzw. - inklusive des Anteils am 13. Monatslohn - Fr. 6500.- bezifferten monatlichen Bruttolohnes liegt (vgl. auch den Arbeitsvertrag vom 15. Januar 2001), ist auf die hohe Anzahl an Überstunden zurückzuführen, die der Beschwerdeführer während dieses Zeitraums unbestrittenermassen geleistet hat (vgl. Leistungserfassung für die Monate Januar bis März 2002). Diese wie auch die im Jahre 2001 auf Grund der Überstundenzahl rückwirkend erfolgte Erhöhung des anfänglich vereinbarten Beschäftigungsgrades von 80 % auf ein 100%-Pensum belegen, dass die Überzeit - gerade auch im Rahmen eines 80%igen Arbeitspensums - regelmässig in einem erheblichen Umfang anfiel und daher Lohnbestandteil darstellte, weshalb sie bei der Invaliditätsbemessung mitzuberücksichtigen ist (RKUV 1989 Nr. U 69 S. 181 f.; Urteil A. vom 29. Mai 2000, I 658/99, Erw. 3). In Anbetracht einer Lohnentwicklung 2002/2003 von 1,6 % (Die Volkswirtschaft, 7/8/2006, S. 91, Tabelle B10.2, Noga-Abschnitt J/K [Kredit- und Vers.-Gewerbe; Immobilien; Vermarktung; Informatik; F&E]) resultiert daraus ein Jahreseinkommen von Fr. 99'600.10. Entgegen den Vorbringen des Beschwerdeführers hat keine Aufrechnung der bei der ehemaligen Arbeitgeberin angefallenen Lohnnebenkosten in Form des auch privat nutzbaren Firmenautos und eines Mobiltelefons (Übernahme von Benzin, Versicherungen, Gebühren etc. durch die Arbeitgeberfirma) zu erfolgen. Art. 28 Abs. 2 IVG in Verbindung mit Art. 16 ATSG schreiben vor, dass der Invaliditätsgrad auf Grund des Vergleichs der "Erwerbseinkommen" zu ermitteln ist. Dieser Begriff umfasst den Wert der beim Arbeitgeber allenfalls angefallenen Lohnnebenkosten nicht, auch wenn diese dem Arbeitnehmer zusätzlich zum Lohn zugute kommen. Dementsprechend wurde denn auch Art. 25 Abs. 1 IVV in konstanter Praxis als gesetzeskonform betrachtet, der bestimmt, dass als Erwerbseinkommen im Sinne von Art. 16 ATSG mutmassliche jährliche Erwerbseinkommen gelten, "von denen Beiträge gemäss AHVG erhoben würden", was bei Lohnnebenkosten nicht der Fall ist (ZAK 1986 S. 413 f. Erw. 3b). In diesem Sinne ergibt sich denn auch aus dem IK-Auszug, dass für 2001 lediglich ein AHV-beitragspflichtiges Einkommen von Fr. 97'500.- deklariert wurde, was dem Bruttojahreslohn (vgl. Angaben der Arbeitgeberin vom 15. August 2005) - ohne etwaige Lohnnebenkosten - entspricht. 6.2 Zur Festsetzung des trotz gesundheitlicher Beeinträchtigung zumutbarerweise noch realisierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) ist mit dem kantonalen Gericht - der Versicherte geht ausweislich der Akten keiner erwerblichen Beschäftigung mehr nach - auf die vom Bundesamt für Statistik herausgegebene Schweizerische Lohnstrukturerhebung (LSE) abzustellen (vgl. BGE 129 V 475 Erw. 4.2.1 mit Hinweisen). 6.2.1 Da dem Beschwerdeführer von April bis Dezember 2003 eine Beschäftigung in der bisherigen Branche im Umfang von 50 % zumutbar war (vgl. Erw. 5.2 hievor), erscheint es angemessen, aus der Lohnstatistik den im Wirtschaftszweig "Informatikdienste; Dienstl. für Unternehmen" geltenden Zentralwert beizuziehen. Gemäss Tabelle TA1 der LSE 2002 (S. 43, Wirtschaftszweige 72/74) beträgt dieser für im privaten Sektor arbeitende Männer, welche selbstständige und qualifizierte Arbeiten verrichten (Anforderungsniveau 2), bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 40 Stunden Fr. 8646.- monatlich oder Fr. 103'752.- jährlich. In Berücksichtigung der massgeblichen Nominallohnerhöhung von 1,6 % (vgl. Erw. 6.1 hievor) sowie der im Jahre 2003 betriebsüblichen Wochenarbeitszeit von 41,7 Stunden (Die Volkswirtschaft, a.a.O., S. 90, Tabelle B9.2, Noga-Abschnitt K [Immobilien; Informatik; F&E]) ist das jährliche Einkommen für ein Vollpensum mit Fr. 109'892.- zu beziffern. Auf Grund der Ausbildung, beruflichen Erfahrung und Vorkenntnisse des Versicherten ist vom Anforderungsniveau 2 des Arbeitsplatzes und nicht - wie in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde gefordert - 3 ("Berufs- und Fachkenntnisse vorausgesetzt") auszugehen. Einer allenfalls fehlenden Stressresistenz wurde vorliegend bereits durch die Annahme eines nur noch beschränkt zumutbaren Arbeitspensums Rechnung getragen. Daraus ergibt sich ein Einkommen gestützt auf ein 50%iges Arbeitspensum von Fr. 54'946.-. Hinsichtlich eines Abzugs von den Tabellenlöhnen (vgl. BGE 126 V 78 ff. Erw. 5; AHI 2002 S. 71 Erw. 4b/cc [Urteil D. vom 27. November 2001, I 82/01]) fällt einzig das Kriterium der Teilzeitbeschäftigung als lohnmindernd in Betracht (vgl. LSE 2002, S. 28, Tabelle T8*), da auch der Umstand der möglicherweise auf gesundheitliche Gründe zurückzuführenden Lohnbenachteiligungen mit der Zugrundelegung einer nur 50%igen Arbeitsfähigkeit abgegolten wurde. Es rechtfertigt sich folglich ein Abzug von 10 %, was zu einem Invalideneinkommen von Fr. 49'451.40 führt. In Gegenüberstellung zum Valideneinkommen (Fr. 99'600.10) resultiert daraus ein Invaliditätsgrad im erwerblichen Aufgabenbereich von 50,35 % bzw. - gewichtet - 40,28 % (0,8 x 50,35 %). 6.2.2 Von Januar bis Juni 2004 war der Beschwerdeführer ebenfalls zu 50 % in seiner Arbeitsleistung eingeschränkt. Das Valideneinkommen für das Jahr 2004 beträgt in Anbetracht einer nominellen Lohnentwicklung von 1,3 % (Die Volkswirtschaft, a.a.O., S. 91, Tabelle B10.2, Noga-Abschnitt J/K) Fr. 100'894.90. Bezüglich des Invalideneinkommens ist, gestützt auf die LSE 2004 (S. 53, Tabelle TA1, Wirtschaftszweige 72/74, Männer, Anforderungsniveau 2 [Fr. 8708.-/Monat]) sowie in Nachachtung einer betriebsüblichen Wochenarbeitszeit von 41,7 Stunden in diesem Sektor (Die Volkswirtschaft, a.a.O., S. 90, Tabelle B9.2, Noga-Abschnitt K [Immobilien, Informatik, F&E]), von einem Verdienst für ein Vollpensum von Fr. 108'937.10 auszugehen. Bei einem Beschäftigungsgrad von 50 % beläuft sich das Invalideneinkommen, einen 10%igen Teilzeitabzug berücksichtigend (vgl. dazu LSE 2004, S. 25, Tabelle 6*), auf Fr. 49'021.70. Der Grad der Erwerbsunfähigkeit ist für diesen Zeitraum somit auf 51,41 % oder - unter Gewichtung der Aufgabenbereiche - 41,13 % (0,8 x 51,41 %) festzusetzen. 6.2.3 Ab Juli 2004 ist von einer Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers von sieben Stunden täglich auszugehen, reduziert um 20 bis 40 % (Erw. 5.2 hievor). Angesichts einer in der Informatikbranche betriebsüblichen wöchentlichen Arbeitszeit von 41,7 Stunden (vgl. Erw. 6.2.2 hievor) bedeutet dies, bezogen auf ein siebenstündiges Pensum, ein Leistungsvermögen von rund 84 %. Da der Beschwerdeführer auch im Gesundheitsfall lediglich einer Beschäftigung im Umfang von 80 % nachginge (vgl. Erw. 4.2 hievor), ist dem Invalideneinkommen ebenfalls dieses Pensum zugrunde zu legen (vgl. u.a. Urteil W. vom 26. Juli 2004, I 155/04, Erw. 4.2.2). Daraus folgert ein Einkommen von Fr. 87'149.70, welches sich, da der Versicherte innerhalb eines derartigen Arbeitsverhältnisses zusätzlich um durchschnittlich 30 % in seinem Leistungsvermögen beeinträchtigt ist, auf Fr. 61'004.80 vermindert. Hinsichtlich des auf den Umstand des Teilzeiterwerbs zurückzuführenden Abzugs rechtfertigt sich vor diesem Hintergrund lediglich eine Reduktion von 5 % (vgl. LSE 2004, S. 25, Tabelle T6*). Das Invalideneinkommen beträgt somit Fr. 57'954.60. Der Vergleich von Validen- (Fr. 100'894.90) und Invalideneinkommen (Fr. 57'954.60) ergibt eine Erwerbsunfähigkeit ab Juli 2004 von 42,56 % bzw. gewichtet von 34 % (0,8 x 42,56 %).