Citation: 7B_267/2022 E. 7.3

7.3. Die Vorinstanz verneint einen schweren persönlichen Härtefall, indem sie ausführt, die Beschwerdeführerin sei in der Republik Kosovo aufgewachsen und im Jahr 2008, im Alter von 14 Jahren, in die Schweiz eingereist. Als einzige Ausbildung habe sie den Kurs Pflegehelferin SRK absolviert, diesen aber als Folge ihrer Schwangerschaft abgebrochen. Zurzeit lebe sie von der Sozialhilfe und habe Schulden im fünfstelligen Bereich. Bei der Arbeitssuche werde sie von einer Agentur unterstützt, da sie keine Arbeitserfahrung mit sich bringe. Sie sei wegen einfacher Körperverletzung, mehrfacher Beschimpfung und Drohung vorbestraft. Aufgrund der hohen Schulden, der Sozialhilfeabhängigkeit und Arbeitslosigkeit sowie der wiederholten Straffälligkeit sei die persönliche Integration der Beschwerdeführerin in der Schweiz als gescheitert zu bezeichnen. Ein Teil ihrer Familie, namentlich ihr Bruder und ihre mitbeschuldigte Schwester, lebten (wieder) im Kosovo. Entsprechend werde es der Beschwerdeführerin keine grössere Mühe bereiten, sich dort anstatt in der Schweiz zu integrieren bzw. zu resozialisieren. Die Beschwerdeführerin sei zwischenzeitlich zudem wieder verheiratet, wobei ihr Ehemann in Deutschland lebe und ein Familiennachzug aufgrund des Strafverfahrens nicht möglich sei. Die Tochter der Beschwerdeführerin, so die Vorinstanz weiter, sei ebenfalls Bürgerin der Republik Kosovo, neun Jahre alt und besuche die 3. Primarklasse. Sie sei in der Schweiz geboren und spreche mit der Beschwerdeführerin, ihren Grosseltern sowie ihrem Vater Albanisch. Die gescheiterte Integration der Beschwerdeführerin wiege im Vergleich zum Interesse ihrer Tochter, in der Schweiz zu bleiben und hier die Schule zu besuchen, schwer. Der Umzug des minderjährigen Kindes, welches sich noch in einem anpassungsfähigen Alter bzw. noch nicht am Ende der obligatorischen Schulzeit befinde, erscheine zumutbar. Es sei nicht ersichtlich, aus welchen Gründen das Kindeswohl durch eine Ausreise in den Kosovo konkret gefährdet werden könnte. Aufgrund der Gesamtumstände sei kein schwerer persönlicher Härtefall gegeben. Selbst wenn, so die ergänzenden Ausführungen der Vorinstanz, ein Härtefall vorliegen würde, würde das öffentliche Interesse an Sicherheit und Ordnung aufgrund der von der Beschwerdeführerin begangenen schweren Straftaten und der langjährigen Freiheitsstrafe überwiegen.