Citation: 2C_213/2020 E. 3.3

3.3. Die bundesgerichtliche Rechtsprechung verlangt, dass die eheliche Gewalt und deren Schwere in geeigneter Weise glaubhaft gemacht werden muss (E. 2.3). Dafür stehen der Beschwerdeführerin verschiedene Beweismittel offen (BGE 142 I 152 E. 6.2), sie setzen jedoch voraus, dass die Beschwerdeführerin ein Mindestmass an Informationen zu den geltend gemachten Vorfällen häuslicher Gewalt preisgibt. Andernfalls ist es für die Behörden nicht möglich, die für den Verfahrensausgang wesentlichen Tatsachen festzustellen.Vorliegend trifft dies insbesondere auf die Schwere der ehelichen Gewalt zu. Ohne ausreichend präzisierte Aussagen kann nicht gesagt werden, ob die von Art. 50 Abs. 1 lit. b i.V.m. Art. 50 Abs. 2 AIG vorausgesetzte Intensität erreicht wurde. Dementsprechend geht es nicht zu weit, wenn die Vorinstanz konkrete Ausführungen zur erlittenen ehelichen Gewalt verlangt. Entgegen den Ausführungen der Beschwerdeführerin trifft es ebenfalls nicht zu, dass die Vorinstanz Fachberichte als notwendige Voraussetzung zur Glaubhaftmachung der sexuellen Übergriffe erachtete. Sie respektierte ebenfalls das in Art. 169 Abs. 4 StPO garantierte Zeugnisverweigerungsrecht der Beschwerdeführerin betreffend Fragen zu ihrer Intimsphäre, indemsich die Vorinstanzauch ausführlich mit den weiteren Begleitumständen und Aussagen der Beschwerdeführerin betreffend der geltend gemachten sexuellen Übergriffen auseinandersetzte. Dabei beschränkte sich die Vorinstanz nicht nur auf den Umstand, dass das Strafverfahren gegen den Ehemann und den Schwiegervater der Beschwerdeführerin eingestellt wurde, was alleine nicht zwingend das Vorliegen ehelicher Gewalt ausschliessen muss (BGE 138 II 229 E. 3.3.3 S. 237; Urteil 2C_771/2017 vom 8. Februar 2018 E. 4.2.1). Vielmehr gelangte sie aufgrund der konkreten Umstände, insbesondere aufgrund der Lücken und Widersprüchen in den Aussagen der Beschwerdeführerin zum Schluss, dass sie die vorgebrachten sexuellen Übergriffe als nicht glaubhaft gemacht erachte und nicht bloss weil die Beschwerdeführerin in Ausübung ihrer Rechte keine Aussage betreffend ihrer Intimsphäre machte.