Citation: 8C_685/2014 E. 5.2.1

5.2.1. Der vorinstanzlichen Sichtweise ist zum einen entgegenzuhalten, dass der jüngste, 1996 geborene Sohn der Beschwerdeführerin gemäss ärztlichem Zeugnis des Dr. med. D.________ vom 12. September 2014 lediglich im Zeitraum vom 11. Februar bis 11. Juli 2012 psychiatrisch betreut worden war. Der entsprechende, neu aufgelegte Bericht ist, da unmittelbar durch die Entscheidbegründung veranlasst, letztinstanzlich zu berücksichtigen (Art. 99 Abs. 1 BGG). Ein damit in Zusammenhang stehender zusätzlicher Betreuungsbedarf ist für den massgebenden Zeitpunkt der rentenaufhebenden Verfügung vom 17. Dezember 2012 mithin zu verneinen. Ferner werden im Abklärungsbericht Haushalt vom 10. Juli 2012 zwar schulische Probleme des Sohnes erwähnt. Die Versicherte, in ländlichen Verhältnissen im Kosovo aufgewachsen, war auf Grund der einfachen wirtschaftlichen Verhältnisse ihrer Familie indes nicht in der Lage, die Schule zu besuchen oder eine berufliche Ausbildung zu absolvieren. Vielmehr hat sie früh im Haushalt und auf dem elterlichen Bauernhof mitgeholfen (vgl. psychiatrisches Gutachten des PD Dr. med. B.________ vom 27. Dezember 2011, S. 2 oben). Im Juni 1991 ist sie sodann als 21-Jährige in die Schweiz eingereist, wo Ende Juli 1991 ihr erstes Kind zur Welt kam. Vor diesem Hintergrund sind die Fähigkeiten der Beschwerdeführerin, ihren Sohn, welcher 2012 die zweite Sekundarschule besucht hat, schulisch unterstützen zu können, als äusserst gering einzustufen, zumal auch ihre rudimentären Deutschkenntnisse einen derartigen Beistand als wenig wahrscheinlich erscheinen lassen. Ein erhöhter Betreuungsaufwand lässt sich gestützt darauf jedenfalls nicht ableiten. Mit Blick auf die Statusfrage ebenfalls nicht überzeugend ist sodann das Argument, die Versicherte habe weder vor der Geburt des ersten Kindes noch nachher je vollzeitig entlöhnt gearbeitet. Wie deren Biografie verdeutlicht, bestand auf Grund der Umstände faktisch keine Möglichkeit, in der Zeit vor der Geburt der Tochter überhaupt einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. Die Akten belegen jedoch, dass die Beschwerdeführerin 2001, als die Kinder erst zwölf, neun und fünf Jahre alt waren, eine Teilzeitstelle im Ausmass von zwanzig Stunden wöchentlich aufgenommen und dieses Pensum zwei Jahre später um eine zusätzliche Anstellung von vier Wochenstunden erweitert hat. Anhaltspunkte dafür, dass sie diesen Beschäftigungsgrad von 57 % 2012/2013 angesichts des fortgeschrittenen Alters der Kinder ohne gesundheitliche Beeinträchtigungen nicht auf eine Vollzeitbeschäftigung aufgestockt hätte, sind keine ersichtlich. Daran ändert auch der Umstand nichts, dass sie nach ihrem anfangs August 2003 erlittenen Unfall keine ausserhäusliche Tätigkeit mehr aufgenommen hat. Gemäss den Schlussfolgerungen der Gutachter besteht eine 60%ige Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten erst seit dem Zeitpunkt der psychiatrischen Untersuchung, d.h. seit 22. Dezember 2011 (vgl. Expertise der Dres. med. B.________ und C.________ vom 27. und 29. Dezember 2011, bidisziplinäre Zusammenfassung). Für die Annahme eines erwerblichen Vollpensums spricht überdies die finanzielle Situation, hätte die Familie ohne die Versicherungsleistungen der Beschwerdeführerin 2012 doch lediglich über ein Bruttoeinkommen des Ehemannes von Fr. 4'900.- monatlich verfügt. Zudem wäre die Versicherte als Gesunde in einem Niedriglohnsektor tätig, welcher eine möglichst hohe Beschäftigungsquote nahelegte. Schliesslich gilt es auch die Tatsache zu berücksichtigen, dass die Beschwerdeführerin während des gesamten Verfahrens, also sowohl im Rahmen der Abklärungen vor Ort wie auch auf den Vorbescheid hin und vor den gerichtlichen Instanzen, stets widerspruchsfrei postuliert hat, sie würde bei intakter Gesundheit zu 100 % einer Arbeit ausser Hauses nachgehen.