Citation: 2C_357/2023 E. 5.5

5.5. Der Beschwerdeführer 2 war im Zeitpunkt des vorinstanzlichen Urteils bereits elf Jahre alt, weshalb er einen wichtigen Teil seines sozialen Umfelds verlieren würde, zu dem auch seine erwachsenen Geschwister zu zählen sind. Gemäss den Feststellungen der Vorinstanz ist der Beschwerdeführer 2 aber mit der Kultur des Herkunftslands seiner Eltern vertraut und hat die heimatliche Sprache erlernt. In der Schweiz ist er demgegenüber in sprachlicher Hinsicht eher mangelhaft integriert. Daher ist es nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz die Zumutbarkeit der erstmaligen Übersiedlung des Beschwerdeführers 2 in den Kosovo bejaht hat (vgl. Urteil 2C_730/2020 vom 6. Mai 2021 E. 4.5.3). Dessen ungeachtet erhöht der Umstand, dass die Ausreise für den Beschwerdeführer 2 einen schweren Einschnitt darstellen und ihn entsprechend hart treffen wird, auch das private Interesse der Beschwerdeführenden 1 und 3 am Verbleib in der Schweiz. Nicht weiter einzugehen ist in diesem Zusammenhang auf das von den Beschwerdeführenden vorgebrachte Szenario eines Verbleibs des Beschwerdeführers 2 bei einem seiner Geschwister. Auch wenn dies unter spezifischen Umständen nicht ausgeschlossen wäre (vgl. Urteile 2C_448/2020 vom 29. September 2020 E. 5.1; 2C_488/2019 vom 4. Februar 2020 E. 6.1.3), ist auf die tatsächlich gelebten Vorgaben zur Zeit des vorinstanzlichen Entscheids abzustellen (vgl. BGE 143 I 21 E. 5.5.4). Nicht ausschlaggebend für die Frage der Verhältnismässigkeit ist sodann der Umstand, dass den Beschwerdeführer 2 an der Fürsorgeabhängigkeit kein Verschulden trifft, zumal er gegebenenfalls bereits aus familienrechtlichen Gründen mit seinen Eltern die Schweiz verlassen wird (vgl. vorne E. 5.2).