Citation: 4A_462/2024 E. 3.2.2

3.2.2. Selbst wenn von einer genügenden Bestreitung seitens der Beschwerdeführerin ausgegangen würde, wären die von der Beschwerdegegnerin behaupteten Gesprächsinhalte durch die eingereichten Audio-Dateien belegt. Deren Einreichung mit der Widerklageduplik sei entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin auch hinsichtlich der Klage nicht verspätet, weil die Beschwerdegegnerin die zu ihren Transkripten gehörenden Audio-Dateien im Bestreitungsfall bereits in der Klage zum Beweis angeboten habe. Zwar habe die Beschwerdeführerin die Gesprächsinhalte schon in der Klageantwort "vorsorglich" mit Nichtwissen bestritten. Indes sei diese Bestreitung angesichts der die Beschwerdeführerin treffenden Aufzeichnungspflichten und der fehlenden Begründung ungenügend (vgl. oben E. 3.2.1). Zudem habe sich die Beschwerdegegnerin erst durch die Ausführungen der Beschwerdeführerin in der Duplik, wonach sie (die Beschwerdeführerin) mangels Aufzeichnung über keine solchen Gesprächsinhalte verfüge, und die daraus abgeleitete Bestreitung der klägerischen Vorbringen zur Einreichung der offerierten Urkunden veranlasst sehen müssen. Inhaltlich würden die Transkripte der Beschwerdegegnerin den Gesprächsinhalt korrekt wiedergeben, was die Beschwerdeführerin nicht mehr bestritten habe. Darauf sei folglich abzustellen. Daran ändere grundsätzlich nichts, dass die Beschwerdegegnerin die Audio-Dateien nur auszugsweise eingereicht habe. Ob sich daraus die behaupteten Order Instructions zweifelsfrei ergeben würden oder nicht, sei unter Einbezug der weiteren Vorbringen und Beweismittel zu prüfen. Diesbezügliche Bestreitungen seien der Beschwerdeführerin ohne weiteres möglich gewesen.