Citation: U 71/04 28.01.2005 E. 5

5.1 Entgegen den Vorbringen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde stellt die Nichteinvernahme der Mitpatientin sowie der Ehefrau des Versicherten als Zeugen durch die Vorinstanz keine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör nach Art. 29 Abs. 2 BV dar. Es ist nicht ersichtlich und wird auch nicht geltend gemacht, inwiefern von dieser Beweismassnahme neue verwertbare Erkenntnisse zu erwarten sind oder gewesen wären. In diesem Zusammenhang ist zu beachten, dass aus dem zeitlichen Zusammenfallen von Heilbehandlung (drei MRI-Untersuchungen) und Verschlechterung des Gesundheitszustandes (Abnahme des Hörvermögens links) nicht auf den geforderten überwiegend wahrscheinlichen natürlichen Kausalzusammenhang geschlossen werden kann (vgl. zur speziellen Regelung im Bereich der Militärversicherung Art. 4 und 5 MVG sowie BGE 111 V 372 f. Erw. 1 und Urteil H. vom 5. Oktober 2000 [M 3/98] Erw. 4a). Anderseits genügt kausalrechtlich, dass die Heilbehandlung der Folgen eines Unfalles eine Teilursache der Schädigung der Gesundheit darstellt (BGE 129 V 181 Erw. 3.1 mit Hinweisen). Im Weiteren ist fraglich, ob die Vorinstanz ihrer Begründungspflicht dadurch nicht nachgekommen ist, dass sie in den Erwägungen auf die schriftlichen Stellungnahmen der als Zeugen angerufenen Mitpatientin und der Ehefrau des Beschwerdeführers nicht Bezug genommen hat. Zum einen bedeutet diese aus dem verfassungsrechtlichen Gehörsanspruch fliessende Garantie nicht, dass sich das Gericht ausdrücklich mit jeder tatsächlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzen muss. Vielmehr kann es sich auf die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (BGE 124 V 181 Erw. 1a mit Hinweisen). Zum andern ist nicht zu sehen, inwiefern es dem Beschwerdeführer nicht möglich war, das vorinstanzliche Erkenntnis sachgerecht anzufechten (BGE 129 I 236 Erw. 3.2, 124 V 181 Erw. 1a). Dieser Punkt kann indessen offen bleiben. 5.2 Der Otologe Dr. med. G._________ von der Abteilung Arbeitsmedizin der SUVA hielt im internen Schreiben vom 11. Juni 2001 fest, die fachärztliche Beurteilung im Rahmen einer versicherungsexternen Begutachtung, ob zwischen der Gehörsverschlechterung links und den drei MRI-Untersuchungen in Y.________ im Oktober 2000 ein natürlicher Kausalzusammenhang bestehe, sei von grosser Wichtigkeit, da nicht selten Versicherte zwecks Schädel-MRI zur Kernspintomographie überwiesen würden. Im konkreten Fall gehe es allerdings nicht um eine direkte Lärmeinwirkung, sondern um die Frage, ob der Hörsturz durch die Untersuchung im Tomographen mit der notwendigen Wahrscheinlichkeit habe verursacht werden können. Die Expertise vom 17. September 2001 gibt auf diese Frage keine schlüssige Antwort. Sie verneint den Kausalzusammenhang lediglich in dem Sinne, dass die Lärmexposition während der drei MRI-Untersuchungen nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit direkt (teil-)ursächlich für die tieftonbetonte kombinierte Schwerhörigkeit links sei. Ob dies den Schluss verbietet, die Lärmbelastung habe zu einem Hörsturz und der wiederum zu einer dauernden Verschlechterung des Gehörs links geführt, kann nicht beantwortet werden. Immerhin kann aufgrund der Akten als erstellt gelten, dass der Beschwerdeführer im Zeitraum vom 17. August bis Ende 2000 zwei Hörstürze erlitt. Vor diesem Hintergrund kann der aus dem Vergleich der Reintonaudiogramme vom 17. August 2000 und vom 10. September 2001 sich ergebenden Verschlechterung der Hörleistung im Hochtonbereich nicht jegliche Bedeutung abgesprochen werden. In diesem Zusammenhang ist zu beachten, dass das Gutachten vom 17. September 2001 nicht sagt, lärmbedingte Hörstörungen manifestierten sich ausschliesslich als Hochtonsenke in den Frequenzen zwischen 4 und 6 kHz. Laut den ORL-Ärzten des Spitals Z.________ verhält es sich lediglich vorwiegend so. Ebenfalls fragt sich, inwiefern das Alter und die partielle Mittelohratelextase links einen Hörsturz als Folge der MRI-Untersuchungen begünstigten und ob die tieftonbetonte kombinierte Schwerhörigkeit Folge des Hörsturzes war. Schliesslich fehlen in der Expertise vom 17. September 2001 unter Umständen aufschlussreiche statistische Erfahrungswerte zu Gehörbeschwerden nach MRI-Untersuchungen. 5.3 Nach dem Gesagten wird die SUVA nochmals eine oto- und audiologische Begutachtung zum streitigen natürlichen Kausalzusammenhang zwischen Heilbehandlung (drei MRI-Untersuchungen) und Gesundheitsschädigung (Gehörsverschlechterung links) veranlassen. Der Experte wird sich insbesondere zu den vorstehend aufgeworfenen Fragen zu äussern haben. In diesem Sinne ist die Verwaltungsgerichtsbeschwerde begründet.