Citation: 1P.657/2006 12.04.2007 E. 3

Das Obergericht ging davon aus, dass der Beschwerdeführer seine Ehefrau im Verlauf der Auseinandersetzung stark gewürgt habe. Umstritten war die Dauer des Würgens: Dieses hatte nach Aussage des Opfers "unendlich lange" gedauert, während der Beschwerdeführer eine Dauer von 3 - 5 Sekunden eingeräumt hatte. Das Obergericht liess die Frage ausdrücklich offen. Feststehe dagegen, dass der Beschwerdeführer sehr stark zugepackt habe, so dass BX.________ gemäss ihrer Darstellung kaum mehr atmen konnte und dabei Todesangst verspürte. Aufgrund der Ausführungen des Sachverständigen Dr. D.________ (Institut für Rechtsmedizin E.________) betrachtete es das Obergericht als hinreichend gesichert, dass das massive Würgen des Angeklagten tödlich für das Opfer hätte verlaufen können. Der Angriff gegen den Hals des Opfers sei geeignet gewesen, einen reflektorischen Herzstillstand über eine Reizung des Halsnervengeflechts zu erzeugen. Zwar habe Dr. D.________ diesen Erfolg als selten bezeichnet; der massive Würgegriff des Beschwerdeführers hätte aber das Funktionieren des Nervensystems des Opfers stark beeinträchtigen können, dies neben der Herbeiführung des strangulationsbedingten Sauerstoffmangels. Allgemein sei bekannt, dass schon bei einem leichten Würgen (nahe) Lebensgefahr bestehen könne, da in der Halsgegend wichtige Arterien- und Venenstränge verlaufen.