Citation: 1P.571/2005 17.11.2005 E. 3.2

3.2.1 Das Kassationsgericht setzt sich im angefochtenen Entscheid eingehend mit dem Begehren des Beschwerdeführers um zusätzliche Abklärungen auseinander. Es stützt sich auf die Erwägungen des Obergerichtes, wonach es völlig unwahrscheinlich erscheine, dass bei einem zwar alten, aber gut gewarteten Auto ohne jedes Vorzeichen gleichzeitig zwei getrennte Bremskreise vollständig ausfielen, gleichzeitig auch die Fehlerregistratur des Anti-Blockier-Systems (ABS) versage, das einmalige Pumpen mit dem Pedal und der anschliessende Aufprall auf ein anderes Fahrzeug jedoch dazu führten, dass die Bremsen wieder tadellos funktionierten. Diese vom Privatgutachter insinuierte Hypothese sei weder belegt noch nachvollziehbar. Das Obergericht hat in seiner Beweiswürdigung stattdessen auf die Aussagen der beteiligten Personen und insbesondere auf die Ausführungen des Polizeiexperten abgestellt. Es hat die Argumentation des Letzteren als schlüssig erachtet, wonach bei einem funktionierenden Bremssystem - und ein solches sei bei der Funktionskontrolle festgestellt worden - auch eine Zerlegung des Hauptbremszylinders keinen konkreten Aufschluss über die Wahrscheinlichkeit eines Bremsversagens geben würde. Aus dem Alter der Bremsflüssigkeit ergäben sich keine Anhaltspunkte auf ein Bremsversagen. Allfällige Fehler im Zusammenhang mit dem Bremsdruck, dem Hauptbremszylinder oder der Bremsflüssigkeit wären im On-board Fehlerspeicher des ABS registriert worden. Die Prüfung habe aber keinerlei Speicherung einer Fehlermeldung angezeigt. Das ABS habe bei der Probefahrt einwandfrei gearbeitet. Abgesehen von der Behauptung des Beschwerdeführers fehle jeder objektive Hinweis auf ein solches einmaliges, auf Schmutz im Hauptbremszylinder und in der Bremsflüssigkeit zurückzuführendes Bremsversagen. 3.2.2 Zu Recht hält das Kassationsgericht dem Beschwerdeführer entgegen, er zeige nicht auf, inwiefern die Überlegungen des Obergerichtes fehlerhaft sein sollten. Gleiches gilt für das anhängige Verfahren. Der Beschwerdeführer legt lediglich seine Sicht der Dinge dar und beruft sich dazu auf ein Parteigutachten, welches gestützt auf die Unterlagen der Untersuchungsbehörde sowie Reparatur- und Servicebelege erstellt wurde. Demgegenüber hat der Polizeiexperte neben der Sicht- auch eine Funktionskontrolle am Wagen des Beschwerdeführers durchgeführt. Der Beschwerdeführer führt nicht aus, inwiefern die Schlussfolgerungen der kantonalen Instanzen verfassungswidrig sein sollen. Soweit seine Beschwerdebegründung den Anforderungen von Art. 90 Abs. 1 lit. b OG überhaupt zu genügen vermag, überzeugt sie nicht. Dem Kassationsgericht ist - insbesondere unter Berücksichtigung des vor dem Kassationsgericht geltenden Rügeprinzips (vgl. dazu Niklaus Schmid, Strafprozessrecht, 4. Aufl., Zürich 2004, Rz. 1063 mit Hinweisen) - kein Vorwurf zu machen, wenn es die nachvollziehbare Beweiswürdigung des Obergerichtes und der Einzelrichterin geschützt hat. Es ist in keiner Weise zu beanstanden, dass die kantonalen Instanzen erhebliche Zweifel verneint und sich von der Schuld des Beschwerdeführers überzeugt gezeigt haben. Dieser vermag mit der Rüge, der Grundsatz in dubio pro reo sei verletzt worden, nicht durchzudringen.