Citation: C 249/05 03.02.2006 E. 2

2.1 Der Beschwerdeführer hat nach Auflösung des Arbeitsverhältnisses zunächst keine konkreten Massnahmen zur Durchsetzung seines Lohn- beziehungsweise Provisionsanspruchs unternommen. Die Parteien sind sich uneinig, in welchem Zeitpunkt die Provisionsforderungen überhaupt fällig geworden waren. Während der Beschwerdeführer in seinem Schreiben vom 7. Oktober 2002 von einer Zahlungsfrist von zwölf Monaten ausgeht, legt die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid dar, dass die Provisionen mit Beendigung des Arbeitsverhältnisses, somit per 30. September 2001 fällig geworden seien. Im Arbeitsvertrag vom 20. September 2000 war vereinbart worden, dass alle sechs Monate über die Provisionen abgerechnet werde. Geht man zugunsten des Beschwerdeführers von der vertraglich festgesetzten Fälligkeit aus, hätte er seinen Anspruch spätestens im Januar 2002 geltend machen können und müssen. Eine erste Rechnungsstellung über seine Forderung in Höhe von Fr. 34'290.- datiert aber erst vom 7. Oktober 2002. Er hat sich in der Folge mit einer minimalen Zahlung von Fr. 750.- vorerst befriedigt gezeigt und erst rund ein Jahr später - mit Schreiben vom 19. September 2003 und damit bereits zwei Jahre nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses - die ausstehenden Forderungen erneut schriftlich gemahnt. In der Zwischenzeit hat er seinen Arbeitgeber weder betrieben noch seine Forderung eingeklagt. Damit hat er die ihm obliegende Schadenminderungspflicht im Sinne von Art. 55 Abs. 1 AVIG verletzt. 2.2 Es bleibt zu prüfen, ob der Schaden auch entstanden wäre, wenn der Beschwerdeführer sich rechtzeitig und mit angemessenen Mitteln um die Begleichung seiner Forderung bemüht hätte. In der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird argumentiert, angesichts des Auszugs aus dem Betreibungsregister für den Zeitraum vom 1. Januar 2000 bis 19. August 2004 wäre auch ein Totalverlust eingetreten, wenn im Oktober 2001 eine Betreibung eingeleitet worden wäre. Gemäss Betreibungsregister ist die Firma X.________ vom Oktober 2001 bis 21. Mai 2002 von Stadt und Kanton Zürich für Steuerschulden im Gesamtbetrag von cirka Fr. 16'800.- betrieben worden, was jeweils mit einem Verlust der Gläubiger endete. Eine einzige weitere Betreibung betrifft eine Forderung des J.________ über Fr. 27'600.-, welche am 25. September 2002 beim Betreibungsamt einging. Laut Darstellung in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde handelt es sich beim Gläubiger um einen Arbeitskollegen des Beschwerdeführers, welcher im November 2002 von weiteren Schritten zur Durchsetzung seiner Forderung absah, da nach Auskunft des Betreibungsamtes bei der Firma "nichts zu holen" gewesen sei. Wie dargestellt, hätte der Beschwerdeführer spätestens im Januar 2002 seine Provisionsforderung in Betreibung setzen müssen. Angesichts der in jenem Zeitpunkt einzigen offenen Betreibung über den nicht sehr hohen Betrag von Fr. 8'066.25 erscheint es nicht als überwiegend wahrscheinlich, dass eine solche des Beschwerdeführers erfolglos geblieben wäre. Dies gilt insbesondere auch angesichts des Umstandes, dass seine Forderung - im Gegensatz zu derjenigen der Steuerämter (Art. 43 Ziff. 1 SchKG) - zum Konkurs der Firma hätte führen können. Gerade die Tatsache, dass bis im Herbst 2002 offenbar nur Schulden aus öffentlichem Recht unbezahlt geblieben sind, lässt vermuten, dass die Arbeitgeberin des Beschwerdeführers ihre Rechnungen gezielt beglich oder eben offen liess. Ebenfalls gegen eine Unterbrechung des Kausalzusammenhangs spricht der Umstand, dass die Gesellschaft erst am 9. Dezember 2003 und damit knapp zwei Jahre nach dem Zeitpunkt, als der Beschwerdeführer hätte tätig werden sollen, vom Handelsregisteramt gelöscht wurde. Demzufolge ist die Leistungsverweigerung rechtmässig.