Citation: 1C_610/2022 E. 5.3

5.3. Im vorliegenden Fall beurteilte die Vorinstanz die Widerhandlung als mittelschwer. Der Beschwerdeführer habe mit seinem Verhalten eine erhöhte Gefahr für die anderen Verkehrsteilnehmer geschaffen und nicht nur eine geringe. Aufgrund der kumulativen Voraussetzung von geringer Gefahr und leichtem Verschulden für die Annahme einer leichten Widerhandlung konnte somit nicht mehr von einer solchen ausgegangen werden. Zu prüfen ist, ob diese Würdigung dem Gesetz entspricht. Die Annahme einer mittelschweren Widerhandlung nach Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG setzt keine konkrete Gefahrensituation voraus; ein abstraktes Risiko genügt. Eine mittelschwere abstrakte Gefährdung liegt namentlich vor, wenn eine Gefährdungssituation nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung mit mittelgrosser Verletzungswahrscheinlichkeit eintritt (vgl. Urteil 1C_311/2021 vom 16. März 2021 E. 4.4 mit Hinweis).