Citation: 6B_900/2024 E. 2.4.2

2.4.2. Die Kritik des Beschwerdeführers an der Anklageschrift verfängt nicht. Auch wenn diese E.________ und F.________ nicht explizit als sog. Tatmittler bezeichnet, erschliesst sich deren Rolle als solche aus dem Anklagesachverhalt. Wie die Vorinstanz zutreffend festhält, geht daraus hinreichend klar hervor, wie die Treffen konkret abgelaufen sind, wer welche Handlungen vorgenommen und wer was gewollt hat (Urteil, E. II.9.3 S. 23 f.). Ebenso ist der Vorinstanz zu folgen, wenn diese zum Schluss gelangt, das vorsatzlose Handeln von E.________ und F.________ ergebe sich aus der Anklageschrift (Urteil E. II.9.3 S. 24). Sie erwägt, E.________ und F.________ hätten gestützt auf die Umstände vom Einverständnis von D.________ mit den sexuellen Handlungen ausgehen dürfen, obschon dies nicht der Fall gewesen sei. Auch wenn an besagter Stelle die konkreten Umstände nicht rekapituliert werden, erschliesst sich aus den vorausgehenden Ausführungen unmissverständlich, dass darunter die vom Beschwerdeführer erzeugte Zwangssituation auf das Tatopfer zu verstehen ist. Dass die Anklageschrift den Begriff der Täuschung nicht explizit verwendet, ist nicht entscheidend, soweit sich eine solche aus dem umschriebenen Tatvorgehen hinreichend klar erschliesst, was vorliegend ausser Frage steht: Der Beschwerdeführer rief gemäss dem Anklagesachverhalt bei E.________ und F.________ eine von der Wirklichkeit abweichende Vorstellung hervor, indem er D.________ nicht nur dazu zwang, sich von diesen vaginal penetrieren zu lassen, sondern von ihr zudem verlangte, den Anschein zu erwecken, mit dem Vollzug des Geschlechtsverkehrs einverstanden zu sein (vgl. Anklageschrift Ziff. I.A.2.1: "D.________ musste so tun, als ob es ihr gefalle"). Die Kritik des Beschwerdeführers, wonach die Anklageschrift offenlasse, wie er auf die Tatmittler eingewirkt habe, erweist sich deshalb als unbegründet. Soweit der Beschwerdeführer im Weiteren geltend macht, der Anklagegrundsatz sei verletzt, weil sich die Anklageschrift nicht dazu äussere, ob er vorsätzlich auf die Tatmittler eingewirkt habe, dringt er auch damit nicht durch. Die Anforderungen an die Umschreibung des subjektiven Tatbestands sind nicht hoch (BGE 143 IV 63 E. 2.3; Urteile 6B_716/2024 vom 4. Dezember 2024 E. 2.1; 6B_838/2024 vom 2. Dezember 2024 E. 2.3.1; je mit Hinweisen). Die vorgehaltene Tat (aArt. 190 StGB) kann nur vorsätzlich begangen werden. Demnach impliziert bereits der Hinweis auf die Strafbestimmung, dass dem Beschwerdeführer ein Handeln mit Wissen und Willen vorgehalten wird. Die Schilderung des objektiven Tatgeschehens reicht nach der Rechtsprechung für eine Anklage wegen vorsätzlicher Tatbegehung aus, wenn sich daraus die Umstände ergeben, aus denen auf einen vorhandenen Vorsatz geschlossen werden kann (Urteile 6B_62/2024 vom 13. September 2024 E. 3.3; 7B_291/2022 vom 7. März 2024 E. 2.2; 6B_1050/2023 vom 21. Dezember 2023 E. 1.3; je mit Hinweisen). Dies ist - mit der Vorinstanz (Urteil E. II.9.3 S. 24) - vorliegend der Fall. Wie dargetan, umschreibt die Anklage nicht nur den vom Beschwerdeführer ausgeübten Zwang auf D.________, sondern es erschliesst sich daraus ebenso, dass der Beschwerdeführer E.________ und F.________ gegenüber einen falschen Eindruck vermittelte, sie mithin täuschte, sodass sie davon ausgingen, D.________ sei mit der Vornahme der sexuellen Handlungen einverstanden. Einem solchen Täuschungsmanöver ist der Vorsatz stets inhärent. Es bedurfte folglich in der Anklageschrift keiner weiteren Ausführungen zur Wissens- und Willenskomponente des Beschwerdeführers.