Citation: 6B_533/2021 E. 5.2

5.2. Nach den vorinstanzlichen Sachverhaltsfeststellungen war die D.________ GmbH im anklagerelevanten Zeitraum für vier Gemeinden, eine Kreisschule und ein regionales Sportzentrum als Patrouillendienst tätig. Dabei habe es sich de facto um einen Auftrag gehandelt, der jedoch separat abgerechnet worden sei. Die D.________ GmbH habe von April bis Dezember 2010 knapp Fr. 97'000.-- und in den Folgejahren rund Fr. 111'000.-- (2011 und 2012), Fr. 126'000.-- (2013), Fr. 135'000.-- (2014) und Fr. 125'000.-- (Januar bis 16. November 2015) an Einkünften erzielt. Weitere Auftraggeber und Einkünfte aus zusätzlichen Aufträgen habe die D.________ GmbH nur sehr wenige gehabt. Die Vorinstanz nennt hier vier Zahlungen von drei Auftraggebern in der Grössenordnung von rund Fr. 200.-- bis rund Fr. 1'300.--. Die D.________ GmbH habe ihre Geschäftstätigkeit während ihrer fünfjährigen Tätigkeit nicht erweitern können, weder in der Clubszene noch bei anderen Gemeinden, was die Vorinstanz anhand der verbuchten Einnahmen darlegt. Bei der D.________ GmbH habe es sich um ein Kleinunternehmen gehandelt, das erst ab dem 1. Oktober 2012 über eigene Büroräumlichkeiten verfügt habe. Zuvor habe der Beschwerdeführer die Büroarbeiten bei sich zu Hause erledigt (angefochtener Entscheid E. II.3.2.1.1 S. 22 f.). Der Beschwerdeführer war gemäss der Vorinstanz nie als Geschäftsführer im Handelsregister eingetragen, habe aber faktisch die Geschäfte der D.________ GmbH ab dem Jahr 2010 geführt. Dies schliesst die Vorinstanz aus den Angaben des Beschwerdeführers zu seiner Tätigkeit und verschiedenen Zeugenaussagen. Er habe die Buchhaltung und Korrespondenz erledigt, Lohnzahlungen vorgenommen, eine Vollmacht betreffend das Geschäftskonto gehabt und sei gegenüber Dritten als alleiniger Ansprechpartner aufgetreten (angefochtener Entscheid E. III.3.3.1 S. 39 ff.). Zudem habe der Beschwerdeführer bei der D.________ GmbH Patrouillendienste mit der vor erster Instanz freigesprochenen B.________ ausgeführt. Daneben seien einige wenige Patrouillenmitarbeiter im Stundenlohn tätig gewesen und sporadisch beschäftigt worden. Gemäss den Einsatzplänen und Protokollen ab Januar 2012 seien wöchentlich drei abendliche Patrouillen in Zweierteams durchgeführt worden. Alle Mitarbeiter ausser der Beschwerdeführer hätten Lohnzahlungen der D.________ GmbH bezogen, welche stets via Banküberweisung erfolgt seien (angefochtener Entscheid E. II.3.2.1.2 S. 23 f.). Nach der Vorinstanz hat der vermögenslose Beschwerdeführer bis Ende März 2010 Unfalltaggelder der Suva bezogen. Ab 12. April 2010 sei er bei der Arbeitslosenkasse UNIA arbeitslos gemeldet gewesen, wobei die erste Zahlung vom August 2010 datiere. Ab Juni 2012 habe er Sozialhilfe bezogen. Diese sei ihm in der Zeit von Dezember 2013 bis November 2014 ganz erheblich gekürzt worden, sodass er bloss noch Fr. 26.-- monatlich ausbezahlt erhalten habe, nebst Direktzahlungen für Miete und Krankenkasse. Erst auf Entscheid des Verwaltungsgerichts hin seien ab Dezember 2014 die Zahlungen wieder erhöht worden sowie Nachzahlungen erfolgt. Die letzte Zahlung sei am 28. Oktober 2015 eingegangen. Der Beschwerdeführer habe von April 2010 bis zur ersten Zahlung der Arbeitslosenkasse im August 2010 und von Dezember 2013 bis November 2014 finanzielle Engpässe überbrücken müssen (angefochtener Entscheid E. III.3.1 f. S. 36 f.). Der Arbeitslosenkasse UNIA habe der Beschwerdeführer im Zeitraum vom 12. April 2010 bis zum 11. April 2012 Einkünfte aus der Tätigkeit bei der D.________ GmbH in der Grössenordnung von monatlich durchschnittlich ca. Fr. 900.-- netto verschwiegen (angefochtener Entscheid E. III.6 S. 167, E. IV.B.2.2.2 f. S. 174). Gegenüber der Sozialbehörde der Stadt Dietikon habe er von Juni 2012 bis 15. November 2015 Einkünfte von monatlich durchschnittlich ca. Fr. 1'900.-- nicht offengelegt (angefochtener Entscheid E. III.6 S. 167, E. IV.B.3.1.1 ff. S. 175 ff.) Schliesslich habe er gegenüber dem Betreibungsamt im Pfändungsverfahren von August 2010 bis Juni 2015 seine Einkünfte aus der D.________ GmbH von durchschnittlich Fr. 1'597.-- monatlich bzw. Fr. 101'430.-- über den ganzen Zeitraum verheimlicht (angefochtener Entscheid E. III.6 S. 167, E. IV.D.2 S. 184 f.). Die Vorinstanz geht davon aus, dass der Beschwerdeführer zu Lasten der D.________ GmbH Gelder vom Geschäftskonto abgehoben und Einkäufe getätigt bzw. Zahlungen ausgeführt habe (z.B. für Nahrungsmittel, Essensbestellungen, Restaurantbesuche, Treibstoff, Auslandsaufenthalte, Reisekosten, Clubbesuche, Kleidung, Motorradkleidung, Sportausrüstung, Parfum, Unterhaltungselektronik, Partnervermittlung, Wohnungs- und Parkplatzmiete, Stromrechnungen, Radio- und Fernsehgebühren, Heimwerkerutensilien, Uhren). Es habe sich hierbei um verdecktes, gegenüber den Behörden nicht deklariertes Einkommen gehandelt (angefochtener Entscheid E. III.5.3.1 ff. S. 86 ff., E. III.6 S. 167, E. IV.B.2.1 ff. S. 171 ff.). Laut der Vorinstanz hat niemand ausser der Beschwerdeführer uneingeschränkt auf das Geschäftskonto der D.________ GmbH zugreifen können und einen Grund gehabt, im festgestellten Ausmass Privatbezüge zu Lasten der D.________ GmbH zu tätigen. Dies schliesst die Vorinstanz aus den widersprüchlichen Angaben des Beschwerdeführers bzw. aus seinem verharmlosenden Aussageverhalten zu seiner Stellung in der D.________ GmbH, zur Verfügungsmacht über die einzige Kontokarte der D.________ GmbH, zum angeblichen (übertrieben hohen) Geschäftsaufwand und zu vermeintlichen Rückzahlungen, sowie aus Zeugenaussagen, aus den finanziellen Verhältnissen des Beschwerdeführers und aus einer Analyse der vorhandenen Belege der D.________ GmbH in Verbindung mit den Angaben zur Ortsanwesenheit des Beschwerdeführers. Dass andere Mitarbeiter die einzige Kontokarte der D.________ GmbH privat für sich eingesetzt hätten, schliesst die Vorinstanz als rein theoretische Möglichkeit aus, namentlich weil der Beschwerdeführer die Kontokarte mit in seine Ferien ins Ausland nahm und dort für private Zwecke einsetzte, weil er einräumte, dass er die Kontokarte sehr oft mit sich führte und bestenfalls die frühere Mitbeschuldigte B.________ die Karte "in die Finger bekommen" habe, und schliesslich auch weil der Beschwerdeführer vereinzelte Privatbezüge sowie seine Verantwortlichkeit für "einen rechten Teil" der Einkäufe zu Lasten der D.________ GmbH eingestand (angefochtener Entscheid E. III.3.3.3.1 S. 53, E. III.4.1 ff. S. 63 ff.). Der Beschwerdeführer sei der Einzige gewesen, der als (faktischer) Geschäftsführer unkontrolliert über die finanziellen Mittel der D.________ GmbH verfügt habe. Andere Mitarbeiter hätten dies nur im Auftrag und/oder unter den Augen des Beschwerdeführers tun können. Die erheblichen Ausgaben des Beschwerdeführers, namentlich für Ferien, Geschenke und auswärtiges Essen, stünden in keinem Verhältnis zu seinen fehlenden bzw. bescheidenen Einnahmen (angefochtener Entscheid E. III.3.1 ff. S. 36 ff.; E. III.3.3.1. ff. S. 39 ff., E. III.3.3.3.1 ff. S. 50 ff., E. III.4.1 ff. S. 62 ff.). Es sei naheliegend, dass er auf die Mittel der D.________ GmbH zurückgegriffen und indirekt eine Entschädigung bezogen habe, so wie es alle anderen Mitarbeiter in Form von Lohn getan hätten. Angesichts seiner drohenden bzw. laufenden Lohnpfändungen habe der Beschwerdeführer ein starkes Motiv gehabt nicht "offiziell" über Lohn zu verfügen (angefochtener Entscheid E. III.3.2.3 S. 39 f.).