Citation: 6B_1074/2016 E. 2.1.1

2.1.1. Nach Art. 3 Abs. 1 lit. h UWG handelt unlauter, wer den Kunden durch besonders aggressive Verkaufsmethoden in seiner Entscheidungsfreiheit beeinträchtigt. Die Bestimmung schützt den Kunden bei der Auswahl von Leistungsangeboten, d.h. beim Abschluss eines Rechtsgeschäfts. Mit der vorgenannten Bestimmung sollen erzwungene Vertragsabschlüsse durch Ausübung psychischen oder psychologischen Zwangs verhindert werden. Der Begriff Verkaufsmethode nach Art. 3 Abs. 1 lit. h UWG erfasst nicht nur den Abschluss von Kaufverträgen, sondern auch von anderen Rechtsgeschäften. Nicht vorausgesetzt ist, dass infolge der besonders aggressiven Verkaufsmethode ein Rechtsgeschäft tatsächlich zustande kommt. Es genügt, dass das Vorgehen an sich geeignet ist, unmittelbar zum Vertragsabschluss zu führen. Grundsätzlich nicht unter den Begriff Verkaufsmethode fallen Werbemethoden (Urteile 6S.357/2002 vom 18. Dezember 2002 E. 3.1, nicht publ. in: BGE 129 IV 49; 6S.677/2001 vom 16. März 2002 E. 4b/cc; je mit Hinweisen; CHRISTIAN OETIKER, in: Bundesgesetz gegen den Unlauteren Wettbewerb [UWG], Stämpflis Handkommentar, 2010, N. 1 ff., 19 f. zu Art. 3 Abs. 1 lit. h UWG; URS WICKIHALDER, in: Basler Kommentar, Bundesgesetz gegen den Unlauteren Wettbewerb [UWG], 2013, N. 1, 9 ff., 41 zu Art. 3 Abs. 1 lit. h UWG).