Citation: 5C.7/2001 20.07.2001 E. 6

6.- Im Schadenersatzrecht gilt das Bereicherungs- bzw. Überentschädigungsverbot, nach dem der Geschädigte vom gesamten Schadensausgleichssystem nicht mehr als den eingetretenen Schaden ersetzt bekommen darf (BGE 71 II 86 E. 4 S. 89; Brehm, N 25 zu Art. 43 OR; P. Beck, in: Handbücher für die Anwaltspraxis, Bd. V: Schaden - Haftung - Versicherung [Herausg. Geiser/Münch], S. 269 f. Rz 6.81 bis 6.83; Oftinger/Stark, Schweizerisches Haftpflichtrecht, 1. Bd.: Allgemeiner Teil, 5. Aufl. 1995, S. 97 f.). Haften dem Geschädigten (Kläger) für den Schaden ein konkreter Haftpflichtiger (die Beklagte) und ein neutraler Ersatzpflichtiger (z.B. Sozialversicherer), so greift das Überentschädigungsverbot erst, wenn beide Ersatzpflichtigen zusammen mehr als den Schaden decken (BGE 124 III 222 E. 3 S. 225). Darunter kann die Grenze wohl nur liegen, wenn der dem Geschädigten direkt zahlungspflichtige Sozialversicherer einen Abzug wegen Selbstverschuldens des Geschädigten machen darf (Beck, a.a.O. S. 278 f., 299 f., 301 ff. Rz 6.95 ff., 6.98, 6.138, 6.141, 6.143, 6.146 ff. und 6.149; Brehm, N 135 ff. zu Art. 51 OR). Zu diesem Problemkreis braucht sich das Bundesgericht im vorliegenden Fall aus zwei Gründen nicht weiter zu äussern: Zum einen kann das Obergericht nur zum Schluss gelangen, der Schaden des Klägers sei mit Sozialleistungen im Wert von jährlich Fr. 3'276.-- (Unfallversicherungsrente) und Fr. 5'880.-- (AHV-Waisenrente) gedeckt, weil es den Versorgerschaden mit jährlich Fr. 3'857.-- beziffert, was kapitalisiert Fr. 35'022.-- ausmacht. Zum anderen verlangt der Kläger vor Bundesgericht, die Beklagte habe ihm insgesamt Fr. 118'766. 40 zu bezahlen (E. 1 Abs. 1 hiervor); eine Summe, die auf einen korrespondierenden Jahreswert von Fr. 13'080.-- zurückgelegt, deutlich über dem Total der beiden genannten Renten liegt. Somit vermag das Überentschädigungsverbot den Streit über die Höhe des Versorgerschadens nicht zu einem solchen über blosse Motive des angefochtenen Entscheids zu machen. Auf die Berufung ist einzutreten, weil die Höhe des Versorgerschadens das Ergebnis des Verfahrens beeinflussen kann (BGE 103 II 155 E. 3 S. 159 f.; vgl. 122 III 279 E. 3a S. 282; 114 II 189 E. 2; 101 II 177 E. 4c S. 190).