Citation: 6B_1129/2020 E. B

Das Kantonsgericht Luzern bestätigte am 13. August 2020 den erstinstanzlichen Schuldspruch wegen gewerbsmässigen Betrugs und die Zivilforderung der B.________ GmbH. Es stellte eine Verletzung des Beschleunigungsgebots fest und verurteilte A.________ zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 15 Monaten. Das Kantonsgericht hält folgenden Sachverhalt für erwiesen: A.________ war für die B.________ GmbH tätig und D.________ für die C.________ AG. D.________ täuschte im Zusammenwirken mit A.________ im Zeitraum vom 23. Dezember 2003 bis 6. Dezember 2004 in 21 Fällen bei der B.________ GmbH Warenbestellungen von vermeintlichen Endkunden vor. Obwohl es nie zu einem Warenfluss kam, da die Bestellungen umgehend wieder storniert wurden, machten die zuständigen Mitarbeiter der C.________ AG bei der B.________ GmbH Rabattrückforderungen (sog. Rebate Claiming) geltend. Insgesamt wurden von der B.________ GmbH in diesem Zusammenhang Claim-Beträge von Fr. 927'840.53 (wovon Fr. 148'524.68 doppelt) an die C.________ AG ausbezahlt. In zwei Fällen erfolgte keine Auszahlung. Die Claim-Rechnungen der C.________ AG wurden wegen eines Systemfehlers trotz Stornierung der Bestellungen nicht zurückgestellt, was D.________ und A.________ bewusst ausnutzten. Letzterer erhielt für seine Mitwirkung, namentlich für die Herausgabe der für die fiktiven Geschäfte notwendigen Kundeninformationen sowie seine Unterstützung im Zusammenhang mit dem OPG (Order Processing Guideline) -Bewilligungsprozess und der im Frühjahr 2004 zwecks Bekämpfung von Missbräuchen des Rabattrückforderungssystems eingeführten EUV (Enduserverification) Zuwendungen von insgesamt Fr. 315'000.--.