Citation: 6B_75/2014 E. 2.4.4

2.4.4. Die Rüge der Rechtsverweigerung ist begründet. Der Beschwerdeführer hat sich am Verfahren als Straf- und Zivilkläger beteiligt und Schadenersatz in Höhe von Fr. 1'293.10.-- für Erwerbsausfall und Kleiderschaden sowie eine Genugtuung in Höhe von Fr. 5'000.-- beantragt. Art. 126 Abs. 1 StPO verschafft dem Geschädigten - abgesehen von den hier nicht vorliegenden Ausnahmen der Abs. 2 bis 4 - einen Anspruch auf materielle Beurteilung sämtlicher adhäsionsweise geltend gemachter Zivilforderungen. Die gerichtliche Beurteilung ist grundsätzlich zwingend und steht nicht im Ermessen des Gerichts. Die Vorinstanz hat die Beschwerdegegner 2 und 3 wegen Raufhandels und versuchter einfacher Körperverletzung verurteilt. Die Sache war demnach hinsichtlich der beantragten Genugtuung spruchreif, zumal allfällige Schadenersatzansprüche keine Auswirkungen auf deren Festsetzung haben. Für Zweckmässigkeitsüberlegungen, wie sie die Vorinstanz anstellt, ist im Rahmen von Art. 126 Abs. 1 StPO kein Platz. Ob die (nachträgliche) Begründung und Bezifferung der Zivilklage im Berufungsverfahren nicht mehr möglich ist (vgl. Art. 126 Abs. 1 und Abs. 4, Art. 389 Abs. 3, Art. 405 Abs. 1 und Art. 428 Abs. 2 lit. a StPO), kann offenbleiben, denn der Beschwerdeführer hat die Verweisung seiner Schadenersatzansprüche auf den Zivilweg nicht angefochten. Zudem kann entgegen der vorinstanzlichen Erwägungen die Bezifferung anlässlich der Berufungsverhandlung vorliegend nicht als nachträglich oder verspätetet qualifiziert werden, denn das erstinstanzliche Gericht hat den rechtzeitig gestellten Beweisantrag des Beschwerdeführers auf Beizug der SUVA-Akten abgelehnt und die Zivilklage aufgrund seiner rechtlichen Würdigung, der sich die Vorinstanz im Berufungsverfahren nicht anschloss, auf den Zivilweg verwiesen.