Citation: 4P.91/2002 12.07.2002 E. 10

Das Handelsgericht erwog in Bezug auf die Behauptung der Beschwerdeführerin, sie habe beim Unfall vom 10. Oktober 1997 ein Schädel-Hirn-Trauma erlitten, dass sich in den Akten kein Hinweis dafür finde, dass die Beschwerdeführerin damals eine Bewusstseinstrübung erlitten habe. Das Kassationsgericht pflichtete dem bei und führte dazu aus, es müssten medizinische Fakten Grundlage der Beurteilung der Kausalität eines festgestellten Schleudertraumas bilden. Die Beschwerdeführerin berufe sich für den Nachweis der natürlichen Kausalität zwischen dem Unfall und dem Schaden insbesondere zu Unrecht auf den Bericht des Kantonsspitals Aarau vom 29. Januar 1998. Diesem sei nicht zu entnehmen, dass eine durch Kopfanprall entstandene Kontusionsmarke noch drei Monate nach dem Unfall feststellbar gewesen sei. Es sei nicht zu beanstanden, wenn das Handelsgericht es als unwahrscheinlich bezeichnet habe, dass der Beschwerdeführerin bald vier Jahre nach dem Unfall mittels Einvernahme von Zeugen oder einer persönlichen Befragung der Nachweis einer beim Unfall erlittenen Bewusstseinstrübung gelingen könnte. Die Beschwerdeführerin macht dagegen geltend, sie habe in ihrer Kassationsbeschwerde auf die "von allem Anfang an zuverlässig festgestellten entsprechenden medizinischen Bestätigungen" für ein Schleudertrauma hingewiesen. Insbesondere beweise die zumindest unmittelbar nach dem Unfall feststellbare Kontusionsmarke, dass es zu einem Kopfanprall gekommen sei. Es wäre Sache des Gerichts im Hauptprozess aufgrund der darüber hinaus beantragten Gutachten und Befragungen definitiv über das Vorliegen entsprechender Verletzungsfolgen und die Kausalität zu urteilen. Sie legt indessen nicht dar, weshalb das Kassationsgericht die Wahrscheinlichkeit des Gelingens des Beweises, dass sie beim Unfall ein Schleudertrauma erlitten habe, in Anbetracht der von ihr angerufenen medizinischen Bestätigungen und den beantragten Einvernahmen zu Unrecht als gering eingestuft haben soll (Erwägung 1.3 vorne). Mit ihrer pauschalen Rüge, es könne bei der vorliegenden komplexen Situation im Rahmen einer summarischen Prüfung nicht antizipiert ein negatives Beweisergebnis vorausgesagt werden, verkennt sie, dass über ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege aufgrund der im Zeitpunkt des Gesuchs vorhandenen Akten zu entscheiden ist und das Gericht dabei die im Hauptverfahren beantragte Beweise antizipiert zu würdigen hat. Soweit sie geltend machen will, ihr würde im angefochtenen Entscheid die Abnahme der beantragten Beweismittel versagt, gehen ihre Rügen an der Sache vorbei. Die Beschwerde erweist sich auch in diesen Punkten unbegründet, soweit darauf eingetreten werden kann.