Citation: 6B_729/2024 E. 2.7.2

2.7.2. Sodann beanstandet der Beschwerdeführer erneut, dass das IRM St. Gallen die in der Bauchhöhle gefundenen Metallclips und den Metallclip-Applikator nicht sichergestellt, sondern entsorgt hat. Damit sei eine Untersuchung auf Materialfehler und Funktionsstörungen nicht mehr möglich. Das stelle eine Vereitelung der Beweisführung dar. Sodann wiederholt er, die Ablehnung der Einvernahmen des Assistenzarztes D.________ und der technischen Operationsassistentin E.________ verstosse gegen Art. 318 Abs. 2 StPO. Auch die diensthabende Krankenschwester auf der Überwachungsstation hätte seiner Ansicht nach befragt werden müssen. Auch diese Rüge dringt nicht durch. Die Vorinstanz begründet schlüssig, weshalb kein Fall von Beweisvereitelung vorliegt und weshalb die Beweisanträge des Beschwerdeführers abzuweisen waren. Im Einzelnen hält sie fest, die Befragung des Assistenzarztes D.________ und der technischen Operationsassistentin E.________, die beide dem Beschwerdeführer assistiert hätten und somit als Augenzeugen Aussagen machen könnten, sei nicht notwendig. Selbst wenn diese die Darstellung des Beschwerdeführers, wonach er die Metallclips korrekt appliziert habe, stützten, würde sich nichts ändern am klaren Ergebnis des Gerichtsgutachtens, wonach die Metallclips nie verformt wurden und deren Sitz nicht kontrolliert worden sei. Mit anderen Worten könnten ihre Aussagen das klare Beweisergebnis nicht in Frage stellen, zumal sie womöglich dem gleichen Irrtum unterlegen seien wie der Beschwerdeführer, der zweifellos von einer fachgerechten Fixation der Metallclips ausgegangen sei. Die Sicherstellung der in der Bauchhöhle des Opfers gefundenen Metallclips wie auch des damals verwendeten Metallclip-Applikators sei im Strafverfahren bedauerlicherweise versäumt worden. Daher sei eine Untersuchung und die Abnahme entsprechender Beweise objektiv unmöglich. Allerdings sei sie auch nicht notwendig. Selbst wenn nämlich von einem Material- oder Funktionsfehler ausgegangen werden müsste, was der Gerichtsgutachter jedoch ausgeschlossen habe, hätte der Beschwerdeführer bei einer korrekten visuellen Nachprüfung der gesetzten Metallclips auf jeden Fall erkennen müssen, dass die Gallenblasenschlagader unverschlossen gewesen sei und die Metallclips nicht zusammengedrückt worden seien. Eine metallurgische Untersuchung der verwendeten Metallclips und eine Überprüfung der Funktionalität des verwendeten Metallclip-Applikators seien nicht notwendig. Auch müsse kein Gutachten zur Frage eingeholt werden, ob sich korrekt applizierte Metallclips nachträglich wieder von der Arterie lösen könnten, ob sie sich in ihre ursprüngliche Form öffnen könnten oder ob ein Materialfehler solches bewirken könnte. Ebenso erübrige sich die Einholung eines Gutachtens eines Gefässexperten zur Frage, wie lange ein Vasospasmus durchschnittlich dauere.