Citation: 1B_412/2021 E. 2.3

2.3. Die Staatsanwaltschaft bringt zusammengefasst vor, bei der Siegelung nach Art. 248 StPO handle es sich in erster Linie um ein suspensiv bedingtes Verwertungsverbot. Zwar bewirke die Siegelung auch, dass die gesiegelten Aufzeichnungen nicht eingesehen werden dürfen. Wie dies konkret zu erfolgen hat, sei jedoch im Gesetz nicht geregelt. Vorliegend sei das Mobiltelefon von den Zürcher Behörden nach der Siegelung mittels Plastikbeutel unverzüglich an die zuständige Staatsanwaltschaft Brugg-Zurzach und danach von dieser direkt an die Vorinstanz weitergeleitet worden. Sämtliche Siegelungsvorgänge seien dokumentiert. Konkrete Anhaltspunkte für eine Einsichtsnahme der Strafverfolgungsbehörden in die auf dem Mobiltelefon gespeicherten Daten lägen keine vor. Aufgrund der Tatsache, dass der Beschwerdegegner die Herausgabe des Zugangscode verweigerte, sei dies auch sehr unwahrscheinlich, da eine Durchsuchung nur mittels aufwändiger technischer Geräte möglich gewesen wäre. Sofern im vorliegenden Fall überhaupt eine mangelhafte Siegelung angenommen werden könne, stelle dies in Anbetracht der konkreten Fallumstände jedenfalls höchstens eine Verletzung einer (ungeschriebenen) Ordnungsvorschrift dar, die keinesfalls die Unverwertbarkeit des Beweismittels nach Art. 141 Abs. 2 StPO und damit die Abweisung des Entsiegelungsgesuchs zur Folge habe.