Citation: U 106/04 05.11.2004 E. 3

3.1 Das kantonale Gericht hat erwogen, auf Grund der Akten habe die Versicherte am 22. Februar 2000 ein Schädel-Hirntrauma resp. eine dem Schleudertrauma äquivalente Verletzung erlitten. Namentlich habe der erstbehandelnde Hausarzt Dr. med. I.________ eine Commotio cerebri mit Kontusion von HWS und Kopf diagnostiziert. Dies scheine auch mit dem geschilderten Unfallgeschehen vereinbar. Ebenfalls sei erstellt, dass die Versicherte bereits bei der ersten Arztkonsultation zwei Tage nach dem Unfall über Beschwerdesymptome geklagt habe, wie sie für derartige Verletzungen als typisch angesehen würden. Insoweit sei der natürliche Kausalzusammenhang gegeben, was im Grundsatz unbestritten sei. Ob auch die nach dem 27. November 2000 geklagten Beschwerden Folgen des Unfalles vom 22. Februar 2000 seien, könne auf Grund der Akten nicht gesagt werden. Insofern sei der rechtserhebliche Sachverhalt unzureichend abgeklärt. Zwar habe die Versicherte unter einem für Schleuderverletzungen oder Schädel-Hirntraumen typischen Beschwerdebild gelitten mit einer Häufung von Kopf- und Nackenschmerzen, grosser Lärmempfindlichkeit, Visusstörungen, Reizbarkeit, Depression sowie Konzentrations- und Gedächtnisstörungen (vgl. BGE 117 V 382 Erw. 4b). Sie habe indessen ab dem (provisorischen) Behandlungsabschluss durch den Hausarzt am 1. Mai 2000 bis zum erneuten Aussetzen mit der Arbeit am 27. November 2000 keine ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen müssen. Soweit die Versicherte geltend mache, seit der Wiederaufnahme der Arbeit am 6. März 2000 gesundheitlich bedingt in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt gewesen zu sein, dokumentiere sie dies kaum. Unter diesen Umständen scheine ein Kausalzusammenhang zwar möglich, könne aber weder mit überwiegender Wahrscheinlichkeit bejaht noch verneint werden. Es fehle eine eindeutige fachärztliche Stellungnahme zur natürlichen Kausalität. Eine Rückweisung der Sache könne jedoch unterbleiben, wenn es sich erweisen sollte, dass mangels eines adäquaten Kausalzusammenhangs ohnehin eine Leistungspflicht nach UVG nicht bestehe. Ausgehend von der Feststellung, es bestünden weder organisch hinreichend nachweisbare Unfallfolgeschäden noch seien die Beschwerden im Sinne von BGE 123 V 99 Erw. 2a psychisch überlagert, hat die Vorinstanz die Adäquanzfrage nach Massgabe von BGE 117 V 366 f. Erw. 6a und 382 f. Erw. 4b geprüft. Dabei hat sie die früheren Unfälle aus den Jahren 1991 und 1978, bei welchen die Versicherte ein HWS-Schleudertrauma und eine Schädelfraktur erlitten hatte, ausser Acht gelassen. Unter Hinweis auf RKUV 1998 Nr. U 297 S. 243 hat das kantonale Gericht sodann die Unfalladäquanz der seit Ende November 2000 bestehenden Beschwerden anhand der Kriterien bei Unfällen aus dem mittleren Bereich geprüft. Es ist zum Ergebnis gelangt, zwei Kriterien (Dauerbeschwerden, schwieriger Heilungsverlauf) seien erfüllt, eines (Grad und Dauer der Arbeitsunfähigkeit) möglicherweise und vier nicht. Selbst wenn von einer erheblichen und langdauernden Arbeitsunfähigkeit auszugehen wäre, könnte mit Blick darauf, dass der Sturz vom 22. Februar 2000 eher im leichten Bereich anzusiedeln sei, nicht gesagt werden, die Kriterien seien gehäuft oder in auffallender Weise gegeben. Mangels Adäquanz bestehe somit keine Leistungspflicht des Unfallversicherers ab 25. respektive 27. November 2000. 3.2 In der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird vorgebracht, neben den Nacken- und Kopfschmerzen bestünden vor allem neuropsychologische Defizite. Die medizinischen Akten, vervollständigt durch den Bericht des Neuropsychologen lic. phil. B.________ vom 30. Dezember 2003, belegten den natürlichen Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom 22. Februar 2000 und den jetzigen Beschwerden. Sodann sei entgegen der Vorinstanz die Adäquanz zu bejahen. Sechs der sieben Kriterien seien gegeben. Insbesondere sei von einer ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung sowie einer langdauernden Arbeitsunfähigkeit von mindestens 50 % seit 25. November 2000 auszugehen. 3.3 Die SUVA bestreitet in der Vernehmlassung den natürlichen Kausalzusammenhang zwischen den geklagten Beschwerden und dem Unfall vom 22. Februar 2000. Ein gewöhnlicher Sturz infolge Ausgleitens auf nasser, weicher Wiese vermöge nicht ein Schleudertrauma der HWS oder eine ähnliche Verletzung oder ein Schädel-Hirntrauma auszulösen. Vielmehr sei mit dem Hausarzt Dr. med. I.________ eine blosse Kontusion von HWS und Kopf anzunehmen. Sodann sei von einem mindestens halbjährigen therapie- und beschwerdefreien Intervall auszugehen. Brückensymptome fehlten. Schliesslich sei das Beschwerdebild nach dem Unfall im Februar 2000 (Geräusch- und Lärmempfindlichkeit) und im Dezember 2000 (Verschwommensehen, Schmerz und Druck im Kopf, Konzentrationsschwäche) gänzlich verändert. Diese Entwicklung lasse sich mit einer blossen Kontusion von HWS und Kopf nicht erklären. Im Übrigen sei der Unfall vom 22. Februar 2000 als absolut leicht einzustufen. Die Adäquanz allfälliger organisch nicht nachweisbarer Störungen sei daher zum Vornherein zu verneinen. Die Anwendung der Rechtsprechung gemäss RKUV 1998 Nr. U 297 S. 244 Erw. 3b sei in Fällen wie dem vorliegenden nicht sachgerecht. Sie müsse für leichte Unfälle vorbehalten bleiben, welche nicht vorhersehbare schwere Beschwerden verursachten. Dies treffe hier nicht zu.