Citation: 6B_1013/2017 E. 4

Ebenfalls unbegründet ist Vorwurf der Verletzung des Fairnessgebots und des Verbots des widersprüchlichen Verhaltens. Dass die kantonalen Instanzen mehrfach den Beizug und die Auswertung der Videoaufnahmen "angedroht" hatten, verstösst ebenso wenig gegen das Fairnessgebot wie die Tatsache, dass die Videoaufnahme hinsichtlich der Ermittlung der gefahrenen Geschwindigkeit schliesslich keine sicheren Werte lieferte. Vielmehr ist diesem Umstand im Rahmen der Beweiswürdigung Rechnung zu tragen, was die Vorinstanz auch getan hat. Schliesslich ist auch nicht zutreffend, dass die Vorinstanz in der zweiten Urteilsberatung "unerwartet und willkürlich" davon ausging, dass die Geschwindigkeitsüberschreitung um 30 km/h ausserorts erstellt sei. Vielmehr wurde anlässlich der ersten Beratung am 25. April 2017 entschieden, dass bei der Kantonspolizei St. Gallen ein weiterer Nachtrags- und Amtsbericht eingeholt werde. Dieser ging am 3. Mai 2017 beim Gericht ein. Darin wurde die entscheidende Frage beantwortet, ob das Gerät nach der Deaktivierung des Auto Trigger-Modus nochmals durch das METAS geeicht und geprüft worden war. Ebenfalls beigelegt wurde eine diesbezügliche Bestätigung der B.________ AG. Mit Schreiben vom 22. Juni 2017 informierte die Verfahrensleitung die Parteien über den voraussichtlichen Abschluss des Schriftenwechsels und den angesetzten zweiten Beratungstermin vom 6. Juli 2017. In Anbetracht dessen ist kein unerwartetes oder willkürliches Verhalten seitens der Behörden erkennbar.