Citation: 6B_4/2019 E. 4.4

4.4. Der Beschwerdeführer bestreitet nicht, die beiden E-Mails mit den von der Vorinstanz als ehrverletzend qualifizierten Äusserungen verfasst zu haben. Insofern ist von einem unbestrittenen Sachverhalt auszugehen. Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, er sei in strafrechtlicher Hinsicht vom Vorwurf von Ehrverletzungsdelikten freigesprochen worden, weshalb es keinen Grund gebe, über zivilrechtliche Ansprüche anders zu entscheiden, verkennt er zweierlei: Einerseits wurde er nicht freigesprochen, sondern das Verfahren wegen mehrfacher übler Nachrede wurde infolge Verjährung eingestellt. Andererseits handelt es sich bei der Kostenauflage gestützt auf ein zivilrechtliches Verschulden nicht um zivilrechtliche Ansprüche, weshalb es auch irrelevant ist, dass zwischen der Beschwerdegegnerin 2 und dem Beschwerdeführer ein Zivilverfahren hängig ist beziehungsweise war. Zutreffend ist jedoch, dass dem Beschwerdeführer durch die Kostenauflage kein strafrechtlicher Vorwurf gemacht werden darf. Das Bundesgericht hat in einem ähnlich gelagerten Fall entschieden, dass die Unschuldsvermutung nicht verletzt ist, wenn das Gericht einen Sachverhalt feststellt, der sich unter Umständen auch unter den Tatbestand von Art. 173 Ziff. 1 StGB subsumieren liesse, da es nicht die strafrechtliche Relevanz der Äusserungen prüfte, sondern beurteilte, ob die vormals beschuldigte Person ein zivilrechtliches Verschulden traf (Urteil 6B_1172/2016 vom 29. August 2017 E. 1.6). Gleiches gilt für den vorliegend zu beurteilenden Fall.