Citation: 6B_824/2022 E. 1.4

1.4. Die Vorinstanz führt aus, anlässlich der am 22. Mai 2019 geführten Einvernahme sei dem Beschwerdeführer seitens der Polizei erläutert worden, weshalb gegen ihn ein Strafverfahren eingeleitet worden sei, inwiefern sein Verhalten den Tatbestand des rechtswidrigen Aufenthalts nach Art. 115 Abs. 1 lit. b AIG erfülle und dass er sich in diesem Sinne strafbar gemacht habe. Der Beschwerdeführer habe erklärt, dies verstanden zu haben bzw. zur Kenntnis zu nehmen (Urk. 10/2 S. 4 Ziff. 34 f.). Ebenso sei ihm der weitere Gang des Verfahrens dargelegt worden, wonach eine Orientierung der Staatsanwaltschaft unter Übermittlung des polizeilichen Einvernahmeprotokolls erfolgen werde. Zudem sei er darauf hingewiesen worden, dass er sich den Strafverfolgungsbehörden weiterhin zur Verfügung zu halten und allfällige Adressänderungen der Staatsanwaltschaft mitzuteilen habe. Auch hierzu habe der Beschwerdeführer erklärt, dies verstanden zu haben (Urk. 10/2 S. 5 Ziff. 38 f.). Die Vorinstanz erwägt, vor diesem Hintergrund habe dem Beschwerdeführer klar sein müssen, dass gegen ihn ein entsprechender Strafbefehl ergehen würde. Die Zustellung des Strafbefehls sei rund zwei Monate nach der in der Sache geführten polizeilichen Einvernahme erfolgt; es sei ohne Weiteres davon auszugehen, dass sich der Beschwerdeführer zu diesem Zeitpunkt noch an das gegen ihn geführte Strafverfahren habe zu erinnern vermögen, insbesondere an die Orientierung darüber, dass er mit einer Bestrafung durch die Staatsanwaltschaft wegen rechtswidrigen Aufenthalts zu rechnen habe. Dass es sich bei der persönlich am Postschalter abgeholten, eingeschriebenen Sendung um den angekündigten Strafbefehl habe handeln können, habe der Beschwerdeführer erkennen müssen.