Citation: 5A_174/2015 E. 4

Jeder Miteigentümer hat gemäss Art. 650 ZGB das Recht, die Aufhebung des Miteigentums zu verlangen. Dass ein gesetzlicher Ausschlussgrund vorliegt (Rechtsgeschäft, Stockwerkeigentum, Widmung zu dauerndem Zweck oder Unzeit), haben weder die Parteien geltend gemacht noch die kantonalen Gerichte festgestellt. Die Tatsache, dass an den Miteigentumsanteilen je Nutzniessungsrechte bestehen, schliesst die Aufhebung des Miteigentums (Art. 650 ZGB) und die Teilung der Sache (Art. 651 ZGB) nicht aus. Die Nutzniessung besteht alsdann an dem Ersatzgegenstande weiter, wenn für die untergegangene Sache ein Ersatz geleistet wird (Art. 750 Abs. 3 ZGB: Grundsatz der dinglichen Surrogation). Die Nutzniessung an dem Bruchteil eines Miteigentümers setzt sich also an demjenigen fort, was bei der Auseinandersetzung auf den Miteigentümer gefallen ist. Ist der Ersatzgegenstand ein Grundstück, so kann der Nutzniesser die Eintragung seines Rechts im Grundbuch verlangen ( LEEMANN, Berner Kommentar, 1925, N. 32 zu Art. 745 und N. 12 zu Art. 750 ZGB; vgl. auch MÜLLER, Basler Kommentar, 2011, N. 5, und BAUMANN, Zürcher Kommentar, 1999, N. 12 Abs. 2 zu Art. 750 ZGB; D. PIOTET, Les droits réels limités en général, les servitudes et les charges foncières, SPR V/2, 2. Aufl. 2012, S. 160 Rz. 541).