Citation: 8C_428/2018 E. 5.2

5.2. Zu keinem anderen Ergebnis führt der Umstand, dass die Arbeitslosenkasse - mithin ohne das kantonale Gericht zu informieren - während des hängigen kantonalen Beschwerdeverfahrens, nach Erstattung ihrer Beschwerdeantwort auf ihren angefochtenen Entscheid zurückkam und Arbeitslosentaggelder gewährte. Mit diesem Vorgehen verkannte die Arbeitslosenkasse, dass der Beschwerde an das kantonale Versicherungsgericht als ordentliches Rechtsmittel nach Art. 56 ff. ATSG Devolutiveffekt zukommt (Art. 61 lit. c ATSG; BGE 136 V 5), womit die Zuständigkeit zum Entscheid über eine angefochtene Verfügung grundsätzlich an die Beschwerdeinstanz übergeht. Mit der Rechtshängigkeit verliert die Verwaltung mit andern Worten die Herrschaft über den Streitgegenstand, insbesondere auch in Bezug auf die tatsächlichen Verfügungs- und Entscheidungsgrundlagen (SVR 2017 UV Nr. 25 S. 83 E. 6.2, 8C_81/2017; BGE 130 V 136 E. 4.2 S. 142 f.; vgl. Art. 53 Abs. 3 ATSG, der eine Wiedererwägung lite pendente nur bis zur Beschwerdeantwort zulässt). Der Arbeitslosenkasse war es daher verwehrt, auf ihren leistungsverneinenden Entscheid vom 11. Dezember 2017 revisionsweise zurückzukommen. Sie hätte nach Kenntnis des arbeitsgerichtlichen Entscheids vom 8. Februar 2018 (als neue erhebliche Tatsache) einen Antrag auf Gutheissung der vorinstanzlich eingereichten Beschwerde stellen können, was sie unterliess. Nachdem es der Beschwerdeführer seinerseits (ohne Begründung) unterliess, die neuen Tatsachen vorzubringen, obwohl ihn die Vorinstanz dazu mittels verfahrensleitender Verfügung aufgefordert hatte, verletzte das kantonale Gericht kein Bundesrecht, wenn es anhand der gegebenen Aktenlage einen Anspruch auf Taggeldleistungen der Arbeitslosenversicherung verneinte.