Citation: 1C_498/2020 E. 1.5.3

1.5.3. Ausgehend vom Umstand, dass der ISOS-Eintrag zum Gebäude bei der Ortsplanung von 2013/2014 berücksichtigt wurde (vgl. oben E. 1.5.1), hat die Vorinstanz erwogen, den Erhaltungszielen des ISOS könne nachträglich lediglich dann zum Durchbruch verholfen werden, wenn der Nutzungsplan diese Schutzziele geradezu missachte (vgl. BGE 135 II 209 E. 2.1 S. 213 und E. 5.6 S. 222; Urteil 1C_488/2015 vom 24. August 2016 E. 4.5.5). Entsprechend verhalte es sich bezüglich der Wirkung der Schutzvorschriften von § 142 PBG für ein bauinventarisiertes Objekt; diese würden nur noch bei augenscheinlicher Missachtung des Bauinventars im Nutzungsplan einem Abbruch entgegenstehen. Die Vorinstanz hat angenommen, der erfolgte Verzicht auf Schutzmassnahmen in der Nutzungsplanung - bzw. die entsprechende planerische Zulassung des Gebäudeabbruchs - habe das ISOS und das Bauinventar nicht in unhaltbarer Weise missachtet. Es sei vertretbar, das Interesse der Grundeigentümerin an einem zonenkonformen Neubau höher zu gewichten als den Erhalt des fraglichen Gebäudes. Die Grundsätze der Planbeständigkeit und Rechtssicherheit sowie die fehlende Unterschutzstellung ständen einer Aufhebung der Abbruchbewilligung entgegen.