Citation: 1P.378/2006 13.07.2006 E. A

Am 27. Februar 2006 erstattete X.________ Strafanzeige gegen Unbekannt wegen schwerer Körperverletzung und Gefährdung des Lebens. Er machte geltend, das Kantonsspital St. Gallen habe infolge von Sehstörungen bei seinem linken Auge, welche am 28. April 2001 erschienen, fehlerhafte Untersuchungen vorgenommen. Auf ärztliche Weisung hin sei eine Reexposition gegenüber einem eine Anaphylaxie auslösenden Allergen erfolgt, was zu Zentralvenenpräthrombosen der Retina des rechten Auges geführt und eine monatelange Lebensgefahr hervorgerufen habe (Kreislaufkollaps, Herzinfarkt, Herzrhythmusstörungen, vitales Organversagen, innere Blutungen). Eine zivilrechtliche Einigung sei nicht möglich gewesen, weshalb er sich in Anbetracht der Verjährungsfrist veranlasst sehe, Strafklage zu erheben. Mit Schreiben vom 13. März 2006 übermittelte die Staatsanwaltschaft St. Gallen die Akten der Anklagekammer des Kantons St. Gallen zur Durchführung des Ermächtigungsverfahrens und teilte mit, dass aus den Beilagen ersichtlich sei, dass sich die Anzeige gegen vier Ärzte des Kantonsspitals St. Gallen richte. Am 25. April 2006 beschloss die Anklagekammer, kein Strafverfahren zu eröffnen. Sie stützte ihren Entscheid zunächst auf die Erwägung, dass den beschuldigten Ärzten in Bezug auf die in Frage kommenden Delikte weder Vorsatz noch Fahrlässigkeit vorgeworfen werden könne. Ein Gutachten des Kantonsspitals Luzern vom 11. Januar 2006 komme zum Schluss, dass die Behandlung und Medikation des Anzeigers in jeder Hinsicht lege artis und nach dem für das Kantonsspital St. Gallen gültigen Stand der medizinischen Wissenschaft und Erfahrung erfolgt sei. Auch die Einwände von X.________ gegen das Gutachten könnten nicht zur Eröffnung eines Strafverfahrens führen, da keine Anhaltspunkte für ein möglicherweise strafbares Verhalten vorlägen.