Citation: I 516/06 06.12.2006 E. 3

3.1 Verwaltung und Vorinstanz stützten ihren Entscheid im Wesentlichen auf die Stellungnahme von Dr. med. W.________, Facharzt FMH für Innere Medizin und Rheumaerkrankungen, vom 14. Juni 2004 zuhanden des Krankentaggeldversicherers "La Suisse" (nachfolgend: La Suisse) ab. Dieser beurteilte den Beschwerdeführer zwar als "in der Tat grenzwertig", dennoch aber "für eine leichte wechselseitige Tätigkeit vorwiegend sitzender Natur" arbeitsfähig. Zu diesem Bericht ist mit dem Beschwerdeführer festzustellen, dass er die an ein Gutachten gestellten Anforderungen (BGE 125 V 352 f. Erw. 3 mit Hinweisen) nicht erfüllt. Er ist für die streitigen Belange nicht umfassend und beruht nicht auf allseitigen Untersuchungen; auch ist nicht klar, ob er in Kenntnis sämtlicher Vorakten abgegeben worden ist. In der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge nicht sehr tiefgreifend, leuchtet er in der Beurteilung der medizinischen Situation nicht ein, weil die Schlussfolgerungen unklar begründet sind und Fragen offen lassen. So ist schwer zu interpretieren, was der Arzt damit aussagen wollte, der Patient sei in der Tat grenzwertig, dennoch für eine leichte wechselseitige, vorwiegend sitzende Tätigkeit arbeitsfähig. Zunächst kann ein grenzwertiger Gesundheitszustand für eine leichte Tätigkeit so verstanden werden, dass die Arbeitsfähigkeit auf der Kippe zwischen einer vollen und einer dann gerade fehlenden Arbeitsfähigkeit steht. Meinte Dr. med. W.________ damit allenfalls, dass auch eine teilweise Arbeitsunfähigkeit in Betracht zu ziehen wäre, bleibt deren Umfang offen. Wenn Dr. med. W.________ dem Beschwerdeführer eine leichte wechselbelastende, vorwiegend sitzende Tätigkeit als zumutbar erachtete, stellen sich gerade zur Art der Belastung noch Fragen; denn wie der Beschwerdeführer richtig anführt, hat noch kein behandelnder oder begutachtender Arzt die sonst üblichen Angaben gemacht (zum Beispiel auf dem entsprechenden IV-Formular). So bleibt offen, welcher Art und Intensität die dem Beschwerdeführer in einer leidensangepassten Tätigkeit noch zumutbaren physischen Funktionen sind. Die Bejahung der Arbeitsfähigkeit durch Dr. med. W.________ wird dadurch noch geschmälert, dass dieser hinsichtlich des weiteren Vorgehens anregte, es bei der Arbeitsunfähigkeit zu belassen, bis er beim behandelnden Psychiater nachgefragt habe. Damit relativierte er seine Beurteilung. Zum späteren Verlauf ist allerdings bekannt, dass Dr. med. A.________, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, den Beschwerdeführer in seinen medizinischen Berichten vom 12. Juli 2004 und 30. September 2004 bis auf weiteres aus psychiatrischer Sicht für 100 % arbeitsunfähig schätzte. Nach Angaben des Beschwerdeführers wurde ihm das Krankentaggeld dann nach dem Bericht von Dr. med. W.________ noch für weitere acht Monate - bis zur Erschöpfung des Anspruchs durch Ablauf der Leistungsdauer - ungekürzt ausgerichtet. 3.2 Damit ist nicht auszuschliessen, dass der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers auch eine leichte und vorwiegend sitzend ausgeübte Tätigkeit zumindest bis Februar 2005, also zwei Jahre nach dem Eingriff am Kniegelenk am 14. Februar 2003, nicht zuliess. Das mit der Operation anlaufende Wartejahr gemäss Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG bis zum Entstehen des allenfalls befristeten Rentenanspruchs war bereits im Zeitpunkt des Berichts der Dres. med. K.________ und P.________ vom 20. Februar 2004 vollendet, in dem die Ärzte des Spitals L.________ den Versicherten seit der Kniearthroskopie im bisherigen Beruf für vollständig arbeitsunfähig befanden. 3.3 Wie es sich zeigt, ist der Bedarf nach zusätzlicher Abklärung des medizinischen Sachverhaltes erwiesen. Denn wie die Vorinstanz richtig erkannt hat (vorinstanzliche Erw. 4.2 und 4.4), erweisen sich die Berichte der behandelnden Ärzte Dres. med. M.________, Praktischer Arzt FMH (vom 14. Mai 2004), und S.________, Facharzt FMH für Physikalische Medizin und Rehabilitation, speziell Rheumaerkrankungen (vom 1. November 2004), in zentralen Punkten als unvollständig, und die Berichte des Psychiaters Dr. med. A.________ (vom 30. September 2004 gegenüber der La Suisse und 20. Oktober 2004 gegenüber der IV-Stelle) als widersprüchlich oder zumindest interpretationsbedürftig. Dem Bericht von Dr. med. W.________ ist nach dem Gesagten (vgl. oben Erw. 3.1) kein genügender Beweiswert zuzumessen. Die von der Vorinstanz zur Stützung des Beweisergebnisses beigezogene Einschätzung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit aus rheumatologischer Sicht aus dem Jahre 1998 (Bericht Dr. med. R.________, Universitätsspital Y.________, vom 24. November 1998) ist nicht geeignet, die Lücken bei der Feststellung des medizinischen Sachverhaltes der Zeit nach der Kniegelenksoperation vom 14. Februar 2003 zu überbrücken. Wie der Beschwerdeführer zutreffend ausführt, sind bisher das Zusammenspiel der Adipositas (bei einem BMI von immerhin 45), des Lumbovertebralsyndroms und der Hüft- und Kniebeschwerden, der Gicht und des Schlafapnoe-Syndroms und die Auswirkungen auf die Belastbarkeit nicht arbeitsmedizinisch abgeklärt, gemessen und beurteilt worden. Der rechtserhebliche medizinische Sachverhalt ist unvollständig abgeklärt (Art. 104 lit. b OG) und die Urteilsgrundlage somit mangelhaft. Da aus den bisherigen Entscheidungsgrundlagen kein nach überwiegender Wahrscheinlichkeit zutreffender Sachverhalt zu gewinnen ist, drängt sich die Einholung eines arbeitsmedizinischen Gutachtens mit ergonomischer Abklärung auf. Dazu ist die Sache an die Verwaltung zurückzuweisen, die das Nötige veranlassen und danach über den Leistungsanspruch des Beschwerdeführers erneut befinden wird.