Citation: U 156/01 03.05.2002 E. 2

2.- Streitig und zu prüfen ist die Höhe der Integritätsentschädigung. a) Die SUVA ging in ihrem Einspracheentscheid vom 7. August 2000 von einer Integritätseinbusse in der Höhe von 35 % aus, wobei sie bezüglich der somatischen Unfallfolgen auf die Einschätzung des Kreisarztes Dr. med. W.________ vom 22. Februar 2000 abstellte. Dieser diagnostizierte eine Belastungsintoleranz der LWS mit bewegungs- und haltungsabhängigen lumbalen Beschwerden bei Status nach LWK 2 (recte: 4) Fraktur. Gestützt auf die Feinrastertabelle 7.1 (recte: 7.2) Schmerzfunktionsskala ++ - +++, ausgehend von einer mässigen Bewegungseinschränkung mit einem Bewegungsumfang der LWS von 43°, bemass Dr. med. W.________ den Integritätsschaden mit 10 %. Für die Unfallfolgen des linken Knies setzte er beim Vorliegen einer Belastungsintoleranz bei mässiger Femoropatellararthrose gestützt auf die SUVA-Tabelle 5.2 den Integritätsschaden auf 10 % fest. Beim rechten Fuss erhob Dr. med. W.________ ebenfalls den Befund einer Bewegungsintoleranz bei einer mässigen OSG-Arthrose und noch mässiger Dystrophie. In Berücksichtigung einer eventuellen späteren Arthrodese schätzte er den Schaden gemäss Skala 5.2 auf 15 %. b) Das kantonale Gericht erachtete, namentlich gestützt auf die in der Rehabilitationsklinik A.________ (Bericht vom 2. August 1999) und anlässlich der kreisärztlichen Untersuchung vom 22. Februar 2000 erhobenen medizinischen Befunde, die vorgenommene Einstufung des LWS-Schadens nicht als angemessen. Es ging somit nicht von einer 10°igen, sondern mittleren Funktionseinschränkung aus und legte die Einbusse gemäss Skala auf 20 % fest. Gesamthaft ergab sich eine Integritätseinbusse von 45 %, wogegen die SUVA in ihrer Vernehmlassung nicht opponierte. c) Die Vorbringen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde, welche eine Wiederholung der vom kantonalen Gericht mit einlässlicher Begründung entkräfteten Einwände im vorinstanzlichen Verfahren darstellen, vermögen die Zuverlässigkeit der ärztlichen Befunderhebung und deren vorinstanzliche Würdigung sowie Beurteilung des Integritätsschadens nicht in Frage zu stellen. In Beachtung der widerspruchsfreien ärztlichen Einschätzung kann dem Einwand, es sei von einem "faktisch unbrauchbaren Körper auszugehen, was in der Auswirkung einer Paraplegie nahe komme", nicht gefolgt werden. d) Mit Vorinstanz und SUVA ist in Bezug auf die psychische Beeinträchtigung auf Grund der medizinischen Unterlagen, insbesondere des psychosomatischen Konsiliums der Rehabilitationsklinik A.________ vom 7. Juni 1999 davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer ein subdepressives Zustandsbild zeigt. Die psychische Störung - welche kein eigentliches medizinisches Substrat mit Krankheitswert darstellt - wird überwiegend unfallfremden Faktoren zugeordnet, die im soziokulturellen Umfeld und im persönlichen Bereich des Versicherten liegen. In der Rehabilitationsklinik konnte weder eine Anpassungsstörung bestätigt noch eine Krankheit nach ICD-10-Normen diagnostiziert werden, wobei stützende Gespräche und eine Musik- und Malgruppentherapie zur Heilung oder Besserung der subdepressiven Stimmungslage angeboten wurden. Die natürliche Unfallkausalität zwischen psychischem Leiden und Unfallereignis ist somit zu verneinen. Anzufügen ist, dass selbst bei Bejahung einer teilweisen natürlichen Kausalität zwischen psychischer Störung und Unfallereignis (BGE 119 V 337 Erw. 1, 118 V 289 Erw. 1b) und unter Annahme eines schweren Unfalls, im Lichte der dargestellten Rechtsprechung kein Anspruch auf eine Entschädigung für die Beeinträchtigung der psychischen Störung bestünde. Anhand der eindeutigen, schlüssigen und einleuchtend begründeten medizinischen Unterlagen ist die Dauerhaftigkeit des Integritätsschadens zu verneinen (BGE 124 V 45). Es wurde keine eindeutige individuelle Langzeitprognose gestellt, welche für das ganze Leben eine Änderung durch Heilung oder Besserung des Schadens praktisch ausschliesst (BGE 124 V 29, 209). Bei dieser Sachlage besteht kein Anlass zur Anordnung einer ergänzenden psychiatrischen Abklärung zur Frage der Dauerhaftigkeit der psychogenen Störung, was zur Abweisung des entsprechenden beschwerdeführerischen Antrags und zur Bestätigung des vorinstanzlichen Entscheids führt.