Citation: 4A_226/2019 E. 7.8.2

7.8.2. Die Beschwerdeführerin beanstandet, dass die Vorinstanz der Beschwerdegegnerin eine Provision von 10 % des Weiterverkaufspreises zugestanden hat. Sie macht sinngemäss geltend, es sei - für den Fall eines Verkaufspreises unter Fr. 65'000.-- - keine Provision vereinbart worden sowie die Beschwerdegegnerin habe ihre Pflichten (Informationspflicht und Pflicht zur Einhaltung des Mindestverkaufspreises) verletzt, was als unredliches Verhalten im Sinne von Art. 433 OR zu qualifizieren sei, das von Vornherein jeglichen Provisionsanspruch dahinfallen lasse. Soweit die Ausführungen der Beschwerdeführerin an die Vereinbarung eines Mindestpreises von Fr. 65'000.-- anknüpfen - namentlich dass eine Vereinbarung getroffen worden sei, wonach ausschliesslich der über dem Mindestverkaufspreis liegende Ertrag als Provision gelten soll - ist darauf nicht mehr einzugehen. Im Gegensatz zum einfachen Auftrag bildet der Entlöhnungsanspruch im Übrigen ein Essentialium des Kommissionsvertrages. Wird die Provision gänzlich ausgeschlossen, liegt kein Kommissionsvertrag mehr vor, sondern ein einfacher Auftrag (LENZ/VON PLANTA, in: Basler Kommentar, Obligationenrecht I, 6. Aufl. 2015, N. 1 zu Art. 432 OR). Die Beschwerdeführerin hat schliesslich die Verletzung der Informationspflicht gemäss Art. 426 Abs. 1 OR einzig im Zusammenhang mit der geltend gemachten Unterschreitung eines angeblichen Mindestverkaufspreises von Fr. 65'000.-- thematisiert. Dieser Vorwurf muss nicht mehr geprüft werden. Dass vorliegend bereits die Verletzung der Informationspflicht für sich allein den Anspruch auf Provision dahinfallen lässt, macht die Beschwerdeführerin nicht rechtsgenügend geltend. Art. 433 OR erfasst im Übrigen ohnehin nur diejenigen Treueverletzungen, die sich letzten Endes - im Falle der Verkaufskommission - auf eine unredliche Verminderung des abzuliefernden Kommissionserlöses beziehen (GEORG GAUTSCHI, Berner Kommentar, 2. Aufl. 1962, N. 2 zu Art. 433). Dass dies hier der Fall wäre, tut die Beschwerdeführerin nicht rechtsgenügend dar und ist auch nicht ersichtlich.