Citation: 2P.330/2001 21.12.2001 E. 3

3.- a) Zu prüfen bleibt die Rüge der Verletzung des in Art. 9 BV mitenthaltenen Gebots von Treu und Glauben. Der Anspruch auf Schutz des berechtigten Vertrauens in behördliche Zusicherungen gilt als eigenständiges Grundrecht und vermag insoweit schon für sich allein die nach Art. 88 OG erforderliche Legitimation zu begründen (Walter Kälin, Das Verfahren der staatsrechtlichen Beschwerde, 2. Auflage, Bern 1994, S. 245, mit Hinweisen). Auf die staatsrechtliche Beschwerde von A.________ ist insoweit einzutreten; ob auch die Kommanditgesellschaft zur Beschwerdeführung legitimiert ist, kann offen bleiben. b) Die Beschwerde vermag in diesem Punkt nicht durchzudringen, besteht doch schon nach den Vorbringen der Beschwerdeführer keine ausreichende Vertrauensgrundlage. Aus dem angerufenen Rundschreiben, welches das Departement des Innern des Kantons Aargau am 17. Juli 1998 an die Kreisgeometer verschickt hat, lässt sich weder direkt noch indirekt eine Zusicherung über die Wahl des Beschwerdeführers zum Kreisgeometer von Laufenburg ableiten. Im erwähnten Schreiben wurde lediglich bekanntgegeben, dass der Regierungsrat am bisherigen Prinzip, wonach dem gleichen Kreisgeometer bzw. dem gleichen Vermessungsunternehmen nicht mehr als ein Nachführungskreis übertragen wird, nicht mehr festhalten wolle. Eine an den Beschwerdeführer adressierte vertrauensbegründende Zusicherung betreffend seine künftige Wahl zum Kreisgeometer eines bestimmten Bezirks ist darin nicht enthalten. Ebenso wenig ist aufgrund der übrigen Vorbringen in der Beschwerdeschrift ersichtlich, inwiefern der "Kanton Aargau" den Übergang des Amtes des Kreisgeometers des Bezirks Laufenburg vom Vater des Beschwerdeführers auf diesen selbst zwar formlos, aber "vertraglich verbindlich" festgelegt haben soll. Allein daraus, dass diese Möglichkeit allenfalls in der dem Rundschreiben von 1998 zugrunde liegenden internen Beratung des Regierungsrats oder bei sonstigen Gesprächen mit Kantonsvertretern erwogen wurde, konnte sich noch kein rechtlich durchsetzbarer Anspruch auf eine entsprechende Lösung ergeben. Die Abgabe solcher Zusicherungen wäre mit dem System der öffentlichen Ausschreibung von Ämtern auch nicht vereinbar. Der Beschwerdeführer mochte aufgrund der Umstände, wie sie in der Beschwerdeschrift geltend gemacht werden, allenfalls gute Aussichten auf die Ernennung bzw. auf die Nachfolge als Kreisgeometer des Bezirks Laufenburg gehabt haben, was ihn und die mit ihm verbundene Kommanditgesellschaft offenbar zu entsprechenden Dispositionen veranlasst hatte. Doch bestand, wie aus den Vorbringen in der Beschwerdeschrift und dem als Beilage eingereichten abschlägigen Wiedererwägungsentscheid des Regierungsrats vom 12. Dezember 2001 geschlossen werden kann, keine auf einer klaren individuellen Zusicherung beruhende Vertrauensbasis, welche den beanstandeten Entscheid der Wahlbehörde als Verstoss gegen das Verfassungsgebot des Vertrauensschutzes erscheinen lassen könnte. c) Soweit die Beschwerdeführer im Wahlentscheid des Regierungsrats eine Verletzung von Treu und Glauben erblicken, ohne das Vorliegen einer eigentlichen individuellen Zusicherung als geschützte Vertrauensbasis behaupten zu wollen, gelten für die Legitimation die gleichen Schranken wie für die Willkürbeschwerde (Kälin, a.a.O., S. 238 f.), weshalb auf die staatsrechtliche Beschwerde insoweit nicht einzutreten ist.