Citation: 4C.109/2002 06.09.2002 E. 3

3.1 Seit der im Jahre 1983 geänderten bundesgerichtlichen Rechtsprechung untersteht die Tätigkeit des Architekten, der Ausführungspläne und Bauprojekte gegen Entgelt zu erstellen hat, dem Werkvertragsrecht (vgl. BGE 109 II 462 E. 3b und 3c; 110 II 380 E. 2 S. 382). Hat der Architekt solche Leistungen unentgeltlich übernommen, liegt kein Werkvertrag im Sinne des Gesetzes vor (vgl. BGE 127 III E. 2b S. 523, mit Hinweisen). Gehen die Interessen und Leistungen von Architekt und Bauinteressent in die gleiche Richtung, weil sie wenigstens teilweise einen gemeinsamen Zweck verfolgen, kann ein werkvertragsähnlicher Innominatkontrakt mit gesellschaftsrechtlichen Elementen vorliegen, in dem die Parteien ihre Anteile an Gewinn und Verlust vertraglich bestimmen können (vgl. BGE 122 III 10 E. 3 S. 14f.). Im Werkvertragsrecht liegt die Beweislast dafür, dass für die Leistung des Unternehmers eine Vergütung vereinbart wurde, im Streitfall beim Unternehmer (Art. 8 ZGB; vgl. BGE 127 III E. 2a S. 522). War die Herstellung des Werks nach den Umständen nur gegen eine Vergütung zu erwarten, weil die Leistung einer Vergütung unter den gegebenen Umständen üblich ist, so geht eine natürliche Vermutung dahin, dass zumindest eine stillschweigende Vergütungsabrede getroffen wurde (vgl. BGE 119 II 40 E. 2.a S. 43, E. 2d S. 44f.; Gauch, Der Werkvertrag, 4. Auflage, Zürich 1996, N. 112). Die Entgeltlichkeit einer vertraglich übernommenen Werkleistung ist üblich, wenn sie von einem Architekten im Rahmen seiner Berufsausübung erbracht wird (vgl. BGE 119 II 40 E. 2b S. 43; Gauch, a.a.O., N. 113). 3.2 Gemäss den tatsächlichen Feststellungen der Vorinstanz besteht kein Zweifel daran, dass der Kläger mit den Bauprojektarbeiten Leistungen erbrachte, die als Werk im Sinne von Art. 363 OR zu qualifizieren sind. Die Vorinstanz stellt weiter fest, dass der Kläger die Bauprojekte nicht unentgeltlich bzw. bloss gegen eine allfällige Beteiligung am Geschäftsgewinn erstellen wollte. Nach dem angefochtenen Urteil war im Sitzungsprotokoll vom 10. November 1995 und im Besprechungsprotokoll vom 26. Januar 1996 von der Vorbereitung eines Honorarvertrags die Rede. Sodann hält die Vorinstanz fest, dass der Kläger am 23. April 1996 dem Erstbeklagten einen Vertragsentwurf SIA 102 inkl. Kostenberechnung übermittelte und die Beklagten dem Kläger ein von diesem nicht akzeptiertes Vergleichsangebot im Betrag von Fr. 21'000.-- machten. Dieses Parteiverhalten würdigt die Vorinstanz als Vergütungsabrede. Die Beklagten machen demgegenüber geltend, dass das Bauprojekt mit zahlreichen Risiken belastet gewesen sei und dem Kläger habe klar sein müssen, dass lediglich eine Gewinnbeteiligung im Rahmen einer einfachen Gesellschaft zu erwarten gewesen wäre. Diese Rüge geht angesichts der verbindlichen Feststellungen der Vorinstanz ins Leere.