Citation: 6B_221/2018 E. 2.3.2

2.3.2. Im Strassenverkehr gilt allgemein der aus Art. 26 Abs. 1 SVG abgeleitete Vertrauensgrundsatz. Danach darf jeder Strassenbenützer, sofern nicht besondere Umstände dagegen sprechen, darauf vertrauen, dass sich die anderen Verkehrsteilnehmer ebenfalls ordnungsgemäss verhalten und ihn nicht behindern oder gefährden (BGE 143 IV 500 E. 1.2.4 S. 505 f. mit Hinweisen). Auf den Vertrauensgrundsatz kann sich nur berufen, wer sich selbst verkehrsregelkonform verhält. Diese Einschränkung gilt dort nicht, wo gerade die Frage, ob der Verkehrsteilnehmer eine Verkehrsvorschrift verletzt hat, davon abhängt, ob er sich auf den Vertrauensgrundsatz berufen kann oder nicht (BGE 143 IV 500 E. 1.2.4 S. 506 mit Hinweisen). Der Beschwerdeführer bringt vor, er habe darauf vertrauen dürfen, dass von links kein Fahrzeug mehr herannahte. Dies trifft nicht zu. Vielmehr durfte der Beschwerdeführer darauf vertrauen, dass sich die anderen Verkehrsteilnehmer an die Verkehrsregeln hielten. Dies ist in Bezug auf A.________ der Fall. Weder hat sie das Lichtsignal zu Beginn des Baustellenbereichs bei Rot überfahren, noch kann die von ihr gefahrene Geschwindigkeit mit Blick auf die vorinstanzlichen Sachverhaltsfeststellungen als unangemessen bezeichnet werden. Danach fuhr A.________ bei einer signalisierten Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h mit einer Geschwindigkeit von 20-35 km/h durch die Baustelle, wobei sie bei der Baustellenausfahrt auf ca. 50 km/h beschleunigte (Entscheid S. 6).