Citation: 8C_833/2016 E. 5.2

5.2. Da eine Leistungspflicht der Unfallversicherung stets kumulativ einen natürlichen und einen adäquaten Kausalzusammenhang voraussetzt, kann die Frage nach dem Bestand der natürlichen Kausalität offenbleiben, wenn feststeht, dass der adäquate Kausalzusammenhang nicht bejaht werden kann (vgl. BGE 135 V 465 E. 5 S. 472). Desgleichen erübrigen sich Weiterungen zur adäquaten Kausalität, wenn die natürliche zu verneinen ist. Somit musste die Beschwerdeführerin in ihrem Einspracheentscheid vom 20. Mai 2010, indem sie den Bestand eines natürlichen Kausalzusammenhanges in Abrede stellte, sich nicht zwingend zur adäquaten Kausalität äusseren. Demgegenüber hätte die Vorinstanz, da in der Zeit ab 1. November 2009 unbestrittenermassen kein im Sinne der Rechtsprechung objektiv nachweisbarer Gesundheitsschaden bestand, in ihrem Entscheid vom 29. August 2011 die Unfallversicherung nicht unter Bejahung eines Revisionsgrundes zu Leistungen verpflichten dürfen, ohne zunächst die Adäquanz des Kausalzusammenhanges speziell zu prüfen. Da die Frage nach der Adäquanz eines natürlichen Kausalzusammenhanges eine Rechtsfrage ist (vgl. Urteil 8C_522/2007 vom 1. September 2008 E. 4.3.2), hätte das Bundesgericht diese in der Tat bereits im Verfahren 8C_739/2011 prüfen können; indessen war es damals nicht gehalten, wie eine erstinstanzliche Behörde alle sich stellenden rechtlichen Fragen zu untersuchen (vgl. BGE 133 II 249 E. 1.4.1 S. 254). Da es zudem zur Prüfung der Adäquanz gewisser tatsächlicher Grundlagen bedarf, kann es in komplexeren Fällen nicht Aufgabe der letzten Instanz sein, die Adäquanz als erstes und einziges Gericht zu beurteilen. Dass sich das Bundesgericht im Urteil 8C_739/2011 vom 20. August 2012 nicht zur Adäquanz geäussert hat, ändert entgegen den Erwägungen des kantonalen Gerichts nichts daran, dass es auch im hier angefochtenen Entscheid verpflichtet war, eine Adäquanzprüfung vorzunehmen. Da die Vorinstanz jedoch die Adäquanz des Kausalzusammenhanges im Sinne einer Eventualbegründung bejahte, erübrigt sich in diesem Punkt eine Rückweisung der Sache an das kantonale Gericht.