Citation: 1C_219/2023 E. 3.2

3.2. Der Beschwerdeführer bestreitet die Qualifikation des Vorkommnisses vom 2. Juni 2021 als mittelschwere Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 16b SVG nicht, ebensowenig den zugrunde liegenden Sachverhalt; immerhin macht er geltend, seinem Verhalten komme bloss ein sehr geringer Unrechtsgehalt zu, sei er doch lediglich zu einer Busse von Fr. 500.-- verurteilt worden. Im Zusammenhang mit dem Ereignis vom 20. Oktober 2019 beruft er sich auf die neue Ziff. 314.3 des Anhangs 1 der Ordnungsbussenverordnung vom 16. Januar 2019 (OBV; SR 314.11) sowie auf die in der Folge angepasste, in BGE 149 II 96 publizierte Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Rechtsüberholen. In Anwendung dieser neuen Rechtslage und Praxis würde sein damaliges Überholmanöver heute als einfaches Rechtsüberholen qualifiziert und bloss mit einer Ordnungsbusse sanktioniert. Es hätte keinen Führerausweisentzug mehr zur Folge. Bei der Beurteilung der aktuellen Administrativmassnahme sei die lex mitior-Regel zu beachten. Es sei deshalb nicht von einer in den letzten zwei Jahren erfolgten Widerhandlung auszugehen, die einen Führerausweisentzug zur Folge habe. Deshalb greife das Kaskadensystem nach Art. 16b Abs. 2 SVG nicht und es sei ihm der Führerausweis bloss für einen Monat statt für vier Monate zu entziehen.