Citation: U 47/05 09.06.2006 E. 3

Was sodann das Vorliegen eines Schleudertraumas oder einer HWS-Distorsion anbelangt, kann dies - wie die Vorinstanz überzeugend darlegt - aufgrund der echtzeitlichen Akten verneint werden. Entsprechende Symptome wurden nämlich anfänglich weder festgestellt noch erwähnt; vielmehr wurde erst drei Monate nach dem Unfall der Verdacht auf eine HWS-Distorsion diagnostiziert. So wurde anlässlich der am Unfalltag erfolgten Untersuchung im Kantonsspital Y.________ lediglich eine Brustbeinkontusion festgestellt, wohingegen andere Beschwerden nicht geklagt wurden und die durchgeführten Abklärungen keine Auffälligkeiten zeigten. Der Hausarzt Dr. med. R.________, welchen die Beschwerdeführerin zwei Tage nach dem Unfall aufgesucht hatte, diagnostizierte im Bericht zu Handen der Beschwerdegegnerin vom 26. April 1999 eine suboccipitale Funktionsstörung, eine diskrete Beckenfunktionsstörung rechts sowie einen neurasthenischen Zustand, ohne irgendwelche Andeutungen auf Nacken- oder HWS-Beschwerden zu machen. Schmerzen im Bereich des Übergangs von Hals- und Brustwirbelsäule, die fünf Tage nach dem Unfall aufgetreten seien, erwähnte Frau Dr. med. B.________ in der Anamnese des Berichts vom 13. April 1999; in ihrer Diagnose war indessen nichts Entsprechendes enthalten. Den Verdacht auf eine Halsdistorsion äusserte - wie das kantonale Gericht zutreffend feststellt - erstmals Dr. med. M.________ im Bericht vom 19. Mai 1999. Anlässlich einer Hospitalisation in der Höhenklinik Davos wurden dann eine suboccipitale Funktionsstörung bei Status nach Schleudertrauma mit/bei Verspannung der hochcervikalen Muskulatur, Triggerpunkt des M. splenius capitis rechts und generalisiertem Schmerzsyndrom sowie eine reaktive Depression diagnostiziert, wobei der Status nach Schleudertrauma in den späteren Diagnosenstellungen meistens mitenthalten war. Zusammenfassend wurden unmittelbar nach dem Unfall gar keine und im Laufe der Zeit lediglich ein Teil der schleudertraumatypischen Beschwerden geklagt und festgestellt, während auf jeden Fall die von psychiatrischer Seite als anhaltende somatoforme Schmerzstörung bei einer neurasthenischen Persönlichkeitsstruktur bezeichnete psychische Problematik dominierte.