Citation: 9C_141/2022 E. 4.3

4.3. Die beschwerdeführende Sozialversicherungsanstalt wendet ein, es gehe nicht darum, kurzfristige Schwankungen der Ausgaben auszugleichen. Die vorinstanzliche Auslegung von Art. 14 Abs. 6 ELG sei bundesrechtswidrig, denn sie verkenne, dass das Gesetz bei der Leistungsberechnung durchgehend einer jährlichen Betrachtungsweise folge. Es sei nicht einzusehen, weshalb unregelmässig anfallende Krankheitskosten im Monat ihrer Entstehung vollständig gedeckt sein müssten. Auch Nicht-EL-Bezüger hätten unregelmässige Auslagen, die ihr monatliches Einkommen überträfen (z.B. Steuern), ohne deswegen vorübergehend Sozialhilfe beanspruchen zu können.