Citation: 2C_749/2022 E. 5.2

5.2. Ein Anspruch auf Neubeurteilung ergibt sich nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ferner auch dann, wenn seit der Aufenthaltsbeendigung eine angemessene Zeitdauer - in der Regel fünf Jahre - verstrichen ist und sich die betroffene Person währenddessen im Ausland bewährt hat (Urteile 2C_663/2020 vom 2. März 2021 E. 3.4; 2C_577/2020 vom 25. September 2020 E. 2.4.1; 2C_650/2017 vom 9. Januar 2018 E. 2.3). Offen gelassen hat das Bundesgericht in diesem Zusammenhang, ob bei einem Ausländer, der sich nach der rechtskräftigen (ausländerrechtlichen) Wegweisung aufgrund eines Asylverfahrens weiterhin in der Schweiz aufhalten darf, ebenfalls eine fünfjährige Bewährungszeit im Ausland gilt, oder ob die rechtmässig in der Schweiz verbrachte Zeitspanne anzurechnen ist (siehe das Urteil 2C_711/2019 vom 1. November 2019 [E. 3.3.2], welches ebenfalls den Beschwerdeführer betraf). Die Rechtsprechung, wonach nach einem bestimmten Zeitablauf Anspruch auf eine neue Beurteilung und gegebenenfalls auf Erteilung einer neuen Bewilligung besteht, bezieht sich auf Personen, die grundsätzlich nach wie vor einen (allenfalls nach Art. 62 oder 63 AIG einschränkbaren) Rechtsanspruch auf eine Bewilligung haben z.B. nach den Art. 42 ff. AIG oder aufgrund eines Staatsvertrags. Sie kann aber nicht dazu führen, dass ein Bewilligungsanspruch geschaffen würde, der materiellrechtlich nicht besteht (Urteile 2C_141/2021 vom 13. April 2021 E. 2.3; 2C_663/2020 vom 2. März 2021 E. 3.6; 2D_37/2018 vom 29. Oktober 2018 E. 2.2).