Citation: 4A_476/2024 E. 6.1.2

6.1.2. Die Vorinstanz hielt fest, es sei erst im Stadium der Beweisabnahme zu prüfen, ob ein Beweismittel zu berücksichtigen sei. Dies setze aber voraus, dass aufgrund der Parteivorbringen streitige Tatsachen vorlägen. Ein rechtswidrig beschafftes Beweismittel könne nicht von der Obliegenheit entbinden, den Sachvortrag der Gegenpartei rechtsgenüglich zu bestreiten. Das rechtswidrig beschaffte Beweismittel entfalte auch keine Fernwirkung dahingehend, dass die auf dieses Beweismittel gestützten Behauptungen nicht zu berücksichtigen seien. Die Beschwerdeführerin habe die Behauptungen der Beschwerdegegnerin nicht rechtsgenüglich bestritten. Selbst wenn von ausreichenden Einzelbestreitungen auszugehen wäre, wäre sie ihrer Bestreitungslast nicht rechtsgenüglich nachgekommen. Denn bei den von der Beschwerdegegnerin behaupteten Tatsachen handle es sich um bei der Beschwerdeführerin angefallene Kosten und Erlöse, die die Beschwerdegegnerin nicht abschliessend kennen könne. Die Beschwerdeführerin obliege daher eine qualifizierte Bestreitungslast. Sie müsse deshalb ergänzende Angaben zu den Kosten und Erlösen des Bauprojekts W.________ machen und könne sich nicht mit dem blossen Bestreiten des Sachvortrags der Beschwerdegegnerin begnügen. Die Beschwerdeführerin habe jedoch keine eigene Berechnung für das Bauprojekt vorgenommen und halte den Ausführungen der Beschwerdegegnerin lediglich entgegen, dass die Zahlen der Beschwerdegegnerin aus vertraulichen Vergleichsgesprächen stammten. Der Sachvortrag der Beschwerdegegnerin sei daher unbestritten. Daran ändere auch der Antrag der Beschwerdeführerin um Ansetzung einer Frist zur Substanziierung ihrer Ansprüche nichts. Denn im ordentlichen Verfahren hätten die Parteien nur zweimal die Möglichkeit, sich unbeschränkt zur Sache zu äussern und neue Tatsachen vorzubringen. Für eine Fristansetzung zur Substanziierung nach Aktenschluss bestehe keine Grundlage. Die Frage, ob die von der Beschwerdegegnerin eingereichten Beweismittel in unzulässiger Weise beschafft worden seien, könne daher offen bleiben, da die prozessualen Anträge der Beschwerdeführerin gegenstandslos seien. Gemäss den unbestrittenen Ausführungen habe die Beschwerdegegnerin aus der Gewinnbeteiligung einen Restanspruch von Fr. 2'255'003.07. Für den Projektleitungsanspruch seien hingegen bei der Berechnung der Bausumme nur die Kosten der BKP 1, 2 und 4 zu berücksichtigen, so dass ihr aus der Projektleitung ein Restanspruch von Fr. 20'953.28 zustehe.