Citation: 1B_115/2009 26.01.2010 E. 3

Die Beschwerde erfolgte am 14. Mai 2009 ausserdem verspätet. Wie sich aus den Akten ergibt, wurde der Haftbefehl dem Beschwerdeführer am 27. März 2009 eröffnet. Damit wurde die 30-tägige Beschwerdefrist von Art. 100 Abs. 1 BGG versäumt. Was den Fristenlauf betrifft, stellt sich der Beschwerdeführer auf folgenden Standpunkt: "Nachdem gemäss Standeskommission kein kantonales Rechtsmittel gegen die Haftanordnung des Staatsanwalts existiert, wäre sie im Rahmen der verwaltungsrechtlichen Grundsätze verpflichtet gewesen, die Beschwerde zuständigerweise an das Bundesgericht weiterzuleiten". Dieser Auffassung kann nicht gefolgt werden. In ihrem Nichteintretensentscheid hat die Standeskommission keineswegs erwogen, der Haftbefehl der Staatsanwaltschaft sei nicht anfechtbar. Vielmehr hat sie betreffend strafprozessuale Haftanordnung auf die (im Haftbefehl erwähnte und bei der Hafteröffnung auch noch mündlich erläuterte) Rechtsmittelordnung von Art. 56-58 StPO/AI hingewiesen und sich im kantonalen Beschwerdeverfahren als unzuständig erklärt. Dementsprechend fehl geht auch die Annahme des Beschwerdeführers, beim angefochtenen Haftbefehl handle es sich um eine "Haftanordnung" im Sinne von Art. 31 Abs. 3 BV, welche nicht richterlich habe überprüft werden können. Wie bereits dargelegt, hat der Beschwerdeführer am 27. März 2009 (vorläufig und mündlich zu Protokoll) sowie mit Schreiben vom 3. April 2009 auf ein Haftentlassungsgesuch bzw. eine richterliche Prüfung des Haftbefehls (im Zeitraum zwischen 27. März und 6. April 2009) ausdrücklich verzichtet. Eine entsprechende Haftprüfung bzw. förmliche richterliche Haftanordnung (im Sinne von Art. 31 Abs. 3 BV) wäre noch vor der erfolgten Haftentlassung am 7. April 2009 ohne Weiteres möglich gewesen.