Citation: 8C_628/2021 E. 5.2

5.2. Im Bereich der Unfallversicherung gibt es sodann, worauf der Beschwerdeführer zu Recht hinweist, die Sonderregelung von Art. 28 Abs. 4 UVV betreffend Versicherte in vorgerücktem Alter. Dadurch wird bei der Invaliditätsbemessung dem Umstand Rechnung getragen, dass nebst der - grundsätzlich allein versicherten - unfallbedingten Invalidität auch das vorgerückte Alter eine Ursache der Erwerbslosigkeit oder -unfähigkeit bilden kann. Denn sehr oft hat ein und derselbe Gesundheitsschaden bei einer älteren Person aus verschiedenen Gründen (Schwierigkeiten bei der beruflichen Neueinstufung oder Umschulung, verminderte Anpassungs- und Lernfähigkeit) weitaus grössere Auswirkungen auf die Erwerbsfähigkeit als bei einer Person mittleren Alters (Urteil 8C_716/2021 vom 12. Oktober 2022 E. 7.2 mit Hinweisen, zur Publikation vorgesehen; BGE 122 V 418 E. 3a; PETER OMLIN, Die Invalidität in der obligatorischen Unfallversicherung, Freiburg 1995, S. 235 ff.). Die Sonderregel von Art. 28 Abs. 4 UVV soll daher verhindern, dass Invalidenrenten gewährt werden, die in Wirklichkeit eine Altersleistungskomponente enthalten (Urteil 8C_716/2021 vom 12. Oktober 2022 E. 7.2 und 8.3 mit Hinweisen, zur Publikation vorgesehen; vgl. OMLIN, a.a.O, S. 249 mit Hinweisen). Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers bezweckt die von ihm angerufene Regelung in der UVV somit nicht, dem vorgerückten Alter eines Versicherten durch einen Abzug vom anhand von Tabellenlöhnen ermittelten Invalideneinkommen Rechnung zu tragen und auf diese Weise zu einem höheren Invaliditätsgrad zu gelangen. Vielmehr wären bei Anwendbarkeit von Art. 28 Abs. 4 UVV sowohl das Validen- wie auch das Invalideneinkommen massgebend gewesen, die ein Versicherter im mittleren Alter bei einer entsprechenden Gesundheitsschädigung erzielen könnte, um damit - wie dargelegt - eine Altersleistungskomponente zu verhindern. Die Vorinstanz und die Beschwerdegegnerin verneinten eine Auswirkung des Alters des Beschwerdeführers in diesem Sinne und gingen nicht von einem Anwendungsfall von Art. 28 Abs. 4 UVV aus. Dass die entsprechenden Voraussetzungen gegeben wären, macht auch der Beschwerdeführer nicht geltend und ist, wie sich auch aus nachfolgender Erwägung ergibt, nicht ersichtlich.