Citation: 9C_285/2023 E. 2.3.3

2.3.3. Die vorliegende Situation ist vergleichbar mit derjenigen einer Krankenkasse, die einen Rechtsvorschlag mittels Verfügung beseitigt. Wohl bestand aus Sicht der Beschwerdeführerin eine gewisse Wahrscheinlichkeit dafür, dass die SVA Zürich nach der Verfügung betreffend das Beitragsjahr 2017 dereinst auch für die übrigen Beitragsjahre die erhobenen Rechtsvorschläge mittels Verfügung beseitigen würde. In diesem Sinne ist nicht auszuschliessen, dass die Beschwerdeführerin allenfalls erahnte, welchen Inhalt die weiteren Einschreiben (neben dem Einspracheentscheid betreffend das Beitragsjahr 2017) haben könnten, deren Annahme sie am Postschalter verweigerte. Im Unterschied zu einem Adressat, dem die Zustellung einer Verfügung vorgängig angekündigt worden ist, lässt sich aber nicht sagen, dass die Beschwerdeführerin - abgesehen vom Einspracheentscheid betreffend das Beitragsjahr 2017 - mit den Zustellungen rechnen musste. Es fehlte mithin in Bezug auf die Beitragsjahre 2015, 2016, 2018 und 2019 an einem Prozessrechtsverhältnis, das die Beschwerdeführerin nach Treu und Glauben zur Annahme der Einschreiben verpflichtet und die Anwendung der Zustellfiktion gemäss Art. 38 Abs. 2bis ATSG gerechtfertigt hätte. Folglich ist davon auszugehen, dass erst der Versand mit gewöhnlicher Post vom 7. Oktober 2021 zu einer wirksamen Zustellung der Verfügungen betreffend die Beitragsjahre 2015, 2016, 2018 und 2019 führte.