Citation: 4A_474/2024 E. 4.4.1

4.4.1. Das gilt zunächst für das Vorbringen, sein Gehörsanspruch sei verletzt, weil das TAS unter anderem Bilder der Analyse der Urinprobe berücksichtigt habe, welche die Beschwerdegegnerinnen mit ihren Berufungsantworten eingereicht hätten, die aber nicht im Laboratory Dokumentation Package (LDP) enthalten gewesen seien, das ihm vom DFB im Notifikationsverfahren zugestellt worden war. Daraus ergibt sich keine Gehörsverletzung. Das TAS hat umfassende Kognition sowohl in tatsächlicher wie in rechtlicher Hinsicht und kann somit den ganzen Prozessstoff berücksichtigen, soweit er prozesskonform eingebracht wurde. Der Beschwerdeführer legt nicht dar, dass die besagten Bilder nicht prozesskonform von den Beschwerdegegnerinnen mit deren Berufungsantworten eingereicht worden wären, ebenso wenig, dass er sich dazu nicht hätte äussern können. Aus dem Schiedsentscheid geht vielmehr hervor, dass die Parteien sich eingehend zu den im Zentrum des Verfahrens stehenden Analysebildern und deren Interpretation sowohl in den Rechtsschriften als auch an der zweitägigen Verhandlung äusserten. Zudem ergingen dazu mehrere gutachterliche Stellungnahmen und wurden Experten befragt. Weshalb der Beschwerdeführer - wie er meint - trotz voller Kognition des von ihm angerufenen TAS nach Treu und Glauben davon hätte ausgehen dürfen, dass dieses keine Bilder berücksichtigen werde, die nicht im LDP vorhanden waren, begründet er nicht. Solches vermag denn auch in keiner Weise zu überzeugen. Vielmehr musste der Beschwerdeführer davon ausgehen, dass das TAS den ganzen, prozesskonform eingebrachten Prozessstoff würdigt. Wenn es dies nach der Meinung des Beschwerdeführers inhaltlich unzutreffend getan haben sollte, entzieht sich dies der Prüfungsbefugnis des Bundesgerichts und seine diesbezügliche Kritik kann nicht gehört werden. Entsprechend hätte der Beschwerdeführer Einwände gegen die Berücksichtigung der nicht im LDP enthaltenen Bilder, wie dass sie angeblich dem Beschwerdeführer nicht zugeordnet werden könnten, dem TAS unterbreiten können und müssen. Er musste damit rechnen, dass das TAS auch die von den Beschwerdegegnerinnen prozesskonform eingereichten Bilder berücksichtigt und für seinen Entscheid würdigt. Vor diesem Hintergrund erweist sich sein Hinweis als unbehelflich, wonach das TAS den Parteien und namentlich dem Beschwerdeführer weder vor noch an der Verhandlung vom 14/15. Mai 2024 bekanntgegeben habe, es werde für seine Entscheidung (namentlich zur Ablehnung des Arguments des Sample Overloading) "massgeblich auf die genannten nicht zuordenbaren Bilder" abstellen. Die Bilder lagen im Recht und waren Gegenstand der mündlichen Verhandlung. Damit unterlagen sie der Würdigung durch das TAS, ohne dass dieses die Parteien speziell darauf hätte aufmerksam machen müssen. Wenn der Beschwerdeführer sodann moniert, das TAS habe auf angeblich "bearbeitete" Bilder abgestellt, die ebenfalls nicht im LDP vorhanden gewesen seien, begründet er auch diesbezüglich keine Verletzung des rechtlichen Gehörs durch das TAS, sondern kritisiert einmal mehr in unzulässiger Weise dessen Beweiswürdigung.