Citation: 2C_435/2023 E. 3.1

3.1. Gemäss Art. 29 Abs. 2 BV haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör. Der Anspruch auf rechtliches Gehör umfasst als Mitwirkungsrecht all jene Befugnisse, die einem Betroffenen einzuräumen sind, damit er seinen Standpunkt wirksam zur Geltung bringen kann. Daraus folgt das Recht auf Einsicht in Akten, das Recht, sich vor Erlass eines in seine Rechtsstellung eingreifenden Entscheids zur Sache zu äussern, sowie der Anspruch auf Abnahme der rechtzeitig und formrichtig angebotenen rechtserheblichen Beweismittel (BGE 144 II 427 E. 3.1 mit Hinweisen). Grundsätzlich besteht kein Anspruch auf mündliche Anhörung (BGE 134 I 140 E. 5.3; vgl. aber BGE 140 I 68 E. 9 zum in ausländerrechtlichen Verfahren nicht anwendbaren Art. 6 Abs. 1 EMRK). Im Hinblick auf die Beweisführung resultiert aus Art. 29 Abs. 2 zudem kein genereller Anspruch auf eine Beweisabnahme, wenn sich die Behörde aufgrund bereits abgenommener Beweise ihre Überzeugung gebildet hat und ohne Willkür in vorweggenommener antizipierter Beweiswürdigung annehmen kann, dass ihre Überzeugung durch weitere Beweiserhebungen nicht geändert würde (sog. antizipierte Beweiswürdigung; vgl. BGE 144 II 427 E. 3.1.3; 141 I 60 E. 3.3; Urteil 2C_732/2022 vom 2. März 2023 E. 4.1).