Citation: 6B_265/2024 E. 2.6.3

2.6.3. Der Beschwerdeführer moniert (sinngemäss), die Risikoeinschätzung der Vorinstanz hinsichtlich der drohenden (Gewalt-) Delinquenz sei überzogen. Diese verweigere ihm zu Unrecht den bedingten Strafvollzug. Seine Einwände gegen die Annahme einer Schlechtprognose stünden auch einer Landesverweisung entgegen (Beschwerde Ziff. 5.3 S. 16 und Ziff. 5.11 S. 20). Mit der Vorinstanz und entgegen den Vorbringen des Beschwerdeführers erscheint die Legalprognose zu ungünstig, um den Vollzug der gesamten Freiheitsstrafe von 20 Monaten aufzuschieben (vgl. E. 1.3.2). Die Vorinstanz wird sich im Rahmen des Neubeurteilungsverfahrens mit der Frage zu befassen haben, ob dem Beschwerdeführer der teilbedingte Strafvollzug gewährt werden kann (vgl. E. 1.3.3). Sofern sie zum Ergebnis gelangen sollte, dass den legalprognostischen Bedenken mit dem Vollzug eines Strafanteils von mindestens sechs und maximal zehn Monaten ausreichend Rechnung getragen werden kann, schmälert dies die öffentlichen Interessen nicht in einer Weise, dass diese mit den privaten Interessen des Beschwerdeführers am Verbleib in der Schweiz gleichzusetzen wären oder von Letzteren sogar in den Hintergrund gedrängt würden. Aufgrund der unterschiedlichen Zielsetzungen von Straf- und Ausländerrecht ergibt sich im ausländerrechtlichen Bereich ein strengerer Beurteilungsmassstab (vgl. BGE 140 I 145 E. 4.3; Urteile 6B_1234/2023 vom 11. Juli 2024 E. 3.8.4; 6B_1454/2021 vom 26. Mai 2023 E. 5.4.4; je mit Hinweisen). Gerade bei schweren Straftaten, wozu die vom Beschwerdeführer begangene versuchte schwere Körperverletzung zu zählen ist, kann ausländerrechtlich bereits ein geringes Rückfallrisiko genügen. Je schwerer eine vernünftigerweise absehbare Rechtsgutsverletzung wiegt, umso weniger ist die Möglichkeit eines Rückfalls in Kauf zu nehmen (vgl. Urteile 6B_166/2021 vom 8. September 2021 E. 3.4.3 mit Hinweisen; 6B_191/2020 vom 17. Juni 2020 E. 1.8; 6B_861/2019 vom 23. April 2020 E. 3.7.4). Die Vorbringen des Beschwerdeführers erweisen sich damit als unbegründet.