Citation: U 574/06 05.10.2007 E. 4

4.1 In der Unfallmeldung vom 23. Februar 2005 beschrieb die Arbeitgeberin den Unfallhergang wie folgt: "Beim Skifahren ausgerutscht und umgefallen." Wann die Knieschmerzen mit Bezug auf das geltend gemachte Ereignis vom 20. Februar 2005 aufgetreten sind, lässt sich der Unfallmeldung nicht entnehmen. Am 1. Juli 2005 wurde die Versicherte im Rahmen eines Hausbesuchs des Schadeninspektors aufgefordert, den Vorfall detailliert zu schildern. Im von der Beschwerdeführerin unterzeichneten Protokoll vom 1. Juli 2005 wurde festgehalten: "Als ich zum ersten Mal den linken Skischuh in die Bindung drückte, machte es im linken Knie gut hörbar 'Klacks'. Trotz Schmerzen habe ich auf leicht abfallendem Gelände versucht, ein paar Bogen zu fahren. Nach rechts ging es gut. Bei der ersten Linkskurve hatte ich zu wenig Kraft im linken Knie und stürzte mit geringer Geschwindigkeit auf die linke Körperseite. Dasselbe passierte bei den folgenden zwei Linkskurven, sodass ich mit dem Skifahren aufhörte. Ich bezeichne mich als mittelgute Skifahrerin." Laut Inspektorenbericht gleichen Datums hatte sie zudem erklärt, das Knie sei nicht besonders gedreht worden. Diese Aussagen wurden im vorinstanzlichen Verfahren von der Beschwerdeführerin nicht bestritten. Sie hielt dort lediglich fest, die Beschwerdegegnerin stelle sich auf den Standpunkt, die Gesundheitsschädigung sei auf das Eintreten in die Skibindung zurückzuführen, was keinen Unfall im Sinne von Art. 4 ATSG darstelle. Dies könne jedoch dahingestellt bleiben, da die diagnostizierte Kreuzbandruptur unter Art. 9 Abs. 2 lit. g UVV zu subsumieren und somit einem Unfall gleichgestellt sei. Überdies fällt auf, dass in den unmittelbar von der Versicherten stammenden Angaben nie von einem Verdrehen des Knies beim Skifahren am 20. Februar 2005 die Rede war. 4.2 Im letztinstanzlichen Verfahren macht die Beschwerdeführerin erstmals geltend, auf die Aussagen vom 1. Juli 2005 dürfe nur mit grösster Zurückhaltung abgestellt werden, da sie sich dabei von den teils tendenziösen Fragen des Schadeninspektors habe leiten lassen. Dieser Einwand erging somit erst, nachdem die Vorinstanz mit einlässlicher Begründung dargetan hatte, dass das Einsteigen in die Skibindung weder als Unfall im Sinne von Art. 4 ATSG noch als unfallähnliche Körperschädigung nach Art. 9 Abs. 2 UVV betrachtet werden könne. Beim Vorliegen unterschiedlicher Angaben der versicherten Person über einen Unfallhergang ist nach der Rechtsprechung in der Regel jener Darstellung grösseres Gewicht beizumessen, die sie kurz nach dem Ereignis gemacht hat, als späteren Darstellungen, welche bewusst oder unbewusst von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art beeinflusst sein können (BGE 121 V 45 E. 2a S. 47). Hinzu kommt, dass die in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde angeführte Begründung, weshalb die Ausführungen vom 1. Juli 2005 mit Vorsicht zu geniessen seien, nicht zu überzeugen vermag. Falls die Versicherte zu jenem Zeitpunkt tatsächlich noch unter dem Schock eines am 17. Juni 2005 erlittenen Verkehrsunfalls gestanden haben sollte, ist insbesondere nicht ersichtlich, weshalb sie ihre protokollierten und unterschriftlich bestätigten Aussagen nicht bereits zu einem früheren Zeitpunkt widerrufen hat.