Citation: B 5/01 21.09.2001 E. 2

2.- a) Zu prüfen ist daher, ob die Entlassung des Beschwerdeführers unverschuldet erfolgt ist, was Vorinstanz und Vorsorgestiftung verneinen. Gemäss Kündigungsschreiben vom 12. Dezember 1990 wird die Auflösung des Arbeitsverhältnisses seitens der Arbeitgeberin damit begründet, der Beschwerdeführer habe bei mehreren Gelegenheiten kundgetan, dass er sich mit der auf den 1. Januar 1991 beschlossenen Neuorganisation der Unternehmensgruppe nicht identifizieren könne und die ihm angebotene Stelle als Leiter des Finanz- und Personalwesens und gleichzeitigem Stellvertreter des Direktionspräsidenten nicht seinen beruflichen Neigungen und Interessen entspreche. Zudem habe er sich seit einiger Zeit ohne Kenntnisgabe um Stellen ausserhalb der Firma beworben. In zwei an den Präsidenten des Verwaltungsrates gerichteten Schreiben vom 6. und 18. Dezember 1990 nahm der Beschwerdeführer zu den Vorwürfen Stellung. Dabei hielt er fest, dass er in einem Brief vom 5. November 1988 sein grundsätzliches Interesse für die ihm angebotene neue Stelle eines Direktors Finanz- und Personalwesen angemeldet habe. Die damals gestellten Fragen seien indessen nie beantwortet worden. Anlässlich eines Gesprächs habe er auf die Schwierigkeiten im Zusammenhang mit der Neuorganisation hingewiesen, sei er doch als Gesamtleiter angestellt worden, wobei ihm in der neuen Firma lediglich noch ein Teilbereich zugedacht sei. Am 11. Oktober 1990 sei ihm alsdann eröffnet worden, dass bereits im Juli 1990 entschieden worden sei, dass D.________ für den Direktionsposten Finanzen und Personelles vorgeschlagen werde. In gleichem Sinne hatte er sich auch anlässlich der Verwaltungsratssitzungen vom 23. November und 21. Dezember 1990 geäussert. b) Ob das Angebot der Arbeitgeberin an den Beschwerdeführer ernst gemeint war, ihm den Posten eines Direktors Finanz- und Personalwesen und Stellvertreters des Direktionspräsidenten als Ersatz für die bisher innegehabte Stelle des Direktors mit Gesamtleitung über alle Geschäftsbetriebe zu überlassen, lässt sich auf Grund der Akten nicht mit Sicherheit feststellen. Es bestehen zwar gewichtige Hinweise, dass dieses zumindest in der Anfangsphase der Umstrukturierung echt war. Die neue Direktorenstelle wurde tatsächlich geschaffen. In der Folge wurde sie dann aber durch eine andere Person besetzt. Sodann absolvierte der Beschwerdeführer im Jahre 1989 im Hinblick auf die neue Tätigkeit im Einverständnis mit der Geschäftsleitung eine Weiterbildung in Finanzwissenschaft. Anderseits ist nicht zu verkennen, dass es, nachdem die neue Organisationsstruktur die bisherige Stelle nicht mehr vorsah, im Interesse des Betriebes lag, die Mitarbeit des Beschwerdeführers bis zur Verwirklichung der vom künftigen Direktionspräsidenten G.________ vorangetriebenen Neustrukturierung zu erhalten. Dies war indessen nur möglich, wenn ihm eine Aufgabe im Hinblick auf den Verbleib in der Firma aufgezeigt wurde. c) Auch wenn die Offerte der Arbeitgeberin anfänglich tatsächlich echt war, hat sie im Laufe der Zeit an Ernsthaftigkeit verloren und den Charakter einer Hinhaltetaktik angenommen. Mit Schreiben vom 5. November 1988 hatte der Beschwerdeführer der Arbeitgeberin sein grundsätzliches Interesse an der angebotenen Stelle des Direktors Finanz- und Personal angemeldet und gleichzeitig zu einzelnen für ihn noch offenen Punkten eine Klärung verlangt. Eine solche blieb in der Folge jedoch unbestrittenermassen aus. Zwar ist es durchaus nachvollziehbar, dass im damaligen Zeitpunkt bezüglich der genauen Ausgestaltung der neu zu schaffenden Stelle firmenintern noch nicht alle Einzelheiten bekannt waren. Gemäss den Ausführungen der Vorsorgestiftung war indessen zumindest die Lohnfrage zu keiner Zeit von Bedeutung, da es für alle Beteiligten selbstverständlich gewesen sei, dass auch die Kadermitglieder durch die Umstrukturierung keinerlei Lohneinbussen erleiden würden. Die Arbeitgeberin hätte die Anfrage somit beispielsweise in dem Sinne beantworten können, dass bezüglich der Entlöhnung der Besitzstand gewahrt werde. Seitens des Beschwerdeführers konnten diesbezüglich durchaus berechtigte Zweifel bestehen, nachdem ihm anstelle der innegehabten Gesamtleitung nunmehr der Teilbereich Finanz- und Personalwesen angeboten worden war. Ihm kann unter diesen Umständen nicht vorgeworfen werden, er habe sich zur Annahme der Stelle nicht entschliessen können. Einen definitiven Entscheid konnte er erst treffen, wenn die wesentlichen Anstellungsbedingungen vorlagen. d) Anhaltspunkte für das mangelnde Interesse der Firma an der Besetzung der neuen Stelle in der Person des Beschwerdeführers geben auch die Vorkommnisse im Anschluss an die Generalversammlung vom 26. Juni 1990. Dabei äusserte der Beschwerdeführer gestützt auf Vorkommnisse während der Sitzung gegenüber dem damaligen Verwaltungsratspräsidenten W.________ Bedenken gegen die Person des designierten Direktionspräsidenten G.________. Obwohl das Gespräch offensichtlich vertraulich geführt wurde, gab W.________ dessen Inhalt an G.________ weiter. Bei einem solchen Vorgehen hätte W.________ jedoch dafür besorgt sein müssen, dass daraus kein Schaden entsteht. Solches wäre beispielsweise zu vermeiden gewesen, wenn eine Aussprache in die Wege geleitet worden wäre. Stattdessen hat G.________ kurzerhand D.________ angeboten, er werde ihn für die neue Stelle vorschlagen und dem Verwaltungsrat entsprechend Antrag stellen, was in der Folge auch geschah. Ein wirklich seriös gemeintes Angebot einer Ersatzstelle für einen langjährigen Kadermitarbeiter, der seine anspruchsvollen Aufgaben in leitender Position anerkanntermassen zur vollen Zufriedenheit erfüllt hat, kann nicht im Anschluss an ein Ereignis - das die Arbeitgeberin im Übrigen nicht minder zu vertreten hat als der Beschwerdeführer - einfach stillschweigend fallen gelassen werden. e) Soweit geltend gemacht wird, der Beschwerdeführer habe der Umstrukturierung des Betriebes skeptisch gegenübergestanden, vermag ihm dies nicht zum Vorwurf zu gereichen. Es ging dabei nämlich nicht um die Umstrukturierung als solche, an welcher er selber mitgearbeitet hat, sondern um persönliche Schwierigkeiten, die wohl jeder Arbeitnehmer mehr oder weniger ausgeprägt empfindet, wenn seine Stelle plötzlich gestrichen wird und der neue Aufgabenbereich einschneidende Änderungen mit sich bringt. Zum einen sah sich der Beschwerdeführer mit einer neuen Firmenstruktur konfrontiert, die den von ihm während Jahren mit Erfolg betreuten Aufgabenbereich nicht mehr vorsah. Zum andern setzte die Ersatzstelle Fachwissen im Finanz- und Personalwesen voraus, während der Beschwerdeführer bisher mit seinen Fähigkeiten als Generalist gefragt war. Für die finanzwirtschaftliche Unternehmensführung musste er sich zuerst in Kursen das notwendige Know how aneignen. Unklar war für ihn auch, ob mit der Übernahme einer Teilverantwortung eine gewisse Rückstufung verbunden sein würde. Angesichts solch gewichtiger Unsicherheitsfaktoren konnte vom Beschwerdeführer nicht verlangt werden, dass er die Aufhebung seiner Stelle mit Begeisterung unterstützen würde. Zwar wurde ihm zusätzlich noch die Funktion eines Stellvertreters des neuen Direktionspräsidenten angeboten. Auch diesbezüglich blieben jedoch Fragen offen. f) Durch nichts belegt ist die Annahme der Vorinstanz, der Beschwerdeführer habe die ihm angebotene Stelle nicht akzeptiert, weil er die Gesamtleitung der durch die Umstrukturierung vergrösserten Firma beansprucht habe. Eine solche Behauptung ist genausowenig gerechtfertigt wie etwa die Mutmassung, G.________ habe die Neugestaltung der Unternehmensstruktur nur deshalb vorangetrieben, weil er die bisher vom Beschwerdeführer innegehabte Gesamtleitung an sich ziehen wollte. Dem Beschwerdeführer vorzuwerfen, er habe die Reorganisation nicht tatkräftig unterstützt und ihm gleichzeitig zu unterstellen, er habe die Gesamtleitung der Unternehmung angestrebt, steht zudem in einem nicht ohne weiteres zu überwindenden Widerspruch.