Citation: 2A.480/2001 29.07.2002 E. 5

Grundsätzlich stehen für die steuerrechtliche Ausscheidung von Kapital und Ertrag schweizerischer Betriebsstätten eines ausländischen Unternehmens verschiedene Methoden zur Verfügung. Nach der so genannten objektmässigen Besteuerung werden Kapital und Ertrag für die Zweigniederlassung unabhängig von den Gesamtfaktoren der ausländischen Unternehmung errechnet; dieser - im internationalen Doppelbesteuerungsrecht auch direkt genannten - Methode liegt letztlich die Fiktion der Selbstständigkeit der (unselbstständigen) Betriebsstätten zugrunde, welche demnach rechnerisch wie eine selbstständige Gesellschaft behandelt werden. Bei der quotenmässigen - beziehungsweise im internationalen Doppelbesteuerungsrecht als indirekt bezeichneten - Methode hingegen werden Kapital- und Ertragsanteil der schweizerischen Niederlassung im Verhältnis zum Gesamtunternehmen veranlagt (BGE 117 Ib 248 E. 3a S. 253, mit Hinweisen; Max Widmer/Markus Kronauer, Zuteilung und Besteuerung der Unternehmensgewinne bei Betriebsstätten, in: Ernst Höhn [Hrsg.], Handbuch des internationalen Steuerrechts der Schweiz, 2. Aufl., Bern/Wien/Stuttgart 1993, S. 226 ff., 243, 252 f.). Im vorliegenden Fall haben die Vorinstanzen die Beschwerdeführerin nach einer objektmässigen Ausscheidungsmethode veranlagt, da keine zuverlässigen Angaben über das Ergebnis des Gesamtunternehmens zu erhalten gewesen seien.