Citation: 6B_141/2022 E. 2.2.3

2.2.3. Schliesslich geht die Vorinstanz auf weitere Unstimmigkeiten in den Aussagen der Beschwerdegegnerin 2 ein. Sie stellt fest, insbesondere zum Geschlechtsverkehr nach dem Vorfall seien keine namhaften Abweichungen festzustellen. Die Vorinstanz erwägt dazu, letztlich könne dieser Punkt offenbleiben, führe doch diese geringfügige und nebensächliche Abweichung im Nachtatverhalten zu keinen ernsthaften Zweifeln an der Glaubhaftigkeit der Aussagen der Beschwerdegegnerin 2 zum Kerngeschehen (Urteil S. 14). Gleiches gelte für die Unstimmigkeiten in ihren Aussagen hinsichtlich der zeitlichen Einordnung des Vorfalls. So habe die Beschwerdegegnerin 2 in der ersten Befragung einen Morgen im Frühling 2014 als möglichen Tatzeitpunkt genannt. Diesen habe sie in den späteren Einvernahmen jedoch geändert und sich schliesslich auf einen Freitagmorgen im Herbst 2015 festgelegt. Auch vor der Vorinstanz sei sie beim Jahr 2015 geblieben, habe indes ebenfalls Unsicherheiten in der exakten zeitlichen Einordnung gezeigt, dies aber offen zugegeben und darauf hingewiesen, dass es sicher an einem Freitag gewesen sei, als ihr Sohn in der Schule gewesen sei. Das genaue Datum sei - erst recht nach mehrjährigem Zuwarten mit der Anzeige - als Nebenumstand und die Mühe, sich an das exakte Datum zu erinnern, als nachvollziehbare Gedächtnislücke zu werten, was nicht gegen die Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen spreche (Urteil S. 14 f.). Die Vorinstanz hält weiter fest, bei der Beschwerdegegnerin 2 lägen keinerlei Hinweise für eine falsche oder verzerrte Wahrnehmung vor. Ebensowenig bestünden Anzeichen einer Beeinflussung (Urteil S. 15). Mangels feststellbarer Suggestion und erkennbarer Motivlage für eine Falschbezichtigung sei von einer hohen Aussagezuverlässigkeit der Beschwerdegegnerin 2 auszugehen. Es seien keine Gründe ersichtlich, weshalb sie den Beschwerdeführer zu Unrecht belasten sollte. Weder stelle sie eine Zivilforderung, noch verweigere sie diesem den Kontakt zum gemeinsamen Sohn. Sie belaste den Beschwerdeführer nicht unnötig (Urteil S. 15 f.).