Citation: 4A_282/2020 E. 4.2.2

4.2.2. Nichts anderes gilt, soweit die Beschwerdeführerin rügt, die Vorinstanz sei "von einem unzutreffenden Verständnis der Subsidiarität" ausgegangen, weil die Klage auf Feststellung der Nichtigkeiterga-omnes- Wirkung entfalte und damit weiter gehe als eine (nur zwischen den Verfahrensparteien wirkende) Leistungsklage. Es trifft zwar zu, dass die Feststellungsklage nach der Rechtsprechung nicht schlechthin als der Leistungs- und Gestaltungsklage nachgehend betrachtet wird und unter aussergewöhnlichen Umständen trotz Möglichkeit einer anderen Klage ein hinreichendes Feststellungsinteresse bejaht wird, wenn mit der Feststellungsklage ein weitergehendes Rechtsschutzziel angestrebt wird. Auch dabei bleibt aber erforderlich, dass der Kläger (oder allenfalls die Gesellschaft, in deren Interessen er tätig wird) ein selbständiges Interesse an einer gerichtlichen Feststellung hat (im Einzelnen: Urteil 4A_464/2019 vom 30. April 2020 E. 1.4 mit Hinweisen). Die Beschwerdeführerin hat vorliegend nicht ansatzweise dargetan, inwiefern ein aktuelles, selbständiges Interesse an der Feststellung bestehen soll, dass die - sich auf einen vergangenen, abgeschlossenen Zeitraum beziehenden - Beschlüsse vom 8. Februar 2016 mit Wirkung erga omnes nichtig sind. Eine Streitigkeit muss grundsätzlich in ihrer Gesamtheit dem Gericht auf dem dafür vorgesehenen Rechtsweg unterbreitet werden; es geht nicht an, einzelne Rechtsfragen herauszugreifen und sie isoliert gerichtlich beurteilen zu lassen (BGE 135 III 378 E. 2.2; Urteile 4A_618/2017 vom 11. Januar 2018 E. 5.2; 4A_508/2016 vom 16. Juni 2017 E. 3.1, nicht publ. in: BGE 143 III 348). Genau dieses Anliegen verfolgt aber die Beschwerdeführerin. Insgesamt widerlegt sie den vorinstanzlichen Schluss nicht, wonach ihr eine Leistungsklage - insbesondere eine aktienrechtliche Verantwortlichkeitsklage - offen steht, um die von ihr behaupteten "Liquidationshandlungen" gerichtlich ahnden zu lassen.