Citation: 6B_407/2015 E. 4.2

4.2. Die Rüge, die Vorinstanz äussere sich nicht zu allen dem Revisionsgesuch beiliegenden Beweismitteln, welche die Unzuverlässigkeit des Drogenschnelltests belegten, geht an der Sache vorbei. Die Vorinstanz stellt die Unzuverlässigkeit nicht in Frage, sondern geht davon aus, der Staatsanwaltschaft sei diese bereits bekannt gewesen. Dieser Schluss beruht jedoch auf einer willkürlichen Sachverhaltsfeststellung. Die Vorinstanz bestreitet in ihrer Vernehmlassung den Einwand des Beschwerdeführers nicht, sie habe das angefochtene Urteil gefällt, ohne die Akten des Strafbefehlsverfahrens beizuziehen. Da sich diese auch nicht in den dem Bundesgericht vorliegenden kantonalen Akten befinden, ist davon auszugehen, dass die Akten des Strafbefehlsverfahrens nicht Teil der vorinstanzlichen Urteilsfindung waren. Indem die Vorinstanz ohne Einsicht in die Strafbefehlsakten annimmt, die Staatsanwaltschaft habe um die Unzuverlässigkeit des Drogenschnelltests gewusst, verfällt sie in Willkür. Die Neuheit ist anhand des Strafbefehls sowie den diesem zugrunde liegenden Akten und Tatsachen zu beurteilen. Massgebend ist, was der zuständige Staatsanwalt konkret berücksichtigte (vgl. Marianne Heer, in: Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, 2. Aufl. 2014, N. 34 und 39 zu Art. 410 StPO). Dem Strafbefehl vom 21. Juli 2011 ist einzig zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer mit drei Kollegen von der Kantonspolizei Aargau kontrolliert und mittels Drogenschnelltest positiv auf Opiate getestet wurde. Zu der Zuverlässigkeit solcher Tests ergibt sich daraus nichts. Welche Tatsachen und Beweismittel der zuständige Staatsanwalt beim Erlass des Strafbefehls berücksichtigte, konnte die Vorinstanz daher nicht ohne Akten des Strafbefehlsverfahrens beurteilen. Allenfalls hätte auch der zuständige Staatsanwalt nähere Informationen geben können. Jedenfalls hätte sich die Vorinstanz davon überzeugen müssen, dass die E-Mail des Beschwerdeführers an die Kantonspolizei Aargau dem Staatsanwalt zur Kenntnis gelangte (vgl. Marianne Heer, a.a.O., N. 38 zu Art. 410 StPO). Unbehelflich ist ihr Einwand in der Vernehmlassung, es sei nicht entscheidend, ob die E-Mail der Staatsanwaltschaft bekannt gewesen sei, da sich aus dem Strafbefehl und der Anzeige ergebe, dass nur ein Drogenschnelltest durchgeführt worden sei. Zwar trifft dies zu, jedoch thematisiert weder der Strafbefehl noch die Anzeige die Zuverlässigkeit des Tests. Im Übrigen ergibt sich aus ihrem Urteil deutlich, dass die Vorinstanz bei ihrer Würdigung massgebend auf den Inhalt der E-Mail abstellt (Urteil S. 5). Soweit sie ihre Sachverhaltsfeststellung ergänzend anhand eines Zeitungsartikels damit begründet, die Unzuverlässigkeit von Drogenschnelltests sei schon Jahre vor Erlass des Strafbefehls allgemein bekannt gewesen, verkennt sie, dass einzig relevant ist, ob der Staatsanwalt dies beim Erlass des Strafbefehls wusste und in seine Würdigung einbezog. Ob die Vorinstanz den Zeitungsartikel überhaupt hätte berücksichtigen dürfen, kann demnach offengelassen werden.