Citation: 9C_318/2007 27.08.2007 E. 3

3.1 Gemäss Art. 35 Abs. 1 IVV entsteht der Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung am ersten Tag des Monats, in dem sämtliche Anspruchsvoraussetzungen erfüllt sind. Ändert sich in der Folge der Grad der Hilflosigkeit in erheblicher Weise, so finden die Art. 87-88bis IVV Anwendung (Abs. 2 erster Satz von Art. 35 IVV). Nach Art. 88a Abs. 2 IVV ist u.a. bei einer Verschlimmerung der Hilflosigkeit die anspruchsbeeinflussende Änderung zu berücksichtigen, sobald sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat; Art. 29bis IVV ist sinngemäss anwendbar. 3.2 Soweit im angefochtenen Entscheid die Anwendbarkeit von Art. 88a Abs. 2 IVV verneint wird, weil die von der IV-Stelle "festgelegte Hilflosigkeit mittleren Grades" zufolge Anfechtung durch den Versicherten "gar nie in Rechtskraft erwachsen" sei und somit eine diesbezügliche Revision entfalle, übersieht das kantonale Gericht, dass die genannte Verordnungsbestimmung (obwohl sie sich auf die Revision bereits laufender Leistungen bezieht) sinngemäss auch dann anzuwenden ist, wenn die anspruchsbeeinflussende Änderung, etwa die weitere Verschlimmerung des Hilflosigkeitsgrades, noch vor Erlass der Verwaltungsverfügung eingetreten ist mit der Folge, dass dann durch eine rückwirkende Leistungsab- oder aufstufung gleichzeitig die Änderung mitberücksichtigt wird (BGE 125 V 413 E. 2d S. 418, 109 V 125; ZAK 1990 S. 518 E. 2). Formalrechtlich liegt in diesen Fällen - hier geht es um den Einspracheentscheid der IV-Stelle vom 2. Dezember 2005 - eine doppelte Verfügung vor, die sich gleichzeitig über die Zusprechung der Leistung und die Revision derselben ausspricht (ZAK 1984 S. 133 E. 3).