Citation: 4P.6/2006 27.03.2006 E. 2

2.1 Die Beschwerdeführerin wirft dem Obergericht zunächst vor, es habe die aus Art. 29 Abs. 2 BV abgeleitete Begründungspflicht sowie die Begründungspflicht gemäss Art. 68 ZPO/GL verletzt, indem es nicht dargelegt habe, gestützt auf welche Tatsachen die dem Beschwerdeführer zugesprochene Abgangsentschädigung als Schenkung zu qualifizieren sei. Da die Verletzung von kantonalem Prozessrecht im Verfahren der staatsrechtlichen Beschwerde nur unter dem Gesichtspunkt der Willkür geprüft werden kann und eine willkürliche Anwendung von kantonalem Prozessrecht nicht substantiiert geltend gemacht wird, ist die Rüge einzig unter dem Gesichtspunkt von Art. 29 Abs. 2 BV zu prüfen. 2.2 Nach Art. 29 Abs. 2 BV haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör. Dieser Anspruch verlangt, dass die Behörde die Vorbringen der Parteien tatsächlich hört, sorgfältig und ernsthaft prüft und in der Entscheidfindung berücksichtigt. Daraus folgt die grundsätzliche Pflicht der Behörden, ihren Entscheid zu begründen. Die Begründung muss die Überlegungen nennen, von denen sich die Behörde hat leiten lassen, damit der Betroffene den Entscheid gegebenenfalls sachgerecht anfechten kann. Nicht erforderlich ist dagegen, dass sich die Urteilsbegründung ausdrücklich mit jeder tatbeständlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzt (BGE 129 I 232 E. 3.2 S. 236 mit Hinweis). 2.3 Entgegen der Meinung der Beschwerdeführerin entspricht die Begründung des Obergerichts den von Art. 29 Abs. 2 BV verlangten Anforderungen. Aus dem angefochtenen Entscheid geht hervor, aus welchen Gründen das Obergericht die von der Beschwerdeführerin dem Beschwerdegegner zugesicherte und ausbezahlte Abgangsentschädigung als Schenkung qualifiziert hat. Für das Obergericht war ausschlaggebend, dass es die Abgangsentschädigung als freiwillige Leistung beurteilt hat, für die keine arbeitsvertragliche Verpflichtung bestanden hat. Dies hat die Beschwerdeführerin denn auch erkannt, was ihr eine sachgerechte Anfechtung im Rahmen der Berufung erlaubte.