Citation: 5A_114/2008 07.08.2008 E. 3

Das Obergericht ist davon ausgegangen, der Erblasser habe gewusst, dass Ziff. 3 der letztwilligen Verfügung nicht rechtsgültig verpflichtend sei, d.hdass die Firma E.________ AG nicht rechtswirksam zu (Vermächtnis-)Zahlungen verpflichtet werden könne. Im Wissen um die Folgen habe der Erblasser die Formulierung bewusst gewählt, so dass der Wortlaut dem letzten Willen des Erblassers entsprochen habe und kein Grund bestehe, davon abzuweichen. Das Obergericht hat in tatsächlicher Hinsicht auf die Aussagen des Notars und des Beklagten 2 sowie auf den Zusammenhang abgestellt, in dem Ziff. 3 im Vergleich mit weiteren Vermächtnissen des Erblassers steht (E. 2.4-2.6 S. 11 ff. des angefochtenen Urteils). 3.1 Das Obergericht hat die Aussagen umfassend gewürdigt und die Indizienlage eingehend geprüft. Seine Begründung genügt verfassungsmässigen Anforderungen (Art. 29 Abs. 2 BV). Entgegen der Darstellung der Klägerin ist es nicht erforderlich, dass das Obergericht sich mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt. Vielmehr kann es sich auf die für das Urteil wesentlichen Punkte beschränken. Die Begründung muss so abgefasst sein, dass sich der Betroffene über die Tragweite des Urteils Rechenschaft geben und es in voller Kenntnis der Sache an die höhere Instanz weiterziehen kann (BGE 134 I 83 E. 4.1 S. 88). Die Voraussetzung ist hier erfüllt. Die Rüge der Klägerin erweist sich als unbegründet. 3.2 Eine Verletzung von Art. 8 ZGB erblickt die Klägerin darin, dass das Obergericht die als Zeugin aufgerufene Tochter Q.________ nicht einvernommen habe. Die Zeugin hätte belegen können, dass der Erblasser im Jahre 2002 vor seinem Tod bestätigt habe, dass sowohl für die Klägerin als auch für die gemeinsame Tochter in ausreichender Weise vorgesorgt sei, wenn ihm etwas zustossen würde. Die Klägerin werde eine Rente erhalten und im Haus bleiben können (S. 9 f. Ziff. 13.4 der Beschwerdeschrift mit Aktenhinweisen). Das Obergericht hat den Beweisantrag abgewiesen (Beschluss vom 18. Oktober 2007) und die Abweisung mit seiner aus anderen Beweisen gewonnenen Überzeugung begründet (vgl. E. 2.6 Abs. 2 S. 12 des angefochtenen Urteils mit Aktenhinweisen). Derart vorweggenommene Beweiswürdigung verletzt den Beweisführungsanspruch nicht (vgl. BGE 130 III 591 E. 5.4 S. 601 f.). Rechtserhebliche und damit beweisbedürftige Tatsachen betreffen zudem die Frage, was der Erblasser im Zeitpunkt seiner letztwilligen Verfügung vom 29. Januar 2001 wusste und tatsächlich wollte und nicht wie er sich vor seinem Tod im Jahre 2002 gegenüber der Klägerin und der gemeinsamen Tochter äusserte. Eine Verletzung von Art. 8 ZGB liegt nicht vor (vgl. BGE 133 III 189 E. 5.2.2 S. 195). 3.3 Zu prüfen bleiben damit die Willkürrügen der Klägerin gegen die Sachverhaltsfeststellung und die Beweiswürdigung des Obergerichts. Eine Sachverhaltsfeststellung ist insbesondere dann willkürlich, wenn sie offensichtlich unhaltbar ist, zur tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch steht oder auf einem offenkundigen Versehen beruht (BGE 129 I 173 E. 3.1 S. 178). Willkür in der Beweiswürdigung liegt vor, wenn das Gericht Sinn und Tragweite eines Beweismittels offensichtlich verkannt hat, wenn es ohne sachlichen Grund ein wichtiges Beweismittel, das für den Entscheid wesentlich sein könnte, unberücksichtigt gelassen hat oder wenn es auf Grundlage der festgestellten Tatsachen unhaltbare Schlussfolgerungen getroffen hat (BGE 129 I 8 E. 2.1 S. 9). Dass die Ergebnisse des Beweisverfahrens auch Schlüsse gestatten, die nicht mit den vom Sachgericht gezogenen übereinstimmen, bedeutet hingegen nicht schon Willkür (BGE 116 Ia 85 E. 2b S. 88). Es obliegt gemäss Art. 106 Abs. 2 BGG der Klägerin, Willkür klar und detailliert und, soweit möglich, belegt zu rügen und im Einzelnen darzulegen, inwiefern die Beweiswürdigung an einem qualifizierten und offensichtlichen Mangel leidet (BGE 130 I 258 E. 1.3 S. 261 f.; 133 III 393 E. 6 S. 397) und sich deshalb im Ergebnis nicht mehr halten lässt (BGE 131 I 217 E. 2.1 S. 219; 133 III 585 E. 4.1 S. 588 f.).