Citation: 8C_424/2020 E. 5.1

5.1. Er macht geltend, die Schmerzproblematik an der rechten Hand sei nicht psychischer Natur, sondern eine somatische Folge seiner unfallbedingten strukturellen Verletzung am Daumen. Organisch objektiv ausgewiesene Unfallfolgen setzen Untersuchungsergebnisse voraus, die reproduzierbar und von der Person des Untersuchenden und den Angaben der versicherten Person unabhängig sind. Unfallfolgen werden somit nur dann als organisch objektiv ausgewiesen anerkannt, wenn die erhobenen Befunde durch apparative/bildgebende Abklärungen bestätigt wurden und die hierbei angewendeten Untersuchungsmethoden wissenschaftlich anerkannt sind (BGE 138 V 248 E. 5.1 S. 251 mit Hinweisen). Diese Anforderungen sind bei einer Schmerzproblematik, die wie im hier zu beurteilenden Fall von den Ärzten keiner bestimmten Genese zugeordnet werden kann (vgl. dazu den Bericht der Klinik für Hand- und Plastische Chirurgie, Spital E.________, vom 27. April 2018), offensichtlich nicht erfüllt, da bei diesem Leiden wesentlich auf die Angaben der versicherten Person abgestellt werden muss. Dies genügt nach der Rechtsprechung nicht für eine objektiv ausgewiesene organische Ursache, bei der sich in der Regel der natürliche mit dem adäquaten Kausalzusammenhang deckt. Somit hat bei einer Schmerzproblematik eine besondere Prüfung der Adäquanz zu erfolgen. Da vorliegend weder ein Schleudertrauma noch ein Schädelhirntrauma noch ein Schreckereignis gegeben ist, kommt die sogenannte Psycho-Praxis nach BGE 115 V 133 zur Anwendung.