Citation: 4A_141/2022 E. 4.3.2

4.3.2. Die von FELLMANN aus einer vorbehaltslosen Übernahme abgeleitete Vermutung, der vom Auftraggeber gewünschte Erfolg hätte sich mit dem nötigen Einsatz verwirklicht, verfängt insoweit nicht, als er selbst davon ausgeht, wenn der Beauftragte eine Erfolgsgarantie abgebe, lasse sich das Vertragsverhältnis kaum mehr dem Typus des einfachen Auftrags zuordnen (FELLMANN, Berner Kommentar, a.a.O., N. 104 zu Art. 394 OR). Mit Blick auf die Vielzahl der Leistungen, die nach Rechtsprechung und Lehre von einem Auftrag nach schweizerischem Recht erfasst sein können (FELLMANN, Berner Kommentar, a.a.O., N. 21 ff. und N. 80 f. und N. 135 zu Art. 394 OR), sind im Auftragsrecht allerdings Fälle denkbar, in denen sich der Erfolg bei hinreichender Kompetenz und genügendem Einsatz des Beauftragten nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge in aller Regel erreichen lässt. Ist der Beauftragte nicht fähig, den Erfolg zu bewirken, hat er in derartigen Fällen den Auftrag nicht zu übernehmen. Bei solchen Aufträgen erscheint die Annahme einer tatsächlichen Vermutung (ohne Umkehr der Beweislast) unproblematisch: Sie ergibt sich aus der allgemeinen Lebenserfahrung.