Citation: 6B_629/2024 E. 2.2

2.2. Die Vorinstanz verneint zusammengefasst einen schweren persönlichen Härtefall i.S.v. Art. 66a Abs. 2 StGB. Sie erwägt, der türkische Beschwerdeführer mit Jahrgang 1960 sei im Jahr 2002 im Alter von 41 Jahren aus der Türkei in die Schweiz eingereist, um seine jetzige Ehefrau zu heiraten. Ihm sei aufgrund seiner Ehefrau Asyl gewährt worden. Seit 2007 besitze er eine Niederlassungsbewilligung. Die Ehe der beiden sei im Jahr 2016 geschieden worden; im Tatzeitpunkt sei der Beschwerdeführer gut zweieinhalb Jahre von seiner Ehefrau geschieden gewesen. Die Wiederverheiratung sei am 2. September 2019 erfolgt, wenige Wochen nach dem vorliegend zu beurteilenden Vorfall und mithin während des laufenden Strafverfahrens wegen versuchter Vergewaltigung. Die Vorinstanz bezeichnet die Wiederverheiratung nach Eröffnung des Strafverfahrens vor diesem Hintergrund als reine Zweckehe, die einer Landesverweisung in keiner Weise entgegenstehe. Der Beschwerdeführer könne sich nicht auf Art. 8 EMRK berufen. Die Vorinstanz führt weiter aus, der Beschwerdeführer sei in seinem Heimatland Türkei insgesamt 13 Jahre zur Schule gegangen und habe anschliessend den Beruf des Schweissers ausgeübt. Danach habe er unter anderem in einer Textilfabrik, in der Verwaltung der Ingenieurkammer sowie als Landwirt gearbeitet. Gemäss Angaben des Regionalen Arbeitsvermittlungszentrums Olten aus dem Jahr 2004 sei der Beschwerdeführer als Mitarbeiter in einer Reinigungsfirma tätig gewesen. Aus den Akten gehe hervor, dass er dieser Erwerbstätigkeit mindestens bis 2007 weiterhin nachgegangen sei. In den Verlängerungsgesuchen aus dem Jahr 2014 und 2019 habe der Beschwerdeführer jeweils angegeben, erwerbslos bzw. arbeitslos und auf Stellensuche zu sein. Seit anfangs 2024 beziehe der Beschwerdeführer vorzeitig die AHV-Rente, seine Ehefrau beziehe eine IV-Rente. Mit Blick auf eine mögliche Wiedereingliederung in der Türkei erwägt die Vorinstanz, der Beschwerdeführer habe seine lebensprägenden Jahre in der Türkei verbracht und spreche nicht gut Deutsch. Mehrere enge Verwandte würden in der Türkei leben, sodass sie ihn bei der Wiedereingliederung unterstützen könnten. Zu seiner Integration in der Schweiz führt die Vorinstanz weiter aus, er sei weder sozial noch wirtschaftlich in irgendeiner Art und Weise integriert. Für ihn spreche lediglich die nunmehr lange Aufenthaltsdauer von rund 20 Jahren.