Citation: 5A_746/2018 E. 3.4

3.4. Das Obergericht hat zu den Hintergründen der Vereinbarung vom 27. Mai 2015 folgendes festgestellt: Die Parteien lernten sich im September 2014 kennen. Am 9. Oktober 2014 schlossen sie eine Vereinbarung über die Nachfolgeregelung der C.________ AG ab. Diese Vereinbarung sah eine Ablösung der Aktien des Gesuchsgegners durch den Gesuchsteller vor. Ein Drittel der Aktien sollte sofort übertragen werden, der Rest zu einem späteren Zeitpunkt. Der Gesuchsteller wurde überdies zum alleinigen Geschäftsführer der C.________ AG bestimmt. Mit Vereinbarung vom gleichen Tag trat der Gesuchsgegner dem Gesuchsteller ein Firmendarlehen über Fr. 150'000.-- ab. Am 16. Oktober 2014 stellte der Gesuchsgegner dem Gesuchsteller sodann eine unbefristete und umfassende "Allgemeine Vollmacht" aus. Gleichentags schloss der Gesuchsteller mit der C.________ AG - vertreten durch den Gesuchsgegner - einen Arbeitsvertrag, worin die Arbeitstätigkeit folgendermassen umschrieben wurde: "B.________ übernimmt die Position als Leiter des Unternehmens". Mit dem Ziel, der C.________ AG liquide Mittel zukommen zu lassen, nahm der Gesuchsteller als neuer Geschäftsführer gewisse Abklärungen im Zusammenhang mit einer möglichen Aufstockung der Liegenschaft D.________strasse yyy in Zürich vor. Zu diesem Zeitpunkt war der Gesuchsgegner gemeinsam mit seiner Schwester zu gleichen Teilen Miteigentümer der erwähnten Liegenschaft, in welcher die C.________ AG eingemietet war. Angedacht war eine Flachdachaufstockung mittels Modulbauweise. Soweit aus dem Bauprojekt ein Gewinn hätte realisiert werden können, plante der Gesuchsgegner, der C.________ AG einen Teil davon als Kapital zur Verfügung zu stellen. Im Hinblick auf das geplante Bauvorhaben schlossen die Parteien am 22. Dezember 2014 zusätzlich einen Kooperationsvertrag. Diese Vereinbarung sah unter anderem vor, dass allfällige durch die Vermarktung realisierte Gewinne nach Abzug der Gestehungskosten je hälftig unter den Parteien aufgeteilt werden sollten. Das geplante Bauvorhaben sollte ab Januar 2015 realisiert und spätestens im dritten Quartal 2015 fertiggestellt werden. Am 26. März 2015 unterzeichneten die Parteien sodann einen "Kaufvorvertrag", welcher dem Gesuchsteller ein Kaufrecht an den neu zu erstellenden Stockwerkeigentumseinheiten im Erdgeschoss einräumte. Alsdann ging es um die Finanzierung des Bauprojektes. In den Akten liegt diesbezüglich ein vom Gesuchsgegner unterzeichneter "Antrag auf grundpfandgesichertes Hypothekardarlehen" an die Bank E.________ AG vom 12. Mai 2015, welcher auf das Bauvorhaben an der D.________strasse yyy Bezug nimmt. Zu einer Kreditvergabe durch die Bank E.________ AG kam es allerdings nicht, wobei sich die Parteien über den Grund der gescheiterten Finanzierung uneinig sind. Auch das geplante Bauvorhaben an der D.________strasse yyy wurde schliesslich nicht realisiert. Als Folge des gescheiterten Bauvorhabens unterzeichneten die Parteien nach Darstellung des Gesuchstellers am 27. Mai 2015 den streitgegenständlichen Vertrag mit der Überschrift "Verlustausgleich". Tags darauf, am 28. Mai 2015, kündigte die C.________ AG das Arbeitsverhältnis mit dem Gesuchsteller "aus wirtschaftlichen Gründen". Sodann steht fest, dass der Gesuchsgegner gegen den Gesuchsteller am 13. April 2016 eine Strafanzeige wegen Urkundenfälschung eingereicht hat. Da der Gesuchsteller zwischenzeitlich nach Deutschland umgezogen war, übernahm die Staatsanwaltschaft Mannheim mit Schreiben vom 12. August 2016 das Strafverfahren gegen den Gesuchsteller. Im Rahmen dieses Ermittlungsverfahrens ordnete die Staatsanwaltschaft Mannheim ein graphologisches Gutachten betreffend die Echtheit der Unterschrift des Gesuchsgegners an. Am 4. Mai 2017 erstattete Dipl.-Psych. F.________ das entsprechende Gutachten und kam zum Schluss, dass es sich bei der fraglichen Unterschrift "mit hoher Wahrscheinlichkeit um eine authentische Namenszeichnung aus der Hand von Herrn A.________" handle. Daraufhin stellte die Staatsanwaltschaft Mannheim mit Verfügung vom 11. Mai 2017 das Ermittlungsverfahren gegen den Gesuchsteller ein. Doch auch nach der Einstellung des Strafverfahrens hielt der Gesuchsgegner im kantonalen Verfahren an seinen Fälschungsvorwürfen fest. Bei der Einreichung der Strafanzeige habe er nicht mehr daran gedacht, dass er dem Gesuchsteller seinerzeit auch Blankounterschriften ausgestellt habe und eine Urkundenfälschung in der Folge auf diese Weise hätte erfolgen können.