Citation: 1P.578/2002 16.04.2003 E. B

Am 15. Februar 2002 reichte X.________ ein Baugesuch für die Errichtung eines Garagenanbaus, eines Schrägliftes sowie eines Hauszuganges auf der Parzelle Nr. 1650 ein. R.________ erhob am 7.März 2002 gegen dieses Bauvorhaben Einsprache, u.a. mit der Begründung, es fehle die privatrechtliche Zufahrtsberechtigung über ihre Parzelle. Nr. 1652. Die Gemeinde Klosters-Serneus erteilte X.________ die Baubewilligung am 10. April 2002 und wies gleichzeitig die Einsprache von R.________ ab. Das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden wies den Rekurs von R.________ gegen diese Baubewilligung am 29. August 2002 ab, soweit es darauf eintrat. Es erwog, wie bereits bei seinem Entscheid vom 31. August 2001 in Sachen R.________ gegen die Eigentümer der Parzelle Nr. 1650, A. und B. Z.________, stehe erneut die Erschliessungssituation der Parzelle Nr. 1650, nicht etwa diejenige der mit einem Wohn- bzw. Ferienhaus überbauten Parzelle Nr. 1644 von X.________, zur Diskussion. Es habe im damaligen, in Rechtskraft erwachsenen Entscheid die Frage, ob aus öffentlichrechtlicher Sicht eine hinreichende Zufahrt bestehe, uneingeschränkt bejaht. Das neue Projekt habe in Bezug auf die Zufahrts- und Zugangsfrage aus öffentlichrechtlicher Sicht keine Änderung erfahren, weshalb deren erneute Beanstandung im vorliegenden Verfahren als res iudicata nicht zu behandeln sei. Dazu komme, dass die Erschliessung der Baurechtsparzelle Nr. 1644 auch nicht Gegenstand des Einspracheentscheides bilde. Selbst wenn indessen auf den Rekurs eingetreten werden könnte, wäre ihm materiell kein Erfolg beschieden. Wie es bereits in seinen Urteilen vom 31. August 2001 und vom 29.August 2002 in Sachen R.________ gegen A. und B. Z.________ entschieden habe, würde lediglich das offensichtliche Fehlen der privatrechtlichen Zufahrtsberechtigung die Gemeinde berechtigen, einen abschlägigen Baubescheid zu fällen. Ein solcher Fall liege gerade nicht vor, A. und B. Z.________ hätten die strassenmässige Erschliessung der Parzelle Nr. 1650 über die Parzelle Nr.1652 mit einem im Grundbuch eingetragenen Fuss- und Fahrwegrecht ausgewiesen. Auch wenn Inhalt und Ausmass dieses Rechts umstritten und vom Zivilrichter definitiv zu klären seien, müsse aus öffentlichrechtlicher Sicht genügen, dass das Bauvorhaben mit den Normen des öffentlichen Rechts in Einklang stünde und dass die privatrechtliche Zufahrtsberechtigung nicht offensichtlich fehle.