Citation: 6B_73/2020 E. 4

Die Beschwerde ist abzuweisen, soweit darauf überhaupt eingetreten werden kann. Die Beschwerdeführerin zeigt nicht auf, inwieweit die Vorinstanz das kantonale Verfahrensrecht in unhaltbarer Weise angewendet haben soll; dies ist auch nicht ersichtlich. Die Beschwerdeführerin beschränkt sich darauf darzulegen, wie das ehemalige kantonale Strafprozessgesetz ihrer Ansicht nach auszulegen ist, ohne sich jedoch näher mit der von der Vorinstanz vorgenommenen Rechtsauslegung und -anwendung auseinanderzusetzen. Die Vorinstanz legt unter Anführung kantonaler Rechtsprechung und Literatur nachvollziehbar und überzeugend dar, dass und warum die Beschwerdeführerin nicht legitimiert ist, ein Wiederaufnahmegesuch zu stellen. Sie weist zutreffend darauf hin, dass nach dem Wortlaut von aArt. 249 StP/SG - soweit vorliegend von Bedeutung - lediglich "der Angeschuldigte und der Staatsanwalt", jedoch nicht der "Kläger" oder andere Verfahrensbeteiligte die Wiederaufnahme des mit rechtskräftigem Entscheid abgeschlossenen Strafverfahrens beantragen können. Auch die Beschwerdeführerin räumt explizit ein, dass aArt. 249 StP/SG "betreffend die Legitimation der Privatklägerschaft keine Regelung" enthält. Soweit sie - losgelöst von den vorinstanzlichen Erwägungen - unter Hinweis auf aArt. 42 StP/SG - ausführt, dass die Parteirechte des "Klägers" auch die Einreichung eines Gesuchs um Wiederaufnahme umfassen, ist dies ungeeignet, die vorinstanzliche Auslegung des kantonalen Prozessrechts als unhaltbar erscheinen zu lassen, und überzeugt im Übrigen nicht. Dass aus der gemäss aArt. 42 StP/SG dem "Kläger" eingeräumten Befugnis, Strafklage zu erheben und die zur Wahrung seiner rechtlich geschützten Interessen erforderlichen Parteirechte wahrzunehmen, nicht auch dessen umfassende Legitimation zur Ergreifung von Rechtsmitteln abgeleitet werden kann, ergibt sich bereits daraus, dass der Gesetzgeber die Legitimation der am Strafverfahren beteiligten Parteien und weiteren Personen für jedes Rechtsmittel explizit und unterschiedlich regelt. So kann der "Kläger" nur gegen Bussenverfügungen (aArt. 171 Abs. 1 StP/SG) und Strafbescheide (aArt. 186 Abs. 1 StP/SG) Einsprache und gegen Nichteintretens-, Aufhebungs- und Einstellungsverfügungen sowie Sachurteile, letztere beschränkt auf die Kostenauflage und Zivilklage mit einem Streitwert von über Fr. 5'000.-, Rechtsmittel erheben (aArt. 222 Abs. 1 lit. c i.V.m. aArt. 223, aArt. 230 Abs. 1 und aArt. 237 StP/SG). Als lex specialis beschränkt aArt. 249 StP/SG darüber hinaus die Legitimation zur Stellung eines Gesuchs um Wiederaufnahme ausschliesslich auf den Angeschuldigten und den Staatsanwalt. Ob mit der Vorinstanz entgegen dem Wortlaut von Art. 249 StP/SG aus aArt. 8 Abs. 1 lit. c OHG eine (selbständige) Legitimation des zuvor am Verfahren beteiligten Opfers abgeleitet werden kann, soweit der wiederaufzunehmende Entscheid sich auf die Beurteilung allfälliger Zivilansprüche auswirken kann, erscheint fraglich, kann aber offenbleiben, da die Beschwerdeführerin im kantonalen Verfahren keine Zivilansprüche geltend gemacht hat. Nicht zu hören ist die Beschwerdeführerin ferner mit der Rüge, die Vorinstanz sei aufgrund der "Star-Praxis" verpflichtet gewesen, auf ihr Begehren einzutreten. Abgesehen davon, dass diese Rechtsprechung Eintretensfragen vor Bundesgericht und nicht vor kantonalen Instanzen betrifft, zielt die Argumentation der Beschwerdeführerin im Ergebnis auf eine materielle Überprüfung des angefochtenen Entscheids ab, auf welche nicht einzutreten wäre (vgl. BGE 141 IV 1 E. 1.1 S. 5 mit Hinweisen). Dass die Vorinstanz die Rechtsmittellegitimation der Beschwerdeführerin verneint, ist nicht zu beanstanden. Auf die Rügen gegen die Erwägungen, mit denen die Vorinstanz das Gesuch zusätzlich als unbegründet abweist, ist nicht einzugehen.