Citation: 2C_1116/2018 E. 7.3.1

7.3.1. Im interkantonalen Verhältnis bzw. bei interkantonalen Unternehmen ist nach bundesgerichtlicher Praxis eine quotenmässige Steuerausscheidung zwischen Sitz- und Betriebsstättekantonen vorzunehmen (vgl. BGE 93 I 415 E. 3 S. 422; 50 I 87 E. 3 S. 93; Urteil 2P.340/2006 vom 10. September 2007 E. 2.2; ERNST HÖHN/PETER MÄUSLI, Interkantonales Steuerrecht, 4. Aufl. Bern/Stuttgart/Wien 2000, § 26 N. 3). Dabei werden Kapital und Gewinn des interkantonalen Unternehmens nach Quoten auf die einzelnen Steuerdomizile aufgeteilt. Teilverluste einzelner Betriebsstätten werden bei positivem Gesamtergebnis der Gesamtunternehmung anteilsmässig auf die Betriebsstätten (inkl. Hauptsitz) verlegt (RENÉ MATTEOTTI, in: Zweifel/Beusch/ Mäusli-Allenspach [Hrsg.], Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Interkantonales Steuerrecht, 2011, § 34 N. 4). Die Ermittlung der Quoten kann anhand von Buchhaltungsergebnissen (direkte Methode) oder aber mittels Hilfsfaktoren (indirekte Methode) vorgenommen werden (BGE 103 Ia 233 E. 3b; Urteil 2C_350/2018 vom 17. Juni 2019 E. 4.1.2; HANNES TEUSCHER/FRANK LOBSIGER, in: Zweifel/Beusch/ Mäusli-Allenspach [Hrsg.], a.a.O., § 30 N. 16 ff.; HÖHN/MÄUSLI, a.a.O., § 26 N. 6 ff.). Dabei kommt der quotenmässig-direkten Ausscheidung auch in Verlustsituationen Vorrang vor der quotenmässig-indirekten Methode zu (vgl. Urteil 2C_151/2017, 2C_152/2017, 2C_178/2017, 2C_179/2017 vom 16. Dezember 2019 E. 3.4, zur Publikation vorgesehen; Urteil 2P.326/2003 vom 31. August 2004 E. 4.2.2; PETER BRÜLISAUER, Gewinnabgrenzung zwischen Stammhaus und Betriebsstätte im internationalen Steuerrecht der Schweiz, 2006 [nachfolgend: BRÜLISAUER, Gewinnabgrenzung], S. 35; HÖHN/MÄUSLI, a.a.O., § 26 N. 8, 12; FRANK LAMPERT, Die Verlustverrechnung von juristischen Personen im Schweizer Steuerrecht unter besonderer Berücksichtigung des DBG und StHG, 2000, S. 176; PETER LOCHER, Kommentar zum DBG, II. Teil, 2004, N. 22 zu Art. 52 DBG; MATTEOTTI, a.a.O., § 34 N. 5 ff.).