Citation: 1B_487/2020 E. 4.3

4.3. Diese Einschätzung wird bestätigt durch die Haltung der Staatsanwaltschaft, die während des Verfahrens vor dem Zwangsmassnahmengericht gegenüber dem Anwalt des Beschwerdeführers ihre Bereitschaft signalisiert hatte, das Entsiegelungsgesuch auf die Zeit nach der Geburt der Kinder einzuschränken. Sie erklärte sich damit einverstanden, das Gesuch "zeitlich auf 22.05.2020 (Geburt) bis Verhaftung des Beschuldigten einzugrenzen", sofern der Beschwerdeführer seinerseits seine Opposition gegen eine Entsiegelung in diesem Umfang aufgebe. Die Staatsanwaltschaft erachtete also die Kommunikationsdaten des Beschwerdeführers, die zeitlich vor der Geburt seiner beiden Töchter liegen, ebenfalls als nicht relevant für die Strafuntersuchung. Zusammenfassend ergibt sich, dass die Inhalte des versiegelten Mobiltelefons, soweit sie vor dem 22. Mai 2020 datieren (Tag der Geburt der Mädchen), keinen unmittelbaren Bezug zu den dem Beschuldigten vorgeworfenen Straftaten aufweisen und folglich nicht zur Aufklärung entsprechender Verdachtsmomente beitragen können. Allenfalls liesse deren Auswertung allgemeine Hinweise auf die Persönlichkeit des Beschwerdeführers zu. Dies genügt jedoch nicht, um den rechtsprechungsgemäss erforderlichen, engen Sachzusammenhang zum Gegenstand der Strafuntersuchung zu bejahen (oben E. 3.2; vgl. insbes. das Urteil 1B_269/2017 vom 25. Oktober 2017 E. 3.2). Das Entsiegelungsgesuch erweist sich als unverhältnismässig und damit als bundesrechtswidrig, soweit es auch Daten betrifft, die vor dem 22. Mai 2020 auf dem Mobiltelefon gespeichert wurden. Insoweit ist die Entsiegelung zu verweigern.