Citation: 1C_86/2014 E. 2

Der Beschwerdeführer beruft sich auf Art. 38 des Berner Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) und Art. 36 Abs. 3 des Berner Baugesetzes vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721.0). Diese Bestimmungen lauten: Art. 38 VRPG Einstellung Die instruierende Behörde kann von Amtes wegen oder auf Antrag das Verfahren einstellen, wenn dessen Ausgang vom Entscheid eines andern Verfahrens abhängt oder wesentlich beeinflusst wird oder wenn im andern Verfahren über die gleiche Rechtsfrage zu befinden ist. Art. 36 BauG - ..] 3 Baugesuche, die im Hinblick auf vorgesehene neue Vorschriften oder Pläne eingereicht werden, sind nach deren Genehmigung aufgrund dieser Vorschriften oder Pläne zu beurteilen, sofern die Baubewilligung nicht vorzeitig erteilt werden kann (Art. 37). - ..] Praxisgemäss komme die Sistierung auch in weiteren, im Gesetz nicht erwähnten Fällen vor, insbesondere wenn eine Rechtsänderung kurz bevorstehe, die für den Verfahrensausgang wesentlich sei. Neue Vorschriften müssten aber beschlossen oder zumindest aufgelegt werden; vage Aussichten auf eine Rechtsänderung oder eine Veränderung der Verhältnisse genügten nicht. Ebenso wenig genüge es, wenn eine Rechtsänderung zwar beabsichtigt, ihr Inhalt aber noch unbestimmt sei ( MERKLI/AESCHLIMANN/HERZOG, Kommentar zum Gesetz vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege des Kantons Bern, Bern 1997 N. 6 zu Art. 38). Diese Praxis habe das Verwaltungsgericht willkürlich angewendet. Die Ausführungsbestimmungen zu Art. 75b BV seien zwingend zu erlassen. Gestützt auf die vom Bundesrat vorgelegten Entwürfe sei auch klar, dass es für bestimmte Bauprojekte Ausnahmen geben müsse. Die Vernehmlassung habe gezeigt, dass das vorliegende Bauprojekt möglicherweise ohne Nutzungsbeschränkung bewilligt werden könne. Baubewilligungen, die vor dem 1. Januar 2013 erteilt wurden, seien nur anfechtbar und nicht nichtig (Art. 197 Ziff. 9 Abs. 2 BV). Insofern sei davon auszugehen, dass sie auch in der Ausführungsgesetzgebung weniger streng behandelt würden als später erteilte Bewilligungen. In diesem Zusammenhang rügt der Beschwerdeführer eine unrichtige Feststellung des Sachverhalts; insbesondere habe die Vorinstanz das Ergebnis der Vernehmlassung zum Entwurf des Zweitwohnungsgesetzes nicht berücksichtigt.