Citation: 4A_583/2024 E. 2.4

2.4. Die Parteien legten ihrer Vereinbarung die SIA-Norm 102 (2003) zugrunde, welche in Art. 1.4.4 Folgendes festhält: "Der Architekt hat Anspruch auf Abschlagszahlungen von mindestens 90% der vertragsgemäss erbrachten Leistungen. Mit Eintreffen der Schlussabrechnung beim Auftraggeber wird das restliche Honorar für die erbrachten Leistungen zur Zahlung fällig. [...] Der Architekt kann Sicherstellung seines Honorars oder angemessene Vorauszahlungen verlangen." Diese Bestimmung räumt dem Architekten somit ein Recht auf Abschlagszahlungen ein. Wie oben dargelegt wurde (E. 2.3.2), bilden Abschlagszahlungen eine Variante von Akontozahlungen. Damit stehen sie unter dem Vorbehalt der späteren Schlussabrechnung. Es trifft somit nicht zu, dass die schrittweise und definitive Abrechnung unter der SIA-Norm 102 (2003) zum Normalfall geworden wäre, wie die Beschwerdeführerin behauptet.