Citation: C 31/06 24.03.2006 E. 2

Letztinstanzlich ist unbestritten, dass es sich bei der dem Beschwerdeführer vom Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) zugewiesenen offenen Stelle als Koch/Chef de partie im Restaurant X.________ um eine in jeder Hinsicht zumutbare Arbeitsstelle handelte, und der Beschwerdeführer daher im Rahmen seiner Schadenminderungspflicht grundsätzlich zu deren unverzüglichen Annahme gehalten gewesen wäre. Uneinigkeit besteht einzig in der Frage, ob der Versicherte das Nichtzustandekommen des Arbeitsvertrags durch sein Verhalten beim Vorstellungsgespräch in Kauf genommen hat und ihn insoweit ein schweres Verschulden trifft. 2.1 Ausschlaggebend für das Nichtzustandekommen des Arbeitsvertrages war nach den Akten ganz offensichtlich die überhöhte Lohnforderung des Beschwerdeführers. So hat er gemäss seinen eigenen Ausführungen sowie nach Auskunft der Personalverantwortlichen des Restaurants X.________, Frau F.________, gegenüber dem RAV am Tage des Vorstellungsgesprächs in der "Rückmeldung zur Bewerbung" vom 21. Juni 2004 angegeben, er rechne mit einem Lohn von Fr. 5500.-. Die Personalverantwortliche konnte sich noch sechzehn Monate später gegenüber der Vorinstanz ohne Vorgaben daran erinnern, dass der Beschwerdeführer beim Bewerbungsgespräch eine "horrende Lohnforderung von Fr. 5000.- oder sogar Fr. 5500.- gestellt" habe (Auskunftsschreiben Frau F.________ vom 5. Oktober 2005 an das kantonale Gericht). Der Beschwerdeführer begründete diese Forderung in seiner Einsprache vom 30. August 2004 damit, dies habe "in etwa dem Lohn an der letzten Arbeitsstelle (versicherter Verdienst Fr. 5308.-)" entsprochen. Das Letztere trifft allerdings nicht zu. Gemäss der Arbeitgeberbescheinigung der Firma Y.________ SA, vom 9. Juni 2004 betrug der letzte Monatslohn des Beschwerdeführers im Mai 2004 Fr. 4800.- bei einer 42-Stunden-Woche. Er lag somit um Fr. 700.- oder 15 % tiefer als der im Folgemonat im Bewerbungsgespräch gegenüber Frau F.________ genannte Anfangslohn. Gemäss der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) 2004 (Tabelle TA1, Zürich, Anforderungsniveau 3, Männer) betrug der monatliche Bruttolohn im Gastgewerbe Fr. 4457.- oder umgerechnet auf ein Wochenpensum von 42 Stunden Fr. 4680.-. Er lag damit sogar noch etwas tiefer als das vom Beschwerdeführer zuletzt erzielte Gehalt. Dass der Beschwerdeführer beim Vorstellungsgespräch mit der Lohnforderung eindeutig zu hoch lag, zeigt sich auch daran, dass er beinahe zwei Jahre später in Q.________ für die Funktion als Koch in einer Pizzeria einen Bruttolohn von Fr. 4500.- vereinbarte (Arbeitsvertrag mit Pizzeria V.________ GmbH vom 17. Januar 2006). 2.2 Dass sich die frühere Personalverantwortliche Frau F.________ am 5. Oktober 2005 in ihrem Auskunftsschreiben an das kantonale Gericht noch so genau an den vom Beschwerdeführer anlässlich des halbstündigen Vorstellungsgesprächs vorgeschlagenen Lohn erinnert hat, spricht dafür, dass auch die übrigen dort gemachten Angaben als glaubhaft zu werten sind. 2.2.1 Zunächst wird auch vom Beschwerdeführer nicht bestritten, dass er seine sehr hohe Lohnforderung im Vorstellungsgespräch nicht relativiert und nicht beispielsweise seine Bereitschaft kundgetan hat, die Stelle allenfalls auch zu einem tieferen Gehalt anzutreten. 2.2.2 Zudem ist davon auszugehen, dass entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers der Zeitpunkt des Arbeitsendes am Abend doch ein Thema des Vorstellungsgesprächs gewesen ist, und die Darstellung von Frau F.________, der Versicherte habe am Abend weniger lang als wie gefordert bis 23.00 Uhr arbeiten wollen, nicht aus der Luft gegriffen ist. Die Frage der Vorinstanz: "Über was wurde gesprochen?" beantwortete sie mit: "Herr M.________ hatte auf sehr bestimmte Art darauf hingewiesen, dass er bereits um 22.00 Uhr Feierabend haben müsste, da er mit dem Zug nach Q.________ zurück müsste und da auch noch einen Bus für weiter erreichen sollte. Das kam mir damals schon sehr komisch vor, da ich, als ich seine Bewerbung las, mich sofort nach den Zugsverbindungen nach Q.________ erkundigt hatte. Ich sprach ihn darauf an, worauf er eher arrogant reagierte." 2.3 Nach dem Gesagten ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass sich der Beschwerdeführer entgegen seiner Darstellung in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde in den Verhandlungen mit Frau F.________ nicht "jederzeit so verhalten hat, dass die Bereitschaft, dort mit der Arbeit beginnen zu wollen, immer deutlich war".