Citation: 8C_738/2023 E. 3.1

3.1. Die Vorinstanz stellte fest, das Gutachten der GA eins AG vom 16. März 2022 sei voll beweiskräftig. Der Beschwerdeführer bringe zwar vor, im Rückweisungsurteil vom 17. August 2020 sei festgehalten worden, es bestünden Anhaltspunkte für eine gesundheitliche Verschlechterung in neuropsychologischer Hinsicht. Indessen sei die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit unter Berücksichtigung allfälliger neuropsychologischer Defizite grundsätzlich Aufgabe des psychiatrischen Facharztes. Eine neuropsychologische Abklärung stelle lediglich - aber immerhin - eine Zusatzuntersuchung dar, die bei begründeter Indikation in Erwägung zu ziehen sei (mit Hinweis auf das Urteil 8C_127/2022 vom 8. Juli 2022 E. 5.3). Der psychiatrische Sachverständige habe dargelegt, so das kantonale Gericht weiter, dass in der Untersuchung keine schweren kognitiven Einschränkungen und mnestische Störungen zu beobachten gewesen seien. Insbesondere wäre eine schwerere neuropsychologische Störung nicht damit vereinbar, dass der Beschwerdeführer nach wie vor selber Auto fahre. Insgesamt seien die neuropsychologischen Auffälligkeiten als multifaktoriell und nicht als spezifisch für eine bestimmte hirnorganische Störung bezeichnet worden. Der Beschwerdeführer bringe dazu vor, es treffe nicht zu, dass er noch Auto fahre. Eine solche Aussage habe er in der psychiatrischen Untersuchung nicht gemacht. Indessen sei auf der Tonaufnahme des Untersuchungsgesprächs zu hören, dass der Beschwerdeführer auf Nachfragen des Sachverständigen angegeben habe, er fahre noch kurze Strecken Auto. Abgesehen davon habe der psychiatrische Experte diesen Umstand einzig beispielhaft erwähnt, um Diskrepanzen und Inkonsistenzen zwischen den Angaben des Beschwerdeführers und dem tatsächlichen Verhalten aufzuzeigen. Er habe in diesem Kontext auch festgehalten, der Beschwerdeführer bewege sich beim Aus- und Ankleiden flüssig, ohne spontane Schmerzartikulation. Wie auch schon frühere Gutachter habe auch er Selbstlimitierung und aggravatorisches Verhalten feststellen können. Das kantonale Gericht fuhr fort, der neurologische Sachverständige halte fest, dass der Beschwerdeführer hochgradige Funktionseinschränkungen in allen Lebensbereichen vorwiegend aufgrund der Schmerzsymptomatik beschreibe. Wegen der widersprüchlichen Angaben und der diskrepanten Befunde anlässlich der Untersuchung seien seine Angaben aus neurologischer Sicht nicht verwertbar. Da mehr als erhebliche Hinweise auf eingeschränkte Kooperationsfähigkeit und deutliche Aggravationstendenz bestünden, sei schon von den Gutachtern der ABI im Jahre 2006 auf eine neuropsychologische Untersuchung verzichtet worden. Von einer solchen seien keine neuen Erkenntnisse zu erwarten. Sodann habe sich der neurologische Experte, so die Vorinstanz weiter, mit den neuropsychologischen Untersuchungsberichten des Zentrums E.________ vom 17. Juni und 22. Oktober 2019 auseinandergesetzt. Er habe dazu festgehalten, angesichts der offensichtlichen Diskrepanzen zwischen den klinischen Befunden und den Angaben des Beschwerdeführers sei schwierig nachvollziehbar, dass keine Validierungsverfahren eingesetzt worden seien. Zwar wende der Beschwerdeführer zutreffend ein, es sei ein Rey-Memory-Test veranlasst worden, der keine Inkonsistenzen gezeigt habe, die auf eine negative Antwortverzerrung hingewiesen hätten. Indessen werde erwähnt, dass die Symptomatik der schweren Funktionsstörung vorwiegend fronto-limbischer Hirnareale aggraviert sei durch belastungslimitierende metabolisch-toxische Faktoren (chronische Nierenkrankheit) sowie das Schlafapnoesyndrom. Insgesamt sei nicht zu beanstanden, dass die Sachverständigen der GA eins AG auf testpsychologische Untersuchungen verzichtet hätten. Hinsichtlich des Schlafapnoesyndroms weise der neurologische Sachverständige darauf hin, dass CPAP-Therapieversuche unternommen worden seien, die Verlaufskontrollen indessen ergeben hätten, dass der Beschwerdeführer das Gerät zu Hause nie angewendet habe. Eine typische Symptomatik mit vermehrter Schläfrigkeit werde vom Beschwerdeführer nicht angegeben. Die Abklärungen diesbezüglich seien genügend und im Gutachten der GA eins AG werde nachvollziehbar begründet, weshalb in diesem Kontext von keinem Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit auszugehen sei. Abschliessend hielt das kantonale Gericht fest, seit dem im Jahr 2003 erlittenen Auffahrunfall zeige der Beschwerdeführer eine ausgeprägte Krankheits- und Behinderungsüberzeugung. Er habe sich vollständig von der Arbeitstätigkeit entwöhnt, eine Wiedereingliederung erscheine kaum möglich. Es lägen aber eine Selbstlimitierung und aggravatorisches Verhalten vor. Die Sachverständigen der GA eins AG setzten sich ausreichend mit den Standardindikatoren auseinander und wiesen auf die vorhandenen Ressourcen hin. Bei zumutbarer Willensanstrengung vermöge er eine den Einschränkungen angepasste Erwerbstätigkeit auszuüben. Die zu prüfende Frage, ob sich die Experten an die massgebenden normativen Rahmenbedingungen gehalten und das Leistungsvermögen in Berücksichtigung der einschlägigen Indikatoren eingeschätzt hätten (BGE 141 V 281 E. 5.2.2), sei zu bejahen.