Citation: U 185/01 24.12.2002 E. 3

3.1 Der Beschwerde führende Unfallversicherer hat den versicherten Verdienst von Fr. 71'804.- nach Massgabe von Art. 15 Abs. 2 UVG in Verbindung mit Art. 22 Abs. 4 Satz 2 UVV festgesetzt, indem er den ab August 1994 bis zum Ende des dem versicherten Unfall vom 14. Juli 1995 vorangegangenen Monats bei der Z.________ als Sachbearbeiterin/Underwriter effektiv realisierten Lohn auf ein ganzes Jahr umrechnete. Die heutige Beschwerdegegnerin stellt sich demgegenüber auf den Standpunkt, nachdem sie an den veterinärmedizinischen Fakultäten der Universitäten X.________ und Y.________ Weiterbildungskurse auf dem Gebiet "Amtsfunktionen und Lebensmittelhygiene" besucht habe, um den Wiedereinstieg in ihren erlernten Beruf als Tierärztin zu erleichtern, habe sie als Werkstudentin zu gelten; gestützt auf Art. 24 Abs. 3 UVV müsse deshalb als versicherter Verdienst der nach Abschluss ihrer Zusatzausbildung erzielbare Lohn als Tierärztin berücksichtigt werden. 3.2 Wie das kantonale Gericht zu Recht erkannt hat, kann die Beschwerdegegnerin aus Art. 28 Abs. 1 UVV nichts zu ihren Gunsten ableiten, da diese Norm ausschliesslich die Ermittlung des - vorliegend anerkanntermassen 100 % ausmachenden - Invaliditätsgrades und nicht die Bestimmung des versicherten Verdienstes betrifft. Des Weitern ist der Vorinstanz auch darin beizupflichten, dass Art. 24 Abs. 3 UVV keine Anwendung findet. Die Beschwerdegegnerin stand in einem gewöhnlichen (Teilzeit-)arbeitsverhältnis, auf welches rechtsprechungsgemäss die Regelung von Art. 15 Abs. 2 UVG in Verbindung mit Art. 22 Abs. 4 UVV Anwendung findet (vgl. RKUV 2002 Nr. U 455 S. 147 f. Erw. 3a mit Hinweisen). Es besteht, entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin, kein Anlass, vom allgemeinen Grundsatz der Rentenbemessung nach dem effektiven Jahreslohn vor dem Unfall abzuweichen und die Ausnahmebestimmung des Art. 24 Abs. 3 UVV zur Anwendung zu bringen. Nach Rechtsprechung und Lehre (vgl. RKUV 2002 Nr. U 455 S. 148 Erw. 3b mit Hinweisen) verlangt der klare Wortlaut dieser Bestimmung, dass die Entlöhnung der die Versicherung bedingenden Tätigkeit "wegen der Ausbildung" niedriger ist als der Lohn des "voll Leistungsfähigen derselben Berufsart". Die berufliche Ausbildung selbst muss ursächlich kausal sein für den kleineren, berufsunüblichen Lohn. Ausserdem muss die versicherte Erwerbstätigkeit die gleiche sein wie die künftig für die Zeit nach Abschluss der Ausbildung vorgesehene Betätigung. Da die Beschwerdegegnerin unbestrittenermassen den für die ausgeübte Arbeit als Sachbearbeiterin einer Krankenkasse üblichen und nicht etwa ausbildungsbedingt einen geringeren Lohn erhielt, kann ihr demnach als versicherter Verdienst nicht gestützt auf Art. 24 Abs. 3 UVV das Einkommen angerechnet werden, das sie allenfalls als Tierärztin erreichen könnte. Die Unfallversicherung hat nicht dafür einzustehen, dass die Beschwerdegegnerin, obschon dies ausbildungsmässig an sich möglich gewesen wäre, nicht eine Stelle im erlernten Beruf, sondern statt dessen in einer berufsfremden Branche mit deutlich tieferem Lohnniveau angenommen hat. 3.3 Eine verfassungswidrige Benachteiligung von Werkstudenten kann darin nicht erblickt werden. Der diesbezüglich in formeller Hinsicht seitens der Beschwerdegegnerin erhobene Vorwurf, wonach das kantonale Gericht den Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt habe, indem es sich nicht mit ihrer auf einem Verstoss gegen den verfassungsmässigen Gleichbehandlungsgrundsatz aufbauenden Argumentation auseinander gesetzt habe, entbehrt jeder Grundlage. In Erw. 4c des angefochtenen Entscheids begründet die Vorinstanz einlässlich, weshalb der Auffassung der Beschwerdegegnerin nicht gefolgt werden kann. Im Übrigen bleibt darauf hinzuweisen, dass das Eidgenössische Versicherungsgericht in dem in RKUV 2002 Nr. U 455 S. 145 publizierten Urteil ausdrücklich festgestellt hat, dass es weder gegen das Gleichheitsgebot (Art. 8 Abs. 1 BV) noch gegen das Diskriminierungsverbot (Art. 8 Abs. 2 BV) verstösst, wenn der versicherte Verdienst für die Bemessung der Rente aus der teilzeitlichen Erwerbstätigkeit eines Werkstudenten nach der allgemeinen Regel von Art. 15 Abs. 2 UVG in Verbindung mit Art. 22 Abs. 4 UVV ermittelt wird (vgl. RKUV 2002 Nr. U 455 S. 149 f. Erw. 3c). Der Frage, ob die Beschwerdegegnerin überhaupt als Werkstudentin gelten kann, braucht daher nicht weiter nachgegangen zu werden. 3.4 Es lässt sich demnach nicht beanstanden, dass die SOLIDA bei der Bestimmung des versicherten Verdienstes von dem in der Z.________ erzielten Einkommen ausgegangen ist. Dass der versicherte Verdienst dabei rechnerisch nicht korrekt festgelegt worden wäre, wird nicht behauptet.