Citation: 5A_251/2023 E. 4.1.1

4.1.1. Sie bemängelt, der Beschwerdegegner habe in seiner Berufung insgesamt bloss geltend gemacht, die Angaben der Beschwerdeführerin zur angeblichen Mittellosigkeit seien nicht glaubhaft. Damit beanstandet sie implizit die Feststellung des Obergerichts, der Beschwerdegegner habe in seiner Berufung gerügt, dass das Kantonsgericht die Bedürftigkeit der Beschwerdeführerin zu Unrecht bejaht habe. Das Obergericht habe in E. 3.1 des angefochtenen Entscheids selber festgestellt, dass es der Beschwerdegegner unterlassen habe, im Einzelnen aufzuzeigen, weswegen der Entscheid des Kantonsgerichts fehlerhaft sei. Die Berufung sei in dieser Hinsicht mangelhaft, was sie bereits vor Obergericht gerügt habe. Sodann stütze sich das Obergericht nicht auf die Begründung des Beschwerdegegners. So unterstelle es ihr, absichtlich ihre Liegenschaften im Ausland einerseits nicht zu Prozessbeginn und andererseits nicht in ihrem ersten Parteivortrag deklariert zu haben. Zum Wissen und Willen der Beschwerdeführerin habe sich der Beschwerdegegner mit keinem Wort geäussert. Nur das Obergericht masse sich dies an, notabene ohne entsprechende Rüge des Beschwerdegegners. Wenn das Obergericht von sich aus diese Frage prüfe, erlasse es dem Beschwerdegegner eine notwendige Sachurteilsvoraussetzung und wende damit Art. 311 Abs. 1 ZPO willkürlich an.