Citation: 2C_940/2020 E. 3.4

3.4. Auch angesichts verschiedener ähnlich gelagerter Entscheide sind die durch die Vorinstanz vorgenommenen Abklärungen als ausreichend zu erachten. Das Bundesgericht hat verschiedentlich Wegweisungen nach Bosnien und Herzegowina geschützt, weil eine medizinische Behandlung gewährleistet ist. So zum Beispiel bei einer Person, die an einer schweren Depression mit psychotischen Symptomen litt und der Vollzug nach Einschätzung der Ärzte mit hoher Wahrscheinlichkeit eine schwere Krise auslösen und eine Selbstgefährdung sowie Suizidalität zur Folge haben werde. Dabei hat das Bundesgericht auch erwogen, dass der Betroffene bezüglich den Kosten der Behandlung auf die örtliche Krankenversicherung zurückgreifen könne, für deren Gebühren nötigenfalls die Sozialfürsorge aufkomme (Urteil 2C_672/2015 vom 14. März 2016 E. 3). Ebenso geschützt wurde die Wegweisung einer Ausländerin nach Bosnien und Herzegowina, die an einer leicht- bis mittelgradigen depressiven Störung rezividierender oder episodischer Natur mit nicht verarbeiteter Trauer und traumatisierenden Kriegserlebnissen litt (Urteil 2C_419/2018 vom 29. Oktober 2018). Zum gleichen Schluss gelangte das Bundesgericht als sich das Krankheitsbild weiter verschlimmert hatte und schwere depressive Episoden und allenfalls Suizidversuche zu gewärtigen waren (Urteil 2C_13/2020 vom 8. Mai 2020).