Citation: 2C_112/2021 E. 3.1

3.1. Redaktionelle Sendungen mit Informationsgehalt sollen Tatsachen und Ereignisse "sachgerecht" wiedergeben, sodass das Publikum sich eine eigene Meinung bilden kann. Ansichten und Kommentare müssen als solche erkennbar sein (vgl. Art. 4 Abs. 2 RTVG; BGE 134 I 2 E. 3.3.1 ["Freiburger Original in der Regierung"]; Urteil 2A.74/2007 vom 5. Juli 2007 E. 4.1 ["Schwindel mit Adresseinträgen"]). Ein Beitrag darf insgesamt nicht manipulativ wirken, was der Fall ist, wenn der (interessierte) Zuschauer in Verletzung wesentlicher journalistischer Sorgfaltspflichten unsachgemäss informiert wird; das Publikum sich - mit anderen Worten - gestützt auf die gelieferten Informationen oder deren Aufarbeitung kein eigenes sachgerechtes Bild mehr machen kann, weil wesentliche Umstände verschwiegen oder "Geschichten" durch das Fernsehen "inszeniert" werden (vgl. BGE 137 I 340 E. 3.1 ["FDP und die Pharmalobby"] sowie die Urteile 2C_406/2017 vom 27. November 2017 E. 2.1 ["Eskalation in Vals"], 2C_383/2016 vom 20. Oktober 2016 E. 2.1 ["Seeufer für alle"] und 2C_291/2009 vom 12. Oktober 2009, E. 4.1 und 4.2 ["Skandal um Pflegekind"]). Der Umfang der erforderlichen Sorgfalt hängt im Einzelfall von den Umständen, dem Charakter und den Eigenheiten des Sendegefässes sowie dem Vorwissen des Publikums ab. Je heikler ein Thema ist, desto höhere Anforderungen sind an seine publizistische Aufarbeitung zu stellen (BGE 131 II 253 E. 2.2 ["Rentenmissbrauch"]; 121 II 29 E. 3b S. 34 ["Mansour - Tod auf dem Schulhof"]; 2C_383/2016 vom 20. Oktober 2016 E. 2.2 ["Seeufer für alle"] und Urteil 2A.653/2005 vom 9. März 2006 E. 3.2 ["Management-Kurse: Viel Geld für Titel mit Makel"]).