Citation: 5A_115/2022 E. 3.2.6

3.2.6. In Bezug auf die Zeit vom 1. Juli 2025 bis zur Volljährigkeit der jüngeren Tochter hält der Beschwerdeführer im Zusammenhang mit den Grundbeträgen ferner dafür, im vorliegenden Falle einer alternierenden Obhut mit je hälftigen Betreuungsanteilen sei bei den Eltern nicht der Alleinerziehendentarif (Fr. 1'350.--) zu veranschlagen, sondern der Alleinstehendentarif zuzüglich der Hälfte der Differenz zum Alleinerziehendentarif (Fr. 1'200.-- + [Fr. 150.-- : 2] = Fr. 1275.--). Die beiden Kategorien "alleinerziehend" und "alleinstehend" träfen nicht zu, denn in diesem Fall seien die Eltern "gemeinsam erziehend". Die Frage, ob bei alternierender Obhut nebst der Aufteilung der Grundbeträge der Kinder auf die Eltern im Verhältnis ihrer Betreuungsanteile (vgl. Urteile 5A_952/2019 vom 2. Dezember 2020 E. 6.3.1; 5A_743/2017 vom 22. Mai 2019 E. 5.4.3) auch die Grundbeträge der Eltern entsprechend anzupassen sind (vgl. hierzu WINKLER, in: Kren Kostkiewicz/Vock [Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs, 4. Aufl. 2017, N. 27 zu Art. 93 SchKG), muss hier nicht beantwortet werden. Die vom Beschwerdeführer gewünschte Lösung hätte vorliegend keine Veränderung der Unterhaltsbeiträge zu seinen Gunsten zur Folge: In der genannten Zeitspanne wird die ältere Tochter bereits volljährig sein. Da der Beschwerdeführer ab Volljährigkeit der Töchter keine tieferen Unterhaltsbeiträge anstrebt (vgl. hinten E. 3.2.10), ergibt sich für die ältere Tochter in dieser Phase keine Änderung. Die jüngere Tochter ihrerseits würde an einem um Fr. 150.-- höheren Überschuss partizipieren, zumal in dieser Phase auf das familienrechtliche Existenzminimum der Parteien abgestellt wurde. Aufgrund der veränderten Zahlen würde sich auch das Leistungsverhältnis der Parteien ändern. Würde von Grundbeträgen von Fr. 1'275.-- ausgegangen, erhöhten sich die Überschüsse beidseitig um Fr. 75.--, d.h. von Fr. 440.-- auf Fr. 515.-- bei der Beschwerdegegnerin und von Fr. 2'600.-- auf Fr. 2'675.-- beim Beschwerdeführer (die Vorinstanz rechnete seinem Überschuss fälschlicherweise die Kinderzulagen an, weshalb dieser von Fr. 3'160.-- um 2 x Fr. 280.-- zu reduzieren ist). Daraus lässt sich eine Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers von rund 84 % bzw. der Beschwerdegegnerin von rund 16 % errechnen. Der Familienüberschuss, an welchem die jüngere Tochter zu einem Fünftel (kleiner Kopf) zu beteiligen wäre (die volljährige Tochter fiele ausser Betracht; vgl. hinten E. 3.2.10), betrüge Fr. 1'430.-- (= Fr. 2'675.-- + Fr. 515.-- - 2 x Fr. 880.-- [Barbedarf der Mädchen abzüglich Kinderzulagen]), d.h. ihr Überschussanteil Fr. 286.-- (= 1/5 x Fr. 1'430.--). Die Beschwerdegegnerin hätte an den Unterhalt der jüngeren Tochter rechnerisch gerundet Fr. 187.-- (= 16 % x [Fr. 880.-- + Fr. 286.--]) beizutragen. Tatsächlich würde sie indessen bereits insgesamt Fr. 610.-- (= Fr. 300.-- [Anteil Grundbedarf] + Fr. 250.-- [Anteil Wohnkosten] + Fr. 60.-- [Krankenkasse]) leisten, mithin gerundet Fr. 423.-- über ihren Anteil hinaus. Ferner hätte die Tochter bei der Beschwerdegegnerin Anspruch auf die Hälfte ihres Überschussanteils, d.h. Fr. 143.-- (= Fr. 286.-- : 2). Der Beschwerdeführer, welcher die Kinderzulagen bezieht, hätte der Beschwerdegegnerin folglich gerundet Fr. 566.-- (= Fr. 423.-- + Fr. 143.--) auszugleichen. Zum selben Ergebnis - wenn auch mit anderer Rechnung - gelangte die Vorinstanz, indem sie den Beschwerdeführer zur Leistung eines Unterhaltsbeitrags von Fr. 560.-- verpflichtete.