Citation: 5A_451/2022 E. 4.2.2

4.2.2. Die Beschwerdeführer werfen der Vorinstanz weiter vor, ihre tatsächlichen Feststellungen offensichtlich unrichtig formuliert zu haben. Das Bauvorhaben sehe zwei an einer gemeinsamen Wand aneinandergebaute vollwertige Häuser vor, die je für sich Bestand haben und bewahrt, verändert, zurückgebaut oder ersetzt werden könnten. Unzutreffend spreche die Vorinstanz daher davon, es würde zwei "Haushälften" geben, bei denen all dies gerade nicht möglich sei und die nur zusammengefügt ein Ganzes ergäben. Entsprechend könne beim vorliegenden Projekt auch nicht von einem "Zweifamilienhaus" die Rede sein. Der geplante Neubau sehe vielmehr zwei aneinandergebaute Einfamilienhäuser vor. In der von der Vorinstanz gewählten Formulierung erkennen die Beschwerdeführer die Ursache einer "stupende[n] sprachliche[n] Widersprüchlichkeit" des angefochtenen Entscheids, indem das Obergericht zwar davon ausgehe, das Bauvorhaben beinhalte ein zusammengebautes Doppelhaus, dann aber dennoch zum Schluss gelange, dieses sei freistehend. Die Rüge der offensichtlich unrichtigen Feststellung des Sachverhalts erweist sich als unbegründet: Die Vorinstanz stellt fest, das projektierte Gebäude bestehe aus zwei zusammengebauten Häusern, die baulich-funktional getrennt und axialsymmetrisch gespiegelt seien, die für ein Einzelhaus erforderliche Infrastruktur enthielten und je für sich eine geschlossene Einheit bildeten (vgl. E. 4.1 hiervor). Von etwas anderem geht auch der Beschwerdeführer nicht aus. Allein der Umstand, dass die Vorinstanz auch von "Haushälften" und einem "Zweifamilienhaus" spricht, ändert hieran nichts und lässt den angefochtenen Entscheid nicht als willkürlich erscheinen. Wie die Beschwerdeführer angeben, erheben sie die Rüge zum Sachverhalt, weil ein zusammengebautes Doppelhaus im Gegensatz zu einem einheitlichen Zweifamilienhaus - dieses allein weise zwei Haushälften auf - nicht freistehend im Sinne der Dienstbarkeit sei. Damit sprechen sie indes nicht den Sachverhalt, sondern die Frage an, wie der Begriff "freistehend" zu verstehen ist. Dies ist durch Auslegung der Dienstbarkeit zu ermitteln (vgl. dazu sogleich).