Citation: 6B_559/2007 15.11.2007 E. 1

1.1 Zur Beschwerde in Strafsachen ist unter anderem das Opfer legitimiert, sofern sich der angefochtene Entscheid auf die Beurteilung seiner Zivilansprüche auswirken kann (Art. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 5 BGG). Als Opfer im Sinne von Art. 2 OHG ist jede Person anzusehen, die durch eine Straftat in ihrer körperlichen, sexuellen oder psychischen Integrität unmittelbar beeinträchtigt worden ist (BGE 129 IV 206 E. 1; 128 IV 39 E. 3b/bb; 127 IV 189 E. 2a; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 1P.219/2002 E. 2, publiziert in Pra 2002 Nr. 179). Mit der gesetzlichen Beschränkung auf unmittelbare Eingriffe sollen namentlich Vermögensdelikte von der Opferhilfe ausgenommen werden. Erfasst werden sollen hingegen die strafbaren Handlungen gegen Leib und Leben (ohne Tätlichkeiten), Raub sowie die strafbaren Handlungen gegen die sexuelle Integrität. 1.2 Gemäss der Anklageschrift fügte der Beschwerdegegner der Beschwerdeführerin eine Trommelfellperforation (mechanische Beschädigung des Trommelfells), eine Kontusion (Prellung, Quetschung) am rechten Ellenbogen, kleine Hämatome (Blutergüsse) an beiden Oberarmen, oberflächliche Schürfungen an der Unterarmbeugeseite sowie eine Abdomenkontusion (Bauchquetschung) zu. Die Beschwerdeführerin ist durch diese angeblichen Verletzungen unmittelbar in ihrer körperlichen Integrität beeinträchtigt worden und deshalb Opfer im Sinne von Art. 2 Abs. 1 OHG. Der Freispruch des Beschwerdegegners kann sich auf ihre Zivilforderungen auswirken, weshalb sie insoweit zur Beschwerde in Strafsachen zuzulassen ist. 1.3 In der Anklage wird dem Beschwerdegegner weiter vorgeworfen, die Wohnung der Beschwerdeführerin während der tätlichen Auseinandersetzung kurz betreten zu haben. Zu prüfen ist, ob sie auch in diesem Punkt zur Beschwerdeführung berechtigt ist. Bei Delikten gegen die Freiheit des Individuums, wozu auch der Tatbestand des Hausfriedensbruchs gemäss Art. 186 StGB zu zählen ist, ist nach der Rechtsprechung grundsätzlich jeweils anhand der konkreten Umstände des Einzelfalls zu beurteilen, ob die Schwere der fraglichen Straftaten die Annahme einer unmittelbaren Beeinträchtigung der psychischen Integrität der betroffenen Person rechtfertigt. Darunter fallen psychische Folgen eines für das Opfer traumatischen, ausserordentlichen Ereignisses (BGE 120 Ia 157 E. 2d). In der Lehre ist umstritten, ob die Verletzung des Hausrechts überhaupt jemals zu länger anhaltenden Veränderungen des psychischen Zustands führen und mithin die psychische Integrität schwer beeinträchtigen kann (skeptisch: Ulrich Weder, Das Opfer, sein Schutz und seine Rechte im Strafverfahren, unter besonderer Berücksichtigung des Kantons Zürich, ZStrR 113/1995 S. 42; für die grundsätzlich Anwendung des OHG auf den Tatbestand des Hausfriedensbruchs hingegen: Eva Weishaupt, Die verfahrensrechtlichen Bestimmungen des Opferhilfegesetzes [OHG], unter besonderer Berücksichtigung ihrer Auswirkungen auf das Zürcher Verfahrensrecht, Diss. Zürich 1998, S. 39). Im zu beurteilenden Fall braucht die Frage nicht abschliessend beantwortet zu werden, da das angebliche kurze Betreten ihrer Wohnung durch den Beschwerdegegner nicht zu mehr als einer lediglich harmlosen und vorübergehenden Beeinträchtigung der psychischen Integrität der Beschwerdeführerin geführt haben kann. Gegenteiliges wird von der Beschwerdeführerin, die lediglich behauptet Opfer zu sein (vgl. Beschwerde S. 3), auch nicht ansatzweise dargetan. Des Weiteren ist die Beschwerdeführerin auch nicht Privatstrafklägerin im Sinne von Art. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 4 BGG, da es sich im Kanton nicht um ein prinzipales Privatstrafklageverfahren handelte. Ein solches läge nur vor, wenn der öffentliche Ankläger nach dem kantonalen Prozessrecht nicht zur Anklage befugt wäre, so dass diese von Anfang an einzig der Privatstrafklägerin zugestanden wäre. Schliesslich gilt die Beschwerdeführerin auch nicht als Strafantragstellerin im Sinne von Art. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 6 BGG, da es nicht um Fragen des Strafantragsrechts geht. Als blosse Geschädigte aber ist die Beschwerdeführerin nicht legitimiert, in diesem Punkt Beschwerde in Strafsachen zu erheben (BGE 133 IV 228 E. 2). Soweit sie somit den Freispruch des Beschwerdegegners wegen Hausfriedensbruchs anficht, kann auf die Beschwerde nicht eingetreten werden. 1.4 Soweit sich die Beschwerdeführerin gegen den Freispruch des Beschwerdegegners wegen einfacher Körperverletzung wendet, ist, wie dargelegt (E. 1.2 hiervor), auf die Beschwerde grundsätzlich einzutreten. Die Beschwerdeführerin wiederholt jedoch in ihrer Beschwerdeschrift über weite Strecken einzig ihre bereits im kantonalen Verfahren erhobenen Tatsachenbehauptungen und stellt der Beweiswürdigung der Vorinstanz lediglich ihre eigene Sicht der Dinge gegenüber, ohne zu erörtern, inwiefern der Entscheid (auch) im Ergebnis verfassungswidrig sein sollte (vgl. Beschwerde S. 9 ff.). Ihre Vorbringen erschöpfen sich mithin weitgehend in einer unzulässigen appellatorischen Kritik am angefochtenen Urteil und genügen folglich den Begründungsanforderungen gemäss Art. 106 Abs. 2 BGG nicht. Insoweit kann auf die Beschwerde nicht eingetreten werden. 1.5 Abzuweisen ist der in der Eingabe der Beschwerdeführerin vom 10. Oktober 2007 gestellte Antrag, es seien der Strafbefehl und die Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat in Sachen des Beschwerdegegners vom 24. bzw. 25. September 2007 gestützt auf Art. 99 Abs. 1 BGG zu den Akten zu nehmen und im Rahmen der Urteilserwägungen gebührend zu berücksichtigen. Die Voraussetzungen von Art. 99 BGG sind nicht erfüllt, da nicht erst der angefochtene Entscheid Anlass zur Einreichung dieser Beweismittel gab.