Citation: 1C_575/2022 E. 2.1

2.1. Zur Baufreigabe hielt das Verwaltungsgericht (in E. 4.1) fest, diese sei als solche grundsätzlich nicht anfechtbar. Dennoch setzte es sich anschliessend mit den Voraussetzungen der Baufreigabe - dem Vorliegen einer rechtskräftigen Baubewilligung und der Erfüllung der auf den Baubeginn gestellten Nebenbestimmungen (E. 4.2.3) - auseinander und erachtete diese als gegeben. Es erwog, kantonalrechtlich habe es sich bereits beim verwaltungsgerichtlichen Entscheid vom 16. Juli 2020 um einen Endentscheid gehandelt. Dieser habe die Baubewilligung bestätigt, jedoch an die Nebenbestimmung geknüpft, das Vordach beim Hauseingang auf die gesetzlich zulässige Ausladung zurückzuführen oder ein gesetzmässiges Vordach anderswie vorzusehen, um den Grenzabstand auch auf der Nordseite zu wahren, sowie Lokalisierung, Gestaltung etc. der Markisen von der Baubewilligungsbehörde prüfen zu lassen. Die Nebenbestimmung habe keine Vorgabe in dem Sinne gemacht, dass ein Vordach oder Markisen zwingend vorzusehen seien, sondern habe auch einen möglichen Verzicht darauf mitumfasst. Der (gänzliche oder teilweise) Verzicht auf ein Bauvorhaben während eines hängigen Baubewilligungsverfahrens bzw. im Rahmen der Bereinigung von Nebenbestimmungen sei mit Blick auf die Baufreigabe grundsätzlich einem Nichtbaugesuch gleichzusetzen, welches keiner Baubewilligung bedürfe bzw. das eingeleitete Baubewilligungsverfahren (insoweit) hinfällig werden lasse. Es wäre jedenfalls im vorliegenden Fall überspitzt formalistisch, von der Baubewilligungsbehörde eine förmliche neue Baubewilligung zu verlangen und die Bauherrschaft einem entsprechenden Prozedere auszusetzen, obwohl die Baupläne bloss einer einfachen Korrektur bedurft hätten. Es könne auch nicht angenommen werden, dass der Beschwerdeführer, hätte das Bauprojekt von Anfang an kein Vordach vorgesehen, ein solches (aus ästhetischen oder anderen Gründen) für erforderlich gehalten und dessen Fehlen beanstandet hätte. Gleiches gelte für die Markisen.