Citation: I 599/01 18.06.2002 E. 3

3.- Umstritten ist zunächst, ob und gegebenenfalls inwiefern die Invaliditätsbemessung durch den Unfallversicherer im vorliegenden Fall die invalidenversicherungsrechtliche Beurteilung beeinflusst. a) Der Invaliditätsbegriff in der Invalidenversicherung stimmt mit demjenigen in der obligatorischen Unfallversicherung grundsätzlich überein. Deshalb hat die Schätzung der Invalidität, auch wenn sie für jeden Versicherungszweig selbstständig vorzunehmen ist, mit Bezug auf den gleichen Gesundheitsschaden im Regelfall zum selben Ergebnis zu führen (BGE 126 V 291 Erw. 2a mit Hinweisen). Abweichungen sind nach der Rechtsprechung indessen nicht von vornherein ausgeschlossen. Nicht als massgeblich zu betrachten ist die Invaliditätsschätzung des einen Sozialversicherungsträgers etwa dann, wenn ihr ein Rechtsfehler oder eine nicht vertretbare Ermessensausübung zu Grunde liegt. Ohne Auswirkungen hat der von einem Unfallversicherer angenommene Invaliditätsgrad auch zu bleiben, wenn dieser bloss auf einem Vergleich beruht (BGE 126 V 292 Erw. 2b mit Hinweisen). Die Ausweitung des mit einem Vergleich regelmässig verbundenen Risikos, dass eine der Parteien unter Umständen gewisse finanziell nachteilige Auswirkungen zu gewärtigen hat, auf einen anderen Versicherungsträger wäre nicht gerechtfertigt. b) Die kreisärztliche Untersuchung vom 21. März 2000 ergab, dass der Beschwerdeführer in seiner Tätigkeit als Maurer im angestammten Betrieb nicht optimal integriert ist, während ihm - bei Berücksichtigung der auf den Unfall zurückzuführenden Beschwerden - eine vorwiegend sitzende, nicht kniebelastende Tätigkeit zu 100 % zumutbar wäre. Im weiteren Verlauf fanden Besprechungen der SUVA mit der Arbeitgeberin statt, wobei letztere erklärte, sie hoffe, dass die SUVA "trotz aller Umstände" eine Rente von 33 1/3 % ausrichten könne. In der Folge erwog die SUVA, der Versicherte sei weiterhin bei seinem angestammten Arbeitgeber auf dem Bau tätig. Er sei dabei nicht unbedingt ideal integriert, erbringe aber noch eine Leistung von 50 bis 66,66 %. Eine Einbusse von 33,33 % lasse sich vom gesundheitsbedingten medizinischen Befund her begründen. Dem Versicherten werde deshalb ab 1. September 2000 eine entsprechende Rente zugesprochen. Die SUVA bestimmte den Invaliditätsgrad von 33,33 % somit nicht auf Grund eines Einkommensvergleichs. Vielmehr stellt er das Ergebnis von Verhandlungen mit der Arbeitgeberin im Hinblick auf eine pragmatische Lösung dar. Damit liegt zwar kein Vergleich im technischen Sinn zwischen versicherter Person und obligatorischem Unfallversicherer, aber eine einem solchen vergleichbare Konstellation vor. Unter diesen Umständen rechtfertigt es sich nicht, der unfallversicherungsrechtlichen Invaliditätsbemessung für die Belange der Invalidenversicherung Verbindlichkeitswirkung beizumessen, denn der IV-Stelle kann das Ergebnis von Verhandlungen, auf welche sie keinen Einfluss hatte, nicht entgegengehalten werden. Sie hat daher den Invaliditätsgrad zu Recht autonom ermittelt.