Citation: 2C_419/2018 E. 2

Die Beschwerdeführerin rügt, sie habe wohl kaum in der Zeit zwischen dem 7. August 2012 bis 18. Mai 2017 Sozialhilfe im Umfang von Fr. 203'427.85 bezogen, weil dies, gemessen an der Unterstützung in der Zeit vom 1. September 1997 bis 30. November 1998 und vom 18. August 2002 bis 6. August 2012, einer Verdoppelung der Sozialhilfe entsprechen würde. Die Vorinstanzen hätten infolge einer ungenügenden Abklärung des massgebenden Sachverhalts offensichtlich übersehen, dass bei der Beschwerdeführerin, die an einer mittelgradigen depressiven Episode mit somatischem Syndrom bei einer wahrscheinlich rezidivierenden depressiven Störung mit nicht verarbeiteter Trauer und traumatisierenden Kriegserlebnissen leide, die Verdienstmöglichkeiten im Rahmen einer geschützten und betreuten Tätigkeit selbst bei einer hundertprozentigen Arbeitsfähigkeit nicht ausreichen werde, um das Existenzminimum für sich bzw. andere Personen, für welche sie zu sorgen habe, zu decken. Aus diesem Grund sei die Streitsache, falls das Bundesgericht nicht selbst entscheide, zur Erhebung weiterer Abklärungen an die Vorinstanz zurückzuweisen. Selbst falls der Widerrufsgrund von Art. 62 Abs. 1 lit. e AuG erfüllt wäre, was bestritten werde, hätte die Vorinstanz zu prüfen gehabt, ob die Wegweisung verhältnismässig und mit Art. 8 Abs. 1 EMRK sowie Art. 14 BV vereinbar sei, was nicht ansatzweise erfolgt sei. Ebenfalls nicht geprüft worden sei, ob bei der Beschwerdeführerin ein Härtefall im Sinne von Art. 30 Abs. 1 lit. b AuG vorliege. Überdies sei die vorinstanzliche Verhältnismässigkeitsprüfung ermessensfehlerhaft, was als Rechtsverletzung gerügt werde. Die Beschwerdeführerin macht sodann unter eigener Darstellung ihrer psychischen Erkrankung und den Erziehungsschwierigkeiten mit ihrem Sohn sowie gestützt auf neu eingereichte Beweismittel geltend, bei ihr könne gerade nicht davon ausgegangen werden, dass sie im ersten Arbeitsmarkt eine Erwerbstätigkeit in grösserem Umfang ausüben könnte und mit ihrem angepassten Arbeitspensum von sechs Stunden pro Woche deutlich hinter den im Bericht vom 7. Juli 2014 aufgezeigten Arbeitsmöglichkeiten zurückbleibe. Ihre Arbeitsunfähigkeit sei nicht selbstverschuldet, sie habe sich vielmehr in einer unverschuldeten Notlage befunden, weshalb der Widerrufsgrund von Art. 62 Abs. 1 lit. e AuG nicht erfüllt sei. Selbst falls dieser Widerrufsgrund erfüllt wäre, wäre ein Eingriff in das durch Art. 8 EMRK geschützte Familien- und Privatleben sowie die Ehefreiheit gemäss Art. 14 BV deswegen nicht gerechtfertigt, weil ihr privates Interesse an einem Verbleib in der Schweiz dasjenige an ihrer Ausreise klar überwiege. Die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung der Beschwerdeführerin komme somit auch einer Verletzung von Art. 5 Abs. 2 und Abs. 4 BV gleich und verletze angesichts ihrer psychischen Erkrankung die Menschenwürde (Art. 7 BV). Im Übrigen sei auch ihrem in der Schweiz integrierten Ehemann und dem Sohn eine Ausreise nach Bosnien und Herzegowina nicht zumutbar.