Citation: 8C_228/2022 E. 3.2

3.2. Die Vorinstanz erwog, die Beschwerdestelle SPG habe - ausgehend von der eingestellten materiellen Hilfe für die Unterstützungseinheit während der Dauer eines Jahres (12 x Fr. 3221.-) - einen Streitwert von Fr. 38'652.- ermittelt. Dies entspreche der verwaltungsgerichtlichen Rechtsprechung, wonach bei wiederkehrenden Leistungen und in der Dauer unbestimmten Leistungen in der Regel auf zwölf Monate abzustellen sei (AGVE 2007 S. 193). Der Entschädigungsrahmen in Beschwerdeverfahren mit einem Streitwert zwischen Fr. 20'000.- und 50'000.- liege zwischen Fr. 1500.- bis Fr. 6000.- (§ 8a Abs. 1 lit. a Ziff. 2 AnwT). Innerhalb der vorgesehenen Rahmenbeträge richte sich die Entschädigung nach dem mutmasslichen Aufwand des Anwaltes, nach der Bedeutung und der Schwierigkeit des Falles (§ 8a Abs. 2 AnwT). Für ein durchschnittliches, vollständig durchgeführtes Verfahren ergebe sich eine Grundentschädigung von Fr. 3750.-. Die Beschwerdeführer hätten vorinstanzlich zunächst eine 3-seitige Laienbeschwerde eingereicht. Nach dem Beizug des Rechtsvertreters und der Bewilligung der unentgeltlichen Vertretung durch die Beschwerdestelle SPG habe dieser eine 16-seitige Replik/Stellungnahme vom 29. April 2021 erstattet. Der Beschwerdestelle SPG könne nicht gefolgt werden, wenn sie ausführe, die in der Replik gemachten Darlegungen seien grösstenteils nicht notwendig gewesen. Denn der Rechtsvertreter habe erst replikweise tätig werden können. In der Beschwerde hätten die Beschwerdeführer in erster Linie dargelegt, dass sie über keine Mittel verfügt hätten, und Berichte ihres Hausarztes zu ihrer Arbeitsfähigkeit zitiert. Weiter hätten sie auf eine Stellungnahme ihres Hausarztes verwiesen, wonach er keine Gefälligkeitszeugnisse ausgestellt habe. Angesichts der drohenden Einstellung der materiellen Hilfe sei es notwendig gewesen, dass sich der Rechtsvertreter der Beschwerdeführer nicht nur mit der Beschwerdeantwort der Sozialkommission Birr von 22. März 2021 auseinandergesetzt, sondern den Standpunkt der Beschwerdeführer nochmals eingehend dargelegt habe. Angesichts der laienhaften und rudimentären Beschwerde habe die Abfassung einer ausführlichen Replik zu seinen notwendigen und üblichen Leistungen gehört (§ 2 AnwT). Die von der Beschwerdestelle SPG zugesprochene Parteientschädigung von Fr. 1000.- sei somit zu tief. Es rechtfertige sich, dem Rechtsvertreter etwa zwei Drittel des Honorars für ein vollständig durchgeführtes Verfahren zuzusprechen. Es sei davon auszugehen, dass zwar im Zusammenhang mit dem Aktenstudium und der Erstellung einer Rechtsschrift die üblichen Aufwendungen entstanden seien, aufgrund des späten Beizugs aber für Instruktion, Korrespondenz und Telefongespräche tendenziell weniger Aufwand angefallen sei. Zudem sei keine weitere Rechtsschrift erfolgt und habe keine Verhandlung stattgefunden. Das in der Kostennote des Rechtsvertreters ausgewiesene Honorar von Fr. 3875.75 wäre für ein vollständig durchgeführtes Verfahren in etwa angebracht gewesen, sei vorliegend aber überhöht. Soweit auf den AnwT verwiesen werde, lasse die Kostennote ausser Acht, dass der Rechtsvertreter erst im Hinblick auf den zweiten Schriftenwechsel tätig geworden sei. Im Übrigen sei es nicht tarifkonform, ausschliesslich auf den Zeitaufwand abzustellen. Die Vorinstanz sei auch nicht gehalten gewesen, vom Rechtsvertreter eine Kostennote einzuholen, da sie kein Honorar aus unentgeltlicher Verbeiständung zugesprochen habe. Insgesamt rechtfertige sich für das Verfahren vor der Beschwerdestelle SPG eine Parteientschädigung von gerundet Fr. 2500.-. Auslagen und Mehrwertsteuer seien darin enthalten (§ 8c AnwT).