Citation: 6B_1407/2019 E. 1.2.3

1.2.3. Mit Bezug auf weitere Vorwürfe von Drohungen sowie Tätlichkeiten zwischen dem 31. Oktober 2015 und dem 18. Juni 2016 sei ebenfalls auf die Aussagen der Beschwerdegegnerin 2 abzustellen. Da es sich "nur" um Tätlichkeiten gehandelt habe, spreche das Fehlen von sichtbaren Verletzungen - abgesehen von einem Vorfall - nicht gegen die Richtigkeit der Vorwürfe. Auch sei es im Rahmen häuslicher Gewalt nicht ungewöhnlich, dass es nicht nach jeder Begehung zu einer Strafanzeige gekommen sei. Zudem sei der Beschwerdeführer aufgrund häuslicher Gewalt mit einem Hausverbot für das Asylbewerberzentrum belegt worden. Entgegen seiner Darstellung hätten demnach auch Dritte die Übergriffe wahrgenommen. Schliesslich habe sich das Erstgericht mit den einzelnen Vorkommnissen auseinandergesetzt. Gestützt auf die Aussagen mehrerer Exponenten der Asylunterkunft sowie der Beschwerdegegnerin 2, wonach sie Kenntnis vom generellen Hausverbot des Beschwerdeführers gehabt hätten, erscheine es sodann wenig plausibel, dass letzterer nicht davon gewusst hätte. Abgesehen davon habe ihm der Nachtwächter am 17. September 2016 persönlich mitgeteilt, dass er Hausverbot habe und das Gebäude verlassen solle. Diesen Vorgang habe ein Heimbewohner bestätigt. Entgegen der Darstellung des Beschwerdeführers habe somit weder ein Nachtwächter noch ein anderer Mitarbeiter oder die Leitung des Asylzentrums generell oder konkret am 17. September 2016 in seine Anwesenheit eingewilligt. Dass der Nachtwächter oder die Heimleitung nicht umgehend die Polizei avisiert, sondern dem Beschwerdeführer eine kurze Frist zum Verlassen des Gebäudes gewährt hätten, sei nicht als Duldung seiner Anwesenheit zu verstehen. Dabei handle es sich vielmehr um eine nachvollziehbare deeskalierende Massnahme. Nachdem die Einrichtung über keine eigentliche Zutrittskontrolle verfüge, begründe auch der wiederholte Aufenthalt des Beschwerdeführers an sich keine Einwilligung des Berechtigten.