Citation: 4A_267/2022 E. 5.2.1

5.2.1. Die von der Beschwerdeführerin vertretene Interpretation erscheint keineswegs zwingend. Im Gegenteil stellt das Schreiben vom 21. November 2016, tel quel bestätigt mit Antwortschreiben vom 20. Dezember 2016, einen für den vernünftig und redlich urteilenden Empfänger erkennbaren unmittelbaren Zusammenhang her zwischen der "Verlängerung des Mietvertrags um 5 Jahre" und der "Kündigungsfrist von einem (1) Jahr jeweils kündbar zum Ende des Monats". Davon, dass die Kündigungsmöglichkeit erst nach Ablauf einer weiteren (Mindest-) Mietvertragsdauer von fünf Jahren greifen würde, ist in diesem Schreiben nicht die Rede. Hingegen wird im genannten Schreiben zusätzlich auf Ziffer 3.3 des Mietvertrags verwiesen. Darin geht es ausdrücklich um diejenigen Bedingungen, die dem Mietverhältnis ab 1. Juli 2017 zugrunde liegen sollen. Dies spricht gegen die Sichtweise der Beschwerdeführerin, die im Schreiben vom 21. November 2016 offerierte "Kündigungsfrist von einem (1) Jahr jeweils kündbar zum Ende des Monats" habe von ihr vernünftigerweise nur so verstanden werden können, als dass die Beschwerdegegnerin damit bloss eine Anpassung der Kündigungsmodalitäten für den Zeitraum ab 1. Juli 2022 beabsichtigt habe. Auf Ziffer 3.4 des Mietvertrags wird in der Korrespondenz hingegen gerade nicht verwiesen, weshalb die Argumentation der Beschwerdeführerin ins Leere läuft, in Ziffer 3.4 würden "die Kündigungsmodalitäten für die Zeit nach Ablauf der festen Vertragsdauer" geregelt, woraus sich ergebe, dass die Möglichkeit zur Kündigung erst nach Ablauf der "Mindestdauer" von fünf Jahren offengestanden sei.