Citation: 8C_698/2023 E. 4.3

4.3. Die Allianz führt letztinstanzlich aus, sie habe sämtliche entscheidrelevanten Unterlagen herausgegeben. Von einer Unterschlagung der Akten bzw. Verletzung des Akteneinsichtsrechts und der Aktenführungspflicht könne nicht die Rede sein. Der Beschwerdeführerin sei insbesondere in Bezug auf den Vorwurf des Fehlens einer Telefonnotiz vom 7. November 2007 entgegenzuhalten, dass ihr vorgängiger Rechtsvertreter aus derselben Kanzlei am Gespräch beteiligt gewesen sei, so dass "ihrerseits genauso eine Aktennotiz vorliegen müsste". Zudem würde sich der Inhalt dieses Telefongesprächs aus der Rentenverfügung gleichen Datums ergeben. Die Vorwürfe an die Allianz würden im Lichte des massiven Fehlverhaltens der Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin bzw. ihres Vorgängers als besonders stossend erscheinen, habe diese doch eingeräumt, dass ihre Kanzlei die Akten ihrer Klientin während der Hängigkeit der Rechtsstreitigkeit vernichtet habe, was eine grobe Verletzung der anwaltlichen Sorgfaltspflicht darstellen dürfte. Diese Telefonnotiz sei offenbar "nicht von solcher Relevanz" gewesen, habe doch die Vorinstanz in Kenntnis des Fehlens einer entsprechenden Notiz darauf geschlossen, dass die Beschwerdegegnerin vor der initialen Rentenzusprache weder eine explizite noch eine implizite Adäquanzprüfung vorgenommen habe. Deshalb habe sie einen Wiedererwägungsgrund zu Recht bejaht und bestätigt, dass die Leistungen per 1. April 2015 eingestellt werden durften.