Citation: 4A_82/2008 29.04.2009 E. A

Y.________ plante, an sein Wohnhaus in St. Gallen einen Anbau mit Baderaum und Sauna im Erdgeschoss und Terrasse im 1. Stock erstellen zu lassen. Die Stahlkonstruktion für den Anbau lieferte die V.________ AG. Bezüglich der Baumeisterarbeiten schloss Y.________ am 4. Oktober 1990 als Besteller mit der X.________ AG (Unternehmerin) einen Werkvertrag, der einen "Vorausmasspreis" von Fr. 64'089.20 abzüglich 6 % Rabatt und 2 % Skonto vorsah. Die Unternehmerin zog als Subunternehmerin die Z.________ AG bei, welche dem Besteller zum Teil direkt Rechnung stellte. Am 10. September 1991 unterbreitete die Unternehmerin dem Besteller eine Schlussabrechnung. Anlässlich der Besprechungen vom 28. Oktober und 11. November 1991 erklärte sich die Unternehmerin bereit, die verlangte Restzahlung von Fr. 16'804.10 auf pauschal Fr. 6'000.-- in WIR zu reduzieren. Am 11. November 1991 unterzeichnete der Besteller neben der Angabe: "Rest-Zahlung pauschal in WIR 6'000.-- (gemäss Abmachung mit HR. T.________ vom 28.10.1991)" folgenden Text: "Anerkannt unter ausdrücklicher Verzichtleistung auf jegliche Nachforderung. Sämtl. Restarbeiten sind in Abrechnungssumme inbegriffen St. Gallen 11.11.91 Bauherr: Sig. Y.________ Unternehmer: " Anfang 1995 stellte der Besteller verschiedene Mängel an der Gebäudehülle des Anbaus fest, so insbesondere Kalkränder an den Steinplatten auf dem Natursteinboden der Sauna, Feuchtigkeit entlang der ursprünglichen Aussenwand im Saunaanbau sowie eine ungenügende Entwässerung des Plattenbodens beim Sitzplatz, eine teilweise Lockerung der Platten und undichte Fugen. Am 16. Januar 1995 liess der Besteller diese Mängel durch die A.________ AG, bzw. die Experten B.________ und C.________, begutachten, welche ihm am 23. Januar 1995 folgende Mängelliste zusandten: Örtlichkeit Mangel mögliche Ursachen Verursacher Natursteinboden Sauna - Kalkränder an den Steinplatten - unbekannt - Plattenleger ursprüngliche Aussenwand bei der Toilette - auftreten von Feuchtigkeit - keine Wärmedämmung entlang der ursprünglichen Aussenwand - Wärmebrücke - Architekt Ablaufrinne bei Wintergarten - gefriert im Winter - Rinnenhöhe zu gering - Gefälle der Rinne zum Ablauf zu knapp - Architekt - Spengler Plattenboden beim Sitzplatz - Platten sind teilweise lose - Entwässerung der Oberfläche nicht gelöst - Fugen undicht - Konstruktion nicht den Anforderungen entsprechend ausgebildet - Architekt - Plattenleger äussere Fuge zwischen Glasabdeckung über Bad und Plattenboden - undicht - unsachgemässe Detailausbildung - Mängel bei der Ausführung - Architekt - Spezialist (Z.________) Mit Schreiben vom 24. Januar 1995 lud der Besteller unter Beilage dieser Mängelliste die für die Mängel als verantwortlich betrachteten Handwerker, darunter auch die Unternehmerin, zusammen mit ihren Versicherern für den 8. Februar 1995 zu einer Besprechung der Mängelbehebung vor Ort ein. Am 10. März 1995 sandten der Besteller und die A.________ AG folgendes Schreiben an die Unternehmerin: "Der schriftlichen Aufforderung von Herrn Y.________ zur Mängelbesichtigung vom 8. Februar 1995 sind Sie nicht gefolgt. Inzwischen mussten wir feststellen, dass die Dichtigkeit der Terrasse nicht mehr gewährleistet ist, weil durch Wässern der Terrasse mit dem Schlauch Wasser in die Sauna eindringt. Im Weiteren haben sich die Plattenfugen und einzelne Platten auf der Terrasse gelöst. Zudem scheint das gesamte Mörtelbett über der wassersperrenden Schicht hohl zu liegen. Die Gefahr von Frostschäden ist sehr hoch, eventuell bereits eingetreten. Gerne erwarten wir Ihren baldigen Terminvorschlag, um im Rahmen der Garantiearbeiten bis Ende März 1995 im Beisein des Architekten und uns den Plattenbelag zu öffnen." Mit Antwortschreiben vom 4. April 1995 lehnte die Unternehmerin unter Hinweis auf die Besprechung der Schlussabrechnung jegliche Garantie ab.