Citation: 2C_802/2020 E. 3.4.1

3.4.1. Während in der oben dargelegten Schilderung die Beschwerdeführerin noch nicht von ehelicher Gewalt, sondern nur von gegenseitigen Handgreiflichkeiten sprach, hat sich dies nach Eröffnung der Verfügung des Migrationsamtes vom 6. August 2019 geändert: Sie machte nun vor Vorinstanz geltend, dass sie während der Ehe unter massiver physischer und psychischer Gewalt durch ihren Exgatten gelitten habe. Anfangs August 2018 habe dieser sie das erste Mal geschlagen. An ihrem Geburtstag Ende August 2018 sei es zu einem nächsten Übergriff gekommen. Er habe seine Fingernägel in ihre Hand gerammt, bis es geblutet habe, und sie massiv beleidigt. Ihre Schwiegermutter, der sie sich anvertraut habe, habe das Ganze heruntergespielt. Danach seien weitere Übergriffe erfolgt, bis die Situation am 20. Januar 2019 schliesslich eskaliert sei. Sie habe ihren Exmann mit seiner besten Freundin und einem guten Kollegen im Bett erwischt, worauf es zu einer wüsten Auseinandersetzung gekommen sei. Dabei habe sie ihrem Exmann aus Versehen die Nase gebrochen, weil sie sich gegen seine Aggressivität gewehrt hätte. Sie seien dann alle zum Universitätsspital gegangen, wobei sie später alleine und ohnmächtig vor dem Spital aufgefunden worden sei. Nachdem ihr Exmann ihr in Peru mitgeteilt habe, sich scheiden lassen zu wollen, sei sie dort in psychologische Behandlung gegangen. Nach ihrer Rückkehr in die Schweiz habe sich ihr psychischer Zustand allerdings wieder verschlechtert, weil ihr Exmann ihr mit einer Strafanzeige gedroht habe, wenn sie in die Scheidungsvereinbarung nicht einwillige. An der Scheidungsverhandlung habe sie die eingereichte Scheidungsvereinbarung abgelehnt, weshalb diese nicht genehmigt worden sei. Sie reichte dazu der Vorinstanz den Austrittsbericht des Universitätsspitals Zürich ein, einen Bericht des psychologischen Instituts Peru vom 22. Februar 2019, verschiedene Fotografien und das Protokoll ihrer mündlichen Anhörung vom 24. Mai 2019 vor der Scheidungsrichterin.