Citation: 6B_207/2022 E. 1.6.1

1.6.1. Die Vorinstanz gelangt in ihrer Interessenabwägung zum Ergebnis, die privaten Interessen des Beschwerdegegners am Verbleib in der Schweiz würden die öffentlichen Interessen an seiner Landesverweisung überwiegen. Konkret erwägt sie, das Verschulden des Beschwerdegegners mit Bezug auf die mehrfache Freiheitsberaubung bewege sich insbesondere aufgrund der beschränkten Dauer noch im leichten Bereich. Bei den weiteren Delikten, die im Zug ein und desselben Vorfalls von ihm begangen wurden, handle es sich ebenfalls um nicht besonders schwere Taten mit noch leichtem Verschulden. Es habe sich dabei nicht um körperliche Gewalttaten gehandelt. Mit Blick auf künftige Taten dieser Art sei zu berücksichtigen, dass sich der vorliegende Vorfall unter sehr singulären Umständen ereignet habe. Sodann verfüge der Beschwerdegegner über keine Vorstrafen, weshalb entsprechend keine ungünstige Legalprognose vorliege. Hinzu komme, dass sich der Beschwerdegegner seit den zur Beurteilung stehenden Taten vom 22. November 2016 und damit seit mittlerweile rund fünf Jahren klaglos verhalten habe (angefochtenes Urteil S. 134).