Citation: 5A_76/2023 E. 5

Im zweiten Teil ihrer Beschwerde rügt die Beschwerdeführerin, es sei ihr nur zu Dr. E.________ das rechtliche Gehör gewährt worden. Wie sich aus der (als Beschwerdebeilage vorgelegten) Bestätigung des Gutachtensauftrages durch den KJPD W.________ vom 23. Dezember 2022 ergebe, werde die Begutachtung jedoch von Dr. G.________ und Dr. H.________ durchgeführt. Damit werde Art. 183 Abs. 1 ZPO, aber in der Folge auch Art. 183 Abs. 2 ZPO i.V.m. Art. 47 Abs. 1 lit. f ZPO verletzt: Dr. E.________ und Dr. G.________ würden einzig über eine Ausbildung als Fachärzte in Kinder- und Jugendpsychiatrie, nicht aber über Ausbildungen und Erfahrung in der Erwachsenenpsychiatrie verfügen. Dr. H.________ habe nicht einmal eine Facharztausbildung. Mithin gehe allen Gutachtern jegliche Eignung ab und entsprechend müssten sie auch als befangen gelten, umso mehr sie nach Abklärungen in Bezug auf das Kind vorbefasst seien und in Bezug auf die erwachsenenpsychiatrische Begutachtung nicht mehr frei sein könnten. Was die Gehörsrüge anbelangt, ist Folgendes festzuhalten: Zunächst entspricht es allgemeiner Praxis und ist es auch zulässig, dass der beauftragte Gutachter (in der Regel der Klinikdirektor oder ein leitender Arzt) zur Exploration und Erstellung des Gutachtens Hilfspersonen beizieht; diese Möglichkeit wird im angefochtenen Entscheid explizit eingeräumt und dies wird vom Grundsatz her auch nicht beanstandet. Was die Bekanntgabe der diesbezüglich von Dr. E.________ ins Auge gefassten Hilfspersonen (eine beim KJPD angestellte Oberärztin für die Federführung sowie eine Assistenzärztin) anbelangt, so handelt es sich bei der Auftragsbestätigung vom 22. Dezember 2022 im Verhältnis zum angefochtenen Entscheid vom 6. Dezember 2022 um ein echtes Novum, welches im bundesgerichtlichen Verfahren von vornherein ausgeschlossen ist (Art. 99 Abs. 1 BGG; BGE 139 III 120 E. 3.1.2; 143 V 19 E. 1.2; 144 V 35 E. 5.2.4). Ohnehin kommt der Auftragsbestätigung keinerlei Verfügungs- oder anderweitig verbindlicher Charakter zu, zumal darin explizit festgehalten wird, dass der Beizug der genannten beiden Ärztinnen das Einverständnis der Parteien voraussetze. Vor diesem Hintergrund könnte der seitens des Gutachters erfolgte Vorschlag für den Beizug von Hilfspersonen unabhängig von der Novenfrage nicht mit einem Rechtsmittel gegen den gutachtensanordnenden Entscheid angefochten werden. Was sodann die behauptete fehlende Eignung der genannten Personen anbelangt, hat das Obergericht im angefochtenen Entscheid festgestellt, dass in Bezug auf Dr. E.________ keine konkreten Einwände erhoben worden seien. Wenn die Beschwerdeführerin nunmehr im bundesgerichtlichen Verfahren dessen fachliche Eignung in Frage stellen will, so gebricht es an der Ausschöpfung des Instanzenzuges; es sind alle Vorbringen, die dem Bundesgericht unterbreitet werden, soweit möglich schon im kantonalen Verfahren vorzubringen (BGE 143 III 290 E. 1.1). Die möglichen Hilfspersonen des beauftragten Gutachters stehen nach dem vorstehend Gesagten noch nicht fest und entsprechend geht diesbezüglich die Behauptung, es fehle ihnen an der nötigen Fachkompetenz, von vornherein fehl. Vor dem Hintergrund des Gesagten ist der aus der behaupteten fehlenden Fachkompetenz abgeleiteten weiteren Rüge, alle begutachtenden Personen seien befangen, von vornherein der Boden entzogen. Soweit schliesslich in generalisierender Weise eine Befangenheit dahingehend behauptet zu werden scheint, dass ein Gutachter nach der Exploration des Kindes in Bezug auf die Begutachtung der Eltern nicht mehr unvoreingenommen sein könne, fehlt es wiederum an der Ausschöpfung des Instanzenzuges; die Beschwerdeführerin zeigt jedenfalls nicht auf, dass sie entsprechende Vorbringen bereits im kantonalen Verfahren gemacht hätte. Ohnehin wäre eine dahingehende Befangenheit auch nicht ersichtlich und entsprechend ist es entgegen dem Anliegen der Beschwerdeführerin nicht nötig, für den kindes- und den erwachsenenspezifischen Teil des Gutachtens zwei verschiedene Institutionen zu beauftragen; vielmehr scheint eine umfassende Abklärung im Sinn eines dualen Gutachtens vorliegend adäquat.