Citation: 1C.2/1999 01.10.2002 E. 3.1

3.1. Ein hinreichender Tatverdacht ist gegeben, wenn konkrete Anhaltspunkte für das Vorliegen einer Straftat und für die Täterschaft des Beschuldigten bestehen. Bei der Überprüfung dieses allgemeinen Haftgrunds ist - anders als im Strafverfahren durch den erkennenden Sachrichter - keine erschöpfende Abwägung sämtlicher belastender und entlastender Beweisergebnisse vorzunehmen. Die Untersuchungsbehörden dürfen sich andererseits nicht mit vagen Vermutungen begnügen. Aufgrund des Ermittlungsstandes im Zeitpunkt der Verhaftung müssen vertretbare Anhaltspunkte gegeben sein, welche die Annahme eines Tatverdachts nahe legen. Dabei genügt der Nachweis von konkreten Verdachtsmomenten, wonach das inkriminierte Verhalten mit erheblicher Wahrscheinlichkeit die fraglichen Tatbestandsmerkmale erfüllen könnte (BGE 116 Ia 143 E. 3c S. 146; 107 Ia 138 E. 4c S. 142).