Citation: I 814/04 11.07.2005 E. 6

6.1 Bei der Bemessung des ohne Invalidität erzielbaren Einkommens (Valideneinkommen) ist entscheidend, was die versicherte Person im massgebenden Zeitpunkt nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdienen würde (RKUV 1993 Nr. U 168 S. 100 f. Erw. 3b mit Hinweis). Die Einkommensermittlung hat so konkret wie möglich zu erfolgen, weshalb in der Regel vom letzten Lohn auszugehen ist, den die versicherte Person vor Eintritt der Gesundheitsschädigung erzielt hat (ZAK 1980 S. 593 mit Hinweisen, letztmals bestätigt durch Urteil R. vom 13. Juni 2005, I 132/05', Erw. 2.2). Der Beschwerdeführer erlangte in der Schweiz nach eigenen Angaben inzwischen die Aufenthaltsgenehmigung B. Gemäss Auszug aus dem individuellen Konto (IK-Auszug) vom 28. April 2000 erreichte er bisher maximal ein beitragspflichtiges Jahreseinkommen von Fr. 21'800.-, während die Arbeitslosenversicherung von einem versicherten Verdienst von Fr. 2000.- pro Monat, also Fr. 24'000.- pro Jahr ausging. Da er seit seiner erstmaligen Einreise in die Schweiz 1990 anfänglich als Saisonnier arbeitete und aussagekräftige, über einen längeren Zeitraum erzielte Gehaltsangaben fehlen, erscheint es wenig sinnvoll, auf die entsprechenden Zahlen abzustellen. Für die Ermittlung des Valideneinkommens griff die Vorinstanz deshalb zu Recht auf Erfahrungs- und Durchschnittswerte (LSE-Tabellenlöhne) im Bereich Hilfsarbeitertätigkeit zurück. Ohne gesundheitliche Beeinträchtigung hätte der Versicherte, welcher im Kosovo einzig zweieinhalb Jahre Grundschul-Bildung genoss, über keine Berufsausbildung verfügt, vor seiner Einreise in die Schweiz im elterlichen Landwirtschaftsbetrieb mitarbeitete, Albanisch spricht und nur über ungenügende mündliche Deutsch- und Französischkenntnisse verfügt, voraussichtlich auch in der Schweiz seine bevorzugte - ausnahmsweise durch einen vorübergehenden Einsatz in der Bauwirtschaft unterbrochene - angestammte Tätigkeit als landwirtschaftlicher Hilfsarbeiter fortgesetzt. Deshalb rechtfertigt es sich, mit dem kantonalen Gericht das Valideneinkommen gestützt auf die branchenspezifische Zahl nach dem Zentralwert der standardisierten Bruttolöhne im Gartenbau (LSE 2000, S. 31 Tabelle A1 Zeile 01) zu bestimmen. Dieser beläuft sich für den monatlichen Bruttolohn männlicher, mit einfachen und repetitiven Aufgaben (Anforderungsniveau 4) beschäftigten Arbeitnehmer im privaten Sektor auf Fr. 3542.- pro Monat, woraus sich in Berücksichtigung einer durchschnittlichen betriebsüblichen Arbeitszeit im Jahre 2000 von 41,8 Wochenstunden (Die Volkswirtschaft, 7/2004, S. 90 Tabelle B9.2) ein hypothetischer Verdienst von jährlich Fr. 44'416.- ergibt. 6.2 Was die Bestimmung des Einkommens anbelangt, welches der Beschwerdeführer zumutbarerweise mit seinen körperlichen Beeinträchtigungen bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), ist die Vorinstanz ebenfalls von statistischen Werten ausgegangen. Dies ist nicht zu beanstanden, da der Versicherte seit der vierten Operation vom 12. August 1997 keine ihm an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat (BGE 126 V 76 f. Erw. 3b/bb mit Hinweisen), zumal ihm auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt auch in Beachtung seiner gesundheitlichen Einschränkungen körperlich wenig belastende, vorwiegend sitzend ausführbare Hilfsarbeitertätigkeiten in genügender Anzahl offen stehen (ZAK 1991 S. 320 f. Erw. 3b und c). Festzuhalten ist, dass die in einzelnen ärztlichen Einschätzungen der Arbeitsunfähigkeit mit berücksichtigten invaliditätsfremden Gesichtspunkte (insbesondere psychosoziale und soziokulturelle Belastungsfaktoren) vom sozialversicherungsrechtlichen Standpunkt aus unbeachtlich sind (BGE 130 V 356 Erw. 2.2.5 in fine mit Hinweisen). Werden für die Ermittlung des Invalideneinkommens ebenfalls die LSE-Tabellenlöhne herangezogen (BGE 126 V 76 f. Erw. 3b/bb), ist wie üblich (vgl. z.B. BGE 126 V 81 Erw. 7a) von der Tabelle A1 ("Monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach Wirtschaftszweigen, Anforderungsniveau des Arbeitsplatzes und Geschlecht. Privater Sektor") der LSE auszugehen. Mit einfachen und repetitiven Tätigkeiten (LSE 2000 S. 31 TA1 Anforderungsniveau 4) beschäftigte Männer verdienten bei einer durchschnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit von 40 Stunden im Jahre 2000 monatlich Fr. 4437.- (LSE 2000, a.a.O., Zeile "Total"), was bei Annahme einer durchschnittlichen betriebsüblichen wöchentlichen Arbeitszeit von 41,8 Stunden (Erw. 6.1 hievor) einem Einkommen von jährlich Fr. 55'640.- entspricht. Unter Würdigung der gegebenen Umstände und Berücksichtigung aller in Betracht fallenden Merkmale (vgl. BGE 126 V 80 Erw. 5b/bb) rechtfertigt sich hier ein angemessener Abzug von 10 %, sodass sich das vom kantonalen Gericht ermittelte Invalideneinkommen von Fr. 50'076.- (= Fr. 55'640.- x 0,9) als korrekt erweist. Aus dem Vergleich dieses Einkommens mit dem Valideneinkommen von Fr. 44'416.- (Erw. 6.1 hievor) ergibt sich offensichtlich keine invaliditätsbedingte Erwerbseinbusse. Mit der Vorinstanz ist daher festzustellen, dass die IV-Stelle den Anspruch auf Rentenleistungen über den 31. Dezember 1999 hinaus zu Recht abgelehnt hat.