Citation: 7B_467/2023 E. 4.1

4.1. Der Beschwerdeführer macht weiter geltend, die Vorinstanz stütze ihren Schuldspruch in willkürlicher Weise massgeblich auf das forensisch-psychiatrische Gutachten von Dr. med. B.________ vom 17. Februar 2021 ab. Hierbei handle es sich um ein unzulässiges und nicht fachgerecht erstattetes Aktengutachten. Die Vorinstanz hätte inhaltlich, zumindest was die Frage der Schuldfähigkeit betreffe, nicht auf das Gutachten von Dr. med. B.________ abstützen dürfen, weil es mangels persönlicher Untersuchung nicht fachgerecht erstattet worden sei. Es verstosse gegen Bundesrecht, wenn sich ein Gutachter trotz fehlender persönlicher Begutachtung zur Schuldfähigkeit äussere. Zwar hätten zum Zeitpunkt, in dem Dr. med. B.________ sein Gutachten verfasst habe, bereits das Gutachten von Dr. med. C.________ vom 7. April 2020 und dasjenige von Dr. med. D.________ vom 2. März 2017 vorgelegen. Diese Gutachten hätten jedoch nicht die Frage der Schuldfähigkeit des Beschwerdeführers zum Gegenstand. Es habe demnach kein deckungsgleicher Inhalt der jeweiligen Gutachten vorgelegen, welcher die Erstellung eines Aktengutachtens ausnahmsweise gerechtfertigt hätte. Auch hinsichtlich der weiteren Fragen sei das Aktengutachten von Dr. med. B.________ unzulässig bzw. die Aktengrundlage mangelhaft. So habe es der Gutachter unterlassen, Arztberichte zu edieren oder eine gerichtliche Befragung der Psychiaterin des Beschwerdeführers, Dr. med. E.________, zu beantragen, nachdem er diese nicht erreicht habe. Den Auskünften der Mutter und der Ex-Gattin des Beschwerdeführers komme aufgrund deren Interesse am Ausgang des Strafverfahrens ein eher geringer Beweiswert zu. Hinzu komme, dass das Gutachten von Dr. med. B.________ in Widerspruch zur Diagnose von Dr. med. C.________ und Dr. med. F.________ (d.h. seiner langjährigen Therapeutin) stehe. Dr. med. C.________ habe ihm im Frühling 2020 eine Borderline-Persönlichkeitsstörung mit dissoziativen Zuständen und dissozialen Zügen attestiert. Diese Diagnose sei von Dr. med. F.________ mit Bericht vom 6. Januar 2023 bestätigt worden. Dr. med. B.________ habe im Winter 2021 demgegenüber eine dissoziale Persönlichkeitsstörung mit paranoiden Zügen diagnostiziert. In der Folge sei Dr. med. B.________ anlässlich der Berufungsverhandlung von seiner Diagnose im schriftlichen Gutachten abgewichen und gehe neu von einer dissozialen Persönlichkeitsstörung mit borderlinehaften Zügen aus. Er begründe indessen den Widerspruch zu den früheren Diagnosen nicht (hinreichend). Schliesslich erweise sich das Gutachten von Dr. med. B.________ als ungenau. Der Gutachter habe sich lediglich kurz und pauschal zur Schuldfähigkeit des Beschwerdeführers geäussert, ohne zwischen den verschiedenen, teilweise zeitlich weit auseinanderliegenden Taten zu differenzieren. Der Gutachter schliesse ohne weitere Begründung und in nicht nachvollziehbarer Weise auf eine verminderte Schuldfähigkeit, ohne diese von der vollkommenen Schuldunfähigkeit abzugrenzen. Ausserdem habe der Gutachter anlässlich der erst- und zweitinstanzlichen Verhandlungen die Delikte nicht mehr präsent gehabt und seien seine dort gemachten ergänzenden Ausführungen unfundiert bzw. mangelhaft. Namentlich habe er an der erstinstanzlichen Verhandlung von einem Betrugsdelikt gesprochen, obwohl dem Beschwerdeführer ein solches nicht vorgeworfen werde.