Citation: 6B_888/2024 E. 2.2.3

2.2.3. Die Erstinstanz qualifizierte die Aussagen des Beschwerdeführers und die Depositionen von D.________ generell als unglaubhaft und verneinte die behauptete Notwehrsituation kategorisch. Diesen Erwägungen folgt die Vorinstanz nicht vorbehaltlos. Sie nimmt eine differenziertere Betrachtung vor. Der grundsätzlich unabhängige E.________ habe geschildert, dass A.B.________ den Beschwerdeführer nach dessen Faustschlag gegen B.C.________ unvermittelt zu Boden gestossen habe. A.B.________, der professioneller Kampfsportler sei, habe den Beschwerdeführer heftig tätlich angegangen. Es erscheine nachvollziehbar, dass D.________ aufgrund dieser unvermittelten Eskalation, die sich binnen kürzester Zeit abgespielt habe, in Panik geraten sei. Darauf habe er im dynamischen Tatgeschehen mit dem Messer auf A.B.________ eingestochen, bevor dieser den Rückzug angetreten habe. Mithin sei anzunehmen, dass sich A.B.________ beim ersten Messerstich durch D.________ noch mitten im Tumult befunden habe und D.________ dem Beschwerdeführer habe zu Hilfe eilen wollen, um diesen vor weiteren Angriffen zu bewahren, indem er A.B.________ das Messer in den Rücken gestochen habe. Entsprechend nimmt die Vorinstanz hier zu Gunsten von D.________ eine Notwehrhilfesituation an. Sie hält aber fest, dass dem Angriff von A.B.________ ein Faustschlag des Beschwerdeführers gegenüber B.C.________ voranging, was die verbale Auseinandersetzung erst auf eine physische Ebene gebracht habe. Hinsichtlich des weiteren Tatverlaufs ist dem angefochtenen Urteil zu entnehmen, er könne nicht erstellt werden, dass auch ein Angriff durch A.C.________ unmittelbar bevorgestanden habe. A.C.________ sei ein Mitläufer, von dem zuvor keine physische Aggression ausgegangen sei. Dementsprechend scheide hier Notwehr oder Notwehrhilfe aus.