Citation: 4C.339/2000 21.03.2001 E. 6

6.- a) Der Beklagte wendet ein, bei Art. 213 Abs. 2 SchKG handle es sich um eine Missbrauchsbestimmung. Da im zu beurteilenden Fall die Vermieterin und nicht der Beklagte gegen die zwingenden Bestimmungen des Mietrechts verstossen habe, sei die Anwendung von Art. 213 Abs. 2 SchKG fragwürdig, zumal dadurch die Gläubigerbank, der die Geldleistung zugegangen sei, begünstigt würde. b) Dem angefochtenen Entscheid ist nicht zu entnehmen, wem die als Kaution gedachte Summe zugeflossen ist. Insoweit ist der Beklagte mit seinem Vorbringen in der Berufung nicht zu hören (Art. 55 Abs. 1 lit. c OG; BGE 126 III 10 E. 2b S. 12; 59 E. 2a S. 65). Das Verrechnungsverbot in Art. 213 Abs. 2 SchKG gilt allgemein und absolut. Es setzt namentlich nicht voraus, dass dem Konkursgläubiger ein unredliches Verhalten zur Last fällt (BGE 101 III 99 E. 5d S. 110 f.; Amonn/Gasser, a.a.O., § 40 N. 46). Die Zulassung der Verrechnung im Konkurs zum vollen Betrag wird vom Gedanken geleitet, dass der Gläubiger nicht die volle Leistung soll erbringen müssen, wenn er selbst nur eine Konkursdividende erhält (Amonn/Gasser, a.a.O., § 40 N. 40). Soweit das Mietobjekt dem Mieter nach Konkurseröffnung weiter zur Verfügung steht und die Konkursmasse den aus dem Mietvertrag erwachsenden Pflichten vollständig nachkommt, erhält der Mieter die volle Gegenleistung für seine Mietzinszahlung, nicht bloss eine Dividende. Bei dieser Konstellation steht die Unzulässigkeit der Verrechnung fälliger Mietzinse mit einer vor Konkurseröffnung gegenüber der Aktiengesellschaft entstandenen Forderung im Einklang mit dem Zweck von Art. 213 SchKG.