Citation: U 103/01 10.12.2001 E. 5

5.- a) Die Vorinstanz hat zur Begründung des angefochtenen Entscheids nach Würdigung der vorhandenen Akten massgeblich auf das umfassende, in sich widerspruchsfreie und schlüssige Gerichtsgutachten des Dr. med. W.________ vom 7. Juli 2000 abgestellt. Er gelangte darin mit nachvollziehbarer Begründung und unter Mitberücksichtigung des Gutachtens des Dr. med. M.________ vom 20. November 1998 zur Beurteilung, die über den Zeitpunkt der Leistungseinstellung (31. Oktober 1997) hinaus weiterhin rezidivierenden Rückenbeschwerden im Bereich der BWS seien mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ursächlich auf die krankheitsbedingte Haltungsinsuffizienz und Dysspondylie zurückzuführen. Allein auf Grund des zeitlichen Zusammenhangs der in der Folge des Unfalles aufgetretenen Rückenbeschwerden lasse sich noch keine Aussage zur Genese der Beschwerden machen. Insbesondere sei auf den Verlauf der Heilbehandlung zu verweisen. Die manualtherapeutische Behandlung des Dr. med. G.________ habe jeweilen zu einer stetigen Besserung geführt, sodass die Behandlung wieder habe abgeschlossen werden können (vgl. z.B. Bericht des Dr. med. G.________ vom 2. April 1992), bevor es später erneut zu einer Verschlechterung gekommen sei. Im Ergebnis steht damit die Beurteilung des Dr. med. W.________ in Einklang mit der Auffassung des Dr. med. T.________, der die unter Belastung schubweise exazerbierenden Schmerzen im Bereiche der oberen BWS zum Zeitpunkt seiner Untersuchung (15. November 1996) der Versicherten als nicht mehr unfallkausal bezeichnete und von einer vorübergehenden, nicht richtunggebenden Verschlimmerung der Beschwerden ausging, auch wenn der Vorzustand (vgl. Erw. 4a hievor) bis zum Unfall stumm, d.h. ohne symptomatische Beschwerden geblieben sei. b) Die von der Beschwerdeführerin dagegen erhobenen Einwände sind nicht stichhaltig. Entgegen ihren Behauptungen hat Dr. med. W.________ sehr wohl die konkreten Umstände des Unfallgeschehens sorgfältig, umfassend und angemessen berücksichtigt. So verkennt er nicht, dass der Rippenthorax anlässlich des Unfalles kontusioniert worden war. Weiter beachtete er die Tatsache, dass der erstbehandelnde Arzt, Dr. med. H.________, am 29. Oktober 1990 unter anderem eine Sternumfraktur als Unfallfolge diagnostiziert hatte, welche derselbe Arzt einen Monat später gestützt auf die vorhandenen Röntgenbilder nur noch für "möglich" hielt. Aus der Berücksichtigung der Krafteinwirkung auf den vorderseitigen Thorax durch den Rückhalt, den der Sicherheitsgurt bei der Frontalkollision ausgeübt hat, ergibt sich kein Widerspruch zur Beurteilung des Gutachters, aus dem radiologischen Befund an der Brustwirbelsäule (auf der dem Sternum gegenüber liegenden Rückseite des Thorax) lasse sich nicht der indirekte Nachweis dafür herleiten, dass "hohe kinetische Energie auf die BWS" eingewirkt habe. Die Beschwerdeführerin verkennt, dass sich in den Akten - abgesehen von der ohne nachvollziehbare Begründung geäusserten Behauptung des die Versicherte behandelnden Dr. med. G.________ vom 9. April 1997 - keine einzige, medizinisch begründete Beurteilung findet, wonach allein anhand der Röntgenbefunde der Beweis für Unfallfolgen an der BWS geführt werden könne. Vielmehr ergaben sich - zuletzt auch bestätigt durch die Ergebnisse der Röntgenuntersuchung vom 2. November 1998 (Gutachten vom 20. November 1998 S. 5) - keine Hinweise auf posttraumatische Läsionen an der Brust- und Lendenwirbelsäule, statt dessen jedoch Befunde (wie Unregelmässigkeiten der Grund- und Deckplatten der mittleren BWS-Etagen sowie diskrete keilförmige Deformationen von BWK 7), die mit krankhaften Veränderungen des Achsenskeletts bei Status nach Morbus Scheuermann vereinbar sind. Weiter wird nunmehr mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde geltend gemacht, die Versicherte habe "beim Unfall einen Schock" erlitten. Für diese Behauptung finden sich in den gesamten Akten bis zur Erstellung des Gutachtens durch Dr. med. M.________ der die Versicherte erstmals acht Jahre nach dem Unfall sah, keinerlei Hinweise. Insbesondere Dr. med. H.________, der die Beschwerdeführerin knapp eine Stunde nach dem Unfall in der Notfallstation des Spital X.________ untersucht hatte, fand eine "klare, orientierte Patientin" ohne Anhaltspunkte für eine Amnesie oder Bewusstlosigkeit. c) Die Schlussfolgerungen gemäss Gutachten des Dr. med. M.________ sind nicht überzeugend. Sie beruhen im Kern auf der vom Eidgenössischen Versicherungsgericht verworfenen Formel "post hoc ergo propter hoc", wonach eine gesundheitliche Schädigung schon dann als durch den Unfall verursacht gilt, weil sie nach diesem aufgetreten ist (BGE 119 V 341 Erw. 2b/bb). Im Übrigen sind keine Gründe ersichtlich oder dargelegt worden, weshalb auf das im Auftrag des kantonalen Gerichts erstellte Obergutachten des Dr. med. W.________ nicht praxisgemäss (BGE 125 V 353 f. Erw. 3b/aa) abgestellt werden könnte. Demnach ist nicht zu beanstanden, dass das kantonale Gericht gestützt auf dieses Obergutachten mit angefochtenem Entscheid zutreffend erkannte, der Status quo sine sei in Bezug auf die Rückenbeschwerden im Bereich der BWS per 1. November 1997 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erreicht worden.