Citation: U 462/00 18.12.2001 E. 3

3.- a) Das kantonale Gericht hat die Adäquanzbeurteilung nach den für psychische Unfallfolgen in BGE 115 V 138 ff. Erw. 6 entwickelten und seither ständig angewandten Rechtsprechung des Eidgenössischen Versicherungsgerichts vorgenommen (bestätigt u.a. in BGE 124 V 44 Erw. 5c/bb und 213 f. Erw. 4b; SVR 1999 UV Nr. 10 S. 31 Erw. 2). Dies ist angesichts des Umstands, dass die ausgeprägte psychische Problematik der Versicherten - selbst bei Vorliegen von Beschwerden eines Schleudertraumas der HWS - jedenfalls klar im Vordergrund steht, korrekt (BGE 123 V 99 Erw. 2a mit Hinweisen; vgl. Erw. 1 in fine hievor). b) Ausgehend vom augenfälligen Geschehensablauf hat die Vorinstanz den Unfall vom 19. November 1984 im Rahmen der Einteilung, wie sie für die Belange der Adäquanzbeurteilung Anwendung findet (BGE 115 V 138 ff. Erw. 6), angesichts der Judikatur (dargestellt u.a. in RKUV 1999 Nr. U 330 S. 122 ff. Erw. 4b/bb sowie 1995 Nr. U 215 S. 91 Erw. b) zu Recht - entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin - den mittelschweren Ereignissen zugeordnet. Im Lichte der folglich heranzuziehenden, in BGE 115 V 140 Erw. 6c/aa aufgelisteten Kriterien hat sie ferner mit eingehender Begründung das Vorliegen von körperlichen Dauerschmerzen, einer ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung sowie einer ärztlichen Fehlbehandlung bejaht. Auf diese Erwägungen ist vollumfänglich zu verweisen. In der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird nichts geltend gemacht, was diese Schlussfolgerungen in Zweifel ziehen könnte. Namentlich kann keine Rede davon sein, dass die ärztliche Behandlung der somatischen Unfallfolgen bereits im Dezember 1984 abgeschlossen war. Laut Bericht des Dr. med. S.________ vom 18. August 1986 litt die Versicherte in jenem Zeitpunkt bereits seit einigen Monaten wiederum an starken Kopfschmerzen, welche gemäss gutachtlichen Ausführungen desselben Arztes vom 8. September 1993, der Frau Dr. med. C.________ vom 15. Mai 1995 sowie des Prof. Dr. med. X.________ vom 2. Februar 1998 und nach Arztbericht des Dr. med. T.________ vom 14. Dezember 1996 auch in den späteren Jahren trotz medikamentöser und therapeutischer Massnahmen persistierten. Ferner klagte die Beschwerdegegnerin anfangs 1990 gegenüber ihrem Hausarzt Dr. med. T.________ über erneut verstärkt auftretende zervikale Beschwerden mit damit verbundenem Schwindelgefühl. Dieser überwies sie hierauf an den Chiropraktor Dr. A.________, der mit Bericht vom 24. April 1990 ein rezidivierendes Zervikalsyndrom mit zervikocephaler Symptomatik und im Bericht vom 9. Juli 1993, nachdem sich die Beschwerden wiederum intensiviert hatten, ein rezividierendes Zervikocephalsyndrom mit segmentaler Instabilität der mittleren HWS bei Status nach Deflexionstrauma der HWS diagnostizierte. In seinem Gutachten vom 8. September 1993 sprach Dr. med. S.________ ebenfalls von seit Jahren bestehenden Beschwerden ("Verspannungen") im Nackenbereich und auch der in der Praxis des Dr. A.________ tätige Dr. K.________ stellte mit Bericht vom 15. Dezember 1996 die Diagnose eines rezidivierenden posttraumatischen Zervikalsyndroms, wobei er unter der Rubrik "Bisherige Behandlungen" die Zeiten vom 12. Januar bis 27. März 1995, vom 21. August bis 11. Oktober 1995 und vom 9. Januar bis 13. Februar 1996 angab. Ferner betonte die Versicherte auch gegenüber Prof. Dr. med. X.________ - wie dessen Gutachten vom 2. Februar 1998 zu entnehmen ist - die weitgehend persistierenden Nackenbeschwerden. Angesichts dieser medizinischen Aktenlage sind die Adäquanzkriterien der körperlichen Dauerschmerzen wie auch der ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung zweifelsfrei in ausgeprägter Form erfüllt, was praxisgemäss bei Unfällen, die dem mittelschweren Bereich angehören, zur Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhanges genügt (BGE 115 V 140 Erw. 6c/bb). Ob das Kriterium der ärztlichen Fehlbehandlung ebenfalls als gegeben erachtet werden muss, kann damit dahingestellt bleiben. Mit der Vorinstanz ist es namentlich im Hinblick auf die Beurteilung durch Dr. med. W.________ in dessen Gutachten vom 30. Juni 1998, wonach die Unterlassung einer schon sehr bald nach dem Unfall objektiv notwendigen psychotherapeutischen Aufarbeitung zur späteren Verschlimmerung der psychischen Beschwerden beitrug, indes eher zu bejahen.