Citation: 8C_198/2023 E. 5.1

5.1. Das kantonale Gericht liess offen, ob das Wiederaufnahmebegehren überhaupt fristgerecht eingereicht wurde und das ZVMB-Gutachten beweiskräftig sei. Es gelangte jedoch zur Auffassung, dass sich aus dem Observationsmaterial, dem ZVMB-Gutachten und dessen Würdigung gemäss RAD-ärztlicher Beurteilung vom 23. November 2021 in Bezug auf den Sachverhalt, wie er sich bis zum 22. Januar 2013 verwirklicht hatte und für den Ausgang des Verfahren IV 2013/90 entscheidwesentlich war, offenkundig keine relevanten neuen Tatsachen zeigten, welche eine Wiederaufnahme dieses Verfahrens rechtfertigen würden. Mit dem Beschwerdegegner wäre es der Beschwerdeführerin bei der ihr zumutbaren Sorgfalt möglich gewesen, die von ihr vorgebrachten Mängel an der medizinischen Sachverhaltsfeststellung gemäss kantonalem Entscheid vom 13. Mai 2015 damals mit einem ordentlichen Rechtsmittel geltend zu machen. Denn die Rechtsfragen, ob eine Aggravation oder Simulation oder andere ärztliche Feststellungen eine Invalidität ausschlössen, hätte das Bundesgericht mit voller Kognition geprüft (Art. 95 lit. a BGG). Infolge offenkundig nicht erfüllter Voraussetzungen für eine prozessuale Revision im Sinne von Art. 61 lit. i ATSG in Verbindung mit Art. 81 Abs. 1 lit. c VRP/SG (E. 4) trat die Vorinstanz auf das Wiederaufnahmegesuch nicht ein.