Citation: 7B_134/2023 E. A

A.a. A.________ unterzeichnete am 7. Oktober 2014 namens der C.________ AG einen Darlehensvertrag mit der estnischen Gesellschaft D.________ OÜ. Darin verpflichte sich die D.________ OÜ, der C.________ AG ein Darlehen über EUR 1'500'000.-- für den Zeitraum von zwei Jahren zum Zinssatz von 9.75 % pro Jahr auszurichten. Das Darlehen wurde durch die Verpfändung von 40 % des Aktienbestands der C.________ AG an die D.________ OÜ abgesichert. Nebst dem verpflichtete sich A.________, für das Darlehen persönlich zu bürgen. A.b. Vorgängig, d.h. am 7. August 2014, war es zu einem Treffen zwischen A.________ und E.________ von der D.________ OÜ gekommen, bei dem es um die Darlegung der wirtschaftlichen Lage der C.________ AG ging. A.________ händigte E.________ dabei zwei Jahresrechnungen der C.________ AG aus. Diese trugen auf jeder Seite die Unterschrift von A.________ sowie der Firmenstempel der C.________ AG. Per 31. Dezember 2012 wies die Bilanz Aktiven in der Höhe von Fr. 18'139'833.30 und Fremdkapital in der Höhe von Fr. 17'154'134.30 aus. Als Eigenkapital wurden für das Jahr 2012 Fr. 985'607.85 bilanziert, dies bei einem Aktienkapital von Fr. 1'200'000.-- (d.h. Unterbilanz). Im Jahr 2012 erzielte die C.________ AG einen Gewinn von Fr. 189'479.20. Per 31. Dezember 2013 wies die Bilanz Aktiven in der Höhe von Fr. 22'465'097.55 und Fremdkapital in der Höhe von Fr. 21'675'124.70 aus. Als Eigenkapital wurden für das Jahr 2013 Fr. 789'972.85 bilanziert bei einem Aktienkapital von Fr. 1'200'000.-- (d.h. Unterbilanz). Im Jahr 2013 erzielte die C.________ AG gemäss der vorgelegten Jahresrechnung 2013 einen Verlust von Fr. 195'635.--. Im Gegensatz zur gegenüber E.________ am 7. August 2014 vorgelegten Jahresrechnung 2013 war der effektive Verlust der C.________ AG im Geschäftsjahr 2013 aufgrund der unterlassenen Wertberichtigung einer Forderung gegenüber der Gesellschaft F.________ um knapp USD 1'000'000.-- höher ausgefallen. Diese Forderung wurde bereits mit einer Rechnung vom 14. Oktober 2012 an die F.________ fakturiert. Im August 2014 war sie seit mehr als 22 Monaten noch im - nicht wertberichtigten - Umfang von USD 997'658.92 als offener Debitor und damit als Aktivum verbucht. A.c. Am 15. August 2014 wandte sich die Revisorin G.________ AG an A.________. Dieser wurde aufgefordert, bis am 31. August 2014 diverse Nachweise hinsichtlich der Werthaltigkeit der Forderung gegen die F.________ zu erbringen. Genannt wurden unter anderem die Lieferscheine bzw. Ladedokumente, eine Schuldanerkennung, ein Ratenzahlungsplan sowie Informationen über die F.________ betreffend deren Liquidität. Am 19. August 2014 übermittelte A.________ der Revisionsstelle die Verschiffungsdokumente für die Lieferung an die F.________ und später auch Informationen betreffend deren Insolvenzverfahren. Gestützt auf diese Unterlagen entgegnete der für die Revisorin tätige H.________, dass den Unterlagen keine Informationen betreffend die Werthaltigkeit der Forderungen der C.________ AG entnommen werden könnten. A.________ antwortete darauf mit E-Mail vom 12. September 2014, der Liquidator der F.________ sei zuversichtlich, dass die offenen Forderungen (als wesentliche Aktiven der F.________ im Umfang von ca. EUR 11'400'000.--) mittels Prozessen eingetrieben und damit die offenen Schulden bezahlt werden könnten. Daraufhin antwortete H.________, es würden insbesondere Hinweise dafür fehlen, dass die Schuld gegenüber der C.________ AG bestätigt sei und dass diese im Insolvenzverfahren ihre Forderung voll oder zumindest teilweise gedeckt erhalte. Weiter sei unklar, wie sich die aktuelle Vermögenslage der F.________ effektiv gestalte. Eine Wertberichtigung sei zwingend. A.________ werde Frist bis am 30. September 2014 gesetzt, um die Werthaltigkeit der Forderung doch noch nachzuweisen. Am 10. Oktober 2014 teilte H.________ schliesslich mit, dass die G.________ AG den Revisionsbericht nun vorbereiten würde. Die G.________ AG erstattete am 23. Oktober 2014 ihren Revisionsbericht. Darin wird festgehalten, dass die Jahresrechnung 2013 den gesetzlichen Bestimmungen entspreche. Die Revisionsstelle wies indessen auch auf die Überschuldung der C.________ AG hin. Im Unterschied zu den von A.________ am 7. August 2014 an E.________ übergebenen Jahresrechnung 2013 enthielt die revidierte Jahresrechnung 2013 eine Wertberichtigung mit der Bezeichnung "./. Provision for bad debts", die den Forderungsbestand um den Betrag von USD 997'658.92 bzw. Fr. 887'317.85 reduzierte. Aufgrund der Wertberichtigung der Aktiven im genannten Umfang musste auch eine entsprechende Aufwandsposition mit der gleichen Bezeichnung verbucht werden, womit sich der Jahresverlust 2013 um den gleichen Betrag erhöhte. Der Jahresverlust vor Steuern betrug letztlich USD 1'188'528.54 bzw. Fr. 1'098'794.60, derjenige nach Steuern USD 1'188'920.11 bzw. Fr. 1'099'156.60. A.d. Am 8. Dezember 2015 ersuchte die D.________ OÜ die C.________ AG um Rückzahlung des Darlehens über EUR 1'500'000.--. Zwei Tage später bekräftigte A.________ seinen Willen, das Darlehen zurückzahlen zu können und bot die Schuldenamortisierung bis Ende 2018 an. Dabei erklärte er, die C.________ AG sei aufgrund von Rechtsstreitigkeiten, offenen Forderungen und dem Rückzug eines Investors finanziell in einem sehr schlechten Zustand. Die Gesellschaft habe keine Aktiven mehr. Er selber sei auch insolvent und müsste den Privatkonkurs erklären, wenn er für die Bürgschaft belangt würde. Die Schuld über EUR 1'500'000.-- gegenüber der D.________ OÜ wurde in der Folge nie vollständig oder teilweise getilgt - weder von A.________ noch von der C.________ AG.