Citation: 9C_639/2015 E. 4.1

4.1. Die lebenspraktische Begleitung stellt zwar ein eigenständiges Institut der Hilfe dar (vgl. E. 2.2 hievor). Dies bedeutet indes nicht, dass jene Tätigkeiten, welche unter dem Gesichtspunkt der Hilfsbedürftigkeit bei den sechs alltäglichen Lebensverrichtungen relevant sind, grundsätzlich nicht Regelungsgegenstand des Instituts der lebenspraktischen Begleitung sein können. Vielmehr lassen sich Überschneidungen bei den beiden Instituten rechtsprechungsgemäss nicht verhindern (Urteil 9C_691/2014 vom 11. Dezember 2014 E. 4.1 mit Hinweis auf 9C_135/2014 vom 14. Mai 2014 E. 4.3.1). In Bezug auf solche Überschneidungen hält Rz. 8048 KSIH unter Hinweis auf das genannte Urteil 9C_691/2014 unmissverständlich fest, dass gleiche Hilfestellungen nur einmal - wobei die Hilfe bei der Pflege gesellschaftlicher Kontakte explizit als Beispiel genannt wird - berücksichtigt werden dürfen. Dass dieses Verbot einer Doppelberücksichtigung, wie die Beschwerdeführerin einzig unter Hinweis auf Rz. 8024 KSIH behauptet, nur bei Einschränkungen der Fortbewegung aus psychischen Gründen gilt, geht weder aus dem Kreisschreiben hervor noch erscheint eine solche Ungleichbehandlung psychischer und physischer Einschränkungen statthaft. Die Beschwerdeführerin verkennt, dass Rz. 8024 KSIH lediglich festhält, dass diejenige Kontaktpflege, welche - insbesondere bei psychisch behinderten Personen - zur Vorbeugung einer dauernden Isolation erfolgt, ausschliesslich Regelungstatbestand des Instituts der lebenspraktischen Begleitung ist. Demgegenüber erfasst die Hilfe bei der Teilfunktion "Pflege gesellschaftlicher Kontakte" nur die zwischenmenschlichen Beziehungen, wie sie der Alltag mit sich bringt (vgl. Rz. 8023 KSIH; Urteil 8C_994/2010 vom 20. Juni 2011 E. 5.1 mit Hinweisen). Dass die Beschwerdeführerin einer Kontaktpflege zur Vorbeugung einer dauernden Isolation bedürfte, macht sie indes zu Recht nicht geltend (vgl. nachfolgend E. 4.2).