Citation: 5A_677/2022 E. 4.2.1

4.2.1. Dazu erwog das Obergericht, in welcher Wohneinheit C.________ untergebracht gewesen sei, sei unerheblich. An der Obergeschosswohnung habe ohnehin kein Wohnrecht der Beschwerdeführerin bestanden. Solange sie im Einfamilienhaus wohne, habe sie darüber hinaus keinen Anspruch auf gleichzeitige Nutzung oder Vermietung der Parterrewohnung. Dass C.________ mit ihr im Einfamilienhaus gelebt hätte, bringe die Beschwerdeführerin nicht vor. Selbst wenn dies der Fall gewesen sein sollte, hätte das Wohnrecht die Berufungsklägerin nicht dazu ermächtigt, C.________ bei sich aufzunehmen. Wie das Regionalgericht zu Recht festgehalten habe, umfasse das Wohnrecht nur die Beschwerdeführerin. Bei C.________ handle es sich weder um einen Hausgenossen noch um einen Familienangehörigen, mit dem das Zusammenleben als das Normale erscheine. Eine analoge Anwendung von Art. 777 Abs. 2 ZGB scheide daher aus. Die Beschwerdeführerin sei folglich in keiner der beiden Wohnungen zur Vermietung an C.________ berechtigt gewesen.