Citation: 7B_1172/2024 E. 3.2.1

3.2.1. Bei den in Art. 221 Abs. 1 lit. c StPO verlangten Vortaten muss es sich um Verbrechen oder schwere Vergehen gegen gleiche oder gleichartige Rechtsgüter gehandelt haben, wie sie im hängigen Untersuchungsverfahren massgeblich sind und wie sie in Zukunft zu befürchten sind (BGE 146 IV 136 E. 2.2; 143 IV 9 E. 2.3.1). Die früher begangenen gleichartigen Straftaten konnten sich nach der bisherigen Rechtsprechung zu Art. 221 Abs. 1 lit. c StPO nicht nur aus rechtskräftigen Verurteilungen ergeben, sondern auch aus einem noch hängigen Strafverfahren, sofern mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit feststand, dass die beschuldigte Person solche Straftaten begangen hatte (vgl. BGE 150 IV 149 E. 3.1.3; 143 IV 9 E. 2.3.1; 137 IV 84 E. 3.2 mit Hinweisen). Das Bundesgericht hat jüngst entschieden, dass seit der per 1. Januar 2024 in Kraft getretenen Revision des Haftrechts (AS 2023 468) als Vortaten nurmehr rechtskräftige Verurteilungen verlangt sind (vgl. Urteile 7B_1035/2024 vom 19. November 2024 E. 2, zur Publikation vorgesehen; 7B_1124/2024 vom 29. November 2024 E. 3.3.2).