Citation: 6B_1368/2020 E. 4.4.5

4.4.5. Was seine wirtschaftliche Integration in der Schweiz angeht, ist dem Beschwerdeführer zugute zu halten, dass er an verschiedenen Orten, unter anderem als Küchenhilfe, arbeitete und zurzeit im Detailhandel angestellt ist, wo er zum Gruppenchef aufgestiegen ist. Er erzielt ein regelmässiges Einkommen und hat keine Schulden. Seine wirtschaftliche Eingliederung ist mit der Vorinstanz insgesamt als weitgehend gelungen zu bezeichnen. Sie ist zugleich das zentrale Element, das für einen schweren persönlichen Härtefall sprechen könnte, vermag diesen in der Gesamtbetrachtung aber nicht zu begründen. Zu seiner sozialen Integration erwägt die Vorinstanz, dass der Beschwerdeführer nach 12 Jahren im Land Deutsch spricht und Schweizerdeutsch versteht, was grundsätzlich auf eine gute Verbindung zum Land schliessen lässt. Allerdings verkehrt er vorwiegend mit Landsleuten aus Somalia. Spielt sich das gesellschaftliche Leben einer ausländischen Person primär mit Angehörigen des eigenen Landes ab, spricht dies eher gegen die Annahme einer hinreichenden Integration (vgl. BGE 146 IV 105 E. 3.4.4; Urteile 6B_689/2019 vom 25. Oktober 2019 E. 1.7.2 mit Hinweis; 2C_221/2019 vom 25. Juli 2019 E. 2.3 mit Hinweisen). Selbst wenn der Beschwerdeführer in der Schweiz über einen "grossen Freundeskreis" verfügte, wovon die Vorinstanz nicht ausgehen musste (E. 4.4.2 hiervor), könnte er diese Freundschaften in zumutbarer Weise und - etwa im Vergleich mit Beziehungen innerhalb der Kernfamilie (d.h. die Gemeinschaft der Ehegatten mit ihren minderjährigen Kindern; BGE 145 I 227 E. 5.3; 144 I 266 E. 3.3; 144 II 1 E. 6.1; je mit Hinweisen) - ohne grössere Einschränkungen auch auf andere Weise pflegen (Telefon- und Videokontakte, Ferienbesuche etc.). Eine Integration, die sich durch besonders intensive Beziehungen auszeichnet und bei einer Ausweisung aus der Schweiz zu einer eigentlichen Entwurzelung führen würde, liegt jedenfalls nicht vor.