Citation: 4A_415/2023 E. 5.4.1

5.4.1. Sie stört sich daran, dass die Vorinstanz Feststellungen zu medizinischen Tatsachen getroffen habe, die von keiner Partei "jemals" behauptet und von keinem medizinischen Sachverständigen im vorliegenden Verfahren "jemals" in Erwägung gezogen worden seien. Dies verletze die Verhandlungsmaxime (Art. 55 Abs. 1 ZPO). Eine Missachtung von Art. 55 Abs. 1 ZPO liegt entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin nicht vor: Die Vorinstanz gelangte zum Beweisergebnis, dass eine sekundäre Perforation vorliege. Gerade dies bildete Kern der Behauptungen der Beschwerdegegnerin im kantonalen Verfahren. Dass das Obergericht die medizinischen Vorgänge und die im Recht liegenden Gutachten allenfalls anders deutete als dies die Beschwerdegegnerin tat, stellt für sich genommen keine Verletzung des Verhandlungsgrundsatzes dar, sondern betrifft die Beweiswürdigung.