Citation: 6B_217/2020 E. 6.4

6.4. Den vorinstanzlichen Erwägungen ist nichts beizufügen. Die Beschwerdegegnerin 2 befand sich in einem lebensbedrohlichen Zustand, was der Beschwerdeführer unter anderem aufgrund der eingetretenen Gesichtslähmung und der Sprachschwierigkeiten erkannt hatte. Wie die Vorinstanz zu Recht ausführt, wäre er verpflichtet gewesen, eine Ambulanz zu rufen. Die Beschwerdegegnerin 2 forderte ihn sogar explizit auf, die Ambulanz zu rufen. Diese Pflicht hätte selbst dann bestanden, wenn die Behauptung des Beschwerdeführers zutreffen würde, wonach die Beschwerdegegnerin 2 ihm verboten habe, eine Ambulanz zu rufen. Die Beschwerdegegnerin 2 dürfte jedenfalls kaum in der Lage gewesen sein, die Situation selbst richtig einzuschätzen. Dass aufgrund der Ernsthaftigkeit der Lage, in der sich die Beschwerdegegnerin 2 befand, unverzügliches Handeln geboten war, muss beim Beschwerdeführer umso mehr als bekannt vorausgesetzt werden, als er im Gesundheitsbereich tätig ist und über die Gefahr eines Hirnschlags Bescheid wusste. Die Vorinstanz verurteilte den Beschwerdeführer zu Recht wegen Unterlassung der Nothilfe.