Citation: 2C_914/2013 E. 2.4.3

2.4.3. Dazu ist Folgendes zu sagen: Praxisgemäss können neben der eigentlichen Kernfamilie (dazu BGE 140 I 77 E. 5.1 S. 80; Urteil 2C_605/2012 vom 20. Februar 2013 E. 3.2; Urteil des EGMR Vasquez gegen Schweiz vom 26. November 2013 [1785/08] § 48) auch nicht rechtlich begründete familiäre Verhältnisse in den Schutzbereich von Art. 8 EMRK fallen. Soweit die betreffende Person unverheiratet ist, hat sie nachzuweisen, dass die partnerschaftliche Beziehung seit langer Zeit und in eheähnlicher Weise gelebt wird. In der Praxis setzt dies den Bestand eines Konkubinats voraus, d. h. das Zusammenleben in gemeinsamem Haushalt. Die in gemeinsamem Haushalt gelebte Beziehung muss in qualitativer Hinsicht bezüglich Art und Stabilität einer Ehe gleichkommen. Wesentlich ist die Natur und Länge der Beziehung sowie das Interesse und die Bindung aneinander, etwa durch Kinder oder andere Umstände wie die Übernahme von wechselseitiger Verantwortung (Urteil 2C_458/2013 vom 23. Februar 2014 E. 2.1; BGE 135 I 143 E. 3.1 S. 148; Entscheide des EGMR Serife Yigit gegen Türkei vom 2. November 2010 [3976/05] § 93 und 96; A. W. Khan gegen Vereinigtes Königreich vom 12. Januar 2010 [47486/06] § 34 f.).