Citation: 5D_103/2023 E. 4.2

4.2. Weiter hält die Beschwerdeführerin daran fest, sie könne zur Bezahlung einer Genugtuung wegen ehrverletzender Äusserungen nur unter der Voraussetzung verurteilt werden, dass ein diesbezügliches Strafurteil gegen sie ergangen ist. Nachdem dies nicht der Fall sei, seien Art. 30 BV und Art. 6 EMRK sowie die Aufsichtspflicht des Obergerichts nach § 80 Abs. 1 des zürcherischen Gesetzes über die Gerichts- und Behördenorganisation im Zivil- und Strafprozess vom 10. Mai 2010 (LS 211.1) verletzt. Auch dieser Rüge kann kein Erfolg beschieden sein. Soweit die Beschwerdeführerin abermals die sachliche Zuständigkeit des Bezirksgerichts in Frage stellen will, übersieht sie die vorinstanzlichen Erwägungen, wonach es im vorliegenden Verfahren nicht um die Verfolgung und Beurteilung einer Straftat, sondern darum geht, dass der Beschwerdegegner sie für eine Genugtuungsforderung wegen Persönlichkeitsverletzung im Betrag von Fr. 1'000.-- betrieben hat und sie nun im Zivilverfahren gestützt auf Art. 85a SchKG klageweise den Bestand dieser Forderung bestreitet. Ebenso stellt schon das Obergericht klar, dass die Entstehung einer Genugtuungsforderung wegen Persönlichkeitsverletzung nach Art. 49 OR kein rechtskräftiges Strafurteil voraussetzt. Auf die diesbezüglichen Erwägungen des angefochtenen Entscheids, mit denen sich die Beschwerdeführerin in keiner Weise auseinandersetzt, kann verwiesen werden (Art. 109 Abs. 3 Satz 2 BGG). Allein mit der Behauptung, Art. 30 BV und Art. 6 EMRK seien verletzt, genügt die Beschwerdeführerin den Begründungsanforderungen (s. oben E. 2) nicht. Dasselbe gilt für die geltend gemachte "grobe Verletzung" der erwähnten kantonalen Vorschrift, soweit darin der Vorwurf der willkürlichen Anwendung dieser Norm erblickt werden kann.