Citation: 2P.137/2004 19.10.2004 E. 4.2

4.2.1 Die Beschwerdeführerin wirft dem Regierungsrat weiter eine formelle Rechtsverweigerung vor, weil er seine Kognition unzulässigerweise auch in Fragen beschränkt habe (vgl. E. 3.2.3), welche das "Prüfungsfundament" beträfen. Mit diesem letzteren Ausdruck scheint insbesondere der Bereich der Aufgabenstellung gemeint zu sein. Die Beschwerdeführerin verkennt, dass praxisgemäss die gesamte materielle Beurteilung des Examens - einschliesslich einer allfälligen Kritik an der Aufgabenstellung - einer Kognitionsbeschränkung zugänglich ist (vgl. E. 2). 4.2.2 Die Beschwerdeführerin rügt eine rechtsungleiche Behandlung hinsichtlich der Bewertung des Pfandbegehrens, welches sie im Rahmen der ersten Aufgabe zu verfassen hatte (vgl. oben E. 3.2.1). Sie macht zudem geltend, es stelle eine formelle Rechtsverweigerung dar, dass die angebliche Fehlerhaftigkeit ihres Pfandbegehrens bei der Benotung - wenn auch nur schwach - berücksichtigt worden sei. Bei den übrigen Kandidaten, welche angesichts der (zu) knapp bemessenen Zeit gar kein Pfandbegehren verfasst hätten, sei dieser Umstand von der Prüfungskommission nämlich "nicht negativ gewertet" worden. Die Beschwerdeführerin verkennt mit dieser Argumentation, dass das Bundesgericht nicht unmittelbar die Art und Weise der (erstinstanzlichen) Bewertung ihrer Examensleistung überprüfen kann. Weiter wäre die Frage, ob der Regierungsrat als Rechtsmittelbehörde seine Kognition unzulässigerweise beschränkt hat, indem er eine gerügte ungleiche Anwendung von Bewertungsgrundsätzen nicht frei prüfte, zunächst dem kantonalen Verwaltungsgericht zu unterbreiten gewesen. Im betreffenden Verfahren hat die Beschwerdeführerin jedoch nichts Entsprechendes geltend gemacht. Auch vor Bundesgericht kritisiert sie letztlich ausschliesslich das Vorgehen der Prüfungskommission; die hier streitige angebliche Ungleichbehandlung hatte sie zudem im Verfahren vor dem Regierungsrat überhaupt nicht beanstandet, so dass dieser die betreffende Rüge gar nicht - weder frei noch beschränkt - beurteilen konnte. 4.2.3 Die gleiche Fehlüberlegung unterläuft der Beschwerdeführerin bezüglich der Rüge, die Prüfungskommission habe bei der Korrektur der zweiten Aufgabe unterschiedliche Bewertungsgrundsätze angewandt.