Citation: 2A.33/2002 01.03.2002 E. 4

4.- Was die Beschwerdeführer dagegen vorbringen, dringt nicht durch. Zum einen machen sie geltend, es bestehe kein sachlicher Grund für die Verkürzung der Beschwerdefrist auf 10 Tage, wenn der Beschwerdeführer durch ein unverschuldetes Ereignis abgehalten worden sei, rechtzeitig Beschwerde zu erheben. Art. 35 Abs. 1 OG ist indessen klar und eindeutig und lässt keinen Interpretationsspielraum offen. Danach beträgt die Frist für die Wiederherstellung gegen das Versäumnis zehn Tage und beginnt die Frist mit dem Wegfall des Hindernisses zu laufen. An diese gesetzliche Regelung ist das Bundesgericht gebunden. Andererseits machen die Beschwerdeführer geltend, Art. 146 DBG sei Bestandteil der im Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer getroffenen einheitlichen Fristenregelungen, weshalb diese Vorschrift als Sonderbestimmung dem Art. 35 OG vorgehe. Über Art. 146 DBG finde auch Art. 133 Abs. 3 DBG, der die verspätete Einsprache bis 30 Tage nach Wegfall des Hinderungsgrundes zulasse, analog auf die Wiederherstellung der Frist für die Verwaltungsgerichtsbeschwerde Anwendung. Art. 146 DBG ist indessen keine Sondervorschrift. Er wiederholt nur, was bereits aufgrund der Art. 97 ff. OG und der diesbezüglichen Praxis gilt. Es kann daraus nicht abgeleitet werden, Art. 146 DBG führe für die Verwaltungsgerichtsbeschwerde eine gegenüber dem Bundesrechtspflegegesetz abweichende Ordnung ein. Vielmehr ist das Verfahren der Verwaltungsgerichtsbeschwerde für die verschiedenen Bereiche des materiellen Bundesverwaltungsrechts einheitlich im Bundesrechtspflegegesetz geordnet. Dass Art. 146 DBG - im Gegensatz zu Art. 112 Abs. 1 des früheren Bundesratsbeschlusses über die Erhebung einer direkten Bundessteuer vom 9. Dezember 1940 (BdBSt) - die Artikel 97 ff. OG betreffend die Verwaltungsgerichtsbeschwerde nicht mehr ausdrücklich erwähnt, vermag keinen sachlichen Unterschied zu begründen. Das Fristwiederherstellungsgesuch ist offensichtlich verspätet und damit unzulässig.