Citation: 8C_549/2023 E. 3

Das kantonale Gericht stellte zunächst zutreffend fest, dass angesichts der hier streitigen Rentenaufhebung per 31. Oktober 2018 die bis 31. Dezember 2021 gültig gewesene Fassung des IVG (und nicht der am 1. Januar 2022 in Kraft getretenen Änderungen [Weiterentwicklung der IV WEIV]) anzuwenden ist, auch wenn die dem angefochtenen Urteil zugrunde liegende Verfügung nach dem 1. Januar 2022 erging (Urteile 8C_435/2023 vom 27. Mai 2024; 8C_385/2023 vom 30. November 2023 E. 2 mit Hinweisen). Es wird des Weiteren auf die zutreffende vorinstanzliche Darstellung der Bestimmung über die Rentenrevision (Art. 17 ATSG) verwiesen. Hervorzuheben ist, dass eine Revision der Invalidenrente bei jeder wesentlichen Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen zu erfolgen hat, wenn diese geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Dies gilt nicht nur für wesentliche Veränderungen des Gesundheitszustandes, sondern auch für erhebliche Veränderungen der erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes (BGE 130 V 343 E. 3.5). Richtig wiedergegeben wird im angefochtenen Urteil die dabei zu beachtende Regel, dass der Rentenanspruch bei gegebenem Revisionsgrund für den Zeitpunkt der Revisionsverfügung in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht umfassend ("allseitig") neu zu prüfen ist (BGE 144 I 28 E. 2.2; 141 V 9 E. 2.3; 134 V 131 E. 3). Zutreffend dargestellt werden im angefochtenen Urteil schliesslich die zu beachtenden Regeln über den Beweiswert von ärztlichen Berichten und Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a mit Hinweis). Hervorzuheben ist diesbezüglich, dass auf ein versicherungsexternes Gutachten praxisgemäss abzustellen ist, sofern nicht konkrete Indizien gegen dessen Zuverlässigkeit sprechen (BGE 137 V 210 E. 1.3.4; 135 V 465 E. 4.4; 125 V 351 E. 3b/bb). Die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag der therapeutisch tätigen (Fach-) Person einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits (BGE 124 I 170 E. 4) lässt es rechtsprechungsgemäss nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Arztpersonen beziehungsweise Therapiekräfte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil diese wichtige - und nicht rein subjektiver Interpretation entspringende - Aspekte benennen, die bei der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (BGE 135 V 465 E. 4.5; 125 V 351 E. 3b/cc; SVR 2017 IV Nr. 7 S. 19, 9C_793/2015 E. 4.1; Urteile 8C_630/2020 vom 28. Januar 2021 E. 4.2.1; 8C_370/2020 vom 15. Oktober 2020 E. 7.2).