Citation: I 722/02 18.03.2003 E. 2

2.1 Die IV-Stelle führt in ihrer Verfügung vom 29. November 2001 aus, der Beschwerdeführer weise seit dem Unfall vom 26. Dezember 1994 nebst den suvaversicherten Unfallfolgen keine andern nennenswerten Gesundheitsschäden auf, welche die Arbeitsfähigkeit beeinflussten, weshalb grundsätzlich kein anderer Invaliditätsgrad als bei der SUVA angenommen werden dürfe. Ab 1. Januar 2001 sei die Erwerbsfähigkeit gemäss Verfügung der SUVA vom 12. Januar 2001 unter Berücksichtigung der Unfallfolgen auf 50 % festzusetzen. Es sei dem Versicherten laut dieser Verfügung eine körperlich nicht belastende, vorwiegend in sitzender Position auszuübende Tätigkeit unter gebotener zusätzlicher Möglichkeit flexibler Pausen ganztags zumutbar. Bei einer solchen, den Unfallfolgen angepassten Tätigkeit sollte der Beschwerdeführer in der Lage sein, die Hälfte des Verdienstes zu realisieren, den er heute ohne Unfallfolgen erwirtschaften könnte, weshalb ab 1. Januar 2002 eine halbe Rente auszurichten sei. 2.2 Nach beschwerdeweisem Weiterzug dieser Verfügung hat die IV-Stelle die Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung vom 21. Januar 2002 darum ersucht, ihre Revisionsverfügung mit der substituierten Begründung der zweifellosen Unrichtigkeit der ursprünglichen Rentenverfügung zu schützen. Sie wies darauf hin, dass bei Erlass der ursprünglichen Verfügung auf die medizinisch-theoretische Arbeitsunfähigkeit und nicht auf die daraus resultierende Auswirkung auf die Erwerbsfähigkeit abgestellt worden sei. Gemäss spezialärztlicher Untersuchung der SUVA durch Dr. med. P.________ vom 25. November 1997 sei dem Versicherten damals eine körperlich wechselbelastende, kaum oder gar keine Lastenmanipulationen beinhaltende Tätigkeit zumutbar gewesen. In seinem Bericht vom 11. Dezember 1997 habe sodann der Berufsberater als Schlussfolgerung festgehalten, der Versicherte zeige eine demonstrative Schonhaltung und baue sich eine Identität als Invalider auf. Berufliche Massnahmen seien nicht möglich und der Versicherungsfall sei nach Zumutbarkeit abzuschliessen. Es sei offensichtlich, dass damals die Aufnahme einer Tätigkeit durch den Versicherten weder unter dem Gesichtspunkt der Selbsteingliederungspflicht noch der Zumutbarkeit überprüft worden sei. Bereits zu dieser Zeit hätte eine Festsetzung des Invaliditätsgrades anhand eines Einkommensvergleichs unter Beizug von Tabellenlöhnen erfolgen müssen. Da sich die Verhältnisse und damit die Bemessungsgrundlagen seither nicht verändert hätten, sei davon auszugehen, dass bereits damals lediglich eine halbe Rente hätte zugesprochen werden dürfen. In Anbetracht der erheblichen Bedeutung der Berichtigung seien die Voraussetzungen für eine Wiedererwägung gegeben. 2.3 Die Vorinstanz stellte nach Würdigung der Aktenlage fest, dass seit dem Zeitpunkt der Zusprechung einer ganzen Rente im Juni 1998 bzw. der revisionsweisen Bestätigungen im Mai 1999 und April 2000 bis zum Zeitpunkt der Herabsetzung auf eine halbe Rente im November 2001 weder in gesundheitlicher noch in erwerblicher Hinsicht eine unter dem Gesichtswinkel von Art. 41 IVG beachtliche Änderung des Zustandes eingetreten ist. Indessen habe sich die IV-Stelle bei ihrer ursprünglichen Verfügung trotz eindeutiger Hinweise der Ärzte und des Psychologen lediglich auf die Arbeitsunfähigkeit abgestützt und es entgegen den grundlegenden Prinzipien der Invalidenversicherung unterlassen, eine Berechnung des Invaliditätsgrades anhand der zumutbaren Erwerbstätigkeit vorzunehmen. Unter Beizug der Tabellenlöhne der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung 1994 nahm das kantonale Gericht einen Einkommensvergleich für das Jahr 1995 vor und ermittelte einen Invaliditätsgrad von 51,3 %. Gestützt darauf bejahte es die zweifellose Unrichtigkeit der Verfügung vom 5. Juni 1998 sowie die Erheblichkeit der Berichtigung und somit die Voraussetzungen für eine Wiedererwägung.