Citation: 4A_62/2023 E. 8.3

8.3. Soweit die Beschwerdeführerin schliesslich pauschal geltend macht, dem Schweizer Recht fehle ein effektiver Schutz digitaler Daten, und das Gericht aufruft, Daten wie Sachen zu behandeln (mit Verweis auf MARTIN ECKERT, Digitale Daten als Wirtschaftsgut: digitale Daten als Sache, SJZ 112/2016, S. 245 ff.; derselbe, Digitale Daten als Wirtschaftsgut: Besitz und Eigentum an digitalen Sachen, SJZ/112/2016, S. 265 ff.), ist bereits nicht ersichtlich, inwiefern vorliegend eine analoge Anwendung von Art. 924 ff. ZGB zu einem anderen Ergebnis führen würde. Die Frage nach der Behandlung digitaler Daten als Sache würde - wenn überhaupt - vielmehr im Zusammenhang mit der Widerrechtlichkeit (Eingriff in ein absolut geschütztes Rechtsgut) zu einem anderen Ergebnis führen. Für eine richterliche Lückenfüllung oder gar Rechtsfortbildung, wie sie die Beschwerdeführerin propagiert, besteht kein Raum. Damit braucht hier auch nicht weiter auf die Frage einer analogen Anwendung des Sachenrechts auf digitale Daten eingegangen zu werden (vgl. dazu im Übrigen: SCHMID/ SCHMIDT/ZECH, Rechte an Daten - zum Stand der Diskussion, sic! 11/2018, S. 629 ff.).