Citation: 2C_132/2024 E. 4.2

4.2. Die Vorinstanz stellte zusammengefasst - soweit für den Streitgegenstand des bundesgerichtlichen Verfahrens (E. 3 hiervor) relevant - fest, die Beschwerdeführerin sei alters- und krankheitsbedingt auf Hilfe und Pflege angewiesen. Sie stützte sich in diesem Zusammenhang auf ein durch das kantonale Amt für Migration beim SEM eingeholtes medizinisches Consulting (angefochtener Entscheid, E. 3.4). Demgemäss leidet die Beschwerdeführerin an einer mittelgradigen Demenz mit begleitender depressiver Symptomatik, an Herzproblemen (permanentem Vorhofflimmern, mittelschwerer Trikuspidalklappeninsuffizienz, möglicherweise an einer koronaren Herzkrankheit), an Diabetes mellitus Typ 2 sowie an Dyspnoe. Im Wesentlichen kommt das medizinische Consulting zum Ergebnis, diese gesundheitlichen Beeinträchtigungen könnten im Kosovo behandelt werden. Regelmässige kardiologische und psychiatrische Kontrollen seien in der Klinik für Kardiologie in Pristina oder in privaten Einrichtungen möglich. Auch die von der Beschwerdeführerin benötigten Medikamente seien in Pristina oder in privaten Apotheken erhältlich. Hinsichtlich der Betreuungssituation hielt das SEM fest, im Kosovo hätten staatliche Strukturen analog der Spitex keine Tradition. Das primäre soziale Netz sei die Familie. Das lokale Amt für soziale Wohlfahrt richte jeweils an zu Hause betreuende Familienangehörige eine (kleine) Entschädigung aus. Auf privater Basis und auf eigene Kosten, allenfalls auch in Zusammenarbeit mit einem staatlichen Familiengesundheitszentrum, könne jedoch eine Pflegefachkraft angestellt werden. Möglicherweise fehle die Spezialisierung auf das vorliegende kardiologisch-psychiatrische Krankheitsbild. Im Kosovo existierten sodann verschiedene klassische Altersheime. Es sei mit Wartezeiten zu rechnen und die Aufnahme erfolge einzig, wenn die betroffene Person über keine Familienangehörigen und keine Unterkunft verfüge. Auf dieser Grundlage gelangte das kantonale Gericht zur Feststellung, dass die Betreuung der Beschwerdeführerin durch Drittpersonen im Kosovo möglich sei. Ohnehin wäre die Beschwerdeführerin auch in der Schweiz drittbetreut worden. Die Tochter der Beschwerdeführerin habe einen Spitex-Dienst organisiert, um die alltägliche Pflege zu gewährleisten. Die Betreuungssituation im Kosovo könne durch Unterstützungsleistungen der Kinder und durch die Beschwerdeführerin sichergestellt werden. Diese sei Eigentümerin eines Hauses, erhalte eine kleine Rente und habe zumindest im Jahr 2019 Mietzinseinnahmen von EUR 950.-- generiert. Die Vorinstanz ging weiter davon aus, die Angehörigen der Beschwerdeführerin im Kosovo könnten zumindest punktuell Pflegeleistungen erbringen. Zwar sei die Tochter der Beschwerdeführerin mit Wohnsitz im Kosovo selber behandlungsbedürftig, doch gelte dies nicht für die fünf Enkelkinder und den Schwiegersohn (angefochtener Entscheid, E. 3.4).