Citation: 5A_267/2016 E. 4.3.3

4.3.3. Pflichtteilsverletzungen durch die Nacherbeneinsetzung waren im damaligen Prozess Gegenstand der Erörterungen. So machte die Beschwerdegegnerin stets geltend, ihr Pflichtteilsschutz werde im Nachlass ihres Vaters und im dereinstigen Nachlass ihrer Mutter umgegangen, wenn die Erblasserin eine Verletzung ihres eigenen Pflichtteils durch die Nacherbeneinsetzung einfach hinnehme und auf deren Anfechtung verzichte (S. 9 ad 22 der Rechtsantwort vom 14. Februar 1992). Die Erblasserin und der Beschwerdeführer replizierten darauf, der Pflichtteil der Beschwerdegegnerin im Nachlass ihres Vaters werde anerkannt und ausbezahlt, stehe aber mit Bezug auf den dereinstigen Nachlass ihrer Mutter nicht zur Diskussion und könne nach dem Tod der Mutter geltend gemacht werden (S. 6 f. ad 22 der Replik vom 19. März 1992). Insoweit mussten sich alle Beteiligten und insbesondere auch die Erblasserin bewusst sein, dass der Pflichtteil der Beschwerdegegnerin dereinst beeinträchtigt sein könnte, wenn die Nacherbeneinsetzung unangefochten bestehen bleibt. Insoweit hat die Erblasserin die künftige Benachteiligung der Beschwerdegegnerin damals bewusst zumindest in Kauf genommen und mit der späteren Enterbung bekräftigt. Diese Folgerung des Kantonsgerichts kann jedenfalls unter Willkürgesichtspunkten nicht beanstandet werden.