Citation: 6B_49/2022 E. 3.6.4

3.6.4. Im Rahmen der Interessenabwägung sind als wesentliches Element jedoch auch die Interessen ihrer Söhne sowie das Kindeswohl zu berücksichtigen (vgl. supra E. 3.2.8). Die Vorinstanz diskutiert diese nicht ausdrücklich unter dem Titel der Interessenabwägung, verweist jedoch auf ihre Ausführungen zum Härtefall und erwägt abschliessend, bei der Prüfung des persönlichen Interesses der Beschwerdegegnerin habe auch die Situation ihrer Kinder Berücksichtigung gefunden. Die vorinstanzliche Beurteilung erweist sich dabei im Ergebnis als zutreffend. Eine Ausreise in die Dominikanische Republik ist den Söhnen der Beschwerdegegnerin angesichts ihres Alters, des bisher vollständig in der Schweiz verbrachten Lebens sowie mangels Verbindung zur Heimat der Beschwerdegegnerin nicht zumutbar (vgl. supra E. 3.4.2). Sie haben ein erhebliches Interesse an einer Weiterführung ihres Lebens in der Schweiz. Da es sich bei der Beschwerdegegnerin um die alleinige Inhaberin der elterlichen Sorge und Obhut handelt und ihre Söhne (abgesehen von ihr) hier über kein tragfähiges familiäres Umfeld verfügen - womit sie das Land de facto mit der Beschwerdegegnerin verlassen müssten - besteht demnach ein gewichtiges Interesse an einem hiesigen Verbleib ihrer Mutter. Dieses Kindesinteresse überwiegt im vorliegenden Fall dasjenige der Öffentlichkeit an einer Landesverweisung der Beschwerdegegnerin. Der vorinstanzliche Verzicht auf deren Anordnung erweist sich damit als rechtskonform.