Citation: 6B_1070/2018 E. 6.1

6.1. Der Beschwerdeführer ficht die Landesverweisung an. Er rügt, die Vorinstanz verneine zu Unrecht einen Härtefall im Sinne von Art. 66a Abs. 2 StGB. Das öffentliche Fernhalteinteresse werde durch sein leichtes Verschulden relativiert. Angesichts der seit seiner Haftentlassung in jeder Hinsicht positiven Lebensführung sei trotz seiner Vorstrafen im Sinne einer letzten Chance von einer günstigen Legalprognose auszugehen. Die Vorinstanz gestehe ihm zu, dass die drohende Landesverweisung bei ihm offensichtlich ein Umdenken bewirkt habe. Sie habe dies nur deshalb unberücksichtigt gelassen, weil die Einsicht, welche zur positiven Veränderung geführt habe, (zu) spät gekommen sei. Entscheidend sei indes einzig, dass diese Einsicht im Zeitpunkt der Urteilsfällung bestand. Er habe einen erheblichen Teil seiner Kindheit und seine ganze Jugend in der Schweiz verbracht. Zudem seien seine engsten Familienangehörigen (seine Eltern, acht Geschwister bzw. Halbgeschwister, eine Grossmutter und eine Tante), zu welchen er gute bis sehr gute Beziehungen pflege, allesamt in der Schweiz wohnhaft. Die Landesverweisung laufe auf einen unzulässigen Eingriff in das durch Art. 13 BV und Art. 8 Ziff. 1 EMRK geschützte Recht auf Achtung seines Privatlebens hinaus. Die Vorinstanz habe ihm zudem zugestanden, dass er sich seit der Geburt seines Sohnes ernsthaft darum bemüht habe, diesem als Vater präsent zu sein und für ihn zu sorgen. Sein Drogenkonsum habe die erwiesenermassen gute Vater-Kind-Beziehung nicht relevant beeinträchtigt. Die Landesverweisung würde den persönlichen Kontakt zu seinem Sohn auf viele Jahre hinaus verunmöglichen, da es der Kindsmutter als IV-Rentnerin und Sozialhilfebezügerin aus finanziellen Gründen nicht möglich sei, ihn in der Dominikanischen Republik zu besuchen. Die Landesverweisung verletzte daher sein durch Art. 13 BV und Art. 8 Ziff. 1 EMRK geschütztes Recht auf Achtung des Familienlebens. Die Vorinstanz habe ein Leben in der Dominikanischen Republik allein deshalb als zumutbar eingestuft, weil er spanisch spreche, während seiner Schulzeit regelmässig in seiner Heimat gewesen sei und weil sein Stiefvater heute ebenfalls dort lebe. Indes sei er im Jahre 2010 zum letzten Mal in der Dominikanischen Republik gewesen, um dort seine inzwischen verstorbene Grossmutter zu besuchen. Er habe in der Dominikanischen Republik weder nahe Verwandte noch anderweitige soziale Anknüpfungspunkte. Zwar lebe sein Stiefvater seit der Scheidung von seiner Mutter wieder dort. Er habe zu diesem jedoch seit Jahren keinen Kontakt mehr und könne nicht auf dessen Unterstützung zählen. Er wäre in seinem ursprünglichen Heimatland daher vollständig auf sich allein gestellt und hätte kaum eine realistische Chance, dort Fuss zu fassen, zumal er dort keine legale finanzielle Existenzgrundlage mehr hätte. In der Schweiz verfüge er demgegenüber über ein intaktes und gut ausgebautes familiäres und soziales Beziehungsnetz und er habe dank der vor Kurzem angetretenen Ausbildung eine reelle Chance, seinen Lebensunterhalt in Zukunft mit eigenen Mitteln zu bestreiten und zu gegebener Zeit auch seiner finanziellen Unterhaltspflicht gegenüber seinem Sohn nachzukommen. Diese wesentlichen persönlichen Interessen habe die Vorinstanz bei der Interessenabwägung zu Unrecht nicht berücksichtigt.