Citation: 1C_102/2022 E. 3.4

3.4. Die Vorinstanz führte zusammengefasst aus, die Voraussetzung für die Anwendung von Art. 24c RPG sei gemäss Art. 41 RPV, dass die Baute seinerzeit in Übereinstimmung mit dem materiellen Recht erstellt und aufgrund einer nachträglichen Änderung von Erlassen oder Plänen rechtswidrig geworden sei. Dies treffe gemäss der Rechtsprechung in erster Linie auf Bauten zu, die in Übereinstimmung mit dem materiellen Recht vor dem 1. Juli 1972 erstellt oder geändert und nachträglich rechtswidrig wurden, als mit dem Inkrafttreten des Gewässerschutzgesetzes erstmals eine klare Trennung von Bau und Nichtbaugebiet geschaffen wurde. Ob für eine Baute eine Baubewilligung vorgelegen habe, sei somit nicht massgebend, solange die Baute (bei der Errichtung) dem materiellen Recht entsprochen habe. Gemäss den bewilligten Plänen aus dem Jahr 1962 habe das strittige Gebäude im Erdgeschoss eine Wohnung mit Balkon und im Untergeschoss eine Garage aufgewiesen. Welches der mit Schreiben vom 29. November 1962 eingereichte revidierte Kellerplan gewesen sei, sei nicht ersichtlich. Der bewilligte Kellerplan in den Akten zeige lediglich die Unterkellerung durch die Garage. Auch aus dem Kaufvertrag vom 1. Juli 1974 könne nicht auf die (vom Beschwerdeführer geltend gemachten) Wohn- und Nebenflächen geschlossen werden, da mit der darin erwähnten Garage auch die 1962 bewilligte Garage im Untergeschoss habe gemeint sein können. In den Erwägungen der Baubewilligung vom 23. Juni 1992 betreffend den Anbau einer Doppelgarage am bestehenden Wohnhaus sei festgehalten worden, eine Umnutzung des bestehenden Untergeschosses des Wohnhauses sei derzeit nicht geplant. Demgemäss sei damals das ganze Untergeschoss noch nicht der Wohnnutzung zugeteilt gewesen. Die 1962 bewilligte Vierzimmerwohnung im Erdgeschoss mit einer Fläche von 112,85 m2 gehöre zur anrechenbaren Bruttogeschossfläche (aBGF). Dazu sei im Umfang von 19,08 m2 auch der bewilligte Balkon zu zählen, da anzunehmen sei, er sei schon damals verglast gewesen. Die weiteren vom Beschwerdeführer geltend gemachten aBGF seien in den bewilligten Plänen von 1962 nicht ersichtlich und es lägen keine genügenden Hinweise vor, dass sie in der Folge vor dem 1. Juli 1972 erstellt wurden. Es könne auch nicht als überwiegend wahrscheinlich gelten, dass diese Flächen damals bestanden hätten. Somit sei (in diesem Zeitpunkt) von einer aBGF von 131,93 m2 auszugehen. Bezüglich der Brutto-Nebenflächen ergebe sich aus den im Jahr 1962 bewilligten Plänen, dass im Untergeschoss nur im Bereich der Garage ein eigentlicher Raum mit Fundament vorgesehen gewesen sei und der restliche, hauptsächlich mit Pfeilern gekennzeichnete Teil keinen Keller gebildet habe. Mangels hinreichender Belege bestehe keine überwiegende Wahrscheinlichkeit, dass der 1992 ersetzte Garagenanbau vor dem 1. Juli 1972 erstellt wurde. So lasse die Baubewilligung von 1962 darauf schliessen, dass damals kein solcher Anbau bestanden habe. Eine Garagenerweiterung ergebe sich auch nicht aus den Plänen von 1992. Dass der in diesem Jahr ersetzte frühere Garagenanbau bereits am 1. Juli 1972 bestanden habe, ergebe sich auch nicht aus der Fotografie, die nach Angabe des Beschwerdeführers mit dem Baugesuch von 1992 eingereicht worden sein soll. Inwiefern vor 1972 unter der Eingangstreppe schon Stauraum bestanden haben soll, mache der Beschwerdeführer nicht näher geltend und ergebe sich auch nicht aus den Akten. Gleiches gelte für einen Estrich, der sich ebenfalls weder aus den Plänen von 1962 noch sonst aus den Akten ergebe. Die massgebende Nebenfläche per 1. Juli 1972 beschränke sich somit auf die ursprüngliche Garage mit einer Fläche von 29,52 m2 (6,93 x 4,26 m).