Citation: 6B_149/2017 E. 4.3.3

4.3.3. Die Vorinstanz erwägt, die Anklageschrift umschreibe konzis und genügend ausführlich die dem Beschwerdeführer zur Last gelegten Delikte, die Umstände sowie Beweggründe und den angestrebten Erfolg. Es handle sich um länger andauernde häusliche Gewalt, weshalb es für die Anklagebehörden schwierig gewesen sei, die dem Beschwerdeführer vorgeworfenen Taten detaillierter zu schildern. Die Vorwürfe seien dennoch so umschrieben, dass eine hinreichende Individualisierung der zu beurteilenden Taten möglich sei. Der Beschwerdeführer sei zweifellos im Besitz aller für seine Verteidigung notwendigen Informationen gewesen und habe sich entsprechend verteidigen können. Er bringe denn auch nicht vor, inwiefern er sich durch die andere rechtliche Würdigung nicht genügend habe zur Wehr setzen können. Ob die erste Instanz die mehrfache Vergewaltigung unter der Tatbestandsvariante des Unter-psychischen-Druck-Setzens anstelle der Gewaltanwendung subsumiere, stehe ihr gestützt auf den Grundsatz "iura novit curia" grundsätzlich frei und sei nicht zu beanstanden. Der Umschreibung des Sachverhalts in Ziff. 2.2 in der Anklageschrift lasse sich ohne Zweifel auch ein psychisches Unter-Druck-Setzen durch den Beschwerdeführer entnehmen. Weiter hält die Vorinstanz fest, Ungenauigkeiten in der Sachverhaltsfeststellung der Anklageschrift würden nicht immer zu einer Verfahrenseinstellung oder Rückweisung führen. Ob sich der inkriminierte Vorfall im Sommer 2013 oder im Jahr 2014 zugetragen habe, spiele für den Vorwurf der mehrfachen Vergewaltigung keine Rolle. Entscheidend sei vielmehr, dass für den Beschwerdeführer keine Zweifel darüber bestanden hätten, welches Verhalten ihm vorgeworfen werde. Zusammenfassend liege keine Verletzung des Anklagegrundsatzes vor (Urteil S. 12 f. E. 3.c)).