Citation: 6B_82/2018 E. 1.3

1.3. Die Vorinstanz erachtet als erstellt, dass der Beschwerdeführer seine damalige Ehefrau und die gemeinsamen vier Kinder über den Zweck sowie die Dauer der Reise in den Libanon täuschte. Er habe angegeben, sie würden wegen einer Doppelhochzeit für vier Tage in den Libanon zu seiner Familie reisen. Er habe sie einen Tag vor der geplanten Rückreise mit seinen wirklichen Plänen überrumpelt (Urteil E. III.2.a/dd S. 12, E. III.2.f S. 24 f.). Dabei habe er allen Familienmitgliedern die Mobiltelefone weggenommen. Der Beschwerdeführer habe den Aufenthalt seiner Familie im Libanon eigenmächtig und gegen deren Willen verlängert (Urteil E. III.2.a/cc S. 9 ff., E. III.2.f S. 23 ff.). Hinsichtlich C.________ stellt die Vorinstanz fest, dass diese seit dem 10. Juni 2010 unter der alleinigen elterlichen Sorge ihrer Mutter stand, welche die Rückführung von C.________ in die Schweiz wünschte. Der Beschwerdeführer habe C.________ zu keinem Zeitpunkt mit dem Einverständnis der Mutter im Libanon festgehalten. Zwar sei er bis zum 10. Juni 2010 Mitinhaber der elterlichen Sorge gewesen, allerdings habe er mit dem eigenmächtigen Wechsel des Aufenthaltsorts von C.________ massiv in deren Interessen und letztlich auch in ihr Freiheitsrecht eingegriffen. Sie habe im Libanon ohne ihre Mutter in einem Zimmer bei den Schwestern ihres Vaters gelebt, deren Sprache sie nicht mächtig war. Zudem wurde sie dauernd überwacht und habe während eineinhalb Jahren ihre Schulbildung nicht fortsetzen können (Urteil E. III.2.b S. 13 ff.). Die Vorinstanz erachtet ferner als erstellt, dass der Beschwerdeführer in einer ersten Phase (13. September 2009 bis 9. Juni 2010), in der er sich mehrheitlich im Libanon befand, die Rückführung seiner Töchter in die Schweiz bewusst verhinderte (Urteil E. III.2.c/bb S. 16 f.). In der zweiten Phase (ab 9. Juni 2010), in der er durchgehend in der Schweiz weilte, unterliess er pflichtwidrig jegliche Hilfestellung, um die Rückkehr seiner Töchter zu ermöglichen. Dabei sei er jedoch entgegen seinen Vorbringen weder willenlos noch bestimmungsunfähig gewesen (Urteil E. III.2.c/cc S. 17 ff.). Hinsichtlich D.________ erachtet die Vorinstanz als erstellt, dass der Beschwerdeführer während der Zeit im Libanon Mitinhaber der elterlichen Sorge war. Jedoch sei der Zwang, welchen der Beschwerdeführer auf die Familie ausgeübt habe, sehr einschneidend für D.________ gewesen. Er habe sich von seinem Vater verraten gefühlt, habe geweint und getobt beziehungsweise sei "ausgetickt". Seither leide D.________ unter Panikattacken und vertraue niemandem mehr (Urteil E. III.2.d S. 21 f.).