Citation: 1C_273/2013 E. 3

Schliesslich hielten die Gemeinde (E. 3 des Einspracheentscheids) und das Verwaltungsgericht (E. 2a S. 11 des angefochtenen Entscheids) hilfsweise fest, dass es sich beim angefochtenen Bau um eine Erstwohnung handle. Die Gemeinde begründete dies wie folgt: Zwar habe die Bauherrschaft ihren Wohnsitz noch in der Nachbargemeinde Ilanz; sie werde diesen aber mit dem Bau der Liegenschaft nach Obersaxen verlegen. Dies sei nachvollziehbar, wenn man die räumliche Distanz von Obersaxen betrachte. Es sei nämlich nicht vorstellbar, dass eine Bauherrschaft sich in Obersaxen ein Einfamilienhaus als Zweitwohnung baue und weiterhin im 10 km entfernten Ilanz wohnhaft bleibe. Allerdings hat diese Feststellung keinen Eingang in die Baubewilligung gefunden. Diese enthält keinerlei Auflage oder andere Sicherung der Erstwohnungsnutzung. Insofern steht es im Belieben des Bauherrn, ob er das Einfamilienhaus selbst nutzt oder es - allenfalls als Zweitwohnung - vermietet oder verkauft. Dies verstösst in Gemeinden wie Obersaxen, in denen der Zweitwohnungsanteil von 20 % überschritten ist, gegen Art. 75b Abs. 1 BV. Insofern setzt die Bewilligung des Bauvorhabens als Erstwohnungsbau eine Modifikation des Baugesuchs voraus; hierzu muss der Helvetia Nostra im Einspracheverfahren das rechtliche Gehör gewährt werden. Unter diesen Umständen erscheint es sinnvoll, in Gutheissung des Eventualantrags der Beschwerdeführerin den Einspracheentscheid und die Baubewilligung aufzuheben und die Sache an die Gemeinde Obersaxen zurückzuweisen. Will der Beschwerdegegner an seinem Bauvorhaben festhalten, muss er das Baugesuch mit den nötigen Angaben ergänzen. Verzichtet er dagegen auf das Baugesuch, kann die Gemeinde einen Abschreibungsbeschluss erlassen und darin auch ihre Kosten neu verlegen.