Citation: 9C_15/2022 E. 6.4.1

6.4.1. Dies gilt umso mehr mit Blick auf das von der Vorinstanz selber herangezogene Urteil 8C_792/2019 vom 28. Februar 2020. Zu beurteilen war der Umschulungsanspruch eines im Zeitpunkt der Gesuchstellung noch nicht ganz 56-jährigen Versicherten. Das Bundesgericht erkannte zwar, dass aufgrund des allgemeinen Verhältnismässigkeitsprinzips vor Inangriffnahme einer Massnahme von erheblicher Dauer (vier Jahre) hätte geprüft werden müssen, ob das Eingliederungsziel nicht auch durch eine kürzere Umschulung zu erreichen gewesen wäre, sodass trotz des relativ fortgeschrittenen Alters der betroffenen Person von einer angemessenen Massnahme ausgegangen werden könnte. In Erwägung 4.3 wies es aber im Zuge der Rückweisung ausdrücklich darauf hin, dass ein allfälliger Umschulungsanspruch grundsätzlich an die Mindesterwerbseinbusse von rund 20 % in den für die versicherte Person ohne zusätzliche Ausbildung offenstehenden, noch zumutbaren Erwerbstätigkeiten gebunden bleibt. Anders gesagt ergibt sich aus diesem Urteil gerade nicht, dass Umschulungsmassnahmen (auch) bei versicherten Personen mittleren Alters in jedem Fall näher geprüft werden müssten. Vielmehr hielt das Bundesgericht am Richtwert fest.