Citation: 5A_608/2023 E. 4.2.2

4.2.2. Diesen Rüge- und Begründungsvoraussetzungen kommt der Beschwerdeführer nicht nach: Er behauptet zwar, die Vorinstanz habe den Sachverhalt willkürlich festgestellt bzw. die Situation in Bezug auf seine Erziehungsfähigkeit nicht ausreichend abgeklärt. Ins Zentrum seiner Argumentation stellt er das Privatgutachten sowie Auszüge aus dem Erziehungsfähigkeitsgutachten und wirft der Vorinstanz zusammengefasst vor, angesichts von zwei Gutachten, die in einigen wesentlichen Punkten (insbesondere betreffend seine Erziehungsfähigkeit) in klarem Widerspruch zum Indikationsbericht stünden, kein neues Gutachten eingeholt zu haben. Die Vorinstanz hat jedoch festgestellt, der Beschwerdeführer stelle die Schlussfolgerung des Bezirksrats, die Einschätzungen und Schlussfolgerungen im Erziehungsfähigkeitsgutachten und im Indikationsbericht stimmten überein, nicht infrage. Diesbezüglich erhebt der Beschwerdeführer keine Sachverhaltsrüge. Die von konkreten Sachverhaltsrügen und den Erwägungen im angefochtenen Entscheid weitgehend losgelösten, rein appellatorischen Ausführungen zu den angeblichen Widersprüchen zwischen dem Indikationsbericht einerseits und dem Privat- sowie dem Erziehungsfähigkeitsgutachten andererseits vermögen die Anforderungen an die geltenden Rüge- und Begründungspflichten (dazu E. 2) nicht zu erfüllen. Die Argumentation, nicht nur das Privatgutachten, sondern auch das Erziehungsfähigkeitsgutachten weiche in wesentlichen Punkten vom Indikationsbericht ab, zielt damit von vornherein ins Leere. An dieser Stelle sei noch Folgendes hinzugefügt: Bereits im Erziehungsfähigkeitsgutachten wurde ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Ausweitung des persönlichen Verkehrs zwischen Vater und Sohn nur unter der Bedingung möglich sei, dass der Beschwerdeführer das Kind nicht gegen die Mutter aufbringe und damit aufhöre, aufzuzeigen zu versuchen, dass das Kind nach den Besuchen beim Beschwerdeführer nicht zur Mutter zurück wolle. Auf eine Ausdehnung des persönlichen Verkehrs sei laut dem Erziehungsfähigkeitsgutachten zu verzichten bzw. der persönliche Verkehr sei einzuschränken, wenn der Beschwerdeführer seine Bindungstoleranz gegenüber der Mutter nicht aufbauen könne. Damit setzt sich der Beschwerdeführer nicht auseinander, sondern fokussiert sich stattdessen auf die Behauptung, das Erziehungsfähigkeitsgutachten gehe von einer ähnlichen Erziehungsfähigkeit beider Elternteile aus und die Defizite der Mutter seien nicht berücksichtigt worden. Seine Ausführungen erschöpfen sich mit anderen Worten in einer appellatorischen Schilderung der eigenen Sichtweise, ohne sich mit den Erwägungen der Vorinstanz zu den konkreten - übereinstimmenden - Inhalten des Erziehungsfähigkeitsgutachtens und des Indikationsberichts auseinanderzusetzen. Solcherlei ist nicht geeignet, Willkür in der Sachverhaltsfeststellung aufzuzeigen. Darüber hinaus erläutert der Beschwerdeführer nicht, inwiefern eine ähnliche Bewertung der Erziehungsfähigkeit der Eltern für den Ausgang des Verfahrens überhaupt entscheidend sein soll. Das ihm von den Vorinstanzen konkret vorgeworfene Verhaltensmuster (Instrumentalisierung des Sohnes) bestreitet er ebenso wenig wie die konkrete Gefährdung des Kindeswohls. Er verwahrt sich lediglich dagegen, auf den Sohn psychisch negativ einzuwirken, ohne aber das ihm konkret vorgeworfene Verhalten auch nur abzustreiten. Soweit der Beschwerdeführer der Vorinstanz ausserdem vorwirft, diese habe Inhalt und Ansichten sowie Schlussfolgerungen des Indikationsberichts praktisch vollständig und geradezu unreflektiert bzw. "blindlings" übernommen, übersieht er Folgendes: Was die getroffenen Sachverhaltsfeststellungen (Instrumentalisierungshandlungen und daraus resultierende konkrete Kindeswohlgefährdungen) betrifft, hat die Vorinstanz sich gerade nicht ausschliesslich auf diesen Bericht, sondern insbesondere auch auf das Erziehungsfähigkeitsgutachten und weitere Berichte der Beiständin abgestützt (dazu E. 4.1). Dass der Beschwerdeführer das ihm vorgeworfene Verhaltensmuster und die daraus resultierende Kindeswohlgefährdung nicht (substanziiert) bestreitet, wurde bereits aufgezeigt. Betreffend den Vorwurf, die Vorinstanz würde die Schlussfolgerungen (gemeint ist wohl die Empfehlung, die Besuche einzuschränken) des Indikationsberichts übernehmen, ist zum einen hervorzuheben, dass auch das vom Beschwerdeführer wiederholt angerufene Erziehungsfähigkeitsgutachten eine Einschränkung des persönlichen Verkehrs empfiehlt, sollte der Beschwerdeführer seine Instrumentalisierungsversuche nicht einstellen. Zum anderen beschlägt die Frage, wie auf die Kindeswohlgefährdung, resultierend aus dem festgestellten Verhalten des Beschwerdeführers, reagiert werden soll, nicht den Sachverhalt, sondern die Rechtsanwendung. Diese ist allein Sache des Gerichts, das insofern auch nicht an eine entsprechende Empfehlung in einem Gutachten gebunden wäre (Urteil 5A_742/2021 vom 8. April 2022 E. 3.3.31). Entsprechend hat die Vorinstanz diese Frage auch selbständig geprüft und sich nicht einfach auf die Empfehlungen im Indikationsbericht abgestützt. Die Kritik des Beschwerdeführers betreffend die "sachverhaltsverzerrende" Würdigung des Indikationsberichts vermag daher nicht zu überzeugen. Dies gilt ungeachtet der Frage, ob die Vorinstanz zu Recht darauf geschlossen hat, auf das Privatgutachten sei nicht abzustellen. Was die Würdigung dieses "Gutachtens" angeht, rügt der Beschwerdeführer einzig hinsichtlich der Feststellung, dieses sei stark von seiner Sichtweise geprägt, Willkür. Das hat die Vorinstanz jedoch gar nicht festgestellt, beim entsprechenden Passus im angefochtenen Entscheid handelt es sich vielmehr um die Wiedergabe der Erwägungen des Bezirksrates. Die Vorinstanz hat hingegen erwogen, das Privatgutachten basiere auf den einseitigen Darstellungen des Beschwerdeführers. Inwiefern dies nicht zutreffen sollte, erläutert er nicht. Der Verweis auf die hohen Anforderungen in Bezug auf die Integrität des Privatgutachters ist nicht geeignet, diese Sachverhaltsfeststellung ins Wanken zu bringen, zumal der Privatgutachter selbst offenlegt, keinen Kontakt zur Beschwerdegegnerin gehabt zu haben. Ohnehin richtet sich die Kritik hier im Wesentlichen gegen die Empfehlung, die Besuche einzuschränken, und nicht gegen die Sachverhaltsfeststellungen.