Citation: 1C_282/2021 E. 7.7

7.7. Unter dem Blickwinkel von Art. 41c Abs. 1 GSchV ist eine relative Standortgebundenheit verlangt. Bei der Umschreibung dieser Anforderung hat die bisherige bundesgerichtliche Rechtsprechung verschiedene Formulierungen verwendet. Teils ist die Standortgebundenheit in Parallelität zu jener gemäss Art. 24 lit. a RPG (vgl. zu Art. 24 lit. a RPG BGE 136 II 214 E. 2.1) umschrieben worden. Mit anderen Worten wurde als massgebend erachtet, ob besonders wichtige und objektive Gründe vorliegen, die den vorgesehenen Standort gegenüber anderen Standorten als viel vorteilhafter erscheinen lassen (vgl. die Urteile 1C_630/2020 vom 6. Dezember 2021 E. 3.1; 1C_17/2021 vom 26. August 2021 E. 5.2; 1C_221/2019 vom 17. April 2020 E. 4.2.4). Teils wurde hingegen u.a unter Hinweis auf den Erläuternden Bericht des BAFU vom 20. April 2011 zur Parlamentarischen Initiative Schutz und Nutzung der Gewässer (07.492) - Änderung der Gewässerschutz-, Wasserbau-, Energie- und Fischereiverordnung, (Erläuternder Bericht) S. 14, festgehalten, die Standortgebundenheit in einer Nichtbauzone wie der Landwirtschaftszone genüge nicht; vielmehr müssten Bauten und Anlagen auf einen Standort im Gewässerraum angewiesen sein (vgl. BGE 146 II 304 E. 9.2). Die genauere Formulierung im zuletzt genannten Urteil verdient den Vorzug. Sowohl Bauzonen als auch Nicht-Bauzonen können in den Gewässerraum hineinragen. Im Rahmen von Art. 41c Abs. 1 GSchV ist über die raumplanungsrechtlichen Grundsätze hinaus die Gewährleistung der natürlichen Gewässerfunktionen zu berücksichtigen (vgl. CORDELIA CHRISTINE BÄHR, Neun Jahre Gewässerraum, ein Rechtsprechungsbericht, URP 2020 S. 1 ff., 29). Als standortgebunden können somit lediglich Bauten und Anlagen gelten, die aufgrund ihres Bestimmungszwecks oder aufgrund der standörtlichen Verhältnisse nicht ausserhalb des Gewässerraums angelegt werden können (BAFU, Erläuternder Bericht, S. 14; ebenso CHRISTOPH FRITZSCHE, in: Kommentar GSchG/WBG, Hettich/Jansen/Norer [Hrsg.], 2016, N. 114-116 zu Art. 36a GSchG; BÄHR, a.a.O., S. 29 f.).