Citation: 8D_8/2021 E. 4.2

4.2. Der Beschwerdeführer bezieht sich verschiedentlich auf den Grundsatz der Verhältnismässigkeit und macht geltend, eine Kündigung bereits neun Monate nach Eintritt seiner krankheitsbedingten Arbeitsunfähigkeit sei unzulässig gewesen. Dies müsse aus den kantonalrechtlichen Bestimmungen (§ 17 und 17a Lohndekret/AG; SAR 165.130) gefolgert werden, wonach eine sechsmonatige Lohnfortzahlungspflicht des Arbeitgebers bestehe und der Arbeitnehmer darüber hinaus mit einer 18-monatigen obligatorischen Taggeldversicherung geschützt sei. Zum Zeitpunkt der Kündigung sei noch ungewiss gewesen, ob er seine Tätigkeit zumindest teilweise wieder aufnehmen könne, zumal die bevorstehende Operation des linken Handgelenks nicht zu dessen dauerhafter Einsatzunfähigkeit geführt hätte. Die Ausübung nur noch dementsprechend angepasster Arbeiten wäre ein rein organisatorisches Problem gewesen, sodass das Arbeitsverhältnis in diesem Rahmen hätte weitergeführt werden können. Dies müsse, so der Beschwerdeführer weiter, umso mehr gelten, als die Arbeitgeberin bei seiner Anstellung im Jahr 2015 um seine gesundheitlich belastete Vorgeschichte (Burnout, neues Schultergelenk, Hüftprobleme, Stents in den Beinen) und auch um seine Anmeldung bei der Invalidenversicherung gewusst habe und daher jederzeit damit zu rechnen gewesen sei, dass er körperlich schwerere Arbeiten im Rahmen seiner Hauswarttätigkeit nicht mehr ausüben könne. Der Arbeitgeberin komme deshalb auch eine weitergehende Fürsorgepflicht zu als gegenüber gesunden Mitarbeitern. Die Kündigung sei zudem angesichts seines damaligen Alters von knapp 55 Jahren nicht verhältnismässig gewesen. Der Beschwerdeführer macht schliesslich eine Verletzung des rechtlichen Gehörs geltend, indem auf Zeugenbefragungen zur Situation am Arbeitsplatz verzichtet worden sei. Damit sei ihm der Beweis eines Konflikts beziehungsweise des Mobbings verwehrt worden.