Citation: 8C_53/2014 E. 3.1

3.1. Das kantonale Gericht geht davon aus, dass sich der Versicherte nicht gegen die rückwirkende Verrechnung der Arbeitslosentaggelder (für den Monat September 2012) wende und auch der fehlende Anspruch auf Arbeitslosentaggelder ab 9. Januar 2013 anerkannt werde. Einzig strittig sei, ob die Kasse zur nachträglichen Erfüllung einer Vorleistungspflicht für den Zeitraum vom 1. Oktober 2012 bis 8. Januar 2013 zu verpflichten sei. Es ist der Ansicht, die Vorleistungspflicht ende erst mit der Rentenverfügung der IV-Stelle vom 9. Januar 2013. Denn gemäss Art. 15 Abs. 3 AVIV gelte ein Behinderter, welcher nicht offensichtlich vermittlungsunfähig sei, bis zum Entscheid der anderen Versicherung als vermittlungsfähig. Mit dem Vorbescheid teile die IV-Stelle den vorgesehenen Endentscheid mit. Der Entscheid (im Sinne von Art. 15 Abs. 3 AVIV) ergehe jedoch erst mit dem Erlass der Verfügung. Vorliegend sei im Zeitpunkt des Einspracheentscheids vom 4. April 2013 aufgrund der Rentenverfügung vom 9. Januar 2013 bereits bekannt gewesen, dass die Invalidenversicherung im umstrittenen Zeitraum vom 1. Oktober 2012 bis 8. Januar 2013 für das versicherte Ereignis aufzukommen habe. Da somit keine Zweifel mehr über die Leistungspflicht der Invalidenversicherung bestanden hätten, könne keine nachträgliche Erfüllung der Vorleistungspflicht, welcher die Kasse im besagten Zeitraum nicht nachgekommen sei, angeordnet werden. Bei gegenteiliger Annahme könnten die zu Unrecht erbrachten Leistungen der Kasse nicht mehr zurückgefordert werden, da weder die Voraussetzungen der Revision noch diejenigen der Wiedererwägung erfüllt wären. Auch wenn gemäss Art. 95 Abs. 1bis AVIG die Differenz zwischen den Arbeitslosentaggeldern und den Leistungen anderer Versicherungen von den versicherten Personen nicht mehr zurückgefordert werden könne, bedeute dies nicht, dass in Fällen, in denen die Arbeitslosentaggelder zu Unrecht nicht erbracht worden seien, von vornherein Anspruch auf diese Differenz bestehe.