Citation: 1C_530/2022 E. 2.7

2.7. Nun steht es den Kantonen jedoch grundsätzlich frei, die Beschwerdeberechtigung in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten grosszügiger als in Art. 89 Abs. 1 BGG vorgesehen einzuräumen (vgl. vorne E. 2.2). Für den Kanton Solothurn legt § 12 Abs. 1 des kantonalen Gesetzes über den Rechtsschutz in Verwaltungssachen vom 15. November 1970 (Verwaltungsrechtspflegegesetz; BGS 124.11; im Folgenden: VRG/SO) das Beschwerderecht für Beschwerden an das Verwaltungsgericht fest. Es lautet: "Zur Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbeschwerde ist legitimiert, wer durch eine Verfügung oder einen Entscheid besonders berührt wird und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung hat." Die terminologische Nähe zu Art. 89 Abs. 1 lit. b und c BGG ist augenfällig. Aus einem jüngeren, beim Bundesgericht angefochtenen Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Solothurn geht denn auch hervor, dass sich der Zugang an das kantonale Verwaltungsgericht im Hinblick auf das Beschwerderecht mit der Regelung von Art. 89 Abs. 1 BGG deckt (Urteil des Bundesgerichts 2C_736/2021 vom 11. November 2021 E. 3.4.1 mit Hinweis). Die jüngste Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts des Kantons Solothurn lässt ebenfalls keinen anderen Schluss zu, stützt sie sich doch ebenfalls direkt auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung und verschiedentlich auch auf die Lehre zu Art. 89 Abs. 1 BGG (so etwa geschehen im Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Solothurn VWBES.2023.168 vom 18. September 2023 E. 2.1). Im angefochtenen Entscheid wurde auf die kantonale Verfahrensnorm (§ 12 Abs. 1 VRG/SO) gar nicht erst Bezug genommen, sondern das Beschwerderecht des Beschwerdegegners 2 direkt gestützt auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung zu Art. 89 Abs. 1 BGG bejaht.