Citation: 2C_509/2022 E. 2.3.4

2.3.4. Diese Regelung ist grundsätzlich abschliessend zu verstehen. Eine Gegenausnahme besteht nur bei Personen, die in den Anwendungsbereich des Abkommens vom 21. Juni 1999 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der Europäischen Gemeinschaft und ihren Mitgliedstaaten andererseits über die Freizügigkeit (FZA; SR 0.142.112.681) fallen. Ihnen kommt aufgrund von Art. 11 Abs. 1 und Abs. 3 FZA ein Anspruch auf ein zweistufiges Beschwerdeverfahren zu, weshalb das Bundesgericht in solchen Konstellationen auf entsprechende Beschwerden gegen Entscheide des Bundesverwaltungsgerichts auf dem Gebiet der Einreise trotz der (grundsätzlich ausschliesslichen) Ausnahmeklausel von Art. 83 lit. c Ziff. 1 BGG eintritt (vgl. Urteil 2C_1052/2022 vom 16. Januar 2023 E. 2.1 mit Hinweisen; FLORENCE AUBRY GIRARDIN, in: Commentaire de la LTF, 3. Aufl. 2022, N. 42 zu Art. 83 BGG). Dabei handelt es sich um eine ausdrückliche prozedurale Vorschrift im Freizügigkeitsabkommen, die anderslautenden bundesgesetzlichen Regelungen (vorliegend Art. 83 lit. c Ziff. 1 BGG) vorgeht (vgl. BGE 148 II 169 E. 5.2 mit Hinweisen). Im Anwendungsbereich der EMRK - namentlich auch hinsichtlich des vom Beschwerdeführer angerufenen Art. 8 - existiert keine vergleichbare prozedurale Vorschrift. Ob der Beschwerdeführer gestützt auf das in Art. 8 EMRK geschützte Recht auf Familienleben über einen Anspruch auf Erteilung eines Visums - und damit Einreise in die Schweiz - verfügt (vgl. BVGE 2011/48 E. 6), ist nach dem Gesagten im innerstaatlichen Verfahren deshalb abschliessend durch das Bundesverwaltungsgericht zu beurteilen.