Citation: 5A_437/2024 E. 3.1.2

3.1.2. Das Obergericht habe keine subjektive Auslegung der Abtretungserklärung vom 8. Juli 2019 vorgenommen, sondern das Dokument normativ ausgelegt. Eine normative Auslegung könne indes nicht zum Ergebnis führen, dass der Schuldner und die Beschwerdegegnerin ein Aktienzertifikat übertragen wollten, von dessen Existenz sie nichts wussten. Das Obergericht sei zu Unrecht davon ausgegangen, wenn es nach einer "rechtlichen Würdigung" - durch Vertragsauslegung - eine Besitzanweisung erblickt habe. Selbst wenn das Obergericht einen tatsächlichen Willen des Schuldners und der Beschwerdegegnerin auf eine Besitzanweisung festgestellt haben sollte, könne die Abtretungserklärung vom 8. Juli 2019 nicht anders denn als eine Abtretung unverbriefter Aktien verstanden werden; das abweichende Ergebnis der Vorinstanz sei willkürlich.