Citation: 8C_66/2024 E. 3

Die Vorinstanz erwog zusammengefasst, laut dem Bericht der Dr. med. C.________ vom 15. Februar 2023 figuriere die korrigierte Hörschwelle der Beschwerdeführerin im massgeblichen Frequenzbereich von 500 bis 4000 Hz bei 20 dB. Damit liege sie deutlich unterhalb des Grenzwerts für die Annahme einer schweren Hörschädigung im Sinne von Art. 37 Abs. 3 lit. d IVV (Ziff. 3016 des seit dem 1. Januar 2022 gültigen Kreisschreibens des BSV über Hilflosigkeit [KSH]). Nicht gefolgt werden könne der Beschwerdeführerin, dass zur Bestimmung des Hörschadens auf die nicht korrigierten Hörwerte abzustellen sei. Denn angesichts der Schadenminderungspflicht sei sie angehalten, geeignete und zumutbare Massnahmen zu treffen, um ihre Selbstständigkeit zu erhalten oder wiederherzustellen. Unterlasse sie dies, könne die entsprechende Hilfe bei der Bemessung der Hilflosigkeit nicht berücksichtigt werden (ZAK 1989 S. 213, 1986 S. 481). Art. 37 Abs. 3 IVV beinhalte denn auch einen ausdrücklichen Hilfsmittelvorbebalt. Mithin sei es möglich, dass ein gewährtes Hilfsmittel eine Hilflosigkeit ausschliesse (Ziff. 10001 KSH; BGE 117 V 146 E. 3a; Urteil 8C_592/2020 vom 15. April 2021 E. 4.2). Daran ändere nichts, dass die Hilfsmittelabgabe nicht Bedingung für das Vorliegen einer Hilflosigkeit gemäss Art. 37 Abs. 3 IVV sei. Bei den Hörwerten der Beschwerdeführerin scheitere der Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung leichten Grades im Sonderfall bereits an der Voraussetzung eines schweren Hörschadens. Hervorzuheben sei auch, dass die Hörwerte bei der Zusprache der Hilflosenentschädigung im April 2021 altershalber nicht eruiert worden seien. Dass die sprachliche Verständigung der Beschwerdeführerin unter ungünstigen Bedingungen, etwa bei Neben- und Störgeräuschen, erschwert sei, betreffe auch Personen ohne oder mit leichterer Beeinträchtigung des Gehörs. Unbeachtlich sei die Notwendigkeit, langsam zu sprechen, oder dass zuerst die Aufmerksamkeit des Kindes auf sich gelenkt werden müsse (Ziff. 3019 KSH). Zudem stehe der geltend gemachte Zeitaufwand für Pflege und Gebrauch des Hilfsmittels nicht im Zusammenhang mit der Pflege gesellschaftlicher Kontakte, weshalb er nicht berücksichtigt werden könne (Ziff. 3020 KSH). Unbeachtlich sei zudem der infolge des Tragens/Benutzens der Hörhilfe veranschlagte Mehraufwand beim Ankleiden/Auskleiden und Essen sowie bei der Körperpflege, da das Hilfsmittel Behandlungs- oder Therapiezwecken diene (Ziff. 2020 KSH). Somit sei eine Hilflosigkeit auch mit Blick auf die alltäglichen Lebensverrichtungen nicht auszumachen. Auch der geltend gemachte erzieherische Mehraufwand sowie die erhöhte psychologische/seelische Unterstützungsbedürftigkeit bzw. die verordnete Psychotherapie seien nicht anspruchsbegründend. Insgesamt habe die IV-Stelle den weiteren Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung zu Recht verneint.