Citation: 6B_621/2015 E. 1.3.4

1.3.4. Die Beschwerdeführerin macht geltend, die Vorinstanz lasse ausser Acht, dass es sich beim grössten Teil der vom Beschwerdegegner abgegebenen Präparate nicht um Potenzförderer, sondern um Anabolika gehandelt habe. Diese müssten als generell gesundheitsgefährdend angesehen werden, da sie immer starke Nebenwirkungen mit sich brächten und bei längerem Konsum unter anderem die in der Anklageschrift genannten geschlechtsspezifischen körperlichen Veränderungen nach sich zögen, so dass bei den Langzeitkunden des Beschwerdegegners aus den Bodybuilder-Kreisen davon ausgegangen werden müsse, dass ihre Gesundheit konkret gefährdet und, soweit sie zusätzlich Erektionsförderer benötigten, bezüglich der Sexualpotenz sogar auch tatsächlich beeinträchtigt worden sei. Das Erfordernis einer konkreten Gefährdung sei vorliegend jedenfalls bei einer dauernden Abgabe von Anabolika erfüllt, und der Beschwerdegegner müsse dementsprechend für diese Handlungen wegen des Vergehenstatbestands und nicht bloss wegen des Übertretungstatbestands schuldig gesprochen werden.