Citation: I 278/06 18.05.2007 E. 4

4.1 Es steht aufgrund der Akten fest und ist unbestritten, dass die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers aus rheumatologischen (chronisches, therapieresistentes thorakolumbospondylogenes Schmerzsyndrom [ICD-10 M54.6]) und psychischen Gründen (mittelschwere Depression/mittelgradige depressive Episode [ICD-10 F32.1]) eingeschränkt ist (Gutachten des Instituts A.________ vom 15. März 2004; Privatgutachten der Psychosomatik des Spitals I.________ vom 1. September 2005). Soweit der Beschwerdeführer unter Hinweis auf das Privatgutachten der Psychosomatik des Spitals I.________ vom 1. September 2005 geltend macht, er sei zusätzlich durch eine leichte bis mittelschwere neuropsychologische Störung beeinträchtigt, kann ihm nicht gefolgt werden. Vorab ist darauf hinzuweisen, dass der Sachverhalt, wie er sich bis zum Zeitpunkt des Einspracheentscheids (hier: 6. Oktober 2004) verwirklicht hat, Grundlage der richterlichen Überprüfung bildet (BGE 129 V 167 E. 1 S. 169), und sich in den vor diesem Zeitpunkt erstellten Akten keine Hinweise für neuropsychologische Störungen finden, sondern vielmehr eine kursorische neurologische Untersuchung in der Rheuma- und Rehabilitationsklinik L._________ "ohne Befund" war (Bericht vom 30. Januar 2002) und die Ärzte der Abteilung für Neuropsychologische Rehabilitation des Spitals I.________ von neuropsychologisch unauffälligen Testresultaten sprachen (Bericht vom 30. September 2003). Des Weitern hielten die Gutachter des Instituts A.________ in ihrer Stellungnahme vom 21. September 2005 ausdrücklich fest, dass sich die Diagnose der Psychosomatik des Spitals I.________ vom 1. September 2005 nicht vom Gutachten des Instituts A.________ vom 15. März 2004 unterscheide und die leichte bis mittelgradige neuropsychologische Störung durch die mittelgradige Depression bedingt sei, in deren Rahmen sie diese Störung denn offenbar auch würdigten. Dies überzeugt denn auch mit Blick darauf, dass nach Auffassung der Ärzte der Psychosomatik des Spitals I.________ bei der neuropsychologischen Störung die verminderte psychische und physische Belastbarkeit und die Einschränkung der Aufmerksamkeit (im Sinne einer Verlangsamung) im Vordergrund stehen (Gutachten vom 1. September 2005), welche Befunde sich mit den vom Institut A.________ im Rahmen der mittelgradigen Depression festgestellten erhöhten Ermüdbarkeit, verminderten Belastbarkeit und Antriebslosigkeit ohne weiteres vereinbaren lassen (Gutachten vom 15. März 2004). 4.2 Gemäss dem (die von der Rechtsprechung gestellten Anforderungen erfüllenden) Gutachten des Instituts A.________ vom 15. März 2004 sind dem Beschwerdeführer aus somatischer Sicht mittelschwere bis schwere belastende berufliche Tätigkeiten nicht mehr zumutbar; hingegen ist er in der Lage, eine leichte, körperlich wechselbelastende Tätigkeit (ohne fixierte Körperpositionen über längere Zeit, ohne repetitives Heben und Tragen von schweren Gegenständen sowie ohne repetitive Bewegungsmuster) zu 50 % auszuüben. Auf denselben Prozentsatz setzten die Gutachter auch die Arbeitsfähigkeit aus psychischer Sicht fest. Dabei gelangten sie zum Ergebnis, dass sich auch aus gesamtheitlicher Sicht für adaptierte Tätigkeiten eine Restarbeitsfähigkeit von 50 % ergebe, weil sich die somatischen und psychischen Einschränkungen ergänzten. Gestützt auf diese gutachterliche Einschätzung ging die Vorinstanz - in Übereinstimmung mit der IV-Stelle - von einer Arbeitsunfähigkeit von 50 % aus. Zu Unrecht kritisiert der Beschwerdeführer, die Gutachter des Instituts A.________ hätten die Resultate der beruflichen Abklärung im Zentrum G.________ nicht berücksichtigt oder jedenfalls deren Nichtberücksichtigung nicht nachvollziehbar begründet. Denn den Feststellungen des Zentrums G.________, wonach der Beschwerdeführer in dem bei ihr absolvierten Arbeitstraining jeweils in den ersten zwei bis drei Stunden die Aufgaben mit grossem Einsatzwillen und in raschem Tempo ausführte, bevor Leistung und Konzentration rapide abnahmen, weshalb eine Reduktion der Arbeitszeit auf 2 ½ bis 3 ½ Stunden angezeigt war (Bericht vom 30. Oktober 2003), trugen die Gutachter des Instituts A.________ sehr wohl Rechnung mit ihrer Empfehlung, die Restarbeitsfähigkeit von 50 % nicht in vier Stunden halbtags zu verwerten, sondern aufgeteilt auf zwei Mal zwei Stunden täglich. Ebenso wenig trifft der in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde vorgetragene Einwand zu, wonach die Gutachter des Instituts A.________ nicht einleuchtend dargelegt hätten, weshalb das Zusammenspiel von somatisch und psychisch bedingter Arbeitsunfähigkeit von je 50 % nicht zu einer solchen von 100 % führe. Denn diesbezüglich hat das Institut A.________ sowohl im Gutachten vom 15. März 2004 als auch in der Stellungnahme vom 21. September 2005 nachvollziehbar dargelegt, dass bei der Aufnahme einer Erwerbstätigkeit zu 50 % für den Versicherten genügend Zeit bleibe, sich in körperlicher und physischer Hinsicht zu erholen (was zeitgleich erfolgen könne). Dass schliesslich die Arbeitsfähigkeitsschätzung der Ärzte des Spitals I.________ vom 1. September 2005 (Arbeitsfähigkeit von 0 %) an der Richtigkeit der Beurteilung der Gutachter des Instituts A.________ (Arbeitsfähigkeit von 50 %) nichts zu ändern vermag, weil ihr, wie aus der Stellungnahme des Prof. Dr. med. V.________ vom 4. November 2005 hervorgeht, der biopsychosoziale Krankheitsbegriff (vgl. dazu Christfried-Ulrich Mayer, Schmerz und Arbeitsunfähigkeit, in: Sozialversicherungsrechtstagung 2002, St. Gallen 2002, S. 95) zugrunde liegt, welcher weiter gefasst ist als der invaliditätsrechtlich massgebende Begriff der gesundheitlichen Beeinträchtigung (vgl. BGE 127 V 294 E. 5a S. 299; vgl. auch Urteil I 738/05 vom 1. März 2007, E. 5.2; Ulrich Meyer-Blaser, Der Rechtsbegriff der Arbeitsunfähigkeit und seine Bedeutung in der Sozialversicherung, namentlich für den Einkommensvergleich in der Invaliditätsbemessung, in: Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.], Schmerz und Arbeitsunfähigkeit, St. Gallen 2003, S. 36), wurde bereits im angefochtenen Entscheid zutreffend dargetan.