Citation: 1P.58/2002 08.07.2002 E. 2

2.1 Art. 50 Abs. 1 BV gewährleistet die Gemeindeautonomie nach Massgabe des kantonalen Rechts. Auch nach der neuen Bundesverfassung bleibt es Sache der Kantone zu bestimmen, ob und in welchem Umfang den Gemeinden Autonomie eingeräumt wird. Anzuknüpfen ist am Begriff der Autonomie gemäss ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichts. Danach ist eine Gemeinde in einem Sachbereich autonom, wenn das kantonale Recht diesen nicht abschliessend ordnet, sondern ihn ganz oder teilweise der Gemeinde zur Regelung überlässt und ihr dabei eine relativ erhebliche Entscheidungsfreiheit einräumt (BGE 128 I 3 E. 2a S. 7 f. mit Hinweisen). 2.2 Ausgangspunkt des Rechtsstreits bildet im vorliegenden Fall die Wiederherstellungsverfügung der Gemeinde Sils i.E. vom 2. April 2001. Wie das Bundesgericht schon mehrfach festgehalten hat, sind die Bündner Gemeinden in weiten Bereichen der Raumplanung und des Bauwesens autonom (BGE 128 I 3 E. 2a S. 8; 118 Ia 446 E. 3c S. 454 mit Hinweisen). Nach der Konzeption des Raumplanungsgesetzes für den Kanton Graubünden vom 20. Mai 1973 (KRG; AGS 801.100) sind die Gemeinden nicht nur Baubewilligungsbehörde (Art. 5 KRG), sondern erlassen auch Vorschriften über die Ausführung von Bauten und Anlagen (Art. 12 KRG). Zudem sind sie gemäss Art. 60 Abs. 1 KRG für den Erlass von Wiederherstellungsverfügungen zuständig. Auch im Bereich der Sanktionen bei Verletzung kommunaler Baubewilligungen kommt den Bündner Gemeinden erheblicher Entscheidungsspielraum zu (vgl. zur Baubusse BGE 115 Ia 406, nicht publizierte E. 1). Somit ist die Beschwerdeführerin im in Frage stehenden Bereich autonom.