Citation: 6B_141/2022 E. 2.2.1

2.2.1. Die Vorinstanz erwägt, der Vorwurf der Vergewaltigung basiere im Wesentlichen [recte: alleine] auf den Aussagen der Beschwerdegegnerin 2, worauf sie diese Aussagen einer eingehenden Würdigung unterzieht. Ein erstes Indiz für deren Glaubhaftigkeit sieht die Vorinstanz im Umstand, dass der Schwerpunkt in der ersten Einvernahme bei der Polizei am 26. September 2017 nicht beim Vergewaltigungsvorwurf, sondern bei den Drohungen des Beschwerdeführers und verbalen Auseinandersetzungen mit ihm gelegen habe. Die Interessenlage der Beschwerdegegnerin 2 trete in ihrer Begründung für die Kontaktaufnahme mit der Polizei deutlich hervor ("Wegen den Drohungen. Jedes Mal wenn ich das Thema Scheidung angesprochen habe, hat er mir mit dem Tod gedroht. Morgen kommt es zur Gerichtsverhandlung in dieser Sache. [...] Ich erhoffe mir durch diese Anzeige ein Annäherungs-/Kontaktverbot zu erwirken"). Die Vergewaltigung habe sie eher beiläufig und erst auf Nachfrage erwähnt. Die Vorinstanz bezeichnet diese ersten Aussagen der Beschwerdegegnerin 2 zwar - im Vergleich zu ihren späteren Angaben - als noch nicht sehr detailliert, verweist aber darauf, dass sich das von ihr beschriebene Kerngeschehen mit wenigen Ausnahmen mit ihren späteren Aussagen decke. Sie erachtet diese Erstaussagen als schlüssig, denn sie enthielten raum-zeitliche Verknüpfungen, Interaktionen zwischen ihr und dem Beschwerdeführer sowie eine Beschreibung ihrer damaligen Gefühlslage. Vor allem sei kein Belastungseifer festzustellen und die Beschwerdegegnerin 2 habe diese ersten Aussagen in den späteren Einvernahmen in sich stimmig sowie in nachvollziehbarer Weise zu ergänzen vermocht (Urteil S. 10 f.).