Citation: 2C_1016/2021 E. 5.2

5.2. Das Glaubhaftmachen ehelicher Gewalt löst eine Abklärungspflicht der Behörde aus (vgl. vorn E. 4.3). Soweit die Beschwerdeführer geltend machen, die Vorinstanz hätte sich bei der Beweiswürdigung allein auf die gerichtliche Befragung der Beschwerdeführerin 1 abgestützt und weitere erhebliche Beweismittel ausser Acht gelassen, kann ihren Ausführungen nicht gefolgt werden. Die Vorinstanz hat sowohl den Polizeirapport als auch die bezirksgerichtlichen Urteile betreffend Verlängerung der Gewaltschutzmassnahmen und die Anklage der Staatsanwaltschaft berücksichtigt (vgl. vorinstanzliches Urteil E. 3.5.3.1 und 3.5.3.3), offenbar aber nicht als objektive Hinweise auf eheliche Gewalt, wie zum Beispiel ärztliche Berichte gewertet. Auch wenn die Polizei und das Bezirksgericht die eheliche Gewalt in einem früheren Verfahrensstadium gestützt auf die Schilderungen der Beschwerdeführerin 1 als glaubhaft erachteten, ist es nicht willkürlich, im Verlaufe des Verfahrens hinzu gekommene Elemente, wie die gerichtliche Befragung der Beschwerdeführerin 1 in die Beweiswürdigung miteinzubeziehen und entsprechend zu gewichten. Die Vorinstanz ist nicht an die Auffassung der Polizei oder des Bezirksgerichts gebunden. In ihre Beweiswürdigung hat die Vorinstanz sodann die Fotos des Polizeirapports nach dem Vorfall vom 10. August 2017, auf denen keine Gewaltspuren erkennbar sind, sowie das Fehlen medizinischer Berichte betreffend die geltend gemachten Gewaltvorwürfe einbezogen (vgl. vorinstanzliches Urteil E. 3.5.4.1). Die Bestätigung der Sozialarbeiterin des Frauen-Nottelefons, die grundsätzlich auf den Aussagen der Beschwerdeführerin 1 beruht, wird im Urteil der Vorinstanz nicht erwähnt. Selbst wenn diese Bestätigung nicht in die Beweiswürdigung der Vorinstanz eingeflossen wäre, würde dies allerdings noch keine willkürliche Beweiswürdigung begründen, da genügend andere Beweismittel berücksichtigt wurden.