Citation: 4P.259/2006 22.01.2007 E. 3

Sodann wirft die Beschwerdeführerin dem Obergericht Willkür in Bezug auf die von ihr geltend gemachte Entschädigung für vorprozessualen Aufwand vor. Das Obergericht gehe davon aus, für die geltend gemachte Abrechnung nach dem Interessenwert sei eine individuelle Honorarvereinbarung notwendig. Nach dem Konventionaltarif des Luzerner Anwaltsverbandes vom 30. November 1989, in Kraft seit dem 1. Januar 1990, sei dies aber noch nicht notwendig gewesen. Erst die am 11. Juni 1997 neu eingeführten Tarifrichtlinien des Luzerner Anwaltsverbandes sähen für ein Honorar nach Interessenwert eine individuelle Vereinbarung vor. Als willkürlich rügt die Beschwerdeführerin zudem, dass das Obergericht über die feste Auffassung des Amtsgerichts hinweggegangen sei. Aufgrund der erstinstanzlichen Überzeugung sei die Beschwerdeführerin nicht gehalten gewesen, vor Obergericht Stundenlisten aufzulegen. 3.1 Gemäss den tatsächlichen Feststellungen im angefochtenen Entscheid haben die Beschwerdegegner in ihrer Appellation behauptet, eine Abrechnung nach Interessenwert bedürfe einer individuellen Vereinbarung. Der Stundenaufwand, nach dem üblicherweise das Honorar abgerechnet werde, sei weder behauptet, noch im mindesten nachgewiesen. Aufgrund dieser Vorbringen musste die Beschwerdeführerin damit rechnen, dass das Obergericht der Auffassung der Beschwerdegegner folgen könnte. Gestützt darauf hätte sie sich veranlasst sehen müssen, ihren Stundenaufwand zu belegen. Daraus, dass die erste Instanz dies nicht von ihr verlangte, kann sie nichts zu ihren Gunsten ableiten. 3.2 Damit stellte sich aber schon im kantonalen Verfahren die Frage, ob eine Abrechnung nach dem Interessenwert einer speziellen Vereinbarung bedarf. Die Beschwerdeführerin hat zwar im kantonalen Verfahren behauptet, eine Abrechnung nach Interessenwert sei nach beiden Reglementen zulässig, sie zeigt aber nicht auf, dass sie sich bereits im kantonalen Verfahren auf die angeblich unterschiedliche Tragweite der beiden Reglemente berufen hat, obwohl nicht erst der angefochtene Entscheid, sondern bereits die Ausführungen der Beschwerdegegner vor dem Obergericht zu Vorbringen bezüglich der Zulässigkeit der Abrechnung nach Interessenwert ohne individuelle Vereinbarung Anlass gegeben hätten. Die Beschwerdeführerin ist daher mit ihrer Rüge, die Abrechnung nach dem Interessenwert sei vor Geltung der auf den 11. Juni 1997 eingeführten Tarifrichtlinien auch ohne individuelle Vereinbarung zulässig gewesen, mangels materieller Ausschöpfung des Instanzenzuges nicht zu hören (vgl. hierzu Marc Forster, a.a.O., Rz. 2.1 S. 84 f.). Da die Beschwerdeführerin ihren Stundenaufwand nicht substanziiert hat, ist verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden, dass ihr diesbezüglich kein Ersatz zugesprochen wurde, unabhängig davon, ob die Beschwerdegegner ihre Zahlungspflicht im Grundsatz anerkennen.