Citation: 5A_185/2023 E. 3.2.1

3.2.1. Das Gericht bildet sich seine Überzeugung nach freier Würdigung der Beweise (Art. 157 ZPO). Demnach hat das Gericht die Beweise ohne Bindung an förmliche Beweisregeln zu würdigen. Der Grundsatz der freien Beweiswürdigung ist etwa verletzt, wenn bestimmten Beweismitteln im Voraus in allgemeiner Weise die Beweiseignung abgesprochen wird oder wenn das Gericht bei Würdigung der Beweise im Ergebnis nicht seiner eigenen Überzeugung folgt (Urteil 5A_250/2012 vom 18. Mai 2012 E. 7.4.1 mit Hinweisen). Die Bestimmung von Art. 157 ZPO ändert nichts an der für das Bundesgericht im Ergebnis grundsätzlichen Verbindlichkeit der vorinstanzlichen Beweiswürdigung (E. 1.3 oben). Insoweit führt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung nicht dazu, dass die Beweiswürdigung als solche zur frei überprüfbaren Rechtsfrage nach Art. 95 BGG wird (zit. Urteil 5A_250/2012 E. 7.4.2 mit Hinweisen). Die Beweiswürdigung als solche prüft das Bundesgericht vielmehr nur auf Willkür hin. Willkür bei der Beweiswürdigung bzw. bei der Sachverhaltsfeststellung liegt vor, wenn das Gericht den Sinn und die Tragweite eines Beweismittels offensichtlich nicht erkannt, ohne vernünftigen Grund ein entscheidendes Beweismittel ausser Acht gelassen oder aus den vorhandenen Beweismitteln einen unhaltbaren Schluss gezogen hat; keine Willkür in der Beweiswürdigung ist hingegen gegeben, wenn die von Sachgerichten gezogenen Schlüsse nicht mit der eigenen Darstellung der beschwerdeführenden Partei übereinstimmen (BGE 147 V 35 E. 4.2; 144 II 281 E. 3.6.2 mit Hinweis; 140 III 264 E. 2.3 mit Hinweisen) oder wenn eine andere Lösung ebenfalls als vertretbar erscheint oder sogar vorzuziehen wäre (BGE 144 I 28 E. 2.4 mit Hinweisen).