Citation: 1C_375/2020 E. 3.5.1

3.5.1. Zutreffend ist, dass die NISV zum Zweck hat, Menschen vor schädlichen oder lästigen nichtionisierenden Strahlen zu schützen (Art. 1 NISV sowie E. 3.2.3 hiervor). Gemäss Art. 1 Abs. 1 USG soll das Umweltschutzgesetz indes nicht nur Menschen, sondern auch Tiere und Pflanzen gegen schädliche oder lästige Einwirkungen schützen. Tiere und Pflanzen werden aber lediglich in Art. 14 lit. a USG erwähnt, wonach die Immissionsgrenzwerte für Luftverunreinigungen so festzulegen sind, dass Immissionen unterhalb dieser Werte nach dem Stand der Wissenschaft oder der Erfahrung Menschen, Tiere und Pflanzen, ihre Lebensgemeinschaften und Lebensräume nicht gefährden. Diese Bestimmung ist wie erwähnt im Sinne einer allgemeinen Regel auch auf andere Immissionen, insbesondere nichtionisierende Strahlung anwendbar (vgl. BGE 146 II 17 E. 6.5 [m.w.H.] und E. 3.2.1 hiervor). Tiere (freilebende wie auch Haus- und Nutztiere) sind somit vor immissionsbedingten Gesundheitsgefährdungen zu schützen (vgl. BGE 146 II 17 E. 6.5), wobei der Arten- und der damit zusammenhängende Biotopschutz bei drohenden Beeinträchtigungen in erster Linie durch das Bundesgesetz vom 1. Juli 1966 über den Natur- und Heimatschutz (NHG; SR 451) gewährleistet wird (vgl. Urteil 1C_579/2017 vom 18. Juli 2018 E. 5.5). In Art. 14 lit. b USG und Art. 15 USG, die für Menschen auch eine erhebliche Störung des Wohlbefindens durch bloss lästige Einwirkungen verhindern sollen, werden Tiere und Pflanzen nicht erwähnt. Dies läuft auf den ersten Blick der weiteren Formulierung des Schutzziels in Art. 1 Abs. 1 USG sowie dem Wortlaut von Art. 11 Abs. 3 USG zuwider, entspricht jedoch dem anthropozentrischen Ansatz des USG (vgl. BGE 146 II 17 E. 6.5).