Citation: 1B_41/2015 E. 3.3

3.3. Gemäss Ziff. 4 des Kreisschreibens Nr. 15 des Obergerichts vom 2. September 2011 (in Kraft seit dem 1. Oktober 2011) sind im Kanton Bern der amtlichen Anwältin oder dem amtlichen Anwalt auf Gesuch hin Vorschusszahlungen zu entrichten, wenn das amtliche Mandat zwölf Monate gedauert hat und das Verfahren voraussichtlich nicht in den nächsten sechs Monaten abgeschlossen werden kann. Im Beschluss vom 10. März 2014 hat die Vorinstanz das Gesuch des Beschwerdeführers mit der Begründung abgewiesen, die zweite Voraussetzung sei nicht erfüllt: Die Frist von sechs Monaten werde ab der Einreichung des Gesuchs berechnet, weshalb sie am 28. Mai 2014 ende. Das Obergericht gehe davon aus, dass die Staatsanwaltschaft das Verfahren vor Ende Mai 2014 mit einer Einstellung abschliessen werde. Deshalb bestehe kein Anspruch auf Bevorschussung des amtlichen Honorars. Der Beschwerdeführer bringt vor, das Verfahren sei immer noch nicht abgeschlossen. Deshalb sei der Beschluss vom 10. März 2014 in tatsächlicher Hinsicht "ursprünglich fehlerhaft" und müsse in Wiedererwägung gezogen werden. Diese Auffassung ist unzutreffend. Die Staatsanwaltschaft hat die Einstellung des Verfahrens am 14. März 2014 verfügt. Damit hat sich die Prognose des Obergerichts - aus damaliger Sicht - als korrekt erwiesen und ist daher auch nicht zu beanstanden. Für eine Wiedererwägung im Sinne von Art. 29 Abs. 1 BV, die nur bei nachträglicher Änderung der Verhältnisse zur Verfügung steht, bestand bis zum Entscheid des Obergerichts kein Anlass. Später eingetretene Umstände müssen für das Bundesgericht unbeachtlich bleiben (Art. 99 Abs. 1 BGG).