Citation: 9C_5/2023 E. 5.3.1

5.3.1. Im vorliegenden Fall bestehen keine Zweifel daran, dass der Beschwerdeführer mit der Übertragung des Autokennzeichens "F.________" auf die B.________ AG der von ihm (indirekt) beherrschten Gesellschaft eine Gegenleistung erbrachte. Dabei spielt auch entgegen der Auffassung der Vorinstanz keine Rolle, dass die B.________ AG im Zeitpunkt der Kennzeichenübertragung (noch) nicht Halterin des Fahrzeugs H.________ war, für welches das Autokennzeichen eingelöst wurde, sondern erst in der Bilanz per 31. Dezember 2018 ein Fahrzeug bilanziert wurde. Auch wenn die B.________ AG das Fahrzeug erst im folgenden Jahr erworben haben sollte, hätte sie dieses - mit dem Kennzeichen "F.________" - zumindest ab dem Erwerb (oder allenfalls sogar schon früher) benutzen können. Ungeachtet dessen ist offensichtlich, dass dieser Gegenleistung - Übertragung des Rechts, das Kennzeichen "F.________" an einem Firmenfahrzeug anzubringen - für die B.________ AG kein wirtschaftlicher Wert zukam. Der Zweck der Gesellschaft bestand 2017 in der Verwaltung eigenen Vermögens, der Gewährung von Darlehen an Dritte sowie zum Konzern gehörende Gesellschaften und der Erbringung damit verbundener Dienstleistungen aller Art (vgl. sinngemäss Handelsregistereintrag). Es erscheint zwar zumindest nicht von vornherein als ausgeschlossen, dass die Verwendung eines besonderen Autokennzeichens für eine Protestaktion geschäftsmässig begründet sein könnte, sofern diese Protestaktion geeignet ist, einem Unternehmen zu dienen. Hier wurde die Protestaktion indessen, worauf die Vorinstanz zutreffend hinweist, nicht im Interesse der B.________ AG, sondern der C.________ durchgeführt. Das Autokennzeichen wurde aber auf die B.________ AG übertragen. Auch wenn Sponsoringaufwendungen grundsätzlich geschäftsmässig begründeten Aufwand darstellen können, indem sie geeignet sind, das Image eines Unternehmens in der Öffentlichkeit zu verbessern oder in diesem Zusammenhang verkaufsfördernde Massnahmen zu treffen, müssen solche Massnahmen, damit sie gewinnsteuerlich als geschäftsmässig begründet angesehen werden können, zumindest einen indirekten Werbeeffekt haben (Urteile 9C_660/2022 vom 10. Mai 2023 E. 5.1.2.1; 2C_1026/2021 vom 21. Dezember 2022 E. 7.1.4; 2C_400/2020 / 2C_405/2020 vom 22. April 2021 E. 3.1.3, insb. E. 3.2). Ein solcher Effekt dürfte mit Bezug auf die Verwendung eines auffälligen Autokennzeichens wie hier das Kennzeichen "F.________" bei einer aktiven Gesellschaft, insbesondere wenn deren Tätigkeit die Verwendung von Fahrzeugen einschliesst (z.B. Personentransporte, insbesondere zu besonderen Gelegenheiten, VIP-Transporte o.ä.), zwar nicht zum vornherein ausgeschlossen werden können. Im vorliegenden Fall ist ein solcher Effekt jedoch bei der B.________ AG als gruppeninterner Vermögensverwaltungsgesellschaft nur schwerlich vorstellbar und wurde vom Beschwerdeführer auch zu keinem Zeitpunkt substanziiert geltend gemacht, geschweige denn nachgewiesen. Wird schliesslich noch in Erwägung gezogen, dass der Standortkanton für die Erteilung der Fahrzeugausweise (und damit auch der Kontrollschilder) zuständig ist (Art. 22 Abs. 1 des Strassenverkehrsgesetzes vom 19. Dezember 1958 [SVG; SR 741.01]; vgl. auch zum interkantonalen Standortwechsel Art. 105 Abs. 2 SVG) und es hier offenbar zu keinem Wechsel des Standortkantons (vgl. zum Standort von Fahrzeugen Art. 77 der Verordnung vom 27. Oktober 1976 über die Zulassung von Personen und Fahrzeugen zum Strassenverkehr [VZV; SR 741.51] und dazu Urteil 2A.468/2001 vom 23. Januar 2002 E. 3c bb und cc) gekommen ist (jedenfalls wurde ein solcher im kantonalen Verfahren nie thematisiert), d.h. der Standort des Fahrzeugs sich auch nach der Übertragung auf die B.________ AG im Kanton Wallis und nicht etwa im Sitzkanton Nidwalden der Gesellschaft befand, so erhellt ohne weiteres, dass die Übertragung des Kennzeichens "F.________" auf die B.________ AG für diese keinen Wert hatte.