Citation: 2C_743/2019 E. 4.2

4.2. Zinsen stellen das Entgelt für die Überlassung des Kapitals dar (statt vieler Urteil 2A.203/2006 vom 17. Oktober 2007 E. 3.1). Als Marchzinsen (intérêts courus) werden aufgelaufene, aber noch nicht fällige Zinsforderungen bezeichnet. Die Marchzinsen werden bei der Veräusserung eines zinstragenden Titels vom Titelerwerber vergütet. Es handelt sich nicht um Zinsen im technischen Sinn, weil die Zinsforderung im Zeitpunkt der Veräusserung des Titels noch nicht fällig ist und die Vergütung auch nicht vom Schuldner der Obligation, sondern vom Käufer bezahlt wird. Marchzinsen bzw. die Vergütungsbeträge bilden insofern Teil der Gesamtsumme, die als Kaufpreis für den Erwerb des Titels zu qualifizieren ist (Urteil 2C_1145/2014 vom 1. Oktober 2015 E. 2.4; MARKUS WEIDMANN, Realisation und Zurechnung des Einkommens, FStrR 2003, S. 83 ff., S. 92 f.).