Citation: 1P.67/2004 14.09.2004 E. 6

6.1 Hinsichtlich des Verzichts auf eine Einvernahme von C.________, Gemüseproduzent aus ... und Ex-Präsident des Verbandes T.________, erwog das Wirtschaftsstrafgericht, diese kurzfristig vor der Sitzung offerierte Zeugeneinvernahme falle aus der Warte des Angeklagten kaum ins Gewicht. Der Lieferant C.________ figuriere auf keiner Adressenliste. Er sei wohl unter der Rubrik "divers paysans du Seeland" einzuordnen, von denen der Angeklagte insgesamt für CHF 2'000.-- im Jahr Gemüse zugekauft haben wolle. Aufgrund des kleinen Betrages der Zukäufe könne auf die Einvernahme von C.________ verzichtet werden. 6.2 Hinsichtlich des Verzichts auf eine Zeugeneinvernahme von C.________ erklärte der Strafappellationshof, das Wirtschaftsstrafgericht habe die vom Beschwerdeführer geltend gemachten Zukäufe im Betrag von insgesamt rund CHF 2'000.-- jährlich bei verschiedenen Bauern im Seeland berücksichtigt. C.________ falle unter die Rubrik "verschiedene Landwirte im Seeland", weshalb gegen die Ablehnung der insofern unnötigen Zeugeneinvernahme von C.________ nichts einzuwenden sei. Der Name C.________ sei in dem nunmehr siebenjährigen Verfahren erstmals zu Tage getreten und es bestehe Grund zur Annahme, dass sich der Zeuge kaum mehr mit der nötigen Bestimmtheit an die Vorfälle aus den Jahren 1986 bis 1995 erinnern könne. 6.3 Der Beschwerdeführer macht dagegen geltend, bei C.________ handle es sich nicht lediglich um einen der "verschiedenen Landwirte im Seeland". C.________ hätte zur Frage der Produktionsmöglichkeiten im Institut Y.________ befragt werden sollen. Zudem habe er um die Regelmässigkeit und den Umfang der durch den Beschwerdeführer bei Dritten getätigten Zukäufe gewusst. 6.4 Ging es dem Beschwerdeführer darum, mit einer Befragung von C.________ den Umfang seiner Zukäufe nachzuweisen, so ist auf das bereits Gesagte hinzuweisen: Der Beschwerdeführer hat weder in einem früheren Verfahrensstadium noch innert der vom Untersuchungsrichter bis zum 27. April 2001 gesetzten Frist, um das Beweisverfahren ergänzende Anträge zu stellen, C.________ als Zeugen genannt. Zudem war aus der Begründung seines Antrags vom 8. März 2002 nicht zu erkennen, dass er C.________ zu den Produktionsmöglichkeiten des Instituts Y.________, die bereits Gegenstand der Expertise waren, befragen wollte. Nachdem im Zeitpunkt des erstinstanzlichen Verfahrens seit den Vorfällen in den Jahren 1986 bis 1995 sieben bis sechzehn Jahre vergangen waren, durfte auch ohne Willkür angenommen werden, dass sich C.________ im Rahmen einer Zeugenbefragung an die vom Beschwerdeführer getätigten Zukäufe nicht mehr zuverlässig würde erinnern können, und in zulässiger antizipierter Beweiswürdigung auf dessen Einvernahme verzichtet werden. 6.5 Auch die Nichteinvernahme von C.________ hat somit den Gehörsanspruch des Beschwerdeführers nicht verletzt.