Citation: 9C_220/2017 E. 3.2.2

3.2.2. Wie die Vorinstanz sodann richtig erkannt hat, kann aufgrund der Tarifierung der Vergütung der stationären Behandlung einschliesslich Aufenthalt und Pflegeleistungen in einem Spital nach Art. 49 Abs. 1 Satz 1 bis 3 KVG systembedingt nicht ausgeschlossen werden, "dass ein Einzelfall dem Spital im Konkreten tiefere - aber auch höhere - Kosten verursacht, als durch die Fallpauschale letztlich abgegolten wird". Daraus lässt sich indessen nichts Entscheidendes weder in diesem noch in jenem Sinne für die sich hier stellende Auslegungsfrage ableiten. Dasselbe gilt - umgekehrt - nicht für den allgemein gültigen Grundsatz nach Art. 43 Abs. 6 KVG, wonach bei der Tarifierung darauf zu achten ist, dass eine qualitativ hoch stehende und zweckmässige gesundheitliche Versorgung erreicht wird, dies jedoch zu möglichst günstigen Kosten. Unter diesem Blickwinkel fällt ins Gewicht, dass die Diagnose einer "Asphyxie unter der Geburt, nicht näher bezeichnet" nach ICD-10 P21.9 bzw. einer "Asphyxie, ohne nähere Angaben" eine unbekannte aber breite Palette von Manifestationen dieser Adaptionsstörung erfasst. Daraus ist auf einen entsprechenden ganz unterschiedlichen Behandlungsaufwand zu schliessen, was unter dem Kostenaspekt gegen die integrale Zuordnung zur selben Fallgruppe der schweren und leichten oder mässigen Asphyxie unter der Geburt nach ICD-10 P21.0 und ICD-10 P21.1 spricht. In diesem Zusammenhang ist zu beachten, dass das Gesetz die Vertragsparteien (Leistungserbringer und Versicherer) ermächtigt, besondere diagnostische und therapeutische Leistungen separat in Rechnung zu stellen (Art. 49 Abs. 1 Satz 4 KVG).