Citation: 6B_228/2019 E. 1.4

1.4. Die Argumentation der Beschwerdeführerin, es fehle ihr am Nötigungswillen, weil ihre zahlreichen einschlägigen Drohungen schon früher keine Wirkung gezeigt hätten und sie nicht mehr von einer Einschüchterung des Adressaten habe ausgehen müssen, ist nicht stichhaltig. Die Vorinstanz berücksichtigt entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin diese vorgängigen Drohungen (angefochtenes Urteil S. 9). Sie hat sich anhand der 15 Minuten dauernden Tonaufnahmen vergewissert, dass die Beschwerdeführerin die Drohungen im Rahmen des Ehestreits wiederholt und mit Nachdruck geäussert und damit Forderungen hinsichtlich der Besuchsrechtsregelung für B.________ verknüpft hat. Die Drohungen waren dabei gemäss der Vorinstanz konkret und unmissverständlich. Die Beschwerdeführerin habe ihren Ehemann gefragt, ob er es verstanden habe und ihre Äusserungen mehrfach mit der Besuchsrechtsregelung verknüpft (angefochtenes Urteil S. 7 ff., S. 13 ff.). Angesichts des seit dem Jahr 2015 schwelenden Ehekonflikts mit wiederholten Streitigkeiten, der Tonalität des Streits und des Gesprächsinhalts zieht die Vorinstanz den Schluss, dass die Beschwerdeführerin mit ihren Äusserungen ernst genommen werden und dadurch ein bestimmtes, ihr zusagendes Besuchsrecht durchsetzen wollte. Diese vorinstanzliche Würdigung zur von der Beschwerdeführerin beabsichtigten Wirkung ihrer Äusserungen ist gut vertretbar, zumal sie sich auf die nach objektivem Massstab als ernstlich aufzufassenden Drohungen abstützt. Anhaltspunkte, dass die Beschwerdeführerin ihre Aussagen im Gesamtkontext des Streits ironisch oder gar scherzhaft verstanden haben wollte, fehlen. Nichts zu ihren Gunsten kann die Beschwerdeführerin aus dem Einwand ableiten, dass frühere Drohungen keine Wirkung gezeigt hätten. Jeder Täter, der wie die Beschwerdeführerin wiederholt und nachdrücklich Suizid- bzw. Todesdrohungen ausspricht, muss damit rechnen, dass der Adressat diese ernst nimmt. Immerhin haben sich die für das eherechtliche Verfahren zuständigen Behörden veranlasst gesehen, die Gefahr eines von der Beschwerdeführerin ausgehenden erweiterten Suizids gutachterlich abzuklären. Ebenso wenig lässt sich Willkür damit begründen, dass die Beschwerdeführerin ihre Stimmlage anders würdigt (erhöht und weinerlich) als die Vorinstanz (mit Nachdruck). Dasselbe gilt für die mehrfachen, auf Nachfrage des Ehemannes geäusserten Beteuerungen der Beschwerdeführerin, B.________ nichts antun zu wollen (Beschwerde S. 6). Damit lassen sich ihre gegenteiligen Äusserungen im Rahmen des Ehestreits und namentlich ihre Suiziddrohungen nicht ungeschehen bzw. gar unwirksam machen. Schliesslich ändert auch der Umstand, dass die Beschwerdeführerin im Rahmen des Streits vor dem Ehemann weggelaufen ist, nichts am Ergebnis der vorinstanzlichen Beweiswürdigung. Der Ehestreit dauerte trotz der örtlichen Verlagerung fort. Dabei stiess die Beschwerdeführerin wiederholt Drohungen aus und verknüpfte diese mit der Forderung nach der Besuchsrechtsregelung. Schliesslich bezieht die Vorinstanz das psychiatrische Gutachten hinreichend in ihre Beweiswürdigung ein. Sie setzt sich mit der von der Beschwerdeführerin zitierten Passage des Gutachtens auseinander und führt aus, das Gutachten thematisiere vorwiegend die Erziehungsfähigkeit der Beschwerdeführerin, ihre suizidalen Absichten sowie die von ihr ausgehende Gefahr für das Leben von B.________ (angefochtenes Urteil S. 13 f.). Damit ist gleichzeitig gesagt, dass die aus dem Gutachten zitierte Stelle nichts zur Frage des Nötigungserfolges, d.h. der von der Beschwerdeführerin mittels der Drohungen angestrebten Besuchsrechtsregelung, enthält. Dass die Beschwerdeführerin dieses Gutachten selbst anders würdigt, begründet keine Willkür. Insgesamt verstösst die vorinstanzliche Beweiswürdigung weder gegen das Willkürverbot noch gegen die Unschuldsvermutung. Die Vorinstanz berücksichtigt sämtliche massgebenden Punkte. Die Rügen der Beschwerdeführerin erweisen sich als unbegründet.