Citation: U 17/04 05.05.2004 E. 3

3.1 Der Psychiater Dr. med. M.________ diagnostizierte in der Expertise vom 10. Juli 2001 eine schwere depressive Episode, wobei die psychisch akzentuiert angegebenen Schmerzen einem depressiven Äquivalent entsprächen. Es handle sich mithin mehr als nur um eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung. Das psychische Beschwerdebild sei in den ersten Wochen und Monaten nach dem Unfall von der Ängstlichkeit und Sorge des Versicherten um sich und seine Familie geprägt gewesen. Es sei dabei auch zu einem narzisstischen Einbruch mit leichteren depressiven Symptomen gekommen. Auf dieser Basis sei es dann Jahre später zu einer gänzlichen depressiven Dekompensation im Zusammenhang mit den schwindenden Lebenszielen des Versicherten durch die Kosovokrise gekommen. 3.2 Die SUVA hat die Adäquanz von psychischen Spätfolgen geprüft, verneint und die Frage der natürlichen Kausalität unbeantwortet gelassen. Das kantonale Gericht hat demgegenüber die natürliche Kausalität untersucht und diese verneint. Es hat sich entgegen der SUVA im Einspracheentscheid mit dem für die Leistungspflicht der Unfallversicherung weiter vorausgesetzten adäquaten Kausalzusammenhang zwischen dem versicherten Unfall vom 5. Dezember 1990 und der später eingetretenen psychischen Fehlentwicklung mit Einschränkung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit nicht befasst. Damit steht im Zentrum die Frage, ob der versicherte Unfall zumindest eine relevante Teilursache für den psychischen Gesundheitsschaden des Beschwerdeführers darstellt, der nach fachärztlicher Beurteilung des Dr. med. M.________ die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt, was für die Bejahung des für die Leistungspflicht der Unfallversicherung zunächst erforderlichen natürlichen Kausalzusammenhangs genügen würde (BGE 121 V 329 Erw. 2a). Der vorinstanzlichen Auffassung ist beizupflichten, wonach ein natürlicher Kausalzusammenhang zwischen dem versicherten Unfall und den sich erst Jahre später zu einer depressiven Episode ausweitenden psychischen Beschwerden nicht gegeben ist. Je grösser der zeitliche Abstand zwischen Unfall und Eintritt psychischer Störungen ist, desto strengere Anforderungen sind an den Wahrscheinlichkeitsbeweis des natürlichen Kausalzusammenhangs zu stellen. (RKUV 1997 Nr. U 275 S. 191 Erw. 1c; Urteil S. vom 9. April 2002 Erw. 1b, U 368/01; unveröffentlichtes Urteil A. vom 14. Januar 1999 Erw. 4b, U 146/98). Bei konkurrierenden Ursachen kommt einem ärztlich als Auslöser bezeichneten Faktor nicht ohne weiteres die Bedeutung einer relevanten Teilursache zu (unveröffentlichtes Urteil B. vom 23. Dezember 1991 Erw. 4a, U 73/89). Eine differenzierte Lesart der Expertise des Dr. med. M.________ vom 10. Juli 2001 erlaubt es nicht, zwischen dem Unfall und den aktuellen psychischen Beschwerden nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit eine natürliche Kausalität, auch nicht im Sinne der Teilkausalität, zu bejahen. Die vorinstanzliche Beweiswürdigung und die daraus gezogenen Rechtsschlüsse halten einer Überprüfung stand.