Citation: 4A_197/2007 31.08.2007 E. A

A.a Die X.Y.________ (Beschwerdeführerin) ist in der Versicherungsbranche als Versicherungsbrokerin tätig und berät in dieser Funktion Private und Firmenkunden in Versicherungs- und Finanzfragen. Sie vermittelt zwischen ihren Kunden und den Versicherungsgesellschaften den Abschluss von Versicherungsverträgen, wofür sie Abschlussprovisionen oder jährlich wiederkehrende Courtagen erhält. Diese Abschlussprovisionen und Courtagen stellen die Haupteinnahmequelle der Beschwerdeführerin dar. A.________ (Beschwerdegegner) war vom 1. September 2000 bis 31. Juli 2002 bei der Beschwerdeführerin als Vorsorge- und Anlageberater tätig. Das gültige Zustandekommen des Arbeitsvertrages zwischen den Parteien am 29. August 2000 ist unbestritten. Gemäss dem Arbeitszeugnis vom 31. Juli 2002 umfasste das Tätigkeitsgebiet des Beschwerdegegners die Betreuung eines ihm zugewiesenen, bestehenden Kundenkreises sowie die Neuakquisition von Kunden. Die Betreuung und Beratung fand vor allem in den Bereichen Vorsorge, Steueroptimierung und Geldanlagen statt. Die Beschwerdeführerin anerkannte vor dem Obergericht, dass der Beschwerdegegner gut gearbeitet hat. A.b Ziffer 8.1 des Arbeitsvertrags vom 29. August 2000 sieht vor, dass der Beschwerdegegner auf reiner Kommissionsbasis angestellt sei und weder Fixum noch Spesen erhalte. Gemäss Ziffer 8.2 sollte der Beschwerdegegner auf den durch ihn vermittelten Geschäften im Bereich Einzellebensversicherung respektive Anlagefonds mit 60 % der der Beschwerdeführerin verbleibenden Abschlussprovisionen und mit 20 % der jährlich wiederkehrenden Courtagen entschädigt werden. Gestützt auf Ziffer 8.3 des Arbeitsvertrags wurde ein garantierter Provisionsvorschuss von monatlich brutto Fr. 1'000.-- vereinbart. Gemäss den Lohnabrechnungen vom 29. September 2000 bis 27. September 2001 wurde jeweils der Betrag von monatlich Fr. 8'000.-- als "Lohngarantie" aufgeführt. Gleichzeitig wurde dem Nettolohn ein Betrag, bezeichnet als vorausbezahlte "Lohngarantie", abgezogen. Auf den Lohnabrechnungen vom 31. Oktober 2001 bis 25. Juli 2002 wurde der Begriff "Lohngarantie" durch "Provisionsvorschuss" ersetzt. Vom Oktober 2001 bis April 2002 wurden weiterhin monatlich Fr. 8'000.--, bezeichnet als "Provisionsvorschuss", aufgeführt bzw. mit dem Nettolohn verrechnet. Im Mai 2002 und Juli 2002 wurde kein Provisionsvorschuss berücksichtigt, im Juni 2002 ein solcher von Fr. 1'000.--. Es ist unbestritten, dass eine Änderung des Arbeitsvertrags vereinbart wurde, indem gemäss den Lohnabrechnungen von September 2000 bis April 2002 monatlich nicht Fr. 1'000.--, sondern Fr. 8'000.-- als "Lohngarantie" bzw. "Provisionsvorschuss" berücksichtigt worden sind. A.c Am 23. Oktober 2001 wurde im Nachtrag zum Arbeitsvertrag folgendes vereinbart: "Ich, A.________, nehme zur Kenntnis, dass der von der X.Y.________ AG monatlich ausgerichtete Provisionsvorschuss (auf der Lohnabrechnung genannt Lohngarantie) eine Bevorschussung der künftigen Provisionen und Courtagen darstellt und ein negativer Saldo bei einem allfälligen Austritt aus der Firma X.Y.________ AG vollumfänglich geschuldet ist." Am 6. Juni 2002 bestätigte der Beschwerdegegner gegenüber der Beschwerdeführerin schriftlich die Richtigkeit des erwähnten Saldos von Fr. 62'538.50 per 31. Mai 2002.