Citation: I 310/99 17.01.2000 E. 3

3.- a) In medizinischer Hinsicht lagen den zwei Kas- senverfügungen vom 7. September 1993 vor allem das Gutach- ten des Spitals X._______ der Medizinischen Abteilung des Spitals X.________ vom 31. Dezember 1992 und der Bericht der Beruflichen Abklärungsstelle, (BEFAS), vom 15. Mai 1992 zu Grunde. Im Spital X._______ wurde ein chronisch-invali- disierendes Schmerzsyndrom mit mässig ausgeprägten organi- schen Substraten im Bereich der Hals- und Lendenwirbelsäule sowie bei u.a. depressiver Grundstimmung diagnostiziert. Im Rahmen der BEFAS-Abklärung vom 6. April bis 1. Mai 1992 wurde aus ärztlicher Sicht ein chronisches tendomyotisches, vertebragenes Lumbal- und Zervikalsydrom sowie leichte Pe- riarthropathien der linken Schulter und der Hüfte festge- stellt. Dabei verneinten beide Institutionen eine Arbeits- fähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Hilfs-An- tennenbauer. In einer leidensangepassten Beschäftigung schätzte das Spital X._______ die Arbeitsfähigkeit auf 30 %. Die beruflichen Abklärungen in der BEFAS hatten dies- bezüglich bei ganztägigem Einsatz eine Leistungsfähigkeit von 50 % ergeben. Anlässlich der ab anfangs Mai 1997 durchgeführten Ren- tenrevision holte die IV-Stelle wiederum ein Gutachten des Spitals X._______ ein, welches am 15. Juni 1998 Bericht er- stattete. Die Diagnose lautete auf chronisches Schmerzsynd- rom des Rückens mit Lumbovertebralgien und Zervikobrachial- gien mit radiologischem Nachweis degenerativer Zeichen am Achsenskelett. Dazu hielt es fest, ein Vergleich der aktu- ellen Befunde mit denjenigen vom 31. Dezember 1992 zeige bezüglich der Befunde des Achsenskelettes stationäre Ver- hältnisse. Das Fehlen der Beschreibung einer Beweglich- keitseinschränkung der Schultern in der Voruntersuchung lasse auf eine Progredienz dieser Befunde schliessen. Ein psychisches Leidensbild, welches den Krankheitsverlauf re- levant beeinflusst, lag nicht vor: Die im Vorgutachten er- wähnte depressive Grundstimmung sei nicht mehr feststell- bar. In der Folge wurde die Arbeitsfähigkeit in einer ge- eigneten Tätigkeit auf 30 % geschätzt, wobei die tägliche Arbeitsleistung drei Stunden nicht übersteigen dürfe. b) In Würdigung der umfassenden und schlüssig begrün- deten Beurteilung des Spitals X._______ vom 15. Juni 1998, auf welche ohne weiteres abzustellen ist (vgl. BGE 122 V 160 Erw. 1c), steht fest, dass sich der Sachverhalt zur Zeit der streitigen Revisionsverfügung vom 8. September 1998 im Vergleich wie er im Zeitpunkt der ursprünglichen Verfügungen vom 7. September 1993 bestanden hat, in einem anderen Lichte präsentiert. Wenn auch der Grad der Arbeits- fähigkeit gleich geblieben ist (30 %), hat sich der Gesund- heitszustand erheblich verändert. In psychischer Hinsicht ist eine Verbesserung eingetreten, liegt doch die depres- sive Grundstimmung, welche im Gutachten des Spitals X.________ vom 31. Dezember 1992 diagnostiziert worden war, nicht mehr vor. Dagegen haben sich die somatischen Beein- trächtigungen verschlechtert. So förderte die Untersuchung des Bewegungsapparates - anders als bei der erstmaligen Be- funderhebung im Jahre 1992 - u.a. einen aktiven und passi- ven Elevationsausfall über 100° der beiden Schultergelenke zu Tage. Bei der Beantwortung der Gutachterfragen wurde denn auch ausdrücklich auf den diesbezüglich progredienten Verlauf hingewiesen. Nachdem das Ausmass der Arbeitsfähig- keit im Ergebnis nicht geändert hat, bedeutet dies nichts anderes, als dass der Wegfall der psychischen Beeinträchti- gung durch die zugenommene Einschränkung im Bewegungsappa- rat kompensiert wurde. Insoweit die IV-Stelle gestützt auf den BEFAS-Bericht vom 15. Mai 1992 von einer Arbeitsunfähigkeit von 50 % aus- geht (vgl. Sachbearbeitungsprotokoll vom 9. Juli 1998), lässt sie ausser Acht, dass diese im Rahmen der beruflichen Abklärung festgesetzt wurde. Indes ist die Festlegung der Arbeitsfähigkeit Aufgabe des Arztes und nicht des Berufsbe- raters (BGE 115 V 134 Erw. 2, 114 V 314 Erw. 3c, 105 V 158 Erw. 1). Dazu kommt, dass der Beurteilung der beruflichen Eingliederung vom 15. Mai 1992 eine Ganztagesbeschäftigung zu Grunde liegt, während im Gutachten des Spitals X._______ vom 15. Juni 1998 speziell festgehalten wurde, dass die tägliche Arbeitsleistung drei Stunden nicht übersteigen dürfe.