Citation: 6B_483/2008 12.11.2008 E. 2

2.1 Die Vorinstanz geht von folgendem Sachverhalt aus: Die Beschwerdeführer sind Kollektivgesellschafter einer Pizzeria. Gegenüber A.________, welcher bis zum 15. Oktober 2006 in der Pizzeria der beiden Beschwerdeführer tätig war, wurde im Umfang von Fr. 210.-- pro Monat und der Hälfte des 13. Monatslohns eine Lohnpfändung verfügt. Dies wurde den beiden Beschwerdeführern mit Schreiben des Betreibungsamts der Stadt Wil vom 11. Mai 2006 angezeigt, und sie wurden gestützt auf Art. 99 SchKG darauf hingewiesen, dass die gepfändeten Lohnbeträge rechtsgültig nur noch an das Betreibungsamt geleistet werden könnten. Die beiden Beschwerdeführer lieferten in der Folge jedoch trotz mehrmaliger Mahnung die gepfändeten Quoten August bis 15. Oktober 2006 von insgesamt Fr. 525.-- (August Fr. 210.--, September Fr. 210.-- und hälftiger Oktober Fr. 105.--) dem Betreibungsamt nicht ab, sondern zahlten diese ihrem Arbeitnehmer A.________ aus respektive verrechneten sie mit dessen Lohnvorbezügen bzw. Schulden bei ihnen. Am 5. Juni 2007 überwiesen die Beschwerdeführer schliesslich die Fr. 525.-- dem Betreibungsamt. Am 5. September 2007 erhob die Staatsanwaltschaft des Kantons Thurgau Anklage gegen die beiden wegen Verfügung über mit Beschlag belegte Vermögenswerte (Art. 169 StGB). 2.2 Die Vorinstanz hat erwogen, die Beschwerdeführer hätten im Umfang von Fr. 525.-- über gepfändeten Lohn verfügt. Die Tatsache, dass sie schliesslich unter dem Druck des laufenden Strafverfahrens am 5. Juni 2007 dem Betreibungsamt die Fr. 525.-- überwiesen hätten, ändere an ihrer Strafbarkeit nichts. Der Tatbestand des Verstrickungsbruchs gemäss Art. 169 StGB setze keinen konkreten Vermögensschaden oder Verlusteintritt bei den Gläubigern voraus, da ansonsten dem Ziel des Gesetzes, ein ordnungsgemässes und zügiges Zwangsvollstreckungsverfahren sicherzustellen, nicht Rechnung getragen werden könnte. Ausreichend sei, dass - wie vorliegend der Fall - das Betreibungsverfahren zum Nachteil der Gläubiger erheblich beeinträchtigt bzw. deutlich verzögert werde. Die Beschwerdeführer hätten zumindest eventualvorsätzlich gehandelt und damit auch den subjektiven Tatbestand von Art. 169 StGB erfüllt (angefochtenes Urteil S. 5 - 9). 2.3 Die Beschwerdeführer rügen unter Bezugnahme auf BGE 86 IV 170 eine Verletzung von Art. 169 StGB. Eine Lohnpfändung könne nur gegenüber dem Arbeitnehmer selber, nicht aber gegenüber dem Arbeitgeber angeordnet werden. Mit der Mitteilung der Lohnpfändung gemäss Art. 99 SchKG durch das Betreibungsamt sei nicht in ihr Vermögen eingegriffen worden, denn gepfändeter Schuldner sei der Arbeitnehmer, und bei einer gepfändeten Lohnquote sei nur die Forderung, nicht aber das Geld des Arbeitgebers gepfändet. Dieser sei mithin frei, über sein Geld so zu verfügen, wie es ihm beliebe, und laufe einzig Gefahr, doppelt bezahlen zu müssen. Im Übrigen fehle es auch an einem Schaden, denn das Betreibungsverfahren sei nicht zum Nachteil der Gläubiger erheblich beeinträchtigt bzw. deutlich verzögert worden (Beschwerde S. 4 - 8).