Citation: 5A_967/2021 E. 2.3

2.3. Die Beschwerdeführerin führt aus, im Ergebnis erscheine es willkürlich im Sinne von Art. 9 BV, wenn trotz der unmissverständlich anders lautenden Anträge der Beiständin und der zwischenzeitlichen Entwicklung in Form der Verweigerungshaltung des Vaters (keine persönlichen Kontakte während über einem Jahr) die Vorinstanz unter Verletzung von Art. 298 ZPO, Art. 29 Abs. 2 BV und Art. 12 UN-KRK und trotz bestehender Kindeswohlgefährdung (aus diesem Grund habe die Vorinstanz ja auch eine begleitete Übergabe angeordnet) auf eine Anhörung des mittlerweile sechseinhalbjährigen Kindes verzichte. Die Einschätzung, wonach eine Anhörung von C.________ keine neuen, für die Entscheidfindung relevanten Informationen ergeben würde, sei unhaltbar, das Kantonsgericht verfalle somit in Willkür und verstosse gegen den Untersuchungsgrundsatz (Art. 296 Abs. 1 ZPO), wenn es zum einen diametral anders entscheide als die Beiständin, welche die Hintergründe und die Situation der Eltern am besten einschätzen dürfte und ein begleitetes Besuchsrecht beantragt habe. Zum andern erscheine die fehlende Anhörung des Kindes umso problematischer, als das Kantonsgericht ohne irgendeine Übergangsfrist nach einem Jahr Kontaktunterbruch wieder direkt zu unbegleiteten Kontakten zwischen dem Vater, der vom Gericht angehört worden sei, und dem mittlerweile sechseinhalbjährigen Kind, das vom gleichen Gericht nicht angehört worden sei, übergehen wolle, obschon das Kind vom unbegleiteten Kontakt in erheblichem Masse betroffen sein werde.