Citation: 4A_404/2023 E. 5.2.1

5.2.1. Die Vorinstanz liess unter Verweis auf ihre Ausführungen zur (fehlenden) Kausalität offen, ob die Beschwerdegegnerin durch ihr Verhalten eine vertragliche Pflicht verletzt hat. Auch zum Schaden und zum Verschulden äusserte sich die Vorinstanz mangels Kausalität nicht. Schliesslich verzichtete sie vor diesem Hintergrund auf die Befragung der offerierten Zeugen und die beantragten Urkundeneditionen. Die Vorinstanz erwog, die Beschwerdeführerin habe geltend gemacht, die ungenügenden Abklärungen der Beschwerdegegnerin seien kausal gewesen für die MROS-Meldung. Diese wiederum habe zur Einleitung eines Strafverfahrens und jenes schliesslich zum Scheitern des Geschäfts und zum Schaden in Form entgangenen Gewinns und unnötiger Aufwendungen geführt. Die MROS-Meldung sei vorsätzlich falsch und widersprüchlich erfolgt. Indes könnten die der Beschwerdegegnerin vorgeworfenen Sorgfaltspflichtverletzungen für den Schadenseintritt nicht kausal gewesen sein, so die Vorinstanz. Die Beschwerdeführerin habe nämlich behauptet, zwischen ihr und dem VBS sei ein rechtsgültiger Vertrag zustande gekommen. Sie habe aber nicht geltend gemacht und es sei nicht ersichtlich, inwiefern das VBS unter den gegebenen Umständen über ein einseitiges Rücktrittsrecht verfügt haben soll, was unabdingbare Voraussetzung für einen gültigen Vertragsrücktritt des VBS wäre. Am Umstand, dass rechtswirksame Verträge zu halten seien, ändere der Einwand der Beschwerdeführerin nichts, wonach das VBS Beschaffungen direkt beim Produzenten angestrebt habe. Auch der als Erklärung angeführte Führungswechsel bei bei Armeeapotheke rechtfertige keinen einseitigen Vertragsrücktritt. Es sei unerfindlich und die Beschwerdeführerin begründe nicht, weshalb ein Führungswechsel dazu geführt haben sollte, dass das VBS nicht mehr an gültige Verträge gebunden wäre. Das Argument mit dem Führungswechsel überzeuge zudem bereits deshalb nicht, weil die neue Führungsperson beim Abschluss des Vertrags mit der Beschwerdeführerin bereits im Amt gewesen sei. Auch ein "ungutes Gefühl" des Zuständigen oder ein vager Verdacht des VBS auf betrügerische Machenschaften im Umfeld der Beschwerdeführerin rechtfertigten keinen Vertragsrücktritt. Gleiches gelte für die Behauptung der Beschwerdeführerin, wonach das VBS sie habe hinhalten und den Kauf schliesslich mit der Begründung einer Straftat gänzlich habe ablehnen wollen.