Citation: 4A_489/2014 E. 5.4

5.4. Wie die Vorinstanz richtig festgehalten hat, beziehen sich die genannten Richtlinien (in der Ausgabe 2002) auch auf Schlittler. Aus Ziffer 13 der SBS-Richtlinie geht nämlich explizit hervor, dass als Schneesportler (neben den Ski- und Snowboardfahrern) auch Schlittler gelten. So bestimmt auch Ziffer 15 der SKUS-Richtlinien, dass wo es das Verkehrsaufkommen rechtfertige und die Geländeverhältnisse es erlauben würden, auch Schlittelwege angelegt werden können. Beide Richtlinien erfassen damit ausdrücklich auch Schlittler, weshalb die Sicherungspflicht von zwei Metern gemäss Ziffer 27 der SKUS-Richtlinie und Ziffer 22 der SBS-Richtlinie auch für Schlittelpisten zu geltend hat, zumal keine der beiden Richtlinien bezüglich den Schlittelpisten eine Ausnahme vorsieht. Dafür spricht auch, dass die SKUS-Richtlinien im Jahre 2006 mit einem Abschnitt betreffend Schlittelwege und Schlittelparks ergänzt wurden: Nach Ziffer 50 dieser Version, werden Schlittelwege markiert, signalisiert und vor alpinen Gefahren gesichert. Die Schlittelwege werden hergerichtet, unterhalten und kontrolliert. Ziffer 51 der SKUS-Richtlinien hält fest, dass Schlittelwege vor atypischen Gefahren zu sichern sind. Atypisch sind Gefahren, welche die Benützer bei Anwendung der gebotenen Sorgfalt nicht zu erkennen vermögen (vgl. Urteil 6B_659/2008 vom 25. November 2008 E. 2.2). Auch diese Version der Richtlinien sieht keine Ausnahme des Schutzbereiches der Pistenrandsicherung für Schlittelwege vor. Entsprechend kann entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin nicht gesagt werden, dass die der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zugrunde liegenden Richtlinien, welche einen grundsätzlich zu sichernden Pistenrandbereich von zwei Metern Breite vorsehen, nicht auch auf den Schlittelsport anwendbar sind. Zwar ist ihr insoweit beizupflichten, als dass der Sicherungszweck dieses zusätzlichen Randbereichs beim Schlittelsport nicht unbedingt dazu dient, ein gefahrloses Abschwingen im Sinne der zitierten Rechtsprechung (vgl. E. 5.3 hiervor) zu ermöglichen, sehr wohl aber dazu benutzt werden kann, ein Stehenbleiben unmittelbar am Pistenrand zu garantieren. Es ist weder dargetan noch ersichtlich, weshalb bei Schlittelpisten der über den Pistenrand zu sichernde Bereich breiter angelegt werden muss, als bei Skipisten. Die Beschwerdeführerin führt denn auch nicht aus, wie breit ihrer Ansicht nach dieser Pistenrandbereich sein sollte. Sie macht diesbezüglich nur allgemeine Ausführungen, wonach Schlitteln gefährlicher als Ski- bzw. Snowboardfahren sein soll. Dabei übergeht sie jedoch, dass sich die Vorinstanz eingehend mit dem entsprechenden Vorbringen auseinandergesetzt und in überzeugender Weise entgegengehalten hat, dass die hohen Anforderungen an das Steuern und Bremsen des Schlittens die entsprechende nötige Vorsicht beim Fahren verlangen. Mit diesen Erwägungen setzt sich die Beschwerdeführerin nicht (hinreichend) auseinander und begründet nicht präzise, weshalb ein zu sichernder erweiterter Pistenrandbereich von 2 Metern nicht genügen sollte. Ein unbegrenzter Sicherungsraum wäre weder verhältnismässig noch zumutbar.