Citation: 6B_544/2017 E. 2.2.1

2.2.1. Die Vorinstanz erwägt hilfsweise, es könne nicht mit Sicherheit davon ausgegangen werden, dass bei der Entgegennahme oder anschliessenden Abwicklung der fraglichen Wetten bei den Wettanbietern natürliche Personen involviert gewesen seien. Insoweit sei die Beweislage diffus. Zugunsten des Beschwerdegegners sei daher anzunehmen, dass bei den fraglichen Wetten keine persönliche Gegenprüfung beim Wettanbieter stattgefunden habe (angefochtener Entscheid E. 2.3.3.2 f. S. 14 f.). Die Beweiswürdigung der Vorinstanz insoweit ist entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin nicht willkürlich. Die Vorinstanz stützt ihre Sachverhaltsannahme insbesondere auf die Aussagen des Zeugen E.________ (angefochtener Entscheid E. 2.3.3.2 S. 14 f.). Dieser gab an, die Wetten mit höheren Einsätzen seien bei B.________ Ltd. über einen sog. Brokerage-Service abgewickelt worden. Auch wenn bei einem Buchmacher (d.h. Wettanbieter) eine Limite gelte, könne die Wette aufgeteilt werden, und zwar auf eine beliebige Anzahl Konten bei einem Buchmacher oder über mehrere gesplittet bei verschiedenen Buchmachern. Konkret zu einer Wette mit einem Einsatz von 65'000 Euro befragt, sagte E.________ aus, er wüsste nicht, wie B.________ Ltd. die Wette platziert habe. Alles sei möglich. Er glaube, es sei am wahrscheinlichsten, dass die Wette über das Internet, durch Verwendung verschiedener Internetkonten, durchgeführt worden sei, oder dass direkt mit dem Agenten kommuniziert worden sei. Auf Nachfrage, ob es möglich sei, dass eine solche Wette mit einem derartigen Betrag für ein Zweitligaspiel (gemeint: Challenge League) lediglich über das Internet platziert worden sei, ohne dass dabei eine Person beim Wettanbieter die Wette akzeptiert habe, erklärte E.________, das sei möglich, wenn die Wette über verschiedene Konten platziert worden sei. Die Vorinstanz misst den Aussagen des Zeugen E.________ besonderes Gewicht zu, da er aufgrund seiner früheren Anstellung bei B.________ Ltd. über spezifische Kenntnisse darüber verfügt, wie Wetten dort abgewickelt wurden. Dies ist nicht zu beanstanden. Auch die Zeugen F.________ und G.________, die ihre Aussagen im Gegensatz zu jenen des Zeugen E.________ lediglich auf ihre allgemeine Erfahrung in der Wettspielbranche stützten und insbesondere mit den Geschäftsabläufen bei B.________ Ltd. nicht vertraut waren, gaben im Übrigen nicht an, die hier zur Diskussion stehenden Wetten seien beim Wettanbieter sicher von einer natürlichen Person akzeptiert worden. Wenn die Vorinstanz in Würdigung dessen zum Schluss kommt, es sei nicht hinreichend bewiesen, dass bei der Entgegennahme und Abwicklung der Wetten bei den Wettanbietern natürliche Personen involviert waren, ist das jedenfalls nicht schlechthin unhaltbar und damit nicht willkürlich. Dass eine andere Lösung ebenfalls vertretbar oder gar vorzuziehen wäre, genügt für die Annahme von Willkür nicht (BGE 141 I 211 E. 3.2 S. 214/215 mit Hinweisen). Der Einwand, die Vorinstanz stelle im vorliegenden Zusammenhang überhöhte Anforderungen an das Beweismass, ist unbegründet. Die Vorinstanz kommt - wie dargelegt - zum Schluss, die Beweislage im Zusammenhang mit der Involvierung natürlicher Personen bei der Entgegennahme und Abwicklung der Wetten bei den Wettanbietern sei diffus. Die Vorinstanz hatte somit insoweit nicht zu unterdrückende Zweifel. Wenn sie diese zugunsten des Beschwerdegegners berücksichtigt und die Involvierung natürlicher Personen bei den Wettanbietern nicht als bewiesen erachtet hat, ist das nicht zu beanstanden (Art. 10 Abs. 3 StPO). War auf Seiten der Wettanbieter keine natürliche Person involviert, scheidet Betrug gemäss Art. 146 Abs. 1 StGB aus. Danach ist strafbar, wer "jemanden", also einen Menschen, täuscht (TRECHSEL/ CRAMERI, in: Trechsel/Pieth [Hrsg.], Schweizerisches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 2. Aufl. 2013, N. 1 zu Art. 147 StGB; GERHARD FIOLKA, in: Strafrecht II, Basler Kommentar, 3. Aufl. 2013, N. 6 zu Art. 147 StGB; MIRJAM TRUNZ, Ein globaler Lösungsansatz zur Bekämpfung der Spiel- und Wettspielmanipulation im Sport, 2016, S. 234). Die Beschwerdeführerin stellt das nicht in Abrede.