Citation: 1C_514/2020 E. 4.5

4.5. Die Beschwerdeführer rügen, die Vorinstanz habe § 203 Abs. 1 lit. c PBG in unhaltbarer Weise angewandt, da das Gutachten der KDK Lücken und Ungereimtheiten aufweise, welche triftige Gründe dafür darstellten, davon abzuweichen. So sei es sachlich nicht gerechtfertigt, den Begriff der baukünstlerischen Epoche im Sinne von § 203 Abs. 1 lit. c PBG so weit auszulegen, dass er auch Gebäude erfasse, die für jüngere Zeitphasen aussagekräftig und wichtig seien oder architektonischen Strömungen zugeordnet werden können. Gebäude, die aufgrund ihrer schlechten Bauqualität rasch wieder verloren gingen, könnten ihre Epoche nicht prägen. Somit seien jüngere Bauten nur schutzwürdig, wenn sie noch gut erhalten und nicht zu Abbruchobjekten geworden seien. Dem streitbetroffenen Wohnhaus sei daher die Zeugeneigenschaft abzusprechen, weil es derart gravierende bautechnische Mängel aufweise, dass eine tiefgreifende Sanierung erforderlich sei, welche bei einem erst 30-jährigen Gebäude nicht in diesem Umfang zu erwarten gewesen sei. Jedenfalls führten die bautechnischen Mängel offenkundig dazu, dass das Gebäude die Epoche seiner Erbauung nicht besonders qualitätsvoll zu dokumentieren vermöge, wie dies gemäss der Rechtsprechung für eine wichtige Zeugenschaft erforderlich sei. Die Rezeption in der Fachliteratur als "Schlüsselwerk" sei bezüglich der Qualifikation als architektonisch anspruchsvolles Haus bzw. als architektonische Höchstleistung nicht allein massgebend, weil sich diese Leistung nicht nur durch eine spezielle Formgebung oder Materialwahl, sondern auch durch eine gute Funktionalität auszeichnen müsse, die das streitbetroffene Haus aufgrund der energetischen Mängel offenkundig nicht aufweise. Das Gutachten sei lückenhaft, weil es diese Mängel nicht erwähnte und damit ausblende. Es sei auch nicht schlüssig, soweit es die streitbetroffene Baute in Verbindung mit dem Beginn einer "Neuen Einfachheit" bringe, da gekrümmte Fassaden typische Merkmale der Postmoderne seien, von der sich die "Neue Einfachheit" habe abwenden wollen. Auch lasse sich die ausgefallene Schiffsform nicht mit dem angeblich angestrebten Ausdruck von Schlichtheit und Einfachheit vereinbaren. Zudem gehörten zu den Merkmalen einer gelungenen "Neuen Einfachheit" eine hohe Bauqualität und Präzision, welche das streitbetroffene Objekt nicht aufweise. Jedenfalls werde die Architektur der 1980er Jahre durch gekrümmte Fassadenbereiche, die Holzbauweise und die weiteren von der Vorinstanz genannten Elemente nicht besonders aussagekräftig dokumentiert.