Citation: 4A_16/2022 E. 2.1

2.1. Gemäss Arbeitsgericht machte der Beschwerdeführer insgesamt 1'059.68 Mehrarbeitsstunden geltend, teilweise als Überstunden, teilweise als Gleitzeit, wobei nicht nachvollziehbar sei, nach welchen Kriterien die beiden Kategorien unterschieden worden seien. Als Beweis für die Mehrarbeit legte er Zeiterfassungstabellen ins Recht, die jeweils per 21. des Monats die Saldi an Gleitzeit- und Überstunden aufführen. Der Beschwerdeführer habe die Zahlen der Computerausdrucke jedoch stets durchgestrichen und handschriftlich mit einem Total der Plus- resp. Minusstunden ersetzt. Er habe eingeräumt, dass die Beschwerdegegnerin ihm gesagt habe, er müsse dies nicht tun, da er Kadermitarbeiter sei. Gleichwohl habe er die Korrekturen gemacht, ohne bei der Beschwerdegegnerin zu thematisieren, dass er damit nicht einverstanden sei. Er müsse sich daher anrechnen lassen, dass er die Saldi durchgestrichen habe, und sie könnten somit nicht als Beweis für seine Mehrarbeitsstunden dienen. Die handschriftlich angebrachten Totale der Mehrarbeitsstunden seien demgegenüber gemäss seinen eigenen Ausführungen falsch, seien also auch kein Beweis für die Mehrarbeit. Somit stellte das Arbeitsgericht nicht auf die zum Beweis offerierten Zeiterfassungsblätter ab, da sie handschriftlich korrigiert seien und der Beschwerdeführer durch das Durchstreichen der Saldi selber zum Ausdruck gebracht habe, dass nicht auf diese Saldi abzustellen sei, weshalb er sich nicht mehr darauf berufen könne. Das Obergericht gestand dem Beschwerdeführer zu, dass sich das Arbeitsgericht nicht mit seiner Behauptung auseinandergesetzt habe, die vom System erfasste Arbeitszeit sei richtig. Indessen sei damit nichts gewonnen, weil die Begründung in eine andere Richtung gehe: Unabhängig von der (objektiven) Richtigkeit des Inhalts der Zeiterfassungsblätter könne zufolge des Verhaltens des Beschwerdeführers nicht auf diese abgestellt werden, weshalb die bestrittene Mehrarbeitszeit beweislos bleibe. Der Beschwerdeführer erblickt darin eine Verletzung von Art. 152 Abs. 1 ZPO. Er habe immer bestritten und hierfür die notwendigen Beweismittel offeriert, dass er mit der Streichung der Saldi zum Ausdruck gebracht habe, dass nicht auf diese abzustellen sei. Diese Beweismittel seien aber nicht abgenommen worden, was die Vorinstanz zu Unrecht nicht berücksichtigt habe. Die Rüge geht an der vorinstanzlichen Begründung vorbei. Da es nicht entscheiderheblich auf die Richtigkeit der durchgestrichenen Saldi ankommt, bedeutet es auch keine Verletzung des Beweisführungsanspruchs, wenn darüber nicht Beweis abgenommen wurde. Dass die Vorinstanz in willkürlicher Weise die arbeitsgerichtliche Begründung dahingehend verstand, dass - unabhängig von der Richtigkeit des Inhalts - das Verhalten des Beschwerdeführers ausschlaggebend sei, der die Saldi freiwillig durchgestrichen habe und sich dieses Verhalten anrechnen lassen müsse, zeigt der Beschwerdeführer nicht auf. Eine Verletzung von Art. 152 Abs. 1 ZPO liegt nicht vor.