Citation: U 60/06 19.09.2006 E. 5

5.1 Im Rahmen der für die Belange der Adäquanzprüfung vorzunehmenden Einteilung (BGE 115 V 139 Erw. 6) stuft das Eidgenössische Versicherungsgericht eine Auffahrkollision vor einem Fussgängerstreifen oder einem Lichtsignal in der Regel als mittelschweres, im Grenzbereich zu den leichten Unfällen liegendes Ereignis ein und nimmt nur ausnahmsweise (insbesondere bei einer niedrigen kollisionsbedingten Geschwindigkeitsveränderung [Urteil B. vom 7. August 2001, U 33/01, Erw. 3a] und - zusätzlich - bei weitgehendem Fehlen von unmittelbar im Anschluss an den Unfall auftretenden Beschwerden [Urteil S. vom 29. Oktober 2002, U 22/01, Erw. 7.1]) einen leichten Unfall an (RKUV 2003 Nr. U 489 S. 360 Erw. 4.2 [Urteil A. vom 24. Juni 2003, U 193/01] mit Hinweisen). Da die Voraussetzungen für die ausnahmsweise Annahme eines leichten Ereignisses nicht gegeben sind, ist der Unfall vom 17. Dezember 1999 den mittelschweren Ereignissen im Grenzbereich zu den leichten Fällen zuzuordnen. Die Adäquanz der psychischen Unfallfolgen ist daher zu bejahen, wenn eines der in BGE 115 V 140 Erw. 6c/aa erwähnten Kriterien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist oder die massgebenden Kriterien in gehäufter oder auffallender Weise gegeben sind. Bei der Prüfung der einzelnen Kriterien sind nur die organisch bedingten Beschwerden zu berücksichtigen, während die psychisch begründeten Anteile, deren hinreichender Zusammenhang mit dem Unfall den Gegenstand der Prüfung bildet, ausgeklammert bleiben. 5.2 Der Unfall ereignete sich bei objektiver Betrachtung weder unter besonders dramatischen Begleitumständen, noch war er durch eine besondere Eindrücklichkeit gekennzeichnet, wie im angefochtenen Entscheid zutreffend festgehalten wird und auch der Beschwerdegegner anerkennt. Entgegen der Auffassung von Beschwerdegegner und Vorinstanz ist ferner weder von einer schweren noch einer im Hinblick auf die in Frage stehende Adäquanzbeurteilung besonders gearteten Verletzung auszugehen, vermag doch die Diagnose eines Schleudertraumas oder einer HWS-Distorsion das Kriterium der Schwere oder der besonderen Art der erlittenen Verletzung für sich allein nicht zu begründen (RKUV 2005 Nr. U 549 S. 238 Erw. 5.2.3 mit Hinweisen [Urteil C. vom 15. März 2005, U 380/04]). Entgegen der Betrachtungsweise des Beschwerdegegners sind keine aggravierenden Faktoren erkennbar. Daran vermag auch der Umstand, dass er im Kollisionszeitpunkt nach oben zum Lichtsignal geblickt und damit den Kopf gegen oben geneigt hatte, nichts zu ändern. Es trifft zwar zu, dass der Körperhaltung hinsichtlich Art und Schwere des Schleudertraumas Bedeutung zukommen kann (vgl. RKUV 2003 Nr. U 489 S. 361 Erw. 4.3 mit Hinweisen [Urteil A. vom 24. Juni 2003, U 193/01]). Bejaht wurde dies in dem vom Beschwerdegegner erwähnten Fall, in welchem die betroffene Person - welche als Beifahrerin eines stehenden Personenwagens in eine Auffahrkollision verwickelt wurde - im Zeitpunkt des Heckaufpralls nach oben zum Schiebedach hinausschaute, wobei sie, um die Bedienungsmöglichkeiten des Autos zu beobachten, den Oberkörper nach links neigte, aufgrund welcher Körperhaltung das Schleudertrauma denn auch zu Komplikationen führte (RKUV 1998 Nr. U 297 S. 245 Erw. 3c). Eine vergleichbare Konstellation ist hier nicht gegeben, hatte doch der Versicherte nach seinen Angaben nur den Kopf, nicht aber den gesamten Oberkörper abgedreht, was für die Annahme der besonderen Art der erlittenen Verletzung gerade nicht ausreicht (Urteil D. vom 16. August 2001, U 21/01, Erw. 3d). Auch das Kriterium der ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung ist zu verneinen: Dass zwei je zirka einen Monat dauernde Rehabilitationsaufenthalte (vom 12. Juli bis 9. August 2000 und vom 2. bis 30. Januar 2002 in der Rehaklinik E.________) erforderlich waren, neben welchen der Beschwerdegegner bloss ambulant in Behandlung war, vermag das Kriterium der ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung nicht zu erfüllen. Zu Recht verneinen Vorinstanz und Beschwerdeführerin sodann das Kriterium der ärztlichen Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmerte. Ebenso wenig kann von einem schwierigen Heilungsverlauf und erheblichen Komplikationen die Rede sein, wenn der Heilungsverlauf bis anhin auch nicht den gewünschten Erfolg gebracht hat. Was sodann das Kriterium der langen Dauer der Arbeitsunfähigkeit anbelangt, ist diese hauptsächlich auf psychische Probleme zurückzuführen, welche im Rahmen der Adäquanzprüfung nach BGE 115 V 140 Erw. 6c/aa unberücksichtigt zu bleiben haben. Die geltend gemachten Dauerschmerzen (Kopf-/Nackenschmerzen) würden schliesslich, selbst wenn sie - wie erforderlich - körperlich bedingt wären, für sich allein nicht ausreichen, um die Adäquanz zu bejahen. 5.3 Zusammenfassend ergibt sich, dass - entgegen dem angefochtenen Entscheid - ein adäquater Kausalzusammenhang zu verneinen ist.