Citation: U 3/06 06.09.2006 E. 2

Streitig und zu prüfen ist, ob die SUVA auf Grund des Ereignisses vom 26. August 2002 eine Leistungspflicht bezüglich der geltend gemachten Rückenbeschwerden trifft, was zunächst voraussetzt, dass das Geschehen einen Unfall im Rechtssinne darstellt. Das Vorliegen einer unfallähnliche Körperschädigung gemäss Art. 9 Abs. 2 UVV fällt dabei ausser Betracht. 2.1 Laut Sachverhaltsschilderung des Beschwerdeführers anlässlich der Besprechung mit der SUVA am 10. September 2003 hob er zusammen mit einem Arbeitskollegen eine ca. 160 bis 200 kg schwere, mit Bohrkernen und Bodenproben gefüllte Musterkiste hoch, um sie auf ein zwei Meter daneben stehendes Fahrzeug zu heben. Nachdem sie die Kiste einige Zentimeter vom Boden hoch gehoben hätten, sei der Arbeitskollege nach einem Schritt rückwärts ausgerutscht. Da es nass gewesen war, sei er möglicherweise auch mit den Händen entglitten, wobei er die Kiste fallen liess. Der Beschwerdeführer sei dadurch nach vorne gefallen und habe sofort einen Schmerz im unteren Rückenbereich verspürt. Die Kiste habe er aber nicht losgelassen. Er habe sich hinsetzen müssen und hernach kaum noch aufstehen können (Bericht vom 10. September 2003). Der Arbeitskollege gab gegenüber dem SUVA-Mitarbeiter am 23. September 2003 hingegen an, der Versicherte habe die Kiste losgelassen, er selber sei beim Verladen der Kiste weder ausgerutscht noch sei ihm die Kiste aus den Händen geglitten. 2.2 Die Sachverhaltsschilderungen stimmen einzig insoweit überein, als einer der beiden Arbeiter beim Verladen der Bohrkiste offenbar die Kiste losliess, der Beschwerdeführer sofort über Rückenschmerzen klagte und sich hinsetzen musste. Beweismässig nicht erstellt ist, dass er dabei eine unkoordinierte Bewegung in dem Sinne machte, dass sein Bewegungsablauf durch etwas Programmwidriges oder Sinnfälliges, wie ein Ausgleiten, ein Stolpern oder ein reflexartiges Abwehren eines Sturzes etc., gestört wurde, was zur Bejahung des für das Vorliegen eines Unfalles im Rechtssinne erforderlichen Merkmals eines ungewöhnlichen äussern Faktors führen würde. Insbesondere ist nicht rechtsgenüglich nachgewiesen, dass der Arbeitskollege beim Hochheben der Kiste - gemäss Angabe des Geologen der X.________ AG, vom 11. September 2003, ist bei einer gut gefüllten Kiste ein Gewicht bis zu 150 kg denkbar - ausgerutscht oder sie ihm entglitten ist, was er anlässlich der Besprechung mit der SUVA am 23. September 2003 ausdrücklich verneinte. Zu berücksichtigen ist auch der Umstand, dass der Versicherte zwar am Tag des Ereignisses seinen Hausarzt wegen Rückenschmerzen aufsuchte und eine Spritze erhielt, diesem aber, gestützt auf dessen glaubwürdige Aussagen in seinem Schreiben vom 8. August 2003, am 29. Juli 2003 erstmals berichtete, dass die Rückenbeschwerden von einem rund eineinhalb Jahre zurück liegenden Unfallereignis herrühren würden. Wie den Akten weiter zu entnehmen ist, ging auch die Arbeitgeberin vorerst von einer krankheitsbedingten Gesundheitsbeeinträchtigung aus, wobei sie beim zuständigen Krankenversicherer mit Krankmeldung vom 7. Februar 2003 für eine ab 21. Dezember 2002 bestehende Arbeitsunfähigkeit Taggeldleistungen beantragte. Letztlich kann aber die Frage nach dem genauen Hergang des Vorkommnisses vom 26. August 2002 offen bleiben. 2.3 Selbst wenn dieses Ereignis den Unfallbegriff erfüllen würde, ist mit der Vorinstanz ein Kausalzusammenhang zwischen dem Geschehen und den bestehenden Rückenbeschwerden zu verneinen. Auf Grund der medizinischen Aktenlage - insbesondere der Berichte des Dr. med. A.________, vom 8. August 2003 und 8. Juni 2004, ist davon auszugehen, dass beim Beschwerdeführer bereits vor dem geschilderten Ereignis Rückenbeschwerden bei degenerativen Diskopathien L4/5 und L5/S1 (vgl. Bericht des Dr. med. S.________, Gesellschaft Anästhesiologie, Klinik Y.________ vom 30. April 2004) vorlagen. Gemäss Bericht des Dr. med. A.________ vom 8. Juni 2004 behandelte er diesen bereits seit dem 15. Januar 2001 wegen Rückenschmerzen und bei einer weiteren Konsultation am 23. März 2002 gab der Versicherte an, seit etwa einem halben Jahr an Rückenschmerzen zu leiden. Danach folgten diverse Konsultationen und ambulante Behandlungen bei primärer Diagnose eines Lumbovertebralsyndroms. Auch wenn das zu beurteilende Ereignis das demnach vorbestehende Rückenleiden allenfalls verschlimmert hat, war der nicht als besonders schwer einzustufende Vorfall hingegen nicht geeignet, eine gesunde Bandscheibe zu schädigen. Das gilt umso mehr, als die Wirbelsäule nach Lage der Akten nicht einer rein axialen Belastung ausgesetzt war. Damit fehlt es - wie bereits erwähnt - an der erforderlichen Kausalität zwischen dem Ereignis vom 26. August 2002 und dem vorliegenden Rückenleiden, weshalb die Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht zu Recht verneint hat.