Citation: 5D_269/2020 E. 4

Das Appellationsgericht hat erwogen, die Beschwerdeführerin habe um Ausfertigung einer schriftlichen Begründung des Entscheids vom 8. November 2019 ersucht und habe darum mit einer Zustellung rechnen müssen. Mit der Abwesenheitsanzeige vom 9. Dezember 2019 habe sie die Anwendung der Zustellfiktion nicht verhindert. Sie habe die Abwesenheit dem Gericht nicht vorgängig mitgeteilt, sondern ausgeführt, dass sie ab sofort für einen Zeitraum von mehr als einen Monat nicht mehr erreichbar sei. Sie habe damit verhindert, dass das Gericht auf die Abwesenheitsmitteilung noch hätte reagieren können. Die Beschwerdeführerin mache nicht geltend, dass es ihr nicht möglich gewesen wäre, die Abwesenheit mit genügend Vorlaufzeit anzukündigen. Eine Mitteilung von Abwesenheiten, welche sofort wirksam die Zustellung postalischer Sendungen über einen langen Zeitraum verhindern sollen, sei nicht mit Treu und Glauben vereinbar. Die Beschwerdeführerin sei am Zivilgericht in eine Vielzahl von Verfahren involviert und sie sei darauf hingewiesen worden, dass sie auch während ihrer Abwesenheit in laufenden Verfahren dafür besorgt sein müsse, dass ihr durch das Gericht Verfügungen und Entscheide zugestellt werden könnten. Auch das nachfolgende Verhalten der Beschwerdeführerin sei mit Treu und Glauben unvereinbar. Aus ihren Äusserungen sei abzuleiten, dass sie die per A-Post versandte Entscheidbegründung zumindest nach ihrer Arbeitsunfähigkeit entgegengenommen habe. Zudem habe sie bei der Akteneinsicht die schriftliche Begründung des Entscheids zur Kenntnis nehmen müssen, denn nur darauf sei der von ihr erwähnte Vollstreckbarkeitsstempel angebracht worden. Ihr Verhalten zeige, dass sie sich verschiedentlich darum bemühe, Zustellungen zu verzögern oder zu erschweren.