Citation: 4A_579/2018 E. 3.2

3.2. Insoweit die Beschwerdeführerin sodann versucht, aus der fehlenden Anwendung des Grundsatzes " in dubio pro stipulatorem " eine Verletzung von Art. 18 OR abzuleiten, verfangen ihre Argumente nicht. Die Einwände, dass der Vertragstext durch die Beschwerdegegnerinnen vorbereitet worden sei und sie kein Deutsch verstünde, weshalb sie trotz Anwaltspatent in Russland im vorliegenden Verfahren als juristische Laiin zu gelten habe, gehen an der Thematik vorbei. Denn es ergibt sich hieraus nichts zu allfälligen Unklarheiten respektive Zweifeln bei der Vertragsauslegung. Dass die deutsche und englische Version des Vertrages aufgrund einer nachträglichen Abänderung nicht übereinstimmen, untermauert den Standpunkt der Beschwerdeführerin indessen auch nicht. Wie die Vorinstanz zutreffend ausführte, ermöglicht keine der beiden Sprachversionen vorbehaltlose Bestellungsänderungen zu Lasten der Verkäuferin. Gemäss der deutschen Version sind "[...] Leistungen, welche in der Baubeschreibung nicht ausdrücklich vermerkt sind [...] in den ausgewiesenen Kaufpreisen nicht inbegriffen [...]" und können allfällige Änderungs- oder Sonderwünsche unter anderem nur "gegen entsprechenden Aufpreis berücksichtigt werden [...]". Die englische Fassung enthält aufgrund Weglassungen einen anderen Wortlaut: "[...] Alternations will not entitle buyers to request reductions in price or increased performance. [...] Any alterations requested or special request will be taken into consideration by the developer [...]." Während unbestritten ist, dass die deutsche Version Änderungs- oder Sonderwünsche unter den ausdrücklichen Vorbehalt eines Aufpreises stellt, vermag die Beschwerdeführerin mit ihren Einwänden nicht darzutun, inwiefern die englische Version es ihr hätte erlauben sollen, umfassende Ausbauarbeiten im Wert von über Fr. 97'000.-- vornehmen zu lassen, ohne dass sie hierfür kostenpflichtig geworden wäre. Die Beschwerdeführerin setzt sich sodann - unter Missachtung der Anforderungen an eine rechtsgenügliche Rüge (vgl. vorstehend E. 1.1) - nicht mit der Erwägung der Vorinstanz auseinander, dass eine unbeschränkte Auswahlmöglichkeit ohne Kostenfolgen auch wirtschaftlich unsinnig gewesen wäre, zumal gemäss der im Recht liegenden Expertenaussage den Innenausbaukosten gegen oben in der Regel kaum Grenzen gesetzt seien. Da die englische Version des Vertrags gemäss einer vertrauenstheoretischen Auslegung weder eine entsprechende Kostenabmachung im Sinne der Beschwerdeführerin noch eine unklare Formulierung enthält, wandte die Vorinstanz den Grundsatz " in dubio contra stipulatorem " zu Recht nicht an (vgl. dazu BGE 133 III 61 E. 2.2.2.3 S. 69, 607 E. 2.2; 124 III 155 E. 1b S. 158; Urteil 4A_499/2018 vom 10. Dezember 2018 E. 1). Die Vorinstanz ergänzte den mangels anderer Anhaltspunkte vielmehr insofern lückenhaften englischen Vertragstext zutreffend in Übereinstimmung mit der deutschen Version, indem sie auf die gesetzliche Regelung zurückgriff, wonach der Mehraufwand einer Bestellungsänderung aus dem Deckungsbereich des Pauschalpreises fällt und die Unternehmerin hierfür grundsätzlich Anspruch auf Mehrvergütung hat, die sich bei fehlender Abrede nach Art. 374 OR richtet.