Citation: 9C_714/2022 E. 4.2.1

4.2.1. Wie bereits eingehend dargelegt (oben E. 3.4), sanktioniert der für die Bemessung der Entschädigung, welche die Beschwerdeführerinnen für die Nutzung der Kabelrohranlagen der Beschwerdegegnerin schulden, massgebende Art. 78 Abs. 2 FDV nicht das Kostendeckungsprinzip, sondern stellt für die Höhe der Entschädigung auf die zu schätzenden Eigenkosten der Fernmeldeanbieterinnen ab. Die Vorinstanz hat daher den Anspruch der Beschwerdeführerinnen auf rechtliches Gehör auch nicht verletzt, indem sie sich mit deren allein auf das Kostendeckungsprinzip, nach welchem an die Kosten der Eigentümerin der Kabelrohranlagen für deren Erstellung, Unterhalt und gegebenenfalls Ausbau anzuknüpfen wäre, aufbauenden Argumentation nicht auseinandergesetzt hat. Art. 78 Abs. 2 FDV nennt als Massstab für die Bemessung der für die Infrastrukturnutzung geschuldeten Entschädigung nicht etwa die Kosten des Eigentümers der infrage stehenden Infrastrukturanlagen für deren Erstellung, sondern verlangt lediglich, dass die Entschädigung angemessen zu sein hat und sich als Obergrenze an den geschätzten Eigenkosten der Fernmeldeanbieterinnen bei Eigenerstellung der Anlagen zu orientieren hat. Es ist daher nur folgerichtig, wenn die Vorinstanz nicht die Kosten der Beschwerdegegnerin für die Erstellung ihrer Kabelrohranlage untersucht, sondern sich gefragt hat, mit welchen Kosten die Beschwerdeführerinnen zu rechnen gehabt hätten, hätten sie die von ihnen genutzten Kabelrohranlagen selbst erstellen müssen bzw. können. Es ist daher auch - abgesehen davon, dass die tatsächlichen Vorbringen der Beschwerdeführerinnen betreffend die Finanzierung des Ausbaus des Glasfasernetzes durch die Beschwerdegegnerin neu, nicht etwa durch den Entscheid der Vorinstanz veranlasst und daher unzulässig sind (Art. 99 Abs. 1 BGG) - unerheblich, ob die Beschwerdegegnerin allenfalls einen Teil des Gebührenertrags für den weiteren Ausbau ihrer Infrastrukturanlagen aufgewendet hat; entscheidend ist allein, ob die Vorinstanz zu Recht zum Schluss gelangt ist, die den Beschwerdeführerinnen auferlegten Gebühren würden die diesen bei Eigenbau der Kabelrohranlagen entstehenden Kosten nicht übersteigen. Nicht zu beanstanden ist dabei insbesondere auch, dass die Vorinstanz nicht auf den über die Jahre kumulierten Gesamtgebührenertrag abgestellt, sondern allein die Höhe der mit Verfügung vom 13. Juni 2018 auferlegten periodischen Gebühren überprüft hat (vgl. dazu aber auch sogleich E. 4.2.2 am Ende).