Citation: 2A.262/2005 25.05.2005 E. 2.2

Wenn die Vorinstanzen angenommen haben, das sei aufgrund der verschiedenen Indizien hier nicht der Fall gewesen, ist dies nicht bundesrechtswidrig: 2.2.1 Die Beschwerdeführerin reiste am 29. September 2001 mit einem Visum für 30 Tage in die Schweiz ein; nach dessen Ablauf verliess sie das Land nicht, sondern ersuchte sie am 6. Januar 2002 um Asyl. Das Bundesamt für Flüchtlinge wies ihr Gesuch am 29. November 2002 ab und forderte sie auf, das Land bis zum 24. Januar 2003 zu verlassen. Nur wenige Tage nach diesem Entscheid - am 5. Dezember 2002 - suchte die Beschwerdeführerin über einen Verwandten in der lokalen Presse die Bekanntschaft mit einem "Schweizer Mann"; auf das Inserat meldete sich der 16 Jahre ältere IV-Rentner und Bezüger von Ergänzungsleistungen B.X.________. Nach drei Monaten oberflächlicher Bekanntschaft heiratete die Beschwerdeführerin diesen, obwohl sie ihn nach eigenen Angaben nicht liebte, ihn bzw. dessen Wohnung als unhygienisch und abstossend empfand und allgemein seit der Abtreibung eines Kindes nach einer angeblich flüchtigen Bekanntschaft mit einem türkischen Asylsuchenden "Probleme mit Männern" haben wollte. Weder vor noch nach der Heirat hat das Ehepaar X.________ zusammengelebt. B.X.________ zog am 22.September 2003 das Gesuch um Familiennachzug für seine Frau zurück, da die Ehe nie vollzogen worden sei. Am 9. Oktober 2003 reichte er - nur rund zwei Monate nach der Heirat - die Scheidungsklage ein; seit dem Eheschluss wolle seine Gattin nichts mehr von ihm wissen, weigere sich in seine Wohnung zu ziehen und nehme keinen Kontakt mehr mit ihm auf; seit der Heirat hätten sich die Gespräche nur noch um deren B-Ausweis gedreht und sei es zu deutlich weniger Kontakten gekommen als zuvor. Am 14. Januar 2004 wurde die Ehe erstinstanzlich als für B.X.________ unzumutbar geschieden (Art. 115 ZGB; BGE 127 III 347 ff.): Da die Beschwerdeführerin nie ein ernsthaftes Interesse an ihrem Mann gezeigt habe und eine Heirat aus wirtschaftlichen Gründen angesichts der Einkommens- und Vermögenssituation des Gatten ausser Betracht falle, müsse aufgrund der gesamten Umstände angenommen werden, dass sie diesen nur geheiratet habe, um zu einer Aufenthaltsbewilligung zu kommen; eine echte Lebensgemeinschaft sei nie gewollt gewesen. Auf die Weigerung angesprochen, in die "unordentliche" Wohnung ihres Gatten zu ziehen, hatte die Beschwerdeführerin im Scheidungsverfahren erklärt, nichts "Spezielles", nur eine gewöhnliche Wohnung mit "separaten Schlafzimmern" verlangt zu haben. Die gesamten Umstände legen somit den Schluss nahe, dass die Beschwerdeführerin, welche zuvor wiederholt ihren hier lebenden Bruder besucht hat und wegen familiärer Probleme keinesfalls nach Jordanien zurückkehren will, versucht, unter Umgehung der ausländerrechtlichen Bestimmungen zu einer Aufenthaltsbewilligung zu kommen. 2.2.2 Was sie hiergegen einwendet, lässt die für das Bundesgericht grundsätzlich verbindlichen Sachverhaltsfeststellungen nicht als offensichtlich unrichtig oder unvollständig (Art. 105 Abs. 2 OG; Fritz Gygi, Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Aufl., Bern 1983, S. 286) oder die Beweiswürdigung der Vorinstanzen als unhaltbar erscheinen: Zwar hat B.X.________ am 11. September 2004 seine Scheidungsklage vor Obergericht zurückgezogen, womit die Scheidung dahinfiel, und will die Beschwerdeführerin seither auch bei ihm wohnen, doch ändert dies nichts daran, dass ursprünglich eine Scheinehe vorlag und keinerlei Anhaltspunkte dafür dargetan sind, dass nunmehr tatsächlich eine echte Lebensgemeinschaft besteht. Die Beschwerdeführerin hat sich immer geweigert, in die "unordentliche" Wohnung ihres Gatten zu ziehen - nun ist sie plötzlich hierzu bereit. B.X.________ hat seinen Sinneswandel seinerseits damit begründet, dass der "Onkel" der Beschwerdeführerin zwischen ihnen gestanden sei und die Ehe hintertrieben habe; dies ist indessen nicht nachvollziehbar, nachdem es gerade er war, der für die Beschwerdeführerin auf deren Wunsch hin einen "Schweizer Mann" gesucht und sie beherbergt und betreut hat. Zwar ist nicht ausgeschlossen, dass sich die Partner einer ursprünglichen Scheinehe nachträglich verlieben und nunmehr eine echte Lebensgemeinschaft begründen wollen; hierzu bedarf es praxisgemäss aber klarer und unzweideutiger Hinweise. Die alleinige Absicht, zusammenzuwohnen, genügt nicht; es wäre deshalb an der Beschwerdeführerin und ihrem Gatten gewesen, die entsprechenden Tatsachen im verwaltungsgerichtlichen Verfahren zu belegen, so dass sich weitere Abklärungen durch die Vorinstanz erübrigten (BGE 121 II 1 E. 2d S. 5). Die Beschwerdeführerin macht geltend, ihren Mann immer "geliebt" und nie schlecht über ihn geredet zu haben; hiergegen sprechen indessen die Fakten: Sie hat ihn im Scheidungsverfahren illegaler Handlungen verdächtigt (Drogenkurier) und abartiger sexueller Praktiken beschuldigt. Soweit sie darauf hinweist, wegen der Heirat mit einem Christen nicht in ihre Heimat zurückkehren zu können, bildet die entsprechende Problematik nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens. Das Bundesamt für Flüchtlinge hat die Frage bereits (negativ) entschieden; ihre Beschwerde hiergegen hat die Beschwerdeführerin am 19. September 2003 zurückgezogen. Gegen die Wegweisung steht die Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Bundesgericht im Übrigen nicht offen (Art. 100 Abs.1 lit. b Ziff. 4 OG). Für alles Weitere wird auf die zutreffenden Ausführungen im angefochtenen Entscheid und in jenem des Departements für Justiz und Sicherheit des Kantons Thurgau verwiesen (Art. 36a Abs. 3 OG).