Citation: I 783/02 18.10.2004 E. 3

Zu prüfen bleibt damit, ob das kantonale Gericht den Anspruch auf eine halbe Rente zu Recht abgewiesen hat. 3.1 Der Beschwerdeführer rügt hiezu vorab, der angefochtene Entscheid leide an einem Mangel, da die Ablehnung der halben Rente ungenügend begründet sei. Damit macht er eine Verletzung der Begründungspflicht geltend, die einen wesentlichen Bestandteil des in Art. 29 Abs. 2 BV verankerten Anspruchs auf rechtliches Gehör bildet (BGE 126 I 102 Erw. 2b, 124 V 181 Erw. 1a; AHI 2001 S. 121 f.; SVR 2001 IV Nr. 17 S. 50 Erw. 2a) und in Art. 1 Abs. 3 in Verbindung mit Art. 35 Abs. 1 und 61 Abs. 2 VwVG für die kantonalen Gerichte auf dem Gebiet des Bundessozialversicherungsrechts (als letzte kantonale Instanzen, die gestützt auf öffentliches Recht des Bundes nicht endgültig verfügen) ausdrücklich erwähnt ist (vgl. SVR 2000 UV Nr. 10 S. 35 Erw. 4a). Das Eidgenössische Versicherungsgericht prüft die Verletzung der Begründungspflicht von Amtes wegen (BGE 120 V 362 Erw. 2a, 119 V 216 Erw. 5a; SVR 1999 UV Nr. 25 S. 75 Erw. 1a). In Anbetracht der formellen Natur des rechtlichen Gehörs, die dazu führt, dass dessen Verletzung grundsätzlich ungeachtet der Erfolgsaussichten der Beschwerde in der Sache selbst die Aufhebung der angefochtenen Verfügung nach sich zieht (BGE 126 V 132 Erw. 2b), ist zunächst zu prüfen, ob die Sache wegen einer Verletzung des rechtlichen Gehörs aus formellen Gründen an die Vorinstanz zurückzuweisen ist. 3.2 Die Begründungspflicht soll verhindern, dass sich die Behörde von unsachlichen Motiven leiten lässt, und der betroffenen Person ermöglichen, die Verfügung oder den Gerichtsentscheid gegebenenfalls sachgerecht anzufechten. Dies ist nur möglich, wenn sowohl die betroffene Person als auch die Rechtsmittelinstanz sich über die Tragweite des Entscheides ein Bild machen können. In diesem Sinn müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf welche sich ihre Verfügung bzw. ihr Urteil stützt. Dies bedeutet indessen nicht, dass sie sich ausdrücklich mit jeder tatbeständlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzen muss. Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (BGE 126 I 102 Erw. 2b, 124 V 181 Erw. 1a; SVR 2001 IV Nr. 17 S. 50 Erw. 2a). Die Behörde darf sich nicht damit begnügen, die von der betroffenen Person vorgebrachten Einwände tatsächlich zur Kenntnis zu nehmen und zu prüfen; sie hat ihre Überlegungen der betroffenen Person gegenüber auch namhaft zu machen und sich dabei ausdrücklich mit den (entscheidwesentlichen) Einwänden auseinanderzusetzen oder aber zumindest die Gründe anzugeben, weshalb sie gewisse Gesichtspunkte nicht berücksichtigen kann (BGE 124 V 182 Erw. 2b). 3.3 Nach der Rechtsprechung kann eine - nicht besonders schwerwiegende - Verletzung des rechtlichen Gehörs als geheilt gelten, wenn die betroffene Person die Möglichkeit erhält, sich vor einer Beschwerdeinstanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt wie die Rechtslage frei überprüfen kann. Die Heilung eines - allfälligen - Mangels soll aber die Ausnahme bleiben (BGE 127 V 437 Erw. 3d/aa, 126 I 71, 126 V 132 Erw. 2b, je mit Hinweisen). 3.4 Die Vorinstanz hat sich schwergewichtig mit der Versicherungsklausel beschäftigt und keine eigene Bemessung der Invalidität vorgenommen. So fehlen insbesondere eine Auseinandersetzung mit den medizinischen Akten im Hinblick auf die Arbeitsunfähigkeit und eine Bezifferung der beiden Vergleichseinkommen. Obwohl umfangreiche durch die Verwaltung eingeholte Akten betreffend die medizinische und erwerbliche Situation des Versicherten vorliegen und die Vorinstanz selbst erwogen hat, für die Zeit nach dem 31. Oktober 1999 sei die Lage kontrovers, hat sie sich mit der Feststellung begnügt, die IV-Stelle habe den Invaliditätsgrad korrekterweise selber nach der Einkommensvergleichsmethode und den vorhandenen Akten errechnet, und diese Gegenüberstellung der hypothetischen Einkommen ergebe eine Invalidität von weniger als 50 %. Mit keinem Wort nahm sie Bezug auf die doch zahlreichen medizinischen Unterlagen oder erwähnte die berücksichtigten Einkommen; geschweige denn liegt eine umfassende Auseinandersetzung mit den in der vorinstanzlichen Beschwerde vorgebrachten Einwänden vor. Unter diesen Umständen rügt der Beschwerdeführer diesen Begründungsmangel mit Recht. Die Gehörsverletzung ist schwerwiegend, weshalb es sich angesichts der grundlegenden Bedeutung des verfassungsmässigen Anspruchs auf rechtliches Gehör nicht rechtfertigt, von der zurückhaltenden Praxis bezüglich der Heilung von Gehörsverletzungen abzugehen. Der kantonale Entscheid ist deshalb aufzuheben und die Sache ist an das kantonale Verwaltungsgericht zurückzuweisen, damit dieses unter Berücksichtigung der vom Beschwerdeführer vorgebrachten Einwände die Höhe des Rentenanspruchs erneut prüfe. 3.5 Für den Fall, dass die Vorinstanz erneut zum Schluss kommen sollte, es stehe nur eine Viertelsrente in Frage, hätte sie den Zeitpunkt der Beendigung des für die Exportierbarkeit der Viertelsrente bis 31. Mai 2002 erforderlichen Wohnsitzes erneut zu prüfen. In diesem Zusammenhang ist der Beschwerdeführer bereits an dieser Stelle darauf aufmerksam zu machen, dass Personen, denen auf Grund ihres ausländischen Wohnsitzes bisher kein Anspruch auf eine Viertelsrente der Invalidenversicherung zustand, bei Wohnsitz in einem EU-Mitgliedstaat seit Inkrafttreten des FZA (vgl. Erw. 2.1.1 hievor) eine solche Leistung beantragen können (vgl. Art. 94 Abs. 4 und 95 Abs. 4 der Verordnung Nr. 1408/71, BGE 130 V 253).