Citation: 2C_397/2014 E. 2.5

2.5. Neben dem als mittelschwer zu geltenden Verschulden und der schweren Straftat fällt ins Gewicht, dass die Beschwerdeführerin seit ihrer Einreise in die Schweiz im Jahr 2004 bis zu ihrer Verhaftung im Jahr 2009 und damit über einen Zeitraum von fünf Jahren ohne persönliche Notlage und aus rein finanziellen Motiven delinquiert hat. Unabhängig davon, ob der Drogenhandel im Einzelfall strafrechtlich aus mehreren Taten (Realkonkurrenz in Form mehrerer Verstösse gegen dieselbe Norm) besteht oder als Tateinheit zu qualifizieren ist (vgl. CORBOZ, Les infractions en droit suisse, vol. II, 3. Aufl. 2010, S. 932 ff.), liegt in ausländerrechtlichen Hinsicht eine Summierung von Verstössen vor, die zeigen, dass die betreffende Person weder willens noch in der Lage ist, sich an die Schweizerische Rechtsordnung zu halten (BGE 137 II 297 E. 3.3 S. 304). Obwohl die Beschwerdeführerin sich während der zwei Jahre dauernden strafrechtlichen Probezeit - was nicht massgeblich berücksichtigt werden kann (BGE 134 II 10 E. 4.3 S. 24) - und unter Druck des fremdenpolizeilichen Verfahrens rechtstreu verhalten hat, ist ein Restrisiko weiterer Drogendelikte nicht auszuschliessen, was angesichts des gefährdeten Rechtsgutes (die öffentliche Gesundheit) nicht hingenommen werden muss (oben, E. 2.2). Der Schluss der Vorinstanz aus den vorliegenden Sachverhaltselementen auf das Vorliegen einer Rückfallgefahr ist nicht zu beanstanden. Der Beschwerdeführerin, die erst im Alter von 44 Jahren in die Schweiz eingereist ist, hier rund 10 Jahre verbracht hat, beruflich nicht integriert ist und die an ihrem Wohnort gesprochene Sprache nur wenig beherrscht, ist eine Rückkehr in ihren Heimatstaat, in welchem zwei ihrer vier Kinder sowie weitere Familienangehörige wohnen, zudem ohne Weiteres zumutbar. Das erhebliche öffentliche Interesse am Widerruf der Niederlassungsbewilligung wird durch den Umstand, dass dem Ehemann der Beschwerdeführerin, einem schweizerischen Staatsangehörigen, die Ausreise nach Kamerun nur schwer zumutbar oder sogar unzumutbar ist, nicht aufgewogen; diesem bleibt es freigestellt, seiner Ehefrau nicht nach Kamerun nachzufolgen. Damit überwiegt vorliegend das durch die gewichtigen Rechtsgutverletzungen begründete öffentliche Interesse am Widerruf der Niederlassungsbewilligung die familiären und privaten Interessen der Beschwerdeführerin an einem Verblieb in der Schweiz. Der Widerruf der Niederlassungsbewilligung der Beschwerdeführerin ist im Übrigen auch mit Art. 8 EMRK vereinbar (Urteil des EGMR Üner gegen Niederlande vom 18. Oktober 2006 § 64).