Citation: 6B_476/2024 E. 4

Eine Partei ist säumig, wenn sie eine Verfahrenshandlung nicht fristgerecht vornimmt oder zu einem Termin nicht erscheint (Art. 93 StPO). Würde ihr aus der Säumnis ein erheblicher und unersetzlicher Rechtsverlust erwachsen, kann sie nach Art. 94 Abs. 1 StPO die Wiederherstellung der Frist verlangen, wobei sie glaubhaft zu machen hat, dass sie an der Säumnis kein Verschulden trifft. Das Gesuch ist innert 30 Tagen nach Wegfall des Säumnisgrunds schriftlich und begründet bei der Behörde zu stellen, bei welcher die versäumte Verfahrenshandlung hätte vorgenommen werden sollen (Art. 94 Abs. 2 StPO). Die formelle Voraussetzung nach Art. 94 StPO besteht u.a. darin, dass der Gesuchsteller nach Wegfall des Hindernisses, innert der gesetzlich vorgesehenen Frist von 30 Tagen ein Gesuch um Fristwiederherstellung einreicht. Dabei beginnt der Fristenlauf, wenn das Hindernis wegfällt. Dies ist der Fall, sobald der Gesuchsteller objektiv und subjektiv in der Lage ist, selbst zu handeln oder einen Dritten mit der entsprechenden Handlung zu beauftragen (vgl. BGE 143 I 284 E. 1.2; 119 II 86 E. 2a; Urteile 6B_1293/2018 vom 14. März 2019 E. 3.3.4 und 6B_1039/2016 vom 21. Dezember 2016 E. 3.2; s.a. Urteil 2C_1139/2013 vom 18. September 2014 E. 2.2).