Citation: 5A_245/2023 E. 3.4

3.4. Das rechtliche Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV) verlangt, dass das Gericht die Vorbringen des vom Entscheid in seiner Rechtsstellung Betroffenen tatsächlich hört, prüft und in der Entscheidfindung berücksichtigt (BGE 146 II 335 E. 5.1; 136 I 229 E. 5.2). Die aus Art. 29 Abs. 2 BV folgende Verpflichtung der Behörde, ihren Entscheid zu begründen (BGE 147 V 65 E. 3.2; 134 I 83 E. 4.1), bedeutet nicht, dass sich die Behörde mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzen und jedes einzelne Vorbringen widerlegen muss (BGE 135 III 670 E. 3.3.1). Die Begründung muss so abgefasst sein, dass sich die betroffene Person über die Tragweite des Entscheids Rechenschaft geben und in voller Kenntnis der Sache ein Rechtsmittel ergreifen kann (BGE 148 III 30 E. 3.1 mit Hinweisen). Ob diese Anforderungen erfüllt sind, beurteilt sich anhand des Ergebnisses des Entscheids, das im Urteilsspruch zum Ausdruck kommt und das allein die Rechtsstellung der betroffenen Person berührt. Die Begründung ist also nicht an sich selbst, sondern am Rechtsspruch zu messen (BGE 145 III 324 E. 6.1; 143 III 65 E. 5.2). Wie die vorstehend wiedergegebenen Erwägungen der kantonalen Instanzen aufzeigen, hat das Obergericht seinen Entscheid sehr wohl begründet. Es befasste sich mit der Frage, ob sich die Beschwerdeführerin auf eine Auskunft des Beschwerdegegners habe vertrauen dürfen, was das Obergericht verneint. Die verfassungsrechtlichen Minimalanforderungen sind mit dem auf alle relevanten Elemente bezugnehmenden angefochtenen Entscheid in jeder Hinsicht erfüllt. Die Beschwerdeführer wären ohne Weiteres in der Lage gewesen, die streitgegenständlichen Erwägungen sachgerecht anzufechten, was sie aber nicht getan haben. Die Rüge der Verletzung der Begründungspflicht ist unbegründet.