Citation: 9C_303/2021 E. 3.3

3.3. Dieser Auffassung kann nicht beigepflichtet werden. Die Verfügungen vom 9. und 16. Oktober 2017 sowie 8. Oktober 2018, mit welchen die Kasse von der Beschwerdegegnerin Beiträge aufgrund ihres Einkommens aus selbständiger Erwerbstätigkeit erhob, waren nach der massgebenden Sach- und Rechtslage im Zeitpunkt des damaligen Verfügungserlasses (BGE 143 V 177 E. 3.5) zweifellos unrichtig: Dass ihr derart tiefe Einkommen (Fr. 22'063.- [2015], Fr. 27'359.- [2016] und Fr. 23'163.- [2017]) gemeldet worden waren, hätte die Kasse veranlassen sollen, die Frage nach dem Vorliegen einer dauernden vollen Erwerbstätigkeit zu prüfen und, da sie zu verneinen war, eine Vergleichsrechnung nach Art. 28bis Abs. 1 AHVV vorzunehmen. Diese hätte klar ergeben, dass die von der Beschwerdegegnerin in den Jahren 2015 bis 2017 als Selbständigerwerbende zu entrichtenden Beiträge (2015: Fr. 1274.40; 2016: Fr. 1686.-; 2017: Fr. 1358.40) nicht mindestens der Hälfte der von ihr als Nichterwerbstätige geschuldeten Beiträge (2015: Fr. 24'000.-; 2016: Fr. 23'900.-; 2017: Fr. 23'900.-) entsprachen, so dass die Beschwerdegegnerin Beiträge wie eine Nichterwerbstätige zu zahlen gehabt hätte. Neben der Wiedererwägungsvoraussetzung der zweifellosen Unrichtigkeit ist auch jene der Erheblichkeit der Berichtigung erfüllt, übersteigen doch die als Nichterwerbstätige geschuldeten Beiträge die auf dem Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit erhobenen um mehr als Fr. 20'000.- pro Jahr. Es war damit korrekt, dass die Kasse wiedererwägungsweise auf die Verfügungen vom 9. und 16. Oktober 2017 sowie 8. Oktober 2018 zurückkam und diese durch die Verfügungen vom 25. Februar 2020 (bestätigt mit Einspracheentscheid vom 28. April 2020) ersetzte (wobei sie die Beiträge, welche die Beschwerdegegnerin als Selbständigerwerbende bereits bezahlt hatte, in Abzug brachte; Art. 10 Abs. 3 AHVG in Verbindung mit Art. 30 AHVV).