Citation: 4A_418/2017 E. 3.1

3.1. Bezüglich des Versorgungsschadens hielt die Vorinstanz fest, es sei zu unterscheiden zwischen demjenigen aus weggefallenem Erwerb und demjenigen aus weggefallener Haushaltsführung. Personen, die ihren Versorger verloren hätten, stünden zusätzlich zum Anspruch gegen den Schädiger bzw. dessen Versicherung oftmals auch Ansprüche aus Sozialversicherungen zu (Hinterlassenenrenten). Soweit solche Versicherungen Leistungen erbrächten, träten sie von Gesetzes wegen gegenüber dem Haftpflichtigen in die entsprechenden Ansprüche der versicherten Person resp. ihrer Hinterlassenen ein. Eine solche Subrogation erfolge aber nur für "Leistungen gleicher Art". Es stelle sich daher die Frage, ob und in welchem Umfang die Schadenersatzansprüche mit den Leistungen der involvierten Sozialversicherungen (AHV, Unfallversicherung, Pensionskasse) sachlich kongruent und infolgedessen auf diese Versicherungen übergegangen seien. Nach eingehender Prüfung gelangte die Vorinstanz zum Schluss, die Leistungen der Unfallversicherung und der Pensionskasse seien nur zum Erwerbsversorgungsschaden sachlich kongruent, nicht auch zum Haushaltsversorgungsschaden. Bei Leistungen der AHV komme es auf den Erwerbsstatus der verstorbenen Person an. Da der Verstorbene zu 100 % erwerbstätig gewesen sei, dränge es sich hier auf, die AHV ausschliesslich auf den Erwerbsversorgungsschaden anzurechnen. Eine Poly- oder Omnikongruenz, wie von der Beschwerdegegnerin in ihrer Anschlussberufung verlangt, lehnte die Vorinstanz ab. Gleichwohl beanstandete die Vorinstanz nicht, dass die Erstinstanz die Leistungen der AHV hälftig an den Haushaltsversorgungsschaden angerechnet hatte. Denn die Beschwerdeführer hätten selber zunächst eine solch hälftige Anrechnung vertreten, insbesondere in der Klage, im zweiten Parteivortrag im beschränkten Verfahren und in ihrer Berufungsantwort betreffend den Zwischenentscheid. Erst im zweiten Parteivortrag vom März 2016 hätten sie diese Ansicht aufgegeben und neu vertreten, die Leistungen der AHV seien ausschliesslich auf den Erwerbsversorgungsschaden anzurechnen. Ob und gegebenenfalls in welchem Umfang die Sozialversicherungen in die Ansprüche der Beschwerdeführer eingetreten seien, sei zwar eine Rechtsfrage, und eine Partei sei nicht an ihre rechtliche Begründung gebunden, sondern könne diese im Rahmen des Streitgegenstands ändern, auswechseln oder auch ergänzen. Jedoch hätten die Beschwerdeführer betreffend Umfang der Subrogation nicht bloss einen Rechtsstandpunkt eingenommen. Vielmehr habe der Rechtsvertreter der Beschwerdeführer im erstinstanzlichen Verfahren ausgeführt, die Rechtslage bezüglich Anrechnung der AHV-Rente sei unklar. Er befürworte eine je hälftige Anrechnung dieser Rente auf den Versorgungsschaden aus Erwerb und denjenigen aus Haushaltsführung. Mit einer solchen Berechnung komme man der Beschwerdegegnerin entgegen, da man die AHV-Rente nicht gesamthaft an den Erwerbsversorgungsschaden anrechne. Diese Aussage stelle eine Disposition über den eingeklagten Anspruch dar - die unter dem Titel Versorgungsschaden aus Haushaltsführung eingeklagten Beträge seien um die Hälfte der AHV-Renten reduziert worden. Dieses Zugeständnis sei betragsmässig klar, unmissverständlich und in voller Kenntnis der Rechtslage erfolgt, entsprechend seien die Beschwerdeführer darauf zu behaften.