Citation: I 40/00 10.10.2001 E. 2

2.- a) Das kantonale Gericht hat die massgeblichen Bestimmungen über die Voraussetzungen, Beginn und den Umfang des Rentenanspruchs (Art. 28 Abs. 1 und 1bis, Art. 29 Abs. 1 IVG), die Bemessung des Invaliditätsgrades bei erwerbstätigen Versicherten (Einkommensvergleichsmethode und ausserordentliches Bemessungsverfahren; Art. 28 Abs. 2 IVG), bei Nichterwerbstätigen, namentlich im Haushalt tätigen Versicherten, nach der spezifischen Methode (Art. 5 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 27 IVV) sowie bei teilerwerbstätigen Versicherten nach der gemischten Methode (Art. 27bis IVV) zutreffend dargelegt. Darauf kann verwiesen werden. Zu wiederholen ist, dass die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) für die Bemessung des Invaliditätsgrades auf Unterlagen angewiesen ist, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 261 Erw. 4, 115 V 134 Erw. 2, 114 V 314 Erw. 3c, 105 V 158 Erw. 1). b) aa) Der Beschwerdeführer leidet an einem chronischen lumbo-discogenen und spondylogenen Schmerzsyndrom bei Status nach Diskushernienoperation am 1. Juli 1997 sowie an einer Coxarthrose links. Im Bericht vom 27. August 1997 des Direktors der Klinik S. an die behandelnde Hausärztin Dr. med. U.________ wird der Verlauf nach der Diskushernienoperation als sehr gut beschrieben; der Beschwerdeführer sei subjektiv vollkommen beschwerdefrei gewesen und es seien keine neurologischen Ausfälle feststellbar gewesen. Im Bericht vom 14. Oktober 1998 gibt Frau Dr. med. U.________ Schmerzen im Lumbosakral-Bereich nach dem Sitzen oder Stehen an, die bis in die Schulter und in beide Hüftgelenke ausstrahlten. Vom 1. Mai 1997 bis 27. Februar 1998 wird eine Arbeitsunfähigkeit im bisherigen Beruf oder Tätigkeitsbereich von 100 %, und vom 28. Februar 1998 bis auf weiteres eine solche von 50 % bescheinigt. In einem weiteren Bericht vom 21. Juni 1999 hält Frau Dr. med. U.________ fest, seit Herbst 1998 hätten sich die Rückenschmerzen intensiviert mit Ausstrahlung ins rechte Bein im Stehen und im Sitzen, sodass sich der Beschwerdeführer hinlegen müsse. Als Folge davon seien Schlaflosigkeit und eine depressive Verstimmung aufgetreten. Ferner sei eine neue Diskushernie L4/L5 rechts mit Wurzelirritation im MRI nachgewiesen. Die Arbeitsunfähigkeit als Schreiner sei seit Herbst 1998 bis heute und mittelfristig als 100 % zu beurteilen. Zusätzlich bestehe eine ausgeprägte Schwerhörigkeit, die zu Verständigungsproblemen im Alltag führe. Das Tragen, Heben von Gegenständen von ca. 10 kg, Beugen, langes Stehen oder Sitzen führe unmittelbar zu Beschwerden und Abbruch jeglicher Tätigkeit. bb) Das kantonale Gericht hat in medizinischer Hinsicht entscheidend auf den Bericht des Direktors der Klinik S. vom 27. August 1997 abgestellt. Zu Recht rügt der Beschwerdeführer in diesem Zusammenhang, dass sich der Bericht der Klinik S. lediglich auf die Zeit bis Ende August 1997 bezieht. Für die Folgezeit liegen einzig die Arztberichte der Frau Dr. med. U.________ vor, welche seit Mai 1997 eine Arbeitsunfähigkeit zwischen 100 % und 50 % bescheinigen sowie eine gesundheitliche Verschlechterung im Herbst 1998 mit vollständiger Arbeitsunfähigkeit anführen. Diese Änderung des Gesundheitszustandes fällt entgegen der Auffassung von IV-Stelle und kantonalem Gericht ebenfalls unter den für die Beurteilung der Rechtmässigkeit der rentenablehnenden Verfügung vom 23. April 1999 massgebenden Sachverhalt. Für diesen ist nach ständiger Rechtsprechung in der Regel auf die tatsächlichen Verhältnisse abzustellen, die zur Zeit des Verfügungserlasses, nicht etwa des Vorbescheids (hier: 14. Dezember 1998), gegeben waren (BGE 121 V 366 Erw. 1b mit Hinweisen). Im Lichte der von Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG während der Wartezeit vorausgesetzten durchschnittlichen Arbeitsunfähigkeit von mindestens 40 % lässt sich die Entstehung des Rentenanspruchs vor dem 23. April 1999 nicht ausschliessen. Da indessen die Arztberichte der Frau Dr. med. U.________, namentlich derjenige vom 14. Oktober 1998, zu summarisch sind und insbesondere zur Frage der Arbeitsfähigkeit in der Tätigkeit als Hausmann keine Auskunft geben, ist der Sachverhalt bereits in medizinischer Hinsicht zu wenig abgeklärt. Aus diesem Grund kann auch auf den Abklärungsbericht Haushalt nicht abgestellt werden. Die Sache geht daher an die IV-Stelle zurück, damit sie den Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit medizinisch, beispielsweise in einer MEDAS, eingehend abklären lasse und hernach den Invaliditätsgrad, insbesondere durch einen neuen Abklärungsbericht Haushalt, der die ärztliche Stellungnahme zur Arbeitsfähigkeit berücksichtigt, neu ermittle.