Citation: U 247/00 28.10.2002 E. 3

Streitig und zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen der Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. 3.1 Als Valideneinkommen 1997 hat die SUVA, wie die Vorinstanz bestätigt hat, zu Recht das an der letzten Arbeitsstelle erzielte Jahreseinkommen von Fr. 64'025.- (Fr. 4925.- x 13) beigezogen. Dieser Betrag wird auch vom Beschwerdeführer nicht bestritten. 3.2 Für die Bestimmung des Invalideneinkommens hat die SUVA aus ihrer Dokumentation über Arbeitsplätze (DAP) fünf Beispiele für dem Versicherten noch zumutbare leichte Tätigkeiten in der Industriebranche als Lagermitarbeiter, Lagerdisponent, Betriebsangestellter, Prüfer oder Bohrer beigezogen und den dort erzielbaren Lohn in ihrer Verfügung vom 18. Dezember 1997 mit Fr. 46'729.- beziffert. Aus der Gegenüberstellung mit dem Valideneinkommen ermittelte sie so einen Invaliditätsgrad von "gut 25 %". Nach Einholung des handchirurgischen Gutachtens vom 16. Juni 1999 korrigierte die SUVA im Einspracheentscheid vom 11. Oktober 1999 das Invalideneinkommen auf Fr. 39'300.-, indem sie einen der beigezogenen Arbeitsplätze wegen Ungeeignetheit wegliess und einer Leistungsverminderung wegen Beeinträchtigung der linken Hand bei einem Linkshänder zusätzlich durch einen Abzug von 15 % Rechnung trug. Aus der Gegenüberstellung mit dem Valideneinkommen ermittelte sie einen Invaliditätsgrad von knapp 40 % und erhöhte demzufolge die Invalidenrente auf 40 %. Der Beschwerdeführer beantragte indessen, es sei gestützt auf den Bericht des WWB vom 18. Dezember 1998 von einem monatlichen Invalideneinkommen in der Höhe von Fr. 1200.- bis 1400.- auszugehen und ihm demzufolge eine Rente aufgrund einer Erwerbsunfähigkeit von 75 % zuzusprechen. Die Vorinstanz hiess das Vorgehen der SUVA grundsätzlich gut, erhob aus den zumutbaren Arbeitsplatzprofilen ein jährliches Einkommen von Fr. 47'410.-, was unter Berücksichtigung des "Behindertenabzuges" ein Invalideneinkommen von rund Fr. 40'300.- ergab. Aus der Gegenüberstellung mit dem Valideneinkommen er-mittelte das kantonale Gericht einen Invaliditätsgrad von 37 % und führte aus, die von der SUVA zugesprochene Invalidenrente von 40 % sei somit nicht zu beanstanden. Im vorliegenden Verfahren kritisiert der Beschwerdeführer wiederum das Invalideneinkommen. Nach wie vor verlangt er die Zugrundelegung des zumutbaren monatlichen Einkommens gemäss beruflicher Abklärung von Fr. 1200.- bis 1400.-, eventualiter - bei Ausgehen von den Arbeitsplatz-profilen der SUVA - einen zusätzlichen Abzug von mindestens 25 %. Die SUVA zieht in ihrer Vernehmlassung vergleichsweise die Schweizerische Lohnstrukturerhebung (LSE) 1996 des Bundesamtes für Statistik bei und zeigt auf, dass sich auch bei Abstellen darauf unter Berücksichtigung eines Behindertenabzuges von 25 % nichts zu Gunsten des Beschwerdeführers ergeben würde. 3.3 Für die Ermittlung des Invalideneinkommens ist massgebend, was der Versicherte, trotz Behinderung, durch eine zumutbare Tätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt erzielen könnte. 3.3.1 Wenn der Beschwerdeführer verlangt, es sei diesbezüglich auf das gemäss beruflicher Abklärung der Invalidenversicherung erzielbare monatliche Einkommen von Fr. 1200.- bis 1400.- abzustellen, ist dem in zweifacher Hinsicht zu widersprechen. Zunächst ist - wie in Erw. 2.3 dargelegt - zu berücksichtigen, dass der WWB-Abklärungsbericht vom 18. Dezember 1998 eine Gesamtbeurteilung unter Einschluss von namentlich psychischen Faktoren beinhaltet, für welche die Unfallversicherung nicht leistungspflichtig ist. Zudem muss aus aus dem Umstand, dass das WWB an sich von einer zumutbaren ganzschichtigen Tätigkeit im industriellen Bereich ausgeht, jedoch nur ein zu erwirtschaftendes Einkommen von Fr. 1200.- bis 1400.- pro Monat annimmt, geschlossen werden, dass es eben nicht vom ausgeglichenen Arbeitsmarkt ausgeht. 3.3.2 Nimmt ein Versicherter nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit auf, können für die Bestimmung des hypothetischen Invalideneinkommens - wie dies die SUVA in ihrer Vernehmlassung vergleichsweise getan hat - die Tabellenlöhne der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik beigezogen werden. Dies rechtfertigt sich vorliegend insofern, als damit die Frage, ob das Abstellen auf die Arbeitsplatzprofile der SUVA korrekt ist und ob insbesondere die der Invaliditätsbemessung zu Grunde gelegten Tätigkeiten geeignet sind - was vom Beschwerdeführer bereits im Einspracheverfahren bezweifelt wurde - offen bleiben kann. Beim Abstellen auf die Tabellenlöhne ist von den standardisierten Bruttolöhnen (Tabellengruppe A) auszugehen, wobei jeweils der sogenannte Zentralwert massgebend ist. Zu berücksichtigen ist, dass den Auswertungen in der Tabellengruppe A eine einheitliche Arbeitszeit von 40 Stunden in der Woche zu Grunde liegt, während die effektive durchschnittliche Arbeitszeit ab 1993 41,9 Stunden, seit 1999 41,8 Stunden (Die Volkswirtschaft, 7/2002, Tabelle B 9.2, S.88) betrug. Auch ist vom Bruttolohn auszugehen, wie er dem jeweils in Betracht fallenden Anforderungsniveau des Arbeitsplatzes entspricht (BGE 126 V 77 Erw. 3b/bb). Vom so ermittelten Tabellenlohn kann unter bestimmten von der Rechtsprechung umschriebenen Voraussetzungen ein Abzug vorgenommen werden, der für sämtliche in Betracht fallenden Umstände (leidensbedingte Ein-schränkungen, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Be-schäftigungsgrad) gesamthaft zu schätzen und unter Berücksichtigung aller jeweils in Betracht fallenden Merkmale auf höchstens 25 % zu beschränken ist (BGE 126 V 79 Erw. 5b, bestätigt in AHI 2002 S. 62). Gemäss Tabelle A1 der LSE 1996 belief sich der Zentralwert für die mit einfachen und repetitiven Arbeiten beschäftigten Männer im privaten Sektor im Jahr 1996 auf Fr. 4'294.- (einschliesslich 13. Monatslohn), was umgerechnet auf die betriebsübliche durchschnittliche Arbeitszeit von 41,9 Stunden ein Jahreseinkommen von Fr. 53'975.- ergibt. Unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung von 0,5 % im Jahr 1997 (Die Volkswirtschaft, Heft 7/2002, Tabelle B10.2, S.89) resultiert ein Jahreseinkommen von Fr. 54'245.-. Was den Abzug vom Tabellenlohn betrifft, fällt ein solcher v.a. unter dem Titel der leidensbedingten Einschränkungen in Betracht, weil der Beschwerdeführer zu Folge der gesundheitlichen Beeinträchtigung auch im Rahmen einer angepassten leichteren Tätigkeit eingeschränkt ist. Da die Behinderung an der dominanten linken Hand erheblich ins Gewicht fallen dürfte, erscheint der maximale Abzug von 25 % als angemessen. Das Invalideneinkommen beläuft sich somit auf Fr. 40'684.-, sodass sich nach der Gegenüberstellung mit dem Valideneinkommen von Fr. 64'025.- die von der SUVA im Einspracheentscheid vom 11. Oktobber 1999 zugestandene Invalidenrente von 40% nicht beanstanden lässt. Dementspre-chend ist auch der vorinstanzliche Entscheid vom 29. März 2000 im Ergebnis zu bestätigen.