Citation: I 535/06 11.04.2007 E. 3

Zu beurteilen ist auf Grund der Vorbringen der Parteien und der Aktenlage einzig, ob die Beschwerdeführerin nach der Geburt ihres Sohnes am 23. Februar 2005 im Gesundheitsfall weiterhin einer Erwerbstätigkeit nachgegangen wäre oder ob sie sich vollumfänglich der Haushaltstätigkeit samt Kinderbetreuung gewidmet hätte. Während Vorinstanz und Verwaltung in Anbetracht der Äusserungen der Versicherten anlässlich der am 9. Februar 2005 im Haushalt durchgeführten Erhebungen sowie der Auskunft vom 15. März 2005 ein vollzeitliches häusliches Engagement annehmen, macht die Beschwerdeführerin geltend, dass sie bei intakten gesundheitlichen Verhältnissen auch nach der Geburt ihres Kindes noch zu mindestens 60 % erwerbstätig gewesen wäre. 3.1 Gegenüber der IV-Abklärungsperson führte die Versicherte gemäss Haushaltsbericht vom 17. März 2005 auf die Frage, ob "heute ohne Behinderung eine Erwerbstätigkeit ausgeübt" würde, aus, dass sie vielleicht gerne Kinderkrankenschwester geworden wäre. Nun aber, nachdem sie ein Kind bekommen habe, sei sie mit der momentanen Aufgabe sehr glücklich und wolle nichts anderes machen. Die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit komme jedenfalls für die nächsten vier Jahre nicht in Frage. An dieser Aussage hielt die Beschwerdeführerin auch fest, nachdem sie auf deren mögliche Folgen hingewiesen worden war (Wechsel der Invaliditätsbemessungsmethode [neu Betätigungs- statt Einkommensvergleich], allfälliger Verlust der bisherigen Rente). Mit Bestätigung vom 15. März 2005 bekräftigte die Versicherte sodann abermals, dass sie auch ohne Gesundheitsschaden seit der Geburt ihres Sohnes keiner ausserhäuslichen Beschäftigung (mehr) nachgehen würde. Angesichts dieser - durch die Verwaltung sorgfältig erhobenen - klaren Voten zugunsten einer auch im Gesundheitsfall vollzeitlich ausgeübten Beschäftigung im Haushalt und in der Kinderbetreuung kann die von der Beschwerdeführerin nachträglich geltend gemachte (Teil-)Erwerbstätigkeit nicht als mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt angesehen werden, zumal auch vor der Geburt des Kindes keinerlei Anstalten seitens der Versicherten getroffen worden waren, eine Teilzeitbeschäftigung aufzunehmen. Dies obwohl der begutachtende Psychiater Dr. med. F.________ in seiner Expertise vom 1. September 2004 eine 50%ige Arbeitsfähigkeit (halbtags auszuführende, vorwiegend sitzende, geistig einfach strukturierte Tätigkeit) bescheinigt hatte. Im Übrigen handelt es sich beim Status für den Gesundheitsfall, da das Ergebnis einer rein hypothetischen Deduktion, von der Natur der Sache her stets um eine Ermessenseinschätzung, von welcher das Bundesgericht im Rahmen seiner Ermessenskontrolle nur auf Grund triftiger Gründe abweicht (Art. 132 lit. a [in der bis 30. Juni 2006 in Kraft gestandenen Fassung; E. 1.2 hievor] und Art. 104 lit. a OG; BGE 126 V 75 E. 6 S. 81, 123 V 150 E. 2 S. 152; Urteil des Eidg. Versicherungsgerichts I 399/04 vom 30. November 2004, E. 3.2.2). 3.2 Anzumerken bleibt, dass selbst wenn den in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde herausgestrichenen objektiven Faktoren (finanziell angespannte Verhältnisse, Trennung vom Ehemann etc.) sowie dem Umstand Rechnung getragen würde, wonach es für die Versicherte, welche seit ihrer Geburt an einem behandlungsintensiven beidseitigen Hüftleiden und seit geraumer Zeit auch an erheblichen psychischen Problemen leidet, ohne ordentliche Berufsausbildung und ohne berufliche Erfahrung schwierig war, sich im Moment der Befragung eine hypothetische Lebenssituation ohne gesundheitliche Einschränkungen vorstellen zu können, kein Rentenanspruch resultierte. Würde, wie geltend gemacht, von einer 60%igen Erwerbstätigkeit im Gesundheitsfall ausgegangen, wäre zur Ermittlung des Einkommens, das die Beschwerdeführerin als Gesunde zu erzielen vermocht hätte (Valideneinkommen), auf Art. 26 Abs. 1 IVV abzustellen. Danach entspricht das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person, welche wegen ihrer Invalidität keine zureichenden beruflichen Kenntnisse erwerben konnte, als Nichtinvalide erzielen könnte, bestimmten nach Alter abgestuften Prozentsätzen des jährlich aktualisierten Medianwertes gemäss der Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik. Als Ausgangswert wäre demzufolge für das vorliegend massgebliche Vergleichsjahr 2005, in welchem die Beschwerdeführerin ihr 24. Altersjahr erreicht hatte, 80 % des für die Invaliditätsbemessung in derartigen Fällen massgebenden durchschnittlichen Arbeitnehmereinkommens, d.h. Fr. 56'400.-, einzusetzen (Kreisschreiben des BSV vom 20. Oktober 2004 bezüglich des durchschnittlichen Einkommens der Arbeitnehmer bei Invaliditätsbemessung auf Grund von Art. 26 Abs. 1 IVV), woraus - in Berücksichtigung eines 60 %-Pensums - ein Valideneinkommen von Fr. 33'840.- resultierte. Zur Bestimmung des Einkommens, welches die Beschwerdeführerin trotz gesundheitlicher Beeinträchtigung noch erzielen Könnte (Invalideneinkommen), wäre sodann ebenfalls auf die statistischen Werte der LSE 2004 abzustellen. Gemäss Tabelle TA1 (S. 53) beträgt der Zentralwert für einfache und repetitive Tätigkeiten (Anforderungsniveau 4) verrichtende Arbeitnehmerinnen branchenunabhängig total Fr. 3893.-. In Beachtung der massgeblichen Nominallohnerhöhung von 1,1 % für das Jahr 2005 (Die Volkswirtschaft, 12/2006, Tabelle B10.3, S. 83, Frauen [BGE 129 V 408]) sowie unter Aufrechnung der durchschnittlichen betriebsüblichen Wochenarbeitszeit von 41,6 Stunden (Die Volkswirtschaft, a.a.O., Tabelle B9.2, S. 82, Total, 2005) ergäbe sich daraus - bei einem zumutbaren Arbeitspensum von 50 % - ein Einkommen von Fr. 2046.60 monatlich oder Fr. 24'559.20 jährlich. Würde hievon ein leidensbedingter Abzug in der maximal zulässigen Höhe von 25 % vorgenommen (vgl. dazu BGE 126 V 75 E. 5a/cc S. 79; Urteil des Eidg. Versicherungsgerichts I 82/01 vom 27. November 2001, publ. in: AHI 2002 S. 62), beliefe sich die Einbusse im erwerblichen Bereich bei einem Invalideneinkommen von Fr. 18'419.40 auf 45,57 % bzw. - gewichtet - auf 27,34 % (0,6 x 45,57 %). Damit ein rentenbegründender Invaliditätsgrad erreicht würde, bedürfte es somit einer gesundheitlich bedingten Einschränkung im Aufgabenbereich Haushalt von knapp 31 % (0,4 x 31 %; zu den Rundungsregeln: vgl. BGE 130 V 121), wofür sich aus den Akten, selbst wenn zusätzliche, aus dem Hüftleiden resultierende Beeinträchtigungen berücksichtigt würden, keine Anhaltspunkte ergeben (Gutachten des Dr. med. F.________ vom 1. September 2004 [aus psychiatrischer Sicht keine erheblichen Einschränkungen in den Haushaltstätigkeiten]; Abklärungsbericht Haushalt vom 17. März 2005 [Beeinträchtigung von 2 %]; vgl. auch E. 4 hiernach).