Citation: 2C_826/2019 E. 5.1

5.1. Es entspricht dem Willen des Gesetzgebers und stimmt mit der Rechtsprechung überein, dass die Witwe sich immer dann nicht auf Art. 153a DBG berufen kann, wenn sie sich in eigener Person der vollendeten Steuerhinterziehung (oder allenfalls der Anstiftung, Gehilfenschaft oder Mitwirkung) schuldig gemacht hat. In diesem Sinne soll der Tod des Ehemannes nicht bewirken, dass die Strafbarkeit der Gattin als (Mit-) Täterin entfällt (vgl. oben E. 2.2.2). Wenn aber die Steuerhinterziehung ein Sonderdelikt darstellt, so kann die überlebende Ehefrau nur dann (Mit-) Täterin sein, wenn ihre eigenen Steuerfaktoren bzw. Vermögenswerte betroffen sind. Die gemeinsame Unterzeichnung der Steuererklärung durch die Eheleute ändert daran nichts (vgl. oben E. 2.2.1). Damit stimmt überein, dass jeder Ehepartner im Steuereinschätzungsverfahren nur für seine eigenen Steuerfaktoren mitwirkungspflichtig ist (vgl. oben E. 2.2.3).