Citation: 9C_627/2022 E. 5.1

5.1. Die Vorinstanz hat im angefochtenen Entscheid zunächst festgehalten, dass die hier infrage stehende Veranlagung zulässigerweise per A-Post-Plus versandt worden sei. Zwar liege wie stets auch bei dieser Art der Zustellung die objektive Beweislast für die Zustellung bei der Steuerbehörde und seien allfällige Fehler bei der Postzustellung nicht auszuschliessen. Eine fehlerhafte Postzustellung sei allerdings nicht zu vermuten, sondern nur anzunehmen, wenn sie aufgrund der Umstände plausibel erscheine. In der Folge verneinte die Vorinstanz indessen, dass der Beschwerdeführer in seinem Fall eine Fehlzustellung plausibel gemacht habe (Vorinstanz E. 2.5.1 bis E. 2.5.6). Zwar habe der Beschwerdeführer nachgewiesen, dass Fehler mit Bezug auf ihn bzw. auf das von seiner Vertreterin benutzte Postfach durchaus vorkämen. Die von ihm aufgelisteten, ihn selbst bzw. seine Vertreterin betreffenden Präzedenzfälle seien allerdings nicht einschlägig. Bis auf eine falsche FedEx-Zustellung und eine weitere per Einschreiben oder A-Post-Plus zugestellte Briefsendung handle es sich bei den insgesamt 37 belegten Fehlzustellungen nicht um Zusendungen per Einschreiben oder A-Post-Plus. Bei gewöhnlichen Zustellungen (A-Post oder B-Post) greife keine Zugangsvermutung bzw. könne mangels elektronischer oder anderweitiger Erfassung keine solche greifen. Der Beschwerdeführer vergleiche daher mit seinen Beispielen Gleiches mit Ungleichem (Vorinstanz E. 2.5.2). Zudem seien die Sendungen in den aufgelisteten 37 Fällen, namentlich auch bei den beiden genannten Sonderfällen, offensichtlich insgesamt unverzüglich an den Bestimmungsort weitergeleitet worden, sei dies durch den richtigen Adressaten oder durch die Vertreterin des Beschwerdeführers als falsche Empfängerin. Was somit bereits für gewöhnliche Post als generelle Usanz angenommen werden könne, müsse umso mehr für eingeschriebene und A-Post-Plus-Zusendungen gelten. Dies habe zur Konsequenz, dass einem Adressaten entgegen der elektronischen Zustellbestätigung ein Schriftstück allenfalls mit einer gewissen Verzögerung zugehe, womit eine Rechtsmittelfrist später zu laufen beginne. Hier verhalte es sich aber anders, indem die Veranlagung gemäss Angaben des Beschwerdeführers - anders als in den vom Beschwerdeführer aufgelisteten Fällen - (überhaupt) nie bei seiner Steuervertreterin eingegangen sei. Plausibel seien Zustellungen in falsche Postfächer (oder auch falsche Briefkästen), nicht aber inexistente Zustellungen (Vorinstanz E. 2.5.3). Diesem Zwischenergebnis stellte die Vorinstanz gegenüber, dass vergleichsweise Fehler bei der Postbehandlung durch Empfänger auch nicht unbekannt seien. Vorliegend habe die Vertreterin des Beschwerdeführers weit über hundert Kunden zu betreuen und eine entsprechend grosse Korrespondenz zu bewältigen. Die Abholung der Post erfolge durch einen Velokurier. Selbst bei einer professionellen Ausgestaltung der internen Verarbeitungsprozesse liessen sich damit Fehler nicht gänzlich ausschliessen. Entscheidend sei vielmehr das Bestehen von konkreten Anzeichen für einen Fehler bei der Postzustellung selbst. Solche konkreten Anzeichen könne der Beschwerdeführer mit den Angaben zu Fehlzustellungen der fraglichen Poststelle indessen nicht rechtsgenüglich beibringen, weshalb keine fehlerhafte Zustellung zu vermuten sei (Vorinstanz E. 2.5.4).