Citation: 5A_391/2020 E. 7.6

7.6. Die Beschwerdeführerin moniert, das Kantonsgericht habe, wie aus dem Aktenverzeichnis bzw. den aufgeführten Akten (act. 1-89) des Berufungsverfahrens hervorgehe, lediglich einen einzigen Schriftenwechsel, aber keine Beweisabnahme und keine Hauptverhandlung durchgeführt. Der Aufwand sei also auf einen einfachen Schriftenwechsel begrenzt gewesen. Trotzdem habe das Kantonsgericht die volle Gebühr nach diesem undifferenzierten lediglich proportionalen Erhöhungsprinzip der st. gallischen Gerichtskostenverordnung in Rechnung gestellt. Der Kanton Zürich beispielsweise sehe in seiner Gerichtsgebührenverordnung einen zum Streitwert vorgesehenen degressiven Anstieg der Gebühren vor. Der Erlass der st. gallischen Gerichtskostenverordnung mit proportionaler Staffelung, unabhängig des Aufwands, lasse sich nicht auf ernsthafte sachliche Gründe stützen. Die Anwendung dieses Tarifs verletze offensichtlich den allgemeinen Rechtsgrundsatz des Äquivalenzprinzips, indem es unverhältnismässig sei, allein aufgrund des Streitwerts die Gebühr zu vervielfachen. Die Kostenentscheide für die erst- und zweitinstanzlichen Gerichtskosten seien daher aufzuheben, weil diese Gerichtskostenverordnung mit der proportionalen Anhebung der Gebühren bloss im Verhältnis auf den Streitwert erfolge und nicht Bezug nehme auf den Aufwand des Gerichts. Diese Gerichtskostenverordnung mit einer proportionalen Staffelung lasse sich ernsthaft sachlich nicht vertreten und sei damit willkürlich. Die veranlagte maximale Gebühr von Fr. 132'000.-- für einen minimalen Verfahrensaufwand ohne zweiten Schriftenwechsel, ohne Beweisverfahren und ohne Hauptverhandlung sei im Ergebnis unhaltbar.