Citation: 4A_338/2018 E. 4.4.2

4.4.2. Die zweite Rüge betrifft die Substanziierung des Schadens. Die Beschwerdeführerin bringt vor, das Schiedsgericht habe Art. 42 Abs. 2 OR sowie Art. 8 ZGB verletzt, indem es ausgeblendet habe, dass die Voraussetzungen für eine Schadensschätzung nicht erfüllt seien. Das Schiedsgericht habe zu Unrecht erwogen, die Berechnung der Beschwerdegegnerin sei nicht zu beanstanden, obwohl diese ihren angeblichen Schaden nicht rechtsgenüglich substanziiert habe. Vorwegzunehmen ist, dass die von der Beschwerdeführerin am Rande geltend gemachte Verletzung von Art. 8 ZGB an der Sache vorbeigeht, regelt doch die Beweislastverteilung die Folgen der Beweislosigkeit. Gelangt ein Gericht - wie im vorliegenden Fall - zum Schluss, eine Tatsachenbehauptung sei bewiesen oder widerlegt, ist die Beweislastverteilung gegenstandslos (BGE 141 III 241 E. 3.2; BGE 138 III 359 E. 6.3; BGE 134 III 235 E. 4.3.4). Hinsichtlich der geltend gemachten Verletzung von Art. 42 Abs. 2 OR ist daran zu erinnern, dass sich diese Bestimmung auf die richterliche Schadensschätzung für den Fall eines nicht ziffernmässig nachweisbaren Schadens bezieht. Vorliegend hat jedoch das Schiedsgericht den Schaden nicht selber geschätzt, sondern auf die diesbezügliche Bezifferung der Beschwerdegegnerin abgestellt (vgl. Ziff. 260: "The respective calculation regarding the non-delivered tickets for the 2014 FIFA World Cup [...] is not to be objected [...] and is in essence also not sufficiently disputed [...]"). Nach den verbindlichen Feststellungen des Schiedsgerichts machte die Beschwerdegegnerin im Schiedsverfahren einen Schaden von USD 16'803'504.87 geltend. Genau diese Summe wurde ihr in Dispositivziffer 1 des angefochtenen Schiedsspruches zugesprochen. Folglich ist Art. 42 Abs. 2 OR vorliegend nicht anwendbar. Auf die Rüge der Beschwerdeführerin, diese Norm sei willkürlich angewendet worden, ist nicht einzutreten.