Citation: K 89/98 26.09.2001 E. 8

8.- Wie aus den obigen Erwägungen hervorgeht, setzt die Leistungspflicht der sozialen Krankenversicherung auf der vorliegend in Frage kommenden Grundlage von Art. 17 lit. a Ziff. 2 KLV zunächst voraus, dass es sich um verlagerte Zähne handelt. Dies ist bei Weisheitszähnen nicht anders. Entgegen den Darlegungen im vorinstanzlichen Entscheid war seitens der Krankenkasse nie unbestritten, dass eine Verlagerung von Zähnen vorliege und damit die erste in Art. 17 lit. a Ziff. 2 KLV genannte Voraussetzung erfüllt sei. Vielmehr hat Dr. med. dent. W.________ als Vertrauenszahnarzt der Versicherung anhand des Röntgenbildes bereits am 14. September 1996 festgestellt, dass es sich um retinierte Weisheitszähne gehandelt habe. Zusammen mit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde hat die KPT sodann noch einen Bericht des erwähnten Vertrauenszahnarztes vom 2. Mai 1998 zu den Akten gegeben. Darin wird die Feststellung vom 14. September 1996, wonach es sich in diesem Fall um die Entfernung altersentsprechend normal retinierter Weisheitszähne gehandelt habe, bestätigt. Gleichzeitig hat der beigezogene Zahnarzt darauf hingewiesen, dass "retiniert" nicht gleichbedeutend mit "verlagert" sei, sondern nur heisse, dass der Zahn noch nicht durchgebrochen sei, während "Verlagerung" eine Abweichung von Platz und Achsenrichtung beinhalte. Er kam zum Schluss, dass vorliegend weder die Kriterien der Verlagerung noch des Krankheitswertes im Sinne der KLV erfüllt seien. Mit der Verneinung der Verlagerung nicht in Widerspruch steht die Rechnung des Dr. S.________ vom 13. Mai 1996, wonach bei zwei gezogenen Zähnen einfach von mehrwurzligen Zähnen und bei den zwei chirurgisch entfernten Zähnen von retinierten Zähnen die Rede ist. Die erst im Verlaufe der Auseinandersetzung zwischen Patientin und Versicherung abgegebene Erklärung des Dr. med. S.________ vom 6. August 1996, wo ohne Unterscheidung von verlagerten Weisheitszähnen gesprochen wird, ist schliesslich zu wenig fundiert und überzeugend, um gegen die begründete Feststellung des Vertrauenszahnarztes der Krankenkasse aufzukommen. Ist demzufolge bereits die Verlagerung der betroffenen Zähne als erste Voraussetzung der Leistungspflicht der sozialen Krankenversicherung zu verneinen, ist der ebenfalls umstrittenen Frage, ob Zysten vorgelegen haben, nicht weiter nachzugehen.