Citation: 6B_49/2022 E. 3.4.1

3.4.1. Der vorinstanzlichen Einschätzung zum Härtefall ist zuzustimmen. Zutreffend ist zunächst, dass die Beschwerdegegnerin in der Schweiz trotz ihres langjährigen Aufenthalts (27 Jahre) und einer überwiegend hier absolvierten Schulzeit nicht besonders integriert ist. Weder leben mit Ausnahme ihrer Kinder weitere Familienmitglieder hier, noch erwähnt das vorinstanzliche Urteil enge Freunde, ein anderweitiges soziales Netz, Freizeitaktivitäten oder sonstige Hinweise auf eine hiesige Verwurzelung. Die Beschwerdegegnerin unterliess es des Weiteren, nach ihrer Schulzeit eine Ausbildung zu absolvieren. Zu relativieren ist demgegenüber ihre dürftige finanzielle Situation. Auch wenn eine solche in manchen Fällen Rückschlüsse auf eine mangelhafte Integration zulassen mag, erscheint der Sozialhilfebezug der Beschwerdegegnerin im Kontext ihrer Mutterschaft nicht unbedingt aussagekräftig. Daraus kann demnach nicht pauschal auf mangelhafte integrative Bemühungen geschlossen werden. Negativ ins Gewicht fällt hingegen ihre wiederholte Delinquenz, welche eine anhaltende Gleichgültigkeit gegenüber der hiesigen Rechtsordnung offenbart. Der Beschwerdegegnerin, die in der Dominikanischen Republik zumindest über eine Grossmutter verfügt, erscheint eine Rückkehr in ihr Heimatland zudem sowohl in sprachlicher, wie auch in sozialer und beruflicher Hinsicht - unabhängig vom Umfang ihres dortigen sozialen Netzes - zumutbar. Die persönliche Situation der Beschwerdegegnerin allein rechtfertigt damit keine Annahme eines schweren persönlichen Härtefalls.