Citation: 4A_611/2016 E. 3.2

3.2. Der Beschwerdegegner hatte vor Vorinstanz die Zulässigkeit einer objektivierten Auslegung bestritten und geltend gemacht, die Beschwerdeführerin sei aufgrund ihres nachträglichen Verhaltens von dem auch von ihm selber vertretenen Vertragsverständnis ausgegangen. Es habe also ein übereinstimmender wirklicher Wille bestanden. Die Beschwerdeführerin habe nämlich mit Schreiben vom 13. Dezember 2013 an die Zürcher Handelskammer direkt um Mediation hinsichtlich der Rückzession der Aktien ersucht und sich damit über die nun im Prozess von ihr behauptete Einigungsfrist hinweggesetzt. Die Vorinstanz verwarf diesen Einwand. Wohl habe die Beschwerdeführerin am 13. Dezember 2013 die Auffassung gehabt, bereits aufgrund ihrer Erklärung vom 14. August 2013 einen Rechtsanspruch auf Übertragung der Aktien zu haben, obschon dieser Anspruch nach der anfänglichen Ankündigung, vom Kaufrecht Gebrauch machen zu wollen, noch von der Erfüllung mehrerer Bedingungen (erfolgloser Einigungsversuch, Expertise über den Marktwert, anschliessend Mitteilung über die definitive Ausübung des Kaufrechts) abhängig gewesen sei. Daraus ergebe sich indessen nicht, dass die Beschwerdeführerin bei Vertragsschluss die 20-tägige Frist nicht nur als Einigungsfrist, sondern im Sinn des Beschwerdegegners auch als Frist zur Bestellung des Experten verstanden habe. Entsprechend legte auch die Vorinstanz den Vertrag wie bereits das Bezirksgericht nach dem Vertrauensprinzip aus. Der Beschwerdegegner beruft sich erneut auf das oben erwähnte Verhalten der Beschwerdeführerin. Er macht aber nicht geltend, jedenfalls nicht rechtsgenüglich, die Vorinstanz habe willkürlich einen übereinstimmenden wirklichen Willen in seinem Sinn verneint. Vielmehr erfolgen die Ausführungen im Rahmen seiner Bestreitung der Auffassung der Beschwerdeführerin, wonach der Wortlaut des ABV klar sei. Diesbezüglich meint er, die Ausführungen der Vorinstanz zum Wortlaut bzw., dass dieser unklar sei, seien Sachverhaltsfeststellungen, welche das Bundesgericht binden würden. Auch an anderer Stelle behauptet er, die Vorinstanz habe verbindliche Aussagen über den Parteiwillen gemacht. Dem ist nicht so. Die Vorinstanz hat nach dem Vertrauensprinzip ausgelegt, was vom Bundesgericht als Rechtsfrage frei überprüft werden kann.