Citation: 9C_84/2023 E. 5.4.2

5.4.2. Soweit Vorinstanz und Beschwerdegegnerin in diesem Zusammenhang anführen, der Beschwerdeführerin seien die entsprechenden Umstände schon bei Erlass der Beitragsverfügungen vom 21. Oktober und 11. November 2019 sowie 19. Oktober 2020 bewusst gewesen, verkennen sie die Natur der Wiedererwägung. Diese betrifft gerade die Ausgangslage, dass ein Entscheid, der im Verwaltungsverfahren gefällt wurde, von Beginn weg qualifiziert unrichtig ist; dabei kann sich die Unrichtigkeit auf den zugrunde gelegten Sachverhalt oder auf die Rechtsanwendung beziehen (vgl. BGE 127 V 10 E. 4b mit Hinweisen; Ueli Kieser, Kommentar zum ATSG, 4. Aufl. 2020, N. 46 zu Art. 53 ATSG; Thomas Flückiger, in: Basler Kommentar, Allgemeiner Teil des Sozialversicherungsrechts, 2020, N. 56 zu Art. 53 ATSG). Der diesbezügliche Rückkommenstitel dient insofern u.a. der Korrektur eines Verwaltungsentscheids, der massgebliche Rechtsregeln nicht oder unzutreffend auf den konkreten Sachverhalt angewandt hat (Kieser, a.a.O., N. 61 zu Art. 53 ATSG; Flückiger, a.a.O., N. 62 zu Art. 53 ATSG). Die Gründe, die dazu geführt haben, spielen dabei keine Rolle. Ebenso wenig steht der Berichtigung mittels Wiedererwägung der Grundsatz des Vertrauensschutzes entgegen (vgl. unter vielen Urteil 8C_552/2022 vom 9. Mai 2023 E. 4.3.1 mit Hinweisen), zumal vorliegend weder ersichtlich ist, noch dargetan wird, inwiefern die hierfür erforderlichen Voraussetzungen gegeben sein sollten. So erschliesst sich etwa nicht, worin die nicht ohne Nachteil rückgängig zu machenden Dispositionen bestehen sollten, welche die Beschwerdegegnerin im Vertrauen auf die zunächst vorgenommene beitragsrechtliche Einstufung (als dauernd voll Erwerbstätige) getroffen bzw. unterlassen hätte (Vertrauensbetätigung; zu den Voraussetzungen des in Art. 9 BV verankerten Grundsatzes von Treu und Glauben in Form des Anspruchs auf Schutz berechtigten Vertrauens: vgl. BGE 143 V 95 E. 3.6.2; Urteil 9C_263/2017 vom 21. März 2018 E. 7.2 mit diversen Hinweisen, nicht publ. in: BGE 144 V 127, aber in: SVR 2018 KV Nr. 14 S. 82). Ob die Beschwerdeführerin nicht ohnehin erst nachträglich - nach Erlass ihrer Beitragsverfügungen vom 21. Oktober und 11. November 2019 sowie 19. Oktober 2020 - Kenntnis von den für die Beitragserhebung der Periode 2016 bis 2018 entscheidwesentlichen Umständen erhalten hat, wie von ihr im Eventualstandpunkt geltend gemacht, kann daher offen bleiben.