Citation: 5A_674/2020 E. 2.2

2.2. Nach ständiger Rechtsprechung setzt Art. 33 Abs. 4 SchKG das Fehlen jedes Verschuldens voraus. Die Wiederherstellung einer Frist ist deshalb - anders als im Rahmen von Art. 148 ZPO - bereits bei leichter Fahrlässigkeit ausgeschlossen (Urteile 5A_890/2019 vom 9. Dezember 2019 E. 5; 4A_163/2015 vom 12. Oktober 2015 E. 4.1, in: SJ 2016 I S. 114). Weil am 22. Mai 2020 die Mutter der Beschwerdeführerin verstarb, hat sich die Frist zur Erhebung des Rechtsvorschlags gestützt auf Art. 58 i.V.m. Art. 63 SchKG bis am 10. Juni 2020 verlängert. Zutreffend hat die Vorinstanz daher als Zwischenfazit festgehalten, dass die Erhebung des Rechtsvorschlags im Zeitpunkt der Heimkehr der Beschwerdeführerin (3. Juni 2020) grundsätzlich immer noch möglich gewesen wäre. Praxisgemäss genügt sodann die blosse Behauptung, der Hausgenosse habe den ihm gestützt auf Art. 64 Abs. 1 Satz 2 SchKG ersatzweise zugestellten Zahlungsbefehl nicht oder nicht rechtzeitig ausgehändigt, für die Annahme eines absolut unverschuldeten Hindernisses nicht. Vielmehr muss die betriebene Person durch Indizien dartun, dass sie wirklich keine Kenntnis von der betreffenden Betreibungsurkunde erhielt und sie insbesondere auch kein Mitverschulden an der Unkenntnis trifft (Urteil 5A_87/2018 vom 21. September 2018 E. 3.1, in: BlSchK 2019 S. 89; NORDMANN, in: Basler Kommentar, Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs, 2. Aufl. 2010, N. 11 zu Art. 33 SchKG). Dass sie im vorinstanzlichen Verfahren solche Indizien präsentiert hätte, welche die Vorinstanz übergangen hat, macht die Beschwerdeführerin nicht geltend und ist auch nicht ersichtlich. Die Beschwerdeführerin hat (ohne Einreichung einer entsprechenden Bestätigung) einzig vorgebracht, dass ihr Wohnpartner sie erst "einige Tage" nach ihrer Heimkehr ausdrücklich auf die von ihm entgegengenommene Betreibungsurkunde aufmerksam gemacht habe. Dabei hat sie weder geltend gemacht, dass der Zahlungsbefehl von ihrem Wohnpartner nicht zu ihrer übrigen Post gelegt worden wäre noch behauptet, dass sie die während ihrer rund zweieinhalbmonatigen Landesabwesenheit angesammelte Post nach ihrer Heimkehr umgehend durchgesehen hätte (vgl. dazu GIRSBERGER, Der nachträgliche Rechtsvorschlag im schweizerischen Schuldbetreibungs- und Konkursrecht, Diss. Zürich 1990, S. 45). Hinzu kommt, dass das erst mit Eingabe vom 25. Juni 2020 gestellte Gesuch um Wiederherstellung der Frist zur Erhebung des Rechtsvorschlags verspätet erfolgt wäre, wenn das unverschuldete Hindernis vor dem 15. Juni 2020 weggefallen wäre. Dass die Beschwerdeführerin am 14. Juni 2020 immer noch keine Kenntnis von der gegen sie angehobenen Betreibung gehabt hat bzw. hätte haben können, hat sie im vorinstanzlichen Verfahren aber nicht einmal behauptet. Der bundesgerichtlichen Beschwerde hätte aus den dargelegten Gründen mutmasslich kein Erfolg beschieden sein können.