Citation: 8C_233/2024 E. 4

Die Vorinstanz erwog, mangels eines materiellen Fallabschlusses in Bezug auf das Ereignis vom 11. September 2021 seien die Bestimmungen zu den Rückfällen (Art. 11 UVV) nicht anwendbar. Weiter stehe fest, dass der Beschwerdeführer am 11. September 2021 beim Sturz in die Baugrube eine Schulterkontusion rechts erlitten habe und das Ereignis als Unfall im Sinne von Art. 4 ATSG zu qualifizieren sei. In Würdigung der medizinischen Akten, unter anderem der Beurteilung der Kreisärztin Dr. med. E.________ vom 2. Februar 2023, befand die Vorinstanz sodann, zeitnah zum Unfall seien lediglich oberflächliche Schürfwunden und Schulterschmerzen rechts ohne jegliche Funktions- und Bewegungseinschränkungen ausgewiesen worden. Die klinischen Schulterbefunde seien ärztlicherseits als geringfügig taxiert worden, weshalb auf eine Bildgebung verzichtet worden sei. Mit anderen Worten hätten sich keine klinischen Hinweise auf eine relevante Schulterverletzung, insbesondere eine frische Supraspinatussehnenläsion, ergeben. Die dokumentierten Schmerzen vermöchten für sich allein nach der Rechtsprechung kein klar fassbares organisches Korrelat eines Beschwerdebildes zu begründen, zumal sie bis auf eine bedarfsgerechte Analgesie nicht zu einer Behandlungsbedürftigkeit oder einer längeren Arbeitsunfähigkeit geführt hätten. Bis zur hausärztlichen Physiotherapieverordnung von Dr. med. C.________ vom 27. Dezember 2021 habe der Beschwerdeführer sodann keine fachärztlichen Abklärungen oder Behandlungen wahrgenommen. Dass er infolge seiner beruflichen Stellung sowie aus Optimismus darauf verzichtet haben möge, ändere daran nichts. Der Jobe-Test (Supraspinatus-Test) sei erstmals mit Eintrag in die Krankengeschichte vom 15. Juli 2022 als pathologisch vermerkt worden; die Supraspinatussehnenruptur sei sodann erst mit der am 20. Juli 2022 durchgeführten MRA und damit erst zehn Monate nach dem Unfall ausgewiesen worden, wobei sich jedoch auch degenerative Veränderungen im Schulterbereich gezeigt hätten. Eine unfallbedingte, richtunggebende Verschlimmerung des degenerativen Vorzustandes sei weder aufgrund der klinisch blanden Erstbefunde im Spital B.________ noch bildgebend ausgewiesen. Am 2. November 2022 habe Dr. med. C.________ sodann eine Unfallkausalität der Schulterproblematik ausdrücklich verneint. Bei dieser Sachlage sei die Kreisärztin Dr. med. E.________ zum begründeten Schluss gelangt, dass die Supraspinatussehnenruptur nicht überwiegend wahrscheinlich unfallkausal sei. Ihr Facharzttitel für Neurochirurgie begründe dabei keine Zweifel an ihrer Schlussfolgerung, zumal die Kreisärzte der Suva nach der Rechtsprechung über besonders ausgeprägte traumatologische Kenntnisse und Erfahrungen verfügten und, unabhängig von ihrem ursprünglich erworbenen Facharzttitel, nach ihrer Funktion und beruflichen Stellung Fachärzte im Bereich der Unfallmedizin seien. Das weitere Argument des Beschwerdeführers, er sei vor dem Unfall beschwerdefrei gewesen, sei zum Nachweis der Unfallkausalität nicht genügend. Auch aus den theoretischen Ausführungen des PD Dr. med. F.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, Leiter Orthopädie der Klinik G.________, vom 18. Juli 2023, welche dieser ohne eigene Untersuchung und augenscheinlich auch in Unkenntnis der medizinischen Vorakten abgegeben habe, könne der Beschwerdeführer nichts zu seinem Vorteil ableiten. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genüge den Beweisanforderungen nicht. Vielmehr folge das Gericht jener Sachverhaltsdarstellung, die es von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdige. Mithin trügen die Parteien insofern eine Beweislast, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfalle, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wolle. Zusammenfassend sei gestützt auf die beweiskräftige Beurteilung von Dr. med. E.________ ein Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom 11. September 2021 und den am 28. September 2021 gemeldeten Schulterläsionen rechts jedenfalls nicht überwiegend wahrscheinlich. Bei diesem Beweisergebnis ergebe sich auch kein weiterer Abklärungsbedarf.