Citation: 9C_434/2020 E. 4.1.2

4.1.2. Ob sich allein gestützt auf das Gerichtsgutachten vom 26. November 2019 eine revisionsrechtlich erhebliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen begründen liesse, kann offen bleiben. So stützen sich die vorinstanzlichen Feststellungen zu dieser Frage nicht nur auf diese Expertise, welche eine solche Änderung zumindest nicht ausschliesst. Vielmehr würdigte das kantonale Gericht auch die übrige (medizinische) Aktenlage. Unter anderem nahm es Bezug auf den Verlaufsbericht des Prof. Dr. med. F.________, FMH Rheumatologie und Innere Medizin, vom 14. Juni 2015. Dieser behandelnde Arzt hatte ausgeführt, die Beschwerdeführerin sei täglich 9 Stunden (total 13 Stunden mit vier Stunden Pause) als Hausfrau und Mutter dreier Kinder tätig bei einer Leistungseinschränkung von 50 %. Weiter trug die Vorinstanz verschiedenen Hinweisen aus dem Privatleben der Beschwerdeführerin Rechnung, welche auf einen besseren Umgang mit ihren Leiden schliessen lassen würden. Das kantonale Gericht verglich insbesondere deren Aussagen in den Abklärungsberichten Haushalt vom 19. Dezember 2006 und 28. September 2010 mit den aktuellen Begebenheiten. Namentlich habe sie früher weder kochen noch länger als fünf bzw. zehn Minuten stehen können. Mit Ausnahme einiger leichter Tätigkeiten habe ihr Ehemann die Hausarbeiten sowie grösstenteils die Pflege und Betreuung der Kinder übernommen. Demgegenüber sei die Beschwerdeführerin nunmehr fähig, wesentlich länger zu sitzen oder zu stehen, anderenfalls weder Flugreisen noch siebenstündige Autofahrten, kurze Strecken am Steuer eines Autos oder netto täglich 9 Stunden Haushaltsarbeit mit Kinderbetreuung möglich wären. Das kantonale Gericht berücksichtigte auch, dass die Beschwerdeführerin gemäss Prof. Dr. med. F.________ unter anderem regelmässig 20 Minuten gymnastische Übungen sowie Spaziergänge von 30 Minuten (mit Pausen alle 10 Minuten) mache, sie gerne Schwimmen gehe, sie verschiedene Arbeiten am Computer verrichte und ihr Ehemann jeweils zwischen 10 und 11 Uhr aus dem Haus gehe und erst um 20 oder 21 Uhr wieder nach Hause komme. Die Beschwerdeführerin legt nicht in rechtsgenüglicher Weise dar, inwiefern diese Feststellungen oder die vorinstanzliche Beweiswürdigung willkürlich sein oder sonst wie Bundesrecht verletzten sollten. Unverfänglich ist namentlich der blosse Hinweis auf die (von der Vorinstanz berücksichtigte) teilweise Heimarbeit des Ehemanns. Unabhängig von der Frage, inwieweit es überhaupt möglich ist, während der Arbeitszeit zu Hause auch noch grösstenteils die umfangreichen Haushalts- und Betreuungsaufgaben einer fünfköpfigen Familie zu bewältigen, bestreitet die Beschwerdeführerin nicht, dass ihr Ehemann regelmässig vom späteren Vormittag bis abends nach 20 Uhr ausserhäuslich erwerbstätig ist. Zumindest während diesen Zeiten fallen die Aufgaben im Haushalt und bei der Kinderbetreuung der Beschwerdeführerin zu. Nichts zu ihren Gunsten abzuleiten vermag diese ferner aus der Behauptung, das statistische Durchschnittspensum an täglicher Hausarbeit liege nicht bei 13 Stunden, sondern nur bei 9.23 Stunden. So oder anders ist die Beschwerdeführerin mittlerweile mehrere Stunden pro Tag als Hausfrau und Mutter dreier Kinder tätig. Mit Blick darauf sowie auf die unbestritten gebliebenen vorinstanzlichen Feststellungen betreffend die aktive Alltags- und Freizeitgestaltung ist der Schluss auf eine namhafte Leidensadaption - zumindest im Lichte der bundesgerichtlichen Überprüfungsbefugnis (vgl. E. 1.2 hievor) - nicht zu beanstanden.