Citation: 1C_558/2018 E. 3.1

3.1. Sodann kam die Vorinstanz zum Ergebnis, die 1976 erfolgte Umnutzung des ehemaligen Jagdhauses hätte damals nicht genehmigt werden können, da das Haus zum Wald einen Abstand von ca. 8,3 m ausweise und § 22 Abs. 1 des damals geltenden Forstgesetzes des Kantons Luzern vom 4. Februar 1969 (aForstG/LU) bei Neubauten gegenüber Wäldern die Einhaltung eines Abstands von mindestens 20 m verlangt habe. Kleinere Abstände hätten im Baubewilligungsverfahren nur bewilligt werden dürfen, wenn die forstwirtschaftlichen lnteressen dies gestatteten (§ 22 Abs. 2 aForstG/LU). Solche lnteressen seien etwa in der Erhaltung der Nutz-, Schutz- und Wohlfahrtswirkungen des Waldes zu erblicken. Die Jagd diene der Erhaltung der Biodiversität und trage auch wesentlich zur Wildgesundheit bei. Damit habe der geringe Abstand zum Wald für den Jagdzweck des 1961 bewilligten Jagdhauses im forstwirtschaftlichen lnteresse gelegen. Mit der Umnutzung sei die Vereinbarkeit mit den forstwirtschaftlichen lnteressen weggefallen. Der nicht konkretisierten Angabe der Beschwerdeführer, die Nutzung zu Freizeitzwecken sei weniger intensiv gewesen, könne nicht gefolgt werden, da diese Nutzung per se zu weiteren Lärm- und auch Lichtimmissionen mit negativen Auswirkungen sowohl auf das Wild als auch andere Säugetiere und Vögel führte, für die Waldränder wichtige Rückzugsgebiete seien. Dabei sei nicht entscheidend, dass zwischen der Baute und dem Waldrand eine Strasse verlaufe. Da sich die Lage des Gebäudes aus den Akten ergebe, sei nicht ersichtlich, inwiefern an der Einschätzung der massgebenden öffentlichen lnteressen ein Augenschein etwas ändern könnte. Auf diese Beweismassnahme sei daher in antizipierter Beweiswürdigung zu verzichten. Zwar habe laut Entscheid der Dienststelle rawi vom 15. Januar 2018 die Dienststelle lawa gestützt auf § 14 des Kantonalen Waldgesetzes (KWaG; SRL Nr. 945) i.V.m. § 136 Abs. 3 PGB das strittige Baugesuch waldrechtlich als bewilligungsfähig erachtet. Dies sei jedoch nicht erheblich, weil diese Dienststelle lediglich die lnstandstellung einer durch einen Brand beschädigten (Jagd-) Hütte beurteilt habe und nicht die Frage, ob die damalige Zweckänderung hätte genehmigt werden können. Da das ursprünglich rechtmässig erstellte Jagdhaus nach der Überführung in die Nichtbauzone mit der nachträglichen Nutzungsänderung rechtswidrig geworden sei, komme Art. 24c Abs. 1 RPG nicht zur Anwendung.