Citation: 6S.373/2005 25.03.2006 E. 1

Der Beschwerdeführer ficht die Strafzumessung an. 1.1 Er verweist einleitend auf einige Bundesgerichtsentscheide betreffend die Anforderungen an die Strafzumessung und deren Begründung durch den kantonalen Sachrichter sowie die diesbezügliche Kognition des Bundesgerichts. Diesen Ausführungen (Beschwerde S. 5-10) lassen sich keine ausreichend substantiierten Rügen betreffend die Strafzumessung im konkreten Fall entnehmen. 1.2 Der Beschwerdeführer beanstandet, dass das angefochtene Urteil nur wenige Angaben über sein Vorleben und seine persönlichen Verhältnisse enthalte. Nicht einmal die wesentlichen Daten und Fakten seines Lebens würden wiedergegeben, und eine Charakterisierung der Täterpersönlichkeit werde nicht einmal ansatzweise vorgenommen. Dies wäre aber unerlässlich gewesen. Der Beschwerdeführer weist darauf hin, dass er trotz seiner westlich geprägten Schulausbildung in der Schweiz seine Kindheit und Jugend in einer "archaisch-patriarchalischen" Welt verbracht habe. Die Herkunft seines Vaters aus Mazedonien und dessen "ethnische Regeln" hätten ihn stark geprägt. Die Ehre der Familie, in welcher die hergebrachte mazedonische Tradition geherrscht habe, sei über allem gestanden. Nachdem sein älterer Bruder X.________ am 3. November 2001 vor der Discothek von einem Türsteher mittels eines Schlagstocks am Kopf verletzt worden sei, habe er sich "der Vergeltung der Familienehre, der Abstrafung des Peinigers" nicht widersetzen können, zumal er damals als 20-Jähriger auch infolge seiner Erziehung in einem traditionellen Umfeld noch keine gefestigte Persönlichkeit gehabt habe. Er sei gerade deshalb die treibende Kraft hinter der Vergeltungsaktion gewesen, weil er seinem älteren Bruder X.________ habe zeigen wollen, dass er für ihn und für die Familienehre einstehe. Alle diese Umstände hätten strafmindernd berücksichtigt werden müssen. Zumindest hätte sich die Vorinstanz in der Begründung des Strafmasses damit auseinander setzen müssen (Nichtigkeitsbeschwerde S. 10-13, ferner S. 14/15). Die vom Beschwerdeführer behaupteten Umstände betreffend traditionelle Strukturen und Zwänge sind für die Strafzumessung nicht relevant. Daher ist es nicht zu beanstanden, dass sich die Vorinstanz in ihren Erwägungen zur Strafzumessung nicht im Einzelnen damit befasst hat. Das dem Beschwerdeführer zur Last gelegte Verhalten ist offensichtlich auch nach dem Recht des Herkunftsorts seines Vaters strafbar, und der Beschwerdeführer behauptet selber nicht, dass er dies nicht gewusst habe. Eine Strafminderung wegen eines allfälligen "Kulturkonflikts" ist daher von vornherein ausgeschlossen (BGE 117 IV 7 E. 3a/bb; Urteil 6S.219/1999 E. 3c in: Pra 2000 Nr. 36 S. 198). Der Beschwerdeführer ist insoweit nicht anders zu behandeln als ein Schweizer oder irgendein Westeuropäer. Im Übrigen hat die Vorinstanz auch in den Erwägungen zur Strafzumessung ausgeführt, die von einem Türsteher dem Geschädigten X.________ widerrechtlich zugefügte Kopfverletzung, "welche insbesondere von den Angehörigen der Grossfamilie/Sippe ... als Schmach empfunden wurde", erscheine als 'conditio sine qua non' für die Rache und Vergeltungsaktion, was zu Gunsten der Beschuldigten im Rahmen von Art. 63 StGB strafmindernd zu berücksichtigen sei (angefochtenes Urteil S. 201). Die Vorinstanz hat zudem festgehalten, es handle sich "um eine erst- und einmalige Aktion, die vor dem Hintergrund bzw. als Reaktion auf das Fehlverhalten" des Geschädigten A.________ zu sehen sei (angefochtenes Urteil S. 202). 1.3 Der Beschwerdeführer weist darauf hin, dass er verheiratet ist. Er behauptet, diese feste Beziehungsstruktur, welche die Resozialisierung erleichtere, werde im angefochtenen Urteil zu Unrecht nicht erwähnt (Nichtigkeitsbeschwerde S. 13). Der Einwand ist unzutreffend. Die Vorinstanz hat in ihren Erwägungen zur Strafzumessung zu Gunsten des Beschwerdeführers berücksichtigt: Den guten Leumund, die Vorstrafenlosigkeit und die recht günstigen persönlichen Verhältnisse vor und nach der Tat bis und mit der erstinstanzlichen Beurteilung sowie das straffreie Verhalten und die weiterhin günstigen persönlichen Verhältnisse seit der erstinstanzlichen Beurteilung unter Hinweis darauf, dass der Beschwerdeführer "am 27.01.2005 seine bisherige Verlobte ... geheiratet hat" (angefochtenes Urteil S. 206/207). 1.4 Der Beschwerdeführer macht geltend, er habe sich seit seiner Entlassung aus der siebenmonatigen Untersuchungshaft nichts mehr zu Schulden kommen lassen. Er sei heute vollständig resozialisiert, was die Vorinstanz übersehen habe. Es sei ihm "besondere Haftempfindlichkeit" zuzubilligen, die jedenfalls strafmindernd zu berücksichtigen sei und in der Begründung des angefochtenen Urteils hätte erwähnt werden müssen. Die Vorinstanz habe diese Überlegungen nur ansatzweise angestellt, aber insbesondere unter dem Gesichtspunkt der Haftempfindlichkeit überhaupt nicht berücksichtigt (Nichtigkeitsbeschwerde S. 13 f.). Mit diesen Einwänden ist eine Verletzung von Bundesrecht bei der Strafzumessung nicht dargetan. Die Vorinstanz hat ausgeführt, den von ihr noch zu beurteilenden fünf Beschuldigten sei "zwar mit Blick auf deren aktuelle persönliche Situation (...) eine gewisse, jedoch - ganz unabhängig von deren Nationalität - sicher keine aussergewöhnlich grosse Strafempfindlichkeit zu attestieren" (angefochtenes Urteil S. 202 unten). 1.5 Die Vorinstanz hat das Geschehen vom 4. November 2001 (siehe Sachverhalt A.b hievor) als untauglichen Versuch der einfachen Körperverletzung mit einem gefährlichen Gegenstand qualifiziert. Der Beschwerdeführer ficht diesen Schuldspruch als solchen nicht an. Er macht aber geltend, der erste Versuch (vom 4. November 2001) dürfe bei der Strafzumessung überhaupt nicht ins Gewicht fallen, weil er in der "Haupttat" vom 10./11. November 2001 aufgegangen sei, da ja die Absicht bestanden habe, sich "einmal" am Peiniger zu rächen. Wären die anvisierten Türsteher am 4. November 2001 anwesend gewesen, so wäre die Vergeltung bereits am 4. November 2001 erfolgt und hätte die nachfolgende Abrechnung vom 10./11. November 2001 nicht mehr stattgefunden. Der Einwand ist unbegründet. Wer eine Straftat an einem bestimmten Objekt zunächst zu begehen versucht und in der Folge an diesem Objekt tatsächlich begeht, verübt zwei Straftaten, die zueinander jedenfalls dann in Realkonkurrenz stehen, wenn zwischen den beiden Taten, wie vorliegend, eine gewisse Zeit verstrichen ist. In einem solchen Fall ist der vorgängige Versuch entgegen den Andeutungen des Beschwerdeführers nicht bloss als straflose (mitbestrafte) Vortat zu qualifizieren. Im Übrigen hat die Vorinstanz nicht übersehen, dass beim Versuch die Strafe obligatorisch zu mindern ist und fakultativ gemildert werden kann (siehe angefochtenes Urteil S. 199). 1.6 Die Vorinstanz hat dargelegt, weshalb der Erfolgs-, der Handlungs- und der Gesinnungsunwert insbesondere des Überfalls vom 10./11. November 2001 als sehr gross einzuschätzen sind (angefochtenes Urteil S. 200 f.), und sie hat im Wesentlichen unter Berufung darauf den Beschwerdeführer, der mit einem Schlagwerkzeug (Dachlatte) auf den Kopf des Geschädigten C.________ eingeschlagen hatte (siehe angefochtenes Urteil S. 206), zu einer Zuchthausstrafe von 3 ¾ Jahren verurteilt. Mit diesen Strafzumessungserwägungen setzt sich der Beschwerdeführer nicht substantiiert auseinander. Die ausgefällte Strafe wird im angefochtenen Entscheid nachvollziehbar begründet und hält sich im Ergebnis im Rahmen des weiten sachrichterlichen Ermessens. 1.7 Die Nichtigkeitsbeschwerde ist somit in Bezug auf die Strafzumessung abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.