Citation: 2C_375/2020 E. 2.2.4

2.2.4. Mit seiner pauschalen Behauptung, der Ehewille habe während der Trennung weiterhin bestanden, vermag der Beschwerdeführer die Einschätzung der Vorinstanz nicht als offensichtlich falsch erscheinen zu lassen. Aufgrund seiner umfassenden Mitwirkungspflicht wäre es an ihm gelegen, den Nachweis für eine weiterhin gelebte Ehegemeinschaft beizubringen, wobei rein freundschaftliche Kontakte, auch zwei oder drei Mal die Woche, für die Annahme einer gelebten Beziehung nicht ausreichen (Urteil 2C_575/2009 vom 1. Juni 2010 E. 3.6 f.). Zwar bringt der Beschwerdeführer vor, er habe sich mit seiner Ehefrau auch während der Trennung regelmässig getroffen, vermag diese Zusammenkünfte aber nicht weiter zu belegen, beispielsweise mit gemeinsamen Rechnungen, Stellungnahmen gemeinsamer Freunde oder dem Besuch einer Ehetherapie (MARC SPESCHA, in: Spescha et al. [Hrsg.], Kommentar Migrationsrecht, 5. Aufl. 2019, N. 3 zu Art. 49 AIG). Hinsichtlich der geltend gemachten psychischen Erkrankung verkennt das Bundesgericht wiederum nicht, dass eine Beziehung dadurch stark belastet werden kann und sich deshalb im Einzelfall eine vorübergehende Trennung aufdrängen kann, ohne dass dies bereits ein Scheitern der Ehe bedeuten muss. Der Beschwerdeführer bringt jedoch auch diesbezüglich keine Hinweise und keine fachlichen Belege dafür bei, dass es der Ehefrau des Beschwerdeführers tatsächlich aufgrund ihrer psychischen Erkrankung verunmöglicht war, mit ihm zusammenzuwohnen und die Ehe während dieses Zeitraums weiter Bestand gehabt hätte (vgl. Urteil 2C_211/2016 vom 23. Februar 2017 E. 3.3.2). Die Ehefrau lebte während der Trennung alleine in der ehelichen Wohnung oder hielt sich bei ihrem Vater auf und weilte nicht in einer Klinik oder in einem ähnlichen betreuten Rahmen (vgl. Urteil 2C_140/2011 vom 15. Juni 2011 E. 3.2). Die psychische Gesundheit des Beschwerdeführers wiederum war erst im Herbst 2016 beeinträchtigt und lässt keine Rückschlüsse auf die Trennungsphase im Jahre 2014 zu.