Citation: 1C_325/2018 E. 3.2

3.2. In Verfahren vor Gerichts- und Verwaltungsinstanzen hat jede Person Anspruch auf gleiche und gerechte Behandlung (Art. 29 Abs. 1 BV). Dieses Grundrecht umfasst in Verfahren vor nichtgerichtlichen Behörden auch das Gebot der Unbefangenheit. Es verpflichtet eine rechtmässig mitwirkende Amtsperson in Analogie zu Art. 30 Abs. 1 BV zum Ausstand, wenn Umstände vorliegen, die nach objektiven Gesichtspunkten geeignet sind, den Anschein der Befangenheit und Voreingenommenheit zu erwecken. Im Kern der Garantie der Unbefangenheit steht bei Richtern wie Verwaltungsbeamten, dass sie sich in Bezug auf die Beurteilung des Sachverhalts nicht bereits festgelegt haben. Die für Gerichte geltenden Anforderungen können allerdings nicht unbesehen auf das Verwaltungsverfahren übertragen werden (vgl. zum Ganzen BGE 140 I 326 E. 5.2 S. 329 f.; 139 I 121 E. 5.1 S. 125 f.). Die Mitteilung einer vorläufigen Einschätzung der Prozessaussichten vonseiten des zuständigen Richters bzw. Referenten an eine Verfahrenspartei kann den Anschein der Befangenheit erwecken. Zwar sind mögliche zulässige Fälle denkbar, etwa wenn einer Partei mit dem Hinweis auf einen allfälligen Rückzug möglicherweise weitere Kosten und ein aufwändiges Verfahren erspart werden können. Grundsätzlich ist mit Blick auf den Anspruch auf einen unbefangenen Richter jedoch grosse Zurückhaltung geboten. Keinesfalls sollte ein Richter den Rückzug des Rechtsmittels fordern und dabei offen oder verdeckt Druck ausüben. Ebenso wenig darf der Eindruck entstehen, er wolle sich mit der Sache nicht urteilsmässig befassen (vgl. zum Ganzen BGE 137 I 227, insb. E. 2.6.4 S. 234; 134 I 238, insb. E. 2.4 S. 242 f.).