Citation: 9C_108/2019 E. 4.3

4.3. In der Beschwerde wird weiter dargelegt, gemäss dem ABI-Gutachten sei das Belastbarkeitsprofil der Beschwerdeführerin äusserst eingeschränkt und stelle enorm hohe Anforderungen an einen Arbeitsplatz/-geber. Die vorinstanzliche Feststellung, dass der Beschwerdeführerin ein relativ breites Spektrum möglicher Tätigkeiten offen gestanden habe, sei aktenwidrig und willkürlich. Im angefochtenen Entscheid wurde erwogen, der Beschwerdeführerin seien körperlich mittelschwere und schwere Tätigkeiten nicht mehr zumutbar. Für die bisherige Tätigkeit (Kundenberaterin/Verkäuferin in einer Parfümerie) und für andere körperlich leichte, angepasste Tätigkeiten bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 50 %. Das Pensum könne über vier bis sechs Stunden umgesetzt werden, je nach Möglichkeit, bei der Arbeit Pausen einzulegen oder stundenweise zu arbeiten. Nach Ansicht der Vorinstanz lasse sich dieser erhöhte Pausenbedarf betrieblich umsetzen. Zudem seien auf dem der Beschwerdeführerin offenstehenden Arbeitsmarkt in der Ostschweiz gehäuft Arbeitsstellen mit klimatisierten Arbeitsräumen und Toiletten anzutreffen. Das von der Vorinstanz erhobene Belastbarkeitsprofil stimmt mit den Angaben im ABI-Gutachten vom 7. Dezember 2015 überein, womit das kantonale Gericht sämtliche Umstände einer der Beschwerdeführerin zumutbaren Erwerbstätigkeit berücksichtigte. Es ist zudem nicht offensichtlich unrichtig, dass der Arbeitsmarkt für die Beschwerdeführerin geeignete Stellen enthält. Gemäss den vorinstanzlichen Feststellungen hat die Beschwerdeführerin zudem im hier massgebenden Zeitraum aktenkundig keine hinreichenden Stellenbemühungen unternommen. So gab die Beschwerdeführerin im Februar 2016 an, in den letzten sechs Monaten keine Bewerbungen getätigt zu haben. Eine Anmeldung beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) erfolgte zwar am 6. April 2016, jedoch hat sich die Beschwerdeführerin bereits am 10. Mai 2016 wieder abgemeldet. Von der Einholung der Unterlagen des RAV, wie es die Beschwerdeführer fordern, sind somit keine weiteren Erkenntnisse über hinreichende Stellenbemühungen zu erwarten, zumal in der Beschwerde auch behauptet wird, der Beschwerdeführerin sei es in besagtem Zeitraum nicht zumutbar gewesen, solche zu tätigen. Entsprechend ist nicht zu beanstanden, dass das kantonale Gericht die Akten des RAV nicht beigezogen hat. Der Stellenantritt am 1. Juli 2016 zeigt im Übrigen lediglich, dass sich die Beschwerdeführerin um diese eine Anstellung bemühte, welche im geschützten Rahmen ist; ein genereller Nachweis auf eine hinreichende Arbeitssuche ist damit aber nicht erbracht. Vor diesem Hintergrund ist es den Beschwerdeführern mit diesem Argument nicht gelungen, die in Art. 14a Abs. 2 lit. b ELV statuierte Vermutung umzustossen, dass der Beschwerdeführerin die Erzielung eines Einkommens von August 2015 bis Juni 2016 möglich gewesen wäre.