Citation: 6B_216/2017 E. 1.4.3

1.4.3. Hinsichtlich des separat angeklagten Analverkehrs während der Familienferien in Italien bringt der Beschwerdeführer im Wesentlichen erneut dieselbe Kritik vor. Mit seinen Ausführungen widerspricht er den vorinstanzlichen Sachverhaltsfeststellungen, ohne diese als willkürlich zu rügen oder sich mit den vorinstanzlichen Erwägungen auseinanderzusetzen. Soweit auf seine Rügen überhaupt eingetreten werden kann (vgl. Art. 42 Abs. 2 und Art. 106 Abs. 2 BGG), verkennt der Beschwerdeführer, dass im Rahmen von struktureller Gewalt der Täter die Zwangssituation nicht bei jedem Übergriff auf die gleiche Weise neu entstehen lassen muss. Es genügt, wenn das Opfer zunächst in dem ihm möglichen Rahmen Widerstand leistet und der Täter in der Folge den Zwang aktualisiert, so dass jede weitere sexuelle Ausbeutung nur aufgrund der strukturellen und aktualisierten Gewalterfahrung erfolgt (BGE 131 IV 107 E. 2.4 mit Hinweisen). Der Beschwerdeführer hatte dem Beschwerdegegner offenbar direkt oder indirekt angedroht, der Mutter zu erzählen, dass er ihn beim Rauchen erwischt hatte. Der Beschwerdeführer bestreitet dies zwar nach wie vor. Seine Beanstandungen sind jedoch unsubstanziiert. Zudem kann davon ausgegangen werden, dass es für den Beschwerdeführer ohnehin ein Leichtes war, die zuvor geschaffene und vielfach ausgenützte Zwangssituation auch im Familienurlaub zu seinen Gunsten zu erneuern und auszunutzen. Die Vorinstanz verletzt auch kein Bundesrecht, wenn sie in ihre Würdigung einfliessen lässt, dass sich der Übergriff in einem für den Beschwerdegegner fremden Land und in einem fremden Hotelzimmer stattfand. Dass der Beschwerdeführer den Beschwerdegegner gefragt haben will, ob er anal in ihn eindringen dürfe, spricht nicht gegen das Vorliegen einer Zwangssituation. Vielmehr sind auch bezüglich des Übergriffs in den Ferien die Voraussetzungen von Art. 189 Abs. 1 StGB erfüllt.