Citation: K 187/00 23.04.2001 E. 2

2.- a) Der Beschwerdegegner beantragt die Übernahme der Zahnbehandlungskosten durch die Visana mit der Begründung, dass Behandlungskosten für Spätfolgen und Rückfälle von Unfällen, die sich vor dem Inkrafttreten des KVG ereignet haben und für die weder ein Sozialversicherer noch ein Versicherer nach Art. 102 Abs. 3 (recte: Abs. 4) letzter Satz KVG einzustehen habe, zulasten desjenigen Versicherers gingen, der im Zeitpunkt der Behandlung die Krankenpflegeversicherung der betroffenen Person führt. b) Nach Auslegung der Übergangsbestimmung in Art. 102 Abs. 4 KVG kommt die Vorinstanz ebenfalls zum Schluss, dass Behandlungskosten für Unfälle, welche sich vor Inkrafttreten des KVG ereignet haben, von der sozialen Krankenversicherung zu übernehmen seien, soweit nicht eine Unfallversicherung dafür aufkomme. Ob im Zeitpunkt des Unfalles eine entsprechende Deckung bei einer Krankenkasse bestanden habe, spiele dabei keine Rolle. Da vorliegend erwiesen sei, dass keine Unfallversicherung für den erlittenen Zahnschaden aufkomme, sei die Visana zur Übernahme der Behandlungskosten verpflichtet. c) Die Beschwerdeführerin legt im Wesentlichen dar, dass die soziale Krankenversicherung gemäss Art. 1 Abs. 2 lit. b KVG Leistungen gewähre bei Unfällen, soweit dafür keine Unfallversicherung aufkomme. Der vom Beschwerdegegner erlittene Unfall sei durch eine Schülerunfallversicherung abgedeckt gewesen. Diese habe die Erstversorgung bezahlt und wäre auch für die Kosten der definitiven Versorgung aufgekommen, wenn sie rechtzeitig durchgeführt worden wäre. Die Frage der rückwirkenden Deckung für Unfälle sei sodann im KVG nicht ausdrücklich geregelt. Insbesondere sei bei der Einführung der Leistungspflicht für Zahnbehandlungen durch Art. 31 KVG keine Rückwirkung für Unfälle, die sich vor Inkrafttreten des KVG ereignet haben, stipuliert worden. Es fehle somit an der gesetzlichen Grundlage für eine Leistungspflicht. d) Das BSV schliesslich legt dar, der Gesetzgeber habe mit dem System der Sistierung der Unfalldeckung in der obligatorischen Krankenpflegeversicherung eine lückenlose Deckung im Unfallbereich beabsichtigt. Entweder gelte die obligatorische Deckung nach UVG oder aber die subsidiäre Unfalldeckung nach KVG. Ausgehend von den klaren Absichten des Gesetzgebers sei gestützt auf Art. 8 Abs. 3 KVG davon auszugehen, dass die Visana vorliegend die Kosten für die unfallbedingte Nachbehandlung im Sinne einer Unfallspätfolge übernehmen müsse, wenn der Unfall vor dem Ruhen der Versicherung bei der sozialen Krankenversicherung versichert gewesen sei. Diese entscheidende Frage sei bisher noch nicht geprüft worden, weshalb die Sache zu diesem Zweck an die Visana zurückzuweisen sei.