Citation: 2C_686/2013 E. 2.1

2.1. Gegenstand der Gewinnsteuer der juristischen Person ist der Reingewinn (Art. 57 DBG). Gemäss Art. 67 Abs. 1 DBG können vom Reingewinn der Steuerperiode Verluste aus sieben der Steuerperiode vorangegangenen Geschäftsjahren abgezogen werden, soweit sie bei der Berechnung des steuerbaren Reingewinns dieser Jahre nicht berücksichtigt werden konnten. Art. 67 Abs. 2 DBG enthält sodann eine erweiterte Verlustverrechnungsmöglichkeit: Mit Leistungen zum Ausgleich einer Unterbilanz im Rahmen einer Sanierung, die nicht Kapitaleinlagen (Art. 60 lit. a DBG) sind, können auch Verluste früherer Jahre verrechnet werden. Damit sind echte Sanierungserträge gemeint, die sich ertragsmässig auswirken, wie namentlich der Forderungsverzicht durch Dritte. Abschreibungen, Rückstellungen und Verlustausbuchungen, welche zulasten solcher Sanierungsgewinne vorgenommen werden, gelten steuerlich als erfolgt; das heisst, sie gelten als Ertrag und berühren ein Bestandes- und ein Erfolgskonto ( BRÜLISAUER/KUHN, in Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, I/2a, 2. Aufl. 2008, N. 31 zu Art. 67 DBG; BERNHARD FELIX SCHÄRER, Verlustverrechnung von Kapitalgesellschaften im interkantonalen Doppelbesteuerungsrecht, 1997, S. 45 f., S. 151). Art. 67 Abs. 2 DBG will verhindern, dass ein Unternehmen, welches von Dritten erfolgswirksam Leistungen zur Beseitigung eines Verlustes erhalten hat, den Sanierungsgewinn deshalb versteuern muss, weil dieser ausserhalb der Verlustvortragsperiode von Art. 67 Abs. 1 DBG fällt ( PETER LOCHER, Kommentar zum DBG, 2004, N. 20 zu Art. 67 DBG). Unechte Sanierungsgewinne wie etwa durch Herabsetzung des Aktienkapitals oder durch Zuschuss von Aktienkapital werden durch diese Vorschrift nicht erfasst, da sie sich nicht erfolgswirksam auswirken ( BRÜLISAUER/KUHN, a.a.O., N. 30 zu Art. 67 DBG; ausführlich dazu SCHÄRER, a.a.O., S. 39 ff.).