Citation: 6B_1251/2015 E. 1.2

1.2. Die Vorinstanz erwägt, der Beschwerdeführer habe nach eigenen Angaben bis zu seiner Verhaftung ein gut laufendes Restaurant betrieben und sei während sechs Monaten intensiv dem Kokainhandel nachgegangen. Diese Tätigkeiten liessen weder auf eine mittelgradig schwere Depression noch auf eine Betäubungsmittelabhängigkeit mit rechtlich relevantem Einfluss auf die Einsichts- und Steuerungsfähigkeit im Tatzeitpunkt schliessen. Solches ergebe sich auch aus den ärztlichen Zeugnissen der Integrierten Psychiatrie Winterthur (IPW) vom 8. September 2014 und 13. Oktober 2015 nicht. Darin werde zwar nebst einer mittelgradigen resp. aktuell leichten depressiven Episode eine Kokainabhängigkeit diagnostiziert. Dies jedoch explizit mit dem Hinweis auf die derzeitige Abstinenz. Da die Zeugnisse zudem keine zeitlichen Angaben enthielten, würden sie keine Kokainabhängigkeit im Tatzeitpunkt belegen, zumal der Beschwerdeführer erst zwei Jahre danach bei der IPW vorstellig geworden sei. Die depressiven Zustände seien erst ab Mitte 2013 bis Mitte 2014 aufgetreten und würden ausdrücklich als Episoden bezeichnet. Es handle sich mithin nicht um einen Dauerzustand. Ihre Ursache sei gemäss Bericht nicht die Kokainabhängigkeit, sondern die lange Untersuchungshaft bzw. die schwierige Situation nach der Haftentlassung. Entsprechend habe das Suchtzentrum der IPW, welches der Beschwerdeführer einmalig konsultiert habe, ebenfalls keinen Bedarf für eine zusätzliche Suchtbehandlung gesehen. Auch die eigens eingeholten Arztberichte des Justizvollzugs und die Aussagen des Beschwerdeführers enthielten keine Hinweise auf Entzugserscheinungen während der Inhaftierung. Auch daraus ergebe sich vielmehr, dass ihm die lange Haft zu schaffen gemacht habe. Überhaupt habe er im Laufe des Verfahrens stets höhere, angeblich konsumierte Drogenmengen genannt, was nicht glaubhaft sei. Er sei zudem kein Beschaffungskrimineller. Ein Gutachten über die Schuldfähigkeit bzw. eine durch Kokainabhängigkeit bedingte Massnahmebedürftigkeit sei nicht notwendig.