Citation: 6P.9/2006 05.07.2006 E. 3

3.1 Der Beschwerdeführer machte in der Berufungsschrift geltend, er sei gestützt auf Art. 21 URG und Art. 17 URV berechtigt gewesen, sich Kenntnis über die Schnittstellenstruktur zu verschaffen und überhaupt alle Informationen zu beschaffen, die nötig gewesen seien, um den Übergang der Daten betreffend die Krankenkasse H.________ vom System "E.________" der Firma C.________ auf das System "B.________" der Firma A.________ AG zu bewerkstelligen (Akten des Obergerichts act. 46 S. 21 unten). 3.2 Das Obergericht ist diesem Einwand nicht gefolgt. 3.2.1 Zur Begründung wird im angefochtenen Urteil (S. 29 E. 4.2.1.7) zum einen ausgeführt, aus den Akten gehe zweifelsfrei hervor, dass sich im Tatzeitpunkt (Anfang Oktober 2001) die Frage nach der Beschaffung von Schnittstelleninformationen noch gar nicht gestellt habe, da der Vertrag zwischen der Krankenkasse H.________ und der Firma A.________ AG erst am 6. September 2002 abgeschlossen worden sei und die Übernahmearbeiten am 13. September 2002 begonnen hätten. Der Beschwerdeführer macht geltend, diese Ausführungen des Obergerichts seien falsch und aktenwidrig. Er verweist auf verschiedene Aktenstücke (betreffend E-Mail-Verkehr), aus denen sich ergebe, dass schon lange vor September 2002 über die Übernahme der Daten von "E.________" auf "B.________" diskutiert worden sei. Die in der Beschwerde in diesem Zusammenhang erwähnten E-Mails vom 20./21. November 2001 sind indessen insoweit unerheblich, weil sie nach der Tat versandt wurden. Auch wenn eine Übernahme der Daten betreffend die Krankenkasse H.________ von "E.________" auf "B.________" bereits im Tatzeitpunkt zur Diskussion gestanden haben beziehungsweise in Betracht gezogen worden sein sollte, wie sich allenfalls unter anderem aus dem in der Beschwerde ebenfalls erwähnten E-Mail vom 1. Oktober 2001 ergibt, ändert dies nichts daran, dass erst im September 2002 der Vertrag abgeschlossen wurde und die Übernahmearbeiten begannen. 3.2.2 Der in der Berufungsschrift erhobene Einwand, der Beschwerdeführer sei gestützt auf Art. 21 URG und Art. 17 URV zur Herstellung einer Kopie berechtigt gewesen, wird im angefochtenen Urteil (S. 29 E. 4.2.1.7) zum anderen mit der Begründung verworfen, dass der fragliche Schulungsordner gar keine Informationen über Schnittstellen enthalte, die zur Herstellung der Interoperabilität eines andern Computerprogramms benützt werden könnten. Mit diesem Einwand des Obergerichts setzt sich die Beschwerde nicht auseinander. Die Behauptung des Beschwerdeführers, der Ordner sei ihm einzig zum Zwecke der Suche nach Informationen über Schnittstellen überlassen worden, steht im Widerspruch zu den Aussagen von G.________, wonach die Übergabe des Schulungsordners an den Beschwerdeführer erfolgte, damit dieser als Fachmann zu den von ihm (G.________) festgestellten Mängeln am System "E.________" besser Stellung nehmen konnte (siehe angefochtenes Urteil S. 32 E. 5.3 mit Hinweis auf die Aussagen von G.________, act. ND 1.6.1 S. 14 Frage 78).