Citation: 9C_293/2021 E. 5.4.2

5.4.2. Zu Behandlungserfolg oder -resistenz erwog die Vorinstanz, der Beschwerdeführer habe den ersten therapeutischen Behandlungsversuch selber abgebrochen und gehe aktuell alle zwei bis drei Wochen für ambulante Sitzungen zu seinem Psychiater. Er sei bis anhin lediglich die Schiene mit ambulanten Gesprächen gefahren. Da sich der psychische Gesundheitszustand damit nicht signifikant verbessert habe, dränge sich eine weitergehende Behandlung auf. Vor diesem Hintergrund verbiete sich die Annahme einer Behandlungsresistenz. Mit diesen Erwägungen setzte sich die Vorinstanz in willkürlicher Weise über die Ausführungen des Dr. med. D.________ im Gutachten vom 22. Februar 2018 und in der ergänzenden Stellungnahme vom 13. Juli 2018 hinweg. Auch nicht ansatzweise würdigte sie den Umstand, dass der Gutachter in der dissoziativen Abwehr eine grosse Behandlungsschwierigkeit erblickte, weil diese den Versicherten in dysfunktionaler Weise vor erneuter Beschämung zu schützen versuche, was den therapeutischen Zugang erschwere und behindere. Der unterschwellige Vorwurf, der Beschwerdeführer habe die Behandlung (bei Dr. med. G.________) selber abgebrochen, ist nicht gerechtfertigt mit Blick auf die gutachterliche Feststellung, wonach eine Fortführung derselben mit hoher Wahrscheinlichkeit aufgrund der Zunahme der dissoziativen Abwehr gar nicht mehr möglich gewesen sei. Weiter wird im Gutachten dargelegt, dass die therapeutische Überwindung der dissoziativen Abwehr nur in kleinen Schritten und sehr langfristig gelingen könne und dass sich seit der Aufnahme der Behandlung bei Dr. med. C.________ Anfang 2016 eine langsame Besserung abzeichne. Eine "verordnete" Intensivierung der Behandlung sei nicht angezeigt, da sie nur zu einer Verstärkung der dissoziativen Abwehr führen würde. Eine stationäre Behandlung, wie sie der Psychiater Dr. med. H.________ im Oktober 2015 empfohlen habe (Gutachten vom 14. Oktober 2015), sei nicht indiziert, weil sie zum jetzigen Zeitpunkt mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einer Verstärkung der dissoziativen Abwehr führen und den bisher erreichten therapeutischen Erfolg zunichte machen würde. Erst wenn die dissoziative Abwehr durch die ambulante Behandlung soweit eingedämmt sei, dass keine Triggerung mehr stattfinde, stehe eine stationäre Behandlung des depressiven Zustandsbildes zur Diskussion. Mit anderen Worten beständen aktuell keine anderen Therapieoptionen als die installierte ambulante psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung inkl. antidepressiver Psychopharmakotherapie. Aufgrund dieser detaillierten und nachvollziehbaren Ausführungen des Dr. med. D.________ ist eine Behandlungsresistenz entgegen dem angefochtenen Urteil zu bejahen.