Citation: 7B_1232/2024 E. 7.4.1

7.4.1. Der Beschwerdeführer kritisiert zunächst die bundesgerichtliche Rechtsprechung, wonach die Möglichkeit einer bedingten Entlassung bei der Prüfung der zulässigen Haftdauer grundsätzlich nicht zu berücksichtigen sei und die Entscheidung über die bedingte Entlassung in der Regel nicht dem Haftrichter, sondern der Vollzugsbehörde obliegt. Aus seinen Vorbringen ergeben sich indessen keine wesentlichen neuen Gesichtspunkte, die eine Praxisänderung nahelegen würden, zumal der Beschwerdeführer respektive dessen Rechtsvertreterin einzig seine eigene diesbezügliche Rechtsauffassung darlegt. Die Änderung einer Rechtsprechung muss sich auf ernsthafte sachliche Gründe stützen können, die - vor allem im Hinblick auf das Gebot der Rechtssicherheit - umso gewichtiger sein müssen, je länger die als falsch oder nicht mehr zeitgemäss erkannte Rechtsanwendung für zutreffend erachtet worden ist. Eine Praxisänderung lässt sich grundsätzlich nur begründen, wenn die neue Lösung besserer Erkenntnis des Gesetzeszwecks, veränderten äusseren Verhältnissen oder gewandelten Rechtsanschauungen entspricht (BGE 147 V 342 E. 5.5.1 mit Hinweisen). Auf die vom Beschwerdeführer kritisierte und erst kürzlich bestätigte langjährige Rechtsprechung (vgl. etwa Urteil 7B_907/2024 vom 23. September 2024 E. 5.2.3) ist somit nicht zurückzukommen. Die Beschwerde ist diesbezüglich unbegründet.