Citation: 6B_1104/2022 E. 1.2.2

1.2.2. Die Vorinstanz kommt zum Schluss, dass die Feststellung der definitiven Überschuldung der B.________ AG per 31. Dezember 2012 durch Staatsanwaltschaft und Erstinstanz auf einer umfassenden Würdigung der Aktenlage basiere und zahlreiche Annahmen zugunsten des Beschwerdeführers beinhalte. Der "Stichtag" hätte auch um einiges früher festgesetzt werden können, da die B.________ AG bereits Ende 2011 überschuldet und faktisch illiquide gewesen sei. Der Beschwerdeführer habe dies denn auch selbst mehrfach anerkannt; Sein einziger gegenteiliger Ansatzpunkt, eine höhere Bewertung der Software D.________, erweise sich bei objektiver Betrachtung als Wunschdenken resp. bewusste Selbsttäuschung. Für das Jahr 2013 sei unbestrittenermassen nur noch eine rudimentäre Auflistung der Mittelflüsse erfolgt. Die vom Beschwerdeführer geltend gemachte Zwischenfinanzierung durch einen Investor von November 2012 in (ungenügender) Höhe von Fr. 300'000.-- ändere an der definitiven Überschuldung spätestens per Ende 2012 nichts. Gleichwohl seien im Rahmen einer ex-ante-Perspektive keine reellen und konkreten Massnahmen für eine unverzügliche nachhaltige Sanierung mehr ersichtlich gewesen. Zudem habe der Beschwerdeführer sein selbst avisiertes Ziel von mindestens 1 Mio. Fr. für 2012 trotz intensiver Suche nach Investoren während 9 Monaten bei weitem nicht erreicht. Ohnehin sei die B.________ AG trotz der Kapitalerhöhung vom 6. November 2012 von Fr. 125'000.-- per Ende 2012 illiquide gewesen. Es sei nicht nachvollziehbar, wie der Beschwerdeführer unter den gegebenen Umständen berechtigte Hoffnung auf eine erfolgreiche Kapitalbeschaffung im Jahre 2013 hätte haben können und weshalb er auf eine Deponierung der Bilanz und Überschuldungsanzeige per Ende 2012 verzichtet habe. Entgegen dem Vorbringen des Beschwerdeführers sei die B.________ AG im Frühling 2012 ferner in keiner Weise mit einer Start-up-Firma, für welche besondere Gesetzmässigkeiten bei der Kapitalbeschaffung bestünden, zu vergleichen gewesen. Es sei damals nicht um den Start eines Unternehmens mit grossen Wachstumschancen gegangen, sondern um die Frage, ob ein bereits früher mit grossem Aufwand gestartetes und danach gescheitertes Geschäftsmodell einer zwischenzeitlich überschuldeten Rumpfgesellschaft in einer anderen Form nochmals irgendwelche Marktchancen haben könne. Unbesehen des Geschäftsmodells hätte der Beschwerdeführer damals die geltenden Gesetzesbestimmungen beachten und die Bilanz deponieren müssen. Zur Beantwortung dieser einfachen Frage bedürfe es auch keines Gutachtens oder besonderen Fachwissens.