Citation: 1P.557/2002 09.12.2002 E. 1

Der Beschwerdeführer macht geltend, der angefochtene Entscheid erscheine "mit Bezug auf die Frage, ob die Strafe zugunsten der ambulanten Massnahme aufzuschieben sei, nicht hinreichend begründet". Es genüge nicht, dass der Richter die rechtlichen Voraussetzungen des Strafvollzuges nenne; er müsse zudem prüfen, ob diese Voraussetzungen im konkreten Fall effektiv erfüllt sind oder nicht. Im angefochtenen Entscheid würden diesbezüglich die wesentlichen Fragen offen gelassen. Das Obergericht führe lediglich aus, die Heilungsaussichten seien im Falle des Beschwerdeführers nicht derart, dass sich ein Aufschub rechtfertigen würde; es erkläre jedoch nicht, "welcher Art" die Heilungschancen seien. Es sei "offensichtlich, dass die Begründung einen Gedankensprung" aufweise. Nach Ansicht des Beschwerdeführers "hätte das Obergericht zuerst die Erfolgsaussichten einer ambulanten Behandlung erörtern" und "Feststellungen treffen müssen, was der Gutachter erklärt hat". Dazu fehle es im angefochtenen Entscheid jedoch an konkreten Aussagen. "Von welchem Sachverhalt das Obergericht ausgeht", sei ungewiss. Mangels ausreichender Begründung sei der Beschwerdeführer "nicht in der Lage, eine Nichtigkeitsbeschwerde zu verfassen". Dadurch würden sein in Art. 29 Abs. 2 BV verankerter Anspruch auf rechtliches Gehör und das Willkürverbot von Art. 9 BV verletzt.