Citation: U 233/00 15.03.2002 E. 2

2.- a) Im angefochtenen Entscheid hat die Vorinstanz erwogen, das Bestehen von schicksalhaften nichtvorhersehbaren Gründen für eine Änderung des Arbeitspensums der Beschwerdeführerin werde nicht behauptet, noch ergäben sich solche aus den Akten. Eine Änderung des Arbeitspensums sei auch nicht bereits vor dem Unfall voraussehbar gewesen, noch habe eine ausdrückliche entsprechende arbeitsvertragliche Regelung zwischen den Parteien bestanden. In einem Brief vom 28. März 1996 an die Versicherte habe die Firma X.________ AG zwar bestätigt, dass sich ihr Arbeitspensum während des Mutterschaftsurlaubs einer Arbeitskollegin ab 1. September 1996 vorübergehend erhöht, im Jahresdurchschnitt jedoch 50 % nicht überstiegen hätte. Somit sei vereinbart worden, die vertragliche Jahresarbeitszeit nicht zu ändern. Eine zur Abmachung vom 28. März 1996 in Widerspruch stehende, von der ehemaligen Arbeitgeberin am 8. Januar 1997 abgegebene Erklärung, wonach sie die Versicherte ab 1. September 1996 zu 100 % beschäftigt hätte, sei später nicht mehr bestätigt worden. Vielmehr habe die Firma X.________ AG im November 1998 und August 1999 ausgeführt, vor dem Unfall sei mit der Versicherten nie etwas Konkretes vereinbart worden, was mit ihrer Stellungnahme zuhanden des Gerichts vom 16. Februar 2000 übereinstimme. Etwas anderes werde durch die übrigen Akten, insbesondere durch die Eintragungen in der eingereichten Agenda aus dem Jahr 1996 nicht erhärtet. b) In der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird erneut vorgetragen, das Pensum habe bereits am 26. August 1996 über 50 % betragen. Somit sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin ab August 1996 80 % und ab September 1996 100 % gearbeitet hätte. Auf den erwähnten Brief vom 28. März 1996 hätte sich die Vorinstanz nicht stützen dürfen, da sich die Personalsituation nachträglich zusätzlich geändert habe, was insbesondere die Kündigung eines Mitarbeiters in der Filiale Z.________ und seine Wiedereinstellung in Y.________ zeige. c) Dem kann mit der Vorinstanz nicht beigepflichtet werden, sind doch die Voraussetzungen für eine mehr als hälftige Taggeldzusprechung ab 29. August 1996 und insbesondere für eine spätere Anpassung nach Art. 23 Abs. 7 UVV nicht ausgewiesen. Zunächst steht fest, dass aus dem Schreiben der ehemaligen Arbeitgeberin der Beschwerdeführerin vom 8. Januar 1997 nicht abgeleitet werden kann, vor dem Unfall sei eine entsprechende Vereinbarung geschlossen worden, zumal sich dieses Schreiben mit den übrigen eingeholten Auskünften und Dokumenten nicht im Einklang befindet. Sodann geht aus einer Bestätigung der Firma X.________ AG vom 22. April 1998 hervor, dass die Beschwerdeführerin im Jahresdurchschnitt effektiv nicht mehr als 50 % tätig gewesen war. Dies ergibt sich auch aus der eingereichten Arbeitszeitkontrolle, gemäss welcher die tatsächlich geleistete durchschnittliche Monatsarbeitszeit in der ersten Jahreshälfte 1996 bei 84 Stunden lag, was weniger als die vereinbarten 50 % der Arbeitszeit einer Vollangestellten von 178 Stunden entsprach. Vor allem aber war der Beschwerdeführerin schon am 28. März 1996 durch die Arbeitgeberin bestätigt worden, dass ihr "Arbeitspensum während des Mutterschaftsurlaubes nur vorübergehend das Normale übersteigen" und ihr "vertragliches Arbeitspensum von 50 % (...) aber im Jahresdurchschnitt nicht überschritten" werde. Darauf ist abzustellen. Etwas anderes hat die Firma, vom kantonalen Gericht zur Auskunft aufgefordert, in der Folge nicht bestätigt, auch nicht im Zusammenhang mit dem in der Filiale Z.________ arbeitenden und dort im August 1996 austretenden A.________, auf den schon in der vorinstanzlichen und erneut in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde hingewiesen wird. Das alles sind Umstände, welche die Ausdehnung eines 50%igen Pensums auf 100 % und damit die hypothetische Erzielung eines entsprechenden Mehrverdienstes im Gesundheitsfall mit der Vorinstanz nicht als überwiegend wahrscheinlich erscheinen lassen. Weitere Beweismassnahmen, wie beantragt, vermochten hieran nichts zu ändern. Angesichts der entscheidwesentlichen Instruktion durch das kantonale Gericht treffen die Rügen bezüglich Ordnungsmässigkeit des Administrativverfahrens ins Leere.