Citation: 6P.124/2002 06.10.2003 E. 1

1.1 Mit einer staatsrechtlichen Beschwerde kann die Verletzung verfassungsmässiger Rechte der Bürger gerügt werden (Art. 84 Abs. 1 lit. a OG). Die Verletzung eidgenössischen Strafrechts ist demgegenüber mit Nichtigkeitsbeschwerde vorzubringen (Art. 269 Abs. 1 BStP). Die Begründung der Beschwerde ist nicht in allen Teilen eindeutig und klar. Soweit die Beschwerdeführerin z.B. unter Hinweis auf BGE 118 IV 397 geltend macht, ihr "vermeintlicher" Tatbeitrag sei nicht so bedeutend gewesen, dass mit ihm die Tat stehe oder falle (Beschwerde S. 59), ist darauf nicht einzutreten, weil es dabei um die richtige Anwendung des materiellen Strafrechts geht. 1.2 An eine staatsrechtliche Beschwerde werden strenge Begründungsanforderungen gestellt. Sie hat die wesentlichen Tatsachen und eine kurz gefasste Darlegung darüber zu enthalten, welche verfassungsmässigen Rechte bzw. welche Rechtssätze und inwiefern sie durch den angefochtenen Entscheid verletzt worden sind (Art. 90 Abs. 1 lit. b OG). Das Bundesgericht behandelt nur Rügen, die ausreichend begründet und untermauert worden sind. Die staatsrechtliche Beschwerde ist insbesondere kein zweites Appellationsverfahren. Willkür liegt nur vor, wenn der angefochtene Entscheid offensichtlich unhaltbar ist, zur tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft (BGE 127 I 54 E. 2b). Auf appellatorische Kritik am angefochtenen Entscheid tritt das Bundesgericht nicht ein. Die mit 71 Seiten ungewöhnlich ausführliche Rechtsschrift entspricht teilweise den Anforderungen einer staatsrechtlichen Beschwerde nicht. Es genügt, einige Beispiele von appellatorischer Kritik anzuführen, ohne dass das Bundesgericht sich mit allen derartigen Vorbringen der Beschwerdeführerin ausdrücklich befassen müsste. Die Beschwerdeführerin rügt, sie sei entgegen ihrem Antrag vor Obergericht nicht persönlich einvernommen worden. Eine kurze Befragung "hätte bereits genügt, um zu sehen, wie spontan und unüberlegt die Beschwerdeführerin auf ihr gestellte Fragen reagiert und aufgrund dessen nicht in der Lage wäre, eine Tatbeteiligung zu verbergen" (Beschwerde S. 8). Diese Argumentation ist abwegig. Zwar mag es sein, dass eine Befragung ergeben hätte, die Beschwerdeführerin neige dazu, Fragen spontan und unüberlegt zu beantworten. Inwieweit aus diesem Umstand jedoch hätte auf ihre Unschuld geschlossen werden können, ergibt sich aus der Beschwerde nicht und ist auch nicht ersichtlich. Die Beschwerdeführerin wirft dem psychiatrischen Gutachter vor, mit seiner Feststellung, einerseits nehme sie schnell und oft ohne nachzudenken in emotionaler Weise Stellung und anderseits denke sie geordnet, systematisch und in logischen Zusammenhängen, sei er in einen Widerspruch verfallen (Beschwerde S. 10). Die Rüge ist verfehlt, denn Spontanität und logisches Denken schliessen sich nicht aus. Von einem Widerspruch kann nicht die Rede sein. Die Beschwerdeführerin bemängelt, dass über sie kein Glaubwürdigkeitsgutachten eingeholt worden ist (Beschwerde S. 10). Dies ist jedoch nur bei Zeugen und auch hier nur beim Vorliegen besonderer Umstände möglich, zumal es grundsätzlich Sache des Gerichts ist, die Glaubhaftigkeit von Aussagen zu prüfen (BGE 129 I 49 E. 4). Diese Rüge ist daher unbegründet, soweit auf sie - unter dem Gesichtspunkt von Art. 90 Abs. 1 lit. b OG - überhaupt eingetreten werden kann. Die Beschwerdeführerin macht geltend, das Obergericht sei in Willkür verfallen, weil es die Frage offen gelassen habe, ob sie ihrem Mann kurz vor der Tat "ich liebe dich" zugeflüstert habe (Beschwerde S. 11). Es ist offensichtlich, dass das Obergericht diese Frage nicht abschliessend prüfen musste, denn davon, dass das "Liebesgeflüster" die Unschuld der Beschwerdeführerin beweisen würde, kann ernstlich nicht die Rede sein. Das Obergericht geht davon aus, N.________ und O.________ hätten am 5. Mai 1998 spätestens um 19.42 Uhr durch die Beschwerdeführerin davon Kenntnis erhalten, dass sie, wie abgemacht, mit ihrem Ehemann an der Aare einen Spaziergang unternehmen werde (angefochtener Entscheid S. 69/70). Auf die dagegen erhobene appellatorische Kritik (vgl. Beschwerde S. 11 - 13) ist nicht einzutreten. Von Willkür kann im Übrigen offensichtlich nicht die Rede sein, weil die Beschwerdeführerin bei einigen Einvernahmen selber ausgesagt hat, der fragliche Spaziergang sei mit den anderen Beteiligten abgesprochen gewesen (vgl. angefochtener Entscheid S. 37, 162/163, 164, 166, 167/168, 312). Ihr späterer Widerruf in dieser Frage ist wenig überzeugend, zumal mit dem Obergericht davon auszugehen ist, dass die Verteidigung ein unkorrektes Verhalten oder gar unzulässige Druckversuche der Polizei ohne Zweifel beanstandet hätte (vgl. zu diesem Punkt im Einzelnen angefochtener Entscheid S. 288 - 291, 309 - 315). 1.3 In den folgenden Erwägungen werden nur zulässige und hinreichend begründete Rügen behandelt.