Citation: 1C_187/2022 E. 5.5

5.5. Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerinnen ist die Wiederherstellungsverfügung auch verhältnismässig im engeren Sinne. Bei dieser Prüfung ist auf der einen Seite das private Interesse der Beschwerdeführerinnen zu berücksichtigen, kein Geld für das Auffüllen der Baugrube und die Beseitigung der Betonfundationen aufwenden zu müssen; auf der andern Seite das öffentlichen Interesse, eine seit vielen Jahren nicht fertiggestellte Baute zu beseitigen, deren Rückbau rechtskräftig angeordnet wurde und mit deren zügiger Fertigstellung nicht zu rechnen ist (vgl. auch Urteil 1C_582/2021 vom 21. Februar 2023 E. 6.2.2). Zwar bedeutet die Wiederherstellungsverfügung einen finanziellen Verlust für die Beschwerdeführerinnen; allein die Erarbeitung des Vorprojekts habe nach ihren - unbelegten - Aussagen Fr. 100'000.-- gekostet. Sie nennen zudem keine anderen Zahlen, insbesondere wie viel etwa der Rückbau der bereits ausgeführten Arbeiten kosten würde. Sie machen auch nicht geltend, dieser Verlust würde sie in grosse finanzielle Schwierigkeiten bringen oder gar das Ende ihrer Unternehmenstätigkeiten bedeuten. In dieser Situation können die finanziellen Interessen der Beschwerdeführerinnen nicht als schwerwiegend bezeichnet werden. Ihnen gegenüber stehen jedoch gewichtige öffentliche Interessen. Vorab besteht ein grosses öffentliches Interesse an der Einhaltung der Rechtsordnung. So ist die Wiederherstellung die ordentliche Folge eines rechtswidrigen Zustands, und zwar unabhängig davon, ob der Zustand von Anfang an rechtswidrig war oder erst mit der Zeit rechtswidrig wurde. Weiter besteht ein öffentliches Interesse an der Verhinderung von über lange Dauer stillgelegten Baustellen bzw. an der zügigen Beseitigung solcher Bauruinen. Dieses Interesse ist umso gewichtiger, als sich die Baustelle bzw. die Bauruine an einem gut sichtbaren und frequentierten Ort innerhalb der Siedlung befindet, weshalb auch der Schutz des Ortsbild betroffen ist. Von nicht vollendeten Baustellen können sodann Gefahren für Mensch und Umwelt ausgehen. Im vorliegenden Fall wurden die bestehenden Bauteile im Jahr 2016 erstellt; seither ist die Baustelle auf den zentral gelegenen Parzellen 1169 und 1660 in Sedrun jedoch stillgelegt. Wie bereits oben ausgeführt, ist die Wahrscheinlichkeit, dass in naher Zukunft die erstellten Bauteile in ein neues Bauvorhaben integriert werden können, gering. Vor diesem Hintergrund überwiegen die öffentlichen Interessen an der Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands die privaten Interessen. Die Vorinstanz hat somit zu Recht festgehalten, die Wiederherstellungsverfügung verletze den Verhältnismässigkeitsgrundsatz nicht.