Citation: 8C_11/2022 E. 4.2

4.2. Der Beschwerdeführer macht im Wesentlichen geltend, der Neurologe Dr. med. D.________ habe im Bericht vom 16. Mai 2019 ein CRPS Typ II (Kausalgie) N. Radialis links diagnostiziert. Dieser schlüssige und ausführlich begründete Bericht sei zumindest geeignet, geringe Zweifel an der Einschätzung des Kreisarztes Dr. med. G.________ zu wecken. Die Vorinstanz habe ausgeführt, Dr. med. F.________ habe im Bericht vom 27. Mai 2019 eine Neuropathie des Ramus superficialis des N. radialis links bei chronisch neuropathischen Schmerzen sowie Gefühlsstörungen im Versorgungsgebiet der Nerven diagnostiziert. Weiter habe sie die Einschätzung des Dr. med. F.________ ähnlich zu derjenigen des Dr. med. D.________ bezeichnet. Vor diesem Hintergrund sei die Ansicht der Vorinstanz, diese beiden Berichte weckten keine auch nur geringen Zweifel an den Einschätzungen des Dr. med. G.________ und der Klinik E.________, unverständlich. Dr. med. G.________ sei nicht Neurologe und habe damit gar nicht die Kompetenz, die Diagnose eines CRPS Typ II zu beurteilen. Dr. med. F.________ habe eine ähnliche Diagnose wie Dr. med. D.________ gestellt. Darauf sei die Vorinstanz jedoch nicht eingegangen. Es müsse auch davon ausgegangen werden, dass Dr. med. F.________ das CRPS Typ II bestätigt hätte bzw. näher darauf eingegangen wäre, wenn ihm der Bericht des Dr. med. D.________ vorgelegen hätte. Entgegen der Vorinstanz sei der Beschwerdeführer in der Klinik E.________ nicht von mehreren Fachärzten untersucht worden. Deren Austrittsbericht vom 20. Dezember 2019 sei vom Assistenzarzt H.________, Neurologische Rehabilitation, und von der Neurologin Dr. med. I.________, Stv. Med. Leiterin Neurologische Rehabilitation, visiert worden. Von der Letzteren sei er aber nicht untersucht worden. Weder die Arztpersonen der Klinik E.________ noch Dr. med. G.________ hätten sich mit der Diagnose CRPS Typ II auseinandergesetzt. Es liege keine medizinische Begründung vor, weshalb diese Diagnose nicht gestellt werden könne. Sie führe aber zu einer relevanten abweichenden Arbeitsunfähigkeitsbeurteilung. Sofern die Vorinstanz die von Dr. med. D.________ gestellte Diagnose CRPS Typ II bezweifelt hätte, hätte sie ein Gutachten einholen müssen. Sie habe den Gehörsanspruch des Beschwerdeführers sowie den Untersuchungsgrundsatz verletzt und den Sachverhalt offensichtlich unrichtig ermittelt. Zudem seien die Verfahrensfairness und die Waffengleichheit (Art. 6 EMRK) untergraben worden.