Citation: 1A.30/2004 11.08.2004 E. 4

Damit eine Fläche als Wald gilt, genügt es nicht, dass sie mit Waldbäumen oder Waldsträuchern bestockt ist. Art. 2 Abs. 1 WaG verlangt zudem, dass die solchermassen bestockte Fläche Waldfunktionen erfüllen kann. Diese Voraussetzung liegt bereits vor, wenn eine der in Art. 1 Abs. 1 lit. c WaG namentlich genannten Waldfunktionen (Schutz-, Wohlfahrts- und Nutzfunktion) zu bejahen ist (Stefan M. Jaissle, Der dynamische Waldbegriff und die Raumplanung, Diss. Zürich 1994, S. 68). Die Beschwerdeführerin macht geltend, bei der hier zu beurteilenden Bestockung sei überhaupt keine Waldfunktion gegeben. 4.1 Nach den Erwägungen des Verwaltungsgerichts steht zweifelsfrei fest, dass die vorhandene Bestockung grundsätzlich geeignet ist, Holz zu erzeugen. Die Nutzfunktion der Waldzunge müsse daher bejaht werden. Diese Auffassung stimmt mit den Ausführungen des kantonalen Forstamtes überein, wonach die ca. 30 Jahre alten Rottannen sicher im Hinblick auf eine spätere Nutzung gepflanzt worden seien. Ob das Holz regelmässig, in kurzen oder langen Intervallen, oder überhaupt nicht genutzt wird, ist nicht entscheidend. Vorausgesetzt wird nur, dass eine rechtlich als Wald zu qualifizierende Bestockung an sich geeignet sein muss, Holz zu erzeugen (Urteil des Bundesgerichts 1A.44/2003 vom 19. August 2003, E. 3.4.1). Soweit die Beschwerdeführerin dagegen einwendet, dass das im Rahmen eines Rückschnitts der Hecke anfallende Holz kein Nutzholz sei und sich die fragliche Fläche daher nicht zur Holzerzeugung eigne, lässt sie die tatsächlichen Feststellungen des Verwaltungsgerichts und des kantonalen Forstamtes über die dort vorhandene Bestockung (vgl. dazu E. 2.1 hiervor) ausser Acht. Gestützt darauf ist es offensichtlich, dass sich die Waldzunge für die Holznutzung eignet. 4.2 Kommt der Bestockung auf den Parzellen Nr. 252 und 1 aus den dargelegten Gründen Nutzfunktion zu, kann offen bleiben, ob sie auch noch andere Waldfunktionen erfüllen kann. Auf den Einwand der Beschwerdeführerin, dass die Waldzunge entgegen der Auffassung des Verwaltungsgerichts weder geeignet sei, gewissen Waldtieren einen Schutz zu bieten und dass ihr auch keine ökologische Vernetzungsfunktion und siedlungstrennende Wirkung zugesprochen werden könne, ist daher nicht weiter einzugehen. 4.3 Die Beschwerdeführerin ist der Auffassung, dass die bestockte Waldzunge die in § 2 Abs. 1 kWaG festgelegten Werte weder hinsichtlich der Fläche, der Mindestbreite noch des Mindestalters erfülle. Diese Einwände sind unbegründet. Was das Alter der Bestockung betrifft, kann dazu auf die vorstehenden Erwägungen verwiesen werden (vgl. E. 2.1 hiervor). Hinsichtlich der quantitativen Kriterien verkennt die Beschwerdeführerin, dass ihnen nur eine Hilfsfunktion zukommt: wo sie erfüllt sind, ist in der Regel Waldqualität zu bejahen. Sind sie nicht erfüllt, so ist eine Bestockung im Lichte der qualitativen Kriterien zu beurteilen. Zu dieser Beurteilung gehört bei der gegebenen Sachlage die Prüfung, ob ein funktionaler Bezug, mithin ein Wuchszusammenhang der Waldzunge mit dem angrenzenden grossen Wald vorliegt und die Untersuchung der Frage, ob die Bestockung Waldfunktionen erfüllt (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts 1A.44/2003 vom 19. August 2003, E. 3.2 mit Hinweisen). Wie dargelegt, sind diese qualitativen Kriterien hier gegeben. Der Einwand der Beschwerdeführerin über die fehlenden quantitativen Kriterien ist daher nicht zu hören. 4.4 Die Beschwerdeführerin macht schliesslich geltend, die fragliche Fläche müsse mangels der quantitativen Waldmerkmale nach der eidgenössischen Waldgesetzgebung in besonderem Masse eine Wohlfahrts- oder Schutzfunktion erfüllen. Da es vorliegend nicht nur an dieser erhöhten Voraussetzung fehle, sondern überhaupt keine solche Funktion vorliege, könne der Vegetationsstreifen auch nicht als Wald bezeichnet werden. Die Beschwerdeführerin lässt hierbei unberücksichtigt, dass der Waldzunge jedenfalls Nutzfunktion zukommt (vgl. E. 4.1 hiervor). Im Gegensatz zu Wohlfahrts- und Schutzfunktionen verlangt die eidgenössische Waldgesetzgebung bei Nutzfunktionen nicht, dass diesbezüglich ein besonderes Mass vorliegen muss (vgl. Art. 2 Abs. 4 WaG und Art. 1 Abs. 2 der Verordnung über den Wald [Waldverordnung, WaV, SR 921.01]). Die Beschwerde ist daher auch in diesem Punkt unbehelflich.