Citation: 1A.170/2001 18.02.2002 E. 2

Das Sozialversicherungsgericht ging davon aus, die Zusprechung einer Genugtuung oder einer Entschädigung gemäss Art. 11 ff. OHG setze den Nachweis der Opferstellung und damit einer tatbestandsmässigen und rechtswidrigen Straftat voraus. Hierfür genügten die alleinigen - wenn auch glaubhaften - Aussagen des Opfers in der von Rechtsanwältin DuBois geführten Untersuchung nicht. Mit der Geltendmachung ihres Aussageverweigerungsrechts habe die Beschwerdeführerin eine genaue Abklärung verhindert. Im Sozialversicherungsprozess trügen die Parteien eine Beweislast insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfalle, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wolle. Die Bezirksanwaltschaft habe die Strafuntersuchung mangels genügender Beweise eingestellt. Angesichts der Tatsache, dass das Verfahren vor der Opferhilfestelle wie auch vor dem Sozialversicherungsgericht nicht über die Untersuchungsmittel verfüge, wie sie der Strafverfolgungsbehörde zustehen, sei eine Ermittlung des Sachverhalts durch Beweiserhebungen im Opferhilfeverfahren nicht zu erwarten. Die Beschwerdeführerin müsse sich somit die Beweislosigkeit zurechnen lassen, weshalb ihre Beschwerde abzuweisen sei.