Citation: 1A.82/2000 19.06.2000 E. 7

7.- Die Beschwerdeführerin macht sodann geltend, gegen B.________, G.________ und K.________ sei in Russland kein Strafverfahren wegen der im Rechtshilfeersuchen genannten Vorwürfe eröffnet worden. G.________ sei bisher formell nur der ungesetzlichen unternehmerischen Tätigkeit (Art. 171 russ. StGB) beschuldigt. Aus diesem Grunde könnten er und die übrigen Betroffenen ihre Verteidigungsrechte nicht ausüben. Gegen B.________ sei eine Strafuntersuchung gar nicht möglich, weil er in Russland parlamentarische Immunität geniesse. Die Beschwerdeführerin kann sich zunächst nicht auf Verteidigungsrechte oder eine Immunität von Drittpersonen berufen (BGE 125 II 356 E. 3b/bb S. 362 ff.; 115 Ib 68 E. 6 S. 87). Die parlamentarische Immunität eines Beschuldigten hat im Übrigen nur der Sachrichter im ersuchenden Staat zu beurteilen und zu beachten. Sinngemäss ruft die Beschwerdeführerin jedoch mit ihrer Behauptung Art. 1 Ziff. 1 EUeR an, aus dem sich ergibt, dass Rechtshilfe nach diesem Abkommen nur gewährt wird, wenn im ersuchenden Staat ein Strafverfahren läuft. Um diese Voraussetzung zu erfüllen, ist jedoch keine Anklageerhebung nötig. Die Eröffnung einer Voruntersuchung genügt, wenn diese dazu bestimmt ist, später ein Strafverfahren herbeizuführen (BGE 123 II 161 E. 3a S. 165 mit Hinweisen). Die Bundesanwaltschaft verweist auf die Ergänzung des Rechtshilfeersuchens vom 12. November 1999. Diese zeige, dass in Russland eine Strafuntersuchung unter anderem gegen G.________ fortgesetzt werde. Darin kündigt der Untersuchungsrichter die Erhebung einer Anklage wegen Betruges an. Der Vorwurf der Geldwäscherei bleibe gegen G.________ und K.________ bestehen. In dieselbe Richtung weist die vom stellvertretenden Generalstaatsanwalt am 22. November 1999 bewilligte Verlängerung der Frist für die Voruntersuchung bis zum 18. Juni 2000. Es trifft zwar zu, dass die ersuchenden Behörden darin neue, teilweise nicht rechtshilfefähige Vorwürfe erheben. Entgegen den Behauptungen der Beschwerdeführerin bleiben aber auch im Verlängerungsentscheid die Überweisungen von der Firma A.________ an die Firma Y.________ Mittelpunkt und Ausgangspunkt der Vorwürfe. Somit bleibt es die Absicht der ersuchenden Behörden, wegen rechtshilfefähiger Straftaten Anklage zu erheben. Dafür kann Rechtshilfe gewährt werden.