Citation: 8C_571/2020 E. 4.2.2

4.2.2. Nicht gefolgt werden kann der Beschwerdeführerin bezüglich des Vorwurfs, die Vorinstanz sei ohne neue Erkenntnisse zu einem völlig entgegengesetzten Schluss gekommen und habe damit gegen das Willkürverbot verstossen. Bereits im Entscheid vom 15. Februar 2018 hatte das kantonale Gericht die Kriterien für die Adäquanzprüfung nach einem Schreckereignis dargelegt und Fälle, in denen das Bundesgericht die Adäquanz verneint hatte, solchen gegenübergestellt, in denen sie bejaht worden war. Nach Würdigung der Aktenlage, insbesondere gestützt auf die versicherungsinternen Aktenbeurteilungen des Dr. med. D.________ vom 7. September 2015 und 11. Juli 2016, hatte die Vorinstanz sodann einen natürlichen Kausalzusammenhang zwischen dem Schreckereignis und den nach dem 31. Dezember 2015 noch geklagten psychischen Beschwerden verneint. Lediglich in einer kurzen Erwägung hatte sie abschliessend die Auffassung der Beschwerdeführerin bestätigt, wonach - selbst bei Vorliegen eines natürlichen Kausalzusammenhangs - die Adäquanz zu verneinen wäre. Die diesbezügliche Würdigung fiel sehr oberflächlich aus und berücksichtigte in keiner Weise die sachverhaltlich erstellte Dauer des Überfalls von ca. einer Stunde sowie den im Privatgutachten vom 7. September 2017 erwähnten Umstand, dass die Beschwerdegegnerin während der Zeit des Überfalls befürchtet hatte, umgebracht zu werden. Im Entscheid vom 29. Juni 2020 hielt das kantonale Gericht fest, die Gerichtsgutachterin habe darauf hingewiesen, dass die Beschwerdegegnerin das Unfallereignis verschiedentlich gleichlautend und detailliert geschildert habe, und bejahte gestützt auf das Gutachten in Anbetracht der nunmehr ausgewiesenen, nachvollziehbaren Todesgedanken bzw. -ängste sowie der rund eine Stunde dauernden akuten Bedrohungslage das Vorliegen des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen dem Schreckereignis vom 27. Februar 2012 und den geklagten psychischen Beschwerden. Damit holte es eine nach Wertungsgesichtspunkten vorzunehmende Beantwortung der Rechtsfrage der Adäquanz nach, die wohl kurz ausgefallen, aber nicht zu beanstanden ist. Inwiefern der vorinstanzliche Entscheid, wonach die erstellte, ca. eine Stunde dauernde akute Bedrohungslage mit Todesangst nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet sei, langjährige, die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigende psychische Beschwerden auszulösen, bundesrechtswidrig sein soll, wird in der Beschwerde denn auch nicht ansatzweise dargelegt. Bei der Bejahung der Adäquanz hat es daher sein Bewenden.