Citation: 5A_97/2009 24.03.2009 E. 2.3

2.3.1 Nach der ständigen Praxis des Bundesgerichts liegt Willkür in der Rechtsanwendung dann vor, wenn der angefochtene Entscheid offensichtlich unhaltbar ist, mit der tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft. Das Bundesgericht hebt einen Entscheid jedoch nur auf, wenn nicht bloss die Begründung, sondern auch das Ergebnis unhaltbar ist; dass eine andere Lösung ebenfalls als vertretbar oder gar zutreffender erscheint, genügt nicht (BGE 134 I 140 E. 5.4 S. 148; BGE 134 II 124 E. 4.1 S. 133, je mit Hinweisen). 2.3.2 Vorab ist zu erwähnen, dass die Dispositionsmaxime bzw. der Grundsatz "ne eat judex ultra petita partium" nicht in den vom Beschwerdeführer angeführten Bestimmungen, die sich mit der Formulierung von Rechtsbegehren befassen, festgehalten ist, sondern in Art. 56 Abs. 2 ZPO/SG. Sodann liegt nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung eine Verletzung dieses Grundsatzes nicht vor, wenn ein Gericht den eingeklagten Anspruch in rechtlicher Hinsicht ganz oder teilweise abweichend von den Begründungen der Parteien würdigt, sofern er vom Rechtsbegehren gedeckt ist (BGE 120 II 172 E. 3a S. 175 mit Hinweisen). Vor der Vorinstanz begehrte die Beschwerdegegnerin einen Betrag von Fr. 2'700.-- an den eigentlichen Unterhalt sowie Fr. 600.-- für die Deckung ihrer Gesundheitskosten. Insgesamt verlangte sie demnach Fr. 3'300.--. Der von der Vorinstanz gewährte Unterhaltsanspruch beträgt Fr. 3'100.--. Damit sprach sie der Beschwerdegegnerin nicht mehr oder anderes zu, als diese verlangt hatte. Nach dem Grundsatz "iura novit curia" ist ein Gericht zudem nicht nur berechtigt, sondern auch verpflichtet, sämtliche Anspruchsgrundlagen zu prüfen (vgl. KUMMER, Das Klagerecht und die materielle Rechtskraft im schweizerischen Recht, S. 105). Deshalb entscheidet ein Gericht nicht "ultra petita", wenn es den Anspruch einer Partei auch unter anderen rechtlichen Gesichtspunkten prüft, als von dieser vorgetragen werden. In diesem Sinne ist nicht zu beanstanden, dass sich der im vorliegenden Fall zugesprochene Betrag aus dem errechneten Grundbedarf und einem Anteil am Überschuss zusammensetzt (s. dazu BGE 134 III 145 E. 4 S. 146).