Citation: 1B_560/2020 E. 4.5

4.5. Die vorinstanzliche Einschätzung, dass die drohende Freiheitsstrafe und insbesondere die in diesem Zusammenhang zu berücksichtigende drohende Reststrafe von 601 Tagen einen erheblichen Fluchtanreiz darstellen, ist nicht zu beanstanden. Hinzu kommt, dass der Beschwerdeführer keinen Wohnsitz in der Schweiz hat. Nach den vorinstanzlichen Feststellungen fehlen auch anderweitig gefestigte Beziehungen in der bzw. zur Schweiz. Dafür spricht insbesondere auch der Umstand, dass er in der Untersuchungshaft mit seiner Schwester und seinen Kindern keinen Kontakt aufgenommen und nicht einmal deren Adresse vorgelegt hat. Vor diesem Hintergrund ist die Fluchtgefahr als hoch zu qualifizieren, ohne dass es auf die von der Staatsanwaltschaft und der Vorinstanz erwähnten Umstände (Reise des Beschwerdeführer ins Ausland nach der bedingten Entlassung, Fälschung des Passes, Einreisesperre, lange Zeitspanne zwischen Ausschreibung und Verhaftung) ankäme, weshalb darauf und auf die betreffende Kritik des Beschwerdeführers nicht eingegangen werden muss. Festzuhalten ist immerhin, dass die Frage, ob die Strafverfolgungsbehörden nach dem Namenswechsel des Beschwerdeführers den richtigen Namen verwendeten oder nicht, für die Zulässigkeit der Untersuchungshaft keine Rolle spielt. Nicht zu beanstanden ist angesichts der grossen Fluchtgefahr auch, dass das Obergericht Ersatzmassnahmen nicht als ausreichend erachtete.