Citation: I 260/00 29.11.2000 E. 3

3.- a) Wie die Vorinstanz zunächst an sich richtig ausführt, kann einzig aus der Bemerkung des Hausarztes Dr. med. S.________ in seinem Bericht vom 11. April 1998, der Patient wirke depressiv, ohne dass diesbezüglich eine Diagnose gestellt worden wäre, noch nicht auf eine psychische Gesundheitsschädigung mit Krankheitswert geschlossen und damit die Notwendigkeit einer psychiatrischen Abklärung ausgewiesen werden. b) Indes wurde in den Berichten vom 7. Juli und 9. September 1997 der Dres. R.________ und M.________, Rheumatologie und Institut für physikalische Therapie, Spital Y.________, neben dem lumbospondylogenen Syndrom links bei Diskushernie L3/L4 und Fehlform der Wirbelsäule mit leichter Skoliose sowie abgeflachter Lumballordose und neben einem zervikospondylogenen Syndrom auch ein Verdacht auf funktionelle Überlagerung diagnostiziert. Im Bericht vom 9. Juli 1997 wurde überdies eine stationäre Abklärung mit neurochirurgischer und psychiatrischer Begutachtung vorgeschlagen. Dadurch ist eine die Arbeitsfähigkeit des Versicherten beeinflussende, psychische Gesundheitsstörung zwar noch nicht ausgewiesen; jedoch kann damit ein im Verfügungszeitpunkt bestehendes psychisches Leiden auch nicht ausgeschlossen werden. Daran ändert nichts, dass im ebenfalls von der Rheumatologie und dem Institut für physikalische Therapie, Spital Y.________, erstellten Gutachten vom 9. Oktober 1998 die Diagnose der funktionellen Überlagerung nicht mehr gestellt wurde. Gerade weil die gleiche begutachtende Stelle ursprünglich eine solche Diagnose gestellt und eine psychiatrische Begutachtung vorgeschlagen hatte, genügt die Bemerkung, es kämen beim Versicherten keine Hinweise auf eine psychische Störung zum Vorschein, nicht, den Verdacht auf eine psychische Gesundheitsstörung zu beseitigen. Zudem wurde diese Feststellung von einem Rheumatologen getroffen und es ist nicht ersichtlich, weshalb anlässlich des Gutachtens nicht auch, wie ursprünglich vorgesehen, eine Begutachtung durch einen Psychiater erfolgte. Es wäre mindestens zu begründen gewesen, weshalb von der ursprünglichen Absicht einer psychiatrischen Begutachtung wieder Abstand genommen wurde. In diesem Zusammenhang ist auch das vom Beschwerdeführer ins Recht gelegte Zeugnis von Dr. med. N.________ vom 8. August 2000 zu würdigen, in welchem der Befund einer Depression (mittelgradig depressive Episode) erhoben und die Arbeitsunfähigkeit auf 100 % geschätzt wurde. Auch wenn Dr. med. N.________ seine Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit nur sehr dürftig begründet und sich insbesondere zur relevanten Frage des Beginns der psychischen Störungen nur vage äussert - die depressive Entwicklung habe Mitte 1999, mithin um den Verfügungszeitpunkt herum, begonnen - können seine Feststellungen nicht nur im Rahmen einer hier nicht zur Diskussion stehenden revisionsweisen Prüfung des Falles berücksichtigt werden. Vielmehr bilden sie ein weiteres Indiz dafür, dass bereits in einem früheren Zeitpunkt eine psychiatrische Abklärung angezeigt gewesen wäre. c) Auf Grund des Gesagten ist eine fachärztliche psychiatrische Abklärung notwendig, um die Einschränkung in der Erwerbsfähigkeit rechtsgenüglich beurteilen zu können. Nachdem bereits die Arbeitsfähigkeit einschränkende somatische Befunde erhoben wurden, erscheint es zweckmässig, die erforderliche psychiatrische Abklärung im Rahmen einer interdisziplinären Begutachtung vorzunehmen. Die Sache ist daher an die Verwaltung zurückzuweisen, welche gestützt auf die Ergebnisse der Aktenergänzung über den streitigen Anspruch neu befinden wird.