Citation: 2A.591/1998 22.03.2000 E. B

B.- Im Jahre 1997 beabsichtigte der Verband, neben der herkömmlichen Vornahme der Besamung von Nutztieren durch die Besamungstechniker eine neue Dienstleistung anzubieten. In seiner Ankündigung vom Juni 1997 hiess es unter anderem: "Als Tierbesitzer sind Sie trotz bestem Betriebsma- nagement regelmässig damit konfrontiert, dass ein- zelne Tiere eine schwache oder undeutliche Brunst zeigen. Der Entschluss für die Durchführung einer Besamung ist oftmals nur sehr schwer zu treffen. Mit einem Voruntersuch des Tieres können Ihnen un- sere Besamer dazu eine wertvolle Hilfestellung an- bieten. Der Voruntersuch umfasst die äussere Beurteilung des Tieres, sowie eine umfassende Untersuchung der Geschlechtsorgane. Je nach Bedarf kann der Vorun- tersuch mit dem Milchprogestorontest 'Hormonost' ergänzt werden. Dank dem Voruntersuch ist es mög- lich, Besamungen mit geringen Erfolgsaussichten nicht durchzuführen und damit Kosten zu sparen. Trächtige und nicht brünstige Tiere werden erkannt und von der Besamung ausgeschlossen. Bei Störungen am Geschlechtsapparat des Tieres wird der Beizug des Bestandestierarztes empfohlen." Das Veterinäramt des Kantons Thurgau (im Folgenden: Veterinäramt) erhielt Kenntnis von diesem Vorhaben und rea- gierte darauf mit zwei Briefen, in welchen es den Standpunkt vertrat, die angebotenen Handlungen seien tierärztliche Verrichtungen und daher den Tierärzten vorbehalten; den Be- samungstechnikern seien solche Handlungen verboten. Es er- suchte daher den Verband, den geplanten Testmarkt sofort zu annullieren. Mit Schreiben vom 26. Juni 1997 teilte der Ver- band dem Veterinäramt mit, die Durchführung des Testmarktes werde nicht verschoben.