Citation: 8C_696/2020 E. 3.4.1

3.4.1. Das Bundesgericht erkannte mit BGE 139 V 346, dass Ursachen und Entstehung der tumorassoziierten Fatigue (Cancer-related Fatigue [CrF]) nach derzeitigem Forschungsstand nicht ganz geklärt seien. Es bestehe in der medizinischen Fachwelt aber Einigkeit darüber, dass sie komplex seien und somatische, emotionale, kognitive und psychosoziale Faktoren zusammenspielten. Die CrF könne - auch wenn zugrunde liegende internistische oder psychiatrische Erkrankungen behandelt worden seien - in 30 bis 40 % der Fälle noch längere Zeit nach Therapieabschluss andauern. Diese chronische Fatigue werde in Zusammenhang mit der Krankheitsverarbeitung oder langfristigen Anpassungsproblemen gebracht. Sie werde aber auch als mögliche Spätfolge der Therapie im Bereich von Störungen des Stoffwechsels oder der psychovegetativen Selbstregulation des Körpers gesehen (E. 3.3).