Citation: 4A_488/2023 E. 5.5

5.5. Indem die Beschwerdeführerin beanstandet, das Schiedsgericht habe Art. 2.1 f. B.________ ADR bzw. WADC unrichtig angewendet und die gestützt auf Art. 3.1 B.________ ADR bzw. WADC verteilte Beweislast bzw. das angewendete - angeblich zu tiefe - Beweismass der sog. "comfortable satisfaction" hätte sich zu ihren Ungunsten ausgewirkt, zeigt sie keine Gehörsverletzung auf. Damit zusammenhängend zielt auch der Vorwurf der Verletzung des Grundsatzes "negativa non sunt probanda" ins Leere, der ebenfalls die Beweislastverteilung bzw. die Beweiswürdigung betrifft (vgl. bereits Urteil 4A_530/2013 vom 2. Mai 2014 E. 6.1). Das rechtliche Gehör in einem kontradiktorischen Verfahren nach Art. 182 Abs. 3 und Art. 190 Abs. 2 lit. d IPRG enthält nach ständiger Rechtsprechung keinen Anspruch auf einen materiell richtigen Entscheid, sondern sichert allein das Recht auf Beteiligung der Parteien an der Entscheidfindung (BGE 127 III 576 E. 2b und 2d). Auch in ihrer weiteren Beschwerdebegründung vermag die Beschwerdeführerin nicht aufzuzeigen, dass ihr Recht auf Beteiligung am Schiedsverfahren missachtet worden wäre. Mit ihren Vorbringen, sie habe aufgrund der Vernichtung der Urinproben in den Jahren 2014 und 2015 keine weitere Analyse veranlassen können bzw. die von der Gegenseite vorgelegten Analysedaten in Form von Excel-Tabellen erlaubten keine Überprüfung von deren Richtigkeit, führt sie einmal mehr tatsächliche Schwierigkeiten in der Beweisführung ins Feld. Sie räumt denn auch selber ein, dass es sich dabei um "faktische Gründe" handelt. Wie sich bereits erwiesen hat, ist darin keine Verletzung des Gehörsanspruchs durch das Schiedsgericht zu erblicken (siehe vorn E. 5.2). Auch mit ihrer wiederholt geübten Kritik an der im Schiedsverfahren angewendeten Beweislastverteilung bzw. am angewendeten Beweismass zeigt die Beschwerdeführerin keine Gehörsverletzung auf. Zudem zeigt sie mit dem Vorwurf, sie habe für eine negative Tatsache (Fehlen einer verbotenen Substanz im Körper) einen Beweis von über 50 Prozent erbringen müssen, obwohl die Gegenseite doch eigentlich die Beweislast zu tragen hätte, keine Verletzung des Grundsatzes der Gleichbehandlung nach Art. 190 Abs. 2 lit. e IPRG auf, sondern übt einmal mehr unzulässige inhaltliche Kritik am angefochtenen Schiedsentscheid. Abgesehen davon liegt es in der Natur der Beweislast, dass diese zu Ungunsten einer der Parteien ausfällt. Ohnehin hat es das Schiedsgericht nach Würdigung der vorliegenden Beweise als erwiesen erachtet, dass die Beschwerdeführerin eine verbotene Substanz in Form von Trimetazidin verwendet hat. Damit war die Beweislastverteilung, welche die Folgen der Beweislosigkeit regelt, gegenstandslos geworden (vgl. BGE 141 III 241 E. 3.2 mit Hinweisen).