Citation: 1B_598/2020 E. 5.2.3

5.2.3. Die Vorinstanz führt aus, dass der Beschwerdeführer im Jahr 2016 von der Jugendanwaltschaft Zürich-Stadt wegen versuchter Erpressung sowie weiteren Delikten verurteilt wurde. Die (Beizugs-) Akten des betreffenden Verfahrens lägen der Beschwerdeinstanz nicht vor. Dem psychiatrischen Gutachten von Dr. med. Christian Benz vom 12. August 2019 sei zu entnehmen, dass diese Vorstrafe auf einen Vorfall im April 2015 zurückgehe, bei welchem der Beschwerdeführer einen Geschädigten wütend bzw. aufbrausend aufgefordert hatte, ihm Geld zu geben, und den Geschädigten sodann in aggressivem Ton gefragt hatte, was passieren würde, wenn er diesem die Faust ins Gesicht schlagen würde. Der Beschwerdeführer sei folglich bereits einmal durch eine Straftat gegen die (psychische) Integrität einer Person in Erscheinung getreten, womit eine einschlägige, gegen gleiche oder gleichartige Rechtsgüter gerichtete Vortat zu bejahen sei. Mit anderen Worten liege, anders als vom Beschwerdeführer in seinem Haftentlassungsgesuch vertreten, kein (Ausnahme-) Fall vor, bei welchem der besondere Haftgrund der Wiederholungsgefahr über den Gesetzeswortlaut hinaus auf einen Ersttäter angewendet worden wäre. Das genannte Gutachten lege dar, dass beim Beschwerdeführer von einer dissozialen Persönlichkeitsakzentuierung respektive (differentialdiagnostisch) einer dissozialen Persönlichkeitsstörung auszugehen sei, welche im Zusammenspiel mit dessen Cannabiskonsum zu diversen prognoserelevanten Defiziten wie namentlich Gewaltbereitschaft, unzureichender Beeindruckbarkeit durch Sanktionen sowie mangelnder Veränderungsbereitschaft geführt habe. Die Rückfallgefahr für erneute schwere Gewalttaten sei als moderat bis deutlich einzustufen, wobei die Legalprognose insbesondere durch die biographische Weiterführung sozialer Handlungsmuster mit Chronifizierung und Progredienz sowie die belastenden Lebensumstände des Beschwerdeführers getrübt werde. Die dem Urteil vom 25. August 2020 zugrundeliegende versuchte schwere Körperverletzung des Beschwerdeführers sei ohne Weiteres als schwere Gewalttat zu qualifizieren und offenbare das erheblich sicherheitsgefährdende Potential des Beschwerdeführers. Auch seine rechtskräftige Verurteilung wegen versuchter Erpressung lasse auf eine massive Beeinträchtigung des Sicherheitsgefühls des Opfers und damit auch auf eine erhebliche Gefährdung der Sicherheit Anderer schliessen. Bei dieser Sachlage sei daher ernsthaft zu befürchten, dass der Beschwerdeführer im Falle einer Freilassung erneut schwere Vergehen oder Verbrechen begehen würde.