Citation: 6B_1272/2023 E. 4.3.1

4.3.1. Bezüglich des Tatbestands des Totschlags im Sinne von Art. 113 StGB argumentiert der Beschwerdeführer, er habe Verärgerung und Wut verspürt, ausgelöst durch einen unverhofften Angriff am Arbeitsplatz. Er sei aufgrund des tätlichen und verbal erniedrigenden Angriffs sehr wütend gewesen und habe die Tat nicht von langer Hand geplant, was für eine Affekthandlung spreche. Die Provokation bzw. Kränkung sei kausal für seine Handlung gewesen und habe ihm verunmöglicht, sein eigenes Handeln zu reflektieren. Die heftige Gemütsbewegung sei zudem entschuldbar gewesen. Dass jemand, der in der Mittagspause von einem Kollegen plötzlich wegen eines Streits um den Platz am Tisch massiv körperlich angegriffen werde, mit einer sehr heftigen Gemütsbewegung reagiere, sei nachvollziehbar.