Citation: 1C_351/2023 E. 3.5

3.5. Vorsorgliche Massnahmen, die - wie der Entzug der aufschiebenden Wirkung - vor dem Entscheid in der Hauptsache ergehen, zielen darauf ab, dessen Wirksamkeit sicherzustellen (vgl. BGE 130 II 149 E. 2.2). So ist nach kantonaler Praxis - wie die Vorinstanz selbst ausführt - denn auch vorausgesetzt, dass der Entzug der aufschiebenden Wirkung zur Wahrung überwiegender öffentlicher oder privater Interessen notwendig und dringlich sein muss, um einen Nachteil zu verhindern, der nicht leicht wieder gutgemacht werden kann (vgl. HERRMANN, a.a.O., N. 15 Art. 23 VRG/SH mit Verweisung auf Urteil 1C_19/2018 vom 2. März 2018 E. 3.1). Ein solcher Nachteil besteht, sobald Zustände geschaffen werden, die sich nicht mehr oder nicht mehr leicht ändern lassen und somit die Wirksamkeit des Entscheids in der Hauptsache vereiteln (vgl. in diesem Sinne auch ANDREAS BAUMANN, in: Baumann et al., Kommentar zum Baugesetz des Kantons Aargau [BauG/AG], 2013, N. 24 zu § 159). Daneben setzt der Entscheid über die Anordnung vorsorglicher Massnahmen bzw. der Entzug der aufschiebenden Wirkung Dringlichkeit voraus, d.h. es muss sich als notwendig erweisen, die fraglichen Vorkehren sofort zu treffen, um die betroffenen Interessen zu wahren (vgl. BGE 130 II 149 E. 2.2; Urteil 1C_344/2021 vom 14. Januar 2022 E. 2.6). Zeitliche Dringlichkeit besteht, wenn mit der Massnahme nicht zugewartet werden kann, bis das (Hauptsache-) Verfahren abgeschlossen ist, weil sich nach dem voraussehbaren Kausalverlauf der drohende Nachteil bzw. die abzuwendende Gefahr bis dahin bereits verwirklicht haben wird (vgl. ISABELLE HÄNER, Vorsorgliche Massnahmen im Verwaltungsverfahren und Verwaltungsprozess, ZSR 116/1997 II S. 253 ff., S. 341 Rz. 111).