Citation: 6B_468/2024 E. 3.1

3.1. Der Beschwerdeführer rügt, sein Recht auf eine freie Anwaltswahl im Sinne von Art. 129 Abs. 1 StPO und Art. 6 Ziff. 3 lit. c EMRK sei im Vorverfahren und vor erster Instanz mehrfach verletzt worden. Bereits anlässlich der Hafteröffnungsverhandlung vom 9. Januar 2021 habe er gewünscht, von Rechtsanwältin Hazeraj verteidigt zu werden. Trotz dieses Wunsches sei ihm Rechtsanwalt E.________ als amtlicher Verteidiger zugeteilt worden. Dies mit der Begründung, Rechtsanwältin Hazeraj könne am Samstagabend nicht kurzfristig aufgeboten werden. De facto habe die Hafteröffnungsverhandlung um 16:10 Uhr stattgefunden und die Staatsanwaltschaft habe gar nicht versucht, Rechtsanwältin Hazeraj aufzubieten. Zudem habe die polizeiliche Festnahme viel früher stattgefunden, weshalb die Benachrichtigung der Wahlverteidigung schon früher möglich gewesen wäre. Ein plausibler Grund, dem Beschwerdeführer seine Wahlverteidigung nicht zuzugestehen und ihn ohne Beizug derselben zu Aussagen zu bewegen, sei nicht ersichtlich. Bis zum Abschluss des erstinstanzlichen Verfahrens habe der Beschwerdeführer seine Verteidigung nicht ändern können, obschon er dies immer wieder versucht habe. An der Hauptverhandlung vor der Erstinstanz habe der Beschwerdeführer sich die Ohren zugehalten, als Rechtsanwalt E.________ sein Plädoyer gehalten habe. Dieser habe gewusst, dass er gegen den Willen des Beschwerdeführers als amtlicher Verteidiger eingesetzt worden sei und habe dennoch während des ganzen erstinstanzlichen Verfahrens nie um Entlassung ersucht. Einen entsprechenden Antrag habe er erst nach der Hauptverhandlung gestellt. Somit habe das erstinstanzliche Verfahren einen wesentlichen Mangel aufgewiesen. Trotzdem habe die Vorinstanz seinen Antrag auf Rückweisung der Angelegenheit an das erstinstanzliche Gericht abgewiesen. Die Vorinstanz habe sich zur Verletzung von Art. 129 Abs. 1 StPO und Art. 6 Ziff. 3 lit. c EMRK mit keinem Wort geäussert. Sie habe sich damit begnügt, die Tätigkeit von Rechtsanwalt E.________ zu loben. Es werde indessen nicht moniert, dass Rechtsanwalt E.________ Fehler begangen oder ein ungebührliches Verhalten an den Tag gelegt hätte.