Citation: 5A_969/2019 E. 5.1.1

5.1.1. Das Kantonsgericht erwog, dass das Gutachten von Dr. med. E.________ der Universitären Klinik U.________ (UK) vom 8. Dezember 2016 betreffend die Erziehungsfähigkeit der Eltern und Regelung des Besuchsrechts (nachfolgend UK-Gutachten) entgegen den Behauptungen der Kindsmutter schlüssig und nachvollziehbar sei. In Bezug auf die Beanstandung seitens der Kindsmutter, wonach die Interaktionsbeobachtung zwischen dem Kindsvater und den Töchtern nur 30 Minuten gedauert habe und eine zuverlässige Beurteilung damit nicht möglich sei, erwiderte das Bezirksgericht, die konkrete Dauer der Interaktionsbeobachtung sei nicht relevant. Entscheidend sei, dass die Gutachterin in der Lage gewesen sei, sich gestützt auf die Beobachtung ein ausreichendes Bild über die Beziehung und den Umgang des Kindsvaters mit seinen beiden Töchtern zu machen. Dies sei offensichtlich der Fall gewesen, wie sich das aus den detailreichen Ausführungen im Gutachten ergebe. Die beiden Kinder hätten altersadäquat auf ihren Vater reagiert, Spielangebote seinerseits angenommen und ihn auch in ihr Spiel miteinbezogen. Der Vater habe auch verschiedene Spielangebote der Kinder adäquat aufgenommen. Er sei dabei gut im Kontakt mit beiden Kindern gewesen. Die anfänglich von beiden Mädchen präsentierte leichte körperliche Distanzierung sei im Verlauf der Zeit rasch und vollständig weggefallen. Da C.A.________ wegen des Regenwetters nasse Füsse bekommen habe, habe ihr der Vater eine seiner eigenen Socken angeboten, um die Füsse zu wärmen, was sie angenommen habe. Später sei D.A.________ auf den Schoss des Vaters gekrabbelt und C.A.________ habe sich an den Vater angelehnt. C.A.________ habe auch reagiert als der Vater sie auf Holländisch angesprochen habe und ihm auf Holländisch geantwortet. Der Umgang mit dem Vater sei von Seiten beider Kinder natürlich, ungezwungen und fröhlich gewesen. Für eine adäquate und sichere Bindung spreche die Tatsache, dass beide Mädchen, obwohl sie den Vater seit mehreren Monaten nicht mehr oder lediglich für einige Stunden gesehen hätten, sofort Kontakt aufgenommen und einen fröhlichen und zugewandten Rapport hergestellt hätten. Dass das Bezirksgericht auf das Gutachten und insbesondere die Ergebnisse der Interaktionsbeobachtung abgestützt habe, sei zusammenfassend nicht zu beanstanden. Ein neues Gutachten sei nicht erforderlich.