Citation: 2P.140/2002 18.10.2002 E. 3.3

3.3.1 Der Beschwerdeführer macht weiter geltend, sein Anspruch auf rechtliches Gehör sei auch dadurch verletzt worden, dass die Erziehungskommission seinem Antrag auf Einholung eines medizinischen Gutachtens nicht entsprochen habe. Die Erziehungskommission hat erwogen, dass ein Zusammenhang zwischen den geltend gemachten gesundheitlichen Beschwerden und einer dadurch bedingten Beeinträchtigung der sprachlichen Ausdrucksfähigkeit bzw. der sprachlichen Erfassung von Gedankengängen zu verneinen sei. Diese Feststellung werde sowohl durch das vom Beschwerdeführer eingelegte Arztzeugnis von Dr. med. G.________ vom 8. April 2002 als auch durch den Schulbericht von H.________, Schulleiterin des Lernstudios Chur, vom 7. April 2002 gestützt. So werde im ärztlichen Zeugnis im Wesentlichen lediglich ausgeführt, dass sich die neuromotorische Störung auf die Feinmotorik auswirke, was wiederum zu Problemen mit dem Schriftbild und der Darstellung bei handgeschriebenen Aufgaben führen könne. Auch H.________ habe in ihrem Schulbericht zusammenfassend festgehalten, dass der Beschwerdeführer durch seine von der IV anerkannte cerebrale Bewegungsstörung in der Graphomotorik und in der Sprechmotorik bezüglich Tempo beeinträchtigt sei, was sich vor allem in Prüfungssituationen besonders negativ auswirke. 3.3.2 Wie sich dem ärztlichen Zeugnis entnehmen lässt, wirkt sich die neuromotorische Störung des Beschwerdeführers auf die Feinmotorik aus, was nach der Darstellung des Arztes wiederum zu Problemen mit dem Schriftbild und der Darstellung bei handgeschriebenen Aufgaben führt. H.________ weist in ihrem Schulbericht darauf hin, wenn der Beschwerdeführer seine Überlegungen und Gedankengänge nach aussen habe bringen müssen, sei das ihm nicht leicht gefallen. Er habe dann Mühe gehabt, zu formulieren und sich vorzustellen, was sein Gegenüber von ihm genau wissen möchte. Zu dieser Erschwernis, Gedanken sprachlich zu fassen, komme im Schriftlichen die verkrampfte Graphomotorik. In ihrer Zusammenfassung präzisiert sie allerdings, dass diese Behinderungen lediglich die Graphomotorik sowie die Sprechmotorik bezüglich Tempo betreffen würden. Wenn die Erziehungskommission den Antrag auf medizinische Begutachtung des Beschwerdeführers ablehnte, weil sie davon ausging, dass der Zusammenhang zwischen der cerebralen Bewegungsstörung und der geltend gemachten verminderten sprachlichen Ausdrucksfähigkeit nicht erstellt sei, so beruht dies somit auf einer vertretbaren vorweggenommenen Beweiswürdigung. Dies umso mehr, als der Beschwerdeführer offenbar bereits im Oktober 1993 eine zweijährige Psychomotoriktherapie beim Heilpädagogischen Dienst Graubünden abgeschlossen hatte und gemäss den Akten nur noch im Zeitraum vom 23. Oktober 1994 bis 31. Juli 1995 Sonderschulmassnahmen (Sprachheilbehandlung gemäss Therapieplan der Abklärungsstelle für Sprachgebrechen) besuchte. Dass er sich seither einer weiterführenden Psychomotoriktherapie unterzogen hat, wird nicht behauptet und ergibt sich auch nicht aus den Akten. Die vorgenommene antizipierte Beweiswürdigung und der darauf beruhende Verzicht auf Beweisabnahme verletzen daher den Anspruch auf rechtliches Gehör nicht.