Citation: 8C_301/2007 15.01.2008 E. 4

4.1 Unter Hinweis auf die gutachterlichen Ausführungen der med. pract. K.________ und J.________ vom 7. März 2005 gelangte das kantonale Gericht - in Bestätigung des Standpunktes der Beschwerdegegnerin - zum Schluss, dass die von der Versicherten geklagten, von dieser als zum "typischen Beschwerdebild" eines Schleudertraumas gehörend bezeichneten Symptome (diffuse Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit, Nackenschmerzen, depressive Entwicklung) in ihrer Summe zu unspezifisch und ätiologisch zu diffus seien, um die Annahme eines Schleudertraumas zu stützen. Vielmehr sei davon auszugehen, dass die Persönlichkeitsstruktur mit mangelnden Anpassungs- sowie Copingstrategien und der schwierigen Situation als entwurzelte Migrantin eine adäquate Verarbeitung der Unfallfolgen verhindert hätten, weshalb in erster Linie eine psychische Fehlentwicklung angenommen werden müsse, zumal bereits zwei Monate nach dem Unfallereignis im Rahmen der neurologischen Untersuchung eine funktionelle Überlagerung vermutet worden sei. 4.2 Wie den umfangreichen medizinischen Untersuchungen zu entnehmen ist, konnten bezüglich der von der Beschwerdeführerin geltend gemachten diversen diffusen Beschwerden keine organisch objektivierbaren Unfallfolgen im Sinne struktureller Veränderungen gefunden werden. Alsdann bestehen auf Grund der ärztlichen Angaben zwar Hinweise darauf, dass die Versicherte anlässlich der Kollision vom 16. Juni 1991 ein HWS-Distorsionstrauma oder eine dem Schleudertrauma äquivalente Verletzung erlitten hat. Eine entsprechende Diagnose verneint die Beschwerdegegnerin im Rahmen ihres Einspracheentscheides vom 27. Dezember 2005 jedoch insbesondere mit dem Argument, das dafür charakteristische Beschwerdebild habe - jedenfalls in Form der Häufung der entsprechenden Symptome - anfänglich noch nicht bestanden. 4.2.1 Für die Annahme eines Schleudertraumas oder einer schleudertraumaähnlichen Verletzung ohne organisch nachweisbare Funktionsausfälle ist, entgegen der Betrachtungsweise des Unfallversicherers, nicht erforderlich, dass die meisten der dem bunten Beschwerdebild zugerechneten Symptome bereits innert einer Latenzzeit von 24 bis höchstens 72 Stunden auftreten. Es genügt, wenn sich in diesem Zeitraum Beschwerden in der Halsregion oder an der HWS manifestieren (RKUV 2000 Nr. U 359 S. 29), während weitere für ein Schleudertrauma typische Beschwerden im Sinne von BGE 117 V 359 E. 4b S. 360 durchaus erst zeitverzögert auftreten können, um noch als unfallkausal in Betracht zu kommen (SVR 2007 UV Nr. 23 S. 75, U 215/05; Urteil U 186/06 vom 29. Oktober 2007, E. 6.1). 4.2.2 Gemäss den echtzeitlichen Akten beschränkten sich die in diesem Zusammenhang geltend gemachten Beschwerden zu Beginn auf "lageabhängigen Drehschwindel", welcher sich indessen laut eigenen Angaben der Versicherten anlässlich der Begutachtung durch die med. pract. K.________ und J.________ (vom 7. März 2005) zusehends deutlich abschwächte, und eine leichte Bewegungseinschränkung der (verspannten) Halsmuskulatur. Weder war die Beschwerdeführerin im Anschluss an den Unfall bewusstlos gewesen, noch hatte sie über Übelkeit geklagt; ferner wurde sie durch die erstbehandelnden Ärzte als allseits orientiert beschrieben (vgl. Bericht des Spitals Z.________ vom 22. Juni 1991). Rund zwei Monate nach dem Unfall klagte die Beschwerdeführerin anlässlich einer kreisärztlichen Untersuchung über Kopfschmerzen und Schwindel beim Aufstehen aus gebückter Position und bei Anstrengung (Bericht des SUVA-Kreisarztes Dr. med. L.________, Spezialarzt FMH für Chirurgie, vom 21. August 1991). Gegenüber Frau Dr. med. H.________, Spezialärztin FMH für Neurologie, wies die Versicherte am 23. August 1991 abermals auf Schwindelbeschwerden sowie Kopfschmerzen hin, welche die Ärztin gemäss Bericht vom 26. August 1991 als Ausdruck eines postcommotionellen Syndroms wertete, gleichzeitig aber auch den Verdacht auf eine funktionelle Überlagerung äusserte. Die Hausärztin Frau D.________, prakt. Ärztin, diagnostizierte in ihrem Bericht vom 25. Juni 1992 sowohl anhaltende Kopfschmerzen wie auch - erstmals - eine depressive Symptomatik, welche in der Folge u.a. durch das Universitätsspital B.________ mit dem Hinweis auf eine depressive Entwicklung bestätigt wurde (Bericht vom 21. Juni 1993). Während ab Mitte 1992 zeitweilig die Unterschenkelschmerzen das Beschwerdebild dominierten, wohingegen die "anderen traumabedingten Diagnosen" als aktuell nicht mehr im Vordergrund stehend beurteilt wurden (Bericht des Dr. med. C.________, Spezialarzt für Orthopädische Chirurgie FMH, vom 16. Oktober 1992), sprach die Hausärztin am 12. Juli 1994 wiederum von einem andauernden Kopfschmerz im ganzen Schädel sowie von Nacken-Schulter-Armbeschwerden beidseits, links wesentlich stärker mit Gefühlsempfindungsstörungen in den Fingern, welchen - unveränderten - Befund sie auch mit Schreiben vom 18. Januar 1996 bestätigte. Knapp vier Jahre nach dem Unfallereignis kam der Kreisarzt Dr. med. N._________ schliesslich zum Schluss, dass die Beschwerden der Versicherten Ausfluss einer posttraumatischen Verarbeitungsstörung seien (Bericht vom 20. April 1995). Aus psychiatrischer Sicht diagnostizierte Dr. med. U.________, Spezialarzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, in seinem am 28. August 1999 zuhanden der Invalidenversicherung abgefassten Gutachten eine Angststörung (ICD-10: F41.3) sowie eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4). Die med. pract. K.________ und J.________ hielten in ihrer Expertise vom 7. März 2005 fest, dass die Beschwerdeführerin an einer chronifizierten leichtgradigen Depression (ICD-10: F32.01) und an einem chronischen Schmerzsyndrom mit Betonung des linken Nackens und des Armbereichs sowie intermittierenden Kopfschmerzen leide. Zumindest teilweise gehören die von der Versicherten nach dem Unfall vom 16. Juni 1991 geklagten Störungen - die med. pract. K.________ und J.________ erwähnten zusätzlich Konzentrationsstörungen, Übelkeit und rasche Ermüdbarkeit - zu den Symptomen, welche nach einem Schleudertrauma der HWS oder einem äquivalenten Verletzungsmechanismus auftreten. Ob indessen von einer Häufung der dafür typischen Beschwerden gesprochen werden kann, erscheint eher zweifelhaft, ist für die Bejahung des entsprechenden Beschwerdebildes nach der zitierten Praxis doch zwar kein unmittelbar zeitgleiches Auftreten der charakteristischen Symptome verlangt, können aber erst Jahre nach dem Unfallereignis erhobene Befunde nicht mehr als Indiz für eine Schleudertraumaverletzung gewertet werden, zumal sich in casu, wie den ärztlichen Stellungnahmen zu entnehmen ist, relativ bald nach dem Unfallereignis eine psychische Fehlentwicklung (angstgeprägte Fehlverarbeitung der Beschwerden) herauszubilden begann. Namentlich gestützt auf die gutachterlichen Ausführungen der med. pract. K.________ und J.________ vom 7. März 2005, welche sämtliche rechtsprechungsgemäss erforderlichen Kriterien für beweiskräftige ärztliche Entscheidungsgrundlagen erfüllen (vgl. BGE 125 V 351 E. 3a [mit Hinweis] S. 352), ist daher, mit Vorinstanz und Beschwerdegegnerin, davon auszugehen, dass im Verlauf der ganzen gesundheitlichen Entwicklung vom Unfall bis zum Beurteilungszeitpunkt die auf ein allfälliges HWS-Schleudertrauma - oder eine diesem äquivalente Verletzung - zurückzuführenden Beschwerden gesamthaft im Vergleich zur psychischen Problematik nurmehr eine sehr untergeordnete Rolle gespielt haben und damit in den Hintergrund getreten sind (vgl. u.a. Urteil U 554/06 vom 27. November 2007, E. 2.2 mit Hinweisen).