Citation: 5A_322/2023 E. 4.2

4.2. Das Verwaltungsgericht führt aus, das im Juni 2020 eröffnete Verfahren, das in dem nunmehr angefochtenen Entscheid gemündet hat, sei noch nicht rechtskräftig abgeschlossen, weshalb die örtliche Zuständigkeit der KESB weiter andauere (vgl. Art. 442 Abs. 1 Satz 2 i.V.m. Art. 314 Abs. 1 ZGB). Nicht entscheidend sei, dass ursprünglich kein Antrag zur elterlichen Sorge gestellt worden sei. Das erstinstanzliche Verfahren habe die Neuregelung des Mutter-Kind-Verhältnisses zum Gegenstand gehabt und habe damit nicht nur Teilaspekte wie das Besuchs-, Kontakt- und Informationsrecht umfasst, sondern auch die Frage des Entzugs der elterlichen Sorge. Letztere stehe in einem engen Sachzusammenhang mit der Ausgestaltung der Mutter-Kind-Beziehung. Zudem gelte im Kindesschutz die Offizialmaxime und die Behörde sei nicht an die Parteianträge gebunden. Ohnehin habe die Beschwerdeführerin den Einwand der örtlichen Unzuständigkeit erst über ein Jahr nach ihrem Umzug und nach der Erstellung des kinderpsychologischen Gutachtens erhoben, obgleich sie hierzu bereits früher Anlass gehabt hätte, namentlich aber aufgrund der Ankündigung der KESB, das Gutachten erstellen zu wollen. Damit habe sie sich treuwidrig verhalten, was nicht zu schützen sei.