Citation: I 370/04 25.11.2004 E. 2

Die Vorinstanz kam in Auseinandersetzung mit den Parteivorbringen und Würdigung der Akten zum Schluss, angesichts der diskreten organischen Befunde und der fehlenden psychischen Krankheit sei es der Versicherten zuzumuten, einer leichten Tätigkeit wie der zuletzt ausgeübten uneingeschränkt nachzugehen, womit keine Invalidität ausgewiesen sei. 2.1 Dieser Auffassung ist beizupflichten. Zwar klagt die Versicherte schon seit Jahren über Rückenbeschwerden. Diese werden von ärztlicher Seite näher als lumbospondylogenes Schmerzsyndrom mit/bei Chondrose L5/S1, diskrete Diskusprotrusion L4/L5 und L5/S1 sowie chronisches cervicospondylogenes Schmerzsyndrom rechts umschrieben oder allgemeiner als chronisches Panvertebralyndrom mit lumbospondylogenem Syndrom L5/S1 rechts bezeichnet. Wie bereits der Begriff des Syndroms aussagt, lassen sich die geklagten Schmerzen rein organisch nicht begründen. Trotz diverser klinischer und bildgebender Untersuchungen konnten einzig im Bereich L5/S1 und L4/L5 diskrete degenerative Veränderungen ohne radikuläre Symtomatik festgestellt werden. Es sind vielmehr die am 3. Februar 1995 erstmals von Dr. med. H.________ erwähnte chronische Überforderung mit der Doppelbelastung Arbeit - Familie/Haushalt wie auch die von Dr. med. A.________ am 7. Februar 2002 aufgegriffene ungenügende kulturelle Integration mit sekundärem sozialem Rollenkonflikt bei mässigen Deutschkenntnissen, welche nach Auffassung des Psychiaters Dr. med. M.________ vom 22. Dezember 2002 die Versicherte am Einsatz der eigentlich vorhandenen Arbeitsfähigkeit hindern. All dies sind psychosoziale oder soziokulturelle Gründe, die indessen vom sozialversicherungsrechtlichen Standpunkt aus unbeachtlich sind (Erw. 1.3 hiervor). Daneben fehlt es an einem verselbstständigten (krankheitswertigen) psychischen Gesundheitsschaden mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit: Die Ärzte des Rehabilitationszentrums sprechen am 12. November 2001 lediglich von einer depressiven Verstimmung; Dr. med. A.________ nennt am 7. Mai 2002 eine das chronische Überlastungssyndrom begleitende reaktive depressive Entwicklung; auch der die Versicherte am 26. November 2002 psychiatrisch untersuchende Dr. M.________ verneint ausdrücklich das Vorliegen einer nennenswerten depressiven Krankheit, welche eine verminderte Leistungsfähigkeit erklären würde. Er stellt vielmehr die Diagnose einer Aggravation ohne manifeste psychische Störung (ICD-10 Z03.2) und eine mangelnde soziokulturelle Assimilation (ICD-10 Z60.3). 2.2 Was die Beschwerdeführerin dagegen vorbringt, überzeugt nicht. Die erstmals von Dr. med. H.________ am 28. September 2000 getätigte, von Dr. med. B.________ im Bericht vom 27. Mai 2003 aufgegriffene Aussage, eine Rekonditionierung der Patientin sei illusorisch, sagt nichts über die Ursachen aus, welche eben im psychosozialen und soziokulturellen Bereich anzusiedeln sind. Dieser ist indessen von der Invalidenversicherung nicht erfasst, worauf bereits an anderer Stelle hingewiesen worden ist. Wenn die Beschwerdeführerin weiter unter Verweis auf den Bericht von Dr. med. H.________ vom 28. September 2000 sinngemäss geltend macht, die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Packerin und Näherin sei wegen der ergonomisch bedenklichen Dauersitzstellung nicht mehr zumutbar, ist ihr zunächst entgegen zu halten, dass das Zentrum Y.________ ihr während des vom 15. Mai und 27. Juni 2001 dauernden Klinikaufenthaltes ein Aufbautraining zur Stärkung der Rückenmuskulatur dringend empfahl, was sie indessen gemäss Feststellung von Dr. M.________ bisher nicht konsequent umgesetzt hat; auch bot die Arbeit nach von ihr an anderer Stelle getätigter Aussage durchaus Abwechslung; ferner beurteilt sich die Arbeitsunfähigkeit gemäss Art. 6 ATSG bei langer Dauer nicht nur nach der zuletzt tatsächlich ausgeübten Tätigkeit, sondern die in anderen Berufen oder Aufgabenbereichen zumutbaren Arbeiten sind ebenfalls zu berücksichtigen, worunter zweifelsfrei auch solche mit wechselnder Arbeitsstellung fallen, in der die Versicherte rein aus somatischer Sicht ohne weiteres ein rentenausschliessendes Einkommen erzielen könnte. Zuletzt besteht angesichts der geringen organischen Befunde einerseits und des fehlenden psychischen Krankheitsbildes andererseits keine Notwendigkeit für eine vom Psychiater und Rheumatologen gemeinsam festgesetzte Arbeitsfähigkeit: Der von der Versicherten zur Begründung des Antrags auf eine interdisziplinäre Begutachtung angerufene Dr. med. B.________ behauptet denn auch nicht Derartiges im Bericht vom 27. Mai 2003; er empfiehlt ein solches Vorgehen deswegen, weil das Krankheitsbild aus rheumatologischer Sicht nicht zu erklären sei, ohne indessen von der bereits durchgeführten psychiatrische Begutachtung durch Dr. med. M.________ vom 22. Dezember 2002 Kenntnis zu haben. Von einer interdisziplinären Begutachtung durfte die Vorinstanz daher absehen, was sie in ihrem Entscheid übrigens entgegen der in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde vertretenen Auffassung auch hinreichend begründet hat, indem sie die Versicherte für medizinisch ausreichend untersucht erklärte. Auch letztinstanzlich sind keine Weiterungen angezeigt, da von diesen keine neuen, entscheidwesentlichen Erkenntnisse zu erwarten sind.