Citation: 1C_300/2015 E. 5.3.2

5.3.2. Die Vorinstanz führte im angefochtenen Urteil aus, der Regelungsgehalt und die Regelungsdichte von Art. 6 BO gehe über die Generalklausel von Art. 9 Abs. 1 BauG hinaus, weshalb der Vorschrift selbständige Bedeutung zukomme. Bei der Auslegung und Anwendung von Art. 6 BO stehe der Gemeinde aufgrund der Gemeindeautonomie ein gewisser Beurteilungsspielraum zu, während sich die kantonalen Rechtsmittelbehörden insoweit eine gewisse Zurückhaltung aufzuerlegen hätten. Die Aussentreppe bestehe nebst den Stufen aus vertikal und horizontal angelegten, die Konstruktion tragenden Metallelementen. Prominent in Erscheinung trete das grosse Zwischenpodest, das auf sechs Metallpfosten stehe. Die Baute erscheine unfertig und erinnere an ein Baugerüst, woran auch die inzwischen vorgenommene Änderung der Farbe nichts ändere. Die Einschätzung der Gemeinde, wonach die Treppe sich nicht im Sinne von Art. 6 BO in die Umgebung einfüge, sei nicht zu beanstanden. Der Beschwerdeführer könne auch aus den Umständen, dass eines der Reiheneinfamilienhäuser einen grossen Wintergarten und ein weiteres Reiheneinfamilienhaus eine Fassade in anderer Farbe bzw. aus anderem Material aufweise, nichts zu seinen Gunsten ableiten, da der Wintergarten und die Fassade nicht mit der Treppe zu vergleichen seien. Der Beschwerdeführer wendet sinngemäss ein, bei Art. 6 BO handle es sich um eine willkürliche Bestimmung, welche nicht hätte angewandt werden dürfen. Aber selbst falls sie anwendbar sein sollte, erscheine die Nichterteilung der nachträglichen Bewilligung wegen fehlender Einordnung in die Umgebung willkürlich. Zudem würden andernorts in der Stadt Bern insoweit ganz andere Massstäbe angelegt.