Citation: I 505/04 22.06.2005 E. 2

Die Vorbringen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde richten sich zunächst gegen die vorinstanzliche Ermittlung der hypothetischen Vergleichseinkommen, die der Bestimmung des Invaliditätsgrades zu Grunde zu legen sind. 2.1 Das kantonale Gericht hat das Erwerbseinkommen, das der Beschwerdeführer erzielen könnte, wenn er nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen; Art. 16 ATSG), auf Fr. 59'886.30 festgesetzt. Dieser Betrag entspricht - was unbestritten ist - dem bei der Firma Y.________ vor Eintritt der Arbeitsunfähigkeit erzielten Lohn im Jahr 1996, angepasst an die Nominallohnentwicklung bis ins Jahr 2000. 2.1.1 Im Hinblick auf eine allenfalls mitzuberücksichtigende berufliche Weiterentwicklung (BGE 96 V 29; RKUV 2005 Nr. U 533 S. 42 Erw. 3.3, 1993 Nr. U 168 S. 100 Erw. 3b; AHI 1998 S. 171 Erw. 5a) wendet der Beschwerdeführer wie schon im vorinstanzlichen Verfahren ein, er wäre ohne gesundheitliche Beeinträchtigung als Vorarbeiter im Baugewerbe erwerbstätig und würde dementsprechend besser verdienen. Er begründet diesen Standpunkt im Wesentlichen mit Hinweis auf seinen beruflichen Werdegang bei der Firma Y.________ vom Hilfsarbeiter zum Strassenbauer der Kategorie A, die im Rahmen der Ausbildung zum Vorarbeiter bereits absolvierten Kurse von 1993 und 1995 sowie das vorinstanzlich eingereichte Schreiben des ehemaligen Vorgesetzten vom 19. Januar 2004. 2.1.2 Im erwähnten Schreiben wird retrospektiv einzig bestätigt, dass der Beschwerdeführer 1994 und 1995 als Nachfolger des "Chefpoliers im Strassenbau" vorgesehen war. Wie in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde eingeräumt wird, baute die Firma Y.________ wegen wirtschaftlicher Schwierigkeiten im Jahre 1996 Personal ab. Sie kündigte das Arbeitsverhältnis am 20. Juni 1996 noch bevor der Beschwerdeführer Ende August 1996 arbeitsunfähig geworden war. Unter diesen Umständen steht fest, dass sich der geltend gemachte Werdegang vom Strassenbauer der Kategorie A zum Vorarbeiter von vorneweg nicht hat realisieren lassen. Dieser Umstand ist insofern von Bedeutung, als die berufliche Laufbahn nicht nur von persönlichen Qualifikationen, sondern regelmässig auch von nicht beeinflussbaren äusseren Umständen wie etwa der Arbeitsmarktsituation oder der Bedarfslage im konkreten Arbeitgeberbetrieb abhängt (nicht veröffentlichtes Urteil R. vom 22. Oktober 1991, U 25/91). Mit Blick auf die berufliche Entwicklung bei der ehemaligen Arbeitgeberin und die begonnene Weiterbildung zum Vorarbeiter erscheint ein beruflicher Aufstieg in einer anderen Unternehmung, namentlich der B.________ AG, welche die Firma Y.________ gemäss Ausführungen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde übernommen hat, zwar als möglich, ist aber nicht als überwiegend wahrscheinlich zu bezeichnen. Nach dem Gesagten hat die Vorinstanz die geltend gemachte berufliche Weiterentwicklung bei der Bemessung des Valideneinkommens zu Recht nicht berücksichtigt. 2.2 Zu prüfen ist auf Grund der Vorbringen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde weiter, ob die Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG) als einem massgeblichen Faktor für die Bemessung des Invalideneinkommens vollständig abgeklärt worden ist. 2.2.1 Es ist unbestritten und steht auf Grund der medizinischen Unterlagen, insbesondere des Gutachtens des Spitals Z.________ vom 29. April 2002, fest, dass der Beschwerdeführer im angestamm-ten Beruf als Bauarbeiter nicht mehr, hingegen in einer leichten bis mittelschweren, nicht besonders rückenbelastenden Tätigkeit, welche abwechselnd im Stehen und Sitzen verrichtet werden kann, vollständig arbeitsfähig ist. Sodann ist zu berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer seit der Kindheit an einer funktionellen Monokelsituation rechts leidet, wodurch er für Feinstarbeit in der Nähe (z.B. feinmechanische Aufgaben), Arbeiten in der Höhe und zum Führen von Motorfahrzeugen mit Personen oder schwerem Gütertransport nicht geeignet ist (Bericht der Universitätsaugenklinik vom 17. September 1999). Das räumliche Sehvermögen ist allerdings nicht eingeschränkt. Der Beschwerdeführer macht geltend, zur Einschätzung der erwerblichen Verhältnisse hätten Verwaltung oder Vorinstanz Unterlagen und eine Stellungnahme eines Berufsberaters beschaffen müssen. 2.2.2 Bei der Bestimmung des Invalideneinkommens ist von einer ausgeglichenen Arbeitsmarktlage (Art. 8 und Art. 16 ATSG; alt Art. 28 Abs. 2 IVG) auszugehen. Der Begriff des ausgeglichenen Arbeitsmarktes beinhaltet ein gewisses Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage nach Arbeitskräften, aber auch einen Arbeitsmarkt, der einen Fächer verschiedenster Tätigkeiten aufweist (BGE 110 V 276 Erw. 4b), und zwar sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes. Dabei ist zu berücksichtigen, dass in Industrie und Gewerbe körperlich anstrengende Arbeiten zunehmend durch Maschinen verrichtet werden, während den Ueberwachungsfunktionen - wie auch im Dienstleistungsbereich - grosse und wachsende Bedeutung zukommt (ZAK 1991 S. 321 Erw. 3b). Auf einem in diesem Sinne ausgeglichenen Arbeitsmarkt stehen dem Beschwerdeführer zahlreiche Beschäftigungsmöglichkeiten offen (z.B. Bedienungs-, Ueberwachungs- und Wartungsarbeiten an Maschinen). Von den beantragten Abklärungen in beruflich-erwerblicher Hinsicht ist abzusehen. Es obliegt zwar grundsätzlich der Verwaltung, konkrete Arbeitsmöglichkeiten zu bezeichnen, welche auf Grund der ärztlichen Angaben und unter Berücksichtigung der übrigen Fähigkeiten des Versicherten in Frage kommen (BGE 107 V 20 Erw. 2b). An die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten sind jedoch nicht übermässige Anforderungen zu stellen. Die Sachverhaltsabklärung hat vielmehr nur soweit zu gehen, als im Einzelfall eine zuverlässige Ermittlung des Invaliditätsgrades gewährleistet ist (AHI 1998 S. 290 Erw. 3b), was hier der Fall ist. Nachdem der Beschwerdeführer seit Eintritt des Gesundheitsschadens keine Erwerbstätigkeit mehr aufgenommen hat, können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 129 V 475 Erw. 4.2.1, 126 V 76 Erw. 3b mit Hinweisen; RKUV 1999 Nr. U 343 S. 412 f. Erw. 4b/aa). Der vom kantonalen Gericht gestützt auf die LSE 2000 ermittelte Wert von Fr. 55'640.- ist zutreffend und wird nicht beanstandet. Nicht zu prüfen ist der vorinstanzlich vorgenommene invaliditätsbedingte Abzug von 20%, weil selbst bei einer Herabsetzung des Invalideneinkommens mit dem maximal zulässigen Satz von 25% (BGE 126 V 79 Erw. 5b/aa-cc) ein unter 40% liegender Invaliditätsgrad resultiert. Es kann daher offen bleiben, ob Verwaltung oder Vorinstanz hinsichtlich des invaliditätsbedingten Abzugs ihre Begründungspflicht verletzt haben. Ferner ist es im Ergebnis auch ohne Belang, dass die Vorinstanz das Valideneinkommen aufgrund der allgemeinen Zahlen und nicht derjenigen für das Baugewerbe der Nominallohnentwicklung angepasst hat.