Citation: 4A_271/2023 E. 4.3.3

4.3.3. Gemäss Art. A4 Ziff. 2 AVB stellt die Arbeitsunfähigkeit die durch eine Krankheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit dar, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten. Aus dem Wortlaut von Art. A4 Ziff. 2 AVB ergibt sich somit, dass solange und soweit von einer teilweisen Arbeitsfähigkeit auszugehen ist, als der Arbeitnehmer aufgrund seiner verbliebenen Fähigkeiten noch zumutbare Arbeit in seinem bisherigen Beruf leisten kann. Hieraus folgt zugleich, dass allein die krankheitsbedingte Unfähigkeit des Arbeitnehmers, eine bestimmte (wenn auch wesentliche) Funktion in seinem bisherigen Beruf auszuüben, grundsätzlich nicht zu einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit führt. Anders wäre höchstens dann zu entscheiden, wenn infolge der Krankheit eine für die Berufsausübung derart zwingende bzw. dominierende Eigenschaft wegfällt, dass die verbliebene Arbeitsfähigkeit im bisherigen Beruf wirtschaftlich nicht verwertbar oder unzumutbar wäre. Eine wirtschaftlich verwertbare Restarbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit schliesst somit in der Regel einen Anspruch auf das volle versicherte Krankengeld aus (vgl. BGE 114 V 281 E. 3d). Für eine solche Auslegung spricht auch der Zweck der abgeschlossenen Taggeldversicherung. So dient eine Taggeldversicherung dem Einkommensersatz und löst die Lohnfortzahlungspflicht eines Arbeitgebers nur soweit und solange ab, als es dem Arbeitnehmer aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich ist, die vertraglich übernommenen Verpflichtungen zum Teil oder ganz zu erfüllen oder aber anderweitig erwerbstätig zu sein. Sie ist jedoch nicht dazu bestimmt, einem Leistungsansprecher auch dann einen Lohnausfall auszugleichen, wenn er wieder ein Erwerbseinkommen erzielen könnte (Urteil 9C_595/2008 vom 5. November 2008 E. 4.1). Dem Beschwerdeführer kann daher nicht gefolgt werden, soweit er geltend macht, er sei in seinem bisherigen Beruf vollständig arbeitsunfähig, weil er keine Führungsaufgaben wahrnehmen könne. So zeigt er in seiner Beschwerde nicht hinreichend auf, inwiefern die Wahrnehmung von Führungsaufgaben ein derart zwingendes Merkmal seiner Berufsausübung darstellt, dass die verbleibende Arbeitsfähigkeit in seinem bisherigen Beruf wirtschaftlich nicht verwertbar oder unzumutbar gewesen wäre. Es bleibt somit beim Schluss der Vorinstanz, dass der Beschwerdeführer im massgeblichen Zeitraum zu 50 % arbeitsfähig war und darauf gestützt zu Recht die Klage des Beschwerdeführers mangels Taggeldanspruchs abwies. Es erübrigen sich damit Ausführungen zu den vom Beschwerdeführer geltend gemachten Beanstandungen zur Zumutbarkeit des Berufswechsels.