Citation: 5A_52/2019 E. 3.1

3.1. Treten nach der Pfändung bzw. bei der Grundpfandverwertung nach Stellung des Verwertungsbegehrens Änderungen im Werte des Grundstücks ein, so kann sich die Frage einer Anpassung der bereits erfolgten und rechtskräftigen Schätzung stellen. Dabei ist jedoch die Rechtssicherheit zu beachten und ein zügiges Verfahren zu gewährleisten. Vor diesem Hintergrund hat das Bundesgericht beispielsweise die Pfändungsherabsetzung infolge veränderter Bewertung abgelehnt (BGE 136 III 490 E. 4.4). Während in der Betreibung auf Pfändung zwei Schätzungen vorgenommen werden, nämlich anlässlich der Pfändung (Art. 97 SchKG, Art. 9 Abs. 1 VZG) und alsdann vor der Versteigerung (Art. 140 Abs. 3 SchKG) gibt es in der Betreibung auf Grundpfandverwertung grundsätzlich nur eine Schätzung (Art. 155 i.V.m. Art. 97 SchKG, Art. 99 Abs. 1 VZG; Urteil 7B.79/2004 vom 10. Mai 2004 E. 3.2 mit Hinw. auf BGE 52 III 153 S. 156 f.; Urteil 5A_45/2015 vom 20. April 2015 E. 3.1.2). Die Schätzung kann jeweils angefochten werden und innerhalb der Beschwerdefrist kann zudem eine Neuschätzung verlangt werden (Art. 9 Abs. 2, Art. 99 Abs. 2 VZG). Allerdings muss das Betreibungsamt nach Durchführung des Lastenbereinigungsverfahrens von sich aus prüfen, ob namentlich der Wegfall der Lasten den Wert des Grundstückes beeinflusst (Art. 140 Abs. 3 SchKG; Art. 44 i.V.m. Art. 102 VZG; Urteil 5A_45/2015 vom 20. April 2015 E. 3.1.2, mit Hinw.). Hingegen muss es bei einer erneuten Steigerung infolge Zahlungsverzugs keine neue Schätzung anordnen (Art. 143 SchKG, Art. 64 Abs. 2 VZG).