Citation: 5C.36/2001 29.10.2002 E. 1

Eine Verletzung des Anspruchs auf Beweis erblickt die Beklagte in der Abweisung ihres Sistierungsbegehrens. Das Handelsgericht habe ihr dadurch die Möglichkeit genommen, neue Tatsachen vorzubringen und insbesondere das haftungsausschliessende Subordinationsverhältnis zwischen der Klägerin und C.________ darzutun. Eine Bundesrechtsverletzung ist indessen nicht ersichtlich. Der aus Art. 8 ZGB abgeleitete Beweisführungsanspruch schreibt nicht vor, welche Beweisabnahmen durchgeführt werden müssen, und setzt zudem Beweismittelanträge voraus, die in den Formen und Fristen des kantonalen Rechts zu stellen sind (BGE 122 III 219 E. 3c S. 223; 127 III 519 E. 2a S. 522). Das kantonale Recht beherrscht das Beweisverfahren und bestimmt auch, bis zu welchem Zeitpunkt Tatsachenbehauptungen aufgestellt werden müssen und ob eine nachträgliche Substantiierung im Beweisverfahren noch zulässig ist (BGE 108 II 337 E. 3 und 4c S. 341 ff.; 127 III 365 E. 2c S. 369). Unter welchen Voraussetzungen ein Verfahren einzustellen ist, um der beweisbelasteten Partei eine ergänzende Beweisantretung zu ermöglichen, beurteilt sich folglich ebenfalls nach kantonalem Recht. Die Beklagte hat ihr Gesuch denn auch auf § 53a ZPO/ZH gestützt. Ob die Voraussetzungen dieser Bestimmung erfüllt sind und was unter Noven im Sinne von § 115 ZPO/ZH zu verstehen sei, kann im Berufungsverfahren nicht geprüft werden (Art. 43 OG). Ob die Beklagte in der Lage gewesen wäre, rechtzeitig in die Akten des in Portugal gegen C.________ geführten Strafverfahrens Einsicht zu nehmen, ist eine Tatfrage und grundsätzlich der Überprüfung im Berufungsverfahren ebenfalls entzogen (Art. 63 f. OG).