Citation: 2C_740/2016 E. 5.1

5.1. Der Beschwerdeführer lebt seit März 2000 in der Schweiz. Aufgrund dieser langen Aufenthaltsdauer stellt der Widerruf der Niederlassung zweifellos eine besondere Härte dar. Diese wird aber dadurch relativiert, dass er erst im Alter von 15 Jahren in die Schweiz gekommen ist. Er hat somit prägende Kinder- und Jugendjahre in der Türkei verbracht und ist mit der Sprache, Kultur und den Gepflogenheiten seines Heimatlandes vertraut. Seine Behauptung, es verbinde ihn nichts mehr mit seinem Heimatland, ist offensichtlich unzutreffend. Den unbestrittenen vorinstanzlichen Feststellungen zufolge hat der Beschwerdeführer seine Frau in der Türkei kennen gelernt und dort geheiratet. Zwar leben seine Eltern und Geschwister in der Schweiz. Ein besonderes Abhängigkeitsverhältnis zu ihnen, welches seine Anwesenheit in der Schweiz erforderlich machen würde, ist jedoch nicht dargetan. Andere vertiefte soziale Bindungen zur Schweiz sind nicht ersichtlich und werden vom Beschwerdeführer auch nicht vorgebracht. Auch in beruflicher Hinsicht würde er durch die Wegweisung nicht aus einem stabilen Umfeld gerissen. Er hat keine Berufsausbildung abgeschlossen und bisher meist nur befristete Arbeitsverträge erhalten. Zwar verfügte er zwischen September 2010 und November 2012 über eine feste Anstellung; diese hat er jedoch aufgrund der Untersuchungshaft verloren. Dass der Beschwerdeführer die politischen Entwicklungen in der Türkei nicht gutheisst, lässt eine Rückkehr in sein Heimatland nicht unzumutbar erscheinen. Dasselbe gilt - wie die Vorinstanz mit Verweis auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung zutreffend festhält - für den Militärdienst, den er im Falle einer Rückkehr in die Türkei angeblich zu absolvieren hätte. Insgesamt stehen daher einer Wiedereingliederung des Beschwerdeführers im Heimatland keine unüberwindlichen Hindernisse entgegen, zumal er mit 31 Jahren noch vergleichsweise jung ist.