Citation: U 309/01 10.07.2002 E. 5

5.- a) Die Beschwerdeführerin erlitt als Beifahrerin einen Verkehrsunfall, bei welchem das Auto auf der Autobahn ins Schleudern geriet, nach rechts von der Fahrbahn abkam, sich an der anschliessenden Böschung (einmal) überschlug und auf dem Dach liegen blieb. Auf Grund des augenfälligen Geschehensablaufs und der erlittenen Verletzungen ist dieser Unfall mit der Vorinstanz - und entgegen der in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde vertretenen Auffassung - dem mittleren Bereich zuzuordnen (vgl. zur Rechtsprechung in derartigen Fällen: RKUV 1995 Nr. U 215 S. 91; Urteile T. vom 31. Januar 2001, U 185/00, und M. vom 3. Januar 2000, U 218/98; nicht veröffentlichtes Urteil B. vom 2. Mai 1997, U 126/96). Für die Bejahung der adäquaten Kausalität ist daher erforderlich, dass ein einzelnes der nach der Rechtsprechung massgebenden unfallbezogenen Kriterien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist oder dass diese Kriterien in gehäufter oder auffallender Weise gegeben sind (BGE 115 V 141 Erw. 6c/bb). b) Besonders dramatische Begleitumstände liegen nicht vor, obwohl dem Unfall eine gewisse Eindrücklichkeit nicht abgesprochen werden kann. Auszugehen ist dabei vom im Polizeirapport (vom 14. September 1997) und durch die Augenzeugen beschriebenen Unfallhergang, wonach das Auto schleudernd von der Fahrbahn abkam und sich in der anschliessenden Böschung einmal überschlug, worauf alle Fahrzeuginsassen das Auto ohne Dritthilfe verlassen konnten. Für die dramatischere Unfallschilderung der Beschwerdeführerin - das Auto sei 100 m auf dem Dach gerutscht, die Tochter sei aus dem Auto geschleudert worden, sie selbst habe sich beim Unfall die Kopfhaare eingeklemmt - finden sich in den Akten keine Anhaltspunkte. Festzuhalten ist, dass der Ehemann und die beiden Kinder unverletzt blieben. Was sodann die Schwere und besondere Art der erlittenen Verletzungen anbelangt, ist einzig auf die objektivierbaren Unfallfolgen der Prellungen, Schürfungen und Platzwunden im Schulter- und Brustbereich sowie am Kopf abzustellen. Diese Verletzungen waren eher leichter Natur und nach kurzer Zeit ausgeheilt (vgl. Gutachten des Dr. med. M.________ vom 27. Dezember 1999). Eine schwere Verletzung, wie im Polizeirapport ohne nähere Beschreibung aufgeführt, lag nicht vor. Jedenfalls konnte eine solche weder bei der Erstbehandlung im Spital in X.________ noch bei den verschiedenen späteren Untersuchungen festgestellt werden. Die erlittenen Verletzungen waren nicht schwer und namentlich nicht geeignet, eine psychische Fehlentwicklung in invalisierendem Ausmass auszulösen. Ebenso wenig ist eine ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert hat, oder ein hinsichtlich der somatischen Beschwerden schwieriger Heilungsverlauf mit erheblichen Komplikationen ersichtlich. Soweit eine ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung sowie Dauerbeschwerden angenommen werden müssten, wären sie auf psychische Gründe zurückzuführen, die in diesem Zusammenhang ausser Acht zu lassen sind (vgl. RKUV 1993 Nr. U 166 S. 94 Erw. 2c mit Hinweisen; Urteil F. vom 26. November 2001, U 409/00). Bei der andauernden Arbeitsunfähigkeit ist ebenfalls zu berücksichtigen, dass diese nicht auf die direkten Unfallfolgen, sondern auf das durch die psychische Fehlentwicklung entstandene mittelbare Fibromyalgiesyndrom zurückzuführen ist. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass keines der massgebenden Kriterien in ausgeprägter Weise erfüllt ist. Auch sind sie weder in gehäufter noch in auffallender Weise gegeben. Unter diesen Umständen kann dem Unfallereignis vom 14. September 1997 für die Entstehung der psychischen Beeinträchtigungen samt Fibromyalgiesyndrom und der damit verbundenen Einschränkung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit keine rechtlich massgebende Bedeutung zukommen, weshalb die Adäquanz zu verneinen ist. In diesem Sinne ist der kantonale Entscheid rechtens.