Citation: 2P.103/2000 30.10.2000 E. 3

3.- Das Verwaltungsgericht ist zu Recht davon ausgegangen, dass es über den vorliegenden Streit, wenngleich das Baudepartement zunächst eine Verfügung erlassen hat, gestützt auf Art. 71 Abs. 1 WRG als zuständige kantonale Gerichtsbehörde in erster Instanz zu entscheiden hatte. Allerdings hat das Verwaltungsgericht bezüglich des Brauchwassers und des vom Baudepartement hiefür beanspruchten Zinses nur entschieden, dass die Beschwerdeführerin aufgrund der Konzession befugt sei, Wasser zu diesem Zweck aus dem Mühlbach zu beziehen, wobei die Konzession der Erhebung eines Wasserzinses nicht entgegenstehe. Das Verwaltungsgericht erachtete sich aber für nicht zuständig, den Wasserzins festzulegen. Dieser richte sich nicht nach der Konzession, sondern nach den gesetzlichen Vorgaben von Art. 34 ff. des Gesetzes des Kantons St. Gallen vom 5. Dezember 1960 über die Gewässernutzung (GNG). Zuständige Stelle sei nach dem kantonalen Recht das Amt für Umweltschutz, dessen Entscheid an die Regierung weitergezogen werden könne. Art. 71 Abs. 1 WRG erfasst nicht nur Meinungsverschiedenheiten über die Auslegung der Konzession selber, sondern alle Anstände, die sich aus den durch die Verleihung geschaffenen, das Wassernutzungsrecht beschlagenden Beziehungen zwischen dem Konzessionär und der Verleihungsbehörde ergeben. Dass sich die Höhe des Wasserzinses erst aus dem kantonalen Gesetz und dessen Anwendung ergibt, hindert die Anwendung der bundesrechtlichen Zuständigkeitsregelung nicht, denn das Verleihungsverhältnis wird nicht allein durch die Bestimmungen der Konzession selber bestimmt, sondern auch durch die darauf bezüglichen Normen des Bundesrechts und des kantonalen Rechts (BGE 49 I 555 E. II/1 S. 574; s. auch vorne E. 2b, mit Hinweisen). Allerdings handelt es sich hinsichtlich der Nutzung des Brauchwassers nicht um eine Streitigkeit, die durch das Wasserrechtsge-setz des Bundes, das sich auf die Nutzung der Wasserkraft bezieht, beherrscht wird. Die Zuständigkeitsregelung von Art. 71 Abs. 1 WRG ist deshalb auf die Festlegung des Wasserzinses für das Brauchwasser gar nicht anwendbar und die Verwaltungsgerichtsbeschwerde in diesem Punkt unzulässig. In der staatsrechtlichen Beschwerde fehlt aber eine substanziierte Rüge, mit der anhand des kantonalen Verfahrensrechts die Verfassungswidrigkeit des Entschei-des, die Festlegung des Wasserzinses für das Brauchwasser der Regierung zu überlassen, dargetan würde (vgl. Art. 90 Abs. 1 lit. b OG; BGE 110 Ia 1 E. 2a S. 3 f.). Auf die staatsrechtliche Beschwerde ist daher auch in diesem Punkt, in welchem sie zulässig wäre, nicht einzutreten.