Citation: 1B_450/2022 E. 5.6

5.6. Beiläufig rügt der Beschwerdeführer auch noch eine Verletzung des rechtlichen Gehörs bzw. der richterlichen Begründungspflicht (Art. 29 Abs. 2 BV), weil die Vorinstanz auf einige seiner Vorbringen nicht oder nicht ausreichend eingegangen sei. Das gelte etwa für seine zusätzliche Argumentation, die frühere Offizialverteidigerin habe zwei ihrer strafprozessualen Eingaben vom 30. September 2019 bzw. 21. Februar 2020 durch eine Rechtspraktikantin "i.V." unterzeichnen lassen, was unzulässig gewesen sei, oder sie sei pflichtwidrig von einer dem Beschwerdeführer drohenden Landesverweisung ausgegangen und habe einen für ihn ungünstigen "Deal" mit der Staatsanwaltschaft (gemeint: abgekürztes Verfahren) ins Auge gefasst. Die Rüge erweist sich als unbegründet, soweit sie ausreichend substanziiert erscheint. Das Obergericht hat den angefochtenen Entscheid sehr ausführlich begründet und ist auf 64 Urteilsseiten auf alle Hauptargumente und viele ergänzende Vorbringen des Beschwerdeführers eingegangen. Dieser kann den Erwägungen des Entscheides ohne weiteres die wesentlichen Gründe entnehmen, weshalb die Vorinstanz sein noch aktuelles Rechtsbegehren um Rückwirkung der neuen Offizialverteidigung vom 14. April 2020 bis zum 4. August 2021 abwies. Dabei musste sich das Obergericht nicht ausnahmslos mit sämtlichen, teilweise weitschweifigen Vorbringen des Beschwerdeführers ausdrücklich und im Einzelnen befassen. Dass die Vorinstanz seiner Argumentation materiell nicht gefolgt ist, verletzt sein rechtliches Gehör nicht. Der Beschwerdeführer legt darüber hinaus auch nicht nachvollziehbar dar, inwiefern die zusätzlichen Vorbringen, auf welche die Vorinstanz nicht ausreichend eingegangen sei, für die noch streitige Frage der Rückwirkung überhaupt entscheiderheblich gewesen wären. Die Behauptung, die Vorinstanz habe sich mit den Argumenten des Beschwerdeführers zu den Fragen einer drohenden Landesverweisung bzw. eines abgekürzten Verfahrens nicht befasst, ist aktenwidrig (vgl. angefochtener Entscheid, S. 42-47, E. 5).