Citation: 8C_492/2020 E. 10.2.2

10.2.2. Der Beschwerdegegner wendet zur Hauptsache ein, die Vorinstanz habe zu Recht festgehalten, dass die Post nicht vor 07.10 Uhr abgeholt werden könne. Bei dieser Postabholzeit handle es sich um eine "verwaltungsinterne notorische Tatsache", weshalb darüber kein Beweis zu erheben sei. Der Präsident der Behörde X.________ übe sein Amt nebenamtlich in einem 30%-Pensum aus. In der Regel sei er an zwei Halbtagen in der Geschäftsstelle der Behörde X.________ anwesend zwecks Führung von Verhandlungen. Allein schon daraus ergebe sich, dass eine Kontrolle der Arbeitszeiterfassung der Beschwerdeführerin mangels seiner permanenten Anwesenheit gar nicht möglich gewesen wäre bzw. keinen Sinn gemacht hätte. Er hätte nämlich gar nicht beurteilen können, ob die eingetragenen Arbeitszeiten den effektiven Anwesenheiten der Mitarbeitenden entsprächen. Diese besondere Konstellation habe die Vorinstanz zwar verkannt, was letztlich aber keine Rolle spielen könne. Es sei gemäss Pflichtenheft die Aufgabe der vollzeitlich eingesetzten Beschwerdeführerin als Kanzleileiterin gewesen, in Vertretung des Präsidenten die Zeiterfassung für alle Mitarbeitenden der Behörde X.________ zu verwalten. Deshalb sei es ausschliesslich ihre Aufgabe gewesen, die Arbeitszeiterfassung zu kontrollieren und zu verwalten. Sie habe denn auch als Einzige über das Login für die Time-Tool-Verwaltung aller Mitarbeiter verfügt, weshalb eine Kontrolle durch die Behörde X.________ gar nicht möglich gewesen wäre. Dies alles ändere nichts daran, dass von der Beschwerdeführerin als Kadermitarbeiterin mit besonderer Vertrauensstellung habe erwartet werden dürfen, ihre Arbeitszeiterfassung korrekt zu führen. Damit liege es auf der Hand, dass in den periodischen Qualifikationsgesprächen ihre Arbeitszeiten kein Thema gewesen seien, zumal sie die Manipulationen ihrer eigenen Arbeitszeiterfassung aus naheliegenden Gründen nicht angesprochen habe und diese auch nicht zu vermuten gewesen seien. Sie habe ihre arbeitsvertraglichen Pflichten einzuhalten, egal ob sie kontrolliert würden oder nicht. Sie hätte ihm ihre Verfehlungen bei den Mitarbeiterbeurteilungen wohl nicht gestanden. Somit sei klar, dass ihre Verfehlungen im Zeitpunkt der Kündigung bzw. in deren Vorfeld noch nicht hätten bekannt sein können. Folglich habe die Vorinstanz mit Entscheid vom 12. Dezember 2017 zu Recht erkannt, dass der Kündigungsgrund der Stempeluhrmanipulationen berechtigterweise nachgeschoben worden sei.