Citation: 6B_335/2020 E. 3.2.1

3.2.1. Nach den vorinstanzlichen Feststellungen hatte die Eidgenössische Zollverwaltung (EZV) mit Schreiben vom 23. Mai 2014 der Staatsanwaltschaft ihren dringenden Tatverdacht auf das Vorliegen von Widerhandlungen gegen Art. 20 Abs. 2 des am 1. Oktober 2012 in Kraft gesetzten SpoFöG mitgeteilt. Mehrere Personen würden verdächtigt, Wirkstoffe zur Herstellung von illegalen pharmazeutischen Produkten in grossem Umfang ohne Zollanmeldung aus dem Ausland in die Schweiz zu schmuggeln. Das würde den Tatbestand der Widerhandlung gegen das Zollgesetz (ZG; SR 631.0) sowie gegen das Bundesgesetz über die Mehrwertsteuer (MWSTG; SR 641.20) erfüllen. Nachdem die Erkenntnisse auf den Beschwerdeführer als verantwortliche Person für das Untergrundlabor X.________ hinwiesen, wurde im Rahmen des von der EZV angehobenen Vorermittlungsverfahrens (Art. 128 ZG; Art. 103 MWSTG; Art. 1 Abs. 1 lit. a und d der Verordnung über die Strafkompetenzen der EZV, SR 631.09) dessen Observation mittels GPS-Unterstützung bei seiner nächsten Einreise in die Schweiz angeordnet. Die Vorinstanz nimmt an, Beweise aus konnexen Verwaltungsverfahren dürften im Strafverfahren zur Begründung eines Tatverdachts verwendet werden (Urteil 2C_1011/2014 vom 18. Juni 2015 E. 3.2). Die Verwertbarkeit richte sich dann nach Art. 140 f. StPO. Die Observation war von der Oberzolldirektion für die Dauer vom 30. April bis 5. Mai 2013 bewilligt und per 22. August bis 31. Dezember 2013 und alsdann per 12./13. Februar bis 30. Juni 2014 verlängert worden. Die EZV legitimierte die Observation gestützt auf Art. 108 ZG und Art. 2 VO über den Einsatz von Bildaufnahme-, Bildaufzeichnungs- und anderen Überwachungsgeräten durch die EZV vom 4. April 2007 (VO-BBÜ; SR 631.053). Art. 128a ZG ist erst seit 1. August 2016 in Kraft (AS 2016 2429; BBl 2015 2883). Gemäss Art. 108 Abs. 1 und 2 ZG kann die EZV Überwachungsgeräte und gemäss Art. 2 lit. a-c, Art. 4 Abs. 1 lit. a (vorbehältlich Abs. 3) VO-BBÜ u.a auch solche Geräte einsetzen, die Fahrzeuge und Gegenstände lokalisieren (Funkpeilung, Ortung oder GPS-Ortung). Die Vorinstanz verweist u.a. auf die Botschaft zur Änderung des Zollgesetzes vom 6. März 2015 (BBl 2015 2919 f.) sowie auf BGE 143 I 377 E. 3.2 f. zum Urteil des EGMR in Sachen Vukota-Bojic c. Schweiz vom 18. Oktober 2016. Die Vorinstanz stellt dazu fest, die EZV sei befugt, den Verkehr von Personen und Waren zu kontrollieren (Art.100 Abs. 1 lit. a und lit. c ZG). Es habe zweifellos ein Verdacht im Sinne von Art. 108 Abs. 1 ZG bestanden. Die EZV könne dazu nach den Grundsätzen von Art. 5-10 VO-BBÜ die erwähnten Geräte einsetzen (HANS WIPRÄCHTIGER, in Kommentar Zollgesetz, Zürich 2009, N. 15, 16 zu Art. 108 ZG). Fraglich sei, ob diese Regelung einer genügenden gesetzlichen Grundlage entspreche (Urteil S. 8 f.). Sie schliesst, Art. 108 ZG i.V.m. VO-BBÜ bilde weder inhaltlich noch formal eine insgesamt genügende gesetzliche Grundlage für Observationen im aufgezeigten Sinn (Urteil S. 10).