Citation: 6B_1092/2022 E. 2.2

2.2. Die Vorinstanz stellt fest, der Mitbeschuldigte B.B.________ sei am 11. April 2020, die Mitbeschuldigte C.B.________ zeitgleich mit dem Beschuldigten am 12. April 2020 befragt worden. Der Beschwerdeführer sei zum Zeitpunkt dieser ersten Einvernahmen noch nicht abschliessend zur Sache befragt worden bzw. seien ihm noch keine konkreten Vorhalte gemacht worden, weshalb für ihn kein Teilnahmerecht bestanden habe. Weiter führt die Vorinstanz aus, anlässlich der Konfrontationseinvernahme vom 29. Mai 2020 seien B.B.________ und C.B.________ erneut und in Anwesenheit des Beschwerdeführers einvernommen worden. Dabei habe C.B.________ sämtliche Aussagen zur Sache verweigert; die Aussagen von B.B.________ seien äusserst knapp gewesen, er habe sich weitgehend auf Erinnerungslücken berufen und sich nicht mehr zuverlässig zur Sache geäussert. Daher seien die Erstaussagen von B.B.________ und C.B.________ nur dann zu Lasten des Beschwerdeführers verwertbar, wenn diesen belastenden Aussagen nicht ausschlaggebende Bedeutung zukomme bzw. sie nicht den einzigen oder wesentlichen Beweis darstellten. Dabei stützt sich die Vorinstanz mitunter auf die Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR).