Citation: 4A_623/2017 E. 2.2

2.2. Die Vorinstanz hat BGE 142 III 23 zutreffend wiedergegeben. Die Beschwerdeführerin bestreitet dies denn auch nicht. Sie macht aber geltend, mit BGE 142 III 23 habe das Bundesgericht eine eklatante Schutzlücke geschaffen, denn die paulianische Anfechtungsklage, auf die es verweise, sei in komplexen Fällen kein tauglicher Rechtsbehelf. Sie begründet dies mit drei Argumenten: Die paulianische Anfechtung sei geeignet, wenn kurz vor der Konkurseröffnung zum Schaden der Gläubiger Geld überwiesen werde. Schwieriger werde es, wenn die Gläubigerschädigung durch eine Übertragung nicht individualisierter Sachen bewirkt wird, weil die zurückgeforderten Objekte in der Klage bzw im Rechtsbegehren hinreichend spezifiziert werden müssten. Unmöglich sei die paulianische Anfechtungsklage dann, wenn die Gläubigerschädigung - wie hier - durch die Übertragung eines ganzen Betriebs mit hunderten von Forderungen, Guthaben, Verträgen, Beteiligungen und Objekten erfolge. Gestützt auf den Kaufvertrag vom 23. Dezember 2009 habe die C.________ AG im Sinn einer Singularsukzession ihren ganzen Betrieb mit einem Gesamtwert von USD 126'581'769.-- an ihre Schwestergesellschaft E.________ GmbH veräussert. Aufgrund der rudimentären Spezifizierung der übertragenen Vermögenswerte hätten nur die beiden Gesellschaften gewusst, was genau übertragen worden sei. Eine für die paulianische Anfechtung notwendige genaue Bezeichnung der zurückzugebenden Objekte wäre also gar nicht möglich gewesen. Selbst wenn sie möglich gewesen wäre, hätte sich alleine das Rechtsbegehren, welches einen für eine spätere Vollstreckung hinreichenden Spezifizierungsgrad aufgewiesen hätte, wohl über mehrere hundert Seiten erstreckt. Der Streitwert der Anfechtungsklage sei sodann unter Umständen um ein Vielfaches höher als der Streitwert der Verantwortlichkeitsklage, denn bei der Anfechtungsklage richte sich der Streitwert nach dem Wert des anfechtbar veräusserten Vermögenswerts und nicht nach der Höhe des zurückzufordernden Geldbetrages. Vorliegend wäre der Streitwert für die Anfechtungsklage bei USD 126 Mio. gelegen, während jener für die Verantwortlichkeitsklage Fr. 5 Mio. betragen habe. Aufgrund dieser abschreckenden Wirkung sei die Anfechtungsklage für viele Konkursgläubiger keine Option. Schliesslich sei die paulianische Anfechtungsklage dann nicht zielführend, wenn der Anfechtungsbeklagte seinen Wohnsitz im Ausland habe. Gemäss Art. 171 IPRG in Verbindung mit Art. 289 SchKG sei die Anfechtungsklage gegen Beklagte mit Wohnsitz im Ausland am Konkursort einzureichen. Eine Vollstreckung von in der Schweiz erwirkter Anfechtungsurteile sei aber in vielen Staaten (z.B. in Liechtenstein, Österreich, Deutschland, Vereinigtes Königreich) nicht möglich. Werde die Anfechtungsklage dagegen im Ausland erhoben, sei offen, ob das in diesem Staat anwendbare Zwangsvollstreckungsrecht vergleichbaren Rechtsschutz wie die schweizerische paulianische Anfechtungsklage gewährleiste. Wohl weil das Argument im Verfahren von BGE 142 III 23 nicht vorgetragen worden sei, habe das Bundesgericht dort unberücksichtigt gelassen, dass eine Anfechtungsklage regelmässig dann kein tauglicher Rechtsbehelf ist, wenn Vermögenswerte ins Ausland übertragen wurden. Die Beschwerdeführerin ersuche das Bundesgericht daher, seine in BGE 142 III 23 entwickelte Rechtsprechung dahingehend zu präzisieren, dass die Konkursmasse oder die Abtretungsgläubiger zumindest dann berechtigt sind, den Schaden der Gläubiger geltend zu machen, wenn die Gläubigerschädigung - wie hier - aus rechtlichen oder tatsächlichen Gründen nicht mit einer paulianischen Anfechtungsklage behoben werden könnte.