Citation: 6B_65/2023 E. 3.2.2

3.2.2. Was die Täterkomponente betrifft, hält die Vorinstanz fest, der Beschwerdeführer sei nicht vorbestraft. Sein Vorleben und seine persönlichen Verhältnisse wirkten sich neutral auf die Strafe aus. Seit der Tat habe er sich nichts mehr zu Schulden kommen lassen. Auch dies wirke sich neutral aus. Er habe sich im Strafverfahren und im vorangegangenen Verwaltungsverfahren grundsätzlich kooperativ verhalten. Allerdings habe er den gerichtlichen Vorladungen unentschuldigt keine Folge geleistet, im Berufungsverfahren sogar nach der Abweisung seines Dispensationsgesuchs. Die Erstinstanz hat die Kooperationsbereitschaft des Beschwerdeführers während des Verwaltungsverfahrens leicht strafmindernd berücksichtigt. Der Beschwerdeführer plädierte bereits im Berufungsverfahren für eine stärkere Strafminderung. Die Vorinstanz erwägt dazu, die Kooperation einer beschuldigten Person könne bei der Strafzumessung berücksichtigt werden, wenn dadurch beispielsweise das Ausmass der strafbaren Tätigkeit aufgedeckt wird oder weitere Täter ermittelt werden. Eine solche Strafminderung gründe auf der Überlegung, dass eine beschuldigte Person belohnt werden solle, wenn sie die Arbeit der Strafverfolgungsbehörde erleichtere, obwohl sie das Recht hätte, ihre Mitwirkung im Strafverfahren zu verweigern (HANS MATHYS, Leitfaden Strafzumessung, 2. Aufl. 2019, N. 365 f.). Die Vorinstanz betont die besondere Natur von finanzmarktrechtlichen Aufsichtsverfahren, denen ein Verwaltungsstrafverfahren nachgelagert ist. Es bestehe ein Spannungsfeld zwischen verwaltungsrechtlichen Mitwirkungspflichten und der strafprozessualen Selbstbelastungsfreiheit. Es frage sich, ob die Mitwirkung des Beschwerdeführers im Verwaltungsverfahren strafmindernd berücksichtigt werden müsse. Er und seine Geschäftspartner seien den Aufforderungen der FINMA nachgekommen, indem sie Dokumente geliefert und Fragen beantwortet hätten. Der Beschwerdeführer habe erwähnt, mit dieser Kooperation sei beabsichtigt gewesen, die Einsetzung eines Untersuchungsbeamten abzuwenden und darzulegen, dass kein Verstoss gegen finanzmarktrechtliche Bestimmungen vorliege. Daraus zieht die Vorinstanz den Schluss, dass der Beschwerdeführer nicht kooperiert habe, um zur Aufklärung von Straftaten beizutragen, weshalb eine Strafminderung wegen Kooperation im Verwaltungsverfahren nicht angezeigt sei. Da auch keine besondere Strafempfindlichkeit vorhanden sei, wirke sich die Täterkomponente insgesamt neutral aus.