Citation: 8C_26/2024 E. 6.2

6.2. Das kantonale Gericht berücksichtigte im Rahmen seiner Beweiswürdigung insbesondere, dass gemäss Ziffer 6 der Vereinbarung die Bezahlung der Summe von Fr. 45'000.- als "Pönale" bzw. als Entschädigung im Sinne von Art. 336a OR (Genugtuung) erfolgt sei. Ferner trug es dem Umstand Rechnung, dass zum Zeitpunkt des Vergleichs klar die Thematik der Missbräuchlichkeit der Kündigung im Raum gestanden und der Beschwerdegegner die gegen ihn ausgesprochene Kündigung als missbräuchlich erachtet habe. Deshalb habe er Mitte März 2022 dagegen vorsorglich Einsprache gemäss Art. 336b OR erhoben und einen aussergerichtlichen Einigungsversuch vorgeschlagen. Die Vorinstanz verwies zudem zu Recht auf Ziffer 3 des Vergleichs, wonach der Beschwerdegegner auf Lohnzahlungen für die Zeit nach der Auflösung des Arbeitsverhältnisses verzichtet habe. Sie berücksichtigte in diesem Zusammenhang auch die vom Beschwerdegegner verfassten Schreiben über die Arbeitssituation und kam zum Schluss, es sei keineswegs lebensfremd anzunehmen, der Arbeitgeber habe anlässlich der geführten Vergleichsgespräche eingesehen, dass im Rahmen des Arbeitsverhältnisses nicht alles ganz korrekt abgelaufen sei und er sich deshalb dazu bereit erklärt habe, dem Beschwerdegegner eine Genugtuung für die erlittene seelische Unbill zu bezahlen. Ergänzend ist darauf hinzuweisen, dass in Ziffer 6 der Vereinbarung ausgeführt wird, die Entschädigung gehöre nicht zum massgebenden Lohn und unterstehe daher nicht einer Sozialversicherungspflicht. Die Vorinstanz kam nach sorgfältiger Würdigung all dieser Umstände zum überzeugenden Schluss, es habe dem Willen der Vergleichsparteien entsprochen, aufgrund des Vorgefallenen zum einen das Arbeitsverhältnis per Ende Mai 2022 zu beenden und zum anderen dem Beschwerdegegner eine Genugtuung auszubezahlen. Sie qualifizierte deshalb den in der Vereinbarung vom 8. bzw. 16. April 2022 festgelegten Betrag von Fr. 45'000.- als eine Entschädigung für die missbräuchliche Kündigung gemäss Art. 336a OR. Damit erteilte sie der Beurteilung des Beschwerdeführers eine Absage, wonach es sich beim vereinbarten Betrag um einen Lohn- bzw. Entschädigungsanspruch im Sinne von Art. 11 Abs. 3 AVIG handle.