Citation: 1C_406/2023 E. 4.2

4.2. Vorsorgliche Massnahmen, die vor der Anordnung eines Entscheids in der Hauptsache ergehen, zielen darauf ab, seine Wirksamkeit sicherzustellen. Mit sichernden Vorkehren wird gewährleistet, dass der bestehende tatsächliche oder rechtliche Zustand einstweilen unverändert erhalten bleibt. Mit gestaltenden Massnahmen wird demgegenüber ein Rechtsverhältnis provisorisch geschaffen oder einstweilig neu geregelt. Der Entscheid über die Anordnung vorsorglicher Massnahmen setzt Dringlichkeit voraus, d.h. es muss sich als notwendig erweisen, die fraglichen Vorkehren sofort zu treffen. Sodann muss der Verzicht auf Massnahmen für die Betroffenen einen Nachteil bewirken, der nicht leicht wieder gutzumachen ist, wofür im verwaltungsgerichtlichen Verfahren ein tatsächliches, insbesondere wirtschaftliches Interesse genügt. Erforderlich ist schliesslich, dass die Abwägung der verschiedenen Interessen den Ausschlag für den einstweiligen Rechtsschutz gibt (BGE 130 II 149 E. 2.2 mit Hinweisen). Ob die aufschiebende Wirkung zuzuerkennen oder zu entziehen ist, beurteilt sich aufgrund einer Interessenabwägung, die auf einer bloss summarischen Prüfung der Sach- und Rechtslage beruht. Zu prüfen ist, ob die Gründe, die für die sofortige Vollstreckbarkeit der Verfügung sprechen, gewichtiger sind als jene, die für die gegenteilige Lösung angeführt werden können. Der vermutliche Ausgang des Verfahrens fällt dabei lediglich in Betracht, wenn die Aussichten eindeutig sind (vgl. BGE 145 I 73 E. 7.2.3.2; 130 II 149 E. 2.2; 129 II 286 E. 3; je mit Hinweisen; THOMAS MERKLI, Vorsorgliche Massnahmen und die aufschiebende Wirkung bei Beschwerden in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten und subsidiären Verfassungsbeschwerden, ZBl 109/2008 S. 423).