Citation: 5A_214/2021 E. 2.5.3

2.5.3. Der Beschwerdeführer leitet aus Art. 278 Abs. 2 SchKG ("Gelegenheit zur Stellungnahme") den Anspruch auf Fristansetzung zur Replik ab. Zwar hält er selber fest, dass das Arresteinspracheverfahren dem Verfahren bei Erlass einer superprovisorischen Massnahme ähnlich sei. Er besteht indes darauf, dass die Arresteinsprache ein neues, separates Verfahren sei. Soweit er damit meint, als Arrestgläubiger sei er in der Rolle des Gesuchsgegners und habe deshalb Anspruch auf eine formelle Antwort auf die Arresteinsprache, sind seine Vorbringen unbehelflich. Die Auffassung, dass das Einspracheverfahren ein unselbständiger Teil des Arrestbewilligungsverfahrens ist (MEIER-DIETERLE, a.a.O.) und damit der Arrestgläubiger in der Rolle des Gesuchstellers - mit dem ersten Parteivortrag - steht, ist nicht unhaltbar, sondern wird in der kantonalen Praxis, auf welche sich der Beschwerdeführer beruft, bestätigt (Entscheid KSK 20 15 des Kantonsgerichts von Graubünden vom 29. Dezember 2020 E. 8.3; ebenso: Urteil PS200041 des Obergerichts des Kantons Zürich vom 18. Juni 2020 E. 4.7, 4.8, in: ZR 2020 S. 122 ff.; vgl. ENGLER, Aus der neueren Zürcher Rechtsprechung zum SchKG, BlSchK 2021 S. 129). Der Beschwerdeführer zitiert JAEGER/WALDER/KULL/KOTTMANN (Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs, 4. Aufl. 1997/1999, N. 18 zu Art. 278), welche zwar von Fristansetzung sprechen, jedoch vorab klarstellen, dass das Gesetz kein Verfahren festlegt. Die Organisation des Verfahrens wird nicht von Art. 278 SchKG, sondern (seit dem 1. Januar 2011) von der ZPO bestimmt (vgl. STOFFEL/CHABLOZ, in: Commentaire romand, a.a.O., N. 27 zu Art. 278; GILLIÉRON, a.a.O.). Wenn das Obergericht in der Rollenverteilung im Arrest- und Arresteinspracheverfahren gestützt auf Art. 278 SchKG keinen Grund erblickt hat (wie DUMENIG, Aktenschluss, Noven- und Replikrecht im summarischen Verfahren der Schweizerischen Zivilprozessordnung, 2022, S. 73 Rz. 209), dem Beschwerdeführer formell Frist zur Antwort auf die Arresteinsprache anzusetzen, um sich zweimal zur Sache äussern zu können, kann von einer geradezu unhaltbaren Rechtsanwendung nicht gesprochen werden.