Citation: 6P.194/2001 03.12.2002 E. 5

5.1 In tatsächlicher Hinsicht stellt die Vorinstanz Folgendes fest: Der Beschwerdeführer sei sich bewusst gewesen, dass die Beschwerdegegnerin den Geschlechtsverkehr - im Unterschied zum einverständlichen Petting - nicht wollte. Er habe sich über den Willen der Beschwerdegegnerin hinweggesetzt und sei, als sie entkleidet und aufrecht auf der Kante des Rücksitzes vor ihm sass, überraschend in sie eingedrungen; dabei habe er sie mit festem Griff an den Oberarmen festgehalten. Die Beschwerdegegnerin, die darauf vertraut habe, dass er ihren Willen respektieren würde, habe sich gegen die Penetration wegen der Überraschung, welche mit der Tat verbunden war, nicht zur Wehr setzen können. Auf Grund der Verletzungen, welche der Beschwerdeführer der Beschwerdegegnerin mit der Penetration beibrachte, sei darauf zu schliessen, dass er deutlich mehr Kraft aufgewendet habe, als dies unter normalen Umständen für das Eindringen nötig gewesen wäre. In der Folge habe die Beschwerdegegnerin vor Schmerz geschrien und geweint. Sie habe den Beschwerdeführer an den Schultern und an der Brust zurückstossen und an den Armen zur Seite ziehen wollen, habe dazu aber nicht genügend Kraft gehabt, weil sie wegen der starken Schmerzen habe weinen müssen. Der Beschwerdeführer habe den Geschlechtsverkehr bis zum Höhepunkt fortgeführt. Die Überwindung der Gegenwehr der vom Schmerz und vom Weinen geschwächten Beschwerdegegnerin habe zwar keine grosse Kraft erfordert; der Beschwerdeführer habe aber dennoch ein grösseres Mass an Kraft aufgewendet, als dies unter normalen Umständen nötig gewesen wäre. In rechtlicher Hinsicht qualifiziert die Vorinstanz sowohl den ersten wie auch den zweiten Teil des Geschehens als tatbestandsmässig im Sinne von Art. 190 StGB: Während der Beschwerdeführer die Abwehr der Beschwerdegegnerin zunächst unterlief, indem er diese mittels Überraschung nötigte, die Penetration zu dulden, und dabei mehr Kraft aufwendete, als dies unter normalen Umständen nötig gewesen wäre und insofern Gewalt anwendete, erfüllte sein Verhalten auch bei der Fortsetzung des Geschlechtsverkehrs die Tatbestandsvariante der Nötigung mittels Gewalt. 5.2 Dagegen bringt der Beschwerdeführer vor, dass es im ersten Sachverhaltsabschnitt an einer vom Gesetz für die Duldung des Geschlechtsverkehrs kausalen Nötigungshandlung fehle. Weder sei die festgestellte Gewaltsamkeit der Penetration selbst in diesem Sinne kausal noch genüge das Unterlaufen der erwarteten Abwehr durch Überraschung den Anforderungen einer für die Duldung kausalen Nötigungshandlung. Im Übrigen sei auch der subjektive Tatbestand nicht erfüllt, da er nicht habe davon ausgehen müssen, dass die Beschwerdegegnerin keinen Geschlechtsverkehr wolle. Im Weiteren fehle es auch hinsichtlich des zweiten Sachverhaltsabschnittes sowohl an einer eigentlichen Nötigungshandlung wie auch am Vorsatz; insbesondere habe die Vorinstanz in bundesrechtswidriger Weise das zweite Element des subjektiven Tatbestandes, seinen Willen, die Beschwerdegegnerin zur Duldung des Geschlechtsverkehrs zu nötigen, nicht geprüft und nicht festgestellt.