Citation: 8C_684/2009 23.04.2010 E. 4

4.1 Das kantonale Gericht hat in seinem Entscheid vom 17. Juni 2009 festgehalten, dass über den aus dem Unfall vom 9. November 2000 resultierenden Taggeldanspruch für die Zeit bis 7. August 2001 mit unangefochten gebliebener Verfügung vom 22. Oktober 2001 und bezüglich der übrigen Versicherungsleistungen für die Zeit bis 31. März 2003 (recte: 2002) mit ebenfalls nicht angefochtener Verfügung vom 28. März 2003 rechtskräftig entschieden worden sei; darauf könne nur unter dem Titel der Wiedererwägung oder der prozessualen Revision zurückgekommen werden. Dieser Betrachtungsweise kann nur teilweise beigepflichtet werden. Im Übrigen jedoch lässt sie sich mit der Aktenlage nicht vereinbaren. 4.1.1 In ihrer Verfügung vom 22. Oktober 2001 stellte die SUVA fest, die behandelnde Hausärztin Frau Dr. med. U.________ habe den heutigen Beschwerdeführer am 7. August 2001 rückwirkend ab 4. Juni 2001 als zu 100 % arbeitsfähig erklärt. Aus dieser rückwirkenden ärztlichen Bescheinigung folgerte sie, spätestens ab 7. August 2001 bestehe kein Anspruch auf Taggelder der Unfallversicherung mehr. Im Hinblick auf die von der Arbeitslosenversicherung noch zu erbringenden Leistungen erklärte sie sich aber bereit, weiterhin noch bis am 31. Oktober 2001 Taggelder vorschussweise auszurichten. Die verfügte Einstellung der Taggeldleistungen ist vom Beschwerdeführer nicht angefochten worden. 4.1.2 Am 28. März 2003 gelangte die SUVA unter Bezugnahme auf die Expertise des medizinischen Zentrums C.________ vom 10. Dezember 2002 zum Schluss, dass die noch vorhandenen Beschwerden nicht mehr auf den Unfall vom 9. November 2000 zurückzuführen seien und der Gesundheitszustand, wie er sich unmittelbar vor diesem Ereignis präsentierte, erreicht sei. Mangels noch eine ärztliche Behandlung erfordernder Unfallfolgen stellte sie daher verfügungsweise auch die Übernahme medizinischer Behandlungskosten rückwirkend auf Ende März 2002 ein. Eine Anfechtung dieser Verfügung blieb ebenfalls aus. 4.1.3 Über die sich aus dem Unfall vom 9. November 2000 ergebenden Leistungsansprüche in Form von Taggeldern und Heilbehandlung ist demnach bereits rechtskräftig entschieden worden. Entgegen der vorinstanzlichen Darstellung trifft es hingegen nicht zu, dass in der Verfügung vom 28. März 2003 - abgesehen vom bereits mit Verfügung vom 22. Oktober 2001 aufgehobenen Taggeldanspruch - auch bezüglich sämtlicher übriger Versicherungsleistungen für die Zeit bis 31. März 2002 rechtskräftig entschieden worden ist. Ansprüche auf eine Rente und/oder eine Entschädigung für eine allfällige Integritätseinbusse wurden weder in der Verfügung vom 22. Oktober 2001 noch in derjenigen vom 28. März 2003 auch nur erwähnt. Im Sinne eines bewussten und daher qualifizierten Schweigens könnte dies zwar dahingehend verstanden werden, dass in der Verfügung vom 28. März 2003 auch die Zusprache solcher auf den Unfall vom 9. November 2000 zurückzuführender Leistungen rechtskräftig verweigert worden ist. Dieser Annahme steht jedoch entgegen, dass sich die SUVA am 14. November 2005 - also mehr als zwei Jahre nach Erlass der Verfügung vom 28. März 2003 - in einem Dr. med. B.________ - welchen sie (vorwiegend in Zusammenhang mit dem Unfall vom 21. Februar 2003) mit einer neurologischen Begutachtung betraut hatte - vorgelegten Fragenkatalog auch nach wahrscheinlichen Residuen aus dem Unfall vom 9. November 2000 und nach einem auf dieses Ereignis bezogenen Integritätsschaden erkundigt hat. Sie scheint denn auch selbst davon ausgegangen zu sein, Renten- und Integritätsentschädigungsansprüche auf Grund des Unfalles vom 9. November 2000 noch nicht abschliessend abgelehnt zu haben, liesse sich doch sonst nicht erklären, weshalb sie im Einspracheentscheid vom 26. Juli 2007 auf solche durch diesen Unfall begründete Leistungsansprüche zurückgekommen ist und auch schon in der diesem Entscheid vorangegangenen Verfügung vom 13. April 2006 noch festgehalten hat, weder aus dem Gutachten des medizinischen Begutachtungsinstituts E.________ vom 2. Dezember 2004 noch aus jenem des Dr. med. B.________ vom 26. Januar 2006 ergäben sich "organisch strukturelle Befunde", die mit dem Unfall vom 9. November 2000 in Zusammenhang stehen würden, sodass sich aus diesem Schadenfall weiterhin kein Leistungsanspruch ableiten lasse. Unter diesen Umständen kann aber nicht - wie die Vorinstanz angenommen hat - davon ausgegangen werden, die SUVA sei ihren durch den Unfall vom 9. November 2000 begründeten Leistungspflichten bereits voll nachgekommen und habe den Schadenfall mit den beiden Verfügungen vom 22. Oktober 2001 und vom 28. März 2003 rechtskräftig abgeschlossen. Dass das kantonale Gericht im angefochtenen Entscheid vom 17. Juni 2009 festgehalten hat, darauf zurückzukommen, wäre nur unter dem Titel der Wiedererwägung oder der prozessualen Revision möglich, trifft daher nur auf Taggelder und die Heilbehandlung zu, nicht aber auf allfällige Renten- und/oder Integritätsentschädigungsansprüche. 4.1.4 Im Rahmen der Beurteilung der der SUVA obliegenden Leistungspflichten sind daher alle drei vom Beschwerdeführer am 9. November 2000, am 21. Februar 2003 und am 31. März 2006 erlittenen Unfälle als mögliche Ursachen der verbliebenen Beeinträchtigungen zu berücksichtigen. Entsprechend hat denn auch schon die SUVA richtigerweise den Unfall vom 9. November 2000 in ihre Beurteilung im Einspracheentscheid vom 26. Juni 2007 miteinbezogen und sich eingehend auch mit diesem Ereignis auseinandergesetzt. Es geht nicht an, die Prüfung namentlich der Kausalitätsfrage - wie die Vorinstanz - auf mögliche Folgen der Unfälle vom 21. Februar 2003 und 31. März 2006 zu beschränken. 4.2 Andererseits ist zu beachten, dass die Unfälle vom 21. Februar 2003 und vom 31. März 2006 den Beschwerdeführer in einem Stadium des auf die jeweils früheren Unfälle zurückzuführenden Heilungsprozesses trafen, in welchem die von diesen Ereignissen herrührenden Gesundheitsschädigungen noch nicht (vollständig) abgeklungen waren. Deshalb, vor allem aber weil alle drei der zur Diskussion stehenden Kollisionen bei praktisch identischen Unfallmechanismen zu gleichartigen oder zumindest zu weitgehend ähnlichen Verletzungen desselben Körperteils (HWS) führten, sind die durch jeden einzelnen Unfall bewirkten Schädigungen einer Differenzierung kaum mehr zugänglich. Es drängt sich deshalb auf, eine gesamthafte Betrachtung Platz greifen zu lassen (vgl. Urteil 8C_644/2009 vom 17. März 2010 E. 5.2 mit Hinweisen auf Literatur und weitere Rechtsprechung). 4.3 Ergänzend bleibt anzumerken, dass der Unfall vom 9. November 2000 selbst dann Auswirkungen auf die erneut erforderliche Beurteilung der Leistungspflicht der SUVA nach den zwei weiteren Unfällen vom 21. Februar 2003 und vom 31. März 2006 zeitigen könnte und deshalb nicht völlig ausgeklammert bleiben dürfte, wenn über diesen Unfall und die durch ihn ausgelösten Versicherungsleistungen bereits in den rechtskräftig gewordenen Verfügungen vom 22. Oktober 2001 und/oder vom 28. März 2003 abschliessend befunden worden wäre. Die Adäquanzprüfung im Anschluss an zwei oder mehrere Unfälle mit Schleudertrauma der HWS oder gleichgestellter Verletzung hat zwar grundsätzlich für jeden einzelnen Unfall gesondert zu erfolgen. In diesem Rahmen ist es rechtsprechungsgemäss jedoch nicht ausgeschlossen, die wiederholte Betroffenheit desselben Körperteils zumindest bei der Adäquanzprüfung zu berücksichtigen. Letzteres ist insbesondere dann denkbar - und oftmals unumgänglich -, wenn sich die Auswirkungen verschiedener Ereignisse auf gewisse Beschwerden und/oder die Arbeitsfähigkeit nicht voneinander abgrenzen lassen. Einer hinreichend nachgewiesenen, durch einen früheren versicherten Unfall verursachten dauerhaften Vorschädigung der HWS kann bei der Beurteilung einzelner Adäquanzkriterien - beispielsweise der besonderen Art der Verletzung (BGE 134 V 109 E. 10.2.2 S. 127 f.), der erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen (BGE 134 V 109 E. 10.2.7 S. 129 f.) oder der fortgesetzt spezifischen, belastenden ärztlichen Behandlung (BGE 134 V 109 E. 10.2.3 S. 128) - Rechnung getragen werden (Urteil 8C_477/2008 vom 19. Dezember 2008 E. 6.1 mit Hinweis auf das in SVR 2007 UV Nr. 1 S. 1 auszugsweise publizierte Urteil [des Eidgenössischen Versicherungsgerichts] U 39/04 vom 26. April 2006 E. 3.3.2).