Citation: 4P.319/2001 30.04.2002 E. 2

2.1 Das Kantonsgericht erkannte, die Kunststofffensterproduktion der Beschwerdeführerin sei im Vergleich zur Metallfensterproduktion von untergeordneter Bedeutung und gebe ihrem Betrieb das Gepräge. Die Beschwerdeführerin biete Erzeugnisse und Dienstleistungen gleicher Art an wie Betriebe, die am GAV Schreinergewerbe beteiligt seien, und stehe mit diesen mithin in direkter Konkurrenz. Ihre Unterstellung unter den GAV Schreinergewerbe sei in Übereinstimmung mit Art. 1 des Bundesgesetzes vom 28. September 1956 über die Allgemeinverbindlicherklärung von Gesamtarbeitsverträgen (AVEG; SR 221.215.311) erfolgt. 2.2 Die Beschwerdeführerin macht geltend, sie habe vor Kantonsgericht die Behauptungen aufgestellt, dass eine direkte Konkurrenz zwischen Herstellern von Kunststofffenstern und Produzenten von Holz-/Metallfenstern nicht bestehe und dass zahlreiche andere Kunststofffensterhersteller existierten, die sich auf demselben "relevanten Markt" wie die Beschwerdeführerin betätigten, aber (allein) dem GAV Metallgewerbe unterstellt seien. Sie rügt, das Kantonsgericht habe den Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt (Art. 29 Abs. 2 BV), indem es ihren Beweisanträgen auf Durchführung einer Expertise und auf Einvernahme von Zeugen zu diesen Behauptungen nicht entsprochen habe. 2.3 Der in Art. 29 Abs. 2 BV normierte Anspruch auf rechtliches Gehör umfasst insbesondere das Recht der Parteien, in einem Verfahren, welches in ihre Rechtsstellung eingreift, mit rechtzeitig und formgültig angebotenen Beweisanträgen gehört zu werden, soweit diese erhebliche Tatsachen betreffen und nicht offensichtlich beweisuntauglich sind (BGE 126 I 15 E. 2a/aa; 124 I 241 E. 2 S. 242, je mit Hinweisen). Es liegt keine Verletzung des rechtlichen Gehörs vor, wenn ein Gericht auf die Abnahme beantragter Beweismittel verzichtet, weil es aufgrund bereits abgenommener Beweise seine Überzeugung gebildet hat und ohne Willkür in vorweggenommener Beweiswürdigung annehmen kann, dass seine Überzeugung durch weitere Beweiserhebungen nicht geändert würde (BGE 122 II 464 E. 4a; 120 Ib 224 E. 2b S. 229; 119 Ib 492 E. 5b/bb S. 505 f., je mit Hinweisen). 2.4 Das Kantonsgericht stellte nach einlässlichen Erwägungen, auf die verwiesen werden kann, fest, dass sich der Markt für Kunststofffenster mit dem Markt für Holzfenster (mit gewissen Metallteilen) massgeblich überschneide. Metallfenster unterlägen dagegen einem wesentlich anderen Markt als Kunststofffenster. Die Beschwerdeführerin legt nicht dar und es ist nicht ersichtlich, weshalb das Kantonsgericht in Willkür verfallen sein soll, indem es annahm, die beantragte Expertise zur gegenteiligen Behauptung hinsichtlich der Märkte für "Holz-/Metallfenster" und Kunststofffenster werde am festgestellten Beweisergebnis nichts ändern. Die Rüge der Gehörsverletzung erweist sich insoweit als unbegründet, soweit darauf angesichts der Begründungsanforderungen an eine staatsrechtliche Beschwerde einzutreten ist (vgl. zu den Begründungsanforderungen: Art. 90 Abs. 1 lit. b OG; BGE 127 III 279 E. 1c; 125 I 492 E. 1b; 124 I 208 E. 4a; 117 Ia 412 E. 1d S. 415, je mit Hinweisen). Auch im Zusammenhang mit der Behauptung der Beschwerdeführerin, dass zahlreiche andere Kunststofffensterhersteller existierten, die sich auf demselben "relevanten Markt" wie die Beschwerdeführerin betätigten, aber (allein) dem GAV Metallgewerbe unterstellt seien, liegt keine Gehörsverletzung vor. Das Kantonsgericht stellte fest, dass die von der Beschwerdeführerin dazu angeführten, allein dem LGAV Metallgewerbe unterstellten Betriebe, die angeblich Holz-/Metallfenster herstellten, vorwiegend im Metallbau, Stahlbau- oder Schlossergewerbe tätig seien und Kunststoff- bzw. Holz-/Metallfenster nur in Ergänzung eines hauptsächlich diesen Bereichen zuzuordnenden Sortiments anböten, wobei sie die fraglichen Fenster mit wenigen Ausnahmen von Firmen des Schreinergewerbes bezögen oder in Arbeitsteilung mit solchen herstellten. Es stützte sich dabei auf Abklärungen des Beschwerdegegners, welche die Beschwerdeführerin nicht substanziiert bestritten habe. Weshalb es bei dieser Sachlage in Willkür verfallen sein soll, indem es die erwähnte Feststellung traf, ohne die von der Beschwerdeführerin zu ihrer Behauptung angebotenen Beweismittel abzunehmen, legt die Beschwerdeführerin nicht dar und ist nicht ersichtlich (Art. 90 Abs. 1 lit. b OG).