Citation: 7B_783/2023 E. 3.2

3.2. Wie in der Beschwerde richtig ausgeführt, erachtet die Vorinstanz den Hauptanklagevorwurf - dass die Beschwerdeführerin ihre Beschwerden nur vorgetäuscht und in Tat und Wahrheit stets arbeitsfähig war - auch ohne Berücksichtigung des Gutachtens von Dr. med. H.________ als erstellt. So würdigt sie einlässlich die Ergebnisse der Telefonüberwachung vom 4. Mai bis 30. Juni 2015, das polizeiliche Observationsmaterial betreffend den Zeitraum vom 8. Mai bis 4. Juni 2015, die Überwachung durch die I.________ GmbH vom 29. September bis 20. Oktober 2014 und die Zeugenaussagen von deren fallbefassten Mitarbeiter sowie zahlreiche Fotos und Videos, welche auf dem Facebook-Account des Ehemanns der Beschwerdeführerin und anlässlich der Hausdurchsuchung an ihrem Domizil gefunden werden konnten. All diese Beweismittel würden laut Vorinstanz das Leben einer sowohl privat als auch beruflich aktiven Frau zeigen. Dies werde durch Zeugenaussagen weiterer Personen belegt, während die Bestreitungen der Beschwerdeführerin nicht überzeugend seien. Als zusätzliche Indizien gegen den Wahrheitsgehalt der geltend gemachten körperlichen und psychischen Leiden wertet die Vorinstanz die mehreren, mittels Strafbefehlen sanktionierten Geschwindigkeitsüberschreitungen der Beschwerdeführerin und den Umstand, dass laut rechtsmedizinischem Gutachten keine Nachweise für die Einnahme von Psychopharmaka in ihrem Blut oder Urin gefunden werden konnten. Mit diesen Beweismitteln und den entsprechenden Erwägungen der Vorinstanz befasst sich die Beschwerdeführerin in Missachtung von Art. 42 Abs. 2 und Art. 106 Abs. 2 BGG kaum. Soweit in ihren Ausführungen überhaupt eine hinreichende Begründung erblickt werden kann, ist Folgendes festzuhalten: Die Vorinstanz geht von einem Tatzeitraum vom 20. März 2006 (erste Rentenrevision) bis zum 3. September 2014 (Ausfüllen des Zusatzfragebogens der SVA SG) aus (für die Zeit vor dem 29. August 2004 wurde das Verfahren wegen Verjährung eingestellt). Dabei kann sich die Vorinstanz bei ihren Tatsachenfeststellungen entgegen dem Dafürhalten der Beschwerdeführerin nicht nur auf die Situation, wie sie sich im Jahr 2014 präsentierte, stützen. Vielmehr zeigte sich, dass die Beschwerdeführerin ab dem Jahr 2004 diverse Reisen, teils auch zu Fernzielen wie den Malediven oder Dubai, unternahm und dabei durchaus körperlich aktiv war (sie ritt unter anderem auf einem Kamel und machte einen Luftsprung). Es liegen auch Fotos im Recht, auf denen die Beschwerdeführerin zum Jahreswechsel 2006/2007, zur Feier der kosovarischen Unabhängigkeit von Serbien am 17. Februar 2008 und auf verschiedenen Verlobungs- und Hochzeitsfeiern im Kosovo tanzend und feiernd zu sehen ist. Ausserdem liefern die früheren ärztlichen Befunde trotz der gestellten Diagnosen gewisse Anhaltspunkte für ein möglicherweise täuschendes Vorgehen der Beschwerdeführerin: Ihr Hausarzt hielt bereits im Bericht vom 10. Juli 2003 fest, es gebe keine somatischen Befunde für deren Beschwerden und solche liessen sich auch später nicht feststellen. Ausserdem war die Beschwerdeführerin gemäss Austrittsbericht des Kantonsspitals St. Gallen vom 13. Januar 2009 wenige Tage zuvor beim Autowaschen auf glattem Untergrund ausgerutscht - auch dies ein Verdachtsmoment bezüglich ihres Aktivitätsniveaus im Alltag. Schliesslich bestreitet die Beschwerdeführerin nicht, seit Ende 2003 insbesondere in der Kundenakquise für die C.________ GmbH tätig gewesen zu sein. Angesichts dessen hält die vorinstanzliche Schlussfolgerung, wonach die Beschwerdeführerin ihre Beschwerden schon ab Beginn des IV-Leistungsbezugs im Jahre 2003 vorgetäuscht habe, dem Willkürverbot ohne Weiteres stand. Dass die verschiedenen Alltagshandlungen der Beschwerdeführerin wie z.B. das Verrichten von Haushalts- und Gartenarbeit oder das Tragen von Einkäufen erst in den Jahren 2014 und 2015 mittels Observationen und Telefonüberwachung genauer dokumentiert sind, vermag daran nichts zu ändern. Ferner legt die Vorinstanz gestützt auf die erwähnten Beweismittel nachvollziehbar dar, dass die Beschwerdeführerin nicht nur die IV-Stelle, sondern auch die involvierten Ärztinnen und Ärzte getäuscht und sie so zum Stellen unzutreffender Diagnosen veranlasst hat. Dementsprechend kann die Beschwerdeführerin aus diesen Diagnosen (namentlich somatoforme Schmerzstörung, Depression und posttraumatische Belastungsstörung) nichts zu ihren Gunsten ableiten, beruhen diese doch weitgehend auf ihren falschen Angaben. Unbehelflich ist in diesem Zusammenhang insbesondere der Hinweis auf die im Jahr 2002 diagnostizierte Syringomyelie. Hierzu hält die Vorinstanz fest, eine solche sei trotz Erstdiagnose nie mehr Gegenstand von weiteren Untersuchungen gewesen. Dem hält die Beschwerdeführerin entgegen, eine Syringomyelie lasse sich nur mit einem MRI feststellen und ein solches habe nicht mehr stattgefunden. Dieser Einwand lässt die vorinstanzliche Einschätzung aber nicht als unhaltbar erscheinen, wäre doch zu erwarten gewesen, dass die Syringomyelie bei weiteren Untersuchungen zumindest thematisiert wird, wenn es Hinweise auf einen Fortbestand bzw. eine Verfestigung dieser Diagnose gegeben hätte. Im Übrigen äussert sich die Beschwerdeführerin auch nicht zur vorinstanzlichen Erwägung, wonach ihre grosse Aktivität im Alltag selbst bei Vorliegen einer Syringomyelie keineswegs erklärt werden könne. Insgesamt gelangt die Vorinstanz anhand der vorstehend erwähnten Beweismittel willkürfrei zum Schluss, dass die Beschwerdeführerin entgegen ihren unwahren Angaben an keinen körperlichen oder psychischen Beschwerden litt, welche zum Bezug von IV-Leistungen berechtigen würden. Dementsprechend ist auf die Kritik der Beschwerdeführerin am Gutachten von Dr. med. H.________, das diesen Befund bestätigt, nicht weiter einzugehen. Der Schuldspruch wegen gewerbsmässigen Betrugs verletzt kein Bundesrecht.