Citation: 4A_307/2020 E. 7.4.2

7.4.2. Die Vorinstanz erwog, die Vertragsparteien würden die Zahlungen im Werkvertrag und im Zahlungsplan meistens als Akontozahlungen bezeichnen. Nur Ziff. 2.7 spreche von "Teil- bzw. Akontozahlungen", ohne Präzisierung, was darunter zu verstehen sei. Aufgrund des Wortlautes sei davon auszugehen, dass die Zahlungen Akontozahlungen darstellen sollten. Auch der Umstand, dass mit den Zahlungen "maximal 90% der effektiv erbrachten Leistungen" habe abgegolten werden sollen, spreche für die Vereinbarung von Akontozahlungen. Aus der Klausel und dem Zahlungsplan ergebe sich lediglich eine Verknüpfung von Zahlungen und Baufortschritt, nicht aber, dass es sich bei den einzelnen Meilensteinen um einzelne Teilwerke handeln sollte, für die eine Teilpauschale vereinbart worden wäre. Die einzelnen Meilensteine seien dazu zu rudimentär umschrieben. Insbesondere enthalte der Werkvertrag auch keinen Leistungsbeschrieb für die Arbeiten zwischen den einzelnen Meilensteinen. Für Akontozahlungen spreche auch die Systematik. Hätten die Vertragsparteien Teilpauschalen für Teilwerke vereinbaren wollen, hätten sie eine entsprechende Regelung unter Ziff. 2.1 des Werkvertrags ("Pauschalpreis") getroffen und für die einzelnen Teilwerke unter Ziff. 2.2 ("Im Werkpreis enthaltene Leistungen") separat einen genauen Leistungsumfang für jedes einzelne Teilwerk definiert. Dies hätten sie nicht getan, obschon sie an anderer Stelle für einzelne Teilleistungen mit definiertem Leistungsumfang Teilpauschalen vereinbart hätten. Zu beachten sei auch, dass das Werk lediglich in drei, separat abzunehmenden Etappen zu erstellen gewesen sei, der Zahlungsplan demgegenüber in 23 Akontozahlungen und eine Schlusszahlung unterteilt sei. Sollten die Meilensteine des Zahlungsplans einzelne Teilwerke definieren, wäre auch deren Erwähnung unter Ziff. 4 ("Bauprogramm") und Ziff. 13.1 ("Werkabnahme") zu erwarten gewesen. Zusammenfassend sei davon auszugehen, dass Akontozahlungen vereinbart worden seien.