Citation: 8C_200/2023 E. 4.3.3

4.3.3. Allerdings lassen, wie das kantonale Gericht zutreffend dargelegt hat, die einschlägigen Stellen in den medizinischen Gutachten auf einen fehlenden Eingliederungswillen hinsichtlich einer den gesundheitlichen Beeinträchtigungen angepassten Erwerbstätigkeit schliessen. So hielt der psychiatrische Sachverständige der ABI im Verlaufsgutachten vom 16. April 2020 fest, berufliche Massnahmen seien aufgrund der ausgeprägten Krankheitsüberzeugung nicht erfolgreich durchführbar. Die Beschwerdeführerin fühle sich subjektiv nicht arbeitsfähig. Dies steht in Gegensatz zum Umstand, dass sie, ihren eigenen Angaben gemäss, trotz ihrer erheblichen körperlichen Einschränkungen den Haushalt für sich und ihren Ehemann weitgehend selbstständig zu erledigen vermöge. Der im orthopädischen Verlaufsgutachten der ABI vom 16. April 2020 wiedergegebenen Selbsteinschätzung der Beschwerdeführerin zur beruflichen Zukunft ist zu entnehmen, dass sie eigentlich gerne zumindest stundenweise arbeiten wolle. Sie gebe Sonntagsschule, nach zwei Stunden sei sie allerdings derart "gekübelt", dass sie dann nicht mehr sitzen könne. Im Wesentlichen gestützt auf diese Angaben empfahl der orthopädische Sachverständige keine beruflichen Massnahmen. In diesem Zusammenhang wies die Beschwerdegegnerin mit Eingabe vom 19. August 2022 im kantonalen Gerichtsverfahren zu Recht darauf hin, dass sie die Beschwerdeführerin mit Vorbescheid vom 11. Juni 2021 erfolglos darauf aufmerksam gemacht habe, Massnahmen zur Eingliederung mit dem Ziel, die Erwerbsfähigkeit zu verbessern, seien jederzeit, auch bei zugesprochener Rente, möglich. Dazu bringt die Beschwerdeführerin nicht vor, sie habe zunächst bei veränderter oder unklarer medizinischer Ausgangslage die Klärung der Leistungsfähigkeit abwarten wollen.