Citation: 5A_722/2020 E. 4.1.1

4.1.1. Das Appellationsgericht zitiert Art. 301 Abs. 1bis ZGB, wonach der Elternteil, der das Kind betreut, in einer Kindesangelegenheit allein entscheiden kann, wenn die Angelegenheit alltäglich oder dringlich oder der andere Elternteil nicht mit vernünftigem Aufwand zu erreichen ist. Fragen der Freizeitgestaltung gälten grundsätzlich als alltäglich. Entsprechend könne ein Elternteil über die Ausübung einer Freizeitbeschäftigung während seiner eigenen Betreuungszeit grundsätzlich allein entscheiden, wenn das Kind dieser Aktivität nicht zwingend auch während der Betreuungszeit des anderen Elternteils nachgehen muss. Nicht alltäglichen Charakter hätten Entscheidungen betreffend die Ausübung gefährlicher bzw. risikoreicher Sportarten. Bezogen auf den konkreten Fall stellt die Vorinstanz fest, dass das "Ponyreiten im Zelt", an dem C.________ teilnimmt, sich an Kinder ab ca. sechs Jahren richte und unter qualifizierter Leitung stattfinde. Die bald siebenjährige Tochter könne unbestrittenerweise sicher Rad fahren. Insoweit gebe es heute keine motorischen Bedenken gegen das Reiten. Die Mutter habe versichert, dass C.________ korrekte Schutzkleidung trage. Zwar berge das Ponyreiten auch gewisse Risiken. Es könne unter den gegebenen Umständen aber nicht als gefährliche oder risikoreiche Sportart bezeichnet werden, über deren Ausübung beide Eltern gemeinsam entscheiden müssten. Von der Gefährlichkeit her sei die Aktivität etwa dem Schlitteln vergleichbar, das der Beschwerdeführer selbst mit C.________ ausübe und offenbar als unproblematisch empfinde. Mit Bezug auf die Befürchtung des Beschwerdeführers, dass seine Tochter dereinst zum Sportreiten mit Pferden wechseln wolle, erklärt die Vorinstanz, allein wegen dieser Eventualität sei der Beschwerdegegnerin 1 nicht bereits heute zu verbieten, die Beschwerdegegnerin 2 zum Ponyreiten zu bringen. In Anwendung von Art. 301 Abs. 1bis ZGB sei die Beschwerdegegnerin 1 berechtigt, das Kind während ihrer Betreuungszeit am Ponyreiten unter fachkundiger Leitung teilnehmen zu lassen. Der Beschwerdegegner sei nicht verpflichtet, die Beschwerdegegnerin 2 während seiner Betreuungszeit zum Reiten zu bringen. Der Antrag des Beschwerdeführers, die Beschwerdegegnerin 1 anzuweisen, die Beschwerdegegnerin 2 vom Reiten abzumelden, wurde abgewiesen.