Citation: 6B_884/2021 E. 2.5.3

2.5.3. Soweit sich der Beschwerdeführer ferner gegen den Inhalt des Gutachtens wendet, ist an dieser Stelle was folgt zu beachten. Das Gericht beurteilt die Schlüssigkeit eines Gutachtens frei (Art. 10 Abs. 2 StPO) und ist nicht an den Befund oder die Stellungnahme des Sachverständigen gebunden. Es hat vielmehr zu prüfen, ob sich aufgrund der übrigen Beweismittel und der Parteivorbringen ernsthafte Einwände gegen die Schlüssigkeit der gutachterlichen Darlegungen aufdrängen. Auch wenn das gerichtlich eingeholte Gutachten grundsätzlich der freien Beweiswürdigung unterliegt, darf das Gericht allerdings in Fachfragen nicht ohne triftige Gründe von ihm abrücken und muss Abweichungen begründen. Das Abstellen auf eine nicht schlüssige Expertise bzw. der Verzicht auf die gebotenen zusätzlichen Beweiserhebungen kann gegen das Verbot willkürlicher Beweiswürdigung (Art. 9 BV) verstossen (BGE 142 IV 49 E. 2.1.3; 141 IV 369 E. 6.1; Urteil 6B_567/2020 vom 6. Dezember 2021 E. 2.3.2; je mit weiteren Hinweisen). Der Beschwerdeführer meint, er habe das Gutachten mehrfach kritisiert. Seine Kritik sei dem Gutachter nicht übermittelt worden und dieser habe keine Gelegenheit gehabt, dazu Stellung zu nehmen. Seine materiellen Einwände seien somit zumindest offen geblieben, weshalb das Gutachten als erschüttert zu gelten habe. Ohne diese Einwände zu prüfen, müsse deshalb im Zweifel zu seinen Gunsten von deren Richtigkeit ausgegangen werden. Andernfalls wäre das rechtliche Gehör und das Recht auf ein faires Verfahren verletzt. Die Rüge geht fehl. Das Gutachten von Dipl. Ing. FH D.________ ist nachvollziehbar und schlüssig. Die Vorinstanz verfällt nicht in Willkür, wenn sie ausführt, es seien "keine Gründe ersichtlich, weshalb der [...] vom Gutachter bestätigten Feststellung betreffend die Gültigkeit der strittigen Geschwindigkeitsmessung nicht gefolgt werden dürfte". Vielmehr ist ihr zuzustimmen, dass etwa der Einwand des Beschwerdeführers, der Gutachter sei von einem falschen Fahrzeugtyp ausgegangen, die Schlüssigkeit der gutachterlichen Darlegungen nicht zu erschüttern vermag. Schliesslich kann das Gutachten auch nicht als "unqualifiziert" bezeichnet werden, weil der Gutachter die Programmierung des Messgeräts nicht im Einzelnen kennt (vgl. dazu Erwägung 2.6.5.1). Unter diesen Umständen war die Vorinstanz aber auch nicht gehalten, dem Gutachter die Stellungnahme des Beschwerdeführers zur Replik zu unterbreiten, wie dieser meint. Wie die nachfolgenden Ausführungen (Erwägung 2.6) zeigen, geht das angefochtene Urteil hinreichend auf die weiteren Einwände des Beschwerdeführers gegen das Gutachten respektive die Geschwindigkeitsmessung ein, und der Beschwerdeführer war dementsprechend in der Lage, das Urteil sachgerecht anzufechten. Die Vorinstanz hat ihre Begründungspflicht nicht verletzt.