Citation: 8C_221/2022 E. 6.2

6.2. Gerügt wird weiter, dass die Vorinstanz eine Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustandes gestützt auf den Bericht von Dr. med. C.________ als nicht ausgewiesen beziehungsweise weitere Abklärungen als nicht erforderlich erachtet habe. Insbesondere würden an den Behandlungsbericht überhöhte Anforderungen gestellt, wenn eine weitergehende als die von der behandelnden Psychiaterin gelieferte Begründung für die Verschlechterung verlangt werde, zumal diese in ihrer Stellungnahme ausdrücklich die von ihr erhobenen objektiven Beobachtungen aufgelistet habe. Das kantonale Gericht stellte fest, dass die behandelnde Ärztin keine neuen objektiven Gesichtspunkte genannt habe, die im Rahmen der SMAB-Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben seien, wobei Dr. med. C.________ auch gar nicht Bezug genommen habe auf die Einschätzung der SMAB-Gutachter. Inwiefern die Vorinstanz damit offensichtlich unrichtige Feststellungen zum Sachverhalt getroffen oder die Beweiswürdigungsregeln verletzt haben sollte, ist nicht erkennbar. So nahm Dr. med. C.________ die Beschwerdeführerin als in der affektiven Modulationsfähigkeit schwer eingeschränkt wahr, deren Schilderung der Situation jedoch als kryptisch und zum Teil inkohärent. Sie ging von einer schweren depressiven Problematik aus und dass die Beschwerdeführerin dementsprechend bereits psychopharmakologisch eingestellt und behandelt worden sei. Demgegenüber berichtete der psychiatrische SMAB-Gutachter, dass die Beschwerdeführerin sich beschwerdebetonend und unauthentisch gezeigt habe, eine psychogene Überlagerung wenig wahrscheinlich, sondern, unter Berücksichtigung sämtlicher vorliegender Informationen, vielmehr von Aggravation auszugehen sei, zumal die Beschwerdeführerin bei der neuropsychologischen Abklärung schlechte, nicht zu validierende Testleistungen präsentiert und gemäss Laboruntersuchung die ihr verordneten Psychopharmaka nicht oder zumindest nicht regelmässig eingenommen habe. Dass die Vorinstanz unter diesen Umständen und insbesondere mangels Bezugnahme auf das SMAB-Gutachten davon ausging, es ergäben sich gestützt auf den jüngeren Bericht der ab März 2020 behandelnden Psychiaterin keine hinreichenden Indizien, die gegen die Zuverlässigkeit der gutachtlichen Einschätzung beziehungsweise für eine seitherige Verschlechterung sprächen, und daher auf weitere Abklärungen verzichtete, ist nicht zu beanstanden. Dass Dr. med. C.________ die gutachtliche Einschätzung ja gar nicht bestritten habe, sondern vielmehr eben von einer Verschlechterung ausgehe, wie die Beschwerdeführerin geltend macht, kann daran gerade mit Blick auf die von den Gutachtern auch interdisziplinär festgestellte, von der behandelnden Psychiaterin aber unkommentiert gebliebene Aggravation nichts ändern. Insbesondere erhellt aus ihrem Bericht auch nicht, inwieweit trotz Aggravation ein Kern eines die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigenden Leidens bestünde (BGE 141 V 281 E. 2.2, insbes. E. 2.2.2 a.E.). Die Beschwerdeführerin bemängelt darüber hinaus Unzulänglichkeiten der - von einer Neurologin erstatteten - Stellungnahme des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) vom 22. September 2020 zum SMAB-Gutachten, die letztinstanzlich von der Beschwerdegegnerin noch einmal als Beilage zur Vernehmlassung eingereicht wird. Zwar äusserte sich die RAD-Ärztin materiell eingehend zum Bericht der behandelnden Psychiaterin. Die Vorinstanz stützte sich ihrerseits indessen, wie bereits dargelegt, vorab auf die Beweiswürdigungsregeln, die bei Einreichung jüngerer, von einer gutachtlichen Einschätzung abweichender Berichte behandelnder Ärzte zu beachten sind. Inwiefern das kantonale Gericht diese Beweisgrundsätze verletzt haben sollte, ist nicht erkennbar.