Citation: 1P.583/2002 23.05.2003 E. 1

1.1 Zur staatsrechtlichen Beschwerde ist legitimiert, wer durch den angefochtenen Hoheitsakt in eigenen, rechtlich geschützten Interessen verletzt wird (Art. 88 OG). In diesem Rahmen kann ein als juristische Person konstituierter Verband die Interessen einer Mehrheit oder einer Grosszahl seiner Mitglieder vertreten, soweit deren Wahrnehmung zu seinen statutarischen Aufgaben gehört und die einzelnen Mitglieder ihrerseits beschwerdebefugt wären (BGE 125 I 71 E. 1b/aa S. 75 mit Hinweisen). Die Beschwerdeführerin ist Pächterin des Laichfischfangs am betroffenen Flussabschnitt der Aare. Als solche ist sie vom Sistierungsbeschluss in einem Verfahren über die Zugänglichmachung des Ufers in eigenen rechtlich geschützten Interessen betroffen. Ausserdem vertritt sie als regionale Dachorganisation gemäss ihren Statuten die Interessen der Angelfischer der Region Thun und ist in Wahrnehmung von deren rechtlich geschützten Interessen zur staatsrechtlichen Beschwerde legitimiert. 1.2 Der angefochtene Sistierungsbeschluss ist ein Zwischenentscheid, der gemäss Art. 87 Abs. 2 OG nur angefochten werden kann, wenn er einen Nachteil rechtlicher Natur bewirken kann, der sich auch mit einem späteren günstigen Entscheid nicht gänzlich beheben lässt (BGE 127 I 92 E. 1c S. 94 f.; 126 I 207 E. 2 S. 210, je mit Hinweisen). Die Beschwerdeführerin macht geltend, der Beschluss hindere sie bzw. ihre Mitglieder an der ihr rechtlich zustehenden Begehung des Aareufers im fraglichen Abschnitt. Damit droht ihr durch die Sistierung ein rechtlicher Nachteil, der nach Aufhebung der Sistierung und im Fall eines für sie positiven Entscheids über ihr Begehren nicht rückgängig gemacht werden kann. Die Ausübung des behaupteten Rechts könnte weder nachgeholt noch könnte die Behinderung der Rechtsausübung sinnvoll kompensiert werden (vgl. BGE 94 I 205 E. 1 S. 209). 1.3 Die Beschwerdeführerin macht Rechtsverweigerung bzw. -verzögerung geltend und beruft sich auf Art. 8 und 9 BV. Art. 29 Abs. 1 BV verleiht jeder Personen in Verfahren vor Gerichts- und Verwaltungsinstanzen einen Anspruch auf gleiche und gerechte Behandlung und auf Beurteilung innert angemessener Frist. Den Art. 8 und 9 BV kommt in diesem Zusammenhang keine selbständige Bedeutung zu. Soweit die Beschwerdeführerin diese verfassungsmässigen Rechte anruft, ist somit auf ihre Beschwerde nicht einzutreten. 1.4 Die Gutheissung der vorliegenden Beschwerde hätte zur Folge, dass die vom Regierungsstatthalter von Thun angeordnete Sistierung aufgehoben wäre. Der Regierungsstatthalter hätte in der Folge ohne weiteres das eingereichte Vollstreckungsbegehren innert nützlicher Frist zu behandeln. Daher besteht im Fall der Gutheissung kein Anlass für das Bundesgericht, trotz der kassatorischen Natur der staatsrechtlichen Beschwerde zusätzliche positive Anordnungen zu treffen - im Gegensatz zur Situation in BGE 117 Ia 336 E. 1b S. 338, auf welches Urteil die Beschwerdeführerin hinweist. Auf die Beschwerde ist daher nicht einzutreten, soweit die Beschwerdeführerin mehr verlangt als die Aufhebung des angefochtenen Urteils. 1.5 Im übrigen geben die Eintretensvoraussetzungen zu keinen Bemerkungen Anlass. Auf die rechtzeitig und formrichtig eingereichte Beschwerde ist unter den erwähnten Vorbehalten einzutreten. 1.6 Die nach Abschluss des Schriftenwechsels eingereichten Unterlagen dokumentieren zum Teil den Fortgang des Verfahrens vor den kantonalen Instanzen und sind den Parteien bekannt. Weiterungen hierzu erübrigen sich, ebenso zu den anderen vom Mitbeteiligten eingereichten Schriftstücken, die für das vorliegende Verfahren ohne Bedeutung sind.