Citation: 5A_691/2023 E. 4.2.2

4.2.2. Fristen, die in Tagen, Wochen, Monaten oder Jahren ausgedrückt sind, laufen von Mitternacht des dies a quo bis Mitternacht des dies ad quem (Art. 3 Abs. 1 EuFrÜb). Weil die Frist von Mitternacht des dies a quo zu laufen beginnt, ist der Tag, an dem die Frist zu laufen beginnt ( dies a quo), nicht mitzurechnen (BGE 125 V 37 E. 4b; Urteil 5A_16/2008 vom 25. April 2008 E. 2.2; BBl 1979 II 109 ff. Ziff. 221; Rapport explicatif de la Convention européenne sur la computation des délais vom 16. Mai 1972, Rz. 21). Damit übernimmt das Europäische Fristenübereinkommen in Übereinstimmung mit der in den meisten Mitgliedstaaten des Europarats geltenden Regelung (Rapport explicatif, a.a.O.) ein Grundprinzip des Fristenrechts, das auf das römische Recht zurückgeht: Die Fristberechnung erfolgt nach Kalendertagen, also Zeiträumen zwischen Mitternacht und Mitternacht (sogenannte Zivilkomputation), womit einhergeht, dass nur Tage mitgezählt werden, die voll zur Verfügung stehen (BGE 144 III 152 E. 4.4.2). Das Europäische Fristenübereinkommen folgt also dem bereits dem römischen Recht bekannten Grundsatz dies a quo non computatur. Hingegen läuft die Frist bis um Mitternacht (24.00 Uhr) des letzten Tages ( dies ad quem), sodass der letzte Tag mitzurechnen ist (Rapport explicatif, a.a.O.).