Citation: 8C_342/2023 E. 5.6.2

5.6.2. Weiter hat die Vorinstanz zwar nicht offensichtlich unrichtig festgestellt, dass das Neuroleptikum Quetiapin und das Antidepressivum Lithium im Serum nicht nachweisbar gewesen seien. Der psychiatrische Gutachter hielt aber - in Kenntnis des fehlenden Nachweises von Quetiapin und Lithium - fest, dass sich die antidepressive Medikation gemäss Abklärung im therapeutischen Bereich bewege. Dies leuchtet ein, wurde doch im Serum das Antidepressivum Venlafaxin im Referenzbereich nachgewiesen. Im Übrigen hat Dr. med. E.________ die Therapiemassnahmen (u.a. wöchentliche Therapiesitzungen) als angemessen bezeichnet und nachvollziehbar begründet, weshalb sich ein prolongierter Verlauf zeigt. Der Schluss der Vorinstanz, die unzuverlässige Medikamenteneinnahme erkläre die ausgebliebene Besserung der depressiven Symptomatik, steht demnach in klarem Widerspruch zu den ärztlichen Angaben. Die Beschwerdeführerin leidet gemäss Gutachten seit Jahren an einer depressiven Störung mit Suizidgedanken. Im Jahr 2018 unterzog sie sich aufgrund einer schweren depressiven Episode einer mehrmonatigen stationären Therapie (18. Mai bis 4. September). Vor diesem Hintergrund greift es offensichtlich zu kurz, allein aufgrund des fehlenden Nachweises zweier Medikamente im Serum auf einen geringen Leidensdruck der Beschwerdeführerin zu schliessen, wie diese zu Recht vorbringt.