Citation: 4A_583/2017 E. 3.6.4

3.6.4. Die Schiedsvereinbarung ist nach dem Vertrauensprinzip so auszulegen, dass das Schiedsgericht zuständig ist, über Retentionsforderungen zu urteilen, soweit diese im Sinne des Eventualantrags in Ziffer 1 der Rechtsbegehren Zug um Zug gegen Herausgabe bzw. Übertragung der Namenaktien an der Corporation X.________ zu bezahlen sind. Dagegen ist das Schiedsgericht nicht zuständig, über sämtliche Forderungen zu urteilen, mit denen der Beschwerdeführer sein Retentionsrecht begründet. Auch wenn der Schlussfolgerung des Beschwerdeführers nicht beigetreten werden kann, so bringt er doch zutreffend vor, dass zwischen Retentionsrecht und Retentionsforderung zu unterscheiden ist. Das Schiedsgericht ist zur Beurteilung von Forderungen des Beschwerdeführers nur insoweit zuständig, als diese ein Retentionsrecht an den umstrittenen Namenpapieren begründen, weil sie mit dem Besitz daran in Zusammenhang stehen. Zur Beurteilung von Forderungen des Beschwerdeführers gegen die Beschwerdegegnerin, denen diese Konnexität fehlt und mit denen der Beschwerdeführer daher ein Retentionsrecht an den umstrittenen Namenpapieren von Vorneherein nicht begründen kann, fehlt dem Schiedsgericht die Zuständigkeit. Das Schiedsgericht wird daher entgegen dem, was sich aus der Begründung des angefochtenen Schiedsentscheids ergibt, nicht über sämtliche Forderungen des Beschwerdeführers urteilen können, welche dieser der Klage der Beschwerdegegnerin entgegenstellt. Vielmehr wird das Schiedsgericht seine Zuständigkeit verneinen und Forderungen nicht materiell beurteilen, soweit die geltend gemachte Forderung den erforderlichen Zusammenhang mit dem Besitz an den strittigen Namenpapieren nicht aufweist.