Citation: 8C_45/2016 E. 5.2.1

5.2.1. Das kantonale Gericht hielt fest, das Attest der dipl. Logopädin I.________ vom 18. Januar 2015, wonach der Versicherte nicht bloss mangelhafte Lese- und Schreibkenntnisse aufweise, sondern an einer grundsätzlichen Spracherwerbsstörung leide, könne die anderslautende fachärztliche Beurteilung der MEDAS Bern nicht in Frage stellen. Dem ist entgegenzuhalten, dass aus dem Gutachten vom 17. März 2014 nicht hervorgeht, dass diese Fragestellung überhaupt geprüft worden wäre. Am Gutachten waren Spezialärzte der Fachrichtungen Psychiatrie, Neurologie, Innere Medizin und Chirurgie/Unfallchirurgie beteiligt. (Schrift-) Sprachliche Tests wurden nicht durchgeführt. Dem medizinischen Gutachten kann denn auch lediglich entnommen werden, dass kein psychischer Gesundheitsschaden vorliege, welcher die Legasthenie beeinflusse. Dies wird auch von keiner Seite behauptet. In sprachlicher Hinsicht wurde der Beschwerdeführer an der Abteilung für Klinische Logopädie der Klinik für Ohren-, Nasen-, Hals- und Gesichtschirurgie des Spitals H.________ abgeklärt. Den Berichten vom 7. April 2004 und vom 31. März 2006 kann entnommen werden, der Proband leide an einer auffälligen Lese- und Rechtschreibschwäche bei einer deutlichen verbal-auditiven Merkfähigkeits- und Differenzierungsschwäche und Unsicherheiten der buchstabenbezogenen optischen Merkfähigkeit. Diese sprachspezifische Teilleistungsschwäche erschwere das Speichern, Erinnern und Erkennen von Sprachlauten und wirke sich auf den Erwerb des Lese- und Schreibvermögens deutlich erschwerend aus. Diese Erkenntnisse wurden auch im Neigungs-Struktur-Test bestätigt, welcher im Rahmen der Abklärung E.________ vom 28. Juni 2012 erhoben wurde. Darin zeigte sich, dass der Versicherte sich in schriftlicher Form nicht verständlich ausdrücken konnte.