Citation: 1B_97/2021 E. 1.2.2

1.2.2. Die Vorinstanz hat im angefochtenen Entscheid unter Verweis auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung (Urteil 1B_136/2012 vom 25. September 2012 E. 3.2) ausgeführt, der Siegelungsvorbehalt von Art. 264 Abs. 3 StPO erstrecke sich nach der Systematik des Gesetzes sowie nach Sinn und Zweck der Vorschrift auch auf Editionsverfügungen gemäss Art. 265 StPO. Berufe sich eine von einer solchen Verfügung betroffene Person auf ein Aussage- bzw. Zeugnisverweigerungsrecht oder auf andere rechtlich geschützte Geheimhaltungsinteressen, sei (wie bei der Beschlagahme) nach den Regeln über die Siegelung (Art. 248 StPO) vorzugehen. In diesen Fällen könne deshalb gegen Editionsverfügungen nicht die StPO-Beschwerde ergriffen werden. Die Rechte des Inhabers bzw. der Inhaberin der herausverlangten Aufzeichnungen und Gegenstände würden durch die Siegelung resp. das richterliche Entsiegelungsverfahren geschützt, weshalb es keines weiteren Rechtsschutzes in Form der Beschwerde bedürfe. Vorliegend mache die Beschwerdeführerin geltend, es sei nicht auszuschliessen, dass sie bei Herausgabe der in der strittigen Editionsverfügung genannten Unterlagen strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden könnte, weshalb sie keine Herausgabepflicht habe und der Herausgabebefehl Art. 265 Abs. 2 lit. a-c StPO verletze. Damit beantrage die Beschwerdeführerin implizit die Siegelung der herausverlangten Unterlagen. Auf die StPO-Beschwerde sei nach dem Gesagten deshalb nicht einzutreten.