Citation: 1C_678/2023 E. 4.2

4.2. Die formelle Natur des Gehörsanspruchs gebietet prinzipiell, einen Entscheid aufzuheben, wenn er in Verletzung des rechtlichen Gehörs erging (BGE 144 I 11 E. 5.3; 135 I 187 E. 2.2; ALBERTINI, a.a.O., S. 450). Die strittige Baubewilligung konnte allerdings nicht an einem solchen Mangel leiden, wurde das Akteneinsichtsgesuch doch wie eingangs geschildert erst nach der Eröffnung des Bauentscheids gestellt. Kommt hinzu, dass eine allfällige Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör unter den gegebenen Umständen ohnehin nicht besonders schwer wiegen würde: Den Beschwerdeführenden wurde die Akteneinsicht und die Möglichkeit, Kopien anzufertigen, nicht grundsätzlich verweigert, lediglich deren Modalitäten gaben Anlass zum Rechtsstreit. Die gerügte Gehörsverletzung hätte damit von vornherein nicht zur Aufhebung der angefochtenen Baubewilligung geführt, sondern hätte durch ein weiteres Gesuch um Akteneinsicht und anschliessende Stellungnahme im Rekursverfahren behoben werden können. In ihrer Beschwerde an das Bundesgericht machen die Beschwerdeführenden nicht geltend, dass sie ein solches Gesuch vor dem Baurekursgericht gestellt hätten. Dies ist aus den Akten auch nicht ersichtlich. Hierzu wären sie nach Treu und Glauben (Art. 5 Abs. 3 BV; vgl. BGE 143 V 66 E. 4.3 am Anfang) allerdings gehalten gewesen, wenn sie behaupten, die Art und Weise der von der kommunalen Baubehörde gewährten Akteneinsicht bzw. die Lesbarkeit der erstellten Kopien habe ihnen verunmöglicht, das Projekt auf seine Vereinbarkeit mit den Bauvorschriften zu überprüfen und diesbezüglich Rügen vorzutragen. Indem die Beschwerdeführenden von einer erneuten Ausübung ihres Rechts absahen, haben sie eine potenzielle Heilung der behaupteten Gehörsverletzung selbst vereitelt (vgl. auch Urteil 1C_381/2022 vom 8. September 2023 E. 2.3). Unter diesen Umständen besteht an einer blossen Rückweisung kein schützenswertes Interesse.