Citation: 4C.424/2004 15.03.2005 E. 6

Zusammenfassend ist damit festzuhalten, dass der Kläger im vorliegenden Fall auf die Genauigkeit der ihm unterbreiteten Kostenschätzung unter Ausschluss einer Toleranz von 10 % vertrauen durfte (Erwägung 4 vorne). Ferner steht fest, dass er bei rechtzeitiger Kenntnis der Unrichtigkeit der Kostenschätzung auf das Bauvorhaben verzichtet oder dieses jedenfalls auf kostengünstigere Weise realisiert hätte, um jegliche Mehrkosten gegenüber der geschätzten, für ihn gerade noch tragbaren Baukostensumme von Fr. 1'695'000.-- zu verhindern (vorstehende Erwägung 5.1). Schliesslich weist die Baute keinen der Kostenüberschreitung entsprechenden Mehrwert gegenüber dem Kostenvoranschlag auf, der dem Kläger als Vorteil auf seinen Schaden anzurechnen wäre (Erwägung 5.2). Bei dieser Sachlage hat die Vorinstanz zu Recht erkannt, dass sich der zu ersetzende Vertrauensschaden auf den vollen Betrag der Kostenüberschreitung unter blossem Abzug der von ihm zu vertretenden Mehrkosten für Ausbau und Änderungswünsche beläuft. Da das Verhalten der Klägers bereits bei der Ermittlung des Vertrauensschadens berücksichtigt ist, insbesondere indem festgestellt wurde, dass ihm im Zeitpunkt, als ihm die Kostenüberschreitung bekannt wurde, nichts anderes übrig blieb, als das Projekt in der geplanten Form fertig stellen zu lassen, besteht für eine Reduktion des Schadenersatzes wegen Selbstverschuldens nach Art. 99 Abs. 3 OR in Verbindung mit Art. 43 f. OR kein Raum (vgl. dazu Schumacher, a.a.O., Rz. 786; Fellmann, a.a.O., S. 243 f.). Auch die entsprechenden Vorbringen der Beklagten erweisen sich damit ohne weiteres als unbegründet.