Citation: 5A_23/2010 31.03.2010 E. 5

5.1 Das Kantonsgericht hielt in tatsächlicher Hinsicht fest, aus dem Urteil des Kantonsgerichts St. Gallen gehe deutlich hervor, dass schon bei der Rentenfestsetzung die möglichen Auswirkungen der Pensionierung des Beschwerdeführers auf dessen Leistungsfähigkeit berücksichtigt worden seien. Namentlich habe es auf den Zeitpunkt seiner Pensionierung mit der Möglichkeit eines Verkaufs der Y.________ AG sowie der Realisierung der in den privaten Liegenschaften gebundenen Vermögenswerte gerechnet. Sodann müsse die Tatsache, dass das Gericht trotz des im Pensionierungszeitpunkt bedeutend kleineren Einkommens des Beschwerdeführers der Beschwerdegegnerin eine unbefristete Rente zugesprochen hat, abgeleitet werden, es habe einen Vermögensverzehr als zumutbar erachtet (angefochtenes Urteil E. 4c S. 8). Hingegen stelle sich heraus, dass sich die Y.________ AG nicht (mehr) wie vom Kantonsgericht St. Gallen angenommen verkaufen lasse und damit nicht die erwarteten liquiden Mittel generiert werden können. Gesamthaft betrachtet habe in den vergangenen Jahren ein erheblicher Vermögensverzehr stattgefunden, mit welchem zum Zeitpunkt des Scheidungsurteils nicht gerechnet und der auch vom Kantonsgericht St. Gallen nicht in einem derartigen Ausmass erwartet worden sei (angefochtenes Urteil E. 8 S. 22). Unter diesen Umständen sei die Voraussetzung einer unvorhergesehenen, erheblichen und dauernden Verschlechterung der wirtschaftlichen Verhältnisse des Beschwerdeführers als erfüllt zu betrachten. 5.2 Wie die Beschwerdegegnerin zu Recht darauf hinweist, ist im Sinne einer tatsächlichen Vermutung anzunehmen, dass vorhersehbare Veränderungen im Scheidungsurteil auch tatsächlich berücksichtigt wurden (s. E. 2.2), weshalb dem Beschwerdeführer die Beweislast obliege, wenn er nun das Gegenteil behaupte (s. E. 2.4). Insofern die Beschwerdegegnerin eine Verletzung von Art. 8 ZGB behauptet, trifft ihre Rüge ins Leere. Art. 8 ZGB knüpft stets an den Begriff und die Folgen der Beweislosigkeit an (Urteil 4A_526/2009 vom 21. Dezember 2009 E. 1.2.2). Wo das Gericht - wie hier - in Würdigung von Beweisen zur Überzeugung gelangt, eine Tatsachenbehauptung sei bewiesen oder widerlegt, liegt Beweiswürdigung vor und die Rüge der Verletzung von Art. 8 ZGB wird gegenstandslos. Das Kantonsgericht hat Beweis geführt. Es ist, wie bereits ausgeführt, in tatbeständlicher Hinsicht zum Schluss gekommen, dass in den vergangenen Jahren ein erheblicher Vermögensverzehr stattgefunden habe, mit welchem zum Zeitpunkt des Scheidungsurteils nicht gerechnet und der auch vom Kantonsgericht St. Gallen nicht in einem derartigen Ausmass erwartet worden sei (angefochtenes Urteil E. 8 S. 22). Damit liegt ein Beweisergebnis vor, und die Beschwerdegegnerin vermag nicht darzutun, weshalb dieses willkürlich sein soll (s. auch E. 5.3 sogleich). 5.3 Weiter hält die Beschwerdegegnerin dafür, selbst wenn man davon ausgehe, dass sich das Vermögen des Beschwerdeführers seit dem Scheidungsurteil um rund 2/5 auf rund Fr. 650'000.-- reduziert habe, müsse diese Reduktion vor dem Hintergrund, dass das Scheidungsgericht für die Zeit nach der Pensionierung ein jährliches Einkommen von lediglich Fr. 45'000.-- als möglich erachtet habe und seit der Pensionierung des Beschwerdeführers zehn Jahre vergangen seien, als im Scheidungsurteil einkalkuliert zu betrachten. Die Vorinstanz sei jedoch ohne weitere Ausführungen und Anhaltspunkte davon ausgegangen, dass mit einem Vermögensverzehr von 2/5 zum Zeitpunkt des Scheidungsurteils nicht gerechnet worden sei. Worauf die Beschwerdegegnerin ihre Behauptung stützt, das Scheidungsgericht habe für die Zeit nach der Pensionierung des Beschwerdeführers mit einem jährlichen Einkommen von lediglich Fr. 45'000.-- gerechnet, ist unerfindlich. Jedenfalls findet sich im angefochtenen Urteil diesbezüglich keine Feststellung. Damit fällt die Rüge in sich zusammen; darauf ist nicht einzutreten.