Citation: I 314/05 19.10.2005 E. 3.2

3.2.1 Das durch die Vorinstanz genannte Einkommen aus der Nebentätigkeit als Fotograf wurde in den Jahren 2001 und 2002 erzielt, als der Beschwerdeführer noch zu 80 % respektive (ab 1. August 2002) zu 60 % als Lehrer erwerbstätig war und die psychische Problematik bereits bestand. Unter diesen Umständen rechtfertigt sich die Annahme, durch die Tätigkeit als Fotograf könne der Versicherte - im Rahmen der auf 50 % beschränkten Zumutbarkeit - auch mit der gesundheitlichen Einschränkung im Jahr 2003 ein grundsätzlich gleich hohes Einkommen pro Zeiteinheit erzielen wie in den Jahren zuvor. Demgegenüber erlaubt die Höhe des ihm durch die neugegründete GmbH ausgerichteten Lohnes keine zuverlässigen Rückschlüsse auf den tatsächlich möglichen Verdienst. Da die zum psychischen Beschwerdebild führende Belastungssituation in den Jahren 2001 und 2002 bereits gegeben war, ist nicht davon auszugehen, dass der Versicherte gesamthaft ein Pensum von mehr als 100 % bewältigt hat. Die durch das kantonale Gericht genannte Zahl von Fr. 22'027.- für das Jahr 2001 entspricht daher einem Pensum von 20 %. Der Betrag für 2002 von Fr. 38'151.- wurde bis Juli ebenfalls neben einer 80%-igen, ab August neben einer 60%-igen Anstellung als Lehrer erzielt, entspricht also sieben Monaten à 20 % und fünf Monaten à 40 %. Umgerechnet auf ein 20%-Pensum resultiert ein Betrag von Fr. 26'930.- (38'151 : 340 % x 240 %). Für beide Jahre gesamthaft ergibt sich somit aus den von der Vorinstanz genannten Zahlen bei Hochrechnung auf eine Vollzeittätigkeit ein durchschnittliches jährliches Einkommen von rund Fr. 120'000.-. Das Valideneinkommen aus der Lehrertätigkeit zu 80 % ist demnach um einen Betrag von Fr. 24'000.- zu erhöhen, während beim Invalideneinkommen die Verwertung der Arbeitsfähigkeit als Fotograf von 50 % Einkünften von Fr. 60'000.- entspricht, welche durch solche aus einer ebenfalls halbtags auszuübenden administrativen Arbeit in einem Büro ergänzt werden können. Der Beschwerdeführer lässt allerdings geltend machen, die durch die Vorinstanz für die Fotografentätigkeit eingesetzten Beträge seien zu hoch, weil das 2001 und 2002 erzielte Einkommen teilweise auf frühere Aufträge zurückgehe und ausserdem verschiedene Ausgaben nicht berücksichtige. Inwieweit diese Aussagen zutreffen, lässt sich auf Grund der Akten nicht beurteilen; es kann jedoch angesichts der bei einem Fotografen üblichen Kostenstruktur davon ausgegangen werden, dass den erwähnten Umständen durch einen Abzug von 50 % in mehr als ausreichendem Mass Rechnung getragen wird. Im Rahmen einer darauf basierenden Alternativberechnung zu den oben genannten Beträgen wären somit die Einnahmen aus der Tätigkeit als Fotograf beim Valideneinkommen anstatt mit Fr. 24'000.- mit Fr. 12'000.- (neben dem 80%-Pensum als Reallehrer) und beim Invalideneinkommen anstatt mit Fr. 60'000.- mit Fr. 30'000.- (neben dem 50%-Pensum in einer administrativen Bürotätigkeit) zu beziffern. 3.2.2 Auf der Basis der genannten Zahlen setzt sich das Valideneinkommen zusammen aus dem Verdienst als Reallehrer bei einem 80%-Pensum von Fr. 99'615.10 und den Einkünften als Fotograf von höchstens Fr. 24'000.- (ausgehend von den durch das kantonale Gericht genannten Zahlen) und mindestens Fr. 12'000.- (unter Berücksichtigung eines Maximalabzugs von 50 %, um den in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde genannten Umständen Rechnung zu tragen). Dies ergibt einen Betrag von Fr. 123'615.10 bei der Berechnung ohne Abzug und einen solchen von Fr. 111'615.10 bei der Berechnung mit maximalem Abzug. 3.2.3 Das Invalideneinkommen besteht nach dem Gesagten einerseits aus dem durch die Fotografentätigkeit bei einem Pensum von 50 % erzielbaren Verdienst, welcher sich auf maximal Fr. 60'000.- und minimal Fr. 30'000.- beläuft. Bezüglich der Verdienstmöglichkeiten in der ausserdem zumutbaren administrativen Bürotätigkeit erwog das kantonale Gericht, es sei dem Beschwerdeführer - bei Zugrundelegung eines ausgeglichenen Arbeitsmarktes - möglich, bezogen auf ein Vollzeitpensum ein jährliches Einkommen von Fr. 83'930.80 zu erzielen. Ausgegangen wurde vom Zentralwert des Einkommens von Männern, welche im Bereich der Sekretariats- und Kanzleiarbeiten oder anderer kaufmännisch-administrativer Tätigkeiten mit der Verrichtung selbstständiger und qualifizierter Arbeiten (Anforderungsniveau 2) befasst sind. Auf der Basis des entsprechenden Wertes der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) 2002 ergab sich unter Berücksichtigung eines prozentualen Abzugs (dazu BGE 126 V 79 f. Erw. 5b) von 12 % der genannte Betrag. Der Beschwerdeführer wendet dagegen ein, er verfüge über keine kaufmännische Ausbildung und habe mit seiner Berufserfahrung als Lehrer sowie angesichts seines Alters auch keine Chance, eine derartige Anstellung zu finden. Durch das Vorgehen des kantonalen Gerichts würden die Grenzen zwischen den verschiedenen beruflichen Betätigungsfeldern verwischt. Der Vorinstanz ist insofern beizupflichten, als der Beschwerdeführer durch seine beruflichen Kenntnisse und Erfahrungen in die Lage versetzt wird, nach einer relativ kurzen Einarbeitungszeit ohne zusätzliche Grundausbildung beispielsweise einer Tätigkeit als Sachbearbeiter nachzugehen. Stellt man diesbezüglich innerhalb der Tabellenwertes für "andere kaufmännisch-administrative Tätigkeiten" (LSE 2002, S. 51 f., Tabelle A7) anders als das kantonale Gericht nicht auf das Anforderungsniveau 2 ab, sondern zieht den Zentralwert für das Anforderungsniveau 3 (Berufs- und Fachkenntnisse vorausgesetzt) bei, ergibt sich ein Betrag von Fr. 6098.- pro Monat, entsprechend Fr. 73'176.- pro Jahr oder, hochgerechnet von 40 auf 41.7 Wochenstunden (Die Volkswirtschaft 9/2005 S. 90 Tabelle B9.2) sowie unter Berücksichtigung der Lohnentwicklung von 2002 auf 2003 (+1.6 %; Bundesamt für Statistik, Lohnentwicklung 2003, S. 38, Bereich Büro und Technik), Fr. 77'506.-. Bei einem Pensum von 50 % resultiert damit ein Einkommen von Fr. 38'753.-. Ein prozentualer Abzug von diesem Betrag rechtfertigt sich nicht, da ausser der Teilzeitarbeit keine Umstände vorliegen, welche sich erfahrungsgemäss lohnmindernd auswirken können (vgl. BGE 126 V 78 Erw. 5a/cc, 79 Erw. 5b/aa) und dem Beschwerdeführer auf Grund seiner ausbildungsmässigen Voraussetzungen prinzipiell auch höher entlöhnte Tätigkeiten zugänglich sind. Zusammen mit den Einkünften als Fotograf ergibt sich damit ein Invalideneinkommen von Fr. 98'753.- (maximales Fotografeneinkommen) oder Fr. 68'753.- (minimales, um 50 % reduziertes Fotografeneinkommen). Dies führt zu einem Invaliditätsgrad von 20 % (Valideneinkommen Fr. 123'615.-; Invalideneinkommen Fr. 98'753.-) bei der Berechnung ohne Abzug und von 38 % (Valideneinkommen Fr. 111'615.-; Invalideneinkommen Fr. 68'753.-) bei der Berechnung mit dem Maximalabzug von 50 %. Ein rentenbegründender Invaliditätsgrad wird also auch dann nicht erreicht, wenn das durch die Vorinstanz herangezogene Einkommen aus der Tätigkeit als Fotograf - nach Anpassung an das jeweils noch zur Verfügung stehende Pensum - zusätzlich um 50 % reduziert wird, um den in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde erhobenen Einwänden Rechnung zu tragen. 3.3 Wird das Invalideneinkommen mit Blick auf eine reine administrative Bürotätigkeit festgelegt, ergibt sich kein anderes Resultat: Das Valideneinkommen entspricht diesfalls dem Lohn aus einem 80%-Pensum als Lehrer von Fr. 99'615.-, erhöht um den auf ein 20%-Pensum umgerechneten durchschnittlichen Verdienst der Jahre 2001 und 2002 aus der Tätigkeit als Fotograf (Fr. 24'000.-, vgl. Erw. 3.2.1 und 3.2.2 hievor). Dies ergibt die bereits genannte Summe von Fr. 123'615.-. Das Invalideneinkommen wäre nach dem Gesagten auf Fr. 77'506.- zu beziffern (Erw. 3.2.3 hievor). Der resultierende Invaliditätsgrad von 37 % ist wiederum nicht rentenbegründend. Er müsste zudem wohl noch tiefer angesetzt werden, da das Valideneinkommen Einkünfte aus der Fotografentätigkeit enthält, welche der Beschwerdeführer selbst als zu hoch kritisiert.