Citation: I 467/99 12.03.2001 E. 5

5.- Damit bleibt zu prüfen, wie sich die fachärztlich festgestellte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in erwerblicher Hinsicht auswirkt. Der Invaliditätsgrad eines erwerbstätigen Versicherten ist mittels eines Einkommensvergleichs zu ermitteln. a) An seiner bisherigen Arbeitsstelle hatte der Beschwerdeführer im Jahre 1993 jährlich Fr. 78 600. - verdient. Die Vorinstanz ging bei der Bestimmung des Valideneinkommens von diesem Lohn aus und erhöhte ihn um die von 1993 bis 1997 eingetretene Teuerung, was einen hypothetischen Jahresverdienst von Fr. 81 979. - ergab. Der Beschwerdeführer verlangt demgegenüber, dass stattdessen von den Verdienstzahlen auszugehen sei, welche die SUVA ihren Berechnungen (Einkommen während des Jahres vor dem Versicherungsereignis) zugrunde gelegt hatte (Fr. 82 730. - [1992/ 93]). Unter Berücksichtigung der Teuerung von 4.3 % belaufe sich das massgebliche Valideneinkommen deshalb auf Fr. 88 567. -. Dem Beschwerdeführer kann nicht gefolgt werden. Denn die Erhebungen der SUVA sind vorliegend nicht massgeblich, handelt es sich dabei doch um den versicherten Verdienst im Jahre vor dem Unfall bzw. der Berufskrankheit im Sinne von Art. 15 Abs. 2 UVG und nicht um den im Rahmen des Einkommensvergleichs massgeblichen Validenlohn gemäss Art. 18 Abs. 2 UVG bzw. Art. 28 Abs. 2 IVG. Ob die hypothetischen Einkommensverhältnisse, wie sie die Vorinstanz festgelegt hatte, richtig sind, kann offen bleiben. Soweit sich nämlich keine zuverlässigen Angaben feststellen liessen, müsste allenfalls auf Tabellenlöhne (vgl. nachfolgend) abgestellt werden. Diese lägen, ausgehend von der durchschnittlichen Entlöhnung für Arbeiten im Anforderungsniveau 3 (Berufs- und Fachkenntnisse vorausgesetzt), mit Fr. 65 820. - im Jahr 1997 jedenfalls bedeutend tiefer. b) Für die Bemessung des trotz Gesundheitsschadens noch realisierbaren Einkommens können, insbesondere wenn der Versicherte nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihm an sich noch zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, Tabellenlöhne beigezogen werden. Dazu ist seit 1994 von den Tabellenlöhnen auszugehen, die in der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik ausgewiesen sind. Bei deren Anwendung ist zu beachten, dass die erfassten Löhne auf einer wöchentlichen Arbeitszeit von 40 Stunden beruhen, Teilzeitbeschäftigte in der Regel überproportional weniger verdienen als Vollzeitangestellte (BGE 126 V 76 Erw. 3b/bb mit Hinweisen) und gesundheitlich beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern lohnmässig benachteiligt sind (BGE 126 V 78 Erw. 5a/bb mit Hinweisen). Es ist anhand der gesamten Umstände des konkreten Einzelfalles zu prüfen, ob und in welchem Ausmass das hypothetische Einkommen als Invalider zusätzlich reduziert werden muss (BGE 126 V 78 Erw. 5a/bb mit Hinweisen). Mit der bestehenden Gesundheitsschädigung sind dem Beschwerdeführer nur noch einfache, intellektuell nicht sehr anspruchsvolle Tätigkeiten zumutbar, welche zudem wenig Teamfähigkeit verlangen. Damit ist für die Ermittlung des Invalideneinkommens auf das Anforderungsniveau 4 abzustellen, welches die einfachen und repetitiven Tätigkeiten umfasst. Bei solchen Tätigkeiten konnten Männer im privaten und öffentlichen Sektor im Jahr 1996 Fr. 4399. - erzielen (Tabelle TA 3 der LSE 1996), was auf der Basis einer betriebsüblichen durchschnittlichen Arbeitszeit von 41,9 Stunden (vgl. LSE 1994 S. 42) und unter Berücksichtigung der Nominallohnerhöhung von 0,5 % von 1996 auf 1997 (Die Volkswirtschaft, 1999 Heft 2, Anhang S. 28, Tabelle B 10.2) im Jahre 1997 ein Gehalt von monatlich Fr. 4631. - (einschliesslich 13. Monatslohn [LSE 1994 S. 43]) und jährlich Fr. 55 572. - ergibt. Vorliegend erscheint unter Berücksichtigung aller Umstände (reduzierter Beschäftigungsgrad, verminderte Einsetzbarkeit) ein Abzug vom Tabellenlohn von 25 % als angemessen. Auf der Grundlage einer aus medizinischer Sicht auf 50 % reduzierten Arbeitsfähigkeit ergibt sich ein massgebendes Invalideneinkommen von Fr.20839. -(Fr. 55572. -abzüglich25%= Fr. 41 679. -, davon 50 %). c) Der Vergleich des Invalideneinkommens von Fr. 20 839. - mit dem Validenlohn von Fr. 81 979. - führt somit zu einem Invaliditätsgrad von rund 76 %. Damit hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine ganze Rente.