Citation: 1B_5/2015 E. 4.4

4.4. Eine gewisse Bedeutung, insbesondere für die Beurteilung der Wiederholungsgefahr, kommt sodann dem im solothurnischen Strafprozess eingeholten forensisch-psychiatrischen Gutachten der Luzerner Psychiatrie vom 8. Oktober 2014 zu. Wenn die basellandschaftlichen Strafverfolgungsbehörden, obwohl das Verfahren in diesem Kanton schon länger hängig ist als im Kanton Solothurn, vorher von Haft absahen und erst im Dezember 2014 Haft erwogen, lässt sich dies mit der Änderung der Ausgangslage durch dieses Gutachten rechtfertigen. Es ist daher nicht zu beanstanden, dass die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft weder ursprünglich noch vor dem erstinstanzlichen Strafgericht, das am 28. Oktober 2014 entschied, strafprozessuale Haft beantragte. Das Gutachten lag der basellandschaftlichen Staatsanwaltschaft vor der Inhaftierung des Beschwerdeführers im Kanton Solothurn nicht vor. Es erging zwar vor dem erstinstanzlichen Strafurteil des basellandschaftlichen Strafgerichts; der Beschwerdeführer befand sich damals aber im Kanton Solothurn immer noch in Untersuchungshaft. Am 3. Dezember 2014 wies das solothurnische Obergericht das solothurnische Haftgericht an, die Haftentlassung des Beschwerdeführers unter geeigneten Auflagen zu verfügen. Erst in diesem Zeitpunkt stellte sich die Frage nach einem allfälligen basellandschaftlichen Haftentscheid. Die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft handelte denn auch unverzüglich und beantragte schon tags darauf, am 4. Dezember 2014, beim Kantonsgericht des Kantons Basel-Landschaft die Haftanordnung im Kanton Basel-Landschaft, also noch bevor das solothurnische Haftgericht am 8. Dezember der Anweisung seines Obergerichts nachkam.