Citation: 6B_963/2021 E. 3.2

3.2. Wer ein Rechtsmittel ergriffen hat, kann dieses zurückziehen (Art. 386 Abs. 2 StPO). Der Rückzug eines Rechtsmittels ist endgültig, es sei denn, die Partei sei durch Täuschung, eine Straftat oder eine unrichtige behördliche Auskunft zu ihrer Erklärung veranlasst worden (Art. 386 Abs. 3 StPO). Der Rückzug einer Berufung ist daher in der Regel verbindlich (BGE 147 IV 36 E. 2.6.2). Das Gericht schreibt hierauf den Fall als durch Rückzug erledigt mit Beschluss bzw. Verfügung ab (SCHMID/JOSITSCH, Schweizerische Strafprozessordnung, Praxiskommentar, 3. Aufl. 2018, N. 4 zu Art. 386 StPO). Nach dem Rückzug ist die Situation nicht anders, als wäre das Rechtsmittel nie erhoben worden. Das Verfahren vor der Berufungs- oder Beschwerdeinstanz wird mit dem Rückzug unmittelbar beendet und der Abschreibungsbeschluss hat lediglich deklaratorischen Charakter (BGE 141 IV 269 E. 2.2.3 mit Hinweisen; Urteil 6B_790/2015 vom 6. November 2015 E. 3.3; zum Rückzug der Einsprache gegen einen Strafbefehl: Urteile 6B_442/2021 vom 30. September 2021 E. 4.1; 6B_783/2017 vom 12. März 2018 E. 3.3.2; je mit Hinweis).