Citation: H 77/05 12.12.2005 E. 5

Der Eintritt des Schadens und dessen Höhe sind unbestritten. Ebenso steht fest, dass die Ausgleichskasse die Schadenersatzverfügung innert der einjährigen Verwirkungsfrist des Art. 82 Abs. 1 AHVV erlassen hat. Ferner hat die Vorinstanz zu Recht festgehalten, dass die A.________ AG die ihr obliegenden Beitragszahlungsverpflichtungen nur unvollständig erfüllt und damit Vorschriften im Sinne von Art. 52 AHVG missachtet hat, was grundsätzlich die volle Schadendeckung nach sich zieht. Streitig und zu prüfen ist einzig, ob die Missachtung öffentlich-rechtlicher Arbeitgeberpflichten, welche den Schaden verursacht hat, auf ein vorsätzliches oder grobfahrlässiges Verhalten des Beschwerdegegners zurückzuführen ist. 5.1 Das kantonale Gericht gelangte zur Auffassung, dass der Beschwerdegegner durch die Sperrung der Bankkonten der Z.________ AG, von welcher die A.________ AG finanziell abhängig gewesen sei, durch die Bezirksanwaltschaft am 8. Januar 2001 überrascht worden sei. Dass er die Lohnzahlungen in der Folge nicht sofort eingestellt, sondern nach alternativen Geldquellen gesucht und dabei die Bezahlung der geschuldeten Sozialversicherungsbeiträge zurückgestellt habe, könne noch nicht als grobe Fahrlässigkeit qualifiziert werden. Zu berücksichtigen sei insbesondere auch die relativ kurze Dauer des Beitragsausstandes (vom Januar/Februar bis Juni 2001). Entscheidend falle dabei ins Gewicht, dass es sich um bescheidene Beitragsausstände gehandelt habe, seien doch bis Konkurseröffnung am 20. November 2001 erst Beiträge (einschliesslich Nebenkosten) in der Höhe von insgesamt Fr. 8884.70 in Rechnung gestellt worden. 5.2 Die Ausgleichskasse wendet ein, die Dauer des Beitragsausstandes von fünf Monaten könne nicht als kurz bezeichnet werden. Zudem habe die nachmalige Konkursitin das Beitragswesen auch zuvor nicht einwandfrei und straff gehandhabt, sondern habe wiederholt gemahnt und betrieben werden müssen. Nachdem bereits am 8. Januar 2001 die Kontensperrung erfolgte, sei nicht nachvollziehbar, weshalb weiterhin bis Juni 2001 Löhne ausbezahlt und gewisse Forderungen von Lieferanten beglichen wurden, nicht aber die Beitragsausstände. Schliesslich könne die eher geringe Höhe des Schadens nicht zum Anlass genommen werden, um ein haftungsbegründendes Verschulden zu verneinen. 5.3 Den Vorbringen der Ausgleichskasse ist beizupflichten. Nach der Rechtsprechung ist die kurze Dauer des Beitragsausstandes als ein Element im Rahmen der Gesamtwürdigung aller Umstände zu berücksichtigen und kann als Entlastungsgrund zur Verneinung der Schadenersatzpflicht führen (BGE 121 V 244 f. Erw. 4 und 5; Urteil G. vom 14. März 2005, H 201/04). Abgesehen davon, dass ein fünf Monate dauernder Beitragsausstand im Lichte der zitierten Rechtsprechung kaum als kurz bezeichnet werden könnte, kann anders als in dem BGE 121 V 244 f. zu Grunde liegenden Fall gestützt auf die Feststellungen der Vorinstanz nicht gesagt werden, die Konkuristin habe das Beitragswesen einwandfrei und straff gehandhabt. Sodann ist die (geringe) Höhe des eingetretenen Schadens kein Kriterium für die Beurteilung des Verschuldens. Vielmehr bildet der Eintritt eines Schadens, ungeachtet der Höhe, die Grundvoraussetzung der Arbeitgeber- und Organhaftung nach Art. 52 AHVG. Weitere Gründe, welcher zu einer Entlastung des Beschwerdegegners zu führen vermöchten, sind nicht erkennbar, weshalb dieser den der Ausgleichskasse entstandenen Schaden grundsätzlich zu ersetzen hat. 5.4 In der von der Ausgleichskasse letztinstanzlich geltend gemachten Schadenersatzforderung von Fr. 8884.75 sind unbezahlt gebliebene Beiträge an die kantonale Familienausgleichskasse in der Höhe von Fr. 2507.25 enthalten. In diesem Umfang ist auf die Verwaltungsgerichtsbeschwerde nicht einzutreten (Erw. 2 hievor), weshalb die Schadenersatzpflicht des Beschwerdegegners im vorliegenden Verfahren nur im Betrag von Fr. 6377.50 (Fr. 8884.75 minus Fr. 2507.25) zu bejahen ist.