Citation: 5A_303/2021 E. 5.4

5.4. Nach dem weiteren Dafürhalten des Beschwerdeführers hatte die Beschwerdegegnerin aktenkundig im Oktober 2017 den Entschluss gefasst, die Scheidungskonvention anzufechten. Bereits damals habe sie hinreichend Kenntnis von neuen Tatsachen und Beweismitteln gehabt, um das Revisionsgesuch einzureichen. Ihre frühere Behauptung, erst im Oktober 2019 Vermutungen über gewisse Revisionsgründe angestellt zu haben, überzeuge nicht. Glaubwürdiger sei die Feststellung des Beschwerdeführers, die Beschwerdegegnerin habe "bestimmt schon" während des Scheidungsverfahrens um die massgeblichen Umstände gewusst. Es liege nicht am Beschwerdeführer, die verspätete Geltendmachung der Revisionsgründe nachzuweisen, womit die Vorinstanz Art. 8 ZGB verletze. Das Kantonsgericht missachte ausserdem, dass der Vater der Beschwerdegegnerin nach eigenen Angaben bereits 1999 "Bargeld im Zusammenhang mit der Versicherungseinlage gegeben" habe. Als Versicherungsexperte habe er um die möglichen Auswirkungen dieser Zahlung im Scheidungsfall gewusst. Offenkundige und gerichtsnotorische Tatsachen sowie allgemein anerkannte Erfahrungssätze seien nach Art. 151 ZPO nicht zu beweisen. Die diesbezüglichen Ausführungen des Beschwerdeführers seien daher entgegen der Vorinstanz nicht bloss theoretischer Natur, weshalb der angefochtene Entscheid willkürlich sei und gegen Treu und Glauben verstosse. Das Kantonsgericht gelangte gestützt auf die vorhandenen Beweismittel zum Schluss, der Beschwerdeführer vermöge das Beweisergebnis des Bezirksgerichts nicht zu erschüttern. Entsprechend erachtete die Vorinstanz es als erwiesen, dass die Beschwerdegegnerin nicht vor dem 28. September 2017 von den geltend gemachten Revisionsgründen Kenntnis gehabt und die Revision in der Konsequenz nach Art. 329 Abs. 1 ZPO rechtzeitig eingereicht habe. Die vom Beschwerdeführer unter Hinweis auf Art. 8 ZGB angesprochene Beweislastverteilung regelt die Folgen der Beweislosigkeit und ist gegenstandslos, sobald das Gericht eine bestimmte Tatsachenbehauptung wie hier als erwiesen erachtet (BGE 141 III 241 E. 3.2 [einleitend]). Die diesbezüglichen Vorbringen des Beschwerdeführers gehen damit ins Leere. Sodann missversteht der Beschwerdeführer den Begriff der offenkundigen oder gerichtsnotorischen Tatsache nach Art. 151 ZPO (vgl. dazu Urteile 5A_1048/2019 vom 30. Juni 2021 E. 3.6.1, in: FamPra.ch 2021 S. 1045; 5A_467/2020 vom 7. September 2020 E. 5.2), soweit er diese Bestimmung im Zusammenhang mit der Würdigung einer bestimmten Zeugenaussage anruft bzw. dem Zeugen ein bestimmtes Wissen unterstellt. Weitergehend stützt der Beschwerdeführer seine Ausführungen auf blosse Vermutungen und sachverhaltliche Grundlagen, die von jenen des Kantonsgerichts abweichen, ohne dass er diesem eine offensichtlich unrichtige oder sonst Bundesrecht verletzende Sachverhaltsfeststellung vorwerfen würde. Hierauf ist nicht einzugehen (vgl. vorne E. 2.2). Ohnehin bleibt unerfindlich, weshalb der Beschwerdeführer sich zur Frage äussert, ob die Beschwerdegegnerin erst im Oktober 2019 von den Revisionsgründen Kenntnis erlangt habe, nachdem diese das Revisionsgesuch bereits im Januar 2018 eingereicht hatte (vgl. vorne Bst. A.b).