Citation: 8C_755/2023 E. 4.1.4

4.1.4. Die Beschwerdeführerin bringt vor, die Vorinstanz gelange zwar zum zutreffenden Schluss, dass die Beschwerdegegnerin die Pflicht gehabt hätte, den gemeldeten Verdienst auf seine Orts- und Berufsüblichkeit zu prüfen und die Beschwerdeführerin über das Ergebnis und die Konsequenzen frühzeitig hätte informieren und aufklären sollen. Den Einwand der Beschwerdegegnerin auf die Eigenverantwortlichkeit der Beschwerdeführerin habe das kantonale Gericht zu Recht zurückgewiesen, indem es festgehalten habe, es sei nicht zu erkennen, inwiefern die Beschwerdeführerin ihrer Mitwirkungspflicht nicht nachgekommen sei. Die Vorinstanz verkenne, so die Beschwerdeführerin weiter, dass sie die Tätigkeit bei der C.________ AG vor Erlass der strittigen Rückforderungsverfügung aufgegeben habe. Dies sei ein deutliches Indiz dafür, dass die finanziellen Auswirkungen der Beschäftigung bei diesem Unternehmen ihren Entscheid, diese fortzusetzen oder nicht, prioritär und massgeblich beeinflusst habe. Demnach sei entgegen der Auffassung des kantonalen Gerichts anzunehmen, dass sie bei rechtzeitiger Aufklärung das Arbeitsverhältnis umgehend gekündigt hätte. Hinzu komme, dass sie sich durch die Bestätigung der Vermittelbarkeit mit Verfügung vom 7. Oktober 2021 bestärkt gefühlt habe, mit ihrem Zwischenverdienst sei alles in Ordnung. Insgesamt sei gestützt auf den Grundsatz der allgemeinen Lebenserfahrung davon auszugehen, dass sie eine Tätigkeit aufgenommen habe, die aus nachvollziehbaren Gründen tiefer entlöhnt werde als üblich (Start-up-Unternehmen, Zusatzverdienst nach Umsatz), und diese sofort aufgeben haben würde, wenn sie gewusst hätte, ihr werde ein höherer Zwischenverdienst angerechnet. Die gegenteilige Schlussfolgerung des kantonalen Gerichts erscheine lebensfremd.