Citation: 9C_440/2017 E. 5.2

5.2. Im Gegensatz zu Art. 42 Abs. 6 BGG, welcher eine übermässige Weitschweifigkeit verlangt, genügt es bei Art. 132 Abs. 2 ZPO bereits, wenn die fragliche Eingabe weitschweifig ist. Grundsätzlich geben jedoch - bei beiden Formulierungen (vgl. Adrian Staehelin, in: Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO], 3. Aufl. 2016, Rz. 3 zu Art. 132 ZPO) - insbesondere die folgenden Kriterien darüber Auskunft, ob die Rechtsschrift weitschweifig ist und somit den Gang der Rechtspflege behindert: Umfang des angefochtenen Entscheids sowie früherer oder gegnerischen Rechtsschriften und inhaltliche Abschweifung vom Prozessthema. (Übermässige) Weitschweifigkeit wird etwa angenommen bei langatmigen Ausführungen und Wiederholungen bezüglich einzelner Tat- oder Rechtsfragen, die zur Wahrung eines Anspruchs nicht erforderlich sind und/oder sich in keiner Weise auf das Prozessthema beziehen (Urteile 2C_204/2015 vom 21. Juli 2015 E. 5.4.1, 5A_837/2012 vom 25. Juni 2013 E. 3.2, 1P.14/2007 vom 26. März 2007 E. 3.2 mit Hinweis und 1S.16/2006 vom 9. Januar 2007 E. 2.3; Julia Gschwend, in: Basler Kommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, 3. Aufl. 2017, Rz. 29 zu Art. 132 ZPO; Michael Kramer/Nadja Erk, in: ZPO, Schweizerische Zivilpozessordnung, Art. 1-196, Kommentar, 2. Aufl. 2016, Rz. 13 zu Art. 132 ZPO; Staehelin,a.a.O., Rz. 3 zu Art. 132 ZPO; ferner Laurent Merz, in: Basler Kommentar, Bundesgerichtsgesetz, 2. Aufl. 2011, Rz. 104 zu Art. 42 BGG). Weitschweifigkeit kann ferner auch darin gesehen werden, dass eine Partei zahlreiche Beilagen zu einer Rechtsschrift einreicht, die nicht in erkennbarer Weise mit der konkreten Streitfrage im Zusammenhang stehen (Kramer/Erk,a.a.O.). Die Darlegung komplizierter Sachverhalte und komplexer Rechtsverhältnisse erfordert unter Umständen jedoch ausführliche Erörterungen, die, da sachlich geboten, nicht als (übermässig) weitschweifig zurückzuweisen sind (Urteil 2C_204/2015 vom 21. Juli 2015 E. 5.4.1; Gschwend,a.a.O.; Staehelin,a.a.O.). Auch in derartigen, grundsätzlich zulässigen Fällen darf aber eine Beschränkung auf das Wesentliche erwartet werden. Das Erfordernis der Verständlichkeit verlangt sodann nach einer nachvollziehbaren Struktur der Eingabe. Ob eine Eingabe diesen Anforderungen genügt, hängt auch von den Umständen des Einzelfalls ab (Urteile 2C_204/2015 vom 21. Juli 2015 E. 5.4.1 und 1C_162/2010 vom 18. Mai 2010 E. 4.5).