Citation: 9C_234/2020 E. 3

Das kantonale Gericht würdigte den Abklärungsbericht vom 9. April 2018 sowie die von der Versicherten eingereichten Berichte des Hausarztes vom 7. Februar 2019 und der Wundspezialistin vom 27. Februar 2019. Es gelangte zum Schluss, die Versicherte benötige in den drei Lebensverrichtungen Ankleiden/Auskleiden, Fortbewegung/Pflege gesellschaftlicher Kontakte sowie Körperpflege in erheblicher Weise Dritthilfe. Hingegen liege bezüglich der Reinigung nach Verrichtung der Notdurft keine Hilflosigkeit vor, zumal das protektive Kolostoma im März 2015 rückverlegt worden sei, der Transfer vom Rollstuhl auf die Toilette und zurück selbständig gelinge und die Versicherte über ein Dusch-WC verfüge. Die tägliche Wundpflege und Überwachung von Wunden und offenen Stellen am After sei bereits bei der Körperpflege berücksichtigt worden, so dass sie nicht noch einmal anzurechnen seien. Die Beschwerdeführerin sei zudem nicht dauernd auf lebenspraktische Begleitung von mindestens zwei Stunden pro Woche angewiesen. Unter diesem Titel könne ihr lediglich ein Zeitaufwand von 15 Minuten pro Woche für die persönliche Administration im Zusammenhang mit der Aufrechterhaltung des selbständigen Wohnens sowie ein Aufwand von 45 Minuten pro Woche bei der Haushaltsführung (30 Minuten für die Wohnungspflege sowie 15 Minuten für die Kleiderpflege) angerechnet werden, da mit der Hilflosenentschädigung nur die Grundversorgung sicherzustellen sei und die Versicherte gewisse leichtere Tätigkeiten selbständig erledigen könne. Dem Abklärungsbericht sei insbesondere zu entnehmen, dass sie mit ihrem Rollstuhl Tageseinkäufe erledigen könne; für schwerere Grosseinkäufe und das Wegräumen der Einkäufe zuhause sei eine Mithilfe der 16-jährigen Tochter, die seit August 2018 im selben Haushalt lebe, zumutbar. Liege demnach eine Hilflosigkeit nurmehr in drei alltäglichen Lebensverrichtungen vor und bedürfe die Beschwerdeführerin keiner lebenspraktischen Begleitung im Sinne der Invalidenversicherung, habe die Verwaltung die Hilflosigkeit zu Recht als leicht eingestuft und die Hilflosenentschädigung entsprechend reduziert.