Citation: 5P.354/2002 14.11.2002 E. 5

5.1 Der Beschwerdeführer macht ferner geltend, der Gerichtspräsident habe das Eheschutzverfahren gar nicht selber geführt und instruiert und sei daher nicht in der Lage gewesen, zu beurteilen, ob ein durchschnittliches Verfahren vorgelegen habe. Indem die Inspektionskommission auf die Beurteilung des Gerichtspräsidenten abstelle, verfalle sie in Willkür. In der Tat werde durch Urkunden belegt, dass es sich nicht um ein einfaches Verfahren gehandelt habe, zumal das Urteil 20 Seiten umfasse und auch die dem Eheschutzverfahren zu Grunde liegende Situation nicht einfach gewesen sei, da die Ehefrau seinen Mandanten verlassen und mit den Kindern allein zurück gelassen habe. 5.2 Diese Ausführungen gehen an der Sache vorbei. Die Inspektionskommission hat im Rahmen ihrer freien Prüfung aufgrund der Akten festgestellt, dass sich die Parteien über die Zuteilung der ehelichen Wohnung, die Obhut über die Kinder, das Besuchsrecht des nicht obhutsberechtigten Elternteils einig gewesen sind und sich einzig hinsichtlich der Unterhaltsbeiträge Differenzen ergeben hätten, wobei die Parteien unselbstständig erwerbstätig seien und keine besonderen finanziellen Verhältnisse vorgelegen hätten. Unter diesen Umständen ist die Inspektionskommission nicht in Willkür verfallen, indem sie von einem durchschnittlichen, mit einem Grundhonorar von Fr. 2'500.-- zu entschädigenden Verfahren ausging. Soweit der Beschwerdeführer Tatsachen ins Feld führt, um damit die besondere Schwierigkeit bzw. Bedeutung des Falles zu illustrieren, übt er sich in unzulässiger appellatorischer Kritik am angefochtenen Entscheid, zumal die Inspektionskommission besondere Umstände verneint hat (BGE 125 I 492 E. 1b S. 495, mit Hinweisen).