Citation: U 122/05 30.08.2005 E. 3

3.1 Dabei steht zunächst die Höhe der Arbeitsunfähigkeit in Frage. Während SUVA und Vorinstanz von einer Arbeitsfähigkeit von 100 % in einer wechselbelasteten Tätigkeit ausgehen, spricht der Beschwerdeführer den Berichten des Kreisarztes Dr. med. B.________ vom 31. März und 8. September 2003 gestützt auf das Arztzeugnis des Dr. med. L.________ vom 2. Juli 2003 den Beweiswert ab. Er bemängelt insbesondere, Dr. med. B.________ erwähne den im Jahr 1980 erlittenen Unfall betreffend den linken Daumen nicht. Auf Grund des Unfalles vom 17. Juni 2002 würden sich die damals erlittenen Einschränkungen in Beweglichkeit und Einsetzbarkeit des linken Daumens erstmals massgeblich auswirken, was der Kreisarzt nicht berücksichtigt habe. Insbesondere in der Kombination der Verletzung des Mittelfingers und des Daumens sei ein Halten von Gegenständen nicht mehr möglich. Zwar trifft es zu, dass entgegen der Auffassung des Kreisarztes in seiner Stellungnahme vom 10. Februar 2004 nicht allein auf Grund einer damaligen vollen Arbeitsfähigkeit auf einen fehlenden Zusammenhang der seinerzeit einsetzenden Beschwerden am linken Daumen und der neu hinzugekommenen Beeinträchtigungen am Mittelfinger geschlossen werden kann. Indessen hat der Kreisarzt entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers die vom früher erlittenen Unfall herrührenden Funktionseinschränkungen im Daumen in seine Beurteilungen vom 31. März und 8. September 2003 miteinbezogen. Er stellte bei der Prüfung der Haltefunktion der Hand insgesamt Einschränkungen fest (vgl. Bericht vom 31. März 2003, wonach unter anderem der Spitzgriff mit allen Langfingern möglich sei, bei der Daumenopposition aber eine Sperrdistanz von 3 cm zum Hypothenar bestehe, was von der früheren Verletzung herrühre). Dafür, dass er diese Feststellungen nicht in seine Arbeitsfähigkeitsbeurteilung einfliessen liess, liegen keine Hinweise vor. Demgegenüber erwähnte Dr. med. L.________ in seinem Bericht nur eine Funktionseinbusse der Hand von 30 %, äusserte sich aber, wie die Vorinstanz zutreffend ausgeführt hat, nicht weiter dazu, wie sich diese Funktionseinbusse auf die gesamte Arbeitsfähigkeit auswirkt. Wie dem Bericht sinngemäss eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % in einer Verweisungstätigkeit entnommen werden kann, ist nicht ersichtlich. Eine Arbeitsunfähigkeit wurde von diesem Arzt nur in seinem Bericht vom 2. Juli 2003 für die angestammte Tätigkeit des Beschwerdeführers bescheinigt, wofür dieser denn auch Taggeldleistungen in entsprechender Höhe erhalten hat. Unter diesen Umständen besteht auch kein Anlass für weitere Abklärungen in medizinischer Hinsicht, zumal der Beschwerdeführer auch die von ihm in Aussicht gestellte Stellungnahme des Dr. med. L.________ nicht eingereicht hat. 3.2 Zu prüfen ist sodann, wie sich dieser Gesundheitsschaden und damit der Umstand, dass der Versicherte die während Jahren ausgeübte Tätigkeit als Mechaniker nicht mehr verrichten und stattdessen lediglich noch einer leichten, leidensangepassten Arbeit nachgehen kann, in erwerblicher Hinsicht auswirkt. Während im Rahmen des vorzunehmenden Einkommensvergleichs das Valideneinkommen von Fr. 64'641.- nicht mehr streitig ist, gehen die Auffassungen über die Höhe des Invalideneinkommens auseinander. Dabei steht insbesondere in Frage, ob ein leidensbedingter Abzug im Sinne von BGE 126 V 77 ff. Erw. 4 und 5 zu berücksichtigen ist. 3.2.1 Für die Vornahme des Einkommensvergleichs ist grundsätzlich auf die Gegebenheiten im Zeitpunkt des allfälligen Rentenbeginns abzustellen (BGE 129 V 223 Erw. 4.1, 128 V 174 Erw. 4a); vorliegend also auf diejenigen ab Dezember 2003. Damals war der Beschwerdeführer 64 Jahre alt - sein 65. Alterjahr vollendete er am 24. März 2004. Offensichtlich war das fortgeschrittene Alter bzw. die bevorstehende Pensionierung ein Grund, weshalb er nach der Kündigung per April 2003 keine weitere Erwerbstätigkeit mehr aufnahm. Daher gelangt Art. 28 Abs. 4 UVV zur Anwendung. Danach sind für die Bestimmung des Invaliditätsgrades die Erwerbseinkommen massgebend, die eine versicherte Person im mittleren Alter bei einer entsprechenden Gesundheitsschädigung erzielen könnte, wenn sie nach dem Unfall die Erwerbstätigkeit altershalber nicht mehr aufnimmt oder sich das vorgerückte Alter erheblich als Ursache der Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit auswirkt. 3.2.2 Der Invaliditätsgrad des Beschwerdeführers ist folglich mit den Einkommenszahlen (Validen- und Invalideneinkommen) zu bestimmen, welcher ein Versicherter im mittleren Alter verdienen würde (SVR 1995 UV Nr. 35 S. 106 Erw. 3, RKUV 1990 Nr. U 115 S. 392). Nach der Rechtsprechung liegt das mittlere bei etwa 42 Jahren oder zwischen 40 und 45 Jahren und das vorgerückte Alter im Bereich von rund 60 Jahren bei Rentenbeginn (BGE 122 V 419 Erw. 1b und 427 Erw. 2; RKUV 1996 Nr. U 244 S. 145 f. Erw. 4b; Urteil M. vom 2. September 2004 Erw. 3.1, U 251/04). Es ist davon auszugehen, dass der Versicherte auch im mittleren Alter ein Einkommen von Fr. 64'641.- erzielen könnte. Auch die Festsetzung des Invalideneinkommens gemäss dem Durchschnittslohn gemäss der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung 2002 des Bundesamtes für Statistik (LSE) ist unter diesem Aspekt nicht zu beanstanden (Fr. 4557.- im Monat für einfache und repetitive Tätigkeiten, Anforderungsniveau 4, gemäss LSE 2002 TA1, privater Sektor, unter Berücksichtigung der üblichen Arbeitszeit von 41.7 Stunden in den Jahren 2001 und 2002 sowie der Nominallohnentwicklung von 1.4%, ergebend einen Betrag von Fr. 57'806.-). Nicht gefolgt werden kann der Vorinstanz hingegen bei der Verneinung eines Abzuges vom Tabellenlohn im Sinne von BGE 126 V 77 ff. Erw. 4 und 5. Zwar ist im Lichte von Art 28 Abs. 4 UVV ein Abzug wegen des vorgerückten Alters des Versicherten nicht statthaft. Indes kann nicht deshalb von einem Abzug abgesehen werden, weil bei der Berücksichtigung der Tabellenlöhne der LSE nicht vom Anforderungsniveau 3 "Berufs- und Fachkenntnisse", sondern von Anforderungsniveau 4 ausgegangen worden ist. Vielmehr arbeitete der Versicherte jahrelang in seiner angestammten Tätigkeit als Mechaniker und seine Leistungsfähigkeit ist auch im Rahmen einer geeigneten leichteren Tätigkeit, wie sie ihm als zumutbar erachtet wird, beeinträchtigt, was sich möglicherweise in einer Verdiensteinbusse auswirken kann. Unter diese Umständen und in Anbetracht ähnlich gelagerter Fälle (so wurde bei einer Arbeitsfähigkeit von 100% ein Abzug von 15% angenommen bei Unmöglichkeit von Arbeiten mit ausgesprochener Feinmotorik, wobei die rechte Hand nur noch für die Greiffunktion der Finger I und II und partiell zur Haltefunktion eingesetzt werden konnte und Kälteexposition wie auch Tragen von Lasten über 5 kg zu vermeiden war, Urteil V. vom 26. Juli 2002, U 101/00, sowie bei nur noch möglicher, vorwiegend einarmiger Arbeitsausführung und leichter Haltefunktion von Gewichten unter 1 kg, Urteil B. vom 7. Juni 2004, I 766/02; ein Abzug von 5-10 % hingegen bei einer ganztägig zumutbaren, leichten industriellen Produktions- und Montagetätigkeit bzw. Botengängen oder leichten Archiv- oder Magazinerarbeiten, wobei das Tragen von Lasten über 10 kg und die Vermeidung von Tätigkeiten, bei denen der rechte dominante Arm über Schulterhöhe gehoben werden müsse, als Limitierung betrachtet wurde, Urteil vom 20. Oktober 2003, U 392/00) erscheint deshalb auch im Rahmen der Angemessenheitskontrolle (Art. 132 lit. a OG) ein Abzug von 10 % als gerechtfertigt. 3.2.3 Das hypothetische Invalideneinkommen beläuft sich mit einem Abzug von 10 % somit auf Fr. 52'025.- (57'806.- x 0.9). Verglichen mit dem Valideneinkommen von Fr. 64'641.- resultiert eine Erwerbseinbusse von Fr. 12'616.-, was einem Invaliditätsgrad von aufgerundet 20 % entspricht.