Citation: 1B_507/2019 E. 2.5

2.5. Was die vom Beschwerdeführer geltend gemachte offensichtliche Inaktivität seiner amtlichen Verteidigerin betrifft, legt er nicht dar, dass und inwieweit Verteidigungsleistungen für eine wirksame Verteidigung tatsächlich notwendig gewesen wären. Aus dem Schreiben der amtlichen Verteidigerin an den Beschwerdeführer vom 26. Oktober 2018 geht hervor, dass diese durchaus eine Strategie verfolgt und weitere prozessuale Handlungen ins Auge gefasst hat. Zudem zeigte sie sich ausdrücklich für ein Gespräch über die vom Beschwerdeführer beabsichtigte Verteidigungsstrategie offen. Bezüglich Beratung und Instruktion ist der Stellungnahme der Staatsanwaltschaft an die Vorinstanz vom 3. Mai 2019 zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer infolge prekärer Haftplatzverhältnisse in eine ausserkantonale Vollzugsanstalt habe verlegt werden müssen und für die 17 Einvernahmen jeweils nach Liestal gebracht worden sei, wo er sich mit seiner amtlichen Verteidigerin ungestört habe austauschen können. Inwiefern er von diesem Recht Gebrauch gemacht habe, entziehe sich der Kenntnis der Staatsanwaltschaft. Der Beschwerdeführer hält unter Verweis auf seine Eingaben im kantonalen Beschwerdeverfahren selber fest, dass es nach den Einvernahmen zu kurzen Gesprächen von 10 bis 15 Minuten gekommen sei. Gemäss den Ausführungen der amtlichen Verteidigerin in ihrem Schreiben an die Vorinstanz vom 3. Mai 2019 hätten die Besprechungen und Kontakte mit dem Beschwerdeführer entgegen dessen Darstellung jedoch nicht nur 10 bis 15 Minuten gedauert. Soweit der Beschwerdeführer bemängelt, die amtliche Verteidigerin habe sich nicht um Akteneinsicht bemüht, ist dem bereits erwähnten Schreiben der amtlichen Verteidigerin vom 26. Oktober 2018 zu entnehmen, dass ihr selber keine vollständige Akteneinsicht gewährt worden sei. Wie aus der Beschwerde selber hervorgeht, hat die Staatsanwaltschaft offenbar eine entsprechende Verfügung erlassen. Mithin vermag der Beschwerdeführer mit seinem Vorbringen, ihm seien mangels Akteneinsicht keinerlei Informationen zugekommen und die amtliche Verteidigerin habe sich auch nicht darum bemüht, dies zu ändern, keine Pflichtverletzung darzutun. Dies gilt nach den obigen Ausführungen auch mit Blick auf die seiner Ansicht nach angebrachte Anfechtung der staatsanwaltlichen Verfügung, reicht es doch für einen Wechsel der amtlichen Verteidigung - wie bereits erwähnt (vgl. oben E. 2.1) - noch nicht aus, wenn der Beschwerdeführer abweichende Vorstellungen über die Verteidigungsstrategie hat und seine amtliche Verteidigerin deshalb als nicht mehr geeignet ansieht (vgl. Urteile 1B_397/2018 vom 16. Oktober 2018 E. 2.4; 1B_319/2015 vom 26. November 2015 E. 2.5). Wie aus der Stellungnahme des Beschwerdeführers an das Bundesgericht bzw. aus deren Beilagen hervorgeht, hat auch der aktuelle Rechtsvertreter des Beschwerdeführers noch keine Einsicht in die Einvernahmeprotokolle der Mitbeschuldigten erhalten. Mit Blick auf die Untersuchungshaft bringt der Beschwerdeführer vor, seine amtliche Verteidigerin habe nichts unternommen und auf Stellungnahmen verzichtet. So auch bei der Haftverlängerung im Februar 2019, alser eine eigenhändige Stellungnahme eingereicht habe, worauf dem Antrag der Staatsanwaltschaft um Haftverlängerung in der Folge nur teilweise entsprochen worden sei. Auch wenn nicht restlos klar erscheint, weshalb die amtliche Verteidigerin auf eine eingehende Stellungnahme verzichtete, nachdem bereits das Zwangsmassnahmengericht die Verfahrensführung der Staatsanwaltschaft bemängelt hatte, ist allein aufgrund dieses Umstands vorliegend noch keine Pflichtverletzung gegeben; zumal nicht ersichtlich ist, was ihrer Eingabe vorangegangen war. Auch aus den weiteren Ausführungen des Beschwerdeführers geht nicht hervor, dass dessen amtliche Verteidigerin ihre Pflichten verletzt hätte. Wie erwähnt, liegt es im Zweifelsfall im pflichtgemässen Ermessen der Verteidigerin zu entscheiden, welche Anträge und juristischen Argumentationen sie als sachgerecht und geboten erachtet. Dass dem Beschwerdeführer die bisherige Strategie seiner amtlichen Verteidigerin geschadet hätte, vermag er sodann nicht darzutun. Vielmehr hält er selber fest, es sei unklar, ob seine Interessen durch die Vorgehensweise seiner amtlichen Verteidigerin konkret geschädigt worden seien. Auch soweit die amtliche Verteidigerin in ihrer letzten Stellungnahme an das Bundesgericht vom 6. April 2020 festhält, das Vertrauensverhältnis sei unheilbar und definitiv zerrüttet und eine Verpflichtung zur Verteidigung des Beschwerdeführers sei ihr unter diesen Umständen nicht zumutbar, weshalb sie um Entlassung aus der amtlichen Verteidigung ersuche, führt dies zu keiner abweichenden Beurteilung. Der Wechsel der amtlichen Verteidigung setzt konkrete und objektive Hinweise voraus, die in nachvollziehbarer Weise für eine erhebliche Störung des Vertrauensverhältnisses sprechen. Solche Hinweise fehlen im zu beurteilenden Fall, zumal die amtliche Verteidigerin noch in ihrer Stellungnahme vom 25. Februar 2020 ausführte, sie stelle erneut fest, dass der Beschwerdeführer massive Vorwürfe an ihre Adresse erhebe, um das Vertrauensverhältnis im Nachhinein als zerstört zu begründen, und nicht ersichtlich ist, was sich seither, bis zur erwähnten Stellungnahme vom 6. April 2020, noch geändert hätte.