Citation: 2C_852/2022 E. 7.4.3

7.4.3. Das Bundesgericht hat verschiedentlich festgehalten, dass die Begrenzung der Ausbreitung des Corona-Virus im öffentlichen Interesse liegt (vgl. BGE 148 I 33 E. 6.5; 148 I 19 E. 5.4) und dass auch an Schulen ein gewisses Übertragungsrisiko besteht (vgl. BGE 148 I 89 E. 6.5; Urteil 2C_99/2022 vom 16. Februar 2023 E. 6). Mit Blick auf den vorliegenden Fall ist zudem zu beachten, dass im Zeitpunkt der Anordnung des Schulausschlusses (9. April 2021) bzw. der angefochtenen Verfügung (17. Mai 2021) in der Schweiz die Alpha Variante des Coronavirus vorherrschend war. Dabei handelt es sich um eine Virusmutation, die von Mitte Februar bis Ende Juni 2021 schweizweit die am häufigsten vorkommende Virusvariante war und gemäss der WHO-Klassifizierung als besorgniserregend galt (vgl. die Hinweise im Urteil 2C_99/2022 vom 16. Februar 2023 E. 5.3). Bei neu auftretenden Virusmutationen bestehen naturgemäss verschiedene Unsicherheiten, so namentlich betreffend das Ansteckungsrisiko und die Gefährlichkeit. Das Bundesgericht hat mit Bezug auf die epidemiologische Entwicklung im Frühjahr 2021 bereits erwogen, dass zu jenem Zeitpunkt unklar war, ob die neue Virusmutation ansteckender und auch für Kinder gefährlicher sein könnte (vgl. BGE 148 I 89 E. 7.3). Aus dem Umstand, dass gewisse Fachleute, wie die Beschwerdeführer vorbringen, die Gefährlichkeit des Virus bereits zu Beginn der Pandemie teilweise relativierten, kann höchstens geschlossen werden, dass diese Frage umstritten war, was die Beschwerdeführer im Übrigen selber anerkennen. Soweit sie ferner geltend machen, die Krankheit treffe Kinder nur sehr marginal, ist darauf hinzuweisen, dass das Risiko der Verbreitung des Coronavirus an Schulen nicht nur die Kinder betrifft, sondern auch Lehrkräfte, Eltern und andere Kontaktpersonen, unter denen sich auch Risikopersonen befinden können (vgl. BGE 148 I 89 E. 6.5 und 7.3 i.f.). Auch vor diesem Hintergrund ist das öffentliche Interesse an der Begrenzung der Ausbreitung des Coronavirus im hier massgebenden Zeitpunkt zu bejahen. Nichts zu ihren Gunsten können die Beschwerdeführer aus Vergleichen mit der epidemiologischen Lage im Frühling 2022 ableiten: Wie die Vorinstanz zu Recht ausführt, zirkulierte im Frühjahr 2022 die Omikron-Variante des Virus, die zu weniger schweren Krankheitsverläufen führte (vgl. auch E. 3.5.2 des angefochtenen Urteils), sodass die Ausgangslage eine andere war als im April bzw. Mai 2021.