Citation: 5C.89/2000 05.11.2001 E. A

A.- Im Jahre 1989 schloss X.________, Jahrgang 1904, Doktor der Medizin (Urologie), mit der B.________ eine Unfallversicherung ab. Nebst Taggeld und Invaliditätsentschädigung war eine Todesfallsumme von Fr. 50'000.-- an den Ehegatten vereinbart. In den Allgemeinen Versicherungsbedingungen (AVB) für Unfall- und Krankenversicherung, auf die in der Police als Bestandteil des Vertrags - nebst Zusatzbedingungen - verwiesen wurde, ist unter dem Titel "Umfang der Versicherung" (Art. 2-7) und "Schadenfall" (Art. 16- 20) insbesondere Folgendes geregelt: "Art. 4. Begriffsbestimmungen. Im Sinne dieses Ver- trages gelten als: a) Krankheit: ... b) Unfall: jede Körperschädigung, die der Versicherte durch plötzlich auf ihn einwirkende äussere Gefahr unfreiwillig erleidet. ... Art. 6. Grobe Fahrlässigkeit. Die Gesellschaft verzichtet auf das ihr nach Gesetz zustehende Recht, die Versicherungsleistung zu kürzen, wenn der Versicherungsnehmer oder Anspruchsberechtigte das versicherte Ereignis grobfahrlässig herbeigeführt hat. Art. 16. Pflicht zur ärztlichen Behandlung. In jedem Fall, der voraussichtlich Anspruch auf Versicherungsleistungen gibt, ist so bald als möglich ein Arzt beizuziehen und für zweckmässige Pflege zu sorgen. Der Versicherte hat sich den Anordnungen des Arztes und des Pflegepersonals zu unterziehen. Art. 17. Anspruchsbegründung. Bei Ansprüchen auf Versicherungsleistungen sind folgende Obliegenheiten zu erfüllen: ... Art. 18. Folgen bei vertragswidrigem Verhalten. Bei Zuwiderhandeln gegen die Bestimmungen der Art. 16 und 17 ist die Gesellschaft befugt, ihre Leistungen zu kürzen oder zu verweigern, es sei denn, der Versicherungsnehmer bzw. Anspruchsberechtigte beweise, dass das vertragswidrige Verhalten auf die Folgen der Krankheit oder des Unfalls und deren Feststellung keinen Einfluss ausgeübt hat.. " Am Abend des 11. August 1993 erlitt X.________ bei rund 100 km/h einen Autounfall (Frontalkollision) und wurde mit Verletzungen des Brustkorbs (Thoraxkontusion mit Fraktur der 5. Rippe rechts ventral) nebst einer Schädelprellung und Rissquetschwunden im Gesicht per Helikopter in das Kantonsspital Chur eingeliefert. Entgegen ärztlicher Empfehlung zur stationären Überwachung und nach Unterzeichnung der Bescheinigung, dass "er auf die möglichen medizinischen und rechtlichen Folgen des vorzeitigen Austrittes aufmerksam gemacht worden ist, sowie auf mögliche lebensbedrohliche Komplikationen" (act. 41/4), verliess X.________ gleichentags das Kantonsspital und reiste mit dem Taxi in seine Ferienwohnung nach Celerina. In der Nacht vom 12. auf den 13. August 1993 verstarb X.________, nachdem er am Abend noch über starke Schmerzen im Thorax-Bereich geklagt hatte.