Citation: 1C_15/2023 E. 3.3

3.3. Die Beschwerdeführerin zweifelt an, dass das vorliegend verwendete Axpo-Modell eine taugliche Methode zur Beurteilung der wirtschaftlichen Lage der KWI ist. Was sie dagegen vorbringt, deckt sich weitgehend mit der Kritik, die sie bereits in einem früheren Verfahren zu einem anderen Wasserkraftwerk geäussert hat. Das Bundesgericht hat darin dargelegt, weshalb es keinen Anlass gesehen hat, von der grundsätzlichen Einschätzung des angewandten Modells im zu beurteilenden Anwendungsfall abzuweichen (siehe Urteil 1C_31/2022 vom 21. März 2023 E. 5, publ. in: URP 2023 666). Diese Überlegungen sind auf den vorliegenden Fall übertragbar. So macht die Beschwerdeführerin auch vorliegend geltend, die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Beschwerdegegnerin sei nicht vertieft untersucht und die Mindestrendite nicht errechnet worden. Damit dringt sie nicht durch. Das Axpo-Modell wird als Instrument dazu genutzt, die Mindestrendite zu errechnen, und stützt sich dabei auf Zahlen, die vom kantonalen Amt für Energie verifiziert wurden (Urteil 1C_31/2022 vom 21. März 2023 E. 5.4, publ. in: URP 2023 666). Die Beschwerdeführerin rügt auch nicht, dass die verwendeten Zahlen falsch seien, sondern, dass das Axpo-Modell als solches untauglich für die Berechnung der Restwassermenge sei. Dies wird im Wesentlichen damit begründet, dass diesem Modell die Discounted-Cash-Flow-Methode (DCF-Methode) zugrunde liegt. Gerade in dieser Hinsicht kommt jedoch das Bundesamt für Energie als Fachbehörde des Bundes in seinem Bericht vom 9. Januar 2015 "zur Beurteilung des Axpo-Modells und der wirtschaftlichen Tragbarkeit bei der Restwassersanierung" zu einem anderen Schluss. DCF-Modelle seien aktuell anerkanntermassen die geeignetste Methode zur Bestimmung der Wirtschaftlichkeit komplexer Projekte und fänden in der Wirtschaft breite Anwendung. Das Axpo-Modell sei grundsätzlich geeignet, um die Ertragslage von Kraftwerksgesellschaften zu ermitteln. Zudem seien dessen Eingabeparameter im Grossen und Ganzen nachvollziehbar und ausgewogen. Die von der Beschwerdeführerin vorgebrachte Grundsatzkritik erfährt damit von der Fachbehörde des Bundes klaren Widerspruch (Urteil 1C_31/2022 vom 21. März 2023 E. 5.4, publ. in: URP 2023 666). Auch das von ihr im damaligen vorinstanzlichen Verfahren eingebrachte Parteigutachten, das vorliegend die KWI zu den Akten gelegt hat, stützt ihre Grundsatzkritik an diesem Berechnungsmodell nicht, sondern beanstandet bloss Einzelpunkte, welche die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde jedoch nicht aufgreift. Die Beurteilung der wirtschaftlichen Tragbarkeit einer Restwassersanierung ist immer mit grossen Unsicherheiten behaftet, da sie zum Teil zukunftsbezogen ist (anstelle vieler ENRICO RIVA, Wohlerworbene Rechte - Eigentum - Vertrauen, 2007, S. 168 ff.). Daher ist der von der Beschwerdeführerin wiederholt vorgebrachte Vorwurf, ein solches Modell sei mit grossen Unsicherheiten behaftet, nicht geeignet, dessen Untauglichkeit aufzuzeigen (Urteil 1C_31/2022 vom 21. März 2023 E. 5.4, publ. in: URP 2023 666). Unzutreffend ist zudem, dass die vorliegende Berechnung nicht gestützt auf die konkreten Verhältnisse des betroffenen Kraftwerks erfolgt sei, wie dies die bundesgerichtliche Rechtsprechung (vgl. BGE 139 II 28 E. 2.7.4) verlangt. Selbst das von der Beschwerdeführerin im vorinstanzlichen Verfahren zum bundesgerichtlichen Verfahren 1C_31/2022 eingebrachte Parteigutachten kommt zum Schluss, dass das angewandte Modell "sehr detailliert, gründlich und in der Berechnungsmethode nachvollziehbar" sei, und bestätigt, dass die vom Bundesgericht in BGE 139 II 28 E. 2.7.4 genannten Kriterien berücksichtigt sind. Damit stützt es die grundsätzliche Einschätzung der zuständigen Fachbehörde des Bundes (Urteil 1C_31/2022 vom 21. März 2023 E. 5.4, publ. in: URP 2023 666). Auch im vorliegend zu beurteilenden Fall legt das BFE dar, dass das Axpo-Modell den DCF-Ansatz zur Beurteilung der Wirtschaftlichkeit und darauf basierend zur Einteilung des Kraftwerkes in die unterschiedlichen Wirtschaftlichkeitsklassen anwendet. Der dazu verwendete Vergleich zwischen IRR (Internal Rate of Return oder interner Zinssatz) und WACC (Weighted Average Cost of Capital oder gewichteter durchschnittlicher Kapitalkostensatz) entspreche dem Standardvorgehen und die verwendeten Grenzen (Werte des IRR) beurteilt das BFE als plausibel. Auch legt es dar, weshalb dieser Ansatz der von der Beschwerdeführerin verwendeten Berechnungsart, welche zudem Fehler aufweise, zu bevorzugen sei. Abschliessend hält das BFE fest, es beurteile das im Axpo-Modell verwendete Vorgehen als plausibel, das BFE und das BAFU könnten sich jedoch auch andere Vorgehensweisen vorstellen. Das Bundesgericht sieht vor diesem Hintergrund keinen Anlass, von dieser grundsätzlichen Einschätzung des angewandten Modells im vorliegenden Fall abzuweichen.