Citation: 8C_193/2020 E. 4.1

4.1. Der Kreisarzt med. pract. C.________ untersuchte die Beschwerdeführerin am 18. November 2016 und am 11. April 2017 persönlich. Er äusserte sich in der Folge in mehreren Aktenbeurteilungen zu den aktuellen Berichten der behandelnden Ärzte und nahm zur Unfallkausalität der geklagten Beschwerden Stellung. In seinem letzten Bericht vom 12. November 2018 wies er erneut darauf hin, dass die klinische Untersuchung vom 11. April 2017 ausser mässigen Druckdolenzen über dem Grundgelenk und IP-Gelenk des rechten Daumens keine anderen pathologischen Befunde ergeben habe. Insbesondere hätten sich keine Schwellung, keine Rötung und keine Bandinstabilität des rechten Daumens gezeigt. Die Hautbeschwielung sei beidseits normal symmetrisch gewesen. Im Weiteren hätten keine neurologischen Defizite und keine Durchblutungsstörungen bestanden. An allen Fingergelenken und in beiden Handgelenken sei die Beweglichkeit nicht eingeschränkt und schmerzfrei gewesen. Die von der Versicherten geklagten Beschwerden seien in ihrer Lokalisation nur zum Teil erklärbar und in ihrer Intensität nicht nachvollziehbar. Med. pract. C.________ hielt an seiner bisherigen Beurteilung fest, wonach unter Berücksichtigung der subjektiven Angaben der Versicherten und der objektivierbaren klinischen Befunde aus versicherungsmedizinischer Sicht ab dem 11. April 2017 eine 100%ige Arbeitsfähigkeit für alle beruflichen Tätigkeiten bestanden habe. Den Bericht des behandelnden Arztes Dr. med. D.________, Facharzt für Chirurgie, vom 24. Januar 2018 bezeichnete der Kreisarzt als nicht nachvollziehbar, da es an einer medizinischen Begründung fehle. Dr. med. D.________ habe bei seiner Einschätzung nicht die klinischen Befunde berücksichtigt, sondern auf die Angaben der Versicherten abgestellt, wonach sie seit dem Unfalldatum nicht mehr habe arbeiten können. In Bezug auf die vom behandelnden Arzt Dr. med. E.________, Facharzt für Chirurgie und Handchirurgie, diagnostizierte Tendovaginitis stenosans des rechten Daumens sowie die schmerzhafte, etwas vorstehende Exostose dorsoradial an der Metacarpale I-Condyle (vgl. Bericht vom 4. November 2017) führte der Kreisarzt mit Verweis auf seine Beurteilung vom 10. Januar 2018 aus, diese Beschwerdebilder seien mit überwiegender Wahrscheinlichkeit keine Folge der Unfallereignisse vom 16. August und 23. Dezember 2016. Ausserdem bleibe die Ursache einer Tendovaginits de Quervain in vielen Fällen unklar. Im hier zu beurteilenden Fall sei die Unfallkausalität höchstens als möglich, nicht aber als überwiegend wahrscheinlich zu werten. In seiner Stellungnahme vom 12. Januar 2018 wies med. pract. C.________ im Weiteren darauf hin, dass dem Bericht des Dr. med. E.________ vom 4. November 2017 als grösstes Problem die Verarbeitungsstörung nach Quetschtrauma der rechten Hand zu entnehmen sei. Entsprechend habe der behandelnde Arzt eine psychiatrische Therapie empfohlen. Die Ursache der von der Versicherten subjektiv geäusserten Beschwerden sei demnach am wahrscheinlichsten psychisch erklärbar. Bei nur höchstens minimalen unfallbedingten Beschwerden des rechten Daumens sei von weiteren handchirurgischen Behandlungen mindestens mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht mit einer namhaften Besserung zu rechnen.