Citation: 1C_119/2023 E. 3.2

3.2. Die Gemeinde Rorschach bringt vor, dass die Vorinstanz ihre Gemeindeautonomie verletzt habe, indem sie die von ihr verfügten Wiederherstellungsmassnahmen als unverhältnismässig abgelehnt hat. Die Vorinstanz lege nicht dar, inwiefern die Gemeinde das ihr zustehende Ermessen überschritten oder missbraucht haben soll. Stattdessen stelle sie ihr Ermessen an die Stelle jenes der Gemeinde, was unhaltbar sei. Die Eigentümerin habe bösgläubig gehandelt, indem sie die Kunststofffenster ohne Baubewilligung eingebaut habe. Die Ausführungen der Vorinstanz, weshalb dem nicht so sei, seien nicht nachvollziehbar. Bei der Verhältnismässigkeitsprüfung lasse sie in willkürlicher Weise das öffentliche Interesse an der Durchsetzung des materiellen Rechts, die hohe präjudizielle Wirkung von Wiederherstellungsmassnahmen und die Bösgläubigkeit der Eigentümerin unberücksichtigt. Offensichtlich unhaltbar sei das vorinstanzliche Argument, mit der Entfernung der Kunststofffenster sei deren Entsorgung wahrscheinlich, was aus ökologischen Gründen nicht sinnvoll erscheine. Bei der Berücksichtigung der Materialauthentizität beim Bauen ohne Baubewilligung sei dies schlicht nicht zu berücksichtigen. Das Argument sei sachfremd und könnte in jedem Wiederherstellungsverfahren geltend gemacht werden. Zudem werde weder vorgebracht noch sei nachgewiesen, dass die zu entfernenden Fenster nicht andernorts wieder eingebaut werden könnten. Die Vorinstanz habe damit Art. 159 Abs. 1 lit. d PBG/SG willkürlich ausgelegt und Art. 9 BV verletzt.