Citation: C 235/03 22.12.2003 E. 3

Zunächst ist die Bedeutung der bewilligten Nachlassstundung näher darzustellen. 3.1 Das SchKG kennt drei verschiedene Grundtypen von Nachlassverträgen. Unter Art. 314 ff. SchKG fallen einerseits der Stundungsvergleich und anderseits der Prozent- oder Dividendenvergleich. Während bei Ersterem eine vollständige Schuldentilgung nach einem bestimmten Zeitplan angestrebt wird, werden bei Zweiterem nur Teile der Forderungen im gleichen Verhältnis für alle Gläubiger bezahlt und der Rest durch die Gläubiger erlassen. Grundsätzlich anders ausgestaltet ist der Liquidationsvergleich gemäss Art. 317 ff. SchKG. Hier überlässt der Schuldner sein ganzes Vermögen oder wenigstens einen Teil davon den Gläubigern. Während der Stundungs- und der Prozentvergleich die Sanierung des Schuldners anstreben, steht beim Nachlassvertrag mit Vermögensabtretung die wirtschaftliche Liquidation im Vordergrund (Amonn/Walther, Grundriss des Schuldbetreibungs- und Konkursrechts, 7. Aufl., S. 441 f.). 3.2 Gewährt der Nachlassrichter einem Schuldner eine Nachlassstundung, so ernennt er gleichzeitig einen Sachwalter. Dieser hat im Nachlassverfahren während der Stundungsphase die Interessen des Schuldners und der Gläubiger zu wahren (Art. 295 SchKG). Die Wirkungen einer bewilligten Nachlassstundung sind bei allen drei Typen der Nachlassstundung die gleichen (Art. 297 f. SchKG). Anders als beim Konkurs (Art. 204 Abs. 1 SchKG) verliert der Schuldner hier sein Verfügungsrecht über das Vermögen nicht, sondern es wird nur eingeschränkt (Art. 298 SchKG und Art. 295 Abs. 2 SchKG; Amonn/Walther, a.a.O., S. 451 N. 37). Dem Schuldner bleibt möglich, während der Stundungsphase neue Verbindlichkeiten einzugehen, welche nicht in die Masseverbindlichkeiten fallen. Diese Regelung erlaubt ihm einen Betrieb weiterzuführen (Amonn/Walther, a.a.O., S. 453 N 45-47).