Citation: 8C_83/2024 E. 4.1

4.1. Die Vorinstanz stellte im Rahmen ihrer Beweiswürdigung fest, alle drei Gutachter gingen davon aus, dass der im pathologischen Bericht des Instituts für Pathologie und Molekularpathologie des Spitals D.________ vom 13. September 2019 erwähnte 2,5 cm tiefe Einriss in der Gebärmutterhinterwand mit hoher Wahrscheinlichkeit während der Geburt des Kindes am 21. August 2019 entstanden sei. Sie folgte der Sichtweise der Beschwerdeführerin, wonach der Riss in der Gebärmutterhinterwand während der Kaiserschnittoperation am 21. August 2019 unentdeckt geblieben sei. Jedoch habe keiner der involvierten Gutachter von einem groben ärztlichen Versehen gesprochen. Prof. Dr. med. F.________ habe zwar das Vorgehen der Ärzte in verschiedener Hinsicht kritisiert und erwähnt, dass offenbar eine Uterusrisswunde übersehen worden sei resp. es bei der Wendung des Kindes, offenbar unbemerkt, zu einem frischen Riss der Hinterwand der Gebärmutter gekommen sei. Er habe letztlich zwar mehrere Vorgänge als fehlerhaft beschrieben. Jedoch habe er weder den Eingriff als Ganzes noch eine spezifische Vorkehr als qualifizierten, ungewöhnlich schweren Fehler bezeichnet, der im Rahmen einer zeitlich isolierten medizinischen Handlung aufgetreten wäre und damit den Unfallbegriff erfüllen würde. Auch den Ausführungen der beiden anderen Gutachter, Prof. Dr. med. H.________ und Prof. Dr. med. J.________, Chefarzt der Klinik für Geburtshilfe und Pränataldiagnostik des Spitals K.________, seien keine groben und ausserordentlichen Verwechslungen oder Ungeschicklichkeiten der behandelnden Ärzte im Sinne der einschlägigen Rechtsprechung zu entnehmen. Gleiches gelte für die in der versicherungsmedizinischen Stellungnahme des Dr. med. E.________ vom 2. Oktober 2021 erwähnten Behandlungsfehler. Das kantonale Gericht kam zum Schluss, selbst wenn den behandelnden Ärzten beim Kaiserschnitt Behandlungsfehler unterlaufen wären, sei nicht erstellt, dass eine spezifische Behandlung oder Unterlassung wie das Übersehen des Hinterwandrisses im Uterus eine grobe oder aussergewöhnliche Ungeschicklichkeit darstelle. Ausserdem sei auch das Unfallmerkmal der Plötzlichkeit nicht erfüllt, weshalb kein Unfall im Rechtssinn vorliege.