Citation: 8C_263/2013 E. 5.2

5.2. Streitig ist die Kürzung der Versicherungsleistungen wegen grobfahrlässiger Herbeiführung des Unfalls im Sinne von Art. 37 Abs. 2 UVG durch die Verletzung von Verkehrsregeln. Es ist hier indessen nach dem - allenfalls grobfahrlässigen - Fehlverhalten des Beschwerdeführers im Strassenverkehr nicht zu einem Autounfall, sondern zu einer tätlichen Auseinandersetzung gekommen. Zu prüfen ist, ob die dem Versicherten dabei zugefügte Körperverletzung nach den Grundsätzen der adäquaten Kausalität seinem Fehlverhalten im Strassenverkehr zuzurechnen ist. Was Verwaltung und Vorinstanz dazu ausführen, vermag nicht zu überzeugen. Erfahrungsgemäss ist eine Missachtung von Verkehrsregeln geeignet, zu einer Gefährdung der Sicherheit der Verkehrsteilnehmer, zu Autounfällen und damit verbunden zu entsprechenden Verletzungsfolgen zu führen. Die Missachtung der Regel über das Einhalten eines ausreichenden Abstandes beim Hintereinanderfahren im Sinne von Art. 34 Abs. 4 SVG ist eine häufige Unfallursache (BGE 131 IV 133 E. 3.2.1 S. 137; Urteil 1C_424/2012 vom 15. Januar 2013 E. 4.1 und 4.2) und kann auch zu tödlichen Verletzungen anderer Verkehrsteilnehmer führen (vgl. z.B. Urteile 6B_576/2007 vom 22. Januar 2008; 6S_127/2007 vom 6. Juli 2007). Wenn es hier infolge eines Strassenverkehrsdelikts zu einer Schlägerei gekommen ist, ist die Abfolge der Ereignisse im Einzelnen einer näheren Überprüfung zu unterziehen mit Blick auf die jeweils mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu erwartenden Verlaufsmöglichkeiten. Dabei fällt im vorliegend zu beurteilenden Fall auf und ist entscheidwesentlich, dass das strafrechtlich als leichte Verkehrsregelverletzung geahndete Fehlverhalten des Beschwerdeführers nach Lage der Akten nicht zu einer ernstlichen Gefährdung der Insassen des Vorderfahrzeuges geführt hat. Sie gaben an, dass sie sich "nicht sehr wohl" gefühlt beziehungsweise "langsam aber sicher genervt" hätten. Ausschlaggebend ist, dass es der Beschwerdeführer nicht so weit hat kommen lassen, dass er andere Verkehrsteilnehmer in ihrer Sicherheit ernsthaft bedroht hätte oder es gar zu einer Kollision, allenfalls mit Verletzungsfolgen, gekommen wäre. Nachdem ein solcher erfahrungsgemäss durch die Verkehrsregelverletzung begünstigter Schadenserfolg nicht eingetreten ist, lässt sich ein adäquater Kausalzusammenhang mit dem tätlichen Angriff eines anderen Verkehrsteilnehmers nicht begründen.