Citation: 8C_643/2018 E. 5.3.1

5.3.1. 5.3.1.1. Zu Recht verweist der Beschwerdeführer auf den Bericht des die Rechtsvorgängerin der Allianz beratenden Spezialarztes Dr. med. E.________ vom 19. November 1993. Obwohl es sich bei der Frage nach dem adäquaten Kausalzusammenhang um eine Rechtsfrage handelt (BGE 134 V 109 E. 6.2.1 S. 117), nahm Dr. med. E.________ im genannten Bericht ausdrücklich Bezug auf die vom Eidg. Versicherungsgericht (heute: sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts) zur Adäquanzprüfung bei HWS-Schleudertrauma (BGE 117 V 359) entwickelten Kriterien (vgl. BGE 117 V 359 E. 6a S. 367). 5.3.1.2. Ob sich die Beschwerdegegnerin die implizite Adäquanzprüfung des zur Beantwortung dieser Rechtsfrage sachlich nicht zuständigen Dr. med. E.________ vom 19. November 1993 anrechnen lassen muss, kann hier offenbleiben. Fest steht jedoch, dass sich der rund ein Jahr später von der Rechtsvorgängerin der Allianz mit der Abschlussbegutachtung beauftragte Dr. med. D.________ in seinem Gutachten vom 28. November 1994 ausdrücklich auf den Bericht des Dr. med. E.________ vom 19. November 1993 abstützte. In der Folge anerkannte die Rechtsvorgängerin der Allianz die Integritätsschadensbeurteilung gemäss Gutachten des Dr. med. D.________ und sprach dem Versicherten sodann mit Verfügung vom 11. Juli 1995 eine Integritätsentschädigung von 40 % zu. 5.3.1.3. Die Integritätsentschädigung beruht auf einer dauernden und erheblichen Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität (Art. 24 Abs. 1 UVG; Art. 36 Abs. 1 UVV). Wie jede Leistungspflicht des Unfallversicherers (Art. 6 Abs. 1 UVG) setzt auch der Anspruch auf eine Integritätsentschädigung einen Schaden voraus, welcher in einem natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang zum Unfall steht (vgl. BGE 142 V 435 E. 1 S. 438; 129 V 177 E. 3.1 und 3.2 S. 181). 5.3.1.4. Setzt die unwidersprochen gebliebene, verfügungsweise erfolgte Zusprache einer Integritätsentschädigung die Anerkennung einer unfalladäquaten Gesundheitsschädigung voraus, ist die Beschwerdegegnerin darauf zu behaften. Sie hat die Adäquanz des natürlichen Kausalzusammenhanges des Integritätsschadens nie in Frage gestellt. Zu keinem Zeitpunkt - insbesondere weder in der Verfügung vom 15. August 2014 noch im Einspracheentscheid vom 18. November 2015 - hat die Allianz geltend gemacht, die Verfügung vom 11. Juli 1995 sei in Revision oder Wiedererwägung zu ziehen. Mit anderen Worten steht ausser Zweifel, dass die Allianz keine Veranlassung sah, auf die als natürlich und adäquat kausale Folge des Unfalles vom 3. Juli 1990 entschädigte Integritätseinbusse zurückzukommen. Die Beschwerdegegnerin legt auch nicht dar, weshalb die Rechtsfrage der Adäquanzprüfung in Bezug auf die unfallbedingte Einschränkung der gesundheitlichen Unversehrtheit abweichend zu beurteilen wäre im Vergleich zu der aus demselben Unfall verbleibenden unfallbedingten Erwerbseinbusse. Damit steht entgegen der Allianz fest, dass die Adäquanzkriterien in Bezug auf den unfallkausalen Gesundheitsschaden vor der ursprünglichen Rentenzusprache wenigstens implizit (vgl. SVR 2019 UV Nr. 11 S. 41, 8C_525/2017 E. 7.3) geprüft wurden.