Citation: 5A.2/2005 24.03.2005 E. 7

7.1 Ein gewichtiges Indiz für eine Zweckehe erblickt das Departement ferner in der Tatsache, dass die erste Ehe der Schweizer Ehefrau des Beschwerdeführers in der Zeit vom 2. Dezember 1995 bis 14. Dezember 1999 mit einem jugoslawischen Staatsangehörigen zweckfremden Motiven gedient habe. Der Beschwerdeführer habe in seiner Beschwerde an das Departement darauf hingewiesen, dass der frühere Ehemann die Schweizer Ehefrau schon kurze Zeit nach der Eheschliessung betrogen habe. Aufgrund dieses Hinweises sei - so das Departement - davon auszugehen, dass die Schweizer Ehefrau um die Freundin ihres ersten Ehemannes gewusst habe; indem sie dennoch bis Ende 1999 beim Ehemann verblieben sei, habe sie in einer Scheinehe gelebt. Der Beschwerdeführer macht geltend, aus dem Umstand, dass seine Ehefrau anlässlich der Beschwerde gewusst habe, von Anfang der Ehe an von ihrem ersten Mann betrogen worden zu sein, könne nicht geschlossen werden, ihr sei dies bereits zu Beginn der Ehe bekannt gewesen, und sie habe ihren ersten Mann nur zum Schein geheiratet. Das Departement hätte vor seinen falschen Schlussfolgerungen die Scheidungsakten beiziehen können. 7.2 Aus der Ehe der Schweizer Ehefrau mit ihrem ersten Ehemann können im vorliegenden Fall keine verbindlichen Schlussfolgerungen auf eine Scheinehe mit ihrem heutigen Ehemann gezogen werden. Dem Beschwerdeführer ist darin beizupflichten, dass sich das Departement zu den Umständen der ersten Ehe und der Scheidung anhand der Scheidungsakten hätte informieren sollen. Es verweist zwar auf die Ehedauer, doch ergibt sich nicht, dass es sich durch den Beizug der Akten über die Umstände der Scheidung ins Bild gesetzt hat oder dass die Akten darüber keinen Aufschluss geben. Schliesslich kann - wie der Beschwerdeführer zu Recht bemerkt - aus der im Zeitpunkt der Beschwerde vorhandenen Kenntnis der Ehefrau nicht zwangsläufig geschlossen werden, dass sie bereits zu Beginn der Ehe darüber informiert war und daher in einer Scheinehe lebte.