Citation: 6S.272/2004 28.02.2005 E. 2

Der Beschwerdeführer rügt, die Vorinstanz habe in ihrem Fragenkatalog vom 9. September 2003 in Ziff. 4.4 (sowie nochmals mit der Ergänzungsfrage) - trotz der klar gestellten Hauptfrage, ob ein Strafvollzug den Erfolg einer ambulanten Massnahme verhindern oder erheblich beeinträchtigen würde - einen rechtlichen Hinweis auf BGE 120 IV 3 und darin erwähnte Entscheide angebracht, der für eine Medizinerin unverständlich sei. Demgegenüber hätte die Vorinstanz, um Art. 44 StGB richtig anwenden zu können, der Gutachterin zwingend die Fragen unterbreiten müssen, "ob und warum es sinnvoll sei, den Vollzug aufzuschieben und wie es sich konkret auswirken würde, wenn dem Täter der Aufschub nicht gewährt würde, was die konkreten Auswirkungen des Herausnehmens aus der momentanen stabilen Situation durch Anordnung des Vollzuges wären." Dies habe die Vorinstanz unterlassen. Nur im vollen Wissen dieser unbeantworteten Fragen hätte sie auf gesicherter Grundlage Art. 44 StGB richtig anwenden können. Im Übrigen betreffe dieser Hinweis Rechtsfälle mit Freiheitsstrafen von klar über 18 Monaten. Vorliegend sei der Ermessensspielraum eingeschränkt, weil eine Strafe von unter 18 Monaten zur Diskussion stehe, die (theoretisch) auch bedingt hätte gewährt werden können.