Citation: 2C_114/2019 E. 5.2.3

5.2.3. Der Beschwerdeführer macht auch geltend, das Obergericht des Kantons Solothurn habe ihm eine gute Prognose gestellt und von einer zweifellos günstigen sozialen sowie beruflichen Entwicklung gesprochen. Der Beschwerdeführer beging die sexuelle Nötigung im Alter von 20 Jahren. Angehörige dieser Altersgruppe lassen sich in ihrer Entwicklung regelmässig noch wesentlich beeinflussen (vgl. Urteile 2C_432/2016 vom 26. Januar 2018 E. 4.3.2; 2C_406/2014 vom 2. Juli 2015 E. 5.4, mit Hinweisen), was grundsätzlich für eine stärkere Berücksichtigung ihres Wohlverhaltens seit der Tatbegehung spricht (vgl. Urteil 2C_18/2009 vom 7. September 2009 E. 2.3 [betreffend Straffälligkeit von Minderjährigen]). Allerdings richtete sich die Tat des Beschwerdeführers gegen ein hochwertiges Rechtsgut, weshalb bereits eine geringe Rückfallgefahr zu einem gesteigerten öffentlichen Interesse an einer Beendigung seines Aufenthalts führt (vgl. E. 3.2 hiervor). Zudem können im Falle des Beschwerdeführers, der sich als Drittstaatsangehöriger nicht auf das Abkommen vom 21. Juni 1999 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der Europäischen Gemeinschaft und ihren Mitgliedstaaten andererseits über die Freizügigkeit (Freizügigkeitsabkommen, FZA; SR 0.142.112.681) berufen kann, auch generalpräventive Gesichtspunkte in die Interessenabwägung einfliessen und ist die Prognose über sein künftiges Wohlverhalten nach der Rechtsprechung zwar mitzuberücksichtigen, aber nicht allein ausschlaggebend (vgl. BGE 136 II 5 E. 4.2 S. 20; 130 I 176 E. 4.2 S. 185; Urteile 2C_188/2019 vom 5. April 2019 E. 2.2.2; 2C_432/2016 vom 26. Januar 2018 E. 4.3.2; 2C_270/2015 vom 6. August 2015 E. 4.1). Vor diesem Hintergrund kann der geltend gemachte Umstand, dass das Obergericht des Kantons Solothurn dem Beschwerdeführer eine günstige Prognose ausstellte und von einer günstigen sozialen sowie beruflichen Entwicklung ausging, das öffentliche Interesse an der Beendigung seines Aufenthaltes in der Schweiz ebenso wenig entscheidend relativieren wie die Tatsache, dass sich der Beschwerdeführer seit der Begehung der sexuellen Nötigung keine weitere Delikte zuschulden kommen liess. Dass beim Beschwerdeführer gar keine Rückfallgefahr bestehen soll, wird zwar in der Beschwerde behauptet, ergibt sich aber nicht aus den als einzigen Beleg für diese Behauptung angeführten Erwägungen des Obergerichts des Kantons Solothurn.