Citation: 6B_97/2022 E. 2.5

2.5. Das Bundesgericht kommt auch in seiner eigenen Interessenabwägung nach Art. 8 Ziff. 2 EMRK zu keinem anderen Ergebnis: Zwar hat der Beschwerdeführer durchaus gewichtige Interessen am Verbleib in der Schweiz. Insbesondere seine familiären Bindungen lassen eine Ausweisung für ihn als besonders einschneidend erscheinen, da seine Familie ihm nicht ohne weiteres in den Kosovo folgen könnte. Die Aufenthaltsdauer in der Schweiz ist beträchtlich. Die Integration in der Schweiz ist ihm aber bisher nur mässig gelungen. Wirtschaftlich hat er nie richtig Fuss fassen können, die Sprachkenntnisse sind noch ausbaufähig und insbesondere die doch regelmässige und teilweise durchaus schwere Delinquenz sowie die erneute Delinquenz trotz mehrfacher unmissverständlicher Verwarnung sprechen für eine mangelnde Respektierung der hiesigen Rechtsordnung und damit auch für eine mangelhafte Integration. Der Beschwerdeführer erscheint auch durch einen längeren Strafvollzug und die ernsthafte Androhung schwerwiegender Konsequenzen nicht nachhaltig beeinflussbar. Die Resozialisierungschancen im Heimatstaat können nicht als deutlich schlechter als in der Schweiz angesehen werden, zumal es dem Beschwerdeführer trotz Arbeit und Familie in der Schweiz und trotz mittlerweile 17-jährigem Aufenthalt nicht gelungen ist, ein längerfristig deliktfreies Leben zu führen. Hinsichtlich des öffentlichen Fernhalteinteresses fallen die mehrfachen ausländerrechtlichen Verwarnungen entscheidend ins Gewicht. Der Beschwerdeführer ist offenbar durch nichts zu einem dauerhaft deliktsfreien Leben zu bewegen. Das öffentliche Interesse an der Verhinderung von Sozialhilfemissbrauch durch Ausländer ist als hoch einzustufen. In einer Gesamtbetrachtung erweisen sich auch nach Auffassung des Bundesgerichts die privaten Interessen des Beschwerdeführers gegenüber den dargelegten öffentlichen Interessen nicht als gewichtiger oder gleichwertig. Der Beschwerdeführer ist daher des Landes zu verweisen.