Citation: 7B_181/2022 E. 5.2

5.2. Nach den vorinstanzlichen Erwägungen kam der 1987 in der Dominikanischen Republik geborene ledige und kinderlose Beschwerdeführer im Jahr 2000, d.h. mit 13 Jahren, zusammen mit der Mutter und den beiden Geschwistern in die Schweiz. Seine Eltern hatten sich zuvor getrennt. Hier absolvierte er 5 Schuljahre, fasste im Berufsleben Fuss und war in verschiedenen Bereichen tätig, bevor er eine Lehre als Koch absolvierte und in diesem Beruf arbeitete. Danach arbeitete er in verschiedenen Branchen. Er erlitt im Jahr 2017 ein Burnout und musste sich in psychiatrische Behandlung begeben. Schliesslich absolvierte er zwei Weiterbildungen (wovon er eine erfolgreich abgeschlossen hat). Heute arbeitet er zu 100 % als Koch in einem unbefristeten Arbeitsverhältnis. Er verfügt über kein Vermögen und erzielt ein monatliches Nettoeinkommen von rund Fr. 4'391.--, inkl. der Nebeneinkünfte. Seine Schulden von Fr. 60'000.-- bis Fr. 65'000.-- hat er mittlerweile auf Fr. 24'000.-- abgebaut und zahlt sie weiter ab. Er spricht nebst Deutsch fliessend Spanisch und hat Grundkenntnisse in weiteren Sprachen. Er verfügt über die Niederlassungsbewilligung C und hat guten Kontakt zu seiner Mutter und seinen beiden Geschwistern sowie den Stiefverwandten. Er wurde von seinem zwischenzeitlich verstorbenen Stiefvater adoptiert. Der Beschwerdeführer engagiert sich in einer evangelikalen Kirche als Übersetzer und lässt sich dort zum Pastor ausbilden. Seit kurzem führt er eine Beziehung mit einer Schweizerin. In der Freizeit trifft er gelegentlich Arbeitskollegen und Freunde aus der Jugend. Seine frühere Heimat hat der Beschwerdeführer im Jahr 2012 oder 2013 sowie zweimal im Jahr 2021 besucht. Zu seinem dort wohnhaften leiblichen Vater hat er Kontakt, wobei der Beschwerdeführer die Häufigkeit unterschiedlich angegeben hat. Die Vorinstanz berücksichtigt bei der Frage des Härtefalls, dass der Beschwerdeführer teilweise in der Schweiz aufgewachsen ist, hier einen Teil seiner obligatorischen Schulzeit sowie eine Berufsausbildung absolviert hat und sich seit mehr als 21 Jahren in der Schweiz aufhält. Seine engsten Familienangehörigen seien hier wohnhaft. Er sei eng mit der Schweiz verbunden und beruflich integriert. Eine Ausweisung treffe ihn hart. Indessen handle es sich um eine normale Integration, welche trotz langer Anwesenheit nicht zur Bejahung des Härtefalls genüge. Der Beschwerdeführer könnte sich grundsätzlich in den Arbeitsmarkt seines Heimatlandes integrieren, auch wenn dies nicht einfach sei. Er habe seine ersten prägenden Lebensjahre in seiner Heimat verbracht, sei mit der dortigen Kultur vertraut und verfüge mit seinem leiblichen Vater und seiner Grossmutter noch über lose soziale Kontakte. Die Vorinstanz lässt die Frage des Härtefalls mit Blick auf die zu Ungunsten des Beschwerdeführers ausfallende Interessenabwägung offen. Hierzu erwägt sie, das grosse private Interesse des Beschwerdeführers bestehe darin, dass er seit gut 21 Jahren in der Schweiz lebe, seine Geschwister und Mutter ebenfalls hier wohnhaft seien und er sozial, kulturell und beruflich integriert sei. Sie verweist auf die Ausführungen zum Härtefall selbst, welche sich mit den für die Interessenabwägung wesentlichen Gesichtspunkten deckten. Zum öffentlichen Interesse an der Landesverweisung führt die Vorinstanz aus, der Beschwerdeführer habe in schwerwiegender Weise gegen die Rechtsordnung verstossen. Sein Verschulden im Rahmen der qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz sei am unteren Rand des mittleren Bereichs eingestuft worden. Er habe mit seiner Widerhandlung riskiert, die Gesundheit vieler Menschen in Gefahr zu bringen. Auch wenn er im Bereich des Drogenhandels eine untergeordnete Tätigkeit ausgeübt und in der unteren Hierarchiestufe agiert habe, so sei die Gesamtmenge der umgesetzten Drogen von 6.396 Kilogramm beträchtlich. Bei solch schweren Delikten, namentlich wenn sie wie vorliegend aus rein finanziellen Motiven begangen würden, sei eine restriktive Linie angezeigt. Zudem habe der Beschwerdeführer nach seiner Entlassung aus der Untersuchungshaft gleich wieder delinquiert. Es bestehe kein grobes Missverhältnis zwischen den mit einer Landesverweisung verbundenen Nachteilen und seiner als nicht allzu schwer qualifizierten Tatschuld. Auch wenn bei der Frage des Strafvollzugs vom Fehlen einer ungünstigen Prognose ausgegangen worden sei, müsse bei der Frage der Landesverweisung ein geringes Restrisiko weiterer Beeinträchtigungen wesentlicher Rechtsgüter nicht in Kauf genommen werden. Des Weiteren habe der Beschwerdeführer keine für die Landesverweisung wesentlichen gesundheitlichen Probleme. Schliesslich sei er mit Sprache und Kultur seines Heimatlandes vertraut und dürfte sich dort beruflich und sozial integrieren können. Das öffentliche Interesse an einer Landesverweisung überwiege das private Interesse des Beschwerdeführers an einem Verbleib in der Schweiz.