Citation: 5A_840/2023 E. 4.4.1

4.4.1. Die Anstrengungen der Beschwerdeführerin, D.________s Geburt als Abänderungsgrund auszuschliessen, sind umsonst. Soweit sie - wie schon im Berufungsverfahren - das besagte Urteil 5A_378/2021 ins Spiel bringt, versäumt sie es, auf die diesbezüglichen vorinstanzlichen Erwägungen (s. vorne E. 4.1 a.E.) einzugehen. Insbesondere stellt sie auch die (zutreffende) vorinstanzliche Erkenntnis nicht in Frage, wonach es im besagten Urteil gerade darum ging, ob der Betreuungsunterhalt wegen der Geburt eines Halbgeschwisters neu aufzuteilen sei. Daraus kann gerade nicht gefolgert werden, dass dieses Ereignis kein Abänderungsgrund ist. Nichts gewonnen ist sodann mit den pauschalen, vom konkreten Fall losgelösten Behauptungen, wonach Patchworkfamilien sozusagen naturgemäss im Wissen um die Geburt weiterer Kinder aus neuen Beziehungen gegründet würden. Von vornherein an der Sache vorbei geht insbesondere auch der Hinweis auf das Prinzip des "clean break". Damit ist der in Art. 125 Abs. 1 ZGB verankerte Grundsatz gemeint, wonach jeder Ehegatte nach der Scheidung im Rahmen des Möglichen für sich selbst zu sorgen hat (BGE 127 III 136 E. 2). Anders als zwischen den geschiedenen Eheleuten gibt es im Verhältnis zwischen Eltern und Kind gerade keinen "clean break". Vielmehr dauert die Unterhaltspflicht unabhängig vom Zivilstand oder vom Beziehungsstatus der Eltern bis zur Volljährigkeit (Art. 277 Abs. 1 ZGB) und unter bestimmten Voraussetzungen (Art. 277 Abs. 2 ZGB) auch darüber hinaus an. Nicht näher begründen mag die Beschwerdeführerin auch ihre Behauptung, dass D.________s Geburt schon deshalb kein Abänderungsgrund sein soll, weil ihr zweiter Ehemann D.________ (und C.________) auch persönlich betreue. D.________s (gedanklicher) Anspruch auf Betreuungsunterhalt, aufgrund dessen das Kantonsgericht den Betreuungsunterhalt in C.________s Unterhaltsbeitrag reduziert, knüpft an den Kosten an, die der Beschwerdeführerin dadurch entstehen, dass sie aufgrund der persönlichen Betreuung ihrer Kinder davon abgehalten wird, durch Arbeitserwerb für ihren Lebensunterhalt aufzukommen (s. ausführlich zum Betreuungsunterhalt BGE 144 III 481 E. 4.3). Dass sich die von D.________s Vater "in natura" erbrachten Betreuungsleistungen in irgendeiner Weise auf ihre Erwerbsmöglichkeiten auswirken, behauptet die Beschwerdeführerin nicht. Unbehelflich sind auch die Überlegungen der Beschwerdeführerin, wonach C.________s Unterhaltsbeitrag Teil eines von den Parteien im Scheidungsverfahren abgeschlossenen umfassenden Vergleichs sei und aus diesem Grund nur unter strengen, hier nicht gegebenen Voraussetzungen abgeändert werden könne. Vorliegend gibt es keine Anhaltspunkte dafür, dass mit den Vereinbarungen über die Scheidungsfolgen (s. Sachverhalt Bst. A) eine Ungewissheit über die Geburt weiterer Kinder der Parteien geregelt werden sollte (vgl. vorne E. 4.3.3). Bloss zu behaupten, dass der Beschwerdegegner mit D.________s Geburt habe rechnen müssen, genügt nicht. Ins Leere läuft schliesslich die Rüge, dass der angefochtene Entscheid in Missachtung der bundesgerichtlichen Rechtsprechung die Interessenabwägung vermissen lasse, anhand derer bei Vorliegen veränderter Verhältnisse in einem zweiten Schritt zu prüfen sei, ob der Abänderungsgrund zu einem unzumutbaren Ungleichgewicht zwischen den involvierten Personen führe. Denn nach der jüngsten Rechtsprechung ist eine dauerhafte und wesentliche Veränderung der Umstände, die sich (ausschliesslich) auf den Betreuungsunterhalt auswirkt, wegen dessen besonderen Zweckbindung gerade von der besagten Interessenabwägung ausgenommen (s. vorne E. 4.3.2). Entsprechend setzt sich das Kantonsgericht auch nicht dem Vorwurf einer Bundesrechtsverletzung aus, wenn es C.________s Betreuungsunterhalt ohne Rücksicht auf all die weiteren Elemente reduziert, die der Beschwerde zufolge in die umfassende Abwägung der Interessen hätten einfliessen müssen.