Citation: 2C_159/2014 E. 5.3

5.3. Der Beschwerdeführer macht geltend, der Widerruf der Niederlassungsbewilligung halte vor Art. 5 Abs. 1 Anhang I FZA nicht stand. Es sei dafür - nebst weiteren Voraussetzungen - ein persönliches Verhalten der von der Massnahme betroffenen Person erforderlich. Ein solches liege nicht vor, weil er - der Beschwerdeführer - nicht selbst mit dem Doppelringschlüssel zugeschlagen habe. Der Beschwerdeführer verkennt, dass er als Mittäter für einen bandenmässigen und gefährlichen Raub verurteilt worden ist. Das Strafgericht hatte die besondere Gefährlichkeit im Sinn von Art. 140 Ziff. 3 Abs. 2 StGB bejaht. In der Verwendung des 32 cm langen, massiven Doppelringschlüssels liege zweifellos eine besondere Skrupellosigkeit, zumal die Täter die (zudem alkoholisierten) Opfer an menschenverlassenen, bedrohlichen Orten überfallen hätten. Es handle sich regelrecht um einen Gewaltexzess; rechtlich befinde man sich bereits an der Schwelle zur Qualifizierung der Lebensgefahr im Sinn von Art. 140 Ziff. 4 StGB. Auch wenn der Beschwerdeführer den Schlag nicht selbst ausgeführt habe, müsse er sich die besondere Skrupellosigkeit seines Mittäters anrechnen lassen: Er habe sich dessen Vorsatz angeeignet, indem er sich nach dem Schlag weiterhin an der Tat beteiligt und diese mit dem Diebstahl bzw. dem Teilen der Beute zur Vollendung gebracht habe. Beim zweiten Überfall habe der Beschwerdeführer anscheinend gewusst, dass sein Mittäter den Doppelringschlüssel erneut auf sich getragen habe. Er habe mit Sicherheit wissen müssen, dass sein Mittäter bereit war, diesen wiederum auf skrupellose Weise einzusetzen. Somit habe er sich auch hier den Vorsatz seine Mittäters zu eigen gemacht und müsse sich dessen Vorgehensweise anrechnen lassen. Die Vorinstanz hat - mit Hinweis auf die im vorstehenden Abschnitt wiedergegebenen Erwägungen des Strafurteils vom 9. Juni 2011 - das persönliche Verhalten des Beschwerdeführers in Bezug auf die tatsächliche, gegenwärtige und erhebliche Gefahr, die Art. 27 Abs. 2 RL 2004/38/EG verlangt, zu Recht bejaht. Die Gefährdung der öffentlichen Sicherheit liegt im mittäterschaftlich begangenen bandenmässigen und gefährlichen Raub, dessentwegen der Beschwerdeführer verurteilt worden ist. Die Vorinstanz hat keine generalpräventiven Aspekte herangezogen, indem sie die Voraussetzungen von Art. 5 Abs. 1 Anhang I FZA als erfüllt erachtete.