Citation: 6S.464/2001 25.09.2001 E. 2

2.- Die Eröffnung eines Strafverfahrens setzt voraus, dass der Beschuldigte eine mit Strafe bedrohte Handlung begangen hat. Fehlt es offensichtlich an einem hinreichenden Tatverdacht, ist es unter diesem Gesichtspunkt zulässig, wenn der Untersuchungsrichter nach Prüfung der Anzeige die Eröffnung des Verfahrens ablehnt. Dasselbe gilt für die Einstellung des Verfahrens nach durchgeführter Untersuchung. Fehlt ein ausreichender Tatverdacht, so dass eine Verurteilung in der Hauptverhandlung nicht zu erwarten ist, darf der Untersuchungsrichter davon absehen, der Strafanzeige weitere Folge zu geben. Die Beurteilung der Prozessaussichten steht dabei im pflichtgemässen Ermessen der Untersuchungsbehörde, wobei der Grundsatz "in dubio pro reo" nicht zur Anwendung gelangt. Im Zweifelsfall soll es dem Gericht überlassen bleiben, ein Urteil zu fällen (BGE 97 I 107, S. 110 f.; Hauser/Schweri, Schweizerisches Strafprozessrecht, 4. Aufl. , Basel 1999, 78.2 und 9).