Citation: 1P.738/1999 21.03.2000 E. 5.-

a) Die Beschwerde ist damit grundsätzlich gutzu- heissen und der angefochtene Entscheid des Verwaltungs- gerichts ist aufzuheben. b) Fraglich ist, ob gleichzeitig auch der Sistie- rungsbeschluss des Regierungsrates aufzuheben ist. aa) Nach der bundesgerichtlichen Praxis kann der Entscheid einer unteren Instanz nur dann mit aufgehoben wer- den, wenn die Überprüfungsbefugnis der oberen kantonalen Be- hörde enger ist als diejenige des Bundesgerichts im Verfah- ren der staatsrechtlichen Beschwerde (BGE 125 I 492 E. 1a/aa S. 493 f.; grundlegend BGE 111 Ia 353 E. 1b S. 354). Diese Voraussetzung ist im vorliegenden Fall offensichtlich nicht erfüllt, hat doch das Verwaltungsgericht den Beschluss des Regierungsrates sogar auf seine Angemessenheit hin über- prüft. bb) Anders wäre dagegen möglicherweise zu ent- scheiden, wenn man auf die Allgemeinverfügung als generelle, in der amtlichen Gesetzessammlung des Kantons publizierte Regelung die bundesgerichtliche Praxis bei der abstrakten Normenkontrolle anwenden würde: Hier hat das Bundesgericht mehrfach die Aufhebung der Norm zusammen mit dem abstrakten Normenkontrollentscheid der letzten kantonalen Instanz zuge- lassen, unabhängig von deren Kognition (z.B. BGE 111 Ia 270 E. 2 S. 271 f.; in BGE 121 I 129 nicht veröffentlichte E. 1; Zusammenstellung der Praxis in: Philippe Gerber, La nature cassatoire du recours de droit public: mythe et réalité, Diss. Genève 1997, S. 122 ff.). Dieser Praxis liegen vor allem prozessökonomische Gründe zugrunde: Ist die Aufhebung der Norm für die Wieder- herstellung des verfassungsmässigen Zustands hinreichend und geboten, so dass der kantonalen Rechtsmittelinstanz keiner- lei Entscheidungsspielraum verbleiben würde, erscheint es zur Beschleunigung des Verfahrens sachgerecht, wenn das Bun- desgericht den Erlass zusammen mit dem angefochtenen Rechts- mittelentscheid selbst aufhebt ( Philippe Gerber, a.a.O., S. 124 f.). Im vorliegenden Fall genügt jedoch die Aufhebung der Sistierungsverfügung nicht, um den Rechtsstreit end- gültig zu beenden, sondern es sind weitere (vom Beschwerde- führer auch beantragte) Ausführungshandlungen nötig: Es muss angeordnet werden, wann, wie und für wen (nur für die Mit- glieder des Beschwerdeführers oder für alle Lehrkräfte?) die im Schuljahr 1998/99 normalerweise aufgrund Anrechnung einer weiteren Erfahrungsstufe begründete ordentliche Gehaltser- höhung nacherstattet wird. Diese Anordnungen ergeben sich nicht unmittelbar aus Verfassungsrecht, sondern bedingen eine Anwendung des einfachen kantonalen Rechts. Hierfür ist das Bundesgericht im Verfahren der staatsrechtlichen Be- schwerde nicht zuständig. Damit rechtfertigt sich eine Mitaufhebung der All- gemeinverfügung des Regierungsrates auch dann nicht, wenn man die bundesgerichtliche Praxis für die abstrakte Normen- kontrolle zugrunde legt. cc) Nach dem Gesagten ist nur der Entscheid des Verwaltungsgerichts aufzuheben. Auf den Antrag des Be- schwerdeführers, positive Anordnungen gegenüber der Erzie- hungsdirektion zu erlassen, kann nicht eingetreten werden. c) Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der Kanton Bern den Beschwerdeführer für die Kosten des bundesgericht- lichen Verfahrens zu entschädigen (Art. 159 OG). Gemäss Art. 156 Abs. 2 OG sind keine Kosten zu erheben.