Citation: 1A.134/2002 17.07.2003 E. 3

3.1 Das Verwaltungsgericht lehnte eine ordentliche Baubewilligung nach Art. 22 RPG ab. Das Hühnerhaus sei der Freizeitlandwirtschaft gemäss Art. 34 Abs. 5 RPV zuzuordnen. In der Landwirtschaftszone sei es damit nicht zonenkonform. Die Dimensionen des Hühnerhauses und des bewirtschafteten Landes liessen eher auf eine kleinere Zuchttätigkeit schliessen. Der tägliche Arbeitsaufwand der Beschwerdeführerin betrage etwa vier bis fünf Stunden. Der künftige monatliche Erlös sei auch eher marginal; die Tätigkeit sei klar defizitär gewesen. Die Tierhaltung der Beschwerdeführer erreiche zwar ein gewisses Mass. Es könne aber kaum von einer landwirtschaftlichen Tätigkeit im Sinne des Gesetzgebers gesprochen werden. 3.2 Die Beschwerdeführer bestreiten, sie betrieben lediglich eine Freizeitlandwirtschaft. Zur Arbeitszeit der Beschwerdeführerin sei jene des Beschwerdeführers an den Abenden und an den Wochenenden hinzuzurechnen. Insgesamt resultiere ein gegenwärtiger Jahresaufwand von zirka 2'400 Stunden. Der Beschwerdeführer werde nach seiner Pensionierung acht Stunden pro Tag im Betrieb arbeiten. In Zukunft werde aus der Zuchttätigkeit ein realistisches monatliches Einkommen von rund Fr. 800.-- angestrebt. Sie betrieben eine bodenabhängige Tierhaltung. Die Futterbasis kauften sie zwar knapp mehrheitlich zu. Sie könnten aber genügend Landwirtschaftsland für die Futtermittelproduktion erwerben bzw. zupachten. Die Frage der Gewinn- und Ertragsorientierung gemäss Art. 34 Abs. 5 RPV dürfe nicht daran gemessen werden, ob gegenwärtig ein Gewinn oder Verlust im fraglichen Betrieb erzielt werde. Massgebend sei die bei den Beschwerdeführern vorhandene Gewinn- oder Ertragsorientierung. Die Kleintierzucht dürfe als "lukrative Einkommensquelle" im Sinne der Rechtsprechung zu Art. 24 RPG bezeichnet werden; sie übersteige den zur Existenzsicherung verlangten Betrag. 3.3 Die Auffassung des Verwaltungsgerichts, die von den Beschwerdeführern betriebene Zucht sei eine hobbymässig betriebene Tierhaltung, ist nicht zu beanstanden. Die Beschwerdeführer hielten in den letzten Jahren einen durchschnittlichen Zuchtbestand von 20 Kaninchen, 18 Geflügel, 18 Tauben und 6 Landschildkröten. Nach ihren Darlegungen vergrössern sie gegenwärtig diesen Bestand um drei bis fünf Schweine und drei bis fünf Ziegen. Sie erzielten bislang noch keinen Gewinn, da die Investitionen nach ihren Angaben hoch sind. Nach der Pensionierung des Beschwerdeführers in etwa sieben Jahren (also 2009) wollen sie von seiner Pension und der Zucht leben. Dann müssten aus der Zucht rund Fr. 800.-- pro Monat erwirtschaftet werden. Die Art und die Anzahl der dauernd gehaltenen bzw. gezüchteten Tiere sprechen eher für einen Kleinstgewerbebetrieb, auch wenn die Beschwerdeführer angeblich einige zusätzliche Schweine und Ziegen anschaffen wollen. Ob sie in der heutigen Situation einen Gewinn oder Verlust erzielen, ist weniger entscheidend. Einzelne defizitäre Betriebsjahre ändern an einer vorhandenen Gewinnorientierung kaum etwas. Massgeblich ist jedoch, dass das Einkommen der Beschwerdeführer aus ihrer Zuchttätigkeit in Zukunft bestenfalls ein kleineres Nebeneinkommen darstellt. Ein ins Gewicht fallendes Erwerbseinkommen wird jedenfalls nicht erzielt (vgl. dazu auch Urteil 1A.266/1999 vom 28. Juni 2000, E. 3). Ob die Beschwerdeführer je den von ihnen behaupteten Geschäftserfolg erzielen werden, ist nicht gesichert. Zudem wird dies erst nach der Pensionierung des Beschwerdeführers - im Jahre 2009 - der Fall sein. Nicht ersichtlich ist ferner, auf welchen Grundlagen die eingereichte Geschäftsplanung mit den angestrebten Gewinnaussichten (im Jahre 2003 Fr. 2'000.--, bis im Jahre 2009 Steigerung auf Fr. 12'000.-- ) beruht. Die Beschwerdeführerin arbeitet aktuell täglich vier bis fünf Stunden im Betrieb, der Beschwerdeführer an Abenden und Wochenenden. Insgesamt wenden sie jährlich rund 2'400 Stunden auf. Der Beschwerdeführer will nach seiner Pensionierung acht Stunden pro Tag in der Zucht arbeiten. Auch wenn der Arbeitseinsatz der Beschwerdeführer möglicherweise ein gewisses Mass erreichen wird, ändert dies nichts an der vorgenannten Beurteilung. Massgebend ist nicht eine zukünftige mögliche Entwicklung, sondern der Zeitpunkt der Gesuchsbewilligung. Heute betreiben die Beschwerdeführer eine Freizeitlandwirtschaft im Sinne von Art. 34 Abs. 5 RPV. Der zeitliche Aufwand für Freizeitbeschäftigungen kann durchaus beträchtlich sein, ohne dass bereits eine berufliche Tätigkeit vorliegt. Die Beschwerdeführer sprechen ferner selber lediglich von einem "landwirtschaftsähnlichen Betrieb". In ihrem Gesuch vom 13. Juli 2001 um Entlassung aus dem bäuerlichen Bodenrecht (Bundesgesetz vom 4. Oktober 1991 über das bäuerliche Bodenrecht, BGBB; SR 211.412.11) führen sie ferner aus, das Bauernhaus und die dazugehörige Landfläche stellten "keine Existenz für einen selbständigen Erwerb" dar. Die verwaltungsgerichtliche Qualifizierung des beschwerdeführerischen Betriebes als Freizeitlandwirtschaftsbetrieb ist korrekt. Damit ist das Hühnerhaus in der Landwirtschaftszone nicht zonenkonform (Art. 34 Abs. 5 RPV).