Citation: 5A_463/2018 E. 3.2

3.2. Die psychische Störung bewirke, so die Vorinstanz weiter, ein Unvermögen der Beschwerdeführerin, ihre eigenen Angelegenheiten hinlänglich zu besorgen. Vornehmlich in akuten Phasen habe sie grosse Mühe, sich in der Realität zurechtzufinden und Ereignisse situationsadäquat einzuordnen. In diesem Zustand sei sie nicht in der Lage, ein selbst organisiertes und selbstfürsorgerisches Leben zu führen. Zudem sprächen einige Indizien dafür, dass die Beschwerdeführerin auch in beschwerdefreien Phasen in administrativen Belangen auf die Unterstützung von Drittpersonen angewiesen gewesen sei. Nebst administrativer Hilfeleistung habe sich die Beschwerdeführerin bis anhin auch in finanzieller Hinsicht weitgehend auf ihre Familie verlassen. Es mangle der Beschwerdeführerin an einer realistischen Vorstellung bezüglich ihrer beruflichen Zukunft sowie an einer nachvollziehbaren Perspektive hinsichtlich der künftigen Entwicklung ihrer persönlichen Situation. Zudem sei sie aktuell augenscheinlich nicht in der Lage, ihre finanziellen Angelegenheiten oder die anfallenden administrativen Aufgaben alleine hinreichend zu bewältigen (E. 3.4.2. des angefochtenen Entscheids). Aus dem Schwächezustand der Beschwerdeführerin und dem sich daraus ergebenden Unvermögen, ihre eigene Angelegenheiten selber hinlänglich oder zweckmässig zu besorgen, resultiere unverkennbar eine Hilfs- und Schutzbedürftigkeit in grundlegenden Aspekten resp. hinsichtlich niederschwelliger Anforderungen des alltäglichen Lebens, wie der Bestreitung des eigenen Lebensunterhalts oder selbst einfachen organisatorischen Aufgaben. Die Vorinstanz berücksichtigte in ihren Erwägungen den schubweisen Krankheitsverlauf (akute/symptomfreie Phasen) der Beschwerdeführerin und kam dabei zum Schluss, dass die Massnahme entsprechend dem Krankheitsverlauf flexibel und den jeweiligen Bedürfnissen gerecht ausgestaltet werden soll. Denn die Beschwerdeführerin sei auch in nicht akuten Phasen in sehr elementaren Belangen auf Unterstützung angewiesen, vor allem in der finanziellen Sicherstellung ihres Lebensunterhalts, weil sie über keinen Berufsabschluss verfüge und noch nie einer regelmässigen Erwerbstätigkeit mit regelmässigen Einnahmen nachgegangen sei. Ohne geeignete Massnahme drohe die Verarmung und Verwahrlosung der Beschwerdeführerin (E. 3.4.3 des angefochtenen Entscheids). Die Beschwerdeführerin benötige Unterstützung bei der Regelung ihrer administrativen und finanziellen Angelegenheiten. Die Familie der Beschwerdeführerin sei jedoch mit ihrer langfristigen, weitreichenden Betreuung überfordert. Das Familiensystem sei infolge der Erkrankung der Beschwerdeführerin und des daraus resultierenden Verhaltens (zu) stark belastet worden. Die Situation auf dem elterlichen Anwesen sei wiederholt eskaliert und es musste mehrfach die Polizei eingeschaltet werden. Insbesondere lehne es der Vater der Beschwerdeführerin ab, sie wieder auf dem elterlichen Hof wohnen zu lassen. Der Hilfs- und Schutzbedürftigkeit könne somit nur mit einer behördlichen Massnahme adäquat begegnet werden (E. 3.4.4.3. des angefochtenen Entscheids). Eine Begleitbeistandschaft falle mangels Zustimmung der Beschwerdeführerin ausser Betracht. Zudem fehle es einer Beigleitbeistandsperson an Vertretungskompetenz, weswegen sie in akuten Krankheitsphasen der Beschwerdeführerin gar nicht alleine handeln könnte, um die administrativen und finanziellen Belangen der Beschwerdeführerin zu wahren. Die Wahl der Vertretungsbeistandschaft durch die KESB stelle somit die mildeste Form der Verbeiständung dar, die dem Schutzbedarf der Beschwerdeführerin entspreche. Auch der Aufgabenkatalog der Beiständin gebe zu keinen Beanstandungen Anlass und die erlassene Verfügungsbeschränkung betreffend die von der Beiständin zu verwaltenden Vermögenswerte sei nicht unverhältnismässig. Es hätte sich bei der Sachlage sogar die Frage nach einer partiellen Beschränkung der Handlungsfähigkeit stellen können (E. 3.4.4.2. des angefochtenen Entscheids). Im Bezug auf die Argumente der Beschwerdeführerin führte die Vorinstanz aus, dass die Einverständniserklärung der Beschwerdeführerin zum Eintritt in eine Institution für betreutes Wohnen wohl eine (zentrale) Voraussetzung für die Aufhebung der fürsorgerischen Unterbringung gewesen sei aber im Hinblick auf die Verbeiständung irrelevant bleibe. Indes würden auch bei dieser Wohnform administrative Aufgaben anfallen, denen sie nicht gewachsen wäre. Auch sei es während des Aufenthalts der Beschwerdeführerin in einer Institution für betreutes Wohnen notwendig, dass sich die Beiständin um die Tagesstruktur der Beschwerdeführerin kümmere, namentlich soll die Beiständin eine geeignete Beschäftigung für sie finden. Diesbezüglich seien zahlreiche organisatorische und finanzielle Abklärungen zu treffen und laufend anfallende administrative Angelegenheiten zu erledigen. Die definierten Aufgaben der Beiständin korrelieren mit dem Unterstützungsbedarf der Beschwerdeführerin und die konkrete Ausgestaltung der Massnahme erweise sich sodann als angemessen (E. 3.4.5. des angefochtenen Entscheids).