Citation: 5A_20/2016 E. 4.3.3

4.3.3. Die Vorinstanz ist davon ausgegangen, dass nach Aufhebung des gemeinsamen Haushalts ein - wenn auch verhältnismässig geringer - Überschuss verbleibt. Dieser bildete gegebenenfalls einen Teil der vom Beschwerdeführer behaupteten hohen Sparquote. Deren Berücksichtigung hängt weder von sachrichterlichem Ermessen noch von Billigkeitsgesichtspunkten ab (BGE 140 III 485 E. 3.3 a.E. S. 489). Daher wäre die hälftige Zuweisung des frei verfügbaren Betrages an die Beschwerdegegnerin willkürlich, falls der gebührende Unterhalt in der Bedarfsrechnung bereits vollständig realisiert worden sein sollte und die Obergrenze des Unterhaltsanspruchs insgesamt klar überschritten würde (vgl. Urteil 5A_409/2015 vom 13. August 2015 E. 3.3). Der Beschwerdeführer rügt, die Vorinstanz hätte - wenn sie schon die zweistufige Methode anwenden wollte - zur Berechnung des Bedarfs der Parteien das betreibungsrechtliche Existenzminimum heranziehen müssen, anstatt bereits in der Bedarfsrechnung verschiedene Positionen grosszügig zu bemessen. Eine familienrechtliche Bedarfsermittlung nach den Prinzipien über die Pfändbarkeit des schuldnerischen Einkommens (Art. 93 SchKG) erfolgt vor allem bei knappen finanziellen Verhältnissen (BGE 140 III 337 E. 4.2.3 S. 339). Je günstiger indessen die Verhältnisse sind, desto eher besteht Spielraum zur Berücksichtigung von Bedarfsposten, die (qualitativ oder quantitativ) über das Existenzminimum hinausgehen (vgl. BGE 140 III 485 E. 3.4 S. 489). Weder aus der Beschwerde noch aus der vorinstanzlichen Bedarfsrechnung ergibt sich, dass die Kombination von individueller Bemessung gewisser Aufwandposten und Überschussverteilung den Rahmen des gebührenden Unterhalts offensichtlich sprengen würde. Die Folgerung des Obergerichts, angesichts des trennungsbedingt nur relativ geringen Überschusses könne dieser den Parteien hälftig zugewiesen werden, ist daher nicht willkürlich. Kommt es mithin nicht auf die vor dem Getrenntleben bestehende Sparquote an, erübrigt sich auch eine Analyse von Natur und Herkunft der in das Vermögen der Eheleute geflossenen Mittel.