Citation: 5A_87/2018 E. 2.1

2.1. Es steht fest und ist unbestritten, dass der Zahlungsbefehl aufgrund der temporären Abwesenheit des Beschwerdeführers von dessen Mutter in Empfang genommen wurde, welche mit dem Beschwerdeführer im gleichen Haushalt wohnt. Der Beschwerdeführer macht geltend, dass entgegen der Auffassung der Vorinstanz keine gültige Ersatzzustellung im Sinne von Art. 64 Abs. 1 Satz 2 SchKG vorliege, weil zuvor kein Zustellungsversuch an seinem Arbeitsort vorgenommen wurde. Die Norm von Art. 64 SchKG bringe vor allem die Wichtigkeit der persönlichen Zustellung von Betreibungsurkunden zum Ausdruck; es sei offensichtlich, dass die Rechte des Betriebenen besser gewahrt wären, wenn von der Pflicht eines Zustellungsversuchs an beiden Orten ausgegangen werde. Auch aus dem Wortlaut der Norm gehe nicht hervor, dass bereits nach persönlichem Zustellungsversuch an nur einem Ort (Wohn- oder Arbeitsort) zur Ersatzzustellung geschritten werden darf. Der Wortlaut sei schlicht unklar, da das Wort "daselbst" in Satz 2 von Art. 64 Abs. 1 SchKG sich sowohl auf beide primären Zustellungsorte als auch auf einen beziehen könne. Dass vom Bundesgericht in zahlreichen Entscheiden zu Art. 64 Abs. 1 SchKG jeweils nur geprüft wurde, ob vor einer Ersatzzustellung ein persönlicher Zustellversuch am Wohn- oder Arbeitsort gemacht wurde, bedeute lediglich, dass eine entsprechende Rüge noch nie vorgebracht bzw. geprüft worden sei. Da die Voraussetzungen von Art. 64 Abs. 1 SchKG nicht erfüllt seien, habe die Frist zur Erhebung des Rechtsvorschlags erst mit seiner tatsächlichen Kenntnisnahme vom Zahlungsbefehl zu laufen begonnen.