Citation: 1C_373/2020 E. 4.1

4.1. In materieller Hinsicht ist strittig, ob die angestrebte Erweiterung des Abfallsammelplatzes mittels einer Altholzschredderanlage in der kommunalen Gewerbezone zonenkonform und damit bewilligungsfähig ist. Die Vorinstanz hat diese Frage, wie vor ihr bereits die Gemeinde Zernez, verneint. Mit Hinweis auf die ihrer Ansicht nach nicht zu beanstandenden Erwägungen der Gemeinde hat sie ausgeführt, gemäss Art. 22 Abs. 1 BauG/Zernez seien in der Gewerbezone nur Produktionsbetriebe zulässig. Nach kommunalem Verständnis sei der Begriff der Produktion so zu verstehen, als damit alle Arbeitsvorgänge gemeint seien, mit denen durch ein Mischen von Komponenten oder durch die Verarbeitung eines bestehenden Produkts ein neues oder anderes Erzeugnis entstehe. Im Gegensatz dazu stelle die Veränderung eines Materials mittels chemischer oder mechanischer Einwirkung einen Vorgang der Materialaufbereitung dar. Die Zerkleinerung von Alt- und Abbruchholz mittels einer Schredderanlage sei im Lichte dieser kommunalen Praxis keine Produktion, sondern eine Materialaufbereitung und sei deshalb zonenwidrig. Für Arbeitsvorgänge der Materialaufbereitung stelle die Gemeinde Zernez eine Materialaufbereitungszone zur Verfügung (E. 2.3 und 2.5.3 f. des angefochtenen Entscheids).