Citation: 1P.319/2004 28.09.2004 E. 5

5.1 In Bezug auf den als Schaden geltend gemachten Lohnausfall kam die Strafkammer zum Schluss, ein solcher sei, abgesehen von 300 Franken als Entgelt für die eintägige Inhaftierung, nicht ausgewiesen. Dies im Wesentlichen deshalb, weil das Erwerbseinkommen des Beschwerdeführers in den Jahren 1999 - 2002 kontinuierlich gestiegen sei; insbesondere habe er unmittelbar nach seiner fristlosen Entlassung am 15. Oktober 2001 bei Y.________ eine temporäre Anstellung von 9 Wochen angetreten, wofür er einen deutlich höheren Bruttolohn als zuvor bei der X.________ AG bezogen habe. 5.2 Der Beschwerdeführer rügt, die Strafkammer sei nicht auf die in seinem Entschädigungsgesuch vom 13. Februar 2003 Ziff. 38 aufgeführten Schadensposten eingegangen, sondern habe sich damit begnügt, die jährlichen Einkommen der Jahre 1999 - 2002 zu vergleichen und aus dem Umstand, dass sie jährlich gestiegen seien, den falschen Schluss gezogen, es sei ihm aus seiner fristlosen Entlassung kein Schaden entstanden. Diese Überlegung beruhe auf der unzulässigen Annahme, dass sein Einkommen ohne schädigendes Ereignis gleichgeblieben wäre und nur erlittene Verluste, nicht aber entgangener Gewinn zu entschädigen wären. Diese Vergleichsmethode sei daher willkürlich. 5.3 Was die Schadenshöhe betrifft, so bringt der Beschwerdeführer zu Recht vor, dass es unhaltbar ist, einen Schaden bereits deshalb zu verneinen, weil das Erwerbseinkommen in den Jahren 1999 bis 2002 stetig gestiegen sei. Es kann nicht von vornherein ausgeschlossen werden, dass das schädigende Ereignis die Einkommenssteigerung minderte, was als entgangener Gewinn Bestandteil eines Schadens bildet. Die Vergleichsmethode, die die Strafkammer anwandte, ist auch sonst in Bezug auf den zu prüfenden adäquaten Kausalzusammenhang fragwürdig. Sicher unzulässig ist zudem, das Erwerbseinkommen der Ehefrau ohne weiteres dem Beschwerdeführer zuzurechnen, denn Geschädigter ist der Beschwerdeführer, nicht die Familie. Dies könnte allenfalls dann in Betracht fallen, wenn die Lohnzahlung an die Ehefrau missbräuchlich erfolgte mit dem Zweck, seine eigenen Bezüge tief zu halten und auf diese Weise einen überhöhten Schaden auszuweisen. Dazu begnügt sich die Strafkammer mit Mutmassungen; entgegen ihrer Auffassung ist es jedenfalls beim Aufbau eines Geschäftes nicht von vornherein ungewöhnlich, dass ein Geschäftsinhaber weniger Lohn bezieht als seine Angestellten.