Citation: 5P.64/2006 09.10.2006 E. 6

6.1 Werden Quellen oder Brunnen, die für die Bewirtschaftung oder Bewohnung eines Grundstücks oder für Trinkwasserversorgungen unentbehrlich sind, abgegraben oder verunreinigt, so kann, soweit überhaupt möglich, die Wiederherstellung des früheren Zustandes verlangt werden (Art. 707 Abs. 1 ZGB). Ob eine Quelle unentbehrlich sei, ist eine Frage rechtlicher Natur und kann im Verfahren der staatsrechtlichen Beschwerde daher nicht überprüft werden (vgl. Art. 84 Abs. 2 OG). Zulässig sind hier einzig Vorbringen, die sich gegen die tatsächlichen Feststellungen richten, auf denen die rechtliche Würdigung beruht. 6.2 Das Obergericht hat der in Frage stehenden Quelle "Ost" die Unentbehrlichkeit abgesprochen mit der Begründung, deren Wasser könne weiterhin als Brauchwasser genutzt werden, die Beschwerdeführerin verfüge noch über die Quelle "West", die genügend Trinkwasser fördere, und ausserdem bestehe die Möglichkeit, den Brunnen der Beschwerdeführerin in wirtschaftlich tragbarer Weise an die öffentliche Wasserversorgung anzuschliessen. 6.2.1 Die Beschwerdeführerin beschränkt sich zu einem grossen Teil darauf, die Feststellungen der kantonalen Instanz als nicht stichhaltig zu bezeichnen, ohne im Einzelnen auszuführen, weshalb sie willkürlich sein sollen. Mit den Ausführungen des Obergerichts befasst sie sich zunächst insofern etwas konkreter, als sie geltend macht, die Annahme der kantonalen Instanz, der Anschluss an die öffentliche Wasserversorgung lasse sich leicht bewerkstelligen, beruhe auf einer unzutreffenden Auslegung der Aussagen des Zeugen Z.________. Was sie zur Begründung vorträgt, ist, soweit überhaupt hinreichend substantiiert, indessen rein appellatorisch, so dass auch darauf nicht einzutreten ist. 6.2.2 Gegen die vom Obergericht bejahte Möglichkeit eines Anschlusses ihres Brunnens an die öffentliche Wasserversorgung wendet die Beschwerdeführerin ferner ein, dass das auf diese Weise bezogene Wasser immer laufen müsste, ansonsten es in den Kältemonaten gefrieren würde. Hätte das Obergericht die von Brunnenmeister V.________ in diesem Zusammenhang gemachten Aussagen nicht übergangen, hätte es die Unentbehrlichkeit der strittigen Quelle bejahen müssen. Diese Vorbringen tatsächlicher Natur sind neu und deshalb unzulässig (vgl. E. 2.2). 6.2.3 Als willkürlich bezeichnet die Beschwerdeführerin die Annahme des Obergerichts, sie verfüge in der Quelle "West" über eine valable Ersatzquelle. 6.2.3.1 Die kantonale Appellationsinstanz führt in tatsächlicher Hinsicht aus, die Fördermenge der genannten Quelle belaufe sich auf 111 bis 135 Liter pro Stunde bei Trockenwetter und 204 Liter pro Stunde bei starkem Niederschlag. Damit sei der Trinkwasserbedarf der Liegenschaft der Beschwerdeführerin gedeckt. 6.2.3.2 Die vom Obergericht festgehaltenen Mengen stellt die Beschwerdeführerin nicht in Frage. Was sie den Ausführungen der kantonalen Instanz entgegenhält, ist appellatorischer Natur. Das Vorbringen, die Quelle "West" sei lediglich in Notfällen und für wenige Tage eine Ergänzung der strittigen Quelle, ist neu und daher auch aus diesem Grund unbeachtlich.