Citation: 6B_79/2019 E. 1.7.3

1.7.3. Der Beschwerdeführer übersieht mit seiner Kritik, dass sich nach dem Willen des Gesetzgebers grundsätzlich nur auf die Tatbestandsvariante der vorsätzlichen Gefährdung durch Sprengstoff ohne verbrecherische Absicht im Sinne von Art. 225 Abs. 1 StGB berufen kann, wer legal mit Sprengstoff umgeht, namentlich im Rahmen einer beruflichen Tätigkeit, nicht jedoch, wer Sprengstoff illegal erwirbt und diesen zu einem illegalen Zweck einsetzt, und dabei in Kauf nimmt, Personen oder Eigentum Dritter zu verletzen (oben E. 1.7.2). Der Beschwerdeführer schuf vorsätzlich die Gefährdung der geschützten Rechtsgüter durch Hantieren mit einem illegalen pyrotechnischen Gegenstand, der eine besonders grosse Zerstörung bewirken konnte, und verletzte die geschützten Rechtsgüter eventualvorsätzlich, indem er den Böller aus einer hockenden Position innerhalb einer Menschenmenge zündete und abfeuerte und dabei weder die Flugbahn noch den genauen Detonationspunkt bestimmen konnte. Ebenso wenig stand es in seiner Macht zu kontrollieren, ob sich bereits bei der Zündung des Knallkörpers und während des Wurfs eine Person in die Flugbahn oder zum Auftreffpunkt begab oder ob der Böller das anvisierte Ziel verfehlt und - entgegen der Absicht - doch auf einen Gegenstand trifft. Der Beschwerdeführer wusste, dass ein Sicherheitsabstand einzuhalten war, dessen Radius er aber aus Gleichgültigkeit nicht zur Kenntnis nahm, womit er die minimalsten Sicherheitsvorkehren unterliess. Die Vorinstanz folgert aus den konkreten Umständen (insbesondere Abschussort innerhalb Menschenmenge in Raucherzone und Kenntnis des Beschwerdeführers darüber, dass sich zum fraglichen Zeitpunkt zahlreiche Menschen bei der Bushaltestelle aufhielten und die St. Jakobstrasse gut befahren war) und seinem Verhalten, mithin aus dem äusseren Ablauf, nachvollziehbar und willkürfrei, dass der Beschwerdeführer die Verletzung von Personen und die Beschädigung von fremdem Eigentum in Kauf nahm und mit dem vorsätzlichen und bewussten Abfeuern des Knallkörpers in der Eventualabsicht handelte, Menschen an Leib und Leben zu verletzen und fremdes Eigentum zu beschädigen (Urteil S. 34 f. E. 4.3.1). Entsprechend verurteilte sie den Beschwerdeführer auch wegen mehrfacher Sachbeschädigung, was unangefochten blieb. Dass die Körperverletzung zum Nachteil der Buspassagierin nicht zu beurteilen war, liegt am Rückzug ihres Strafantrags, so dass diesbezüglich das Verfahren wegen des Prozesshindernisses eingestellt wurde (Urteil S. 13 f. und 78). Nachdem der Beschwerdeführer den Knallkörper weder rechtmässig noch sachgerecht verwendete, diesen trotz Kenntnis der Gefährlichkeit in unmittelbarer Nähe anderer Menschen zündete und in Richtung zweier praktisch vollbesetzter Busse in den Bereich einer Haltestelle an einer abends stark befahrenen Hauptstrasse warf, wendet die Vorinstanz zu Recht Art. 224 Abs. 1 StGB und nicht Art. 225 Abs.1 StGB an.