Citation: 4A_78/2020 E. 4.4.2

4.4.2. Als Erstes habe die Erstinstanz das Vorliegen eines sog. Extremfalls geprüft. Sie habe zu Recht erwogen, die Lehre sei sich uneinig hinsichtlich der Frage, ob der Grundsatz - wonach das Verhältnis der Nachbesserungskosten zum Werklohn nicht massgebend sei - ausnahmslos Geltung habe oder ob in Extremfällen eine Ausnahme bestehe. Ebenso habe sie die diesbezügliche bundesgerichtliche Rechtsprechung zutreffend dargestellt (mit Verweis auf erstinstanzliches Urteil E. 10.5). Sie habe zu Recht angenommen, das Bundesgericht habe auch im Urteil 4A_307/2010 vom 14. Oktober 2010 nicht ausgeschlossen, in Extremfällen auf das Verhältnis zwischen Werklohn und Nachbesserungskosten abzustellen. Vielmehr habe es im Wesentlichen offengelassen, ob im Sinne einer Regel bereits Nachbesserungskosten in doppelter Höhe des Werklohns einen Extremfall darstellen würden. Es sei nicht zu beanstanden, wenn die Erstinstanz vorliegend, wo die Nachbesserungskosten mehr als das Dreifache des Werkpreises ausmachen würden, einen solchen Extremfall annehme. Der Vorwurf der Beschwerdeführer, die Erstinstanz habe aus dem Urteil 4C.130/2006 vom 8. Mai 2007 E. 5.1 eine Praxisänderung konstruiert, gehe ebenso fehl, wie der Vorwurf, die Erstinstanz sei von einer starren Grenze der Übermässigkeit ausgegangen.