Citation: 5A_259/2019 E. 5.3.2

5.3.2. Als zusätzliches Auslegungsmittel will das Kantonsgericht die gewöhnlichen Bedürfnisse der Berechtigten berücksichtigen, wie es Art. 781 Abs. 2 ZGB vorsieht (E. 4.3.2 oben). Entgegen seiner Ansicht wird der Inhalt der Personaldienstbarkeit gemäss Art. 781 ZGB nicht durch das Gesetz umschrieben, sondern durch die Vertragsparteien grundsätzlich frei vereinbart (BGE 116 II 281 E. 4d S. 290). Die Vorschrift, dass sich ihr Inhalt nach den gewöhnlichen Bedürfnissen der Berechtigten bestimmt (Art. 781 Abs. 2 ZGB), ist deshalb nicht zwingend und blosse Auslegungsregel, die nur beim Fehlen einer vertraglichen Umschreibung des Inhalts entscheidet (WIELAND, Zürcher Kommentar, 1908, N. 4c, und LEEMANN, Berner Kommentar, 1925, N. 43, je zu Art. 781 ZGB; STEINAUER, Les droits réels, T. 3, 4. Aufl. 2012, Rz. 2577 S. 142). Zu befragen wäre folglich zunächst der Vertrag, der aber nach den massgebenden Auslegungsgrundsätzen (E. 5.2 oben) erst in zweiter Linie, d.h. nach dem Grundbucheintrag berücksichtigt werden darf.