Citation: 9C_415/2013 E. 5.2

5.2. Soweit die Beschwerdeführerin eine Verschlechterung der (beim Versicherten seit Geburt bestehenden) psychischen Störung für nicht rechtsgenüglich ausgewiesen hält, kann ihr nicht beigepflichtet werden. Den Akten lässt sich entnehmen, dass der Versicherte seit Kindheit ein Einzelgänger und Aussenseiter war und sich später eine chronische Beeinträchtigungshaltung eingestellt hat. Zwar gelang es ihm trotz den bestehenden leichten kognitiven Beeinträchtigungen und der leichten Sprachstörung, die regulären Schulen zu absolvieren und eine Berufslehre mit Diplom abzuschliessen. Doch traten wegen seines persönlichkeitsbedingt schwierigen Verhaltens zunehmend Schwierigkeiten auf. RAD-Arzt Dr. med. L.________ (Bericht vom 22. November 2011) hielt fest, dass im Verlaufe der Zeit immer mehr auch körperliche Symptome in den Vordergrund getreten seien wie Schlafstörungen, exzessive Müdigkeit, Reflux und nasopharyngeale Beschwerden. Auch Dr. med. F.________ (Gutachten vom 8. Januar 2012) beschrieb, dass der Versicherte früher zufrieden und gut leistungsfähig gewesen sei, wenn er eine strukturierte, nicht hektische Aufgabe in einem wohlwollenden Milieu gehabt habe. Mit der Schichtarbeit, dem nicht gut gesinnten Vorgesetzten und dem Mobbing an der letzten Arbeitsstelle sei aber eine nicht mehr korrigierbare Kursänderung eingeleitet worden. Seither habe das Misstrauische überhandgenommen. Parallel dazu habe sich ein tertiärer Krankheitsgewinn mit dem zwanghaften Speichel-in-die-Flasche-Geben entwickelt. Der Versicherte sei in einen Zustand von Asozialität hineingeraten, in dem er niemandem mehr traue, in allen nur seine Gegner sehe und von Angst und Aggressivität geplagt sei. Des Weitern bestätigte auch die Hausärztin med. pract. R.________ in ihrem Bericht vom 28. Juni 2011 eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes mit Zunahme der körperlichen Beschwerden ("HNO, Magen und andere").