Citation: 4A_267/2022 E. 5.2.2

5.2.2. Hinzu kommt mit Blick auf die Systematik des Vertrags ein Weiteres: Im Schreiben vom 21. November 2016 wurde explizit eine "Kombination der vorliegenden Optionsrechte" gewünscht, also eine Kombination von "Optionsrecht-Variante 1" und von "Optionsrecht-Variante 2". Für die Adressatin dieses Schreibens muss nach Treu und Glauben auf der Hand gelegen sein, dass von Variante 1 die Verlängerung des Mietvertrags um fünf Jahre übernommen werden sollte (unter Modifikation des Mietzinses: gleichbleibender Mietzins statt [wie in Variante 1 ursprünglich vorgesehen] Erhöhung um Fr. 285.-- pro Quadratmeter), während von Variante 2 die Kündigungsmöglichkeit stammt (unter Modifikation der Kündigungsfrist: Frist von einem Jahr statt [wie in Variante 2 ursprünglich vorgesehen] von sechs Monaten). Auch dies bekräftigt den Schluss der Vorinstanz, wonach ein Kündigungsrecht während der um fünf Jahre verlängerten Mietdauer bestand ("Kombination" von Verlängerung und Kündigungsrecht). Dies mag freilich nicht die einzig denkbare Ausgestaltung einer vertraglichen Verlängerung eines Mietvertrags darstellen, ist aber auf jeden Fall eine vernünftige, sachgerechte - keineswegs "unhaltbare" - Regelung, die zum damaligen Zeitpunkt nach Treu und Glauben ohne Weiteres im eben dargestellten Sinn zu verstehen war (vgl. BGE 148 III 57 E. 2.2.1).