Citation: 5A_744/2023 E. 3.4

3.4. Wie seine soeben resümierten Beanstandungen zeigen, beschränkt sich der Beschwerdeführer im Wesentlichen darauf, dem angefochtenen Entscheid seine eigene Sicht der Dinge gegenüberzustellen und die vorinstanzlichen Erkenntnisse als willkürlich zu bezeichnen, ohne sich mit den entscheidwesentlichen Erwägungen des Obergerichts gehörig auseinanderzusetzen. So will der Beschwerdeführer die vorinstanzliche Erkenntnis zu Fall bringen, wonach beide Eltern gleichermassen Hauptbetreuungspersonen von C.________ sind. Bei all seinen Erörterungen zum Umfang der Erwerbstätigkeit der Parteien übersieht er indes, dass mit Blick auf die bisherige Betreuungssituation nicht im Vordergrund steht, welches Arbeitspensum die Parteien nach dem Mutterschaftsurlaub absolvierten. Wie auch die Beschwerdegegnerin zutreffend betont, ist vielmehr ausschlaggebend, wie C.________ seit Anfang 2021 tatsächlich betreut wurde (E. 3.1). Diesbezüglich fusst der angefochtene Entscheid auf der Erkenntnis, dass die Parteien ab Januar 2021 keine klassische Rollenverteilung lebten und die Kinderbetreuung mit dem Homeoffice zu vereinbaren versuchten, die Tagesbetreuung nach der Einleitung des Eheschutzprozesses untereinander je zur Hälfte aufteilten und C.________ seit Anfang 2023 gemäss dem erstinstanzlichen Urteil hälftig betreuen (E. 3.2). Inwiefern diese Feststellungen offensichtlich unrichtig sein sollen, ist der Beschwerde nicht zu entnehmen. Allein mit dem pauschalen Einwand, dass die Beschwerdegegnerin wegen ihrer Berufstätigkeit nach C.________s Geburt immer weniger flexibel und verfügbar gewesen sei, vermag der Beschwerdeführer nichts auszurichten. Unbehelflich sind sodann seine Beteuerungen, wonach er sein Pensum zu Gunsten der Kinderbetreuung reduziert habe und seit Sommer 2021 nur noch zu 50 % erwerbstätig sei. Dass er eine Hauptbezugsperson von C.________ ist, wird im angefochtenen Entscheid an keiner Stelle in Abrede gestellt. Auch der vorinstanzlichen Klarstellung, wonach vereinzelte mehrtägige Abwesenheiten für die Beurteilung der Betreuungssituation gar keine Rolle spielen, hat der Beschwerdeführer nichts Konkretes entgegenzusetzen. Von Willkür in der Sachverhaltsfeststellung oder Beweiswürdigung kann im Zusammenhang mit der vorinstanzlichen Beurteilung der bisherigen Betreuungssituation nicht die Rede sein. Auch den vorinstanzlichen Erwägungen zu C.________s künftiger Betreuung vermag der Beschwerdeführer nichts anzuhaben. Was sein eigenes Betreuungskonzept angeht, laufen seine Reklamationen - wie schon vor der Vorinstanz - auf die Behauptung hinaus, C.________ zu 100 % persönlich betreuen zu können. Die vorinstanzliche, auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung (Urteil 5A_627/2016 vom 28. August 2017 E. 4.2) gestützte Erwägung, dass allein die Behauptung von zeitlicher Flexibilität kein Betreuungskonzept darstelle, lässt er unangefochten stehen. Auf diese Weise ist keine Willkür darzutun. Im Zentrum der obergerichtlichen Zweifel am zukünftigen Betreuungskonzept des Beschwerdeführers steht die Frage, wie er ohne Mitwirkung der Beschwerdegegnerin und ohne Fremdbetreuung sein behauptetes 50 %-Arbeitspensum und die (vollzeitliche) persönliche Betreuung von C.________ miteinander vereinbaren könne. Auf diese Frage mag der Beschwerdeführer auch vor Bundesgericht keine Antwort geben. Er macht auch nicht geltend, dass er dies im kantonalen Verfahren getan hätte und damit vom Obergericht bundesrechtswidrig nicht gehört worden wäre. Mithin bleibt es bei der vorinstanzlichen Erkenntnis, dass eine Reduktion des Arbeitspensums auf 50 % nicht glaubhaft erscheint. Sodann hilft dem Beschwerdeführer auch nicht weiter, wenn er darauf pocht, C.________ (selbst bei punktueller Fremdbetreuung) in grösserem Umfang persönlich betreuen zu können als die Beschwerdegegnerin. Nach der heute geltenden bundesgerichtlichen Praxis ist vorbehältlich spezifischer Bedürfnisse des Kindes von der Gleichwertigkeit von Eigen- und Fremdbetreuung auszugehen (s. oben E. 3.1). Einen Grund, weshalb sich hier eine Abweichung von dieser Regel aufdrängen würde, nennt der Beschwerdeführer nicht, noch beruft er sich darauf, dass entsprechende Vorbringen im kantonalen Verfahren übersehen worden wären. Entsprechend ist auch seinen Beteuerungen der Boden entzogen, wonach das Betreuungskonzept der Beschwerdegegnerin mit C.________s Wohl nicht vereinbar sei. Ebenso wenig helfen dem Beschwerdeführer seine weiteren Beanstandungen weiter. So gereicht es der Beschwerdegegnerin angesichts der Ungewissheit über den Ausgang des Wegzustreits nicht zum Nachteil, wenn sie vorläufig noch keine Angaben über ihre Wohnadresse, die Kindertagesstätte und weitere Belange ihres Alltagslebens in Norwegen machen kann. Soweit der Beschwerdeführer seine Willkürvorwürfe gegen die vorinstanzliche Beurteilung des Kriteriums des familiären Umfelds richtet, begnügt er sich mit Hinweisen auf die vergangene Zeit in der Schweiz und übersieht, dass es mit Blick auf die Obhutszuteilung und den Wegzug auf die künftigen Verhältnisse ankommt. Nichts gewonnen ist schliesslich mit den Mutmassungen darüber, dass die Beschwerdegegnerin W.________ (Norwegen) lediglich als "taktischen Zwischenstopp" ansehe und eigentlich nach Singapur auswandern wolle. Der Beschwerdeführer erklärt nicht, weshalb das Obergericht in Willkür verfällt, wenn es die Absicht der Beschwerdegegnerin, nach W.________ (Norwegen) wegzuziehen, gestützt auf den vertraglich vereinbarten Arbeitsort als glaubhaft erachtet. Einfach zu behaupten, dass die Beschwerdegegnerin ihren Arbeitsort jederzeit problemlos verlegen könne, genügt nicht. Soweit er schliesslich eine Verletzung von C.________s Anspruch auf besonderen Schutz ihrer Unversehrtheit und auf Förderung ihrer Entwicklung (Art. 11 BV) sowie ihres Rechts auf Familie (Art. 14 BV) ausgemacht haben will, fehlt es dem Beschwerdeführer schon am Beschwerderecht (Art. 76 Abs. 1 BGG). Der Beschwerdeführer erhebt die Beschwerde in eigenem Namen und nicht als (gesetzlicher) Vertreter seiner Tochter. Um sich auf eine Grundrechtsverletzung berufen zu können, muss die Person in den Schutzbereich des fraglichen Grundrechts fallen, also Rechtsträgerin ebendieses Grundrechts sein (Urteil 5A_310/2023 vom 6. Juli 2023 E. 1.2.2 mit Hinweis). Diese Voraussetzung ist hier nicht erfüllt: Der Beschwerdeführer ist nicht Rechtsträger des Grundrechts auf Schutz der Kinder und Jugendlichen (Art. 11 BV). Er macht auch nicht geltend, dass sein eigenes Recht auf Familie (Art. 14 BV) verletzt wäre. Er begründet seine diesbezügliche Rüge mit der besonders sensiblen Entwicklungsphase, in der sich C.________ gerade befinde, und mit ihrem baldigen Kindergarteneintritt. Mithin verfolgt er mit den erwähnten Rügen keine eigenen Interessen, sondern macht Grundrechtsverletzungen geltend, die eine Drittperson betreffen. Insofern ist die Beschwerde in Zivilsachen unzulässig. Daran ändert nichts, dass mit der Obhut und dem Wechsel des Aufenthaltsorts die Elternrechte in Frage stehen und der Beschwerdeführer insofern durch den angefochtenen Entscheid in seinen eigenen schutzwürdigen Interessen (Art. 76 Abs. 1 Bst. b BGG) berührt ist. Daraus folgt nicht, dass er sich auch über die Verletzung von Grundrechten beschweren kann, die nicht ihn, sondern seine Tochter betreffen (vgl. zit. Urteil 5A_310/2023 a.a.O.).