Citation: 6B_455/2015 E. 3.2

3.2. Die Vorinstanz erwägt, im ersten Darlehensvertrag vom 30. April 2010 sei als Zweck der Darlehensgewährung die Gründung einer Investmentfirma sowie die Investition des Geldes an den Finanzmärkten vorgesehen. Im zweiten Darlehensvertrag vom 23. Juli 2011 werde als Zweck einzig die Gründung einer Investmentfirma genannt. Sie gelangt zum Schluss, aus den Darlehensverträgen lasse sich nicht ableiten, dass der Beschwerdegegner verpflichtet gewesen sei, das ihm geliehene Geld ausschliesslich für Investitionen an den Finanzmärkten zu verwenden. Gestützt auf den vorliegenden E-Mail-Verkehr zwischen dem Beschwerdeführer und dem Beschwerdegegner sei auch nicht von einer anderslautenden mündlichen Vereinbarung auszugehen. Der Beschwerdegegner sei somit berechtigt gewesen, die Darlehen vollumfänglich zur Finanzierung seines Start-up-Projektes zu verwenden, worunter auch Bürounterhaltskosten wie Mietzinse, Gebühren für ein Finanzinformationssystem sowie Lohnkosten fielen. Eine Werterhaltungspflicht habe nicht bestanden. Anzeichen, dass der Beschwerdegegner den Beschwerdeführer über seinen Willen und seine Fähigkeit zur Rückzahlung der Darlehen getäuscht haben könnte, sieht die Vorinstanz keine. Insbesondere sei nicht davon auszugehen, dass der Beschwerdegegner die Gelder des Beschwerdeführers für eine aussergerichtliche Vergleichszahlung an seinen ehemaligen Arbeitgeber zu verwenden beabsichtigt habe. Dies schliesst die Vorinstanz aus der im Schuldenverzeichnis der Steuererklärung des Beschwerdegegners aufgeführten Summe von Fr. 200'000.--, die er von seinem Vater zu diesem Zweck erhalten habe. Hinsichtlich des zweiten Darlehens vom 23. Juli 2011 sei eine solche Absicht nur schon deswegen ausgeschlossen, weil der ehemalige Arbeitgeber des Beschwerdegegners ihn erst im Dezember 2011 angezeigt habe. Ein dem Beschwerdeführer als Sicherheit für die Darlehen vorgelegter Antrag für eine Lebensversicherung sei mit Blick auf die Opfermitverantwortung von vornherein ungeeignet, über die Leistungsfähigkeit zu täuschen. Schliesslich verwirft die Vorinstanz den Einwand des Beschwerdeführers, wonach er dem Beschwerdegegner die Darlehen keinesfalls gewährt hätte, wenn er um dessen tatsächliche wirtschaftliche Situation gewusst hätte. Sollte der Beschwerdegegner tatsächlich zugesichert haben, die Darlehen seien aufgrund von Einlagen anderer Personen jederzeit gesichert, hätte der Beschwerdeführer nicht ohne entsprechende Abklärungen darauf vertrauen dürfen. Denn dies sei mit seiner Schilderung unvereinbar, wonach er vom Beschwerdegegner bedrängt worden sei, ihm die Darlehen zu gewähren, um damit weitere Investoren anzulocken und einen Investorenstamm zu generieren. Mangels Arglist und einer Werterhaltungspflicht bestehe kein hinreichender Tatverdacht hinsichtlich eines Betrugs oder einer Veruntreuung.