Citation: 1C_66/2022 E. 3.4.3

3.4.3. Weiter ist zu prüfen, ob eine Rückzonung der Bauparzelle aufgrund des Fortschritts der Planung ausgeschlossen werden könnte. Diesbezüglich ist zu berücksichtigen, dass die Bauparzelle zwar ausserhalb der Flächen liegt, die im vom Gemeindevorstand am 14. Mai 2020 beschlossenen KRL als "potentielles Auszonungsgebiet" gekennzeichnet wurden. Dies schliesst jedoch eine Rückzonung der dafür grundsätzlich geeigneten Bauparzelle nicht aus, weil das KRL nur die konzeptionelle Grundlage für die anschliessende Erarbeitung der grundeigentümerverbindlichen Entscheide der Gemeinde bezüglich der (abgeänderten) Aufteilung ihres Gebiets in verschiedene Nutzungszonen schafft und das KRL für diese Entscheide nicht verbindlich ist (vgl. Art. 20 Abs. 4 und Art. 26 KRG/GR; Amt für Raumentwicklung des Kantons Graubünden, Wegleitung «Kommunales räumliches Leitbild», 2018, S. 7). Mit dem allgemeinen Hinweis auf nicht öffentlich bekannt gegebene Entscheide des Gemeindevorstands bezüglich der Rückzonung einzelner Grundstücke vermag die Gemeinde Vaz/Obervaz nicht zu belegen, dass der Gemeindevorstand die begonnene Überprüfung der Bauzonen auf dem gesamten Gemeindegebiet abgeschlossen und er dem Gemeinderat als Gemeindeparlament eine entsprechende grundeigentümerverbindliche Vorlage unterbreitet hat, von deren Genehmigung ausgegangen werden kann (vgl. Urteil 1C_650/2020 vom 12. Juli 2022 E. 3.6.3, zur Publ. vorgesehen). Dies wird dadurch bestätigt, dass sich der Gemeindevorstand gemäss den veröffentlichten Angaben zur Planungszone vorbehielt, diese Zone jederzeit entsprechend dem jeweils aktuellen Planungsstand zu konkretisieren bzw. an den jeweils aktuellen Planungsstand anzupassen, was er bisher unterliess. Demnach kann unter den gegebenen Umständen entgegen der Meinung der Vorinstanz die Rückzonung der Bauparzelle nicht gestützt auf eine konkretisierte Planung der Gemeinde Vaz/Overvaz ausgeschlossen werden.