Citation: 2C_560/2015 E. 3.2

3.2. Im vorliegenden Fall geht es nicht um die Anstellung eines eingetragenen Rechtsanwalts, sondern um die Rolle und Funktion eines solchen als Geschäftsführer und einziger Gesellschafter einer GmbH. Wenn die kantonalen Behörden angenommen haben, dass die Geschäftstätigkeit des Rechtsanwalts und der GmbH dabei nicht hinreichend voneinander abgegrenzt werden könnten, ist dies - entgegen der Kritik der Beschwerdeführerin - vertretbar: Die X.________ GmbH bietet im Bereich Willensvollstreckung, Nachlass- und Erbschaftsberatung anwaltstypische Dienstleistungen an. Ihr Geschäftsfeld umfasst Aktivitäten, die bei einem registrierten Anwalt voraussetzen, dass er die Berufsregeln gemäss Anwaltsgesetz beachtet. Als Geschäftsführer der X.________ GmbH trifft Rechtsanwalt lic. iur. A.________ zumindest eine organschaftliche Treuepflicht (Art. 812 Abs. 1 und 2 OR), auch wenn er zur GmbH weder in einem Arbeits- noch in einem dauernden Mandatsverhältnis stehen sollte, wie er geltend macht. Die X.________ GmbH ist in denselben Tätigkeitsbereichen aktiv, welche der sie beherrschende, geschäftsführende Rechtsanwalt als seine Spezialgebiete bezeichnet (Problematik der "Independence in appearance": BOHNET/MARTENET, a.a.O., N. 1351 ff. mit Hinweisen auf die Rechtsprechung). Dieser vermag nicht darzutun, dass und welche Dispositionen er im Sinne klarer räumlicher oder organisatorischer Massnahmen getroffen hätte, um seine selbständige Tätigkeit von jener als Organ und Geschäftsführer der beschwerdeführenden Gesellschaft abzugrenzen. Im Gegenteil: Der Sitz der Beschwerdeführerin befindet sich in seinen Büroräumlichkeiten, wobei es keine Rolle spielt, ob diese Lösung - wie die Beschwerdeführerin geltend macht - aus Praktikabilitätsüberlegungen wegen der Ferien oder aus anderen Gründen so gewählt wurde.