Citation: I 239/04 05.11.2004 E. 1

1.1 Bei der Prüfung eines allfälligen schon vor In-Kraft-Treten des ATSG (am 1. Januar 2003) entstandenen Leistungsanspruchs sind die allgemeinen intertemporalrechtlichen Regeln heranzuziehen, gemäss welchen - auch bei einer Änderung der gesetzlichen Grundlagen - grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend sind, die bei Verwirklichung des zu Rechtsfolgen führenden Sachverhalts galten. Demzufolge ist der Anspruch für die Zeit bis 31. Dezember 2002 auf Grund der bisherigen und ab diesem Zeitpunkt nach den neuen Normen zu prüfen (noch nicht in der Amtlichen Sammlung publiziertes Urteil M. vom 5. Juli 2004, I 690/03, Erw. 1 mit Hinweisen). Materiellrechtliche Änderungen sind mit der Anwendung des ATSG nicht verbunden. Denn mit in BGE 130 V 343 veröffentlichtem Urteil A. vom 30. April 2004, I 626/03, hat das Eidgenössische Versicherungsgericht erkannt, dass es sich bei den in Art. 3-13 ATSG enthaltenen Legaldefinitionen in aller Regel um eine formell-gesetzliche Fassung der Rechtsprechung zu den entsprechenden Begriffen vor Inkrafttreten des ATSG handelt, ohne dass sich inhaltliche Änderungen ergeben. Die zum alten, bis 31. Dezember 2002 in Kraft gewesenen Recht entwickelte Judikatur kann somit im neuen Recht übernommen und weitergeführt werden (vgl. das erwähnte Urteil A. vom 30. April 2004, Erw. 3.1, 3.2 und 3.3). Richtig ist, dass die Bestimmungen der auf den 1. Januar 2004 in Kraft getretenen 4. IVG-Revision nicht anwendbar sind, da nach dem massgebenden Zeitpunkt des Erlasses des Einspracheentscheides (14. Mai 2003) eingetretene Rechts- und Sachverhaltsänderungen vom Sozialversicherungsgericht nicht berücksichtigt werden (BGE 129 V 4 Erw. 1.2 mit Hinweisen). 1.2 Die Vorinstanz hat den Invaliditätsbegriff (Art. 4 Abs. 1 IVG; Art. 8 ATSG) und die Grundsätze, welche bei der Prüfung des invalidisierenden Charakters geistiger Gesundheitsschäden zu beachten sind (AHI 2001 S. 228 Erw. 2b mit Hinweisen) zutreffend dargelegt. Letztere finden u.a. auch bei Suchterkrankungen Anwendung (AHI 2002 S. 29 Erw. 1 mit Hinweis). Wie das kantonale Gericht richtig erwog, begründet die Drogensucht für sich allein keine Invalidität im Sinne des Gesetzes. Dagegen wird eine solche im Rahmen der Invalidenversicherung bedeutsam, wenn sie ihrerseits eine Krankheit oder einen Unfall bewirkt hat, in deren Folge ein körperlicher oder geistiger Gesundheitsschaden eingetreten ist, oder aber wenn sie selber Folge eines körperlichen oder geistigen Gesundheitsschadens mit Krankheitswert ist (AHI 2001 S. 228 f. Erw. 2b in fine mit Hinweisen). Es genügt, wenn die Suchterkrankung teilkausal durch eine vorbestehende Krankheit verursacht wird, sofern dem bereits vorgängig vorhandenen Gesundheitsschaden Krankheitswert zukommt (ZAK 1992 S. 169).