Citation: 5A_530/2022 E. 2.1

2.1. Die Vorinstanz kam zum Schluss, die Beschwerdeführerin habe nicht glaubhaft machen können, dass sie im Zeitpunkt der Eheschutzklage bzw. im heutigen Zeitpunkt in der Arbeitsfähigkeit als Verkäuferin oder in einer anderen Tätigkeit tatsächlich eingeschränkt sei. Sie stützte diesen Schluss erstens darauf, dass die Beurteilungen der Dres. D.________ und E.________ aus den Jahren 2016 nicht mehr aktuell seien. Zweitens könne auch nicht auf den Bericht von Dr. D.________ vom 10. Juni 2020 abgestellt werden, denn dieser befinde sich im Widerspruch zu anderen, ebenfalls von Dr. D.________ ausgestellten Arbeitsunfähigkeitszeugnissen aus den Jahren 2017 bis 2019: Während im Bericht vom 10. Juni 2020 weiterhin eine 100 %ige Arbeitsunfähigkeit als Verkäuferin attestiert werde, habe Dr. D.________ in den genannten Arbeitsunfähigkeitszeugnissen jeweils eine Arbeitsfähigkeit (als Verkäuferin und Büroangestellte) von 20 % attestiert. Ausserdem beruhten die Berichte der behandelnden Ärzte aufgrund ihrer auftragsrechtlichen Vertrauensstellung kaum je auf einer objektiven Beurteilung des Gesundheitszustands und komme eine direkte Leistungszusprache in sozialversicherungsrechtlicher Hinsicht kaum je in Frage. Weitere, aktuelle und aussagekräftige ärztliche Beurteilungen der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin seien nicht aktenkundig. Aus dem Bezug der (deutschen) Berufsunfähigkeitsrente könne die Beschwerdeführerin ebenfalls nichts zu ihren Gunsten ableiten, da nicht bekannt sei, unter welchen Voraussetzungen diese Rente ausgerichtet werde.