Citation: 1P.146/2000 22.03.2000 E. 2

2.- a) Untersuchungshaft kann im Kanton Zürich (u.a.) angeordnet werden, wenn der Angeklagte eines Vergehens oder Verbrechens dringend verdächtig ist und Fluchtgefahr besteht (§ 58 der Zürcher Strafprozessordnung vom 4. Mai 1919; StPO). Liegt ausser dem allgemeinen Haftgrund des dringenden Tatverdachts einer der besonderen Haftgründe vor, steht einer Inhaftierung auch unter dem Gesichtswinkel der persönlichen Freiheit grundsätzlich nichts entgegen. b) Unbestritten ist, dass der Beschwerdeführer dringend verdächtig ist, an den Kreditkartenbetrügen mitgewirkt zu haben. Umstritten ist im Wesentlichen nur, ob sich sein Tatbeitrag in blosser Gehilfenschaft erschöpft oder ob er sich der Mittäterschaft schuldig gemacht hat. c) Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts genügt die Höhe der zu erwartenden Freiheitsstrafe für sich allein nicht für die Annahme von Fluchtgefahr. Eine solche darf nicht schon angenommen werden, wenn die Möglichkeit der Flucht in abstrakter Weise besteht. Vielmehr müssen konkrete Gründe dargetan werden, die eine Flucht nicht nur als möglich, sondern als wahrscheinlich erscheinen lassen. Die Höhe der zu erwartenden Freiheitsstrafe kann immer nur neben anderen, eine Flucht begünstigenden Tatsachen herangezogen werden (BGE 125 I 60 E. 2a; 117 Ia 69 E. 4a; 108 Ia 64 E. 3; 107 Ia 3 E. 6). d) Der Beschwerdeführer hat, selbst wenn sich sein Tatbeitrag in blosser Gehilfenschaft erschöpfen sollte, eine erhebliche Freiheitsstrafe zu erwarten; es steht keinesfalls fest, dass er bloss mit einer Strafe rechnen muss, für welche der bedingte Vollzug noch möglich ist. Die Höhe der zu erwartenden Strafe stellt somit durchaus einen Fluchtanreiz dar. Der Beschwerdeführer hat zwar gewisse Bindungen zur Schweiz, er hat hier gearbeitet, spricht leidlich deutsch und ist insbesondere mit einer Schweizerin verheiratet. Mit dieser hat er eine zweijährige Tochter, an der er offenbar sehr hängt. Allerdings ist es keineswegs zwingend, dass er mit einer Flucht die Verbindung zu Frau und Tochter völlig aufgeben müsste, könnten diese ihm doch allenfalls ins Ausland folgen oder ihn dort zumindest besuchen. Zudem ist offen, ob der Beschwerdeführer überhaupt weiterhin in der Schweiz wird bleiben dürfen, riskiert er doch - je nach Höhe der auszusprechenden Strafe - seine fremdenpolizeiliche Aufenthaltsbewilligung B zu verlieren. Unter diesen Umständen durfte der Haftrichter im angefochtenen Entscheid die Fluchtgefahr bejahen, ohne dadurch die Verfassung zu verletzen. e) Ob zusätzlich noch Kollusionsgefahr bestehe, braucht nicht geprüft zu werden, da der Haftrichter diesen Haftgrund weder abschliessend prüfte noch als gegeben annahm. Die Rügen des Beschwerdeführers brauchen daher nicht geprüft zu werden, soweit sie sich gegen diesen Haftgrund richten. Immerhin ist der Beschwerdeführer, der einen Teil dieser Rügen mit einem Verweis auf eine frühere Rechtsschrift begründet, darauf hinzuweisen, dass im Verfahren der staatsrechtlichen Beschwerden ohnehin nur Rügen geprüft werden, die in der Beschwerdeschrift selbst enthalten sind (BGE 118 Ia 184 E. 2; 115 Ia 27 E. 4a).