Citation: 6P.180/2004 13.03.2005 E. 9

9.1 Der Beschwerdeführer wendet sich schliesslich gegen die Strafzumessung. Die kantonalen Instanzen hätten übersehen, dass Art. 23 StGB eine Strafreduktion nach freiem Ermessen gemäss Art. 66 vorsehe. Sie hätten sich mit dieser Frage offensichtlich nicht auseinander gesetzt und hätten nicht begründet, weshalb in diesem Fall die Strafe nicht gemildert werden müsse. Eine Strafmilderung sei aber schon deshalb angebracht, weil das Verschulden am untersten Rande anzusiedeln sei, da es offensichtlich weder zu sexuellen Handlungen gekommen sei noch habe kommen können. 9.2 Die kantonalen Instanzen nehmen an, das Verschulden des Beschwerdeführers wiege nicht leicht. Der Beschwerdeführer habe sich im Chat-Room einen 14-jährigen Knaben ausgesucht und diesen in eindeutiger und direkter Weise zu einem Treffen gedrängt, um sexuelle Handlungen mit ihm begehen zu können. Es sei ihm einzig um die Befriedigung seiner sexuellen Bedürfnisse gegangen. Stark strafmindernd sei zu berücksichtigen, dass die von ihm begangene Tat als untauglicher Versuch zu werten sei. Es sei denn auch in keinem Zeitpunkt ein Kind im Schutzalter in Gefahr gewesen. Zudem sei zu berücksichtigen, dass sich der Beschwerdeführer an einen Jugendlichen gerichtet habe, der bereits in einem Alter gestanden habe, in welchem er genau gewusst habe, was der Beschwerdeführer mit ihm vorgehabt hätte. Erheblich strafschärfend wirke sich die durch das Bezirksgericht Horgen am 13. Mai 2002 ausgesprochene einschlägige Vorstrafe aus, welcher ein analoger Sachverhalt zugrunde gelegen habe.