Citation: 2C_581/2020 E. 2.3.1

2.3.1. Zwar ist ihr zuzustimmen, dass selbst geringfügige Beträge in Jamaika bedeutende Beiträge an die Lebenshaltung darstellen können, auch wenn die geltend gemachten Unterstützungsleistungen an verschiedene der dort verbliebenen Familienangehörigen erfolgten. Der Verweis auf die Kosten des Verfahrens vermag hingegen wenig darüber auszusagen, ob entgegen der Feststellung der Vorinstanz die Familienzusammenführung im Vordergrund des Nachzugsgesuchs steht oder nicht. Die abgeschlossene Ausbildung an der High School ändert wiederum nichts daran, dass die wirtschaftlichen Perspektiven in der Schweiz besser sind als in Jamaika, worauf auch die Adoptivmutter im Sozialbericht für den Antrag zur Aufnahme eines Kindes zwecks Adoption vom 10. November 2017 (Sozialbericht) sowie im vorliegenden Verfahren mehrmals verweist. Dieses Indiz alleine ist jedoch nicht allzu aussagekräftig, da in der Schweiz gegenüber einer Vielzahl aussereuropäischer Ländern bessere Erwerbs- und Ausbildungsmöglichkeiten bestehen und wirtschaftliche Erwägungen für den Nachzug von Kindern nicht von vornherein verpönt sind, solange auch eine echte Familienzusammenführung beabsichtigt ist (Urteil 2C_181/2010 vom 1. Oktober 2010 E. 5.3).