Citation: 8C_315/2022 E. 4.3.4

4.3.4. Soweit der Beschwerdegegner in seiner Vernehmlassung geltend macht, dass er sich zur Erfüllung seiner Schadenminderungspflicht gerade für die erste Option habe entscheiden müssen, weil nur bei dieser die Chance auf eine Weiterbeschäftigung bestanden habe, kann ihm nicht gefolgt werden. Massgebend aus arbeitslosenversicherungsrechtlicher Perspektive ist, wie soeben dargelegt, dass er die zumutbare Verlängerung des Arbeitsverhältnisses bis Ende Dezember 2020 ablehnte und es aufgrunddessen ab 1. August 2020 zu einer selbstverschuldeten Arbeitslosigkeit kam. An der entsprechenden Verletzung der Schadenminderungspflicht vermag nichts zu ändern, dass der Arbeitgeber aufgrund einer längeren krankheitsbedingten Abwesenheit im Prozessmanagement-Team mit dem Beschwerdegegner im Frühjahr 2020 unverbindlich über eine Verlängerung der Anstellung in diesem Team gesprochen hatte und somit allenfalls eine - gemäss verbindlicher Feststellung der Vorinstanz ohnehin nur geringe - Chance auf eine Weiterbeschäftigung bestand. Gleiches gilt für das Argument des Beschwerdegegners, mit seinem Einblick ins Prozessmanagement seinen Lebenslauf aufgewertet und nur deshalb (wohl Ende 2020 bzw. Anfang 2021) die Arbeitsstelle bei der C.________ AG mit Stellenantritt per 1. Februar 2021 erhalten zu haben. Bei letzterer Behauptung handelt es sich zunächst um eine neue Tatsache, wobei der Beschwerdegegner nicht darlegt, weshalb diese als unechtes Novum vor Bundesgericht ausnahmsweise zulässig sein sollte (vgl. Art. 99 Abs. 1 BGG; BGE 143 V 19 E. 1.2); sie hat demzufolge unbeachtlich zu bleiben. Ebenso wie die geltend gemachte Aufbesserung des Lebenslaufs vermöchte sie ohnehin nichts daran zu ändern, dass die Arbeitslosigkeit des Beschwerdegegners, hätte er sich für die zweite Option entschieden, frühestens auf Ende Dezember 2020 eingetreten wäre und er somit ein halbes Jahr länger Zeit gehabt hätte, eine Anschlusslösung zu finden und eine Arbeitslosigkeit somit allenfalls gänzlich zu vermeiden. Vor diesem Hintergrund zielt auch der Einwand des Beschwerdegegners ins Leere, die Arbeitslosigkeit wäre in diesem Fall einfach fünf Monate später eingetreten.