Citation: 2C_496/2013 E. 3.2

3.2. Der Vorinstanz ist zunächst zuzustimmen, dass ein vorsätzliches Tötungsdelikt als sehr schwere Gefährdung der öffentlichen Ordnung zu qualifizieren ist. Dieser hohe Stellenwert des Schutzes des Lebens gegen deliktische Gefährdung ergibt sich auch aus Konventions- und Verfassungsrecht (vgl. Art. 2 EMRK und dazu Urteile des EGMR i.S. R. gegen Ungarn vom 4. Dezember 2012 [19400/11] § 28 f.; i.S. Choreftakis gegen Griechenland vom 17. Januar 2012 [46846/08] § 44 f.; BGE 138 IV 86 E. 3.1.2 S. 88 f.; Art. 121 Abs. 3 lit. a BV). Schwere Gewaltdelikte sind auch im Zusammenhang mit ausländerrechtlichen Fernhaltemassnahmen als sehr schwer zu gewichten (zit. Urteil Üner, § 63). Eine Übersicht über die bundesgerichtliche Rechtsprechung der letzten Jahre zeigt, dass im Falle von schweren vorsätzlichen Gewaltdelikten (Tötung, schwere Körperverletzung) praktisch immer der Widerruf der Anwesenheitsbewilligung bestätigt wurde (so auch in den neueren Urteilen 2C_184/2012 vom 15. Dezember 2012 [BGE 139 II 65], 2C_421/2012 vom 25. Januar 2013, 2C_566/2012 vom 18. Januar 2013, 2C_1141/2012 vom 1. Mai 2013, 2C_267/2013 vom 6. Mai 2013, 2C_1197/2012 vom 17. Mai 2013, 2C_1115/2012 vom 11. Juni 2013 sowie 2C_ 136/2013 vom 30. Oktober 2013). Dies gilt auch bei Ausländern der zweiten Generation (vgl. dazu die neueren Urteile 2C_28/2012 vom 18. Juli 2012, 2C_54/2012 vom 23. Juli 2012, 2C_817/2012 vom 19. Februar 2013 und 2C_259/2013 vom 29. Juli 2013). Das Bundesgericht bestätigt damit die hohe Bedeutung, die es den schweren Gewaltdelikten beimisst. In dem vom Beschwerdeführer zitierten Urteil des Bundesgerichts 2C_18/2009 vom 7. September 2009 war es demgegenüber nicht um Tötungsdelikte gegangen; nach einer Zahl von Jugenddelikten (darunter mehrfache Vergewaltigung) hatte der dortige Beschwerdeführer nach Erreichung der Volljährigkeit nur geringere Strafen erwirkt, während ein Strafverfahren wegen Betrugsverdachts noch hängig war. Das Bundesgericht hob den Widerruf der Niederlassungsbewilligung zudem nicht einfach auf, sondern wies die Sache an die Vorinstanz zurück zur näheren Abklärung der aktuellen Situation.