Citation: 9C_467/2022 E. 4.2.1

4.2.1. Soweit die Beschwerdeführerin sich zum einen auf den Grundsatz "Eingliederung vor Rente" beruft, verkennt sie, dass darunter auch die Pflicht zur Selbsteingliederung fällt. Als Ausdruck der allgemeinen Schadenminderungspflicht (hierzu siehe Art. 7 Abs. 1 IVG sowie BGE 147 V 187 E. 5.3.1; 141 V 642 E. 4.3.2) hat die versicherte Person gemäss dieser von sich aus das ihr Zumutbare zur Verbesserung der Erwerbsfähigkeit beizutragen. Die Selbsteingliederung geht daher nicht nur dem Renten-, sondern auch dem gesetzlichen Eingliederungsanspruch vor (BGE 113 V 22 E. 4a; Urteile 8C_326/2022 vom 13. Oktober 2022 E. 7.2.3 und 9C_755/2020 vom 8. März 2021 E. 5.3, je mit Hinweisen). Erst wenn die versicherte Person das prinzipiell vorhandene erwerbliche Potential aus Gründen, die mit dem Gesundheitsschaden zusammenhängen, selbst bei zumutbarer Willensanstrengung nicht in eigener Verantwortung realisieren kann, muss geprüft werden, ob es zur Aktivierung der grundsätzlich gegebenen Arbeitsfähigkeit noch der Durchführung weiterer - der Invalidenversicherung obliegender - Eingliederungsmassnahmen bedarf (Urteil 9C_755/2020 vom 8. März 2021 E. 5.2 mit Hinweisen). Vorliegend kann die Beschwerdeführerin Tätigkeiten, die ihrem Handekzem Rechnung tragen, uneingeschränkt ausüben. Das wird auch von ihrer Seite nicht bestritten. Dennoch hat sie sich ausweislich der Akten im Zeitraum seit ihrem letzten, im September 2017 beendeten Arbeitsverhältnis und dem am 12. März 2020 mit Vertretern der Beschwerdegegnerin geführten Erstgespräch nur an zwei Orten beworben. Dass es dabei auf Grund ihrer Handprobleme nicht zu einer Anstellung gekommen ist, wie von ihr gemutmasst, erscheint, sofern die angestrebten Tätigkeiten ein leidensangepasstes Profil aufwiesen, wenig wahrscheinlich und hätte sie nicht daran hindern dürfen, sich weiter um eine Arbeitsstelle zu bemühen. Es ist vielmehr davon auszugehen, dass hierfür nicht gesundheitliche Gründe verantwortlich zeichnen, sondern in erster Linie die einhellig konstatierten mangelnden Deutschkenntnisse sowie fehlende berufliche Ausbildung und Erfahrung. Diese stellen indessen invaliditätsfremde Aspekte dar. Vermag die Beschwerdeführerin somit nicht darzutun, dass sie die notwendigen Schritte zur Selbsteingliederung unternommen hat, bleibt es bei der vorinstanzlichen Leistungsablehnung. Einer Rückweisung der Angelegenheit an die Beschwerdegegnerin zur Prüfung von beruflichen Vorkehren bedarf es nicht.