Citation: 2C_581/2020 E. 4

Eine weitere Interessenabwägung braucht nicht vorgenommen zu werden. Beziehungen und Verwandtschaftsverhältnisse (wie die hier vorliegende Adoption), die ausschliesslich geschlossen oder begründet werden, um der ausländischen Person die Einreise oder den Aufenthalt in der Schweiz zu ermöglichen, verdienen als solche verfassungs- und konventionsrechtlich keinen besonderen Schutz (Art. 8 EMRK; Art. 13 BV; BGE 137 I 247 E. 5.1.2 S. 252 f.; 135 I 143 E. 3.1 S. 148 f.; Urteil 2C_1115/2013 vom 11. Februar 2014 E. 2.6). Aufgrund der jahrelangen Trennungssituation, der weiterhin hinreichend gesicherten Betreuung in Jamaika und dem altersbedingt nicht mehr allzu grossen Betreuungsbedürfnis der Beschwerdeführerin - zum Zeitpunkt des angefochtenen Urteils war sie nur noch sieben Monate von der Volljährigkeit entfernt - besteht, wie bereits erwähnt, auch kein besonderes Abhängigkeitsverhältnis zwischen den beiden Halbschwestern, welche Voraussetzung wäre, damit unter diesem Aspekt die Garantien von Art. 8 EMRK zu tragen kämen (BGE 144 II 1 E. 6.1 S. 12 f. mit Hinweisen).