Citation: 8C_231/2023 E. 5.1

5.1. Was zunächst die Beweiskraft des Gutachtens des Dr. med. B.________ betrifft, ist nicht erkennbar, dass die Vorinstanz offensichtlich unrichtige Sachverhaltsfeststellungen getroffen oder die zu beachtenden Beweiswürdigungsregeln verletzt haben sollte. Insbesondere lassen sich den Berichten der behandelnden Ärztin vom 5. Mai und vom 29. September 2021 keine wichtigen Aspekte entnehmen, die bei der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben wären. Dr. med. C.________ erachtete insbesondere die diagnostische Einordnung durch den Gutachter als nicht nachvollziehbar. Dieser begründete indessen einlässlich, dass zwar im Längsverlauf anamnestisch von einer Persönlichkeitsbeeinträchtigung mit emotionaler Instabilität und kognitiven Defiziten seit dem Unfall mit Schädelhirntrauma im Jahr 1983 auszugehen sei. Indessen sei die Beurteilung der Persönlichkeit angesichts des Alters der Beschwerdeführerin von erst 17 Jahren zum Zeitpunkt des Unfalls und dementsprechend die Diagnosestellung einer Persönlichkeitsstörung nicht möglich und zudem angesichts der von ihr (unter anderem als weitgehend alleinerziehende Mutter) gezeigten Stärken und Ressourcen auch nicht gerechtfertigt. Die Schwere des depressiven Leidens beurteilte der Gutachter unter anderem auch gestützt auf Testungen. Er wies zudem ausdrücklich darauf hin, dass sich dessen Behandelbarkeit anlässlich der letzten Hospitalisierung in der Klinik D.________, im Jahr 2018 bestätigt habe und medikamentös eine Stabilisierung habe erreicht werden können. Zwischenzeitlich nehme die Beschwerdeführerin die gemäss Bericht der behandelnden Ärztin verschriebenen Psychopharmaka nach eigenen Angaben nicht mehr ein. Die Beschwerdeführerin rügt schliesslich, eine neuropsychologische Testung sei zu Unrecht unterblieben. Gemäss Vorinstanz finden sich in den Akten keine Anhaltspunkte dafür, dass diesbezüglich seit 2018, Zeitpunkt der letzten Begutachtung durch die estimed, eine Veränderung eingetreten wäre. Inwiefern das kantonale Gericht damit eine offensichtlich unrichtige Sachverhaltsfeststellung getroffen haben sollte, ist nicht erkennbar. Die blosse Anmerkung der behandelnden Ärztin im Bericht vom 29. September 2021, es sei für sie nicht nachvollziehbar, dass keine erneute neuropsychologische Untersuchung erfolgt sei, kann daran nichts ändern, zumal auch in jener Stellungnahme keinerlei Anhaltspunkte für eine Verschlechterung des kognitiven Zustands genannt werden. Gemäss Gutachten führte ein phasenweise übermässiger Alkoholkonsum zu einer Verstärkung der Symptomatik. Unter adäquater Behandlung (beispielsweise anlässlich des Aufenthalts in der Klinik D.________) habe jedoch jeweils eine Stabilisierung erreicht werden können und zudem sei aktuell von einem moderaten Alkoholkonsum auszugehen. Inwiefern die Vorinstanz die massgeblichen Beweiswürdigungsregeln verletzt haben sollte, indem sie keine konkreten Indizien gegen die Zuverlässigkeit des Gutachtens auszumachen vermochte, ist nicht erkennbar. Dass sie auf das Gutachten abstellte, ist nicht zu beanstanden.