Citation: 4A_633/2016 E. 5.1

5.1. Die Vorinstanz ging davon aus, die Beklagte schulde unter dem Anlagevertrag einzigeine sorgfältige Schätzung. Sie führte aus, es sei im allgemeinen Vertragsrecht die Ausnahme, dass bereits im Hinblick auf die Schlechterfüllung (Erfüllungsanspruch) eine Sorgfaltspflichtverletzung zu prüfen sei. Die geschuldete Leistung werde regelmässig durch den Vertrag bestimmt; ob eine Schlechterfüllung vorliege, lasse sich durch den Vergleich von geschuldeter und tatsächlich erbrachter Leistung ermitteln. Im Kollektivanlagevertrag sei die Situation aber insofern besonders, als die geschuldete Leistung sich aufgrund der pflichtgemässen Schätzung des Verkehrswerts durch die Fondsleitung ergebe. Die Frage, ob die Fondsleitung den Kollektivanlagevertrag gehörig erfüllt habe, hänge mit anderen Worten zentral mit der Frage der pflichtgemässen Bewertung des Anlagefondsvermögens zusammen. Sie schützte dementsprechend die Auffassung des Zivilgerichts, der von der Beschwerdeführerin nachzuweisende "wahre Verkehrswert" sei nichts anderes als der nach einer lege artis durchgeführten Ertragswertschätzung ermittelte Schätzwert. Die Beschwerdegegnerin sei entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin nicht verpflichtet gewesen "jährliche wahre Verkehrswerte zu ermitteln"; vielmehr sei sie lediglich gehalten gewesen, die Verkehrswerte pflichtgemäss zu schätzen. Das Zivilgericht habe zutreffend festgestellt, die Beschwerdegegnerin habe im fraglichen Zeitpunkt nicht die Möglichkeit gehabt, aufgrund der Marktsituation die von ihr zulässigerweise gewählte Schätzungsmethode, die Ertragswertmethode, zu überprüfen und anzupassen. Sie habe daher ihre Sorgfaltspflicht nicht verletzt, indem sie an der Ertragswertmethode festgehalten habe. Damit bezog sich die Vorinstanz auf die von ihr wiedergegebenen Ausführungen des Zivilgerichts, wonach selbst bei Beachtung der gesetzlichen Vorschriften eine Unterbewertung habe eintreten können. Es habe sich somit um ein "systemimmanentes Risiko" gehandelt, das die Anleger auch nach 1989 hätten hinnehmen müssen.