Citation: 9C_635/2022 E. 2.1

2.1. Gemäss dem unter der Überschrift bzw. dem Randtitel "Allgemeine Abzüge" (sog. sozialpolitische oder anorganische Abzüge) stehenden Art. 38 Abs. 1 lit. i des Steuergesetzes des Kantons Bern vom 21. Mai 2000 (StG/BE; BSG 661.11) können behinderungsbedingte Kosten der steuerpflichtigen Person und der von ihr unterhaltenen Personen mit Behinderungen abgezogen werden, soweit die steuerpflichtige Person die Kosten selber trägt (vgl. übereinstimmend Art. 9 Abs. 2 lit. hbis StHG u. Art. 33 Abs. 1 lit. hbis des Bundesgesetzes vom 14. Dezember 1990 über die direkte Bundessteuer [DBG; SR 642.11]). Die Bestimmung soll die Steuerbelastung für Menschen reduzieren, die Einkommen für Kosten aufwenden müssen, die im Zusammenhang mit ihrer Behinderung stehen (vgl. Botschaft vom 11. Dezember 2000 zur Volksinitiative "Gleiche Rechte für Behinderte" und zum Entwurf eines Bundesgesetzes über die Beseitigung von Benachteiligungen behinderter Menschen, BBl 2001 1715 ff., Ziff. 4.3.3 1788). Ebenfalls Teil der allgemeinen Abzüge bilden ferner die Krankheits- und Unfallkosten der steuerpflichtigen Person und der von ihr unterhaltenen Personen, soweit die steuerpflichtige Person die Kosten selber trägt und diese 5 % der um die Aufwendungen verminderten Einkünfte übersteigen (Art. 38a lit. b StG/BE; vgl. auch Art. 9 Abs. 2 lit. h StHG; siehe dazu BGE 147 II 248 E. 2.1.2; Urteile 2C_450/2020 vom 15. September 2020 E. 3.3.1; 2C_1187/2016 vom 2. Februar 2017 E. 3.1; 2C_479/2016 vom 12. Januar 2017 E. 3.4; je m.w.H.).