Citation: 6B_25/2017 E. 2.2

2.2. Die Rüge ist unbegründet. Die Vorinstanz erwägt zu Recht, dass die Beschwerdeführerin die bei der Gewährung des ersten Darlehens geschaffene Vertrauensbasis gezielt ausnützte und ihre Lügengeschichten darauf aufbaute. Beim ersten Treffen waren alle drei Familienmitglieder anwesend und erzählten von der ausstehenden Erbschaft von Fr. 18 Mio., wobei die Geschädigten insbesondere dem Vater der Beschwerdeführerin, der zu seinem Cousin F.E.________ ein sehr enges Verhältnis gehabt hatte, grosses Vertrauen entgegen brachten. Zudem bekräftigten die Beschuldigten die Geschichte mit einem unechten Kontoauszug, der belegt, dass die Familie über fast eine Viertelmillion flüssige Mittel verfügte. Der Eindruck, dass diese vermögend war, bestätigte sich für E.E.________ weiter, als sie mit der Familie nach Bad Ragaz fuhr und die luxuriöse Unterkunft sah, welche diese bewohnte. Hinzu kommt das gesamte Auftreten der Familie, welches nicht auf dauerhafte finanzielle Probleme hat schliessen lassen, aber auch nicht übertrieben prahlerisch wirkte. Damit war der Grundstein dafür gelegt, dass E.E.________ auch in Zukunft an den Wohlstand der Familie glauben würde. Das besondere Vertrauensverhältnis, welches zwischen F.E.________ und dem Vater der Beschwerdeführerin bestand, übertrug sich vorliegend auch auf die Beziehung der Eheleute E.________ zur Beschwerdeführerin. Letztere erkannte die Naivität und Gutgläubigkeit der Eheleute, was sie bewusst ausnutzte. In der Folge zerstreute sie die bei E.E.________ aufkommenden Zweifel immer wieder geschickt mit neuen passenden Geschichten. Ausserdem setzte sie gefälschte Dokumente ein, wenn sie es zur Aufrechterhaltung des Irrtums der Geschädigten für nötig erachtete. Auch die Mutter der Beschwerdeführerin half, die Zweifel zu zerstreuen, indem sie die Geschichten ihrer Tochter bestätigte. Ferner platzierte die Beschwerdeführerin mit grosser Raffinesse kleine Gesten, um ihre unwahren Geschichten zusätzlich zu bekräftigen (Urteil S. 51 f. E. 13.2.4). Diese wendet ein, die von den Geschädigten getroffenen Massnahmen wie die Schuldanerkennung, die Vereinbarung eines horrenden Darlehenszinses und der Schenkungsvertrag entsprächen offensichtlich nicht dem geforderten Mindestmass an Aufmerksamkeit (Beschwerde S. 10). Dem kann nicht gefolgt werden. Gemäss ständiger Praxis ist für die Frage, ob keine Arglist vorliegt, weil der Getäuschte den Irrtum mit einem Mindestmass an Aufmerksamkeit hätte vermeiden können, die jeweilige Lage und die Schutzbedürftigkeit des Betroffenen im Einzelfall entscheidend (E. 1.4). Gemäss den vorinstanzlichen Feststellungen verfügen die Geschädigten nicht über spezielle Erfahrungen in Finanzgeschäften. Sie sind gutgläubige und ehrliche Menschen und leben in einem kleinen Dorf mit hoher Sozialkontrolle, wo jeder jeden kennt und wo man einander grundsätzlich noch vertraut. Der Vater der Beschwerdeführerin war für F.E.________ fast so etwas wie ein Bruder (Urteil S. 45 und S. 48 E. 13.2.3). Unter Berücksichtigung der gesamten Gegebenheiten kann nicht die Rede davon sein, die Geschädigten, insbesondere E.E.________, hätten die grundlegendsten Vorsichtsmassnahmen missachtet. Vielmehr ist mit der Vorinstanz festzuhalten, dass sie das aus ihrer Sicht und von ihrer Persönlichkeit Mögliche unternommen hat, um die von ihr gewährten Darlehen zu sichern, auch wenn es teilweise untaugliche Versuche waren (Urteil S. 52 E. 13.2.4).