Citation: 6B_1235/2021 E. 1.2

1.2. Die Vorinstanz geht davon aus, der Beschwerdeführer habe mit seinem Manöver für die Fahrradfahrerin die konkrete Gefahr eines Sturzes mit entsprechender Verletzungsgefahr geschaffen (angefochtenes Urteil S. 28). In subjektiver Hinsicht erwägt sie u.a., der Beschwerdeführer habe sich im Wissen um die knappen Platzverhältnisse im Kreisverkehr sowie die geringe Distanz bis zur Ausfahrt in Richtung Wabern entschieden, die Fahrradfahrerin, welche keine Anstalten gemacht habe, in Richtung Wabern abzubiegen, zu überholen. Ihm sei bewusst gewesen, dass sein Überholmanöver nur unter Einhaltung eines ungenügenden Abstands zur Radfahrerin möglich gewesen sei (angefochtenes Urteil S. 28). Dabei habe ihm auch bewusst sein müssen, dass er damit für die Fahrradfahrerin eine äusserst prekäre und gefährliche Situation schaffe und das Risiko eingehe, diese zu touchieren und damit einen Sturz zu verursachen. Er sei in der Lage gewesen, die Gefährlichkeit einer solchen Verkehrssituation zu erkennen. Die Entscheidung des Beschwerdeführers, das Überholmanöver trotz dieser Ausgangslage durchzuführen, könne nicht anders gedeutet werden, als dass er die Gefährdung der Fahrradfahrerin mindestens in Kauf genommen habe. Er habe somit eventualvorsätzlich gehandelt. Er habe die ernsthafte Gefährdung der Fahrradfahrerin erkannt, in Kauf genommen und damit im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG rücksichtslos gehandelt. Der subjektive Tatbestand sei erfüllt. Somit würden sich weitere Ausführungen zur Frage erübrigen, ob der Strafbefehl eine allfällige grobfahrlässige Handlung genügend umschrieben habe und ob gemäss dem Antrag der Generalstaatsanwaltschaft eine Ergänzung der Anklageschrift nach Art. 333 StPO angezeigt gewesen wäre (angefochtenes Urteil S. 29).