Citation: 8C_654/2023 E. 4.2

4.2. Weiter führte die Vorinstanz aus, im Zentrum stehe die Frage, ob die vom behandelnden Arzt Prof. Dr. med. F.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, am 15. März 2018 diagnostizierte SLAP-3-Läsion bzw. die von ihm im Operationsbericht vom 26. März 2018 festgehaltene SLAP-2-Läsion kausal auf das Ereignis vom 25. April 2017 zurückzuführen sei. Mit eingehender Begründung und Bezugnahme auf die Berichte der zahlreich involvierten Ärzte gelangte sie zum Schluss, dass der Auffassung des Prof. Dr. med. F.________ nicht gefolgt werden könne. Insbesondere wies sie darauf hin, dass seine Interpretation der zeitnah zum Unfall erstellten und von allen beteiligten Ärzten als qualitativ sehr gut eingestuften Arthro-MRT-Bildgebung vom 17. Mai 2017 entweder im Widerspruch zur Einschätzung der verschiedenen Radiologen stehe oder zumindest von diesen nicht gestützt werde. Entgegen der Auffassung des Prof. Dr. med. F.________ sei eine relevante SLAP-Läsion auch im Rahmen der nativen und daher nur eingeschränkt aussagekräftigen MRT-Bildgebung vom 24. Januar 2018 radiologisch nicht eindeutig erstellt. Damit entfalle insgesamt die Annahme einer relevanten unfallbedingten Schulterpathologie, zumal auch keine anderweitigen potenziell unfallbedingten Verletzungen dokumentiert worden seien. Insoweit decke sich die Beurteilung des Dr. med. E.________ ohne Weiteres mit den Feststellungen des erstbeurteilenden Radiologen Dr. med. G.________, aber auch mit den Beurteilungen der Radiologen PD Dr. med. H.________ und Dr. med. I.________. Ebenfalls in Einklang stehe sie mit der Beurteilung der beratenden Ärzte Dr. med. J.________ und Dr. med. K.________ sowie des Sachverständigen Dr. med. D.________, der lediglich von einer vorübergehenden Verschlimmerung eines Vorzustandes an der linken Schulter im Sinne einer Aktivierung einer bis dahin stumm gebliebenen Impingementanlage ausgegangen sei. Der isolierten Auffassung des Prof. Dr. med. F.________ könne daher nicht gefolgt werden. Die AXA habe damit den Nachweis erbracht, dass die unfallbedingten Ursachen der infolge des Unfalls vom 25. April 2017 aufgetretenen Schulterbeschwerden links weggefallen seien. Der Zeitpunkt der Leistungseinstellung per 1. November 2017 beruhe auf der Einschätzung des Dr. med. D.________ und sei vor dem Hintergrund, dass es sich bei der Datierung des Status quo sine nach der Rechtsprechung um eine Schätzung handle, nicht zu beanstanden. Da die nach dem 1. November 2017 bestehenden Beschwerden an der linken Schulter nicht mehr unfall-, sondern krankheitsbedingt seien, erübrigten sich Ausführungen zur Haftung der Beschwerdegegnerin für Komplikationen im Rahmen der Heilbehandlung nach Art. 6 Abs. 3 UVG. Diese Bestimmung sei nur anwendbar, wenn die fragliche medizinische Massnahme - hier die Operation vom 26. März 2018 - der Behandlung einer Unfallfolge diene. Dies sei vorliegend nicht der Fall, da die Komplikationen im Anschluss an die Operation erst nach Erreichen des Status quo sine aufgetreten seien.