Citation: 5A_336/2019 E. 5.5

5.5. Mit Bezug auf die Frage, ob E.A.________ tatsächlich den Willen gehabt hat, auf die testamentarisch zugesprochene Nutzniessung zu verzichten, tragen die Beschwerdeführer vor, im Urteil vom 23. März 2017 habe das Obergericht noch den Standpunkt vertreten, es müsse davon ausgegangen werden, dass E.A.________ die Bedeutung der Nutzniessung bekannt war, insbesondere dass diese sich auf den ganzen Nachlass und nicht nur auf die Liegenschaft bezogen, sondern auch allfällige Erträgnisse umfasst habe. Dass der im Vertrag vom 6. März 2004 enthaltenen Verzichtserklärung ein irreführender Zusammenhang in dem Sinn zugrunde liegen solle, man habe fälschlicherweise angenommen, der Verzicht auf das physische Bewohnen der Liegenschaft wäre einem Verzicht auf die Nutzniessung gleichzusetzen, sei damals für das Obergericht offenkundig noch kein Thema gewesen. Tatsächlich habe E.A.________ im Vertrag vom 6. März 2004 explizit erklärt, auf ihre Nutzniessung zu verzichten. Was daran irreführend sein solle, sei nicht nachvollziehbar. Die vom Obergericht unterschobene Annahme, die Parteien hätten den Verzicht auf das persönliche Bewohnen fälschlicherweise bzw. irrtümlicherweise einem Verzicht auf Nutzniessung gleichgesetzt, entbehre einer nachvollziehbaren Grundlage. Eine solche Annahme lasse sich aus dem Vertragstext nicht ableiten. Diese Neuinterpretation des Vertragstextes durch das Obergericht werde offensichtlich ergebnis-, nicht aber rechtsorientiert nachgeschoben, um daraus einen fehlenden Konsens zu konstruieren. Mit diesen Ausführungen lässt sich Willkür in der beweiswürdigenden Feststellung, ein tatsächlicher Schenkungswille seitens von E.A.________ sei nicht bewiesen, nicht dartun (E. 2.2). Die Rüge erweist sich als unbegründet.