Citation: 2C_562/2023 E. 4.6

4.6. Die Inhaftierung der Beschwerdeführerin für die Dauer des Dublin-Verfahrens war auch nicht unverhältnismässig, wie die Beschwerdeführerin rügt: Die Inhaftierung lag im öffentlichen Interesse der Sicherung ihrer Zuführung nach Kroatien. Das öffentliche Interesse war gross, nachdem die Schweiz bereits der dritte Staat ist, in dem sie ein Asylgesuch gestellt hat. Die Inhaftierung war zudem geeignet und erforderlich, den Vollzug sicherzustellen, da eine erhebliche Gefahr bestand, dass sie sich während des Verfahrens (erneut) absetzen könnte. Die Vorinstanz hält zutreffend fest, dass eine Meldeauflage oder Eingrenzung nicht verhindern könnten, dass die Beschwerdeführerin untertauchen würde, sobald die Reise nach Kroatien anzutreten wäre. Eine weniger einschneidende andere Massnahme wäre im Hinblick auf ihr Verhalten mithin nicht hinreichend wirksam gewesen, um ihre Dublin-Überstellung sicherzustellen. Die Beschwerdeführerin hat zwar ein grosses Interesse, in Freiheit zu verbleiben. Dieses vermag das öffentliche Interesse indes nicht zu überwiegen. Auch ihren gesundheitlichen Problemen wurde im Rahmen ihrer Festhaltung Rechnung getragen, wurde ihr doch die Hafterstehungsfähigkeit attestiert und besucht sie eigenen Angaben zufolge den psychologischen Dienst im Zentrum für ausländerrechtliche Administrativhaft und erhält dort die notwendigen Medikamente. Die gesundheitlichen Probleme lassen die Inhaftierung mithin nicht unzumutbar werden.