Citation: U 370/01 28.06.2002 E. 2

2.- a)In tatsächlicher Hinsicht ist gestützt auf die Befragung durch die Beschwerdegegnerin vom 29. und 31. August 2000 davon auszugehen, dass der Versicherte am 15. April 2000 mit einer Schülerin einen Ausbildungsflug für die Kunstflug-Schweizermeisterschaft durchführte. Ein Übergang von einer vertikalen in eine horizontale Fluglage erfolgte bei einem Druck von 7 G wegen gleichzeitiger Bedienung des Steuerknüppels durch ihn selbst und die Flugschülerin so abrupt, dass sein Genick überdehnt und der Kopf nach hinten gebogen wurde. Er verspürte ein Knacken und verlor in beiden Armen das Gefühl. Bereits 1998 hatte er beim Fliegen ein Beschleunigungstrauma erlitten und damals während einigen Tagen massive Nacken- und Kopfschmerzen verspürt. Letztere sind seither rezidivierend und haben mit dem zweiten, hier zu beurteilenden Vorfall vom 15. April 2000 zugenommen. b) Das Erfordernis der mechanischen Einwirkung eines äusseren Faktors ist beim Ereignis vom 15. April 2000 mit der plötzlichen Druckveränderung beim Wechsel der Fluglage erfüllt; sie ist vergleichbar mit dem Überdruck, wie er bei einem Sprung ins Wasser (EVGE 1964 S. 69 Erw. 2d) oder beim Tauchen (nicht publiziertes Urteil R. vom 7. Februar 1984, U 32/82) auftritt. Wie die Vorinstanz, auf deren Erwägungen verwiesen wird, richtig ausführt, fehlt es jedoch an der Ungewöhnlichkeit, an welche hier wegen der Beschränkung der Schädigung auf das Körperinnere strengere Anforderungen im Sinne von besonders sinnfälligen Umständen zu stellen sind. Dies gilt umso mehr, als beim Beschwerdeführer degenerative Veränderungen der Halswirbelsäule festgestellt wurden (Bericht des Dr. med. S.________ vom 19. Juli 2000). Namentlich war der Versicherte auf dem Kunstflug weder aussergewöhnlichen Druckverhältnissen ausgesetzt, noch war der zusammen mit der Flugschülerin gesteuerte Bewegungsablauf von der vertikalen in die horizontale Fluglage programmwidrig. Einzig die abrupte Richtungsänderung war nicht geplant; sie sprengt jedoch auf einem Ausbildungsflug den Rahmen des Alltäglichen und Üblichen nicht. Da sich das Begriffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit nach der Definition des Unfalls nicht auf die Wirkung des äusseren Faktors, sondern nur auf diesen selber bezieht, muss die Zunahme der chronischen Kopfschmerzen des Versicherten seit dem am 15. April 2000 erlittenen zweiten Beschleunigungstrauma ausser Betracht fallen (RKUV 1996 Nr. U 253 S. 203 Erw. 4a). Schliesslich kann auch nicht auf Grund der medizinischen Diagnose eines Traumas auf das Vorliegen eines Unfalls geschlossen werden. Das Ereignis vom 15. April 2000 erfüllt damit die Kriterien des Unfallbegriffs nicht und die Verwaltungsgerichtsbeschwerde ist abzuweisen.