Citation: 2C_443/2023 E. 3.2.2

3.2.2. In der Sache ist nicht ersichtlich, inwiefern der Schluss der Vorinstanz, wonach sich die Beschwerdeführerin erst verspätet und daher treuwidrig auf den Lärm berufen hat, die gerügten Verfassungsbestimmungen verletzen würde: Der Beschwerdeführerin war es zumutbar, den Lärm und die angeblich dadurch verursachte Benachteiligung entweder vor Beginn oder (zumindest) unmittelbar im Anschluss an die Prüfung gegenüber der Prüfungsaufsicht bzw. der IAF geltend zu machen (vgl. auch BGE 147 I 73, nicht publ. E. 7.1 in fine, mit Verweis auf Urteil 2P.26/2003 vom 1. September 2003 E. 3.5), damit entsprechende Massnahmen hätten ergriffen werden können. Dasselbe gilt für die von ihr behauptete grundsätzliche Untauglichkeit der Prüfungslokalität. Es liegt nicht auf der Hand, dass objektiv eine Beeinträchtigung bestand, nachdem der behauptete Lärm des Hotelbetriebs ausserhalb des Prüfungsraumes gemäss den Sachverhaltsfeststellungen der Vorinstanz von keiner anderen der an der Prüfung beteiligten Personen vor Ort (weitere Prüfungskandidaten; Prüfungsaufsicht) in irgendeiner Weise beanstandet oder sonstwie thematisiert worden ist. In der Tat dürften über die Erheblichkeit von Lärmeinwirkungen typischerweise unterschiedliche Auffassungen bestehen, und wäre es deshalb eben gerade Sache der Beschwerdeführerin gewesen, den von ihr wenigstens subjektiv als störend empfundenen Lärm bei der Prüfungsaufsicht oder sonst unmittelbar im Anschluss an die Prüfung bei der IAF zu melden. Ohne jegliche Meldung ihrerseits durfte die Beschwerdeführerin jedenfalls nicht davon ausgehen, dass ihre (behaupteten) persönlichen lärmbedingten Konzentrationsschwierigkeiten für die Prüfungsaufsicht offensichtlich waren. Unter diesen Umständen hat die Beschwerdeführerin sowohl das Ergreifen von allfälligen Massnahmen oder Vorkehrungen durch die Prüfungsaufsicht als auch eine möglichst zeitnahe Überprüfung des gerügten Mangels selber verunmöglicht, obwohl ihr eine Meldung anlässlich der Prüfung zumutbar gewesen wäre. An diesem Versäumnis ändert auch nichts, dass die Beschwerdeführerin vor Bundesgericht behauptet, es sei ihr aufgrund fehlender Einsicht in ein Protokoll der Prüfungsaufsicht nicht möglich gewesen, den Prüfungsablauf zu rekonstruieren. Jedenfalls zeigt sie auch in diesem Zusammenhang nicht auf, dass sie die angebliche Benachteiligung durch Lärmimmissionen rechtzeitig beanstandet hat.