Citation: 1P.764/2005 13.01.2006 E. B

Mit Schreiben vom 16. August 2005 stellte der Jugendliche ein erneutes Ablehnungsgesuch gegen den Jugendgerichtspräsidenten, welches die Anklagekammer am 21. September 2005 wiederum abwies. Anlässlich des Termins vor Jugendgericht am 20. Oktober 2005 liess der Jugendliche noch vor Beginn der Einvernahme mündlich abermals ein Ablehnungsgesuch stellen, welches er mit Schreiben vom 30. Oktober 2005 schriftlich bestätigte. Er begründete dies mit dem Umstand, dass seine Familie gegen den Jugendgerichtspräsidenten verschiedene Strafanzeigen eingereicht hätte, welche geeignet seien, diesen als Richter im Verfahren gegen X.________ als befangen erscheinen zu lassen und Zweifel an dessen Unparteilichkeit zu erwecken. Es sei davon auszugehen, dass mittlerweile Strafverfahren gegen den Richter eröffnet worden seien. Zudem habe sich der Verein "Z.________" bei der Strafanzeige, welche der Lebenspartner der Mutter von X.________ eingereicht hatte, als Privatkläger konstituiert. Präsident dieses Vereins sei der Jugendliche selber. Die fragliche Strafanzeige richte sich u.a. auch gegen den Jugendgerichtspräsidenten. Somit bestehe ein direktes strafrechtlicher Streitverfahren zwischen dem Jugendlichen und dem Richter. Weiter schloss der Jugendliche aus Äusserungen des Jugendgerichtspräsidenten im Zusammenhang mit einem anderen Verfahren, letzterer hege Vorbehalte gegen ihn. Die Anklagekammer des kantonalen Obergerichts wies das Ablehnungsgesuch mit Beschluss vom 7. November 2005 ab.