Citation: 7B_484/2023 E. 2.1.3

2.1.3. In seiner jüngeren Rechtsprechung bejahte das Bundesgericht bei einem über vierjährigen Entsiegelungsverfahren eine Verletzung des Beschleunigungsgebots teilweise, nachdem das Zwangsmassnahmengericht das Verfahren durch eine zweite Triage zumindest für einen Teil der versiegelten Daten unnötig in die Länge gezogen hatte. In Bezug auf die übrigen Daten war das Verfahren nicht stillgestanden und konnte dem Zwangsmassnahmengericht angesichts des Umfangs der von den Parteien eingereichten Beweismittel noch nicht vorgeworfen werden, eine Entscheidung verzögert zu haben (Urteil 7B_872/2023 vom 8. Februar 2024 E. 2.4.1 f.). Bei einem 28-monatigen Entsiegelungsverfahren verneinte das Bundesgericht eine Verletzung des Beschleunigungsgebots. Einerseits war das Verfahren durch eine Beschwerde in Strafsachen verzögert worden; andererseits gab es insgesamt keine wesentlichen Leerlaufzeiten, die dem Zwangsmassnahmengericht vorzuwerfen gewesen wären (Urteil 1B_637/2021 vom 25. Januar 2022 E. 2.3). In einem anderen Fall bezeichnete das Bundesgericht ein 14-monatiges Entsiegelungsverfahren zwar als "en principe pas admissible". Eine Verletzung des Beschleunigungsgebots verneinte es dennoch, da das Triageverfahren aufgrund verschiedener Konflikte über den Beizug eines Experten nicht hatte vorangetrieben werden können. Eine weitere Verzögerung hatte sich aufgrund eines Zwischenverfahrens über die Zulassung einer weiteren Verfahrenspartei ergeben (Urteil 1B_261/2014 vom 8. September 2014 E. 2.2).