Citation: 2A.355/2002 29.10.2002 E. 4

4.1 Der Beschwerdeführer ist 1985 im 18. Altersjahr in die Schweiz gekommen. Er befindet sich somit seit 17 Jahren hier. Indessen ist er nicht ein in der Schweiz aufgewachsener Ausländer der zweiten Generation, sondern er hat seine prägenden Jugendjahre in seiner Heimat verbracht und dort auch die Schulen besucht. Obwohl er nun seit längerer Zeit in der Schweiz lebt, waren seine Deutschkenntnisse nicht ausreichend, um sich anlässlich der Instruktionsverhandlung vor Verwaltungsgericht ohne Dolmetscherin zu verständigen. In der Beschwerdebegründung wird dagegen eingewendet, die Dolmetscherin sei von der Instruktionsrichterin von Beginn an in die Befragung integriert worden, was den bereits nervösen Beschwerdeführer zusätzlich verunsichert habe. Diese Darstellung findet in dem Protokoll der Instruktionsverhandlung keine Stütze, indem erst nach der Erörterung der Wohn-, Arbeits- und Einkommensverhältnisse des Beschwerdeführers festgehalten ist, infolge von Verständigungsschwierigkeiten werde Frau Kurtulus zur Übersetzung beigezogen. Hinweise für eine über das Übliche hinausgehende Integration des Beschwerdeführers liegen keine vor. 1996/1997 bis zur seiner Verhaftung war der Beschwerdeführer arbeitslos. Seit seiner bedingten Entlassung hat er an verschiedenen Stellen gearbeitet, wobei er die Stelle bei der Firma X.________, für welche er während des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht tätig war, zufolge ungenügender Auftragslage der Arbeitgeberin verlor. Seit dem 25. April 2002 arbeitet er durch Vermittlung der Firma Manpower AG temporär. Eine besondere Integration in den Arbeitsprozess liegt somit nicht vor. 4.2 Nach seinen Ausführungen anlässlich der Instruktionsverhandlung vor dem Verwaltungsgericht ist der Beschwerdeführer seit August 2001 in psychiatrischer Behandlung, die darin besteht, dass er alle zwei Wochen eine Stunde, manchmal auch mehr, zum Arzt geht. Als Grund für diese Behandlung hat er angegeben, er fühle sich nicht gut und seine Frau habe ihm empfohlen hinzugehen. Er könne sich oft nicht kontrollieren und sei ab und zu abwesend. Ein ärztliches Zeugnis, das die Notwendigkeit einer solchen Behandlung belegen würde, hat der Beschwerdeführer dem Verwaltungsgericht allerdings nicht vorgelegt. Das mit der vorliegenden Verwaltungsgerichtsbeschwerde eingereichte Zeugnis des Arztes F.________ kann nicht mehr berücksichtigt werden (Art. 105 Abs. 2 OG; E. 1.2). Eine derart lockere Behandlung lässt jedoch darauf schliessen, dass der Beschwerdeführer nicht an einer psychischen Krankheit leidet, die nur in der Schweiz behandelt werden könnte, und dass, selbst wenn eine solche Behandlung in seiner Heimat nicht durchgeführt werden könnte, ihm daraus keine schwerwiegenden Nachteile erwachsen würden. 4.3 Der Beschwerdeführer hat stets den Kontakt zu seiner Heimat aufrecht erhalten. Gemäss seinen Aussagen anlässlich der Instruktionsverhandlung vor dem Verwaltungsgericht besitzt sein Vater in der Ortschaft Terpeza im Kosovo, wo er aufgewachsen ist, ein Haus, in dem in jenem Zeitpunkt seit der Pensionierung seines Vaters seine Eltern und eine seiner Schwestern lebten. Ferner hat der Beschwerdeführer in seiner Heimat zwei weitere Geschwister und drei Halbgeschwister. Im Sommer 2001 war der Beschwerdeführer mit seiner Familie wie schon mehrmals zuvor für drei Wochen in Terpeza in den Ferien. 4.4 Gesamthaft betrachtet erscheint eine Rückkehr in den Kosovo für den Beschwerdeführer als zumutbar. Seine privaten Interessen an einem weiteren Verbleib in der Schweiz vermögen das öffentliche Interesse an seiner Fernhaltung nicht zu überwiegen.