Citation: 1P.714/1999 13.06.2000 E. 6

6.- a) Die Angaben der Zeugen hinsichtlich Statur, Bekleidung und Bewaffnung des Täters betrachtete das Kriminalgericht als "eher unergiebig". Keiner der Zeugen habe mit Gewissheit die beim Beschwerdeführer beschlagnahmten Kleidungsstücke als die bei der Tat getragenen identifizieren können. Auch aufgrund der Beschreibungen der Statur des Täters sei nicht ausgeschlossen, dass auch ein anderer Täter ähnliche Kleidungsstücke getragen haben könnte. Was die Personenbeschreibung betreffe, entspreche diejenige der Zeugin C.________, die von einem Täter mit bulliger Figur gesprochen habe, am ehesten dem Beschwerdeführer. Allerdings habe auch keiner der Zeugen Beobachtungen gemacht, welche die Täterschaft des Beschwerdeführers schlechthin ausschliessen würden. Ähnlich stehe es auch bei den Waffen, die beim Beschwerdeführer gefunden worden seien, nicht fest, ob sich darunter Tatwaffen befänden. Immerhin sei festzuhalten, dass der Beschwerdeführer zur Tatzeit eine Pistole und einige Messer besessen habe, die ähnlich aussähen, wie die von den Zeugen, respektive einem Teil von ihnen, beschriebenen. b) Der Beschwerdeführer rügt, die Feststellung des Kriminalgerichts, dass sich aus der Beschreibung des Täters nichts ableiten lasse, was gegen seine Täterschaft spreche, verletzte den Grundsatz "in dubio pro reo" als Beweislastregel, da die Anklagebehörde die Schuld des Täters zu beweisen habe. Sodann habe das Kriminalgericht das Willkürverbot sowie die Maxime "in dubio pro reo" verletzt, indem es nicht zu seinen Gunsten berücksichtigt habe, dass weder die widersprüchlichen Zeugenbeschreibungen zur Statur des Täters auf ihn hinwiesen noch die beschlagnahmten Kleider oder Waffen verlässlich als täterisch hätten identifiziert werden können. c) Der Strafrichter verletzt die Maxime "in dubio pro reo" als Beweislastregel, wenn sich aus der Begründung des Urteils ergibt, dass der Richter zu einer Verurteilung gelangte, weil der Angeklagte seine Unschuld nicht nachgewiesen habe, oder dass der Richter von der falschen Meinung ausging, der Angeklagte habe seine Unschuld zu beweisen, und dass er ihn verurteilte, weil ihm dieser Beweis misslang (BGE 120 Ia 31 E. 2c S. 37 und E. 2d S. 38). Die Rüge der Verletzung dieser Regel ist vorliegend offensichtlich unbegründet. Die Verurteilung des Beschwerdeführers stützt sich auf die Indizienbeweise, auf die in vorstehender Erwägung 4 eingegangen wurde, nicht darauf, dass der Beschwerdeführer seine Unschuld nicht bewiesen hat. Mit der Feststellung, dass sich aus der Täterbeschreibung der Zeugen nichts ableiten lasse, was gegen die - mit den übrigen Umständen erhärtete - Täterschaft des Beschwerdeführers spreche, hat das Kriminalgericht offensichtlich nicht gegen die Beweislastregel von Art. 6 Ziff. 2 EMRK verstossen. Sodann erscheint es nicht als willkürlich und damit nicht als Verstoss gegen die Unschuldsvermutung, dass das Kriminalgericht fehlende Übereinstimmungen der Zeugenbeschreibungen hinsichtlich der Statur des Täters nicht zugunsten des Beschwerdeführers gewertet hat. Gerade weil nicht übereinstimmende Angaben vorliegen, erscheint es nicht als offensichtlich unhaltbar, dass das Kriminalgericht entschied, diese seien insgesamt nicht geeignet, den Beschwerdeführer als Täter auszuschliessen, zumal zumindest die Angabe von C.________ hinsichtlich der Statur des Täters durchaus auf ihn weist. Anders könnte es sich verhalten, wenn die Täterbeschreibungen übereinstimmend und widerspruchsfrei wären und ein Signalement zeichnen würden, das nicht mit demjenigen des Beschwerdeführers im Zeitpunkt der Tat übereinstimmt. Was die bei der Tat benutzten Kleider und Waffen angeht, hatte der Beschwerdeführer nach der Tat genügend Zeit und Gelegenheit, sich dieser Gegenstände zu entledigen. Das Kriminalgericht musste deshalb auch daraus, dass die Zeugen die beim Beschwerdeführer beschlagnahmten Kleider und Waffen nicht übereinstimmend und mit Sicherheit als die bei der Tat verwendeten identifizieren konnten, nichts zugunsten des Beschwerdeführers ableiten.