Citation: 8C_600/2022 E. 3.2

3.2. Für die Folgen von Unfällen, die sich vor dem Inkrafttreten des UVG ereignet haben, besteht kein Anspruch auf eine Integritätsentschädigung, wenn dieser vor dem 1. Januar 1984 und somit unter Herrschaft des KUVG, welches das Institut der Integritätsentschädigung nicht kannte, entstanden wäre (BGE 113 V 54 E. 1c). Der Anspruch auf Integritätsentschädigung wird jedoch als erst unter Geltung des UVG entstanden betrachtet und beurteilt sich - wie das kantonale Gericht zutreffend aufzeigt - gemäss Art. 118 Abs. 2 lit. c UVG nach den Bestimmungen dieses Gesetzes (Art. 24 und 25 UVG; Art. 36 UVV), wenn sich der Unfall zwar vor dessen Inkrafttreten am 1. Januar 1984 ereignet, evolutives Geschehen aber über diesen Zeitpunkt hinaus angehalten hat, sodass damals weder Erheblichkeit noch Dauerhaftigkeit schlüssig feststellbar waren (BGE 127 V 456 E. 4a; vgl. auch MATTHIAS KRADOLFER, in: Basler Kommentar, Unfallversicherungsgesetz, 2019, N. 12 und 17 zu Art. 118 UVG). In solchen Fällen wird eine Integritätsentschädigung in Form einer Teilvergütung für die Verschlimmerung u.a. ausgerichtet, wenn der Schaden durch Rückfall oder Spätfolgen nach dem 1. Januar 1984 dauerhaft und erheblich (mindestens 5 %) zugenommen hat (BGE 127 V 456 E. 4a mit Hinweis auf RKUV 1988 Nr. U 50 S. 286 E. 2b).