Citation: U 148/05 12.09.2005 E. 2

Die Vorinstanz ist in einlässlicher Würdigung der verschiedenen Arztberichte im Wesentlichen gestützt auf die Gutachten der Neurologischen Klinik und Poliklinik des Spitals X.________ vom 1. Oktober 2003 und des Psychiaters Dr. med. C.________ vom 24. September 2001 zum Schluss gelangt, die vorhandenen Beschwerden stünden nicht mehr in einem natürlich kausalen Zusammenhang mit dem Unfallereignis von 17. März 1999, weshalb die SUVA ihre Leistungen auf den 9. November 2003 habe einstellen dürfen. Dieser Auffassung ist beizupflichten. Die genannten Gutachten überzeugen. Sowohl die Ärzte des Spitals X.________, Dres. med. S.________ und A.________, wie auch Dr. med. C.________ erkannten sehr wohl, dass das komplexe Beschwerdebild nach wie vor auch Symptome umfasst, wie sie typischerweise nach einem Auffahrunfall mit HWS-Beschleunigungsmechanismus auftreten. Weil das Beschwerdebild insgesamt aber deutlich darüber hinausgeht und mehrere, nachweislich ins Gewicht fallende unfallfremde Ursachen wie etwa das erstmals rund 15 Monate nach dem Unfallereignis diagnostizierte Carpaltunnelsyndrom schwerster Ausprägung oder auch das vorbestandene chronische Schmerzsyndrom in der Ausprägung eines Fibromyalgiesyndroms diagnostiziert sind, gelangten die genannten Ärzte gesamthaft gesehen zur Überzeugung, eine (Teil-)Ursächlichkeit des Unfalls sei nach über 4 ½ Jahren nicht mehr überwiegend wahrscheinlich. Mit berücksichtigt war dabei insbesondere von den Ärzten des Spitals X.________ auch die Tatsache, dass die Versicherte bis zum Unfall trotz bereits bestehender Beschwerden eine volle Arbeitsfähigkeit aufwies und eine Exazerbation derselben erst nach dem Ereignis aufgetreten war. Mit anderen Worten erachteten diese Ärzte sowohl die Nacken- und Kopfschmerzen, den Schwindel, die Sehstörungen, den Tinnitus, die mit Erschöpfung und Schlafstörungen verbundene Müdigkeit wie auch das Gefühl der Niedergeschlagenheit zwar als ausgewiesen, indessen wahrscheinlicher mit unfallfremden Faktoren als mit dem Ereignis selbst in Verbindung stehend. Was die Beschwerdeführerin dagegen vorbringt, überzeugt nicht. Sie selbst hatte gegenüber verschiedenen Exploranten ausgeführt, bereits vor dem Unfall an diffusen Schmerzen am ganzen Körper gelitten zu haben, wie sie später verstärkt auftraten (erstmals gegenüber dem SUVA-Kreisarzt-Stellvertreter am 20. August 1999, evt. bereits am 19. April 1999 gegenüber dem Medizinischen Zentrum Y.________; zuletzt anlässlich der Untersuchungen am Spital X.________ vom 31. Juli 2003). Ob letztlich die gegenüber dem medizinischen Zentrum Y.________ vom Hausarzt, Dr. med. M.________ erstmals geäusserte Vermutung einer vorbestehenden Fibromyalgie (Bericht des Zentrums vom 28. April 1999) als Diagnose treffend oder wie das vorbestehende Beschwerdebild sonst näher zu spezifizieren ist, bleibt ohne Bedeutung. Entscheidend ist allein, dass bereits vor dem Unfall eine - allerdings (noch) nicht nachhaltig zu einer Arbeitsunfähigkeit führende - somatoforme Schmerzstörung vorgelegen hatte, woran angesichts der genannten Umstände nicht ernsthaft zu zweifeln ist. Weitere Abklärungen in diese Richtung erübrigen sich. Die Ärzte haben diesbezüglich den Sachverhalt korrekt erfasst. Auch haben sie die Frage nach einer möglicher Teilkausalität des Unfalls für das zum Zeitpunkt der Leistungseinstellung vorhandene Beschwerdebild sehr wohl zumindest indirekt beantwortet. Sie sind indessen in der Gesamtwürdigung zur Überzeugung gelangt, dass das Leiden nicht mehr mit der geforderten Wahrscheinlichkeit mit dem Unfall in Verbindung zu bringen ist, womit auch eine Teilkausalität ausgeschlossen ist. Ebenso wenig ist ein Widerspruch in ihrer Feststellung von für einen Beschleunigungsmechanismus der HWS typischen Symptomen einerseits und der Schlussfolgerung andererseits zu erblicken, der darüber hinausgehende Beschwerdekomplex sei angesichts der nachgewiesenermassen unfallfremden (erheblich ins Gewicht fallenden) Faktoren als Ganzes nicht mehr wahrscheinlich auf den Unfall zurückzuführen. Es ist damit vielmehr zum Ausdruck gebracht, dass für diese Symptome mit Blick auf die konkrete Situation andere Ursachen wahrscheinlicher erscheinen, was plausibel ist. In die gleiche Richtung geht auch die Einschätzung des Psychiaters, wenn er am 24. September 2001 ausführt, die psychische Unfallfolge im Sinne einer Anpassungsstörung dürfte auf Grund seiner (auf einer umfassenden Anamnese und persönlichen Untersuchung beruhenden) Beurteilung und unter Berücksichtigung der Schwere des Unfallereignisses höchstens zwölf Monate nach dem Unfall einen Einfluss auf die Gesamtsymptomatik gehabt haben. Soweit die Vorinstanz dem von der Beschwerdeführerin in Auftrag gegebene Gutachten von Dr. med. H.________ vom 29. September 2004 keine Nachachtung schenkt, ist dies nicht zu beanstanden: Zwar ist seine Feststellung, es fehle in den Akten für die vor dem Unfall angeblich vorhanden gewesenen Beschwerden an echtzeitlichen Arztberichten, zutreffend. Indessen war es nicht nur der damalige Hausarzt, sondern - was entscheidender ins Gewicht fällt - die Versicherte selbst, welche gegenüber verschiedenen Ärzten auf das vorbestehende Beschwerdebild hinwies. Auch mag die Einschätzung zutreffen, dass die Versicherte ohne Unfall trotz vorhandener somatoformer Schmerzstörung zumindest zunächst weiter uneingeschränkt arbeitsfähig geblieben wäre. Es trat indessen zusätzlich ein bilaterales Carpaltunnelsyndrom schwerster Ausprägung auf, welches selbst nach Ansicht von Dr. med. H.________ nicht unfallursächlich ist und sich nachhaltig auf die Arbeitsfähigkeit auswirkt. Wenn die Gutachter des Spitals X.________ angesichts dieser Kombination davon ausgingen, die vorbestehenden Beschwerden hätten auch ohne den Unfall vor dem Einstellungszeitpunkt exarbiert, so überzeugt dies. Zuletzt ist mit der Aussage, protrahierende Verläufe seien bei HWS-Traumata nichts aussergewöhnliches, angesichts der Komplexität des Beschwerdebildes nicht viel gewonnen, weshalb gesamthaft gesehen die Ausführungen von Dr. med. H.________ die Einschätzung der Dres. med. S.________ und A.________, aber auch des Dr. med. C.________, nicht zu erschüttern vermögen.