Citation: 8C_385/2024 E. 4.1

4.1. Das kantonale Gericht bejahte die Voraussetzungen des Anspruchs auf eine Hilflosenentschädigung mittleren Grades ab 1. Mai 2022 im Sinne von Art. 42 Abs. 1 in Verbindung mit Abs. 4 IVG und Art. 37 Abs. 2 lit. a IVV. Abweichend von der Beschwerdeführerin sei der Beschwerdegegner nicht nur in den Bereichen des "An- und Auskleidens" sowie der "Fortbewegung" (E. 2.2), sondern auch des "Aufstehens/Absitzens/Abliegens" und der "Körperpflege" regelmässig in erheblicher Weise auf Dritthilfe angewiesen. Angesichts der Hilfsbedürftigkeit in vier von sechs massgeblichen Lebensverrichtungen und des folglich zu bejahenden Anspruchs auf eine Hilflosenentschädigung für eine Hilflosigkeit mittleren Grades könne offenbleiben, ob auch im Bereich "Verrichten der Notdurft" eine relevante Hilfsbedürftigkeit bestehe. Die Teilfunktion "Aufstehen" habe in den seltensten Fällen einen Selbstzweck; einmal aufgestanden, bleibe der Beschwerdegegner auf Dritthilfe angewiesen, weshalb das Aufstehen für ihn zum Vornherein nutzlos sei. Weil er in seiner Wohnung nur eine Badewanne und ein Badebrett habe, sei er beim täglichen Duschen zum Transfer auf die Hilfe der Spitex angewiesen. Trotzdem sei ihm im Rahmen der Schadenminderungspflicht unter den konkreten Umständen des Einzelfalles ein Wohnsitzwechsel nicht zumutbar, weshalb er auch im Bereich der "Körperpflege" regelmässig und in erheblicher Weise auf Dritthilfe angewiesen bleibe.