Citation: 5A_433/2017 E. 4.1

4.1. Das Kantonsgericht hat erwogen, die Beschwerdeführerin habe in ihrer Appellationserklärung vom 19. Juni 2008 eine monatliche Unterhaltsrente von Fr. 2'880.-- bis zur Erreichung des ordentlichen AHV-Alters des Beschwerdegegners gefordert und sich ausbedungen, im Rahmen der Appellationsbegründung ihre Forderung zu spezifizieren. Der Ehegattenunterhalt sei auch nach der aZPO/LU von der Dispositionsmaxime beherrscht. Soweit die Beschwerdeführerin in der Appellations begründung vom 10. Dezember 2014 neu Unterhaltsbeiträge bis zu ihrem Tod verlange, könne sie nicht gehört werden. Daran ändere auch die Berufung auf aArt. 138 ZGB nichts. Diese Bestimmung gewährleiste lediglich, dass im Verfahren vor der oberen kantonalen Instanz mindestens einmal neue Tatsachen und Beweismittel und dadurch veranlasste neue Rechtsbegehren geltend gemacht werden können, wobei nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts das kantonale Recht den Zeitpunkt bestimme. Nach § 251a aZPO/LU könnten die entsprechenden Noven und neuen Begehren in der Appellations- oder Anschlussappellations erklärung und nicht in der Appellations- bzw. Anschlussappellations begründung vorgebracht werden. In der Eventualerwägung 3.2 ("Im Übrigen könnte hier die Anwendbarkeit von Art. 138 aZGB durchaus in Frage gestellt werden,...") äussert sich die Vorinstanz zur Frage, ob Art. aArt. 138 ZGB überhaupt auf den vorliegenden Fall anwendbar sei.