Citation: 2C_679/2015 E. 6.3.2

6.3.2. Zu prüfen sind die Nachteile, die sich bei einem Widerruf der Niederlassungsbewilligung für die Familie des Beschwerdeführers ergäben. Rechtsprechungsgemäss werden unter dem Aspekt des Ehe- und Familienlebens die Dauer der ehelichen Beziehung und weitere Gesichtspunkte berücksichtigt, welche Rückschlüsse auf deren Intensität zulassen (Geburt und Alter allfälliger Kinder, Kenntnis der Tatsache, dass die Beziehung wegen der Straftat unter Umständen nicht in der Schweiz wird gelebt werden können; vgl. BGE 135 II 377 E. 4.3 S. 381). Die Ehefrau des Beschwerdeführers ist im Alter von 17 Jahren im Rahmen des Familiennachzugs im September 1996 in die Schweiz eingereist und verfügt über eine Niederlassungsbewilligung. Die gemeinsame Tochter ist zwei Jahre alt und damit noch in einem anpassungsfähigen Alter. Der Stiefsohn wurde im Anschluss an die in der Schweiz erfolgte Geburt von seiner (alleinerziehenden) Mutter in die Dominikanische Republik gebracht. Dort wurde er bis zur Wiedereinreise als 11-Jähriger im Sommer 2010 von einer Tante mütterlicherseits aufgezogen. Eine Ausreise würde den Stiefsohn hart treffen, zumal der (im Zeitpunkt des vorinstanzlichen Urteils) 16-Jährige seit fünf Jahren in der Schweiz die Schule besucht, seine Freunde hier hat und offenbar gut integriert ist. Immerhin ist er aber des Spanischen mächtig und verbrachte die ersten elf Jahre seines Lebens in der Dominikanischen Republik. Dasselbe gilt für seine Mutter, die 17-jährig in die Schweiz kam und mittlerweile seit 19 Jahren hier lebt. Auch ihr ist eine Ausreise in ihr Herkunftsland nicht a priori unzumutbar (vgl. Urteil 2C_147/2014 vom 26. September 2014 E. 5.3). Selbst wenn sie seit langem nicht mehr dort lebt, war sie doch regelmässig zu Besuchen, insbesondere ihres Sohnes, in der Dominikanischen Republik. Hinzu kommt im vorliegenden Fall Folgendes: Der Beschwerdeführer und seine Partnerin haben im Januar 2013geheiratet, das heisst erst nach Begehung der Straftat durch den Beschwerdeführer und dessen Verurteilung durch das Strafgericht sowie nach (dem ersten) Widerruf der Niederlassungsbewilligung durch das Migrationsamt. Die gemeinsame Tochter wurde zu einem Zeitpunkt gezeugt, als den Ehegatten gestützt auf das Strafurteil und der ihnen am 17. Mai 2012 angezeigten Vorladung betreffend Gewährung des rechtliches Gehörs klar sein musste, dass die Niederlassungsbewilligung des Beschwerdeführers zumindest gefährdet war. Sie mussten daher von Beginn an damit rechnen, ihre Beziehung nicht in der Schweiz leben zu können.