Citation: 5A_920/2023 E. 2.1.4

2.1.4. Im nun angefochtenen Entscheid erwog die Vorinstanz, die konkreten Bedarfspositionen der Kinder, die diese in der Zeit vor der Trennung der Eltern gehabt hätten, erwiesen sich heute - acht Jahre später - als kaum mehr feststellbar. Einen Anhaltspunkt für die Lebenshaltung vor dem Getrenntleben (ab 12. Oktober 2015) und damit den gebührenden Unterhalt (einschliesslich trennungsbedingter Mehrkosten) gebe hier jedoch der im erstinstanzlichen Entscheid vom 7. Juli 2017 aufgeführte Barbedarf der Kinder in der ersten Phase der Unterhaltsberechnung ab jenem Datum. Der Unterhalt für diese Phase sei vom Beschwerdegegner in seiner Berufung nicht angefochten worden, weshalb der (Bar-) Bedarf als anerkannt gelten könne (auch von den Beschwerdeführern, die keine Berufung erhoben hätten). Dieser sei mit je Fr. 1'230.-- pro Kind und Monat angegeben worden, gestützt auf eine konkrete Bedarfsermittlung (Grundbetrag Fr. 580.--, Wohnen Fr. 440.--, Krankenversicherung Fr. 110.--, Steuern Fr. 100.--). Abgezogen worden seien die Kinderzulagen von je Fr. 200.--, was Barunterhaltsbeiträge von je Fr. 1'030.-- ergeben habe. Ein Anteil am Überschuss sei den Kindern nicht zugesprochen worden, jedoch habe der eingesetzte Bedarf auf einem doppelten Grundbetrag basiert. Damit habe die Bedarfsermittlung zwar methodenmässig nicht im Detail der vom Bundesgericht neu vorgeschriebenen Vorgehensweise entsprochen. Betragsmässig könne jedoch davon ausgegangen werden, dass sich daraus ein ausreichender Rückschluss auf die Lebenshaltung während des Zusammenlebens der Familie bzw. den gebührenden Unterhalt für jenes Alter der Kinder ziehen lasse. Zwar sei den Kindern keine als solche bezeichnete Überschussbeteiligung zugesprochen worden, mittels der Verdoppelung des Grundbetrags sei im Ergebnis aber dennoch der gehobenen Lebensstellung der Eltern und der Leistungsfähigkeit des Vaters Rechnung getragen worden. Die Angemessenheit des Unterhaltsbeitrages von je Fr. 1'030.-- für jenes Alter sei von den Beteiligten mangels Anfechtung offensichtlich auch so anerkannt worden. Damit könne von entsprechenden Lebenshaltungskosten für die Zeit vor der Trennung von rund Fr. 1'230.-- pro Kind ausgegangen werden.