Citation: I 553/04 20.06.2005 E. 3

Rheumaklinik und Institut für Physiotherapie mit Poliklinik, Spital X.________ (nachfolgend: Rheumaklinik), diagnostizieren in ihrem Gutachten vom 24. September 1999 eine Polyarthrose mit symptomatischer medialer Gonarthrose, Omarthrose, Rhizarthrose, Coxarthrose, Fuss- und Zehengelenksarthrose beidseits, multiple lokalisierte weichteilrheumatische Beschwerden mit PHS tendopathica beidseits, Periarthropathie beider Ellenbogen, Periarthropathia coxae links bei leichter Coxarthrose beidseits und Periarthropathia genu beidseits bei medialer Gonarthrose beidseits, Gichtarthropathie mit aktuell Oligosynovitis MTP Dig. III bis V rechts, lumbalbetontes Panvertebralsyndrom mit intermittierend lumbospondylogenem Syndrom links bei Wirbelsäulenfehlform und Dekonditionierung, Adipositas per magna mit Dekonditionierung, Psoriasis vulgaris und Thalassaemia minor. Die Beschwerden seien glaubhaft und würden mit dem radiologischen und skelettszintigraphischen Befund übereinstimmen. Es bestünden keine Anhaltspunkte für ein entzündlich systemisch rheumatisches Leiden. Trotz bekannter Gicht und anamnestisch rezidivierenden Gichtschüben müsse radiologisch keine tophös-zystische Gelenkdestruktion verzeichnet werden. Die extreme Adipositas trage zur Beschwerdeverschlechterung und Chronifizierung bei. Eine Gewichtsreduktion sei daher notwendig und auch möglich. In der angestammten Tätigkeit bestehe volle Arbeitsunfähigkeit. Eine körperlich leichte, gelenk- und rückenschonende Tätigkeit mit Möglichkeit zur Wechselbelastung und unter Ausschluss von Tragen und Heben von Lasten über 15 kg sowie ohne vermehrte oder repetitive Kraftanwendungen für Hände und Arme sei nach einer Einarbeitungszeit von drei Monaten voll zumutbar. Günstig seien Tätigkeiten, die auf Tischhöhe ausgeführt werden könnten, oder körperlich wenig belastende Kontrollfunktionen. Im Gutachten vom 7. Februar 2003 werden eine Adipositas per magna (BMI 52) mit schwerster kardiopulmonaler und muskuloskelettaler Dekonditionierung, eine Polyarthrose mit leichter medialer Gonarthrose beidseits, Rhizarthrose beidseits, beginnender Coxarthrose beidseits, Zehengelenksarthrose beidseits betont, Grundgelenke Dig. I mit Spreizfüssen und Hallux valgus, Periarthropathia humero scapularis beidseits mit Teilruptur der linken Supraspinatussehne und Periarthropathie beider Ellenbogen, links mehr als rechts, lumbal betontes Panvertebralsyndrom mit intermittierendem lumbospondylogenem Syndrom links mehr als rechts, leichten degenerativen Veränderungen mit Spondylarthrose L5/S1 und ventrale Spondylose BWK 11 und 12 sowie Arthrosezeichen der Costovertebralgelenke, Gichtarthropathie, schwere venöse Insuffizienz beidseits, Psoriasis vulgaris und Thalassaemia minor aufgeführt. Bezüglich der Arbeitsfähigkeit sei aus rein rheumatologischer Sicht keine neue Situation entstanden. In seinem angestammten Beruf sei der Versicherte bleibend arbeitsunfähig. Eine adaptierte Tätigkeit sei voll zumutbar. Aus internistischer Sicht bestehe bei dieser ausgeprägten generalisierten Dekonditionierung mit Dyspnoe eine aktuelle Einschränkung der Arbeitsfähigkeit auch für leichte Tätigkeiten von 50 %. Mit einer Gewichtsreduktion und vermehrter körperlicher Aktivität im Sinne einer Rekonditionierung könne die Arbeitsfähigkeit für eine leichte Tätigkeit auch aus internistischer Sicht rasch auf 100 % gesteigert werden. Dr. med. M.________, Facharzt für Allgemeine Medizin, attestiert seit Jahren vollständige Arbeitsunfähigkeit für jegliche Tätigkeit, so etwa in seinen Berichten vom 14. November 2001 und 2. Mai 2002. Mehrfach hält er fest, eine Gewichtsreduktion sei unzumutbar, nachdem verschiedenste Versuche, u.a. in Italien, gescheitert seien. Auch seien sämtliche Arbeitsversuche ohne Erfolg geblieben. Die Chirurgische Klinik Y.________ (nachfolgend: Chirurgische Klinik), berichtet am 18. Dezember 2001, der Versicherte habe sich zur Implantation eines Magenbandes gemeldet. Bei näherer Befragung werde ersichtlich, dass bis dahin keine konsequenten Diätversuche durchgeführt worden seien. Eine Ernährungsberatung habe er bisher nie aufgesucht. Es sei lediglich im Jahr 2000 in Italien eine kurze Therapie mit einer unbekannten Tablette durchgeführt worden. Es stehe nicht nur die grosse Nahrungsmenge, sondern vor allem die völlig falsche Zusammensetzung (Schokolade, Salzwaren etc.) im Vordergrund. Vorerst müsse mit konservativen Mitteln, insbesondere einer Ernährungsberatung, versucht werden, das Gewicht zu reduzieren. Dr. med. E.________, Facharzt für Pneumologie und Innere Medizin, hält am 19. März 2003 eine behinderte Nasenatmung, eine leichte chronisch obstruktive Lungenkrankheit sowie eine respiratorische Globalinsuffizienz fest. Das Rehabilitationszentrum der Höhenklinik Z.________ (nachfolgend: Rehabilitationszentrum), wo sich der Versicherte vom 18. Mai bis 7. Juni 2003 stationär aufhielt, diagnostiziert im Bericht vom 7. Juni 2003 eine Adipositas per magna (BMI 48), eine respiratorische Globalinsuffizienz (Pickwick-Syndrom), eine behinderte Nasenatmung bei leichter Septumdeviation (vordere Rhinoskopie), eine chronische venöse Insuffizienz Grad II bis III beidseits, eine Psoriasis vulgaris sowie eine arterielle Hypertonie. Während des Aufenthaltes konnte mittels kalorienreduzierter Ernährung und regelmässiger körperlicher Betätigung eine Gewichtsreduktion von 4 kg erreicht werden. Abschliessend wird eine weitere Gewichtsreduktion durch tägliche körperliche Betätigung und Ernährungsmassnahmen empfohlen.