Citation: 5A_398/2019 E. 6.1

6.1. Unter dem Titel ihrer Willkürrüge stellt sich die Beschwerdeführerin weiter auf den Standpunkt, dass die Berechtigung zur Arresteinsprache nach Art. 278 Abs. 1 SchKG all jenen Personen zuerkannt werde, die durch den Arrestvollzug in ihren rechtlich geschützten Interessen betroffen oder wenigstens in ihren tatsächlichen Interessen berührt sind. Sie habe vor den kantonalen Instanzen dargelegt, dass ihr durch den streitigen Arrest "letztlich Arrestsubstrat entzogen" werde, so dass sie direkt in ihren wirtschaftlichen und materiellen Interessen betroffen sei. In der Folge legt die Beschwerdeführerin über zehn Seiten ihrer Eingabe dar, weshalb sie durch den Arrest der Beschwerdegegnerin 1 auch in ihrer materiellen Rechtsstellung zumindest mittelbar berührt sei und ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung des Arrestes habe. Unter dem Titel "Qualifizierende Elemente liegen vor" macht sie geltend, dass sie keine gewöhnliche Gläubigerin der Beschwerdegegnerin 2 sei, sondern als Arrestgläubigerin dieselben Arrestgegenstände wie die Beschwerdegegnerin 1 habe verarrestieren lassen und zudem gestützt auf Art. 281 Abs. 1 SchKG provisorisch an der Pfändung teilnehme, die infolge der Arrestlegung durch die Beschwerdegegnerin 1 stattgefunden habe. Dies verkenne das Obergericht, so der Vorwurf in der Beschwerde. Ausserdem sei aufgrund der Pfändungsurkunde bereits heute erstellt, dass die gepfändeten Arrestgegenstände für die vollständige Befriedigung von ihr, der Beschwerdeführerin, und der Beschwerdegegnerin 1 nicht ausreichen. Die Beschwerdeführerin erinnert überdies daran, dass das Gesetz dem Gläubiger im Pfändungsverfahren im Rahmen der Gruppenbildung Abwehrmittel gegenüber anderen Mitgläubigern zugestehe, obwohl die Deckung der eigenen Forderung erst virtuell gefährdet sei. Bei einem Arrestverfahren mit einem Arrestschuldner mit Sitz im Ausland stehe mit der Pfändung der Arrestgegenstände bereits endgültig fest, ob alle Forderungen gedeckt sind. Entsprechend müsse sie, die Beschwerdeführerin, als Arrestgläubigerin in dieser Konstellation die Möglichkeit haben, sich mittels Arresteinsprache gegen die Unterdeckung infolge des rechtsmissbräuchlichen Arrests der Beschwerdegegnerin 1 zu wehren, zumal sie nicht nur in derselben Pfändungsgruppe, sondern auch in derselben Kollokationsklasse wie die Beschwerdegegnerin 1 eingeordnet sei und in einem allfälligen Kollokationsverfahren Angriffe der Beschwerdegegnerin 1 zu befürchten habe. Als weiteres Argument führt die Beschwerdeführerin ihren "Anspruch auf Vermeidung einer kosten- und zeitintensiven Kollokationsklage" ins Feld. Die Möglichkeit, in einem späteren Verfahrensstadium ein Abwehrmittel zu ergreifen, schliesse eine Legitimation zur Arresteinsprache aufgrund der unterschiedlichen Zweckverfolgung nicht aus. Dies habe das Bundesgericht in Bezug auf das Widerspruchsverfahren entschieden und gelte auch für die Kollokationsklage. Ein Dritter habe daher das Recht, im summarischen, billigeren und schnelleren Arresteinspracheverfahren den Arrestgläubiger auszuschliessen. Die Beschwerdeführerin weist darauf hin, dass der Arrest "einen direkten Zusammenhang mit ihr" aufweise und einzig zum Zweck der Schmälerung des Arrestsubstrats erwirkt worden sei. Angesichts dessen könne ihr nicht zugemutet werden, bis zum fortgeschrittenen Stadium der Pfändung zuzuwarten. Zudem sei eine Kollokationsklage ausgeschlossen, wenn ein Gläubiger die Teilnahmeberechtigung eines anderen schon in einem früheren Verfahrensstadium bestreiten konnte. Das Arresteinspracheverfahren sei "genau eine solche Ausnahme". Da beide Beschwerdegegnerinnen Sitz im Ausland hätten, sei die Beschwerdegegnerin 1 auf den streitigen Arrest angewiesen, um die Beschwerdegegnerin 2 in der Schweiz zu betreiben und an einem Pfändungsverfahren teilzunehmen. Folglich sei sie, die Beschwerdeführerin, im Arrestverfahren "legitimiert und angewiesen", die Berechtigung der Beschwerdegegnerin 1 zur Betreibung in der Schweiz zu bestreiten, andernfalls sie Gefahr laufe, mit einer späteren Kollokationsklage nicht zugelassen zu werden. Abgesehen davon sei die Rechtsmissbräuchlichkeit des Arrests und der Nichtbestand der angeblichen Arrestforderung einzig im Arresteinspracheverfahren und nicht im Kollokationsverfahren zu beurteilen. Schliesslich begründet die Beschwerdeführerin ihre rechtliche Betroffenheit mit der Nichtigkeit des der Beschwerdegegnerin 1 bewilligten Arrests. Diese ergebe sich daraus, dass die Beschwerdegegnerin 1 den Arrest rechtsmissbräuchlich erwirkt habe. Die Beschwerdeführerin nennt "starke Indizien" dafür, dass die Beschwerdegegnerinnen "in Zusammenarbeit" eine Forderung und eine entsprechende Schuldanerkennung konstruiert haben, um die bereits von ihr verarrestierten Vermögenswerte mit Arrest zu belegen und später zu pfänden und ihr auf diese Weise Vermögenssubstrat zu entziehen. Diese missbräuchliche Arrestlegung heble den Zweck der "Verschärfung des Ausländerarrestes per 1. Januar 1997" aus und verdiene deshalb keinen Rechtsschutz. Die Beschwerdeführerin argumentiert, dass der Ausgang des Arresteinspracheverfahrens direkt ihre rechtliche Stellung im laufenden Pfändungsverfahren und im Arrestverfahren gegen die Beschwerdegegnerin 2 beeinflusse, womit ihre Legitimation zur Arresteinsprache ausgewiesen sei. Die Nichtigkeit des Arrests sei als Rechtsfrage sowohl vom Arrestrichter als auch von der Aufsichtsbehörde von Amtes wegen zu prüfen; der Dritte könne alle Rügen vorbringen, die sich gegen die Arrestbewilligung richten, nicht nur solche, die ihn direkt betreffen. Nachdem die Arresteinsprache eine gerichtliche Klage im Sinne von Art. 17 Abs. 1 SchKG sei und somit einem Beschwerdeverfahren vorgehe, sei die Rechtsmissbräuchlichkeit eines Arrest zwingend im Arresteinspracheverfahren geltend zu machen. Den Standpunkt des Obergerichts, wonach die Nichtigkeit nur von der Aufsichtsbehörde festzustellen sei, erachtet die Beschwerdeführerin als willkürlich.