Citation: 1P.367/2003 01.09.2003 E. 3

Nach der Rechtsprechung (oben E. 2.1) hätte die Anklagekammer das Ablehnungsbegehren gegen die Untersuchungsrichterin gutheissen müssen, wenn sich diese wiederholte oder einen sehr schwer wiegenden Verfahrensfehler hätte zu Schulde kommen lassen. 3.1 Das umstrittene Arztzeugnis von Dr. B.________ vom 10. Dezember 2002 ist sprachlich derart unsorgfältig abgefasst, dass sich daraus effektiv nicht zweifelsfrei ergibt, ob er der Beschwerdeführerin oder Frau Y.________ bescheinigt, in einer psychischen Verfassung zu sein, "die einen Auftritt als Zeugin vor Gericht kaum" zulasse. Das spielt indessen insofern keine entscheidende Rolle, als die Untersuchungsrichterin Frau Y.________ nicht als Zeugin vor Gericht vorlud, sondern sie durch eine Polizeibeamtin an ihrem Wohnort befragen liess. Dass Frau Y.________ nicht in der Lage gewesen wäre, eine solche Befragung an ihrem Domizil durchzustehen, lässt sich dem Zeugnis nicht entnehmen, ganz abgesehen davon, dass sie gut 3 ½ Monate nach dessen Ausstellung stattfand, sodass ohnehin fraglich ist, ob es noch Gültigkeit beanspruchen konnte. Im Übrigen hat Frau Y.________ nach dem Protokoll der Befragung vom 27. März 2003 rund 2 ½ Stunden bereitwillig ausgesagt. Es sind keinerlei Anzeichen dafür erkennbar, dass sie der Befragung nicht gewachsen gewesen wäre oder dass sie von der Polizeibeamtin in irgendeiner Weise beeinflusst worden wäre, wie die Beschwerdeführerin ohne jeden Beleg behauptet. Es ist somit trotz des Zeugnisses B.________ nicht zu beanstanden, dass die Untersuchungsrichterin Frau Y.________ polizeilich befragen liess. 3.2 Die Beschwerdeführerin macht geltend, die Befragung von Frau Y.________ hätte nur in ihrer und ihres Anwaltes Anwesenheit durchgeführt werden dürfen, da im Zeitpunkt der Befragung offensichtlich keine Kollusionsgefahr mehr bestanden habe. Der Einwand ist unzutreffend. Nach der klaren Aussage von Frau Y.________ wurde sie von der Beschwerdeführerin bedrängt, über den umstrittenen Vorfall falsch auszusagen, was sie aber abgelehnt habe, da sie nicht lügen könne . Damit bestätigt sie indirekt das Vorliegen von Kollusionsgefahr. Der Untersuchungsrichterin lässt sich jedenfalls kein Vorwurf daraus machen, dass sie davon ausging. 3.3 Die Beschwerdeführerin bestreitet nicht oder jedenfalls nicht in einer den Anforderungen von Art. 90 Abs. 1 OG genügenden Weise, dass die Untersuchungsrichterin bei Vorliegen von Kollusionsgefahr berechtigt war, Frau Y.________ polizeilich befragen zu lassen, ohne ihr und ihrem Verteidiger die Möglichkeit zu geben, daran teilzunehmen. Es erübrigt sich daher zu prüfen, ob sie am 6. Dezember 2002 einen formell korrekten Antrag gestellt hatte, an den künftigen Untersuchungshandlungen beteiligt zu werden. 3.4 Sind somit die Vorwürfe der Beschwerdeführerin gegen die Amtsführung der Untersuchungsrichterin unbegründet, konnte die Anklagekammer das gegen diese gerichtete Ablehnungsgesuch ohne Verfassungsverletzung abweisen. Die Beschwerde ist offensichtlich unbegründet und wäre besser unterblieben.