Citation: 8C_176/2020 E. 3

Das Bundesrecht definiert für die Verfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Art. 61 ATSG die allgemein gültigen Anforderungen. Darüber hinaus bestimmt sich das Verfahren abgesehen vom vorliegend nicht interessierenden Vorbehalt von Art. 1 Abs. 3 VwVG nach kantonalem Recht. Abweichend von Art. 61 lit. a ATSG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Gericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.- bis Fr. 1000.- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Hinsichtlich der Verteilung der Gerichtskosten finden sich in Art. 61 ATSG - anders als zu den Parteikosten (Näheres dazu siehe E. 3.2 hiernach) - keine bundesrechtliche Vorgaben, die es besonders zu beachten gälte; massgebend ist vielmehr kantonales Recht (Urteile 9C_254/2018 vom 6. Dezember 2018 und 8C_304/2018 vom 6. Juli 2018 E. 4.2, je mit Hinweisen). Daran ändert die auf den 1. Januar 2021 neu in Art. 61 ATSG eingefügte lit. f bis nichts, wonach Parteien, die sich mutwillig oder leichtsinnig verhalten, Gerichtskosten auferlegt werden können. Damit kodifizierte der Bundesgesetzgeber lediglich die bisherige Rechtsprechung, wonach die Kostenauflage im kantonalen Verfahren wegen mutwilliger oder leichtsinniger Prozessführung einem allgemeinen prozessualen Grundsatz des Bundessozialversicherungsrechts folgend auch ohne ausdrückliche Erwähnung in einem formellem Gesetz für zulässig erachtet wurde (BGE 126 V 149 E. 4a; 118 V 319 E. 3.c).