Citation: 4P.151/2005 20.09.2005 E. 4

4.1 Was den für die Gültigkeit des Konkurrenzverbots nach Art. 340 Abs. 2 OR erforderlichen Einblick des Arbeitnehmers in Fabrikations- bzw. Geschäftsgeheimnisse anbelangt, nahm das Kantonsgericht an, der Beweis dafür sei erbracht. Seiner Ansicht nach liegt einerseits im Umstand, dass der Beschwerdeführer das Konkurrenzverbot unterzeichnete und nach Abmahnung durch die Beschwerdegegnerin nicht dagegen demonstrierte, ein gewichtiges Indiz für die Richtigkeit seiner Bestätigung gemäss Arbeitsvertrag vom 6. Juni 2000. Diese Würdigung lässt der Beschwerdeführer unangefochten. Zur Frage, welche spezifischen Fabrikationsgeheimnisse der Beschwerdeführer erfahren habe, stellte das Kantonsgericht auf die mündlichen Aussagen des rogatorisch einvernommenen Zeugen D.________ ab, die es in E. 5a/aa wie folgt wiedergab: "Herr Schnoz wurde ausgebildet für die Steuerung. Es handelt sich um eine Spezialsteuerung. Wichtig sind dabei die Parameter der Steuerung. Als Geheimnis werte ich auch, dass in mechanischer Hinsicht der Aufzug mit zwei Seilen läuft. Die Anordnung des Aufzuges verletzt keinen patentrechtlichen Schutz der Firma Y.________. Ein weiteres Geheimnis ist, dass der Antrieb des Liftes an jeder Stelle montierbar ist (Keller, Estrich oder dazwischen). Herr Schnoz war auf der Montage tätig und der Antrieb konnte innert einer Stunde montiert werden. Dies ist auch ein Konkurrenzvorteil. Speziell ist auch, dass der Aufzug ohne Netzspannung in Betrieb genommen werden kann. Die Steuerung der ganzen Anlage ist nur mit Kenntnis der entsprechenden Passwörter möglich." Das Kantonsgericht erwog dazu, zwar seien nach Art. 186 ZPO/GR nur solche Aussagen beweiskräftig, die auf unmittelbarer Sinneswahrnehmung der in Frage stehenden Tatsachen gründen, und es erkannte, dass das Zeugnis mit eigenen rechtlichen Wertungen durchsetzt sei ("als Geheimnis werte ich auch...", "ein weiteres Geheimnis ist...", "speziell ist auch..."). Das Kantonsgericht fährt fort: "Indes geht aus der Aussage des Zeugen D.________ - entgegen der Rüge des Berufungsklägers - sehr wohl hervor (vgl. das wörtliche Zitat soeben am Ende von E. 5a/aa), welche konkrete Tatsachen einen der B.________ AG zuschreibbaren, nicht offenkundigen und originären Wissensinhalt im technischen Bereich darstellen, welche diese vor Dritten geheim halten will und (weil eben originär) auch kann." Daran ändere nichts, dass das Produkt "W.________" während einiger Monate des Jahres 2000 von einer anderen Unternehmung für Deutschland zum Verkauf angeboten worden sei, sei es doch heute nicht mehr erhältlich, wie aus den Aussagen des Zeugen X.________ AG hervorgehe.