Citation: 2C_545/2020 E. 5.2

5.2. Die Vorinstanz anerkannte im angefochtenen Entscheid zwar, dass die Beschwerdeführerin entsprechend dem bundesgerichtlichen Urteil vom 26. Februar 2020 als im ersten Rechtsgang obsiegend zu behandeln ist. Sie verweigerte der Beschwerdeführerin indessen eine Parteientschädigung mit der Begründung, das Justiz- und Sicherheitsdepartement habe keine offenbare Rechtsverletzung im Sinne von § 201 Abs. 2 VRG/LU begangen. Der genannten Begründung der Vorinstanz kann nicht gefolgt werden. Denn, wie gesehen, ist nicht nur ihr (und dem Amt für Migration), sondern auch dem Justiz- und Sicherheitsdepartement eine offensichtlich unrichtige bzw. willkürliche Sachverhaltsfeststellung vorzuwerfen. Unter diesen Umständen rügt die Beschwerdeführerin richtigerweise, es sei willkürlich, dass die Vorinstanz eine vom Justiz- und Sicherheitsdepartement begangene offenbare Rechtsverletzung im Sinne von § 201 Abs. 2 VRG/LU verneint hat. Die Beschwerde ist folglich auch insoweit gutzuheissen, als das angefochtene Urteil dahingehend abzuändern ist, dass der Beschwerdeführerin für das Verwaltungsgerichtsverfahren (erster Rechtsgang) eine Parteientschädigung zugesprochen und damit das in diesem Verfahren gestellte Gesuch um unentgeltliche Verbeiständung als gegenstandslos abgeschrieben wird.