Citation: I 789/04 22.12.2005 E. 2

Streitig ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Rente der Invalidenversicherung und in diesem Rahmen der Invaliditätsgrad. Umstritten und zu prüfen ist dabei vorab die Statusfrage. 2.1 Während die Vorinstanz davon ausgeht, dass die Beschwerdeführerin ohne gesundheitliche Beeinträchtigung zu 20 % im Haushalt und zu 80 % ausserhäuslich tätig wäre, macht die Versicherte geltend, diesfalls uneingeschränkt einer erwerblichen Beschäftigung nachzugehen. 2.2 Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist - was je zur Anwendung einer anderen Methode der Invaliditätsbemessung führt -, ergibt sich aus der Prüfung, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Diese Frage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass des Einspracheentscheides entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 125 V 150 Erw. 2c, 117 V 194 Erw. 3b, je mit Hinweisen). 2.3 Die Invalidenversicherung hatte der Beurteilung der Statusfrage in erster Linie die Angaben zugrunde gelegt, welche die Beschwerdeführerin anlässlich der durchgeführten Haushaltabklärung gemacht hatte und war gestützt darauf von einer Teilerwerbstätigkeit im Umfange von 50 % ausgegangen. Wie die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid richtig erkannt hat, war jedoch diese Befragung aufgrund von Verständigungsschwierigkeiten der Versicherten nicht geeignet, die Statusfrage abschliessend zu klären. Sie hat in der Folge erwogen, dass angesichts der finanziellen Situation nicht anzunehmen sei, dass die Versicherte als Gesunde lediglich zu 50 % einer ausserhäuslichen Tätigkeit nachginge. Bereits zu einem Zeitpunkt, als ihre Kinder noch zu Hause wohnten, sei sie zu 100 % erwerbstätig gewesen. Nun beziehe sie zwar aus zweiter Säule von der Pensionskasse eine monatliche Rente von Fr. 337.50. Ihr Ehemann sei jedoch im Oktober 2003 von der Arbeitslosenversicherung ausgesteuert worden; seither werde das Ehepaar vom Sozialdienst unterstützt. Die Arbeitsunfähigkeit habe sich laut MEDAS-Gutachten im Laufe des Jahres 2001 entwickelt. Zuvor habe die Versicherte zu 80 % im Hausdienst des Betagtenheims X.________ gearbeitet. Aufgrund dieser Überlegungen ging die Vorinstanz davon aus, dass sie bei guter Gesundheit dieser Arbeit weiterhin nachgegangen wäre und ihren Beschäftigungsgrad beibehalten hätte. Wie die Beschwerdeführerin jedoch zu Recht einwendet, gilt festzustellen, dass gemäss Schreiben der Pensionskasse vom 25. Mai 2004 keine Rente aus der zweiten Säule mehr ausgerichtet wird, sondern die bereits ausbezahlten Leistungen nach Ablehnung der Anspruchsberechtigung durch die Eidgenössische Invalidenversicherung am 5. Mai 2004 zurückgefordert wurden. Zudem ist zu beachten, dass im Zeitpunkt des Antritts der Teilzeitstelle im Betagtenheim (im Dezember 1999), welche unbestritten offenbar zuerst 80 % und kurz danach 60 % betrug (vgl. Arbeitgeberbericht vom 23. November 2001), der Ehemann der Versicherten von der Arbeitslosenversicherung noch nicht ausgesteuert war. Vor diesem Hintergrund und unter Berücksichtigung der Tatsache, dass die Beschwerdeführerin bereits zu einem Zeitpunkt, als ihre beiden Kinder (geboren 1976 und 1977) noch zu Hause wohnten und somit Betreuungsaufgaben anfielen, - abgesehen von zeitweiliger Arbeitslosigkeit - zu 100 % erwerbstätig war, ist entgegen der Vorinstanz davon auszugehen, dass sie bei guter Gesundheit aufgrund der angespannten finanziellen Lage mit überwiegender Wahrscheinlichkeit einer Vollzeitbeschäftigung nachgegangen wäre.