Citation: U 586/06 27.02.2008 E. 4

4.1 Es ist unbestritten, dass die Versicherte bei ihrem Auffahrunfall am 15. Oktober 2001 eine HWS-Distorsion erlitten hat. Ebenso steht fest, dass dieses Unfallereignis auf eine mehrfach vorgeschädigte Halswirbelsäule traf: Zum einen bestand bereits zu diesem Zeitpunkt eine bildgebend dokumentierte, strukturell bedingte Funktionsstörung der Segmente C5/6 und C6/7 mit degenerativen Veränderungen, zum andern ist von einer sehr diskreten regionalen Dysfunktion der oberen Halswirbelsäule sowie einer persistierenden Fehlform derselben seit einem Unfallereignis im Jahre 1991 auszugehen. Streitig und zu prüfen ist jedoch, ob am 1. März 2005 bezüglich der Folgen des Auffahrunfalles der Status quo sine erreicht wurde, ob sich mithin der Gesundheitszustand der Versicherten ab jenem Tag gleich präsentierte, wie dies der Fall gewesen wäre, wenn sich der Unfall vom 15. Oktober 2001 nicht ereignet hätte. 4.2 Dr. med. P.________ hielt in seinem Gutachten vom 14. November 2004 fest, dass das geklagte Beschwerdebild alleine aufgrund der degenerativen Veränderungen der Wirbelsäule erklärbar sei. Es sei daher davon auszugehen, dass der Status quo sine erreicht wurde. Demgenüber zweifelte der behandelnde Arzt, Dr. med. K.________ (FMH Rheumatologie und Innere Medizin), in seinem Schreiben vom 12. Februar 2005 daran, dass die Beschwerden alleine durch die degenerativen Veränderungen im Bereich der unteren Halswirbelsäule (C5/6 und C6/7) zu erklären sind. Ebenso starke Beschwerden würden den oberen Halswirbelsäulensegmenten (C0/1, C1/2 und C2/3) entspringen. In seinem Schreiben vom 29. November 2006 hielt er darüberhinaus fest, es sei nicht zulässig, aus dem Fehlen bildgebend nachgewiesener Veränderungen im oberen Bereich zu schliessen, dieser Bereich könne keine Schmerzen verursachen. 4.3 Wie die Vorinstanz ausführlich dargelegt hat, erfüllt das Gutachten von Dr. med. P.________ vom 14. November 2004 die von der Rechtsprechung entwickelten Kriterien; insbesondere ist es nachvollziehbar begründet und leuchtet in den Schlussfolgerungen ein. Daran ändert auch der Umstand nichts, dass der Gutachter in seiner ergänzenden Stellungnahme vom 12. Juli 2005 darauf hinwies, dass nicht mit absoluter Sicherheit eine genaue prozentuale Angabe gemacht werden könne, wie stark die aktuelle Symptomatik krankheitsbedingt oder unfallbedingt zu werten ist. Auch der behandelnde Arzt hielt in seiner Stellungnahme vom 29. November 2006 fest, dass eine verlässliche, streng naturwissenschaftliche Prognose, wie sich der Krankheitsverlauf ohne den Unfall entwickelt hätte, nicht abgegeben werden kann. Eine solche ist indessen auch nicht nötig: Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 U 363 S. 45 E. 2 [U 355/98]; 1994 U 206 S. 326 E. 3b [U 180/93]). Dies bedeutet, dass die Verwaltung - und im Beschwerdefall das Gericht - jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen hat, die sie von allen möglichen Geschehnisabläufen für die wahrscheinlichste hält (BGE 119 V 7 E. 3c/aa S. 9). Die Regel, wonach die entsprechende Beweislast - anders als die Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist - nicht bei der Versicherten, sondern beim Unfallversicherer liegt (RKUV 1994 U 206 S. 326 E. 3b [U 180/93]), würde sich erst dann zu Gunsten der Beschwerdeführerin auswirken, wenn es nach Würdigung der gesamten Umstände als gleich wahrscheinlich erschiene, dass die Symptomatik krankheitsbedingt zu werten ist, wie dass sie als unfallbedingt anzusehen ist. So verhält es sich vorliegend jedoch nicht. 4.4 Aufgrund der medizinischen Akten ist zwar davon auszugehen, dass ein streng naturwissenschaftlicher Beweis, dass die noch bestehende Symptomatik krankheitsbedingt verursacht wurde, so wenig zu erbringen ist, wie jener, dass sie als unfallkausal zu werten ist. Mit Blick auf die möglichen Geschehnisabläufe erscheint jedoch die Ansicht von Dr. med. P.________, dass die über drei Jahre nach dem Unfall noch gegebenen Beschwerden durch die bildgebend nachgewiesenen degenerativen Veränderungen der Halswirbelsäule verursacht wurden, als wahrscheinlicher als jene von Dr. med. K.________, wonach die Beschwerden ihre Wurzel in einer bildgebend nicht nachweisbaren - allenfalls unfallkausalen - Problematik in der oberen Halswirbelsäule haben. Damit ist mit dem notwendigen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass der Status quo sine erreicht wurde. Die Leistungseinstellung war somit rechtens.