Citation: 4A_57/2024 E. 3.3.5

3.3.5. Der Beschwerdeführer versäumte die Schiedsverhandlung vom 23. März 2021, da er nach eigener Darstellung aufgrund der coronabedingten Einreisesperre nicht nach Peking habe fliegen können. Wie die Vorinstanz zutreffend erwogen hat, wäre es am Beschwerdeführer gelegen, bei dieser Ausgangslage ein zweites Verschiebungsgesuch zu stellen. Kann eine Partei in einem Verfahren voraussichtlich nicht rechtzeitig handeln, muss sie das Gericht um Fristerstreckung oder Terminverschiebung ersuchen. Es liegt mithin an ihr, sich den nötigen prozessualen Handlungsspielraum zu verschaffen. Wer solche zumutbaren Schritte unterlässt, kann im Säumnisfall der Behörde nicht vorwerfen, sie habe ihn in seinem Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt. An dieser Tatsache vermögen auch die pauschalen Beteuerungen des Beschwerdeführers nichts zu ändern, das Schiedsgericht hätte sein zweites Verschiebungsgesuch "mit übergrosser Wahrscheinlichkeit" abgewiesen. Das Fortbestehen der Corona-Pandemie wäre als Hinderungsgrund nur dann relevant, wenn das Schiedsgericht dem Beschwerdeführer in Aussicht gestellt hätte, es werde überhaupt keine weiteren Terminverschiebungen mehr bewilligen. Der Beschwerdeführer zeigt weder eine derartige Weigerung schlüssig auf, noch lässt sich eine solche implizit aus den zeitlichen Verhältnissen ableiten: Im Jahr 2020 vermochte weltweit kaum jemand die genaue Dauer der pandemiebedingten Einschränkungen vorherzusagen. Vor diesem Hintergrund erscheint aus einer ex-ante-Perspektive betrachtet durchaus nachvollziehbar, dass das Schiedsgericht die Verhandlung vom 8. September 2020 auf den 23. März 2021 und nicht auf einen unbestimmten Zeitpunkt in der Zukunft vertagt hat. Dies bedeutet nun aber nicht, dass das Schiedsgericht später keine Terminverschiebung mehr bewilligt hätte.