Citation: 5A_889/2017 E. 5.1

5.1. In rechtlicher Hinsicht ist der Beschwerdeführer gestützt auf BGE 101 II 248 E. 6a der Meinung, dass nachts in der Regel jede unnötige störende Immission übermässig im Sinne von Art. 684 ZGB ist. Das Kantonsgericht hätte daher lediglich prüfen müssen, ob das nächtliche Viehglockengeläut eine nötige Immission darstelle, d.h. ob das vom Beschwerdegegner beanspruchte Recht, dem Vieh auch beim Weiden zur Nachtzeit Glocken umzuhängen, sachlich gerechtfertigt sei. Das Kantonsgericht hätte insbesondere prüfen müssen, ob ein Weglaufen oder Wiederauffinden weggelaufener Tiere auf andere Weise, beispielsweise mittels GPS oder Verstärkung der Weidezäune, verhindert werden könnte. Nur wenn das Kantonsgericht zum Schluss gekommen wäre, dass die Tiere auch nachts Glocken oder Treicheln tragen müssen, damit sie geortet werden können, hätte das Kantonsgericht prüfen müssen, ob eine übermässige Einwirkung gemäss Art. 684 ZGB vorliege. Selbst wenn das Viehglockengeläut bei offener Balkontüre lediglich in einer eher geringen Lautstärke und bei geschlossener Balkontüre gar nicht zu hören gewesen sei, stelle es nachts von 20.00 Uhr bis 07.00 Uhr eine unnötige störende Immission der Nachtruhe im Sinne von Art. 684 ZGB dar. Er, der Beschwerdeführer, und seine Ehefrau könnten nicht dazu verhalten werden, nachts bei geschlossenen Fenstern zu schlafen, abgesehen davon, dass dies nicht gesund sei und sie dies auch nicht gewöhnt seien. Das Bundesgericht habe im Urteil 101 II 248 E. 6b, d.h. vor mehr als 40 Jahren, festgehalten, dass ein nächtliches Weiden mit Glocken über das hinausgehe, was in einem Wohnquartier zu ertragen sei. Seit diesem Entscheid sei das Bedürfnis nach ungestörter Nachtruhe noch sehr stark gewachsen. Zu ergänzen sei, dass die weidenden Tiere nicht dem Beschwerdegegner gehörten. Er habe deshalb kein sachliches Interesse, den Tieren Treicheln, Schellen oder Glocken anderer Art umzuhängen. Der Pächter und Eigentümer der Tiere wohne weit entfernt und höre das Glockengeläut ohnehin nicht.