Citation: 5A_726/2021 E. 4.3

4.3. Schliesslich war unter den Parteien der Anspruch der klagenden Beschwerdeführer auf Berichtigung der Wertquoten streitig. Im Gegensatz zum Bezirksgericht hat das Kantonsgericht den Anspruch verneint. Die Berichtigung setzte hier voraus, dass die Quote der klagenden Beschwerdeführer infolge von baulichen Veränderungen des Gebäudes oder seiner Umgebung unrichtig geworden sei. Konkrete bauliche Veränderungen am Gebäude und an seiner Umgebung hätten die klagenden Beschwerdeführer indessen weder behauptet noch substanziiert, was die Anwendung der Bestimmung grundsätzlich ausschliesse. Zwar sei nach der Lehre eine Ungültigkeit der Wertquoten auch dann anzuerkennen, wenn diese dem Grundsatz der Gleichbehandlung widersprächen, doch legten die klagenden Beschwerdeführer nicht dar, inwiefern sie durch den Umstand der fehlenden Bebaubarkeit der GB Nr. ccc stärker betroffen sein sollten als die anderen Grundeigentümer. Es fehlten auch Behauptungen zu Umständen, die die Anwendung des Rechtsmissbrauchsverbots nahelegen könnten. Mangels entsprechender Vorbringen müsse offen bleiben, ob und inwieweit die Anwendung der Norm im Rahmen des Rechtsmissbrauchsverbots resp. des Gleichbehandlungsgebots überhaupt möglich wäre. Jedenfalls bestehe unter den gegebenen Umständen kein Anspruch auf Wertquotenberichtigung (E. 3f S. 23 f. des angefochtenen Urteils). Die kantonsgerichtliche Annahme, sie hätten nie eine Veränderung an der Umgebung geltend gemacht, rügen die Beschwerdeführer als aktenwidrig. Sie hätten gegenteils wiederholt geltend gemacht, dass die Bebauung von GB Nr. ccc nur bis ca. 1974 möglich gewesen sei und deshalb im Zeitpunkt der Grundbuchbereinigung 1995 die auf GB Nr. ccc ursprünglich vorgesehenen 6 Stockwerkeinheiten im 7. bis 12. Stockwerk nicht mehr hätten realisiert werden können. Mit der fehlenden Bebaubarkeit sei offensichtlich die bauliche Veränderung der Umgebung des Gebäudes gemeint gewesen. Auch seien die Wertquoten im Rahmen der Grundbuchbereinigung offensichtlich irrtümlich eingetragen worden, in der falschen Annahme und Vorstellung nämlich, dass die 12 Stockwerke bau- bzw. realisierbar seien. Sie hätten Anspruch auf Berichtigung der Wertquoten, wenn wie vorliegend das Stockwerkeigentum vor Realisierung einer Baute aufgrund von Plänen errichtet werde, die Bauarbeiten dann aber zu einem Ergebnis führten, das von den Plänen abweiche, und sie seien durch die ursprünglichen Wertquoten erheblich benachteiligt. In deren Festsetzung seien 6 nicht realisierte Stockwerkeinheiten miteinbezogen, so dass sie eine zu tiefe Wertquote hätten, was sich auf den Wert der Liegenschaft preismindernd auswirke. Auch hätten die fiktiven Stockwerkeigentümer gesetzliche und reglementarische Rechte, obwohl sie über kein Stockwerkeigentum verfügten. Die Wertquoten sämtlicher Stockwerkeinheiten auf GB Nr. bbb müssten somit wegen offensichtlicher Unrichtigkeit unter Abtrennung des Grundstücks GB Nr. ccc berichtigt werden (S. 8 ff. Ziff. 12-16 der Beschwerdeschrift).