Citation: 9C_917/2012 E. 2.2

2.2. Die IV-Stelle weist darauf hin, dass aus den Berichten des Hausarztes des Versicherten, Dr. med. B.________, vom 25. April 2006 und 12. Juli 2007, zu schliessen sei, dass der Versicherte vorerst einzig über Schmerzen klagte und sich daraus allmählich eine depressive Symptomatik entwickelt habe. Dem MEDAS-Gutachten sei nichts Gegenteiliges zu entnehmen. Der Umstand, dass der Beschwerdegegner narzisstische und passiv-aggressive Persönlichkeitszüge mit dissoziativen Anteilen aufweise, schliesse nicht aus, dass die festgestellte Depression eine Begleiterscheinung zur somatoformen Schmerzstörung sei. Aus diesem Grund sei sie nach der zitierten Rechtsprechung nicht invalidisierend. Unerheblich sei in diesem Zusammenhang auch die Tatsache, dass die MEDAS die somatoforme Schmerzstörung unter den Nebendiagnosen aufgeführt habe. Im Weiteren sei das genannte psychische Leiden auch auf psychosoziale Faktoren zurückzuführen. Die MEDAS weise auf emotionale Konflikte beim Versicherten im Zusammenhang mit seiner Familie und die belastende finanzielle Situation aufgrund des Arbeitsplatzverlustes hin. Solche Umstände begründeten nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts für sich allein keine Invalidität im Sinne von Art. 8 Abs. 1 ATSG. Etwas anderes würde nur gelten, wenn nebst diesen psychosozialen Faktoren beim Versicherten eine davon abschichtbare ausgeprägte psychische Störung vorläge. Dies sei hier nicht der Fall und werde vom kantonalen Gericht nicht substanziiert dargetan. Selbst wenn die mittelgradige Depression des Versicherten in keinem Zusammenhang mit einem pathogenetisch bzw. ätiologisch unklaren syndromalen Zustand stünde, wäre sie nicht zwingend invalidisierend. Die MEDAS selbst halte im Übrigen fest, dass der Versicherte nicht an einer psychischen Komorbidität von erheblicher Schwere, Intensität, Ausprägung und Dauer leide. Auch andere mit einer Komorbidität vergleichbare Faktoren, welche die ansonsten zumutbare Willensanstrengung für die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit behindern könnten, verneine die MEDAS. Das kantonale Gericht führe ebenfalls keine Foerster-Kriterien zur Begründung der Arbeitsunfähigkeit auf. Es sei mit der bundesgerichtlichen Rechtsprechung nicht vereinbar, einerseits eine Komorbidität im notwendigen Schweregrad und auch andere mit einer Komorbidität vergleichbare Faktoren zu verneinen und anderseits trotzdem nur von einer teilweisen Überwindbarkeit der vom Versicherten geltend gemachten Überzeugung, nicht arbeitsfähig zu sein, auszugehen. Es würden beim Versicherten im Wesentlichen einzig ätiologisch-pathogenetisch unerklärliche syndromale Leidenszustände beschrieben, denen infolge der fehlenden Objektivierbarkeit jedoch keine invalidisierende Wirkung zukomme. Es sei demnach gemäss der vom Bundesgericht seit dem Urteil vom 12. März 2004 (I 683/03) gefestigten Praxis von einer vollen Arbeitsfähigkeit des Versicherten aus psychischen Gründen auszugehen. In diesem Ausmass könne vom MEDAS-Gutachten abgewichen werden, ohne dass diesem deshalb im restlichen Teil der Beweiswert abgesprochen werden müsse. Der Versicherte sei somit in einer adaptierten Tätigkeit voll arbeitsfähig. Nehme man das von der Vorinstanz errechnete Valideneinkommen von Fr. 75'377.- und den Tabellenlohn von Fr. 51'307.20 bei einer vollen Erwerbstätigkeit (inklusive einem Abzug von 10 %) ergebe sich ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von 32 %.