Citation: 5A_472/2017 E. 3.2.1

3.2.1. Das Konkursgericht entscheidet über die Anwendung des summarischen Verfahrens für die Durchführung des Konkurses auf Antrag des Konkursamtes (Art. 231 Abs. 1 SchKG). Gerichtliche Angelegenheiten des Schuldbetreibungs- und Konkursrechtes werden nach den Regeln der ZPO beurteilt; anwendbar ist das summarische Verfahren (Art. 1 lit. c, Art. 251 lit. a ZPO). Beim Entscheid über die Verfahrensart handelt sich um ein einseitiges Verfahren, das aufgrund eines Gesuchs des Konkursamtes zum Erlass einer Verfügung führt. Eine Anhörung des Gemeinschuldners und der Gläubiger ist im Gesetz nicht vorgesehen und erklärt sich insbesondere aus dem Umstand, dass der Entscheid gerade nicht in einem Zweiparteienverfahren ergeht (Art. 231 Abs. 2 SchKG; LUSTENBERGER, in: Basler Kommentar, Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs, 2. Aufl. 2010, N. 11 zu Art 231; VOUILLOZ, in: Commentaire romand, Poursuite et faillite, 2005, N. 10 zu Art. 231). Das Konkursgericht hat die Sache von Amtes wegen und ohne Einleitung eines Parteiverfahrens zu untersuchen und seine Verfügung zu treffen (BLUMENSTEIN, Handbuch des Schweizerischen Betreibungsrechts, 1911, S. 745), indem es hier (wie bei Art. 230 Abs. 1, Art. 268 SchKG, Einstellung mangels Aktiven bzw. Schluss des Konkursverfahrens) eine eigentliche Kontrolle über das Konkursamt ausübt (MARTIN, La surveillance en matière de poursuite et faillite [...], SJ 2008 II S. 214). Der Entscheid des Konkursgerichts wird als solcher denn auch (anders als in einem Parteienverfahren) weder dem Gemeinschuldner noch den Gläubigern mitgeteilt (GILLIÉRON, Commentaire de la fédérale sur la poursuite pour dettes et la faillite, Bd. III, 2001, N. 13 zu Art. 231). Dem Konkursgericht kann daher keine Verletzung des rechtlichen Gehörs oder des Anspruchs auf ein faires Verfahren (Art. 6 EMRK) vorgeworfen werden, da es die Beschwerdeführerin nicht angehört hatte.