Citation: 5A_950/2023 E. 4.5.2

4.5.2. Die Argumentation der Beschwerdeführerin ist schwer nachvollziehbar. Sie vermischt die Kostenverlegung im Berufungsverfahren mit derjenigen im erstinstanzlichen Verfahren. Das Berufungsverfahren hat eigenständigen Charakter (BGE 145 III 153 E. 3.2.2). Daher beurteilt sich das Obsiegen bzw. Unterliegen im Rechtsmittelverfahren nach Massgabe der Rechtsmittelanträge. Im Berufungsverfahren hat die Beschwerdegegnerin daher, wie von der Vorinstanz erwogen, vollständig obsiegt (siehe bereits E. 3.2). Dass sie dabei ihre ursprünglich eingeklagte Forderung nur noch teilweise aufrecht erhielt, ändert für die Kostenverlegung im erstinstanzlichen Verfahren nichts daran, dass sie im Hinblick auf den massgeblichen Streitwert von Fr. 950'000.-- auch nach Gutheissung der Berufung im Verhältnis von rund einem zu drei Vierteln unterlag. Weshalb Art. 107 ZPO bei dieser Konstellation nicht anwendbar sein soll, erschliesst sich nicht.