Citation: 1P.160/2004 27.01.2005 E. 7

Die Beschwerdeführerin wirft der Vorinstanz eine Verletzung des rechtlichen Gehörs vor, weil sie zu einzelnen ihrer Rügen keine Stellung genommen hätte. Sie macht hauptsächlich geltend, das kantonale Gericht habe sich mit dem Wandel im Bereich der Sittlichkeit nicht auseinander gesetzt und somit ihr Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt. 7.1 Aus der Garantie des rechtlichen Gehörs nach Art. 29 Abs. 2 BV ergibt sich der Anspruch, dass die Behörde die Vorbringen der in ihrer Rechtsstellung Betroffenen sorgfältig und ernsthaft prüft und beim Entscheid berücksichtigt. Folge dieser Prüfungspflicht ist insbesondere die behördliche Begründungspflicht. Das bedeutet jedoch nicht, dass sich die Behörde ausdrücklich mit jeder tatbeständlichen Behauptung, mit jedem rechtlichen Einwand und mit jedem Beweismittel auseinandersetzen muss. Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (BGE 126 I 97 E. 2b S. 102 f. mit Hinweisen). 7.2 Bei der Verneinung der Zonenkonformität des Sexbetriebes der Beschwerdeführerin hat sich das kantonale Gericht auf die Praxis des Bundesgerichts gestützt (BGE 108 la 140 E. 5c/bb S. 146 f.) und dargelegt, dass es im Fall einer abstrakten Immissionsbeurteilung auf die sittlichen Anschauungen nicht ankommt. Danach genügt es, wenn die betreffenden Gewerbe auf die Umgebung immissionsmässig derart unangenehm und lästig wirken, dass deren Verhinderung im öffentlichen Interesse liegt. In diesem Sinn sind die Vorbringen der Beschwerdeführerin nicht unbeantwortet geblieben. Demzufolge hatte sich die Vorinstanz sowohl in Anwendung des Grundsatzes der antizipierten Beweiswürdigung (BGE 124 V 90 E. 4b S. 94) als auch in Anbetracht der Begründungspflicht (BGE 126 I 97 E. 2b S. 102 f. mit Hinweisen) mit der Prüfung eines Gesinnungswandels der öffentlichen Sittlichkeit nicht eingehender zu befassen. Eine Verletzung des Gehörsanspruchs der Beschwerdeführerin ist unter diesen Umständen im Rahmen der Willkürkognition (Karl Spühler, Die Praxis der staatsrechtlichen Beschwerde, Bern 1994, S. 57) zu verneinen.