Citation: P 54/98 13.04.2000 E. 1

1993, P 42/92) oder wer Angaben zu spät und unvollständig macht, sofern diese Nachlässigkeit nach den Umständen nicht schwer wiegt und auf die Festsetzung der Leistungen keinen Einfluss gehabt hat (Urteil G. vom 15. Juli 1988, H 200/87). Die Unterlassung, sich bei der Verwaltung zu erkundigen, fällt als Ausschlussgrund für den guten Glauben (nebst Melde- oder Anzeigepflichtverletzung) in Betracht, wobei der Fehler der Verwaltung die anfänglich fehlende Gutgläubigkeit nicht wiederherzustellen vermag (ARV 1998 Nr. 41 S. 234; weitere Hinweise auf die Rechtsprechung bei U. Meyer-Blaser, Die Rückerstattung von Sozialversiche- rungsleistungen, in: ZBJV 131/1995 482-484). c) Die Beschwerdeführerin ist hoch betagt, in ihrem (körperlichen) Gesundheitszustand angeschlagen, in ihrem Sehvermögen beeinträchtigt und bedarf der regelmässigen Pflege und Betreuung im Heim, wo sie wohnt. Die an sie gestellten Anforderungen zu erfüllen, Ausweise und Ab- rechnungen zu verstehen, insbesondere den Zusammenhang zwischen Krankenversicherungs- und Ergänzungsleistungen erkennen und gegenüber der Verwaltung umgehend reagieren zu können, also die seitens des Krankenversicherers zuge- sandten Leistungsabrechnungen an die EL-Durchführungsstelle weiterzuleiten - all dies dürfte der Beschwerdeführerin äusserst schwer fallen, wie die Erfahrung zeigt. Es kann ihr daher nicht der Vorwurf der groben Nachlässigkeit ge- macht werden, zumal nicht eine grundsätzliche Meldepflicht- verletzung vorliegt, sondern nur verspätete und in einem Punkt (Revisionsformular vom 7. März 1994) unvollständige Meldungen. Der Fall ist am ehesten vergleichbar mit der Ergänzungsleistungsbezügerin, die, 85jährig und gesund- heitlich angeschlagen, nach 25 Jahren in eine neue güns- tigere Wohnung zog und der Verwaltung die Adressänderung nicht meldete und wo das Eidgenössische Versicherungsge- richt auch nicht auf Grobfahrlässigkeit und bösen Glauben schloss (Urteil St. vom 2. Juni 1992, P 41/91). Nun wendet die Ausgleichskasse ein, die Beschwerdefüh- rerin habe sich das Verhalten der Tochter anrechnen zu las- sen. Davon abgesehen, dass über die Verhältnisse und Fähig- keiten dieser Tochter nichts Genaues bekannt ist und das kantonale Gericht dazu keine Feststellungen getroffen hat, ist festzuhalten, dass die Tochter der Beschwerdeführerin während des EL-Bezuges nicht deren Vertreterin war. Es wurde denn auch die gesamte Korrespondenz, insbesondere die Verfügungen, von der Ausgleichskasse an die betagte Be- schwerdeführerin im Heim selber gerichtet. Daher ist die Rechtsprechung, wonach sich der Vertretene das Handeln des (gesetzlichen oder gewillkürten) Vertreters anrechnen lassen muss (BGE 112 V 104 Erw. 3b), nicht anwendbar. Alles in allem betrachtet kann der Beschwerdeführerin zu wenig Greifbares an Verfehlungen vorgeworfen werden, um ihr den guten Glauben abzusprechen.