Citation: 9C_221/2018 E. 3.3.1

3.3.1. Bereits vor BGE 130 V 352 (Urteil des Eidg. Versicherungsgerichts I 683/03 vom 12. März 2004) erlaubten Beschwerdebilder mit Beteiligung einer nicht hinreichend objektivierbaren somatoformen Schmerzstörung oder damit vergleichbarer psychischer Leiden (zur Fibromyalgie: BGE 132 V 65) allein nicht den Schluss auf das Vorliegen einer psychisch bedingten Arbeitsunfähigkeit. Verlangt war, dass die Schmerzangaben durch damit korrelierende, fachärztlich schlüssig festgestellte Befunde hinreichend erklärbar waren (vgl. die Hinweise in BGE 130 V 352 E. 2.2.2 S. 353). Weiter war aus rechtlicher Sicht das Vorliegen einer fachärztlich ausgewiesenen somatoformen Schmerzstörung wohl Voraussetzung, nicht aber hinreichende Basis für die Annahme einer invalidisierenden Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Die Störung musste von einer derartigen Schwere sein, dass die Verwertung der verbleibenden Arbeitskraft auf dem Arbeitsmarkt bei objektiver Betrachtung sozial-praktisch nicht mehr zumutbar oder für die Gesellschaft gar untragbar war (BGE 127 V 294 E. 4c in fine S. 298). Entscheidend war, ob die betroffene Person, von ihrer psychischen Verfassung her besehen, objektiv an sich die Möglichkeit hatte, trotz ihrer subjektiv erlebten Schmerzen einer Arbeit nachzugehen (BGE 127 V 294 E. 5a S. 299). Eine Rentenverfügung, welche auf einer diesen Grundsätzen widersprechenden Sachverhaltsabklärung beruht, ist zweifellos unrichtig im Sinne von Art. 53 Abs. 2 ATSG (Urteil 9C_317/ 2015 vom 20. Oktober 2015 E. 4.3).