Citation: 2A.327/2003 20.11.2003 E. 3

3.1 Der Beschwerdeführer ist vom Bezirksgericht Bremgarten mit Urteil vom 24. Mai 2002 insbesondere wegen mehrfachen Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1, 2 und 3 StGB sowie des Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 und 3 Abs. 1 StGB zu einer Zuchthausstrafe von drei Jahren und als Nebenstrafe zu bedingter Landesverweisung von fünf Jahren verurteilt worden. Das nicht schriftlich begründete Urteil geht von Mittäterschaft aus; es ist rechtskräftig. Mit diesen Straftaten hat der Beschwerdeführer den Ausweisungsgrund des Art. 10 Abs. 1 lit. a ANAG unbestrittenermassen erfüllt. 3.2 Die Rechtsprechung, wonach sich bei einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren die erstmalige Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung oder eine Erneuerung nach bloss kurzer Aufenthaltsdauer nur noch bei Vorliegen ausserordentlicher Umstände rechtfertigt (vgl. BGE 120 Ib 6 E. 4b S. 14, mit Hinweis), bezieht sich auf Ausländer, die mit einem Schweizer Bürger verheiratet sind. Auf den ledigen Beschwerdeführer kommt diese Richtlinie somit nicht direkt zur Anwendung. Im vorliegenden Fall ist das entsprechende Strafmass im Übrigen bei Weitem überschritten. Die verhängte Freiheitsstrafe und die Art der Straftaten belegen die Schwere des strafrechtlichen Verschuldens des Beschwerdeführers. Die daraus gezogene Folgerung der Vorinstanz, dass damit ein sehr grosses öffentliches, insbesondere sicherheitspolizeiliches Interesse besteht, den Beschwerdeführer aus der Schweiz zu entfernen und von hier fern zu halten, ist daher nicht zu beanstanden. Zwar trifft zu, dass der Beschwerdeführer - mit Ausnahme einer Bestrafung wegen Führens eines Motorfahrrades ohne Helm - bis zu den vorstehend erwähnten Verbrechen strafrechtlich nicht auffällig geworden ist. Wohlverhalten wird jedoch von jedermann erwartet. Dass der Beschwerdeführer nicht schon früher straffällig geworden ist, sich nach eigenen Angaben in der Strafanstalt vorbildlich verhalten und das Unrecht seiner Taten eingesehen und sich nach der Entlassung sofort mit Erfolg wieder um eine Arbeitsstelle bemüht hat, hebt dieses öffentliche Interesse nicht auf. Auch sein Alter zur Tatzeit kann ihn nicht wesentlich entlasten, war er zu jenem Zeitpunkt doch bereits volljährig. 3.3 Im Hinblick auf die privaten Interessen des Beschwerdeführers fällt ins Gewicht, dass der im November 1994 im Alter von 13 Jahren eingereiste Beschwerdeführer nach den von ihm zwischen Februar und April 2001 als Mittäter begangenen Raubtaten am 18. April 2001 in Untersuchungshaft genommen wurde und am 19. Juni 2001 in den vorzeitigen Strafvollzug übertrat. Die Vorinstanz hält in nicht zu beanstandender Weise fest, dass die dem Beschwerdeführer anrechenbare Anwesenheitsdauer in der Schweiz somit lediglich 6 1/3 Jahre beträgt. Auch wenn die Phase des Erwachsenwerdens für die Prägung eines Menschen von erheblicher Bedeutung ist, macht diese Zeitspanne gleichwohl weniger als einen Drittel des Lebens des Beschwerdeführers insgesamt aus. Eine doppelt so lange Zeit hat er in seinem Heimatland verbracht. Es darf ohne weiteres angenommen werden, dass dieser weit längeren Dauer für seine Entwicklung eine grosse Bedeutung zukam. 3.4 Der Beschwerdeführer lebt seit seiner vorzeitigen Entlassung aus dem Strafvollzug wieder im Haushalt seiner Eltern. Weshalb die Schlussfolgerung der Vorinstanz, dass eine besondere Abhängigkeit zwischen den Eltern bzw. Geschwistern und dem Beschwerdeführer nicht ersichtlich sei, willkürlich sein soll, ergibt sich aus der Beschwerdeschrift nicht. Das entsprechende Vorbringen wird lediglich mit der Behauptung begründet, dass der Beschwerdeführer zu seinem Heimatland keine Beziehungen mehr unterhalte. Dies begründet aber noch keine besonders enge Abhängigkeit zwischen ihm und seiner in der Schweiz wohnhaften Familie. 3.5 Der Beschwerdeführer trägt neu vor, nach seiner Entlassung wieder eine Arbeitsstelle gefunden zu haben, und hat dem Bundesgericht nachträglich eine - durchschnittliche - Zwischenqualifikation eingereicht. Dabei handelt es sich grundsätzlich um unbeachtliche echte Nova (vgl. E. 1.3). Zwar ist der gezeigte Wille des Beschwerdeführers, selber für sein Leben aufzukommen, an sich positiv zu würdigen; er geht aber letztlich nicht über das hinaus, was für die weitaus überwiegende Mehrzahl der in der Schweiz ansässigen in- und ausländischen arbeitsfähigen Bevölkerung der Normalfall ist. Entgegen der Feststellung der Vorinstanz ist immerhin davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer in einem Fall etwas länger als ein Jahr an derselben Stelle tätig war. Dies führt jedoch nicht zu einer qualifiziert mangelhaften Sachverhaltsfeststellung. Vielmehr trifft es zu, dass der Beschwerdeführer in der Schweiz keine Berufslehre absolviert und seine Erwerbstätigkeit mehrfach gewechselt hat und sich beruflich in der Schweiz noch nicht nachhaltig etablieren konnte. Ebenfalls nicht zu beanstanden ist die Folgerung der Vorinstanz, dass der Beschwerdeführer seine hier - nicht durch formelle Ausbildung, sondern in der Praxis - erworbenen Kenntnisse auch in seiner Heimat verwenden kann, in der er die ersten dreizehn Jahre seines Lebens verbracht hat. 3.6 Nach den Feststellungen des Rekursgerichts kann der Beschwerdeführer, was das persönliche Umfeld betrifft, in der Schweiz durchaus als integriert gelten. Gleichzeitig nimmt die Vorinstanz aber auch an, dass dem Beschwerdeführer die kulturellen und gesellschaftlichen Gepflogenheiten sowie die Sprache seines Heimatlandes ebenfalls noch vertraut seien, so dass ihm eine gesellschaftliche Resozialisierung und Reintegration auch in Mazedonien möglich und zumutbar sei. Dem tritt der Beschwerdeführer lediglich mit allgemein gehaltenen Einwendungen entgegen. Er tut nicht dar, dass die Vorinstanz konkret von unrichtig, unvollständig oder unter Verletzung wesentlicher Verfahrensvorschriften festgestellten Sachverhalten ausgeht. Dass eine Reintegration in Mazedonien für den Beschwerdeführer angesichts seiner neunjährigen Abwesenheit und der im Vergleich zur Schweiz schlechteren wirtschaftlichen Lage schwieriger ist, ist nicht zu bestreiten. Als junger Erwachsener mit Erfahrung in verschiedenen Tätigkeiten ist ihm gleichwohl zuzumuten, in dieses Land zurückzukehren, in dem er den überwiegenden Teil seines Lebens verbracht hat und in dem er ohne Zweifel wieder Beziehungen wird anknüpfen können. 3.7 Insgesamt begründen die Straftaten, die zur Verurteilung des Beschwerdeführers zu drei Jahren Zuchthaus führten, ein grosses öffentliches Interesse an seiner Ausweisung. Gegen dieses Interesse vermögen seine persönlichen Interessen - insbesondere Anwesenheitsdauer, Verbleib seiner Familie in der Schweiz, gute Integration - nicht aufzukommen, zumal eine Reintegration im Heimatland als möglich und zumutbar erscheint. Die Ausweisung ist daher nicht unverhältnismässig.