Citation: U 161/00 03.10.2000 E. 2

2.- Streitig und zu prüfen ist, ob die Vorinstanz zu Recht auf die Abnahme weiterer Beweise verzichtet hat. a) Der Anspruch auf rechtliches Gehör umfasst auch das Recht, Beweisanträge zu stellen, und - als Korrelat - die Pflicht der Behörde zur Beweisabnahme. Beweise sind im Rahmen dieses verfassungsmässigen Anspruchs indessen nur über jene Tatsachen abzunehmen, die für die Entscheidung der Streitsache erheblich sind. Auf weitere Beweisvorkehren kann auch dann verzichtet werden, wenn der Sachverhalt, den eine Partei beweisen will, nicht rechtserheblich ist, wenn bereits Feststehendes bewiesen werden soll, wenn von vornherein gewiss ist, dass der angebotene Beweis keine Abklärungen herbeizuführen vermag, oder wenn die Behörde den Sachverhalt gestützt auf ihre eigene Sachkenntnis bzw. jene ihrer fachkundigen Beamten zu würdigen vermag (BGE 104 V 211 Erw. a mit Hinweisen). Gelangt die Verwaltung oder der Richter bei pflichtgemässer Beweiswürdigung zur Überzeugung, der Sachverhalt, den eine Partei beweisen will, sei nicht rechtserheblich oder der angebotene Beweis vermöge keine Abklärungen herbeizuführen, kann auf ein beantragtes Beweismittel verzichtet werden. Eine solche antizipierte Beweiswürdigung ist zulässig (BGE 124 V 94 Erw. 4b, 122 V 162 Erw. 1d, 119 V 344 Erw. 3c in fine mit Hinweisen). Diese zu Art. 4 Abs. 1 aBV ergangene Rechtsprechung gilt auch unter der Herrschaft des Art. 29 Abs. 2 BV (nicht veröffentlichtes Urteil Sch. vom 8. Februar 2000, I 362/99). b) Die Vorinstanz erwog, aufgrund der medizinischen Aktenlage, insbesondere der hausärztlichen Berichte (vom 20. Januar 1995, 15. Mai 1995 und 15. April 1996), der Expertise des ZMB vom 1. März 1995 sowie der Berichte des Kreisarztes vom 4. Juli 1995 und 2. Mai 1996, sei erstellt, dass mangels dahingehender Diagnosestellung ein Schleudertrauma ausgeschlossen sei. Bezüglich der Beschwerden an HWS und Schulter deuteten die Umstände darauf hin, dass ein erheblicher Anteil der jetzigen Leiden auf den vor dem Unfall von 1994 bestehenden Vorzustand zurückzuführen sei. Was sodann die unfallbedingten Beschwerden betreffe, so sei bekannt und im Übrigen unbestritten, dass ein Teil derselben völlig abgeklungen (Thorax, Knie und OSG) und bei den restlichen teilweise eine gewisse Besserung eingetreten sei (Nacken- und Kopfschmerzen). Ob und allenfalls inwieweit die heutigen Beschwerden noch auf den Unfall zurückgeführt werden könnten, sei nicht genau bekannt. Der Kreisarzt verneine, der Hausarzt bejahe solche Restfolgen, während das Gutachten des ZMB hierüber nichts Schlüssiges enthalte. Dessen ungeachtet würden sich aber weitere medizinische Abklärungen erübrigen, da einerseits eine exakte Zuordnung SUVA-versicherter und SUVA-fremder Faktoren oder eine entsprechende Aufteilung der heutigen Beschwerden kaum möglich sei, andererseits die unfallbedingte Gesamtinvalidität durch die Zusprechung einer Rente auf der Basis einer 25 % Invalidität angemessen abgegolten sei. c) Dieser Auffassung ist beizupflichten. Es liegt in der Natur der Sache, dass bei derart multiplen, sich teils überlagernden gesundheitlichen Beeinträchtigungen (Impingement beider Schultergelenke bei Status nach Rotatorenmanschettenrupturen beidseits, Status nach Rotatorenmanschettenrekonstruktion beidseits mit Acromioplastik, HWS- und LWS-Syndrom bei fortgeschrittenen degenerativen Veränderungen, ausgeprägte depressiv-resignative Entwicklung auf der Basis einer depressiven Neurose mit Somatisierungstendenzen sowie OSG-Arthrose links [Gutachten des ZMB vom 1. März 1995]) eine für die Leistungsbemessung der Beschwerdegegnerin hinreichend genaue Zuordnung in SUVAversicherte, MV-versicherte und krankheitsbedingte Schädigungen praktisch unmöglich ist. Dies hat umso mehr zu gelten, als hier nach den zutreffenden Ausführungen der Anstalt auch altersbedingte und invaliditätsfremde (vgl. Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 3. Oktober 2000, I 92/98) Faktoren mitspielen. Schliesslich ist zu berücksichtigen, dass im Gefolge des Unfalls radiologisch und sonographisch eine erneute strukturelle Verletzung der linken Schulter weitgehend und eine ossäre Verletzung der HWS gänzlich ausgeschlossen wurden (vgl. Berichte des Dr. B.________ vom 9. und 31. Januar 1995, 27. Februar 1996). Wenn das kantonale Gericht bei dieser Sachlage im Sinne einer antizipierten Beweiswürdigung (Erw. 2a hievor) auf Aktenergänzungen verzichtet hat, so lässt sich dieses Vorgehen von Bundesrechts wegen nicht beanstanden. Im Übrigen kann, namentlich auch bezüglich der erwerblichen Auswirkungen der SUVA-versicherten Unfälle, auf die einlässlichen Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden, denen das Eidgenössische Versicherungsgericht weder in tatsächlicher noch rechtlicher Hinsicht etwas beizufügen hat.