Citation: 6S.60/2006 25.04.2006 E. 2

2.1 Der Beschwerdeführer wendet sich gegen die Anordnung der Verwahrung gemäss Art. 43 Ziff. 1 Abs. 2 StGB. Er macht geltend, das als Entscheidgrundlage dienende Gutachten vom 25. April 2005 genüge den Anforderungen von Art. 43 Ziff. 1 Abs. 3 StGB nicht. Es spreche sich nicht explizit zum Kriterium seiner Gefährlichkeit und damit der Frage nach der Notwendigkeit einer solchen Massnahme aus. Die Vorinstanz stütze sich für ihren Entscheid mithin nicht auf eine hinreichende Grundlage. 2.2 Die Vorinstanz nimmt dagegen an, dass sich die Frage, ob die Voraussetzungen für die Anordnung der Verwahrung erfüllt seien, gestützt auf das Gutachten vom 25. April 2005 beantworten lasse. Das Gutachten äussere sich zu den relevanten Gesichtspunkten, insbesondere zum Gesundheitszustand des Beschwerdeführers und zur Wahrscheinlichkeit weiterer Straftaten, und erweise sich hinsichtlich seiner Ausführungen und der Begründung der Schlussfolgerungen als inhaltlich fundiert und schlüssig. Gestützt darauf und mit Blick auf die während der letzten 30 Jahre gegenüber Kindern begangenen sexuellen Verfehlungen des Beschwerdeführers, welcher mit dem jüngst zu beurteilenden Vorfall eine weitere bedeutsame Schwelle im Rahmen seines sexualdeliktischen Verhaltens überschritten habe, sowie die bisherigen stationär-psychiatrischen Bemühungen gelangt die Vorinstanz zum Schluss, dass die für eine Verwahrung geforderte Voraussetzung der Gefährlichkeit für die öffentliche Sicherheit erfüllt ist. Aus dem dem vorinstanzlichen Entscheid zugrunde liegenden Gutachten vom 25. April 2005 geht namentlich hervor, dass der Beschwerdeführer an einer organischen Persönlichkeitsstörung gemäss ICD-10 leidet, verursacht durch eine Hirnkontusion nach Arbeitsunfall. Die Prognose sei ungünstig. Die Wiederholungsgefahr sei hinsichtlich der früher verübten Straftaten zwar höher als bezüglich des jetzt begangenen Delikts. Doch sei auch in Bezug auf die heute zu beurteilenden sexuellen Übergriffe - da nicht völlig ausserhalb des früheren Handelns des Beschwerdeführers liegend - mit einer deutlichen Gefahr des Rückfalls zu rechnen. Um das Risiko weiterer gleichartiger Delikte zu mindern, bedürfe dieser deshalb eines durch äussere Vorgaben strukturierten Alltags und einer fachkundigen pädagogisch orientierten Führung und Aufsicht. Der Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik mache bei ihm keinen Sinn, da er von einem therapeutisch orientierten Angebot in einer Klinik aller Voraussicht nach nicht profitieren könne. Ein Aufenthalt in einer geschlossenen Klinik würde weitere Delikte schon durch die Einschränkung von entsprechenden Kontakten verhindern. Grundsätzlich denkbar sei auch ein offener Vollzug oder die Unterbringung in einem klar strukturierten und personell gut ausgestatteten Wohnheim. Eine Lebenssituation ohne persönliche Aufsicht bzw. bei Selbstverantwortung für einige Stunden und eine Situation ohne Mauern würden aber prinzipiell die Gelegenheit zu neuen Delikten eröffnen. Völlig ohne Einsicht oder Selbststeuerung seines Verhaltens sei der Beschwerdeführer allerdings nicht. Es wäre daher zu überlegen, ob ein System der "mittleren äusseren Sicherheit" nicht ausreichend und im Hinblick auf die Art möglicher Delikte angemessen wäre. Aus psychiatrischer Sicht könne jedenfalls nicht empfohlen wer-den, ihn ohne jegliche Weiterbetreuung aus dem Strafvollzug zu entlassen und lediglich eine Schutzaufsicht einzurichten.