Citation: H 4/06 21.11.2006 E. 4

Der Beschwerdeführer lässt sodann vorbringen, er benötige auch Hilfe bei der täglichen Medikamenteneinnahme. Diese sei bei der Bemessung der Hilflosigkeit als eigenständige Lebensverrichtung zu berücksichtigen. 4.1 Für eine entsprechende Erweiterung der seit BGE 107 V 141 Erw. 1c und 149 Erw. 1b in konstanter Rechtsprechung (vgl. BGE 127 V 97 Erw. 3c mit Hinweisen; nicht in der Amtlichen Sammlung publizierte Erw. 5.2 des Urteils BGE 129 V 370, veröffentlicht in SVR 2004 IV Nr. 12 S. 36 [Urteil I. vom 9. Juli 2003, I 385/01]) festgeschriebenen Liste der relevanten Lebensverrichtungen besteht indessen mit der Vorinstanz kein Anlass. Die Notwendigkeit, täglich Medikamente zu verabreichen, ist vielmehr, und daran ist festzuhalten, als Teil der persönlichen Pflege zu betrachten (BGE 107 V 139 Erw. 1b; ZAK 1990 S. 46 Erw. 2, je mit Hinweisen; Urteil S. vom 3. September 2003, I 214/03, Erw. 1.2). Die persönliche Pflege führt ihrerseits nur dann zu einer - diesfalls schweren - Hilflosigkeit, wenn sie dauernd erforderlich ist und daneben ein Hilfsbedarf in sämtlichen der genannten relevanten Lebensverrichtungen besteht (Art. 37 Abs. 1 IVV; Erw. 1 hievor). Letzteres trifft hier nicht zu, was unbestritten feststeht. 4.2 Damit müsste an sich weder auf die Frage der Dauerhaftigkeit noch auf die in Art. 37 Abs. 1 IVV alternativ zur dauernden persönlichen Pflege genannte Anspruchsvoraussetzung der erforderlichen persönlichen Überwachung eingegangen werden. Seitens des Beschwerdeführers wird indessen auf die Notwendigkeit einer Überwachung bei der Medikamenteneinnahme hingewiesen. Es fragt sich daher, ob sich die Annahme einer mittelgradigen Hilflosigkeit allenfalls auf Art. 37 Abs. 1 lit. b IVV stützen liesse. Verwaltung und Vorinstanz haben dies mit der Begründung verneint, die hiefür nebst der - unstreitig bestehenden - Hilflosigkeit in mindestens zwei relevanten Lebensverrichtungen verlangte Notwendigkeit einer dauernden persönlichen Überwachung sei nicht gegeben. Diese Beurteilung ist richtig. Hervorzuheben ist zunächst, dass dem Kriterium der dauernden persönlichen Überwachung bei der mittleren (und bei der leichten) Hilflosigkeit ein grösseres Gewicht beizumessen ist als bei der schweren Hilflosigkeit und es, anders als bei dieser, in mehr als nur minimaler Weise erfüllt sein muss (vgl. BGE 107 V 150 f. Erw. 1d mit Hinweisen; nicht in der Amtlichen Sammlung publizierte Erw. 5.3 des Urteils BGE 129 V 370, veröffentlicht in SVR 2004 IV Nr. 12 S. 36 [Urteil I. vom 9. Juli 2003, I 385/01]). Es kann daher nur eine dauernde persönliche Überwachung von einer gewissen Intensität anspruchsrelevant sein (Urteile W. vom 7. Juni 2005, H 163/04, Erw. 4, und D. vom 23. September 2003, I 360/03, Erw. 4.2). Dieses Erfordernis ist hier, wo es um eine jeweils rund fünfzehnminütige Überwachung bei der täglichen Medikamenteneinnahme geht, nicht erfüllt. Verwaltung und Vorinstanz haben somit richtigerweise eine anspruchsbegründende Hilflosigkeit auch nach Art. 37 Abs. 1 lit. b IVV verneint. Einsprache- und angefochtener Entscheid sind demnach rechtens.