Citation: 6B_236/2024 E. 1.2.1

1.2.1. Die Vorinstanz erachtet als erstellt, dass sich die Kollision der beiden Fahrzeuge auf der Kreuzung bei der Verkehrsinsel ereignet hat, wo sich die Fahrspuren der beiden jeweils nach links abbiegenden Fahrzeuglenker natürlicherweise kreuzten. Dies lasse sich aus der Fotodokumentation des Fahrzeugs des Beschwerdeführers in Endposition sowie aus dessen Aussage schliessen, dass er auf die Kollision nicht vorbereitet gewesen sei. Sein Fahrzeug müsse sich daher aufgrund der Reaktionszeit des Beschwerdeführers nach der Kollision bei einer Geschwindigkeit von 5 bis 7 km/h noch um mindestens 1,4 bis 1,9 Meter bewegt haben. Der Beschwerdeführer habe konstant ausgesagt, dass er bei seinem Kontrollblick nach rechts kein herannahendes Gefährt gesehen habe. Indes sei unerklärlich, weshalb er den Privatkläger auf der relativ langen Einspurstrecke trotz seines grossen Sichtfeldes auf die dort übersichtliche Hauptstrasse überhaupt nicht gesehen habe. Dies, zumal er angegeben habe, an der Kreuzung kurz gestanden zu haben, um ein von links kommendes Fahrzeug passieren zu lassen. Angesichts der konkreten Verkehrssituation mit klarer Signalisation und unbestrittener Vortrittsregelung, der zum Tatzeitpunkt herrschenden guten Sichtverhältnisse und des geringen Verkehrsaufkommens hätte der Beschwerdeführer in Beachtung der ihm obliegenden Aufmerksamkeit den Privatkläger sehen müssen. Dieser müsse sich bereits während einiger Sekunden auf der Hauptstrasse in Sichtweite des Beschwerdeführers befunden haben. Es gebe keine Hinweise darauf, dass sich der mit der dortigen Strassensituation vertraute Privatkläger verkehrswidrig verhalten habe oder mit übersetzter Geschwindigkeit unterwegs gewesen sei. Daran ändere nichts, dass er angegeben habe, beim Abbiegen versucht zu haben, durch ein Beschleunigen den Unfall noch zu vermeiden. Vielmehr habe der Beschwerdeführer mit Verkehrsteilnehmern, die auf der vortrittsberechtigten Hauptstrasse mit 50 km/h heranfahren würden, rechnen müssen. Es sei daher erstellt, dass er den korrekt fahrenden Privatkläger nicht oder zu spät wahrgenommen habe, worauf es zur Kollision gekommen sei. Weitere Abklärungen und Vermessungen seien nicht erforderlich, sodass die entsprechenden Beweisanträge des Beschwerdeführers abzuweisen seien.