Citation: 4A_186/2021 E. B

Mit Klage vom 19. März 2019 verlangte die Klägerin beim Amtsgericht Bucheggberg-Wasseramt, die Beklagte sei zu verurteilen, ihr Fr. 59'997.06 zuzüglich Zins und Verzugszins zu bezahlen. Sie begründete ihren Anspruch damit, dass die Beklagte den ihr zustehenden Lohn bis zur Trennung von ihrem Ehemann am 31. März 2017 nicht vollständig ausbezahlt habe. Die Beklagte beantragte die Abweisung der Klage. Sie stellte sich auf den Standpunkt, ab Stellenantritt bis zur Trennung seien der Klägerin monatlich Fr. 1'500.-- Lohn auf das "Liegenschaftskonto" von C.B.________ ausbezahlt worden. Ebenso seien vom Juni 2015 bis März 2016 Fr. 300.-- pro Monat als Anteil für die Leasingrate eines von der Klägerin und ihrem Ehemann benutzen Autos vom Lohn der Klägerin abgezogen worden. Mit Urteil vom 15. Mai 2020 hiess das Amtsgericht die Klage grösstenteils gut und verpflichtete die Beklagte, der Klägerin den Betrag von Fr. 57'980.60 zuzüglich Zins sowie Verzugszinsen von Fr. 8'963.40 zu bezahlen. Die dagegen von der Beklagten erhobene Berufung wies das Obergericht des Kantons Solothurn mit Urteil vom 16. Februar 2021 ab. Das Obergericht erwog, strittig sei einzig, ob die Beklagte der Klägerin den ihr zustehenden Lohn vollständig ausbezahlt habe. Umstritten sei, ob die Parteien über die Lohnabzüge für das Liegenschaftskonto und die Leasingraten eine Vereinbarung geschlossen hätten, bzw. ob die Klägerin mit dem Vorgehen ihrer Arbeitgeberin einverstanden gewesen sei. Es sei für jeden einzelnen Abzug gesondert zu prüfen, ob eine entsprechende Vereinbarung zwischen den Vertragsparteien zustande gekommen sei, wobei die Beklagte hierfür beweispflichtig sei. Das Obergericht setzte sich mangels schriftlichen Vereinbarungen ausführlich mit den Akten sowie den Partei- und Zeugenaussagen auseinander. Es kam in einer eingehenden Beweiswürdigung zum Ergebnis, dass keine (ausdrückliche oder konkludente) Vereinbarung zwischen den Parteien bestanden habe, dass monatlich Fr. 1'500.-- vom Lohn der Klägerin in Abzug gebracht und dieser Betrag auf das Liegenschaftskonto ihres Ehemanns überwiesen werden soll. Ebenso fehle es bezüglich der Verrechnung eines Anteils der Leasingrate für das Auto mit dem Lohnanspruch an einem ausdrücklichen oder konkludenten Einverständnis der Klägerin. Entsprechend bleibe es beim Urteil der Erstinstanz, und die Klägerin habe einen Anspruch auf die entsprechende Lohnzahlung.