Citation: 2C_684/2023 E. 4.1.2

4.1.2. Die Verwaltungsbehörde hat - sofern ein Strafverfahren eingeleitet worden ist - grundsätzlich mit ihrem Entscheid zuzuwarten, bis ein rechtskräftiger Strafbefehl bzw. ein rechtskräftiges Strafurteil vorliegt, soweit der Sachverhalt oder die rechtliche Qualifikation des in Frage stehenden Verhaltens für das Verwaltungsverfahren von Bedeutung ist. Mit diesem Vorgehen soll vermieden werden, dass derselbe Lebensvorgang zu voneinander abweichenden Sachverhaltsfeststellungen von Verwaltungs- und Justizbehörden führt und insbesondere die erhobenen Beweise in verschiedener Weise gewürdigt und rechtlich beurteilt werden (BGE 119 Ib 158 E. 2c/bb; Urteile 1C_486/2023 vom 16. April 2024 E. 2.1; 1C_464/2020 vom 16. März 2021 E. 2.3; 1C_581/2016 vom 9. März 2017 E. 2.3). Eine Ausnahme ist nur dann zulässig, wenn der massnahmerechtlich relevante Sachverhalt zweifelsfrei erstellt ist. In einem solchen Fall braucht die Verwaltungsbehörde den Ausgang des Strafverfahrens nicht abzuwarten (Urteile 1C_464/2020 vom 16. März 2021 E. 2.4; 1C_146/2010 vom 10. August 2010 E. 2.3; 6A.121/2000 vom 7. Juni 2001 E. 3a mit Hinweis).