Citation: 5A_542/2021 E. 3.1

3.1. Zunächst prüfte sie in Bezug auf die vom Beschwerdeführer beantragte alternierende Obhut die Erziehungsfähigkeit. Sie erwog, die Erziehungsfähigkeit beider Eltern werde durch das von der Erstinstanz eingeholte Gutachten vom 26. Mai 2018 bestätigt. Die Gutachterin weise allerdings auf Einschränkungen bezüglich der Kooperationsfähigkeit und der Bindungstoleranz beider Eltern hin. Im Ergebnis sei aber weder bei der Erziehungsfähigkeit der Beschwerdegegnerin noch bei derjenigen des Beschwerdeführers von relevanten Einschränkungen auszugehen. Insbesondere hätten die angeordneten Besuche bis auf wenige (krankheits- bzw. quarantänebedingte) Ausnahmen immer stattgefunden und habe die Beschwerdegegnerin die noch vor der Erstinstanz geäusserten Ängste abbauen können. Die Befürchtungen des Beschwerdeführers seien sodann weitgehend hypothetischer Natur. Daher sei - auch mit dem Kindsvertreter - davon auszugehen, dass beim Kind keine Hinweise auf ein Entfremdungssyndrom zu erkennen seien. Insbesondere seien keine Verhaltensauffälligkeiten ersichtlich, welche einen derartigen Schluss nahelegen würden, wobei auch die vom Beschwerdeführer erwähnten Aussagen des Kindes für sich genommen wie auch in der Summe nicht geeignet seien, die Bindungstoleranz und damit die Erziehungsfähigkeit der Beschwerdegegnerin ernsthaft in Frage zu stellen.