Citation: 2P.93/2005 30.09.2005 E. B

Am Abend des 18. April 1999, kurz nach 20 Uhr, wurde X.________ an ihrem Arbeitsplatz vom geistig behinderten und an Epilepsie leidenden Heimbewohner Y.________ (geb. 1950) angegriffen. Dabei erlitt sie multiple Schwellungen und Quetschungen; auch wurde ihre Brille beschädigt. Am folgenden Tag erschien sie wieder zur Arbeit. Am 23. April 1999 suchte sie ihren Hausarzt auf, welcher sie bis zum 30. April 1999 arbeitsunfähig schrieb. In der Folge nahm sie ihre Arbeit wieder auf und nahm im Juli 1999 als Betreuerin an einem Lager der Wohngruppe im Wallis teil. Am 6. Juli 1999 begab sie sich in ihrer Freizeit allein auf eine Wanderung. Auf der Fahrt mit einer Gondelbahn blieb die Gondel nach den Angaben von X.________ während rund eineinhalb Stunden stecken. X.________ erlitt während dieser Zeit einen Panikanfall und musste nach ihrer Bergung ärztlich betreut werden. Seit diesem Ereignis ist sie vollständig arbeitsunfähig. Seit dem 1. Juli 2000 bezieht sie eine ganze ordentliche Invalidenrente und seit dem 5. März 2001 eine Rente der kantonalen Pensionskasse; seit dem 1. Dezember 2001 erhält sie ausserdem eine Entschädigung der Invalidenversicherung für Hilflosigkeit mittleren Grades. Gemäss einem Bericht des Inselspitals Bern (Klinik für Allgemeine Innere Medizin) vom 8. Dezember 2003 leidet X.________ u.a. an einer posttraumatischen Belastungsstörung schwerster Ausprägung nach einem tätlichem Angriff am Arbeitsplatz und nach einer Retraumatisierung durch den mehrstündigen Einschluss in der Gondelbahn. Der Chefarzt der Reha-Klinik Rheinfelden kam in seinem Bericht vom 17. August 2000 "zur Beurteilung, dass die Unfälle vom 18.4.99 und 6.7.99 wahrscheinlich in etwa hälftig am heute bestehenden Folgezustand ursächlich beteiligt sind".