Citation: 5A_994/2018 E. 6.2.3

6.2.3. Im konkreten Fall rechnet das Kantonsgericht dem Beschwerdeführer in Abänderung des erstinstanzlichen Entscheides ab Rechtskraft seines Entscheides ein hypothetisches Nettoeinkommen von monatlich Fr. 3'900.-- an. Dabei hält es in Bezug auf das tatsächliche Einkommen zunächst fest, dass der Beschwerdeführer (nach einer Periode der Arbeitslosigkeit) seit November 2017 wieder angestellt sei. Er arbeite in einem 90%-Pensum im Aussendienst der Firma F.________, wo er bereits von Juli 2015 bis Juni 2016 angestellt gewesen sei. In der für den Entscheid relevanten Zeitspanne von November 2017 bis März 2018 habe er bei einem Arbeitspensum von 90% einen durchschnittlichen Monatslohn von rund Fr. 2'750.-- netto erzielt. Mit Blick auf die Anrechnung eines hypothetischen Einkommens erwägt das Kantonsgericht sodann, das tatsächliche Einkommen des Beschwerdeführers erscheine für eine gesunde Person, knapp 40 Jahre alt und mit abgeschlossener Berufsausbildung zu tief, zumal mit Blick auf die Unterhaltspflichten gegenüber minderjährigen Kindern besonders hohe Anforderungen an die Ausnützung der Erwerbskraft zu stellen seien und ihre Erfüllung die Ausschöpfung aller finanziellen, intellektuellen und körperlichen Ressourcen verlange. Es dürfe davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer bei seiner derzeitigen Arbeitsstelle unterdessen ein solides Kundennetz aufgebaut habe und genügend Umsatz generiere, damit er provisionsberechtigt werde und sein monatliches Nettoeinkommen erhöhen könne. Aufgrund der Schwierigkeit bei der Schätzung der Provisionshöhe sei behelfsweise darauf abzustellen, was der Beschwerdeführer verdienen könnte, wenn er seine Stelle wechseln und einen Fixlohn erzielen würde. Der Beschwerdeführer habe eine Lehre als Lagerist abgeschlossen und bis Ende Januar 2014 auch oft als solcher gearbeitet. Seine berufliche Laufbahn sei aber von häufigen Stellenwechseln und Arbeitslosigkeit geprägt. Der von der Beschwerdeführerin geltend gemachte Betrag (Fr. 4'927.-- bis Fr. 6'043.-- brutto pro Monat) erscheine als zu hoch (www.bfs.admin.ch; Lagerei, Bürokräfte Finanz- und Rechnungswesen, Statistik und Materialwirtschaft, abgeschlossene Berufsausbildung, 0 Dienstjahre; Nettobetrag rund Fr. 4'350.--). Aber auch der mittels Lohnrechner errechnete Betrag von netto Fr. 4'350.-- pro Monat sei mit Blick auf die unstete berufliche Laufbahn unrealistisch, und es erscheine zweifelhaft, dass der Beschwerdeführer in seinem erlernten Beruf langfristig Fuss fassen werde. Realistischer sei, dass er bei einem Stellenwechsel als ungelernte Hilfskraft, z.B. im Bau, Arbeit finden würde, was einen monatlichen Nettolohn von rund Fr. 3'900.-- ergäbe (www.bfs.admin.ch; Tiefbau, Hilfskräfte im Bergbau, Bau, ohne abgeschlossene Berufsausbildung, 37.8 Stunden). Die Erzielung dieses Einkommens sei dem Beschwerdeführer ab Rechtskraft dieses Entscheides zumutbar, sei es durch einen Stellenwechsel oder die Erzielung einer vergleichbaren Provision.