Citation: I 258/02 02.05.2003 E. 4.3

4.3.1 Der Abklärungsdienst der IV-Stelle hat den Beschwerdeführer am 25. Februar 1997 an Ort und Stelle besucht, die im Betrieb anfallenden Arbeiten im Bericht vom 28. Februar 1997 detailliert aufgelistet und im Gespräch mit dem Versicherten die gesundheitlich bedingten Einschränkungen in den verschiedenen Arbeitsbereichen erörtert. Da eine betriebliche Umstellung von Milchvieh- auf Mutterkuhhaltung vorgesehen war, wurde die arbeitswirtschaftliche Invalidität für beide Betriebsvarianten berechnet. Für die Variante "Mutterkühe" ergab sich eine über alle Tätigkeitsbereiche gewichtete arbeitswirtschaftliche Invalidität von 28 % und für die Variante "Milchkühe" von 33 %. In der Folge wurde der Bericht vom 28. Februar 1997 auf Grund von Einwendungen des Beschwerdeführers vom Abklärungsdienst überprüft und die arbeitswirtschaftliche Invalidität neu berechnet (Stellungnahme des Abklärungsdienstes vom 4. Dezember 2000). Danach ergab sich bei der betrieblich inzwischen umgesetzten Variante "Mutterkühe" eine arbeitswirtschaftliche Invalidität von 29,5 % und bei der Variante "Milchkühe" von 34 %. Allerdings weist der Abklärungsdienst in seinem Bericht vom 4. Dezember 2000 darauf hin, dass sich die Gesamteinschränkung (bezogen auf die Variante "Mutterkühe") von 29,5 % auf 32,7 % erhöhen würde, falls in den Teilbereichen "Bäume schneiden" und "Obsterntearbeiten" generell eine Einschränkung von 50 % anstelle von teilweise 25 % berücksichtigt werde. Angesichts der sorgfältigen und detaillierten Prüfung des fachlich qualifizierten Abklärungsdienstes vor Ort und der eingehenden Auseinandersetzung mit den Einwendungen des Beschwerdeführers ist grundsätzlich auf diesen nachvollziehbaren und schlüssigen Bericht abzustellen; dies um so mehr, als der Beschwerdeführer dagegen keine weiteren Einwände mehr erhebt. Daher kann dem Abklärungsdienst nicht gefolgt werden, soweit er in seinem Bericht vom 4. Dezember 2000 nicht auf die tatsächlich ermittelten Ergebnisse des Betätigungsvergleichs abstellte, sondern von einer arbeitswirtschaftlichen Einschränkung bzw. einer Arbeitsunfähigkeit von 33 1/3 % ausging (und damit direkt auf die Schätzung der Arbeitsfähigkeit durch Dr. R.________ abstellte, deren weitgehende Übereinstimmung mit dem Gesamtergebnis des Betätigungsvergleichs indes als Indiz für dessen Angemessenheit gelten kann). Richtigerweise ist auf die durch den Betätigungsvergleich konkret ermittelte Arbeitsunfähigkeit abzustellen. 4.3.2 Aus dem Abklärungsbericht vom 4. Dezember 2000 ergibt sich, dass bei der heutigen Bewirtschaftung nach der Variante "Mutterkühe" jährlich 1432 betriebsnotwendige Arbeitsstunden anfallen. Beim Betätigungsvergleich hat der Abklärungsdienst die Einschränkungen in den verschiedenen Arbeitsbereichen jeweils in Prozenten festgelegt und die verminderte Leistungsfähigkeit zudem in Arbeitsstunden umgerechnet. Bei einer arbeitswirtschaftlichen Einschränkung von insgesamt 29,5 % entspricht die Leistung des Beschwerdeführers bei einem Arbeitsanfall von 1432 Arbeitsstunden noch einer Leistung von 1009 Stunden (= 70,5 %). Wird die Einschränkung in den Teilbereichen "Bäume schneiden" und "Obsterntearbeiten" jeweils mit 50 % berücksichtigt, verringert sich die Leistung um 45 Stunden (Apfelbäume schneiden 26,4 statt 13,2 Stunden, Zwetschgenbäume schneiden 4,4 statt 2,2 Stunden, Zwetschgen ernten 16,8 statt 8,4 Stunden, Kirschbäume schneiden 1,4 statt 0,7 Stunden und Kirschen ernten 41,2 statt 20,6 Stunden) auf 964 Stunden und erhöht sich die arbeitswirtschaftliche Behinderung auf 32,7 %. Die Stellungnahme des Abklärungsdienstes vom 4. Dezember 2000 lässt auf einen diesbezüglichen Ermessensspielraum schliessen. Angesichts der bestehenden Unsicherheit in diesem Punkt ist nachfolgend von dieser für den Beschwerdeführer günstigeren Variante auszugehen. 4.3.3 Die Tätigkeiten auf dem Hof können in die Bereiche "Betriebsführung" und "allgemeine landwirtschaftliche Arbeiten" eingeteilt werden. Vom jährlichen Arbeitsanfall von 1432 Stunden entfällt ein Anteil von 7,5 % bzw. 107 Stunden auf die Betriebsführung, in welcher der Versicherte nicht eingeschränkt ist, weshalb in diesem Tätigkeitsbereich eine vollständige Arbeitsfähigkeit besteht. Der Anteil der allgemeinen landwirtschaftlichen Arbeiten, die der Beschwerdeführer zum Teil nur noch beschränkt ausüben kann, beträgt 92,5 % bzw. 1325 Stunden. In diesem Tätigkeitsbereich erbringt der Versicherte invaliditätsbedingt eine Leistung von 857 (964 - 107) Stunden, was bezogen auf den genannten Sektor einer Arbeitsfähigkeit von 64,7 % (857 : 1325 x 100) bei den allgemeinen landwirtschaftlichen Tätigkeiten entspricht.