Citation: 1P.753/2005 20.04.2006 E. 1.5

1.5.1 Schliesslich macht der Beschwerdeführer geltend, das Obergericht würdige die Beweislage bezüglich der Beschreibung seiner Person und seines Stotterns einseitig zu seinem Nachteil. Erstens habe ihn Y.________ nicht eindeutig und widerspruchsfrei identifizieren können. Zweitens werte das Gericht die Zeugenaussagen bezüglich seines Stotterns zu seinen Ungunsten. Sodann treffe nicht zu, dass Y.________ Angst vor ihm gehabt und deshalb bei der Konfrontationseinvernahme absichtlich falsche Angaben zu seiner Person gemacht habe. Y.________ habe lediglich bei der Befragung über einen allfälligen Heroinhandel schweigen wollen, was aber für das Strafverfahren gegen den Beschwerdeführer irrelevant gewesen sei. 1.5.2 Das Obergericht führte aus, Y.________ habe seinen Lieferanten "Jeff" gegenüber der Polizei detailliert beschrieben. Die Beschreibung passe verblüffend genau auf den Beschwerdeführer. Sodann habe Y.________ das Stottern des Beschwerdeführers genannt, das auch die Polizei und der Untersuchungsrichter festgestellt hätten und von dem sich das Obergericht habe überzeugen können. Y.________ habe den Beschwerdeführer überdies auch bei der zweiten Fotokonfrontation erkannt. Bei der ersten Fotokonfrontation habe er sich allerdings getäuscht und auf Bild Nr. 3 gezeigt, obwohl kein Foto des Beschwerdeführers aufgeführt war. An der ersten Fotokonfrontation habe er aber unsicher geantwortet, und die Person auf Bild Nr. 3 habe tatsächlich eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Beschwerdeführer. Gegen die Annahme, dass es sich beim Lieferanten "Jeff" um den Beschwerdeführer gehandelt habe, spreche einzig, dass Y.________ den Beschwerdeführer bei der Konfrontationseinvernahme nicht identifiziert habe. Es sei indessen bekannt, dass Drogendelinquenten ihre Lieferanten und Abnehmer aus Angst vor Repressalien zu schützen versuchten. Y.________ habe bei den Einvernahmen mehrfach gezeigt, dass er sich an diesen Grundsatz halte. Es sei nicht dasselbe, das Signalement eines Lieferanten zu beschreiben und ihn bei der Gegenüberstellung zu identifizieren. Dies beweise auch die falsche Aussage Y.________ vor Amtsgericht, wonach der Beschwerdeführer bei der Konfrontationseinvernahme nicht gestottert haben solle. Der Untersuchungsrichter habe vor Obergericht aber klar bestätigt, dass der Beschwerdeführer gestottert habe. 1.5.3 Vorweg ist festzuhalten, dass Y.________ anlässlich der ersten Fotokonfrontation seine Unsicherheit bezüglich der Identität des Beschwerdeführers offen legte, indem er lediglich sagte, eventuell handle es sich bei der Person auf Bild Nr. 3 um den Beschwerdeführer; er sagte nicht positiv, der Beschwerdeführer sei auf Bild Nr. 3 abgelichtet. Des Weitern ist den Akten zu entnehmen, dass im Aussageverhalten von Y.________ insofern eine gewisse Konstanz auszumachen ist, als er immer wieder angab, keine Namen nennen zu wollen. Dies betraf nicht nur eine Frage betreffend den Heroinhandel, sondern auch Fragen betreffend Kokain. Y.________ befolgte die eingeschlagene Linie, indem er den Beschwerdeführer bloss beschrieb und mit dem Übernamen bezeichnete. Dies geschah allerdings nie in Anwesenheit des Beschwerdeführers. Dass Y.________ bei der Konfrontationseinvernahme angab, den Beschwerdeführer nicht zu kennen, und diese Aussage vor der ersten Instanz wiederholte, passt durchaus zu seinem grundsätzlichen Aussageverhalten, käme doch die direkte Bezeichnung der Person des Beschwerdeführers einer Namensnennung gleich. Die Schlussfolgerung des Obergerichts, das bestreitende Verhalten von Y.________ bei der Konfrontationseinvernahme sei unglaubwürdig, ist demnach vertretbar. Auch bei seinen Aussagen über das Stottern des Beschwerdeführers verhielt sich Y.________ gleich. In den Einvernahmen beschrieb er seinen Drogenlieferanten unter anderem damit, dass dieser gestottert habe. Die Polizei und der Untersuchungsrichter bestätigten, dass der Beschwerdeführer bei den Einvernahmen stotterte. Dagegen stellte Y.________ vor Amtsgericht in Abrede, dass der Beschwerdeführer bei der Konfrontationseinvernahme gestottert habe. Das Obergericht ging davon aus, dass es sich dabei um eine Falschaussage handelte, die darauf schliessen lasse, dass auch die Aussage Y.________ anlässlich der Konfrontationseinvernahme, den Beschwerdeführer nicht zu kennen, falsch sei. In Anbetracht der Zeugenaussage des Untersuchungsrichters ist die Schlussfolgerung des Obergerichts nachvollziehbar. Die Willkürrüge geht auch in diesem Punkt ins Leere. 1.6 Nach dem oben Gesagten und in Anbetracht des grossen Ermessensspielraums des Obergerichts ist das vorliegende Beweisergebnis insgesamt vertretbar. Anhaltspunkte dafür, dass das Obergericht bloss auf die für den Beschwerdeführer ungünstigen Zeugenaussagen abgestellt und entlastende Aussagen generell als unwahr abgetan hätte, sind nicht ersichtlich. Daran vermögen auch die Vorbringen des Beschwerdeführers nichts zu ändern. Eine Verletzung des Willkürverbots liegt somit nicht vor.