Citation: U 456/00 20.11.2001 E. 2

2.- a) Die Vorinstanz gelangte in einlässlicher und sorgfältiger Würdigung der medizinischen Aktenlage zur Auffassung, dass die zum typischen Beschwerdebild eines Schleudertraumas der HWS oder eines äquivalenten Verletzungsmechanismus gehörenden Beeinträchtigungen im Anschluss an den Unfall vom 26. Januar 1996 zumindest teilweise vorgelegen hätten. Ob die nach dem 30. April 1997 anhaltenden gesundheitlichen Störungen, namentlich die sich im Laufe des Jahres 1996 entwickelnden psychogenen Symptome, noch in einem natürlichen Kausalzusammenhang zum Unfall standen, erachtete sie zunächst als fraglich, opponierte in der Folge den zu diesem Punkt in bejahendem Sinne Stellung nehmenden Beurteilungen der Dres. med. R.________, Spezialarzt FMH für Neurologie (vom 25. November 1996), H.________, Spezialarzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie (vom 8. Februar 1997) sowie E.________ und W.________, Rehabilitationsklinik Y.________ (vom 2. April 1997) indes zu Recht nicht mehr, genügt es doch rechtsprechungsgemäss, wenn das Unfallereignis eine Teilursache für die Beschwerden darstellt (BGE 121 V 329 Erw. 2a). b) Im angefochtenen Entscheid wurde im Weiteren dargelegt, dass angesichts der ärztlichen Unterlagen, wonach die Beschwerdeführerin neben den nach dem Unfall aufgetretenen Kopf- und Nackenschmerzen bereits ab April 1996 eine psychogene Störung entwickelte, die ein Jahr später noch nicht abgeklungen war und ab etwa September 1996 in Form einer schweren Depression im Vordergrund stand, die Adäquanz des Kausalzusammenhanges nach Massgabe der in BGE 115 V 133 entwickelten Kriterien zu beurteilen sei. aa) Dieser Ansicht ist beizupflichten. Bereits im Bericht vom 12. April 1996 sprach Dr. med. A.________, Spezialarzt FMH für Neurologie, von einem spätpost-distorsionstraumatischen Syndrom mit zunehmender neurotischer Fehlhaltung und auch Dr. med. D.________ gab in seiner Beurteilung vom 11. November 1996 an, die durch den Unfall vom 26. Januar 1996 ausgelöste depressive Stimmung bestehe infolge der erwähnten zahlreichen und therapieresistenten körperlichen und seelischen Beschwerden weiter. Dr. med. R.________ führte mit Bericht vom 3. Dezember 1996 aus, die Versicherte leide seit dem Unfallereignis an anhaltenden Nacken- und Kopfschmerzen, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen sowie Schwindelbeschwerden. Im weiteren Verlauf hätte sich zusätzlich eine depressive Entwicklung eingestellt, welche medikamentös behandelt werde. Der die Beschwerdeführerin ab 2. Dezember 1996 psychiatrisch behandelnde Dr. med. H.________ diagnostizierte in seinem Bericht vom 8. Februar 1997 eine Depression mit Suizidalität und Panikattacken im Anschluss an ein Distorsionstrauma der HWS, welche er als posttraumatische Anpassungsstörung gemäss ICD-10 F43.22 qualifizierte. Nachdem die Versicherte sich vom 6. Februar bis 27. März 1997 in der Rehabilitationsklinik Y.________ aufgehalten hatte, legten die Dres. med. E.________ und W.________ in ihrem Bericht vom 2. April 1997 dar, die Schilderung des Unfallherganges, der Verlauf der Symptome und die aktuell noch feststellbaren neuroorthopädischen Befunde liessen nebst einer HWS-Distorsion mit ligamentären Verletzungsfolgen u.a. auf eine schwere posttraumatische Anpassungsstörung schliessen. Dr. med. B.________, Spezialarzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, stellte auf Grund der Aktenlage sowie einer eigenen Untersuchung mit Bericht vom 18. Juli 1997 fest, die Versicherte leide an einer schweren Depression, reaktiv nach Verkehrsunfall im Januar 1996 mit Distorsionstrauma der HWS respektive "Schleudertrauma". bb) Soweit sich die Beschwerdeführerin letztinstanzlich hinsichtlich des Vorliegens somatischer Unfallfolgen erneut auf den Bericht der Dres. med. E.________ und W.________ vom 2. April 1997 beruft, wonach mit Bezug auf die festgestellten neuropsychologischen Minderfunktionen eine "Anteilsquantifizierung der Organizität in der Verursachung" nicht möglich sei, da Interferenzen durch die Schmerzsymptomatik, die Schlafstörungen, die Medikation und die Depression bestünden, und rügt, die Vorinstanz hätte die Ursächlichkeit dieser Störungen näher abklären müssen, ist darauf hinzuweisen, dass die Neuropsychologie es, nach derzeitigem Wissensstand, ohnehin nicht vermag, selbstständig die Beurteilung der Genese abschliessend vorzunehmen (BGE 119 V 341 Erw. 2b/bb; RKUV 2000 Nr. U 395 S. 318 Erw. 3 mit Hinweis). Weitere diesbezügliche Untersuchungen erübrigen sich daher. Was sodann die gleichenorts unter Erwähnung des Ergebnisses einer am 10. März 1997 im Institut für Nuklearmedizin des Spitals Z.________ durchgeführten SPECT-Untersuchung des Cerebrums diagnostizierte "leichte" traumatische Hirnschädigung anbelangt, ist auf ein in RKUV 2000 Nr. U 395 S. 320 f. Erw. 6 veröffentlichtes Urteil hinzuweisen. Darin gelangte das Eidgenössische Versicherungsgericht gestützt auf verschiedene wissenschaftliche Publikationen zum Schluss, dass die SPECT-Untersuchung des Gehirns keine wissenschaftlich anerkannte Methode zur Beurteilung von Schleudertrauma-, schleudertraumaähnlichen und Schädel-Hirntrauma-Verletzungen darstellt und damit auch kein geeignetes Beweismittel zur Beantwortung der Frage nach der natürlichen Kausalität von Unfallfolgen ist. In der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird ferner vorgebracht, das kantonale Gericht wäre gehalten gewesen, die Ausführungen des Dr. med. M.________, Spezialarzt FMH für Otorhinolaryngologie, Hals- und Gesichtschirurgie, St. Gallen, vom 3. November 1998, welcher davon ausgeht, dass es beim Unfall vom 26. Januar 1996 zu einer leichten traumatischen Hirnverletzung gekommen sei, hinsichtlich der (fehlenden) Angaben bezüglich Anamnese und Begründung der Unfallursächlichkeit ergänzen zu lassen. Diesem Einwand ist entgegenzuhalten, dass die Beurteilung durch Dr. med. M.________ den Schlussfolgerungen der kurze Zeit nach dem Unfall durchgeführten neurologischen Untersuchungen durch die Dres. med. A.________ (Bericht vom 12. April 1996) und R.________ (Bericht vom 25. November 1996) widerspricht, welche übereinstimmend ein anhaltendes Nacken- und Kopfschmerzsyndrom bei einer Einschränkung der Kopfbeweglichkeit, nicht aber weitere neurologische Ausfälle feststellten. Ein Zusammenhang der diesbezüglich abweichenden Befunde des Dr. med. M.________ mit dem Unfallereignis erscheint deshalb - allenfalls - als möglich, ist indes nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ausgewiesen (vgl. Erw. 1 hievor). Aktenergänzungen, insbesondere die Einholung weiterer medizinischer Gutachten, sind nach dem Gesagten unnötig, da hievon keine neuen Erkenntnisse erwartet werden können (antizipierte Beweiswürdigung). In einem solchen Vorgehen liegt kein Verstoss gegen das rechtliche Gehör gemäss Art. 4 Abs. 1 aBV (BGE 124 V 94 Erw. 4b, 122 V 162 Erw. 1d mit Hinweis). Diese Rechtsprechung gilt auch unter der Herrschaft von Art. 29 Abs. 2 der auf den 1. Januar 2000 in Kraft getretenen neuen Bundesverfassung (SVR 2001 IV Nr. 10 S. 28 Erw. 4b). Eine weitergehende Sachverhaltsabklärungspflicht, wie sie seitens der Beschwerdeführerin geltend gemacht wird, besteht demnach nicht.