Citation: 1C_106/2023 E. 4.5

4.5. Bei der Auslegung des RPG und des BGBB ist zu berücksichtigen, dass diese beiden Gesetze verschiedene Zwecke verfolgen (BGE 121 II 307 E. 5b S. 313 mit Hinweis; Urteil 1A.181/1995 vom 22. Dezember 1995 E. 5c, in: ZBl 98/1997 S. 130; PAUL RICHLI, in: Wirtschaftsstrukturrecht, SBVR Bd. XIII, 2. Aufl. 2018, S. 337 Rz. 796 Fn. 1285). Dessen ungeachtet wird in der Literatur die Auffassung vertreten, der Begriff des landwirtschaftlichen Gewerbes sei in der ganzen Rechtsordnung einheitlich zu verstehen (HOFER, a.a.O., N. 4b zu Vorbem. zu Art. 6-10 BGBB; ANDREAS WASSERFALLEN, in: Handbuch zum Agrarrecht, 2017, 6. Kap. Rz. 24). Für diese Auffassung spricht, dass der Verweis auf das BGBB in Art. 16a bis Abs. 1 RPG vorbehaltlos formuliert ist, dies im Gegensatz zu Art. 1 Abs. 1 lit. b des Bundesgesetzes vom 4. Oktober 1985 über die landwirtschaftliche Pacht (LPG; SR 221.213.2), der zur Bestimmung des gesetzlichen Anwendungsbereichs den Begriff des landwirtschaftlichen Gewerbes enger fasst als das BGBB (vgl. dazu HOFER, a.a.O., N. 17 zu Art. 7 BGBB).