Citation: I 501/01 20.06.2002 E. 3

3.- a) Zu der aus medizinischer Sicht zumutbaren Arbeitsfähigkeit hat die Vorinstanz beim Kantonsspital X.________ ein Gutachten in Auftrag gegeben. In dem am 5. Juni 2000 erstatteten Bericht führt PD Dr. med. R.________, Oberarzt an der Abteilung für plastische und rekonstruktive Chirurgie, aus, es bestehe nach wie vor eine vollständige periphere Fazialisparese; der Versicherte leide an rezidivierenden entzündlichen Irritationen des linken Auges, an brennenden Schmerzen nach Belastung (beispielsweise am Bildschirm) und ständiger Trockenheit, welche durch Augentropfen behoben werden müsse; stark behindernd sei der fehlende Gleichgewichtssinn links, der in Kombination mit einer Blickfeldeinengung durch die Tarsalplastik zunehmend Probleme bereite. Zur Arbeitsfähigkeit wird ausgeführt, die bestehenden Beeinträchtigungen der Sinnesorgane müssten durch eine erheblich gesteigerte Konzentration kompensiert werden, da es sonst zu Unfällen komme. Dem Versicherten sei eine Arbeitsleistung während 50 % bis maximal 75 % eines üblichen Arbeitstages von 8 Stunden zuzumuten. Eine Arbeit in Maschinenräumen mit den damit verbundenen Belastungen für Auge und Gehör sei unbedingt zu vermeiden; wegen der Selbstverletzungstendenz sei auch eine Arbeit an Maschinen nicht mehr zumutbar; für Bildschirmarbeit bestehe eine Einschränkung im Rahmen der angegebenen Arbeitszeit. Vor Festlegung der Arbeitsfähigkeit sei eine zusätzliche augenärztliche Untersuchung durchzuführen. In der Folge liess sich der Versicherte durch den Ophthalmologen Dr. med. C.________ untersuchen, welcher im Bericht vom 3. Dezember 2000 zuhanden der IV-Stelle eine Sicca-Problematik bei Lagophthalmus erwähnt, welche in kurzen Zeitabständen Arbeitsunterbrüche zur Applikation von Augentropfen erforderlich macht; gleichzeitig wird darauf hingewiesen, dass die Therapie angepasst und optimiert werden konnte, sodass ohne zusätzliche Massnahmen eine genügende Prophylaxe und weitgehende Beschwerdefreiheit zu erwarten seien. b) Die IV-Stelle hat eine Abklärung an Ort und Stelle veranlasst und ist aufgrund eines Tätigkeitsvergleichs auf eine Leistungseinbusse von 32,5 % gelangt. Die Einbusse ergibt sich daraus, dass der Beschwerdeführer die mechanischen Arbeiten (Drehen, Fräsen, Schleifen, Graten), welche ohne Invalidität 35 % ausmachen würden, nur noch zu einem sehr kleinen Teil (2,5 %) auszuüben vermag, weshalb ein Hilfsmechaniker angestellt werden musste. Dagegen vermag er die Betriebsleitungsfunktionen (einschliesslich Kundenberatung, Administration, Akquisition und Lieferung) von 40 %, das Einrichten und Programmieren der Maschinen von 20 % und die Maschinenpflege von 5 % ohne wesentliche Einschränkungen auszuüben. Die Beurteilung stützt sich auf die Angaben des Versicherten zu den gesundheitlichen Beeinträchtigungen und deren Auswirkungen auf die einzelnen Tätigkeitsbereiche. Die angenommenen Behinderungen stimmen sowohl mit der ärztlichen Stellungnahme zur Arbeitsfähigkeit im Gerichtsgutachten vom 5. Juni 2000 als auch mit den in den Arztberichten enthaltenen Angaben zu den Beeinträchtigungen in den einzelnen Tätigkeitsbereichen überein. In der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird denn auch nicht geltend gemacht, der Betätigungsvergleich beruhe hinsichtlich der bestehenden Beeinträchtigungen oder der massgebenden Tätigkeitsbereiche und ihres zeitlichen Anteils auf unzutreffenden tatsächlichen Annahmen. Zu Recht hält der Beschwerdeführer an den in der kantonalen Beschwerde erhobenen Einwendungen, zu denen der Abklärungsdienst der IV-Stelle am 30. September 1998 Stellung genommen hat, nicht fest. Es bestehen auch keine Anhaltspunkte dafür, dass sich der relevante Sachverhalt in der Zeit nach der Abklärung in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hätte. Auch bezüglich des (beim Betätigungsvergleich berücksichtigten) Augenbefundes haben sich aufgrund der durchgeführten ophthalmologischen Untersuchung keine wesentlichen neuen Tatsachen ergeben. Der Beschwerdeführer rügt zwar zu Recht, dass im angefochtenen Entscheid zum Begehren um ergänzende Abklärung nicht ausdrücklich Stellung genommen wird. Dass die Vorinstanz nach Erhalt des Berichtes von Dr. med. C.________, welcher keine neuen Sachverhaltselemente ergab, auf weitere Abklärungen verzichtet hat, ist unter dem Gesichtspunkt einer antizipierten Beweiswürdigung jedoch nicht zu beanstanden (vgl. BGE 124 V 94 Erw. 4b, 122 V 162 Erw. 1d, 119 V 344 Erw. 3c mit Hinweisen). Zu weiteren Abklärungen besteht um so weniger Anlass, als die Teilerwerbsfähigkeit von Selbstständigerwerbenden in der Regel höher zu bewerten ist als die medizinische Schätzung der Arbeitsfähigkeit, weil die für den Betriebsertrag wesentlichen leitenden Funktionen von körperlichen Behinderungen im Allgemeinen kaum beeinträchtigt werden (ZAK 1971 S. 338). So verhält es sich auch im vorliegenden Fall. Eine erwerbliche Gewichtung des Betätigungsvergleichs führt daher eindeutig zum Schluss, dass die Invalidität des Beschwerdeführers nicht rentenbegründendes Ausmass erreicht. Der vorinstanzliche Entscheid besteht im Ergebnis somit zu Recht.