Citation: 1P.614/1999 26.06.2000 E. 1.-

a) Nutzungspläne unterliegen grundsätzlich der staatsrechtlichen Beschwerde (Art. 34 Abs. 3 des Bundes- gesetzes über die Raumplanung vom 22. Juni 1979 [RPG; SR 700]). Voraussetzung ist allerdings, dass die behaup- tete Rechtsverletzung nicht sonstwie durch Klage oder Rechtsmittel beim Bundesgericht oder einer andern Bundes- behörde gerügt werden kann (Art. 84 Abs. 2 OG). Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde ist zulässig gegen Verfügungen, die sich auf öffentliches Recht des Bundes stützen oder hätten stützen sollen (Art. 5 VwVG i.V.m. Art. 97 OG), sofern diese von den in Art. 98 OG genannten Vorinstanzen erlassen worden sind und keiner der in Art. 99 ff. OG oder in der Spezialgesetzgebung vor- gesehenen Ausschlussgründe vorliegt. Dies gilt auch für gemischtrechtliche Verfügungen, die sowohl auf kantonalem wie auch auf Bundesrecht beruhen, falls und soweit die Verletzung von unmittelbar anwendbarem Bundesrecht in Frage steht (BGE 121 II 72 E. 1a S. 75; 120 Ib 27 E. 2a S. 29; 118 Ib 381 E. 2a S. 389). Diese Erfordernisse gelten bei der Anfechtung von Nutzungsplänen dann als erfüllt, wenn und soweit die Pläne anlagebezogen derart detaillierte und verbindliche Anordnungen treffen, dass allfällig nachfol- gende Bewilligungsverfahren weitgehend präjudiziert sind oder gar überflüssig werden, so dass gesagt werden kann, es liege eine Verfügung im Sinne von Art. 5 VwVG vor. Solches trifft zum Beispiel auf Quartier- und Gestaltungs- pläne, Überbauungsordnungen oder Sondernutzungspläne für die Realisierung von Deponien zu, soweit die Anwendung von bundesrechtlichen Vorschriften etwa aus dem Gebiet des Um- weltschutzes oder des Natur- und Heimatschutzes mit Ein- schluss des Moorschutzes streitig ist (BGE 119 Ia 285 E. 3c S. 290 mit Hinweisen), ebenso auf die in einem Kulturplan im Hinblick auf die Kiesausbeutung festgelegte Kiesabbauzone (BGE 123 II 88 E. 1a S. 91 mit Hinweisen). b) Dem Grundsatz nach ist der Schutz von Natur und Heimat Sache der Kantone (Art. 78 Abs. 1 BV, Art. 24sexies Abs. 1 aBV). Zum Schutz der Tier- und Pflanzenwelt besitzt hingegen der Bund die Gesetzgebungshoheit (Art. 78 Abs. 4 BV, Art. 24sexies Abs. 4 aBV). Ihm obliegt demnach die Rechtsetzung zum Arten- und Biotopschutz ( Thomas Fleiner- Gerster, Kommentar zur Bundesverfassung, N. 28 ff. zu Art. 24sexies). Nach Art. 18 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 1. Juli 1966 über den Natur- und Heimatschutz (NHG; SR 451) ist dem Aussterben einheimischer Tier- und Pflanzenarten durch die Erhaltung genügend grosser Lebensräume (Biotope) und andere geeignete Massnahmen entgegenzuwirken. Bei diesen Massnahmen ist schutzwürdigen land- und forstwirtschaftli- chen Interessen Rechnung zu tragen. Besonders zu schützen sind nach Absatz 2 dieser Vorschrift Uferbereiche, Riedge- biete und Moore, seltene Waldgesellschaften, Hecken, Feld- gehölze, Trockenrasen und weitere Standorte, die eine aus- gleichende Funktion im Naturhaushalt erfüllen oder besonders günstige Voraussetzungen für Lebensgemeinschaften aufweisen. Die Kantone haben für Schutz und Unterhalt der Biotope von regionaler und lokaler Bedeutung zu sorgen (Art. 18b Abs. 1 NHG). In der vorliegenden Angelegenheit ist einerseits umstritten, ob die Ausscheidung von Landschaftsschutzstrei- fen entlang der Gewässer auf den Parzellen der Beschwerde- führenden rechtmässig ist. Diese Massnahme dient in erster Linie dem Landschaftsschutz. Dass sie gleichzeitig im Inter- esse des Gewässer-, Arten- und Biotopschutzes steht, ändert nichts daran, dass nicht die Anwendung von Bundesrecht strittig ist. Zum andern wird die Rechtmässigkeit der im Lommiserriet errichteten Naturschutzzone bestritten. Die Beschwerdeführenden machen namentlich geltend, mit einer Landschaftsschutzzone hätte der Schutz dieses Gebietes ebenso gut gewährleistet werden können. Damit erheben sie eine rein planungsrechtliche Rüge. Die Frage, welche Mass- nahmen zum Schutze von Biotopen konkret zu ergreifen sind, ist von den Kantonen bzw. den für die Ortsplanung zustän- digen Gemeinden zu beantworten (vgl. Art. 25 RPG, Art. 18a f. NHG, Art. 26 NHV; § 2 des Planungs- und Baugesetzes des Kantons Thurgau vom 16. August 1995 [PBG]). Es wird somit ausschliesslich die Anwendung von selbständigem kantonalem Recht beanstandet. Die Beschwerde ist deshalb sowohl be- treffend die Landschaftsschutz- als auch bezüglich Natur- schutzzone als staatsrechtliche Beschwerde entgegenzunehmen. c) Die Beschwerdeführer machen geltend, durch den angefochtenen Entscheid werde die Eigentumsgarantie ver- letzt. Zur Erhebung dieser Rüge sind sie als Grundeigentümer der von der Planung betroffenen Grundstücke ohne weiteres berechtigt. Soweit sie eine Verletzung des Willkürverbots geltend machen, kommt dieser Verfassungsbestimmung neben der Eigentumsgarantie keine selbständige Bedeutung zu. d) Die staatsrechtliche Beschwerde ist kassatori- scher Natur. Soweit mehr oder anderes verlangt wird als die Aufhebung des angefochtenen Entscheides, kann auf die Be- schwerde deshalb nicht eingetreten werden (BGE 125 I 104 E. 1b S. 107 mit Hinweisen). Ansonsten ist auf die im Übri- gen form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde einzu- treten.