Citation: 6B_936/2019 E. 8.2

8.2. Die Vorinstanz nimmt an, die Beschwerdeführerin sei im Berufungsverfahren mit ihrem Antrag auf Freispruch bezüglich der Anklagepunkte 1.2.B.1, 4-7 und 9 durchgedrungen. In allen anderen Punkten sei sie unterlegen. Die Staatsanwaltschaft sei mit ihrem Antrag auf Erhöhung der Strafe teilweise unterlegen. Ausgangsgemäss seien die Kosten des Verfahrens der Beschwerdeführerin somit zu zwei Dritteln aufzuerlegen; das verbleibende Drittel gehe zu Lasten der Staatskasse. Im selben Umfang stehe ihr eine Entschädigung ihrer Aufwendungen für die angemessene Ausübung ihrer Verfahrensrechte zu (angefochtenes Urteil S. 102 f.). Die Vorinstanz erwägt weiter, die Beschwerdeführerin habe im Berufungsverfahren eine neue Rechtsvertretung mandatiert und sich neu durch zwei Rechtsanwälte vertreten lassen. Diese hätten für den Aufwand im Zusammenhang mit den strafrechtlichen Aspekten des Berufungsverfahrens CHF 56'424.70 und für den Aufwand im Zusammenhang mit den zivilrechtlichen Aspekten CHF 85'037.30 in Rechnung gestellt (inkl. CHF 12'937.30 für die Übersetzung des Plädoyers im Berufungsverfahren). Der Beschwerdeführerin habe es frei gestanden, für das Berufungsverfahren die Verteidigung zu wechseln. Der durch die Einarbeitung der neuen Rechtsvertretung in die umfangreichen Akten entstehende Mehraufwand könne indes im Rahmen der Bemessung der aus der Staatskasse zu leistenden Entschädigung nicht berücksichtigt werden, zumal auch nicht dargetan sei, dass ein Verteidigerwechsel unter dem Aspekt einer angemessenen Ausübung der Verfahrensrechte notwendig gewesen sei. Unter diesem Aspekt ebenfalls nicht notwendig sei die Übersetzung der Plädoyernotizen der Verteidigung im Berufungsverfahren im Betrage von CHF 12'937.30 gewesen. Diese seien daher von der Beschwerdeführerin zu tragen. Sodann zeige eine Gegenüberstellung der für die Verteidigung im erstinstanzlichen Hauptverfahren in Rechnung gestellten Kosten von CHF 50'475.-- mit denjenigen (unter Ausklammerung der Übersetzungskosten) für das Berufungsverfahren von CHF 128'524.70 ein Missverhältnis selbst unter Berücksichtigung des Umstandes, dass das erstinstanzliche Urteil praktisch vollständig angefochten worden sei. Dieses lasse sich teilweise durch den Mehraufwand für die Einarbeitung des neuen Rechtsvertreters in die Akten erklären, der indes nicht aus der Staatskasse zu entschädigen sei. Zu einem weiteren Teil dürfte Mehraufwand durch den Beizug von zwei Rechtsvertretern für das Berufungsverfahren entstanden sein. Es liege auf der Hand, dass der zweite, sich im Berufungsverfahren mit den Zivilansprüchen befassende Verteidiger sich ebenfalls in die Akten bezüglich des strafrechtlichen Aspektes habe einlesen müssen. Auch der durch eine Doppelvertretung bedingte Mehraufwand sei indes nicht durch den Staat zu vergüten. Insgesamt erscheine eine Gebühr von CHF 50'000.-- für das Berufungsverfahren als angemessen, was der Grössenordnung derjenigen des erstinstanzlichen Verfahrens entspreche und dem Umstand Rechnung trage, dass eine neue Verteidigungsstrategie eingeschlagen worden sei. Der Beschwerdeführerin sei somit für die Kosten der Verteidigung im Berufungsverfahren eine reduzierte Entschädigung von (gerundet) CHF 17'000.-- aus der Gerichtskasse zuzusprechen (angefochtenes Urteil S. 105 f.).