Citation: 9C_524/2009 22.07.2009 E. 3.3

3.3.1 Vor kantonaler Instanz gilt wohl die Untersuchungsmaxime hingegen auch die Mitwirkungspflicht (Art. 61 lit. c ATSG). Danach hat die Beschwerdeinstanz nicht zu prüfen, ob sich die angefochtene Verfügung unter schlechthin allen in Frage kommenden Aspekten als korrekt erweist, sondern sie untersucht im Prinzip nur die vorgebrachten Beanstandungen (ZAK 1986 S. 300 E. 3; UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 2009, N 67 zu Art. 61 ATSG). Im hier zu beurteilenden Fall hat der Versicherte in der Beschwerde vom 13. November 2008 eine mangelhafte Verfügungseröffnung nicht behauptet, und er hat namentlich nicht auf die Zustellung der Verfügung mit normaler Post und an den Wohn- anstelle des Aufenthaltsortes hingewiesen. Indes ist zu beachten, dass die Vorinstanz den Rechtsvertreter am 27. Januar 2009 aufgefordert hat, eine Replik einzureichen. Obgleich sie über die unentgeltliche Rechtspflege - auf Ersuchen des Rechtsvertreters hin - vor Abschluss des zuvor angeordneten zweiten Schriftenwechsels entschieden hat, musste sie mit Blick auf die gegebene Sachlage damit rechnen, die Frage der korrekten Verfügungseröffnung werde durch den nunmehr anwaltlich vertretenen Versicherten in der Replik thematisiert und in das Verfahren eingebracht. Es war aktenkundig, dass der Versicherte bereits am 10. Juni 2008 auf seine längerdauernde Haft schriftlich aufmerksam machte und die Sistierungsverfügung vom 4. September 2008 gleichwohl an seine private Wohnadresse geschickt wurde. Unter diesen Umständen durfte das kantonale Gericht nicht allein deshalb von der Rechtskraft ausgehen, weil der Beschwerdeführer bis zum Zeitpunkt des Entscheides über die unentgeltliche Rechtspflege den Zugang der Verfügung vom 4. September 2008 nicht bestritten hat. 3.3.2 Dem angefochtenen Entscheid lassen sich weder zur Zustellung noch zum Zeitpunkt der Eröffnung der Sistierungsverfügung Ausführungen entnehmen. Die Vorinstanz ist stillschweigend davon ausgegangen, die Verfügung sei dem Versicherten zugegangen und seine Beschwerde sei nicht fristgemäss erfolgt. Der Beschwerdeführer weist vor Bundesgericht hingegen auf Umstände hin, welche eine Verfügungseröffnung als zumindest nicht gesichert erscheinen lassen (E. 3.1 hievor) und Fragen mit Bezug auf die Bestimmung des Eröffnungszeitpunktes aufwerfen. Sodann erwähnt die Verfügung vom 17. Oktober 2008 jene vom 4. September 2008, und sie weist auf deren Inhalt der rückwirkenden Rentensistierung hin. Die Bezugnahme des Beschwerdeführers auf die Sistierungsverfügung in der Beschwerde vom 13. November 2008 erlaubt folglich nicht den Schluss auf die Zustellung der früheren Verfügung und falls sie erfolgt sein sollte, kann daraus der Zeitpunkt nicht hergeleitet werden. Dies lässt den Verfahrensausgang in einem andern Licht erscheinen, obliegt doch der Verwaltung der Beweis der Tatsache und des Datums der Zustellung der von ihr erlassenen Verfügung (Urteil 9C_753/2007 vom 29. August 2008 E. 3 mit Hinweisen). Ein solcher Beweis dürfte in Anbetracht der geschilderten Sachlage nicht leicht zu führen sein. Nach dem Gesagten hat das kantonale Gericht zu Unrecht auf Aussichtslosigkeit der Beschwerde geschlossen. Mit Blick auf die Unsicherheiten über den Eintritt der Rechtskraft der Verfügung vom 4. September 2008 kann die Beschwerde nicht als aussichtslos gelten.