Citation: 2C_173/2020 E. 5.5.2

5.5.2. Im Weiteren stellt die Zugehörigkeit des Beschwerdeführers zur Glaubensgemeinschaft der Ahmadi keinen Grund für die Unzumutbarkeit seiner Rückkehr nach Pakistan dar: In Pakistan herrscht keine landesweite Situation allgemeiner Gewalt, weshalb der Wegweisungsvollzug als generell zumutbar zu erachten ist (vgl. Urteile des Bundesverwaltungsgerichts D-5459/2017 vom 17. März 2018 E.6.4; E-4621/2013 vom 27. Oktober 2015 E. 8.3.3). Es trifft zwar zu, dass die Ahmadi in Pakistan einer schwierigen Lage ausgesetzt sind. Dem wird indessen praxisgemäss dadurch Rechnung getragen, dass bereits die Zugehörigkeit zu dieser Glaubensgemeinschaft als "starkes Indiz" für die Annahme der Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzuges qualifiziert wird, wobei die Beurteilung im Einzelfall nach den Regeln der Individualprüfung vorzunehmen ist. Die Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs ist dann anzunehmen, wenn sich aus der persönlichen Situation des betreffenden Beschwerdeführers ein zusätzliches - das heisst über die schwierige Alltagslage der Ahmadi hinausgehendes - individuelles Gefährdungsindiz ergibt (vgl. Urteile des Bundesverwaltungsgerichts D-5459/2017 vom 17. März 2018 E.6.4; E-4621/2013 vom 27. Oktober 2015 E. 8.3.4). Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, die Vorinstanz habe in Verletzung ihrer Untersuchungspflicht die Verhältnisse in seinem Heimatland nicht genügend festgestellt, ist ihm entgegen zu halten, dass diese Pflicht durch die Mitwirkungspflicht der betroffenen ausländischen Person ein Stück weit relativiert wird (Art. 90 AIG). Die Mitwirkungspflicht betrifft insbesondere Tatsachen, die ihre persönliche Situation betreffen und die sie besser kennt als die Behörden oder die von diesen ohne ihre Mitwirkung gar nicht oder nicht mit vernünftigem Aufwand erhoben werden können (vgl. Urteile 2C_337/2020 vom 23. Juli 2020 E. 4.1; 2C_868/2016 vom 23. Juni 2017 E. 5.2.5; 2C_76/2017 vom 1. Mai 2017 E. 1.3; vgl. auch MEYER-LADEWIG/ LEHNERT, in: Meyer-Ladewig/Nettesheim/von Raumer [Hrsg.], EMRK Handkommentar, 4. Aufl. 2017, N. 70 zu Art. 3 EMRK). Der Beschwerdeführer legt nicht dar, inwiefern er konkret gefährdet ist. Er macht insbesondere nicht geltend, eine wichtige Stellung innerhalb der Glaubensgemeinschaft der Ahmadi inne zu haben oder eine herausragende Position innerhalb der Pakistanischen Bevölkerung zu repräsentieren. Auch im vorinstanzlichen Verfahren beschränkte sich der Beschwerdeführer auf allgemeine Aussagen - namentlich auf die generelle Länderanalyse der Schweizerischen Flüchtlingshilfe - und legte nicht nahe, inwiefern bei ihm eine überdurchschnittliche Gefährdungssituation bestehe.