Citation: 6B_1125/2020 E. 3.1

3.1. Der Beschwerdeführer rügt eine willkürliche Feststellung des Sachverhalts und eine Verletzung des Grundsatzes "in dubio pro reo". Entgegen der Auffassung der Vorinstanz sei vorliegend nicht zweifelsfrei erstellt, dass die Beleuchtung des entgegenkommenden Motorfahrrads eingeschaltet war. Die Vorinstanz werte seine Aussagen und jene von F.________, welcher wie er selbst kein Licht am Motorfahrrad wahrgenommen habe, in willkürlicher Beweiswürdigung als blosse Vermutungen, während sie den Aussagen von H.________, E.________ und I.________, wonach das Vorderlicht des Motorfahrrads gebrannt habe, Glauben schenke. Die Ausführungen von H.________ und E.________ seien jedoch in verschiedener Hinsicht widersprüchlich, weshalb auf deren Behauptung nicht abgestellt werden dürfe. Auch habe die Vorinstanz nicht berücksichtigt, dass diese beiden Auskunftspersonen ihre Wahrnehmungen abgeglichen hätten. Dass sie die Aussagen von H.________ und E.________ als eigene Wahrnehmungen und nicht als Vermutungen werte, sei willkürlich. Das Gleiche gelte für die von I.________ gemachten Aussagen, welcher sich hinsichtlich der Frage, ob das Licht am Motorfahrrad von G.C.________ sel. angeschaltet gewesen sei, nie so klar und eindeutig geäussert habe, wie etwa F.________. Die Vorinstanz habe es unterlassen, das Aussageverhalten von I.________ kritisch zu hinterfragen. Dessen anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 29. November 2017 gemachten Aussagen seien ein Jahr nach dem Unfall erfolgt. Es sei jedoch unmöglich und praxisfremd, nach einem Jahr noch brauchbare Aussagen zu machen. Eine Beeinflussung durch andere Personen oder durch das "Hören Sagen" sei hier klar gegeben. Die vorinstanzliche Beweiswürdigung sei zudem insofern zu beanstanden, als dass diese die Hilfsbeweise, d.h. die im Polizeirapport vermerkten Aussagen von J.________ und K.________, welche auf der betreffenden Strecke Motorfahrradfahrer ohne Licht gesehen hätten, nicht berücksichtige. Insgesamt würden sich verschiedene Aussagen gegenüberstehen, so dass nicht zweifelsfrei erstellt sei, wie sich der Sachverhalt tatsächlich abgespielt habe. Der Untersuchungsbericht "Untersuchung der Lichtanlage des Motorfahrrades" des Forensischen Instituts Zürich vom 27. Februar 2017 (nachfolgend: Untersuchungsbericht des FOR) könne die vorhandenen Zweifel nicht ausräumen. Die Erwägung der Vorinstanz, wonach dieser Bericht keinen Beweis dafür erbringe, dass das Vorderlicht nicht gebrannt habe, sei schlichtweg falsch. Das Gutachten könne weder beweisen, dass die Glühbirne beim Vorderlicht des Motorfahrrads funktioniert habe, noch dass die Lichtanlage im Zeitpunkt des Unfalls eingeschaltet gewesen sei. Im Gegenteil würden Anhaltspunkte für einen Defekt an der Glühbirne vorliegen, zumal J.________ und K.________ für diese Auffassung klare Hinweise geliefert hätten. Entgegen der Feststellung der Vorinstanz sei seine Aufmerksamkeit während des gesamten Überholmanövers vollumfänglich auf die Strasse gerichtet gewesen. Der Schluss der Vorinstanz, er habe den herannahenden Motorradfahrer auf jeden Fall erkennen müssen und, da er diesen nicht wahrgenommen habe, sehr unachtsam überholt, stelle eine reine Behauptung dar, welche nicht nachvollziehbar sei. Das Motorfahrrad sei nicht sichtbar gewesen. Die Vorinstanz nehme insgesamt eine qualifiziert falsche Beweiswürdigung vor und verletze den Grundsatz "in dubio pro reo".