Citation: 1B_291/2022 E. 3.3.3

3.3.3. Die Einschätzung der Vorinstanz, es bestehe hohe Kollusions- und höchste Fluchtgefahr, ist im Ergebnis nicht zu beanstanden. Zwar ist - wie der Beschwerdeführer zu Recht vorbringt - der Umstand, dass er von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch macht, nicht geeignet, eine hohe Kollusionsgefahr zu belegen. Zu Recht berücksichtigte die Vorinstanz für die Beurteilung der Kollusions- und Fluchtgefahr indessen vier Auslieferungsersuchen vom Februar 2022, welche von verschiedenen Behörden aus Belgien eingereicht wurden. Die Auslieferungsersuchen basieren auf verschiedenen Haftbefehlen bzw. Verurteilungen wegen schwerer Delikte, namentlich der Beteiligung an einer kriminellen Organisation, Geldwäscherei, Vermögensdelikten, Erpressung, Drohung, Freiheitsberaubung, Gewaltdelikten und Betäubungsmitteldelikten. Mit Blick auf die erwähnten Auslieferungsersuchen bejahte die Vorinstanz zu Recht den Verdacht, der Beschwerdeführer sei der organisierten Schwerstkriminalität im Betäubungsmittelbereich zuzuordnen und er nehme in einer kriminellen Organisation eine tragende Rolle ein. Nachvollziehbar sind auch die Ausführungen der Vorinstanz, wonach von einer professionellen Vorgehensweise des Beschwerdeführers und von einem Netzwerk von Helfern auszugehen sei, was sich auch daraus ergibt, dass sich der Beschwerdeführer vor seiner Verhaftung rund zwei Jahre erfolgreich auf der Flucht vor den belgischen Behörden befunden und dabei falsche Identitäten und Ausweispapiere benutzt hat. Aufgrund der Art und Schwere der dem Beschwerdeführer vorgeworfenen Delikte und der weiteren sich aus den Auslieferungsersuchen ergebenden Umstände ging die Vorinstanz zulässigerweise davon aus, es bestehe eine hohe Gefahr für kolludierende Handlungen des Beschwerdeführers und eine sehr hohe Fluchtgefahr. Mit den angeordneten Haftmodalitäten wird verhindert, dass der Beschwerdeführer via Mithäftlinge versucht, Zeugen bzw. Auskunftspersonen zu beeinflussen, auf Beweismittel einzuwirken oder seine Flucht zu organisieren. Soweit der Beschwerdeführer sodann vorbringt, die Hinweise auf eine qualifizierte Gefährdung des Untersuchungszwecks seien zu wenig konkret, ist zu berücksichtigen, dass es sich um eine komplexe Strafuntersuchung handelt, welche noch am Anfang steht. Höhere Anforderungen an den Nachweis von (grosser) Verdunkelungsgefahr sind im jetzigen Zeitpunkt noch nicht zu stellen. Angesichts der potenziellen Gefährlichkeit des Beschwerdeführers, welche sich aus der Art der ihm vorgeworfenen Taten ergibt, durfte die Vorinstanz ergänzend auch die Gewährleistung der Ordnung und Sicherheit in der Haftanstalt als Argument für die Fortführung der angeordneten Haftmodalitäten berücksichtigen.