Citation: 1P.216/2006 03.07.2006 E. 3

3.1 Die Beschwerdeführer rügen eine willkürliche Sachverhaltsfeststellung, indem die durch das Sprayen verursachten Schadenssummen nicht rechtsgenüglich nachgewiesen worden seien. Das Abstellen auf die Forderungen der geschädigten Eisenbahngesellschaften und auf die Fotodokumentation in den kantonalen Akten reiche nicht aus, da die mit der Strafanzeige gegen unbekannte Täterschaft verbundenen Schadensschätzungen resp. -ersatzforderungen erfahrungsgemäss nicht den tatsächlichen Verhältnissen entsprächen. 3.2 Die Feststellung des Sachverhaltes auf dessen Richtigkeit hin überprüft das Bundesgericht als reine Tatfrage auf Willkür (Art. 9 BV). Willkür in der Beweiswürdigung liegt vor, wenn die Behörde in ihrem Entscheid von Tatsachen ausgeht, die mit der tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch stehen, auf einem offenkundigen Fehler beruhen oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderlaufen und wenn der angefochtene Entscheid auch im Ergebnis verfassungswidrig ist (BGE 127 I 38 E. 2a S. 41 mit Hinweisen). Auf dem Gebiet der Beweiswürdigung steht den kantonalen Instanzen ein weiter Ermessenspielraum zu. 3.3 Das Obergericht gelangte in acht Fällen zu einer Verurteilung der Beschwerdeführer wegen qualifizierter Sachbeschädigung. Im angefochtenen Urteil wird jeder Vorwurf einzeln behandelt und je nach Beschwerdeführer unterschieden. Der durch das Sprayen verursachte Schaden wird für jeden Vorwurf separat beziffert. Dabei stützt sich das Obergericht auf die umfangreichen kantonalen Akten, die - wiederum gesondert für jeden einzelnen Tatvorwurf - eine schriftliche Beschreibung (Strafanzeige) und eine Fotodokumentation enthalten. Der entstandene Schaden ist teils mit einer detaillierten Kostenabrechnung, teils mit einer Kostenschätzung belegt. In 29 Fällen sprach das Obergericht die Angeschuldigten mangels Beweis frei oder stellte das Verfahren ein, soweit den Beschwerdeführern bloss einfache Sachbeschädigungen vorgeworfen wurden, die gemäss anwendbarem altem Recht nach siebeneinhalb Jahren absolut verjährten. 3.4 Die Beschwerdeführer kritisieren das angefochtene Urteil, ohne aufzuzeigen, bei welchem der acht Delikte, die zum Schuldspruch führten, der Nachweis der Schadenshöhe verfassungswidrig sein soll. Sie beschränken sich vielmehr auf pauschale Kritik an der Schadensfeststellung. Angesichts der Umstände (kleine Zahl der Delikte, ausdrückliche Bezugnahme auf einzelne Delikte im angefochtenen Urteil) wäre es den Beschwerdeführern zumutbar, ihre Rüge für jedes Delikt und den entsprechenden Schadensbetrag zu substanziieren. Da sie dies unterlassen, fragt es sich, ob das die Begründungsanforderungen gemäss Art. 90 Abs. 1 lit. b OG (E. 2.1) erfüllt. Die Frage kann indes offen bleiben, da das Vorbringen auch in der Sache unbegründet ist. In allen acht Fällen (D25, D34, D36, D38, D53, D57, D58, D59) liegen die vom Obergericht ermittelten Schadensbeträge über dem Grenzwert von Fr. 10'000.-- und betreffen somit nach Ansicht des Obergerichts eine - noch nicht verjährte - qualifizierte Sachbeschädigung mit grossem Schaden. Hinsichtlich jener vier Straftaten, bei denen gemäss dem angefochtenen Urteil eine nachträgliche detaillierte Schadensabrechnung der betroffenen Eisenbahngesellschaft vorliegt (D25, D38, D53, D58), ist das Vorbringen der Beschwerdeführer, selbst wenn es ausreichend substanziiert wäre, in der Sache offensichtlich unzutreffend. Hinsichtlich der übrigen vier Straftaten (D34, D36, D57, D59) führt das angefochtene Urteil (S. 27 ff., 59 ff.) Schadensschätzungen von Fr. 18'000.-- für Schäden an 12 Wagen, davon mindestens sechs Wagenseiten grossflächig (D34), Fr. 120'000.-- für Schäden an acht Wagen (D36), Fr. 120'000.-- für Schäden an acht Wagen (D57) und von Fr. 45'000.-- für Schäden an einem Triebwagen, einem Steuerwagen und drei Personenwagen (D59) an. Es ist weder dargetan noch ersichtlich, dass der Schluss des Obergerichts, wonach die Schäden jeweils Fr. 10'000.-- übersteigen, klar widersprüchlich, offensichtlich fehlerhaft oder stossend ungerecht und damit auch im Ergebnis willkürlich wäre. Die Willkürrüge ist unbegründet, soweit darauf einzutreten ist.