Citation: 6P.72/2003 01.10.2003 E. 5

Die Beschwerdeführerin macht ferner geltend, aus dem verkehrstechnischen Gutachten ergebe sich, dass der Geschädigte unmittelbar vor ihr Fahrzeug gefahren sei. 5.1 Das Obergericht nimmt gestützt auf die von ihm eingeholte Verkehrsunfallanalyse an, der Geschädigte habe seine Fahrlinie im Bereich der Einmündung der Schlosshalde vom Trottoir auf die Hauptstrasse gewechselt. Vorher sei er über eine Strecke von mehr als 40 Metern auf dem Trottoir gefahren. Als er auf die Hauptstrasse eingebogen sei, habe sich die Beschwerdeführerin auf dem Bahnübergang oder kurz danach befunden. Der Fahrradfahrer sei nicht unmittelbar vor den Personenwagen der Beschwerdeführerin gefahren. 5.2 Dieser Schluss des Obergerichts ist nicht willkürlich. Aus den Distanzangaben in den Akten ergibt sich, dass die Schlosshalde von der Fahrtrichtung des Geschädigten aus gesehen in einer Entfernung von mehr als 43 Metern zum Bahnübergang in die Hauptstrasse einmündet. Da sich die Beschwerdeführerin nach dem Gutachten zu diesem Zeitpunkt auf dem Bahnübergang oder kurz danach befunden hat, kann nicht angenommen werden, der Geschädigte sei beim Wechseln vom Trottoir auf die Strasse unmittelbar vor das Fahrzeug der Beschwerdeführerin gefahren. Das folgt zusätzlich daraus, dass der Gutachter bei Annahme einer Erkennbarkeitsdistanz von mehr als 35 Metern davon ausgeht, dass die Beschwerdeführerin mit einer Reaktion auf die Gefahrensituation die Kollisionsgeschwindigkeit massgebend hätte reduzieren können, was voraussetzt, dass die beiden Unfallbeteiligten auf der Strasse jedenfalls in diesem Abstand von einander entfernt waren. Die Beschwerde erweist sich auch in diesem Punkt als unbegründet.