Citation: 6B_659/2018 E. 2

Der Beschwerdeführer macht geltend, die Vorinstanz habe den für die Prüfung der Härtefallklausel relevanten Sachverhalt teilweise unter Verletzung des Grundsatzes in dubio pro reo festgestellt und im Übrigen nicht vertretbar und unzutreffend gewürdigt. Er rügt die Verletzung des Grundsatzes unter seinem Aspekt als Beweiswürdigungsmaxime. Unter diesem Aspekt kommt der Maxime keine über eine Willkürprüfung gemäss Art. 9 BV hinausgehende Tragweite zu (BGE 127 I 38 E. 2a S. 41). Für das Bundesgericht ist zunächst der vorinstanzlich festgestellte Sachverhalt massgebend (Art. 105 Abs. 1 BGG). Die Beweiswürdigung ist Aufgabe des Sachgerichts (Art. 10 Abs. 2 StPO). Soweit der Sachverhalt und damit die Beweiswürdigung der Vorinstanz bestritten werden, hebt das Bundesgericht ein Urteil auf, wenn es willkürlich ist, d.h. sich im Ergebnis (Art. 97 Abs. 1 BGG) als schlechterdings unhaltbar erweist. Auf eine abweichende eigene Version des Geschehens und blosse Kritik am Urteil hat das Bundesgericht nicht einzutreten (BGE 141 IV 249 E. 1.3.1 S. 253, 317 E. 5.4 S. 324, 369 E. 6.3 S. 375; 140 III 264 E. 2.3 S. 265). Der Beschwerdeführer stellt sich auf den Standpunkt, der Grundsatz in dubio pro reo sei bei der Frage, ob ein Härtefall gegeben sei, zu Gunsten des Beschuldigten zu berücksichtigen. Die Würdigung müsse dem Zweifelsgrundsatz unterliegen. Diesbezüglich ist lediglich festzustellen, dass der Grundsatz auch im Rahmen von Art. 66a StGB die Feststellung des Sachverhalts und damit die Beweiswürdigung betrifft. Ihm kommt hier nicht etwa eine weitergehende Wirkung dergestalt zu, dass im Zweifel (in dubio) ein Härtefall anzunehmen wäre. Das ist vielmehr eine Rechtsfrage. Weiter bringt der Beschwerdeführer vor, rechtlich liege die Verletzung von Bundesrecht einerseits in der Verletzung von internationalen Vereinbarungen durch eine falsche Interessenabwägung, konkret von Art. 8 Abs. 1 EMRK (Recht auf Familie) und von Art. 12 [betreffend rechtliches Gehör des Kindes] des Übereinkommens über die Rechte des Kindes (KRK, SR 0.107), und andererseits daraus resultierend in einer fehlerhaften Anwendung von Art. 66a Abs. 2 StGB (Härtefall). Die Härtefallprüfung müsse aufgrund einer Gesamtbetrachtung erfolgen (mit Hinweis auf BUSSLINGER/UEBERSAX, Härtefallklausel und migrationsrechtliche Auswirkungen der Landesverweisung, in: plädoyer 5/2016 S. 96 ff., 101 f.).