Citation: 6B_477/2019 E. 1.2

1.2. Die Vorinstanz erwägt, für den Einsatz von "Tarnkontrollschildern" ergebe sich weder aus dem Bundesrecht noch aus dem kantonalen Polizeigesetz eine rechtliche Grundlage. Somit verletze die Vorgehensweise der Polizei Basel-Landschaft das Legalitätsprinzip. Zudem sei auch der Verhältnismässigkeitsgrundsatz verletzt, denn es sei nicht nachvollziehbar, weshalb ein Verkehrsteilnehmer bloss aufgrund des Kontrollschilds des Kantons Basel-Landschaft das zivile Fahrzeug der beiden Polizisten als Patrouillenfahrzeug identifizieren sollte. Sollte ein Verkehrsteilnehmer tatsächlich aktiv nach einer zivilen Patrouille Ausschau halten, so wäre es wesentlich naheliegender, dass er die beiden Polizisten aufgrund ihrer Uniformen als Mitglieder des Polizeikorps erkannt hätte. Es wäre der Polizei Basel-Landschaft offengestanden, ein ziviles Fahrzeug mit nicht uniformierten Polizeiangehörigen einzusetzen, was die Erkennbarkeit durch die Verkehrsteilnehmer vollends verunmöglicht hätte. Die Polizei Basel-Landschaft hätte somit über ausreichende Möglichkeiten verfügt, um die Identifizierung einer Patrouillenfahrt erfolgreich zu verhindern. Die zusätzliche Verwendung eines getarnten Kontrollschilds erweise sich insofern als offensichtlich entbehrlich, unnötig und unverhältnismässig. Dennoch scheide ein Beweisverwertungsverbot in casu von vornherein aus. Art. 141 Abs. 2 StPO setze nämlich voraus, dass die fraglichen Beweiserhebungen unmittelbar auf das rechtswidrige Verhalten der Strafbehörden selber zurückzuführen sei. Dies sei vorliegend gerade nicht der Fall. Im Gegenteil betreffe das verpönte Verhalten der Polizei Basel-Landschaft lediglich die äusseren Begleitumstände der Verkehrskontrolle. Mithin habe die Verwendung der getarnten Kontrollschilder die konkrete Beweiserhebung in Form der durchgeführten Abstandsmessung in keiner Weise ermöglicht, gefördert oder begünstigt. Demzufolge fehle es an einem sachlichen Konnex zwischen der Beweiserhebung als solcher und dem geächteten Verhalten des Staates, weshalb Letzteres nicht zu einer Unverwertbarkeit des fraglichen Beweises führen könne. Die Vorinstanz berücksichtigt den Verstoss gegen das Legalitätsprinzip sowie den Verhältnismässigkeitsgrundsatz im Rahmen der Strafzumessung zu Gunsten des Beschwerdeführers, indem sie das Strafmass reduziert.