Citation: 4P.1/2001 27.04.2001 E. 3

3.- Willkür liegt nach ständiger Rechtsprechung nicht schon dann vor, wenn eine andere als die vom kantonalen Gericht gewählte Lösung ebenfalls vertretbar oder gar zutreffender erschiene. Der angefochtene Entscheid muss vielmehr offensichtlich unhaltbar sein, mit der tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch stehen, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzen oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderlaufen (BGE 125 II 10 E. 3a mit Hinweisen). In der Beweiswürdigung steht dem kantonalen Gericht ein weiter Ermessensspielraum zu (BGE 120 Ia 31 E. 4b). Das Bundesgericht greift nur ein, wenn das kantonale Gericht sein Ermessen missbraucht hat, namentlich zu völlig unhaltbaren Schlüssen gelangt ist oder erhebliche Beweise übersehen oder willkürlich nicht berücksichtigt hat (BGE 118 Ia 28 E. 1b S. 30). Dabei genügt es nicht, dass die Begründung unhaltbar ist; der Entscheid muss sich im Ergebnis als willkürlich erweisen (BGE 125 I 166 E. 2a mit Hinweis). a) Mangels Entscheidwesentlichkeit ist auf die Rüge der Verletzung kantonalen Novenrechts bzw. des rechtlichen Gehörs durch Nichtberücksichtigung des Bewirtschafterverzeichnisses nicht einzutreten. Denn die mögliche Anwendbarkeit des Bundesgesetzes über die landwirtschaftliche Pacht (LPG, SR 221. 213.2) aufgrund der Nutzungsart der Liegenschaft ist in diesem Verfahren nicht strittig, und nur dafür wäre diese Urkunde überhaupt beweiskräftig. b) Der Beschwerdeführer rügt eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör bzw. eine willkürliche Beweiswürdigung, da die vom Beschwerdegegner eingereichten Klagebeilagen 7 und 11 vom Bezirksgericht March nicht berücksichtigt worden seien. Dieser Mangel sei vom Kantonsgericht verfassungswidrig nicht behoben worden. Die Klagebeilagen 7 und 11 sind zwei Schreiben des Beschwerdeführers an den Beschwerdegegner, in denen das Vorliegen eines Pachtverhältnisses zumindest sinngemäss behauptet wird. Indem das Kantonsgericht davon ausging, der Einzelrichter des Bezirks March habe die Klagebeilagen 7 und 11 wegen der Säumnis des Beschwerdeführers ausser Acht lassen können, hat es weder den Gehörsanspruch des Beschwerdeführers verletzt noch ist es in willkürliche Beweiswürdigung verfallen. Denn in Folge der Säumnis des Beschwerdeführers im erstinstanzlichen Verfahren hatte der Einzelrichter ein allein auf die Sachdarstellung des Beschwerdegegners gestütztes Urteil zu fällen und dabei lediglich jene rechtshindernden, -aufhebenden und -hemmenden Tatsachen zu berücksichtigen, die der Beschwerdegegner selbst angeführt hatte. Die ein Pachtverhältnis ohnehin nur andeutenden Klagebeilagen 7 und 11 enthalten keine solchen Tatsachenbehauptungen, sondern lediglich eine Rechtsauffassung, welche nicht bei der Sachverhaltsermittlung zu prüfen ist. c) In gleicher Weise ist die Rüge willkürlicher Nichtanwendung von Art. 47 Abs. 2 LPG bzw. der Verweigerung des rechtlichen Gehörs unbegründet. Gemäss Art. 47 Abs. 2 LPG hat das Gericht den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und die Parteien anzuhören. Da der Beschwerdeführer sich am erstinstanzlichen Verfahren nicht beteiligte, durfte das Kantonsgericht willkürfrei davon ausgehen, das Recht auf Anhörung gemäss Art. 47 Abs. 2 LPG sei in genügender Form gewährt worden. d) Der Beschwerdeführer rügt sodann die Verletzung des in Art. 47 Abs. 2 LPG statuierten Untersuchungsgrundsatzes, weil das Kantonsgericht den Sachverhalt nicht von sich aus erforscht habe. Die sozialpolitisch begründete Untersuchungsmaxime in Art. 47 Abs. 2 LPG bezweckt, die wirtschaftlich schwächere Partei zu schützen, die Gleichheit zwischen den Parteien herzustellen sowie das Verfahren zu beschleunigen (vgl. BGE 125 III 231 E. 4a). Es handelt sich dabei insofern um eine gemilderte Verhandlungsmaxime (vgl. Jürgen Brönnimann, Gedanken zur Untersuchungsmaxime, ZBJV 126/1990, S. 329 ff., S. 345), denn Art. 47 Abs. 2 LPG entbindet die Parteien - wie die verwandte Vorschrift in Art. 274d OR - nicht von der aktiven Teilnahme an der Sachverhaltsermittlung. Die richterliche Initiative geht insoweit nicht über eine Aufforderung an die Parteien hinaus, Beweismittel zu nennen und beizubringen (vgl. BGE 125 III 231 E. 4a). Der Beschwerdeführer verkennt die Tragweite dieser Bestimmung, wenn er meint, das Kantonsgericht hätte als Rechtsmittelinstanz von sich aus weitere Abklärungen aufgrund der vorhandenen Urkunden, insbesondere eine nochmalige Befragung der Parteien vornehmen müssen. Denn die Möglichkeit der umfassenden Überprüfung der Streitsache gemäss Art. 47 Abs. 2 LPG ist dann gewahrt, wenn sie von einer kantonalen Instanz wahrgenommen wird. Ob eine Partei diese Möglichkeit auch genutzt hat, spielt demgegenüber keine Rolle (vgl. Higi, Zürcher Kommentar, N 34, N 42 und N 45 zu Art. 247d OR). Die Kantone sind insbesondere frei, die Kognition der zweiten Instanz durch ein Novenverbot zu beschränken (vgl. BGE 125 III 231 E. 4a, S. 239; 118 II 50 E. 2a, jeweils zu Art. 274d Abs. 3 OR). e) Aufgrund der eingeschränkten Überprüfungsbefugnis gemäss § 103 und 104 ZPO SZ war dem Kantonsgericht verwehrt, den Entscheid des Einzelrichters in tatsächlicher Hinsicht umfassend zu überprüfen. f) Sodann hat das Kantonsgericht entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers hinsichtlich zahlreicher neu eingereichter Urkunden weder kantonales Prozessrecht (§ 104 Ziff. 2 ZPO SZ) noch den verfassungsrechtlich garantierten Gehörsanspruch verletzt. Gemäss § 104 Ziff. 2 ZPO SZ muss sich die Richtigkeit von neu vorgetragenen Behauptungen, Bestreitungen und Einreden aus den Prozessakten ergeben oder durch neu eingereichte Urkunden sofort bewiesen werden können. Das Kantonsgericht durfte die grösstenteils vom Beschwerdeführer einzig für das kantonsgerichtliche Verfahren angefertigten Urkunden willkürfrei als novenrechtlich unzulässige Parteibehauptungen und somit als keine unmittelbar beweiskräftigen Urkunden im Sinne der Bestimmung erachten. Insoweit ist auch die Rüge der Verletzung von § 104 Ziff. 4 ZPO SZ wegen Nichtberücksichtigung der Klagebeilagen 7 und 11 unbegründet. Gemäss § 104 Ziff. 4 ZPO SZ sind Tatsachen, welche von Amtes wegen zu beachten sind, als Noven zulässig. Bei den Klagebeilagen 7 und 11 handelt es sich aber - wie zuvor in Erwägung 3b festgehalten - nicht um Tatsachenbehauptungen.