Citation: 5A_380/2021 E. 4.2

4.2. Die Beschwerdeführerin bestreitet, dass mit der Aufforderung zur Bekanntgabe einer Kontoverbindung im Schreiben vom 24. Juni 2019 eine vorbehalt- und bedingungslose Schuldanerkennung vorliege. Das Schreiben stehe im Kontext des zwischen den Parteien bestehenden Rechtsstreits und es nehme konkret Bezug auf das Schreiben vom 1. April 2019. Eine Auslegung nach dem Vertrauensprinzip führe eindeutig zum Ergebnis, dass die Aufforderung zur Kontoangabe im Zusammenhang mit der Erneuerung des Rückabwicklungsangebots vom 1. April 2019 und den dort definierten Bedingungen und Vorbehalten erfolgt sei. Das Austauschverhältnis zwischen den beiden Rückabwicklungsansprüchen ergebe sich bereits aus dem (rechtswidrigen und gescheiterten) Grundverhältnis und sei für beide Parteien derart offensichtlich gewesen, dass ein noch deutlicherer Hinweis nicht verlangt werden könne. Die Annahme des Appellationsgerichts, wonach die Beschwerdeführerin keine Rückabwicklung Zug um Zug vorausgesetzt habe, sei lebensfremd und willkürlich.