Citation: 1C_351/2023 E. 3.6

3.6. Welche Anforderungen an den drohenden Nachteil gestellt werden bzw. ob nach kantonaler Praxis hierfür nur die Bedrohung bedeutender Polizeigüter (wie öffentliche Ordnung, Ruhe, Sicherheit, Sittlichkeit oder Gesundheit) in Frage kommt, braucht vorliegend nicht abschliessend beurteilt zu werden. Soweit im zu beurteilenden Fall überhaupt die Gefahr bestünde, dass der in der Hauptsache angestrebte Zweck (Durchsetzung des Benützungsverbots) nicht mehr erreicht werden könnte oder durch ein langes Verfahren mit Suspensiveffekt hintertrieben würde (vgl. BGE 129 II 286 E. 3.2; GEROLD STEINMANN, Vorläufiger Rechtsschutz im Verwaltungsbeschwerdeverfahren und im Verwaltungsgerichtsverfahren, ZBl 94/1993 S. 141 ff., insbesondere S. 149 f.), fehlt es vorliegend jedenfalls am Erfordernis der zeitlichen Dringlichkeit. Es sind keine besonderen Gründe ersichtlich, die dafür sprechen würden, dass mit dem Benützungsverbot der Garage bzw. der damit einhergehenden Fremdplatzierung der Pferde nicht bis zum Abschluss des Hauptverfahrens zugewartet werden könnte. Überzeugende Gründe wie beispielsweise berechtigte nachbarliche Interessen, insbesondere infolge Lärm- und Geruchsimmissionen, werden im angefochtenen Entscheid auch nicht genannt. Dem Regierungsrat hätte es im Übrigen freigestanden, die Sache beförderlich zu behandeln und in der seit Herbst 2022 hängigen Hauptsache einen materiellen Entscheid zu fällen. Es gilt sodann zu beachten, dass der Rekursentscheid in der Sache durch den Entzug der aufschiebenden Wirkung vorweggenommen würde. Vorliegend fehlt es daher bereits an besonderen Gründen für eine sofortige Durchsetzung des Benützungsverbots, weshalb der ausnahmsweise Entzug der aufschiebenden Wirkung ausgeschlossen ist. Es erübrigt sich somit, auf die vorinstanzliche Interessenabwägung näher einzugehen (vgl. BGE 129 II 286 E. 3.3).