Citation: 8C_252/2007 16.05.2008 E. 6

6.1 Eine unfallanalytische oder biomechanische Analyse vermag allenfalls gewichtige Anhaltspunkte zur - einzig mit Blick auf die Adäquanzprüfung relevanten - Schwere des Unfallereignisses zu liefern; sie bildet jedoch für sich allein in keinem Fall eine hinreichende Grundlage für die Kausalitätsbeurteilung (RKUV 2003 Nr. U 489 S. 357 E. 3.2, U 193/01; Urteil U 369/05 vom 23. November 2006, E. 7.2.2 mit Hinweis). 6.2 Gemäss der biomechanischen Kurzbeurteilung (Triage) vom 3. Juni 2002 sass die Versicherte am 19. Januar 2002 angegurtet am Steuer ihres vor einem Rotlicht stehenden Wagens, als ein anderes Fahrzeug gegen dessen Heck fuhr und ihn anschliessend gegen das vorne stehende Auto schob. Es habe festgestellt werden können, dass die kollisionsbedingte Geschwindigkeitsänderung (delta-v) für den PW der Versicherten innerhalb oder oberhalb eines Bereichs von 10-15 km/h (Harmlosigkeitsgrenze für nicht unerhebliche HWS-Beschwerden nach Heckkollisionen) gelegen habe. Durch die dabei wirksamen Beschleunigungskräfte habe sich die Versicherte relativ zum Fahrzeug gerade nach hinten bewegt. Der anschliessende Frontanprall sei für sich allein genommen von untergeordneter Bedeutung gewesen; er habe eine Vorwärtsbewegung der Versicherten zur Folge gehabt. Die Vorinstanz hat richtig erkannt, dass dieser Unfall aufgrund des augenfälligen Geschehensablaufs als mittelschwer im Grenzbereich zu den leichten Unfällen zu qualifizieren ist (zur Unfalleinstufung vgl. BGE U 394/06, E. 10.1; SVR 2008 UV Nr. 8 S. 26 E. 5.3.1, U 2/07). Insbesondere rechtfertigt der Umstand, dass der Personenwagen der Beschwerdeführerin durch den Aufprall in das vor ihm stehende Fahrzeug geschoben wurde, bei objektiver Betrachtungsweise und unter Berücksichtigung der gesamten Verhältnisse keine andere Beurteilung (vgl. auch RKUV 2005 Nr. U 549 S. 236 E. 5.1.2 mit Hinweisen, U 380/04). 6.3 Die Adäquanz des Kausalzusammenhangs wäre daher zu bejahen, wenn die in E. 10.2 und 10.2.1-10.2.7 des Urteils BGE U 394/06 überarbeiteten und nunmehr in ihrer Fassung gemäss E. 10.3 relevanten Kriterien gehäuft oder auffallend gegeben wären oder eines der Kriterien in besonders ausgeprägter Weise vorliegen würde (BGE 117 V 359 E. 6b S. 367, 369 E. 4c S. 384).