Citation: 5A_984/2021 E. 4

Das Kantonsgericht stellte fest - was die Beschwerdeführerin ausdrücklich bestätigt -, dass die Schulden des Nachlasses die in diesem befindlichen liquiden Mittel deutlich übersteigen, weshalb vor einer allfälligen Tilgung eine Veräusserung von Erbschaftsgegenständen - sei dies auf dem Weg der öffentlichen oder der Versteigerung unter den Erbinnen - stattfinden müsse. Sodann erwoges, die Beschwerdeführerin habe es sich selbst zuzuschreiben, dass eine Naturalteilung mittels Losbildung endgültig vom Tisch sei, nachdem sie durch ihre Weigerung, einen Expertenaugenschein ohne Vorschussleistungen zu dulden, eine Schätzung des Verkehrswerts der Wohnung in V.________ verunmöglicht habe. Es helfe ihr daher auch nicht weiter, wenn sie sich auf ihren "rechtlich zugesicherten Naturalzuweisungsanspruch" sowie ihr bereits durch ein Übernahmeangebot aus dem Jahr 2014 dokumentiertes, ernsthaftes Interesse an der Übernahme der Wohnung in V.________ berufe. Sodann erläutere die Beschwerdeführerin nicht, weshalb das Kreisgericht entgegen der von ihr wiederholt geltend gemachten Mittellosigkeit (welche gemäss eigenen Aussagen soweit gegangen sei, dass sie für die Duldung bzw. Mitwirkung am Expertenaugenschein Vorschussleistungen benötigt hätte) davon hätte ausgehen müssen, dass sie, die Beschwerdeführerin, in der Lage sein solle, mitzusteigern. Die herrschende Lehre und Praxis äussere sich klar dahingehend, dass immer dann, wenn nur eine Erbin in der Lage sei, mitzubieten, nur eine öffentliche Versteigerung in Betracht komme. Deshalb habe das Kreisgericht auch einen allfälligen "persönlichen Gebrauch" durch die Beschwerdeführerin nicht berücksichtigen müssen. Sei von zwei Erben nur einer steigerungsfähig, könnten Pietätsgründe keine Rolle spielen. Solche mache die Beschwerdeführerin zudem erstmals im Berufungsverfahren geltend, obwohl dies bei Beachtung der zumutbaren Sorgfalt bereits vor erster Instanz möglich gewesen wäre. Damit sei sie gestützt auf Art. 317 Abs. 1 ZPO nicht mehr zu hören. Zu guter Letzt merkte das Kantonsgericht an, dass auch die Erfahrungen aus der internen Versteigerung der Nachlassliegenschaft in W.________, welche letztlich rund ein Jahr in Anspruch genommen habe, für eine öffentliche Versteigerung der streitgegenständlichen Wohnung und die Angemessenheit des angefochtenen Entscheids sprechen würden.