Citation: 5C.225/2003 23.12.2003 E. 3

Nach Art. 738 Abs. 1 ZGB ist für den Inhalt einer Dienstbarkeit der Eintrag im Grundbuch massgebend, soweit Rechte und Pflichten daraus deutlich hervorgehen; im Rahmen des Eintrags kann sich der Inhalt der Dienstbarkeit aus ihrem Erwerbsgrund oder aus der Art ergeben, wie sie während längerer Zeit unangefochten und in gutem Glauben ausgeübt worden ist (Art. 738 Abs. 2 ZGB). Ein klarer Wortlaut des Grundbucheintrags schliesst das Vorgehen nach Art. 738 Abs. 2 ZGB aus (BGE 128 III 169 E. 3a S. 172 mit Hinweis). Muss wegen eines unklaren Wortlauts auf den Begründungsakt zurückgegriffen werden, ist dieser nach dem Vertrauensprinzip auszulegen: Es ist zu ermitteln, wie er nach Wortlaut und Zusammenhang sowie nach den gesamten Umständen von einem aufmerksamen, sachlich denkenden Menschen nach Treu und Glauben verstanden werden durfte und musste (vgl. BGE 126 III 119 E. 2a S. 120 mit Hinweisen; Peter Liver, Zürcher Kommentar, N. 94 zu Art. 738 ZGB).