Citation: 2C_1063/2017 E. 3.4.4

3.4.4. Die Beweislast für Tatsachen, die einer belastenden Verfügung zugrunde liegen, trägt die Verwaltungsbehörde (vgl. BGE 130 II 482 E. 3.2 S. 485). Im vorliegenden Fall besteht die fragliche Tatsache darin, dass die Ehegemeinschaft seit Oktober 2014 bzw. spätestens seit Dezember 2014 definitiv gescheitert ist, was die Vorinstanz in Ermangelung eines direkten Beweises aufgrund von Indizien bejaht hat. Demgegenüber hat die rechtsuchende Partei jene Tatsachen zu beweisen, aus deren Vorhandensein sie Rechte für sich ableiten will (vgl. BGE 133 V 205 E. 5.5 S. 216 f.). Somit oblag im vorliegenden Fall dem Beschwerdeführer die Beweislast in Bezug auf die Tatsache, dass die Ehegemeinschaft - wie von ihm behauptet - bis 19./20. März 2015 Bestand gehabt hat. Will der Beschwerdeführer glaubhaft machen, dass er bis zum 19./20. März 2015 mit seiner Ex-Ehefrau weiterhin eine (relevante) Ehegemeinschaft geführt hat, muss er diese Behauptung mit dem Nachweis objektiver Tatsachen untermauern. Seine Aussage, die Ehe sei erst am 19./20. März 2015 definitiv gescheitert, wird jedoch nicht durch Tatumstände objektiviert und stellt daher ein schwaches Indiz für das Vorliegen der behaupteten Tatsache dar. Daran ändert nichts, dass das von ihm genannte Trennungsdatum - unbestrittenermassen nur auf seinen ausdrücklichen Wunsch hin - in der (korrigierten) Scheidungskonvention aufgeführt wird, lassen sich doch weder aus der Beschwerdeschrift noch aus den Akten Umstände entnehmen, die für das von ihm behauptete Trennungsdatum sprechen würden. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers liegt auch im Umstand, dass die Vorinstanz nicht auf das in der Scheidungskonvention aufgeführte Trennungsdatum abgestellt hat, keine Verletzung des Anspruchs auf ein faires Verfahren. Aus den Scheidungsunterlagen geht - entgegen der Behauptung des Beschwerdeführers - nicht hervor, dass der Scheidungsrichter das Trennungsdatum "sauber und korrekt ermittelt" hätte. Im Gegenteil hat er es während der Einigungsverhandlung den Eheleuten überlassen, sich auf ein Trennungsdatum zu einigen (vgl. das von der Vorinstanz zitierte Verhandlungsprotokoll vom 6. Juli 2015). Die besagte Datumsangabe stellt somit keinen unumstösslichen Beweis dar, sondern ist im vorliegenden Fall lediglich ein Indiz unter anderen. Soweit der Beschwerdeführer auf die besondere Motivationslage der Ex-Ehefrau hinweist, ist zu bemerken, dass Letztere in der Tat mehrmals ihr Interesse an einer Wegweisung des Beschwerdeführers kundgetan hat (vgl. insbesondere E-Mail der Ex-Ehefrau an das Migrationsamt vom 28. Mai 2015). Mit Blick auf diesen Umstand sind ihre Aussagen mit einer gewissen Zurückhaltung zu würdigen. Dies vermag allerdings nicht die übrigen Indizien zu relativieren, die der Schlussfolgerung der Vorinstanz zugrunde liegen: Der Beschwerdeführer hat am 1. Oktober 2014 ohne seine Ehefrau eine neue Wohnung bezogen, womit er nach aussen kundgetan hat, dass die Ehegemeinschaft aufgegeben wurde. Der neue Mietvertrag lautete lediglich auf seinen Namen. Dass es sich dabei - wie vom Beschwerdeführer geltend gemacht - nur um ein "Versehen" gehandelt haben soll, erscheint wenig überzeugend, war doch der erste Mietvertrag ausdrücklich von beiden Eheleuten unterzeichnet worden. Der Umstand, dass der Beschwerdeführer per 1. Oktober 2014 allein einen Mietvertrag für eine kleinere Wohnung abgeschlossen hat, bildet ein starkes Indiz dafür, dass die Ehegemeinschaft bereits zu diesem Zeitpunkt aufgehoben worden war. In Übereinstimmung mit der Vorinstanz ist als ein weiteres starkes Indiz für das definitive Scheitern der Ehegemeinschaft die Tatsache zu werten, dass sich der Beschwerdeführer am 16. Dezember 2014 nach seiner ausländerrechtlichen Situation im Falle einer Trennung von seiner Ehefrau erkundigt hat. Nach der allgemeinen Lebenserfahrung ist davon auszugehen, dass eine solche Information nicht eingeholt wird, wenn noch ein intakter Ehewille vorhanden ist. Der Beschwerdeschrift lässt sich nichts entnehmen, was geeignet wäre, diese Einschätzung in Frage zu stellen. Auch der Umstand, dass die Ex-Ehefrau des Beschwerdeführers nach ihrem Klinikaufenthalt Mitte Dezember 2014 nochmals für einen Monat zu ihrem Ehemann zurückgekehrt ist, bedeutet nicht, dass die Ehegemeinschaft zu diesem Zeitpunkt noch Bestand hatte, deuten doch die genannten Indizien klar in die entgegengesetzte Richtung. Im Übrigen hätte selbst in der Annahme, dass die Ehegemeinschaft Mitte/Ende Dezember für einen Monat wieder aufgenommen worden wäre, das Zusammenleben bis spätestens Mitte/Ende Januar 2015 gedauert. Damit wäre die Dreijahresfrist trotzdem nicht erreicht worden. In jedem Fall liegen ausser der Behauptung des Beschwerdeführers keine Anhaltspunkte vor, die das von ihm genannte Trennungsdatum des 19./20. März 2015 stützen würden. Nach dem Gesagten kann der Vorinstanz keine willkürliche Sachverhaltsfeststellung vorgeworfen werden, wenn sie zum Schluss gekommen ist, dass die relevante Ehegemeinschaft bereits vor dem 1. Februar 2015 keinen Bestand mehr hatte. Die entsprechende Rüge des Beschwerdeführers erweist sich somit als unbegründet.