Citation: 1P.215/2003 28.08.2003 E. 1

Das Bundesgericht prüft die Zulässigkeit der staatsrechtlichen Beschwerde von Amtes wegen und mit freier Kognition (BGE 128 I 46 E. 1a S. 48 mit Hinweisen). 1.1 Nach Art. 88 OG ist das Recht zur Beschwerdeführung unter anderem bezüglich solcher Rechtsverletzungen gegeben, die Private durch sie persönlich treffende Entscheide erlitten haben. Gemäss Art. 8 Abs. 1 des Opferhilfegesetzes (OHG; SR 312.5) kann sich das Opfer im Sinne von Art. 2 Abs. 1 OHG auf besondere Legitimationsvoraussetzungen berufen. Dies gilt beispielsweise für den Fall, dass sich das Rechtsmittel gegen die Einstellung eines Strafverfahrens richtet (BGE 126 I 97 E. 1a S. 99; 120 Ia 101 E. 2a S. 104 f.). Insbesondere kann das Opfer mit staatsrechtlicher Beschwerde rügen, die Beweiswürdigung der kantonalen Instanzen erweise sich wegen Verletzung des Willkürverbots als verfassungswidrig (BGE 120 Ia 157 E. 2c S. 161 f.). Zudem kann sich der angefochtene Entscheid auf die Zivilansprüche des Beschwerdeführers auswirken. Dabei wird nicht vorausgesetzt, dass das Opfer bis dahin im Strafverfahren Zivilforderungen geltend gemacht hat (BGE 120 Ia 101 E. 2b S. 106; vgl. zur Nichtigkeitsbeschwerde BGE 120 IV 44 E. 4a S. 52 f.). Demnach ist der Beschwerdeführer zur staatsrechtlichen Beschwerde legitimiert. 1.2 Der Beschwerdeführer macht geltend, der Präsident habe den Begriff der Fahrlässigkeit gemäss Art. 18 Abs. 3 StGB verkannt und darum in willkürlicher Weise die Sorgfaltspflichtverletzung der Schülerin verneint. Die Inline-Skaterin habe auch das Vertrauensprinzip im Strassenverkehr verletzt. Sie habe, nachdem der Beschwerdeführer durch Zuruf auf sich aufmerksam gemacht habe, gewusst, dass ein Radfahrer herannahe. Die einschlägigen Vorschriften des Strassenverkehrsrechts (Art. 26 SVG und Art. 50a Abs. 2 VRV) seien in krasser Weise unberücksichtigt geblieben. Diese Rügen betreffend die Anwendung von materiellen Normen des Bundesstrafrechts sind indessen mit Nichtigkeitsbeschwerde geltend zu machen (Art. 269 BStP). Aufgrund der subsidiären Natur der staatsrechtlichen Beschwerde kann darauf nicht eingetreten werden (Art. 84 Abs. 2 OG; BGE 126 I 97 E. 1c S. 101). Wählt eine anwaltlich vertretene Partei ausdrücklich ein bestimmtes Rechtsmittel, fällt nach der Praxis des Kassationshofs dessen Umdeutung ausser Betracht (Urteil 6S.223/2003 vom 20. Juni 2003, E. 2). Demnach ist im vorliegenden Verfahren lediglich zu prüfen, ob sich die im angefochtenen Entscheid getroffenen Sachverhaltsfeststellungen verfassungsrechtlich halten lassen. 1.3 Der Beschwerdeführer stützt seine Rüge auf neue tatsächliche Behauptungen. Vorbringen, zu denen erst die Begründung des angefochtenen Entscheides Anlass gibt, sind im Verfahren der staatsrechtlichen Beschwerde im Sinne einer Ausnahme zulässig (BGE 128 I 354 E. 6c S. 357; 99 Ia 113 E. 4a S. 122). Im vorliegenden Fall hat der Beschwerdeführer in seiner an den Präsidenten der Anklagekammer gerichteten Beschwerde nicht geltend gemacht, er habe die Signalisation nicht sehen können. Allerdings war in der Aufhebungsverfügung der Jugendanwaltschaft auch nicht das Gegenteil behauptet worden. Aufgrund der nachfolgenden Ausführungen kann aber letztlich offen bleiben, ob die genannte Tatsachenbehauptung trotz des im Verfahren der staatsrechtlichen Beschwerde grundsätzlich geltenden Novenverbots zulässig ist.