Citation: 5A_624/2023 E. 6.2

6.2. Das Kantonsgericht erwägt, die Beschwerdeführerin habe im kantonalen Verfahren zwar vorgetragen, die Ehegatten hätten den Verlust der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdegegners vorausgesehen. Sie habe aber keine rechtzeitigen Behauptungen dazu aufgestellt, in welcher nahen Zukunft und mit welcher Wahrscheinlichkeit dies der Fall sein werde. Unklar bleibe weiter der Zweck des Vorbringens der Beschwerdeführerin, Alzheimer sei eine unheilbare Krankheit mit Todesfolge. Der Vollständigkeit halber verweist das Kantonsgericht weiter darauf, dass der Beschwerdegegner zwar eingeräumt habe, bereits vor der Scheidung kognitive Einbussen bemerkt und sich in Behandlung begeben zu haben. Eine eindeutige Diagnose sei aber erst im Januar 2018 und damit lange nach der Scheidung und dem Abschluss der Vereinbarung gestellt worden. Auch wenn die Krankheit in der Familie des Beschwerdegegners vermehrt vorgekommen und dieser von der Diagnose nicht überrascht gewesen sei, bedeute dies nicht, dass er bei der Scheidung als 51-jähriger Mann damit rechnen musste, in absehbarer Zeit, insbesondere aber vor Erreichen des AHV-Alters, arbeitsunfähig zu werden. Im Abänderungsverfahren habe zwar grundsätzlich der Beschwerdegegner die Voraussetzungen für die Abänderung zu behaupten und zu beweisen. Den Umstand, dass die Parteien nicht davon ausgegangen seien, der Beschwerdegegner werde vor dem Erreichen des Pensionsalters arbeitsunfähig, könne dieser als Negativum aber nicht nachweisen. Entsprechendes aufzuzeigen habe der Beschwerdeführerin oblegen, die diesbezügliche Behauptungen jedoch nicht aufgestellt habe. Im Ergebnis gelangt das Kantonsgericht damit zum Schluss, die Voraussehbarkeit der Arbeitsunfähigkeit und deren finanzielle Auswirkungen seien nicht gegeben. Auch sei nicht notorisch, dass es bei der Krankheit Alzheimer, wie von der Beschwerdeführerin behauptet, nur einen Verlauf gebe und die rasche und massive Verschlechterung der Gesundheit unausweichlich sei.