Citation: 1B_620/2020 E. B

B.a. A.________ wird seit dem 7. Mai 2019 von Rechtsanwalt C.________ als amtlichem Verteidiger vertreten. Am 21. April 2020 teilte A.________ dem Präsidium des Obergerichts des Kantons Thurgau mit, er akzeptiere Rechtsanwalt C.________ nicht mehr als seinen Rechtsvertreter. Am 4. Mai 2020 informierte A.________ das Obergerichtspräsidium sodann, dass er das "Mandatsverhältnis" mit Rechtsanwalt C.________ gekündigt habe und ab sofort durch Rechtsanwalt D.________ vertreten werde. Mit Eingabe vom 13. Mai 2020 zeigte Rechtsanwalt D.________ dem Obergericht an, dass A.________ ihn mandatiert habe. B.b. Am 18. Mai 2020 teilte das Obergerichtspräsidium Rechtsanwalt D.________ mit, dass er einstweilen als Wahlverteidiger von A.________, zusätzlich zu dessen amtlichem Verteidiger, Rechtsanwalt C.________, geführt werde und informierte Rechtsanwalt C.________ darüber. Ebenfalls am 18. Mai 2020 lehnte das Obergerichtspräsidium das Gesuch von A.________ um Entlassung von Rechtsanwalt C.________ als amtlichem Verteidiger ab, nahm aber Kenntnis davon, dass A.________ Rechtsanwalt D.________ zu seinem erbetenen Verteidiger bestimmt habe. B.c. Am 5. bzw. am 16. Juni 2020 fanden je ein Telefongespräch zwischen Rechtsanwalt D.________ als erbetenem Verteidiger und dem zuständigen Staatsanwalt B.________ statt. Thema dieser Gespräche war ein allfälliger Rückzug der Berufung sowohl des Beschuldigten wie auch der Staatsanwaltschaft. Der amtliche Verteidiger C.________ wurde über die Telefonate von keiner Seite informiert. B.d. Mit Schreiben vom 15. Juni 2020 teilte die Verfahrensleitung des Berufungsgerichts Rechtsanwalt D.________ mit, sie habe festgestellt, dass er in dieser Angelegenheit bereits in anderer Weise, namentlich als Staatsanwalt des Untersuchungsamtes St. Gallen, befasst gewesen sei. Den Akten zufolge habe er A.________ im Jahr 2011 verhaftet. Damit liege aus Sicht des Obergerichtspräsidiums eine unzulässige Interessenkollision vor. Rechtsanwalt D.________ nahm am 16. Juni 2020 dazu Stellung und teilte mit, er werde das Mandat noch diese Woche niederlegen. B.e. Am 18. Juni 2020 teilte Rechtsanwalt C.________ dem Obergericht mit, dass eine Befangenheit von Staatsanwalt B.________ vorliegen würde, falls dieser tatsächlich mit Rechtsanwalt D.________ verhandelt habe. Am 19. Juni 2020 legte Rechtsanwalt D.________ sein Mandat nieder. B.f. Am 30. Juni 2020 forderte das Obergerichtspräsidium den Staatsanwalt B.________ unter anderem auf, darzulegen, wann welche persönlichen und/oder telefonischen Kontakte mit welchen Personen im Hinblick auf einen allfälligen Rückzug der Berufung stattgefunden haben. Staatsanwalt B.________ kam dieser Aufforderung nicht nach. B.g. Mit Eingabe vom 14. September 2020 beantragte C.________, Staatsanwalt B.________ sei umgehend in den Ausstand zu versetzen. Am 28. September 2020 reichte Staatsanwalt B.________ dem Obergericht die verlangten Informationen (Aktennotizen und Korrespondenzen) ein, nachdem dieses ihn erneut dazu aufgefordert hatte. B.h. Mit Entscheid vom 5. November 2020 hiess das Obergericht des Kantons Thurgau das Ausstandsbegehren gut.