Citation: 9C_522/2019 E. 6.2

6.2. Nach dem Wortlaut von Art. 27 IVV (auch in der ab 1. Januar 2018 geltenden Fassung) gehören zum Aufgabenbereich der im Haushalt tätigen Versicherten insbesondere die "übliche Tätigkeit im Haushalt" (vgl. dazu Rz. 3087 [bis 31. Dezember 2017: 3086] des Kreisschreibens über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung [KSIH], in der bis 31. Dezember 2017 geltenden Fassung). Daraus ergibt sich keine Einschränkung in dem Sinne, dass davon die Führung des eigenen Haushalts ausgenommen wäre. Das kantonale Sozialversicherungsgericht begründet seine gegenteilige Auffassung hauptsächlich damit, dass die im Rahmen der Selbstsorge notwendigen Haushaltarbeiten allen (vollzeitlich) Erwerbstätigen und jedem Nichterwerbstätigen oblägen (E. 5). Damit nimmt es implizit Bezug auf die Bemessung der Invalidität für den Anspruch auf eine Rente. Danach ist bei (voll) erwerbstätigen Versicherten die Methode des Einkommensvergleichs (Art. 16 ATSG i.V.m. Art. 28a Abs. 1 IVG; BGE 142 V 290 E. 4 S. 294) anwendbar. Eine allfällige Tätigkeit in einem Aufgabenbereich bzw. die Unmöglichkeit, sich in diesem zu betätigen, ist ohne Belang. Daraus ergibt sich indessen nicht zwingend, dass die Führung des eigenen Haushalts kein Aufgabenbereich im Sinne von Art. 27 IVV bzw. Art. 21 Abs. 1 IVG und Art. 2 Abs. 2 HVI ist (vgl. Urteil 9C_931/2015 vom 24. Februar 2016 E. 2.3). Davon geht unausgesprochen auch die Rechtsprechung aus. In dem mit BGE 131 V 51 beurteilten Fall ging es um die Frage, ob eine alleinstehende Person nach der Reduktion ihres erwerblichen Arbeitspensums von 100 % auf 80 % zu Gunsten von mehr Freizeit - ohne dass die dadurch frei werdende Zeit für die Tätigkeit in einem Aufgabenbereich verwendet wurde - gleichsam automatisch als Teilerwerbstätige mit einem Aufgabenbereich Haushalt neben der Berufsausübung zu betrachten war und daher neu die gemischte Methode der Invaliditätsbemessung (Art. 28a Abs. 3 IVG und Art. 27bis Abs. 2-4 IVV; BGE 142 V 290 E. 4 S. 294) zur Anwendung gelangte. Diese Frage hätte sich gar nicht erst gestellt, wenn die Führung des eigenen Haushalts, d.h. der Umstand, "dass die Beschwerdeführerin 'eine Wohnung hat, diese auch pflegt und wie jeder andere auch in bestimmtem Rahmen Haushaltarbeiten erledigen muss'" (BGE 131 V 51 E. 5.3.1 S. 54), von vornherein kein Aufgabenbereich sein konnte (vgl. auch Urteil 8C_1018/2010 vom 18. April 2011 E. 6).