Citation: 1P.318/2003 15.07.2003 E. 4

4.1 Weiter rügt der Beschwerdeführer, das Kantonsgericht messe bei der Beurteilung der Glaubwürdigkeit der Zeugenaussagen ohne erfindlichen Grund mit unterschiedlichen Ellen. Der von der Zeugin X.________ geschilderte Ablauf entbehre jeder Logik. Nach deren Aussage wolle sie auf Geheiss von N.Z.________ das Fenster geöffnet haben, worauf ihr der Beschwerdeführer zugerufen habe: "Ja, da bist du, du Hure". Dies würde voraussetzen, dass er, der Beschwerdeführer, seine Schwiegertochter auf wenige Meter Distanz nicht erkenne. Ob sich die beiden Frauen ähnlich sähen, sei nicht abgeklärt worden. Wie das Kantonsgericht richtig festgestellt habe, sprächen sämtliche Beteiligten die serbokroatische resp. eine ihr verwandte Sprache. Es sei auch richtig, dass nichts darauf hinweise, dass er und seine Schwiegertochter miteinander auf Deutsch kommunizieren würden. Aus den Einvernahmeprotokollen ergebe sich jedoch entgegen der Meinung des Kantonsgerichtes mit aller Deutlichkeit, dass die beleidigenden Worte in deutscher Sprache erfolgt seien. Im Übrigen habe er die Zeugin X.________ wenige Tage nach dem Vorfall nicht in ihrer Wohnung aufgesucht, um sie zu beeinflussen. Er habe erst nach Erhalt der Vorladung vom 6. November 2001 von der Existenz und vom Namen der Zeugin erfahren und sei nicht bereits vorher von seinem Sohn über den Strafantrag in Kenntnis gesetzt worden, wie das Kantonsgericht behaupte. Das Kantonsgericht hält ausdrücklich fest, die Aussagen X.________ seien unter dem Vorbehalt zu würdigen, dass sie eine "gute Kollegin" der Beschimpften sei. Ihre Aussagen wirkten jedoch im Unterschied zu denjenigen C.________s glaubwürdig. Sie erzähle detailliert und konstant. Erinnerungslücken, insbesondere bezüglich des genauen Datums oder des Wochentags, seien infolge des Zeitablaufs verständlich. Auch sei eine Verwechslung zweier Frauen in ähnlichem Alter aus nicht allzu grosser Distanz durchaus möglich. X.________ bestätige die Verwechslung denn auch ausdrücklich. Der Beschwerdeführer habe sie offensichtlich nicht erkannt. Das Kantonsgericht geht denn auch davon aus, dass der Beschwerdeführer und seine Schwiegertochter sich nicht auf Deutsch verständigen. Sinngemäss führt es aus, der inkriminierte Ausdruck sei zur Verständlichkeit in den Protokollen in die deutsche Sprache übersetzt worden. Der Verteidiger ziehe den falschen Schluss, wenn er behaupte, dass der Angeschuldigte mit der Klägerin nicht deutsch kommunizieren würde und dadurch Worte wie "du Hure" auf Deutsch gar nicht gefallen sein könnten. Der Angeschuldigte sei wohl von seinem Sohn über den Strafantrag in Kenntnis gesetzt worden, womit auch erklärt sei, wieso er bereits wenige Tage nach dem Vorfall die Zeugin X.________ aufgesucht habe. 4.2 Das Kantonsgericht hat die Zeugenaussagen X.________s und C.________s einander gegenübergestellt und erstere als glaubwürdiger beurteilt. Die Zeugin gab den Tathergang offensichtlich detailliert und widerspruchsfrei wieder. Auch wichen ihre Schilderungen unmittelbar nach dem umstrittenen Vorfall und bei der späteren Einvernahme nicht wesentlich voneinander ab. Es ist nicht stossend, wenn das Kantonsgericht ihren Aussagen mehr Gewicht beimisst als denjenigen des Schwagers des Beschwerdeführers, selbst wenn die Zeugin eine gute Kollegin der Beschimpften ist. Zudem weist X.________ ausdrücklich darauf hin, der Beschwerdeführer habe sie anscheinend verwechselt. Auch ist nachvollziehbar, dass der Beschwerdeführer in seiner Erregung zuerst nicht erkannt hat, wer das Fenster auf sein Klingeln hin geöffnet hat, er durfte ja davon ausgehen, dass es seine Schwiegertochter sein würde. Nicht zu überzeugen vermag sodann die Argumentation des Beschwerdeführers, da er sich mit seiner Schwiegertochter nicht auf Deutsch unterhalte, könne er nicht das deutsche Wort "Hure" verwendet haben. Die Einvernahmeprotokolle wurden - zumal deutschsprachige Behörden den Fall behandeln - in deutscher Sprache verfasst. Daraus lässt sich mitnichten folgern, die Beschimpfung sei auf Deutsch erfolgt. Teilt das Kantonsgericht die diesbezügliche Auffassung des Beschwerdeführers nicht, ist ihm deswegen kein Vorwurf der Willkür zu machen. Auf welche Weise der Beschwerdeführer vom gegen ihn eingeleiteten Verfahren Kenntnis erhalten hat, kann dahingestellt bleiben. Jedenfalls ist unbestritten, dass er die Zeugin X.________ wenige Tage nach dem Vorfall aufgesucht hat. Erachtet das Kantonsgericht die Aussage der Zeugin als glaubwürdig, wonach der Beschwerdeführer ihr geraten habe, im Hinblick auf ein allfälliges Gerichtsverfahren sei es für sie besser, nichts zu sagen, sonst passiere etwas (act. 16), ist dies nicht willkürlich.