Citation: 1P.281/2000 17.05.2000 E. 2

2.- a) Für die staatsrechtliche Beschwerde gilt das Rügeprinzip. Das Bundesgericht prüft nur klar und detailliert erhobene und, soweit möglich, belegte Rügen. Dabei hat der Beschwerdeführer die wesentlichen Tatsachen zu nennen und darzulegen, welche verfassungsmässigen Rechte bzw. welche Rechtssätze und inwiefern sie durch den angefochtenen Entscheid verletzt sind (Art. 90 Abs. 1 lit. b OG). Der Grundsatz der richterlichen Rechtsanwendung (iura novit curia) findet somit im Bereich der Verfassungsbeschwerde keine Anwendung. Der Richter beschränkt sich auf die Prüfung der vom Beschwerdeführer rechtsgenügend vorgebrachten Rügen (BGE 122 I 70 E. 1c; 117 Ia 395 E. c; 110 Ia 3 E. 2a). Der Beschwerdeführer hat sich demnach mit den Erwägungen des angefochtenen Entscheids auseinanderzusetzen. b) Das Kantonsgericht führte zur Begründung des angefochtenen Entscheides im Wesentlichen aus, gegen ein Urteil oder einen Bescheid sei nach Art. 151 StPO ein Gesuch um Wiederaufnahme beim Kantonsgericht möglich, wenn Tatsachen oder Beweise vorlägen, die zur Zeit des früheren Verfahrens der Strafbehörde nicht bekannt waren und die allein oder in Verbindung mit einer früher festgestellten Tatsache geeignet seien, einen Freispruch, eine mildere Beurteilung oder eine Verurteilung herbeizuführen (lit. a), oder wenn die Verurteilung in einem unverträglichen Widerspruch stehe zu einem seither in der gleichen Sache ergangenen Strafurteil oder Strafbefehl (lit. c). Bei der Aufhebung des Präsidialentscheides vom 20. Dezember 1999 durch das Kantonsgericht handle es sich um keine neue Tatsache und kein neues Beweismittel im Sinne von Art. 151 lit. a StPO, denn die Vermögensverhältnisse des Beschwerdeführers seien dem Kantonsgerichtspräsidenten bekannt gewesen, aber falsch gewürdigt worden. Ein Wiederaufnahmegrund nach Art. 151 lit. c StPO bestehe nur dann, wenn der unverträgliche Widerspruch zu einem nachträglich in der gleichen Sache gefällten materiellen Strafurteil bestehe, also zu einem Entscheid über Schuld oder Unschuld von Personen. Beim Urteil des Bundesgerichts vom 10. Februar 2000 handle es sich jedoch um einen rein prozessrechtlichen Entscheid. Der Beschwerdeführer beruft sich demgegenüber auf Art. 397 StGB. Diese Bestimmung verlangt nicht mehr als Art. 151 StPO. Der Beschwerdeführer hätte deshalb in seiner Beschwerdeschrift im Einzelnen ausführen müssen, weshalb die zitierten Erwägungen im angefochtenen Entscheid gegen die Bundesverfassung verstossen. Die blosse Behauptung, Art. 397 StGB sei verletzt, genügt nicht als Auseinandersetzung mit den Erwägungen des angefochtenen Entscheides im Sinne von Art. 90 Abs. 1 lit. b OG. Auf die staatsrechtliche Beschwerde ist deshalb nicht einzutreten.