Citation: 4A_353/2020 E. 2.4.3

2.4.3. Der Beschwerdeführer macht geltend, wenn die Vorinstanz festhalte, es sei offensichtlich, dass seine Anwälte im Zweitprozess auf die Argumente der Beschwerdegegnerin im Erstprozess hätten zurückgreifen können, handle es sich um eine Sachverhaltsfeststellung, welche weder durch konkrete Behauptungen der Beschwerdegegnerin noch durch Beweise gestützt werde. Es sei nicht ersichtlich, worauf sich diese angebliche Offensichtlichkeit stützen solle. So sei nämlich keineswegs offensichtlich, dass der Nachfolger bei einem Anwaltswechsel die Vorarbeit seines Nachfolgers ohne Weiteres übernehmen könne. Dies müsse vielmehr anhand der Rechtsschriften der Beschwerdegegnerin und jenen ihres Nachfolgers konkret dargelegt und belegt werden. Die Vorinstanz habe insofern auf eine unbewiesene Tatsache abgestellt und damit unter anderem Art. 8 ZGB verletzt. Dabei spiele auch die Qualität der Arbeit ein Rolle. Gerade wenn ein Prozess verloren gegangen sei, müsse der Nachfolger die Arbeit seines Vorgängers überprüfen und könne nicht unbesehen darauf aufbauen. Auch sonst werde er die Argumente nicht unverändert übernehmen, sondern diese in eigene Worte fassen und durch eigene Überlegungen ergänzen. Zudem müsse der neue Anwalt alle Akten lesen und sich in den Fall einarbeiten. Es sei notorisch, dass ein Anwaltswechsel den Klienten immer teuer zu stehen komme. Dem Beschwerdeführer ist dahingehend beizustimmen, dass die Vorinstanz ihren Schluss (Brauchbarkeit der Arbeiten der Beschwerdegegnerin) - soweit ersichtlich - ohne Verweis auf ein bereits abgenommenes Beweismittel traf noch hierzu ein prozesskonform angebotenes Beweismittel angenommen hätte, sie mithin von einer bekannten Tatsache im Sinne von Art. 151 ZPO ausging. Ob diese Qualifikation richtig war, kann vorliegend jedoch offenbleiben, da - sollte diese Frage verneint werden - Beweislosigkeit betreffend die Brauchbarkeit der Arbeiten der Beschwerdegegnerin herrschen würde, welche aufgrund der erwähnten Beweislastverteilung (vgl. E. 2.1 hiervor) den Beschwerdeführer träfe, der in Verkennung der Beweislastverteilung (E. 2.4.2 hiervor) sich zu keinem Zeitpunkt anschickte, die Unbrauchbarkeit der Arbeiten der Beschwerdegegnerin nachzuweisen. Inwiefern die Ausführungen des Beschwerdeführers zum angeblichen Mehraufwand bei einem Anwaltswechsel die Frage der Brauchbarkeit der Arbeiten der Beschwerdegegnerin tangieren würden, ist nicht ersichtlich.