Citation: 9C_578/2024 E. 3.3.1

3.3.1. Es widerspreche dem Legalitätsprinzip, wenn bei der Beschwerdeführerin die Inlandsteuer erhoben werde, nachdem die Vorinstanz selber festgestellt habe, es bleibe völlig offen, um welche Art von Leistungen es sich überhaupt handle. Die Vorinstanz lasse ausser Acht, dass es sich bei den erbrachten Leistungen, die basierend auf einem Service-Agreement nach der cost-plus Methode mit einem Zuschlag weiterfakturiert würden, nicht um Leistungen handeln könne, die möglicherweise unter die Spezialtatbestände von Art. 8 Abs. 2 MWSTG fallen würden. Für solche Leistungen müsse nach der Systematik von Art. 8 MWSTG der Auffangtatbestand des Empfängerortsprinzips von Art. 8 Abs. 1 MWSTG greifen. Indem es dies verkannt habe, habe das Bundesverwaltungsgericht eine unzulässige Umkehr der Beweislast vorgenommen, die gegen Art. 8 Abs. 1 MWSTG und somit das Empfängerortsprinzip verstosse.