Citation: 2D_5/2019 E. 7.2.4

7.2.4. Sollte sich herausstellen, dass die Beschwerdeführerin Anspruch auf einen Nachteilsausgleich hat, hätte die Prüfungskommission in ihrem Entscheid über das Nachteilsausgleichsgesuch auch darüber zu befinden, welche Art von Nachteilsausgleich zu gewähren ist, insbesondere, ob er a) allein im Rahmen einer Durchführung einer Prüfungswiederholung bei der Leistungserbringung, b) einzig im Rahmen der Prüfungsbewertung oder aber c) alternativ im Rahmen der Leistungserbringung anlässlich einer Prüfungswiederholung oder im Rahmen der Prüfungsbewertung gewährt werden kann (vgl. auch Urteil 2C_769/2019 von 27. Juli 2020 E. 6.4.1). Der Beschwerdeführerin ist nach Mitteilung des entsprechenden Entscheids die Gelegenheit einzuräumen, von den Wiederholungsmöglichkeiten Gebrauch zu machen, welche ihr zustünden, wenn kein Nachteilsausgleich zu gewähren wäre (vgl. zu diesen Möglichkeiten E. 7.2.3 Abs. 1 hiervor). Macht die Beschwerdeführerin von einer dieser Möglichkeiten Gebrauch und kann der Nachteilsausgleich im Rahmen der Prüfungsbewertung erfolgen, hat die Prüfungskommission ihre Bewertung unter entsprechender Berücksichtigung des Nachteils vorzunehmen. Über die Möglichkeiten einer ganzen oder teilweisen Wiederholung des Prüfungsteils "Praktische Arbeit" ohne Nachteilsausgleich im Rahmen der Leistungserbringung hinaus sind der Beschwerdeführerin sodann, soweit dem Nachteil im Rahmen einer Prüfungswiederholung bei der Leistungserbringung Rechnung getragen werden kann, alternativ die Möglichkeiten anzubieten, a) den gesamten Prüfungsteil "Praktische Arbeit" mit Nachteilsausgleich im Rahmen der Leistungserbringung kostenlos zu wiederholen oder b) einzig das Fachgespräch mit Nachteilsausgleich im Rahmen der Leistungserbringung kostenlos zu wiederholen. Sollte die Beschwerdeführerin die letztgenannte Möglichkeit wählen, hätte die Prüfungskommission ihren Entscheid über das Bestehen gestützt auf das Ergebnis des wiederholten, mit Nachteilsausgleich durchgeführten Fachgespräches und die vorzunehmende Erstbewertung der übrigen zwei Drittel des bereits abgelegten Prüfungsteils "Praktische Arbeit" zu fällen. Ist ein Nachteilsausgleich zu gewähren, hat die Prüfungskommission generell dem Nachteil, soweit dies möglich und nicht bereits im Rahmen der Durchführung einer (vollumfänglichen oder partiellen) Wiederholung des Prüfungsteils "Praktische Arbeit" geschehen ist, bei der Prüfungsbewertung Rechnung zu tragen. Ein gesundheitsbedingter Nachteil der Beschwerdeführerin darf aber nicht doppelt - sowohl bei der Leistungserstellung als auch bei der Leistungsbewertung - und damit über eine Behebung des Nachteils hinaus zugunsten der Beschwerdeführerin berücksichtigt werden.