Citation: 2D_5/2019 E. 4.2.2

4.2.2. Der Vorinstanz kann hinsichtlich der Würdigung der Konsequenzen des erwähnten Verfahrensfehlers nicht gefolgt werden: Geschieht im Rahmen eines Prüfungsverfahrens nicht bei der Leistungsbewertung, sondern schon bei der Leistungserbringung ein Verfahrensfehler, verbietet sich zwar schon aufgrund des Zwecks des Prüfungsverfahrens die Überlegung, wie die Prüfungsleistung wohl ohne den Verfahrensfehler ausgefallen wäre, und ist deshalb anstelle eines Entscheids aufgrund fiktiver Prüfungsleistungen das Prüfungsverfahren in der Regel zu wiederholen (vgl. auch MAREIKE LAMPE, Gerechtere Prüfungsentscheidungen, Berlin 1999, S. 156). Der vorliegend in Frage stehende Verfahrensfehler (unterlassene Information über die Möglichkeit eines Nachteilsausgleichs) hat aber nicht zur Folge, dass die im Prüfungsteil "Praktische Arbeit" erbrachte Prüfungsleistung der Beschwerdeführerin vom 26. Mai 2014 gänzlich unbewertbar wäre. Was von dieser Prüfungsleistung noch rekonstruierbar ist, lässt sich nämlich jedenfalls ohne Berücksichtigung eines Nachteilsausgleiches bewerten. Auch ist es nicht von vornherein ausgeschlossen, dabei im Rahmen der entsprechenden Bewertung (der noch rekonstruierbaren zwei Drittel des Prüfungsteils "Praktische Arbeit") einen Nachteilsausgleich zu gewähren (vgl. auch Urteil 2C_769/2019 vom 27. Juli 2020 E. 6.4.1 zum Nachteilsausgleich durch Nichtbewertung von Rechtschreibfehlern bei Lese- und Rechtschreibeschwäche).