Citation: 6B_904/2015 E. 2.3.2

2.3.2. Das GOG regelt die Organisation der richterlichen Behörden und der Schlichtungsbehörden (Art. 1 Abs. 1 GOG) im Kanton Graubünden. In Art. 14 GOG sind die Aufgaben des Aktuariats festgelegt (vgl. STEFAN HEIMGARTNER, Der Richter und sein Gerichtsschreiber, in: Festschrift für Hans Wiprächtiger, "Toujours agité - jamais abattu", Basel 2011, S. 297 mit Hinweisen, zu den synonym verwendeten Bezeichnungen juristischer Sekretär, Aktuar, Gerichtsschreiber, etc.). Die Aktuarinnen und Aktuare führen das Protokoll über die Verhandlungen des Gerichts, redigieren die Urteile und unterschreiben die Urteilsausfertigungen (Abs. 1). Sie können im Auftrag der oder des Vorsitzenden bei der Vorbereitung der Fälle und in einzelrichterlichen Verfahren mitwirken sowie beratende Stimme in den Verhandlungen des Gerichts haben (Abs. 2). Als Aktuarin oder Aktuar kann gemäss Art. 28 Abs. 2 GOG angestellt werden, wer über eine abgeschlossene juristische Ausbildung und in der Regel ein Anwaltspatent verfügt. Über den Beizug von Aktuarinnen und Aktuaren ad hoc entscheiden nach Art. 31 Abs. 1 GOG die Präsidentin oder der Präsident und die Kammervorsitzenden. Die Auslegung und Anwendung kantonalen Rechts überprüft das Bundesgericht - von hier nicht relevanten Ausnahmen abgesehen - nur auf Willkür und Vereinbarkeit mit anderen bundesverfassungsmässigen Rechten (vgl. Art. 95 BGG; BGE 141 I 105 E. 3.3.1 mit Hinweisen).