Citation: 7B_1243/2024 E. 2.1.2

2.1.2. Soweit erkennbar, hat sich das Bundesgericht noch nicht zu der Frage geäussert, welche Auswirkungen ein Zuständigkeitswechsel auf eine bestehende Haftanordnung hat und ob die im ursprünglich zuständigen Kanton angeordnete Untersuchungshaft danach im verfahrensübernehmenden Kanton ohne neue Haftanordnung weiter gilt oder ob dessen Strafbehörden verpflichtet sind, die Haft neu anzuordnen. In der Literatur fehlt eine Auseinandersetzung mit dieser Frage weitgehend. Jositsch/Schmid äussern sich dahingehend, dass die von der vorläufig zuständigen Behörde angeordnete Haft im verfahrensübernehmenden Kanton weiter gilt, ohne dass es eines neuen Haftverfahrens bedarf (Jositsch/Schmid, in: Praxiskommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, 4. Aufl. 2023, N. 2 zu Art. 42 StPO; dieselben, in: Handbuch des Schweizerischen Strafprozessrechts, 4. Aufl. 2023, Fn. 211 zu Rz. 486). Dieser Auffassung hat sich die Anklagekammer des Kantonsgerichts St. Gallen angeschlossen (vgl. Entscheid der Anklagekammer vom 10. September 2024, AK.2014.240 E. 2.3).