Citation: 1P.247/2000 22.09.2000 E. 2

2.- Die Beschwerdeführerin rügt zunächst eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör sowie der daraus abgeleiteten Begründungspflicht (Art. 29 Abs. 2 BV), weil das Obergericht sich mit dem Glaubwürdigkeitsgutachten von PD Dr. Gerhard von der Psychiatrischen Universitätsklinik Basel vom 22. September 1997 nicht auseinander gesetzt habe. Es habe somit ein von der Beschwerdeführerin und der Staatsanwaltschaft vorgebrachtes Beweismittel übergangen und zugleich seine Begründungspflicht verletzt. Im Urteil des Obergerichts wird das Glaubwürdigkeitsgutachten ausdrücklich nur an einer Stelle genannt. Das Obergericht setzt sich jedoch mit den Argumenten des Bezirksgerichts zur Glaubwürdigkeit der Beschwerdeführerin auseinander, die sich ihrerseits auf das Glaubwürdigkeitsgutachten stützen: So fasst das Obergericht im Abschnitt C (S. 4-5) des Sachverhalts sowie in Erwägung 1a (S. 9 oben) die wesentlichen Gründe zusammen, die das Bezirksgericht bewogen, der Aussage der Beschwerdeführerin hinsichtlich der sexuellen Handlungen mit A.________, B.________ und C.________ zu glauben; in Erwägung 1b-c (S. 9-13) setzt es sich mit diesen Gründen auseinander und legt dar, weshalb es zu einer anderen Schlussfolgerung kommt als das Bezirksgericht. Damit hat sich das Obergericht inhaltlich auch mit dem Glaubwürdigkeitsgutachten auseinander gesetzt, dessen Argumente vom Bezirksgericht übernommen worden waren. Es liegt deshalb keine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör durch Ausserachtlassung eines wesentlichen Beweismittels der Zivilklägerin vor. Eine andere Frage ist, ob die vom Obergericht genannten Gründe für eine vom Gutachten abweichende Beurteilung der Glaubwürdigkeit der Beschwerdeführerin stichhaltig sind. Dies ist eine Frage der Beweiswürdigung, die vom Bundesgericht nur unter dem Blickwinkel des Willkürverbots überprüft werden kann (vgl. dazu unten, E. 4).