Citation: 4A_549/2014 E. 3.2.2

3.2.2. Für die Vorinstanz waren die widersprüchlichen Aussagen der Beschwerdeführerin ausschlaggebend. In der Klage habe sie geltend gemacht, sie habe die Neuausrichtung ihres Geschäfts mit finanzieller Hilfe der Beschwerdegegnerin 1 vorangetrieben. All diese berechtigten Hoffnungen seien in der Folge durch die Handlungsweise der Beschwerdegegnerin 1 mit einem Schlag zunichte gemacht worden, so dass die Beschwerdeführerin das Vertrauen in ihre berufliche Zukunft verloren habe. Demgegenüber habe sie replicando vorgetragen, ein Neustart habe offensichtlich gar nicht erfolgreich sein können, nachdem sie im September 1999 seit zweieinviertel Jahren gesundheitlich angeschlagen und aus dem Erwerbsleben hinauskatapultiert gewesen sei. Wieder an anderer Stelle werde ausgeführt, die Neuausrichtung sei wegen der ärztlich attestierten Arbeitsunfähigkeit gescheitert. Auf diese Argumentation geht die Beschwerdeführerin nicht rechtsgenüglich ein. Sie macht lediglich geltend, welche Bemühungen zur Weiterbeschäftigung sie unternommen habe, sei nicht entscheidend, da in der Vereinbarung vom 22. September 1999 nichts davon stehe. Die Beschwerdeführerin habe einfach davon ausgehen dürfen, sie sei bis Ende September 2000 von ihren Existenzproblemen entlastet, und gerade dieses Vertrauen sei zerstört worden. Mit dieser Argumentation vermischt die Beschwerdeführerin erneut (vgl. E. 3.1 hiervor) die Frage der Voraussetzungen eines allfälligen vertraglichen Anspruchs gegenüber der Beschwerdegegnerin 1 mit derjenigen, welchen Einfluss ein allfälliger Vertragsbruch auf ihren Gesundheitszustand gehabt hat. Dass die Einstellung der Leistungen wirtschaftliche Konsequenzen zeitigte, bedeutet nicht zwingend, dass sie sich invalidisierend auswirkte. Möglich ist auch, dass die Probleme sowohl vor als auch nach der Leistungseinstellung gleichermassen bestanden, aber für die Beschwerdeführerin erst nach Wegfall der Leistungen der Versicherung spürbare finanzielle Konsequenzen zeigten. Es verletzt aber kein Bundesrecht, wenn die Vorinstanz die Beweisabnahme davon abhängig macht, dass rechtsgenügliche widerspruchsfreie Behauptungen aufgestellt werden. Eine Verletzung von Art. 8 ZGB ist nicht dargetan.