Citation: 4A_317/2013 E. 4.2

4.2. Die Beschwerdeführerin macht geltend, die Vorinstanz habe die Bestimmungen in der alten Police bezüglich Protracted Default falsch ausgelegt, weshalb sie die Rechtsfolgen der Obliegenheitsverletzungen verkannt und Art. 14 AVB nicht vertragsgemäss zur Anwendung gebracht habe. Die Rechtsfolgen einer verspäteten Nichtzahlungsmeldung würden si ch einzig aus Art. 14 AVB ergeben. Die Vorinstanz verkenne, dass Ziffer 2 der Police den Fall der "Verspätung oder Unterlassung der Nichtzahlungsmeldung" nicht regle, sondern nur bestimme, dass automatisch ab dem Zeitpunkt, an dem die Nichtzahlungsmeldung zu erfolgen habe, der Versicherungsschutz für künftige Lieferungen und Leistungen an den entsprechenden Kunden entfalle. Für bereits erbrachte Lieferungen und Leistungen bleibe der Versicherungsschutz im Rahmen des Versicherungsvertrages ("bedingungsgemäss") bestehen. Dies könne nur bedeuten, dass die Bestimmungen der Police und der AVB's zu beachten seien, ansonsten auch bezüglich erbrachter Leistungen kein Versicherungsschutz bestehe. Dies habe zur Folge, dass wenn der Versicherungsnehmer gestützt auf Art. 9 Abs. 1 AVB die Nichtzahlungsmeldung nicht fristgerecht unterbreite, der Versicherungsschutz für Protracted Default gemäss Art. 14 Abs. 1 AVB für die gesamte Forderung aus erbrachten Lieferungen und Leistungen entfalle; es sei denn, die Verletzung der Verpflichtung habe keinen Einfluss auf den Eintritt des Versicherungsfalles oder auf den Umfang der Leistung gehabt, die den Versicherer zum Zeitpunkt des Versicherungsfalles treffe (Art. 14 Abs. 2 AVB). Nur in diesem Fall würde sich der Wegfall des Versicherungsschutzes auf künftige Lieferungen und Leistungen beschränken. Bezugnehmend auf ihre eigene Auslegung macht die Beschwerdeführerin sodann geltend, für die von der Beschwerdegegnerin vorgebrachten Forderungsausfälle mit ihren Kunden, sei keine Versicherungsdeckung gegeben.