Citation: 4A_335/2024 E. 3.3.2

3.3.2. Auch mit Bezug auf das persönliche Treffen der Verantwortlichen vom 15. Juni 2021 hat die Vorinstanz überzeugend begründet, weshalb sie den Nachweis einer Verrechnungsforderung in der behaupteten Höhe für nicht erbracht erachtet und auf die offerierte Parteibefragung verzichtet hat. Darauf kann grundsätzlich verwiesen werden. Die Beschwerdeführerin behauptet auch vor Bundesgericht nicht, sie hätte entgegen der Darstellung der Vorinstanz belegt, dass die von der Beschwerdegegnerin für ein Gegengeschäft geforderten Voraussetzungen - ein Testergebnis eines akkreditierten Instituts für die Masken und deren Lieferung bis Mitte September 2021 - erfüllt wären. Allein deshalb durfte die Vorinstanz den Nachweis einer Verrechnungsforderung verneinen. Abgesehen davon ist es nachvollziehbar, jedenfalls aber nicht willkürlich, auf eine Befragung der Beschwerdeführerin zu verzichten, weil diese die Richtigkeit des unwidersprochenen Inhalts gemäss E-Mail der Beschwerdegegnerin vom 4. Juli 2021 nicht zu widerlegen vermöchte. Darin nannte die Beschwerdegegnerin eine geringere Abnahmemenge und einen geringeren Stückpreis als von der Beschwerdeführerin behauptet. Wie die Vorinstanz zu Recht erwog, wäre zu erwarten gewesen, dass die Beschwerdeführerin dem E-Mail zeitnah widersprochen hätte, wenn dessen Inhalt - ihrer Auffassung nach - nicht dem mündlich Vereinbarten entsprochen hätte. Nach dem Gesagten erfolgte der Verzicht auf die Parteibefragung auch nicht deshalb, weil diese an sich zum Beweis untauglich war. Die Vorinstanz nahm vielmehr - nachvollziehbar - an, der Inhalt des E-Mails entspreche dem Vereinbarten. Wenn die Beschwerdeführerin vorbringt, die Parteibefragung sei gerade angesichts der zwischen den Parteien herrschenden "Handschlagkultur" unverzichtbar gewesen, trifft dies offensichtlich nicht zu. Die Vorinstanz hat dargelegt, dass jedenfalls die Beschwerdegegnerin jedes Telefonat und persönliche Treffen im Anschluss an die mündlichen Verhandlungen schriftlich zusammenfasste und die Zusammenfassungen an die Beschwerdeführerin schickte (oben E. 3.2.2). Zudem scheint sie zu verkennen, dass grundsätzlich sie selbst die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen hat, wenn es ihr nicht gelingt, angebliche mündliche Vereinbarungen zu beweisen. Auch, dass "andere Konstellationen denkbar" sind, weshalb die Beschwerdeführerin nicht auf das E-Mail reagierte und eine "Handschlagkultur" praktizierte, macht die vorinstanzliche Beweiswürdigung nicht willkürlich. Ebenso wenig waren die Vorinstanzen gehalten, im Rahmen ihrer Fragepflicht eine Parteibefragung durchzuführen. Die Beschwerdeführerin begründet dies nicht. Es ist unbestritten, dass sie stets anwaltlich vertreten war. Es kann nicht angehen, Versäumnisse einer Partei auf diesem Weg zum Nachteil der anderen Partei nachzuholen. Mit ihrem Einwand, wonach die Vorinstanz deshalb eine Parteibefragung hätte anordnen müssen, weil diese zu einem anderen Beweisergebnis hätte führen können, lässt die Beschwerdeführerin schliesslich ausser Acht, dass das Bundesgericht diese Frage der antizipierten Beweiswürdigung nur unter dem Aspekt der Willkür prüft (oben E. 3.1.1). Wenn die Beschwerdeführerin rügt, die Vorinstanz habe im Zusammenhang mit der behaupteten Lieferantenschutzvereinbarung eine Parteibefragung einzig mit der mangelnden Substanziierung begründet, trifft auch dies nicht zu. Es kann auf die zutreffende Erwägung der Vorinstanz verwiesen werden (oben E. 3.2.3).