Citation: 6B_1273/2021 E. 1.4.2

1.4.2. Die Vorinstanz führt aus, die Beschwerdegegnerin 2 habe sich gemäss Anklageschrift sowohl verbal als auch körperlich gegen das Ansinnen des Beschwerdeführers zur Wehr gesetzt. Die Anklageschrift halte beispielsweise fest, die Beschwerdegegnerin 2 habe ihn mehrmals mit Worten deutlich aufgefordert, aufzuhören und seine Hände wegzunehmen. Zudem habe sie mit beiden Händen gegen die Brust des Beschwerdeführers gestossen, sodass sich dieser seinen Hinterkopf gestossen habe. Weiter führe die Anklageschrift aus, der Beschwerdeführer habe ungeachtet dieser körperlichen Gegenwehr weitergemacht und die Beschwerdegegnerin 2 aufgefordert, sich hinzulegen. Er habe sich auf sie gelegt, um mit ihr den vaginalen Geschlechtsverkehr zu vollziehen, was diese nicht gewollt und sich deshalb verbal gewehrt habe. Dabei sei ihre Gegenwehr ihrer Entwicklungsstörung angepasst gewesen. Sie habe sich angesichts ihrer geistigen Entwicklung, der Nähe des Beschwerdeführers zu ihrer Familie und des Vertrauens, das ihm seitens ihrer Familie entgegengebracht worden sei, nicht auf andere als die beschriebene Weise zu wehren vermocht. Die Anklage umschreibe damit nicht nur die kognitive Unterlegenheit der Beschwerdegegnerin 2, sondern eine vom Beschwerdeführer aktiv geschaffene Situation, in welcher der Beschwerdegegnerin 2 aufgrund u.a. ihrer kognitiven Unterlegenheit keine zumutbaren Selbstschutzmöglichkeiten mehr zur Verfügung gestanden hätten. Damit werfe die Anklageschrift dem Beschwerdeführer in einer dem Anklageprinzip genügenden Weise eine Vergewaltigung in der Tatbestandsvariante des "Unter-psychischen-Druck-Setzens" vor (angefochtenes Urteil S. 11 f.).