Citation: 8C_374/2014 E. 3.2

3.2. Die für den Beschwerdegegner zuständige Personalberaterin des RAV gelangte per E-Mail vom 11. Juni 2012 an ihn, da er trotz entsprechender telefonischer Ankündigung seines Umzugs in den Kanton Aargau am 27. April 2012 die Abmeldung beim RAV per 30. April 2012 nicht unterschrieben zurückgesandt hatte. Sie teilte ihm mit, dass er ohne Abmeldung weiterhin dem RAV unterstellt sei, womit die fehlenden Arbeitsbemühungen der Monate April und Mai 2012 sanktioniert würden, wobei er mit einem Entzug des Taggeldanspruchs rechnen müsse, da er bereits wiederholt wegen fehlender Arbeitsbemühungen sanktioniert worden sei. Überdies bat sie um eine gültige Zustelladresse, da sowohl die per A-Post versandte, als auch die eingeschriebene Korrespondenz jeweils an den Absender zurückkäme. Wie bereits die Vorinstanz festhielt, musste der Versicherte daher zweifellos mit der in der Folge ergangenen Verfügung vom 21. August 2012 rechnen. Dem "Track & Trace" - Auszug der Schweizerischen Post lässt sich entnehmen, dass die eingeschrieben versandte Verfügung am 22. August 2012 bei der Poststelle B.________ "zur Abholung gemeldet" wurde. Der Beweis der Tatsache und des Datums der Zustellung von Verfügungen und Entscheiden obliegt den Behörden (BGE 124 V 400 E. 2a S. 402). Bedienen sie sich dabei der Post und ist - infolge Unmöglichkeit der direkten Übergabe - eine Abholungseinladung auszustellen, gilt rechtsprechungsgemäss die Vermutung, dass das Postpersonal die nach einem ersten erfolglosen Zustellungsversuch auszustellende Abholungseinladung ordnungsgemäss in den Briefkasten oder das Postfach des Empfängers gelegt hat und das Zustellungsdatum korrekt registriert worden ist. Der Adressat kann indessen diese Vermutung durch Nachweis von Fehlern in der Zustellung nach dem Beweismass der überwiegenden Wahrscheinlichkeit widerlegen (Urteile 2C_38/2009 vom 5. Juni 2009 E. 3.2 und 4.1 sowie 9C_753/2007 vom 29. August 2008 E. 3, je mit Hinweisen). Indem der Versicherte in seinem Schreiben vom 12. November 2012 an das RAV ohne weitere Darlegungen einzig behauptete, niemals eine Abholeinladung erhalten zu haben, kann er diese Vermutung nicht mit dem geforderten Beweismass widerlegen. Daher ist die Zustellung der angefochtenen Verfügung auf den 29. August 2012 (Ablauf Abholfrist) zu fingieren und der Ablauf der 30-tägigen Rechtsmittelfrist auf den 28. September 2012 zu datieren, weshalb auf die am 25. Oktober 2012 verspätet eingereichte Beschwerde nicht einzutreten war. Gründe für eine Fristwiederherstellung werden keine dargetan.