Citation: 9C_586/2022 E. 4

In Nachachtung des bundesgerichtlichen Rückweisungsurteils 9C_116/2021 vom 25. November 2021 hat die Vorinstanz als Erstes geprüft, ob eine Verweistätigkeit existiert, in welcher der Beschwerdeführer als gesunde Person annähernd sein bisheriges Einkommen erzielen könnte. Dies hat sie verneint. Sodann hat das kantonale Gericht unter Berufung auf seine Ausführungen im Urteil vom 17. September 2020 erwogen, dass bis auf einen Arzt, auf dessen Beurteilung jedoch nicht abgestellt werden könne, sämtliche medizinischen Fachpersonen davon ausgegangen seien, dass der Beschwerdeführer seinen Beruf als Sanitär-Installateur ab Januar 2016 zu 100 % ausüben könne. Mit anderen Worten bestehe beim Beschwerdeführer eine vollständige qualitative Leistungsfähigkeit. Jedoch schränke der Umstand, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers rapide verschlechtern würde, wenn er seine bisherige Tätigkeit als selbständig erwerbender Sanitär-Installateur mit gleich hohem Arbeitspensum und bisheriger Eigenverantwortung wieder aufnehmen würde, seine Arbeitsfähigkeit im bisherigen Beruf grundsätzlich ein. Gemäss Dr. B.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, bestehe jedoch nur eine Rückfallgefahr, wenn der Beschwerdeführer die identische selbständige Tätigkeit mit demselben Arbeitsvolumen und derselben Eigenverantwortung ausüben würde. Dagegen wäre er im angestammten Beruf mit einem normalen 100%-Pensum vollständig arbeitsfähig, wenn er im "Hintergrund", etwa im administrativen Bereich, arbeite und praktische Arbeiten an Angestellte delegiere. Die Schwierigkeit, sich nicht genügend abgrenzen zu können, könnte mit einer engen psychotherapeutischen Begleitung aufgefangen werden. Damit stelle der Gutachter implizit klar, dass keine oder lediglich eine minime Rückfallgefahr bei der selbständigen Ausübung des Berufs des Sanitär-Installateurs bestehe, wenn der Beschwerdeführer geeignete Massnahmen (kein extensives Arbeitspensum, keine übermässige Übernahme von Eigenverantwortung mit Hilfe einer Psychotherapie sowie Arbeiten im Hintergrund mit Delegation praktischer Arbeiten an Mitarbeitende) ergreife. Dem Beschwerdeführer wäre es, so die Vorinstanz, ab Januar 2016 zumutbar gewesen, sich bei der Wiederaufnahme seiner bisherigen beruflichen Tätigkeit eng psychotherapeutisch begleiten zu lassen und die notwendigen Anpassungen vorzunehmen, um dadurch einem Rückfall wirksam vorzubeugen (Schadenminderungspflicht). Unter Berücksichtigung der Schademinderungspflicht bestehe beim Beschwerdeführer daher spätestens ab 1. Januar 2016 keine Arbeitsunfähigkeit mehr in der angestammten Tätigkeit als selbständiger Sanitär-Installateur. Bei einer vollständigen Arbeitsfähigkeit in der angestammten Arbeitstätigkeit sei die Bestimmung gemäss Anhang A3 Satz 2 AB nicht anwendbar, gelte sie doch gemäss klarem Wortlaut nur für eine Verweistätigkeit. Damit sei auf die Prüfung der Frage, ob der Beschwerdeführer in einer seinem Leiden angepassten Tätigkeit in seinem bisherigen Beruf mindestens annähernd sein bisheriges Einkommen erzielen könnte, zu verzichten. Sei der Beschwerdeführer in seiner angestammten Tätigkeit voll arbeitsfähig, bestehe für die Zürich ab 1. Januar 2016 gestützt auf Ziffer 15 in Verbindung mit Anhang A3 (AB) keine Leistungspflicht mehr, weshalb die Klage vom 27. August 2019 abzuweisen sei. Daraus folge, dass in Gutheissung der Widerklage vom 13. November 2019 festzustellen sei, dass die Zürich dem Beschwerdeführer gestützt auf den eingeklagten Sachverhalt keine Leistungen mehr schulde.