Citation: 6P.183/2004 22.03.2005 E. 4

Mit Nichtigkeitsbeschwerde wird schliesslich ebenfalls die Strafzumessung gerügt. So erscheine die ausgesprochene Zuchthausstrafe von 2½ Jahren bereits im Ergebnis unhaltbar. Ausserdem gewichte die Vorinstanz einzelne Strafzumessungsfaktoren offensichtlich falsch bzw. begründe die vorgenommene Gewichtung überhaupt nicht näher. 4.1 Nach Art. 63 StGB misst der Richter die Strafe nach dem Verschulden des Täters zu. Er berücksichtigt die Beweggründe, das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse des Schuldigen. Dem Sachrichter steht bei der Gewichtung der genannten Strafzumessungskomponenten ein erheblicher Spielraum des Ermessens zu. Das Bundesgericht greift in diesen im Rahmen der Nichtigkeitsbeschwerde, mit der ausschliesslich eine Rechtsverletzung geltend gemacht werden kann, nur ein, wenn der kantonale Richter den gesetzlichen Strafrahmen über- oder unterschritten hat, wenn er von rechtlich nicht massgebenden Gesichtspunkten ausgegangen ist oder umgekehrt wesentliche Faktoren ausser Acht gelassen hat und schliesslich wenn er solche Elemente in Überschreitung oder Missbrauch seines Ermessens falsch gewichtet hat (BGE 129 IV 6 E. 6.1 S. 21; 124 IV 286 E. 4a S. 295). 4.2 Die Vorinstanz begründet die Strafzumessung sehr eingehend. Wenn der Beschwerdeführer kritisiert, dass nicht für jeden Zumessungsfaktor dargelegt wird, wie er sich quantitativ auf das Strafmass auswirke, übersieht er, dass der Strafrichter die Gewichtung nicht für jeden Umstand in Ziffern oder Prozenten angeben muss und er auf Zumessungselemente ohne erhebliches Gewicht nicht einzugehen braucht (BGE 127 IV 101 E. 2c S. 104 f.). Der angefochtene Entscheid nimmt im Übrigen eine Quantifizierung der wesentlichen Schritte der Strafzumessung vor. Gesamthaft ist die Strafzumessung ohne weiteres nachvollziehbar, und es kann nicht von einer unzureichenden Begründung gesprochen werden. 4.3 Die Kritik an der Gewichtung einzelner Strafzumessungsfaktoren richtet sich zunächst gegen die Bewertung des Verschuldens. Die Vorinstanz beurteilt es als erheblich, da der Beschwerdeführer zwei Menschenleben aufs Spiel gesetzt habe. Es trifft zwar zu, dass ein Schuldspruch wegen versuchter Tötung notwendigerweise den Vorwurf einschliesst, Menschenleben in Gefahr gebracht zu haben, und die Formulierung der Vorinstanz insofern streng genommen tautologisch ist. Ermessensverletzend erscheint die Gewichtung des Verschuldens deshalb aber nicht. Es bestehen im Urteil auch keine Anhaltspunkte dafür, dass die Vorinstanz die Gefährdung der Menschenleben noch besonders straferhöhend berücksichtigt und damit eine unzulässige Doppelverwertung vorgenommen hätte. Der Beschwerdeführer rügt weiter, dass die Vorinstanz davon ausgeht, die Strafe würde im Fall der vollendeten Tötung unter den gegebenen Umständen - ohne Berücksichtigung des Versuchs, der mehrfachen Tatbegehung und des Notwehrexzesses - 14 Jahre Zuchthaus betragen. Aus den eingehenden Erwägungen im angefochtenen Entscheid geht durchaus hervor, wie die Vorinstanz zu diesem Strafmass gelangt. Es ist nicht ersichtlich und wird vom Beschwerdeführer auch nicht behauptet, dass sie dabei einzelne Zumessungsfaktoren in ermessensverletzender Weise gewichtet hätte. Wenn auch die so bestimmte Ausgangsstrafe - namentlich im Blick auf die leicht reduzierte Zurechnungsfähigkeit - eher hoch erscheint, so gilt dies jedenfalls nicht für das Strafmass von 8 Jahren, zu dem die Vorinstanz nach der Reduktion wegen Versuchs und Erhöhung wegen mehrfacher Tatbegehung gelangt. Nach der Rechtsprechung gilt eine Strafe von 7½ Jahren Zuchthaus für eine versuchte vorsätzliche Tötung - ohne Berücksichtigung einer mehrfachen Tatbegehung - nicht als ungewöhnlich (BGE 121 IV 49 E. 2b S. 58). Schliesslich reduziert die Vorinstanz diese Strafe gestützt auf Art. 33 Abs. 2 StGB in Verbindung mit Art. 66 StGB nochmals sehr erheblich. Sie begründet dies damit, dass sie die Überschreitung der Notwehr nicht als sehr schwerwiegend ansehe. Eine solche Strafreduktion bewegt sich im Bereich des dem Strafrichter zustehenden Ermessens. Der Beschwerdeführer zeigt denn auch nicht auf, inwiefern dieses Ermessen verletzt sein könnte. Die ausgesprochene Strafe steht daher mit dem Bundesrecht im Einklang. Die Nichtigkeitsbeschwerde ist aus diesen Gründen ebenfalls abzuweisen.