Citation: 5A_463/2022 E. 3.3

3.3. Der Beschwerdeführer gibt zu bedenken, dass er aus Sicht der Gleichberechtigung bei der Festlegung der Betreuungsanteile nicht aufgrund traditioneller Verankerungen anders behandelt werden darf als die Mutter. Dazu ist festzuhalten, dass der Grundsatz der Gleichberechtigung von Mann und Frau (Art. 8 Abs. 3 BV) mit Ausnahme des Anspruchs auf gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit keine direkte Drittwirkung zwischen Privaten entfaltet (Urteile 5A_500/2020 vom 12. Februar 2021 E. 5.4; 5A_890/2020 vom 2. Dezember 2020 E. 5). Der Beschwerdeführer beruft sich im vorliegenden Kontext damit vergebens auf das Grundrecht. Diesem ist sodann zwar wie auch dem allgemeinen Diskriminierungsverbot bei der Auslegung und Anwendung der Vorschriften des Zivilrechts Beachtung zu schenken (BGE 137 III 59 E. 4.1; 136 I 178 E. 5.1; vgl. auch BGE 143 I 217 E. 5.2). Diesbezüglich ist freilich zu bedenken, dass vorliegend (nur noch) die Betreuung der Tochter während eines Halbtages in der Woche strittig ist (vgl. E. 3.1 hiervor). Damit hat das Obergericht von vornherein keine im Ergebnis offensichtlich unbillige und ungerechte Lösung getroffen. Zwar ist verständlich, dass der Beschwerdeführer die Tochter möglichst intensiv betreuen und sich nicht hinter die Mutter zurückgesetzt fühlen möchte. Aufgrund des geringen Unterschieds in den Betreuungszeiten ist die getroffene Regelung mit Blick auf das der Vorinstanz zukommende Ermessen aus Gründen der Gleichbehandlung der Eltern aber nicht zu beanstanden. Weiter verkennt der Beschwerdeführer die Rechtsprechung, wenn er aus einzelnen Urteilen des Bundesgerichts ableiten möchte, es sei bei gemeinsamer Obhut regelmässig eine hälftige Betreuung anzuordnen. Vielmehr hat das Bundesgericht im Urteil 5A_247/2021 vom 10. Januar 2022 ausgeführt, dass eine entsprechende Regelbildung den Ermessensspielraum des Sachgerichts gerade missachtet (Urteil, a.a.O., E. 3.4.2). Solches würde zumindest in der Tendenz ein grob standardisiertes Vorgehen beinhalten, das den Umständen des Einzelfalls nur vermindertes Gewicht beimisst und daher bereits aus grundsätzlichen Überlegungen abzulehnen ist (vgl. E. 3.2 hiervor).