Citation: 1A.52/2000 24.11.2000 E. 3

3.- a) Nach dem Gesagten ist die Beschwerde in der Hauptsache abzuweisen. b) Die Beschwerdeführerin hat sowohl vor Verwaltungsgericht als auch vor Bundesgericht um unentgeltliche Rechtspflege ersucht. Da das Verfahren im Streit um eine Entschädigung nach Opferhilfegesetz kostenlos ist (Art. 16 OHG; vgl. dazu BGE 122 II 211 E. 4 S. 217 ff.), geht es nur noch um die unentgeltliche Verbeiständung. Die Beschwerdeführerin ist bedürftig (Art. 152 Abs. 1 OG) und war auf die Hilfe eines Anwaltes angewiesen (Art. 152 Abs. 2 OG). Fraglich ist jedoch, ob ihr Gesuch nicht von vornherein aussichtslos war. Als aussichtslos sind nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung Prozessbegehren anzusehen, bei denen die Gewinnaussichten beträchtlich geringer sind als die Verlustgefahren und die deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet werden können. Dagegen gilt ein Begehren nicht als aussichtslos, wenn sich Gewinnaussichten und Verlustgefahren ungefähr die Waage halten oder jene nur wenig geringer sind als diese. Massgebend ist, ob eine Partei, die über die nötigen finanziellen Mittel verfügt, sich bei vernünftiger Überlegung zu einem Prozess entschliessen würde (BGE 124 I 304 E. 2c S. 306; 122 I 267 E. 2b S. 271 mit Hinweisen). Berücksichtigt man die veröffentlichte Rechtsprechung des Bundesgerichts zu den Voraussetzungen der Opferstellung (BGE 122 II 315 E. 3c S. 320; 211 E. 3b S. 215) und den Umstand, dass alle kantonalen Instanzen den Tatbestand des Amtsmissbrauchs und der Störung der Totenruhe verneint hatten, mussten die Gewinnaussichten als gering eingestuft werden. Immerhin aber war die Opferstellung der Beschwerdeführerin bereits mehrfach anerkannt worden und sie hätte sich für ihre Auffassung, schon die objektive Tatbestandsmässigkeit genüge zur Begründung der Opferstellung, auf die Botschaft zum Opferhilfegesetz, mehrere Literaturstellen und bundesgerichtlichen obiter dicta (z.B. BGE 126 II 348 E. 2c/aa S. 349 und 125 II 265 (E. 2a/bb S. 268) stützen können. Auch das Bundesamt und das Verwaltungsgericht gingen in ihren Vernehmlassungen von dieser Rechtsauffassung aus. Die im 122. Band der amtlichen Sammlung veröffentlichten Entscheide betreffen überdies Fahrlässigkeitsdelikte und nicht Delikte, bei denen nur die vorsätzliche Begehung strafbar ist; nur bei derartigen Vorsatzdelikten ist es - entgegen der Aussage in der Botschaft - nicht gleichgültig, ob der Täter vorsätzlich oder fahrlässig handelt. Unter Berücksichtigung aller dieser Umstände erschien es vertretbar, den Entschädigungs- und Genugtuungsanspruch trotz der Einstellung des Strafverfahrens im vorliegenden Fall weiter zu verfolgen. c) Nach dem Gesagten ist der Beschwerdeführerin die unentgeltliche Verbeiständung vor Bundesgericht wie auch vor Verwaltungsgericht zu gewähren. Dies hat zur Folge, dass die Beschwerde hinsichtlich der Versagung der unentgeltlichen Verbeiständung vor Verwaltungsgericht gutzuheissen ist.