Citation: 7B_183/2022 E. 4.3.1

4.3.1. Die Vorinstanz führt zur Frage des persönlichen Härtefalls zusammengefasst aus, der im Zeitpunkt des vorinstanzlichen Urteils 48-jährige Beschwerdeführer sei erst in seinem 33. Altersjahr in die Schweiz gekommen. In seiner Heimat (Kosovo) habe er die prägenden Lebensjahre verbracht, Ausbildungen absolviert und sei auch einer Arbeit nachgegangen. Er lebe seit rund 16 Jahre in der Schweiz, habe aber bloss bescheidene Kenntnisse der Landessprache erworben und unternehme keine Bemühungen zur Verbesserung seiner Sprachkenntnisse. In den vergangenen Jahren habe er bloss bruchstückhaft gearbeitet. Er habe namhafte Schulden, welche aus Alimentenverpflichtungen resultieren würden und sei von anderen Personen finanziell abhängig. Weiter weise er zwei Vorstrafen aus den Jahren 2009 und 2013 wegen Widerhandlung gegen das Ausländergesetz und grober Verletzung der Verkehrsregeln auf. Er sei weder sozial noch wirtschaftlich erfolgreich integriert. Zu seinem Heimatland und seiner dortigen Familie habe er nach wie vor Verbindungen. Seine neue Lebenspartnerin stamme aus Serbien, sei aber albanischer Herkunft und spreche (auch mit dem Beschwerdeführer) Albanisch. Er habe mit seinen drei 16-, 12-, und 10-jährigen Kindern aus erster Ehe und seinem 10-jährigen unehelichen Kind, welches er mit seiner Lebenspartnerin habe, einen guten und regelmässigen Umgang, übernehme Betreuungsaufgaben und versuche, sie zu unterstützen. Es handle sich um tatsächlich gelebte familiäre Beziehungen, die er jedoch in Bezug auf die Kinder aus erster Ehe aufgrund der Scheidung nicht vollumfänglich wahrnehmen könne. Die Vorinstanz geht knapp von einem schweren persönlichen Härtefall aus. Im Rahmen der Interessenabwägung führt die Vorinstanz zu den öffentlichen Interessen an einer Ausweisung aus, dass aufgrund der begangenen Tat - eines Raubes - trotz Fehlens einschlägiger Vorstrafen von einer schwerwiegenden Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung auszugehen sei. Der Beschwerdeführer habe sich aus freien Stücken dazu entschlossen, mit Gewalt an Geld zu kommen, und sei vorsätzlich, gezielt und aus reiner Geldgier, ohne Rücksicht auf das Opfer, vorgegangen. Seine Niederlassungsbewilligung könne widerrufen werden, da er zu einer längerfristigen Freiheitsstrafe verurteilt werde. Bereits zuvor sei er im Jahr 2009 und 2013 mit dem Gesetz in Konflikt geraten, einmal wegen Widerhandlung gegen das Ausländergesetz und einmal wegen Widerhandlung gegen das Strassenverkehrsgesetz. Die Vorstrafen seien zwar nicht einschlägig, aber dennoch Ausdruck der Mühe des Beschwerdeführers, sich an Regeln zu halten. Hinsichtlich der privaten Interessen des Beschwerdeführers an einem Verbleib in der Schweiz berücksichtigt die Vorinstanz die nahe, tatsächlich gelebte enge Beziehung zu seinen vier Kindern. Jedoch würden bereits bisher drei seiner Kinder zusammen mit der Kindsmutter in der Region Bern wohnen. Diese übernehme die Hauptbetreuung. Insoweit seien die Auswirkungen auf das Familienleben etwas zu relativieren. Der Kontakt zu den in der Schweiz bleibenden Kindern könnte mit modernen Kommunikationsmitteln und mittels Kurzaufenthalten aufrechterhalten werden. Schliesslich sei es der neuen Lebenspartnerin, die Albanerin sei und Albanisch spreche, nicht unzumutbar, dem Beschwerdeführer ins Heimatland zu folgen. Der Beschwerdeführer habe 33 Jahre in seiner Heimat gelebt. Er habe dort Familie, kenne die Verhältnisse vor Ort und spreche Albanisch. Auch wenn seine Wiedereingliederung mit Schwierigkeiten verbunden wäre, könne er aufgrund seiner Ausbildung und seiner Arbeitserfahrung im Kosovo eine mit der heutigen Tätigkeit vergleichbare Arbeit als Handwerker finden. Die Vorinstanz gelangt zum Schluss, dass das öffentliche Interesse an der Landesverweisung das private Interesse des Beschwerdeführers an einem Verbleib in der Schweiz überwiegt.