Citation: 4A_579/2018 E. 2.3

2.3. In Bezug auf die rechtliche Würdigung der Vorinstanz kann dahingestellt bleiben, ob sie D.________ zutreffend als provisionsberechtigten Immobilienmakler betrachtete. Es ist einzig massgebend, dass sie seine Eigenschaft als Vertreter der Verkäuferin bundesrechtskonform verneinen konnte. Die Beschwerdeführerin bringt zwar zu Recht vor, dass die Vorinstanz nicht bereits aus dem misslungenen Beweis der Vertretungs-Berechtigung D.________s ein Tätigwerden im Namen der Verkäuferin hätte verneinen dürfen. Sie hätte vielmehr weiter prüfen müssen, ob die Beschwerdeführerin - trotz fehlender interner Bevollmächtigung - nach Treu und Glauben auf einen Vertretungswillen D.________s hätte schliessen dürfen. Um den erweckten Rechtsschein auch der Verkäuferin zurechnen zu können, wäre weiter gefordert gewesen, dass diese das Verhalten D.________s kannte und nichts dagegen vornahm (sog. externe Duldungsvollmacht) oder - sollte sie nichts von der allfälligen Vertretung gewusst haben - bei pflichtgemässer Aufmerksamkeit hätte kennen und verhindern können (sog. externe Anscheinsvollmacht; vgl. Art. 33 Abs. 3 OR sowie BGE 124 III 418 E. 2b; 120 III 197 E. 2b/cc; Urteil 4A_473/2016 vom 16. Februar 2017 E. 3.1.2). Da D.________ gemäss den willkürfreien Feststellungen im angefochtenen Urteil jedoch im Zusammenhang mit den Vertragsverhandlungen einzig vermittelte und übersetzte, bestehen keine hinreichenden Anhaltspunkte, die es der Beschwerdeführerin erlaubt hätten anzunehmen, er sei berechtigt, im Namen und Auftrag der Verkäuferin zu handeln. Mangels erweckten Rechtsscheins der Vertretungsberechtigung erübrigt sich die Prüfung der Zurechnung. Der Vorinstanz ist im Ergebnis keine Bundesrechtsverletzung vorzuwerfen. Anzufügen bleibt, dass den Feststellungen im angefochtenen Urteil entgegen der Annahme, die der Argumentationslinie der Beschwerdeführerin zugrunde liegt, gar keine Vereinbarung mit D.________ bezüglich der Kostentragung für die Mehrarbeiten entnommen werden kann. Die Vorinstanz gibt an der von der Beschwerdeführerin erwähnten Stelle einzig eine entsprechende Parteibehauptung wieder, wonach die nachträglich in Auftrag gegebenen Holzwandarbeiten im Wert von über Fr. 90'000.-- bereits vom ursprünglichen Pauschalkaufpreis von 2.4 Millionen erfasst seien. Insoweit die Beschwerdeführerin ihre Behauptung an einer anderen Stelle durch eine Aussage D.________s bestätigt sieht, kann ihr nicht gefolgt werden. Mithin kann sie aus dem allgemein gehaltenen Zitat D.________s "I do know what was included in the Sale and Purchase contract [...] your resume of the history of this project and the way it was developed is correct" nichts zu ihren Gunsten ableiten. D.________ führt einzig aus, dass die Beschwerdeführerin den Hintergrund des Projekts richtig zusammengefasst habe, nicht aber, dass er im Einzelnen mit ihr eine Vereinbarung betreffend Kostenübernahme der Mehrarbeiten abgeschlossen hätte. Da entgegen der Unterstellung der Beschwerdeführerin gar nicht erstellt ist, dass sie mit dem verstorbenen Architekten D.________ bezüglich der Mehrkosten übereinkam, ist zudem fraglich, inwieweit sie überhaupt ein entsprechendes Rechtsschutzinteresse an der Beantwortung der Rechtsfrage seiner strittigen Vertretungseigenschaft hatte.