Citation: 8C_721/2007 09.06.2008 E. 3

3.1 Soweit letztinstanzlich erneut erhebliche Beschwerden im Bereich des rechten (und linken) Knies geltend gemacht werden, kann ohne weiteres auf die nicht zu beanstandenden Erwägungen im angefochtenen Entscheid verwiesen werden, welchen nichts beizufügen ist. Kopfschmerzen und leichte Vergesslichkeit ("ein wenig vergesslich") erwähnte der Versicherte erstmals anlässlich einer Besprechung vom 5. Mai 2004 mit der Motorfahrzeughaftpflichversicherung des Unfallverursachers (vgl. "SI-Bericht" vom 11. Mai 2004). Diese Angaben übernahm Dr. med. D.________ in die Anamnese des psychiatrischen Gutachtens vom 7. März 2005. Er führte aus, es lägen keine Hinweise vor, dass der Explorand sich beim Unfall eine nennenswerte Commotio cerebri zugezogen habe. Es handle sich überwiegend um eine psychogene Störung schwerster Ausprägung; eine andere, z.B. hirnorganische Genese lasse sich jedoch zum aktuellen Zeitpunkt angesichts des in der Untersuchungssituation "pseudodement" erscheinenden Exploranden nicht gänzlich ausschliessen. Um hiezu Gewissheit zu erlangen, sei eine internistische und neurologische (auch radiologische) Untersuchung zu empfehlen. In der Stellungnahme vom 12. März 2005 hielt der behandelnde Psychiater Dr. med. H.________ fest, eine neurologische Abklärung könne sinnvoll sein. Der Hausarzt habe die Indikation zu prüfen und allenfalls das Notwendige einzuleiten. Dr. med. B.________ äusserte sich hiezu jedoch nicht (vgl. Bericht vom 6. Mai 2005). Gemäss Stellungnahme des die AXA beratenden Dr. med. R.________ vom 16. März 2005 war eine neurologische Zusatzabklärung angezeigt, aber nicht unfallbedingt. Der von der AXA weiter konsultierte Psychiater Dr. C.________ überliess es dem Gutachter Dr. med. G.________, "somatische Konsilien" einzuholen. Dieser Arzt kam zum Ergebnis, der Explorand leide unter Antriebs-, Konzentrations- und Schlafstörungen mit gelegentlichen Angstträumen sowie depressiven Verstimmungen mit Suizidalität; er ziehe sich sozial zurück und vermeide es, über den Unfall zu sprechen; er habe auch Ängste beim Autofahren und traue sich nicht mehr, selber ein Fahrzeug zu lenken. Das Zustandsbild sei im Wesentlichen psychogen zu erklären. Aufgrund der vorliegenden medizinischen Unterlagen sei eine abschliessende psychiatrische Beurteilung möglich (Gutachten vom 16. September 2005). Dr. med. I.________ schliesslich nahm zur Frage zusätzlicher fachärztlicher Abklärungen nicht Stellung. Seine Ausführungen lassen aber insgesamt betrachtet den Schluss zu, dass er eine hirnorganische Komponente verneint und weitere Untersuchungen für nicht notwendig hält (vgl. Privatgutachten vom 23. Juni 2006 sowie Stellungnahme vom 27. September 2006). 3.2 In Anbetracht dieser Auskünfte ist festzustellen, dass sich das Krankheitsbild mit den im Wesentlichen übereinstimmenden psychiatrischen Befunden weitgehend erklären lässt. Daran ändert nichts, dass sich die Psychiater hinsichtlich der zu stellenden Diagnose(n) sowie der Ätiologie oder Genese der Befunde uneinig sind. Von zusätzlichen neurologischen und internistischen Abklärungen ist abzusehen, da davon keine neuen Erkenntnisse zu erwarten sind (antizipierte Beweiswürdigung; vgl. BGE 124 V 90 E. 4b S. 94 und 122 V 157 E. 1d S. 162 mit Hinweisen). Soweit die letztinstanzlichen Vorbringen darauf abzielen, ein typisches, organisch nicht nachweisbares Beschwerdebild nach Distorsion der Halswirbelsäule (HWS) oder nach Schädelhirntrauma zu begründen, ist zunächst auf die Praxis hinzuweisen, gemäss welcher für die Annahme eines Schleudertraumas notwendig ist, dass sich innert der massgebenden Latenzzeit von 24 bis 72 Stunden Beschwerden in der Halsregion und der HWS manifestieren (Urteil U 264/97 vom 12. August 1999 E. 5e, publ. in: RKUV 2000 Nr. U 359 S. 29, bestätigt mit Urteil U 17/07 vom 30. Oktober 2007 E. 5, publ. in: SVR 2007 UV Nr. 23 S. 75). Diese Voraussetzungen sind hier eindeutig nicht gegeben, wie die AXA im Einspracheentscheid vom 22. November 2005 im Ergebnis zutreffend festgehalten hat. Im Übrigen können den Akten keine Anhaltspunkte für eine beim Unfall vom 1. Februar 2004 erlittene Distorsion der HWS entnommen werden (vgl. zu den Anforderungen an den Nachweis eines Schleudertraumas BGE 134 V 109). Ebenso wenig nachgewiesen ist ein Schädelhirntrauma. Es ist zumindest fraglich, ob überhaupt ein An- oder Aufprall des Helm-geschützten Kopfes stattgefunden hat. Die erstbehandelnden Ärzte stellten eine Rissquetschwunde mit Schürfungen an der linken Schläfe im Bereich des linken Auges, nicht aber eine Kontusion fest; der Röntgenbefund war bland. Anamnestisch trat kein Bewusstseinsverlust auf, und es lag auch keine Amnesie vor; die Hirnnerven waren klinisch geprüft intakt (vgl. Berichte des Spitals X.________ vom 3. April 2004 sowie des Dr. med. B.________ vom 16. Februar 2004 und Rapport der Polizei vom 15. Februar 2004). Erhebliche, für ein Schädelhirntrauma typische funktionelle Defizite (vgl. hiezu Urteil U 75/07 vom 23. Oktober 2007 E. 4.2.1 f.) traten nicht auf.