Citation: U 274/05 07.11.2005 E. 4

Dem Bericht des Dr. med. D._______ vom 11. Juli 2000 ist zu entnehmen, dass ihm bei seiner damaligen Beurteilung die Akten zur Verfügung standen. Es ist anzunehmen, dass sich unter den 13 ihm von der SUVA zugestellten Kopien auch der Kurzbericht der Polizei Basel-Landschaft vom 12. Januar 1999 und der Bericht der SUVA über die Unterredung mit der Versicherten vom 14. Januar 1999 befanden, möglicherweise auch das Unfallprotokoll. Jedenfalls setzt sich Dr. med. D._______ in der Beurteilung kurz mit dem Unfallhergang auseinander. Der Umstand allein, dass dies nicht in ausführlicherer Form geschehen ist, lässt für sich allein noch nicht den Schluss zu, dessen Bericht komme in beweisrechtlicher Hinsicht ein weniger grosses Gewicht zu als jenem des Leitenden Arztes der Abteilung Unfallmedizin der SUVA, zumal der Neurologe nicht mit einem umfassenden medizinischen Gutachten, sondern mit einer neuropsychologischen Testung beauftragt worden war. Beide Ärzte stellen zudem übereinstimmend die Diagnose einer Distorsion (Stauchung) der HWS. Kontrovers beurteilen sie hingegen die entscheidende Frage, ob die Nackenbeschwerden noch immer zumindest teilweise als Unfallfolge anzusehen sind, ob bejahendenfalls diesbezüglich noch eine Behandlungsbedürftigkeit besteht und ob sie weiterhin eine Arbeitsunfähigkeit zur Folge haben. Angesichts der erheblichen Beurteilungsdiskrepanz der beteiligten Mediziner, wovon sich der eine allein auf das Aktendossier und der andere zusätzlich auf eigene medizinische Untersuchungen und eine mehrjährige Beobachtungszeit beruft, ist entgegen der Auffassung der Vorinstanz eine zuverlässige und abschliessende Beurteilung des medizinischen Sachverhalts nicht möglich. In Nachachtung des Untersuchungsgrundsatzes kann daher von beweismässigen Weiterungen nicht abgesehen werden, zumal nicht von vornherein angenommen werden kann, eine neutrale Begutachtung vermöge keine besseren Erkenntnisse zu erbringen. Die Sache ist daher an die SUVA zurückzuweisen, damit sie durch Einholung eines versicherungsexternen Gutachtens ergänzende Abklärungen treffe. Dieses hat namentlich zur Frage Stellung zu nehmen, ob die geltend gemachten Nackenbeschwerden weiterhin zumindest teilweise als Unfallfolgen anzusehen sind. Gegebenenfalls wird sie sodann die Adäquanz des Kausalzusammenhangs zu beurteilen haben.