Citation: 8C_975/2009 03.03.2010 E. 4

4.1 Der Beschwerdeführer leidet gemäss den ausführlichen und überzeugenden Berichten der SUVA-Ärzte - neben der erheblichen Schädigung seines linken Fusses, welche hier aber nicht zur Diskussion steht - an einem schweren bis sehr schweren posttraumatischen Tinnitus, an einem chronifizierten cervikocephalen Schmerzsyndrom; im Weiteren besteht der Verdacht auf eine Persönlichkeitsstörung mit einer leichten depressiven Symptomatik. Organisch nachweisbar ist dabei - soweit das bei dieser Gesundheitsschädigung überhaupt möglich ist (vgl. Bericht der otologischen Untersuchung vom 22. Januar 2006) - nur der Tinnitus. Hingegen ist das cervikocephale Schmerzsyndrom nicht durch eine strukturelle Unfallfolge objektivierbar. Das gilt auch für die psychische Problematik, die weitgehend schon vor dem Unfall vom 19. November 2004 bestanden hatte, und die Schlafstörungen. Entgegen der Darstellung in der Beschwerde sind Letztere nicht organischer Natur. Die untersuchende Psychiaterin attestiert diesen Beschwerden eine natürliche Teilkausalität zum versicherten Unfall. Da der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers umfassend abgeklärt worden ist, die Feststellungen und Schlussfolgerungen der Dres. med. T.________, R.________ und M.________ überzeugend und nachvollziehbar sind, und darüber hinaus auch nicht im Widerspruch zu anderen ärztlichen Zeugnissen und Berichten stehen, erübrigt es sich, den Sachverhalt weiter abzuklären. 4.2 Damit ist auch der adäquate Kausalzusammenhang zwischen den nicht objektivierbaren Beschwerden und dem versicherten Unfall zu prüfen. Ob dabei die Rechtsprechung gemäss BGE 115 V 133 für rein psychische Unfallfolgen (angesichts der schon im erstbehandelnden Spital festgestellten psychischen Auffälligkeit) oder jene bei HWS-Distorsionstraumen oder ähnlichen Verletzungen (BGE 134 V 109) anzuwenden ist, kann letztlich offenbleiben, da die Adäquanz der nicht organisch nachweisbaren Unfallfolgen auf jeden Fall zu verneinen ist. 4.2.1 Der Auffahrunfall vom 19. November 2004 ist praxisgemäss als mittlerer Unfall im Grenzbereich zu den leichten zu qualifizieren. Daran ändert auch nichts, dass das Auto des Beschwerdeführers noch in den vor ihm stehenden Wagen geschoben wurde. 4.2.2 Es kann weder von besonders dramatischen Begleitumständen noch von einer besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls gesprochen werden und auch die leichte Zahnverletzung - die der Beschwerdeführer ausweislich der Akten trotz wiederholter Mahnung nie sanieren liess - und der durch den Unfall ausgelöste Tinnitus können nicht als besondere Art der erlittenen Verletzung gelten. Im Weiteren ist festzuhalten, dass das Kriterium der fortgesetzt spezifischen belastenden ärztlichen Behandlung nicht schon erfüllt ist, wenn sich ein Versicherter durch verschiedene Spezialärzte behandeln lässt. Der Umstand allein, dass der Tinnitus nicht hatte erfolgreich behandelt werden können, stellt noch keinen schwierigen Heilungsverlauf dar, wäre dieses Kriterium doch sonst bei jeder Beurteilung von persistierenden Beschwerden nach einer HWS-Distorsion erfüllt. Schliesslich kann auch von einer erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengung nicht gesprochen werden, hat es der Beschwerdeführer doch trotz engagierter Hilfestellung des Case-Managers der SUVA immer wieder verpasst, konkrete Anstrengungen zu unternehmen (beispielsweise durch Erstellung eines Businessplanes, der rechtzeitigen Kontaktnahme mit angegebenen Adressaten für Praktika etc.). Damit ist die Adäquanz zwischen dem Auffahrunfall vom 19. November 2004 und den nach dem 31. Juli 2007 weiterhin bestehenden Beschwerden zu verneinen, auch wenn das Kriterium der erheblichen Beschwerden bejaht werden könnte; dieses ist aufgrund der Beeinträchtigung, welche der Versicherte durch die Beschwerden im Lebensalltag erfährt, höchstens in der einfachen Form erfüllt.