Citation: 6B_523/2023 E. 1.5.6

1.5.6. Im Zusammenhang mit seiner familiären Situation führt der Beschwerdeführer aus, er habe im Jahr 2015 erneut geheiratet und seither auch eine Stieftochter, die er als seine dritte Tochter ansehe. Der Beschwerdeführer stellt sich auf den Standpunkt, die Vorinstanz gehe zu Unrecht nicht auf die aktenkundige Krebserkrankung seiner Stieftochter ein. Die Vorinstanz hat anlässlich der Berufungsverhandlung die persönlichen Verhältnisse des Beschwerdeführers abklären lassen. An der polizeilichen Einvernahme vom 19. August 2022, auf die sich der Beschwerdeführer bezieht, führt er aus, seit ca. 6 Monaten hätten sie in der Familie eine schwere Zeit, da die Tochter seiner Frau einen Tumor habe. Die Diagnose beschäftige in letzter Zeit alle. Wenn auch durchaus wünschenswert gewesen wäre, dass die Vorinstanz den Beschwerdeführer an der Berufungsverhandlung genauer zum Gesundheitszustand seiner Stieftochter und zu den familiären Verhältnissen befragt hätte, so ist doch festzuhalten, dass sich der Beschwerdeführer - soweit aus dem Protokoll der Berufungsverhandlung vom 19. September 2022 ersichtlich - weder anlässlich seiner Befragung noch des Plädoyers seines Verteidigers selbst dazu geäussert hat. Vor Bundesgericht macht er geltend, die Erkrankung belaste die gesamte Familie; er biete seiner Stieftochter und seiner Ehefrau emotionale Unterstützung und sei auch selbst darauf angewiesen, in dieser schwierigen Zeit einen direkten persönlichen Kontakt zu seiner Stieftochter pflegen zu können. Es könne in diesem Zusammenhang aktuell sicherlich von einem besonderen Abhängigkeitsverhältnis im Sinne von Art. 8 EMRK bzw. Art. 13 BV gesprochen werden. Zudem sei mehr als zweifelhaft, ob es für seine Ehefrau zumutbar wäre, ihn in die Türkei zu begleiten. Im Rahmen seiner Mitwirkungspflicht (vgl. dazu beispielsweise Urteile 6B_33/2022 vom 9. Dezember 2022 E. 3.4.1; 6B_368/2020 vom 24. November 2021 E. 3.4.1; je mit Hinweis) durfte von ihm erwartet werden, dass er sich - auch ohne Aufforderung durch die Vorinstanz - von sich aus dazu äussert. Es geht nicht an, der Vorinstanz vor Bundesgericht mangelnde und fehlende Untersuchung von zentralen Informationen zur genauen Diagnose, zum Behandlungsverlauf und zur Prognose vorzuwerfen, ohne dabei selber mitzuwirken, damit das - wie von ihm vorgebracht - wichtige und aktenkundige Thema Eingang in die vorinstanzlichen Erwägungen finden konnte. Eine willkürliche Feststellung des Sachverhalts vermag der Beschwerdeführer nicht darzutun. Damit geht die Rüge des Beschwerdeführers mit Bezug auf seine familiären Verhältnisse fehl. Die Vorinstanz durfte angesichts des Umstands, dass die Ehefrau des Beschwerdeführers erst seit rund sechs Jahren in der Schweiz ist, durchaus davon ausgehen, diese gelebte Beziehung und damit sein Familienleben könne auch in der Türkei aufrechterhalten werden. Zudem zeigt der Beschwerdeführer auch nicht rechtsgenüglich begründet auf, inwieweit das Verhältnis zu seiner volljährigen Stieftochter in den Schutzbereich von Art. 8 Ziff. 1 EMRK fallen würde bzw. ein besonderes Abhängigkeitsverhältnis vorliege.