Citation: 1A.1/2004 02.02.2004 E. 3

Die Vertragsparteien des EAUe sind grundsätzlich verpflichtet, einander Personen auszuliefern, die von den Justizbehörden des ersuchenden Staates wegen einer strafbaren Handlung verfolgt oder zur Vollstreckung einer Strafe oder einer sichernden Massnahme gesucht werden (Art. 1 EAUe). Auszuliefern ist wegen Handlungen, die sowohl nach dem Recht des ersuchenden als auch nach demjenigen des ersuchten Staates mit einer Freiheitsstrafe im Höchstmass von mindestens einem Jahr oder mit einer schwereren Strafe bedroht sind (Art. 2 Ziff. 1 EAUe). Dem Beschwerdeführer wird sowohl im niederländischen als auch im deutschen Auslieferungsersuchen vorgeworfen, er habe zusammen mit einem Komplizen Geldautomaten mit einer Fangeinrichtung versehen, die das Einstecken der Karte gestattet, aber deren Auswurf verhindert habe. Am Automaten habe er ein Hinweisschild angebracht, das den Kunden aufforderte, im Falle einer Störung seine Geheimnummer dreimal- bzw. sechsmal hintereinander einzugeben. Der Beschwerdeführer oder sein Begleiter hätten dabei versucht, die Eingabe der Geheimnummer durch den Kunden zu beobachten. Nachdem der Kunde den Geldautomaten ohne seine Karte verlassen hatte, hätten der Beschwerdeführer oder sein Begleiter die Karte an sich genommen und mit ihr und der ihnen nunmehr bekannten Geheimnummer Bargeld an verschiedenen Geldautomaten abgehoben. Diese Handlungen sind sowohl in Deutschland (als Diebstahl und Computerbetrug gemäss §§ 242 f., 263a Abs. 1 StGB/D) und den Niederlanden (als Diebstahl bzw. Diebstahl mit einem falschen Schlüssel gemäss Art. 310 f. StGB/NL) als auch in der Schweiz (als Diebstahl und betrügerischer Missbrauch einer Datenverarbeitungsanlage gemäss Art. 139 und 147 StGB) strafbar und mit einer Freiheitsstrafe im Höchstmass von über einem Jahr bedroht.