Citation: 1A.65/2002 30.07.2002 E. 5

5.1 Das Kantonsgericht soll nach dem Dafürhalten des Beschwerdeführers seinen Anspruch auf Gewährung des rechtlichen Gehörs verletzt haben, indem es nicht auf die am 23. November 2001 und 4. Dezember 2001 erstatteten Stellungnahmen zum Gutachten eingegangen sei. 5.2 Der Grundsatz des rechtlichen Gehörs als persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht verlangt, dass die Behörde die Vorbringen des vom Entscheid in seiner Rechtsstellung Betroffenen auch tatsächlich hört, sorgfältig und ernsthaft prüft und in der Entscheidfindung berücksichtigt. Daraus folgt die grundsätzliche Pflicht der Behörden, ihren Entscheid zu begründen. Der Bürger soll wissen, warum die Behörde entgegen seinem Antrag entschieden hat. Die Begründung eines Entscheids muss deshalb so abgefasst sein, dass der Betroffene ihn gegebenenfalls sachgerecht anfechten kann. Dies ist nur möglich, wenn sowohl er wie auch die Rechtsmittelinstanz sich über die Tragweite des Entscheides ein Bild machen können. In diesem Sinne müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich die Behörde leiten liess und die tatsächlich ihrem Entscheid zugrunde liegen. Das bedeutet indessen nicht, dass sich diese ausdrücklich mit jeder tatbeständlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzen muss. Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (BGE 126 I 97 E. 2 S. 102 f. mit Hinweisen). 5.3 Das Kantonsgericht hat in Ziffer 6.1 des Urteils das Gutachten vom 22. Oktober 2001 gewürdigt und ist auf die gegen das Projekt aufgezählten Argumente eingegangen. Insbesondere in Ziffer 6.2 des angefochtenen Entscheides hat das Kantonsgericht zu den Vorbringen des Beschwerdeführers Stellung bezogen. So hat es ausgeführt, allein aus der Sicht der momentanen Lage des Beschwerdeführers, der Art seiner Bewirtschaftung und insbesondere den Pachtverhältnissen sei ein Verzicht auf die Strasse eventuell auch vertretbar. Die Interessenabwägung dürfe sich aber nicht auf eine punktuelle, personenbezogene Situation beziehen. Aufgrund des Gutachtens hätten sich die Erwägungen des Staatsrates als sachlich durchaus vertretbar erwiesen, weshalb diesem keine Rechtsverletzung vorgeworfen werden könne. Das Kantonsgericht hat sodann berücksichtigt, dass der Beschwerdeführer ausgeführt hat, das Projekt bringe ihm "... persönlich keinerlei Vorteile..." und "... die Linienführung entlang der Chummera [sei] ungeeignet." Es hat erwogen, die gegen das Projekt vorgebrachten Argumente reichten nicht aus, "... um die Erstellung der Strasse als sachlich nicht vertretbar zu erachten;" dass eine andere Lösung mindestens ebenso in Betracht komme oder sogar vorzuziehen wäre, aber eine bestimmte Variante bewilligt worden sei, könne dem Staatsrat nicht als Ermessensüberschreitung vorgeworfen werden. 5.4 Das Kantonsgericht hat sich genügend mit den Vorbringen des Beschwerdeführers befasst. Es hat ausgeführt, weshalb es zum Schluss gekommen ist, der Staatsrat habe keine Ermessensüberschreitung und damit keine Rechtsverletzung begangen und hat auch die für seine Entscheidfindung wesentlichen Argumente dargelegt. Damit hat es genügend zum Ausdruck gebracht, weshalb es den Argumenten des Gutachtens und nicht jenen des Beschwerdeführers in den Stellungnahmen gefolgt ist. Nach dem Dafürhalten des Kantonsgerichts war das Gutachten genügend überzeugend; die Ausführungen des Beschwerdeführers vermochten daran nichts zu ändern, weshalb sie weggelassen werden durften. Die Rüge der Verletzung des rechtlichen Gehörs erweist sich daher als unbegründet und ist abzuweisen.