Citation: 2A.218/2002 05.09.2002 E. 3

3.1 Die Frage, ob eine Scheinehe vorliegt, kann - obwohl verschiedene Indizien darauf hindeuten - offen gelassen werden, da sich die Berufung des Beschwerdeführers auf die Ehe jedenfalls als rechtsmissbräuchlich erweist. 3.2 Wie die Vorinstanz zutreffend festgestellt hat, war die Aufenthaltsbewilligung des Beschwerdeführers im Zeitpunkt der Heirat nur noch für zwei Monate gesichert und eine Verlängerung der Bewilligung kaum vorstellbar. Die Art und Weise, wie der Beschwerdeführer von seinem Bekannten und Vermieter betreut wurde und der Umstand, dass auch nach der Heirat der Wohnsitz bei diesem Bekannten beibehalten wurde, deuten darauf hin, dass zwischen dem Beschwerdeführer und dem Vermieter eine Beziehung bestand, die über ein freundschaftliches kollegiales Verhältnis hinausging. Diese Vermutung wird dadurch verstärkt, dass es gemäss Aussage der Ehefrau vier Monate nach der Heirat zu keinen intimen Beziehungen gekommen war. Unbestritten ist sodann, dass sich der Bekannte und Vermieter dem Sohn der Ehefrau auf strafbare Weise sexuell genähert hatte und dafür auch bestraft wurde. Es bestehen Hinweise dafür, dass der Beschwerdeführer vom Verhalten des Vermieters gegenüber seinem Stiefsohn Kenntnis hatte und dies nicht verhindert hat, um seine Beziehung zu diesem Mann nicht zu gefährden. Die von der Ehefrau erklärte Bereitschaft, in einem bestimmten Zeitpunkt mit dem Beschwerdeführer wieder zusammenzuleben, ist nicht geeignet, die sich aus diesen Indizien ergebenden Vermutungen zu widerlegen. Gemäss ihrer Anwältin hat die Ehefrau nämlich unter starkem Druck der beiden Männer gestanden, ihre Ehe als intakt darzustellen. Im Übrigen hat die Ehefrau zweimal eine Scheidungsklage eingereicht, was ebenfalls zeigt, dass ihr nichts mehr an der Ehe lag und sie darin keine Zukunft mehr sah. Der Beschwerdeführer hat auch nach den sexuellen Übergriffen seines Bekannten gegenüber seinem Stiefsohn nichts unternommen, um die Ehe aufrecht zu erhalten. Er wohnt weiter im Haushalt seines Bekannten. Sämtliche Indizien sprechen dafür, dass der Beschwerdeführer einzig an der Ehe festhält, um seine Aufenthaltsbewilligung nicht zu verlieren.