Citation: 8C_71/2008 17.09.2008 E. 6

Was die über den 31. Mai 2005 hinaus subjektiv geklagten Beschwerden anbetrifft, hat das kantonale Gericht die Adäquanz des Kausalzusammenhanges zu Unrecht nach der sogenannten Psycho-Praxis (BGE 115 V 133) geprüft. Auch wenn schon wenige Monate nach dem Unfall aktenkundig Hinweise auf depressive Verstimmungen vorhanden waren, traten psychogene Beeinträchtigungen mit Blick auf das gesamte Beschwerdebild bis zur Einstellung sämtlicher Versicherungsleistungen Ende Mai 2005 - entgegen der Vorinstanz - nicht derart in den Vordergrund, dass die Adäquanz des Kausalzusammenhanges hätte nach den Grundsätzen im Sinne von BGE 115 V 133 E. 6c/aa S. 140 (vgl. BGE 127 V 102 E. 5b/bb S. 103 mit Hinweisen) beurteilt werden müssen. Mit der Versicherten gelangt hier vielmehr die Schleudertrauma-Praxis nach den mit BGE 134 V 109 präzisierten adäquanzrelevanten Kriterien zur Anwendung. 6.1 Gemäss BGE 134 V 109 E. 10.1 S. 126 f. ist auch weiterhin zu prüfen, ob, ausgehend vom augenfälligen Geschehensablauf, ein leichter, mittlerer oder schwerer Unfall vorliegt. Während der adäquate Kausalzusammenhang in der Regel bei schweren Unfällen ohne Weiteres bejaht und bei leichten Unfällen verneint werden kann, lässt sich die Frage der Adäquanz bei Unfällen aus dem mittleren Bereich nicht auf Grund des Unfallgeschehens allein schlüssig beantworten. Es sind weitere, objektiv erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall in Zusammenhang stehen oder als direkte beziehungsweise indirekte Folgen davon erscheinen, in eine Gesamtwürdigung einzubeziehen. Je nachdem, wo im mittleren Bereich der Unfall einzuordnen ist und abhängig davon, ob einzelne dieser Kriterien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt sind, genügt zur Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein Kriterium oder müssen mehrere herangezogen werden (BGE 117 V 359 E. 6 S. 366 ff., 369 E. 4b und c S. 383 f.). 6.2 Das Ereignis vom 9. September 2003 ist mit der Beschwerdeführerin - entgegen dem kantonalen Gericht - als mittelschwerer Unfall im mittleren Bereich zu qualifizieren (Urteile des Eidgenössischen Versicherungsgerichts U 366/06 vom 23. Mai 2007, E. 5.1, und des Bundesgerichts 8C_340/2007 vom 12. Juni 2008, E. 5.3, je mit Hinweisen). Die Adäquanz wäre demnach zu bejahen, wenn ein einzelnes der in die Beurteilung einzubeziehenden Kriterien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt wäre oder mehrere der zu berücksichtigenden Kriterien gegebenen wären (BGE 115 V 138 E. 6c/bb S. 140 f.). Bei der Prüfung der einzelnen Kriterien ist, wie hievor bereits aufgezeigt (vgl. E. 3.1), auf eine Unterscheidung zwischen körperlichen und psychischen Beschwerdemerkmalen zu verzichten.