Citation: 6B_134/2021 E. 5.2.1

5.2.1. Die Vorinstanz erwägt, dass der Beschwerdeführer wegen qualifizierter Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz zu einer Freiheitsstrafe von 12 Monaten verurteilt werde. Bei der Abklärung, ob ein Härtefall vorliege, habe das Gericht das gesamte strafbare Verhalten zu berücksichtigen. Sie verweist daher auf ihre Erwägungen zur Strafzumessung und den Strafvollzug, aus welchen sich auch erhebliche Bedenken im Hinblick auf die Legalbewährung ergäben. Der in Deutschland geborene Beschwerdeführer sei 33 Jahre alt, sei im Alter von 21 Jahren in die Schweiz eingereist und halte sich seit 12 Jahren in der Schweiz auf. Er verfüge, wie seine Ehefrau und die beiden Kinder mit Jahrgang 2016 und 2018, mit denen er in Zeihen zusammenwohne, über die deutsche Staatsbürgerschaft und eine Niederlassungsbewilligung C in der Schweiz. Seit seiner Einreise arbeite er bei der D.________ GmbH. Zudem sei er Gesellschafter und Geschäftsführer der B.________ GmbH. Seine Schulzeit habe er in U.________ absolviert. Die prägenden Kindheits- und Jugendjahre habe er in Deutschland verbracht. Er könne sich zwar auf seine 12-jährige Aufenthaltsdauer in der Schweiz berufen, doch seine in dieser Zeit erfolgte Integration gehe nicht über das mit dem Aufenthalt und der Berufsausübung in der Schweiz üblicherweise einhergehende Mass hinaus. Seine Sozialkontakte ausserhalb der Familie beschränkten sich auf einige wenige Kollegen. Eine Reintegration in Deutschland sei ohne nennenswerte Probleme möglich. Die Eltern des Beschwerdeführers, zu welchen ein intakter Kontakt bestehe, lebten ebenfalls in Deutschland, der Vater im grenznahen V.________ und die Mutter in U.________. Das (behauptete) Risiko einer Arbeitslosigkeit in Deutschland habe unberücksichtigt zu bleiben, denn diese Schwierigkeit treffe eine grosse Vielzahl von Betroffenen in der Lage des Beschwerdeführers in vergleichbarer Weise, weshalb dessen Berücksichtigung dem Ausnahmecharakter der Härtefallklausel zuwiderliefe. Die mit einer migrationsrechtlichen Wegweisung verbundene Trennung von einer engen und gelebten Beziehung zum Ehegatten und den Kindern führe nicht per se zur Unverhältnismässigkeit, was umso mehr für die als strafrechtliche Massnahme ausgestaltete Landesverweisung gelten müsse. Moderne Kommunikationsmittel könnten den Kontakt auch bei räumlicher Trennung gewährleisten und vereinfachen. Zudem bestehe die Möglichkeit von Treffen im grenznahen Deutschland und bewilligungsfähigen Kurzaufenthalten. Schliesslich wäre ein Umzug sowohl für die Ehefrau als auch für die beiden Kinder, die alle über die deutsche Staatsbürgerschaft verfügten, ohne Weiteres zumutbar. Eine soziale und berufliche Eingliederung in seinem Heimatland sei dem Beschwerdeführer ohne Weiteres möglich. Er habe ein schweres Betäubungsmitteldelikt verübt, nachdem er bereits einschlägig sowie wegen anderer Delikte vorbestraft gewesen sei, womit er deutlich gezeigt habe, dass er die hiesige Rechtsordnung nicht respektiere. Die Gesamtumstände liessen seine Verbindung mit der Schweiz auch unter Berücksichtigung von Art. 8 EMRK nicht derart stark erscheinen, dass eine Rückweisung nach Deutschland für ihn einen schweren persönlichen Härtefall im Sinne von Art. 66a Abs. 2 StGB bedeute. Eine Landesverweisung erweise sich als verhältnismässig im Sinne von Art. 8 Ziff. 2 EMRK. Die öffentlichen Interessen an der Landesverweisung überwögen die privaten Interessen des Beschwerdeführers deutlich. Dass die Wegweisung aus der Schweiz vom Beschwerdeführer als grosse Härte empfunden werde, ändere daran nichts. Eine Landesverweisung begründe in den meisten Fällen eine gewisse Härte. Sie liege jedoch in der Delinquenz des Betroffenen begründet. Auch ein langjähriger Aufenthalt in der Schweiz und familiäre Verbindungen bildeten keinen Freipass für Straftaten.