Citation: 8C_108/2023 E. 3

Die Vorinstanz erwog im Wesentlichen, der Rückforderung lägen Taggeldnachzahlungen der Helsana als Unfallversicherer vom 1. April 2014 bis 31. März 2015 zu Grunde. In diesem Zeitraum habe die ALK insgesamt Fr. 50'577.50 ALE ausgerichtet und die Helsana nachträglich Taggelder in Höhe von Fr. 12'569.05 ausbezahlt, wobei Letztere ihrer Leistung eine 20%ige Arbeitsunfähigkeit zu Grund gelegt habe. Die ALK vertrete die Auffassung, bei der Berechnung der Rückerstattung zufolge der Taggeldnachzahlung der Helsana sei nicht das ausbezahlte Taggeld basierend auf einer Arbeitsunfähigkeit von 20 % massgebend, sondern effektiv ein solches basierend auf einer Arbeitsunfähigkeit von 50 %, weshalb Unfalltaggelder in entsprechend höherem Umfang zu berücksichtigen seien. Effektiv habe - so die Vorinstanz weiter - bis Ende März 2015 eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % bestanden. Die Vorleistungspflicht, welche die ALK vom 1. April 2014 bis 31. März 2015 erfüllt habe, habe zur Folge, dass sich die ALE im Umfang des Anspruchs auf Taggelder der Unfallversicherung verringere. Die ALK habe somit Anspruch auf eine Rückerstattung, soweit die obligatorische Unfallversicherung sachlich kongruente Leistungen für diesen Zeitraum zu erbringen habe. Vorliegend gelte analog Urteil SVR 2021 ALV Nr. 6 S. 18, 8C_385/2020 E. 6.3.3, wonach die in Art. 28 Abs. 2 AVIG statuierte Subsidiaritätsordnung unabhängig von der Frage einer Überentschädigung greife. Die ALK habe die Rückerstattung basierend auf Taggeldern der Unfallversicherung entsprechend einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit beziffert und für die hier massgebliche Zeit einen Taggeldbetrag von Fr. 27'257.65 errechnet. Den Rückerstattungsbetrag von Fr. 24'666.15 habe sie basierend auf einer Neuberechnung des ALE-Anspruchs für jede der betreffenden Konrollperioden (April 2014 bis und mit März 2015) unter jeweiliger Berücksichtigung des auf die Kontrollperiode entfallenden Versicherungseinkommens ermittelt. Dem vorausgegangen sei eine Neuberechnung des ALE-Anspruchs unter Berücksichtigung der nachträglich ausgerichteten Leistungen der Invalidenversicherung. Die Berechnung der ALK lasse ausser Acht, dass sich die Rückforderungssumme gemäss Art. 95 Abs. 1 bis AVIG in Abweichung von Art. 25 Abs. 1 ATSG auf die Höhe der von der Unfallversicherung für denselben Zeitraum ausgerichteten Leistungen zu beschränken habe. Die von der Helsana als Unfallversicherer tatsächlich ausgerichtete Taggeldnachzahlung für die Zeit vom 1. April 2014 bis 31. März 2015 beschränke sich gemäss ihrem Schreiben an die ALK vom 1. Februar 2022 auf Fr. 12'569.05. Die Verpflichtung des Beschwerdegegners zur Rückerstattung des darüber hinausgehenden Betrags von Fr. 12'096.10 (richtig: Fr. 12'097.10 [Fr. 24'666.15 - Fr. 12'569.05]) mit der Begründung, die von der Helsana geleistete Nachzahlung sei geringer als die dem Beschwerdegegner aufgrund der seinerzeitigen Arbeitsunfähigkeit effektiv zustehenden Taggelder der obligatorischen Unfallversicherung, falle ausser Betracht.