Citation: 6B_265/2024 E. 2.5.2

2.5.2. Hinsichtlich der Interessenabwägung erwägt die Vorinstanz im Wesentlichen Folgendes (Urteil E. V.3a/aa-cc S. 33-35 und E. V.4b-d S. 38-44) : Der Beschwerdeführer habe mit der versuchten schweren Körperverletzung zum Nachteil seiner Ehefrau eine massive Gefahr für deren Leben und damit für das höchste Rechtsgut geschaffen. Er werde wegen dieser Straftat sowie wegen mehrfacher harter und mehrfacher Pornografie zu einer erheblichen Freiheitsstrafe von 20 Monaten verurteilt. Insgesamt habe er sich während seines 32-jährigen Aufenthalts in der Schweiz nicht weniger als 19 Mal strafbar gemacht, womit er eindrücklich zeige, dass er nicht bereit sei, sich an die hier geltende Rechtsordnung zu halten. Sein beruflicher Werdegang erweise sich als ausgesprochen durchzogen. Er habe zwar die obligatorische Schulausbildung absolviert, jedoch keinen Berufsabschluss erwerben und nicht für längere Zeit am selben Ort arbeiten können. Auffällig häufig sei er in der Vergangenheit im Zusammenhang mit seiner beruflichen Tätigkeit bzw. der von ihm geführten Unternehmen deliktisch in Erscheinung getreten (Verurteilungen wegen mehrfacher Misswirtschaft, mehrfacher Unterlassung der Buchführung, Betrugs und Irreführung der Rechtspflege). Mittlerweile erziele er ein regelmässiges Einkommen als Angestellter, doch habe er seit November 2020 keine Zahlungen mehr an das Betreibungsamt zur Tilgung seiner Schulden geleistet, vielmehr seien diese weiter angestiegen und beliefen sich gemäss seinen Angaben auf aktuell ca. Fr. 200'000.--. Der Beschwerdeführer habe die Katalogtat in Form einer erheblichen Gewaltausübung zum Nachteil seiner Ehefrau begangen, wobei sein ältester Sohn den Streit miterlebt habe. Ferner habe er seinen beiden älteren Söhnen pornografisches Material zugänglich gemacht und anlässlich der Berufungsverhandlung aussereheliche Beziehungen eingeräumt. Vor diesem Hintergrund seien in Bezug auf das intakte Familienleben Fragezeichen zu setzen. Sofern die gewaltbetroffene Ehefrau nicht mit den Kindern in der Schweiz verbleiben wolle, sei es ihr als kosovarische Staatsbürgerin, die hauptsächlich Albanisch spreche, erst aufgrund der Heirat in die Schweiz gekommen sei und deren Familie am Geburtsort des Beschwerdeführers ein kleines Haus besitze, zumutbar, jenem in den Kosovo zu folgen. Die beiden jüngeren Kinder seien gerade noch in einem anpassungsfähigen Alter, während die beiden älteren Kinder knapp volljährig sein dürften, bis der Beschwerdeführer die Freiheitsstrafe verbüsst haben werde, sodass diese auch in der Schweiz bleiben und hier selbständig als Erwachsene leben könnten. Die Landesverweisung schränke deshalb die familiären und sozialen Kontakte des Beschwerdeführers, seiner Ehefrau und der gemeinsamen Kinder nicht in unzumutbarer Weise ein. Insgesamt sei angesichts seiner langjährigen und hartnäckigen Delinquenz sowie der Gefahr für erneute (Gewalt-) Delikte das öffentliche Interesse an der Landesverweisung höher zu gewichten als sein privates Interesse am Verbleib in der Schweiz.