Citation: 6B_530/2020 E. 2.1.2

2.1.2. Das für den Eventualvorsatz erforderliche Willensmoment liege indes nicht vor. Dass die Beschwerdegegner bei der Überweisung des Geldes wissentlich ein hohes Risiko eingegangen seien, spreche zwar grundsätzlich indiziell für das Vorliegen der Willenskomponente (vgl. angefochtenes Urteil S. 62 und S. 64). Vorliegend sei jedoch zu berücksichtigen, dass diese zum fraglichen Zeitpunkt unbestrittenermassen überzeugt gewesen seien, dass auf diskreten Kanälen hochrentable bzw. ertragreiche Tradingprogramme angeboten werden, bei welchen das eigene Kapital nur nachgewiesen werden müsse, ohne es vom eigenen Konto zu bewegen, womit auch ein Kapitalverlust unmöglich sei (vgl. angefochtenes Urteil S. 54, S. 62 und S. 64). Über eine Reihe von Empfehlungen sei es zum Kontakt mit K.________ gekommen, welcher den Beschwerdegegnern als grosser Fachmann mit jahrelanger Erfahrung empfohlen worden war (vgl. angefochtenes Urteil S. 50 und S. 62). Dabei sei zwischen den Beschwerdegegnern und K.________ ein sehr vertrauensvolles Verhältnis entstanden, was sich unter anderem anhand der glaubhaften Aussagen der Beschwerdegegner und der aktenkundigen E-Mails belegen liesse (vgl. etwa angefochtenes Urteil S. 35, S. 40 und S. 48 f.). K.________ habe die beiden Beschwerdegegner im Dezember 2009 schliesslich an Q.________ vermittelt, diesen das Geschäft mit der R.________ Holding SA empfohlen und angegeben, dass er eine Provision erhalten solle, wenn aus dem Geschäft mit Q.________ bzw. der R.________ Holding SA ein Gewinn resultiere. Der Beschwerdegegner 2 hätte K.________ als jemanden gesehen, der auf ihrer Seite stehe, ihre Interessen wahrnehme und ihnen helfen wolle, zum Erfolg zu kommen. Entsprechend hätten die Beschwerdegegner ein hohes Vertrauen in das Geschäft der C.________ SA mit der R.________ Holding SA gehabt und darauf vertraut, die Kapitalsumme von EUR 7.3 Mio. durch die Vornahme der Transaktion nicht zu verlieren bzw. zu gefährden. Dieses Vertrauen ergebe sich auch aus der nach der Überweisung der Kapitalsumme geführten, aktenkundigen E-Mailkorrespondenz zwischen dem Beschwerdegegner 2 und J.________ sowie den Beschwerdegegnern untereinander (vgl. angefochtenes Urteil S. 62 ff.). In Bezug auf den Beschwerdegegner 1 sei zudem zu konstatieren, dass dieser eigene Vermögenswerte in der Höhe von Fr. 100'000.-- und EUR 230'000.-- bei der C.________ SA angelegt hatte, was ebenfalls die Annahme nahe lege, dass er hinsichtlich des Geschäfts mit der R.________ Holding SA optimistisch gewesen sei und damals nicht ernsthaft mit dem Verlust der eigenen Mittel gerechnet habe (vgl. angefochtenes Urteil S. 64). Vor dem Lichte all dessen sei vorliegend davon auszugehen, dass die beiden Beschwerdegegner tatsächlich an den Erfolg glaubten und den Verlust des Anlagekapitals nie ernstlich in Betracht zogen, geschweige denn sich damit abgefunden hätten. Damit könne ihnen kein eventualvorsätzliches Handeln zur Last gelegt werden (vgl. angefochtenes Urteil S. 63 f.), weshalb die Beschwerdegegner vom Vorwurf der qualifizierten Veruntreuung freizusprechen seien.