Citation: 1C_364/2017 E. 4.2

4.2. Nach diesem Entscheid richtet sich ein allfälliger Anspruch aus materieller Enteignung als Folge des Verbots zum Bau von Zweitwohnungen gegen dasjenige Gemeinwesen, welches den Entscheid fällt, der direkt zur Einschränkung der Nutzungsmöglichkeit führt. Das gilt auch, wenn es nur umsetzt, was das übergeordnete Recht vorschreibt (eingehend zum Ganzen zur Publikation bestimmtes Urteil 1C_216/2017 vom 6. August 2018 E. 1). Das Bundesgericht wies im zitierten Urteil darauf hin, dass Art. 75b Abs. 1 BV (in Verbindung mit Art. 197 Ziff. 9 Abs. 2 BV) seit seinem Inkrafttreten am 11. März 2012 unmittelbar anwendbar ist (zur Publi kation bestimmtes Urteil 1C_216/2017 vom 6. August 2018 E. 3.1 mit Hinweis auf BGE 139 II 243 E. 9-11 S. 249 ff.; vgl. auch Urteil 1C_289/2013 vom 28. Oktober 2013 E. 3.2 in der gleichen Sache [siehe Sachverhalt lit. A. hiervor]). Der Inhalt des Grundeigentums wird nicht nur durch die Privatrechtsordnung, sondern auch durch die verfassungsrechtliche Ordnung und das gestützt darauf erlassene öffentliche Recht als Ganzes geprägt. Die zu einem bestimmten Zeitpunkt geltenden Festlegungen des Eigentumsinhalts können - wie alles Recht - geändert werden. Die Eigentumsgarantie gewährleistet das Eigentum nicht unbeschränkt, son dern nur innert den Schranken, die ihm im öffentlichen Interesse durch die Rechtsordnung gezogen sind (zur Publikation bestimmtes Urteil 1C_216/2017 vom 6. August 2018 E. 3.2 mit Hinweis auf BGE 105 Ia 330 E. 3c S. 336 f.). Neben der Eigentumsgarantie stehen weitere, ihr gleichrangige Verfassungsbestimmungen wie die Gebote der Walderhaltung (Art. 77 BV), des Gewässerschutzes (Art. 76 BV) und des Umweltschutzes (Art. 74 BV), welche ebenfalls auf die Festlegung des Eigentumsinhalts einwirken. Gleiches gilt für die Einschränkung des Anteils Zweitwohnungen gemäss Art. 75b BV. Hierbei handelt es sich um eine raumplanungspolitische, direkt anwendbare Massnahme auf Verfassungsstufe, welche schweizweit auf Gemeindeebene die Möglichkeiten, Zweitwohnungen zu erstellen, neu definiert. Solche neuen Festlegungen des Eigentumsinhalts, bei denen bisher bestehende Befugnisse aufgehoben werden, sind von den Betroffenen grundsätzlich entschädigungslos hinzunehmen. Es besteht kein Anspruch auf Beibehaltung der bisherigen Rechts- und Eigentumsordnung (vgl. zur Publikation bestimmtes Urteil 1C_216/2017 vom 6. August 2018 E. 3.2 und E. 3.3, insbesondere mit Hinweis auf BGE 105 Ia 330 E. 3d S. 338). Neue Inhaltsbestimmungen des Eigentums können die gleichen Wirkungen haben wie Eigentumsbeschränkungen. Ausnahmsweise können hierdurch einzelne Grundeigentümer enteignungsähnlich getroffen werden. Eine Entschädigung kann dann geboten sein, wenn im konkreten Fall der Übergang von der alten zur neuen Ordnung krasse Unterschiede bewirkt, welche der Verfassungsgeber nicht vorhergesehen hat, und dies für einzelne Eigentümer (zu) einschneidende Konsequenzen hat (vgl. zur Publikation bestimmtes Urteil 1C_216/2017 vom 6. August 2018 E. 3.3, insbesondere mit Hinweis auf BGE 105 Ia 330 E. 3d S. 338).