Citation: 1P.116/2007 27.07.2007 E. 3

Es ist noch zu prüfen, ob der Einzelrichter aufgrund der vorhandenen Beweisergebnisse den Anfangsverdacht im Sinne von § 22 Abs. 1 der kantonalen Strafprozessordnung verneinen durfte, ohne gegen das Willkürverbot zu verstossen. Der Einzelrichter hat u.a. auf die Aussagen von Z.________ abgestellt, welcher hinter dem fraglichen Lieferwagen fuhr. Dieser hat als Auskunftsperson das Unfallgeschehen aus seiner Optik geschildert und insbesondere festgehalten, dass der Motorradfahrer langsam fuhr, der Lieferwagen hupte und sich das Opfer auf seinem Motorrad umdrehte und eine Hand hob. Eine Berührung zwischen dem Lieferwagen und dem Motorrad hat er nicht beobachtet. Weshalb diese präzisen Schilderungen unglaubhaft sein sollen, legt der Beschwerdeführer nicht dar. Angesichts des Umstandes, dass Z.________ vorerst aus einer gewissen Distanz auf den Lieferwagen aufschloss und nach dessen Fahrt rechts auf dem Verzögerungsstreifen den Motorradfahrer sehen konnte, können seine Aussagen entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers nicht als unglaubhaft bezeichnet werden. Sie stimmen zudem mit den Aussagen von Y.________ weitgehend überein, insbesondere hinsichtlich des Umstandes, dass B.X.________ sel. langsam gefahren sei und sich unter Heben eines Armes umgedreht habe. Bei dieser Sachlage kann an der Glaubhaftigkeit von dessen Aussagen nicht allein deshalb gezweifelt werden, weil er ein Interesse daran haben könnte, eine Berührung zu verschweigen. Umgekehrt mag in demselben Ausmass B.X.________ sel. ein Interesse gehabt haben, eine Berührung zwischen dem Motorrad und dem Lieferwagen zu bejahen. Dem durfte der Einzelrichter ohne gegen das Willkürverbot zu verstossen anfügen, dass die Abgabe eines Hupsignals in der gegebenen Situation für sich genommen kein Anzeichen für ein deliktisches Handeln abgeben kann und es für den Fahrer des Lieferwagens nicht voraussehbar war, dass infolge des Hupsignals sich der Motorradfahrer umdreht, den Blick für eine gewisse Dauer von der Fahrtrichtung abwendet und eine Hand vom Lenker nimmt. Dieses Verhalten von B.X.________ sel. ist von beiden Auskunftpersonen im Wesentlichen übereinstimmend bestätigt worden. Gesamthaft ergibt sich damit, dass die Beweiswürdigung durch den Einzelrichter nicht offensichtlich unhaltbar im Sinne von Art. 9 BV erscheint und der Einzelrichter daher den für die Weiterführung einer Strafuntersuchung erforderlichen Anfangstatverdacht gegenüber Y.________ verneinen durfte.