Citation: U 183/01 08.10.2002 E. 1

1.1 Wie schon im vorinstanzlichen Verfahren macht die SUVA geltend, auf das Gerichtsgutachten des Dr. med. S.________ vom 13. Oktober 2000 - gestützt auf welches das kantonale Gericht den natürlichen Kausalzusammenhang zwischen den als Schleudertrauma der HWS qualifizierten Beschwerden und dem Unfallereignis vom 2. März 1996 bejaht hat - dürfe wegen Befangenheit des Experten nicht abgestellt werden. Zur Begründung wird vorgebracht, der Arzt habe die Versicherte vor der Begutachtung in seiner Klinik stationär behandelt. Analog den Hausärzten sei er daher geneigt, im Hinblick auf die auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten der Patientin auszusagen, zumal er letztlich auch eine Beurteilung der eigenen Behandlung vornehme. 1.2 Das Erfordernis der Unabhängigkeit und Unparteilichkeit von Sachverständigen ergibt sich nach der Rechtsprechung aus der sinngemässen Anwendung der Verfahrensgarantie nach Art. 30 Abs. 1 BV (nicht veröffentlichtes Urteil P. vom 6. Juli 2000, I 600/99). Ein Gutachter gilt als befangen, wenn Umstände vorliegen, die geeignet sind, Misstrauen in seine Unparteilichkeit zu erwecken. Bei der Befangenheit handelt es sich allerdings um einen inneren Zustand, der nur schwer bewiesen werden kann. Es braucht daher für die Ablehnung eines Experten nicht nachgewiesen zu werden, dass dieser tatsächlich befangen ist. Es genügt, wenn Umstände vorliegen, die den Anschein der Befangenheit und die Gefahr der Voreingenommenheit zu begründen vermögen. Bei der Beurteilung des Anscheins der Befangenheit und der Gewichtung solcher Umstände kann jedoch nicht auf das subjektive Empfinden einer Partei abgestellt werden. Das Misstrauen in den Sachverständigen muss vielmehr in objektiver Weise als begründet erscheinen (BGE 125 II 544 Erw. 4a; RKUV 1999 Nr. U 332 S. 193 Erw. 2a/bb; AHI 1997 S. 135 Erw. 1b/aa, je mit Hinweisen). Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters ein strenger Massstab anzulegen (BGE 123 V 176 Erw. 3d; AHI 1997 S. 306 Erw. 3d, je mit Hinweis). Aus dem zur Diskussion stehenden Gutachten ergeben sich keine Anhaltspunkte, welche auf eine mangelnde Objektivität oder Voreingenommenheit des Experten schliessen liessen. Der Austrittsbericht der Klinik Z.________ vom 27. April 2000 ist von Oberarzt Dr. med. W.________ und Assistenzarzt Dr. med. D.________ unterzeichnet, weshalb davon auszugehen ist, dass die vom 6. März bis 1. April 2000 durchgeführte Behandlung in ihren Verantwortungsbereich fiel. Das Gutachten trägt dagegen die Unterschrift des Chefarztes der Klinik, Dr. med. S.________. Allein aus dem Umstand, dass dieser aufgrund der Feststellungen bei der ersten Untersuchung und der Tatsache, dass bisher keine konsequente stationäre Behandlung durchgeführt worden war, von einem nicht unerheblichen Rehabilitationspotential ausging und eine stationäre Rehabilitation in seiner Klinik veranlasste, kann nicht auf mangelnde Objektivität oder Voreingenommenheit geschlossen werden. Hinzu kommt, dass sich im Rahmen einer mehrwöchigen stationären Abklärung und Behandlung eine klarere Zuordnung und Beurteilung des Beschwerdebildes ergibt als gestützt auf eine einmalige ambulante Untersuchung. Zu einer Rückweisung der Sache aus formellen Gründen besteht daher kein Anlass.