Citation: U 269/02 04.11.2003 E. 2

Streitig und zu prüfen ist der Invaliditätsgrad. 2.1 Auf Grund der insoweit übereinstimmenden medizinischen Akten kann der Beschwerdeführer seine vor dem Unfall ausgeübte Tätigkeit als Hauswart sowie andere körperlich schwere Arbeiten nicht mehr verrichten. Umstritten ist hingegen die ihm verbliebene Arbeitsfähigkeit in einem zumutbaren Verweisungsberuf. 2.2 Dem auf umfassenden Abklärungen beruhenden Austrittsbericht der Klinik S.________ vom 16. September 1999 ist zu entnehmen, dass dem Versicherten aus unfallkausaler Sicht eine allmähliche Steigerung der Arbeitsfähigkeit für leichte und wechselbelastende Tätigkeiten auf 100 % zumutbar wäre. Nichts Gegenteiliges lässt sich aus den Untersuchungen des Kreisarztes vom 21. April, 12. Juli und 30. Dezember 1999 sowie aus den Einschätzungen des damaligen Hausarztes Dr. med. M.________ vom 26. Januar und 9. Juni 1999 ableiten. Hingegen erachteten die Ärzte der Klinik und Poliklinik für Orthopädische Chirurgie am Spital A.________, die zuhanden der IV-Stelle Luzern ein Gutachten vom 16. Mai 2001 erstellten, und Frau Dr. med. R.________, Innere Medizin FMH, die den Versicherten seit dem 14. Februar 2000 als Hausärztin betreut, die Arbeitsfähigkeit des Versicherten als deutlich vermindert. Die Ärzte am Spital A.________ kamen in ihrem Gutachten zum Schluss, dem Versicherten sei eine Tätigkeit im Rahmen von drei bis vier Stunden täglich, ohne körperliche Belastungen und mit wechselnden Positionen (Sitzen, Stehen, Gehen) zumutbar. Sie führten weiter aus, die Arbeitsunfähigkeit des Versicherten werde einerseits durch die Wirbelsäulenproblematik mit tieflumbalen Schmerzen bei degenerativen Veränderungen sowie Sensibilitätsstörung im Bereich des linken Oberschenkels, aber auch durch internistische Ursachen mit Cardiomyopathie und konsekutiven hypertensiven Krisen bewirkt. Daneben würden auch rezidivierende Schmerzen in beiden Handgelenken auftreten. In ihrem Bericht vom 18. April 2000 kam Frau Dr. med. R.________ zum Schluss, die Arbeitsfähigkeit sei auch in einer behinderungsangepassten Tätigkeit erheblich eingeschränkt. Der Beschwerdeführer könne aktuell maximal zwei Stunden an einer Tätigkeit verweilen, müsse schmerzbedingt alle 20 Minuten kurze Pausen einlegen und sich nach maximal zwei Stunden eine halbe Stunde hinlegen; Autofahrten müssten alle 30 bis 45 Minuten unterbrochen werden, Treppensteigen löse Schmerzen im Rücken mit Ausstrahlung in die linke Gesässseite aus, Besteigen einer Leiter sei bei verminderter Kraft im linken Bein nicht mehr möglich und das Heben von Lasten über fünf Kilogramm bewirke heftige Rückenschmerzen. In einem zu Handen der IV-Stelle abgefassten Bericht vom 15. November 2000 führte Frau Dr. med. R.________ aus, in Anbetracht des bisherigen Verlaufs nach dem Unfall vom Dezember 1998 und den frustrierenden Therapieresultaten bezüglich Schmerzproblematik scheine ein Wiedererlangen einer auch nur geringen Arbeitsfähigkeit unwahrscheinlich. Dieser Einschätzung lagen die Diagnosen invalidisierender Rückenschmerzen nach lumbaler Contusio spinalis und vorbestehenden degenerativen lumbovertebralen Veränderungen sowie wiederholter hypertensiver Krisen mit Synkopen bei seit ca. 1990 bekannter essentieller arterieller Hypertonie, Steifigkeitsgefühl und Schmerzen beider Hände seit Juli 2000 sowie Adipositas seit Jahren zu Grunde. 2.3 Die im Gutachten des Inselspitals Bern bescheinigte deutlich verminderte Arbeitsfähigkeit beruht - worauf im vorinstanzlichen Entscheid zu Recht hingewiesen wird - wesentlich auf unfallfremden Ursachen, zu denen nebst den vorbestehenden degenerativen Veränderungen auch die mehrfach diagnostizierte arterielle Hypertonie zu rechnen ist. Wenn die Vorinstanz erwägt, dass bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit auf dieses Gutachten nicht abgestellt werden kann, soweit es Beschwerden mitberücksichtigt, die nicht unfallkausal sind, erweist sich dies als zutreffend. Hinsichtlich der Berichte von Frau Dr. med. R.________ ist zu beachten, dass die Hausärztin gegenüber den kreisärztlichen Untersuchungen keine neuen Befunde erhob und sich weitgehend auf die subjektiven Angaben des Beschwerdeführers abstützte, so dass ihre Ausführungen nicht geeignet sind, die umfassenden und begründeten Einschätzung des Kreisarztes sowie die Beurteilungen von Dr. med. M.________ und der Klinik S.________ in Zweifel zu ziehen. Darüber hinaus berücksichtigt auch sie die bereits vor dem Unfall vorhandenen Beschwerden (degenerative Veränderungen, Hypertonie, Adipositas) und die Probleme an beiden Händen. Verwaltung und Vorinstanz haben somit zu Recht auf die Beurteilungen des Kreisarztes, der Klinik S.________ sowie des damaligen Hausarztes Dr. med. M.________ abgestellt. Soweit unfallfremde Faktoren für die Arbeitsunfähigkeit verantwortlich sind, hat dafür einzig die Invalidenversicherung einzustehen. Dass die IV-Stelle im März 2002 die Ausrichtung einer ganzen Rente verfügte, ist im vorliegenden Verfahren nicht relevant, weil die Invalidenversicherung - wegen ihrer Ausgestaltung als finale Versicherung (vgl. BGE 124 V 178 Erw. 3b mit Hinweisen) - das Risiko der Invalidität unabhängig davon deckt, ob das versicherte Ereignis in einer Krankheit oder einem Unfall besteht. Angesichts der ausführlichen medizinischen Dokumentation besteht zu weiteren Abklärungen kein Anlass, da davon keine neuen Erkenntnisse zu erwarten sind (antizipierte Beweiswürdigung; SVR 2001 IV Nr. 10 S. 28 Erw. 4b; BGE 124 V 94 Erw. 4b, 122 V 162 Erw. 1d, mit Hinweisen).