Citation: 8C_250/2010 29.07.2010 E. 3

3.1 Eine Rechtsverzögerung und damit eine Verletzung von Art. 29 Abs. 1 BV liegt vor, wenn eine Gerichts- oder Verwaltungsbehörde sich zwar bereit zeigt, einen Entscheid zu treffen, diesen aber nicht binnen der Frist fasst, welche nach der Natur der Sache und nach der Gesamtheit der übrigen Umstände als angemessen erscheint. Für die Rechtsuchenden ist es unerheblich, auf welche Gründe - ob auf ein Fehlverhalten der Behörden oder auf andere Umstände - die Rechtsverzögerung zurückzuführen ist; entscheidend ist ausschliesslich, dass die Behörde nicht fristgerecht handelt. Bei der Feststellung einer unrechtmässigen Rechtsverzögerung geht es deshalb um die Würdigung objektiver Gegebenheiten. Eine Rechtsverzögerung ist gegeben, wenn die Umstände, welche zur unangemessenen Verlängerung des Verfahrens führten, objektiv nicht gerechtfertigt sind. Ob sich die gegebene Verfahrensdauer mit dem Anspruch auf Rechtsschutz innert angemessener Frist verträgt oder nicht, ist am konkreten Einzelfall zu prüfen. Massgeblich ist namentlich die Art des Verfahrens, die Schwierigkeit der Materie und das Verhalten der Beteiligten (SVR 2001 IV Nr. 24 S. 73 E. 3b mit Hinweisen, I 436/00). 3.2 Angesichts der aus ärztlicher Sicht durch die Operation zu erwartenden wesentlichen Steigerung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit und des durch die fehlende Einwilligung des Versicherten um mehrere Jahre verzögerten Eingriffs ist nicht zu beanstanden, dass die IV-Stelle erst nach Durchführung der Operation und damit vier Jahre nach Einreichung des Leistungsgesuches die zumutbare Arbeitsfähigkeit bestimmte und über den Anspruch auf eine Invalidenrente entschied. In diesem Zusammenhang ist auch die Schadenminderungspflicht der versicherten Person von Bedeutung (BGE 129 V 460 E. 4.2 S. 463 mit Hinweisen). Diese kann unter Umständen beinhalten, dass sich die versicherte Person einer zumutbaren Operation unterzieht (vgl. Urteil I 462/05 vom 16. August 2006 E. 6.1 und 6.2). Zudem musste dem Versicherten spätestens seit der Begutachtung durch Dr. med. C.________, welcher am 21. März 2006 auch ohne Operation eine zumutbare Arbeitsfähigkeit von 75 % in einer angepassten leichten Tätigkeit attestierte, klar sein, dass allein infolge seiner Arbeitsunfähigkeit im angestammten Beruf nicht mit Sicherheit mit Leistungen der Sozialversicherungen zu rechnen war, zumal der Hausarzt bereits in seinen Berichten vom 24. Februar und 3. Juni 2005 festhielt, bei erfolgreicher operativer Sanierung sollte wieder eine volle Arbeitsfähigkeit erreicht werden. Unter diesen Umständen kann somit nicht gesagt werden, es liege eine bundesrechtswidrige Verzögerung des Verfahrens vor.