Citation: 1C_558/2012 E. 3.2.2

3.2.2. Es steht mit der Vorinstanz ausser Zweifel, dass die homosexuelle Neigung eines Ehepartners, sobald sie hervortritt, die Ehe in Frage stellen kann. Wie das Bundesverwaltungsgericht zu Recht erkennt, enthält die Darstellung der Beschwerdeführerin aber Widersprüche. Sie gab dem BFM in ihrer Stellungnahme vom 10. Januar 2009 an, die aussereheliche Beziehung ihres Ehepartners erst im April 2006 entdeckt zu haben. Im Juni darauf habe er ihr eröffnet, sich scheiden zu lassen (act. 3.1 und 11). Gemäss dem von ihr eingereichten Scheidungsurteil reichten die Eheleute das Scheidungsbegehren jedoch bereits im April 2006 ein (vgl. act. 5). Die Beschwerdeführerin hat vor der Vorinstanz denn auch eingeräumt, sich über den Ablauf der Geschehnisse getäuscht zu haben. Sie habe die aussereheliche Beziehung nicht erst im April 2006, sondern bereits im November oder Dezember 2005 entdeckt. Dass die Beschwerdeführerin ein nach eigener Aussage derart einschneidendes Ereignis, welches die Ehe zerstört haben soll, lediglich drei Jahre später zeitlich nicht mehr einordnen kann, ist nicht nachvollziehbar. Ihrem Standpunkt, diese Ungereimtheit sei unwesentlich, ist nicht zu folgen. Wenn sie vorbringt, erst das "Outing" nach der Einbürgerung habe zum Zerfall der Ehe geführt, weicht sie zudem von ihrer eigenen Feststellung ab, bereits wenige Monate nach der Heirat Beziehungsprobleme gehabt zu haben. Ihr Ehemann sei am Abend immer später oder gar nicht nach Hause gekommen. Auch habe er sie nicht mehr beachtet und sei ihr aus dem Weg gegangen (act. 3.1). Dass die Ehe schon früh belastet gewesen sein muss, stimmt auch mit der Angabe des Ehemannes überein, seinen Partner bereits kurz nach der Heirat kennengelernt zu haben. Spätestens seit Ende 2004 sei ihm bewusst gewesen, "auf Männer zu stehen". Seine Frau habe mit ihm darüber sprechen wollen (act. 11). Würdigt man diese Gesichtspunkte gesamthaft, erscheint die Darstellung der Beschwerdeführerin nicht glaubhaft, sie habe von der Neigung ihres Ehepartners erst nach der Einbürgerung vom 5. Juli 2005 erfahren. Sie vermag damit nicht darzutun, während des Einbürgerungsverfahrens in einer intakten Ehe gelebt zu haben.