Citation: 6B_1037/2017 E. 3

Das Obergericht führt zur Begründung im Wesentlichen aus, eine Berufungserklärung sei zwar aktenkundig, indes keine Berufungsanmeldung. Das Schreiben des Beschwerdeführers vom 29. April 2017 sei als "Begehren um schriftliche Begründung des Urteils" überschrieben. Aus seinem Inhalt ergebe sich lediglich, dass jener das Urteil des Kantonsgericht erhalten habe und dessen schriftliche Begründung verlange. Es fänden sich jedoch keine Hinweise, dass er mehr als eine blosse Begründung wünsche. Eine Absicht, dass er die Berufung erklären wolle, sei dem Schreiben ebenfalls nicht zu entnehmen. Auch das Kantonsgericht sei von einem blossen Begründungsbegehren ausgegangen. Aus der Rechtsmittelbelehrung des Urteilsdispositivs ergebe sich, dass das blosse Verlangen einer Urteilsbegründung keine Berufungsanmeldung darstelle. Eine solche bilde Gültigkeitserfordernis für die Berufungseinlegung. Fehle sie, sei die Berufung unwirksam. Die nachträgliche Berufungserklärung sei mangels vorgängiger Berufungsanmeldung bedeutungslos. Auf die Berufung sei nicht einzutreten.