Citation: U 178/02 07.02.2003 E. 3

3.1 Der Beschwerdeführer argumentiert, die Vorinstanz habe sich zu wenig mit seinen Ausführungen befasst und diese nicht widerlegt. Weder die SUVA noch das kantonale Gericht hätten einen konkreten Umstand genannt, der einen erheblichen Zweifel an seiner Darstellung des Sachverhalts rechtfertigen würde. Insbesondere sei kein Grund genannt worden, weshalb es wahrscheinlicher sein sollte, dass er absichtlich zwei Tagesrationen Methadon zu sich genommen habe, um sich damit selbst zu schädigen. Ein Irrtum sei wahrscheinlicher als Absicht. Er rügt insbesondere, der Untersuchungsgrundsatz sei vorliegend verletzt worden, indem man nicht alle Möglichkeiten weiterer Abklärungen ausgeschöpft habe. 3.2 Mit diesen Ausführungen wird übersehen, dass eine Schädigungsabsicht gar nicht zur Diskussion steht. Der bereits mit verschiedenen Drogen berauschte Beschwerdeführer nahm nach eigenen Angaben aus dem Kühlschrank seiner Methadon konsumierenden Mutter eine angebrochene Flasche und trank deren Inhalt. Er selbst gibt an, das Getränk habe nach Sirup geschmeckt. Als Drogenkonsument und als zeitweiliger Mitbewohner bei seiner Mutter wusste er, dass Methadon mit Sirup versetzt abgegeben wird. Nach der allgemeinen Lebenserfahrung ist die Wahrscheinlichkeit, dass er es in Kauf genommen hatte, in dieser Flasche könnten - weitere - Drogen sein, genau so gross, wie seine eigene Sachverhaltsdarstellung einer irrtümlichen Einnahme. Irgendwelche weiteren Beweismassnahmen können an diesem Resultat nichts ändern. Der Vorschlag, die vom Beschwerdeführer getrunkene Mischung mit einer Zweitagesration Methadon sei in einem Blindversuch verschiedenen Personen zu verabreichen, damit sich diese über deren Geschmack äussern können, ist geradezu als absurd zu bezeichnen. Auch kann ein Glaubwürdigkeitsgutachten in Bezug auf die beschwerdeführerischen Aussagen zu keinen neuen Erkenntnissen führen. Aus dem Protokoll vom 11. Januar 2001 über die am Vortag stattgefundene Besprechung zwischen der SUVA und dem Beschwerdeführer (in Anwesenheit von dessen Vater und dem beschwerdeführerischen Rechtsvertreter) geht insbesondere eindeutig hervor, dass sich der Beschwerdeführer einfach nicht mehr an das erinnern kann, was am Wochenende vom 13. bis 16. August 1999 geschehen war. Das ist angesichts der bei der Spitaleinlieferung am 16. August 1999 festgestellten Mischintoxikation auch nicht weiter verwunderlich. In der Befragung gab er denn auch an, dass er einzig noch das Bild der Cola-Flasche vor Augen habe. Seine Mutter habe ihm auch gesagt, dass er aus dieser Flasche getrunken habe. Damit ist es zwar möglich, dass er keine Ahnung vom Inhalt der Flasche hatte und diesen im Sinne einer "ungewöhnlichen äusseren Einwirkung" zu sich nahm. Dieser Sachverhalt ist indessen nicht überwiegend wahrscheinlich und kann auch nicht überzeugend bewiesen werden. Es muss bei der vorinstanzlichen Erkenntnis der Beweislosigkeit und deren Folgen sein Bewenden haben. Dies gilt nicht nur für die Einnahme des Methadon an sich. Im Weiteren müsste auch noch bewiesen werden, dass der Beschwerdeführer die Substanz innert relativ kurzer Frist zu sich genommen hatte, um dem Kriterium der Plötzlichkeit zu genügen. Die Mutter des Beschwerdeführers sah die leere Cola-Flasche erst am Samstag Abend leer im Bett ihres Sohnes liegen. In welchem Zeitraum der Inhalt konsumiert wurde, lässt sich überhaupt nicht mehr beweisen, was ebenfalls zu Lasten des anspruchsbehauptenden Beschwerdeführers geht.