Citation: 5A_99/2020 E. 4.3.8

4.3.8. Im Ergebnis erweist sich der vom Kantonsgericht festgestellte Sachverhalt als unvollständig (fehlende Feststellungen zum elterlichen Konflikt und dessen Auswirkungen auf das Kindeswohl), weshalb auch die basierend auf den festgestellten Sachverhalt gezogene Schlussfolgerung des Kantonsgerichts, wonach das für die alternierende Obhut erforderliche Kriterium der Kommunikations- bzw. Kooperationsfähigkeit nicht erfüllt ist, unzulässig ist. Der angefochtene Entscheid ist aufzuheben und die Sache zur ergänzenden Feststellung des Sachverhalts und zu neuem Entscheid an das Kantonsgericht zurückzuweisen. Dabei wird das Kantonsgericht prüfen müssen, ob zwecks Sachverhaltsermittlung die Einholung eines neuen Gutachtens angezeigt ist. Auch eine Kinderanhörung ist erneut zu erwägen, zumal die Vorstellungen des Kindes als Kriterium für die alternierende Obhut - entgegen des Einwandes der Beschwerdegegnerin - auch bei noch nicht urteilsfähigen Kindern abzuklären ist (vgl. E. 4.1.1). Ferner wird das Kantonsgericht im Rahmen der Rückweisung über die Kosten- und Entschädigungsfolgen des kantonalen Verfahrens gegebenenfalls neu zu befinden haben.