Citation: 8C_604/2017 E. 4.2

4.2. Nicht zu folgen vermochte das kantonale Gericht den Experten des MZR freilich in der Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit. Eine solche bescheinigten sie ausschliesslich aus psychiatrischer Sicht aufgrund der depressiven Störung sowie der iatrogenen Opioidabhängigkeit, und zwar seit 2008 in der angestammten Tätigkeit sowie in sämtlichen dem Leiden optimal angepassten körperlich leichten bis mittelschweren Verrichtungen im Umfang von 50 %. Das kantonale Gericht erwog, dass nach gutachterlicher Einschätzung objektivierbare Hinweise auf eine mindestens mittelgradige depressive Störung bestanden, wobei die Diagnose einer anhaltenden statt einer rezidivierenden depressiven Störung einlässlich begründet werde. Mit Blick auf die Rechtsprechung, wonach einer leichten bis mittelschweren depressiven Störung in der Regel keine invalidisierende Wirkung zuerkannt wurde, stellte es in tatsächlicher Hinsicht fest, dass der Beschwerdeführer seit vielen Jahren unter Depressionen leide und deshalb sowohl stationär als auch ambulant behandelt worden sei, dies seit Juni 2006 einmal im Monat bei Dr. med. D.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, seit August 2009 im Medizinischen Zentrum E.________, zunächst mit zwei, ab Ende 2014 mit einer Sitzung pro Monat. Aufgrund dieser Behandlungsfrequenz schloss die Vorinstanz auf einen zwar vorhandenen, nicht aber auf einen allzu grossen Leidensdruck. Dabei verwies sie auf die Diskrepanz zwischen dem Ausmass der geschilderten Beschwerden und der Intensität der beanspruchten Therapie, deren Intensivierung und Anpassung die Gutachter des MZR empfohlen hätten. Von einer konsequenten Depressionstherapie bzw. einer behandlungsresistenten mittelschweren depressiven Störung könne damit nicht gesprochen werden, wobei offen bleiben möge, ob es sich dabei nicht ohnehin bloss um eine Begleiterscheinung der Schmerzkrankheit handle. Die Schmerzstörung, die laut überzeugender Begründung der Gutachter nicht als anhaltend somatoforme (ICD-10 F45.40), sondern als chronische mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41) klassiert werde, beurteilte das kantonale Gericht sodann im Lichte der spezifischen Rechtsprechung (BGE 141 V 281). Dabei gelangte es zum Schluss, dass nach gesamthafter Betrachtung der massgebenden Indikatoren über all die Zeit vor und und nach 2008 keine rechtlich bedeutsame Arbeitsunfähigkeit erstellt sei. Und da die Opioidabhängigkeit ihrerseits weder Folge noch Auslöser eines krankheitswertigen Gesundheitsschadens sei, komme ihr kein invalidisierender Charakter zu.