Citation: U 84/05 12.09.2006 E. 3

3.1 Aus dem Gesagten ist zu schliessen, dass die Adäquanzprüfung gemäss den Vorgaben nach BGE 115 V 138 Erw. 6 und 407 Erw. 5 zu erfolgen hat (vgl. Erw. 1.3 hievor). Denn selbst wenn Beeinträchtigungen gegeben sind, die zum typischen Beschwerdebild eines Schleudertraums der HWS gehören, treten sie im Vergleich zur ausgeprägten psychischen Problematik ganz in den Hintergrund. Zudem geht aus den medizinischen Akten hervor, dass die psychischen Beschwerden im vorliegenden Fall bereits unmittelbar nach dem Unfall eindeutig Dominanz aufgewiesen haben. 3.2 Eine adäquate Kausalität kann bei Anwendung der Rechtsprechung gemäss BGE 115 V 133, insbesondere Erw. 6c/aa, allerdings nicht angenommen werden: Das Unfallereignis ist, wie auch von der Beschwerdeführerin anerkannt wird, als mittelschweres im Grenzbereich zu den leichten Unfällen liegendes Ereignis zu qualifizieren. Eine besondere Art der Verletzung könnte bei der Versicherten nicht angenommen werden. Es würde hierzu einer besonderen Schwere der für ein Schleudertrauma typischen Beschwerden oder besonderer Umstände, welche das Beschwerdebild beeinflussen können, bedürfen (Urteil Z. vom 4. Mai 2004, U 89/03 mit Hinweisen auf die Urteile D. vom 4. September 2003, U 371/02, T. vom 6. Februar 2002, U 61/00, und D. vom 16. August 2001, U 21/01; vgl. auch SZS 2001 S. 448 sowie Urteil M. vom 12. April 2005, U 110/04, Erw. 3.2), die bei der Beschwerdeführerin aber nicht als gegeben betrachtet werden können, da von den verschiedenen die Versicherte behandelnden Ärzten (Dr. med. H.________, Rehabilitationsklinik B.________, Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten des Kantonsspitals A.________, Frau Dr. med. F.________ und Dr. med. A.________) festgestellt werden musste, dass die objektiven Befunde nicht in Übereinstimmung mit den subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin zu bringen sind. Grad und Dauer der (auf die somatischen Beschwerden zurückzuführenden) Arbeitsunfähigkeit sind ebenfalls nicht derart, dass sie als Kriterium für den Beleg eines adäquaten Kausalzusammenhangs herangezogen werden könnten. So war die Beschwerdeführerin entgegen der Darstellung in der Beschwerdeschrift nach dem Unfallereignis vom 4. März bis 4. Mai 2000 arbeitsfähig, was sie damit dokumentierte, dass sie bis Vertragsende am 17. April 2000 im Kantonsspital ihrer Arbeit nachging und dann bis 4. Mai 2000 bei der Arbeitslosenkasse Taggelder bezog. Eine zweimonatige Zeitperiode wie vorliegend ist nicht mehr als bloss kurzer Arbeitsversuch zu qualifizieren. Die nachfolgenden Perioden der Arbeitsunfähigkeit können insbesondere auch unter Hinweis auf die bereits zitierten Berichte der die Beschwerdeführerin behandelnden Ärzte nicht mehr als primär somatisch bedingt qualifiziert werden. Dasselbe ist auch bei den von der Beschwerdeführerin angeführten Dauerbeschwerden und bei der Dauer der ärztlichen Behandlung zu bemerken. Diese sind primär auf den psychosomatischen Bereich zurückzuführen und haben daher bei der Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs ausser Betracht zu fallen. Dabei kann auch nicht von einem schwierigen, von Komplikationen überschatteten Heilungsverlauf gesprochen werden. Von der Beschwerdeführerin werden verschiedene ärztliche Fehlbehandlungen geltend gemacht, die die Unfallfolgen erheblich verschlimmert haben sollen. Dies ist jedoch unzutreffend. So kann aus der Verordnung des Tragens eines Halskragens eine solche Folge nicht abgeleitet werden. Die Beschwerdeführerin dokumentierte ja gerade mit ihrem Verhalten insbesondere in der Rehabilitationsklinik B.________ eine freie Beweglichkeit der Halswirbelsäule. Auch aus dem Zeitpunkt des Rehabilitationsaufenthaltes in B.________ kann keine ärztliche Fehlbehandlung abgeleitet werden, fand dieser doch mehr als 14 Wochen nach der Geburt der Tochter am 5. Januar 2001 vom 17. April bis 16. Mai 2001 statt. Es ist in diesem Zusammenhang auch auf Art. 35a des Arbeitsgesetzes (SR 822.11) zu verweisen, der nur in den ersten acht Wochen nach der Niederkunft ein Arbeitsverbot vorsieht und zwischen der 9. und 16. Woche eine Arbeitsaufnahme im Einverständnis mit der Arbeitnehmerin zulässt. Auch im Rahmen der ab 1. Juli 2005 zur Ausrichtung gelangenden Mutterschaftsentschädigung ist diese lediglich während den ersten 14 Wochen nach der Geburt bis spätestens zur Wiederaufnahme einer Erwerbstätigkeit auszurichten. Was schliesslich die Verabreichung des Schmerzmittels Novalgin betrifft, so ist eine Beeinträchtigung des Gesundheitszustandes durch die Einnahme dieses Medikamentes nicht belegt. So wird auch in den Ausführungen von Dr. med. M.________ vom 30. März 2004 keine derartige These aufgestellt. In der Beurteilung vom 20. Juni 2002 werden die dort festgestellten Miniatur-Spike-Waves auf einen möglichen Psychopharmaka-Entzug zurückgeführt und nicht auf das Medikament Novalgin.