Citation: 6B_830/2022 E. 1.1

1.1. Der Beschwerdeführer wendet sich gegen den Schuldspruch wegen qualifizierten Raubes gemäss Art. 140 Ziff. 2 StGB betreffend den Vorfall vom 6. März 2012 (Tankstelle). Im Wesentlichen bringt er vor, in ihrem ersten Urteil habe die Vorinstanz gestützt auf die Akten festgestellt, ihm sei der Tatvorgang egal gewesen und es habe ihn überhaupt nicht interessiert. In vollkommenem Widerspruch dazu, halte die Vorinstanz im neuen Urteil nun fest, er habe sich Gedanken gemacht ("... er sei einfach davon ausgegangen, dass nicht geschossen werde...") und sei zu Überzeugungen gelangt. Damit verändere sie in ihrem neuen Entscheid den Sachverhalt in massgeblichen Punkten. Dieses Vorgehen sei aktenwidrig und willkürlich. Gestützt auf die Akten sei vielmehr weiterhin davon auszugehen, dass ihm der Tatvorgang grundsätzlich egal gewesen sei und es ihn überhaupt nicht interessiert habe. Damit entfalle der Eventualvorsatz zum Mitführen einer geladenen Schusswaffe. Entsprechend dem bundesgerichtlichen Rückweisungsentscheid sei sein Handeln nicht als eventualvorsätzlich, sondern als pflichtwidrig unvorsichtig und damit als bewusst fahrlässig zu qualifizieren. Aufgrund aller Umstände könne nur die bewusste Fahrlässigkeit bejaht werden. Er dürfe daher nicht nach Art. 140 Ziff. 2 StGB schuldig gesprochen werden. Schliesslich verletze die Vorinstanz das Gebot der Bindungswirkung, indem sie festhalte, er habe konkludent in den Tatplan eingewilligt, eine Schusswaffe i.S.v. Art. 140 Ziff. 2 StGB zum Zwecke des Raubes mitzuführen. Denn das Bundesgericht habe festgestellt, dass nicht einmal der Einsatz der geladenen Schusswaffe dem gemeinsamen Tatplan entsprochen habe. Wenn aber der Einsatz der geladenen Schusswaffe nicht dem gemeinsamen Tatplan entsprochen habe, so könne er aufgrund der Gesetze der Logik nicht konkludent in einen nicht existierenden Tatplan eingewilligt haben, eine Schusswaffe i.S.v. Art. 140 Ziff. 2 StGB mitzuführen (Beschwerde S. 6 f.).