Citation: 9C_798/2013 E. 5.1.3

5.1.3. Betreffend die Lebensverrichtung Aufstehen, Absitzen, Abliegen führte die Abklärungsperson aus, die Kopfkontrolle sei genügend ausgebildet, auch könne sich der Beschwerdeführer beidseitig in Seitenlage bringen. Sitzen könne er jedoch noch nicht, da die notwendige Rumpfstabilität nicht gegeben sei. Indes könne dies gemäss Anhang III KSIH erst im Alter von 10 Monaten berücksichtigt werden, d.h. ab Februar 2012. Das kantonale Gericht erwog, es möge zutreffen, dass die Unfähigkeit zum freien Sitzen im Alter von 10 Monaten bereits im Rahmen des Abklärungsverfahrens absehbar gewesen sei. Indes schlössen die inzwischen von der IV abgegebenen Hilfsmittel (Spioweste, Sitzschale), welche eine Rumpfstabilität im Hochstuhl bzw. das freie Sitzen ermöglichten, eine Hilflosigkeit aus. Deshalb könne von einer voraussichtlich mehr als zwölf Monate dauernden Hilflosigkeit gemäss Art. 42 Abs. 3 IVG keine Rede sein. Was der Beschwerdeführer dagegen vorbringt, vermag am Ergebnis nichts zu ändern. Namentlich legt er keine überzeugenden Gründe dar, weshalb die Hilflosigkeit beim Sitzen - in Abweichung des KSIH - bereits vor Erreichen des Alters von 10 Monaten hätte berücksichtigt werden sollen. Nicht stichhaltig ist sein Einwand, indem die Verwaltung wenige Tage vor dem Alter von 10 Monaten verfügt habe, habe sie in unzulässiger Weise seinen Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung im ersten Lebensjahr (vgl. Art. 42bis Abs. 3 IVG und Rz. 8094 KSIH, wonach im ersten Lebensjahr keine Karenzfrist zu erfüllen ist) vereitelt. Denn wie der Beschwerdeführer selbst darlegt, anerkannte die IV-Stelle - nach einer weiteren Abklärung - eine Hilfsbedürftigkeit bei dieser Lebensverrichtung offenbar per Februar 2012, mithin noch im ersten Lebensjahr. Folglich ist, weil das Unvermögen, frei zu Sitzen, erst ab dem Alter von 10 Monaten zu berücksichtigen ist (und damit erst im Zeitraum nach dem Verfügungserlass), die Verneinung der Hilflosigkeit nicht bundesrechtswidrig. Unter diesen Umständen ist auf die Frage, ob die Hilfsbedürftigkeit - wie vom kantonalen Gericht angenommen - durch die Abgabe von Hilfsmitteln tatsächlich aufgehoben wurde, nicht näher einzugehen.