Citation: 6B_884/2021 E. 2.6.4

2.6.4. Der Beschwerdeführer rügt weiter, es sei unklar, wie der angezeigte Messwert in km/h ohne Kommastellen zustandekomme, weshalb in Nachachtung von Art. 8 VSKV-ASTRA der angezeigte Wert von 114 km/h auf 113 km/h abzurunden und von einer gefahrenen Geschwindigkeit von 109 km/h auszugehen sei. Gemäss Art. 8 Abs. 1 lit. b VSKV-ASTRA sind vom "auf die nächste ganze Zahl abgerundeten Geschwindigkeitsmesswert" bei Lasermessungen folgende Werte abzuziehen: 3 km/h bei einem Messwert bis 100 km/h, 4 km/h bei einem Messwert von 101-150 km/h, 5 km/h bei einem Messwert ab 151 km/h. Die Vorinstanz erwägt zu diesem Einwand, mit der Eichung und damit der Zertifizierung der Gesetzeskonformität werde auch bestätigt, dass das Gerät die Abrundung der gemessenen Geschwindigkeiten auf die nächste ganze Zahl in Einklang mit Art. 8 Abs. 1 der VSKV-ASTRA vornehme. Es bestehe somit kein Anlass, diesen Umstand in Zweifel zu ziehen. Im Übrigen verkenne der Beschwerdeführer, dass für die Frage, ob eine Verkehrsregelverletzung vorliege, grundsätzlich die tatsächliche Geschwindigkeitsüberschreitung massgebend sei. Der Tatsache, dass Geschwindigkeitsmessungen durch technische Geräte möglicherweise minimal von den tatsächlichen Werten abweichen könnten, werde zusätzlich zu den detaillierten Vorgaben für die Messgeräte und deren Installation durch die Vorschrift von Sicherheitsmargen bei solchen Rechnung getragen. Gemäss der Geschwindigkeitsmessmittel-Verordnung dürfte das Messmittel eine maximale Fehlergrenze von 3 % bei Geschwindigkeiten über 100 km/h aufweisen, um in Verkehr gesetzt zu werden (Anhang zu Art. 4). Im konkreten Fall habe das METAS mit Schreiben vom 21. Januar 2014 ausgeführt, dass während der Eichung vom 14. Februar 2013 maximale Abweichungen von Einzelwerten lediglich bis +0.4 % festgestellt worden seien. Dies entspreche bei gemessenen 114 km/h gerade einmal 0,456 km/h, welche mit dem Sicherheitsabzug von 4 km/h bei Weitem abgedeckt seien. Für allfällige marginale Ungenauigkeiten - darunter falle auch die vom Beschwerdeführer aufgeworfene Rundungsfrage - sei damit bereits ein ausreichender Sicherheitsabzug gewährt und dem Berufungskläger anstelle der gemessenen 114 km/h lediglich eine Geschwindigkeit von 110 km/h zur Last gelegt worden. Eine allenfalls minime Abweichung - wie sie vom Beschwerdeführer mit dem Bereich von 1 km/h vorgebracht werde - sei damit bereits berücksichtigt. Es könne folglich davon ausgegangen werden, dass die Messung korrekt gewesen und der Beschwerdeführer mindestens 30 km/h zu schnell gefahren sei. Auch das METAS sei daher zum Ergebnis gelangt, dass die vom Beschwerdeführer mindestens gefahrene Geschwindigkeit im konkreten Fall 113,5 km/h betragen würde. Die 110 km/h seien somit "eine Annahme zu Gunsten des [Beschwerdeführers]". Mit Blick auf diese Begründung geht der Beschwerdeführer fehl, wenn er in diesem Zusammenhang rügt, die Vorinstanz wolle "bei der Geschwindigkeitsbestimmung von den Abweichungen der Eichwerte ohne zusätzlichen Abzug der Sicherheitsmarge ausgehen". Ob die in Art. 8 Abs. 1 VSKV-ASTRA vorgesehenen Sicherheitsabzüge auch eine dem Ingress dieser Bestimmung widersprechende Rundung des Geschwindigkeitsmesswerts Rechnung aufwiegen könnten, wie die Vorinstanz anzunehmen scheint, erscheint dagegen zweifelhaft, kann indessen an dieser Stelle offenbleiben. Denn die Vorinstanz durfte - ohne dadurch in Willkür zu verfallen - davon ausgehen, dass das Gerät die gemessene Geschwindigkeit wie vorgeschrieben auf die nächste ganze Zahl abrundet, zumal dies auch der Angabe der Herstellerin F.________ AG gegenüber dem Gutachter entspricht und keine Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass diese unrichtig sein soll. Daraus folgert der Gutachter nachvollziehbar, dass die effektiv im Gerät gemessene Zahl zwischen 114,00 und 114,99 km/h lag, was die Vorinstanz ihrem Entscheid zugrundelegen durfte. Daran vermag auch nichts zu ändern, dass der Rundungsalgorithmus als solcher nicht bekannt ist, entspricht ein Abrunden auf die nächste ganze Zahl doch einem einfachen Weglassen der Nachkommastellen, wie es noch die Erstinstanz angenommen hatte.