Citation: 6B_776/2016 E. 1.4.1

1.4.1. Abweichendes Recht im Einzelfall vorbehalten, steht dem Vereinsvorstand, und in der Regel dem Präsidenten (vgl. BGE 117 IV 437 E. 1c), das Strafantragsrecht zu. Der Vorstand hat die Angelegenheiten des Vereins zu besorgen und den Verein zu vertreten (Art. 69 sowie Art. 55 ZGB). Der Vorstand begeht eine Pflichtwidrigkeit, wenn er den Verein nicht ordentlich führt und sich nicht so verhält, wie man es von einem umsichtigen und vernünftigen Vorstand unter den konkreten Umständen erwarten darf (Urteil 5A_691/2012 vom 17. Januar 2013 E. 3.2). Rechte und Pflichten der Mitglieder sind grundsätzlich vereinsrechtlicher, nicht vertragsrechtlicher Natur (Urteil 4A_575/2013 vom 11. März 2014 E. 2.3). Art. 55 ZGB umfasst Organe im formellen wie im materiellen Sinne (faktische Organe; Urteil 4A_54/2008 vom 29. April 2008 E. 3.2.2; BGE 141 III 80 E. 1.3 S. 82; zurückhaltend BGE 128 III 29 E. 3a), d.h. selbst Anscheinsorgane, sodass gutgläubige Dritte nach dem Vertrauensprinzip von einer Organstellung ausgehen können, wenn "die juristische Person jemanden gewähren lässt, der sich als Organ aufspielt" (Anscheinsvollmacht; verneint im Urteil 4C.307/2001 vom 14. März 2002 E. 2b; vgl. TUOR/SCHNYDER/SCHMID, ZGB, 14. Aufl. 2015, S. 132; HAUSHEER/AEBI-MÜLLER, Das Personenrecht des Schweizerischen Zivilgesetzbuches, 4. Aufl. 2016, S. 330).