Citation: 2A.540/2001 04.03.2002 E. 3

3.- a) Der Beschwerdeführer hat den Ausweisungsgrund des Art. 10 Abs. 1 lit. a ANAG unbestrittenermassen schon durch seine erste, mit Strafbescheid des Bezirksamtes Wil vom 19. Januar 1998 geahndeten Straftaten erfüllt. Noch während der in diesem Strafbescheid angesetzten Probezeit wirkte der Beschwerdeführer zusammen mit drei Landsleuten zwischen Mai 1998 und Juli 1999 an zahlreichen neuen Straftaten - davon zehn Einbruchsdiebstähle - mit. Am 13. Januar 2000 wurde er daher zu einer bedingten Gefängnisstrafe von 18 Monaten und einer Busse von Fr. 1'600.-- verurteilt. Zusammen mit der aus dem Strafbescheid vom 19. Januar 1998 herrührenden, im Urteil vom 13. Januar 2000 vollziehbar erklärten einmonatigen Gefängnisstrafe wurde der Beschwerdeführer innert zwei Jahren zu insgesamt 19 Monaten Gefängnis verurteilt. Die Rechtsprechung, wonach bei einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren die erstmalige Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung oder eine Erneuerung nach bloss kurzer Aufenthaltsdauer nur noch bei Vorliegen ausserordentlicher Umstände als gerechtfertigt erachtet wird (vgl. BGE 120 Ib 6 E. 4b S. 14, mit Hinweis), bezieht sich auf Ausländer, die mit einem Schweizer Bürger verheiratet sind. Auf den ledigen Beschwerdeführer, der mit einer Staatsangehörigen seines Heimatlandes verlobt ist, kommt diese Richtlinie somit nicht direkt zur Anwendung. Dass bei einer Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe von weniger als zwei Jahren eine Ausweisung ausgeschlossen wäre, kann aus der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ohnehin nicht gefolgert werden. b) Die Vorinstanz hat in Würdigung der Straftaten des Beschwerdeführers zu Recht erwogen, dass dessen Verhalten von erheblicher krimineller Energie zeugt. Dass seit der am 13. Januar 2000 erfolgten rechtskräftigen Verurteilung keine weiteren Gesetzesverstösse des Beschwerdeführers mehr aktenkundig geworden sind, ist von der Vorinstanz positiv gewertet, aber ohne Verletzung von Bundesrecht nicht als ausschlaggebend angesehen worden. Wie die Vorinstanz zutreffend ausführt, wird Wohlverhalten grundsätzlich von jedermann erwartet. Der Beschwerdeführer legt zwar dar, dass er sich in den letzten zwei Jahren völlig neu orientiert habe. Er arbeite regelmässig, habe die ihm auferlegten Zivilforderungen beglichen, und seine finanziellen Verhältnisse seien geordnet. Die Schutzaufsicht bestätigt, dass sich der Beschwerdeführer sehr kooperativ zeigt. Indes lässt namentlich der Umstand, dass der Beschwerdeführer nicht nur einmal straffällig wurde und dass die grosse Deliktserie, die zur zweiten Verurteilung führte, relativ kurze Zeit nach der ersten Bestrafung und noch während der Probezeit erfolgte, die massive Delinquenz des Beschwerdeführers nicht als einmalige Entgleisung erscheinen und führt nicht zwingend zum Schluss, dass kein überwiegendes öffentliches Interesse an der Fernhaltung des Beschwerdeführers mehr besteht. c) Der Beschwerdeführer gelangte im Alter von 14 Jahren in die Schweiz und lebt hier seit 9 1/2 Jahren. Die erste Verurteilung betrifft eine Straftat, die der Beschwerdeführer nach knapp fünfeinhalbjährigem Aufenthalt in der Schweiz begangen hatte. Er hat ausschliesslich zusammen mit Landsleuten delinquiert, wobei einer der bei der zweiten Verurteilung Mitbeteiligten schon Mittäter der ersten Verfehlung des Beschwerdeführers war. Die Vorinstanzen haben darin zu Recht ein Indiz mangelnder Integration des Beschwerdeführers in der schweizerischen Umgebung erblickt. Auch die vom Beschwerdeführer geltend gemachte Beziehung zu seiner aus seinem Heimatland stammenden Verlobten legt wiederum nahe, dass sich der Beschwerdeführer weiterhin primär im Kreise von Landsleuten bewegt. Dies stellt keinen Vorwurf dar, deutet aber nicht auf nachhaltige Integration im Gastland hin. Für eine fortdauernde Beziehung zu seiner Heimat spricht sodann, dass der Beschwerdeführer mit seinen Eltern jährlich einmal in seine Heimat reist, um das Grab der verstorbenen Eltern des Vaters zu besuchen, dass der Beschwerdeführer unbestrittenermassen im Jahr 2000 dort in den Ferien weilte und dass seine Grosseltern noch dort leben. Selbst wenn glaubhaft ist, dass der Beschwerdeführer regelmässig arbeitet, lässt sich allein daraus nicht zwingend auf gute Integration in der Schweiz schliessen. d) Zu gewichten sind auch die Nachteile in familiärer und persönlicher Hinsicht, die für den Beschwerdeführer mit einer Ausweisung verbunden wären. Selbst wenn anzunehmen ist, dass die wesentlichen Bezugspersonen des Beschwerdeführers heute in der Schweiz leben, ist Jugoslawien gleichwohl dasjenige Land, in dem der Beschwerdeführer während mehr als 14 Jahren gelebt, praktisch seine gesamte Kindheit verbracht und den wesentlichen Teil seiner Schulausbildung absolviert hat. Die Dauer des Aufenthalts in der Schweiz beträgt lediglich rund zwei Drittel der in Jugoslawien verbrachten Jahre. Er spricht die Sprache seines Heimatlandes, und es leben immerhin noch seine Grosseltern dort. Der Beschwerdeführer ist volljährig und unverheiratet. Obwohl er bei seinen Eltern wohnt, ist nicht anzunehmen, dass er sein Leben noch weitgehend im Familienverband mit seinen Eltern gestaltet. Eine Abhängigkeit von Eltern oder Geschwistern im Sinne der Rechtsprechung zu Art. 8 EMRK ist nicht ersichtlich (vgl. dazu BGE 126 II 377 E. 2c/aa S. 384 f.; 122 II 433 E. 3b/bb S. 442; 120 Ib 257 E. 1d und e S. 260 ff.). Aus dem Umstand, dass der Beschwerdeführer jeweils seine Mutter zur Physiotherapie begleitet, kann umgekehrt auch nicht geschlossen werden, dass die Mutter diese Transporte nicht zumutbarerweise anderweitig organisieren kann. Aus den Strafakten ergibt sich beispielsweise, dass die Schwester des Beschwerdeführers ebenfalls einen Wagen besitzt. Zwar wird es für den Beschwerdeführer mit Nachteilen verbunden sein, die nächsten Jahre in Jugoslawien zu verbringen. Als Erwachsener mit handwerklicher Ausbildung ist es ihm jedoch zuzumuten, in das Land, in dem er den überwiegenden Teil seines Lebens verbracht hat und zu dem immer noch gewisse Beziehungen bestehen, zurückzukehren. Dass dadurch die Beziehung zu seiner Verlobten erschwert werden kann, mag zutreffen. Da sie, wie nicht bestritten wird, ebenfalls aus Jugoslawien stammt, fällt die damit verbundene Problematik indessen ohnehin nicht ins Gewicht. e) Gesamthaft ergibt sich, dass das öffentliche Interesse an der Fernhaltung des Beschwerdeführers dessen privates Interesse an einem weiteren Verbleib in der Schweiz überwiegt. Der angefochtene Entscheid verletzt somit Bundesrecht nicht. Insbesondere verstösst es nicht gegen den Verhältnismässigkeitsgrundsatz, wenn die Vorinstanz die blosse Androhung einer Ausweisung angesichts der wenige Monate nach der ersten Verurteilung wieder aufgenommenen und über ein Jahr lang andauernden Delinquenz als nicht geeignet erachtet hat. Zudem ist die gegenüber dem Beschwerdeführer verfügte Massnahme nicht unbefristet, sondern von relativ kurzer Dauer.