Citation: 6B_214/2024 E. 4.2

4.2. Die Vorinstanz erachtet den objektiven und subjektiven Tatbestand des unerlaubten Anhaltens bzw. Aufstellens eines Fahrzeugs im Sinne von Art. 90 Abs. 1 i.V.m Art. 37 Abs. 2 SVG als erfüllt, weil der Beschwerdeführer durch das Anhalten mit seinem Fahrrad auf der Busspur während rund zwei Minuten und 20 Sekunden die Gefahr einer Behinderung öffentlicher Verkehrsmittel geschaffen und tatsächlich auch den hinter ihm fahrenden Linienbus an der Weiterfahrt gehindert hat, und weil er dabei mit Wissen und Willen handelte. Das Vorliegen von Rechtfertigungs- und Schuldausschlussgründen verneint sie, insbesondere auch den Fall eines Festnahmerechts durch Privatpersonen nach Art. 218 Abs. 1 lit. a StPO, auf das sich der Beschwerdeführer schon im Berufungsverfahren berief. Zum entsprechenden Festnahmerecht erwägt sie zusammengefasst, ein solches scheitere bereits an der fehlenden Voraussetzung eines vorausgegangenen, dem Buschauffeur anzulastenden Verbrechens oder Vergehens. Es wäre jedoch auch unverhältnismässig, da der Beschwerdeführer den Buschauffeur mittels Nachfragen an der folgenden Bushaltestelle oder anhand der Bus- bzw. Liniennummer, Bushaltestelle und Uhrzeit hätte identifizieren können, und weil zudem durch das Anhalten nicht allein der Buschauffeur, sondern auch dessen Fahrgäste in ihrer Fortbewegungsfreiheit gehindert worden seien (angefochtenes Urteil E. 5.2.2.1 f. S. 24 f.).