Citation: C 69/06 24.08.2006 E. B

Das seco erhob dagegen Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Bern mit dem Antrag, das Gesuch um Kurzarbeit sei abzuweisen. Zur Begründung führte das seco aus, der Arbeitsausfall sei branchen- oder betriebsüblich (Art. 33 Abs. 1 lit. b AVIG) und daher nicht anrechenbar. Die Auszahlung von Kurzarbeitsentschädigung diene nicht dem Erhalt von Arbeitsplätzen, sondern lediglich der Herauszögerung eines unumgänglichen Personalabbaus. Das Verwaltungsgericht erwog mit Entscheid vom 25. Januar 2006, der Arbeitsausfall sei weder branchen- oder betriebsspezifisch noch auf saisonale Beschäftigungsschwankungen zurückzuführen. Es könne auch nicht ohne weiteres geschlossen werden, der Arbeitsausfall wäre vermeidbar gewesen. Es sei nicht auszuschliessen, dass bei der V.________ AG andere betriebliche Verhältnisse vorliegen als bei anderen Sportartikelgeschäften. Zudem habe die V.________ AG offenbar eine Expansion durch Übernahme bisheriger Konkurrenten vorbereitet. Damit sei die Frage aufzuwerfen, inwiefern und wie lange mit der anbegehrten Fortführung der Kurzarbeitsentschädigung strukturell bedingte Arbeitsausfälle im Rahmen eines branchenspezifischen Verdrängungskampfes hätten finanziert werden sollen. Die V.________ AG habe für die in die Wege geleiteten Umstrukturierungen erfolglos bei der kantonalen Wirtschaftsförderung um finanzielle Beihilfen ersucht. Das beco habe sich offenbar in einem Interessenkonflikt befunden und die Interessen der kantonalen Wirtschaftspolitik höher gewichtet als den gesetzeskonformen Vollzug des AVIG. In dieser Situation hätte das beco beim seco um die Durchführung einer Betriebsanalyse gemäss Art. 31 Abs. 1bis AVIG ersuchen müssen. Demgemäss hiess das Verwaltungsgericht die Beschwerde gut, hob den Einspracheentscheid des beco auf und wies die Akten an das beco zurück zum weiteren Vorgehen im Sinn der Erwägungen (Entscheid vom 25. Januar 2006).