Citation: 2C_338/2024 E. 5.1

5.1. Die Beschwerdeführerinnen machen geltend, sie hätten ihr Zuhause in Kosovo unter anderem verlassen, um nicht weiter den zunehmenden Bedrohungen im Haus des Vaters respektive Grossvaters ausgesetzt zu sein. Die aussereheliche Zeugung der beschwerdeführenden Tochter und die erst spätere Eheschliessung stellten einen Verstoss gegen den Kanun (mündlich überliefertes albanisches Gewohnheitsrecht) dar. Die Verletzung der Familienehre rechtfertige die Gewalt und Drohung gegen die Beschwerdeführerinnen. Die Beschwerdeführerinnen bringen vor, sie würden sich unabhängig davon, wo sie in Kosovo wohnten, bedroht fühlen und ein isoliertes Leben ohne soziales oder familiäres Netz führen. Die Vorinstanz setze sich nicht hinreichend mit dem Kindswohl auseinander. Bei einer Rückkehr in den Kosovo fände sich die beschwerdeführende Tochter in einer sehr unsicheren, vulnerablen und isolierten Situation mit ungewisser Zukunft wieder. Die Beschwerdeführerinnen seien aufgrund der traumatisierenden Situation im Heimatland auf die Sicherheit in der Schweiz in der Wohnung ihres Ehemanns und Vaters angewiesen. Nach Auffassung der Beschwerdeführerinnen missachtet die Vorinstanz das Vorliegen wichtiger familiärer Gründe, womit sie Art. 8 EMRK verletze.