Citation: 2A.275/2005 17.10.2005 E. 3

3.1 Die kantonalen Behörden gehen davon aus, dass es sich bei der zwischen dem Beschwerdeführer und seiner ehemaligen schweizerischen Ehegattin geschlossenen Ehe um eine Ausländerrechtsehe handelte und dass der Beschwerdeführer somit die Niederlassungsbewilligung erschlichen habe, was wie erwähnt ein Grund für den Widerruf der Niederlassungsbewilligung darstellt. 3.2 Die Vorinstanz konnte im vorliegenden Fall in tatsächlicher Hinsicht von zahlreichen gewichtigen Indizien ausgehen, welche dafür sprechen, dass es sich bei der Ehe des Beschwerdeführers mit der schweizerischen Ehefrau um eine Scheinehe handelte. Nach abgelehntem Asylgesuch hatte der Beschwerdeführer die Schweiz verlassen müssen. Rund einen Monat nach seiner Ausreise ging er in der Türkei mit einer Schweizer Bürgerin die Ehe ein. Es fällt auf, dass der Beschwerdeführer ohne diese Heirat keine Möglichkeit gehabt hätte, eine Anwesenheitserlaubnis in der Schweiz zu erwirken. Weitere starke Anhaltspunkte deuten darauf hin, dass die Ehe aus sachfremden Motiven geschlossen wurde: Die Heirat fand in Istanbul und nicht im Heimatdorf sowie ohne Familie und Verwandte statt. Die schweizerische Ehefrau kehrte danach umgehend in die Schweiz zurück und lebte fast ein Jahr getrennt vom Beschwerdeführer, ohne diesen einmal zu besuchen. Nach eigenen Angaben hat der Beschwerdeführer in der Folge sämtliche Ferien ohne seine schweizerische Ehefrau in der Türkei bei seiner langjährigen Freundin und heutigen Ehefrau verbracht. Mit ihr hat er, während er mit der Schweizer Bürgerin verheiratet war, zwei Kinder gezeugt. Zudem hat die schweizerische Ehefrau am 1. Oktober 2003 gegenüber dem Ausländeramt ausgesagt, sie habe den Beschwerdeführer nicht aus Liebe geheiratet, sondern weil sie ihm habe helfen wollen. Bei gleicher Gelegenheit hat sie erklärt, dass sie während der Ehe mit dem Beschwerdeführer Beziehungen zu anderen Männern gepflegt habe. Die Annahme, es handle sich um eine Scheinehe, ist unter diesen Umständen nicht zu beanstanden. Die festgestellten Tatsachen sowie der dargelegte Ablauf der Ereignisse rechtfertigen den Schluss, dass der Beschwerdeführer die Behörden in die Irre geführt und seine Informationspflicht gegenüber den fremdenpolizeilichen Behörden in verschiedener Hinsicht verletzt hat und dass er die Niederlassungsbewilligung durch planmässige Vorkehren und falsche Angaben sowie wissentliches Verschweigen von wesentlichen Tatsachen erschlichen hat. Der Beschwerdeführer bringt nichts vor, was diesen Schluss als unrichtig erscheinen liesse. Selbst wenn es zuträfe, wie der Beschwerdeführer geltend macht, aber wenig glaubwürdig erscheint, dass es sich anfänglich um eine echte Ehe gehandelt hatte, würde dies an der Tatsache nichts ändern, dass er in der Folge wissentlich falsche Angaben gemacht oder wesentliche Tatsachen verschwiegen hat, in der Absicht, die Erteilung der Niederlassungsbewilligung zu erwirken. Es ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer eine eheähnliche Parallelbeziehung mit seiner heutigen Ehefrau geführt hat, deren pflichtgemässe Offenlegung der Erteilung der Niederlassungsbewilligung entgegengestanden wäre. Die Voraussetzungen für einen Widerruf der Niederlassungsbewilligung gemäss Art. 9 Abs. 4 lit. a ANAG sind somit ohne weiteres erfüllt. 3.3 Was die persönlichen Verhältnisse des Beschwerdeführers betrifft, ist zu berücksichtigen, dass er erstmals im Alter von 16 Jahren in die Schweiz gekommen und somit in seinem Heimatland aufgewachsen ist. Zu beachten ist zudem, dass er damals nicht im Familiennachzug, sondern allein als Asylbewerber eingereist ist. Vor zehn Jahren wurde ihm dann die erneute Einreise aufgrund der Ehe mit einer Schweizer Bürgerin bewilligt. Er hat sich zwar beruflich in der Schweiz bewährt und ist hier nicht negativ in Erscheinung getreten. Sonstige intensive Beziehungen zur Schweiz sind nicht ersichtlich. Bei der Prüfung der Verhältnismässigkeit der fremdenpolizeilichen Massnahme kommt indessen dem Umstand, dass seine türkische Ehefrau und seine zwei Kinder in der Türkei leben, besondere Bedeutung zu. Der Beschwerdeführer ist mit den kulturellen und gesellschaftlichen Gepflogenheiten seines Heimatlandes, wo ausser seinen Kindern und seiner jetzigen Ehefrau auch seine angestammte Familie lebt, nach wie vor vertraut, so dass eine Rückkehr zumutbar ist. Die von der Vorinstanz im Hinblick auf die Ausweisung durchgeführte Verhältnismässigkeitsprüfung kommt für den Widerruf der Niederlassungsbewilligung ebenfalls zum Tragen und lässt sich auch unter diesem Gesichtswinkel nicht mit Aussicht auf Erfolg beanstanden.