Citation: 1P.817/2006 01.06.2007 E. 3.2

3.2. Nach der Rechtsprechung ist für gerichtliche Sachverständige die Garantie des unabhängigen Richters gemäss Art. 29 Abs. 1 BV (früher: Art. 58 Abs. 1 aBV) und Art. 6 Ziff. 1 EMRK sinngemäss anwendbar (BGE 125 II 541 E. 4a, 126 III 249 E. 3c). Zu beachten sind allerdings die unterschiedlichen Rollen des Gerichtssachverständigen und des Richters: Jener hilft dem Richter mit besonderer Sachkenntnis, dieser bleibt für die Würdigung der Beweise und für die Beantwortung der Rechtsfragen zuständig (BGE 118 Ia 144 E. 1c). Nach der in Art. 30 Abs. 1 BV und in Art. 6 Ziff. 1 EMRK enthaltenen Garantie des verfassungsmässigen Richters hat der Einzelne Anspruch darauf, dass seine Sache von einem unparteiischen, unvoreingenommenen und unbefangenen Richter ohne Einwirken sachfremder Umstände entschieden wird. Liegen bei objektiver Betrachtungsweise Gegebenheiten vor, die den Anschein der Befangenheit und die Gefahr der Voreingenommenheit zu begründen vermögen, so ist die Garantie verletzt. Eine gewisse Besorgnis der Voreingenommenheit kann bei den Parteien dann entstehen, wenn der Richter in einem früheren Verfahren mit der konkreten Streitsache schon einmal befasst war. In einem solchen Fall der Vorbefassung ist massgebend, ob sich ein Richter durch seine Mitwirkung an früheren Entscheidungen in einzelnen Punkten bereits in einem Mass festgelegt hat, das das Verfahren nicht mehr als offen erscheinen lässt, was anhand aller tatsächlicher und verfahrensrechtlicher Umstände zu beurteilen ist (BGE 133 I 89 E. 3.2, 131 I 24 E. 1.2, 113 E. 3.4, 126 I 68 E. 3). Eine frühere Befassung des Richters mit dem gleichen Lebenssachverhalt kann - je nach den Umständen des Einzelfalls - zulässig oder unzulässig sein (BGE 126 I 68 E. 3, 115 Ia 34 E. 2).