Citation: 6B_1070/2018 E. 6.4.2

6.4.2. Die Vorinstanz erwägt zudem, das öffentliche Interesse, den Beschwerdeführer des Landes zu verweisen, sei angesichts der in diesem Verfahren auszusprechenden Freiheitsstrafe von 1,5 Jahren wegen eines schweren Betäubungsmitteldelikts hoch zu werten. Der Beschwerdeführer sei zudem wegen Gewaltdelikten vorbestraft, die nicht weit zurücklägen. Seine Chance auf Bewährung habe er bisher nicht wahrgenommen, obwohl ihm der Ernst der Lage angesichts der früheren Verurteilungen habe bewusst sein müssen. Sowohl bezüglich Gewalt- als auch Betäubungsmitteldelikten bestehe deshalb weiterhin eine gewisse Rückfallgefahr, auch wenn der Beschwerdeführer seit der Haftentlassung im Juni 2017 keine Straftaten mehr begangen habe. Der Beschwerdeführer gehe erst seit Kurzem einer regelmässigen Arbeit nach. Er absolviere derzeit eine Lehre zum Detailhandelsfachmann (Lehrbeginn 13. August 2018, seit dem 22. Mai 2018 im Praktikum). Bisherige Ausbildungen habe er nicht zu Ende geführt bzw. die Lehrstellen seien ihm gekündigt worden. Gegen den Beschwerdeführer würden zahlreiche Betreibungen laufen und er habe kein Vermögen. Auch in naher Zukunft werde er als Lehrling in knappen finanziellen Verhältnissen leben. Bis vor Kurzem sei es dem Beschwerdeführer nicht gelungen, ein Leben ohne Delikte und Drogen zu führen. Dies auch nicht, als er 2014 Vater geworden sei. Erst die drohende Landesverweisung habe bei ihm offensichtlich ein Umdenken bewirkt. Diese Einsicht komme spät (angefochtenes Urteil S. 21 f.). Der Beschwerdeführer sei in der Schweiz bei seiner Mutter und seinem Stiefvater aufgewachsen. Der Stiefvater lebe heute wieder in der Dominikanischen Republik. Gemäss Angaben des Beschwerdeführers sei das Verhältnis zum Stiefvater gut gewesen, solange er mit der Mutter zusammen gelebt habe. Heute habe er keinen Kontakt mehr zu ihm (angefochtenes Urteil S. 23). Trotz harter persönlicher Folgen für den Beschwerdeführer würden die öffentlichen Interessen überwiegen, ihn des Landes zu verweisen. Er habe wiederholt schwere Straftaten begangen und es bestehe weiterhin das Risiko, dass er dies erneut tun werde. Für den Beschwerdeführer sei ein Leben in der Dominikanischen Republik zumutbar. Er spreche fliessend Spanisch, habe dort seinen Stiefvater und sei während der Schulzeit regelmässig dort gewesen (angefochtenes Urteil S. 23).