Citation: I 664/99 03.04.2000 E. 3

3.- a) Im vorliegenden Fall hat das Sozialversiche- rungsgericht das Begehren um unentgeltliche Verbeiständung mit der Begründung abgewiesen, dass lic. iur. K.________ weder über einen schweizerisch anerkannten Fähigkeits- ausweis als Rechtsanwalt noch über eine mindestens fünf- jährige praktische Erfahrung auf dem Gebiet des Sozial- versicherungsrechts verfüge, wie sie praxisgemäss für die Zulassung von Nichtanwälten vorausgesetzt werde. Der Be- schwerdeführer behauptet nicht, diese Voraussetzung zu erfüllen. Er macht jedoch geltend, mit dem Erfordernis einer fünfjährigen praktischen Tätigkeit im Bereich der Sozialversicherung habe die Vorinstanz ihr Ermessen über- schritten. Nach den Materialien solle es auch Personen, die über keine juristische Ausbildung oder Erfahrung im Sozial- versicherungsrecht verfügten, möglich sein, die Vertretung zu übernehmen. Wenn der Gesetzgeber auf ein Anwaltsmonopol verzichte, dürfe die Gerichtspraxis an die Vertreter nicht hohe fachliche Anforderungen stellen, die insbesondere wegen der verlangten Länge des sozialversicherungsrecht- lichen Praktikums einem anwaltlichen Fähigkeitsausweis sehr nahe kämen. Mit dem vorinstanzlichen Entscheid werde der Beschwerdeführer zudem in der Handels- und Gewerbefreiheit eingeschränkt, wofür es an einer gesetzlichen Grundlage fehle. b) Den Vorbringen des Beschwerdeführers kann nicht gefolgt werden. Zunächst ist festzustellen, dass dem Recht- suchenden von Bundesrechts wegen keine freie Wahl des un- entgeltlichen Rechtsbeistandes zusteht (BGE 125 I 164 Erw. 3b, 114 Ia 104 Erw. 3). Die Kantone können die unent- geltliche Verbeiständung auf die Vertretung durch Rechts- anwälte oder Personen beschränken, die sich über genügende Kenntnisse ausweisen (BGE 125 I 161 ff., 99 V 120 ff.). Es verstösst daher nicht gegen Bundesrecht, wenn das zürche- rische Recht die Zulassung von Nichtanwälten zur unent- geltlichen Verbeiständung im sozialversicherungsrechtlichen Beschwerdeverfahren von einer mehrjährigen praktischen Tä- tigkeit auf diesem Gebiet abhängig macht, ist dieses Erfor- dernis doch geeignet, eine sachkundige Vertretung sicherzu- stellen (vgl. BGE 99 V 124 Erw. 3c). Davon, dass damit eine Verbeiständung durch Nichtanwälte praktisch ausgeschlossen werde, kann nicht die Rede sein. Die kantonale Praxis ist vielmehr gerade darauf gerichtet, eine Verbeiständung durch Sozialversicherungsjuristen ohne Anwaltspatent und nicht- juristische Sozialversicherungsfachleute zuzulassen. Als unbegründet erweist sich die Verwaltungsgerichtsbeschwerde auch, soweit sie sich gegen die Dauer der verlangten so- zialversicherungsrechtlichen Tätigkeit richtet. Wenn die Vorinstanz die Gewährung der unentgeltlichen Verbeiständung durch Nichtanwälte praxisgemäss von einer mindestens fünf- jährigen praktischen Erfahrung im Sozialversicherungsrecht abhängig macht, so hat sie das ihr zustehende Ermessen nicht überschritten. Im Übrigen spricht nichts dafür, dass die in Frage stehende Praxis nicht rechtsgleich und damit willkürlich angewendet würde. Etwas anderes wird auch vom Beschwerdeführer nicht geltend gemacht. Schliesslich kann in der vorinstanzlichen Ablehnung des Begehrens um unent- geltliche Verbeiständung keine Verletzung der Handels- und Gewerbefreiheit erblickt werden, weil die gerügte Ein- schränkung auf einer gleichmässigen und den besondern Um- ständen Rechnung tragenden Praxis beruht, welche sich mit dem vorgegebenen Gesetzeszweck vereinbaren lässt (BGE 111 Ia 32 Erw. 4).