Citation: 1C_141/2023 E. 3.2

3.2. Die Vorinstanz beruft sich für die Kostenverteilung auf Art. 73 Abs. 1 VRG/GR, wonach die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei auferlegt werden. Dass die zu erhebende Verwaltungsgebühr nach Massgabe des Obsiegens und Unterliegens auf die Verfahrensparteien zu verlegen ist, entspricht einem allgemeinen prozessualen Grundsatz, der in zahlreichen kostenpflichtigen staatlichen Verfahren üblich ist (BGE 132 II 47 E. 3.3). Weiter ist unbestritten, dass die Baubewilligung für den Carport Streitgegenstand des vorinstanzlichen Entscheids bildete. Der Beschwerdeführer macht zu Recht geltend, die Anwendung des kantonalen Rechts durch die Vorinstanz müsste dazu führen, dass die Baubewilligung seinem Antrag entsprechend aufzuheben sei. Da die Baubewilligung für ein Carport mit einem Abstand von bloss 1.5 m zum Nachbargrundstück erteilt worden war, obwohl nach Auslegung der Vorinstanz ein Abstand von 2.5 m vorgeschrieben war, ist diese Rechtsfolge naheliegend. Die Beschwerdegegnerschaft stellt das auch nicht in Abrede, sondern bringt vor, der Beschwerdeführer habe im vorinstanzlichen Verfahren die Meinung vertreten, der Abstand müsse nicht 1.5 oder 2.5, sondern 4 m betragen. Dies ist jedoch nicht entscheidend. Ob und inwieweit eine Partei im Verfahren obsiegt oder unterliegt, bestimmt sich einzig nach den Rechtsbegehren der beschwerdeführenden Partei. Massgebend ist, ob und in welchem Umfang diese - zum Nachteil der Beschwerdegegnerschaft - eine Änderung des vorinstanzlichen Entscheids zu bewirken vermögen (BGE 123 V 156 E. 3c). Entscheidend ist daher, dass der Beschwerdeführer nach Auslegung der Vorinstanz zu Recht bemängelt hatte, der Carport halte einen zu kleinen Abstand zu seinem Grundstück ein. Es ist nicht entscheidend, dass der Beschwerdeführer einen noch höheren Abstand einforderte und weitere Rügen vorbrachte, welche nach Ansicht der Vorinstanz für sich nicht genügten, um die Beschwerde als begründet zu beurteilen. Die Vorinstanz legt nicht dar und es ist auch nicht ersichtlich, weshalb sie die Beschwerde bloss teilweise gutgeheissen und den Beschwerdeführer bei der Verteilung der Gerichtskosten und der Parteientschädigung nur als teilweise obsiegend behandelt hat. Sie kommt ihrer Begründungspflicht damit nicht nach (vgl. Art. 29 Abs. 2 BV; BGE 146 II 341 E. 5.1). Zudem geht aus dem Dispositiv nicht hervor, ob der Bau- und Einspracheentscheid vom 28. Februar 2022 aufgehoben wurde, soweit der Carport und der darüber liegende Balkon auf Parzelle Nr. 561 bewilligt und die Einsprache abgewiesen worden war. Ob insoweit der Bauabschlag, wie vom Beschwerdeführer beantragt, erteilt wurde, führt die Vorinstanz darin nicht aus, obwohl der Antrag des Beschwerdeführers sowie die Erwägungen der Vorinstanz dahin gehen. Es blieb somit im Dispositiv unklar, welche Rechtsfolge die Nichteinhaltung des Grenzabstands gezeitigt hat. Ein solches Vorgehen der Vorinstanz ist nicht nachvollziehbar, das angefochtene Urteil ist offensichtlich unhaltbar und verletzt damit Art. 9 und Art. 29 Abs. 2 BV, weshalb das Bundesgericht das Urteil aufhebt und an die Vorinstanz zur Neubeurteilung zurückweist (vgl. Urteile 1P.270/2003 vom 19. August 2003 E. 3 und 4.2.2; 1P.289/2001 vom 7. November 2001 E. 2).