Citation: 2C_1024/2020 E. 6.5

6.5. Die Unverhältnismässigkeit der Beendigung seines Aufenthalts in der Schweiz bemängelt der Beschwerdeführer vor allem deshalb, weil damit - selbst wenn das öffentliche Interesse an der Aufenthaltsbeendigung und seine sämtlichen privaten Interessen am Verbleiben in der Schweiz gegeneinander abgewogen würden - das öffentliche Interesse an der Ausreise nicht überwiege, weil ihm die Chance genommen werde, in der Schweiz erfolgreich und deliktfrei leben zu können. Dabei wirkt es aber einerseits leicht befremdlich, wenn der Beschwerdeführer den Vorwurf in den Raum stellt, dass es sich für ihn nicht gelohnt habe, Anstrengungen zu unternehmen, um sein Leben umzustellen, wenn ihm anschliessend nicht die Niederlassungsbewilligung belassen werde. Die Respektierung der geltenden Normen ist selbstverständlich und bedarf nicht einer bevorzugten Behandlung als zusätzlichen Anreiz. Andererseits liegen beim Beschwerdeführer die Voraussetzungen einer "biographischen Kehrtwende" nicht vor (vorne E. 5.3.5), weshalb auch unter diesem Aspekt der Entzug der Niederlassungsbewillung nicht unverhältnismässig ist. Sollte er sich auch in seiner Heimat bewähren, so kann nach einer gewissen Zeit, in der Regel nach fünf Jahren, eine Neubeurteilung angezeigt sein, soweit er einen Rechtsanspruch auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung besitzt (vgl. Urteile 2C_99/2019 vom 28. Mai 2019 E. 6.4.2; 2C_447/2017 vom 10. September 2018 E. 4.3.3).