Citation: 2C_393/2017 E. 3.4.2

3.4.2. Die Würdigung der familiären Verhältnisse vermag an dieser Einschätzung nichts zu ändern. Der Beschwerdeführer ist seit 2012 Vater eines Sohnes, dessen Mutter Schweizer Bürgerin ist. Dass er die Kindsmutter inzwischen geheiratet hat, ist im bundesgerichtlichen Verfahren grundsätzlich als unzulässiges echtes Novum unbeachtlich (vgl. Art. 99 Abs. 1 BGG), hätte aber ohnehin keinen entscheidenden Einfluss auf die Interessenabwägung. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers in die Heimat würde mit grosser Wahrscheinlichkeit zur Trennung der Familie führen, da gemäss den Ausführungen der Vorinstanz die Ehefrau offenbar keinen Bezug zum Kosovo hat und ihr aufgrund einer Krebserkrankung eine Übersiedlung ins Heimatland des Beschwerdeführers kaum zuzumuten ist. Zu beachten ist allerdings auch, dass der Beschwerdeführer seit 2005 immer wieder straffällig geworden und drei Mal ausländerrechtlich verwarnt worden ist. Die Ehegattin musste somit bereits vor der Geburt des gemeinsamen Sohnes damit rechnen, dass bei erneuter Delinquenz des Beschwerdeführers das Familienleben zukünftig nicht in der Schweiz gelebt werden könnte (vgl. BGE 139 I 145 E. 2.4 S. 149). Das Bundesgericht misst dem Interesse an einer intakten Eltern-Kind-Beziehung im Rahmen der Prüfung der Verhältnismässigkeit einer aufenthaltsbeendenden Massnahme eine gewichtige Bedeutung zu. Es verkennt nicht, dass der Sohn des Beschwerdeführers ein vorrangig zu berücksichtigendes Interesse daran hat, mit seinem Vater aufzuwachsen. Je schwerer aber die begangene Rechtsgutverletzung wiegt bzw. je häufiger ein ausländischer Elternteil delinquiert, desto eher vermag das öffentliche Interesse an einer Ausreise des Straftäters selbst das Interesse eines Kindes zu überwiegen, mit diesem Elternteil hier aufwachsen zu können (vgl. Urteil 2C_80/2017 vom 8. September 2017 E. 3.2.3 mit Hinweisen). Diese Gewichtung erscheint auch mit Blick darauf angezeigt, dass der Umstand, wonach ein Kind bei einem Elternteil aufwachsen kann, nicht einfach pauschal als immer positiv für das Kindeswohl qualifiziert werden kann, sondern insbesondere ein Zusammenleben von Kindern mit delinquenten und sozial nicht eingegliederten Elternteilen unter Umständen das Kindeswohl auch negativ beeinflussen kann (Urteil 2C_408/2017 vom 12. Februar 2018 E. 4.5.2 mit Hinweis). Aufgrund der Art und Schwere der hier zur Diskussion stehenden Delikte sowie des Verschuldens des Beschwerdeführers ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz dem Beschwerdeführer die Fortführung des verfassungs- und konventionsrechtlich geschützten Familienlebens in der Schweiz verweigert hat. Der Beschwerdeführer hat durch sein Verhalten den Fortbestand seines Familienlebens in der Schweiz selbstverschuldet und mutwillig aufs Spiel gesetzt. Die zahlreichen ihm eingeräumten Chancen hat er nicht genutzt. Folglich hat er es hinzunehmen, wenn die Beziehung zu seiner Familie - welche aufgrund des Massnahmevollzugs bereits Einschränkungen unterworfen war - künftig nur noch unter erschwerten Bedingungen gelebt werden kann. Das erhebliche öffentliche Interesse an der Entfernung des Beschwerdeführers überwiegt sein privates Interesse sowie dasjenige seiner Angehörigen an seinem weiteren Verbleib in der Schweiz. Bezüglich des Einwands, die Vorinstanz hätte im Hinblick auf Art. 12 des Übereinkommens vom 20. November 1989 über die Rechte des Kindes (KRK; SR 0.107) den Sohn persönlich anhören müssen, hat das Bundesgericht entschieden, dass im ausländerrechtlichen Verfahren hiervon abgesehen werden kann, wenn die zu den Anliegen der Eltern parallel liegenden Kindesinteressen durch ihre Eltern eingebracht werden, sofern der rechtserhebliche Sachverhalt auch ohne die persönliche Anhörung rechtsgenüglich festgestellt werden kann (vgl. BGE 124 II 361 E. 3c S. 368; Urteil 2C_222/2017 vom 29. November 2017 E. 6.5 mit Hinweisen). Der anwaltlich vertretene Beschwerdeführer hatte im gesamten kantonalen Verfahren die Möglichkeit, Stellung zu nehmen und die Kindesinteressen angemessen in das Verfahren einzubringen. Dass zwischen Vater und Sohn eine intakte Beziehung besteht, wurde von der Vorinstanz nicht in Abrede gestellt und ausdrücklich in ihre Würdigung miteinbezogen (vgl. E. 5.6 des angefochtenen Entscheids). Unter diesen Umständen durfte sie ohne Weiteres auf eine Anhörung des Sohnes verzichten. Soweit die Rüge überhaupt den Begründungsanforderungen genügt, erweist sie sich als unbegründet.