Citation: 6P.12/2006 29.03.2006 E. 1

Der Beschwerdeführer macht geltend, durch die Nichteinvernahme von Zeuginnen sei sein Anspruch auf rechtliches Gehör im Sinne von Art. 29 Abs. 2 BV verletzt worden. Vor Obergericht habe er die Einvernahme der ehemaligen Freundinnen C.________ und D.________ als Zeuginnen beantragt. Diese hätten darüber Auskunft geben sollen, dass er normale sexuelle Beziehungen zu ihnen unterhalten habe, was beweise, dass die Schlussfolgerungen des psychiatrischen Gutachtens der Psychiatrischen Klinik Königsfelden vom 7. Juni 2004, wonach er zum Zeitpunkt der Taten eine Störung der Sexualpräferenz aufgewiesen habe, die sich bei ihm als Sadomasochismus manifestiert habe, unzutreffend seien [Berufungsanträge des Beschwerdeführers am 5. April 2005 in den Akten des Obergerichtes I, S. 11 und 16]. Mit der Ablehnung der beantragten Zeuginnenbefragung habe das Obergericht wesentliche Punkte für die Strafzumessung und die Beurteilung der Glaubwürdigkeit des Beschwerdeführers nicht nur nicht abgeklärt, sondern darüber hinaus noch falsche, ihn belastende Schlüsse gezogen. Damit sei sein Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt worden. Der Anspruch auf rechtliches Gehör gemäss Art. 29 Abs. 2 BV umfasst unter anderem das Recht des Betroffenen, mit erheblichen Beweisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung wesentlicher Beweise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen (BGE 126 I 15 E. 2a/aa; 124 I 49 E. 3a, 241 E. e, je mit Hinweisen). Aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör folgt, dass der Richter rechtzeitig und formrichtig angebotene erhebliche Beweismittel abzunehmen hat (BGE 129 I 151, E. 3.1; 122 I 53 E. 4a, mit Hinweisen). Dies verwehrt ihm indessen nicht, einen Beweisantrag abzulehnen, wenn er ohne Willkür in freier, antizipierter Würdigung der beantragten zusätzlichen Beweise zur Auffassung gelangen durfte, dass weitere Beweisvorkehren an der Würdigung der bereits abgenommenen Beweise voraussichtlich nichts mehr ändern würden (vgl. BGE 124 I 208 E. 4a; zum Begriff der Willkür vgl. unten 3.). Der Gehörsanspruch wird nur verletzt, wenn entscheidwesentliche Beweise nicht abgenommen werden. Wie die Vorinstanz zu Recht ausführt, hat die Suche nach einer "normalen" Beziehung zu einer Frau keinerlei Einfluss auf die rechtliche Beurteilung der in Frage stehenden Straftatbestände [angefochtenes Urteil, S. 13 f.]. Der Beschwerdeführer legt nicht im Geringsten dar, inwieweit die Nichteinvernahme der beantragten Zeuginnen auf die Strafzumessung und seine Glaubwürdigkeit einen Einfluss hätten haben können und setzt sich mit der Begründung des Obergerichts nicht auseinander, wonach die beantragten Zeuginnen keine zweckdienlichen Auskünfte würden machen können. Die Rüge des verletzten Gehörsanspruchs geht fehl.