Citation: 6A.32/2002 21.06.2002 E. 4.3

4.3.1 Gemäss Art. 30 Abs. 4 VZV (SR 741.51) und ständiger bundesgerichtlicher Rechtsprechung hat die zuständige schweizerische Behörde im Falle eines Führerausweisentzuges durch einen Drittstaat und bezogen auf die Fahrberechtigung in diesem Drittstaat zu prüfen, ob die Massnahme auch mit Wirkung für die Schweiz zu verfügen und deshalb - ergänzend zum ausländischen Entscheid - der (schweizerische) Führerausweis zu entziehen sei. Vom Ausland angeordnete Administrativmassnahmen können und sollen in der Regel also nach Massgabe des schweizerischen Rechts mit Wirkung für den schweizerischen Führerausweis übersetzt und nachvollzogen werden (BGE 123 II 464 E. 2c mit Hinweisen). An dieser Praxis grundsätzlich festhaltend hat das Bundesgericht kürzlich präzisiert, der schweizerische Nachvollzug einer vom Ausland verfügten Massnahme werde durch die Art der ausländischen Massnahme begrenzt. Der schweizerische Führerausweis dürfe deshalb nur noch entzogen werden, wenn auch der Tatortstaat die Fahrberechtigung für sein Staatsgebiet entzogen habe; eine Verwarnung dürfe nur noch ausgesprochen werden, wenn auch der Tatortstaat eine der schweizerischen Verwarnung entsprechende Massnahme verfügt habe (BGE 128 II 133 E. 4d S. 137 f.). Der österreichische Staat hat dem Beschwerdeführer gestützt auf die einschlägigen Vorschriften verboten, für die Dauer von 2 Wochen ein Kraftfahrzeug zu lenken. Damit sind die Voraussetzungen für die Anordnung einer Administrativmassnahme in der Schweiz gegeben. 4.3.2 Der Erlass einer Massnahme in der Schweiz hat nach den Kriterien des schweizerischen Rechts zu erfolgen (BGE 123 II 464 E. 3 S. 471). Auf die Ausführungen zum österreichischen Recht in der Beschwerde ist daher nicht einzutreten. 4.3.3 Gemäss Art. 16 Abs. 2 SVG kann der Führer- oder Lernfahrausweis entzogen werden, wenn der Führer Verkehrsregeln verletzt und dadurch den Verkehr gefährdet oder andere belästigt hat. In leichten Fällen kann eine Ver-warnung ausgesprochen werden. Art. 16 Abs. 3 lit. a SVG bestimmt, dass der Führer- oder Lernfahrausweis entzogen werden muss, wenn der Führer den Verkehr in schwerer Weise gefährdet hat. Das Bundesgericht hat die Grenzwerte für den Entzug des Führerausweises bei Überschreitung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit festgelegt. Wird die zulässige Höchstgeschwindigkeit innerorts um mehr als 25 km/h überschritten, so muss der Führerausweis obligatorisch entzogen werden (BGE 124 II 475 E. 2a S. 478 mit Hinweisen). In einem solchen Fall ist ungeachtet der konkreten Umstände objektiv eine grobe Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Ziff. 2 SVG beziehungsweise eine schwere Verkehrsgefährdung im Sinne von Art. 16 Abs. 3 lit. a SVG zu bejahen (BGE 123 II 106 E. 2; vgl. auch BGE 124 II 97 E. 2b und BGE 126 II 196 E. 2). Der Beschwerdeführer hat die zulässige Höchstgeschwindigkeit innerorts um 46 km/h überschritten. Damit sind die Bedingungen von Art. 16 Abs. 3 lit. a SVG erfüllt. Die Dauer des angeordneten Führerausweisentzuges entspricht dem gesetzlichen Minimum von einem Monat gemäss Art. 17 Abs. 1 lit. a SVG. Daran kann der Hinweis des Beschwerdeführers auf BGE 124 II 97 und 126 II 199, wonach die Entzugsbehörde die Umstände des Einzelfalles genauer zu prüfen habe, nichts ändern. In beiden Fällen ging es um die Frage, ob im Rahmen eines mittelschweren Falles (Geschwindigkeitsüberschreitung innerorts um 21-24 km/h) allenfalls eine mildere Massnahme, insbesondere eine Verwarnung, ausgesprochen werden könnte.