Citation: 8C_391/2017 E. 5.1

5.1. Es steht fest, dass die Brille des Versicherten als medizinisches Behandlungsgerät als notwendiger Bestandteil einer medizinischen Massnahme nach Art. 13 IVG gewährt wurde, da er an einem Geburtsgebrechen nach Ziff. 425 im Anhang zur GgV leidet. Gemäss Art. 1 Abs. 2 HVI gelten die Art. 3-9 sinngemäss für die Abgabe von Behandlungsgeräten, die einen notwendigen Bestandteil einer medizinischen Eingliederungsmassnahme im Sinne der Art. 12 und 13 IVG bilden und die nicht in der im Anhang enthaltenen Liste aufgeführt sind. Damit finden die Bestimmungen über die Abgabe von Hilfsmitteln jedenfalls sinngemäss bei Behandlungsgeräten Anwendung, wobei Brillen und Kontaktlinsen im Anhang sogar erwähnt sind (Ziff. 7.01* f. HVI-Anhang). Dies entspricht auch dem Wortlaut von Rz. 1217 KSME (in der hier in zeitlicher Hinsicht anwendbaren, seit 1. Juli 2016 gültigen Fassung). Eine zweite Brille kann demnach, auch wenn sie ein Behandlungsgerät darstellt, unter der für die Verwaltung verbindlichen Voraussetzung abgegeben werden, dass ein unkorrigierter Visus von beidseits weniger als 0,2 besteht (Rz. 2071 KHMI).