Citation: 6B_506/2019 E. 1.3

1.3. Die Vorinstanz erwägt, es stelle sich die Frage, was der Beschwerdeführer mit seinem Erscheinen am vermeintlichen Domizil von "Lars" in Bern bezweckte und was passiert wäre, wenn ihn ein 13-jähriger Knabe, allein zu Hause, in die Wohnung gelassen hätte. Die Vorinstanz zieht für die Beweiswürdigung zunächst die Erwägungen der Erstinstanz heran, welche sie als zutreffend, detailliert, umfassend und sorgfältig bezeichnet. Demnach lasse sich den Chatprotokollen entnehmen, dass der Beschwerdeführer "Lars" sehr früh auf seine Homosexualität angesprochen und ihn nach einem persönlichen Treffen gefragt habe. Beim dritten Chat habe der Beschwerdeführer "Lars" nach seinem "Schnäbu" gefragt, um sogleich wieder ins Banale zu wechseln. Bereits während dieses Chats habe der Beschwerdeführer "Lars" seine Handynummer angeboten und ihm gesagt, er müsse sehr vorsichtig damit umgehen, da er nicht als pädophil gelten wolle. Weiter habe er sich danach erkundigt, ob die Eltern das Mobiltelefon von "Lars" kontrollierten. Der Beschwerdeführer habe versucht, eine Art Geheimsphäre zu schaffen, was typisch sei, wenn ein Erwachsener den sexuellen Kontakt zu einem Minderjährigen suche. Weiter habe der Beschwerdeführer "Lars" geraten, stets den Chatverlauf zu löschen. Am letzten Chattag vor den Sommerferien habe er "Lars" wieder auf ein mögliches Treffen angesprochen. Auch nach den Ferien hätten sie sich wieder im Internet unterhalten, wobei der Beschwerdeführer "Lars" mitgeteilt habe, dass er ihn vermisst habe. Wenn man bedenke, dass sich die beiden nicht persönlich gekannt hätten und erst wenige Tage zuvor mit dem Chatten begonnen hätten, mute diese Mitteilung komisch an. Der Beschwerdeführer habe "Lars" sodann nach Fotos gefragt und ihm daraufhin Komplimente gemacht und ein Herz-Emoji geschickt. Auch an den folgenden Tagen bzw. am 9., 10. und 11. August 2016 habe der Beschwerdeführer wieder nach einem Treffen gefragt. Damit habe er sehr intensiv auf ein solches Treffen gedrängt. Der Beschwerdeführer habe gefragt, ob "Lars" schon einmal jemanden auf diese Weise getroffen habe. Dieser habe verneint. Der Beschwerdeführer habe ihm erklärt, dass er keine Angst haben müsse. Eine gewisse Spannung sei zu erwarten, dies sei jedoch auch geil. Dabei sei er konkret wieder auf den "Schnäbu" von "Lars" zu sprechen gekommen. Mit einer Anspielung auf die Bibel habe der Beschwerdeführer zudem einen Kontext zu einem Paar herstellen wollen. Ab dem 12. August 2016 habe der Chat in Bezug auf das Körperliche an Geschwindigkeit aufgenommen. Der Beschwerdeführer habe geschrieben, er freue sich darauf, "Lars" in die Arme zu nehmen. Am 15. August 2016 sei der Chat noch stärker auf das Sexuelle gelenkt worden. Der Beschwerdeführer habe von "Lars" wissen wollen, ob dieser über das Umarmen und Streicheln nachgedacht habe. Nach einem harmlosen Hin und Her habe er wiederum den "Schnäbu" angesprochen. Weiter habe der Beschwerdeführer von "Lars" Konkretes zum Thema Sexualität (z.B. über Selbstbefriedigung) wissen wollen. Die Richtung, in welche sich der Chat bewegt habe, habe darauf abgezielt, bei "Lars" bereits vor dem Treffen Hemmschwellen abzubauen und den Weg für sexuelle Handlungen vorzubereiten. Er habe "Lars" sodann auch auf gemeinsame Selbstbefriedigung angesprochen und ihn gefragt, ob er gemeinsam wichsen möchte. Gemäss den Chatprotokollen erwiderte "Lars", dass er es ausprobieren möchte, woraufhin besagtes Treffen vereinbart wurde. Die Vorinstanz gelangt zum Schluss, die Chatunterhaltungen enthielten eine klare Botschaft: "Ich komme nach Bern und dann wichsen wir." Der Beschwerdeführer habe den 13-Jährigen "Lars" mit Komplimenten umworben und von sich aus immer wieder Sexuelles angesprochen. Er habe "Lars" auch schnell um ein Treffen gebeten, welches er zuerst als harmlos dargestellt habe. Kurz darauf habe er dann aber eindeutig auf sexuelle Komponenten gewechselt: wichsen, allein, zusammen, gegenseitig. Wie abgemacht sei der Beschwerdeführer am 17. August 2016 nach Bern gereist und habe am vereinbarten Ort geklingelt, dies zu einem Zeitpunkt, von dem er gewusst habe, dass die Mutter von "Lars" nicht zu Hause sein sollte. Mit Blick auf die Frage nach der Notwendigkeit eines vorbereitenden Gesprächs anlässlich des sich abzeichnenden Treffens sei wesentlich, dass der Beschwerdeführer immer konkreter geworden sei bezüglich der Handlungen, die er mit bzw. an "Lars" vornehmen wollte. Er sei auch gezielt auf das Thema Selbstbefriedigung zu sprechen gekommen. Der Beschwerdeführer habe ausgelotet, wie weit er seine Absichten der sexuellen Handlungen mit dem 13-jährigen "Lars" beim Treffen ohne weitere vorbereitende, abklärende oder überzeugende Bemühungen gleich in die Tat hätte umsetzen können. Mitnichten wäre es vor Ort vom weiteren Verlauf des Treffens abhängig gewesen, was dann passiert wäre bzw. ob es überhaupt zu sexuellen Handlungen gekommen wäre. Obwohl dies kein zentrales Indiz sei, passe letztlich stimmig dazu, dass der Beschwerdeführer zwei Kondome mit dabei gehabt habe, als er am Domizil von "Lars" erschienen sei.