Citation: 6B_1304/2017 E. 2.3.3

2.3.3. Nach der Rechtsprechung gilt die Strafverfügung gemäss Art. 70 VStrR verjährungsrechtlich als erstinstanzliches Urteil im Sinne von aArt. 70 Abs. 3 bzw. Art. 97 Abs. 3 StGB. Dies wird daraus abgeleitet, dass jeder Strafverfügung zwingend ein Strafbescheid gemäss (Art. 64 VStrR) vorangeht, welcher wie ein Strafbefehl auf summarischer Grundlage getroffen werden kann, während die Strafverfügung auf einer umfassenden Grundlage beruht und in einem kontradiktorischen Verfahren erlassen wird. Bei dieser Betrachtungsweise weist der Erlass eines Strafbescheids nach Art. 64 VStrR Parallelen zu einem Strafbefehl auf und entspricht die Strafverfügung gemäss Art. 70 VStrR im Ergebnis einem gerichtlichen Entscheid. Die Strafverfügung wird demnach im Rahmen des Verjährungsrechts einem erstinstanzlichen Urteil gleichgestellt (BGE 133 IV 112 E. 9.4.4 S. 117; 142 IV 11 E. 1.2.1 S. 12 und 276 E. 5.1 S. 277). Soweit die Einsprache gegen den Strafbescheid gemäss Art. 71 VStrR als Begehren um gerichtliche Beurteilung behandelt und demgemäss keine Strafverfügung erlassen wird, gilt demgegenüber der Gerichtsentscheid als erstinstanzliches Urteil im Sinne von Art. 97 Abs. 3 StGB; an der Rechtsnatur des Strafbescheids ändert sich bei dieser Konstellation nichts (BGE 139 IV 62 E. 1.4.5 S. 69).