Citation: 2C_944/2020 E. 5.4

5.4. Die Ausreise ist der Familie überdies zumutbar (vgl. Art. 5 Abs. 2 BV; Art. 8 EMRK; Art. 96 Abs. 1 AIG). Die beschwerdeführende Ehefrau, die die ersten 23 Jahre ihres Lebens im Kosovo verbracht hat, ist erst am 15. Juni 2015 mit den älteren beiden Kinder mit den Jahrgängen 2012 und 2014 in die Schweiz eingereist. Wie ihr Ehemann spricht sie die Sprache und kennt die Kultur sowie die Gepflogenheiten ihres Heimatlands. Aufgrund des kürzeren Aufenthalts in der Schweiz sowie der Ferienaufenthalte im Kosovo dürfte auch das familiäre und soziale Beziehungsnetz im Kosovo intakt sein. Zwar befinden sich entgegen der vorinstanzlichen Auffassung nicht mehr alle Kinder in einem anpassungsfähigen Alter im engeren Sinne. Dieses Kriterium bezieht sich primär auf Kleinkinder (vgl. BGE 143 I 21 E. 5.4 und E. 6.3.6; 139 II 393 E. 5.1; 122 II 289 E. 3c; Urteile 2C_487/2020 vom 17. August 2020 E. 5.2.3; 2C_709/2019 vom 17. Januar 2020 E. 6.2.2; zum anpassungsfähigen Alter im weiteren Sinne vgl. auch Urteile 2C_870/2018 vom 13. Mai 2019 E. 6.3; 2C_730/2018 vom 20. März 2019 E. 6.2.1 f.). Die Kinder sprechen neben Deutsch indes auch ihre Muttersprache. Das neunjährige und sechsjährige Kind sind im Kosovo geboren. Ersteres hat seine ersten Lebensjahre dort verbracht. Das jüngste Kind mit Jahrgang 2017 ist überdies noch nicht schulpflichtig. Zweifellos bringt eine Ausreise für die Familie eine gewisse Härte mit sich. Die familiäre Situation bleibt für die Kinder jedoch unverändert stabil. Insgesamt ist es der Familie daher zumutbar, mit dem beschwerdeführenden Ehemann in die gemeinsame Heimat zurückzukehren und dort das Familienleben weiterzuführen. Es ist daher nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz die (abgeleiteten) Aufenthaltsbewilligungen der beschwerdeführenden Ehefrau sowie der drei Kinder nur bis zur Entlassung des beschwerdeführenden Ehemanns aus dem Straf- und Massnahmevollzug verlängert hat.