Citation: 2C_1072/2014 E. 3.2.2

3.2.2. Die Verletzungen, welche der zweite Ehemann C.________ der Beschwerdeführerin wegen Missachtung von "Ehepflichten" zugefügt hat, können unter den unbestimmten Rechtsbegriff der häuslichen Gewalt im Sinne von Art. 50 Abs. 1 lit. b in Verbindung mit Art. 50 Abs. 2 AuG subsumiert werden. Die Anspruchsvoraussetzungen für eine Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung der Beschwerdeführerin wegen häuslicher Gewalt im Sinne von Art. 50 Abs. 1 lit. b und Abs. 2 AuG sind somit erfüllt, sofern der Beschwerdeführerin nicht wegen Rechtsmissbrauchs die Berufung darauf verweigert werden muss (vgl. zum Rechtsmissbrauch BGE 128 II 145 E. 2.2 S. 151 f.; mittlerweile kodifiziert in Art. 51 Abs. 2 lit. a AuG). Angesichts dessen, dass die selbstständige Anspruchsvoraussetzung der häuslichen Gewalt als wichtiger Grund für die Verlängerung einer Aufenthaltsbewilligung (oben, E. 2.1) erfüllt ist, muss eine Gefährdung der sozialen Wiedereingliederung der Beschwerdeführerin in ihrem Heimatstaat nicht geprüft werden.