Citation: 2C_1000/2020 E. 4.3.3

4.3.3. In teleologischer Hinsicht ist entscheidend, dass eine unaufgeforderte periodische Information der Klientschaft über die Höhe des Honorars Honorarstreitigkeiten eher vorzubeugen vermag als eine bloss auf Ersuchen des Klienten hin erfolgende Auskunftserteilung. Eine unaufgeforderte periodische Information trägt dazu bei, dass sich der Rechtsuchende nicht mit unerwarteten Honorarforderungen konfrontiert sieht. Letzteres entspricht dem allgemeinen Zweck der gesetzlichen Pflicht zur Information über die Höhe des Honorars. Ebenso wie die in Art. 12 lit. i 1. Teilsatz BGFA statuierte Pflicht, die Klientschaft bei Übernahme des Mandats über die Grundsätze der Rechnungsstellung aufzuklären, dient diese Pflicht nämlich indirekt dazu, das Vertrauen in die korrekte Mandatsführung und damit das Vertrauensverhältnis zwischen Anwalt und Klient zu stärken sowie Streitigkeiten über das Honorar vorzubeugen (vgl. BGE 143 III 600 E. 2.7.5 S. 614; WALTER FELLMANN, Anwaltsrecht, 2. Aufl. 2017 [nachfolgend: FELLMANN, Anwaltsrecht], N. 490 mit Hinweis). Dem Vertrauen in eine korrekte Mandatsführung bzw. in den Anwalt kommt es zugute, wenn der Anwalt seinen Klienten nicht nur auf Aufforderung, sondern unaufgefordert über die Höhe des Honorars informiert. Damit wird nicht zuletzt ein Beitrag dazu geleistet, dass das im öffentlichen Interesse liegende Ansehen der Anwaltschaft gewahrt wird. Der Gesetzeszweck legt es vor diesem Hintergrund (ebenso wie das historische Auslegungselement) nahe, grundsätzlich nur dann von einer Erfüllung der Pflicht von Art. 12 lit. i 2. Teilsatz BGFA auszugehen, wenn der Anwalt nicht nur auf Verlangen des Klienten, sondern auch unaufgefordert periodisch über die Höhe des Honorars informiert.