Citation: 4A_439/2021 E. 3

Die Vorinstanz erwog, strittig sei, ob die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin über den 31. Juli 2019 hinaus Taggelder zu leisten habe. Die Parteien seien sich einig, dass das Arbeitsverhältnis der Beschwerdeführerin per 31. März 2019 endete, womit sie aus dem versicherten Personenkreis ausgeschieden und ihr Versicherungsschutz erloschen sei. Ein Übertritt in die Einzelversicherung stehe nicht zur Diskussion. Ebenfalls sei unstrittig, dass es sich bei den Schulterbeschwerden gestützt auf die anwendbaren Versicherungsbedingungen um einen neuen Versicherungsfall handle. Die Parteien seien davon ausgegangen, dass als Gefahr, gegen welche die vorliegende Versicherung abgeschlossen worden sei, nicht die Krankheit, welche zu einer Arbeitsunfähigkeit führe, sondern die Arbeitsunfähigkeit selbst zu betrachten sei. So setze die Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin im Zusammenhang mit dem Schulterleiden nach übereinstimmender Darstellung der Parteien voraus, dass dieses vor März 2019 zu einer Arbeitsunfähigkeit geführt habe. Dass bei nachgewiesener Arbeitsunfähigkeit Nachleistungen geschuldet wären, sei unstrittig, wobei vorausgesetzt sei, dass die Arbeitsunfähigkeit ununterbrochen mindestens 25% betrage. Dabei trage die Beschwerdeführerin die Beweislast für eine Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit. Die wenigen von der Beschwerdeführerin offerierten Beweismittel erlaubten es nicht, auf eine Arbeitsunfähigkeit infolge des Schulterleidens bereits vor März 2019 zu schliessen. Die Beschwerdeführerin habe sodann zeitnahe nähere medizinische Abklärungen vereitelt, obschon sie vertraglich dazu verpflichtet gewesen sei und sie mit Schreiben vom 23. Juli 2019 an die Pflicht und den Leistungsausschluss bei Verletzung derselben erinnert worden sei. Der Beschwerdeführerin sei damit der Beweis misslungen, dass das Schulterleiden vor Beendigung des Vertrags zu einem vertraglichen Leistungsanspruch geführt habe, der bei einem über den 31. Juli 2019 hinaus anhaltenden Grad der Arbeitsunfähigkeit von mindestens 25 % einen Anspruch auf Nachleistung begründet hätte. Die Klage sei daher abzuweisen.