Citation: 1C_215/2022 E. 2.1.5

2.1.5. Zur beantragten Aktenedition des parallelen Haftungsprozesses führt die Beschwerdeführerin aus, der Grundsatz der Einheit der Rechtsordnung verlange, widersprüchliche Entscheide im Rahmen des Möglichen zu vermeiden. Die Vorinstanzen hätten sich geweigert, die Akten des Prozesses gegen die Gemeinde einzuholen. Das Kantonsgericht habe das unrechtmässige Verhalten der Gemeinde daher nicht berücksichtigt. Dabei sei gerade dieser Einwand von Bedeutung für den hier angefochtenen Entscheid. Der Grundsatz der Einheit der Rechtsordnung gebietet, widersprüchliche Entscheide im Rahmen des Vertretbaren zu vermeiden. Daraus abgeleitet wird beispielsweise, dass die Verwaltungsbehörde nicht ohne gewichtigen Grund von den Sachverhaltsfeststellungen oder den rechtlichen Würdigungen des Strafrichters abweichen soll (BGE 143 II 8 E. 7.3; 136 II 447 E. 3.1; je mit Hinweisen). Wie die Vorinstanz zutreffend erwog, stehen im vorliegenden Verfahren primär raumplanungsrechtliche und baupolizeiliche Fragen zur Diskussion. Das Baupolizeirecht dient der Gefahrenabwehr, richtet sich gegen den Störer und bedient sich Geboten und Verboten (PETER HÄNNI, Planungs-, Bau- und besonderes Umweltschutzrecht, 7. Aufl. 2022, S. 331 f.). Die konkreten Umstände, die zum behaupteten Schaden am Gelände und zur Deponierung des streitigen Aushubmaterials auf der Parzelle Nr. 2261 führten, sind für die Beurteilung, ob der rechtmässige Zustand wiederherzustellen ist, somit nicht entscheiderheblich. Das Ergebnis der Vorinstanz, das vorliegende Verfahren sei unabhängig vom Haftungsprozess zu beurteilen, ist vor diesem Hintergrund nicht zu beanstanden (vgl. E. 5.3 des angefochtenen Urteils). Das Kantonsgericht durfte das entsprechende Editionsbegehren daher ohne Verstoss gegen das Willkürverbot in antizipierter Beweiswürdigung abweisen (E. 2.1.2). Auch in diesem Zusammenhang ist eine Verletzung des rechtlichen Gehörs (Art. 29 Abs. 2 BV) zu verneinen.