Citation: 6B_1427/2020 E. 4.7

4.7. Gemäss Art. 1 EAUe verpflichten sich Vertragsparteien [...] einander die Personen auszuliefern, die von den Justizbehörden des ersuchenden Staates wegen einer strafbaren Handlung verfolgt oder zur Vollstreckung einer Strafe oder einer sichernden Massnahme gesucht werden. Gemäss Art. 14 EAUe darf der Ausgelieferte " wegen einer anderen, vor der Übergabe begangenen Handlung als derjenigen, die der Auslieferung zugrunde liegt, nur in folgenden Fällen verfolgt [usw.]" werden. Wie das Bundesgericht im Urteil 1B_486/2018 vom 22. November 2018 E. 4.3 darlegte, findet die These, der Vollzug einer freiheitsentziehenden Massnahme bzw. ein massnahmenrechtliches gerichtliches Nachverfahren könne "keine Strafsache gemäss Rechtshilferecht" darstellen, in den anwendbaren auslieferungsrechtlichen Rechtsquellen keine Stütze: Italien und die Schweiz haben sich gegenseitig verpflichtet, einander Personen auszuliefern, die wegen einer strafbaren Handlung verfolgt oder zur Vollstreckung einer Strafe oder einer "sichernden Massnahme" ("mesure de sûreté") gesucht werden (Art. 1 EAUe). Das Spezialitätsprinzip bedeutet, dass der ersuchende Staat den Ausgelieferten wegen Taten, die dieser vor der Übergabe begangen hat und für welche die Auslieferung nicht bewilligt worden ist, nicht verfolgen darf (BGE 147 II 13 E. 3.4.1). Es ist weiter keine Verletzung der Spezialität anzunehmen, wenn der Massnahme neben der versuchten Tötung lediglich eine versuchte schwere Körperverletzung zugrunde liegt, während die Auslieferung für schwere Körperverletzungen ("lesioni personali gravi") bewilligt wurde. Ferner lässt sich auch die Annahme der drei mit der Beurteilung dieser Auslieferung bereits befassten Gerichtsinstanzen sowie der Vorinstanz als vierte Gerichtsinstanz, es könne kein vernünftiger Zweifel bestehen, dass die italienischen Strafbehörden den auf italienisch abgefassten Haftbefehl nicht verstanden hätten, nicht überzeugend als bundesrechtswidrig bestreiten. Darauf ist nicht weiter einzutreten, auch nicht auf die zusätzlich auf eine Literaturmeinung gestützten Vorbringen (Beschwerde Ziff. 44). Dass die beidseitige Strafbarkeit nicht gegeben sein sollte, wie der Beschwerdeführer erneut zu behaupten scheint, wurde bereits im Urteil 1B_486/2018 vom 22. November 2018 E. 4.3 entkräftet.