Citation: 5A_63/2009 20.08.2009 E. 2

Das Bezirksgericht hat befunden, dass aufgrund der am 22. Dezember 2000 erfolgten Auszahlung des Freizügigkeitsguthabens an den Beschwerdegegner von Fr. 337'943.30 infolge definitiven Verlassens der Schweiz die Teilung des BVG-Guthabens nach Art. 122 ZGB nicht mehr möglich sei. Vielmehr müsse eine angemessene Entschädigung im Sinn von Art. 124 Abs. 1 ZGB geprüft werden. Das Obergericht widerspricht diesen Feststellungen nicht und führt ergänzend aus, dass sich die Angemessenheit am Grundsatz der hälftigen Teilung der während der Ehe erworbenen Austrittsleistungen orientiere und sich zudem nach den Vorsorgebedürfnissen und den wirtschaftlichen Verhältnissen der Parteien beurteile. Der Anspruch auf nachehelichen Unterhalt beurteile sich nach Art. 125 ZGB. Dieser bestehe gemäss Absatz 1 bei fehlender Eigenversorgungskapazität des Ansprechers. Absatz 2 zähle Kriterien auf, die beim Entscheid, ob ein Beitrag zu leisten sei und gegebenenfalls in welcher Höhe und wie lange, zu berücksichtigen seien, so unter anderem das Einkommen und Vermögen der Ehegatten, ihre Erwerbsaussichten und ihre Vorsorgeanwartschaften. Die Zusprechung sowohl einer Entschädigung nach Art. 124 Abs. 1 ZGB wie auch einer Scheidungsrente nach Art. 125 Abs. 1 ZGB setze Kenntnis der wirtschaftlichen Verhältnisse des Ansprechers nach der Scheidung voraus, damit dessen Vorsorge- und Unterhaltsbedürfnisse zuverlässig beurteilt werden können. Dabei seien die Anspruchsgrundlagen von jener Partei substantiiert darzulegen und zu beweisen, welche den Anspruch geltend macht (Art. 8 ZGB). Vorliegend sei der gegenwärtige Aufenthaltsort der Beschwerdeführerin unbekannt. Belege über ihre aktuelle Lebenssituation seien nicht vorhanden. Schon vor Bezirksgericht habe ihr Rechtsvertreter mangels Kontaktmöglichkeit zur Klientin die einverlangten Unterlagen über ihre Einkünfte und ihren Bedarf nicht verurkunden können. Die vom Beschwerdegegner vorgebrachte Behauptung, wonach die Beschwerdeführerin im Jahre 1997 von seinem Konto bei der UBS Fr. 250'000.-- bezogen und auf ein eigenes Konto in Kairo einbezahlt habe, sei unbestritten. Die Behauptung der Beschwerdeführerin, sie habe das Geld wieder zurückbezahlt, sei unbelegt. Bei dieser Sach- und Aktenlage sehe sich das Obergericht ausserstande, sich über die wirtschaftlichen Verhältnisse der Beschwerdeführerin und somit über ihren Vorsorge- und Unterhaltsbedarf nach der Scheidung ein zuverlässiges Bild zu machen. Der von der Beschwerdeführerin geltend gemachte Anspruch auf Vorsorgeausgleich und Unterhaltsbeiträge sei unsubstantiiert, unbelegt und daher abzuweisen.