Citation: I 845/05 21.11.2006 E. 3.2

3.2.1 Übereinstimmend bescheinigen die involvierten Ärzte dem Beschwerdeführer eine seit Januar 2003 andauernde vollständige Arbeitsunfähigkeit in seiner bisherigen Tätigkeit als Bauarbeiter. Aus dem geschilderten Krankheitsverlauf wird ferner deutlich, dass zu Beginn der regelmässigen Behandlungen im Juli 2003 bezüglich der Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit ärztlicherseits noch ein gewisser Optimismus herrschte. Nur wenige Monate später, im September 2003, diagnostizierten die gleichen Ärzte jedoch erstmals auch ein psychisches Krankheitsbild und machten eine berufliche Wiedereingliederung abhängig vom Erfolg noch durchzuführender therapeutischer Massnahmen. Diese Einschätzung wurde Ende Oktober 2003 auch von Dr. med. B.________ bestätigt. Die IV-Abteilung Berufliche Eingliederung kam sodann Ende Januar 2004 zum Schluss, dass sich der Gesundheitszustand eher verschlechtert bzw. der Versicherte auf die vorgenommenen Behandlungen nicht im gewünschten Sinne angesprochen habe und er immer noch nicht in der Lage sei, eine Erwerbstätigkeit auszuüben. Die weitgehend gleichen Aussagen sind den Berichten der Klinik für Rheumatologie und Klinische Immunologie/Allergologie des Spitals X.________ vom 12. Februar und 8. Juni 2004, des Hausarztes vom 4. März 2004 und der Klinik und Poliklinik für Allgemeine Innere Medizin/Psychiatrische Poliklinik des Spitals X.________ vom 26. April 2004 zu entnehmen. Die Gutachter Dres. med. H.________ und L.________ gelangten auf Grund interdisziplinärer Untersuchungen in ihrer Expertise vom 25. November 2004 dagegen zum Ergebnis, dass der Beschwerdeführer bei Aufbietung aller Ressourcen fähig sei, einer adäquaten Tätigkeit im Umfang von 50 % nachzugehen, während die Ärzte der Klinik für Rheumatologie und Klinische Immunologie/Allergologie des Spitals X.________ in ihren Berichten vom 12. Juli 2005 allein aus somatischen Gründen eine Arbeitstätigkeit für ausgeschlossen erachteten. Auch med. pract. R.________ hielt alsdann im November 2005 die Aufnahme einer beruflichen Beschäftigung im Lichte einer medizinischen Gesamtbetrachtung für wenig Erfolg versprechend. 3.2.2 Daraus erhellt, dass der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers im vorliegend massgeblichen Zeitraum - bis zum Erlass des Einspracheentscheides vom 20. Juni 2005 (vgl. BGE 130 V 446 Erw. 1.2 mit Hinweis) - insofern eine Verschlechterung erfahren hat, als die noch zu Beginn als aussichtsreich bezeichneten therapeutischen und medikamentösen Massnahmen nicht die erhoffte Verbesserung der Beschwerden - und damit auch der Arbeitsfähigkeit - zu bewirken vermochten. Ein Widerspruch in den Ausführungen der Ärzte der Klinik für Rheumatologie und Klinische Immunologie/Allergologie des Spitals X.________ vom 30. September 2003 und denjenigen vom 12. Juli 2005 ist somit entgegen der Betrachtungsweise des kantonalen Gerichts nicht auszumachen. Vielmehr entspricht die darin enthaltene Kernaussage auch den Schlussfolgerungen der Mitarbeiter der IV-Abteilung Berufliche Eingliederung sowie der übrigen behandelnden Ärzte, wobei dazu auch der Psychiater med. pract. R.________ zu zählen ist, dessen Bericht zwar vom 21. November 2005 datiert, der den Beschwerdeführer aber bereits seit Februar 2005 betreut und daher in der Lage ist, zum Gesundheitszustand in der hier relevanten Zeitspanne Auskunft zu geben. Die gutachterliche Beurteilung durch die Dres. med. H.________ und L.________, wonach es dem Beschwerdeführer aus rheumatologischer wie auch aus psychiatrischer Sicht zumutbar sei, eine leidensangepasste Tätigkeit im Umfang von 50 % auszuüben, erscheint vor diesem Hintergrund - wie auch angesichts der von Dr. med. L.________ im Zusammenhang mit der noch realisierbaren Arbeitsfähigkeit verknüpften Gewichtsreduktion - eher als optimistische Prognose denn als Einschätzung des im aktuellen Zeitpunkt nach Ausschöpfung aller denkbaren therapeutischen Vorkehren tatsächlich noch vorhandenen Leistungsvermögens. Handelt es sich bei der Expertise vom 25. November 2004 somit nicht um eine nach den Kriterien der Rechtsprechung beweiskräftige ärztliche Entscheidungsgrundlage (vgl. BGE 125 V 352 Erw. 3a mit Hinweis), kann darauf nicht ohne weiteres abgestellt werden. Gleiches hat indessen auch für die Berichte und Stellungnahmen der übrigen Ärzte zu gelten, stellen diese doch lediglich einzelne fachmedizinische Einschätzungen, der denen es namentlich am gerade in der vorliegenden gesundheitlichen Konstellation wichtigen interdisziplinären Aspekt fehlt. Es wird Aufgabe der Beschwerdegegnerin sein, an welche die Sache zurückzuweisen ist, vorab die exakte Diagnose zu ermitteln und hernach, unter Beizug rheumatologischer und psychiatrischer Spezialärzte, die im (zuhanden des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers erstellten) Bericht der Klinik für Rheumatologie und Klinische Immunologie/Allergologie des Spitals X.________ vom 12. Juli 2005 empfohlene Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) durchzuführen. Ergäbe sich aus den ergänzenden Abklärungen, dass, wie im besagten Bericht vom 12. Juli 2005 angedeutet (vgl. demgegenüber aber die Angaben des med. pract. R.________ vom 21. November 2005), eine vollständige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit allein aus dem körperlichen Krankheitsgeschehen resultiert, erübrigte sich die Frage, inwieweit es dem Beschwerdeführer trotz Somatisierungsstörung zumutbar wäre, seine Schmerzen zu überwinden (vgl. dazu BGE 131 V 49, 130 V 352 und 396). Festzuhalten gilt es ferner, dass in Anbetracht der unstreitig seit Januar 2003 bestehenden erheblichen Arbeitsunfähigkeit der Rentenbeginn gemäss Art. 29 Abs. 1 lit. b in Verbindung mit Abs. 2 IVG auf 1. Januar 2004 fällt.