Citation: 1C_523/2016 E. 1.3

1.3. Das schadet dem Beschwerdeführer allerdings insofern nicht, als die Beschwerde in der Sache unbegründet ist. Zwar überzeugt die Begründung der Anklagekammer nicht, das angezeigte Verhalten sei von vornherein nicht tatbestandsmässig, weil die angeblich unzulässigerweise vom Beschwerdegegner offenbarten Tatsachen der Lehrlingsverantwortlichen bereits bekannt gewesen seien. Die angebliche Amtsgeheimnisverletzung könnte schon darin liegen, dass er der Lehrlingsverantwortlichen überhaupt mitteilte, dass am 5. November 2015 eine Unterredung zwischen ihm und dem Beschwerdegegner stattfand. Dazu war der Beschwerdegegner allerdings klarerweise befugt. Der Beschwerdeführer wurde im Lehrbetrieb abgemahnt und hatte in der Schule grössere disziplinarische Probleme, was die erfolgreiche Beendigung seiner Lehre in Frage stellte. Nach Art. 17 Abs. 3 der Berufsbildungsverordnung (vom 19. November 2003, SR 412.101) nimmt unter diesen Umständen "die Berufsfachschule mit dem Lehrbetrieb Kontakt auf". Der Beschwerdegegner als verantwortlicher Schulleiter war damit berechtigt und verpflichtet, mit dem Lehrbetrieb Kontakt aufzunehmen und mit der Lehrlingsverantwortlichen alles zu besprechen, was in irgendeiner Weise mit dem schulischen bzw. beruflichen Fortkommen des Beschwerdeführers in Zusammenhang stand. Indem der Beschwerdegegner der Lehrlingsverantwortlichen vom Gespräch vom 3. November 2015 berichtete, hat er daher kein Amtsgeheimnis einer unberechtigten Dritten offenbart, das angezeigte Verhalten ist von vornherein nicht tatbestandsmässig. Ob der Beschwerdegegner zuvor den Beschwerdeführer dazu hätte anhören sollen, wie es der erwähnte Artikel an sich vorsieht, kann offen bleiben, da es für die strafrechtliche Beurteilung ohne Belang ist. Es ist in diesem Zusammenhang immerhin darauf hinzuweisen, dass es der Beschwerdeführer war, der mit seinem untragbaren Verhalten in der Schule eine neue Situation schuf, die einen rückhaltlosen Austausch der beiden für die schulische und berufliche Ausbildung Verantwortlichen erst erforderlich machte. Die Anklagekammer hat im Ergebnis kein Bundesrecht verletzt, indem sie die Ermächtigung zur Eröffnung einer Strafverfolgung gegen den Beschwerdegegner verweigerte.