Citation: 1C_485/2022 E. 4.1

4.1. Die Vorinstanz erwog, dass es sich bei der Liegenschaft der Beschwerdeführenden offensichtlich nicht um eine Baute handle, welche für die land- und forstwirtschaftliche Nutzung der Naturschutzzone erforderlich sei. Vielmehr handle es sich um eine Baute, welche nicht mehr zonenkonform sei und lediglich Bestandesschutz geniesse. Nach dem klaren Wortlaut von Art. 10 Abs. 2 der Verordnung über den Natur- und Heimatschutz des Kantons Appenzell Innerrhoden vom 13. März 1989 (VNH/AI; GS 450.010) gelte - abgesehen von den unbedingt erforderlichen Bauten für die land- und forstwirtschaftliche Nutzung - ein absolutes Bauverbot in der Naturschutzzone. Andere Ausnahmen habe der Gesetzgeber weder statuiert noch ins Ermessen der Baubewilligungsbehörde gestellt. Daran ändere auch Art. 24c RPG nichts, da es sich beim Natur- und Heimatschutz um ein wichtiges Anliegen der Raumplanung handle, welches es zu beachten gelte. Die Erdwärmesondenanlage für das Ferienhaus falle unter das Bauverbot von Art. 10 Abs. 2 VNH/AI und sei folglich gemäss Art. 24c Abs. 5 RPG nicht bewilligungsfähig. Das Ferienhaus der Beschwerdeführenden habe bisher über eine Holzheizung verfügt, welche wohl im gleichen Umfang ersetzt werden könne. Eine Erdsondenwärmepumpe sei somit nicht erforderlich. Überdies bestünden auch gewichtige entgegenstehende öffentliche Interessen, insbesondere die ungeschmälerte Erhaltung der Naturschutzzone. Eine Erdsondenwärmepumpe generiere ihre Heizleistung durch Entzug der Wärme des Erdreichs und gerade in einem Naturschutzgebiet könne eine Abkühlung im Erdreich zu Auswirkungen auf Flora und Fauna führen. Es sei nicht ersichtlich, inwiefern eine ausserordentliche Situation bestehe und durch das Bauvorhaben keine öffentlichen Interessen erheblich gefährdet sein sollten.