Citation: 6B_1232/2021 E. 3.2

3.2. Die Vorinstanz erwägt zunächst in Zusammenhang mit dem Antrag des Beschwerdeführers auf teilweisen Erlass der erstinstanzlichen Verfahrenskosten, die bernischen erst- und oberinstanzlichen Gerichtsbehörden kämen Art. 425 StPO praxisgemäss nicht im Urteilszeitpunkt nach, sondern würden die Verfahrenskosten auf Gesuch hin nach dem rechtskräftigen Urteil ganz oder teilweise stunden oder erlassen. Es gebe keinen ersichtlichen Grund an dieser Praxis etwas zu ändern. Angesichts des Ausgangs des Verfahrens sei der Beschwerdeführer zu den auf die Schuldsprüche entfallenden erstinstanzlichen Verfahrenskosten von Fr. 34'276.95 (19/20, ohne Kosten für die amtliche Verteidigung) zu verurteilen. Die auf den rechtskräftigen Freispruch entfallenden Verfahrenskosten von Fr. 2'524.05 (1/20, ohne Kosten für die amtliche Verteidigung) seien dem Kanton Bern aufzuerlegen. Die oberinstanzlichen Verfahrenskosten würden bestimmt auf eine Pauschalgebühr von Fr. 8'000.-- und im Umfang von 9/10 dem Beschwerdeführer auferlegt. Eine Verfahrenskostenausscheidung rechtfertige sich vorliegend - auch wenn der Beschwerdeführer im Ergebnis vollständig unterlegen sei - aufgrund des Unterliegens der Beschwerdegegnerin betreffend den Antrag auf Schuldspruch wegen vollendeter schwerer Körperverletzung. Obwohl zu den Verfahrenskosten grundsätzlich auch die Kosten der amtlichen Verteidigung gehörten, scheide die Vorinstanz diese praxisgemäss separat aus. Entsprechend der Tragung der erstinstanzlichen Verfahrenskosten im Umfang von 19/20 sei der Beschwerdeführer auch nur in diesem Umfang verpflichtet, dem Kanton Bern die seinem amtlichen Verteidiger ausgerichtete Entschädigung des erstinstanzlichen Verfahrens zurückzuzahlen. Auch habe der Beschwerdeführer dem Kanton Bern die für das oberinstanzliche Verfahren ausgerichtete amtliche Entschädigung, die mittels separatem, rechtskräftigem Beschluss vom 19. Juli 2021 festgesetzt worden sei, im Umfang von 9/10 zurückzuzahlen. Schliesslich sei der Beschwerdeführer zur Bezahlung einer Entschädigung von Fr. 11'691.05 für das erstinstanzliche Verfahren und Fr. 5'579.45 (entsprechend einem Aufwand von 19.9 Stunden zu Fr. 250.-- und Auslagen von Fr. 205.55 zzgl. Mehrwertsteuer von Fr. 398.90) für das oberinstanzliche Verfahren an die Privatklägerin zu verurteilen (Urteil S. 97 ff.).