Citation: 2C_145/2024 E. 3.4

3.4. Keinen Bewilligungsanspruch kann der Beschwerdeführer sodann aus dem Schutz seines Privatlebens gemäss Art. 8 Ziff. 1 EMRK und Art. 13 Abs. 1 BV ableiten. Zwar besteht die Vermutung, dass eine ausländische Person nach einem zehnjährigen rechtmässigen Aufenthalt in der Schweiz als integriert gelten kann, sodass es für die Beendigung des Aufenthalts besonderer Gründe bedarf (BGE 144 I 266 E. 3.9). Indessen hat das Bundesgericht wiederholt erwogen, dass die Zeit, in der ein Ausländer lediglich geduldet wird, so namentlich zufolge erteilter aufschiebender Wirkung, nicht als "rechtmässiger Aufenthalt" gilt (BGE 149 I 207 E. 5.3.3; Urteile 2C_282/2023 vom 14. Dezember 2023 E. 4.3.1; 2C_113/2023 vom 27. September 2023 E. 5.4). Ebenfalls nicht anzurechnen ist der Aufenthalt während eines Asylverfahrens (BGE 149 I 66 E. 4.4). Vorliegend hält sich der Beschwerdeführer zwar seit September 2012 in der Schweiz auf. Als "rechtmässiger Aufenthalt" im Sinne der Rechtsprechung kann indessen nur der Aufenthalt des Beschwerdeführers ab dem Datum der vorläufigen Aufnahme, d.h. frühestens ab dem abweisenden Asylentscheid vom 29. Januar 2015 (vgl. auch BGE 149 I 66 E. 4.4), sowie die Zeit, in welcher er im Besitz einer Aufenthaltsbewilligung war, d.h. zwischen dem 29. Mai 2019 und dem 26. Mai 2020, angerechnet werden. Seither ist sein Aufenthalt - soweit ersichtlich - lediglich prozedural bedingt. Damit besteht kein zehnjähriger Aufenthalt im Sinne der zitierten Rechtsprechung. Besondere Umstände, wonach in seinem Fall - trotz kürzerer Aufenthaltsdauer - eine besonders ausgeprägte Integration vorliegen soll (vgl. hierzu BGE 149 I 207 E. 5.3), werden nicht hinreichend dargetan. Seine Vorbringen, wonach er als selbständiger Taxifahrer arbeite, keine Schulden habe und hierzulande sozial verankert sei, reichen nicht aus, um eine besondere Verwurzelung in der Schweiz darzutun. Ein anderweitiger Bewilligungsanspruch ist nicht ersichtlich und wird nicht substanziiert dargetan.