Citation: U 80/02 30.07.2002 E. 4.2

Die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des Einzelfalles ab (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthalts-kategorie und Beschäftigungsrad), welche nach pflichtgemässem Ermessen zu schätzen sind; insgesamt ist der Abzug vom statistischen Lohn unter Berück-sichtigung aller im konkreten Fall in Betracht fallenden Kriterien auf 25 % be-grenzt (BGE 126 V 78 ff. Erw. 5). Die Beschwerdeführerin führt als einzigen Grund, weshalb der von der Vorinstanz auf 15 % festgesetzte Abzug vom Ta-bellenlohn auf 20 % zu erhöhen sei, die drei vom Berufsberater der IV-Stelle Bern angegebenen, tieferen Vergleichslöhne an. Sie übersieht dabei, dass ein Behindertenabzug vor allem da in Frage kommt, wo das Invalideneinkommen auf Grundlage der Tabellenlöhne, welche auf dem Arbeitsverdienst gesunder Mitarbeiter beruhen, festgesetzt wird, währenddem eine solche Lohnkürzung grundsätzlich ausser Betracht fällt, wenn auf die im Rahmen von konkreten, der Behinderung des Versicherten angepassten Einsatzmöglichkeiten erzielbaren Löhne abgestellt wird (RKUV 1998 Nr. U 304 S. 373 Erw. 3 in fine). Die vom Be-rufsberater der IV-Stelle angegebenen, in drei Betrieben der Region Bern/Thun bezahlten tieferen Löhne für industrielle Hilfsarbeit sind daher nicht geeignet, die vorinstanzliche Ermessensausübung bei der Festsetzung des Tabellenlohnab-zuges als nicht sachgerecht erscheinen zu lassen.