Citation: 2C_527/2022 E. 4.5

4.5. Der Durchgriff bleibt jedoch auch ohne statutarisches Widerrufsrecht möglich, falls sich aus den weiteren Umständen ergibt, dass der Stifter anderweitig faktisch oder rechtlich die Kontrolle über die Stiftung behalten hat. Die Vorinstanz hat diesbezüglich festgehalten, dass die Beschwerdeführerin die faktische Kontrolle über das Stiftungsvermögen behalten habe (vgl. angefochtenes Urteil E. 4.5). Soweit diesem Befund eine Beweiswürdigung zugrundeliegt, ist das Bundesgericht hieran gebunden, solange die Feststellung der Vorinstanz nicht als offensichtlich unrichtig erscheint (Art. 105 Abs. 1 und 2 BGG; vgl. oben E. 2.1). Dies ist nicht der Fall. Im Gegenteil stützen die Akten die Würdigung der Vorinstanz: So hatte die Unterinstanz in ihrem Urteil darauf hingewiesen, dass in der Stiftung abgesehen vom Gründungskapital keine finanziellen Mittel vorhanden gewesen seien und die Anteile an der tschechischen Gesellschaft, die der Stiftung gewidmet worden waren, keine Erträge abwarfen (vgl. Urteil des Steuergerichts des Kantons Basel-Landschaft vom 19. März 2021 E. 4.4.2). Unter diesen Umständen war für die Beschwerdeführerin vorhersehbar, dass die Stiftung ihren Zweck ("Anlage und Verwaltung des Stiftungsvermögens sowie Zuwendungen an gemäss Beistatuten und Reglementen bestimmbare Begünstigte. Begünstigte können neben Angehörigen bestimmter Familien auch weitere, nicht zu diesen Familien zählende Drittpersonen sowie gemeinnützige Institutionen und Organisationen sein. Die Stiftung dient der Finanzierung des Lebensunterhalts, der Ausbildung und Gesundheit, der Sicherung und/oder Verbesserung des bisherigen Lebensstandards im allgemeinen, der wirtschaftlichen Förderung und Unterstützung der Begünstigten im weitesten Sinne sowie der Verfolgung ähnlicher Zwecke. Das Stiftungsvermögen kann in Wertpapieren, Beteiligungen, anderen Rechten und Liegenschaften angelegt werden. Die Stiftung kann alle Rechtsgeschäfte tätigen, die der Verfolgung und Verwirklichung ihres Zweckes dienen, ausserdem Stiftungsvermögen ganz oder teilweise verpfänden und Darlehen gewähren und aufnehmen."; Art. 105 Abs. 2 BGG) nicht erfüllen können und bereits nach wenigen Jahren aufgelöst werden müssen würde, was schliesslich dann auch geschah. Abgesehen von der damit verbundenen Steuerersparnis ist kein plausibler wirtschaftlicher Grund ersichtlich, der die von der Beschwerdeführerin gewählte Gestaltung hätte motivieren können. Es ist daher vermögenssteuerrechtlich nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz durch die Stiftung gegriffen und die von dieser an der tschechischen Gesellschaft gehaltenen Stammanteile der Beschwerdeführerin zugerechnet hat.