Citation: 5A_784/2023 E. 5.2

5.2. Der vorsitzende Oberrichter prüfte, ob das Abwarten des Ausgangs des kantonalen Beschwerdeverfahrens das Kindeswohl gefährden könnte. Dabei kam er zum Schluss, dass eine abrupte Erhöhung der Kontakte zwischen der Beschwerdeführerin und den Kindern die heutige Situation nachhaltig destabilisieren könnte. Gemäss dem Bericht der Beiständin vom 13. März 2023 und dem Bericht der K.________ AG vom 24. März 2023 lege die Beschwerdeführerin ein Verhalten an den Tag, das geeignet sei, Loyalitätskonflikte bei den Kindern zu verstärken. Sie habe sich beispielsweise gegenüber C.________ negativ über die Grosseltern geäussert. Zudem könne sie die Kinderbedürfnisse nicht durchgehend wahrnehmen. Es seien bei der Beschwerdeführerin Defizite im Umgang mit Erziehungsthemen (z.B. Medienumgang und Sexualität) festgestellt worden. Bei vorläufiger Würdigung sprächen die Berichte gegen eine sofortige Ausdehnung des Besuchsrechts und gegen unbegleitete Kontakte. Die Kinderanwältin von D.________ habe sodann dargelegt, das Kind wünsche sich zwar "mehr" Zeit mit der Beschwerdeführerin, meine damit aber nicht die Frequenz, sondern die Dauer. Diesem Wunsch habe die KESB mit der Verlängerung der Besuchszeiten entsprochen. Schliesslich stellte die Vorinstanz fest, dass die Trennung der Beschwerdeführerin von ihrem zweiten Ehemann keinen entscheidenden Einfluss auf die Frequenz oder die Modalitäten des Besuchsrechts habe. Vor diesem Hintergrund sei zumindest vorläufig kein zeitlich dringender Handlungsbedarf ausgewiesen.