Citation: 2C_112/2021 E. 7.2

7.2. Die mit einer Mitwirkungsverweigerung naturgemäss verbundene Schwierigkeit, über die Vielfalt der Ansichten ebenso authentisch berichten zu können, wie dies andernfalls möglich wäre, ist bei der programmrechtlichen Beurteilung der Sachgerechtigkeit eines Beitrags mitzuberücksichtigen. Die journalistische Sorgfalt verpflichtet den Medienschaffenden grundsätzlich nicht, eine Auffassung zu verteidigen oder zu vertreten, welche die direkt betroffene Person selber nicht bereit ist, ihm zu dokumentieren oder zuhanden der Öffentlichkeit zu begründen; dennoch muss über die Gründe der Weigerung, sich vor der Kamera zu äussern, aber sachgerecht berichtet werden. Es genügt, wenn in einem solchen Fall deutlich gemacht wird, dass und inwiefern eine Aussage umstritten ist (BGE 119 Ib 166 E. 3b ["VPM"]; Urteil 2A.32/2000 vom 12. September 2000 E. 2b/cc ["Vermietungen im Milieu"]).