Citation: 8C_71/2022 E. 4.2

4.2. Die Beschwerdeführerin bringt vor, dass im Rahmen der Anerkennung einer Berufskrankheit im Sinne von Art. 9 Abs. 2 UVG die beruflichen Tätigkeiten und damit die Expositionszeiten in einem ausländischen Staat (hier: Kanada), mit dem kein staatsvertragliches Abkommen der Schweiz (wie beispielsweise mit den EU-Staaten) existiere, nicht berücksichtigt werden dürften. Der Umstand, dass die Expositionszeiten von 11'000 Stunden während der UVG-versicherten Tätigkeiten in der Schweiz für die Anerkennung einer Berufskrankheit nach Art. 9 Abs. 2 UVG nicht ausreichten, sei unbestritten. Entgegen der Auffassung des kantonalen Gerichts ergebe sich aus BGE 119 V 200 nicht, dass in jedem Fall Expositionszeiten anzurechnen seien, während welcher die versicherte Person nicht obligatorisch unfallversichert gewesen sei. Vielmehr habe das ehemalige Eidgenössische Versicherungsgericht (EVG; heute: sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts) einzig in intertemporalrechtlicher Hinsicht (Inkrafttreten des UVG am 1. Januar 1984) entschieden, nachdem in zeitlicher Hinsicht keine gesetzliche Beschränkung bestehe, sei unter beruflicher Tätigkeit im Sinne von Art. 9 Abs. 2 UVG die gesamte, also auch die vor dem 1. Januar 1984 ausgeübte Berufstätigkeit zu verstehen. So verhalte es sich hier offensichtlich nicht. Weiter könne auch aus den vorinstanzlich zitierten Urteilen des EVG und des Bundesgerichts nichts für die Auffassung der Vorinstanz gewonnen werden, es seien Expositionszeiten zu berücksichtigen, während welchen die betroffene Person nicht obligatorisch unfallversichert gewesen sei. Namentlich in BGE 126 V 186 E. 2b habe das Bundesgericht bekräftigt, dass für die Beurteilung der Exposition (oder Arbeitsdauer) die gesamte, gegebenenfalls auch die schon vor dem 1. Januar 1984 ausgeübte Berufstätigkeit zu berücksichtigen sei. Sodann gehe auch aus dem Urteil U 20/04 vom 17. Januar 2005 E. 3.3 klar hervor, dass die Leistungspflicht des obligatorischen Unfallversicherers bei Berufskrankheiten vom Umstand abhänge, ob die betroffene Person während der Einwirkung des gefährlichen Stoffes oder der Verrichtung der krankmachenden Arbeit versichert gewesen sei.