Citation: 8C_443/2019 E. 3.3.2

3.3.2. Das kantonale Gericht hat mit angefochtenem Entscheid in tatsächlicher Hinsicht festgestellt, dass sich die beiden Arbeitsverträge, beide datierend vom 14. Juli 2017, nur geringfügig unterscheiden. Insbesondere gehe auch aus dem leicht abgeänderten, später der ALK eingereichten Vertrag nicht hervor, dass der Versicherte nur in einem Teilpensum bei der Arbeitgeberin tätig war. In den übrigen Dokumenten, welche der Beschwerdeführer innert der - gerichtsferienbedingt - bis zum 14. September 2017 laufenden Einsprachefrist eingereicht habe, finde sich ebenfalls kein Hinweis, wonach er lediglich teilzeitlich für die C.________ tätig gewesen sei. In diesem Zeitraum habe er ausweislich der Akten keine Lohnabrechnung des Monats August 2017 eingereicht. Von Seiten der Arbeitgeberin - nicht des Versicherten - sei die Bescheinigung über den Zwischenverdienst vom 4. September 2017 inklusive die Lohnabrechnung für den August 2017 eingetroffen. Diese Umstände liessen nicht darauf schliessen, dass der Beschwerdeführer innert Frist bis zum 14. September 2017 sinngemäss Einsprache erhoben und geltend gemacht habe, statt in einem Vollzeitpensum nur in einem Teilzeitpensum erwerbstätig zu sein. Ein entsprechender Einsprachewille sei nicht erkennbar gewesen. Die Beschwerdegegnerin habe folglich keine Rechtspflicht verletzt, indem sie keine Nachfrist zur Verbesserung einer nicht ersichtlichen Einsprache angesetzt habe. Auch nach Empfang der Rückforderungsverfügung vom 5. Oktober 2017, welche sich ausdrücklich auf die Verfügung vom 4. August 2017 abstützte, habe sich der Beschwerdeführer weder mit Erlassgesuch vom 3. November 2017 noch mit Einsprache/Stellungnahme vom 22. November 2017 (Eingangsdatum) darauf berufen, gegen die Verfügung vom 4. August 2017 fristgerecht Einsprache erhoben zu haben. Zudem habe er es unterlassen, nach Empfang der Rückforderungsverfügung vom 5. Oktober 2017 innert 30 Tagen um Wiederherstellung der Einsprachefrist gegen die Verfügung vom 4. August 2017 zu ersuchen. Schliesslich stelle das Schreiben des Bezirksgerichts Baden vom 22. Mai 2018 keinen Revisionsgrund im Sinne von Art. 53 Abs. 1 ATSG dar. Denn laut nachträglicher Darstellung des Versicherten sei sich dieser ja angeblich schon am 14. Juli 2017 bei Abschluss des Arbeitsvertrages - entgegen dem Vertragswortlaut - mit der Arbeitgeberin einig gewesen, dass er nicht in einem 100%-Pensum, sondern nur stundenweise nach Bedarf zum Einsatz gelange. Demgemäss hätte der Beschwerdeführer schon vor Erlass der Verfügung vom 4. August 2017 gewusst, dass er lediglich in einem Teilpensum tätig sein würde. Doch habe er es unterlassen, die ALK entsprechend zu informieren. Es könne keine Rede davon sein, dass der Beschwerdegegnerin dieser Umstand bei hinreichender Sorgfalt vor Erlass der Verfügung vom 4. August 2017 hätte bekannt sein müssen. Allein aus der Vertragsüberschrift "Arbeitsvertrag / Zwischenverdienst" habe die ALK nicht von einer Teilzeitbeschäftigung ausgehen müssen.