Citation: 6B_1075/2016 E. 1.2.2

1.2.2. Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, es sei damit zu rechnen, dass ihm der Beschuldigte die von der Vorinstanz verneinte Sorgfaltspflichtverletzung bzw. den verneinten Kausalzusammenhang in der Auseinandersetzung um die Zivilansprüche entgegenhalten werde, ist darauf hinzuweisen, dass der Grundsatzentscheid des Strafgerichts bezüglich der Haftpflicht des Beschuldigten für das Zivilgericht bindend ist. Dessen Freiheit gegenüber dem Strafurteil nach Art. 53 OR entfällt daher insoweit (ANNETTE DOLGE, a.a.O., N. 47 zu Art. 126 StPO). Der Beschuldigte ist mithin bei der Anerkennung seiner Verantwortlichkeit zu behaften. Ob ihn am verursachten Schaden ein Verschulden trifft, ist für den Bestand der Forderung ohne Belang. Gleiches gilt für den Umstand, dass zwischen der Anerkennung der Forderung durch den Beschuldigten und dem Freispruch vom Vorwurf der Körperverletzung durch das Strafgericht tatsächlich ein gewisser Widerspruch besteht. Der vom Beschwerdeführer hinsichtlich der Bindungswirkung des Strafurteils zitierte Entscheid des Bundesgerichts (Urteil 4C.327/2004 vom 22. Dezember 2004 = BGE 124 II 8 E. 3d S. 13) ist hier nicht einschlägig. Dieser befasst sich mit der Frage, ob der zwischen dem Opfer und dem Täter abgeschlossene gerichtliche Vergleich über die zivilrechtliche Genugtuung verbindliche Wirkungen mit Bezug auf den dem Opfer allenfalls nach OHG zustehenden Genugtuungsanspruch, insbesondere bezüglich dessen Höhe, haben kann. Dies verneint das Bundesgericht mit dem Argument, dass durch die Vereinbarung einer zivilrechtlichen Genugtuungsleistung des Täters an das Opfer keine grundsätzliche Bindung der staatlichen Opferhilfebehörde an ebendiese Genugtuung erreicht werden kann, weil ansonsten Verträge zulasten Dritter gebilligt würden. Kein rechtliches, sondern ein rein tatsächliches Interesse besteht ferner darin, dass der Anspruch des Beschwerdeführers aufgrund der prekären finanziellen Lage des Beschuldigten allenfalls uneinbringlich ist. Daran ändert nichts, dass der Beschwerdeführer daraus seinen (subsidiären) Anspruch nach OHG ableitet. Mangels Darlegung der Auswirkungen des angefochtenes Entscheids auf seine Zivilansprüche ist der Beschwerdeführer im Übrigen auch gestützt auf seine Opferstellung nicht zur Beschwerde in Strafsachen legitimiert.