Citation: 4A_34/2022 E. 1.3

1.3. Die erste Voraussetzung von Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG, dass das Bundesgericht, sollte es die Rechtsauffassung der Beschwerdeführerin teilen, einen verfahrensabschliessenden Endentscheid fällen könnte, ist im vorliegenden Fall erfüllt: Die Beschwerdeführerin verlangt im Hauptantrag die Abweisung der Klage des Beschwerdegegners, was sie mit der mangelnden Substanziierung des Anspruchs begründet. Bei Gutheissung dieses Standpunkts wäre die Klage in einem Endurteil abzuweisen. Demgegenüber wird in der Beschwerde nicht rechtsgenüglich aufgezeigt und ist auch nicht erkennbar, inwiefern durch deren Gutheissung ein bedeutender Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren im Sinne von Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG erspart würde: Die Beschwerdeführerin führt zwar mit präzisen Aktenhinweisen die vom Beschwerdegegner im kantonalen Verfahren angerufenen Beweismittel an und erklärt, dass bei Gutheissung der Beschwerde auf das vom Beschwerdegegner beantragte medizinische Gutachten (aufgrund dessen behaupteten Leiden von Spezialisten aus mehreren medizinischen Fachrichtungen) und auf die Befragung von fünf Zeugen, wovon einer in Italien lebt, verzichtet werden könne. Bezüglich Letzterem handelt es sich lediglich um eine Handvoll Zeugen (zwei Ärzte und drei Bekannte bzw. Verwandte des Beschwerdegegners) und es ist weder dargetan, noch ersichtlich, dass sich bei einer Zeugenbefragung im benachbarten Italien besondere Herausforderungen stellen würden. Mit diesen wenigen Zeugenbefragungen wird kein bedeutender Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren begründet. Ebensowenig legt die Beschwerdeführerin hinreichend dar, dass unter den vorliegenden Umständen medizinische Gutachten von erheblicher Komplexität erstellt werden müssten, so dass zu erwarten ist, dies sei mit bedeutendem Kosten- und Zeitaufwand verbunden. Vielmehr scheint es, dass es sich bei der beantragten Expertise bezüglich des Gesundheitszustands bzw. der Erwerbsfähigkeit des Beschwerdegegners um medizinische Gutachten im üblichen Ausmass handelt, die bei einer Streitigkeit, wie der vorliegenden, oftmals angeordnet werden, ohne dass dies zeitlich oder kostenmässig besonders aufwändig oder komplex im Sinne von Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG wäre. Hinzu kommt, dass die Beschwerdefüḧrerin vor Bundesgericht die Komplexität und den Aufwand der Gutachten selbst relativiert. Sie führt aus, dass sich die Gutachter im vorliegenden Fall auf die vorhandenen Arztberichte stützen müssten, da die angeblichen Erkrankungen des Beschwerdegegners "heute längst überwunden" seien, und sich in den vorhandenen Arztberichten nur sehr spärliche Hinweise auf die Auswirkungen der behaupteten Beschwerden fänden, weshalb die Aktengutachten "nicht zu verwertbaren Erkenntnissen führen" würden. Unter Berücksichtigung, dass die selbstständige Anfechtbarkeit von Zwischenentscheiden nach Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG einschränkend verstanden wird (Erwägung 1.2.1), ist unter den Umständen des vorliegenden Einzelfalls nicht dargetan, inwiefern das - zufolge der Rückweisung durch die Vorinstanz erforderliche - Beweisverfahren einen besonders grossen Aufwand an Zeit oder Kosten im Sinne der zitierten Rechtsprechung verursachen und den üblichen Rahmen sprengen soll. Dies geht im Übrigen auch nicht aus dem angefochtenen Urteil oder der Natur der Sache hervor. Das Vorliegen der zweiten Voraussetzung nach Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG ist damit nicht dargetan.