Citation: 2C_561/2021 E. 3.5

3.5. Die Beschwerdeführerin bringt auch vor Bundesgericht vor, dass ihr zweiter Ehemann vermehrt Alkohol konsumiert habe, wiederholt zu spät nach Hause gekommen sei und überdies ihr gegenüber aggressiv agiert habe, wobei sie mit Verweis auf die kurze Beziehungsdauer einräumt, dass diesbezüglich keine weiteren Hinweise wie beispielsweise Polizeirapporte vorhanden seien. Auch wenn das Vorliegen von Hinweisen in dokumentarischer Form im Sinne von Art. 77 Abs. 6 VZAE nicht zwingend für die Feststellung von ehelicher Gewalt notwendig ist (vgl. hierzu ausführlich BGE 142 I 152 E. 6.2), fehlt es vorliegend an konkreten Anhaltspunkten, welche die eheliche Gewalt ausgehend vom zweiten Ehemann der Beschwerdeführerin als glaubhaft und genügend gewichtig erscheinen lassen würden. Es handelt sich viel mehr um allgemeine Ausführungen; konkrete Vorfälle werden nicht beschrieben. Der alleinige Verweis auf den vermehrten Alkoholkonsum des zweiten Ehegatten vermag noch keine eheliche Gewalt glaubhaft zu machen und die Beschwerdeführerin substanziiert nicht ausreichend, worin das behauptete aggressive Verhalten bestanden habe. Soweit sie in der polizeilichen Befragung, welche anlässlich des Verdachts einer Scheinehe durchgeführt wurde, eine Druckausübung des Ehemanns behauptete (angefochtenes Urteil E. 2.2.1), blieb sie vage und legte beispielsweise nicht dar, zu welchem Verhalten sie der Ehemann habe bewegen wollen. Die vorinstanzlichen Erwägung, dass keine hinreichend konstante und intensive Druckausübung seitens des Ehemannes dargetan sei, ist damit nicht zu beanstanden.