Citation: 1C_82/2024 E. 3.1

3.1. Die Vorinstanz hält fest, die Anonymisierung sei so vorzunehmen, dass keine Rückschlüsse auf die Identität der betroffenen Personen, das heisst der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bzw. Organe der Beschwerdeführerin und allenfalls weiterer in den Strafakten namentlich genannten Personen, möglich seien. Im Datenschutz bedeute Anonymisierung, dass bei einer Information der Personenbezug irreversibel entfernt werde. Verlangt werde, dass ohne unverhältnismässigen Aufwand keine Rückschlüsse auf Personen mehr möglich seien. Solle ein Dokument anonymisiert werden, müssten somit nicht nur klar identifizierende Merkmale, wie Vorname, Name, Geburtsdatum, Adresse und Telefonnummer entfernt werden. Vielmehr dürfe auch aus den Kontextinformationen nicht mehr auf die betroffenen Personen geschlossen werden können. Spreche man von der Anonymisierung von Gerichtsurteilen, so sei mit Blick auf die Rechtsprechung des Bundesgerichts von einem anderen (weniger strengen) Begriffsverständnis auszugehen: Eine Anonymisierung, wie immer sie ausgestaltet sei, schliesse nie aus, dass Verfahrensbeteiligte durch Recherche ausfindig gemacht werden könnten. Der mit der Anonymisierung angestrebte Persönlichkeitsschutz sei in der Regel gewährleistet, wenn Zufallsfunde durch beliebige Unbeteiligte vermieden würden. Diese Vorgaben für die Anonymisierung von Urteilen seien zumindest sinngemäss auch bei der Anonymisierung der diesen zugrundeliegenden Akten anzuwenden. Konkret seien in den Strafakten insbesondere die Namen und die weiteren Angaben zu Personen (vornehmlich Geschlecht, Geburtsdatum, Staatsangehörigkeit/Ausländerstatus, Adressangaben, Beruf/Funktionsbezeichnung und Telefonnummern) zu anonymisieren; dasselbe gelte für die Stellen, wo private Kanalreinigungs- oder Entsorgungsfirmen erwähnt würden. Auch allfällige Kontextinformationen, welche Rückschlüsse auf eine Person zulassen könnten, seien zu anonymisieren. Namentlich folgende Akten müssten vom Untersuchungsamt St. Gallen vor der Herausgabe entsprechend bearbeitet werden: act. 1, S. 2, 3, 4, 5 und 6; act. 2, S. 2, 3, 4, 5, 6 und 7; act. 3 (Ernstfall-Einsatzrapport, sämtliche Kürzel); act. 5, S. 1; act. 9, S. 1, 2, 3 und 4; act. 13, S. 3, 4, 5, 6, 7, 11 und 14, Beilagen des Amtes für Umwelt (AFU) B, C (S. 1, 2 und 3) und D (1. Spalte und letzte Spalte, ausgenommen Geldbeträge). Würden die Akten wie aufgezeigt anonymisiert, sei sichergestellt, dass keine Rückschlüsse auf die Identität der betroffenen natürlichen Personen mehr möglich seien. Entsprechend könne davon abgesehen werden, den betroffenen Personen zusätzlich das rechtliche Gehör zu gewähren (vgl. Art. 3 Abs. 3 lit. b der Weisung der Anklagekammer vom 12. Juni 2019 über die Herausgabe von Strafakten und die Erteilung von Auskünften nach rechtskräftigem Abschluss des Strafverfahrens).