Citation: 5A_511/2020 E. 3.1

3.1. Sie moniert, sie sei vom Entscheid des Gerichtspräsidiums vollständig überrascht worden und es verstosse gegen Treu und Glauben, dass darin der Eheschutz neu geregelt und nicht nur der frühere Eheschutzentscheid in jenen Punkten abgeändert worden sei, in denen sich der Sachverhalt geändert habe, d.h. bezüglich der neuen Wohnung. Auch verletze es ihren Anspruch auf rechtliches Gehör, dass das Gerichtspräsidium ihr nicht vorher angekündigt habe, dass es nebst der Zuteilung der ehelichen Wohnung und dem Datum für den Auszug des Beschwerdegegners auch über den Unterhalt und die übrigen Kinderbelange neu entscheiden werde. Es ist unbestritten, dass Vergleichsverhandlungen bezüglich des Unterhalts stattfanden und diesbezüglich weitere Unterlagen beigezogen wurden. Bereits in seiner Klageantwort führte der Beschwerdegegner aus, die Parteien hätten dem ursprünglichen Eheschutzentscheid nie nachgelebt und die Beschwerdeführerin sei ihm aus freien Stücken in seine neue Wohnung nachgefolgt, sodass die mit Eheschutzentscheid vom 22. November 2017 für das Getrenntleben angeordneten Massnahmen, namentlich die darin festgelegten Unterhaltsbeiträge, keine Wirksamkeit mehr hätten. Was Prozessgegenstand ist, konnte der Beschwerdeführerin folglich nicht verborgen bleiben. Ihre Rügen erweisen sich als unbegründet. Im Übrigen besteht - entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin - eine konstante bundesgerichtliche Rechtsprechung zur Frage der Heilung von Verletzungen des rechtlichen Gehörs im Rechtsmittelverfahren (vgl. BGE 142 II 218 E. 2.8.1 mit Hinweisen).