Citation: 1C_232/2017 E. 3.3

3.3. Disp.-Ziff. 2 Satz 2 des Kostenbeschlusses 2012 erwuchs somit in formelle Rechtskraft und wurde erst mit dem Rechnungsbeschluss 2016 abgeändert. Dieser wurde denn auch von der ESchK10 zutreffend als "Zurückkommen" bzw. "Widerruf" qualifiziert. Ihm kommt daher - entgegen der Auffassung der Vorinstanz - nicht nur deklaratorische Bedeutung zu, sondern er ist als Widerruf zu qualifizieren. Zwar können nur formell rechtskräftige Verfügungen widerrufen werden, die nicht Gegenstand materieller richterlicher Beurteilung waren (ansonsten nur das Revisionsverfahren gegen den gerichtlichen Entscheid offensteht; vgl. HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 7. Aufl. 2016, § 17 Rz. 1261). Dem Kostenbeschluss 2012 kam jedoch lediglich im Aussenverhältnis, gegenüber der kostenpflichtigen Enteignerin, Rechtsprechungsfunktion zu, da nur diese formell Verfahrenspartei war. Im Innenverhältnis zwischen der Beschwerdeführerin und der Gesamtkommission (in der die Beschwerdeführerin als Präsidentin der ESchK10 mitwirkte), ist er als gerichtsorganisatorische Verfügung zu qualifizieren, die nicht in materielle Rechtskraft erwächst und einem Widerruf grundsätzlich zugänglich ist.