Citation: 4A_98/2023 E. 3.1

3.1. Die Vorinstanz erwog, aus dem Verhalten des Beschwerdegegners habe entnommen werden können, dass er sich für den Vertragsabschluss Schriftlichkeit vorbehalten habe. Die Beschwerdeführer hätten vernünftigerweise damit rechnen müssen, dass eine Vertragsverlängerung scheitere, wenn bis zum 31. Dezember 2020 kein beidseitig unterzeichneter schriftlicher Vertrag vorliege. Hinzu komme, dass die Parteien seit Frühjahr 2020 erfolglos verhandelt hätten und anfänglich nicht nur Nebenpunkte strittig gewesen seien. Die Beschwerdeführer hätten nicht darauf vertrauen dürfen, dass rechtzeitig ein Anschlussvertrag zustande komme, zumal der Beschwerdegegner kein derartiges Versprechen gemacht habe. Dessen Bedingungen für einen Anschlussvertrag seien längst bekannt gewesen, weshalb ihm nicht vorgeworfen werden könne, er habe seine Meinung radikal geändert. Aus dem Unterbreiten schriftlicher Vertragsofferten lasse sich kein Rechtsmissbrauch ableiten. Auch könne ihm nicht zum Nachteil gereichen, dass er den Beschwerdeführern wiederholt entgegengekommen sei. Es seien sie gewesen, die sich mit den Bedingungen nicht hätten anfreunden können und sich (mehrmals) gegen den Vertragsabschluss entschieden hätten. Trotz anwaltlicher Vertretung seit dem 23. Dezember 2020 hätten sie den Anschlussvertrag am 29. Dezember 2020 nicht unterzeichnen wollen, obwohl Schriftform vorausgesetzt und kein Erstreckungsgesuch gestellt worden sei. Sie hätten auf eigenes Risiko darauf verzichtet, fristgerecht ein Erstreckungsgesuch einzureichen. Inwiefern ein solches Vorgehen von Nachteil gewesen wäre, sei nicht erkennbar. Vielmehr wäre ihre Position gestärkt worden, weil die Liegenschaft im Falle einer Erstreckung nicht sofort hätte weiter verpachtet werden können. Im Übrigen hätten sie sich am 2. November 2020 (Art. 273 Abs. 2 lit. b OR [i.V.m. Art. 300 OR]) nicht darauf verlassen können, dass ein Anschlussvertrag zustande komme.