Citation: 6S.691/2001 09.09.2002 E. A

Am Donnerstag, 23. September 1999, um ca. 18.30 Uhr lenkte X.________ ihren Personenwagen durch die Weinbergstrasse in Zürich stadtauswärts. Als sie die Tramhaltestelle Sonneggstrasse passierte, sah sie auf dem Trottoir eine Nachbarin, welche auf das Tram wartete. An dieser Stelle ist die von ihr befahrene Fahrbahn zwischen der Traminsel linker Hand und dem Trottoir auf der rechten Seite für den stadtauswärts führenden Verkehr reserviert. Der stadteinwärts führende Verkehr passiert die Traminsel auf der anderen Seite zwischen den Tramgeleisen und dem, stadtauswärts gesehen, linken Trottoir. Am Anfang und am Ende der Traminsel befindet sich ein Fussgängerstreifen; der Anfang der Traminsel ist überdies mit dem Signal "Hindernis rechts umfahren" markiert. Gegen das Ende der Tramhaltestelle hielt X.________ ihr Fahrzeug an, um rückwärts auf die Höhe ihrer Nachbarin zurückzufahren. Darauf drehte sie ihren Kopf nach rechts hinten, fuhr Schritttempo rückwärts und vergewisserte sich durch ununterbrochenen Blick durch die Heckscheibe, dass kein Hindernis im Weg ist und kein anderes Fahrzeug naht. In diesem Moment überquerte A.________ vom stadteinwärts führenden Trottoir her zunächst die andere Fahrbahn, die Tramgeleise und die Traminsel. Da er an dieser Stelle nur mit stadtauswärts fahrendem Verkehr rechnete, blickte er nach rechts, nicht aber nach links, von woher sich X.________ näherte, und betrat die Fahrbahn zwischen den Fussgängerstreifen. In der Folge kam es zu einer Kollision, bei welcher sich A.________ eine Luxationsfraktur des linken Sprunggelenks und eine Rissquetschwunde an der linken Augenbraue zuzog.