Citation: I 470/06 08.05.2007 E. 4

4.1 Mit dem ersten Entscheid vom 29. August 2002 hat die Vorinstanz die Sache an die Verwaltung zurückgewiesen, damit sie zur Zumutbarkeit von Arbeitsleistungen und zur Arbeitsfähigkeit der Versicherten in somatischer und psychischer Hinsicht eine polydisziplinäre Begutachtung anordne und gestützt darauf über den Leistungsanspruch neu verfüge. In dem von der IV-Stelle beim Zentrum R.________ eingeholten Gutachten vom 3. März 2004 gelangen PD Dr. med. M.________ und Dr. med. J.________ aufgrund eigener Untersuchungen sowie gestützt auf konsiliarische Berichte des Rheumatologen Dr. med. A.________ und der Psychiaterin Dr. med. L.________, zu den Diagnosen (mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit) einer mittelgradigen depressiven Episode (ICD-10 Ziff. F32.1) und eines Status nach Schädelkontusion vom 20. August 1998 mit zervikozephalem Syndrom, dies bei mässigen Osteochondrosen C4 und C5 sowie deutlichen Unkovertebralarthrosen C4-C6, massiver segmentaler Bewegungsstörung am kraniozervikalen Übergang und reaktiven Tendomyosen im Schultergürtel. Zur Arbeitsfähigkeit wird ausgeführt, aus rheumatologischer Sicht könne die Versicherte die Tätigkeit als Sonderpädagogin weiterhin ausführen, wegen der Befunde im Schultergürtel und am kraniozervikalen Übergang aber mit vermehrten Pausen und zeitlicher Limitierung. Seitens des Bewegungsapparats sei die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit um einen Drittel eingeschränkt. Die Restarbeitsfähigkeit sei zusätzlich durch die psychiatrische Problematik beeinträchtigt, wobei sich die Arbeitsunfähigkeiten nicht additiv verhielten. Insgesamt bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 50 % als Sonderpädagogin. Des Weiteren wird ausgeführt, limitierend wirke vor allem die psychische Erkrankung, welche für jede Tätigkeit zu einer Arbeitsunfähigkeit von 50 % führe. Im konsiliarischen Untersuchungsbericht der Frau Dr. med. L.________ vom 2. Februar 2004 wird unter Hinweis darauf, dass die Versicherte trotz ungünstiger Lebensumstände (Verhältnisse in der Herkunftsfamilie, manisch-depressiver Ehemann, Trennung und Scheidung, vollzeitliche Berufstätigkeit als alleinerziehende Mutter mit zwei Kindern) ihr Leben bisher gut gemeistert habe und Schwierigkeiten sowie emotionellen Krisen überwiegend mit erhöhter Leistungsbereitschaft und hohem Arbeitseinsatz begegnet sei, festgestellt, der Bagatellunfall vom August 1998 habe zu einer sukzessiven Zunahme eines Beschwerdekomplexes und innert rund eines Jahres zu einer vollständigen Invalidität geführt. Mittlerweile habe sich die Versicherte wieder etwas stabilisiert und gehe einer etwa 30-prozentigen Tätigkeit als selbständige Sonderpädagogin nach. Auch wenn sie die Beschwerden als rein unfallkausal wahrnehme, müsse aus psychiatrischer Sicht davon ausgegangen werden, dass der Unfall lediglich den auslösenden Faktor darstelle, die Gesamtproblematik aber vor dem Hintergrund der schwierigen früheren und heutigen Lebensumstände zu sehen sei. Aus psychiatrischer Sicht sei die Arbeitsunfähigkeit bei etwa 50 % einzustufen. 4.2 Die Beschwerdeführerin macht geltend, das Gutachten des Zentrums R.________ weise schwerwiegende formelle und materielle Mängel auf. Es stelle kein taugliches Beweismittel dar, weil sowohl die Verfasser des Hauptgutachtens als auch die mit der Erstellung eines psychiatrischen Konsiliarberichts beauftragte Frau Dr. med. L.________ als befangen zu betrachten seien. Was in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde vorgebracht wird, genügt indessen nicht zur Annahme von gutachterlicher Befangenheit. Die Gesamtexpertise und der psychiatrische Konsiliarbericht sind neutral und sachlich gehalten und es liegen auch keine anderen Umstände vor, welche den Anschein der Befangenheit und die Gefahr der Voreingenommenheit objektiv zu begründen vermöchten (vgl. BGE 120 V 357 E. 3a S. 365 mit Hinweisen). Es fehlen jegliche Anhaltspunkte dafür, dass die psychiatrische Sachverständige bei der Begutachtung, wie in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde geltend gemacht, davon ausgegangen sei, die Zusprechung einer höheren Rente zu verhindern. Dass sie den Unfall vom 20. August 1998 als "Bagatellunfall" bezeichnet hat, ist mit Blick auf das betreffende Ereignis nachvollziehbar und lässt nicht auf mangelnde Objektivität oder Voreingenommenheit schliessen. Nicht näher begründet wird der Einwand, wonach die Sachverständige nicht über die im Rahmen einer polydisziplinären Begutachtung erforderliche fachärztliche Qualifikation verfüge. Dem Gutachten kann der Beweiswert auch nicht deshalb abgesprochen werden, weil es die nach der Rechtsprechung geltenden Anforderungen nicht erfülle. Danach ist entscheidend, ob der Bericht oder das Gutachten für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352). Diesen Erfordernissen genügt das Gutachten des Zentrums R.________ vom 3. März 2004. Ob es im Ergebnis zu überzeugen vermag, ist im Rahmen der Beweiswürdigung zu prüfen.