Citation: 6P.9/2006 05.07.2006 E. 2

2.1 Das Obergericht berichtigte die Annahme des Einzelrichters, dass nur Auszüge des Schulungsordners "F.________" kopiert worden seien. Soweit die Kopie und das Original nicht übereinstimmten, sei dies damit zu erklären, dass der Originalordner überarbeitet worden sei, nachdem der Beschwerdeführer Anfang Oktober 2001 eine Kopie erstellt habe beziehungsweise habe erstellen lassen. Es sei daher ohne weiteres davon auszugehen, dass der Schulungsordner "F.________", Stand September 2001, vollständig kopiert worden sei (angefochtenes Urteil S. 25/26 E. 4.2.1.1). 2.2 Der Beschwerdeführer macht geltend, diese Feststellung des Obergerichts sei aktenwidrig und willkürlich. Demnach sei das Obergericht bei der rechtlichen Beurteilung von einem falschen Tatobjekt ausgegangen. Der Einwand ist unbegründet. Die kantonalen Akten enthalten sowohl das Original (act. ND 1/12/8/2, blauer Ordner) als auch die Kopie (act. ND 1/11/7/4, grünlicher Ordner). Schon ein summarischer Vergleich ergibt, dass die im Originalordner enthaltenen Dokumente, welche in der inkriminierten Kopie fehlen, jedenfalls überwiegend am 8. Oktober 2001 oder später erstellt wurden und somit im Zeitpunkt, als der Beschwerdeführer die Kopie erstellte beziehungsweise erstellen liess, noch gar nicht vorhanden waren. Der Beschwerdeführer hat demnach jedenfalls den überwiegenden Teil des originalen Schulungsordners, wie er im Zeitpunkt der inkriminierten Tat bestand, kopiert beziehungsweise kopieren lassen. Rechtlich entscheidend ist insoweit allein, ob die Dokumente, welche der Beschwerdeführer kopierte beziehungsweise kopieren liess, in ihrer Gesamtheit als ein urheberrechtlich geschütztes Werk anzusehen sind. Dass und inwiefern das Obergericht bei der Beurteilung dieser Rechtsfrage auch Dokumente mitberücksichtigt hat, die in Tat und Wahrheit gar nicht kopiert worden sind, legt der Beschwerdeführer nicht dar und ist auch nicht ersichtlich. Gegenstand der rechtlichen Beurteilung durch das Obergericht war einzig die in den kantonalen Akten enthaltene Kopie (act. ND 1/11/7/4), wie sich aus dem angefochtenen Entscheid (S. 28 E. 4.2.1.6) ergibt.