Citation: 6B_217/2020 E. 3.3.1

3.3.1. Die Vorinstanz gibt sämtliche Aussagen der Beschwerdegegnerin 2 bezüglich der vom Beschwerdeführer vorgenommenen Manipulationen an ihrer Halswirbelsäule wieder. Sie erwägt, es sei zutreffend, dass die Schilderungen der Beschwerdegegnerin 2 betreffend die konkreten Manipulationen des Beschwerdeführers mit gewissen Widersprüchlichkeiten (z.B. zweimaliges Knacksen, Hand an der Hüfte statt an der Schulter usw.) behaftet seien. Es liege auf der Hand, dass Aussagen im Laufe der Zeit bei multipler Wiedergabe variieren würden. Eine durchgehende Konstanz, gerade über einen längeren Zeitraum hinweg, sei daher kaum zu erwarten. Den Schilderungen der Beschwerdegegnerin 2 sei zudem nicht abträglich, dass sie die Geschehnisse später im Verfahren etwas ausführlicher und detaillierter geschildert habe als noch in den polizeilichen Einvernahmen vom 26. und vom 27. Dezember 2014. Ein solches Aussageverhalten sei nicht aussergewöhnlich und spreche nicht ohne Weiteres dafür, dass ihre Aussagen nicht glaubhaft wären. Zudem habe die polizeiliche Befragung auf der Intensivstation des Spitals kurz nach dem Vorfall stattgefunden, zu einem Zeitpunkt also, zu dem die Beschwerdegegnerin 2 gesundheitlich stark angeschlagen gewesen sei. Im Hinblick auf die staatsanwaltschaftliche Einvernahme vom 4. März 2016 habe die Beschwerdegegnerin 2 während rund dreizehn Monaten die Gelegenheit gehabt, sich die Geschehnisse nochmals in Ruhe zu überlegen und sich auf die Einvernahme vorzubereiten. Das wäre an sich eine Ausgangslage, in welcher Vorwürfe aggraviert und zugespitzt "zurechgelegt" werden könnten, wenn es darum ginge, jemanden bewusst zu diskreditieren. Solche Tendenzen seien in den Aussagen der Beschwerdegegnerin 2 aber nicht ersichtlich. Die Abweichungen in den Aussagen würden ohnehin nur das Randgeschehen betreffen. Im Kerngeschehen seien die Aussagen konstant und gleichlautend. In praktisch allen Einvernahmen habe die Beschwerdegegnerin 2 angegeben, dass sie auf dem Rücken gelegen sei und dass die Schulter nach rechts und der Kopf nach links gezogen worden seien, dass es eine kräftige, schnelle und ruckartige Bewegung gewesen sei, dass es zwei Bewegungen gewesen seien, wobei es bei der ersten Bewegung geknackst habe und nach der zweiten Bewegung ein Drehschwindel aufgetreten sei. Die Vorinstanz gelangt gestützt auf diese Erwägungen zum Schluss, die Schilderungen zum Kerngeschehen enthielten keine Widersprüche.