Citation: 4A_74/2024 E. 3.2.1

3.2.1. H.B.________ hat gemäss den Feststellungen der Vorinstanz zusammen mit dem restlichen Aktionariat bzw. dem Gesamt-Verwaltungsrat der Ab.________ AG das Protokoll der Sitzung vom 20. Oktober 2018 unterzeichnet. H.B.________ wird im streitgegenständlichen Wortlaut des Protokolls explizit erwähnt. Gemäss Wortlaut soll eine bestimmte Wirkung auf "den ursprünglich vereinbarten Verkauf" im "gegenseitigen Einvernehmen" beabsichtigt gewesen sein. Dieser Satz ist Teil der Ziffer 3 des Protokolls mit dem Titel "Verkauf der Gesellschaft", in welchem Informationen über die Vereinbarung mit E.E.________ den Verwaltungsräten zur Kenntnis gebracht werden und über die Genehmigung des Verkaufs Beschluss gefasst wird. Nach Treu und Glauben im Geschäftsverkehr durften und mussten die Beschwerdegegner die Unterzeichnung des Protokolls durch H.B.________ so verstehen, dass er vom Inhalt des Protokolls Kenntnis hatte und mit der Unterzeichnung sein Einverständnis über den Inhalt des Protokolls zum Ausdruck bringen wollte. Der Inhalt des streitgegenständlichen Wortlauts des Protokolls kann auch im Zusammenhang mit dem restlichen Abschnitt des Protokolls nicht anders verstanden werden, als dass der namentlich genannte H.B.________ seinen Willen hinsichtlich einer Rechtsfolge mit Bindungswirkung gegenüber den mitunterzeichnenden Beschwerdegegnern äussern wollte, und sich die Willenserklärungen aufeinander beziehen und inhaltlich übereinstimmen sollten. Entgegen der Beschwerdeführerin ändert die Form als Protokoll sowie die darin überwiegend enthaltenen Verwaltungsratsbeschlüsse als gleichgerichtete Willenserklärungen daran nichts. In Anwendung des Vertrauensprinzips ist es nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz die Unterzeichnung des Protokolls hinsichtlich der darin enthaltenen, streitgegenständlichen Erklärung als Willenserklärung qualifizierte.