Citation: 4A_350/2020 E. 5.3.2

5.3.2. Die oben stehende Vereinbarung sowie deren Interpretation sind klar und unbestritten. Zu prüfen bleibt, ob die Vereinbarung sittenwidrig im Sinne von Art. 20 Abs. 1 OR ist. Die Vorinstanz verneint dies nachvollziehbar und ohne Verletzung von Bundesrecht. Soweit die Beschwerdeführerinnen ihre gegenteilige Auffassung auf den gesetzlichen Höchstzinssatz gemäss Konsumkreditgesetz stützen, weist die Vorinstanz zutreffend darauf hin, dass dieses auf das vorliegende Rechtsverhältnis nicht anwendbar ist. Weder sind die Beschwerdeführerinnen Konsumentinnen, was sie nicht behaupten, noch legen sie dar, dass die Beschwerdegegnerin gewerbsmässig Konsumkredite gewähren würde (vgl. dazu Art. 1 ff. KKG). Ohnehin handelt es sich, wie vorliegend ausgeführt, beim Höchstzinssatz von 18% resp. von 15% gemäss KKG, zumindest ausserhalb eines Konsumkreditverhältnisses, bloss um einen generellen Richtwert. Zudem ist unbestritten, dass kein gewöhnliches Kreditverhältnis vorliegt. Umso mehr rechtfertigt es sich, den Besonderheiten des Einzelfalls Rechnung zu tragen, was ein Abweichen vom generellen Höchstzinssatz begründen kann. So ist die Beschwerdegegnerin mit ihren Vorleistungen ein erhebliches Verlustrisiko eingegangen, zumal die Lieferungen in die Türkei erfolgten, was namentlich Inkasso- und eventuelle konkursrelevante Massnahmen erschwert hätte. Die Beschwerdeführerinnen bringen nichts vor, was die vorinstanzlichen Feststellungen zum maximal zulässigen Zinssatz als willkürlich erscheinen liesse. Dies gilt ebenso für deren Ausführungen zu einem Übervorteilungstatbestand, etwa aufgrund des zeitlichen Drucks der Verhandlungen des Transition Agreements. Es kann offen bleiben, ob die Vorinstanz zu Recht annimmt, die Angemessenheit des vereinbarten Zinssatzes sei letztlich nicht ernsthaft bestritten. So oder anders begründen die Beschwerdeführerinnen mit Bezug auf die strittige Zinsvereinbarung keine Verletzung von Bundesrecht.