Citation: 1C_52/2022 E. 2.2

2.2. Das Kantonsgericht legte dar, der Beschwerdeführer habe innerhalb von fünf Jahren zwei schwere Widerhandlungen im Sinne von Art. 16c Abs. 1 lit. f SVG begangen und es liege kein Fall vor, in dem gemäss Art. 16 Abs. 3 SVG die Mindestentzugsdauer ausnahmsweise unterschritten werden dürfe. Aus seinem vorgebrachten Irrtum könne er nichts zu seinen Gunsten ableiten. So sei er in der mittels A-Post versendeten Mitteilung vom 14. September 2017 von der Polizei ausdrücklich darauf hingewiesen worden, dass der Führerausweis erst nach Ablauf des Entzugs verwendet werden dürfe, andernfalls er sich des Führens eines Motorfahrzeugs trotz Entzugs schuldig machen würde. Hervorgehoben worden sei der Hinweis mit dem in grosser und fetter Schrift verfassten Titel "Der Entzug dauert noch bis und mit 16.09.2017". Der Führerausweis sei unmittelbar unterhalb dieses Hinweises befestigt gewesen. Hinzu komme, dass es sich für den Beschwerdeführer um den zweiten Führerausweisentzug gehandelt habe und er hinsichtlich des Rücksendevorgangs des Führerausweises bereits sachkundig gewesen sei. Zudem sei es durchaus nachvollziehbar, dass der Führerausweis kurz vor dem Ablauf der Entzugsdauer wieder zugestellt werde, damit er unmittelbar nach dem Entzugsende wieder zur Verfügung stehe. Wenn der Beschwerdeführer sich am 16. September 2017 dennoch ans Steuer eines Motorfahrzeuges gesetzt habe, liege darin zumindest eine grobfahrlässige schwere Widerhandlung im Sinne von Art. 16c Abs. 1 lit. f SVG. Die Ansicht, das Strafgericht habe ihm nur ein leichtes Verschulden vorgeworfen, finde in den Akten keine Stütze. Die Erwägung im Strafurteil, wonach das Verschulden eher leicht wiege, habe sich nicht auf die Qualifikation des subjektiven Tatbestandes, sondern auf die Strafzumessung bezogen. Davon abgesehen, führe bereits ein besonders leichtes Verschulden zu einem Führerausweisentzug wegen schwerer Widerhandlung mit der entsprechenden Mindestentzugsdauer. Einem geringfügigen Verschulden könnte höchstens im Rahmen der Bemessung der Entzugsdauer - oberhalb der Mindestentzugsdauer - Rechnung getragen werden. Der Beschwerdeführer sei allerdings bereits in den Genuss der tiefsten zulässigen Entzugsdauer gekommen.