Citation: 4A_579/2022 E. 3.1.3

3.1.3. Demgegenüber gelinge es der Beschwerdeführerin nicht, glaubhaft zu machen, dass die vorstehend erwähnten nicht leicht wieder gutzumachenden Nachteile auch von den Preisen abhängig wären. Sie führe lediglich aus, es handle sich bei den von der Beschwerdegegnerin einseitig neu festgesetzten Preisen um "deutlich schlechtere Einkaufsbedingungen". Diese pauschalen Behauptungen seien ungenügend. Ein einfacher Nachteil, welcher bei erhöhten Preisen wohl gegeben wäre, reiche nicht. Vielmehr wäre es an der Beschwerdeführerin gewesen darzulegen, weshalb der Nachteil nicht leicht wieder gutgemacht werden könne. Bei Streitigkeiten um einen Kaufpreis sei in der Regel eine Wiedergutmachung durch Rückzahlung des Mehrpreises ohne Weiteres möglich. Die Beschwerdeführerin hätte daher behaupten und mit geeigneten Beweisen glaubhaft machen müssen, inwiefern erhöhte Preise ihren Geschäftsbetrieb gefährden würden. Entsprechend könnten die beschwerdeführerischen Begehren in dieser Hinsicht nicht gutgeheissen werden. Somit sei zu prüfen, inwiefern die Preisliste vom 1. März 2022 integraler Bestandteil der Rechtsbegehren der Beschwerdeführerin sei. Die Rechtsbegehren seien dahingehend auszulegen, ob sie auch ohne Festhalten an einer bestimmten Preisliste im Interesse der Beschwerdeführerin stünden. Dies sei mit Bezug auf das Rechtsbegehren 2 (künftige Lieferungen) zu bejahen. Hinsichtlich der grundsätzlichen Lieferpflicht der Beschwerdegegnerin sei die Preisliste keine unabdingbare Voraussetzung für die Gutheissung des Rechtsbegehrens. Immerhin gebe eine Gutheissung der Beschwerdeführerin lediglich das Recht, Produkte zu den von der Beschwerdegegnerin angebotenen Konditionen zu beziehen. Mit neuerlichen Bestellungen würden auch die anwendbaren Preise einstweilen definiert.