Citation: B 81/02 09.01.2004 E. 2

Im ersten Gutachten der MEDAS vom 16. Juni 1998 wurde eine ausgeprägte Somatisierungsstörung bei paranoid-querulatorischer Persönlichkeit diagnostiziert. Die Arbeitsunfähigkeit schätzten die Ärzte auf 50 %, wobei sich einzig die psychopathologischen Befunde limitierend auswirkten. Den Beginn der Einschränkung in der Leistungsfähigkeit setzten die Experten auf den 29. Mai 1998 fest und wiesen darauf hin, dass der Beschwerdegegner laut hausärztlichem Attest seit 29. November 1995 voll arbeitsunfähig sei. Dem zuhanden des Rechtsvertreters des Beschwerdegegners erstatteten Gutachten des Dr. med. Q.________, Oberarzt des Psychiatrischen Dienstes Y.________, vom 10. Mai 2000 ist zu entnehmen, dass der Versicherte seit ca. 1993 voll arbeitsunfähig sei. Unter Berufung auf Teile der Krankengeschichte, die der MEDAS nicht zur Verfügung gestanden hätten, führt Dr. Q.________ im Einzelnen aus, die Störung sei chronisch fluktuierend und mit einer lang dauernden Störung des sozialen, interpersonalen und familiären Verhaltens verbunden. Die Störungen führten beim Beschwerdegegner zu einem ausgeprägten persönlichen Leiden. Bereits vor Beginn der Arbeitslosigkeit sei sein Leben von Konflikten mit andern Menschen geprägt gewesen. Dies habe immer wieder Stellenverluste zur Folge gehabt. Im Verlaufe der Entwicklung habe der Krankheitswert zugenommen und wahrscheinlich ab 1993 eine Arbeitsunfähigkeit bewirkt, die es verunmöglicht habe, den Versicherten wieder zu integrieren. In ihrem zweiten Gutachten (vom 13. Februar 2002) schlossen sich die Experten der MEDAS bezüglich des Beginns der Arbeitsunfähigkeit der Einschätzung des Dr. Q.________ an. Unter Hinweis auf die vollständigen Akten des Psychiatrischen Dienstes Y.________ sowie österreichische Gerichtsakten hielten die Gutachter nunmehr fest, dass die Arbeitsfähigkeit deutlich zurückgenommen werden müsse und seit 1993 aus psychiatrischer Sicht eine volle Arbeitsunfähigkeit bestehe.