Citation: 8C_538/2007 04.11.2008 E. 2

Es ist unbestritten, dass der Versicherte sich am 29. August 1995 ein Schleudertrauma der Halswirbelsäule zuzog, die gemäss Rückfall geklagten Beschwerden natürlich kausal zum Ereignis vom 29. August 1995 sind und die Beurteilung der Adäquanz nach der Rechtsprechung zu den Unfällen mit einem Schleudertrauma der Halswirbelsäule ohne organisch nachweisbare Funktionsausfälle (BGE 134 V 109, 117 V 359) erfolgt. Streitig ist hingegen, ob die SUVA ihre Leistungen mangels adäquatem Kausalzusammenhang zu Recht auf den 31. Oktober 2005 eingestellt hat. Dabei ist darauf hinzuweisen, dass es sich bei der Frage des adäquaten Kausalzusammenhanges - anders als beim natürlichen Kausalzusammenhang - um eine Rechtsfrage handelt (BGE 123 V 98 E. 3f S. 105 in fine), welche nicht von den Ärzten zu beantworten ist (vgl. AHI 2000 S. 149 E. 2c mit Hinweis). Insofern ist nicht ausschlaggebend, dass sämtliche Ärzte die Beschwerden auf den Unfall vom 29. August 1995 zurückführen. Ebenso wenig vermag der Versicherte etwas zu seinen Gunsten daraus abzuleiten, dass er während Jahren Leistungen erhielt. Denn gestützt auf die Funktion der Adäquanz als Haftungsbegrenzung kann ein Leiden auch bei unverändertem Auftreten zu einem Zeitpunkt noch adäquat kausal sein, ein paar Jahre später jedoch nicht mehr (vgl. Urteil U 92/06 vom 4. April 2007, E. 4.2 mit Hinweisen). Ebenfalls unbeachtlich ist der Umstand, dass die IV-Stelle einen Invaliditätsgrad von 34 % ermittelt hat; denn die Invalidenversicherung unterscheidet als final konzipierte Versicherung nicht zwischen krankheits- und unfallbedingten Leiden (vgl. etwa AHI 1999 S. 79 sowie Urteil U 154/06 vom 26. April 2007, E. 3), hat sich also nicht um die natürlich und adäquat kausale Zuordnung eines Leidens zu einem bestimmten Ereignis im Sinne der Unfallversicherung zu kümmern.