Citation: 4A_462/2024 E. 4.3.2

4.3.2. Die Vorinstanz begründet gleichfalls überzeugend, weshalb sie annahm, dass die Beschwerdegegnerin auf die Vertretungsmacht von C.________ hinsichtlich der streitgegenständlichen Finanzgeschäfte vertrauen durfte. Es kann auf ihre zutreffenden Erwägungen verwiesen werden (oben E. 4.2.1 ff.). Die Beschwerdeführerin bringt nichts vor, was diese als willkürlich ausweisen würde. Insbesondere ist unbestritten, dass C.________ während Jahren hunderte vergleichbare Geschäfte mit der Beschwerdegegnerin abschloss und dass die Beschwerdeführerin diese anstandslos abwickelte. Sie zeigt nicht auf, dass sich die hier streitigen Mini-Futures von früheren Geschäften von C.________ grundlegend unterschieden hätten. Dass das Geschäft diesmal für die Beschwerdeführerin nachteilig war, begründet solches jedenfalls nicht. Wie die Vorinstanz zu Recht erwog, bestand für die Beschwerdegegnerin vor diesem Hintergrund kein Anlass, an der gleichbleibenden Vertretungsbefugnis von C.________ zu zweifeln. Auch leuchtet nicht ein, weshalb die Beschwerdegegnerin zwar darauf hätte vertrauen dürfen, dass C.________ zur Emission der Mini-Futures ISIN CH0501202847 und ISIN CH0501203092 befugt war, nicht aber zur Instruktion, die Absicherungsposition dieser Mini-Futures nicht zu schliessen. Aus den Erwägungen der Vorinstanz erhellt im Übrigen, dass es dem gängigen Vorgehen von D.________ und C.________ entsprach, abgelaufene Mini-Futures mittels Roll-Over-Instruktion in einen neuen Mini-Future zu überführen - und entsprechend die Absicherungsposition nicht zu schliessen. Dies war auch mit Bezug auf die streitgegenständlichen Mini-Futures der Fall gewesen, basierten diese doch bereits auf früheren Geschäften (dazu oben E. 4.2.1). Die Beschwerdeführerin weist diese Erwägungen der Vorinstanz nicht als willkürlich aus. Entgegen ihrer Auffassung bestand für die Beschwerdegegnerin unter den gegebenen Umständen kein Anlass, gesondert zu behaupten und zu substanziieren, dass C.________ auch zum Nicht-Schliessen der Absicherungsposition der streitgegenständlichen Mini-Futures befugt war. An der Schlüssigkeit der vorinstanzlichen Annahme, wonach D.________ auf die Vertretungsbefugnis von C.________ für das strittige Absicherungsgeschäft vertrauen durfte, ändert auch die Höhe der Position nichts. Die Vorinstanz erwog dazu, angesichts der Tatsache, dass die Handelsabteilung der Beschwerdeführerin das Investitionsvolumen für den Mini-Future ISIN CH0501202847 bereits abgewickelt hatte, habe die Beschwerdegegnerin nicht davon ausgehen müssen, die Vertretungsmacht von C.________ sei betragsmässig beschränkt. Dies ist entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin nachvollziehbar. Auch ihr Einwand, wonach C.________ "bloss" Kundenbetreuer gewesen sei und angesichts der aufsichtsrechtlichen Pflicht zur Funktionentrennung nicht auch für den Handel habe zuständig sein können, führt zu keinem anderen Ergebnis. Die weiteren Vorbringen der Beschwerdeführerin zur Anscheinsvollmacht erschöpfen sich in appellatorischer Kritik am angefochtenen Urteil. Darauf ist nicht einzugehen.