Citation: K 134/02 26.08.2003 E. 4

Für die Beurteilung der vorliegend streitigen Leistungspflicht aus der obligatorischen Krankenpflegeversicherung ist zunächst der Krankenkasse und der Vorinstanz darin beizupflichten, dass die Entfernung von Weisheitszähnen eine zahnärztliche Behandlung darstellt. Die Leistungspflicht für diese zahnärztliche Behandlung richtet sich demzufolge nach Art. 31 Abs. 1 KVG in Verbindung mit Art. 17 ff. KLV. 4.1 Art. 17 und 18 KLV regeln gestützt auf Art. 31 Abs. 1 lit. a und b KVG die Übernahme der Kosten für die zahnärztliche Behandlung durch die obligatorische Krankenpflegeversicherung für den Fall, dass diese entweder durch eine schwere, nicht vermeidbare Erkrankung des Kausystems oder durch eine schwere Allgemeinerkrankung oder ihre Folgen bedingt ist. Art. 19 KLV sodann umfasst gestützt auf Art. 31 Abs. 1 lit. c KVG die Übernahme der Kosten der zahnärztlichen Behandlung, die zur Behandlung einer schweren Allgemeinerkrankung oder ihrer Folgen notwendig ist. Für die Frage der anwendbaren Rechtsgrundlage kommt es somit darauf an, ob, wie bei Art. 17 und 18 KLV, die schwere Erkrankung des Kausystems oder die schwere Allgemeinerkrankung oder deren Folgen die zahnärztliche Behandlung notwendig macht oder ob, wie bei Art. 19 KLV, die zahnärztliche Behandlung notwendiger Bestandteil der Behandlung einer schweren Allgemeinerkrankung darstellt. 4.2 Wenn Krankenkasse und Vorinstanz eine Leistungspflicht gestützt auf Art. 31 Abs. 1 lit. a KVG in Verbindung mit Art. 17 lit. a Ziff. 2 KLV prüfen, stellt sich die Frage, ob die vorgenommene Extraktion der drei Weisheitszähne durch eine Verlagerung mit Krankheitswert bedingt war. Nach Art. 17 KLV wäre sodann die Behandlung nur so weit von der Versicherung zu übernehmen, wie es der Krankheitswert des Leidens notwendig macht. Wie im angefochtenen Entscheid ausführlich dargelegt wird, kann in Anbetracht der schlüssigen und übereinstimmenden Berichte des Dr. med. dent. P.________ vom 25. November 1999 und 17. Juli 2000 sowie des Dr. med. dent. M.________ vom 5. Februar 1999, welche in Kenntnis der Ausführungen des Dr. med. et Dr. med. dent. A.________ abgegeben wurden, weder eine Verlagerung der entfernten Weisheitszähne noch ein Krankheitswert in Form von pericoronalen Infekten und follikulären Zysten als mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt gelten. Entscheidender ist aber, dass die zahnärztliche Behandlung, wie Dr. med. et Dr. med. dent. A.________ in seinen Eingaben selbst anerkennt, zur Behandlung der Kopfschmerzen eingeleitet wurde. Der Krankheitswert im Zusammenhang mit der zahnärztlichen Behandlung lag nicht innerhalb des Kausystems begründet, sondern bestand in Kopfschmerzen. Gestützt auf Art. 17 KLV hat die Versicherung die Kosten der zahnärztlichen Behandlung demzufolge nicht zu übernehmen. Aber auch nach Art. 19 KLV trifft die Versicherung keine Leistungspflicht. Kopfschmerzen sind als Allgemeinerkrankung, deren ärztliche Behandlung der Unterstützung und Sicherstellung durch zahnärztliche Vorkehren bedarf, nicht anerkannt.