Citation: 4C.350/2006 09.01.2007 E. 2

Die Klägerin macht in der Berufung geltend, beide kantonalen Instanzen hätten nicht berücksichtigt, dass der entstandene Schaden primär durch ein DEKRA-Gutachten detailliert, schlüssig und nachvollziehbar dargestellt worden sei. Erst später habe die Klägerin ihre Forderung in Nachachtung der Schadenminderungspflicht gesenkt. Die Vorinstanz gehe zu Unrecht davon aus, die Klägerin habe damit ihren Schaden von Grund auf neu begründet. Richtig sei, dass es die Umstände bei einem bereits feststehenden Schaden erlaubten, eine Reduktion des Schadens zuzugestehen, welche in der Folge schwierig zu berechnen gewesen sei. 2.1 Die Vorinstanz ging ausdrücklich davon aus, die Klägerin berechne ihren Schaden mit der Replik nicht mehr ausgehend von den mutmasslichen Reparaturkosten, sondern auf einer anderen Grundlage. Dieser Annahme widerspricht die Klägerin zwar, sie zeigt aber nicht einmal ansatzweise auf, inwiefern die Vorinstanz diesbezüglich Bundesrecht verletzt haben sollte, oder aus welchen Vorbringen im kantonalen Verfahren sich ergeben sollte, dass die Klägerin ihre Forderung während des gesamten Verfahrens auf die Reparaturkosten abstützte und die übrigen Ausführungen nur im Zusammenhang mit der Schadensminderungspflicht erfolgten. Damit genügt die Klägerin ihrer Begründungspflicht nicht und ist mit ihren Vorbringen nicht zu hören (Art. 55 Abs. 1 lit. c und d OG). Daher hat auch das Bundesgericht davon auszugehen, dass die Klägerin in der Replik die Grundlage ihrer Klage änderte und sich nicht auf die mutmasslichen Reparaturkosten abstützte. 2.2 Unter diesen Umständen ist nicht massgeblich ob es sich bei den eingereichten Gutachten um taugliche Beweismittel für die Reparaturkosten handelt und ob die Klägerin diese hinreichend substanziiert hat. Nachdem die Klägerin ihren Schaden auf einer neuen Grundlage berechnete, ist einzig massgebend, ob sie diese Grundlage hinreichend substanziiert und nachgewiesen hat. Die Behauptung der Klägerin, sie habe den Schaden mit dem DEKRA-Gutachten substanziiert behauptet und nachgewiesen, geht an der Sache vorbei und ist nicht zu hören. Kritik an der Beweiswürdigung der Vorinstanz wäre in der Berufung ohnehin nicht zulässig. 2.3 Die Klägerin rügt eine Verletzung von Art. 42 Abs. 2 OR und macht geltend, die Vorinstanz gehe zu Unrecht davon aus, es wäre der Klägerin ohne Weiteres möglich gewesen, den Schaden mit Berechnungsunterlagen sowie einfachen Expertisen und Kennzahlen wie dem Neupreis, dem Wiederbeschaffungswert und dem Restwert des Audi A 6 zu substanziieren. Wenn die Vorinstanz nicht einmal das DEKRA-Gutachten für beachtlich gehalten habe, hätte sie die Klägerin auch mit den zur Substanziierung des Schadens verlangten Expertisen nicht gehört. Sinngemäss trägt die Klägerin überdies vor, da Klarheit darüber herrsche, dass ein Schaden entstanden sei, hätte die Vorinstanz dessen Ersatz zumindest auf das dem Gericht vernünftig scheinende Mass festsetzen müssen. 2.3.1 Ob eine Partei einen ihr nach Bundesrecht zustehenden Anspruch durch ihre Sachvorbringen hinreichend substanziiert hat, entscheidet sich nach Bundesrecht (BGE 127 III 365 E. 2b S. 368; 108 II 337 E. 2b und 3 S. 338 ff., je mit Hinweisen). Die Klägerin verkennt allerdings, dass die Vorinstanz das DEKRA-Gutachten in erster Linie deshalb für unbeachtlich hielt, weil die Klägerin in der Replik die Grundlage ihrer Klage änderte und sich nicht mehr auf die mutmasslichen Reparaturkosten abstützte. Dass die Klägerin die neue Berechnungsgrundlage hinreichend substanziiert hätte, zeigt sie nicht auf. Insoweit ist der angefochtene Entscheid nicht zu beanstanden. 2.3.2 Eine Anwendung von Art. 42 Abs. 2 OR setzt voraus, dass ein strikter Beweis nach der Natur der Sache nicht möglich oder nicht zumutbar ist. Die Herabsetzung des Beweismasses darf im Ergebnis nicht zu einer Umkehr der Beweislast führen. Die beweispflichtige Partei hat alle Umstände, die für die Verwirklichung des behaupteten Sachverhalts sprechen, soweit möglich und zumutbar zu behaupten und zu beweisen (BGE 128 III 271 E. 2b/aa S. 274 f. mit Hinweisen). Das Bundesgericht hat stets Forderungen abgelehnt, wenn eine Festsetzung des Schadens ex aequo et bono verlangt wurde, obschon der genaue Schadensnachweis hätte erbracht werden können (BGE 92 II 328 E. 4 S. 334; Brehm, Berner Kommentar, 3. Auflage, N. 51 zu Art. 42 OR, je mit Hinweisen). Die Klägerin zeigt nicht rechtsgenügend auf, dass ihr eine nähere Substanziierung, wie sie die Vorinstanz von ihr erwartete, nicht möglich oder zumutbar gewesen wäre. Auch legt sie nicht dar, inwiefern und in welchem Umfang sich der Schaden aus ihren Vorbringen bei richtiger Anwendung der einschlägigen bundesrechtlichen Grundsätze zumindest teilweise ermitteln liesse. Damit fällt auch eine teilweise Gutheissung der Klage ausser Betracht. Eine Bundesrechtsverletzung ist nicht ersichtlich.