Citation: 8C_781/2023 E. 5.2.1

5.2.1. Der Wortlaut von Art. 10 Abs. 3 des Abkommens ist, wie das kantonale Gericht korrekt erwog, grundsätzlich klar. Er statuiert, dass bei der Ermittlung der Beitragsdauer, die als Bemessungsgrundlage für die ordentliche schweizerische Invalidenrente eines türkischen oder schweizerischen Staatsangehörigen dient, die nach den türkischen Rechtsvorschriften zurückgelegten Beitragszeiten wie schweizerische Beitragszeiten berücksichtigt werden, sofern sich diese nicht überschneiden. Wie insbesondere der zweite Teilsatz deutlich macht, betrifft diese Regelung nur die Berechnung der Rente, nicht die Grundvoraussetzung für den Anspruch auf eine ordentliche Rente (vgl. BGE 110 V 278 E. 1b mit Hinweisen bezüglich der vergleichbaren Regelung in Art. 9 Abs. 3 des zwischen der Schweiz und Spanien abgeschlossenen, am 1. September 1970 in Kraft getretenen Abkommens vom 13. Oktober 1969 über soziale Sicherheit; SR 0.831.109.332.2). Die Vorinstanz verwies in diesem Zusammenhang zu Recht auch auf den letzten Satz von Art. 10 Abs. 3 des Abkommens, wonach bei der Ermittlung des durchschnittlichen Jahreseinkommens nur die schweizerischen Beitragszeiten berücksichtigt werden. Auch dieser zeigt, dass sich diese Bestimmung mit der Berechnung der ordentlichen Rente, nicht mit deren Anspruchsvoraussetzungen befasst.