Citation: 8C_489/2021 E. 6.2

6.2. Die Beschwerdeführerin negiert die Beweiskraft des asim-Gutachtens hinsichtlich der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit für den streitbetroffenen Zeitraum. Sie macht geltend, die Experten hätten die konkrete Arbeitssituation ab 1. April 2018 nicht berücksichtigt und sich nicht gehörig mit der Frage auseinandergesetzt, ab wann die anläss-lich der Konsensbesprechung statuierte 70%ige Arbeitsfähigkeit überhaupt gegeben gewesen sei. Sie hätten es auch unterlassen, sich mit den Arztberichten der Dr. med. F.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 21. Mai 2018 und des Dr. med. D.________ vom 13. Juni 2018, die den strittigen Zeitraum von April 2018 bis Januar 2019 beträfen, zu befassen. Entsprechend hätten sie sich auch nicht zur Arbeitsfähigkeit ab April 2018 bis Januar 2019 geäussert. Seit Januar 2018 sei von einem stabilen Gesundheitszustand auszugehen, nachdem dieser sich spätestens seit Dezember 2017 nicht mehr wesentlich verändert habe. Bereits im Herbst 2017 habe sie den Beschwerdegegner aufgefordert, sich beim RAV zu melden und seine Restarbeitsfähigkeit zu verwerten. Es dürfe keine Rolle spielen, dass damals nicht explizit auf eine Übergangsfrist hingewiesen worden sei, weil per 1. April 2018 definitiv ein Wiedereinstieg in den ersten Arbeitsmarkt mit einem Mindestpensum von 50 % stattgefunden habe. Im Übrigen sei mit Blick auf das Urteil 8C_838/2012 vom 19. April 2013 E. 4.2.2 grundsätzlich zu fragen, ob der Beschwerdegegner überhaupt zu einem Berufswechsel hätte aufgefordert werden müssen, nachdem er im Unfallzeitpunkt bereits arbeitslos gewesen sei. Aufgrund der Anstellungen ab 1. April 2018 (zunächst bei der C.________ AG in einem 50%-Pensum und ab 1. November 2018 in einem unbefristeten 70%-Pensum bei der B.________ AG) könne von äusserst stabilen Arbeitsverhältnissen ausgegangen werden. Es sei dem Beschwerdegegner folglich die Arbeitsfähigkeit in diesen Verweistätigkeiten anzurechnen, nachdem er ohnehin zu einem Berufswechsel gehalten gewesen sei. Da somit erstellt sei, dass die Arbeitsfähigkeit für die Taggeldberechnung ab 1. April 2018 bis Ende Januar 2019 auf der effektiven Arbeitsfähigkeit in einer Verweistätigkeit beruhe, sei für diese Taggeldphase ein Einkommensvergleich vorzunehmen. Dieser führe zu einer Arbeitsunfähigkeit von 44 %.