Citation: 8C_172/2023 E. 5.1

5.1. Im Bericht vom 6. September 2021 diagnostizierte Dr. med. B.________ eine Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ICD-10 F90.0) mit auditiver Merkfähigkeitsschwäche und langsamer Verarbeitungsgeschwindigkeit. Sie wies damals darauf hin, dass sie anhand der von ihr erhobenen Befunde die Erfassensstörung visuell und auditiv als gegeben erachte. In einem Schreiben an die IV-Stelle vom 8. September 2021 ("IV - Ärztliches Beiblatt für Geburtsgebrechen 404") handelte Dr. med. B.________ die von der IV-Stelle gefragten Voraussetzungen des entsprechenden Geburtsgebrechens ab und bejahte diese. Insbesondere bestätigte sie nochmals (wie bereits am 6. September 2021), dass die Erfassensstörung vorliege. Dazu führte sie aus: "Zahlen nachsprechen im WISCV Wertpunkt 5 (Normwerte 10+-3). Nickisch wurde mit 5 Fehlern abgebrochen. Deutlich pathologischer Bereich. Im Mottier-Test auditive Merkfähigkeit 13 Fehler, entsprechen einem Prozentrang von 30. Im visuellen Bereich zeigt sich in der Komplex-Dreierfigur ein Normbereich, liegende Kopie von 31 Punkten. Im Abruf dann deutlich unterdurchschnittlich mit einem halben Punkt." In Bezug auf die Störung der Konzentrationsfähigkeit legte sie dar, dass diese durch die Fragebogen der "FBB-ADHS" belegt sei. Die Aufmerksamkeit liege, durch die Eltern und den Lehrer beurteilt, deutlich im unterdurchschnittlichen Bereich. Auf die Frage hin, wann die Diagnose eines "frühkindlichen POS" (psychoorganisches Syndrom) gestellt worden sei, gab sie den 15. Juli 2021 an. Ebenfalls am 8. September 2021 kreuzte sie in einer von der IV-Stelle eingeholten Stellungnahme an, es liege kein Geburtsgebrechen vor.