Citation: 2C_75/2023 E. 8.2

8.2. Die WEKO legt im Rahmen der bundesgerichtlichen Vernehmlassung dar, mit dem Abredebegriff würden lückenlos alle denkbaren Mittel der Verhaltenskoordination erfasst. Bei einer nachgewiesenen Abstimmung zu den Treibstoffzuschlägen gelte die Vermutung, dass die beteiligten Unternehmen die ausgetauschten Informationen bei der Festlegung ihres Marktverhaltens auch berücksichtigt hätten. Das gelte umso mehr, wenn wie vorliegend die Abstimmung über einen langen Zeitraum regelmässig stattgefunden habe. Die Beschwerdeführerin behaupte denn auch nicht, die ausgetauschten Informationen bei ihrer Preissetzung nicht berücksichtigt zu haben. Im Weiteren, so die WEKO, genüge für das Vorliegen einer Preisabrede die Eignung zu einer preisharmonisierenden Wirkung. Diese Harmonisierung sei mit dem systematischen Austausch innerhalb des "L1.________" erzielt worden. Mit Bezug auf die Verweigerung der Kommissionierung von Zuschlägen fügt die WEKO an, dass die von der Beschwerdeführerin angeführte Rechtfertigung keine Stütze finde. Es sei nicht ersichtlich und werde von der Beschwerdeführerin auch nicht erläutert, inwiefern eine von den Luftfahrtunternehmen gemeinsam festgelegte Nicht-Kommissionierung von Zuschlägen Effizienzen aufweise. Auch diesbezüglich liege eine unzulässige Preisabrede vor.