Citation: 8C_450/2018 E. 5.3

5.3. Wenn das kantonale Gericht im Weiteren annimmt, im öffentlichen Sektor fänden sich viele dem Zumutbarkeitsprofil der Beschwerdeführerin entsprechende juristische Stellen und sie dies sogleich mit dem Zusatz "in erster Linie mit Sachbearbeitungsfunktion" einschränkt, ist auch darin ein gewisser Widerspruch zu erblicken, ist doch davon auszugehen, dass das Lohnniveau für "juristische Stellen in erster Linie mit Sachbearbeitungsfunktionen" tiefer liegt als für juristische Stellen im engeren Sinne. Des Weiteren ist festzuhalten, dass die vom kantonalen Gericht zur Berechnung des Invalideneinkommens beigezogene Berufsgruppe 26 der Tabelle T17 - anders als die Vorinstanz anzunehmen scheint - der Berufshauptgruppe 2 und damit dem Kompetenzniveau 4 zugeordnet ist, wie die Beschwerdeführerin zutreffend bemerkte. Dieses umfasst Tätigkeiten mit komplexer Problemlösung und Entscheidungsfindung, welche ein grosses Fakten- und theoretisches Wissen in einem Spezialgebiet voraussetzt. Dass der Beschwerdeführerin die Verwertung ihrer Restarbeitsfähigkeit auf diesem Niveau trotz ihrer Einschränkungen in einem Vollzeitpensum (mit 20%iger Leistungsminderung) möglich sein soll, ist mit Blick auf das medizinische Zumutbarkeitsprofil (vgl. E. 4.1 hiervor) nicht überwiegend wahrscheinlich, ist doch davon auszugehen, dass eine Tätigkeit im Kompetenzniveau 4 mit einer grossen Entscheidungskompetenz und einem gewissen Zeitdruck einhergeht. Jedenfalls aber ist nicht anzunehmen, dass bei einer solchen Tätigkeit dem erhöhten Betreuungsbedarf der Beschwerdeführerin auf Dauer Rechnung getragen werden kann. Auch der neuropsychologische Gutachter hielt im Übrigen fest, dass anspruchsvollere juristische Tätigkeiten mit höheren Anforderungen an die Selbststrukturierung und die Arbeitsstrukturierung nicht geeignet seien. Soweit er eine Nischentätigkeit als Juristin mit einer 20%igen Leistungseinschränkung für zumutbar erachtet, ist auf Folgendes hinzuweisen: Zwar umfasst der ausgeglichene Arbeitsmarkt auch sogenannte Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und Arbeitsangebote, bei denen Behinderte mit einem sozialen Entgegenkommen von Seiten des Arbeitgebers rechnen können (Urteil 9C_124/2010 vom 21. September 2010 E. 2.2 mit Hinweis). Von einer Arbeitsgelegenheit kann jedoch dann nicht mehr gesprochen werden, wenn die zumutbare Tätigkeit nur noch in so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer entsprechenden Stelle daher von vornherein als ausgeschlossen erscheint (Urteil 9C_253/2017 vom 6. Juli 2017 E. 2.2.1 mit Hinweis; Urteil 8C_133/2018 vom 26. Juni 2018 E. 2.2.1). Dies ist im hier zu beurteilenden Fall mit Bezug auf das von der Vorinstanz der Invaliditätsbemessung zugrunde gelegte Kompetenzniveau 4 der Fall, wäre doch die Beschwerdeführerin bei einer vollzeitlichen Tätigkeit als Juristin angesichts des eingeschränkten Zumutbarkeitsprofils (vgl. E. 4.1 hiervor) - selbst bei Annahme einer 20%igen Leistungsminderung mit entsprechender Lohneinbusse - auf ein unrealistisches Entgegenkommen eines Arbeitgebers angewiesen.