Citation: 8C_538/2007 04.11.2008 E. 3

3.1 Dr. med. D.________, Facharzt für Neurologie, diagnostizierte am 19. September 1999 einen Auffahrunfall vom 29. August 1995 mit HWS-Distorsion bei radiologischer Funktionseinschränkung im Bereich der unteren HWS und klinisch leichtem, unterem Cervicalsyndrom, mit leichter traumatischer Hirnverletzung bei weitgehend regredienten verhaltensneurologischen und neuropsychologischen Defiziten sowie mit verstärktem Tinnitus. Die geklagten Beschwerden seien abgesehen vom Tinnitus auf den Unfall von 1995 zurückzuführen. Mit Ausnahme von überdurchschnittlich gefährlichen Arbeiten auf Dächern und Gerüsten sei der Versicherte als Spengler wieder voll arbeitsfähig. Auch als Maschinenmechaniker bestehe volle Arbeitsfähigkeit. Limitiert seien Arbeiten mit häufigem Tragen von schweren Lasten, Arbeiten unter sehr kalter Temperatur und rauer Witterung sowie Arbeiten mit hohen Anforderungen an die Dauerkonzentrationsfähigkeit. Therapiebedürftige Rückfälle seien nicht auszuschliessen. 3.2 Der Hausarzt des Versicherten, Dr. med. P.________ berichtete am 6. Januar 2003, auf Grund der nach fünf bis sechs Stunden Arbeit auftretenden Konzentrationseinschränkung, der von der Kälte negativ beeinflussten Arbeitsleistung, den Nackenschmerzen sowie der bei der Arbeit auf dem Dach auftretenden Gleichgewichtsunsicherheiten bestehe eine Leistungseinschränkung von 20 bis 25 %. Dass sich dies bisher nicht ausgewirkt habe, sei dem Entgegenkommen der Arbeitgeber und dem Arbeitswillen des Versicherten zuzuschreiben. Da sich die Verhältnisse seit 1998 nicht geändert hätten, wären erneute Abklärungen ein Leerlauf. 3.3 Am 18. Mai 2004 hielt Dr. med. D.________ fest, die aktuell erhobenen Befunde entsprächen weitgehend jenen von 1999. Es sei davon auszugehen, dass die volle Arbeitsfähigkeit nur durch Goodwill des Arbeitgebers und der grossen Motivation des Versicherten habe aufrecht erhalten werden können. Der Versicherte sei zwar voll arbeitstätig, doch weise er in den letzten Arbeitsstunden des Tages eine Leistungseinschränkung auf, welche im Rahmen von etwa 20 % liege. Eine dauerhafte Beschwerdefreiheit habe es nie gegeben. In der kalten Jahreszeit habe es regelmässig Rückfälle gegeben. 3.4 Im Bericht vom 23. März 2005 kam der Kreisarzt zum Schluss, die Konzentrationsschwierigkeiten stünden in einem möglichen Kausalzusammenhang mit dem Unfall vom 29. August 1995, und ersuchte um eine neurologische Beurteilung der Unfallkausalität bezüglich der mittleren und unteren HWS-Beschwerden wie auch der Konzentrationsstörungen. Unter Ausschluss der Konzentrationsstörungen lasse sich ein leichtes Cervicalsyndrom feststellen, wobei alle durchschnittlichen Männerarbeiten ganztags zumutbar seien. 3.5 Dr. med. L.________, Facharzt für Neurologie, diaganostizierte am 23. Mai 2005 den Status nach Auffahrunfall mit HWS-Distorsionstrauma am 29. August 1995 mit Cervicalsyndrom. Die neuropsychologischen Defizite stünden in Zusammenhang mit dem im Laufe des Tages exazerbierenden Cervicalsyndrom, seien also schmerzassoziiert und mittelbar in Zusammenhang mit dem Unfall vom 29. August 1995 zu sehen. Sie seien nicht auf eine milde traumatische Hirnschädigung zurückzuführen, da eine solche am 29. August 1995 nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit stattgefunden habe.