Citation: 1P.523/2004 04.03.2005 E. 3

Die Beschwerdeführer machen u.a. eine Verletzung des rechtlichen Gehörs (Art. 29 Abs. 2 BV ) geltend. Diese Rüge ist angesichts der formellen Natur des Gehörsanspruchs vor den weiteren Vorbringen der Beschwerdeführer zu behandeln (BGE 126 I 19 E. 2d/bb S. 24; 125 I 113 E. 3 S. 118; 118 Ia 17 E. 1a S. 18, je mit Hinweisen). 3.1 Das rechtliche Gehör dient einerseits der Sachaufklärung, andererseits stellt es ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht dar. Dazu gehört insbesondere das Recht des Betroffenen, sich vor Erlass eines in seine Rechtsstellung eingreifenden Entscheids zur Sache zu äussern, erhebliche Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen Beweisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung erheblicher Beweise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen (BGE 127 I 54 E. 2b S. 56 mit Hinweisen). Keine Verletzung des rechtlichen Gehörs liegt vor, wenn die Behörde auf die Abnahme beantragter Beweise verzichtet, weil sie aufgrund der bereits abgenommenen Beweise ihre Überzeugung gebildet hat und ohne Willkür in vorweggenommener Beweiswürdigung annehmen kann, dass ihre Überzeugung durch weitere Beweiserhebungen nicht geändert würde (BGE 124 I 208 E. 4a S. 211, 241 E. 2 S. 242; 122 I 53 E. 4a S. 55; 122 II 464 E. 4a S. 469, mit Hinweisen). Wird ein Augenschein beantragt, so steht der Entscheid, ob ein solcher angeordnet werden soll, im pflichtgemässen Ermessen der mit der Sache befassten Behörde. Eine dahingehende Pflicht besteht nur, wenn die tatsächlichen Verhältnisse auf andere Weise nicht abgeklärt werden können (Alfred Kölz/Jörg Bosshart/Martin Röhl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich, 2. Aufl. 1999, § 7 N. 42). 3.2 Das Verwaltungsgericht stellt sich im angefochtenen Urteil sinngemäss auf den Standpunkt, der rechtserhebliche Sachverhalt ergebe sich mit hinreichender Klarheit aus den Akten bzw. den Bauplänen. Die Beschwerdeführer bestreiten dies und werfen dem Verwaltungsgericht vor, aufgrund seines Verzichts auf einen Augenschein vor Ort habe es das rechtliche Gehör verletzt und als Folge davon den Sachverhalt willkürlich festgestellt. Auf die Frage, ob der rechtserhebliche Sachverhalt genügend festgestellt worden ist, ist im Zusammenhang mit der materiellen Beurteilung einzugehen. Ob die Durchführung eines Augenscheines zu neuen entscheidrelevanten Erkenntnissen führen kann, hängt massgeblich davon ab, welche Bedeutung der konkreten Raumnutzung durch die Beschwerdeführer zukommt. Gemäss § 255 Abs. 2 des Planungs- und Baugesetzes vom 7. September 1975 (PBG/ZH) sind alle dem Wohnen, Arbeiten oder sonst dem dauernden Aufenthalt dienenden oder hiefür verwendbaren Räume in Vollgeschossen unter Einschluss der dazugehörigen Erschliessungsflächen und Sanitärräumen samt inneren Trennwänden für die Ausnützungsziffer anrechenbar. Nach der Praxis des Verwaltungsgerichts gilt ein Raum als für die Ausnützungsziffer anrechenbare Fläche, wenn er nicht nur einen Sachzweck erfüllt, sondern für die Ausübung menschlicher Tätigkeiten und damit für den Aufenthalt von Personen bestimmt ist. Dabei kommt es auf die objektive Eignung des Raums und nicht auf die vom Bauherrn beabsichtigte Nutzung an (Zusammenfassung der Rechtsprechung in BEZ 2001 Nr. 4). Bei der Beurteilung, ob ein Raum anrechenbar ist oder nicht, handelt es sich demzufolge um eine Rechtsfrage, die anhand von objektiven Kriterien zu beantworten ist. Geben die Akten und Pläne hinreichenden Aufschluss über die massgeblichen Entscheidkriterien, ist nicht ersichtlich, weshalb das Verwaltungsgericht gehalten gewesen wäre, sich bei einem Lokaltermin ein Bild von der Angelegenheit zu verschaffen. Zwar hat das Verwaltungsgericht die Notizen auf dem Plan zur Baukontrolle vom 4. und 7. Dezember 2001 (act. 7/11/80) insofern fehlinterpretiert, als es davon ausgegangen ist, die Beschwerdeführer hätten die Tür weggelassen. Diese Notiz bezog sich auf den Vorratsraum der nebenliegenden Wohnung. Zum umstrittenen Abstellraum hatten der Leiter des Bauamtes und der Baukontrolleur lediglich festgehalten "Ankleideraum, nutzungspflichtig". Diese Erhebung des Sachverhalts anlässlich der Baukontrolle stimmt indes mit sämtlichen Feststellungen in den Verfügungen des Gemeinderates überein. Das Verwaltungsgericht hat im Übrigen bei seiner Entscheidfindung nicht auf das allfällige Vorhandensein der Tür abgestellt, sondern auf den Umstand, dass der ursprünglichen Forderung der Baubehörde nie Nachachtung verschaffen worden war. Die Beschwerdeführer behaupten denn auch nicht, dass seit der Baubewilligung vom 6. April 1998 und dem angefochtenen Vollstreckungsbefehl vom 1. Oktober 2002 massgebliche Änderungen des rechtserheblichen Sachverhaltes oder der Rechtslage eingetreten wären, die vor Ort hätten erhoben werden können. Sie stellen ferner nicht in Abrede, dass der Raum trotz der Auflage in der Bewilligung vom 6. April 1998 und den nachfolgenden Abmahnungen keine wesentlichen baulichen Veränderungen erfahren hat. Aufgrund sämtlicher Pläne und Verfügungen war es dem Verwaltungsgericht ohne Weiteres möglich, anhand von objektiven Kriterien zu beurteilen, ob der umstrittene Raum dem Schlafzimmer - und somit der Wohnnutzung - zuzurechnen ist. Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs ist diesbezüglich zu verneinen.