Citation: 8C_185/2019 E. 6.4

6.4. Bei den umfangreichen Akten der Beschwerdegegnerin finden sich keine echtzeitlich erstellten medizinischen Unterlagen zur Dokumentation des von der Suva-MV wiederholt geltend gemachten psychischen Vorzustandes. Auch liegen die Ergebnisse der erfolgreichen Personensicherheitsprüfung, welche laut öffentlich-rechtlichem Arbeitsvertrag vom 25. Februar 2003 Voraussetzung für den Swisscoy-Einsatz war, nicht bei den Akten. Weiter bleibt mit Blick auf die Anhaltspunkte im ersten Bericht des am 20. Oktober 2003 notfallmässig konsultierten Dr. med. B.________ unklar, ob - und gegebenenfalls weshalb - der Versicherte bereits vor dem Swisscoy-Einsatz verbeiständet war. Ebenso wenig findet sich im Dossier eine medizinisch begründete Beurteilung dafür, dass der Status quo ante vel sine (vgl. dazu Jean-Maurice Frésard/Margit Moser-Szeless, a.a.O., S. 1160 Rz. 984 und CHRISTOF STEGER-BRUHIN, Diss. a.a.O., S. 258) spätestens per 31. Oktober 2013 (vgl. E. 2.1 hievor) sicher erreicht worden wäre. Dennoch ist mit Blick auf das psychiatrische Gutachten und die wiederholt erhobenen anamnestischen Angaben des Beschwerdeführers nicht in Frage zu stellen, dass dessen Persönlichkeit schon vor Antritt des Kosovoeinsatzes "erheblich vorgeschädigt" war. Den bereits im Mai 2004 diagnostizierten Verdacht auf eine emotional instabile Persönlichkeitsstörung ordnete der psychiatrische Gutachter bei der Grunderkrankung einer ängstlich-vermeidenden Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F60.6) ein, welche nicht nur eine ausgeprägte Prädisposition für depressive Krisen darstelle, sondern auch einen besonderen Vulnerabilitätsfaktor bei der Entstehung der psychiatrischen Erkrankung gebildet habe. Laut unbestritten beweiskräftigem psychiatrischem Gutachten stellten die subjektiv als extrem erlebten Belastungen während des Kosovoeinsatzes im Längsschnitt des Krankheitsverlaufs den markanten "Knick" dar. Der militärische Auslandseinsatz bildete mithin den Wendepunkt, welcher zu einer negativen Veränderung der vorbestehenden Defizite in der Grundstruktur der Persönlichkeit geführt habe.