Citation: 5A_83/2022 E. 2

Vorliegend geht es um eine Kostenbeschwerde im Zusammenhang mit der Anfechtung von Beschlüssen der Stockwerkeigentümergemeinschaft. Der Streitwert der Begehren, die vor dem Kantonsgericht streitig waren (Art. 51 Abs. 1 lit. a BGG), beträgt nach den nicht beanstandeten Feststellungen im angefochtenen Entscheid weniger als der für die Beschwerde in Zivilsachen erforderliche Mindeststreitwert von Fr. 30'000.-- (Art. 74 Abs. 1 lit. b BGG). Die Beschwerdeführerinnen behaupten allerdings eine Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung (Art. 74 Abs. 2 lit. a BGG). Eine solche liegt vor, wenn ein allgemeines Interesse besteht, dass eine umstrittene Frage höchstrichterlich geklärt wird, um eine einheitliche Anwendung und Auslegung des Bundesrechts herbeizuführen und damit Rechtssicherheit herzustellen (BGE 141 III 159 E. 1.2; 144 III 164 E. 1). Keine Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung liegt demgegenüber vor, wenn es lediglich um die Anwendung von Grundsätzen der Rechtsprechung auf einen konkreten Fall geht (BGE 133 III 493 E. 1.2; 134 III 115 E. 1.2). Wie das Kantonsgericht festgehalten hat, gilt bei einem Klagerückzug die klagende Partei als unterliegend im Sinn von Art. 106 Abs. 1 ZPO. Wenn die Beschwerdeführerinnen geltend machen, in ihrem Fall müsse Art. 107 Abs. 1 lit. f ZPO zur Anwendung kommen und eine andere Kostenverlegung erfolgen, geht es offenkundig nicht um ein allgemeines Interesse an einheitlicher Rechtsauslegung, sondern um Rechtsanwendung im Einzelfall; die Beschwerdeführerinnen machen selbst geltend, es gehe darum, "dass in diesem ganz speziellen Fall ganz besondere Umstände vorliegen, die es unbillig erscheinen lassen würden, wenn die Prozesskosten bei der Beschwerdeführerin auferlegt bleiben würden." Eine Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung lässt sich auch nicht daraus konstruieren, dass es um das "Leseverstehen Deutsch" von Art. 712t ZGB gehe und bezüglich dieser Norm in der Literatur sowie bei Gerichten und Anwälten in der ganzen Schweiz ein "falsches Leseverstehen Deutsch" herrsche, das fatale Auswirkungen auf das gesamte Stockwerkeigentum habe. Mithin ist einzig die subsidiäre Verfassungsbeschwerde gegeben. Mit ihr kann nur die Verletzung verfassungsmässiger Rechte geltend gemacht werden (Art. 116 BGG), wofür das strenge Rügeprinzip gilt (Art. 106 Abs. 2 i.V.m. Art. 117 BGG). Dies bedeutet, dass anhand der Erwägungen des angefochtenen Entscheides klar und detailliert darzulegen ist, inwiefern verfassungsmässige Rechte verletzt worden sein sollen, während auf appellatorische Ausführungen nicht eingetreten werden kann (BGE 134 II 244 E. 2.2; 140 III 264 E. 2.3; 142 III 364 E. 2.4).