Citation: 5C.150/2001 30.05.2002 E. 3

Die Klägerin macht Fr. 89'300.-- für den gestohlenen Schmuck geltend. 3.1 Der Beklagte liess den Schmuck von einem Zürcher Bijoutier schätzen und schrieb dem Kontokorrent der Masse den Schätzpreis von Fr. 10'000.-- gut. Das Obergericht hat diese Schätzung sinngemäss bestätigt und zu seiner eigenen gemacht, indem es festhielt, dem Beklagten könne keine Pflichtverletzung vorgeworfen werden, wenn er diese Schätzung übernommen habe. Zudem habe die Klägerin das den Schätzpreis enthaltende Inventar visiert und damit anerkannt. Schliesslich hätte sie gegen die von ihr als zu tief erachtete Schätzung Beschwerde führen können; da sie dies unterlassen habe, stehe ihr die subsidiäre Haftungsklage ohnehin nicht offen. 3.2 Die Klägerin ist mit der Bemessung des Schadens nicht einverstanden und rügt in diesem Zusammenhang, die Vorinstanz habe Art. 8 ZGB und Art. 41 OR verletzt. Abgesehen davon, dass die Rügen unsubstanziiert bleiben (Art. 55 Abs. 1 lit. c OG), kann die Schadenbemessung nicht zum Gegenstand der Berufung gemacht werden, weil die Schätzung des Schadens auf dem Tatbestandsermessen des kantonalen Gerichts beruht und damit zur verbindlichen Sachverhaltsfeststellung gehört (Art. 63 Abs. 2 OG; BGE 122 III 219 E. 3b S. 222). Da der Schaden im tatsächlich festgestellten Ausmass von Fr. 10'000.-- vergütet worden ist, kann dahin gestellt bleiben, ob er adäquat kausal und widerrechtlich entstanden ist und ob den Beklagten ein Verschulden trifft. Beim vorliegenden Ergebnis erübrigt es sich auch, auf die vorinstanzliche Alternativbegründung, die Haftungsklage sei subsidiär zur (unterlassenen) Beschwerde gemäss Art. 17 SchKG, und die dagegen erhobene Kritik einzugehen.