Citation: 6P.128/2005 27.04.2006 E. 5

Die ebenfalls erhobene Nichtigkeitsbeschwerde richtet sich gegen den Schuldspruch wegen fahrlässiger schwerer Körperverletzung im Sinne von Art. 125 Abs. 2 StGB. Die Vorinstanz gelangt zum Schluss, dass der Sturz des Beschwerde-gegners, der zu dessen schweren Verletzungen führte, verhindert worden wäre, wenn das Gerüst einen Seitenschutz aufgewiesen hätte. Das Fehlen eines schützenden Geländers sei als Sorgfaltspflichtverletzung zu betrachten, für die der Beschwerdeführer zumindest mitverantwortlich sei. Die Mangelhaftigkeit des Gerüsts leitet die Vorinstanz aus Art. 15 Abs. 1 der Bauarbeitenverordnung vom 29. März 2000 (BauAV; SR 832.311.141) ab. Nach dieser Bestimmung ist bei ungeschützten Stellen mit einer Absturzhöhe von mehr als zwei Metern und bei solchen im Bereich von Gewässern und Böschungen ein Seitenschutz zu verwenden. Letzterer besteht aus Geländerholm, Zwischenholm und Bordbrett (Art. 14 Abs. 1 BauAV). Es ist unbestritten, dass im Bereich der Treppen der Gerüstboden rund 2,5 Meter über dem Erdboden lag und nicht über die genannte Sicherheitsvorrichtung verfügte. Der Beschwerdeführer bestreitet die Mangelhaftigkeit des Gerüsts nicht. Er macht aber geltend, Art. 15 Abs. 1 BauAV richte sich nur an die Arbeitgeber. Da er nicht der Arbeitgeber des verunfallten Beschwerdegegners gewesen sei, treffe ihn diesem gegenüber keine Verantwortung. Er bestreitet damit, dass die fragliche Sorgfaltspflichtverletzung ihm zuzurechnen sei. Ausserdem kritisiert er die Auffassung der Vorinstanz, dass der Unfall für ihn voraussehbar gewesen sei.