Citation: 4A_54/2015 E. 4.5

4.5. Mit ihren Ausführungen zu den nach ihrer Auffassung massgebenden Voraussetzungen der Entschädigung nach Ziffer 4.1 CSA vermag die Beschwerdeführerin ebenfalls keinen Verfahrensmangel nach Art. 190 Abs. 2 lit. d IPRG aufzuzeigen. Sie unterbreitet dem Bundesgericht lediglich unter Hinweis auf den Wortlaut der Vertragsbestimmung die nach ihrer Auffassung zutreffende Auslegung und wirft dem Einzelschiedsrichter vor, aus dem von ihm berücksichtigten E-Mail vom 27. September 2010 unzutreffende Schlüsse gezogen zu haben. Der in der Beschwerde vertretenen Ansicht, wonach der Schiedsrichter ausdrücklich hätte erklären müssen, weshalb das E-Mail, das sich auf die beiden Beratungsverträge vom 26. Oktober 2010 bezogen habe, für die Auslegung von Ziffer 4.1 CSA bedeutsam sei, kann im Übrigen nicht gefolgt werden. Der Einzelschiedsrichter hat in seinem Entscheid berücksichtigt, dass die Beschwerdeführerin im Schiedsverfahren die Ansicht vertrat, die Entschädigung nach Ziffer 4.1 CSA sei geschuldet, wenn zwei Bedingungen (tatsächlicher Zahlungseingang bei der Beschwerdeführerin und Behebung sämtlicher bestehender Probleme im Zusammenhang mit dem Projekt) erfüllt seien. Dass er - wie bereits in anderem Zusammenhang - die beiden Beratungsverträge vom 26. Oktober 2010 mitsamt Begleitdokumenten wie dem E-Mail vom 27. September 2010 zur Ermittlung des übereinstimmenden Parteiwillens beizog, ergibt sich aus dem angefochtenen Entscheid ohne Weiteres und bedurfte unter dem Gesichtspunkt des rechtlichen Gehörs keiner besonderen Erklärung. Ob der Einzelschiedsrichter aus dem fraglichen E-Mail im Hinblick auf die Auslegung von Ziffer 4.1 CSA die richtigen Schlüsse zog, kann vom Bundesgericht im Rahmen der Schiedsbeschwerde nicht überprüft werden. Mit ihrem nicht weiter begründeten Vorbringen, der Einzelschiedsrichter habe die von ihr in der Klageantwort vorgebrachten Argumente zur Auslegung von Ziffer 4.1 CSA "schlicht und einfach übersehen", verkennt die Beschwerdeführerin überdies, dass die Begründung in der Beschwerdeschrift selbst zu erfolgen hat und der blosse Verweis auf die Akten nicht ausreicht (BGE 140 III 115 E. 2 S. 116; 133 II 396 E. 3.1 S. 399 f.; 131 III 384 E. 2.3 S. 387 f.; je mit Hinweisen). Auch im Zusammenhang mit der Auslegung von Ziffer 4.1 CSA liegt keine Verletzung des Gehörsanspruchs vor.