Citation: 4C.131/2000 24.04.2001 E. 3

3.- a) Die Beklagte ist der Auffassung, das Kantonsgericht habe die Bestimmung über den Naturallohn (Art. 322 Abs. 1 OR) falsch ausgelegt. b) Naturallohn ist Lohn, der nicht Geldlohn darstellt (Staehelin, Zürcher Kommentar, N 2 zu Art. 322 OR). Die Vereinbarung von Naturallohn setzt nicht zwingend die Aufnahme in die Hausgemeinschaft voraus (vgl. Rehbinder, Berner Kommentar, N 29 zu Art. 322 OR). Art. 322 Abs. 2 OR regelt die Frage, ob die Naturalleistungen dem Arbeitnehmer belastet werden dürfen oder nicht. Gemäss dieser Bestimmung schafft die Aufnahme des Arbeitnehmers in die Hausgemeinschaft des Arbeitgebers lediglich die widerlegbare Vermutung, der Unterhalt in Naturalleistungen bilde Lohnbestandteil und dürfe folglich vorbehaltlich einer anderen Vereinbarung dem Arbeitnehmer nicht belastet werden (Staehelin, a.a.O., N 40 zu Art. 322 OR). Der Naturallohn ist somit vermutungsweise zusätzlich zum Geldlohn geschuldet. Die Beklagte macht jedoch geltend, Naturalleistungen in Form von Kost und Logis durch den einen Gesellschafter der Beklagten seien auf den vereinbarten Geldlohn anzurechnen. Hierfür findet sich im Gesetz keinerlei Vermutung. Eine Vereinbarung, nach der sich die Klägerin Naturalleistungen des einen Gesellschafters auf den in Geld vereinbarten Lohn anzurechnen habe, hätte die Beklagte zu beweisen. Nach den für das Bundesgericht verbindlichen Feststellungen ist aber eine entsprechende Vereinbarung nicht nachgewiesen. Der angefochtene Entscheid ist insofern nicht zu beanstanden.