Citation: 5A_525/2022 E. 3

Das Obergericht hat in genereller bzw. rechtlicher Hinsicht erwogen, dass die KESB den Sachverhalt von Amtes wegen abzuklären und die notwendigen Beweise zu erheben habe; Art. 314 Abs. 1 i.V.m. Art. 446 Abs. 2 ZGB bilde die gesetzliche Grundlage zur Anordnung des Gutachtens, wobei gemäss Art. 448 Abs. 1 ZGB die am Verfahren beteiligten Personen und Dritte zur Mitwirkung verpflichtet seien. Im Zusammenhang mit der Verhältnismässigkeit und Erforderlichkeit der Begutachtung hat es folgende tatsächliche Feststellungen getroffen: - Die Beiständin habe berichtet, dass die (im Jahr 2004 geborene und fremdplatzierte, vgl. Lit. A) Halbschwester E.________ sie gebeten habe, die Besuche der Mutter zu sistieren; sie konsumiere nach wie vor Drogen, lege für jeden Entscheid Tarotkarten und habe schräge Fantasien. Die Beiständin berichtete weiter, dass sie der Tochter die Schuld am Brand im Europapark Rust gegeben habe und die Aussagen bei E.________ massive Ängste ausgelöst hätten. - Dem Bericht der Kantonspolizei vom 10. August 2020 sei zu entnehmen, dass gewisse Wahrnehmungen und Aussagen der Mutter realitätsfremd seien und sie sich in einer der Wirklichkeit entrückten Gedankenwelt bewege; seit Ende Juni 2020 habe sie der Polizei rund 60 E-Mails mit Notizen, Screenshots und weiteren Dateien übermittelt, die ein sehr undurchsichtiges Gedankenmuster eröffnen würden. - Seit dem 10. August 2021 befinde sich die Mutter erneut in psychiatrisch-psychotherapeutischer Behandlung. - In ihrer Stellungnahme vom 12. Dezember 2021 berichte E.________ über ihre Erfahrungen mit der Mutter. Diese sei ihr gegenüber oft desinteressiert gewesen, habe ihr keine Mahlzeiten zubereitet und einen Mann zu ihr ins Bett gelassen, der sie berührt habe; ihre Mutter habe sie verschiedentlich manipuliert und belogen und teilweise habe es auch an Hygiene gemangelt, beispielsweise habe sie nicht gelernt, wie man die Zähne putze. Das Obergericht hat festgehalten, dass die Stellungnahme von E.________ aufgrund ihrer Differenzen mit der Mutter mit Vorsicht zu würdigen sei. Es ergebe sich aber das Gesamtbild, dass die Mutter in ihrer psychischen Gesundheit beeinträchtigt sein könnte. Den Beschwerdeführern sei zwar beizupflichten, dass eine mögliche Beeinträchtigung der psychischen Gesundheit nicht zwangsläufig zu einer herabgesetzten Erziehungsfähigkeit führe, aber es könne nicht ausgeschlossen werden, dass die Beeinträchtigung negative Auswirkungen auf die Entwicklung und das Wohl von C.________ haben könnte. Dazu komme, dass die Mutter offenbar nach wie vor Drogen konsumiere. Sie habe bei der persönlichen Anhörung vom 4. November 2021 angegeben, dass sie dies zum Spannungsabbau täglich tue, wenn C.________ im Bett sei. E.________ habe in ihrer Stellungnahme festgehalten, dass sie sich u.a. genau deshalb Sorgen um ihren Halbbruder C.________ mache. Insgesamt seien die Auswirkungen auf die Erziehungsfähigkeit unklar, aber es lägen genügend Risikofaktoren vor, welche die Erstellung eines Gutachtens als angezeigt und mangels milderer Mittel auch als erforderlich erscheinen lassen würden. Nichts daran ändere das von der Therapeutin der Mutter zuhanden der Behörde erstellte Schreiben, wonach keine Beurteilung der Erziehungsfähigkeit vorgenommen werden könne und aufgrund der psychiatrischen Diagnosen keine akute Gefährdung des Kindeswohls vorliege, weil damit nichts darüber gesagt sei, ob bei der Mutter Einschränkungen im Bereich der Erziehungsfähigkeit bestünden und ob sich dies negativ auf C.________ auswirken könnte.