Citation: 1C_668/2021 E. 3.4

3.4. Der Beschwerdeführerin ist einzuräumen, dass die Einsprachebefugnis gegen Bauvorhaben mit Geruchsemissionen nicht unbesehen auf den vorsorglichen Mindestabstand gemäss LRV beschränkt werden darf. Dies hat das Verwaltungsgericht indessen nicht getan: Es hat vielmehr aufgrund der konkreten örtlichen Verhältnisse (Distanz, Topografie, Windverhältnisse) festgehalten, dass die Geruchsimmissionen des Geflügelaufzuchtstalls auf dem Grundstück der Beschwerdeführerin nicht deutlich wahrnehmbar sein würden. Die Beschwerdeführerin legt nicht substanziiert dar, inwiefern die tatsächlichen Feststellungen des Verwaltungsgerichts offensichtlich unrichtig seien; dies ist auch nicht ersichtlich. Die von ihr zitierten bundesgerichtlichen Entscheide gehen von anderen tatsächlichen Verhältnissen aus oder beschränken sich darauf, eine grosszügigere Handhabung der Einsprachebefugnis als "nicht willkürlich" zu bezeichnen. In diesem Zusammenhang ist daran zu erinnern, dass die kantonalen Behörden (im Rahmen des kantonalen Rechts) über das bundesrechtlich gewährleistete Minimum hinausgehen und dabei auch eine gewisse Schematisierung vornehmen können. Dies ist jedoch bundesrechtlich nicht geboten. Die Rechtsprechung zur abstrakten Berechnung des Einspracheradius bei Mobilfunkantennen (BGE 128 II 168 E. 2) betrifft nicht wahrnehmbare Immissionen (nichtionisierende Strahlung) und findet auf die vorliegend streitigen Geruchsimmissionen keine Anwendung.