Citation: 2C_963/2016 E. 2.2

2.2. Diese Schlussfolgerung der Vorinstanz ist weder im Lichte des Ausländergesetzes noch unter dem Blickwinkel der EMRK zu beanstanden: Ausgangspunkt für das migrationsrechtliche Verschulden ist die vom Strafgericht ausgesprochene Strafe (BGE 134 II 10 E. 4.2 S. 23; 129 II 215 E. 3.1 S. 216). Eine Freiheitsstrafe von 30 Monaten indiziert ein erhebliches migrationsrechtliches Verschulden, denn dieses Strafmass liegt weit über der Grenze von einem Jahr, welche für die Möglichkeit des Widerrufs massgeblich ist (vgl. BGE 139 I 145 E. 2.1 S. 147). Der Beschwerdeführer hat eine beträchtliche kriminelle Energie offenbart: Zusammen mit Mittätern beging er - bereits einschlägig vorbestraft, mehrfach verwarnt und ohne sich in einer finanziellen Notlage zu befinden - 22 Einbruchdiebstähle mit einer Deliktsumme von über Fr. 23'000.-- und einem Sachschaden von über Fr. 60'000.--. Weder seine Vorstrafen noch mehrere Verwarnungen haben ihn davon abgehalten, derart zu delinquieren, ebensowenig wie die offenbar zur Zeit der Tatbegehung bereits bestehende Beziehung zu seiner heutigen Ehefrau. Daher hat die Vorinstanz das Verschulden des Beschwerdeführers richtigerweise als schwer bzw. das öffentliche Interesse an seiner Fernhaltung als gross eingestuft. Dabei ist auch korrekt, dass sie im Falle des Beschwerdeführers, der sich nicht auf das FZA (SR 0.142.112.681) berufen kann, generalpräventive Gesichtspunkte mitberücksichtigt hat (vgl. Urteile 2C_725/2016 vom 30. Dezember 2016 E. 3.2, 2C_940/2014 vom 30. Mai 2015 E. 5.3). Sodann lässt sich aus dem deliktsfreien Verhalten des Beschwerdeführers seit der verfahrensauslösenden Verurteilung nichts ableiten, befand er sich doch während mehrerer Monate im Strafvollzug und stand er auch nach der Entlassung unter dem Druck der strafrechtlichen Probezeit und des migrationsrechtlichen Widerrufsverfahrens. Ferner fällt in der Interessenabwägung ins Gewicht, dass der Beschwerdeführer eine Anlasstat im Sinne von Art. 121 Abs. 3 lit. b BV begangen hat, die bei einem entsprechenden Handeln nach dem 1. Oktober 2016 im Rahmen der Konkretisierung der Ausschaffungsinitiative grundsätzlich obligatorisch - unter Vorbehalt der Härtefallklausel (Art. 66a Abs. 2 StGB) - zu einer strafrechtlichen Landesverweisung führen würde. Diese Regelung ist auf den Beschwerdeführer noch nicht anwendbar. Wie er, der seine Delikte vor dem Inkrafttreten von Art. 66a 1a und Abs. 2 StGB (in der Fassung vom 20. März 2015) begangen hat, dazu kommt, dass für ihn milderes Recht ("lex mitior" gelten sollte (wobei er zu meinen scheint, Art. 66a StGB wäre wegen der Härtefallklausel für ihn günstiger), erscheint nicht nachvollziehbar. Was die Wertung der persönlichen Interessen des Beschwerdeführers (und diejenigen seiner Familie) betrifft, ist in der Interessenabwägung bzw. Verhältnismässigkeitsprüfung der Vorinstanz ebenfalls keine Bundes- oder Konventionswidrigkeit zu erkennen: Sie hat dem Beschwerdeführer zugute gehalten, dass er arbeitet - der erst vor Bundesgericht eingereichte Arbeitsvertrag vom 1. September 2016 hingegen ist ein unzulässiges Novum (Art. 99 BGG) - und sich bemüht, seine Schulden zu tilgen (S. 6 des angefochtenen Entscheides), doch sind besonders intensive, über eine normale Integration hinausgehende private Beziehungen beruflicher oder gesellschaftlicher Natur, welche dem Beschwerdeführer allenfalls einen Anwesenheitsanspruch gestützt auf die Garantie des Privatlebens (Art. 8 EMRK) verschaffen könnten (BGE 130 II 281 E. 3.2.1 S. 286), weder dargetan noch ersichtlich. Ihm, der im Alter von 15 Jahren in die Schweiz gekommen ist, ist die Rückkehr in den Kosovo zumutbar. Seine Ehefrau und seine Tochter haben zwar in der Schweiz ein gefestigtes Anwesenheitsrecht, so dass es das Recht auf das ebenfalls durch Art. 8 EMRK geschützte Familienleben verletzen könnte, wenn dem Beschwerdeführer die Anwesenheit in der Schweiz untersagt wird (BGE 130 II 281 E. 3.1 S. 285). Dies trifft jedoch vorliegend nicht zu: Nach den für das Bundesgericht verbindlichen Feststellungen der Vorinstanz (Art. 105 Abs. 2 BGG) ist die Ehefrau mit der albanischen Sprache und Kultur vertraut, so dass ihr eine Ausreise ebenfalls zuzumuten wäre. Sie heiratete den Beschwerdeführer überdies im Wissen um dessen Straffälligkeit und musste damit rechnen, das Familienleben nicht in der Schweiz leben zu können. Es sind keine Gründe ersichtlich, die eine Rückkehr für sie und die Tochter - welche sich noch in einem anpassungsfähigen Alter befindet (vgl. Urteil 2C_876/2013 vom 18. November 2013 E. 3.7 mit Hinweis auf BGE 135 I 143 E. 2.2 S. 147) - als unzumutbar erscheinen lassen könnten.