Citation: 6B_196/2021 E. 5.4.1

5.4.1. Die Wahl der Strafart für die einzelnen Delikte wird weder von der Beschwerdeführerin 2 noch vom Beschwerdeführer 1 beanstandet. Damit bleibt es bei der jeweiligen Ausfällung einer Freiheitsstrafe für die hiervor erwähnten Delikte. Die Vorinstanz folgt aber in mehrfacher Hinsicht nicht der vom Bundesgericht entwickelten Methodik zur Gesamtstrafenbildung. Diese beginnt mit der (gedanklichen) Festlegung der Einzelstrafen (und dabei primär der Strafart [vgl. BGE 147 IV 241 E. 3]), gefolgt von der zwingenden Festsetzung der (konkreten) Einsatzstrafe für das abstrakt schwerste Delikt (vgl. BGE 144 IV 217 E. 3.5.3, m.w.H.). Zwar erwähnt die Vorinstanz, dass von der versuchten eventualvorsätzlichen Tötung als schwerstem Delikt auszugehen sei. Indes bleibt es bei dieser theoretischen Erwägung und fasst die Vorinstanz stattdessen die versuchte eventualvorsätzliche Tötung, die mehrfachen Gefährdungen des Lebens, die Nötigung und die einfache Körperverletzung zu einer (ersten) Deliktsgruppe und damit im Rahmen der Asperation zusammen. Dabei erachtet sie für diese Deliktsgruppe und (u.a.) in Würdigung, dass es sich bei der Tötung um ein versuchtes Delikt und der Beschwerdeführer 1 eventualvorsätzlich gehandelt hat, eine Gesamtstrafe von achteinhalb Jahren als angemessen, welche sie aufgrund der dem Beschwerdeführer 1 attestierten verminderten Schuldfähigkeit auf sechseinhalb Jahre reduziert und als "Einsatzstrafe" bezeichnet. Alsdann fasst sie die Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittel- und das Waffengesetz und den Raufhandel zu einer zweiten Deliktsgruppe und damit wiederum im Rahmen der Asperation zusammen, um alsdann die für die erste Deliktsgruppe festgesetzte "Einsatzstrafe" pauschal um eineinviertel Jahre auf siebendreiviertel Jahre zu erhöhen. Indes müssen bei der Bemessung der Gesamtstrafe die einzelnen Straftaten in einem selbstständigen Schritt gewürdigt werden bzw. widerspricht eine gemeinsame Bewertung unterschiedlicher Taten der Gesamtstrafenbildung nach dem Asperationsprinzip (Urteil 6B_1031/2019 vom 1. September 2020 E. 2.5, nicht publiziert in BGE 146 IV 311; 6B_998/2019 vom 20. November 2020 E. 4.2.4). Solches lässt sich vorliegend weder damit begründen, dass die Straftaten zeitlich und sachlich eng miteinander verknüpft sind, noch mit der Teilnahmeform der Mittäterschaft, noch damit, dass dem Beschwerdeführer 1 für die Taten, welche der tätlichen Auseinandersetzung vor dem Club "E.________" folgten, eine verminderte Schuldfähigkeit attestiert worden ist.