Citation: 8C_698/2023 E. 4.2

4.2. Die Beschwerdeführerin bringt vor, die Vorgehensweise der Allianz, langjährige Unfallversicherungsrenten der Vorgänger-Versicherung Elvia (für welche diese haftpflichtrechtlich schadlos gehalten worden sei), mit der Begründung der fehlenden Adäquanzprüfung in Wiedererwägung zu ziehen, sei gerichtsnotorisch. Sowohl das Bundesgericht (so im Urteil 8C_616/2022 vom 15. März 2023 E. 8, nicht publiziert in: BGE 149 V 91) als auch die Presse (Artikel der Online-Zeitung INFOsperber vom 28. März 2023 mit dem Titel "Perfide Tricks: Allianz geht gegen Versicherte vor", abrufbar unter: www.infosperber.ch/gesellschaft/sozialversicherungen/perfide-tricks-allianz-geht-gegen-versicherte-vor) hätten dies zumindest als fragwürdig bezeichnet. Das Bundesgericht werde dazu aufgerufen, dieser im vorliegenden Fall sogar rechtswidrigen Praxis nunmehr ein Ende zu setzen. Konkret wird im Wesentlichen geltend gemacht, die Allianz habe ihre Aktenführungspflicht (Art. 46 ATSG) sowie das Akteneinsichtsrecht (Art. 47 ATSG) derart " (absichtlich) " verletzt, dass erhebliche Zweifel an der Vollständigkeit der Akten bestehen würden. Aus diesem Grund bestehe Beweislosigkeit hinsichtlich der Frage, ob zum Zeitpunkt des Verfügungserlasses eine Adäquanzprüfung erfolgt sei. Die Folgen der Beweislosigkeit seien durch die Allianz zu tragen, weil sie diese zu verschulden habe und daraus Rechte ableiten wolle. Die durch die Vorinstanz vorgenommene Adäquanzprüfung hätte anhand der seinerzeit geltenden Kriterien gemäss BGE 117 V 359 durchgeführt werden müssen. Aus damaliger Sicht sei die Adäquanz zu bejahen. Das kantonale Gericht verletze mit seinem Urteil Bundesrecht, indem es die Wiedererwägung trotzdem als zulässig erklärt habe.