Citation: 6B_802/2015 E. 5.3

5.3. Die Rüge der Beschwerdeführerin betrifft die für das Untersuchungs- und erstinstanzliche Gerichtsverfahren geschuldete Parteientschädigung. Die Vorinstanz nahm die diesbezüglichen Anwaltskosten der Beschwerdeführerin entsprechend des erstinstanzlichen Verfahrensausgangs zur Hälfte auf die Staatskasse. Separat entschädigt wurden deren anwaltlichen Aufwendungen im Verwaltungsstrafverfahren. Wird die beschuldigte Person ganz oder teilweise freigesprochen, so hat sie nach Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO Anspruch auf Entschädigung ihrer Aufwendungen für die angemessene Ausübung ihrer Verfahrensrechte. Die Entschädigungsfrage folgt den gleichen Regeln wie der Kostenentscheid. Es gilt der Grundsatz, dass bei Auferlegung der Kosten keine Entschädigung oder Genugtuung auszurichten ist, während bei Übernahme der Kosten durch die Staatskasse die beschuldigte Person Anspruch auf Entschädigung hat (BGE 137 IV 352 E. 2.4.2 S. 357 mit Hinweisen). Für die Frage, ob ein Teilfreispruch im Sinne von Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO erfolgt, sind - wie auch im Rahmen von Art. 426 Abs. 1 StPO (vgl. Urteile 6B_811/2014 vom 13. März 2015 E. 1.4; 6B_803/2014 vom 15. Januar 2015 E. 3.4.2 und 3.5 mit Hinweisen) - nicht die rechtliche Würdigung und die Anzahl der angeklagten Tatbestände, sondern der bzw. die zur Anklage gebrachten Lebenssachverhalte massgebend.