Citation: 5A_248/2023 E. 5.2

5.2. Das Appellationsgericht stellt zunächst klar, dass die vorliegende Streitigkeit entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin nicht unter Art. 298d ZGB, sondern unter Art. 298b Abs. 2 ZGB falle, der für die gemeinsame elterliche Sorge einzig voraussetze, dass kein Grund für die Alleinsorge eines Elternteils besteht. Einen solchen mache die Beschwerdeführerin nur insofern geltend, als sie sich auf das Erfordernis der Stabilität der Verhältnisse beziehe. Ausserhalb des Anwendungsbereichs von Art. 298d ZGB könne die Stabilität der Verhältnisse etwa dann in Frage gestellt sein, wenn sich ein Vater nach Jahren eines vollständigen Kontaktabbruchs ohne Kenntnis der Bedürfnisse seines Kindes erstmals um die elterliche Sorge bemüht. Hier ergebe sich aus den Akten, dass der Vater einen Bezug zu seinem Sohn hat und die KESB gerade zur Sicherung seines mit der Mutter vereinbarten Kontakts mit C.A.________ anrief. Das Appellationsgericht verweist auf die private Vereinbarung der Parteien vom 14. Februar 2017 und auf die von der KESB genehmigte Unterhaltsvereinbarung vom 14./22. November 2021, in der die Eltern von einem väterlichen Betreuungsanteil von zwanzig Prozent ausgegangen seien. Auch der Bericht des KJD (s. Sachverhalt Bst. B.a) bestätige, dass seit der Trennung der Eltern Kontakte zwischen C.A.________ und seinem Vater stattfinden, die mit der Elternvereinbarung vom 22. Februar 2022 geregelt wurden. Die Beschwerdeführerin habe den Kontakt in ihrer Anhörung vom 13. September 2022 bestätigt. Aus alledem folgert das Appellationsgericht, dass das Kind und seine Bedürfnisse dem Beschwerdegegner nicht fremd sind. Solcherlei werde von der Beschwerdeführerin auch nicht geltend gemacht. Inwieweit die Zuteilung der gemeinsamen elterlichen Sorge und das Mitentscheidungsrecht des Beschwerdegegners die Stabilität der Verhältnisse von C.A.________ gefährden könnten, werde nicht substanziiert und ergebe sich auch nicht aus den Akten. Andere Gründe, die zur Sicherung des Kindeswohls die Alleinsorge der Beschwerdeführerin bedingen würden, mache die Beschwerdeführerin nicht substanziiert geltend. Solche Gründe ergäben sich auch nicht aus dem Bericht des KJD. Darin werde zwar auf Kommunikationsprobleme der Eltern hingewiesen, an denen sie arbeiten sollten, gleichzeitig aber festgestellt, dass C.A.________ von einer gemeinsamen elterlichen Sorge profitieren könnte. In diesem Bericht sei weder von einem schwerwiegenden Dauerkonflikt noch von einer anhaltenden Kommunikationsunfähigkeit der Eltern in Kinderbelangen die Rede, wie sie für die Verweigerung der gemeinsamen elterlichen Sorge vorausgesetzt würden.