Citation: 8C_545/2019 E. 9.3

9.3. Das Bundesstrafgericht hatte zu prüfen, ob das Abfeuern des Sprengkörpers (Kreiselblitz) eine schwere Körperverletzung zum Nachteil des Beschwerdegegners verursacht hat. Dafür holte es zuerst das akustische Gutachten des Dr. sc. techn. ETH C.________ vom 28. Oktober 2016 ein, der darlegte, dass bei der einmaligen Schallbelastung von L E 112 dB (A) normalerweise keine bleibende Gehörschädigung zu erwarten sei. Nach den Suva-Regeln sei die Belastung durch ein einzelnes solches Ereignis noch ohne Gehörschutz zulässig. Die Eventualität einer dauernden Gehörsverletzung liege bei weit unter 1%, könne aber trotzdem nicht ausgeschlossen werden. Sie sei nur dann möglich, wenn eine individuelle temporäre oder dauernde Schwächung oder Schädigung des Innenohrs zur erhöhten Anfälligkeit gegenüber solchen Belastungen geführt habe, was in einem ORL-Gutachten zu beurteilen wäre. Daraufhin veranlasste das Bundesstrafgericht die medizinischen Abklärungen bei Prof. Dr. med. D.________, der im Gutachten vom 30. Juni 2017 zum Schluss kam, dass beim Beschwerdegegner von einer dauernden Gehörschädigung auszugehen und diese durch das Knallereignis vom 21. Februar 2016 verursacht worden sei. Dabei sei 18% des Tonhörverlusts auf die höchstwahrscheinlich bereits zum Zeitpunkt des schädigenden Ereignisses vorhandene Altersschwerhörigkeit zurückzuführen. Der zusätzliche Hörverlust von 67% sei dem schädigenden Ereignis zuzuschreiben. Zur Beantwortung der Frage, ob eine schwere Körperverletzung im Sinne von Art. 122 StGB vorliegt, stellte das Bundesstrafgericht auf das medizinische Gutachten des Prof. Dr. med. D.________ ab. Dazu führte es aus, dass dieses stärker als das akustische Gutachten zu gewichten sei, weil es die individuelle Besonderheiten des Falles in die Beurteilung miteinbeziehe. Beide Gutachten seien jedoch lege artis erstellt worden und in sich schlüssig und nachvollziehbar.