Citation: 2C_562/2019 E. 4.2

4.2. Die Beschwerdeführerin beanstandet in grundsätzlicher Hinsicht, dass Art. 51 Abs. 1 AIG (SR 142.20; bis zum 1. Januar 2019 AuG) auf den vorliegenden Sachverhalt nicht anwendbar sei und der Widerruf der Niederlassungsbewilligung deshalb widerrechtlich erfolgt sei. Art. 51 Abs. 1 AIG beziehe sich auf Ansprüche gemäss Art. 42 AIG, mithin auf Aufenthaltsbewilligungen die gestützt auf die Bestimmungen zum Familiennachzug erteilt worden sind. Da die Beschwerdeführerin aber bereits mehr als fünf Jahre in einer ehelichen Gemeinschaft mit einem schweizerischen Staatsbürger gelebt und deswegen eine Niederlassungsbewilligung erhalten habe (Art. 42 Abs. 3 AIG), leite sich ihr Aufenthaltsrecht nicht mehr aus Art. 42 AIG ab. Vielmehr werde eine Niederlassungsbewilligung gemäss Art. 34 Abs. 1 AIG unbefristet und ohne Bedingungen erteilt, weshalb das Aufenthaltsrecht der Beschwerdeführerin nicht mehr an die Bestimmungen zum Familiennachzug geknüpft sei. Aufgrund des klaren Wortlauts von Art. 51 Abs. 1 lit. a AIG, der sich nur auf Ansprüche gemäss Art. 42 AIG beziehe, könne ihre Niederlassungsbewilligung deshalb nicht mehr rückwirkend widerrufen werden.