Citation: 4A_404/2023 E. 5.2.3

5.2.3. Hinsichtlich des angeblichen Interessenskonflikts, welchen die Beschwerdeführerin darin erblicke, dass der beim VBS für die Beschaffung Verantwortliche ein ehemaliger Kadermitarbeiter der Beschwerdegegnerin sei, gehe aus den Darstellungen der Beschwerdeführerin nicht klar hervor, wer wen und wann genau beeinflusst haben soll. Ein kollusives Zusammenwirken zwischen dem VBS und der Beschwerdegegnerin sei nicht erstellt. Würde davon ausgegangen, dass der VBS-Verantwortliche die Beschwerdegegnerin unmittelbar nach der Geldüberweisung an die Beschwerdeführerin, am 7. April 2020, beeinflusst hätte, müsste er den Entschluss zum Vertragsabbruch schon davor gefällt haben. Das Verhalten der Beschwerdegegnerin könnte daher nicht kausal für das Scheitern des Vertrages gewesen sein. Sollten hingegen die Hinweise auf den Geldwäschereiverdacht Auslöser für den Rückzug des VBS gewesen sein, wäre nicht plausibel, weshalb das VBS dennoch weiterhin Zusicherungen betreffend die Warenannahme gemacht hätte. Nach der MROS-Meldung hätte der VBS-Verantwortliche schliesslich keinen Einfluss mehr auf die Beschwerdegegnerin nehmen können, da sie ab diesem Zeitpunkt nicht mehr involviert gewesen sei. Soweit die Beschwerdeführerin eine Rechenschaftspflichtverletzung geltend mache, welche sie in der Nichtoffenlegung von Informationen zum anonymen Hinweis betreffend Geldwäschereiverdacht und gewissen Telefonaten erblicke, habe sie nicht aufgezeigt, inwiefern diese Pflichtverletzungen kausal für den behaupteten Schaden gewesen sein sollen. Dies sei auch nicht ersichtlich.