Citation: 9C_714/2022 E. 3.2.1

3.2.1. Bereits vor Erlass des Fernmeldegesetzes bestand zugunsten des Bundes (bzw. seiner ehemaligen PTT-Betriebe) eine öffentlich-rechtliche Eigentumsbeschränkung, indem der Bund berechtigt war, für die Erstellung "von Telegraphen - und Telefonlinien" öffentlichen Grund unentgeltlich in Anspruch zu nehmen. Die in Art. 35 Abs. 1 und 4 FMG vorgesehene Lösung verlangt nunmehr zwar von den Anbieterinnen von Fernmeldediensten das Einholen einer Bewilligung, sieht jedoch - um eine Benachteiligung der neu zugelassenen (privaten) Fernmeldedienstanbieterinnen gegenüber der PTT bzw. deren Rechtsnachfolgerin (Swisscom) zu vermeiden -, die grundsätzliche Unentgeltlichkeit für die Inanspruchnahme von Grund und Boden (soweit dadurch nicht der Gemeingebrauch beeinträchtigt wird) vor, d.h. kostendeckende Gebühren dürfen nur für das Bewilligungsverfahren erhoben werden (vgl. zum Ganzen André Moser, Der öffentliche Grund und seine Benützung, 2011, S. 295).