Citation: 2C_631/2014 E. 3.3

3.3. Die Schranken der Verhältnismässigkeit sind bei der Nichtverlängerung einer Aufenthaltsbewilligung in der Regel weniger hoch als beim Widerruf einer Niederlassungsbewilligung (vgl. die Urteile 2C_387/2014 vom 3. März 2015 E. 3.2.2; 2C_573/2014 vom 4. Dezember 2014 E. 3.3). In den Fällen, in welchen eine Aufenthaltsbewilligung trotz familiärer Bindungen zu in der Schweiz aufenthaltsberechtigten Personen nicht verlängert wird, stellen sich regelmässig auch immigrationsrechtliche Fragen; namentlich ob die Verlängerung des Aufenthaltsrechts erforderlich ist, um ein Familien- und Privatleben im Aufenthaltsstaat zu ermöglichen (zit. Urteil Jeunesse, § 105). Unter diesem Gesichtspunkt ist die Situation eines Gesuchstellers, dessen Aufenthaltsbewilligung nicht verlängert wird, ansatzweise mit derjenigen vergleichbar, in welcher erstmals um eine Aufenthaltsbewilligung nachgesucht wird ("umgekehrter Familiennachzug", BGE 137 I 247 E. 4.1 S. 249 f.). Ins Gewicht fallen die Bindungen zum Aufenthaltsstaat sowie ein allfälliges, ein öffentliches Interesse an einer Ausreise begründendes (deliktisches oder immigrationsrechtlich relevantes) Verhalten eines Gesuchstellers. Massgeblich zu berücksichtigen ist bei der Interessenabwägung aber insbesondere, in welchem Ausmass das bis anhin gepflegte Familienleben durch die aufenthaltsbeendende Massnahme tatsächlich beeinträchtigt wird und inwiefern es auch im Ausland gelebt werden könnte (zit. Urteil Jeunesse, § 107). Zu berücksichtigen sind hinsichtlich der familiären Verhältnisse neben der Dauer der ehelichen Beziehung alle Gesichtspunkte, die Rückschlüsse auf die Intensität der Ehe zulassen, namentlich die Geburt und das Alter allfälliger Kinder sowie die Kenntnis der Tatsache, dass die Beziehung wegen der Straftaten unter Umständen nicht in der Schweiz würde gelebt werden können (BGE 135 II 377 E. 4.3 S. 381 f.; Urteil 2C_685/2014 vom 13. Februar 2015 E. 5.3). Besonders ins Gewicht fallen die Interessen allfällig betroffener Kinder. Das Kindesinteresse, wenn möglich mit beiden Elternteilen in der Schweiz aufwachsen zu können, vermag in der Interessenabwägung jedoch nur dann zu überwiegen, wenn im Wesentlichen ausschliesslich Gründe der Zuwanderungssteuerung den privaten Interessen bereits anwesenheitsberechtigter Personen gegenüber stehen, nicht indessen, wenn es zusätzlich darum geht, die öffentliche Sicherheit und Ordnung vor der Gefahr weiterer (gewichtiger) Straftaten zu schützen (zu den Elementen der besonders engen Eltern-Kind-Beziehung in affektiver und wirtschaftlicher Hinsicht und des Erfordernisses des tadellosen Verhaltens des Gesuchstellers vgl. BGE 140 I 145 E. 4.3 S. 151 f.; Urteil 2C_387/2014 vom 3. März 2015 E. 4.3.3, E. 4.4.1).