Citation: 6B_447/2021 E. 4.2.2

4.2.2. Was die Beschwerdeführerin gegen die vorinstanzliche Beurteilung vorbringt, genügt zum Nachweis einer Verletzung von Bundesrecht nicht. Zunächst ist für die Frage, ob der Geschädigte beim Verkehrsunfall eine einfache Körperverletzung erlitten hat, irrelevant, wie schwer die Kollision tatsächlich war. Entscheidend sind einzig deren dokumentierte Folgen. Dass der Auffahrunfall grundsätzlich geeignet war, die vom Geschädigten beschriebenen Verletzungen zu verursachen, kann hingegen nicht ernsthaft bezweifelt werden. Gemäss Angaben der Beschwerdeführerin selbst war sie mit 40 bis 50 km/h unterwegs. Wenngleich sie noch versuchte zu bremsen, schliesst die Vorinstanz aus dem dokumentierten Schadensbild des Fahrzeugs des Geschädigten nachvollziehbar auf eine erhebliche Wucht der Kollision. So ist erstellt, dass aufgrund dessen der Führersitz des Fahrzeugs aus der Verankerung gerissen wurde, was die Beschwerdeführerin zu Recht nicht bestreitet. Entgegen ihrer Auffassung ist damit die von der Vorinstanz angenommene mehr als geringfügige Wirkung der Kollision hinreichend erstellt. Eines unfallanalytischen Gutachtens bedurfte es hierfür nicht. Wenn die Beschwerdeführerin in diesem Zusammenhang zudem vorbringt, das Auto des Geschädigten sei alt und von minderer Qualität gewesen, sodass der Führersitz bereits ungenügend verankert gewesen sein möge, ergeht sie sich in Spekulationen, ohne Willkür an der vorinstanzlichen Beweiswürdigung darzutun. Die Vorinstanz erachtet auch die Verletzungen schlüssig als erstellt. Sie stützt sich dabei auf die Berichte der erstbehandelnden Ärzte des Kantonsspitals D.________ sowie die Folgeberichte des Hausarztes des Geschädigten. Demnach erlitt er eine Schwellung am Hinterkopf und klagte zeitnah über Druckdolenzen an der Halswirbelsäule. Die Diagnose lautete auf Verletzung im Bereich der HWS (Schleudertrauma), wobei die Kantonsärzte die Beschwerden in Kenntnis der bereits bestehenden degenerativen HWS-Veränderungen ursächlich dem Unfallgeschehen zurechneten. Vor diesem Hintergrund ist es nachvollziehbar, wenn die Vorinstanz die die Erstdiagnose bestätigenden Folgeberichte der Hausärztin des Geschädigten zum Nachweis einer einfachen Körperverletzung aufgrund des Unfalls ebenfalls heranzieht, zumal sich deren Einschätzung auch mit derjenigen eines behandelnden Neurologen deckt. Entgegen der von der Beschwerdeführerin vertretenen Auffassung kommt im Übrigen den Berichten behandelnder Ärzte nicht per se ein geringerer Beweiswert zu. Entscheidend ist vielmehr, ob ein Bericht in sich schlüssig ist und auf vollständigen Akten beruht, was das Bundesgericht nur unter Willkürgesichtspunkten prüft (oben E. 4.1.2). Derlei krasse Rechtsverletzungen tut die Beschwerdeführerin nicht ansatzweise dar. Nicht zu beanstanden ist sodann, dass die Vorinstanz trotz der vorbestehenden degenerativen HWS-Veränderungen einen adäquaten Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und den danach aufgetretenen Beschwerden des Geschädigten bejaht. Wie sie überzeugend erwägt, kann die Vorbelastung zwar die Beschwerden und den Heilungsverlauf beeinflusst haben. Sie unterbricht aber den Kausalzusammenhang nicht, noch lässt sie diesen entfallen. Vielmehr geht die Vorinstanz schlüssig davon aus, dass der Unfall zumindest mitursächlich für die in der Folge geklagten Beschwerden des Geschädigten ist. Gleichfalls zutreffend ist schliesslich die Feststellung, wonach die beim Unfall verursachten Schmerzen von ihrer Intensität her über eine bloss vorübergehende, geringfügige Störung des Wohlbefindens deutlich hinausgehen und daher eine einfache Körperverletzung darstellen.