Citation: 1C_383/2022 E. 6.2.5

6.2.5. Zunächst ist festzuhalten, dass die Lagerkapazität schon bisher als Funktion der Inputmenge (Rohwaren) und nicht des Outputs an flüssigem Gärgut (Recylingdünger) kalkuliert wurde, und die Beschwerdeführerin in ihren Anträgen zu Disp.-Ziff. 7 der Betriebsbewilligung auch nichts anderes beantragt. Zu prüfen ist daher lediglich, ob die maximal bewilligte oder die (in den Vorjahren) effektiv verarbeitete Rohwarenmenge zugrundezulegen ist und welche Abzüge allenfalls vorzunehmen sind. Wie das BAFU überzeugend darlegt, kommt ein Abstellen auf die (im Durchschnitt der Vorjahre) verarbeitete Menge nur in Betracht, wenn davon ausgegangen werden kann, dass diese über die Bewilligungsdauer konstant bleibt. Die bewilligte Rohwarenmenge wurde jedoch auf Antrag der Beschwerdeführerin neu auf 20'000 t pro Jahr angehoben. In ihrem Bewilligungsgesuch vom 30. Januar 2020 (Ziff. 4) führte sie aus, die technische Leistungsfähigkeit der Sterilisationsanlage betrage 30'000 t/Jahr, und es sei somit möglich, weit mehr als die derzeit bewilligte Menge von 16'100 Jahrestonnen zu produzieren. Das AfU durfte somit von einer nicht unerheblichen Steigerung der verarbeiteten Rohwarenmenge gegenüber den Vorjahren ausgehen und war nicht gehalten, auf den Durchschnitt der Vorjahre abzustellen. Die Ausführungen der Beschwerdeführerin, wonach nicht das gesamte Rohwarenvolumen in Recyclingdünger umgewandelt werde, sondern gewisse Feststoffe entfernt und verbrannt und ein anderer Teil zu Biogas umgewandelt werde, sind an sich plausibel. Jedoch fehlen weitere wichtige Angaben zur Stoffbilanz, namentlich zur verwendeten Wassermenge. Im vorinstanzlichen Verfahren hatte das AfU dargelegt, die Beschwerdeführerin weise einen Trinkwasserbezug von jährlich 9'000 t Wasser auf; hinzu komme noch das Meteorwasser der Platzentwässerung; die Beschwerdeführerin habe sich beharrlich geweigert, bekannt zu geben, welcher Anteil davon als Prozesswasser zu berücksichtigen sei. Die Beschwerdeführerin reichte dennoch weder vor Verwaltungs- noch vor Bundesgericht substanziierte Angaben zum Wasser-Input ein. Unter diesen Umständen ist es nicht zu beanstanden, wenn in der Betriebsbewilligung lediglich auf den maximal bewilligten Rohwareninput (ohne Wasserzugabe) abgestellt wird, im Gegenzug aber auf Abzüge für entsorgte Feststoffe und Biogas (bzw. deren Anrechnung auf die Lagerkapazität) verzichtet wird. Das Verwaltungsgericht war deshalb auch nicht verpflichtet, die darauf entfallende Volumenreduktion durch Beweismassnahmen (Gutachten, Augenschein) näher zu bestimmen.