Citation: 5A_472/2021 E. 4.2

4.2. Willkürliche Rechtsanwendung erblicken die Beschwerdeführer darin, dass das Kantonsgericht ohne hinreichenden Rechtsgrund von der einschlägigen bundesgerichtlichen Rechtsprechung zur natürlichen Publizität abgewichen sei. Im Unterschied dazu fehlten in vorliegendem Fall bauliche Anlagen, die den Inhalt und Umfang des Wegrechts bestimmten. Das Kantonsgericht halte selber fest, dass die Grundstücksgrenzen nicht ersichtlich seien. Aus dem asphaltierten und teilweise gepflästerten Umschwung zwischen den Häusern könne jedoch kein Bezug auf die natürliche Publizität gemacht werden, da bauliche Anlagen fehlten (S. 14/15 Ziff. 3 der Beschwerdeschrift). Die Willkürrüge ist begründet. Der beurteilte Sachverhalt hat mit dem Grundsatz der natürlichen Publizität nichts zu tun. Das Wegrecht führt auf dem belasteten Grundstück schlicht über einen asphaltierten Platz ohne jegliche nach Aussen in Erscheinung tretenden Bauten oder sonstige baulichen Schranken. Die räumliche Lage des Wegrechts wird weder durch eine asphaltierte Strasse mit einem Randstein aus Pflastersteinen (so in BGE 137 III 145) noch durch einen Tunnel (so in BGE 137 III 153) festgelegt (ferner z.B. Urteil 5A_856/2014 vom 26. Januar 2015 E. 3.4, in: ZBGR 97/2016 S. 273: "il était ainsi déjà limité dans sa largeur en raison de la présence d'un muret et d'une haie de thuyas sur le fonds servant et formait un virage à angle droit particulièrement difficile à emprunter avec un véhicule automobile à l'angle sud-est du fonds grevé."; 5A_117/2013 vom 9. Juli 2013 E. 4.2.1, in: SJ 2014 I 72: " compte tenu de la configuration des lieux, en particulier de la présence du mur construit sur la parcelle no 39 et de la rampe permettant l'accès à la parcelle no 4940, les intéressés ne pouvaient concevoir que le droit de passage se limitait à celui indiqué au registre foncier.").