Citation: U 27/01 13.08.2001 E. 2

2.- Streitig und zu prüfen ist, ob die Basler die mit Verfügung vom 6. Oktober 1993 für die Zeit ab 1. August 1991 zugesprochene Invalidenrente von 70 % mit Einspracheentscheid vom 11. Oktober 1999 aufheben durfte. Nicht streitig ist dagegen, dass die Beschwerdegegnerin keinen Anspruch auf Integritätsentschädigung hat. a) Ändert sich der Invaliditätsgrad des Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 22 Abs. 1 Satz 1 UVG). Nach den von der Rechtsprechung zu Art. 41 IVG entwickelten Grundsätzen, die sinngemäss auch bezüglich Art. 22 UVG gelten (RKUV 1987 Nr. U 32 S. 446), ist die Invalidenrente nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 113 V 275 Erw. 1a mit Hinweisen; siehe auch BGE 112 V 372 Erw. 2b und 390 Erw. 1b). Anlass zur Rentenrevision gibt somit jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Ob eine solche Änderung eingetreten ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts im Zeitpunkt der ursprünglichen Rentenverfügung (oder gegebenenfalls eines damaligen Einspracheentscheides) mit demjenigen bei Erlass des die Revision betreffenden Einspracheentscheides (BGE 116 V 248 Erw. 1a, 109 V 265 Erw. 4a; RKUV 1989 Nr. U 65 S. 71 Erw. 1c, je mit Hinweisen). Der Revisionsordnung nach Art. 22 Abs. 1 UVG geht der Grundsatz vor, dass die Verwaltung befugt ist, jederzeit von Amtes wegen auf eine formell rechtskräftige Verfügung, welche nicht Gegenstand materieller richterlicher Beurteilung gebildet hatte, zurückzukommen, wenn sich diese als zweifellos unrichtig erweist und ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist. Unter diesen Voraussetzungen kann die Verwaltung eine Rentenverfügung auch dann abändern, wenn die Revisionsvoraussetzungen des Art. 22 Abs. 1 UVG nicht erfüllt sind. Wird die zweifellose Unrichtigkeit der ursprünglichen Rentenverfügung erst vom Richter festgestellt, so kann er die auf Art. 22 Abs. 1 UVG gestützte Revisionsverfügung der Verwaltung mit dieser substituierten Begründung schützen (vgl. BGE 125 V 369 mit Hinweisen). b) Die Vorinstanz hat zutreffend dargelegt, dass die Voraussetzungen zu einer materiellen Revision der Rentenverfügung vom 6. Oktober 1993 nicht erfüllt sind. Das Gutachten des ZMB vom 26. August 1998 hält keinen gegenüber dem Zeitpunkt der ursprünglichen Verfügung erheblich veränderten Gesundheitszustand fest. Die gestellten Diagnosen waren der Basler zum Zeitpunkt der rentenzusprechenden Verfügung bekannt; lediglich die ärztliche Würdigung der Objektivierbarkeit der Lumbosakralbeschwerden hat sich geändert. Es wird dazu auf die entsprechenden Erwägungen im angefochtenen Urteil verwiesen. Insgesamt liegt einzig eine neue Bewertung des ursprünglichen Sachverhaltes vor, was revisionsrechtlich unbeachtlich bleibt (vgl. BGE 112 V 372 Erw. 2b, 110 V 141 Erw. 2 und 293 Erw. 2a, je mit Hinweisen). c) Indes ist davon auszugehen, dass sich die ursprüngliche Verfügung als zweifellos unrichtig erweist. Im Einspracheentscheid der Basler vom 11. Oktober 1999 wird unter Bezugnahme auf die Expertise des ZMB zutreffend dargelegt, dass keine objektivierbaren Unfallfolgen mehr vorliegen und dass die Folgen des Unfalles vom 4. November 1989 nach der allgemeinen orthopädischen Erfahrung nach spätestens einem Jahr abgeheilt sein sollten. Für die psychischen Beschwerden wird die natürliche Kausalität, wiederum in Anschluss an den Bericht des ZMB, bejaht. Hingegen wird die Adäquanz des Kausalzusammenhanges in richtiger Anwendung der in BGE 115 V 140 Erw. 6c entwickelten Kriterien verneint. Da für die Leistungspflicht des Versicherers vorausgesetzt ist, dass die gegebenen Gesundheitsbeeinträchtigungen in sowohl natürlich als auch adäquat kausaler Beziehung zum Unfall stehen, erweist sich die ursprüngliche Rentenverfügung als zweifellos unrichtig. Die Berichtigung ist zudem von erheblicher Bedeutung, da es sich um die Ausrichtung periodisch wiederkehrender Leistungen handelt, in welchem Fall das Kriterium der Erheblichkeit nach der Rechtsprechung als erfüllt zu betrachten ist (BGE 119 V 480 Erw. 1c mit Hinweisen). Damit ist gemäss der oben erwähnten Rechtsprechung (Erw. 2a) der Einspracheentscheid der Basler vom 11. Oktober 1999 hinsichtlich der im Streit liegenden Einstellung der Rente zu schützen.