Citation: 1C_327/2016 E. 9.2

9.2. Die Beschwerdeführerin rügt, die separate Beurteilung des Farb- und Materialisierungskonzepts der umstrittenen Gebäude verstosse gegen das Prinzip des Aargauer Baurechts, dass eine Baubewilligung in Form eines Gesamtentscheids ergehen müsse. Eine separate Beurteilung dieser Konzepte sei im Baugesetz und der Bauverordnung des Kantons Aargau und auch in der BNO Siglistorf nicht vorgesehen. Vielmehr müssten die ästhetischen Anforderungen an die Ortsbildverträglichkeit gemäss § 6 Abs. 3 BNO und § 45 Abs. 1 lit. g BNO gegeben sein. Ohne das Farb- und Materialisierungskonzept könnten sich die Öffentlichkeit und die Nachbarn kein vollständiges und ganzheitliches Bild des Bauprojekts verschaffen. Dies widerspreche Art. 25a PRG und dem Zweck der öffentlichen Auflage. Selbst wenn in anderen Fällen bezüglich der verwendeten Farben und Materialien ein separates Bewilligungsverfahren vertretbar wäre, treffe dies vorliegend nicht zu, weil die Beurteilung der Ortsbildverträglichkeit der geplanten Gebäude nach der Meinung aller Fachstellen vom Farb- und Materialisierungskonzept abhänge. Auch die Vorinstanz bestätige, dass die Ortsbildkonformität des Bauvorhabens durch eine ungünstige Material- und Farbwahl entfallen könne. Somit verbiete die erforderliche Gesamtschau, dass die Wahl der Farben und Materialien der Öffentlichkeit und der Fachstelle OSS in separaten Verfügungen eröffnet würden.