Citation: 5A_562/2022 E. 2.4

2.4. Ergänzend ist darauf hinzuweisen, dass der Kanton Zug mit § 21 Abs. 1 VRG i.V.m. § 56 des Gesetzes betreffend die Einführung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches für den Kanton Zug (EG ZGB/ZG; BGS 211.1) und Art. 450f ZGB eine Regelung über die Form der Eröffnung von Entscheiden der KESB enthält. Zwar lässt es die Bestimmung offen, welcher konkreten Versandmethode sich die KESB bedienen soll (etwa gewöhnliche Postsendung, A-Post Plus oder eingeschriebene Postsendung). Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers liegt damit keine Lücke vor. Schon gar nicht wäre eine solche durch die kantonalen Bestimmungen über die elektronische Übermittlung im Verwaltungsverfahren oder über den Grundsatz, dass eine nicht abgeholte Postsendung spätestens am 7. Tag nach Versand der Abholungseinladung als zugestellt gilt, zu füllen, sind die Entscheide vorliegend weder elektronisch zugestellt worden noch wurden sie vom Beschwerdeführer nicht abgeholt. Vielmehr ist es in einem solchen Fall den Behörden freigestellt, auf welche Art sie ihre Entscheide versenden wollen (BGE 142 III 599 E. 2.4.1 mit weiteren Hinweisen). Insbesondere dürfen sie sich deshalb auch der Versandart A-Post Plus bedienen. Diesen Ermessensspielraum darf den kantonalen Behörden nicht durch eine ergänzende Anwendung von Art. 138 ZPO genommen werden. Damit hat die Vorinstanz zu Recht festgehalten, es bestehe kein Raum für die Anwendung von Art. 138 ZPO. Die Beschwerdefrist begann vorliegend demnach am 1. Mai 2022 zu laufen und endete am 30. Mai 2022, womit die am 1. Juni 2022 eingereichte Beschwerde als verspätet gelten muss. Die Vorinstanz durfte somit auf die Beschwerde nicht eintreten. Im Übrigen macht der Beschwerdeführer auch vor Bundesgericht nicht geltend, er habe Anspruch auf Fristwiederherstellung, weshalb darauf nicht näher einzugehen ist.