Citation: 9C_386/2020 E. 4.1.3

4.1.3. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist es zulässig, für das Honorar der unentgeltlichen Rechtsvertreter Pauschalen vorzusehen. Diese dienen der gleichmässigen Behandlung und begünstigen eine effiziente Mandatsführung. Zudem entlasten sie das Gericht davon, sich in jedem Fall mit der Aufstellung des erbrachten Zeitaufwandes im Einzelnen auseinandersetzen zu müssen (BGE 143 IV 453 E. 2.5.1 S. 454 mit Hinweis). Dies entbindet die rechtsanwendende Behörde jedoch nicht ohne Weiteres davon, im Einzelfall zu prüfen, ob mit der Pauschale die effektiv entstandenen und von der Vertretung objektiv gerechtfertigten Kosten und Aufwendungen, wenn auch nicht vollumfänglich, so doch in angemessener Weise, abgegolten werden (SVR 2018 IV Nr. 17 S. 51, 8C_98/2017 E. 5.2; Urteil 8C_63/2014 vom 12. Mai 2014 E. 6.2 f.). Von einer Prüfung der Frage, ob ein mit einer Kostennote ausgewiesener Zeitaufwand notwendig war, darf vielmehr auch bei Anwendung von Pauschaltarifen nur solange Abstand genommen werden, als mit dem pauschalisierten Vorgehen ein Mindestansatz von Fr. 180.- auch im Falle einer Anerkennung des gesamten ausgewiesenen Zeitaufwandes eingehalten wird (Urteil 5A_157/2015 vom 12. November 2015 E. 3.3.2). Soll hingegen eine Entschädigung zugesprochen werden, die - gemessen am geltend gemachten, noch nicht auf seine effektive Notwendigkeit hin überprüften Zeitaufwand - im Ergebnis zu einem Stundenansatz von deutlich unter Fr. 180.- führen würde, so besteht aus verfassungsmässiger Sicht kein Spielraum mehr für ein kommentarloses Abstellen auf eine abstrahierende Bemessungsweise. Hat der Rechtsvertreter eine Honorarnote eingereicht, die näher nach einzelnen Aufwandspositionen unterscheidet, wird die Behörde grundsätzlich kurz aber bestimmt zu erläutern haben, inwiefern diese ungerechtfertigt sind oder dafür zu viel Zeit aufgewendet wurde, weshalb sie nicht (vollumfänglich) zu entschädigen sind (vgl. zit. Urteil 8C_278/2020 E. 4.3 i.f. mi t Hinweisen).