Citation: U 302/01 10.01.2002 E. 5

5.- Streitig und zu prüfen bleibt die Höhe des Anspruchs auf eine Integritätsentschädigung. a) aa) Gemäss Art. 24 Abs. 1 UVG hat der Versicherte Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung, wenn er durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen oder geistigen Integrität erleidet. Nach Art. 36 Abs. 1 UVV gilt ein Integritätsschaden als dauernd, wenn er voraussichtlich während des ganzen Lebens mindestens in gleichem Umfang besteht (Satz 1); er ist erheblich, wenn die körperliche oder geistige Integrität, unabhängig von der Erwerbsfähigkeit, augenfällig oder stark beeinträchtigt ist (Satz 2). Die Integritätsentschädigung wird laut Art. 25 Abs. 1 UVG in Form einer Kapitalleistung gewährt (Satz 1); sie darf den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten Jahresverdienstes nicht übersteigen und wird entsprechend der Schwere des Integritätsschadens abgestuft (Satz 2). Nach Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung der Entschädigung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36 UVV Gebrauch gemacht. Gemäss Abs. 2 dieser Vorschrift gelten für die Bemessung der Integritätsentschädigung die Richtlinien des Anhangs 3. Darin hat der Bundesrat in einer als gesetzmässig erkannten, nicht abschliessenden Skala häufig vorkommende und typische Schäden prozentual gewichtet (BGE 124 V 32 Erw. 1b mit Hinweisen). Für die im Anhang 3 zur UVV genannten Integritätsschäden entspricht die Entschädigung im Regelfall dem angegebenen Prozentsatz des Höchstbetrages des versicherten Verdienstes (Ziff. 1 Abs. 1). Die Entschädigung für spezielle oder nicht aufgeführte Integritätsschäden wird nach dem Grad der Schwere vom Skalenwert abgeleitet (Ziff. 1 Abs. 2). In diesem Zusammenhang hat die SUVA in Weiterentwicklung der bundesrätlichen Skala weitere Bemessungsgrundlagen in tabellarischer Form erarbeitet. Diese in den Mitteilungen der Medizinischen Abteilung der SUVA, Nr. 57 bis 59, herausgegebenen Tabellen (teilweise geändert und ergänzt in den Mitteilungen Nr. 60, 62 und 66), sind, soweit sie lediglich Richtwerte enthalten, mit denen die Gleichbehandlung aller Versicherten gewährleistet werden soll, mit dem Anhang 3 zur UVV vereinbar (BGE 124 V 32 Erw. 1c mit Hinweis). Tabelle 3 der SUVA (in der im massgebenden Zeitpunkt des Einspracheentscheides geltenden Fassung) listet "Integritätsschäden bei einfachen oder kombinierten Finger-, Hand- und Armverlusten" auf. In der Abbildung 7 wird der Verlust (oder die völlige Gebrauchsunfähigkeit) des Fingers II mit 5 % gewichtet. bb) Nach der Rechtsprechung des Eidgenössischen Versicherungsgerichts besteht grundsätzlich auch bei Beeinträchtigung der psychischen Integrität Anspruch auf Integritätsentschädigung. Psychische Störungen nach Unfällen geben Anspruch auf Integritätsentschädigung, wenn eine eindeutige individuelle Langzeitprognose gestellt werden kann, welche für das ganze Leben eine Änderung durch Heilung oder Besserung des Schadens praktisch ausschliesst. Für den Entscheid über die Dauerhaftigkeit des Integritätsschadens und die Notwendigkeit einer entsprechenden psychiatrischen Abklärung ist die Praxis wegleitend, wie sie für die Beurteilung der Adäquanz psychischer Unfallfolgen Geltung hat (BGE 124 V 29 und 44 Erw. 5c/bb, 115 V 133; vgl. auch RKUV 2000 Nr. U 381 S. 251). b) aa) SUVA und Vorinstanz haben die Integritätsentschädigung für die Fingerverletzung auf 5 % festgesetzt. Diese Einschätzung, welche sich auf den Bericht des Dr. med. J.________ vom 16. November 1999 stützt, entspricht dem Gesetz, der Verordnung und den anwendbaren Richtlinien. Der Beschwerdeführer bringt keine triftigen Gründe vor, die eine abweichende Ermessensausübung als nahe liegender erscheinen liessen (Art. 132 lit. a OG; vgl. zur Ermessenskontrolle BGE 114 V 316 Erw. 5a mit Hinweisen). bb) Der Versicherte verweist auf seine psychischen Beeinträchtigungen. Weiter bestünden Schmerzen und Beschwerden sowie eine Schwächung im ganzen rechten Arm bzw. ein Schmerzsyndrom im Arm- und Schultergürtel rechts, was im Bericht der Rehaklinik Z.________ vom 2. September 1999 und im Gutachten des Dr. med. R.________ vom 4. September 2000 bestätigt werde. Diese Leiden seien bei der Bestimmung der Integritätsentschädigung mit einzubeziehen. Weil der Versicherte keinen schweren Unfall im Rechtssinne erlitten hat, ist vom Regelfall auszugehen, wonach die Dauerhaftigkeit des psychischen Integritätsschadens ohne Weiterungen zu verneinen ist (BGE 124 V 45 Erw. 5c/bb). Ein Ausnahmefall liegt nicht vor, indem weder ein Ereignis im Grenzbereich zu den schweren Unfällen gegeben ist (Erw. 4a hievor) noch erhebliche Anhaltspunkte für eine besonders schwerwiegende, einer Besserung nicht zugängliche Beeinträchtigung der psychischen Integrität bestehen. Im Weiteren ist für die geltend gemachten Schmerzen kein objektivierbares Korrelat vorhanden, weshalb sie nicht zu berücksichtigen sind (Erw. 4c/cc hievor).