Citation: 5A_310/2010 19.11.2010 E. 11.8

11.8.1 Schliesslich wird in der Lehre teilweise als besonderer Umstand im Sinne von Art. 126 Abs. 2 ZGB der Fall erwähnt, dass der Unterhalt Vorsorgelücken füllen soll, weil weder ein Vorsorgeausgleich noch ein güterrechtlicher Ausgleich stattfindet. Nach geltendem Recht wird durch die Teilung der Austrittsleistungen der beruflichen Vorsorge (Art. 122 ff. ZGB) und mit dem Splitting und den Betreuungsgutschriften im Rahmen der AHV die Altersvorsorge für die Zeit bis zur Scheidung geregelt. Bezüglich der Vergangenheit sollte daher keine Vorsorgelücke in der Altersvorsorge mehr bestehen (vgl. zum Ganzen BGE 135 III 158 E. 4.1 S. 159). Ist dies jedoch ausnahmsweise der Fall - wie wenn beispielsweise kein oder nur wenig Guthaben aus der zweiten Säule zu teilen ist und die als dritte Säule geäufnete private Vorsorge wegen vereinbarter Gütertrennung nicht aufgeteilt werden kann - kann der Unterhaltsbeitrag für diese Lücke unter Umständen als Abfindung zugesprochen werden (BGE 129 III 257 E. 3.5 S. 263 f.). 11.8.2 Das Obergericht hat vorliegend das Bestehen einer Vorsorgelücke in der ersten (aufgrund des Splittings) und der zweiten Säule (Vorsorgeausgleich in der Höhe von Fr. 513'000.--) verneint. 11.8.3 Die Beschwerdeführerin rügt eine "krass tatsachenwidrige" Sachverhaltsfeststellung durch das Obergericht. Ihr werde ein Vorsorgeunterhalt für den zukünftigen Vorsorgeverlust zugesprochen, weshalb die Feststellung, es bestünden "keine ehebedingten BVG-Vorsorgelücken" bezogen auf den Zeitraum nach der Scheidung offensichtlich unrichtig sei. 11.8.4 Eine Vorsorgelücke, die als besonderer Umstand im Sinne von Art. 126 Abs. 2 ZGB erwähnt wird, betrifft einzig den Ausgleich von während der Ehe entstandenen Vorsorgelücken (BGE 129 III 257 E. 3.5 S. 163 f.). Die obergerichtliche Feststellung, es bestünden "keine ehebedingten BVG-Vorsorgelücken, da die Ehefrau aufgrund der Ehe eine Austrittsleistung in der Höhe von Fr. 513'000.-- erhält", bezieht sich denn auch nur auf diesen Zeitraum, wie dem Hinweis auf die Fr. 513'000.-- klar entnommen werden kann. Fand damit ein vollumfänglicher Vorsorgeausgleich nach Art. 122 ZGB statt, ist die Tatsachenfeststellung des Obergerichts, es bestehe keine BVG-Vorsorgelücke, nicht zu beanstanden. 11.8.5 Was die Ausführungen der Beschwerdeführerin zur güterrechtlichen Auseinandersetzung betrifft, ist ihr entgegenzuhalten, dass die Parteien dem Güterstand der Errungenschaftsbeteiligung unterstehen. Auch aus Sicht der dritten Säule ist damit das Bestehen einer Vorsorgelücke von vornherein zu verneinen. 11.9 Ist damit der Beschwerdeführer zwar leistungsfähig, sind aber neben dieser grundsätzlichen Voraussetzung für eine Abfindung keine weiteren besonderen Umstände gegeben, ist die obergerichtliche Zusprechung der Unterhaltszahlungen in Rentenform nicht zu beanstanden.