Citation: 8C_890/2017 E. 6.2

6.2. Weiter hat das Bundesgericht in BGE 137 V 210 (insbesondere E. 1.3.4 und 1.4 S. 227 f.) mit einlässlicher, die Frage der Verfassungs- und Konventionskonformität abhandelnder Begründung entschieden, dass Gerichte sich auf ein im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholtes externes sogenanntes Verwaltungs- oder Administrativgutachten stützen können, solange nicht konkrete Indizien gegen dessen Zuverlässigkeit sprechen. Allein der Umstand, dass im Gerichtsverfahren ein Privatgutachten, dem ein weit geringerer Beweiswert zukommt, eingereicht wird, erfordert noch nicht das Einholen eines Gerichtsgutachtens. Zuerst hat das erstinstanzliche Gericht zu prüfen, ob das Privatgutachten Zweifel an der Zuverlässigkeit des Administrativgutachtens zu begründen vermag. Nur wenn das Gericht aufgrund der Zweifel zu keinem eindeutigen Ergebnis kommt, hat es zusätzliche Beweismassnahmen - wie beispielsweise die Anordnung eines Gerichtsgutachtens - zu treffen. Zudem verlieren die vor der Praxisänderung gemäss BGE 141 V 281 eingeholten Gutachten nicht per se ihren Beweiswert. Vielmehr ist im Rahmen einer gesamthaften Prüfung des Einzelfalls mit seinen spezifischen Gegebenheiten und den erhobenen Rügen entscheidend, ob ein Abstellen auf die vorhandenen Beweisgrundlagen vor Bundesrecht standhält. Es ist somit zu prüfen, ob die beigezogenen Sachverständigengutachten - gegebenenfalls im Kontext mit weiteren fachärztlichen Berichten - eine schlüssige Beurteilung im Lichte der massgeblichen Indikatoren erlauben (BGE 141 V 281 E. 8 S. 309).