Citation: C 258/04 29.12.2005 E. 2

2.1 Zum anwendbaren Recht im Hinblick auf die mit der 3. Teilrevision des AVIG einhergehenden Rechtsänderungen hat das Eidgenössische Versicherungsgericht im Urteil L. vom 20. September 2004, C 34/04, in einem Fall, wo sowohl der Eintritt der Arbeitslosigkeit als auch die Anmeldung zur Arbeitsvermittlung vor dem 1. Juli 2003 lagen, in Anwendung der in zeitlicher Hinsicht massgebenden allgemeinen intertemporalrechtlichen Grundsätze entschieden, dass die am 1. Juli 2003 in Kraft getretene Änderung von Art. 13 Abs. 1 AVIG noch nicht zur Anwendung gelange. Die offen gelassene Frage, ob Personen, welche vor dem 1. Juli 2003 arbeitslos geworden sind und sich nach dem 30. Juni 2003 zur Arbeitsvermittlung gemeldet haben, eine sechs- oder eine zwölfmonatige beitragspflichtige Beschäftigung ausgeübt haben müssen, damit die Beitragszeit als erfüllt gelten kann, hat das Eidgenössische Versicherungsgericht im Urteil S. vom 12. Juli 2005, C 154/04, in dem Sinne entschieden, dass die mit der Gesetzesrevision vom 22. März 2002 verschärfte Mindestbeitragszeit von einem Jahr ab In-Kraft-Treten am 1. Juli 2003 auf alle ab diesem Zeitpunkt erfolgten Anmeldungen zum Leistungsbezug anwendbar ist (Erw. 2). Zu beachten ist hierbei, dass die versicherte Person im Zeitpunkt der Anmeldung sämtliche sieben Anspruchsvoraussetzungen des Art. 8 Abs. 1 AVIG und zwar jene, die im Zeitpunkt der Anmeldung in Kraft sind, erfüllt haben muss (erwähntes Urteil S. vom 12. Juli 2005, Erw. 3.3). 2.2 Da der Beschwerdegegner bis 31. Juli 2003 einer beitragspflichtigen Beschäftigung nachging, war er mithin erst ab 1. August 2003 arbeitslos (Art. 8 Abs. 1 lit. a AVIG), weshalb er die Mindestbeitragsdauer von einem Jahr zu erfüllen hat.