Citation: 2C_911/2022 E. 7.5

7.5. Im vorliegenden Fall ist fraglich, ob das Wohnsitzerfordernis in Bezug auf die Zulassung zum Lernvikariat überhaupt eine Ungleichbehandlung zwischen inländischen und ausländischen Anwärtern bewirkt. Denn vorausgesetzt wird nicht ein Wohnsitz in der Schweiz, sondern im enger eingegrenzten Konkordatsgebiet. Diese Voraussetzung müssen inländische Anwärter gleichermassen erfüllen wie ausländische, d.h. schweizerische Staatsangehörige, die ausserhalb des Konkordatsgebiets wohnen und ein Lernvikariat absolvieren wollen, sind nach der fraglichen Vorschrift ebenfalls gehalten, ihren Wohnsitz in das Gebiet einer Konkordatskirche zu verlegen. Mittelbar könnte jedoch eine Ungleichbehandlung darin bestehen, dass schweizerische Staatsangehörige das Wohnsitzerfordernis in der Mehrheit der Fälle leichter erfüllen können als deutsche. Diese Frage kann aber letztlich offenbleiben, wenn das Wohnsitzerfordernis sachlich gerechtfertigt ist und in einem angemessenen Verhältnis zu den damit verfolgten Zwecken steht.