Citation: 5A_720/2022 E. 3.1

3.1. Mit Beschwerde in Zivilsachen im Sinne von Art. 72 ff. BGG kann nicht nur die Verletzung von Bundesrecht (Art. 95 Bst. a BGG), sondern auch von Völkerrecht (Art. 95 Bst. b BGG) gerügt werden. Dazu gehören Staatsverträge wie das Lugano-Übereinkommen. Das Bundesgericht prüft eine geltend gemachte Verletzung dieses Übereinkommens frei (BGE 135 III 324 E. 3). Es folgt bei der Auslegung dieses Übereinkommens nach ständiger Praxis grundsätzlich der Rechtsprechung des EuGH zum Europäischen Übereinkommen über die gerichtliche Zuständigkeit und die Vollstreckung gerichtlicher Entscheidungen in Zivil- und Handelssachen vom 27. September 1968 (EuGVÜ) sowie zur Verordnung (EG) Nr. 44/2001 des Rates vom 22. Dezember 2000 über die gerichtliche Zuständigkeit und die Anerkennung und Vollstreckung von Entscheidungen in Zivil- und Handelssachen (EuGVVO), die das EuGVÜ für die Vertragsstaaten der Europäischen Union ersetzt hat (BGE 141 III 382 E. 3.3; 139 III 232 E. 2.2).