Citation: 7B_129/2022 E. 2.1

2.1. Der Beschwerdeführer bestreitet nicht, dass ausschliesslich Antragsdelikte (üble Nachrede nach Art. 173 StGB und Beschimpfung nach Art. 177 StGB) Verfahrensgegenstand bilden, er die Vorladung zur Vergleichsverhandlung erhalten hat und auf die Konsequenzen des Nichterscheinens, d.h. auf die Rückzugsfiktion des Strafantrags, aufmerksam gemacht wurde. Er macht vielmehr geltend, er sei an einem Vergleich nicht interessiert gewesen. Er habe die Staatsanwaltschaft mehrfach ersucht, die Vorladung zur Vergleichsverhandlung zu widerrufen und die Untersuchung fortzuführen, da er den Abschluss eines Vergleichs nicht als zielführend und nicht sachgerecht erachte. Daher sei sein Fernbleiben anlässlich der Vergleichsverhandlung nicht als unentschuldigt bzw. nicht als Rückzug des Strafantrages im Sinne von Art. 316 Abs. 1 StPO zu werten. Die gegenteilige Auffassung sei überspitzt formalistisch und stelle eine formelle Rechtsverweigerung nach Art. 29 Abs. 2 BV dar.