Citation: 5A_459/2024 E. 3.2

3.2. Gemäss Art. 222 Abs. 4 SchKG sind Dritte, die Vermögensgegenstände des Schuldners verwahren oder bei denen dieser Guthaben hat, bei Straffolge (Art. 324 Ziff. 5 StGB) im gleichen Umfang auskunfts- und herausgabepflichtig wie der Schuldner. Das Konkursamt macht die Betroffenen auf ihre Pflichten und auf die Straffolgen ausdrücklich aufmerksam (Art. 222 Abs. 6 SchKG). Weitgehend analoge Bestimmungen bestehen auch für das Pfändungsverfahren (Art. 91 Abs. 4 und 6 SchKG). Die Auskunfts- und Herausgabepflichten des Schuldners - und damit infolge der von Art. 222 Abs. 4 SchKG statuierten Gleichstellung auch des Dritten - sind umfassend, damit das Konkursamt die ihm obliegenden Aufgaben im Interesse der Gläubiger wahrnehmen kann. Der Dritte muss jede für die Erstellung des Inventars nötige Auskunft erteilen und alle Vermögensgegenstände übergeben, die Teil der Aktivmasse sind, sowie auch alle Dokumente, die es erlauben, entsprechende Vermögensrechte wahrzunehmen. Die Pflicht des Dritten zielt auf alle Auskünfte, die geeignet sind, Existenz, Umfang und gegebenenfalls Belegenheitsort der Vermögensgegenstände des Schuldners zu bestimmen (zum Ganzen BGE 146 III 435 E. 4.1.2). Im Zusammenhang mit Art. 91 Abs. 4 SchKG hat das Bundesgericht entschieden, dass das Betreibungsamt von Dritten auch Auskünfte im Hinblick auf Anfechtungsansprüche einholen darf (BGE 135 III 663 E. 3.2.2; 129 III 239 E. 3). Entsprechendes gilt auch im Konkurs. Dritter im Sinne von Art. 222 Abs. 4 SchKG kann sodann auch eine Person sein, die Gläubiger des Gemeinschuldners ist, wobei die Auskunfts- und Herausgabepflicht insbesondere Geschäfte zu Lasten der Konkursmasse bzw. der übrigen Gläubiger verhindern soll (vgl. PIERRE-ROBERT GILLIÉRON, Commentaire de la loi fédérale sur la poursuite pour dettes et la faillite, 2001, N. 8 zu Art. 222 SchKG). Vor diesem Hintergrund ist nicht zu beanstanden, wenn das Konkursamt sich nicht nur auf Art. 260 Abs. 2 SchKG, sondern auch auf Art. 222 Abs. 4 SchKG stützt, um von einem Abtretungsgläubiger Auskunft über die nach Art. 260 SchKG abgetretene Anfechtungsforderung zu verlangen. Der Abtretungsgläubiger verfügt mit der abgetretenen Forderung über einen Vermögensgegenstand, dessen Inhaberin nach wie vor die Masse ist, und er ist verpflichtet, einen allfälligen Überschuss der Masse abzuliefern. Seine Auskünfte bzw. seine Abrechnung und die allfällige Ablieferung eines Überschusses betreffen den Umfang der Masse. An all dem ändert nichts, dass gemäss Handelsregistereintrag der Konkurs über die C.________ AG in Liquidation bereits am 15. Dezember 2014 (d.h. knapp einen Monat nach der Abtretung der Anfechtungsansprüche an den Beschwerdeführer; vgl. oben lit. A) geschlossen und die Gesellschaft im Handelsregister gelöscht wurde. Der Konkurs kann geschlossen und eine Gesellschaft gelöscht werden, obschon noch Verfahren nach Art. 260 SchKG offen sind (Art. 95 der Verordnung vom 13. Juli 1911 über die Geschäftsführung der Konkursämter [KOV; SR 281.32]; Urteil 5A_159/2018 vom 24. Oktober 2018 E. 3.3.1; BGE 146 III 441 E. 2.5.3 und 2.7). Der Schluss des Konkursverfahrens hat keinen Einfluss darauf, dass das Konkursamt einen Überschuss nach Art. 260 Abs. 2 SchKG an sich ziehen darf (BGE 122 III 341 E. 2). Die nach Art. 260 SchKG abgetretenen Ansprüche zählen nach wie vor zum Vermögen der Masse (BGE 146 III 441 E. 2.4 und 2.5). Damit ist die Anwendung von Art. 222 Abs. 4 SchKG und auch der Hinweis auf die Strafandrohung von Art. 324 Ziff. 5 StGB nicht zu beanstanden. Nicht einzugehen ist auf die vom Kantonsgericht in Betracht gezogene Möglichkeit, das Konkursamt könnte dem Beschwerdeführer in einer weiteren Verfügung androhen, es werde - mangels Abgabe der verlangten sachdienlichen Auskünfte - davon ausgehen, dass er die ihm abgetretene Forderung vollumfänglich habe erhältlich machen können. Eine solche Androhung ist nicht Inhalt der Verfügung vom 7. Februar 2024. Das Kantonsgericht hat diese Verfügung auch nicht im soeben dargestellten Sinne abgeändert oder ergänzt und es hat dem Konkursamt auch keine Anweisung zum weiteren Vorgehen erteilt. Ob die Androhung in eine zukünftige Verfügung aufgenommen wird, ist ungewiss. Zur Zeit fehlt dem Beschwerdeführer damit das aktuelle und praktische Interesse an der Überprüfung der Frage, ob eine solche Androhung rechtmässig wäre (Art. 76 Abs. 1 lit. b BGG).