Citation: 9C_650/2016 E. 2.1

2.1. Ein Gutachten nach Art. 44 ATSG ist grundsätzlich in Kenntnis der Vorakten zu verfassen (BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232). Dies bedeutet indessen nicht, dass jedesmal wenn der sachverständigen Person nicht alle früher erstellten medizinischen Unterlagen zur Verfügung standen, die Expertise ihren Beweiswert verlöre. Es kommt auf die Umstände des Einzelfalles an, insbesondere ob bei Kenntnis der unberücksichtigt gebliebenen ärztlichen Berichte eine andere Beurteilung (hier im Lichte von BGE 141 V 281) erwartet werden konnte, wobei diesbezüglich kein allzu strenger (Beweis-) Massstab anzulegen ist. Die Frage ist mit Bezug auf die med. pract. C.________ nicht bekannt gewesene Gesprächstherapie bei der Hausärztin zu verneinen, wie die Vorinstanz erkannt hat. Die Sitzungen fanden einmal im Monat statt. Die Hausärztin ist nicht Psychiaterin noch Psychotherapeutin. Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin kann in dieser Gesprächstherapie weder ein Indiz für eine Behandlungsresistenz erblickt werden, noch lässt sich daraus auf einen erhöhten Leidensdruck schliessen (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.2 S. 299 und E. 4.4.2 S. 304).