Citation: 5P.304/2001 14.01.2002 E. 3

3.- Das Obergericht führt im angefochtenen Beschluss aus, nach Art. 274 Abs. 1 Ziff. 3 ZPO/AR könne eine Revision u. a. dann verlangt werden, wenn das Gericht "aktenmässig belegte erhebliche Tatsachen" nicht oder auf offenkundig irrtümliche Weise gewürdigt habe. Darunter falle praxisgemäss lediglich die Rüge der Aktenwidrigkeit im engeren Sinn; der gerügte Fehler müsse sich unmittelbar aus den Akten ergeben. Willkürliche Beweiswürdigung des Obergerichts müsse mit staatsrechtlicher Beschwerde geltend gemacht werden. Wohl rügt der Beschwerdeführer, die Revision sei in willkürlicher Anwendung von Art. 274 Abs. 1 Ziff. 3 ZPO/AG nicht gutgeheissen worden, weil ihm das Obergericht einen sachlich offensichtlich falschen Ersatzanspruch zugesprochen und diesen gestützt auf ihm bekannte Tatsachen falsch berechnet habe. Jedoch verkennt er, dass dies mit Aktenwidrigkeit nichts zu tun hat. Denn diese setzt voraus, dass eine aus einer Aktenstelle ersichtliche Tatsache dem Urteil versehentlich nicht oder falsch zu Grunde gelegt worden ist (vgl. BGE 110 II 494 E. 4 S. 497; 104 II 68 E. 3b S. 74). Er setzt sich insoweit gar nicht mit der Begründung des angefochtenen Beschlusses auseinander (Art. 90 Abs. 1 lit. b OG; 122 I 168 E. 2b S. 172 f.), weshalb auf die staatsrechtliche Beschwerde bereits aus diesem Grund nicht eingetreten werden kann. Hinzu kommt, dass der Beschwerdeführer sich zu Unrecht gegen die Ansicht des Obergerichts wendet, die strittigen Fragen seien im Berufungsverfahren (betreffend das Urteil vom 12. Dezember 2000) zu klären: Welche festgestellten Vermögensgegenstände in welche Gütermasse fallen und auf welche feststehenden Werte in welchem Zeitpunkt für die Berechnung eines Ersatzanspruches abzustellen ist, beschlägt offensichtlich die Anwendung von Bundesrecht (Art. 197, 204, 206 f., 209, 211 und 214 ZGB). Weiter ist auch Rechtsfrage, ob der Ersatzanspruch richtig berechnet worden ist, womit Berechnungsgrundsätze vom Bundesgericht im Berufungsverfahren gegen den Sachentscheid überprüft werden können (BGE 125 III 1 E. 4 f. S. 3 ff.; 123 III 152 E. 6a/cc und 6b S. 157 ff.). Daher kann der Beschwerdeführer mit seinen Darlegungen unter der Überschrift "A. Sachverhalt" der Beschwerdeschrift weder Aktenwidrigkeit noch willkürliche Beweiswürdigung des angefochtenen Revisionsbeschlusses begründen: Zum einen trägt er an diesen Stellen mehrheitlich eigene Berechnungen vor und stellt teilweise auf Zahlen ab, die er der Berechnung aus rechtlichen Gründen nicht zu Grunde legen darf (dazu E. 4 f. des Urteils zur Berufung). Zum anderen genügt er den Anforderungen von Art. 90 Abs. 1 lit. b OG nicht, soweit er willkürliche Beweiswürdigung rügt.