Citation: 1P.214/2000 05.09.2000 E. 6

6.- a) Der Beschwerdeführer rügt weiter, der Examinator habe es unterlassen, in der Aufgabenstellung einen Hinweis auf die Punkteverteilung für die Lösung verschiedener Teilaufgaben zu machen, und erst im Nachhinein festgelegt, wie er die Gewichtung der einzelnen Teilfragen vornehmen wolle. Damit habe er sein Ermessen überschritten und sei in Willkür verfallen. Der Beschwerdeführer habe mangels Hinweisen auf die Bewertung und aufgrund der Aufgabenstellung davon ausgehen müssen, die einzelnen Teilaspekte der jeweiligen Aufgaben würden gleich gewichtet. Indessen habe der Examinator die formellrechtlichen Teile der Prüfungsaufgaben gegenüber den materiellrechtlichen Teilen in willkürlicher Weise untergewichtet. b) Ob diese - teilweise unter unzulässigem Verweis auf die Eingaben im kantonalen Verfahren erhobenen - Rügen den Begründungsanforderungen an eine staatsrechtliche Beschwerde genügen (vgl. Erwägung 1 oben) ist fraglich, kann aber offen bleiben, da sie sich jedenfalls als unbegründet erweisen: So lässt sich eine Pflicht des prüfenden Dozenten, bereits in der Prüfungsausgabe Hinweise auf die Gewichtung der einzelnen Teilaufgaben zu machen, nicht aus dem vom Beschwerdeführer allein angerufenen Willkürverbot ableiten. Vielmehr durfte der Dozent von den Kandidaten ohne Überschreitung seines Ermessens verlangen, dass sie bei der Lösung der Prüfungsfragen selber erkennen, wo Schwerpunkte zu setzen sind, und die ihnen zur Verfügung stehende Zeit entsprechend einteilen. Der Beschwerdeführer begründet sein Vorbringen, er habe davon ausgehen müssen, die materiellen und formellen Aspekte der Aufgaben würden gleich gewichtet, auch mit der Formulierung der Aufgabenstellung. Insbesondere in der Teilaufgabe 1 werde verlangt, über die formell- und materiellrechtlichen Gesichtspunkte des Falles Aufschluss zu geben. Es ist indessen in keiner Weise ersichtlich, inwiefern aus diesen Umständen ein Anspruch auf Gleichgewichtung der formell- und materiellrechtlichen Aspekte abgeleitet werden müsste. Die sinngemässe Anrufung des Grundsatzes von Treu und Glauben erweist sich deshalb mangels Vertrauensgrundlage als unbehelflich (vgl. BGE 125 I 267 E. 4c S. 274; 122 II 113 E. 3b/cc S. 123; 117 Ia 285 E. 2b mit Hinweis). Der Universitätsrat wies im angefochtenen Entscheid auf die Stellungnahme des Dozenten an die Rekurskommission hin, wonach die Lizentiatsausbildung zu weit über zwei Dritteln aus der Vermittlung des materiellen Rechts bestehe und es angesichts des Ausbildungsziels unangemessen wäre, dem formellen Recht in der Prüfung gleich viel Gewicht beizumessen wie den materiellen Rechtsfragen, deren Lösung mehr eigene Kenntnisse und Überlegungen gefordert hätte. Diese Ausführungen werden vom Beschwerdeführer nicht substantiiert bestritten. Es ist auch in keiner Weise ersichtlich, weshalb der Universitätsrat das Willkürverbot verletzt haben soll, indem er entschied, eine Pflicht des Examinators zu einer je hälftigen Gewichtung des formell- und des materiellrechtlichen Teils der Prüfung könne weder aus den Prüfungsfragen noch aus dem während der Vorlesung vermittelten Stoff hergeleitet werden, der überwiegend materielles Recht zum Gegenstand habe. Es bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass die Prüfungsbewertung auf sachfremden oder offensichtlich unhaltbaren Erwägungen beruht. Die Willkürrüge ist demnach unbegründet, soweit darauf eingetreten werden kann.