Citation: 5A_24/2016 E. 4.1.2

4.1.2. Gemäss der bundesgerichtlichen Praxis bemisst sich der gebührende Unterhalt im Sinne von Art. 125 Abs. 1 ZGB bei lebensprägenden Ehen an dem in der Ehe zuletzt gemeinsam gelebten Standard (zuzüglich scheidungsbedingter Mehrkosten). Auf die Fortführung dieser Lebenshaltung haben bei genügenden Mitteln beide Teile Anspruch; zugleich bildet dieser Lebensstandard aber auch die Obergrenze des gebührenden Unterhalts (BGE 134 III 145 E. 4. S. 146 mit Hinweisen). Ist der nacheheliche Unterhalt - wie hier (E. 3) - anhand der zweistufigen Methode zu berechnen, so folgt aus der zitierten Rechtsprechung, dass für die Ermittlung eines (allfälligen) Überschusses dasjenige Einkommen heranzuziehen ist, über das die Ehegatten während des Zusammenlebens verfügten. Denn der daraus resultierende Überschuss bildet bei Anwendung der zweistufigen Methode auch die zuletzt gelebte Lebenshaltung der Parteien ab, während die trennungsbedingten Mehrkosten in den jeweiligen Existenzminima der Parteien zum Ausdruck kommen. Der Beschwerdeführer beklagt sich deshalb zu Recht darüber, dass das Obergericht den Überschuss anhand der aktuellen Einkommenszahlen errechnet, indem es auf den Lohnausweis 2014 (Beschwerdeführer) bzw. auf das Erwerbseinkommen ab 1. Mai 2015 (Beschwerdegegnerin) abstellt und der Überschussermittlung auf diese Weise Gesamteinkünfte von Fr. 18'700.-- (Fr. 15'000.-- Beschwerdeführer + Fr. 3'700.-- Beschwerdegegnerin) zugrunde legt (E. 3.1.1). Soweit dieses aktuelle Gesamteinkommen die zuletzt während des ehelichen Zusammenlebens erzielten Einkünfte übersteigt, wiederspiegelt der daraus resultierende Überschuss nicht den zuletzt gemeinsam gelebten Standard, sondern die Verhältnisse in den Jahren 2014 und 2015. Ein solches Ergebnis verträgt sich nicht mit dem Bundesrecht. Die Beschwerde ist in dieser Hinsicht begründet.