Citation: 4A_17/2023 E. 7.3.2

7.3.2. Dass der Beschwerdeführerin durch das potentiell haftungsbegründende Verhalten der Beschwerdegegnerin konkrete vermögensmässige Nachteile im eben dargestellten Sinn entstanden wären, behauptet diese nicht. Sie macht insbesondere nicht geltend, dass der hypothetische Verkehrswert des Automobils ohne die angebliche Softwaremanipulation höher wäre als der gegenwärtige Verkehrswert nach Implementierung des Software-Updates. Ebenso wenig beruft sie sich in diesem Zusammenhang (zumindest vor Bundesgericht) auf merkantilen Minderwert im Sinne der Rechtsprechung (vgl. BGE 145 III 225 E. 4.2.2), auf Reparatur- oder Nachrüstungskosten oder auf sonstige Folgekosten wie einen erhöhten Kraftstoffverbrauch (vgl. Urteil 4A_113/2017 vom 6. September 2017 E. 4.3.3 und 4.3.3.1-4.3.3.3; die Reparatur des Getriebeschadens betraf einen anderen Sachverhalt). Schon gar nicht ist vorinstanzlich festgestellt, dass das Fahrzeug nur eingeschränkt funktioniert hätte oder trotz Durchführung des Software-Updates von behördlichen Zulassungsbeschränkungen tangiert gewesen wäre und die Beschwerdeführerin aus diesem Grund notwendige Auslagen zwecks Verkehrszulassung oder Beschaffung eines für sie erforderlichen Ersatzfahrzeugs hätte tätigen müssen. Ob anfänglich effektiv ein latentes "Risiko der Ausserverkehrssetzung des Fahrzeugs" bestanden hat, wie die Beschwerdeführerin behauptet, kann dahingestellt bleiben. Aus dem angefochtenen Urteil ist zu schliessen, dass der Wagen für die Zwecke der Beschwerdeführerin stets uneingeschränkt tauglich gewesen wäre, hätte sie das Software-Update aufspielen lassen.