Citation: I 58/01 04.03.2002 E. 2

2.- a) Es ist somit die Frage zu beantworten, ob beim Beschwerdeführer eine leistungsspezifische Invalidität in dem Sinne vorliegt, dass er in der Zeit vom Abbruch der Sekundarschule bis zur Anmeldung für berufliche Eingliederungsmassnahmen aus psychischen Gründen daran gehindert worden ist, die übliche erstmalige berufliche Ausbildung zu absolvieren. Wird diese Frage verneint, liegt keine Invalidität vor, und der Beschwerdeführer kann folglich für die berufliche Ausbildung, der er sich nunmehr unterziehen will, keine Ansprüche gegen die Invalidenversicherung erheben. Wird die Frage bejaht, hätte dies zur Folge, dass die nunmehr nachzuholende erstmalige berufliche Ausbildung als invaliditätsbedingt verspätet zu qualifizieren und der damit verbundene Erwerbsausfall als invaliditätsbedingte Erwerbseinbusse gestützt auf Art. 22 Abs. 1 Satz 2 IVG von der Invalidenversicherung taggeldmässig zu entschädigen ist. b) Hingegen ist es, entgegen der offenbaren Auffassung des kantonalen Gerichts, unerheblich, ob der Beschwerdeführer noch bei Erlass der angefochtenen Verwaltungsverfügung am 7. Juli 2000 an einem invalidisierenden psychischen Gesundheitsschaden litt, weshalb in dieser Richtung von vornherein kein Abklärungsbedarf besteht. Denn es kommt im Rahmen von Art. 4 Abs. 1 IVG, von seinem ausdrücklichen Wortlaut wie von der Systematik der Invalidenversicherung als final konzipierten Erwerbsausfallversicherung (AHI 1999 S. 79) her, nicht auf die Gleichzeitigkeit (Kontemporalität), sondern auf die Kausalität von Gesundheitsschaden und Erwerbsunfähigkeit (Alfred Bühler, Zur rechtlichen Bedeutung der invaliditätsfremden Gründe der Erwerbsunfähigkeit für die Invaliditätsbemessung, in: SZS 1993 S. 249 ff.) an (BGE 126 V 462 Erw. 2). Dies wird in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde richtig bemerkt. c) Die Akten enthalten hinreichende Anhaltspunkte für die Annahme, dass der Beschwerdeführer als Folge u.a. einer psychischen Fehlentwicklung von Krankheitswert drogensüchtig geworden ist (BGE 102 V 165; AHI 1996 S. 301, 304, 307). In dem im Auftrag der IV-Stelle erstellten Bericht über die medizinische Abklärung des Beschwerdeführers von Dezember 1999 bis Februar 2000 im Psychiatriezentrum Y.________ des Spitals Z.________ haben der Oberarzt Dr. med. H.________ und der Psychologe lic. phil. I K.________ gestützt auf eigene Gespräche und auf je drei Berichte des Dr. med. S.________ und der Psychiatrischen Klinik X.________ aus den Jahren 1997 bis 1999 als Ursache für das Suchtverhalten des Beschwerdeführers eine narzisstische Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60. 8) genannt. Sie massen ihr im Zeitpunkt der Berichterstattung im März 2000 beim bereits 22jährigen Beschwerdeführer keinen Krankheitswert mehr bei, führten aber an, dies sei während der Adoleszenz jedoch der Fall gewesen. Die Kausalität von Gesundheitsschaden und Nichtantritt der Berufsausbildung und damit der Tatbestand einer invaliditätsbedingt verzögerten erstmaligen beruflichen Ausbildung sind somit vorliegend gegeben.