Citation: 8C_551/2022 E. 4.2.2

4.2.2. 4.2.2.1. In seiner Verlaufsbeurteilung vom 7. Mai 2021 bekräftigte der Psychiater, dass beträchtliche psychische Beschwerden und Beeinträchtigungen persistierten, die der Beschwerdeführer in einer erheblichen Weise überspiele und bagatellisiere, auch wenn das psychische Zustandsbild wesentlich besser sei als anlässlich der ersten Exploration. Er leide an einer schweren, komplexen PTBS (ICD-10: F43.1) mit Entwicklung nach Bedrohung am 18. März 2017 und chronischem, teilweise therapieresistentem Verlauf, einer dependenten Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F60.7; Dekompensation nach Bedrohung am 18. März 2017), Cannabis-Konsum sowie Status nach Polytoxikomanie (ICD-10: F19). Weiter hielt Dr. med. C.________ fest, ungünstige und prägende Einflüsse während der Kindheit hätten zu einer Persönlichkeitsstörung geführt, wobei dependente Züge stark im Vordergrund stünden. Der Beschwerdeführer sei vor dem Ereignis vom 18. März 2017 (trotz vorbestehender Persönlichkeitsstörung, Cannabis-Abhängigkeit und Status nach Polytoxikomanie) psychisch kompensiert gewesen. Ohne das Schreckereignis hätte sich die chronisch verlaufende psychische Dekompensation nicht in dieser Weise entwickelt, auch wenn frühere Gewalterfahrungen zum Krankheitsgeschehen beitrügen. Diese Einschätzung deckt sich insofern mit den Ausführungen im Bericht der D.________ vom 30. August 2021, als darin ebenfalls festgestellt wurde, dass der Beschwerdeführer bis zum Vorfall im März 2017 in der Lage gewesen sei, seine vorbestehenden Leistungseinschränkungen wie auch seine dependente Persönlichkeitsstörung zu kompensieren und es im Anschluss an das traumatisierende Ereignis zu einer Dekompensation gekommen sei. 4.2.2.2. Was den zeitlichen Verlauf der Beschwerden anbelangt, begründete der Psychiater Dr. med. C.________ schlüssig, weshalb die prätraumatisch bestandene dependente Persönlichkeitsstörung aufgrund des Vorfalls zu einer psychischen Dekompensation mit protrahiertem Verlauf führte. Die Arbeitsfähigkeit liege, entsprechend der ausgeübten Tätigkeit als Lagerist bei der E.________ AG, bei einem Pensum von rund 50 %. Überwiegend wahrscheinlich werde es zumindest während der kommenden drei bis fünf Jahre nicht zu einer erheblichen, anhaltenden Verbesserung kommen. Eine psychische Dekompensation wie die vorliegende könne leider nicht einfach "rückgängig gemacht" werden, oft gar nie mehr. Die unfallbedingten psychischen Beschwerden und Beeinträchtigungen würden zumindest während der genannten Zeitspanne in etwa gleichem Ausmass bestehen bleiben.