Citation: 5A_549/2022 E. 2.1.1

2.1.1. Die Vorinstanz setzte sich zunächst mit der Frage auseinander, ob das bosnische Scheidungsurteil überhaupt ergänzungsbedürftig ist. Sie stellte diesbezüglich fest, im Ehescheidungsurteil sei nicht über die finanziellen Nebenfolgen entschieden worden. Weiter führte sie aus, gemäss Art. 225 Abs. 3 des Familiengesetzes der Föderation Bosnien und Herzegowina (FamG Föd), das vorliegend Anwendung finde, könne innerhalb eines Jahres seit Rechtskraft der Scheidung Unterhalt verlangt werden, wenn die Voraussetzungen dafür im Zeitpunkt der Scheidung vorhanden waren und seither ununterbrochen sind. Die Klage sei innert der Jahresfrist eingereicht worden, weshalb es nach dem anwendbaren ausländischen Recht zulässig sei, den Unterhaltsanspruch nach der Scheidung in einem separaten Verfahren geltend zu machen.