Citation: 2C_340/2009 15.10.2009 E. 3

Die Vorinstanzen weisen auf den ausländerrechtlichen Status des Beschwerdeführers 1 vor der Heirat hin und befinden, dass die Eheschliessung mit der Beschwerdeführerin 2 seine einzige Möglichkeit dargestellt habe, um sich ein Bleiberecht in der Schweiz zu verschaffen. Auffallend sei auch die kurze Dauer der Bekanntschaft der Beschwerdeführer vor der Heirat sowie der enge zeitliche Ablauf von Asylgesuch, Ablehnung desselben und Verheiratung. Ebenso erscheine der grosse Altersunterschied zwischen den Ehegatten als aussergewöhnlich. Die polizeiliche Befragung der Beschwerdeführer zeige zudem eine mangelnde Kenntnis der Lebensumstände sowie der Verwandtschaft und der Freundschaften des anderen Gatten auf. Der Beschwerdeführer 1 verbringe sodann einen Grossteil der Zeit nicht bei seiner (damals in E.________ wohnhaften) Ehefrau, sondern bei seinem Onkel. Dieser betreibe in St. Gallen ein Grill-Restaurant, in welchem der Beschwerdeführer 1 illegal arbeite. Aus den genannten Gründen schliessen die Vorinstanzen darauf, dass der Wille zur Ehe und zum ehelichen Zusammenleben jedenfalls beim Beschwerdeführer 1 von Anfang an nicht vorhanden gewesen sei. Die Beschwerdeführer bestreiten das Vorliegen einer Scheinehe und behaupten, dass der Ehewille bei beiden Gatten vorhanden sei. Die Vorinstanz habe die Beweise willkürlich gewürdigt. Insbesondere treffe es nicht zu, dass die Ehe nur deshalb geschlossen worden sei, weil der Beschwerdeführer 1 ansonsten keine Aufenthaltsbewilligung hätte erlangen können: Die Initiative zur Heirat sei vielmehr von der Beschwerdeführerin 2 ausgegangen und völlig unabhängig vom aufenthaltsrechtlichen Status des zukünftigen Ehemanns gewesen; vom hängigen Asylverfahren des Beschwerdeführers 1 habe die Beschwerdeführerin 2 überhaupt nichts gewusst. Auch könne keine Rede davon sein, dass die Ehe aufgrund des abschlägigen erstinstanzlichen Asylentscheids arrangiert worden sei: Die beiden Beschwerdeführer hätten sich im August 2006 kennengelernt, der negative Entscheid des Bundesamtes für Migration sei jedoch erst am 21. September 2006 ergangen. Entgegen der Ansicht der Vorinstanzen könne sodann nicht von einer auffällig kurzen Bekanntschaftszeit vor der Eheschliessung gesprochen werden, zumal sich die Beschwerdeführer zum Zeitpunkt der Heirat am 19. Januar 2007 bereits ca. sechs Monate gekannt hätten. Dies sei zwar nicht überlang, doch sei die Eheschliessung auch nicht überstürzt erfolgt. Der Altersunterschied habe überhaupt keine Rolle gespielt. Dem Vorhalt, nicht hinreichend über die persönlichen Verhältnisse der Ehepartner Bescheid zu wissen, entgegneten die Beschwerdeführer, sie hätten zwar nicht lückenlos über Vorleben und Hintergrund ihres Partners Auskunft geben können, doch hätten sie die wichtigsten Punkte gekannt. Im Übrigen sei die entsprechende polizeiliche Befragung lediglich zwei Monate nach Eheschliessung, d.h. nach einer Bekanntschaftszeit von insgesamt erst acht Monaten erfolgt; es liege auf der Hand, dass sie zu diesem Zeitpunkt noch keine umfassenden Kenntnisse über den Ehepartner gehabt hätten. Ohnehin sei es jedoch unzulässig, ausschliesslich auf diese eine Befragung abzustellen: Vielmehr müsse stattdessen gewürdigt werden, dass die Beschwerdeführer mittlerweile seit mehr als zwei Jahren in intakter Ehe zusammenlebten, was diverse Verwandte und Bekannte auch bestätigen könnten. Die Vorinstanz habe daher die in diesem Zusammenhang beantragte Befragung dieser Personen zu Unrecht abgelehnt, auf diese Weise das rechtliche Gehör der Beschwerdeführer verletzt und überdies den Sachverhalt offensichtlich unrichtig festgestellt.