Citation: 6B_1084/2023 E. 1.4

1.4. Die Vorinstanz erwägt u.a., bei der Brandliegenschaft handle es sich um ein älteres Mehrfamilienhaus, in welchem sich zur Tatzeit im ersten bis dritten Obergeschoss sowie im Dachgeschoss insgesamt mindestens sieben Mietwohnungen befunden hätten. Diese Wohnungen seien allesamt lediglich via Eingangstüre (Türe Nr. 2) und Treppenhaus erreichbar gewesen. Auch wenn der 21. Juli 2019 in der Ferienzeit liege, habe der Beschwerdeführer - an einem Sonntagabend kurz vor Mitternacht - nicht ernstlich davon ausgegangen sein können, dass alle Bewohner der übrigen sechs Mietwohnungen, unabhängig von B.________, ausnahmslos abwesend bzw. in den Ferien sein würden. Dem Beschwerdeführer sei die Brandliegenschaft bestens bekannt gewesen. Das enge Treppenhaus sei durch das Feuer bzw. die Hitze sowie den Rauch massiv befallen worden. Eine Nutzung des Treppenhauses sei durch die massive Rauchentwicklung zumindest vorübergehend unmöglich gewesen. Die Hausbewohner hätten allesamt schwarzen Rauch in ihrer Wohnung oder unmittelbar vor der Wohnungstüre wahrgenommen (angefochtenes Urteil S. 28 f.). Es sei nur glücklichen Umständen zuzuschreiben, dass durch die Brandlegung - abgesehen vom Beschwerdeführer - keine Menschen zu Schaden gekommen seien. Der Beschwerdeführer habe den Brand zu einer Zeit gelegt, in der die meisten Menschen üblicherweise schlafen würden. Er habe den Bewohnern den Fluchtweg über das Treppenhaus abgeschnitten. Rauchgas sei hochgiftig und könne bereits nach wenigen Atemzügen zum Tod führen. Dass ein Brand im Erdgeschoss nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge rasch auf das ganze Gebäude übergreifen könne, zumal in einem älteren Gebäude, habe dem Beschwerdeführer klar sein müssen. Ebenso habe ihm klar sein müssen, dass er das Feuer nicht mehr würde steuern bzw. kontrollieren können und demzufolge auch nicht mehr in der Lage sein würde, das von ihm geschaffene Risiko zu dosieren. In Anbetracht der konkreten Umstände, insbesondere angesichts der nächtlichen Tatzeit, der grossen Menge an Benzin und des einzigen Fluchtwegs über das enge Treppenhaus, habe die Möglichkeit einer Tötung von Hausbewohnern sehr nahe gelegen. Auch wenn sich der Beschwerdeführer dies nicht gewünscht haben dürfte, habe er nicht ernsthaft darauf vertrauen können, dass den Bewohnern nichts passieren würde. Vielmehr habe sich ihm aufgrund der konkreten Umstände bzw. infolge seines lebensgefährlichen Verhaltens die Tötung von Bewohnern als so wahrscheinlich aufgedrängt, dass sein Verhalten vernünftigerweise nur als Inkaufnahme dieses Erfolgs gewertet werden könne. Selbst wenn man zum Schluss gelangen würde, der Eintritt des Erfolgs (in Form des Todes von einem oder mehreren Hausbewohnern) sei sowohl objektiv als auch nach den subjektiven Vorstellungen des Beschwerdeführers nicht wahrscheinlich, sondern bloss möglich gewesen, wäre Eventualvorsatz nach der Rechtsprechung zu bejahen, da der Beschwerdeführer das ihm bekannte Risiko nicht habe kalkulieren und dosieren können und die sich in den Obergeschossen befindlichen neun Bewohner infolge des wegen Feuers und Rauchs unpassierbaren Fluchtweges sowie aufgrund der nächtlichen Tatzeit kaum Abwehrchancen gehabt hätten. Die unmittelbar nach der Entzündung erfolgte Explosion, welche die Geschädigten aus dem Schlaf gerissen bzw. auf den Brand aufmerksam gemacht habe, sei nach dem Tatplan des Beschwerdeführers nicht gewollt gewesen, zumal dieser sich dadurch selbst geschädigt habe (angefochtenes Urteil S. 29 f.).