Citation: 4A_546/2023 E. 5.2.2

5.2.2. Auch hinsichtlich der Feststellung, dass sie Kenntnis über die Nebentätigkeiten des Beschwerdegegners gehabt habe, vermöge die Beschwerdeführerin mit ihren Rügen nicht durchzudringen. Sie verschweige, dass der Beschwerdegegner unbestrittenermassen für L.________, E.________ und F.________ beratend tätig gewesen sei. Diese Tätigkeiten seien nicht in einem direkten Zusammenhang mit der Beschwerdeführerin gestanden. Die Erstinstanz habe zu Recht abgeleitet, dass die Organe der Beschwerdeführerin von Beginn weg (teilweise) Kenntnis von gewissen Nebentätigkeiten des Beschwerdegegners gehabt hätten und ihr dieses Wissen zuzurechnen sei. Weiter sei nicht substanziiert behauptet, dass sie bereits vor dem 22. April 2020 dagegen vorgegangen sei oder sich kurz vor der Abmahnung etwas an ihrem Wissensstand geändert habe. Es könne daher angenommen werden, sie sei mit den Nebentätigkeiten einverstanden gewesen. Auch habe es die Erstinstanz zu Recht als unglaubhaft erachtet, dass die Beschwerdeführerin erst aufgrund der Untersuchung von Rechtsanwalt M.________ von den Nebentätigkeiten des Beschwerdegegners erfahren haben will. Sie lege nicht dar, weshalb erst die für die Untersuchung genannten Gründe (Umstrukturierungsentscheid etc.) zur Aufdeckung der Nebentätigkeiten geführt haben sollen. In ihrer Duplik habe sie zwar Rechtsanwalt M.________ als Zeugen offeriert, an der zitierten Stelle habe sie aber lediglich ausgeführt, sie habe im April 2020 Rechtsanwalt M.________ beauftragt, der anlässlich seiner Untersuchungen auf die Dritttätigkeiten des Beschwerdegegners gestossen sei. Damit habe sie weder konkret behauptet, dass sie vor der Untersuchung keine Kenntnis von diesen Dritttätigkeiten gehabt habe, noch sei ersichtlich, was Rechtsanwalt M.________ diesbezüglich aus eigener Wahrnehmung bezeugen könnte. Es sei im Übrigen auch nicht erforderlich gewesen, F.________ und E.________ einzuvernehmen, da die Erstinstanz davon habe ausgehen dürfen, diese hätten von Anfang an zumindest teilweise Kenntnis von den Nebentätigkeiten gehabt. Weiter habe der Beschwerdegegner die Darstellung der Beschwerdeführerin, dass er ununterbrochen für die J.________ GmbH tätig gewesen sei und dabei ein signifikantes Einkommen erzielt habe, entgegen der Beschwerdeführerin durchaus bestritten. Auch habe die Erstinstanz zu Recht festgehalten, dass die Beschwerdeführerin nicht substanziiert dargelegt habe, wie viel Zeit die Nebenbeschäftigungen des Beschwerdegegners in Anspruch genommen hätten und dass er deshalb nicht genügend Zeit für seine Tätigkeit bei ihr investiert haben soll.