Citation: 1C_455/2022 E. 5.2

5.2. Eine Nutzungsübertragung wie die hier streitige ist einerseits ein (privatrechtliches) Rechtsgeschäft unter benachbarten Grundeigentümern bzw. -eigentümerinnen. Andererseits greift sie aber auch in die Nutzungsordnung ein und bedarf damit der öffentlich-rechtlichen Legitimation und Kontrolle; es ist insbesondere sicherzustellen, dass die übertragene bauliche Nutzung nicht doppelt beansprucht wird. Insoweit führt die Nutzungsübertragung auf dem übertragenden Grundstück zu einer öffentlich-rechtlichen Eigentumsbeschränkung (vgl. BEAT STALDER/NICOLE TSCHIRKY, in: Alain Griffel et al. [Hrsg.], Fachhandbuch Öffentliches Baurecht, 2016, S. 210). Sie ist von der zuständigen Behörde im Grundbuch anzumerken (vgl. Art. 962 Abs. 1 ZGB), was der hier einschlägige Art. 14 Abs. 8 des Baugesetzes der Gemeinde Haldenstein vom 29. April 2011 auch ausdrücklich vorsieht. Eine Reduktion der Ausnützung auf dem übertragenden Grundstück besteht dabei als öffentlich-rechtliche Eigentumsbeschränkung ohne Anmerkung im Grundbuch (vgl. Art. 680 Abs. 1 ZGB); diese hat bloss deklaratorische Bedeutung (vgl. BGE 144 III 88 E. 5.3; 111 Ia 182 E. 4; Urteile 1C_74/2021, 1C_76/2021 vom 24. Januar 2022 E. 5.1; 1C_340/2016 vom 16. Januar 2017 E. 3.3).