Citation: 6B_523/2023 E. 1.5.5

1.5.5. Der Beschwerdeführer legt den Schwerpunkt auf seine familiäre Situation und macht geltend, die Vorinstanz habe diese in mehrfacher Weise falsch gewürdigt. Vorweg legt er dar, er pflege in der Schweiz aktive und intensive persönliche Kontakte zu den Familien seiner leiblichen Töchter. In der Türkei dagegen verfüge er über keinen einzigen nennenswerten familiären Kontakt. Damit sei sein Recht auf Familienleben i.S.v. Art. 8 EMRK bzw. Art. 13 BV verletzt. Der EGMR habe bereits mehrfach Beziehungen zu Familienmitgliedern ausserhalb der Kernfamilie als Teil des Familienlebens geschützt. In zwei Fällen hätten die Beschwerdeführer über keine eigene Kernfamilie im Sinne der bundesgerichtlichen Rechtsprechung verfügt; jedoch sei die Beziehung zu Eltern und Geschwistern geschützt worden. Entscheidend sei gewesen, dass die Beschwerdeführer im Aufenthaltsstaat aktive und intensive Beziehungen zu Familienangehörigen gepflegt hätten, während sie in ihrem Heimatstaat über keinerlei Familienkontakte verfügten. Das Recht auf Achtung des Familienlebens ist gemäss ständiger Rechtsprechung tangiert, wenn eine staatliche Entfernungs- oder Fernhaltemassnahme eine nahe, echte und tatsächlich gelebte familiäre Beziehung einer in der Schweiz gefestigt anwesenheitsberechtigten Person beeinträchtigt, ohne dass es dieser ohne Weiteres möglich bzw. zumutbar wäre, ihr Familienleben andernorts zu pflegen (BGE 144 I 266 E. 3.3; 144 II 1 E. 6.1; 139 I 330 E. 2.1; Urteil 6B_140/2021 vom 24. Februar 2022 E. 6.4.2; je mit Hinweisen). Zum geschützten Familienkreis gehört in erster Linie die Kernfamilie, d.h. die Gemeinschaft der Ehegatten mit ihren minderjährigen Kindern (BGE 144 I 266 E. 3.3; 144 II 1 E. 6.1; je mit Hinweisen). In den Schutzbereich von Art. 8 EMRK fallen aber auch andere familiäre Verhältnisse, sofern eine genügend nahe, echte und tatsächlich gelebte Beziehung besteht. Hinweise für solche Beziehungen sind das Zusammenleben in einem gemeinsamen Haushalt, eine finanzielle Abhängigkeit, speziell enge familiäre Bande, regelmässige Kontakte oder die Übernahme von Verantwortung für eine andere Person. Bei hinreichender Intensität sind auch Beziehungen zwischen nahen Verwandten wie Geschwistern oder Tanten und Nichten wesentlich, doch muss in diesem Fall zwischen der über ein gefestigtes Anwesenheitsrecht verfügenden Person und dem von einer möglichen Landesverweisung betroffenen Ausländer ein über die üblichen familiären Beziehungen bzw. emotionale Bindungen hinausgehendes, besonderes Abhängigkeitsverhältnis bestehen (vgl. dazu BGE 144 II 1 E. 6.1 mit diversen Hinweisen; Urteile 6B_244/2021, 6B_254/2021 vom 17. April 2023 E. 6.3.3; 6B_255/2021 vom 3. Oktober 2022 E. 1.3.3; siehe auch Urteil des EGMR I.M. gegen die Schweiz vom 9. April 2019, Nr. 23887/16, § 62). Inwieweit ein solches nach der Rechtsprechung erforderliches besonderes Abhängigkeitsverhältnis zwischen dem Beschwerdeführer und seinen volljährigen Töchtern bzw. seinen Enkelkindern vorliegen soll, das über die üblichen familiären Beziehungen hinausgeht, ist weder begründet geltend gemacht noch ersichtlich. Zudem erwägt die Vorinstanz, der Beschwerdeführer habe in der Türkei eine Tante. Wenn der Beschwerdeführer vorbringt, er verfüge in der Türkei über keinen einzigen nennenswerten familiären Kontakt, so weicht er damit vom vorinstanzlich festgestellten Sachverhalt ab, ohne diesen als willkürlich auszuweisen. Darauf ist nicht einzugehen (Art. 42 Abs. 2, Art. 106 Abs. 2 BGG) und die Rüge des Beschwerdeführers, wonach die Vorinstanz sein Recht auf Familienleben verletze, erweist sich als unbegründet.