Citation: 6B_1453/2022 E. 1.2

1.2. Die Vorinstanz erwägt, der Beschwerdegegner sei sri-lankischer Staatsangehöriger und habe zum Tatzeitpunkt über eine Aufenthaltsbewilligung B für die Schweiz verfügt. Der von ihm begangene gewerbsmässige Diebstahl stelle eine Katalogtat im Sinne von Art. 66a Abs. 1 lit. c StGB dar. Damit sei er grundsätzlich obligatorisch des Landes zu verweisen. Sie prüft in der Folge ausführlich, ob beim Beschwerdegegner von einem schweren persönlichen Härtefall auszugehen sei, was sie bejaht. Zudem geht sie davon aus, dass eine Landesverweisung des Beschwerdegegners ohne Weiteres den Schutzbereich von Art. 13 BV bzw. Art. 8 EMRK hinsichtlich seiner Beziehung zur Ehefrau und den beiden gemeinsamen Kindern tangieren würde. Schliesslich wägt sie die öffentlichen Interessen an der Landesverweisung und die persönlichen Interessen des Beschwerdegegners an einem weiteren Verbleib in der Schweiz eingehend gegeneinander ab und gelangt zum Schluss, dass sich die privaten Interessen des Beschwerdegegners und die öffentlichen Interessen im Grunde die Waage hielten, womit es sich um einen Grenzfall handle. Sie erwägt abschliessend, die lange Anwesenheitsdauer und die stabilen familiären Beziehungen des Beschwerdegegners in der Schweiz, seine Bemühungen zur Begleichung des verursachten Schadens und die sich abzeichnende positive Entwicklung in seinen Lebensverhältnissen seit der Haftentlassung erlaubten es vor dem Hintergrund der aktuellen Wirtschafts- und Finanzkrise in Sri Lanka gerade noch, von der Anordnung einer Landesverweisung abzusehen (Urteil S. 15 ff.).