Citation: U 90/05 24.10.2005 E. 4.2

4.2.1 Unmittelbar nach dem Unfall vom 28. Dezember 2000 wurden keinerlei Beschwerden vermerkt. Laut Bericht der Psychiatrischen Poliklinik vom 2. Juli 2001 habe die Beschwerdeführerin am 1. Januar 2001 schmerzfrei arbeiten können. Erst 5 bis 6 Tage nach dem Ereignis hätten die Beschwerden begonnen. Starke Kopf- und Nackenschmerzen, welche eine volle Arbeitsunfähigkeit zur Folge hatten, sind erst ab Mitte Februar - also ca. 7 Wochen nach dem Unfall - aufgetreten. Weder radiologisch noch neurologisch wurden Verletzungen gefunden. Es fehlte aber jedenfalls an einer Häufung von für ein Schleudertrauma oder eine äquivalente Verletzung typischen Beschwerden (wie diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit, Visusstörungen, Reizbarkeit, Affektlabilität, Depression, Wesensveränderung; BGE 117 V 360 Erw. 4b; vgl. BGE 119 V 338 Erw. 2). Keine der genannten Leiden sind innert der Latenzzeit von 24 bis höchstens 72 Stunden nach dem Ereignis (RKUV 2000 Nr. U 359 S. 29) aufgetreten. Die Diagnose der Spezialisten für HWS-Distorsionen am Spital X.________ lautete am 2. Juli 2001 denn auch - neben einem "Status nach HWS-Distorsion mit therapieresistenten Beschwerden" - auf eine Anpassungsstörung mit depressiver Reaktion (ICD-10: F43.21). 4.2.2 Auch wenn die im Jahre 2001 notwendigen Therapien und die damals attestierte Arbeitsunfähigkeit auf eine am 28. Dezember 2000 erlittene HWS-Distorsion zurückzuführen wären, stand für die mit dem Rückfall im Mai 2002 geltend gemachten Beschwerden jedenfalls die Psyche im Vordergrund. Die im April 2002 durchgeführte neuropsychologische Untersuchung ergab - im Gegensatz zu derjenigen vom Juli 2001 - keine Störungen der Aufmerksamkeit und der Konzentration. Im Sommer 2002 wurden vor allem noch psychiatrische Diagnosen gestellt (Psychiatrische Poliklinik, 1. Juli 2002: "...zunehmend depressive Entwicklung mit Anzeichen einer Erschöpfungsdepression"; Externer psychiatrischer Dienst S.________, August 2002: Anpassungsstörung mit depressiver Reaktion [F43.2] mit/bei Status nach HWS-Distorsion, Differentialdiagnose: anhaltende somatoforme Schmerzstörung [F45.4]). Bei einer solchen Konstellation kann davon ausgegangen werden, dass die objektiv feststellbaren physischen Beeinträchtigungen (Dr. med. M.________, 13. Juni 2003: leicht bis mässig ausgeprägtes Cervicalsyndrom, leicht bis mässig ausgeprägte cervicocephale Beschwerden, leicht ausgeprägte kognitive Störungen) spätestens ab jenem Zeitpunkt nur noch eine untergeordnete Rolle spielten und damit ganz in den Hintergrund traten (vgl. auch Ausführungen zu den physischen Beeinträchtigungen in Erwägung 3 hievor).