Citation: 5A_435/2024 E. 3.4.2

3.4.2. Das Obergericht hat sich zur allfälligen Rechtsmissbräuchlichkeit der Übertragung der Aktien nicht geäussert. Demgegenüber macht die Beschwerdeführerin geltend, dass dieser Aspekt hätte berücksichtigt werden müssen. Es gebe weder einen Grund, der "Farce" einer angeblichen Forderung des Schuldners gegenüber der Beschwerdegegnerin Glauben zu schenken, noch eine Erklärung, warum eine solche Schuld mit der Übertragung der Aktien getilgt wäre. Die Beschwerdeführerin übergeht, dass das Verpflichtungsgeschäft nicht Gegenstand der Beurteilung im angefochtenen Entscheid ist. Sie legt nicht dar, inwiefern das Obergericht ihren Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV) im vorinstanzlichen Verfahren verletzt haben soll, wenn es keine Erwägungen zur Frage des Rechtsmissbrauchs getroffen hat. Auf die Ausführungen der Beschwerdeführerin zum Rechtsmissbrauch ist daher nicht einzugehen. Was sie im Wesentlichen vorbringt, ist der Vorwurf der Verletzung von Art. 924 Abs. 1 ZGB, weil das Obergericht die Erheblichkeit von bestimmten tatsächlichen Umständen (Kenntnis von Besitz) für die Anwendung der betreffenden Norm anders beurteilt hat. Ob darin eine Rechtsverletzung liegt, wie die Beschwerdeführerin ebenfalls vorbringt, ist im Folgenden zu prüfen.