Citation: 6S.449/2004 21.09.2005 E. 1

Gemäss Art. 270 lit. e Ziff. 1 BStP (in der Fassung gemäss Bundesgesetz vom 23. Juni 2000, in Kraft seit 1. Januar 2001) steht die eidgenössische Nichtigkeitsbeschwerde dem Opfer zu, wenn es sich bereits vorher am Verfahren beteiligt hat und soweit der angefochtene Entscheid seine Zivilansprüche betrifft oder sich auf deren Beurteilung auswirken kann. Diese Bestimmung entspricht Art. 8 Abs. 1 lit. c OHG (SR 312.5), wonach das Opfer den Gerichtsentscheid mit den gleichen Rechtsmitteln anfechten kann wie der Beschuldigte, wenn es sich bereits vorher am Verfahren beteiligt hat und der Entscheid seine Zivilansprüche betrifft oder sich auf deren Beurteilung auswirken kann. Art. 270 lit. e Ziff. 1 BStP verweist denn auch ausdrücklich auf Art. 8 Abs. 1 lit. c OHG. 1.1 Voraussetzung für die Beschwerdelegitimation des Opfers ist, dass sich der angefochtene Entscheid im Ergebnis und angesichts der darin enthaltenen Begründung negativ auf die Beurteilung von Zivilansprüchen auswirken kann (BGE 120 IV 44 E. 6 S. 56 f.; 127 IV 185 E. 1a). Das Opfer ist zur eidgenössischen Nichtigkeitsbeschwerde grundsätzlich nur legitimiert, wenn es, soweit möglich, seine Zivilansprüche im Strafverfahren adhäsionsweise geltend gemacht hat. Diese Voraussetzung muss indessen nicht erfüllt sein, wenn sich die Nichtigkeitsbeschwerde gegen den einen Einstellungsbeschluss bestätigenden Gerichtsentscheid richtet. Auch in diesem Fall muss aber das Opfer in der Beschwerde darlegen, aus welchen Gründen und inwiefern sich der angefochtene Entscheid auf welche Zivilforderung auswirken kann. Fehlt eine diesbezüglich Begründung, ist auf die Beschwerde gleichwohl einzutreten, sofern sich der Sachlage und insbesondere der Art des in Frage kommenden Delikts unmittelbar und ohne Zweifel entnehmen lässt, welche Zivilforderungen das Opfer geltend machen könnte, und auch klar ersichtlich ist, inwiefern der angefochtene Entscheid sich auf deren Beurteilung auswirken kann (zum Ganzen BGE 127 IV 185 E. 1a, mit Hinweisen). Opfer im Sinne des Opferhilfegesetzes und damit auch von Art. 270 lit. e Ziff. 1 BStP ist gemäss Art. 2 Abs. 1 OHG jede Person, die durch eine Straftat in ihrer körperlichen, sexuellen oder psychischen Integrität unmittelbar beeinträchtigt worden ist. Richtet sich die Nichtigkeitsbeschwerde gegen einen Einstellungsbeschluss oder ein freisprechendes Urteil, genügt es, dass eine die Opferstellung begründende Straftat in Betracht fällt (BGE 122 II 211 E. 3c). 1.2 Im Lichte der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerdeführerin, die sich, vertreten durch ihren Vater, am kantonalen Verfahren beteiligt hat, als Opfer grundsätzlich zur eidgenössischen Nichtigkeitsbeschwerde gegen den angefochtenen Entscheid legi-timiert. Ob und inwiefern die Legitimation auch insoweit zu bejahen ist, als die Vorinstanz mit der ersten Instanz allfällige Unterlassungen deshalb als nicht strafbar erachtet hat, weil den Beschuldigten keine strafrechtliche Garantenstellung zukomme, kann hier dahingestellt bleiben. Offen bleiben kann auch, ob die Beschwerdeführerin neben der Einstellung des Verfahrens wegen fahrlässiger schwerer Körperverletzung (Art. 125 Abs. 2 StGB) auch die Verfahrens-einstellung betreffend Gefährdung durch fahrlässige Verletzung der Regeln der Baukunde (Art. 229 Abs. 2 StGB) anfechten kann. Denn die Nichtigkeitsbeschwerde ist aus nachstehenden Gründen ohnehin abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.