Citation: 6P.6/2005 08.06.2005 E. 2.3

2.3.1 Schliesslich rügt der Beschwerdeführer eine Verletzung des Grundsatzes "in dubio pro reo" und des Rechts auf Konfrontation. Die ihm angelastete Vergewaltigung beruhe ausschliesslich auf der Aussage des Opfers, welches erst mehrere Jahre nach der Tat Anzeige erstattet habe, und dem von ihm widerrufenen Geständnis. Ausserdem sei er mit dem Opfer nie konfrontiert worden und habe auch keine Gelegenheit erhalten, Ergänzungsfragen zu stellen. 2.3.2 Gemäss Art. 6 Ziff. 3 lit. d EMRK hat der Angeschuldigte im Strafverfahren Anspruch darauf, Fragen an die Belastungszeugen zu stellen. Der Anspruch ist ein besonderer Aspekt des Rechts auf ein faires Verfahren gemäss Art. 6 Ziff. 1 EMRK. Mit der Garantie soll gewährleistet werden, dass ein Strafurteil nicht auf Aussagen von Zeugen abgestützt wird, ohne dass dem Beschuldigten wenigstens einmal angemessene und hinreichende Gelegenheit gegeben wird, das Zeugnis in Zweifel zu ziehen und Fragen an den Zeugen zu stellen. Dieser Anspruch wird als Konkretisierung des rechtlichen Gehörs (Art. 29 Abs. 2 BV) auch durch Art. 32 Abs. 2 BV gewährleistet (BGE 129 I 151 E. 3.1; 125 I 127 E. 6a und b; 124 I 274 E. 5b S. 284 ff. je mit Hinweisen). Auf Aussagen, gegen die sich der Beschuldigte nie wirksam verteidigen konnte, darf im Strafurteil nicht abgestellt werden (vgl. BGE 129 I 151 E. 4.3). Dem Anspruch, den Belastungszeugen Fragen zu stellen, kommt grundsätzlich ein absoluter Charakter zu. Es gilt nach der Praxis uneingeschränkt indes nur in denjenigen Fällen, bei denen dem streitigen Zeugnis ausschlaggebende Bedeutung zukommt, dieses also den einzigen oder einen wesentlichen Beweis darstellt (BGE 129 I 151 E. 3.1 mit Hinweisen). 2.3.3 Nach konstanter Rechtsprechung des Bundesgerichts untersteht das Recht, Belastungs- und Entlastungszeugen zu befragen, dem (kantonalen) Verfahrensrecht. Entsprechende Gesuche um Zeugenbefragungen sind daher den Behörden formgerecht einzureichen. Der Angeschuldigte verwirkt sein Recht auf die Stellung von Ergänzungsfragen grundsätzlich, wenn er es unterlässt, rechtzeitig und formgerecht die entsprechenden Beweisanträge zu stellen (BGE 125 I 127 E. 6c/bb S. 134 mit Hinweisen). Der Beschwerdeführer macht selbst nicht geltend, er habe je eine Konfrontation mit dem Opfer oder die Stellung von Ergänzungsfragen beantragt. Ausserdem stellt die belastende Aussage des Opfers nicht das einzige Beweismittel dar. Wie die kantonalen Instanzen ausführen, hat der Beschwerdeführer in den polizeilichen und untersuchungsrichterlichen Befragungen den angeklagten Sachverhalt eingestanden. Seine Darstellung des Geschehens stimme mit jener, welche das Opfer zu Protokoll gegeben habe und von deren Aussagen er keine Kenntnis gehabt habe, in allen Punkten überein. Angesichts dieser Umstände hat das Obergericht dem Widerruf des Geständnisses anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung zu Recht keine Bedeutung beigemessen. Jedenfalls ist dies nicht schlechterdings unhaltbar. Die Beschwerde erweist sich auch in diesem Punkt als unbegründet. Soweit der Beschwerdeführer vorbringt, das Beweisverfahren sei völlig ungenügend gewesen, erschöpft sich seine Beschwerde in einer blossen appellatorischen Kritik am angefochtenen Urteil. Insofern genügt sie den Begründungsanforderungen gemäss Art. 90 Abs. 1 lit. b OG nicht. Auf die Beschwerde kann insoweit nicht eingetreten werden.