Citation: 6B_992/2022 E. 2.4

2.4. Die Beschwerdegegnerin 3 wurde sowohl im Vorverfahren mehrfach einvernommen als auch anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung befragt. Der Beschwerdeführer konnte dabei an zwei Einvernahmen seine Teilnahmerechte wahrnehmen (Entscheid S. 33). Die Vorinstanz erwägt überzeugend, dass mit Blick auf die glaubhaften Aussagen der Beschwerdegegnerin 3, welche sie ohne Willkür als bemerkenswert konstant, stimmig, nachvollziehbar, authentisch sowie lebensnah qualifiziert, und das unstete sowie widersprüchliche Aussageverhalten des Beschwerdeführers auf eine erneute Einvernahme der Beschwerdegegnerin 3 an der Berufungsverhandlung verzichtet werden konnte (Entscheid S. 33 f. E. 2.a/bb und S. 41 f.). Es gelingt dem Beschwerdeführer nicht aufzuzeigen, weshalb eine erneute Einvernahme hätte notwendig sein sollen. Allein aufgrund der grundsätzlichen "Aussage gegen Aussage"-Konstellation ist nicht darauf zu schliessen, dass die ihn belastende Aussage der Beschwerdegegnerin 3 vor der Berufungsinstanz erneut erhoben werden müsste. Art. 343 Abs. 3 StPO verankert in den dort erwähnten Fällen lediglich eine (einmalige) Unmittelbarkeit im erstinstanzlichen Verfahren, in der Regel jedoch keine für das Rechtsmittelverfahren (BGE 140 IV 196 E. 4.4.1; Urteil 6B_541/2021 vom 3. Oktober 2022 E. 1.4; je mit Hinweisen). Der Beschwerdeführer behauptet zwar, es hätten sich in den Aussagen der Beschwerdegegnerin 3 relevante Widersprüche gezeigt und ihre Angaben seien insgesamt unglaubhaft. Er begründet aber nicht näher, weshalb eine erneute Befragung der Beschwerdegegnerin 3 in Abweichung zum Grundsatz der einmaligen Unmittelbarkeit erforderlich sein sollte (vgl. Art. 42 Abs. 2 BGG). Dazu kommt, dass vorliegend weitere objektive Beweismittel die Aussagen der Beschwerdegegnerin 3 stützen. Ob aus diesem Grund keine reine "Aussage gegen Aussage"-Konstellation vorliegt, wie es die Vorinstanz annimmt, kann offenbleiben. Jedenfalls hat diese ihr Ermessen hier nicht überschritten, indem sie auf eine erneute Einvernahme der Beschwerdegegnerin 3 verzichtet hat.