Citation: 2C_44/2022 E. 5.3.3

5.3.3. Dass die Tat in einem "hochspezifischen Beziehungskontext" stattgefunden hat, ändert nichts daran, hat doch die Vorinstanz ausdrücklich eine Rückfallgefahr für eine ähnliche Situation angenommen, die namentlich bei einer neuen Beziehung bzw. bei deren Scheitern akut werden könnte. Auch das Wohlverhalten des Beschwerdeführers von fast sieben Jahren seit der Tatbegehung ist zu relativieren. Das Strafverfahren wurde erst mit Urteil des Kantonsgerichts vom 15. August 2019 rechtskräftig abgeschlossen. Anfang 2020 gewährten die Migrationsbehörden dem Beschwerdeführer das rechtliche Gehör im Hinblick auf den Widerruf der Aufenthaltsbewilligung, so dass das Strafverfahren fast nahtlos vom ausländerrechtlichen Verfahren abgelöst wurde. Dem Wohlverhalten unter dem Druck des Strafverfahrens und ausländerrechtlichen Verfahrens kommt nur eine untergeordnete Bedeutung zu; der Beschwerdeführer hat sich nicht ohne äusseren Druck über eine längere Zeit hinweg bewährt (vgl. Urteile 2C_367/2021 vom 30. September 2021 E. 4.2.2; 2C_3/2021 vom 23. März 2021 E. 5).