Citation: 5P.266/2000 18.08.2000 E. 4

4.- Im Weiteren rügt die Beschwerdeführerin, das Obergericht habe die bundesrechtlichen Vorschriften über den Kinderunterhalt willkürlich angewendet. Soweit sie geltend macht, die Berücksichtigung eines Unterhaltsanspruches von T.________ verletze das Willkürverbot, kann auf obige Erwägung verwiesen werden. Die Beschwerdeführerin beruft sich sodann auf den Grundsatz der Gleichbehandlung der Kinder aus erster und zweiter Ehe und auf den Vorrang der unmündigen gegenüber den mündigen Kindern. Indem den Kindern aus erster Ehe pro Kopf ein doppelt so hoher Unterhalt zugesprochen werde wie denen aus zweiter Ehe, würden beide Grundsätze stossend verletzt. Eine solch krasse Ungleichbehandlung werde durch den höheren Lebensbedarf älterer Kinder nicht gerechtfertigt. a) Gemäss Art. 9 BV hat jede Person einen Anspruch darauf, von den staatlichen Organen ohne Willkür behandelt zu werden. Entsprechend der ständigen Praxis zu Art. 4 aBV, an der festgehalten wird, ist ein Entscheid nicht bereits dann willkürlich, wenn eine andere Lösung ebenfalls vertretbar erschiene oder gar vorzuziehen wäre. Das Bundesgericht hebt einen kantonalen Entscheid wegen materieller Rechtsverweigerung vielmehr nur auf, wenn er offensichtlich unhaltbar ist, mit der tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft (BGE 121 I 113 E. 3a S. 114 mit Hinweis). Schliesslich wird ein kantonaler Entscheid nur aufgehoben, wenn er in seinem Ergebnis unhaltbar ist (BGE 120 Ia 369 E. 3a S. 373 mit Hinweisen). b) Unterhaltsberechtigte Kinder sind im Verhältnis zu ihren objektiven Bedürfnissen gleich zu behandeln. Ungleiche Unterhaltsbeiträge sind zulässig, soweit sie durch unterschiedliche Erziehungs- und Gesundheitsbedürfnisse gerechtfertigt werden (BGE 116 II 110 E. 4a S. 114 f.). Dies hat das Obergericht nicht verkannt, begründete es doch die Aufteilung, welche den Kindern aus erster Ehe einen höheren Unterhaltsbeitrag zuerkennt als denjenigen aus zweiter Ehe, mit den höheren Lebenskosten der älteren Kinder. c) Die Unterhaltspflicht der Eltern gegenüber dem unmündigen Kind ist - im Gegensatz zum Mündigenunterhalt gemäss Art. 277 Abs. 2 ZGB - nicht ausdrücklich an die Voraussetzung der Zumutbarkeit gebunden. Namentlich bei beschränkter Leistungskraft der Eltern kann dies dazu führen, dass nur das unmündige Kind Unterhaltsleistungen zugesprochen erhält. Da sich aber vorliegend der Unterhaltsanspruch des bereits mündigen Kindes T.________ nicht auf die Ausnahmeregelung von Art. 277 Abs. 2 ZGB stützt, sondern auf das kraft der Übergangsregelung von Art. 13c SchlT ZGB geltende alte Recht, unter dem sie noch unmündig wäre, ist er nicht an die Voraussetzung der Zumutbarkeit im Sinne von Art. 277 Abs. 2 ZGB gebunden. Ein grundsätzlicher Vorrang der jüngeren vor den älteren Kindern besteht nicht. Im Gegenteil ist dem Obergericht darin beizupflichten, dass Kinder mit zunehmendem Alter grössere finanzielle Bedürfnisse haben. Vorliegend sind die Kinder aus erster Ehe knapp 19 und 17 Jahre alt, die aus zweiter Ehe zwischen 1 und 6 Jahre; die Differenz im jeweiligen Lebensbedarf ist entsprechend hoch. Unter diesen Umständen erscheint es jedenfalls nicht als geradezu willkürlich, ersteren einen Unterhaltsanspruch von je Fr. 692. 50 und letzteren von je Fr. 346.-- zuzusprechen. Dass T.________ einen Ausbildungslohn verdiene und ihr der Unterhalt entsprechend zu kürzen sei, macht die Beschwerdeführerin mit vorliegender Beschwerde erstmals geltend. Da im staatsrechtlichen Beschwerdeverfahren der Vortrag von Noven grundsätzlich unzulässig ist (BGE 119 II 6 E. 4a S. 7 mit Hinweis), ist auf die Rüge nicht einzutreten.