Citation: 1C_260/2016 E. 6.5.2

6.5.2. Ziff. 512 Anh. 2 LRV sieht als vorsorgliche Massnahme bei der Errichtung von Tierhaltungsanlagen die Einhaltung der erforderlichen Mindestabstände zu bewohnten Zonen vor und verweist hierfür auf den FAT-Bericht. Darin wird erläutert, dass es noch nicht möglich sei, Belastungsgrenzwerte für Gerüche festzulegen (vgl. Ziff. 2 S. 2 f.). Aus diesem Grund wurde eine Abstandsregelung erlassen, die auf Geruchsschwellenwerten beruht, d.h. der Entfernung, in welcher die Qualität des Geruchs in 50 % der Fälle bei zirkulärer, gleichmässiger Geruchsausbreitung erkannt wird, zuzüglich eines Sicherheitszuschlags (30 - 90 % für reine Wohngebiete; 30 % weniger für Wohngebiete mit Gewerbe). Geruchsreduzierende Massnahmen werden bei der Berechnung des Mindestabstands mittels Korrekturfaktoren berücksichtigt: Der Abstand kann durch Erhöhung der Sauberkeit, Wahl von Futter und Entmistungssystem, Abluftreinigung oder Behandlung von Flüssigmist verringert werden (a.a.O. Ziff. 2.3 S. 14). Zusätzliche geruchsreduzierende Massnahmen sind nach dieser Konzeption nur geboten, wenn der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann. Grundsätzlich ist daher mit dem BAFU davon auszugehen, dass bei Einhaltung des Mindestabstands keine weiteren vorsorglichen Massnahmen zur Geruchsminderung zu prüfen sind.