Citation: 8C_439/2020 E. 4.4

4.4. Für die Beantwortung der Frage, ob auch eine psychiatrische Abklärung vorzunehmen gewesen wäre, ist mit dem Beschwerdeführer einerseits auf den Bericht der Klinik C.________ vom 9. Februar 2017 zu verweisen, mit welchem diese beim Unfallversicherer um Kostengutsprache ersuchte. Darin hielt sie u.a. fest, der Beschwerdeführer habe bereits sechs psychotherapeutische Konsultationen hinter sich, und stellte die Verdachtsdiagnose einer depressiven Verstimmung, verstärkt seit Mai 2016. Andererseits erwähnten die Experten des Zentrums B.________ diesen Bericht nicht in ihren Teilgutachten, sondern führten nur die Stellungnahme des Vertrauensarztes der Helsana dazu auf. Weiter wird beim Aktenauszug der beiden Teilgutachten die Aussage des Beschwerdeführers festgehalten, wonach sich die Schmerzen deutlich auf seinen psychischen Zustand auswirken würden und bei der Medikation/Behandlung werden gemäss seinen Angaben Antidepressiva sowie eine Therapie bei einer Schmerzpsychologin angeführt. Die Teilgutachter kamen beide zum Schluss, dass die geltend gemachten erheblichen Schmerzen somatisch nicht erklärbar seien, und konstatierten psychosoziale Belastungsfaktoren (Trennung von der Partnerin, mit der er zwei Kinder habe, und Verlust des Arbeitsplatzes). Sie stellten jedoch keine psychische (Verdachts-) Diagnose, begründeten aber auch nicht, weshalb trotz dieser Umstände kein Bedarf für eine psychiatrische Abklärung gegeben sei. Die blosse Feststellung des neurologischen Experten, Zeichen einer psychiatrischen Erkrankung im Sinne einer relevanten Depression seien im psychopathologischen Querschnitt nicht zu erkennen, reicht unter den konkreten Umständen nicht aus, zumal er eine erheblich gestörte Schmerzverarbeitung diagnostiziert. Bei dieser Sachlage verstösst es gegen den Untersuchungsgrundsatz (Art. 61 lit. c ATSG) und damit gegen Bundesrecht, wenn die Vorinstanz die Notwendigkeit einer psychiatrischen Begutachtung mangels geltend gemachter psychiatrischer/psychologischer Behandlung sowie fehlender fachärztlicher Berichte verneint. Die Sache ist nach dem Gesagten antragsgemäss an die Verwaltung zurückzuweisen, damit sie ein polydisziplinäres Gutachten einhole und über den Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung neu befinde (BGE 137 V 210 E. 4.4.1.4 S. 264).