Citation: 5C.190/2005 14.10.2005 E. 5

Der Berufungskläger erachtet schliesslich die vorgenommene Ausweitung der Beiratschaft als unbegründet und unverhältnismässig. Es würden immer nur die alten Probleme und Schwierigkeiten zitiert, während allfällige zwischenzeitlich eingetretene Veränderungen, seien sie auch in den Beistandsberichten erwähnt, unberücksichtigt blieben. Die erforderlichen Abklärungen seien nicht vorgenommen worden. Soweit sich diese Ausführungen überhaupt mit dem angefochtenen Entscheid auseinandersetzen und damit den Begründungsanforderungen von Art. 55 Abs. 1 lit. c OG genügen (BGE 116 II 745 E. 3 S. 749; 131 III 26 E. 12.3 S. 32), erweist sich die Berufung als unbegründet: 5.1 Wenn für die Entmündigung einer Person kein genügender Grund vorliegt, gleichwohl aber zu ihrem Schutz eine Beschränkung der Handlungsfähigkeit als notwendig erscheint, so kann ihr ein Beirat gegeben werden, dessen Mitwirkung in den neun in Art. 395 Abs. 1 ZGB erwähnten Fällen notwendig ist (Art. 395 Abs. 1 ZGB; Mitwirkungsbeiratschaft). Gemäss Absatz zwei dieser Bestimmung kann dem Schutzbedürftigen unter den gleichen Voraussetzungen die Verwaltung des Vermögens entzogen werden, während er über die Erträgnisse die freie Verfügung behält (Verwaltungsbeiratschaft). Die kombinierte Beiratschaft im Sinne von Art. 395 Abs. 1 und 2 ZGB ist am Platz, wenn einerseits die Mitwirkungs- und Verwaltungsbeiratschaft für sich allein nicht genügen, anderseits die Entmündigung aber nicht nötig ist. Es müssen somit die Voraussetzungen sowohl des Absatz 1 als auch von Absatz 2 vorliegen. Dieselben Voraussetzungen gelten für eine kombinierte Beiratschaft auf eigenes Begehren, wobei sie weniger streng zu beurteilen sind als bei den übrigen Beiratschaften (Schnyder/Murer, Berner Kommentar, N. 15 und 16 sowie 155 zu Art. 395 ZGB). 5.2 Wie sich dem angefochtenen Entscheid entnehmen lässt, handelt es sich beim Berufungskläger um einen vertrauensseligen Mann, der wegen seiner Leichtgläubigkeit ausgenützt wird. Er lebt von einem Transportgeschäft, welches allerdings nicht gut läuft und angeblich jeglicher professionellen Führung entbehrt. 1997 übergab der Berufungskläger auf einem Parkplatz den Erlös aus dem Verkauf einer Liegenschaft in der Höhe von Fr. 400'000.-- ohne Quittung an einen Mittelsmann zwecks Erwerbs einer "Sauna"-Liegenschaft. Dieses Geld verlor er bis auf den Betrag von Fr. 26'000.--. Zudem häuften sich Schulden in der Höhe von Fr. 44'000.-- aus einem Darlehen und verlangten seine beiden Schwestern ihre Gewinnanteile aus dem getätigten Grundstückshandel von insgesamt Fr. 90'000.--. Für die Zeit nach Errichtung der Mitwirkungsbeiratschaft ist wesentlich, dass eine Bank die Rückzahlung des Hypothekarkredites von Fr. 600'000.-- verlangt. Mit den Einkünften von Fr. 38'000.-- pro Jahr hat der Berufungskläger die jährlichen Hypothekarzinsen von Fr. 16'490.-- sowie Krankenkassenprämien von Fr. 3'600.-- und die Steuerschulden zu tragen, so dass - wie die letzte kantonale Instanz feststellt - die Zwangsverwertung nur noch eine Frage der Zeit sein dürfte. Laut Vorinstanz ist zudem die Befürchtung nicht von der Hand zu weisen, dass der Berufungskläger nochmals einen Liegenschaftshandel tätigen und einen allfälligen Erlös verschleudern könnte. Anzufügen bleibt, dass die Einkünfte des Berufungsklägers aus seiner Geschäftstätigkeit im Jahr 2003 rückläufig waren. Die von der letzten kantonalen Instanz festgestellten tatsächlichen Umstände machen deutlich, dass der Berufungskläger mit der Verwaltung seines Vermögens offensichtlich überfordert ist und er dieses zu verlieren droht, sofern ihm nicht fachkundige Hilfe zuteil wird. Dies rechtfertigt die zusätzliche Anordnung der Verwaltungsbeiratschaft, zumal die bisher gültige Mitwirkungsbeiratschaft eine Verwaltung des gefährdeten Vermögens des Berufungsklägers definitionsgemäss nicht erlaubt (Art. 395 Abs. 1 ZGB). Die angeordnete Massnahme erweist sich nach dem Gesagten entgegen der Auffassung des Berufungsklägers als notwendig und verhältnismässig. Damit erübrigen sich weitere Abklärungen durch die kantonalen Instanzen. Soweit der Berufungskläger schliesslich auf Berichte hinweist, die eine Verbesserung seiner Situation erwähnen, legt er nicht substanziiert dar, um welche es sich handelt und inwiefern darin von einer Verbesserung die Rede sein soll. Auf diese allgemein gehaltenen Ausführungen ist daher nicht einzutreten.