Citation: 1B_359/2020 E. 2.1.3

2.1.3. Diese Ausführungen überzeugen nicht. Beim Basler Vorfall wurden an zwei Küchenmessern DNA-Spuren des Beschwerdeführers an den Griffen und Blutspuren von B.________, der Stichverletzungen erlitt, an den Klingen sichergestellt. Damit besteht offenkundig sowohl der dringende Verdacht, dass der Beschwerdeführer auf B.________ eingestochen hat, als auch, da dessen Verletzungen lebensgefährlich waren, dass er versuchte, seinen Gegner zu töten. Da er nach der Anklageschrift mindestens sechs Mal auf B.________ eingestochen hat, steht überdies die Annahme einer Notwehr- oder Notstandssituation nicht unbedingt im Vordergrund. Darüber wird indessen das Sachgericht abschliessend zu urteilen haben. Auf jeden Fall sind die Ausführungen des Beschwerdeführers nicht geeignet, den Tatverdacht gegen ihn in Bezug auf eine versuchte vorsätzliche Tötung zu zerstreuen. Damit kann offen bleiben, ob beim zweiten Vorfall - was keineswegs nahe liegt - ein dringender Tatverdacht "nur" auf Beteiligung an einem Raufhandel besteht. Selbst dann bezieht sich der dringende Tatverdacht auf eine (versuchte) vorsätzliche Tötung, mithin ein Verbrechen (Art. 111 Abs. 2 StGB i.V.m. Art. 10 Abs. 2 StGB) und auf die Beteiligung an einem Raufhandel, mithin ein (schweres) Vergehen (Art. 133 StGB i.V.m. Art. 10 Abs. 3 StGB), womit der allgemeine Haftgrund unverändert erfüllt ist.