Citation: 8C_689/2022 E. 3.2

3.2. Die Beschwerdeführerin wendet dagegen ein, der Präsident des Verwaltungsrats, D.________, habe in seiner Stellungnahme (mit Eingang am 30. März 2021) ausdrücklich bestätigt, dass der Beschwerdegegner als Geschäftsführer mit sämtlichen Pflichten und Kompetenzen für die eigenständige Führung des Unternehmens verantwortlich gewesen sei. Somit habe der Beschwerdegegner grosse Freiheiten und ein Mitspracherecht in allen Belangen gehabt. Er habe über alle finanziellen Angelegenheiten Bescheid gewusst und sei mit den Banken und dem Treuhandbüro in Kontakt gestanden. Gemäss D.________ habe er die finanzielle Schieflage der Gesellschaft als Geschäftsführer verantwortet und bis zu seinem Austritt auch immer ein Mitspracherecht bezüglich der Führung/Weiterführung der Gesellschaft innegehabt. Das im Rahmen der Vergleichsverhandlungen verfasste Arbeitszeugnis enthalte zum einen nicht die vollständige Auflistung der Tätigkeiten und Aufgaben des Beschwerdegegners, wie aus der dabei verwendeten Abkürzung "u.a." ersichtlich sei. Entgegen der Auffassung der Vorinstanz seien im Arbeitszeugnis zum andern nicht nur technische Aufgaben oder untere Managementfunktionen aufgeführt, indem der Beschwerdegegner beispielsweise auch Personalentscheide habe treffen können. Es sei nicht ersichtlich, weshalb die Vorinstanz dem Arbeitszeugnis mehr Beweiskraft beigemessen habe als den Ausführungen des Verwaltungsratspräsidenten, zumal diese mit der arbeitsvertraglichen Regelung und dem Funktionsbeschrieb übereinstimmten. Dass der Beschwerdegegner auch Einblick in die finanziellen Gegebenheiten gehabt habe und diese im Rahmen seiner Leitungsfunktion als Geschäftsführer habe beeinflussen können, zeige auch eine von der Vorinstanz ausser Acht gelassene E-Mail vom 24. März 2021, woraus ersichtlich sei, dass der Beschwerdegegner als Ersatz des ausgeschiedenen Geschäftsführers die Gesellschaft geleitet habe. Entgegen der Vorinstanz erlaube die Lohnhöhe von jährlich Fr. 92'300.- brutto bzw. ab Januar 2018 Fr. 97'500.- brutto im vorliegenden Kontext keine Rückschlüsse auf den tatsächlichen Einfluss auf die Gesellschaft.