Citation: 4D_1/2023 E. 4.1

4.1. Die Beschwerdeführerin rügt, die Vorinstanz habe einen Verzicht des Beschwerdegegners auf die wirtschaftliche Aufklärung willkürlich verneint. Allein der Umstand, dass es für die Beschwerdeführerin unbegreiflich ist, dass die Vorinstanz die angebliche Erklärung des Beschwerdegegners, Geld spiele keine Rolle, nicht "eindeutig" als Verzicht wertet, begründet allerdings keine Willkür. Nichts daran vermögen die weiteren von der Beschwerdeführerin dargelegten Umstände zu ändern, wonach eine Nachfrage beim Beschwerdegegner unangebracht gewesen sein soll (z.B. aufgrund dessen Vermögensverhältnisse oder des Umstandes, dass er sich wegen der Komplexität des Eingriffs bewusst für eine Privatklinik entschieden habe). Keiner dieser Umstände zeigt auf, dass es offensichtlich unhaltbar ist, wenn die Vorinstanz einen Aufklärungsverzicht des Beschwerdegegners verneint. Vielmehr ist der Vorinstanz darin zuzustimmen, dass aus einer derart allgemein gehaltenen Äusserung (Geld spiele keine Rolle) nicht auf einen Verzicht des Beschwerdegegners auf weitere Aufklärungen geschlossen werden kann. Soweit die Beschwerdeführerin eine willkürliche antizipierte Beweiswürdigung und damit eine Verletzung des rechtlichen Gehörs rügt, weil die Vorinstanz auf die Zeugenbefragung von Prof. C.________ verzichtet habe, vermag sie ebenfalls nicht durchzudringen. Ein Gericht darf auf ein beantragtes Beweismittel verzichten, wenn es ohne Willkür in vorweggenommener Beweiswürdigung annehmen durfte, eine weitere Beweiserhebung würde seine Überzeugung nicht beeinflussen (BGE 134 I 140 E. 5.3; 130 II 425 E. 2.1; 129 I 151 E. 4.2). Vorliegend hätte Prof. C.________ nur die angebliche Aussage des Beschwerdegegners und deren Eindeutigkeit aus seiner Sicht bestätigt. Eine solche Bestätigung hätte allerdings nichts daran geändert, dass aus einer derart abstrakten Äusserung kein Informationsverzicht abgeleitet werden kann. Entsprechend durfte die Vorinstanz in zulässiger antizipierter Beweiswürdigung auf die Aussage von Prof. C.________ verzichten. Soweit die Beschwerdeführerin alsdann eine willkürliche Rechtsanwendung rügt und geltend macht, gemäss der Vorinstanz sei ein Aufklärungsverzicht nur bei genauer Aufklärung des Patienten möglich, gibt sie die massgeblichen Erwägungen der Vorinstanz unzutreffend wieder. Die Vorinstanz setzte keine umfassende wirtschaftliche Aufklärung vorgängig zum Verzicht voraus. Sie hielt fest, der Patient habe zumindest Anspruch auf eine rudimentäre Aufklärung, bevor ein entsprechender Verzicht angenommen werden könne. Die Beschwerdeführerin hätte daher konkret behaupten müssen, was sie denn "genau" mit dem Beschwerdegegner angesprochen habe. Dies habe sie unterlassen und habe damit nicht einmal eine rudimentäre Aufklärung dargetan. Was an dieser Erwägung widersprüchlich sein soll, ist nicht ersichtlich. Es wird seitens der Beschwerdeführerin nicht behauptet, dass sie ausreichend dargelegt hätte, was genau mit dem Beschwerdegegner angesprochen worden sein soll. Eine willkürliche Rechtsanwendung ist daher nicht zu erkennen.