Citation: 6B_339/2009 07.08.2009 E. 3

3.1 Der Beschwerdeführer stellt weiter fest, dass die vorinstanzliche Prüfung betreffend Schnittstellen altes/neues Recht bezüglich junger Erwachsener "viel zu bzw. unverantwortlich kursorisch erfolgt". Die Verlockungen der Elektronik-, Werbe- und PR-Welt liessen sich ganz besonders gut durch Arbeitsmassnahmen bekämpfen. Erst wer richtig arbeite, habe keine Zeit, sich um die "vermeintlichen Heilsversprechen" zu kümmern. Gleichzeitig könne wieder leichter Zugang zu den Grundbedürfnissen dieser Welt verschafft werden. Die Vorinstanz habe weder etwas von Art. 100 Abs. 2 aStGB noch von Art. 100bis Ziff. 1 aStGB wissen wollen. Dies stelle eine krass ungenaue und arg malträtierende Handhabung von bewährtem Bundesrecht dar und sei deshalb absolut unduldbar. Die Vorinstanz habe altes Recht für anwendbar erklärt, handhabe dieses aber trotzdem unkorrekt (Beschwerdeschrift, S. 9). Der Beschwerdeführer verlangt somit sinngemäss die Einweisung in eine Arbeitserziehungsanstalt (nach neuem Recht eine Massnahme für junge Erwachsene genannt) statt der Ausfällung einer Freiheitsstrafe. 3.2 Die Vorinstanz beruft sich auf die ihrer Ansicht nach überzeugenden Argumentation des erstinstanzlichen Urteils vom 20. Februar 2008, weshalb im vorliegenden Fall eine Massnahme für junge Erwachsene nicht in Frage komme. Eine Massnahmebedürftigkeit sei zwar aufgrund der vorhandenen kombinierten Persönlichkeitsstörung vorhanden, gleichzeitig bestünden aber bezüglich der Massnahmefähigkeit des Beschwerdeführers unüberwindbare Zweifel. Seine bis anhin vordergründigen Einsichten hätten keinerlei Auswirkungen auf sein Verhalten gehabt. Trotz verschiedenster Interventionsversuche müsse eine progrediente Straffälligkeit festgestellt werden. Ein u.a. übersteigertes Selbstwertgefühl, mangelnde Empathiefähigkeit, pathologisches Lügen, sowie das Fehlen von Schuldgefühlen stelle eine tiefgreifende und anhaltende dissoziale Störung mit emotionaler Instabilität dar, welche nur schwer beeinflussbar sei. Diese Einschätzung stehe im Widerspruch zum Zweck der Massnahme für junge Erwachsene, wobei auch die Massnahmewilligkeit im Zeitpunkt der Begutachtung klar nicht gegeben gewesen sei. Im Gutachten sei deshalb die Vermutung geäussert worden, dass sich der Beschwerdeführer bei einer Verlegung in eine Massnahmevollzugsanstalt bessere Chancen ausrechne, sich dort mit seinem subtilen, aggressiven, manipulativen Verhalten erneut durchsetzen zu können oder sich bessere Entweichungsmöglichkeiten erhoffe (angefochtenes Urteil, S. 46 f. mit Hinweisen auf die erstinstanzlichen Ausführungen sowie das zitierte Gutachten). 3.3 Die Ausführungen der Vorinstanz sind nicht zu beanstanden. Der Beschwerdeführer legt nicht dar, inwiefern die vorinstanzliche und gutachterliche Einschätzung der Massnahmefähigkeit und -willigkeit des Beschwerdeführers nicht korrekt sein sollen. Dies ist im Übrigen auch nicht ersichtlich. Er beschränkt sich auf eine grundsätzliche Klage über die "perfidesten Werbe- und PR-Mittel", welche suggerierten, eine Lebenskarriere sei ohne die modernen Kommunikationsmittel nicht möglich, weshalb junge Erwachsene mit notorisch zuwenig finanziellen Mitteln besonders anfällig seien, "sich mit Nachdruck Zugang in diese Gesellschaft" verschaffen zu wollen (Beschwerdeschrift, S. 6 f.). Das vom Beschwerdeführer angeführte Argument einer falschen Anwendung des Massnahmerechts gemäss Art. 100 Abs. 2 und 100bis Ziff. 1 StGB durch die Vorinstanz ist ebenfalls nicht stichhaltig. Nach dem Grundsatz von Art. 2 Abs. 1 StGB wird nach dem Strafgesetzbuch beurteilt, wer nach dessen Inkrafttreten ein Verbrechen oder Vergehen begangen hat. Gemäss Abs. 2 derselben Bestimmung gelangt, wenn der Täter vor Inkrafttreten des Gesetzes ein Verbrechen oder Vergehen begangen hat, das neue Recht zur Anwendung, sofern es für den Täter das mildere ist. Erweisen sich die Regelungen des alten und des neuen Rechts für den konkreten Täter als gleichwertig, findet nach dieser gesetzlichen Ordnung somit das alte Recht Anwendung. Von dieser allgemeinen Bestimmung über den zeitlichen Geltungsbereich des Gesetzes schafft Ziff. 2 Abs. 1 der Schlussbestimmungen der Änderung vom 13. Dezember 2002 für die aktuelle Revision des Allgemeinen Teils in Bezug auf das Massnahmenrecht eine spezielle Regelung. Danach sind die neuen Bestimmungen von Art. 56-65 und Art. 90 StGB auch auf diejenigen Täter anwendbar, die vor deren Inkrafttreten eine Tat begangen haben oder beurteilt worden sind. Die Bestimmung sieht somit die rückwirkende Anwendung des neuen Massnahmenrechts sowohl für verurteilte wie auch für noch nicht beurteilte Täter vor (BGE 134 IV 121 E. 3.1). Indem die Vorinstanz zur Beurteilung der Ausfällung einer Massnahme für junge Erwachsene das neue Massnahmerecht angewendet hat, verletzte sie kein Bundesrecht. Die Beschwerde erweist sich diesbezüglich als unbegründet.