Citation: 1C_429/2023 E. 3.4

3.4. Grundsätzlich stellen auch negative Verfügungen, mit denen ein Begehren abgewiesen wird, eine Verfügung dar (vgl. Art. 5 Abs. 1 lit. c VwVG). Den Beschwerdeführern ist auch einzuräumen, dass es Sinn und Zweck der Verbandsbeschwerde widersprechen würde, den kantonalen Heimatschutzverbänden die Rekursmöglichkeit nur gegen Verfügungen einzuräumen, die Schutzmassnahmen anordnen, nicht aber gegen Verfügungen, mit denen die Gemeinde auf die Unterschutzstellung bzw. die Anordnung von Schutzmassnahmen gänzlich verzichtet, denn gerade in diesem Fall sind die öffentlichen Interessen des Heimatschutzes gefährdet. Allerdings besteht keine Verpflichtung der Kantone, die Verbandsbeschwerde einzuführen. Insofern dürfen sie deren Anwendungsbereich auch einschränken, z.B. auf gewisse Schutzinstrumente. Die Beschwerdeführer setzen sich mit der Argumentation des Obergerichts, wonach die Verbandsbeschwerde nach dem Wortlaut von Art. 111 Abs. 2 BauG/AR, der Entstehungsgeschichte und dem systematischen Zusammenhang auf Planungsinstrumente (Zonenplan und Schutzverordnung) beschränkt sei, nicht genügend auseinander und zeigen nicht auf, inwiefern diese Beschränkung unhaltbar sei. Ihre Behauptung, jede Einzelschutzverfügung habe zwangsläufig einen Eintrag im kommunalen Schutzzonenplan zur Folge und sei daher einer Änderung eines Zonenplans oder einer Schutzverordnung gleichzustellen, wird nicht näher belegt und wird von der Beschwerdegegnerin bestritten. Aus den von den Beschwerdeführern beiläufig zitierten Bestimmungen des BauG/AR und der BauV/AR geht denn auch keineswegs zwingend hervor, dass jede Einzelschutzverfügung zu einer Anpassung der Schutzzonenplanung führt; vielmehr werden Zonenpläne, Schutzverordnungen und Einzelschutzverfügungen in Art. 80 Abs. 4, 81 Abs. 1, 88 Abs. 2 und 4 BauG/AR sowie den Art. 32 ff. BauV/AR als selbstständige, alternative Schutzinstrumente genannt (vgl. insbes. Art. 34 Abs. 1 BauV/AR, wonach Natur- und Kulturobjekte "auch durch Einzelverfügung oder durch Vereinbarung (...) unter Schutz gestellt werden können"). Dass die Gemeinde ihr Ermessen willkürlich ausgeübt habe, indem sie für die Unterschutzstellung des Bahnhofsgebäudes Trogen nur die Einzelschutzverfügung als geeignetes Instrument geprüft habe, wird von den Beschwerdeführern nicht geltend gemacht. Auch die gesetzliche Differenzierung zwischen Planungsinstrumenten einerseits und Einzelschutzverfügungen andererseits wird nicht als willkürlich beanstandet.