Citation: 4A_124/2022 E. 3.1

3.1. Die Vorinstanz erwog dazu, diese Bestimmung enthalte eine Schadloshaltungserklärung zugunsten des Beschwerdeführers für Kosten, die ihm durch einen allfälligen Einbezug in zivil- oder strafrechtliche Verfahren im Zusammenhang mit seiner Tätigkeit bei der Beschwerdegegnerin entstünden, aber nur "soweit im Rahmen der anwendbaren Versicherungen keine Versicherungsdeckung" bestehe. Es stelle sich somit vorab die Frage, was unter dem Begriff der "Versicherungsdeckung" zu verstehen sei. Der Beschwerdeführer wolle ihn offenbar mit "Zahlung durch die Versicherung" gleichsetzen. Soweit ersichtlich, habe vor der Erstinstanz allerdings keine Partei ein dahin gehendes übereinstimmendes Verständnis dieses Ausdrucks behauptet. Gegenteiliges werde in den Berufungseingaben jedenfalls nicht aufgezeigt. Welcher wirkliche Sinn der Wendung "soweit... keine Versicherungsdeckung besteht" zukomme, sei deshalb durch objektivierte Auslegung zu eruieren. Nach allgemeinem und auch juristischem Sprachverständnis verstehe man unter "Versicherungsdeckung" das Vorliegen von Versicherungsschutz mit einem spezifischen Deckungsumfang. Sie liege vor, wenn bezüglich eines Risikos alle Komponenten eines Versicherungsschutzes definiert und eingeschlossen seien. Im Einzelfall bestimme sich die Versicherungsdeckung vor allem nach dem Versicherungsvertrag und den allgemeinen Versicherungsbedingungen. Versicherungsdeckung bedeute also, für den Eintritt eines bestimmten Risikos versichert zu sein, über Versicherungsschutz zu verfügen. Das sei dann der Fall, wenn ein Schaden bzw. das verwirklichte Risiko in den in den Versicherungsbedingungen festgelegten Umfang falle, wenn der Versicherer für ein bestimmtes Ereignis also eine Versicherungsleistung zu erbringen habe. Massgebend sei mithin die Leistungspflicht, nicht deren allfällige Erfüllung (Zahlung). Versicherungsdeckung bestehe somit dann und in dem Umfang, in welchem der Versicherte gegenüber dem Versicherer einen Anspruch auf Versicherungsleistung habe, und nicht insoweit, als der Versicherer eine Versicherungsleistung bereits erbracht habe.