Citation: U 87/01 24.07.2002 E. 3.2

Hat der Versicherte nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihm an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung für die Invaliditätsbemessung Tabellenlöhne herangezogen werden, wie sie in der LSE enthalten sind. Dabei ist auf die standardisierten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) abzustellen, wobei jeweils vom so genannten Zentralwert auszugehen ist. Zu berücksichtigen ist, dass den Auswertungen in der Tabellengruppe A eine einheitliche Arbeitszeit von 40 Stunden in der Woche zugrunde liegt, während die effektive durchschnittliche Arbeitszeit seit 1999 41.8 Stunden (Die Volkswirtschaft, 7/2002, Tabelle B9.2, S. 88) betrug. Auch ist vom Bruttolohn auszugehen, wie er dem jeweils in Betracht fallenden Anforderungsniveau des Arbeitsplatzes entspricht (BGE 126 V 77 Erw. 3b/bb). Vom so ermittelten Tabellenlohn kann unter bestimmten, von der Rechtsprechung umschriebenen Voraussetzungen ein Abzug vorgenommen werden, wobei der Abzug für sämtliche in Betracht fallenden Umstände (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad) gesamthaft zu schätzen und unter Berücksichtigung aller jeweils in Betracht fallender Merkmale auf höchstens 25% zu beschränken ist (BGE 126 V 79 Erw. 5b, bestätigt in AHI 2002 S. 62). Gemäss Tabelle A1 der LSE 1998 belief sich der Zentralwert für die mit einfachen und repetitiven Arbeiten beschäftigten Männer im privaten Sektor im Jahr 1998 auf Fr. 4268.- (einschliesslich 13. Monatslohn), was umgerechnet auf die betriebsübliche durchschnittliche Arbeitszeit von 41.8 Stunden und unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung von 0.3% im Jahre 1999 (Die Volkswirtschaft, 7/2002, Tabelle B10.2, S. 89) ein Jahreseinkommen von Fr. 53'680.- ergibt. Was den Abzug vom Tabellenlohn betrifft, fällt ein solcher unter dem Titel der leidensbedingten Einschränkung in Betracht, weil der Beschwerdeführer zufolge der gesundheitlichen Beeinträchtigung auch im Rahmen einer zumutbaren Tätigkeit vermehrt Pausen einzuschalten hat; dagegen ist der Abzugsgrund der Teilzeitbeschäftigung nicht gegeben, da ihm im Rahmen der Nichteignungsverfügung eine Tätigkeit ganztags möglich und zumutbar ist. Auch rechtfertigt die relativ kurze Anstellungszeit bei der bisherigen Arbeitgeberin keine Mitberücksichtigung des Dienstalters. Anhaltspunkte dafür, dass der seit 1974 in der Schweiz erwerbstätige Versicherte wegen seiner ausländischen Staatsangehörigkeit lohnmässig benachteiligt wäre, liegen keine vor. Nicht gehört werden kann schliesslich der Einwand, wegen der nicht genau abschätzbaren Risiken der Behinderung für den Betrieb sei der Abzug zu erhöhen, zumal diese aufgrund der Nichteignungsverfügung der SUVA durchaus kalkulierbar sind. Unter diesen Umständen erscheint ein Abzug vom Tabellenlohn von etwas über 10% als angemessen. Da dieselben Überlegungen auch gegen einen höheren Abzug vom gestützt auf die DAP-Angaben ermittelten Jahreseinkommen sprechen, besteht kein Grund, von dem von der SUVA angenommenen Invalideneinkommen von Fr. 47'420.- abzugehen. Verglichen mit dem Valideneinkommen, welches unbestrittenermassen auf Fr. 64'740.- festzusetzen ist, ergibt sich somit ein Invaliditätsgrad von gut 25%, wie ihn die SUVA dem Rentenentscheid zugrundegelegt hat.