Citation: 2C_115/2022 E. 4.1

4.1. Die Vorinstanz anerkannte, dass der unerfüllt gebliebene Kinderwunsch die eheliche Beziehung durchaus stark belastet hatte. Sie würdigte dabei, dass es in diesem Zusammenhang zu ehelichen Spannungen und Auseinandersetzungen gekommen sei und dass der Beschwerdeführer durch die Umstände der Trennung und das Festhalten der Ehefrau am Kinderwunsch emotional und psychisch stark belastet wurde. Der Beschwerdeführer vermöge jedoch nicht aufzuzeigen, dass eine von der Rechtsprechung geforderte Gewaltausübung seitens der Ehefrau vorliege. Dass die Ehefrau hartnäckig an ihrem Kinderwunsch festgehalten habe und sich der Beschwerdeführer psychisch schwer unter Druck gesetzt gefühlt habe, ihn dies belastet habe sowie dass das Einmischen der im gleichen Haushalt lebenden Schwiegermutter die vorhandenen ehelichen Spannungen akzentuiert haben könnte, sei nicht mit ehelicher oder häuslicher Gewalt im Sinne von Art. 50 Abs. 2 AIG gleichzusetzen. Weiter könne er beweismässig seine Behauptung, dass seine Ehefrau ihn nebst Ausübung von psychischer Gewalt teilweise auch geschlagen sowie mit einem Messer angegriffen habe, nicht belegen. Er habe sich auch nie an eine Opferhilfestelle gewandt oder anderweitige Hilfsangebote in Anspruch genommen. Selbst die Strafanzeige gegen seine Ehefrau wegen Nötigung vom 27. Februar 2020 sei erst nach dem negativem Rekursentscheid vom 27. Januar 2020 und nachdem die Rekursinstanz in ihrem Entscheid auf das Fehlen der Einleitung eines entsprechenden Strafverfahrens und das Erfordernis von Nachweisen im Sinne von Art. 77 Abs. 6 VZAE hingewiesen hatte, erfolgt. Überdies vermöchte auch eine erfolgreiche Anfechtung der Verfügung, mit welcher das Verfahren mangels weiterer sachlicher Beweise eingestellt wurde (vgl. Bst. C oben), die geforderte intensive Gewaltausübung nicht zu belegen. Die aktenkundigen Vorfälle (Ersuchen der Ehefrau um Hilfe wegen häuslicher Gewalt sowie vom Zwangsmassnahmengericht des Bezirks Zürich erlassenes Kontaktverbot gegenüber dem Beschwerdeführer) würden vielmehr den Schluss nahelegen, dass der Beschwerdeführer einen nicht unerheblichen Beitrag zu den einzelnen Auseinandersetzungen leistete, diese insofern keineswegs allein von der Ehefrau ausgingen und der Beschwerdeführer damit nicht durchgängig das Opfer war.