Citation: 1P.177/2001 12.10.2001 E. 2

2.- a) Zu prüfen bleibt, ob die im angefochtenen Entscheid enthaltenen Sachverhaltsannahmen zum Fortbestehen der Organisation Curica willkürlich sind. Willkür liegt nach der Rechtsprechung nicht schon vor, wenn eine andere Lösung ebenfalls vertretbar erscheint oder gar vorzuziehen wäre. Das Bundesgericht hebt einen kantonalen Entscheid wegen materieller Rechtsverweigerung nur auf, wenn er offensichtlich unhaltbar ist, zur tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft. Willkür liegt sodann nur vor, wenn der Entscheid nicht bloss in der Begründung, sondern auch im Ergebnis unhaltbar ist (BGE 127 I 54 E. 2b, 60 E. 5a S. 70, je mit Hinweisen). b) Die Beschwerdeführerin ist der Auffassung, es lägen für die Vermutung, die kriminelle Organisation bestehe fort, keine ausreichenden tatbeständlichen Anhaltspunkte vor. Die leitenden Mitglieder der Organisation seien im Juni 1994 auf einer Farm im brasilianischen Staat Tocantins festgenommen worden, und G.________, das Haupt der Organisation, sei nach seiner Flucht im Mai 1997 erneut verhaftet worden. Das Appellationsgericht weist im angefochtenen Entscheid darauf hin, dass die Organisation auch bei der erstmaligen Inhaftierung von G.________ sowie während dessen Flucht nach Europa ihre Tätigkeit fortgesetzt habe. Gestützt auf die Aussagen eines Agenten der amerikanischen Drug Enforcement Agency (DEA) geht es davon aus, dass die Mitglieder der Organisation nur bei Kokaintransporten zusammenwirkten, im Übrigen aber anderen Beschäftigungen nachgingen, weshalb selbst bei momentaner Inaktivität nicht auf die Liquidation der Organisation geschlossen werden könne. Aufgrund der dichten Struktur der Organisation sei zudem höchst unwahrscheinlich, dass diese seit der Festnahme einzelner Personen die deliktische Tätigkeit endgültig eingestellt habe. Die vom Appellationsgericht angeführten Argumente sind stichhaltig und nachvollziehbar; was die Beschwerdeführerin dagegen vorbringt, erschöpft sich in blossen Mutmassungen. Die Annahme, die kriminelle Organisation bestehe fort, beruht somit nicht auf einer willkürlichen Würdigung der Beweise.