Citation: 2C_216/2020 E. 2.4.2

2.4.2. Der Unterstützungsabzug setzt voraus, dass die unterstützende Person an den Unterhalt einer erwerbsunfähigen oder beschränkt erwerbsfähigen Person beiträgt. Die beiden Personen dürfen sich dabei weder in rechtlich und tatsächlich ungetrennter Ehe noch in rechtlich und tatsächlich ungetrennter eingetragener Partnerschaft befinden (IVO P. BAUMGARTNER/OLIVIER EICHENBERGER, in: Martin Zweifel/Michael Beusch [Hrsg.], Kommentar zum DBG, 3. Aufl. 2017 [nachfolgend: BSK-DBG], N. 31 zu Art. 35 DBG). Der Unterstützungsabzug trägt der verminderten wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der unterstützten Person Rechnung (CHRISTINE JACQUES, in: Yves Noël/Florence Aubry Girardin, Commentaire romand, LIFD, 2. Aufl. 2017 [nachfolgend: Comm. LIFD], N. 35 zu Art. 35 DBG; PETER LOCHER, Kommentar DBG, I. Teil, 2. Aufl. 2019, N. 35 zu Art. 35 DBG). Die unterstützte Person muss aus objektiven, vom eigenen Willen losgelösten Gründen finanziell bedürftig sein, weil sie erwerbsunfähig oder beschränkt erwerbsfähig ist (JACQUES, in: Comm. LIFD, N. 38-40 zu Art. 35 DBG). An diesem objektiven Element fehlt es etwa, wenn jemand in Wahrnehmung einer subjektiven Präferenz die bisherige Erwerbstätigkeit einschränkt oder aufgibt, um ein Zweitstudium in Angriff zu nehmen (Urteil 2C_331/2009 vom 14. Oktober 2009 E. 2.2). Die Unterstützung muss zudem unentgeltlich erfolgen (Urteil 2C_427/2014 / 2C_428/2014 vom 13. April 2015 E. 6.1). Im Fall eines Konkubinats stellt namentlich die alleine oder überwiegend alleine erbrachte Haushaltsführung eine den Abzug ausschliessende (Gegen-) Leistung des einen an den anderen Konkubinatspartner dar (JACQUES, in: Comm. LIFD, N. 43 zu Art. 35 DBG; LOCHER, Komm. DBG, N. 40 zu Art. 35 DBG; BAUMGARTNER/EICHENBERGER, in: BSK-DBG, N. 25a zu Art. 35 DBG). Unschädlich sind lediglich unregelmässige, ganz geringfügige Dienstleistungen, die nicht im hauptsächlichen Interesse der Lebensgemeinschaft erfolgen (so schon BGE 81 I 72 vom 1. April 1955).