Citation: 6S.64/2003 03.08.2003 E. 1

Die Nichtigkeitsbeschwerde kann nur damit begründet werden, dass die angefochtene Entscheidung eidgenössisches Recht verletze (Art. 269 Abs. 1 BStP). Ausführungen, die sich gegen die tatsächlichen Feststellungen des Entscheides richten, sind unzulässig (Art. 273 Abs. 1 lit. b BStP). Der Kassationshof ist im Verfahren der Nichtigkeitsbeschwerde an den von der kantonalen Behörde festgestellten Sachverhalt gebunden (Art. 277bis Abs. 1 BStP). Soweit der Beschwerdeführer von einem abweichenden Sachverhalt ausgeht oder ihn ergänzt, kann auf die Beschwerde somit nicht eingetreten werden. 1.1 Die Vorinstanz beschreibt die Persönlichkeit der Beschwerdegegnerin und ihre Situation, in der sie sich in der Tatnacht befand, wie folgt: Die knapp zwanzigjährige Beschwerdegegnerin, die aus Somalia stammt und wegen einer Lernbehinderung mehrere Jahre im Schulheim X.________ verbrachte, sei durch eine strenge religiöse Erziehung geprägt; deshalb sei nachvollziehbar, dass sie völlig verängstigt gewesen sei und sich in einem Ausnahmezustand befunden habe. Dies insbesondere, wenn man sich vergegenwärtige, was der Verlust der Jungfräulichkeit vor ihrem religiös-sittlichen Hintergrund für sie bedeuten würde. In diesem Zustand seien ihr die im Nebenzimmer anwesenden Kollegen des Beschwerdeführers nicht als mögliche Hilfe, sondern als Bedrohung erschienen, zumal sie damit habe rechnen müssen, dass diese aus Loyalität eher zum Beschwerdeführer halten würden. Für die Familie der Beschwerdegegnerin habe es offensichtlich überhaupt keine Rolle gespielt, ob sie ihre Jungfräulichkeit freiwillig oder unter Zwang verloren hatte. Sie sei denn auch tatsächlich von ihrem Verlobten verlassen und von ihrer Familie verstossen worden, obwohl sie allen von der Vergewaltigung erzählt hatte. Weiter hält die Vorinstanz fest, der Beschwerdeführer habe trotz der wiederholten und klar wahrnehmbaren Äusserung der Beschwerdegegnerin, sie wolle nicht mit ihm schlafen, den Geschlechtsverkehr an ihr vollzogen. Er habe dabei ihren Widerstand, der sich im Zusammenpressen der Beine manifestiert habe, dadurch gebrochen, dass er ihre Beine auseinandergedrückt und sich mit seinem gesamten Körpergewicht auf sie gelegt habe. Dabei sei die Beschwerdegegnerin durch die im anderen Raum anwesenden Kollegen des Beschwerdeführers, die Situation an sich und insbesondere aufgrund der durch die Defibulation zu erwartenden Schmerzen und späteren Konsequenzen stark eingeschüchtert gewesen, was sie daran gehindert habe, sich weitergehend gegen den Beschwerdeführer zur Wehr zu setzen. 1.2 Wenn der Beschwerdeführer vorbringt, es sei unbestritten, dass er keine unüblichen Anstrengungen unternommen habe, um die Beschwerdegegnerin irgendwie ihrer Abwehrmöglichkeiten zu berauben (z.B. Festhalten der Arme, Zuhalten des Mundes etc.); wendet er sich gegen den verbindlich festgestellten Sachverhalt. Danach hat der Beschwerdeführer die Beine der Beschwerdegegnerin, die sie fest zusammengepresst hatte, gewaltsam auseinandergerissen. Auf die Vorbringen des Beschwerdeführers ist somit nicht einzutreten. Ebenso wenig einzutreten ist auf die Annahme des Beschwerdeführers, die Beschwerdegegnerin habe die Beine kaum spürbar zusammengepresst bzw. der Beschwerdeführer habe keinen nennenswerten Kraftaufwand benötigt, um diese auseinanderzudrücken. Denn die Vorinstanz erachtete die Aussage der Beschwerdegegnerin, "ich habe die Beine fest zusammengedrückt", als glaubwürdig. Wenn jemand die Beine "fest" zusammendrückt, bedarf es auch eines erheblichen Kraftaufwandes, um sie auseinanderzudrücken. Soweit der Beschwerdeführer davon ausgeht, er sei relativ klein und schmächtig und der Beschwerdegegnerin gar nicht oder höchstens geringfügig körperlich überlegen gewesen, ist er nicht zu hören. Die Vorinstanz hat nämlich keine derartigen Feststellungen getroffen. Der Beschwerdeführer macht geltend, aus den Aussagen der Beschwerdegegnerin gehe sinngemäss hervor, dass es nicht das Auseinanderdrücken der Beine, sondern ein sich aus der Situation ergebender psychischer Druck gewesen sei, der ihren Widerstand gebrochen habe. Damit widerspricht der Beschwerdeführer den oben erwähnten verbindlichen Feststellungen der Vorinstanz (E. 1.1), was unzulässig ist.