Citation: 4A_580/2017 E. 3.2

3.2. Unter den Titeln "Online-Verwertung", "Die Vergütungen der On-Demand-Anbieter", "Warenbewegungen", "Dokumentation über ausgeschiedene/vernichtete Einheiten" und "Domaine Public" übt die Beschwerdeführerin unzulässige inhaltliche Kritik am angefochtenen Schiedsentscheid. So bringt sie etwa vor, das Schiedsgericht gehe trotz fehlender Erfüllung des vertraglich vorgesehenen Schrifterfordernisses und trotz der Schutzbestimmung zugunsten des Künstlers in Art. 16 Abs. 2 URG davon aus, dass zumindest eine nachträgliche Vertragsergänzung vorliege und der Beschwerdegegnerin die Online-Verwertung eingeräumt worden sei. Es beurteile die Einräumung des Rechts auf Online-Verwertung vorab isoliert von der Höhe der Vergütung für diese Verwertung; dies sei "[...] deshalb nicht zulässig, weil es sich bei der Lizenz, also beim Preis über die schuldrechtlich erteilte, nicht als Teilrecht von Art. 33 Abs. 2 URG erteilte Befugnis zur Online-Verwertung, um einen (objektiv) wesentlichen Vertragspunkt [handle]". Mit ihrer ausführlichen Kritik an der nach ihrer Ansicht unzulässigen Vertragsergänzung durch das Schiedsgericht verkennt die Beschwerdeführerin, dass nach der gesetzlichen Regelung die materiellrechtliche Überprüfung eines internationalen Schiedsentscheids durch das Bundesgericht auf die Frage beschränkt ist, ob ein Schiedsspruch mit dem Ordre public vereinbar ist (Art. 190 Abs. 2 lit. e IPRG; BGE 127 III 576 E. 2b S. 578; 121 III 331 E. 3a S. 333). Die Beschwerdeführerin zeigt auch keine Verletzung des rechtlichen Gehörs (Art. 190 Abs. 2 lit. d IPRG) auf, indem sie zahlreiche ihrer Vorbringen im Rahmen des Schiedsverfahrens auflistet und in der Folge jeweils behauptet, das Schiedsgericht habe in seinem Entscheid ihre Argumente, Tatsachenbehauptungen und Beweise nicht gewürdigt. Damit lässt sie ausser Acht, dass der angefochtene Schiedsspruch - trotz fehlenden Anspruchs darauf - äusserst ausführlich begründet wurde und verkennt den Gehalt der aus Art. 190 Abs. 2 lit. d IPRG abgeleiteten minimalen Pflicht der Schiedsrichter, die entscheiderheblichen Fragen zu prüfen und zu behandeln. Inwiefern es ihr verunmöglicht worden wäre, ihren Standpunkt in das Verfahren einzubringen, vermag die Beschwerdeführerin nicht aufzuzeigen.