Citation: 1P.333/2000 25.08.2000 E. A

A.- Am 4. Dezember 1997 kam es zwischen K.________ und seiner von ihm im September 1995 geschiedenen Ehefrau zu einer Auseinandersetzung, wobei diese durch einen Schuss aus der Pistole von K.________ schwer verletzt wurde. Noch am selben Tag wurde K.________ in Luzern polizeilich festgenommen und tags darauf vom Amtsstatthalter von Luzern-Land wegen dringenden Verdachts eines Tötungsversuchs sowie wegen Kollusions-, Wiederholungs- und Fluchtgefahr in Untersuchungshaft gesetzt. Nachdem K.________ mehrmals erfolglos vor dem Haftrichter und dem Obergericht seine Haftentlassung beantragt hatte, wurde er am 9. Juli 1999 gestützt auf einen Rekursentscheid des Obergerichts unter Auflagen aus der Haft entlassen. Inzwischen hatte die Staatsanwaltschaft des Kantons Luzern gestützt auf den Überweisungsentscheid des Amtsstatthalteramts Luzern-Land vom 23. April 1999 gegen K.________ Anklage wegen versuchter Tötung sowie mehrfacher Widerhandlung gegen die Waffengesetzgebung erhoben. Hinsichtlich der auf den 11. Februar 2000 angesetzten Hauptverhandlung vor dem Kriminalgericht beantragte K.________ mit Schreiben vom 4. Februar 2000 den Ausstand des Gerichtspräsidenten Werner Bachmann. Unmittelbar vor der Verhandlung vom 11. Februar 2000 eröffnete das Kriminalgericht K.________, dass es das Ablehnungsbegehren unter Ausschluss von Werner Bachmann abgewiesen habe und verwies für die Begründung auf den noch zuzustellenden Entscheid. Anschliessend wurde die Hauptverhandlung unter der Leitung von Werner Bachmann durchgeführt. Das Kriminalgericht fällte am gleichen Tag das Strafurteil und stellte es den Betroffenen am 16. Februar 2000 im Dispositiv zu. Darin sprach es K.________ des Tötungsversuchs sowie der mehrfachen Widerhandlung gegen verschiedene Bestimmungen der Waffengesetzgebung schuldig und verurteilte ihn zu 5 Jahren Zuchthaus, abzüglich 587 Tagen Untersuchungshaft. Gleichzeitig ordnete es eine ambulante psychotherapeutische Behandlung ohne Aufschub des Strafvollzugs sowie eine Landesverweisung von 8 Jahren an. Das Kriminalgericht befand auch über die Einziehung verschiedener Gegenstände und beurteilte die von S.________, der geschiedenen Ehefrau von K.________, geltend gemachten Genugtuungs- und Schadenersatzansprüche. Am 18. Februar 2000 stellte das Kriminalgericht den Verfahrensbeteiligten die Begründung zu seinem am 11. Februar 2000 gefällten Entscheid betreffend Ausstand des Kriminalgerichtspräsidenten Bachmann zu. Gegen den Ausstandsentscheid sowie das Strafurteil des Kriminalgerichts beschwerte sich K.________ beim Obergericht des Kantons Luzern und beantragte die Aufhebung beider Hoheitsakte sowie die Rückweisung der Strafsache an das Kriminalgericht zur Beurteilung in vollständig neuer Besetzung. Im Hinblick auf das obergerichtliche Verfahren stellte K.________ ein Ausstandsbegehren betreffend diejenigen Oberrichter, die sich mit seinen Haftentlassungsrekursen befasst hatten. Die II. Kammer des luzernischen Obergerichts wies die gegen den Ausstandsentscheid vom 11. Februar 2000 erhobene Beschwerde mit Entscheid vom 11. April 2000 ab. Da es den Entscheid nicht unter Mitwirkung eines der vom Ausstandsbegehren betroffenen Oberrichters fällte, behandelte es dieses prozessuale Gesuch nicht. Hinsichtlich des angefochtenen Strafurteils führte das Obergericht aus, es könne dieses in der Sache nicht prüfen, da das Urteil erst im Dispositiv vorliege. Weiter legte es dar, zufolge der Unbegründetheit der gegen den Ausstandsentscheid erhobenen Beschwerde bestehe kein formeller Grund für die Aufhebung des Sachurteils.