Citation: 8C_666/2013 E. 3.3

3.3. Eine Veränderung von versicherungsmedizinischen Beurteilungsparametern kann zu einer abweichenden ärztlichen Schlussfolgerung hinsichtlich eines tatsächlich gleich gebliebenen Zustandes führen. Eine neue medizinische Beurteilung, die mit der Entwicklung der Rechtsprechung zur Invalidität bei psychosomatischen Leiden (BGE 131 V 49; 130 V 352; vgl. auch BGE 136 V 279 und 132 V 65) begründet wird, kann indessen weder unter dem Gesichtspunkt von Art. 17 ATSG noch unter einem anderen Anpassungstitel eine neue Beurteilung des Anspruchs veranlassen (BGE 135 V 201 und 215; vgl. aber für den Bereich der Invalidenversicherung nunmehr die Schlussbestimmung a der Änderung des IVG vom 18. März 2011). Im Rahmen einer festgestellten erheblichen Tatsachenänderung darf eine zwischenzeitlich veränderte Rechtspraxis jedoch berücksichtigt werden. Hingegen kann sie nicht als Grundlage für eine Wiedererwägung herangezogen werden, weil deren Voraussetzungen vor dem Hintergrund der Rechtspraxis im Zeitpunkt der rechtskräftigen Leistungszusprechung beurteilt werden (SVR 2012 IV Nr. 18 S. 81, 9C_418/2010 E. 4.1). Diese Grundsätze gelten auch für den Bereich der Unfallversicherung (vgl. in diesem Sinne Urteil 8C_766/2012 vom 18. Februar 2013 E. 5), wobei sich hier die Frage der invalidisierenden Wirkung des Beschwerdebildes nur selten stellt, da in aller Regel bereits ein adäquater Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis und dem pathogenetisch-ätiologisch unklaren syndromalen Beschwerdebild ohne nachweisbare organische Grundlage zu verneinen ist (vgl. dazu ALEXANDRA RUMO-JUNGO/ANDRÉ PIERRE HOLZER, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl. 2012, S. 132). Ist von einer erheblichen Verbesserung des Gesundheitszustandes nach der erlittenen HWS-Distorsion mit entsprechendem Beschwerdebild auszugehen, was die Vorinstanz annimmt und nachstehend noch zu überprüfen ist, lässt sich nicht beanstanden, wenn das kantonale Gericht in sinngemässer Anwendung der Rechtsprechung gemäss BGE 130 V 352 geprüft hat, ob dem verbliebenen Beschwerdebild nach erlittenem Schleudertrauma invalidisierende Wirkung zukommt.