Citation: 2C_813/2018 E. 5.2.2

5.2.2. Die Vorhaltung des Beschwerdeführers verfängt nicht. Der blosse Umstand, dass die Behörden ihm trotz seiner Vorstrafen eine Aufenthalts- bzw. Niederlassungsbewilligung erteilt haben, schafft keine hinreichende Vertrauensgrundlage dahingehend, dass diese Vorstrafen migrationsrechtlich generell nicht von Belang seien. Der Grundsatz von Treu und Glauben (Art. 5 Abs. 3 und Art. 9 BV) verbietet den Verwaltungsbehörden nicht, bereits früher erlangte Informationen im Lichte neuer Erkenntnisse für die Begründung einer belastenden Verfügung heranzuziehen (vgl. Urteil 2C_1077/2017 vom 8. Januar 2019 E. 4.4.2). Namentlich bleibt den Migrationsbehörden unbenommen, allfällige Vorstrafen trotz Bewilligungserteilung in einem späteren Widerrufsverfahren zur Beurteilung der Rückfallgefahr heranzuziehen. Die Vorinstanz ist vor diesem Hintergrund und in Anbetracht der seit Jahrzehnten anhaltenden Straffälligkeit des Beschwerdeführers zu Recht davon ausgegangen, dass ein Rückfall wahrscheinlich ist.