Citation: 1C_667/2018 E. 2.3

2.3. Ob eine Ausgabe als neu (§ 23 Abs. 1 und 2 KV/TG) oder gebunden (§ 23 Abs. 3 KV/TG) zu betrachten ist, ist nur dann massgebend, wenn die Ausgabenbewilligungskompetenz für den betreffenden Aufgabenbereich nicht abschliessend, d. h. unter Ausschluss des Finanzreferendums, vom Volk an das Parlament oder die Regierung delegiert worden ist. Eine Delegation von Ausgabenbewilligungskompetenzen ("Finanzdelegation") ist nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zulässig, wenn sie durch das kantonale Recht nicht ausgeschlossen wird, wenn sie in einem der Volksabstimmung unterliegenden Erlass erfolgt und wenn sie auf ein bestimmtes Gebiet beschränkt ist; zudem darf das Institut des Finanzreferendums nicht durch eine Mehrzahl von Kompetenzdelegationen ausgehöhlt werden (BGE 121 I 291 E. 2c S. 295; Urteile 1C_493/2009 vom 3. März 2010 E. 8, in: AJP 2010 S. 934; 1P.503/2005 vom 20. Januar 2006 E. 3.1, in ZBl 108/2007 S. 286; je mit Hinweisen). Vor diesem Hintergrund ist im Folgenden zunächst zu prüfen, ob die Kompetenz zur Bewilligung der umstrittenen Ausgabe von Fr. 550'000.-- an den Grossen Rat delegiert worden ist.