Citation: 1C_614/2021 E. 3.2

3.2. Vorliegend ist unbestritten, dass im Zeitpunkt der Einreichung des Baugesuchs durch die Beschwerdeführerinnen am 28. Oktober 2019 das PBG/SG sowie der Zonenplan und das BauR 2019 bereits in Kraft waren. Die Verfahrensbeteiligten gehen weiter übereinstimmend davon aus, dass der Überbauungsplan "Chastel" nach wie vor gilt, obschon er unter dem alten Recht erlassen wurde. Strittig ist hingegen, welche (Regelbau-) Vorschriften neben dem Überbauungsplan zur Anwendung kommen. Nach Ansicht der Beschwerdeführerinnen und der Baukommission im Baubewilligungsentscheid ist grundsätzlich auf die Bestimmungen des PBG/SG und des BauR 2019 abzustellen. Die Beschwerdegegnerinnen und die Vorinstanz wie auch das Departement halten dagegen die Vorschriften des BauG/SG und des BauR 2011 für massgebend. Die Frage ist dabei von entscheidender Bedeutung, ist das Bauvorhaben der Beschwerdeführerinnen bei Anwendung der altrechtlichen Bestimmungen in der gegenwärtigen Form doch unbestrittenermassen nicht bewilligungsfähig, da es jedenfalls den nach dem BauR 2011 in der Wohnzone W2 vorgeschriebenen grossen Grenzabstand von 8 m nicht einhält.