Citation: 8C_187/2018 E. 3.2.3

3.2.3. In Präzisierung des vom ZMB formulierten Belastungsprofils (Gutachten vom 13. April 2015 und Ergänzungsschreiben vom 19. Mai 2015) hielt der RAD am 29. Mai 2015, worauf die Vorinstanz abgestellt hat, Folgendes fest: "Körperlich wechselbelastende leichte Tätigkeiten unter Meidung monotoner und/oder repetitiver Fehlhaltungen des Rumpfes nach vorne gebeugt und/oder verdreht; Meidung dauerhafter schlagend, stossender, vibrierender Krafteinwirkung; Meidung unerwarteter symmetrischer Lasteneinwirkung; Meidung feuchtkalter und zügiger Arbeitsumgebung; individueller Pausenrythmus.". Dem Vorbringen der IV-Stelle, dabei handle es sich um ein "durchschnittliches Belastungsprofil", ohne aussergewöhnliche somatische Einschränkungen, welche die Verwertbarkeit der verbliebenen Arbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt altersbedingt zu beeinträchtigen vermöchten, kann nicht beigepflichtet werden. Wohl ist die Beschwerdegegnerin ausgebildete Zahnarztgehilfin und hat in diesem Beruf während 17 Jahren gearbeitet und sie schulte sich danach zur Farb- und Modestilberaterin um, welchen Beruf sie bis zum Jahre 2007 ausübte. Aus diesem erwerblichen Lebenslauf kann angesichts der schwerwiegenden körperlichen Beeinträchtigungen indessen nicht ohne Weiteres abgeleitet werden, die Beschwerdegegnerin vermöge sich - nach 10-jähriger Abwesenheit vom Arbeitsmarkt - beruflich erneut umzustellen. Das Argument der IV-Stelle, auf dem zu unterstellenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt seien auch Arbeitsstellen anzutreffen, die dem Belastungsprofil der Beschwerdegegnerin entsprächen, trifft den entscheidenden Punkt nicht. Die Beschwerdegegnerin war wegen der chirurgisch notwendig gewordenen Versteifungen (Spondylodesen) im Bereich der Hals- und der Lendenwirbelsäule nicht mehr in der Lage, sich zu bücken oder auf einem Bürostuhl eine ergonomisch günstige Haltung einzunehmen, wozu der orthopädische Sachverständige der ZMB festhielt, eine Verschlechterung des Krankheitsbildes sei selbst ohne Belastung des Körpers nicht auszuschliessen (vgl. Gutachten des ZMB vom 13. April 2015). Inwieweit der Beschwerdegegnerin auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt viele Arbeitsmöglichkeiten offen stehen sollten, ist auch angesichts der angerufenen Rechtsprechung, wonach im Lichte der relativ hohen Hürden, welche das Bundesgericht für die Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit älterer Menschen errichtet hat, nicht ersichtlich. Das kantonale Gericht hat daher die Rechtsfrage, ob die Beschwerdegegnerin die ihr verbliebene Arbeitsfähigkeit im erwerblichen Bereich zu verwerten vermochte, bundesrechtskonform verneint. Die Beschwerde ist abzuweisen.