Citation: 4A_430/2019 E. 3

Die Beschwerdeführerin rügt schliesslich, die Vorinstanz habe beim Kosten- und Entschädigungsentscheid die Verteilungsgrundsätze von Art. 107 Abs. 1 lit. a und b ZPO willkürlich angewandt, indem sie ihr für das erstinstanzliche Verfahren - trotz Obsiegens zu zwei Dritteln - in Abweichung der Grundsätze der Kostenverlegung nach Art. 106 Abs. 2 ZPO die Hälfte der Kosten auferlegt und die Parteientschädigung wettgeschlagen habe. Das Gericht kann nach Art. 107 Abs. 1 ZPO unter anderem von den Verteilungsgrundsätzen abweichen und die Prozesskosten nach Ermessen verteilen, wenn die Klage zwar grundsätzlich, aber nicht in der Höhe der Forderung gutgeheissen wurde und diese Höhe vom gerichtlichen Ermessen abhängt oder die Bezifferung des Anspruchs schwierig war (lit. a) oder wenn eine Partei in guten Treuen zur Prozessführung veranlasst war (lit. b). Die Vorinstanz schloss zutreffend, dass diese Voraussetzungen von Art. 107 Abs. 1 lit. a und lit. b ZPO erfüllt sind: Einerseits wurde die Klage sehr wohl grundsätzlich, aber nicht in der Höhe der Forderung gutgeheissen; dass die Beschwerdeführerin nicht für die Folgen des ersten Unfalls haftet, ändert entgegen ihrer Auffassung hieran nichts. Die Beschwerdeführerin bestreitet hinsichtlich der kumulativen Voraussetzung von Art. 107 Abs. 1 lit. a ZPO sodann nur, dass die Bezifferung des Anspruchs nicht schwierig gewesen sei, zu Recht aber nicht, dass die Höhe der Forderung vom gerichtlichen Ermessen abhängt. Andererseits konnte die Vorinstanz ohne Bundesrechtsverletzung schliessen, dass die Beschwerdegegnerin in guten Treuen im Sinne von Art. 107 Abs. 1 lit. b ZPO zur Prozessführung veranlasst war, bestritt die Beschwerdeführerin doch den Anspruch an sich.