Citation: U 263/01 04.04.2003 E. 6

Zu prüfen bleibt, wie sich die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit erwerblich auswirkt. Massgeblicher Zeitpunkt des hiefür vorzunehmenden Einkommensvergleiches ist der Zeitpunkt des Beginns des Rentenanspruchs (BGE 128 V 174 sowie Urteil R. vom 3. Februar 2003, I 670/01), d.h. hier März 1998. 6.1 Das Einkommen ohne Gesundheitsschaden (Valideneinkommen) hat die Vorinstanz gestützt auf den letzten erzielten Stundenlohn für 1998 zu Recht auf Fr. 50'746.-- festgesetzt, was vom Versicherten nicht bestritten und von der SUVA nicht einmal erwähnt wird. 6.2 Betreffend Einkommen nach Eintritt des Gesundheitsschadens stellt das kantonale Gericht auf die Tabellenlöhne der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung ab und nimmt einen leidensbedingten Abzug von 25 % vor, während die SUVA auf die konkreten Arbeitsplatzerhebungen gemäss den Blättern dokumentierter Arbeitsplätze (DAP) abstellen will. 6.2.1 Zunächst ist zu prüfen, ob auf die Lohnangaben gemäss DAP abgestellt werden kann, welche aus acht Arbeitsplätzen mit einem durchschnittlichen Minimalverdienst von Fr. 43'830.-- bestehen. Bei der Beurteilung dieser Angaben müssen die gesundheitlichen Einschränkungen des Versicherten berücksichtigt werden, welcher gemäss dem Gutachten der MEDAS nur leichte, die rechte Hand nicht repetitiv einsetzende Arbeiten ausführen kann; im Weiteren sind ihm wegen seiner Angstzustände nur Arbeiten während den üblichen Arbeitszeiten und ohne exponierten Arbeitsplatz zumutbar, so dass Schichtarbeit nicht möglich ist und in der Folge der DAP-Beschrieb "trouble shooter" nicht berücksichtigt werden kann. Aus somatischen Gründen nicht zumutbar ist die Stelle als Lagerist, welche oft Handrotation bedingt; ebenso kann nicht auf die Angaben für die Tätigkeit als Operateur abgestellt werden, weil diese notwendigerweise beidhändig ausgeübt werden muss. Im Weiteren erscheint es zumindest zweifelhaft, ob der Beschwerdeführer weitere bedingt beidhändig auszuführende Arbeiten wie diejenige als Staplerfahrer, Betriebsmitarbeiter Abfüllerei, Monteur, Lagerist oder Wickler ausüben kann, da es sich vorwiegend um manuelle Tätigkeiten handelt, bei welchen beide Hände und damit auch die verletzte rechte Hand regelmässig eingesetzt werden müssen. Alle diese von der SUVA vorgeschlagenen Tätigkeiten entsprechen denn auch nicht den Angaben des Berufsberaters im Rahmen der Begutachtung durch die MEDAS, wo von Kontrollfunktionen, Überwachen von Maschinen, Taxifahren oder Kuriertätigkeit die Rede ist, so dass nicht auf die von der SUVA ins Recht gelegten DAP-Angaben abgestellt werden kann. 6.2.2 Da der Versicherte keine zumutbare Verweisungstätigkeit aufgenommen hat und die Zahlen der DAP nicht zu berücksichtigen sind (vgl. Erw. 6.2.1 hievor), ist für die zahlenmässige Bestimmung des Invalideneinkommens praxisgemäss auf die Tabellenlöhne der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung abzustellen (vgl. BGE 126 V 76 Erw. 3b/bb). Gemäss Tabelle A1 der Lohnstrukturerhebung 1998 beträgt der Zentralwert für die mit einfachen und repetitiven Tätigkeiten (Anforderungsniveau 4) im privaten Sektor bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 40 Stunden beschäftigten Männer monatlich Fr. 4'268.-- brutto. Dieser Betrag ist auf die betriebsübliche Wochenarbeitszeit von 41,9 Stunden im Jahre 1998 (Die Volkswirtschaft 11/2002 S. 88 Tabelle B9.2) aufzurechnen, was zum Betrag von monatlich Fr. 4'470.75 rsp. jährlich Fr. 53'649.-- führt. Dieser über dem Validenlohn liegende Wert wird den Umständen des vorliegenden Falles jedoch nicht gerecht: Der Beschwerdeführer ist faktisch weitgehend Einhänder, da die dominante rechte Hand verletzt und wenig einsatzfähig ist, so dass nur noch Tätigkeiten mit Kontrollfunktion, in der Maschinenüberwachung, als Taxifahrer oder im Kurierdienst möglich sind (vgl. Erw. 6.2.1 in fine hievor). Die beiden erstgenannten Tätigkeitsbereiche liegen zwar an sich im produktiven Sektor, wie sich aber aus den von der SUVA aufgelegten DAP ergeben hat, werden im Produktionsbereich auch bei leichten Tätigkeiten in der Regel beide Hände benötigt oder es muss die verletzte rechte Hand regelmässig und repetitiv als Hilfshand eingesetzt werden, so dass reine Kontroll- oder Überwachungstätigkeiten kaum vorhanden sind. Den Leiden des Versicherten entsprechende Tätigkeiten sind deshalb am ehesten im Bereich der Dienstleistungen zu finden, weshalb auf den monatlichen Bruttolohn im Sektor Dienstleistungen abzustellen ist (vgl. auch RKUV 2001 Nr. U 439 S. 348 f.). Der entsprechende Betrag gemäss Tabelle A1, Zeile 50-93, der Lohnstrukturerhebung 1998 beträgt im Anforderungsniveau 4 für Männer Fr. 3'943.-- pro Monat bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 40 Stunden. Angepasst an die betriebsübliche Wochenarbeitszeit für 1998 von 42 Stunden (Die Volkswirtschaft 11/2002 S. 88 Tabelle B9.2 Zeile G-O) ergibt sich ein monatliches Einkommen von Fr. 4'140.15, was jährlich einen Betrag von Fr. 49'681.80 ausmacht. Entgegen der Auffassung in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde des Versicherten sind die Männerlöhne heranzuziehen (AHI 2000 S. 81 Erw. 2a), denn behinderungsbedingte Einschränkungen sind im Rahmen der Abzüge - und nicht in der Wahl der Frauenlöhne oder eines Durchschnitts von Männer- und Frauenlöhnen - zu berücksichtigen (Urteil B. vom 1. März 2002, I 443/01). Betreffend behinderungsbedingter Abzüge hat das Eidgenössische Versicherungsgericht in BGE 126 V 79 Erw. 5b festgehalten, dass sich die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, nach den gesamten persönlichen und beruflichen Umständen (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad) im konkreten Einzelfall bestimmt, wobei der Abzug auf insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen ist. Vorliegend ist zu berücksichtigen, dass eine schwere Handverletzung bei einem bis anhin handwerklich tätigen Versicherten eine ins Gewicht fallende Einschränkung darstellt und dass der Versicherte aus psychischen Gründen keine Arbeiten nachts oder alleine ausführen kann (was sich gerade bei für den Beschwerdeführer in Frage kommenden Tätigkeiten im Dienstleistungsbereich auswirkt); im Weiteren ist der ausländerrechtliche Status zu beachten. Angesichts des Alters und der Tatsache, dass leidensangepasste Tätigkeiten vollschichtig zumutbar sind (vgl. Erw. 5.2 hievor), erscheint der vom kantonalen Gericht vorgenommene maximale behinderungsbedingt Abzug von 25 % jedoch als zu hoch; den Umständen angemessen ist vielmehr ein Abzug von 20 %. Damit beträgt das massgebende Invalideneinkommen Fr. 39'745.45, was bei einem Valideneinkommen von Fr. 50'746.-- (vgl. Erw. 6.1 hievor) zu einem Invaliditätsgrad von 21.67 % führt. In der dem Rentenbeginn folgenden Zeit ist - unter Berücksichtigung der Lohnentwicklung - keine erhebliche Veränderung der hypothetischen Bezugsgrössen eingetreten (BGE 128 V 174).