Citation: 5D_269/2020 E. 2

Der Entscheid vom 27. Juli 2020 ist der Beschwerdeführerin per Einschreiben zugesandt und am 18. August 2020 zur Abholung gemeldet worden. Aufgrund eines Postrückbehaltungsauftrags hat sie ihn erst am 15. September 2020 entgegengenommen. Eine eingeschriebene Sendung gilt auch in jenen Fällen, in denen der Post ein Rückbehaltungsauftrag erteilt wurde, spätestens am letzten Tag einer Frist von sieben Tagen ab Eingang bei der Poststelle am Ort des Empfängers als zugestellt, soweit der Adressat mit der fraglichen Zustellung hat rechnen müssen (BGE 134 V 49 E. 4 S. 51 f.; 141 II 429 E. 3 S. 431 ff.). Die Beschwerdeführerin hat das kantonale Beschwerdeverfahren angehoben und musste deshalb mit Zustellungen rechnen. Ihre Mitteilung an das Appellationsgericht vom 3. August 2020 vermag daran nichts zu ändern. Aufgrund der Vorgeschichte durfte sie nicht damit rechnen, dass das Appellationsgericht eine derart lange Abwesenheit ohne Möglichkeit der Zustellung akzeptieren würde (vgl. die Verfügung vom 10. August 2020 mit Hinweis auf die Verfügung vom 21. Januar 2020 im Verfahren BEZ.2019.79, in der die Beschwerdeführerin darauf hingewiesen wurde, dass weitere Meldungen über Ortsabwesenheiten mit einer Dauer von mehr als zwei Wochen die Zustellung von Gerichtsakten nicht verhindern könnten). Sie vertritt zwar die Auffassung, die genannte Dauer von zwei Wochen beruhe offensichtlich auf freiem richterlichem Ermessen, welches ihrer Situation nicht Rechnung trage und werde ohne rechtliches Gehör in den Raum gestellt. Dies ändert jedoch nichts daran, dass sie um die Haltung des Appellationsgerichts wusste und sie deshalb nicht darauf vertrauen durfte, ihre Meldung genüge, um Zustellungen zu verhindern. Hinzu kommt, dass sie ihre Abwesenheit nicht derart rechtzeitig angekündigt hat, dass das Appellationsgericht darauf hätte reagieren und sie allenfalls dazu hätte Stellung nehmen können. Stattdessen hat sie das Appellationsgericht vor vollendete Tatsachen gestellt. Sie behauptet nun zwar, dass sie zu dem Zeitpunkt über ihre Abwesenheiten informiere, in dem es ihr angesichts des Umfangs der Gerichtspost möglich sei. Dies ist jedoch eine unbelegte Behauptung. Ausserdem hat sie ihre Eingabe vom 3. August 2020 kaum begründet, sondern bloss auf Ferien und die Pflege ihrer familiären Kontakte hingewiesen. Angesichts der ihr bekannten Haltung des Appellationsgerichts durfte sie nicht davon ausgehen, das Appellationsgericht werde eine längere Zeit als zwei Wochen Abwesenheit ohne triftige Begründung akzeptieren. Ihre Erklärung, sie habe Familie in Polen, die auf ihre Unterstützung angewiesen sei, und sie brauche Erholung von den Gerichtsangelegenheiten und der Unterstützung, ist nachgeschoben und unbelegt. Auch das Bundesgericht hat die Beschwerdeführerin bereits darauf hingewiesen, dass es derart lange und nicht hinreichend begründete Abwesenheiten nicht beachten werde (Urteil 5D_96/2020 vom 10. Juni 2020 E. 2). Die Beschwerdeführerin verkennt im Übrigen nach wie vor, dass von ihr nicht die Bestellung einer anwaltlichen Vertretung verlangt wird, sondern es ihr überlassen ist, wie sie die Zustellung ermöglicht (vgl. Urteil 5A_206/2020 vom 20. April 2020 betreffend eine GmbH, deren Geschäftsführerin die Beschwerdeführerin ist). Demnach greift im Hinblick auf den Entscheid vom 27. Juli 2020 die Zustellungsfiktion (Art. 138 Abs. 3 lit. a ZPO; Art. 44 Abs. 2 BGG). Er gilt als am 25. August 2020 zugestellt. Die dreissigtägige Beschwerdefrist (Art. 100 Abs. 1 BGG) endete somit am 24. September 2020. Während die Eingabe vom 22. September 2020 rechtzeitig erfolgt ist, ist die Eingabe vom 10. Oktober 2020 verspätet. Auf Letztere ist nicht einzutreten.