Citation: 8C_367/2015 E. 3.4

3.4. Wie die Beschwerdeführerin zu Recht einwendet, verkennt die Vorinstanz, dass - im Gegensatz zum zitierten Urteil 8C_966/2010 - nicht die Frage der auf Dauer angelegten oder nur vorübergehenden Selbständigkeit in Zusammenhang mit der Vermittlungsfähigkeit im Raum steht. Die Vermittlungsfähigkeit wird nicht angezweifelt, weshalb sich die Vorinstanz zu Unrecht auf diese Rechtsprechung stützt. Im zitierten Urteil wies die versicherte Person zudem durch ihre aufgegebene, unselbständige Erwerbstätigkeit genügend Beitragszeit innerhalb der ordentlichen Rahmenfrist von zwei Jahren (Art. 9 Abs. 3 in Verbindung mit Art. 13 AVIG) aus. In casu erfüllt der Beschwerdegegner unstreitig die Anspruchsvoraussetzung der genügenden Beitragszeit innerhalb der ordentlichen Beitragsrahmenfrist gerade nicht. Es ist auch kein Grund für eine Befreiung hiervon nach Art. 14 AVIG gegeben, weshalb einzig zu prüfen ist, ob ein rahmenfristverlängernder Tatbestand durch die Aufnahme einer selbständigen Erwerbstätigkeit ohne Förderbeiträge nach Art. 9a Abs. 2 AVIG vorliegt, um die Mindestbeitragszeit von einem Jahr (Art. 13 Abs. 1 AVIG) für einen Leistungsbezug von Taggeldern aufweisen zu können. Die rechtliche Würdigung der Vorinstanz ist demnach unzutreffend.