Citation: 6B_549/2024 E. 2.5

2.5. Der Zeitraum von knapp eineinhalb Jahren zwischen Entstehung des Sachverhaltes und Hauptverhandlung erscheint insbesondere unter Berücksichtigung der von der Vorinstanz dargelegten Verzögerung aufgrund der lediglich einen Tag vor Behandlung beantragten Opferrechte und damit einhergehenden, faktischen Schwierigkeiten und der Mehrzahl der Delikte vor dem Hintergrund der bestehenden bundesgerichtlichen Rechtsprechung nicht als übermässig (vgl. E. 2.2 und 2.3). Mit nicht ganz sechs Monaten zwischen der Hauptverhandlung und der Zustellung des begründeten Entscheides liess die Vorinstanz wesentlich mehr Zeit verstreichen, als von den Ordnungsfristen in Art. 84 Abs. 4 StPO vorgesehen. Anders als im Urteil 6B_42/2016 vom 26. Mai 2016 E. 5.5, in dem die Zeitdauer zwischen Berufungsverhandlung und Zustellung des begründeten Entscheid das Beschleunigungsgebot verletzte, waren vorliegend im Berufungsverfahren nicht einzig die Strafzumessung, der bedingte Vollzug der Strafe sowie die Anordnung einer ambulanten Massnahme, die eine beförderliche Redaktion der Urteilsbegründung verlangt hätte, Gegenstand des Verfahrens. Vor dem Hintergrund der erläuterten bundesgerichtlichen Rechtsprechung (vgl. E. 2.2 und 2.3) ist die beanstandete Dauer zwischen Hauptverhandlung und Zustellung der Urteilsbegründung nicht ausreichend, um eine Verletzung des Beschleunigungsgebotes zu begründen. Die geltend gemachte Rechtsverletzung ist zu verneinen.