Citation: 5A_994/2014 E. 2.2

2.2. Das Bundesgericht hat anerkannt, dass die auftragsrechtliche Rechenschaftspflicht (Art. 400 Abs. 1 OR) passiv vererblich ist und mit dem Tod des Beauftragten nicht untergeht (Urteile C.455/1986 vom 15. September 1987 E. 2 und 5A_695/2013 vom 15. Juli 2014 E. 5.1). Daran ändert nichts, dass sich die Rechenschaftsablegung für die Erben des Beauftragten schwierig gestalten kann. Sie haben die Pflicht ihres Rechtsvorgängers unter Zuhilfenahme der Nachlasspapiere nach bestem Wissen und Können zu erfüllen. Da es sich beim Tod um einen Umstand handelt, den der Beauftragte und damit seine Erben nicht zu verantworten haben, erlischt die Pflicht zur Rechenschaftsablegung, wenn die Erben mangels erforderlichen Wissens oder wegen Fehlens von Aufzeichnungen oder aus anderen Gründen überhaupt nicht in der Lage sind, auch nur bruchstückhaft Rechenschaft abzulegen (vgl. FELLMANN, Berner Kommentar, 1992, N. 106 ff. zu Art. 400 OR). Dieselben Grundsätze gelten für die erbrechtliche Auskunftspflicht. Die Tatsache, dass der Kenntnisstand der Erben regelmässig hinter demjenigen ihres Rechtsvorgängers zurückliegt, hat allenfalls Einfluss auf den Inhalt, nicht hingegen auf den Bestand der Auskunftspflicht. Der Erbe schuldet die Auskunft nur bis zu den Grenzen seiner eigenen Fähigkeit, verantwortlich Auskunft zu erteilen (ANDREAS SCHRÖDER, Informationspflichten im Erbrecht, 2000, S. 30 f. und S. 99).