Citation: 4A_474/2021 E. 5.2

5.2. Die Beschwerdeführerin rügt, die Vorinstanz habe sich nicht mit der Frage der sorgfältigen Mandatsführung auseinandergesetzt. Sodann habe die Vorinstanz ihren Beweisantrag auf Durchführung eines gerichtlichen Gutachtens bezüglich der Mandatsführung durch den Beschwerdegegner nicht behandelt. Ebensowenig habe die Vorinstanz die formelle Rüge der Verletzung der Protokollierungspflicht nach Art. 235 ZPO beurteilt. Aufgrund des rudimentären Verhandlungsprotokolls der Erstinstanz könnten die Beweiswürdigung mit dem entsprechenden Beweisergebnis und die einzelnen Beweisaussagen nicht validiert werden. Auch habe die Vorinstanz ihren Vorwurf der willkürlichen Beweisverhandlung nicht geprüft. An der Beweisverhandlung vor der Erstinstanz hätten vom Beschwerdegegner Zeugen befragt werden können, die von ihm gar nicht offeriert worden seien. Es liege eine willkürliche Vorgehensweise der Vorinstanz vor. Die Beschwerdeführerin beanstandet damit, dass die Vorinstanz diese Vorbringen willkürlich nicht berücksichtigt habe. Dies ist nicht der Fall. Die Vorinstanz übersah diese Beanstandungen nicht, sondern kam zum Ergebnis, dass auf diese Vorbringen nicht einzugehen sei (angefochtener Entscheid E. IV.5 S. 26). Das zu Recht: Die Vorinstanz kam zum Schluss, dass es an einem Schaden fehlt bzw. die Beschwerdeführerin ihrer Rügeobliegenheit (IV-Vollrente) und Substanziierungsobliegenheit (halbe IV-Rente) nicht nachkam. Unter diesen Umständen brauchte die Vorinstanz die Haftungsvoraussetzung der Vertragsverletzung nicht zu prüfen, sondern konnte diesen Punkt offen lassen. Entsprechend brauchte sie auch kein Gutachten bezüglich der Mandatsführung des Beschwerdegegners einzuholen. Aus dem gleichen Grund waren auch die von der Beschwerdeführerin gerügten Punkte bezüglich der Beweiswürdigung nicht entscheidwesentlich. Bei dieser Sachlage kann auch dem nicht weiter begründeten Rechtsbegehren Ziff. 4 der Beschwerdeführerin nicht entsprochen werden, wonach die Vorinstanz eine Komplettierung des Verhandlungsprotokolls anzufordern habe und eine weitere Möglichkeit zur Stellungnahme im Berufungsverfahren einzuräumen sei.