Citation: 6B_961/2016 E. 3.4

3.4. Nach den tatsächlichen Feststellungen der kantonalen Instanzen wurde die Anzeigestellerin und Geschädigte I.________ am 18./20 Februar und am 13. März 2008 als Auskunftsperson einvernommen (Untersuchungsakten ND act. 22.1 ff. und 22.28 ff.), bevor gegen den Beschwerdeführer am 21. Mai 2008 die Strafuntersuchung eröffnet wurde (Untersuchungsakten ND act. 2.7). Daraus ergibt sich von selbst, dass der Beschwerdeführer keine Gelegenheit erhielt, als Beschuldigter daran teilzunehmen. Der Vorladung zu einer erneuten Einvernahme auf den 20. August 2012 ist die Geschädigte unentschuldigt nicht nachgekommen. Die nachfolgenden Bemühungen der Staatsanwaltschaft, mit ihr am Wohnort in Frankreich in Kontakt zu treten, blieben ohne Erfolg (erstinstanzliches Urteil S. 10). Da die Geschädigte in der Folge wegen des dringenden Verdachts auf eine schwere Straftat in Frankreich inhaftiert war und daher nicht von einem Gericht in der Schweiz befragt werden konnte, verfügte der Abteilungspräsident der Vorinstanz am 17. Juli 2014, dass I.________ auf dem Weg der internationalen Rechtshilfe als Auskunftsperson zu befragen sei, und gab den Parteien Gelegenheit zur Formulierung schriftlicher Fragen (Akten des Obergerichts, GD OG act. 4/18, 7/2). Ferner wurden sie auch zur Stellung von Ergänzungsfragen eingeladen (Akten des Obergerichts, GD OG act. 4/24, 7/28/1/4), welche sie wahrgenommen haben. Am 23. Januar, 20. Februar und 19. März 2015 wurde I.________ von der Untersuchungsrichterin des tribunal de grande instance Mulhouse/F einvernommen (Akten des Obergerichts, GD OG act. 7/16/1-3 bzw. 7/18/1-3). Am 10. September 2015 hat sie zu den Ergänzungsfragen Stellung genommen (Akten des Obergerichts, GD OG act. 7/28/1 bzw. 7/34/1). Wie die Vorinstanz zutreffend annimmt (angefochtenes Urteil S. 12), wird mit der geschilderten Vorgehensweise für die rechtshilfeweisen Befragung der Geschädigten I.________ als Auskunftsperson den Anforderungen von Art. 148 StPO Genüge getan. Dieses Verfahren entspricht auch der Sache nach einer als konventionskonform anerkannten Einvernahme von Belastungszeugen im Sinne von Art. 6 Ziff. 3 lit. d EMRK (Wolfgang Wohlers, in: Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, hrsg. von Donatsch et al., 2. Aufl. 2014, N 3 zu Art. 148). Dass die Geschädigte der Vorladung vom 20. August 2012 keine Beachtung schenkte, in der Folge vorübergehend nicht auffindbar war und schliesslich im Rahmen des gegen sie in Frankreich geführten Strafverfahrens inhaftiert werden musste, ist nicht der Behörde anzulasten. Dasselbe gilt für den Umstand, dass die französischen Behörden eine Teilnahme des Beschwerdeführers an der Einvernahme nicht zuliessen. Insgesamt ist eine Verletzung des Teilnahmerechts des Beschwerdeführers nicht ersichtlich. Dieser war ohne weiteres in der Lage, die Glaubhaftigkeit der Aussagen der Geschädigten zu prüfen und deren Beweiswert wirksam zu hinter-fragen. Daran ändert nichts, dass die Untersuchungsrichterin der Geschädigten die schriftlichen Fragen nach der ersten Befragung überlassen hatte (Akten des Obergerichts, GD OG act. 7/16/1 S. 7 bzw. 7/18/1 S. 9). Damit kann offenbleiben, ob der Beschwerdeführer, indem er im Berufungsverfahren lediglich auf Entfernung der Einvernahmeprotokolle aus Akten antrug, auf sein Konfrontationsrecht verzichtet hat (angefochtenes Urteil S. 12; Akten des Obergerichts, GD OG act. 1/2 S. 4; Beschwerde S, 58). Soweit der Beschwerdeführer eine willkürliche Würdigung der Aussagen der Geschädigten rügt, geht seine Beschwerde nicht über eine unzulässige appellatorische Kritik hinaus. Er unterlässt es namentlich, im Einzelnen klar und substantiiert auszuführen, inwiefern die Feststellungen der Vorinstanz offensichtlich unhaltbar sein sollen. Er legt auch nicht dar, welche Fragen an die Belastungszeugin von der Vorinstanz zu Unrecht nicht zugelassen worden und inwiefern diese für die Abklärung des Sachverhalts unabdingbar gewesen sein sollen. Schliesslich begründet der Beschwerdeführer die Rüge, sein Teilnahmerecht sei auch in Bezug auf die Einvernahmen von J.________ verletzt worden, nicht näher. Er beschränkt sich in diesem Punkt vielmehr ohne weitere Ausführungen darauf, die Unverwertbarkeit der Einvernahmen geltend zu machen (Beschwerde S. 58). Dies genügt den Anforderungen an die Beschwerdebegründung nicht (Art. 42 Abs. 2 BGG). Die Beschwerde erweist sich in diesem Punkt als unbegründet.