Citation: 9C_819/2018 E. 5.2.2

5.2.2. Die erwähnten Gegebenheiten lassen mit Vorinstanz und Beschwerdeführerin Rückschlüsse darauf zu, dass der Beschwerdegegner ohne die Jahre der Invalidität mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit bereits früher einen höheren Verdienst erzielt hätte. Der Umstand, dass der Beschwerdegegner trotz seiner mehrjährigen krankheitsbedingten Abwesenheit vom Arbeitsmarkt in der Lage war, ab Januar 2014 Fr. 104'119.- bzw. ab Mai 2016 Fr. 120'120.- zu verdienen, zeugt vom Willen und der Fähigkeit, beruflich voranzukommen. Die trotz Invalidität erlangte besondere berufliche Qualifizierung des Beschwerdegegners erlaubt somit Folgerungen auf die mutmassliche Entwicklung, zu der es ohne Eintritt des Gesundheitsschadens gekommen wäre. Es kann deshalb als erstellt gelten, dass der Beschwerdegegner in gesundheitlich unversehrtem Zustand schon geraume Zeit vorher, d.h. jedenfalls im für die Überentschädigungsfrage massgeblichen Zeitraum ab Juni 2010, ein höheres Einkommen generiert hätte. Hinsichtlich der Grössenordnung dieses "Mehrverdienstes" erscheint die Auffassung der Beschwerdeführerin indessen deutlich lebensnaher und daher überwiegend wahrscheinlicher, fusst die Annahme eines diesbezüglich relevanten Ansatzes von Fr. 104'119.- doch immerhin auf einem lohnmässigen Wert, der gegen Ende der knapp vierjährigen Überentschädigungsperiode denn auch tatsächlich hatte realisiert werden können. Die im angefochtenen Entscheid vertretene Betrachtungsweise, wonach die berufliche Entwicklung des Beschwerdegegners es plausibel erscheinen lasse, dass er seinen ab 1. Mai 2016 erzielten Gesamtlohn von Fr. 120'120.- im Gesundheitsfall bereits sechs Jahre zuvor erreicht hätte, stellt demgegenüber reine - nicht zu schützende - Mutmassung dar. Sie knüpft hinsichtlich der zeitlichen Perspektive weder an konkrete Anhaltspunkte an, noch wird Entsprechendes vom Beschwerdegegner substanziiert dargetan. Der spekulative Charakter der diesbezüglichen Erörterungen des kantonalen Gerichts überwiegt in einem Masse, dass sich ein Abstellen darauf letztinstanzlich nicht rechtfertigen lässt. Nach dem Gesagten beruht die vorinstanzliche Festsetzung des mutmasslich entgangenen Verdienstes auf Fr. 120'120.- auf einer Rechtsverletzung, weshalb sie für das Bundesgericht nicht verbindlich ist (vgl. E. 1 hiervor). Vielmehr ist der Überentschädigungsberechnung mit der Beschwerdeführerin ein entsprechendes Einkommen von Fr. 104'119.- zugrunde zu legen. Trotz grundsätzlicher Kongruenz von invalidenversicherungsrechtlichem Valideneinkommen und mutmasslich entgangenem Verdienst im Sinne von aArt. 24 Abs. 1 BVV 2 und aArt. 77 Abs. 1 VRAB rechtfertigt sich vorliegend mithin eine Abweichung.