Citation: 4A_583/2021 E. A

Die A.________ (vormals: C.________, Klägerin, Beschwerdeführerin) ist eine Gesellschaft mit Sitz in U.________ in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE). Die B.________ (Beklagte, Beschwerdegegnerin) ist eine im X.________handel tätige Public Joint Stock Company nach iranischem Recht mit Sitz in V.________, Iran. Die Beklagte hatte mit der D.________ AG mit Sitz in der Schweiz bzw. mit dieser verbundenen Unternehmen Handel mit iranischem X.________ betrieben. Am 23. Dezember 2006 und am 24. März 2007 hatte der UN-Sicherheitsrat die Resolutionen 1737 und 1747 verabschiedet, mit denen Sanktionen gegenüber dem Iran verhängt worden waren. Diese Sanktionen wurden per 17. Januar 2016 weitgehend aufgehoben. Nach übereinstimmender Darstellung der Parteien sahen die VAE lange Zeit von der Inkraftsetzung der internationalen Sanktionen gegen den Iran ab. Vor diesem Hintergrund schloss die Beklagte mit der Klägerin am 1. Februar 2013 einen "Service Contract" ab. Darin wurde die Klägerin unter anderem beauftragt, als "pay/financial agent" für die Kunden der Beklagten, darunter D.________ AG, zu fungieren. Sie sollte im Auftrag der Beklagten Zahlungen entgegennehmen und an diese weiterleiten. Im Sommer 2013 beschlossen schliesslich auch die VAE, die internationalen Sanktionen gegen den Iran in Kraft zu setzen. Nach August 2013 verrichtete die Klägerin unstreitig keinerlei Tätigkeiten mehr unter dem "Service Contract". Die Klägerin stellte am 15. Juli 2013 Rechnung über ihre Honorar- und Auslagenersatzforderungen und behielt von den entgegengenommenen Geldern rund 60 Mio. Dirham der Vereinigten Arabischen Emirate (AED) zur Deckung ihrer (behaupteten) Ansprüche zurück. Zwischen den Parteien entbrannte in der Folge ein Honorarstreit. In dessen Verlauf kam es zu einer Strafanzeige der Beklagten gegen einen der klägerischen Direktoren, zur Einleitung eines Strafverfahrens sowie schliesslich der Inhaftierung des klägerischen Direktors während eines Besuchs im Iran.