Citation: U 156/99 14.02.2000 E. 4

4.- Der vorinstanzlichen Auffassung kann nicht beigepflichtet werden. a) Bei näherer Betrachtung des Gutachtens der Neurologischen Klinik vom 28. Februar 1995 fällt zunächst auf, dass dieses keine Ausführungen zum Integritätsschaden enthält. Im Weiteren wird ersichtlich, dass der Anteil des beim ersten Unfall im Januar 1989 erlittenen Kopftraumas an den geklagten Beschwerden wesentlich stärker gewichtet wird als derjenige des beim zweiten Unfall im Juni 1992 zugezogenen HWS-Traumas (20-30 %). Auch Prof. Dr. P.________ mass in seinem Gutachten vom 6. November 1993 dem Unfall im Jahre 1989 ein grösseres Gewicht (doppelt) als demjenigen im Jahre 1992 zu. Ausserdem werden im Gutachten der Neurologischen Klinik vom 28. Februar 1995 die neuropsychologischen Ausfälle "wohl zur Hauptsache" der depressiven Entwicklung im Anschluss an das HWS-Distorsionstrauma (des Unfalles im Jahre 1992) zugeschrieben. Damit ist aber das Gutachten des Prof. Dr. P.________ vom 6. November 1993 keineswegs widerlegt. Im Gegenteil überzeugt dessen Einschätzung mehr. Denn mit der im Gutachten der Neurologischen Klinik vom 28. Februar 1995 gewählten Formulierung ("wohl") wird eine gewisse Unsicherheit zum Ausdruck gebracht. Dazu kommt, dass sich Kreisarzt Dr. L.________ anlässlich einer Untersuchung vom 19. November 1993 der Beurteilung des Prof. Dr. P.________ vom 6. November 1993 vollumfänglich anschloss, während sich Dr. R.________ mit dessen Gutachten überhaupt nicht auseinander gesetzt hat. Selbst wenn die neuropsychologischen Ausfälle eine Folge psychischer Störungen (Depression) wären, könnten sie mit der von der Vorinstanz geltend gemachten fehlenden Adäquanz nicht beiseite geschoben werden, hat doch die SUVA bei der Bemessung der Invalidenrente von 30 % die psychische Komponente gleichermassen mitberücksichtigt. Nur der Osteochondrose wegen hätte sie jedenfalls nicht eine Invalidenrente in dieser Höhe gewährt. b) Zu beantworten bleibt die Frage nach der Dauerhaftigkeit der neuropsychologischen Ausfälle (Art. 36 Abs. 1 UVV). Gemäss Gutachten des Prof. Dr. P.________ vom 6. November 1993 ist diese zu bejahen, rechnet der Arzt doch auf isoliert-neuropsychologischer Ebene mit einem stabilen Verlauf: Die Folgen des Unfalles im Jahre 1989 würden schon vier Jahre zurück liegen und diejenigen des zweiten traumatischen Ereignisses seien ohnehin gering. Demnach sind zu den 5 % Integritätsentschädigung, welche die SUVA dem Versicherten wegen der Osteochondrose zugesprochen hat, noch 20 % hinzuzurechnen, welche Prof. Dr. P.________ im Einklang mit Anhang 3 der UVV befürwortet hat. Auf ergänzende Abklärungen kann verzichtet werden, da hievon keine neuen Erkenntnisse zu erwarten sind. Hinsichtlich des letztinstanzlich aufgelegten Gutachtens des Dr. A.________ vom 13. April 1999 ist darauf hinzuweisen, dass sich dessen Beurteilung auf die Folgen des im Juni 1992 zugezogenen HWS-Distorsionstraumas beziehen, dessen Dauerhaftigkeit nicht gesichert ist.