Citation: K 141/01 18.06.2003 E. 6

6.1 Nach der Rechtsprechung kann im Verhalten der Krankenkasse, welche während längerer Zeit Leistungen erbringt, zu denen sie nicht verpflichtet wäre, eine Zusicherung erblickt werden, diese werde auch weiterhin diese Leistungen erbringen. Die Kasse darf in einem solchen Fall ihre Leistungspraxis so lange nicht ändern, als die versicherte Person, welche den Fehler nicht kannte und ihn auch nicht kennen musste, ihre Dispositionen nicht entsprechend anpassen konnte (RKUV 1999 Nr. KV 97 S. 526 Erw. 5b). 6.2 Auf Rückfrage des Eidgenössischen Versicherungsgerichts hin präzisierte die Helsana am 10. Februar 2003, sie habe Rechnungen für von lic. phil H.________ durchgeführte Psychotherapie erstmals im August 1999 übernommen. Der entsprechende Rechnungsbeleg sowie die bis und mit Juni 2000 bezahlten Rechnungen seien zwar nicht mehr vorhanden, doch könne dies aufgrund des eingereichten Computerauszugs nachvollzogen werden. Eine Kostenvergütung für die Rechnungen vom 27. Juli und 31. August 2000 sei mit Schreiben vom 28. August und 19. September 2000 abgelehnt worden. Im Schreiben an Dr. med. G.________ vom 28. August 2000 nahm die Kasse auf die von V.________ eingereichte Rechnung vom 27. Juli 2000 Bezug und forderte den Arzt auf, ihr die für die Überprüfung der Leistungspflicht erforderlichen Unterlagen zuzustellen. Wie die Helsana am 17. April 2001 gegenüber der Vorinstanz bestätigte, handelte es sich dabei um ein Standardschreiben mit allgemein gefassten Ausführungen, ohne Bezug auf den konkreten Fall. Es war daher nicht geeignet, das von der Kasse durch die seit August 1999 erfolgten Zahlungen geschaffene Vertrauensverhältnis zu erschüttern. Am 19. September 2000 erging mit Bezug auf die Rechnung vom 31. August 2000 ein Schreiben mit identischem Inhalt. Den Computerauszügen vom 30. Januar 2003 ist sodann zu entnehmen, dass offenbar in der Folge bis Ende 2000 keine Rechnungen für psychotherapeutische Behandlungen mehr zur Zahlung vorgelegt wurden; die nächste Rechnung betrifft den Januar 2001. Ob die Zahlungen aus der obligatorischen oder der Zusatzversicherung erfolgten, lässt sich den Ausdrucken nicht zweifelsfrei entnehmen. Während der Auszug vom 24. Oktober 2001 auf Leistungen aus der Zusatzversicherung Top 97 hinweist, lässt jener vom 30. Januar 2003 eher auf Leistungen aus der Krankenpflegeversicherung Basis schliessen. Offensichtlich ging die Krankenkasse selber von Leistungen gestützt auf die obligatorische Krankenpflegeversicherung aus, als sie die Verfügung vom 21. September 2000 erliess. Denn diese bezieht sich vom Wortlaut her ausschliesslich auf das KVG und die dazu ergangene Rechtsprechung des Eidgenössischen Versicherungsgerichts. Zudem wäre der Kasse bezüglich Leistungen aus Zusatzversicherungen gar keine Verfügungsbefugnis zugestanden (vgl. BGE 123 V 330 Erw. 3d). Auch der Einspracheentscheid vom 25. Januar 2001 lässt keine Zweifel daran aufkommen, dass die Kasse von Leistungen aus der sozialen Krankenversicherung ausging, nimmt sie doch im Sachverhalt ausdrücklich auf die obligatorische Krankenpflegeversicherung BASIS Bezug, welche die Versicherte bei ihr abgeschlossen hatte. Ebenso beziehen sich die Erwägungen ausschliesslich auf die Versicherungsdeckung nach KVG. Spätestens mit der Zustellung der Verfügung vom 21. September 2000 gab die Kasse unmissverständlich zu verstehen, dass Zahlungen für die delegierte Psychotherapie nicht mehr vorbehaltlos erfolgen würden. Ab diesem Zeitpunkt durfte die Versicherte nach Treu und Glauben nicht mehr mit der unveränderten Fortsetzung der Leistungen rechnen (vgl. RSKV 1980 Nr. 414 S. 147). Wollte sie sich auch nachher psychotherapeutisch behandeln lassen, lag es in ihrem Interesse, entweder ärztliche Psychotherapie oder delegierte nichtärztliche Psychotherapie, bezüglich welcher die Anspruchsvoraussetzungen erfüllt waren, in Anspruch zu nehmen. Nicht massgebend und entgegen der Auffassung der Vorinstanz auch nicht weiter abzuklären ist die Frage, ob sich ein Wechsel der Therapeutin ungünstig auf den Gesundheitszustand der Versicherten auswirken würde, da zum einen von keiner Seite dafür gehalten wird, eine Behandlung durch lic. phil H.________ habe sich zwingend aufgedrängt und zum andern mit dem Dahinfallen der Gutgläubigkeit die mangelhafte Psychotherapie ohnehin nicht mehr auf Kosten der sozialen Krankenversicherung weitergeführt werden könnte. Ob allenfalls Leistungen gestützt auf die Zusatzversicherung geschuldet sind, bildet nicht Gegenstand dieses Verfahrens und müsste in einem Zivilprozess geltend gemacht werden.