Citation: 4A_278/2016 E. 2

Die Vorinstanz liess offen, ob überhaupt von einem Arbeitsvertrag ausgegangen werden kann, da fraglich sei, ob ein Subordinationsverhältnis des Beschwerdeführers zur Gesellschaft bestanden habe oder ob nicht vielmehr - was der gesetzlichen Auffangordnung entspreche - jeder Verwaltungsrat an der Geschäftsführung gemäss Art. 716b Abs. 3 OR (gesamthaft) und damit nicht untergeordnet mitgewirkt habe. Sie erwog sodann, zwar sei in der Mitwirkung des Beschwerdegegners an der Kündigung vom 12. Juni 2012 ein Verstoss gegen den - in diesem Zeitpunkt nach wie vor geltenden - ABV zu erblicken. Jedoch habe der Beschwerdeführer mit dem Abschluss des Aktienkaufvertrages und der Austrittsvereinbarung am 13. September 2012 dem Beschwerdegegner nach Treu und Glauben zu erkennen gegeben, mit den mit der Gesellschaft verbundenen Einkommensquellen abschliessen zu wollen. Die übliche Berechnung des Substanzwertes einer Gesellschaft bzw. deren Aktien berücksichtige nämlich die künftigen Einkommensmöglichkeiten und gelte diese somit ab. Darauf sei er zu behaften und der Beschwerdegegner habe somit davon ausgehen dürfen, dass der Beschwerdeführer keine weiteren Ansprüche aus dem ABV mehr erheben würde. Dies gelte umso mehr, als die Austrittsvereinbarung ausdrücklich mit "Vereinbarung [...] betreffend Aufhebung des Arbeitsverhältnisses und Austritt" betitelt gewesen sei. Zur Stützung ihrer Begründung verwies die Vorinstanz zudem auf die erstinstanzliche Einvernahme des Beschwerdeführers, wo dieser auf die Frage, ob er beim Abschluss der Vereinbarung (gemeint die Austrittsvereinbarung) das Gefühl gehabt habe, es sei irgendetwas nicht geregelt und der ABV habe noch irgendeine Wirkung, antwortete: "Nein, das war dann alles geregelt. Ausser das [sic] die Kündigung nicht in Ordnung war. Es hat immer geheissen, die Kündigung sei nicht in Ordnung und ich könne nichts dagegen machen". Und weiter auf die Frage, ob man bei der Schlussvereinbarung den ABV aussen vor lassen wollte: "Nein, ich wollte gar nichts mehr am Schluss. Ich wollte nur noch, dass das Geld endlich bei mir ist". Zudem erwog die Vorinstanz, in einem der beiden Verträge vom 13. September 2012 seien der Beschwerdeführer und die Gesellschaft übereingekommen, das Arbeitsverhältnis per Ende September 2012 aufzulösen. Diese Verträge seien unangefochten geblieben. Folglich beruhe die Auflösung des Arbeitsverhältnisses bzw. die Einstellung der Geschäftsleitungstätigkeit auf einer vertraglichen Übereinkunft. Der Kausalzusammenhang zwischen einer Verletzung des ABV und dem geltend gemachten Schaden (künftiger Erwerbsausfall) wäre daher unterbrochen worden.