Citation: I 606/99 06.06.2001 E. 3

3.- a) Bei der Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die versicherte Person im massgebenden Zeitpunkt auf Grund ihrer beruflichen Fähigkeiten und persönlichen Umständen nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit verdient hätte (RKUV 1993 Nr. U 168 S. 100 Erw. 3b mit Hinweis). Da die Invaliditätsbemessung der voraussichtlich bleibenden oder längere Zeit dauernden Erwerbsunfähigkeit zu entsprechen hat (vgl. Art. 4 IVG), ist auch die berufliche Weiterentwicklung mitzuberücksichtigen, die eine versicherte Person normalerweise vollzogen hätte. Dabei sind nach der Rechtsprechung theoretisch vorhandene berufliche Entwicklungs- bzw. Aufstiegsmöglichkeiten nur dann zu beachten, wenn sie mit hoher Wahrscheinlichkeit eingetreten wären. Für die Annahme einer mutmasslichen beruflichen Weiterentwicklung ist daher erforderlich, dass konkrete Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die versicherte Person einen beruflichen Aufstieg und ein entsprechend höheres Einkommen auch tatsächlich realisiert hätte, wenn sie nicht invalid geworden wäre. Absichtserklärungen genügen dazu nicht; vielmehr muss die Absicht, beruflich weiterzukommen, bereits durch konkrete Schritte wie Kursbesuche, Aufnahme eines Studiums, Ablegung von Prüfungen etc. kundgetan worden sein (BGE 96 V 30; nicht veröffentlichte Urteile P. vom 20. Juni 2000, I 483/98, Erw. 3a und F. vom 28. August 1996, U 12/96, Erw. 2b je mit Hinweisen). b) Aus den mit Schreiben vom 6. Februar 2000 nachgereichten Diplomen geht hervor, dass die Beschwerdeführerin bereits vor dem ersten Unfall im Jahre 1993 mit Erfolg Computerkurse besuchte, um sich weiter zu bilden (vgl. Urkunde des Scheidegger-Kurses vom 15. Februar 1990 und TeilnehmerZertifikat von der Firma B.________ vom 17. Dezember 1992). Offensichtlich war die im Zeitpunkt der Unfälle noch sehr junge Beschwerdeführerin mit ihrer bisher genossenen Ausbildung (Grundschule teils in der Schweiz und teils in Ex-Jugoslawien absolviert mit anschliessender Coiffeur- Lehre ohne Abschluss) und ihren Gelegenheitsjobs nicht zufrieden. Nach den Unfällen besuchte sie zwischen 3. September 1994 und 14. Juli 1995 an einem Tag pro Woche aus eigener Initiative eine Handelsschule, für deren Übernahme sie erst nachträglich ein Gesuch bei der Invalidenversicherung stellte. Auch die zwischen 22. Februar 1997 und Mai 1998 absolvierte Umschulung zur IC-Beraterin hatte sie selbst in die Wege geleitet. Eine gesamthafte Betrachtung der Ausbildungsschritte, die die Beschwerdeführerin vor und nach den Unfällen in Angriff genommen und erfolgreich abgeschlossen hat, erlaubt den Schluss, dass sie auch ohne die Unfälle eine andere Berufslaufbahn eingeschlagen hätte, als sie sie mit weniger als 20 Jahren, noch nicht lange ohne Ausbildung aus ihrem Heimatland in die Schweiz zurückgekehrt, begonnen hatte.