Citation: 1P.876/2005 29.03.2006 E. 2

Der Beschwerdeführer rügt die Verletzung des Willkürverbots sowie des Grundsatzes "in dubio pro reo". 2.1 Gemäss Art. 9 BV hat jede Person Anspruch darauf, von den staatlichen Organen ohne Willkür behandelt zu werden. Nach der Praxis des Bundesgerichts liegt Willkür in der Rechtsanwendung vor, wenn der angefochtene kantonale Entscheid offensichtlich unhaltbar ist, mit der tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft. Das Bundesgericht hebt einen Entscheid jedoch nur auf, wenn nicht bloss die Begründung, sondern auch das Ergebnis unhaltbar ist; dass eine andere Lösung ebenfalls als vertretbar oder gar zutreffender erscheint, genügt nicht (BGE 131 I 467 E. 3.1 S. 473 f.). 2.2 Der im angefochtenen Urteil zitierte Anklagesachverhalt lautet im streitig gebliebenen Punkt wie folgt: Am Nachmittag des 12. Juni 2002 habe der Beschwerdeführer sich im Passbüro Aarau aufgehalten, um den Pass zu verlängern und seine Kinder darin eintragen zu lassen. Weil er das erforderliche Einverständnis seiner geschiedenen Frau nicht umgehend erhalten habe, habe er wutentbrannt das Bezirksamt Laufenburg angerufen und der Kanzleiangestellten telefonisch erklärt, es sei Feuer im Dach und er werde die Kindsmutter (gemeint: seine geschiedene Ehefrau) "auseinander nehmen". Darin liegt nach dem Obergericht eine Drohung im Sinne von Art. 180 StGB. Das Gericht führt aus, eine Drohung müsse nicht gegenüber der Bedrohten ausgesprochen werden; wesentlich sei, dass sie ihr zu Ohren käme (angefochtenes Urteil, Ziffer 3.3). Mit der Äusserung der Drohung gegenüber dem Bezirksamt habe der Beschwerdeführer mindestens in Kauf genommen, dass sie der Frau zu Ohren komme und sie in Angst und Schrecken versetzen würde (angefochtenes Urteil, Ziffer 5). 2.3 Der Beschwerdeführer zitiert bei den Akten liegende Notizen des Bezirksamtmanns und der Kanzleiangestellten. Daraus geht hervor, dass die Kanzleiangestellte dem Beschwerdeführer am Telefon zunächst sagte, der Bezirksamtmann könne nicht gestört werden, sei aber wahrscheinlich in einer Stunde zu erreichen. Anschliessend äusserte der Beschwerdeführer die Drohung. Nach Ansicht des Beschwerdeführers zeigt dies, dass er mit seiner Äusserung bezweckt habe, sofort mit dem Bezirksamtmann zu sprechen, nicht jedoch seine ehemalige Frau zu bedrohen. Die anders lautenden Ausführungen im angefochtenen Urteil stünden mit der tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch und seien willkürlich. 2.4 Indem der Beschwerdeführer ausführt, er habe nicht in Kauf genommen, seine geschiedene Frau in Schrecken oder Angst zu versetzen, bestreitet er den im angefochtenen Urteil festgehaltenen "inneren" Sachverhalt. Dagegen bleibt der "äussere" Sachverhalt unbestritten. So steht verbindlich fest, dass der Beschwerdeführer der Angestellten des Bezirksamts am Telefon mitteilte, er werde seine ehemalige Frau "auseinander nehmen". Selbst wenn sein Vorbringen zutreffen sollte, er habe die Drohung benutzt, um den Bezirksamtmann sofort sprechen zu können, steht fest, dass er gegenüber der Behörde die Gefährdung seiner früheren Frau angekündigt hat. Es ist nicht lebensfremd, daraus zu schliessen, er habe damit - gegebenenfalls neben anderen Motiven - in Kauf genommen, dass die Frau seine Drohung erfahre und dadurch in Schrecken oder Angst gerate. Wer gegenüber einer Behörde solche Drohungen ausspricht, muss damit rechnen, dass sie Massnahmen zum Schutz des Bedrohten ergreift und diesen über die Drohung unterrichtet. Solches erweist sich auch nach der Darstellung des Beschwerdeführers als zutreffend: Gemäss dem Aktenzitat in der Beschwerde bot der Bezirksamtmann nach der telefonischen Drohung unverzüglich die Kantonspolizei auf. Der vom Obergericht geschilderte "innere" Sachverhalt steht somit nicht mit der tatsächlichen Situation im Widerspruch. Die Willkürrüge geht fehl.