Citation: 6B_987/2021 E. 4.2.6

4.2.6. In Würdigung dieser Feststellungen verneint die Vorinstanz das Vorliegen eines Härtefalls. Sie erwägt dabei, die lange Anwesenheitsdauer des Beschwerdeführers inklusive Absolvierung der gesamten Schulzeit in der Schweiz sei zwar als Indiz für das Vorliegen eines Härtefalls zu werten. Von einer gelungenen beruflichen und sozialen Integration könne jedoch nicht gesprochen werden. Private Beziehungen beruflicher oder gesellschaftlicher Art, die über eine nach langer Anwesenheit normale Integration hinausgingen, seien nicht ersichtlich. Die fehlende berufliche Eingliederung könne ihm zwar aufgrund des Bezugs einer ganzen Invalidenrente seit April 2016 grundsätzlich nicht entgegengehalten werden. Er sei aber auch zuvor beruflich nicht gut integriert gewesen, da er keine Ausbildung abgeschlossen und keine Anstellung über eine längere Zeit innegehabt habe. Er habe seine finanziellen Verhältnisse nicht im Griff und sei verschuldet. Eine Integration in seinem Heimatland sei zwar nicht leicht, aber gleichwohl als möglich einzustufen. Sodann werde die vorübergehende Trennung des Paars zwar einschneidend sein. Den Ehegatten könne jedoch nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung (vgl. Urteile 6B_1087/2020 vom 25. November 2020 E. 5.4.2.1; 6B_311/2020 vom 12. Oktober 2020 E. 6.7) zugemutet werden, den Kontakt in dieser Zeit über moderne Kommunikationsmittel oder Kurzbesuche zu pflegen. Das gelte auch hinsichtlich der Kinder des Beschwerdeführers. Es liege deshalb kein derart schwerer Eingriff in das Recht auf Familienleben (Art. 13 BV und Art. 8 EMRK) vor, dass sich daraus ein persönlicher Härtefall ergeben würde. Zusammenfassend verneint die Vorinstanz einen persönlichen Härtefall, wenn auch - in Anbetracht der langen Anwesenheitsdauer - nur knapp. Die Landesverweisung erweise sich auch mit Blick auf die völkerrechtlichen Vorgaben und die vom EGMR erarbeiteten Kriterien als rechtmässig.