Citation: 6B_854/2009 01.02.2010 E. 1

Die Vorinstanz stellt fest, der Nachweis für ein mit dem tragischen Unfall zusammenhängendes, strafrechtlich relevantes und adäquat kausales Verschulden aller oder einzelner Beschwerdegegner lasse sich nicht erbringen. Aufgrund des rechtsmedizinischen Gutachtens vom 20. Juni 2008 und der Aussagen des Arbeiters B.________ kommt die Vorinstanz zum Schluss, Aa.________ sei mutmasslich vom dritten Obergeschoss rund 4,5 Meter in einen Treppenschacht gestürzt und habe sich dabei tödliche Verletzungen zugezogen. Die Vorinstanz geht gestützt auf die Akten davon aus, dass der fragliche Treppenschacht während der Ausschalungsarbeiten nicht abgedeckt war. Der Grund dafür liege gemäss Angaben eines Sicherheitsspezialisten der SUVA darin, dass es sich dabei um "Routinearbeiten" gehandelt habe, die sowohl Facharbeitern als auch angelernten Hilfsarbeitern zugemutet werden könnten. Für den Unfall sei nach den Aussagen des Sicherheitsspezialisten "nicht relevant", ob der Polier die Arbeiten kontrolliert habe. Der Sicherheitsspezialist beurteile den Umstand, dass ein einteiliger Seitenschutz anstelle des erforderlichen dreiteiligen Schutzes angebracht gewesen sei, als "nicht so gravierend". Nach dessen Meinung habe die Arbeitgeberin des Verstorbenen ein sehr gutes Sicherheitssystem. Er arbeite schon jahrelang mit diesem Unternehmen zusammen. Der Sicherheitsspezialist sei der Ansicht, ein erfahrener Mitarbeiter wie der Verunfallte wisse sicherlich ganz genau, was er dürfe und was nicht. Die Vorinstanz weist darauf hin, dass niemand den Unfallhergang beobachtet habe, und somit die Gründe für den Unfall nicht bekannt seien. Der Nachweis einer im strafrechtlichen Sinne relevanten ununterbrochenen adäquaten Kausalkette sei nicht zu erbringen. Daran würden auch weitere Abklärungen nichts ändern. Auch damit liesse sich nicht zweifelsfrei ein adäquat kausales Verschulden der Beschwerdegegner am Tod von Aa.________ nachweisen. Der Umstand, dass die mutmassliche Absturzstelle nicht ordnungsgemäss gesichert gewesen sei, werde mitberücksichtigt. Es sei gemäss dem Sicherheitsspezialisten der SUVA üblich, dass gewisse Stellen für kurze Zeiträume ungesichert oder zu wenig gesichert seien. Dies erscheine als nachvollziehbar, weil je nach dem Stand der Arbeiten die Sicherheitsvorkehren für die einzelnen Arbeitsvorgänge zuerst erstellt bzw. wieder entfernt werden müssten. Es seien keine Anhaltspunkte für eine strafrechtlich relevante Aufsichtspflichtverletzung durch den verantwortlichen Polier ersichtlich, der dem Unfallort am fraglichen Tag möglicherweise fern geblieben sei. Der baustellenerfahrene Verstorbene habe damals Arbeiten verrichtet, die gemäss Angaben des Sicherheitsspezialisten täglich ausgeführt würden. Die Vorinstanz kommt gestützt auf diese Ausführungen zum Ergebnis, die Staatsanwaltschaft habe das Strafverfahren zu Recht aufgehoben und von weiteren Beweismassnahmen abgesehen.