Citation: 6B_130/2022 E. 2.3

2.3. Ferner argumentiert der Beschwerdeführer die handschriftlichen Ergänzungen im Einvernahmeprotokoll des Beschwerdegegners 2 vom 14. September 2018 seien unzulässig und verstiessen gegen Art. 78 Abs. 5 StPO. Die Vorinstanz erwägt hierzu, es sei gerade Sinn und Zweck der nochmaligen Vorlage des schriftlichen Protokolls, dass der befragten Person das rechtliche Gehör zur Niederschrift zu gewähren und dieser die Möglichkeit einzuräumen sei, Änderungen und Ergänzungen anzubringen. Mit diesem Vorgang werde weder eine Gültigkeitsvorschrift verletzt noch die Verwertbarkeit des Beweismittels in anderer Hinsicht beeinträchtigt (Urteil S. 6). Dieser vorinstanzlichen Begründung ist vollumfänglich beizupflichten. Selbstverständlich wäre es mit dem Beschwerdeführer vorzuziehen gewesen, dass die nachträglichen Änderungen bei der entsprechenden Frage oder am Ende des Protokolls mit dem sinngemässen Hinweis, dass diese nach bzw. bei der Durchsicht des Protokolls vom Beschwerdegegner 2 verlangt wurden, angefügt wird (vgl. hierzu: PHILIPP NÄPFLI, in: Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung/Jugendstrafprozessordnung, 2. Aufl. 2014, N. 23 zu Art. 78 StPO). Jedoch ergibt sich aus dem Einvernahmeprotokoll, dass die Änderungen beim Lesen des Protokolls vorgenommen wurden. Ferner ist der ursprüngliche Text weiterhin ersichtlich. Inwiefern unter diesen Umständen die Protokollierungsvorschriften verletzt sein sollen, ist weder ersichtlich noch hinreichend dargelegt. Soweit der Beschwerdeführer die vorgenommenen Korrekturen inhaltlich kritisiert, ist darauf an anderer Stelle einzugehen, da dies nicht die Frage der Verwertbarkeit betrifft (vgl. E. 3.4).