Citation: 9C_304/2021 E. 5.2

5.2. Im Grundsatz zutreffend sind die Ausführungen des Beschwerdeführers, wonach die IV-Stelle bei mangelnder Nachvollziehbarkeit der durch das Gutachten gestellten Diagnose verpflichtet gewesen wäre, eine Neubegutachtung des Versicherten zu veranlassen (vgl. auch erwähntes Urteil 9C_289/2017 vom 4. September 2017 E. 4.4). Wenn die IV-Stelle im vorliegenden Fall darauf verzichtet und ohne weitere medizinische Abklärungen einen Leistungsanspruch verneint hat, erweist sich dies indessen aus zwei Gründen nicht als offensichtlich unhaltbar: Zum einen sprach die IV-Stelle in einer - wenn auch nur rudimentär vorhandenen - Indikatorenprüfung im Sinne BGE 141 V 281 einer durch die PTBS verursachten Arbeitsunfähigkeit die invalidenversicherungsrechtliche Relevanz ab (zur Anwendbarkeit der Indikatorenprüfung bei diagnostiziertem PTBS nach der im Zeitpunkt der Verfügung geltenden Rechtsprechung: BGE 142 V 342). Zum anderen wies sie darauf hin, dass das psychische Leiden des Versicherten einer Therapie zugänglich war, was nach der damaligen (erst durch BGE 143 V 409 vom 30. November 2017 geänderten) Rechtsprechung regelmässig zur Verneinung eines invalidenversicherungsrechtlichen Leistungsanspruchs führte (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.1 mit weiteren Hinweisen).