Citation: I 215/03 07.09.2004 E. 2

2.1 Am 1. Januar 2003 ist das Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 in Kraft getreten. Dessen verfahrensrechtlichen Neuerungen, welche innerhalb der Schranken von Art. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 IVG auch im Bereich den Invalidenversicherung gelten, sind vorbehältlich anders lautender Übergangsbestimmungen ab dem Tag ihres Inkrafttretens sofort und in vollem Umfange anwendbar (vgl. BGE 129 V 115 Erw. 2.2, 117 V 93 Erw. 6b, 112 V 360 Erw. 4a; RKUV 1998 Nr. KV 37 S. 316 Erw. 3b). Von den im ATSG enthaltenen Übergangsregelungen ist allein Art. 82 Abs. 2 ATSG verfahrensrechtlicher Natur. Danach haben die Kantone ihre Bestimmungen über die Rechtspflege diesem Gesetz innerhalb von fünf Jahren nach seinem Inkrafttreten anzupassen; bis dahin gelten die bisherigen kantonalen Vorschriften. 2.2 Gemäss Art. 79 lit. a VRPG (vgl. Erw. 1 hievor) ist zur Verwaltungsgerichtsbeschwerde befugt, wer ein schutzwürdiges Interesse an der Aufhebung oder Änderung der Verfügung oder des Entscheides hat. Materiellrechtlich deckt sich diese Umschreibung - wie jene im identisch formulierten Art. 65 VRPG betreffend Legitimation zur Verwaltungsbeschwerde - mit den in Art. 59 ATSG für das kantonale Beschwerdeverfahren statuierten Prozessvoraussetzungen. Soweit die genannte bundesrechtliche Norm in Übereinstimmung mit Art. 103 lit. a OG nebst dem Vorliegen eines schutzwürdigen Interesses verlangt, dass die beschwerdeführende Person durch den angefochtenen Entscheid "berührt" ist, handelt es sich dabei nicht um eine zusätzliche, kumulative Legitimationsvoraussetzung, sondern lediglich um eine Präzisierung des bundes- wie kantonalrechtlich vorausgesetzten schutzwürdigen Interesses (in diesem Sinne auch Thomas Merkli/Arthur Aeschlimann/Ruth Herzog, Kommentar zum Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege im Kanton Bern, Bern 1997, zu Art. 65, Rz. 2; zu Art. 79, Rz. 2 und 3; siehe auch Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, Zürich/Basel/Genf 2003, zu Art. 59, Rz. 4; Alfred Kölz/Isabelle Häner, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. Auflage, Zürich 1998, S. 193, Rz. 536). 2.3 Aufgrund der materiellrechtlichen Übereinstimmung der in Art. 79 VRPG und Art. 59 ATSG genannten Legitimationsvoraussetzungen erübrigt sich für den bernischen Gesetzgeber insoweit eine Anpassung des kantonalen Verfahrensrechts im Sinne von Art. 82 Abs. 2 ATSG. Mit Blick auf die hier zu prüfende Frage der Beschwerdelegitimation kommt die erwähnte Übergangsbestimmung mithin im vorliegenden Fall nicht zum Tragen, sodass der sofortigen Anwendbarkeit des Art. 59 ATSG nichts entgegen steht. Dabei ist der Begriff des schutzwürdiges Interesses gemäss Art. 59 ATSG materiellrechtlich gleich auszulegen wie derjenige nach Art. 103 lit. a OG (zur Publikation in der Amtlichen Sammlung vorgesehenes Urteil F. vom 12. März 2004 [C /03], Erw. 2.2 mit Hinweisen; Urteil M. vom 18. Dezember 2003 [C /03] Erw. 2). 2.4 Nach der zu Art. 103 lit. a OG ergangenen Rechtsprechung setzt das schützwürdige Interesse voraus, dass die beschwerdeführende Person durch die angefochtene Verfügung oder den angefochtenen Entscheid beschwert ist. Die in der Regel verlangte (zu möglichen Ausnahmen siehe nicht publizierte Erw. 2 des Urteils SVR 1998 AlV Nr. 15 S. 43; Urteil S. vom 21. Januar 1999 [M 4/98] Erw. 1) formelle Beschwer ist gegeben, wenn die beschwerdeführende Person am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen und mit ihren Rechtsbegehren nicht oder nur teilweise durchgedrungen ist (BGE 121 II 362 Erw. 1b/aa, 120 II 7 Erw. 2a; Fritz Gygi, Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Aufl., Bern 1983, S. 150 und 155; Kölz/Häner, a.a.O., S. 195 Rz. 542). Des weitern muss die beschwerdeführende Person - im Sinne der sog. materiellen Beschwer - stärker als jedermann betroffen sein, in einer besonderen, beachtenswerten, nahen Beziehung zur Streitsache stehen (vgl. BGE 127 V 3 Erw. 1b, 82 Erw. 3a/aa, 125 V 342 Erw. 4a, je mit Hinweisen; siehe auch Kölz/Häner, a.a.O., S. 195, Rz. 541) und ein tatsächliches oder rechtliches Interesse an der Änderung oder Aufhebung geltend machen können. Letzteres besteht im praktischen Nutzen, den die Gutheissung des angefochtenen Hoheitsakts dem Adressaten verschaffen würde, oder - anders ausgedrückt - im Umstand, einen Nachteil wirtschaftlicher, ideeller, materieller oder anderweitiger Natur zu vermeiden, welchen die angefochtene Verfügung oder der angefochtene Entscheid mit sich bringen würde. Das rechtliche oder auch bloss tatsächliche Interesse braucht somit mit dem Interesse, das durch die von der beschwerdeführenden Person als verletzt bezeichnete Norm geschützt wird, nicht übereinzustimmen (vgl. BGE 127 V 3 Erw. 1b, 82 Erw. 3a/aa, 125 V 342 Erw. 4a, je mit Hinweisen).