Citation: 4A_659/2020 E. 3.5.1

3.5.1. Wie erwähnt, macht die Beschwerdeführerin geltend, die Liquidierung der in USD denominierten Wertpapiere sei auch ohne Involvierung eines US-Elements möglich. Beim Selbsteintritt würden keine US-Elemente involviert, weil erstens keine weiteren Personen und somit auch keine US-Personen involviert würden: Ein Selbsteintritt löse im Rahmen der mediatisierten Wertschriftenverwahrung keine Umbuchungen auf übergeordneten Verwahrungsstufen aus, da der Titelbestand der Beschwerdegegnerin in deren Omnibus-Konten bei den Custodians unverändert bleibe. Auch das US-Finanzsystem sei nicht betroffen, wenn die Beschwerdegegnerin den Gegenwert der Wertschriften mit ihrer Darlehensforderung verrechne. Die streitgegenständliche Transaktion werde rein rechnerisch abgewickelt, ohne dass effektive Zahlungsströme - in USD oder einer anderen Währung - ausgelöst würden. Und schliesslich sei bei einem Selbsteintritt mit Verrechnung auch das US-Territorium nicht berührt. Die Vorinstanz habe sich mit diesen bereits im kantonalen Verfahren vorgebrachten Einwendungen nicht auseinandergesetzt und insbesondere ihre diesbezüglichen Ausführungen zur mediatisierten Wertschriftenverwahrung und zum Bundesgesetz vom 3. Oktober 2008 über Bucheffekten (Bucheffektengesetz, BEG; SR. 957.1) unter Verletzung ihres Rechts auf Beweis gemäss Art. 152 ZPO nicht gewürdigt. Sie habe sich deshalb auch nicht mit der Möglichkeit der Ausführung der streitgegenständlichen Instruktion ohne Involvierung eines US-Elements befasst. Die Vorinstanz hat auf diesen bereits bei ihr vorgebrachten Einwand hingewiesen, ist aber zu Recht nicht darauf eingegangen. Die Beschwerdeführerin verlangt nämlich mit ihrem Rechtsbegehren Ziffer 1 ausdrücklich den Verkauf zu Marktpreisen und nicht den Selbsteintritt. Das mit der Replik gestellte Rechtsbegehren Ziffer 1d bezieht sich sodann bloss auf den Fall, dass eine Vertragsanpassung erforderlich wäre. Bei einem Verkauf der in USD denominierten Wertpapiere resultiert aber eine Zahlung in USD und damit ist - aufgrund der für das Bundesgericht verbindlichen Feststellung der Vorinstanz, dass bei jeder Transaktion in USD von einer Benutzung der US-Finanzmarktinfrastrukturen auszugehen sei - von der Involvierung eines US-Elements auszugehen. Es kann daher auch offenbleiben, ob die Beschwerdegegnerin überhaupt zu einem Selbsteintritt verpflichtet werden könnte.