Citation: 6B_1006/2017 E. 2.6

2.6. Die Rüge erweist sich als unbegründet. Die Beschwerdeführerin weist zwar zutreffend darauf hin, dass es bezüglich der Frage, ob eine Ergänzung des Gutachtens anzuordnen bzw. ein Zweitgutachten einzuholen ist, nicht ausschlaggebend ist, dass sie im Rahmen der gutachterlichen Exploration kaum tatspezifische Aussagen machte. Indessen weicht die Vorinstanz entgegen ihrer entsprechenden Erwägung im Ergebnis gar nicht vom Gutachten ab, wenn sie nach eingehender Beweiswürdigung zum Schluss gelangt, der angeklagte Sachverhalt könne aufgrund der widersprüchlichen, detailarmen und damit wenig glaubhaften Aussagen der Beschwerdeführerin nicht erstellt werden (Urteil S. 55 E. 8.6). Die Vorinstanz hält zu Recht fest, die Kernaussage des Gutachtens sei, dass aufgrund der aussagepsychologischen Beurteilung nicht über jeden Zweifel erhaben bestätigt werden könne, dass die Aussagen der Beschwerdeführerin der Realität entsprechen würden. Im Ergebnis weicht die Vorinstanz somit nicht vom Gutachten ab, weshalb letztlich offenbleiben kann, ob die von ihr angeführten "triftigen Gründe" begründet sind. Lässt das Gericht ein aussagepsychologisches Gutachten anfertigen, weil es auf zusätzliches Fachwissen angewiesen ist, bleibt es für die Beweiswürdigung und die Prüfung der Glaubhaftigkeit der Aussagen verantwortlich. Das aussagepsychologische Gutachten stellt ein Hilfsmittel des Gerichts dar. Es liefert diesem die notwendigen Informationen, damit das Gericht die Aussagen selbstständig würdigen kann. Zwar darf das Gericht in Fachfragen nicht ohne triftige Gründe vom Gutachten abrücken und muss Abweichungen begründen. Jedoch bleibt es Aufgabe des Gerichts, die Beweise und damit auch die Aussagen zu würdigen. Diese Aufgabe kann und darf die sachverständige Person nicht übernehmen. Indem die Vorinstanz in antizipierter Beweiswürdigung auf eine Ergänzung des Gutachtens bzw. auf die Einholung eines Obergutachtens verzichtet, verletzt sie kein Bundesrecht.