Citation: 6B_947/2022 E. 3.2

3.2. Die Vorinstanz erwägt zusammengefasst, die Übertragung der öffentlichen Aufgabe der Gewährleistung von Ruhe und Ordnung in der vom Bund errichteten und geführten Asylunterkunft in U.________ an die E.________ AG durch das Staatssekretariat für Migration SEM sei ohne formell-gesetzliche Grundlage erfolgt. Damit sei die Aufgabe der E.________ AG nicht in gehöriger Weise übertragen worden. Weder die E.________ AG noch die von ihr eingesetzten Hilfspersonen könnten daher für sich beanspruchen, eine öffentliche Aufgabe zu erfüllen. Insbesondere die von der E.________ AG eingesetzten Hilfspersonen erfüllten den Beamtenbegriff von Art. 110 Abs. 3 StGB demnach nicht, und die Verrichtungen von D.________ und der Beschwerdegegner 2 sowie 3 stellten mangels funktionellem Beamtenstatus keine Amtshandlungen dar. Selbst wenn sie diese Voraussetzung erfüllen würden - so die Vorinstanz weiter -, wären sie angesichts der fehlenden übertragenen Kompetenz, polizeiliche Massnahmen durchzuführen oder polizeilichen Zwang auszuüben, nicht dazu befugt, den Beschwerdegegner 1 unter Anwendung körperlichen Zwangs zu fixieren. Da die Fixierung einer Person ausserhalb der Amtsbefugnisse der Sicherheitsmänner liege, stelle diese auch in dieser Hinsicht keine Amtshandlung im Sinne von Art. 285 Ziff. 1 StGB dar, die der Beschwerdegegner 1 mittels Gewalt hätte verhindern können.