Citation: 2C_254/2020 E. 4.2

4.2. Zusammengefasst hat das Verwaltungsgericht zur Verhältnismässigkeit erwogen, dass das Verschulden des Beschwerdeführers migrationsrechtlich als schwer einzustufen sei und entsprechend ein gewichtiges Interesse am Widerruf der Niederlassungsbewilligung bestehe. Der Beschwerdeführer, der als Jugendlicher zweimal wegen geringfügigeren Delikten für schuldig gesprochen worden sei, habe sich trotz einer mit Strafbefehl vom 15. Dezember 2011 erfolgten Verurteilung wegen Führens eines Motorfahrzeuges in (aufgrund Cannabiseinflusses) fahrunfähigem Zustand nicht davon abhalten lassen, erneut ein Fahrzeug unter Drogen- und Alkoholeinfluss zu lenken. Dabei habe er einen Unfall mit Todesfolge verursacht. Der seinerzeit im Blut des Beschwerdeführers nachgewiesene Promillewert sei als hoch einzustufen, auch habe der Beschwerdeführer die zulässige Höchstgeschwindigkeit in einem Umfang überschritten, welcher eine schwere Widerhandlung gegen die Strassenverkehrsvorschriften begründe. Gewichtige private Interessen, welche das erhebliche Interesse am Widerruf der Niederlassungsbewilligung aufwiegen könnten, seien nicht ersichtlich. Zwar sei der bald 30-jährige Beschwerdeführer in der Schweiz geboren worden und sei er hier aufgewachsen. Auch habe er hierzulande die obligatorische Schulbildung mit einem Lehrabschluss als Kaufmann genossen. Zudem spreche er fliessend Deutsch und würden sich seine engsten familiären Bezugspersonen (Eltern und Schwestern) in der Schweiz aufhalten. Indessen bestünden praktisch (ausser der Beziehung zu einem Kollegen als nächste Bezugsperson) keine Bindungen privater Natur des unverheirateten und kinderlosen Beschwerdeführers. Es scheine ihm auch nicht gelungen zu sein, beruflich richtig Fuss zu fassen und sich dauerhaft in der Berufswelt zu integrieren. Vielmehr sei er nach dem Lehrabschluss stets nur temporär angestellt gewesen, auch heute verfüge er nur über eine befristete Anstellung. Ins Gewicht falle sodann, dass noch keine Garantien bestünden, dass sich der Beschwerdeführer auf Dauer hinsichtlich seiner aktenkundigen, verkehrsrelevanten Alkohol- und Drogenabhängigkeit wohlverhalten werde. Aus seinem - in die Probezeit bis im Januar 2021 fallenden - Verhalten in der Zeit seit der Haftentlassung Ende Mai 2018 könne nicht geschlossen werden, dass sich der Beschwerdeführer ohne äusseren Druck oder Überwachung über eine längere Zeit hinweg bewähre oder eine die Rückfallgefahr praktisch ausschliessende biographische Kehrtwende erfolgt sei. Schliesslich hat die Vorinstanz ausgeführt, auch wenn der Beschwerdeführer in seinem Heimatland über kein Beziehungsnetz mehr verfügen sollte, welches ihm beim Aufbau einer neuen Existenz behilflich sein könnte, sei ihm eine Rückkehr dorthin zumutbar. Denn insbesondere sei davon auszugehen, dass er mit den dortigen Sitten und Gebräuchen (aufgrund eines viermonatigen Aufenthaltes im Heimatland) hinreichend vertraut ist. Es komme hinzu, dass der Beschwerdeführer die dortige Sprache mündlich beherrsche und er sich mit Blick auf sein Alter noch ergänzende Sprachkenntnisse aneignen könne. Der Widerruf der Niederlassungsbewilligung sei deshalb verhältnismässig (E. 4.3 ff. des angefochtenen Entscheids).