Citation: 6B_787/2022 E. A

A.a. Mit Eingabe vom 12. Mai 2021 an die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat erstatteten der Verband A.________ und 12 weitere Beschwerdeführer (siehe Rubrum; nachfolgend: Beschwerdeführer) Strafanzeige gegen Prof. Dr. med. P.________, den ehemaligen Leiter der "Swiss National COVID-19 Science Task Force" (nachfolgend: Beschuldigter), und gegen allfällige weitere Täterschaft betreffend den Tatverdacht auf Schreckung der Bevölkerung gemäss Art. 258 StGB und allfällige weitere Tatbestände. A.b. Mit Übernahmeverfügung (Art. 31 ff. StPO) vom 20. Mai 2021 der Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern übernahm die Staatsanwaltschaft Region Bern-Mittelland das Zürcher Verfahren. A.c. Mit Verfügung vom 4. Oktober 2021 nahm die Staatsanwaltschaft Region Bern-Mittelland das Verfahren nicht an Hand (Art. 310 Abs. 1 lit. a StPO), auferlegte die Verfahrenskosten dem Kanton Bern (Art. 423 Abs. 1 StPO) und richtete keine Entschädigung aus (Art. 430 Abs. 1 lit. c StPO). Die Beschwerdeführer lasteten dem Beschuldigten und der allfälligen weiteren Täterschaft an, sich der Schreckung der Bevölkerung schuldig gemacht zu haben, indem er bzw. sie in Zusammenhang mit der Corona-Krise in Publikationen bzw. Lageberichten und an Medienkonferenzen Warnungen äusserten, welche die Schweizer Bevölkerung in Angst und Schrecken versetzt hätten. Konkret ging es nach der Nichtanhandnahmeverfügung der Staatsanwaltschaft um folgende Vorwürfe: - Wiederholte Veröffentlichung von Schreckensprognosen bezüglich der zu erwartenden Intensivbettenauslastung, die von vornherein nicht plausibel gewesen seien; - falsche bzw. irreführende Aussagen bezüglich freier Intensivbetten; - falsche Aussagen bezüglich Hospitalisierungen und Todesfälle; - wiederholte und systematische Manipulation der vergangenen Intensivbettendaten; - Begründung der Notwendigkeit von einschneidenden Massnahmen mit teilweise untauglichen Indikatoren (Fall-, Hospitalisierungs- und Todeszahlen); - konsequentes Ausblenden von neuen Erkenntnissen bezüglich Infektionssterblichkeit, Wirksamkeit der Massnahmen und zu verfolgender Strategie; - Aufrechterhaltung des Narrativs von Lockdowns als alternativlose Massnahme durch unzutreffende Wiedergabe der Kernaussage eines ins Deutschen übersetzten Policy Briefs; - Vorschieben ständig wechselnder Gründe zur Aufrechterhaltung der Pandemiesituation durch Heranziehen und Ändern von ins gewünschte Narrativ passender Indikatoren wie "Spitalüberlastung", "Fallzahlen", "Positivraten", "R-Wert"; - Vorschieben von neuen "Mutationen" (Virusvarianten) bei günstigen Indikatoren zur Aufrechterhaltung der Pandemiesituation. Nach der Staatsanwaltschaft kann die Gefahr für die öffentliche Gesundheit durch die Existenz des Covid-19-Virus nicht erfolgreich infrage gestellt oder bestritten werden. Die Beurteilung der Pandemiesituation, der Methodik und Prognostik, der Sachgerechtigkeit und Verhältnismässigkeit der Massnahmen usw. obliege den zuständigen Verwaltungsbehörden und der Verwaltungsrechtspflege. Art. 258 StGB sei eindeutig nicht erfüllt. Weitere Straftatbestände würden nicht angerufen und seien nicht ersichtlich.