Citation: 6B_988/2023 E. 1.7.5

1.7.5. Zur Beurteilung der Integration im weiteren Sinne ist das Sozialverhalten insgesamt zu berücksichtigen und damit auch eine frühere relevante Delinquenz (Urteil 6B_224/2022 vom 16. Juni 2022 E. 2.3.3 mit Hinweisen). Ausländerrechtlich gilt die grundsätzlich gleiche Rechtslage: Gelöschte Straftaten begründen keinen Widerruf, sind aber in der Gesamtbetrachtung zu berücksichtigen (Urteile 2C_358/2019 vom 18. November 2019 E. 3.2; 2C_861/2018 vom 21. Oktober 2019 E. 3.2; vgl. Urteil 6B_224/2022 vom 16. Juni 2022 E. 2.3.3). Vor diesem Hintergrund misst die Vorinstanz den zahlreichen Verurteilungen des Beschwerdeführers zu Recht erhebliches Gewicht zu. Sie erwägt, bereits im Jahr 2009 habe das Jugendgericht den Beschwerdeführer wegen Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte, Drohung, Angriff sowie versuchter einfacher Körperverletzung zu einem bedingten Freiheitsentzug von 30 Tagen verurteilt. Bis zum erstinstanzlichen Urteil sei es in den Jahren 2011, 2012, 2016 und 2019 zu vier weiteren rechtskräftigen Verurteilungen gekommen, wobei es sich stets um kleinere Gewaltdelikte sowie um Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrs-, Betäubungsmittel- und Waffengesetz gehandelt habe. Gemäss Strafbefehl vom 6. Dezember 2022 solle der Beschwerdeführer zudem am 10. November 2022, am Tag der ersten Berufungsverhandlung, mit dem Fahrrad einen Verkehrsunfall verursacht haben, in dessen Nachgang er positiv auf THC und Kokain getestet worden sei. Von einem Sinneswandel in Bezug auf den Betäubungsmittelkonsum könne keine Rede sein. Die jüngsten Strafverfahren würden zeigen, dass er sich weder von der Delinquenz noch vom Alkohol- bzw. Drogenkonsum distanziert habe. Unabhängig davon, welche Delikte im Strafregisterauszug noch einsehbar sind bzw. ob die darin nicht einsehbaren Vorstrafen berücksichtigt werden dürfen (vgl. Urteil 6B_224/2022 vom 16. Juni 2022 E. 2.3.3 mit Hinweis) stellt die Vorinstanz zu Recht fest, der Beschwerdeführer sei in der Vergangenheit immer wieder strafrechtlich in Erscheinung getreten und habe sich weder von rechtskräftigen Verurteilungen noch von der drohenden Landesverweisung oder der abgesessenen Untersuchungshaft davon abhalten lassen, während laufendem Strafverfahren erneut zu delinquieren. Der Beschwerdeführer vermag keine Willkür in der vorinstanzlichen Sachverhaltsfeststellung zu begründen. Er beschränkt sich darauf, auf die im Strafregisterauszug nicht mehr ersichtlichen Vorstrafen einzugehen, setzt sich jedoch mit den übrigen ausführlichen und einleuchtenden Erwägungen der Vorinstanz nicht auseinander. Damit genügt er den Anforderungen von Art. 42 Abs. 2 BGG nicht. Mit der Vorinstanz wirken sich die diversen Vorstrafen und die fortlaufende Delinquenz zu Ungunsten eines persönlichen Härtefalls aus. Die Vielzahl der Delikte und die Verschiedenheit der beeinträchtigten Rechtsgüter zeugen von einer ungewöhnlichen Unbelehrbarkeit und Gleichgültigkeit gegenüber den hiesigen Gesetzen. All dies spricht gegen eine Integration des Beschwerdeführers und begründet gleichzeitig ein erhebliches öffentliches Interesse an dessen Fernhaltung.