Citation: 9C_537/2024 E. 4.2.1

4.2.1. Ein Zusammenhang zwischen beruflicher Tätigkeit und Liegenschaftserwerb kann insbesondere dann für das Vorliegen eines gewerbsmässigen Liegenschaftenhandels sprechen, wenn ein solcher Handel die natürliche Ergänzung zur hauptberuflichen Tätigkeit der steuerpflichtigen Person darstellt, aufgrund häufiger Kontakte oder erworbener spezieller Fachkenntnisse (vgl. das Urteil 9C_613/2023 vom 22. Januar 2024 E. 4.5.2). Für das Kriterium der speziellen Fachkenntnisse ist es nicht notwendig, dass die betroffene Person ein ausgewiesener Experte im Bereich des Immobilienhandels ist; so hat das Bundesgericht etwa hinreichende besondere Kenntnisse bei einem Maler- und Tapezierbetrieb bejaht (Urteil 2C_827/2021, 2C_850/2021 vom 28. September 2022 E. 6.3). Insbesondere kann auch bei Immobilienverwaltern (Urteil 9C_613/2023 vom 22. Januar 2024 E. 4.5.2) und beim Verwaltungsrat einer Immobiliengesellschaft (Urteil 2C_1273/2012 vom 13. Juni 2013 E. 3.5) ein solcher - gegebenenfalls indirekter - Zusammenhang vorliegen, z.B. wenn er aufgrund seiner langjährigen Tätigkeit im Immobilienbereich - und sei es auch nur in der Immobilienverwaltung - in der Lage ist, potenzielle Kaufobjekte zu bewerten, die Preisentwicklung zu verfolgen und Fremdfinanzierungsmöglichkeiten sowie Sanierungskosten zu beurteilen (vgl. das Urteil 9C_613/2023 vom 22. Januar 2024 E. 4.5.2). Ein weiteres Indiz für die Gewerbsmässigkeit kann darin bestehen, dass die Liegenschaft als Arbeitsbeschaffung für eigene Unternehmen (z.B. für eine Immobiliengesellschaft, einen Architektur-, Bau- oder Handwerksbetrieb) verwendet wird (BGE 125 II 113 E. 6b; BGE 112 lb 79 E. 3b/aa; Urteile 9C_613/2023 vom 22. Januar 2024 E. 4.5.2; 2C_827/2021 vom 28. September 2022 E. 7.4; 2C_27/2015 vom 10. September 2015 E. 1.4; 2A.547/2004 vom 22. April 2005 E. 3.2). Auch die Übernahme der Verwaltung und Buchführung durch die eigene Immobiliengesellschaft kann gegebenenfalls als Arbeitsbeschaffung qualifiziert werden (Urteil 9C_613/2023 vom 22. Januar 2024 E. 4.5.2).