Citation: 6B_300/2016 E. 4.4.1

4.4.1. Nach den tatsächlichen Feststellungen der Vorinstanz war der Beschwerdeführer einziger Verwaltungsrat der Privatklägerin. Das Mandat hatte er im Auftrag des Alleinaktionärs der Gesellschaft, B.________, übernommen, der bei der Übernahme der G.________ AG nach aussen nicht in Erscheinung treten wollte. Dies ändert nichts daran, dass dem Beschwerdeführer als (fiduziarischer) Verwaltungsrat der Privatklägerin Eigenschaft als Geschäftsführer zukam (zur Rechtsfigur des fiduziarischen Verwaltungsrats vgl. WATTER/ROTH PELLANDA, in: Basler Kommentar, OR II, 5. Aufl. 2016, N 3 zu Art. 716a; WERNLI/RIZZI, in: Basler Kommentar, OR II, 5. Aufl. 2016, N 26 zu Art. 707). Der fiduziarische Verwaltungsrat übt sein Mandat aus eigenem Recht aus, das sich unmittelbar aus der Wahl durch die Generalversammlung ableitet. Das Weisungsrecht des Fiduzianten tritt im Verhältnis zur Gesellschaft hinter die allgemeine Treuepflicht des Verwaltungsratsmitglieds gegenüber der Gesellschaft zurück (WERNLI/RIZZI, a.a.O., N 26 zu Art. 707). Der Beschwerdeführer hatte mithin in eigener Entscheidbefugnis die sich stellenden Pflichten zu erfüllen und hat selbstständig und eigenverantwortlich gehandelt. Dass er sich vollumfänglich den konkreten Weisungen von B.________ und somit unmittelbar einem fremden Willen unterworfen hätte, so dass ihm nur ein sehr begrenzter Handlungsspielraum zur Verfügung gestanden hätte, ist nicht ersichtlich. Die Stellung des Beschwerdeführers lässt sich mithin nicht auf diejenige eines bloss vorgeschobenen Strohmanns ohne eigene Handlungskompetenz reduzieren. Auch der Beschwerdeführer geht im Übrigen davon aus, dass sein Vorgehen von B.________ genehmigt werden musste, was eine gewisse Selbstständigkeit des Handelns bzw. einen gewissen Ermessensspielraum voraussetzt. Damit lässt sich entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers (Beschwerde S. 13) sein Vorgehen nicht als Handeln des Alleinaktionärs selbst begreifen, so dass sich die Frage, ob durch die Vermögensdispositionen in das Aktienkapital oder die gesetzlichen Reserven eingegriffen wurde (Beschwerde S. 11), nicht stellt. Die Vorinstanz nimmt daher zu Recht an, der Beschwerdeführer sei Geschäftsführer der Privatklägerin gewesen (angefochtenes Urteil S. 9). Ob der Alleinaktionär B.________ seinerseits als (faktischer) Verwaltungsrat der Privatklägerin anzusehen war, scheint zweifelhaft. Jedenfalls ist nicht ersichtlich, dass dieser über eine längere Zeit organtypische Kompetenzen ausgeübt hätte oder aus einer organtypischen Stellung heraus aktiv Einfluss auf die Willensbildung der Gesellschaft genommen hätte (BGE 128 III 29 E. 3a und c, mit Hinweisen; PETER BÖCKLI, Schweizer Aktienrecht, 4. Aufl. 2009 [Aktienrecht], § 18 N 109 f., vgl. auch § 13 N 92 f. und 625 ff.; WERNLI/RIZZI, a.a.O., N 26b und 29a zu Art. 707). Wie es sich damit verhält, kann indes offenbleiben, zumal nicht eine allfällige Verantwortlichkeit von B.________ zur Beurteilung steht (vgl. WATTER/ROTH PELLANDA, a.a.O., N 3a zu Art. 716a). Die Anerkennung von B.________ als faktisches Organ hätte jedenfalls keinen Einfluss auf die Würdigung der Stellung des Beschwerdeführers. Dieser war auch als treuhänderischer Verwaltungsrat zur Wahrung der Gesellschaftsinteressen verpflichtet. Die Vorinstanz hat mithin zu Recht angenommen, der Beschwerdeführer habe mit der Darlehensgewährung an sich selbst einen Vertrag mit sich selbst geschlossen und sich insofern in einem Interessenkonflikt befunden (angefochtenes Urteil S. 9 f.). Die Auffassung des Beschwerdeführers, wonach bei wirtschaftlich-faktischer Betrachtungsweise gar kein Insichgeschäft vorliege, sondern ein Darlehensvertrag zwischen B.________ als faktischem Verwaltungsrat und ihm selbst als einem Dritten (Beschwerde S. 13), erweist sich, wie ausgeführt, als verfehlt.