Citation: 9C_38/2024 E. 3.4.2

3.4.2. Auf Grund der in der ZulaV festgelegten fachärztlichen Höchstzahlen ist es jedenfalls nicht auszuschliessen, d.h. mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit absehbar, dass mangels Abrechnungsberechtigung zulasten der OKP weniger Fachärztinnen und -ärzte ihre Tätigkeit im Kanton Bern und damit auch im Rahmen einer Anstellung bei den von den Beschwerdeführern 1 und 2 vertretenen öffentlichen und privaten Spitälern und Kliniken neu aufnehmen können. Dies stellt grundsätzlich ein schützenswertes Interesse nach Art. 89 Abs. 1 lit. b und c BGG dar (vgl. Urteil 9C_422/2014 vom 23. Dezember 2014 E. 2.3, nicht publ. in: BGE 140 V 574, aber in: SVR 2015 KV Nr. 7 S. 24), das, sofern es eine stattliche Anzahl der Mitglieder betrifft, zur "egoistischen Verbandsbeschwerde" legitimiert (E. 3.1 hiervor). Dies ist zu bejahen. Sämtliche Mitglieder der Beschwerdeführer 1 und 2 sind von der angefochtenen Zulassungsverordnung gleichermassen in ihren schutzwürdigen Interessen berührt, weil ihnen die in allen Fachgebieten geltenden (Art. 2 Abs. 4 ZulaV) Höchstzahlen ab dem Moment ihrer Erreichung verunmöglichen, neue Ärztinnen und Ärzte anzustellen resp. neue Belegarztverhältnisse einzugehen mit der Befugnis, zulasten der OKP abzurechnen. Sie können nicht einschätzen, wann die Höchstzahlen erreicht sein werden, weil nicht bekannt ist, wie der Kanton Vollzeitäquivalente (VZÄ) zählt und wie viele Ärztinnen und Ärzte jährlich um eine neue Zulassung ersuchen (d.h. wie lange es dauert, bis noch nicht erreichte Höchstzahlen ausgeschöpft sind). Somit besteht für sämtliche der von den Beschwerdeführern 1 und 2 vertretenen Einrichtungen Unsicherheit darüber, ob ein abgehender Arzt oder eine abgehende Ärztin in den von Höchstzahlen betroffenen Fachgebieten ersetzt werden kann oder nicht. Die Beschwerdeberechtigung ist folglich auch hinsichtlich der Beschwerdeführer 1 und 2 zu bejahen, wovon der Beschwerdegegner ebenfalls ausgeht. Auf die Beschwerde ist einzutreten.