Citation: 6B_1260/2019 E. 3.3.3

3.3.3. Wie bereits ausgeführt, ist der Oralverkehr, zu welchem der Beschwerdeführer die Privatklägerin vorliegend genötigt hat, als beischlafsähnliche Handlung zu qualifizieren. Dass die Privatklägerin selbst von einem "Versuch" sprach, ändert an der rechtlichen Qualifikation durch das Gericht nichts. Die Vorinstanz berücksichtigt bei der Strafzumessung zu Recht auch die Folgen für das Opfer. Sie erwähnt zunächst berufliche Einbrüche. Dabei stützt sich die Vorinstanz auf die Zeugenaussagen von C.________ und D.________, beides Vorgesetzte der Privatklägerin im damaligen Lehrbetrieb. Beide hätten geschildert, dass der Vorfall die Privatklägerin offensichtlich belastet habe. Die Zeugin C.________ habe festgestellt, dass sich das Verhalten der zuvor lebensfreudigen Privatklägerin seit dem Übergriff verändert habe. Sie sei unkonzentriert gewesen und habe Fehler gemacht. Die Zeugenaussagen liessen darauf schliessen, dass die Privatklägerin in der Tatnacht Traumatisches erlebt habe. Weiter erwägt die Vorinstanz, die Privatklägerin leide unter Angstzuständen. Dabei stützt sie sich auf die Angaben eines Polizisten, der in seinem Rapport festhielt, die Privatklägerin sei sehr verängstigt gewesen. Sie habe gefürchtet, dass der Beschwerdeführer bei ihrem Besuch auf dem Polizeiposten anwesend sein könnte. Anlässlich der zweiten polizeilichen Einvernahme habe die Privatklägerin zudem angegeben, Angst vor der Rache des Beschwerdeführers oder seinem Umfeld zu haben. Schliesslich befinde sich die Privatklägerin seit dem Übergriff in psychiatrischer Behandlung. Die Behauptung des Beschwerdeführers, es sei nicht erwiesen, dass die Tat langanhaltende und tiefgreifende Folgen für die Privatklägerin gehabt habe, trifft nach dem Gesagten nicht zu. Hierzu war es nicht erforderlich, die Auskunft des Therapeuten einzuholen. Vielmehr lässt sich die vorinstanzliche Schlussfolgerung problemlos aus anderen Beweismitteln bzw. Zeugenaussagen herleiten. Insofern sind die vorinstanzlichen Erwägungen nicht zu beanstanden. Unbegründet ist der Einwand, der sexuellen Nötigung komme vorliegend neben der versuchten Vergewaltigung keine eigenständige Bedeutung zu. Diese stellt unter Berücksichtigung der konkreten Umstände nicht nur eine Begleiterscheinung der versuchten Vergewaltigung, sondern ein separat zu beurteilendes Geschehen dar, das mit der Ahndung der versuchten Vergewaltigung nicht abgegolten ist. Schliesslich musste die Vorinstanz vorliegend nicht begründen, weshalb sie für die sexuelle Nötigung keine Geldstrafe verhängt. Zwar gibt sie nicht an, welche Strafe sie allein für die sexuelle Nötigung ausgefällt hätte. Indem sie aber die Einsatzstrafe um 12 Monate asperiert, bringt sie zum Ausdruck, dass eine Strafe von weniger als 360 Tagessätzen Geldstrafe (nach bisherigem Recht) nicht in Frage kommt. Somit verletzt die Vorinstanz ihre Begründungspflicht nicht. Gleiches gilt in Bezug auf die Frage des teilbedingten Vollzugs. Insgesamt erscheint die Strafe im Vergleich zu ähnlich gelagerten Fällen eher hoch. Die Vorinstanz überschreitet das ihr im Rahmen der Strafzumessung zustehende Ermessen jedoch gerade noch nicht. Auch ist das methodische Vorgehen nicht zu beanstanden. Die Rügen bezüglich der vorinstanzlichen Strafzumessung erweisen sich damit allesamt als unbegründet.