Citation: I 724/03 30.06.2004 E. 5

Gleiches gilt für die Ermittlung des Einkommens, das die Versicherte trotz gesundheitlicher Beeinträchtigung zumutbarerweise noch zu erzielen vermöchte (Invalideneinkommen, als zweiter Vergleichsfaktor beim Einkommensvergleich). Zwingende Voraussetzung hiefür sind gesicherte Erkenntnisse darüber, welche Arbeitstätigkeiten in welchem Umfang der Beschwerdeführerin in Anbetracht ihrer Behinderung aus ärztlicher Sicht noch zumutbar sind. Einig sind sich die Verfahrensbeteiligten - nach Lage der Akten zu Recht - darin, dass die Versicherte den angestammten, zwischenzeitlich aufgegebenen Beruf eines Zimmermädchens gesundheitsbedingt nicht mehr ausüben kann. Frau Dr. med. L.________, Spezialärztin FMH für Neurochirurgie, ist in dem von der IV-Stelle eingeholten Gutachten vom 22. Januar 2002 zum Ergebnis gelangt, der Beschwerdeführerin sei in Anbetracht der erheblichen körperlichen Beeinträchtigungen eine mit häufigem Positionswechsel verbundene Tätigkeit ohne Heben und Tragen von Gewichten und ohne Verrichtungen in gebückter Stellung an 4 Stunden pro Tag ohne verminderte Leistungsfähigkeit zumutbar. Der Beschwerdeführerin genügt diese, von der Verwaltung übernommene fachärztliche Einschätzung nicht. Ihr Einwand ist insofern berechtigt, als Frau Dr. med. L.________ zwar die Berichte des Dr. med. E.________, zunächst Oberarzt am Spital X.________, Klinik für Rheumatologie und Klinische Immunologie/Allergologie, danach selbstständig tätiger Facharzt für Rheumatologie und Innere Medizin FMH, über in den Jahren 1998, 1999 und 2001 durchgeführte ambulante rheumatologische Untersuchungen berücksichtigen konnte. Darin war noch von einer nur hälftigen Einschränkung der funktionellen Leistungsfähigkeit im Berufe eines Zimmermädchens gesprochen (Berichte vom 14. Dezember 1998 und 7. September 1999) resp. aus psychologischen Gründen auf die Bescheinigung einer höheren Arbeitsunfähigkeit verzichtet (Bericht vom 2. Juli 2001) worden. Indessen hat Dr. med. E.________ die Versicherte am 3. April 2002 erneut untersucht und darüber am 5. April 2002 dem Hausarzt Bericht erstattet. Die Vorinstanz führt dazu lediglich aus, der Rheumatologe erwähne, dass die Schmerzen stark belastungsabhängig zunähmen. Es findet sich im angefochtenen Entscheid aber keinerlei Bezug auf die weitere Aussage des Dr. med. E.________, wonach die verbleibende Arbeitsfähigkeit aus seiner Sicht für sämtliche inner- und ausserhäusliche Tätigkeiten nurmehr maximal 30% betrage. Zwar erfüllen der Bericht des Rheumatologen vom 5. April 2002 und dessen weitere Stellungnahmen nicht die Anforderungen, welche rechtsprechungsgemäss an ein beweiskräftiges medizinisches Gutachten zu stellen sind (BGE 125 V 352 Erw. 3a mit Hinweis). Es wird dadurch aber in Frage gestellt, ob bei der auf Frau Dr. med. L.________ gestützten Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit durch die Verwaltung die gesamte gesundheitliche Beeinträchtigung, auch aus rheumatologischer Sicht, und die Auswirkungen auf die funktionelle Leistungsfähigkeit der Versicherten im Verlauf bis zum massgebenden Zeitpunkt der streitigen Verwaltungsverfügung vom 5. August 2002 berücksichtigt wurden. Die Verwaltung wird hiezu weitere medizinische Abklärungen zu treffen und das Ergebnis der Invaliditätsbemessung zugrunde zu legen haben. Dabei wird, unter Berücksichtigung auch des in diesem Verfahren neu aufgelegten Berichtes des Dr. med. E.________ vom 16. Januar 2004, eine gegebenenfalls zwischenzeitlich eingetretene rentenrevisionsbegründende gesundheitliche Entwicklung mit einzubeziehen sein.