Citation: 5P.93/2004 26.04.2005 E. 5.3

5.3.1 Nach der Rechtsprechung ist die Feststellung eines natürlichen Kausalzusammenhanges eine Tatfrage, die folglich lediglich mittels staatsrechtlicher Beschwerde überprüft werden kann (BGE 128 III 22 E. 2d; 123 III 110 E. 2; 116 II 305 E. 2c/ee). Rechtsfrage ist hingegen, ob ein adäquater Kausalzusammenhang gegeben sei, was folglich über den Weg der eidgenössischen Berufung überprüft werden muss, wenn den Parteien dieser Weg offen steht (vgl. BGE 120 II 384 E. 4a S. 385). Rechtsfrage ist schliesslich, ob der kantonale Richter die Grundsätze der natürlichen Kausalität missverstanden hat (BGE 122 IV 17 E. 2c/aa S. 23). Daraus folgt, dass die Beschwerdeführerin zu Recht die Willkürrüge bezüglich der Annahme eines natürlichen Kausalzusammenhanges im Rahmen der vorliegenden staatsrechtlichen Beschwerde erhoben hat. 5.3.2 Ein Ereignis bzw. ein Verhalten sind die natürliche Ursache eines bestimmten Ergebnisses, wenn sie für das Eintreten des besagten Ergebnisses eine conditio sine qua non darstellen (BGE 122 IV 17 E. 2c/aa S. 23). Die natürliche Kausalität ist mit anderen Worten immer dann zu bejahen, wenn der fragliche Umstand nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch das Ergebnis dahinfällt (BGE 95 IV 139 E. 2a; 119 V 335 E. 1). So ist das Ereignis a die Ursache des Ereignisses b, und b die Ursache des Ereignisses c, dann ist a (auch) Ursache des Ereignisses c, was natürlich nicht ausschliesst, dass b ebenfalls weiterhin Ursache des Ereignisses c bleibt (Deschenaux/ Tercier, La responsabilité civile, 2. Aufl., 1982, Rz. 8 S. 54; Urteil 5C.125/2003 vom 31. Oktober 2003, E. 3.1). Zum Beweis eines natürlichen Zusammenhanges muss dessen Wahrscheinlichkeit überzeugend nachgewiesen werden; blosse Möglichkeit genügt nicht (Rey, Ausservertragliches Haftpflichtrecht, Zürich 2003, Rz. 518b). Bestehen neben derjenigen, auf die sich der Verletzte beruft, andere Ursachen, ist die natürliche Kausalität der vom Verletzten angerufenen Ursache dann nicht erstellt, wenn die Bedeutung der übrigen Ursachen überwiegt bzw. diese Ursachen zumindest den ausschlaggebenden Charakter der geltend gemachten Ursache zweifelhaft erscheinen lassen (BGE 119 Ib 342 E. 3c). Weiter kann der natürlich-kausale Zusammenhang zwischen einer Ursache und dem dieser in der Regel folgenden Ergebnis durch eine weitere, die erstere überholende Ursache unterbrochen werden (Deschenaux/Tercier, a.a.O., Rz. 21 f. S. 56). Insbesondere sind damit jene Fälle gemeint, in denen ein bestimmtes Verhalten zwar an sich geeignet wäre, ein schädliches Ergebnis zu bewirken, dasselbe Ergebnis aber im Einzelfall als Folge eines anderen dazwischen getretenen Verhaltens bzw. Ereignisses eintritt (Brehm, Berner Kommentar, N. 147 zu Art. 41 OR; so im unveröffentlichten Urteil 5C.125/2003 vom 31. Oktober 2003, E. 3.3). 5.3.3 Nach besagter Formel ist hier im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhanges zu fragen, ob die Howatec AG (bzw. ihr Hauptaktionär Zeuge Hans Meier) auf das Angebot vom 19. März 1992 selbst ohne den BAR-Artikel vom 2. Juli 1992 zurückgekommen wäre. Oder anders formuliert: ob der Zeitungsartikel nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch der geplatzte Einstieg des Beschwerdegegners in die Howatec AG ebenfalls dahinfällt. Wegen der eingeschränkten Willkürkognition (vorne E. 2.2) besteht die Aufgabe des Bundesgerichtes allerdings nicht darin, in Würdigung aller Umstände ein eigenes Urteil zu fällen, sondern danach zu fragen, ob trotz der von der Beschwerdeführerin punktuell erhobenen Rügen die Lösung der letzten kantonalen Instanz noch vertretbar erscheint.