Citation: U 206/05 16.03.2006 E. 5

5.1 Die SUVA hatte in ihrem Einspracheentscheid die Verweigerung sämtlicher Versicherungsleistungen (Einstellung der bisherigen Heilbehandlung, Verneinung eines Anspruchs auf Invalidenrente und Integritätsentschädigung) für die Zeit ab 16. August 2003 bestätigt mit der Begründung, der erste Unfall vom 6. August 1999 sei - angesichts der bereits ab 16. August 1999 gegebenen und auch umgesetzten vollen Arbeitsfähigkeit sowie des am 30. August erfolgten Fallabschlusses - für die Beurteilung der weiteren Leistungspflicht des obligatorischen Unfallversicherers irrelevant. Nach dem zweiten Unfall vom 13. November 1999 habe bereits früh eine Depression das Beschwerdebild beherrscht. Die Adäquanz des Kausalzusammenhangs zwischen Unfallereignis und Beschwerdebild habe deshalb nach der Rechtsprechung zu den psychogenen Unfallfolgen (BGE 115 V 133) zu erfolgen und sei zu verneinen. 5.2 Das kantonale Gericht gelangte dagegen nach ausführlicher Auseinandersetzung mit den medizinischen Akten zum Ergebnis, diesen lasse sich nicht mit hinreichender Klarheit entnehmen, ob die noch vorhandenen somatisch begründeten Beschwerden ihre Ursache in den streitigen Unfallereignissen haben. Deshalb lasse sich auch die für die Adäquanzprüfung bei diesem als mittelschwer im Grenzbereich zu den leichten Unfällen zu qualifizierenden (vgl. dazu auch RKUV 2005 Nr. U 549 S. 237 Erw. 5.1.2 [Urteil C. vom 15. März 2005, U 380/04], 2003 Nr. U 489 S. 360 Erw. 4.2 [Urteil A. vom 24. Juni 2003, U 193/01], je mit Hinweisen) Ereignis mitentscheidende Frage, ob die Elemente des für ein HWS-Schleudertrauma typischen Beschwerdebildes (BGE 119 V 338 Erw. 1, 117 V 360 Erw. 4b) im Vergleich zu einer ausgeprägten psychischen Problematik ganz in den Hintergrund getreten sind (BGE 123 V 99 Erw. 2a; RKUV 2002 Nr. U 465 S. 438 f. Erw. 3a und b [Urteil W. vom 18. Juni 2002, U 164/01]), nicht zuverlässig beurteilen. Diese Einschätzung stützt sich insbesondere auf die MEDAS-Gutachten vom 30. September 2002 und 19. Februar 2004. 5.3 Die vorinstanzlichen Erwägungen überzeugen. Nach Lage der Akten ist in der Tat unklar, ob und inwieweit der Versicherte nach wie vor unter somatisch begründeten unfallkausalen Beschwerden leidet und welche Bedeutung dieser Komponente im Vergleich zur psychischen Symptomatik - bezogen auf den gesamten in Betracht fallenden Zeitraum - beizumessen ist. Nachdem ein Schleudertrauma der HWS diagnostiziert ist, lässt sich ohne die Klärung dieser Frage auch die für die Adäquanzprüfung massgebende Vorgehensweise (BGE 117 V 359 oder BGE 115 V 133 in Verbindung mit BGE 123 V 98 und RKUV 2002 Nr. U 465 S. 437 [Urteil W. vom 18. Juni 2002, U 164/01]) nicht bestimmen. Eine davon unabhängige Anspruchsbeurteilung lässt die Aktenlage nicht zu. Die vom kantonalen Gericht verlangte zusätzliche Abklärung ist daher unabdingbare Voraussetzung eines Entscheids über den Leistungsanspruch des Beschwerdegegners. Gegenüber den vorinstanzlichen Darlegungen verändert sich die Ausgangslage insofern, als der dritte Unfall vom 6. Februar 2003, bei welchem das kantonale Gericht eine (erneute) HWS-Distorsion für nicht erstellt angesehen hat, auszuklammern ist. Entsprechend dem von der SUVA mit Recht erhobenen Einwand bleibt ausserdem zu präzisieren, dass die Bemerkung, es sei wiederum die MEDAS mit den ergänzenden Untersuchungen zu betrauen, lediglich als Anregung und nicht als verbindliche Vorgabe zu verstehen ist.