Citation: 6S.236/2006 05.09.2006 E. 2

2.1 Der Beschwerdeführer rügt, die Vorinstanz habe die Haftung des Angeklagten zu Unrecht wegen Selbstverschuldens reduziert. 2.2 Nach den verbindlichen Feststellungen der Vorinstanz griff der Beschwerdeführer den Angeklagten tätlich an, weil dieser ihm durch die Blockade die Wegfahrt verunmöglicht hatte und auch nach lautstarker Aufforderung, die Hindernisse wegzuräumen, nicht sofort reagierte, sondern erst noch die begonnene Arbeit zu Ende führen wollte. Der Beschwerdeführer zerrte ihn deshalb an den Kleidern aus der Führerkabine des Hubstaplers, schlug ihm die Faust ins Gesicht, versetzte ihm einen Fusstritt und wollte ihn offenkundig noch weiter verprügeln. Selbst als diesem gelang, sich vorübergehend in die Führerkabine zurückzuziehen, gab der Beschwerdeführer nicht auf und ging erneut auf seinen Kontrahenten los. 2.3 Die Vorinstanz hält zutreffend fest, dass der tätliche Angriff des Beschwerdeführers als Reaktion auf die Blockade völlig unverhältnismässig ausfiel und deshalb rechtswidrig war. Die Rechtswidrigkeit des Übergriffs wird in der Nichtigkeitsbeschwerde denn auch nicht in Abrede gestellt. Hingegen vertritt der Beschwerdeführer die Auffassung, es habe sich um eine harmlose tätliche Auseinandersetzung gehandelt, weshalb er sich darauf habe verlassen dürfen, dass sein Gegner sich entsprechend verhalte und nicht unverhältnismässige Mittel einsetze. Mit einer lebensgefährlichen Stichverletzung habe er nicht rechnen müssen. Damit will er geltend machen, sein tätlicher Angriff stelle keine adäquate Ursache mehr für die Abwehrhandlung des Angeklagten dar und dessen Gegengewalt erscheine als einzige Ursache für die beigebrachten Verletzungen. Der Einwand geht fehl. Wer einen anderen vorsätzlich und rechtswidrig angreift, muss vernünftigerweise auch damit rechnen, dass sich der Angegriffene zur Wehr setzt, wozu dieser - in den Grenzen einer verhältnismässigen Verteidigung - auch befugt ist. Eine Überschreitung des Abwehrrechts wie im vorliegenden Fall hat zwar zur Folge, dass die Verteidigungshandlung rechtswidrig wird, entgegen dem Beschwerdeführer aber nicht, dass zugleich der adäquate Kausalzusammenhang zum unmittelbar vorangegangenen Angriff entfiele. Denn die Gefahr der Gegenwehr ist erst durch die Gewaltausübung des Beschwerdeführers entstanden, ohne die der Angeklagte überhaupt keinen Anlass gehabt hätte, sich zu wehren. Damit steht fest, dass der Beschwerdeführer durch seinen tätlichen Übergriff eine Ursache für die Entstehung des Schadens setzte, was nach Art. 44 Abs. 1 OR zur Herabsetzung der Ersatzpflicht führt.