Citation: 6B_1394/2017 E. 3.3

3.3. Es besteht nach den zutreffenden vorinstanzlichen Erwägungen kein ernsthafter Anlass, an der vollen Schuldfähigkeit der Beschwerdeführerin zum Tatzeitpunkt zu zweifeln (vgl. Entscheid S. 6 unter Hinweis auf die vorinstanzlichen Akten pag. 1487 ff.; Entscheid S. 22 ff., 30 ff., 53 und 57). Die Vorinstanz würdigt in erster Linie ein Gutachten des Instituts für Rechtsmedizin der Universität E.________ vom 11. Februar 2014, welches gestützt auf eine Untersuchung der Beschwerdeführerin vom 7. Januar 2014 verfasst wurde, einen Notfallbericht des Spitals F.________ vom 7. Januar 2014 und den Bericht von Dr. med. D.________ vom 6. März 2015. Das Institut für Rechtsmedizin hielt gestützt auf die am 7. Januar 2014 wenige Stunden nach dem Vorfall durchgeführte Untersuchung fest, die Beschwerdeführerin befinde sich in einem guten Allgemeinzustand und sei bei klarem Bewusstsein. Das Spital F.________ bemerkte nach der Behandlung, es bestehe "keine Bewusstlosigkeit, kein Schwindel, keine Übelkeit oder Erbrechen", und hielt als Befund unter anderem Folgendes fest: "GCS 15/15. Keine Amnesie. Pupillen seitengleich mittelweit, konsensueller Lichtreflex, Hirnnerven unauffällig. Keine fokalneurologischen Ausfälle, symmetrische und unauffällige Muskeleigenreflexe" (vorinstanzliche Akten pag. 338 ff. und 785 f.). Auf diesen Befund geht die Vorinstanz näher ein. Sie hält unter anderem fest, die Beschwerdeführerin habe auf der sogenannten Glasgow Coma Scale zur Abschätzung von Bewusstseinsstörungen die volle Punktzahl erreicht, das heisst, es habe keine Bewusstseinsbeeinträchtigung vorgelegen. Weiter gibt die Vorinstanz die Ausführungen von Dr. med. D.________ wieder. Diese würden aber auf unzutreffenden anamnestischen Angaben der Beschwerdeführerin beruhen. Objektive Anhaltspunkte, wonach sich die Geistesverfassung der Beschwerdeführerin im Zeitpunkt der Tat in hohem Masse im Bereich des Abnormen befunden hätte, sind mit Blick auf die ärztlichen Einschätzungen des Instituts für Rechtsmedizin der Universität E.________ und des Spitals F.________ nicht vorhanden. Daran vermögen die Ausführungen von Dr. med. D.________ nichts zu ändern. Diese beruhen nach den zutreffenden vorinstanzlichen Erwägungen auf unwahren Angaben der Beschwerdeführerin und erfolgten 14 Monate nach der Tat. Zudem trifft nicht zu, dass Dr. med. D.________ eine Schuldunfähigkeit zum Tatzeitpunkt festgestellt hätte. Die anderslautende Behauptung der Beschwerdeführerin muss als aktenwidrig bezeichnet werden. Auffälligkeiten oder besondere Verhaltensweisen in der Vorgeschichte oder Biographie der Beschwerdeführerin, die den Schluss nahelegen würden, dass ihre Geistesverfassung nach Art und Grad in hohem Masse in den Bereich des Abnormen fallen und stark vom Durchschnitt der Verbrechensgenossen abweichen würde, sind weder behauptet noch erkennbar. Gleiches gilt in Bezug auf das Verhalten der Beschwerdeführerin während der Tat. Die Vorinstanz geht darauf in Würdigung der Aufnahmen der Überwachungskamera detailliert und sorgfältig ein, worauf ohne Weiteres verwiesen werden kann. Sie nimmt in vertretbarer Weise an, dass bei der Tatausführung keine Auffälligkeiten oder besondere Verhaltensweisen im oben genannten Sinne auszumachen sind. Ebenso wenig kann als unhaltbar bezeichnet werden, dass die Vorinstanz die vorgebrachte Amnesie als blosse Schutzbehauptung qualifiziert. Soweit die Beschwerdeführerin überhaupt auf die Erwägungen der Vorinstanz eingeht, vermag sie keine berechtigten Zweifel an ihrer vollen Schuldfähigkeit zu begründen und die vorinstanzliche Beweiswürdigung nicht ernsthaft in Frage zu stellen. Zusammenfassend fehlen konkrete objektive Anhaltspunkte, die ernsthafte Zweifel an der Schuldfähigkeit der Beschwerdeführerin zu begründen vermögen und die gestützt auf Art. 20 StGB deren Begutachtung verlangt hätten. Es ist deshalb bundesrechtlich nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz auf die Einholung eines psychiatrischen Gutachtens zur Frage der Schuldfähigkeit und die Edition weiterer Berichte beim Gefängnispsychiater verzichtet hat. Ebenso ist die Feststellung einer fehlenden Amnesie nicht unhaltbar (vgl. zum Begriff der Willkür E. 4.1 nachfolgend). Die Beschwerde erweist sich in diesem Punkt als unbegründet, soweit sie überhaupt den Begründungsanforderungen genügt.