Citation: 9C_551/2023 E. 4.2.2

4.2.2. Die Klageschrift vom 30. September 2022 enthielt keinen Antrag auf eine Verhandlung in irgendeiner Form. Erst im Schreiben vom 31. Januar 2023 ersuchte die Beschwerdeführerin um Durchführung einer "mündlichen Verhandlung mit Parteibefragung der Klägerin". Ohne auf die Frage der Rechtzeitigkeit dieses Antrags einzugehen (vgl. dazu BGE 134 I 331 E. 2.3.1), gilt es festzuhalten, dass zu keinem Zeitpunkt ausdrücklich eine öffentliche Verhandlung im Sinne von Art. 6 Ziff. 1 EMRK verlangt wurde. Auch aus der Begründung ergibt sich kein solcher Antrag. Die Beschwerdeführerin begründete ihr Gesuch einzig mit der Möglichkeit, durch eine mündliche Befragung ergänzend zur Klärung des Sachverhalts beitragen zu können. Daraus erhellt, dass es ihr um die Abnahme bestimmter Beweismittel und gerade nicht um die Durchführung einer Verhandlung mit Publikums- und Presseanwesenheit ging. Der Antrag ist somit als Beweisantrag zu qualifizieren, was sich im Übrigen mit den Vorbringen in der vorliegenden Beschwerde deckt. Es ist somit - unbesehen der Frage der Aussichtslosigkeit (vgl. dazu nachfolgend E. 5.4) - nicht zu beanstanden, dass das kantonale Gericht keine öffentliche Verhandlung gemäss Art. 6 Ziff. 1 EMRK anordnete.