Citation: 4A_49/2023 E. 3.2

3.2. Die Vorinstanz verwies auf Ziffer 12.1 der Allgemeinen Versicherungsbedingungen für die X.________ Kollektiv-Taggeldversicherung nach VVG, Ausgabe 2014 (im Folgenden: AVB), wonach das Taggeld bei nachgewiesener Arbeitsunfähigkeit von mindestens 25 % anteilsmässig entsprechend dem Grad der Arbeitsunfähigkeit ausgerichtet werde, bei länger dauernder Arbeitsunfähigkeit entsprechend dem Grad der Erwerbseinbusse. Sie zog weiter Ziffer 12.2 AVB heran, derzufolge bei Selbstständigerwerbenden und Betriebsinhabern eine nachgewiesene Arbeitsunfähigkeit von mindestens 50 % massgebend sei. Der Begriff der Arbeitsunfähigkeit werde seinerseits - so die Vorinstanz - in Ziffer 3.4 AVB umschrieben, und dort werde namentlich statuiert, dass bei langer Dauer auch "die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt" werde. Ferner trug das Sozialversicherungsgericht der Ziffer 21 AVB Rechnung, die postuliere, dass die Berechnung der Taggeldhöhe "mittels Umrechnung des versicherten Lohnes auf ein volles Jahr und Teilung der versicherten Jahreslohnsumme durch die Zahl 365" erfolge. Die Vorinstanz betonte sodann, dass es sich bei der zwischen den Parteien abgeschlossenen Krankentaggeldversicherung um eine Summenversicherung handle und der Beschwerdeführer als Inhaber seines Einzelunternehmens mit einem jährlichen Erwerbseinkommen von Fr. 73'000.-- versichert worden sei. Unstreitig sei überdies, dass der Beschwerdeführer in der angestammten Tätigkeit als Zahnarzt anhaltend zu mindestens 50 % arbeitsunfähig sei. Fest stehe, dass er in einer leidensangepassten Tätigkeit vollumfänglich arbeitsfähig sei und es ihm in gesundheitlicher, persönlicher und beruflicher Hinsicht zumutbar gewesen wäre, nach Ablauf der knapp viermonatigen Übergangsfrist per 1. November 2019 eine solche leidensangepasste Tätigkeit mit einem vollen Pensum aufzunehmen. Da den Beschwerdeführer gestützt auf Gesetz und die AVB eine Schadenminderungsobliegenheit treffe, sei er zur Verwertung der vollen Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit und nach korrekt mitgeteilter Übergangsfrist zum Berufswechsel per 1. November 2019 gehalten gewesen. Dies ergebe sich ebenso aus Ziffer 13.8 AVB, wonach eine versicherte Person, "die in ihrem angestammten Beruf voraussichtlich dauernd voll oder teilweise arbeitsunfähig" bleibe, verpflichtet sei, "ihre allfällig verbleibende Erwerbsfähigkeit zu verwerten, auch wenn dies einen Berufswechsel erfordert". Der Beschwerdeführer hätte - so schliesst das Sozialversicherungsgericht - in einer leidensangepassten Tätigkeit zumutbarerweise einen den vereinbarten versicherten Jahreslohn von Fr. 73'000.-- übersteigenden Betrag verdienen können. Folglich verbleibe kein prozentualer Einkommensausfall ("keine Erwerbseinbusse") nach Schadenminderung und habe die Beschwerdegegnerin die Taggeldleistungen nach Ablauf der Übergangsfrist per Ende Oktober 2019 zu Recht eingestellt. Die Klage sei abzuweisen.