Citation: 4A_633/2020 E. 3.3.1

3.3.1. Die Beschwerdeführerin macht geltend, bei den vom Beschwerdegegner verlangten Beteiligungen habe es sich um einseitige, freiwillige und leistungsunabhängige Zuwendungen der Beschwerdeführerin ohne jede innere, ökonomische Rechtfertigung gehandelt. Sie verweist auf die ihr zustehende Erfolgsprovision von 1 % des Kaufpreises für ihre persönlichen Leistungen und die für die Aktiengesellschaft vereinbarte Pauschale von mindestens Fr. 500'000.-- pro Jahr für deren Leistungen. Sowohl die Vermittlung und Durchführung der Immobilientransaktionen als auch die damit zusammenhängenden Verwaltungs- und Buchführungsaufgaben der Aktiengesellschaft habe sie selbst erledigt und sämtliche Arbeitsstunden für die Vorbereitung und Durchführung der Immobilientransaktionen über die Aktiengesellschaft abgerechnet, woran auch der Beschwerdegegner beteiligt sei. Damit fehle es an jeder inneren, ökonomischen Rechtfertigung für den Abschluss einer Vereinbarung, wonach sie sich dazu hätte verpflichten wollen, dem Beschwerdegegner - ohne jeden aktiven Beitrag oder Gegenleistung seinerseits - von sämtlichen ihrer persönlich erwirtschafteten Vermittlungsprovisionen für den Investor bis Ende 2016 einen Anteil von 40 % abzugeben. Bei diesem Ergebnis verbiete sich der Schluss auf einen Rechtsbindungswillen der Beschwerdeführerin. 3.3.1.1. Die Vorinstanz hat nicht festgestellt, dass es sich bei den Beteiligungen um freiwillige und leistungsunabhängige Zuwendungen der Beschwerdeführerin ohne jede innere ökonomische Rechtfertigung gehandelt hat. Würde die Behauptung der Beschwerdeführerin zutreffen, ist nicht nachvollziehbar, weshalb sich die Parteien in zähen Verhandlungen befanden und worüber überhaupt eine Einigung hätte gefunden werden müssen. Die Behauptung, die Beteiligungen des Beschwerdegegners an einzelnen Provisionen seien einseitig, freiwillig und auf blosses Zusehen hin erfolgt, lassen sich mit zähen Verhandlungen nicht in Einklang bringen. Freiwillige Zahlungen hätte die Beschwerdeführerin ohne Weiteres einstellen oder reduzieren können. 3.3.1.2. Dass ein konkreter Geschäftserfolg einer bestimmten Person zugeschrieben werden kann und ausschliesslich aufgrund ihrer Leistungen erzielt wurde, bedeutet nicht zwingend, dass jede Beteiligung von Personen, die zu diesem Geschäft direkt nichts beigetragen haben, keine ökonomische Rechtfertigung hat. Auch bei einer einfachen Gesellschaft hat, sofern es nicht anders vereinbart wird, jeder Gesellschafter, ohne Rücksicht auf die Art und Grösse seines Beitrages, gleichen Anteil an Gewinn und Verlust (Art. 533 Abs. 1 OR). Auch wenn die Parteien keine einfache Gesellschaft bildeten, waren sie frei, Beteiligungsmodalitäten zu vereinbaren. Daraus, dass der Umfang des persönlichen Beitrags in keiner Relation zum Mass der Beteiligung steht, kann mithin nicht abgeleitet werden, die Leistungen seien freiwillig und auf blosses Zusehen hin erfolgt, so dass Vereinbarungen über das Mass der Beteiligung nicht bindend wären.