Citation: 2C_698/2019 E. 5.3

5.3. Im Lichte der Rechtsprechung, wonach ein Ausschluss vom Vergabeverfahren nur erfolgen darf, wenn die Mängel eine gewisse Schwere aufweisen und der Ausschluss verhältnismässig ist, erscheint es ebenfalls haltbar, auf einen Ausschluss der Zuschlagsempfängerin und der zweitplatzierten Anbieterin zu verzichten. Erfüllt ein Angebot eine Anforderung eines 89 Positionen umfassenden Anforderungskatalogs nicht, darf die Vorinstanz in vertretbarer Weise geltend machen, es handle sich bei einer Unterposition der Position 65 um keine zentrale Anforderung, die einen Ausschluss rechtfertigen würde. Dieses Verständnis drängt sich insbesondere deswegen auf, da sämtlichen Anbieterinnen bewusst gewesen ist, dass die offerierten Kehrblasgeräte vor dem Vergabeentscheid einem Praxistest unterzogen werden. Der Umstand, dass die Technik massgeblich im Rahmen dieses Tests beurteilt worden ist, und sich beim Fahrzeug der Zuschlagsempfängerin eine gute Räumqualität ergeben hat, zeigt die Geringfügigkeit dieses allfälligen Mangels auf. Ein Verzicht auf einen Ausschluss ist daher auch willkürfrei mit dem Verbot des überspitzten Formalismus vereinbar (zum Verbot des überspitzten Formalismus vgl. Urteil 2C_969/2018 vom 30. Oktober 2019 E. 5.1). Das Verbot des überspitzten Formalismus soll letztlich auch dazu dienen, technisch andere, aber dennoch taugliche Lösungsansätze vor einer prozessualen Formstrenge zu bewahren und dem Vergabeverfahren zugänglich zu machen.