Citation: 6B_344/2007 01.07.2008 E. 2

2.1 Das Bundesgericht wendet das Recht von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1 BGG). Es ist weder an die in der Beschwerde vorgetragene Begründung der Rechtsbegehren noch an die Erwägungen der Vorinstanz gebunden. Es kann eine Beschwerde mithin auch aus einem anderen als dem angerufenen Grund gutheissen und es kann eine Beschwerde mit einer von den rechtlichen Überlegungen der Vorinstanz abweichenden Begründung abweisen (vgl. BGE 130 III 136 E. 1.4 S. 140). Das Bundesgericht darf indes nicht über die Begehren der Parteien hinausgehen (Art. 107 Abs. 1 BGG). 2.2 Die Vorinstanz gelangt zum Schluss, die Voraussetzungen für eine Einziehung gemäss Art. 70 StGB bzw. Art. 59 Ziff. 1 aStGB seien nicht erfüllt und die gesperrten Konten daher freizugeben. Sie begründet ihren Entscheid im Wesentlichen wie folgt: Auszugehen sei von den zwei betrügerischen und damit deliktischen Überweisungen von je Euro 100'000.-- auf ein Konto der E.________ bei der F.________, wie sie in der Anklageschrift umschrieben und vom Angeklagten eingestanden worden sei. Bei der E.________ handle es sich um eine Drittperson und Hinweise, dass sie am Delikt beteiligt oder bösgläubig gewesen sei, lägen keine vor. Die erste Überweisung sei im Namen der Geschädigten C.________ erfolgt und habe der Erfüllung des Treuhandvertrags zwischen ihr und der E.________ gedient. Danach sei die E.________ verpflichtet gewesen, im eigenen Namen, aber auf Rechnung der Treugeberin die Vermögenswerte bei D.________ Investment zu investieren. Mit der schriftlichen Bestätigung der E.________ an die Geschädigte, sie habe den Betrag von Euro 100'000.-- gemäss deren Investitionsinstruktionen an die D.________ Investment Ltd. überwiesen, habe sich die E.________ einerseits im Umfang der getätigten Investition verpflichtet, und anderseits zugleich den Angeklagten von der Rückzahlungspflicht gegenüber C.________ befreit. Diese sei gutgläubig und habe faktisch insofern eine gleichwertige Gegenleistung erbracht, als ihre Rückzahlungsforderung gegen den Angeklagten mit der Überweisung getilgt worden sei. Ebenso, aber noch eindeutiger verhalte es sich beim Geschädigten B.________, der dem Angeklagten den Geldbetrag in bar übergeben habe. 2.3 Die Beschwerdeführerin stellt sich auf den Standpunkt, die Kontoguthaben seien zur Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes ihr als Geschädigten im Sinne von Art. 70 Abs. 1 StGB bzw. Art. 59 Ziff. 1 Abs. 1 aStGB herauszugeben. Gemäss eingestandenem Sachverhalt habe der Angeklagte die Darlehenshingabe der Privatpersonen C.________ und B.________ veruntreut, indem er die Gelder, statt sie vereinbarungsgemäss anzulegen, in seinem persönlichen Interesse verwendet habe. Um seinen Verpflichtungen später doch noch nachzukommen, habe er unrechtmässig die Konten zweier unbeteiligter Kunden der Beschwerdeführerin mit je Euro 100'000.-- belastet und die Beträge an die Gesellschaft E.________ überwiesen. Die aus der Straftat stammenden Vermögenswerte seien auf den gesperrten Konten noch vorhanden, wobei es sich um unechte Surrogate der vom Angeklagten betrügerisch erlangten Kundengelder handle. Im Gegensatz dazu habe der Angeklagte die von den Privatpersonen empfangenen Gelder nachweislich verbraucht. Bezüglich der Veruntreuungshandlungen des Angeklagten seien allenfalls die Privatpersonen C.________ und B.________ als Geschädigte zu betrachten. Die darauf folgenden Betrugshandlungen seien jedoch zu Lasten der Beschwerdeführerin gegangen, da die Einzahlungen an die E.________ von Kundenkonten stammten, die der Angeklagte unrechtmässig belastet habe. Die Beschwerdeführerin sei dadurch am Vermögen geschädigt worden, da sie für den Schaden ihrer Bankkunden aufzukommen habe. Der Schaden sei bereits entstanden, als der Angeklagte die Vermögenswerte abdisponiert habe und aufgrund seiner Eigenschaft als Hilfsperson die Beschwerdeführerin aus dem Girovertrag bzw. dem Vermögensverwaltungsvertrag (Art. 398 Abs. 2 OR i.V.m. Art. 101 Abs. 1 OR) gegenüber den geschädigten Kunden haftbar geworden sei. Sie habe sämtliche Bankkunden schadlos gehalten. Wie die erste kantonale Instanz richtig erkannt habe, seien die Privatpersonen C.________ und B.________ nicht nach Art. 70 Abs. 2 StGB (bzw. Art. 59 Ziff. 1 Abs. 2 aStGB) zu schützen. Diese Bestimmung sei nur auf den nachträglich, also nach der Straftat, erwerbenden Dritten anwendbar. Die Darlehenshingaben seien aber - wenn man diese überhaupt als Gegenleistung betrachten wollte - unbestrittenermassen vor der strafbaren Handlung des Angeklagten erbracht worden. Auch eine Forderung der Privatpersonen gegen die Gesellschaft E.________ wäre nicht zu schützen, da es einen gutgläubigen Erwerb von Forderungen nicht gebe. Aus diesen Gründen habe die Vorinstanz die bundesrechtlichen Bestimmungen über die Einziehung verletzt.