Citation: 1C_89/2024 E. 2.3

2.3. Die Vorinstanz erwog, der Umstand, dass die teilrevidierten Zonenpläne und das teilrevidierte Bau- und Zonenreglement während der laufenden Rechtsmittelfrist des Baubewilligungsentscheids öffentlich aufgelegt worden seien, sei im Sinne von § 146 Abs. 1 VRG/LU i.V.m. § 85 Abs. 2 PBG/LU zu berücksichtigen. Allerdings läge kein klassischer Fall des Inkrafttretens von neuem Recht während eines hängigen Rechtsmittelverfahrens vor, sondern vielmehr eine im kantonalen Recht vorgesehene spezielle Konstellation einer Vorwirkung. Entscheidend sei, dass die Baubewilligung zu einem Zeitpunkt erteilt worden sei, in dem die öffentliche Auflage noch nicht erfolgt sei. Rechtsprechungsgemäss gälten neue Bau- und Nutzungsvorschriften ab dem Zeitpunkt ihrer öffentlichen Auflage als Planungszone im Sinne von Art. 27 RPG und §§ 81 ff. PBG/LU. Die Anwendbarkeit von Planungszonen, die während eines Rechtsmittelverfahrens in Kraft träten, beurteile sich nach allgemeinen übergangsrechtlichen Grundsätzen aufgrund einer Abwägung der betroffenen privaten und öffentlichen Interessen unter Berücksichtigung der Grundsätze der Rechtssicherheit und des Vertrauensschutzes; Planungszonen hemmten vorher eingereichte Baugesuche nicht automatisch. Obwohl Grundeigentümer keinen Anspruch darauf hätten, dass ihre baulichen Nutzungsmöglichkeiten dauernd bestehen blieben, müssten sie doch bei der Ausarbeitung eines Bauprojekts auf geltende und auf voraussehbare künftige planungsrechtliche Vorschriften abstellen können. Das private Interesse der Eigentümer könne in solchen Fällen nur aufgewogen werden, soweit besondere öffentliche Anliegen in Frage stünden. Vorliegend bestehe ein öffentliches Interesse am Sicherungszweck der Planungszone für die künftige Ortsplanung. Zu prüfen sei stets, inwiefern die Umsetzung der künftigen Ortsplanung durch die Anwendung der aktuell noch geltenden Bestimmungen torpediert würde. Mit der Bewilligung eines Bauvorhabens, bei dem die Nutzungsmasse für eine konkrete Parzelle allenfalls abwichen von der vorgesehenen Ordnung, könne die öffentlich aufgelegte Nutzungsplanung gleichwohl in Kraft gesetzt werden. Durch ein allfällig bewilligtes Einzelobjekt mit abweichenden Nutzungsmassen werde diese weder verunmöglicht noch erschwert. Die öffentlichen Interessen wögen damit weniger schwer. Zudem stünden dem bewilligten Vorhaben keine Umweltbelange oder Grundsätze des RPG entgegen. Die privaten Interessen der Bauherrschaft an der Realisierung des Bauvorhabens seien vorliegend höher zu gewichten.