Citation: 1P.158/2001 19.10.2001 E. 4

4.- Gemäss § 216 Abs. 2 StPO erfolgt der Entscheid über die Beschwerde in der Regel ohne Parteiverhandlung auf Grund der Akten und allfälliger eigener Erhebungen. Das Obergericht führte im angefochtenen Entscheid aus, die vom Beschwerdeführer verlangte Ergänzung der Untersuchung durch Einholen von Bank- und Verwaltungsratsprotokollen und Vernehmung von Hans Jörg Knecht lasse kein besseres als das aufgrund der umfangreichen Untersuchungsakten vorliegende Beweisergebnis erwarten und könne daher unterbleiben. Die Beschwerde gegen die Einstellung der Strafverfahren sei somit ohne Vornahme weiterer Untersuchungshandlungen aufgrund der Akten zu erledigen. Der Beschwerdeführer wirft dem Obergericht vor, es lege die Vorschrift von § 216 Abs. 2 StPO in unhaltbarer Weise so aus, dass "damit die Maximen der Unmittelbarkeit und der Mündlichkeit ausgeschlossen" würden. Er macht geltend, für das Obergericht hätte "mehr als Anlass" bestanden, die Glaubwürdigkeit der Angeschuldigten aufgrund eigener Befragung zu beurteilen. Die gegenteilige Vorgehensweise des Obergerichts verletze die Parteirechte des Geschädigten. Der in § 29 Abs. 1 StPO statuierte Grundsatz der Mündlichkeit, welcher mit dem Grundsatz der Unmittelbarkeit in engem Zusammenhang steht, gilt für die Hauptverhandlung vor dem Gericht (Beat Brühlmeier, a.a.O., N. 1 zu § 29 Abs. 1 StPO, S. 148). Der Entscheid über eine Beschwerde erfolgt aber, wie in § 216 Abs. 2 StPO festgelegt wird, in der Regel ohne Parteiverhandlung, d.h. die Durchführung einer Gerichtsverhandlung bildet die Ausnahme. Das Obergericht hielt dafür, ein solcher Ausnahmefall sei hier nicht gegeben. Es erachtete eine eigene Befragung der Beschuldigten - auch wenn das im angefochtenen Entscheid nicht ausdrücklich gesagt wird - in vorweggenommener Würdigung für unnötig. Die erwähnte, vom Beschwerdeführer beantragte Vornahme weiterer Untersuchungshandlungen lehnte es in antizipierter Würdigung ebenfalls ab. Wie dargelegt wurde (E. 1), kann der Geschädigte weder die Würdigung der beantragten Beweise noch die Tatsache rügen, dass seine Anträge wegen Unerheblichkeit oder aufgrund antizipierter Beweiswürdigung abgelehnt wurden. Soweit der Beschwerdeführer dem Obergericht eine unhaltbare Auslegung des § 216 Abs. 2 StPO vorwirft, betrifft seine Kritik im Wesentlichen die vom Obergericht vorgenommene antizipierte Beweiswürdigung. Da er nicht legitimiert ist, diese zu beanstanden, kann insoweit auf die Beschwerde nicht eingetreten werden. Nach dem Gesagten ist die staatsrechtliche Beschwerde abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann.