Citation: I 572/99 23.05.2000 E. 2

2.- Im Verwaltungsverfahren wurde am 17. Juli 1996 von Dr. med. S.________ im Auftrag der IV-Stelle ein psychiatrisches Gutachten erstellt, in welchem dieser festhielt, es liege beim Versicherten eine Angst- und Somatisierungsstörung bei einer neurotischen Persönlichkeit, mit panikähnlichen Attackenzuständen und damit zusammenstehendem Hyperventilationssyndrom vor, die zu einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit führe. a) Der Beschwerdeführer wendet in seiner Verwaltungs- gerichtsbeschwerde ein, das zuhanden der Invalidenversiche- rung erstellte psychiatrische Gutachten sei aus mehreren Gründen nicht schlüssig, weshalb darauf nicht abgestellt werden könne. Zunächst beschwert er sich darüber, dass Dr. med. S.________ ihm nicht objektiv gegenübergetreten sei, sowohl in Bezug auf eine angebliche Alkoholabhängigkeit als auch in Würdigung seiner ausgewiesenen Ausbildung. Zudem sei die Dauer der durchgeführten Untersuchung zu kurz aus- gefallen und demzufolge unangemessen gewesen. Diese Bean- standungen erweisen sich nicht als stichhaltig und sind daher nicht in Betracht zu ziehen. b) Der Beschwerdeführer rügt sodann den Umstand, dass die Bewertung seiner Arbeitsunfähigkeit im besagten Gutach- ten nur auf Grund der psychischen Ursachen ermittelt wurde, ohne dass dabei abgeklärt worden wäre, in welchem Ausmass sich die somatischen Beschwerden zusätzlich auf die Ar- beitsfähigkeit auswirken. Diesbezüglich ist einmal festzuhalten, dass der behan- delnde Arzt des Versicherten, Dr. med. I.________, nachdem er in einem früheren Bericht vom 12. März 1996 trotz vieler Unterbrüche prinzipiell eine vollständige Arbeitsfähigkeit festgestellt hatte, im vorinstanzlichen Verfahren am 26. September 1997 eine seit 1. Juli 1995 und bis auf wei- teres gegebene 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestierte. Nach Abschluss des im Rahmen der Verwaltungsgerichtsbeschwerde durchgeführten Schriftenwechsels liess der Beschwerdeführer noch ein auf eigene Veranlassung erstelltes psychiatrisches Gutachten einreichen, in welchem Dr. med. H.________ am 12. Februar 2000 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestätigte. Es ist sodann zu beachten, dass Dr. med. I.________ - auch gestützt auf eine am 31. Januar 1996 erstellte neurologische Untersuchung von Dr. med. B.________ - im erwähnten Arztbericht vom 12. März 1996 nach einer voll- ständigen Arbeitsunfähigkeit ab 1. Januar 1992 eine 100%ige Arbeitsfähigkeit zwischen dem 1. Januar und dem 30. Juni 1994 festgestellt hatte, dann aber am 26. September 1997 - nachdem von ihm bereits am 6. August 1994 vorübergehend volle Arbeitsunfähigkeit vom 15. Juli bis zum 5. August 1994 ausgewiesen wurde - eine ebensolche erst wieder ab 1. Juli 1995 attestierte. Im psychiatrischen Gutachten vom 17. Juli 1996 hielt Dr. med. S.________ fest, die Gesundheits- störungen des Versicherten hätten ab 1. Juli 1996 zu einer Arbeitsunfähigkeit von 50 % geführt. Die Verwaltung hat ihrerseits die Eröffnung der Wartezeit auf den 1. Juli 1994 festgelegt, nachdem sie erwogen hatte, dass der Versicher- te, dessen Gesundheitsschaden bereits in früher Kindheit entstand, vom 1. Januar 1994 bis zum 30. Juni 1994 an einem Arbeitsprogramm teilgenommen hatte und danach jedoch nicht mehr arbeitstätig war. Daraus ist ersichtlich, dass für die Zeit nach dem 5. August 1994 und bis zum 1. Juli 1995 medi- zinisch nichts ausgewiesen ist und die ärztlichen Aussagen bezüglich Beginn und Ausmass der Arbeitsunfähigkeit sowie deren Berücksichtigung durch die Verwaltung nicht übereinstimmen. Unter diesen Umständen ist es notwendig, die Sache an die Verwaltung zurückzuweisen, damit diese, auch unter Berücksichtigung des am 12. Februar 2000 von Dr. med. H.________ neu erstellten Gutachtens, die Durchführung einer zusätzlichen psychiatrischen Untersuchung anordne.