Citation: 1C_206/2023 E. 5.1

5.1. Die Vorinstanz prüfte weiter, ob der Beschwerdeführerin gestützt auf das kantonale Öffentlichkeitsgesetz Einsicht in die Strafakten zu gewähren ist, wobei sie sich mit dessen sachlichem Geltungsbereich auseinandersetzte: Gemäss Art. 4 Abs. 1 lit. b KGÖ/GR gelte dieses Gesetz nicht für den Zugang zu amtlichen Dokumenten betreffend Strafverfahren. Sowohl die grammatikalische wie auch die historische Auslegung dieser Bestimmung ergebe, dass der Ausschluss sowohl für hängige als auch abgeschlossene Strafverfahren gelte. Die Bestimmung lasse keinen Spielraum für Interpretationen offen und entspreche der Regelung im Bundesgesetz vom 17. Dezember 2004 über das Öffentlichkeitsprinzip der Verwaltung (Öffentlichkeitsgesetz, BGÖ; SR 152.3). Mithin seien Akten aus hängigen und abgeschlossenen Strafverfahren vom sachlichen Geltungsbereich des kantonalen Öffentlichkeitsgesetzes ausgeschlossen. Die Beschwerdeführerin habe daher keinen Erfolg, wenn sie sich für ihr Recht auf Einsicht in die Akten der eingestellten Strafuntersuchung auf das KGÖ/GR berufe.