Citation: H 228/01 20.01.2003 E. 3

Das kantonale Gericht ist in Würdigung der tatsächlichen Verhältnisse, wie sie sich namentlich aus den insoweit unbestrittenen Sachverhaltsdarstellungen der Parteien ergeben, zum Ergebnis gelangt, die Nachführung des Gemeindearchivs sowie die Archivierung des Inhalts des Kirchentresors stelle selbstständige Erwerbstätigkeit dar. Zur Begründung führt die Vorinstanz aus, es habe ein spezifisches Unternehmerrisiko bestanden, indem auf der Grundlage des vom Beschwerdeführer und heutigen Beschwerdegegner geschätzten Arbeitsaufwandes ein Kostendach vereinbart worden sei. Ein allfälliger zeitlicher Mehraufwand wäre somit unbezahlt geblieben. Tatsächlich seien denn auch die zwei Stunden, welche gemäss Rechnung vom 30. April 1999 mehr benötigt worden seien (52 statt 50 Stunden) nicht entschädigt worden. Unter dem Gesichtspunkt der betriebswirtschaftlichen (Un)Abhängigkeit sodann sei es in der Natur der Sache gelegen, dass die Archivierungsarbeiten in den Räumlichkeiten der Gemeinde durchgeführt worden und für diesen bestimmten Auftrag weder ein eigenes Büro noch spezielle Werkzeug oder sonstige Investitionen notwendig gewesen seien. In diesem Zusammenhang komme im Übrigen dem Umstand keine entscheidende Bedeutung zu, dass der Beschwerdeführer während Jahren Gemeindeschreiber gewesen sei. Diese Tatsache habe ihm zwar gegenüber Mitbewerbern einen Vorteil gebracht, da er offensichtlich die Verhältnisse bestens gekannt habe. Daraus könne indessen nicht automatisch auf eine unselbstständige Erwerbstätigkeit geschlossen werden. Dagegen spreche schon, dass gemäss Angaben der Gemeinde in früheren Jahren die Archivnachführung durch externe Drittpersonen besorgt worden sei. Die Ausgleichskasse hält dagegen, die Nachführung eines Archivs sei grundsätzlich als weisungsabhängige Tätigkeit zu betrachten, die in unselbstständiger Stellung und in Einbindung in die Arbeitsorganisation des Arbeitgebers ausgeführt werde. Es seien interne Vorgaben und Weisungen zu beachten. Ebenfalls handle es sich dabei nicht um eine unabhängige Beratertätigkeit. Bezogen auf den vorliegenden Fall im Besonderen könne es nicht angehen, Personen, die nach Beendigung ihres Arbeitsverhältnisses faktisch einen Teil ihrer Arbeit weiterhin ausübten oder zumindest in demselben Umfeld beim gleichen Arbeitgeber tätig seien, als nicht weisungsgebunden zu betrachten. Der Beschwerdegegner habe aufgrund seiner langjährigen Tätigkeit als Gemeindeschreiber nicht nur das Archiv und die periodisch anfallende Nachführung sehr gut gekannt, sondern auch gewusst, wie hoch der Zeitaufwand dafür sein würde. Dass er schliesslich zwei Stunden tätig gewesen sei, ohne hiefür entschädigt zu werden, vermöge daher in diesem konkreten Fall nicht ein Unternehmerrisiko zu begründen.