Citation: 2C_306/2019 E. 4.3.4

4.3.4. Es geht bei der Zugänglichmachung im Rahmen von Art. 22c URG nicht in erster Linie um das Hören von Musik, sondern um die zeitversetzte Wahrnehmung einer Sendung, bei der die Musik gegenüber dem durch den Sender aufgearbeiteten Thema im Hintergrund steht. Der Absatz von Musik wird - wie die Vorinstanz zutreffend festgestellt hat - dadurch nicht beeinträchtigt. Im Gegenteil: Wer die Sendung hört und sich für die Hintergrundmusik interessiert, muss sich diese auf einer Streaming- oder Musikplattform beschaffen. Über die Internetseite der SRG SSR kann er sie - ohne den Sendungsinhalt - nicht herunterladen; die zeitverschobene Zurverfügungstellung von Beiträgen der Beschwerdegegnerin im Rahmen von Art. 22c URG bildet deshalb keine Konkurrenz zu Streaming-Plattformen wie etwa "Spotify" oder "Deezer". Nur wer die zeitverschoben zur Verfügung ge-stellten Sendungen der SRG, bei der - wie dargelegt - ein nichtmusikalisches Thema im Vordergrund stehen muss, hören will, wird sich diese beschaffen.