Citation: 4A_526/2018 E. A

Die A.________ AG (nachfolgend: Klägerin, Beschwerdeführerin) bezweckt die Beratung von Privatpersonen und Unternehmungen in finanziellen und anlagetechnischen Fragen. C.________ ist seit der Gründung der Gesellschaft im Jahr 2012 Präsident des Verwaltungsrates mit Einzelunterschrift. Zuvor war er bei der Bank D.________ in der Anlageberatung für Schweizer Kunden tätig. B.________ (nachfolgend: Beklagte, Beschwerdegegnerin) war bis zum 31. Mai 2015 Bankkundenbetreuerin bei der Bank D.________. Die beiden kannten sich als ehemalige Arbeitskollegen. Im Dezember 2014 sprachen sie erstmals über eine mögliche Zusammenarbeit, worauf die Klägerin der Beklagten mit Schreiben vom 5. Januar 2015 ihre Vorstellungen über ein Arbeitsverhältnis wie folgt darlegte: " Nach Ablauf Deiner Kündigungsfrist [bei der Bank D.________] wirst Du [Beklagte] von der A.________ AG [Klägerin] als Mitarbeiterin auf Erfolgsbasis angestellt. Die vereinbarte Entschädigung ist zu 100 % variabel und abhängig von den Einnahmen der vermittelten Kundenvermögen. Ausser Spesen wird kein Fixum bezahlt. Allfällige Sozialversicherungsbeiträge (AHV, BVG und Unfallversicherung) werden zu 50 % von der Arbeitgeberin übernommen. Werden keine Kundenvermögen vermittelt, werden auch keine Entschädigungen und Sozialversicherungsbeiträge bezahlt. Die genauen Anstellungsbedingungen werden in einem noch zu erstellenden Arbeitsvertrag geregelt. " Am 11. Februar 2015 kündigte die Beklagte ihre Stelle bei der Bank D.________. Nachdem diese die Öffentlichkeit über die Aufgabe ihres Private Banking-Geschäfts in der Schweiz informiert hatte, besuchte die Beklagte - teils in Begleitung von C.________ - ihre bisherigen, im Ausland ansässigen Kunden, die Interesse an einer Anschlusslösung in der Schweiz zeigten. In der Folge wurden zwischen diesen Kunden und der Klägerin 31 Beratungsverträge abgeschlossen und die jeweiligen Kundendepots zur Bank E.________ transferiert. Zur Regelung der Zusammenarbeit zwischen den Parteien wurden drei Vertragsentwürfe mit dem Titel "Arbeitsvertrag im Aussendienst (Art. 347 ff. OR) " ausgearbeitet. Mangels Einigung kam es aber nicht zu einer Vertragsunterzeichnung. Ende Juli/Anfang August 2015 verschlechterte sich das Verhältnis zwischen den Parteien. Am 30. Juli 2015 informierte die Beklagte die Bank E.________ dahingehend, dass grundlegende Änderungen der Zusammenarbeit zwischen der Klägerin und der Beklagten ein Gespräch mit der Bank erforderten. In der Folge verlangte die Klägerin von der Bank E.________ ein Informationsverbot gegenüber der Beklagten betreffend die Kundendepots. Mit E-Mail vom 3. August 2015 teilte die Beklagte der Klägerin mit, dieser Informationsstopp bedeute für sie einen derart starken Vertrauensmissbrauch, dass sie nicht mehr mit ihr zusammenarbeiten wolle. Kurz darauf kündigten sämtliche 31 Neukunden den Vertrag mit der Klägerin per sofort unter Verwendung nahezu identischer Kündigungsschreiben.