Citation: 8C_154/2016 E. 4.3.3

4.3.3. Die Vorinstanz hat von den zu prüfenden, objektiv fassbaren und unmittelbar mit dem Unfall in Zusammenhang stehenden oder als Folge davon erscheinenden Umständen, welche als massgebende Kriterien in die Gesamtwürdigung einzubeziehen sind (vgl. BGE 134 V 109 E. 10.3 S. 130), höchstens diejenigen der erheblichen Beschwerden sowie der erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen als erfüllt betrachtet, was für die Annahme eines adäquaten Kausalzusammenhangs nicht genügte. 4.3.3.1. Unbestritten liegen die Kriterien der besonders dramatischen Begleitumstände oder besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls sowie der ärztlichen Fehlbehandlung nicht vor. 4.3.3.2. Die Beschwerdeführerin macht geltend, die Verletzungen und gesundheitlichen Beeinträchtigungen gingen über das bei Schleudertraumata üblicherweise auftretende Ausmass hinaus. Die Vorinstanz hat zutreffend darauf hingewiesen, dass die Versicherte teilweise am typischen Beschwerdebild nach Distorsion der HWS, nicht aber an anderen gesundheitlichen Folgen des Unfalls litt, weshalb praxisgemäss (BGE 134 V 109 E. 10.2.2 S. 127 f.) das Kriterium der Schwere oder besonderen Art der erlittenen Verletzung ohne Weiteres zu verneinen war. 4.3.3.3. Die Vorinstanz hat erwogen, die medizinische Behandlung habe sich im Wesentlichen in manualtherapeutischen Massnahmen sowie der Verordnung von Medikamenten erschöpft. Insbesondere sei die Versicherte der schon kurze Zeit nach dem Unfall von den Ärzten des Universitätsspitals D.________ aufgrund der Ergebnisse der Schmerzsprechstunde geäusserten Empfehlung, sich einem Medikamentenentzug mit begleitender psychiatrisch-/psychotherapeutischer Behandlung zu unterziehen, nicht nachgekommen. Unter diesen Umständen sei das Kriterium der fortgesetzt spezifischen, belastenden ärztlichen Behandlung zu verneinen. Auch dieser Auffassung ist nichts beizufügen. 4.3.3.4. Die Beschwerdeführerin macht weiter geltend, sie nehme die rezeptpflichtigen Analgetika auf Verordnung der Ärzte ein, weshalb ihr zu Unrecht ein Medikamentenmissbrauch vorgeworfen werde. Das kantonale Gericht hat hiezu erwogen, dass sich ausweislich der medizinischen Akten eine Abhängigkeit des Benzodiazepins Rivotril und ein übermässiger Konsum von Schmerzmitteln mit dem Wirkstoff Mefenaminsäure entwickelte. Nicht zu verkennen sei, dass der langandauernde Einsatz von Medikamenten massgeblich zur unbefriedigenden gesundheitlichen Situation der Versicherten beitrage. Allerdings stelle nach der Rechtsprechung ein problematischer beziehungsweise übermässiger Gebrauch von Medikamenten noch keinen schwierigen Heilungsverlauf mit erheblichen Komplikationen dar; von einem solchen könne wohl ohnehin erst dann gesprochen werden, wenn die Abhängigkeit und die übermässige Einnahme von Medikamenten trotz ausgewiesener Anstrengungen und therapeutischer Massnahmen nicht eingedämmt werden könnten. Dieser Auffassung ist beizupflichten. Wie in vorstehender Erwägung erwähnt, kam die Versicherte der Empfehlung der Ärzte des Universitätsspitals D.________, sich einer Entwöhnungskur mit begleitender Psychotherapie zu unterziehen, nicht nach. Daher trifft ihr Vorbringen, sie werde seit dem Unfall mit Medikamenten auf ärztliche Verordnung hin versorgt, den entscheidenden Punkt nicht. Im Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass die Vorinstanz nicht davon ausgegangen ist, die Versicherte nehme in schädlichem Umfang Cannabis oder Produkte davon zu sich. 4.3.3.5. Zum Kritierium der erheblichen Arbeitsfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen hat das kantonale Gericht erwogen, dass sich die Versicherte verschiedenen Behandlungen unterzogen sowie sich auch selber aktiv um Alternativtherapien bemüht habe; damit habe sie ihren Willen bekundet, sich wieder in den Arbeitsprozess einzugliedern. Zudem habe sie im Mai 2013 eine neue Erwerbstätigkeit zu einem Pensum von 100 % aufgenommen, wobei das Arbeitsverhältnis nach der dreimonatigen Probezeit aufgelöst wurde. Weitere Arbeitsversuche seien nicht erfolgt. Allerdings seien Arbeitsbemühungen nur bis zum Zeitpunkt des Fallabschlusses (31. August 2012) zu berücksichtigen. Aber auch wenn das Kriterium in Berücksichtigung des Arbeitsversuchs und der durchgeführten Therapien zu bejahen wäre, wäre es jedenfalls nicht in ausgeprägter Weise erfüllt. Was die Beschwerdeführerin vorbringt, vermag keine vom vorinstanzlichen Ergebnis abweichende Beurteilung zu begründen. Wohl attestierten mehrere Ärzte unterschiedliche Arbeitsunfähigkeiten, ausschlaggebend sind indessen die ernsthaften Bemühungen, welche die versicherte Person unternimmt, um sich optimal in den Arbeitsprozess wieder einzugliedern (BGE 134 V 109 E. 10.2.7 S 129 f.).