Citation: 2C_939/2017 E. 5.2

5.2. Ohne Grundlage ist weiter auch der Einwand, dass auf den Strafbefehl vom 31. März 2015 gar nicht hätte abgestellt werden dürfen, weil dieser gegen den strafprozessualen Grundsatz "ne bis in idem" verstosse. Es ist grundsätzlich nicht Sache der Verwaltungsbehörden, im ausländerrechtlichen Verfahren die Rechtmässigkeit von Strafbefehlen und Strafurteilen zu überprüfen. Nach dem Grundsatz von Treu und Glauben muss der Betroffene allfällige Verteidigungsrechte vielmehr im Strafverfahren vorbringen und dort die nötigen Rechtsmittel ergreifen (BGE 123 II 97 E. 3c/aa S. 103 f.; 121 II 214 E. 3a S. 217; Urteil 1C_539/2016 vom 20. Februar 2017 E. 2.2; je mit Hinweisen). Dies gilt vorliegend umso mehr, als das Migrationsamt den Widerruf der Niederlassungsbewilligung am 31. März 2015 bereits verfügt hatte und ein Rechtsmittelverfahren hängig war (vgl. zur analogen Situation im Administrativverfahren auf Führerausweisentzug Urteil 1C_33/2018 vom 6. Juli 2018 E. 3.2). Davon abgesehen geht der Vorwurf des Beschwerdeführers auch inhaltlich fehl, beziehen sich die beiden Strafbefehle vom 31. März 2015 und vom 16. Dezember 2013 doch offensichtlich auf unterschiedliche Lebenssachverhalte; dies ergibt sich schon aus dem Verweis im Strafbefehl vom 31. März 2015 auf den Strafbefehl vom 16. Dezember 2013. Damit fehlt der Anrufung des Verbots der doppelten Strafverfolgung auch materiell die Grundlage (vgl. NIKLAUS SCHMID, Praxiskommentar Schweizerische Strafprozessordnung, 2. Aufl. 2013, N. 2 zu Art. 11 StPO).