Citation: 2C_169/2018 E. 3.3.1

3.3.1. Die ausländische Person trifft im Bewilligungsverfahren ohne ausdrückliche entsprechende Befragung seitens der Behörden keine generelle Pflicht, auf die Existenz von vor- oder ausserehelichen Kindern im Ausland hinzuweisen (BGE 142 II 265 E. 3.2 S. 266; Urteil 2C_1115/2015 vom 20. Juli 2016 E. 4.2.1); dies ist nur soweit erforderlich, als deren Existenz für den ausländerrechtlichen Status nicht nur potentiell, sondern aufgrund sämtlicher Umstände auch konkret als wesentlich zu gelten hat. Anderes gilt hingegen hinsichtlich von Angaben betreffend eine parallele Beziehung. Indem ein Ausländer bzw. eine Ausländerin nicht erwähnt, dass sie bzw. er eine dauerhafte Beziehung zu einer anderen Person unterhält, versucht sie bzw. er, die Behörde über den stabilen Charakter seiner Beziehung zu der in der Schweiz lebenden Person zu täuschen, aufgrund welcher er bzw. sie gemäss Art. 42 und 43 AuG einen Anspruch auf Erteilung der Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung hat (BGE 142 II 265 E. 3.2. S. 267). Ausschlaggebend ist demnach nicht das (alleinige) Verschweigen von vor- oder ausserehelichen Kindern, sondern der dadurch indizierte Verdacht, dass im Heimatland eine parallel gelebte Beziehung bestand, die künftig unter Umgehung von Sinn und Zweck der ausländerrechtlichen Regeln zu einem Familiennachzug führen soll (Urteil 2C_1115 vom 20. Juli 2016 E. 4.2.1).