Citation: 7B_572/2023 E. 3.5

3.5. Bei dieser Sachlage verletzt es auch kein Bundesrecht und keine Grundrechte des Beschwerdeführers, wenn die Vorinstanz unter anderem auf die in den letzten Monaten sukzessive ergangenen Haftprüfungen und auf die Anklageschrift vom 17. April 2023 verweist und nicht alle Erwägungen zu den Verdachtsgründen nochmals im Detail wiederholt. Von einer angeblich automatisierten "Absegnung" von Haftverlängerungsanträgen, wie er behauptet, kann hier keine Rede sein. Die Haftgerichte haben sich von Bundesrechts wegen nicht mehrmals hintereinander mit bereits ausführlich widerlegten Einwänden detailliert auseinanderzusetzen. Dies mussten sie hier umso weniger tun, als der Beschwerdeführer diesbezüglich weder wesentliche neue Argumente vorbringt, noch sich mit den fraglichen Erwägungen nachvollziehbar auseinandersetzt. Entgegen seiner Interpretation verlangen die Haftgerichte auch nicht, dass der Beschwerdeführer seine Unschuld nachzuweisen hätte. Wenn er den in den Haftprüfungsentscheiden und in der Anklageschrift dargelegten dringenden Tatverdacht im Haftbeschwerdeverfahren bestreitet, trifft ihn allerdings die prozessuale Obliegenheit, sich mit den betreffenden Erwägungen nachvollziehbar auseinanderzusetzen bzw. darzulegen, welche Untersuchungsergebnisse den dargelegten Tatverdacht entkräften. Entgegen seiner Ansicht begründet auch der Umstand, dass die Haftgerichte seine über weite Strecken identischen Beschwerden mehrfach hintereinander abgewiesen haben, nicht per se den Vorwurf einer fehlenden sorgfältigen Haftprüfung. Dass die Vorinstanz den dringenden Tatverdacht von Verbrechen im Sinne von Art. 221 Abs. 1 (Ingress) StPO nach wie vor bejaht, ist nicht zu beanstanden.