Citation: I 597/02 27.08.2003 E. 4

4.1 Die Verwaltung hat das für die Invaliditätsbemessung nach Art. 28 Abs. 2 IVG massgebende Valideneinkommen auf Fr. 59'130.- festgesetzt. Eine Begründung hiefür lässt sich den Akten nicht entnehmen. Nach den Erwägungen der Vorinstanz sind die Angaben über den vor Eintritt des Gesundheitsschadens erzielten Verdienst widersprüchlich, weshalb die Tabellenlöhne gemäss der vom Bundesamt für Statistik (BFS) herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) heranzuziehen sind. Dabei ging das kantonale Gericht vom monatlichen Bruttolohn (Zentralwert bei einer standardisierten Wochenarbeitszeit von 40 Stunden) der im Sektor "Be- und Verarbeitung von Holz" mit einfachen und repetitiven Arbeiten beschäftigten Männer von Fr. 4064.- aus (LSE 1996, Tabelle TA1 Ziff. 20) und ermittelte unter Berücksichtigung einer betriebsüblichen durchschnittlichen Arbeitszeit von 41,9 Stunden im Jahre 2000 und einer in den Jahren 1997 bis 2000 eingetretenen Nominallohnentwicklung von 2,1 % ein Einkommen von Fr. 52'157.30, das der Versicherte ohne Gesundheitsschaden zu erzielen vermöchte. Der Beschwerdeführer hält dem entgegen, das Valideneinkommen sei so konkret wie möglich zu ermitteln, weshalb vom zuletzt erreichten Lohn in Höhe von Fr. 60'423.24 auszugehen sei. Nach den Angaben der Arbeitgeberin (Unfallmeldung UVG vom 25. Oktober 1996) wurde dem Versicherten vor Eintritt des Gesundheitsschadens ein Stundenlohn von Fr. 27.- (einschliesslich Ferienentschädigung und Anteil des 13. Monatslohns) bezahlt. Umgerechnet auf ein Jahr und entsprechend der eingetretenen Nominallohnentwicklung bis ins Jahr 2000 angepasst ergibt sich daraus tatsächlich ein Einkommen von Fr. 60'423.24. Das kantonale Gericht hat darauf nicht abgestellt, weil der Versicherte gemäss Unfallschein nur temporär bei dieser Firma angestellt gewesen sei. Aus der Unfallmeldung geht hervor, dass es sich um ein vom 20. August bis 25. Oktober 1996 befristetes Arbeitsverhältnis gehandelt hatte. Anderseits steht fest, dass der Beschwerdeführer seit 1986 für denselben Betrieb tätig gewesen ist. Er hat dabei jedoch nie Einkünfte in dieser Höhe erzielt. In den Individuellen Konten (IK) sind beitragspflichtige Einkommen der Jahre 1990 bis 1995 von Fr. 47'393.-, Fr. 49'685.-, Fr. 51'722.-, Fr. 53'299.-, Fr. 56'039.- und Fr. 49'457.- eingetragen, während von Januar bis Juni 1996 noch ein Einkommen von Fr. 27'023.- ausgewiesen ist. Die Vorinstanz hat unter diesen Umständen zu Recht nicht auf die zuletzt als Temporärangestellter erzielten Einkünfte abgestellt. Nicht zu übersehen ist aber, dass der vom kantonalen Gericht gestützt auf die Tabellenwerte ermittelte Validenlohn von Fr. 52'157.30 den tatsächlichen Verhältnissen nicht hinreichend Rechnung trägt. Der Beschwerdeführer hat bereits in den Jahren 1993 und 1994 höhere Einkommen erzielt und auch der im ersten Halbjahr vor dem Unfall vereinnahmte Verdienst ergibt bezogen auf ein Jahr und der Nominallohnentwicklung bis ins Jahr 2000 angepasst einen Betrag, der deutlich über dem vorinstanzlich angenommenen statistischen Wert liegt. Angesichts der stark schwankenden Löhne rechtfertigt es sich, auf die während der letzten drei Jahre vor dem Unfall (1993 bis 1995) bezogenen beitragspflichtigen Einkommen abzustellen (ZAK 1985 S. 464 ff.). Unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung im Bereich der Holzverarbeitung von 0,7 % (1994), 1,8 % (1995 und 1996), 0,1 % (1997), 0,5 % (1998), 0,1 % (1999) und 1,4 % (2000) (BFS, Lohnentwicklung 2000, S. 38 T1P.39, 1995 S. 15 T1.1) resultieren Einkommen von Fr. 56'795.80, Fr. 59'300.46 und Fr. 51'410.01 oder durchschnittlich von Fr. 55'835.42 jährlich. 4.2 Das kantonale Gericht bestimmte das hypothetische Invalideneinkommen gestützt auf die Tabellenlöhne der LSE 1998 (TA1, Anforderungsniveau 4, Männer, Fr. 4'268.- im privaten Sektor). Diesen Wert hat es auf die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit im Jahr 2000 von 41,8 Stunden hochgerechnet sowie an die Nominallohnentwicklung von 0,3 % im Jahr 1999 und von 1,3 % im Jahr 2000 angepasst und somit einen Jahreslohn von Fr. 54'377.05 ermittelt, den sie entsprechend dem Grad der Arbeitsunfähigkeit um 50 % herabsetzte (Fr. 27'188.50) und den persönlichen und beruflichen Umständen des Versicherten Rechnung tragend um 15 % kürzte (Fr. 23'110.25). Der Beschwerdeführer beantragt eine Herabsetzung des Invalideneinkommens um 25 % mit der Begründung, er sei Ausländer und verfüge über keinen in der Schweiz gültigen Lehrabschluss. Dazu kämen sprachliche Schwierigkeiten, welche sich auf die Vermittelbarkeit negativ auswirkten. Auch bei leichten Arbeiten sei er gemäss BEFAS-Bericht auf die Hilfe Dritter beim Zu- und Wegführen von Waren angewiesen. Vor allem aber werde die Vermittelbarkeit durch den krankhaften psychischen Zustand massiv verschlechtert, was von der Vorinstanz übersehen worden sei. Praxisgemäss hängt die Frage, ob und gegebenenfalls in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad), welche nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen sind, wobei der maximal zulässige Abzug 25 % beträgt (BGE 126 V 79 Erw. 5b). Im vorliegenden Fall sind die Voraussetzungen für einen leidensbedingten Abzug gegeben, weil sich der Beschwerdeführer wegen des bestehenden Gesundheitsschadens auch im Rahmen einer angepassten Tätigkeit möglicherweise mit einem geringeren Lohn zu begnügen hat. Erfüllt ist auch das Kriterium des Beschäftigungsgrades, da Teilzeit arbeitende Männer im Vergleich zu gesunden Vollbeschäftigten proportional weniger verdienen (vgl. LSE 2000 S. 24 Tabelle 9). Keinen Einfluss haben im vorliegenden Fall die Kriterien des Alters, der Dienstjahre sowie der Nationalität und Aufenthaltskategorie, weil nicht anzunehmen ist, dass sich diese Faktoren (Alter 53 Jahre, Ausländerausweis C seit 1984) in erheblichem Masse lohnsenkend auswirken (vgl. BGE 126 V 78 Erw. 5a/cc und dort zitierte Rechtsprechung). Die vom Beschwerdeführer genannten weiteren Einschränkungen vermögen keine zusätzliche Herabsetzung zu begründen und sind, soweit es sich nicht um invaliditätsfremde Faktoren handelt, bei der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit berücksichtigt worden. Wenn die Vorinstanz den Abzug in Würdigung sämtlicher in Betracht fallender Kriterien auf insgesamt 15 % veranschlagt hat, so hat sie damit ihr Ermessen nicht rechtsfehlerhaft ausgeübt. Das Invalideneinkommen beträgt demnach Fr. 23'110.25, was dem Valideneinkommen von Fr. 55'835.42 gegenübergestellt einen Invaliditätsgrad von 58,61 % ergibt, der keinen Anspruch auf eine ganze Invalidenrente begründet. Im Übrigen würde auch bei einer Herabsetzung des Invalideneinkommens um 25 % die erforderliche Zweitdrittelsgrenze nicht erreicht.