Citation: 9C_738/2014 E. 2.2

2.2. Die Beschwerdeführerin rügt die vorinstanzliche Betrachtungsweise als zu formalistisch. Zwar sei der Vorinstanz darin zuzustimmen, dass die Rückforderung logisch zwei Schritte beinhalte, nämlich die Aufhebung der Leistungszusprechung sowie den Entscheid über die Rückerstattung. Eine Rückforderungsverfügung, aus der klar hervorgehe, dass die ursprünglich verfügte Leistungszusprechung zweifellos unrichtig war und eine Berichtigung von erheblicher Bedeutung sei, enthalte aber diese beiden Schritte. Eine zusätzliche förmliche Leistungsaufhebung zu verlangen, bedeute eine ungerechtfertigte Formenstrenge. Zweck der Begründungspflicht einer Verfügung nach Art. 49 Abs. 3 ATSG sei es, sicherzustellen, dass die betroffene Person die Verfügung sachgerecht anfechten könne. Es bestehe kein Zweifel, dass die Beschwerdegegnerin gestützt auf die Angaben wusste, wie sie sich gegen die Rückforderung sachgerecht zur Wehr setzen konnte. Mit Art. 53 ATSG sei keine neue materiellrechtliche Regelung erfolgt, sondern lediglich die bisherige gefestigte Rechtsprechung gesetzlich verankert worden.