Citation: 1A.231/1999 29.08.2000 E. 1

1.- Das Bundesgericht prüft von Amtes wegen und mit freier Kognition, ob die Sachurteilsvoraussetzungen gegeben sind. a) Die Beschwerdeführerin hat sowohl Verwaltungsgerichtsbeschwerde als auch staatsrechtliche Beschwerde erhoben und die beiden Rechtsmittel zulässigerweise in einer einzigen Beschwerdeschrift vereinigt. Wegen der subsidiären Natur der staatsrechtlichen Beschwerde (Art. 84 Abs. 2 OG) ist vorerst die Zulässigkeit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde zu prüfen (vgl. BGE 123 II 289 E. 1a S. 290). b) Kantonal letztinstanzliche Entscheide über Nutzungspläne unterliegen grundsätzlich der staatsrechtlichen Beschwerde (Art. 34 Abs. 3 RPG). Sind allerdings im Nutzungsplan enthaltene, auf Bundesverwaltungsrecht abgestützte Anordnungen umstritten oder wird das Fehlen solcher Anordnungen beanstandet, so erachtet das Bundesgericht die Verwaltungsgerichtsbeschwerde für zulässig, soweit der Nutzungsplan die Merkmale einer Verfügung im Sinne von Art. 5 VwVG aufweist (vgl. BGE 123 II 289 E. 1b S. 291, 119 Ia 285 E. 3c S. 290). Diese Anforderungen sind im vorliegenden Fall gegeben: Mit der Zonenplanung sind Empfindlichkeitsstufen nach Art. 43 LSV zugeordnet worden, und die umstrittene Belagsaufbereitungs- und Recyclingzone bezieht sich parzellenscharf auf einen konkreten Betrieb. Bei dieser Sachlage sind nicht nur Rügen bezüglich des Bundesumweltschutzrechts, sondern kraft Sachzusammenhangs auch solche im Hinblick auf die Planungsgrundsätze des Raumplanungsrechts zulässig (BGE 123 II 88 E. 1a/cc S. 92, 121 II 72 E. 3 S. 79). Desgleichen kann im Rahmen von Art. 105 Abs. 2 OG eine unzutreffende Feststellung des Sachverhalts gerügt werden. Soweit darüber hinaus ohne unmittelbaren Zusammenhang mit dem Umweltschutz- und Raumplanungsrecht eine Verletzung des Grundsatzes von Treu und Glauben sowie weiterer Verfassungsrechte wie Art. 4 aBV gerügt wird, kann die Eingabe grundsätzlich als staatsrechtliche Beschwerde entgegengenommen werden. c) Im Einzelnen zu prüfen bleibt, ob die Beschwerdeführerin im Sinne von Art. 103 lit. a bzw. Art. 88 OG zur Beschwerde legitimiert ist. Die Beschwerdeführerin als Grundeigentümerin der im Gebiet "Cho d'Punt" gelegenen Parzelle Nr. 1864 könnte grundsätzlich als im Sinne von Art. 103 lit. a OG legitimiert bezeichnet werden. Aufgrund der prozessualen und materiellen Lage ist ihre Legitimation indessen in Zweifel zu ziehen. Sie argumentierte im kantonalen und wiederholt im bundesgerichtlichen Verfahren, eine Belagsaufbereitungs- und Recyclingzone sei am betreffenden Ort mit den Grundsätzen des Umweltschutzes und der Raumplanung unvereinbar. Auf der andern Seite verlangte sie eine einem weiteren Zweck dienende Industriezone. Industriezonen im Sinne von Art. 25 des Raumplanungsgesetzes des Kantons Graubünden erlauben indessen ein gleiches oder gar ein höheres Immissionsmass als die umstrittene Belagsaufbereitungs- und Recyclingzone. Desgleichen kommt letzterer aus der Sicht der Raumplanung keine einschneidendere Bedeutung zu als die verlangte Industriezone. Angesichts dieser Umstände kann die Beschwerdeführerin unter dem Gesichtswinkel von Bundesumweltschutz- und Planungsrecht nicht als beschwert betrachtet werden. Hinzu kommt, dass die Beschwerdeführerin im kantonalen Verfahren ausdrücklich erklärte, die - unbestrittenermassen ohnehin besitzstandsgarantierte - Nutzung im südlichen Teil der Parzelle Nr. 1081 der RhB nicht verhindern zu wollen. Damit ist sie auch in dieser Hinsicht durch die angefochtene Zonierung nicht beschwert. d) Der Antrag der Beschwerdeführerin um Aufhebung der Belagsaufbereitungs- und Recyclingzone könnte in dem Sinne verstanden werden, dass sie - als Minus in Bezug auf den Erlass einer Industriezone - aus Gründen des Vertrauensschutzes die Festsetzung einer Zone für den Abfüll- und Lagerbetrieb verlangt. In dieser Hinsicht erscheint es bereits fraglich, ob die Beschwerdeführerin über den Weg der behaupteten ungenügenden bzw. willkürlichen Sachverhaltsfeststellung in einer den Anforderungen von Art. 90 Abs. 1 lit. b OG genügenden Weise begründet, worin der Verfassungsverstoss tatsächlich liegen soll. Eigentümerin der Parzelle Nr. 1081, für dessen südlichen Teil die Beschwerdeführerin die Aufhebung der Belagsaufbereitungs- und Recyclingzone verlangt, ist die Rhätische Bahn. Die Beschwerdeführerin tut in keiner Weise dar, dass ihr in Bezug auf diese Parzelle dingliche oder auch nur obligatorische Rechte zustünden. Aus den Akten ergibt sich vielmehr, dass die RhB den entsprechenden Parzellenteil der privaten Beschwerdegegnerin für weitere 30 Jahre zur Verfügung stellt und sie zur Errichtung von Bauten und Anlagen ermächtigt. Damit fehlt es der Beschwerdeführerin an der Legitimation im Sinne von Art. 88 OG. Schliesslich kommt dazu, dass sowohl die Parzelle Nr. 921 der Gemeinde Samedan als auch die Parzelle Nr. 1864 der Beschwerdeführerin unangefochten der Landwirtschaftszone zugewiesen worden sind. Diese Parzellen sind in die Gespräche mit den Vertretern des Gemeinderates und in die Projektierung der Beschwerdeführerin einbezogen worden. Ohne sie könnte die Beschwerdeführerin ihr Projekt nicht in der vorgesehenen Weise realisieren, sodass sie auch im Falle einer Gutheissung der Beschwerde und einer Aufhebung der Belagsaufbereitungs- und Recyclingzone nicht zum angestrebten Ziel gelangen würde. e) In Anbetracht dieser sowie der nachfolgenden Erwägungen erweist sich der von der Beschwerdeführerin beantragte Augenschein zum Vornherein als entbehrlich.