Citation: 1C_199/2022 E. 3.3.2

3.3.2. Die Anpassung der Skizze zum Attikageschoss in Anhang 2 VR-BO/St. Gallen geht unbestrittenermassen auf einen verwaltungsgerichtlichen Entscheid aus dem Jahr 2010 zurück, der in der St. Gallischen Gerichts- und Verwaltungspraxis 2010 publiziert ist (Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons St. Gallen B 2009/139, B 2009/140 vom 11. Mai 2010 = GVP 2010 Nr. 107). Die Beschwerdeführerin macht weder geltend, dass diese Rechtsprechung in der Zwischenzeit aufgegeben wurde, noch bestreitet sie die vorinstanzliche Erwägung, wonach der Stadt St. Gallen seither die Anwendung der entsprechenden baugesetzwidrigen Skizze im Baubewilligungsverfahren versagt war. Ebenso wenig macht die Beschwerdeführerin geltend, dass die mit dem Nachtrag I zum VR-BO/St. Gallen beschlossene Anpassung der Skizze von der verwaltungsgerichtlichen Rechtsprechung abweicht. Es handelt sich mithin um die Aufhebung einer seit mehreren Jahren bestehenden Diskrepanz zwischen der Rechtsprechung und der Skizze in Anhang 2 VR-BO/St. Gallen, die gemäss den unbestritten gebliebenen Ausführungen der Vorinstanz zu keiner Änderung der kommunalen Bestimmungen zu den Attikageschossen führt. Vor diesem Hintergrund kam die Vorinstanz zu Recht zum Schluss, dass die Anpassung des Anhangs 2 VR-BO/St. Gallen eine untergeordnete nachträgliche Änderung der öffentlich-rechtlichen Bauvorschriften der Stadt St. Gallen ohne weitergehendes öffentliches Interesse ist. Die Vorbringen der Beschwerdeführerin, dass die Bevölkerung im Fall einer Revision der Vorschriften über das Attikageschoss die Möglichkeit haben müsse, die Richtigkeit der Regelung bezüglich Längsfassaden zu erörtern, dass der angepasste Anhang 2 VR-BO/St. Gallen mit Art. 84 PBG/SG nicht vereinbar sei, dass nach dem Entscheid im Jahr 2010 erst im Jahr 2020 eine separate Teilrevision erfolge und auf ein Mitwirkungsverfahren aus Zeitgründen verzichtet worden sei, sind nicht nachvollziehbar bzw. rechtsgenüglich dargetan, weshalb darauf nicht einzugehen ist.