Citation: 6B_690/2024 E. 3.3

3.3. Die Vorinstanz würdigt das psychiatrische Gutachten vom 16. April 2023 unter Bezugnahme auf das erstinstanzliche Urteil eingehend und stützt seinen Entscheid betreffend die Anordnung einer stationären Massnahme auf eben dieses Gutachten. Sie bejaht das Vorliegen einer mit der Tat in Zusammenhang stehenden paranoiden Schizophrenie und Suchtmittelabhängigkeit sowie eine dadurch bedingte relevante Rückfallgefahr und erachtet zur Minimierung derselben einzig eine stationäre Massnahme als angezeigt und erfolgversprechend. Sie bejaht die Massnahmebedürftigkeit, -willigkeit und -fähigkeit des Beschwerdeführers und beurteilt die stationäre Massnahme als verhältnismässig. Zur vom Beschwerdeführer thematisierten Massnahmewilligkeit führt sie dabei zusammengefasst aus, er manifestiere punktuell immer wieder ein Mindestmass an Kooperationsbereitschaft, welches zumindest in der Anfangsphase genüge. Er habe während der Haft die ihm verschriebenen Medikamente regelmässig und unter Aufsicht eingenommen. Sein Eventualantrag bezüglich einer Suchtbehandlung sowie seine Erklärung, eine Therapie zu akzeptieren, wenn das Gericht dies anordne, würden zeigen, dass er sich nicht völlig verweigere. Laut dem Verlaufsbericht der Klinik U.________ beginne die (vorzeitig angetretene) Massnahme positiv zu greifen und im Falle einer Bestätigung des erstinstanzlichen Urteils dürfe damit gerechnet werden, dass er sich anpasssungsbereit und kooperativ zeige (vgl. angefochtenes Urteil E. 3.5 S. 20 f.). Hinsichtlich der Verhältnismässigkeit hält die Vorinstanz weiter fest, weniger weitreichende Therapiemöglichkeiten, wie eine ambulante Massnahme im Sinne von Art. 63 StGB oder eine Suchtbehandlung im Sinne von Art. 60 StGB, würden sich als nicht geeignet erweisen, der schizophrenen Störung und der damit verbundenen Rückfallgefahr in sinn- und wirkungsvoller Weise zu begegnen. Die Rückfallgefahr begründe sich auf der schizophrenen Störung, welche mit einer wahnstimmungsgetragenen Aggressionsbereitschaft einhergehe. Der Suchtmittelabhängigkeit komme aus legalprognostischer Sicht bloss eine untergeordnete Rolle zu (vgl. angefochtenes Urteil E. 3.3 S. 19). Bei der Verhältnismässigkeit im engeren Sinne sei zu berücksichtigen, dass es vorliegend um einen schwerkranken und behandlungsbedürftigen Täter gehe, dessen begangenes Verbrechen mit seiner Erkrankung im Zusammenhang stehe. Es sei davon auszugehen, dass sich die Gefahr weiterer mit der Störung in Zusammenhang stehender Taten mittels einer stationären Massnahme minimieren lasse. Der Beschwerdeführer sei wirtschaftlich und sozial zudem kaum integriert und habe keine Arbeitsstelle. Durch eine stationäre Massnahme seien keine ungünstigen wirtschaftlichen und sozialen Nebenfolgen zu erwarten. Unerheblich sei auch, wie sich der Beschwerdeführer in der Klinik fühle, und dass er lieber im Rahmen des Strafvollzugs eine Arbeit erlernen resp. verrichten möchte. Eine ambulante Massnahme während des noch verbleibenden Strafvollzugs werde von den Gutachtern bzw. Ärzten nicht in Erwägung gezogen. Seine aktuell (noch) fehlende Krankheitseinsicht lasse daran zweifeln, ob er nach Entlassung aus dem Strafvollzug die Medikamente weiterhin zuverlässig einnehmen würde. Angesichts des Sicherheitsinteresses der Bevölkerung sei eine stationäre Massnahme verhältnismässig (vgl. angefochtenes Urteil E. 3.6 S. 21 f.).