Citation: 6B_117/2024 E. 4.1

4.1. Es ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer mit dem Personenwagen der Geschädigten kollidierte. Geht es nach der Anklage, verursachte er die Kollision absichtlich. Folgt man dem Beschwerdeführer, verursachte er die Kollision unabsichtlich durch ein abgebrochenes Überholmanöver. Die Vorinstanz prüft diese beiden Varianten. Sie hält zutreffend fest, dass sich der Vorsatz bei ungeständigen Tätern nur auf äusserlich feststellbare Indizien stützen kann, die Rückschlüsse auf dessen innere Einstellung erlauben. In diesem Sinne hält die Vorinstanz fest, gemäss Angaben des unfalltechnischen Dienstes sei der Beschwerdeführer bei der Kollision mit einer Geschwindigkeit von 144 km/h gefahren. Seine Aussagen, dass er zwischen 80 und 90 km/h gefahren sei, verwirft sie als Schutzbehauptung und stellt letztlich auf eine Geschwindigkeit von 139 km/h ab (vgl. dazu Urteil 6B_921/2014 vom 21. Januar 2015 E. 1.3.1-1.3.3 betreffend die Frage, wann keine Sicherheitsabzüge vorzunehmen sind). Zur Geschwindigkeit des Personenwagens der Geschädigten gibt es keine objektiven Beweismittel. Hier stellt die Vorinstanz auf die übereinstimmenden Angaben der Geschädigten ab, sie seien mit einer Geschwindigkeit von ungefähr 70 km/h gefahren. Die Vorinstanz erwägt weiter, dass der Beschwerdeführer nach dem Wenden seines Personenwagens massiv beschleunigt haben musste, um bei der Kollision einen Geschwindigkeitsunterschied von 69 km/h zu erreichen. Bei der Kollision sei er im dritten Gang mit einer Motorendrehzahl von 6702 Umdrehungen pro Minute gefahren. Aus diesen Angaben des unfalltechnischen Dienstes zieht die Vorinstanz den Schluss, dass der Beschwerdeführer nach dem Wenden das Gaspedal bis zur Kollision stark oder sogar voll durchgetreten habe. Entgegen der Darstellung der Verteidigung müsse er die grosse Geschwindigkeit zur Kenntnis genommen und sogar beabsichtigt haben. Mit mangelnder Aufmerksamkeit lasse sich seine Geschwindigkeit nicht erklären. Die Vorinstanz ergänzt, für das von der Verteidigung behauptete Überholmanöver wäre nie eine solche Geschwindigkeit erforderlich gewesen. Vielmehr habe er absichtlich mit möglichst grosser Geschwindigkeit in das Heck des Personenwagens fahren wollen. Die Vorinstanz stützt sich mit der Erstinstanz auf die Spurenlage am Unfallort, wonach nirgends Bremsspuren gefunden worden seien. Der Personenwagen des Beschwerdeführers sei bei der Kollision direkt hinter dem Personenwagen der Geschädigten gewesen. Dies lasse sich nicht mit der Behauptung der Verteidigung vereinbaren, dass der Beschwerdeführer ein Überholmanöver abgebrochen habe. Zudem deuteten die Schäden an den beiden Personenwagen darauf hin, dass der Beschwerdeführer ungebremst in das Heck der Geschädigten gefahren sei. Auch dies indiziere, dass er die Kollision absichtlich verursacht habe. Bei einer unerwarteten Kollision wären gemäss Vorinstanz Bremsspuren zu erwarten gewesen. Doch der Beschwerdeführer habe nicht einmal den Fuss vom Gaspedal genommen.