Citation: 6B_1031/2015 E. 1.4.2

1.4.2. Der Umstand, dass der Beschwerdeführer sein Fahrzeug nicht nur einmal, sondern mehr als dreissig Mal bei hoher Geschwindigkeit äusserst brüsk abbremste, lässt den Eintritt einer konkreten Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer trotz eines lediglich geringen Verkehrsaufkommens als nahe liegend erscheinen - unabhängig davon, ob sich im jeweiligen Bremszeitpunkt konkret ein anderes Fahrzeug in seiner Nähe befand. Die Vorinstanz bejaht eine erhöhte abstrakte Gefahr zu Recht. Dass der Beschwerdeführer sich der allgemeinen Gefährlichkeit seiner verkehrswidrigen Fahrweise bewusst war, zeigt bereits der Umstand, dass er einen Kollegen engagierte, der ihm hinterherfahren und den Verkehr kontrollieren sollte, um die Gefährdung von Drittpersonen möglichst gering zu halten. Ein Rechtfertigungsgrund nach Art. 14 StGB liegt entgegen der Argumentation des Beschwerdeführers nicht vor. Insbesondere ist nicht ersichtlich, gestützt auf welches Gesetz sein Verhalten geboten oder erlaubt gewesen sein soll. Der Beschwerdeführer vermag kein solches zu nennen. Die von ihm herangezogene Rechtsprechung gemäss BGE 113 IV 4 ist nicht einschlägig. Der übergesetzliche Rechtfertigungsgrund einer Pflichtenkollision liegt vor, wenn zwei Rechtspflichten in derselben Situation so zusammentreffen, dass der Verpflichtete keine von ihnen ohne Verletzung der anderen erfüllen kann (BGE 130 IV 7 E. 7 mit Hinweisen). Mit der Miete einer privaten Teststrecke oder eines Flughafengeländes nennt der Beschwerdeführer gleich selber Möglichkeiten, die ihm zur rechtskonformen Durchführung der vom Fahrzeughersteller vorgeschriebenen Einbremsvorgänge offen gestanden hätten. Er befand sich somit nicht in einer Situation, in der er die eine Rechtspflicht nicht ohne Verletzung einer anderen erfüllen konnte. Dass ihm die zur Verfügung stehenden Optionen "in zeitlicher, ökologischer und auch ökonomischer Hinsicht als unverhältnismässig" erschienen, ändert daran nichts. Der vorinstanzliche Schuldspruch wegen grober Verkehrsregelverletzung erweist sich als bundesrechtskonform.