Citation: 2C_208/2016 E. 5.3.2

5.3.2. Der Beschwerdeführer 1 beruft sich auf die enge Beziehung zu seiner Familie in der Schweiz. Er lebe mit seinen Eltern und seinen drei Kindern zusammen in einer Wohnung und alle seien aufeinander angewiesen. Seine Wegweisung würde insbesondere das Wohl seines 13-jährigen Sohnes gefährden. Da die Mutter des Sohnes 2010 verstorben sei, müsste dieser ohne Eltern aufwachsen, falls er nicht mit dem Vater ausreisen würde. Rechtsprechungsgemäss umfasst der Schutzbereich des Familienlebens nach Art. 8 EMRK in erster Linie die Kernfamilie (Ehegatten und minderjährige Kinder). Andere familiäre Beziehungen, namentlich diejenige zwischen Eltern und erwachsenen Kindern, fallen nur ausnahmsweise unter den Schutz von Art. 8 EMRK. Dabei genügt nicht, dass eine enge Bindung zu den erwachsenen Kindern besteht. Der Schutzbereich von Art. 8 EMRK ist in solchen Konstellationen nur berührt, wenn ein besonderes Abhängigkeitsverhältnis vorliegt (BGE 139 II 393 E. 5.1; 135 I 143 E. 3.1; 129 II 11 E. 2; 120 Ib 257 E. 1d). Da zwei der drei Kinder des Beschwerdeführers 1 volljährig sind und kein besonderes Abhängigkeitsverhältnis zum Vater ersichtlich ist, kommt dieser Beziehung im Rahmen der Interessenabwägung kein entscheidendes Gewicht zu. Dasselbe gilt für die Beziehung des Beschwerdeführers 1 zu seinen Eltern. Damit fällt nur die Beziehung zu seinem 13-jährigen Sohn unter den Schutzbereich von Art. 8 EMRK. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers 1 hat die Vorinstanz die Belange des noch minderjährigen Sohnes durchaus berücksichtigt. Dieser ist in der Schweiz geboren und hat keinen Bezug zu Mazedonien. Er beherrscht auch keine der dort gesprochenen Sprachen. Die Vorinstanz anerkennt, dass er aufgrund des Todes seiner Mutter vor sechs Jahren mit einem schweren Verlust einer wichtigen Bezugsperson zu leben hat. Die Ausreise mit seinem Vater, der über das alleinige Sorgerecht für ihn verfügt, würde ihn aus seinem vertrauten Umfeld und Familiengefüge herausreissen und ist ihm nur schwer zuzumuten. Wie die Vorinstanz allerdings zutreffend erwägt, erscheint es mit Blick auf die bisher gelebte Familien- und Haushaltsgemeinschaft grundsätzlich möglich, dass der Sohn - welcher über eine Niederlassungsbewilligung verfügt - weiterhin in der Schweiz bei seinen Grosseltern und Geschwistern verbleiben könnte. Eine solche Lösung wird auch vom Beschwerdeführer 1 selbst nicht ausgeschlossen. Diesbezüglich ist zu berücksichtigen, dass die Betreuung des Jungen während der Abwesenheit des Beschwerdeführers 1 stets von den Grosseltern übernommen wurde. Aus den - unbestrittenen - Feststellungen der Vorinstanz geht hervor, dass dies in einem wesentlichen Ausmass schon seit Jahren der Fall ist, war doch der Beschwerdeführer 1 bereits im März 2011 als Wochenaufenthalter in U.________ (TG) gemeldet. Der Beschwerdeführer 1 legt nicht hinreichend dar, warum der Sohn - sollte er in der Schweiz verbleiben - nicht auch weiterhin von den Grosseltern betreut werden könnte, bei denen er heute schon lebt. Zwar hat ein Verbleiben des Sohnes in der Schweiz zur Folge, dass im Falle der Wegweisung des Beschwerdeführers 1 die Vater-Sohn-Beziehung Einschränkungen unterworfen sein wird. Das Bundesgericht misst dem Interesse an einer intakten Eltern-Kind-Beziehung im Rahmen der Prüfung der Verhältnismässigkeit einer aufenthaltsverweigernden Massnahme eine gewichtige Bedeutung zu. Je schwerer die begangene Rechtsgutverletzung wiegt und je häufiger ein ausländischer Elternteil delinquiert hat, desto eher vermag jedoch das öffentliche Interesse an einer Ausreise des Straftäters selbst das Interesse eines Kindes zu überwiegen, mit diesem Elternteil hier aufwachsen zu können (vgl. Urteil 2C_503/2014 vom 25. November 2014 E. 4.4.3 mit Hinweisen). Diese Gewichtung erscheint auch mit Blick darauf angezeigt, dass der Umstand wonach ein Kind bei einem Elternteil aufwachsen kann, nicht einfach pauschal als immer positiv für das Kindeswohl qualifiziert werden kann, sondern insbesondere ein Zusammenleben von Kindern mit delinquenten und sozial nicht eingegliederten Elternteilen unter Umständen das Kindeswohl auch negativ beeinflussen kann (vgl. DAVID P. FARRINGTON/BRANDON C. WELSH, Saving Children from a Life of Crime, 2007, S. 55 ff.). Wie die Vorinstanz zu Recht ausführt, wurde der Beschwerdeführer 1 trotz ausländerrechtlicher Verwarnung und stabiler Familienverhältnisse als Vater von drei Kindern wiederholt straffällig. Mit seinem Verhalten hat er den Fortbestand seines Familienlebens in der Schweiz selbstverschuldet und mutwillig aufs Spiel gesetzt. Daher hat er es hinzunehmen, wenn die familiäre Beziehung - und insbesondere die Beziehung zu seinem minderjährigen Sohn - künftig nur noch unter erschwerten Bedingungen gelebt werden kann.