Citation: 2C_929/2015 E. 2.2

2.2. Die Europäische Menschenrechtskonvention verschafft praxisgemäss keinen Anspruch auf Einreise und Aufenthalt oder auf einen besonderen Aufenthaltstitel (vgl. BGE 139 I 330 E. 2.1 S. 335 f.; 138 I 246 E. 3.2.1; BGE 137 I 247 E. 4.1.1; BGE 130 II 281 E. 3.1 S. 285 f.). Nach der Rechtsprechung bezieht sich der Schutz des Familienlebens nach Art. 8 EMRK in erster Linie auf die Kernfamilie (Ehegatten und minderjährige Kinder); andere familiäre Beziehungen, namentlich diejenige zwischen Eltern und erwachsenen Kindern, stehen nur ausnahmsweise unter dem Schutz von Art. 8 EMRK, wenn ein besonderes Abhängigkeitsverhältnis besteht (BGE 139 II 393 E. 5.1 S. 402; 137 I 154 E. 3.4.2 S. 159; je mit Hinweisen). Unstrittig verfügt der Vater des Beschwerdeführers über das geforderte gefestigte Anwesenheitsrecht. Allerdings besteht - wie die Vorinstanz zu Recht ausgeführt hat - kein solches besonderes Abhängigkeitsverhältnis: Der Beschwerdeführer ist nunmehr 21 Jahre alt, mithin volljährig; er hat sein bisherigen Leben - mit Ausnahme der bereits aufgeführten dreieinhalb Jahre in der Schweiz - im Libanon verbracht und dort die Schule mit der Matura abgeschlossen. Da er studieren will, ist er zwar von seinem Vater finanziell abhängig, allerdings verlangt dies nicht, dass er sich in der Schweiz aufhalten muss. Der Lebensunterhalt und die Studien kann der Vater auch in Libanon finanzieren. Auch die emotionale Abhängigkeit ist nicht derart, dass ein Anspruch auf Aufenthalt daraus resultiert. Ein intensiver Kontakt mit seinem Vater kann im Zeitalter des Internets über verschiedene Kommunikationskanäle erfolgen, zudem besteht die Möglichkeit, dass sich Vater und Sohn gegenseitig besuchen, alles Möglichkeiten, welche die beiden bereits zuvor umgesetzt haben. Auch aus der psychiatrischen Behandlung des Sohnes lässt sich - wie sich aus dem vor Bundesgericht eingereichten Gutachten entnehmen lässt - keine besondere Abhängigkeit folgern. Aufgrund seiner Vergangenheit im Libanon hat der Beschwerdeführer Alpträume und benötigt eine längere Einschlafenszeit (2-3 Std.), weshalb die psychiatrische Behandlung weitergeführt werden solle, was indes ohne weiteres auch im Libanon erfolgen kann. Auch wenn das Zusammenleben mit seinem Vater die Behandlung positiv unterstützt, ist es nicht derart, dass ein besonderes Abhängigkeitsverhältnis daraus resultiert.