Citation: 6B_774/2020 E. 1.1.3

1.1.3. Schliesslich rügt der Beschwerdeführer, die Vorinstanz komme im dritten Teil ihrer Beweiswürdigung fälschlicherweise zum Schluss, dass der Beschwerdegegner 2 ihn mit beiden Händen von sich weggeschubst und er daraufhin bewusste und gezielte Messerstiche gegen diesen ausgeführt habe. Dabei habe die Vorinstanz einerseits wiederum auf sich widersprechende, offensichtlich unglaubhafte und vage Aussagen des Beschwerdegegners 2 abgestellt. Andererseits habe sie dessen entscheidende Aussage, dass er den Messerstich als Faustschlag wahrgenommen habe, völlig ausser Acht gelassen. Auch bei der Beurteilung des Stichkanals und des Ausmasses bzw. der Tiefe der Wunde verfalle die Vorinstanz in Willkür. Eine korrekte Würdigung der vorhandenen Beweise ergebe stattdessen, dass es der Beschwerdegegner 2 gewesen sei, der ihm plötzlich einen Schlag versetzt habe. Daraufhin habe er reflexartig mit der Faust gekontert und den Beschwerdegegner 2 - ohne sich dessen bewusst gewesen zu sein, dass er das Messer noch in der Hand gehalten habe - in den Bauch getroffen, woraufhin dieser geflüchtet sei (Beschwerde S. 18 ff.).