Citation: 8C_820/2019 E. 4.3.3

4.3.3. In der Tat liess der Versicherte zwischen dem Schreiben vom 26. Juni 2014 und dem Einleiten des arbeitsrechtlichen Prozesses am 3. Oktober 2014 einen relativ langen Zeitraum verstreichen, in dem er keine Anstalten traf, seine Lohnforderung einzutreiben. Allerdings ist zu seinen Gunsten zu berücksichtigen, dass er offenbar weder Kenntnis der finanziellen Verhältnisse seiner Arbeitgeberin noch der Verhaftung des B.________ hatte und damit nicht unmittelbar mit einer Zahlungsunfähigkeit seiner Arbeitgeberin rechnen musste. Es fehlen auch jegliche Hinweise dafür, dass er auf eine beförderlichere Geltendmachung seiner Ansprüche verzichtete, weil er sich durch das Institut der Insolvenzentschädigung als hinreichend abgedeckt gefühlt hätte. Das kantonale Gericht hat demnach kein Bundesrecht verletzt, als es dem Versicherten keine Verletzung der Schadenminderungspflicht zur Last legte; die Beschwerde der Arbeitslosenkasse ist abzuweisen.