Citation: 4A_277/2023 E. B

B.a. Mit Klage vom 15. Januar 2020 beantragte die Klägerin beim Kantonsgericht Zug, die Beklagte sei zur Zahlung von Fr. 4'250'000.-- zzgl. Zins zu 5 % seit 12. Oktober 2019, Zug um Zug gegen Übertragung von 25 Namenaktien der G1.________ Holding AG, zu verpflichten. Am 18. Juni 2020 erliess der erstinstanzliche Referent eine Beweisverfügung, worin er die Parteibefragung von C.________ und F.________ anordnete. Ein Antrag der Beklagten, dass anstelle von C.________ ihre übrigen Verwaltungsräte zu befragen seien bzw. die Parteibefragung mittels Videokonferenz durchzuführen sei, wurde abgewiesen. Ebenso abgewiesen wurde ein Antrag der Beklagten, C.________ einstweilen von der Befragung zu dispensieren. Am 4. Dezember 2020 wurde F.________ befragt. Die Befragung von C.________ konnte nicht stattfinden, weil dieser nicht zur Verhandlung erschienen war. Mit Urteil vom 27. Juli 2021 verpflichtete das Kantonsgericht die Beklagte, der Klägerin Fr. 4'250'000.-- nebst Zins, Zug um Zug gegen Übertragung von 25 Namenaktien der G1.________ Holding AG, zu bezahlen. Es erwog, es sei aufgrund des Wortlauts von Ziff. 8 des AKV 2018 und des nachvertraglichen Verhaltens der Parteien erstellt, dass zwischen ihnen am 4. Oktober 2018 ein tatsächlicher Konsens betreffend den Abschluss eines (weiteren) Kaufvertrags bestanden habe, mit dem sich die Beklagte verpflichtet habe, von der Klägerin bis spätestens Ende Juli 2019 eine weitere Beteiligung von 2.5 % an der G1.________ Holding AG zum Preis von Fr. 4'250'000.-- zu kaufen. B.b. Eine dagegen gerichtete Berufung der Beklagten hiess das Obergericht des Kantons Zug mit Urteil vom 25. April 2023 gut. Es hob den Entscheid des Kantonsgerichts auf und wies die Klage ab. Es erwog, insgesamt sei mit der Beklagten davon auszugehen, dass die Klägerin den Beweis eines tatsächlich übereinstimmenden Willens der Parteien am 4. Oktober 2018, der auf einen verbindlichen Kaufvertrag über ein weiteres Aktienpaket von 25 Aktien zum Preis von Fr. 4'250'000.-- bis spätestens Juli 2019 gerichtet gewesen sei, nicht erbracht habe. Im Gegenteil ergebe sich aus dem Beweisergebnis, dass die Beklagte in Ziff. 8 des AKV 2018 lediglich eine (unverbindliche) Absichtserklärung habe abgeben wollen und die Klägerin ihrerseits ebenfalls über keinen Rechtsbindungswillen betreffend einen weiteren Verkauf verfügt habe. Auch ein normativer Konsens liege nicht vor. Indem die Beklagte gemäss dem Wortlaut von Ziff. 8 des AKV 2018 ihren verbindlichen, aber einseitigen Abschlusswillen beurkundet habe, habe sie der Klägerin objektiv betrachtet lediglich einen Antrag zum Abschluss eines weiteren Kaufvertrags gestellt. Die Auslegung nach dem Vertrauensprinzip könne aber nicht zu einem normativen Konsens führen, der so von keiner Partei gewollt sei. Die Klägerin wolle Ziff. 8 des AKV 2018 als verbindlichen Kaufvertrag aufgefasst haben und die Beklagte als eine blosse Absichtserklärung. Somit mache keine der Parteien geltend, es habe sich erst um einen einseitigen Antrag der Beklagten gehandelt, womit eine solche Auslegung ausscheide.