Citation: U 137/06 17.10.2006 E. 4

4.1 Die Vaudoise und das kantonale Gericht gelangten mit Blick auf die medizinischen Unterlagen zutreffend zum Schluss, dass der Versicherte beim Ereignis vom 29. Mai 2005 eine Ruptur des vorderen Kreuzbandes rechts und damit eine Körperschädigung im Sinne von Art. 9 Abs. 2 lit. g UVV erlitten hat. Seither klage er über Beeinträchtigungen am rechten Knie. Richtig ist mit der Vorinstanz auch, dass er vor diesem Ereignis trotz vorgeschädigtem rechten Kniegelenk beschwerdefrei war. 4.2 Die Vaudoise macht letztinstanzlich geltend, laut den Aussagen des Versicherten sei die Landung "fein bis normal" erfolgt. Es habe keine heftige oder brüske Bewegung vorgelegen; der Versicherte sei vom Gleitschirm sogar getragen oder in der Luft zurückgehalten worden. Er sei somit bei optimaler Wetterlage sanft am Boden angekommen. Die Voraussetzung der Sinnfälligkeit beziehe sich auf den äusseren Faktor selber, vorliegend auf das Landen auf dem Boden unter normalen oder optimalen Bedingungen, und nicht auf die Folgen der Landung, d.h. das Verdrehen des Knies in Folge dieser Landung. 4.3 Die Landung mit einem Gleitschirm stellt ein Geschehen mit einem gesteigerten Gefährundgspotenzial dar. Es handelt sich nicht um eine alltägliche Lebensverrichtung wie z.B. das blosse Aufstehen, Absitzen, Abliegen oder Bewegen im Raum. Obwohl der Versicherte die Landung als "normal bis fein" beschrieb, ist diese nicht planmässig gelungen, indem er sich beim Aufsetzen auf den Boden das rechte Knie verdrehte. Es ist mithin durch eine plötzliche und unkontrollierte Drehbewegung des Kniegelenks zur Kreuzbandläsion gekommen, worauf sofort starke Beschwerden und Schmerzen auftraten. Die Verletzung ist mithin auf ein sinnfälliges Ereignis anlässlich der Ausübung einer erhöht risikogeneigten Sportart zurückzuführen. Damit hat sich das gesteigerte Gefährdungspotenzial realisiert, weshalb mit der Vorinstanz auf ein unfallähnliches Ereignis zu erkennen ist. Die Einwendungen der Vaudoise vermögen an diesem Ergebnis nichts zu ändern. 4.4 Die Vaudoise ist somit dem Grundsatz nach für die am 29. Mai 2005 zugezogene Knieverletzung rechts leistungspflichtig. Hieran ändert die Vorschädigung des Knies (Erw. 4.1) nichts (Art. 36 UVG), da es nach der Rechtsprechung genügt, wenn ein äusseres Ereignis erstellt ist, welches zumindest im Sinne eines Auslösungsfaktors die eingetretene Gesundheitsschädigung bewirkt hat (BGE 129 V 466 Erw. 2.1, 123 V 45, vgl. auch Urteil W. vom 21. März 2006 Erw. 6.2, U 222/05, je mit Hinweisen). Das trifft hier nach dem Gesagten zu.