Citation: 6B_139/2022 E. 5.2

5.2. Der besonderen Situation von in der Schweiz geborenen oder aufgewachsenen ausländischen Personen wird Rechnung getragen, indem eine längere Aufenthaltsdauer, zusammen mit einer guten Integration in aller Regel als starkes Indiz für das Vorliegen von genügend starken privaten Interessen und damit für die Bejahung eines Härtefalls zu werten ist. Es lässt sich nicht gleichsam schematisch ab einer gewissen Aufenthaltsdauer eine Verwurzelung in der Schweiz annehmen (BGE 146 IV 105 E. 3.4.4; Urteile 6B_1314/2019 vom 9. März 2020 E. 2.3.5; 6B_627/2018 vom 22. März 2019 E. 1.5). Der Beschwerdeführer verbrachte einen Grossteil seiner prägenden Kindes- und Jugendjahre in der Schweiz und lebt seither in der Schweiz. Die Vorinstanz beurteilt ihn allerdings angesichts seiner fehlenden Integration nicht als sogenannten "Secondo" (oben E. 3.2). Die Vorinstanz prüft sein Aufwachsen in der Schweiz unter dem Gesichtspunkt von Art. 66a Abs. 2 StGB. Eine diesbezüglich willkürliche Sachverhaltsfeststellung kann der Beschwerdeführer nicht darlegen, und zwar umso weniger als kein den Verfahrensausgang entscheidender Mangel erkennbar ist (Art. 97 Abs. 1 BGG). Eine zur erforderlichen Verwurzelung in der Schweiz führende Integration lässt sich nicht feststellen. Dem umgangssprachlichen Begriff "Secondo" kommt keine weitergehende Bedeutung zu. Sein langer Aufenthalt bildet ein Indiz für ein privates Interesse am Verbleib in der Schweiz.