Citation: 1C_180/2021 E. 6.3

6.3. Die Vorinstanz bejahte ein überwiegendes öffentliches Interesse an der Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes unter Verwendung der ortstypischen roten Dachziegel. Sie verwies in diesem Zusammenhang auf den Umstand, dass sich in unmittelbarer Nähe der streitbetroffenen, im Dorfkern von Sigriswil befindlichen Parzelle besonders schützenswerte Baudenkmäler (Gemeindearchiv, Doppelspeicher und zwei Bauernhäuser) befänden. Es bestehe ein konkretes und gewichtiges öffentliches Interesse am Schutz dieser Baudenkmäler und am Ortsbildschutz. Diese Würdigung der Vorinstanz ist nicht zu beanstanden. Ebenso wenig als bundesrechtswidrig erscheint ihre Annahme, wonach es angesichts bösen Glaubens der Beschwerdeführerin verhältnismässig sei, von ihr die gemäss einer aktenkundigen Offerte Fr. 113'710.-- kostende Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes der Dächer zu verlangen: Bösgläubig ist, wer in vollem Unrechtsbewusstsein eine bestimmte Handlung vornimmt oder bei der Aufmerksamkeit, wie sie nach den Umständen von ihm verlangt werden darf, nicht gutgläubig sein konnte (vgl. Art. 3 Abs. 3 ZGB). Es ist der Beschwerdeführerin vorzuwerfen, in diesem Sinne bösgläubig anthrazitfarbene Ziegel verbaut zu haben. Denn nach dem Gesagten ist davon auszugehen, dass sie sich wissentlich und willentlich nicht an die ausdrückliche Auflage betreffend die Verwendung roter Dachziegel gehalten hat (vgl. vorne E. 4.3.2). Unter diesen Umständen kann den ihr aus der Wiederherstellungsanordnung erwachsenden Nachteilen kein entscheidendes Gewicht zukommen. Mit der Bestätigung der Wiederherstellungsanordnung, wonach für die Bedachung "ortsübliche, naturrote Dachziegel" zu verwenden sind, hat die Vorinstanz somit kein Bundesrecht verletzt.