Citation: 8C_131/2007 03.01.2008 E. 6

In materieller Hinsicht streitig und zu prüfen ist, ob die ab 28. November 2004 noch vorhandenen Beschwerden in einem natürlichen und adäquaten, also leistungsbegründenden Kausalzusammenhang mit dem Unfall vom 11. September 2002 stehen. 6.1 Die Vorinstanz hat die Grundsätze zu dem für die Leistungspflicht des Unfallversicherers vorausgesetzten natürlichen Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod; BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181 mit Hinweisen) sowie zum Erfordernis des adäquaten Kausalzusammenhangs im Allgemeinen (vgl. BGE 125 V 456 E. 5a S. 461 mit Hinweisen) und bei psychischen Unfallfolgen (BGE 115 V 133) oder HWS-Schleudertrauma, diesem äquivalenten Verletzungen und Schädel-Hirntrauma (BGE 117 V 359 E. 6a S. 366 und 369 E. 4b S. 382) im Besonderen, zutreffend dargelegt. Darauf wird verwiesen. 6.2 Ein Unfall mit Schleudertrauma der HWS kann in der charakteristischen Erscheinungsform einer Häufung typischer Beschwerden eine Arbeits- bzw. Erwerbsunfähigkeit verursachen, auch wenn die festgestellten Störungen organisch nicht nachweisbar sind (BGE 117 V 359 E. 5 d/aa S. 363). Aufgrund des Unfallhergangs sowie der initial aufgetretenen Beschwerden ist mit den Verfahrensbeteiligten davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin bei der Auffahrkollision vom 11. September 2002 eine Distorsion der HWS erlitten hat und das Unfallereignis zumindest eine Teilursache der bestehenden Beschwerden bildet, was für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs genügt (BGE 121 V 326 E. 2a S. 329 mit Hinweisen). 6.3 Die medizinischen Akten, die das kantonale Gericht einlässlich gewürdigt hat, weisen keine organischen Befunde nach, welche die geltend gemachten Beschwerden zu erklären vermöchten. Diese sind nicht struktureller, sondern funktioneller Natur. So konnte der erstbehandelnde Dr. med. Z.________ gemäss Arztzeugnis vom 1. Oktober 2002 keine nennenswerte Pathologie feststellen. Er erwähnte Verspannungen in der ganzen HWS und endphasige Schmerzen bei aktiv durchführbarer Kopfrotation, Seitenneigung und Re- sowie Inklination. Anlässlich der kreisärztlichen Untersuchung vom 22. Juli 2003 wurde als Befund eine höchstens geringe Druckdolenz an C6 und C7 erhoben, während die Schulter- und Halswirbelsäulenfunktion als gut bezeichnet wurde. Der von der SUVA beigezogene Dr. med. S.________ hielt im Bericht vom 23. Dezember 2003 einen normalen Neurostatus fest. Ein organneurologisches Leiden zentraler oder peripherer Art konnte er nicht erkennen. Er wies zudem auf die recht unbestimmten Angaben zu den verschiedenen Beschwerden hin, welche zum Teil ausgesprochen funktionell und/oder stressinduziert wirken würden. Weder die von der Versicherten als Migräne bezeichneten Kopfschmerzen noch das anfallsartige intensive Unwohlsein konnte der Neurologe genau einordnen. Die radiologischen Untersuchungen vom 15. Dezember 2003 zeigten keinen pathologischen Befund. Die im MRI des Schädels aufgezeigten punktförmigen Signalunregelmässigkeiten bezeichnete Dr. med. S.________ als mit praktischer Sicherheit nicht posttraumatisch und ohne klinisches Korrelat. Die otoneurologischen Untersuchungen des Dr. med. D.________ zeigten laut Bericht vom 13. Februar 2004 normale otoneurologische Resultate und insbesondere keine objektivierbaren Folgen einer früher erwähnten Lärmüberempfindlichkeit oder Übelkeit bei Kopfreklination. Anhaltspunkte für eine Otolithenstörung fanden sich nicht. Es wurden lediglich Zeichen einer kraniomandibulären Dysfunktion mit verhärteter Schläfenmuskulatur und Wangensaumleisten festgehalten. Auch im Rahmen der Abklärungen der Medas konnte gemäss Gutachten vom 5. Januar 2006 weder in der orthopädischen noch in der neurologischen Untersuchung eine organische Genese der Beschwerden aufgezeigt werden. Weder liessen sich fokalneurologische Ausfälle objektivieren, noch ergaben sich Hinweise für eine cervicale Radikulopathie oder Myelopathie und für eine peripher-vestibuläre oder zentrale Schwindelursache. Auch am Bewegungsapparat konnte kein pathologischer Befund aufgezeigt werden. Ein klar ausgewiesenes organisches Substrat der Beschwerden, bei welchem sich der natürliche und der adäquate Kausalzusammenhang im praktischen Ergebnis weitgehend decken würden, ist somit nicht ausgewiesen. Dies gilt auch mit Bezug auf das diagnostizierte cervico-cephale Schmerzsyndrom, welches zwar als fassbare somatische, nicht aber als organische Gesundheitsstörung gilt. 6.4 Aus neuropsychologischer Sicht ergaben sich laut Medas-Gutachten leicht bis mittelschwer reichende kognitive Funktionsstörungen. Im Vordergrund stand eine erheblich reduzierte allgemeine Belastbarkeit aufgrund von vegetativen und unspezifisch psychischen sowie körperlichen Symptomen. Das klinische Bild wurde aus neuropsychologischer Sicht als nicht typisch für Funktionsstörungen bei einem chronifizierten HWS-Trauma beurteilt. Im Rahmen des erlittenen Unfalls sei dieses nicht oder nur teilweise erklärbar. Die im Vergleich zu den in der Klinik B.________ erhobenen neuropsychologischen Befunden (Bericht vom 11. September 2002) eingetretene Verschlechterung ist nach Ansicht der Gutachter nicht unfallbedingt, sondern auf die psychische Problematik zurückzuführen. Die psychische Problematik stuften sie als Unfallfolge ein. Diesbezüglich lauteten die Diagnosen auf leichte depressive Episode ohne somatisches Syndrom (ICD-10 F 32.00) und akzentuierte Persönlichkeit mit perfektionistischen und anankastischen Zügen (ICD-10 Z 73.1).