Citation: 4A_35/2021 E. 6.23.2

6.23.2. Die Beschwerdeführerin ist der Ansicht, nachdem die Vorinstanz die Überprüfbarkeit der Schlussrechnung (zu Unrecht) bejaht habe, hätte sie den Zinsbeginn prüfen müssen. Die Beschwerdegegnerin habe die Unterlagen, gestützt auf welche die Schlussrechnung angeblich überprüfbar sei, erst am 18. Oktober 2005 eingereicht. Vor diesem Zeitpunkt sei die Schlussrechnung nicht überprüfbar gewesen. Dennoch habe die Erstinstanz der Beschwerdeführerin [recte: Beschwerdegegnerin] Verzugszinsen schon ab dem 16. Juni 2005 zugesprochen, notabene ab einem Zeitpunkt, in dem die Schlussrechnung selbst nach Auffassung der ersten Instanz noch gar nicht habe überprüft werden können. Ein Zinsbeginn per 16. Juni 2005 sei vor diesem Hintergrund mangels Fälligkeit ausgeschlossen. Die Fälligkeit habe gemäss den Ausführungen der ersten Instanz frühestens nach Ablauf der 2-monatigen Prüffrist gemäss Art. 154 und 155 SIA Norm 118, welche wiederum frühestens am 18. Oktober 2005 begonnen habe, eintreten können. Die Forderung der Beschwerdegegnerin habe frühestens am 18. Dezember 2005 fällig werden können. Überdies fehle es an einer Mahnung, so dass gar kein Verzug vorliege.