Citation: 5A_901/2017 E. 4.3

4.3. Sodann habe das Obergericht die bestehende komplexe Situation auf die Frage verkürzt, ob zur Wahrung des Kontaktrechts eine Heimunterbringung angeordnet werden könne. Es stehe jedoch nicht primär die Wahrung des Kontaktrechts, sondern die Auflösung einer aus anderen Gründen das Kindeswohl gefährdenden Situation in Frage. Da die Gefahr von der derzeit obhutsberechtigten Person ausgehe, sei hierzu die Auflösung der bestehenden Bindungen notwendig. Es hätte daher geklärt werden müssen, ob eine Umplatzierung oder die Beibehaltung der gegenwärtigen Situation ein grösseres Risiko darstelle. Diese Abwägung sei unterblieben. Der Hinweis des Obergerichts auf einen Entscheid des deutschen Bundesgerichtshofs, wonach eine Heimunterbringung allein zur Durchsetzung des Kontaktrechts nicht angeordnet werden könne, sei zudem nicht einschlägig. Es habe eine gänzlich andere Situation als hier vorgelegen, namentlich seien dort bereits alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft worden.