Citation: U 273/06 09.08.2006 E. 2

2.1 Gemäss Art. 29 Abs. 2 BV haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör. Das rechtliche Gehör dient einerseits der Sachaufklärung, andererseits stellt es ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass eines Entscheids dar, welcher in die Rechtsstellung einer Person eingreift. Dazu gehört insbesondere deren Recht, sich vor Erlass des in ihre Rechtsstellung eingreifenden Entscheids zur Sache zu äussern, erhebliche Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen Beweisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung wesentlicher Beweise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen (BGE 129 II 504 Erw. 2.2, 127 I 56 Erw. 2b, 127 III 578 Erw. 2c, 126 V 131 Erw. 2b; zu Art. 4 Abs. 1 aBV ergangene, weiterhin geltende Rechtsprechung: BGE 126 I 16 Erw. 2a/aa, 124 V 181 Erw. 1a, 375 Erw. 3b, je mit Hinweisen). Der Anspruch auf rechtliches Gehör ist auch zu gewähren, wenn eine Behörde ihren Entscheid mit einer Rechtsnorm oder einem Rechtsgrund zu begründen beabsichtigt, die im bisherigen Verfahren nicht herangezogen wurden, auf die sich die beteiligten Parteien nicht berufen haben und mit deren Erheblichkeit im konkreten Fall sie nicht rechnen konnten (BGE 128 V 278 Erw. 5b/bb mit Hinweisen). 2.2 Der Vorwurf des Beschwerdeführers, ihm das rechtliche Gehör verweigert zu haben, trifft das kantonale Gericht und wird damit begründet, dass sich dieses damit begnügt hat, die Parteien mit Schreiben vom 3. Februar 2006 einzuladen, auch zur adäquaten Kausalität Stellung zu nehmen. Eine solche sei ihm aber nicht möglich gewesen, ohne zu wissen, wie das kantonale Gericht diesbezüglich zu entscheiden gedenke, was er diesem auch umgehend mit der Bitte, ihn darüber näher zu informieren, mitgeteilt habe. Eine Antwort habe er jedoch nie erhalten, sodass ihm eine Stellungnahme unmöglich blieb. 2.3 Entgegen dieser Argumentation, kann im Vorgehen des kantonalen Gerichts keineswegs eine Verletzung des rechtlichen Gehörs erblickt werden. Im Gegenteil hat dieses alles getan, um die Mitwirkungsrechte der Parteien zu wahren. Dass es dazu auch noch den beabsichtigten Entscheid hätte vorweg nehmen müssen, konnte der Beschwerdeführer nicht erwarten, ist es doch jedem Gerichtsverfahren inhärent, dass der abschliessende Entscheid von der angerufenen Instanz erst nach Prüfung der Vorbringen der Parteien gefällt wird, ohne dass sich diese dazu vorgängig - und nicht erst im Rahmen eines allfälligen Rechtsmittelverfahrens - äussern können.