Citation: 4A_452/2022 E. 4.4.2

4.4.2. Nun ist zwar denkbar, dass die Vertragsparteien Rabatte auf einen im Vertrag genannten "Pauschalpreis" vereinbaren (vgl. PETER GAUCH, Der Werkvertrag, 6. Aufl. 2019, Rz. 901). Doch ist der Vorinstanz keine Bundesrechtsverletzung vorzuwerfen, wenn sie im vorliegenden Fall erkannte, der in Ziffer 2.1.2 der Werkverträge geregelte "Pauschalpreis" habe nach Treu und Glauben als effektiv geschuldete Pauschalsumme unter bereits erfolgter Berücksichtigung allfälliger Abzüge verstanden werden dürfen und müssen. Nachvollziehbar erscheint namentlich, dass eine vernünftig und redlich urteilende Vertragspartei die unter den Titel "Abrechnung" und den Ingress "[s]ofern und soweit nicht Pauschalen vereinbart" gestellte Ziffer 11 AVB - und damit auch Ziffer 11.3 AVB betreffend Allgemeine Bauabzüge - nur für Fälle anwendbar hält, in welchen kein Pauschalpreis festgelegt wurde. Inwiefern das vorinstanzliche Auslegungsergebnis im Widerspruch "zum Sinn und Zweck des Vertrags" stehen soll, wie die Beschwerdeführerin vorträgt, ist in dieser Allgemeinheit nicht erkennbar. Weitere Feststellungen zu den tatsächlichen Umständen des Vertragsschlusses, auf welche die Beschwerdeführerin ihre Auslegungsvariante stützen könnte, sind dem angefochtenen Urteil nicht zu entnehmen. Dabei hat es sein Bewenden, ist das Bundesgericht doch (auch) bei der Auslegung nach dem Vertrauensprinzip an die vorinstanzlich festgestellten Tatsachen gebunden (BGE 148 III 57 E. 2.2.1).