Citation: 5A_187/2021 E. 5.4.1

5.4.1. Im schweizerischen Vertragsrecht besteht bei der Beurteilung der Frage, ob die Parteien einen Vertrag geschlossen haben, der Vorrang des subjektiven Willens vor dem objektiven Willen. Im Prozess muss das Gericht zunächst den wirklichen und übereinstimmenden Willen der Parteien (subjektive Auslegung) ermitteln, gegebenenfalls empirisch auf der Grundlage von Indizien (z.B. Wortlaut der Willenserklärungen, Erklärungen im Vorfeld des Vertragsschlusses, späteres Verhalten der Vertragsparteien usw.). Die gerichtliche Würdigung der konkreten Umstände ist die Antwort auf eine Tatfrage, die das Bundesgericht vorbehältlich ausnahmsweise zulässiger Sachverhaltsrügen bindet (Art. 97 Abs. 1 und Art. 105 Abs. 1 BGG). Rechtsfrage ist hingegen die objektivierte Auslegung. Gelingt es dem Gericht nicht, den übereinstimmenden wirklichen Willen der Parteien festzustellen, sind deren Erklärungen nach dem Vertrauensgrundsatz so auszulegen, wie der jeweilige Erklärungsempfänger die Willensäusserung der andern Vertragspartei nach Treu und Glauben verstehen durfte und musste (BGE 144 III 43 E. 3.3 und 93 E. 5.2). Das Obergericht hat aufgrund der konkreten Umstände festgestellt, im Schenkungsvertrag werde ausdrücklich die Kaufpreisrestanz von Fr. 865'558.70 bestätigt und stehe nichts davon, der Erblasser schenke das Darlehen mit Zins, weil der Beschwerdeführer 1 das Unternehmen für einen zu hohen Preis übernommen habe oder in wirtschaftlichen Schwierigkeiten stecke. Gegen die obergerichtliche Feststellung zum übereinstimmenden wirklichen Willen des Erblassers und des Beschwerdeführers 1 kommen die Beschwerdeführer mit ihren abweichenden Sachverhaltsschilderungen nicht an (BGE 136 III 455 E. 2; 141 V 19 E. 2.2). Auf die Vergleichszahlen einzugehen, erübrigt sich damit.