Citation: 6B_73/2023 E. 2.1

2.1. Die Beschwerdeführerin rügt im Zusammenhang mit dem Schuldspruch wegen übler Nachrede eine Verletzung von Art. 14 und Art. 173 StGB sowie Art. 9 BV. Sie bestreitet nicht, dass sie in einem Schreiben an die KESB am 14. Januar 2021 schrieb: "Wie Ihnen bekannt ist, kann Herr B.________ aufgrund des Asberger Syndrom (sic) keine Vaterrolle einnehmen." Jedoch macht sie geltend, die Vorinstanz bejahe vorschnell, dass die Weitergabe einer medizinischen Einschätzung an die KESB verbunden mit der Mitteilung, die Person sei nicht geeignet, ein Kind grosszuziehen, sowie dem Antrag, über diesen Sachverhalt sei ein Gutachten zu erstellen, als ehrverletzend zu erachten sei. Zudem müsse diese Frage gar nicht beantwortet werden, da sich die Mitteilung an die KESB aus anderen Gründen als gerechtfertigt erweise. Da sie (die Beschwerdeführerin) im Verfahren der KESB Partei gewesen sei, könne sie sich auf ihre Darlegungspflichten und -rechte in diesem Verfahren berufen. Subsidiär gelange der Rechtfertigungsgrund der Wahrung berechtigter Interessen zur Anwendung.