Citation: 9C_56/2023 E. 2.2.4

2.2.4. Die Steuerpflichtige wendet auch im vorliegenden Verfahren dezidiert ein, dass ihre Prozessführungsbefugnis "mit Sicherheit" bis zum Urteil 5A_716/2020 vom 7. Mai 2021 angedauert habe, was sie insbesondere mit der aufschiebenden Wirkung begründet. Dies überzeugt nicht: Zum einen bestand vom 17. März 2020 (Konkurserkenntnis) bis zum 30. September 2020 (bundesgerichtliche Zuerkennung der aufschiebenden Wirkung) kein eigentlicher Schwebezustand. Der Entscheid des Konkursgerichts über die Konkurseröffnung ist nicht berufungsfähig (Art. 309 lit. b Ziff. 7 ZPO); zulässig ist einzig die Beschwerde gemäss Art. 174 SchKG bzw. Art. 319 ff. ZPO. Bei dieser handelt es sich um ein ausserordentliches Rechtsmittel (Roger Giroud/Fabiana Theus Simoni, in: BSK-SchKG, N. 9 zu Art. 174 SchKG; Martin H. Sterchi, in: Berner Kommentar, Schweizerische Zivilprozessordung, N. 1 zu Art. 319 ZPO und N. 1 zu Art. 324 ZPO). Dementsprechend wird der Entscheid über die Konkurseröffnung unmittelbar mit dem Entscheid formell rechtskräftig und ist sofort vollstreckbar, es sei denn, die Rechtsmittelinstanz erteile einem Weiterzug die aufschiebende Wirkung (Art. 325 Abs. 1 ZPO; Giroud/Theus Simoni, in: BSK-SchKG, N. 7 zu Art. 171 SchKG). Dass dem Rechtsmittel im kantonalen Verfahren die aufschiebende Wirkung zuerkannt worden sei, bringt die Steuerpflichtige nicht vor. Der Entscheid über die Konkurseröffnung war damit formell rechtskräftig und vollstreckbar. Weiter ist zu beachten, dass die Steuerpflichtige nicht etwa die Konkurseröffnung angefochten, sondern einzig um die Wiederherstellung des Termins ersucht hat (Art. 148 ZPO; Sachverhalt, lit. B.b). Und schliesslich hat das Bundesgericht der Beschwerde (gegen die verweigerte Wiedereinsetzung in den früheren Stand) dann zwar am 30. September 2020 die aufschiebende Wirkung zuerkannt (Art. 103 Abs. 1 BGG), aber den sachlichen Umfang eingeschränkt. So hielt das Bundesgericht in seiner Instruktionsverfügung ausdrücklich fest, dass der Konkurs eröffnet bleibe, "jedoch während des bundesgerichtlichen Verfahrens Vollstreckungsmassnahmen zu unterbleiben haben, mit anderen Worten das Konkursverfahren nicht weiter gefördert werden darf, bereits getroffene Sicherungsmassnahmen aber aufrecht erhalten bleiben" (Sachverhalt, lit. B.c). Eine wie auch immer geartete Vorwirkung kommt der auf Art. 103 Abs. 1 BGG gestützten Instruktionsverfügung nicht zu, zumal diese sich nicht auf die Konkurseröffnung als solche bezogen hatte.