Citation: 6B_264/2020 E. 1.3

1.3. Die Vorinstanz erwägt, dass das vorhandene Videomaterial das Tatgeschehen von seiner Entstehung an dokumentiert und die einzelnen Handlungen in einen Gesamtkontext gestellt habe. Gestützt darauf ergebe sich, dass die körperlichen Aggressionen vom Beschwerdeführer ausgegangen seien. Dies sei auch von den Zeugen D.________, E.________ und F.________ bestätigt worden. Der Beschwerdegegner 2 und sein Begleiter seien der Konfrontation nicht aus dem Weg gegangen, doch ihr gesamtes Verhalten habe darauf abgezielt, den aggressiven Beschwerdeführer mit ihrer Präsenz und Worten von C.________ zu vertreiben, nachdem der Beschwerdeführer zuerst einen Mann in grünem T-Shirt geohrfeigt und kurz darauf einen Schlag in Richtung des Beschwerdegegners 2 ausgeführt habe, diesen aber verfehlt habe. Gewalt seitens des Beschwerdegegners 2 und seinem Begleiter habe dem Beschwerdeführer losgelöst von den von ihm ausgehenden Angriffen nicht gedroht. Zur folgenschweren Auseinandersetzung sei es nur gekommen, weil sich der Beschwerdeführer auf seinem Gang weg von C.________ umgedreht habe und auf den Begleiter des Beschwerdegegners 2 zugestürmt sei. Als Reaktion darauf habe der Beschwerdegegner 2 seinen Pfefferspray eingesetzt, wobei der Pfeffersprayeinsatz offensichtlich keine beeinträchtigende Wirkung gehabt habe. Daraufhin sei der Beschwerdeführer erneut mit Trittbewegungen auf den Beschwerdegegner 2 zugegangen. Der Beschwerdegegner 2 habe die Trittbewegung pariert und den Beschwerdeführer zu Fall gebracht. Der Beschwerdeführer sei sofort wieder aufgestanden, mit gestrecktem Bein auf den Beschwerdegegner 2 losgegangen und habe diesem den folgenschweren wuchtigen Faustschlag gegen den Kopf versetzt. Die Vorinstanz erwägt, dass der Faustschlag auf dem Videomaterial nicht erkennbar sei. Entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers sei ein Brusttreffer mit dem Bildmaterial jedoch nicht vereinbar. Die erkennbare Kopfbewegung des Beschwerdegegners 2 setze einen tangential wirkenden Impuls im Bereich des Kinns voraus. Gemäss dem Gutachten des Instituts für Rechtsmedizin vom 28. Dezember 2016 widerspreche das Fehlen nachweisbarer Verletzungen im Kinnbereich dieser Annahme nicht. Auch der Privatgutachter Prof. em. Dr. med. G.________ habe in seinem Gutachten vom 11. Juni 2019 diese fachärztliche Äusserung, wie auch die weiteren medizinischen Befunde im Gutachten des Instituts für Rechtsmedizin nicht in Frage gestellt. Die Befragung des Privatgutachters an der Hauptverhandlung und die Einholung eines rechtsmedizinischen Obergutachtens habe sich deswegen erübrigt. Die beim Beschwerdegegner 2 über der rechten Schlüsselbeinregion festgestellten frischen Hautrötungen sprechen nach übereinstimmender Einschätzung des Instituts für Rechtsmedizin sowie des Privatgutachters für die Einwirkung einer stumpfen teilweise tangential einwirkenden Gewalt, wobei gemäss Privatgutachter nicht auszuschliessen sei, dass diese durch eine Faust verursacht worden seien. Wenn der Schlag unter dem Kinn oberhalb des Halsansatzes platziert gewesen sei, habe die Faust bei der Ausführung auch die Region oberhalb des Schlüsselbeins treffen können. Der Beschwerdeführer habe mit voller Wucht einen Seitwärtshaken gegen das Kinn des Beschwerdegegners 2 ausgeführt. Als der Beschwerdeführer zum Schlag angesetzt habe, sei der Beschwerdeführer 2 ohne jede Deckung dagestanden. Er habe unabhängig von seinem Alkoholisierungsgrad auch keine Chance gehabt, eine solche herzustellen oder dem Schlag auszuweichen, da er damit beschäftigt gewesen sei, sich nach dem vorangegangenen Fusstritt wieder aufzufangen. Ein Schlag, wie ihn der Beschwerdeführer ausgeführt habe, diene gemeinhin dazu, einen Gegner k.o. zu schlagen. Ein k.o.-Schlag trage aber die Gefahr eines unkontrollierten Sturzes und damit eines Kopfaufpralls am Boden typischerweise in sich. Dass ein unkontrollierter und ungebremster Kopfprall auf einem Asphaltboden regelmässig zu schweren und schwersten Kopfverletzungen führen könne, müsse als allgemein bekannt vorausgesetzt werden. Der Beschwerdeführer habe ein gewisses Interesse für Kampfsport und habe das allgemein bekannte Risiko zweifellos gekannt. Der Beschwerdeführer habe den zufolge Alkoholkonsums reduzierten Zustand des Beschwerdegegners 2 erkannt, wobei der Eventualvorsatz des Beschwerdeführers auch unabhängig der Kentnnis des Zustands des Beschwerdegegners 2 zu bejahen sei.