Citation: 9C_476/2023 E. 4.4

4.4. Dem für die Festsetzung des Invalideneinkommens nach dem soeben Gesagten entscheidenden Umstand, dass der Beschwerdeführer zu Lasten der Invalidenversicherung erfolgreich zum Fahrlehrer umgeschult worden ist und diesen neu erlernten Beruf seither ausübt, mass das kantonale Gericht keine Bedeutung zu. Es beschränkte sich darauf, das vom Beschwerdeführer tatsächlich erwirtschaftete mit dem nach lohnstatistischen Angaben erzielbaren Einkommen zu vergleichen, um aus der Differenz von mindestens Fr. 17'519.- pro Jahr zu schliessen, dass der Beschwerdeführer die verbliebene Arbeitsfähigkeit nicht voll ausschöpfe. Damit setzte es sich (wie bereits zuvor die IV-Stelle) über den Grundgedanken der in E. 4.3 erwähnten Rechtsprechung hinweg, wonach von einem Versicherten, der - wie der Beschwerdeführer - eine Umschulung erfolgreich absolviert hat, nicht verlangt werden kann, dass er danach eine andere, besser entlöhnte Arbeit aufnimmt. Aus diesem Grund gilt bei einer anschliessenden Tätigkeit auf dem umgeschulten Beruf, wie sie beim Beschwerdeführer vorliegt, grundsätzlich nicht ein nach statistischen Durchschnittswerten erreichbarer höherer Verdienst als das zumutbarerweise erzielbare Invalideneinkommen, sondern das tatsächlich erzielte Einkommen bzw. allenfalls, bei nicht voller Ausschöpfung der verbliebenen Arbeitsfähigkeit im umgeschulten Beruf, das entsprechend hochgerechnete Einkommen. Dabei bedarf hier die Frage, ob der Beschwerdeführer seine Restarbeitsfähigkeit in der neuen Tätigkeit als Fahrlehrer voll ausschöpft, weiterer Abklärungen, denn sie kann selbstredend nicht anhand des im angefochtenen Urteil vorgenommenen mathematischen Vergleichs zwischen dem tatsächlich erzielten und dem statistischen Durchschnittseinkommen verneint werden, andernfalls die in E. 4.3 erwähnte Rechtsprechung ihres Sinnes entleert würde. Die mithin noch zu prüfende Frage ist allein bezogen auf die umgeschulte Tätigkeit als Fahrlehrer zu beantworten. Dass der Beschwerdeführer, wie in diesem Beruf nicht ungewöhnlich, in selbstständiger Stellung tätig ist, ändert nichts daran, dass Ausgangspunkt für die Festsetzung des Invalideneinkommens das in der umgeschulten Tätigkeit konkret erzielte (allenfalls hochzurechnende) Einkommen bildet. Dabei wird dem Umstand Rechnung zu tragen sein, dass sich das Geschäft des Beschwerdeführers erst in der Aufbauphase befindet.