Citation: 4A_268/2018 E. 9.1.2

9.1.2. Die Beschwerdeführerin richtet sich sodann gegen die Kostenverteilung. Art. 106 Abs. 1 ZPO stellt den Grundsatz auf, dass die Prozesskosten der unterliegenden Partei auferlegt werden. Hat keine Partei vollständig obsiegt, so werden die Prozesskosten nach dem Ausgang des Verfahrens verteilt (Art. 106 Abs. 2 ZPO). Nach Art. 107 Abs. 1 ZPO kann das Gericht mit Blick auf besondere Umstände von diesen Grundsätzen abweichen und die Prozesskosten nach Ermessen verteilen. Schliesslich hat gemäss Art. 108 ZPO unnötige Prozesskosten zu tragen, wer sie verursacht hat. Nach seinem klaren Wortlaut ist Art. 107 ZPO eine "Kann"-Bestimmung. Das Gericht verfügt im Anwendungsbereich dieser Norm mithin nicht nur über Ermessen, wie es die Kosten verteilen will, sondern zunächst und insbesondere bei der Frage, ob es überhaupt von den allgemeinen Verteilungsgrundsätzen nach Art. 106 ZPO abweichen will (BGE 139 III 358 E. 3 S. 360). Das Bundesgericht schreitet gegen Ermessensentscheide wie diejenigen über die Kostenverlegung nur ein, wenn die Vorinstanz grundlos von in Lehre und Rechtsprechung anerkannten Grundsätzen abgegangen ist, wenn Tatsachen berücksichtigt wurden, die keine Rolle hätten spielen dürfen, oder wenn umgekehrt Umstände ausser Betracht geblieben sind, die zwingend hätten beachtet werden müssen. In derartige Ermessensentscheide wird ferner eingegriffen, wenn sich diese als offensichtlich unbillig oder als in stossender Weise ungerecht erweisen (BGE 141 III 97 E. 11.2 S. 98; 139 III 334 E. 3.2.5 S. 339). Die Beschwerdeführerin unterlag mit ihrer Klage vollständig. Entsprechend diesem Verfahrensausgang auferlegte die Vorinstanz sämtliche Kosten der Klägerin. Dies entspricht dem Grundsatz. Die Beschwerdeführerin erblickt eine Bundesrechtsverletzung darin, dass die Vorinstanz die Gerichtskosten im die einfache Grundgebühr übersteigenden Betrag nicht in Anwendung von Art. 107 Abs. 1 lit. b und lit. f ZPO und Art. 108 ZPO den Beschwerdegegnern auferlegte. Es gelingt ihr jedoch nicht darzutun, dass sie sich in guten Treuen zur Prozessführung veranlasst sehen durfte beziehungsweise dass es unbillig erscheint, wenn sie die Kosten des Prozesses tragen muss. Sie beruft sich einzig auf die angeblich rechtswidrigen Konzerndarlehen zulasten der Swissair. Indessen hat die Vorinstanz die Verantwortlichkeitsklage in allen Punkten abgewiesen, ja für mehrere Beklagte bereits die Passivlegitimation verneint. Mit Blick auf diesen überaus deutlichen Verfahrensausgang vermag das Bundesgericht keine Willkür zu erkennen, wenn die Vorinstanz entsprechend dem Grundsatz von Art. 106 ZPO die Kosten der vollständig unterliegenden Beschwerdeführerin auferlegte. Ebensowenig musste sie die obsiegenden Beschwerdegegner gestützt auf Art. 108 ZPO mit Kosten belasten. Dass die 14 Beklagten umfangreiche Rechtsschriften einreichten, deren Studium dem Gericht grossen Aufwand verursachte, kann ihnen nicht als unnötige Kostenverursachung angelastet werden. Wer 14 Beklagte für einen Streitwert in dreistelliger Millionenhöhe einklagt, muss damit rechnen, dass diese von ihrem Recht auf Verteidigung Gebrauch machen und eingehend zu den erhobenen Vorwürfen Stellung nehmen. Die Beschwerdeführerin bezeichnet die beklagtischen Eingaben zudem zu Unrecht als weitschweifig, hat doch die Vorinstanz keine der Eingaben als weitschweifig zur Verbesserung zurückgewiesen. Die Vorinstanz verletzte mit ihrer Kostenverlegung weder Art. 107 Abs. 1 lit. b oder lit. f noch Art. 108 ZPO.