Citation: 2A.104/2004 05.04.2004 E. 2.2

2.2.1 Für die börsenrechtliche (Vor-)Abklärung, ob Marktteilnehmer in unzulässiger Weise Insiderinformationen ausgenutzt oder Preise manipuliert haben, genügt, dass das interessierende Geschäft in einem zeitlichen Zusammenhang mit einer verdächtigen Marktentwicklung erfolgte; eine bestimmte Kursentwicklung oder ein spezifisches Handelsvolumen ist nicht erforderlich (vgl. BGE 128 II 407 E. 5.2.2 S. 418; Urteile 2A.534/2001 vom 15. März 2002, E. 4.2.1, 2A.434/2001 vom 15. Februar 2002, E. 4.3, 2A.55/2003 vom 17. März 2003, E. 4.2.1). Auch wenn im Zeitpunkt, in dem die Vorabklärungen (vgl. BGE 125 II 65 E. 5b S. 73) aufgenommen werden, aufgrund einer Marktauffälligkeit (BGE 127 II 142 E. 5a: "suffisamment d'indices de possibles distorsions du marché"; BGE 129 II 484 E. 4.1 S. 494) erst abstrakte Hinweise auf eine mögliche Verletzung börsenrechtlicher Vorschriften bestehen, bleibt die Amtshilfe zulässig (BGE 125 II 65 E. 6b/bb S. 74, 450 E. 3b S. 457). Der Beschwerdeführer hat die umstrittenen Transaktionen im Vorfeld der Bekanntgabe des Übernahmeangebots der J.W. Childs Equity Partners III, L.P., für die "Esselte AB" (zu SEK 90 pro Aktie) am 24. Mai 2002 getätigt, wobei sich die Preise im kritischen Zeitraum zwischen SEK 66.48 und 81.13 bewegt haben. Gestützt hierauf bestand ein hinreichender aufsichtsrechtlicher Anlass, die Geschäfte näher zu prüfen; nach der Rechtsprechung stehen selbst rein stichprobeweise begründete Kontrollen anlässlich eines marktrelevanten Vorkommnisses der Amtshilfe nicht entgegen (BGE 125 II 65 E. 6b/bb S. 74). Einzig für die Weiterreichung der übermittelten Angaben an die Straf(verfolgungs)behörden bedarf es zusätzlicher Anhaltspunkte, die eine strafrechtlich relevante Verhaltensweise im Einzelfall mit einer minimalen Wahrscheinlichkeit nahe legen (BGE 129 II 484 E. 4.2 S. 495; 128 II 407 E. 5.3.1 S. 419 f., je mit Hinweisen). Da eine solche Weitergabe hier zurzeit nicht zur Diskussion steht, die Bankenkommission hierüber gegebenenfalls erst noch zu verfügen hätte (BGE 125 II 65 E. 10 S. 77 ff.) und keinerlei konkrete Anhaltspunkte dafür bestehen, dass mit der Amtshilfe die Rechtshilfe umgangen werden soll, erübrigt es sich, auf die entsprechenden Einwände des Beschwerdeführers (Strafbarkeit nach schwedischem Recht, Anlagestrategie etc.) weiter einzugehen. 2.2.2 Ob der Beschwerdeführer tatsächlich von Insiderinformationen profitiert hat, bildet nicht Gegenstand des Amtshilfeverfahrens (BGE 127 II 323 E. 7b/aa S. 334; 126 II 126 E. 6a/bb S. 137). Er wendet deshalb vergeblich ein, die umstrittenen Transaktionen beruhten auf Marktbeobachtungen und auf seit längerem kursierenden Gerüchten (vgl. BGE 129 II 484 E. 4.2 S. 495 f.; 128 II 407 E. 5.2.3 S. 419). Es wird an der "Finansinspektionen" sein, abzuklären, ob bei den interessierenden Geschäften börsenrechtliche Bestimmungen verletzt worden sind und Anlass besteht, - nach Einholen der Zustimmung der Bankenkommission - die Straf(verfolgungs)behörden zu informieren, oder ob sich aufgrund der Umstände aufsichtsrechtliche Weiterungen zum Vornherein erübrigen (BGE 126 II 409 E. 5b/aa S. 415). Nur die ausländische Aufsichtsbehörde kann aufgrund der verschiedenen Indizien die einzelnen Geschäfte in einen Gesamtzusammenhang stellen und gestützt hierauf deren aufsichtsrechtliche Relevanz beurteilen (BGE 129 II 484 E. 4.1 S. 494 mit Hinweisen). Die Amtshilfe ist praxisgemäss nicht schon dann unverhältnismässig, wenn der betroffene Kunde in mehr oder weniger plausibler Weise darzutun vermag, dass er seinen Kaufentscheid gestützt auf öffentlich zugängliche Informationen getroffen hat, sondern nur, wenn er einen entsprechenden Anfangsverdacht klarerweise und unzweideutig entkräften kann (BGE 128 II 407 E. 5.2.3 S. 419; 127 II 323 E. 6b/aa S. 332 f.). Dies ist hier, auch wenn der Beschwerdeführer seine Kaufaufträge zeitlich limitiert hat, nicht der Fall, erfolgten diese doch jeweils "bestens", weshalb mit einer raschen Realisierung gerechnet werden konnte. Die von ihm ins Recht gelegten Artikel schliessen die Möglichkeit eines spezifischen (weitergehenden) Insiderwissens ebenso wenig aus wie sein angeblich starkes, anderweitiges berufliches Engagement im Vorfeld der Transaktionen. Für alles Übrige kann auf die zutreffenden Ausführungen der Bankenkommission im angefochtenen Entscheid und in ihrer Vernehmlassung verwiesen werden (Art. 36a Abs. 3 OG).