Citation: 1B_9/2023 E. 5.2.2

5.2.2. Der Beschwerdeführer rügt eine Verletzung von Art. 49 Abs. 2 StGB, Art. 197 und Art. 212 StPO sowie Art. 31 BV und macht geltend, für die Prüfung der Überhaft sei nicht (allein) auf die vom Bezirksgericht Dietikon verhängte Freiheitsstrafe von 43 Monaten abzustellen. Vielmehr müsse berücksichtigt werden, dass er in einem anderen Strafverfahren wegen Raufhandels und versuchter schwerer Körperverletzung auch noch zu einer Freiheitsstrafe von 36 Monaten (deren Vollzug im Umfang von 24 Monaten aufgeschoben worden sei) verurteilt worden sei. Das Sachgericht werde im hängigen Berufungsverfahren aufgrund des Asperationsprinzips nach Art. 49 Abs. 2 StGB anstelle der vom Bezirksgericht Dietikon (selbstständig) verhängten Freiheitsstrafe von 43 Monaten lediglich eine Zusatzstrafe zur teilbedingten Freiheitsstrafe von 36 Monaten aussprechen müssen. Dabei sei unwahrscheinlich, dass mehr als 19 Monate Freiheitsentzug als Zusatzstrafe verhängt würden. Entgegen der Auffassung der Vorinstanz sei dies bereits im laufenden Haftprüfungsverfahren zu berücksichtigen; andernfalls würden die vom Bezirksgericht Dietikon ausgesprochene Freiheitsstrafe von 43 Monaten und die im anderen Strafverfahren vom Obergericht des Kantons Zürich mit Urteil vom 5. Dezember 2022 verhängte teilbedingte Freiheitsstrafe von 36 Monaten miteinander kumuliert, was nicht zulässig sei. Weiter macht der Beschwerdeführer geltend, er habe sich wegen des besagten anderen Strafverfahrens schon neun Monate in Haft befunden. Insgesamt habe er somit 28 Monate Haft erstanden. Werde zudem berücksichtigt, dass er gemäss Führungsbericht des Gefängnisses Affoltern vom 18. September 2022 die Bedingungen für die bedingte Entlassung aus dem Strafvollzug nach zwei Dritteln der verhängten Freiheitsstrafe (wegen Wohlverhaltens) erfülle, werde "die Gefahr von Überhaft umso deutlicher".