Citation: 6B_196/2021 E. 5.4.2

5.4.2. Zusammenfassend widerspricht die vorinstanzliche Strafzumessung in mehreren Punkten der vom Bundesgericht entwickelten Methodik zur Gesamtstrafenbildung gemäss Art. 49 Abs. 1 StGB. Sie setzt keine (konkrete) Einsatzstrafe fest und weist in ihrem Urteil nicht aus, welches Gewicht den verwirkten Straftaten im Rahmen der Gesamtstrafe zukommt. Stattdessen bestimmt sie die Höhe der Strafe undifferenziert anhand einer unzulässigen Bildung und Gesamtprüfung zweier Deliktsgruppen. So lässt sich nicht nachvollziehen, welche Einsatz- und welche Einzelstrafen für die verschiedenen Straftaten festgesetzt werden und welche Strafzumessungsgründe für jede Einzelstrafe massgebend waren. Damit verletzt die Vorinstanz ihre Begründungspflicht (Art. 50 StGB) und lässt sich nicht überprüfen, ob die einzelnen Strafen und deren Gewichtung bei der Strafschärfung bundesrechtskonform sind (vgl. BGE 144 IV 217 E. 3.5.3, mit weiteren Hinweisen). Die Beschwerde der Beschwerdeführerin 2 erweist sich in diesem Punkt als begründet. Die Vorinstanz wird die Strafzumessung neu vorzunehmen haben. Weil die ausgefällte Gesamtfreiheitsstrafe zufolge falscher Methodik nicht überprüfbar ist, ändert daran nichts, dass die Beschwerdeführerin 2 die "vorläufige Freiheitsstrafe im Bereich von siebendreiviertel Jahren" nicht beanstandet (vgl. Beschwerde S. 8).