Citation: 6B_803/2020 E. 1.5.2

1.5.2. Tatsache ist vorliegend, dass der Beschwerdeführer die Geschäftstätigkeit der drei Gesellschaften (D.________ GmbH, B.B.________ GmbH und B.C.________ GmbH) nicht sauber trennte (angefochtenes Urteil S. 17) und die B.________-Gesellschaften die formell von der D.________ GmbH organisierten E.________ von Beginn an mitfinanzierten. Dies ist indes nicht angeklagt und darf dem Beschwerdeführer strafrechtlich daher nicht zum Vorwurf gemacht werden, worauf das Bundesgericht bereits im Urteil 6B_748/2017 vom 30. Mai 2018 hinwies. Nicht zu prüfen ist daher, wie es zu dieser Vermischung der Geschäftstätigkeit der drei Gesellschaften kam, wer dafür verantwortlich war und ob die finanzielle Beteiligung der B.________-Gesellschaften an den E.________ unzulässig bzw. ob sie - allenfalls auf einer etwas anderen vertraglichen Grundlage⁠ -⁠ zulässig war. Indem die Vorinstanz die vorbestehende finanzielle Beteiligung der B.________-Gesellschaften an den E.________ sowie das vom Beschwerdeführer geltend gemachte eigene finanzielle und geschäftspolitische Interesse der B.________-Gesellschaften an der Durchführung des E.________ 2011 vollständig ausblendet und für die Frage, ob der Überbrückungskredit zulässig war, einen reinen "Drittmannstest" durchführt bzw. lediglich prüft, ob das Darlehen zu Marktbedingungen gewährt wurde, macht sie dem Beschwerdeführer indirekt erneut die nicht angeklagte vorbestehende finanzielle Beteiligung der B.________-Gesellschaften an den offiziell von der D.________ GmbH organisierten E.________ zum Vorwurf. Die Rechtsprechung anerkennt, dass in gewissen Konstellationen bei der nachträglichen gerichtlichen Beurteilung von Geschäftsentscheiden betreffend die Gewährung von Darlehen nicht das Gesellschaftsinteresse der geschädigten Gesellschaft allein als Massstab heranzuziehen ist. So begründet der Umstand, dass ein ungesichertes Darlehen an die Muttergesellschaft den Drittmannstest nicht besteht, d.h. einem Dritten nicht zu entsprechenden Bedingungen ausgerichtet worden wäre, nicht zwingend eine Pflichtverletzung der für das Geschäft verantwortlichen Organe der Gläubigergesellschaft (Urteil 4A_268/2018 vom 18. November 2019 E. 6.5.4.4). Die vom Beschwerdeführer zitierte Rechtsprechung betrifft Konzernverhältnisse, was vorliegend nicht der Fall ist. Der Beschwerdeführer legt jedoch nachvollziehbar dar, dass die B.________-Gesellschaften vorliegend aus anderen Gründen - nämlich angesichts der vorbestehenden finanziellen Beteiligung an den E.________ und der engen geschäftlichen Verflechtung der drei Gesellschaften - auch ein eigenes finanzielles und geschäftspolitisches Interesse an der Durchführung des E.________ 2011 hatten und eine kurzfristige Absage des Festivals mit grösster Wahrscheinlichkeit den Konkurs der B.________-Gesellschaften zur Folge gehabt hätte. Die Vorinstanz geht darauf zu Unrecht nicht ein. Die Vorinstanz sieht das strafbare Verhalten des Beschwerdeführers darin begründet, dass er den B.________-Gesellschaften trotz der vorbestehenden Zahlungsschwierigkeiten bzw. Liquiditätsproblemen mit dem Überbrückungskredit Liquidität entzog, welche er zur Bezahlung der offenen Schulden, insbesondere der Privatklägerin als Hauptschuldnerin, hätte verwenden können. Dieses Verhalten fällt indes nicht unter den Tatbestand der ungetreuen Geschäftsbesorgung im Sinne von Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 StGB, wenn die Darlehensvergabe insgesamt - wie vom Beschwerdeführer geltend gemacht - im Interesse der B.________-Gesellschaften war, auch wenn diesen damit Liquidität entzogen und die Privatklägerin als Hauptgläubigerin der B.________-Gesellschaften dadurch benachteiligt wurde. Der Tatbestand der Misswirtschaft schützt demgegenüber auch die Gesellschaftsgläubiger (vgl. BGE 140 IV 155 E. 3.3.2). Er setzt in objektiver Hinsicht jedoch ein "krasses wirtschaftliches Fehlverhalten" und einen Vermögensschaden der Gläubiger voraus (vgl. oben E. 1.5.1), was die Vorinstanz nicht rechtsgenügend aufzeigt (vgl. oben insb. E. 1.4.4).