Citation: 5P.188/2004 09.07.2004 E. 3

Weiter rügen die Beschwerdeführer eine Verletzung des rechtlichen Gehörs: Sie führen aus, obwohl sie ausdrücklich einen Augenschein verlangt hätten, habe der Gerichtspräsident sich nicht dazu geäussert, warum er auf ein derart wichtiges und entscheidendes Beweismittel verzichtet habe. Es liege daher eine Verletzung der Begründungspflicht vor (Art. 29 Abs. 2 BV). 3.1 Aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör folgt die Pflicht des Richters, seinen Entscheid zu begründen. Die Begründung muss so abgefasst sein, dass der Betroffene sie gegebenenfalls sachgerecht anfechten kann. Dies ist nur möglich, wenn sowohl er wie auch die Rechtsmittelinstanz sich über die Tragweite des Entscheids ein Bild machen können. In diesem Sinn müssen im Entscheid wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich der Richter leiten liess und auf die sich sein Entscheid stützt (BGE 112 Ia 107 E. 2b S. 109 f.; 117 Ib 481 E. 6b/bb S. 492; 129 I 232 E. 3.2 S. 236). Das Bundesgericht prüft mit freier Kognition, ob der erwähnte, sich unmittelbar aus der Bundesverfassung ergebende Gehörsanspruch verletzt ist (BGE 121 I 230 E. 2b S. 232). Auf Grund der formellen Natur des rechtlichen Gehörs führt dessen Verletzung ungeachtet der Erfolgsaussichten in der Sache selbst grundsätzlich zur Aufhebung des angefochtenen Entscheids (BGE 119 Ia 136 E. 2b S. 138; 126 I 19 E. 2d/bb S. 24). 3.2 Aus den Akten wird ersichtlich, dass die Beschwerdeführer in ihrem Gesuch vom 22. März 2004 (auch) zum Nachweis der veränderten Verhältnisse einen Augenschein beantragt haben. Warum der Gerichtspräsident in der Folge von der Durchführung eines solchen abgesehen hat, lässt sich dem angefochtenen Entscheid indes nicht entnehmen. Damit genügt dieser den Anforderungen an die Begründungspflicht in diesem Punkt nicht. Die staatsrechtliche Beschwerde ist dementsprechend gutzuheissen und der angefochtene Entscheid aufzuheben.