Citation: 8C_794/2023 E. 5.2.1

5.2.1. Diese vorinstanzliche Beweiswürdigung ist offensichtlich unhaltbar. Zunächst widersprechen sich die Arbeitsfähigkeitseinschätzungen des Dr. med. C.________ (100%ige Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit) und des Dr. med. E.________ (100%ige Arbeitsunfähigkeit) diametral, so dass schon deshalb nicht von einem gleichen Ergebnis ausgegangen werden kann. Die Verwirklichung der von Dr. med. E.________ geäusserten Prognose einer guten Stabilisierung bei einer adäquaten Behandlung ist zudem bereits wesensgemäss nicht gesichert, da künftige Entwicklungen nicht vollends voraussehbar sind. Für die gute Stabilisierung setzt er ohnehin zunächst eine adäquate Behandlung voraus. Selbst das Erreichen einer guten Stabilisierung kann jedoch entgegen der Auffassung der Vorinstanz nicht ohne weitere fachmedizinische Einschätzung mit einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit gleichgesetzt werden. Nicht zuletzt ist aber zu beachten, dass die Annahme einer zuvor über lange Zeit bestehenden Arbeitsfähigkeit, die der Prognose des Dr. med. E.________ zugrunde liegt, mit Blick auf die übereinstimmenden Angaben des Beschwerdeführers gegenüber den medizinischen Fachpersonen zumindest fragwürdig ist. Schon gegenüber Dr. med. C.________ hatte dieser nämlich angegeben, nie angestellt gewesen zu sein. Früher habe er als Escort und Türsteher gearbeitet und nebenbei Autos und Boote angekauft und mit Gewinn weiterverkauft. Bis im Jahr 2015 sei er zudem infolge eines Haftbefehls auf der Flucht gewesen. Beim schliesslich im August 2022 (richtig: 2020) gestarteten Hotelprojekt seiner langjährigen Partnerin habe er "mitgemacht", sie habe ihn angestellt und er habe dort als Allrounder gearbeitet. Seinem behandelnden Psychiater hatte der Beschwerdeführer überdies berichtet, er sei bereits vor seiner Einreise in die Schweiz in Deutschland wegen Ängsten und Depressionen in einer ambulanten psychiatrischen Vorbehandlung gewesen. Die damaligen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit sind nicht bekannt, ebenso wenig, ob der Beschwerdeführer zu jener Zeit überhaupt eine Erwerbstätigkeit ausgeübt hat.