Citation: 5A_304/2015 E. 10.4

10.4. Schliesslich ist das Obergericht auf den Eventualantrag des Beklagten, ihm die seit dem 1. Januar 2009 von ihm für den Umbau der Nachlassliegenschaft bezahlten Kosten, bestehend aus Planungs-, Bau- und Kreditkosten sowie Gebühren im Umfang von 12.5 % vor der Teilung aus dem Nachlass der Erblasserin zu erstatten, nicht eingetreten. Es hat dafürgehalten, auf Geldzahlung gerichtete Berufungsanträge seien zu beziffern, was der Beklagte nicht getan habe, obwohl er das ohne weiteres hätte tun können. Auch die Berufungsschrift enthalte keine Bezifferung (E. 3.4 S. 15 f. des angefochtenen Beschlusses). Der Beklagte hält sein Eventualbegehren auf Kostenerstattung für sachlich berechtigt (S. 15 Rz. 21) und wirft dem Obergericht eine Verweigerung des rechtlichen Gehörs vor, zumal die Berufungsschrift (act. 49: S. 20 ff. Ziff. 27) und die Berufungsreplik (act. 56: S. 13 Ziff. 19) eine eindeutige und klare Bezifferung des Begehrens auf Fr. 71'525.-- enthielten (S. 8 f. Rz. 11 der Beschwerdeschrift). Sein Eventualbegehren um Kostenerstattung hat der Beklagte vor Obergericht nicht beziffert, obwohl die auf Geldzahlung gerichteten Berufungsanträge zu beziffern sind (BGE 137 III 617 E. 4.3 S. 619). Es stellt grundsätzlich keine formelle Rechtsverweigerung dar, in der Berufungseingabe im Falle von Geldforderungen bezifferte Begehren zu verlangen (BGE 137 III 617 E. 6.1 S. 621). Der von einer bei den Gerichten zugelassenen Anwältin vertretene Beklagte glaubt offenbar, sein Eventualbegehren vor Obergericht - wie im Übrigen zuvor vor Bezirksgericht und auch wieder vor Bundesgericht - nicht beziffern zu müssen, da sich eindeutige Zahlenangaben ja den Rechtsschriften entnehmen liessen. Es trifft zwar zu, dass zur Vermeidung jeglichen überspitzten Formalismus auf eine Berufung mit formell mangelhaften Rechtsbegehren ausnahmsweise einzutreten ist, wenn sich aus der Begründung, allenfalls in Verbindung mit dem angefochtenen Entscheid, ergibt, welcher Geldbetrag zuzusprechen ist (BGE 137 III 617 E. 6.2 S. 622). Auf diese Praxis darf sich jedoch nicht berufen, wer als anwaltlich vertretene Partei in allen Instanzen - und mit Rücksicht auf die veröffentlichte Rechtsprechung des Bundesgerichts bewusst (BGE 134 III 534 E. 3.2.3.3 S. 539) - auf eine Bezifferung des Eventualbegehrens verzichtet und einfach darauf vertraut, dass die Gerichte die erforderlichen Zahlenangaben zur Bezifferung des Eventualbegehrens aus den Rechtsschriften heraussuchen (vgl. BGE 121 II 252 E. 4b S. 255; 108 Ia 209 E. 3 S. 211, betreffend Behebung willentlich eingelaufener Formfehler). Der Beschluss des Obergerichts, auf das Eventualbegehren des Beklagten mangels Bezifferung nicht einzutreten, kann im Ergebnis nicht beanstandet werden. In Anbetracht dessen hat das vor Bundesgericht erneuerte unbezifferte Eventualbegehren als neu und unzulässig zu gelten (Art. 99 Abs. 2 BGG; vgl. BGE 80 III 149 E. 2b S. 154; 135 III 513 E. 8.3 S. 530).