Citation: 7B_133/2022 E. 5.3.2

5.3.2. Gemäss Art. 2 aUWG hängt die Anwendung des UWG davon ab, ob ein Wettbewerbsverhältnis betroffen ist oder nicht. Es geht um ein Verhalten, das objektiv auf eine Beeinflussung der Wettbewerbsverhältnisse angelegt ist. Wettbewerbsrelevant sind allein Handlungen, die den Erfolg gewinnstrebiger Unternehmen im Kampf um Abnehmer verbessern oder mindern respektive deren Marktanteile vergrössern oder verringern sollen oder dazu objektiv geeignet sind. Der Wettbewerb muss nicht zwischen den an der Privatbestechung Beteiligten bestehen, da auch Drittpersonen in der Lage sind, auf ein entsprechendes Verhältnis Einfluss zu nehmen. Wird keine bestehende Wettbewerbssituation tangiert, fällt die Strafbarkeit nach Art. 4a i.V.m. Art. 23 aUWG ausser Betracht (DIEGO R. GFELLER, Die Privatbestechung - Art. 4a UWG, Konzeption und Kontext, 2010, S. 71 f.; DANIEL JOSITSCH, Der Straftatbestand der Privatbestechung [Art. 4a i.V.m. Art. 23 UWG], in: sic! 2006 S. 833). Im Bereich der Privatbestechung liegt eine Wettbewerbshandlung dann vor, wenn mit der Bestechung Selektionsentscheidungen beeinflusst werden sollen. Beispiel dafür ist die Erteilung des Zuschlags bei Submissionen (DIEGO R. GFELLER, a.a.O., S. 72 f.).