Citation: 4A_598/2012 E. 6.1

6.1. Einen grossen Teil der gerügten Vertragsverletzungen berücksichtigte die Vorinstanz deshalb nicht, weil sie nicht von der Ausschliesslichkeitsklausel nach Ziffer 16 des Rahmenvertrags erfasst seien. Gemäss dieser Klausel verpflichtete sich die Nebenintervenientin, während der Vertragsdauer ausschliesslich die Beschwerdeführer "mit dem Illustrieren, Korrigieren und Verändern (ausser Farbkorrekturen) der Figur/en für sämtliche Medien zu beauftragen". Die Vorinstanz erwog anhand der Regelungen des Rahmenvertrags, dass das den Beschwerdeführern in Ziffer 16 vorbehaltene exklusive Recht zur Vornahme von Korrekturen lediglich Änderungen an Figur/en nach der Art eines "Roten Vari" in ihrer Reinausführung erfasse. Folglich berücksichtigte die Vorinstanz nur die gerügten Vertragsverletzungen, die Änderungen des "Roten Vari" selbst betrafen, nicht jedoch Änderungen hinsichtlich weiterer Charakteren, Requisiten oder Kostümen. Diese vorinstanzliche Bestimmung der Tragweite der Ausschliesslichkeitsklausel, namentlich des Ausdrucks "Figur/en", erscheint bereits im Hinblick auf Ziffer 1 des Rahmenvertrags einleuchtend. Danach wurden die Beschwerdeführer gegen Bezahlung einer Entschädigung mit der Verwirklichung des T.________-Konzeptes beauftragt, und zwar "mittels mehrerer, unterschiedlicher Illustrationen eines oder mehrerer "Roter/n Vari/s" (nachfolgend "Figur/en" genannt) ". Entsprechend bestand die Hauptpflicht der Beschwerdeführer gemäss Ziffer 7 des Rahmenvertrags darin, "Figuren", d.h. "Rote Varis" (vgl. auch Anhänge zum Vertrag), zu erstellen. In Ziffer 15.1.2 des Rahmenvertrags betreffend Vergütung werden unterschieden: Aufträge für Standardfiguren (lit. c), allfällige Aufträge, zusätzlich zur Standardfigur Hintergrundteile, weitere Charaktere, Kostüme und/oder Requisiten zu zeichnen (lit. d), und Aufträge für Änderungen an der Figur in ihrer Reinausführung (lit. e). Die Parteien vereinbarten, dass solche Änderungswünsche betreffend die Figur in ihrer Reinausführung als neue Aufträge gelten und nach Aufwand zu entschädigen seien. Mit Blick auf diese Ausscheidung der verschiedenen Aufträge und ihrer Vergütung ist der Vorinstanz beizupflichten, dass mit Ziffer 16 nur Änderungen gemäss Ziffer 15.1.2 lit. e, also Änderungen an der Figur des "Roten Vari" in ihrer Reinausführung exklusiv den Beschwerdeführern vorbehalten werden sollten, nicht aber die in Ziffer 15.1.2 lit. d erwähnten Ausstattungen. Dass die Vorinstanz überdies anführte, es dürfe bezweifelt werden, dass die Beschwerdeführer die Verpflichtung hätten übernehmen wollen, innert zwei Arbeitstagen Grobskizzen von irgendwelchen neuen Charakteren (z.B. ein Pfau, ein Affe oder gar Menschen) vorzulegen, ist nicht entscheidrelevant. Es erübrigt sich daher eine Stellungnahme zum Vorwurf der Beschwerdeführer, diese Annahme der Vorinstanz sei aus der Luft gegriffen und willkürlich. Auch braucht von vornherein nicht auf die als Noven vorgetragenen Ausführungen eingegangen zu werden, mit denen die Beschwerdeführer belegen wollen, dass sie in der Lage waren, innert zwei Tagen Grobskizzen von anderen Charakteren zu erstellen. Es bleibt mithin bei der von der Vorinstanz anhand der Regelungen des Rahmenvertrags gewonnenen Erkenntnis, dass das den Beschwerdeführern in Ziffer 16 vorbehaltene exklusive Recht zur Vornahme von Korrekturen lediglich Änderungen an Figur/en nach der Art eines "Roten Vari" in ihrer Reinausführung erfasste.