Citation: 1C_367/2022 E. 5.4.3

5.4.3. Die Ausführungen der Beschwerdeführenden - wie bereits diejenigen des Baurekursgerichts - laufen im Wesentlichen darauf hinaus, dass nur Satteldächer sich gut einordnen würden und die gemäss Richtprojekt vorgesehene Flachdachüberbauung in unlösbarem Widerspruch zu den Vorgaben der Kernzone stehen würde. Gemäss Beschwerdeführenden sei die Abweichung von der Grundordnung so erheblich, dass diese aus den Angeln gehoben und ihres Sinngehalts entleert würde. Dies gelte auch deshalb, weil Art. 3 BZO nur beschränkte Ausnahmen von der Schrägdachpflicht zulasse, nicht jedoch für ein ganzes Gebiet, das noch dazu 20 % der Fläche der Kernzone ausmache. Dazu hielt die Vorinstanz willkürfrei fest, es stehe im Widerspruch zu den Materialien der letzten BZO-Revision, wenn das Baurekursgericht davon ausgehe, die Zulässigkeit von Flachdächern in der Kernzone könne sich nur auf einzelne Gebäude, nicht aber auf eine gesamte Gebäudegruppe beziehen. Aus den Materialien lasse sich schliessen, dass die ausnahmsweise Zulässigkeit von zeitgemässen Bauten mit Flachdach in der Kernzone gerade auch mit Blick auf das vorliegende Gestaltungsplangebiet beschlossen worden sei. Schliesslich erweise sich auch die Überlegung des Baurekursgerichts als unzutreffend, dass der Gestaltungsplan die Zonenfestsetzung gleichsam rückgängig mache, weil er Bauten ohne Kernzonencharakter zulasse. Die Gemeinde Kilchberg erachte die Satteldächer mit Art. 3.1.1 BZO gerade nicht als zwingend notwendiges Gestaltungsmerkmal von Bauten in der Kernzone, sondern mache die Zulässigkeit von Flachdachbauten von deren besonders guten Einordnung und Gestaltung abhängig. Wie weiter oben bereits erwähnt, dürfte es tatsächlich sehr schwierig sein, eine besonders gute Einordnung von Flachdachbauten in einer Zone zu erreichen, in der grundsätzlich Satteldächer vorgeschrieben sind und die Eigenart des Dorfbildes zu respektieren ist. Das bedeutet aber nicht, dass die gegenteilige Einschätzung der Vorinstanz ohne Weiteres willkürlich wäre. Indem die Beschwerdeführenden lediglich die Überlegungen des Baurekursgerichts wiederholen, zeigen sie keine Willkür auf. Im Übrigen genügt es vor Bundesgericht nicht, nur die eigenen abweichenden Einschätzungen den tatsächlichen Feststellungen der Vorinstanz gegenüberzustellen. Es bedarf einer substanziierten Auseinandersetzung mit den vorinstanzlichen Erwägungen. Die Vorinstanz durfte somit - ohne in Willkür zu verfallen - eine qualifiziert unsachliche Abweichung von der Grundnutzungsordnung bzw. eine Entleerung ihres Sinngehalts verneinen.