Citation: 5A_146/2018 E. 3.5.2

3.5.2. Mit dieser Sichtweise verkennt der Beschwerdeführer den Ablauf der Pfändung und dessen Bedeutung für die spätere Ausstellung des Verlustscheins. Der Schuldner ist bei Straffolge verpflichtet, der Pfändung beizuwohnen oder sich vertreten zu lassen. Er untersteht einer umfassenden Auskunftspflicht über seine beweglichen und unbeweglichen Vermögenswerte (Art. 91 Abs. 1 Ziff. 1 und 2 SchKG; BGE 135 III 663 E. 3.2.2). Nur auf diese Weise kann das Betreibungsamt die Pfändung in der gesetzlich vorgesehenen Reihenfolge vornehmen (Art. 95 SchKG). Zwar muss das Betreibungsamt den Sachverhalt von Amtes wegen abklären (vgl. VONDER MÜHLL, in: Basler Kommentar, Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs, 2. Aufl. 2010, N. 41 zu Art. 93). Dies bedeutet jedoch nicht, dass es nach pfändbaren Vermögenswerten forschen muss, für deren Existenz es keine Hinweise gibt (LEBRECHT, in: Basler Kommentar, Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs, 2. Aufl. 2010, N. 13 zu Art. 91). Im vorliegenden Fall nahm der Beschwerdeführer zwar an der Pfändung vom 8. September 2010 teil, verweigerte aber jede Angabe zu seinem Einkommen und Vermögen. Gepfändet wurde schliesslich sein über dem Notbedarf liegendes Einkommen und eine Liegenschaft. Mit der Beschwerde gegen die Pfändung hätte er bei der Aufsichtsbehörde eine allfällige Verletzung der hierfür geltenden Vorschriften rügen können. Der Beschwerdeführer machte von diesem Recht damals nicht Gebrauch. Damit besteht keine Möglichkeit, nach Ausstellung eines Verlustscheines die vorgängige Pfändung in ihren Einzelheiten noch zu überprüfen. Selbst wenn das Betreibungsamt diesbezüglich gegen massgebende Vorschriften verstossen hätte, würde dies noch nicht zur Nichtigkeit des anschliessend ausgestellten Verlustscheines führen.