Citation: 8C_592/2023 E. 6.3.2

6.3.2. Mit Blick auf die geschilderten Fälle, insbesondere den letztgenannten, sind beim Ablauf des hier zu beurteilenden Ereignisses keine besonderen Umstände auszumachen, die eine Bejahung der adäquaten Kausalität rechtfertigen würden. Unbehelflich ist die Berufung des Beschwerdeführers auf das Urteil 8C_480/2013 vom 15. April 2014, in welchem das Bundesgericht die Leistungspflicht des Unfallversicherers für die psychischen Folgen eines Raubüberfalls bejaht hat. In jenem Fall wurde der Versicherte mitten in der Nacht allein an seinem Arbeitsplatz als Reiniger von zwei maskierten Männern überfallen, die Kettensägen bei sich trugen, nachdem er sie durch den Lieferanteneingang ins Gebäude hatte eintreten lassen. Während eines kurzen Wortwechsels griff einer der Unbekannten den Versicherten mit der laufenden Motorsäge an und verletzte ihn, woraufhin Letzterer aus dem Gebäude flüchten konnte. Der Versicherte erlitt eine Motorsägenverletzung mit Rissquetschwunden an der Thoraxwand, an der Unterlippe und an der Nase, mit oberflächlichen Schnittwunden am rechten Vorderarm und mit tiefer Schnittverletzung an der linken Hohlhand (unter anderem mit Durchtrennung der Arteria ulnaris und mehrerer Nerven) sowie am Vorderarm rechts. Die Wunden wurden operativ exploriert und versorgt (Urteil 8C_480/2013 vom 15. April 2014 Sachverhalt lit. A.a und E. 6.2). Vorliegend sind keine solch erschwerenden Elemente zu erkennen. Insbesondere war der Beschwerdeführer beim Angriff nicht allein, sondern in einer Bar, worin sich mehrere Personen befanden. Die Bedrohungssituation, in deren Rahmen er mit einem Stangenglas zweimal gegen den Kopf geschlagen wurde, dauerte nur kurz. Der Täter flüchtete durch den Hintereingang der Bar. Auch wenn der Beschwerdeführer eine Augenverletzung erlitt, die zur Einäugigkeit führte, lässt sich eine besondere Heftigkeit und Aussergewöhnlichkeit der seelischen Einwirkungen unter den gegebenen Umständen insgesamt nicht begründen. Somit ist die vorinstanzliche Verneinung eines rechtsrelevanten Schreckereignisses nicht bundesrechtswidrig.