Citation: 9C_738/2014 E. 3

Die Auffassung der Vorinstanz ist überspitzt formalistisch. Mit der Rückerstattungsverfügung geht uno actueine Wiedererwägung oder prozessuale Revision einher. Darin liegt der tatsächliche rechtliche Gehalt des Verwaltungsaktes, auf den es rechtsprechungsgemäss ankommt (Urteil I 739/02 vom 13. Mai 2003 E. 3.2 mit Hinweisen). Zu verlangen, dass vorgängig der Rückerstattung eine separate Verfügung über die Wiedererwägung oder prozessuale Revision ergehen müsse, verdient keinen Rechtsschutz. Im Übrigen läge darin im Bereich der rückwirkenden Leistungsanpassung eine unzulässige Feststellungsverfügung (Urteil 9C_143/2012 vom 22. März 2012 E. 4.2). Entscheidend ist allein, dass der Rückkommenstitel aus der Rückerstattungsverfügung klar hervorgeht. Das ist hier in Bezug auf die zweifellose Unrichtigkeit der Fall, da die Witwenrente trotz einer Ehedauer von weniger als zehn Jahren irrtümlich zugesprochen worden war. Die zweite Wiedererwägungsvoraussetzung der erheblichen Bedeutung der Berichtigung (Art. 53 Abs. 2 ATSG) bedarf bei einem unrechtmässigen Leistungsbezug von über Fr. 100'000.- keiner Begründung.