Citation: 5P.354/2000 09.11.2000 E. 1

1.- a) Die Beschwerdeführerin hat mit kantonaler Nichtigkeitsbeschwerde geltend gemacht, das Urteil des Obergerichts habe die verfassungsrechtliche Begründungspflicht verletzt. Das Kassationsgericht hat die erhobene Rüge abgelehnt. Sollte sich im Verfahren der staatsrechtlichen Beschwerde ergeben, dass es die behauptete Verfassungsverletzung zu Unrecht verneint hat, so würde sein Entscheid seinerseits das betreffende Verfassungsrecht verletzen. Die von der Beschwerdeführerin eingereichte staatsrechtliche Beschwerde richtet sich daher zu Recht nur gegen den Entscheid des Kassationsgerichts; das Urteil des Obergerichts war nicht mitanzufechten (BGE 104 Ia 131 E. 2b S. 137; 111 Ia 353 E. 1b S. 354). b) Von hier nicht zutreffenden Ausnahmen abgesehen, ist die staatsrechtliche Beschwerde rein kassatorischer Natur (BGE 121 I 326 E. 1b S. 328 mit Hinweisen). Zulässig ist somit grundsätzlich einzig das Rechtsbegehren, den Beschluss des Kassationsgerichts aufzuheben. Gegebenenfalls hätte das Kassationsgericht - unter Berücksichtigung der Ergebnisse des vorliegenden Verfahrens - ohne besondere Anweisung durch die erkennende Abteilung neu zu entscheiden (dazu BGE 112 Ia 353 E. 3c/bb S. 354 mit Hinweis). Der Rückweisungsantrag der Beschwerdeführerin ist demnach überflüssig. c) Die staatsrechtliche Beschwerde ist als subsidiäres Rechtsmittel (Art. 84 Abs. 2 OG) nur zulässig, soweit für die erhobene Rüge nicht auch die Berufung zur Verfügung steht. Das Bundesgericht überprüft auf Berufung hin, ob die kantonale Behörde das Ergebnis der Beweisführung festgestellt und seine tatsächlichen Annahmen begründet hat (Art. 51 Abs. 1 lit. c OG; BGE 119 II 478; Messmer/Imboden, Die eidgenössischen Rechtsmittel in Zivilsachen, Zürich 1992, S. 169, Fn. 37). Mit Berufung kann auch verlangt werden, dass der festgestellte Sachverhalt ergänzt werde, wenn das Gericht prozessordnungskonform aufgestellte Sachbehauptungen zu Unrecht für unerheblich gehalten oder übersehen hat (Art. 64 OG; BGE 115 II 484 E. 2a, mit Hinweisen). Die Beschwerdeführerin beschwert sich darüber, dass die Urteilsbegründung des Obergerichts zum Scheidungspunkt wörtlich dieselbe sei wie schon im Beschluss vom 11. September 1998 zur unentgeltlichen Rechtspflege, was zeige, dass sich das Obergericht mit der Begründung in der kantonalen Berufung vom 2. November 1998 und mit der mündlichen Replik vom 16. September 1999 nicht auseinander gesetzt habe. Die aus Art. 4 aBV folgende Prüfungs- und Begründungspflicht verlange, dass sich die entscheidende Behörde ausdrücklich auch dazu äussere, welche Vorbringen einer Partei sie aus welchen Gründen für unbegründet oder unwesentlich erachte. Eine derartige Anforderung ergibt sich aus der Begründungspflicht, wie sie das Bundesrechtspflegegesetz vorsieht und im Berufungsverfahren überprüft werden kann, nicht. Ob sie sich aus Verfassungsrecht ergibt, ist im Rahmen der von der Beschwerdeführerin erhobenen staatsrechtlichen Beschwerde zu beurteilen, auf welche demnach einzutreten ist.