Citation: I 528/04 24.02.2005 E. 4

Wenn die Verwaltung nunmehr gestützt auf diese Feststellungen der Beschwerdeführerin im Einspracheentscheid nach Ablauf der einjährigen Wartezeit gemäss Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG in der bis Ende 2002 gültig gewesenen, hier anwendbaren Fassung ab 1. Juli 2000 eine bis 30. November 2000 befristete ganze Invalidenrente zugesprochen hat, so übersieht sie, dass bei rückwirkend zugesprochenen, befristeten Invalidenrenten die Revisionsbestimmungen, insbesondere Art. 88a Abs. 1 IVV analog anwendbar sind. Danach kann eine Rente - wie bereits in Erw. 1.2 hiervor angedeutet - mit sofortiger Wirkung nur dann aufgehoben werden, wenn die Änderung dauerhaft und damit stabilisiert erscheint, hingegen sind drei Monate zuzuwarten, wenn der evolutive Charakter des Gesundheitsschadens, insbesondere die Möglichkeit einer Verschlechterung, eine sofortige Beurteilung nicht zulässt (ZAK 1984 S. 134 Mitte). Als stabilisiert ist ein labil gewesenes Leiden nur dann zu betrachten, wenn sich sein Charakter deutlich in der Weise geändert hat, dass vorausgesehen werden kann, in absehbarer Zeit werde keine praktisch erhebliche Wandlung mehr erfolgen (vgl. BGE 119 V 102 Erw. 4a mit Hinweisen; Meyer-Blaser, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, Zürich 1997, S. 232 f.). Dies kann für das Beschwerdebild der Versicherten, der halbseitigen Sensibilitätsstörung und reaktiv-depressiven Krankheitsverarbeitung nach operativer Tumorentfernung, indessen nicht gesagt werden, weshalb die Rente erst nach dreimonatiger Arbeitsfähigkeit, mithin mit Wirkung auf Ende Februar 2001, aufzuheben ist.