Citation: 1B_433/2017 E. 4.9

4.9. Verdachtsgründe nach Art. 9 GwG können sich auch aus bankexternen Hinweisen ergeben, insbesondere aus vertrauenswürdigen, seriös recherchierten Medienberichten (vgl. Graber/Oberholzer, a.a.O., Art. 9 GwG N. 9; Luchsinger, BEK GwG, Art. 9 N. 29; Reinle, a.a.O., S. 119). Bereits ein "simple doute" löst grundsätzlich eine Meldepflicht aus. Die verbrecherische Vortat muss nicht mit grosser Wahrscheinlichkeit vorliegen. Im Zweifel hat eine Verdachtsmeldung zu erfolgen (Urteil des Bundesgerichtes 4A_313/2008 vom 27. November 2008 E. 4.2.2.3; vgl. Detlev Michael Basse-Simonsohn, Geldwäschereibekämpfung und organisiertes Verbrechen, Diss. BE 2002, S. 335; De Capitani, a.a.O., Art. 9 GwG N. 40-45). Wenn im Rahmen von Hintergrund abklärungen nach Art. 6 Abs. 2 GwG (vgl. oben, E. 4.7) der Verdacht nicht ausgeräumt werden kann, so gilt er ohne weiteres als begründet (Urteil SK.2014.14 vom 18. März 2015 der Strafkammer des Bundesstrafgerichtes, E. 4.5.1.1). Die Meldepflicht nach Art. 9 GwG hört mit der Beendigung der verdächtigen Geschäftsbeziehung nicht auf, sondern hält an, solange Vermögenswerte aufgespürt und eingezogen werden können (BGE 142 IV 276 E. 5.4.2 S. 279 f. mit Hinweisen).