Citation: 5A_466/2016 E. 3.3

3.3. Der gegenteilige Standpunkt des Beschwerdeführers trifft nicht zu. Das Todestagsprinzip ist gesetzlich vorgesehen (Art. 474 Abs. 1, Art. 537 Abs. 2 und Art. 630 Abs. 1 ZGB). In diesem Zeitpunkt hat eine Pflichtteilsverletzung bestanden. Sie war dem Beschwerdeführer spätestens im Herbst 2004 bekannt, so dass die Frist zur Erhebung der Herabsetzungsklage zu laufen begonnen hat (E. 3.2 oben). Das Gewinnanteilsrecht ist gegebenenfalls als wertvermindernder Faktor in der Feststellung des Nachlasses und der Pflichtteile per Todestag zu berücksichtigen (vgl. BGE 125 III 50 E. 2 S. 53 ff., im Güterrecht; für die Erbteilung: Urteil 5A_141/2007 vom 21. Dezember 2007 E. 4.1.3, in: Praxis 97/2008 Nr. 140 S. 899). Es hat keinen Einfluss auf den Zeitpunkt, in dem auf Herabsetzung zu klagen ist. Umgekehrt kann die Herabsetzung die Gewinnermittlung beeinflussen (URSULA ZEINDLER-DETTLING, Das Gewinnanteilsrecht an nichtlandwirtschaftlichen Grundstücken, 2006, S. 36). Abweichungen von diesen Grundsätzen betreffen hier nicht gegebene Sonderfälle (z.B. BGE 103 II 88 E. 4 S. 95) oder beruhen auf gesetzlicher Grundlage, wie sie zum Beispiel das Bundesgesetz über das bäuerliche Bodenrecht (BGBB; SR 211.412.11) in Art. 41 Abs. 2 vorsieht. Wird danach ein landwirtschaftliches Gewerbe oder Grundstück zu einem Preis unter dem Verkehrswert veräussert, ohne dass ein Gewinnanspruch vereinbart worden ist, so verjährt die Klage auf Herabsetzung nicht, solange der Gewinn nicht fällig ist. Ausserhalb dieses Ausnahmetatbestands ist es aber auch im bäuerlichen Erbrecht so, dass die Herabsetzungsklage verwirken kann, noch bevor der Gewinnanspruch entstanden ist (FRANZ A. WOLF, Im Spannungsfeld zwischen Gewinnanspruch, erbrechtlicher Ausgleichung und Herabsetzung, successio 2011 S. 221 ff., S. 230 Ziff. V).