Citation: 6B_1235/2021 E. 4.3.2

4.3.2. Die Vorinstanz erwägt in subjektiver Hinsicht, der Beschwerdeführer habe wahrgenommen, dass er die Fahrradfahrerin mit äusserst geringem Abstand überholt und für sie eine gefährliche Verkehrssituation mit dem Risiko eines Sturzes geschaffen habe. Er habe sich nach einem kurzen Zögern im Wissen um die durch ihn verursachte gefährliche Verkehrssituation dafür entschieden, weiterzufahren, anstatt anzuhalten und sich Gewissheit darüber zu verschaffen, dass er keinen Sach- oder Personenschaden verursacht hatte (angefochtenes Urteil E. 13.4.2 S. 31). Soweit der Beschwerdeführer in subjektiver Hinsicht bestreitet, die von ihm geschaffene gefährliche Verkehrssituation wahrgenommen zu haben, entfernt er sich vom vorinstanzlich willkürfrei festgestellten Sachverhalt. Darauf ist nicht einzutreten. Was der Beschwerdeführer aus dem Vorwurf der widersprüchlichen Argumentation an die Vorinstanz zu seinen Gunsten ableiten will, ist nicht ersichtlich. Dass der Beschwerdeführer die Touchierung des Fahrrades nicht bemerkte, schliesst - gestützt auf die willkürfreie Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz - keineswegs aus, dass er die durch sein zu nahes Überholmanöver geschaffene gefährliche Situation erkannte und deshalb nach dem Abbiegen kurz verlangsamte. Es ist naheliegend und durchaus vertretbar, wenn die Vorinstanz von vorsätzlicher Pflichtverletzung ausgeht, indem sie vor diesem Hintergrund und dem Zögern des Beschwerdeführers darauf schliesst, dieser habe sich dafür entschieden, weiterzufahren, anstatt anzuhalten und sich Gewissheit darüber zu verschaffen, dass er keinen Sach- oder Personenschaden verursacht hatte. Der Beschwerdeführer konnte namentlich aufgrund der unbestrittenen Reaktion der Fahrradfahrerin (Abspringen vom Velo, akustisches Bemerkbarmachen) einen Personen- oder Sachschaden nicht ausschliessen. Er wäre deshalb verpflichtet gewesen, anzuhalten und die nötigen Abklärungen zur Feststellung eines allfälligen Schadens vorzunehmen. Aus dem alleinigen Umstand, dass die Kollisionsbeteiligte nicht zu Boden stürzte, durfte er jedenfalls nicht schliessen, dass keinerlei Anlass für weitere Abklärungen bestand. Der Schuldspruch wegen (vorsätzlichen) pflichtwidrigen Verhaltens bei Unfall im Sinne von Art. 92 Abs. 1 SVG erweist sich als bundesrechtskonform.