Citation: 6S.64/2003 03.08.2003 E. 3

3.1 Der Beschwerdeführer hat die Beine der Beschwerdegegnerin, die sie fest zusammendrückte, auseinandergerissen und sich mit dem gesamten Körpergewicht auf sie gelegt. Diese physische Einwirkung ist vom Ausmass her durchaus vergleichbar mit dem oben (E. 2.1) erwähnten Niederdrücken oder mit überlegener Körperkraft Festhalten. Hinzu kommt, dass der Beschwerdeführer bei der Penetration die Hautnarbe der zugenähten Schamlippen aufreissen und damit einen grossen Widerstand überwinden musste, um in die Vagina der Beschwerdegegnerin eindringen zu können. Aus dieser Vorgehensweise wird deutlich, dass der Beschwerdeführer ein grösseres Mass an Kraft anwandte, als unter gewöhnlichen Umständen zur Vornahme des Geschlechtsverkehrs erforderlich ist. Selbst wenn man das Auseinanderreissen der Beine durch den Beschwerdeführer lediglich als geringfügige Kraftanstrengung ansehen wollte, wäre der Beschwerdegegnerin aufgrund der geschilderten Umstände (siehe E. 1.1) ein weiter gehender Widerstand nicht möglich und auch nicht zumutbar gewesen. Folglich erachtete die Vorinstanz die objektiven Tatbestandsmerkmale zu Recht als erfüllt. Soweit der Beschwerdeführer in diesem Zusammenhang die Situation, in der sich die Beschwerdegegnerin befand, abweichend schildert, kann darauf nicht eingetreten werden, weil er damit dem verbindlich festgestellen Sachverhalt widerspricht. Dasselbe gilt, soweit er den subjektiven Tatbestand in Frage stellt. Die Vorinstanz kommt in tatsächlicher Hinsicht nämlich zum Schluss, der Beschwerdeführer habe den Widerstand der Beschwerdegegnerin wahrgenommen und ihn bewusst mit Gewalt gebrochen. 3.2 Der Beschwerdeführer macht Ausführungen zur Tatbestandsvariante des nötigenden Unterdrucksetzens. Nachdem im vorliegenden Fall die Tatbestandsvariante der Gewaltanwendung gegeben ist (E. 3.1), erübrigen sich weitere Erörterungen. 3.3 Nach dem Gesagten ist die Nichtigkeitsbeschwerde (6S.65/2003) abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann.