Citation: 1C_1/2016 E. 3.2

3.2. Die Baukommission ist, weil sie über keine Entscheidkompetenzen verfügt, kein Organ der Gemeinde (§ 16 Abs. 1 lit. e GG). Deren Präsident verfügt somit zwar über ein Mandat der Gemeinde zur Vorbereitung von Bauentscheiden, wirkt aber bei der Entscheidfällung selber nicht mit. Seine Stellung ist insofern vergleichbar mit derjenigen des angestellten Anwalts. Bei diesem besteht nach der Praxis des Bundesgerichts die Vermutung, dass ihm die für die anwaltliche Vertretung seines Arbeitgebers erforderliche Unabhängigkeit fehlt (BGE 130 II 87 E. 5.1.1 S. 100). Widerlegen kann der Anwalt diese Vermutung durch den Nachweis, dass angesichts der Ausgestaltung seines Anstellungsverhältnisses keine Beeinträchtigung seiner Unabhängigkeit bzw. der gewissenhaften und allein im Interesse seiner Klienten liegenden Berufsausübung droht (BGE a.a.O E. 6.2 S. 105). Gegen die Annahme von Unabhängigkeit im Sinn von Art. 12 lit. b BGFA sprechen namentlich eine finanzielle Abhängigkeit des Anwalts von seinem Arbeitgeber, Weisungsgebundenheit, Auskunftspflicht gegenüber dem Arbeitgeber über die geführten Mandate, Übernahme von Anwaltskanzleiarbeiten durch Mitarbeiter des Arbeitgebers, Ausübung der Anwaltstätigkeit in den Büroräumlichkeiten des Arbeitgebers etc. (BGE a.a.O. E. 6.3 S. 105 ff.).