Citation: 5A_251/2023 E. 3.2

3.2. Das Obergericht erwog, die Beschwerdeführerin habe ihre Mitwirkungsobliegenheit bei der Offenlegung ihrer Vermögensverhältnisse im Verfahren ES 2020 674 verletzt. In ihrem Gesuch vom 11. Dezember 2020 habe sie ausgeführt, sie verfüge über kein Vermögen. Im ersten Parteivortrag anlässlich der Instruktionsverhandlung vom 25. November 2021 habe sie ihre Mittellosigkeit bekräftigt. Erst auf die Ergänzungsfrage des Rechtsvertreters des Beschwerdegegners hin habe die Beschwerdeführerin erwähnt, dass sie Eigentümerin einer Wohnung in U.________ (Weissrussland) sei. Mit der Rücksendung des Protokolls der Parteibefragung habe sie weiter ergänzt, ihr gehöre in U.________ ein zweites Grundstück. Die Aussage der Beschwerdeführerin, sie habe vergessen, ihre zwei Grundstücke in U.________ in ihrem Gesuch zu erwähnen, erachtete das Obergericht aus folgenden Gründen als nicht glaubhaft: Die Beschwerdeführerin habe immer noch einen Bezug zu ihrem Heimatland. Sie unterstütze ihre in Weissrussland lebende Mutter, welche die Wohnung der Beschwerdeführerin vermietet habe, bevor diese am 15. Dezember 2021, bezeichnenderweise unmittelbar nach der Parteibefragung und kurz vor der Retournierung des Parteibefragungsprotokolls, für einen Preis von USD 21'000.-- verkauft worden sei. Die Vollmacht zur Veräusserung der Wohnung habe die Beschwerdeführerin bereits am 26. Oktober 2021 unterzeichnet, also noch vor der Instruktionsverhandlung. Unter diesen Umständen anlässlich der Instruktionsverhandlung zu behaupten, die Wohnung sei unveräusserlich, um letztlich einen Prozesskostenvorschuss erhältlich zu machen, verdiene keinen Rechtsschutz, und zwar unabhängig davon, ob die Veräusserung nur an D.________, einen Freund der Beschwerdeführerin, möglich gewesen sei, wie diese behauptet habe, und der Verkaufspreis direkt mit einer Darlehensschuld verrechnet worden sei. Die Beschwerdeführerin habe ausserdem auf ihre Schulden gegenüber ausländischen Personen und auf die Liegenschaften des Beschwerdegegners in der Schweiz, Spanien und Australien hingewiesen. Gerade bei Liegenschaften im Ausland wäre es erforderlich gewesen, dass die Beschwerdeführerin über ihre Vermögensverhältnisse von sich aus und rechtzeitig vollständige, nachvollziehbare und überprüfbare Angaben mache und Belege einreiche. Demnach sei davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin ihre Liegenschaften im Ausland (anfänglich) absichtlich verschwiegen habe. Mangels (rechtzeitigen) Nachweises der Bedürftigkeit sei das Prozesskostenvorschussgesuch der Beschwerdeführerin vom 11. Dezember 2020 gesamthaft abzuweisen.