Citation: 8C_663/2021 E. 5.5

5.5. Das kantonale Gericht stellte fest, die Gutachterin med. pract. F.________ habe ihre abweichende Beurteilung mit den fehlenden konkreten Erläuterungen in den Vorakten begründet, welche die teilweise schwerwiegenden erhobenen Diagnosen genügend erklären würden. So seien die vom Beschwerdeführer geschilderten Traumata weder von Dr. med. I.________ noch von den Ärztinnen und Ärzten in der J.________ AG genauer exploriert worden. Das klinische Zustandsbild könne mit einer Simulation vereinbart werden. Der Beschwerdeführer sei laut dem psychiatrisch-internistischen Teilgutachten gründlich vorbereitet zur Untersuchung erschienen und habe verschiedene Krankheitsbilder sowie die dazugehörigen Symptome lehrbuchartig zu rezitieren gewusst. Eine Manipulation zum Zweck der Berentung sei naheliegend, da er es verstehe, andere geschickt in die von ihm gewünschte Richtung zu lenken, wenn nötig durch aggressives Auftreten. Er könne psychische Erkrankungen mit einer hohen Funktionalität demonstrieren. Verschiedentlich habe er angegeben, im Krieg angeschossen worden zu sein, wobei die angeblich schmerzhaften Narben anlässlich der körperlichen Untersuchung nicht auffindbar gewesen seien. Die Kriegsereignisse habe er mit keinem Wort erwähnt. Auf Rückfragen hin habe er verärgert reagiert und belastende Ereignisse nicht verbalisiert, obschon dies für eine gewissenhafte Diagnosestellung unumgänglich sei. Eine PTBS manifestiere sich nicht erst nach zwanzig Jahren als psychische Erkrankung. Auch die angeblichen sexuellen Übergiffe durch die Schwiegermutter im Alter von 27 Jahren schienen wenig glaubhaft, da die Einordnung eines solchen Geschehens und eine adäquate Abwehrreaktion dagegen in diesem Alter möglich seien. Überdies würden nachvollziehbare Hinweise auf dissoziative Zustände fehlen und in den medizinischen Vorakten werde verschiedentlich eine Selbstlimitierung erwähnt. Es sei davon auszugehen, die Hospitalisierungen seien unter dem Eindruck der hängigen Rentenverfahren mit hoher zielorientierter Energie erfolgt. Aufgrund des Aktenstudiums sei ein Patient mit schwersten psychiatrischen Zuständen zu erwarten gewesen. Im Rahmen der Untersuchung habe sich aus gutachterlicher Sicht aber einzig die bewusste und theatralische Inszenierung von Symptomen invalidisierenden Charakters gezeigt. Aufgrund dessen gelangte die Vorinstanz zum Schluss, es lägen keine stichhaltigen Gründe vor, um dem Administrativgutachten den Beweiswert abzusprechen.