Citation: 6B_3/2021 E. 6.3

6.3. Die Vorinstanz verneinte einen Anspruch der Beschwerdeführerin auf amtliche Verteidigung. Sie geht davon aus, dass es sich insgesamt um einen Bagatellfall handle. Der im Streit stehende Betrag von Fr. 3'712.85 sei im Vergleich zu den in Art. 132 Abs. 3 StPO genannten Fällen (Freiheitsstrafe von mehr als 4 Monaten, Geldstrafe von mehr als 120 Tagessätzen) gering, obwohl die Beschwerdeführerin gerade noch als bedürftig angesehen werden müsse. Die Beschwerdeführerin sei eine erfahrene Geschäftsfrau, die schon verschiedene Firmen geführt habe und seit Jahren selbständig in der Herstellung von Kosmetik tätig sei. Wie aus den Akten hervorgehe, sei sie durchaus in der Lage, sich selbst zu wehren. Dies ergebe sich etwa daraus, dass sie im Schriftverkehr mit den Sozialversicherungsanstalten immer wieder Fristerstreckungen zur Bezahlung der geforderten Beträge erreicht habe. Da der Kostenentscheid der Staatsanwaltschaft auch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht keine Schwierigkeit biete, denen sie allein nicht gewachsen wäre, sei ihr zuzumuten, das Beschwerdeverfahren selbst zu führen.