Citation: 1C_567/2022 E. 4.7.3

4.7.3. Es schadet daher auch nicht, dass es sich bei der aufgezeigten Alternativmassnahme (Linienführung entlang der Autobahn anstatt im Tunnel unter dem Hummelberg) bloss um eine von verschiedenen Einzelmassnahmen im gemeindeübergreifenden Gesamtprojekt handelt. Entscheidend ist, dass sich die Handlungsfreiheit der Behörden nicht nur auf Details der Projektausführung bezieht, sondern auf Aspekte, die politisch für die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger von einigem Interesse sind und deren Mitbestimmung rechtfertigen (vgl. DANIEL SCHMITZ, Die Ausgabenbindung beim Finanzreferendum, Diss. 1991, S. 197). Vorliegend stehen zudem nicht nur technische Details zur Disposition. In örtlicher Hinsicht weisen die beiden Varianten komplett verschiedene Linienführungen auf. Während die Tunnellösung unterirdisch unter dem Hummelberg zum Teil unter Siedlungsgebiet verlaufen soll, würde die Variante 1.1 südlich entlang der Autobahn, teilweise in der Böschung der A1 in einem Rohr geführt. Aufgrund der Lage in bzw. entlang der Böschung der Autobahn ist der Bau nur im offenen Grabenbau möglich (vgl. technischer Bericht, Ziff. 7.1.1 S. 60). Es kann vorliegend somit nicht gesagt werden, dass die Variante 1.1 nur in untergeordneter Weise vom geplanten Projekt abweicht. Es handelt sich vielmehr um Aspekte, die politisch für die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger von Interesse sind und ihre Mitbestimmung rechtfertigen. Der Unterschied erweist sich vorliegend als derart erheblich, dass das "wie" eine Volksabstimmung rechtfertigt. Dies trifft umso mehr zu, als beide Varianten das Gebiet der Gemeinde Wilen betreffen, deren Kostenanteil am HWS Region Wil Gegenstand der vorliegenden Stimmrechtsbeschwerde bildet. Dies vermag die Vorinstanz auch nicht mit dem Argument abzutun, der vom Beschwerdeführer vorgebrachten Alternativmassnahme käme aufgrund der Grösse des Projektperimeters nicht eine Wichtigkeit zu, welche die Mitsprache des Volkes rechtfertigen würde. Auch wenn es sich um ein überregionales Gesamtprojekt handelt, das sich über mehrere Gemeinden erstreckt, darf nicht unberücksichtigt gelassen werden, dass vorliegend der Kostenanteil einer Gemeinde am Gesamtprojekt zur Diskussion steht und es sich dabei um eine kommunale Angelegenheit handelt.