Citation: I 598/03 28.05.2004 E. 4

4.1 In Bezug auf das für die Bemessung der Invalidität anhand eines Einkommensvergleichs zu ermittelnde hypothetische Einkommen ohne Invalidität (Valideneinkommen) ist entscheidend, was die versicherte Person im massgebenden Zeitpunkt mit überwiegender Wahrscheinlichkeit verdienen würde (BGE 129 V 224 Erw. 4.3.1 mit Hinweis). Die Einkommensermittlung hat so konkret wie möglich zu erfolgen, wes-halb in der Regel vom letzten Lohn auszugehen ist, den die versicherte Person vor Eintritt der Gesundheitsschädigung erzielt hat (ZAK 1980 S. 593 mit Hinweisen; Urteil R. vom 15. Juli 2003, I 793/02, Erw. 4.1 mit Hinweisen). 4.1.1 Gemäss den Angaben im Bericht der letzten Arbeitgeberin vom 7. März 2002 hätte sich das Einkommen der Beschwerdeführerin ohne gesundheitliche Beeinträchtigungen - und damit ohne Reduktion des Arbeitspensums auf September 2001 - im Jahre 2001 auf insgesamt Fr. 61'100.- belaufen. Für das massgebliche Vergleichsjahr (Zeitpunkt des allfälligen Rentenbeginns: BGE 129 V 222), welches vorliegend angesichts einer seit Mitte August 2001 bestehenden verminderten Arbeitsfähigkeit nach Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG auf 2002 fällt (vgl. auch die Mitteilung der IV-Stelle vom 14. Juni 2002), ergibt sich daraus in Berücksichtigung der nach Geschlechtern zu differenzierenden Nomi-nallohnentwicklung (BGE 129 V 408) von 2,1 % (Bundesamt für Sta-tistik, Lohnentwicklung 2002, S. 33, Tabelle T1.2.93, Nominallohnin-dex, Frauen, 1997-2002, Arbeitsbereich "Büro und Technik") ein Ein-kommen in Höhe von Fr. 62'383.10. Die Beschwerdeführerin beanstandet in diesem Zusammenhang ins-besondere den Umstand, dass nicht von ihrem zuletzt erzielten Lohn ausgegangen werden könne, da dieser im Hinblick auf ihre Berufserfahrungen nicht marktüblich und demnach zu tief gewesen sei. Der marktgerechte Lohn müsse vielmehr - gestützt auf die Salärempfeh-lungen 2003 des Kaufmännischen Verbandes (KV) Schweiz (Stufe D, mittleres Jahressalär einer 55-jährigen kaufmännischen Angestellten) - mit Fr. 89'577.- veranschlagt werden. 4.1.2 Der Versicherten ist insofern beizupflichten, als zur Bestimmung des Valideneinkommens grundsätzlich das durchschnittliche Lohnniveau in der betreffenden Branche und in der konkreten beruflichen Situation massgebend ist. Ebenso wenig wie bei den jährlich vom Bundesamt für Statistik in Form der Schweizerischen Lohnstrukturerhe-bung (LSE) herausgegeben Durchschnittslöhnen werden indes bei den Salärempfehlungen des KV, zumal lediglich Richtwerte darstellend, die im Einzelfall lohnbestimmenden Faktoren wie Berufserfahrung, Dauer der Betriebszugehörigkeit sowie spezielle Ausbildung und Kenntnisse usw. erfasst, sodass darauf nur unter Mitberücksichtigung der für die Entlöhnung jeweils relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren abgestellt werden darf (vgl. Meyer-Blaser, Die Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, Zürich 1997, S. 205 f. mit Hinweis). Vorliegend ist in grundsätzlicher Hinsicht darauf hinzuweisen, dass, wie zu-vor dargelegt, für die erwerblichen Verhältnisse das Jahr 2002 und nicht 2003 massgeblich ist, als die Beschwerdeführerin 54 - und nicht 55 - Jahre alt war. Ferner zeichnet sich die von der Versicherten monierte Funktionsstufe D durch klar höhere Anforderungen als die Stufe C aus, welche jedoch ihrerseits bereits ein Ausbildungsniveau voraussetzt, das einer dreijährigen KV-Lehre oder einem Handelsschuldiplom entspricht. Da die Beschwerdeführerin zwar unbestrittenermassen keine dreijährige KV-Lehre absolviert, im Rahmen ihrer von Februar 1996 bis Februar 1998 dauernden Umschulung zur kaufmännischen Angestellten aber ein Handelsschuldiplom erworben hat, wäre indessen eher auf die Lohnempfehlungen gemäss Funktionsstufe C als - wie von der IV-Stelle geltend gemacht - B (zweijährige Bürolehre) abzu-stellen. Das minimale Salärniveau einer 54-jährigen kaufmännischen Angestellten beträgt für die Funktion C im Jahre 2003 nach diesen Richtwerten Fr. 64'256.- und entspricht daher in etwa - teuerungsbereinigt - dem Einkommen, das die Versicherte 2002 an ihrer vorheri-gen Arbeitsstelle erzielt hätte. Hierbei gilt es insbesondere zu beach-ten, dass die Beschwerdeführerin ihr Diplom erst im Jahre 1998 er-worben hat und ihr daher - trotz mannigfaltiger sonstiger Berufserfah-rungen als "Allrounderin" - berufsspezifische Kenntnisse fehlen dürf-ten, über die eine kaufmännische Angestellte bei entsprechender Grundausbildung im selben Alter allein auf Grund der Dauer des ausgeübten Berufs verfügt. Entgegen den Vorbringen in der Verwaltungs-gerichtsbeschwerde sind sodann keine anderen Anhaltspunkte ersichtlich, dass der vormalige Arbeitgeber den Lohn der Versicherten zufolge gesundheitlicher Probleme bzw. damit einhergehender Leistungseinschränkungen bewusst tief gehalten hätte. Namentlich enthält auch der am 10. März 1999 abgeschlossene Anstellungsvertrag zwischen der Versicherten und der Firma W.________ keine entsprechenden Hinweise. Unter dem Titel "Lohnanpassung" hielten die Parteien lediglich fest, dass ab dem 6. Anstellungsmonat die Höhe des - zu Beginn auf Fr. 4300.- brutto vereinbarten - Salärs gemäss Leistung und Stand der Erwartungen nach Stellenprofil neu definiert würde. Wie den Arbeitgeberauskünften vom 7. März 2002 zu entnehmen ist, wurde der monatliche Verdienst denn auch per Oktober 1999 auf Fr. 4500.- bzw. gemäss eigenen Angaben der Versicherten sogar auf Fr. 4700.- erhöht. Dass dieses Salär nicht den Erwartungen der Be-schwerdeführerin entsprochen hat, stellt noch kein Indiz dafür dar, dass der Arbeitgeber sie auf Grund ihres Gesundheitszustandes lohnmässig benachteiligt hätte. Da die Versicherte im Übrigen auch vor ihrer Umschulung kein höheres Einkommen erzielt hat, kann dem Valideneinkommen somit ein Betrag von Fr. 62'383.10 zu Grunde gelegt werden. 4.2 Zu ermitteln ist im Weiteren das hypothetische Einkommen, welches die Beschwerdeführerin nach Eintritt der Invalidität durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen). 4.2.1 Da die Versicherte seit September 2002 keiner Erwerbstätigkeit mehr nachgeht, ist - wie die Vorinstanz zutreffend erkannt hat - auf die Tabellenlöhne der LSE abzustellen (vgl. BGE 126 V 76 f. Erw. 3b/aa-bb). Gemäss der LSE 2000 betrug der durchschnittliche Zentralwert des monatlichen Bruttolohnes von Frauen im privaten Sektor Anforderungsniveau 4 (einfache und repetitive Tätigkeiten) bei 40 Arbeitsstunden pro Woche Fr. 3658.- (S. 31, Tabelle TA1) bzw. bei einer durchschnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit im Jahre 2002 von 41,7 Stunden (Die Volkswirtschaft, 5/2004, S. 94, Tabelle B9.2) Fr. 3813.50 monatlich. Unter Berücksichtigung der bis 2002 eingetretenen Nominallohnerhöhung auf Frauenlöhnen von 2,5 % (2001) und 2,3 % (2002; Lohnentwicklung 2002, a.a.O., Total) resultiert ein Einkommen von Fr. 3998.75 im Monat oder Fr. 47'985.- jährlich. 4.2.2 Die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Einschrän-kung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Be-schäftigungsgrad) (BGE 126 V 79 f. Erw. 5b/aa-cc). Das kantonale Gericht hat den Abzug vom Tabellenlohn, der eine Schätzung darstellt und rechtsprechungsgemäss kurz zu begründen ist (BGE 126 V 81 Erw. 6), auf maximal 15 % beziffert. Dies gibt namentlich mit Blick darauf, dass einzig das Kriterium der leidensbedingten Einschränkung im Vergleich zu gesunden Angestellten allenfalls zu Lohnnachteilen führen könnte, im Rahmen der richterlichen Ermessenskontrolle keinen Anlass zu abweichender Ermessensausübung (vgl. Art. 132 lit. a OG; BGE 123 V 152 Erw. 2). Damit beträgt das Invalideneinkommen Fr. 40'787.25. 4.3 Aus der Gegenüberstellung der beiden Vergleichseinkommen resultiert ein - rentenausschliessender - Invaliditätsgrad von 35 % (zur Rundung vgl. das noch nicht in der Amtlichen Sammlung publizierte Urteil R. vom 19. Dezember 2003, U 27/02). Da insbesondere auch keine Hinweise für eine erhebliche Veränderung der beiden Einkom-mensgrössen bis zum Erlass des Einspracheentscheides vom 24. April 2003 bestehen, erübrigt sich die Vornahme eines weiteren Einkommensvergleichs und es hat demnach beim vorinstanzlichen Entscheid sein Bewenden.