Citation: 1B_215/2015 E. 5.10.3

5.10.3. Im Interesse der Verfahrensökonomie und zur Vermeidung von Streitigkeiten über allfällige Geheimhaltungsgründe werden Zwangsmassnahmenverfügungen zwar in der Regel nur an die direkt Betroffenen zu eröffnen sein (vgl. Art. 199 StPO). Dies bedeutet jedoch nicht, dass es zum Vornherein gesetzlich verboten wäre, solche Verfügungen oder Beschwerdeentscheide über Zwangsmassnahmen auch den Parteien des Strafverfahrens mitzuteilen. Ein entsprechendes Verbot erscheint namentlich dann nicht angebracht, wenn die direkt betroffenen Personen nicht darlegen, inwiefern durch eine Eröffnung an die Parteien berechtigte Geheimhaltungsinteressen verletzt würden (Art. 102 Abs. 1 StPO) oder inwiefern andere gesetzliche Einschränkungsgründe (im Sinne von Art. 108 i.V.m. Art. 101 Abs. 1 StPO) vorlägen. In solchen Fällen dürfen die Strafbehörden grundsätzlich davon ausgehen, dass die Parteien spätestens über ein Akteneinsichtsgesuch Einblick in die fraglichen Verfügungen und Entscheide nehmen könnten (Art. 101 Abs. 1 und Art. 102 Abs. 1 i.V.m. Art. 107 Abs. 1 lit. a und Art. 104 Abs. 1 StPO).