Citation: 5A_13/2024 E. 4.3.2

4.3.2. Weiter beklagen sich die Beschwerdeführerinnen darüber, dass das Kantonsgericht die Abänderung des Entscheids der KESB entgegen dem Gesetzestext von einer konkreten Gefährdung des Kindeswohls abhängig mache und seinen Ermessensspielraum überschreite, indem es eine "dramatische Gefährdung des Kindes" verlange. Art. 298d Abs. 1 ZGB spreche von der Wahrung des Kindeswohls; damit wolle der Gesetzgeber erreichen, dass ein Kind sich trotz der getrennt lebenden Eltern wohl fühlen kann. Die Vorinstanz irre sich, wenn sie die Frage des Wohlbefindens der Beschwerdeführerin 2 mit der Gefährdung gleichsetze. Bei Art. 298d ZGB gehe es vielmehr um das allgemeine Wohlergehen des Kindes. Wie oben erläutert, muss eine Neuregelung der Obhut oder der Betreuungsanteile im Kindeswohl liegen (s. vorne E. 4.1). In der Folge trifft das Kantonsgericht nicht der Vorwurf, Art. 298d ZGB falsch auszulegen oder sein Ermessen bundesrechtswidrig auszuüben, wenn es nicht die Frage in den Vordergrund rückt, wie sich die Beschwerdeführerin 2 "künftig gesund und lebensbejahend entwickeln kann", sondern sich darauf konzentriert zu prüfen, ob sich unter dem Blickwinkel des Kindeswohls eine Neuregelung aufdrängt. Soweit die Beschwerdeführerinnen in diesem Zusammenhang reklamieren, dass das von der KESB installierte Wechselmodell "zumindest teilweise gescheitert" sei und der Loyalitätskonflikt, in dem sich die Beschwerdeführerin 2 befinde, durch die bestehende Betreuungsregelung "laufend verstärkt" werde, zeigen sie nicht auf, inwiefern die beantragte Änderung zu einer Entspannung der Situation führen könne. Insbesondere behaupten sie auch selbst nicht, dass die beantragte Änderung eine Verbesserung der elterlichen Beziehung erwarten lasse.