Citation: C 84/04 14.03.2005 E. 2

2.1 Das beco hat sich in seinem Einspracheentscheid vom 19. September 2003 auf den Standpunkt gestellt, die Vermittelbarkeit der Versicherten könne angesichts ihres beruflichen und persönlichen Hintergrundes nicht als aus arbeitsmarktlichen Gründen stark erschwert oder gar verunmöglicht bezeichnet werden. Dabei gehe es bei ihr nicht um die Behebung eines Defizits auf Grund der wirtschaftlichen oder technischen Entwicklung. Demzufolge müsse die Ausbildung zur zertifizierten Projektmanagerin in ihrem Fall der berufsüblichen allgemeinen Weiterbildung zugeordnet werden und erfülle die arbeitsmarktliche Indikation nicht. Zudem seien für die Beurteilung eines Kursbesuches immer die persönlichen Voraussetzungen der versicherten Person zu berücksichtigen, weshalb sie aus der Bewilligung eines Kurses für eine bestimmte Person keine Rechte ableiten könne. Im angefochtenen Entscheid vom 2. April 2004 gelangte die Vorinstanz zum Schluss, der fragliche Projektmanagementkurs wäre sicher geeignet, die Chancen der Versicherten auf dem Arbeitsmarkt zu erhöhen und gehöre auch nicht zur allgemeinen beruflichen Weiterbildung. Die erschwerte Vermittelbarkeit der Beschwerdeführerin sei allerdings nicht in erster Linie auf Gründe des Arbeitsmarktes, sondern auf ihren psychischen Zustand zurückzuführen. Aus den Akten gehe hervor, dass anlässlich zweier im Rahmen der Abklärung des Gesuchs durchgeführten Beratungen festgestellt wurde, die Versicherte sei angesichts ihrer psychischen Verfassung nicht in der Lage gewesen, die Empfehlungen des Assessment-Teams umzusetzen; ihre im entsprechenden Bericht beschriebene persönliche Situation sei für den mangelnden Erfolg bei der Stellensuche verantwortlich. 2.2 Aus dem Lebenslauf und den Akten ist ersichtlich, dass die Beschwerdeführerin ihre im Grundstudium erworbenen Kenntnisse zum Teil schon während der Studienzeit durch praktische Erfahrungen in verschiedenen Bereichen ergänzte. Nach Abschluss ihres Studiums der Ökonomie hat sie sich an verschiedenen Universitäten und Schulen weitergebildet. Insbesondere begann die Beschwerdeführerin ein Doktorandenstudium vorerst im Ausland, danach in der Schweiz und überdies erwarb sie in dieser Zeit auch Lehrerfahrungen. In der Verwaltungsgerichtsbeschwerde beanstandet die Versicherte die falsche Einschätzung ihres Gesundheitszustandes durch die Verwaltung und die ungerechtfertigte Empfehlung des Assessment-Teams, sie habe eine psychotherapeutische Betreuung wieder aufzunehmen. Die Beschwerdeführerin bestreitet, wegen mangelnder Sozialkompetenz keine Stelle zu finden und macht geltend, zur Ablehnung der meisten ihrer Bewerbungen hätten ihre fehlenden Kenntnisse im Projektmanagement geführt. Sie habe kaum praxisrelevante Berufserfahrungen und ihre Ausbildung werde auf dem Arbeitsmarkt im Allgemeinen als zu theorielastig angesehen. 2.3 Die zur Förderung der Umschulung, Weiterbildung oder Eingliederung bestimmten finanziellen Leistungen der Arbeitslosenversicherung setzen voraus, dass die Vermittlung der versicherten Person aus Gründen des Arbeitsmarktes unmöglich oder stark erschwert ist und dass die arbeitsmarktlichen Massnahmen die Vermittlungsfähigkeit verbessern (vgl. Erw. 1.1). Der Beschwerdeführerin steht von ihren Fähigkeiten her hauptsächlich die Ökonomieforschung im universitären Rahmen offen. Da solche Stellen jedoch einerseits ausgesprochen selten sind und andererseits die Chancen, ohne abgeschlossene Dissertation überhaupt eine Forschungsstelle zu bekommen, besonders gering sein dürften, besitzt die Beschwerdeführerin von vornherein nur in einem sehr begrenzten Segment des Arbeitsmarktes echte Anstellungsaussichten. Das Eidgenössische Versicherungsgericht hat in seinem Urteil vom 23. Februar 2005 bezüglich der Kostenübernahme für Kurse der Versicherten im betriebswirtschaftlichen sowie im angewandten Informatik-Bereich erwogen, es gelte bei der Beschwerdeführerin ihr vorhandenes theoretisches Wissen auf eine praktische Grundlage zu stellen, welche sie befähigen soll, sich auf breiterer Basis zu bewerben, und sei es auch für wissenschaftlich weniger anspruchsvolle Stellen. Solcherorts könnte die Versicherte ihre Kenntnisse zwar nutzen, hätte aber auch Arbeiten zu leisten, die mit ihrer bisherigen spezialisierten wissenschaftlichen Ausbildung nicht im Zusammenhang stehen. Der beantragte Projektmanagementkurs richtet sich an Teilnehmer, die bereits erste Erfahrungen im Projektmanagement haben und soll sie befähigen, komplexe Projekte selbstständig zu leiten. Im Gegensatz zu den Kenntnissen, welche die Beschwerdeführerin durch die Absolvierung der Lehrgänge im betriebswirtschaftlichen und angewandten Informatik-Bereich erlangen kann, wäre der Besuch des beantragten Kurses im Gebiet des Projektmanagements angesichts der Eigenschaften einer solchen Ausbildung und deren überwiegend theoretischen Aspekte nicht geeignet, das bereits vorhandene theoretische Wissen der Beschwerdeführerin auf eine praktische Grundlage zu stellen, noch würde sie damit befähigt, sich auf breiter Basis auch für wissenschaftlich weniger anspruchsvolle Stellen zu bewerben. Unter diesen Umständen sind die Kosten für den Kurs - ungeachtet der Erwägungen der Vorinstanz bezüglich des gesundheitlichen Zustandes der Versicherten - von der Arbeitslosenversicherung nicht zu übernehmen.