Citation: 1C_687/2020 E. A

Im Jahr 2004 integrierte der Kantonsrat von Zug den Teilrichtplan "Abbau- und Rekultivierungsgebiete" von 1997 in den revidierten kantonalen Richtplan. Dabei wurde auch das Abbaugebiet Hatwil, das auf dem Gemeindegebiet von Cham liegt, als Zwischenergebnis in den kantonalen Richtplan übertragen. Im Richtplantext wurde dazu festgehalten, dass der Kanton in Zusammenarbeit mit den Standortgemeinden und den Beteiligten die fehlende Abstimmung vornehme und einen Antrag auf Anpassung des Richtplans vorbereite. In Erfüllung dieses Auftrags liess die Baudirektion des Kantons Zug das "Kieskonzept 2008" ausarbeiten, worin mögliche neue Abbaugebiete (A bis G) und Arrondierungen der sechs bestehenden Abbaugebiete aufgezeigt und bewertet wurden. Die Bewertung ergab, dass sich die fünf untersuchten Arrondierungen bestehender Abbaugebiete allesamt besser eigneten als die sieben untersuchten neuen Abbaugebiete. In seinem Antrag an den Kantonsrat vom 30. September 2008 führte der Regierungsrat aus, die Bedarfsberechnung bis 2040 habe ergeben, dass neben den fünf Arrondierungen ein einziges neues Gebiet ausreiche. Das Abbaugebiet Hatwil/Hubletzen habe unter anderem den Vorteil, dass sein nordöstlicher Teil bereits im Richtplan als Zwischenergebnis aufgeführt sei. Diesem Antrag folgend beschloss der Kantonsrat am 26. Februar 2009, die fünf Arrondierungen als Festsetzung und das Abbaugebiet Hatwil/Hubletzen als Zwischenergebnis in den Richtplan aufzunehmen. Am 22. Mai 2010 genehmigte der Bundesrat diese Richtplananpassung. Eine von der Baudirektion eingesetzte Begleitgruppe setzte sich zwischen 2017 und 2019 mit der definitiven Abgrenzung des Abbaugebiets Hatwil/Hubletzen auseinander. Am 24. März 2020 verfasste der Regierungsrat einen entsprechenden Bericht und Antrag zu Handen des Kantonsrats. Dieser sah einerseits gegen Osten eine wesentliche Erweiterung vor, denn in der Zwischenzeit vorgenommene Untersuchungen hatten gezeigt, dass sich der bisher im Richtplan dargestellte Perimeter nicht genügend mit demjenigen der grössten Kiesmächtigkeit deckte. Andererseits erfolgten gewisse Reduktionen, um im Wesentlichen eine Quelle, eine Grundwasserfassung, alte Obstbäume und ein Gehölz zu schützen. Am 29. Oktober 2020 stimmte der Kantonsrat der Anpassung des kantonalen Richtplans zu. Darin ist der Standort Hatwil/Hubletzen als zwölfter Standort in Form einer Festsetzung aufgeführt.