Citation: 6B_992/2019 E. 2.4

2.4. Gemäss Art. 930 Abs. 1 ZGB wird vom Besitzer einer beweglichen Sache vermutet, er sei ihr Eigentümer. Die Beschwerdeführerin bestreitet nicht, im Zeitpunkt der Beschlagnahme als Wohnungseigentümerin der nicht vermieteten Wohnung auch Besitzerin der dort beschlagnahmten Gegenstände gewesen zu sein und vor erster Instanz einen Teil dieser Gegenstände beansprucht zu haben, obwohl auch D.________ entsprechende Ansprüche gestellt hatte. Entsprechend durfte die Vorinstanz die Beschwerdeführerin in Einklang mit Art. 267 Abs. 5 StPO als Ansprecherin betrachten, ihr die entsprechenden Gegenstände herausgeben und D.________ eine Frist von 60 Tagen zur Anhebung einer Zivilklage setzen. Durch diese Herausgabeverfügung wird nicht über die Eigentumsverhältnisse entschieden, sondern es wird den tatsächlichen Besitzverhältnissen im Zeitpunkt der Beschlagnahme und der damit zusammenhängenden zivilrechtlichen Eigentumsvermutung Rechnung getragen (vgl. hierzu Urteil 1B_298/2014 vom 21. November 2014 E. 3). Damit werden die Parteirollen für ein späteres Verfahren verteilt. Dies gilt auch im vorliegenden Fall, bei dem die Beschwerdeführerin im Berufungsverfahren - anders als noch im erstinstanzlichen Verfahren - die Gegenstände nicht mehr für sich beansprucht (vgl. angefochtenes Urteil S. 24). Die Beschwerdeführerin legt nicht dar, weshalb im vorliegenden Fall von der zivilrechtlichen Eigentumsvermutung abzuweichen wäre, die im Zeitpunkt der Beschlagnahme galt. Eine Bundesrechtsverletzung ist nicht ersichtlich.