Citation: 8C_318/2024 E. 4.1.3

4.1.3. Die RAD-Ärztin Dr. med. E.________, Fachärztin für Anästhesie, psychosomatische und psychosoziale Medizin, hielt in ihrem Bericht vom 28. Juni 2023 fest, die Einschätzung der Dr. med. D.________ sei durchaus nachvollziehbar, sie stelle aber letztlich eine andere Bewertung des Sachverhalts dar, der schon dem Gutachter vorgelegen habe. In einer früheren Stellungnahme vom 17. April 2023 legte sie schlüssig dar, dass sowohl die von den behandelnden Arztpersonen gestellte Diagnose einer kombinierten und anderen Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F61) als auch die Diagnose einer Verbitterungsstörung (ICD-10 F43.8) gemäss ABI-Gutachten ein Versuch sei, eine nicht absolut eindeutig zu diagnostizierende, aber deutlich wahrnehmbare Einbusse von Alltagsfunktionen, Persönlichkeitsmerkmalen und veränderter Belastbarkeit deskriptiv abzubilden. In der Gesamtschau der Befunde könne der Einschätzung des ABI-Gutachters gefolgt werden, wonach in angepasster Tätigkeit eine 70%ige Arbeitsfähigkeit bestehe. Mit anderen Worten hat die RAD-Ärztin nicht die Diagnose als entscheidend erachtet, sondern die funktionalen Auswirkungen eines krankheitswertigen Zustands, was überzeugt. Konkrete Indizien, die gegen die Zuverlässigkeit der gutachterlichen Beurteilung sprächen (vgl. E. 2.4 hiervor), ergeben sich aus der Stellungnahme der Dr. med. D.________ nicht.