Citation: 1C_194/2022 E. 5.6.3

5.6.3. Fraglich kann allenfalls sein, ob dem Beschwerdeführer in Übereinstimmung mit der Vorinstanz in subjektiver Hinsicht ein qualifiziertes Verschulden oder grobe Fahrlässigkeit anzulasten ist. Wie bereits dargelegt, hat das Bundesgericht die blosse Nichtanpassung der Geschwindigkeit teilweise als mittelschwere Verletzung der Strassenverkehrsvorschriften qualifiziert, sofern die konkreten Strassenverhältnisse keine erhöhte Aufmerksamkeit erforderten (vgl. vorne, E. 5.4.2). Hier steht indes fest, dass sich der Unfall in einer engen Linkskurve auf der Passstrasse zum Gurnigel ereignete. Der Beschwerdeführer überschritt dabei zwar nicht die erlaubte Höchstgeschwindigkeit, fuhr aber mit einer für diese Verkehrssituation deutlich zu hohen Geschwindigkeit. Die enge und von starken Kurven geprägte Verkehrssituation hätte vom Beschwerdeführer indes eine besondere Aufmerksamkeit erfordert, um seine Geschwindigkeit im Interesse der Verkehrssicherheit an die herrschenden Verhältnisse anzupassen. Im konkreten Fall kommt hinzu, dass sich der Unfall gemäss dem Unfallrapport bei schönem Wetter sowie trockener Strasse ereignete und der Beschwerdeführer somit auf keine unerwarteten Umstände stiess. Gleichwohl geriet er bereits kurz nach dem Scheitelpunkt der Kurve ab der Fahrbahn. Die besondere Aufmerksamkeit, die das Befahren der engen und kurvenreichen Passstrasse vom Beschwerdeführer erforderte, liess er damit vermissen. Bei dieser Ausgangslage verletzt die Vorinstanz kein Bundesrecht, wenn sie beim Beschwerdeführer in subjektiver Hinsicht von grober Fahrlässigkeit ausgeht und sein Verhalten im Vorfeld des ersten Unfalls als schwere Widerhandlung gegen Strassenverkehrsvorschriften im Sinne von Art. 16c SVG qualifiziert. Dieses Ergebnis steht im Einklang mit der bundesgerichtlichen Rechtsprechung, wonach die Verwaltungsbehörde bei der rechtlichen Würdigung die Einheit der Rechtsordnung zu berücksichtigen hat (vgl. vorne, E. 5.2.2).