Citation: 5A_637/2022 E. 4.1

4.1. Gemäss der vorinstanzlichen Unterhaltsberechnung für die Zeit ab Januar 2023 steht dem monatlichen Gesamteinkommen der Familie von Fr. 17'600.-- (einschliesslich Kinderzulagen) ein Gesamtbedarf von Fr. 11'289.-- gegenüber. Vom Gesamtüberschuss von Fr. 6'311.-- entfallen Fr. 2'298.-- auf die Beschwerdeführerin, die laut Obergericht ein monatliches Einkommen von Fr. 5'100.-- erzielt und einen Bedarf von Fr. 2'802.-- in Rechnung stellen kann. Von diesem Überschuss hat die Beschwerdeführerin dem angefochtenen Entscheid zufolge für C.________ einen monatlichen Barunterhalt von Fr. 1'600.-- zu bezahlen. Das Begehren der Beschwerdeführerin um Leistung von Ehegattenunterhalt weist die Vorinstanz ab. Einerseits seien im verbleibenden Rest ihres Überschussanteils Fr. 420.-- versteckte Ehegattenunterhaltsbeiträge in Form von Mietzinseinnahmen enthalten, anderseits sei der tiefere Lebensstandard der Beschwerdeführerin massgeblich darauf zurückzuführen, dass sie durch den Umzug ihre Leistungsfähigkeit verminderte. Mit den verbleibenden Mitteln könne die Beschwerdeführerin den ungedeckten Teil der Unterhaltsbeiträge ihrer zwei vorehelichen Kinder von insgesamt Fr. 242.-- decken. Was die Wohnkosten angeht, konstatiert das Obergericht zunächst, dass die Beschwerdeführerin monatliche Miet- und Nebenkosten von Fr. 1'315.-- (50 % von Fr. 2'630.--) geltend mache und auch für C.________s Zimmer einen Miet- und Nebenkostenanteil im Betrag von Fr. 438.35 (16.66 % von Fr. 2'630.--) in Rechnung stelle. Die Vorinstanz erwägt, dass die glaubhaft gemachten Miet- und Nebenkosten von monatlich EUR 2'470.-- nur geringfügig über einem Drittel des monatlichen Einkommens der Beschwerdeführerin lägen, wenn man dem ausbezahlten Nettoeinkommen von EUR 4'296.17 die in Deutschland vorweg abgezogenen Beträge für Steuern und Krankenversicherung wieder hinzurechne. Hinsichtlich des Anteils für C.________s Zimmer gelte der Grundsatz, dass solche Kosten nicht berücksichtigt werden können, wenn der betreffende Elternteil das Kind nicht oder nicht wesentlich betreut. Umstände, welche die Berücksichtigung eines Wohnkostenanteils für C.________ rechtfertigen würden, seien weder dargetan noch ersichtlich. Der Wohnkostenanteil der beiden vorehelichen Kinder der Beschwerdeführerin belaufe sich nach deutschem Recht auf insgesamt EUR 235.20 und sei von den EUR 2'470.-- zu substrahieren. Bei einem Wechselkurs von Fr. 1.089 entspreche die Differenz von EUR 2'235.-- Fr. 2'434.--. In der Folge erinnert das Obergericht daran, dass der effektive Mietzins, falls er den wirtschaftlichen und persönlichen Verhältnissen nicht angemessen sei, nach Ablauf des nächsten Kündigungstermins auf ein orstübliches Normalmass herabzusetzen sei. Die Beschwerdeführerin habe in der Schweiz zwar in einer teuren 5.5-Zimmer-Wohnung gelebt. Dies sei jedoch die eheliche Wohnung gewesen. In U.________ wohne sie aktuell in einer 4.5-Zimmer-Wohnung mit 134 m2 Wohnfläche. Mit dem Umzug nach Deutschland habe sie einen tieferen Lohn und höhere Steuern in Kauf genommen, womit sich tiefere Wohnkosten rechtfertigen würden. Dies gelte umso mehr, als Unterhaltspflichtigen in Deutschland für das Wohnen monatlich EUR 430.-- (inkl. Nebenkosten) zugestanden würden. Mit Blick auf den überdurchschnittlichen Lohn der Gesuchstellerin erscheine vorliegend ein Wohnkostenanteil von Fr. 1'000.-- pro Monat angemessen; unter Berücksichtigung der Kündigungsmöglichkeit nach deutschem Recht sei dieser Betrag ab 1. Januar 2023 massgeblich.