Citation: U 438/06 14.03.2007 E. 3

Mit Blick auf die Aktenlage und die Parteivorbringen besteht kein Anlass, den vorinstanzlich in einlässlicher Würdigung der medizinischen Unterlagen in Erwägung gezogenen (teilweisen) natürlichen Kausalzusammenhang zwischen den Unfällen vom 3. März 1997, 10. April 2001 sowie dem 28. März 2003 und den über den 21. April 1997 hinaus fortdauernden, die Leistungsfähigkeit einschränkenden psychischen Beschwerden des Versicherten letztinstanzlich erneut der richterlichen Überprüfung zu unterziehen (BGE 110 V 48 E. 4b S. 53). Zu beurteilen bleibt die - einzig - umstrittene Adäquanz des Kausalzusammenhangs. 3.1 Dr. med. M.________ hält im psychiatrischen Gutachten vom 19. September 2003 ein mittelschweres depressives bzw. dysthymes Zustandsbild und eine in hohem Masse aggravierende Visualisierung des Invalidenstatus fest. Dabei seien die geklagten psychischen Beschwerden keine Folgen von HWS-Distorsionen, sondern eher auf eine depressive Entwicklung und ungünstige psychosoziale Faktoren zurückzuführen. Anlässlich der Untersuchung des Versicherten am 8. Januar 2003 diagnostiziert der Neurologe Dr. med. B.________ in seinem Gutachten vom 14. Februar 2003 ein chronisches, teilweise Analgetica induziertes craniocervikales Schmerzsyndrom sowie eine chronisch depressive Entwicklung mit multiplen funktionellen Organbeschwerden; eine organische Ursache sei nicht bekannt, die radiologischen und klinischen Untersuchungen ergäben unauffällige Befunde, so dass eine pathologische Schmerzverarbeitungsstörung in Betracht zu ziehen sei. Beide Ärzte schliessen leichte HWS-Distorsionen nicht aus, hingegen seien die geklagten psychischen Beschwerden nicht die Folge einer HWS-Distorsion (Dr. med. M.________), sondern stammten von einer erheblichen psychogenen Ausweitung auf der Basis einer chronisch depressiven Entwicklung (Dr. med. B.________). Auch Dr. med. C.________ diagnostizierte in der ärztlichen Abschlussuntersuchung vom 19. März 2002 keine HWS-Distorsion. Er zählte die Befunde der Rehabilitationsklinik D.________ auf, führt jedoch unter HWS Folgendes aus: "Die Beweglichkeit ist nicht eingeschränkt. Der Patient lässt die Bewegungsprüfung schlecht zu resp. berichtet relativ rasch über starke Bewegungsschmerzen. Eine periphere Neuropathologie kann nicht festgestellt werden." Selbst wenn im Sinne der Verwaltungsgerichtsbeschwerde zumindest teilweise die für ein HWS-Distorsionstrauma typische Symptomatik (dazu vgl. BGE V 117 359 E. 4b S. 360 [diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Übelkeit, Depression, Wesensveränderung, usw.]) bejaht wird, ist auf Grund der medizinischen Aktenlage, inbesondere dem psychiatrischen Gutachten unter Berücksichtigung der ganzen Entwicklung von den Unfällen bis zum Beurteilungszeitpunkt von einer sehr untergeordneten Rolle der physischen Anteile auszugehen, so dass die Adäquanz gemäss BGE 115 V 140 zu prüfen ist (E. 2.2). 3.2 Hinsichtlich der Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen den versicherten Unfällen und dem psychischen Gesundheitsschaden kann auf die Erwägungen des kantonalen Gerichts verwiesen werden. Dieses hat in Anwendung der unfallbezogenen Kriterien gemäss BGE 115 V 133 E. 6c/aa S. 140 mit überzeugender Begründung festgehalten, dass die als mittelschwer einzustufenden Ereignisse vom 3. März 1997, 10. April 2001 und vom 28. März 2003 erfahrungsgemäss nicht geeignet sind, eine psychische Fehlentwicklung zu verursachen. Was in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde dagegen eingewendet wird, ist unbehelflich. Der Unfallhergang aller drei Kollisionen kann nicht als besonders eindrücklich bezeichnet werden und ist objektiv nicht in besonderer Weise geeignet, eine psychische Beeinträchtigung auszulösen (Urteil U 424/04 des Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 5. Oktober 2005). So kann auch entgegen den Vorbringen des Versicherten nicht von körperlichen Dauerschmerzen gesprochen werden, jedenfalls nicht in ausgeprägter Weise. Bereits nach dem zweiten Unfall stellte der Psychiater Dr. K.________ von der Rehaklinik D.________ ein leichtes depressives Syndrom fest - dabei ist festzuhalten, dass der Versicherte nach dem ersten Unfall wieder zu 100 % arbeitete -, und nach dem dritten Bagatellunfall war eine Verschlechterung bzw. Destabilisierung der Psyche des Versicherten gegeben. Auch ein schwieriger Heilungsverlauf ist auszuschliessen, zumal die radiologischen wie auch klinischen Untersuchungen keine somatischen Befunde ergaben. Das Kriterium der Dauer und Schwere der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit ist demnach nicht ausgeprägt erfüllt. Für die nach dem Unfall aufgetretene psychische Fehlentwicklung ist daher mit der Vorinstanz der adäquate Kausalzusammenhang zu verneinen.