Citation: 1A.164/2002 10.09.2002 E. 4

Nach Art. 37 Abs. 1 IRSG besteht die Möglichkeit, die Auslieferung abzulehnen, wenn die Schweiz die Verfolgung der Tat oder die Vollstreckung des ausländischen Strafentscheides übernehmen kann und dies im Hinblick auf die soziale Wiedereingliederung des Verfolgten angezeigt erscheint. Das EAUe kennt jedoch keine vergleichbare Ablehnungsmöglichkeit: Verlangt der ersuchende Staat nicht die Übernahme der Strafverfolgung bzw. der Vollstreckung durch die Schweiz sondern die Auslieferung des Verfolgten, ist die Schweiz staatsvertraglich verpflichtet, diesem Begehren stattzugeben, sofern - wie hier - die Auslieferungsvoraussetzungen nach EAUe erfüllt sind. Sie kann sich nicht auf ihr innerstaatliches Recht, namentlich auf Art. 37 Abs. 1 IRSG, berufen, um sich dieser Verpflichtung zu entziehen (BGE 122 II 485 E. 3a und b S. 487 f.). Ein Gesuch Italiens um Übernahme der Strafvollstreckung in der Schweiz liegt nicht vor. Beim jetzigen Stand des Verfahrens besteht kein Anlass, dem Beschwerdeführer die Gelegenheit einzuräumen, ein entsprechendes Gesuch bei den italienischen Behörden anzuregen. Sein Eventualantrag auf Sistierung des Verfahrens ist daher abzuweisen