Citation: 2C_168/2017 E. 4.2.2

4.2.2. Solche anderen Gründe sind entgegen den Ausführungen von Vorinstanz und Beschwerdegegner vorliegend nicht ersichtlich: Für die Vorinstanz erscheint diesbezüglich die Begründung des Beschwerdegegners durchaus glaubhaft und nachvollziehbar, dass der Vater wegen der drohenden Rückwirkung der im Herbst 2011 lancierten Volksinitiative "Millionen-Erbschaften für unsere AHV besteuern (Erbschaftssteuerreform) " wie viele andere Personen in der Schweiz geprüft habe, ob er vor dem 1. Januar 2012 Schenkungen an seinen Sohn machen solle. Inwiefern diese Volksinitiative die gewählte Vorgehensweise begünstigt haben soll, bleibt allerdings nicht nachvollziehbar. Die Rückwirkungsklausel der Volksinitiative - die vom Volk am 14. Juni 2015 deutlich abgelehnt wurde - vermag zwar den gewählten Zeitpunkt der Schenkung auf den letztmöglichen Termin, den 31. Dezember 2011, hinreichend zu erklären, ändert aber nichts an der Tatsache, dass die Beteiligten die Schenkung auf eine absonderliche Weise abgewickelt haben. Die bereits erwähnte Rulinganfrage vom 3. Mai 2010 bringt nämlich wie ausgeführt zum Ausdruck, dass C.D.________ bereits damals und somit schon vor dem Verkauf der Aktien an die E.________ AG am 1. Januar 2011 die Absicht hegte, seinem Sohn die unentgeltliche Zuwendung zukommen zu lassen. Was die Beschwerdegegner als andere, nicht steuerlich motivierte Gründe für die gewählte Vorgehensweise anführen, überzeugt ebenso wenig: Unplausibel ist ihre Behauptung, dass die direkte Übertragung der Aktien vom Vater auf den Sohn (anstelle der tatsächlich gewählten Vorgehensweise) mangels Einigkeit nicht zustande gekommen sein soll. Es bleibt weder ersichtlich noch wird dargetan, worüber sich die Beteiligten denn nicht einig gewesen sein könnten. Vielmehr liegt es auf der Hand, dass die Beteiligten einzig nach einer steuerlich optimierten Vorgehensweise suchten. Nicht nachvollziehbar ist schliesslich, inwiefern die Beschwerdegegner mit dem abweichenden Vorgehen in erbrechtlicher Hinsicht ein anderes Ereignis erreicht haben sollen. Nach der unentgeltlichen Abtretung des Verkäuferdarlehens an den Sohn entstand erbrechtlich dieselbe Situation, wie sie bei einer Schenkung der Beteiligung an den Sohn und der anschliessenden Einbringung der Beteiligung gegen ein Verkäuferdarlehen in die E.________ AG entstanden wäre (vgl. Art. 630 Abs. 1 ZGB, der überdies dispositiver Natur ist).