Citation: 5D_81/2017 E. 3.3.2

3.3.2. In ihrer Argumentation übergeht die Beschwerdeführerin wesentliche Ausführungen des angefochtenen Urteils: Das Obergericht hat insbesondere darauf hingewiesen, dass sich der Beschwerdegegner in der Begründung seiner Berufung mit keinem Wort zu der von der Beschwerdeführerin verlangten Protokollberichtigung geäussert habe, die von der ersten Instanz mit einem Nichteintretensentscheid erledigt worden sei. Die Beschwerdeführerin legt vor Bundesgericht nicht substanziiert dar, inwiefern diese tatsächliche Feststellung nicht den Akten entsprechen und somit willkürlich sein soll. Ferner äussert sie sich auch nicht zur obergerichtlichen Erwägung, wonach der Nichteintretensentscheid (bezüglich der verlangten Protokollberichtigung) mit der Beschwerde gemäss Art. 319 lit. a ZPO anzufechten gewesen wäre. Sie hat damit der Schlussfolgerung des Obergerichts nichts entgegenzusetzen, wonach es mit dem Nichteintretensentscheid des erstinstanzlichen Gerichts sein Bewenden habe. Insbesondere gilt es in diesem Zusammenhang nicht zu übersehen, dass die Beschwerdeführerin den Nichteintretensentscheid betreffend die Protokollberichtigung nicht selbst mit Berufung (Art. 311 ff. ZPO) bzw. mit Beschwerde (Art. 319 lit. a ZPO) beim Obergericht angefochten hat, obwohl der Beschwerdegegner mit seiner Berufung die Abweisung beider Begehren der Beschwerdeführerin (Protokoll- und Urteilsberichtigung) verlangt hatte. In ihrer Berufungsantwort hatte die Beschwerdeführerin überdies lediglich beantragt, die Berufung des Beschwerdegegners sei abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden könne. Sie hat damit vor Obergericht nicht verlangt, die Sache sei zur Behandlung des Protokollberichtigungsgesuchs an die erste Instanz zurückzuweisen. Unter diesen Umständen war das Obergericht nicht gehalten, auf die Frage der Protokollberichtigung weiter einzugehen. Aus dem Grundsatz "iura novit curia" ergibt sich nichts zu Gunsten der Beschwerdeführerin. Von daher ist unter Willkürgesichtspunkten auch nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz auf die vorhandene Fassung des Protokolls abgestellt hat. Die Vorinstanz ist aufgrund des Vergleichs des Inhalts des Protokolls mit dem Dispositiv des Urteils zum Schluss gelangt, das Dispositiv entspreche inhaltlich dem Protokoll. Diese Schlussfolgerung vermag die Beschwerdeführerin nicht als willkürlich hinzustellen. Die Beschwerdeführerin äussert sich schliesslich auch nicht substantiiert zur Erwägung des Obergerichts, wonach im Rechtsmittelverfahren gegen das Urteil vom 15. September 2010 zu überprüfen gewesen wäre, ob die Erklärungen der Parteien anlässlich der Anhörung eine genügende Grundlage für den Entscheid des Gerichts gebildet hätten. Bei dieser Ausgangslage leuchtet nicht ein, inwiefern die Abweisung des Gesuchs um Berichtigung des Urteils als verfassungswidrig erscheint.