Citation: B 97/02 09.04.2003 E. 4

Das kantonale Gericht hat erwogen, der Kläger habe die entscheidenden Unterlagen zwar erst im Klageverfahren aufgelegt. Gemäss Art. 29.1 des Personalvorsorge-Reglements der Patria-Stiftung vom Januar 1996 hätten die Anspruchsberechtigten zur Begründung des Leistungsanspruchs die verlangten Dokumente einzureichen. Das Reglement verpflichte dazu, etwaige Fragen zum Leistungsanspruch zu beantworten und einer allfälligen Aufforderung zur Einreichung von Urkunden nachzukommen. Dem Kläger könne kein Vorwurf gemacht werden, dass er nach der ablehnenden Antwort der Patria-Stiftung vom 17. Januar 2002 - ohne vorgängig mit dieser zu verhandeln - Klage eingereicht habe. Unter Umständen hätte sich zwar ein Prozess vermeiden lassen, doch würde der Grundsatz der Unentgeltlichkeit des Verfahrens verletzt, wenn jedesmal leichtfertige oder mutwillige Prozessführung anzunehmen wäre, wenn die klagende Partei wichtige Urkunden erst vor dem Gericht einreiche. Die Patria-Stiftung wendet dagegen ein, gestützt auf das Reglement wäre der heutige Beschwerdegegner verpflichtet gewesen, ihr die für die Gehaltsberechnung relevanten Unterlagen unaufgefordert einzureichen und nicht bis zum Gerichtsverfahren damit zuzuwarten.