Citation: 2C_856/2018 E. 4.1

4.1. Nach Art. 43 Abs. 1 AIG haben ledige Kinder unter 18 Jahren von Personen mit Niederlassungsbewilligung Anspruch auf Erteilung und Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung, wenn sie mit diesen zusammenwohnen. Der Anspruch auf Familiennachzug muss bei Kindern über zwölf Jahren innerhalb von zwölf Monaten geltend gemacht werden, wobei diese Frist mit der Erteilung der Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung oder der Entstehung des Familienverhältnisses zu laufen beginnt (Art. 47 Abs. 3 lit. b AIG). Frühester Beginn des Fristenlaufs ist in jedem Fall der 1. Januar 2008, an dem das AIG in Kraft getreten ist (Art. 126 Abs. 3 AIG; AS 2007 5489). Weil der Beschwerdeführer bei der Prüfung seiner früheren Nachzugsgesuche nur über die Aufenthaltsbewilligung und nicht über die Niederlassungsbewilligung verfügte, richtete sich die Beurteilung dieser früheren Nachzugsgesuche nicht nach Art. 43 Abs. 1 AIG, sondern nach Art. 44 AIG. Im Unterschied zu Art. 43 Abs. 1 AIG statuiert Art. 44AIG keinen Anspruch auf Familiennachzug (BGE 137 I 284 E. 1.2 S. 287). Vielmehr "kann" den Ehegatten und ledigen Kindern unter 18 Jahren von Personen mit Aufenthaltsbewilligung eine Aufenthaltsbewilligung erteilt werden, wenn sie mit diesen zusammen wohnen (lit. a), eine bedarfsgerechte Wohnung vorhanden ist (lit. b) und sie nicht auf Sozialhilfe angewiesen sind (lit. c). Hinsichtlich der Fristen gilt die Regelung von Art. 47 AIG. Damit stellt sich die Frage, ob vorliegend mit dem Statuswechsel von der Aufenthaltsbewilligung zur Niederlassungsbewilligung und der damit verbundenen nachzugsrechtlichen Besserstellung des Beschwerdeführers eine neue Frist zu laufen begonnen hat, womit nach wie vor ein Anspruch auf den Nachzug der Kinder bestünde.