Citation: 2D_59/2009 17.05.2010 E. 2

2.1 Der direkten Bundessteuer als Einkommenssteuer natürlicher Personen unterliegen alle wiederkehrenden und einmaligen Einkünfte mit Ausnahme der Kapitalgewinne aus der Veräusserung von Privatvermögen (Art. 16 Abs. 1 und 3 DBG). Als steuerbare Einkünfte gelten namentlich das Einkommen aus unselbständiger und selbständiger Erwerbstätigkeit (Art. 17 und Art. 18 DBG). 2.2 Streitig ist hier, ob der Beschwerdeführer als Selbständigerwerbender Einkommen aus dem Betrieb eines Etablissements in A.________ erzielt hat, oder ob der Betrieb dieses Etablissements durch die Z.________ GmbH erfolgte, deren Gesellschafter und einziger Geschäftsführer der Beschwerdeführer war. Indem die Vorinstanz ausführte, es sei darüber zu befinden, ob das Einkommen des Beschwerdeführers aus unselbständiger oder selbständiger Erwerbstätigkeit resultierte, hat sie demnach die sich stellende Frage unrichtig umschrieben. Dies ist jedoch insofern irrelevant, als sie in der Folge festgestellt hat, es liege ein Einkommen des Beschwerdeführers aus selbständiger Erwerbstätigkeit vor, was gleichzeitig zur Folge hat, dass das fragliche Einkommen nicht der Gesellschaft des Beschwerdeführers zugeflossen ist. 2.3 Die Frage, ob der Beschwerdeführer oder dessen Gesellschaft das strittige Einkommen erzielt hat, bezieht sich auf die tatsächlichen Gegebenheiten (vgl. Markus Schott, in: Basler Kommentar, Bundesgerichtsgesetz, N 28 zu Art. 95; Hansjörg Seiler, Bundesgerichtsgesetz, Bern 2007, N 12 zu Art. 97). Es geht nicht darum, wem ein Einkommen rechtlich zuzurechnen ist, sondern um Feststellung, wer das fragliche Einkommen vereinnahmt hat. Dies bedeutet, dass eine Frage nach dem relevanten Sachverhalt vorliegt. Daran vermag nichts zu ändern, dass die Vorinstanz - fälschlicherweise - die Frage, wer das umstrittene Einkommen vereinnahmt hat, unter dem Aspekt der Abgrenzung zwischen selbständiger und unselbständiger Erwerbstätigkeit geprüft hat, und dass es sich bei dieser Abgrenzungsfrage um eine Rechtsfrage handeln würde. Massgebend ist vorliegend, dass die Vorinstanz zum Schluss kam, der fragliche Betrieb sei vom Beschwerdeführer persönlich betrieben worden und nicht durch die Z.________ GmbH (siehe E. 7 der angefochtenen Entscheide). 2.4 Die Vorinstanz führte aus, es sei in keiner Weise dargelegt, inwiefern der Beschwerdeführer in den Betrieb der Z.________ GmbH eingegliedert gewesen sein soll. Sie gehe davon aus, dass er in seiner Arbeitsweise und -gestaltung vielmehr frei und völlig eigenständig war und seine Tagesabläufe selbstbestimmt koordinieren konnte. Er sei von Anfang an, seit er - ähnlich einem Unternehmer - in A.________ tätig geworden war, auf eigene Rechnung und Risiko vorgegangen und unter Einsatz von Arbeitsleistung und Kapital in einer frei von ihm gewählten Organisation tätig gewesen. Die Steuerkommission habe zu Recht vorgebracht, der Betrieb sei im Jahre 2002 vom Beschwerdeführer persönlich betrieben worden und nicht durch die Z.________. Selbst wenn den Feststellungen der Vorinstanz - fälschlicherweise - Überlegungen zur Abgrenzung zwischen selbständiger und unselbständiger Erwerbstätigkeit zugrunde liegen und dementsprechend die Argumentation teilweise nicht stichhaltig ist, sind sie im Ergebnis nicht zu beanstanden und können jedenfalls nicht als offensichtlich unrichtig bezeichnet werden. Dies ergibt sich insbesondere daraus, dass die Vorinstanz die Darlegungen der Steuerkommission, wonach der Beschwerdeführer Einkommen aus der Beschäftigung von Frauen zwecks Ausübung der Prostitution erzielt und das fragliche Etablissement mit dem dazugehörigen Gewerbe auf eigene Rechnung geführt habe, was - unter anderem - durch die auf den Beschwerdeführer lautenden Mietverträge belegt werde, geprüft und für zutreffend befunden hat. Die vorinstanzlichen Feststellungen zum Sachverhalt sind angesichts der aktenkundigen Umstände nicht zu beanstanden. 2.5 Der Beschwerdeführer legt nicht substanziiert dar, dass die Sachverhaltsfeststellung durch die Vorinstanz offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruht. Er vertritt zwar einen anderen Standpunkt, indem er ausführt, es verstehe sich von selbst, dass kein Inhaber einer GmbH mittels der Gesellschaft eine Bar/Restaurationsunternehmung betreibe und zusätzlich im gleichen Betrieb für die gleiche Tätigkeit eine selbständige Erwerbstätigkeit ausübe. Mit der blossen Bestreitung bzw. mit der Wiedergabe des eigenen, davon abweichenden Standpunktes ist jedoch nicht dargetan, dass die tatsächlichen Feststellungen der Vorinstanz unrichtig sind. Daran vermögen auch die Erklärungen des Beschwerdeführers, weshalb die fraglichen Mietverträge auf ihn und nicht auf die angebliche Betreibergesellschaft Z.________ GmbH lauteten, nichts zu ändern. Sein Einwand, Mietverträge mit der GmbH seien wertlos, ist unbehelflich, da sich die Parteien in diesem Gewerbe mit hohen Depotleistungen und dergleichen gegen das Inkassorisiko absichern würden. Abgesehen davon wäre dem Beschwerdeführer aufgrund der abgeschlossenen Mietverträge und gestützt auf Art. 262 OR auf jeden Fall zumindest die Untervermietung der fraglichen Räumlichkeiten an seine Gesellschaft offen gestanden.