Citation: 4A_615/2018 E. 2

Die Vorinstanz erwog, der Beschwerdeführer habe im Zeitpunkt der Einreichung des Ausweisungsgesuchs die Wohnung bereits vollständig geräumt und einwandfrei gereinigt verlassen. Die Schlüssel hätten sich im Herrschaftsbereich der Beschwerdegegnerin befunden. Der Beschwerdeführer habe daher kein aktuelles und praktisches Interesse an der Aufhebung oder Änderung der Dispositivziffern 1 und 2 des Ausweisungsentscheids. Die Voraussetzungen für einen ausnahmsweisen Verzicht auf die Aktualität des Rechtsschutzinteresses seien nicht erfüllt. Folglich sei auf die Beschwerde gegen den Ausweisungsentscheid mangels eines schutzwürdigen Interesses nicht einzutreten. Einzutreten sei aber auf die Beschwerde gegen den erstinstanzlichen Kostenentscheid. Die Vorinstanz kam bezüglich dem Kostenentscheid zum Schluss, dass die Verfügung der Erstinstanz vom 15. Juni 2018 dem Beschwerdeführer nie zugestellt worden sei. Die Publikation im Kantonsblatt habe keine Zustellung bewirkt, da die Voraussetzungen für eine öffentliche Bekanntmachung nicht erfüllt gewesen seien. Die Erstinstanz habe dem Beschwerdeführer daher keine Möglichkeit zur Äusserung zum Ausweisungsgesuch der Beschwerdegegnerin gewährt und die Behauptungen der Beschwerdegegnerin zu Unrecht als unbestritten ihrem Entscheid zugrunde gelegt. Damit habe die Erstinstanz den Anspruch des Beschwerdeführers auf rechtliches Gehör verletzt. Schwerwiegende Verfahrensmängel vor der ersten Instanz stellten regelmässig einen Rückweisungsgrund dar. Im vorliegenden Fall könne jedoch ausnahmsweise ein reformatorischer Kostenentscheid gefällt werden. Da der Zweck des Ausweisungsgesuchs im Zeitpunkt seiner Einreichung bereits vollständig erfüllt gewesen sei, hätte die Erstinstanz darauf mangels Rechtsschutzinteresses nicht eintreten dürfen. Bei einem Nichteintretensentscheid würden die Prozesskosten der Beschwerdegegnerin als Gesuchstellerin auferlegt. Die Gerichtskosten des erstinstanzlichen Verfahrens seien folglich von der Beschwerdegegnerin zu tragen. Im erstinstanzlichen Verfahren sei der Beschwerdeführer nicht anwaltlich vertreten gewesen. Er habe seinen Rechtsvertreter erst für das Ersuchen um schriftliche Begründung des angefochtenen Entscheids beigezogen und stellte erst darin ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege. Folglich komme für das erstinstanzliche Verfahren weder eine Parteientschädigung noch die unentgeltliche Verbeiständung in Betracht. Für das kantonale Beschwerdeverfahren sei das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege abzuweisen.