Citation: I 516/03 04.05.2004 E. 4.2

4.2.1 Angesichts der Aussagen der Versicherten gegenüber der Berufsberaterin und dem Sachverhalt, wie er sich aufgrund des IK-Auszuges darstellt, ist tatsächlich nicht davon auszugehen, dass die Beschwerdegegnerin als Gesunde einer Vollzeittätigkeit als kaufmännische Angestellte nachgehen würde. Sie ist daher auch für den hier relevanten Zeitraum ab Dezember 2001 als Teilerwerbstätige zu qualifizieren. Da die angegebenen übrigen Verrichtungen (Pflegen von Hobbys, Besuch von Weiterbildungskursen aller Art, unentgeltliche Mithilfe in wohltätigen Organisationen) nicht als Tätigkeit im andern Aufgabenbereich im Sinne von Art. 5 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 27 IVV zu werten sind, kommt hier mit der Vorinstanz nicht die gemischte, sondern die Einkommensvergleichsmethode zu Anwendung. 4.2.2 Nicht gefolgt werden kann der Argumentation der Beschwerdeführerin. Der Validenlohn ist nicht ein historischer, sondern ein hypothetischer Lohn in der Gegenwart und Zukunft. Es geht daher nicht an, einen zehn Jahre zurückliegenden Verdienst als Grundlage für die Gegenwart heranzuziehen. Vorliegend ist zudem zu beachten, dass der damalige Lohn für eine Halbtagesstelle, also für ein Pensum von 50 % ausgerichtet worden war. Rechnete man diesen auf das Jahr 2002 und auf ein Pensum von 80 % hoch, würden Fr. 59'856.- resultieren. Die Ermittlung des im Gesundheitsfall von einem Versicherten erzielbaren Einkommens hat indessen so konkret wie möglich zu erfolgen. Vorliegend bedeutet dies, dass die Beschwerdegegnerin, welche gemäss ihrem Lebenslauf seit Ausbildungabschluss eine sehr vielfältige berufliche Laufbahn zeigte, über ihre beruflichen Pläne ohne gesundheitliche Beeinträchtigung hätte befragt werden müssen. Auffallend ist, dass sie ihre Ausbildung als Spielgruppenleiterin bereits einen Monat nach Ausbruch des Gesundheitsschadens aufnahm. Es ist daher unter anderem abzuklären, ob sie diese Ausbildung unabhängig vom Gesundheitsschaden geplant hatte. Aufgrund der durch die weiteren Abklärungen erhaltenen Erkenntnisse ist das Valideneinkommen zu bestimmen. Nur wenn es nicht mehr möglich erscheint, diesen hypothetischen Wert so genau wie möglich zu beziffern, kann auf allgemeine Erfahrungswerte, wie sie sich zum Beispiel aus der Lohn- und Gehaltserhebung des Bundesamtes für Statistik (LSE) ergeben, abgestellt werden. 4.3 Zusammenfassend ergibt sich, dass nicht nur der Gesundheitszustand der Versicherten ab Dezember 2001 abgeklärt werden muss, sondern dass es auch zur Ermittlung des Valideneinkommens weiterer Erhebungen der Beschwerdeführerin bedarf. Das kantonale Gericht hat die Verfügung vom 23. Juli 2002 daher zu Recht aufgehoben und die Sache an die IV-Stelle zurückgewiesen.