Citation: 6B_966/2022 E. 3.4.6

3.4.6. Schliesslich kritisiert der Beschwerdeführer die vorinstanzliche Würdigung, wonach keine Gründe für eine Falschbelastung ersichtlich seien. Er argumentiert, die Beschwerdegegnerin 2 habe mehrfach gesagt, dass sie ihn hasse und sie für ihn die Maximalstrafe verlange. Auch objektiv habe sie kein geringes Motiv, da er immerhin versucht habe, sie zu töten (vgl. Beschwerde S. 16). Die Vorinstanz führt hierzu nachvollziehbar aus, die von der Beschwerdegegnerin 2 während des Verfahrens und mit der Forderung nach der Höchststrafe verbundene Gefühlslage habe offensichtlich bereits vor dem Tötungsversuch bestanden. Das Bild der Beschwerdegegnerin 2 vom Beschwerdeführer habe sich nach dem Vorfall nicht geändert und habe keine Auswirkungen auf ihr Aussageverhalten gehabt (Urteil S. 10 f.). Diese Würdigung ist unter Willkürgesichtspunkten ebenso wenig zu beanstanden, wie die Einschätzung, die Forderung nach der Maximalstrafe sei in Anbetracht des Erlebten verständlich und für die Würdigung der Aussagen der Beschwerdegegnerin 2 betreffend den Vergewaltigungsvorwurf irrelevant. Es ist weder willkürlich noch lebensfremd, wenn die Vorinstanz zur Begründung ausführt, als die Beschwerdegegnerin 2 die entsprechende Aussage im Zusammenhang mit dem Tötungsversuch zu Protokoll gegeben habe, sei der Vorwurf der Vergewaltigung noch gar nicht Gegenstand des Verfahrens gewesen (Urteil S. 11 und 13). Ferner führt die Vorinstanz betreffend einer allfälligen Falschbelastung aus, die Beschwerdegegnerin 2 habe bereits an ihrer ersten Einvernahme erklärt, dass es sexuelle Übergriffe gegeben habe, sie aber nicht darüber reden wolle. Erst mehrere Monate später habe sie sich gegenüber der Staatsanwaltschaft bereit erklärt, Aussagen zu machen, und habe diese damit eingeleitet, dass es für sie schwierig sei, darüber zu sprechen. Dieses Aussageverhalten widerspiegle ihre Mühe, über sexuelle Kontakte mit dem Beschwerdeführer zu sprechen, und stehe der Auffassung der ersten Instanz, wonach sie zielgerichtet ausgesagt habe, entgegen. Es treffe nicht zu, dass sie aufgrund des Vorfalls vom 30. Juli 2016 nachträglich sämtliche sexuellen Kontakte mit dem Beschwerdeführer als ungewollt und missbräuchlich wahrgenommen haben wolle. Sie habe ihrer Arbeitskollegin bereits vor diesem Tag bzw. schon vor der Trennung von ungewollten sexuellen Kontakten mit dem Beschwerdeführer erzählt. Es sei für sie, so die Vorinstanz weiter, nicht einzusehen, weshalb die Beschwerdegegnerin 2 den Vorwurf der mehrfachen Vergewaltigung erfunden haben sollte. Einerseits wäre in diesem Fall zu erwarten, dass sie anderweitige Vorwürfe erhoben hätte, die keinen Bezug zur für sie offensichtlich mit Scham verbundenen Sexualität aufweisen würden. Andererseits hätte sie mit allergrösster Wahrscheinlichkeit die erste Gelegenheit zum Erheben der Vorwürfe genutzt, anstatt Andeutungen zu machen und auf diese erst später einzugehen. Ferner wäre es angesichts des damals bereits im Raum stehenden, äusserst schwerwiegenden Vorwurfs des versuchten Mordes auch nicht nötig gewesen, weitere Vorwürfe zu erfinden, um den Beschwerdeführer zusätzlich zu belasten (Urteil S. 13). Mit diesen vorinstanzlichen Ausführungen setzt sich der Beschwerdeführer nicht auseinander und zeigt folglich nicht auf, dass bzw. inwiefern die vorinstanzliche Einschätzung, wonach keine Gründe für eine Falschbelastung ersichtlich seien, schlechterdings unhaltbar ist.