Citation: 4P.1/2006 06.04.2006 E. 3

3. Im Weiteren bemängelt die Beschwerdeführerin die Berechnung des Haushaltsschadens. 3.1 Dem Entscheid des Obergerichts ist zu entnehmen, dass zwei vom Amtsgericht eingeholte Gutachten vorlagen, die sich über das Ausmass der Invalidität der Beschwerdeführerin bei der Haushaltführung aussprachen. Das erste, ein neurologisches Gutachten, attestiert der Beschwerdeführerin eine maximal 40-50%ige Beeinträchtigung, die sich allerdings lediglich bei schweren körperlichen Arbeiten wie Reinigen, Wäschekorb tragen, Wäsche aufhängen auswirkt. Das zweite, ein psychiatrisches Gutachten, schätzt die erhaltene Arbeitsfähigkeit als Hausfrau auf 50 %. Das Obergericht übernahm die aus den einschlägigen SAKE-Tabellen gewonnene Feststellung des erstinstanzlichen Gerichts, wonach der Anteil körperlich schwerer Haushaltarbeit am Gesamtaufwand rund 50 % ausmacht. Bei einer höchstens 50 % betragenden Arbeitsunfähigkeit für derartige Arbeiten schloss das Obergericht gleich wie dessen Vorinstanz auf eine 25%ige Haushaltinvalidität der Beschwerdeführerin. Es lehnte deren Antrag, entsprechend der Haushaltabklärung der IV-Stelle auf eine Einschränkung im Haushalt von 47 % zu erkennen, mit der Begründung ab, die Feststellungen der IV-Stelle seien für den Zivilrichter nicht bindend. Zudem liege der Abklärungsbericht nicht bei den Akten, sondern einzig die Zusammenfassung der Invaliditätsbemessung der IV-Stelle Luzern. Den Antrag der Beschwerdeführerin, ein Haushaltgutachten anzuordnen, lehnte das Obergericht ab, weil die Beschwerdeführerin nicht im einzelnen dargelegt habe, welche Haushaltsarbeiten durch die unfallbedingten Beeinträchtigungen erschwert oder verunmöglicht worden seien. 3.2 Die Beschwerdeführerin wirft dem Obergericht als willkürliche Beweiswürdigung vor, dass es bei der Beurteilung des Ausmasses ihrer Behinderung bei der Arbeit im Haushalt das Gutachten des Psychiaters ohne jegliche Begründung unbeachtet liess. Der Psychiater habe entgegen dem Neurologen eine Gesamtbeurteilung vorgenommen und nicht nach leichten und schweren Arbeiten unterschieden. 3.3 In der Tat hat das Obergericht das psychiatrische Gerichtsgutachten in seinem Urteil wiedergegeben, aber bei der Bemessung der Haushaltinvalidität nicht gewürdigt. Es hielt fest, der Experte habe bei der Beschwerdeführerin eine Persönlichkeitsänderung bei chronischem Schmerzsyndrom diagnostiziert, welche die aus somatischen Gründen angenommene Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit zweifellos erhöhe. Bei der komplexen Sachlage sei es nicht möglich, die einzelnen Komponenten des Leidens anteilsmässig auseinander zu dividieren und die durch eine psychische Symptomatik bewirkte Arbeitsunfähigkeit numerisch festzulegen. Insgesamt schätzte der psychiatrische Experte die Arbeitsunfähigkeit als Hausfrau auf etwa 50 %. Darüber hinaus geht nach den Feststellungen des Obergerichts aus dem Gutachten hervor, dass die Beschwerdeführerin an Migräneattacken leidet, welche unvorhersehbar und anfallsweise auftreten. Sie ist seit dem Unfall in ihrer Lebensführung extrem durch ihr physisches Leiden eingeschränkt, zeigt nur noch wenig Initiative und ist oft unverhältnismässig reizbar. 3.4 Mit dieser Beurteilung setzt sich das Obergericht nicht eingehend auseinander. Wenn es ausführt, für schwere Arbeiten bestehe nach übereinstimmender Auffassung der Gutachter maximal eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit, greift dies zu kurz, denn anders als die im neurologischen Gutachten beschriebene Symptomatik wirkt sich die vom Psychiater beschriebene nicht lediglich auf schwere körperliche Arbeiten aus. Wird diese Tatsache berücksichtigt, führt dies zwangsläufig zu einer Erhöhung des vom Obergericht angenommenen Invaliditätsgrades von 25 %. Woraus sich ergeben sollte, dass auch die im psychiatrischen Gutachten festgestellte Arbeitsunfähigkeit nur für schwere Arbeiten besteht, oder weshalb eine Beeinträchtigung bei leichten Arbeiten nicht zu berücksichtigen wäre, wird im Urteil nicht dargelegt und ist nicht nachvollziehbar. Da auch die IV-Stelle Luzern gemäss der aktenkundigen Zusammenfassung der Invaliditätsbemessung mit einer Einschränkung von 47 % im Haushalt zum praktisch gleichen Ergebnis wie der psychiatrische Experte gelangt, ist das angefochtene Urteil in dieser Hinsicht sowohl in der Begründung als auch im Ergebnis unhaltbar, die Willkürrüge begründet.