Citation: 2C_671/2020 E. 5.4

5.4. Was das Vorliegen einer Scheinehe betrifft, erwog die Vorinstanz, dass der Beschwerdeführer und seine Ehefrau zwar die Umstände des Kennenlernens und der Eheschliessung weitgehend übereinstimmend geschildert und auch zutreffend über die jeweilige Anzahl Geschwister berichtet hätten; zudem habe der Beschwerdeführer das Geburtsdatum der Tochter seiner Ehefrau angeben können. Auch in einzelnen weiteren Punkten hätten die Ehegatten zutreffende Angaben übereinander gemacht: So habe etwa die Ehefrau berichtet, dass der Beschwerdeführer Reis und Poulet möge, jedoch kein Schweinefleisch esse und keinen Alkohol trinke; der Beschwerdeführer habe zutreffend erzählt, dass seine Ehefrau gerne Latinomusik höre. Dass der Beschwerdeführer als Muslim kein Schweinefleisch esse und keinen Alkohol trinke, liege jedoch ebenso nahe, wie die Tatsache, dass die Ehefrau als gebürtige Dominikanerin gerne Latinomusik höre. Die wenigen zutreffenden Angaben vermöchten jedenfalls nicht zu entkräften, dass den Eheleuten jeweils elementare Kenntnisse über den anderen gefehlt hätten. So sei nicht nachvollziehbar, dass der Beschwerdeführer nicht gewusst habe, ob seine Ehefrau tätowiert sei, wo sich ihr Arbeitsort befinde und wie hoch ihr Einkommen sei. Die Ehegatten hätten sodann unterschiedliche Angaben darüber gemacht, ob sie über ein gemeinsames Bankkonto verfügten. Wenig plausibel sei auch, dass der Beschwerdeführer nichts von den zahlreichen gegen seine Ehefrau gerichteten Betreibungen gewusst habe, zumal die Ehefrau ausgeführt habe, sie hätten es aufgrund dieser Schuldensituation schwierig gehabt, eine Wohnung zu finden. Sodann sei dem Beschwerdeführer nicht bekannt gewesen, dass für die gemeinsame Wohnung zum Zeitpunkt der Befragung kein Mietvertrag bestanden habe, obwohl er seiner Ehefrau eigenen Angaben zufolge dafür monatlich Fr. 500.-- überwiesen habe; er habe ferner auch nicht gewusst, ob das Zimmer, in dem sie zu jener Zeit angeblich gemeinsam gewohnt hätten, mit einem Holz-, einem Plattenboden oder einem Teppich ausgestattet gewesen sei. All diese Ungereimtheiten liessen darauf schliessen, dass keine echte gelebte eheliche Gemeinschaft bestanden habe. Erhärtet werde diese Annahme dadurch, dass der Beschwerdeführer bei zwei Polizeikontrollen an der ersten gemeinsamen Wohnadresse am C.________weg xxx in U.________ nicht habe angetroffen werden können, und auch die Vermieterin bei der ersten Wohnungskontrolle nicht gewusst habe, wer der Beschwerdeführer sei. Als die Polizei den Beschwerdeführer in die spätere gemeinsame Wohnung am D.________platz yyy in U.________ begleitet habe, sei sodann aufgefallen, dass der Beschwerdeführer nicht die geringste Vorstellung davon gehabt habe, wie die Wohnungstüre sich hätte öffnen lassen (Badge-System). Sodann habe der Beschwerdeführer nicht gewusst, wo in dieser Wohnung sich das Geschirr, die Putzutensilien und seine eigene Kleidung befunden hätten. In der Wohnung seien auch keine Dokumente des Beschwerdeführers auffindbar gewesen; diese seien vielmehr am 3. Juli 2017 anlässlich einer in anderem Zusammenhang durchgeführten Hausdurchsuchung an der E.________strasse zzz in U.________ in einem Koffer vorgefunden worden, den der Beschwerdeführer damals bei sich geführt habe. Die in diesem Zusammenhang vom Beschwerdeführer vorgebrachten Erklärungsversuche seien nicht nachvollziehbar. Der Aufenthalt des Beschwerdeführers mit gepacktem Koffer und Dokumenten in einer fremden Wohnung, seine beträchtliche Unkenntnis der Verhältnisse in der zweiten ehelichen Wohnung, die Tatsache, dass auch bezüglich der ersten gemeinsamen Wohnung mehrere Hinweise bestünden, dass der Beschwerdeführer nie dort gelebt habe, sowie das Fehlen elementarer Kenntnisse über die Lebensumstände der Ehefrau belegten, dass der Beschwerdeführer und seine Ehefrau nie ein eheliches Zusammenleben aufgenommen hätten. Es sei deshalb von einer Scheinehe auszugehen.