Citation: 1C_305/2018 E. 3

Nach ständiger Rechtsprechung ist Inhaber, wer die tatsächliche Herrschaft über eine Sache hat, die nach Art. 7 Abs. 6 USG als Abfall gilt. Die tatsächliche Herrschaft liegt im faktischen Vermögen, die Sache - ohne Rücksicht auf Recht oder Unrecht - zu verwenden, zu verändern, zu zerstören, zu behalten oder weiterzugeben (BGE 118 Ib 407 E. 3c S. 411; 119 Ib 492 E. 4b/cc S. 502). Nicht erforderlich ist, dass der Inhaber im zivilrechtlichen Sinn Eigentümer oder Besitzer der Abfälle ist (WAGNER PFEIFER, Umweltrecht, Besondere Regelungsbereiche, Zürich 2013, Rz. 533). Grundsätzlich spielt es auch keine Rolle, ob der Inhaber für die Entstehung der Abfälle verantwortlich ist (vgl. Urteil 1A.222/2005 vom 12. April 2006 E. 5.1 mit Hinweisen und E. 5.3, in: URP 2006 S. 730; RDAF 2007 I S. 499 zum Mieter als Inhaber von Abfällen, die vom früheren Grundstückseigentümer stammen; zu Ausnahmen vgl. unten E. 4.1).