Citation: 1P.467/2003 27.11.2003 E. 6.5

6.5.1 Das Obergericht schenkte auch den Schilderungen des Beschwerdeführers hinsichtlich eines Vorfalls am 3. März 2002 keinen Glauben. Danach soll die Geschädigte um ca. 18 Uhr, als der Beschwerdeführer die Kinder vom Besuchstag zurückbrachte, mit ihrem Liebhaber in der Küche Geschlechtsverkehr gehabt haben. Nachdem die Mutter nicht geöffnet habe, habe die Nachbarin aufgeschlossen, worauf der älteste Sohn die Mutter und ihrern Liebhaber nackt in der Wohnung gesehen habe. Obwohl die Aussagen des Beschwerdeführers von dessen damaliger Freundin bestätigt werden, erscheint es dem Obergericht merkwürdig, dass er 20 Minuten draussen gewartet haben soll, bis die Nachbarin den Kindern die Wohnung geöffnet hatte, statt die Ehefrau mit seinem Handy anzurufen. Es sei unwahrscheinlich, dass die Geschädigte in jenem Zeitpunkt, da sie die Kinder zurück erwartet habe, Geschlechtsverkehr gehabt habe. Nach Auffassung des Obergerichtes hätte der Beschwerdeführer die Kinder in einem solchen Augenblick kaum einfach zurück ins Haus geschickt und hätte mit einem Anruf nicht bis zu Hause gewartet, respektive erst unterwegs telefoniert. 6.5.2 Wenn das Obergericht die Schilderungen des Beschwerdeführers für nicht glaubhaft hält, ist darin keine willkürliche Beweiswürdigung zu erblicken. Was der Beschwerdeführer dagegen vorbringt, vermag nicht aufzuzeigen, inwiefern die Beurteilung des Obergerichtes stossend sein soll. Insbesondere aufgrund des Umstandes, dass der Beschwerdeführer 20 Minuten draussen gewartet und erst auf dem Heimweg angerufen haben soll, durfte das Obergericht erhebliche Zweifel an dessen Darstellung des Vorkommnisses haben.