Citation: 1C_548/2023 E. 3.3.2

3.3.2. Die Beschwerdeführenden machen geltend, in ihrem gegenwärtigen Zustand erfülle die Anbaute auf der Liegenschaft des Beschwerdegegners die Voraussetzungen und reiche folglich bis auf 1.50 m an ihre Liegenschaft heran. Mit dem geplanten Terrassengeländer würde die Anbaute jedoch zweigeschossig, 3.47 m hoch, über 50 m2 gross und nicht nur Nebennutzflächen enthalten, womit die Voraussetzungen für eine Abstandsprivilegierung gemäss Art. 51 Abs. 4 RBG/GL nicht mehr gegeben wären und der ordentliche Grenzabstand von 4.00 m eingehalten werden müsste. Die Anbaute sei ein einziger Baukörper, der gesamthaft sämtliche Voraussetzungen erfüllen müsse. Es spiele daher keine Rolle, ob die Terrasse auf der gesamten Anbaute oder nur auf einem Teil derselben errichtet würde. Eine Gliederung der Anbaute in verschiedene Bereiche oder Teile sei nicht möglich. Würde das geplante Bauvorhaben ausgeführt, würde der fragliche Baukörper nicht mehr als Anbaute gelten. Inwiefern die vorliegend einschlägigen Bestimmungen des kantonalen und kommunalen Rechts (vgl. oben E. 3.1) nur diese Auffassung der Beschwerdeführenden, nicht aber diejenige der Vorinstanz zulassen sollen, geht aus deren Vorbringen nicht schlüssig hervor (vgl. auch nachfolgende Erwägungen). Damit aber vermögen sie keinen Verstoss gegen das Willkürverbot (Art. 9 BV) darzutun, zumal ein solcher nicht bereits dann vorliegt, wenn auch eine andere Auffassung als vertretbar erscheint (vgl. oben E. 2.1). Dass hier eine "fiktive Abgrenzung" gezogen würde, nur um den Beschwerdegegner möglichst zu begünstigen, ist nicht erkennbar.