Citation: 2A.11/2002 11.02.2002 E. 2

2.- Die Beschwerdeführerin wendet ein, sie habe in diesem Zeitpunkt keine Kenntnis von der Möglichkeit einer steuerneutralen Übertragung des Liquidationsgewinnes im Rahmen einer Ersatzbeschaffung gehabt. Obschon sie sich durch namhafte Treuhandbüros habe beraten lassen, sei sie nie auf diese Möglichkeit aufmerksam gemacht worden. Der Einwand ist unbehelflich. Rechtsunkenntnis des Steuerpflichtigen ist (wie auch die falsche Rechtsanwendung durch die Behörde) kein Revisionsgrund. Das Gesetz verlangt "zumutbare Sorgfalt" (Art. 147 Abs. 2 DBG). Nachdem die Vertreterin der Beschwerdeführerin von der Eröffnung der neuen Modeboutique Kenntnis hatte, lag es an ihr, allenfalls vorhandene steuerrechtliche Möglichkeiten auszuschöpfen. Wenn die Steuervertreterin das versäumte, wie die Beschwerdeführerin behauptet, hätte die Beschwerdeführerin sich deren Verhalten anrechnen zu lassen. Es würde dem Zweck der Revision widersprechen, nachträglich eine Überprüfung der Veranlagung zu gestatten, welche die Vertreterin der Steuerpflichtigen absichtlich oder in Unkenntnis der Rechtslage im ordentlichen Verfahren geltend zu machen unterliess. Aus dem gleichen Grund können auch mangelnde Rechtskenntnis oder Rechtsirrtum nicht revisionsweise berücksichtigt werden.