Citation: 4A_298/2019 E. 9.1

9.1. Die Vorinstanz erwog, bei der (auf Position 6 der "order confirmation" gestützten) Forderung gehe es um die Entsorgung von Abfällen, die im Rahmen der "pre-acceptance trials" angefallen seien. Der Vertrag enthalte keine explizite Regel, wann die Entsorgung hätte durchgeführt werden müssen. Eine sinngemässe Anwendung von Art. 75 OR deute aber darauf hin, dass dies sofort nach Durchführung der Tests hätte geschehen sollen, zumal es sich gemäss den unbestrittenen Angaben der Beschwerdegegnerin zumindest teilweise um umweltgefährdende Stoffe gehandelt habe. Weshalb mit der Entsorgung zwingend bis zur Durchführung erfolgreicher Tests hätte zugewartet werden müssen - wie die Beschwerdeführerin geltend gemacht habe - sei nicht ersichtlich und werde von ihr auch nicht dargelegt. Hinzu komme, dass es sich nach unbestrittener Darstellung der Beschwerdegegnerin um Abfälle gehandelt habe, also Produkte bzw. Bestandteile, die für weitere Tests nicht mehr hätten verwendet werden können. Die Beschwerdegegnerin belege sodann ihre Aufforderung gegenüber der Beschwerdeführerin, die Entsorgung vorzunehmen. Nachdem die Beschwerdeführerin dies zu Unrecht verweigert habe, sei die Beschwerdegegnerin ohne Weiteres zur Ersatzvornahme berechtigt gewesen.