Citation: 8C_61/2009 25.03.2009 E. 5

5.1 Die Festlegung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn beschlägt eine typische Ermessensfrage und ist im Lichte der Kognitionsbefugnis (Art. 95 und Art. 105 BGG) letztinstanzlicher Korrektur nur dort zugänglich, wo das kantonale Gericht das Rechtsermessen rechtsfehlerhaft ausgeübt hat, also bei Ermessensüberschreitung, -missbrauch oder -unterschreitung (BGE 132 V 393 E. 2.2 und 3.3 S. 396 und 399). Dies gilt auch auf dem Gebiet der Geldleistungen der Militär- und Unfallversicherung (Urteil 8C_664/2007 vom 14. April 2008, E. 8.1). Ermessensmissbrauch im Besonderen ist gegeben, wenn die Behörde zwar im Rahmen des ihr eingeräumten Ermessens bleibt, sich aber von unsachlichen, dem Zweck der massgebenden Vorschriften fremden Erwägungen leiten lässt oder allgemeine Rechtsprinzipien, wie das Verbot von Willkür und von rechtsungleicher Behandlung, das Gebot von Treu und Glauben sowie den Grundsatz der Verhältnismässigkeit verletzt (BGE 130 III 611 E. 1.2 S. 615 und 123 V 150 E. 2 S. 152, je mit Hinweisen). 5.2 Da der mit Blick auf die Behinderung zu gewährende Abzug nicht schematisch, sondern in Berücksichtigung der gesamten Umstände und nur dann vorzunehmen ist, wenn im Einzelfall Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten kann, braucht hier der von der Rechtsprechung in anderen Fällen gewährte Abzug nicht näher analysiert zu werden und ist auch auf die in der Beschwerdeschrift erwähnten Urteile nicht weiter einzugehen. Zweck des Abzuges ist es, ausgehend von statistischen Werten ein Invalideneinkommen zu ermitteln, welches der im Einzelfall zumutbaren erwerblichen Verwertung der noch möglichen Verrichtungen im Rahmen der (Rest-)Arbeitsfähigkeit am besten entspricht. Massgebend ist der Einfluss der leidensbedingten Einschränkung, von Lebensalter, Anzahl Dienstjahren, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad auf das Invalideneinkommen (BGE 126 V 75 E. 5b/aa S. 79). 5.3 Dem Alter kommt beim Beschwerdeführer mit Jahrgang 1961 noch keine wesentliche Bedeutung zu. Die Relevanz der Dienstjahre nimmt im privaten Sektor ab, je niedriger das Anforderungsprofil ist, weshalb sich dieser Aspekt für den Versicherten kaum nachteilig auswirkt. Nationalität und Aufenthaltskategorie spielen beim schweizerischen Staatsangehörigen ebenfalls keine Rolle. 5.4 Die gesundheitlichen Einschränkungen hat die Vorinstanz in Nachachtung der Zumutbarkeitsbeurteilung der Ärzte der Rehaklinik X.________ mit der Anerkennung eines auf 35 Wochenstunden reduzierten Pensums ausreichend berücksichtigt. Sie können daher nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen, da sich damit eine doppelte Anrechnung derselben Gesichtspunkte ergäbe. Anders stellte sich die Rechtslage nur dann dar, wenn über das massgebende Beschäftigungspensum hinaus zusätzlichen Einschränkungen Rechnung zu tragen oder wenn die funktionelle Einschränkung ihrer besonderen Natur nach nicht ohne weiteres mit den Anforderungen vereinbar wäre, wie sie sich aus den gewöhnlichen betrieblichen Abläufen ergeben. So verhält es sich mit Blick auf das medizinische Zumutbarkeitsprofil vorliegend jedoch nicht. Da die Pensenreduktion wegen der verletzungsbedingt notwendigen Pausen faktisch einer Teilzeitbeschäftigung gleich kommt und der vorinstanzlich auf 5% veranschlagte Abzug vom Tabellenlohn nach dem Gesagten nicht die unmittelbar leidensbezogenen arbeitsmarktlichen Nachteile umfassen kann, ist er dem Kriterium des reduzierten Beschäftigungsgrades zuzurechnen. Männer mit einem Beschäftigungsgrad von maximal 89% werden, verglichen mit Männern, welche ein Vollzeitpensum ausüben, gemäss LSE 2006 (Tabelle T2* S. 16) auf dem Anforderungsniveau 4 überproportional tiefer entlöhnt. Anders verhält es sich mit Bezug auf das Anforderungsniveau 3, wo sich die Teilzeitbeschäftigung von 75% bis 89% im Vergleich zu einer Vollzeitbeschäftigung proportional lohnerhöhend auswirkt. Vorinstanz und Beschwerdegegnerin werfen unter Hinweis auf den Bericht der beruflichen Abklärung der Rehaklinik X.________ vom 15. Mai 2007 die Frage auf, ob angesichts der handwerklichen Qualifikationen des Versicherten nicht auf das Berufs- und Fachkenntnisse voraussetzende Anforderungsniveau 3 oder allenfalls einen Durchschnittswert aus Niveau 3 und 4 abzustellen sei. Selbst wenn die beruflichen Qualifikationen nicht abschliessend beurteilt werden, spricht dieser Aspekt jedenfalls gegen einen 5% übersteigenden Abzug vom Tabellenlohn gemäss Stufe 4. 5.5 Zusammenfassend ist somit nicht zu erkennen, inwiefern das kantonale Gericht mit seiner Gesamteinschätzung der erwerblichen Auswirkung der einzelnen lohnwirksamen Faktoren die Grenze seines Ermessens überschritten oder dieses missbraucht haben sollte. Die Art und Weise, wie es den Invaliditätsgrad festgelegt hat, erweist sich daher als bundesrechtskonform.