Citation: 4A_611/2018 E. 3.1.6

3.1.6. Zu den vom Beschwerdeführer beantragten Beweismittel (Augenschein vor Ort und gerichtliches Gutachten bezüglich der vorzunehmenden Sicherheitsvorkehrungen), auf deren Abnahme die Erstinstanz in antizipierter Beweiswürdigung verzichtet hatte, äusserte sich die Vorinstanz, wie folgt: Hinsichtlich des Augenscheins vor Ort erwog sie, es sei nicht ersichtlich, inwiefern ein Augenschein neue Erkenntnisse hätte bringen können. Wie die Erstinstanz festgestellt habe, könne davon ausgegangen werden, die Stranggussanlage sehe nicht mehr gleich aus wie im Jahr 2003. So habe der Zeuge D.________ ausgesagt, der Kran könne heute vom Boden aus gesteuert werden und die Befestigungstechnik sei eine andere. Den Unfallhergang nachzustellen, wäre aufgrund der veränderten Umstände vor Ort und der unklaren Verhältnisse nicht möglich gewesen, weshalb die Erstinstanz auf die Abnahme dieses Beweismittels habe verzichten dürfen. Betreffend das gerichtliche Gutachten bezüglich der vorzunehmenden Sicherheitsvorkehrungen sei anzumerken, es sei nicht ganz klar, was der Beschwerdeführer damit meine. Er mache geltend, es wäre abzuklären, ob das Anbringen der Kette in der Mitte tauglich bzw. sicher gewesen sei. Er verkenne jedoch, dass nur er selbst davon ausgehe, die Kette sei mittig befestigt worden. Die übrigen Zeugen hätten ausgesagt, die Kette sei links und rechts (A-förmig) befestigt worden. Weiter wäre die Frage der Anforderungen an die Arbeitssicherheit nicht vom Standpunkt des Jahres 2017, sondern des Unfallzeitpunktes im Jahre 2003 zu beurteilen. Die beiden Arbeitsabläufe könnten einander nicht aus heutiger Sicht gegenübergestellt werden, da sich die Sicherheitsvorschriften und -standards in den letzten 15 Jahren verändert hätten und die nach einem Arbeitsunfall vorgenommenen Veränderungen zwangsläufig als sicherer betrachtet werden dürften.