Citation: 5P.257/2000 06.09.2000 E. 2

2.- Nach Art. 237 Abs. 1 lit. a ZPO/SG und der Rechtsmittelbelehrung des Kantonsgerichts ist gegen den angefochtenen Entscheid die kantonale Nichtigkeitsbeschwerde an das Kassationsgericht des Kantons St. Gallen zulässig. Die Beschwerdeführerin verkennt dies nicht, hält aber die Voraussetzungen für die Ergreifung der staatsrechtlichen Beschwerde gemäss Art. 86 Abs. 1 OG trotzdem für gegeben, weil es sich bei der Nichtigkeitsbeschwerde nicht um ein ordentliches Rechtsmittel handle. Nach der Praxis des Bundesgerichts ist allerdings Letztinstanzlichkeit im Sinne von Art. 86 OG erst anzunehmen, wenn weder ordentliche noch ausserordentliche Rechtsmittel noch sonstige Rechtsbehelfe, die dem Beschwerdeführer persönlich einen Anspruch auf einen Entscheid der angerufenen kantonalen Behörde geben und geeignet sind, den behaupteten rechtlichen Nachteil zu beheben, mehr ergriffen werden können (BGE 120 Ia 61 E. 1a S. 62; 110 Ia 136 E. 2a S. 137). Mit der kantonalen Nichtigkeitsbeschwerde kann gemäss Art. 239 Abs. 1 lit. b ZPO/SG die willkürliche, namentlich die dem Inhalt der Akten offensichtlich widersprechende Beweiswürdigung gerügt werden; in Bezug auf diese Rügen ist daher die Ergreifung der staatsrechtlichen Beschwerde mangels Letztinstanzlichkeit des angefochtenen Entscheids nicht zulässig (vgl. BGE 114 Ia 200 E. 1 S. 201; 106 IV 85 E. 2a; Christoph Leuenberger/Beatrice Uffer-Tobler, Kommentar zur Zivilprozessordnung des Kantons St. Gallen, Bern 1999). Hingegen kann die Verletzung anderer verfassungsmässiger Rechte in der Nichtigkeitsbeschwerde nicht vorgebracht werden, wenn der angefochtene Entscheid - wie hier - der Berufung an das Bundesgericht unterliegt (Art. 239 Abs. 2 Ziff. 2 ZPO/SG). Auf solche Rügen ist demnach grundsätzlich einzutreten.