Citation: 6B_1310/2023 E. 2.3.3

2.3.3. Auch in der vorinstanzlichen Analyse der Aussageentstehung und der damit verbundenen Beurteilung der Frage, ob zum Zeitpunkt der Aussage eine Motivation für eine absichtliche Falschbelastung vorgelegen haben könnte, vermag der Beschwerdeführer mit seinen Einwänden keine Willkür aufzuzeigen. Die Vorinstanz legt schlüssig mit verschiedenen Argumenten dar, weshalb nicht ersichtlich sei, dass die Geschädigte um ihre Niederlassungsbewilligung habe fürchten müssen, und setzt sich dabei auch mit den Vorbringen des Beschwerdeführers auseinander (Urteil S. 32 f.). Mit der Rüge, die Vorinstanz hätte eine solche Annahme nur dann willkürfrei treffen können, wenn sie die Migrationsakten des Bewilligungskantons beigezogen hätte, geht der Beschwerdeführer nur auf eine Argumentationslinie von mehreren ein, was im vorliegenden Zusammenhang nicht genügt, um die vorinstanzliche Würdigung als willkürlich erscheinen zu lassen, zumal die Vorinstanz unter anderem ausführt, dass ein Widerruf der Niederlassungsbewilligung aus migrationsrechtlicher Sicht - im Regelfall - nicht möglich gewesen wäre. Unter Willkürgesichtspunkten nicht zu beanstanden sind auch die vorinstanzlichen Feststellungen, wonach keine Anzeichen dafür vorlägen, die auf eine krankhafte Eifersucht oder Rachemotivation schliessen liessen und ein Motiv dafür, eine derart schwere falsche Anschuldigung konstruieren zu wollen, angesichts der gesamten Aktenlage und auch der langanhaltenden Belastung der Geschädigten durch das Verfahren mithin auszuschliessen sei (Urteil S. 34). Entgegen der Kritik des Beschwerdeführers geht die Vorinstanz nicht davon aus, dass eine "Eifersucht im medizinischen Sinne" vorliegen müsse, um von einer Falschbezichtigung ausgehen zu können. Sie bringt mit ihren Erwägungen einzig zum Ausdruck, dass die Geschädigte zwar eingestanden habe, eifersüchtig gewesen zu sein - wobei jedoch berücksichtigt werden müsse, dass sie diese Angaben zum Zeitpunkt gemacht habe, zu dem sie wieder mit dem Beschwerdeführer zusammengekommen sei und sie auch ihre bisherigen Aussagen relativiert habe -, jedoch keine Hinweise dafür vorlägen, dass sie derart stark eifersüchtig gewesen wäre, um solch schwere Anschuldigungen zu erheben. Ebenso zeigt die Vorinstanz schlüssig auf, dass sich auch aus den Verfahrensakten aus dem Kanton Aargau bzw. der dort getätigten Aussagen der Geschädigten keine Motivlage für derart schwere falsche Anschuldigungen ergebe. Der Beschwerdeführer setzt sich mit den diesbezüglichen vorinstanzlichen Ausführungen nicht auseinander, sondern legt wie in einem appellatorischen Verfahren dar, wie die Beweise aus seiner Sicht richtigerweise zu würdigen sind. Dies genügt nicht, um Willkür in der vorinstanzlichen Würdigung darzutun. Gleiches gilt, soweit er sich gegen die vorinstanzlichen Feststellungen wendet, wonach einerseits auch das Gutachten im Ergebnis zum Schluss komme, dass zwar gewisse Hinweise auf Verdeutlichungstendenzen bei der Geschädigten bestünden, die Befunde jedoch insgesamt eher für das Bemühen um eine objektive Berichterstattung und weniger für eine gerichtete Aussagehaltung sprächen, und andererseits zu berücksichtigen sei, dass Rache - für die von der Geschädigten geschilderten erlittenen Qualen der beanzeigten Delikte - auch eine zutreffende Motivation für eine Anzeige sein könne (Urteil S. 35). Mit seinem blossen Hinweis, dass dies sein möge, jedoch Eifersucht oder Rache als mögliche Motivation für eine Falschbezichtigung im Sinne der Nullhypothese klarerweise nicht ausschliesse, zeigt der Beschwerdeführer nicht auf, dass die vorinstanzliche Würdigung schlechterdings unhaltbar ist. Zu den weiteren Argumenten, mit denen die Vorinstanz eine Motivation der Geschädigten für eine absichtliche Falschbezichtigung des Beschwerdeführers mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ausschliesst (vgl. Urteil S. 35 f.), äussert sich dieser nicht.