Citation: 8C_247/2019 E. 6.1

6.1. Die Versicherte macht geltend, die von der Vorinstanz dargelegten Gründe genügten nicht, um eine zweifellose Unrichtigkeit der Verfügung vom 26. Juni 2002 zu belegen. Das Gutachten der Klinik C.________ vom 11. Februar 2002 ist nicht schlüssig zur Beantwortung der im invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren sich stellenden Fragen, namentlich jener der rechtsgenüglich ausgewiesenen Invalidität bei psychischen Beschwerden. Es enthält verschiedene Inkonsistenzen und steht in Widerspruch zur bereits damals geltenden Rechtsprechung von BGE 127 V 294 E. 5a S. 299. Diesbezüglich verweist die Vorinstanz zu Recht darauf, dass Dr. med. E.________ gemäss dem Medizinalberuferegister im Zeitpunkt seiner Begutachtung - entgegen der Angaben im Gutachten - noch nicht über den notwendigen Facharzttitel verfügte, so dass nicht von einem fachärztlich festgestellten medizinischen Substrat im Sinne der Rechtsprechung als Grundlage der Invalidität gesprochen werden kann. Auch besteht ein offensichtlicher Widerspruch zwischen Dr. med. E.________ und dem behandelnden Psychiater hinsichtlich der Verhaltensstörung, die für Dr. med. E.________ im Vordergrund stand (S. 41 des Gutachtens) und nach seiner Ansicht die Unzumutbarkeit gegenüber einem Arbeitgeber begründete (S. 39 des Gutachtens), der behandelnde Psychiater aber bemerkenswerte Verhaltensauffälligkeiten verneinte (S. 19 des Gutachtens). So erschöpft sich die Begründung des Dr. med. E.________ für die diagnostizierte Verhaltensstörung einerseits im Hinweis darauf, das Verhalten der Versicherten sei von verschiedenen Untersuchern als dermassen störend empfunden worden, dass von einer Verhaltensstörung gesprochen werden könne, andererseits in der Berücksichtigung der von der Versicherten geschilderten, aber durch keine Drittangaben verifizierten Schwierigkeiten mit ihren Mitmenschen (S. 20 des psychiatrischen Teilgutachtens). Angesichts dieser Sachlage wäre die IV-Stelle gehalten gewesen, weitere medizinische Abklärungen zu veranlassen, was sie jedoch unterlassen und somit gegen den Untersuchungsgrundsatz von Art. 43 Abs. 1 ATSG verstossen hat. Diese offensichtlich unzutreffende Rechtsanwendung stellt einen Wiedererwägungsgrund nach Art. 53 Abs. 2 ATSG dar (vgl. statt vieler SVR 2019 UV Nr. 11 S. 41, 8C_525/2017 E. 7.2 mit Hinweisen). Daran ändert auch das die Versicherte betreffende Urteil U 136/05 vom 18. April 2007 nichts. Denn dieses erging im Rahmen des unfallversicherungsrechtlichen Verfahrens, so dass das Gutachten der Klinik C.________ vom 11. Februar 2002 als Grundlage zur Beantwortung der spezifisch unfallversicherungsrechtlicher Fragen des natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhangs diente. Der Umstand, dass das strittige Gutachten den Anforderungen der Rechtsprechung zur Beurteilung dieser Fragen genügte, schliesst nicht aus, dass es unzureichend für die Beantwortung der sich im invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren stellenden Fragen ist.