Citation: 8C_330/2023 E. 6.6

6.6. Einer Einstellung der vorübergehenden Leistungen hätte somit nur eine Eingliederungsmassnahme der IV entgegenstehen können (vgl. Art. 19 Abs. 1 UVG). Indessen ist unbestritten, dass bislang keine Eingliederungsmassnahmen zugesprochen wurden. Der Fallabschluss ist somit auch in dieser Hinsicht rechtens. Die Beschwerdeführerin macht in diesem Zusammenhang geltend, im Zeitpunkt des Fallabschlusses sei die IV-Stelle gerade dabei gewesen, Eingliederungsmassnahmen zu prüfen, mithin habe der Entscheid darüber noch ausgestanden. Ein ausstehender Entscheid der IV über allfällige Eingliederungsmassnahmen stünde indessen dem Fallabschluss durch den Unfallversicherer nicht entgegen, sondern könnte allenfalls einen Anspruch auf eine Übergangsrente im Sinne von Art. 19 Abs. 3 UVG in Verbindung mit Art. 30 UVV begründen (Urteil 8C_29/2010 vom 27. Mai 2010 E. 4.2.2). Mit anderen Worten musste die Suva für die Einstellung der vorübergehenden Leistungen (Heilbehandlung und Taggeld) den IV-Entscheid über allfällige Eingliederungsmassnahmen nicht abwarten (Urteil 8C_306/2009 vom 28. Mai 2009 E. 4.3; PHILIPP GEERTSEN, in: Hürzeler/Kieser [Hrsg.], Kommentar zum Schweizerischen Sozialversicherungsrecht, UVG, 2018, N. 3 zu Art. 19 UVG; ALEXANDRA RUMO JUNGO/ANDRÉ PIERRE HOLZER, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Auflage, 2012, S. 144). Die Übergangsrente ist (vorläufiges) Surrogat der allenfalls folgenden (definitiven) Invalidenrente nach Art. 18 ff. UVG. Beim Entscheid darüber hat der Unfallversicherer, nicht anders als beim Entscheid über die definitive Invalidenrente, auch die Adäquanzfrage zu prüfen. Die Beschwerdeführerin macht nicht geltend und es ist auch nicht ersichtlich (vgl. E. 9.2 hiernach), dass sie Anspruch auf eine Übergangsrente im Sinne von Art. 19 Abs. 3 UVG in Verbindung mit Art. 30 UVV gehabt hätte. Weiterungen erübrigen sich.