Citation: U 207/05 12.12.2005 E. 3

3.1 Die Beschwerdegegnerin hat im vorinstanzlichen Verfahren erstmals geltend gemacht, dass die festgestellte Ruptur der Supraspinatussehne nur dann auf den Unfall zurückgeführt werden könnte, wenn die Schmerzen an der Schulter sofort aufgetreten wären. Die SUVA kann sich dabei jedoch auf keine medizinische Einschätzung abstützen, insbesondere auch nicht auf den Bericht ihres Kreisarztes Dr. med. G.________ vom 7. Oktober 2003. Trotzdem hat die Vorinstanz diese Argumentation in ihrer Entscheidbegründung übernommen. Das blosse Abstellen auf eine Parteibehauptung gerade im medizinischen Bereich verstösst jedoch gegen den Untersuchungsgrundsatz (Art. 43 ATSG). 3.2 Das kantonale Gericht verneint die Unfallkausalität sämtlicher Schulterbeschwerden, unabhängig davon, ob sie in Zusammenhang mit der Spinatussehnenruptur oder mit dem erlittenen Trauma der HWS im Zusammenhang stehen. Jedoch wurden bereits im Erhebungsblatt für die Abklärung von HWS-Fällen Nackenbeschwerden mit Ausstrahlungen bis in den Rücken angegeben. Auch in den klinischen Angaben des Instituts für Radiologie des Zentrums Y.________ vom 9. Dezember 2002 wird ein posttraumatischer sofortiger Nackenschmerz mit Ausstrahlung in beide Arme mit Betonung der rechten Seite erwähnt. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Lokalisierung des Schmerzes möglicherweise nicht exakt erfolgte, zumal es auffällt, dass jeweils auf die rechte Seite verwiesen wurde (Berichte des Instituts für Radiologie des Zentrums Y.________ vom 9. Dezember 2002 sowie des Dr. med. D.________ vom 14. Mai 2003), wo dann später tatsächlich die Supraspinatussehnenruptur entdeckt wurde (Berichte des Zentrums Y.________ vom 2. September 2003 und des Dr. med. S.________ vom 17. September 2003). Es drängen sich daher weitere medizinische Abklärungen auf zur Frage, ob die Schulterbeschwerden nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit im Zusammenhang mit dem Unfallereignis stehen (BGE 126 V 360 Erw. 5b, 125 V 195 Erw. 2, je mit Hinweisen; vgl. 130 III 324 f. Erw. 3.2 und 3.3; Kieser, ATSG-Kommentar, N 23 zu Art. 43). Dabei wird zu untersuchen sein, ob diese Schulterbeschwerden allein auf die Supraspinatussehnenruptur oder auch auf die Distorsion der HWS zurückzuführen sind. Die durch die Beschwerdegegnerin durchzuführenden medizinischen Abklärungen werden auch Auskunft darüber geben müssen, ob eine Supraspinatussehnenruptur zu einem sofortigen und nebst den Beschwerden einer HWS-Distorsion klar lokalisierbaren Beschwerdebild im Schulterbereich führt. Erst danach wird entschieden werden können, ob die Schulterbeschwerden durch das Unfallereignis vom 1. September 2002 verursacht worden sind.