Citation: 5A_279/2013 E. 2.1

2.1. Im Gegensatz zur ersten Instanz hat das Obergericht bei der Ermittlung der Eigenversorgungskapazität der Beschwerdegegnerin deren Vermögen nicht mitberücksichtigt. Der Beschwerdeführer beanstandet dies als Verletzung von Art. 125 Abs. 2 Ziff. 5 ZGB und macht zur Begründung geltend, die Beschwerdeführerin werde mit dem Vollzug der Scheidung über ein Vermögen von Fr. 470'000.-- aus Wertschriften und Barguthaben verfügen können. Zwar habe auch er ein Nettovermögen von rund Fr. 375'000.--. Dieses bestehe jedoch aus seiner Liegenschaft, die über Jahre als Familienwohnung gedient habe und für ihn einen hohen Affektionswert besitze. Die Vermögensverhältnisse könnten daher nicht verglichen werden. Werde der Beschwerdegegnerin nicht zugemutet, auf ihre Vermögenssubstanz zurückzugreifen, sei es ihm verwehrt, Ersparnisse für seine Pensionierung zu bilden; sein BVG-Guthaben werde sich bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2018 nicht mehr in signifikanter Weise erhöhen. Schliesslich sei der Umstand, dass die Beschwerdegegnerin nicht für sich selbst sorgen könne, auf ihre aus gesundheitlichen Gründen reduzierte Arbeitsfähigkeit zurückzuführen. Ein Unterhaltsbeitrag ist dann gerechtfertigt, wenn der eine Ehegatte seine durch die Ehe allenfalls beeinträchtigte wirtschaftliche Selbständigkeit nicht erreichen kann und der andere Teil genügend leistungsfähig ist, um die Differenz zwischen der (ungenügenden) Eigenversorgungskapazität und dem gebührenden Unterhalt zu decken (BGE 137 III 102 E. 4.2.3.1 S. 111; 132 III 598 E. 9.1 S. 600 mit Hinweisen). Beim Entscheid, ob ein Beitrag zu leisten ist und gegebenenfalls in welcher Höhe und wie lange, ist insbesondere nebst dem Einkommen der Ehegatten auch deren Vermögen zu berücksichtigen (Art. 125 Abs. 2 Ziff. 5 ZGB). Je nach Funktion und Zusammensetzung des Vermögens der Ehegatten kann vom Unterhaltsschuldner und vom Unterhaltsgläubiger erwartet werden, dass sie ihr Vermögen angreifen. Insbesondere wenn dieses als Vorsorge für das Alter geäufnet wurde, spricht nichts dagegen, es für die Sicherstellung des Unterhalts der Eheleute nach der Pensionierung einzusetzen. Vermögen ist indes grundsätzlich nicht zu berücksichtigen, wenn es durch Erbanfall erworben oder in die Familienwohnung investiert worden ist. Mit Blick auf den Grundsatz der Gleichbehandlung der Ehegatten kann von einem Ehegatten nicht verlangt werden, sein Vermögen anzugreifen, wenn dies auch vom anderen nicht verlangt wird, es sei denn, der andere habe gar keines (BGE 129 III 7 E. 3.1.2 S. 9 f.; 134 III 581 E. 3.2 S. 583; 138 III 289 E. 11 S. 292 ff.). Im vorliegenden Fall hat das Obergericht von keinem Ehegatten verlangt, sein Vermögen zur Deckung der Eigenversorgungskapazität bzw. der Leistungsfähigkeit einzusetzen. Es hat damit insbesondere dem Umstand Rechnung getragen, dass das Vermögen des Beschwerdeführers lediglich aus der Liegenschaft besteht, die in früheren Jahren als Familienwohnung diente und die er derzeit selbst bewohnt. Im Lichte der bundesgerichtlichen Rechtsprechung war es daher auch gerechtfertigt, von der Beschwerdegegnerin nicht zu verlangen, ihr eigenes Vermögen anzuzehren. Eine Bundesrechtsverletzung ist nicht auszumachen. Im Übrigen geht der Beschwerdeführer derzeit immer noch einer 100%-Beschäftigung nach und kann sich somit entgegen seinen Behauptungen weiter genügend BVG-Guthaben äufnen. Schliesslich ist für die Frage der Notwendigkeit des Vermögensverzehrs nicht von Belang, dass die Beschwerdegegnerin aus gesundheitlichen Gründen lediglich zu 50% arbeitet, zeigt doch dieser Umstand lediglich, dass ihre Eigenversorgungskapazität beschränkt ist.