Citation: 6B_246/2023 E. 2.1.3

2.1.3. Sodann habe der Beschwerdeführer für die Tatnacht mehrere Alibis genannt, die aber unglaubhaft seien. Er habe zunächst ausgesagt, abends nach 18 Uhr Kunden in der Region Bern/Fribourg getroffen zu haben. Später habe er behauptet, er sei mit seiner Geliebten in Fribourg verabredet gewesen, die aber nicht aufgetaucht sei. Diese habe eine Verabredung mit dem Beschwerdeführer zudem glaubhaft bestritten. Auch das Restaurant, welches er in Fribourg alleine aufgesucht haben wolle, habe weder die behauptete Bestellung verzeichnet noch könne der Beschwerdeführer, wie vorgebracht, von einer weiblichen Serviceangestellten bedient worden sein. Ferner habe er verschiedene Aussagen dazu gemacht, wann er in Richtung Fribourg losgefahren und wann er wieder zuhause gewesen sei sowie, ob und wie lange er auf seine Geliebte gewartet habe. Zudem sei die Sachverhaltsdarstellung des Beschwerdeführers mit den gefahrenen Kilometern nicht vereinbar. Er habe denn auch eingeräumt, dass der Restaurantbesuch nicht stattgefunden habe. Ferner ergebe sich aus der Auswertung seines Mobiltelefons, dass der Beschwerdeführer eine frühere Bekannte aus Düdingen FR um ein Alibi für die Brandnacht gebeten habe. In einer späteren Einvernahme gab er dazu an, er habe die Bekannte auf der Rückfahrt von Fribourg besuchen wollen, sie sei aber nicht zuhause gewesen. Diese Behauptung sei ebenfalls nicht glaubhaft, zumal sie der Beschwerdeführer erst im Verlauf vorgebracht habe. Wäre er tatsächlich bei der Bekannten vorbeigefahren, hätte er zudem gewusst, dass sie nicht zuhause gewesen sei und ihm kein Alibi würde geben können. In einer weiteren Einvernahme habe der Beschwerdeführer vorgebracht, er habe auf der Rückfahrt von Fribourg ein Bordell in Kriegstetten besucht, wo er Kokain konsumiert habe und bis 03.30 Uhr geblieben sei. Nach einem anschliessenden Schläfchen sei er um 07.55 Uhr zuhause gewesen. Diese Darstellung widerspreche indes den Mobiltelefondaten, welche teilweise eine aktive Benutzung des Telefons in der Tatnacht am Wohnort des Beschwerdeführers belegten. Sie sei schon deshalb wenig glaubhaft, weil sie im Gegensatz zu dessen früheren Aussagen stehe, wonach er spätestens um Mitternacht zuhause geschlafen habe. Zudem wäre angesichts der hohen Strafdrohung der Brandstiftung zu erwarten, dass der Beschwerdeführer den Bordellbesuch früher erwähnt hätte. Es sei erstellt, dass er um Mitternacht sowie um 03.55 Uhr zuhause gewesen sei. Damit habe er genügend Zeit zur Tatbegehung gehabt, da der Brand etwa um 02.15 Uhr gelegt worden sein müsse. Ein weiteres Indiz für die Täterschaft des Beschwerdeführers stelle sein Browserverhalten am Tattag dar: Er habe mehrfach nach Feuer resp. Brand in der Tatortgemeinde gesucht, noch bevor er von einem Dritten davon erfahren haben könne. Ausserdem habe er nach dem Begriff "Abmachung Straftaten zwischen Italien und der Schweiz" sowie nach "Strafe für Brandstiftung" gesucht. Auch sein Aussageverhalten hinsichtlich der Frage, wann und wie er vom Brand erfahren habe, sei widersprüchlich und teilweise durch die Angaben von Zeugen widerlegt. Gleiches gelte für die Aussagen hinsichtlich seines Verbleibs in den Tagen und Wochen nach der Tat, wobei aufgrund seines Verhaltens davon auszugehen sei, dass er sich mit seinem Hab und Gut nach Italien habe absetzen wollen. Dass dies infolge eines Nervenzusammenbruchs geschehen sein soll, wie der Beschwerdeführer behaupte, sei nicht glaubhaft, zumal er nur einmal für eine Krankschreibung gegenüber dem Arbeitgeber eine Psychologin aufgesucht habe.