Citation: 5A_270/2022 E. 3.3.2

3.3.2. Was das Vorbringen der Verletzung von bundesrechtlichen Verfahrensbestimmungen angeht, sind die Beschwerdeführer daran zu erinnern, dass sich das Verfahren vor der Kindesschutzbehörde und der Beschwerdeinstanz nach kantonalem Recht bestimmt, soweit es nicht im Zivilgesetzbuch geregelt ist (Art. 314 Abs. 1 i.V.m. Art. 450f ZGB; vgl. §§ 24 ff. des Einführungsgesetzes vom 27. Juni 2017 des Kantons Aargau zum Schweizerischen Zivilgesetzbuch [EG ZGB/AR; SAR 210.300]). Sofern das kantonale Recht die Zivilprozessordnung für anwendbar erklärt (vgl. § 25 Abs. 1 EG ZGB/AR), gelangt diese als subsidiäres kantonales Recht zur Anwendung (BGE 144 I 159 E. 4.2; 140 III 385 E. 2.3). Auf die sich hieraus für das Verfahren vor dem Bundesgericht ergebenden Konsequenzen (vgl. BGE 142 II 369 E. 2.1; 137 V 143 E. 1.2) gehen die Beschwerdeführer nicht ein. Das Recht, in einem in ihre Rechtsstellung eingreifenden Verfahren mit rechtzeitig und formgültig angebotenen Beweisanträgen gehört zu werden, ergibt sich freilich auch aus dem vorliegend ebenfalls angerufenen Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV; BGE 144 II 427 E. 3.1 [einleitend]; 140 I 99 E. 3.4). Der Gehörsanspruch verpflichtet eine Behörde jedoch nicht zu Untersuchungsmassnahmen, wenn sie sich aufgrund bereits abgenommener Beweise ihre Überzeugung bilden konnte und ohne Willkür in antizipierter Würdigung weiterer vorgebrachter Beweise annehmen kann, dass ihre Ansicht dadurch nicht geändert würde (BGE 145 I 167 E. 4.1; 140 I 285 E. 6.3.1). Die Behörde ist sodann nicht verpflichtet, zur Klärung der streitbetroffenen Tatsache ungeeignete Beweismittel abzunehmen (Urteil 5A_119/2021 vom 14. September 2021 E. 7.2; vgl. auch BGE 146 III 203 E. 3.3.2). Eine antizipierte Beweiswürdigung kann vom Bundesgericht nur unter dem Blickwinkel der Willkür und auf entsprechende Rüge hin geprüft werden (BGE 138 III 374 E. 4.3.2). Das Obergericht sah weitere Beweismassnahmen in beiden kantonalen Verfahren als unnötig an, weil diese einerseits keine neuen relevanten Erkenntnisse versprächen und weil andererseits der Sachverhalt bereits genügend geklärt sei (vgl. E. 3.2 hiervor). Die Beschwerdeführer machen zwar insgesamt eine willkürliche Feststellung des Sachverhalts geltend. Bezüglich der antizipierten Würdigung der anerbotenen Beweise durch das Obergericht begnügen sie sich jedoch mit dem Vorbringen, diese sei "nicht überzeugend" (vgl. auch E. 3.3.1 hiervor [auch zum Folgenden]). Dies reicht nicht, um aufzuzeigen, dass das Obergericht diesbezüglich geradezu in Willkür verfallen ist (vgl. vorne E. 2.2; zum Begriff der Willkür in der Sachverhaltsfeststellung [inkl. Beweiswürdigung] vgl. BGE 142 II 433 E. 4.4). Hieran ändert auch der unspezifische und nicht näher ausgeführte Hinweis darauf nichts, die Vorinstanz habe den Sachverhalt von Amtes wegen abzuklären (vgl. Art. 314 Abs. 1 i.V.m. Art. 446 Abs. 2 ZGB). Soweit die Beschwerdeführer sich ausserdem darauf berufen, die Vorinstanz habe sich auf veraltete Akten gestützt und die neusten Entwicklungen nicht berücksichtigt, zeigen sie vor Bundesgericht nicht mit der nötigen Genauigkeit auf, weshalb die von ihnen angesprochenen Umstände mit Blick auf die konkret in Frage stehende Massnahme (Beistandschaft) von Bedeutung sind. Diesbezüglich machen sie letztlich allein in appellatorischer Art und Weise geltend, sie hätten von Anfang an Recht gehabt, seien nicht hilflos und auch nicht auf Unterstützung angewiesen. Damit vermögen die Beschwerdeführer weder das Vorgehen der Vorinstanz in Frage zu stellen, noch eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör aufzuzeigen. Die Beschwerde erweist sich insoweit als unbegründet, soweit darauf einzutreten ist.