Citation: 2C_332/2020 E. 6.4.2

6.4.2. Diese Würdigung überzeugt nicht. Auch im Fall, der dem Urteil 2C_611/2018 vom 16. September 2019 zugrunde lag, entsprach das im vereinfachten Abrechnungsverfahren abgerechnete Entgelt nahezu dem erwähnten Maximalbetrag. Daraus schlossen aber weder die kantonalen Instanzen noch das Bundesgericht, dass das Arbeitsverhältnis ganz oder teilweise fiktiv gewesen war (vgl. Urteil 2C_611/2018 vom 16. September 2019 A. und E. 5.4 und 5.5, in: StE 2019 B 22.1 Nr. 9). Hinzu kommt, dass die einkommenssteuertilgende Wirkung des vereinfachten Abrechnungsverfahrens den Beschwerdeführern wegen Steuerumgehung nur dann vollständig versagt werden könnte, wenn die Leistungen des Beschwerdeführers mehr wert waren als das ausgerichtete Honorar und ihm der Fehlbetrag jeweils anderweitig - insbesondere von der dritten Gesellschaft, von welcher der Beschwerdeführer Entgelte bezog, die den für das vereinfachte Abrechnungsverfahren zulässigen Betrag ohnehin überstiegen - kompensiert wurde. Falls und soweit hingegen die Entschädigung von je Fr. 21'150.-- den Marktwert der Tätigkeiten des Beschwerdeführers überstieg, die er den Gesellschaften erbrachte, wäre an der Anwendung des vereinfachten Abrechnungsverfahrens für den marktkonformen Teil der Vergütung nichts auszusetzen und wäre alleine der nicht marktübliche Teil vom vereinfachten Abrechnungsverfahren ausgeschlossen. Für diesen nicht marktüblichen Teil wäre sodann zu prüfen, ob es sich insoweit tatsächlich um Einkünfte aus unselbständiger Erwerbstätigkeit oder nicht vielmehr um geldwerte Leistungen handelte, welche die Gesellschaften dem Beschwerdeführer aufgrund des Beteiligungsverhältnisses ausrichteten (vgl. zu dieser Abgrenzung Urteile 2C_898/2019 vom 21. Januar 2019 E. 5.3; 2C_449/2017 vom 26. Februar 2019 E. 2.5, in: StE 2019 B 24.4 Nr. 90). Die Übereinstimmung der Entschädigung mit dem gesetzlichen Maximalbetrag für das vereinfachte Abrechnungsverfahren ist zwar ein starkes Indiz dafür, dass sie nicht dem Marktwert der Tätigkeiten des Beschwerdeführers entsprach. Ob die Entschädigung zu hoch oder zu tief ausfiel, lässt sich alleine anhand der Höhe der Entschädigung aber nicht bestimmen. Zu diesem Zweck müssen die konkret erbrachten Tätigkeiten untersucht werden.