Citation: I 326/00 09.11.2001 E. 2

2.- a) Die Vorinstanz hat erwogen, bei der Beschwerdegegnerin habe eine beidseitige Patellaluxation operiert werden müssen, die infolge einer angeborenen Dysplasie (Fehlentwicklung bzw. Fehlbildung) ihrer Kniescheiben entstanden sei. Die Behandlung derartiger Folgeerscheinungen sei bei einer angeborenen Hypoplasie (Unterentwicklung) der Kniescheibe nach Rz 177. 4 KSME ausdrücklich als Geburtsgebrechen zu übernehmen. Mit der IV-Stelle sei zwar davon auszugehen, dass eine Patelladysplasie, wenn sie keine Funktionsstörung bewirke, nicht als Geburtsgebrechen anerkannt werden könne. Wenn die Fehlentwicklung indessen, wie bei der Beschwerdegegnerin, zu einer Luxation im Kniegelenk führe, deren Behebung eine Operation erforderlich mache, gehöre dieses Leiden - ebenso wie dasjenige einer Patellaluxation infolge einer angeborenen Unterentwicklung - zu den Geburtsgebrechen, deren Behandlung die Invalidenversicherung zu übernehmen habe. Es sei nicht einzusehen, weshalb die gleiche Funktionsstörung bei angeborener Unterentwicklung der Kniescheibe, nicht aber wenn eine Fehlentwicklung des gleichen Skelettteils deren Ursache sei, ein Geburtsgebrechen darstelle. Die bei der Versicherten aufgetretene Patellaluxation sei somit als Geburtsgebrechen anzuerkennen, weil sie als Folge einer angeborenen Missbildung der Kniescheibe entstanden sei. Diese Schlussfolgerung dränge sich umso mehr auf, als auf den 1. Januar 1999 auch die angeborene Luxation des Kniegelenks, sofern Operation, Apparateversorgung oder Gipsverband notwendig sind, in den GgV-Anhang (Ziff. 194) aufgenommen worden sei und das BSV in seinem Kreisschreiben Nr. 149 vom 28. Juli 1999 die Liste der Geburtsgebrechen mit Wirkung auf den 1. Oktober 1999 in Ziff. 195 mit der angeborenen Patellaluxation, sofern eine Operation notwendig ist, ergänzt habe, ohne dabei eine Einschränkung nach den einzelnen Ursachen einzufügen. b) Diesen Erwägungen kann nicht beigepflichtet werden. Wie das BSV in seiner Verwaltungsgerichtsbeschwerde zutreffend geltend macht, kann eine habituelle Patellaluxation - wie sie bei der Versicherten unbestrittenermassen vorliegt - gemäss der vom Eidgenössischen Versicherungsgericht (ZAK 1975 S. 161 und 1977 S. 538) nicht beanstandeten Verwaltungspraxis (vgl. damalige Rz 213 (177) KSME und Rz 177. 4 KSME in der vorliegend massgebenden, vom 1. Januar 1994 bis 31. Oktober 2000 geltenden Fassung) unter Ziff. 177 GgV-Anhang subsumiert werden, wenn sie auf einer Hypoplasie der Patella oder des Condylus femoris lateralis beruht, worunter die unvollkommene Ausbildung (Volumenverminderung) der Kniescheibe bzw. des lateralen Oberschenkelknochens zu verstehen ist. Nicht als Geburtsgebrechen anerkannt werden kann hingegen eine Patelladysplasie (Typus Wiberg usw. ; vgl. Rz 177. 4 KSME), welche - anders als die Hypoplasie - keine knöcherne Missbildung darstellt. Da bei der Beschwerdegegnerin gemäss den medizinischen Akten (Bericht der Orthopädischen Klinik X.________ vom 6. Oktober 1998, Schreiben des Prof. Dr. med. Y.________ vom 18. Dezember 1998) nicht eine Hypoplasie, sondern eine Dysplasie der Patella vorliegt, welche nach dem Gesagten nicht als Geburtsgebrechen zu qualifizieren ist, steht der Versicherten kein Anspruch auf Leistungen gemäss Art. 13 IVG zu. Daran vermag nichts zu ändern, dass - worauf die Vorinstanz zur Stützung ihres Standpunktes hinweist - die angeborene und operativ zu behandelnde Patellaluxation unabhängig von deren Ursache mit Wirkung auf den 1. Oktober 1999 in die Liste der Geburtsgebrechen aufgenommen worden ist, weil diese Ergänzung nach Erlass der Verfügung vom 4. Dezember 1998 erfolgt ist.