Citation: 9C_129/2019 E. 4.2

4.2. Die zu Art. 61 lit. d ATSG ergangene Rechtsprechung verlangt, dass ein Gericht bei schriftlicher Androhung einer reformatio in peius - wenn auch unpräjudiziell unter Vorbehalt des materiellen Entscheids - deutlich macht, dass es aufgrund einer vorläufigen Beurteilung der Sach- und Rechtslage in Erwägung zieht, den angefochtenen Entscheid zu Ungunsten der Beschwerde führenden Person abzuändern (Urteile 9C_26/2016 vom 25. Februar 2016 E. 7.2 und 8C_765/2013 vom 3. März 2014 E. 3.1; je mit Hinweisen). Die anwaltlich vertretene Beschwerdeführerin bestreitet nicht, dass sie sich mit Blick auf den vorinstanzlichen Beschluss vom 15. November 2018 über die Möglichkeit eines sie schlechter stellenden vorinstanzlichen Verfahrensausgangs im Klaren war. Insoweit sie mit Hinweis auf die Art. 42 und 49 ATSG dennoch eine Verletzung der Begründungspflicht rügt, lässt sie ausser Acht, dass an die Begründung einer lediglich vorläufigen Beurteilung der Sach- und Rechtslage im Rahmen einer angedrohten reformatio in peius nicht gleich hohe Anforderungen gestellt werden können wie an eine solche im Rahmen eines materiellen Entscheids. Immerhin muss aber den Grundzügen nach erkennbar sein, aus welchen Gründen das Gericht eine Schlechterstellung in Aussicht stellt (Urteil des Eidg. Versicherungsgerichts U 8/02 vom 16. Dezember 2002 E. 3.6; Urteil 9C_821/2013 vom 29. Januar 2014 E. 6.2; vgl. auch Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 3. Aufl. 2015, N. 161 zu Art. 61 ATSG). Die Anforderungen an eine solche summarische Begründung sind im vorliegenden Fall - wenn auch nur knapp - erfüllt: Wie die Beschwerdeführerin richtig einwendet, fehlt zwar ein ausdrücklicher Hinweis darauf, das kantonale Gericht könnte auch die angestammte Tätigkeit als den Leiden angepasst betrachten. Immerhin führte dieses im Beschluss vom 15. November 2018 aber aus, es sei rückwirkend unter Berücksichtigung einer Arbeitsfähigkeit von "wohl (...) 22.5 Stunden pro Woche" in leidensangepasster Tätigkeit fraglich, ob die befristete Zusprache einer ganzen Invalidenrente gerechtfertigt sei. Damit war zumindest den Grundzügen nach erkennbar, dass dieses eine reformatio in peius in Betracht zog, weil seiner Auffassung nach das der Verwaltungsverfügung zugrunde gelegte Invalideneinkommen aufgrund der beträchtlichen Restarbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit zu tief sein könnte. Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs liegt nicht vor.