Citation: 7B_31/2022 E. 2.4

2.4. Die Staatsanwaltschaft hat gemäss den vorinstanzlichen Feststellungen ein Strafverfahren für strafbare Handlungen sowohl vor als auch nach dem Tod von A.________ geführt. Im Strafbefehl vom 19. Juli 2018 hat die Staatsanwaltschaft gemäss den Feststellungen der Vorinstanz lediglich die Handlungen nach dem Tod der Verstorbenen strafrechtlich geahndet und damit gleichzeitig auf die Verfolgung der Straftaten vor dem Tod von A.________ verzichtet. Die Vorinstanz stützt sich hierzu auf eine Aktennotiz der Staatsanwaltschaft vom 16. Juli 2019 sowie auf den Inhalt des Strafbefehls ab. In der Aktennotiz hat die Staatsanwaltschaft vermerkt, H.________ könnten die ihr vor dem Tod von A.________ vorgeworfenen zahlreichen vollendeten Diebstähle (Bargeld, Schmuck, Volg-Gutscheine) und die ungerechtfertigten Bargeldbezüge ab dem Jahr 2014 bis im Jahr 2016 nicht nachgewiesen werden. Im Sachverhalt des wenige Tage später folgenden Strafbefehls hat die Staatsanwaltschaft entsprechend ihrer Aktennotiz nur vier Deliktsdaten nach dem Tod von A.________ genannt und ausgeführt, in Bezug auf eines dieser Daten sei der Diebstahl von Fr. 50.-- erwiesen, während in Bezug auf die anderen Male kein Deliktsgut erwähnt wird. Dementsprechend qualifiziert die Staatsanwaltschaft das Verhalten der Beschwerdegegnerin 2 als einen (einmalig begangenen) Diebstahl und mehrfachen versuchten Diebstahl sowie mehrfachen Hausfriedensbruch. Was an der vorinstanzlichen Feststellung, der Strafbefehl betreffe bloss das Verhalten der Beschwerdegegnerin 2 nach dem Tod von A.________, auch im Ergebnis willkürlich nach Art. 9 BV sein soll, ist nicht ersichtlich. Vielmehr sind die Aktennotiz und der wenige Tage darauf folgende Strafbefehl als Einheit zu verstehen. Darauf gründet der gut vertretbare Schluss der Vorinstanz. Daran ändern auch die fehlende formelle Teileinstellung sowie die späteren Verfahrenshandlungen der Staatsanwaltschaft und insbesondere die Anklage, welche sämtliche Delikte umfasst, nichts.