Citation: 1B_422/2017 E. 4.3

4.3. Da sich die festgestellte Wiederholungsgefahr auf Intimbeziehungen beschränkt, erscheint zum jetzigen Zeitpunkt vornehmlich das Opfer gefährdet. Vor diesem Hintergrund kommen in erster Linie ein Rayon- und ein Kontaktverbot in Betracht. Insofern hält das Obergericht jedoch zu Recht fest, dass diese Ersatzmassnahmen angesichts der vom Beschwerdeführer ausgehenden Gefährdung für das Opfer nicht als ausreichend erscheinen, zumal auch ein einmaliger Verstoss fatale Folgen haben könnte. Die Gutachterin hat die Impulsivität des Beschwerdeführers und dessen Mühen, Regeln und Verpflichtungen zu respektieren, hervorgehoben. Es erscheint deshalb als fraglich, ob sich dieser an die Auflagen halten würde. Hinzu kommt, dass der Beschwerdeführer allein im Jahr 2017 bereits drei Mal stationär hospitalisiert gewesen sein soll, wobei die Entlassung zweimal auf seinen Wunsch und einmal auf Wunsch der Klinik erfolgte, da es während der Hospitalisation wiederholt zu Konflikten gekommen sei. Wie bereits erwähnt, wertete die Gutachterin als legalprognostisch ungünstig, dass die Gewaltanwendungen trotz dieser Klinikaufenthalte an Heftigkeit deutlich zugenommen haben. Eine kurzfristige psychiatrische Intervention ist deshalb nach der vorläufigen Einschätzung der Gutachterin nicht geeignet, die Legalprognose zu verbessern. Schliesslich erscheint das Krankheitsbild derzeit noch nicht umfassend abgeklärt. Die Gutachterin hält dazu fest, die Psychiatrischen Dienste Aargau hätten die psychische Kernproblematik jeweils einer Alkoholabhängigkeit und einer emotional-instabilen Persönlichkeitsstörung vom Boderline-Typ bzw. verdachtsweise einer andauernden Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung zugewiesen. Sie selbst weist jedoch, wie bereits erwähnt, auch darauf hin, dass Hinweise auf eine körperliche Entzugssymptomatik fehlten. Das Hauptgutachten ist gemäss dem angefochtenen Entscheid Anfang November zu erwarten. Es wird nähere Aufschlüsse über die Eignung von Ersatzmassnahmen geben. Zum jetzigen Zeitpunkt scheinen solche nach dem Ausgeführten nicht als ausreichend, um die Wiederholungsgefahr zu bannen (vgl. dazu Urteil 1B_322/2014 vom 9. Oktober 2014 E. 3.7).