Citation: 9C_310/2022 E. 4.3.1

4.3.1. Wie bereits im kantonalen Verfahren macht die Beschwerdeführerin geltend, eine wesentliche gesundheitliche Verschlechterung sei insofern ausgewiesen, als sie gemäss dem Bericht der lic. phil. B.________ und der Dr. med. C.________ vom 7. Januar 2019 neu an einer mittelgradigen neuropsychologischen Funktionsstörung fronto-temporo-limbischer Hirnareale mit linkshemisphärischer Akzentuierung leide; namentlich beständen mittelgradige Gedächtnis- und mittelgradig bis schwere exekutiv-attentionale Einschränkungen. Wenn das kantonale Gericht dennoch neue Befunde bezüglich Antrieb, Gedächtnis und Konzentration verneine, würdige es diesen Bericht einseitig und oberflächlich; es "korrigiere" bundesrechtswidrig eine fachärztlich bestätigte Diagnose. Es masse sich damit Fachwissen an und verletze den Untersuchungsgrundsatz sowie die Beweiswürdigungsregeln. Entgegen der Beschwerdeführerin stellte die Vorinstanz indessen zutreffend fest, dass Konzentrations- und Gedächtnisstörungen sowie ein verminderter Antrieb bereits in den zum Referenzzeitpunkt vorliegenden Berichten beschrieben worden waren und es sich bei den von lic. phil. B.________ und Dr. med. C.________ festgestellten Einschränkungen insoweit nicht um neue Befunde handelt. Es verhält sich denn auch so, dass sich eine Depression, wie sie bei der Beschwerdeführerin im Referenzzeitpunkt diagnostiziert worden war, regelmässig neben affektiven und motivationalen Beeinträchtigungen auch in Einschränkungen der kognitiven Leistungsfähigkeit äussert, wobei die entsprechenden kognitiven bzw. neuropsychologischen Defizite gemäss den Diagnosekriterien der ICD-10 sowohl eine verminderte Fähigkeit zu denken oder sich zu konzentrieren als auch eine verringerte Entscheidungsfähigkeit beinhalten (vgl. DILLING/FREYBERGER [Hrsg.], Taschenführer zur ICD-10-Klassifikation psychischer Störungen, 8. Aufl. 2016, S. 132 ff.; DEHN/BEBLO, Neuropsychologie und Depression, Zwischen Testdiagnostik und Alltagserleben, in: Psychiatrie Neurologie 1/2020, S. 4 ff.). Zu Recht betrachtete es die Vorinstanz als unerheblich, dass die bei der Beschwerdeführerin bestehenden Beeinträchtigungen von den Medas-Gutachtern in ihrer Expertise vom 26. August 2014 auf die mittelgradige depressive Episode zurückgeführt worden waren, während lic. phil. B.________ und Dr. med. C.________ in ihrem Bericht vom 7. Januar 2019 von einer mittelgradigen neuropsychologischen Funktionsstörung (ätiologisch multifaktoriell bedingt) sprachen und verschiedene Differentialdiagnosen (unter anderem auch eine "allfällige neurodegenerative Erkrankung") in Betracht zogen, denn eine unterschiedliche diagnostische Einordnung stellt noch keine revisionsrechtlich erhebliche Veränderung des Gesundheitszustandes dar (Urteile 9C_556/2021 vom 3. Januar 2022 E. 6.1, 9C_152/2021 vom 25. August 2021 E. 5.2; SVR 2012 IV Nr. 18 S. 81, 9C_418/2010 E. 4.2). Es fehlen Anhaltspunkte dafür, dass sich hinsichtlich dem psychopathologischen Befund und dem Schweregrad der Symptomatik, welche in diesem Zusammenhang in erster Linie massgebend sind (Urteil 9C_602/2016 vom 14. Dezember 2016 E. 5.1 mit Hinweisen), bei der Beschwerdeführerin eine richtungsweisende Verschlechterung im Sinne einer Minderung der Leistungsfähigkeit eingestellt hätte. Die entsprechende vorinstanzliche Schlussfolgerung einer unveränderten Befundlage beruht mithin nicht auf einer willkürlichen Würdigung der entsprechenden ärztlichen Einschätzungen; weitere Abklärungen zu den gesundheitlichen Verhältnissen erübrigen sich. Der Vorinstanz kann weder eine Anmassung medizinischen Fachwissens noch eine Verletzung der Beweiswürdigungsregeln oder des Untersuchungsgrundsatzes vorgeworfen werden.