Citation: U 116/04 09.08.2004 E. 3

Der Unfall vom 15. Dezember 1999 ist unbestrittenermassen dem Bereich der mittelschweren Unfälle zuzuordnen, weshalb das Vorliegen eines adäquaten Kausalzusammenhangs nur bejaht werden kann, wenn eines der massgebenden Kriterien in besonders ausgeprägter Weise oder die zu berücksichtigenden weiteren Kriterien in gehäufter und auffallender Weise erfüllt sind (BGE 117 V 366 ff. Erw. 6a). Die Vorinstanz kam im Rahmen einer Gesamtwürdigung zum Schluss, dass einzig das Kriterium der Dauerbeschwerden erfüllt sei, allerdings nicht in besonders ausgeprägter Weise, weshalb die SUVA ihre Leistungspflicht zufolge fehlenden adäquaten Kausalzusammenhangs zu Recht eingestellt habe. Demgegenüber bringt der Beschwerdeführer vor, auch die Kriterien der ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung sowie Grad und Dauer der Arbeitsunfähigkeit seien erfüllt, weshalb eine Häufung der unfallbezogenen Adäquanzkriterien anzunehmen sei. 3.1 Der Versicherte leidet im Wesentlichen an Spannungskopfschmerzen, welche zwei bis drei Mal pro Tag auftreten und nach Einnahme von Analgetika bessern. Die Müdigkeit ist gemäss Angaben im Bericht der Frau Dr. med. C.________, Oberärztin an der Psychiatrischen Klinik des Spitals Z.________, vom 31. Oktober 2001 Folge von Schmerz- und antidepressiven Medikamenten, weshalb sie eine Umstellung der Medikation empfahl (vgl. auch Bericht des Spitals Z.________ vom 29. Januar 2002). Der Schwindel war neurootologisch nicht objektivierbar. Anamnestisch ergaben sich einzig Hinweise auf eine gelegentlich auftretende Symptomatik der diagnostizierten peripher-vestibulären Funktionsstörung (Störung des Gleichgewichtsorgans), welche im Übrigen eher idiopathischen (ohne erkennbare Ursache) Ursprungs bezeichnet wurde und auch Folge der relativ umfangreichen antidepressiven Medikation sein kann (Berichte der Klinik für Hals-, Nasen-, Ohren- und Gesichtschirurgie des Spitals Z.________ vom 2. November 2001 und des Dr. med. M.________ vom 15. Juni 2001). Die diagnostizierte längere depressive Reaktion (ICD-10 F 43.21) führte die Psychiaterin des Spitals Z.________ im Wesentlichen auf die bestehende, psychosozial schwierige Situation zurück und nicht auf den Unfall vom 15. Dezember 1999. Es handelt sich demnach bei der psychischen Beeinträchtigung nicht um ein blosses Symptom des Schleudertraumas (vgl. RKUV 2001 Nr. U 412 S. 79). Nach dem Gesagten kommt dem Unfall hinsichtlich Schwindel, depressiver Symptomatik und der Folgen der antidepressiven Medikation (Müdigkeit) keine massgebende Bedeutung zu, weshalb diese Beschwerden nicht zu berücksichtigen sind. Eine ungewöhnliche Häufung der für ein Schleudertrauma der Halswirbelsäule (oder eine diesem äquivalente Verletzung) typischen Beschwerden liegt demnach nicht vor. Dauer und Umfang der gesundheitlichen Leiden sind somit weder besonders ausgeprägt noch in auffallender Weise gegeben. 3.2 Weiter ergibt sich aus den medizinischen Akten, dass der Versicherte ab 16. Dezember 1999 zunächst vollständig, spätestens ab 1. Juni 2000 noch zu höchstens 20 % arbeitsunfähig (vgl. Berichte des SUVA-Kreisarztes vom 17. Mai 2000 sowie des Dr. med. W.________ vom 26. April 2000) und seit 5. September 2000 wieder vollständig arbeitsfähig gewesen war (Bericht des SUVA-Kreisarztes vom 5. September 2000). Auch wenn über den 31. August 2001 hinaus bis zum Erlass des Einspracheentscheids am 26. August 2002 eine weiterbestehende Einschränkung von 20 % angenommen wird, ist das Kriterium von Grad und Dauer der Arbeitsunfähigkeit nicht in ausgeprägter oder auffallender Weise erfüllt (vgl. die Kasuistik in RKUV 2001 Nr. U 442 S. 544 ff.). 3.3 Die Dauer der auf Heilung der unfallbedingten Beeinträchtigungen gerichteten ärztlichen Behandlung ist nicht als ungewöhnlich lange zu bezeichnen. Nach dem Unfall vom 15. Dezember 1999 traten anfänglich die für eine HWS-Distorsion oder ähnlichem Verletzungsmechanismus typischen Beschwerden teilweise auf. Gemäss Angaben des am 18. Dezember 1999 erstmals aufgesuchten Hausarztes verspürte der Versicherte ab 8. Janaur 2000, nachdem sich die Beschwerden (Kopfschmerzen, Schwindelgefühle) weitgehend zurückgebildet hatten, eine Verschlechterung der Symptomatik, weshalb Dr. med. B.________ (Bericht vom 26. Januar 2000) eine ärztliche Überweisung an das Spital Z.________ verordnete, welches das Tragen einer Halskrause und Einnahme eines Schmerzmittels während einer Woche bei vollständiger Arbeitsunfähigkeit als genügend erachtetete (Bericht des Spitals Z.________ vom 26. Januar 2000). Daraufhin beschränkte sich die ärztliche Behandlung im Wesentlichen auf medikamentöse Therapie und gelegentliche Kontrollbesuche beim Hausarzt sowie auf einen von diesem Mediziner veranlassten 10 Tage dauernden Aufenthalt im Spital Z.________, welcher auch der fachärztlichen Abklärung der geltend gemachten Symptomatik diente. Es ist festzuhalten, dass blosse medizinische Abklärungen, welche im Hinblick auf therapeutische und versicherungsrechtliche Fragen notwendig sind, nicht als Behandlung zu qualifizieren sind (nicht veröffentlichtes Urteil C. vom 22. November 1996, U 170/95). Auch in Berücksichtigung des Umstands, dass die Restbeschwerden über den Zeitpunkt der Leistungseinstellung (31. August 2001) hinaus eine gewisse medikamentöse, allenfalls physiotherapeutische Behandlung notwendig machten, ist nicht von einer ungewöhnlich langen Dauer zu sprechen. Wie dem neurologischen Bericht des Spitals Z.________ vom 29. Oktober 2001 zu entnehmen ist, entspricht die Symptomatik den üblicherweise auftretenden Beschwerden nach HWS-Distorsion und waren die vom Hausarzt verordneten Massnahmen sinnvoll. Damit entfällt auch das Adäquanzkriterium der ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung. 3.4 Hinsichtlich der weiteren Kriterien (besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls; Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen; ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert; schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen) sind keine Anhaltspunkte ersichtlich, die diese als besonders ausgeprägt oder auffallend erscheinen lassen, was in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde zu Recht nicht vorgebracht wird. Nach dem Gesagten sind die zu berücksichtigenden unfallbezogenen Kriterien weder besonders ausgeprägt noch in gehäufter und auffallender Weise gegeben, weshalb der adäquate Kausalzusammenhang mit der Feststellung zu verneinen ist, dass dem Unfall vom 15. Dezember 1999 keine massgebende Bedeutung für die über den 31. August 2001 andauernden Beschwerden mit Einschränkung der Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit zukommt. Der angefochtene Entscheid ist damit nicht zu beanstanden. Auf die beantragten weiteren Abklärungen ist zu verzichten.