Citation: I 848/02 18.08.2003 E. 4

Es bleibt zu prüfen, ob auf die Verwaltungsgerichtsbeschwerde im Rentenpunkt einzutreten ist. 4.1 Die Versicherte erklärte in ihrer vorinstanzlichen Beschwerdeschrift vom 23. Juli 2001 ausdrücklich, sie beanspruche keine höhere Rente. Auch der Beschwerdebegründung liess sich in Anbetracht dieser Aussage kein sinngemässer Antrag auf eine ganze anstelle einer halben Rente entnehmen, so wenig wie der Eingabe vom 28. Januar 2002, deutet doch die dortige Aussage der Versicherten, sie dürfe weder ständig sitzen noch zu viel stehen und wisse nicht, welchen Beruf sie noch ausüben könne, auf eine Berufsberatung hin. In Anbetracht der unmissverständlichen Erklärung vom 23. Juli 2001 durfte die Rekurskommission mangels eines hinreichend klaren, wenigstens sinngemässen Antrags auf eine höhere Rente in der Eingabe vom 28. Januar 2002 nicht von einer Anfechtung der Verwaltungsverfügung im Rentenpunkt ausgehen. Dabei kann offen gelassen werden, ob ein erst in der letztgenannten Eingabe gestellter Antrag auf eine höhere Rente überhaupt zu berücksichtigen wäre. Bei prozessual richtiger Betrachtungsweise gehörte somit im vorinstanzlichen Verfahren die Rentenfrage zwar - da Objekt der Verwaltungsverfügung - zum Anfechtungs- nicht aber - da unangefochten geblieben - zum Streitgegenstand (BGE 125 V 414 Erw. 1b). 4.2 In der Verwaltungsverfügung festgelegte - somit Teil des Anfechtungsgegenstandes bildende -, aber aufgrund der Beschwerdebegehren nicht mehr streitige - somit nicht zum Streitgegenstand zählende - Fragen prüft das Gericht nur, wenn die nicht beanstandeten Punkte in engem Sachzusammenhang mit dem Streitgegenstand stehen (BGE 125 V 415 Erw. 1b mit Hinweisen). Inwieweit in der vorliegenden Konstellation, in der die Versicherte im vorinstanzlichen Verfahren nur berufliche Massnahmen verlangte, der erforderliche enge Sachzusammenhang zur Rentenfrage gegeben sein sollte, ist nicht ersichtlich. Die Situation ist in Anbetracht dessen, dass die Gewährung einer Rente die Zusprechung beruflicher Massnahmen nicht ausschliesst (BGE 122 V 79 Erw. 3b/bb), anders gelagert als dort, wo umgekehrt nur die Rentenfrage streitig, wegen des Grundsatzes "Eingliederung vor Rente" aber vorab über die Eingliederungsmassnahmen zu entscheiden und das Verfahren aus diesem Grunde auszudehnen wäre (vgl. dazu die Urteile D. vom 27. Mai 2003, I 66/03, Erw. 4, S. vom 14. April 2003, I 704/01, Erw. 4, M. vom 27. August 2002, I 21/02, und J. vom 7. November 2001, I 135/01). Die Voraussetzungen für einen Einbezug der Rentenfrage in das vorinstanzliche Verfahren waren daher nicht erfüllt. 4.3 Da die Rentenfrage somit weder Streitgegenstand bildete (Erw. 4.1) noch das Verfahren darauf ausgedehnt werden konnte (Erw. 4.2), der Entscheid der Verwaltung über die Rente somit in Rechtskraft erwachsen war (nicht veröffentlichtes Urteil K. vom 30. Mai 1996, U 223/95 [zum Einspracheverfahren]), fehlte es im vorinstanzlichen Verfahren diesbezüglich an einer Sachurteilsvoraussetzung. Die Rekurskommission durfte daher im Rentenpunkt nicht materiell entscheiden (oder offen lassen, ob materiell zu entscheiden sei). Folglich hat das vorinstanzliche Dispositiv diesbezüglich nicht auf Abweisung zu lauten, was von Amtes wegen zu korrigieren ist (BGE 128 V 89 Erw. 2a). Dass gerichtlich nicht materiell über die Rentenfrage entschieden ist, spielt eine Rolle für eine allfällige spätere Wiedererwägung, die nur insoweit zulässig ist, als eine Verfügung nicht Gegenstand materieller richterlicher Beurteilung gebildet hat (BGE 127 V 469 Erw. 2c). 4.4 Nach dem Gesagten fehlt es im Rentenpunkt im letztinstanzlichen Verfahren an einem anfechtbaren Entscheid (AHI 2001 S. 279 Erw. 1b). Aus diesem Grunde ist die Verwaltungsgerichtsbeschwerde auch hinsichtlich der Rente unzulässig (vgl. zum Nichteintreten bei Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheides wegen Fehlens einer Sachurteilsvoraussetzung BGE 119 V 14 Erw. 3, 112 V 361 Erw. 5; Urteil S. vom 18. Dezember 2001, H 257/00).