Citation: 9C_613/2022 E. 4.5.3

4.5.3. Individuelle, auf einzelne Personen - zum Beispiel den Geschäftsinhaber oder den Aktionärsdirektor - zugeschnittene Sonderlösungen im Sinne von "à la carte-Versicherungen" entsprechen nicht dem Kollektivitätsgrundsatz (ehemals BGE 120 Ib 199 E. 3c; Urteile 2A.554/2006 vom 7. März 2007 E. 5.3 und die zitierte Referenz, in RF: 62/2007 S. 636; 2A.45/2003 vom 29. Juli 2004 E. 3.1; 2A.408/2002 vom 13. Februar 2004 E. 3.3.1). Die Vorsorge muss vielmehr für den gesamten, dem Vorsorgeplan angeschlossenen Personenkreis (Kollektiv) einheitlich geführt werden (vgl. HANSPETER KONRAD, Wie viel Individualisierung lässt die berufliche Vorsorge zu? SZS 2018 S. 747 m.w.H.). Das Bundesgericht entschied, dass von einer Gesellschaft beschäftigte Aktionäre in einen Vorsorgeplan einbezogen werden können, sofern sie nicht anders behandelt werden als die übrigen Angestellten oder den übrigen Angestellten ähnliche Vorsorgemassnahmen gewährt werden. Ein zusätzlicher Vorsorgeplan, der nur den beiden einzigen angestellten Aktionären einer Gesellschaft zugute kommt, unter Ausschluss eines dritten Angestellten, dessen Lohn die obere Grenze des BVG-Lohns übersteigt, entspricht dem Kollektivitätsprinzip (Urteile 2A.554/2006 vom 7. März 2007 E. 5.3; 2A.404/2001 vom 20. März 2002 E. 2.3.4, in RF: 57/2002 S. 488 = RDAF 2004 II 53). Wichtig dabei ist, dass es sich bei der zukünftigen Aufnahme einer weiteren Person um eine realistische Möglichkeit handeln muss (BSV, a.a.O., S. 14). Eine Vorsorgelösung, welche von allem Anfang an keine Kollektivität und Solidarität beabsichtigt, dient indes nicht der beruflichen Vorsorge, sondern der (individuellen) Selbstvorsorge (BGE 141 V 416 E. 5.2).