Citation: 8C_377/2023 E. 7.4.5

7.4.5. Was den behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesenen Leidensdruck betrifft, so wies die Vorinstanz zutreffend auf einen Suizidversuch im Frühling 2016 und den nachfolgenden stationären Klinikaufenthalt von ca. sechs Wochen hin. Gemäss Angaben der Mutter der Beschwerdeführerin kam es nach Abschluss der Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung zu einem weiteren Suizidversuch. Aus der Aktenanamnese des Gerichtsgutachters ergibt sich ferner, dass bereits im Jahr 2013 eine stationäre Behandlung stattgefunden hatte, wo eine posttraumatische Belastungsstörung und eine Agoraphobie diagnostiziert wurden. Seit Ende 2015 ist die Beschwerdeführerin in psychiatrisch-psychotherapeutischer Behandlung. Ein erheblicher Leidensdruck ist damit offensichtlich ausgewiesen. Daran ändert nichts, dass die Beschwerdeführerin anlässlich der Parteibefragung wenig Bereitschaft zeigte, eine stationäre oder eine tagesklinische Behandlung in Anspruch zu nehmen. Eine stationäre Behandlung ist gemäss Gerichtsgutachter denn auch nicht zwingend nötig. Hingegen hält er eine Psychiatrie-Spitex als indiziert. Eine solche war gemäss Aussagen der Beschwerdeführerin anlässlich der Befragung in Planung. Sodann empfahl Dr. med. B.________ zwar die Wiederaufnahme einer geschützten Tätigkeit. Er wies aber auch darauf hin, dass im Vorfeld sorgfältig geklärt und evaluiert werden müsse, welche Veränderungen der Arbeitsbedingungen sich beim letzten Mal offenbar negativ auf die Verfassung der Beschwerdeführerin ausgewirkt hätten. Eine solche Abklärung hat bisher nicht stattgefunden.