Citation: 8C_690/2009 21.12.2009 E. 4

Die Vorinstanz hat die adäquanzrelevanten Kriterien als nicht erfüllt beurteilt, mit Ausnahme der erheblichen Beschwerden und der erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen. Diese beiden Kriterien sind unbestritten und können als erfüllt betrachtet werden. Ohne Weiteres zu verneinen - und auch nicht geltend gemacht - sind die Kriterien der ärztlichen Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert, eines schwierigen Heilungsverlaufs und erheblicher Komplikationen. Demgegenüber erachtet die Beschwerdeführerin mehrere weitere Kriterien für erfüllt. Diese sind näher zu prüfen. 4.1 Besonders dramatische Begleitumstände und eine besondere Eindrücklichkeit hat die Vorinstanz beim Unfallereignis vom 4. Mai 2006 verneint. Zu beachten ist bei diesem Kriterium, dass jedem mindestens mittelschweren Unfall eine gewisse Eindrücklichkeit eigen ist, welche noch nicht für eine Bejahung des Kriteriums ausreichen kann (vgl. Urteil 8C_39/2008 vom 20. November 2008 E. 5.2). Bei der vorliegenden Frontalkollision mit anschliessendem Aufprall auf die Holzbeige sind keine entsprechenden Umstände gegeben, welche zu einer Bejahung des Kriteriums führen. Der Unfall ist auch nicht vergleichbar mit Konstellationen, in denen dieses Kriterium bejaht wurde (vgl. Zusammenfassung der Rechtsprechung zu diesem Kriterium im Urteil 8C_915/2008 vom 11. September 2009 E. 5.3). 4.2 Ein HWS-Distorsionstrauma vermag für sich alleine die Schwere und besondere Art der Verletzung nicht zu begründen; es bedürfte hierzu einer besonderen Schwere der für ein Schleudertrauma typischen Beschwerden oder besonderer Umstände, die das Beschwerdebild beeinflussen können. Diese können beispielsweise in einer beim Unfall eingenommenen besonderen Körperhaltung und den dadurch bewirkten Komplikationen bestehen (SVR 2007 UV Nr. 26 S. 86, U 339/06 E. 5.3 mit Hinweisen). Auch erhebliche Verletzungen, welche sich die versicherte Person neben dem Schleudertrauma, der äquivalenten HWS-Verletzung oder dem Schädelhirntrauma beim Unfall zugezogen hat, könnten bedeutsam sein (BGE 134 V 109 E. 10.2.2 S. 127). Unbestritten zog sich die Beschwerdeführerin beim Unfall vom 4. Mai 2006 neben dem HWS-Distorsionstrauma und einer Thoraxkontusion keine weiteren Verletzung zu. Eine besondere Körperhaltung oder andere besondere Umstände, welche das Beschwerdebild beeinflussen könnten, lagen nicht vor. Es zeigte sich hingegen ein Beschwerdebild, welches bei einem HWS-Distorsionstrauma häufig auftritt. Das Kriterium der Schwere und besonderen Art der Verletzung ist daher zu verneinen. 4.3 Im ambulanten Assessment der Klinik B.________ vom 21. Juni 2006, ca. sechs Wochen nach dem Unfall, hielten die Ärzte fest, es könne kein physiotherapeutischer Behandlungsansatz gefunden werden. Physiotherapeutische Massnahmen und auch ein stationärer Klinikaufenthalt könnten nicht empfohlen werden. Vom 18. September bis 6. Oktober 2006 folgte dennoch ein stationärer knapp dreiwöchiger Klinikaufenthalt in der Klinik V.________, welcher aber wegen fehlendem Rehabilitationspotential vorzeitig beendet wurde. Zudem hielt sich die Beschwerdeführerin während ca. vier Wochen, vom 5. bis 30. März 2007, im Institut S.________ auf. Unter diesen Voraussetzungen kann nicht von einer fortgesetzt spezifischen, belastenden ärztlichen Behandlung gesprochen werden. Praxisgemäss werden an dieses Kriterium deutlich höhere Anforderungen gestellt (vgl. etwa SVR 2009 UV Nr. 22 S. 80, 8C_209/2008 E. 5.4; Urteil 8C_25/2009 vom 12. Juni 2009 E. 4.2.2 mit Hinweisen). 4.4 Somit liegen lediglich zwei der massgeblichen Kriterien, die erheblichen Beschwerden und die erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen vor, allerdings - wie bereits die Vorinstanz unbestritten feststellte - nicht besonders ausgeprägt. Die Adäquanzkriterien sind auch nicht in gehäufter Weise erfüllt. Ein adäquater Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis vom 4. Mai 2006 und den über den 30. Juni 2007 hinaus anhaltend geklagten Beschwerden liegt nicht vor. Vorinstanz und Verwaltung haben einen Anspruch des Versicherten auf eine Invalidenrente zu Recht verneint. Die Beschwerde ist somit abzuweisen.