Citation: 6A.78/2002 07.02.2003 E. 3

Die Vorinstanz wertet die Geschwindigkeitsüberschreitung als schweren Fall im Sinn von Art. 16 Abs. 3 lit. a SVG (Urteil E. 4a S. 7 f.). 3.1 Der Beschwerdeführer macht geltend, die Vorinstanz beurteile die Auslandtat zu Unrecht nach schweizerischem Recht. Wer im Ausland ein Motorfahrzeug führe, habe sich nach den Verkehrsregeln des jeweiligen Landes zu richten. Verletze er diese, so beurteile sich die Verschuldensfrage nach ausländischem Recht. Mit der Beurteilung nach schweizerischem Recht verletze die Verwaltungsrekurskommission das Territorialitätsprinzip gemäss Art. 3 StGB (Beschwerde S. 9 - 11). 3.1.1 Art. 30 Abs. 4 VZV sieht vor, dass bei Aberkennungen schweizerischer Führerausweise durch ausländische Behörden der für den Ausweisentzug zuständige Kanton zu prüfen hat, ob eine Massnahme gegenüber dem Fehlbaren zu ergreifen ist. Dabei handelt es sich um eine territoriale Ausdehnung der im Ausland angeordneten Massnahme, die Art. 3 StGB nicht widerspricht (BGE 123 II 464 E. 2c und d). Gemäss ständiger und erst kürzlich bestätigter Rechtsprechung kann demzufolge die kantonale Behörde den Entzug des Führerausweises anordnen, wenn die Fahrberechtigung vom ausländischen Tatortstaat entzogen wird (BGE 128 II 133 E. 4a und 5; zur Publikation bestimmtes Urteil 6A.64/2002 vom 17. Dezember 2002 nicht zu publizierende E.1). Darauf ist nicht zurückzukommen. 3.1.2 Ordnen schweizerische Behörden als Wohnsitzstaat einen Warnungsentzug an, haben sie es in Anwendung schweizerischen Rechtes zu tun. Somit sind beim Nachvollzug die schweizerischen Bestimmungen über die Festsetzung der Dauer und insbesondere jene über die Mindestdauer des Entzuges zu beachten (BGE 123 II 464 E. 3c S. 471; zur Publikation bestimmtes Urteil 6A.64/2002 vom 17. Dezember 2002 E. 2.2). Die am Tatort geltenden Verkehrsregeln sind Teil des nach schweizerischem Recht zu beurteilenden Sachverhalts. 3.1.3 Eine Geschwindigkeitsüberschreitung von 35 km/h bei der auf schweizerischen Autobahnen vorgeschriebenen Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h gilt ungeachtet der konkreten Umstände als schwerer Fall (BGE 123 II 106 E. 2c S. 112; 121 II 127 E. 3c). Wenn die Vorinstanz eine Geschwindigkeitsüberschreitung von 55 km/h bei einer Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h auf einer italienischen Autobahn ebenfalls als schweren Fall einstuft, erscheint dies als verhältnismässig und damit bundesrechtskonform. 3.2 Abgesehen davon trifft es nicht zu, dass der Präfekt der Provinz Como das Vorliegen einer schweren Verkehrsgefährdung und eines schweren Verschuldens verneint (Beschwerde S. 10). Er hat lediglich festgehalten, dass die Zuwiderhandlung keinen Schaden zur Folge gehabt habe und nichts über eine Rückfälligkeit des Beschwerdeführers bekannt sei. Im Übrigen hat er das Verhalten des Beschwerdeführers aber als gefährlich bezeichnet und eine Bestimmung des italienischen Rechts angewendet, die eine Mindestentzugsdauer von einem Monat und damit wie Art. 16 Abs. 3 lit. a SVG den Entzug des Führerausweises vorschreibt (act. 7/22 Absatz 2 und 3).