Citation: 4A_467/2020 E. 3.1.2

3.1.2. Der Gutachter erachtete eine Intubation für indiziert. Insoweit widerspricht der Beschwerdeführer dem Gutachten nicht, wenn er moniert, die Intubation sei zu spät erfolgt. Der Gutachter hat die Zeiten angegeben, auf die er sich gestützt hat, und die eine Verzögerung von 25 Minuten ergeben, und daraufhin eine Verzögerung von "etwa" 20 Minuten für nachvollziehbar erklärt. Das unterschlägt der Beschwerdeführer, wenn er aus der Abweichung auf die Unzuverlässigkeit des Gutachtens schliesst. Soweit er überhaupt etwas aus der Differenz von 5 Minuten ableiten wollte, müsste er aufzeigen, welchen Einfluss die Verzögerung von fünf Minuten auf den Zustand der Patientin gehabt haben sollte. Ein derartiger Einfluss ist nicht ersichtlich, betrugen die Werte doch gemäss dem Gutachter ab etwa 21.15 Uhr stabil über 92 % und unmittelbar vor der Einleitung 92 %. Damit setzt sich die Beschwerde nicht rechtsgenüglich auseinander. Von einer hinreichend begründeten Willkürrüge kann keine Rede sein. Ob der Anästhesist eine laufende Operation verlassen hat, diese allenfalls erst beenden musste oder aus einem anderen Grund die Anästhesie zur Intubation erst kurz nach 21.40 Uhr eingeleitet hat, spielt im Ergebnis keine massgebende Rolle. Entscheidend ist vielmehr, ob der Zustand der Patientin das frühere Bereitstellen eines Anästhesisten erfordert hätte. Davon geht der Gutachter offensichtlich nicht aus. Muss der Anästhesist nicht bereitstehen, kann allein darin, dass eine gewisse Zeit vergeht, bis die Anästhesie zur Intubation eingeleitet wird, keine Sorgfaltspflichtverletzung gesehen werden.