Citation: I 379/05 26.01.2006 E. 2.5

2.5.1 Die Experten der MEDAS diagnostizieren - mit wesentlicher Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit - im Gutachten vom 26. März 2003 chronische Knieschmerzen links mit einem schweren Schmerzzustand unklarer Ätiologie, unspezifische Kreuzschmerzen durch Fehlbelastung infolge Gehens an Stöcken, Adipositas magna, Trainingsmangel sowie eine Anpassungsstörung, durch den Unfall akzentuiert, vorbestehend, bei träger, antriebsverminderter Grundpersönlichkeit. Sie erachten den Versicherten in einer "vorwiegend stehend-gehenden Tätigkeit" als nicht mehr arbeitsfähig, jedoch gehen sie für vorwiegend sitzende Tätigkeiten von einer Arbeitsfähigkeit von 80 % aus, wobei sich hier die psychiatrischen Befunde leicht einschränkend auswirkten. Das polydisziplinäre Gutachten und die diversen Konsilien der Ärzte der MEDAS sind für die streitigen Belange umfassend, beruhen auf allseitigen Untersuchungen, berücksichtigen die geklagten Beschwerden, sind in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden und leuchten in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sowie der medizinischen Situation ein und enthalten begründete Schlussfolgerungen (BGE 125 V 352 Erw. 3a). Damit kommt diesen medizinischen Äusserungen grundsätzlich volle Beweiskraft zu (vgl. BGE 125 V 353 Erw. 3b/bb). Entgegen der Auffassung in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde ist das kantonale Gericht nicht nur "oberflächlich" auf die im vorinstanzlichen Verfahren erhobenen und vor dem Eidgenössischen Versicherungsgericht wiederholten Einwände gegen das Gutachten der MEDAS eingegangen. Die Vorinstanz hat vielmehr mit ausführlicher und überzeugender Begründung, auf die verwiesen werden kann, die Kritik des Beschwerdeführers an der Expertise entkräftet. Damit ist davon auszugehen, dass der Versicherte in einer vorwiegend sitzenden Tätigkeit 80 % arbeitsfähig ist. Dem Beschwerdeführer stehen aufgrund dieses Gesundheitszustandes eine Vielzahl von Arbeiten auf dem hypothetischen ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 16 ATSG; vgl. auch Urteil C. vom 16. Juli 2003, I 758/02, Erw. 3.3) offen; so wird denn auch im Gutachten der MEDAS vom 26. März 2003 ausgeführt, es "kämen für den Versicherten also viele Tätigkeiten in der Elektronik oder Montage, in Reparatur und serieller Fertigung in Frage". Weiter ist zu berücksichtigen, dass die Verwaltung dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 19. Mai 2003 Arbeitsvermittlung zugesprochen hat. Eines berufsberaterischen/ berufsspezifischen Gutachtens - wie in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde beantragt - bedarf es nicht. 2.5.2 Falsch ist die Auffassung in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde, es sei der "Arbeitsunfähigkeitsgrad ... mit dem Invaliditätsgrad gleichgesetzt" worden; Vorinstanz und Verwaltung haben vielmehr einen Einkommensvergleich durchgeführt. 2.5.3 Bei der Ermittlung des Einkommens ohne Invalidität (Valideneinkommen) ist entscheidend, was der Versicherte im massgebenden Zeitpunkt nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunder tatsächlich verdienen würde. Die Einkommensermittlung hat so konkret wie möglich zu erfolgen; daher ist in der Regel vom letzten Lohn, den der Versicherte vor Eintritt der Gesundheitsschädigung erzielt hat, auszugehen (RKUV 1993 Nr. U 168 S. 100 Erw. 3b; Urteil H. vom 4. April 2002, I 446/01, Erw. 2b). Die nach der Rechtsprechung theoretisch vorhandenen beruflichen Entwicklungs- oder Aufstiegsmöglichkeiten sind nur dann zu berücksichtigen, wenn sie mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eingetreten wären (AHI 1998 S. 171 Erw. 5a mit Hinweisen). Für den in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde erwähnten beruflichen Aufstieg (z.B. als Geschäftsführer einer Filiale des angestammten Arbeitsplatzes) liegen nicht die geringsten Anhaltspunkte vor, abgesehen davon, dass damit nicht unbedingt ein lohnmässiger Aufstieg verbunden ist, sondern bei schlechtem Geschäftsgang auch ein Misserfolg resultieren kann, und der Versicherte im Unfallzeitpunkt erst ein halbes Jahr für den Arbeitgeber tätig war. Gemäss Arbeitgeberbericht vom 31. August 1999 verdiente der Versicherte im Jahr 1997 einen Monatslohn von Fr. 2700.-, wobei kein dreizehnter Monatslohn vereinbart worden ist. Angepasst an die Lohnentwicklung bis zum hier massgebenden Jahr 2003 (1998: 0.4 %, 1999: 1.3 %, 2000: 0.9 %, 2001: 2.2 %, 2002: 1.6 % [Bundesamt für Statistik, Lohnentwicklung 2002, S. 32 T1.1.93 Zeile G,H], 2003: 1.5 % [Die Volkswirtschaft 12/2005 S. 95 Tabelle B10.2 Zeile G,H]) führt dies zu einem Betrag von Fr. 2920.15 monatlich und Fr. 35'041.80 jährlich. 2.5.4 Für das hypothetische Einkommen nach Eintritt des Gesundheitsschadens (Invalideneinkommen) ist - da der Versicherte keine Verweisungstätigkeit aufgenommen hat - praxisgemäss auf die Tabellenlöhne der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung abzustellen (BGE 126 V 76 f. Erw. 3b/bb mit Hinweis). Nach Tabelle A1 der Lohnstrukturerhebung 2002 beträgt der Zentralwert im privaten Sektor für bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 40 Stunden beschäftigte Männer auf Anforderungsniveau 4 (einfache und repetitive Tätigkeiten) monatlich Fr. 4557.- brutto. Umgerechnet auf die betriebsübliche Wochenarbeitszeit von 41.7 Stunden im Jahr der hier zu prüfenden Renteneinstellung 2003 (Die Volkswirtschaft 12/2005 S. 94 Tabelle B9.2) und angepasst an die bis zu diesem Zeitpunkt eingetretene Lohnentwicklung (+ 1.4 %; Die Volkswirtschaft 12/2005 S. 95 Tabelle B10.2) ergibt sich ein Betrag von monatlich Fr. 4817.20 und jährlich Fr. 57'806.40. Dieser Tabellenlohn ist höher als derjenige, den der Beschwerdeführer ohne Gesundheitsschaden erhielte (vgl. Erw. 2.5.3 hievor). Sind keine Anhaltspunkte dafür ersichtlich, dass sich der Versicherte aus freien Stücken mit einem bescheideneren Einkommen begnügen wollte, als er hätte erzielen können (vgl. ZAK 1992 S. 92 Erw. 4a), und ist weiter anzunehmen, dass er angesichts seiner geringfügigen Qualifikation nicht Einkünfte in der Höhe des erhobenen Durchschnittslohnes erreichen könnte, kann - bei einer deutlichen Abweichung - dieser Durchschnittswert gemäss Rechtsprechung um den Prozentsatz gekürzt werden, um welchen der vom Versicherten vor Eintritt des Gesundheitsschadens erzielte Lohn unter dem durchschnittlich ausgerichteten Lohn lag (vgl. ZAK 1989 S. 458 Erw. 3b, bestätigt durch Urteil S. vom 29. August 2002, I 97/00, Erw. 3.2 f.; RKUV 1993 Nr. U 168 S. 103 f. Erw. 5b; vgl. auch BGE 129 V 225 Erw. 4.4). Damit ist das Invalideneinkommen von Fr. 57'806.40 um 18.2 % zu kürzen, da der letzte effektiv bezogene Lohn von Fr. 35'041.80 um diesen Prozentsatz unter dem Durchschnittslohn der Branche von Fr. 42'828.70 lag (Lohnstrukturerhebung 2002, Tabelle A1, Ziff. 55, Anforderungsniveau 4, Männer [= Fr. 3333.-], bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 42.2 Stunden [Die Volkswirtschaft 12/2005 S. 94 Tabelle B9.2, Zeile H, Jahr 2003] und einer Lohnentwicklung von 1.5 % für 2003 [Die Volkswirtschaft 12/2005 S. 95 Tabelle B10.2 Zeile G,H]). Dies führt zu einem Betrag von Fr. 47'285.65, was bei einer Arbeitsfähigkeit von 80 % Fr. 37'828.50 ausmacht. Auch unter Berücksichtigung des maximal zulässigen behinderungsbedingten Abzuges von 25 % (BGE 126 V 80 Erw. 5b/cc) resultiert bei diesen Zahlen ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von 19 %, so dass die effektive Höhe des behinderungsbedingten Abzuges offen bleiben kann. 2.6 In Anwendung des Art. 88bis Abs. 2 lit. a IVV haben Vorinstanz und Verwaltung angesichts des Verfügungserlasses im Mai 2003 die Rente zu Recht auf Ende Juni 2003 aufgehoben.