Citation: 6B_1293/2023 E. 1.4.4

1.4.4. An der Sache vorbei geht schliesslich der Vorwurf, die Vorinstanz stelle zur Bestimmung des öffentlichen Interesses in willkürlicher Weise auf das Gutachten ab, ohne seine seitherige Entwicklung zu berücksichtigen. Der Beschwerdeführer scheint zu verkennen, dass er bereits im Tatzeitpunkt verheiratet war, zwei Kinder hatte und über eine Festanstellung verfügte. Dass er sich seit der Anlasstat wohl verhalten hat, vermag nichts Entscheidendes an der gutachterlichen Einschätzung hinsichtlich Rückfallprognose zu ändern, zumal er sich während fast zwei Jahren in Untersuchungs- und Sicherheitshaft befand. Das Wohlverhalten nach der Haftentlassung ist letztlich auch vor dem Hintergrund des laufenden Verfahrens und der drohenden Landesverweisung stark zu relativieren. Es vermag die aus der Anlasstat und den Vorstrafen resultierende negative Prognose nicht entscheidend zu beeinflussen. Insbesondere kann keine Rede davon sein, dass von ihm keine Gefahr für die Öffentlichkeit ausgeht und das öffentliche Interesse an einer Landesverweisung demnach äusserst gering ausfällt (Beschwerde S. 10 unten).