Citation: 1P.497/2005 02.09.2005 E. 2

Der Beschwerdeführer machte eine Verletzung der persönlichen Freiheit geltend, da weder ein dringender Tatverdacht, noch Kollusions- oder Fluchtgefahr bestünden. 2.1 Bei staatsrechtlichen Beschwerden, die gestützt auf das verfassungsmässige Recht der persönlichen Freiheit gegen die Haftanordnung erhoben werden, prüft das Bundesgericht im Hinblick auf die Schwere des Eingriffs die Auslegung und Anwendung des entsprechenden kantonalen Rechts frei. Soweit jedoch reine Sachverhaltsfragen und damit Fragen der Beweiswürdigung zu beurteilen sind, greift das Bundesgericht nur ein, wenn die tatsächlichen Feststellungen der kantonalen Instanz willkürlich sind (BGE 123 I 31 E. 3a S. 35, 268 E. 2d S. 271, je mit Hinweisen). 2.2 Gemäss § 67 des kantonalen Gesetzes über die Strafrechtspflege vom 11. November 1958 (Strafprozessordnung, StPO/AG; SAR 251.100), darf gegen den Beschuldigten Haftbefehl nur erlassen werden, wenn er einer mit Freiheitsstrafe bedrohten Handlung dringend verdächtig und ausserdem eine der folgenden Voraussetzungen gegeben ist: Flucht oder Fluchtgefahr (Abs. 1 Ziff. 1), oder Anzeichen, welche den Verdacht begründen, dass der Beschuldigte Spuren der Tat vernichten, Zeugen oder Mitschuldige zu falscher Aussage verleiten oder sonst den Zweck der Untersuchung gefährden werde (Abs. 1 Ziff. 2). 2.3 Die kantonalen Behörden verdächtigen den Beschwerdeführer der Geldwäscherei im Zusammenhang mit Erlösen aus dem Drogenhandel. Art. 305bis StGB sieht eine Gefängnisstrafe oder Busse vor für jeden, der eine Handlung vornimmt, die geeignet ist, die Ermittlung der Herkunft, die Auffindung oder die Einziehung von Vermögenswerten zu vereiteln, die, wie er weiss oder annehmen muss, aus einem Verbrechen herrühren. Der Beschwerdeführer macht vorab insbesondere geltend, es bestehe kein dringender Tatverdacht für die verbrecherische Vortat, welche für den Tatbestand der Geldwäscherei vorausgesetzt werde. Er sei im Devisenhandel tätig. Geldwechsel gehöre seit Jahrhunderten zu einer legalen kaufmännischen Tätigkeit. Es sei willkürlich und verletze das Grundrecht der persönlichen Freiheit, aus einer legalen Tätigkeit auf den Straftatbestand der Geldwäscherei zu schliessen. Der einzige Hinweis, den der angefochtene Entscheid aufführe, sei die teilweise Kontaminierung der bei der Haussuchung gefundenen Geldscheine mit Kokain. Seltsamerweise hätten es die Strafverfolgungsbehörden abgelehnt, die Vortat jeweils konkret als Kokainhandel zu bezeichnen. Der Beschwerdeführer habe offensichtlich nichts damit zu tun. Es sei viel eher davon auszugehen, dass ihm ohne sein Wissen im Einzelfall kontaminierte Noten überreicht worden seien. Die weiteren Begründungen im angefochtenen Entscheid hält er ebenfalls allesamt für unzureichend, um den dringenden Tatverdacht der Geldwäscherei zu rechtfertigen. 2.4 Im Gegensatz zum erkennenden Sachgericht hat das Bundesgericht bei der Überprüfung des allgemeinen Haftgrundes des dringenden Tatverdachtes keine erschöpfende Abwägung sämtlicher belastender und entlastender Beweisergebnisse vorzunehmen. Macht ein Inhaftierter geltend, er befinde sich ohne ausreichenden Tatverdacht in strafprozessualer Haft, ist vielmehr allein zu prüfen, ob aufgrund der bisherigen Untersuchungsergebnisse genügend konkrete Anhaltspunkte für eine Straftat und eine Beteiligung des Beschwerdeführers an dieser Tat vorliegen, die kantonalen Behörden somit das Bestehen eines dringenden Tatverdachts mit vertretbaren Gründen bejahen durften. Im Haftprüfungsverfahren genügt dabei der Nachweis von konkreten Verdachtsmomenten, wonach das inkriminierte Verhalten mit erheblicher Wahrscheinlichkeit die fraglichen Tatbestandsmerkmale erfüllen könnte (BGE 116 Ia 143 E. 3c S. 146). Das Beschleunigungsgebot in Haftsachen lässt dabei nur wenig Raum für ausgedehnte Beweismassnahmen. Zur Frage des dringenden Tatverdachtes bzw. zur Schuldfrage hat der Haftrichter weder ein eigentliches Beweisverfahren durchzuführen, noch dem erkennenden Strafrichter vorzugreifen. Vorbehalten bleibt allenfalls die Abnahme eines liquiden Alibibeweises (BGE 124 I 208 E. 3 S. 210 mit Hinweisen).