Citation: 1A.8/2004 17.12.2004 E. 3

Art. 13 Abs. 1 WaG hält fest, dass in den Bauzonen gestützt auf rechtskräftige Waldfeststellungsverfügungen die Waldgrenzen einzutragen sind. Daraus folgt, wie das Bundesgericht in BGE 122 II 274 E. 2b erwogen hat, dass sich bei der erstmaligen Abgrenzung von Wald mit Bauzonen das Baugebiet in der Regel am Bestehen von Wald zu orientieren hat - und nicht das Waldareal an der Ausdehnung der Bauzonen. Die Beschwerdeführerin wendet ein, in ihrem Fall bestehe Anlass, von dieser Regel abzuweichen, einerseits wegen des Waldkatasterplans 1978 und andererseits deshalb, weil ihre Parzelle mitten im Baugebiet liege. Es sei nicht einzusehen, weshalb neue Bestockungen ausserhalb rechtskräftiger Waldgrenzen (Art. 13 Abs. 2 WaG) Waldfunktionen nicht erfüllen und daher nicht als Wald gelten sollten, Bestockungen ausserhalb eines altrechtlichen, aber rechtsgültigen Waldkatasterplans indessen schon. Von vornherein nicht zu folgen ist der Beschwerdeführerin, soweit sie geltend macht, Art. 13 und 10 WaG normierten "im eigentlichen Sinn" nichts hinsichtlich der Frage, wie es sich mit Bestockungen in Bauzonen verhalte. Das Gegenteil trifft zu. Art. 10 Abs. 2 und Art. 13 WaG dienen dazu, den dynamischen Waldbegriff, der im Waldgesetz von 1991 grundsätzlich beibehalten wurde (Art. 2 WaG), in beschränktem Umfang durch einen statischen Waldbegriff zu ersetzen. Diese gegenüber dem früheren Forstpolizeirecht neue Regelung dient der Rechtssicherheit und soll die Überbaubarkeit von Bauzonenland sicherstellen (vgl. Peter Hänni, Planungs-, Bau- und besonderes Umweltschutzrecht, 4. Aufl., Bern 2002, S. 413 f.; Heribert Rausch/Arnold Marti/ Alain Griffel, Umweltrecht, Zürich/Basel/Genf 2004, Rz. 466). Dabei geht es nicht um die Frage, ob einwachsende Bestockungen innerhalb der Bauzone Waldfunktionen erfüllen können oder nicht; vielmehr wird einer Bestockung, auch wenn sie Waldfunktionen erfüllen kann bzw. erfüllt, aus den eben genannten Gründen von Gesetzes wegen die Waldqualität aberkannt. Dies ändert aber nichts daran, dass sich die erstmalige Abgrenzung von Wald und Bauzonen an den gesetzlichen Kriterien für Wald, d.h. an Art. 2 WaG, auszurichten hat, eben weil die Abgrenzung auf eine gemäss Art. 10 WaG vorgenommene Waldfeststellung zu stützen ist. Die Lehre hat sich dem von der Beschwerdeführerin kritisierten Urteil BGE 122 II 274 E. 2b ohne weiteres angeschlossen (Hänni, a.a.O. S. 412; Rausch/Marti/Griffel, a.a.O. Rz. 466; Klaus A. Vallender/Reto Morell, Umweltrecht, Bern 1997, S. 354). In diesem Zusammenhang macht die Beschwerdeführerin auch zu Unrecht geltend, die angefochtene Waldfeststellung sei nicht die erste, so dass es offensichtlich unrichtig sei, wenn das Verwaltungsgericht von der erstmaligen Abgrenzung von Wald mit Bauzonen spreche. Der Waldkatasterplan 1978 wurde lange vor dem Inkrafttreten des Waldgesetzes festgesetzt; damals galt uneingeschränkt der dynamische Waldbegriff und konnte ein solcher Katasterplan von vornherein nicht dazu dienen, eine dauerhafte Abgrenzung zwischen Wald und Bauzone vorzunehmen. Erst die angefochtene Waldfeststellung (in Verbindung mit einer nutzungsplanerischen Waldgrenze im Sinne von Art. 13 WaG) ist hierzu in der Lage; insofern stellt sie die Grundlage für die erstmalige Abgrenzung von Wald und Bauzone dar.