Citation: 1A.162/2006 08.02.2007 E. 2

2.1 Der Beschwerdeführer macht geltend, der angefochtene Beschluss sei ihm nicht vollständig zur Kenntnis gelangt. Es fehle die Seite 4. Diese sei ihm von Fürsprecherin Matter nicht nach Hamburg übersandt worden. Der Einwand ist unbehelflich. Wie der Beschwerdeführer selber darlegt, hat er den angefochtenen Beschluss - angeblich ohne die Seite 4 - am 17. Juli 2006 erhalten. Sollte tatsächlich eine Seite gefehlt haben, hätte der Beschwerdeführer bis zum Ablauf der Beschwerdefrist genügend Zeit gehabt, die fehlende Seite - gegebenenfalls unter Vermittlung seines Verteidigers im deutschen Strafverfahren - bei Fürsprecherin Matter oder der Anklagekammer nachzufordern. Der Beschwerdeführer tut in der Beschwerde nicht dar, dass er die ihm insoweit zumutbaren Schritte unternommen hätte. Da die Anklagekammer den angefochtenen Beschluss Fürsprecherin Matter unstreitig vollständig zugestellt hat, ist ein Eröffnungsmangel jedenfalls zu verneinen. 2.2 Der Beschwerdeführer macht geltend, Fürsprecherin Matter, die ihn im Berner Strafverfahren vertreten habe - er soll sie nach seinen Angaben inzwischen "entpflichtet" haben -, sei im Rechtshilfeverfahren nicht förmlich als amtliche Verteidigerin beigeordnet worden. Fürsprecherin Matter vertrat den Beschwerdeführer unstreitig im Berner Strafverfahren. Damit ist das Rechtshilfeverfahren - entgegen dem Vorbringen des Beschwerdeführers - eng verknüpft. Unter diesen Umständen ist es nachvollziehbar, wenn die Untersuchungsrichterin ihre Verfügung und die Anklagekammer den angefochtenen Beschluss Fürsprecherin Matter zugestellt haben. Darin kann konkludent ihre Einsetzung als Verteidigerin durch die Berner Behörden auch für das Rechtshilfeverfahren erblickt werden. Dass dem Beschwerdeführer aus der Beiordnung auch für das Rechtshilfeverfahren ein Nachteil entstanden sein soll, ist im Übrigen nicht ersichtlich. 2.3 Der Beschwerdeführer macht geltend, die Staatsanwaltschaft Hamburg hätte das Rechtshilfeersuchen nicht direkt dem Untersuchungsrichteramt III Bern-Mittelland zustellen dürfen; sie hätte es vielmehr an das Bundesamt für Polizei (recte: Bundesamt für Justiz) senden müssen. Der Einwand ist unbegründet. Gemäss Art. VIII Abs. 1 des Zusatzvertrages können, soweit dieser nichts anderes bestimmt, die Justizbehörden der beiden Staaten unmittelbar miteinander verkehren. 2.4 Der Beschwerdeführer bringt unter Hinweis auf ein der Beschwerde beigelegtes Schreiben des Gerichtspräsidenten 11 des Kreisgerichtes an das Landeskriminalamt Hamburg vom 2. Juni 2006 vor, die von der Staatsanwaltschaft Hamburg im Rechtshilfeersuchen verlangten Unterlagen befänden sich bereits in Deutschland; dies, obwohl die Schlussverfügung noch nicht rechtkräftig sei. Auf das Schreiben des Gerichtspräsidenten 11 hat sich der Beschwerdeführer vor der Anklagekammer nicht berufen. Entsprechend hat sich diese dazu nicht geäussert. Bei der Anklagekammer handelt es sich um eine richterliche Behörde im Sinne von Art. 105 Abs. 2 OG. Nach der Rechtsprechung ist daher die Möglichkeit, im Verfahren der Verwaltungsgerichtsbeschwerde neue Tatsachen oder Beweismittel vorzubringen, stark eingeschränkt. Zulässig sind lediglich Beweise, welche das kantonale Gericht von Amtes wegen hätte erheben müssen und deren fehlende Berücksichtigung eine Verletzung wesentlicher Verfahrensbestimmungen darstellt (BGE 121 II 97 E. 1c S. 99). Das Schreiben vom 2. Juni 2006 hätte die Anklagekammer nicht von Amtes wegen erheben müssen. Es handelt sich daher um ein unzulässiges Novum.