Citation: 6S.132/2003 06.08.2003 E. 3

Nach Art. 20 Abs. 1 lit. b JSG wird die Jagdberechtigung vom Richter für mindestens ein Jahr und höchstens zehn Jahre entzogen, wenn der Träger der Berechtigung eine Widerhandlung nach Artikel 17 als Täter, Anstifter oder Gehilfe vorsätzlich begangen oder versucht hat. Gemäss den vorstehenden Erwägungen ist der Beschwerdeführer wegen unverschuldeten Rechtsirrtums vom Vorwurf der vorsätzlichen Widerhandlung im Sinne von Art. 17 Abs. 1 lit. a JSG freizusprechen. Dies bedeutet, dass er nicht im Sinne von Art. 20 Abs. 1 lit. b JSG eine Widerhandlung nach Art. 17 JSG als Täter, Anstifter oder Gehilfe vorsätzlich begangen oder versucht hat. Zwar setzt Art. 20 Abs. 1 lit. b JSG nicht ausdrücklich voraus, dass der Träger der Berechtigung wegen einer vorsätzlichen Widerhandlung im Sinne von Art. 17 Abs. 1 JSG tatsächlich auch schuldig gesprochen und bestraft wird. Wie der Kassationshof in seinem Urteil vom heutigen Tag im Verfahren der vom Wildhüter eingereichten Nichtigkeitsbeschwerde (6S.139/2003) erkannt hat, ist indessen der Entzug der Jagdberechtigung im Sinne von Art. 20 Abs. 1 lit. b JSG als Nebenstrafe zu qualifizieren. Eine Nebenstrafe kann, wie sich schon aus dem Begriff ergibt, nur neben einer Hauptstrafe, d.h. neben Freiheitsstrafe oder Busse, ausgefällt werden. Bei einem Freispruch infolge eines unverschuldeten Rechtsirrtums fällt ein Entzug der Jagdberechtigung im Sinne von Art. 20 Abs. 1 lit. b JSG ausser Betracht. Der gegenüber dem Beschwerdeführer angeordnete Entzug der Jagdberechtigung verstösst demnach gegen Bundesrecht.