Citation: 6S.186/2003 22.01.2004 E. 6

Schliesslich rügt die Beschwerdeführerin die Gewährung des bedingten Strafvollzuges als bundesrechtswidrig. Die Schwere der begangenen Straftaten schliesse den bedingten Strafvollzug "bereits aus objektiven Gründen aus". Zumindest bei den privaten Beschwerdegegnern 1-3 könne zudem "aufgrund der weiteren von ihnen begangenen Straftaten nicht von einem künftigen Wohlverhalten ausgegangen werden". 6.1 Mit Recht stellt sich die Beschwerdeführerin nicht auf den Standpunkt, die Gewährung des bedingten Strafvollzuges beruhe auf einer (als rechtsverbindlich aufgefassten) prozessualen Zusicherung seitens des Gerichtes bzw. auf einem "plea bargaining". Wie in den Erwägungen 4-5 bereits dargelegt, beruht die Höhe der ausgefällten Freiheitsstrafen auf einer bundesrechtskonformen Subsumtion und Strafzumessung. Die Vorinstanz hat erwogen, dass die Strafen von sechs, 16 bzw. 18 Monaten Gefängnis den bedingten Strafvollzug in objektiver Hinsicht noch zuliessen. Eine Freiheitsstrafe im Sinne von Art. 41 Ziff. 1 Abs. 2 StGB habe keiner der Verurteilten verbüsst. In subjektiver Hinsicht seien als Voraussetzung für eine günstige Prognose "auch Einsicht und Reue" bei ihnen vorhanden. Zwar trübten beim Beschwerdegegner 3 (18 Monate Gefängnis) die weiteren Delikte (neben der Geiselnahme) das Bild. Teilweise sei er jedoch dazu provoziert worden (inkriminierte Schlägerei), und teilweise handle es sich um ganz andere Deliktskategorien (SVG-Verstoss). Zudem sei er "seit mehr als zwei Jahren nicht mehr straffällig geworden" und auch nicht vorbestraft. Daher könne auch ihm "gerade noch" eine günstige Bewährungsprognose gestellt werden. Um so mehr sei auch dem (ebenfalls nicht vorbestraften) Beschwerdegegner 4 (16 Monate Gefängnis) der bedingte Strafvollzug zu gewähren. Die Probezeit legte die Vorinstanz bei beiden auf drei Jahre fest. Anders liege der Fall bei den Beschwerdegegnern 1 und 2 (je 18 Monate Gefängnis). Bei ihnen sei der Widerruf des bedingten Strafvollzuges von Vorstrafen (14 bzw. 20 Tage Gefängnis) auszusprechen, da sie in der Probezeit straffällig geworden seien. Es dürfe jedoch vermutet werden, dass sie unter dem Eindruck des Strafvollzuges und der mehrmonatigen Untersuchungshaft nunmehr "von weiteren Straftaten absehen werden, wie sie dies auch" unterdessen "bereits seit mehreren Jahren getan" hätten. Bei den Beschwerdegegnern 1 und 2 sei die Probezeit auf vier Jahre festzulegen. 6.2 Die Beschwerdeführerin legt nicht dar, inwiefern die Vorinstanz von rechtlich nicht massgebenden Kriterien ausgegangen wäre oder wesentliche Gesichtspunkte ausser Acht gelassen bzw. (in Überschreitung oder Missbrauch ihres Ermessens) falsch gewichtet hätte. Mit den ausführlichen Erwägungen der Vorinstanz zu den subjektiven Voraussetzungen des bedingten Strafvollzuges setzt sich die Beschwerdeführerin nicht näher auseinander. Ihr Einwand, der bedingte Strafvollzug sei "bereits aus objektiven Gründen" unzulässig, findet im Gesetz (Art. 41 Ziff. 1 Abs. 1 und 2 StGB) keine Stütze. Zwar erscheint die Gewährung des bedingten Strafvollzuges - jedenfalls zugunsten der Beschwerdegegner 1, 2 und 3 - im Ergebnis als sehr grosszügig. Sie liegt aber gerade noch im Bereich des dem Strafrichter zustehenden Ermessens. Eine Verletzung von Bundesrecht ist deshalb nicht ersichtlich.