Citation: 5A_304/2015 E. 4.1

4.1. Welche Tatsachen feststehen müssen, um die geltend gemachte Rechtsfolge zu begründen, bestimmt das materielle Recht (BGE 123 III 35 E. 2b S. 40). Beweisthema sind nach dem Gesagten (E. 3) der wirkliche Wille der Parteien zur vertragsmässigen Bindung sowie äussere Umstände und Verhaltensweisen der Parteien, die rechtlich auf eine vertragsmässige Bindung schliessen lassen (BGE 96 II 325 E. 6d S. 332 f.; 110 II 287 E. 2b S. 291 f.). Die Beweislast trägt der Beklagte, der behauptet, die Erbengemeinschaft sei durch Umwandlung in eine einfache Gesellschaft untergegangen, weshalb die Teilungsklage abzuweisen und der Eigentumsviertel der Erblasserin auf den Zeitpunkt der Begründung der einfachen Gesellschaft zu bewerten sei (Art. 8 ZGB). Solange noch nennenswerte Nachlassgegenstände - wie hier der Eigentumsviertel - unverteilt geblieben sind, wird weder die vollständige Teilung der Erbschaft noch die Auflösung der Erbengemeinschaft vermutet (Urteile 5C.20/1995 vom 22. Juni 1995 E. 4a und 5D_133/2010 vom 12. Januar 2011 E. 4.3.2). Es verhält sich vielmehr umgekehrt. Die Fortsetzung der Erbengemeinschaft ist gegenüber ihrer Auflösung durch Umwandlung in eine einfache Gesellschaft zu vermuten (WOLF/EGGEL, Berner Kommentar, 2014, N. 130, und WEIBEL, Praxiskommentar Erbrecht, 2015, N. 50 zu Art. 602 ZGB).