Citation: 8C_342/2023 E. 5.5

5.5. Nach dem Gesagten hat Dr. med. E.________ seine Arbeitsfähigkeitsschätzung unter Beachtung der massgebenden Indikatoren hinreichend und nachvollziehbar begründet, wie die Beschwerdeführerin zu Recht vorträgt. Er hat insbesondere einleuchtend den Zusammenhang aufgezeigt zwischen den erhobenen Befunden (gedrückte Stimmung; Beeinträchtigung der Interessen und des Freudeempfindens; starke Antriebsverminderung mit erhöhter Ermüdbarkeit), den krankheitsbedingten Fähigkeitsbeeinträchtigungen (starke Einschränkung der Durchhaltefähigkeit; Mühe sich anzupassen und umzustellen; teilweiser sozialer Rückzug) und den funktionellen Einschränkungen (eingeschränkte Flexibilität; verminderte Belastbarkeit; vgl. BGE 148 V 49 E. 6.2.1; 145 V 361 E. 4.3). Dabei hat er den prolongierten Verlauf berücksichtigt, den er auf die jahrelange Vorgeschichte mit belastenden Erlebnissen in der Kindheit (Verlust der Mutter im Alter von vier Jahren; Leben beim psychisch schwer kranken suizidgefährdeten Vater; sexueller Missbrauch durch den Onkel) wie auch im Erwachsenenalter (Autounfall mit Todesfolge für eine Kollegin der Beschwerdeführerin; psychisch und körperlich kranker Ehemann) zurückführt. Er hat die bisherigen Behandlungsmassnahmen als angemessen bezeichnet und konnte im Rahmen der Konsistenzprüfung keine Inkonsistenzen feststellen. Weiter hat der Gutachter die labile Persönlichkeitskonstellation herausgestrichen und nachvollziehbar begründet, weshalb vorliegend vom Richtwert einer 40-50%igen Arbeitsunfähigkeit bei Vorliegen einer mittelschweren depressiven Störung abzuweichen ist. Ebenso hat er, was besonders hervorzuheben ist, die Ergebnisse des Belastbarkeitstrainings berücksichtigt, an dem sich die Beschwerdeführerin unbestritten motiviert beteiligt hatte. Die Beschwerdegegnerin wendet dagegen ein, für die Eingliederungsberatung sei nicht ganz nachvollziehbar gewesen, inwieweit gesundheitliche Faktoren oder zusätzlich eben auch psychosoziale Faktoren für die erfolglosen Eingliederungsbemühungen verantwortlich seien. Dazu ist festzuhalten, dass gerade deshalb nach der Rechtsprechung die abschliessende Beurteilung der sich aus einem Gesundheitsschaden ergebenden funktionellen Leistungsfähigkeit in erster Linie den medizinischen Fachpersonen obliegt (BGE 140 V 193 E. 3.2; Urteil 8C_217/2023 vom 1. September 2023 E. 4.1.1 mit Hinweisen). Dr. med. E.________ hielt im Übrigen fest, dass die psychosoziale Situation aktuell keine Rolle spiele. Schliesslich sind ihm auch die vorhandenen Ressourcen der Beschwerdeführerin nicht entgangen. Indem er die Arbeitsfähigkeit gewissermassen aus dem Saldo aller wesentlichen Belastungen und Ressourcen ableitete, berücksichtigte er die normativen Vorgaben (vgl. BGE 141 V 281 E. 3.4.2.1). Zusammenfassend ist Dr. med. E.________ seiner Aufgabe als psychiatrischer Experte unter Berücksichtigung der durch BGE 141 V 281 normierten Beweisthemen und der in dieser Hinsicht bestehenden Begründungserfordernisse überzeugend nachgekommen. Es bestand und besteht deshalb kein Anlass, seiner medizinisch-psychiatrischen Folgenabschätzung die rechtliche Massgeblichkeit zu versagen.