Citation: 5A_677/2022 E. 4.3.2

4.3.2. Die Beschwerdeführerin wendet ein, nebst der Tatsache, dass sie einen Betrag von total Fr. 4'500.-- eingenommen habe, sei ebenfalls unbestritten gewesen, dass Kost und Logis inbegriffen gewesen seien. Was ihre Aufwendungen für Kost und Logis angehe, habe sie keine Aufzeichnungen gemacht. In einer Konstellation wie der vorliegenden sei es allerdings schwierig und praxisfern gewesen, eigene Aufwendungen von den Aufwendungen für C.________ abzugrenzen. Zudem sei es völlig realitätsfremd anzunehmen, dass bei der Aufnahme von Familienmitgliedern, was wie vorliegend auch meist aus Solidarität und in einer akuten Notsituation erfolgt sei, irgendwelche quasi-buchhalterischen Aufzeichnungen gemacht würden. Vielmehr einige man sich in solchen Fällen auf eine Pauschale, welche gerade kostendeckend sei. Vorliegend seien die Bruttoeinnahmen von Fr. 4'500.-- nicht kostendeckend gewesen. Aufgrund der allgemeinen Lebenserfahrung stehe fest, dass der "Vermieter" ohne weiteres offensichtliche Kosten habe, nämlich für das Zurverfügungstellen der Wohnfläche inkl. Möbel, für Heizung, Strom, (Warm-) Wasser, für Kost, für Entsorgung etc. Dies habe die Beschwerdeführerin im Übrigen vor der Vorinstanz detailliert aufgeführt. Dazu kämen die meist nicht bezifferbaren Aufwände für persönliche Arbeitsleistungen (Reinigung, Kochen, Einkaufen, Betreuung etc.). Insgesamt müsse nach der allgemeinen Lebenserfahrung ein Entgelt von Fr. 4'500.-- für drei Monate voller Kost und Logis als im Maximum kostendeckend angesehen werden. Damit habe die Beschwerdeführerin mit der Aufnahme von C.________ nachgewiesenermassen keinen Gewinn erzielt. Es bestehe daher kein Anspruch auf Gewinnherausgabe. Indem das Obergericht das Gegenteil angenommen habe, habe es Art. 423 OR verletzt.