Citation: 9C_5/2014 E. 4.1.5

4.1.5. Zum Kriterium der unbefriedigenden Behandlungsergebnisse trotz konsequent durchgeführter ambulanter und/oder stationärer Behandlungsbemühungen (auch mit unterschiedlichem therapeutischem Ansatz) und gescheiterte Rehabilitationsmassnahmen bei vorhandener Motivation und Eigenanstrengung der versicherten Person legte die Gutachterin dar, die Rehabilitationsmassnahmen und Eingliederungsbemühungen hätten zu einer Verbesserung bis zum Punkt geführt, als der Beschwerdegegner mit der Weiterführung integrativer Massnahmen in den Arbeitsprozess konfrontiert gewesen sei. Pharmakologische Behandlungen, die initial nicht eingebettet gewesen seien in eine integrierte psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung, seien ab 2005 aufgenommen worden. Inwiefern die Medikamente ausreichend dosiert gewesen und regelmässig eingenommen worden seien, bliebe unklar. Eine psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung habe leider erst Ende 2007 stattgefunden. Nicht durchgeführt worden sei eine stationäre psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung. Gestützt darauf ging die Vorinstanz (implizite) davon aus, das Kriterium sei erfüllt. Dem kann nicht gefolgt werden. So ist dem Gerichtsgutachten zu entnehmen, dass der Beschwerdegegner die ihm verschriebenen Medikamente "eine Weile eingenommen", dann aber wieder abgesetzt habe. Auch habe der sozialpsychiatrische Dienst ihm geraten, in eine psychiatrische Klinik einzutreten, was von ihm abgelehnt worden sei (Gutachten S. 28). Eine konsequent durchgeführte Therapie ist unter diesen Umständen (Nichteinnahme von Psychopharmaka, Nichtumsetzen von Therapievorschlägen) zu verneinen (Urteil 9C_662/2009 vom 17. August 2010 E. 3.2, in: SVR 2011 IV Nr. 26 S. 73).