Citation: H 300/99 18.09.2001 E. 4

4.- Streitig ist, ob die Tätigkeit des Beschwerdegegners sozialversicherungsrechtlich als selbstständige oder unselbstständige Erwerbstätigkeit zu qualifizieren ist. a) In der Nachzahlungsverfügung vom 29. Juni 1998 argumentierte die Ausgleichskasse dahingehend, dass die Tätigkeit, welche der Beschwerdegegner für die I.________ ausführe, sich in keinem Punkt wesentlich von der eines Arbeitnehmers unterscheide, weshalb unselbstständige Erwerbstätigkeit vorliege. b) Die Vorinstanz erwog, dass die Parteien ihre Zusammenarbeit im Rahmen eines Arbeitsvertrags abgewickelt hätten, was an sich für eine Arbeitnehmertätigkeit spreche. Doch sei dieser nachträglich durch eine Vereinbarung im Sinne eines Auftrages ersetzt worden. Dieses Vorgehen erscheine zwar auffällig und gehe offenbar auch auf die Weigerung der Ausgleichskasse zurück, den Beschwerdegegner als selbstständig Erwerbenden zu erfassen. Dies ändere indessen nichts daran, dass nach den wirtschaftlichen Gegebenheiten des Einzelfalles zu prüfen sei, ob eine selbstständige oder unselbstständige Erwerbstätigkeit vorliege, denn über den Status könnten nicht die Parteien durch zivilrechtliche Abrede befinden. Der Vertrag vom 14. März 1997, der als Arbeitsvertrag bezeichnet worden sei, lasse zunächst eher auf unselbstständige Erwerbstätigkeit schliessen. Der Umstand, dass der Beschwerdegegner Mehrfachbeschäftigter im Sinne der Rechtsprechung (BGE 122 V 172 Erw. 3c) sei, spreche demgegenüber für eine selbstständige Erwerbstätigkeit. Die Aufstellung über seine Aufgaben liessen seine Tätigkeit am ehesten mit einer Beratertätigkeit vergleichen. Weil dazu oft weder besondere Investitionen nötig noch unbedingt Angestellte zu beschäftigen seien, trete das Unternehmerrisiko als Unterscheidungskriterium bei derartigen Tätigkeiten in den Hintergrund. Entscheidend sei vorliegend vielmehr, dass keine arbeitsorganisatorische Abhängigkeit bestehe. Es liege nämlich in der Natur gewisser Auftragsverhältnisse, dass dem Beauftragten ausführliche Anordnungen erteilt würden. Eine Abhängigkeit könnte erst angenommen werden, wenn das Element der Unterordnung den Rahmen des für das betreffende Verhältnis üblichen Masses übersteige. Hiefür bestünden jedoch keine Indizien. Überdies sei es dem Beschwerdegegner untersagt, als Vertreter der I.________ aufzutreten, was für eine unabhängige Stellung spreche. Zu beachten sei, dass in beiden Verträgen keine Verpflichtung zur persönlichen Arbeitsleistung abgemacht worden sei. Schliesslich sei zu berücksichtigen, dass eine projektbezogene Auftragstätigkeit wie hier ein typisches Element einer selbstständigen Erwerbstätigkeit darstelle. Bei der Gesamtbetrachtung überwögen damit die Elemente, die für eine Unabhängigkeit des Beschwerdegegners sprächen. c) In der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird im Wesentlichen vorgebracht, dass selbst dann, wenn die sozialversicherungsrechtliche Stellung auf Grund des Vertrages vom 7. Oktober 1997 zu beurteilen wäre, eine unselbstständige Erwerbstätigkeit vorliege: Der Versicherte sei zur periodischen Berichterstattung verpflichtet gewesen, im Stundenlohn entschädigt worden, habe eine Spesenvergütung (Kostendach) durch die I.________ erhalten, habe weder Personal angestellt noch eigene Betriebsräume benutzt noch erhebliche Investitionen getätigt und sei schliesslich nicht im eigenen Rahmen und auf eigene Rechnung nach aussen aufgetreten. Das vom kantonalen Gericht angeführte Indiz einer Mehrfachbeschäftigung sei nicht massgebend, da jedes Vertragsverhältnis für sich allein zu betrachten und einzustufen sei. Die ausgeführte Tätigkeit lasse sich auch nicht mit jener eines Beraters vergleichen; vielmehr sei der Beschwerdegegner einfach Leiter eines internen Kurses/Pilotlehrganges. Entgegen der Vorinstanz liege ein klassisches Unterordnungsverhältnis vor, was aus dem Arbeitsvertrag vom 14. März 1997 deutlich hervorgehe.