Citation: 4A_605/2021 E. 1.2.2

1.2.2. Zu prüfen ist weiter, ob mit einem Endentscheid ein bedeutender Aufwand an Zeit und Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren erspart werden könnte (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). Die Beschwerdeführerin macht geltend, angesichts der im Recht liegenden Beweismittel und -anträge würde ein Beweisverfahren sowohl für die Erstinstanz als auch für die Parteien einen überdurchschnittlich hohen, bedeutenden Aufwand hervorrufen. Denn das Beweisverfahren dürfte nicht ohne die Einvernahme diverser Zeugen und der Parteien möglich sein, nachdem bei weitem nicht alle behaupteten Leistungen schriftlich dokumentiert seien, sondern Besprechungen, Telefonate etc. beträfen. Aufgerufen worden seien seitens der Beschwerdegegnerin 17 Zeugen und seitens der Beschwerdeführerin neun Zeugen (wovon deren sieben auch von der Beschwerdegegnerin genannt worden seien). Des Weiteren lägen 130 beschwerdegegnerische und 20 beschwerdeführerische Urkunden und neun beschwerdegegnerische Anträge auf eine gerichtliche Expertise im Recht (wovon drei von der Vorinstanz als verspätet beurteilt worden seien). Entgegen der Beschwerdeführerin ist die erhebliche Kosten- und Aufwandersparnis eines Endentscheids vorliegend nicht offensichtlich gegeben. Die Beschwerdeführerin hat vielmehr hinreichend auszuführen, welche Tatfragen offen sind und welche weitläufigen Beweiserhebungen in welchem zeit- oder kostenmässigem Umfang erforderlich sind. Sie begnügt sich aber im Wesentlichen damit, pauschal auf die Beweismittelverzeichnisse bzw. die erstinstanzlichen Rechtsschriften der Parteien zu verweisen und aufzuzählen, welche Beweismittel von den Parteien offeriert wurden. Dies genügt nicht. Auch wenn im vorliegenden Honorarabrechnungsprozess angeblich 83 Arbeitsleistungen zumindest teilweise umstritten sein sollen, impliziert dies nicht ohne Weiteres ein weitläufiges Beweisverfahren. Die Beschwerdeführerin macht selbst geltend, die Vorinstanz habe zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin die geltend gemachten Arbeiten überhaupt rechtsgenüglich behauptet habe und habe gegebenenfallsein Beweisverfahren in Bezug auf die Frage durchzuführen, ob die behaupteten Arbeiten überhaupt effektiv erbracht wurden. Damit geht die Beschwerdeführerin selbst davon aus, dass nicht in Bezug auf sämtliche 83 Arbeitsleistungen ein Beweisverfahren durchzuführen sein wird. So erwog denn auch die Vorinstanz, die vertragsgemässe und angemessene Ausführung des Auftrags habe die Erstinstanz nicht beurteilt. Dafür sei der Sachverhalt in wesentlichen Teilen zu vervollständigen und allenfallsein Beweisverfahren durchzuführen. Aufgrund der vielen im Recht liegenden Urkunden ist weiter auch fraglich, wie viele der offerierten Zeugen überhaupt befragt werden müssen. Die Beschwerdeführerin mutmasst, das Beweisverfahren dürfte nicht ohne die Einvernahme diverser Zeugen möglich sein, nachdem bei weitem nicht alle behaupteten Leistungen schriftlich dokumentiert seien. Damit genügt sie den Anforderungen an die Darlegung eines weitläufigen Beweisverfahrens auch betreffend die Zeugenbefragungen nicht. Damit die gesetzliche Voraussetzung erfüllt ist, muss das Beweisverfahren in Bezug auf Dauer und Kosten erheblich von einem üblichen Prozess abweichen. Wenn sich die Beweisaufnahme darauf beschränken soll, die Parteien anzuhören, ihnen die Vorlage von Urkunden zu ermöglichen und einige Zeugen zu vernehmen, ist eine sofortige Beschwerde nicht gerechtfertigt. Anders wäre grundsätzlich zu entscheiden, wenn ein komplexes Gutachten, mehrere Gutachten, die Vernehmung sehr vieler Zeugen oder Rechtshilfeersuchen im entfernteren Ausland in Betracht gezogen werden müssten (Urteil 4A_210/2010, 4A_214/2010, 4A_216/2010 vom 1. Oktober 2010 E. 3.3.1, nicht publ. in: BGE 136 III 502; Urteile 4A_235/2016 vom 7. März 2017 E. 1.1; 4A_484/2014 vom 3. Februar 2015 E. 1.3; 4A_632/2012 vom 21. Februar 2013 E. 2.2.2). Betreffend die von der Beschwerdegegnerin beantragten Expertisen führt die Beschwerdeführerin einzig aus, sollten die verlangten Expertisen, die sich auf IT-Fragen und Branchenüblichkeit bezögen, angeordnet werden, müsste das Gericht mindestens zwei externe Gutachter beauftragen, was sowohl beim Gericht als auch den Parteien mindestens einen Aufwand von einem Arbeitstag sowie Kosten von mindestens einem vierstelligen Betrag verursachen würde. Die Beschwerdeführerin äussert sich nicht zum Inhalt der beantragten Gutachten, sondern begnügt sich mit dem pauschalen Hinweis auf "IT-Fragen" und "Branchenüblichkeit". Bei der einen beantragten Expertise geht es gemäss Beilagenverzeichnis einzig um die Frage, ob die Honorarsätze der Beschwerdegegnerin branchenüblich sind. Bei den von der Beschwerdegegnerin beantragten übrigen Expertisen zu IT-Fragen, geht es jeweils einzig um die Frage, wann gewisse Dateien bearbeitet worden sein sollen. Die Beschwerdeführerin tut nicht dar, dass vorliegend die Erstellung eines bzw. mehrerer Gutachten von erheblicher Komplexität gefordert ist, so dass zu erwarten wäre, dass dessen Erstellung mit erheblichem Kosten- und Zeitaufwand verbunden wäre (zit. Urteil 4A_288/2021 E. 2.3.2 mit Hinweisen; BGE 138 III 46 E. 1.2). Allein aufgrund des Umstands, dass die Frage der Branchenüblichkeit nicht im gleichen Gutachten wie die Frage betreffend den Zeitpunkt der Erstellung von Dateien geklärt werden kann, ist jedenfalls nicht von einem weitläufigen Beweisverfahren auszugehen, zumal fraglich ist, ob es betreffend die Frage der Branchenüblichkeit überhaupt einer Expertise bedarf. Zusammenfassend vermag die Beschwerdeführerin nicht hinreichend darzutun, dass vorliegend mit einem Endentscheid ein bedeutender Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren erspart werden könnte. Eine sofortige Beschwerde gegen den Zwischenentscheid ist somit nicht gerechtfertigt.