Citation: I 701/99 03.08.2000 E. 1

1.- In formellrechtlicher Hinsicht macht die Beschwerdeführerin geltend, die Verwaltung habe in schwerwiegender Weise gegen den in Art. 4 BV und Art. 6 EMRK geschützten Anspruch auf rechtliches Gehör verstossen, weil sie in der Verfügung vom 19. Juni 1997 die Ablehnung des Anspruchs auf berufliche Eingliederungsmassnahmen nicht begründet habe. Indem die Vorinstanz diese bereits in der erstinstanzlichen Beschwerdeschrift erhobene Rüge nicht geprüft habe, habe sie ihrerseits den Gehörsanspruch der Versicherten verletzt. Der Anspruch auf rechtliches Gehör ergibt sich nach der Rechtsprechung aus Art. 4 Abs. 1 der bis 31. Dezember 1999 in Kraft gewesenen Bundesverfassung (BGE 124 V 181 Erw. 1a mit Hinweisen). Diese Grundsätze gelten auch unter der Herrschaft der am 1. Januar 2000 in Kraft getretenen Bundesverfassung (Art. 29 Abs. 2; noch nicht publiziertes Urteil M. vom 5. Juni 2000 [C 357/98]), weshalb offen bleiben kann, ob vorliegend die neue oder die alte Bundesverfassung Anwendung findet. Die streitige Verfügung vom 19. Juni 1997 enthält keine ausdrückliche Begründung zur Ablehnung des Begehrens um berufliche Eingliederungsmassnahmen. Mit der Feststellung, die Versicherte sei seit dem 1. März 1996 voll arbeitsfähig und vermöchte im bisherigen Beruf ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen, wurde sinngemäss indessen sowohl die Ablehnung des Begehrens um berufliche Eingliederungsmassnahmen als auch die Verweigerung einer Invalidenrente begründet. Auch wenn die Begründung nicht restlos zu befriedigen vermag, war sie so abgefasst, dass sich die Betroffene über die Tragweite der Verfügung Rechenschaft geben und sie in voller Kenntnis der Sache weiterziehen konnte, was unter dem Gesichtspunkt des rechtlichen Gehörs genügt (BGE 118 V 58 Erw. 5b mit Hinweisen). Richtig ist, dass die Vorinstanz der aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör folgenden Prüfungs- und Begründungspflicht insofern nicht nachgekommen ist, als sie sich zu der in der erstinstanzlichen Beschwerdeschrift erhobenen Rüge einer Verletzung des rechtlichen Gehörs durch die Verwaltung nicht geäussert hat. Da eine Gehörsverletzung durch die Verwaltung zu verneinen ist und sich der kantonale Entscheid materiell mit dem Begehren um berufliche Eingliederungsmassnahmen befasst, kann hierin keine schwerwiegende Verletzung des rechtlichen Gehörs erblickt werden, sodass der Mangel im Hinblick auf die umfassende Überprüfungsbefugnis des Eidg. Versicherungsgerichts als geheilt gelten kann (BGE 125 V 371 Erw. 4c/aa, 124 V 392 Erw. 5a; SVR 1999 UV Nr. 25 S. 75 Erw. 1c, je mit Hinweisen).