Citation: U 429/99 26.07.2001 E. 2

2.- a) Der Beschwerdeführer arbeitet seit 1970 als angelernter Laborant in einem Strassenbaulabor. Bei seiner Tätigkeit war er Dämpfen von Chemikalien ausgesetzt. Für Standardtests wurden im Labor als Lösungsmittel bis etwa Juni 1993 1,1,1-Trichlorethan (Handelsname: Genklene), von Juli 1993 bis April 1994 Tavoxen und Trichlorethen, vom Mai 1994 bis April 1995 wiederum Genklene und seit Mai 1995 Toluol verwendet (Inspektionsbericht der SUVA vom 31. Oktober 1996). Diese Chemikalien sind in der Liste der schädigenden Stoffe namentlich aufgeführt oder fallen unter die Gruppe der halogenierten organischen Verbindungen (1,1,1-Trichlorethan und Trichlorethen). Sie sind daher grundsätzlich geeignet, eine Berufskrankheit zu verursachen. Zu prüfen ist deshalb, ob zwischen den Expositionen und den diagnostizierten Leiden ein qualifizierter Kausalzusammenhang besteht. b) Mit der Abklärung der Kausalitätsfrage beauftragte die SUVA am 22. April 1997 die Neurologische Klinik des Spitals X.________. Im Gutachten vom 17. Oktober 1997 wird zusammenfassend festgehalten, dass kein Zusammenhang zwischen den Beschwerden und einer allfälligen Lösungsmittelintoxikation erkennbar sei. Dies treffe für alle verwendeten Lösungsmittel zu. Über Symptome, die bei einer kurz- oder langfristigen Intoxikation auftreten können (vgl. dazu auch: International Chemical Safety Card [ICSC; herausgegeben von der WHO, der ILO und dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen] Nr. 0079 [1,1,1-Trichlorethan], Nr. 0081 [Trichlorethen] und Nr. 0078 [Toluol]), habe sich der Versicherte nie beklagt. Bei der aktuellen Untersuchung seien weder Anzeichen für eine Polyneuropathie noch für psychoorganische Veränderungen zu finden. Ebenfalls nicht zu eruieren seien Störungen der Konzentration und des Gedächtnisses. Es sei überdies festzuhalten, dass klinisch keine Hinweise auf eine toxische Enzephalopathie bestehe, die sich in kognitiven Defiziten, Delirium, Bewegungsstörungen, Ataxie und Nystagmus äussern könne. Die Arbeitsunfähigkeit sei deshalb weder unfallbedingt noch einer Berufskrankheit anzulasten. Auf Grund dieser schlüssigen fachärztlichen Stellungnahme haben SUVA und Vorinstanz den qualifizierten Kausalzusammenhang zwischen den geklagten Beschwerden und der Lösungsmittelexposition zu Recht verneint. Da die zum Einsatz kommenden Lösungsmittel zwar zu Erkrankungen führen können, jedoch nicht zu solchen, wie sie beim Beschwerdeführer diagnostiziert sind, erübrigen sich weitere Erörterungen über die MAK-Werte und Belastungsdauer. Die Vorinstanz hat sodann auch das Vorliegen einer Berufskrankheit im Sinne von Art. 9 Abs. 2 UVG mit zutreffender Begründung (S. 3 Erw. 4a und S. 6 Erw. 5b) verworfen, weshalb darauf verwiesen wird. c) Bezüglich des geltend gemachten Unfalls (Zeckenbiss) wird einerseits auf die korrekte Darstellung der medizinischen Aktenlage in der vorinstanzlichen Beschwerdeantwort der SUVA vom 14. Januar 1999 (S. 7 Ziff. 6) sowie andererseits auf die zutreffende Würdigung im kantonalen Entscheid (S. 4 Erw. 4b und S. 6 Erw. 5b 2. Absatz) verwiesen.