Citation: C 246/00 28.08.2001 E. 3

3.- a) Besucht eine versicherte Person während ihrer Arbeitslosigkeit ohne Bewilligung der Verwaltung einen Kurs, hat sie nach der Rechtsprechung dennoch Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung, sofern die Voraussetzungen nach Art. 8 AVIG erfüllt sind. Um vermittlungsfähig zu sein, muss sie jederzeit bereit und in der Lage sein, den Kurs abzubrechen, um eine Arbeit aufzunehmen. Zudem muss sie ihrer Pflicht persönlicher Arbeitsbemühungen voll nachkommen (ARV 1990 Nr. 22 S. 139). Dabei sind der objektive und der subjektive Bereich der Vermittlungsfähigkeit zu unterscheiden. Die hier zu prüfende Vermittlungsfähigkeit gemäss Art. 15 AVIG kann nicht mit der Vermittelbarkeit auf dem Arbeitsmarkt gleichgestellt werden (BGE 122 V 266 Erw. 4, 120 V 390 Erw. 4c/aa; vgl. auch Gerhards, Kommentar zum Arbeitslosenversicherungsgesetz, N 43 ff. zu Art. 59 AVIG). Zwar darf angenommen werden, diese werde durch einen Kursbesuch gesteigert; davon unabhängig beurteilt sich indessen, ob während der Arbeitslosigkeit die Vermittlungsfähigkeit im Sinne von Art. 15 Abs. 1 AVIG gegeben war (BGE 122 V 266 Erw. 4). Hinsichtlich des objektiven Bereichs der Vermittlungsfähigkeit ist festzuhalten, dass der Besuch eines ganztägigen Kurses die Annahme einer erwerblichen Tätigkeit ausschliesst. Die Vermittlungsfähigkeit kann daher nur bejaht werden, wenn eindeutig feststeht, dass die versicherte Person bereit und in der Lage ist, den Kurs jederzeit abzubrechen, um eine Stelle anzutreten. Dies ist auf Grund objektiver Kriterien zu prüfen. Die Willensäusserung der versicherten Person allein genügt hierzu nicht. Vielmehr ist eine entsprechende überprüfbare Bestätigung der Schulleitung zu verlangen, worin auch die allfälligen finanziellen Konsequenzen eines Kursabbruchs enthalten sein müssen. In subjektiver Hinsicht muss feststehen, dass die versicherte Person auch während eines Kursbesuches ihrer Pflicht zu persönlichen Arbeitsbemühungen nachgekommen ist. Daher müssen an die Disponibilität und Flexibilität der Versicherten, die freiwillig und auf eigene Kosten einen nicht bewilligten Kurs besuchen, erhöhte Anforderungen gestellt werden. Sie müssen ihre Arbeitsbemühungen qualitativ und quantitativ fortsetzen und bereit sein, den Kurs unverzüglich abzubrechen, um eine angebotene Stelle anzutreten. Eine entsprechende Willenshaltung oder die bloss verbal erklärte Vermittlungsbereitschaft genügt nicht. Bei fehlender Aktivität und Dispositionen, die der Annahme der Vermittlungsbereitschaft entgegenstehen, kann sich die versicherte Person nicht darauf berufen, sie habe die Vermittlung und Suche einer Arbeit gewollt (BGE 122 V 266 f. Erw. 4). b) Aus den Akten ist ersichtlich, dass sich der Beschwerdeführer auf eine ihm am 31. Juli 1998 durch das Regionale Arbeitsvermittlungszentrum X.________ zugewiesene Stelle als Lagerarbeiter bei der Firma Y.________ AG nicht beworben hat. Zur Begründung seines Nichthandelns verwies er auf einen vom 5. bis 27. August 1998 dauernden Auslandsaufenthalt. In seinem Schreiben vom 3. August 1998 führte er aus, vom 5. bis 27. August 1998 werde er in der Dominikanischen Republik, im Restaurant einer ihm bekannten Familie, in die einheimische Gastronomie eingeführt. Vom 1. November bis 31. Dezember 1998 sei eine Fortsetzung geplant. Deshalb könne er nur eine Temporärstelle für die Zeit vom 1. September bis 31. Oktober 1998 annehmen. Während der Dauer seiner Auslandsabwesenheiten hat er seine Arbeitsbemühungen jeweils eingestellt. Dieses Verhalten bringt klar zum Ausdruck, dass er die - weder auf Weisung noch mit Zustimmung der kantonalen Amtsstelle absolvierte - Einführung als Gerant nicht zu Gunsten einer neuen Stelle abbrechen wollte. Demzufolge genügte er den von der Rechtsprechung verlangten erhöhten Anforderungen an Versicherte, die während der Dauer eines nicht bewilligten Kurses vermittlungsfähig bleiben wollen, bereits im subjektiven Bereich nicht. Ob es sich bei der Einführung in die Gastronomie überhaupt um einen (planmässigen) Kurs im Sinne von Art. 60 AVIG gehandelt hat, kann bei diesem Ergebnis offen bleiben.