Citation: 8C_10/2010 26.05.2010 E. 2.3

2.3.1 Das im Rahmen des invalidenversicherungsrechtlichen Verfahrens eingeholte Gutachten der MEDAS vom 9. Dezember 2008 kam zum Schluss, die Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdegegners betrage in einer angepassten Tätigkeit 50 %. Die Arbeitsunfähigkeit beruhe auf der funktionellen Einarmigkeit und der Belastungsabhängigkeit der zervikalen, lumbalen und Kniegelenksbeschwerden. 2.3.2 Die MEDAS-Gutachter nahmen eine Gesamtbeurteilung sämtlicher unfallkausaler und unfallfremder Befunde vor. Eine Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichtigung lediglich der unfallkausalen Funktionseinbusse der linken Schulter ist hingegen nicht gegeben. Die degenerativen Befunde am Achsenskelett (HWS/LWS) flossen ebenfalls in bedeutendem Ausmass in die Arbeitsunfähigkeitsbeurteilung der MEDAS-Gutachter mit ein. Nach Angaben im rheumatologischen Teilgutachten vom 18. September 2008 habe lediglich die eingeschränkte Belastbarkeit der Kniegelenke in einem geringeren Ausmass Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit. In Bezug auf die HWS- und LWS-Beschwerden kamen die Gutachter der Klinik Y.________ unter Berücksichtigung von hochgradig degenerativen Veränderung C4-C7 und einer Osteochondrose L5/S1 zum Schluss, trotz indirekter Traumatisierung sei eine Verletzung durch das Unfallereignis eher unwahrscheinlich (zum im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit vgl. BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181 mit Hinweisen). Die Verneinung der Unfallkausalität dieser Beschwerden durch die Gutachter und die Vorinstanz steht zudem in Übereinstimmung mit der medizinischen Erfahrungstatsache, wonach der Status quo sine nach der unfallbedingten Verschlimmerung einer vorbestehenden Wirbelsäulenkrankheit - bei Fehlen unfallbedingter Wirbelkörperfrakturen oder struktureller Läsionen an der Wirbelsäule - in der Regel nach sechs bis neun Monate, spätestens jedoch nach einem Jahr als erreicht gilt (SVR 2008 UV Nr. 11 S. 34, U 290/06 E. 4.2.1 mit weiteren Hinweisen, Urteil 8C_129/2009 vom 15. September 2009 E. 4.1). 2.4 Zusammenfassend ergibt sich, dass die Ergebnisse des Gutachtens der Klinik Y.________ vom 4. Mai 2005 für die Beurteilung der Invalidenrente nur teilweise brauchbar sind. Nur einzelne Antworten dieses Gutachtens heranzuziehen, etwa die ganztägige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit, während andere ignoriert werden, wie die bescheinigte Arbeitsunfähigkeit von 50 - 60 %, rechtfertigt sich unter Berücksichtigung der ebenfalls bestätigten Arbeitsunfähigkeit im MEDAS-Gutachten vom 9. Dezember 2008 nicht. Eine genaue Quantifizierung des Anteils an der Arbeitsunfähigkeit, welcher durch die unfallkausale Funktionseinbusse der linken Schulter verursacht wurde, ist gestützt auf das MEDAS-Gutachten nicht möglich, da keine Differenzierung zwischen unfallbedingten und unfallfremden Befunden vorgenommen wurde. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde sind der Einsprache- und der vorinstanzliche Gerichtsentscheid daher aufzuheben und ist die Sache an die SUVA zur Einholung eines medizinischen Gutachtens zurückzuweisen, welches den rechtlichen Anforderung (BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232; 125 V 351 E. 3a S. 352) entspricht. Hernach hat die SUVA über den Leistungsanspruch neu zu verfügen.