Citation: 1P.288/2000 08.08.2000 E. 3

3.- Der Beschwerdeführer wendet sich ebenfalls gegen die Abweisung des Ausstandsbegehrens, das er gegenüber der mit der Verfahrensleitung betrauten Mitarbeiterin erhoben hat. Er macht keine Verletzung entsprechender kantonaler Vorschriften geltend, sondern rügt allein einen Verstoss gegen das Recht auf ein faires Verfahren gemäss Art. 29 und 30 BV sowie Art. 6 EMRK. a) Nach Art. 30 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 1 EMRK hat jede Person, deren Sache in einem gerichtlichen Verfahren beurteilt werden muss, Anspruch auf ein unabhängiges und unparteiisches Gericht. Die Rechtsprechung anerkannte bisher gestützt auf Art. 4 aBV einen gleichartigen Anspruch im Verfahren vor nichtgerichtlichen Behörden (BGE 125 I 119 E. 3b S. 123). Mit dem Inkrafttreten der neuen Bundesverfassung hat sich an dieser Rechtslage nichts geändert. Heute ergibt sich in nichtgerichtlichen Verfahren aus Art. 29 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 8 Abs. 1 BV ein Anspruch auf Unparteilichkeit und Unabhängigkeit der Entscheidbehörden (vgl. Jörg Paul Müller, Grundrechte in der Schweiz, 3. Aufl. Bern 1999, S. 582). Demnach kann der Rechtsuchende den Ausstand von Beamten verlangen, wenn Umstände vorliegen, die bei objektiver Betrachtung den Anschein der Befangenheit oder die Gefahr der Voreingenommenheit begründen (BGE 120 Ia 184 E. 2b S. 187 sowie mit Bezug auf die Strafuntersuchungsbehörden BGE 112 Ia 142 E. 2d S. 147 f.). b) Nach Ansicht des Beschwerdeführers wird das gegen ihn hängige Strafuntersuchungsverfahren nicht mit der notwendigen Objektivität und Fairness geführt, woraus sich der Anschein der Befangenheit und Voreingenommenheit der damit betrauten Mitarbeiterin des Bezirksstatthalteramts Liestal ergebe. Er sieht einen Mangel zunächst darin, dass über den Zeitpunkt des Eintreffens des gynäkologischen Gutachtens beim Bezirksstatthalteramt nicht völlige Klarheit herrsche, da sich ein angebliches Faxschreiben nicht bei den Akten befinde. Bereits das Verfahrensgericht hat jedoch dargelegt, dass das rechtliche Gehör des Beschwerdeführers in diesem Zusammenhang vollumfänglich gewahrt wurde, indem ihm das Gutachten sowie die diesbezüglichen Ergänzungsfragen am darauffolgenden Arbeitstag per Post zugestellt wurden und in diesem Vorgehen keine Unzulänglichkeit erblickt werden könne. Der Beschwerdeführer zeigt nicht auf und es ist auch nicht ersichtlich, inwiefern diese Erwägungen verfassungswidrig sein sollten. Offensichtlich unzutreffend ist seine weitere Behauptung, die Einholung eines Ergänzungsgutachtens belege eine Parteilichkeit der verfahrensleitenden Mitarbeiterin, da ein solches für den Beschwerdeführer ja keineswegs nur belastende, sondern auch entlastende Erkenntnisse enthalten kann. Auch die weiteren vom Beschwerdeführer genannten Gegebenheiten sind - jedenfalls wenn sie im jeweiligen Zusammenhang gesehen werden - nicht geeignet, eine Voreingenommenheit der verfahrensleitenden Mitarbeiterin zu begründen. Die Abweisung des Ablehnungsbegehrens des Beschwerdeführers verletzt somit seinen Anspruch auf eine unparteiliche Führung der Strafuntersuchung nicht.