Citation: 6B_459/2007 18.01.2008 E. 2

2.1 Der Beschwerdeführer bringt vorab vor, indem die Vorinstanz auf der Einreichung eines amtsärztlichen Zeugnisses, welches sich zu seiner Verhandlungsfähigkeit äussere, beharrt habe, habe sie das kantonale Recht willkürlich ausgelegt und damit Art. 9 BV verletzt (Beschwerde S. 5 f.). Zudem habe die Vorinstanz, indem sie trotz seiner begründeten Verschiebungsgesuche die Berufungsverhandlung in seiner Abwesenheit durchgeführt habe, seine in Art. 6 Ziff. 1 und Ziff. 3 lit. c EMRK sowie Art. 29 Abs. 2 und Art. 32 Abs. 2 BV verankerten Anwesenheits- und Verteidigungsrechte bzw. seinen Anspruch auf rechtliches Gehör missachtet (Beschwerde S. 6 - 17). Der Beschwerdeführer präzisiert, er bestreite nicht, in der Lage gewesen zu sein, Fragen rasch und adäquat zu beantworten. Hieraus könne jedoch nicht gefolgert werden, dass er eine Gerichtsverhandlung ohne Atemnot überstanden hätte (Beschwerde S. 14 f.). Wenn das Gericht tatsächlich an den eingereichten ärztlichen Zeugnissen gezweifelt habe, wäre es sinnvoller gewesen, eine Begutachtung durch einen neutralen Spezialisten und nicht durch einen Kantonsarzt zu verlangen. Zusammenfassend müsse das Vorgehen der Vorinstanz als unwahr, unfair, überspitzt formalistisch, willkürlich und unverhältnismässig angesehen werden (Beschwerde S. 15 f.). 2.2 Die Vorinstanz hat erwogen, der Beschwerdeführer habe bereits im erstinstanzlichen Verfahren mit taktischen Mandatsentzügen und eingereichten Arztzeugnissen, welche grösstenteils nicht zur Frage seiner Verhandlungsfähigkeit Stellung nahmen, versucht, die Durchführung der Hauptverhandlung hinauszuschieben. Vor diesem Hintergrund sei es sachgerecht gewesen, eine Verschiebung der Berufungsverhandlung aus gesundheitlichen Gründen nur gestützt auf ein Zeugnis des kantonsärztlichen Diensts zuzulassen, welches die Verhandlungsunfähigkeit bescheinige. Der Beschwerdeführer habe Dr. med. D.________ vom kantonsärztlichen Dienst des Kantons Zug am 26. Januar 2007 auch tatsächlich aufgesucht. Dieser sei nach einem rund 20-minütigen Gespräch mit dem Beschwerdeführer zum Schluss gekommen, dessen Gesundheitszustand erlaube eine Teilnahme an der Verhandlung. Das neuerliche Verschiebungsgesuch des Beschwerdeführers vom 29. Januar 2007 unter Beilage von zwei Arztzeugnissen, welche sich erneut nicht über seine Verhandlungsfähigkeit ausgesprochen hätten, sei deshalb zu Recht abgelehnt worden (angefochtenes Urteil S. 7 ff. insbesondere mit Hinweis auf die vorinstanzlichen Akten GD act. 121). 2.3 Gemäss § 44 StPO/ZG muss der Beschuldigte persönlich vor Gericht erscheinen (Abs. 1). Der Gerichtspräsident kann den Beschuldigten bei ausgewiesener Krankheit oder aus anderen wichtigen Gründen vom persönlichen Erscheinen befreien, sofern seine Anwesenheit nicht erforderlich ist (Abs. 2). Bleibt der Beschuldigte trotz zweimaliger ordnungsgemässer Vorladung unentschuldigt fern, so können die Hauptverhandlung in dessen Abwesenheit durchgeführt und das Urteil anschliessend gefällt werden. Die Beweise werden nach den Bestimmungen dieses Gesetzes zur Kenntnis genommen und die anwesenden Parteien angehört (Abs. 3). § 89 Abs. 1 des Gesetzes über die Gerichtsorganisation des Kantons Zug (GOG/ZG; BGS 161.1), auf welchen sich der Beschwerdeführer beruft, statuiert, wer einer Vorladung wegen Krankheit keine Folge geben könne, habe hiervon der vorladenden Stelle unter Beilage eines ärztlichen Zeugnisses sofort Kenntnis zu geben. 2.4 Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers hat die Vorinstanz das kantonale Prozessrecht nicht willkürlich ausgelegt. Es liegt im Ermessen des Gerichts, auf welche Weise ein Beschuldigter eine allfällige Verhandlungsunfähigkeit zu belegen hat. Es ist mithin vertretbar gewesen, in Anbetracht der Vielzahl von Verschiebungsgesuchen und sich widersprechender Arztzeugnisse an der Einreichung eines amtsärztlichen Zeugnisses, welches zur Verhandlungsfähigkeit Stellung bezieht, festzuhalten. Der vom Beschwerdeführer aufgesuchte Amtsarzt folgerte gar, der Beschwerdeführer sei "grundsätzlich fähig, ohne gesundheitliche Gefährdung an einer ca. halbtägigen Verhandlung mit kurzen Pausen teilzunehmen" (vorinstanzliche Akten GD act. 121). Der Schluss der Vorinstanz, der Beschwerdeführer sei der Berufungsverhandlung vom 30. Januar 2007 unentschuldigt ferngeblieben, ist somit nicht zu beanstanden.