Citation: 8C_11/2018 E. 5.3

5.3. Die Argumentation des Versicherten mutet insofern widersprüchlich an, als er einerseits geltend macht, er habe aus gesundheitlichen Gründen die Umschulung zum Kaufmann abgebrochen, andererseits aber seine Zukunft allein darin sieht, zum Kaufmann umgeschult zu werden. Dabei ist insbesondere zu berücksichtigen, dass seit dem Abbruch der Umschulung keine medizinischen Behandlungen erfolgten, die den Zustand an der rechten Hand verändert hätten. Soweit er geltend macht, er habe seine Schadenminderungspflicht nicht verletzt, da er allen von der IV-Stelle angeordneten Massnahmen nachgekommen sei, übersieht er, dass sich die Schadenminderungspflicht nicht im Befolgen der behördlichen Anordnungen erschöpft. Vielmehr hat eine versicherte Person aus eigenem Antrieb alles ihr Zumutbare zu unternehmen, um die Folgen des Gesundheitsschadens möglichst klein zu halten (BGE 140 V 267 E. 5.2.1 S. 274 mit Hinweisen). Mit anderen Worten kann sie sich nicht passiv verhalten und warten, bis der Sozialversicherer Massnahmen oder Behandlungen anordnet und deren Kosten übernimmt. Insofern wäre der Versicherte gehalten gewesen, von sich aus die Umgewöhnung vom Rechts- zum Linkshänder in Angriff zu nehmen, und er kann sich nicht darauf berufen, die IV-Stelle habe nichts Entsprechendes verfügt und bezahlt. Auffallend ist auch, dass der Versicherte im Rahmen des Warm-up-Kurses im Fach Tastaturschreiben, das den Einsatz beider Hände bedingt, sowohl im Zwischen- wie auch im Endzeugnis die sehr gute Note von 5.5 erzielte. Die Ablehnung von weiteren beruflichen Massnahmen ist somit nicht zu beanstanden.