Citation: 5A_763/2007 18.02.2008 E. 2

2.1 Die Abänderungsklage bezweckt keine Revision des Scheidungsurteils, sondern die Anpassung der rechtskräftig festgelegten Unterhaltsrente an Veränderungen, die nicht schon im Scheidungsurteil zum Voraus berücksichtigt worden sind. Das ist gemeint, wenn die Rechtsprechung über den Gesetzestext hinaus eine unvorhersehbare Veränderung der Verhältnisse fordert. Es kommt mit anderen Worten nicht entscheidend auf die Vorhersehbarkeit der Veränderung an, sondern ausschliesslich darauf, ob die Rente mit Blick auf diese vorhersehbare Veränderung festgelegt worden ist (BGE 131 III 189 E 2.7.4 S. 199 mit Hinweisen). Als vorhersehbar haben künftige Veränderungen zu gelten, die sich mit Bestimmtheit oder grosser Wahrscheinlichkeit verwirklichen werden (BGE 120 II 4 E. 5d S. 5). Es muss eine Prognose mit genügender Sicherheit gestellt werden können (BGE 118 II 229 E. 3a S. 232). 2.2 Im angefochtenen Urteil wird ausgeführt, die Beschwerdeführerin mache geltend, die Veränderung der Verhältnisse sei im Zeitpunkt der Ehescheidung vorhersehbar gewesen, da der Beschwerdegegner auf seine mögliche Entlassung im Rahmen der Scheidung hingewiesen habe, womit es an einer Voraussetzung für die Abänderung der Unterhaltsrente fehle. Indessen sei weder den Erwägungen des Urteils des Bezirksgerichts Zurzach vom 19. März 1997 noch denjenigen des Obergerichts des Kantons Aargau vom 18. Februar 1999 ein Hinweis darauf zu entnehmen, dass bei der Festlegung der Unterhaltsbeiträge einer möglichen zukünftigen Entlassung des Klägers Rechnung getragen worden wäre. Da die Möglichkeit einer Entlassung und einer zukünftigen Einkommensverminderung des Beschwerdegegners bei der Festlegung der Rente nicht berücksichtigt worden sei, sei es unerheblich, ob im Rahmen des Scheidungsverfahrens von einer nicht auszuschliessenden Entlassung die Rede gewesen sei oder ob diese sogar vorhersehbar gewesen sei. Im Weiteren sei im Zeitpunkt der Scheidung zwar festgestanden, dass die Pensionierung des Beschwerdegegners in den nächsten Jahren bevorstehe. Dieser Umstand sei aber bei der Festsetzung der Rente nicht berücksichtigt worden. Vielmehr sei von einem stets unveränderlichen Einkommen von Fr. 11'930.-- ausgegangen worden. Der Beschwerdegegner habe damals darauf hingewiesen, dass er noch nicht wisse, wann er pensioniert werde, ihm die Höhe seiner AHV-Rente nicht bekannt sei und er auch keine Kenntnis über die Höhe seiner Altersrente aus der beruflichen Vorsorge habe. Schliesslich kenne er auch seine dannzumaligen Vermögenswerte nicht, da diese vom Verkauf des Hauses in Schneisingen abhingen.