Citation: 9C_133/2023 E. 3.5

3.5. Die Darstellung der Beschwerdeführerin ist für sich genommen nicht unplausibel. Einzuräumen ist insbesondere, dass es einige Schwierigkeiten bereitet, den geografischen Mittelpunkt der ökonomischen Existenz einer Gesellschaft zu bestimmen, deren zweckgemässe Tätigkeit in der Erbringung digitaler, weitgehend automatisierter Dienstleistungen besteht. Wenn die Vorinstanz jedoch aufgrund einer Reihe von Indizien zum Schluss gelangt ist, dass die wesentlichen Geschäftsentscheide in V.________ gefällt worden und dort die Fäden der Geschäftsführung zusammen gelaufen seien, so beruht dieser Schluss auf einer Beweiswürdigung, die das Bundesgericht nur auf offensichtliche Unrichtigkeit überprüfen kann (Art. 97 Abs. 1 und Art. 105 Abs. 2 BGG; vgl. oben E. 2.1). Auch wenn es etwa aufgrund der Tätigkeiten der Verwaltungsratspräsidentin ebenfalls vertretbar gewesen wäre, den Schluss zu ziehen, dass die Beschwerdeführerin an ihrem Sitz tatsächlich verwaltet worden ist, so erscheint die gegenteilige Würdigung der Vorinstanz doch noch nicht als offensichtlich unrichtig. Soweit die hiergegen gerichteten Vorbringen der Beschwerdeführerin vor Bundesgericht nicht ohnehin neu sind und aus diesem Grund nicht gehört werden können (Art. 99 Abs. 1 BGG), vermag sie nicht aufzuzeigen, dass die Würdigung der Vorinstanz geradezu unhaltbar wäre. Das gilt auch für ihr Vorbringen, dass nicht ihre Aktionäre, sondern ein besonderes Support-Team der E.________ Services GmbH den telefonischen Kundendienst besorgt habe. Zwar hat das Bundesgericht wiederholt erwogen, es sei kaum denkbar, dass die tatsächliche Verwaltung einer Gesellschaft von Dritten im Auftragsverhältnis ausgeübt werde, weshalb der Sitz des Dritten praxisgemäss nicht als Hauptsteuerdomizil in Frage komme (Urteile 2C_522/2019 vom 20. August 2020 E. 2.1, nicht publ. in: BGE 147 I 325, aber in: StE 2021 A 24.22 Nr. 7; 2C_539/2017 vom 7. Februar 2019 E. 3.1 mit Hinweisen). Vorliegend ist allerdings zu beachten, dass die E.________ Services GmbH nicht als unabhängige Drittperson betrachtet werden kann. Schliesslich wird diese Gesellschaft von zwei Aktionären und Verwaltungsratsmitgliedern der Beschwerdeführerin kontrolliert und üben zwei weitere Aktionäre Kaderfunktionen bei dieser Gesellschaft aus. Selbst wenn die Aktionäre der Beschwerdeführerin ihre Kunden nicht selbst telefonisch betreuen, ist aufgrund ihrer Rollen bei der E.________ Services GmbH davon auszugehen, dass sie diese Tätigkeit kontrollieren können. Während die Auslagerung von Geschäftsleitungsfunktionen an unabhängige Dritte schwer vorstellbar ist, können Tätigkeiten von nahe stehenden Personen - wie hier der Aktionäre der Beschwerdeführerin und der E.________ Services GmbH - für die Frage des Orts der tatsächlichen Verwaltung als relevant oder zumindest als Indiz betrachtet werden (vgl. Urteile 2C_888/2019 vom 5. Januar 2021 E. 6.3.2; 2P.135/2001 vom 6. November 2001 E. 3b, in: StE 2002 A 24.22 Nr. 4). Ohnehin war die Auslagerung des telefonischen Kundendienstes aber nur eines von mehreren Indizien für die Annahme, dass die wesentlichen Geschäftsentscheidungen in V.________ getroffen würden. Entgegen der Beschwerdeführerin war es auch zulässig, dass die Vorinstanz in ihrer Würdigung der gesamten Umstände auch die mangelhafte Mitwirkung der Beschwerdeführerin berücksichtigt hat. Nicht gefolgt werden kann der Beschwerdeführerin überdies, wenn sie meint, ihre Mitwirkungspflicht gar nicht verletzt zu haben, setzt sie sich doch damit in Widerspruch zu den diesbezüglich für das Bundesgericht verbindlichen Feststellungen der Vorinstanz (Art. 105 Abs. 1 BGG).