Citation: 8C_922/2014 E. 4.2

4.2. Die Vermittlungsfähigkeit beurteilt sich somit aufgrund der konkreten Aussichten auf eine Anstellung auf dem für die versicherte Person in Betracht fallenden Arbeitsmarkt. Zwingende abstrakte Kriterien gibt es nicht. Da die heutigen technischen Möglichkeiten die Kommunikation erleichtern, ist insbesondere die Entfernung kein allzu schwer wiegendes Hindernis mehr. Zudem müssen Vorstellungsgespräche normalerweise nicht innert weniger Stunden durchgeführt werden. Die bundesgerichtliche Rechtsprechung verlangt zwar von arbeitslosen Personen, die freiwillig und auf eigene Kosten einen nicht von der Amtsstelle bewilligten Kurs besuchen, jeweils die Bereitschaft, den Kurs zugunsten einer angebotenen Stelle abzubrechen (E. 2.2 hievor). Dies gilt indessen nur insoweit, als sowohl die organisatorische Möglichkeit wie auch die Absicht und Flexibilität fehlen, die Ausbildung den Bedürfnissen des neuen Arbeitgebers anzupassen und die Lernziele neben der (vollen) Erwerbstätigkeit zu verwirklichen (vgl. Urteil 8C_126/2014 vom 8. Juli 2014 E. 5.2.3). MBA-Titel werden häufig berufsbegleitend und auch erst nach längerer beruflicher Tätigkeit erworben. Sie zielen darauf ab, durch Erlangung zusätzlicher Kenntnisse deutlich verbesserte Berufsaussichten zu erlangen. Das befolgte MBA-Studium wird als praxisbezogener Lehrgang zur berufsbegleitenden Erweiterung und Vertiefung vorhandener Kompetenzen verstanden, in dem die Teilnehmenden ihre Erfahrungen aus dem betrieblichen Umfeld einbringen und ihrem Unternehmen durch das erlangte Wissen zu grösserer Wettbewerbsfähigkeit verhelfen sollen. Der Arbeitslosenkasse ist darin beizupflichten, dass der Versicherte in erster Linie versucht hätte, wie bei der bisherigen Stelle auch bei einem neuen Arbeitgeber eine Vereinbarung zu treffen, welche es ihm erlaubt hätte, die verbleibenden Module des Studiengangs in Paris zu besuchen. Da dies auch im Interesse des Betriebes liegen muss, ist davon auszugehen, dass dieser eine Weiterführung des Kursprogramms während den Ferien oder in Form von unbezahlten Urlaubstagen bewilligt hätte. Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin kann bei einer solchen Konstellation nicht auf Vermittlungsunfähigkeit geschlossen werden, sofern die Anspruchsvoraussetzungen erfüllt sind. Hinzu kommt, dass der Versicherte durchaus auch die Möglichkeit gehabt hätte, den Kurs in Paris um ein Jahr zu verschieben oder einzelne Studienblöcke (ohne erhebliche Mehrkosten) zu einem anderen Zeitpunkt in Doha oder Shanghai zu absolvieren. Unter diesen Umständen ist mit der Vorinstanz davon auszugehen, dass der Beschwerdegegner auch vor Beendigung des Kurses in der hier relevanten Zeit eine neue Stelle hätte antreten können, ohne auf den beabsichtigten Erwerb des MBA verzichten zu müssen. Es braucht daher nicht geprüft zu werden, ob die finanziellen Konsequenzen für den Versicherten einen Hinderungsgrund für einen definitiven Abbruch der MBA-Ausbildung zugunsten einer Festanstellung dargestellt hätten.