Citation: 5A_734/2019 E. 3.5.1

3.5.1. Die Vorinstanz stellte fest, dass H.________ mit der Beschwerdegegnerin bekannt resp. befreundet gewesen sei und dieser auch den Vater gekannt habe. H.________ Schwester sei ebenfalls an MS erkrankt. Ebenso unstrittig sei, dass H.________ um den 20. September 1983 herum mit dem Erblasser ein Gespräch geführt habe, in dem er die erbrechtliche Besserstellung der Beschwerdegegnerin empfohlen habe. Dass er von einer Verschlechterung des Gesundheitszustands des Erblassers gewusst hätte, sei nicht erbracht (vgl. hierzu ergänzend oben stehende Erwägung 3.3). Weiter sei nicht erbracht, dass der Besuch auf Veranlassung der Beschwerdegegnerin erfolgt sei. Ebenso sei der Beweis für die Behauptung der Beschwerdeführerin misslungen, dass die Beschwerdegegnerin dem Vater ein von H.________ verfasstes Papier übergeben und dem Vater ein weiteres von diesem verfasstes Papier untergeschoben habe. Die erste Instanz hatte gemäss Ausführungen der Vorinstanz noch auf Erbunwürdigkeit geschlossen, weil die Beschwerdegegnerin es unterlassen habe, die von H.________ verursachte irrige Vorstellung des Vaters, wegen der MS sei eine erbrechtliche Bevorzugung angezeigt, durch Aufklärung zu beseitigen. Auch habe die Beschwerdegegnerin im Herbst 1983 mehrmalige Änderungen des Testaments zugelassen und so beeinflusst, dass diese Änderungen zu ihren Gunsten ausgefallen seien. Die Vorinstanz verwarf diese Argumentation. Die Beschwerdegegnerin habe damit rechnen müssen, MS zu haben. Zudem bestünden keine Hinweise, dass die Beschwer degegnerin im Herbst 1983 ein Wissen über Tatsachen zur allfälligen Erkrankung oder dem zukünftigen Verlauf gehabt hätte, die den Vater bewogen hätten auf eine erbrechtliche Bevorzugung der Beschwerdegegnerin zu verzichten, wenn er von diesen Kenntnis erlangt hätte. Ein arglistiges Verhalten gegenüber dem Vater durch Ausnützen eines Irrtums, der im Zusammenhang mit dem Besuch von H.________ beim Vater entstanden wäre, sei nicht erstellt.