Citation: 8C_684/2009 23.04.2010 E. 5

5.1 Wie erwähnt, haben SUVA und Vorinstanz im Rahmen ihrer Adäquanzprüfungen jeweils die Schleudertrauma-Praxis zur Anwendung gebracht, wie sie in BGE 134 V 109 präzisiert umschrieben worden ist. Die Vorinstanz hat dabei allerdings nur die Unfälle vom 21. Februar 2003 und vom 31. März 2006 berücksichtigt. Bezüglich des richtigerweise (E. 4.1.4 hievor) zusätzlich miteinzubeziehenden Unfalles vom 9. November 2000 wurden in der Expertise des medizinischen Zentrums C.________ vom 10. Dezember 2002 ein cervicokraniales Syndrom und im neurologischen Gutachten des Dr. med. B.________ vom 26. Januar 2006 ein mittelschweres Beschleunigungstrauma angenommen. Im medizinischen Zentrum C.________ wurde zudem eine commotio cerebri, welche die Kriterien einer milden traumatischen Hirnverletzung (MTBI = mild traumatic brain injury) erfülle, festgestellt. Dieser Befund wurde von Dr. med. B.________ geteilt, welcher am 26. Januar 2006 gar von einer möglichen contusio cerebri sprach. Nicht nur für die Kausalitätsbeurteilung der auf die Verletzung der HWS zurückzuführenden Beschwerden findet die Schleudertrauma-Praxis Anwendung. Dasselbe hat auch hinsichtlich der dem MTBI zuzuschreibenden Beeinträchtigungen zu gelten (vgl. Urteil 8C_476/2007 vom 4. August 2008 E. 4.1.3). 5.2 Für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall eine massgebende Bedeutung für die Entstehung der Arbeits- und der daraus resultierenden Erwerbsunfähigkeit zukommt. Dies trifft zu, wenn er eine gewisse Schwere aufweist oder mit andern Worten ernsthaft ins Gewicht fällt. Für die Beantwortung dieser Frage ist an das Unfallereignis anzuknüpfen, wobei - ausgehend vom augenfälligen Geschehensablauf - zwischen banalen oder leichten Unfällen einerseits, schweren Unfällen andererseits und schliesslich dem dazwischen liegenden mittleren Bereich unterschieden wird. Während der adäquate Kausalzusammenhang in der Regel bei schweren Unfällen ohne weiteres bejaht und bei leichten Unfällen verneint werden kann, lässt sich die Frage der Adäquanz bei Unfällen aus dem mittleren Bereich nicht auf Grund des Unfallgeschehens allein schlüssig beantworten. Es sind vielmehr weitere, objektiv erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall in Zusammenhang stehen oder als direkte bzw. als indirekte Folgen davon erscheinen, in eine Gesamtwürdigung miteinzubeziehen. Dabei gelten als adäquanzrechtlich massgebende Kriterien nach der in BGE 134 V 109 neu gefassten Umschreibung (vgl. Katalog in BGE 134 V 109 E. 10.3 S. 130): besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalles (BGE 134 V 109 E. 10.2.1 S. 127), die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen (BGE 134 V 109 E. 10.2.2 S. 127 f.), eine fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung (BGE 134 V 109 E. 10.2.3 S. 128), erhebliche Beschwerden (BGE 134 V 109 E. 10.2.4 S. 128), ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert (BGE 134 V 109 E. 10.2.5 S. 129), ein schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen (BGE 134 V 109 E. 10.2.6 S. 129) sowie eine erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen (BGE 134 V 109 E. 10.2.7 S. 129 f.). Je nachdem, wo im mittleren Bereich der Unfall einzuordnen ist und abhängig davon, ob einzelne dieser Kriterien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt sind, genügt zur Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein Kriterium oder es müssen mehrere herangezogen werden (BGE 134 V 109 E. 10.1 S. 126 f. mit Hinweisen). 5.3 Die vom Beschwerdeführer erlittenen Unfälle, die jeweils ein HWS-Distorsionstrauma oder - beim MTBI - eine diesem gleichgestellte Verletzung hervorgerufen haben, datieren vom 9. November 2000, vom 21. Februar 2003 und vom 31. März 2006. Die Schwere dieser Unfallereignisse ist ausgehend vom augenfälligen Geschehensablauf zu beurteilen (E. 5.2 hievor). Mit der Vorinstanz sind die beiden Unfälle vom 21. Februar 2003 und vom 31. März 2006 den mittelschweren Fällen zuzuordnen. Das Ereignis vom 9. November 2000 ist demgegenüber doch schon als im Grenzbereich zwischen den mittelschweren und den schwereren Unfällen liegend einzustufen, da nebst der HWS-Distorsion auch noch eine - offenbar im Grenzbereich zur contusio liegende - commotio cerebri vorlag (E. 5.1 hievor). Damit sind die Adäquanzkriterien gemäss BGE 134 V 109 E. 10.3 S. 130 zu prüfen. Während diese bei psychischen Fehlentwicklungen nach Unfall unter Ausschluss psychischer Aspekte geprüft werden, ist bei Schleudertraumen, äquivalenten Verletzungen der HWS und Schädel-Hirntraumata rechtsprechungsgemäss auf eine Differenzierung zwischen physischen und psychischen Komponenten zu verzichten (BGE 134 V 109 E. 2.1 S. 111 f. mit Hinweisen; Urteil 8C_644/2009 vom 17. März 2010 E. 4.2).