Citation: 6B_20/2008 22.04.2008 E. 1.3

Der in Art. 6 Ziff. 3 lit. d EMRK garantierte Anspruch des Angeschuldigten, den Belastungszeugen Fragen zu stellen, ist ein besonderer Aspekt des Rechts auf ein faires Verfahren nach Art. 6 Ziff. 1 EMRK. Entsprechend sind Beschwerden wie die hier zu beurteilende unter dem Blickwinkel beider Bestimmungen zu prüfen. Mit der Garantie von Art. 6 Ziff. 3 lit. d EMRK soll ausgeschlossen werden, dass ein Strafurteil auf Aussagen von Zeugen abgestützt wird, ohne dass dem Beschuldigten wenigstens einmal angemessene und hinreichende Gelegenheit gegeben wurde, das Zeugnis in Zweifel zu ziehen und Fragen an den Zeugen zu stellen. Dieser Anspruch wird als Konkretisierung des rechtlichen Gehörs (Art. 29 Abs. 2 BV) auch durch Art. 32 Abs. 2 BV gewährleistet. Ziel der genannten Normen ist die Wahrung der Waffengleichheit und die Gewährung eines fairen Verfahrens (BGE 131 I 476 E. 2.2 S. 480; 129 I 151 E. 3.1 S. 153 f. mit ausführlichen Hinweisen). Damit die Verteidigungsrechte gewahrt sind, ist erforderlich, dass die Gelegenheit der Befragung angemessen und ausreichend ist und die Befragung tatsächlich wirksam ausgeübt werden kann. Der Beschuldigte muss namentlich in der Lage sein, die Glaubhaftigkeit einer Aussage prüfen und den Beweiswert in kontradiktorischer Weise auf die Probe und in Frage stellen zu können (BGE 131 I 476 E. 2.2 S. 481; 129 I 151 E. 4.2 S. 157 mit Hinweisen). 1.4 Wie die Vorinstanz zu Recht festhält, war dem Beschwerdeführer vor der Konfrontationseinvernahme mit dem Zeugen vom 4. Oktober 2006 bewusst, dass dieser bereits einmal befragt worden war. Der Beschwerdeführer war am 23. August 2006 polizeilich einvernommen worden, wobei klar zum Ausdruck kam, dass die detaillierten Vorhalte auf den Aussagen der Anzeigeerstatter beruhten (Urk. 6). Unmittelbar vor der erwähnten Einvernahme des Zeugen R.________ durch die Staatsanwaltschaft fand eine zweite Befragung des Beschwerdeführers statt, bei welcher Gelegenheit ihm die wesentlichen, ihn belastenden Zeugenaussagen einzeln vorgehalten wurden (Urk. 7). Bei der nachfolgenden Einvernahme gab der Zeuge in Anwesenheit des Beschwerdeführers zu Protokoll, er halte an den Aussagen fest, welche er anlässlich der Anzeige bei der Polizei gemacht habe (Urk. 8). Wenn der Beschwerdeführer bei dieser Ausgangslage nicht noch ausdrücklich gefragt wurde, ob er Einsicht in die früheren Befragungsprotokolle verlange, so ist dies verfassungs- und konventionsrechtlich nicht zu beanstanden. Davon, dass der Beschwerdeführer die Bedeutung der Konfrontationseinvernahme verkannt hätte (vgl. dazu Donatsch/Lieber, in: Donatsch/Schmid, Kommentar zur Strafprozessordnung des Kantons Zürich, Zürich 2006, N. 28 zu § 14), kann keine Rede sein. Es war ihm zweifellos bewusst, dass sich eine allfällige Verurteilung im Wesentlichen auf die Darstellung durch die beiden Anzeigeerstatter stützen würde, deren Aussagen er im Übrigen mehrfach als unzutreffend bestritt.