Citation: 5A_515/2023 E. 4.4.4

4.4.4. Das Gesagte gilt erst recht mit Bezug auf die Abrechnung, die zur geltend gemachten Arrestforderung führte. Allein die pauschale Reklamation, dass das Obergericht zu Unrecht detaillierte Angaben zu den Erlösen der liquidierten Vermögenswerte verlange, hilft der Beschwerdeführerin nicht weiter. Gegen die vorinstanzliche Feststellung, wonach sie in ihrem Arrestbegehren lediglich das Ergebnis der Verrechnung behauptet und die Liquidation der erwähnten Depotpositionen nicht erwähnt habe, hat die Beschwerdeführerin nichts einzuwenden. Ebenso wenig bestreitet sie, ihre Arrestforderung aus einer Verrechnungslage herzuleiten. Auch wenn sich das Gesetz für die Arrestbewilligung mit der blossen Glaubhaftmachung begnügt (Art. 272 Abs. 1 SchKG), setzt sich das Obergericht nicht geradezu dem Vorwurf einer Verletzung des Willkürverbots (Art. 9 BV) aus, wenn es von der Beschwerdeführerin zur Substanziierung einer dergestalt zustande gekommenen Arrestforderung mehr verlangt als die blosse Behauptung des Verrechnungsergebnisses. Losgelöst von der Frage, nach welchem Beweismass das Gericht die Tatsachenvorbringen der Parteien zu beurteilen hat, ist es weder der Gegenpartei noch dem Gericht zuzumuten, die einzelnen Tatbestandselemente der Verrechnung in den beigebrachten Unterlagen zusammenzusuchen und aus eigenem Antrieb die Ermittlung des Saldos zu rekonstruieren, den die Gläubigerin nach durchgeführter Verrechnung als Arrestforderung geltend macht.