Citation: 8C_282/2023 E. 5.3

5.3. Der Anspruch aus ungerechtfertigter Bereicherung setzt die Bereicherung einer Person, die Entreicherung einer anderen Person, einen Kausalzusammenhang zwischen diesen beiden Elementen und das Fehlen eines rechtmässigen Grundes oder die Zahlung einer Nichtschuld voraus (vgl. Urteil 4A_470/2020 vom 12. Januar 2021 E. 4.2 mit Hinweisen, in: Praxis 2021 Nr. 129 S. 1319). Was den Umfang der unrechtmässigen Bereicherung angeht, ist nicht erkennbar, was unhaltbar sein soll, wenn die Vorinstanz die Rückerstattungspflicht auf die tatsächliche Entreicherung des Beschwerdeführers begrenzt. Wie die Vorinstanz willkürfrei aufgezeigt hat, steht der ungerechtfertigten Einnahme der Beschwerdegegnerin im Zeitraum von Februar bis April 2019 in der Höhe von Fr. 5'752.50 die an den Beschwerdeführer in der gleichen Zeitspanne geleistete Sozialhilfe von Fr. 3'993.20 gegenüber. Aufgrund der subsidiären Natur der Sozialhilfe (vgl. § 8 SHG/TG) hätte er diese ab Februar 2019 nicht mehr beziehen dürfen, da er seinen Lebensunterhalt mit seinem Erwerbseinkommen hätte bestreiten können. Auch der Einwand in der Beschwerde, es sei willkürlich, den Lohneinnahmen geleistete Sozialhilfebeiträge für den Monat April 2019 (Krankenkassenprämien und "SBB Rail Check") gegenüber zu stellen, verfängt nicht. Soll der Umfang der ungerechtfertigten Bereicherung der Beschwerdegegnerin eruiert werden, wie im angefochtenen Entscheid geschehen, ist es nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz von den gesamten Sozialhilfeleistungen an den Beschwerdeführer in den Monaten Februar bis April 2019, die zu Unrecht an die Beschwerdegegnerin geflossenen Lohnsummen für Februar und März 2019 sowie die anteilsmässige IPV für Februar bis April 2019 in Abzug gebracht hat. Die Betrachtungsweise der Vorinstanz, wonach der Beschwerdeführer nur im Umfang des Überschusses von Fr. 1'759.30 entreichert worden sei, da die Beschwerdegegnerin mit den Einnahmen des Beschwerdeführers (Lohn und IPV) seine Ausgaben bestritten habe und die Globalpauschale einnahmeseitig nicht zu berücksichtigen sei, hält auch unter diesem Aspekt einer Willkürprüfung stand. Anders als der Beschwerdeführer anzunehmen scheint, unterstützen ferner die Globalpauschalen nicht individuell die asylsuchende Person, wie die Vorinstanz bereits erwogen hat, sondern werden im Rahmen der Sozialhilfe-Vollzugsaufgaben der Kantone geleistet und beinhalten eine Abgeltung direkter und indirekter Sozialhilfe. Mit der Pauschale finanziert der Kanton die Ausgaben für Unterbringung, Unterstützung und obligatorische Krankenversicherung. Zudem enthält die Pauschale einen Beitrag an die Betreuungskosten. Die Globalpauschale steht somit nicht der unterstützten Person zu, sondern betrifft den Leistungsausgleich zwischen Bund und Kanton gemäss Art. 88 des Asylgesetzes (AsylG; SR 142.31) und zwischen Kanton und Gemeinde. Sie ist nicht im Rahmen des hier zur Diskussion stehenden individuellen Anspruchs auf Rückerstattung der gemeindeseitig vereinnahmten Löhne zu beurteilen. Sie durfte deshalb bei der Bemessung des Rückerstattungsanspruchs aus ungerechtfertigter Bereicherung im Rechtsverhältnis zwischen Beschwerdeführer und Beschwerdegegnerin willkürfrei ausser Acht gelassen werden (vgl. Urteil 8C_17/2023 vom 5. Oktober 2023).