Citation: 7B_878/2023 E. 6.1

6.1. Die Verwahrung als rein sichernde Massnahme lässt sich nur als "ultima ratio" in restriktiver Anordnung rechtfertigen (BGE 148 IV 398 E. 4.6; Urteile 6B_492/2022 vom 20. Juni 2022 E. 2.5; 6B_1076/2021 vom 28. Oktober 2021 E. 2.6.1; 6B_698/2021 vom 1. Oktober 2021 E. 4.5.3; je mit Hinweisen). Gemäss Art. 64 Abs. 1 lit. b StGB darf sie nur angeordnet werden, wenn eine stationäre therapeutische Massnahme gemäss Art. 59 StGB keinen Erfolg verspricht, d.h. es muss im Urteilszeitpunkt eine langfristige Nichttherapierbarkeit ausgewiesen sein (BGE 140 IV 1 E. 3.2.4 S. 9). Eine Verwahrung kommt insoweit nur unter dieser Voraussetzung von Art. 64 Abs. 1 lit. b StGB überhaupt in Betracht, und insbesondere auch dann nicht, wenn erst längerfristig ein Behandlungserfolg zu erreichen ist (BGE 140 IV 1 E. 3.2.4; Urteil 6B_492/2022 vom 20. Juni 2022 E. 2.5). Die Unbehandelbarkeit im Zeitfenster einer stationären therapeutischen Massnahme nach Art. 59 StGB ist anzunehmen, wenn keine hinreichende Wahrscheinlichkeit besteht, dass durch eine stationäre therapeutische Massnahme über die Dauer von fünf Jahren die Gefahr von weiteren mit der psychischen Störung im Zusammenhang stehenden Straftaten im Sinne von Art. 64 Abs. 1 StGB deutlich verringert wird bzw. sich eine tatsächliche Reduktion des Rückfallrisikos erreichen lässt (Urteile 6B_1226/2023 vom 20. Dezember 2023 E. 2.3.1; 7B_197/2023 vom 14. Juli 2023 E. 4.2.2; 6B_1420/2022 vom 10. März 2023 E. 1.2.3; vgl. BGE 140 IV 1 E. 3.2.4; 134 IV 315 E. 3.4.1 f.).