Citation: 2C_396/2023 E. 6.5.2

6.5.2. Insoweit, als der Beschwerdeführer (mit Hinweis auf MARC SPESCHA, in: Migrationsrecht, 5. Aufl. 2019, N. 8 zu Art. 50 AIG) vorbringt, die Vorinstanz habe bei der Prüfung seiner Integration eine rückwärtsgewandte und damit unzulässige Sichtweise eingenommen, kann ihm nicht gefolgt werden: Ob eine ausländische Person als hinreichend integriert eingestuft werden kann oder nicht, beurteilt sich - wie gesehen (E. 6.5.1 hiervor) - anhand einer Gesamtbetrachtung. In diese Beurteilung fliesst naturgemäss in erster Linie ein, wie sich die Person seit ihrer Einreise in die Schweiz verhalten hat und insbesondere welche seither eingetretenen Ereignisse für bzw. gegen ihre Integration sprechen. Dass eine erfolgreiche Integration gemäss der Rechtsprechung des Bundesgerichts nur verneint werden dürfe, wenn im Entscheidzeitpunkt "Desintegrationsprozesse" absehbar sind, trifft mithin in dieser Absolutheit nicht zu, und zwar auch nicht unter Berücksichtigung der seitens des Beschwerdeführers angeführten Urteile 2C_65/2014 vom 27. Januar 2015, 2C_895/2015 vom 29. Februar 2016 und 2C_595/2017 vom 13. April 2018. In diesen drei Fällen wurde zumindest primär eine vergangenheitsbezogene Sichtweise eingenommen, wobei in letzterem Fall in Bezug auf die Verschuldung des Beschwerdeführers, der nicht straffällig geworden sowie sprachlich und beruflich integriert war, massgeblich auf die deutliche Erkennbarkeit ernsthafter Rückzahlungsbestrebungen abgestellt wurde (vgl. dazu auch Urteil 2C_884/2022 vom 16. Januar 2024 E. 5.3).