Citation: U 272/03 25.08.2004 E. 3

3.1 In tatsächlicher Hinsicht steht fest, dass die beim Unfall erlittenen Rippenfrakturen und Kontusionen ohne relevante Folgeschäden ausgeheilt und insbesondere weder pseudoarthrotische Rippen-Frakturheilungen noch eine andauernde Intercostalnervenläsion feststellbar sind (zuhanden der MEDAS erstelltes und in den SUVA-Akten liegendes rheumatologisches Konsilium des Dr. med. B.________ vom 23. Februar 1999). Nach Lage der Akten hat sich beim Versicherten nach dem Unfall eine nicht-organisch bedingte Fixierung auf die ursprünglich unfallbedingten Verletzungsfolgen (so ausdrücklich Dr. med. B.________ im erwähnten Konsilium) und damit eine psychische Überlagerung des Beschwerdebildes eingestellt, was Dr. med. F.________ in dem zuhanden der MEDAS erstellten Bericht vom 23. Februar 1999 zur Diagnose einer längeren depressiven Reaktion im Rahmen einer posttraumatischen Anpassungsstörung (ICD 10-F 43.21) führte. Dass psychische Leiden das Beschwerdebild prägen, wird durch die Berichte des Neurologen Dr. med. E.________ vom 13. Mai 2002 und des Dr. med. U.________, Spezialarzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 27. Oktober 2003, aber auch vom Versicherten selbst bestätigt. 3.2 Nach den zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz bilden die verfügbaren Akten eine hinreichende Beweisgrundlage für die Beurteilung der primär strittigen Frage nach der Unfallkausalität der aktuell im Vordergrund stehenden multiplen Beschwerden wie Kopfschmerzen, de-pressive Verstimmung, Ängste, innere Spannung, Nervosität, Kraftlosigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, Schlaflosigkeit und Müdigkeit. Namentlich besteht mit Blick auf das vom Beschwerdeführer behauptete Vorliegen eines Schädel-Hirn-Traumas (commotio/contusio cerebri) kein Anlass zur Anordnung einer umfassenden neurologischen und neuropsychologischen Abklärung. Diesbezüglich kann im Wesentlichen auf das gegenüber dem Beschwerdeführer ergangene Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 3. September 2003 (I 735/02) verwiesen werden. Wie unter dortiger Erw. 3.1 einlässlich begründet wurde, ist aufgrund der Aktenlage - einschliesslich des kreisärztlichen Untersuchungsberichts des Dr. med. I.________ vom 12. November 1997, wonach keine neurologischen Defizite und keine Anhaltspunkte für einen Status nach Commotio cerebri bestehen - überwiegend wahrscheinlich (vgl. BGE 126 V 360 Erw. 5b mit Hinweisen), dass es beim Unfall vom 17. April 1997 zu keiner sofortigen, kürzer- oder längerdauernden Bewusstlosigkeit und (damit zusammenhängend) zu keinem Schädel-Hirn-Trauma kam. Diese Beurteilung vermochte der im IV-Verfahren letztinstanzlich eingereichte, in serbo-kroatischer Sprache verfasste Bericht des Neurologen Dr. med. H.________, Universitätsspital im Heimatstaat, vom 23. April 1997 - dessen deutsche Übersetzung vom Gericht damals veranlasst, den Parteien zur Kenntnis gebracht und von diesen nicht bestritten worden war - nicht umzustossen. Im UV-Verfahren liegt derselbe Bericht letztinstanzlich nunmehr in einer vom Beschwerdeführer selbst veranlassten Übersetzung vor. Aber auch diese vermag nichts an der Beurteilung zu ändern, dass der Beschwerdeführer anlässlich des Unfalls vom 17. April 1997 zwar eine Kopfprellung (contusio capitis) mit Hautabschürfung und Bluterguss frontal links, aller Wahrscheinlichkeit nach jedoch kein Schädel-Hirn-Trauma erlitten hat. Denn auch gemäss der neuen Übersetzung des Arztberichts trat ein Bewusstseinsverlust - wenn überhaupt - erst zu Hause, mithin erst längere Zeit nach dem Unfall, ein. Soweit im Bericht des seit Juli 2002 behandelnden Psychiaters Dr. med. U.________ vom 27. Oktober 2003 ausgeführt wird, der Beschwerdeführer habe beim Unfallereignis den Kopf aufgeschlagen und sei "kürzere Zeit auch bewusstlos" gewesen, beruht diese Feststellung auf den subjektiven Angaben des Versicherten mehrere Jahre nach dem Unfall, womit ihnen keine volle Beweiskraft zukommt (vgl. auch BGE 121 V 47 Erw. 2a mit Hinweisen; Urteil S. vom 19. Mai 2004 [U 236/03] Erw. 3.3.4). 3.3 Gegen ein nennenswertes Schädel-Hirn-Trauma spricht im Übrigen der Umstand, dass während des unfallbedingten Spitalaufenthalts im Heimatstaat zwar Kopfschmerzen (Cephalea) angegeben wurden (Spitalbericht vom 23. und 25. April 1997), der Beschwerdeführer jedoch bei Eintritt in die Rehabilitationsklinik Y.________ Anfang Juli 1997 lediglich über "wenig" Kopfschmerzen klagte und er anlässlich der kreisärztlichen Untersuchung vom 12. November 1997 ausführte, es bestünden nur "noch gelegentlich" Kopfschmerzen rechts; in den Schilderungen des Versicherten gegenüber der SUVA vom 20. Mai, 6. Juni und 29. September 1997 sowie in der IV-Anmeldung vom 16. Dezember 1997 werden gar überhaupt keine Kopfschmerzen erwähnt. Nach diesen zeitlich nahe am Unfallereignis liegenden Äusserungen des Beschwerdeführers zu schliessen, standen in den ersten Monaten nach dem Unfall Thoraxbeschwerden bei Status nach erlittenen Rippenfrakturen, Lungenkontusion und Hämatothorax sowie einsetzende psychische Beeinträchtigungen im Vordergrund. Soweit in jener Zeit objektiv erklärbare Kopfschmerzen überhaupt bestanden, handelte es sich mit überwiegender Wahrscheinlichkeit um ein ausklingendes Symptom der erlittenen Kopfprellung, nicht aber um Nachwirkungen eines relevanten Schädel-Hirn-Traumas. Vor diesem Hintergrund, aber auch angesichts fehlender Hinweise auf neurologische Defizite mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit besteht kein Anlass zur Durchführung umfassender neurologischer und neuropsychologischer Abklärungen. Diese Auffassung deckt sich im Übrigen mit den überzeugend begründeten Schlussfolgerungen des Neurologen Dr. med. E.________, SUVA Ärzteteam Unfallmedizin, im Bericht vom 13. Mai 2002 und rechtfertigt sich umso mehr, als die nicht objektivierbaren Kopfschmerzen gemäss MEDAS-Gutachten vom 19. Mai 1999 für sich betrachtet keine Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit bewirken.