Citation: 4A_226/2023 E. 3.2.2

3.2.2. Zwischen den Parteien bestehen Meinungsverschiedenheiten über die korrekte Abrechnung für das Projekt. Strittig blieb insbesondere, ob die Kosten für das sog. "Vorprojekt B.________" Teil des Werkpreis-Kostenziels bildeten und, darauf aufbauend, ob eine Überschreitung des Kostenziels vorlag. Unter Berücksichtigung der geleisteten Zahlungen blieb ein Saldo von Fr. 3'906'681.60 zugunsten der Beschwerdeführerin offen. Es handelt sich dabei um Aufwände, die ihr von Dritten verrechnet wurden. Die Beschwerdeführerin stellte sich auf den Standpunkt, gemäss Werkvertrag habe sie nicht jede einzelne Subunternehmer-Rechnung im Detail zu substanziieren. Es genüge, den Nachweis zu erbringen, dass die Subunternehmer-Rechnungen für den Bau des Werks angefallen und von der Beschwerdeführerin vollständig bezahlt worden seien. Die Beschwerdegegnerin war demgegenüber der Auffassung, die Beschwerdeführerin habe nachzuweisen, dass die Rechnungen das streitgegenständliche Projekt betroffen hätten, welche konkreten Leistungen erbracht worden und ob diese notwendig und die Preise angemessen seien. Die Vorinstanz erwog, die Parteien hätten im Totalunternehmerwerkvertrag zwar ein verbindliches Kostenziel vereinbart, gleichzeitig aber die Folgen einer Über- oder Unterschreitung des Kostenziels geregelt. Ein Mehrbetrag sollte demnach von der Beschwerdegegnerin getragen werden, während die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf die Unterschreitung des Kostenziels haben sollte. Die Parteien seien sich einig, dass das Kostenziel weder eine Preisgarantie noch ein Kostendach darstelle. Es liege somit weder ein fester Preis im Sinne von Art. 373 OR noch eine verbindliche Ober- oder Untergrenze für den Werklohn vor. Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin ergebe sich aus der Vereinbarung eines Kostenziels keine Abrede, wonach mehr als derjenige Aufwand zu entschädigen wäre, der bei sorgfältigem Vorgehen zur Ausführung des Werks genügt hätte. Aus der Regelung, dass sich eine Unterschreitung des Kostenziels vollumfänglich zugunsten der Beschwerdegegnerin auswirke, ergebe sich vielmehr deren offensichtliches Interesse daran, nur den notwendigen und angemessenen Aufwand zu entschädigen. Die Beschwerdeführerin habe dieses Interesse aufgrund der ihr obliegenden Sorgfaltspflicht in guten Treuen zu wahren und sei trotz Vereinbarung eines Kostenziels nicht davon entbunden, den Aufwand auf das Notwendige und Angemessene zu beschränken. Sie könne daher aus der behaupteten Einhaltung des Kostenziels nichts für sich ableiten. Sie sei dadurch nicht vom Nachweis der Notwendigkeit und Angemessenheit des geltend gemachten Aufwands entbunden.