Citation: 2C_179/2021 E. A

Das Steuerdomizil der Eheleute A.A.________ und B.A.________ (nachfolgend: die Steuerpflichtigen) lag für die hier interessierende Steuerperiode 2011 im Kanton Freiburg. Mit E-Mail vom 3. Oktober 2014 teilte die Steuerverwaltung des Kantons Freiburg (nachfolgend: Steuerverwaltung) der C.________ AG (nachfolgend: C.________), der damaligen Steuervertreterin der Steuerpflichtigen, unter anderem Folgendes mit: " [...] Der Weiterzug Ihres Falles an das Bundesgericht hat für die Steu erveranlagungen der Jahre 2011 und 2012 keine aufschiebende Wirkung. Die Steuerveranlagungen der Jahre 2011 und 2012 müssen allenfalls bestritten werden. Die « ordentliche Steuerveranlagung» 2011 wurde Ihnen mit Datum 21.8.2014 zugestellt. Bis zum heutigen Tag wurde diese nicht bestritten (siehe Rechtsmittelbelehrung auf der Steuerveranlagung). Somit ist der Steuerveranlagung 2011 (nach 30 Tagen) «Rechtskraft» erwachsen und kann somit nicht mehr bestritten werden. [...]" Noch am gleichen Tag antwortete die C.________ der Steuerverwaltung mit eingeschriebenem Brief und teilte ihr unter anderem mit, dass weder der C.________ noch den Steuerpflichtigen eine ordentliche Veranlagung 2011 zugestellt worden sei, die Mandanten [Steuerpflichtigen] deshalb davon keine Kenntnis hätten und demzufolge auch keine Rechtsmittel hätten ergreifen können. Sollte die Steuerverwaltung eine ordentliche Veranlagung 2011 und 2012 vornehmen wollen, werde um Zustellung derselben unter Wahrung der Rechtsmittelfrist gebeten. Zudem hielt die C.________ fest: "Gleichzeitig teilen wir Ihnen mit, dass unsere Mandanten dagegen [ordentliche Veranlagung 2011 und 2012] bereits mit diesem Scheiben vorsorglich Einsprache erheben. Eine Begründung mit entsprechendem Rechtsbegehren wird dann innert der Einsprachefrist nachgereicht." Auf dieses Schreiben reagierte die Steuerverwaltung nicht. Am 24. September 2019 wurden die Steuerpflichtigen gemahnt (wobei bestritten ist, dass bereits davor, nämlich am 23. September 2014, eine erste Mahnung erfolgte; vgl. E. 4.1/4.3 ff. unten). Am 2. Oktober 2019 machte die D.________ + Co AG (nachfolgend: D.________) geltend, dass die Steuerpflichtigen der Steuerverwaltung bereits mit Schreiben vom 3. Oktober 2014 mitgeteilt hätten, keine Veranlagungsverfügung 2011 erhalten zu haben. Auf dieses Schreiben habe die Steuerverwaltung aber nie reagiert. Die mit Mahnung vom 24. September 2019 in Rechnung gestellten Beträge würden daher auf keiner rechtsgültig eröffneten Veranlagungsverfügung beruhen. Ausserdem sei mittlerweile die fünfjährige Veranlagungsverjährung eingetreten. Auf dieses Schreiben entgegnete die Steuerverwaltung am 21. Februar 2020, dass die Veranlagungsverfügung vom 21. August 2014 wie auch die Abrechnungen und die Mahnungen der D.________ eröffnet worden seien. Die Steuerperiode 2011 sei damit längstens rechtskräftig veranlagt. Diesem Schreiben wurden sowohl die Steuerveranlagung vom 21. August 2014 wie auch die Abrechnung und Mahnungen beigelegt.