Citation: 2A.466/2006 16.01.2007 E. 3

3.1 Ausserordentliche Einkünfte, die in den Jahren 1999 und 2000 oder in einem Geschäftsjahr erzielt werden, das in diesen Jahren abgeschlossen wird, unterliegen für die Steuerperiode, in der sie zugeflossen sind, einer gesondert berechneten Jahressteuer (Art. 314 Abs. 1 StG/SG). Als ausserordentliche Einkünfte gelten insbesondere Kapitalleistungen, aperiodische Vermögenserträge, Lotteriegewinne, Kapital- und Aufwertungsgewinne, Auflösung von Wertberichtigungen, Rückstellungen und Rücklagen sowie Gewinne, die auf die Unterlassung geschäftsmässig begründeter Abschreibungen und Rückstellungen zurückzuführen sind (Art. 314 Abs. 2 StG/SG). Diese Regelung stimmt mit Art. 69 StHG überein. 3.2 Der Beschwerdeführer hatte in der sich aus dem Wechsel zur Gegenwartsbemessung per 1. Januar 2001 ergebenden Bemessungslücke seine angefangenen Arbeiten stark erhöht, für die Jahre 1999 und 2000 aber nur ausserordentliche Einkünfte von je Fr. 10'000.-- deklariert. Auf demjenigen Teil der angefangenen Arbeiten zugunsten der Z.________ Treuhand GmbH, der das Ausmass der Vorperioden deutlich überstieg oder erstmals verbucht wurde, erfasste die Steuerbehörde - rechtskräftig - in Anwendung der hiervor zitierten Bestimmung zusätzliche ausserordentliche Einkünfte von Fr. 15'500.-- (1999) und Fr. 54'100.-- (2000) mittels gesonderter Jahressteuer. Es handelte sich dabei um Bestandteile der vom Beschwerdeführer selbst aktivierten angefangenen Arbeiten und nicht etwa um erzwungenermassen "aufgewertete" Positionen. Wenn daher im Urteil des Verwaltungsgerichts vom 2. Dezember 2003 die Bezeichnung "Aufwertung" verwendet wurde, so geschah dies offensichtlich in einem untechnischen Sinn: Es ging um die steuerliche Würdigung markant gestiegener Aktivierungen angefangener Arbeiten in der Bemessungslücke. Aus der Verwendung des Ausdrucks "Aufwertung" kann der Beschwerdeführer jedenfalls nichts zu seinen Gunsten ableiten. Dasselbe gilt übrigens für den ähnlich gefassten Vergleich vom 1./4. März 2004 betreffend die direkte Bundessteuer (ausserordentliche Einkünfte 1999 und 2000). 3.3 Der Beschwerdeführer begründet die erfolgsneutrale Aufdeckung von Fr. 69'600.-- damit, dass eine aufgrund der vermeintlichen "Aufwertung" in den Jahren 1999 und 2000 drohende Doppelbesteuerung vermieden werden müsse. Dem ist entgegenzuhalten, dass weder eine Aufwertung vorliegt (oben E. 3.2) noch eine Doppelbesteuerung: Der Bestand der angefangenen Arbeiten per 31. Dezember 2000 von Fr. 125'000.-- wurde Anfang 2001 vollständig, d.h. einschliesslich der sogenannten "Aufwertung", zulasten der Erfolgsrechnung aufgelöst (ausgewiesener Stand "Veränderung der angefangenen Arbeiten" im Jahr 2001: Fr. -42'000.--). Wenn sich in der Folge die Leistungen der Z.________ Treuhand GmbH erfolgswirksam auswirkten, kann daher von einer Doppelbesteuerung im Rahmen der Einzelfirma Y.________ Treuhand nicht die Rede sein. Zu Recht wurde somit die erfolgsneutrale Aufdeckung von Fr. 69'600.-- steuerlich nicht anerkannt und das steuerbare Vermögen entsprechend herabgesetzt; dieses ist nämlich - abgesehen vom unbeweglichen Vermögen und den Wertschriften - zum Einkommenssteuerwert zu bewerten (Art. 55 StG/SG und Art. 14 Abs. 3 StHG).