Citation: 5A.19/2002 01.11.2002 E. 4

4.1 Im Gegensatz zum BFA ist die Vorinstanz auch zur Auffassung gelangt, dass der Beschwerdeführer während der ganzen Ehedauer mit der Schweizerbürgerin gleichzeitig in einer Doppelehe mit seiner türkischen Ehefrau gelebt und dass er bereits bei der Eheschliessung die schweizerischen Behörden über seinen wahren Zivilstand getäuscht habe. Die Eheschliessung mit E.________ sei auf Grund einer schriftlichen Bestätigung des Beschwerdeführers erfolgt, wonach er nicht mehr verheiratet sei, sowie auf Grund eines offensichtlich gefälschten Nüfus. Aus den kantonalen Akten gehe hervor, dass der Beschwerdeführer mit Strafmandat des Untersuchungsrichteramtes III Bern-Mittelland wegen Erschleichens einer falschen Beurkundung vor dem Zivilstandsamt X.________ zu einer bedingten Gefängnisstrafe von dreissig Tagen verurteilt worden sei. Im Übrigen habe auch die schweizerische Vertretung in Ankara am 30. April 1999 zuhanden der Fremdenpolizei des Kantons Bern festgehalten, der Beschwerdeführer habe seine Ehe mit der Schweizerbürgerin wohlweislich nicht in das türkische Familienregister eintragen lassen. 4.2 Der Beschwerdeführer trägt dagegen vor, es sei ihm nicht bekannt gewesen, dass in der Türkei 1988 keine rechtskräftige Scheidung von seiner Ehefrau erfolgt sei. Erst als er sich Ende 1998 wieder mit seiner ersten Ehefrau habe verheiraten wollen, habe er festgestellt, dass er noch immer mit ihr verheiratet gewesen sei. Diese Feststellung habe ihn derart bestürzt, dass er aus dieser Situation einzig in einer nachträglichen Ehescheidung und anschliessenden Wiederverheiratung mit seiner türkischen Ehefrau einen Ausweg aus dieser Situation gesehen habe. Wenn er die Behörden bei seiner Eheschliessung in der Schweiz tatsächlich hätte täuschen wollen, so wäre es für ihn ein Leichtes gewesen, bereits vorher in der Türkei eine Ehescheidung zu erwirken. Diese Vorbringen erscheinen samt und sonders unglaubwürdig. Ob ein Mann mit seiner Frau noch verheiratet oder geschieden ist, weiss er, auch wenn in der Türkei die Auflösung einer Ehe formell einfacher sein mag als in Europa; und ebenfalls sollte er wissen, dass Änderungen des Zivilstands - in der Regel - im Zivilstandsregister festgehalten werden (Hans-Georg Ebert, Das Personalstatut arabischer Länder, Leipziger Beiträge zur Orientforschung, Band 7, Frankfurt am Main 1996, S. 91). Dass der Beschwerdeführer vor seiner Ehe mit einer Schweizerbürgerin die bestehende Ehe mit einer Türkin nicht aufgelöst hat, deutet - wie die Vorinstanz zu Recht festhält - eher auf ein planmässiges Vorgehen zum Erhalt des Schweizer Bürgerrechts hin, das nicht mit einem blossen Vergessen entschuldigt werden kann. Auch der intime Verkehr während des Einbürgerungsverfahrens mit seiner türkischen Ex-Ehefrau, der zur Zeugung eines Kindes führte, ist ein Indiz dafür, dass die Ehe mit der Schweizerbürgerin seitens des Beschwerdeführers lediglich als eine fiktive qualifiziert werden muss, auch wenn der Beschwerdeführer wiederholt vorbringt, aus Liebe geheiratet zu haben. Es ist deshalb nicht zu beanstanden, dass das EJPD dem Beschwerdeführer rechtsmissbräuchliches Verhalten vorgeworfen hat.