Citation: 2C_248/2019 E. 3.4

3.4. Es erscheint als bundesrechtskonform, dass die Vorinstanz gestützt auf die hiervor (E. 5.2.1) genannten Sachverhaltsfeststellungen zum Schluss gelangt ist, dass vorliegend Art. 50 Abs. 1 lit. b AIG nicht greift. Selbst wenn der Ehemann der Beschwerdeführerin die geltend gemachte (versuchte) Ohrfeige entgegen den Feststellungen der Vorinstanz noch während des ehelichen Zusammenlebens verpasst hätte, wäre sie als einmaliges Ereignis im Verlauf eines eskalierenden Streits nicht hinreichend gewichtig für die Annahme häuslicher Gewalt im Sinne von Art. 50 Abs. 2 AIG (vgl. E. 5.1.1 hiervor). Ist mit der Vorinstanz davon auszugehen, dass vorliegend beide Ehegatten ihren Anteil an den Streitereien und der belasteten Atmosphäre der Beziehung hatten, lässt sich nicht sagen, der Ehemann hätte die Beschwerdeführerin im Sinne dieser Bestimmung systematisch zur Macht- und Kontrollausübung misshandelt. Daran nichts ändern kann, dass sich die Beschwerdeführerin nach Ausführungen im angefochtenen Urteil wie eine Angestellte behandelt fühlte, sie eine Vielzahl von Aufgaben (namentlich im Haushalt) zu übernehmen hatte und sie es als schlimm empfand, dass der Ehemann sie vor ihrer Einreise nicht über seine psychischen Probleme und die (zunächst) verweigerte Anerkennung ihrer Ehe in der Schweiz informiert hatte. Ereignisse, die sich nach dem Scheitern der Beziehung ereignet haben, sind im Übrigen von der Vorinstanz zu Recht nicht als Grundlage für die Annahme häuslicher Gewalt im Sinne von Art. 50 Abs. 2 AIG herangezogen worden. Die Vorinstanz hat nach dem Gesagten ohne Verletzung von Bundesrecht das Vorliegen eines wichtigen Grundes im Sinne von Art. 50 Abs. 1 lit. b und Abs. 2 AIG verneint.