Citation: 2C_863/2021 E. 5.1

5.1. Geht es um die Auslegung von Statuten privatrechtlicher Körperschaften, können die Auslegungsmethoden je nach Gesellschaftstyp variieren. Für die Auslegung der Statuten grosser Gesellschaften bezieht man sich eher auf die Methoden der Gesetzesauslegung. Für die Auslegung der Statuten kleiner Gesellschaften wird eher auf die Methoden der Vertragsauslegung Bezug genommen, das heisst eine Auslegung nach dem Vertrauensprinzip; die subjektive Auslegung kommt nur in Betracht, wenn die Zahl der Gesellschafter sehr klein ist (BGE 140 III 349 E. 2.3; Urteil 4A_344/2017 vom 21. Dezember 2017 E. 3.1). Bei der Beschwerdegegnerin handelt es sich um einen privatrechtlichen Verein (vgl. A.c.; E. 4.1) mit überschaubarer Mitgliederzahl. Es ist daher angezeigt, die Statuten und Regulative nach den Methoden der Vertragsauslegung zu interpretieren. Ob eine subjektive Auslegung aufgrund der Mitgliederzahl in Betracht käme, kann offengelassen werden, nachdem die Vorinstanz keinen übereinstimmenden wirklichen Willen festgestellt hat und die Parteien dies nicht rügen. Die Statuten und Regulative der Beschwerdegegnerin sind daher - wie das die Vorinstanz getan hat - nach dem Vertrauensprinzip auszulegen.