Citation: 6B_64/2024 E. 1.7

1.7. Schliesslich erweist sich auch die Rüge, die Vorinstanz setze sich ungenügend mit der Frage der Prognosestellung auseinander bzw. gehe zu Unrecht von einer Negativprognose aus, als unbegründet. Die Vorinstanz erwägt, angesichts der Schwere der vom Beschwerdeführer begangenen Straftaten seien an die Wahrscheinlichkeit einer künftigen Straffälligkeit keine hohen Anforderungen zu stellen. Im Hinblick auf diese Wahrscheinlichkeit geht sie davon aus, die Legalprognose des Beschwerdeführers sei aufgrund der Vorstrafen und der erneuten Delinquenz während laufender Verfahren getrübt. Wie sie für das Bundesgericht verbindlich mit Hinweis auf ihre Ausführungen zur Strafzumessung feststellt (Art. 105 Abs. 1 BGG), liess er sich von der ersten, fast zweimonatigen Untersuchungshaft und dem laufenden Strafverfahren nicht nachhaltig beeindrucken und widmete sich nur knapp vier Monate nach der Entlassung erneut dem Betäubungsmittelhandel. Während des erstinstanzlichen Verfahrens wurde er erneut straffällig und dafür wegen Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes und Vergehen gegen das Waffengesetz verurteilt. Insoweit sich die Argumentation des Beschwerdeführers auf ein leichtes Verschulden stützt, ist darauf nicht weiter einzugehen (oben E. 1.5.3 f.). Im Übrigen übersieht der Beschwerdeführer, dass ihm die Vorinstanz entgegen seiner Vorbringen keine eigentliche Schlechtprognose stellt. Eine solche ist denn auch nicht erforderlich. Aufgrund der unterschiedlichen Zielsetzungen von Straf- und Ausländerrecht ergibt sich im ausländerrechtlichen Bereich ein strengerer Beurteilungsmassstab (vgl. BGE 140 I 145 E. 4.3; Urteile 6B_1234/2023 vom 11. Juli 2024 E. 3.8.4; 6B_1454/2021 vom 26. Mai 2023 E. 5.4.4; 6B_748/2021 vom 8. September 2021 E. 1.3.2; je mit Hinweisen). Der teilweise Aufschub des Strafvollzugs nach Art. 43 StGB setzt nicht eine günstige, sondern nur das Fehlen einer ungünstigen Prognose voraus (vgl. BGE 134 IV 1 E. 4.2.2; Urteile 6B_1234/2023 vom 11. Juli 2024 E. 3.8.4; 6B_748/2021 vom 8. September 2021 E. 1.3.2; 6B_166/2021 vom 8. September 2021 E. 3.4.3; je mit Hinweisen). Demgegenüber kann ausländerrechtlich gerade bei schweren Straftaten, wozu die vom Beschwerdeführer begangenen qualifizierten Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz zu zählen sind, bereits ein geringes Rückfallrisiko für eine Landesverweisung genügen. Mit Blick darauf ist nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz daraus, dass der Leumund des Beschwerdeführers getrübt ist und ihn offenbar weder die ausgestandene Untersuchungshaft noch das laufende Strafverfahren nachhaltig zu beeindrucken und davon abzuhalten vermochten, wieder einschlägig straffällig zu werden, auf ein Ausmass einer Rückfallgefahr schliesst, welches angesichts der begangenen qualifizierten Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz eine Landesverweisung rechtfertigt. Daran vermag auch das geltend gemachte, umfassend veränderte Umfeld und eine allfällige Betäubungsmittelabstinenz nichts zu ändern. Der Beschwerdeführer ist während des erstinstanzlichen Verfahrens erneut mit dem Gesetz in Konflikt geraten, weshalb nicht zu beanstanden ist, wenn die Vorinstanz am geltend gemachten " Klick-Moment" bzw. dem damit angeblich initiierten grundlegenden Lebenswandel zweifelt. Dass es sich bei der neuen Verurteilung nicht um Anlasstaten für eine Landesverweisung handelt, ist nicht (allein-) entscheidend. Im Weiteren ist das vom Beschwerdeführer seit der zweiten Verhaftung gezeigte Wohlverhalten aufgrund des drohenden Strafvollzugs und der drohenden Landesverweisung ohnehin zu relativieren (vgl. Urteile 6B_1234/2023 vom 11. Juli 2024 E. 3.8.4; 6B_518/2023 vom 6. März 2024 E. 5.4.2; 6B_47/2022 vom 5. Juni 2023 E. 2.4.2; 6B_1412/2021 vom 9. Februar 2023 E. 2.5.3; je mit Hinweisen).