Citation: 9C_288/2020 E. 3.2

3.2. Es steht fest und ist unbestritten, dass die Versicherte durch ihr Lungenleiden (COPD) in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist. Gemäss dem pneumologischen Teil des Gutachtens der MEDAS Interlaken ist ihr seit August 2016 eine körperlich leichte Arbeit in einer allergen- und raucharmen Umgebung zeitlich vollumfänglich zumutbar; allerdings sei eine Verminderung der Arbeitsleistung um ca. 20 % zu erwarten. Diese verminderte Arbeitsleistung wird gemäss der Konsensbeurteilung der MEDAS-Gutachter durch die psychiatrische Leistungseinschränkung (40 %) konsumiert. Wie die Versicherte indessen zutreffend geltend macht, findet sich weder im pneumologischen Teilgutachten noch in der Konsensbeurteilung eine Auseinandersetzung mit dem Umstand, dass sie aufgrund ihres Lungenleidens vom 22. September bis zum 12. Oktober 2016 im Reha Zentrum B.________ in einer stationären Rehabilitation weilte und ihr auch im Anschluss daran noch eine vollständige Arbeitsunfähigkeit attestiert wurde. Zwar mag diese Diskrepanz bloss auf einer unterschiedlichen Einschätzung des Gesundheitszustandes beruhen, wie es aufgrund des unterschiedlichen Auftrages der behandelnden Ärzte und der medizinischen Gutachter öfters zu beobachten ist. Allerdings ist auch eine - invalidenversicherungsrechtlich nicht im vorneherein bedeutungslose - vorübergehende, im Zeitpunkt der pneumologischen Exploration (14. September 2017) bereits wieder abgeklungenen Exazerbation des Lungenleidens, der die Experten keine Beachtung geschenkt haben, nicht auszuschliessen. Welche dieser Erklärungen zutrifft, lässt sich aufgrund der fehlenden Diskussion der abweichenden Fachmeinungen durch den pneumologischen Gutachter nicht abschliessend beurteilen.