Citation: 6B_249/2020 E. 2.3

2.3. Die Vorinstanz erwägt, es sei auf die glaubhaften Erstaussagen des Beschwerdeführers betreffend eine gehandelte Menge von 20 kg Marihuana abzustellen. Die Aussagen seien schlüssig, in sich stimmig, nachvollziehbar und würden sich mit weiteren Beweismitteln decken. Die Erstaussagen machten deutlich, dass der Beschwerdeführer in der Zeit von Anfang August 2017 bis zu seiner Verhaftung am 9. Februar 2018 nicht als Kleindealer aufgetreten sei und dies auch nicht gewollt habe. Drogenmengen unter 100 g habe er nach eigenen Angaben prinzipiell nicht verkauft, da er ein "Geläuf" habe verhindern wollen. Vielmehr seien Mengen von bis zu 1 kg veräussert worden und die Abnehmer hätten ihren Bedarf für einen bis zwei Monate auf einmal gedeckt. Dies passe zu den beschlagnahmten abgepackten Beuteln, die zu einem wesentlichen Teil gegen 250 g, ein paar wenige um 100 g und vier sogar um 900 g gewogen hätten. Der Kunde B.________, der während der Hausdurchsuchung an der Wohnungstüre des Beschwerdeführers klingelte, habe bei diesem Besuch 400 g Marihuana für Fr. 2'850.-- beziehen wollen und habe seit August 2017 mindestens 600 g für Fr. 4'200.-- bezogen. Die in U.________ gefundene Kiste - beinhaltend einen Kehrichtsack mit dem Fingerabdruck des Beschwerdeführers sowie mehrere Mini-Grips, teilweise gefüllt mit 1-10 g Marihuana - sei zudem ein Indiz dafür, dass der Beschwerdeführer nicht nur an Endkonsumenten verkauft habe. Entsprechend sei es durchaus realistisch, dass es auch Abnehmer gegeben habe, die in den sechs Monaten mehr als 2 kg gekauft hätten. Die vom Beschwerdeführer genannte Anzahl von zehn Abnehmern, bei Mengen zwischen 100 g und 1 kg und Käufen für einen bis zu zwei Monaten über die Dauer von gut sechs Monaten deute auf weit mehr als die von ihm an der Schlusseinvernahme vom 22. Mai 2018 angegebenen 6-7 kg hin. Er habe denn auch nicht in kleineren, sondern in grösseren Mengen von 1-3 kg von Drittpersonen eingekauft, was bei den von ihm zum Schluss geltend gemachten Verkaufsmengen von 0.5-1 kg nicht zu erwarten wäre. Eine Steigerung der verkauften Menge von 400% von 1 kg monatlich im Januar auf 4 kg monatlich im Februar sei ebenfalls unrealistisch. Es sei nicht ersichtlich und werde vom Beschwerdeführer auch nicht ausgeführt, weshalb er gerade in diesem Monat mit einem derartigen Zuwachs an Abnehmern hätte rechnen können. Die beschlagnahmten 4.2 kg Marihuana deuteten vielmehr auf einen bereits bestehenden, guten Absatzmarkt und damit auf eine hohe gehandelte Menge hin. Auch unter Berücksichtigung einer Drucksituation aufgrund der Untersuchungshaft liege es im Übrigen ausserhalb einer vernünftigen Betrachtungsweise, dass der Beschwerdeführer in den ersten Einvernahmen ein Vielfaches der tatsächlich verkauften Mengen (3-4 kg anstatt 0.5-1 kg im Monat) eingestanden habe. Hinweise, wonach er diesbezüglich von den Behörden beeinflusst worden sei oder kopflos agiert hätte, seien nicht erkennbar. Ferner seien die beschlagnahmten Fr. 6'800.-- als Indiz dafür zu werten, dass der sich in Geldsorgen befindende Beschwerdeführer kurz vor der Hausdurchsuchung eine grössere Menge (ausgehend von einem Preis von Fr. 7.--/g Marihuana knapp 1 kg) verkauft habe. Zu guter Letzt, so die Erwägungen der Vorinstanz, seien die hohen Lebenskosten des Beschwerdeführers und seiner Ehefrau (Miete von allein schon Fr. 2'380.-- monatlich, Strom, Krankenkasse, Lebensmittel, Zigaretten, eigener Betäubungsmittelkonsum und Ferien) (teilweise) mit Bareinnahmen aus den Drogenverkäufen gedeckt worden. Dementsprechend müsse aus dem Drogenhandel ein ebenso nennenswertes Einkommen erzielt worden sein. Der Beschwerdeführer habe die Kostenpositionen, die er mit Drogengeldern bezahlt habe, einzeln genannt. Es sei nicht nachvollziehbar, weshalb er so viele Lebensunterhaltspositionen gesondert hätte aufzählen sollen, wenn davon nur ein kleiner Bruchteil mit Drogengeldern gedeckt worden wäre. Ein nur sehr bescheidener Gewinn hätte hierfür kaum ausgereicht. Der angeklagte Sachverhalt könne, so das Fazit der Vorinstanz, als erstellt erachtet werden. Die Aussageänderung des Beschwerdeführers am Ende der Strafuntersuchung vermöge daran nichts zu ändern. Sein Aussageverhalten sei vielmehr mit Blick auf die ihm drohenden Strafen und Massnahmen zu erklären, welche er mit seinen neuen Angaben abzuwenden versucht habe. Dies zeige sich namentlich daran, dass er in Bezug auf einen allfälligen Widerruf gedacht habe, die Probezeit sei bereits abgelaufen.