Citation: 1P.739/2004 24.01.2005 E. 2.3

2.3.1 Das Kantonsgericht ist im vorliegenden Fall zu Recht davon ausgegangen, dass den dem Beschwerdeführer vorgeworfenen Delikten kein Bagatellcharakter zukommt, auch wenn die kantonalen Instanzen nicht von einer unbedingten Strafe ausgehen. Es stellt indes in Abrede, dass eine besonders schwierige Sach- oder Rechtslage vorliege. Der Umstand, dass es sich um einen Sachverhalt mit internationalen Bezügen handle, vermöge per se noch keine besonders schwierige Sachlage zu begründen. Eine anwaltliche Vertretung werde die Mitangeschuldigten kaum davon abhalten, den Beschwerdeführer zu belasten. Die nötigen weiteren Abklärungen des Sachverhalts, namentlich auch die Zuordnung diverser Telefongespräche zu den beteiligten Personen, stellen für die Polizei- und Justizorgane nach Auffassung des Kantonsgerichts alltägliche Vorgänge dar, welche nicht automatisch eine besonders schwierige Sachlage begründeten. Den Sprachschwierigkeiten des Beschwerdeführers in Bezug auf juristische Sachverhalte könne am ehesten durch den Beizug eines Dolmetschers begegnet werden. 2.3.2 Hinsichtlich der Rechtslage führt das Kantonsgericht sinngemäss aus, die grosse Anzahl der dem Beschwerdeführer vorgeworfenen Straftaten allein vermöge nicht automatisch eine besonders schwierige Rechtslage zu begründen: Die Delikte könnten wohl nicht als Bagatelle bezeichnet werden, jedoch seien sie sicherlich auch nicht von bedeutender Schwere. Bei der Prognose für das Strafmass komme dem Verfahrensgericht ein grosser Ermessensspielraum zu. Wenn Letzteres ausführe, die zu erwartende Strafe dürfte auch im Falle einer Verurteilung weder 18 Monate übersteigen noch sei eine Verwahrung zu erwarten, könne dem grundsätzlich gefolgt werden. 2.3.3 Der Beschwerdeführer hält dagegen, das Verfahren zeichne sich durch eine grosse Unübersichtlichkeit und Komplexität des noch festzustellenden rechtserheblichen Sachverhaltes aus. Worin diese besonderen Schwierigkeiten liegen sollen, zeigt er indes nicht auf und solches geht auch aus den Akten nicht hervor. Allein der Umstand, dass dem Beschwerdeführer vorgeworfen wird, Mitglied einer ehemals international tätigen Autoschieberbande gewesen zu sein, belegt noch nicht, dass der Beschwerdeführer nicht alleine fähig wäre, die damit verbundenen Fragen zur Feststellung des Sachverhaltes zu beantworten. Soweit er sich aufgrund der langen Zeitspanne nicht mehr erinnern kann, wird auch eine anwaltliche Vertretung nichts zur Klärung beitragen können. Bringt der Beschwerdeführer hinsichtlich seiner sprachlichen Unsicherheiten vor, auch wenn er deutscher Muttersprache wäre, hätte er grosse Mühe, den Überblick zu wahren und sich angemessen zu verteidigen, ist daraus noch nicht auf die Notwendigkeit einer amtlichen Verteidigung zu schliessen. Solches hätte zur Folge, dass eine Verteidigung beinahe in allen Fällen als notwendig erachtet werden müsste. 2.3.4 Auch hinsichtlich der besonderen rechtlichen Schwierigkeiten, welche das Verfahren bieten soll, vermag die Beschwerde den Anforderungen von Art. 90 Abs. 1 lit. b OG nicht zu genügen. Der Beschwerdeführer verweist zwar auf den Umstand, dass ihm banden- oder gewerbsmässiges Tun vorgeworfen werde, zeigt jedoch nicht auf, inwiefern sich im konkreten Fall besonders komplizierte Rechtsfragen stellen. Welchen Einfluss die lange Verfahrensdauer auf die sich bietenden rechtlichen Probleme haben soll, wird nicht deutlich. Der Beschwerdeführer macht lediglich in allgemeiner Weise "weitere Schwierigkeiten besonders rechtlicher Natur" geltend, ohne darzutun, welcher Art diese sein sollen. Darauf kann nicht eingetreten werden. 2.3.5 Eine besondere rechtliche Schwierigkeit sieht der Beschwerdeführer darin begründet, dass er nach seiner Verhaftung am 3. März 2001 bereits elf Monate in Slowenien inhaftiert gewesen sei. Es gelte unter allen Umständen zu verhindern, dass er für die ihm in der Schweiz vorgeworfenen Delikte nochmals verurteilt werde. Diesbezüglich ist ihm darin zuzustimmen, dass die Ausführungen des Kantonsgerichtes, wonach es nach dem Grundsatz "iura novit curia" von Amtes wegen sämtliche Rechtsfragen zu klären habe und durchaus erwartet werden könne, dass es objektiv und neutral an die sich stellenden Fragen heran gehen werde, unbehelflich sind. Würde dieser Argumentation gefolgt, würde sich jede anwaltliche Verteidigung erübrigen. Es ergibt sich jedoch weder aus der Begründung des Beschwerdeführers noch aus den Akten, weshalb der Umstand, dass allenfalls ein slowenisches Urteil mit zu berücksichtigen sein wird, besondere rechtliche Schwierigkeiten bieten sollte. 2.4 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass nicht ersichtlich ist und auch nicht dargetan wurde, inwieweit sich im vorliegenden Fall besonders schwierige Sachverhalts- oder Rechtsfragen stellen, die eine Verteidigung als notwendig erscheinen lassen. Wie das Kantonsgericht mit Bezug auf die zu erwartende Strafe richtig ausgeführt hat, muss über die Frage der notwendigen Verteidigung neu entschieden werden, sollte sich im Laufe des Verfahrens zeigen, dass dem Beschwerdeführer weitere Straftaten vorgeworfen werden oder dass sonstige Gründe hinzutreten, die eine bedingt zu vollziehende Strafe nicht mehr zulassen. Gleiches gilt, soweit sich zukünftig besondere tatsächliche oder rechtliche Schwierigkeiten ergeben sollten.