Citation: 9C_192/2019 E. 2.2

2.2. Ein Abweichen vom Wortlaut des Art. 58 Abs. 1 ATSG, was einer Änderung der Rechtsprechung gleichkäme (vgl. zu deren Voraussetzungen BGE 142 IV 1 E. 5.2 S. 3; 141 II 297 E. 5.5.1 S. 303 mit Hinweisen), lässt sich auch nicht durch die weiteren Ausführungen im Nichteintretensentscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen rechtfertigen. Dass dieses thurgauisches EL-Recht anzuwenden, z. B. die Höchstbeträge der Heimtaxen oder die kantonalen Krankheits- und Behinderungskosten zu überprüfen hätte, wird im vorliegenden Fall nicht geltend gemacht. Falls sich diese Frage in einem konkreten Fall tatsächlich stellen sollte, wird seitens der zuständigen Instanzen darüber zu befinden sein. Von der gesetzlich vorgegebenen Zuständigkeitsordnung abzuweichen, weil in einem rein hypothetischen Einzelfall unter sehr besonderen Umständen die im Entscheid des Versicherungsgerichts geschilderte Konstellation eintreten könnte (Umzug einer EL-beziehenden Person in einen anderen Kanton; Beschwerde gegen eine auf dem Recht des früheren Wohnsitzkantons beruhende EL-Verfügung der EL-Stelle des früheren Wohnsitzkantons beim Versicherungsgericht des neuen Wohnsitzkantons), verletzt Bundesrecht (Art. 95 lit. a BGG). Weitere Auslegungselemente wie die Gesetzessystematik sowie Sinn und Zweck von Art. 58 Abs. 1 ATSG, wie sie vom Versicherungsgericht aufgefasst werden, bilden keine Grundlage, um unter den vorliegenden Gegebenheiten vom Wortlaut der Bestimmung abzuweichen.