Citation: 5A_569/2021 E. 2.3.2

2.3.2. Die Beschwerdegegnerin bringt dagegen im Wesentlichen vor, die Frage, ab wann ihr eine Erweiterung ihrer Erwerbstätigkeit nach Schulstufenmodell zumutbar und möglich sei, korreliere nicht zwingend mit der Frage, ob ihr ein hypothetisch höheres Einkommen aufzurechnen sei, weil sie nach Ansicht des Gerichts ihre Erwerbsfähigkeit nicht ausreichend ausschöpfe. Es handle sich dabei um zwei verschiedene Fragen. Die eine drehe sich darum, ob mit zunehmendem Alter und Selbständigkeit der Kinder eine zeitliche Ausdehnung der Erwerbstätigkeit zumutbar und möglich sei, wobei auf das Schulstufenmodell abzustellen sei, während sich die andere darauf beziehe, ob der Unterhaltspflichtige seine so ermittelte Erwerbsfähigkeit angesichts des zu deckenden Bedarfs des Kindes genügend ausschöpfe. Wenn folglich davon ausgegangen werde, dass sie aufgrund des Schulstufenmodells bei alternierender Obhut mit gleichmässigen Betreuungsanteilen ab 1. Januar 2022 in einem Pensum von 80 % anstelle des aktuellen Pensums von ungefähr 70 % erwerbstätig sein müsse, sei folgerichtig von ihrem aktuellen Einkommen auszugehen. Die Berechnungen der Vorinstanz seien nicht zu beanstanden. Mit der Frage, ob ihr darüber hinaus ein höheres hypothetisches Einkommen angerechnet werden müsse, weil sie mit dem gleichen Pensum mehr verdienen könnte, habe diese Frage folglich nichts zu tun. Diesbezüglich seien die Vorteile der Betreuung und Flexibilität mitzuberücksichtigen.