Citation: 6B_144/2020 E. 1.4

1.4. Die Vorinstanz erwägt, das Bezirksgericht habe das Fernbleiben der Beschwerdeführerin zu Recht als unentschuldigt qualifiziert. An die Verhandlungsfähigkeit seien keine hohen Anforderungen zu stellen, ansonsten vielen Verfahren gegen psychisch schwer gestörte beschuldigte Personen nicht durchführbar wären. Es genüge, wenn die beschuldigte Person körperlich und geistig in der Lage sei, der Verhandlung zu folgen und - allenfalls durch ihre Verteidigung - ihre Verfahrensrechte auszuüben und ihre Verfahrenspflichten zu erfüllen. Vor diesem Hintergrund sei nicht einsichtig, weshalb von der attestierten Haft- und Arbeitsunfähigkeit auf eine Verhandlungsunfähigkeit zu schliessen wäre. Dafür, dass die Beschwerdeführerin die Folgen ihres Fernbleibens von der Hauptverhandlung nicht richtig erfasst haben könnte, bestünden - abgesehen vom Fehlen eines entsprechenden ärztlichen Attests - keine konkreten Hinweise. Schliesslich habe sich die Beschwerdeführerin nicht als von der Hauptverhandlung dispensiert betrachten dürfen, weil sie dem Bezirksgericht noch am Sonntag, den 17. November 2019 um 8.33 Uhr per E-Mail eine (sinngemässe) Verhinderungsanzeige zukommen liess. Sie habe nach Treu und Glauben nicht mit einer Behandlung der Verhinderungsanzeige noch vor der Hauptverhandlung rechnen dürfen. Indem sie dennoch nicht zur Hauptverhandlung erschienen sei, habe sie die ihr bei einer Abweisung dieses Dispensierungsgesuchs drohenden Rechtsnachteile in Kauf genommen.