Citation: I 116/02 30.12.2002 E. 2

2.1 Dr. med. M.________, Facharzt für Allgemeine Medizin, diagnostiziert in seinem Bericht vom 1. Oktober 1998 ein rheumatisches Mitralklappenvitium, leichte Aortenklappeninsuffizienz, Status nach Mitralklappenersatz sowie Ligatur des linken Vorhofs und Tricuspidalanuloplastik 1992, Diabetes mellitus Typ II, Dyslipoproteinamie und Adipositas. Er hält einen primär guten Verlauf nach der Operation 1992 unter medikamentöser Behandlung fest. Es bestehe seit 1994 eine zunehmend schlechtere Stresstoleranz und eine ungenügende Leistungsfähigkeit infolge Adipositas (metabolisches Syndrom). Seit Frühjahr 1998 sei eine Therapie des Diabetes mellitus Typ II mit Diät notwendig. Zudem sei eine erfolgreiche Kardioversion vorgenommen worden. Es liege seit November 1994 bis auf weiteres eine 50%-ige Arbeitsunfähigkeit als Wirt vor. Bezüglich der Vorbefunde und aktuellen Elektrokardiogramme verwies er auf Dr. med. K.________, Facharzt für Kardiologie. Dieselbe Arbeitsunfähigkeit attestiert Dr. med. M.________ in seinem kurzen Bericht vom 8. Juni 2000 und hält eine bleibende körperliche Stressintoleranz mit persistierender Leistungseinbusse und mässig eingestelltem Diabetes mellitus bei Adipositas fest. Dr. med. K.________ beurteilt in seiner postoperativen Kontrolle vom 31. März 1998 fünf Jahre nach dem Eingriff das Ergebnis der Operation als weiterhin gut, wobei bei der Untersuchung ein erhöhter transvalvulärer Prothesengradient vorliege, ohne dass aber eine eigentliche Klappendysfunktion eruiert werden könne. Wahrscheinlich handle es sich um eine arrhythmiebedingte Störung, die nachkontrolliert werden müsse. Besorgniserregend sei vor allem, dass der Versicherte sein Körpergewicht kaum reduziert habe, weiterhin eine unbehandelte diabetische Stoffwechsellage vorliege und auch keine antilipämische Behandlung aufgenommen worden sei. Wegen des wiederum aufgetretenen Vorhofflatterns habe er empfohlen, die Amiodarone-Dosis zu erhöhen. Die Arbeitsfähigkeit betrage weiterhin 100 % (Bericht vom 31. März 1998). Am 4. Juni 1998 hält Dr. med. K.________ fest, die durchgeführte ambulante Kardioversion sei erfolgreich verlaufen. Es zeige sich nun eine Mitralklappenprothese ohne Zeichen der Dysfunktion mit einem für diesen Prothesentyp normalen transvalvulären Druckgradienten und auch die Aortenklappeninsuffizienz sei weiterhin als leichtgradig einzustufen. Auf dem Fahrradergometer leiste der Patient 75 % seiner Sollarbeitskapazität ohne klinische oder elektrokardiographische Hinweise für eine allfällige belastungsabhängige Myokardischämie, jedoch eher trägem Frequenzanstieg unter Belastung. Die nächste kardiologische Kontrolle sei in einem Jahr oder bei Auftreten entsprechender Symptomatik angebracht. Gemäss Bericht des Dr. med. K.________ vom 21. August 1998 habe der Versicherte sich wegen nächtlichem Unwohlsein spontan bei ihm gemeldet. Auf Grund der Untersuchung vermute er eine hypotonie-induzierte Symptomatik. In den beiden letztgenannten Berichten wird keine Arbeitsunfähigkeit festgehalten. Am 11. September 2000 beantwortet Dr. med. K.________ die Frage nach der zumutbaren Arbeitsfähigkeit seit 1992 dahingehend, es sei dem Versicherten nach dem Mitralklappenersatz im Jahr 1992 aus kardialer Sicht recht gut gegangen. Intermittierend seien zwar immer wieder Rhythmusprobleme mit Episoden eines tachycarden Vorhofflimmerns vorgekommen, die meist stressinduziert aufgetreten seien. Als Koch und Gastwirt bestehe eine maximale Arbeitsfähigkeit von 50 %, wobei vor allem auf grössere körperliche Anstrengungen, wie z.B. das Hochheben von schweren Kasserollen, verzichtet werden sollte. Im Stress würden auch immer wieder Episoden des tachycarden Vorhofflimmerns ausgelöst, unter welchen die körperliche Leistungsfähigkeit noch weiter absinke. Eine zeitliche Begrenzung dieser Einschränkung sei schwierig, bestehe aber zumindest seit 31. März 1998, als anlässlich der kardiologischen Kontrolle ein erneutes Vorhofflimmern dokumentiert worden sei. Am 6. Juli 2001 bestätigte Dr. med. K.________ die in letzter Zeit vermehrt aufgetretenen Rhythmusprobleme und die damit zusammenhängende deutlich reduzierte körperliche Leistungsfähigkeit des Versicherten, machte jedoch keine zahlenmässigen Angaben hiezu. 2.2 Im Abklärungsbericht der IV-Stelle gab der Beschwerdeführer an, ihm mache vor allem das Kochen über Mittag zu schaffen. Allgemein sei er weniger leistungsfähig. In seinem früheren Betrieb, welchen er bis Dezember 1995 geführt habe, habe das grössere Küchenangebot zu vermehrtem Stress geführt. Er sei für die Küche zuständig gewesen, seine Ehefrau für das Buffet und das Restaurant. 1994 habe er sich von seiner Gattin getrennt, welche danach unselbstständig erwerbstätig gewesen sei, im Laufe des Jahres 1996 zu ihm zurückgekehrt sei und wiederum ihre angestammten Aufgaben übernommen habe, derweil er vorwiegend für Küche, Geschäftsführung, Einkauf, Reinigung und Gästebetreuung zuständig gewesen sei. Während ihrer Abwesenheit habe er sich mit Aushilfskräften behelfen müssen, da er allein nicht im Stande gewesen sei, den Betrieb zu führen. Er habe ein neues Restaurant übernommen, weil er damit 60 % des Umsatzes mit Getränken anstatt wie im alten Betrieb mit dem Essen erwirtschaften und sich so entlasten wolle. Abends habe er vorwiegend Hähnchen im Menüangebot, das er selbst meistern könne. Im neuen Betrieb arbeite er zeitlich leicht reduziert, vor allem sei die Arbeitsleistung in der Küche kleiner. In den anderen Bereichen erbringe er weiterhin dasselbe Pensum, sei jedoch eher weniger im Restaurant (Gästebetreuung). Bezüglich der gemäss Betätigungsvergleich anfallenden Tätigkeiten hält der Versicherte fest, er übe auch nach Eintritt des Gesundheitsschadens weiterhin die Geschäftsführung (inkl. Administration und Personal) aus. Auch erledige er nach wie vor den Wareneinkauf, wobei er allerdings täglich zum Einkaufen fahre, um die zu tragende Menge reduzieren und gleichzeitig stets frische Produkte anbieten zu können. Einen Grossteil der Waren, wie etwa die Getränke, lasse er sich liefern. Er führe auch die Eingangs- und Stockkontrolle durch und bestimme den Bedarf. Diesbezüglich sei er nicht eingeschränkt. Im Service und am Buffet habe er kaum mitgearbeitet, da dies Sache seiner Ehefrau sei. Seine Hauptaufgabe liege seit jeher im Bereich der Küche. Hier sei eine Einschränkung gegeben. Er müsse beim Kochen und Anrichten eine Aushilfe (normalerweise für vier Stunden) beschäftigen, was er sich bei guter Gesundheit sparen könnte. Das Kochen am späteren Abend könne er jedoch wegen des reduzierten Angebots selbst wahrnehmen. Die Gästebetreuung erfolge meist am späteren Abend und könne in diesem Umfang auch nach wie vor ausgeübt werden. Eine Ausdehnung sei jedoch nicht möglich, da er seine Ruhephasen, z.B. nach dem Mittag, brauche.