Citation: 5A.17/2001 13.09.2001 E. 2

2.- Die Eheleute haben noch am 13. August 1997 die Erklärung abgegeben, dass sie in einer stabilen ehelichen Gemeinschaft lebten. Nur vier Monate später waren sie geschieden. Die Einbürgerung erfolgte am 2. September 1997. Am 1. Dezember 1997 bevollmächtigte die Ehefrau einen Rechtsanwalt in der Türkei mit der Durchführung des Scheidungsverfahrens, und am 18. Dezember 1997 wurde die Scheidung durch das türkische Gericht ausgesprochen. Es liegt auf der Hand, dass die Scheidungsvorbereitungen schon eine gewisse Zeit vorher in Angriff genommen werden mussten. In einem Schreiben vom 7. April 2000 hat die Ehefrau erklärt, sie habe sich am 13. August 1997 zur Trennung entschlossen, also an dem Tag, an welchem die Eheleute noch bestätigt haben, in einer stabilen Beziehung zu leben. Zwar macht der Beschwerdeführer diesbezüglich geltend, es müsse sich um einen Irrtum handeln. Indessen haben die Ehegatten im vor Kantonsgericht Appenzell Ausserrhoden durchgeführten zweiten Scheidungsverfahren in Eingaben vom 25. März 1998 ebenso von ehelichen Schwierigkeiten gesprochen, die vor ca. einem halben Jahr begonnen hätten, nach Angaben der Ehefrau an der Scheidungsverhandlung sogar schon vor eineinhalb Jahren. All dies macht deutlich, dass eine stabile Lebensgemeinschaft nicht mehr bestanden haben konnte, als die Eheleute am 13. August 1997 eine solche noch bestätigten. Ferner bringt der Beschwerdeführer vor, der Grund für die Scheidung sei gewesen, dass die Ehefrau ihm die Gründung einer Familie mit Kindern habe ermöglichen wollen; sie ihrerseits hätte keine Kinder mehr bekommen können. Selbst wenn sich die Ehegatten solche Überlegungen gemacht haben sollten, so wäre unglaubwürdig, dass die Unmöglichkeit, gemeinsame Kinder zu bekommen, ihnen gewissermassen über Nacht bewusst geworden wäre und unmittelbar zum Scheidungsentschluss geführt hätte. Die Ehefrau hält denn auch fest, dass sie sich "nach langen Gesprächen" zur Scheidung entschlossen hätten. Der für die erleichterte Einbürgerung gemäss Art. 27 BüG geforderte Wille, die eheliche Gemeinschaft aufrechtzuerhalten, kann unter den angeführten Umständen schon zu dem Zeitpunkt nicht mehr intakt gewesen sein, als der Beschwerdeführer am 13. August 1997 die genannte Bestätigung abgab. Er hat bewusst falsche Angaben gemacht und damit die erleichterte Einbürgerung erschlichen. Die Voraussetzungen der Nichtigerklärung sind damit erfüllt. Der Abnahme weiterer Beweise bedarf es nicht (Art. 105 Abs. 1 OG; BGE 126 I 68 S. 72, mit Hinweisen).