Citation: I 753/01 24.06.2002 E. 2

2.- a) Umstritten ist zunächst, ob die Vorinstanz dem Beschwerdegegner zu Recht an Stelle der zweijährigen Anlehre eine dreijährige Lehre zugesprochen hat. Die Beschwerdeführerin macht geltend, die Vorinstanz hätte darüber nicht entscheiden dürfen, da die dreijährige Lehre nicht Gegenstand der Verwaltungsverfügung vom 11. Juni 2001 gewesen sei. b) Im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren sind grundsätzlich nur Rechtsverhältnisse zu überprüfen bzw. zu beurteilen, zu denen die zuständige Verwaltungsbehörde vorgängig verbindlich - in Form einer Verfügung - Stellung genommen hat. Insoweit bestimmt die Verfügung den beschwerdeweise weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand. Umgekehrt fehlt es an einem Anfechtungsgegenstand und somit an einer Sachurteilsvoraussetzung, wenn und insoweit keine Verfügung ergangen ist (BGE 125 V 414 Erw. 1a, 119 Ib 36 Erw. 1b, je mit Hinweisen). c) Verwaltungsverfügungen sind nicht ausschliesslich auf Grund ihres Wortlauts, sondern nach ihrem tatsächlichen rechtlichen Bedeutungsgehalt zu verstehen (BGE 120 V 497 Erw. 1a mit Hinweisen). Die IV-Stelle sprach dem Beschwerdeführer die Übernahme der Mehrkosten der vom 6. August 2001 bis 31. Juli 2003 dauernden Anlehre als Lagermitarbeiter im Sinne einer beruflichen Eingliederungsmassnahme zu. Diese Anlehre schliesst notwendigerweise die gleichzeitige Absolvierung einer Lehre als Logistikassistent aus. Gegenstand der Verfügung vom 11. Juni 2001 war demzufolge nicht nur die Zusprechung der Anlehre, sondern gleichzeitig auch die Ablehnung jeder anderen damit nicht vereinbaren beruflichen Eingliederungsmassnahme. Mit der Verfügung vom 11. Juni 2001 wurde demzufolge eine erstmalige berufliche Ausbildung in Form der dreijährigen Lehre als Logistikassistent verweigert, woran der Umstand nichts ändert, dass diese damals gar nicht zur Diskussion stand. Die Lehre als Logistikassistent bzw. deren Übernahme als erstmalige berufliche Ausbildung bildet deshalb Teil des Anfechtungs- und Streitgegenstandes. Die Vorinstanz konnte demnach darüber befinden. d) Materiell ist zu Recht unbestritten, dass die Voraussetzungen der Übernahme der behinderungsbedingten Mehrkosten der dreijährigen Lehre als Logistikassistent durch die Invalidenversicherung im Sinne einer erstmaligen beruflichen Ausbildung nach Art. 16 IVG erfüllt sind. Die Vorinstanz hat dem Beschwerdegegner daher zu Recht diese berufliche Eingliederungsmassnahme zugesprochen. Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde ist insoweit unbegründet.