Citation: U 10/01 16.07.2003 E. 2

Was die von Dr. D.________ im neurologischen Bericht vom 10. April 2001 als zervikaler, zervikozephaler und zervikobrachialer Symptomenkomplex bezeichneten Beschwerden anbelangt, ist auf die Beurteilung des weiteren Neurologen Dr. M.________ (vom 15. Dezember 1998) sowie des Kreisarztes Dr. W.________ (vom 29. Dezember 1998) abzustellen, wonach hinsichtlich der namentlich auf Höhe C5/6 bestehenden degenerativen Veränderungen rund sechs Jahre nach dem versicherten Unfall vom 19. Juni 1992 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit der status quo sine erreicht war. Der SUVA-Kreisarzt hat diese Auffassung überzeugend damit begründet, dass zum einen in den Röntgenaufnahmen vom Unfalltag keine frischen unfallspezifischen Befunde auszumachen und zum andern die degenerativen Veränderungen bis zur röntgenologischen Untersuchung vom 18. November 1998 lediglich in zeitentsprechendem Ausmass fortgeschritten sind (vgl. Beurteilung des Röntgeninstitutes X.________). Eine richtungsweisende Verschlimmerung des HWS-Vorzustandes durch das Unfallereignis, wie sie Dr. D.________ ohne nähere Begründung annimmt, erscheint demgegenüber als unwahrscheinlich. Insofern haben SUVA und Vorinstanz die natürliche Kausalität zu Recht verneint. Was hingegen die vom letztgenannten Mediziner erwähnten verhaltensneurologischen und neuropsychologischen Störungen im Sinne von Vigilanzstörungen, Suppressionsstörungen mit emotionaler Labilität, Störungen der (vorwiegend geteilten) Aufmerksamkeit und der Konzentrationsfähigkeit sowie im Bereich der Gedächtnisleistungen betrifft, braucht die Frage nicht beantwortet zu werden, ob diese (im Nachgang zur aktuellen Rückfallmeldung weder gegenüber dem Hausarzt Dr. P.________ noch gegenüber dem SUVA-Kreisarzt oder dem Neurologen Dr. M.________ geklagten) Beeinträchtigungen wenigstens teilweise auf das erlittene Schleudertrauma der HWS (bzw. eine äquivalente Verletzung) oder ein allfälliges Schädelhirntrauma zurückzuführen sind. Denn selbst wenn der natürliche Kausalzusammenhang zwischen diesen - auf Grund der gesamten medizinischen Aktenlage organisch nicht nachweisbaren - Beschwerden und dem Verkehrsunfall vom 19. Juni 1992 zu bejahen wäre, fehlt es, wie nachfolgend zu zeigen sein wird, an der Adäquanz des Kausalzusammenhangs. Unter diesen Umständen kann auch von der in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde beantragten zusätzlichen medizinischen Begutachtung durch Schleudertrauma-Spezialisten abgesehen werden, diente diese doch vorab der - unter dem hier eingenommenen Blickwinkel eben nicht zu beantwortenden - Frage nach der natürlichen Kausalität. Ebenso mag offen bleiben, ob die adäquate Kausalität anhand der Rechtsprechung zu den psychischen Unfallfolgen (BGE 115 V 133) zu prüfen ist, weil - wie das kantonale Gericht offenbar annimmt - die psychischen Beschwerden eindeutig dominieren. Wie nämlich im Folgenden darzulegen sein wird, fällt das Ergebnis auch dann nicht zu Gunsten der Beschwerdeführerin aus, wenn die Adäquanz - in Abweichung vom vorinstanzlichen Entscheid - nach der Rechtsprechung zu den Schleudertraumen der HWS (BGE 122 V 415, 117 V 359) bzw. den Schädel-Hirntraumen (BGE 117 V 369) beurteilt wird, d.h. ohne Differenzierung zwischen physischen und psychischen Komponenten der unfallbezogenen Merkmale (BGE 117 V 367 Erw. 6a in fine).