Citation: 7B_448/2023 E. 2.4

2.4. Die Vorinstanz stützt sich bei der Beurteilung der Rückfallprognose auf das psychiatrische Gutachten von Dipl. Arzt B.________ vom 19. März 2023 ab (vgl. unten E. 3.5). Dieser führte in seinem Gutachten aus, der Beschwerdeführer leide an einer paranoiden Schizophrenie, wobei diese hinsichtlich der Ausprägung in die Gruppe der schweren psychischen Störungen einzuordnen sei. Ferner leide er an Verhaltensstörungen durch Kokain, Stimulantien (beide mit Abhängigkeit), Alkohol und Cannabinoide (beide mit schädlichem Gebrauch; Gutachten S. 35, 37, 45). Die angelasteten Taten würden in kausalem Zusammenhang zur paranoiden Schizophrenie stehen (a.a.O. S. 40 f.). Risikofaktoren beim Beschwerdeführer seien neben der noch nicht ausreichend medikamentösen Einstellung die fehlende Tagesstruktur, der geringe Abstinenzwille von psychotropen Substanzen, die instabile Krankheitseinsicht und das unvollständige Krankheitsgefühl. Der Beschwerdeführer könne krankheitsbedingte Veränderungen nur unvollständig als solche erkennen (a.a.O. S. 47). Deshalb sei ein verlässliches Krankheitsmanagement essenziell, während Stress[fakt]oren möglichst vermieden werden sollten. Bei ungenügender Behandlung seien mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit ähnliche Handlungen wie die angelasteten Delikte im Sinne von aggressiven Handlungen, Brandstiftung und Sachbeschädigung zu erwarten. Mit mittlerer Wahrscheinlichkeit seien Delikte im Bereich leichter bis mittlerer Gewalt zu erwarten. Die Wahrscheinlichkeit schwerer Gewalt werde als mässig erhöht eingeschätzt. Die Verhaltensauffälligkeiten wie auch die Delikte würden einen längeren Verlauf zeigen (a.a.O. S. 48). Bei einer Schizophrenie, welche - wovon beim Beschwerdeführer auszugehen sei - bereits in mehreren Phasen verlaufen sei und die zudem als nicht vollständig remittiert eingeschätzt werde, sei vor allem in unterbehandeltem oder unbehandeltem Zustand sicher von erneuten Krankheitsepisoden auszugehen, wahrscheinlich bereits innerhalb des ersten Jahres nach einem allfälligen Absetzen der notwendigen Medikamente. Die Behandlung der paranoiden Schizophrenie könne als massgeblicher Faktor für eine Reduktion der Gefahr gesehen werden (a.a.O. S. 49). Die Behandlungsüberzeugung beim Beschwerdeführer sei noch nicht gefestigt und das Wissen um die Erkrankung noch unzureichend (a.a.O. S. 48). Eine stationäre "Anbehandlungsphase" von zwei Monaten, wie sie eine ambulante Massnahme ermöglichen würde (Art. 63 Abs. 3 StGB), werde nicht genügen, um ausreichend belastungsstabile Therapiefortschritte zu erwirken (a.a.O. S. 51 f.) und die notwendige Basis für eine ambulante Therapie zu schaffen (a.a.O. S. 43). Deshalb sei eine stationäre Massnahme nach Art. 59 StGB am besten geeignet, die Rückfallgefahr im konkreten Fall zu reduzieren (a.a.O. S. 51). Die Dauer der Behandlung werde nach aktueller Einschätzung [d.h. am 19. März 2023] mindestens mehrere Monate, gegebenenfalls auch einige Jahre in Anspruch nehmen (a.a.O. S. 51).