Citation: 7B_267/2022 E. 6.3

6.3. Nach dem Dafürhalten der Vorinstanz waren die angeordneten Ersatzmassnahmen und die damit einhergehende Beschränkung der Bewegungsfreiheit zwar erheblich, aber doch viel weniger gravierend als ein Freiheitsentzug in Untersuchungshaft. Eine Anrechnung von 1/2 (515 Tage) sei gerechtfertigt. Dies ist unter Ermessensgesichtspunkten nicht zu beanstanden. Dass mit einem Rayonverbot und Hausarrest Einschränkungen im Sozialleben einhergehen, liegt in der Natur der Sache, wobei die Einschränkungen auch im Falle der Beschwerdeführerin immer noch deutlich weniger einschneidend sind als beim Vollzug von Haft. In der Regel sind die hier zur Diskussion stehenden Ersatzmassnahmen inkl. Electronic Monitoring zudem so ausgestaltet, dass die betroffene Person ihrer Arbeitstätigkeit nach wie vor nachgehen kann, liegt doch darin gerade einer der Vorteile von Ersatzmassnahmen (vgl. MANFRIN/VOGEL, Basler Kommentar Strafprozessordnung/Jugendstrafprozessordnung, 3. Aufl. 2023, N. 7 zu Art. 237 StPO). Wie dem angefochtenen Urteil entnommen werden kann, bezog die Beschwerdeführerin während der Geltung der Ersatzmassnahmen jedoch Sozialhilfe und ging keiner Arbeitstätigkeit nach. Es ist denn auch nicht geltend gemacht oder sonstwie erkennbar, dass sie sich in Bezug auf eine Stellenbewerbung bzw. den Antritt einer Stelle mit den Behörden in Verbindung gesetzt hätte, um die Modalitäten der Ersatzmassnahmen anzupassen. Es ist daher nicht ersichtlich, inwiefern ihre berufliche Situation durch die Ersatzmassnahmen beeinträchtigt worden sein sollte. Insgesamt ergeben sich aus den Vorbringen der Beschwerdeführerin somit keine Gründe, die einen für sie günstigeren Anrechnungsfaktor der Ersatzmassnahmen erforderlich machen würden.