Citation: 5P.285/2000 14.09.2000 E. 2

2.-Die Beschwerdeführerin macht geltend, sie habe mit der Beschwerde ein Schreiben vom 21. Mai 1999 eingereicht, wonach der Beschwerdegegner von seiner Krankenversicherung bis zum 13. November 2004 monatliche Taggeldzahlungen von Fr. 1'300.-- erhalte. Das Obergericht habe jedoch ohne nähere Begründung lediglich auf ein vom Beschwerdegegner eingereichtes Schreiben der Versicherung vom 2. März 2000 abgestellt, gemäss welchem er infolge Leistungskürzung wegen Überentschädigung lediglich Taggeldzahlungen von Fr. 5.- pro Tag ausbezahlt erhalte; dieses Schreiben äussere sich im Gegensatz zu jenem vom 21. Mai 1999 weder über die Leistungsdauer der Versicherung, noch lasse sich ihm entnehmen, ab wann die angesprochene Leistungskürzung eingetreten sei. Zudem sei die Kürzung wohl nicht wegen Überentschädigung, sondern Überversicherung ausgesprochen worden. Indem das Obergericht einzig auf das Schreiben vom 2. März 2000 abgestellt habe, sei es in Willkür verfallen. Der Vorwurf erweist sich als unbegründet: a) Soweit die Beschwerdeführerin die in einem der vorgelegten Belege erwähnte Überentschädigung in Frage stellt, ist sie nicht zu hören, setzt sie sich doch damit nicht in einer Art. 90 Abs. 1 lit. b OG entsprechenden Weise mit dem angefochtenen Entscheid auseinander (BGE 119 Ia 197 E. d S. 201; 120 Ia 369 E. 3a; 123 I 1 E. 4a, mit Hinweisen), indem sie lediglich eine eigene Sicht der Dinge vorträgt. In der Würdigung von Beweisen steht dem kantonalen Richter ein grosses Ermessen zu. Willkürliche Beweiswürdigung liegt nicht schon dann vor, wenn vom Sachrichter gezogene Schlüsse nicht mit der Darstellung des Beschwerdeführers übereinstimmen, sondern wenn sie offensichtlich unhaltbar ist, d.h. mit der tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch steht oder auf einem offenbaren Versehen beruht (BGE 116 Ia 88 E. b, 105 Ia 190 E. 2 mit Hinweisen). Die Beweiswürdigung gilt namentlich dann als willkürlich, wenn der Sachrichter aus dem Ergebnis des Beweisverfahrens voreilige Schlüsse zieht (BGE 100 Ia 119 E. E. 4 S. 127, E.6 S. 130; 101 Ia 545 E. 4d S. 551 f.; 112 Ia 315 E. 3b S. 317; 118 Ia 28 E. 1b mit Hinweisen) oder wenn er einseitig einzelne Beweise berücksichtigt und andere, aus denen sich Gegenteiliges ergeben könnte, ausser Betracht lässt (BGE 100 Ia 119 S. 127; BGE 112 Ia 371 E. 3 mit Hinweisen; 118 Ia 28 E. 1b S. 30 mit Hinweis). b) Aufgrund der Beschwerde war umstritten, ob der Beschwerdegegner in der Zeit von Juni 1999 an für die weitere Dauer des Scheidungsverfahrens über ein Taggeld von Fr. 1'300.-- verfügt. Das Obergericht hat dies in Bezug auf den Betrag ausdrücklich, hinsichtlich des Zeitpunktes implizite verneint (Urteil S. 6 lit. b), wobei allerdings nicht zutrifft, dass es hiefür einzig auf das Schreiben der Versicherung vom 2. März 2000 abgestellt hat; vielmehr wurden mehrere Belege des Beschwerdegegners mitberücksichtigt, welche dieser mit seiner Eingabe vom 4. April 2000 einreichen liess. Aus der Leistungsabrechnung, die dem Schreiben vom 2. März 2000 (Beilage 3) beigefügt ist, ergibt sich, dass der Beschwerdegegner auch im Februar 2000 nur ein gekürztes Taggeld bezogen hat, wobei es diesmal sogar auf Fr. 145.-- herabgesetzt worden war. Ferner belegen Beilage 2 und die beigeheftete Leistungsabrechnung, dass bereits im Oktober 1996 lediglich ein Taggeld von Fr. 155.-- ausbezahlt worden ist. Gemäss Beilage 1 wird der Taggeldbetrag von Fr. 5.-- für die Miete eines medizinischen Gerätes für die Linderung von Spasmen verwendet. Angesichts dieser Belege und der dadurch nachgewiesenen Tatsachen kann ohne Willkür angenommen werden, der Beschwerdegegner habe in der massgebenden vergangenen Periode lediglich den Betrag von Fr. 5.-- pro Tag bezogen und werde auch für die weitere Dauer des Scheidungsverfahrens nicht mehr erhalten. Die verschiedenen Belege können durchaus den Schluss nahelegen, dass das doch weit zurückliegende Schreiben vom 21. Mai 1999 nicht massgebend ist. Die Beschwerdeführerin versucht denn auch nicht einmal, in einer Art. 90 Abs. 1 lit. b OG entsprechenden Weise darzulegen, inwiefern dieser Schluss des Obergerichts angesichts der effektiv berücksichtigten Urkunden willkürlich sein soll (BGE 119 Ia 197 E. d S. 201; 120 Ia 369 E. 3a; 123 I 1 E. 4a, mit Hinweisen). Dem ordentlichen Scheidungsverfahren muss sodann die Nachforschung darüber vorbehalten bleiben, wie lange Taggeldzahlungen ausbezahlt werden. c) Im Übrigen verliert die Beschwerdeführerin aus den Augen, dass vorsorgliche Massnahmen für die Dauer des Scheidungsverfahrens im summarischen Verfahren erlassen werden, das kein weitläufiges Beweisverfahren kennt und in dem der Sachverhalt lediglich glaubhaft zu machen ist (BGE 126 III 257 E. 4b S. 260; 118 II 376 E. 3; 118 II 378 E. 3b S. 381; Bühler/Spühler, Berner Kommentar, N. 419 zu Art. 145 aZGB; vgl. auch Fabienne Hohl, La réalisation du droit et les procédures rapides, Freiburg 1994, S. 155 N. 485; Sutter/ Freiburghaus, Kommentar zum neuen Scheidungsrecht, Zürich 1999, N. 23 zu Art. 137 ZGB; Marcel Leuenberger, Praxiskommentar Scheidungsrecht, München 2000, N. 55 zu Art. 137 ZGB). Ist das Beweismass aber auf Glaubhaftmachen beschränkt, kann nicht der strikte Beweis der bestrittenen Tatsachen verlangt werden. Alsdann braucht nicht die volle Überzeugung des Gerichts begründet zu sein; vielmehr genügt, dass für das Vorhandensein der in Frage kommenden Tatsache eine gewisse Wahrscheinlichkeit spricht, auch wenn das Gericht noch mit der Möglichkeit rechnet, dass sie sich nicht verwirklicht haben könnte (Guldener, Schweizerisches Zivilprozessrecht, Zürich 1979, S. 323 Fn. 27). Bei der Glaubhaftmachung ist der Beweisführer überdies nicht auf die gesetzlichen Beweismittel beschränkt. Ist er glaubwürdig und seine Darstellung plausibel, so kann schon seine persönliche Versicherung genügen (Guldener, a.a.O., S. 323 Fn. 28). Im vorliegenden Fall hielt das Obergericht die massgebenden Tatsachen offensichtlich aufgrund der vom Beschwerdegegner ins Recht gelegten Urkunden für glaubhaft gemacht. Die Beschwerdeführerin zeigt in keiner Weise auf, inwiefern dies willkürlich sein könnte (BGE 119 Ia 197 E. d S. 201; 120 Ia 369 E. 3a; 123 I 1 E. 4a, mit Hinweisen).