Citation: 5A_840/2022 E. 2

Bei der Testamentseröffnung gemäss Art. 551 Abs. 2 ZGB geht es um einen dem summarischen Verfahren zugeordneten (Art. 248 lit. e ZPO) Akt der freiwilligen Gerichtsbarkeit. Sie gehört zu den sichernden Massnahmen im Sinn von Art. 551 Abs. 1 ZGB und stellt damit - wie in der Rechtsmittelbelehrung korrekt festgehalten ist - eine vorsorgliche Massnahme im Sinn von Art. 98 BGG dar, so dass keine allgemeinen Rechtsverletzungen geltend gemacht, sondern einzig die Verletzung verfassungsmässiger Rechte gerügt werden kann. Hierfür gilt das strenge Rügeprinzip gemäss Art. 106 Abs. 1 BGG; es sind substanziierte Verfassungsrügen zu erheben, während bloss appellatorische Ausführungen ungenügend sind (BGE 134 II 244 E. 2.2; 142 III 364 E. 2.4). Vorliegend erfolgen keine Verfassungsrügen, sondern einzig appellatorische Ausführungen, wie sie nach dem Gesagten nicht zulässig sind. Ohnehin würden diese auch vollständig an der Sache vorbeigehen: Kern der obergerichtlichen Erwägungen ist die (zutreffende) Aussage, bei der Testamentseröffnung werde die Gültigkeit des Testaments nicht geprüft, sondern allfällige formelle Mängel wären mit Ungültigkeitsklage geltend zu machen. Die Beschwerdebegründung geht sinngemäss dahin, dass die Mechanik eines Testamentseröffnungsverfahrens eigenartig sei, dass die Errichtung eines Testaments strengen Formen unterliege und diese jedenfalls im Lichte des nordmazedonischen Erbschaftsgesetzes nicht eingehalten worden wären, dass dies geprüft werden müsse und die Berufung vom Obergericht nicht einfach als unbegründet abgelehnt werden dürfe, dass der Testamentsinhalt nach schweizerischem Recht nicht gegen moralische Normen verstossen dürfe und es deshalb nicht sein könne, dass ein Gericht ein Testament bloss provisorisch auslegen dürfe, sondern es vielmehr verpflichtet sei, die materielle Wahrheit zu ermitteln, u.ä.m.