Citation: 6B_1242/2020 E. 3.3.4

3.3.4. Nebst der willkürfrei festgestellten Gesprächsverweigerung berücksichtigt die Vorinstanz die konstante und vehemente Weigerung der Beschwerdeführerin, sich stationär in einer psychiatrischen Klinik begutachten zu lassen. Inwiefern die Vorinstanz in Willkür verfällt, wenn sie die gegenteiligen Vorbringen der Beschwerdeführer als nachgeschobene Schutzbehauptungen qualifiziert (angefochtenes Urteil S. 38 f.; Beschwerde S. 28 f. [Ziff.2.3]), wird von diesen nicht rechtsgenüglich dargetan (Art. 106 Abs. 2 BGG). Die Vorinstanz bezieht in ihre Würdigung weiter mit ein, dass bereits im Jahr 2003 beim damaligen Untersuchungsrichteramt Zug eine Meldung eingegangen war, gemäss welcher mit der Beschwerdeführerin eine normale Unterhaltung möglich gewesen sei, mithin keine Zeichen von Hilflosigkeit vorgelegen hätten. Zudem lag nach der unbestritten gebliebenen Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz eine Verdachtsmeldung vor (vgl. angefochtenes Urteil S. 11; Art. 105 Abs. 1 BGG). Es ist nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz anhand dieser Umstände zusammengefasst zum Schluss gelangt, dass die Strafverfolgungsbehörden nach den Voraussetzungen von Art. 282 StPO eine Observation im öffentlich frei einsehbaren Raum hätten durchführen und das Beweismaterial rechtmässig erlangen können. 3.3.4.1. Die hiervor erwähnten Umstände lagen selbstredend unabhängig von der (zusätzlichen) Diagnose einer Endometriose vor. Damit ist entgegen den Ausführungen der Beschwerdeführer weder für die Frage des hinreichenden Tatverdachts noch der Verwertbarkeit der Observationsergebnisse entscheidend, ob und inwieweit den für die Haushaltsabklärung zuständigen Personen am 18. Juli 2011 die Endometrioseproblematik bekannt gegeben worden war. Mit anderen Worten änderte das Wissen um eine solche und damit allenfalls einhergehender psychischer und/oder somatischer Beschwerden nichts am Vorliegen dahingehender Verdachtsmomente, dass bei der Beschwerdeführerin keine seit Jahren diagnostizierte schwere depressive Erkrankung mit psychotischen Symptomen vorlag. Insofern die Beschwerdeführer die Rechtswidrigkeit der Observation daraus ableiten wollen, dass die IV-Stelle U.________ trotz der ihr per 18. Juli 2011 bekannt gegebenen Endometrioseproblematik von der Anordnung eines polydisziplinären Gutachtens abgesehen und stattdessen eine Observation angeordnet hat (Beschwerde S.14 f. [Ziff. 1.9 bis 1.14] und S. 21-23 [Ziff. 1.44 bis 49]), gilt ebenfalls das soeben Gesagte. Mithin ändert am Vorliegen konkreter Verdachtsmomente nichts, wenn - was gemäss den gutachterlichen Feststellungen im Sinne einer "Teil-Ätiologie der psychischen Beschwerden" denn auch durchaus wahrscheinlich ist - die Endometrioseproblematik einen Einfluss auf die psychische Gesundheit der Beschwerdeführerin zeitigt (vgl. angefochtenes Urteil S. 15). Überdies hat die Vorinstanz einlässlich dargelegt, weshalb kein weiterer Abklärungsbedarf besteht (vgl. unten E. 4.5). 3.3.4.2. Auch die von den Beschwerdeführern vorgebrachte Kritik, mit welcher sie der "D.________ AG" ein von der IV-Stelle U.________ (wirtschaftlich) abhängiges und damit befangenes Handeln vorwerfen (Beschwerde S. 15-18), stösst ins Leere. Einerseits erschliesst sich nicht, inwiefern Bild- und Videomaterial wegen Befangenheit beeinflusst werden könnte. Insoweit die Beschwerdeführer eine solche Befangenheit daraus ableiten wollen, dass die "D.________ AG" das Observationsmaterial visuell gewertet hat (Beschwerde S. 17), erwägt die Vorinstanz, dass nicht Observationsberichte, sondern lediglich die ärztliche Beurteilung, in welche die Erkenntnisse der Observation einfliessen, eine "sichere Kenntnis des Sachverhalts" liefert (angefochtenes Urteil S. 12; BGE 137 I 327 E. 7.1; Urteil des Bundesgerichts 6B_688/2021 vom 18. August 2022 E. 2.5.3 mit Hinweisen). Inwiefern diese Erwägungen zu beanstanden wären, vermögen die Beschwerdeführer mit ihrer Kritik nicht aufzuzeigen und ist nicht ersichtlich. Die Vorinstanz setzt sich auch mit dem Einwand der Beschwerdeführer auseinander, dass das Observationsmaterial hinsichtlich der Dauer von einzelnen Sequenzen bearbeitet worden sei. Sie legt nachvollziehbar dar, weshalb dieses deswegen nicht unvollständig erscheint bzw. unklar bleibt, was die Beschwerdeführer "aus den fehlenden Minuten" zu ihren Gunsten ableiten könnten (angefochtenes Urteil S. 12). Wenn die Beschwerdeführer dagegen vorbringen, dass das Observationsmaterial mit "unbekannten Softwares und Programmen verarbeitet" bzw. nicht "wie originell" [recte: original] in das Verfahren eingebracht und eine "unbekannte Beobachtungsausrüstung und Anlagen" verwendet worden sei (Beschwerde S. 17 [Ziff. 1.26 f.]), setzen sie sich einmal mehr nicht mit den Erwägungen der Vorinstanz auseinander und lässt sich nicht nachvollziehen, welchen ihnen daraus entstandenen Rechtsnachteil sie geltend machen wollen. Ein solcher ist denn wiederum nicht ersichtlich. Auch mit dem (sinngemässen) Einwand der Beschwerdeführer, dass die ganze Observation eine "black box" sei (vgl. angefochtenes Urteil S. 11 [unten] und Beschwerde S. 16 [Ziff. 1.22]), setzt sich die Vorinstanz auseinander. Sie erwägt, dass die "D.________ AG" in ihren Ermittlungsberichten vom 13. Juni 2012 und vom 24. Februar 2013 den Auftrag klar umschrieben habe; die Daten, Zeiten und Standorte der Observationen seien detailliert angegeben worden. Damit sei es der Beschwerdeführerin im Rahmen der Akteneinsicht ohne Weiteres möglich gewesen zu erkennen, wann und wo sie observiert worden sei. Da unbestritten geblieben ist, dass das Observationsmaterial in das Verfahren eingeführt und aktenkundig gemacht worden ist (Art. 76 Abs. 1 StPO), ist wiederum nicht ersichtlich, inwiefern der Beschwerdeführerin ein Rechtsnachteil entstanden ist, wenn sie von der IV-Stelle "bis zum heutigen Tag" nicht über die Observationen informiert worden ist (Beschwerde S. 18 [Ziff. 1.28]).