Citation: 9C_578/2024 E. 2.3.1

2.3.1. Wird eine Dienstleistung im Ausland erbracht, dann liegt die Leistung gemäss Art. 8 MWSTG ausserhalb des Anwendungsbereichs des MWSTG. Die Nichtbesteuerung eines Umsatzes ist aber nur zulässig, wenn nachgewiesen wird, dass sich der Ort seiner Ausführung im Ausland befindet. Als Empfänger gilt namentlich auch bei grenzüberschreitenden Verhältnissen der gegenüber dem leistenden Unternehmen im eigenen Namen auftretende Vertragspartner. Ein Indiz hierfür bildet die Rechnung, die durch den Leistungserbringer zuhanden des Leistungsempfängers ausgestellt wird (vgl. zu diesem Grundsatz: 2C_402/2021 vom 10. November 2021 E. 5.1; 2C_680/2021 vom 31. Mai 2022 E. 3.4.3). Der Steuerpflichtige hat insbesondere die Art der Leistung detailliert (schriftlich) nachzuweisen. Dabei gelten für den Exportnachweis (bzw. den Nachweis des im Ausland liegenden Leistungsortes) sehr strenge Anforderungen; nachträglich erstellte Dokumente sind grundsätzlich ungeeignet, den geforderten zweifelsfreien Nachweis zu erbringen. Ohne einen solchen Nachweis kann die ESTV im Rahmen einer Kontrolle die Mehrwertsteuer auf dem Umsatz aufrechnen und diese zuzüglich Verzugszins nachbelasten (vgl. zum Ganzen insb. BGE 133 II 153 E. 5.2; Urteile 2C_614/2007 vom 17. März 2008 E. 3.4; 2A.478/2005 vom 8. Mai 2006 E. 4.4; 2A.534/2004 vom 18. Februar 2005 E. 4.2; 2A.546/2003 vom 14. März 2005 E. 2.4, 2.6 u. E. 3.3; 2A.507/2002 vom 31. März 2004 E. 5; je mit weitergehenden Ausführungen; siehe auch das Urteil 2C_402/2021 vom 10. November 2021 E. 5.4 zu Art. 68 Abs. 2 Satz 2 MWSTG, wonach Träger des Berufsgeheimnisses zur Vorlage der Bücher oder Aufzeichnungen verpflichtet sind, aber Namen und Adresse, nicht jedoch den Wohnsitz oder den Sitz der Klienten abdecken oder durch Codes ersetzen dürfen).