Citation: 1P.29/2003 16.09.2003 E. C

Gegen das Urteil des Bezirksgerichtsausschusses erhob X.________ mit Eingabe vom 29. April 2002 Berufung an den Ausschuss des Kantonsgerichts Graubünden. Aufgrund der Aussagen des Zeugen Y.________ sei anzunehmen, dass ein Kiestransporter Rollsplitt verloren habe. Mit einer derart ausserordentlichen Menge Kies auf der Strasse habe X.________ nicht rechnen müssen, soweit im Strassenverkehr überhaupt ohne Signalisation mit Rollsplitt auf der Strasse gerechnet werden müsse. Am 22. Mai 2002 wies der Kantonsgerichtsausschuss die Berufung ab; eröffnet wurde der Entscheid am 27. November 2002. Der Ausschuss erwog, die Argumentation der Vorinstanz, der Unfall habe sich so kurz nach den Belagserneuerungen ereignet, dass noch mit Rollsplitt auf der Fahrbahn habe gerechnet werden müssen, finde in den Akten keine Stütze. Die Berufungsklägerin sei gemäss ihrer eigenen Aussage bereits in der sich weiter oben befindenden Linkskurve ins Rutschen geraten. Aus der Aussage des Zeugen Y.________ und den Verfahrensakten gehe aber nicht hervor, dass die Strasse auf dieser ganzen Länge mit Kies bedeckt gewesen sei und sämtliche Lenk- und Bremsmanöver vereitelt habe. Es sei vielmehr davon auszugehen, dass das Fahrzeug wegen der stark durchnässten Fahrbahn ins Rutschen geraten sei. Die Berufungsklägerin habe die Geschwindigkeit den Umständen zu wenig angepasst. Selbst wenn auch dort Kies auf der Strasse gelegen hätte, wo der Wagen ins Rutschen geraten sei, sei dies nur darum geschehen, weil die Berufungsklägerin die Geschwindigkeit nicht den Verhältnissen angepasst habe. Aufgrund all dieser Erwägungen könne auf eine nochmalige Befragung von Y.________ verzichtet werden.