Citation: 4A_336/2014 E. 4.4

4.4. Die Vorinstanz berücksichtigte durchaus, dass der Titel und teilweise der Wortlaut der Vereinbarung vom 16./21. Mai 2007 für einen Vermögensverwaltungsvertrag sprechen können. Sie hob aber hervor, dass die im Vertrag erwähnten Anlageparameter, die bei der Verwaltung zu berücksichtigen sind, mit "EUR Absolute Return Bonds" dann so konkret umschrieben sind, dass der Beschwerdegegnerin auf der Grundlage dieser Vereinbarung von vornherein kein Spielraum für eine Vermögensverwaltung blieb. Bezeichnenderweise hätten die Parteien unter diesem Vertrag - im Unterschied zum früheren Vertrag - keine Anlagerichtlinien vereinbart, obwohl dies gemäss Wortlaut vorgesehen gewesen wäre. Ausgehend von der Struktur des Vertragsverhältnisses sei zwischen der Beschwerdeführerin und der Beschwerdegegnerin einzig zu entscheiden gewesen, ob die Beschwerdeführerin Anteile am B.________ ARB EUR erwerben solle oder nicht. Diesen Entscheid habe die Beschwerdeführerin selbst gefällt. Auch über den Verkauf habe die Beschwerdeführerin entschieden, nota bene ohne der Beschwerdegegnerin je vorzuwerfen, diese hätte die Fondsanteile selbständig verkaufen sollen. Die Beschwerdeführerin habe also stets selber entschieden. Die Vorinstanz hob damit als entscheidendes Qualifikationselement hervor, dass die Beschwerdeführerin für den Anlageentscheid zuständig war und ihr die Beschwerdegegnerin dabei lediglich beratend zur Seite stand, ohne dass ihr aber ein irgendwie gearteter Spielraum für die Vermögensanlagen eingeräumt worden wäre. Vielmehr entschied die Beschwerdeführerin stets selbst. Diese Zuständigkeit der Beschwerdeführerin für den Anlageentscheid durfte den wesentlichen Ausschlag für die Qualifikation des Vertragsverhältnisses als Anlageberatungsvertrag geben (Urteil 4A_444/2012 vom 10. Dezember 2012 E. 3.2), auch wenn andere Umstände, wie etwa der Titel und streckenweise der Wortlaut der Vereinbarung, für einen Vermögensverwaltungsvertrag sprechen mögen.