Citation: 5A_357/2023 E. 5.6.3

5.6.3. Die Rüge erweist sich als begründet: Der Replik des Beschwerdeführers ist in der von der Beschwerdeführerin genannten Randziffer Folgendes zu entnehmen: "Der Kläger wollte schon damals eine Regelung bezüglich allfälliger weiterer Bäume und Sträucher festlegen, die die Aussicht in Zukunft beeinträchtigen könnten. Der Richter vertrat die Auffassung, dass die Parteien über die Pflanzen verhandeln, die damals (2002) stören. Wenn in Zukunft weitere Pflanzen stören würden, könne man dann wieder kommen. Aus diesem Grund hat man sich damals unpräjudiziell auf Höhen- und Breitenbegrenzung[en] der damals störenden (im Plan KB 1 grün eingezeichneten) Bäume geeinigt und auf die Vernunft der Beklagten gehofft. Ziel war damals, die Aussicht nach Westen wiederherzustellen." Die im Plan KB 1 grün eingezeichneten Pflanzen sind diejenigen, für die im Vergleich explizit Maximalhöhen bzw. -breiten festgelegt worden sind (in Bezug auf die beiden Thuja-Bäume ist dies jedoch strittig, siehe dazu unten, E. 6.3). Der Beschwerdeführer ist folglich selbst davon ausgegangen, dass der Vergleich nur konkret bezeichnete Bepflanzungen einer Regelung unterworfen hat bzw. hat er, obwohl er eine Regelung für künftig wachsende bzw. störend in Erscheinung tretende Pflanzen aufstellen wollte, auf eine solche verzichtet, obschon er anwaltlich vertreten war. Weitere Bepflanzungen, ob nun zukünftig oder bereits bestehend, aber zum damaligen Zeitpunkt (noch) nicht störend in Erscheinung tretend, waren folglich bereits nach dem Verständnis des Beschwerdeführers vom Vergleich ausgeschlossen.