Citation: 5A_401/2022 E. 6.3.2

6.3.2. Die Beschwerdeführer monieren, der Schluss, die Erblasserin habe das Testament jedenfalls nicht ohne Unterstützung Dritter formulieren können, sei offensichtlich unrichtig. Die Zusendung des Entwurfs belege mitnichten, dass die Beschwerdeführerin auch anlässlich der Instruktion des Treuhänders anwesend gewesen sei. Der Treuhänder habe ihre Anwesenheit in Bezug auf die Gespräche über das Testament ausgeschlossen. Dem Treuhänder werde eine Lüge unterstellt. Die Annahme der Vorinstanz lasse sich nicht halten. Aus der Tatsache, dass die Beschwerdeführerin die Vertrauensperson der Erblasserin gewesen sei, dürfe nicht einfach darauf geschlossen werden, sie habe Einfluss und Gestaltungsmöglichkeiten in deren Angelegenheiten. Die Vorinstanz lasse auch die Einfachheit des Testaments völlig unbeachtet. Ausserdem unterstelle sie der Beschwerdeführerin unwahre Angaben zur Frage, ob sie vom Testament Kenntnis gehabt habe. Soweit sie dies damit begründe, dass sie zwingend habe mitbekommen müssen, wie das Testament zum Notar gelangt sei, übersehe sie die einfachste Lösung: Die Erblasserin habe es per Post dorthin geschickt. Selbst wenn die Beschwerdeführerin die Erblasserin zum Notariat gefahren hätte, sei damit keineswegs klar, dass sie auch bei der Abgabe des Testaments anwesend gewesen sei. Ein Nachweis dafür, dass die Beschwerdeführerin die Erblasserin zu jedem Termin begleitet hätte, fehle jedenfalls. So sei es auch nicht gewesen, unabhängig davon, ob die Erblasserin noch mit ihrem Mofa gefahren sei oder nicht (was sie wüssten). Und selbst wenn die Beschwerdeführerin bei der Abgabe des Testaments anwesend gewesen wäre, heisse das noch lange nicht, dass sie gewusst habe, dass es sich um ein Testament gehandelt habe und was darin stehe. Weil die Beschwerdeführerin tatsächlich eine Vertrauensperson der Erblasserin gewesen sei, unterstelle die Vorinstanz ihr eine Verschleierungstaktik. Dabei gehe die Vorinstanz davon aus, die Erblasserin sei ununterbrochen in Begleitung der Beschwerdeführerin gewesen und habe ihr jeden Gedanken mitgeteilt. Die Erfahrung zeige, dass selbst Ehegatten einander oftmals nicht mitteilten, was sie im Hinblick auf ihr Ableben entschieden haben. Das Abfassen des letzten Willens sei ein persönlicher, vielleicht gar intimer Akt. Der Schluss der Vorinstanz sei jedenfalls rein spekulativ und willkürlich.