Citation: I 697/01 03.02.2003 E. 3

3.1 Nach dem Gutachten der Medas vom 12. Januar 2000 sind dem Beschwerdeführer keine körperlich schweren bis mittelschweren Tätigkeiten mehr zumutbar. Für körperlich leichtere wechselbelastende Arbeiten ohne häufiges Bücken oder ausgesprochen repetitive Belastung sei die Arbeitsfähigkeit hingegen wegen eines chronischen Schmerzsyndroms eingeschränkt. Die somatisch wenig objektivierbaren funktionellen Beschwerden seien mit psychischen Faktoren verflochten. Unter Beachtung aller Aspekte wurde die Arbeitsfähigkeit für eine leidensangepasste Tätigkeit um 30 % eingeschränkt veranschlagt. Als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gaben die Gutachter eine psychische Überlagerung von körperlichen Beschwerden (ICD-10 F54) bei Störung der Persönlichkeitsentwicklung mit depressiven Zügen (ICD-10 F60.8) und ein diffuses chronisches Schmerzsyndrom panvertebral sowie der rechten Extremitäten mit multiplen vegetativen Begleitbeschwerden an. Gemäss dem psychiatrischen Konsilium des Dr. med. Y.________ vom 28. Dezember 1999 sind neben IV-rechtlich nicht relevanten sozialen Faktoren (Emigrationsproblematik, Ehescheidung, wirtschaftliche Situation) auch Symptome einer psychischen Gesundheitsstörung vorhanden, welche die Arbeitsfähigkeit tangieren. Nach Auffassung des Facharztes wäre es aus psychiatrischer Sicht wünschenswert, wenn der Versicherte sein Denken und seine Einstellung ändern würde und wieder mehr Selbstverantwortung übernehmen und vom "Alles-oder-Nichts-Gesetz" bezüglich einer Erwerbstätigkeit abkommen könnte. Eine psychiatrische Behandlung sei nicht indiziert und auch von Psychopharmaka sei keine wesentliche Verbesserung zu erwarten. Auch von weiteren diagnostischen und therapeutischen Massnahmen bezüglich der somatischen Probleme sei abzusehen, da sich der Versicherte ansonsten in der Annahme bestätigt fühle, körperlich schwer krank und invalid zu sein. 3.2 Von einer invalidisierenden psychischen Störung kann nur bei Vorliegen eines medizinischen Substrats gesprochen werden, das (fach-)ärztlicherseits schlüssig festgestellt wird und nachgewiesenermassen die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Namentlich darf das klinische Beschwerdebild nicht einzig in Beeinträchtigungen bestehen, welche von belastenden psychosozialen oder soziokulturellen Faktoren herrühren, sondern hat davon psychiatrisch zu unterscheidende Befunde zu umfassen, etwa eine von depressiven Verstimmungszuständen klar unterscheidbare andauernde Depression im fachmedizinischen Sinne oder einen damit vergleichbaren psychischen Leidenszustand (BGE 127 V 299 Erw. 5a). Dem trägt das Medas-Gutachten bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit Rechnung. Der Expertise kommt nach den von der Rechtsprechung entwickelten Kriterien (BGE 125 V 352) voller Beweiswert zu, sie ist umfassend, beruht auf allseitigen Untersuchungen, berücksichtigt auch die geklagten Beschwerden, ist in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden und leuchtet in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein. 3.3 Von der Betrachtungsweise der Medas-Gutachter abzuweichen besteht weder im Lichte der letztinstanzlichen Vorbringen des Beschwerdeführers noch zufolge sich aus den Akten ergebender Anhaltpunkte hinreichend Anlass. Entgegen der vom Beschwerdeführer vertretenen Auffassung drängt sich auch keine weitere psychiatrische Begutachtung auf. Dass bei der Untersuchung übersehen worden wäre, dass die Depression zum damaligen Zeitpunkt wegen des Einflusses starker Medikamente weniger ausgeprägt in Erscheinung getreten sein könnte, ist nicht anzunehmen. Immerhin war den Fachärzten aufgrund der Anamnese bekannt, dass der Versicherte täglich Tolvon einnahm. Sie stellten auch fest, dass mittels Psychopharmaka nur eine geringe Besserung des Zustandsbildes erreicht werden kann. Ist eine psychische Störung von Krankheitswert schlüssig erstellt, kommt der Frage zentrale Bedeutung zu, ob und inwiefern, allenfalls bei geeigneter therapeutischer Behandlung, von der versicherten Person trotz des Leidens willensmässig erwartet werden kann zu arbeiten (BGE 127 V 299 Erw. 5a). Dies wird im Gutachten schlüssig bejaht. Wenn die berufliche Integration auf dem Arbeitsmarkt scheiterte, kann dies vor dem Hintergrund der ärztlichen Feststellungen nicht den gesundheitlichen Problemen angelastet werden. Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, mit überwiegender Wahrscheinlichkeit sei bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung vom 23. November 2000 eine Verschlechterung des (psychischen) Gesundheitszustandes eingetreten, welche nach einer nochmaligen gesamtheitlichen Abklärung rufe, wird dies weder überzeugend begründet, noch ergeben sich aus den Akten konkrete Anhaltpunkte für eine relevante Verschlechterung seit der Untersuchung durch die Medas. Insbesondere vermag der keine einlässliche Begründung enthaltende ärztliche Zwischenbericht des Dr. med. M.________ vom 27. März 2000 zu keinem anderen Ergebnis zu führen. Wenn dieser eine vollständige Arbeitsunfähigkeit seit 22. Januar 1999 attestiert, ohne zu sagen, auf welche Tätigkeiten sich dies bezieht, kann ihm nicht gefolgt werden, zumal es zu berücksichtigen gilt, dass Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (vgl. BGE 125 V 353 Erw. 3b/cc mit Hinweisen).