Citation: 9C_615/2022 E. 4.1

4.1. Für das Nachsteuerverfahren gilt, dass wenn aufgrund von Tatsachen oder Beweismitteln, die der Steuerbehörde nicht bekannt waren, eine Veranlagung zu Unrecht unterblieben oder eine rechtskräftige Veranlagung unvollständig ist, oder eine unterbliebene oder unvollständige Veranlagung auf ein Verbrechen oder ein Vergehen gegen die Steuerbehörde zurückzuführen ist, laut Art. 151 DBG die nicht erhobene Steuer samt Zins als Nachsteuer eingefordert wird (Abs. 1; inhaltsgleich für die Staats- und Gemeindesteuern § 204 Abs. 1 des Gesetzes des Kantons Thurgau vom 14. September 1992 über die Staats- und Gemeindesteuern [StG/TG; RB 640.1], basierend auf Art. 53 Abs. 1 StHG). Hat der Steuerpflichtige Einkommen, Vermögen, Reingewinn oder Eigenkapital in seiner Steuererklärung vollständig und genau angegeben und haben die Steuerbehörden die Bewertung anerkannt, kann keine Nachsteuer erhoben werden, selbst wenn die Bewertung ungenügend war (Art. 151 Abs. 2 DBG; nachfolgend gesamthaft: Urteile 2C_127/2021 vom 29. November 2021 E. 2.1; 2C_230/2015 vom 3. Februar 2016 E. 2 m.w.H.).