Citation: I 543/06 22.09.2006 E. 4.2

4.2.1 Nach komplikationslos verlaufenem Eingriff vom 30. April 2003 empfahl Dr. med. W.________ postoperativ Sofortmobilisation, Alltäglichkeitstraining und je nach Verlauf die Anpassung eines orthopädischen Masslendenmieders (Operationsbericht vom 30. April 2003). Im Bericht vom 18. August 2003 hielt er fest, das Frühresultat scheine günstig zu sein; "der Patient könnte mit einer rückengünstigen Tätigkeit zu arbeiten beginnen", wobei sich "der Einsatz (..) über die nächsten 2-3 Monate steigern (liesse)". Laut Stellungnahme vom 4. November 2003 analysierte Dr. med. W.________ das unbefriedigende Resultat nach zweisegmentaler Spondylodese mit dem Patienten. Es bestanden vordergründig - wie präoperativ (u.a. "in Rücken einfliessende Bewegungen des rechten Beines sofort schmerzhaft"; Bericht des Dr. med. W.________ vom 4. Februar 2003) - Schmerzen rechtsseitig. Ein Substrat für die ungünstige Entwicklung fand sich jedoch nicht. Der Orthopäde ordnete nunmehr die Anfertigung eines Masslendenmieders sowie eine neurologische Abklärung an. Danach sei über das weitere Vorgehen neu zu befinden. 4.2.2 Aus diesen Angaben ist nicht ohne weiteres zu schliessen, dass sich der Gesundheitszustand nach der Operation erheblich besserte und der Beschwerdeführer vollständig arbeitsfähig war. Zum einen persistierten die präoperativ bestandenen Schmerzen rechts und es wurde das Tragen eines Masslendenmieders notwendig. Zum anderen handelt es sich bei den Angaben des Dr. med. W.________ zur Arbeitsfähigkeit dem Wortlaut nach und im Kontext gelesen eher um eine prognostische Einschätzung, die konkret verifiziert werden sollte. So hielt er im Bericht vom 21. Januar 2004 an die IV-Stelle fest, dass die Arbeitsunfähigkeit nicht von ihm beurteilt wurde. 4.2.3 Angesichts dieser Ausführungen vermag die retrospektive, auf die Berichte des Dr. med. W.________ abstellende Einschätzung einer ab September 2003 bestehenden vollständigen Arbeitsfähigkeit des Dr. med. A.________ (Bericht vom 18. Februar 2003) nicht restlos zu überzeugen. Zudem ist revisionsrechtlich hier nicht erheblich, dass Dr. med. I.________ (Bericht vom 1. Dezember 2003) objektiv keine neurologischen Beeinträchtigungen feststellen konnte, da solche auch bei Erlass der Verfügung vom 16. Mai 2003 beziehungsweise auch vor der Operation vom 30. April 2003 nicht vorlagen. 4.3 Anlässlich einer erneuten Untersuchung stellte Dr. med. W.________ ein adynamisches Gangbild mit Schmerzen (auch beim Seitenneigen) rechts sowie stark schmerzhafte "hüfteinfliessende Rotation" fest (Bericht vom 9. Juni 2005). Im MRT (Magnetresonanztomogramm) wurde ein Schraubenbruch Höhe S1 sichtbar. Der Orthopäde kam zum Schluss, dass es sich um eine fehlende Konsolidation (Verdacht auf Pseudarthrose L4/5) handle und empfahl ein erneutes chirurgisches Vorgehen. Dr. med. N.________ erwähnte im Bericht vom 1. Juli 2005 langsam progrediente Beschwerden, ohne Erholung und ohne erzielbaren therapeutischen Erfolg auf konservativem Weg. 4.4 Nach dem Gesagten ist nicht mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 360 Erw. 5b, 125 V 195 Erw. 2, je mit Hinweisen) nachgewiesen, dass ab Herbst 2003 eine andauernde vollständige Arbeitsfähigkeit bestand, wie die Vorinstanzen annehmen. Aufgrund der objektiven medizinischen Befunde lagen zwar im genannten Zeitpunkt Indizien für eine gesundheitliche Besserung vor, die ärztlichen Stellungnahmen zur Arbeitsfähigkeit sind jedoch wenig aussagekräftig. Im weiteren Verlauf hat sich der Gesundheitszustand gemäss Angaben der Dres. med. N.________ und W.________ zunehmend verschlechtert. Immerhin ist dem kantonalen Gericht insoweit beizupflichten, dass gemäss Bericht des Dr. med. N.________ vom 27. Juni 2005 keine von den körperlichen Beschwerden verselbstständigte, psychische Symptomatik vorhanden war. Insgesamt ist aber festzustellen, dass weitere Abklärungen zum Gesundheitszustand und zur Arbeitsfähigkeit unumgänglich sind.