Citation: 2C_1118/2016 E. 4.4

4.4. Die wiederholte Straffälligkeit belegt, dass der Beschwerdeführer trotz seines Aufenthalts von rund 26 Jahren immer noch nicht fähig oder willens erscheint, die hiesige Rechtsordnung zu respektieren. Soweit er darauf hinweist, sich im Strafvollzug korrekt verhalten zu haben, verkennt er, dass es sich dabei um keine ausländerrechtlich besonders zu berücksichtigende Leistung handelt; ein entsprechendes korrektes Verhalten darf erwartet werden, andernfalls eine vorzeitige bedingte Entlassung ausgeschlossen ist und ein zusätzlich ins Gewicht fallendes Element besteht, um im öffentlichen Interesse den Aufenthalt der betroffenen ausländischen Person zu beenden. Aufgrund seiner persönlichen Situation und seines bisherigen Verhaltens kann - trotz einzelner positiver Berichte - die Gefahr eines (weiteren) Rückfalls nicht als auf ein ausländerrechtlich noch hinzunehmendes Mass reduziert gelten. Der Beschwerdeführer und seine Familie mussten von Mai 2003 bis Juli 2016 (mit Unterbrüchen) von der öffentlichen Hand mit rund Fr. 350'000.-- unterstützt werden, zudem hat der Beschwerdeführer nach eigenen Angaben Schulden in der Höhe von etwa Fr. 80'000.--, ohne dass eine namhafte Besserung der finanziellen Situation absehbar wäre, was nicht ausschliesst, dass er zur Verbesserung seiner finanziellen Situation ein weiteres Mal im Drogenhandel aktiv werden könnte. Hieran ändert nichts, dass strafrechtlich bisher - teilweise - von keiner ungünstigen Prognose ausgegangen und ihm die vorzeitige Entlassung aus dem Strafvollzug gewährt wurde. Straf- und Ausländerrecht verfolgen unterschiedliche Ziele; ist es Zweck des Strafrechts, verschuldensabhängig bestimmte Verhaltensweisen zu sanktionieren und den Täter zu resozialisieren, steht ausländerrechtlich der Sicherheitsaspekt im Vordergrund, der auch generalpräventiv wirken darf und soll (Urteil 2C_1003/2016 vom 10. März 2017 E. 5.4), insbesondere wenn wie hier Anlasstaten begangen wurden, die gestützt auf Art. 121 Abs. 3 lit. a BV ("Ausschaffungsinitiative") bzw. in deren Umsetzung in Art. 66a Abs. 1 lit. o StGB nach dem 1. Oktober 2016 - die Härtefallklausel von Art. 66a Abs. 2 StGB vorbehalten - eine obligatorische Landesverweisung nach sich zögen.