Citation: 5A_716/2018 E. 2.1

2.1. Für die Beurteilung dieses Gesuchs stützte das Kantonsgericht sich auf die massgebenden kantonalen Bestimmungen, die nach seinen Ausführungen der Minimalgarantie von Art. 29 Abs. 3 BV entsprechen. Voraussetzung für die unentgeltliche Rechtspflege sei demnach Mittellosigkeit, bei deren Abklärung die gesuchstellende Person eine umfassende Mitwirkungsobliegenheit treffe. Die gesuchstellende Person habe ihre Einkommens- und Vermögensverhältnisse erschöpfend darzulegen und sich zur Sache sowie über die Beweismittel zu äussern. Bei ungenügenden Gesuchen und Gesuchen, in denen die Nachreichung der erforderlichen Unterlagen in Aussicht gestellt werde, werde praxisgemäss eine kurze Nachfrist zur Einreichung der erforderlichen Belege gewährt. Entsprechend sei man bei der Beschwerdeführerin vorgegangen, die bei Beschwerdeeinreichung ein aktuelles Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege bloss in Aussicht gestellt habe. Dabei sei ihr die Gesuchsabweisung im Säumnisfall angedroht worden (vgl. vorne Bst. B [auch zum Folgenden]). Die Beschwerdeführerin habe die einverlangten Unterlagen verspätet eingereicht. Zwar bestreite sie die Rechtmässigkeit der angesetzten Frist (Dauer und Erstreckbarkeit der Frist, Zuständigkeit zu deren Erlass). Diese Vorbringen seien aber unbegründet. Entsprechend wies das Obergericht das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege zufolge Verletzung der Mitwirkungspflicht ohne weiteres ab. Hierin liegt nach Dafürhalten des Gerichts auch kein überspitzter Formalismus. Prozessuale Formen seien unerlässlich, um die ordnungsgemässe und rechtsgleiche Abwicklung des Verfahrens sowie die Durchsetzung des materiellen Rechts zu gewährleisten. Nichts für sich ableiten könne die Beschwerdeführerin daraus, dass das Kantonsgericht über das Gesuch einen Tag nach Eingang ihrer verspäteten Eingabe entschieden habe. Nach Ablauf der Nachfrist sei mit dem Entscheid noch einige Tage zugewartet worden, um allfällige fristgerecht aufgegebene Sendungen abzuwarten. Auch unter Berücksichtigung der von der Beschwerdeführerin verspätet eingereichten Unterlagen sei dieser jedoch eine Verletzung der Mitwirkungspflicht vorzuwerfen und das Gesuch abzuweisen: Für die Beurteilung der Bedürftigkeit im heutigen Zeitpunkt genüge es nicht, eine Steuererklärung für das Jahr 2016 einzureichen. Zudem fehlten aktuelle Belege für die auf die Beschwerdeführerin lautenden Konten, ihr Einkommen als Zeitungsverträgerin sowie die Krankenkassenprämien. Die eingereichten Unterlagen beträfen das Jahr 2016 und seien zur Beurteilung der aktuellen finanziellen Situation der Beschwerdeführerin nicht geeignet. Aktuell sei einzig eine Bestätigung der Mutter, wonach die Beschwerdeführerin in deren Haushalt lebe. Diese Bestätigung sei aber nur beschränkt aussagekräftig. Schützenswerte Gründe, weshalb die anwaltlich vertretene Beschwerdeführerin nicht in der Lage gewesen sein sollte, die notwendigen Belege einzureichen, seien nicht ersichtlich. Fehl gehe zuletzt der Hinweis, dass der Beschwerdeführerin im vorinstanzlichen sowie in anderen Verfahren die unentgeltliche Rechtspflege gewährt worden sei. Weder hätten frühere Entscheide für das vorliegende Verfahren Bindungswirkung noch seien sie gestützt auf die heute aktuellen Verhältnisse ergangen. Es könne auch nicht ohne weiteres angenommen werden, dass die früheren Verhältnisse fortbestünden. Ohnehin sei im Rechtsmittelverfahren ein erneutes Gesuch zu stellen, das den üblichen formellen Anforderungen zu genügen habe.