Citation: 6B_661/2014 E. 5.3

5.3. Die Vorinstanz geht einerseits davon aus, dass der Beschwerdeführer als erster mit dem Messer auf B.________ zuging. Andererseits verweist sie auf das erstinstanzliche Urteil, wonach es sich nicht mehr feststellen lasse, wer als erster auf den anderen losging. Die Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz ist unklar. Offenbar in der Hypothese, es könne nicht mehr bestimmt werden, wer als erster auf den anderen losging, erwägt sie, dass der Beschwerdeführer B.________ mit dem Messer provozierte. Sie nimmt aber selber nicht an, dass er dabei die Absicht hatte, ihn unter dem Deckmantel der Notwehr zu verletzen oder zu töten. Nachdem B.________ den Beschwerdeführer mit einem Messer an der linken Hand verletzte, bestand somit grundsätzlich eine Notwehrsituation, auf welche der Beschwerdeführer sich berufen kann. Dazu, ob die Abwehr nach den gesamten Umständen angemessen war, oder ob der Beschwerdeführer die Grenzen der Notwehr überschritt, äussert sich die Vorinstanz nicht. In der Annahme, dass der Beschwerdeführer als erster mit dem Messer auf B.________ zuging, wäre hingegen zu prüfen gewesen, ob - namentlich unter Berücksichtigung der vorgängigen verbalen Äusserungen - der Schnitt von B.________ in die Hand des Beschwerdeführers rechtmässig erfolgte. Das angefochtene Urteil ist nicht ausreichend begründet (Art. 112 Abs. 1 lit. b BGG). Die Sache ist an die Vorinstanz zurückzuweisen, damit diese den Sachverhalt eindeutig feststellt und demnach würdigt, ob die B.________ zugefügte Verletzung durch Notwehr gerechtfertigt (Art. 15 StGB) bzw. entschuldigt (Art. 16 Abs. 1 StGB) ist. Es erübrigt sich, auf die weiteren Rügen des Beschwerdeführers einzugehen.