Citation: 1B_259/2008 09.10.2008 E. 3

Der Beschwerdeführer rügt die Annahme des dringenden Tatverdachtes der vorsätzlichen Tötung (im Sinne von Art. 98 Abs. 1 i.V.m. Art. 110 StPO/AR und Art. 111 StGB) als willkürlich. Es bestehe "nur noch ein dringender Tatverdacht auf fahrlässige Tötung". 3.1 Im Gegensatz zum erkennenden Sachrichter hat das Bundesgericht bei der Überprüfung des allgemeinen Haftgrundes des dringenden Tatverdachtes keine erschöpfende Abwägung sämtlicher belastender und entlastender Beweisergebnisse vorzunehmen. Macht ein Inhaftierter geltend, er befinde sich ohne ausreichenden Tatverdacht in strafprozessualer Haft, ist vielmehr zu prüfen, ob aufgrund der bisherigen Untersuchungsergebnisse genügend konkrete Anhaltspunkte für eine Straftat und eine Beteiligung des Beschwerdeführers an dieser Tat vorliegen, die Justizbehörden somit das Bestehen eines dringenden Tatverdachts mit vertretbaren Gründen bejahen durften. Im Haftprüfungsverfahren genügt dabei der Nachweis von konkreten Verdachtsmomenten, wonach das inkriminierte Verhalten mit erheblicher Wahrscheinlichkeit die fraglichen Tatbestandsmerkmale erfüllen könnte (vgl. BGE 116 Ia 143 E. 3c S. 146). Das Beschleunigungsgebot in Haftsachen lässt hier nur wenig Raum für ausgedehnte Beweismassnahmen. Zur Frage des dringenden Tatverdachtes bzw. zur Schuldfrage hat der Haftrichter weder ein eigentliches Beweisverfahren durchzuführen, noch dem erkennenden Strafrichter vorzugreifen. Vorbehalten bleibt allenfalls die Abnahme eines liquiden Alibibeweises (vgl. BGE 124 I 208 E. 3 S. 210 mit Hinweisen). Bei Beschwerden, die gestützt auf das Recht der persönlichen Freiheit (Art. 10 Abs. 2, Art. 31 BV) wegen der Ablehnung eines Haftentlassungsgesuches erhoben werden, prüft das Bundesgericht im Hinblick auf die Schwere des Eingriffes die Auslegung und Anwendung des kantonalen Prozessrechtes frei. Soweit jedoch reine Sachverhaltsfragen und damit Fragen der Beweiswürdigung zu beurteilen sind, greift das Bundesgericht nur ein, wenn die tatsächlichen Feststellungen der Vorinstanz offensichtlich unrichtig sind oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruhen (Art. 97 Abs. 1 i.V.m. Art. 105 Abs. 2 BGG; vgl. auch BGE 132 I 21 E. 3.2.3 S. 24 mit Hinweisen). 3.2 Die wesentlichen Verdachtsgründe werden im angefochtenen Entscheid ausreichend dargelegt (vgl. auch erstinstanzliches Strafurteil des Kantonsgerichtes). Der Beschwerdeführer bestreitet nicht, das Opfer (mit einem Schuss in die Brust) getötet zu haben. Entgegen seiner Auffassung ist es auch nicht völlig unhaltbar, wenn das Obergericht erwägt, es bestehe der dringende Verdacht eines vorsätzlichen bzw. eventualvorsätzlichen Verhaltens. Nach Ansicht der Vorinstanz spreche "nichts für eine fahrlässige Begehung" der Tat. "Sämtliche bisher vorliegenden Untersuchungsergebnisse" (insbesondere rechtsmedizinische Gutachten, Tatrekonstruktion sowie Aussagen des Beschwerdeführers und eines Augenzeugen) deuteten "im Gegenteil auf eine vorsätzliche Tatbegehung hin" (angefochtener Entscheid, S. 9). Die Einwendungen und Bestreitungen des Beschwerdeführers lassen den dringenden Tatverdacht nicht dahinfallen. Im Übrigen wird es Sache des erkennenden Strafgerichtes (im hängigen Appellationsverfahren) sein, nach Massgabe der zu ergänzenden Beweisergebnisse nötigenfalls eine vertiefende materiellstrafrechtliche Abgrenzung zwischen direktem Vorsatz, Eventualvorsatz und bewusster Fahrlässigkeit zu treffen.