Citation: 2C_1000/2020 E. 4.3.2

4.3.2. In der Botschaft vom 28. April 1999 zum Bundesgesetz über die Freizügigkeit der Anwältinnen und Anwälte wird zur hier interessierenden Regelung Folgendes festgehalten (BBl 1999, 6013 ff., 6057 f.) : "Zur Vermeidung von Streitigkeiten über die Höhe der Honorare verpflichtet Artikel 11 Buchstabe i die Anwältinnen und Anwälte, ihre Klientinnen und Klienten periodisch über die Höhe des geschuldeten Honorars zu informieren. Diese Obliegenheit besteht in einigen Kantonen bereits, manchmal in Form einer Bestimmung, die den Anwältinnen und Anwälten vorschreibt, von ihrer Klientschaft nach Massgabe der Entwicklung des Rechtsstreits ausreichende Vorschüsse zu verlangen." Diese Ausführungen machen deutlich, dass der Gesetzgeber mit der Statuierung von Art. 12 lit. i 2. Teilsatz BGFA Unklarheiten betreffend die Honorarhöhe und daraus resultierende Streitigkeiten zu verhindern suchte (vgl. auch Urteil 2A.18/2004 vom 13. August 2004 E. 7.2.3). Auch geht daraus hervor, dass die periodische Information der Klientschaft als wesentliches Instrument zum Erreichen dieses Ziels betrachtet wurde. Bezeichnenderweise wird an der einschlägigen Stelle der Botschaft nicht erwähnt, dass (auch oder gar nur) auf Verlangen hin über die Höhe des Honorars zu informieren ist. Die genannte Stelle der Botschaft spricht somit dafür, dass das Gesetz die Anwälte dazu verpflichtet, ihre Klientschaft - auch unaufgefordert - periodisch über die Höhe des Honorars in Kenntnis zu setzen. Das historische Auslegungselement stützt somit die Auffassung der Vorinstanz. Der blosse Umstand, dass der Bundesrat von einer "Obliegenheit" sprach, weist entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers nicht in eine andere Richtung. Zum einen erklärte der Bundesrat im vorangehenden Satz, dass die Regelung die Anwälte zur periodischen Information verpflichte. Zum anderen bezog sich die Rede von einer "Obliegenheit" in erster Linie auf die zum damaligen Zeitpunkt bereits vorhanden gewesenen kantonalen Ordnungen. Der Bundesrat erläuterte an der einschlägigen Stelle der Botschaft denn auch nicht, ob und gegebenenfalls welche Rechtsfolgen nach dem damaligen Entwurf des Bundesgesetzes bei nicht erfolgender periodischer Information der Klientschaft über die Höhe des Honorars eintreten sollten.