Citation: 5A_138/2008 22.08.2008 E. 4

Der Beschwerdeführer wehrt sich weiter - unter Berufung auf den Vertrauensgrundsatz - gegen die Kostenauflage bzw. den lediglich einstweiligen Kostenerlass im Rechtsverzögerungsbeschwerdeverfahren vor Obergericht und verlangt zudem eine Parteientschädigung. 4.1 Jede Person hat Anspruch darauf, von den staatlichen Organen nach Treu und Glauben behandelt zu werden (Art. 9 BV, vgl. auch Art. 5 Abs. 3 BV; zur Abgrenzung zwischen Art. 5 Abs. 3 und Art. 9 BV vgl. Urteil 1P.586/2004 vom 28. Juni 2004 E. 4.5.1, publ. in: ZBl 107/2006 S. 369). Die Verwaltungsbehörden dürfen sich gegenüber Privaten nicht widersprüchlich verhalten. Insbesondere dürfen sie nicht einen einmal in einer bestimmten Angelegenheit eingenommenen Standpunkt ohne sachlichen Grund wechseln. Haben Private auf das Verhalten der Behörden vertraut, stellt ein widersprüchliches Verhalten dieser Behörden eine Verletzung von Treu und Glauben dar (vgl. Ulrich Häfelin / Georg Müller / Felix Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, 5. Auflage, S. 148). 4.2 Der Beschwerdeführer führt aus, er habe seine Rechtsverzögerungsbeschwerde im berechtigten Vertrauen auf das Verhalten der Vorinstanzen erhoben. Hätte sich das Obergericht von Anfang an auf den Standpunkt gestellt, dass bereits der Entscheid der Vormundschaftsbehörde vom 25. September 2006 ein definitiver gewesen sei, und vor allem dass das Bezirksgericht und nicht die Vormundschaftsbehörde für das weitere Kindesschutzverfahren zuständig sei, hätte für ihn auch kein Anlass zur Rechtsverzögerungsbeschwerde bestanden. Er habe darauf gewartet, endlich einen anfechtbaren Entscheid zugestellt zu erhalten, um das Verfahren schnellstmöglich zum Abschluss zu bringen. Als sich das Verfahren aufgrund der gewährten Fristerstreckung für die Einholung des Berichts verzögerte, habe er in gutem Glauben eine Rechtsverzögerungsbeschwerde erheben dürfen. Es hätten ihm daher gestützt auf den Vertrauensgrundsatz in diesem Verfahren keine Kosten entstehen dürfen.