Citation: 5A_109/2018 E. 8.3.1

8.3.1. Dazu erwog das Obergericht, der Kläger sei bereits im erstinstanzlichen Verfahren aufgefordert worden, die vollständige Steuererklärung samt Wertschriftenverzeichnis 2009 bzw. die letzte aktuelle, der Steuerbehörde übermittelte vollständige Steuererklärung samt Wertschriftenverzeichnis dem Gericht einzureichen. Der Kläger habe dagegen Einsprache erhoben, worauf die Parteien gemäss § 93 Abs. 4 ZPO/ZG zur Hauptverhandlung vorgeladen worden seien. Nach der Rückweisung durch das Obergericht sei der Kläger mit Beschluss vom 11. September 2013 aufgefordert worden, die vollständigen Steuererklärungen 2009, 2010 und 2011 (samt Wertschriftenverzeichnis) zu edieren. Dieser Aufforderung sei er nicht nachgekommen. In der Folge seien nur noch die im erwähnten Beschluss genannten Zeugen befragt worden. An der Schlussverhandlung vom 6. April 2016 habe die Beklagte erneut den Beizug der Steuererklärungen des Klägers ab dem Jahr 2009 beantragt, was dieser mit der Begründung abgelehnt habe, dass es auf sein Privatvermögen überhaupt nicht ankomme. Unter diesen Umständen sei nicht zu beanstanden, dass das Kantonsgericht den Kläger im Sinne von § 163 Abs. 1 ZPO/ZG als säumig erachtete und die Tatsache, zu deren Erwahrung die Urkunde angerufen wurde, als erwiesen ansah. Aus diesen Gründen sei ihm auch nicht vorzuwerfen, dass es auf die auszugsweise vorliegende Steuererklärung 2009 abgestellt und daraus geschlossen habe, dass aus der landwirtschaftlichen Tätigkeit des Klägers Verluste resultierten, was dieser letztlich auch gar nicht bestreite. Demzufolge bestehe von vornherein kein Anlass, das Beweisverfahren zu ergänzen, zumal auch nach der ZPO anzunehmen sei, dass eine Urkunde den behaupteten Inhalt aufweist, wenn deren Edition verlangt und diese verweigert werde, obwohl feststehe, dass sich die Urkunde im Besitz der sich weigernden Partei befinde (E. 7.5 des angefochtenen Entscheids). Alle übrigen Vorbringen des Klägers seien irrelevant, zumal sie nichts zur Beantwortung der Frage beitrügen, ob dieser im massgeblichen Zeitpunkt, d.h. im Jahr 2009, die Kriterien zur Ausübung des Kaufsrechts tatsächlich erfüllt habe. Soweit der Kläger vor Obergericht eine Nachbefragung der sechs Zeugen und eventuell eine Befragung der 22 Miterben, von H.________ als landwirtschaftlichem Experten und I.________ als landwirtschaftlichem Treuhänder sowie den Beizug der vollständigen klägerischen Steuererklärungen 2009-2011 und der Unterlagen zum Immobiliengeschäft mit der J.________ AG in den Jahren 1990-2011 und schliesslich die Befragung seiner selbst als Partei beantrage, sei von vornherein nicht klar, warum der Sachverhalt nachträglich ergänzt werden müsste. Ohnehin handle es sich um Tatsachen und Beweismittel, die bereits vor dem Ende der erstinstanzlichen Hauptverhandlung entstanden waren und damit um unechte Noven, so dass diese im Berufungsverfahren nur noch unter den in Art. 317 Abs. 1 ZPO genannten Voraussetzungen berücksichtigt werden könnten, was aber nicht der Fall sei (E. 7.9 des angefochtenen Entscheids).