Citation: 9C_569/2013 E. 5.1

5.1. Nach der psychiatrischen Expertise des Dr. W.________ vom 9. Februar 2010 leidet die Klägerin an einer schizoaffektiven Störung. Im Rahmen dieser Krankheit ereigneten sich wiederholt, meist infolge von Belastungen am Arbeitsplatz, depressive Einbrüche und psychotische Schübe paranoider Art. Beschäftigungsmöglichkeiten mit einem leidensangepassten Profil gebe es im allgemeinen Arbeitsmarkt nicht, so dass sich die Arbeitsfähigkeit auch in einfachen und überschaubaren Büroarbeiten ungefähr seit Anfang 2009 auf 30 Prozent beschränke. Davor habe die Arbeitsfähigkeit (seit der ersten psychischen Dekompensation im November 2004) durchschnittlich 50 Prozent betragen. Auch die Psychiaterin Dr. H.________, welche die Klägerin seit Sommer 2006 behandelt, schilderte eine Patientin, die bei beruflichen Einsätzen anfangs sehr motiviert und zuversichtlich sei, später aber rasch in eine Überforderungssituation gerate, was zu depressiven und paranoid gefärbten Zuständen führe. Weitere Arbeitsversuche müssten daher in einem geschützten Rahmen erfolgen (Bericht vom 7. April 2009). In ihrem Bericht vom 3. November 2011 bestätigt Frau Dr. H.________, dass bereits "unter alltäglichen Belastungen wie z.B. durch die üblichen Anforderungen am Arbeitsplatz" die Erkrankung immer wieder akut geworden ist. Nach dem Stellenverlust bei der Firma P.________ 2005 sei es der Patientin wiederholt gelungen, Beschäftigung als kaufmännische Angestellte im freien Arbeitsmarkt zu finden. Jedes Mal sei es jedoch binnen Wochen und Monaten zu erheblichen Problemen gekommen. Diese Schwierigkeiten hätten zweifellos allein mit der psychischen Erkrankung zusammengehangen, seien jedoch vor Stellenantritt nicht absehbar gewesen. Diese Beurteilungen decken sich mit den praktischen Beobachtungen anlässlich eines von der IV finanzierten Arbeitstrainings bei einer spezialisierten Einrichtung. Danach schienen sich konkrete Eingliederungsbemühungen negativ auf den Gesundheitszustand auszuwirken (Bericht vom 28. Mai 2009). Die Klägerin bringe an sich gute Anlagen mit. Sobald jedoch Anforderungen gestellt würden, wie sie im ersten Arbeitsmarkt üblich seien, breche sie leistungsmässig ein. Verschiedene Personen, die sie aus früheren Arbeitssituationen kennten, hätten ein gleichartiges Bild - zunehmende "Lähmung" am Arbeitsplatz bei normalen Anforderungen - gezeichnet (Bericht vom 20. März 2009).