Citation: 4A_44/2024 E. 4

Die Vorinstanz erwog, die Beschwerdeführerin bestreite ihre Lohnzahlungspflicht mit der Begründung, der Beschwerdegegner habe seine Arbeitsleistung nicht für sie, sondern für Drittpersonen erbracht. Massgebend sei aber, ob er seine Leistungen in Erfüllung des Arbeitsvertrags erbracht habe. Gemäss dem Arbeitsvertrag hätten die Aufgaben des Beschwerdegegners in der Planung und Projektleitung von stationären Löschsystemen bestanden. Betreffend welchen Projekten oder für welche Besteller er diese Arbeiten zu verrichten gehabt habe, könne dem Arbeitsvertrag nicht entnommen werden. Der Arbeitsvertrag sei durch Weisungen zu konkretisieren gewesen. Im erstinstanzlichen Verfahren habe der Beschwerdegegner behauptet, er habe seine Leistungen gemäss Weisungen von G.________ (damaliger Geschäftsführer der Beschwerdeführerin) erbracht. Die Beschwerdeführerin habe diese Behauptung vor der Erstinstanz nicht bestritten. Die erstmalige Bestreitung in der Berufung sei verspätet. Zu prüfen bleibe, ob diese Weisungen der Beschwerdeführerin zuzurechnen seien. Die Beschwerdeführerin mache geltend, die Leistungen des Beschwerdegegners hätten Projekte der D.________ AG betroffen. Dass die Leistungen des Beschwerdegegners Projekte einer anderen Gesellschaft betroffen haben sollen, bedeute nicht, dass die Weisungen ihres Geschäftsführers ihren Interessen widersprochen hätten. Dies wäre dann der Fall gewesen, wenn sie für die Leistungen des Beschwerdegegners keine angemessene Entschädigung erhalten hätte. Diesfalls hätte ihr Geschäftsführer zwar seine Vertretungsbefugnis überschritten, seine Vertretungsmacht wäre aber nur dann entfallen, wenn der Beschwerdegegner erkannt oder bei gebührender Sorgfalt hätte erkennen müssen, dass diese Weisungen den Interessen der Beschwerdeführerin zuwiderliefen. Im erstinstanzlichen Verfahren habe sie nicht behauptet, der Beschwerdegegner habe gewusst oder hätte wissen müssen, dass er seine Leistungen für Projekte einer anderen Gesellschaft erbracht habe, oder die Weisungen den Interessen der Beschwerdeführerin widersprochen haben sollen. Wenn die Beschwerdeführerin in ihrer Berufung erstmals geltend mache, der Beschwerdegegner könne sich nicht auf guten Glauben berufen, weil er gewusst habe, für wen er tätig gewesen sei, und es sehe danach aus, dass er an ihrer Schädigung teilgenommen habe, seien diese Vorbringen verspätet.