Citation: 6B_135/2017 E. 2.1.4

2.1.4. Die vorinstanzliche Begründung erweist sich als ungenügend und überzeugt nicht. Wie der Beschwerdeführer zu Recht rügt, stellt der Umstand, dass das Ergebnis der dritten Nasenoperation im November 2014 noch unklar war auch in Kombination mit der teilweisen Sehbeeinträchtigung keine mit Art. 122 Abs. 1 und 2 StGB vergleichbar schwere Beeinträchtigung dar. Die Vorinstanz verletzt die Unschuldsvermutung, wenn sie diese Unsicherheit zu Ungunsten des Beschwerdeführers würdigt. Indem sie in Unkenntnis der bleibenden Folgen des Ereignisses für den Geschädigten 1 sowohl hinsichtlich der Nasenatmung als auch des Sehvermögens eine schwere Körperverletzung bejaht, verletzt sie Bundesrecht. Aus den vorliegenden Berichten ergibt sich ein Spitalaufenthalt aufgrund der Verletzungen von knapp einer Woche sowie von neun Tagen infolge der Operationen. Ausserdem war der Geschädigte 1 während eines Monats zu 100% arbeitsunfähig geschrieben. Von einem lang dauernden Krankenlager oder einer längeren Arbeitsunfähigkeit infolge des Ereignisses, welche in Kombination mit anderen Umständen eine schwere Körperverletzung begründen könnten, kann nicht gesprochen werden. Allerdings ist zu beachten, dass der Geschädigte 1 zwar einen Monat nach dem Ereignis seine Tätigkeit wieder aufnahm, gemäss eigenen Angaben aber weiterhin beeinträchtigt war, was angesichts der persistierenden Doppelbilder und der Kopfschmerzen einleuchtet. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers kann nicht gesagt werden, der Geschädigte 1 sei lediglich einen Monat arbeitsunfähig gewesen, zumal unklar ist, weshalb er seine Anstellung schliesslich verlor. Abgesehen davon kann unabhängig vom Stellenverlust eine ganze oder teilweise Arbeitsunfähigkeit bestanden haben. Sodann erscheint der Heilungsprozess bezüglich der Nasenverletzung als relativ lang und kompliziert, zumal der Geschädigte 1 trotz zweier Operationen noch im November 2014, mithin zweieinhalb Jahre nach der Tat, in der Nasenatmung beeinträchtigt war. Mindestens bis Februar 2014, d.h. ebenfalls während knapp zwei Jahren, persistierten zudem - trotz sehr guter Prognose im Januar 2013 - die Doppelbilder im peripheren Sichtfeld. Wenn der Beschwerdeführer einwendet, der Geschädigte 1 sei nach fünf Tagen "in gutem Allgemeinzustand nach Hause" entlassen worden, so ist dies für den Verlauf resp. die vorgenannten Beeinträchtigungen nichtssagend. Gleiches gilt für die Einwände, wonach die Doppelbilder nach einem Monat abnehmend gewesen seien und der Geschädigte 1 selber im Oktober 2012 von einem erfreulichen Verlauf gesprochen habe. Aufgrund der vorliegenden Akten ist unklar, ob und wenn ja, welche Beeinträchtigungen heute noch bzw. dauerhaft bestehen und wie sie sich auf die Arbeitsfähigkeit sowie die Lebensqualität des Geschädigten 1 auswirken. Angesichts der Tatsache, dass die letzten Arztberichte von Februar 2014 (Augen/Neurologie) resp. November 2014 (Nase) datieren und das erstinstanzliche Urteil erst ein, das vorinstanzliche Urteil zwei Jahre später ergingen, hätte die Vorinstanz zwingend aktuelle Verlaufs- und Statusberichte zum Gesundheitszustand des Geschädigten 1 einholen müssen. Indem sie dies unterlässt, kommt sie ihrer Untersuchungs- und Begründungspflicht nicht hinreichend nach.