Citation: 5A_144/2023 E. 7.3.2

7.3.2. Der Anspruch auf rechtliches Gehör ist formeller Natur, womit seine Verletzung ungeachtet der materiellen Begründetheit des Rechtsmittels zur Gutheissung der Beschwerde und zur Aufhebung des angefochtenen Entscheids führt (BGE 144 I 11 E. 5.3), sofern eine ausnahmsweise Heilung in oberer Instanz ausser Betracht fällt (vgl. dazu BGE 142 II 218 E. 2.8.1). Die formelle Natur des Gehörsanspruchs darf indes nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch die Wahrung des rechtlichen Gehörs keinen Selbstzweck darstellt. Wenn nicht ersichtlich ist, inwiefern die Verletzung des rechtlichen Gehörs einen Einfluss auf das Verfahren haben könnte, besteht daher kein Interesse an der Aufhebung des Entscheids (BGE 143 IV 380 E. 1.4.1). Andernfalls besteht die Gefahr, dass die Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zu einem Leerlauf und einer unnötigen Verzögerung des Verfahrens führt. Es wird deshalb für eine erfolgreiche Rüge der Verweigerung des rechtlichen Gehörs grundsätzlich vorausgesetzt, dass die beschwerdeführende Partei in der Begründung des Rechtsmittels angibt, welche Vorbringen sie bei Gewährung des rechtlichen Gehörs in das kantonale Verfahren eingeführt hätte und inwiefern diese hätten erheblich sein können (Urteile 5A_804/2022 vom 24. Februar 2023 E. 3.1.2; 4A_241/2020 vom 9. September 2020 E. 3.6). Der Beschwerdeführer erachtet im Vorgehen des Obergerichts zwar eine sog. überraschende Rechtsanwendung, zu der er hätte angehört werden müssen (vgl. dazu BGE 140 III 231 E. 3.5; Urteil 5A_561/2011 vom 19. März 2012 E. 10.1, nicht publ. in: BGE 138 III 289, aber in: Pra 2012 Nr. 119 S. 853). Er gibt jedoch nicht an, welche Vorbringen er noch hätte in das Verfahren einbringen wollen und inwiefern diese hätten entscheidwesentlich sein können. Vielmehr macht er einzig geltend, er hätte das Rechtsmittel gegebenenfalls zurückgezogen. Diese Aussage überzeugt indes bereits vor dem Hintergrund der nunmehr erhobenen Beschwerde in Zivilsachen nicht, mit der das Vorgehen der Vorinstanz auch hinsichtlich der hier interessierenden Rechtsfrage kritisiert wird (vgl. E. 7.1 hiervor). Auf die Beschwerde ist insofern daher nicht einzutreten.