Citation: 1C_604/2023 E. 3.2

3.2. Die Erwägungen der Vorinstanz können sich auf die gesetzliche Regelung in Art. 80h lit. b IRSG und Art. 21 Abs. 3 IRSG stützen, wonach zur Beschwerde gegen eine Schlussverfügung nur befugt ist, wer persönlich und direkt von einer Rechtshilfemassnahme betroffen ist und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung hat. Art. 9a IRSV präzisiert, welche Personen als persönlich und direkt betroffen im Sinne der Art. 21 Abs. 3 und 80h lit. b des Rechtshilfegesetzes gelten; dies ist bei der Erhebung von Kontoinformationen der Kontoinhaber bzw. -inhaberin (lit. a). Nur diese sind grundsätzlich befugt, die Herausgabe von Bankunterlagen anzufechten oder die Schwärzung gewisser Passagen oder Namen zu verlangen (vgl. Urteil 1C_550/2019 vom 26. November 2019 E. 1.3). Die Bestimmungen über die Beschwerdelegitimation sind auch für die Parteistellung im erstinstanzlichen Verfahren massgeblich (vgl. Art. 6 VwVG). Es entspricht dem Willen des Gesetzgebers und der ständigen Rechtsprechung, die Parteistellung im Rechtshilfeverfahren restriktiv zu handhaben und auf Personen zu beschränken, die direkt von der Sicherstellung bzw. Edition und Herausgabe von Urkunden betroffen sind. Der Umstand allein, dass eine Person in den Urkunden genannt wird oder sich darin Informationen zu ihren Aktivitäten befinden, genügt nicht (vgl. BGE 137 IV 134 E. 5.2.3; 130 II 162 E. 1.2 und 1.3; Urteil 1C_701/2020 vom 29. Januar 2021 E. 3.3; je mit Hinweisen; ADRIAN BUSSMANN, in: Niggli/Heimgartner [Hrsg.], Basler Kommentar Internationales Strafrecht, IRSG, GwÜ, Basel 2015, N. 25-29 zu Art. 80h IRSG; FORSTER, a.a.O., Art. 84 N. 36; ROBERT ZIMMERMANN, La coopération judiciaire internationale en matière pénale, 5. Aufl., Bern 2019, Rz. 524, 526, 532, 533). Im Urteil 1C_701/2020 vom 29. Januar 2021 E. 3.5 hat das Bundesgericht in Erwägung gezogen, ausnahmsweise von der dargelegten Praxis abzuweichen, wenn ein besonders schutzwürdiges Interesse an der Wahrung von sensiblen, vertraulichen Privatgeheimnissen bestehe; dies war jedoch von der Beschwerdeführerin nicht nachvollziehbar dargetan worden. Im vorliegenden Fall hat das Bundesstrafgericht geprüft, ob besondere Gründe vorliegen, die es ausnahmsweise rechtfertigen würden, der Beschwerdeführerin Parteistellung im Rechtshilfeverfahren einzuräumen (vgl. oben E. 3.1). Dabei berücksichtigte sie neben allfällig drohenden Nachteilen im ersuchenden Staat insbesondere auch die Verhältnismässigkeit der Datenübermittlung. Die Beschwerdeführerin bestreitet die Verhältnismässigkeit der Bekanntgabe ihrer Daten, ohne sich jedoch näher mit den diesbezüglichen Erwägungen der Vorinstanz auseinanderzusetzen. Soweit sie befürchtet, sie könne als Zeugin in das ausländische Strafverfahren involviert werden, begründet dies kein besonders schutzwürdiges Interesse: Die Zeugenpflicht ist eine Bürgerpflicht (Art. 163 Abs. 2 StPO); im Übrigen müsste eine allfällige Einvernahme rechtshilfeweise in der Schweiz durchgeführt werden. Für andere ihr drohende Nachteile (Missbrauch ihrer Daten, Unannehmlichkeiten bei Einreise, Aufenthalt etc.) nennt sie keine konkreten Anhaltspunkte.