Citation: 2C_430/2023 E. 5.1

5.1. In materieller Hinsicht rügt die Beschwerdeführerin eine Verletzung von Art. 8 EMRK und Art. 62 Abs. 1 lit. e AIG (Widerrufsgrund der Sozialhilfeabhängigkeit). Sie macht im Wesentlichen geltend, sie lebe seit 20 Jahren in der Schweiz und sei mit der Schweiz sozial eng verbunden. Ihre Straffälligkeit liege über neun Jahre zurück, wobei es sich jeweils um Bagatellen gehandelt habe, weshalb diese heute nicht mehr berücksichtigt werden dürften. Sie könne sich auf den Schutz des Privatlebens gemäss Art. 8 EMRK berufen. Bezüglich des Eingriffs in den Schutz des Privatlebens bzw. die Sozialhilfeabhängigkeit der Beschwerdeführerin sei zu berücksichtigen, dass sie sich aufgrund der Überwindung ihrer Alkoholsucht nachhaltig von der Sozialhilfe habe lösen können. Bezüglich der Gefahr einer zukünftigen Sozialhilfeabhängigkeit sei eine positive Prognose zu stellen. Der Widerrufsgrund der Sozialhlfeabhängigkeit gemäss Art. 62 Abs. 1 lit. e AIG sei vorliegend nicht erfüllt. Selbst wenn dieser Widerrufsgrund gegeben sein sollte, wäre ausserdem der Widerruf der Aufenthaltsbewilligung im Rahmen von Art. 8 EMRK unverhältnismässig.