Citation: 7B.38/2005 26.04.2005 E. 4

4.1 Ferner trägt der Beschwerdeführer vor, es gebe ein weiteres Indiz für schädigende Handlungen zum Nachteil der Gläubigerin und des Schuldners. Die Vorinstanz gehe davon aus, dass die Gläubigerin trotz des Zuschlags von CHF 50'000.-- und der zu erwartenden Grundstückgewinnsteuern bei einem späteren Verkauf noch einen Gewinn erziele. Diese Feststellung verkenne den ursprünglichen Zweck einer Liegenschaftsverwertung. Es gehe für den Gläubiger darum, den Substanzwert der Liegenschaft für sich möglichst optimal zu nutzen. Es nütze dem Gläubiger nichts, die Liegenschaft zu einem möglichst geringen Preis zu erwerben, denn in diesem Fall werde die Realisierung seiner Forderung um die zu erwartende Grundstückgewinnsteuer geschmälert. Im vorliegenden Fall werde das Verwertungssubstrat für die Gläubigerin bei einem Verkauf der Liegenschaft um rund CHF 300'000.-- (Grundstückgewinnsteuer) geringer ausfallen. Dies belege, dass die an X.F.________ erteilte Vollmacht rechtsmissbräuchlich verwendet worden sei. 4.2 Die Aufsichtsbehörde hat dazu ausgeführt, das Anfechtungsrecht knüpfe - wie hiervor erwähnt - an die Voraussetzung, dass in rechtswidriger oder gegen die guten Sitten verstossender Weise auf den Erfolg der Versteigerung eingewirkt werde. Wenn das Gesetz von einer Einwirkung auf den Steigerungserfolg spreche, so könne damit nicht ein quantifizierbares Resultat in Gestalt eines Angebotes bestimmter Höhe, sondern nur ein abstrakter Erfolg als Ergebnis des Steigerungsverfahrens gemeint sein (Reto Thomas Ruoss, Basler Kommentar, Obligationenrecht I, 3. Auflage, N. 2 zu Art. 230). Nach einhelliger Ansicht der Aufsichtsbehörde erfülle die durch den Beschwerdeführer vorgetragene Darlegung, dass die Gläubigerin die Liegenschaft für mindestens CHF 1'350'000.-- hätte ersteigern müssen, um ein optimales Ergebnis erzielen zu können, bereits den Anfechtungstatbestand nicht. Ein Einwirken auf den Erfolg der Versteigerung, welches als rechts- oder sittenwidrig anzusehen wäre, sei schlechterdings nicht ersichtlich. Es sei zwar richtig, dass die Gläubigerin bei einer Ersteigerung der Liegenschaft zu CHF 1'350'000.-- und einem Wiederverkauf zum gleichen Preis keine Grundstückgewinnsteuern zu bezahlen hätte. Allerdings wäre auch kein Gewinn vorhanden, wenn das Grundstück anschliessend zum selben bzw. möglicherweise tieferen Preis verkauft würde. Im vorliegenden Fall könnte jedoch die Gläubigerin trotz Bezahlung von Grundstückgewinnsteuern einen Gewinn erzielen. 4.3 Auch mit diesen rechtlichen Erwägungen setzt sich der Beschwerdeführer in keiner Weise auseinander. Die Auffassung, dass unmittelbar stets eine "Einwirkung auf den Steigerungswettbewerb" mit entsprechenden mittelbaren Auswirkungen auf den Steigerungserfolg vorzuliegen hat, wird auch von Hans Giger geteilt (a.a.O., N. 55 zu Art. 230 OR mit Hinweis auf Ruoss). Das Argument, das Verwertungssubstrat werde für die Gläubigerin bei einem Verkauf der Liegenschaft wegen den Grundstückgewinnsteuern um CHF 300'000.-- geringer ausfallen, kann nicht gehört werden (E. 2 hiervor), denn die Höhe der Steuer ist von der Vorinstanz nicht ermittelt worden. Darüber hinaus gilt auch für diesen Aspekt, dass er lediglich eine Folge der Höhe des Steigerungsangebotes bzw. des Zuschlagspreises darstellt, was für sich allein keine Verletzung von Art. 230 Abs. 1 OR begründen kann. Der Vorwurf erweist sich im Gesamten als unbegründet, soweit darauf überhaupt eingetreten werden kann.