Citation: I 590/99 04.07.2000 E. 2

2.- a) Vorinstanz und Beschwerdeführerin sind sich darüber einig, dass der Versicherte mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auch als Gesunder in der zuletzt bereits seit elf Jahren ausgeübten Tätigkeit im Handel mit Flohmarkt- und Occasionsartikeln tätig wäre. Zutreffenderweise hat das kantonale Gericht, nachdem es zum Schluss gelangte, ein Berufswechsel sei für den Versicherten nicht angezeigt und nicht zumutbar, die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdegegners somit in Bezug auf selbstständige Erwerbstätigkeit als Flohmarkthändler ermittelt. Diese ist gemäss Dr. S.________ seit mindestens dem 12. April 1996 zu 75 % eingeschränkt, während nach Angaben der MEDAS vom 20. Oktober 1997 unter Berücksichtigung der orthopädischen und psychiatrischen Aspekte eine Arbeitsunfähigkeit von 60 % vorliegt. Dem Ergänzungsgutachten vom 29. Januar 1999 ist sodann zu entnehmen, gemäss der im Januar 1998 durchgeführten Untersuchung sei im Sinne einer Verschlechterung des relevanten Gesundheitszustandes eine Stand- und Gangataxie aufgetreten, welche eine insgesamt um 10 % höhere Arbeitsunfähigkeit (von 70 %) bewirke. Obwohl der Beginn der neurologischen Beeinträchtigung auf Januar 1998 festgesetzt wurde, müsse sich dieses Leiden allmählich entwickelt haben. Gestützt auf diese zusätzlichen Untersuchungen befand die Vorinstanz, allein auf den Zeitpunkt der entsprechenden Konsultation abzustellen, erscheine unter diesen Umständen als nicht gerechtfertigt. Vielmehr sei unerlässlich, nach medizinischen Gesichtspunkten abzuklären, wann die Erhöhung der Arbeitsunfähigkeit von 60 auf 70 % eingetreten war. Ferner sei von Bedeutung, in welchen Tätigkeiten eines Händlers im Detail welche Beeinträchtigungen bestehen. Dagegen wendet die IV-Stelle in ihrer Verwaltungsgerichtsbeschwerde im Wesentlichen ein, die Einschätzung der MEDAS, wonach der Beginn der Gang- und Standataxie auf einen Zeitpunkt vor Januar 1998 festzulegen sei, erweise sich für den Beschwerdegegner allzu sehr wohlwollend. Da der neue Befund erst nach dem Erlass der angefochtenen Verfügung nachweisbar sei, wäre dieser allenfalls im Rahmen einer Rentenrevision zu berücksichtigen. b) Der Betrachtungsweise der Beschwerdeführerin kann nicht gefolgt werden. Denn grundsätzlich ist vorliegend zu berücksichtigen, dass sich die noch abzuklärende Frage der verbleibenden Arbeitsfähigkeit des Versicherten nicht lediglich auf den beanstandeten Zeitpunkt einer Verschlechterung des relevanten Gesundheitszustandes beschränkt, sondern dass allgemein zu ermitteln bleibt, wie sich die geklagten Beeinträchtigungen des Versicherten auf die zumutbare Tätigkeit als Flohmarkthändler auswirken. In diesem Punkt ist die Beschwerde somit unbegründet.