Citation: 6B_1242/2020 E. 4.2

4.2. Die Vorinstanz setzt sich einlässlich mit den Angaben und dem Verhalten der Beschwerdeführer gegenüber der IV-Stelle bzw. den für die Zusprechung von Leistungen der Invalidenversicherung zuständigen Personen, den Verfahrensschritten der IV-Stelle und den ärztlichen Befunden auseinander. Sie gelangt zum Schluss, dass die Beschwerdeführer seit dem Unfall vom 26. Dezember 1999 fortwährend und damit auch während des relevanten Zeitraumes vom 23. April 2003 bis am 18. Juli 2011 das Bild einer sehr schweren psychiatrischen Erkrankung der Beschwerdeführerin gezeichnet hätten. Gestützt darauf hätten die Fachärzte Dr. med. H.________, Dr. med. I.________ und Dr. med. J.________ festgestellt, dass die Beschwerdeführerin an einer schweren depressiven Störung, gegenwärtig schwere Episode mit psychotischen Symptomen, leide und vollständig arbeitsunfähig sei (angefochtenes Urteil S. 17-25). Die Vorinstanz berücksichtigt alsdann das sichergestellte Video- und Bildmaterial und die Ergebnisse der Observationen (angefochtenes Urteil S. 25-29). Sie befasst sich mit dem per 16. Februar 2016 von Prof. Dr. med. C.________ erstellten versicherungsmedizinisch-psychiatrischen (Erst-) Gutachten. Dieses hatte sich zusammengefasst zur Frage zu äussern, ob der von den Beschwerdeführern geschilderte Gesundheitszustand und die präsentierten Symptome mit der Aktenlage, namentlich den dokumentierten Aktivitäten vereinbar seien oder ob von einer Simulation oder Aggravation auszugehen sei (angefochtenes Urteil S. 29-32). Die Vorinstanz würdigt ergänzend das vom selben Gutachter per 17. Oktober 2019 erstellte Ergänzungsgutachten, mit dem dieser die Frage verneint, ob er anhand der vom Beschwerdeführer nachgereichten (rund 50) Dokumente zur Endometrioseproblematik zu einer anderen Erkenntnis gelange, als jener im Erstgutachten; konkret, dass bei der Beschwerdeführerin im fraglichen Zeitraum keine schwere depressive Erkrankung mit psychotischen Symptomen vorlag (angefochtenes Urteil S. 34 f.). Die Vorinstanz gelangt zusammengefasst zum Schluss, dass der Gutachter die einzelnen Fragen zum Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin sorgfältig und präzise sowie überzeugend und nachvollziehbar beantwortet. Sowohl auf das Erstgutachten als auch das Ergänzungsgutachten könne abgestellt werden. Es hätten sich verschiedene Inkonsistenten gezeigt, die eindeutig auf eine Aggravation schliessen liessen. Die fachpsychiatrischen Einschätzungen von Dr. med. H.________, Dr. med. I.________ und Dr. med. J.________ seien zu revidieren. Mithin sei gestützt auf das (Erst) Gutachten davon auszugehen, dass mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit von Beginn an und spätestens seit Ende 2002 mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht das schwere psychiatrische Krankheitsbild vorgelegen habe, das die genannten Ärzte aufgrund des Verhaltens der Beschwerdeführerin und der Angaben des Beschwerdeführers beschrieben hätten. Die Beschwerdeführer hätten die als Kern vorhandene psychische Störung der Beschwerdeführerin gegenüber den besagten Ärzten und der IV-Stelle U.________ bewusst aggraviert und damit eine schwere psychiatrische Krankheit sowie eine dauerhafte Hilfsbedürftigkeit vorgetäuscht. Das neuropsychologische Fachgutachten von Prof. Dr. G.________ vermöge daran nichts zu ändern. Ebenso wenig die Beurteilung des die Beschwerdeführerin behandelnden Psychiaters, Dr. med. J.________, bzw. dessen Berufung auf Dr. med. H.________ und Dr. med. I.________. Die Aussagen des erstgenannten seien aufgrund seiner auftragsrechtlichen Vertrauensstellung mit grosser Zurückhaltung zu würdigen und Prof. Dr. med. C.________ habe sich sorgfältig mit den abweichenden fachärztlichen Einschätzungen auseinandergesetzt und plausibel erklärt, weshalb es zu Fehldiagnosen habe kommen können (angefochtenes Urteil S. 36-44).