Citation: 4A_259/2023 E. 3.2.2

3.2.2. Was die Beschwerdeführerin gegen den Vertragsschluss mit der Beschwerdegegnerin vorbringe, überzeuge nicht. Es sei nicht nachvollziehbar, dass sie "systembedingt" ausser Stande gewesen sein soll, den Satz "Gemäss ihrem Auftrag stellen wir Ihnen wie folgt in Rechnung" aus der Rechnung zu entfernen. Indes wäre die Beschwerdeführerin auch so auf ihren mit den Rechnungen zum Ausdruck gebrachten Erklärungen zu behaften. Sie bringe keine vertretbare Begründung dafür vor, weshalb sie eine Rechnung für die Bestellung bei einem Dritten stellen sollte und bezüglich welcher sie überhaupt nicht verpflichtet sein wolle. Indem die Beschwerdeführerin geltend mache, sie habe lediglich für die C.________ AG WIR-Geld als Zahlungsmittel entgegengenommen, da diese kein WIR-Konto habe und die Beschwerdegegnerin mit WIR-Geld habe bezahlen wollen, behaupte sie eine Diskrepanz zwischen dem Wortlaut der Erklärung und dem wirklichen Willen der Vertragsparteien, mithin eine von den Parteien sowie der C.________ AG getragene Parteisimulation. Die zugrunde liegende Simulationsabrede habe die Beschwerdeführerin zu beweisen. Dieser Beweis gelinge ihr nicht. Sie berufe sich auf den E-Mail-Verkehr zwischen der C.________ AG (D.________) und der Beschwerdegegnerin (E.________) vom 26. Juli 2019. Letzterer schrieb: "Ciao D.________. Hier unsere Weinbestellung: [Auflistung diverser Weine] Totalbetrag 100% zahlbar in WIR. Die Lieferung ist an unser Restaurant [...] zu machen, Rechnung geht an die B.________ AG (die Beschwerdegegnerin) ". Dieser E-Mail-Verkehr reiche nicht aus, um zu beweisen, dass der tatsächliche Wille der Beschwerdegegnerin auf einen Vertragsschluss mit der C.________ AG gerichtet gewesen und der Vertrag mit der Beschwerdeführerin simuliert worden sei. Vielmehr sei der Inhalt der Konversation mit der Darstellung der Beschwerdegegnerin vereinbar, wonach die C.________ AG als Vermittlerin des Vertrags und als Spediteurin aufgetreten sei. Auch mit dem eingereichten Whatsapp-Nachrichten-Verlauf belege die Beschwerdeführerin, soweit sie damit ihrer Substanziierungspflicht genüge, keine Simulationsabrede. Gleiches gelte für eine E-Mail vom 2. Oktober 2019 sowie den Umstand, dass die Beschwerdeführerin die fraglichen Rechnungen kommentarlos an die C.________ AG weitergeleitet habe. Auch der von der Beschwerdeführerin eingereichte Post-Giro-Auszug beweise nicht, dass sich ihre Rolle auf einen Geldwechsel-Auftrag beschränkt habe. Der Auszug belege keine Zahlungen an die C.________ AG im Zusammenhang mit dem vorliegenden Sachverhalt. Aus einem weiteren E-Mail zwischen der C.________ AG und der Beschwerdegegnerin vom 1. Oktober 2019 erhelle nicht, um welches Geschäft es gehe. Zudem spreche dieses E-Mail eher für ein Vertragsverhältnis zwischen den Parteien, da sich die Beschwerdegegnerin bei Lieferschwierigkeiten zunächst an die Beschwerdeführerin gewandt und diese die C.________ AG kontaktiert habe. Ebenfalls für eine Vertragsbeziehung zwischen den Parteien würden weitere Beweismittel sprechen, die die Beschwerdeführerin zum Nachweis der Erfüllung genannt habe. Auch diese belegten, dass die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin Konsequenzen für einen angeblichen Schaden angedroht und sich nicht an die C.________ AG gewandt habe. Ferner sei es die Beschwerdeführerin gewesen, die den Kaufpreis für den nicht gelieferten Teil des Weins zurückerstattet habe. Es sei nicht nachvollziehbar und sie begründe nicht, weshalb sie diese Rückerstattung geleistet habe für einen Betrag, den ein Dritter der Beschwerdegegnerin schulde. Unbestritten und irrelevant sei schliesslich, dass zwischen der C.________ AG und der Beschwerdegegnerin eine Geschäftsbeziehung bestanden habe. Weitere Urkunden zum Beweis einer Simulationsabrede nenne die Beschwerdeführerin nicht. Aufgrund der sich aus den eingereichten Dokumenten ergebenden klaren Sachlage und der offenkundigen Eigeninteressen von D.________ könne von dessen Befragung abgesehen werden. Es sei nicht davon auszugehen, dass diese an der Überzeugung des Gerichts etwas ändern könnte.