Citation: 2C_76/2017 E. 4.3.2

4.3.2. Nichts anderes ergibt sich aus dem Anspruch auf Schutz des Privatlebens bzw. aus dem kombinierten Schutzbereich von Privat- und Familienleben: Die Beschwerdeführerin 1 vermochte sich hier nicht vertieft über den familiären Bereich hinaus zu integrieren, wie dies für ein entsprechend grund- und konventionsrechtlich abgeleitetes Anwesenheitsrecht erforderlich wäre. In diesem Zusammenhang bedürfte es besonders intensiver, über eine normale Integration hinausgehender privater Bindungen gesellschaftlicher oder beruflicher Natur bzw. entsprechender vertiefter sozialer Beziehungen zum ausserfamiliären Bereich, woran es - wie bereits dargelegt - hier fehlt (vgl. BGE 137 I 154 E. 3.4.2; 130 II 281 E. 3.2.1 S. 286). Zwar bejaht der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) unabhängig davon, ob ein Familienleben im klassischen Sinn vorliegt, eine Verletzung von Art. 8 EMRK auch dann, wenn sich eine aufenthaltsbeendende Massnahme gegen eine eingewanderte Person richtet, die einen sicheren Platz in der Gemeinschaft des Aufnahmestaats gefunden hat. Entscheidend ist dabei wiederum der Grad der tatsächlich erreichten Integration im Zuwanderungsland. Dieser ist hier höchstens knapp durchschnittlich und beruflich klar unterdurchschnittlich: Wegen ihrer kaum unterbrochenen Fürsorgeabhängigkeit und ihrer andauernden Arbeitslosigkeit bzw. Beschäftigung auf dem zweiten Arbeitsmarkt kam die Beschwerdeführerin 1 nie in den Genuss der Niederlassungsbewilligung (vgl. Art. 34 AuG) und die Verlängerungen ihrer Aufenthaltsbewilligung konnten regelmässig nur mit Auflagen und unter Integrationsvereinbarungen gewährt werden, ohne dass sie diese zu erfüllen vermochte (vgl. ZÜND/HUGI YAR, Aufenthaltsbeendende Massnahmen im schweizerischen Ausländerrecht, insbesondere unter dem Aspekt des Privat- und Familienlebens, in EuGRZ 40/2013 S. 1 ff. N. 14 mit Hinweisen). Es kann somit - trotz der langen Anwesenheit im Land - nicht gesagt werden, dass sie einen "sicheren" Platz in der Gemeinschaft des Zuwanderungsstaats gefunden hätte.