Citation: 7B_1124/2024 E. A

A.a. A.________ und B.________ führten in der Zeit vom 4. März bis zum 29. Oktober 2022 eine Beziehung, die von zahlreichen Auseinandersetzungen geprägt war. Dabei soll A.________ - so die Anklage des Untersuchungsamts Gossau vom 20. September 2023 - B.________ zwischen dem 26. September und 30. Oktober 2022 mehrere Sprachnachrichten geschickt haben, in denen sie ihn beleidigt und gedroht habe, ihn mit einem Messer abzustechen. Anlässlich eines Treffens in einem Café Anfang Oktober 2022 habe sie ebenfalls verlauten lassen, dass sie ihn abstechen bzw. ihm in den Bauch stechen würde, wenn sie ein Messer bei sich hätte. Am 29. Oktober 2022 sei es in einem Festzelt an einem Volksfest wiederum zu verbalen Streitigkeiten zwischen A.________ und B.________ gekommen, weil er ihr aus ihrer Sicht zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt habe. Sie sei zunehmend aggressiver geworden, je mehr Alkohol sie getrunken habe. Im weiteren Verlauf der Auseinandersetzung habe sie gedroht, dass sie ihn umbringen werde. Schliesslich habe sie ihm mit der Faust auf den Hinterkopf geschlagen. Als B.________ daraufhin die Örtlichkeit habe verlassen wollen, sei A.________ ihm nach draussen gefolgt und habe ihm mit einem nicht näher bekannten Klingenwerkzeug, mutmasslich einem kleinen Taschenmesser, in den Bauch gestochen. Dadurch soll B.________ laut Anklage eine ca. 0.6 cm lange, glattrandige Hautläsion mit einer Tiefe von ca. 0.7 cm oberhalb des Bauchnabels, einen etwa 2 cm langen ritzartigen Defekt am linken Unterarm und ferner eine posttraumatische Belastungsstörung erlitten haben. A.b. A.________ wurde am 29. Oktober 2022 in Untersuchungshaft versetzt. Am 5. April 2023 trat sie den vorzeitigen Strafvollzug an. Ab dem 27. Juni 2023 befand sie sich im vorzeitigen Massnahmenvollzug. A.c. Das Kreisgericht Wil erklärte A.________ mit Entscheid vom 14. Mai 2024 der versuchten schweren Körperverletzung und der mehrfachen Tätlichkeiten, jeweils begangen am 29. Oktober 2022, der mehrfachen Beschimpfung und der mehrfachen Drohung, begangen vom 26. September bis 29. Oktober 2022, sowie der fahrlässigen Widerhandlung gegen das Waffengesetz vom 20. Juni 1997 (WG; SR 514.54) schuldig. Es verurteilte sie unter anderem zu einer Freiheitsstrafe von 26 Monaten und ordnete eine stationäre Massnahme zur Suchtbehandlung an. Gleichzeitig wies das Kreisgericht das anlässlich der Hauptverhandlung gestellte Gesuch um Entlassung aus dem vorzeitigen Massnahmenvollzug ab und versetzte A.________ vorläufig bis am 14. August 2024 in Sicherheitshaft. Gegen das erstinstanzliche Urteil meldete A.________ Berufung an.