Citation: 2A.436/2003 06.01.2004 E. 3

3.1 Die Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Widerruf der Niederlassungsbewilligung lässt sich wie folgt zusammenfassen (dazu Urteil 2A.551/2003 vom 21. November 2003 E. 2.1, mit etlichen Hinweisen): Die Niederlassungsbewilligung kann widerrufen werden, wenn der Ausländer sie durch falsche Angaben oder wissentliches Verschweigen wesentlicher Tatsachen erschlichen hat (Art. 9 Abs. 4 lit. a ANAG; SR 142.20). Der Widerruf setzt voraus, dass der Betroffene wissentlich falsche Angaben gemacht oder wesentliche Tatsachen verschwiegen hat, in der Absicht, gestützt darauf den Aufenthalt oder die Niederlassung bewilligt zu erhalten. Nach Art. 3 Abs. 2 ANAG ist der Ausländer verpflichtet, der Behörde wahrheitsgetreu über alles Auskunft zu geben, was für den Bewilligungsentscheid massgebend sein kann. Hiervon ist er selbst dann nicht befreit, wenn die Fremdenpolizeibehörde die fragliche Tatsache bei gebotener Sorgfalt selbst hätte ermitteln können. Wesentlich sind dabei nicht nur Umstände, nach denen die Fremdenpolizei ausdrücklich fragt, sondern auch solche, von denen der Gesuchsteller wissen muss, dass sie für den Bewilligungsentscheid massgeblich sind. Dazu gehört etwa die Absicht der Nichtfortsetzung der bisherigen bzw. der Begründung einer neuen Ehe. Ein Erschleichen der Niederlassungsbewilligung kann nach der Praxis auch darin liegen, dass die Angaben, auf die sich die Behörden bei der seinerzeitigen Erteilung der Aufenthaltsbewilligung gestützt hatten oder die bei späteren Verlängerungen der Aufenthaltsbewilligung oder bei der Erteilung der Niederlassungsbewilligung mangels anderer Angaben immer noch als massgebend betrachtet werden durften, falsch oder unvollständig waren. Es ist nicht erforderlich, dass die Bewilligung bei richtigen und vollständigen Angaben notwendigerweise zu verweigern gewesen wäre. Immerhin ist die kantonale Behörde ihrerseits verpflichtet, vor Erteilung der Niederlassungsbewilligung "das bisherige Verhalten des Ausländers nochmals eingehend zu prüfen" (Art. 11 Abs. 1 ANAV; SR 142.201). Das Vorliegen eines Widerrufsgrunds führt zudem nicht zwingend dazu, dass diese auch tatsächlich zu widerrufen ist; es muss beim entsprechenden Entscheid vielmehr jeweils den besonderen Umständen des Einzelfalls angemessen Rechnung getragen werden. 3.2 Die Vorinstanz hat diese Rechtsprechung nicht verkannt und sie im konkreten Fall korrekt angewandt: Der Beschwerdeführer erhielt die Niederlassungsbewilligung wegen der fünf Jahre dauernden Ehe mit der 21 Jahre älteren niedergelassenen zweiten Ehefrau. Die erste Ehe war im Oktober 1995 geschieden worden; rund einen Monat später reiste der Beschwerdeführer als Asylbewerber in die Schweiz ein, wo er bereits nach ungefähr vier Monaten, nur rund einen Monat, bevor er die Schweiz nach abgelehntem Asylgesuch wieder hätte verlassen müssen, erneut heiratete. Den Kontakt mit seiner im Heimatland zurückgebliebenen Familie aus erster Ehe hielt er aufrecht. Angeblich nach rund drei Jahren, also im Jahre 1999, verliebte er sich wieder in seine erste Ehefrau. Diesen Umstand verschwieg er nicht nur gegenüber seiner zweiten Gattin, sondern auch gegenüber den Ausländerbehörden. Erst nachdem er am 6. Juni 2001 die Niederlassungsbewilligung erhalten hatte, sagte der Beschwerdeführer seiner Frau die Wahrheit, woraufhin die beiden Eheleute im September des gleichen Jahres das gemeinsame Scheidungsbegehren einreichten. Nur dreieinhalb Monate nach der Scheidung heiratete der Beschwerdeführer seine erste Ehefrau, und weitere zwei Monate später stellte er das Gesuch um Nachzug seiner Familie in die Schweiz. Diese Umstände belegen, dass der Beschwerdeführer (jedenfalls) rechtsmissbräuchlich an der gescheiterten zweiten Ehe festgehalten hat, um die Niederlassungsbewilligung zu erhalten. Wird eine solche dergestalt erschlichen, so kann sie in der Folge auch widerrufen werden. Der angefochtene Entscheid verletzt somit Bundesrecht - unter Einschluss des vom Beschwerdeführer ebenfalls angerufenen Bundesverfassungsrechts - nicht.