Citation: 5A_719/2015 E. 2.2

2.2. Die vom Beschwerdeführer auf dem Grundstück seines Bruders gebaute Maiensässhütte ist Eigentum seines Bruders geworden (sog. Akzessionsprinzip: Art. 667 Abs. 2 und Art. 671 Abs. 1 ZGB). Mit dem Bau auf dem Grundstück seines Bruders hat der Beschwerdeführer sein Eigentum am dazu verwendeten Material endgültig verloren. Die Art. 671-673 ZGB regeln die Rechtsfolgen für diesen Fall und bezwecken einen Ausgleich zwischen den Interessen des Beschwerdeführers als Materialeigentümer und seines Bruders als Grundeigentümer. Sie gewähren dem Materialeigentümer unter den gesetzlichen Voraussetzungen Ansprüche auf Trennung und Herausgabe des Materials (Art. 671 Abs. 2 ZGB), auf Ersatz, wenn eine Trennung von Material und Boden nicht erfolgt (Art. 672 ZGB), oder auf Zuweisung des Eigentums an Bau und Boden (Art. 673 ZGB). Diese Ansprüche sind nicht dinglicher, sondern bloss obligatorischer Natur, da das Eigentum am Material durch den Einbau endgültig untergegangen ist. Sie können daher nur gegen den Grundeigentümer im Zeitpunkt des Bauens oder gegen seinen Universalsukzessor, aber nicht gegen einen Einzelrechtsnachfolger geltend gemacht werden (vgl. BGE 81 II 431 E. 3 S. 435; ROSSEL/MENTHA, Manuel du droit civil suisse, II, 2. Aufl. 1922, S. 343 Rz. 1259; HAAB, Zürcher Kommentar, 1933, N. 10, N. 13 und N. 17 zu Art. 671/673 ZGB; SUTTER-SOMM, Eigentum und Besitz, SPR V/1, 2. Aufl. 2014, S. 319 f. Rz. 663 und S. 322 Rz. 667 mit Hinweisen; a.A. SIMONIUS/SUTTER, Schweizerisches Immobiliarsachenrecht, Bd. I, 1995, § 5 Rz. 44 S. 155).