Citation: 5C.46/2003 16.04.2003 E. 5

Die Klägerin wirft den kantonalen Instanzen ferner vor, den Untersuchungsgrundsatz verletzt zu haben, indem sie keine zusätzlichen Abklärungen getroffen hätten, die es erlauben würden, von der begleiteten Besuchsregelung abzuweichen. Welche Abklärungen hätten vorgenommen werden sollen, legt die Klägerin jedoch nicht dar und ist auch nicht ersichtlich. Der Vorwurf kann sich von vornherein nur gegen das Urteil des Obergerichts richten (Art. 48 Abs. 1 OG), da dieses betreffend die Einholung des von der Klägerin beantragten kinderpsychologischen Gutachtens nicht auf die Erwägungen des Kantonsgerichts verweist. Das Obergericht hat diesen Antrag mit der Begründung abgelehnt, die von der Klägerin hierfür vorgebrachten Gründe (Aushorchung des Kindes) seien zu vage und zu wenig substantiiert. Die kinderpsychologische bzw. kinderpsychiatrische Begutachtung ist eine der Beweismassnahmen, die das Gericht aufgrund des in Art. 145 ZGB verankerten Untersuchungsgrundsatzes anordnen kann, aber nicht muss. Der Entscheid darüber liegt in seinem pflichtgemässen Ermessen (Sutter/Freiburghaus, Kommentar zum neuen Scheidungsrecht, 1999, N. 18 zu Art. 145 ZGB). Mit dem Verzicht auf eine Begutachtung hat die Vorinstanz ihr Ermessen nicht verletzt.