Citation: 1A.22/2001 22.08.2001 E. 6

6.- a) Offensichtlich nicht um Wald im Sinne der bundesgerichtlichen Rechtsprechung (oben E. 3c) handelt es sich bei den Bestockungen entlang den Parzellengrenzen gegen die Gamma- und die Alphastrasse hin (Flächen 2, 3, 8). Diese zumeist einreihigen, teilweise mit Ziersträuchern versetzten (Fläche 3), geschnittenen, vorab dem Sichtschutz dienenden Hecken oder Lebhäge sind typische Elemente einer Gartenanlage und können, schon wegen ihrer geringen Breite, keine Waldfunktionen erfüllen, selbst wenn ihre gärtnerische Pflege in den letzten Jahren vernachlässigt worden sein sollte und sich darin mehrere Jahrzehnte alte Waldbäume befinden. Die Bestockungen im Norden (Fläche 1) und Süden (Flächen 4-7) der Parzelle weisen damit keinen Wuchszusammenhang auf und sind daher, wie dies die kantonalen Instanzen taten und das BUWAL nicht beanstandet, isoliert zu betrachten. b) Der Fichtenbestand in der Nordecke der Parzelle (Fläche 1) ist mit 200 m2 Fläche an der unteren Grenze dessen, was nach Art. 1 lit. a WaV überhaupt als Wald angesehen werden kann, und auch die nach lit. b dieser Bestimmung erforderliche Breite von 12 m erreicht er kaum oder überschreitet sie jedenfalls nicht wesentlich. Solche bestockte Kleinstflächen können in der Regel keine Waldfunktionen erfüllen und gelten daher nur dann als Wald, wenn sie in besonderem Masse Wohlfahrts- und Schutzfunktionen erfüllen (Art. 1 Abs. 2 WaV). Dass dies der Fall wäre, ist nicht ersichtlich. Dass der Bestockung eine besondere Schutzfunktion - Sicherung der Böschung oder dergleichen - zukommt, wird von keiner Seite geltend gemacht. Eine gewisse Wohlfahrtswirkung, wie sie im Prinzip jeder Baumgruppe im überbauten Gebiet zukommen kann, ist der Bestockung mit Sicherheit nicht abzusprechen. Es ist aber nicht ersichtlich, dass sie in dieser Beziehung eine darüber hinausgehende, im Sinne von Art. 1 Abs. 2 WaV besondere Bedeutung hat. So finden sich in der näheren, vorwiegend mit Ein- und kleineren Mehrfamilienhäusern überbauten Umgebung viele ähnliche Baumgruppen und Grünflächen. Die umstrittene Bestockung hat daher weder besondere Wohlfahrtswirkung für die Anwohner als "grüne Insel" im gänzlich überbauten Gebiet, noch hat sie nach der unbestritten gebliebenen Einschätzung des ortskundigen Präsidenten des Basellandschaftlichen Natur- und Vogelschutzverbands eine besondere Bedeutung für die Vogelwelt, sei es als Nistplatz oder als für die Vernetzung der Lebensräume wichtiges "Trittbrett" für seltene Arten. c) Mit rund 800 m2 hat die zusammenhängende Bestockung im Südteil der Parzelle (Flächen 4-7) eine Grösse, mit er sie an sich Waldfunktionen erfüllen könnte. Regierungsrat und Verwaltungsgericht gehen indessen davon aus, dass es sich dabei nicht um eine einheitliche Bestockung handelt, sondern dass Teile davon von vornherein nicht als Wald angesehen werden können. So hat das Verwaltungsgericht den nach gärtnerischen Gesichtspunkten geschnittenen Fichtenlebhag (Fläche 7) als (waldfremdes) Garten- und Parkelement und damit als Nichtwald eingestuft. Diese Einschätzung wird vom BUWAL auch im Hinblick auf die weiteren vom stellvertretenden Kantonsingenieur am 17. September 1998 festgestellten Parkelemente - diverse, von der Villa aus in verschiedenen Richtungen zu den Bestockungen führende Fusswege, eine Statue in der Südwestecke der Parzelle - zu Recht geteilt. Das Gleiche gilt für die Teilfläche 6, die nach den Feststellungen des stellvertretenden Kantonsingenieurs nicht mit Wald-, sondern vorwiegend mit Gartensträuchern bestockt war. Die verbleibende Bestockung (Flächen 4,5) ist nach Auffassung der kantonalen Instanzen und des BUWAL mit 9,5 m zu wenig breit, um als Wald angesehen zu werden. Das ist nicht zu beanstanden. d) Entscheidender ist indessen, was auch die Vorinstanzen und das BUWAL nicht verkennen, dass es sich bei der Liegenschaft insgesamt um eine Villa mit Garten- oder Parkanlage handelt, die von Anfang an nach gärtnerischen Gesichtspunkten angelegt, gepflegt und bis vor kurzem auch als solche genutzt wurde, war doch die Villa offenbar bis 1998 bewohnt. Dass die Bestockung naturnah angelegt und daher auch einheimische Waldbäume aufwies, vermag daran ebenso wenig etwas zu ändern wie der Umstand, dass die Pflege des Gartens in den letzten Jahren vernachlässigt worden sein soll. Ausschlaggebend ist, dass die Bestockung nach wie vor von Garten- oder Parkelementen - Lebhägen mit Kronenschnitt entlang den Parzellengrenzen als Sichtschutz, exotischen Garten- bzw. Zierpflanzen, freien Rasenplätzen, Wegen, Mäuerchen etc. - entscheidend geprägt wird, wie dies nach den Infrarot- und den anderen Luftbildern für den Umschwung einer Villa in diesem Quartier geradezu typisch ist. Das Verwaltungsgericht hat daher kein Bundesrecht verletzt, indem es weder die Bestockung im Nord- noch diejenige im Südteil der Parzelle Nr. ... als Wald feststellte.