Citation: 4P.8/2000 11.04.2000 E. 3

3.-a) Das Handelsgericht erwog, die Parteien seien sich einig gewesen, dass die Beschwerdeführerin die Aktien der Hilpert AG erst erhalten sollte, wenn innerhalb von 5 Jahren ein Gesamtumsatz von US$ 2 Mio. erzielt worden wäre. Es stellte damit in tatsächlicher Hinsicht fest, dass nach dem übereinstimmenden Verständnis der Parteien die Bedingungen von Ziffer 4 der Vereinbarung vom 17./22. Januar 1990 - jährlicher Mindestumsatz von US$ 400'000, Gesamtumsatz innerhalb von 5 Jahren von US$ 2 Mio. - kumulativ gegeben sein müssen, um den Anspruch der Klägerin auf Übertragung der Aktien auszulösen. Nach Auffassung der Beschwerdeführerin hat das Handelsgericht damit die in § 75 Abs. 1 des Zivilrechtspflegesetzes des Kantons Aargau vom 18. Dezember 1984 (ZPO AG) kodifizierte Verhandlungsmaxime willkürlich nicht beachtet, weil keine Partei einen tatsächlich übereinstimmenden Willen behauptet habe. b) Die Rüge der Beschwerdeführerin geht fehl. Im Verfahren vor dem Handelsgericht war gerade streitig, ob die beiden Bedingungen unter Ziffer 4 der Vereinbarung vom 17./22. Januar 1990 alternativ oder kumulativ zu verstehen seien. Die Beschwerdegegnerin vertrat die Auffassung, die fragliche Vertragsklausel müsse dahingehend ausgelegt werden, dass die genannten Voraussetzungen kumulativ erfüllt sein müssten, um das Aktienbezugsrecht der Beschwerdeführerin auszulösen. In diesem Standpunkt liegt notwendigerweise die Behauptung eines entsprechenden Konsenses und damit eines übereinstimmenden (tatsächlichen oder mutmasslichen) Willens (vgl. zu den impliziten Sachvorbringen Kummer, Berner Kommentar, N. 44/5 zu Art. 8 ZGB sowie Brönnimann, Die Behauptungs- und Substanzierungslast im schweizerischen Zivilprozessrecht, Diss. Bern 1989, S. 116/7). Das Handelsgericht hat über die umstrittene Auslegung Beweis geführt und schliesslich in freier Beweiswürdigung gemäss § 204 ZPO AG festgestellt, die Zeugen und die Parteivertreter seien sich darüber einig gewesen, dass die Beschwerdeführerin die Aktien der Hilpert AG erst erhalten sollte, wenn innerhalb von fünf Jahren ein Gesamtumsatz von US$ 2 Mio. erzielt worden wäre. Inwiefern das Handelsgericht durch die Beweisführung über einen der Hauptstreitpunkte und die Befragung der Zeugen und Parteivertreter nach ihrem Verständnis der strittigen Vereinbarung in gegen die Verfassung verstossender Weise kantonales Prozessrecht missachtet haben sollte, ist nicht ersichtlich.