Citation: 5A_85/2022 E. 3.3.2

3.3.2. Der Beschwerdeführer rügt im Wesentlichen, die Vorinstanz verfalle in Willkür, wenn sie zum unhaltbaren Schluss gelange, dass das Kriterium der Stabilität der familiären und örtlichen Verhältnisse sich weder zugunsten des einen noch zugunsten des anderen Elternteils auswirke. Sie verkenne, dass es im Zusammenhang mit den familiären Verhältnissen sehr wohl auf die Nähe und Beziehung zu Verwandten ankomme. Das sei es genau, was der Verbindung eines Kindes zu einem Ort und einem Land Stabilität verleihe. Noch viel stossender sei allerdings die Erwägung, der Besuch der Vorschule in V.________ sei hinsichtlich der Beziehungen des Sohnes mit der Krippe in U.________ vergleichbar. Dieser Vergleich sei unhaltbar. Eine Vorschule unterscheide sich massgeblich von einer Krippe, da nur in der Vorschule ein eigentlicher, beständiger Klassenverbund gegeben sei. Es liege in der Natur der Kinderkrippe, dass die Kinder allein schon deshalb immer wieder auf unterschiedliche Kinder treffen würden, weil nicht alle an den gleichen Wochentagen fremdbetreut würden. Zudem bleibe man in der Schule in der Regel über viele Jahre hinweg mit den gleichen Kindern in einer Klasse, während die Kindergruppen in den Krippen häufigen Wechseln ausgesetzt seien. Die lapidare Feststellung, der Sohn habe auch in der Krippe in U.________ Kameraden und Bezugs (lehr) personen, verkenne das Gewicht der Einschulung eines Kindes und die Integration in einer Vorschulklasse. Es werde zudem unterschlagen, dass der Sohn sich dennoch in einem neuen Umfeld, in einer neuen Klasse, eingewöhnen und sozialisieren müsse, was immer mit Anpassungsleistungen für ein Kind verbunden sei. Diese Belastung bliebe ihm in V.________ hingegen erspart. Das Aufrechterhalten einer solchen Integration sei einem Wechsel in eine neue Schule bzw. Kindergarten in jedem Fall vorzuziehen. Schliesslich sei zu beachten, dass der Sohn selbst sich in U.________ offensichtlich deutlich weniger gut integriert fühle als in V.________. Er verfüge über keine stabilen Freundschaften zu anderen Kindern. Die Kinder von der Krippe seien in einem anderen Kindergarten eingeteilt worden. Er fühle sich in U.________ isoliert, was mutmasslich auch mit seiner Sprachbarriere zu tun habe. Die Vorinstanz habe es verpasst, die Vorbringen und die Aktenlage bezüglich der Sprache angemessen zu würdigen und verkenne, dass sie dem Sohn damit eine nicht unerhebliche Zusatzbelastung in seinem schulischen und sozialen Weg aufbürden würde. Die Nichtbeachtung dieses Kriteriums sei unhaltbar und im Ergebnis willkürlich. Im Übrigen könne der Sohn auch in V.________ eine bilinguale Klasse besuchen. Insgesamt sei der Sohn mit dem Wohnort des Vaters eindeutig enger verbunden.