Citation: 9C_550/2023 E. 4.5.4

4.5.4. Schliesslich macht die Beschwerdeführerin geltend, die Versicherte habe mit der Miete der 4.5-Zimmer-Wohnung eine erhebliche Investition tätigen müssen. Es treffe zwar zu, dass diese Wohnung bereits seit 2017 gemietet worden sei. Damals habe die Versicherte aber noch (in Zusammenarbeit mit einer anderen Organisation) Jugendliche betreuen wollen, bevor sie später die Bewilligung für die Betreuung Erwachsener eingeholt und ihr Angebot angepasst habe. Neben dem Leerstandskostenrisiko im Zusammenhang mit der Wohnung trügen die Gastfamilien auch das Risiko, keine Einnahmen zu erzielen, wenn das Betreuungsverhältnis gekündigt werde. Die Unfall- und Krankenversicherungen des Gastes änderten nichts am unternehmerischen Risiko der Gastfamilie, weil diese Versicherungen der Gastfamilien keine Leistungen gewährten, wenn der Gast erkranke oder verunfalle. Soweit die Ausführungen der Beschwerdeführerin nicht im Widerspruch zu den für das Bundesgericht verbindlichen (Art. 105 Abs. 1 BGG) Feststellungen der Vorinstanz stehen oder neue Tatsachen enthalten und aus diesem Grund unzulässig sind (Art. 99 Abs. 1 BGG), vermögen sie nicht zu überzeugen. Analog zur Rechtsprechung betreffend Fahrzeuge bei Taxi- und anderen Fahrdienstleistern kann zugemieteter Wohnraum nicht als eine (für selbständige Erwerbstätigkeit) sprechende erhebliche Investition betrachtet werden, wenn er ausserhalb der Betreuungstätigkeit uneingeschränkt zu anderen erwerblichen oder privaten Zwecken verwendet werden kann, die Kosten nicht in einem Missverhältnis zu den Kosten einzig für private Zwecke erworbenen bzw. gemieteten Wohnraums stehen und der Dienstleister in der Auswahl des Wohnraums frei ist (vgl. BGE 149 V 57 E. 7.4.1 mit Hinweisen). Es gibt keine Anhaltspunkte dafür, dass die Mietwohnung der Versicherten diese Voraussetzungen für eine erhebliche Investition erfüllt. Es ist jedenfalls für sich genommen auch noch kein gewichtiges unternehmerisches Risiko, wenn einer Gastfamilie nach dem Ende eines Betreuungsverhältnisses unter Umständen nicht umgehend ein neuer Gast zugewiesen wird, solange die Gastfamilie wie im vorliegenden Fall keine erheblichen Fixkosten zu tragen hat. Was sodann Krankheit oder Unfälle des Gastes angeht, hat die Vorinstanz entgegen der Beschwerdeführerin nicht angenommen, die betreffenden Versicherungen vermittelten der Gastfamilie Anspruch auf zusätzliche Vergütungen. Vielmehr ist aufgrund dieser Versicherungspflicht nur gewährleistet, dass der Gastfamilie aus einem Unfall oder einer Krankheit des Gastes keine zusätzlichen Kosten erwachsen. Dass das Delkredererisiko der Versicherten nicht gross war, stellt die Beschwerdeführerin zu Recht nicht infrage.