Citation: 1C_266/2014 E. 3.4

3.4. Im vorliegenden Fall ist das Verwaltungsgericht wie schon die Staatsanwaltschaft davon ausgegangen, dass dem Beschwerdeführer an der Kollision nur ein leichtes Verschulden vorzuwerfen sei. Im Hinblick auf die Administrativmassnahme ist bei feststehender geringer Schuld ausschlaggebend, ob der Beschwerdeführer durch die Verkehrsregelverletzung nur eine geringe Gefahr für die Sicherheit anderer hervorgerufen (Art. 16a Abs. 1 lit. a SVG) oder aber eine Gefahr für die Sicherheit anderer hervorgerufen oder in Kauf genommen hat (Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG). Eine Gefahr für die Sicherheit anderer im Sinne von Art. 16a - 16c SVG ist bei einer konkreten oder auch bei einer erhöhten abstrakten Gefährdung zu bejahen. Eine erhöhte abstrakte Gefahr besteht, wenn die Möglichkeit einer konkreten Gefährdung oder Verletzung naheliegt. Ob eine solche Gefährdung vorliegt, hängt von den jeweiligen Verhältnissen des Einzelfalls ab (Urteil 1C_452/2011 vom 21. August 2012 E. 3.3 mit Hinweis). Das Bundesgericht hat eine mittelschwere Widerhandlung bejaht bei einer Fahrzeuglenkerin, die innerorts in einer leichten Kurve auf schneebedeckter Strasse bei einer Geschwindigkeit von 50 km/h ins Schleudern geriet und die Kontrolle über ihr Fahrzeug verlor (BGE 126 II 192 E. 2b S. 195), bei einem Lenker, der ausserorts auf einer kurvenreichen, abfallenden Strasse bei starkem Regen mit einer Geschwindigkeit von 80 km/h beim Abbremsen ins Schleudern geriet und aus der Kurve getragen wurde (Urteil 6A.24/2004 vom 18. Juni 2004 E. 3), bei einem Lenker, der bei nicht angepasster Geschwindigkeit zu nahe an der Mittellinie fuhr und, aufgeschreckt durch ein entgegenkommendes Fahrzeug, eine überzogene Lenkkorrektur vornahm (Urteil 6A.31/2002 vom 24. Juli 2002 E. 4.2), sowie bei einem Lenker, der eine Kombination von Fahrfehlern beging und wegen nicht angepasster Geschwindigkeit eine erhöhte abstrakte Gefahr für andere Verkehrsteilnehmer schuf (Urteil 1C_3/2008 vom 18. Juli 2008 E. 5.4). Eine mittelschwere Widerhandlung wurde ferner bejaht bei einem Auffahrunfall mit Sachschaden auf einer Autostrasse (Urteil 1C_156/2010 vom 26. Juli 2010), bei einem Selbstunfall mit Sachschaden (Urteil 1C_83/2010 vom 12. Juli 2010) und schliesslich bei einem Lastwagenfahrer, der mangels genügender Aufmerksamkeit in einen vor ihm fahrenden Personenwagen geprallt ist (BGE 135 II 138).