Citation: 4A_155/2020 E. 3.2

3.2. Der Beschwerdegegner trägt die Beweislast für die Vereinbarung einer entgeltlichen Leistung, denn er leitet daraus seinen Entschädigungsanspruch ab. Da keine explizite Vereinbarung nachgewiesen ist, muss er diejenigen Tatsachen behaupten, aus denen sich die Entgeltlichkeit seiner Leistungen ableiten lässt. Ein rechtlicher Konsens bedeutet nicht zwingend, dass die sich äussernde Partei tatsächlich den inneren Willen hat, sich zu binden. Es reicht, wenn die andere Partei aufgrund der nach dem objektiv verstandenen Sinn einer Erklärung oder dem Verhalten nach Treu und Glauben annehmen konnte, die sich äussernde Partei habe einen entsprechenden Rechtsbindungswillen. Abgrenzungsschwierigkeiten stellen sich häufig bei Fällen, wo lediglich eine bestimmte Handlung nachgewiesen ist, die aber auf unterschiedliche Weise interpretiert werden kann; so etwa bei der Abgrenzung zwischen Schenkung und Darlehen, wo oft nur die Geldhingabe als solche feststeht. In solchen Fällen kann der Wille auf ein bestimmtes Rechtsgeschäft (z.B. ein Darlehen) unter gewissen Umständen einer Partei zugeschrieben werden, selbst wenn dies nicht mit dem tatsächlichen (inneren) Willen der einen oder andern Partei übereinstimmt (BGE 144 III 93 E. 5.2 und 5.4 S. 97 ff.; Urteil 4A_441/2019 vom 9. Dezember 2019 E. 2.4.1). Vorliegend besteht eine ähnliche Situation. Die Übergabe der Stute X.________ ist erwiesen und auch die vom Beschwerdegegner erbrachten, über das "ans Futter nehmen" hinausgehenden Leistungen. Entscheidend ist nun, ob der Beschwerdegegner durch sein Verhalten dem Beschwerdeführer nach Treu und Glauben zu erkennen gab, dass er seine über das blosse "ans Futter nehmen" hinausgehenden Leistungen nur gegen Entgelt erbringt. Das ist nicht der Fall. Die Ausgangslage bei der Übergabe von X.________ war zumindest unklar, da der Beschwerdegegner an einem Beistellpferd interessiert war, unabhängig davon, dass ihm dann mit X.________ kein blosses Beistellpferd übergeben wurde. Wenn der Beschwerdegegner bei dieser unklaren Ausgangslage über zwei Jahre kein Entgelt für seine Leistungen forderte und gleichzeitig mit der Mutter des Beschwerdeführers eine Beziehung unterhielt, konnte der Beschwerdeführer nach Treu und Glauben davon ausgehen, dass die Leistungen des Beschwerdegegners als Gefälligkeit erfolgten, auch wenn solche Leistungen üblicherweise gegen Entgelt erbracht werden. Es wäre am Beschwerdegegner gelegen, wenn er seine Leistungen als entgeltlich betrachtete, die unklare Situation zu bereinigen. Daran ändert entgegen der Vorinstanz auch nichts, dass der Beschwerdeführer seinerseits im Februar 2017 vom Beschwerdegegner ein Entgelt für die Einstellung von dessen Pferd Y.________ bei ihm gefordert habe.