Citation: 6B_1232/2021 E. 1.3.4

1.3.4. Auch in rechtlicher Hinsicht erweisen sich die Rügen des Beschwerdeführers im Ergebnis als unbegründet. Ihm ist zwar insofern beizupflichten, dass die Vorinstanz bei ihrer rechtlichen Würdigung den angeklagten Sachverhalt etwas erweitert, indem sie von starkem Nasenbluten ausgeht. Ob sie damit in unzulässiger Weise über den in der Anklage umschriebenen Sachverhalt hinausgeht (vgl. Art. 350 Abs. 1 StPO), kann jedoch offenbleiben, da der Schuldspruch wegen einfacher Körperverletzung auch nicht zu beanstanden wäre, wenn die Vorinstanz strikt vom angeklagten und als erstellt erachteten Sachverhalt ausgegangen wäre. Zwar sind die objektiven Verletzungsfolgen eher als leicht zu qualifizieren. Die Grenze zwischen Tätlichkeiten und Körperverletzung überschreiten sie aber trotzdem. Das Bundesgericht hat einen Faustschlag ins Gesicht, der einen Bluterguss unterhalb des linken Auges zur Folge hatte (BGE 119 IV 25 mit Hinweisen), einen harten Faustschlag ins Gesicht, der Schmerzen unterhalb des Auges sowie ein Schwindelgefühl zur Folge hatte (Urteil 6S.386/2003 vom 18. Mai 2004 E. 3), und einen Schlag ins Gesicht, aufgrund dessen der Geschädigte zu Boden ging und einige Zeit bewusstlos liegen blieb sowie ein "blaues Auge" und eine blutende Schramme erlitt (Urteil 6B_822/2020 vom 13. April 2021 E. 3.4), jeweils als einfache Körperverletzung eingestuft. Indem die Vorinstanz beim Faustschlag in das Gesicht des Geschädigten, der zu Nasenbluten und Druck in Kopf sowie Nase, was zumindest auf ein Unwohlsein und eine gewisse Beeinträchtigung hindeutet, führte und die Überwachung im Spital für eine Nacht erforderte, auf eine einfache Körperverletzung erkennt, hält sie sich im Rahmen des ihr zustehenden Ermessensspielraums. Damit kann offenbleiben, ob der Umstand, dass sich der Geschädigte während mindestens zwei Tagen "fast nicht" aus dem Haus traute, als "längere psychische Beeinträchtigung" bei der rechtlichen Qualifikation zu berücksichtigen ist.