Citation: 4A_676/2015 E. 3.1

3.1. Sie bringt vor, das Zollgesetz und die Zollverordnung gewährten bei Irrtum des Zolldeklaranten ausdrücklich die Möglichkeit einer Korrektur. Diese auf Gesetzes- und Verordnungsstufe klare Regel hätte die Vorinstanz anwenden bzw. nachweisen müssen, wo der erwähnte Umgehungstatbestand seine rechtliche Grundlage habe. Grundlogik des Zollrechts sei, dass der Bürger die Ware anzumelden habe (Art. 18 Abs. 1 ZG), was mit der Zuführungspflicht (Art. 21 ZG) und der Gestellungspflicht (Art. 24 ZG) verbunden sei; schliesslich sei die Anmeldepflicht zu erfüllen (Art. 26-28 ZG), wobei die Anmeldung wie vorliegend auch elektronisch möglich sei (Art. 28 Abs. 1 ZG). Zudem seien die Strafbestimmungen in Art. 117-129 ZG geregelt. Ihnen sei eigen, dass mit einer falschen Deklaration eine Abgabenverkürzung einhergehe oder drohe. Die Sanktionen reichten bis zu einem Mehrfachen des Abgabebetrags. Die Vorinstanz übersehe, dass der Totalverlust gültiger Kontingente als Folge einer falschen Eingabe eine Strafe darstellen würde, für die stets eine gesetzliche Grundlage im formellen Sinn gefordert sei; Strafnormen auf Verordnungsstufe seien nur beschränkt zulässig. Weder das Zollgesetz noch die Zollverordnung sähen jedoch eine Regelung vor, wonach als Strafe für eine falsche elektronische Eingabe die Kontingente "unrettbar verfallen".