Citation: 1B_486/2018 E. 6.1

6.1. Art. 31 Abs. 3 BV bestimmt, dass jede Person, die in Untersuchungshaft genommen wird, Anspruch darauf hat, unverzüglich einer Richterin oder einem Richter vorgeführt zu werden. Die Praxis leitet daraus einen Anspruch auf mündliche Anhörung durch den Haftrichter vor der ersten Anordnung von Untersuchungshaft ab (BGE 136 IV 274 E. 2 S. 278; 131 I 36 E. 2.6 S. 44). Untersuchungshaft beginnt mit ihrer Anordnung durch das Zwangsmassnahmengericht im Vorverfahren (Art. 225 f. StPO); sie endet mit dem Eingang der Anklage beim erstinstanzlichen Gericht, dem vorzeitigen Antritt einer freiheitsentziehenden Sanktion oder mit der Entlassung der beschuldigten Person im Untersuchungsverfahren (Art. 220 Abs. 1 StPO). Als Sicherheitshaft gilt die Haft während der Zeit zwischen dem Eingang der Anklageschrift beim erstinstanzlichen Gericht und der Rechtskraft des Urteils, dem Antritt einer freiheitsentziehenden Sanktion oder der Entlassung (Art. 220 Abs. 2 StPO). Im Gegensatz zu Art. 31 Abs. 3 BV, der sich ausdrücklich auf die Untersuchungshaft bezieht, sind Art. 31 Abs. 1 BV (Legalitätsprinzip) und Art. 31 Abs. 4 BV (grundrechtskonforme Haftprüfung durch eine Beschwerdeinstanz) unbeschränkt auf sämtliche Haftarten aller Verfahrensstadien anwendbar (vgl. BGE 142 I 135 E. 3.1 S. 147; 139 I 51 E. 3.2.2-3.2.3 S. 54 f.; 137 I 23 E. 2.4-2.5 S. 27-29; je mit Hinweisen). Die Wortlaute dieser Bestimmungen sprechen denn auch ausdrücklich von "Freiheitsentzug".