Citation: 9C_550/2023 E. 4.4.1

4.4.1. Sie hat zunächst auf den Gesellschaftszweck der Beschwerdeführerin hingewiesen, der nicht nur in der Vermittlung von Betreuungsverhältnissen oder der Übernahme administrativer Dienstleistungen, sondern in der Erbringung von Betreuungs- und Unterstützungsdienstleistungen für eine ganzheitliche Integration von erwachsenen Menschen mit besonderen Bedürfnissen in Gastfamilien sowie in der Bereitstellung der entsprechenden Angebote bestehe (vgl. angefochtenes Urteil E. 3.2.1). Weiter hat die Vorinstanz erwogen, dass die Gastfamilie bei der Auswahl des Gastes nicht völlig frei sei. Erstens entscheide die Beschwerdeführerin bzw. entschieden ihre Angestellten, ob eine Familie überhaupt als Gastfamilie aufgenommen werde. Zweitens kläre nach dem Erstkontakt eines potenziellen Gastes wiederum die Beschwerdeführerin dessen Eignung ab und wähle die Gastfamilie aus. Die Beschwerdeführerin erstelle die Betreuungsvereinbarung zwischen Gastfamilie, Gast, Beiständen und ihr selbst und lege den vom Gast zu entrichtenden Tagestarif fest. Ebenso falle die Zusammenarbeit mit den Versorgern (Kostenträgern) des Gastes in den Aufgabenbereich der Beschwerdeführerin, die sich um die Kostenbeteiligung und die monatliche Rechnungstellung an die Rechnungsadresse kümmere. Die Beschwerdeführerin habe damit einen zentralen und massgebenden Einfluss auf das Zustandekommen und die inhaltliche Ausgestaltung eines Betreuungsverhältnisses; sie sei denn auch Vertragspartei. Mit Blick auf die gesetzlichen Anforderungen und die in den beiden Betreuungsvereinbarungen aufgeführten Anforderungen an das Betreuungsverhältnis treffe nicht zu, dass nach Abschluss der Betreuungsvereinbarung seitens der Beschwerdeführerin keine Vorgaben darüber bestünden, wie die Gastfamilie die Betreuung zu organisieren und zu gestalten habe. Dass sich die Beschwerdeführerin nicht in die tägliche Betreuungsarbeit einmische, ändere daran nichts. Entscheidend sei, dass die Gastfamilie bzw. die Versicherte in den Belangen, die über die tägliche Betreuung hinausgingen, an die Weisungen der Beschwerdeführerin gebunden sei, was sich aus der abgeschlossenen und erneuerten Betreuungsvereinbarung und den Vertragsgrundlagen bildenden übergeordneten Rechtsnormen ergebe. Auch nach dem Zustandekommen der Betreuungsvereinbarung sei die Beschwerdeführerin weiterhin massgebend involviert. Dies zeige sich "mitunter" darin, dass die Beschwerdeführerin den Gast und die Gastfamilie während der ganzen Dauer des Betreuungsverhältnisses begleite und berate, Standortgespräche durchführe, die entsprechenden Akten inklusive Protokolle erstelle und führe sowie die ergänzende Unterstützung und die allfällige Notfall- und Krisenintervention übernehme. Auch das Inkasso sei der Beschwerdeführerin gänzlich übertragen. Sie erhalte vom Betreuungstarif von Fr. 185.- pro Tag während der ganzen Dauer des Betreuungsverhältnisses Fr. 50.- pro Tag, was einem Anteil von über 25 % entspreche und damit ebenfalls gegen die Übernahme bloss nebensächlicher Dienstleistungen spreche. Überdies überprüfe und kontrolliere die Beschwerdeführerin gemäss ihrem Betriebskonzept und Dienstleistungsbeschrieb regelmässig die Qualität in den Gastfamilien. Sie habe sich ausdrücklich ein Kündigungsrecht ausbedungen, womit sie auch selbst über das Schicksal des Betreuungsverhältnisses entscheiden könne (vgl. angefochtenes Urteil E. 3.2.2).