Citation: 8C_628/2015 E. 5.3.5

5.3.5. Was die Versicherte gegen die vorinstanzliche Ermittlung des Invaliditätsgrades vorbringt, vermag zu keinem anderen Ergebnis zu führen. Der hier kritisierte sog. Prozentvergleich stellt eine zulässige Variante des Einkommensvergleichs dar (SVR 2014 UV Nr. 1 S. 1, 8C_211/2013 E. 4.1). Dabei ist das ohne Invalidität erzielbare hypothetische Erwerbseinkommen mit 100 % zu bewerten, während das Invalideneinkommen auf einen entsprechend kleineren Prozentsatz veranschlagt wird, so dass sich aus der Prozentdifferenz der Invaliditätsgrad ergibt (BGE 114 V 310 E. 3a S. 312 f.). Der Prozentvergleich bietet sich namentlich an, wenn Validen- und Invalideneinkommen ausgehend vom gleichen Tabellenlohn (LSE) zu berechnen sind. Diesfalls erübrigt sich deren genaue Ermittlung: Der Invaliditätsgrad entspricht dem Grad der Arbeitsunfähigkeit, dies unter Berücksichtigung des Abzugs vom Tabellenlohn (Urteil I 1/03 vom 15. April 2003 E. 5.2; Meyer/Reichmuth, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, 3. Aufl. 2014, N 35 f. zu Art. 28a). Die Beschwerdeführerin kann nach den nicht zu beanstandenden Feststellungen des kantonalen Gerichts grundsätzlich in ihrer angestammten Tätigkeit arbeiten (E. 4 hievor). Folglich durfte das Gericht bundesrechtskonform Validen- und Invalideneinkommen gestützt auf dieselben Werte der LSE im Sinne eines Prozentvergleichs ermitteln. Dem Umstand, dass für die Beschwerdeführerin Tätigkeiten mit hohen Anforderungen an die psychische Belastbarkeit nicht geeignet sind, wird mit der Anerkennung einer bloss 70%igen Arbeitsfähigkeit und einem um 5 % reduzierten Leistungsvermögen in nicht zu beanstandender Weise Rechnung getragen. Ob die vorinstanzliche Feststellung, die vom 1. Januar 2008 bis 31. Oktober 2009 ausgeübte Tätigkeit am Institut M.________ sei mit dem Willen einer beruflichen Veränderung und damit nicht gesundheitsbedingt aufgegeben worden, weshalb das dortige Einkommen nicht Grundlage dafür bilden könne, was sie als Gesunde verdienen würde, vor Bundesrecht standhält, kann offen bleiben. Selbst für den Fall, dass die Kündigung der Arbeitsstelle am Institut M.________ aus gesundheitlichen Gründen erfolgt wäre und das Valideneinkommen dem ohne Gesundheitsschaden behaupteten möglichen Lohn für diese Tätigkeit von Fr. 76'000.- entsprechen würde, resultierte im Ergebnis ab 1. April 2013 auch diesfalls kein Invaliditätsgrad von mindestens 40 %. In Berücksichtigung des medizinischen Zumutbarkeitsprofils, ihrer Ausbildung als Pharma-Assistentin und medizinische Sachbearbeiterin sowie ihrer jahrelangen Erfahrung in der Krankenversicherungsbranche ist, wie bereits dargelegt, davon auszugehen, dass nicht nur einfache und repetitive Tätigkeiten verrichtet werden könnten. Damit rechtfertigt es sich, nicht den Durchschnittslohn von Anforderungsniveau 4 heranzuziehen, sondern jenen von Anforderungsniveau 3, das Berufs- und Fachkenntnisse voraussetzt. Dabei ist es sachgerecht, nicht auf den Totalwert Tabelle TA1, Frauen, der LSE 2010 abzustellen, um der hier zumutbaren erwerblichen Verwertung der verbleibenden Arbeitsfähigkeit Rechnung zu tragen. Denn die Versicherte arbeitete bis anhin lange in der Krankenversicherung und übte zudem Tätigkeiten mit Sekretariats- und Administrationsaufgaben aus. Beide Bereiche stehen ihr weiterhin offen. Ob dabei zur genaueren Festsetzung des Invalideneinkommens die LSE-Tabelle TA1 (Ziffer 65 Versicherungen, Frauen, Anforderungsniveau 3, monatlich Fr. 6'159.-), wie dies die IV-Stelle im vorinstanzlichen Verfahren vertrat, oder die Tabelle T7S (Ziffer 22 Sekretariats- und Kanzleiarbeiten, Frauen, Anforderungsniveau 3, monatlich Fr. 6'093.-), wie im Vorbescheid vom 22. November 2013 verwendet heranzuziehen ist, (vgl. nicht publ. E. 5.1 des Urteils BGE 133 V 545, in: SVR 2008 IV Nr. 20 S. 63, 9C_237/2007; Urteil 8C_910/2013 vom 15. Mai 2014 E. 3.1.2.1), braucht nicht abschliessend beantwortet zu werden. Beide Tabellenwerte führen zu keinem rentenbegründenden Invaliditätsgrad. Dabei ist festzuhalten, dass dem "Durchschnittswert", wie ihn die IV-Stelle durch Ermittlung des arithmetischen Mittels aus den beiden LSE-Medianwerten der gesamtschweizerischen statistischen Löhne von Frauen des Anforderungsniveaus 3 und 4 der TA1 zur Bestimmung des Invalideneinkommens heranzog, mit Blick auf die LSE keine statistisch zuverlässige Aussagekraft zukommt. Entgegen den Darlegungen der IV-Stelle in ihrer vorinstanzlichen Beschwerdeantwort ist auf diese Vorgehensweise bei der Bestimmung des Invalideneinkommens zu verzichten (SVR 2013 UV Nr. 32 S. 111 E. 7.2, 8C_192/2013; vgl. DIDIER FROIDEVEAUX, La mesure du revenu d'invalidité: une construction subjective basée sur des statistiques (ESS) ?, in: UELI KIESER [Hrsg.], Validen- und Invalideneinkommen, St. Gallen 2013, S. 79). In Berücksichtigung eines 70 %igen Arbeitspensums mit 95 %-iger Leistung, einer betriebsüblichen wöchentlichen Arbeitszeit im Jahr 2013 von 41.7 Stunden und hochgerechnet mit dem Nominallohnindex bis 2013 ergibt sich, gerechnet mit dem niedrigeren monatlichen Tabellenwert von Fr. 6'093.-, ein jährliches Einkommen von Fr. 52'057.-. In Gegenüberstellung mit dem Valideneinkommen von Fr. 76'000.- resultiert ein Invaliditätsgrad von 32 %. Damit ist ein Revisionsgrund im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG ausgewiesen, weshalb die Befristung der rückwirkend zugesprochenen Rente zulässig ist (vgl. BGE 133 V 263 E. 6.1 S. 263 f.).