Citation: 6F_11/2023 E. 3.3

3.3. Gemäss einer vom Gesuchsteller ins Recht gelegten "eidesstattlichen Erklärung" soll die beigezogene Hilfsperson die beiden fraglichen Schreiben am 13. Februar 2023 um "17.35hCET überwiesen bekommen" und am Schalter der Poststelle in U.________ "noch vor Schalterschluss um 18.00hCET" abgegeben haben. Dass die Hilfsperson entgegen den per 16. Februar 2023, 08.23 Uhr datierenden Poststempeln rechtzeitig gehandelt, sich mithin keinerlei Verschulden anzurechnen lassen hat, lässt sich damit indes nicht belegen. Die rechtsuchende Person trägt die Beweislast für die Rechtzeitigkeit der Beschwerdeerhebung, die mit Gewissheit feststehen und nicht bloss überwiegend wahrscheinlich sein muss (BGE 142 V 389 E. 2.2 mit Hinweisen). Der Nachweis, dass die Eingabe am letzten Tag der laufenden Frist bis 24 Uhr (vorliegend des 13. Februar 2023) der Post übergeben wurde, obliegt dem Absender. Dabei wird vermutet, dass das Datum des Poststempels mit demjenigen der Übergabe an die Post übereinstimmt. Die Partei, die behauptet, die fragliche Verfahrenshandlung rechtzeitig vorgenommen zu haben, hat das Recht, die aus dem Poststempel folgende Vermutung verspäteter Postaufgabe mit allen tauglichen Beweismitteln zu widerlegen (BGE 147 IV 526 E. 3.1; 142 V 389 E. 2.2; 124 V 372 E. 3b; Urteile 6B_157/2020 vom 7. Februar 2020 E. 2.3, publ. in: SJ 2020 I 232; 8C_696/2018 vom 7. November 2018 E. 3.3; je mit Hinweisen). Die vom Gesuchsteller ins Recht gelegte eidesstattliche Erklärung vermag die Vermutung der verspäteten Einreichung der Beschwerden nicht zu widerlegen. Diese geht über die blosse (Partei-) Behauptung, die Sendung sei rechtzeitig aufgegeben worden, nicht hinaus und taugt deshalb nicht als Beweis für eine rechtzeitige, das heisst eine angeblich bereits am 13. Februar 2023 und nicht erst am 16. Februar 2023 erfolgte Postaufgabe. Der direkte Beweis der Postübergabe innert Frist ist damit nicht erbracht.