Citation: 6B_1164/2023 E. 7.4.3

7.4.3. Massgebend ist im vorliegenden Fall das öffentliche Interesse an der Landesverweisung. Dabei fallen die verschuldensmässige Schwere der mehrfachen Tatbegehung sowie die Vorstrafen ins Gewicht. Ausschlaggebend ist, dass bereits der Versuch einer schweren Körperverletzung einen schwerwiegenden Verstoss gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung darstellt. Trotz Begehung einer Katalogtat wurde aufgrund der persönlichen Situation des Beschwerdeführers von einer Landesverweisung abgesehen. Dass die Vorstrafe noch nicht erstinstanzlich abgeurteilt gewesen sei, als der Beschwerdeführer die vorliegenden schweren Verkehrsregelverletzungen beging, vermag die negative Legalprognose nicht zu entschärfen. Angesichts der für die vorliegend beurteilten Delikte ausgesprochenen Freiheitsstrafe von 30 Monaten bedarf es nach der "Zweijahresregel" bei einer Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren oder mehr ausserordentlicher Umstände, damit das private Interesse des Betroffenen an einem Verbleib in der Schweiz das öffentliche Interesse an einer Ausweisung überwiegt (Urteile 6B_1316/2023 vom 16. August 2024 E. 1.1.4; 6B_1234/2023 vom 11. Juli 2024 E. 3.8.5; je mit Hinweisen). Solche liegen vorliegend nicht vor. Schliesslich ist der von ihm vorgebrachten Relativierung der Vorstrafen nicht zu folgen. Angesichts der mehrfach begangenen, schweren Straftaten ist entgegen seinen Vorbringen nicht von einer "Einmaligkeit der Vorfälle" auszugehen, die zu einer günstigen Legalprognose führen könne. Die vorinstanzliche Gewichtung des öffentlichen Interesses an einem Landesverweis ist nicht zu beanstanden.