Citation: I 227/04 07.12.2004 E. 4

Unter den Verfahrensbeteiligten ist unbestritten, dass die Beschwerdeführerin als Valide zu 100 % im Haushalt tätig wäre. Uneinigkeit besteht über die Diagnose sowie bezüglich der (an diese anknüpfende) Frage der leidensbedingt zumutbaren Leistung als Hausfrau. 4.1 Da der Befund einer schweren Fibromyalgie mit der Wirkung einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit erst im Gutachten des Prof. Dr. med. E.________ vom 12. August 2003 erhoben worden ist, konnte sich Dr. med. S.________ in seiner Expertise vom 13. November 2002 dazu nicht äussern. Nach den Angaben des Psychiaters liegen eine leichte depressive Episode mit somatischen Symptomen sowie eine psychogene Überlagerung der nach einem Unfall im Jahr 1998 erlittenen Beschwerden vor. Entgegen der Auffassung der Vorinstanz ist nicht nur die Expertise des Dr. med. S.________, sondern auch das Privatgutachten des Prof. Dr. med. E.________ als in sich schlüssig und nachvollziehbar zu qualifizieren. Beide sind in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtend. Es ist davon auszugehen, dass die Fachärzte unterschiedlicher Disziplinen identische Symptome verschieden eingeschätzt und gestützt darauf verschiedene, sich allerdings mindestens zum Teil überschneidende Diagnosen gestellt und die sich daraus ergebenden Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit abweichend gewertet haben. 4.2 Weder dem einen noch dem anderen Gutachten kann unter diesen Umständen der Vorrang eingeräumt werden: Wird zur Frage der verbleibenden Arbeitsfähigkeit mit der Vorinstanz auf das psychiatrische Gutachten (20 %ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus psychischen Gründen) und den Austrittsbericht der Klinik X.________ (aus funktionell-rheumatologischer Sicht 100 %ige Arbeitsfähigkeit für leichte bis mittelschwere Tätigkeiten) abgestellt, bleibt offen, ob allfällige Wechselwirkungen zwischen psychischen und physischen Leiden sowie die von Prof. Dr. med. E.________ als Hauptdiagnose angeführte Fibromyalgie Anlass zu einer anderen Einschätzung der (Rest-)Arbeitsfähigkeit im Haushalt geben könnten. Anderseits lassen Prof. Dr. med. E.________ (sowohl in der Expertise vom 12. August 2003 als auch in der Stellungnahme vom 29. April 2004) und Dr. med. M.________ in seinen Arztberichten vom 13. Februar und 31. Juli 2002 - korrekt, da nicht in ihr Fachgebiet fallend - die Frage unbeantwortet, ob die Versicherte, von ihrer psychischen Verfassung her besehen, objektiv an sich die Möglichkeit hat, trotz ihrer subjektiv erlebten Schmerzen ihre Haushaltstätigkeit auszuführen. Es lässt sich zudem nicht sagen, in welchem Ausmass invaliditätsfremde Faktoren Eingang in ihre Beurteilung gefunden haben. Aus dem Schreiben des Dr. med. M.________ vom 3. Mai 2004 ergeben sich keine zusätzlichen Erkenntnisse, weshalb offen bleiben kann, ob das nach Ablauf der Beschwerdefrist und ohne Anordnung eines zweiten Schriftenwechsels aufgelegte neue Beweismittel überhaupt zu berücksichtigen ist (vgl. BGE 127 V 357 Erw. 4). Die zahlreichen weiteren ärztlichen Kurzberichte sind nicht aufschlussreich, da sie jeweils nur einen Teil des bestehenden Krankheitsbildes betreffen oder sich schon gar nicht zu allfälligen, aus einzelnen Beschwerden resultierenden Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit (im Haushaltsbereich) äussern. 4.3 Die Sache ist unter diesen Umständen zur Klärung des allfälligen Zusammenwirkens physischer und psychischer Symptome und ihrer Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit der Versicherten im häuslichen Aufgabenbereich an die Verwaltung zurückzuweisen. Diese wird eine polydisziplinäre Begutachtung und allenfalls eine Haushaltsabklärung zu veranlassen haben und hernach erneut über den Leistungsanspruch verfügen.