Citation: 6B_1299/2019 E. 3.2

3.2. Die Vorinstanz nimmt an (Urteil S. 20 ff.), Ausgangspunkt der Härtefallprüfung bilde die Dauer des Aufenthalts in der Schweiz. Der Beschwerdeführer sei mit 32 Jahren 2011 in die Schweiz eingereist, um hier zu heiraten. Bis zu seiner Verhaftung im Juni 2017 habe er sich erst rund sechs Jahre in der Schweiz aufgehalten. Sodann seien die familiären Verhältnisse von wesentlicher Bedeutung (Art. 13 BV und Art. 8 EMRK). Die zweite Ehefrau, eine in der Schweiz eingebürgerte Serbin, habe er 2011 in der Schweiz geheiratet. Die Ehefrau sei in Serbien aufgewachsen. Die Familie habe sich regelmässig in Serbien aufgehalten. Es sei mehrmals, so auch in der Nacht vom 27. auf den 28. Juni 2017 zu häuslicher Gewalt mit polizeilicher Intervention gekommen. Unter diesen Umständen sei ein harmonisches Familienverhältnis zu verneinen. Eine zwischenzeitliche durchaus positive Entwicklung sei zu relativieren, da die Beziehung inzwischen nie mehr einer Alltagssituation ausgesetzt gewesen sei. Die Ehefrau sei berufstätig. Es bleibe ihm unbenommen, die Familie von Serbien aus zu unterstützen. Die Ehefrau und die Kinder könnten im gemeinsamen Herkunftsland leben. Die Kinder seien mit Sprache und Kultur vertraut (Urteil S. 23). Eine mit praktisch jeder Verweisung einhergehende ökonomische Schlechterstellung sei nicht ausschlaggebend (Urteil 2C_253/2015 vom 9. September 2015 E. 3.3.3). Das Urteil Udeh c. Schweiz vom 16. April 2013 (Req. 12020/09) sei nicht einschlägig; es betreffe eine isolierte Tat (Schlucken eines Bodypacks von 257 g Kokain) und stütze sich teilweise auf nachträglich eingetretene Umstände (BGE 139 I 325 E. 2.4 S. 327 ff; 141 II 169 E. 5.1 S. 179). Zur Ausbildungs- und Arbeitssituation sei festzustellen, dass der Beschwerdeführer über längere Zeiträume arbeitslos und während über 50% seiner Aufenthaltsdauer nicht erwerbstätig gewesen sei. Seine Chancen auf dem Arbeitsmarkt seien aufgrund seiner Ausbildung zum Metzger im Strafvollzug inzwischen gestiegen. Seine Persönlichkeitsentwicklung in den Jahren vor der Verhaftung hinterlasse einen negativen Eindruck. Er sei in nicht unerheblichem Ausmass verschuldet. Er habe regelmässig Betäubungsmittel konsumiert. Hinzu komme die mehrfache häusliche Gewalt. Er habe nicht gänzlich ohne Dolmetscher befragt werden können. Seine mangelnde Integration stehe der Bejahung eines Härtefalls entgegen. Die Vorinstanz weist hinsichtlich der Intensität der Auslandsbeziehungen und allfälliger Schwierigkeiten bei der Wiedereingliederung im Heimatland darauf hin, seine Muttersprache sei Serbisch, er sei mit den lokalen Sitten und Gebräuchen bestens bekannt und habe die Beziehung zu Angehörigen in Serbien aufrecht erhalten, so zu seiner Mutter und seiner Schwester wie auch wieder zu seiner dort lebenden Tochter aus früherer Ehe. Mit der anstaltsinternen Metzgerlehre samt wöchentlichem Besuch der Berufsschule habe er auch in Serbien eine berufliche Perspektive. Die Schwierigkeiten infolge Verlassens der Schweiz führten zu keinem unzumutbaren Eingriff. In der Gesamtbetrachtung sei kein schwerer persönlicher Härtefall zu erkennen. Selbst in einer Interessenabwägung könnte sein privates Interesse am Verbleib in der Schweiz die öffentlichen Fernhalteinteressen nicht überwiegen (Urteil S. 26 ff.). Angesichts der in der Schweiz lebenden Ehefrau und der Kinder im Grundschulalter sei die Landesverweisung lediglich für die Mindestdauer von fünf Jahren auszusprechen (die Erstinstanz hatte eine zehnjährige Landesverweisung ausgesprochen). Die vom Beschwerdeführer zu verantworteten Straftaten stellten eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung dar und erfüllten die Anforderungen an den verlangten Schweregrad von Art. 24 Ziff. 2 lit. a SIS-II-Verordnung. Die Ausschreibung im SIS liege im zwingenden Interesse der Schweiz und der übrigen Schengen-Staaten (ausführlich Urteil S. 28).