Citation: 4A_141/2022 E. 4.3.4

4.3.4. Eine bloss tatsächliche Vermutung (ohne eigentliche Umkehr der Beweislast) würde der Beschwerdeführerin allerdings nichts nützen, da die Vorinstanz aufgrund von Inkonsistenzen in den Vorbringen der Beschwerdeführerin Zweifel an ihrer Darstellung entwickelte und der Gegenbeweis insoweit erbracht wäre. Eine eigentliche Umkehr der Beweislast liesse sich hier aber schon deshalb nicht rechtfertigen, weil für den Schaden die Vermögenssituation bei pflichtgemässem Verhalten massgebend ist (BGE 127 III 357 E. 5a). Bei pflichtgemässer Unterbrechung der Verjährung hätte die Beweislast für die durch den Unfall hervorgerufenen Beeinträchtigungen aber bei der Beschwerdeführerin gelegen. Das gewöhnliche Prozessrisiko des Erstprozesses kann sie nicht auf den Anwalt verlagern (BGE 127 III 357 E. 1b).