Citation: 2C_822/2014 E. 5.3

5.3. Die Beschwerdeführerin weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Vorinstanz es unterlassen habe, nachzuweisen oder festzustellen, dass die Ehe zwischen der Beschwerdeführerin und ihrem schweizerischen Gatten tatsächlich nicht bis zum Tode des Ehemanns intakt gewesen sei. Stattdessen gehe das Appellationsgericht in irriger Weise davon aus, dass das Nennen von Verdachtsmomenten bereits genüge, um den Bewilligungsanspruch gem. Art. 50 Abs. 1 lit. b AuG zu verneinen. Eine Verweigerung der Bewilligung aufgrund von Mutmassungen und Zweifeln sei indes willkürlich und offensichtlich nicht haltbar, zumal diese nicht ausreichten, um den Vorwurf des Rechtsmissbrauchs hinreichend zu begründen: Die Feststellung der Vorinstanz, die Beschwerdeführerin habe ihren Gatten erst kurz vor der Hochzeit kennengelernt, sei überdies schon deshalb willkürlich, weil sich die Beschwerdeführerin bereits in früheren Jahren mit einem Besuchervisum in der Schweiz aufgehalten habe. Aus den fehlenden gemeinsamen Reisen könne ebenfalls nichts geschlossen werden; ihr Ehegatte habe ihre Mutter, d.h. seine Schwiegermutter, anlässlich deren Besuch in der Schweiz kennengelernt. Im Übrigen habe sie, die Beschwerdeführerin, stets angegeben, anlässlich des Ablebens ihres Gatten kein "Fest" organisiert zu haben, womit sie jedoch nicht gemeint habe, dass gar keine Abdankungsfeierlichkeiten stattgefunden hätten. Schliesslich will die Beschwerdeführerin auch in der sofortigen Adressänderung sowie in der Aufnahme eines männlichen Untermieters in die eheliche Wohnung nichts Ungewöhnliches sehen: Der sofortige Umzug sei erfolgt, weil sie bei ihren alltäglichen Verrichtungen auf die Hilfe Dritter angewiesen sei und die Untervermietung eines Zimmers sei bei bedürftigen türkischen Familien nichts Aussergewöhnliches. Die von der Vorinstanz monierten bedenklichen wohnhygienischen Zustände seien erst nach dem Tod des Ehegatten resp. dem Auszug der Beschwerdeführerin entstanden, als sich nur noch der Untermieter und dessen Freunde in jener Wohnung aufgehalten hätten.