Citation: 6B_1187/2020 E. 2.2.2

2.2.2. Die Anklage geht (für sämtliche Vorwürfe) von einem Deliktzeitraum vom 1. Juni bis zum 25. August 2016, mithin von knapp drei Monaten aus. Die einzelnen Vorwürfe sowie der Tatort (jeweils in der damaligen Wohnung der Beschwerdegegnerin 2 an der V.________strasse xxx in U.________ bzw. einmal auf einem Parkplatz beim Restaurant C.________ in U.________) sind präzise umschrieben. Die Vorinstanz erwägt zu Recht, dass es sich hier um wiederholte Delikte handelt, welche am Ende der langjährigen, sexuellen Beziehung zwischen dem Beschwerdeführer und der Beschwerdegegnerin 2 stattgefunden haben sollen, weshalb es schwierig war, die dem Beschwerdeführer vorgeworfenen Taten - in zeitlicher Hinsicht - detaillierter zu schildern (vgl. angefochtenes Urteil S. 8 f.). Für den Beschwerdeführer war hingegen problemlos ersichtlich, welche Vorfälle Gegenstand der Anklage bilden. Die Anklageschrift ermöglichte damit eine genügende Individualisierung der zu beurteilenden Taten und lässt die ungefähre Zeitangabe als unerheblich erscheinen. Der Beschwerdeführer räumt denn auch selbst ein, dass es sich um keinen besonders langen (Tat-) Zeitraum handelt, und er macht auch nicht näher geltend, er wäre bezüglich der Tatvorwürfe im Unklaren gewesen. Dass er sich kein Alibi beschaffen konnte, ist nicht massgebend. Entgegen seinem Einwand wäre es ihm durch die zeitliche Einschränkung möglich gewesen, beispielsweise anhand seiner Agenda oder besonderer Ereignisse (wie spezielle Termine, Ferien, Arbeitstätigkeit) für einzelne Phasen zu rekonstruieren und zu belegen, wann er wo war (vgl. Urteile 6B_103/2017 vom 21. Juli 2017 E. 1.5.2; 6B_167/2014 vom 5. Januar 2015 E. 1.5; 6B_432/2011 vom 26. Oktober 2011 E. 2.5). Die pauschalen Hinweise etwa auf seine mit seiner Familie verbrachten Sommerferien genügen nicht. Soweit der Beschwerdeführer im Übrigen erstmals vorbringt, dass namentlich sein Geburtstag als auch jener der Beschwerdegegnerin 2 in die relevante Zeitperiode gefallen seien und (auch) damit relevante Anknüpfungspunkte hätten gefunden werden können, ist dies vor Bundesgericht unbeachtlich (vgl. Art. 99 Abs. 1 BGG). Der Beschwerdeführer wurde in seinen Verteidigungsrechten nicht massgeblich eingeschränkt, das Fairnessprinzip mithin nicht verletzt. Die Anklage genügt insofern den Anforderungen des Anklageprinzips. Wenn die Vorinstanz zudem einzelne Vorfälle als nicht erstellt erachtet, weil fraglich sei, ob die Beschwerdegegnerin 2 noch in der Lage gewesen sei, jeneeinzelnen Ereignisse abzugrenzen und zeitlich und örtlich korrekt einzuordnen (vgl. Urteil S. 43 ff.), ist dies unter dem Gesichtspunkt des Anklagegrundsatzes nicht zu beanstanden. Eine solche Relativierung der Vorwürfe wirkt sich ohnehin ausschliesslich zu Gunsten des Beschwerdeführers aus. Ebenfalls keine Verletzung des Anklagegrundsatzes liegt vor, wenn die Vorinstanz offenlässt, ob die fragliche Kamera je funktionstüchtig gewesen sei. Wie sie festgestellt hat, habe die Kamera jedenfalls mit den Angaben, die der Beschwerdeführer der Beschwerdegegnerin 2 dazu gemacht habe, dazu gedient, diese massiv einzuschüchtern und unter permanentem Druck zu halten. Die Vorinstanz erachtet es als erwiesen, dass der Beschwerdeführer tatsächlich eine Vorrichtung zur angeblichen Beobachtung montiert gehabt und die Beschwerdegegnerin 2 tatsächlich befürchtet habe, vom Beschwerdeführer über die Kamera beobachtet zu werden (Urteil S. 27). Die Anklage (Ziff. 2.2) warf dem Beschwerdeführer vor, durch diese Kontrolle die Beschwerdegegnerin 2 in ihrer Freiheit derart eingeschränkt zu haben, dass sich diese nicht über den Eingangsbereich durch die Türe aus der Wohnung entfernen konnte, ohne dass der Beschwerdeführer hierüber sofort Kenntnis erlangen konnte. Damit weicht die Vorinstanz nicht in einem Masse von der Anklage ab, dass der erstellte Sachverhalt nicht mehr von ihr sinngemäss gedeckt wäre. Schliesslich entfernt sich der Beschwerdeführer vom vorinstanzlich festgestellten Sachverhalt, wenn er behauptet, die Vorinstanz gehe in Bezug auf Anklageziffer 3.3 von einem Vorfall am 25. August 2016 aus, während die Anklage davon spreche, der Vorfall sei "ein anderes Mal" (im Zeitraum von Juni bis 25. August 2016) passiert. Wie dem angefochtenen Urteil zu entnehmen ist, weise der fragliche Vorfall "einen engen Bezug zu den Ereignissen vom 25. August 2016 auf". Insgesamt sei davon auszugehen, "dass es mindestens einen solchen Vorfall im fraglichen Zeitraum gab" (Urteil S. 60 f.). Inwiefern die Vorinstanz damit das Anklageprinzip verletzt haben sollte, ist nicht ersichtlich.