Citation: 2C_482/2022 E. 3

Die Vorinstanz erwog, der Beschwerdeführer 1 sei in erster Ehe mit einer italienischen Staatsangehörigen verheiratet gewesen. Die Ehe habe bis zur Scheidung nur wenige Monate gedauert und es bestünden zahlreiche Indizien für eine Scheinehe, weshalb die Berufung auf die Ehe nach bundesgerichtlicher Praxis rechtsmissbräuchlich erscheine. Der Beschwerdeführer habe sich anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 17. August 2020 nicht mehr an das Geburtsdatum seiner ersten Ehefrau erinnern können, auch nicht an ihren Jahrgang. Die erste Ehefrau des Beschwerdeführers 1 sei acht Jahre älter als dieser, habe zum Zeitpunkt der Eheschliessung eine IV-Teilrente bezogen und ein Einkommen von rund Fr. 1'570.-- pro Monat erzielt. Ungünstige finanzielle Verhältnisse des aufenthaltsberechtigen Ehegatten könnten unter anderem ein Indiz für eine Scheinehe darstellen. Die Ehepartner hätten sich durch den Zwillingsbruder des Beschwerdeführers 1 in dessen Heimatdorf in Kuba kennengelernt. Es könne davon ausgegangen werden, dass es für den Beschwerdeführer 1 nahe gelegen habe, in die Schweiz ziehen zu wollen, wo bereits sein Zwillingsbruder gelebt habe. Die Beziehung des Beschwerdeführers 1 zu seiner zweiten Ehefrau habe lediglich vier Monate nach der Eheschliessung mit der ersten Ehefrau begonnen. Zudem habe der Beschwerdeführer 1 bereits zwei Wochen nach der Scheidung das Ehevorbereitungsverfahren für seine zweite Ehe eingeleitet. Es lägen somit gewichtige Indizien dafür vor, dass die erste Ehe des Beschwerdeführers ausschliesslich aus ausländerrechtlichen Motiven geschlossen worden sei. Bezüglich der zweiten Ehe des Beschwerdeführers 1 erwog die Vorinstanz, es könne nicht ausgeschlossen werden, dass die Ehe mit E.________ in den ersten beiden Jahren tatsächlich gelebt wurde. Es sei davon auszugehen, dass der Ehewille des Beschwerdeführers 1 im Zeitraum zwischen Herbst 2016 und Herbst 2018 erloschen sei. Anschliessend habe der Beschwerdeführer 1 nur noch aus ausländerrechtlichen Motiven bis zum Trennungszeitpunkt an dieser Ehe festgehalten, weshalb in rechtlicher Sicht eine Scheinehe vorgelegen habe. Mit der Beschwerdeführerin 2 habe der Beschwerdeführer 1 eine Parallelbeziehung geführt. Diesen Umstand und das gemeinsame Kind mit der Beschwerdeführerin 2 habe der Beschwerdeführer 1 bei der Verlängerung seiner Aufenthaltsbewilligung ab Ende 2016 bzw. anlässlich seines Gesuchs um Niederlassungsbewilligung (vom 17. Januar 2020) gegenüber den Behörden verschwiegen, weshalb bezüglich diesen Bewilligungen der Widerrufsgrund des Verschweigens wesentlicher Tatsachen im Sinne von Art. 63 Abs. 1 lit. a i.V.m. Art. 62 Abs. 1 lit. a AIG erfüllt sei. Hinsichtlich der ersten Ehe bringen die Beschwerdeführer vor, es sei nicht abschliessend beurteilt worden, ob tatsächlich eine Scheinehe vorliege; auch für das Verfahren vor Bundesgericht könne diese Frage offenbleiben. Bezüglich der zweiten Ehe rügen die Beschwerdeführer, die Vorinstanz habe den wesentlichen Sachverhalt willkürlich festgestellt. In der relevanten Zeitspanne (Februar 2015 bis Februar 2018) existierten keine konkreten Indizien für eine Scheinehe, weshalb der die Integrationskriterien erfüllende Beschwerdeführer 1 ab Februar 2018 so oder so über einen eigenständigen Anspruch auf Verlängerung seiner Aufenthaltsbewilligung gemäss Art. 50 Abs. 1 lit. a AIG verfügt habe. Die Vorinstanz habe nicht festgestellt, wann der Ehewille des Beschwerdeführers erloschen sein soll. Mangels Scheinehe in der relevanten Zeitspanne fehle es auch an der Täuschungsabsicht gegenüber den Behörden bezüglich Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung bzw. Erteilung der Niederlassungsbewilligung. Der vorgenannte Widerrufsgrund sei nicht erfüllt.