Citation: U 236/00 16.07.2002 E. 3

3.- a) Der Beschwerdeführerin ist darin beizupflichten, dass die Krankengeschichte für die Zeit zwischen dem Unfallereignis (vom 11. Mai 1989) und der Unfallmeldung (vom 13. August 1990) nur schlecht dokumentiert ist. Es fehlt insbesondere eine umfassende Beurteilung des Zustandes anlässlich der Erstuntersuchung am 12. Mai 1989 durch Dr. med. F.________. Dieser beschränkte sich im Bericht vom 4. Oktober 1991 auf die nicht näher begründete Diagnose eines "Status nach HWS Schleudertrauma im Mai 1989". b) Wenn auch nicht mit letzter Sicherheit, so doch mit dem relevanten Beweismass der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (vgl. BGE 126 V 360 Erw. 5b, 125 V 195 Erw. 2, je mit Hinweisen) ist davon auszugehen, dass die Beschwerdegegnerin beim Unfall vom 11. Mai 1989 ein Schleudertrauma, eine schleudertraumaähnliche Verletzung der HWS und/oder ein Schädel-Hirntrauma erlitt und die geklagten Beschwerden in natürlichem Kausalzusammenhang mit dem genannten Unfallereignis stehen. Für das Vorliegen einer entsprechenden Schädigung anlässlich des genannten Unfallereignisses sprechen folgende Indizien: Die Beschwerdegegnerin erwähnte einem Zeugen des Unfalls vom 11. Mai 1989 gegenüber, dass sie den Kopf angeschlagen hatte (Protokoll der polizeilichen Befragung des U.________ vom 18. Mai 1989). Im ersten inhaltlichen Arztzeugnis des Dr. med. O.________ vom 14. Dezember 1989 ist von einer HWS-Schleuderung im Mai 1989 die Rede. Alle behandelnden und - im Auftrag der Beschwerdeführerin - begutachtenden Ärzte und Ärztinnen gingen von einem Schleudertrauma, einer schleudertraumaähnlichen Verletzung der HWS oder einem Schädel-Hirntrauma aus (vgl. insbesondere die Gutachten der Neurologischen Klinik des Spitals X.________ vom 5. August 1992 und 3. Juli 1996, die Expertisen des Dr. med. H.________ vom 12. März 1997 und des PD Dr. med. G.________ vom 7. April 1998 sowie die Berichte des Dr. med. C.________ vom 21. Mai 1997, 13. Mai und 9. September 1998 und des Dr. med. P.________ vom 28. Juli 1998 sowie die Stellungnahme des Dr. med. G.________ vom 28. September 1998). Schliesslich anerkannte die Versicherung Q.________ als beteiligter Haftpflichtversicherer das Vorliegen eines Schleudertraumas (Protokoll der Besprechung vom 5. Oktober 1992). Weitere Beweisvorkehren bezüglich des Unfallhergangs sowie der unmittelbaren Folgen sind auch mit Blick auf die zeitlichen Verhältnisse nicht opportun. In Übereinstimmung mit den von der Beschwerdeführerin in Auftrag gegebenen Gutachten, insbesondere denjenigen des Dr. med. H.________ vom 12. März 1997 und des Dr. med. G.________ vom 7. April 1998, ist sodann davon auszugehen, dass das typische Beschwerdebild eines Schleudertraumas, einer schleudertraumaähnlichen Verletzung der HWS oder eines SchädelHirntraumas (Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrationsstörungen etc.) vorliegt. c) Soweit die Beschwerdeführerin den Beweiswert der Gutachten des Dr. med. H.________ (vom 12. März 1997) und des Dr. med. G.________ (vom 7. April 1998) in Frage stellt, kann ihr mit der Vorinstanz nicht beigepflichtet werden. Das Gutachten des Dr. med. H.________ wurde erstattet, nachdem in der Expertise des Spitals X.________ (vom 3. Juli 1996) festgestellt worden war, "die Frage, ob und wenn ja inwieweit die depressive Entwicklung als Unfallfolge zu betrachten (ist), müsste von psychiatrischer Seite beantwortet werden". Dr. med. H.________ tat dies in Nachachtung der in BGE 122 V 160 f. umschriebenen Kriterien für einen voll beweiskräftigen Arztbericht. So nennt er u.a. anamnestisch ausdrücklich, dass die Beschwerdegegnerin am 11. Mai 1989 wegen einer "depressiven Entwicklung in Überlastungssituation seit Oktober 1988 arbeitsunfähig geschrieben war" (Gutachten S. 2) und sie, um die "Depression in den Griff zu bekommen", einen Psychiater konsultiert habe (Gutachten S. 14). Dr. med. G.________ wurde durch die Beschwerdeführerin mit der Begutachtung beauftragt, nachdem Dr. med. C.________ (im Bericht vom 21. Mai 1997) das Gutachten des Dr. med. H.________ (vom 12. März 1997) als "in wissenschaftlicher Hinsicht ungenügend" qualifiziert hatte. Sein Gutachten vom 7. April 1998, welches auf einer persönlichen Untersuchung der Beschwerdegegnerin sowie umfangreichen fremdanamnestischen Abklärungen gründet, ist in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtend. Die Schlussfolgerungen des Experten sind begründet.