Citation: 1B_251/2017 E. 5.3.3

5.3.3. Anschlussinhaber der Rufnummer 5 war B.________ und somit eine Drittperson. Nach der Rechtsprechung erlaubt Art. 270 lit. b Ziff. 1 StPO auch die Überwachung eines Drittanschlusses, soweit hinreichende Anhaltspunkte bestehen, dass der Beschuldigte darauf anrufen wird. Dieser soll sich nicht durch ständigen Wechsel seiner Geräte einer Überwachung entziehen können. In einem derartigen Fall lassen sich Informationen über die Straftat nur durch Überwachung des Drittanschlusses gewinnen (BGE 138 IV 232 E. 6.1 ff. S.238 f.). Wie sich aus dem Telefongespräch zwischen dem Beschwerdeführer und C.________ vom 20. Januar 2015 ergibt, benutzte der Beschwerdeführer zahlreiche Mobiltelefonnummern konspirativ mit dem Ziel, die Überwachung seiner Telefongespräche zu verhindern. Der Beschwerdeführer teilte C.________ mit, er "habe schon noch ein anderes Telefon". Er werde sich auch ein Telefon ausschliesslich für Gespräche mit C.________ anschaffen. Eine neue SIM-Karte habe er schon. Das neue Handy habe er diese Woche besorgt und noch nicht einmal in Betrieb genommen. Er habe auch noch "x andere Nummern" und seine offizielle Nummer habe er auch wieder. Unter diesen Umständen bestanden erhebliche Anhaltspunkte dafür, dass der Beschwerdeführer wegen ständigen Wechsels seiner Rufnummer B.________ mit einer den Strafverfolgungsbehörden unbekannten Nummer telefonieren werde. Von einem solchen Gespräch durften diese wesentliche Erkenntnisse zu der dem Beschwerdeführer vorgeworfenen Erpressung erwarten. Die Überwachung der Telefonnummer von B.________ war damit gemäss Art. 270 lit. b Ziff. 1 StPO zulässig. Sie war in Anbetracht der erheblichen Schwere der untersuchten Straftat (dazu oben E. 4.4) auch dann verhältnismässig, wenn man berücksichtigt, dass es sich bei B.________ um eine nicht beschuldigte Person handelte, gegen welche in die Grundrechte eingreifende Zwangsmassnahmen nach Art. 197 Abs. 2 StPO besonders zurückhaltend einzusetzen waren.