Citation: 1A.5/2000 02.03.2000 E. 6.-

Was sein Eventual-Rechtsbegehren betrifft, bestrei- tet der Beschwerdeführer die Rechtshilfevoraussetzung der beidseitigen Strafbarkeit (Art. 2 Ziff. 1 EAUe). Gemäss dem deutschen Haftbefehl werde um Auslieferung des Beschwerde- führers ersucht "u.a. wegen des Tatvorwurfes der Beteiligung bzw. Rädelsführerschaft in einer terroristischen Vereinigung i.S.v. § 129a" dStGB. Demgegenüber habe "der Schweizer Ge- setzgeber" beim Erlass von Art. 260ter StGB "auf die spe- zielle Erfassung der terroristischen Vereinigung (...) be- wusst verzichtet". a) Die Auslieferung ist zulässig wegen Handlungen, die sowohl nach dem Recht des ersuchenden als auch nach dem des ersuchten Staates mit einer freiheitsbeschränkenden Sanktion im Höchstmass von mindestens einem Jahr oder mit einer schwereren Sanktion bedroht sind (Art. 2 Ziff. 1 EAUe, vgl. auch Art. 35 Abs. 1 IRSG). Betrifft das Auslieferungs- ersuchen mehrere verschiedene Handlungen, von denen jede (nach dem Recht beider Staaten) mit einer freiheitsbeschrän- kenden Sanktion bedroht ist, einige aber die Bedingung hin- sichtlich des Strafmasses nicht erfüllen, so ist der er- suchte Staat berechtigt, die Auslieferung auch wegen dieser Handlungen zu bewilligen (Art. 2 Ziff. 2 EAUe). In Bezug auf den Grundsatz der beidseitigen Straf- barkeit genügt es im Übrigen, dass die untersuchten Delikte sowohl nach deutschem als auch nach schweizerischem Recht strafbar sind (vgl. auch Art. 5 Ziff. 1 lit. a EUeR, Art. 64 IRSG; BGE 125 II 569 E. 5-6 S. 571 ff.; 122 II 422 E. 2a S. 424 mit Hinweisen). Es ist hingegen nicht Aufgabe der Rechtshilfebehörde zu prüfen, ob eine strafbare Handlung vorliegt und welche konkreten Straftatbestände erfüllt sind. Dies wird - im Falle einer Anklageerhebung - vielmehr vom erkennenden Strafrichter zu beurteilen sein. Im Rechtshilfe- verfahren ist indessen zu prüfen, ob die Sachverhaltsdar- stellung der ersuchenden Behörde genügend konkrete Hinweise auf die untersuchten strafbaren Handlungen enthält (vgl. BGE 122 II 134 E. 7b S. 137, 367 E. 2c S. 371; 120 Ib 251 E. 5c S. 255, je mit Hinweisen).