Citation: 6B_303/2018 E. 2.2

2.2. Die Vorinstanz erachtet die Aussagen des Beschwerdegegners 2 als sehr detailliert, in sich schlüssig und konstant. Zudem sei seine Sachdarstellung insbesondere bezüglich des Vorfalls im Club relativ originell und wirke glaubhaft. Auch deckten sich seine Angaben zu der Auseinandersetzung vor dem Club mit dem Videomaterial. Demgegenüber habe der Beschwerdeführer weniger detailliert und mit einem gewissen Hang zur Übertreibung ausgesagt. Dessen Aussagen seien extrem unglaubhaft und alles andere als konstant. Er habe sogar bezüglich seiner Vorstrafe gelogen. Demzufolge sei zugunsten des Beschwerdegegners 2 von dessen Darstellung auszugehen und zwar nicht nur in Bezug auf den Vorfall im Club, bei welchem der Beschwerdeführer den Beschwerdegegner 2 überraschend und aus nichtigem Anlass körperlich angegriffen habe, sondern auch hinsichtlich des Tatgeschehens vor dem Club, wo der Beschwerdeführer den Beschwerdegegner 2 beim Herantreten gefragt habe, ob er noch nicht genug habe oder ob er ihn k.o. schlagen solle. Aus den Videoaufnahmen sei ersichtlich, dass die Aktion zunächst vom Beschwerdeführer ausgegangen sei. Der Beschwerdegegner 2 habe entspannt mit den Händen in den Hosentaschen vom Eingang abgewandt vor dem Club gewartet, in der Hoffnung, bald zu seiner Jacke und seinem Schlüssel zu kommen. Der Beschwerdeführer sei geradewegs auf den Beschwerdegegner 2 zugegangen, sehr nahe Körper an Körper an diesen herangetreten und schliesslich mit einem Bein über die Kordel gestiegen. In rechtlicher Hinsicht erwägt die Vorinstanz, der Beschwerdeführer habe offensichtlich sofort die harte Konfrontation gesucht, indem er ohne Anlass auf Tuchfühlung gegangen sei. Damit sei eine Bedrohung des Beschwerdegegners 2 durch den Beschwerdeführer glaubhaft und von einer Notwehrlage auszugehen. Angesichts der vorausgegangenen Auseinandersetzung der beiden Beteiligten im Club habe vom Beschwerdegegner 2 nicht verlangt werden können, mit einer Reaktion abzuwarten. Aufgrund der gesamten Umstände sei nicht ausgeschlossen, dass sich die Sicherheitsleute zugunsten des Beschwerdeführers parteiisch verhalten hätten, weshalb nachvollziehbar sei, dass sich der Beschwerdegegner 2 in der Bedrohungslage nicht nach diesen umgeschaut habe. Auch sei schwer vorstellbar, wie sich der Beschwerdegegner 2 in dieser Situation vom Beschwerdeführer in Richtung Sicherheitsleute hätte abwenden sollen, habe er doch jeden Moment mit Schlägen gerechnet und habe auf seine Abwehr konzentriert sein müssen. Er habe sich zur Wehr setzen dürfen und sei nicht verpflichtet gewesen, sich zu entfernen. Die beiden Schläge seien heftig und gezielt gegen den Kopf des Beschwerdeführers erfolgt. Nachdem der Beschwerdegegner 2 vom Beschwerdeführer im Club mit Schlägen gegen den Kopf angegriffen worden sei, habe er insbesondere nach entsprechender Androhung mit solchen rechnen dürfen. Damit hat sich der Beschwerdegegner 2 mit jenen Mitteln zur Wehr gesetzt, mit welchen er nach seiner Erwartung angegriffen worden wäre. Der Beschwerdegegner 2 sei mittelschwer angetrunken gewesen. Dass er, nachdem er seitens des Beschwerdeführers plötzlich mit dem Angriff konfrontiert worden sei, eine mildere Verteidigungsart hätte erwägen sollen, könne von ihm in jener Situation nicht verlangt werden. Darüber hinaus sei zu bedenken, dass der besagte Angriff mit einer weniger intensiven Abwehrmassnahme kaum hätte abgewehrt werden können. Die beiden Schläge seien zeitlich dicht aufeinander erfolgt. Eine erneute Entschlussfassung zum zweiten nach dem ersten Schlag sei angesichts dessen auszuschliessen. Der Beschwerdegegner 2 habe mit seinem Doppelschlag diejenige Verteidigung an den Tag gelegt, welche geeignet erschien, den Angriff endgültig zu beenden. Die Abwehrhandlung des Beschwerdegegners 2 sei nicht als unverhältnismässig zu werten und damit noch vom Notwehrrecht gemäss Art. 15 StGB getragen, womit er freizusprechen sei.