Citation: 6B_460/2020 E. 10.4.1

10.4.1. Die Vorinstanz auferlegt dem Beschwerdeführer die Verfahrenskosten gestützt auf seine Verurteilung. Sie beschränkt sich für die Begründung auf die Anführung der Bestimmungen von Art. 426 Abs. 1, Art. 428 Abs. 2 lit. b und Abs. 3 StPO (angefochtenes Urteil S. 284). Gemäss Art. 428 Abs. 2 lit. b StPO können der Partei, die ein Rechtsmittel ergriffen und einen für sie günstigeren Entscheid erwirkt hat, die Verfahrenskosten auferlegt werden, wenn der angefochtene Entscheid nur unwesentlich abgeändert worden ist. Dies ist der Fall, wenn das Urteil nur in einem Nebenpunkt bzw. nur marginal abgeändert wird oder wenn eine Korrektur des angefochtenen Entscheids im Rahmen des gerichtlichen Ermessens erfolgt, wobei die Kostenverteilung innerhalb der rechtlichen Grundsätze im Ermessen des Sachgerichts liegt (Urteil 6B_900/2017 vom 14. Februar 2018 E. 2.3 mit Hinweisen). Der Beschwerdeführer ist im Berufungsverfahren gegenüber dem erstinstanzlichen Urteil in drei Punkten von der Anklage der qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesorgung sowie in je einem Punkt von der Anklage des Betruges und der Urkundenfälschung freigesprochen worden. Gestützt hierauf sowie auf eine stärkere Berücksichtigung der Verletzung des Beschleunigungsgebots hat die Vorinstanz die Strafe um 27 Monate auf 39 Monate herabgesetzt (angefochtenes Urteil S. 292; vgl. auch erstinstanzliches Urteil S. 434). Wie der Beschwerdeführer zu Recht vorbringt, handelt es sich dabei nicht um eine bloss unwesentliche Abänderung des erstinstanzlichen Urteils. Ob die Auferlegung der vollumfänglichen erstinstanzlichen Kosten noch im sachgerechten Ermessen liegt, etwa weil die vorgeworfenen Tathandlungen eng miteinander verflochten sind, so dass ein auch über die einzelnen Sachverhaltskomplexe hinausgehender, weitgehend einheitlicher Sachverhalt vorliegt, kann mangels hinreichender Begründung nicht beurteilt werden (Art. 112 Abs. 1 lit. a BGG). In Bezug auf die Verlegung der Verfahrenskosten des Rechtsmittelverfahrens, die sich nach dem Umfang des Obsiegens oder Unterliegens richtet, erweist sich die Rüge des Beschwerdeführers indes als begründet. Die Vorinstanz wird allerdings aufgrund der Gutheissung der von der Staatsanwaltschaft gegen das angefochtene Urteil geführten Beschwerde (Parallelverfahren 6B_511/2020) ohnehin neu über die Kosten zu entscheiden haben. Dabei wird sie auch prüfen müssen, inwiefern der Beschwerdeführer angesichts seines dannzumal gegebenen Obsiegens im Berufungsverfahren zur vollumfänglichen Rückerstattung der vom Kanton ausgerichteten Entschädigung der amtlichen Verteidigung verpflichtet werden kann (Art. 135 Abs. 4 lit. a StPO; angefochtenes Urteil S 285 f., 295 f.). Soweit der Beschwerdeführer den internen Verteilschlüssel der von ihm und dem Mitangeklagten B.________ zu tragenden Kosten beanstandet (Beschwerde S. 90), ist die Beschwerde indes unbegründet. Es kann zur Rolle des Beschwerdeführers und zum Gewicht seiner Tatbeiträge ohne Weiteres auf die Erwägungen zur Strafzumessung verwiesen werden (oben E. 8.4.2). Nicht zu beanstanden ist schliesslich auch die Auferlegung der Kosten für das Gutachten M.________, auch wenn die Vorinstanz es als fraglich erachtet, ob die "immensen Kosten" von über Fr. 170'000.-- in diesem Umfang notwendig gewesen wären (angefochtenes Urteil S. 35; Beschwerde S. 91). Doch lässt sich aus dem Umstand, dass die Vorinstanz für die Frage der Markenbewertung den Gesichtspunkt der Bilanzierbarkeit in den Vordergrund gerückt hat, nicht zwingend ableiten, das Gutachten M.________ sei mangelhaft und damit ohne Grund eingeholt worden. Jedenfalls liegt die Kostenauflage in diesem Punkt im Rahmen des Ermessens der Vorinstanz.