Citation: 6B_184/2020 E. 2.2.2

2.2.2. Die Vorinstanz erwägt, in der überwiegenden Zahl der Fälle bestehe kein Kausalzusammenhang zwischen Täuschung und Selbstschädigung. Aussagen von Privatklägern zeigten, dass viele davon bezahlt hätten, ohne den Grund für die Rechnungstellung zu kennen und ohne diese mit dem fraglichen Telefonanruf resp. mit dem vermeintlichen Abschluss eines Abonnements zu verbinden. Für zahlreiche Privatkläger sei bereits der Erhalt einer Rechnung Grund genug gewesen. Das folge aus aktenkundigen Aussagen wie: " Wir gehen davon aus, dass wir nur Rechnungen bekommen, wenn wir wirklich etwas zahlen müssen "; " Das war einfach automatisch. Ich habe den Einzahlungsschein genommen und bezahlt. Meine Ärzte haben ihr Konto auch in U.________. Heute würde ich sicher genauer schauen, was der Grund für die Rechnung ist "; " Ich war sehr stutzig. Der Firmenname sagte mir nichts. Ich bezahlte trotzdem. Ich ging einfach davon aus, dass ich die Rechnung zahlen musste "; " Ja, wenn man eine Rechnung bekommt, geht man davon aus, dass man bezahlen muss ". Andere Privatkläger hätten gemeint, die Rechnung aus einem anderen Grund erhalten zu haben: " Ich surfte im Internet und dann bekam ich eine Rechnung. Ich sagte dann zu meiner Frau, dass ich jetzt etwas angeklickt haben muss, das Geld gekostet hat. Dann bezahlte ich die Rechnung "; " Ich hatte ein Paket mit Kleidern per Versand bestellt und bereits eine Teilzahlung geleistet. Ich dachte, die Rechnung könnte deswegen gekommen sein, daher bezahlte ich die Rechnung ". Wiederum andere hätten die Rechnung aus Angst vor negativen Konsequenzen bezahlt, ohne der Meinung zu sein, einen mündlichen Vertrag geschlossen zu haben: " Mein Mann bezahlte, weil er keine Mahnung wollte "; " Das stand so geschrieben, dass ich Angst hatte, dass wenn ich nicht einzahle, dass dann etwas nicht mehr gut ist ".