Citation: U 207/98 15.03.2000 E. 2

2.- Streitig und zu prüfen ist zunächst, ob der Beschwerdeführer an - auf den Unfall vom 8. August 1991 zurückzuführenden - somatischen Beschwerden (Nacken-/Kopfschmerzen, Bewegungseinschränkung beider Schultern, Funktionsbeeinträchtigung der HWS) leidet, wie er dies auf Grund der ärztlichen Berichte der Dres. K.________ und M.________ geltend macht. a) Die Vorinstanz erwog, laut Gutachten des ZMB vom 14. Oktober 1996 lägen beim Beschwerdeführer keine organischen Unfallfolgen mehr vor. Eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit sei ausschliesslich psychogen begründet. Demzufolge hat das kantonale Versicherungsgericht hinsichtlich der somatischen Unfallfolgen auf eine Prüfung des natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhangs verzichtet. b) Das Abstellen des kantonalen Gerichts auf das Gutachten des ZMB lässt sich unter keinen Titeln beanstanden. Die Expertise wurde unter Verwertung aller verfügbaren Unterlagen und mit Blick auf die massgeblichen Bestimmungen der schweizerischen Sozialversicherungsgesetzgebung erstellt (vgl. Meyer-Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, in: BJM 1989 S. 31). Der Beschwerdeführer wurde während eines stationären Aufenthalts vom 19. bis 23. August 1996 orthopädisch, neurologisch, rheumatologisch, psychiatrisch und neuropsychologisch untersucht. Seine geklagten Beschwerden wurden dabei berücksichtigt und die medizinischen Zusammenhänge umfassend und einleuchtend dargelegt. Die Beurteilungen durch die betreffenden Spezialärzte sind widerspruchsfrei und logisch geschlossen. Die Feststellungen bauen aufeinander auf und nehmen unter sich Bezug. Einzig zum rheumatologischen Status bringt Dr. S.________ einen Vorbehalt an. Er diagnostiziert ein aetiologisch unklares Zerviko-Brachialsyndrom rechts bei/mit wahrscheinlicher funktionell (psychogen) bedingter Pseudoparese des rechten Arms, konsekutiver Periarthropathiae humeroscapularis partim ankylosans rechts bei Status nach wahrscheinlichem HWS-Distorsionstrauma und Schulterkontusion rechts am 8. August 1991. Klinisch objektivierbar sei eine deutliche Einschränkung der Schultergelenksbeweglichkeit rechts, entsprechend einer partiell ankylosierenden Periarthritis humeroscapularis, sowie ein mässig ausgeprägtes Zervikalsyndrom. Die deutlich zur Schau gestellte Parese des rechten Arms sei in keiner Weise durch ein somatisches Leiden erklärbar. Die Teilankylosierung im rechten Schultergelenk dürfte zu einem grossen Teil schon-fehlhaltungsbedingt sein, vorausgesetzt, dass radiologisch, allenfalls im MRI, keine Läsion der knöchernen und tendiösen (Rotatoren) Strukturen objektivierbar seien. Dieser Vorbehalt erfolgte offensichtlich aus dem Grund, dass Dr. S.________ keine Röntgenbilder der HWS und der rechten Schulter zur Verfügung standen. Gemäss dem Austrittsbericht des Spitals X.________ vom 15. August 1991 ergaben die Röntgenaufnahmen von Schädel, HWS sowie Schultergelenk damals aber keine frische ossäre Läsion, womit dieser Vorbehalt entfällt. Das Gutachten erlaubt demnach eine klare und abschliessende Beurteilung der somatischen Beschwerden, wie sie auch der zusammenfassenden Beurteilung der Kommission für medizinische Begutachtung entspricht. c) Was der Beschwerdeführer dagegen vorbringt, ist unbehelflich. Zwar leidet er auch nach dem Bericht von Dr. K.________ vom 5. Dezember 1995 unverändert an einer Bewegungseinschränkung der rechten (und auch der linken) Schulter, ferner an Nacken- und Kopfschmerzen sowie an einer dauernden Funktionsbeeinträchtigung der HWS. Dr. K.________ führt diese Beschwerden aber keineswegs uneingeschränkt auf den Autounfall zurück, wie es der Beschwerdeführer behaupten lässt. Vielmehr beurteilt er die Beeinträchtigungen der HWS und der Schultern nur teilweise als unfallbedingt, und auch die Funktionsbehinderung der HWS ist nach seiner Meinung auf unfallunabhängige degenerative Veränderungen zurückzuführen (Osteochondrose und Spondylosis deformans der HWS, Uncovertebralarthrose und Spondylarthrose). Die unfallbedingte Funktionsbehinderung schätzt Dr. K.________ bezüglich HWS und Schultern auf je 10 %, die unfallunabhängigen Behinderungen dagegen auf 80 % ein. Weil Dr. K.________ seine Diagnose nicht begründet, ist es im Gegensatz zum Gutachten ZMB unmöglich, seinen Beurteilungen zu folgen und die Schlussfolgerungen nachzuvollziehen. Anders als das Gutachten ZMB beruht der Bericht offenkundig nicht auf allseitigen Untersuchungen, und es ist fraglich, ob er in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist. Sein Beweiswert ist aus diesen Gründen erheblich eingeschränkt. Auch vom übrigen Aussagegehalt her ist der Bericht ungenügend. So geht daraus nicht hervor, in welchem Masse die unfallbedingten Funktionsbehinderungen die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers beeinträchtigen. Ebenso wenig lässt sich danach beantworten, ob die Unfallkausalität überwiegend wahrscheinlich ist. Eine abschliessende Beurteilung der Ursachen und Folgen der somatischen Beschwerden ist auf Grund dieses Berichtes somit nicht möglich. Die gleichen Vorbehalte gelten gegenüber dem ärztlichen Bericht M.________ vom 3. Februar 1993. Auch daraus wird keineswegs mit der erforderlichen Klarheit deutlich, ob und in welchem Umfang die geklagten somatischen Beschwerden auf das Unfallereignis zurückzuführen sind. Der Arzt spricht zwar von diversen Erkrankungen des Beschwerdeführers, ohne sich aber zu deren Ursachen näher zu äussern. d) Unter diesen Umständen ist allein auf das Gutachten ZMB abzustellen. Die davon teilweise abweichenden ärztlichen Auffassungen von Dr. K.________ und M.________ sind nicht geeignet, jene Schlussfolgerungen ernsthaft in Frage zu stellen. Auch der Beschwerdeführer wendet dagegen nichts Substanzielles ein. Seine Kritik beschränkt sich vielmehr auf die Beweiswürdigung der medizinischen Unterlagen durch das kantonale Versicherungsgericht, welche seiner Meinung nach einseitig ausgefallen ist. Dieser Einwand ist aus den dargelegten Gründen unzutreffend. Damit kann auf weitergehende medizinische Abklärungen verzichtet werden.