Citation: H 2/01 28.12.2001 E. 5

5.- a) Eine eingeschriebene Postsendung gilt grundsätzlich in dem Zeitpunkt als zugestellt, in welchem die angeschriebene Person sie tatsächlich in Empfang nimmt. Wird die Person nicht angetroffen und wird daher eine Abholungseinladung in ihren Briefkasten oder ihr Postfach gelegt, so gilt die Sendung in jenem Zeitpunkt als zugestellt, in welchem sie auf der Poststelle abgeholt wird. Geschieht dies nicht innert der Abholfrist von sieben Tagen gemäss den von der Post gestützt auf Art. 11 des Postgesetzes vom 30. April 1997 erlassenen Allgemeinen Geschäftsbedingungen "Postdienstleistungen", so gilt die Sendung als am letzten Tag dieser Frist zugestellt (BGE 127 I 31, 123 III 493, 119 II 149 Erw. 2, 119 V 94 Erw. 4b/aa, je mit Hinweisen). Gleiches gilt auch, wenn der Adressat einer eingeschriebenen Sendung der zuständigen Poststelle einen Zurückbehaltungsauftrag erteilt hat (BGE 123 III 494 Erw. 1). Die Zustellungsfiktion rechtfertigt sich, weil die an einem Verfahren Beteiligten nach dem Grundsatz von Treu und Glauben dafür zu sorgen haben, dass behördliche Akten sie erreichen können. Diese Pflicht entsteht mithin als prozessuale Pflicht mit der Begründung eines Verfahrensverhältnisses und gilt insoweit, als während des hängigen Verfahrens mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit mit der Zustellung eines behördlichen Aktes gerechnet werden muss (BGE 119 V 94 Erw. 4b/aa). b) Die Beschwerdeführer bringen vor, sie hätten die Sendung wegen eines Auslandaufenthaltes nicht entgegennehmen können. Dieser Einwand ist jedoch unbehelflich. Die Beschwerdeführer hatten sich in ihrer unmittelbar vor der Abreise an die kantonale Instanz gerichteten Eingabe vom 29. Oktober 2000 aller Erfahrung nach auf die Rechtsmittelbelehrung einer Verfügung gestützt, diese indessen weder beigelegt noch genau bezeichnet. Sie mussten daher mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit mit einer Rückfrage des angerufenen Gerichts betreffend die angefochtene Verfügung rechnen. Unter diesen Umständen waren sie verpflichtet, dem Gericht - und nicht der Poststelle - ihre Abwesenheit mitzuteilen (ZAK 1987 S. 536 Erw. 3b) oder einen Vertreter zur Vornahme allenfalls notwendiger Massnahmen zu bevollmächtigen. Ein Gericht ist nicht verpflichtet, Nachforschungen nach dem Verbleib einer Partei anzustellen, wenn diese sich nicht um die Annahme ihrer Post kümmert. Es hätte daher auch nicht genügt, wenn das Verwaltungsgericht von der Poststelle über den Rückbehalteauftrag der Beschwerdeführer und damit über ihre Abwesenheit in Kenntnis gesetzt worden wäre. Die Rechtssicherheit und der Grundsatz der rechtsgleichen Behandlung verlangen, dass die Regeln der Zustellung gerichtlicher Sendungen durch die Post möglichst klar, einfach und vor allem einheitlich gehandhabt werden (BGE 100 III 7 Erw. 3). Würde auf die konkreten Vereinbarungen der Parteien mit der Post abgestellt, könnten sie die Prozesse verzögern und die Rechtsgleichheit wäre nicht mehr gewährleistet. Das Schreiben vom 10. November 2000 hat daher sieben Tage ab Eingang bei der Poststelle X.________ als zugestellt zu gelten. Da die Beschwerdeführer innert der bis 23. November 2000 laufenden Frist die angefochtene Verfügung unbestrittenermassen nicht eingereicht haben, durfte die Vorinstanz androhungsgemäss verfahren. Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde erweist sich daher als unbegründet, soweit darauf einzutreten ist.