Citation: 4C.456/1999 16.03.2000 E. 5

5.- a) Die Vorinstanz erwog, ein Defekt an der Katalysatoranlage bei einem Occasionsfahrzeug liege nicht ausserhalb dessen, womit ein Käufer vernünftigerweise rechnen müsse. Sie begründete dies unter Hinweis auf die Literatur damit, dass bei über 8 Jahren alten Fahrzeugen Schäden an der Auspuffanlage mit einer Häufigkeit von 10% bis 20% vorkommen. Der Kläger wendet dagegen ein, die Katalysatorenteile seien bewusst ausgebaut worden. Er habe nicht damit rechnen müssen, dass am Fahrzeug technische oder andere Veränderungen vorgenommen worden seien, über die er nicht informiert worden war. Im Ergebnis macht er damit geltend, es sei für die Beurteilung der Tragweite der Freizeichnungsklausel nicht nur der Mangel als solcher, sondern auch die Art und Weise von dessen Zustandekommen zu berücksichtigen. b) Der in Frage stehende Mangel ist unbestrittenermassen weder von der Beklagten selbst, noch von deren Hilfspersonen herbeigeführt worden. Somit entfällt die Anwendbarkeit von Art. 100 Abs. 1 OR zum vornherein, und es kann offen gelassen werden, ob diese Norm für Kaufverträge überhaupt zu beachten ist (die Frage wurde ebenfalls offen gelassen in BGE 107 II 161 E. 7b/c S. 166/7). Gemäss Art. 199 OR ist die Vereinbarung über Aufhebung oder Beschränkung der Gewährspflicht ungültig, wenn der Verkäufer dem Käufer die Gewährsmängel arglistig verschwiegen hat. Ein solches Verhalten wird der Beklagten ebenfalls nicht vorgeworfen. Eine über diese Vorschriften hinausgehende Beachtung der Entstehungsweise eines Sachmangels ist weder der gesetzlichen Regelung noch in Lehre und Praxis bekannt. Die klägerische Auffassung würde zudem bedeuten, dass der gleiche Mangel je nach Art seiner Entstehung vom Haftungsausschluss erfasst wäre oder nicht. Eine solche Differenzierung wäre jedoch gerade im Gebrauchtwagenhandel unpraktikabel, weil bei Occasionsautos im Allgemeinen nicht festgestellt werden kann, wie ein Mangel entstanden ist, nachdem der Gebrauchtwagen oft durch mehrere Hände gegangen ist. Da bei der objektivierten Auslegung zu berücksichtigen ist, was sachgerecht ist, weil nicht anzunehmen ist, dass die Parteien eine unangemessene Lösung gewollt haben (BGE 122 III 420 E. 3a S. 424 mit Hinweisen), kann der klägerischen Auffassung deshalb nicht gefolgt werden. c) Am Schluss, dass der Mangel nicht ausserhalb dessen lag, womit die Parteien hätten rechnen müssen, vermögen gemäss der Vorinstanz auch die eine funktionierende Katalysatoranlage bescheinigenden Dokumente nichts zu ändern, da diese im Zeitpunkt des Kaufes nicht mehr aktuell waren. Das Kantonsgericht führte diesbezüglich aus, zwischen der letzten Motorfahrzeugkontrolle und dem in Frage stehenden Verkauf des Ferraris seien mehr als 7 Monate vergangen, und es habe ein Handwechsel stattgefunden. Der Kläger habe deshalb nicht davon ausgehen dürfen, dass in diesem Zeitraum keine neuen Mängel am Fahrzeug entstanden seien. Im Lichte der gesamten Umstände ist dieser Schluss bundesrechtlich nicht zu beanstanden. Der Kläger vermag mit seinen dagegen gerichteten Einwänden nicht durchzudringen: Soweit er Argumente vorbringt, welche sich auf die in dieser Zeit gefahrenen Kilometer beziehen, finden diese im vorinstanzlichen Urteil keine Stütze und sind daher unzulässig. Gleiches gilt für die neuen Ausführungen zur Herstellergarantie für die Katalysatoren. Um eine im Verfahren der Berufung nicht überprüfbare Frage der Beweiswürdigung handelt es sich bei der Rüge, die Vorinstanz habe die Häufigkeit, mit welcher mit Mängeln am Katalysator gerechnet werden muss, falsch ermittelt (vgl. hiezu oben E. 2). d) Nachdem die Funktionsuntüchtigkeit der Katalysatoranlage nicht gänzlich ausserhalb dessen lag, womit der Käufer vernünftigerweise rechnen musste, kann offen bleiben, inwiefern bei dieser Sachlage die wirtschaftliche Erheblichkeit des Mangels eine Rolle spielt. Diese wäre mit dem Kantonsgericht entgegen der klägerischen Auffassung ohnehin zu verneinen.