Citation: 5A_461/2013 E. 4.1.3

4.1.3. Vorliegend hat das Konkursamt diese beiden Formen (E. 4.1.2 Abs. 1 und 2) vermischt. Einerseits hat es den Beteiligten eine Frist angesetzt (Art. 105 Abs. 2 BGG; vgl. die E-Mail des Konkursamts vom 27. März 2013: "Wir bitten Sie um Mitteilung [...] bis spätestens Donnerstag, 28. März 2013, 12.00 Uhr, ob Sie Ihre Offerte noch nachbessern wollen oder nicht. [...]."). Andererseits hat es trotzdem - auch nach dieser Fristansetzung - das Gebot des Beschwerdegegners 2 der Beschwerdeführerin noch mitgeteilt. Dieses Vorgehen ist nach dem Gesagten nicht zulässig: Entscheidet sich das Konkursamt für eine Fristansetzung an die Bietenden für ein jeweiliges letztes Gebot, geht es nicht an, das zeitlich frühere (letzte) Gebot eines Bieters dem anderen Bieter (der sein letztes Gebot noch einreichen kann) noch mitzuteilen. Die Ansetzung einer Frist an die Bietenden bedeutet wie erwähnt gerade die Abkehr (beziehungsweise das Ende) vom bisherigen eigentlichen Steigerungsverfahren, in dem die jeweiligen Gebote den anderen Bietern mitgeteilt wurden, um höhere Angebote zu provozieren. Teilt das Konkursamt ein solches nach der Fristansetzung erfolgtes letztes Gebot den übrigen Beteiligten, die ihr letztes Gebot noch nicht eingereicht haben, mit, erwächst ihnen aus dem Vorgehen des Konkursamts ein unzulässiger Vorteil. Damit verletzt das Konkursamt das im Begriff jeder (und damit auch einer internen) Steigerung liegende Prinzip der Gleichbehandlung der Bieter (vgl. dazu Hüsler, Die Steigerungsbedingungen in der Zwangsversteigerung von Grundstücken, 1937, S. 9 und S. 28; Rutz/Roth, in: Basler Kommentar, SchKG I, 2. Aufl. 2010, N. 2 zu Art. 126 SchKG; BGE 87 I 259 S. 261).