Citation: 6B_208/2023 E. 2.5

2.5. Die Vorinstanz qualifiziert die Tatausführung mittels der unvermittelten grossen Anzahl Messerstiche gegen den Hals und den Oberkörper des wehrlosen Beschwerdegegners 2 zu Recht als unmenschlich sowie aussergewöhnlich grausam und damit als besonders skrupellos im Sinne von Art. 112 StGB. Sie weist zutreffend darauf hin, dass es für diese Art der Tatausführung mittels eines Messers oder einer gleichwertigen Stichwaffe einer besonders hohen kriminellen Energie bedarf, welche die Abscheulichkeit der Tat erhöht. Der Mordqualifikation steht gemäss den zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz nicht entgegen, dass das Tatmotiv des Beschwerdeführers im Unklaren blieb, da dieser diesbezüglich falsche Angaben machte (angeblicher Angriff des Beschwerdegegners 2) und sich der Beschwerdegegner 2 nicht dazu äusserte bzw. anfänglich gar die Täterschaft des Beschwerdeführers verschwieg, um ein Einschalten der Polizei zu verhindern (vgl. angefochtenes Urteil E. 5.2.3 S. 15). Im Raum stehen Vermutungen von Personen aus dem Umfeld des Beschwerdeführers und des Beschwerdegegners 2, wonach es bei der Tat um einen Streit um eine Frau oder eine Abrechnung aus illegalen Geschäften, für offene Geldschulden oder in der Vergangenheit wiederholt begangenes Unrecht gegangen sein könnte (vgl. angefochtenes Urteil E. 4.2 S. 27). Keines dieser Tatmotive erscheint einfühlbar oder geeignet, die sich aus der Tatausführung ergebende besondere Grausamkeit und Kaltblütigkeit in einem anderen Lichte erscheinen zu lassen. Anhaltspunkte, dass der Beschwerdeführer aus einfühlbaren Gründen oder einer schweren Konfliktsituation heraus gehandelt hätte, liegen nicht vor. Die Tat ist folglich auch bei einer Gesamtwürdigung der äusseren und inneren Umstände als besonders skrupellos zu werten. Der Schuldspruch wegen versuchten Mordes im Sinne von Art. 112 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB verletzt nach dem Gesagten kein Bundesrecht.