Citation: U 263/06 23.07.2007 E. 4

4.1 Die Versicherte litt bereits vor dem Unfall an Nacken- und Kopfschmerzen und war deswegen in Abklärung und Behandlung. Nach der Auffahrkollision vom 10. November 1999 galt sie bis 16. November 1999 zu 100 % arbeitsunfähig und unternahm anschliessend eine dreiwöchige Schiffsreise. Dr. med. M.________ hatte der Versicherten am 15. November 1999 neun Physiotherapiebehandlungen verordnet, welchen sie sich auf dem Schiff unterzog. Nach ihrer Rückkehr war die Beschwerdeführerin wieder vollumfänglich arbeitsfähig. Bei der Unfallversicherung machte sie ausser der Übernahme der Kosten für die Physiotherapie auf dem Schiff keine weiteren Leistungen geltend, sondern gelangte für die Behandlungskosten der nach wie vor bestehenden Rücken- und Nackenbeschwerden - wie vor dem Unfall - an die Krankenkasse. Am 4. Januar 2000 teilte die SUVA der Versicherten telefonisch mit, sie sei entgegenkommenderweise bereit, die physiotherapeutische Behandlung auf dem Schiff zu übernehmen. Damit war für sie der (Grund)Fall abgeschlossen. Wenn die Versicherte - nach vollumfänglicher Wiederaufnahme der Berufstätigkeit im Anschluss an die Schiffsreise und ohne Geltendmachung weiterer Ansprüche gegenüber der SUVA - über zwei Jahre später mit einer Rückfallmeldung wieder an die Unfallversicherung gelangt, ist dies - entgegen der Auffassung der Vorinstanz und der Beschwerdeführerin - effektiv als Rückfall zu betrachten. Dies hat zur Folge, dass für eine erneute Leistungspflicht der Unfallversicherung das Vorliegen eines natürlichen Kausalzusammenhanges zwischen dem geklagten Beschwerdebild und dem Unfall mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein muss. 4.2 Das kantonale Gericht hat in umfassender Würdigung der medizinischen Aktenlage sorgfältig und überzeugend dargelegt, dass der für eine Leistungspflicht der Unfallversicherung erforderliche natürliche Kausalzusammenhang zwischen den geklagten Beschwerden und dem Unfall vom 10. November 1999 nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit gegeben ist. Auf die entsprechenden Erwägungen kann verwiesen werden. Daran vermögen die Vorbringen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde nichts zu ändern. Wie bereits im kantonalen Verfahren räumt die Beschwerdeführerin das Bestehen eines krankhaften Vorzustandes ein, macht jedoch geltend, verschiedene Beschwerden seien erst nach dem Unfall aufgetreten und bestehende Beschwerden seien durch das Ereignis massiv verstärkt worden. Was zunächst die Kopfschmerzen anbelangt, ist mit der Vorinstanz darauf hinzuweisen, dass Dr. med. S.________ anlässlich einer neurologischen Untersuchung im September 1999 - kurz vor dem Unfall - chronische Spannungskopfschmerzen mit dringendem Verdacht auf medikamenteninduzierten Dauerkopfschmerz diagnostiziert hatte. Gemäss seinem Bericht vom 28. September 1999 litt die Patientin bereits seit zwei Jahren an vermehrten Kopfschmerzen, wobei sie seit Juni 1999 täglich auftraten, und wirkte sie sehr depressiv. Wie das kantonale Gericht in seinem Entscheid aufgezeigt hat, wurden in den verschiedenen, nach dem Unfall erstellten medizinischen Berichten grossmehrheitlich ebenfalls Spannungskopfschmerzen festgestellt und hat die behandelnde Ärztin Dr. med. G.________ dem Kreisarzt Dr. med. B.________ am 24. Oktober 2002 gar das Verschwinden der Kopfschmerzen mitgeteilt. Von einer negativen Veränderung der Kopfschmerzen seit dem Unfall kann keine Rede sein. Wegen der Nackenschmerzen sodann war die Versicherte 1995, 1997 und 1998 in physiotherapeutischer Behandlung. Selbst wenn von einer Verschlimmerung dieser Schmerzen auszugehen ist, kann diese - wie die Vorinstanz überzeugend dargelegt hat - in Anbetracht der in den verschiedenen Berichten festgehaltenen, erheblichen vorbestehenden Beschwerden nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf den Unfall zurückgeführt werden. Entgegen den Ausführungen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde hielt Dr. med. M.________ in seinem Bericht vom 14. August 2002 nicht fest, "der Unfall habe zumindest eine richtungsgebende Verschlimmerung eines krankhaften Vorzustandes bewirkt", sondern schrieb, "ein Zusammenhang mit dem Unfallereignis sei anzunehmen, zumindest eine richtungsgebende Verschlimmerung eines krankhaften Vorzustandes", was in Würdigung der gesamten Aktenlage für den Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nicht ausreicht. Bezüglich der thorakolumbalen Schmerzen schliesslich ist nicht zu beanstanden, dass das kantonale Gericht diese gestützt auf die medizinischen Berichte als sekundäre Beschwerden wertete, auf unfallfremde Faktoren der Rückenprobleme hinwies und eine überwiegend wahrscheinliche Unfallkausalität verneinte. Zu keinem andern Ergebnis führt das von der IV-Stelle Obwalden eingeholte MEDAS-Gutachten vom 22. Dezember 2005. Soweit es sich überhaupt auf den massgebenden Zeitpunkt des Einspracheentscheides bezieht, äussert es sich jedenfalls nicht zur vorliegend entscheidenden Frage der Unfallkausalität der Beschwerden. Formulierungen wie "Status nach Heckauffahrkollision" oder "nach dem Heckauffahrunfall..." treffen nur eine anamnestische Feststellung und liefern keine hinreichende Aussage zur Frage der Kausalität. Der vorinstanzliche Entscheid ist somit im Ergebnis rechtens.