Citation: 5A_179/2018 E. 6.3

6.3. Kann aufgrund des ausländischen Wohnsitzes des nicht obhutsberechtigten Elternteils kein gerichtsübliches Besuchsrecht an den Wochenenden angeordnet werden, so kommt dem Ferienbesuch besondere Bedeutung zu. Der Beschwerdeführer weist zu Recht darauf hin, dass die von der Vorinstanz getroffene Regelung nur einen sehr eingeschränkten persönlichen Verkehr zulässt. Sie hat zur Folge, dass die Kinder den Beschwerdeführer in den geraden Jahren nur gerade drei Wochen sehen und danach während eines ganzen Jahres bis zu den nächsten Sommerferien keinen persönlichen Kontakt mehr mit ihm haben. In den ungeraden Jahren liegen die Besuche (in den Sommer- und Weihnachtsferien) ein halbes Jahr auseinander. Die Vorinstanz hat ausdrücklich festgehalten, dass die Kinder sich wünschen, den Vater öfter zu sehen. Wie bereits ausgeführt, darf das eingeschränkte Besuchsrecht nicht allein mit der Mittellosigkeit des Beschwerdeführers begründet werden (vorne E. 5.2). Die Beziehung der Kinder zum Beschwerdeführer ist wichtig und kann bei ihrer Identitätsfindung eine entscheidende Rolle spielen (vgl. BGE 142 III 481 E. 2.8 S. 496 mit Hinweisen), sodass das Kindeswohl vorliegend grundsätzlich ein weitergehendes als das mit dem angefochtenen Entscheid gewährte Besuchsrecht gebietet. Die Vorinstanz begründet ihren Entscheid mit dem aufgrund individueller Schwierigkeiten erhöhten Bedürfnis der Kinder nach Verlässlichkeit. Eine verlässliche Besuchsrechtsausübung kann aber nicht von vornherein mit rein spekulativen Erwägungen (Ferien beim Grossvater könnten "offenbar" nicht mehr "als garantiert gelten", Zelten sei im April und Oktober keine "feste" Option) verneint werden. Vielmehr ist der persönliche Kontakt der Kinder zum Vater gerade aufgrund ihrer individuellen Schwierigkeiten für ihre persönliche Entwicklung besonders bedeutend. Es ist nicht statthaft, den Kindern häufigeren Kontakt zum Vater aufgrund der blossen Möglichkeit zu versagen, die Ferien könnten nicht auf dieselbe Art wie bisher verbracht werden. Die Ausführungen der Vorinstanz blenden aus, dass auch auf andere Weise als durch Wohnen beim Grossvater väterlicherseits oder Zelten in der Schweiz kostengünstig Ferien verbracht werden können. Zudem bemerkt der Beschwerdeführer mit Bezug auf seinen Vater zu Recht, dass die Belastung während einer Woche mit jener während drei aufeinanderfolgenden Wochen nicht vergleichbar sei. Die Vorinstanz hat ihr Ermessen somit auch hier bundesrechtswidrig ausgeübt, weshalb die Beschwerde in diesem Punkt ebenfalls gutzuheissen ist.