Citation: 6B_523/2024 E. 1.6.3

1.6.3. Weder die Vorinstanz noch der Gutachter B.________ verkennen, dass die Diagnosen in den bisherigen Gutachten nicht identisch waren. Entgegen dem Einwand des Beschwerdeführers geht der Sachverständige B.________ auf die Gemeinsamkeiten und Unterschiede ein. Er legt dar, dass die Diagnose einer paranoiden Persönlichkeitsstörung (F60.0 nach ICD-10) in den bisherigen Gutachten seit 2005 und den Therapieberichten unstrittig sei. Ferner führt er aus, dass sich beim Beschwerdeführer alle Merkmale der dissozialen Persönlichkeitsstörung (F60.2 nach ICD-10) feststellen liessen, weshalb zusätzlich eine entsprechende Diagnose gestellt werden könnte, wie dies im Gutachten C.________ gemacht worden sei. Da viele der beschreibbaren Merkmale der dissozialen Persönlichkeitsstörung jedoch stark durch die paranoide Persönlichkeit und die wahnhafte Störung bedingt seien, erscheine es seines Erachtens zutreffender, primär von einer paranoiden Persönlichkeitsstörung mit zusätzlichen dissozialen Persönlichkeitsmerkmalen zu sprechen. Die Merkmale der paranoiden Persönlichkeitsstörung würden sich teilweise mit denen der narzisstischen Persönlichkeitsstörung überlappen, weshalb es sich erübrige, beim Beschwerdeführer zusätzlich narzisstische Persönlichkeitszüge zu benennen (wie in den Gutachten D.________). Ebenfalls würden die erkennbaren emotional instabilen/impulsiven Persönlichkeitszüge auf die paranoiden - und dissozialen - Merkmale zurückgehen und sollten daher nicht zusätzlich diagnostisch benannt werden. Histrionische Persönlichkeitszüge, wie in den Gutachten D.________ benannt, liessen sich nach Ansicht des Sachverständigen B.________ auch unter der stellenweise mit starken, übertriebenen bzw. theatralisch wirkenden Affekten verbundenen paranoiden Persönlichkeitsstörung subsumieren. Ferner erscheine es aufgrund des Ausmasses und der Unverrückbarkeit der paranoiden Gedanken und Wahrnehmungen des Beschwerdeführers gerechtfertigt und sinnvoll, mittlerweile zusätzlich von einer wahnhaften Störung in Form eines Verfolgungs- und Querulantenwahns (F22.0 nach ICD-19) auszugehen, die sich auf dem Boden der paranoiden Persönlichkeitsstörung entwickelt habe. Diese Diagnose sei in den früheren Gutachten ab 2010 zwar nicht gestellt, deren Symptome jedoch schon ausführlich beschrieben worden. Hinsichtlich der Sexualität des Beschwerdeführers lasse sich die Diagnose einer Hebephilie im Sinne einer sonstigen Störung der Sexualpräferenz (F60.8 nach ICD-10) stellen. Diese diagnostische Einschätzung entspreche im Wesentlichen jener in den Gutachten C.________ und D.________ (kantonale Akten, act. 64, Gutachten B.________, S. 95 ff. und 117).