Citation: 6B_833/2022 E. 2.4

2.4. Aufzuheben ist die Massnahme, wenn sie ihren Zweck erreicht hat. Das ist hier nicht der Fall. Sie ist weiter aufzuheben, wenn feststeht, dass sie keine erzieherischen oder therapeutischen Wirkungen mehr entfaltet, doch darf die Massnahme nicht vorschnell wegen Wirkungslosigkeit aufgegeben werden (HUG/SCHLÄFLI/VALÄR, a.a.O., NN. 2-4 zu Art. 19 JStG). Eine Massnahme kann sich aufdrängen, wenn ein Jugendlicher jegliche Zusammenarbeit verweigert, therapeutisch-erzieherisch nicht erreichbar ist oder weitere schwere Delikte begeht bzw. sich in immer grössere Schwierigkeiten verstrickt (vgl. Urteile 6B_661/2018 vom 24. August 2018 E. 1.4; 6B_85/2014 vom 18. Februar 2014 E. 4; 1B_437/2011 vom 14. September 2011 E. 4.2). Mit fehlender Motivation und schlechter Führung soll der Jugendliche nicht eine weniger eingreifende Massnahme erzwingen können (MARCEL RIESEN-KUPPER, in: Andreas Donatsch [Hrsg.], StGB/JStG, Kommentar, 21. Aufl. 2022, N. 4 zu Art. 15 JStG). Jungen Straftätern soll durch die Massnahme die Chance einer noch möglichen Förderung ihrer Persönlichkeitsentwicklung eröffnet werden (Urteile 6B_661/2018 vom 24. August 2018 E. 1.4; 6B_1000/2017 vom 25. Oktober 2017 E. 3.7; 6B_866/2017 vom 11. Oktober 2017 E. 1.6.3).