Citation: 6B_959/2021 E. 3.3.3

3.3.3. Die Vorinstanz zieht weiter die gesundheitliche Situation des Beschwerdeführers in die Interessenabwägung mit ein. Ihr zufolge befinde sich der Beschwerdeführer zwar momentan in einer Substitutionstherapie, jedoch seien die entsprechenden Medikamente mit grosser Wahrscheinlichkeit auch im Kosovo verfügbar. Zudem habe er unlängst erklärt, dass er eine Absetzung der Medikamente plane. Die Ausführungen der Vorinstanz sind zutreffend und was der Beschwerdeführer dagegen vorbringt, überzeugt nicht. Zunächst ist der Beschwerde nicht zu entnehmen, welche Präparate er einnimmt. Entsprechend rügt er auch nicht substanziiert, dass diese im Kosovo nicht erhältlich wären. Vielmehr leitet er diese Hypothese aus einem generellen Reisehinweis des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) ab, der die grundsätzliche Verfügbarkeit einer ausreichenden medizinischen Versorgung (zumindest in den grösseren Ortschaften) jedoch gerade bestätigt. Daraus kann folglich nicht geschlossen werden, dass die Weiterführung der Suchtbehandlung des Beschwerdeführers im Kosovo schlechterdings unmöglich wäre. Dies umso weniger, als er, wie bereits erwähnt, nicht gezwungen wäre, sich im selben abgelegenen Dorf wie seine Grossmutter niederzulassen. Die blosse Tatsache, dass die Behandlung allenfalls nicht in gleicher Qualität wie in der Schweiz angeboten würde, hindert die Landesverweisung derweil nicht (vgl. dazu Urteile 6B_822/2021 vom 4. Juli 2022 E. 2.4; 6B_1226/2021 vom 1. April 2022 E. 2.3.1; je mit Hinweisen). Dasselbe gilt für den Umstand, dass die Beschaffung der Medikamente allenfalls mit grösserem Aufwand als in der Schweiz verbunden wäre. Angesichts der beabsichtigen Absetzung der Medikamente ist zudem unklar, ob und wie lange der Beschwerdeführer deren überhaupt noch bedarf. Weiter legt er nicht dar, inwiefern die Präsenz seiner Familie für den Erfolg seiner Therapie unabdingbar sein sollte. Diese konnte ihn bis anhin jedenfalls weder von mehrfacher Delinquenz noch vom Konsum von Betäubungsmitteln abbringen. Seinen Angehörigen ist es zudem unbenommen, ihn sowohl von der Schweiz aus wie auch anlässlich von Besuchen vor Ort bei der Verfolgung seiner Therapieziele zu unterstützen.