Citation: 9C_452/2022 E. 4.1

4.1. Nach dem Dargelegten mass die Vorinstanz dem Gerichtsgutachten vom 4. November 2021 (auch unter revisionsrechtlichen Gesichtspunkten) Beweiskraft zu. Der Beschwerdeführer bestreitet diesen Schluss nicht oder zumindest nicht ausdrücklich. Sofern er bezüglich der retrospektiven Einschätzung des Dr. med. C.________ bemängelt, es sei diesem nicht gelungen, nachvollziehbar darzulegen, dass und welche neuen Elemente tatsächlicher Natur den Sachverhalt massgebend verändert hätten, tangiert dies den Beweiswert der Expertise nicht. So gehört es nicht zu den gutachterlichen Aufgaben, sich zum Vorliegen eines Revisionsgrunds im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG zu äussern oder einen solchen gar darzulegen. Der Experte hat vielmehr den Gesundheitszustand zu beurteilen, wenn nötig dessen Entwicklung im Laufe der Zeit zu beschreiben und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (vgl. BGE 140 V 193 E. 3.2). Dieser Aufgabe kam Dr. med. C.________ in genügender Weise nach. Wie das kantonale Gericht zutreffend erwog, sprach er sich insbesondere hinreichend darüber aus, inwiefern rückblickend eine effektive Veränderung des Gesundheitszustands eintrat. Dabei schloss er, es habe im Zeitpunkt der Begutachtung bei Dr. med. B.________ ein affektiv besserer Zustand vorgelegen. Es ist der Vorinstanz beizupflichten, dass dieser Schluss plausibel ist mit Blick auf die Ausführungen und Schlussfolgerungen von Dr. med. B.________ im Gutachten vom 14. März 2019. Auch dieser hatte den Beschwerdeführer persönlich untersucht (und gestüzt darauf ein depressives Geschehen gänzlich verneint). Dem Beweiswert der Gerichtsexpertise vom 4. November 2021 schadet auch nicht, dass Dr. med. C.________ einräumte, es sei wegen des wechselhaften Gesundheitszustands und der ungenauen Angaben in den Akten retrospektiv nicht möglich, bezüglich Arbeitsfähigkeit genaue Zeitabschnitte anzugeben. Im Gegenteil wäre dem Beweiswert abträglich, wenn derlei Unsicherheiten in Bezug auf weniger gut dokumentierte Zeiträume nicht offengelegt würden. Es gilt denn auch zu beachten, dass eine retrospektive Beurteilung von Gesundheitszustand und Arbeitsfähigkeit naturgemäss mit Unsicherheiten behaftet ist (vgl. Urteil 8C_879/2017 vom 5. Februar 2018 E. 3.2.2). Dies gilt im vorliegenden Fall umso mehr, als der Beschwerdeführer über Jahre Kokain und amphetaminhaltige Drogen konsumierte und nach wie vor ein dauerhafter Alkoholüberkonsum besteht. Sowohl der mittlerweile eingestellte Drogen- wie auch der persistierende Alkoholkonsum führen aufgrund ihrer psychoaktiven Wirkung zu diagnostischen Unsicherheiten, worauf auch Dr. med. C.________ hinwies. Die erwähnten Unsicherheiten ändern aber nichts daran, dass Dr. med. C.________ den Verlauf der Arbeitsunfähigkeit transparent und nachvollziehbar darlegte. Mit Blick darauf hat die Vorinstanz seiner Expertise vom 4. November 2021 zu Recht Beweiskraft beigemessen. Zu prüfen bleibt, ob gestützt darauf eine revisionsrechtlich relevante Sachverhaltsänderung rechtsgenüglich erstellt ist.