Citation: 2C_860/2020 E. 5.2.2

5.2.2. Der Beschwerdeführer hat gegenüber dem kantonalen Migrationsamt unbestrittenermassen die Existenz seiner beiden vor- bzw. ausserehelichen Kinder verschwiegen. Dabei bildet der Umstand, dass eines dieser Kinder während seiner Ehe geboren wurde, rechtsprechungsgemäss ein Indiz dafür, dass er eine Parallelbeziehung im Ausland verschwiegen haben könnte (vgl. vorne E. 4.3). Es fehlt auch nicht an weiteren, nach der erwähnten Rechtsprechung unter Umständen erforderlichen Hinweisen dafür, dass tatsächlich eine parallele Zweitbeziehung bestand. Als entsprechender Hinweis ist insbesondere der Umstand zu betrachten, dass Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die heutige Ehefrau während der ersten Ehe des Beschwerdeführers mit den Kindern in dessen Haus in U.________ gewohnt hat. Denn sollte dies der Fall gewesen sein, hätte der Beschwerdeführer seiner heutigen Ehefrau und Mutter seiner Kinder schon während der ersten Ehe besondere wirtschaftliche Leistungen erbracht (vgl. dazu auch vorne E. 4.3). Der Beschwerdeführer stösst deshalb ins Leere, soweit er vor dem Bundesgericht geltend macht, der Umstand, dass seine heutige Ehefrau während seiner ersten Ehe mit den Kindern in seinem Haus gelebt haben soll, könne nicht als Indiz für eine Parallelbeziehung im Sinne der Rechtsprechung gewertet werden. Die Tatsache, dass der Beschwerdeführer in der Schweiz einer geregelten Erwerbstätigkeit nachgegangen und er jährlich (lediglich) für mindestens zwei Wochen zu Besuchszwecken in seine Heimat zurückgekehrt ist, schliesst sodann nicht aus, dass er eine Parallelbeziehung zu seiner heutigen Ehefrau führte. Dies gilt schon deshalb, weil es auf die qualitative Natur der ausserehelichen Beziehung ankommt (vgl. vorne E. 4.3), die Dauer der Besuche des Beschwerdeführers im Heimatland dagegen nicht allein entscheidend ist und die Aussagen des Beschwerdeführers es ohnehin auch als möglich erscheinen lassen, dass er während seiner ersten Ehe durchschnittlich erheblich mehr als zwei Wochen bei seiner heutigen Ehefrau in der Heimat weilte. Sodann steht (anders als gemäss der Beschwerde) der Umstand, dass der Beschwerdeführer vor der Geburt seines Sohnes den Kosovo verliess und die erste Ehe einging, der Annahme einer Parallelbeziehung nicht entgegen, da das Verlassen der Heimat und der damit verbundene Verzicht auf das Beisein bei der Geburt des Sohnes im Interesse einer rascheren Ermöglichung des Familiennachzuges erfolgt sein können. Es ist mit Blick auf das Ausgeführte im Übrigen nicht ersichtlich, worauf der Beschwerdeführer abzielen will, soweit er behauptet, es habe "nur" ein "aussereheliches Verhältnis" mit "ausserehelichen Intimitäten" und keine Parallelbeziehung im Sinne der Rechtsprechung vorgelegen (vgl. dazu Beschwerde, S. 14).