Citation: 6P.145/2005 01.03.2006 E. 5

Der Beschwerdeführer macht geltend, einem Schuldspruch wegen Hehlerei stehe der fehlende Nachweis der Vortat entgegen. Es sei nicht erwiesen, dass die gegen B.________ ausgesprochene Verurteilung wegen Veruntreuung in Rechtskraft erwachsen sei. Er leitet daraus ab, dass er im jetzigen Zeitpunkt nicht verurteilt werden dürfe. 5.1 Der Tatbestand der Hehlerei setzt unter anderem objektiv voraus, dass sich die Tat auf eine Sache bezieht, die ein anderer durch eine strafbare Handlung gegen das Vermögen erlangt hat (Art. 160 Ziff. 1 StGB). Die Vortat muss tatbestandsmässig und rechtswidrig sein (BGE 101 IV 402 E. 2, mit Hinweisen). 5.2 Am 11. Dezember 2002 wurde B.________ wegen mehrfacher Veruntreuung im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 1 StGB verurteilt. In der Untersuchung anerkannte er, mehrere Fahrzeuge (darunter auch den Audi 80 Avant) gegen den Willen der Eigentümerin veräussert zu haben, und erklärte sich schuldig (angefochtenes Urteil, S. 14, mit Verweis auf das erstinstanzliche Urteil, S. 22). Bei dieser Sachlage ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz eine nach Art. 160 Ziff. 1 StGB relevante Vortat bejaht hat. Der Beschwerdeführer macht auch nicht etwa geltend, der Straftatbestand der Veruntreuung sei nicht erfüllt oder es läge ein Rechtfertigungsgrund vor. Er bringt einzig vor, es fehle am erforderlichen Nachweis, dass B.________ rechtskräftig verurteilt worden sei. Eine formell in Rechtskraft erwachsene Verurteilung des Vortäters setzt der Tatbestand der Hehlerei indessen nicht voraus. Der Hehler kann auch bestraft werden, wenn der Vortäter nicht verfolgt und bestraft wird, zum Beispiel weil er unbekannt oder flüchtig ist (BGE 101 IV 402 E. 2 S. 405; Günter Stratenwerth/Guido Jenny, Schweizerisches Strafrecht, Besonderer Teil I, 6. Aufl., Bern 2003, S. 432; Philippe Weissenberger, in: Basler Kommentar, Strafgesetzbuch II, Basel 2003, Art. 160 N 8). Nicht anders verhält es sich, wenn ein Strafverfahren gegen den Vortäter geführt wird, aber noch nicht abgeschlossen ist. Denn einen Anspruch auf Sistierung des Strafprozesses bis zur rechtskräftigen Erledigung jenes Verfahrens, das gegen den Vortäter angehoben worden ist, ergibt sich aus Bundesrecht jedenfalls nicht.