Citation: 4P.237/2005 02.02.2006 E. B

Mit Revisionsgesuch vom 8. September 2005 beantragt die Gesuchstellerin, der Vorentscheid (Preliminary Award) des Schiedsgerichts im Schiedsverfahren ZHK Nr. 362 vom 30. April 2002 sei aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Am 20. Oktober 2005 reichte sie eine Gesuchsergänzung ein. Sie ruft den Revisionsgrund von Art. 137 lit. b OG an und macht geltend, dass hochrangige Arbeitnehmer der Gesuchsgegnerin bzw. ihrer Tochtergesellschaften insbesondere in Deutschland systematisch illegale Vertriebsmethoden angewendet und Ärzte und Spitäler zu derartigen illegalen Vertriebsmethoden angestiftet hätten, in erster Linie mit dem Ziel, den Verkauf ihres eigenen Bluthochdruckmittels W.________ zum Nachteil des Lizenzprodukts V.________ zu fördern. Erheblich sei auch die Tatsache, dass die Vertreterin der Gesuchsgegnerin überdies zur Verbreitung des Vertragsprodukts (V.________) kriminelle Methoden angewendet habe. Dazu lägen nun als neue entscheidende Beweismittel Strafurteile für Deutschland vor, während die Verfahren in Italien offensichtlich noch hängig seien. Die von der Gesuchsgegnerin bzw. der für sie handelnden Tochtergesellschaft in Deutschland und ihren Angestellten begangenen Straftaten wögen so schwer, dass das Schiedsgericht die Gültigkeit der Kündigung bei Kenntnis dieser Straftaten anders beurteilt hätte - für sich allein wie auch in Kombination mit den übrigen Vertragsverletzungen. Die Gesuchsgegnerin beantragt, auf das Revisionsgesuch sei nicht einzutreten, eventualiter sei es abzuweisen. Das Schiedsgericht verzichtet unter Hinweis auf die Stellungnahme vom 10. Oktober 2005 zu den prozessualen Anträgen der Gesuchstellerin auf eine weitere Vernehmlassung.