Citation: 6B_354/2022 E. 3.3.7

3.3.7. Es obliegt dem Gericht zu beurteilen, ob eine von der sachverständigen Person diagnostizierte psychische Störung als schwer im Sinne von Art. 59 Abs. 1 StGB zu qualifizieren ist (BGE 146 IV 1 E. 3.5.3 ff.; vgl. auch Urteil 6B_643/2018 vom 5. September 2018 E. 1.4). Diesen Grundsatz berücksichtigt die Vorinstanz. Sie erwägt, die von Gesetzes wegen erforderliche Schwere der psychischen Störung sei keine aus sich selbst heraus bestimmbare absolute Grösse, die sich allein nach Klassifikationssystemen richtet. Der funktionale Begriff der psychischen Störung sei auf die Rückfallprävention auszurichten. Gemäss Gutachten stehe die psychische Störung in einem intensiven Zusammenhang mit den Delikten. Dies spreche für eine schwere psychische Störung. Die Vorinstanz weist darauf hin, dass die Sachverständige an der Berufungsverhandlung bestätigte, die psychische Störung wiege so schwer, dass eine stationäre Massnahme notwendig sei. Sodann berücksichtigt die Vorinstanz, dass aufgrund der Ephebophilie eine hohe Rückfallgefahr besteht, wobei die psychische Störung als vorherrschende Ursache der Delinquenz anzusehen ist. Nach Angaben der Sachverständigen sei die sexuelle Deviation des Beschwerdeführers die Hauptursache für seine Straftaten. Seine psychische Störung zeige sich insofern in seinen Taten, als er ein weites System aufgebaut habe, um mit Jünglingen sexuelle Handlungen vorzunehmen. Er habe nicht nur die Opfer manipuliert, sondern auch deren Familien. Folglich sei eine schwere psychische Störung im Sinne von Art. 59 Abs. 1 StGB erstellt.