Citation: 6B_1004/2021 E. 1.5.2

1.5.2. Der Beschwerdeführer kritisiert, weder die Erst- noch die Vorinstanz hätten sich einen unmittelbaren Eindruck von C.________ verschafft. Vielmehr stützten sie sich nur auf die Einvernahmen aus dem Vorverfahren, obgleich es angesichts des unklaren Sachverhalts unabdingbar gewesen wäre, C.________ als Zeugen einzuvernehmen. Die Erstinstanz erwog, C.________ sei nach rechtskräftiger Verurteilung und erfolgter Ausschaffung unbekannten Aufenthalts und habe deshalb nicht zur Hauptverhandlung vorgeladen werden können. Inwiefern die Vorinstanz mit ihrem Vorgehen gegen Art. 6 Ziff. 3 lit. d EMRK verstossen haben soll, ist von vornherein nicht ersichtlich, nachdem C.________ schon im Rahmen einer Konfrontationseinvernahme durch die Staatsanwaltschaft parteiöffentlich befragt worden war und der Beschwerdeführer damit wenigstens einmal während des Verfahrens angemessene und hinreichende Gelegenheit hatte, die ihn belastenden Aussagen in Zweifel zu ziehen und Fragen an den Belastungszeugen zu stellen (siehe BGE 141 IV 220 E. 4.5; 140 IV 172 E. 1.3). Bei dieser Sachlage belegt auch die vom Beschwerdeführer angeführte Literaturstelle (FRANK MEYER, in: Konvention zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten, Kommentar, Karpenstein/Mayer [Hrsg.], 2. Aufl. 2015, N. 201 zu Art. 6 EMRK) keine Konventionsverletzung, zumal sich die zitierte Aussage, dass sich das Gericht auch um die Ladung schwer auffindbarer Zeugen bemühen müsse, lediglich auf den Fall bezieht, dass eine Aussage überhaupt konventionsrechtlich erforderlich ist. Ausserdem weist der Autor an anderer Stelle ausdrücklich darauf hin, dass Zeugen aus tatsächlichen Gründen nicht (mehr) für eine adversatorische Gegenüberstellung zur Verfügung stehen können, so z.B. bei unbekanntem Aufenthalt im Ausland (FRANK MEYER, a.a.O., N. 204 zu Art. 6 EMRK). Schliesslich wird in der Beschwerde nicht behauptet und ist auch nicht erkennbar, dass C.________ von der Staatsanwaltschaft als Zeuge statt als Auskunftsperson hätte einvernommen werden müssen und dem Beschwerdeführer durch die Einvernahme als Auskunftsperson ein Nachteil entstanden wäre (siehe Urteile 6B_1028/2020 vom 1. April 2021 E. 1.1; 6B_952/2019 vom 11. Dezember 2019 E. 2.3).