Citation: 6B_347/2007 29.11.2007 E. 4

4.1 Eventualiter wendet sich die Beschwerdeführerin gegen den Verzicht der Vorinstanz auf die Anordnung einer ambulanten Behandlung im Sinne Art. 43 Ziff. 1 Abs. 1 aStGB bzw. von Art. 63 Abs. 1 StGB. Die Vorinstanz habe lediglich deswegen keine ambulante Behandlung angeordnet, weil der Gutachter zum Schluss gelangt sei, die Persönlichkeitsstörung des Beschwerdegegners sei nur äusserst schwer behandelbar, und weil der Beschwerdegegner keine Therapiebereitschaft zeige. Diese Begründung sei im Rahmen der Auslegung von Art. 63 Abs. 1 StGB bundesrechtswidrig. Denn entweder seien die Voraussetzungen für eine Verwahrung gemäss Art. 64 Abs. 1 lit. b StGB erfüllt oder sie seien noch nicht erfüllt, dann müsse aber zumindest eine ambulante Massnahme im Sinne von Art. 63 Abs. 1 StGB angeordnet werden. Die Vorinstanz nehme nämlich ein deutlich höheres Rückfallrisiko an als es dem statistischen Rückfallrisiko für den Vorwurf eines (versuchten) Tötungsdelikts entspreche. Damit gehe vom Beschwerdegegner ganz offensichtlich und weiterhin ein massives Gefährdungspotential aus. Unter diesen Umständen dürften an die Anordnung einer ambulanten Massnahme unter dem Titel von Art. 63 Abs. 1 StGB keine allzu hohen Anforderungen gestellt werden. 4.2 Die Vorinstanz verletzt kein Bundesrecht, wenn sie annimmt, die Voraussetzungen für eine ambulante Massnahme nach Art. 43 Ziff. 1 Abs. 1 aStGB und bzw. nach Art. 59 und 61 StGB seien nicht erfüllt. Sie stützt sich auch in diesem Punkt zu Recht auf das Gutachten der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich vom 21. Juni 2006, welches dem Beschwerdegegner eine kombinierte, nur äusserst schwer behandelbare Persönlichkeitsstörung attestiert, auf seinen fehlenden Behandlungswillen verweist und mangels erkennbarer therapeutischer Erreichbarkeit auf die Empfehlung einer ambulanten Behandlung verzichtet (Untersuchungsakten HD act. 28/7 S. 42, 52 f.; vgl. oben E. 3.6). Dieser Schluss steht im Einklang mit der bundesgerichtlichen Rechtsprechung. Diese verlangt für die Anordnung einer therapeutischen Massnahme ein Mindestmass an Kooperationsbereitschaft seitens des Betroffenen bzw. ein Minimum an Willen, sich einer Therapie zu unterziehen und diese nicht von vornherein kategorisch abzulehnen (Urteil des Kassationshofs 6S.487/1995 vom 15. September 1995 E. 2d; vgl. auch Urteil 6S.468/2000 vom 25.11.2000 E. 3). Eine solche minimale Bereitschaft ist hier offensichtlich nicht gegeben. Im Übrigen würde sich nach der Auffassung des Gutachters die Anordnung einer ambulanten Massnahme mit erheblicher Wahrscheinlichkeit gerade kontraproduktiv auswirken, da diese dem Beschwerdegegner die Begründung liefern würde, sich fremdbestimmten Situationen nicht auszusetzen. Wie die Beschwerdeführerin zu Recht vorbringt, führt die Vorinstanz in ihrem Urteil lediglich die Art. 59 und 61 StGB auf, erwähnt aber Art. 63 StGB nicht. Ihre diesbezüglichen Erwägungen beziehen sich aber offensichtlich auch auf die ambulante Massnahme im Sinne von Art. 63 StGB. Die Beschwerde erweist sich auch in diesem Punkt als unbegründet.