Citation: 6B_1428/2020 E. 2.6.1

2.6.1. In rechtlicher Hinsicht macht die Beschwerdeführerin geltend, die Vorinstanz habe bei der Härtefallprüfung nicht genügend berücksichtigt, dass sie mit 16 Jahren in die Schweiz eingereist sei und seit rund 28 Jahren hier lebe. Eine Landesverweisung ist für sie aufgrund ihrer langen Aufenthaltsdauer zweifelsohne mit einer gewissen Härte verbunden. Daraus alleine lässt sich jedoch noch kein für die Annahme eines Härtefalls genügend gewichtiges persönliches Interesse an ihrem Verbleib in der Schweiz ableiten. Ob ein Härtefall vorliegt, entscheidet sich weder anhand von starren Altersvorgaben, noch führt die Anwesenheitsdauer von 28 Jahren automatisch zur Annahme eines Härtefalls. Die Härtefallprüfung ist vielmehr in jedem Fall anhand der gängigen Integrationskriterien vorzunehmen (vgl. BGE 146 IV 105 E. 3.4.4; 144 IV 332 E. 3.3.2; Urteile 6B_1424/2019 vom 15. September 2020 E. 3.4.1; je mit Hinweisen). Eine längere Aufenthaltsdauer, zusammen mit einer guten Integration, ist in aller Regel ein starkes Indiz für das Vorliegen eines Härtefalls (BGE 146 IV 105 E. 3.4.4). In einem Fall hielt das Bundesgericht zwar kürzlich fest, dass den Kinder- und Jugendjahren im Heimatland keine überragende Bedeutung mehr zukommen könne, wenn eine Person den weitaus grössten Teil ihres Lebens in der Schweiz verbracht habe und hier verwurzelt sei (vgl. Urteil 6B_587/2020 vom 12. Oktober 2020 E. 2.2.2). Dennoch ist die Kinder- bzw. Jugendzeit im Heimatland bei der Prüfung eines Härtefalls stets zu berücksichtigen. Es gelingt der Beschwerdeführerin nicht, darzulegen, inwiefern sich die Einreise im jungen Alter von 16 Jahren in ihrem konkreten Fall derart prägend auf ihre Persönlichkeit ausgewirkt haben soll, dass dadurch von einer gelungenen Integration in der Schweiz gesprochen werden könnte. Die Vorinstanz bezieht die Aufenthaltsdauer der Beschwerdeführerin in der Schweiz gebührend in die Härtefallprüfung mit ein und würdigt sie richtigerweise lediglich als ein Element unter anderen (vgl. Urteil S. 7 f.). Die vorinstanzlichen Ausführungen sind nicht zu beanstanden.