Citation: 8C_823/2023 E. 8.3.1

8.3.1. Es verstehe sich von selbst - so das Bundesamt weiter -, dass die Kodifizierung eines derart komplexen Regelungssystems wie der Invaliditätsbemessung nicht einfach sei und sich die bisherige Rechtsprechung auch nicht "tel quel" in einer Verordnung ("generell-abstrakt") fassen lasse, dies namentlich mit Blick auf den eher weiten Ermessensspielraum, den die bisherige Rechtsprechung dem Rechtsanwender belassen habe. Punktuelle Anpassungen seien daher unumgänglich gewesen. Die neuen Verordnungsbestimmungen enthielten auch diverse Verbesserungen für die Versicherten, wie etwa die vereinfachte und grosszügiger zuzulassende Parallelisierung. Sodann sei bei den Geburts- und Frühinvaliden die Reduktion des Valideneinkommens durch die bisherigen Altersstufen vor Erreichung des 30. Altersjahres aufgegeben worden. Und im Rahmen der Festlegung des funktionellen Leistungsvermögens nach Art. 49 Abs. 1bis IVV seien neu medizinischerseits sämtliche quantitativen und qualitativen Einschränkungen einzubeziehen, was unter Umständen entsprechende Rückfragen beim RAD bedinge. Die bisherige Rechtsprechung habe zu viel Ermessensspielraum belassen, um den Befürchtungen hinsichtlich eines Anstiegs der Beschwerdefälle zufolge Einführung des stufenlosen Rentenanspruchs Rechnung zu tragen.