Citation: 5A_11/2025 E. 4

Die Einsetzung einer Kindesvertretung wird zwar von Amtes wegen geprüft und sie erfolgt ermessensweise, jedoch ist den Eltern gemäss Lehre und bundesgerichtlicher Rechtsprechung wegen der damit verbundenen finanziellen Belastung und Beschränkung der Vertretungsmacht vorgängig zur Einsetzung das rechtliche Gehör zu gewähren (Urteil 5A_894/2015 vom 16. März 2016 E. 4.1; AFFOLTER-FRINGELI/ VOGEL, in: Berner Kommentar, 2016, N. 64 zu Art. 314a bis ZGB; MEIER, in: Commentaire Romand, 2. Aufl. 2023, N. 33 zu Art. 314a bis ZGB; SCHWEIGHAUSER, in: FamKomm Scheidung, 4. Aufl. 2022, Band II, N. 48 zu Art. 299 ZPO; SPYCHER, in: Berner Kommentar, 2012, N. 9 zu Art. 299 ZPO; SCHWEIGHAUSER, in: Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung (ZPO), 4. Aufl. 2025, N. 32 zu Art. 299 ZPO; ISLER/ DIGGELMANN, Vertretung und prozessuale Stellung des Kindes im Zivilprozess, in: SJZ 2015, S. 146 f.). Was dagegen vorgebracht wird, überzeugt nicht: Dass die Frage angeblich bereits im Rahmen des KESB-Verfahrens diskutiert worden wäre und die Parteien ihre diesbezügliche Stellungnahme eingebracht hätten, ist in der angefochtenen Verfügung als für das Bundesgericht verbindlicher Sachverhaltsbasis (vgl. Art. 105 Abs. 1 BGG) nirgends erwähnt und lässt sich so auch nicht den Erwägungen des KESB-Entscheides entnehmen. Dort wird erwähnt, dass Rechtsanwältin E.________ mit einer E-Mail orientiert habe, sie sei vom Kind kontaktiert worden, und an anderer Stelle wird festgehalten, deren Einsetzung als Kindesvertreterin würde das Verfahren unnötig in die Länge ziehen, nachdem sich die KESB von der persönlichen Situation des Kindes und dessen Einstellung ein Bild habe machen können. Ohnehin hätte sich eine Diskussion einzig auf die Einsetzung einer Kindesvertreterin im KESB-Verfahren beziehen können. Ob eine Einsetzung erstmals im Rechtsmittelverfahren geboten ist, stellt eine andere Frage dar und es konnte dem Verwaltungsgericht ohne Anhörung der Parteien nicht klar sein, wie diese hierzu Stellung beziehen würden. Es beruft sich in der Instruktionsverfügung denn auch nicht auf eine solche Positionierung, sondern begründet die Einsetzung einzig mit den entgegengesetzten elterlichen Positionen zur Obhutsfrage. Mithin ging es entgegen der Darstellung des Verwaltungsgerichts so oder anders nicht um eine "erneute", sondern um eine erstmalige Anhörung der Parteien zur Frage der Einsetzung einer Kindesvertreterin im Rechtsmittelverfahren. Im Übrigen ist jeder Anhörung eine gewisse Zeitverzögerung immanent, weshalb diese für sich genommen kein Grund sein kann, von einer Anhörung abzusehen. Dass sodann aufgrund der Umstände des Einzelfalles zur Wahrung des Kindeswohls von einer besonderen Dringlichkeit bei der Einsetzung auszugehen gewesen wäre, welche eine vorgängige Anhörung ausgeschlossen hätte, wird nicht vorgebracht; ohnehin hätte diesfalls nachgelagert eine Gehörsgewährung erfolgen müssen. Schliesslich kann das Bundesgericht in der vorliegenden Konstellation nicht gewissermassen im Sinn einer Heilung des rechtlichen Gehörs selbst über die Einsetzungsfrage entscheiden, weil dies direkt die Sache betrifft, welche ausserhalb des Beurteilungsgegenstandes steht (dazu E. 1).