Citation: 9C_146/2014 E. 4.4

4.4. Dass Dr. med. B.________ im Gutachten eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung diagnostiziert hat, ist nicht entscheidend, ergibt sich doch die zweifellose Unrichtigkeit der ursprünglichen Verfügung vom 5. Januar 1996 aus den damaligen (fehlenden) medizinischen Unterlagen. Ferner kann sich der Beschwerdeführer nicht auf eine Besitzstandsgarantie berufen, da mit der unter dem Vorbehalt einer Revision zufolge Änderung des Sachverhalts (Art. 17 Abs. 1 IVG), einer prozessualen Revision (Art. 53 Abs. 1 ATSG) oder einer Wiedererwägung (Art. 53 Abs. 2 ATSG) stehenden Zusprechung einer Invalidenrente eben gerade keine Bestandesgarantie verbunden ist. Sodann erfolgte die wiedererwägungsweise Aufhebung der Invalidenrente nicht mit dem Zweck, die Finanzlage der Versicherung zu verbessern, sondern zur Herstellung des gesetzmässigen Zustandes. Auch die lange Dauer der Rentenausrichtung steht der Wiedererwägung nicht entgegen (vgl. E. 4.1 vorne). Ob der Versicherte sodann nach zwei Jahrzehnten Abwesenheit vom Arbeitsmarkt eine Stelle findet, ist nicht ausschlaggebend. Die in der Invalidenversicherung für die Invaliditätsbemessung massgebende ausgeglichene Arbeitsmarktlage (Art. 28a Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 16 ATSG) kennt eine genügende Anzahl Arbeitsgelegenheiten, welche eine Verwertung der Arbeitsfähigkeit ermöglichen (vgl. BGE 110 V 273 E. 4b S. 276). Zu guter Letzt ist eine ursprünglich zweifellos zu Unrecht zugesprochene, in der Folge während 20 Jahren ausgerichtete Invalidenrente auch nicht mit Blick auf die Rechtssicherheit und das erweckte Vertrauen weiter zu gewähren. Die Berufung auf den Vertrauensschutz scheitert schon daran, dass dem Beschwerdeführer zu keinem Zeitpunkt entgegen den gesetzlichen Bestimmungen verbindlich eine unbefristete Invalidenrente zugesichert wurde (vgl. BGE 131 II 627 E. 6.1 S. 636, 129 I 161 E. 4.1 S. 170; SVR 2007 BVG Nr. 41 S. 146).