Citation: 4A_515/2008 16.01.2009 E. A

Die X.________ AG (Beschwerdeführerin) schloss am 22. März 2006 mit der Y.________ AG (Beschwerdegegnerin) einen Zusammenarbeitsvertrag ab. Dieser war bis Ende Juni 2006 befristet und sollte nur mit Zustimmung beider Parteien fortgesetzt werden. Ende Mai 2006 bestellte die Beschwerdeführerin bei der Beschwerdegegnerin 94'292 Winterreifen für die Saison 2006. In der Folge kaufte die Beschwerdegegnerin bei der A.________ dieselbe Anzahl Reifen (Bestellung vom 29. Mai 2006). Am Dienstag, 20. Juni 2006, sandte die Beschwerdeführerin der Beschwerdegegnerin ein Schreiben, das soweit vorliegend von Interesse folgende Punkte behandelte: Titel: Annulation/Stornierung Warenbestellungen Winter 2006 vom 29. Mai 2006; "Die heutige Zusammenarbeit zwischen der Firma Y.________ AG und der Firma X.________ AG kann aus den folgenden Gründen nicht weitergeführt werden." [diverse Gründe]; Punkt 8: "Die Warenübernahme Sommerlager B.________ im Wert von Fr. 248'155.30 werden an die Firma Y.________ AG zurückgegeben. Die Ware steht im Lager C.________ zur Abholung bereit. Dieser Betrag wird bei unseren Kreditoren in Abzug gebracht (gem. Warenliste siehe Beilage)." Am Montag, 26. Juni 2006, um 10.35 Uhr sandte D.________ von der Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin ein E-Mail, in dem er auf Punkt 8 des obigen Schreibens Bezug nahm und ausführte: "Wir werden diese Ware sofort bei Ihnen übernehmen. Bitte informieren Sie das Lager C.________, dass wir die Ware abholen. Können wir die Ware heute Nachmittag oder morgen abholen?" Um 12.05 Uhr gleichentags wurde an D.________ ein E-Mail gesandt, das folgenden Wortlaut hatte: "Guten Tag die Ware wird bereitgestellt und das genaue Abholdatum wird Ihnen bekannt gegeben." Dieses E-Mail trägt den Absender von E.________ von der Beschwerdeführerin, dessen E-Mailadresse und in der "An:"-Zeile steht bloss "D.________", nicht dessen E-Mailadresse. Die Beschwerdeführerin bestreitet, dass dieses E-Mail von E.________ geschrieben worden sei. Um 12.29 Uhr schrieb E.________ der Beschwerdegegnerin ein E-Mail mit folgendem Inhalt: "Da Sie nach der uns vorliegenden Vollmacht nicht berechtigt sind, weitere Anweisungen zu erteilen, bitten wir um schriftliche Bestätigung durch Herrn F.________, dass die Firma Y.________ AG die Ware zurück nimmt und eine schriftliche Bestätigung der stornieren beider Rechnungen. Sowohl auch die Stornierung der falschen Rechnung [sic]. Sobald wir im Besitze dieser schriftlichen Bestätigungen sind, werden wir das Lager informieren und Ihnen das genaue Abholdatum bekannt geben." Darauf antwortete die Beschwerdegegnerin mit E-Mail von 13.05 Uhr: "Sehr geehrter Herr E.________. Als Firma und GL sind wir selbst berechtigt, Ihnen direkte Anweisungen zur Abholung zu geben. [...] Wir bestätigen, dass wir die Rechnungen, die mit der zu übernehmenden Ware zusammenhängen, nach Übernahme und ordnungsgemässe Zahlung, stornieren werden. Können wir die Ware morgen übernehmen?" Um 17.45 Uhr schrieb die Beschwerdeführerin, sie werde keine E-Mails als Bestätigung akzeptieren und erwarte weiter das Einverständnis von Herrn F.________. Am 28. Juni 2006 schrieb die Beschwerdeführerin der Beschwerdegegnerin einen Brief, worin sie ankündigte, die Ware Sommerlager B.________ zur Verfügung zu stellen, sobald die Beschwerdegegnerin eine neue, nach unten korrigierte Rechnung ausgestellt habe. Mit E-Mail vom 5. Juli 2006 schrieb die Beschwerdegegnerin, die Reifen im Sommerlager B.________ stünden in ihrem Eigentum. Mit Schreiben vom 6. Juli 2006 teilte die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin mit, dass sie deren Annullierung der Bestellung der Winterreifen nicht akzeptiere und darüber hinaus ihren "Eigentumsanspruch" an den Sommerreifen B.________ geltend machen werde.