Citation: 9C_383/2017 E. 6.3

6.3. Folglich konnte die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin ex nunc et pro futuro revisionsweise neu beurteilt werden. Die Vorinstanz stellte dazu auf das als beweiskräftig erachtete ZMB-Gutachten ab. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Experten begründet sind (vgl. BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232 mit Hinweisen). Vorliegend verneinten diese jegliche Diskrepanzen zu den involvierten Ärzten, und damit insbesondere zu Dr. med. C._______. Mit dessen abweichender Einschätzung (100%ige Arbeitsunfähigkeit) setzten sie sich aber nicht auseinander. Hinzu kommt, dass auch das - von der Begutachtung ebenfalls abweichende - Resultat des Aufbautrainings in der Genossenschaft B._________ in der Expertise keine Berücksichtigung bezüglich der Arbeitsfähigkeitsschätzung gefunden hat. Eine nachträgliche Ergänzung in diesem Punkt wäre umso mehr angezeigt gewesen, als bereits der rheumatologische Gutachter deren praktische Umsetzbarkeit anzweifelte. Indem Vorinstanz und Verwaltung sich ausschliesslich auf die von den ärztlichen Gutachtern geschätzte medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit abstützten, kamen sie ihren Abklärungspflichten nicht nach (Art. 61 lit. c ATSG; vgl. auch SVR 2012 IV 25 S. 104, 9C_363/2011 E. 3.2). Da bezüglich der Arbeitsfähigkeit eine noch unklare Sachlage vorlag, wären aufgrund des Untersuchungsgrundsatzes weitere Abklärungen einzuleiten gewesen. Zu denken ist dabei z.B. an eine Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL; Urteil 9C_384/2015 vom 21. Dezember 2015 E. 5.2 mit Hinweisen; 9C_833/2007 vom 4. Juli 2008 E. 3.3.2).