Citation: 5A_35/2018 E. 4.3

4.3. All diese Einwände sind unbehelflich. Der Behauptung, dass die Beschwerdegegnerin in eine (vorübergehende) Reduktion der Frauenalimente auf monatlich Fr. 412.-- eingewilligt habe, steht zunächst das Rechtsbegehren in der Berufungsantwort entgegen. Dort verlangte die Beschwerdegegnerin, die Berufung "vollumfänglich abzuweisen" (s. Sachverhalt Bst. C.a). Warum sie diesen Antrag gestellt haben sollte, wenn sie mit einer Herabsetzung des nachehelichen Unterhalts doch generell einverstanden war, vermag der Beschwerdeführer nicht zu erklären. Den vorinstanzlichen Feststellungen zufolge hielt die Beschwerdegegnerin im Berufungsverfahren daran fest, dass der Beschwerdeführer als Inhaber und Geschäftsführer der I.________ GmbH "problemlos" wieder mindestens das vom Kantonsgericht eingesetzte hypothetische Einkommen von monatlich Fr. 7'550.85 erzielen "könne und müsse"; "wenn überhaupt" wäre eine Reduktion auf Fr. 412.-- vorzunehmen. Von einem pauschalen Zugeständnis, wie es der Beschwerdeführer auch für den Fall ausgemacht haben will, dass es mit dem anrechenbaren Einkommen von Fr. 7'550.85 im Berufungsverfahren sein Bewenden hat, kann angesichts dieses als Bedingung formulierten Passus' nicht die Rede sein. Sodann täuscht sich der Beschwerdeführer in der Rechtslage, soweit er die Unterhaltsbeiträge, die in der Zeit nach Inkrafttreten der Gesetzesnovelle vom 20. März 2015 geschuldet sind, dem Recht unterstellen will, das vor Inkrafttreten des neuen Rechts galt. Wiederholt hat das Bundesgericht klargestellt, dass das Gericht das neue Unterhaltsrecht auf Unterhaltsbeiträge anwendet, die vom 1. Januar 2017 an geschuldet sind - ganz gleich, ob die neuen Vorschriften nach Massgabe von Art. 13c oder Art. 13c bis SchlT ZGB zur Anwendung gelangen (Urteile 5A_764/2017 vom 7. März 2018 E. 4.1.2; 5A_619/2017 vom 14. Dezember 2017 E. 3.2.2.1 mit Hinweisen). Der angefochtene Entscheid ist unter übergangsrechtlichen Gesichtspunkten nicht zu beanstanden. Der Festsetzung eines höheren als des bisher geschuldeten Kindesunterhalts steht auch nicht entgegen, dass die Beschwerdegegnerin keine Erhöhung der Kinderalimente verlangte, sondern sich lediglich der Herabsetzung der Unterhaltsbeiträge für E.A.________ widersetzte. Zu Recht weist das Obergericht darauf hin, dass in Kinderbelangen der Offizialgrundsatz gilt, das Gericht also ohne Bindung an die Parteianträge entscheidet (Art. 296 Abs. 3 ZPO). Unbegründet ist schliesslich die Befürchtung des Beschwerdeführers, dass die Vorinstanz (auch) den Streit um nachehelichen Unterhalt dem Offizialgrundsatz unterstelle, indem sie sich im Zuge der Anwendung des neuen Rechts dieses Streits bemächtige und die bisherigen Frauenalimente gewissermassen ins Gefäss des (vom Offizialgrundsatz beherrschten) Kindesunterhalts umgiesse. Wie sich aus der vom Beschwerdeführer selbst zitierten bundesgerichtlichen Rechtsprechungergibt, verfügen der unterhaltsberechtigte Ehegatte und das Kind über selbständige Ansprüche mit je eigenem rechtlichen Schicksal (BGE 129 III 417 E. 2.1.1 S. 420). Daran hat sich mit dem Inkrafttreten des neuen, seit 1. Januar 2017 geltenden Unterhaltsrechts nichts geändert. Der gebührende Unterhalt des Kindes, auf den das Kind (und nicht der geschiedene Ehegatte) Anspruch hat, umfasst nach Art. 276 Abs. 2 ZGB (unter anderem) die Kosten, die durch die Betreuung des Kindes entstehen. Zwar werden diese Betreuungskosten unter der Herrschaft des neuen Rechts bei geschiedenen Eltern nicht mehr unter dem Titel des nachehelichen Unterhalts berücksichtigt. Dies bedeutet aber nicht, dass der dem Kind geschuldete Betreuungsunterhalt alle wirtschaftlichen Folgen abdeckt, mit denen die Eheleute konfrontiert sind, wenn sie Eltern werden und sich im Hinblick darauf für eine bestimmte Aufgabenteilung entscheiden. Diese wirtschaftlichen Folgen sind auch unter dem neuen Recht unter dem Titel des nachehelichen Unterhalts zu berücksichtigen (Urteil 5A_454/2017 vom 17. Mai 2018 E. 7.1; zur Publikation vorgesehen; s. Botschaft zu einer Änderung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches [Kindesunterhalt] vom 29. November 2013, BBl 2014 555 f.). Errechnet das Obergericht für E.A.________ für die Zeit ab 1. Januar 2017 also neu einen Betreuungsunterhalt und bleiben nach Berücksichtigung dieser Position im Unterhalt von E.A.________ keine Mittel mehr für den nachehelichen Unterhalt übrig, so kann allein daraus nicht gefolgert werden, dass die Vorinstanz damit auch den nachehelichen Unterhalt im Sinne von Art. 125 ZGB abgegolten, sozusagen im Kindesunterhalt versteckt und sich damit über die Dispositionsmaxime hinweggesetzt hätte. Das Gesagte gilt sinngemäss mit Bezug auf die weitere These des Beschwerdeführers, wonach gegen die angebliche "Vereinigung" der beiden Unterhaltsbeiträge ein vermeintliches gefestigtes Konkubinat der Beschwerdegegnerin und ihres neuen Partners spreche. Dass sich der angefochtene Entscheid in anderer Hinsicht nicht mit dem Bundesrecht vertrüge, macht der Beschwerdeführer nicht geltend. Insbesondere stört er sich auch nicht daran, dass die Vorinstanz den Betreuungsunterhalt für E.A.________ nach der so genannten "Betreuungsquoten-Methode" berechnet (vgl. E. 4.1). In dieser Situation besteht für das Bundesgericht kein Anlass, die Frage der Bemessung des Betreuungsunterhalts von sich aus zu thematisieren, auch wenn ein kürzlich ergangenes Urteil zum Schluss kommt, die Anwendung der so genannten "Lebenhaltungskosten-Methode" sei im konkreten Fall einer Eheschutzstreitigkeit nicht willkürlich gewesen (Urteil 5A_454/2017 vom 17. Mai 2018 E. 7.2; zur Publikation vorgesehen). Zwar wendet das Bundesgericht das Recht von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1 BGG). Anders als ein erstinstanzliches Gericht befasst es sich auch im ordentlichen Beschwerdeverfahren aber nur mit denjenigen Rechtswidrigkeiten, die in der Beschwerde konkret geltend gemacht werden (BGE 140 III 86 E. 2 S. 88 ff.).