Citation: I 215/03 07.09.2004 E. 3.2

3.2.1 Hinsichtlich der materiellen Beschwer hatte der Versicherte im vorinstanzlichen Verfahren geltend gemacht, die verfügungsweise Festsetzung des Rentenbeginns auf den 1. Juli 2000 treffe ihn massiv in seinen wirtschaftlichen/finanziellen Interessen. Wie aus einem Schreiben der Pensionskasse der Stadt X.________ vom 28. August 2002 hervorgehe, sei der iv-rechtliche Rentenbeginn auch für den Bereich der beruflichen Vorsorge massgebend, weshalb die berufsvorsorgerechtlichen Rentenleistungen gemäss den im Jahre 2000 gültig gewesenen Reglementsbestimmungen nunmehr (rückwirkend) nach dem Leistungsprimat bemessen würden und der aufgrund einer Reglementsänderung per 1. Januar 2001 bereits vollzogene Übertritt vom Leistungs- zum Beitragsprimatplan im Falle des Beschwerdeführers - gestützt auf die statutarischen Übergangsbestimmungen - wieder rückgängig gemacht worden seien. Die Berechnung der BVG-Invalidenrente nach dem Leistungsprimat habe zur Folge, dass dem Beschwerdeführer revisionsweise eine deutlich tiefere Rente als die bisher ausgerichtete zugesprochen werde und die Vorsorgeeinrichtung einen Rückforderungsanspruch von insgesamt Fr. 20'146.65 geltend mache. Allein aufgrund dieser für ihn ungünstigen Sach- und Rechtslage sei er durch die IV-Verfügung vom 13. August 2002 materiell beschwert und an deren Änderung interessiert. Demgegenüber erwog das kantonale Gericht, der vom Beschwerdeführer (einzig) geltend gemachte spätere Beginn des Rentenanspruchs ziele auf eine Abänderung der Verwaltungsverfügung zu seinen Ungunsten, womit für das iv-rechtlichen Verfahren ein Interesse an der richterlichen Überprüfung und materiellen Änderung der Verfügung vom 13. August 2002 von vornherein nicht bestehe. Im Übrigen ergebe sich das erforderliche schützenswerte Interesse auch nicht mit Blick auf die vorsorgerechtlichen Ansprüche, präjudiziere doch der von den IV-Organen festgesetzte Rentenbeginn den Beginn des berufsvorgerechtlichen Leistungsanspruchs entgegen dem beschwerdeführerischen Standpunkt nicht zwingend. 3.3 Nach der unter Erw. 2.4 hievor dargelegten Rechtsprechung genügt für die Bejahung einer materiellen Beschwer, dass die tatsächliche oder rechtliche Situation des Verfügungsadressaten durch den Ausgang des Verfahrens beeinflusst werden kann (Erw. 2.4 hiervor; siehe auch BGE 123 II 117 Erw. 2a, 120 Ib 386 f. Erw. 4b). Dass dies hier der Fall ist und ein praktisches - hier: in erster Linie wirtschaftliches - Interesse an der Änderung der angefochtenen Verfügung vom 13. August 2002 besteht, ist durch das aktenkundige, dem Beschwerdeführer noch vor Ablauf der iv-rechtlichen Rechtsmittelfrist zugesandte Schreiben der Pensionskasse der Stadt X.________ vom 28. August 2002 ausgewiesen. Danach steht fest, dass die Vorsorgeeinrichtung unmittelbar gestützt auf die IV-Verfügung eine für den Beschwerdeführer offenkundig nachteilige Revision des von ihr im Grundsatz bejahten BVG-Rentenanspruchs vorgenommen und zu viel ausgerichtete Rentenzahlungen in der Höhe von Fr. 20'146.65 zurückgefordert hat. Dabei ist sie - zutreffend - davon ausgegangen, dass für den Beginn des Anspruchs auf Invalidenleistungen im Bereich der obligatorischen beruflichen Vorsorge sinngemäss die entsprechenden Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung gelten (Art. 26 Abs. 1 BVG in Verbindung mit Art. 29 IVG) und die rechtskräftige Festsetzung des Rentenbeginns im IV-Verfahren für die BVG-Durchführungsorgane vorbehältlich offensichtlicher Unrichtigkeit grundsätzlich verbindlich ist (BGE 126 V 311 Erw. 1 in fine und 2a; zur Bedeutung des Einbezugs der Vorsorgeeinrichtung in das IV-Verfahren für die Bindungswirkung siehe BGE 129 V 73 ff. Erw. 4; Urteil F. vom 9. Februar 2004 [B 39/03] Erw. 3.1). Nachdem sich die Pensionskasse in ihrem Schreiben vom 28. August 2002 bezüglich des Rentenbeginns bewusst im Rahmen des invalidenversicherungsrechtlich Verfügten gehalten hat, könnte der Beschwerdeführer die Bindungswirkung einer rechtskräftigen Festsetzung des Rentenbeginns durch die IV-Stelle im berufsvorsorgerechtlichen Klageverfahren einzig unter Verweis auf deren offensichtliche Unhaltbarkeit bestreiten. Damit ist im BVG-Verfahren die Hürde für ein Abweichen vom IV-Entscheid hoch angesetzt. Der Versicherte hat daher ein unmittelbares, aktuelles und praktisches Interesse nicht nur wirtschaftlicher, sondern auch rechtlicher Art daran, dass der Rentenbeginn im IV-Verfahren einer umfassenden - im Unterschied zum BVG-Verfahren nicht bloss auf die Willkürfrage beschränkten - materiellrechtlichen Überprüfung auf seine Bundesrechtskonformität hin unterzogen und im Sinne der Vorbringen geändert wird. Dies gilt umso mehr, als die Pensionskasse der Stadt X.________ dem Versicherten mit Schreiben vom 1. Oktober 2002 mitgeteilt hat, dass sie eine im Rahmen des IV-Beschwerdeverfahrens erfolgte Neufestsetzung des Rentenbeginns bei der Berechnung der BVG-Rente berücksichtigen und, falls notwendig, entsprechende Anpassungen vornehmen werde. 3.4 Nach dem Gesagten hat das kantonale Gericht die Beschwerdelegitimation des Versicherten zu Unrecht verneint. Zum selben Ergebnis gelangte man, wenn das vorinstanzlich gestellte Rechtsbegehren um Neufestsetzung des Rentenbeginns auf einen späteren Zeitpunkt unter dem Aspekt des Verzichts auf Versicherungsleistungen geprüft würde. Nach der Rechtsprechung ist ein solcher Verzicht - vorbehältlich abweichender spezialgesetzlicher Bestimmungen - ausnahmsweise zulässig, sofern ein schutzwürdiges Interesse der leistungsberechtigten Person vorliegt und der Verzicht keine Interessen anderer Beteiligter beeinträchtigt (vgl. BGE 129 V 1 ff., 124 V 176 Erw. 3a, je mit Hinweisen). Wie es sich diesbezüglich im Einzelfall verhält, ist nicht im Rahmen der Eintretensfrage zu prüfen, sondern Gegenstand der materiellrechtlichen Beurteilung. Auch insoweit hält die prozessuale Verfahrenserledigung durch die Vorinstanz nicht stand.