Citation: 8C_272/2022 E. 4.2.3

4.2.3. Aus der geringen Motivation oder dem Desinteresse der Beschwerdegegnerin, die Nahrungsaufnahme selbst zu bewerkstelligen, lässt sich ebenfalls nichts für den Standpunkt der IV-Stelle gewinnen. Ebenso wenig ist die Berufung auf eine fehlende kognitive Einschränkung geeignet, zu einer Verneinung der Notwendigkeit einer dauernden persönlichen Überwachung zu führen. Die Vorinstanz verweist in diesem Zusammenhang willkürfrei auf den Umstand, dass die Beschwerdegegnerin eine Unterzuckerung noch nicht selber zu erkennen vermag und sich unter anderem durch die Psychotherapie eine erweiterte Handlungskompetenz erst erarbeiten muss. Die zur Zeit noch mangelnde Fähigkeit im Umgang mit der Krankheit und insbesondere die fehlende Einsicht und Zuverlässigkeit lassen sich nachvollziehbar auf das sehr junge Alter der Beschwerdegegnerin und die Tatsache zurückzuführen, dass die Symptome der Unterzuckerung ohne Messung für sie nur schwer bzw. gar nicht zu erkennen sind. Es sei in diesem Zusammenhang daran erinnert, dass eine dauernde persönliche Überwachungsbedürftigkeit angenommen werden darf, wenn die versicherte Person infolge ihres physischen und/oder psychischen Gesundheitszustands ohne Überwachung mit überwiegender Wahrscheinlichkeit sich selbst oder andere Personen gefährden würde (E. 3.3 hiervor). Eine solche (Eigen-) Gefährdung wäre aufgrund der klaren Ausgangslage ohne engmaschige Begleitung der Beschwerdegegnerin im Alltag zweifellos gegeben. Die Beschwerde ist abzuweisen.