Citation: 2C_288/2020 E. 6.2

6.2. Wie es sich genau damit verhält, kann offen bleiben. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist bei anerkannten Flüchtlingen - wie die Beschwerdeführerin - davon auszugehen, dass ihnen bei einer allfälligen Rückkehr in ihr Heimatland ernstliche Nachteile drohen würden und sie damit rechnen müssten, bei einer Heirat dort ihren Flüchtlingsstatus und das Asyl in der Schweiz zu verlieren (vgl. Urteile 2C_1019/2018 vom 11. Dezember 2018 E. 4.1; 2C_320/2013 vom 11. Dezember 2013 E. 3.3.1). Zudem kann eine Ehe in der Regel nicht in zumutbarer Weise in einem Drittstaat geschlossen werden, wenn keiner der Beteiligten Wohnsitz in dessen Staatsgebiet hat (vgl. Urteil 2C_962/2013 vom 13. Februar 2015 E. 3.3). Soweit die Hochzeit nicht in einem Drittstaat stattfinden kann, wäre es der Beschwerdeführerin möglich, ihren Partner während eines bewilligungsfreien Aufenthalts im Rahmen eines Schengenvisums oder eines räumlich auf die Schweiz begrenzten landesrechtlichen Visums zu heiraten. Wie das Bundesgericht in ähnlich gelagerten Fällen bereits festgehalten hat, könnte das Vorbereitungsverfahren auch von Sri Lanka aus über die zuständige Auslandsvertretung abgewickelt werden (vgl. Art. 98 Abs. 2 ZGB und Art. 69 Abs. 2 sowie Art. 5 Abs. 1 lit. c ZStV [SR 211.112.2]). Der Partner der Beschwerdeführerin könnte sodann erst für die Eheschliessung in der bewilligungslos möglichen Aufenthaltszeit in die Schweiz einreisen, womit genügend Zeit bliebe, die Ehe einzugehen und allenfalls ein neues Bewilligungsverfahren in die Wege zu leiten (vgl. Urteile 2C_1019/2018 vom 11. Dezember 2018 E. 4.2; 2C_962/2013 vom 13. Februar 2015 E. 4). Ein solches kann erfolgreich sein, wenn sich die finanziellen Verhältnisse des Paares verbessern oder die Beschwerdeführerin bzw. ihr Partner eine Arbeitsstelle findet.