Citation: 2C_448/2023 E. 4.2

4.2. Gemäss Art. 14 Abs. 1 lit. a ÜBM erteilt jede Vertragspartei einem Opfer (von Menschenhandel; vgl. Art. 4 lit. e ÜBM) einen verlängerbaren Aufenthaltstitel, wenn die zuständige Behörde der Auffassung ist, dass der Aufenthalt des Opfers aufgrund seiner persönlichen Situation erforderlich ist. Diese Bestimmung ist im Lichte von Art. 4 EMRK so auszulegen, dass die zuständige Behörde einem Opfer von Menschenhandel eine Aufenthaltsbewilligung erteilen muss, wenn sie der Ansicht ist, dass seine persönliche Situation dies erfordert (vgl. Urteile 2C_334/2022 vom 24. November 2022 E. 6.1; 2C_119/2022 vom 13. April 2022 E. 3.2; 2C_483/2021 vom 14. Dezember 2021 E. 4.3).