Citation: 1P.682/2006 09.03.2007 E. 3

Weiter rügt der Beschwerdeführer eine Verletzung des verfassungsmässigen Rechtes auf Leben und persönliche Freiheit (Art. 10 BV). Seine Suiziddrohungen seien ernst zu nehmen. Der angefochtene Entscheid nehme "den Tod des Beschwerdeführers in Kauf". Angesichts der Selbstmordgefahr stelle der angeordnete Strafvollzug eine "grausame, unmenschliche und erniedrigende" Sanktion dar. 3.1 Einschränkungen von Grundrechten bedürfen einer gesetzlichen Grundlage. Schwerwiegende Eingriffe müssen in der Regel im Gesetz selbst vorgesehen sein (Art. 36 Abs. 1 BV). Zudem haben sie vor dem Verhältnismässigkeitsgebot standzuhalten und müssen durch ein öffentliches Interesse (oder durch den Schutz von Grundrechten Dritter) gerechtfertigt sein (Art. 36 Abs. 2-3 BV). 3.2 Rechtskräftig ausgefällte unbedingte Freiheitsstrafen sind grundsätzlich zu vollziehen (§ 196 f. StPO/BS i.V.m. aArt. 37 und aArt. 40 Abs. 1 bzw. Art. 40 und Art. 92 StGB). Sie stellen einen im formellen Gesetz ausdrücklich vorgesehenen Eingriff in die persönliche Freiheit dar (§§ 196-199 StPO/BS i.V.m. aArt. 35 ff. bzw. Art. 40 ff. StGB). Das öffentliche Interesse an der Durchsetzung der Strafrechtsordnung und damit am Vollzug von rechtskräftigen Strafurteilen liegt auf der Hand (vgl. BGE 108 Ia 69 E. 2c S. 71). Das kantonale Strafvollzugsgericht hat die Hafterstehungsfähigkeit des Verurteilten willkürfrei bejaht (vgl. oben, E. 2). Im vorliegenden Fall sind - auch bei freier Prüfung im Lichte von Art. 10 BV - keine überwiegenden Ausschlussgründe gegen den Vollzug der Strafe ersichtlich. Die kantonalen Instanzen haben insbesondere dem gutachterlich beurteilten Gesundheitszustand des Verurteilten, dessen Alter, den Betreuungs- und Behandlungsmöglichkeiten im Strafvollzug, dem (im Rahmen der kantonalen Begnadigungs- und Rekursverfahren) bereits gewährten Strafaufschub sowie der Schwere der verübten Straftaten ausreichend Rechnung getragen (vgl. BGE 108 Ia 69 E. 2b-d S. 71 f. mit Hinweisen; Urteile 1P.299/2006 vom 14. August 2006, E. 3.3-3.4, und 1P.65/2004 vom 17. Mai 2004, E. 5.2-5.4). Damit ist auch die Verhältnismässigkeit des Strafantrittsbefehls zu bejahen. Von einer drohenden unmenschlichen oder erniedrigenden Behandlung kann im vorliegenden Zusammenhang keine Rede sein. Die zwangsläufigen Nachteile des Strafvollzuges sind gesetzliche Folge der rechtskräftig festgestellten massiven Delinquenz des Verurteilten.