Citation: 6B_228/2023 E. 2.5.2

2.5.2. Zur beruflichen Situation des Beschwerdeführers hält die Vorinstanz fest, er habe hier keine Berufsausbildung absolviert und nach dem Schulaustritt - der Beschwerdeführer besuchte nach seiner Einreise in die Schweiz noch kurze Zeit die Schule - verschiedene längere Arbeitsstellen gehabt. Seit April 2020 sei er hingegen bis kurz vor der Berufungsverhandlung arbeitslos gewesen und habe bei seinen Eltern gewohnt. Bei dieser Ausgangslage hebt die Vorinstanz zutreffend hervor, der Beschwerdeführer habe sich trotz fehlender Berufsausbildung bis auf eine längere Arbeitslosigkeit seit der gegen ihn angeordneten Untersuchungshaft beruflich integrieren können. Dies relativiert die Vorinstanz indes, indem sie berücksichtigt, dass der Beschwerdeführer nunmehr lediglich über einen auf 14 Tage befristeten Temporäreinsatzvertrag verfüge. Der Beschwerdeführer wendet dagegen lediglich ein, die Befristung des Arbeitsvertrags sei üblich und werde verlängert. Ebenso führt die Vorinstanz aus, der Beschwerdeführer habe hohe Schulden, was dieser auch nicht bestreitet. Der Umstand, dass er - wie er selbst vorbringt - die Schulden abbezahlen werde, sobald er in der Lage dazu sei bzw. dies automatisch mittels Lohnpfändung geschehe, ändert nichts daran, dass die Vorinstanz eine nachhaltige wirtschaftliche Integration insgesamt verneinen durfte. Der Beschwerdeführer legt nicht begründet dar, inwieweit diese vorinstanzliche Einschätzung falsch sei; dies ist denn auch nicht ersichtlich. Mit Bezug auf die soziale Integration des Beschwerdeführers in der Schweiz erwägt die Vorinstanz, soziale Beziehungen über die engere Familie hinaus (alle engsten Verwandten des Beschwerdeführers leben in der Schweiz) gebe es keine, weshalb eine soziale Integration in der Schweiz kaum festzustellen sei. Dagegen bringt der Beschwerdeführer vor, aufgrund seiner langjährigen Erwerbstätigkeit sei, entgegen der Auffassung der Vorinstanz, davon auszugehen, dass er zumindest bei der Arbeit über weitere soziale Kontakte verfüge. Inwieweit diese - sofern überhaupt vorhanden, was der Beschwerdeführer nicht dartut und diesbezüglich auch nicht rügt, die Vorinstanz habe dieses Element zu Unrecht nicht in das Urteil miteinfliessen lassen - über das übliche Mass sozialer Bindungen hinausgehen, um einen Härtefall zu begründen, ist weder ersichtlich noch vom Beschwerdeführer begründet. Zudem berücksichtigt die Vorinstanz zu Recht, dass der Beschwerdeführer trotz seiner langen Aufenthaltsdauer von über 24 Jahren nur gebrochen Deutsch spricht. Dagegen ist nichts einzuwenden. Die Vorinstanz prüft in diesem Zusammenhang auch eine Wiedereingliederung des Beschwerdeführers in seinem Heimatland. Sie erwägt, er habe seine Schulzeit überwiegend in seinem Heimatland absolviert und sei entsprechend mit der dortigen Sprache und Kultur vertraut. Was der Beschwerdeführer dagegen vorbringt, vermag nicht zu überzeugen. Entgegen seiner Auffassung zieht die Vorinstanz in ihre Würdigung mit ein, dass alle engsten Verwandten des Beschwerdeführers in der Schweiz leben und er zu seinem Heimatstaat Nordmazedonien keine Beziehung hat, war er doch letztmals nach eigenen Angaben vor rund sechs Jahren ferienhalber dort. Dennoch ist davon auszugehen, dass ihm aufgrund seiner Sprachkenntnisse und der grundsätzlichen Vertrautheit mit der dortigen Kultur zugetraut werden kann, sowohl sozial als auch beruflich (wieder) Fuss zu fassen. Zwar mag zutreffen, dass er mehr oder weniger auf sich allein gestellt wäre und er von vorne anfangen müsste; ein Wiedereinstieg dürfte ihm aber auch unter diesen Voraussetzungen gelingen. Ein allenfalls günstigeres wirtschaftliches Fortkommen in der Schweiz vermag einen Härtefall bzw. einen Verbleib in der Schweiz nicht zu begründen (vgl. Urteil 6B_1123/2020 vom 2. März 2021 E. 3.3.7). Entsprechend geht auch die Begründung des Beschwerdeführers fehl, wonach er den Arbeitsmarkt in der Schweiz kenne, der deutschen Sprache mächtig sei und hier über gute familiäre und auch berufliche Beziehungen verfüge. An der zutreffenden Einschätzung der Vorinstanz vermag auch nichts zu ändern, dass er die Sprache in seinem Heimatland - wie er selbst vorbringt - nicht perfekt kann. Inwieweit es für ihn "schlimm" wäre, wenn er nach Nordmazedonien müsste, legt der Beschwerdeführer nicht näher dar.