Citation: 1C_57/2023 E. 3.3.3

3.3.3. Nach der Rückweisung der Angelegenheit zur weiteren Abklärung des Erstwohnungsbedarfs durch das Verwaltungsgericht beauftragte die Gemeinde St. Moritz das kommunale Bauamt mit der Erhebung des Leerwohnungsbestands auf dem Gemeindegebiet und die Schlichtungsbehörde der Region Maloja mit der Ermittlung des Erstwohnungsbedarfs auf dem Mietmarkt (vgl. vorne lit. B.c). Die entsprechenden Abklärungsergebnisse fasste die Vorinstanz in ihrem Urteil vom 20. Dezember 2022 wie folgt zusammen: Die Zusammenstellung des Bauamtes vom 10. November 2021 zeige, dass sich der Leerwohnungsbestand in St. Moritz zwischen dem 1. Juni 2020 und dem 10. März 2021 bei den vermieteten Wohnungen von 68 auf 30 und bei den verkauften Wohnungen von 134 auf 82 reduziert habe. Davon stellten nur sieben Angebote Erstwohnungen dar. Diese seien mit Mietzinsen ab Fr. 1'850.-- (für eine 2-Zimmer-Wohnung) bzw. mit Kaufpreisen ab Fr. 680'000.-- bis Fr. 6'500'000.-- (für 3- bis 4.5-Zimmer-Wohnungen) erhältlich. Die Zusammenstellung zeige klar, dass es an bezahlbarem Wohnraum für Einheimische fehle. Von einer prekären Situation auf dem Mietmarkt spreche auch die Schlichtungsbehörde in ihrem Amtsbericht vom 2. August 2021. Dort führe sie aus, seit der zweiten Hälfte des Jahres 2020 sei eine Häufung von Kündigungsschutzfällen aus der Gemeinde St. Moritz zu verzeichnen. Für wohnungssuchende Mieterinnen und Mieter sei es zudem schwierig, eine zahlbare Ersatzwohnung zu finden. Die Vorinstanz schloss daraus sowie aus den im Recht liegenden Medienberichten, dass die Wohnungsnot im Oberengadin offensichtlich ist. Ihrer Auffassung nach ist ein Bedarf an bezahlbaren Erstwohnungen für einen Hauswart bzw. eine Hauswartin auf dem Gebiet der Gemeinde St. Moritz wie auch im Besonderen im Gebiet St. Moritz-Suvretta daher ausgewiesen.