Citation: 2C_952/2019 E. 4.1.4

4.1.4. Ein Rückfall hinsichtlich weiterer Gewaltdelikte ist nicht auszuschliessen: Der Beschwerdeführer macht geltend, die Vorinstanz setze einen unangemessen strengen Massstab für seine Entwicklung u.a. im Massnahmenvollzug an und lasse seine Darlegung zum positiven Therapieverlauf unbeachtet. Dieser Einwand ist unbegründet: Die Vorinstanz setzt sich detailliert und sachlich mit den forensisch-psychiatrischen Gutachten und Massnahmeberichten auseinander, die ihm aufgrund einer Cannabisabhängigkeit sowie eines schädlichen Kokainkonsums und Alkoholgebrauchs eine Rückfallgefahr attestieren. Sein Einwand, niemand mit demselben Lebenslauf und Drogenkonsum in jungen Jahren könne mit einer hundertprozentigen Sicherheit behaupten, er würde in seinem Leben nie wieder Drogen konsumieren, vermag den Risikofaktor seiner Suchtproblematik im Hinblick auf eine weitere Delinquenz nicht zu widerlegen. Auch die Bewährungs- und Vollzugsdienste stellten dem Beschwerdeführer am 6. bzw. 7. März 2019 aufgrund einer ungünstigen Legalprognose die Verweigerung einer bedingten Entlassung aus dem Massnahmenvollzug in Aussicht. Wenn die Vorinstanz trotz gewisser positiver Veränderungen, namentlich im Bereich der Beeinflussbarkeit, von einem ungewissen Therapieerfolg ausgeht, ist dies nicht zu beanstanden. Es ist zwar positiv zu würdigen, wenn sich der Beschwerdeführer nach eigenen Angaben vom Drogenkonsum und der Kriminalität habe distanzieren können, in Kürze seine Lehre als Koch abschliessen werde und zu seinem früheren Umfeld keinen Kontakt mehr pflege. Von einer biographischen Kehrtwende im Sinne einer besonders tiefgreifenden Veränderung des bisherigen Verhaltens, die für das Ausbleiben weiterer Straftaten sprechen könnte, kann indessen nicht ausgegangen werden. Die zum Beweis einer solchen beigelegten Dokumente (Schreiben des muslimischen Seelsorgers, Herr E.________, sowie das Zeugnis der Schule D._________ vom 25. Juni 2019) können aufgrund des Novenverbots nicht berücksichtigt werden (vgl. vorstehende E. 2.3; Art. 99 Abs. 1 BGG). Auch die Vorbringen, die Auflagen zur aktiven Überwachung mittels Electronic Monitoring seien aufgehoben worden, der Beschwerdeführer verbringe jedes Wochenende frei bei seiner Freundin und verhalte sich dabei wohl, vermögen keine biographische Kehrtwende darzutun, zumal der Beschwerdeführer namentlich unter dem Druck des vorliegenden ausländerrechtlichen Verfahrens steht (vgl. Urteil 2C_488/2019 vom 4. Februar 2020 E. 5.5).