Citation: 6P.192/2006 20.04.2007 E. 7

Der Beschwerdeführer macht eine Verletzung von Art. 44 und 13 Abs. 2 StGB geltend. 7.1 Der Gutachter hielt fest, die Übertretungen des Betäubungsmittelgesetzes seien keineswegs zwingend einem Abhängigkeitssyndrom zuzuordnen, sondern Teil eines vom Beschwerdeführer grundsätzlich bejahten und im Wesentlichen im sozialen Rahmen und ohne subjektives Gefühl der Abhängigkeit betriebenen Konsums. Die SVG-Widerhandlungen erschienen aus forensisch-psychiatrischer Sicht vor allem als Ausdruck eines Wunsches, Auto zu fahren, und einer Bereitschaft, das Bedürfnis, ein Auto zu lenken und zu beherrschen, höher zu gewichten als die geltenden Normvorschriften. Wenn er dann auch das Auto in angetrunkenem Zustand bzw. unter Drogeneinfluss entwendet, geführt und nicht beherrscht habe, lasse sich nicht erkennen, dass sich der Beschwerdeführer in dieser Hinsicht deutlich vom Durchschnitt vergleichbarer Täter unterscheide. Die weiteren Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz liessen nichts erkennen, was in ursprünglichem Zusammenhang mit einer beim Beschwerdeführer vorliegenden Abhängigkeitserkrankung stünde. Vielmehr deuteten sich wirtschaftliche Überlegungen als bedeutsam an (angefochtener Entscheid S. 13 lit. b). Die Vorinstanz beurteilte diese Ausführungen als überzeugend und schloss daraus, es fehle am Zusammenhang zwischen Sucht und Tat und damit an einer wesentlichen Voraussetzung, um eine Massnahme anordnen zu können. 7.2 Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, die zu beurteilenden Taten stünden in einem engen Zusammenhang mit seiner Kokain- und Alkoholabhängigkeit, ist auf seine Ausführungen nicht einzutreten, weil sie dem verbindlich festgestellten Sachverhalt (E. 7.1) widersprechen (Art. 273 Abs. 1 lit. b BStP). Inwiefern die Vorinstanz gestützt darauf zu Unrecht einen fehlenden Zusammenhang zwischen Sucht und Tat angenommen haben soll, legt der Beschwerdeführer nicht dar und ist auch nicht ersichtlich. Die Vorinstanz hat überdies zu Recht kein neues Gutachten eingeholt. Denn für die Frage, ob eine Massnahme angeordnet werden kann, ist nicht entscheidend, ob der Beschwerdeführer heute trunk- und rauschgiftsüchtig ist, sondern ob er es im Zeitpunkt der zu beurteilenden Taten war und diesbezüglich ein Zusammenhang besteht.