Citation: 7B_319/2023 E. 2.3

2.3. Die Vorinstanz hält zusammengefasst fest, als Rechtsgrundlage für das (nicht weiter begründete) Vorgehen des Kantonsgerichts komme einzig Art. 333 Abs. 2 StPO in Frage. Ob die Voraussetzungen für ein Vorgehen nach dieser Bestimmung erfüllt gewesen seien, könne indessen offenbleiben, da das Verhalten des Kantonsgerichts jedenfalls nicht als ein besonders krasser Verfahrensfehler zu beurteilen sei. Die vom Gesetzgeber vorgesehenen Durchbrechungen des Anklageprinzips seien sodann nicht geeignet, einen Anschein der Befangenheit zu begründen. Dabei sei auch zu berücksichtigen, dass die zusätzlichen fraglichen Deliktsvorwürfe in einem engen Zusammenhang mit den zur Anklage gebrachten Vorwürfen stünden, weshalb die von Kantonsrichterin Andrea Berger-Fehr in ihrer Stellungnahme im Ausstandsverfahren dargelegten prozessökonomischen Überlegungen grundsätzlich nachvollziehbar erschienen.