Citation: 1P.228/2005 20.04.2005 E. 5

5.1 Schliesslich stellt der Beschwerdeführer den speziellen Haftgrund der Fluchtgefahr in Abrede. 5.2 Nach der Rechtsprechung braucht es für die Annahme von Fluchtgefahr eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass sich der Angeschuldigte, wenn er in Freiheit wäre, der Strafverfolgung und dem Vollzug der Strafe durch Flucht entziehen würde. Die Schwere der drohenden Strafe darf als ein Indiz für Fluchtgefahr gewertet werden. Sie genügt jedoch für sich allein nicht, um den Haftgrund zu bejahen. Vielmehr müssen die konkreten Umstände des betreffenden Falles, insbesondere die gesamten Lebensverhältnisse des Angeschuldigten, in Betracht gezogen werden (BGE 125 I 60 E. 3a S. 62; 117 Ia 69 E. 4a S. 70, je mit Hinweisen). So ist es zulässig, die familiären und sozialen Bindungen des Häftlings, dessen berufliche Situation und Schulden sowie Kontakte ins Ausland und Ähnliches mitzuberücksichtigen. Auch bei einer befürchteten Ausreise in ein Land, das den Angeschuldigten grundsätzlich an die Schweiz ausliefern bzw. stellvertretend verfolgen könnte, ist die Annahme von Fluchtgefahr nicht ausgeschlossen (BGE 123 I 31 E. 3d S. 36 f.). 5.3 Der Beschwerdeführer macht geltend, angesichts des Untersuchungsergebnisses habe er nicht mit einer Verurteilung zu rechnen. Zudem wolle er auch weiterhin auf dem schweizerischen Arbeitsmarkt tätig sein, der ihm bessere Chancen als ein ausländischer Arbeitsmarkt eröffne. Die Haftrichterin habe bei der Beurteilung der Frage, ob Fluchtgefahr gegeben sei, nicht alle Aspekte berücksichtigt. 5.4 Die Haftrichterin geht davon aus, dass der Beschwerdeführer mit einer Freiheitsstrafe von erheblicher Dauer rechnen muss. Hinzu kämen die persönlichen Lebensverhältnisse des Beschwerdeführers. Er lebe von seiner Ehefrau getrennt, sei arbeitslos und habe als türkischer Staatsangehöriger keine engen Beziehungen zur Schweiz. Diese Gründe würden für die Annahme von Fluchtgefahr sprechen. Die Anordnung einer Schriftensperre reiche zur Bannung der Fluchtgefahr nicht aus, weil der Beschwerdeführer bei der Vertretung seines Heimatstaates jederzeit neue Reisepapiere einfordern könnte. 5.5 Diese Beurteilung der persönlichen Verhältnisse des Beschwerdeführers ist zutreffend. Es trifft keineswegs zu, dass die Haftrichterin einzelne Aspekte der Lebensverhältnisse des Beschwerdeführers ausser Acht gelassen hätte. Erschwerend geht aus den Akten hervor, dass der Beschwerdeführer erst seit 1997 in der Schweiz lebt. Aus der nunmehr getrennten Ehe sind keine Kinder hervorgegangen, für die der Beschwerdeführer verantwortlich wäre. Ins Gewicht fällt auch, dass der Beschwerdeführer keine Berufslehre absolviert hat, so dass seine Chancen, auf dem schweizerischen Arbeitsmarkt eine neue Stelle zu finden, nicht als gross zu betrachten sind. Insgesamt sind die Beziehungen des Beschwerdeführers zur Schweiz zu wenig eng, als dass eine Flucht ins Ausland, um der drohenden Strafe zu entgehen, als unwahrscheinlich erscheint. Der spezielle Haftgrund der Fluchtgefahr ist damit zu bejahen.