Citation: 6A.121/2000 07.06.2001 E. 3

3.- a) Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts hat die Verwaltungsbehörde - sofern eine Anzeige an den Strafrichter erfolgt ist oder mit einer solchen zu rechnen ist - mit dem Erlass einer administrativen Massnahme grundsätzlich zuzuwarten, bis ein rechtskräftiges Strafurteil vorliegt, soweit der Sachverhalt oder die rechtliche Qualifikation des in Frage stehenden Verhaltens für das Verwaltungsverfahren von Bedeutung ist. Mit diesem Vorgehen soll vermieden werden, dass derselbe Lebensvorgang zu voneinander abweichenden Sachverhaltsfeststellungen von Verwaltungs- und Justizbehörden führt und insbesondere die erhobenen Beweise in verschiedener Weise gewürdigt und rechtlich beurteilt werden. Ausserdem bietet das Strafverfahren durch die verstärkten Mitwirkungsrechte des Beschuldigten, die umfassenderen persönlichen und sachlichen Ermittlungsinstrumente sowie durch die weiterreichenden prozessualen Befugnisse besser Gewähr dafür, dass das Ergebnis der Sachverhaltsermittlung näher bei der materiellen Wahrheit liegt, als im nicht durchwegs derselben Formstrenge unterliegenden Verwaltungsverfahren. Eine Ausnahme ist nur dann zulässig, wenn der massnahmerechtlich relevante Sachverhalt zweifelsfrei erstellt und in Bezug auf den Schuldpunkt der in Frage stehenden SVG-Widerhandlung keinerlei Zweifel bestehen. In einem solchen Fall braucht die Verwaltungsbehörde den Ausgang des Strafverfahrens nicht abzuwarten (BGE 119 Ib 158 E. 2c/bb). b) Diese von der Rechtsprechung entwickelten Grundsätze haben auch im zu beurteilenden Fall Gültigkeit und sind von der Vorinstanz im Ergebnis gebührend beachtet worden. Zwar genügt für sich genommen den Anforderungen der zitierten bundesgerichtlichen Rechtsprechung nicht, dass mit dem Verwaltungsverfahren nur dann zugewartet wird, wenn der Sachverhalt objektiv betrachtet erhebliche Unsicherheiten aufweist, wie die Vorinstanz offenbar meint. Ebenfalls ohne Bedeutung ist, dass der Beschwerdeführer im Verwaltungs- oder im kantonalen Beschwerdeverfahren keinen Sistierungsantrag gestellt hat. Im zu beurteilenden Fall sind aber jedenfalls hinsichtlich des Sachverhalts keine ernsthaften Zweifel ersichtlich. Dass der Beschwerdeführer seine schwere Ladung völlig unzureichend lediglich mit zwei Spanset-Gurten ohne besonderen Schutz vor den scharfen Kanten der Stahlplatten gesichert hat, kann aufgrund des Polizeirapports der Stadtpolizei Zürich nicht ernsthaft in Frage stehen. Dass der Beschwerdeführer dabei von einem Gewicht von 13'200 kg anstelle der rapportierten 16'060 kg ausging, ändert daran nichts. Dasselbe gilt hinsichtlich der gefahrenen Geschwindigkeit, die sich anhand des sichergestellten Fahrtenschreiber-Einlageblattes zweifelsfrei ermitteln lässt. Inwiefern der Beschwerdeführer dies angesichts der klaren Beweislage ernsthaft bestreiten will, ist unerfindlich. Dass sich die Vorinstanz lediglich auf einen Polizeirapport abstützt und eine eigentliche untersuchungsrichterliche Abklärung nicht vorliegt, schadet nichts. Denn der Sachverhalt ist im genannten Rapport in aller Ausführlichkeit ermittelt, so dass für weitere Untersuchungen kein Anlass bestand. Im Übrigen ist die zitierte Rechtsprechung, wonach die Administrativbehörde grundsätzlich das Ende des Strafverfahrens abwarten muss, im Lichte der damaligen Rechtslage in Bezug auf die kantonale Verwaltungsrechtspflege zu sehen. Denn im Zeitpunkt des jenem Entscheid zugrundeliegenden Sachverhalts stand Art. 98a OG noch nicht in Kraft und war somit noch nicht in allen Kantonen als letzte Instanz eine richterliche Behörde bestellt. Das Bedürfnis, die Interessen des Beschuldigten besser zu schützen, war bei dieser Sachlage naturgemäss grösser als unter dem geltenden Recht, zumal dem Betroffenen auch im Verwaltungsgerichtsverfahren Mitwirkungsrechte zustehen. Schliesslich zeigt sich bei der vorliegenden Konstellation auch, dass für eine vorgängige Beurteilung durch die Administrativbehörde durchaus auch praktische Gründe sprechen können. Denn der Gang eines Strafverfahrens wird in der Praxis nicht nur durch strafprozessuale Verfahrensgrundsätze, sondern mitunter auch von besonderen organisatorischen Gegebenheiten bestimmt. Dies gilt im Speziellen im zu beurteilenden Fall, wo sich die Verfahrensdauer wegen der im Kanton Zürich auseinanderfallenden Zuständigkeiten für die Beurteilung von Vergehen und Übertretungen und damit für Verzeigungen nach Art. 90 Ziff. 1 und 2 SVG (vgl. Niklaus Schmid, Strafprozessrecht,