Citation: 2A.301/2005 28.04.2006 E. 5

5.1 Die Vorinstanz hat die gesamte Dividende als ausserordentlich beurteilt und der Jahressteuer unterstellt. Das heisst, sie hat keinen ordentlichen Gewinnanteil von der Sonderbesteuerung ausgenommen, obschon die Holdinggesellschaft in den Vorjahren immer Dividenden in etwa gleich bleibender Höhe ausgeschüttet hat, wie dargelegt worden ist. Die Vorinstanz beruft sich hierfür auf die Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts und des Bundesgerichts. Sie übersieht dabei, dass der vorliegende Fall in einem wesentlichen Teilaspekt von den vom Bundesgericht bisher entschiedenen Fällen abweicht. In zwei Fällen schütteten die Gesellschaften in der Übergangsperiode (Bemessungslücke) zum ersten Mal Dividenden aus (ASA 72 S. 663; Urteil 2P.202/2002 vom 16. September 2003, nicht publiziert). In einem Fall wurde im Lückenjahr eine Superdividende ausgeschüttet, nachdem in den Vorjahren drei Mal keine und ein Mal eine kleinere Dividende ausbezahlt worden war (Urteil 2P.199/2003 [2A.342/2003] vom 21. Januar 2004, StR 59/2004 S. 367 E. 4.2). Im Urteil 2A.439/2002 vom 16. September 2003 wurde von vornherein nur ein die ordentliche Dividende übersteigender Betrag besteuert. Das Bundesgericht liess die Frage offen, ob eine Aufteilung richtig sei, weil die Voraussetzungen einer reformatio in peius nicht erfüllt waren (StE 2004 B 65.4 Nr. 15 E. 2.3). Im Urteil 2P.181/2003 vom 21. Januar 2004 wurde eine Super-Vermittlungsprovision in der Höhe des Fünffachen der Vorjahre im ganzen Betrag erfasst, weil sie auf einem einzigen Geschäft beruhte und völlig aus dem Rahmen fiel (StR 59/2004 S. 361). 5.2 Das ist auch bei der Beurteilung des vorliegenden Falles zu berücksichtigen: Substanzdividenden, Superdividenden oder nach dividendenlosen Jahren erstmalig ausgeschüttete Dividenden müssen als ausserordentliche Einkünfte erfasst werden. Hat jedoch eine (vom steuerpflichtigen Aktionär massgeblich beeinflusste) Gesellschaft regelmässig eine Dividende ausgeschüttet und dabei eine gewisse Konstanz bzw. Politik an den Tag gelegt und schüttet sie in der Bemessungslücke nur eine eindeutig höhere Dividende (Substanz- oder Sonderdividende) aus, so wäre es nicht sachgerecht, ohne Weiteres den ganzen Dividendenbetrag als ausserordentlich zu qualifizieren. Ein Teilbetrag, der sich im bisherigen Rahmen hält und sich mit dem Geschäftsgewinn in Beziehung setzen lässt, muss in einem solchen Fall als ordentlich akzeptiert werden und unberücksichtigt bleiben. Dabei ist es Sache des Steuerpflichtigen, aufzuzeigen, dass ein Teil des grundsätzlich als ausserordentlich zu bezeichnenden Einkommens ordentlichen Charakter hat. Gelingt ihm dies nicht, wird der ganze Betrag erfasst. 5.3 Hier schüttete die A.________ Holding AG in den Jahren 1993-1997 immer Dividenden aus. In den Jahren 1994-1997 waren die Dividendenzahlungen auch nicht grossen Schwankungen unterworfen. Dividenden aus laufend erwirtschafteten Geschäftserträgen gelten als ordentliche Einkünfte (ASA 72 S. 663 E. 2.2; Richner/Frei/Kaufmann, a.a.O., N 44 zu Art. 218 DBG). Es geht nicht an, die bisherige Dividendenpolitik der A.________ Holding AG völlig ausser Acht zu lassen und die Gesamtdividende des Jahres 1998 als ausserordentlich zu qualifizieren. Es ist daher im vorliegenden Fall ein ordentlicher Anteil zu berücksichtigen, wie die Eidgenössische Steuerverwaltung zu Recht bemerkt. 5.4 Was die Höhe des ordentlichen Anteils der von der A.________ Holding AG ausgeschütteten Dividende betrifft, so ist die Eidgenössische Steuerverwaltung der Ansicht, dass 40 % des ordentlichen Gewinns von Fr. 3'026'585, d.h. Fr. 1'210'000.--, als ordentlicher Dividendenanteil zu betrachten seien. Sie begründet das damit, dass auch in den Vorjahren im Durchschnitt 40 % des Gewinns ausgeschüttet worden seien. Das trifft zu. Dennoch muss bezweifelt werden, ob im Fall der A.________ Holding AG der durchschnittliche prozentuale, zur Ausschüttung bestimmte Anteil am Reingewinn (40 %) mit Blick auf die von der Gesellschaft tatsächlich verfolgte Dividendenpolitik eine signifikante Grösse zur Bestimmung des ordentlichen Anteils darstellt. In den Vorjahren wurden jeweils zwischen 25 % und 129 % des Reingewinnes als Dividenden beschlossen. Es kann deshalb beim Anteil der Dividende in Prozenten des Reingewinns auch nicht annähernd von einer konstanten, die Dividendenpolitik nachhaltig beeinflussenden Grösse gesprochen werden. Die Gesellschaft legte vielmehr Wert auf kontinuierliche Ausschüttungen, die in der Höhe gleich blieben oder mässig anstiegen, ungeachtet der im Betrag schwankenden Jahresergebnisse. Zwar nicht in der Begründung, sondern im Ergebnis lässt sich der Antrag der Eidgenössischen Steuerverwaltung gleichwohl vertreten: Als Richtgrösse für den ordentlichen Dividendenanteil könnte vorliegend grundsätzlich die in den letzten fünf Jahren durchschnittlich ausgeschüttete Dividende von Fr. 980'000.-- herangezogen werden. Nachdem sich jedoch eine klare Tendenz in der Dividendenpolitik der Gesellschaft der vergangenen fünf Jahre abzeichnete und die Gesellschaft die Dividendenausschüttungen kontinuierlich anhob, rechtfertigt es sich, die letztmals bezahlten beiden Dividenden von Fr. 1,2 Mio. als ordentlichen Gewinnanteil zu betrachten. Der Anteil des Beschwerdeführers am ordentlichen Dividendenanteil von Fr. 1'200'000.-- beträgt, entsprechend seinem Kapitalanteil (________ %), Fr. ________. Von der dem Beschwerdeführer im Jahre 1998 ausbezahlten Dividende von Fr. ________ ist somit ein Betrag Fr. ________ als ordentliches Einkommen zu bezeichnen. Das der Jahressteuer 1998 unterliegende ausserordentliche Einkommen ist folglich auf Fr. ________ festzusetzen. Das entspricht annähernd dem, was die Eidgenössische Steuerverwaltung aufgrund ihrer Berechnung (Fr. ________) ermittelt hat. In diesem Umfang ist die Verwaltungsgerichtsbeschwerde gutzuheissen.