Citation: 1C_332/2023 E. 2

5G ist die nächste Generation der mobilen Kommunikationssysteme. Diese nutzt u.a. die Frequenzbänder um 3.6 GHz, für welche vermehrt adaptive Antennen eingesetzt werden. Diese verändern ihre Senderichtung und/oder ihr Antennendiagramm automatisch durch Algorithmen in kurzen zeitlichen Abständen ohne Veränderung der Montagerichtung, um das Signal bevorzugt in jene Richtung zu übertragen, wo es durch die Endgeräte angefordert wird. Für eine Übergangszeit empfahl das BAFU den kantonalen und kommunalen NIS-Fachstellen, die Strahlung von adaptiven Antennen wie bei konventionellen Antennen zu berechnen, d.h. basierend auf einem Antennendiagramm, das für jede Senderichtung den maximal möglichen Antennengewinn berücksichtigt (sog. "Worst-Case-Szenario"). Die Empfehlungen der BPUK vom 7. März 2013 und vom 19. September 2019 zur Bewilligung von Mobilfunkantennen gingen davon aus, dass adaptive Antennen im Bagatellbewilligungsverfahren bewilligt werden könnten, wenn die berechnete elektrische Feldstärke an OMEN, an denen der Anlagegrenzwert vor der Änderung im massgebenden Betriebszustand bereits zu mehr als 50 % ausgeschöpft gewesen sei, nicht zunehme, und an den übrigen OMEN um weniger als 0.5 V/m zunehme. Am 23. Februar 2021 publizierte das BAFU den Nachtrag "Adaptive Antennen" zur Vollzugshilfe. Diese sieht für adaptive Antennen die Anwendung eines Korrekturfaktors vor. Dieser wurde am 17. Dezember 2021 in Ziff. 63 Abs. 2 Anh. 1 der Verordnung vom 23. Dezember 1999 über den Schutz vor nichtionisierender Strahlung (NISV; SR 814.710) verankert. Die Anwendung dieses Korrekturfaktors bei bestehenden adaptiven Sendeantennen gilt nach Ziff. 62 Abs. 5bis Anh. 1 NISV nicht als Änderung einer Anlage.