Citation: 1A.126/2006 24.11.2006 E. 3

Wie dargelegt löst die Nichteinzonung eines Grundstücks nur dann eine Entschädigungspflicht aus, wenn ein Einzonungsgebot bestanden hat. Von einem solchen ist u.a. auszugehen, wenn sich das fragliche Grundstück - was hier umstritten ist - im weitgehend überbauten Gebiet befindet. Der bundesrechtliche Begriff des weitgehend überbauten Gebiets im Sinne von Art. 15 lit. a RPG bezeichnet, wie im angefochtenen Entscheid zu Recht ausgeführt wird, im Wesentlichen den geschlossenen Siedlungsbereich mit eigentlichen Baulücken. Baulücken sind einzelne unüberbaute Parzellen, die unmittelbar an das überbaute Land angrenzen, in der Regel bereits erschlossen sind und eine relativ geringe Fläche aufweisen. Der unüberbaute, eine Baulücke bildende Boden muss zum geschlossenen Siedlungsbereich gehören, an der Siedlungsqualität teilhaben und von der bestehenden Überbauung so stark geprägt sein, dass sinnvollerweise nur seine Aufnahme in die Bauzone in Frage kommt. Der Begriff der weitgehenden Überbauung ist somit gebietsbezogen, parzellenübergreifend zu verstehen. Der vorhandene Zustand auf einem Grundstück ist in seiner Gesamtheit und in seinem Zusammenhang mit den Verhältnissen auf den benachbarten Parzellen zu betrachten. Ergibt diese Betrachtung, dass die unüberbauten Flächen im besiedelten Gebiet der Auflockerung der Siedlungsstrukturen, der Erhöhung der Wohnqualität durch Grünflächen sowie der Schaffung von Freizeitbereichen dienen, so bilden sie keine eigentlichen Baulücken, sondern erfüllen eigenständige Funktionen und haben an der Siedlungsqualität nicht teil. Solche unüberbaute Flächen gehören daher nicht zum weitgehend überbauten Gebiet (vgl. zum Ganzen BGE 132 II 218 E. 4 S. 222 ff. mit zahlreichen Hinweisen).