Citation: 6S.383/2006 15.11.2006 E. 1

1.1 Nicht angefochten sind der Strafpunkt und das Strafmass. Der Beschwerdeführer rügt (einzig) eine Verletzung von Art. 13 und Art. 44 Ziff. 1 Abs. 2 StGB. Die Vorinstanz habe es unterlassen, ein psychiatrisches Gutachten über seinen körperlichen und geistigen Zustand sowie über die für ihn zweckmässige Behandlung einzuholen. Da die Vorinstanz seine Drogenkrankheit anerkannt und ihm zugleich eine in mittlerem Grade verminderte Zurechnungsfähigkeit zugebilligt habe, wäre eine solche Begutachtung sowohl für die Beurteilung der Behandlungsbedürftigkeit als auch für die Bestimmung der sachgerechten Massnahme unverzichtbar gewesen. 1.2 Die Vorinstanz stellt in Bezug auf den Massnahmenpunkt folgenden, für den Kassationshof verbindlichen Sachverhalt fest: Der Beschwerdeführer reiste 1996 in die Schweiz ein. Im Jahr 2000 begann er, sowohl Kokain als auch Heroin zu konsumieren. Bis April 2003 war der Beschwerdeführer zeitweilig in einer stationären Drogentherapie, ohne dass ihm dadurch jedoch die dauerhafte Loslösung von den Drogen gelang. Im Anschluss an seine rechtskräftige Verurteilung durch die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 15. September 2005 wurde der Beschwerdeführer in das Psychiatriezentrum Hard zum Entzug überführt. Aufgrund der zahlreichen Polizeirapporte betrachtet es die Vorinstanz insgesamt als erstellt, dass der Beschwerdeführer seit mindestens drei Jahren in erheblichem Mass Drogen konsumiert (angefochtenes Urteil S. 11). 1.3 In rechtlicher Hinsicht schliesst die Vorinstanz, die vom Beschwerdeführer beantragte stationäre Massnahme sei nicht genügend indiziert. Hingegen sei die Zweckmässigkeit ambulanter Therapien bei drogensüchtigen Personen gerichtsnotorisch, weshalb eine solche Behandlung auch ohne Vorliegen eines ärztlichen Berichts angeordnet werden könne. Diese Therapie erscheine nicht unvereinbar mit dem Vollzug der Freiheitsstrafe, so dass von einem Aufschub abzusehen sei. Zusammenfassend stellt sich die Vorinstanz auf den Standpunkt, es könne aus Gründen der Verhältnismässigkeit auf eine psychiatrische Begutachtung des Beschwerdeführers verzichtet werden.