Citation: 8C_507/2018 E. 5.2.3

5.2.3. Ob die Beschwerdeführerin gemäss ihrer Behauptung tatsächlich seit langer Zeit oder sogar schon ab ihrer Gründung auch die Arbeitnehmerbeiträge bezahlt hatte und ob ihr (arbeitsvertragliches) Anstellungsreglement - abweichend von den im relevanten Zeitraum 2012 bis 2015 massgebenden Vorsorgereglementen der Helvetia - entsprechend die 100%ige Übernahme der Pensionskassenbeiträge durch die Arbeitgeberin vorsieht, ist im vorliegenden Fall nicht massgebend. Die Nichtanwendbarkeit von Art. 8 lit. a AHVV gründet im Umstand, dass das kantonale Gericht willkürfrei die Existenz von zwingenden normativen Grundlagen, die der einseitigen Abänderbarkeit durch die Arbeitgeberin entzogen wären, verneint hat. Noch im Verfahren vor dem kantonalen Gericht betonte die Beschwerdeführerin im Übrigen, dass sie die Arbeitnehmerbeiträge auf freiwilliger Basis übernommen habe. Die vor Bundesgericht geltend gemachte "stillschweigende" Änderung des Vorsorgereglementes, wonach "nicht (...) eine hälftige Finanzierung der Vorsorgeleistungen durch die Arbeitnehmer und Arbeitgeber vorgeschrieben" sei, und der behauptete, Grundlage bildende "mündliche" Beschluss aus dem Jahr 2001, der aber zugestandenermassen erst nach Durchführung der Betriebsrevision im Jahr 2017 schriftlich festgehalten und rückdatiert wurde, lassen die Schlussfolgerungen des kantonalen Gerichts nicht als unhaltbar erscheinen. Entgegen der Auffassung der A.________ AG hätte im Übrigen eine mündliche oder sogar stillschweigende Änderung des Vorsorgereglements nicht genügt, da Vorsorgeverträge und deren Änderung notwendigerweise der Schriftform bedürfen (BGE 118 V 229 E. 6c/bb S. 236; Urteil B 138/06 vom 17. April 2007 E. 4.2.4). Auch wenn es nach den Worten der Beschwerdeführerin allen Beteiligten jederzeit "klar" gewesen wäre, dass sie ohne Ausnahme sämtliche Beiträge an die berufliche Vorsorge trage, und sie dies auch stets so umgesetzt hat, wäre damit der Nachweis einer zwingenden reglementarischen Regelung, auf welche die Beschwerdeführerin nur mit Zustimmung der Vorsorgeeinrichtung zurückkommen könnte (vgl. E. 5.1 hiervor), nicht erbracht. Insbesondere vermag weder eine reglementarische Regelung, die die Leistungspflicht der Arbeitgeberin einzig vom Einvernehmen zwischen Versicherten und Unternehmung abhängig machen würde, noch dieses Einvernehmen selbst eine nach Art. 8 lit. a AHVV beachtliche Beitragspflicht hinsichtlich des Arbeitnehmeranteils zu begründen (vgl. Urteile 9C_605/2015 vom 31. März 2016 E. 4.2 und 9C_52/2008 vom 23. Mai 2008 E. 4.4.1 f.).