Citation: 5A_984/2021 E. 5.3

5.3. Ausserdem wirft die Beschwerdeführerin dem Kantonsgericht eine Verletzung der richterlichen Ermessensausübung vor. Zu Unrecht habe dieses ihr unterstellt, die Pietätsgründe erstmals in der Berufung erhoben zu haben. Dies treffe natürlich nicht zu; in ihren Eingaben und Rechtsschriften habe sie, die Beschwerdeführerin, wiederholt auf den Familienbesitz und den Wunsch nach dessen Erhalt hingewiesen, auch auf den bereits zwölfjährigen Mietvertrag in V.________ und die zehnjährliche faktische Erbschaftsverwaltung durch sie selbst. Diese habe ihr ein entsprechendes - vom Kreisgericht im Grundsatz anerkanntes - Guthaben gegenüber dem Nachlass/der Erbengemeinschaft generiert. Bis Ende 2020 betrage dieses knapp Fr. 100'000.--, welche ohne weiteres zur Anrechnung an den Steigerungspreis kommen könnten. Dadurch wäre sie bei einer internen Versteigerung auf nur noch kleinere Darlehen angewiesen. Bei einer öffentlichen Versteigerung bliebe ihr diese sehr wichtige Möglichkeit zu Unrecht verwehrt. Auch dies seien fundamentale Argumente, welche bei der Ermessensausübung zu berücksichtigen seien. Es trifft zwar zu, dass das Kantonsgericht der Beschwerdeführerin vorgeworfen hat, die Pietätsgründe erstmals im Berufungsverfahren vorgetragen zu haben. Ob zu Recht oder zu Unrecht kann offenbleiben, denn das Kantonsgericht hat, was die Beschwerdeführerin übersieht, materiell-rechtlich erwogen, wenn von zwei Erben nur einer steigerungsfähig sei, könnten weder der persönliche Gebrauch noch Pietätsgründe für den Entscheid, ob die Versteigerung öffentlich oder nur unter den Erben stattfinden solle, eine Rolle spielen. Nachdem die Beschwerdeführerin die Feststellung ihrer Steigerungsunfähigkeit nicht als offensichtlich unrichtig auszuweisen vermag (E. 5.2), ist ihren Argumenten die Grundlage entzogen. Im Übrigen erläutert die Beschwerdeführerin nicht, weshalb der Aspekt des persönlichen Gebrauchs oder Pietätsgründe selbst dann zu einer Versteigerung unter den Erben führen müssten, wenn sie selber nicht steigerungsfähig sei. Damit zielen auch die weiteren Einwendungen (der angefochtene Entscheid sei bezüglich der Frage, was mit dem Veräusserungserlös zu geschehen habe, wenig klar; eine Teilung des Erlöses zu gleichen Teilen wäre so oder so unbillig; nur bei einer internen Versteigerung könne eine Kaufpartei gefunden werden, welche die Grundstücke tels quels mit allen bis zum Kaufpreis darauf lastenden Schulden, Prozessen und Risiken übernehme) an der Sache vorbei; darauf ist nicht einzutreten.