Citation: 5C.57/2000 13.04.2000 E. 6

6.- a) Die Festsetzung der Höhe von gestützt auf Art. 151 Abs. 1 aZGB - auf Grund der Verschuldenslage allenfalls nur in reduziertem Umfang - geschuldeten Unterhaltsleistungen (vgl. BGE 99 II 129 f.) liegt im Ermessen des Sachrichters, der seinen Entscheid nach Recht und Billigkeit zu treffen hat (Art. 4 ZGB; Bühler/Spühler, Berner Kommentar, N 32 zu Art. 151 [a]ZGB). Das Bundesgericht greift nur ein, wenn die kantonale Instanz von dem ihr zustehenden Ermessen einen falschen Gebrauch gemacht hat, d.h. wenn sie grundlos von in Rechtsprechung und Lehre anerkannten Grundsätzen abgegangen ist, wenn sie Umstände berücksichtigt hat, die keine Rolle hätten spielen dürfen, oder wenn sie umgekehrt rechtserhebliche Umstände ausser Acht gelassen hat (vgl. BGE 124 III 401 E. 2a S. 402 mit Hinweisen). b) Angesichts seiner nicht zu beanstandenden Würdigung der Verschulden der Parteien hat das Obergericht von dem ihm zustehenden Ermessen keinen bundesrechtswidrigen Gebrauch gemacht, wenn es davon abgesehen hat, die der Klägerin zugesprochenen Unterhaltsleistungen herabzusetzen. Es ist namentlich nicht etwa so, dass der Ehegatte, der sich einen Ehebruch hat zuschulden kommen lassen, in jedem Fall eine Herabsetzung der Unterhaltsleistungen hinzunehmen hätte. Ob eine solche Reduktion sich überhaupt rechtfertige, hat der Sachrichter auf Grund der konkreten Verhältnisse ebenfalls nach pflichtgemässem Ermessen zu beurteilen (vgl. BGE 103 II 168 E. 2 S. 169; 99 II 129 f.; 98 II 9 E. 1 S. 13). c) Die angeführten Grundsätze gelten auch für die Bemessung der Pensionskassenleistungen, die den Unterhalt der Klägerin von dem Zeitpunkt an gewährleisten sollen, da der Beklagte Anspruch auf eine AHV-Rente haben wird. Im Sinne jener Richtlinien hat die Vorinstanz die auf die Klägerin zu übertragenden Austrittsleistungen denn auch festgelegt. Der Hinweis des Beklagten, dem Verschulden der Klägerin müsse Rechnung getragen werden, ist mithin auch in diesem Zusammenhang unbehelflich. Es ist nach dem oben Ausgeführten nicht ersichtlich, inwiefern die hälftige Teilung der erworbenen Austrittsleistungen bundesrechtswidrig sein sollte; ein Fehler bei der Ermessensausübung ist auch hier nicht erkennbar. Die Berufung erweist sich ebenfalls in diesem Punkt als unbegründet.