Citation: 6B_1144/2021 E. 1.4.1

1.4.1. Die Beschwerdeführerin beanstandet die vorinstanzlichen Erwägungen zu ihren familiären Verhältnissen. Sie rügt einerseits eine willkürliche Sachverhaltsfeststellung und andererseits eine Verletzung von Bundesrecht. Sie bringt vor, die zentrale Frage beim Entscheid über die Landesverweisung sei die Auswirkung einer solchen auf die Entwicklung der von ihr betreuten Enkelkinder, insbesondere auf C.________. Sie habe sowohl im erst- als auch im vorinstanzlichen Verfahren beantragt, ihre familiäre Situation und insbesondere das Verhältnis zwischen ihr und ihren Enkelkindern sei abzuklären. Die Vorinstanz habe den Beweisantrag abgewiesen mit der Begründung, eine Abklärung der familiären Situation dränge sich allenfalls unter Kindesschutzaspekten auf, jedoch seien mit Blick auf die Frage, ob eine Landesverweisung für die Beschwerdeführerin einen persönlichen Härtefall darstelle, aus den beantragten Abklärungen keine weiteren Erkenntnisse zu erwarten. Die Beschwerdeführerin bringt vor, weder die erste Instanz noch die Vorinstanz hätten es für nötig gehalten, das Verhältnis der Enkelkinder und insbesondere des Enkels C.________ zur Beschwerdeführerin zu prüfen, obwohl dies im Hinblick auf die Härtefallprüfung sowohl unter dem Aspekt des Schutzbereichs von Art. 8 EMRK als auch für die Prüfung der Verhältnismässigkeit i.S.v. Art. 66a Abs. 2 StGB von entscheidender Bedeutung sei. Die Beschwerdeführerin argumentiert weiter, sollte sich unter Kindesschutzaspekten ihre Anwesenheit für das Kindeswohl ihrer Enkel als unerlässlich erweisen, so bestehe auch ein besonderes Abhängigkeitsverhältnis im Sinne der Rechtsprechung zwischen den Grosskindern und der Beschwerdeführerin. In diesem Fall könne sie sich auf Art. 8 EMRK berufen. Indem die Vorinstanz ohne Abklärung des Abhängigkeitsverhältnisses zum Schluss komme, den Enkelkindern könne die Ausweisung ihrer Grossmutter zugemutet werden, stelle sie den Sachverhalt willkürlich fest; ihre Beweisanträge seien in dieser Hinsicht willkürlich abgewiesen worden. Die Sache sei zur Abklärung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Schliesslich rügt die Beschwerdeführerin, aufgrund der willkürlichen Sachverhaltsfeststellung komme die Vorinstanz fälschlicherweise zum Schluss, der Schutzbereich von Art. 8 EMRK sei nicht betroffen. Die Vorinstanz verneine zu Unrecht das Vorliegen eines Härtefalls i.S.v. Art. 66a Abs. 2 StGB. Überdies beanstandet die Beschwerdeführerin, die Interessenabwägung gestützt auf die unter Art. 8 EMRK entwickelten Kriterien sei von der Vorinstanz nicht bzw. nicht korrekt vorgenommen worden.