Citation: 1C_269/2024 E. 4.3.2

4.3.2. Immerhin muss sich der Beschwerdeführer mit Blick auf die Prozessgeschichte vorwerfen lassen, sich mit der Haltung der Baubehörde, die Auflage müsse zwingend eingehalten werden, zunächst abgefunden zu haben. Er reichte am 23. Mai 2019 einen zweiten detaillierten Umgebungsplan zur Bewilligung ein, der ein Bankett im Bereich der Terrasse aufwies, nachdem der Bauausschuss einen Antrag auf Unterschreitung des Abstands von 0,3 m im August 2018 abgewiesen hatte, stellte sich später aber erneut auf den gegenteiligen Standpunkt, auf das Bankett sei zu verzichten. Ob es sich dabei nachgerade um ein widersprüchliches Verhalten handelte, das eine Berufung auf Treu und Glauben auch im Zusammenhang mit der Wiederherstellungsanordnung ausschliesst, kann dahingestellt bleiben: Überwiegt das öffentliche Interesse an der Durchsetzung des rechtmässigen Zustands gegenüber dem privaten Interesse am Vertrauensschutz, scheitert die Berufung auf Treu und Glauben (vgl. BGE 137 I 69 E. 2.6; Urteil 1C_80/2022 vom 30. November 2023 E. 4.2 und 4.7). Die kantonalen Instanzen beurteilten die ohne Bankett bis an die Strassengrenze errichtete Terrasse wegen der Gefahr für die Verkehrssicherheit als materiell baurechtswidrig und begründeten auch die angeordnete Rückversetzung damit. Dabei handelt es sich grundsätzlich um ein erhebliches öffentliches Interesse, das über das allgemeine Interesse an der rechtsgleichen Anwendung der Bauvorschriften hinausgeht (vgl. auch Urteil 1C_347/2021 vom 6. September 2022 E. 5.5) und damit selbst bei Gutgläubigkeit der Bauherrschaft von einigem Gewicht ist. Auf die Frage, ob die Vorinstanz eine Gefahr für die Verkehrssicherheit zu Recht bejaht hat, ist im Folgenden näher einzugehen.