Citation: 4A_405/2022 E. 2.2

2.2. Die Vorinstanz erwog, es gehe sowohl im handelsgerichtlichen Verfahren als auch in dem am Bezirksgericht Luzern hängigen Prozess betreffend Abberufung "im Kern" um die zentrale Frage, ob sich der Nebenintervenient im Zusammenhang mit den Beschlüssen der Verwaltung vom 15. November 2018 pflichtwidrig verhalten habe. Es sei anzumerken, dass dem Abberufungsverfahren diverse zusätzlich geltend gemachte Pflichtverletzungen des Nebenintervenienten und dessen Vaters zugrunde lägen, das handelsgerichtliche Verfahren jedoch "im Kern" im Abberufungsverfahren enthalten sei. Die im handelsgerichtlichen Verfahren zu beurteilende Pflichtverletzung sei in der Hauptsache zuerst mit dem Abberufungsverfahren vor dem Bezirksgericht Luzern rechtshängig gemacht worden, das nach wie vor hängig sei. Beide Verfahren seien von der Beschwerdeführerin gegen dieselben 18 Genossenschaften eingeleitet worden und der Beschwerdegegner 19 sei in beiden Verfahren als Nebenintervenient beteiligt, so dass Parteiidentität gegeben sei. Das Abberufungsverfahren umfasse auch weitere Pflichtverletzungen, die über den vorliegenden Sachverhaltskomplex hinausgingen. Insofern sei das Verfahren betreffend Feststellung der Nichtigkeit der Verwaltungsbeschlüsse vom 15. November 2018 inhaltlich bereits im Abberufungsverfahren enthalten. Da es in beiden Verfahren insbesondere (auch) um die Löschung der Zeichnungsberechtigung des Beschwerdegegners 19 gehe, bestehe die Gefahr von sich widersprechenden Entscheiden. Insofern sei der Streitgegenstand des Abberufungsverfahrens mit dem Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens gemäss der massgebenden Kernpunkttheorie übereinstimmend, wobei das Abberufungsverfahren über diesen Streitgegenstand hinausgehe. Entsprechend stehe der vorliegenden Klage die zuständigkeitskoordinierende Rechtshängigkeitssperre entgegen, so dass es an der Prozessvoraussetzung der nicht anderweitigen Rechtshängigkeit gemäss Art. 59 Abs. 2 lit. d ZPO fehle. Vor diesem Hintergrund sei auf die Klage nicht einzutreten und Weiterungen zu den aufgeworfenen prozessualen Fragen (Partei- und Prozessfähigkeit, Rechtsschutzinteresse inkl. Feststellungsinteresse) erübrigten sich.