Citation: 5A_924/2012 E. 3.1.2

3.1.2. Die Beschwerdeführerin hat im kantonalen Verfahren als Schaden die Unmöglichkeit der Sabena, ihre wirtschaftliche Tätigkeit weiterzubetreiben, verstanden (wie Verkauf der Aktiven zum Liquidations- statt Betriebswert, Schaden aus Vertragsverletzung und Verzug gegenüber eigenen Gläubigern). Die zusätzlichen Passiven, welche die plötzliche Stilllegung der Sabena generiert habe ("passif de discontinuité"), seien zu ersetzen. Das Obergericht hat festgehalten, für den Schaden aus Vertragsverletzung gelte nach belgischem Recht, dass der Gläubiger bei nicht gehöriger Erfüllung des Vertrages so zu stellen sei, wie wenn der Schuldner seinen Verpflichtungen nachgekommen wäre. Die Schadensermittlung bedinge die Gegenüberstellung der Vermögenssituationen und bestehe nicht in einer Auflistung von angeblich konkursbedingten zusätzlichen Passiven. Der belgische Kassationshof habe (im Urteil vom 5. Dezember 1997 i.S. "SEPP") festgehalten, dass nur die Vermögenssituation des Konkursiten (Differenz zwischen Aktiven und Passiven) und die Auswirkungen des schuldhaften Verhaltens eines Drittens darauf zu beurteilen sei. Nach Auffassung des Obergerichts hat die Beschwerdeführerin den Schaden zufolge Verletzung der Vereinbarung vom 2. August 2001 - vorbehältlich des Schadens mit den ausgebliebenen Flugzeugübernahmen - mangelhaft substantiiert; die Schadenselemente seien nicht exakt aufgeführt. In ihrer Teilklage sei die Beschwerdeführerin ihrer Begründungsobliegenheit nicht nachgekommen, da sie (vom insgesamt angegebenen Schaden von EUR 2 Mia.) die betragsmässige Angabe der Schadenersatzansprüche unterlassen habe. Die Kollokation der Forderung auf Ersatz des "Konkursschadens" sei abzuweisen. Dass die SAirLines die Sabena wissentlich über ihren Willen zur Erfüllung ihrer Verpflichtungen getäuscht habe (gemäss Art. 1150 belg. CC), wurde verneint.