Citation: 2C_693/2021 E. 3.2.2

3.2.2. Die Beschwerdeführerin wendet auch vergeblich ein, ursprünglich zwangsverheiratet worden zu sein und sich bei einer Rückkehr in die Heimat in unzumutbarer Weise den heimatlichen patriarchalischen Strukturen ausgesetzt und sich im Verhältnis zu ihrem früheren Gatten mit allfälligen von diesem ausgehenden weiteren Gefahren von Gewalt konfrontiert zu sehen. Die Beschwerdeführerin ist mit ihrem Ehemann, mit dem sie zwangsverheiratet worden sein soll, was nicht weiter belegt ist, im Dezember 2003 nach Nordmazedonien zurückgekehrt. Sie kann sich diesbezüglich mangels Sachzusammenhangs nicht mehr auf Art. 50 Abs. 1 lit. b AIG berufen; ihre heute umstrittene weitere Anwesenheit steht in keinem Zusammenhang mehr zu dieser Ehe. Etwas anderes ergibt sich auch nicht aus den staatlichen Schutzpflichten im Rahmen der Istanbul-Konvention (Übereinkommen des Europarats vom 11. Mai 2011 zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt [SR 0.311.35]; vgl. hierzu das Urteil 2C_915/2019 vom 13. März 2020 E. 5.2). Dass es zu häuslicher Gewalt mit ihrem Schweizer Gatten gekommen wäre, macht die Beschwerdeführerin nicht geltend. Der Umstand, dass in Nordmazedonien noch patriarchalische Strukturen herrschen, bildet für sich allein keinen wichtigen persönlichen Grund im Sinne von Art. 50 Abs. 1 lit. b AIG: Die Beschwerdeführerin hat in ihrer Heimat bereits als geschiedene Frau gelebt; es kommt auch dort zu Trennungen und Scheidungen, selbst wenn die Scheidungsrate allenfalls geringer sein mag als in anderen Ländern (vgl. das Urteil 2C_339/2018 vom 16. November 2018 E. 9.2).