Citation: 8C_883/2014 E. 4.3.1

4.3.1. Ob für die Zeit nach der Observation ein Ausschlussgrund zu bejahen wäre, muss nicht beantwortet werden. Gestützt auf die aktuell gestellte psychiatrische Diagnose kann ein linearer Zusammenhang mit dem Schweregrad der funktionellen Beeinträchtigung anhand der Standardindikatoren nach BGE 141 V 281 E. 4.3 S. 300 ff. hergestellt werden. Dies lässt sich aufgrund der medizinischen Akten, insbesondere des psychiatrischen MEDAS-Gutachtens vom 4. März 2013, verlässlich beurteilen. Als wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit führte Dr. med. B.________, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, die Diagnose einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10: F45.41) an. Im Unterschied zu einer somatoformen Schmerzstörung (ICD-10: F45.4), bei welcher ein andauernder, schwerer und quälender Schmerz im Vordergrund steht, Symptome, welche der Psychiater nachvollziehbar und ausdrücklich verneinte, wird bei einer chronischen Schmerzstörung ein über sechs Monate bestehender Schmerz in mehreren anatomischen Regionen beschrieben. Zudem ist die Folge dieser Störung eine Beeinträchtigung in sozialen, beruflichen oder anderen wichtigen Funktionsbereichen. Die im Gutachten gestellten bzw. nicht gestellten Diagnosen vermögen zu überzeugen. Als Rechtsfrage frei überprüfbar ist hingegen, ob und in welchem Umfang die ärztlichen Feststellungen anhand der rechtserheblichen Indikatoren auf Arbeitsunfähigkeit schliessen lassen (BGE 141 V 281 E. 6 S. 308).