Citation: 4A_43/2021 E. 7.5

7.5. Die Beschwerdeführerin bringt schliesslich vor, es sei die "Kampagne" der Beschwerdegegnerin bzw. die Gesamtheit der Umstände, welche den Rechtsmissbrauch belegen würden. Alle bisherigen Klagen sowie die Strafanzeige der Beschwerdegegnerin seien gescheitert, und zwar teilweise ausdrücklich wegen Rechtsmissbrauch. Die Beschwerdeführerin versuche vor diesem Hintergrund geradezu krampfhaft nach einem weiteren möglichen Anspruch, den sie vielleicht durchsetzen könnte, um endlich ein Erfolgserlebnis zu haben, und zwar unabhängig eines konkreten Nutzens. Diesen Anspruch glaube sie in der Aushändigung von Aktien (zertifikaten) gefunden zu haben. Dass die Beschwerdeführerin dies vorinstanzlich im Zusammenhang mit dem von ihr behaupteten "prozessualen Rechtsmissbrauch" rechtsgenüglich geltend gemacht hätte, ist im angefochtenen Entscheid nicht festgestellt und im Übrigen auch nicht ersichtlich. Es scheint daher schon fraglich, ob auf dieses Vorbringen vor Bundesgericht überhaupt einzutreten wäre (vgl. BGE 143 III 290 E. 1.1). Unabhängig davon führt der Umstand, dass frühere Verfahren der Beschwerdegegnerin erfolglos waren oder sogar als rechtsmissbräuchlich qualifiziert wurden, noch nicht zwingend dazu, dass die vorliegende Klage der Beschwerdegegnerin rechtsmissbräuchlich wäre. Vielmehr ist für jedes Verfahren einzeln zu prüfen, ob aufgrund der gesamten Umstände des konkreten Einzelfalls die Klageanhebung als rechtsmissbräuchlich zu qualifizieren ist. Inwiefern der Umstand, dass die früheren von der Beschwerdegegnerin eingeleiteten Verfahren gescheitert sind bzw. als rechtsmissbräuchlich eingestuft wurden, die vorliegend konkret zu beurteilende Klage bezüglich Aushändigung von Aktien der Beschwerdeführerin als Wertpapiere rechtsmissbräuchlich erscheinen liesse, zeigt die Beschwerdeführerin mit ihren pauschalen Vorbringen nicht nachvollziehbar auf (Erwägung 2).