Citation: H 70/04 16.06.2004 E. 3

Dem Beschwerdeführer ist darin beizupflichten, dass es Sachverhaltsmerkmale gibt, die für selbstständige Erwerbstätigkeit sprechen. Dazu gehört, dass auf Grund von Ziff. 6 des Agentur-Vertrages vom 6. November 2000 C.________ alle Geschäftskosten selber zu tragen hatte. Dieser Umstand spricht indessen nach zutreffender Feststellung der Rekurskommission nicht entscheidend für selbstständige Erwerbstätigkeit (vgl. ZAK 1980 S. 325). Sodann kann auch in der Regelung von Ziff. 9 des Agentur-Vertrages ein Indiz dafür gesehen werden, dass die fraglichen Provisionen nicht massgebenden Lohn im Sinne von Art. 5 Abs. 2 AHVG darstellen. Nach dieser Klausel hatte C.________ die Musterkollektionen bei einem Rabatt von 40 % selber zu bezahlen. Bei einer gesamthaften Würdigung der Umstände, die bei der Statusfrage praxisgemäss vorzunehmen ist (BGE 123 V 163 Erw. 1 und AHI 2001 S. 256 Erw. 2a mit Hinweisen), überwiegen indessen die Merkmale unselbstständiger Erwerbstätigkeit, wie die Vorinstanz richtig erkannt hat. Dafür spricht neben den im angefochtenen Entscheid erwähnten Tatsachen, dass für die «Inkrafttretung dieses Vertrages» keine Ablösesumme vereinbart wurde. Für die Übernahme der gesamten Kundenstruktur wurde auf eine Ausgleichszahlung verzichtet ebenso wie auf eine Ablösesummenzahlung bei Kündigung des Agentur-Vertrages ungeachtet allfällig neu gewonnener Kunden. Zu beachten ist schliesslich, dass C.________ am 22. April 2002 mit der Begründung gekündigt wurde, der Umsatz in dem ihm zugesprochenen Gebiet bewege sich auf einem zu tiefen Level. Darauf sei er mehrmals hingewiesen worden. Geändert hätte sich indessen «trotz Ihrer Zusagen» nichts. Es kann daher entgegen den Ausführungen in der vorinstanzlichen Beschwerde nicht gesagt werden, C.________ habe selbst darüber entscheiden können, ob er an einer Ausstellung teilnehme oder nicht. Vielmehr erschöpfte sich sein wirtschaftliches Risiko praktisch in der (alleinigen) Abhängigkeit vom erzielten Umsatz resp. vom persönlichen Arbeitserfolg. Das spricht ebenfalls für unselbstständige Erwerbstätigkeit (vgl. BGE 122 V 172 unten). Der angefochtene Entscheid ist somit rechtens. Dies betrifft auch die Rückweisung der Sache an die Ausgleichskasse zur Abklärung und Prüfung der Frage abzugsfähiger Unkosten. Dabei wird die Verwaltung Arbeitgeber und Arbeitnehmer ins Verfahren einzubeziehen haben.