Citation: 1B_394/2013 E. 2.2

2.2. Für die Annahme von Fluchtgefahr genügt nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts die Höhe der zu erwartenden Freiheitsstrafe für sich allein nicht. Eine solche darf nicht schon angenommen werden, wenn die Möglichkeit der Flucht in abstrakter Weise besteht. Vielmehr müssen konkrete Gründe dargetan werden, die eine Flucht nicht nur als möglich, sondern als wahrscheinlich erscheinen lassen. Die Höhe der zu erwartenden Freiheitsstrafe kann immer nur neben anderen, eine Flucht begünstigenden Tatsachen herangezogen werden (BGE 125 I 60 E. 3a; 117 Ia 69 E. 4a; 108 Ia 64 E. 3; 107 Ia 3 E. 6). Der Beschwerdeführer macht geltend, er sei als Kurde und Alevite 1998 als anerkannter Flüchtling in die Schweiz gekommen. Er sei heimatlos, er könne nirgends hin gehen. Es bestehe keine Fluchtgefahr, er lebe nunmehr in einer festen Beziehung. Er sei nach seiner Haftentlassung nicht geflüchtet, sondern habe sich der Berufungsverhandlung gestellt, obwohl er keineswegs sicher damit habe rechnen können, dass der erstinstanzliche Freispruch bestätigt werden würde. Diese Ausführungen überzeugen nicht. Der Beschwerdeführer muss für den Fall einer Bestätigung seiner Verurteilung mit einer erheblichen Freiheitsstrafe rechnen, die, auch unter Berücksichtigung der erstandenen Untersuchungs- und Sicherheitshaft, einen starken Anreiz zur Flucht darstellt. Auch wenn er offenbar 1998 aus der Türkei geflüchtet war und seither in der Schweiz lebt und arbeitet, so hat er nach den unbestrittenen Ausführungen in der Präsidialverfügung vom 26. August 2013 nach der Flucht regelmässig die Türkei besucht, wo auch seine nächsten Verwandten nach wie vor leben. Da er zudem für den Fall einer Verurteilung mit dem Verlust seiner Aufenthaltsberechtigung in der Schweiz rechnen muss, liegt es nahe, dass er sich der weiteren Strafverfolgung in der Schweiz durch Flucht entziehen könnte. Der Präsident der I. Strafkammer konnte ohne Bundesrechtsverletzung Fluchtgefahr annehmen. Ist damit ein besonderer Haftgrund gegeben, braucht nicht geprüft zu werden, ob auch Ausführungsgefahr bestehe.