Citation: 6B_255/2021 E. 1.4.2

1.4.2. Die auf eine willkürliche Feststellung des Sachverhalts zielenden Vorbringen des Beschwerdeführers sind unbehelflich. Betreffend die Beziehung zu seiner Ex-Frau hält die Vorinstanz ausdrücklich fest, der Beschwerdeführer unterstütze diese in natura. Dass sie dabei nicht sämtliche Hilfeleistungen einzeln aufführt, macht die Sachverhaltsfeststellung nicht willkürlich. Wenn die Vorinstanz die Abhängigkeit der Ex-Frau vom Beschwerdeführer zudem relativiert und erwägt, diese sei etwa einmal pro Monat nicht zur alleinigen Kinderbetreuung in der Lage, so stützt sie sich dabei auf die (unbestrittenen) Aussagen des Beschwerdeführers selbst. Gleich verhält es sich mit ihrer gesundheitlichen Situation. Das angefochtene Urteil hält eine medizinische Hilfsbedürftigkeit der Ex-Frau fest, wobei sie zu deren Konkretisierung vorbehaltslos auf die Einvernahme der Ex-Frau vom 16. März 2020 inkl. Beilagen sowie das Befragungsprotokoll des Beschwerdeführers vor Vorinstanz vom 11. Dezember 2020 verweist (vorinstanzliches Urteil S. 8 mit Verweis auf kantonale Akten act. A/10 und act. B/16 Frage 53). Die dortigen Ausführungen sind damit Teil der vorinstanzlichen Sachverhaltsfeststellung. Wenn die Vorinstanz jedoch - gestützt nicht bloss auf den Gesundheitszustand der Ex-Frau und die Unterstützung durch den Beschwerdeführer, sondern auf die Gesamtheit des festgestellten Sachverhalts - das Vorliegen einer familiären Beziehung im Sinne von Art. 8 EMRK zwischen dem Beschwerdeführer und seiner Ex-Frau verneint, so beschlägt dies letztlich eine Rechtsfrage, die nicht im Rahmen der Willkürprüfung abzuhandeln ist (vgl. dazu weiter unten E. 1.5.2). Bezüglich des älteren Sohnes der Ex-Frau hält das angefochtene Urteil ebenfalls eine Unterstützung durch den Beschwerdeführer sowie eine medizinische Hilfsbedürftigkeit fest, womit es die Situation nicht fundamental anders beschreibt, als es der Beschwerdeführer tut. Sie verweist zudem auch hier zur Präzisierung auf die Zeugeneinvernahme der Ex-Frau sowie das Befragungsprotokoll des Beschwerdeführers vor Vorinstanz. Wenn der Beschwerdeführer geltend macht, der Sohn seiner Ex-Frau sei "schwerstbehindert", so begründet er weder hinreichend, welchen vorinstanzlichen Erwägungen eine komplett falsche Vorstellung der Beeinträchtigung zugrunde liege, noch führt er Beweismittel an, aus denen sich der stattdessen zutreffende Behinderungsgrad klar ergäbe. Gemäss Aussagen der Ex-Frau sei ihr Sohn jedenfalls "ziemlich schwer" behindert und bekomme eine Invalidenentschädigung im mittleren Bereich, wobei noch eine Abklärung offen sei (kantonale Akten act. A/10 S. 3 und 7 f.). Dies wird vom Beschwerdeführer nicht bestritten. Im Übrigen prüft die Vorinstanz die Beziehung vom Beschwerdeführer zum älteren Sohn seiner Ex-Frau gar nicht erst unter dem Blickwinkel von Art. 8 EMRK (siehe dazu weiter unten E. 1.5.5). Sie leitet aus seiner allfälligen Beeinträchtigung demnach auch keine massgeblichen Folgen ab. Weiter erwägt die Vorinstanz, bereits die alleinige Ausreise des Beschwerdeführers - unter Aufrechterhaltung des Kontakts zum leiblichen Sohn - begründe keinen Härtefall. Damit knüpft sie an die (im Sinne einer Alternative vorgeschlagenen) Möglichkeit einer Ausreise der Ex-Frau und/oder des leiblichen Sohns letztlich keine Konsequenzen. Ob besagtem Alternativvorschlag eine willkürliche Sachverhaltsfeststellung zugrunde liegt, kann demnach offenbleiben. Bei den Vorbringen zur Unzumutbarkeit einer Trennung der Kinder sowie betreffend das Subsidiaritätsprinzip im Kindesschutz handelt es sich sodann nicht um Tatsachenfeststellungen. Sie sind nicht auf Willkür hin zu überprüfen, sondern gegebenenfalls im Rahmen der Rechtsanwendung zu berücksichtigen. Sofern der Beschwerdeführer der Ansicht ist, es sei unhaltbar, anzunehmen, der Kontakt zwischen ihm und seinem leiblichen Sohn liesse sich auch im Falle einer Landesverweisung durch Besuche ins grenznahe Ausland aufrecht erhalten, vermag er damit nicht durchzudringen. Er legt nicht dar, aus welchen (willkürlich ausser Acht gelassenen) Tatsachen sich dieser Schluss zwingend aufdrängt. Allein der Umstand, dass derartige Besuche einen gewissen organisatorischen und/oder finanziellen Aufwand bedeuten würden, macht deren Durchführung jedenfalls noch nicht schlechterdings unmöglich. Dies umso weniger, als sich die zurückzulegende Distanz im Falle einer Niederlassung des Beschwerdeführers im nahen Grenzgebiet als überschaubar erwiese.