Citation: I 467/06 19.12.2006 E. 3

Streitig und zu prüfen ist der Invaliditätsgrad. 3.1 Laut dem Gutachten der MEDAS vom 22. März 2005 besteht in einer angepassten, wechselbelastenden Tätigkeit polydisziplinär betrachtet eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 30 %. Demgegenüber attestiert Frau Dr. med. B.________, Rheumatologie FMH, in einem von der IV-Stelle am 28. Januar 2004 in Auftrag gegebenen Gutachten eine Arbeitsunfähigkeit von 80 % in einer leichten, angepassten Tätigkeit, dies auf der diagnostischen Grundlage eines lumbospondylogenen Schmerzsyndroms mit mehreren Unterdiagnosen, einer Fibromyalgie und einer Depression; auf der psychisch-geistigen Ebene sei die Versicherte durch die Depression eingeschränkt, auf der körperlichen Ebene durch die Schmerzen und die Fibromyalgie. Frau Dr. med. S.________, Rheumaerkrankungen FMH, erachtete die Versicherte im Bericht vom 22. September 2003 als voll arbeitsfähig in einer körperlich leichten Tätigkeit in einem geheizten Raum. Dr. med. E.________, Innere Medizin FMH, speziell Blutkrankheiten, schrieb die Beschwerdeführerin im Bericht vom 6. September 2003 ab 14. März 2003 bis heute zu 100 % arbeitsunfähig im früheren Beruf. In einer körperlich leichten Hilfsarbeit, eventuell in geschütztem Rahmen, hielt er eine Arbeit von 4 bis 5 Stunden am Tag für zumutbar. 3.2 Die Vorinstanz hat diese stark divergierenden Angaben zur verbliebenen Arbeitsfähigkeit gegeneinander abgewogen und kam zum Schluss, dass die Expertise der MEDAS den Vorzug verdiene und demnach von einer Arbeitsfähigkeit von 70 % in einer angepassten Tätigkeit auszugehen sei. Dem widerspricht die Beschwerdeführerin insbesondere mit dem Hinweis auf das Gutachten der Dr. med. B.________, welches eine 80%ige Arbeitsunfähigkeit postuliert. Diese von einer Spezialärztin für Rheumatologie erstellte Expertise sei derjenigen der MEDAS gleichwertig, weshalb nicht von vornherein auf Letztere abgestellt werden dürfe. 3.3 Zunächst entspricht die Expertise der MEDAS den Anforderungen der Rechtsprechung (BGE 125 V 352); insbesondere waren alle ärztlichen Teilgebiete an der Abklärung beteiligt, welche auf Grund der vorhandenen Leiden angezeigt waren (Psychiatrie, Rheumatologie). Wenn nun auf diese Expertise abgestellt wird und nicht, wie die Beschwerdeführerin geltend macht, auf Frau Dr. med. B.________, deren Attestierung einer Arbeitsunfähigkeit von 80 % mit den vorhandenen Befunden und Diagnosen an sich nur schwerlich begründbar ist, dann vor allem aus der Überlegung heraus, dass die Beschwerdeführerin mit eben diesen Leiden behaftet während vielen Jahren (1989-2002) im Altersheim X.________ gearbeitet hat. Eine namhafte Verschlechterung der objektiven Befunde seit 1994 (Hospitalisierung in der Klinik Y.________) ist nicht ersichtlich. Das Leiden hat einen chronischen Verlauf genommen (mit Tendenz zu subjektiver Verschlechterung) und sich zu einem syndromalen Zustand verfestigt, der ärztlicherseits als Fibromyalgie, chronisches Schmerzsyndrom, psychogene Überlagerung u.a.m. charakterisiert wird. Solche Beschwerdebilder sind in aller Regel nicht invalidisierend (BGE 132 V 65, 130 V 352 und 396). Davon ist im Falle der Beschwerdeführerin nicht abzuweichen, spielt doch die bewusst angestrebte Berentung (Teilrente) für den Verlauf eine klar erkennbare Rolle (Schlussbericht Berufsberatung vom 11. April 2005; BGE 131 V 49).