Citation: 2C_864/2021 E. 5.4.1

5.4.1. Art. 127 Abs. 3 BV untersagt die interkantonale Doppelbesteuerung. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts liegt eine interkantonale Doppelbesteuerung vor, wenn eine steuerpflichtige Person von zwei oder mehreren Kantonen für das gleiche Steuerobjekt und für die gleiche Zeit zu Steuern herangezogen wird (aktuelle Doppelbesteuerung) oder wenn ein Kanton in Verletzung der geltenden Kollisionsnormen seine Steuerhoheit überschreitet und eine Steuer erhebt, die einem anderen Kanton zusteht (virtuelle Doppelbesteuerung). Ausserdem darf ein Kanton eine steuerpflichtige Person grundsätzlich nicht deshalb stärker belasten, weil sie nicht in vollem Umfang seiner Steuerhoheit untersteht, sondern zufolge ihrer territorialen Beziehungen auch noch in einem anderen Kanton steuerpflichtig ist (Schlechterstellungsverbot; Urteil 2C_401/2020 vom 28. Juli 2021 E. 3.1, zur Publikation vorgesehen; BGE 140 I 114 E. 2.3.1; 138 I 297 E. 3.1; 137 I 145 E. 2.2; 134 I E. 2.1). Wie die Vorinstanz zutreffend dargelegt hat, richtet sich die Bemessung des steuerbaren Einkommens und Vermögens einer steuerpflichtigen natürlichen Person nach dem (harmonisierten) kantonalen Steuerrecht (vgl. Urteil 2C_401/2020 vom 28. Juli 2021 E. 3.2, zur Publikation vorgesehen; BGE 99 Ia 667 E. 3c; DANIEL DE VRIES REILINGH, in: Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Interkantonales Steuerrecht, 2. Aufl. 2021, § 22 N. 1a). Das bundesrechtliche Verbot der interkantonalen Doppelbesteuerung und die dazu von der Rechtsprechung entwickelten Grundsätze entfalten grundsätzlich nur dann eine eigenständige Bedeutung, wenn sich der Kanton an seine eigene Gesetzgebung gehalten hat und dennoch eine (aktuelle oder virtuelle) interkantonale Doppelbesteuerung oder eine Schlechterstellung resultiert (Urteil 2C_401/2020 vom 28. Juli 2021 E. 3.2, zur Publikation vorgesehen).