Citation: 2C_712/2014 E. 2.3

2.3. Als wichtige Gründe im Sinne von Art. 49 AuG, die eine Ausnahme vom Erfordernis des Zusammenwohnens zu begründen vermögen, nennt Art. 76 VZAE sowohl berufliche Verpflichtungen wie auch "eine vorübergehende Trennung wegen erheblicher familiärer Probleme". Weder mit Art. 49 AuG noch mit Art. 76 VZAE sollte jedoch die Praxis wieder eingeführt bzw. fortgesetzt werden, wonach das Aufenthaltsrecht des ausländischen Ehepartners einer Schweizerin oder eines Schweizers erst endet, wenn feststeht, dass die Ehe definitiv gescheitert und eine Berufung darauf rechtsmissbräuchlich ist (Urteil 2C_635/2009 vom 26. März 2010 E. 4.4). Zum einen stünde dies mit dem Ziel des (neuen) Erfordernisses des Zusammenwohnens in Widerspruch. Zum anderen käme Art. 49 AuG nicht mehr der ihm zugewiesene Ausnahmecharakter zu. Nicht jede Trennung von Eheleuten begründet somit eine Ausnahme vom Erfordernis des Zusammenwohnens. Eine Ausnahmesituation nach Art. 49 AuG liegt erst bei "wichtigen" Gründen oder "erheblichen" Problemen vor, wozu auch eine vorübergehende kurzfristige Ehekrise zählen kann (BGE 137 II 345 E. 3.1.2 S. 347). Das krisenbedingte Getrenntleben darf jedoch nur wenige Monate dauern, ansonsten der Anspruch gestützt auf Art. 42 AuG erlöscht ( HUGI YAR, a.a.O., S. 55).