Citation: C 233/03 26.10.2004 E. 2

Zu klären gilt es die Frage, ob der Beschwerdegegner seit 1996 freiwillig ausschliesslich temporäre Arbeitsverhältnisse eingeht, welche mit hauptsächlich in den Wintermonaten beschäftigungslosen Zeiten verbunden sind, sodass dies als Ausdruck für die subjektiv fehlende Vermittlungsbereitschaft für Dauerstellen zu werten ist. 2.1 Die Vorinstanz hat die Vermittlungsfähigkeit hauptsächlich im Lichte der Tatsache, dass der Versicherte während der gesamten Zeit seiner Arbeitslosigkeit Arbeitsbemühungen nachwies, bejaht. Diese seien zwar zum Teil hinsichtlich der Quantität ungenügend, würden jedoch auch die Suche nach Dauerstellen (auch ausserhalb seiner angestammten Tätigkeit) beinhalten. Sein Wille, sich nicht nur für zeitlich befristete Stellen auf dem Arbeitsmarkt zur Verfügung zu stellen, werde zudem durch den Umstand untermauert, dass die Personal I.________ AG bestätige, auch mit der Suche nach Dauerstellen beauftragt worden zu sein. Die Verwaltung vertritt dagegen die Auffassung, der Beschwerdegegner stelle sich freiwillig - seinem Lebensstil entsprechend - nur für zeitlich begrenzte Arbeitseinsätze zur Verfügung, ohne eine auf Dauer angelegte Stelle anzustreben, sodass seine Vermittlungsfähigkeit rechtsprechungsgemäss verneint werden müsse. 2.2 Fest steht, dass der Versicherte seit Februar 1997 bei der Personal I.________ AG als temporärer Mitarbeiter auf dem Bau tätig ist. Dem Lebenslauf des Versicherten kann weiter entnommen werden, dass er bereits vor seiner Arbeitslosigkeit, d.h. seit 1995, lediglich zeitlich befristet tätig war. Mit der Vorinstanz ist festzuhalten, dass der Beschwerdegegner seit der Anmeldung zur Arbeitsvermittlung Arbeitsbemühungen aufweist, welche die Suche nach Dauer- und Temporärstellen umfassen, wobei der gelernte Zimmermann und zuletzt als Gerüstbauer tätig gewesene Versicherte sich u.a. auch um Arbeit als Monteur, Lagerist, Dachdecker, Hilfsmaurer, Packer und Isoleur bemühte. Im letztinstanzlich aufgelegten Schreiben der Personal I.________ AG (vom 3. November 2003) bekräftigt diese, dass sich bis zu diesem Zeitpunkt keine Möglichkeit einer Festanstellung ergeben habe. 2.3 Der Verwaltung kann insoweit gefolgt werden, als es schwer verständlich ist, warum der Beschwerdegegner seit 1996, mithin innerhalb der vierten Rahmenfrist für den Leistungsbezug, Arbeitslosenentschädigung beansprucht, zumal er weder aufgrund seines Alters, noch seiner Ausbildung und Arbeitsweise, wie verschiedene Arbeitszeugnisse belegen, hinsichtlich der Stellensuche benachteiligt sein sollte, sodass es nahe liegt anzunehmen, der Versicherte stelle sich freiwillig nur für zeitlich begrenzte Arbeitseinsätze zur Verfügung. Als Allrounder hätte es ihm an sich möglich sein sollen, trotz konjunkturell schwankender Auftragslage im Baugewerbe, einen ihn direkt und auf Dauer beschäftigenden Arbeitgeber (allenfalls ausserhalb der Baubranche) zu finden. Es fällt jedoch auf, dass das RAV - gemäss Aktenlage - ebenfalls nicht in der Lage war, dem Beschwerdegegner in der gesamten Zeit seiner Arbeitslosigkeit mehr als eine zumutbare Stelle zuzuweisen, wobei bezüglich der Gründe, weshalb es hierbei zu keiner Anstellung kam, widersprüchliche Angaben der potenziellen Arbeitgeberin vorliegen. Am 11. März 2002 führte sie an, der Versicherte habe stark nach Alkohol gerochen, nachdem sie am 1. März 2002 in ihrer Rückmeldung an das RAV festgehalten hatte, der Beschwerdegegner besitze keinen Führerausweis, welcher jedoch bezüglich des Arbeitsweges unbedingt erforderlich gewesen wäre. Hieraus lassen sich somit ebenfalls keine zuverlässigen Hinweise auf eine fehlende subjektive Vermittlungsbereitschaft hinsichtlich einer Festanstellung finden. Wenn der Versicherte wiederholt, so auch anlässlich der mündlichen Verhandlung im vorinstanzlichen Verfahren, betont, bereit und in der Lage zu sein, eine Dauerstelle anzunehmen, dies zudem durch die vorgelegten Arbeitsbemühungen dokumentiert und des Weiteren das Stellenvermittlungsbüro beauftragt hat, auch Dauerstellen zu suchen, bleibt - trotz langjähriger ausschliesslicher Temporärarbeit - kein Raum, dem Versicherten den Willen zur Annahme einer solchen Stelle abzusprechen, weshalb es beim vorinstanzlichen Entscheid sein Bewenden hat. Sollte der Beschwerdegegner weiterhin arbeitslos sein, wird er besonders gefordert sein, die weitere Vermittlungsfähigkeit unter Beweis zu stellen. Aufgabe des RAV wird es sein, Gründe für die Schwervermittelbarkeit des Versicherten zu suchen und ihn durch vermehrte Zuweisung von Dauerstellen oder durch andere (arbeitsmarktliche) Massnahmen bei der Beendigung seiner Arbeitslosigkeit zu unterstützen.