Citation: I 645/01 17.12.2003 E. 3

Grundlagen für die Beurteilung des Rentenanspruchs bilden zunächst der Gesundheitsschaden und dessen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit. 3.1 Im Gutachten der Rheumaklinik des Spitals Y.________ vom 2. Oktober 2000 werden die Diagnosen eines chronischen rechtsseitigen lumbospondylogenen Syndroms bei flachen Diskusprotrusionen L3/4, L4/5 und L5/S1, ossär engem Spinalkanal L3 bis S1 und segmentaler Funktionsstörung mit deutlicher muskulärer Insuffizienz, einer medialen Gonarthrose rechts bei Status nach Teilmeniskektomie und Poplitearevision 4/98 und Plicaresektion, Teilmenisketomie und Knorpelshaving 9/98 sowie einer leichtgradigen Coxarthrose rechts erwähnt. Nach Auffassung der Gutachter besteht aus rheumatologischer Sicht eine vollständige Arbeitsunfähigkeit im bisherigen Beruf als Maschinist und Strassenbauarbeiter; für eine körperlich angepasste, leichte Tätigkeit besteht eine Arbeitsfähigkeit von 100 %. Zumutbar sind leichte wechselbelastende Tätigkeiten ohne längeres Stehen und Gehen über längere Strecken oder auf unebenem Gelände und ohne repetitives Treppensteigen oder Besteigen von Leitern; nicht möglich sind wiederholtes Bücken oder repetitive dynamische und monoton-statische Belastungen sowie das Heben und Tragen von Gewichten über 10 kg. Die Frage nach den aus medizinischer Sicht in Betracht fallenden zumutbaren Tätigkeiten beantworten die Gutachter dahin, denkbar seien körperlich leichte Tätigkeiten mit vorwiegend sitzender Belastung, beispielsweise in der industriellen Fertigung oder als Magaziner, wobei auch diese Tätigkeit vorwiegend sitzend ausgeführt werden müsste (Feingerätemagaziner). 3.2 Der Vorinstanz ist darin beizupflichten, dass auf diese Beurteilung abgestellt werden kann. Das Gutachten erfüllt die für den Beweiswert von ärztlichen Berichten geltenden Anforderungen (BGE 125 V 352 Erw. 3a) und vermag in den Schlussfolgerungen zu überzeugen. Entgegen den Ausführungen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde steht es nicht in einem zu weiteren Abklärungen Anlass gebenden Widerspruch zu den andern Arztberichten. Im Bericht vom 22. März 1999 hat der behandelnde Arzt Dr. med. C.________, Spezialarzt für Innere Medizin, ausgeführt, der Versicherte sei trotz des seit 1985 bestehenden lumbovertebralen Schmerzsyndroms praktisch immer arbeitsfähig gewesen. Bezüglich des Knieschadens sei ihm eine leichte (knieschonende) Tätigkeit zumutbar; im angestammten Beruf sei er sicher mindestens zu 50 % arbeitsunfähig. Die von Dr. med. C.________ veranlasste Untersuchung in der Praxisklinik Q.________, ergab, dass die Knieschmerzen hauptsächlich lumbal bedingt seien, weshalb eine weitere Abklärung der Verhältnisse an der Wirbelsäule im Vordergrund stehe (Bericht vom 30. März 1999). In der Folge wurden am 14. September 1999 eine MRI-Untersuchung der LWS im Radiologie-Institut X.________ und am 9. und 11. Februar 2000 Röntgenuntersuchungen sowie eine lumbale Myelographie und ein Myelo-CT im Spital W.________ durchgeführt. Die entsprechenden Befunde wurden im Gutachten der Rheumaklinik berücksichtigt und stehen nach Auffassung der Gutachter einer vollen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten leichten Tätigkeit nicht entgegen. Nichts anderes ergibt sich aus den Berichten des Spitals Z.________. Im Bericht des Dr. med. D.________ vom 21. Juni 1999 wird zwar ausgeführt, die Behinderung auf Grund der beiden Beschwerdebilder sei als erheblich einzustufen und es komme eine körperliche Tätigkeit nicht mehr in Frage. Wegen der Schmerzen im Bereich des rechten Knies und im Rücken sei dem Versicherten ein Arbeitseinsatz in der angestammten Tätigkeit nicht mehr zumutbar. Im Hinblick auf die bescheidene Schulbildung sei die weitere Arbeitsfähigkeit in Frage gestellt und es seien zurzeit keine Tätigkeiten ersichtlich, welche dem Versicherten zumutbar wären, weshalb die Arbeitsfähigkeit auf 0 % festzusetzen sei. Auch diese Beurteilung steht jedoch nicht im Widerspruch zum Gutachten der Rheumaklinik vom 2. Oktober 2000. Zum einen bezieht sich die bestätigte volle Arbeitsunfähigkeit vorab auf die bisherige Tätigkeit als Bauarbeiter. Zum andern stimmen die Angaben zu den bestehenden Behinderungen (Gehbehinderung, eingeschränkte Tragfähigkeit, Ausschluss einer stehenden Tätigkeit) im Wesentlichen mit den gutachterlichen Feststellungen überein. Sodann werden Faktoren (geringe Schulbildung) berücksichtigt, welche nicht in die ärztliche Beurteilung der Arbeitsfähigkeit gehören und grundsätzlich nicht invaliditätsbedingt sind. Schliesslich wird eine ergänzende neurochirurgische Abklärung als notwendig bezeichnet. Die in der Folge im Spital Z.________ und im Spital W.________ durchgeführten Untersuchungen haben keine neuen Erkenntnisse und nach Auffassung der Gutachter der Rheumaklinik insbesondere keine Befunde ergeben, welche zu einem operativen Eingriff am rechten Knie oder an der Wirbelsäule Anlass gäben. 3.3 Nicht gefolgt werden kann dem Beschwerdeführer auch, soweit er geltend macht, die verbleibende Arbeitsfähigkeit sei auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nicht verwertbar. Zwar sind die bestehenden Beeinträchtigungen der Leistungsfähigkeit als erheblich zu betrachten. Sie schliessen eine zumutbare Verwertung der Restarbeitsfähigkeit indessen nicht aus. Entgegen den Ausführungen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde kann nicht davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer sich nur mit Stöcken fortbewegen und auch nicht längere Zeit sitzen kann. Gegenüber den Gutachtern der Rheumaklinik hat er selber angegeben, Sitzen sei sehr gut bzw. problemlos während mehrerer Stunden möglich. Bei längerem Stehen (1 bis 1½ Stunden) oder Gehen (mehr als ¼ Stunde) komme es zu verstärkten Rückenbeschwerden; die Knieschmerzen würden beim Gehen nach ca. 100 Metern und beim Treppensteigen oder bei längerem Stehen verstärkt; zeitweise werde beim Bergaufgehen ein Gehstock links benötigt. Damit ist dem Beschwerdeführer auch die Zurücklegung eines kürzeren Arbeitsweges mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zumutbar. Trotz der bestehenden Einschränkungen stehen ihm auf dem allgemeinen (ausgeglichenen) Arbeitsmarkt noch zahlreiche Stellen offen, in denen er die Restarbeitsfähigkeit zu verwerten vermag. Dass solche Arbeitsmöglichkeiten existieren, belegen die von der Verwaltung genannten DAP-Arbeitsplätze, welche im Lichte der ärztlichen Angaben zumindest teilweise als zumutbar zu betrachten sind (Erw. 4.3 hienach).