Citation: 6B_1047/2015 E. 1.1.2

1.1.2. Die Vorinstanz nimmt in rechtlicher Hinsicht an, die drei Kunden hätten ihre Gelder der A.________ Ltd. bzw. deren Vertretern mit der Auflage übergeben, sie sicher und ertragsbringend anzulegen und sie jederzeit auf Abruf hin zurückzuerstatten. Die Gelder seien formell der A.________ Ltd. und damit sowohl dem Beschwerdeführer als auch dem Mitangeklagten X.________ anvertraut gewesen. Für den Beschwerdeführer ergebe sich dies daraus, dass er bei Eröffnung des Kontos bei der Bank H.________ zusammen mit dem Mitangeklagten X.________ als kollektiv Zeichnungsberechtigter eingetragen worden sei. Am 9. Oktober 2007 habe der Beschwerdeführer die Überweisung des Betrages von EUR 1.5 Mio. vom Konto bei der Bank F.________ auf das Konto bei der Bank H.________ veranlasst. Ab dem 11. Oktober 2007, an welchem Tag der Betrag auf dem Konto bei der Bank H.________ eingegangen sei, seien er und der Mitangeklagte X.________ bezüglich der Verfügung über die Gelder von B.________ gleichberechtigt und -ermächtigt gewesen. Von da an habe der Beschwerdeführer gesellschaftsrechtlich als faktisches Organ der A.________ Ltd. gehandelt, so dass seine zunächst untergeordnete Rolle zumindest in Bezug auf dieses Konto nicht weiter bestanden habe. An seiner Verantwortlichkeit für die nachfolgenden Zahlungen der A.________ Ltd. aus den Vermögenswerten von B.________ und der Brüder E.________ ändere daher der Umstand nichts, dass er erst am 21. September 2008 in das Handelsregister eingetragen worden sei (angefochtenes Urteil S. 19). Im Übrigen habe der Beschwerdeführer bei den Vertragsverhandlungen mit B.________ eine nicht bloss untergeordnete Rolle gespielt und hätten ihn namentlich die Brüder E.________ als verantwortlichen und kompetenten Sachbearbeiter betrachtet. Der Beschwerdeführer habe mithin jedenfalls ab dem Moment, als die Kundengelder auf das Konto bei der Bank H.________ einbezahlt und dort vermischt waren, zusammen mit dem Mitangeklagten X.________ über die Vermögenswerte verfügen können und dürfen. Alle angeklagten Einzelhandlungen fielen in denjenigen Zeitraum, in welchem die Gelder aller drei Anlagekunden auf dem Konto bei der Bank H.________ gelegen hätten und dort vermischt gewesen seien. Damit stehe fest, dass die Vermögenswerte der drei Kunden ab Anfang der Anklageperiode dem Beschwerdeführer und dem Mitangeklagten X.________ anvertraut gewesen seien (angefochtenes Urteil S. 38). Die Vorinstanz nimmt weiter an, der Beschwerdeführer und der Mitangeklagte X.________ seien verpflichtet gewesen, die anvertrauten Vermögenswerte zu erhalten. Im Falle einer Kündigung der Verträge hätten sie die gesamten Vermögenswerte mit Einschluss der Kapitalerträge bzw. der Zinsen zurückerstatten müssen. Entgegen der vertraglichen Vereinbarungen seien indes sämtliche Anlagen der A.________ Ltd. ab Oktober 2007 weder geratet gewesen noch hätten sie dem Risikoprofil der Verträge entsprochen. Der Beschwerdeführer und der Mitangeklagte X.________ hätten die Gelder ausnahmslos in hochspekulative Geschäfte investiert oder für risikoreiche Darlehen, Provisionen oder Privatbezüge verwendet, welche für die A.________ Ltd. gar nicht aus den Kundengeldern hätten geleistet werden dürfen. Für nahezu sämtliche Investitionen hätten zudem keine Sicherheiten bestanden. Die A.________ Ltd. habe auch nie irgendwelche Anstalten getroffen, das angelegte Geld zurückzuverlangen oder auch nur die Darlehenszinsen einzufordern. Indem die beiden Täter die überwiesenen Gelder der Kunden gemeinsam und im arbeitsteiligen Zusammenwirken absprachewidrig zum Nutzen ihrer selbst oder Dritter eingesetzt hätten, hätten sie diese mithin veruntreut (angefochtenes Urteil S. 43 f., 46).