Citation: 6B_416/2013 E. 6

Nach der Rechtsprechung erfordern länger andauernde Beschwerden nach einem kranio-zervikalen Beschleunigungstrauma eine zügige interdisziplinäre Abklärung und Beurteilung durch Fachärzte (BGE 134 V 109 E. 9.3). Ein solches poly-/interdisziplinäres Gutachten hat zunächst den allgemein gültigen Anforderungen an beweiskräftige medizinische Berichte und Gutachten zu genügen (BGE 125 V 351 E. 3 S. 352 ff.). Darüber hinaus soll die Begutachtung durch mit diesen Verletzungsarten besonders vertraute Spezialärzte erfolgen. Im Vordergrund stehen Untersuchungen neurologisch/orthopädischer und psychiatrischer sowie gegebenenfalls auch neuropsychologischer Fachrichtung. Die Gutachter müssen hierbei über zuverlässige Vorakten verfügen. Inhaltlich sind überzeugende Aussagen dazu erforderlich, ob die geklagten Beschwerden überhaupt glaubhaft sind, und bejahendenfalls, ob für diese Beschwerden trotz Fehlens objektiv ausgewiesener organischer Unfallfolgen ein beim Unfall erlittenes Schleudertrauma der HWS nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zumindest eine Teilursache darstellt. Aufgrund der Besonderheiten der Schleudertrauma-Praxis soll das Gutachten bei gefestigter Diagnose auch darüber Auskunft geben, ob eine bestehende psychische Problematik als Teil des für solche Verletzungen typischen, einer Differenzierung kaum zugänglichen somatisch-psychischen Beschwerdebildes zu betrachten ist, oder aber ein von diesem zu trennendes, eigenständiges psychisches Leiden darstellt. Weiter ist zu beantworten, inwieweit die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen und (mit Blick auf eine allfällige Berentung) in alternativen Tätigkeiten durch die festgestellten natürlich unfallkausalen Leiden eingeschränkt ist (BGE 134 V 109 E. 9.5; vgl. auch BGE 137 V 210 E. 1.2.4).