Citation: 5A_380/2021 E. 6.2

6.2. Die Beschwerdeführerin macht zusammengefasst geltend, das für die Rückabwicklung massgebende synallagmatische Austauschverhältnis leite sich aus dem rechtswidrigen und gescheiterten Grundverhältnis ab. Es verstehe sich von selbst, dass eine vertragliche Rückabwicklung nach Kenntnisnahme und Nutzung des überlassenen Know-hows ausgeschlossen sei und die Gefahr der Kenntnisnahme, Nutzung und Verwertung mit zunehmender Zeitdauer beträchtlich steige. Es sei lebensfremd, wenn das Appellationsgericht annehme, die Beschwerdegegnerin sei jederzeit zur Erfüllung des Rückabwicklungsanspruchs der Beschwerdeführerin berechtigt gewesen. Der Beschwerdegegnerin sei aufgrund des Schreibens vom 1. April 2019 bekannt gewesen, dass die Beschwerdeführerin die gehörige Erfüllung ihres Rückabwicklungsanspruchs von der unverzüglichen Datenrückgabe abhängig gemacht habe. Die Beschwerdegegnerin habe den Datenträger mit dem Knowhow erst mit Schreiben vom 20. März 2020 ausgehändigt, womit von einer gehörigen und rechtzeitigen Erfüllung der Gegenleistung nicht die Rede sein könne. Ohnehin sei fraglich bzw. werde bestritten, ob bzw. dass überhaupt ein vertragliches Rückabwicklungsverhältnis zustandegekommen sei. Die Beschwerdegegnerin (gemeint wohl: Beschwerdeführerin) sei zum Rückgabezeitpunkt überhaupt nicht mehr an ihr Rückabwicklungsangebot gebunden gewesen und die Beschwerdegegnerin habe nach Treu und Glauben auch nicht mehr von der Verbindlichkeit des Angebots ausgehen dürfen. Die Beschwerdegegnerin habe das Angebot der Beschwerdeführerin mehrmals, zuletzt am 1. Juli 2019, abgelehnt. Die Mitteilung der Bereitschaft zur vorgeschlagenen Vertragsrückabwicklung am 8. November 2019 sei verspätet (Art. 5 Abs. 1 OR). Am 28. November 2019 habe die Beschwerdeführerin mitgeteilt, dass die Rückabwicklung wegen der vergangenen Zeitdauer nicht mehr möglich sei. Mangels übereinstimmender Willenserklärung sei kein vertragliches Rückabwicklungsverhältnis zustande gekommen. Dass die Erfüllung der Rückgabe aufgrund des Zeitablaufs nicht mehr ordnungsgemäss möglich gewesen sei, folge eindeutig aus den gesamten Umständen. Die Beschwerdegegnerin habe nicht bewiesen, dass trotz Ablehnung der Offerte ein vertragliches Rückabwicklungsverhältnis zustande gekommen und die Rückgabe des Datenträgers jederzeit möglich gewesen sei.