Citation: 9C_399/2022 E. 2.1

2.1. Ihrer Beurteilung, ob die berufsvorsorgerechtlich massgebende Arbeitsunfähigkeit vor oder nach Beginn des streitgegenständlichen Vorsorgeverhältnisses am 15. Mai 2017 eingetreten ist, schickt die Vorinstanz voraus, der von der IV-Stelle festgesetzte Rentenbeginn (Juni 2018) lasse angesichts der erst am 12. Dezember 2017 erfolgten Wiederanmeldung keinen Rückschluss auf den Eintritt der zur Invalidität führenden Arbeitsunfähigkeit zu (vgl. Art. 29 Abs. 1 IVG). Gestützt u.a. auf die medizinische Dokumentation der Invalidenversicherung stellt die Vorinstanz sodann fest, am 5. Mai 2017 habe sich der psychische Zustand des Beschwerdeführers einschneidend verändert (Empfindung einer grundlegenden Entfremdung von sich selbst im Rahmen der schizoaffektiven Störung). Krankheitsanzeichen seien bereits für Mitte April 2017 ausgewiesen. Die behandelnde Ärztin habe von einer seit Mitte Mai 2017 laufenden ambulanten psychiatrischen Behandlung berichtet; aufgrund massiver Einschränkungen wäre es schon zum damaligen Zeitpunkt gerechtfertigt gewesen, eine vollständige Arbeitsunfähigkeit zu bescheinigen. Auf Wunsch des Patienten sei dies jedoch nicht geschehen, da "er es am damals eben erst angetretenen Arbeitsplatz habe versuchen wollen" (Bericht der E.________ AG vom 27. Juni 2018). Die Vorinstanz schliesst, der psychische Gesundheitszustand des Beschwerdeführers sei überwiegend wahrscheinlich schon spätestens seit dem 5. Mai 2017 erheblich beeinträchtigt gewesen (zum Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit im vorliegenden Zusammenhang: Urteil 9C_95/2022 vom 24. Januar 2023 E. 2.1 mit Hinweisen). Der Administrativgutachter der Invalidenversicherung habe bestätigt, dass die Arbeitsunfähigkeit seit Beginn der Erkrankung bestehe. Der Umstand, dass entsprechende Atteste erst für die Zeit ab Juni 2017 vorlägen, sei mit "sozioökonomischen Überlegungen" des vor Antritt der fraglichen Stelle arbeitslosen Beschwerdeführers erklärbar. Eine am 21. September 2021 ausgestellte ärztliche Bestätigung der E.________ AG bescheinige zwar den Eintritt der Arbeitsunfähigkeit ab dem 8. Juni 2017 ("Wir können Ihnen bestätigen, dass in der Erstkonsultation am 11.05.2017 keine Arbeitsunfähigkeit vorlag, entsprechend wurde auch kein Zeugnis ausgestellt. Am 08.06.2017 erfolgte eine notfallmässige Beurteilung, ab diesem Zeitpunkt wurde dann [...] eine 100%-Arbeitsunfähigkeit bestätigt"). Diese Stellungnahme überzeuge jedoch vor dem Hintergrund der damaligen Interessenlage des Beschwerdeführers nicht. Aus den Berichten der behandelnden Ärzte ergäben sich keine Hinweise für ein zeitliches Auseinanderfallen des Beginns der Arbeitsunfähigkeit und des Eintritts des Gesundheitsschadens. Unmittelbar nach Antritt der Stelle am 15. Mai 2017 habe sich gezeigt, dass der Beschwerdeführer den dortigen Anforderungen nicht gewachsen gewesen sei; die Arbeitgeberin habe die Stelle denn auch noch während der Probezeit gekündigt. Insgesamt habe mit überwiegender Wahrscheinlichkeit spätestens seit dem 5. Mai 2017 eine Teilarbeitsunfähigkeit von mindestens 20 Prozent vorgelegen, die eine Leistungspflicht der beklagten Vorsorgeeinrichtung ausschliesse (angefochtener Entscheid E. 3.2-3.4).