Citation: 5A_340/2021 E. 5.2

5.2. Der Beschwerdeführer besteht darauf, dass die Feststellung der Referenzwerte für die Unterhaltsberechnung - die Ermittlung von Einkommen und Bedarf der Familienmitglieder - nicht ausschliesslich auf Ermessen beruhe, sondern sich in erster Linie an den tatsächlichen Verhältnissen orientiere. Indem das Obergericht die Referenzwerte ausschliesslich unter Ermessensgesichtspunkten beurteile und sich mit den tatsächlichen Verhältnissen nicht auseinandersetze, wende es das Ermessen in einem Bereich an, in welchem ihm das Gesetz kein Ermessen einräume. Darin erblickt der Beschwerdeführer eine Verletzung des Unterhaltsrechts; namentlich Art. 276, Art. 277 Abs. 2 und Art. 285 f. ZGB wende das Obergericht unrichtig an. Nachdem der Streit eine konkret bestimmte Zeitperiode in der Vergangenheit betreffe, könnten die tatsächlichen, objektiv feststehenden Verhältnisse ohne Weiteres festgestellt werden. Für einen Rückgriff auf Vergleichs- und Erfahrungswerte bestehe daher kein Raum; wenn die tatsächlichen Verhältnisse feststehen, seien sie wirklichkeitsgetreu zu berücksichtigen. Indem die Vorinstanz trotzdem ohne Rücksicht auf die tatsächlichen Umstände grosszügige ungefähre Annahmen treffe, verfalle sie in Willkür. Weiter erinnert der Beschwerdeführer daran, dass das Bundesgericht für den Barunterhalt des Kindes die zweistufige Methode mit Überschussverteilung schweizweit für verbindlich erklärt habe, die Anwendung dieser Methode somit nicht im Ermessen der kantonalen Gerichte stehe. Indem das Obergericht bei der Berechnung des Volljährigenunterhalts bzw. bei der Überprüfung des erstinstanzlichen Entscheids die zweistufige Methode nicht anwende bzw. überhaupt keine Methode anwende, verletze es die verbindlichen Vorgaben zur Unterhaltsberechnung, die bereits zitierten Gesetzesvorschriften und das Willkürverbot (Art. 9 BV). Schliesslich wirft der Beschwerdeführer dem Obergericht vor, seine Befugnis zur Überprüfung des erstinstanzlichen Urteils bundesrechtswidrig auf Willkürgesichtspunkte einzuschränken. Nach Art. 310 ZPO stehe der Berufungsinstanz die volle Kognition zu; als Kläger habe er Anspruch darauf, dass die Berufungsinstanz das erstinstanzliche Urteil frei überprüfe. Indem die Vorinstanz ihre Überprüfungsbefugnis einschränke, verletze sie das Prozessrecht und das Willkürverbot (Art. 9 BV) sowie seinen Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV).