Citation: 6B_116/2024 E. 1.3.2

1.3.2. Die Vorinstanz befasst sich eingehend mit den Aussagen und dem Aussageverhalten des Beschwerdeführers und stellt zusammengefasst Folgendes fest (vgl. Urteil E. II. Ziff. 24 S. 34-39 und E. II. Ziff. 37 S. 56 f.) : Gemäss seiner tatnächsten Einvernahme habe der Beschwerdeführer auf dem Heimweg gesehen, wie sich D.B.________ und der Beschwerdegegner gestritten hätten. Er (Beschwerdeführer) und E.B.________ hätten den drohenden Beschwerdegegner mit Müh und Not ins Auto verfrachten können, worauf E.B.________ plötzlich geschrien und er mit diesem weggegangen sei. Alles andere habe er nicht mitbekommen. Die Vorinstanz stellt weiter fest, in der zweiten polizeilichen Einvernahme habe der Beschwerdeführer ausgesagt, der Beschwerdegegner und D.B.________ seien erregt gewesen und hätten sich gegenseitig hin und her geschubst, worauf plötzlich E.B.________ gekommen und auf den Beschwerdegegner zugelaufen sei. Er (Beschwerdeführer) habe "durun" (Türkisch für "stopp, haltet ein, wartet") gesagt, der Beschwerdegegner habe jedoch "vurun" (Türkisch für "erschiesst, erschlagt, tötet ihn") gehört, ihn demnach falsch verstanden. Der Beschwerdegegner habe sich auf der Fahrerseite im Auto befunden. Dort sei es zu einem Handgemenge gekommen, ohne dass er sich an Details erinnern könne. D.B.________ und E.B.________ seien auf den Beschwerdegegner losgegangen, als Letzterer sie aus dem Auto heraus beschimpft habe. E.B.________ habe aufgeschrien und gesagt, er sei verletzt. Er habe versucht, seine beiden Söhne aus dem Auto zu ziehen. Er habe kein Messer gesehen und auch später nicht von einem solchen erfahren. Sodann führt die Vorinstanz aus, anlässlich der Schlusseinvernahme habe der Beschwerdeführer ausgeführt, er könne seine bisherigen Aussagen nicht bestätigen. Er sei selbst dazwischen gegangen, als der Beschwerdegegner und D.B.________ eine mündliche Auseinandersetzung geführt hätten. Als E.B.________ dazu gekommen sei, habe sich dieser seiner Anweisung, wieder zu gehen, widersetzt und sei selbst dazwischen gegangen. Wie der Beschwerdegegner verletzt worden sei, könne er nicht sagen. Er habe zu D.B.________ "durun" gesagt. Vor erster Instanz habe der Beschwerdeführer schliesslich erklärt, er habe die Streitenden (Beschwerdegegner und D.B.________) getrennt. Der Beschwerdegegner habe etwas im Handschuhfach gesucht. Beide hätten Krach gemacht, worauf E.B.________ dazu gekommen sei, um die Beiden zu trennen. Wie es weitergegangen sei, habe er nicht gesehen. Die Vorinstanz gelangt zum Schluss, die Aussagen des Beschwerdeführers wiesen erhebliche Widersprüche sowie Strukturbrüche auf, vermittelten kein nachvollziehbares Geschehen und seien als unglaubhaft einzustufen (Urteil E. II. Ziff. 25 S. 38 und E. II. Ziff. 37 S. 56 [oben]). Im Weiteren hält die Vorinstanz fest, der Beschwerdegegner habe im Rahmen der ersten Einvernahme geschildert, dass D.B.________ ihm, als er sich schon mit einem Bein im Auto befunden habe, einen Stich versetzt habe. Als er (Beschwerdegegner) sich umgedreht habe, habe er einen weiteren Messerstich auf der Seite in den Bauch gekriegt. Hierauf habe der Beschwerdeführer geschrien, sie (D.B.________ und E.B.________) sollten ihn (Beschwerdegegner) umbringen. In der Folge sei er noch zwei Mal ins Bein gestochen worden. Auch anlässlich der staatsanwaltschaftlichen und der beiden gerichtlichen Einvernahme (n) habe der Beschwerdegegner den Tatbeitrag des Beschwerdeführers gleich geschildert (Urteil E. II. Ziff. 22 S. 27-29 und E. II. Ziff. 37 S. 58). Die Vorinstanz erwägt, es imponiere die präzise zeitliche Einordnung der Tötungsaufforderung. Diese soll gemäss den Schilderungen des Beschwerdegegners erfolgt sein, bevor ihm D.B.________ die beiden letzten Stiche zugefügt habe und werde demnach in zeitlicher Hinsicht nicht bereits vor dem ersten Stich angesiedelt. Dies zeige exemplarisch, dass der Beschwerdegegner nicht pauschale Schuldzuweisungen gemacht habe und spreche für die Glaubhaftigkeit seiner Ausführungen (Urteil E. II. Ziff. 22 S. 27-29). Als nachvollziehbar und glaubhaft taxiert die Vorinstanz auch die Aussage des Beschwerdegegners, wonach der Beschwerdeführer zum Tatzeitpunkt Kurdisch gesprochen habe, was dem Erklärungsversuch rund um das türkische Wort "durun" entgegen stehe (Urteil E. II. Ziff. 37 S. 59). Zusammengefasst erachtet es die Vorinstanz als erstellt, dass der Beschwerdeführer seinen Söhnen nach den ersten beiden Stichen zugerufen habe, sie sollten den Beschwerdegegner töten und nicht zuwarten. Hierauf habe D.B.________ den von seinem Bruder festgehaltenen Beschwerdegegner zwei weitere Male gestochen (Urteil E. II. Ziff. 38 S. 60).