Citation: 9C_208/2015 E. 3.2.2

3.2.2. Die Ärzte des Spitals C.________ führten in ihrer ergänzenden Stellungnahme vom 20. Dezember 2011 aus, dass es sich bei ihrer medizinischen Begutachtung um eine solche rheumatologischer Natur gehandelt habe; eine Beurteilung der neurologischen oder psychiatrischen Erkrankungen sei von ihrer Seite her nicht statthaft und eine konklusive Aussage nur durch entsprechende fachärztliche Exploration möglich. Die Beschwerdeführerin leitet daraus ab, es sei abzuklären, ob sie im ausgeglichenen Arbeitsmarkt überhaupt vermittelbar sei. Dem ist entgegenzuhalten, dass sie bereits durch die Gutachter der Gutachterstelle B.________ (vgl. polydiszplinäres Gutachten vom 22. September 2009) umfassend (insbesondere neurologisch und psychiatrisch) abgeklärt wurde. Bei der Begutachtung in der Rheumaklinik des Spitals C.________ ging es sodann primär um die Evaluation ihrer funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL), was auch explizit der Stellungnahme der RAD-Ärztin Dr. med. D.________ vom 2. August 2010 entnommen werden kann. Die EFL ergab, dass die Versicherte für leichte und mittelschwere Arbeit mit einem reduzierten Rendement von 20 % (unverändert) ganztags arbeitsfähig ist. Anhaltspunkte für eine weitergehende, in der MS-Erkrankung begründete Leistungseinbusse fehlen. Sodann finden sich weder im Bericht des behandelnden Neurologen Dr. med. F.________ vom 9. November 2011 noch in den späteren Beurteilungen (vgl. Berichte von Dr. med. F.________ vom 4. April 2013 und med. pract. G.________ vom 26. Mai 2013) Hinweise auf eine Unverwertbarkeit der Arbeitsfähigkeit (zu den diesbezüglichen Voraussetzungen vgl. statt vieler Urteil 8C_1050/2009 vom 28. April 2010 E. 3.3 mit Hinweisen). Für die Vermittelbarkeit der Versicherten spricht schon deren Restarbeitsfähigkeit von unbestritten mindestens 50 % für angepasste Tätigkeiten. Ausserdem liegt aufgrund der medizinischen Akten in einer (teilzeitlich) zumutbaren Verweistätigkeit keine derart grosse Leistungsminderung vor, dass der ausgeglichene Arbeitsmarkt entsprechende Stellen nicht enthielte. Die Vorinstanz hat gestützt auf den Bericht von Dr. med. F.________ vom 4. April 2013 die erhöhte Ermüdbarkeit der Versicherten im Zusammenhang mit dem Krankheitsschub vom Frühling 2013, aber auch die Möglichkeit einer Rückbildung der entsprechenden Symptome berücksichtigt (zur Problematik bei schubweise verlaufenden Erkrankungen vgl. Urteil 8C_666/2009 vom 19. März 2010 E. 3.3). Schliesslich erfolgte der Abbruch der Eingliederungsmassnahmen Ende April 2013 gemäss den verbindlichen vorinstanzlichen Feststellungen aufgrund der fehlenden subjektiven Eingliederungsfähigkeit der Versicherten. Auch daraus kann folglich nicht hergeleitet werden, dass deren Restarbeitsfähigkeit (krankheitsbedingt) nicht verwertbar wäre. Insgesamt hat das kantonale Sozialversicherungsgericht die Ressourcen der Beschwerdeführerin anhand der relevanten Akten umfassend beurteilt. Der vorinstanzliche Verzicht auf weitere Abklärungen stellt keine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes dar (antizipierende Beweiswürdigung; BGE 136 I 229 E. 5.3 S. 236; 134 I 140 E. 5.3 S. 148; 124 V 90 E. 4b S. 94). Damit bleiben auch die vorinstanzlichen Feststellungen in Bezug auf die Vermittelbarkeit der Versicherten (E. 3.2.1) für das Bundesgericht verbindlich (E. 1.1).