Citation: 8C_55/2024 E. 6.2.2

6.2.2. Ob die von keiner Seite in Frage gestellte Müdigkeit und Energielosigkeit sowie der zeitweise schlechte psychische Zustand der Beschwerdeführerin auf eine CrF als eigenständiges Krankheitsbild zurückzuführen ist, wurde bislang nicht geprüft. Die Vorinstanz nimmt an, der RAD-Arzt habe die reduzierte Belastbarkeit aufgrund der Müdigkeit und raschen Erschöpfung bei der Einschätzung der funktionellen Einschränkungen und der Arbeitsfähigkeit berücksichtigt, zumal er am 14. Juli 2022 ausdrücklich geschrieben habe, die Fatigue sei stärker ausgebildet als ursprünglich angenommen. Allerdings hat Dr. med. D.________ die Angaben der Onkologin vom 16. März 2022 zur Arbeitsfähigkeit übernommen, ohne zu hinterfragen, welche gesundheitlichen Belange für die Beurteilung ausschlaggebend waren. Mit den neben der rein onkologischen Problematik vorhandenen Gesundheitsbeschwerden hat sich der RAD-Arzt nicht auseinandergesetzt. Dies wäre jedoch notwendig gewesen, da entgegen dem letztinstanzlich vorgebrachten Einwand der IV-Stelle nicht angenommen werden kann, Dr. med. C.________ habe die CrF bei ihren Angaben zur Arbeitsfähigkeit zumindest implizit berücksichtigt. Mit Blick auf die im Raum stehende CrF-Diagnose und die weiteren, gegebenenfalls zum Teil damit verbundenen körperlichen und psychischen Einschränkungen ist der Beschwerdeführerin beizupflichten, dass der Gesundheitszustand und die funktionellen Auswirkungen nicht umfassend abgeklärt sind. Der Vorinstanz kann deshalb nicht gefolgt werden, wenn sie annimmt, die Restarbeitsfähigkeit habe in nachvollziehbarer Weise festgelegt werden können. Die versicherungsinternen Angaben des Dr. med. D.________, die ihrerseits auf den womöglich lückenhaften Einschätzungen der Onkologin fussen, sind zumindest mit geringen Zweifeln behaftet, weshalb nicht darauf abgestellt werden kann (vgl. E. 3.3 hiervor).