Citation: 8C_155/2024 E. 5.2

5.2. Die Beschwerdeführerin macht eine Verletzung von Art. 17 ATSG in Verbindung mit Art. 87 Abs. 3 und 4 IVV durch unrechtmässige Verneinung eines Revisionsgrundes geltend. Massgebend für die erste Leistungsablehnung im Jahr 2015 sei gemäss RAD-Beurteilung eine rezidivierende Depression nach Arbeitsüberlastung bei soziokultureller Belastung gewesen, der damals sowohl in der angestammten als auch in einer angepassten Tätigkeit kein Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit beigemessen worden sei. Der RAD-Arzt habe ein gutes Funktionsbild beschrieben, den sozialen Rückzug in Frage gestellt und im Gegensatz zu den behandelnden Ärzten keine Belege für eine Persönlichkeitsstörung, für Panikattacken und eine Agoraphobie gefunden. Die Berichte der behandelnden Psychiaterin seien als nicht nachvollziehbar eingestuft worden. Da allein die RAD-Feststellungen für die Entscheidfindung im Jahr 2015 massgeblich gewesen seien, seien es auch nur die vom RAD erhobenen Befunde und Diagnosen, die nun zum Vergleich mit der Beurteilung von Prof. Dr. med. G.________ und Dr. phil. H.________ herangezogen werden dürften. Im Vergleich zum RAD-Bericht aus dem Jahr 2015 würden die Expertisen der Gutachterstelle F.________ sowie des Prof. Dr. med. G.________ und der Dr. phil. H.________ eine relevante Veränderung des Sachverhaltes aufzeigen, weshalb ein Revisionsgrund in gesundheitlicher Sicht gegeben sei. Der Rentenanspruch müsse daher umfassend und ohne Bindung an die RAD-Beurteilung aus dem Jahr 2015 neu festgelegt werden. Weil entsprechend der Einschätzung des Prof. Dr. med. G.________ und der Dr. phil. H.________ eine 100%ige Erwerbsunfähigkeit bestehe, habe die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine ganze Invalidenrente. Sollte das Bundesgericht jedoch mit der Vorinstanz zur Auffassung gelangen, dass das Gutachten des Prof. Dr. med. G.________ und der Dr. phil. H.________ nicht schlüssig sei, müsse die Sache eventualiter zur Einholung eines Gerichtsgutachtens an die Vorinstanz zurückgewiesen werden. Diesfalls stelle das Unterlassen der Anordnung einer Neubegutachtung trotz unauflösbaren Widersprüchen in der Expertise eine Verletzung der Beweiswürdigungsregeln und des Untersuchungsgrundsatzes nach Art. 43 und Art. 61 lit. c ATSG dar.