Citation: 6S.89/2000 29.04.2000 E. 6

6.-Bei diesem Ergebnis muss nicht geprüft werden, ob der Beschwerdeführerin im Sinne von Art. 2 Abs. 2 OHG ein Zivilanspruch gegenüber der Beschuldigten X.________ aus der behaupteten Aussetzung zustehe und ob die Beschwerdeführerin den Zivilanspruch durch die adhäsionsweise Geltendmachung einer Genugtuungsforderung von Fr. 10'000.-- (unter Vorbehalt des Nachklagerechts) zwei Tage vor der Berufungsverhandlung noch rechtzeitig angemeldet habe, was im angefochtenen Urteil (S. 35) verneint wird. Eine Verletzung der Informationspflicht seitens der Behörden (siehe Art. 8 Abs. 2 OHG) betreffend die Geltendmachung von Zivilansprüchen wäre nur allenfalls dann gegeben, wenn die Beschwerdeführerin als eine dem Opfer A.________ nahe stehende Person hätte in Betracht gezogen werden müssen. Inwiefern dies der Fall sei, legt die Beschwerdeführerin aber, wie erwähnt, nicht substantiiert dar. Nicht zu prüfen ist hier, ob allenfalls der Bruder des Opfers A.________, der während des Berufungsverfahrens ebenfalls verstorbene B.________, als eine dem Opfer A.________ nahe stehende Person im Sinne von Art. 2 Abs. 2 OHG hätte in Betracht gezogen werden müssen. Eine allfällige Verletzung der behördlichen Informationspflicht gegenüber B.________ hätte sich nicht zum Nachteil der Beschwerdeführerin auswirken können, da diese, wie dargelegt, ohnehin nicht schon in ihrer Eigenschaft als Erbin von B.________ und damit - je nach dem Ausgang des hängigen Erbschaftsprozesses - als allfällige Erbin des Opfers A.________ zur eidgenössischen Nichtigkeitsbeschwerde im Strafpunkt legitimiert ist.