Citation: K 41/03 02.09.2003 E. 3.2

3.2.1 Nach Auffassung der Beschwerdeführerin ist der verfügte Vorbehalt "F43 gemäss ICD-10" nicht rechtmässig. Eine Durchsicht der Akten ergebe, dass PD Dr. D.________ in seinem Gutachten vom 20. August 1996 keine rezidivierende depressive Störung im Sinne der ICD-10 habe bestätigen können; eine chronifizierte depressive Dauersymptomatik habe er ausgeschlossen; er sei auf Grund der Akten nicht in der Lage gewesen, bei Erstellung des Gutachtens eine verlässliche Diagnose gemäss ICD-10 zu stellen. Dr. med. Z.________ (in seinen Berichten vom 31. Juli 1993 und 9. März 1994) spreche von reaktiven Erkrankungen durch Probleme am Arbeitsplatz. Frau Dr. med. B.________ (in ihrem Arztbericht vom 13. Juli 1993) von einer angstneurotischen Entwicklung. Laut Arzt A.________ (Bericht vom 28. Juni 2002) wäre niemand auf die Idee gekommen, bei der Beschwerdeführerin einen Vorbehalt für eine Anpassungsstörung "F43 gemäss ICD-10" anzubringen, weil eine solche Diagnose im massgeblichen Zeitpunkt nicht gestellt worden sei. Störungen hätten offenbar bereits bestanden, doch sei nicht klar, wie diese innerhalb eines streng diagnostischen Schemas einzuordnen seien. Erst 1993 habe die Versicherte eindeutig eine Zäsur durch veränderte äussere Bedingungen erlitten, die sie mit ihren bisherigen Bewältigungsstrategien nicht mehr habe auffangen können. Insbesondere fehle es im Spätherbst 1992 an einem auslösenden Ereignis, wie es für eine Anpassungsstörung definitionsgemäss notwendig sei. Auch laut Administrativgutachter Dr. med. C.________ habe bei Vertragsabschluss im Winter 1992 noch nicht von einer unter die Krankheitsbilder gemäss "F43 ICD-10" fallenden Erkrankung gesprochen werden können. Es hätten grosse Unklarheiten bezüglich der psychiatrischen Diagnostik bestanden, welche erst "im Nachhinein" mit der Diagnosestellung F43 korrekt hätten abgedeckt werden können. 3.2.2 In der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird im Grunde weder bestritten, dass der Vorbehalt "F43 ICD-10" den rechtsprechungsgemässen Anforderungen an eine inhaltlich hinreichend genaue Umschreibung genügt noch dass die Leiden, um derentwillen die Beschwerdeführerin im Frühjahr 1993 behandelt wurde, unter diesen Diagnosecode zu subsumieren sind. Im Kern wird nur eingewendet, vor dem 1. Januar 1993 habe keine Störung bestanden, welche unter "F43 ICD-10" falle, insbesondere keine Anpassungsstörung, setze diese doch ein äusseres Ereignis voraus, welches damals noch nicht eingetreten sei. Habe tatsächlich - und hätte damals auch bei fehlender Verschweigung - eine Diagnose, lautend auf "F43 ICD-10", nicht gestellt werden können, gehe es nicht an, auf Grund einer retrospektiven Beurteilung nach zehn Jahren der Beschwerdeführerin rückwirkend einen Vorbehalt für ein Leiden aufzuerlegen, das bei Vertragsabschluss weder bestanden hatte noch als Störung gemäss "F43 ICD-10" hätte diagnostiziert werden können. 3.3 Beide Einwendungen sind nicht stichhaltig. Hätte die Beschwerdeführerin bei Unterzeichnung der Versicherungsanträge im Spätherbst 1992 ihren psychischen Gesundheitszustand und die vorausgegangenen jahrelangen psychiatrischen Behandlungen korrekt deklariert, so hätte die Beschwerdegegnerin aller Wahrscheinlichkeit nach ergänzende Abklärungen vornehmen lassen. In Anbetracht der zeitlichen Verhältnisse wäre es gar nicht anders möglich gewesen, als diese ergänzenden medizinischen Erhebungen (und sei es durch blosse Rückfragen bei den behandelnden Ärzten) in den ersten Monaten des Jahres 1993 durchzuführen. Damit hätte die Beschwerdegegnerin, als Kasse mit dem Aufnahme- und Höherversicherungsgesuch der Beschwerdeführerin konfrontiert, zwangsläufig Kenntnis von der sich nach dem 1. Januar 1993 verschlechternden gesundheitlichen Entwicklung erlangt, wie sie damals effektiv eintrat. Damit hätte sich die medizinische Aktenlage im Wesentlichen so präsentiert, wie sie sich jetzt im Verlaufe und am Ende des Prozesses um die zulässige Formulierung des Versicherungsvorbehaltes darstellt. Die Beschwerdeführerin wies im Zeitpunkt der Einreichung ihrer Gesuche im Dezember 1992 ganz eindeutig eine prämorbide Persönlichkeitsstruktur auf, welche auf Grund aller bisher gemachten Erfahrungen für Anpassungsstörungen in hohem Masse empfindlich war. Eine solche Diagnose wäre nach dem Gesagten bei korrekter Deklaration und daraufhin einsetzenden Abklärungen durchaus zu stellen gewesen. Unter diesen Voraussetzungen ist es nicht bundesrechtswidrig, eine Krankheitsanfälligkeit mit der Anbringung des hier verfügten und vorinstanzlich bestätigten Vorbehaltes zu sanktionieren.