Citation: 2C_766/2019 E. 7.1

7.1. Im Einklang mit Art. 25 Abs. 2 und 3 BV und Art. 3 EMRK sind Wegweisungen unzulässig, wenn nachweisbar ernsthafte Gründe dafür sprechen, dass die betroffene Person im Falle der Wegweisung bzw. deren Vollzugs tatsächlich Gefahr läuft, sich im Aufnahmeland einer Behandlung ausgesetzt zu sehen, die gegen diese Bestimmung verstösst. Wurde ein solches Risiko mit stichhaltigen Gründen konkret und ernsthaft glaubhaft gemacht ("real risk"), ist die Wegweisung bzw. ihr Vollzug völker- und verfassungsrechtlich unzulässig (vgl. u.a. das Urteil 2C_868/2016 vom 23. Juni 2017 E. 5.2.2 mit Hinweisen). Im Hinblick auf eine Desertion ist zu beachten, dass die Verfolgung einer solchen flüchtlingsrechtlich grundsätzlich nicht verpönt ist. Ein Staat hat das gesetzmässige Recht, zur Durchsetzung der Wehrpflicht strafrechtliche oder disziplinarische Sanktionen zu verhängen. Als flüchtlingsrelevant gilt eine Bestrafung nur dann, wenn aufgrund des Vorliegens eines Grundes nach Art. 3 AsylG eine höhere oder schwerere Strafe bzw. unmenschliche Haftbedingungen drohen (sog. Politmalus), oder wenn die Einberufung zum Wehrdienst darauf abzielt, wehrpflichtige Personen in völkerrechtlich unzulässige Handlungen zu verstricken (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 2 E. 6b.aa [S. 16 f.]; aus jüngerer Zeit Urteil [des Bundesverwaltungsgerichts] D-6492/2018 vom 29. März 2018 E. 6.2.2).