Citation: I 387/99 31.05.2000 E. 2

2.- a) Die Vorinstanz hat die Verfügung vom 29. Februar 1996 im Wesentlichen mit der Begründung aufgehoben, die IV-Stelle hätte mögliche berufliche Eingliederungsmassnahmen prüfen und gegebenenfalls durchführen müssen, bevor sie über die Revision der Rente befinden könne. Weiter hätte die Verwaltung den Invaliditätsgrad auf Grund der zum massgebenden Zeitpunkt ausgewiesenen Gesundheitsschäden mittels Einkommensvergleichs neu festlegen müssen, was auch unterlassen worden sei. Nicht nur bei der erstmaligen Prüfung des Leistungsgesuchs, sondern auch im Revisionsfall hat die Verwaltung von Amtes wegen abzuklären, ob vorgängig der Gewährung oder Weiterausrichtung einer Rente Eingliederungsmassnahmen durchzuführen sind (BGE 108 V 212, 99 V 48). Dies gebietet der in Art. 28 Abs. 2 IVG statuierte Grundsatz Eingliederung vor Rente. Führt die Verwaltung ein Revisionsverfahren unter Missachtung dieser Abklärungspflicht durch und bestätigt sie dabei die bisher gewährte Rente, bleibt einerseits der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen gewahrt und wird anderseits die Rente bis zum allfälligen späteren Beginn einer Eingliederungsmassnahme unter Vorbehalt sonstiger erheblicher Änderungen (Art. 41 IVG) ausbezahlt. Andere Geldleistungen wie etwa ein besonderes Taggeld für die Wartezeit fallen dagegen ausser Betracht (Art. 18 Abs. 3 IVV). Sodann wird die Verwaltung nach Abschluss der gegebenenfalls noch durchzuführenden Eingliederungsmassnahmen deren Erfolg von Amtes überprüfen und, bei Vorliegen eines Revisionsgrundes, über die Rente neu verfügen oder deren unveränderte Ausrichtung bestätigen (vgl. AHI 1998 S. 181 Erw. 2b in fine). Daraus folgt, dass die Revisionsverfügung vom 29. Februar 1996 nicht mit der Begründung aufgehoben werden kann, vor deren Erlass hätte über berufliche Eingliederungsmassnahmen befunden werden müssen. b) Die Vorinstanz hat die Verfügung vom 10. Juli 1998, worin dem Beschwerdegegner die Gewährung beruflicher Massnahmen verwehrt wird, zu Recht mit der Begründung aufgehoben, die IV-Stelle habe die beruflichen Eingliederungsmassnahmen zu früh abgeschlossen: Soweit sich die IV-Stelle in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde im Besonderen zum Anspruch auf Umschulungsmassnahmen (Art. 17 IVG) äussert, so hat bereits das kantonale Gericht dargelegt, dass blosse charakterliche Eigenarten oder Eigenwilligkeiten, welche eine derartige Massnahme erschweren, nicht genügen, um den Anspruch zu verneinen. Zwar können das Alter und die damit verbundene verbleibende Aktivitätsdauer wie persönliche Eignung einzelne Umschulungsmassnahmen als unangemessen erscheinen lassen (BGE 124 V 110 Erw. 2a, 121 V 260 Erw. 2c, je mit Hinweisen); jedoch schliessen vorliegend weder das Alter noch der Umstand, dass der Versicherte seit dem Lehrabschluss keine schulische Weiterbildung mehr betrieben hat, einen Umschulungsanspruch generell aus. Es gilt den Beschwerdegegner unter Wahrung des Verhältnismässigkeitsprinzips und Berücksichtigung seiner intellektuellen Fähigkeiten in die Lage zu versetzen, ein annähernd gleichwertiges Einkommen zu erzielen, wie er dies ohne den Gesundheitsschaden als ausgebildeter Metzger tun würde (hiezu vgl. Erw. 4b/cc hienach; BGE 124 V 110 Erw. 2b; AHI 1997 S. 80 Erw. 1b; ZAK 1984 S. 91 oben, je mit Hinweisen). Sollte es dem Beschwerdegegner an einem ernsthaften Eingliederungswillen fehlen, können die (anbegehrten) beruflichen Massnahmen nach durchgeführtem Mahn- und Bedenkzeitverfahren im Sinne von Art. 10 Abs. 2 IVG verweigert werden (vgl. BGE 122 V 218).