Citation: 6B_362/2014 E. 4.1

4.1. Der Beschwerdeführer wurde in der Vergangenheit mehrfach begutachtet, so namentlich am 30. Juni 2005, am 26. Mai 2008 und am 1. April 2011. Die psychiatrischen Sachverständigen stellen übereinstimmend die (Haupt) -Diagnose einer kombinierten Persönlichkeitsstörung mit emotional-instabilen und dissozialen Anteilen (ICD-10; F61.0). Der klinische Schweregrad der Störung wird im jüngsten Gutachten mit Rücksicht auf das enge Betreuungs- und Behandlungssetting sowie die medikamentöse Therapie als "mittelgradig" und damit im Vergleich zu den Vorgutachten als weniger ausgeprägt bewertet (Gutachten 2011, S. 43, 46, 49). Die von den bisherigen Sachverständigen grundsätzlich als schlecht beurteilten Therapieaussichten bestätigt das jüngste Gutachten insofern, als es die allgemeine Behandlungsprognose des Störungsbildes als eher ungünstig einstuft. Es weist aber explizit darauf hin, dass während der vergleichsweise kurzen Behandlungsdauer sichtbare Erfolge auf allen relevanten Ebenen erzielt wurden. Die bisher erreichten Fortschritte könnten allerdings noch nicht als internalisiert oder verhaltensstabil bewertet werden. Die im Hinblick auf eine Verbesserung der Legalprognose erforderliche Behandlung soll nach dem jüngsten Gutachten noch (mehrere) Jahre in Anspruch nehmen (Gutachten 2011, S. 38 ff. S. 46). Gegenüber den Vorgutachten geht es vorsichtig optimistisch von einer Verbesserung der Legalprognose aus. Es hält fest, ohne weitere Interventionen wäre mit hoher Wahrscheinlichkeit spätestens längerfristig mit ähnlich schweren Straftaten wie der Anlasstat zu rechnen (Gutachten 2011, S. 44, S. 49).