Citation: 1P.272/2006 13.07.2006 E. 2

Die Beschwerdeführerin rügt eine willkürliche Beweiswürdigung. 2.1 Die Feststellung des Sachverhaltes auf dessen Richtigkeit hin überprüft das Bundesgericht als reine Tatfrage auf Willkür (Art. 9 BV; vgl. BGE 132 I 21 E. 3.2.3 S. 24; 129 I 173 E. 3.1 S. 178). Willkür in der Beweiswürdigung liegt vor, wenn die Behörde in ihrem Entscheid von Tatsachen ausgeht, die mit der tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch stehen, auf einem offenkundigen Fehler beruhen oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderlaufen und wenn der angefochtene Entscheid auch im Ergebnis verfassungswidrig ist (BGE 127 I 38 E. 2a S. 41 mit Hinweisen). Auf dem Gebiet der Beweiswürdigung steht den kantonalen Instanzen ein weiter Ermessensspielraum zu. 2.2 Gestützt auf die Aussagen der Beschwerdeführerin, der Beschwerdegegnerin, zwei Zeugen und ein verkehrstechnisches Gutachten stellte das Obergericht Folgendes fest: Der objektive Tatbestand einer schweren Körperverletzung (Art. 125 Abs. 2 StGB) ist erfüllt, da die Beschwerdeführerin beim Verkehrsunfall schwere Kopfverletzungen erlitt und gemäss ärztlicher Bescheinigung am Unfallort aufgrund der tiefen Bewusstlosigkeit in Lebensgefahr schwebte. Die Beschwerdegegnerin trifft nach Ansicht des Obergerichts aber kein Vorwurf fahrlässigen Verhaltens, da sie als Wagenlenkerin die zumutbare Sorgfalt und Aufmerksamkeit hat walten lassen (Blick in die Spiegel und nach hinten), den Roller dabei nicht gesehen hat und nicht damit rechnen musste, dass wenige Meter weiter hinten, hinter einem anderen parkierten Wagen, ein Roller schräg über das Trottoir auf die Strasse fahren würde. Die Beschwerdeführerin leidet heute gemäss eigenen Angaben zeitweise unter Kopfschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten und Aggressionen, konnte noch keine regelmässige und dauerhafte Erwerbstätigkeit aufnehmen, befindet sich in Berufsabklärung im Zentrum für berufliche Abklärung für Menschen mit Hirnschädigung in Luzern und bezieht ein Taggeld der Invalidenversicherung. 2.3 Die Beschwerdeführerin bringt vor, die Beschwerdegegnerin hätte den herannahenden Roller hören müssen; die Strasse an der Unfallstelle sei breit genug, so dass in der ersten Phase der Wegfahrt keine mögliche Gefahr von vorne zu beachten gewesen sei; entgegen den Ausführungen des Obergerichts sei die in Fahrtrichtung der Beschwerdegegnerin zu überblickende Strasse sehr übersichtlich. Soweit die Beschwerdeführerin damit ausdrücken will, die Beschwerdegegnerin hätte ihre Aufmerksamkeit stärker nach hinten richten müssen, habe eine strafrechtlich relevante Sorgfaltspflichtverletzung begangen und damit fahrlässig im Sinne von Art. 18 Abs. 3 StGB gehandelt, liegt für die staatsrechtliche Beschwerde kein zulässiger Beschwerdegrund vor. Soweit sie das angefochtene Urteil hinsichtlich der Übersichtlichkeit und Breite der Strasse, der Gefährdung durch den Gegenverkehr oder der für die Beschwerdegegnerin wahrnehmbaren Geräusche kritisiert, stellt sie ihre eigene Ansicht derjenigen des Obergerichts in appellatorischer Weise entgegen. Das heisst, sie zeigt nicht auf, inwiefern die Darlegungen des Obergerichts mit der tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch stehen, auf einem offenkundigen Fehler beruhen oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderlaufen. Ferner benennt sie auch keine Beweismittel, die das Obergericht willkürlich gewürdigt hätte oder aus denen sich die Richtigkeit ihrer eigenen Auffassung ergäbe. Auf die Vorbringen ist mangels genügender Begründung (Art. 90 Abs. 1 lit. b OG; BGE 110 Ia 1 E. 2a S. 3 f.; 125 I 492 E. 1b S. 495) nicht einzutreten.