Citation: 6B_1148/2023 E. 4.4.3

4.4.3. Der Beschwerdeführer rügt, nicht erstellt sei, dass er am deliktischen Erlös partizipiert habe. Die von der Vorinstanz angenommene Beteiligung im Umfang von 25 % sei spekulativ. Zahlungsflüsse seien nicht belegt. Auch seien die Bezüger der Insolvenzentschädigungen zu Unrecht nicht dazu befragt worden, ob sie unter Druck gesetzt worden seien, einen Teil der ausbezahlten Beträge abzuliefern (vgl. Beschwerde S. 51 ff.). Gemäss dem angefochtenen Entscheid wurden von den beantragten Insolvenzentschädigungen von Fr. 1.9 Mio. lediglich Fr. 400'000.-- ausbezahlt. Die Zivilforderung der Arbeitslosenkasse Graubünden wurde auf den Zivilweg verwiesen, während die Arbeitslosenkassen der weiteren betroffenen Kantone keine Zivilforderungen geltend machten. Die Höhe der finanziellen Beteiligung des Beschwerdeführers war daher lediglich für die rechtliche Qualifikation als gewerbsmässiger Betrug im Sinne von Art. 146 Abs. 2 StGB und allenfalls für die Strafzumessung von Bedeutung. Hierfür bedurfte es keiner exakten Nachverfolgung der Zahlungsflüsse - soweit es denn überhaupt zu einer Auszahlung der Insolvenzentschädigungen kam - und die vorinstanzliche Schätzung war ohne Weiteres zulässig. Der Beschwerdeführer betrieb angeblich als Treuhänder einen grossen Aufwand. Die Vorinstanz folgert daraus willkürfrei, er habe von den Straftaten auch finanziell profitiert. Dass er den immensen Aufwand unentgeltlich bzw. aus altruistischen Motiven betrieb, um den ganzen deliktischen Erlös seinen Adlaten zu überlassen, durfte sie ohne Willkür ausschliessen (vgl. angefochtenes Urteil S. 69). Darüber hinaus legt die Vorinstanz auch konkret dar, weshalb sie zur Auffassung gelangt, die ausbezahlten Insolvenzentschädigungen seien nicht im vollen Umfang den fiktiven Arbeitnehmern zugute gekommen. Sie stellt hierfür auf ein Schreiben des Beschwerdeführers an die IV-Stelle Thurgau von Januar 2006 ab, in welchem der Beschwerdeführer die an den teilinvaliden L.________ im Herbst ausbezahlte Insolvenzentschädigung von Fr. 24'920.-- unerwähnt liess ebenso wie dessen damalige Tätigkeit als Geschäftsführer der G.________ GmbH und der H.________ GmbH. Die Vorinstanz geht davon aus, der Beschwerdeführer habe sich in diesem Brief an die IV-Stelle in heuchlerischen Worten über den wahren Sachverhalt bedeckt gehalten, um L.________ nicht einer IV-Rentenkürzung auszusetzen, welche dieser fraglos als ungerecht empfunden hätte (angefochtenes Urteil S. 54 f.). Im Falle eines vermeintlich in Brasilien wohnhaften Arbeitnehmers gab der Beschwerdeführer für die Auszahlung der Insolvenzentschädigung ein Treuhandkonto der K.________ GmbH an, was gemäss der Vorinstanz ebenfalls dafür spricht, dass er einen Teil der Gelder für sich behalten wollte (vgl. angefochtenes Urteil S. 52 f. und 69 f.). Die vorinstanzlichen Erwägungen lassen auch in dieser Hinsicht keine Willkür erkennen.