Citation: 1P.761/2005 12.04.2006 E. 1

1. X.________ offerierte in der Zeitschrift Annabelle ihre Dienste als Hellseherin unter der Telefonnummer 0901 555 677, welche erstmals im November 1998 zum Tarif von Fr. 2.50/Min. aktiviert wurde. Rief man diese Nummer an, so meldete sich ein Anrufbeantworter mit dem Sprechtext, welcher einen aufforderte, die Nummer 0901 578 777, welche im November 2000 in Betrieb gesetzt wurde, anzurufen. Der Minutenpreis dieser Nummer, der Fr. 4.23 pro Minute betrug, wurde im Sprechtext nicht mitgeteilt. Bei der zweiten Nummer wurde der Anrufer mit X.________ verbunden. Diese Tätigkeit übte die Angeklagte in Pontresina aus. A.________ aus Kirchberg/BE, damals in einer Ehekrise steckend und psychisch angeschlagen, rief die Angeklagte seit Mai/Juni 2000 täglich an. Im März 2002 merkte sie angesichts der exorbitanten Telefonrechnungen, dass die Tarifierung mangelhaft war. Nach Intervention der Swisscom bzw. des BAKOM, auf Ersuchen von A.________ hin, wurde im Mai 2002 die festgestellte Unregelmässigkeit, namentlich die ungenügende Tarifierung, behoben. Der Deliktsbetrag betreffend die Zeitspanne November 2000 bis Februar 2002 beläuft sich auf rund Fr. 34'000.-- (Differenz zwischen Fr. 2.50 und Fr. 4.23). .. (Zivilforderung)