Citation: 5A_866/2022 E. 2.1.2

2.1.2. Die Vorinstanz hat in rechtlicher Hinsicht (in Anwendung von Art. 143 Abs. 1 ZPO) erwogen, dass die Beschwerdeführerin die von ihr gewählte Einreichungsart (Postaufgabe am letzten Tag der Frist) hätte beibehalten und die zunächst gescheiterte postalische Übermittlung ihrer Eingabe per Post hätte fortsetzen müssen. Hierfür hätte sie die Sendung neu adressieren und nochmals der Post übergeben, d.h. den von ihr gewählten Zustellungsweg fortsetzen müssen. Nur ein solches Vorgehen stehe im Einklang mit der aktuellen bundesgerichtlichen Rechtsprechung. Mit der direkten Einreichung beim Gericht (durch einen privaten Kurierdienst) habe sie das von ihr gewählte Vorgehen und damit die Einheit der begonnenen und aufgrund der Retournierung verlängerten Prozesshandlung (Einreichung der Berufungseingabe durch Inanspruchnahme der Schweizerischen Post gemäss Art. 143 Abs. 1 zweite Variante ZPO) unterbrochen; sie habe deren Fortsetzung und Vollendung unterbunden. Die Berufung sei daher wegen Fristversäumnis nach Art. 143 ZPO verspätet.