Citation: 8C_735/2022 E. 6.2

6.2. Hier zeigen die gutachterlichen Diagnosen und Darlegungen wohl hinreichend klar auf, dass keine vollständige Arbeitsunfähigkeit besteht. So verwies Dr. med. C.________ auch auf psychosoziale Belastungsfaktoren, fehlende therapeutische Bemühungen im Sinne einer psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung und einen tiefen Medikamentenspiegel. Zudem vermerkte er Inkonsistenzen, etwa den auffälligen Redefluss trotz angegebener erhöhter Ermüdbarkeit, das Lenken eines Autos über kurze Strecken trotz berichteter schwerer Konzentrationsstörungen, die Ferienreisen mit dem Freund sowie die Funktionsfähigkeit mit selbstständiger Haushaltsführung. Das mag gegen eine anhaltende Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer Sicht sprechen. Hingegen bildet das psychiatrisches Gutachten vor allem wegen der fehlenden Befassung mit anderslautenden ärztlichen Einschätzungen und mit ressourcenhemmenden Komorbiditäten (vgl. BGE 143 V 418 E. 8.1; Urteil 8C_331/2022 vom 6. September 2022 E. 6.4) keine ausreichende Beurteilungsgrundlage, um eine anspruchsrelevante Arbeitsunfähigkeit gänzlich auszuschliessen, wie dies die Vorinstanz in einer den Untersuchungsgrundsatz (Art. 61 lit. c ATSG) verletzenden Weise getan hat.