Citation: 5A_207/2024 E. 3.2.1

3.2.1. Was die erste Begründung angeht, rügt der Beschwerdeführer eine Verletzung von Art. 174 Abs. 1 SchKG analog i.V.m. Art. 319 Abs. 1 und Art. 309 Bst. a bzw. Bst. b Ziff. 7 ZPO. Das Gesuch um Anerkennung des Konkursdekrets aus den Britischen Jungferninseln sei für die Beschwerdegegner als ausländische Konkursverwaltung eine unabdingbare Voraussetzung, um gegen ihn vor Schweizer Gerichten wegen eines behaupteten Anspruchs der ausländischen Konkursmasse aus gesellschaftsrechtlicher Verantwortlichkeit eine Klage zu erheben. Er, der Beschwerdeführer, sei von der erstinstanzlichen Verfügung somit in einem grösseren Ausmass und mit einer stärkeren Intensität als andere Personen berührt und stehe in einer besonderen und nahen Beziehung zur Streitsache. Ausserdem würden ihm im Falle des Nichteintretens auf den Anerkennungsantrag insbesondere wirtschaftliche und tatsächliche Nachteile erspart bleiben. Bereits die Prozessführung vor Schweizer Gerichten als solche brächte erhebliche finanzielle Nachteile mit sich, und zwar selbst dann, wenn eine allfällige Klage gegen ihn abgewiesen würde. Für eine allenfalls zugesprochene Parteientschädigung trüge er das Risiko der Vollstreckung in eine Konkursmasse auf den Britischen Jungferninseln und selbst eine sichergestellte Parteientschädigung würde mitnichten die effektiven Kosten zur Verteidigung im Prozess decken. Schliesslich könne "nicht abgesprochen werden", dass eine Prozessführung vor Schweizer Gerichten hinsichtlich eines vermeintlichen Anspruchs, auf den das Recht der Britischen Jungferninseln anwendbar sein soll, einen tatsächlichen Nachteil darstellt. Damit steht für den Beschwerdeführer fest, dass ihm die Legitimation zukommt, eine Beschwerde gegen den erstinstanzlichen Entscheid zu erheben. Eine Verneinung seiner Legitimation würde bedeuten, dass sich Drittschuldner in einem Prozess, den eine ausländische Konkursverwaltung infolge der (rechtskräftigen) Anerkennung eines ausländischen Konkursdekrets eingeleitet hat, selbst dann verantworten müssten, wenn die Voraussetzungen für eine Anerkennung nicht gegeben wären. Der Anerkennungsentscheid wäre "faktisch nicht überprüfbar", insbesondere wenn die örtliche Zuständigkeit mit einem Anspruch gegen einen vermeintlichen Drittschuldner begründet würde. Eine solche Auslegung widerspräche der Rechtsprechung, wonach eine Partei, die sich dem Anerkennungsgesuch widersetzen möchte, Beschwerde gegen den Anerkennungsentscheid erheben können muss. Als Nächstes erläutert der Beschwerdeführer, weshalb BGE 139 III 504, wonach ein vermeintlicher Beklagter in einem allfälligen Anfechtungsverfahren nicht zur Beschwerde gegen die Anerkennung eines ausländischen Konkursdekrets legitimiert ist, im konkreten Fall nicht anwendbar sei. Er insistiert, dass jener Fall mit dem vorliegenden nicht vergleichbar sei. In BGE 139 III 504 sei für die Bewertung der Beschwerdelegitimation der Drittschuldnerin relevant gewesen, dass mit der Abtretung von Anfechtungsansprüchen nach Art. 260 SchKG nur die Prozessführungsbefugnis auf die im Ausland ansässige, später ebenfalls in Konkurs gefallene Gesellschaft übergegangen und der Anfechtungsanspruch als solcher bei der Konkursmasse in der Schweiz verblieben sei, zwischen der Drittschuldnerin und der Zessionarin also gar "keine Gläubiger-/Schuldnerstellung" bestanden habe. Selbst wenn die Abtretung an die ausländische Gesellschaft etwa widerrufen worden wäre, hätte die Drittschuldnerin weiterhin von der schweizerischen Konkursmasse belangt werden können. Entsprechend hätte die Aufhebung der Anerkennung des Konkursdekrets betreffend die ausländische Zessionarin die Rechtsverfolgung gegenüber der Drittschuldnerin nicht verhindern können, weshalb das Bundesgericht folgerichtig zum Schluss gekommen sei, dass die Drittschuldnerin durch die Anerkennung des ausländischen Konkursdekrets nicht unmittelbar in ihren Rechten beeinträchtigt und infolgedessen auch nicht beschwerdelegitimiert war. Demgegenüber wehre er, der Beschwerdeführer, sich im vorliegenden Fall als Drittschuldner gegen die Anerkennung des ausländischen Konkursdekrets, die von den "vermeintlichen materiellen Anspruchsinhabern" beantragt wurde. Anders als in BGE 139 III 504 hätte die Aufhebung des streitgegenständlichen Anerkennungsentscheids zur Folge, dass eine Rechtsverfolgung der vermeintlichen Ansprüche gegen ihn als Drittschuldner vor Schweizer Gerichten mangels Prozessführungsbefugnis der Beschwerdegegner schlicht nicht möglich bzw. zulässig wäre. An alledem ändere auch der vorinstanzliche Hinweis auf BGE 149 III 249 nichts, denn dieser Entscheid verweise in der relevanten Erwägung ausschliesslich auf BGE 139 III 504. Damit ist das Argument des Kantonsgerichts, dass er im Falle einer Nichtanerkennung des ausländischen Konkursdekrets nicht von der möglichen Verfolgung allfälliger Verantwortlichkeitsansprüche befreit würde, für den Beschwerdeführer widerlegt. Nicht nachvollziehbar ist für den Beschwerdeführer zudem der vorinstanzliche Hinweis, wonach auch Konkursgläubiger die Anerkennung des ausländischen Konkursdekrets beantragen könnten und die Parteistellung der Beschwerdegegner im Verantwortlichkeitsprozess nicht Gegenstand der angefochtenen Verfügung sei. Der Beschwerdeführer hält dem entgegen, dass der Drittschuldner aus den bereits genannten Gründen auch zur Beschwerde gegen eine von Konkursgläubigern erwirkte Anerkennung eines ausländischen Konkursdekrets beschwerdelegitimiert wäre, weil die gerichtliche Anerkennung des ausländischen Konkursdekrets auch in diesem Fall zwingende Voraussetzung für eine Geltendmachung des Anspruchs vor Schweizer Gerichten sei. Die gerichtliche Anerkennung des ausländischen Konkursdekrets begründe auch im Falle eines von Konkursgläubigern gestellten Anerkennungsgesuchs die Prozessführungsbefugnis der Hilfskonkursmasse oder der ausländischen Konkursverwaltung, um vor Schweizer Gerichten einen Anspruch der ausländischen Konkursmasse gegen einen Drittschuldner einzuklagen.