Citation: I 483/00 04.12.2001 E. 3

3.- Vorliegend haben die IV-Stelle und das Bundesamt für Sozialversicherung aus den in den Akten liegenden Unterlagen, insbesondere den Berichten des Dr. med. R.________ vom 19. Februar 1999 und 23. Juni 1998 (vgl. auch Berichte der Klinik X.________ vom 18. März 1997 und des Dr. med. G.________ vom 2. Februar 1996), namentlich zu Recht den Schluss gezogen, dass die bei der Beschwerdegegnerin seit Jahren durchgeführte Physiotherapie voraussichtlich dauernd weiter notwendig ist, weshalb die in Frage stehenden Vorkehren nicht auf stabile Folgen der Lähmungen und damit auch nicht auf einen zumindest relativ stabilisierten Zustand gerichtet sind. Bei den umstrittenen Therapien geht es vielmehr primär darum, den zunehmenden Beinparesen und der bestehenden Rezidivgefahr durch regelmässige physiotherapeutische Behandlungen vorzubeugen bzw. entgegen zu wirken und auf diese Weise den Zustand einigermassen im Gleichgewicht zu halten (vgl. Erw. 2d hievor). Wie das Bundesamt und die IV-Stelle zutreffend darlegen, liegt damit ein im Sinne der Rechtsprechung stationärer, nicht aber stabiler Zustand vor, weshalb die anbegehrten Therapien invalidenversicherungsrechtlich als Behandlung des Leidens an sich zu bewerten sind. Bei diesen Gegebenheiten kann die streitige Physiotherapie nicht als medizinische Eingliederungsmassnahme im Sinne von Art. 12 IVG in Verbindung mit Art. 2 Abs. 3 IVV qualifiziert werden. Daran vermögen die Ausführungen der Vorinstanz und der Beschwerdegegnerin nichts zu ändern. Dass die vorgenommenen Behandlungen sich günstig auf die Arbeits- resp. Erwerbsfähigkeit auswirken bzw. für die Erhaltung derselben wesentlich sind, wie seitens der Beschwerdegegnerin sinngemäss eingewendet wird, gibt ebenfalls zu keiner andern Beurteilung Anlass. Denn ein - in der Regel mit jeder Therapie verbundener - Eingliederungserfolg allein ist nicht entscheidend dafür, ob eine medizinische Vorkehr als Eingliederungsmassnahme im Sinne des Art. 12 Abs. 1 IVG anerkannt werden kann (dazu Erw. 2b hievor in fine mit Hinweisen). Ebenso wenig ergibt sich aus dem von der Vorinstanz erwähnten Umstand etwas Anderes, wonach mit der Therapie die Funktionstüchtigkeit, von der die Erwerbsfähigkeit abhängt, erhalten werden könne (Art. 2 Abs. 3 IVV), weil auch im Anwendungsbereich dieser Verordnungsbestimmung das gesetzliche Erfordernis eines stabilen oder zumindest relativ stabilisierten Gesundheitszustandes erfüllt sein muss (vgl. vorstehende Erw. 2c). Dass dies vorliegend nicht der Fall ist, haben IV-Stelle und Bundesamt zutreffend dargelegt, worauf auch die Vorinstanz unter Einräumung der sich aus den Akten ergebenden zunehmenden Verschlechterung des Gesundheitszustandes selbst hinweist. Bezüglich der von der Vorinstanz noch erwähnten "neuen Tatsachen", die vorliegend im Sinne einer "Quasi-Revision" zur Ablehnung der Leistungen erfüllt sein müssten, wird auf die zutreffenden Ausführungen der IV-Stelle in der Vernehmlassung zur Verwaltungsgerichtsbeschwerde vom 26. September 2000 verwiesen. Es muss daher bei der Feststellung sein Bewenden haben, dass die Invalidenversicherung die anbegehrte, an sich zweckmässige und sinnvolle Physiotherapie gleichwohl nicht zu übernehmen hat, indem die Massnahme in den Bereich der Krankenversicherung gehört. Im Übrigen kann auf die eingehenden Darlegungen der Verwaltung, insbesondere auch des Bundesamtes in seiner Verwaltungsgerichtsbeschwerde, verwiesen werden, denen das Eidgenössische Versicherungsgericht nichts beizufügen hat.