Citation: 2C_119/2017 E. B

Die A.________ AG war mit dem Standpunkt der ESTV nicht einverstanden und verlangte am 19. Dezember 2014 eine anfechtbare Verfügung, sollte die ESTV an der Verweigerung des Vorsteuerabzugs festhalten. Am 23. Januar 2015 zahlte die A.________ AG die Nachbelastung. Die ESTV wiederum erliess am 29. April 2016 eine Verfügung und setzte die Nachforderung auf Fr. 51'299.-- zuzüglich Verzugszins von 4 % seit dem 14. Oktober 2014 fest. Die Zahlung vom 23. Januar 2015 in Höhe von Fr. 51'633.-- werde dabei angerechnet. Zur Begründung führte die ESTV an, dass sie in ihrer MWST-Branchen-Info 17 "Liegenschaftsverwaltung / Vermietung und Verkauf von Immobilien" (MBI 17) vom "Normalfall" ausgehe und Steuerumgehungen in jedem Fall vorbehalten blieben. Der vorliegende Sachverhalt sei ein "Extremfall" ohne jegliche Drittnutzung (ununterbrochene Verfügbarkeit des Ferienhauses zugunsten der wirtschaftlich Berechtigten der Wohnungs- bzw. Hauseigentümerin), wofür die Bestimmung in Ziff. 7.1.2 MBI 17 nicht vorgesehen sei. Die Grenzen der Gestaltungsfreiheit, die wirtschaftlichen Verhältnisse so zu gestalten, wie sie steuerlich am günstigsten erscheinen, seien überschritten und folglich eine Steuerumgehung zu prüfen. Missbräuchlich sei nicht, dass die A.________ AG bloss für den Kauf der Immobilie in Form einer Aktiengesellschaft gegründet worden sei, sondern dass der Liegenschaftskauf über die A.________ AG abgewickelt worden sei, obschon die Liegenschaft ausschliesslich für die privaten Bedürfnisse der wirtschaftlich Berechtigten verwendet werde, in der Absicht, sich eine Berechtigung zum Vorsteuerabzug zu verschaffen. Die in 20 Jahren abzuliefernde Steuer sei geringer, als die im Jahr 2013 bereits geltend gemachten Vorsteuern, womit die A.________ AG bereits eine Steuerersparnis erzielt habe. Auch in Zukunft könne die A.________ AG bei sämtlichen Anschaffungen den Vorsteuerabzug geltend machen und zwar ohne Erhöhung der geschuldeten Umsatzsteuer. Es liege somit eine Steuerumgehung vor, weshalb alle gemachten Vorsteuern zurückbelastet und die bereits auf den Mietentgelten entrichtete Steuer erstattet werde.