Citation: 4A_611/2018 E. 3.2.3

3.2.3. Um seiner Schutzpflicht nachzukommen, hat der Arbeitgeber den Arbeitnehmer über ungewöhnliche Gefährdungen, die sich aus der Natur der Arbeit ergeben und die dem Arbeitnehmer nicht bekannt sind, sowie über die zu treffenden Massnahmen zur Risikovermeidung zu informieren und sicherzustellen, dass diese Massnahmen gewissenhaft angewendet werden (BGE 112 II 138 E. 3b S. 142 mit Hinweis; 102 II 18 E. 1 S. 19 f.; vgl. auch STREIFF/VON KAENEL/RUDOLPH, a.a.O., N. 15 zu Art. 328 OR). Die Fürsorgepflicht des Arbeitgebers umfasst die Verhütung derjenigen Unfälle, welche nicht auf ein unvorhersehbares Verhalten bzw. auf schweres Verschulden des geschädigten Arbeitnehmers zurückzuführen sind. Der Arbeitgeber muss folglich alles beachten, was bei normalem Lauf der Dinge und selbst bei Unaufmerksamkeit oder Unachtsamkeit des Arbeitnehmers geschehen kann (BGE 112 II 138 E. 3b S. 142; 95 II 132 E. 2 S. 139 f.).