Citation: 1C_444/2022 E. 4.3

4.3. Die Beschwerdeführerin hält diese Erwägungen für willkürlich und legt im Detail dar, welche Veränderungen tatsächlicher und rechtlicher Art seit dem Erlass des Bebauungsplans 1979 erfolgt seien. Sie bestreitet, dass der Bebauungsplan 2009 detailliert überprüft worden sei, bestimme § 75 BO/Zug doch pauschal den Fortbestand aller altrechtlichen Bebauungspläne. Sie betont, dass der Bebauungsplan nicht mehr den heutigen Anforderungen entspreche. Dieser lasse insbesondere eine erheblich höhere Ausnützung zu als die 1979 geltende bzw. die heutige Grundordnung, ohne wesentliche städtebauliche Vorzüge gegenüber der Einzelbauweise aufzuweisen. Nach bisherigem Recht habe ein Sondernutzungsplan nur im Umfang von 20 bis 30 % von der Ausnützung der Grundordnung abweichen dürfen. Nach neuem Recht (§ 32ter PBG/ZG in der seit dem 1. Januar 2019 anwendbaren Fassung) seien weiterreichende Abweichungen nur unter der Voraussetzung eines qualifizierten Wettbewerbs zur Sicherung der städtebaulichen Qualität zulässig. Die Erhöhung der Ausnützung auf dem bereits heute übernutzten Grundstück Nr. 1787 werde daher unweigerlich dazu führen, dass künftig im restlichen Bebauungsplanperimeter weniger Ausnützung zur Verfügung stehe. Eine akzessorische Überprüfung des Bebauungsplans dränge sich um so mehr auf, als dieser ohnehin in naher Zukunft (bis Ende 2025) an das neue Recht angepasst werden müsse (§ 71 Abs. 1 PBG/ZG) und materiell (durch die Festsetzung einer Niveaulinie) abgeändert werde (vgl. dazu unten E. 5).