Citation: 5A_184/2023 E. 6.3

6.3. Nach Art. 106 Abs. 1 ZPO werden die Prozesskosten der unterliegenden Partei auferlegt. Hat keine Partei vollständig obsiegt, so werden die Prozesskosten nach dem Ausgang des Verfahrens verteilt (Art. 106 Abs. 2 ZPO). Diese Kostenverteilungsregel verlangt, den Verfahrensausgang mit den von den Parteien gestellten Rechtsbegehren zu vergleichen (Urteil 4A_226/2013 vom 7. Oktober 2013 E. 6.2). Nach Art. 107 Abs. 1 ZPO kann das Gericht von den Verteilungsgrundsätzen gemäss Art. 106 ZPO abweichen und die Prozesskosten nach Ermessen verteilen, um besonderen Umständen Rechnung zu tragen. Das Gesetz räumt dem Gericht den (Ermessens-) Spielraum ein, auf Billigkeitserwägungen zurückzugreifen, wenn im Einzelfall die Belastung der unterlegenen Partei mit Prozesskosten als ungerecht erscheint. Dazu finden sich in Art. 107 Abs. 1 Bst. a-f ZPO typisierte Fallgruppen, unter anderem die familienrechtlichen Verfahren (Bst. c; vgl. zum Ganzen BGE 139 III 33 E. 4.2). Eine auf Art. 107 Abs. 1 Bst. c ZPO gestützte Abweichung vom Unterliegerprinzip nach Art. 106 ZPO fällt rechtsprechungsgemäss dort in Betracht, wo verschiedene streitige Punkte nicht gegeneinander aufgerechnet werden können, weil es sich nur zum Teil um vermögensrechtliche Ansprüche handelt oder die wirtschaftliche Leistungskraft der Parteien erheblich unterschiedlich ist (Urteile 5A_245/2021 vom 7. September 2022 E. 4.2.1; 5A_489/2019 und 5A_504/2019 vom 24. August 2020 E. 19.2; vgl. MAIER, Kostenfolgen in familienrechtlichen Prozessen, in: FamPra.ch 2019, S. 1121 ff., 1141). Das Bundesgericht kann die richtige Anwendung der Art. 106 ff. ZPO frei überprüfen. Soweit es sich bei der Festsetzung und Verteilung der Kosten um Ermessensentscheide handelt, setzt das Bundesgericht sein Ermessen allerdings nicht an die Stelle desjenigen der Vorinstanz, sondern prüft nur, ob diese ihr Ermessen überschritten oder missbraucht hat (Urteile 5A_457/2022 vom 11. November 2022 E. 3.5; 5A_737/2016 vom 27. März 2017 E. 2.3). Gestützt auf das Gesagte ist der angefochtene Entscheid nicht zu beanstanden, geschweige denn ist der Vorinstanz Willkür oder die Verletzung anderer verfassungsmässiger Rechte vorzuwerfen. Ein weiteres Mal verkennt der Beschwerdeführer die Rolle des Bundesgerichts: Allein die Tatsache, dass die Vorinstanz die Prozesskosten auch anders hätte verteilen können, führt nicht zur Gutheissung der Beschwerde. Eine Ermessensüberschreitung seitens der Vorinstanz ist nicht zu erkennen. Vielmehr ist es in jeder Hinsicht nachvollziehbar, dass die Vorinstanz die unterschiedlichen wirtschaftlichen Voraussetzungen der Parteien - diesbezüglich vermag der Beschwerdeführer den Entscheid der Vorinstanz nicht erfolgreich in Frage zu stellen - zum Anlass genommen hat, die Kosten nicht ausschliesslich aufgrund des Verfahrensausgangs festzusetzen. Dass die Vorinstanz damit einen Anreiz für überrissene Unterhaltsforderungen geschaffen hätte, ist nicht zu erkennen, nachdem jede Partei ihre Anwaltskosten selber tragen muss.