Citation: 8C_489/2020 E. 4.1

4.1. Die Vorinstanz mass dem CEMEDEX-Gutachten vom 14. Mai 2019 grundsätzlich Beweiswert zu und sah sich in antizipierter Beweiswürdigung nicht zu weiteren Abklärungen veranlasst. Die Experten diagnostizierten einen Status nach Haarzell-Leukämie (2010), nach Lithotripsie bei renaler Lithiasis (März und Juli 2015) und nach Resektion eines Sigma-Adenoms (2005 und 2018) sowie intermittierende Abdominalschmerzen ohne organisches Substrat, eine kubitale Neuropathie links, eine rezidivierende depressive Störung, aktuell mittel- bis schwergradige Episode mit somatischen Symptomen, aber ohne psychotische Symptome, psychische und Verhaltensprobleme im Zusammenhang mit Alkoholkonsum (abstinent seit 2003), Zervikobrachialgien links bei degenerativen Veränderungen ohne Zeichen radikulärer Defizite, ein femoropatelläres Syndrom rechts mit diskreter Patellararthrose bei Status nach Osteosynthese wegen Pseudarthrose (2001) und Entfernung von Osteosynthesematerial sowie ein Status nach Patellafraktur rechts (2000). In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Magaziner bestehe aus rheumatologischer und neurologischer Sicht eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. In einer körperlich, einfachen, intellektuell wenig anspruchsvollen Beschäftigung mit wenig neuen und/oder verschiedenen Handlungen, ohne längeres bzw. wiederholtes Knien und Kauern, ohne Besteigen von Leitern oder Arbeiten auf Leitern und Gerüsten, ohne längeres Gehen auf unebenem Untergrund sowie ohne wiederholtes Tragen von Lasten über 20 kg, sei aus somatischer Sicht eine 100%ige Arbeitsfähigkeit gegeben. Indessen sei die Arbeitsfähigkeit seit Juni 2016 aus psychiatrischer Sicht zu 30 % eingeschränkt. Dazu komme eine zusätzliche Verminderung des Rendements von 10 %, entsprechend einer gesamthaften Arbeitsfähigkeit von 60 %. Ausgehend von den Diagnosen der psychiatrischen Gutachterin Dr. med. C.________ (rezidivierende depressive Störung, aktuell mittel- bis schwergradige Episode mit somatischen Symptomen, aber ohne psychotische Symptome, psychische und Verhaltensprobleme im Zusammenhang mit Alkoholkonsum, abstinent seit 2003) wandte die Vorinstanz sodann das strukturierte Beweisverfahren an, um zu prüfen, ob der psychiatrisch attestierten Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von insgesamt 40 % aus rechtlicher Sicht gefolgt werden könne. Nach Prüfung und Würdigung der Standardindikatoren gemäss BGE 141 V 281 kam sie zum Ergebnis, dass ein invalidisierender psychischer Gesundheitsschaden zu verneinen, auf die aus psychiatrischer Sicht attestierte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit von insgesamt 40 % aus rechtlicher Optik nicht abzustellen und stattdessen auf eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit in leidensangepasster Tätigkeit zu schliessen sei.