Citation: U 317/02 21.03.2003 E. 3.3

3.3.1 Soweit die Beschwerdeführerin implizit die - nachträglich schriftlich festgehaltenen - Sachverhaltsdarstellungen der Arbeitgeberin in Zweifel zu ziehen versucht, vermag sie keine Gründe darzulegen, weshalb nicht auf die Ausführungen der Beschwerdegegnerin 2 abzustellen wäre. Noch bevor der Rechtsvertreter des Beschwerdegegners 1 gegen die Verfügung der Beschwerdeführerin Einsprache erheben konnte, hatte bereits die Arbeitgeberin Einsprache erhoben und sich für die Versicherungsdeckung ihres Arbeitnehmers eingesetzt. In den Angaben der Beschwerdegegnerin 2 sind keinerlei Widersprüche erkennbar; vielmehr belegt sie sogar ihre schon vor dem Unfall getätigte Buchung des Fluges vom 5./6. September 2000 nach M.________ und zurück nach Zürich auf die Namen von S.________ und L.________, einen Direktor des Bereichs C.________ Finance der Arbeitgeberin, der zusammen mit dem Verunfallten das Projekt "T.________" führen sollte. 3.3.2 Demnach ist in tatsächlicher Hinsicht davon auszugehen, dass der Unfall vom Sonntag, den 3. September 2000, bei seit 1. September 2000 laufendem Lohnanspruch während einem bestehenden, schriftlich vereinbarten Vollzeit-Arbeitsverhältnis und in zeitlich unmittelbarer Nähe zum ersten Arbeitstag in den Räumlichkeiten der Arbeitgeberin vom 4. September 2000 statt fand (nicht veröffentlichtes Urteil K. vom 4. August 1993, U 18/93). Nach dem absprachegemässen Bezug eines ersten Ferientages (1. September 2000) ereignete sich der Unfall somit am Ende einer Phase bezahlten Urlaubs. Im Gegenzug für den am 1. September 2000 vorweg bezogenen Ferientag musste sich der Beschwerdegegner 1 gegenüber der Arbeitgeberin am 17. Juli 2000 dazu verpflichten, die ihm gleichentags ausgehändigten umfangreichen Projektgrundlagen vor dem 4. September 2000 zu studieren und sich in die Materie einzuarbeiten. Am 18. Mai 2001 bestätigte L.________ unter anderem: "T.________ ist im Bereich biologische Bodenhilfsstoffe tätig, also ein Tätigkeitsfeld, in welchem Herrn S.________ aufgrund seiner Ausbildung und Erfahrung gute Kenntnisse hat. Es wurde ein Vorgehen zur Due Diligence Prüfung vereinbart. Es musste unter grossem Zeitdruck vorgegangen werden. Es war geplant, dass ich zusammen mit Herrn S.________ diesen Prozess durchführen würde. Mein Part war primär die finanzielle Seite und jener von Herrn S.________ der Bereich Technik, Produkt, Markt. Der erste Schritt dieser Vorgehens war der Besuch der Produktionsanlage in Spanien. Der Termin wurde so fixiert, dass Herr S.________ bereits bei uns angestellt war und ebenfalls teilnehmen konnte. Selbstverständlich war für diese Aufgabe eine intensive vorherige Einarbeitung erforderlich, welches durch Studium von Unterlagen vorgesehen war. Der Abflug war bereits am Dienstag 5. Sept. 2000. Deshalb hat Herr S.________ von uns im Vorfeld bereits Unterlagen mit dem Ziel zur Vorbereitung der Reise erhalten." 3.3.3 Die Beschwerdeführerin bestreitet zu Recht nicht, dass es sich bei den dem Beschwerdegegner 1 vor seinen Ferien übergebenen Ordnern an Geschäftsunterlagen nicht um eine "reine Reiselektüre" gehandelt habe. Die A.________ übersieht, dass sich der Beschwerdegegner 1 - im Gegensatz zum Fall der Schul-Heilpädagogin (RKUV 2001 Nr. U 431 S. 317) - durch mündliche Abrede gegenüber der Beschwerdegegnerin 2 am 17. Juli 2000 verpflichtete, die konkreten Arbeitsvorbereitungshandlungen während seinen Ferien zu leisten. "Verpflichtet sich ein Arbeitnehmer, während des betrieblich angeordneten Ferienvorbezugs die Geschäftsunterlagen zu studieren und nimmt er dieses Studium auch tatsächlich auf oder beschafft er sich im Hinblick auf die Vorbereitung auf seine neue Tätigkeit zumindest die entsprechenden Unterlagen, beginnt gemäss dem unveröffentlichten Urteil K. vom 4. August 1993 (U 18/93) die Versicherungsdeckung bereits in diesem Zeitpunkt" (RKUV 2001 Nr. U 431 S. 318 Erw. 3b). Wann genau der Beschwerdegegner 1 die am 17. Juli 2000 erhaltenen Geschäftsunterlagen studierte und sich in das Projekt einarbeitete, kann vorliegend offen bleiben. Entscheidend ist jedoch, dass er diese konkreten Arbeitsvorbereitungshandlungen mit Sicherheit während seiner Hochzeitsreise und somit vor dem Unfall tätigte, da er die Akten mit auf die Reise nahm und erst am Tag vor dem Unfall von der mehrwöchigen Hochzeitsreise nach Asien in die Schweiz zurück kehrte, um noch am gleichen Samstagabend (2. September 2000) an der Hochzeitsfeier eines Kollegen teilnehmen zu können. Angesichts dieser tatsächlichen Verhältnisse schloss die Vorinstanz demnach gestützt auf die konstante Praxis (Erw. 2 hievor) im Ergebnis zutreffend darauf, dass der Beschwerdegegner 1 die Arbeit bei der Beschwerdegegnerin 2 vor dem Unfalltag angetreten hatte und folglich seither - spätestens ab 2. September 2000 (Rückkehr aus den Ferien) - bei der A.________ obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert war. Was mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde hiegegen vorgebracht wird, ist unbegründet.