Citation: 6B_752/2021 E. 2.4

2.4. Die Vorinstanz verweist zur Täterkomponente zunächst auf die Ausführungen der Erstinstanz, welche sie sich zu eigen macht. Somit berücksichtigt auch die Vorinstanz, dass der Beschwerdeführer nach anfänglichem Leugnen der Taten geständig war, wobei das Geständnis mehrheitlich erst auf wiederholten Vorhalt der Aussagen seiner Abnehmer erfolgt sei. Weiter hält sie ihm zugute, dass er Reue und Einsicht zeigte. Da das Urteil der Vorinstanz erst ein Jahr nach dem erstinstanzlichen Entscheid gefällt wurde, begnügt sich die Vorinstanz nicht mit dem Verweis auf die Erwägungen der Erstinstanz zur Täterkomponente, sondern ergänzt, dass das Nachtatverhalten des Beschwerdeführers positiv zu werten sei. Die Vorinstanz trägt entgegen der Kritik des Beschwerdeführers sämtlichen massgeblichen Gesichtspunkten der Täterkomponente Rechnung. Dass die Vorinstanz diese als neutral gewichtet, liegt im Rahmen des ihr zustehenden Ermessens. Unbegründet ist auch der Einwand, die Vorinstanz übergehe, dass die Menge der verkauften Drogen an Wichtigkeit verliere, je weiter sie sich vom schweren Fall entferne, hält sie doch ausdrücklich fest, die Drogenmenge sei umso weniger wichtig, je deutlicher der Grenzwert gemäss Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG überschritten werde. Die Vorinstanz wertet das objektive Verschulden nicht allein aufgrund der gehandelten Drogenmenge als erheblich, sondern auch, weil der Beschwerdeführer grössere Geschäfte tätigte, einen regelmässigen und gut organisierten Handel betrieb, mit dem Erlös ein Einkommen erzielte, welches es ihm zum Teil erlaubte, auf eine legale Erwerbstätigkeit zu verzichten, und er quasi hauptberuflich als selbständiger Ein- und Verkäufer mit grossem Aufwand den Betäubungsmittelhandel betrieb. Der Einwand des Beschwerdeführers, die Vorinstanz werfe ihm zu Unrecht vor, überregional gedealt zu haben, verfängt nicht. Die Vorinstanz hält fest, der gut organisierte Handel sei nicht lokal beschränkt gewesen, sondern habe sich über die Kantonsgrenze hinweg regional erstreckt. Unbestrittenermassen tätigte der Beschwerdeführer Verkäufe in den Kantonen Freiburg und Bern, wobei er beispielsweise an die Abnehmerin B.________ in der gesamten Zeitspanne Kokain stets an ihrem Domizil in Bern verkaufte, somit unabhängig von seinem eigenen Wohnsitz. Die Vorinstanz wertet nicht straferhöhend, dass der Beschwerdeführer keinem Drogenring angehörte. Sie hält lediglich fest, der Beschwerdeführer habe nicht als untergeordneter Teil eines Drogenrings gehandelt, sondern als selbständiger Ein- und Verkäufer mit erheblicher krimineller Energie. Die Vorinstanz differenziert sehr wohl zwischen einem Abhängigen, der seine Sucht mit dem Drogenhandel finanziert, und demjenigen, der allein aus Gewinnsucht handelt. Sie hält dazu fest, der Beschwerdeführer habe mit dem Drogenhandel zwar seinen Eigenkonsum finanziert, darüber hinaus aber auch teilweise seinen Lebensunterhalt. Der langjährigen Drogenabhängigkeit des Beschwerdeführers trägt sie beim subjektiven Verschulden im Rahmen von Art. 47 Abs. 1 und 2 StGB leicht bis mittel strafmindernd Rechnung (vgl. angefochtenes Urteil E. 3.5.3 S. 10). Der Beschwerdeführer verwendete den Drogenerlös teilweise auch für die Finanzierung seines Lebensunterhalts. Wenn die Vorinstanz die Strafe nicht gestützt auf die Kann-Vorschrift von Art. 19 Abs. 3 lit. b BetmG nach freiem Ermessen mildert, verletzt sie weder ihr Ermessen noch verstösst sie gegen Bundesrecht.