Citation: 6B_1019/2019 E. 2.2

2.2. Die Vorinstanz zeigt zunächst die kantonalrechtlichen und bundesrechtlichen Grundlagen des Strafaufschubs auf. Bereits das Sicherheits- und Justizdepartement hatte festgestellt, dass gestützt darauf vorliegend kein Strafaufschub möglich sei. Im Weiteren geht die Vorinstanz auf die Einwände des Beschwerdeführers ein. Sie erwägt, der Beschwerdeführer verkenne bei seinen Ausführungen die eingetretene Rechtskraft seiner in der Schweiz erfolgten und vollstreckbaren Verurteilung. Entscheide seien ab deren Rechtskraft unabänderlich und damit verbindlich. Dies diene der Wahrung des Rechtsfriedens. Ein einmal ergangener Entscheid soll nicht immer wieder erneut überprüft und abgeändert werden können, was selbst dann gelte, wenn ein Urteil mängelbehaftet sei. Die Argumentation des Beschwerdeführers, er wolle seine Strafsache in Prag neu beurteilen lassen und gestützt auf diesen ausländischen Entscheid anschliessend eine Revision seiner rechtskräftigen schweizerischen Verurteilung erwirken, liefe im Ergebnis darauf hinaus, dass das Stadtgericht Prag faktisch zum höchsten Schweizer Gericht würde, das die rechtskräftigen Urteile von Bundes- und Bundesstrafgericht über ein Revisionsverfahren nachträglich noch korrigieren könnte. Dem Beschwerdeführer würde mit einem weiteren Strafaufschub letztlich die Möglichkeit geboten, international an mehreren Gerichtsständen (allenfalls gar widersprechende) Entscheide zu erwirken, um sich schliesslich (falls es überhaupt noch dazu kommen sollte) für den Vollzug des mildesten Urteils entscheiden zu können. Aus schweizerischer Sicht bestehe für einen Strafaufschub allerdings kein Anlass, sei der Beschwerdeführer doch in der Schweiz verurteilt und dieses Urteil nach einer Überprüfung auf dem nationalen Rechtsmittelweg rechtskräftig. Ebenso wenig bestehe die Notwendigkeit einer (faktischen) Neubeurteilung der Strafsache durch ein ausländisches Gericht. Allfällige prozessuale Nachteile des Beschwerdeführers im ausländischen Verfahren seien entsprechend hinzunehmen. Weiter erwägt die Vorinstanz, die vom Beschwerdeführer hypothetisch angestrebte Revision seiner rechtskräftigen Verurteilung in der Schweiz, die aufgrund eines künftigen, allenfalls milderen Urteils in der Tschechischen Republik möglich werden soll, stelle ohnehin ein unvollkommenes Rechtsmittel dar, das keine suspensive Wirkung habe. Ein allfälliges künftiges Revisionsgesuch im Falles eines möglicherweise günstiger ausfallenden ausländischen Strafurteils vermöge daher auch vor diesem Hintergrund keine irgendwie geartete Form von aufschiebender Wirkung nach sich zu ziehen. Eine Revision des schweizerischen Strafurteils bliebe im Übrigen auch dann denkbar, wenn Mitbeschuldigte in der Tschechischen Republik der gleichen Sachverhalte wegen freigesprochen würden. Die Einstellung des Verfahrens in Prag gegen den Beschwerdeführer würde ihm den Weg einer Revision wohl nicht vollends verstellen.