Citation: 2C_507/2022 E. 5.5

5.5. In jüngster Zeit hat sich das Bundesgericht mehrfach im Rahmen der abstrakten Normenkontrolle mit kantonalen Bestimmungen zur Bewältigung der Covid-19-Epidemie (Einschränkung von Veranstaltungen; Maskentragpflicht; Beschränkung der Teilnehmerzahl an Kundgebungen) auseinandergesetzt. Der Umstand, dass die Bestimmungen im Urteilszeitpunkt nicht mehr in Kraft standen, führte oftmals nicht zum Wegfall des schutzwürdigen Interesses, da das Bundesgericht der Frage der Vereinbarkeit dieser Bestimmungen mit den betroffenen Grundrechtspositionen grundsätzliche Bedeutung zumass. Ausserdem könne sich die aufgeworfene Frage auch in Zukunft wieder stellen. Es rechtfertige sich daher, auf das aktuelle Interesse zu verzichten und die aufgeworfenen Rechtsfragen materiell zu prüfen (BGE 147 I 478 E. 2.2 und 2.3.2 [Maskenpflicht, Schutzkonzept; Einschränkung von Veranstaltungen]; Urteile 2C_183/2021 vom 23. November 2021 E. 1.3, nicht publ. in: BGE 148 I 89 [Maskentragpflicht Schule]; 2C_308/2021 vom 3. September 2021 E. 1.4, nicht publ. in: BGE 148 I 33 [Beschränkung Teilnehmerzahl Kundgebung]; 2C_290/2021 vom 3. September 2021 E. 1.3, nicht publ. in: BGE 148 I 19 [Beschränkung Teilnehmerzahl Kundgebung]).