Citation: 1B_31/2023 E. 4.3

4.3. Zwar ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich der Beschwerdeführer dem Vollzug der zu erwartenden Reststrafe durch eine Flucht ins Ausland entziehen könnte, mit der Fortdauer der Sicherheitshaft etwas gesunken. Bis zum Ablauf der zweitinstanzlich ausgesprochenen Freiheitsstrafe von sieben Jahren verbleibt jedoch immer noch deutlich mehr als ein Jahr, wobei die Vorinstanz bei der Beurteilung der Fluchtgefahr berücksichtigen durfte, dass mit einer bedingten Entlassung des Beschwerdeführers aufgrund von dessen schlechter Legalprognose nicht ohne Weiteres zu rechnen ist (vgl. nachfolgend E. 5.2). Für die Annahme von Fluchtgefahr spricht sodann nach wie vor, dass sich der Beschwerdeführer mit dem Aufenthalt in der Türkei in den Jahren 2011 bis 2013 dem Vollzug einer Reststrafe durch die schweizerischen Strafverfolgungsbehörden bereits einmal entzogen hat. Hinzu kommt, dass durch die drohende Landesverweisung ein erheblicher Anreiz für den Beschwerdeführer besteht, in der Schweiz unterzutauchen und sich dadurch der Wegweisung zu entziehen. Angesichts der früheren Verbindungen des Beschwerdeführers ins Ausland, der drohenden Reststrafe und insbesondere der Landesverweisung ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz von Fluchtgefahr ausging. Die Einwände des Beschwerdeführers ändern daran nichts. Soweit er wiederum auf seine familiäre Situation verweist und erneut angibt, dass er zur Türkei keinen Bezug mehr habe, ist zu beachten, dass dies in die frühere Beurteilung des Bundesgerichts eingeflossen ist (vgl. Urteil 1B_177/2021 vom 22. April 2021 E. 4.2). Schliesslich gibt der Beschwerdeführer an, er habe gesundheitliche Probleme, allerdings ohne dies zu belegen oder näher zu substanziieren. Soweit es sich hierbei nicht ohnehin um ein unzulässiges neues Vorbringen handelt (vgl. Art. 99 Abs. 1 BGG), vermag auch dieser Einwand nichts daran zu ändern, dass die Vorinstanz von Fluchtgefahr ausgehen durfte, zumal nicht dargetan und nicht zu sehen ist, inwiefern der Beschwerdeführer auf medizinische Hilfe angewiesen ist, die er nur in der Schweiz erhalten kann.