Citation: 6S.77/2006 17.08.2006 E. 1

Im vorinstanzlichen Verfahren hatte der Beschwerdeführer beantragt, über seine Zurechnungsfähigkeit sei ein psychiatrisches Gutachten zu erstellen. Die Vorinstanz lehnte den Antrag ab, im Wesentlichen mit folgender Begründung: Die Tatsache, dass sich der Beschwerdeführer den Tatablauf vorgängig notiert habe, weise nicht zwingend auf eine psychische Auffälligkeit hin. Sie könne durchaus auch als Indiz für eine kühle Planung des Raubüberfalls gewertet werden. Auch die grosse Nervosität und Ambivalenz während der Tatausübung sei - vor allem für Ersttäter - nicht untypisch, ebenso wie sein wiederholtes Zögern, welches mehr noch aufzeige, dass der Beschwerdeführer immer wieder von neuem den Entschluss zu einem weiteren Schritt zur Tatverwirklichung habe fassen müssen. Sein Verhalten unterscheide sich somit nicht signifikant von demjenigen anderer Täter in ähnlichen Situationen. Es sei nicht zu verkennen, dass er während der Tatausführung zunehmend in Stress geraten sei und Mühe bekommen habe, Herr der Lage zu bleiben. Diese Situation sei aber selbstverschuldet und unter dem Aspekt der verminderten Zurechnungsfähigkeit unbeachtlich. Das Tatmotiv - Geldmangel - sei ein ebenfalls logisch gut nachvollziehbares, wenn auch nicht entschuldbares. Mit dem ursprünglich geplanten erpresserischen Bankomatbezug hätte der Beschwerdeführer einen beachtlichen Geldbetrag erlangen können, welcher zur Deckung seiner Mietschulden gereicht hätte. Auch aus dem Umstand, dass er den Raubversuch in militärischem Aufzug begangen habe, könne noch nicht auf eine psychische Auffälligkeit geschlossen werden, sei doch die Uniform eigentlich Voraussetzung dafür gewesen, dass er ohne Aufsehen zu erregen sein Militärgewehr habe mitführen können. Der Einsatz des Gewehres - in welcher Art auch immer - sei wesentlicher Teil des geplanten Tatablaufs gewesen. Das Aufschreiben des Tatplans im militärischen Dienstreglement sei mangels kurzfristiger Verfügbarkeit eines anderen Papiers erfolgt. Der geplante Tatort bei militärischen Anlagen habe ebenfalls aus rein praktischen Gründen ein militärisches Outfit nahe gelegt (angefochtener Entscheid S. 8 f. Ziff. 3).