Citation: 8C_374/2014 E. 3.4

3.4. Nach erster versuchter Zustellung per Einschreiben hat die Verwaltung den Entscheid am 10. September 2012 mittels A-Post zugesandt, welchen der Beschwerdegegner nach den Feststellungen der Vorinstanz jedoch erst am 7. Oktober 2012 erhielt und somit erst zu diesem Zeitpunkt davon Kenntnis nehmen konnte (BGE 119 V 89 E. 4c S. 95). Entgegen den vorinstanzlichen Erwägungen wird damit kein schützenswertes Vertrauen in eine behördliche Auskunft, welches eine vom Recht abweichende Beurteilung erlaubt, begründet, da die zweite Zustellung der Verfügung vom 21. August 2012 erst nach Ablauf der Einsprachefrist erfolgte, weshalb kein vertrauensbegründender Tatbestand vorliegt. Hinsichtlich der Fristwahrung fehlt es an der für den Vertrauensschutz vorausgesetzten nachteiligen Disposition. Weil das geltend gemachte Vertrauen erst in einem Zeitpunkt erweckt wurde, als die Rechtsmittelfrist bereits abgelaufen war, konnte es mit Bezug auf die rechtzeitige Einreichung der Beschwerde keinen Nachteil bewirkt haben. Eine nach Ablauf der ordentlichen Rechtsmittelfrist erfolgte zweite Zustellung eines mit Rechtsmittelbelehrung versehenen Entscheids vermag auch unter dem Blickwinkel des Vertrauensschutzes keine neue Rechtsmittelfrist in Gang zu setzen (BGE 117 II 508 E. 2 S. 511 und 118 V 190 E. 3a S. 190 f.), weshalb die Beschwerde begründet ist. Bei dieser Sach- und Rechtslage erübrigen sich materiellrechtliche Ausführungen.