Citation: 2C_506/2019 E. 4.2.3

4.2.3. Mit Blick auf den Verschuldensmassstab erwägt die Vorinstanz, § 27 Abs. 1 und Abs. 2 GebVG AG folge dem allgemeinen versicherungsrechtlichen Grundsatz, dass der Verlust der Versicherungsleistung Vorsatz und ihre Kürzung grobe Fahrlässigkeit voraussetze. Insofern habe der kantonale Gesetzgeber für die Kürzung der Versicherungsleistung wegen offenkundiger Missachtung der Präventionspflicht ein mit der Grobfahrlässigkeit vergleichbares Kriterium aufgestellt (vgl. E. 6 des angefochtenen Urteils). Die Vorinstanz führt weiter aus, im Bereich der Parkettarbeiten hätten unter anderem infolge der Deponierung ölgetränkter Stofflappen und von Schleifstaub mehrfach vorschriftswidrige Zustände bestanden. Diese Verhaltensweisen seien der Beschwerdeführerin als Bauleiterin zuzurechnen. Sie habe damit elementarste Vorsichtsmassnahmen und Sicherheitsvorkehrungen ausser Acht gelassen. Dass die Beschwerdeführerin keinen Sicherheitsbeauftragten bestellt und vorschriftswidrige Verhaltensweisen nicht unterbunden habe, könne nicht mehr nur als pflichtwidrige Unvorsichtigkeit angesehen werden. Vielmehr erweise sich die unterbliebene Bestellung eines Sicherheitsbeauftragten und die damit einhergehenden Sorgfaltspflichtverletzungen bei der Ausführung der Parkettverlegearbeiten als grobfahrlässig (vgl. E. 13 des angefochtenen Urteils).