Citation: I 375/03 30.07.2003 E. 3.2

3.2.1 Die Einschränkung der Erwerbsfähigkeit hat das kantonale Gericht bezogen auf den Beruf der Versicherten als Krankenschwester bestimmt. Das widerspricht Bundesrecht. Die praxisgemässen Voraussetzungen für ein solches Vorgehen sind hier nicht erfüllt sind (vgl. BGE 126 V 76 Erw. 3b/aa). Die Beschwerdeführerin hatte nach dem Unfall vom 18. Oktober 1996 die Arbeit im Zentrallaboratorium Blutspendedienst nicht mehr aufgenommen. Es kommt dazu, dass das Valideneinkommen nicht auf der Grundlage des zuletzt tatsächlich erzielten Verdienstes ermittelt werden kann. Gemäss «Fragebogen für den Arbeitgeber» vom 18. Mai 1998 wäre das Arbeitsverhältnis wegen Umstrukturierung auf Ende Februar 1998 aufgehoben worden. Aus hier nicht weiter interessierenden Gründen erfolgte die Kündigung erst auf Ende Juni 1998. 3.2.2 Das ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erzielte Einkommen ist daher ebenso wie das Invalideneinkommen grundsätzlich nach Massgabe statistischer Durchschnittslöhne zu ermitteln (vgl. AHI 1999 S. 240 Erw. 3b; Urteil M. vom 29. August 2002 [I 97/00] Erw. 1.2). Dabei ist zu fragen, welche Tätigkeiten (Krankenschwester im Spital, Arztgehilfin, Laborassistentin etc.) aufgrund der Ausbildung und bisherigen beruflichen Karriere realistischerweise in Betracht fallen. Beim Invalideneinkommen sodann kann in Bezug auf die verbliebene Arbeitsfähigkeit entgegen dem kantonalen Gericht nicht auf das Gutachten der MEDAS vom 20. März 2001 abgestellt werden. Danach ist aus psychiatrischer und psychosomatischer Sicht die Tätigkeit als Krankenschwester bei zumutbarer Willensanstrengung zu 50 % möglich. Wie die Vorinstanz selber festhält, steht diese Einschätzung im Gegensatz zu allen seit dem Unfall erstellten medizinischen Arztberichten und Expertisen, welche übereinstimmend von einer 100 %igen Arbeitsunfähigkeit ausgehen. Es kommt dazu, dass die Präzisierung der MEDAS-Ärzte vom 15. Mai 2001 vom Gutachten abweicht und zudem missverständlich ist, wie auch im angefochtenen Entscheid festgehalten wird. 3.3 Im Sinne des Vorstehenden wird die IV-Stelle ergänzende Abklärungen u.a. zur Frage der Arbeitsfähigkeit aus medizinischer und allenfalls auch berufsberaterischer Sicht vorzunehmen und den Invaliditätsgrad neu zu ermitteln haben. Dabei hat sie Änderungen in den tatsächlichen Verhältnissen seit der Verfügung vom 30. Mai 2001 zu berücksichtigen.