Citation: 9C_296/2022 E. 5.1

5.1. Im Gutachten vom 4. Januar 2021, dem die Vorinstanz Beweiskraft beimass, hielt Dr. med. B.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Dysthymie (ICD-10: F34.1) mit additiven kognitiven Defiziten entsprechend einer leichten bis maximal mittelgradigen neuropsychologischen Funktionsstörung fest und als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit Probleme mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung (ICD-10: Z73) im Sinne einer Akzentuierung von Persönlichkeitszügen mit ängstlich (vermeidender), anankastischer sowie partiell histrionischer Komponente. Zusammenfassend sei es vor dem Hintergrund als traumatisch erlebter Kindheitserfahrungen sowie weiterer psychosozialer Belastungen im biografischen Verlauf (Scheidung, Probleme mit dem Sohn, familiäre Todesfälle, Überlastung und Schwierigkeiten am Arbeitsplatz mit Verlust desselben) bei insgesamt vulnerabler Persönlichkeitsstruktur zur Ausbildung einer affektiven Beschwerdesymptomatik gekommen, die von nicht unerheblichen neurotischen Einflüssen überlagert werde. Etwa seit Anfang August 2016 bestehe in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 70 % und in einer angepassten Tätigkeit (allgemein wohlwollendes Arbeitsumfeld, Möglichkeit für regelmässige Selbstkontrollen und zur Einlegung kurzer Pausen, geringe Anforderungen an die eigenständige Planung und Organisation) eine solche von 80 %. Die Beschwerdeführerin könne unter Berücksichtigung einer Leistungseinschränkung von 15 % aufgrund einer erhöhten Fehleranfälligkeit sowie eines vermehrten Pausenbedarfs acht Stunden pro Tag arbeiten. Diese Experteneinschätzung erachtete das kantonale Gericht als zuverlässig; sie werde durch die Ausführungen der behandelnden Psychologin M. Sc. C.________, eidg. anerkannte Psychotherapeutin, delegierte Psychologin FSP, und des delegierenden med. pract. D.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, nicht in Frage gestellt.