Citation: 6B_104/2015 E. 2.5

2.5. Der Überholweg lässt sich mittels einer von Ing. E. PETERerstellten physikalischen Formel berechnen ( STEFAN MAEDER, in: Basler Kommentar, Strassenverkehrsgesetz, 2014, Rz. 40 zu Art. 35 SVG). Sie lautet auf die zu beurteilende Konstellation angewendet: Überholweg: v1 x [ (a + b + c + d) / (v1 - v2) ] v1 durchschn. Geschw. der überholenden Ducati (80 km/h) v2 durchschn. Geschw. des überholten Subaru (45 km/h) a Ausbiegestrecke in Meter b Wiedereinbiegestrecke in Meter a + b entspricht der in km/h ausgedrückten v1 (Ducati: 80 m) c Länge der überholenden Ducati (2 m) d Länge des überholten Subaru (4 m). Die Vorinstanz und der Beschwerdeführer stützen sich auf die Formel nach HANS GIGER (Kommentar zum Strassenverkehrsgesetz, 8. Aufl. 2014, Rz. 10 zu Art. 35 SVG) : Überholweg: v1 x [ (2a + l1 + l2) / (v1 - v2) ] v1 durchschn. Geschw. der überholenden Ducati (80 km/h) v2 durchschn. Geschw. des überholten Subaru (45 km/h) 2a Ausbiegestrecke und Einbiegestrecke in Meter entspricht der in km/h ausgedrückten v1 (Ducati: 80 m) l1 Länge der überholenden Ducati (2 m) l2 Länge des überholten Subaru (4 m). Distanzschätzungen sind im Verkehrsgeschehen schwierig ( BOLL, a.a.O., S. 83). Mit der Formel lässt sich der Überholweg nur annäherungsweise ermitteln ( GIGER, a.a.O.; MAEDER, a.a.O., Rz. 38, 43). Nach der Vorinstanz kann mit ihr immerhin auf einfache Art und Weise ein Annäherungswert berechnet werden.