Citation: 9C_306/2018 E. 5.2.1

5.2.1. Wie das kantonale Gericht feststellte, enthält das ABI-Gutachten vom 13. April 2015 keine abschliessenden Ausführungen zur Ausprägung der psychisch diagnostischen Befunde und Symptome. Es erachtete die Somatisierungsstörung und depressive Episode jedoch nicht als schwer. Es begründete dies insbesondere damit, die Exazerbationen seien massgeblich durch psychosoziale und soziokulturelle Belastungsfaktoren beeinflusst, welche jedoch als nicht invalidisierende Umstände auszuscheiden seien. Den Akten lassen sich zahlreiche psychosoziale Belastungen entnehmen, welche sich negativ auf den Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin auswirkten. Als Beispiele können genannt werden die stationären Behandlungen von Oktober bis Dezember 2009 nach ehelichen Streitigkeiten mit Hinweisen auf häusliche Gewalt, die notfallärztliche Behandlung am 16. Juli 2012 und die anschliessende Hospitalisation im August/September 2012 infolge Stress wegen des Scheidungsverfahrens. Ebenfalls zu erwähnen ist die Behandlung in der Psychiatrischen Klinik D.________ von September bis Dezember 2014 mit nachfolgendem vorübergehendem betreutem Wohnen, nachdem die Beschwerdeführerin von ihrem damaligen Lebenspartner bedroht worden war. Im stationären Setting - mit Reduktion bzw. Wegfall der psychosozialen Begleitumstände - konnte jeweils eine Stabilisierung der psychischen Situation erreicht werden. Die Vorinstanz verletzte daher kein Bundesrecht, indem es die psychischen Leiden an sich - losgelöst von den invaliditätsfremden psychosozialen Belastungssituationen (BGE 127 V 294 E. 5a S. 299) - als nicht schwer qualifizierte.