Citation: 9C_354/2015 E. 6.1.2

6.1.2. Hinsichtlich des Indikators "Behandlungs- und Eingliederungserfolg resp. -resistenz" stellte der psychiatrische Gutachter fest, der Beschwerdeführer sei 2002/2003 fachärztlich behandelt worden, wobei man offenbar resigniert habe. Seit Jahren bestehe nun keine psychiatrische Behandlung mehr, soweit bekannt nehme der Beschwerdeführer auch keine Psychopharmaka ein. Heute müsse man von einem verfestigten, therapeutisch kaum mehr beeinflussbaren innerseelischen Verlauf ausgegangen werden. Die ZMB-Gutachter gelangten zum Schluss, die Prognose sei insgesamt schlecht. Einerseits bestünden somatische Leiden, welche möglicherweise in Zukunft progredient verliefen, andererseits bestehe ein chronifiziertes psychisches Leiden mit erheblicher Regression, Dekonditionierung und wesentlich somatischem Krankheitsverständnis. Die früheren Therapien seien offenbar ohne grossen Erfolg geblieben, und es bestünden wenig Ressourcen im intellektuellen Bereich. Ob 2002/2003 eine lege artis und mit optimaler Kooperation des Versicherten durchgeführte Therapie stattfand, ist aufgrund der Akten nicht erstellt. Insbesondere fehlen Angaben, ob eine adäquate medikamentöse Therapie durchgeführt wurde. Nachvollziehbar und einleuchtend ist jedoch die Einschätzung der Experten betreffend die langjährige Chronifizierung des Leidens bei einem absolut somatisch fixierten Krankheitskonzept und wenig intellektuellen Ressourcen, was zu einer insgesamt schlechten Prognose mit "äusserst geringen" Erfolgsaussichten führte. Damit ist von der Behandlungsresistenz des Leidens auszugehen, soweit es die Arbeitsfähigkeit einschränkt.