Citation: 7B_266/2022 E. 2.3.2

2.3.2. Das Verhalten von E.________ vermöge das Tatbestandsmerkmal der Arglist nicht entfallen zu lassen. Zwar sei er geschäftlich nicht unerfahren gewesen. Die Beschuldigten seien ihm jedoch als weltgewandte und kapitalkräftige Unternehmer gegenübergetreten, wovon er sich ebenso habe beeindrucken lassen wie von der massiven Kapitalerhöhung der Käuferin im Vorfeld des geplanten Kaufs. Unter Verweis auf die Erwägungen des Bundesgerichts im Urteil 6B_511/2022 (vgl. dort E. 3.5) erachtet es die Vorinstanz zwar als schwer verständlich, dass E.________ die letzte Vertragsversion unterzeichnet habe, ohne sie zu lesen. Allerdings sei nicht evident, ob eine Prüfung des Vertragstextes die mangelnde Leistungsfähigkeit der F.________ AG entlarvt hätte. Auch aus der Tatsache, dass sich E.________ von G.________ nicht habe beraten lassen, könne nichts abgeleitet werden, da dieser von den Beschuldigten instrumentalisiert worden sei. Obwohl E.________ seinen Pflichten als Verkäufer seines Lebenswerks nicht in einem erwartbaren Umfang nachgekommen sei und trotz seines erheblich naiven Verhaltens, liege ein Extremfall von Opfermitverantwortung im Sinne der bundesgerichtlichen Rechtsprechung, welcher das betrügerische Verhalten der Beschuldigten ausnahmsweise ganz in den Hintergrund treten liesse, nicht vor. Daher sei der Tatbestand des Betruges erfüllt.