Citation: 2C_159/2024 E. 5.2.3

5.2.3. Das prozessuale Vorgehen der Vorinstanz gehört nicht zum Streitgegenstand (E. 3 hiervor). Daher ist nicht näher auf die Problematik der Anfechtung nichtiger Verfügungen einzugehen. Mit Blick auf die Entschädigungsfrage zeigen die unterschiedlichen Ansätze in der bundesgerichtlichen Praxis (E. 5.2.2 hiervor) aber, dass eine ausschliesslich prozessuale Sicht auf die Nichtigkeit verkürzt ist. Materiell betrachtet bekämpft die beschwerdeführende Partei im Rechtsmittelverfahren erfolgreich einen sie belastenden Entscheid. Ihre Rechtsposition ist nach dem Urteil der Beschwerdeinstanz vorteilhafter als vorher, was bei der Entschädigungsfrage zu berücksichtigen ist (vgl. FRÉSARD, a.a.O., N. 21 zu Art. 63 VwVG). Ausserdem liegt der Fehler für die Nichtigkeit im Verantwortungsbereich der verfügenden Behörde. Der Verfügungsadressatin kann nicht vorgeworfen werden, dass sie in dieser Konstellation den regulären Beschwerdeweg beschreitet. Zwar könnte sie sich theoretisch auch zu einem späteren Zeitpunkt auf die Nichtigkeit der Verfügung berufen. Es ist aber nicht ausgeschlossen, dass ausserhalb des regulären Beschwerdeverfahrens die Geltendmachung der Nichtigkeit aus prozessualen Gründen - z.B. an den Grenzen des Streitgegenstands - scheitert (vgl. für eine solche Konstellation BGE 148 II 564 E. 9.2). Der Gang durch den regulären Instanzenzug ist daher aus Sicht der Verfügungsadressatin naheliegend und prozessökonomisch sinnvoll (in diesem Sinn auch MOOR, a.a.O., S. 53 f.).