Citation: U 173/03 15.11.2004 E. A

W.________, geboren 1939, war als Versicherungsberater bei der Firma X.________ tätig und bei dieser obligatorisch gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen sowie Berufskrankheiten versichert gewesen. Am 19. Juni 1993 geriet er während eines Spaziergangs mit dem Hund am Ufer der Y.________ in Z.________ mit einem andern Hundehalter in Streit. Dieser versetzte ihm einen Stoss gegen die Brust, worauf er rücklings auf einen Stein stürzte und in der Folge über Rückenschmerzen klagte. Im Arztzeugnis UVG vom 17. August 1993 diagnostizierte Dr. med. S.________, Physikalische Medizin FMH spez. Rheumaerkrankungen, ein posttraumatisches Thorakovertebralsyndrom bei diskret vorbestehenden degenerativen Veränderungen der Bandscheiben. Wegen persistierender Beschwerden wurden ambulante und stationäre Physiotherapie, homöopathische Therapie sowie Akupunktur durchgeführt, die keine wesentliche Besserung brachten. Dr. med. S.________ stellte eine offensichtliche Diskrepanz zwischen den objektivierbaren Befunden und den subjektiv geklagten Beschwerden fest und schloss auf eine mögliche psychische Überlagerung (Berichte vom 13. und 19. September 1994). Die Firma X.________ beauftragte hierauf Dr. med. N.________, Spezialarzt für Orthopädische Chirurgie, mit einem Gutachten, welches am 13. Dezember 1994 erstattet wurde und worin eine unfallbedingte Druckdolenz im Bereich des Dornvorsatzes BWK 7 festgestellt wurde. Nach einer erneuten stationären Physiotherapie im Spital B.________ vom 3. bis 13. Juli 1994, diagnostisch-therapeutischen Infiltrationen im Schmerzbereich sowie weiteren Untersuchungen und Behandlungen (u.a. wegen Psoriasis und Hiatushernie) unterzog sich W.________ am 3. Juli 1997 in der Klinik A.________ wegen Costotransversal-Arthrose einer Resektion der Rippenköpfchen Th 7-10 links sowie einer Spondylodese Th 6-10. Auch diese Massnahme brachte keine grundlegende Besserung der Beschwerden (Bericht der Klinik A.________ vom 8. Januar 1998). Die "Winterthur" Schweizerische Versicherungs-Gesellschaft (im Folgenden: Winterthur), welche das Versicherungsverhältnis per 1. Januar 1996 übernommen hatte, ordnete eine orthopädische Begutachtung durch Prof. Dr. med. O.________, Orthopädische Chirurgie FMH, an, welcher im Gutachten vom 23. September 1998 zum Schluss gelangte, dass die postarthrodetischen Beschwerden aus orthopädischer Sicht nicht erklärbar seien und mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ein nichtsomatisches Geschehen im Vordergrund stehe; es sei daher eine psychiatrisch/psychosomatische Abklärung angezeigt. Im Januar 1999 wurde dem Versicherten das Arbeitsverhältnis gekündigt. Am 2. Februar 1999 nahm er in suizidaler Absicht Medikamente und Alkohol ein und wollte sich von einer Brücke stürzen. Nach einer Behandlung auf der Intensivstation des Spitals U.________ wurde er am 6. Februar 1999 in die Psychiatrische Klinik E.________ überwiesen, wo er sich bis Ende April 1999 aufhielt. Am 10. Mai 1999 unternahm er erneut einen Versuch, sich durch Sturz von einer Brücke das Leben zu nehmen. Gleichentags wurde er in die Psychiatrische Klinik C.________ verbracht. Am 16. Mai 1999 liess er sich in der Nähe der Klinik von einem Eisenbahnzug überrollen, was seinen sofortigen Tod zur Folge hatte. Mit Verfügung vom 9. April 1999 verneinte die Winterthur ihre Leistungspflicht für die Zeit nach dem 2. Juni 1995, stellte die Heilbehandlungs- und Taggeldleistungen auf diesen Zeitpunkt ein und lehnte die Zusprechung einer Invalidenrente sowie einer Integritätsentschädigung ab. Auf die hiegegen erhobenen Einsprachen des Versicherten und des Krankenversicherers holte sie bei Dr. med. K.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, ein Gutachten ein. In dem am 31. August 2000 erstatteten und am 27. November 2000 ergänzten Bericht stellte der Gutachter fest, der Versicherte habe an einer fluktuierend verlaufenen chronischen Depression ohne psychotische Symptome gelitten, welche spätestens 1997 eingesetzt habe. Das Leiden sei als unfallkausal zu betrachten; keine überwiegend wahrscheinliche Unfallkausalität bestehe für den Suizid. Mit Einspracheentscheid vom 4. Dezember 2001 wies die Winterthur die Einsprachen mit der Feststellung ab, dass die nach dem 2. Juni 1995 weiter bestehenden Beschwerden nicht mehr in einem natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang zum versicherten Unfall gestanden hätten und der Versicherte im Zeitpunkt der Selbsttötung nicht gänzlich unfähig gewesen sei, vernunftgemäss zu handeln.