Citation: 8C_450/2018 E. 5.5

5.5. Nach dem Gesagten steht die vorinstanzliche Beurteilung einer 80%igen Arbeits- und Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin in einer juristischen (Nischen-) Tätigkeit in Widerspruch zur Einschätzung im psychiatrischen Gutachten, wonach die angestammte Tätigkeit als Juristin (lediglich) zu 60 % zumutbar ist. Dieser Widerspruch lässt sich auch nicht unter Hinweis auf das neuropsychologische Gutachten, die bisherige Erwerbsbiographie der Beschwerdeführerin oder den erfolgreichen Abschluss des Studiums auflösen. Damit kann der vorinstanzlichen Ermittlung des Invalideneinkommens nicht gefolgt werden. Da sich zudem der medizinische Sachverhalt insoweit als ungenügend abgeklärt erweist, als das psychiatrische Gutachten nicht in Kenntnis der neuropsychologischen Expertise erging, ist die Sache zu weiteren Abklärungen und neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Dies rechtfertigt sich auch deshalb, weil bei Annahme einer psychisch bedingten Arbeitsunfähigkeit - sei es in der Tätigkeit als Juristin oder in einer leidensangepassten Tätigkeit - zu beurteilen wäre, ob die attestierte Arbeitsunfähigkeit einer Überprüfung anhand der Standardindikatoren standhält. So hat das Bundesgericht in BGE 143 V 409 und 418 (Urteile vom 30. November 2017) festgestellt, dass sämtliche psychischen Erkrankungen, namentlich auch depressive Störungen leicht- bis mittelgradiger Natur, einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen seien. Eine solche Prüfung hat die Vorinstanz bisher nicht vorgenommen, obwohl gemäss psychiatrischem Gutachten in der bisherigen Tätigkeit als Juristin seit Juni 2014 durchgehend und auch in einer leidensangepassten Tätigkeit zwischen Juni 2014 und Dezember 2016 eine Arbeitsunfähigkeit bestand und damit - bei einem frühestmöglichen Rentenanspruch per Juni 2015 (vgl. Art. 29 Abs. 1 IVG) - immerhin auch ein befristeter Rentenanspruch im Raum steht.