Citation: I 466/00 04.11.2002 E. 4

Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen der gesundheitlichen Einschränkungen der Versicherten. 4.1 Unbestrittenmassen ist unter dem Titel des ohne Invalidität erzielbaren Einkommens (Valideneinkommen) vom Jahreseinkommen als Gemeindeschwester für ein 100%-Pensum bei voller Leistungsfähigkeit auszugehen, welches sich im Jahr 1998 unter Einschluss des 13. Monatslohnes auf Fr. 69'179.- belief (vgl. Fragebogen für den Arbeitgeber, ausgefüllt am 9. April 1998) und an die Nominallohnentwicklung im Gesundheits- und Sozialwesen im Jahr 1999 von 0,2 % (Die Volkswirtschaft 5/2002 S. 81 Tabelle B 10.2 Zeile M, N, O) anzupassen ist (vgl. BGE 126 V 76 Erw. 3a; AHI 2000 S. 302 Erw. 3a; RKUV 1993 Nr. U 168 S. 101 Erw. 3b), was einen Betrag von Fr. 69'317.- ergibt. 4.2 Die Beschwerdeführerin ist für eine Tätigkeit als Krankenschwester in einem kleineren, ruhigen Leichtpflegeheim ohne Nachtwachen bei guter, akzeptierender Stützung und etwas wohlwollender, nicht autoritärer Führung 50 % arbeitsfähig (Erw. 3.1 und 3.6 hievor). Auf einem beim Einkommensvergleich nach Art. 28 Abs. 2 IVG anzunehmenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt, der von seiner Struktur her einen Fächer verschiedenartiger Stellen offen hält und in dem die verfügbaren Arbeitsplätze dem Angebot an Arbeitskräften entsprechen (BGE 110 V 276 Erw. 4b; AHI 1998 S. 291; ZAK 1991 S. 320 Erw. 3b), gibt es genügend der Behinderung der Versicherten angepasste Arbeitsgelegenheiten. Bei der beschriebenen Tätigkeit handelt es sich nämlich nicht um eine realitätsfremde Einsatzmöglichkeit; denn die Einschränkung der in Frage kommenden Arbeiten als Krankenschwester im angeführten Sinne führt nicht dazu, dass von einer Tätigkeit gesprochen werden müsste, die nur in so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der allgemeine Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder dass sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre (Schlussbericht der Abteilung Berufliche Eingliederung der IV-Stelle Bern vom 29. September 1998; vgl. ZAK 1991 S. 320 Erw. 3b, 1989 S. 321 Erw. 4a). Bei der Bemessung des trotz des Gesundheitsschadens erzielbaren Einkommens (Invalideneinkommen) ist demnach von einer im beschriebenen Sinne leidensangepassten, im Umfang von 50 % zumutbaren Tätigkeit als Krankenschwester auszugehen. 4.3 Das kantonale Gericht hat für die Berechnung des Invalideneinkommens zu Recht die so genannten Tabellenlöhne gemäss der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) herangezogen (vgl. BGE 126 V 76 Erw. 3b/bb; AHI 2002 S. 67 Erw. 3b). Indessen hätte es den in diesen statistischen Löhnen inbegriffenen Anteil am 13. Monatslohn (LSE 1998 S. 9) nicht weglassen dürfen, nachdem der 13. Monatslohn entgegen seiner Auffassung auch im der Berechnung des Valideneinkommens zugrunde liegenden Betrag von Fr. 69'179.- (Erw. 4.1 hievor) enthalten war (vgl. Ziff. 12 des am 9. April 1998 ausgefüllten Fragebogens für den Arbeitgeber). Ausserdem rechtfertigt es sich vorliegend, da die Versicherte spezifisch auf eine Tätigkeit im Gesundheits- und Sozialwesen verwiesen wird, bei der Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund von Tabellenlöhnen statt wie üblich die allgemeine Lohnentwicklung und die durchschnittliche betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit (vgl. z. B. BGE 126 V 81 Erw. 7a) speziell die Lohnentwicklung sowie die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit im Gesundheits- und Sozialwesen zu berücksichtigen. Obwohl die zur Diskussion stehende Verweisungstätigkeit oft im öffentlichen Sektor ausgeübt wird, ist schliesslich in Übereinstimmung mit der Vorinstanz wie üblich (vgl. z. B. BGE 126 V 81 Erw. 7a) auf den privaten Sektor (Tabelle A1) abzustellen, nachdem in der LSE 1998 Angaben zum öffentlichen Sektor auf Kantons- und Gemeindeebene fehlen und im Gesundheits- und Sozialwesen die Zahlen für den privaten Sektor und den öffentlichen Sektor auf Bundesebene zusammen (Tabelle A3) mit jenen im privaten Sektor für sich allein betrachtet (Tabelle A1) übereinstimmen. 4.4 Gemäss LSE 1998 belief sich der monatliche Bruttolohn (Zentralwert) für Berufs- und Fachkenntnisse voraussetzende Arbeiten im Gesundheits- und Sozialwesen für Frauen im privaten Sektor bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 40 Stunden und unter Einschluss eines Zwölftels des 13. Monatslohnes (LSE 1998 S. 9) im Jahr 1998 auf Fr. 4953.- (LSE 1998 S. 25 Tabelle A1 Anforderungsniveau 3). Daraus ermittelt man unter Anpassung an die Nominallohnentwicklung im Gesundheits- und Sozialwesen (0,2 % im Jahr 1999 gemäss Die Volkswirtschaft 5/2002 S. 81 Tabelle B 10.2 Zeile M, N, O) und unter Annahme einer betriebsüblichen wöchentlichen Arbeitszeit in diesem Wirtschaftszweig von 41,7 Stunden (Die Volkswirtschaft 5/2002 S. 80 Tabelle B 9.2 Zeile N) für das Jahr 1999 ein Jahresgehalt von Fr. 62'086.- [= Fr. 4953.- x 100,2 % : 40 x 41,7 x 12]. Da die Versicherte für eine geeignete Tätigkeit nur zu 50 % arbeitsfähig ist, ist dieser Betrag zu halbieren, was einen Jahreslohn von Fr. 31'043.- ausmacht. Selbst wenn man, um den über den Aspekt des Arbeitspensums hinausgehenden Einschränkungen (vgl. BGE 126 V 80 Erw. 5b/bb) der Versicherten Rechnung zu tragen, den höchstmöglichen Abzug (25 % gemäss BGE 126 V 80 Erw. 5b/cc, bestätigt in AHI 2002 S. 62) vom Tabellenlohn vornimmt, ergibt sich knapp kein einen Anspruch auf eine ganze Rente begründender Invaliditätsgrad von mindestens 66 2/3 % (Art. 28 Abs. 1 IVG), weshalb offen bleiben kann, welche Reduktion konkret gerechtfertigt ist. Bei einem Abzug von 25 % beträgt nämlich das Invalideneinkommen Fr. 23'282.- [= Fr. 31'043.- x 75 %], sodass aus der Gegenüberstellung dieses Invalideneinkommens auf der einen und des Valideneinkommens von Fr. 69'317.- (Erw. 4.1 hievor) auf der andern Seite ein Mindereinkommen von Fr. 46'035.- und ein Invaliditätsgrad von weniger als 66 2/3 % resultieren. 4.5 Die Beschwerdeführerin wendet gegen das Abstellen auf das Anforderungsniveau 3 (Berufs- und Fachkenntnisse vorausgesetzt) bei der Anwendung der LSE ein, sie sei nicht mehr in der Lage, die notwendige fachliche Verantwortung zu übernehmen. Wollte man diesem Vorbringen durch das Abstellen auf das Anforderungsniveau 4 (einfache und repetitive Tätigkeiten) Rechnung tragen, wäre zwecks Berücksichtigung der leidensbedingten Einschränkung (vgl. BGE 126 V 80 Erw. 5b/bb) nur ein Abzug vom statistischen Lohn von 5 % gerechtfertigt. Denn diesfalls könnte unter diesem Titel nur noch das Erfordernis einer guten, akzeptierenden Stützung und etwas wohlwollenden, nicht autoritären Führung, mit anderen Worten der besonderen Rücksichtnahme auf die Behinderung der Versicherten, in Anschlag gebracht werden, wohingegen die verminderte Belastbarkeit bereits durch die Verwendung des Anforderungsniveaus 4 statt des Anforderungsniveaus 3 abgegolten wäre. Ein Abzug wegen Teilzeitarbeit (vgl. BGE 126 V 80 Erw. 5b/bb) fällt ausser Betracht, weil teilzeiterwerbstätige Frauen gemäss Statistik mehr verdienen als vollzeitbeschäftigte (LSE 1998 S. 19; AHI 2002 S. 70; Urteil W. vom 9. Mai 2001, I 575/00, Erw. 3b in fine). Dieses Vorgehen würde, indem unter Zugrundelegung des Anforderungsniveaus 4 von einem Monatsgehalt von Fr. 3985.- statt von Fr. 4953.- auszugehen wäre (LSE 1998 S. 25 Tabelle A1), zur Annahme eines Invalideneinkommens von Fr. 23'727.- [= Fr. 3985.- x 100,2 % : 40 x 41,7 x 12 : 2 x 95 %], eines Mindereinkommens von Fr. 45'590.- und eines die Grenze von 66 2/3 % ebenfalls knapp verfehlenden Erwerbsunfähigkeitsgrades führen. Nach beiden Vorgehensweisen besteht somit lediglich ein Anspruch auf eine einen Invaliditätsgrad von mindestens 50 % voraussetzende (Art. 28 Abs. 1 IVG) halbe Rente.