Citation: I 115/00 07.03.2001 E. 2

2.- a) In seiner Verordnung zur Physiotherapie vom 5. Juni 1998 stellte Dr. med. K.________, FMH für allgemeine Medizin, die Diagnose "chronisches lumbovertebrales Syndrom, leichte skoliotische Fehlhaltung, leichter Beckenschiefstand (Unterschenkelprothesenträger links) und Trainingsschwäche" und gab an, dass als physiotherapeutische Massnahmen "vor allem aufbauende, kräftigende Gymnastik, Haltungsinstruktion, Rückenhygiene" angezeigt seien. b) Gestützt hierauf gelangte die IV-Stelle zum Ergebnis, dass die anbegehrte Physiotherapie die Behandlung des Leidens an sich bezwecke, weshalb sie nicht als medizinische Eingliederungsmassnahme im Sinne des Art. 12 IVG in Betracht falle. Demgegenüber vertrat die Vorinstanz die Auffassung, die entscheidende Frage, ob die Physiotherapie notwendig sei, um den an sich stabilen Defektzustand der Beinamputation an die neue Prothese zu gewöhnen, oder ob diese allein als Massnahme gegen das Rückenleiden gedacht sei, lasse sich aufgrund der Akten nicht beantworten. Aus diesem Grunde wies sie die Sache an die IV-Stelle zurück, damit sie bei Dr. med. K.________ einen Arztbericht einhole, der über den Sinn und Zweck der angeordneten Physiotherapie im konkreten Fall Auskunft gebe, allenfalls weitere Abklärungen treffe, und hernach über den Leistungsanspruch neu verfüge. c) Die Beschwerde führende IV-Stelle macht zu Recht geltend, dass sich weitere medizinische Abklärungen erübrigen, weil Dr. med. K.________ in der Verordnung zur Physiotherapie vom 5. Juni 1998 klar zum Ausdruck brachte, dass die Physiotherapie auf das Rückenleiden gerichtet ist, indem er in der Diagnose ausschliesslich die sich hierauf beziehenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen nannte (chronisches Lumbovertebralsyndrom, leichte skoliotische Fehlhaltung, leichter Beckenschiefstand und Trainingsschwäche) und überhaupt keine Hinweise machte, dass die Massnahme erforderlich sei im Zusammenhang mit der Anpassung an die neue Prothese. Bestätigt wird diese Auffassung schliesslich auch durch die Rechnungen der S.________, Masseur/ Arztgehilfin, vom 9. November 1998 und 4. Januar 1999, in welchen eine Ganzkörper- und Sport-Massage, speziell des Rückens, zur Stabilisierung der Rückenbeschwerden nach Teilamputation des Beines aufgeführt ist. Unter diesen Umständen steht fest, dass es bei der Therapie primär darum geht, den durch dauernde Fehlhaltung der Wirbelsäule entstandenen Schmerzen durch physiotherapeutische Behandlung vorzubeugen bzw. Linderung zu verschaffen und auf diese Weise den Zustand einigermassen im Gleichgewicht zu halten (vgl. Erw. 1c hievor). Wie das Bundesamt für Sozialversicherung und die IV-Stelle zutreffend darlegen, liegt damit labiles pathologisches Geschehen vor und ist die anbegehrte Therapie invalidenversicherungsrechtlich als Behandlung des Leidens an sich zu bewerten. Dass die vorgenommene Behandlung sich günstig auf die Arbeits- bzw. Erwerbsfähigkeit auswirkt bzw. für die Erhaltung derselben wesentlich ist, wie der Beschwerdegegner sinngemäss einwendet, gibt ebenfalls zu keiner andern Beurteilung Anlass. Denn ein - in der Regel mit jeder Therapie verbundener - Eingliederungserfolg allein ist nicht entscheidend dafür, ob eine medizinische Vorkehr als Eingliederungsmassnahme im Sinne des Art. 12 Abs. 1 IVG anerkannt werden kann (dazu Erw. 1b hievor). Damit muss es bei der Feststellung sein Bewenden haben, dass die Invalidenversicherung die anbegehrte, an sich zweckmässige und sinnvolle Physiotherapie nicht zu übernehmen hat, indem die Massnahme allenfalls in den Bereich der Krankenversicherung gehört.