Citation: 2C_859/2021 E. 3.3

3.3. Aus dem angefochtenen Entscheid ergibt sich nicht, was Gegenstand des Entscheids vom 3. Februar 2015 war. Es ist daher nicht nachvollziehbar, warum für die Beurteilung der Aussichtslosigkeit der Begehren entscheidend sein soll, dass sich die Umstände seit diesem Entscheid nicht massgeblich verändert haben. Die Niederlassungsbewilligung kann widerrufen werden, wenn die Ausländerin oder der Ausländer zu einer längerfristigen Freiheitsstrafe verurteilt wurde oder gegen sie eine strafrechtliche Massnahme im Sinne der Art. 59-61 StGB oder 64 StGB angeordnet wurde (Art. 63 Abs. 1 lit. a AIG i.V.m. Art. 62 Abs. 1 lit. a AIG) oder wenn er oder sie in schwerwiegender Weise gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung in der Schweiz oder im Ausland verstossen hat oder diese gefährdet oder die innere oder die äussere Sicherheit gefährdet (Art. 63 Abs. 1 lit. b AIG). Eine Nichtbeachtung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung liegt insbesondere vor, wenn die betroffene Person öffentlich-rechtliche oder privatrechtliche Verpflichtungen mutwillig nicht erfüllt (Art. 77a Abs. 1 lit. b der Verordnung über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit [VZAE; SR 142.201]). Um die Erfolgsaussichten bezüglich des Grundes für den Widerruf der Niederlassungsbewilligung beurteilen zu können, müssen deshalb insbesondere auch die Höhe der ehelichen Schulden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_93/2018 vom 21. Januar 2019 E. 3.5), die für die Frage der Mutwilligkeit (vgl. BGE 137 II 297 E. 3.3) relevanten Umstände und die konkreten strafrechtlichen Verurteilungen bekannt sein (vgl. BGE 139 I 18 E. 2.1). Die blossen Angaben, die ehelichen Schulden hätten sich mehr als verdoppelt und der Beschwerdeführer sei seit der ausländerrechtlichen Verwarnung im Februar 2015 erneut mehrfach strafrechtlich in Erscheinung getreten, reichen hierfür nicht aus. Der Widerruf der Niederlassungsbewilligung muss zudem verhältnismässig sein (Art. 5 Abs. 2 BV und Art. 96 AIG; BGE 139 I 16 E. 2.2.1). Ob die vor der Vorinstanz gestellten Begehren aussichtslos sind, hängt daher auch von der Verhältnismässigkeit der aufenthaltsbeendenden Massnahme ab. Die Vorinstanz nimmt keinen Bezug auf diese Frage. Auch wenn die Vorinstanz die Sache nur summarisch prüft, muss sich doch aus ihrem Zwischenentscheid über die unentgeltliche Rechtspflege ergeben, auf welchen Sachverhalt sie abstellt und warum sie gestützt auf alle entscheidwesentlichen Aspekte davon ausgeht, die Eingabe sei zum Vornherein aussichtslos (Urteil des Bundesgerichts 2C_135/2022 vom 10. Februar 2022 E. 2.3). Der angefochtene Entscheid genügt diesen gesetzlichen Begründungsanforderungen nicht; er ist daher aufzuheben und die Sache ist zu neuem Entscheid an die Vorinstanz zurückzuweisen. Die Vorinstanz wird den Beschwerdeführern dementsprechend auch eine neue Frist für allfällige Bemerkungen zur Vernehmlassung des Migrationsamts anzusetzen haben.