Citation: U 44/02 09.02.2004 E. 3

Zu prüfen ist einzig, ob das kantonale Gericht zu Recht das Vorliegen eines Revisionsgrundes gemäss Art. 108 Abs. 1 lit. i UVG (neue Tatsachen und Beweismittel) verneint hat. Dass das kantonale Gericht im Zusammenhang mit der Darlegung der verfahrensrechtlichen Bestimmungen, welche dem kantonalen Recht angehören (BGE 111 V 51 [betreffend Kosten], 110 V 393 [betreffend Frist]), von der Anwendbarkeit der Zivilprozessordnung des Kantons Aargau (ZPO) ausgegangen ist und dabei § 344 lit. a ZPO erwähnt hat, welcher den Anforderungen von Art. 108 Abs. 1 lit. i UVG entspricht, ändert nichts. 3.1 Die tatsächliche Grundlage des kantonalen Hauptentscheids vom 10. August 1999 bildeten die Verhältnisse, wie sie sich bis zum Erlass des Einspracheentscheids der SUVA vom 11. Dezember 1998 entwickelt hatten (BGE 127 V 467 Erw. 1, 121 V 366 Erw. 1b). Dem Revisionsgesuch des Beschwerdeführers könnte daher von vornherein nur dann Erfolg beschieden sein, wenn die im kantonalen Verfahren eingereichten Beweismittel medizinische Befunde enthielten, von denen angenommen werden müsste, sie seien spätestens am 11. Dezember 1998 s einer tatsächlich unrichtigen Beurteilungsgrundlage. Die Vorinstanz hat einen Revisionsgrund zu Recht verneint.acheentscheid vom 11. Dezember 1998 nachgereicht worden war. Entsprechend findet sich zu ihm im ersten kantonalen Entscheid vom 10. August 1999 keine Bezugnahme. In der Folge berief sich die Anstalt wiederholt auf die gerichtlich bestätigte Leistungsablehnung (Schreiben vom 17. Dezember 1999 und 6. September 2000); erst am 16. November 2000 stellte sie eine Neuprüfung ihrer Leistungspflicht in Aussicht, falls arthroskopisch Unfallfolgen verifiziert werden sollten. Am 19. Dezember 2000 wurde in Klinik Y.________ u.a. eine Schulterarthroskopie rechts vorgenommen, wobei sich u.a. eine SLAP-Läsion Grad II ergab. Dieser und der nachfolgend aktenmässig dokumentierte Verlauf von Diagnosestellung und Therapie dürfte eine gründliche Neuprüfung als angezeigt erscheinen lassen, unter Umständen durch Beizug eines Administrativgutachtens. Das Revisionsgesuch vom 3. und 10. Februar 2001 ist daher an die SUVA zur Behandlung als Neuanmeldegesuch zu überwei 3.2 Der Beschwerdeführer macht im Wesentlichen geltend, es lägen Beurteilungen ausgewiesener medizinischer Spezialisten vor, wonach sein Gesundheitsschaden unfallbedingt sei. Die Vorinstanz hätte auf das Revisionsgesuch eintreten und die Sache an die SUVA zur weiteren Sachverhaltsabklärung zurückweisen müssen. 3.3 Die tatsächliche Grundlage des kantonalen Hauptentscheids vom 10. August 1999 bildeten die Verhältnisse, wie sie sich bis zum Erlass des Einspracheentscheids der SUVA vom 11. Dezember 1998 entwickelt hatten (BGE 127 V 467 Erw. 1, 121 V 366 Erw. 1b). Dem Revisionsgesuch des Beschwerdeführers könnte daher von vornherein nur dann Erfolg beschieden sein, wenn die im kantonalen Verfahren eingereichten Beweismittel medizinische Befunde enthielten, von denen angenommen werden müsste, sie seien spätestens am 11. Dezember 1998 schon vorhanden gewesen. Gemäss Bericht des Spitals X.________ vom 22. Juni 1999 zeigte der aktuelle klinische Befund Schmerzen an der langen Bizepssehne und Hinweise für eine SLAP-Läsion (Superiorer Labrumschaden von anterior bis posterior; Beckers Abkürzungslexikon medizinischer Begriffe, Verlag Arzt und Information, Köln 2002). Das Magnetresonanztomogramm vom 28. Juni 1999 zeigte eine Teilruptur der langen Bizepssehne im ventralen Bereich nahe am Ansatz; eine SLAP-Läsion konnte nicht eindeutig zur Darstellung gebracht werden. Anlässlich der Arthroskopie in der Klinik Y.________ war der Befund unauffällig gewesen, weshalb unklar blieb, seit wann die Läsion bestand (Bericht des Spitals X.________ vom 1. Dezember 1999). Eine SLAP-Läsion wurde erst anlässlich der Schulterarthroskopie vom 19. Dezember 2000 objektiv nachgewiesen (Bericht der Orthopädischen Klinik Y.________ vom 27. Dezember 2000), eine wahrscheinlich schmerzbedingte Inaktivitätsatrophie des Nervus infraspinatus erst am 16. Oktober 2000 (Bericht PD Dr. med. M.________, Klinik Z.________). Bei dieser Aktenlage kann aus den beigebrachten Beweismitteln nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit der Schluss gezogen werden, der Beschwerdeführer habe schon bei Erlass des Einspracheentscheides (Dezember 1998) eine SLAP-Läsion oder anderweitige organische Befunde aufgewiesen, die als Unfallfolgen zu beurteilen gewesen wären. Das erste Urteil des kantonalen Gerichts vom 10. August 1999, welches fassbare, dem Unfall vom 6. Juni 1996 zurechenbare organische Befunde ausschloss, beruht daher nicht erwiesenermassen auf einer tatsächlich unrichtigen Beurteilungsgrundlage. Die Vorinstanz hat einen Revisionsgrund zu Recht verneint.