Citation: I 836/05 01.03.2006 E. 3

Im Verfahren der Verwaltungsgerichtsbeschwerde hat das Eidgenössische Versicherungsgericht das Recht von Amtes wegen anzuwenden (Art. 114 Abs. 1 am Ende in Verbindung mit Art. 132 OG). Im Rahmen dieses Prinzips beschränkt sich das Gericht nicht darauf, den Streitgegenstand bloss im Hinblick auf die von den Parteien aufgeworfenen Rechtsfragen zu überprüfen. Es kann eine Beschwerde aus anderen Gründen als vom Beschwerdeführer vorgetragen oder von der Vorinstanz erwogen, gutheissen oder abweisen (BGE 124 V 340 Erw. 1b mit Hinweisen; vgl. auch BGE 125 V 500 Erw. 1 mit Hinweisen). 3.1 In diesem Sinne bleibt zu prüfen, ob die Versicherte gestützt auf Art. 15 IVG (Berufsberatung) Anspruch auf Leistungen für den Besuch des Vorlehrjahres hat. 3.2 Gemäss Art. 15 IVG haben Versicherte, die infolge der Invalidität in der Berufswahl oder in der Ausübung ihrer bisherigen Tätigkeit behindert sind, Anspruch auf Berufsberatung. Diese soll die versicherte Person zu jener (beruflichen) Tätigkeit führen, in der sie die ihrer Neigung und Begabung gemässe Verwirklichung findet. Es kommen verschiedene Massnahmen wie Berufswahlgespräche, Durchführung von Neigungs- und Begabungstests usw. in Frage. Die Berufsberatung kann mit einem praktischen Arbeitsversuch gekoppelt oder unter bestimmten Voraussetzungen (dazu ZAK 1988 S. 179 Erw. 4a mit Hinweisen) auch in einer Eingliederungs- oder Ausbildungsstätte durchgeführt werden. Die zum Voraus bewilligte Dauer der stationären Abklärung soll in der Regel drei Monate nicht überschreiten, kann im Sinne einer ausserordentlichen Massnahme indessen auch länger dauern (unveröffentlichtes Urteil A. vom 13. Juli 1990, I 492/88). Die Kosten eines stationären Aufenthalts hat die Invalidenversicherung zu übernehmen, wenn dieser zum Zweck des Arbeitstrainings und der Lehrvorbereitung erfolgt, oder wenn bei Entlassung die Verwirklichung der erstmaligen beruflichen Ausbildung gefährdet ist. Allerdings muss der Aufenthalt wegen des Gesundheitsschadens und dessen Auswirkungen auf die Ausbildungsfähigkeit notwendig sein (Meyer-Blaser, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung [IVG], in: Murer/ Stauffer [Hrsg.], Die Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Zürich 1997, S. 114 mit Hinweisen; vgl. auch SVR 2004 Nr. 11 S. 30).