Citation: 5F_23/2021 E. 3.3

3.3. Was den zuletzt erwähnten Vorwurf angeht, übersieht die Gesuchstellerin, dass ihr das Revisionsverfahren auch unter dem Titel von Art. 121 Bst. a BGG nicht die Möglichkeit bietet, einen Entscheid, den sie für unrichtig hält, neu beurteilen zu lassen (BGE 122 II 17 E. 3). Soweit sie die Ausstandsvorschriften wegen der im beanstandeten Urteil verwendeten Formulierungen für verletzt hält, fällt einzig der Auffangtatbestand von Art. 34 Abs. 1 Bst. e BGG in Betracht. Danach haben Gerichtspersonen in den Ausstand zu treten, wenn sie aus anderen Gründen befangen sein könnten. Die Norm nennt exemplarisch besondere Freundschaft oder persönliche Feinschaft mit einer Partei oder ihrer Vertretung. Abgesehen von derlei Umständen können auch andere Einflüsse wie gesellschaftliche Sitten, Gewohnheiten, Werturteile, die öffentliche Meinung oder bestimmte politische Ereignisse auf die Unabhängigkeit des richterlichen Urteils einwirken und die innere Freiheit von Gerichtspersonen beeinträchtigen (Verfügung 2C_466/2010 vom 25. Oktober 2010 E. 2.4.2 mit Hinweis). Allein die hier beanstandeten Ausdrucksweisen und Schreibarten, derer sich die - von allen involvierten Gerichtspersonen gutgeheissene - Urteilsbegründung bedient, vermögen objektiv betrachtet keine ernsthaften Zweifel an der für einen korrekten und fairen Prozess notwendigen Offenheit der mitwirkenden Gerichtspersonen hervorzurufen. Etliche der von der Gesuchstellerin kritisierten Formulierungen finden sich in einer Vielzahl (öffentlich zugänglicher) bundesgerichtlicher Urteile und entsprechen dem allgemein üblichen Sprachgebrauch auf deutsch verfasster Urteilsbegründungen schweizerischer Gerichte. Von einer unnötig herabsetzenden Wirkung kann nicht die Rede sein. Im Übrigen behauptet die Gesuchstellerin zu Recht nicht, dass die fraglichen Formulierungen im Sinne von Art. 34 Abs. 1 Bst. e BGG gar den Anschein einer persönlichen Feindschaft zu ihr oder zu ihrem Vertreter erwecken würden. Soweit sie darüber hinaus ihr Befremden über weniger geläufige Formulierungen äussert, ist daran zu erinnern, dass gerade das bundesgerichtliche Beschwerdeverfahren als (grundsätzlich) rein schriftlicher Prozess auch von der individuellen Schreibweise der mit dem Fall befassten Gerichtspersonen geprägt ist. Die Garantie auf ein unabhängiges und unparteiisches Gericht vermittelt keinen Anspruch darauf, dass eine Urteilsbegründung des Bundesgerichts nach den Vorgaben einer einförmigen, standardisierten Sprache abgefasst ist. Im Gegenteil könnte eine allzu starke Orientierung an Textbausteinen und Standardformulierungen den Rechtsunterworfenen auch den Eindruck vermitteln, dass sich das Bundesgericht nicht hinreichend mit dem konkreten Fall befasst.