Citation: 8C_506/2022 E. 6

Gestützt auf die in Rechtskraft erwachsene Verfügung vom 3. Dezember 2018, in der die Beschwerdegegnerin insbesondere auf die Untersuchung des Suva-Kreisarztes vom 9. Februar 2018 abstellte, steht fest, dass der Beschwerdeführer wegen verbleibender unfallbedingter Einschränkungen in seiner angestammten Tätigkeit als Strassenbauer nicht mehr arbeitsfähig ist. Mit der verbliebenen Arbeitsfähigkeit konnte er indessen in leidensangepassten Tätigkeiten noch ein rentenausschliessendes Einkommen erzielen. In einer solchen Konstellation entsteht, unter Vorbehalt insbesondere der Voraussetzung des Ablaufs von sechs Monaten seit Geltendmachung des Anspruchs nach Art. 29 Abs. 1 IVG, bei Verschlechterung des Gesundheitszustandes ein Rentenanspruch, sobald die Invalidität mindestens 40 % beträgt (Urteil 9C_878/2017 vom 19. Februar 2018 E. 5.3 mit Hinweisen). Mit seinem Einwand zum Vorbescheid vom 6. Oktober 2021 machte der Beschwerdeführer geltend, sein psychischer Gesundheitszustand habe sich jüngst verschlechtert und er habe erneut Dr. med. B.________ kontaktieren müssen. Im vorinstanzlichen Verfahren reichte er Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen seines Hausarztes ab 5. bis 26. November 2021, eine Mitteilung von Dr. med. B.________ über die Wiederaufnahme der Therapie am 22. November 2021 sowie den Bericht über den Eintritt in die Psychiatrische Klinik C.________ zu einer zweiten Hospitalisation am 1. Dezember 2021 ein. Es ist somit erstellt, dass eine Wiederaufnahme der psychiatrischen Behandlung lediglich rund zehn Tage nach dem Verfügungserlass am 11. November 2021 erfolgte. Zudem bescheinigte der Hausarzt eine Arbeitsunfähigkeit ab 5. November 2021 und damit vor Verfügungserlass. Es liess sich damit nicht ausschliessen, dass die Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustandes bereits vor dem Verfügungserlass eingetreten war. Das kantonale Gericht wäre, insbesondere auch weil die Neuanmeldung im April 2019 aus psychischen Gründen erfolgt war, gehalten gewesen, diese Tatsachen mitzuberücksichtigen, auch wenn zum Zeitpunkt des Verfügungserlasses noch keine entsprechenden Beweismittel vorlagen (oben E. 4). Angesichts der anlässlich der fürsorgerischen Unterbringung am 1. Dezember 2021 festgestellten psychotischen Symptomatik bei bipolarer Störung wäre eine weitergehende Abklärung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers zur Beurteilung eines allfälligen Rentenanspruchs unerlässlich gewesen. Die Sache ist zu diesem Zweck an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.