Citation: I 147/04 19.08.2004 E. 6

Hinsichtlich der erwerblichen Auswirkungen des festgestellten Gesundheitsschadens ist das kantonale Gericht im Rahmen des Einkommensvergleichs ferner davon ausgegangen, dass den Vergleichseinkommen - mangels konkreter bisheriger Lohnangaben auch in Bezug auf das Valideneinkommen - die Zahlen gemäss der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) 2000 zu Grunde zu legen (Tabelle TA1, S. 31, Männer, Anforderungsniveau 4) und diese in Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung bis 2003 (Die Volkswirtschaft, 9/2003, S. 102, Tabelle B9.2) sowie der durchschnittlichen betriebsüblichen Arbeitszeit (Die Volkswirtschaft, a.a.O., S. 103, Tabelle B10.2) hochzurechnen seien. Alsdann gelangte es unter Annahme eines Abzugs vom Invalideneinkommen von 20 % (vgl. BGE 126 V 78 ff. Erw. 5; AHI 2002 S. 69 f. Erw. 4b) zu einem - die Umschulungsvoraussetzungen in quantitativer Hinsicht erfüllenden (vgl. Erw. 3.2 hievor) - Invaliditätsgrad in derselben Höhe. 6.1 Dem kann nicht ohne weiteres beigepflichtet werden. 6.1.1 Zum einen ist - wie im angefochtenen Entscheid grundsätzlich richtig erkannt wurde - bei der Bemessung des Valideneinkommens entscheidend, was die versicherte Person im massgebenden Zeitpunkt nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdienen würde, wobei die Einkommensermittlung so konkret wie möglich zu erfolgen hat und deshalb in der Regel vom letzten Lohn auszugehen ist, den die versicherte Person vor Eintritt der Gesundheitsschädigung erzielt hat (BGE 129 V 224 Erw. 4.3.1 mit Hinweis). Vorliegend ergeben sich aus den Akten keine Anhaltspunkte dafür, ob und bejahendenfalls in welchen Tätigkeitsgebieten der Beschwerdeführer seit seiner Einreise in die Schweiz Ende 1991 bis zu seinem Unfall vom 14. Dezember 2000 gearbeitet hat. Ersichtlich ist einzig, dass er - der "Gesprächsnotiz" der Beschwerdegegnerin vom 24. Januar 2002 sowie den Angaben des Versicherten in dessen Schreiben von anfangs 2002 folgend - in den "letzten drei Jahren", d.h. ca. seit 1999, keine Erwerbstätigkeit mehr ausgeübt hat. Im Übrigen ist auch der Auszug aus dem Individuellen Konto (IK) vom 20. Februar 2002 nur schwer zu deuten, enthält dieser zur Hauptsache doch lediglich die Aussage "Es werden keine IK's erwartet". Es wird Aufgabe der Verwaltung sein, an welche die Sache aus anderen, hiernach noch darzulegenden Gründen ohnehin zurückzuweisen ist, entsprechende Abklärungen zu treffen. Auch wenn der Beschwerdeführer im besagten Zeitraum auf Grund seines Status als Asylbewerber im Kanton Zürich einzig eine - bewilligungspflichtige - unselbstständige Arbeit im Rahmen bestimmter Erwerbszweige aufnehmen durfte (vgl. Urteil R. vom 15. Juli 2003, I 793/02, Erw. 4.1 mit Hinweisen), können auch die Rahmen von Hilfsarbeitertätigkeiten erzielten Verdienste je nach Bereich erheblich voneinander abweichen, zumal vorläufig aufgenommenen Ausländern im Kanton Zürich ein weites Spektrum von Branchen zur Verfügung steht (vgl. Erw, 4.1 [mit Hinweis] des bereits erwähnten Urteils I 793/02). Lohnstatistische Angaben zur Ermittlung des Valideneinkommens sind erst beizuziehen (siehe dazu auch Meyer-Blaser, Die Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, a.a.O., S. 205), wenn feststeht, dass es überhaupt oder jedenfalls - so der dem Urteil I 793/02 zu Grunde liegende Sachverhalt - an aussagekräftigen Lohnangaben über einen gewissen Zeitraum mangelt. 6.1.2 In diesem Zusammenhang ebenfalls zu beachten sein wird durch die IV-Stelle, dass als Umschulung im Sinne von Art. 17 IVG nur diejenige berufliche Ausbildung gelten kann, welche die Invalidenversicherung einer schon vor Eintritt der Invalidität - im Sinne des für die Eingliederungsmassnahme spezifischen Versicherungsfalles (vgl. Erw. 3.1 und 3.2 hievor) - erwerbstätig gewesenen versicherten Person nach dem Eintritt der Invalidität und wegen dieser Invalidität schuldet. Ein im Sinne der Rechtsprechung ökonomisch relevantes Einkommen muss daher vor Eintritt der Invalidität im Sinne des spezifischen Versicherungsfalles erzielt worden sein. Nur auf diese Weise wird - vorbehältlich des hier nicht weiter interessierenden Art. 6 Abs. 2 IVV - eine Abgrenzung der Umschulung nach Art. 17 IVG einerseits von der beruflichen Neuausbildung nach Art. 16 Abs. 2 lit. b IVG andererseits erreicht (BGE 118 V 14 Erw. 1c/cc). Ein ökonomisch massgebliches Erwerbseinkommen als Voraussetzung für einen Umschulungsanspruch liegt vor, wenn die versicherte Person bereits während sechs Monaten drei Viertel der minimalen vollen einfachen ordentlichen Invalidenrente erzielte und dieses Einkommen invaliditätsbedingt verlor (BGE 118 V 13 Erw. 1c/aa mit Verweis auf BGE 110 V 269 ff. Erw. 1c, d und e), wobei - wie das Eidgenössische Versicherungsgericht in AHI 2000 S. 189 präzisierend festgehalten hat - für die Abgrenzung der Leistungsansprüche nach Art. 16 und 17 IVG nicht entscheidend ist, ob eine versicherte Person im Zeitpunkt des Eintritts des Versicherungsfalles noch erwerbstätig ist oder nicht; vielmehr kommt es einzig darauf an, ob sie nach Abschluss ihrer erstmaligen beruflichen Ausbildung jemals ein im Sinne der Rechtsprechung relevantes Einkommen erzielte (Urteile G. vom 29. Oktober 2003, I 301/02, Erw. 4.2 und 4.3 sowie D. vom 3. Juni 2003, I 785/01, Erw. 5). Obwohl anzunehmen ist, dass der Beschwerdeführer, welcher erst im Alter von 35 Jahren in die Schweiz eingereist ist, jedenfalls noch in seinem Herkunftsland ein entsprechendes Einkommen erzielt hat, ist auf die bisherige beruflich-erwerbliche Situation des Versicherten - in der Schweiz und im Kosovo - auch aus diesem Grunde näher einzugehen. Je nach Ergebnis werden die Voraussetzungen der in Frage kommenden beruflichen Massnahme zu prüfen sein. Wie das kantonale Gericht diesbezüglich richtig festgestellt hat, kann auf Grund der vorhandenen Akten - namentlich infolge fehlender beruflicher Abklärungen - insbesondere der Anspruch auf Umschulung (beispielsweise in Form einer Anlehre oder von Einarbeitungszuschüssen für eine körperlich leichtere Tätigkeit [kantonaler Entscheid, S. 8]) nicht abschliessend beurteilt werden (zu den spezifischen Voraussetzungen: vgl. Meyer-Blaser, Die Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, a.a.O., S. 127 ff.; Susanne Leuzinger-Naef, Ausbildungsziele der Eingliederungsmassnahmen, in: Rechtsfragen der Eingliederung Behinderter, St. Gallen 2000, S. 64 ff.). 6.1.3 Ferner wird in erster Linie dem Umstand Rechnung zu tragen sein, dass der Beschwerdeführer derzeit noch über keine Arbeitsbewilligung zu verfügen scheint. Sollte es indessen zutreffen, wie vor- und letztinstanzlich behauptet, jedoch in keiner Weise belegt, dass der Beschwerdeführer, welcher sich seit dem 1. Juni 2000 im Status eines abgewiesenen Asylbewerbers mit abgelaufener Ausreisefrist befindet (Stellungnahme der Direktion für Soziales und Sicherheit des Kantons Zürich, Migrationsamt, vom 26. November 2003), einen - zwar ebenfalls abgewiesenen aber an die Schweizerische Asylrekurskommission weitergezogenen (vgl. dazu grundsätzlich EMARK 2002 Nr. 1) - Antrag auf Einbezug in die so genannte "Humanitäre Aktion 2000" (HUMAK; Kreisschreiben des BFF über die Behandlung aller bis zum 31. Dezember 1992 eingereichten Asylgesuche, die entweder im Verfahren oder im Vollzug hängig sind [humanitäre Aktion 2000] vom 14. März 2000; Asyl 52.4.6) gestellt habe, zeigt sich die Situation hinsichtlich einer möglicher Arbeitsbewilligung in folgendem Licht: Gemäss der Weisung des BFF vom 1. Juni 2000 über die Rückführung von jugoslawischen Staatsangehörigen mit letztem Wohnsitz im Kosovo, Phase III, die namentlich auch für weggewiesene Asylsuchende gilt (Ziff. 2), haben jugoslawische Staatsangehörige mit letztem Wohnsitz in der Provinz Kosovo, mit registrierter Einreise vor dem 1. Juli 1999 und rechtskräftiger Wegweisung, die Schweiz am 31. Mai 2000 zu verlassen (Ziff. 3.1), es sei denn, sie fallen unter die HUMAK (Ziff. 3.3 in Verbindung mit Ziff. 5 ff.). Nach Ziff. 8.4 kann Personen, die grundsätzlich die Voraussetzungen für den Einbezug in die HUMAK erfüllen, während des hängigen Verfahrens insbesondere die vorübergehende Weiterführung einer Erwerbstätigkeit gewährt oder die Bewilligung zum erstmaligen Stellenantritt bis zum definitiven Entscheid erteilt werden, wobei die unter Ziff. 8.2 aufgeführten Kriterien sinngemäss Anwendung finden. Gestützt auf diese Grundlagen erscheint es zumindest möglich, dass dem Beschwerdeführer eine Arbeitsbewilligung im dargelegten Sinne ausgestellt würde. Wie es sich damit verhält, kann anhand der aktuellen Aktenlage jedoch nicht endgültig beurteilt werden, sind doch weder Unterlagen zum hängigen Beschwerdeverfahren vor der Schweizerischen Asylrekurskommission vorhanden, noch ist ersichtlich, ob begründete Aussicht auf Erlangung der entsprechenden Bewilligung zum Stellenantritt durch die zuständigen kantonalen Arbeitsmarktbehörden besteht. Da aber nur vor diesem Hintergrund mögliche berufliche Massnahmen letztlich auch auf dem Arbeitsmarkt zum Tragen kämen und damit durch deren faktische Umsetzung erst sinnvoll würden (vgl. Urteil R. vom 15. Juli 2003, I 793/02, Erw. 5.2.2 in fine), wird die Verwaltung auch in dieser Hinsicht - primär - Abklärungen zu treffen und anschliessend neu über den Anspruch auf berufliche Eingliederungsmassnahmen zu befinden haben.