Citation: 6P.153/2001 27.12.2001 E. 4

4.- a) Bei den Fragen, ob der Beschwerdeführer in alkoholisiertem Zustand Auto gefahren ist und in welchem Ausmass er alkoholisiert war, handelt es sich um Fragen der Beweiswürdigung und damit um Tatfragen, welche mit staatsrechtlicher Beschwerde vorzutragen sind. Die Frage, ob aufgrund des festgestellten Bewusstseinszustandes des Beschwerdeführers seine Zurechnungsfähigkeit beeinträchtigt oder gar aufgehoben war, ist demgegenüber eine Rechtsfrage, die mit eidgenössischer Nichtigkeitsbeschwerde aufgeworfen werden muss (BGE 107 IV 3 E. 1a). Soweit der Beschwerdeführer in der staatsrechtlichen Beschwerde rügt, das Obergericht hätte erkennen müssen, dass er vollumfänglich zurechnungsunfähig gewesen sei, kann auf seine Beschwerde somit nicht eingetreten werden. b) Dass der Beschwerdeführer in angetrunkenem Zustand von Däniken nach Aarburg gefahren ist, wird von ihm nicht mehr bestritten. Hinsichtlich des Grades der Alkoholisierung geht das Obergericht gestützt auf die Rückrechnung des Bezirksamtes Zofingen von einem Blutalkoholgehalt von 2,46 bis 2,61 Promille aus. Diesen Wert ficht der Beschwerdeführer nicht an. Soweit der Beschwerdeführer rügt, das Obergericht habe die Aussagen der Auskunftspersonen C.________ und A.________ nicht angemessen gewürdigt, ist die Beschwerde unbegründet. C.________ sagte gegenüber der Kantonspolizei aus, er habe den Beschwerdeführer um ca. 23.40 Uhr in Däniken in seinem Personenwagen schlafend vorgefunden. Er habe ihn angesprochen und gefragt, wo die Tochter seiner Freundin A.________ sei. Der Beschwerdeführer habe ihn schroff und lallend abgewiesen. Danach sei er ohne Schuhe, nur mit den Socken an den Füssen, auf der Strasse herumgegangen. A.________ führte aus, sie habe sich in der fraglichen Nacht nach Aarburg begeben und die Nacht mit ihrer Tochter bei B.________ verbracht. Gegen 01.00 Uhr habe der Beschwerdeführer auf ihr Natel angerufen und wissen wollen, wo seine Hausschlüssel seien. Im weiteren Verlauf des Gesprächs habe sie das Telefon an B.________ übergeben. Dieser habe ihm geraten, mit dem Taxi nach Aarburg zu kommen. Als er ca. eine halbe Stunde später auftauchte, habe sie ihm eine Flasche Bier offeriert. Die Aussagen von C.________, namentlich dass der Beschwerdeführer lallend gesprochen und auf den Socken herumgegangen ist, hat das Obergericht bei der Prüfung der Schuldfähigkeit berücksichtigt. Ebenfalls in Betracht gezogen hat es das Telefongespräch mit A.________ bzw. B.________. Dass es aus dem Umstand, wonach Frau A.________ den Hörer an B.________ übergeben hatte, nicht geschlossen hat, mit dem Beschwerdeführer sei zu jenem Zeitpunkt kein richtiges Gespräch mehr möglich gewesen, ist nicht willkürlich. Denn aus der Aussage von Frau A.________ ergibt sich in keiner Weise, dass sie sich mit dem Beschwerdeführer nicht mehr vernünftig unterhalten konnte. Gegen eine solche Annahme spricht auch, dass B.________ offenbar ohne weiteres eine Vereinbarung hinsichtlich der Übergabe des Schlüssels treffen konnte. Schliesslich vermerkt die Auskunftsperson auch nicht, dass der Beschwerdeführer speziell betrunken gewesen wäre; vielmehr hat sie ihm nach dessen Ankunft eine weitere Flasche Bier angeboten. Die Beschwerde erweist sich in diesem Punkt als unbegründet. c) Unbegründet ist auch die Rüge der Verletzung des rechtlichen Gehörs wegen fehlender Verhandlung vor Obergericht. Gemäss § 222 Abs. 1 StPO/AG findet bei der Beurteilung von Berufungen eine Parteiverhandlung statt, wenn im angefochtenen Urteil eine Freiheitsstrafe von über 18 Monaten oder eine freiheitsentziehende Massnahme ausgesprochen oder mit Berufung oder Anschlussberufung beantragt wird und bei der Beurteilung von Wiederaufnahmegesuchen. Diese Voraussetzungen sind im zu beurteilenden Fall nicht erfüllt. Dass keine Parteiverhandlung durchgeführt wurde, entspricht somit der kantonalen strafprozessualen Regelung und ist nicht zu beanstanden. Hierin liegt auch keine Verletzung des rechtlichen Gehörs, was sich schon daraus ergibt, dass die Berufung schriftlich und mit Begründung erklärt werden muss (§ 218 StPO/AG). Der Beschwerdeführer ist denn auch über seine ausführliche schriftliche Begründung der Berufung genügend zum Wort gelangt. d) Das Obergericht zieht bei der Strafzumessung die finanziellen Verhältnisse des Beschwerdeführers nicht in Betracht. Sinngemäss verweist es aber in dieser Hinsicht auf den Entscheid des Bezirksgerichts Zofingen, dessen Erwägungen es im angefochtenen Urteil lediglich ergänzt. Das erstinstanzliche Urteil nimmt ausdrücklich Bezug auf die finanziellen Verhältnisse des Beschwerdeführers, so dass auch diese Komponente für die Strafzumessung hinreichend festgestellt ist. Dass das Bezirksgericht die finanziellen Verhältnisse falsch ermittelt hat, macht der Beschwerdeführer nicht geltend. e) Die staatsrechtliche Beschwerde erweist sich aus diesen Gründen als unbegründet, soweit auf sie überhaupt eingetreten werden kann.