Citation: 7B_1232/2024 E. 7.4.2

7.4.2. Zu prüfen bleibt demnach, ob die Vorinstanz aufgrund der konkreten Umstände des Einzelfalls eine Ausnahme vom Grundsatz der Nichtberücksichtigung der Möglichkeit der bedingten Entlassung in Erwägung hätte ziehen müssen. Dies ist entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers nicht der Fall. Vorliegend durfte die Vorinstanz im Haftprüfungsverfahren ohne Weiteres auf dessen ungünstige Legalprognose schliessen. Aus den Erwägungen des Berufungsurteils, auf welche die Vorinstanz verweist, geht hervor, dass der Beschwerdeführer zahlreiche, teils einschlägige Vorstrafen aufweist und auch schon mit unbedingten Freiheitsstrafen bestraft wurde (vgl. Urteil des Berufungsgerichts vom 28. September 2023 E. 8.5 S. 55 und E. 8.6.8 S. 65). Von den in der Vergangenheit ausgesprochenen Strafen, insbesondere der unbedingt ausgesprochenen Freiheitsstrafe von 4 Monaten, wäre ein nachhaltiger Warneffekt zu erwarten gewesen. Der Beschwerdeführer liess sich davon jedoch nicht beeindrucken und von neuer Delinquenz abhalten. Damit offenbart er eine beachtliche Renitenz und Gleichgültigkeit gegenüber dem hiesigen Straf- und Vollzugssystem, was von der Vorinstanz klar als negativ bewertet werden durfte. Soweit er geltend macht, er habe bereits in mehrfacher Hinsicht nachhaltige Einsicht und tätige Reue gezeigt, ist er nicht zu hören. Gemäss den Ausführungen des Berufungsgerichts, welchen sich die Vorinstanz anschliesst, hat der Beschwerdeführer zwar Briefe an die Opfer der von ihm eingestandenen beiden bandenmässigen Raubüberfälle geschrieben, um sich zu entschuldigen. Auch biete er diesen eine Wiedergutmachungszahlung an. Weitere Raubüberfälle würde er jedoch nach wie vor hartnäckig bestreiten. In Bezug auf die beiden von ihm eingestandenen Überfälle habe er die Strafuntersuchung zudem nicht erleichtert, da die Beweislage aufgrund des Geständnisses von B.________ gesichert gewesen sei und ein Bestreiten wenig sinnvoll gewesen wäre. Seine Geständnisse und die diesbezüglich geäusserte Einsicht und Reue würden unter diesen Umständen als weitgehend taktisch bedingt erscheinen (vgl. Urteil des Berufungsgerichts vom 28. September 2023 E. 8.6.8 S. 65 f.). Inwiefern diese Ausführungen willkürlich sein sollten und die Vorinstanz angesichts der dargelegten Umstände auf eine nachhaltige Einsicht und aufrichtige Reue hätte schliessen müssen, wird vom Beschwerdeführer nicht dargetan und ist auch nicht ersichtlich. Seine diesbezüglichen Ausführungen erschöpfen sich in einer appellatorischen Kritik, auf welche das Bundesgericht praxisgemäss nicht eintritt (vgl. E. 2 hiervor). Die vom Beschwerdeführer genannten Anstrengungen (Gespräche mit der Gefängnisseelsorge, Tataufarbeitungsgespräche mit einem Sozialarbeiter, Teilnahme am Projekt restaurative Justiz) sind sodann zwar durchaus als positiv zu werten, vermögen die vorinstanzlichen erheblichen Bedenken an der Legalprognose jedoch nicht aufzuwiegen. Insgesamt durfte die Vorinstanz im Haftverfahren von einer Schlechtprognose ausgehen und die Möglichkeit der bedingten Entlassung unberücksichtigt lassen. Ob die übrigen Voraussetzungen der bedingten Entlassung (Verbüssen von zwei Drittel der Strafe, Wohlverhalten im Strafvollzug) in casu gegeben wären, kann insofern offen gelassen werden. Es liegt keine Ausnahme vom Grundsatz der Nichtberücksichtigung der Möglichkeit der bedingten Entlassung vor; mithin droht zurzeit noch keine Überhaft.