Citation: 4P.44/2003 25.06.2003 E. 3

3.1 Nach Art. 9 BV hat jede Person Anspruch darauf, von den staatlichen Organen ohne Willkür behandelt zu werden. Ein Entscheid ist indessen nicht schon willkürlich, wenn eine andere Lösung ebenfalls vertretbar erscheint oder gar vorzuziehen wäre, sondern erst, wenn er offensichtlich unhaltbar ist. Entsprechend sind Sachverhaltsfeststellungen nur willkürlich, wenn sie mit der tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch stehen. Willkür liegt nur vor, wenn nicht bloss die Begründung eines Entscheides, sondern auch das Ergebnis unhaltbar ist (BGE 127 I 54 E. 2b; 126 III 438 E. 3 S. 440; 125 I 166 E. 2a, je mit Hinweisen). Eine willkürliche Sachverhaltsfeststellung kann deshalb nur dann zur Gutheissung einer staatsrechtlichen Beschwerde führen, wenn die entsprechende Feststellung für den Ausgang des Rechtsstreites von entscheidender Bedeutung ist. 3.2 Wie im Berufungsverfahren zu zeigen sein wird, ist es für eine rechtswirksame Abgeltung des Ferienlohnes mit dem laufenden Lohn in allen Fällen unerlässlich, dass der im laufenden Lohn eingeschlossene Ferienlohn auf jeder periodischen Lohnabrechnung oder Lohnquittung betragsmässig ausgewiesen wird. Wurde ein schriftlicher Arbeitsvertrag abgeschlossen, ist die Vereinbarung über die laufende Ferienlohnabgeltung zudem in diesem Rahmen schriftlich zu treffen, unter Angabe des im Lohn eingeschlossenen, für die Ferien bestimmten Betrages oder prozentualen Lohnanteils. Auf die gerügten Feststellungen über das blosse Wissen des Beschwerdegegners von der Höhe der Ferienentschädigung und über den Inhalt des Arbeitsvertrages kommt es für den Ausgang des Rechtsstreits nicht an. Ebenso wenig ist es im Zusammenhang mit der Frage des Rechtsmissbrauchs von Bedeutung, ob der Beschwerdegegner die Beschwerdeführerin während des Arbeitsverhältnisses auf die Problematik des Ferienlohnes aufmerksam gemacht hat. Überdies verkennt die Beschwerdeführerin insoweit die Argumentation des Kantonsgerichts. Dieses will mit seinen Ausführungen nur festhalten, dass der Beschwerdegegner die Beschwerdeführerin wiederholt auf den Ferienlohn angesprochen hatte und bei ihm insoweit offenbar schon während des Arbeitsverhältnisses Unzufriedenheit aufgekommen ist, was er der Beschwerdeführerin auch mitgeteilt hat. Dass er die Beschwerdeführerin auf die Rechtswidrigkeit der getroffenen Vereinbarung über die Abgeltung des Ferienlohnanspruchs aufmerksam gemacht habe, will das Kantonsgericht damit nicht sagen. Insofern liegt auch keine willkürliche Sachverhaltsfeststellung vor.