Citation: 6B_381/2024 E. 3.1

3.1. Der Beschwerdeführer macht geltend, ihm sei zudem eine frühzeitige Anfechtung der unrechtmässig erfolgten Wiederaufnahme des Strafverfahrens faktisch dadurch verunmöglicht worden, dass ihm erst im Dezember 2019 vollständige Akteneinsicht gewährt worden sei, wobei sich die operative Fallanalyse (welche Anlass zur Wiedereröffnung des Verfahrens gegeben habe) damals noch nicht in den Akten befunden habe. Die operative Fallanalyse vom 3. Mai 2012 sei dem Beschwerdeführer erst am 3. April 2020 und damit rund 6 Jahre nach erfolgter Wiederaufnahme zur Kenntnis gebracht worden. Die für den Beschwerdeführer möglicherweise sehr einschneidende Folge dieser äusserst verspätet erfolgten Akteneinsicht sei, dass die erst im Jahr 2017 erfolgten SVG-Widerhandlungen überhaupt erst Gegenstand des gegen den Beschwerdeführer noch laufenden Strafverfahrens hätten werden können. Dem Beschwerdeführer sei mit anderen Worten eine wirksame Verteidigung verunmöglicht worden. Dies sei ein Grund mehr, weshalb die aufgefundenen Videodateien mit den Geschwindigkeitsüberschreitungen nicht verwertet werden dürften, zumal es vorliegend keine Hinweise oder Gründe für die Annahme gebe, dass diese SVG-Delikte auch ohne die zufällig entdeckten Videoaufnahmen den Strafverfolgungsorganen zur Kenntnis gelangt wären.