Citation: 7B_250/2022 E. 2.1.2

2.1.2. Die Prüfung der Glaubhaftigkeit von Beweisaussagen ist primär Sache des Gerichts (BGE 129 I 49 E. 4; Urteil 7B_200/2022 vom 9. November 2023 E. 2.2.3). Dieses prüft die Beweise gemäss Art. 10 Abs. 2 StPO frei nach seiner aus dem gesamten Verfahren gewonnenen Überzeugung. Es geht von der für die beschuldigte Person günstigeren Sachlage aus, wenn unüberwindliche Zweifel an der Erfüllung der tatsächlichen Voraussetzungen der angeklagten Tat bestehen (Art. 10 Abs. 3 StPO). Dem hiermit operationalisierten Grundsatz "in dubio pro reo" kommt in seiner Funktion als Beweiswürdigungsregel im Verfahren vor Bundesgericht keine über das Willkürverbot von Art. 9 BV hinausgehende Bedeutung zu (BGE 146 IV 88 E. 1.3.1; 145 IV 154 E. 1.1; 143 IV 500 E. 1.1; je mit Hinweisen). Mit anderen Worten steht dem Sachgericht bei der Beweiswürdigung von Bundesrechts wegen ein erhebliches Ermessen zu (BGE 146 IV 297 E. 2.2.5 mit Hinweis; 144 IV 345 E. 2.2.3.1).