Citation: 5A_765/2022 E. 6.2.2

6.2.2. Die Beschwerdeführerin beanstandet es in diesem Zusammenhang als aktenwidrig und willkürlich, dass sie nicht bereits mit ihrer eigenen Eingabe vom 15. Juli 2019 ein Herabsetzungsbegehren - als Laie - gestellt habe. Sie habe ihre Eingabe als "Klage betreffend Nachlass F.________" bezeichnet und dabei ausgeführt, den "Nachlass endlich abschliessend klären" zu wollen, insbesondere, dass sie ihren Pflichtteil erhalte, also ihre Erbenstellung durchaus geklärt haben wolle. Der von ihr geäusserte laienhaft ausgedrückte Wille, den "Nachlass endlich abschliessend zu klären", d.h., ob sie vom Erbe gültig ausgeschlossen sei oder etwas erhalte, belege den Willen, den Erbvertrag anzufechten. Die Klageeinleitung der Beschwerdeführerin selbst am 15. Juli 2019 impliziere also eine Herabsetzungsklage. Indem die Vorinstanz dies negiere, verletze der angefochtene Entscheid Art. 522 Abs. 1 ZGB.