Citation: 6B_26/2021 E. 1.2

1.2. Die Vorinstanz erwägt, der Hund habe sich von der linken Seite um die Beschwerdeführerin herum nach rechts bewegen können. Demnach sei offensichtlich, dass die Leine nicht genügend kurz gehalten worden sei. Die Beschwerdeführerin habe den Hund nicht unter Kontrolle gehabt. Art. 28 Abs. 1 lit. a TSchG i.V.m. Art. 77 TSchV sowie § 5 Abs. 1 lit. a und b HuG/AG i.V.m. § 6 Abs. 2 HuV/AG würden gerade deshalb eine Sorgfaltspflicht für Hundehalter statuieren, weil jederzeit die Möglichkeit bestehe, dass ein Hund andere Menschen oder Tiere gefährde. Dem Ausführen eines Hundes sei immer ein gewisses Gefahrenpotenzial inhärent. Insbesondere bei der Begegnung mit einer schnell gehenden, fremden Person bestehe stets eine gewisse Unsicherheit, wie der Hund reagieren werde. Daher müsse die Hundehalterin unabhängig davon, ob der Hund in der Vergangenheit Auffälligkeiten gezeigt habe, mit einer gefährlichen Reaktion desselben rechnen. Die Beschwerdeführerin sei eine erfahrene Hundehalterin, weshalb sie eine mögliche Gefährdung hätte erkennen müssen. Trotzdem habe sie den Hund locker an der Leine und nicht unter Kontrolle gehalten. Die durch die Verletzung der Aufsichts- und Kontrollpflicht bewirkte Gefährdung der Beschwerdegegnerin 2 sei für die Beschwerdeführerin vorhersehbar gewesen. Weiter stellt die Vorinstanz fest, der Beschwerdeführerin wäre es durch sofortiges Zurückziehen der Leine möglich gewesen, die Gefährdung der Beschwerdegegnerin 2 zu verhindern, wenn sie die Leine kürzer gehalten hätte. Zudem sei es für sie zumutbar gewesen, die Leine kurzzeitig straff zu halten, um einer Verletzung vorzubeugen. Damit sei auch die Vermeidbarkeit der Gefährdung gegeben.