Citation: 1C_650/2017 E. 2.3

2.3. Vorliegend ist nicht bestritten, dass der Beschwerdeführer eine Sicherheitslinie überfahren hat. Er stellt sich aber auf den Standpunkt, es liege lediglich eine leichte Widerhandlung im Sinne von Art. 16a Abs. 1 lit. a SVG und keine mittelschwere Widerhandlung nach Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG vor. Er bestreitet insbesondere das Vorliegen einer erhöhten abstrakten Gefährdung respektive einer konkreten Gefahr. Ihm sei bewusst gewesen, dass das Abzweigemanöver noch nicht zugelassen gewesen sei, er habe dabei aber niemanden gefährden, sondern lediglich den Verkehrsfluss steigern wollen. Dabei handle es sich um ein legitimes Interesse, dessen Schutz auch der Bundesrat durch Gutheissung der Motion 17.3666 des Nationalrats Thierry Burkart, welche das Rechtsvorbeifahren auf Autobahnen und Autostrassen erlauben soll, anerkannt habe. Er habe gedacht, dass es ausnahmsweise in Ordnung wäre, wenn er etwas früher abzweigen würde, um weiteren Stau zu vermeiden. Indem er davon ausgegangen sei, dass er lediglich etwas zu früh auf die Ausfahrtstrecke gefahren sei und nicht gemerkt habe, dass es sich um den Beschleunigungsstreifen der Einfahrt gehandelt habe, habe er sich über den Sachverhalt geirrt. Weiter sei zu beachten, dass der Entzug des Führerausweises für ihn eine besondere Härte darstelle, da er beruflich dringend auf seinen Führerausweis angewiesen sei.