Citation: 4A_12/2018 E. 3.7

3.7. Auch mit ihren weiteren Ausführungen zur Ermessensausübung bei der Anwendung von Art. 42 Abs. 2 OR übt die Beschwerdeführerin über weite Strecken unzulässige Kritik an der von der Vorinstanz vorgenommenen ermessensweisen Schätzung des Gewinns. Insbesondere zeigt sie keine Willkür (Art. 9 BV) auf, indem sie den vorinstanzlichen Erwägungen ihre eigene Sicht der Dinge hinsichtlich der zutreffenden Schätzung des Verletzergewinns entgegenhält. Entgegen ihren Vorbringen ist zudem der von der Vorinstanz angestellte Vergleich mit den Umsatz- und Stückzahlen der Beschwerdeführerin nachvollziehbar: Sie hat ihrem Entscheid die Angaben der Beschwerdeführerin zu dem von der E.________ AG erzielten Umsatz mit markenverletzenden Produkten von Fr. 32'930.-- (entsprechend 1 % des Gesamtumsatzes der E.________ AG von Fr. 3'293'000.--) zugrunde gelegt und diesen mit dem von der Beschwerdeführerin mit 51'382 verkauften Kondomen erzielten Umsatz von ca. Fr. 140'200.-- in Bezug gesetzt. Daraus ergab sich die Annahme einer von der E.________ AG erzielten Stückzahl von ca. 12'068. Hinsichtlich des mit dieser Verkaufszahl erzielten Gewinns hat die Vorinstanz ihren Erwägungen den von ihr festgestellten Gewinn der E.________ AG von Fr. 8'233.07 zugrunde gelegt, den diese mit 646 verkauften Stücken erzielte. Dies führte zum Betrag eines Nettogewinns von Fr. 153'802.90 (12'068 * Fr. 8'233.07 / 646). Entgegen der in der Beschwerde vertretenen Ansicht ist die im angefochtenen Entscheid aufgeführte Berechnung in sich nachvollziehbar. Ausserdem trifft es nicht zu, dass der Vergleich auf dem Gesamtumsatz der Beschwerdeführerin beruht; vielmehr stützte sich die Vorinstanz lediglich auf den mit markenverletzenden Produkten erzielten Umsatzanteil. Ebenso wenig hat sich die Vorinstanz in Widerspruch zu ihrer eigenen Feststellung gesetzt, wonach der Onlinehandel der E.________ AG defizitär gewesen sei; sie wies in der entsprechenden Erwägung vielmehr ausdrücklich darauf hin, dass dieser Umstand nicht ausschliesse, dass mit einzelnen Produkten (viel) Gewinn erzielt wurde. Die Beschwerdeführerin vermag mit ihren Ausführungen auch nicht aufzuzeigen, dass die vorinstanzliche Gewinnschätzung im Ergebnis willkürlich wäre. Insbesondere ficht sie den angefochtenen Entscheid vor Bundesgericht nicht an, soweit darin festgestellt wird, dass die E.________ AG mit 646 verkauften Kondomen einen Gewinn von Fr. 8'233.07 erzielte; es vermag daher insbesondere nicht einzuleuchten, weshalb die Vorinstanz diese Gewinnmarge nicht ihren weiteren Erwägungen hätte zugrunde legen dürfen. Der Vorwurf der Willkür (Art. 9 BV) ist unbegründet.