Citation: 2C_1107/2018 E. 4.3.2

4.3.2. Die Argumentation der Beschwerdeführerin zielt denn auch höchstens in zweiter Linie auf die Bildung einer Drohverlustrückstellung ab. In erster Linie beruft sie sich auf die handelsrechtlichen Bewertungsvorschriften für Derivate. Dabei macht sie geltend, der von ihr erworbene Zinsswap habe anfänglich einen Wert von Null aufgewiesen, sei dann aber infolge des Absackens des LIBOR, vor allem mit dessen Abgleiten in einen Negativzins, ebenfalls negativ geworden. Diesem Umstand werde mit der Rückstellungsbildung Rechnung getragen. Auch insoweit erweist sich indessen die Beschwerde als unbegründet. Die von der Beschwerdeführerin (bzw. der C.________ AG) eingegangenen Zinsswaps sollten, wie die Beschwerdeführerin selbst ausführt, dazu dienen, eine Absicherung gegen steigende Zinssätze auf Hypothekardarlehen, welche die Beschwerdeführerin (bzw. die C.________ AG) aufgenommen hatte, zu erreichen. Damit zählten die Zinsswaps weder zum Umlauf- und/oder Anlagevermögen der Beschwerdeführerin noch dienten sie der Absicherung einer passiven Bilanzposition (vgl. zur Bilanzierung von Absicherungsgeschäften Handbuch, a.a.O., S. 138 f.), sondern ihr Zweck bestand darin, den zukünftigen Zinsaufwand der Beschwerdeführerin zu begrenzen. Es würde das Ziel der Bilanzierungsregeln von Derivaten, nämlich die einem Unternehmen drohenden Gefahren aufgrund der Eingehung entsprechender Verträge transparent zu machen (vgl. LUKAS HANDSCHIN, Rechnungslegung im Gesellschaftsrecht, 2. Aufl., 2016, S. 315 Rz 639a), überschiessen, wenn zur Absicherung der Höhe von Hypothekarzinsen eingegangene Zinsswaps bilanziert werden müssten und deren Wert gegebenenfalls - bei einem anderen als dem erwarteten Zinsverlauf - durch Bildung einer Rückstellung (oder Bilanzierung einer negativen Werts des Zinsswaps) zu korrigieren wäre. Wirtschaftlich wirkt sich ein unerwarteter Rückgang des vom Payer eines Zinsswaps erhaltenen variablen Zinses (bzw. wie hier gar das Eintreten einer Negativzinssituation) nicht anders aus, als wenn von vornherein ein variabler Hypothekarzins vereinbart worden wäre und nun die Situation eingetreten wäre, dass der Zins ansteigt. Abgesehen vom Risiko einer einseitigen Vertragsbeendigung durch den Vertragspartner, hier die Bank B.________, und einer daraus allenfalls resultierenden Verpflichtung zur Bezahlung des Barwerts des gesamten Zinsbetreffnisses für die restliche Laufzeit und/oder der wirtschaftlichen Nichttragbarkeit der erhöhten Zinslast, verändert sich die Situation der Beschwerdeführerin durch das Absinken des LIBOR in den negativen Bereich nur, indem sie nunmehr im Ergebnis höhere Zinsen (wenn auch aufgrund des Zinsswaps) für das von ihr eingegangene Hypothekardarlehen schuldet. Wie die Vorinstanz zutreffend ausgeführt hat, ist es somit gerade der periodische Charakter der Zinsschuld, welcher die Bildung der von der Beschwerdeführerin für erforderlich gehaltenen Rückstellung jedenfalls aus steuerlicher Sicht gerade nicht als geboten erscheinen lässt, würde doch damit das Periodizitätsprinzip (vgl. Urteil 2C_172/2018 vom 26. Februar 2018 E. 2.2.1) verletzt, indem in späteren Geschäftsjahren erhöhte Zinsaufwendungen (bzw. deren Barwert) bis zum Ende der Laufzeit eines Darlehens vollumfänglich dem Geschäftsjahr belastet würden, in dem erstmals eine (unerwartete) Erhöhung des Zinssatzes eingetreten ist. Ebenso wie bei einer variablen Hypothek fällt daher bei der im vorliegenden Fall gewählten Vertragsgestaltung eine Passivierung zukünftig höherer Zinsen ausser Betracht. Das führt zur Abweisung der Beschwerde.