Citation: 2A.47/2001 03.04.2001 E. 3

3.- a) Nach Art. 17 Abs. 2 letzter Satz ANAG erlischt der Anspruch des Ausländers auf Verlängerung seiner Aufenthaltsbewilligung, wenn er gegen die öffentliche Ordnung verstossen hat. Die Voraussetzung für ein Erlöschen des Anspruchs ist damit weniger streng als im Fall des ausländischen Ehegatten eines Schweizer Bürgers oder einer Schweizer Bürgerin, dessen Anspruch auf Bewilligungserteilung gemäss Art. 7 Abs. 1 letzter Satz ANAG nur erlischt, wenn ein Ausweisungsgrund vorliegt und eine Verhältnismässigkeitsprüfung stattgefunden hat (Art. 11 Abs. 3 ANAG, Art. 16 Abs. 3 ANAV). Zwar muss auch die Verweigerung einer Bewilligungsverlängerung gemäss Art. 17 Abs. 2 ANAG nach den allgemeinen Regeln des Verwaltungsrechts verhältnismässig sein; da aber bereits geringere öffentliche Interessen für ein Erlöschen des Anspruchs genügen, sind auch die entgegenstehenden privaten Interessen weniger stark zu gewichten als bei einer Ausweisung (BGE 120 Ib 129 E. 4a S. 131, mit Hinweisen). b) Gemäss dem rechtskräftigen Urteil des Kreisgerichts II Biel-Nidau vom 28. September 1998 wurde L.________ zu fünf Jahren Zuchthaus und acht Jahren Landesverweisung verurteilt. Damit hat L.________ einen Ausweisungsgrund im Sinne von Art. 10 Abs. 1 lit. a ANAG gesetzt und a fortiori gegen die öffentliche Ordnung im Sinne von Art. 17 Abs. 2 ANAG verstossen. Ausgangspunkt und Massstab für die Schwere des Verschuldens und die fremdenpolizeiliche Interessenabwägung ist die vom Strafrichter verhängte Strafe. Vorab ist festzuhalten, dass L.________ infolge schwerer Betäubungsmitteldelikte verurteilt wurde. Das Bundesgericht verfolgt im Zusammenhang mit solchen Straftaten im Hinblick auf den Kampf gegen den Drogenhandel sowie auf die mit diesen Delikten zusammenhängende Gefährdung der Gesundheit einer Vielzahl von Menschen eine strenge Praxis (vgl. Alain Wurzburger, La jurisprudence récente du Tribunal fédéral en matière de police des étrangers, RDAF 1997, S. 308, mit Hinweisen). L.________ entwickelte eine grosse kriminelle Energie, indem er zusammen mit den Mitbeteiligten fast ununterbrochen damit beschäftigt war, Drogengeschäfte einzufädeln, und die Bereitschaft hatte, mit allem zu handeln, wofür eine Nachfrage bestand: zuerst mit Kokain, dann mit Heroin, schliesslich noch mit Falschgeld. Ein Ecstasyhandel war auch schon geplant. L.________ hatte auch keineswegs vor, mit dem Drogenhandel aufzuhören, sondern dieser wurde nur durch seine Verhaftung gestoppt. Verschuldenserhöhend wertete das Kreisgericht II Biel-Nidau zudem, dass L.________ und seine Leute einen minderjährigen Landsmann skrupellos für ihre Geschäfte einspannten. Zudem leistete L.________ Kurierdienste, indem er Drogengelder in Höhe von Fr. 100'000.-- von der Schweiz nach Jugoslawien brachte. Es besteht somit ein gewichtiges öffentliches Interesse, L.________ von der Schweiz fernzuhalten. c) L.________ ist erst im Alter von 21 Jahren in die Schweiz eingereist. Die prägenden Jugendjahre hat er somit in Jugoslawien verbracht. Nach seinen eigenen Angaben hat er dort noch einen Bruder und eine Schwester. Es kann daher davon ausgegangen werden, dass er sich in seiner Heimat wieder wird zurechtfinden können. Die Ehe mit der Beschwerdeführerin ist L.________ nur rund zwei Wochen vor seiner Verhaftung eingegangen, so dass auch nicht von einem lange dauernden Familienleben in der Schweiz - insbesondere in Freiheit - gesprochen werden kann. Zudem kann L.________ nicht als in den schweizerischen Arbeitsprozess integriert betrachtet werden. Nachdem er im November 1995 einen Autounfall erlitten hatte, der einen sechswöchigen Spitalaufenthalt nötig machte, ist L.________ bis zu seiner Verhaftung keiner Arbeit mehr nachgegangen. Spätestens seit Herbst 1996 hat er sich fast ausschliesslich seiner deliktischen Tätigkeit gewidmet, ohne andere Möglichkeiten in Betracht zu ziehen. Im Übrigen hatte L.________ schon früher mehrfach zu Klagen Anlass gegeben. Der Verfügung der kantonalen Fremdenpolizei vom 25. Juli 2000 ist zu entnehmen, dass er am 15. November 1996, am 6. Februar 1997, am 3. Juli 1997 und am 13. März 1998 jeweilen wegen Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz gebüsst wurde und alle Bussen in Haft umgewandelt werden mussten. Damit hat er gezeigt, dass er nicht fähig oder nicht willens ist, sich in die hiesige öffentliche Ordnung einzufügen.