Citation: 5A_361/2022 E. 3.3.5

3.3.5. Die Beschwerdeführerin rügt weiter, das Obergericht habe Art. 211 ZGB verletzt, indem es den Covid-19-Kredit von Fr. 92'000.-- und das negative Eigenkapital von Fr. 53'000.-- nicht vom Ertragswert ihres Einzelunternehmens abgezogen habe. 3.3.5.1. Das Obergericht erwog, die beiden Positionen seien bei der Bewertung des Substanzwerts berücksichtigt worden. Die negativen Beträge müssten nicht einzeln aufgeführt werden, da das Unternehmen als rechtlich finanzielle Einheit bewertet werde. 3.3.5.2. Damit hat das Obergericht in Einklang mit Art. 211 ZGB den Grundsatz, wonach Unternehmen als rechtlich finanzielle Einheit zu bewerten sind (BGE 136 III 209 E. 6.3.1; 125 III 1 E. 4c), angewandt. Für eine Unterscheidung nach Eigenkapital und Substanzwert für einzelne Positionen bleibt auch bei der Ermittlung der geschäftsbezogenen Ertragskraft kein Raum. Der angefochtene Entscheid ist in dieser Hinsicht nicht zu beanstanden.