Citation: 4P.207/2004 09.12.2004 E. 2

2.1 Das Kassationsgericht erwog, es dürfte zutreffen, dass der Autoverkäufer C.________ seine betrügerischen Machenschaften zum Nachteil der Beschwerdeführerin nicht aufgenommen hätte, wenn er sich nicht vorher der Zusammenarbeit eines Mitarbeiters der Beschwerdegegnerin versichert hätte; dies ändere jedoch nichts daran, dass die Beschwerdeführerin mit der Bezahlung des Kaufpreises für die nichtexistenten Leasingfahrzeuge nicht zuwartete, bis eine Positivmeldung der Beschwerdegegnerin betreffend Abschluss einer Kaskoversicherung eingegangen war; die Beschwerdeführerin habe die Kaufpreiszahlungen jeweils ohne Abwarten von Positivmeldungen bzw. von verbindlichen Versicherungsnachweisen seitens der Beschwerdegegnerin vorgenommen. Daher sei die Annahme des Handelsgerichts vertretbar, der Schaden sei aufgrund der erfolgten Zahlungen bereits entstanden, bevor sich ein Verhalten des Mitarbeiters der Beschwerdegegnerin im Sinne der behaupteten Absprache mit C.________ hätte auswirken können. Die Beschwerdeführerin wirft dem Kassationsgericht eine Verletzung des Willkürverbots vor. Sie macht geltend, die obigen Erwägungen litten an einem inneren Widerspruch, da die Beschwerdeführerin ohne das betrügerische Verhalten von C.________ (Vorlegung falscher Dokumente wie Kauf- und Leasingverträge) keine Zahlungen vorgenommen hätte. Die Beschwerdeführerin sei durch diese Fälschungen getäuscht worden und habe erst nach Zugang dieser Dokumente die Zahlungen an B.________ vorgenommen. 2.2 Willkür liegt nach ständiger Rechtsprechung nicht schon dann vor, wenn eine andere Lösung ebenfalls vertretbar erscheint oder gar vor-zuziehen wäre. Das Bundesgericht hebt einen kantonalen Entscheid nur auf, wenn er offensichtlich unhaltbar ist, mit der tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft (BGE 127 I 60 E. 5a, mit Hinweisen). Diese Voraussetzungen sind hier nicht erfüllt. Das Kassationsgericht hat den Schluss des Handelsgerichts für vertretbar erklärt, wonach die natürliche Kausalität zwischen Schaden und Verhalten der Beschwerdegegnerin aufgrund der von der Beschwerdeführerin ohne Abwarten allfälliger Negativmeldungen getätigten Zahlungen nicht gegeben sei. Eine natürliche Kausalität ist nur gegeben, wenn das vorgeworfene Verhalten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch der Erfolg entfiele (BGE 119 V 335 E. 1 S. 337). Vorliegend wäre der Schaden der Beschwerdeführerin aufgrund ihrer ohne Abwarten einer allfälligen Negativmeldung seitens der Beschwerdegegnerin getätigten Zahlungen auch bei Vornahme der angeblich pflichtwidrig unterlassenen Handlung der Beschwerdegegnerin (Meldung des fehlenden Versicherungsschutzes) eingetreten. Das Handelsgericht verneinte die natürliche Kausalität somit zu Recht. Inwiefern es widersprüchlich und damit willkürlich sein sollte, wenn das Kassationsgericht diesen Schluss als vertretbar bezeichnete, ist nicht ersichtlich. Hinzu kommt, dass die Beschwerdeführerin sogar nach einer Meldung der Beschwerdegegnerin im Dezember 2000, wonach nur vier bis fünf Fahrzeuge bei ihr versichert waren bzw. für über 180 Fahrzeuge kein Versicherungsschutz bestand, keine Abklärungen tätigte und weitere 35 Leasingverträge abschloss. Erst ihre Zweifel an der Echtheit der von C.________ für einen weiteren Leasingvertrag vorgelegten Dokumente veranlassten die Beschwerdeführerin zu Abklärungen, die schliesslich zur Aufdeckung des Betrugs führten. Die Argumentation der Beschwerdeführerin, wonach sie bei Vornahme der Negativmeldungen durch die Beschwerdegegnerin keine Zahlungen getätigt hätte, entbehrt jeglicher Grundlage. Nicht nachvollziehbar ist ferner, inwiefern das Kassationsgericht in Willkür verfallen sein sollte, indem es die - hier entscheidende - Frage der (überholenden) Kausalität prüfte. Die Willkürrüge ist unbegründet.