Citation: 7B_783/2023 E. 6.4.4

6.4.4. Zutreffend ist, dass die Erstinstanz die Frist von Art. 84 Abs. 4 StPO um ein Vielfaches überschritten hat, brauchte sie für die Ausfertigung der schriftlichen Urteilsbegründung doch fast ein Jahr. Dies stellt ein gewichtiges Indiz für eine Verletzung des Beschleunigungsgebots dar. Indes hatte das Gericht eine Vielzahl von Tatvorwürfen, gründend in einigermassen komplexen Sachverhalten, zu beurteilen. Zudem war der Beschwerdeführerin der Rechtsspruch am 2. September 2019 eröffnet worden, so dass sie diesbezüglich nicht weiter im Unklaren war. Selbst wenn ungeachtet dessen eine Verletzung des Beschleunigungsgebots festzustellen wäre, tut die Beschwerdeführerin jedoch nicht rechtsgenüglich dar, weshalb dies zu einem höheren Strafrabatt führen müsste. Mit Blick darauf, dass das Bundesgericht in vergleichbaren Fällen auch schon eine reine Feststellung der Verletzung im Urteilsdispositiv genügen liess (vgl. Urteile 6B_1399/2021 vom 7. Dezember 2022 E. 4.3 mit Hinweisen; 6B_176/2017 vom 24. April 2017 E. 2.2), trägt die Vorinstanz der langen Verfahrensdauer mit einer Reduktion der Strafe um rund 10 % hinreichend Rechnung. Die psychische Belastung, die ein Strafverfahren naturgemäss mit sich bringen kann, ändert daran nichts.