Citation: 9C_31/2023 E. 5.3

5.3. Soweit die Vorbringen sich gegen BGE 130 V 352 richten, ist darauf hinzuweisen, dass unter anderem dieser Kritik mit der Praxisänderung in BGE 141 V 281 Rechnung getragen wurde. Eingegangen wurde im Leitentscheid insbesondere auf die beweisrechtliche Problematik (E. 3.4 - 3.6 des Leitentscheids). Trotzdem ist im Zusammenhang mit der Praxisänderung ein Wiedererwägungsgrund gemäss Art. 53 Abs. 2 ATSG zu verneinen (BGE 141 V 585 E. 5.4 mit Hinweis, vgl. auch E. 5.3). Daran ändern die Ausführungen der Beschwerdeführerin nichts. Inwiefern der vorliegende Fall ein Abweichen rechtfertigen sollte, ist nicht ersichtlich, war die (nicht selten grosse) Divergenz zwischen dem medizinischen Beweisergebnis und der Verfügung doch geradezu die Standardkonstellation einer Abweisung des Rentenanspruchs aus rechtlichen Gründen. Der Einwand, die Rechtsprechungsänderung sei ein "Beleg für die zweifellose Unrichtigkeit im Sinne der ausserordentlichen Rechtsmittel" zielt daher ins Leere. Die Beschwerdeführerin scheint zu verkennen, dass es somit einzig darum geht, ob das Recht aus damaliger Sicht, unter der damaligen Sach- und Rechtslage, falsch angewendet worden ist oder nicht. Durch die Verneinung dieser Frage findet - entgegen ihrer Ansicht - keine Übertragung der alten Rechtsprechung ins neue Recht statt, sondern es wird eine Korrektur unter Berücksichtigung der damaligen Gesichtspunkte abgelehnt. Die Rügen betreffend die Verletzung von Art. 6, 8 und 14 EMRK sowie Art. 53 Abs. 2 ATSG verfangen nicht.