Citation: 2C_562/2017 E. 6.2.4

6.2.4. Ist in der Regel vorauszusetzen, wie die Beschwerdeführer einwenden, dass vor der aufenthaltsbeendenden Massnahme bei einem längeren Aufenthalt erst eine Verwarnung ausgesprochen wird (Art. 96 Abs. 2 AuG), ist dies nicht zwingend erforderlich, falls die Straftat sich gegen grundlegende Rechtsgüter wie Leib und Leben gerichtet hat, sodass ein Rückfallrisiko ausländerrechtlich nicht hingenommen werden kann (Urteil 2C_702/2016 vom 30. Januar 2017 E. 4.3.4). Die Verwarnung ist in dieser Ausgangslage nicht geeignet, das Ziel des Schutzes der Allgemeinheit vor weiteren Straftaten genügend zu garantieren, weshalb es kein Bundesrecht verletzt, wenn die kantonalen Behörden vorliegend von einer Verwarnung abgesehen bzw. eine solche nicht weiter geprüft haben. Zudem hält sich der Beschwerdeführer erst seit rund acht Jahren in der Schweiz auf, womit nicht von einem längeren Aufenthalt ausgegangen werden kann, wie dies bei Ausländern der 2. Generation der Fall ist, bei denen regelmässig der aufenthaltsbeendenden Massnahme eine ausländerrechtliche Verwarnung vorausgehen soll, die sich ihrerseits auf eine Gesetzesverletzung bezieht, welche den Widerruf der Bewilligung rechtfertigen würde (vgl. die Urteile 2C_116/2017 vom 3. Oktober 2017 E. 4.5 und 2C_126/2017 vom 7. September 2017 E. 6.6).