Citation: 9C_203/2017 E. 3.4

3.4. Der Vorinstanz wirft die Beschwerdeführerin vor, sie habe eine Rechtsverweigerung und damit eine Verletzung von Art. 29 Abs. 1 BV begangen, indem sie der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch die Gerichtsgutachter überragende Bedeutung zugemessen und damit ihre Kognition unzulässig eingeschränkt habe. Dieses Vorgehen widerspreche überdies der bundesgerichtlichen Praxis (BGE 140 V 195), sei es doch nicht allein Sache der gutachterlich tätigen Ärzte, selber abschliessend und für die rechtsanwendende Stelle (Verwaltung, Gericht) verbindlich zu entscheiden, ob das medizinisch festgestellte Leiden zu einer Arbeitsunfähigkeit führe. Obwohl die Beschwerdeführerin die Rechtslage insofern zutreffend wiedergibt, als der Entscheid über das Vorliegen einer Arbeitsunfähigkeit der Verwaltung oder dem Gericht und nicht dem Gutachter obliegt, greift die von ihr erhobene Rüge dennoch ins Leere. Das kantonale Gericht gelangte nach Würdigung der gesamten Aktenlage zum Ergebnis, dass in Übereinstimmung mit dem Gerichtsgutachten von einer vollen Arbeitsfähigkeit der Versicherten in der angestammten und jeder anderen angepassten Tätigkeit auszugehen sei. Es prüfte in diesem Zusammenhang die Stellungnahmen der einzelnen ABI-Gutachter zur Arbeitsfähigkeit auf ihre beweisrechtlich erforderliche Schlüssigkeit hin: Hinsichtlich des Fehlens einer psychiatrischen Diagnose und damit einhergehend der Annahme einer vollen Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht trug die Vorinstanz namentlich den Umstand Rechnung, dass auch die asim-Gutachter einen weitgehend unauffälligen psychopathologischen Befund erhoben hatten. Bei den Auswirkungen der geklagten Rückenschmerzen erörterte das Gericht die Frage nach dem Vorhandensein von Arbeitsschritten, die im Gehen zu verrichten sind, und folgte gestützt darauf der Einschätzung des Orthopäden des ABI (und nicht derjenigen des asim). Auch auf die vom neurologischen Experten des ABI attestierte volle Arbeitsfähigkeit ging das kantonale Gericht ein und hielt dazu fest, dem Gutachter sei durchaus bewusst gewesen, dass bei einer Tätigkeit als KV-Angestellte hauptsächlich am Computer gearbeitet werde. Dennoch habe er diesen Umstand auch angesichts der diagnostizierten symptomatischen Epilepsie nicht als hinderlich betrachtet. Es verhält sich demnach nicht so, dass das kantonale Gericht die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit der Gerichtsgutachter unbesehen übernommen hätte, vielmehr nahm das Gericht eine rechtskonforme - mit BGE 140 V 193 im Einklang stehende - Prüfung der Arbeitsfähigkeit vor. Von einer Rechtsverweigerung kann nicht die Rede sein.