Citation: 1C_573/2019 E. 4.6.2

4.6.2. Die Gemeinde ist unbestrittenermassen befugt, gemäss Art. 24 Abs. 1 des Einführungsgesetzes vom 8. Juni 1997 zum Bundesgesetz über den Schutz der Gewässer (Kantonales Gewässerschutzgesetz, KGSchG/GR; BR 815.100) einen Grundwasserschutzplan zu erlassen, wobei der Begriff "Grundwasser" gemäss Art. 4 lit. b GSchG dabei auch das "Quellwasser" umfasst. Zudem wird die Kompetenz der Gemeinden, die notwendigen Eigentumsbeschränkungen im Schutzzonenreglement festzulegen, nicht infrage gestellt. Art. 20 Abs. 2 GSchG legt fest, dass die Inhaber von Grundwasserfassungen a) die notwendigen Erhebungen für die Abgrenzung der Schutzzonen durchführen, b) die erforderlichen dinglichen Rechte erwerben und c) für allfällige Entschädigungen von Eigentumsbeschränkungen aufkommen müssen. Der Bundesrat bemerkte dazu in seiner Botschaft im Jahre 1970, es liege "auf der Hand, die Kosten für die Schutzmassnahmen den Fassungseigentümern zu überbinden" (Botschaft vom 26. August 1970 zu einem neuen Gewässerschutzgesetz und Bericht zum Volksbegehren für den Gewässerschutz, BBl 1970 II 425 ff., 462). Er brachte damit den gesetzgeberischen Willen zum Ausdruck, dass der Nutzniesser der Quelle die Kosten der Schutzmassnahmen zu tragen habe. Als Ganzes bestimmt Art. 20 Abs. 2 GSchG demnach in allgemeiner Weise, wer die Kosten, die mit der Ausscheidung von Grundwasserschutzzonen verbunden sind, grundsätzlich zu tragen hat (KELLER, a.a.O., S. 546 f.; JAYA RITA BOSE, Der Schutz des Grundwassers vor nachteiligen Einwirkungen, Diss. Zürich 1996, S. 27). Die Aufzählung in Art. 20 Abs. 2 lit. a-c GSchG ist somit nicht als abschliessend zu verstehen. Art. 20 Abs. 2 GSchG wäre somit entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin selbst auf den von ihr geltend gemachten Ausnahmefall anwendbar, dass die Quelle zuvor unbekannt war und erst durch ihre Fassung durch die Beschwerdegegnerin schutzwürdig wurde.