Citation: 1P.469/2006 08.09.2006 E. 2

Der Beschwerdeführer beanstandet insbesondere, dass ihm in Urnäsch nach seiner Festnahme mit zwei über den Kopf gestülpten Kopfkissenbezügen die Sicht genommen wurde und er so nach Herisau transportiert, dort befragt und später nach Trogen überführt wurde. Im angefochtenen Entscheid wird dargelegt, bezüglich des Sachverhalts stehe fest, dass die Polizei bei ihren Aktionen von einer gewaltbereiten Täterschaft ausgegangen sei, welche am gleichen Tag einen bewaffneten Raubüberfall verübt habe. Ausserdem habe der konkrete Verdacht bestanden, dass Y.________, der als Gewalttäter bekannt gewesen sei, als Täter in Frage komme und besondere Vorsicht zum Schutz der Polizeibeamten und von Dritten nötig sei. Wenn daher die Polizei beschlossen habe, die Verhaftung mit einem konsequenten Vorgehen ohne Risiko durchzuführen, den Betroffenen keinerlei Gelegenheit zur Flucht zu geben und mit geeigneten Massnahmen das Risiko einer Gefährdung der Beamten möglichst klein zu halten, so sei dies nicht zu beanstanden. Zu diesen Massnahmen gehöre auch, dass während der ersten Phase einer Festnahme ein Sichtschutz erstellt werde, der Verdächtige also keine Möglichkeit habe, die Polizisten zu identifizieren, aber auch in seiner Handlungsfreiheit eingeschränkt sei. Werde bei besonders gefährlich eingestuften Tatverdächtigen auf diese Massnahme verzichtet, so erhöhe sich das Risiko beträchtlich, wie andere tragisch verlaufene Fälle immer wieder gezeigt hätten. Allerdings müssten damit auch besondere Vorsichtsmassnahmen verknüpft werden, beispielsweise die regelmässige Überwachung des Betroffenen. Dies sei vorliegend, wie sich auch aus den Ausführungen des Rekurrenten ergebe, offensichtlich geschehen. Er sei bis zu seiner Ablieferung in Trogen praktisch immer unter polizeilicher Aufsicht gestanden. Es möge richtig sein, dass die Dauer dieser polizeilichen Massnahme relativ lang gewesen sei. Aber aufgrund der gesamten Umstände könne das Vorgehen der Polizeibeamten wohl als konsequent und hart, nicht aber als Amtsmissbrauch beurteilt werden. Das Verhalten der Polizei erfülle aber auch keinen anderen Straftatbestand. Es ist auch unter Berücksichtigung der Rügen des Beschwerdeführers nicht ersichtlich, inwiefern die Beurteilung durch die Staatsanwaltschaft verfassungs- oder konventionsmässige Rechte des Beschwerdeführers verletzen sollte. Dieser macht selbst nicht geltend, die Staatsanwaltschaft habe die potenzielle Gefährlichkeit des Beschwerdeführers als mutmasslichem Komplizen beim Raubüberfall falsch wiedergegeben oder willkürlich überzeichnet. Unter den beschriebenen Verhältnissen erscheint das Vorgehen der Polizeibeamten wohl als konsequent und hart, nicht aber als unverhältnismässig. Die Rüge der Verletzung der angerufenen verfassungs- und konventionsmässigen Rechte wird vom Beschwerdeführer somit zu Unrecht erhoben. Die staatsrechtliche Beschwerde ist abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann.