Citation: 4A_160/2015 E. 2.3.2

2.3.2. Die Vorinstanz führte sodann aus: "Hätte der Beklagte die Klägerin am 9. Februar 2004 oder danach auf die zeitliche Dringlichkeit der erneuten Operation hingewiesen, hätte sie sich entsprechend rechtzeitig entscheiden können". Der Beschwerdeführer rügt, diese Feststellung sei offensichtlich falsch und aktenwidrig. Der Ehemann der Beschwerdegegnerin habe nämlich als Zeuge ausgesagt, sie hätten am Termin im Februar 2004 vom Beschwerdeführer erfahren, dass eine zweite Operation sofort notwendig sei: "Er sagte, man müsse sofort operieren". Der Ehemann habe auch ausgesagt, der Beschwerdeführer habe ihnen mitgeteilt, dass das Leben der Beschwerdegegnerin in Gefahr sei, sie gelähmt werden könnte, weil die Schraube bereits gebrochen sei. In Bezug auf die angeblich gebrochene Schraube habe es sich offensichtlich um ein Missverständnis gehandelt, denn diese sei unbestritten am 9. Februar 2004 noch nicht gebrochen gewesen. Im Übrigen ergebe sich aus der Aussage des Ehemanns aber klar, dass er die Beschwerdegegnerin und ihren Mann am 9. Februar 2004 auf die Dringlichkeit der Operation hingewiesen habe, denn unbestritten sei die Beschwerdegegnerin danach nicht mehr bei ihm in Behandlung gewesen. Es geht bei dieser Rü ge in Wirklichkeit nicht um eine Aktenwidrigkeit, sondern um eine Kritik an der Beweiswü rdigung der Vorinstanz. Diese ist auf die Aussage des Ehemannes der Beschwerdegegnerin eingegangen und befand, daraus lasse sich nicht einfach schliessen, die Aufklärung über die Dringlichkeit der Operation habe am 9. Februar 2004 stattgefunden und der Zeuge habe sich lediglich in Bezug auf den Schraubenbruch geirrt. Ebenso möglich sei eine Verwechslung der Konsultationen, zumal es eine von mehreren in knapp zwei Monaten war, in denen stets eine Revisionsoperation empfohlen worden sei. Diese Würdigung des Beweismittels ist nicht willkürlich. Und insgesamt konnte die Vorinstanz willkürfrei davon ausgehen, eine Aufklärung über die Dringlichkeit der Revisionsoperation am 9. Februar 2004 sei nicht nachgewiesen, zumal sie zu Recht darauf hinwies, dass anlässlich dieser Besprechung erstelltermassen eine erneute Bilanzierung der Situation in vier Wochen vorgesehen wurde, was wenig Sinn machen würde, wenn der Beschwerdeführer tatsächlich zur sofortigen Operation geraten hätte.