Citation: 8C_495/2022 E. 4.3

4.3. Nach dem Gesagten ist der Beschwerdeführerin insofern beizupflichten, als sie nicht den Beweis des Gegenteils zu erbringen hat, sondern sich mit dem Gegenbeweis begnügen kann. Mit anderen Worten muss sie lediglich, aber immerhin, Zweifel an der Richtigkeit der Vermutungsbasis wecken, konkret an den getätigten Geldüberweisungen ins Ausland und am daraus gezogenen Schluss des Vorhandenseins anrechenbarer Einkünfte. Um den Gegenbeweis zu erbringen, die tatsächliche Vermutung also im beschriebenen Sinne zu entkräften, kann sich die Beschwerdeführerin aber nicht auf blosses Bestreiten beschränken. Vielmehr hat sie für ihre Bestreitung ihrerseits Umstände unter Beweis zu stellen, die das Gericht davon abhalten sollen, von der Wahrheit der Indizien und der daraus gezogenen Schlussfolgerung auszugehen (zum Ganzen: FamPra.ch, 2018 S. 491, 5A_182/2017 vom 2. Februar 2018 E. 3.2.2 mit Hinweisen). Ob die vom Gegenbeweis erfassten Tatsachen dazu geeignet sind, die (an die Stelle des Hauptbeweises tretende) tatsächliche Vermutung zu erschüttern, ist eine Frage der Beweiswürdigung, beschlägt also die Feststellung des Sachverhalts. Diesbezüglich gilt im Verfahren vor Bundesgericht das erwähnte strenge Rügeprinzip (vgl. E. 1.3 hiervor). Dasselbe gilt für die Frage, was eine Partei im kantonalen Verfahren im Einzelnen vortrug und was darzutun sie unterliess (BGE 140 III 16 E. 1.3.1; Urteil 4A_247/2013 vom 14. Oktober 2013 E. 1.1). Um die vorinstanzlichen Feststellungen über die erfolgten Parteivorbringen umzustossen, genügt es daher nicht, einzelne Elemente zu beanstanden und andere unangefochten stehen zu lassen (Urteil 5A_256/2016 vom 9. Juni 2017 E. 9.2.2, nicht publ. in: BGE 143 III 297).