Citation: 6B_452/2023 E. 1.7.3

1.7.3. A.________ wurde am 18. Januar 2017 verhaftet. Er war in eigener Sache bezüglich des Tötungsdelikts und des "Erpresserschreibens" bereits anlässlich der zweiten Einvernahme vom 24. Januar 2017 weitgehend geständig. Zudem schilderte er die angebliche Bedrohungslage durch E.________, welche der Grund gewesen sei, weshalb der Beschwerdeführer und er aus dem Strafvollzug hätten flüchten wollen (vgl. kant. Akten, HD/11/2). Hingegen verweigerte A.________ explizit jegliche Aussagen zu Fragen betreffend die Rolle des Beschwerdeführers im Zusammenhang mit dem "Erpresserschreiben", wobei er gar angab, der Beschwerdeführer habe ihm geraten, während des Hafturlaubs einfach wegzugehen, "er komme schon irgendwie klar" (kant. Akten, HD/11/2 S. 9). In der Folge nahm die Polizei Abklärungen zu der vom Beschwerdeführer gegenüber A.________ geschilderten Bedrohungslage durch E.________ und weitere Personen vor, deren Resultate A.________ anlässlich der Einvernahme vom 22. März 2017 mündlich eröffnet wurden. Konkret wurde A.________ anlässlich der Einvernahme vom 22. März 2017 erläutert, dass der Beschwerdeführer die ganze Geschichte mit E.________ erfunden hatte, dass es keine E.________ kompromittierende Datenfiles gebe und von diesem für sie und ihre Familien nie eine Gefahr ausgegangen sei. A.________ erklärte sich daraufhin bereit, in einer nächsten Einvernahme Aussagen zum Beschwerdeführer zu machen, sofern dieser ihn tatsächlich belogen habe (kant. Akten, HD/11/14 Ziff. 33 f. S. 16). Im Nachgang zur Einvernahme vom 22. März 2017 wurden A.________ zudem drei Polizeirapporte vom 6. Juli 2016 sowie vom 26. Januar und 27. Februar 2017 in Kopie zur Durchsicht ausgehändigt, aus welchen hervorging, dass es sich bei den Geschichten des Beschwerdeführers betreffend E.________ und die diesen belastenden Datenfiles um ein reines Fantasiegespinst handelte und die in England lebende Ex-Ehefrau des Beschwerdeführers entgegen dessen Behauptung nie entführt wurde. Daraufhin machte A.________ anlässlich der Einvernahme vom 28. März 2017 erstmals Aussagen zur Tatbeteiligung des Beschwerdeführers (kant. Akten, HD/11/15). In der Folge eröffnete die damalige Staatsanwaltschaft IV gegen den Beschwerdeführer Anfang April 2017 ein Verfahren wegen Mordes, wobei Rechtsanwalt Andrea Taormina bereits an der Hafteinvernahme des Beschwerdeführers vom 7. April 2017 als Pikettverteidiger anwesend war (kant. Akten, HD/12/7). Mit Verfügung vom 18. April 2017 wurde Rechtsanwalt Andrea Taormina zudem mit Wirkung ab 7. April 2017 als amtlicher Verteidiger bestellt. Am 27. April 2017 wurde der Beschwerdeführer in Anwesenheit von Rechtsanwalt Andrea Taormina erneut staatsanwaltschaftlich einvernommen. Im Anschluss an diese Einvernahme erfolgte am selben Tag eine Konfrontationseinvernahme mit A.________, an welcher Rechtsanwalt Andrea Taormina wiederum als Verteidiger des Beschwerdeführers anwesend war (kant. Akten, HD/11/16).