Citation: I 643/05 05.07.2006 E. 1

Die Vorinstanz hat die Bestimmungen über die Begriffe der Invalidität (Art. 8 ATSG), zum Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen (Art. 8 Abs. 1 IVG) und den Umfang des Rentenanspruchs (Art. 28 Abs. 1 IVG, in der seit 1. Januar 2004 geltenden Fassung) zutreffend dargelegt. Richtig sind auch die Ausführungen zum Eintritt des Versicherungsfalles bei beruflichen Eingliederungsmassnahmen (BGE 113 V 263 Erw. 1b mit Hinweisen), insbesondere bei Umschulung (AHI-Praxis 1997 S. 80 Erw. 1b, ZAK 1984 S. 91 oben, 1966 S. 439 Erw. 3). Darauf wird verwiesen. Zu ergänzen ist, dass es bis zum In-Kraft-Treten des ATSG an einer Legaldefinition des Begriffes der Arbeitsunfähigkeit fehlte (vgl. Meyer-Blaser, Der Rechtsbegriff der Arbeitsunfähigkeit und seine Bedeutung in der Sozialversicherung, namentlich für den Einkommensvergleich in der Invaliditätsbemessung, in: René Schaffhauser/Franz Schlauri [Hrsg.], Schmerz und Arbeitsunfähigkeit, St. Gallen 2003, S. 30). Rechtsprechungsgemäss galt eine Person als arbeitsunfähig, die infolge eines Gesundheitsschadens ihre bisherige Tätigkeit nicht mehr, nur noch beschränkt oder nur unter der Gefahr, ihren Gesundheitszustand zu verschlimmern, ausüben konnte (so zuletzt in BGE 129 V 53 Erw. 1.1 in fine mit Hinweisen). Der Grad der Arbeitsunfähigkeit wurde unter Berücksichtigung des bisherigen Berufs festgesetzt, solange von der versicherten Person nach einer gewissen Übergangsfrist (BGE 114 V 287 Erw. 3d) nicht verlangt werden konnte, ihre restliche Arbeitsfähigkeit in einem anderen Berufszweig zu verwerten (BGE 114 V 283 Erw. 1d mit Hinweisen). Ausgangspunkt einer Arbeitsunfähigkeit ist stets die Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit. Beeinträchtigung meint alle Abweichungen von der physiologischen und psychologischen Normalität, sofern und soweit sie sich in morphologischen Schädigungen, funktionellen Ausfällen oder in mentalen, kognitiven, emotionalen oder intellektuellen Defiziten ausdrücken. Worin diese Schädigungen und Ausfälle begründet sind, spielt vom Aspekt der versicherungsrechtlichen Zurechnung abgesehen keine Rolle (vgl. Meyer-Blaser, a.a.O., S. 35 f.). Diese Umschreibung der Arbeitsunfähigkeit ist in die Definition des ATSG eingeflossen, nach dessen Art. 6 die Arbeitsunfähigkeit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit ist, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1); bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem andern Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2) (zur Entstehung vgl. namentlich Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, Kommentar zum Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000, Zürich 2003, Rz 1 zu Art. 6). Die nunmehr vorliegende positivrechtliche Begriffsumschrei-bung weicht mithin nicht wesentlich vom Begriff der Arbeitsunfähigkeit gemäss früherer Rechtspraxis ab. Die bis zum 31. Dezember 2002 ergangene diesbezügliche Rechtsprechung bleibt folglich weitestgehend anwendbar (BGE 130 V 345 Erw. 3.1).