Citation: 8C_334/2009 25.08.2009 E. 5.2

5.2.1 Der Beschwerdegegner schloss 1992 seine vierjährige Ausbildung zum Landmaschinenmechaniker ab und arbeitete bis Ende 1995 im erlernten Beruf. Anfangs 1996 wurde er als landwirtschaftlicher Mitarbeiter auf dem von seinem Bruder geführten elterlichen Hof angestellt. Während er sich zu Beginn in den Wintermonaten auswärts noch ein geringes Zusatzeinkommen als Mechaniker erwirtschaftet hatte, ist ein solches ab 1999 nicht mehr ausgewiesen (vgl. Auszug aus dem Individuellen Konto [IK] vom 15. Januar 2004; Gutachten des Zentrums Y.________ vom 5. Oktober 2007, S. 19 unten). Sowohl er als auch sein Bruder sind alleinstehend. Anlässlich einer Besprechung mit einem Vertreter des Schadenaussendienstes der Beschwerdeführerin am 3. Dezember 2003 wurde als Motivation des Versicherten, wieder landwirtschaftlich tätig zu sein, angegeben, er habe einfach zu Hause als Landwirt arbeiten wollen, denn dies gefalle ihm. Dem zuhanden der IV-Stelle erstellten Abklärungsbericht Landwirtschaft vom 15. Dezember 2006 ist zu entnehmen, dass der Hof die beiden Brüder auf Dauer ertragsmässig nicht ernähren könnte und spätestens wenn der Beschwerdegegner eine eigene Familie hätte gründen wollen, eine berufliche Umorientierung zwingend erforderlich geworden wäre. Vor dem Unfall habe der Versicherte seinen Bruder lediglich unterstützt, weil er die Mutter und den - im Herbst 2006 verstorbenen - pflegebedürftigen Vater habe entlasten wollen und die Anstellung einer externen Hilfskraft finanziell für den Betrieb nicht tragbar gewesen wäre. 5.2.2 Nach Lage der Akten ist ausgewiesen, dass der Beschwerdegegner im Zeitpunkt seines Unfalles vom 29. September 2003 bereits fast acht Jahre bei seinem Bruder auf dem elterlichen Hof tätig war. Auch wenn die Entscheidung, in die Landwirtschaft zurückzukehren, zu Beginn wohl auch familiär motiviert gewesen sein dürfte (Unterstützung des Bruders und der Mutter), kann auf Grund der Dauer des Verbleibens entgegen der vorinstanzlichen Betrachtungsweise nicht von einem eigentlichen Zwang durch äussere Gegebenheiten gesprochen werden, welcher den Versicherten zu einem (vorübergehenden) Verlassen seines angestammten Berufes veranlasst hätte, zu dem er nach Dahinfallen des "Störungsfaktors" wieder zurückgekehrt wäre. Vielmehr scheint die berufliche Umorientierung, in deren Rahmen der Beschwerdegegner seine erlernten Fähigkeiten als Landmaschinenmechaniker ebenfalls einbringen konnte, durchaus, auch wenn mit finanziellen Einbussen verbunden, seinen eigenen Wünschen entsprochen zu haben, wie insbesondere die - noch nicht bewusst oder unbewusst von Überlegungen versicherungsrechtlicher Art beeinflusste - Befragung von Dezember 2003 zeigt. Aus denselben Gründen ist den unterschriftlich bestätigten Aussagen der Mutter des Versicherten vom 19. September 2008, wonach er im Gesundheitsfall nicht auf dem Hof geblieben wäre bzw. sich allein infolge äusserer Umstände zur Mitarbeit gezwungen gesehen habe, die volle Beweiskraft abzusprechen. Es fehlt sodann auch, worauf die Beschwerdeführerin zutreffend hinweist, an Indizien (im Sinne von Stellenbewerbungen, Vorstellungsgesprächen oder Arbeitsverträgen), die konkrete Schritte für eine im Unfallzeitpunkt bevorstehende bzw. in näherer Zukunft beabsichtigte vollzeitige Wiederaufnahme der Tätigkeit als Landmaschinenmechaniker belegen, zumal die Verhältnisse - weder der Versicherte noch sein Bruder befinden oder befanden sich in gefestigten Beziehungen, die in absehbarer Zeit auf die Gründung eines eigenen Hausstandes (und damit auf Grund der geringen betrieblichen Ertragskraft auf einen notwendigen Auszug des Beschwerdegegners) schliessen liessen, auch nach dem Tod des Vaters im Herbst 2006 blieb der Bruder weiterhin existentiell auf die Mithilfe des Versicherten angewiesen etc. - eine solche auch nicht nahe legten bzw. erforderlich machten. Der Umstand, dass sich der Beschwerdegegner zu Beginn seiner Anstellung bei seinem Bruder in der Winterzeit jeweils auch noch aushilfsweise auswärts als Landmaschinenmechaniker betätigte, kann ferner entgegen der Argumentation des kantonalen Gerichts ebenfalls nicht als Anhaltspunkt für eine geplante Rückkehr in den bisherigen Beruf gewertet werden, hat er diese Einsätze gemäss IK-Auszug doch bereits Ende 1998 - und damit fünf Jahre vor dem Unfall - aufgegeben. Nach dem Gesagten erscheint es zwar möglich, dass der Beschwerdegegner ohne gesundheitliche Beeinträchtigungen längerfristig die Absicht gehegt hätte, wieder in seinem angestammten Beruf Fuss zu fassen. In Anbetracht der dargelegten Sachlage ist jedoch - jedenfalls für den vorliegend massgeblichen Beurteilungszeitraum (vgl. E. 4.2 hievor) - als mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt anzusehen, dass der Versicherte auch ohne Unfallereignis weiterhin für seinen Bruder landwirtschaftlich tätig gewesen wäre. Es hat demnach, da die übrigen Bemessungsfaktoren unbestritten geblieben sind (vgl. E. 4.2 hievor), beim Einspracheentscheid der Beschwerdeführerin vom 18. August 2008 - und damit u.a. bei einer Invalidenrente auf der Basis eines Erwerbsunfähigkeitsgrades von 40 % - sein Bewenden. Anzumerken bleibt mit der Allianz, dass, sollte der Bruder des Beschwerdegegners dereinst eine Familie gründen und den bäuerlichen Betrieb im Rahmen der bestehenden Verhältnisse weiterführen, was die Notwendigkeit des Auszugs des Versicherten bedeutete, die Rente allenfalls einer materiellen Revision unterzogen werden müsste.