Citation: 6B_701/2023 E. 4.3.2

4.3.2. Selbst wenn die Beschwerde in diesem Punkt hinreichend begründet und mit dem Beschwerdeführer von einem schweren persönlichen Härtefall auszugehen wäre, wäre die ausgesprochene Landesverweisung nicht zu beanstanden, da die Vorinstanz zutreffend festhält, dass das öffentliche Interesse an einer Landesverweisung das private Interesse des Beschwerdeführers am Verbleib in der Schweiz überwiegt, wozu sich dieser nicht äussert. Hinsichtlich der rechtlichen Voraussetzungen für die Anordnung einer Landesverweisung wie auch deren Anwendung auf den konkreten Fall kann grundsätzlich auf die Begründung der Vorinstanz verwiesen werden (Urteil S. 48 ff.). Der Beschwerdeführer ist türkischer Staatsangehöriger und verfügt in der Schweiz über keinen Aufenthaltstitel. Beim gewerbsmässigen Diebstahl handelt es sich um eine Katalogtat im Sinne von Art. 66a Abs. 1 lit. c StGB, welche obligatorisch eine Landesverweisung von 5 - 15 Jahren nach sich zieht. Diesbezüglich ist mit der Vorinstanz festzuhalten, dass der Beschwerdeführer mehrfach und in schwerwiegender Weise gegen die Rechtsordnung der Schweiz verstossen hat, indem er über einen Zeitraum von zirka fünf Jahren massenhaft fremde Ware im geschätzten Wert von Fr. 100'000.-- aus diversen Geschäften entwendete, diese in seinem Keller lagerte und sie für den Weiterverkauf vorbereitete (Urteil S. 23 f.). Es ist nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz betreffend (Laden-) Diebstähle angesichts der intensiven Delinquenz des Beschwerdeführers von einer erhöhten Rückfallgefahr ausgeht und festhält, angesichts der auszufällenden Freiheitsstrafe von zwei Jahren und elf Monaten - wovon zwei Jahre und sechs Monate als Einsatzstrafe auf den als Anlasstat geltenden gewerbsmässigen Diebstahl entfielen - könne nicht mehr von einer Bagatelle gesprochen werden (Urteil S. 52 f.). Damit besteht ein deutliches öffentliches Interesse an der Landesverweisung des Beschwerdeführers. Demgegenüber bezeichnet die Vorinstanz das private Interesse des Beschwerdeführers an einem Verbleib in der Schweiz zutreffend als gering. Wie sie zu Recht festhält, besteht dieses im Wesentlichen darin, dass er mehrere Jahre in der Schweiz gelebt und hier eine Familie mit Kindern gegründet hat. Gestützt auf die verbindlichen vorinstanzlichen Feststellungen ist jedoch davon auszugehen, dass sich der Beschwerdeführer weder bei der Kinderbetreuung noch in finanzieller Hinsicht in relevanter Weise am Familienleben beteiligt, sondern die meiste Zeit in seinem Zimmer oder ausserhalb der Wohnung verbringt, wobei sich seine Frau um die Kinder und den Haushalt kümmert sowie arbeitet. Daraus schliesst die Vorinstanz zutreffend, dass mit Ausnahme des Umstands, dass der Beschwerdeführer mit seiner Familie zusammen wohnt, ein tatsächlich gelebtes Familienleben im Wesentlichen nicht erkennbar ist (Urteil S. 52). Angesichts dieser eher losen Beziehung und in Berücksichtigung des Alters seiner Kinder könnte der Beschwerdeführer im Falle einer Landesverweisung den Kontakt zu seinen Familienangehörigen mittels Besuchen oder durch moderne Kommunikationsmittel aufrecht erhalten. Soweit er geltend macht, er kümmere sich jeweils morgens um die Kinder, wenn seine Ehefrau um 05.00 Uhr zur Arbeit gehe, ist davon auszugehen, dass es der Ehefrau gelingen dürfte, sich anders zu organisieren. Jedenfalls steht dieser Umstand einer Landesverweisung nicht entgegen. Indem der Beschwerdeführer sinngemäss sein Interesse am Verbleib in der Schweiz damit begründet, dass er psychisch krank sei, weicht er von den verbindlichen Feststellungen der Vorinstanz ab, wonach er keine psychische Störung mit Krankheitswert habe (vgl. E. 4.2 hiervor). Die Vorinstanz hält weiter fest, der Beschwerdeführer habe die prägenden Kinder- und Jugendjahre sowie seine Schulbildung in der Türkei verbracht, wo er auch sozialisiert worden sei. Er spreche türkisch und sei mit der Türkei als seiner Heimat und der dortigen Kultur vertraut. Er habe einen Grossteil seiner Familie in der Türkei, besuche diese regelmässig und telefoniere täglich mit den Verwandten und Bekannten in der Türkei. Demgegenüber habe er mit den Verwandten, die hier in der Schweiz lebten, nicht viel oder keinen Kontakt. Der Beschwerdeführer spreche trotz seiner langjährigen Anwesenheit nur schlecht Deutsch und habe in der Schweiz mit Ausnahme seiner Familie im Wesentlichen keine sozialen Kontakte. Er und seine Familie seien bis anhin mehrheitlich vom Sozialamt finanziert worden. Nach Lage der Akten habe der Beschwerdeführer zuletzt von April 2001 bis November 2002 gearbeitet (Urteil S. 51). Es ist nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz gestützt auf diese tatsächlichen Feststellungen davon ausgeht, dass der Beschwerdeführer in der Schweiz weder beruflich noch sozial integriert ist und seine Wiedereingliederung in der Türkei dank seinen dortigen familiären sowie freundschaftlichen Kontakten und der türkischen Sprachkenntnisse leichter fallen dürfte als in der Schweiz (vgl. Urteil S. 51 und S. 53). Dass seine Integration in der Türkei aufgrund des Erdbebens vom 6. Februar 2023 schwieriger werden dürfte, bringt der Beschwerdeführer soweit ersichtlich erstmals vor Bundesgericht vor, ohne jedoch darzulegen, inwiefern erst das vorinstanzliche Urteil Anlass dazu gegeben haben soll. Dies ist denn auch nicht ersichtlich, weshalb darauf nicht weiter einzugehen ist (vgl. Art. 99 Abs. 1 BGG; BGE 148 IV 362 E. 1.8.2).