Citation: 6B_701/2019 E. 2.4

2.4. Die Rüge erweist sich als begründet. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Beschwerdeführer in der Anklageschrift vor, viermal illegal in die Schweiz eingereist zu sein. Die Vorinstanz erachtet im Gegensatz zum Bezirksgericht jedoch nur zwei Einreisen unter Verstoss gegen das AuG für erwiesen, weshalb wegen der nicht erwiesenen Vorwürfe der rechtswidrigen Einreisen um den 21. Dezember 2017 und im Februar 2018 ein (Teil-) Freispruch hätte ergehen müssen. Da die Urteilsformel neben den Schuldsprüchen den Beschwerdeführer nicht "im Übrigen" freispricht, erledigt sie den durch die Anklage vorgegebenen Prozessgegenstand nicht vollständig (vgl. BGE 142 IV 378 E. 1.3). Neben den zwei (Teil-) Freisprüchen hat die Vorinstanz zudem die Strafe um einen Monat reduziert. Bei diesem Verfahrensausgang kann nicht von einem vollständigen Unterliegen des Beschwerdeführers gesprochen werden. Dass die Vorinstanz das Dispositiv des Bezirksgerichts unverändert übernimmt und den Beschwerdeführer erneut wegen mehrfacher rechtswidriger Einreise und mehrfachen rechtswidrigen Aufenthalts (jeweils in zwei statt vier Fällen) verurteilt hat, ändert nichts daran, dass dieser im Berufungsverfahren teilweise obsiegt i.S.v. Art. 428 Abs. 1 StPO.