Citation: 8C_531/2017 E. 4.2.2

4.2.2. Vorweg hat das kantonale Gericht zutreffend erkannt, dass dem von der SWICA geltend gemachten Wiedererwägungsgrund, wonach bereits gemäss MEDAS-Gutachten die psychischen Gesundheitsbeeinträchtigungen nicht unfallkausal waren, nicht gefolgt werden kann. Denn bei den anlässlich der letzten Rentenrevision 2011 massgebend gewesenen Akten (vgl. E. 2.2) fanden sich weder im MEDAS-Gutachten noch in anderen medizinischen Berichten explizite Hinweise, welche den Wegfall des natürlichen Kausalzusammenhanges der psychischen Beschwerden zum Unfall postuliert hätten. Soweit die Vorinstanz jedoch aus der 2011 gegebenen Aktenlage auf die zweifellose Unrichtigkeit der damals von der Beschwerdegegnerin anerkannten Arbeitsunfähigkeit gemäss Abklärungen der Invalidenversicherung schloss, sind die hiegegen erhobenen Einwände des Beschwerdeführers begründet. Offensichtlich war das polydisziplinäre MEDAS-Gutachten vom 7. Juli 2009 ursprünglich auch nach kritischer Einschätzung der Psychiaterin Dr. med. D.________ vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) der IV-Stelle Bern erläuterungsbedürftig. Deshalb ersuchte sie die Leitung der MEDAS mit Schreiben vom 15. April 2010 um Klarstellung der Arbeitsfähigkeitsbeurteilung. Die MEDAS nahm mit Schreiben vom 1. Juni 2010 zuhanden der RAD-Psychiaterin Stellung. Demnach war der Versicherte hinsichtlich einer leidensangepassten, leichten bis mittelschweren, wechselbelastenden Tätigkeit voll arbeitsfähig. Die Arbeit in einem Team oder mit Kunden war ihm jedoch gemäss MEDAS-Gutachter nur zu 4,5 Stunden pro Tag zumutbar. Gestützt auf das MEDAS-Gutachten, die ergänzende Stellungnahme der MEDAS, die im Übrigen bereits damals umfangreiche medizinische Aktenlage sowie ausdrücklich unter Mitberücksichtigung der Ergebnisse ihrer eigenen fachärztlichen Untersuchung des Versicherten gelangte die RAD-Psychiaterin zur Überzeugung, in Bezug auf eine den psychischen und physischen Erfordernissen angepasste Arbeitsstelle sei dem Versicherten eine 50%-ige Arbeitsfähigkeit zumutbar (zur Aufgabe des RAD, die Leistungsfähigkeit zu beurteilen vgl. Art. 59 Abs. 2 und 2bis IVG; Art. 49 IVV; BGE 135 V 254 E. 3.3.2 S. 257; SVR 2011 IV Nr. 2 S. 7, 9C_904/2009 E. 2.2). Zu Recht verweist der Beschwerdeführer darauf, IV-Stelle und RAD-Ärztin hätten anlässlich der revisionsweisen Sachverhaltsabklärung 2010 im Rahmen des ihnen bei der Beweiswürdigung zustehenden Ermessens gehandelt. Denn wie dargelegt (E. 4.2.1 hievor) ist hier mit Blick auf die fragliche Erfüllung der Wiedererwägungsvoraussetzungen nicht eine voraussetzungslose Neuprüfung der Arbeitsfähigkeitsschätzung in Bezug auf die zwischen 2009 und 2011 durchgeführte Rentenrevision vorzunehmen. Soweit die SWICA mit rechtskräftigem Einspracheentscheid vom 23. Februar 2011 den von der Invalidenversicherung revisionsweise ermittelten Invaliditätsgrad von 49% übernommen und damit in tatsächlicher Hinsicht auf die Arbeitsfähigkeitsschätzung der RAD-Psychiaterin vom 7. Juni 2010 abgestellt hat, ist - entgegen dem angefochtenen Entscheid - weder von einer zweifellosen Unrichtigkeit noch einer klaren Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes auszugehen.