Citation: 9C_553/2020 E. 5.2

5.2. Aktenwidrig ist die Behauptung, die Eltern der Beschwerdefüherin hätten im Behandlungszeitpunkt keine Kenntnis der alternativ zur Verfügung stehenden Behandlungsmassnahmen gehabt. Den Akten lässt sich vielmehr entnehmen, dass sie bereits kurz nach der Geburt durch den behandelnden Arzt Dr. med. F.________ erstmals auf die Möglichkeit einer Rotationsplastik (Umdrehoperation) aufmerksam gemacht wurden (Bericht vom 6. März 2012 über die Konsultation vom 5. März 2012) und eine solche Operation auch von den im weiteren Verlauf konsultierten Spezialisten als Behandlungsoption genannt wurde. Selbst Dr. med. E.________, der letztlich am 21. Oktober 2015 das Superhip 2 Procedure vornahm, führte in seinem Bericht vom Juni 2012 aus, dass in Fällen einer Deformität vom Typ IIIB nach Paley eine Rotationsplastik die beste Option darstelle (wörtlich: "In such cases, I think the best option is a rotationplasty",) und diskutierte diese Option auch in der Folge mit den Eltern (vgl. seinen Bericht vom 17. Februar 2014). Aus den aktenkundigen - und bereits von der Vorinstanz wiedergegebenen - Berichten erhellt, dass die konsultierten Ärzte in der Folge den Versuch eines rekonstruktiven Vorgehens mittels Superhip 2 Procedure und anschliessender Beinverlängerung primär deshalb unterstützten, weil die Akzeptanz der Eltern für eine Stabilisierung der Hüfte etwa durch eine Rotationsplastik mit anschliessender orthoprothetischer Versorgung nicht erreicht werden konnte. Daraus lässt sich für den Rechtsstandpunkt der Versicherten nichts gewinnen.