Citation: 8C_261/2022 E. 4.3.1

4.3.1. Hinsichtlich der Frage nach der Einheit des Krankengeschehens gilt es zu bedenken, dass einerseits neue - unfallfremde - Gründe für ein Beschwerderezidiv verantwortlich sein können, andererseits ist es auch bei ununterbrochen anhaltenden Symptomen möglich, dass nach und nach eine andere Ursache an die Stelle des Unfalls tritt und diesen als massgebenden kausalen Faktor ablöst (vgl. Urteil U 344/03 vom 9. Dezember 2004 E. 3.3). Selbst wenn der Beschwerdegegner in den mehrmonatigen Phasen, während der er keiner medizinischen Behandlung bedurfte, gelegentlich unter einschlägigen Beschwerden litt oder gar nie ganz beschwerdefrei war, kommt diesen nicht die Eigenschaft eindeutiger Brückensymptome zu; jedenfalls waren sie in den genannten Zeiträumen nicht so erheblich, dass sie eine Behandlung erforderten oder die Arbeitsfähigkeit einschränkten. Die Beschwerdeführerin bringt zu Recht vor, dass für das Fehlen von Brückensymptomen keine vollständige Beschwerdefreiheit verlangt wird (STEGER-BRUHIN, a.a.O., S. 179; vgl. auch Urteil M 2/99 vom 24. Januar 2000 E. 3b). Überdies klagte der Beschwerdegegner gemäss eigenen Angaben bereits vor dem Unfall über andauernde HWS-Beschwerden, die ihn zur Aufgabe von sportlichen Freizeitaktivitäten (Tennis und Squash) zwangen (unterschriftlich bestätigtes Protokoll des MV-Inspektors vom 18. März 1998;).