Citation: 2C_443/2023 E. 3.3.2

3.3.2. Hierzu ist indessen Folgendes festzuhalten: Gemäss der Vorinstanz regeln weder die anwendbare Prüfungsordnung (Prüfungsordnung über die Berufsprüfung Finanzplanerin / Finanzplaner vom 9. Oktober 2008 mit Änderung vom 26. September 2011) noch die diesbezügliche Wegleitung, ob und inwiefern die Präsentation an der mündlichen Prüfung durch Zwischenfragen zwecks Hilfestellung unterbrochen werden darf. Sie geht deshalb in Bezug auf die Anzahl und den Inhalt von Fragen anlässlich einer mündlichen Präsentation von einem erheblichen Beurteilungsspielraum der Experten aus. Dieser Schluss ist nicht zu beanstanden, zumal er auch seitens der Beschwerdeführerin nicht substanziiert bestritten wird. Entsprechend lässt sich aus dem blossen Umstand, dass es an der mündlichen Prüfung der Beschwerdeführerin zu Unterbrechungen gekommen ist, noch nicht auf einen Verfahrensmangel schliessen. Gemäss den ebenfalls unbestritten gebliebenen Ausführungen der Prüfungsexpertin stellten die Unterbrechungen zudem Hilfestellungen zu Gunsten der Beschwerdeführerin dar, damit diese keine Zeit mit der Behandlung von nicht punkterelevanten Themen verliere. Vor diesem Hintergrund durfte die Vorinstanz aus den fehlenden (konkreten) Vorbringen der Beschwerdeführerin zu Zahl, Dauer und Inhalt der erfolgten Unterbrechungen schliessen, dass sich nicht feststellen lasse, inwieweit die Präsentationszeit durch die Zwischenfragen verlängert respektive die Konzentrationsfähigkeit der Beschwerdeführerin gestört worden sei. Das "massive Abweichen" von der Aufgabenstellung bleibt nach dem Gesagten letztlich eine nicht weiter belegte Behauptung der Beschwerdeführerin. Die Vorinstanz verweist in diesem Kontext zu Recht darauf, dass zwar eine Pflicht zur amtlichen Sachverhaltsfeststellung (Art. 12 VwVG) besteht, dass dies aber nichts an der objektiven Beweislast ändert. Diese ist auch im Anwendungsbereich des Untersuchungsgrundsatzes von der Beweisführungslast und dem Beweismassstab zu unterscheiden: Kommt die Beweiserhebung nicht zu einem eindeutigen Ergebnis, wirkt sich dies - analog Art. 8 ZGB - in der Regel zulasten der Person aus, die aus der unbewiesen gebliebenen Tatsache Rechte hätte ableiten können (BGE 144 II 332 E. 4.1.3; Urteil 2C_150/2024 vom 25. September 2024 E. 4.3.1 [zur Publikation vorgesehen]).