Citation: 1P.842/2006 25.04.2007 E. 2

Wird der Kostenvorschuss nicht rechtzeitig geleistet, so ist gemäss Art. 150 Abs. 4 OG auf die Beschwerde nicht einzugetreten, sofern die Frist nicht wiederhergestellt werden kann. 2.1 Eine versäumte Frist kann wiederhergestellt werden, wenn der Gesuchsteller oder sein Vertreter durch ein unverschuldetes Hindernis abgehalten worden ist, innert der Frist zu handeln, und binnen zehn Tagen nach Wegfall des Hindernisses unter Angabe desselben die Wiederherstellung verlangt und die versäumte Rechtshandlung nachholt (Art. 35 Abs. 1 OG). Das Gesetz lässt somit die Wiederherstellung nur zu, wenn der Partei - und gegebenenfalls ihrem Vertreter - kein Vorwurf gemacht werden kann (BGE 112 V 255 E. 2a S. 255 f. mit Hinweisen); denn die Wiederherstellung kann nur in Fällen klarer Schuldlosigkeit gewährt werden (nicht amtlich publizierte E. 2 von BGE 114 Ib 56, publ. in: Pra 1988 Nr. 152). Dies ist dann der Fall, wenn die säumige Person aus hinreichenden objektiven oder subjektiven Gründen davon abgehalten worden ist, fristgerecht zu handeln oder eine Vertretung zu bestellen (BGE 119 II 86 E. 2 S. 87). 2.2 Der Anwalt des Beschwerdeführers führt hierzu aus, dass der Beschwerdeführer heroinsüchtig sei und an einem Programm für die Behandlung mit Heroin (Diacetylmorphin) teilnehme; dieses werde ihm mehrmals pro Tag verabreicht. Es sei gerichtsnotorisch, dass eine Drogensucht die Auffassungsgabe und die Handlungsfähigkeit stark einschränke. So sei der Beschwerdeführer auch immer wieder in einem Zustand, während dessen er nicht viel von seiner Umwelt mitbekomme und nicht zu rationalem Handeln fähig sei. Offenbar sei dies auch in der Woche vom 15. - 19. Januar 2007 der Fall gewesen, weshalb er nicht in der Lage gewesen sei, den geforderten Kostenvorschuss zu leisten oder fristgerecht seinem Anwalt zu antworten. 2.3 Aus dem eingereichten Arztzeugnis von Oberarzt Dr. A.________ vom 23. März 2007 geht hervor, dass der Beschwerdeführer seit dem 10. Mai 2006 an einer heroingestützten Behandlung der Universitären Psychiatrischen Dienste Bern in Thun teilnimmt und mit einer Tagesdosis von 2 x 300mg Diacetylmorphin behandelt wird. Diese Behandlung selbst beeinträchtigt nach Auffassung des Arztes die Fähigkeit, sich um die Verpflichtungen im Alltag zu kümmern, kaum. Allerdings hätten viele Patienten im Laufe ihrer langjährigen Suchtkarrieren ein Konsummuster im Sinne einer Polytoxikomanie ausgebildet. Der Mischkonsum, vor allem wenn Benzodiazepine und Alkohol beteiligt seien, führe zu einer starken Beeinträchtigung der intellektuellen Fähigkeiten: Gedächtnisstörungen bis zu Phasen mit Amnesie träten auf, Verpflichtungen würden vergessen oder vernachlässigt. Auch bei dem Beschwerdeführer bestehe phasenweise klinisch der Verdacht, dass ein Beikonsum von Benzodiazepinen vorliegen könnte. Dies äussere sich durch vermehrte Intoxikationszeichen nach der Applikation des Diacetylmorphins. Diese klinischen Zeichen seien in den letzten Wochen - auch im Zeitraum vom 15. - 19. Januar 2007 - wiederholt festgestellt worden. 2.4 Es erscheint fraglich, ob der mit dem Arztzeugnis belegte Sachverhalt ein Verschulden des Beschwerdeführers bzw. dessen Vertreters ausschliesst: Die staatlich bewilligte Heroinbehandlung selbst beeinträchtigt die intellektuellen Kapazitäten des Beschwerdeführers nach Aussage des verantwortlichen Oberarztes kaum; diese werden erst durch den Mischkonsum von Benzodiazepinen bzw. Alkohol stark beeinträchtigt. Nachdem dieser Effekt auch dem Beschwerdeführer bekannt sein muss, ist ihm der Vorwurf zu machen, dass er zumindest jemanden mit der Wahrnehmung seiner Verpflichtungen hätte beauftragen müssen, für die Zeiträume, in denen er zu rationalem Handeln nicht fähig ist. Auch vom Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hätte erwartet werden können, dass er sich angesichts der langen Suchtkarriere seines Mandanten nicht mit der Übermittlung der Verfügung bzw. einer einmaligen Aufforderung zur Einzahlung des Prozesskostenvorschusses begnügt.