Citation: 6B_210/2022 E. A

Das Obergericht des Kantons Zürich sprach A.________ am 15. Oktober 2021 im Berufungsverfahren gegen das Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 25. November 2020 zweitinstanzlich der Schändung schuldig. Es bestrafte ihn mit einer bedingten Freiheitsstrafe von 15 Monaten und erteilte ihm ein lebenslängliches Tätigkeitsverbot (Art. 67 Abs. 4 StGB). Von der Anordnung der Landesverweisung, der Abnahme einer DNA-Probe sowie der Erstellung eines DNA-Profils sah es ab. Ferner stellte das Obergericht die grundsätzliche Schadenersatzpflicht von A.________ gegenüber der Privatklägerin fest und verwies diese zur genauen Feststellung ihres Schadenersatzanspruchs auf den Weg des Zivilprozesses. Schliesslich verpflichtete es ihn, der Privatklägerin Fr. 1'500.--, zuzüglich 5 % seit 1. Oktober 2019, als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wies es das Genugtuungsbegehren ab. Das Obergericht ging von folgendem Sachverhalt aus: B.________ begab sich am 1. Oktober 2019 in ein Ärztezentrum, weil sie Schnupfen, Husten sowie Halsschmerzen hatte und ein Arbeitsunfähigkeitszeugnis benötigte. Anlässlich der Konsultation untersuchte der Arzt A.________ zunächst ihren Oberkörper und führte dann eine anale bzw. rektale sowie eine vaginale Untersuchung durch. Vor der analen Untersuchung sagte er B.________, dass er sie wegen ihrer Bauchschmerzen auf Hämorrhoiden untersuchen müsse. Dabei fragte er sie, ob sie an Verstopfung leide, was sie verneinte. Weiter erkundigte er sich, ob sie Hämorrhoiden und Blutungen habe, was sie ebenfalls verneinte. Für die Rektaluntersuchung legte sich B.________ seitlich auf die Untersuchungsliege. Auf Anweisung von A.________ zog sie ihre Hose und Slip bis zu den Oberschenkeln herunter. Der Arzt sass hinter ihr, als er mit einem Finger anal in sie eindrang und sie abtastete. Weiter untersuchte er den Bereich rund um den Analeingang. Dabei trug er Handschuhe. B.________ fühlte sich bei der analen und digital-rektalen Untersuchung unwohl, stufte sie aber noch als sachgerecht ein, da im Gespräch mit dem Arzt auch Bauchschmerzen bzw. Verdauungsprobleme thematisiert worden seien. Im Zeitpunkt der Konsultation bestanden indes keine derartigen Beschwerden. In der Folge teilte A.________ der Patientin mit, er werde sie noch "vaginal" bzw. "hier" oder "da unten" untersuchen. Weitere Erklärungen erfolgten nicht. Die Untersuchung im Vaginalbereich fand in unveränderter Position und wieder von hinten statt. B.________ lag immer noch auf der linken Körperseite und drehte A.________ den Rücken zu. Zunächst tastete er aussen ab, wobei er über ihre Schamlippen strich und kurz einen Finger auf die Klitoris legte. Danach drang er mit einem Finger in ihre Vagina ein und tastete sie innerlich ab. Dabei trug er keine Handschuhe.