Citation: 6B_62/2010 06.04.2010 E. 5

5.1 Der Schluss der Vorinstanz, die geltend gemachte Tatsache liege nicht vor bzw. sie sei nicht geeignet, die Grundlagen des früheren Urteils zu erschüttern, verletzt kein Bundesrecht. Zunächst misst die Vorinstanz den beiden schriftlichen Bestätigungen der Beschwerdegegnerin 2 für sich allein zu Recht keine erhebliche Bedeutung bei. Hiefür spricht schon, dass der im Schreiben vom 3. Oktober 2008 angeführte Grund für die angebliche Falschbeschuldigung nicht nachvollziehbar ist. So nimmt die Vorinstanz zutreffend an (angefochtenes Urteil S. 9 f.), die vom angeblichen "B.________" beabsichtigte Heirat mit der Beschwerdegegnerin 2 hätte unabhängig vom Widerruf ihrer früheren Aussagen erfolgen können, da der Gefängnisaufenthalt des Beschwerdeführers sie nicht an der Eheschliessung gehindert hätte. Noch weniger leuchte ein, aus welchen Gründen die Beschwerdegegnerin 2 damals unter grossem Druck gestanden bzw. gar in Lebensgefahr geschwebt haben soll, zumal dieser "B.________" nach der Schilderung im Schreiben vom 3. Oktober 2008 den Kontakt zu ihr unvermittelt abgebrochen und sich danach nicht mehr bei ihr gemeldet habe. Insofern ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz im Rahmen der Prüfung der Begründetheit des Revisionsgesuchs die Beschwerdegegnerin 2 formell als Auskunftsperson befragt hat. Dass sie gestützt auf diese Einvernahme, in welcher die Beschwerdegegnerin 2 an ihren ursprünglichen Belastungen festhielt, die beiden Schriftstücke nicht als glaubhaft wertet und zum Schluss gelangt, die geltend gemachte neue Tatsache sei nicht begründet (angefochtenes Urteil S. 11 f.), ist nicht schlechterdings unhaltbar. Dass die Vorinstanz die Voraussetzungen für die Wiederaufnahme des Verfahrens verneint, ist daher nicht zu beanstanden. Was der Beschwerdeführer hiegegen vorbringt, führt zu keinem anderen Ergebnis. Soweit er sich gegen die Würdigung der Aussage der Beschwerdegegnerin 2 in der Einvernahme vom 6. Mai 2009 wendet, erschöpft sich seine Beschwerde weitgehend in einer unzulässigen appellatorischen Kritik am angefochtenen Urteil. Es mag zutreffen, dass die Beschwerdegegnerin 2 allenfalls die Eröffnung eines Strafverfahrens wegen falscher Anschuldigung zu gewärtigen gehabt hätte, wenn sie ihre im Strafverfahren erhobenen Beschuldigungen widerrufen hätte. Dieser Umstand allein lässt die Würdigung ihrer Aussage als Auskunftsperson durch die Vorinstanz indes nicht als schlechterdings unhaltbar erscheinen. Wenn die Vorinstanz mithin zum Schluss gelangt, der Widerruf der Anschuldigung in den beiden Schriftstücken sei nicht glaubhaft, durfte sie auch auf die Konfrontation mit den vom Beschwerdeführer beantragten Personen verzichten (vgl. angefochtenes Urteil S. 13). Im Übrigen legt der Beschwerdeführer in dieser Hinsicht nicht dar, wer die einzuvernehmenden Personen sind, in welcher Beziehung sie zu ihm und zu der Beschwerdegegnerin 2 stehen und wie bei welcher Gelegenheit diese ihnen gegenüber eingestanden haben soll, dass die Anschuldigungen nicht wahr gewesen seien. Insofern scheint fraglich, ob die Beschwerde überhaupt den Begründungsanforderungen genügt (Art. 106 Abs. 2 BGG; vgl. BGE 133 II 249 E. 1.4). Nicht zu beanstanden ist das angefochtene Urteil sodann, soweit sich der Beschwerdeführer gegen die Abweisung seines Antrags auf Einholung eines Glaubwürdigkeitsgutachtens wendet. Zunächst ist darauf hinzuweisen, dass Gegenstand einer Begutachtung nur die Glaubhaftigkeit konkreter Aussagen, nicht jedoch die Glaubwürdigkeit der aussagenden Person selbst bilden kann (vgl. BGE 128 I 81 E. 2). Nach der Rechtsprechung drängt sich ein Aussagegutachten durch einen Sachverständigen in der Regel sachlich erst auf, wenn der Richter aufgrund besonderer Umstände auf zusätzliches medizinisches oder psychologisches Fachwissen angewiesen ist. Dies ist etwa der Fall, wenn Anzeichen bestehen, dass die betreffende Person wegen einer ernsthaften geistigen Störung, Drogensucht oder sonstiger Umstände in ihrer Wahrnehmungs-, Erinnerungs- oder Wiedergabefähigkeit beeinträchtigt und zur wahrheitsgemässen Aussage nicht fähig oder nicht willens sein könnte (BGE 129 I 49 E. 4). Derartige Beeinträchtigungen der Wahrnehmungs- oder Wiedergabefähigkeit der Beschwerdegegnerin 2 macht der Beschwerdeführer nicht geltend und sind auch nicht ersichtlich. Die Vorinstanz war ohne weiteres in der Lage, die Glaubhaftigkeit der Aussagen der Beschwerdegegnerin 2 ohne sachverständige Hilfe zu würdigen. Aus dem Umstand allein, dass die Aussagen der Beschwerdegegnerin 2 nicht in jeglicher Hinsicht frei von Widersprüchen sind, lässt sich nicht die Notwendigkeit einer Begutachtung ableiten. Dies gilt umso mehr, als der in den beiden Schreiben genannte Grund für den Widerruf der Anschuldigungen nicht nachvollziehbar war. Die Beschwerde erweist sich als unbegründet.