Citation: 6B_77/2024 E. 1.4

1.4. Im Rahmen der Strafzumessung geht die Vorinstanz aufgrund der - von ihr ohne Begründung als glaubhaft eingeschätzten - Angabe der Privatklägerin davon aus, der Beschwerdeführer und die Privatklägerin hätten im fraglichen Zeitraum zwischen Januar 2014 bis August 2020 wöchentlich, und im Zeitraum, als der Sohn im Krankenhaus gewesen sei, monatlich den Beischlaf vollzogen. Die letztere Zeitspanne präzisiert sie dabei nicht. Dementsprechend ist auch nicht nachvollziehbar, weshalb sie "zugunsten des Beschwerdeführers" von einer Zahl von 100 Beischlafhandlungen ausgeht. Für denjenigen Beischlaf, der im Jahr 2019 zur (abgebrochenen) Schwangerschaft geführt hat, legt die Vorinstanz eine hypothetische Strafe von 1.5 Monaten fest, für alle anderen 99 Inzesthandlungen eine von 5 Tagen. Zwar ist insofern korrekt, wenn die Vorinstanz für jede Handlung eine Strafe festlegt. Dennoch wird trotz der langen Zeitspanne von 6.5 Jahren nicht begründet, weshalb jede der 99 Handlungen von gleicher Bedeutung sein soll. Durch die hohe Anzahl der von der Vorinstanz angenommenen Tathandlungen fällt diese Zahl bei der Festlegung der Strafe stark ins Gewicht. Auch diesbezüglich wird die Vorinstanz ihrer Begründungspflicht i.S.v. Art. 50 StGB nachkommen müssen.