Citation: 9C_505/2021 E. 3

Die Vorinstanz mass dem psychiatrischen Gutachten vom 16. Juli 2018 Beweiskraft zu. Dr. med. C.________ hielt darin eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode (ICD-10: F33.0), einen Verdacht auf anankastisch-paranoiden Persönlichkeitsakzent (ICD-10: Z73.1) und eine Cannabisabhängigkeit (ICD-10: F12.25) mit Beginn in der Adoleszenz und berichtetem gegenwärtigem Konsum von Substanzen mit niedrigem THC-Gehalt fest. Die bisherige Tätigkeit, bei welcher der Beschwerdeführer mit Chemikalien und Lösungsmitteln hantieren musste und es im Mai 2014 zu einem Unfall gekommen war, sei ihm gesundheitlich bedingt nicht mehr zumutbar. Indessen bestehe seit Mai 2017 in einer angepassten Tätigkeit als Papier- und Metallrecyclist (ohne Arbeiten mit Lösungsmitteln oder Chemikalien) nach einer ein halbes Jahr dauernden Wiedereingliederungsphase (beginnend mit 50 %) eine volle Arbeitsfähigkeit. Die Vorinstanz erachtete diese gutachterliche Arbeitsfähigkeitsbeurteilung im Lichte von BGE 141 V 281 auch als rechtlich relevant. Allerdings sei davon abweichend nicht von einem nur stufenweise möglichen Wiedereinstieg auszugehen, denn der Gutachter Dr. med. C.________ habe diesen mit der seit dem Stellenverlust im Herbst 2014 eingetretenen Dekonditionierung begründet und das Vorliegen erheblicher Funktionsdefizite verneint. Im Rahmen des Einkommensvergleichs ermittelte das kantonale Gericht den Validenlohn gestützt auf das zuletzt erzielte Gehalt als Recyclist bei der auf Chemiesondermüll-Entsorgung spezialisierten B.________ SA (Fr. 70'590.-). Diese Lohnbasis gelte auch für das Invalideneinkommen, da diesem eine Tätigkeit als Recyclist ohne Umgang mit Chemikalien und Lösungsmitteln bzw. als Metall- und Papierrecyclist zugrunde zu legen sei. Bei dieser Sachlage resultiere ein (dem Arbeitsunfähigkeitsgrad entsprechender) Invaliditätsgrad von 0 %. Damit habe die IV-Stelle einen Rentenanspruch zu Recht verneint.