Citation: 7B_672/2024 E. 4.3

4.3. Nach der Vorinstanz kann der Beschwerdeführer trotz einzelner günstiger Faktoren - wie seinem Wohlverhalten im Strafvollzug und der Aufnahme einer Therapie - nicht bedingt aus dem Strafvollzug entlassen werden, da gewichtige Anhaltspunkte für eine erhebliche Gefahr neuer Delikte sprechen. Die Vorinstanz hält fest, der Sachverständige gehe in seinem Gutachten vom 21. November 2019 von einer "eher hohen Wahrscheinlichkeit von weiteren Wirtschaftsdelikten wie Betrug etc." aus. Dass der Beschwerdeführer in eine therapeutische Behandlung eingewilligt habe, sei zwar positiv zu werten, doch es sei zu berücksichtigen, dass er die Therapie bei Dr. med. B.________ erst im Juni 2023 aufgenommen habe. Dessen Verlaufsbericht als behandelnder Therapeut könne überdies nicht mit einem psychiatrischen Gutachten gleichgesetzt werden. Ausserdem stimme Dr. med. B.________ in seinem Therapiebericht diagnostisch mit dem Gutachten des Sachverständigen mehrheitlich überein und bestätige ein "an sich strukturelles erhöhtes Rückfallrisiko". Ferner sei der Beschwerdeführer mehrfach einschlägig vorbestraft. Seine früheren Verurteilungen hätten scheinbar keine Warnwirkung auf ihn gehabt. So habe er in den Jahren 2007 und 2008 trotz laufendem Strafverfahren und im Jahr 2016 während laufender Probezeit delinquiert. Auch seine finanziellen Verhältnisse wirkten sich ungünstig auf seine Rückfallprognose aus, denn er habe - anscheinend einen höheren Lebensstandard gewohnt - in den letzten fünf Jahren zweimal Privatkonkurs angemeldet. Betreffend sein soziales Netzwerk habe der Beschwerdeführer widersprüchliche Angaben gemacht. So sei nicht klar, ob der Kontakt zu seiner angeblichen Partnerin noch bestehe. In beruflicher Hinsicht plane der Beschwerdeführer einen Masterabschluss in Rechtswissenschaften. Es erscheine jedoch fraglich, ob er mit seinem Strafregisterauszug über realistische Anstellungsmöglichkeiten im juristischen Bereich verfüge. Bei den weiteren von ihm anvisierten Anstellungsmöglichkeiten bestünden zudem klare Befürchtungen, er könnte wieder in alte, destruktive Verhaltensmuster zurückfallen, denn seine Auswahl möglicher Arbeitspartner zeige eine kaum kritische Haltung, bzw. ein mangelndes Risikobewusstsein. Aus diesen Gründen falle die bedingte Entlassung des Beschwerdeführers nicht in Betracht.