Citation: 1C_340/2022 E. 3.3

3.3. Nach ständiger Rechtsprechung schafft eine Geschwindigkeitsüberschreitung um mehr als 15 km/h innerorts - ungeachtet der konkreten Umstände - eine erhöhte abstrakte Gefahr für andere Verkehrsteilnehmer. Der Grund dafür besteht darin, dass sich im Innerortsbereich viele schwache Verkehrsteilnehmende (insbesondere Fussgänger und Fussgängerinnen) bewegen. Diese müssen sich nicht darauf einstellen, dass Fahrzeuge mit übersetzter Geschwindigkeit herannahen. Entsprechend häufig kommt es zu Zusammenstössen. Welch schwerwiegende Folgen diese für Fussgänger haben können, zeigen physikalische Berechnungen. Die Möglichkeit einer konkreten Gefährdung liegt damit nahe (vgl. Urteil 1C_438/2012 vom 17. Juni 2013 E. 2.2.1 mit Hinweisen). Der Einwand der Beschwerdeführerin, es sei nicht dargetan, dass sie mit ihrer Geschwindigkeitsüberschreitung eine konkrete Gefährdung geschaffen habe, läuft folglich ins Leere. Die Anwendung von Art. 16a-c SVG setzt keine konkrete Gefährdung voraus, ein abstraktes Risiko reicht aus (Urteil 1C_610/2022 vom 14. August 2023 E. 5.3 ff.; BERNHARD RÜTSCHE, in: Basler Kommentar Strassenverkehrsgesetz, 2014, N. 51 zu Art. 16 SVG). Ebensowenig einschlägig ist der Hinweis der Beschwerdeführerin, sie habe das bundesgerichtliche Limit nur um einen km/h überschritten. Dadurch vermag sie keinen besonderen Umstand darzutun, welche die Verkehrsregelverletzung weniger gravierend erscheinen lässt (vgl. Urteile 1C_520/2016 vom 16. Februar 2017 E. 4.2, 1C_303/2007 vom 15. Mai 2008 E. 8 in welchem ebenfalls eine Geschwindigkeitsüberschreitung innerorts von 16 km/h zu beurteilen war). In dieser Konstellation durfte die Vorinstanz bereits gestützt auf die objektiv geschaffene Gefährdungslage einen besonders leichten Fall ausschliessen. Ihre Beurteilung des Verschuldens als leicht ist nicht mehr entscheidrelevant und es kann offenbleiben, ob die Beschwerdeführerin diesen Aspekt rechtsgenüglich bestritten hat.