Citation: 6P.112/2005 17.11.2005 E. 1

1.1 Der Beschwerdeführer wendet sich im Verfahren der staatsrechtlichen Beschwerde gegen den Schuldspruch wegen sexuellen Handlungen mit einem Kind gemäss Art. 187 Ziff. 1 StGB und die Anordnung der besonderen Behandlung gemäss Art. 85 Abs. 1 StGB. Er rügt dabei in verschiedener Hinsicht Willkür und eine Verletzung des Grundsatzes "in dubio pro reo". Willkürlich ist eine Tatsachenfeststellung, wenn der Richter den Sinn und die Tragweite eines Beweismittels offensichtlich verkennt, wenn er ein solches ohne ernsthafte Gründe ausser Acht lässt, obwohl es erheblich ist, und schliesslich wenn er aus getroffenen Beweiserhebungen unhaltbare Schlüsse zieht (BGE 129 I 8 E. 2.1). Gemäss dem in Art. 32 Abs. 1 BV und in Art. 6 Ziff. 2 EMRK verankerten Grundsatz "in dubio pro reo" ist bis zum gesetzlichen Nachweis der Schuld zu vermuten, dass der wegen einer strafbaren Handlung Angeklagte unschuldig ist. Als Beweiswürdigungsregel besagt die Maxime, dass sich der Sachrichter nicht von der Existenz eines für den Angeklagten ungünstigen Sachverhalts überzeugt erklären darf, wenn bei objektiver Betrachtung erhebliche und nicht zu unterdrückende Zweifel bestehen, dass sich der Sachverhalt so verwirklicht hat. Inwiefern dieser Grundsatz verletzt ist, prüft das Bundesgericht unter dem Gesichtspunkt der Willkür, d.h. es greift nur ein, wenn der Sachrichter den Angeklagten verurteilte, obgleich bei objektiver Würdigung des Beweisergebnisses offensichtlich erhebliche bzw. schlechterdings nicht zu unterdrückende Zweifel an dessen Schuld fortbestanden. Daran ändert selbst dann nichts, wenn die Beweisführung nicht auf den Grundsatz der Unmittelbarkeit gestützt erfolgt (vgl. Beschwerdeschrift, Ziff. 16). 1.2 Das Bundesgericht prüft nur klar und detailliert erhobene Rügen (BGE 129 I 113 E. 2.1 mit Hinweisen). Wird mit staatsrechtlicher Beschwerde eine willkürliche Beweiswürdigung gerügt, reicht es nicht aus, wenn der Beschwerdeführer zum Beweisergebnis frei plädiert und darlegt, wie seiner Auffassung nach die vorhandenen Beweise richtigerweise zu würdigen gewesen wären. Er muss gemäss ständiger Rechtsprechung zu Art. 90 Abs. 1 lit. b OG vielmehr aufzeigen, inwiefern die angefochtene Beweiswürdigung im Ergebnis offensichtlich unhaltbar ist (vgl. BGE 127 I 38 E. 3c, mit Hinweis). Diesen Begründungsanforderungen vermag die Beschwerde über weite Strecken nicht zu genügen. Der Beschwerdeführer begnügt sich weitgehend damit, seine Sicht jener des Obergerichts gegenüberzustellen bzw. aufzuzeigen, dass die vom Gericht gezogenen Schlüsse mit seiner Darlegung nicht übereinstimmen. Er verkennt, dass es zum Nachweis von Willkür nicht ausreicht, einzelne Punkte anzuführen, die anders als im angefochtenen Entscheid interpretiert werden könnten. Auf die an der Beweiswürdigung geübten Kritik kann aus diesem Grund zu grossen Teilen nicht eingetreten werden (vgl. Beschwerdeschrift, Ziff. 9 - 12, 18, 19, 21).