Citation: 9C_146/2023 E. 5.3.3

5.3.3. Weiter macht der Beschwerdeführer hinsichtlich der monierten fehlenden Deckung bei Entziehungsmassnahmen für Suchterkrankungen geltend, die Wahrscheinlichkeit für ein derartiges Leiden sei bei ihm so gering, dass es nach der Rechtsprechung gemäss Urteil 9C_510/2011 vom 12. September 2011 E. 4.4.3 (publ. in: SVR 2012 KV Nr. 6 S. 18) vernachlässigt werden könne. Allerdings hat das Bundesgericht im vom Beschwerdeführer angerufenen Entscheid lediglich der damals am Recht stehenden Versicherten beigepflichtet, dass es weitgehend von ihrem Willen abhänge, ob sich das entsprechende Risiko vermeiden lasse, und ihre persönliche Situation das Risiko als gering erscheinen lasse. Hingegen äusserte es sich gerade nicht dazu, ob das Fehlen von Leistungen für Entziehungsmassnahmen bei Suchterkrankungen eine erhebliche Lücke in der Versicherungsdeckung darstellt (vgl. dazu GEBHARD EUGSTER, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum KVG, 2. Aufl. 2018, Rz. 19 und 21 in fine zu Art. 3 KVG mit weiteren Hinweisen). Es brauchte diese Frage damals nicht zu beantworten, weil (wie hier) eine klare Verschlechterung des bisherigen Versicherungsschutzes bereits aufgrund der fehlenden Deckung für Pflegeleistungen zu verneinen war (vgl. damalige E. 4.4.3 in fine).