Citation: 2C_421/2020 E. 6.4.2

6.4.2. Sodann ist zu beachten, dass das straf- und das ausländerrechtliche Verfahren unterschiedliche Zwecke verfolgen; zwar ist die Migrationsbehörde grundsätzlich an die strafrechtliche Beurteilung gebunden, im Ausländerrecht kommt ihr indessen ein anderer Stellenwert zu: Strafrechtlich geht es um die verschuldensabhängige Sanktionierung verpönten Verhaltens und die Reintegration des Täters bzw. der Täterin; ausländerrechtlich steht dagegen der Sicherheitsaspekt im Vordergrund, der, wie bereits erwähnt, ausserhalb des Anwendungsbereichs des FZA auch generalpräventiv wirken darf (Urteile 2C_231/2019 vom 23. Mai 2019 E. 2.4.1; 2C_815/2018 vom 24. April 2019 E. 4.3.1 mit zahlreichen Hinweisen). Vor diesem Hintergrund verfängt der beschwerdeführerische Einwand nicht, die Vorinstanz habe die verschiedenen Tathandlungen aufgegliedert und damit eine mehrfache Delinquenz angedeutet, womit das migrationsrechtliche Verschulden technisch abweichend und falsch vom Strafurteil erweitert werde.