Citation: 6B_450/2014 E. 4.1

4.1. Der Beschwerdeführer macht geltend, zentrales Thema und damit Gegenstand der ihn gemeinsam mit der Mitbeschuldigten Y.________ betreffenden Berufungsverhandlung seien die gesetzwidrige Verfahrensführung durch systematische Ausschaltung der Parteiöffentlichkeit und die dadurch geschaffene Situation eines "Gefangenendilemmas" gewesen. Er wirft der Vorinstanz vor, diese habe sich nicht mit den entsprechenden Rügen befasst. Sie verletze damit die richterliche Fürsorgepflicht und die Offizialmaxime, die Begründungspflicht und das rechtliche Gehör. Sie missachte ausserdem das in Art. 3 Abs. 2 lit. c StPO verankerte Gleichbehandlungsgebot. Sie setze sich in ihrem Urteil in Sachen des Beschwerdeführers mit der beanstandeten Verletzung des Anspruchs auf ein gesetzmässiges und faires Verfahren (Art. 2 Abs. 2 und Art. 3 StPO), insbesondere durch Verweigerung der Informations- und Partizipationsrechte (Art. 101 Abs. 1, Art. 107 Abs. 1 und Art. 147 Abs. 1 StPO), nicht auseinander. Dazu wäre sie aber aufgrund der Offizialmaxime und des Grundsatzes "iura novit curia" sowie der richterlichen Fürsorgepflicht verpflichtet gewesen. Die Vorinstanz äussere sich nicht einmal dazu, weshalb sie sich nicht damit befasse. Dadurch verletze sie seinen Anspruch auf rechtliches Gehör. Der Beschwerdeführer macht geltend, seine Teilnahmerechte im Sinne von Art. 147 Abs. 1 StPO seien systematisch missachtet worden. Die Beweise seien deshalb gemäss Art. 147 Abs. 4 StPO nicht verwertbar. Daher sei er vollumfänglich freizusprechen. Der Beschwerdeführer stellt nicht in Abrede, dass er im kantonalen Verfahren nicht ausdrücklich die Rüge erhob, seine Teilnahmerechte gemäss Art. 147 Abs. 1 StPO seien verletzt worden. Er bringt vor, dass aber der amtliche Verteidiger der Beschuldigten Y.________ diesbezügliche Rügen vorgetragen habe. Im Interesse einer vernünftigen Verfahrensordnung sei die Vorinstanz zu Beginn der Berufungsverhandlung vom 20. März 2014 auf die Koordination der Vorträge hingewiesen worden. Es wäre unsinnig gewesen und hätte zu unnötigen und weitschweifigen Wiederholungen geführt, wenn jeder Verteidiger für seinen Mandanten je einzeln ausführlich zur Verletzung der Teilnahmerechte vorgetragen hätte, von welcher alle Beschuldigten gleichermassen betroffen gewesen seien. Von der Ausschaltung der Parteiöffentlichkeit durch die Staatsanwaltschaft sei gerade er im besonderen Masse betroffen, stütze sich doch nahezu das gesamte Anklagefundament gegen ihn auf Aussagen von Drittpersonen, insbesondere der Beschuldigten Y.________, zu deren Einvernahmen er nicht zugelassen worden sei, weshalb deren Aussagen nicht gegen ihn verwertet werden dürften. Die Vorinstanz verfalle in überspitzten Formalismus und verletze das Gleichbehandlungsgebot sowie die richterliche Fürsorgepflicht, wenn sie die Rügen des gesetzwidrigen Ausschlusses der Parteiöffentlichkeit nur im Rahmen des Urteils in Sachen der Beschuldigten Y.________ höre, deren Verteidiger dazu an der Berufungsverhandlung vorgetragen habe.