Citation: 6B_429/2021 E. 1.3

1.3. Die Vorinstanz hat unter Hinweis auf die von ihr bereits per 28. August 2020 erlassene Verfügung dargelegt, weshalb sie das Vorliegen von Anzeichen verneint, welche Zweifel hinsichtlich seiner vollen Schuldfähigkeit zu erwecken vermöchten (vgl. angefochtenes Urteil S. 14). Was der Beschwerdeführer dagegen vorbringt, ist nicht geeignet, Willkür darzutun. Die Klinik C.________ AG, Psychosomatische Medizin, und Dr. med. D.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, diagnostizierten dem Beschwerdeführer nebst einer Persönlichkeitsakzentuierung mit emotional instabilen Zügen vom impulsiven Typus, eine rezidivierende depressive Störung, Episode mittelgradig bzw. leicht (bei Austritt aus der Klinik C.________ AG per 20. September 2017 bzw. 12. Januar 2018) und eine komplizierte Trauerreaktion mit Auftreten von Intrusionen nach dem unerwarteten Tod des Vaters im April 2016 (Untersuchungsakten, Ordner 1 [UA], act. 52 f. und 56 f.). Selbst posttraumatische Belastungs- und Anpassungsstörungen führen kaum je zur Aufhebung der Einsichtsfähigkeit und nur selten zu derjenigen der Steuerungsfähigkeit. Sie bilden deshalb für sich allein keinen Anlass für eine Begutachtung (BGE 133 IV 145 E. 3.5 S. 148 f. und 132 IV 29 E. 5.3). Das die Tat vorbereitende (vgl. angefochtenes Urteil S. 14) und während der Fahrt gezeigte, mithin per Videoaufzeichnung dokumentierte Verhalten des Beschwerdeführers, lässt alsdann willkürfrei den Schluss auf einen vollumfänglich gegebenen Realitätsbezug zu. So war er u.a. und insbesondere in der Lage, sich an die wechselnden Verhältnisse während der Fahrt anzupassen und gezielt auf die Gelegenheit von Überholmanövern oder aber das Fahren von Höchstgeschwindigkeiten zu warten und schliesslich, die Aufzeichnung der Fahrt selbstbestimmt zu beenden (vgl. Video Sekunden 5, 21 bis 36 und Endphase bei ca. Minute zwei). Es liegen mithin keine Anzeichen vor, anhand welcher die Vorinstanz auf eine schwere Beeinträchtigung der Schuldfähigkeit hätte schliessen müssen. Entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers ergeben sich solche auch nicht aus seinen in der Beschwerde zitierten Aussagen (vgl. Beschwerde S. 10 f.). Unabhängig von einer mittelgradigen bzw. leichten Episode einer depressiven Störung und einer komplizierten Trauerreaktion hatte er - konfrontiert mit den in den Jahren 1999 bis 2012 begangenen Strassenverkehrsdelikten - bereits im verkehrspsychologischen Gutachten vom 16. März 2013 seiner Überraschung über das gefahrene Tempo Ausdruck verliehen und erklärt, sich nicht bewusst gewesen zu sein, so [schnell] unterwegs zu sein, bzw. sich bei seinen Verkehrsdelikten nichts überlegt zu haben. Auch die Impulskontrollproblematik des Beschwerdeführers war bereits damals, mithin wiederum unabhängig von den per 13. Juni 2018 gestellten Diagnosen, erkannt worden (vgl. vorinstanzliche Akten act. 55 ff. und insbesondere act. 61 [Testpsychologische Befunde]). Damit verfällt die Vorinstanz nicht in Willkür, wenn sie mangels jedweder Anzeichen eines Realitätsverlustes nicht auf eine mit einem "Rückfall" einhergehende Aufhebung oder aber Einschränkung der Einsichtsfähigkeit und/oder der Steuerungsfähigkeit schliesst. Dass der Beschwerdeführer nicht Willens bzw. in der Lage war, seine Impulse zu kontrollieren, vermag mithin nicht seine Schuldfähigkeit, sondern einzig (wiederum) seine Fahreignung in Frage zu stellen. Entsprechend verfällt die Vorinstanz auch nicht in Willkür, wenn sie in seinem Verhalten keinen Widerspruch zwischen Tat und Täterpersönlichkeit oder aber ein völlig unübliches Verhalten erkennt. Zusammenfassend hat die Vorinstanz ernsthafte Zweifel an der Schuldfähigkeit des Beschwerdeführers, die nach einer sachverständigen Begutachtung verlangt hätten, zu Recht verneint.