Citation: 8C_561/2022 E. 4.1.2

4.1.2. Weiter hat die Vorinstanz ausgeführt, der psychiatrische Sachverständige habe eine emotional-instabile Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.31) sowie eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte bis mittelgradige Episode (ICD-10 F33.0, F33.1), diagnostiziert. Die Beschwerdeführerin leide an vermindertem Antrieb und sei wenig motiviert, sich um den Haushalt zu kümmern. Sie sei freudlos, resigniert und ziehe sich sozial zurück. Sie habe vermehrt Mühe, ihre Emotionen und Impulse zu kontrollieren beziehungsweise zu steuern, und sei durch die Gereiztheit, die finanziellen Probleme und die fehlenden Perspektiven belastet. Während Jahren habe sie mit guter Leistung gearbeitet. Sie sei stationär behandelt worden, was sie als wenig hilfreich erlebt habe. Zwar befinde sie sich in ambulanter psychiatrischer Therapie, indessen nehme sie das verordnete Antidepressivum nicht ein. Im Rahmen der beruflichen Massnahmen hätten sich wegen der Persönlichkeitsstörung Schwierigkeiten mit geringer Leistung gezeigt. Dieses verminderte Leistungsvermögen sei durch die Depression und die Persönlichkeitsstörung verursacht, wobei die Depression aufgrund der fehlenden Compliance nicht adäquat behandelt sei. Bezogen auf ein Vollzeitpensum vermöge die Beschwerdeführerin in einer angepassten einfachen Tätigkeit, beispielsweise Sachbearbeitung, ab Mai 2017 eine Leistung von 80 % zu erzielen. Die Arbeitsfähigkeit könne innert sechs bis acht Wochen verbessert werden.