Citation: 5A_28/2020 E. 3.3.9

3.3.9. Zuletzt wehrt sich die Beschwerdeführerin gegen die vorinstanzliche Einschätzung, dass ein Wechsel zur Mutter einem positiven Verlauf von C.________s Sprachentwicklung entgegenstünde und C.________ ihr gewohntes Umfeld verlöre; diese Schlussfolgerung sei nicht nachvollziehbar. Die Abschottung, die der Beschwerdegegner mit sämtlichen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln herbeigeführt habe, dürfte nicht unwesentlich für C.________s Sprachentwicklungsstörung sein; ein Wechsel zur Mutter würde diese Entwicklungsstörung "möglicherweise sogar positiv beeinflussen". Dasselbe gelte für einen Wechsel aus dem gewohnten, "für C.________s Entwicklung eher negativen Umfeld". Die Beschwerdeführerin wirft der Vorinstanz vor, den Beschwerdegegner für seine konsequente Vorgehensweise zu belohnen, obwohl ihm die elterliche Sorge aus Gründen des Kindeswohls "zwingend entzogen" werden müsste. Der angefochtene Entscheid lasse eine Abwägung vermissen zwischen dem Schaden, der C.________ bei einem Verbleib beim Beschwerdegegner zugefügt wird, und den potentiellen Schäden, die ein Sorgerechts- und Obhutswechsel herbeiführen würde. Ein weiteres Mal versucht die Beschwerdeführerin, mit Spekulationen und Mutmassungen von der Erkenntnis abzulenken, die für das Kantonsgericht im Vordergrund steht: Die Tatsache nämlich, dass die Beschwerdeführerin kurz nach C.________s Geburt aus der Schweiz ausreiste, dass das Kind seither vom Beschwerdegegner betreut wurde und dass es sein ganzes bisheriges Leben zusammen mit ihm verbrachte (E. 3.2.7). Die Beschwerdeführerin stellt dies nicht in Abrede, noch ist ihrem Schriftsatz zu entnehmen, warum die Vorinstanz ihr Ermessen auf bundesrechtswidrige Weise ausübt, wenn sie diesem Umstand besonders viel Gewicht beimisst. Im Übrigen trifft es nicht zu, dass mit dem angefochtenen Entscheid ein kontaktfeindliches Verhalten des Beschwerdegegners honoriert würde. Wie ihre Erwägungen zeigen, ist sich die Vorinstanz durchaus im Klaren darüber, dass sich der Mangel an ausserfamiliären Kontakten in der Vergangenheit ungünstig auf das Kindeswohl auswirkten. Der angefochtene Entscheid fusst indes auf der Feststellung, dass sich der Beschwerdegegner um eine Verbesserung der Situation bemühe (E. 3.2.2 und 3.2.3). Diese vorinstanzlichen Erkenntnisse blendet die Beschwerdeführerin aus, wenn sie trotzdem ohne weitere Erklärungen insistiert, dass C.________ im Falle eines Verbleibs beim Vater Schaden nehmen werde. Entsprechend ist auch ihrem Vorwurf, wonach das Kantonsgericht die geringeren Risiken einer Neuzuteilung der elterlichen Sorge (und Obhut) verkenne, der Boden entzogen.