Citation: 2C_696/2020 E. 2.4.1

2.4.1. Die Beschwerdeführerin bringt vor, eine kurzfristige Festhaltung sei nicht notwendig, wenn der Betroffene bei der Identitätsabklärung freiwillig mitwirke. Es müssten daher begründete Zweifel bestehen, dass der Betroffene die Mitwirkung verweigere. Diese seien im vorliegenden Fall nicht gegeben. Alleine aus dem Umstand, dass sie ihrer Ausreisepflicht nicht nachgekommen sei, könne nicht geschlossen werden, sie nehme behördliche Termine nicht wahr. Auch genüge es für die Notwendigkeit der kurzfristigen Festhaltung nicht, dass sie sich nicht um heimatliche Papiere bemüht habe. Daraus, dass sie nicht freiwillig mit den heimatlichen Behörden Kontakt aufgenommen habe, könne nicht abgeleitet werden, sie würde auch entsprechende Termine nicht wahrnehmen. Sie habe sich in der Schweiz stets den Behörden zur Verfügung gehalten und sämtliche Termine wahrgenommen. Zudem sei sie nie straffällig geworden. Sie hätte der Vorladung des SEM ohne Weiteres Folge geleistet. Weiter sei die Festhaltung auch nicht angemessen gewesen. Sie habe gesundheitliche Probleme, die durch den Stress der Festhaltung verschlimmert worden seien. Sie lebe seit 2016 in einer Beziehung und sei seit 2017 religiös getraut; die Festhaltung sei für sie als Paar eine schlimme Erfahrung gewesen, die sie nach wie vor verarbeiten müssten.