Citation: 9C_204/2023 E. 3.1.1

3.1.1. Das Verwaltungsgericht hat dazu näher ausgeführt, es liege in diesem Bereich keine echte, vom Richter zu füllende Lücke vor. Im Gegensatz zu Verwaltungsweisungen sei die gesetzliche Regelung für Behörden und Gerichte verbindlich. Eine von den heute geltenden, klaren gesetzlichen Bestimmungen abweichende Besteuerung könne nicht in und von der Praxis entwickelt werden. Dies sei vielmehr eine im Rahmen der Gesetzgebung zu klärende steuer- und sozialpolitische Frage. Auch eine als unangemessen oder unausgewogen empfundene Besteuerung führe zu keinem anderen Ergebnis, da es dem Richter verwehrt sei, unechte (rechtspolitische) Lücken zu füllen. Das Ziel einer gerechteren Besteuerung lasse sich hier jedenfalls nicht durch die Aufhebung bzw. Nichtanwendung von Bestimmungen im Rahmen einer konkreten Normenkontrolle erreichen, sondern nur durch Gesetzesänderung (vgl. E. 5.2.1 des angefochtenen Entscheids).