Citation: I 598/99 07.06.2000 E. 4

4.- a) Aus den Akten ergibt sich, dass der Beschwerdegegner zum Verfügungszeitpunkt - worauf nach ständiger Rechtsprechung abzustellen ist (BGE 121 V 366 Er. 1b mit Hinweisen) - an einem zur Chronifizierung ansetzenden lumbovertebralen Syndrom mit Schmerzausstrahlung ins rechte Bein ohne objektivierbare motorische Ausfälle sowie einer SpinalkanalstenoseL4/5litt. Dr.H.________hattebereitsanlässlichder Untersuchung vom 28. Oktober 1996 Anzeichen einer inapropriaten Schmerzverarbeitung (diverse positive Waddelsigns, Lasègue und Sitzlasègue negativ) erkannt, was ihn zum Verdacht einer (teilweisen) psycho-sozialen Überlagerung der Beschwerden führte. Diese Einschätzung wurde durch den Hausarzt Dr. L.________ in seiner Stellungnahme vom 1. April 1997 bestätigt, wobei er sich angesichts des subjektiven Leidensdrucks des Versicherten ausser Stande sah, eine Einschätzung der Restarbeitsfähigkeit abzugeben. Nachdem auch eine weitere Exploration am 4. Juni 1997 durch Dr. H.________ keine neuen somatischen Befunde zu Tage gebracht hatte, der Beschwerdeführer indessen nach wie vor über namhafte Schmerzen klagte, sprach Dr. H.________ in einer Stellungnahme an die IV-Stelle (vom 20. Juni 1997) von erheblichen "krankheitsfremden" (recte: nicht objektivierbaren) Faktoren mit ungünstiger Prognose, welche wohl einer Verbesserung der Leistungsfähigkeit in einer den körperlichen Beschwerden angepassten Tätigkeit (leichte Arbeiten) von aktuell 75 auf 100 % entgegenstehen würden. b) Insbesondere angesichts der letzten Aussage lässt sich das Vorliegen einer psychischen Störung zum Verfügungszeitpunkt nicht ausschliessen. Eine (fachärztliche) psychiatrische Untersuchung drängt sich auf. Diese wird sinnvollerweise in eine polydisziplinäre Expertise eingebettet, welche das Krankheitsbild gesamthaft beurteilt. Erst dies wird eine abschliessende Einschätzung der Restarbeitsfähigkeit und die Ermittlung des daraus abzuleitenden Invaliditätsgrades zulassen. Die Sache ist daher gemäss ihrem Antrag an die IV-Stelle zurückzuweisen, welche entsprechende Abklärungen vornehmen und gestützt darauf über das Leistungsbegehren (berufliche Massnahmen/Invalidenrente) neu befinden wird.