Citation: U 101/00 26.07.2002 E. 3

3.- Zu prüfen bleibt die Integritätsentschädigung. Während SUVA und Vorinstanz den Anspruch auf 15 % festgesetzt haben, beantragt die Beschwerdeführerin die Zusprechung einer Entschädigung von 25 %. a) Nach Art. 36 Abs. 2 UVV und der Skala der Integritätsentschädigung von Anhang 3 zur UVV wird der Verlust von mindestens zwei Gliedern eines Langfingers oder eines Gliedes des Daumens mit 5 %, der Verlust eines Daumens mit 20 % und der Verlust einer Hand mit 40 % bewertet. In Ergänzung zu den in der Verordnung enthaltenen Richtsätzen hat die SUVA Richtlinien in tabellarischer Form herausgegeben, auf welche praxisgemäss abgestellt werden kann (BGE 124 V 32 Erw. 1c mit Hinweisen). Tabelle 3 dieser Richtlinien enthält eine Liste der Integritätsschäden bei einfachen und kombinierten Finger-, Hand- und Armverlusten. Der hier zur Diskussion stehende Schaden mit Teilamputationen des Mittel-, Ring- und Kleinfingers rechts entspricht Ziff. 38 der Tabelle und wird mit 15 % bewertet. Diese Beurteilung wird auch von Dr. med. E.________, Spezialarzt FMH für Chirurgie, speziell Handchirurgie, geteilt und von der Beschwerdeführerin nicht bestritten. Gestützt auf das Gutachten von Dr. med. B.________ macht sie jedoch geltend, es sei zusätzlich zu berücksichtigen, dass sie an einem erheblichen Schmerzsyndrom und an Kälteintoleranz leide, was sie im Gebrauch der rechten Hand zusätzlich einschränke. b) In der obligatorische Unfallversicherung wird der Integritätsschaden allein nach dem medizinischen Befund und ohne Berücksichtigung individueller Besonderheiten bemessen (BGE 113 V 221 Erw. 2b). Dies schliesst indessen nicht aus, dass Schmerzen, welche die Funktionseinschränkungen erschwerend beeinflussen können, bei der Bemessung des Integritätsschadens berücksichtigt werden (vgl. hiezu beispielsweise Tab. 7 der SUVA-Richtlinien betreffend Integritätsschäden an der Wirbelsäule). Zu beachten ist aber, dass nach der gesetzlichen Regelung nur dauernde und erhebliche Schädigungen leistungsbegründend sind (Art. 24 Abs. 1 UVG). Dauernd ist der Integritätsschaden, wenn er voraussichtlich während des ganzen Lebens mindestens im gleichen Umfang besteht; erheblich ist er, wenn die körperliche oder geistige Integrität, unabhängig von der Erwerbsfähigkeit, augenfällig oder stark beeinträchtigt ist (Art. 36 Abs. 1 UVV; vgl. hiezu BGE 124 V 36 Erw. 4). Diese Voraussetzungen sind auch bei der zusätzlichen Berücksichtigung von Schmerzsyndromen zu beachten. Im Einspracheentscheid vom 8. Mai 1998 hat die SUVA gestützt auf eine ärztliche Beurteilung durch Dr. med. S.________, Ärzteteam Unfallmedizin, vom 21. April 1998 festgestellt, für das geltend gemachte Schmerzsyndrom könne kein zusätzlicher Integritätsschaden anerkannt werden, weil es sich durch eine medikamentöse Behandlung sowie durch Anpassung und Angewöhnung aller Wahrscheinlichkeit nach noch bessern werde. In der Stellungnahme zuhanden des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin vom 14. Juli 1998 bezeichnet Dr. med. B.________ die Erfolgsaussichten einer medikamentösen Behandlung demgegenüber als gering und stellt fest, dass eine Angewöhnung und Anpassung nicht zu erwarten sei. Dr. med. S.________ hat hiezu in einer ärztlichen Beurteilung vom 18. November 1998 erneut in gegenteiligem Sinn Stellung genommen. Zu den ärztlichen Meinungsverschiedenheiten über die Therapierbarkeit der Beschwerden hat sich das Eidgenössische Versicherungsgericht nicht zu äussern. Es genügt festzustellen, dass bezüglich des Schmerzsyndroms (und der Kälteempfindlichkeit) in dem für die Beurteilung massgebenden Zeitpunkt des Einspracheentscheids nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit feststand, dass ein dauernder und erheblicher Integritätsschaden im Sinne von Art. 36 Abs. 1 UVV bestehen bleibt. Mit der Feststellung, dass ein zusätzlicher Integritätsschaden "im heutigen Zeitpunkt" nicht anerkannt werden könne, hat die SUVA diesbezüglich jedoch nicht abschliessend entschieden. Wie im Bericht des Dr. med. S.________ vom 21. April 1998 ausgeführt wird, ist eine definitive Beurteilung in zwei bis drei Jahren vorzunehmen. Die SUVA wird die Sache in diesem Punkt daher neu zu prüfen haben.