Citation: 6B_134/2021 E. 5.4.3

5.4.3. Die familiäre Situation des Beschwerdeführers ist das zentrale Element, das für einen schweren persönlichen Härtefall sprechen könnte, vermag diesen in der Gesamtbetrachtung aber nicht zu begründen. Der Beschwerdeführer verfügt über eine Kernfamilie in der Schweiz, die mit ihm von der gegen ihn auszusprechenden Landesverweisung betroffen ist. Unter Berücksichtigung der relevanten Umstände verbleibt allerdings auch unter diesem Gesichtswinkel kein Raum für die Annahme eines Härtefalls. Die Ehefrau des Beschwerdeführers sowie die beiden Kindern verfügen wie dieser über die deutsche Staatsbürgerschaft. Dem Beschwerdeführer steht es nach Vollzug der Landesverweisung frei, sich in Deutschland niederzulassen und hierfür einen grenznahen Wohnsitz zu wählen. Der Vater des Beschwerdeführers, zu welchem eine intakte Beziehung besteht, wohnt im grenznahen V.________. Auch die übrige Familie, mit Ausnahme des Bruders, wohnt in Deutschland. Der Kernfamilie des Beschwerdeführers ist die Wohnsitznahme in Deutschland ohne Weiteres zumutbar, sofern sich die Ehefrau des Beschwerdeführers hierfür entscheiden sollte. Ein Umzug in ein anderes Land ist gerichtsnotorisch mit einer gewissen Veränderung für alle Betroffenen verbunden, selbst wenn es sich beim Zielland um Deutschland handelt. Der älteste Sohn des Beschwerdeführers ist im Kindergartenalter, so dass ein Umzug keine schulischen Nachteile für die Kindern des Beschwerdeführers mit sich bringt. Auch der Ehefrau des Beschwerdeführers ist zumutbar, in Deutschland eine neue (Neben-) Erwerbstätigkeit aufzunehmen. Was deren schon vor Vorinstanz unbelegt gebliebene selbstständige Erwerbstätigkeit betrifft, steht auch diese der Landesverweisung des Beschwerdeführers nicht entgegen. Denn wie dargelegt vermag selbst eine schwierige Wirtschaftslage für den Beschwerdeführer nur ausnahmsweise einen schweren persönlichen Härtefall zu begründen, was umso mehr für die vorgebrachte wirtschaftliche Einschränkung der Ehefrau gelten muss. Vorliegend präsentiert sich angesichts der dargelegten Umstände die Situation nicht dergestalt, dass anzunehmen ist, die Kernfamilie des Beschwerdeführers ist faktisch gezwungen, die Schweiz zu verlassen. Sollte sich die Ehefrau des Beschwerdeführers entscheiden, mit den Kindern in der Schweiz wohnhaft zu bleiben, sind ohne Weiteres wöchentliche Treffen im grenznahen Deutschland möglich, mit welchen der persönliche Kontakt des Beschwerdeführers mit den beiden Kindern und mit der Ehefrau sichergestellt werden kann. Zudem sind gemeinsame Ferien im Ausland möglich. Die modernen Kommunikationsmittel ermöglichen überdies einen täglichen persönlichen Austausch. Angesichts dieser Feststellungen ist nicht näher auf den Umstand einzugehen, dass sich die Ehefrau nach der Verhaftung des Beschwerdeführers von diesem getrennt hat und auf Nachfrage explizit erklärte, sich unabhängig davon von ihm trennen zu wollen. Gleiches gilt für die Bedeutung des willkürfrei festgestellten sporadischen Drogenkonsums des Beschwerdeführers (vgl. E. 1.5 oben) für die Frage des schützenswerten (künftigen) Familienlebens.