Citation: 2C_1030/2020 E. 5.3.1

5.3.1. Aus der Verfügung des kantonalen Migrationsamts vom 18. Dezember 2017 geht hervor, dass mit der Verpflichtung zum Beibringen eines Sprachnachweises eine minimale sprachliche Integration sichergestellt werden sollte. Damit verfolgte das kantonale Migrationsamt zweifellos ein gewichtiges öffentliches Interesse: Wie der Bundesrat in der Botschaft zum AuG ausdrücklich ausführte, bildet die Möglichkeit, sich mit seiner Umwelt verständigen zu können, "die erste Voraussetzung einer gelungenen beruflichen und sozialen Integration und verhindert eine gesellschaftlich unerwünschte Segregation" (BBl 2002 3709, 3799; vgl. ferner BBl 2002 3709, 3733 ["Der Integrationsprozess der ausländischen Wohnbevölkerung ist nur möglich, wenn alle gesellschaftlichen Ebenen berücksichtigt werden. In der Vergangenheit stand vor allem die berufliche Integration im Zentrum. Heute sind vermehrte Anstrengungen notwendig. Dies gilt insbesondere mit Bezug auf die Aus- und Weiterbildung sowie die generelle Förderung der Sprachkenntnisse"] und 3783 ["Im Allgemeinen ist für eine nachhaltige Integration in der Schweiz die gute Kenntnis einer Landessprache erforderlich"]). Auch in den parlamentarischen Beratungen zum AuG, auf welche Art. 54 Abs. 1 AuG letztlich zurückging (vgl. AS 2004 N 1065), wurde wiederholt betont, dass der Erwerb minimaler Kenntnisse einer Landessprache für die Integration zugewanderter Ausländerinnen und Ausländer (vgl. dazu auch Art. 4 AuG) und für die gesamtgesellschaftliche Kohäsion zentral sei (AB 2004 N 1068 f. [Voten Bühlmann, Pfister]).