Citation: I 7/05 17.05.2005 E. 4

4.1 Unbestrittenermassen ist die Versicherte gemäss gutachterlicher Würdigung der MEDAS-Ärzte vom 19. August 2003 sowohl in ihrer angestammten Tätigkeit im Haus-/Reinigungsdienst des Ausbildungszentrums S.________ wie auch für andere körperlich leichte Tätigkeiten ohne stereotype Bewegungsmuster und ohne repetitives Heben von schwereren Lasten zu 50 % arbeitsfähig. Dieser Ansatz bezieht sich, da die Expertise keine anderweitigen Limitierungen enthält, auf ein Vollzeitpensum. 4.2 Zu prüfen sind die erwerblichen Auswirkungen der festgestellten Leistungsverminderung. Massgeblich sind dabei, wie das kantonale Gericht zutreffend erkannt hat, die Verhältnisse, wie sie sich im Zeitpunkt des - nach Lage der Akten zu Recht unstreitigen - Rentenbeginns auf den 1. November 2000 darstellen (BGE 129 V 222; SVR 2003 IV Nr. 11 S. 33 Erw. 3.1.1). Da eine erhebliche Veränderung der erwerblichen Situation bis zum Erlass des Einspracheentscheides (vom 9. September 2004) nicht auszumachen ist, erübrigt sich die Vornahme eines weiteren Einkommensvergleichs. 4.2.1 Die Ermittlung des hypothetischen Einkommens ohne Invalidität (Valideneinkommen) hat, da keine Anzeichen für einen infolge der Krankheit der Versicherten bereits verminderten Lohnansatz ersichtlich sind, auf der Basis des Verdienstes zu erfolgen, welcher ihr im Jahre 2000 als Mitarbeiterin im Hausdienst des Ausbildungszentrums S.________ ausbezahlt worden ist. Gemäss Arbeitgeberbericht vom 1. Februar 2001 belief sich dieser auf Fr. 40'950.- (Fr. 3150.- x 13), welcher um die in den gesundheitlich weitgehend noch unbelasteten Jahren 1998 und 1999 in Höhe von Fr. 250.- ausgerichtete Gratifikation (vgl. demgegenüber 2000: Fr. 100.-) zu erhöhen ist. Am Ergebnis der Invaliditätsbemessung nichts zu ändern vermöchte im Übrigen auch ein Abstellen auf den vom ehemaligen Arbeitgeber ab 1. Januar 2001 attestierten Lohn im Betrag von Fr. 3200.- monatlich. 4.2.2 Bei der Bestimmung des trotz Gesundheitsschädigung zumutbarerweise noch realisierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht (BGE 129 V 475 Erw. 4.2.1 mit Hinweisen). Die Beschwerdegegnerin hat nach dem Verlust ihrer Stelle beim Ausbildungszentrum S.________ keine ihr zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, sodass nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden können (BGE 129 V 475 Erw. 4.2.1 in fine mit Hinweisen). Der Versicherten stehen verschiedene Hilfsarbeiterstellen offen, weshalb der Totalwert und nicht eine branchenspezifische Zahl relevant ist. Laut Tabelle TA1 der LSE 2000 (S. 31) beträgt dieser für im privaten Sektor einfache und repetitive Tätigkeiten (Anforderungsniveau 4) verrichtende Arbeitnehmerinnen bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 40 Stunden Fr. 3658. - monatlich oder Fr. 43‘896.- jährlich. Aufgerechnet auf die im Jahre 2000 durchschnittliche Wochenarbeitszeit von 41,8 Stunden (Die Volkswirtschaft, 4/2005, S. 86, Tabelle B9.2, Total) resultiert daraus ein Einkommen von Fr. 45‘871.30. Dieser Betrag ist entgegen der im angefochtenen Entscheid vertretenen Betrachtungsweise - angesichts eines zulässigen Maximalabzugs von 25 % (BGE 126 V 80 Erw. 5b/cc; AHI 2002 S. 67 ff. Erw. 4) - nicht um 15 % zu kürzen, da die Beschwerdegegnerin zwar auf Grund ihrer gesundheitlichen Einschränkungen, namentlich der ärztlichen Auflage, stereotype Bewegungsabläufe zu vermeiden (vgl. Erw. 4.1 hievor), auf eine gewisse Lohneinbusse gefasst sein muss, sie hingegen weder wegen ihres Alters (vgl. LSE 2000, S. 43, Tabelle TA9) noch auf Grund der im Umfang von 50 % zumutbaren Teilzeitbeschäftigung (vgl. Erw. 4.1 hievor; LSE 2000, S. 24, Tabelle 9) oder des Aufenthaltsstatus (Niederlassungsbewilligung C; LSE 2000, S. 47, Tabelle TA12) erheblichere Lohnnachteile zu gewärtigen hat. Ferner nimmt auch die Bedeutung der Dienstjahre im privaten Sektor ab, je niedriger das Anforderungsprofil ist (vgl. BGE 126 V 79 Erw. 5a/cc mit Hinweisen). Eine Reduktion des tabellarischen Ansatzes um 10 % trägt den konkreten Verhältnissen hinreichend Rechnung. Für eine darüber hinausgehende Kürzung des Tabellenlohnes lässt sich in den Akten keine Stütze finden. Fehl geht jedoch auch die Verwaltung mit ihrem Einwand, es rechtfertige sich, weil die Versicherte in ihrer bisherigen Tätigkeit als Hausdienstangestellte ebenfalls noch zu 50 % arbeitsfähig sei, überhaupt kein Abzug. Da die Beschwerdegegegnerin ihre vormalige Arbeitsstelle verloren hat und die Chancen, wieder eine gleichermassen geeignete Tätigkeit zu finden, eher gering sein dürften, muss, wie dargestellt, im Rahmen einer künftigen Anstellung mit finanziellen Abstrichen gerechnet werden. Diese sind in Form eines Abzugs von den verdienstlichen Durchschnittswerten abzugelten. In Anbetracht einer bezogen auf eine Vollzeitbeschäftigung (vgl. Erw. 4.1 hievor in fine) - und nicht, wie vom kantonalen Gericht zu Unrecht angenommen, auf das bisherige Arbeitspensum - noch im Umfang von 50 % zumutbaren Erwerbstätigkeit ergibt sich daraus ein massgebliches Invalideneinkommen von Fr. 20'642.10. Aus der Gegenüberstellung von Validen- (Fr. 41'200.-) und Invalideneinkommen (Fr. 20'642.10) resultiert ein Invaliditätsgrad im erwerblichen Bereich von 50 %. 4.3 Die Gesamtinvalidität beträgt angesichts einer - im Lichte der tatsächlichen Verhältnisse korrekterweise nicht beanstandeten - gesundheitsbedingten Einschränkung im Haushalt von 20 % gewichtet 48 % (0,92 x 50 % + 0,08 x 20 %; zur Rundung des Invaliditätsgrades: vgl. BGE 130 V 121), welcher den Anspruch auf eine Viertelsrente oder - bei Vorliegen der entsprechenden wirtschaftlichen Verhältnisse - auf eine halbe Rente im Härtefall gemäss Art. 28 Abs. 1bis IVG in Verbindung mit Art. 28bis IVV (je in den bis 31. Dezember 2003 in Kraft gestandenen Fassungen) begründet. Der Einspracheentscheid der Beschwerdeführerin vom 9. September 2004 ist damit rechtens. Zu berücksichtigen ist in diesem Zusammenhang gegebenenfalls, dass Art. 28 Abs. 1bis IVG anlässlich der 4. IV-Revision per 1. Januar 2004 aufgehoben worden ist, wobei im Rahmen der entsprechenden Übergangsbestimmungen (lit. d) die Besitzstandswahrung bei der Aufhebung der Härtefallrenten normiert wurde (vgl. zum Ganzen: AS 2003 3837 ff. [3844 und 3851]).