Citation: 2C_434/2019 E. 4.3.2

4.3.2. Trotz dieses Umstandes ist vorliegend nicht statt von Vorzugslasten von Kostenanlastungssteuern auszugehen. Denn als entscheidend erscheint, dass die blosse Gruppenzugehörigkeit, d.h. die Zugehörigkeit zu Eisenbahnunternehmen, welche gemäss Bundesgesetzgebung über eine Infrastrukturkonzession auf dem Gebiet des Kantons Wallis verfügen (vgl. Art. 15 GFinR3), nicht genügt, um die Abgabepflicht zu begründen. Unabdingbar ist hierfür vielmehr ein besonderer, individueller und direkter Vorteil. Dies wird daran deutlich, dass jeder Eisenbahnkonzessionär die "Beiträge" nur nach Massgabe der Länge seiner Gleise in den Überflutungsgefahrenzonen der Rhone zu tragen hat (vgl. Art. 16 Abs. 2 GFinR3). Zu berücksichtigten ist nicht zuletzt, dass Art. 5 Abs. 2 GFinR3 mit Blick auf den Zweckartikel von Art. 1 GFinR3 so verstanden werden muss, dass als Gesamtkosten nur Kosten gelten, welche für die Realisierung der 3. Rhonekorrektion erforderlich sind. Dementsprechend ist - in Übereinstimmung mit dem aktenkundigen, vom Bundesamt für Umwelt in Auftrag gegebenen Gutachten zur Plausibilisierung der Kostenschätzung des Projektes (vgl. dazu Duplikbeilagen 69 f.) - namentlich von verhältnismässig geringen Kosten für Arbeiten von allgemeinem Interesse auszugehen. Die so verstandenen Gesamtkosten werden dabei nach der gesetzlichen Konzeption nicht vollumfänglich auf die Eisenbahnkonzessionäre überwälzt. Namentlich ist die Kostentragung durch die Eisenbahnkonzessionäre aufgrund der in Art. 9 Abs. 2 GFinR3 statuierten 6,1 %-Schranke beschränkt.