Citation: 2C_65/2020 E. 3.3

3.3. Die Verhältnismässigkeit der Haftanordnung setzt weiter eine Abwägung zwischen öffentlichen und privaten Interessen voraus (vgl. Urteil 2C_791/2008 vom 25. November 2008 E. 2.5; EGMR-Urteil vom 2. Dezember 2010 Jusic gegen die Schweiz [Nr. 4691/06], §§ 68 ff. zur Anordnung der Inhaftierung "auf die gesetzlich vorgeschriebene Weise"). Art. 64e lit. a AIG (in der Fassung vom 18. Juni 2010) sieht in Konkretisierung des Verhältnismässigkeitsgebots zur Sicherung des Vollzugs der Weg-, Aus- oder Landesverweisung als mildere Massnahmen etwa vor, dass die zuständige Behörde die ausländische Person nach der Eröffnung der erstinstanzlichen Wegweisungsverfügung oder Landesverweisung statt einer Inhaftierung verpflichten kann, sich regelmässig bei einer Behörde zu melden (vgl. DANIÈLE REVEY, in: Nguyen/Amarelle [Editeurs], Code annoté de droit des migrations, Volume II: Loi sur les étrangers [LEtr], N. 2 u. 3 zu Art. 64e LEtr; MARC SPESCHA, in: Spescha u.a.. [Hrsg.], Migrationsrecht, 5. Aufl. 2019, N. 1 zu Art. 64e AuG); denkbar ist allenfalls auch die Anordnung einer Ein- oder Ausgrenzung (Art. 74 AIG) oder die Hinterlegung der Reisepapiere bzw. die Pflicht, eine angemessene finanzielle Sicherheit zu leisten. Die Vorinstanz erwog, der Beschwerdeführer habe an der Verhandlung deutlich bekundet, dass eine Rückkehr nach Afghanistan für ihn nicht in Frage komme. Überdies habe er schon durch seine Delinquenz zu erkennen gegeben, dass er sich von behördlichen Anordnungen nicht beeindrucken lasse (vgl. hierzu auch E. 2.5.2 hiervor). Vor diesem Hintergrund bestehe eine grosse Gefahr, dass der Beschwerdeführer sich in Freiheit einer allfälligen Wegweisungsanordnung entziehen werde, etwa indem er sich ins Ausland absetzen könnte. Daran ändere auch nichts, dass seine Schwester in der Schweiz wohne und ihn bei sich aufnehmen wolle. Vor diesem Hintergrund sei nicht ersichtlich, inwiefern die Durchführung einer allfälligen Wegweisungsanordnung auch mit einem milderen Mittel (etwa einer Meldepflicht oder einer Eingrenzung) sichergestellt werden könne. Der Beschwerdeführer bringt im vorliegenden Verfahren nichts vor, was diese überzeugende Würdigung der Vorinstanz in Frage stellen könnte.