Citation: 1C_136/2023 E. 5.2.1

5.2.1. Die Vorinstanz nahm an, aufgrund des äusserst hohen denkmalpflegerischen Werts der Villa spreche ein gewichtiges öffentliches Interesse für die Unterschutzstellung. Das den verfügten Schutzmassnahmen entgegenstehende öffentliche Interesse der inneren Verdichtung bewertete sie als nicht hoch, da sich das Gebäude nicht an zentraler Lage befinde und die Gemeinde über andere Möglichkeiten der inneren Verdichtung verfüge, die nicht im Konflikt mit dem Denkmalschutz stünden. Die ständige Einsehbarkeit und die Bekanntheit eines Denkmals sind nach Ansicht der Vorinstanz kein zwingendes Kriterium für die Unterschutzstellung. Die vom Beschwerdeführer angeführte Erheblicherklärung der Motion "Oberägeri - (k) ein Ballenberg: Denkmalschutz mit Mass" könne zwar durchaus als Motiv gewertet werden, dass breite Kreise der Oberägerer Bevölkerung nur eine Unterschutzstellung von herausragenden Objekten befürworteten. Spätestens mit den am 14. Dezember 2019 in Kraft getretenen Änderungen des DMSG vom 31. Januar 2019 seien die Ziele dieser Motion auf kantonaler Ebene aufgefangen worden, da die Voraussetzung des § 25 Abs. 1 lit. a DMSG weiter ginge als das Kriterium der besagten Motion, wonach nur "besonders schutzwürdige Objekte" unter Denkmalschutz zu stellen seien. Das in der Motion zum Ausdruck kommende grosse Unbehagen der Stimmbevölkerung von Oberägeri gegenüber denkmalpflegerischen Themen sei in der Gesamtabwägung nicht geeignet, den äusserst hohen denkmalpflegerischen Wert des Gebäudes zu relativieren. Was das öffentliche Interesse am Lärmschutz anbelange, sei nicht ersichtlich, inwiefern die angefochtene Unterschutzstellung die Realisierung eines angemessenen Lärmschutzes mittels baulicher Massnahmen erheblich erschweren oder gar dauerhaft verunmöglichen solle. Sollte eine Lärmschutzwand oder die Sanierung der bzw. Änderungen an der Hauptstrasse aus verschiedenen Gründen tatsächlich nicht möglich sein, seien immer noch Schallschutzmassnahmen am Bestandesbau möglich.