Citation: U 243/03 17.08.2004 E. 3

3.1 In Bezug auf das Ereignis vom August 1999 kann mit dem kantonalen Gericht als erstellt gelten, dass der Beschwerdeführer beim Sprung ins Wasser weder am Bassinrand an- noch auf dem Bassingrund aufschlug. Was hiegegen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde vorgebracht wird, ist nicht stichhaltig. Insbesondere besteht keine Notwendigkeit, beim Hausarzt «zu verifizieren, wie weit dessen medizinische Erkenntnisse als Indiz eines Unfalles gewertet werden können». 3.2 Der Beschwerdeführer verspürte gemäss seinen Angaben nach dem Sprung ins Wasser einen starken Schlag, einen «Zwick» in der Halswirbelsäule. Dies lässt entgegen den Vorbringen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde nicht den Schluss auf eine unkoordinierte Bewegung bzw. eine nicht angepasste Körperstellung zu, «welche als aussergewöhnlich gilt». Die gegenteilige Auffassung bedeutete im Ergebnis, von der Ungewöhnlichkeit der Wirkung (Nackenschmerzen nach einem Kopfsprung ins Wasser von geringer Höhe) auf eine ungewöhnliche Ursache (Verletzungsmechanismus) zu schliessen, was nicht zulässig ist (BGE 129 V 180 Erw. 2.1 in fine, 122 V 233 Erw. 1, 121 V 38 Erw. 1b; RKUV 2003 Nr. U 492 S. 372 Erw. 2.2, 1999 Nr. U 345 S. 422 oben). In diesem Zusammenhang kommt der Diagnose des Hausarztes eines «St. n. Quetschung der HWS mit sekundären pseudoradiculären Beschwerden in den linken Arm» im Arztzeugnis UVG vom 8. Februar 2000 keine Bedeutung zu. Dr. med. F.________ geht von der nicht zutreffenden Annahme aus, der Beschwerdeführer habe «beim Baden (...) sich den Kopf angeschlagen». Beschränkt sich sodann die Schädigung auf das Körperinnere und kann sie erfahrungsgemäss auch als alleinige Folge von Krankheiten auftreten, muss die unkoordinierte Bewegung als unmittelbare Ursache unter besonders sinnfälligen Umständen gesetzt worden sein (RKUV 1999 Nr. U 345 S. 422 Erw. 2b in fine mit Hinweisen). Bei Sportverletzungen im Speziellen bedarf es immer eines besonderen Vorkommnisses, damit das Merkmal der Ungewöhnlichkeit des äusseren Faktors und damit ein Unfall im Rechtssinne bejaht werden kann (BGE 130 V 118 Erw. 2.2 mit Hinweis). Es steht fest und ist unbestritten, dass degenerative Veränderungen der Halswirbelsäule vorbestanden hatten. Anderseits werden Besonderheiten beim Sprung ins Wasser vom Bassinrand im August 1999 nicht geltend gemacht. 3.3 In der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird vorgebracht, der hier zu beurteilende Fall sei im Resultat vergleichbar mit dem in RKUV 1992 Nr. U 156 S. 258 ff. teilweise publizierten Urteil M. vom 14. September 1992 (U 43/92). In diesem Entscheid sei das Begriffsmerkmal des ungewöhnlichen äusseren Faktors bejaht worden. 3.3.1 Im erwähnten Fall U 43/92 ging es um eine Versicherte, die unmittelbar nach einem Hechtsprung («saut de carpe») im Bereich des linken Knöchels Schmerzen verspürte, welche in der Folge einer Sehnenscheidenentzündung zugeordnet werden konnten. Das Eidgenössische Versicherungsgericht bejahte wie schon die Vorinstanz einen Unfall. Zum Begriffsmerkmal des ungewöhnlichen äusseren Faktors erwog das Gericht, die erlittenen Verletzungen deuteten darauf hin, dass die betreffende Übung nicht in korrekter Weise abgeschlossen worden sei. Auch die Versicherte habe plausibel dargelegt, dass sie tatsächlich schlecht gelandet sei. Für eine geübte Turnerin sei ein solcher missglückter Abschluss nicht üblich, umso weniger als der Hechtsprung für sie nichts Aussergewöhnliches an sich habe. Die schlechte Landung übersteige daher das, was bei einer (guten) Turnerin objektiv als üblich gelte, sodass der ungewöhnliche äussere Faktor und damit ein Unfall im Rechtssinne zu bejahen sei (RKUV a.a.O. S. 260; vgl. auch BGE 130 V 118 Erw. 2.2.1 und RKUV 2004 Nr. U 502 Erw. 4.3.1, 1999 Nr. U 345 S. 425 Erw. 4b). 3.3.2 Es wird zu Recht nicht geltend gemacht, ein Hechtsprung und ein Kopfsprung ins Wasser von geringer Höhe seien unter dem Gesichtspunkt des Verletzungsrisikos vergleichbar. Sodann unterscheiden sich der Fall U 43/92 und der hier zu beurteilende Sachverhalt auch insofern wesentlich voneinander, als die Schmerzen verschiedene Körperteile (Knöchel, Nacken) betreffen und die medizinisch festgestellten Schädigungen (Sehnenscheidenentzündung, Nackenbeschwerden) ganz anderer Art sind. Es kommt dazu, dass vorliegend seit 1997 osteochondrotische Veränderungen überwiegend im Segment C5/6 bestehen. Weiter konnte kernspintomographisch eine laterale Diskushernie C3/4 rechts sowie eine medio-linksseitige Bandscheibenprotrusion C5/6 aufgezeigt werden (Berichte Dr. med. H.________ vom 10. Mai 2001 und Dr. med. W.________ vom 13. Juni 2001). Mit diesen Befunden sind die nach dem Ereignis vom August 1999 aufgetretenen Nackenschmerzen vereinbar. Aus RKUV 1992 Nr. U 156 S. 258 ergibt sich somit nichts zu Gunsten des Beschwerdeführers. Nicht einzugehen ist daher auf die Kritik an diesem und weiteren Urteilen im Zusammenhang mit der Berücksichtigung persönlicher Eigenschaften bei der Beurteilung des Merkmals der Ungewöhnlichkeit des äusseren Faktors (vgl. Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, S. 62 Rz 17 zu Art. 4 und dortige Hinweise; ferner RKUV 1999 Nr. U 345 S. 426 Erw. 4b). Sie änderte nichts am Ergebnis. Das kantonale Gericht hat somit zu Recht den Unfallcharakter des Vorfalles vom August 1999 verneint. 3.4 Dass keine unfallähnliche Körperschädigung im Sinne von Art. 9 Abs. 2 lit. a-h UVV gegeben ist, hat die Vorinstanz einlässlich begründet. Auf die entsprechenden Erwägungen im angefochtenen Entscheid wird verwiesen. Es besteht kein Anlass zu Weiterungen.