Citation: 5D_179/2009 05.02.2010 E. 2.2

2.2.1 Die Beschwerdeführerin rügt, die Vorinstanz habe das Replikrecht verletzt, weil sie den Schriftenwechsel geschlossen habe, ohne ihr die Möglichkeit einzuräumen, sich zur Beschwerdeantwort zu äussern. Die Auffassung des Kantonsgerichts, das Schreiben der Beschwerdeführerin vom 29. September 2009 sowie jenes des Beschwerdegegners vom 5. Oktober 2009 seien für die Beurteilung des Falles unbeachtlich, weil kein zweiter Schriftenwechsel angeordnet worden sei, ist klar verfassungswidrig. Indes hat es die Replik der Beschwerdeführerin berücksichtigt, indem es gleichsam eventualiter erwog, dass sich am Ergebnis nichts ändern würde (Urteil E. 1a). Die Beschwerdeführerin legt überhaupt nicht dar, inwiefern ihr 17 Zeilen umfassendes Schreiben zu einem anderen Ergebnis geführt hätte. Darauf ist nicht einzutreten. 2.2.2 Weiter trägt die Beschwerdeführerin vor, die Parteien hätten Anspruch auf vorgängige Anhörung, wenn ein Gericht seinen Entscheid mit einem Rechtssatz oder einem Rechtstitel zu begründen beabsichtige, der im bisherigen Verfahren nicht herangezogen worden sei, auf den sich die Parteien nicht berufen hätten und mit dessen Erheblichkeit im konkreten Fall sie nicht hätten rechnen können (BGE 128 V 278 E. 5b/bb). Nachdem die Erstinstanz davon ausgegangen sei, dass das Faxschreiben vom 4. März 2008 beim Rechtsanwalt des Beschwerdegegners eingegangen sei, habe die Beschwerdeführerin nicht damit rechnen müssen, dass das Kantonsgericht davon abweiche, weil laut Art. 235 Abs. 2 ZPO/GR die Feststellungen der Vorinstanz über tatsächliche Verhältnisse für die Beschwerdeinstanz grundsätzlich bindend seien. Das Kantonsgericht hätte die Parteien auf jeden Fall darüber informieren müssen, dass es gedenke, die Beschwerde mit der Begründung abzuweisen, das Faxschreiben sei nicht beim Rechtsvertreter der Gegenpartei eingegangen, und zugleich die Parteien einladen müssen, dazu Stellung zu nehmen. Vorab ist darauf hinzuweisen, dass der Rechtsöffnungsrichter nicht festgestellt hat, das Faxschreiben sei eingegangen, sondern dies geht aus der im Entscheid wiedergegebenen Begründung des Gesuchs der Beschwerdeführerin hervor (Urteil des Gerichtspräsidiums Maloja, E. 1). Im Rechtsöffnungsentscheid wird weiter ausgeführt, der Gesuchsgegner habe in seiner Stellungnahme bestritten, von der Gesuchsgegnerin am 4. März 2008 ein Faxschreiben erhalten zu haben. An der Rechtsöffnungsverhandlung vom 20. August 2009 hat zudem nur der Vertreter des Gesuchsgegners teilgenommen und geltend gemacht, Betreibungsbegehren und Zahlungsbefehl würden die Perioden nicht angeben, für welche Unterhaltszahlungen ausständen; gestützt hierauf hat der Rechtsöffnungsrichter unter Hinweis auf eine Lehrmeinung das Rechtsöffnungsgesuch abgewiesen. Die Beschwerdeführerin hat in ihrer Beschwerde an das Kantonsgericht sowohl zur Relevanz des Faxschreibens wie auch zur Ungültigkeit des Zahlungsbefehls ausführlich Stellung genommen. Gemäss dem von ihr angeführten BGE 128 V 278 wird in der Erwägung E. 5b/bb ausgeführt, eine vorgängige Anhörung der Parteistandpunkte sei vorzunehmen, wenn die Verwaltungs- oder Gerichtsbehörde ihren Entscheid mit einer Rechtsnorm oder einem Rechtsgrund zu begründen beabsichtige, die oder der im bisherigen Verfahren nicht herangezogen worden sei, auf die sich die beteiligten Parteien nicht berufen hätten und mit deren Erheblichkeit im konkreten Fall sie nicht hätten rechnen können. Da dies vorliegend nicht zutrifft, stösst der Vorwurf der Gehörsverweigerung ins Leere. 2.2.3 Damit wird auch die Rüge hinfällig, die Vorinstanz habe Art. 235 Abs. 2 ZPO/GR willkürlich angewendet, weil der Grundsatz der bindenden Feststellung der Vorinstanz über tatsächliche Verhältnisse ohne Angaben von Gründen missachtet worden sei.