Citation: 1A.50/2001 11.09.2001 E. 4

Zu prüfen bleibt somit, ob das Vorhaben der Beschwerdeführerin gemäss Art. 24 Abs. 1 aRPG bzw. Art. 24 RPG bewilligt werden kann. 4.1 Die Standortgebundenheit setzt nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung voraus, dass eine Baute aus technischen oder betriebswirtschaftlichen Gründen oder wegen der Bodenbeschaffenheit auf einen Standort ausserhalb der Bauzonen angewiesen ist oder dass ein Werk wegen seiner Immissionen in Bauzonen ausgeschlossen ist. Dabei beurteilen sich die Voraussetzungen nach objektiven Massstäben, und es kann weder auf die subjektiven Vorstellungen und Wünsche des Einzelnen noch auf die persönliche Zweckmässigkeit oder Bequemlichkeit ankommen. Generell ist bei der Beurteilung der Voraussetzungen ein strenger Massstab anzulegen (BGE 124 II 252 E. 4a; 118 Ib 17 E. 2b, je mit Hinweisen). Die Beschwerdeführerin macht geltend, der Recyclingplatz sei standortgebunden im Sinne von Art. 24 Abs. 1 lit. a aRPG, weil wichtige und objektive Gründe vorlägen, die den vorgesehenen Standort gegenüber anderen Positionierungen innerhalb der Bauzone als klar vorteilhafter erscheinen liessen. Sie könne den Bauschutt mit den selben Brechanlagen bearbeiten, mit denen sie den ausgebeuteten Kies zerkleinere. Damit entfielen Parallelinvestitionen. Auf dem Rückweg könnten die Lastwagen, die den Kies zu den Abnehmern transportieren, mit Material für die Recyclinganlage beladen werden, was Leerfahrten vermeide und sowohl wirtschaftlich wie umweltschonend sei. 4.2 Es trifft zwar zu, dass die Standortgebundenheit nicht erst dann zu bejahen ist, wenn ein Standort ausserhalb der Bauzone sich als der praktisch einzig mögliche Ort erweist. Es genügt, dass im Rahmen der nach der Praxis vorausgesetzten Erfordernisse besonders gewichtige Gründe vorliegen, die den beanspruchten Standort gegenüber einem Standort in der Bauzone als erheblich vorteilhafter erscheinen lassen (Leo Schürmann/Peter Hänni, Planungs-, Bau- und besonderes Umweltschutzrecht, 3. Aufl., Bern 1995, S. 172 f.; Walter Haller/Peter Karlen, Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht, 3. Aufl., Zürich 1999, Rz. 711, je mit Hinweisen auf die Rechtsprechung). Was die Beschwerdeführerin zur Begründung der Standortgebundenheit geltend macht, sind jedoch vor allem betriebliche, subjektive Gründe, welche die Standortgebundenheit nicht zu begründen vermögen. Daran ändert auch der Umstand nichts, dass die Zusammenlegung von Kies- und Bauschuttaufbereitung zudem den objektiven Vorteil aufweist, die Umwelt dank optimierter Transportwege weniger zu belasten als die räumlich getrennte Bearbeitung. Es kann nicht ernsthaft bezweifelt werden, dass sich eine Bauschuttrecyclinganlage auch in einer Industrie- oder allenfalls in einer Gewerbezone betreiben lässt. Dabei mag die Einhaltung von Umweltschutzauflagen z.B. für den Lärm- und Staubschutz gewisse Schwierigkeiten bereiten, die aber keineswegs grundsätzlich unlösbar sind. In diesem Zusammenhang ist zu beachten, dass die Standortgebundenheit nicht von den konkreten planerischen Gegebenheiten abhängig gemacht werden kann und dass überdies die Frage, ob für ein Vorhaben Raum in der Bauzone vorhanden ist, nicht bloss anhand der Situation in einer Gemeinde, sondern in der ganzen Region zu beantworten ist (BGE 118 Ib 17 E. 2c/d). Im erwähnten Entscheid hat das Bundesgericht die Standortgebundenheit bejaht. Dabei war massgebend, dass sich das Bauvorhaben in der betreffenden Gemeinde und deren näherer Umgebung aus objektiven Gründen nicht innerhalb des Baugebiets realisieren liess und zudem im konkreten Fall eine Lösung über eine Zonenplanrevision als wenig sinnvoll erschien. Vorliegend sind diese Voraussetzungen nicht erfüllt. 4.2.1 Die verschiedenen Behördenvertreter haben im kantonalen Verfahren die Meinung vertreten, die Recyclinganlage sei in der Gewerbezone B von Ufhusen zulässig. Insbesondere hat das Verwaltungsgericht den Einwand der Beschwerdeführerin verworfen, weil in der Gewerbezone freie Lager- und Umschlagplätze nur in Verbindung mit Gewerbebauten gestattet sind, könne sie ihren Recyclingplatz dort nicht errichten. Wie das Verwaltungsgericht mit Recht ausführt, handelt es sich beim Vorhaben der Beschwerdeführerin nicht um einen isolierten Lager- und Umschlagplatz, sondern um einen Betrieb, der neben dem Lagerplatz auch Betriebsanlagen umfasst, für welche die Gewerbezone B durchaus in Frage kommt. Die Beschwerdeführerin wendet neu auch ein, die Recyclinganlage könne wegen des damit verbundenen Transportverkehrs in einer Gewerbezone keinen Platz finden. Sie unterlässt aber eine substanziierte Begründung ihres Einwands. Namentlich ist unklar, wie viele Transporte der Recyclingbetrieb tatsächlich verursacht. Überdies lässt sich die Frage, ob der Verkehr übermässige Immissionen mit sich bringt, nicht generell, sondern nur unter Berücksichtigung der konkreten Erschliessungs- und Überbauungssituation beurteilen. Dass der Verkehr so intensiv ist, dass er die Ansiedlung in einer Gewerbezone unter allen Umständen ausschliesst, kann beim vorhandenen Stand der Akten nicht angenommen werden. 4.2.2 Überdies ist es - trotz einer ablehnenden Äusserung des zuständigen Kreisplaners - wohl nicht ausgeschlossen, den Recyclingbetrieb durch eine Änderung von Art. 17 BZR Eine solche Lösung hätte überdies den Vorteil, einen klaren raumplanerischen Rahmen für eine Praxis zu schaffen, die laut den Angaben der Beschwerdeführerin, denen die übrigen Beteiligten nicht widersprochen haben, im Kanton Luzern verschiedentlich vorkommt. 4.3 Ist schon die Standortgebundenheit der umstrittenen Anlage zu verneinen, erübrigt sich die Prüfung, ob einer Bewilligung überwiegende Interessen entgegenstehen.