Citation: 6B_854/2015 E. 2.4.2

2.4.2. Die Vorinstanz erwägt, die Angaben des Fussgängers im informellen Erstgespräch mit der Polizei, wonach er gesehen habe, dass der Personenwagenfahrer eindeutig bei Grünlicht losgefahren sei, seien nicht verwertbar, da er diese bei der staatsanwaltschaftlichen Zeugeneinvernahme nicht bestätigt, sondern angegeben habe, er habe das Lichtsignal für die Autofahrer nicht gesehen (Urteil S. 8 f.). Jedoch sei auf seine Aussagen anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme abzustellen. Er habe glaubhaft ausgesagt, als er den Fussgängerstreifen Nr. 8 benutzt habe, welcher den Fahrstreifen Nr. 3 (jenen des Personenwagenfahrers) überquere, habe er noch gesehen, wie das Fussgängerlichtsignal auf Rotlicht umgeschaltet habe. Als er das Trottoir erreicht habe, sei es ein paar Sekunden gegangen, bis die Fahrzeuge (auf der Fahrbahn Nr. 3) losgefahren seien. Es sei ein deutlicher zeitlicher Abstand gewesen. Die Vorinstanz gelangt zum Schluss, der vom Fussgänger genannte deutliche zeitliche Abstand umfasse nicht nur die gleichzeitige Rotphase der Fahrspur Nr. 3 und des Fussgängerübergangs Nr. 8 von zwei Sekunden, sondern auch das ebenfalls zwei Sekunden dauernde Gelblicht (vor Grünlicht) der Fahrspur Nr. 3 des Personenwagenfahrers. Damit sei dieser erst bei Grünlicht losgefahren (Urteil S. 12 ff.). Ob die Vorinstanz die informellen Angaben des Fussgängers gegenüber der Polizei zu Recht als unverwertbar bezeichnet und bei ihrer Beweiswürdigung nicht berücksichtigt, kann offengelassen werden (vgl. Beschwerde S. 4 f). Der Beschwerdeführer zeigt überzeugend auf, dass die Vorinstanz bereits aufgrund der Aussagen des Fussgängers bei der Staatsanwaltschaft Zweifel an deren Schlüssigkeit sowie Glaubhaftigkeit hätte haben müssen. So gab der Fussgänger unter anderem an, das Fahrzeug auf der linken Fahrspur sei mit dem Beschwerdeführer kollidiert, was unbestrittenermassen nicht zutrifft. Auf Vorhalt des Fotobogens der Stadtpolizei Zürich sagte er, er wisse überhaupt nicht, ob das Auto (das mit dem Beschwerdeführer kollidierte) rot gewesen sei (kantonale Akten, act. 4/5 S. 4, act. 7 S. 5). Der Beschwerdeführer wendet zu Recht ein, dass diese Unsicherheiten des Fussgängers die Grenzen dessen Wahrnehmungsfähigkeit aufzeigen. Unberücksichtigt lässt die Vorinstanz sodann den offensichtlichen Widerspruch in den Aussagen des Fussgängers zum zeitlichen Ablauf. So antwortete er auf die Frage der Staatsanwaltschaft, wie viel Zeit seiner Einschätzung nach verstrichen sei, nachdem er den Fussgängerstreifen überquert habe, bis das Fahrzeug des Personenwagenfahrers hinter ihm losgefahren sei, er denke, es seien ungefähr zehn Sekunden gewesen. Auf die klar auf einen anderen Zeitpunkt abzielende Frage des Beschwerdeführers, ob er beurteilen könne, wann es geknallt habe, erwiderte der Fussgänger, er schätze, es seien zehn Sekunden gewesen, es könnten auch acht gewesen sein; nur zwei Sekunden seien es nicht gewesen, es habe schon eine gewisse Zeit, einige Sekunden gedauert (kantonale Akten, act. 4/5 S. 5 f.). Obwohl die beiden Fragen einen anderen Zeitpunkt betreffen, antwortete der Fussgänger praktisch identisch. Die Vorinstanz berücksichtigt die dargelegten Widersprüche und Zweifel an der Schlüssigkeit der Aussagen des Fussgängers bei ihrer Beweiswürdigung nicht. Es kann indessen offenbleiben, ob sie damit in Willkür verfällt. Das Bundesgericht hebt einen Entscheid nur auf, wenn nicht bloss die Begründung, sondern auch das Ergebnis unhaltbar ist (BGE 141 IV 305 E. 1.2 S. 309 mit Hinweisen). Wie nachfolgend dargelegt wird, ist das vorinstanzliche Urteil im Ergebnis nicht unhaltbar.