Citation: 9C_278/2021 E. 4.6

4.6. Um - abgesehen von der Organtätigkeit im engen Sinn - die Annahme einer selbstständigen Tätigkeit zu begründen, führten die Beschwerdeführer in den vorinstanzlichen Eingaben verschiedene Tätigkeiten des Beschwerdeführers 2 auf. Ausserdem reichten sie nebst einem Buch zahlreiche Dokumente ein, die der Beschwerdeführer 2 verfasst hatte, und von denen einige in einer vom Verein und einer weiteren Körperschaft gemeinsam getragenen Zeitschrift publiziert worden waren. Weiter argumentierten sie u.a. mit der Tätigkeit für eine andere Körperschaft, mit der Beschäftigung von Personal und weiteren geschäftlich begründeten Aufwendungen des Beschwerdeführers 2 sowie mit dessen steuerrechtlicher Stellung. Damit äusserten sie sich genügend substanziiert zu wesentlichen Kriterien für die Qualifikation der fraglichen Tätigkeiten. Auch wenn die Beschwerdeführer im kantonalen Verfahren eine Begründungs- und Substanziierungsobliegenheit trifft (vgl. dazu z.B. SUSANNE BOLLINGER, in: Basler Kommentar, Allgemeiner Teil des Sozialversicherungsrechts, 2020, N. 37 zu Art. 61 ATSG), geht diese nicht so weit, dass das Sozialversicherungsgericht im Rahmen der Rechtsanwendung und Sachverhaltsfeststellung von Amtes wegen (Art. 61 lit. c ATSG; vgl. auch Art. 43 Abs. 1 ATSG) von zumutbaren und klar angezeigten Untersuchungen enthoben wäre (vgl. JEAN MÉTRAL, in: Commentaire romand, Loi sur la partie générale des assurances sociales, 2018, N. 53 zu Art. 61 ATSG). Angesichts der Vorbringen im vorinstanzlichen Verfahren wäre es geboten und ohne Weiteres zumutbar gewesen, die den Beschwerdeführer 2 betreffenden Unterlagen von der Ausgleichskasse beizuziehen und beispielsweise die Rechtssuchenden zur Einreichung von Dokumenten betreffend die steuerrechtliche Erfassung der fraglichen Entschädigungen aufzufordern. Der vorinstanzliche Verzicht auf eine Ergänzung der Aktenlage verletzt Bundesrecht.