Citation: 5A_86/2021 E. 3.1.2

3.1.2. Im konkreten Fall stellt die Vorinstanz als unbestritten fest, dass das Regelwerk der SIA-Norm 118 - soweit nicht durch den Vertrag oder die AGB abgeändert bzw. ergänzt - durch den Verweis in den AGB "als Ganzes übernommen worden" sei. "Global" übernehmen heisse so viel wie "umfassend" oder (hier) "als Ganzes" übernehmen, dies im Unterschied zu einer Übernahme bloss einzelner Bestimmungen eines ganzen Regelwerks. Bei einer Globalübernahme eines ganzen Regelwerks stelle sich nur die Frage, ob die einzelnen Bestimmungen den Parteien bekannt waren bzw. bekannt sein mussten und ob allenfalls einzelne Bestimmungen des Regelwerks nicht anzuwenden sind, weil sie trotz Übernahme "in globo" nicht als vereinbart gelten können. In der Folge verwirft die Vorinstanz den Einwand der Beschwerdeführerin, wonach sich der Beschwerdegegner nicht auf die Ungewöhnlichkeit von Art. 154 Abs. 3 der SIA-Norm 118 berufen könne, weil für die Behauptung, dass er branchenfremd oder bauunerfahren sei, jegliche Beweisofferten fehlen würden. Sie hält der Beschwerdeführerin entgegen, im Rahmen ihrer Bestreitung nicht den geringsten Anhaltspunkt geliefert zu haben, wo denn der Beschwerdegegner schon früher einmal Bauherr gewesen sei. Wer geltend mache, die Gegenseite sei schon einmal als Bauherr in Erscheinung getreten, habe diese allgemeine Aussage, wo umstritten, zu konkretisieren. Dies gelte auch, wo die Behauptungslast die Gegenseite treffe, es also an dieser liege vorzubringen, dass sie über keinerlei Erfahrung in Bausachen verfügt. Werde dieses Negativum vom Behauptungsbelasteten vorgebracht, so treffe den Bestreitenden insofern eine Substanziierungslast beim Bestreiten, als er angeben müsste, wann und wo denn die Gegenseite schon einmal Erfahrung (en) in Bausachen gemacht hat. Mangels rechtsgenügender Bestreitung sei das Bezirksgericht daher nicht gehalten gewesen, über die Frage, ob der Beschwerdegegner über Erfahrung in Bausachen verfüge, Beweis zu erheben. Darüber hinaus stellt das Obergericht klar, dass sich die Bauerfahrung des Beschwerdegegners auch nicht allein aus seiner guten Ausbildung und aus seiner beruflichen Position noch aus dem Umstand ableiten lasse, dass er die Abnahmen der Arbeiten von seiner Ehefrau ausführen liess.