Citation: 6B_1236/2018 E. 5.2

5.2. Gericht verfügt die Einziehung von Vermögenswerten, die durch eine Straftat erlangt worden sind oder dazu bestimmt waren, eine Straftat zu veranlassen oder zu belohnen, sofern sie nicht dem Verletzten zur Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes ausgehändigt werden (Art. 70 Abs. 1 StGB). Die Einziehung ist ausgeschlossen, wenn ein Dritter die Vermögenswerte in Unkenntnis der Einziehungsgründe erworben hat und soweit er für sie eine gleichwertige Gegenleistung erbracht hat oder die Einziehung ihm gegenüber sonst eine unverhältnismässige Härte darstellen würde (Art. 70 Abs. 2 StGB). E contrario folgt aus dieser Bestimmung, dass deliktisch erlangte Vermögenswerte grundsätzlich bei jedem Dritten eingezogen werden können, der diese in Kenntnis der Einziehungsgründe oder ohne gleichwertige Gegenleistung erwirbt (FLORIAN BAUMANN, in: Basler Kommentar, Strafrecht I, 4. A. 2019, Art. 56 zu Art. 70/71 StGB). Die sogenannte Ausgleichseinziehung nach Art. 70 StGB setzt ein Verhalten voraus, das den objektiven und subjektiven Tatbestand einer Strafnorm erfüllt und rechtswidrig ist. Erforderlich ist, dass zwischen der Straftat und dem erlangten Vermögenswert ein kausaler Zusammenhang besteht in dem Sinn, dass die Erlangung des Vermögenswerts als "direkte und unmittelbare" Folge der Straftat erscheint. Dabei können aber auch bloss indirekt durch eine strafbare Handlung erlangte Vermögenswerte Gegenstand einer Einziehung sein (BGE 144 IV 1 E. 4.2.1 f. S. 7 f.; 144 IV 285 E. 2.2 S. 287; 141 IV 155 E. 4.1 S. 162). Eingezogen werden können nach der Rechtsprechung neben den unmittelbar aus der Straftat stammenden Vermögenswerten auch Surrogate, sofern die von den Original- zu den Ersatzwerten führenden Transaktionen identifiziert und dokumentiert werden können (Urteil 6B_285/2018 vom 17. Mai 2019 E. 1.4.2). Beim fraglichen Stockwerkeigentum handelt es sich, soweit mit zweckentfremdeten Geldern der C.________ finanziert, um ein (echtes) Surrogat (vgl. BAUMANN, a.a.O., N 47). Die Vorinstanz hält den Vorwurf an B.________, in Bezug auf den mittels Darlehen der C.________ teilfinanzierten Kauf der Eigentumswohnungen eine Veruntreuung (Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB) begangen zu haben, für unbegründet. Zwar seien bei der C.________ zur Anlage auf dem Kapitalmarkt bestimmte Mittel abgezogen und zweckwidrig verwendet worden, was aufgrund der buchhalterischen Nichterfassung des so deklarierten Darlehens einer faktischen Schenkung gleichkomme. Der obligatorische Anspruch der Einleger sei damit zumindest teilweise vereitelt worden. Jedoch habe B.________ das Geld unter dem Titel eines Darlehens erhalten. Die Aufnahme eines zu verzinsenden Darlehens sei an sich kein Verhalten, mit welchem ein Täter seinen Willen bekunde, den obligatorischen Anspruch des Berechtigten zu vereiteln. Dass es sich durch das Nichtverbuchen faktisch indes um eine Schenkung gehandelt habe, sei für B.________ nicht ersichtlich geworden. Ebensowenig habe sie gewusst, dass das (scheinbare) Darlehen aus Kundengeldern stammte (und nicht etwa aus Kommissionsgewinnen). Daher liege kein Handeln in unrechtmässiger Bereicherungsabsicht vor. Mithin seien die eingeflossenen Gelder nicht deliktischer Herkunft. Folglich verwirft die Vorinstanz die Einziehung und Verwertung der beiden Eigentumswohnungen.