Citation: 4P.151/2005 20.09.2005 E. 2

2.1 Der Beschwerdeführer hat im kantonalen Verfahren vorgetragen, anlässlich der Erneuerung des Arbeitvsertrages hätten die Parteien ausdrücklich vereinbart, dass er keine Lasten tragen und keine schweren körperlichen Arbeiten ausführen müsse. Zum Beweis beantragte er, selbst als Partei befragt und zur Beweisaussage zugelassen zu werden. Dieses Begehren lehnten beide kantonalen Instanzen ab. Das Kantonsgericht führte dazu aus, der Beschwerdeführer habe zwar in seinem Kündigungsschreiben erwähnt, die Gesundheit komme bei ihm an erster Stelle. Im Prozess habe er aber nicht substanziiert behauptet, gegenüber der Beschwerdegegnerin zum Ausdruck gebracht zu haben, dass er das Arbeitsverhältnis aus einem von dieser zu verantwortenden, im Zusammenhang mit seiner Gesundheit stehenden Anlass aufgelöst habe. Angesichts seiner in der mündlichen Berufungsbegründung erhobenen Behauptung, eine diesbezügliche Vereinbarung habe er anlässlich der Erneuerung des Arbeitsverhältnisses konkret mit Frau C.________ von der Beschwerdegegnerin getroffen, hätte es nach Auffassung des Kantonsgerichts nahe gelegen, dies bereits im erstinstanzlichen Verfahren substanziiert vorzubringen und durch Anrufung von Frau C.________ als Zeugin unter Beweis zu stellen. Dass diese als Angestellte der Beschwerdegegnerin keine taugliche Zeugin gewesen wäre, treffe nicht zu. Das Kantonsgericht verneinte daher das Vorliegen eines unverschuldeten Beweisnotstandes, welcher nach kantonalem Prozessrecht für die Zulassung einer Partei zur Beweisaussage vorausgesetzt sei. 2.2 Der Beschwerdeführer erblickt in der Verneinung eines Beweisnotstandes eine Verletzung seines Anspruchs auf rechtliches Gehör und des Willkürverbots. Frau C.________ sei als Personalchefin leitende Angestellte der Beschwerdegegnerin. Sie habe selbst die Prozessvollmacht erteilt. Es wäre für den Beschwerdeführer nicht zumutbar gewesen, eine Organperson der Gegenpartei in den Zeugenstand zu rufen. Hätte er sie als Zeugin genannt, wäre nach Art. 177 ZPO/GR auch die Gegenpartei uneingeschränkt berechtigt gewesen, Fragen an sie stellen zu lassen. Der Beschwerdeführer hätte sich nicht mehr gegen die Berücksichtigung ihres Zeugnisses wegen Befangenheit der Zeugin zur Wehr setzen können. Angesichts dieser Situation habe er sich in einem eklatanten Beweisnotstand befunden. Im Übrigen setze die Zulassung zur persönlichen Befragung und zur Beweisaussage nach der einschlägigen Bestimmung der bündnerischen Zivilprozessordnung über die Beweisaussage (Art. 112 ZPO/GR) keinen Beweisnotstand voraus. Auch insoweit habe das Kantonsgericht Art. 29 Abs. 2, Art. 8 und Art. 9 BV verletzt.