Citation: 6P.60/2004 20.09.2004 E. 3

Weiter ist der Beschwerdeführer der Ansicht, das Obergericht habe den Grundsatz "in dubio pro reo" verletzt, indem es das Fehlen eines Erfüllungswillens angenommen habe. 3.1 Gemäss der in Art. 32 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 2 EMRK verankerten Maxime "in dubio pro reo" ist bis zum gesetzlichen Nachweis seiner Schuld zu vermuten, dass der wegen einer strafbaren Handlung Angeklagte unschuldig ist. Als Beweiswürdigungsregel besagt die Maxime, dass sich der Strafrichter nicht von der Existenz eines für den Angeklagten ungünstigen Sachverhalts überzeugt erklären darf, wenn bei objektiver Betrachtung erhebliche und nicht zu unterdrückende Zweifel bestehen, ob sich der Sachverhalt so verwirklicht hat (BGE 127 I 38 E. 2a). Inwiefern dieser Grundsatz verletzt ist, prüft das Bundesgericht unter dem Gesichtspunkt der Willkür, das heisst, es greift nur ein, wenn der Sachrichter den Angeklagten verurteilte, obgleich bei objektiver Würdigung des Beweisergebnisses offensichtlich erhebliche bzw. schlechterdings nicht zu unterdrückende Zweifel an dessen Schuld fortbestehen (BGE 127 I 38 E. 2a; 120 Ia 31 E. 2). Willkür in der Beweiswürdigung liegt vor, wenn die Behörde in ihrem Entscheid von Tatsachen ausgeht, die mit der tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch stehen, auf einem offenkundigen Fehler beruhen oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderlaufen (BGE 127 I 38 E. 2a, mit Hinweisen). 3.2 Der Beschwerdeführer erachtet es nach den tatsächlichen Feststellungen des Obergerichts für erwiesen, dass er zwischen dem 23. Juni 1994 und dem 3. Oktober private Mittel als Liquidität zu Verfügung gestellt habe. Damit habe er in Bezug auf die damit bevorschussten Bauvorhaben seinen Erfüllungswillen manifestiert, weswegen zumindest nicht zu unterdrückende Zweifel daran bestünden, dass in diesem Zeitraum kein solcher Wille mehr vorhanden gewesen sei. 3.3 Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers wurde vom Obergericht nicht festgehalten, dass er private Mittel zur Erfüllung der vertraglichen Verpflichtungen eingesetzt hat. Im Übrigen könnte aus diesem Umstand nicht auf das Vorliegen eines Erfüllungswillens hinsichtlich der Vollendung der Bauten geschlossen werden. Nach den Feststellungen des Obergerichts zielten die Aktivitäten des Beschwerdeführers darauf ab, das Bild eines leistungsfähigen Unternehmens aufrecht zu erhalten, um für sich Geld aus der AG zu beziehen. Der allfällige Einsatz privater Mittel stünde in keinem Widerspruch zu diesem Zweck. Das Einschiessen von Geld, um die vorzeitige Zahlungsunfähigkeit zu verhindern, hätte unter diesen Umständen auch bezwecken können, weitere - in der Summe weitaus höhere - Beträge von Kunden zu erhalten. Der betreffende Einwand ginge somit an der Sache vorbei.