Citation: 8C_746/2022 E. 4.2

4.2. Nicht überzeugend ist ferner der Einwand, das kantonale Gericht habe "fachfremd über die medizinischen Grundlagen spekuliert" respektive eine spezifisch medizinische Frage zu Unrecht selber interpretiert. Wohl basiert die Beurteilung des Integritätsschadens auf dem medizinischen Befund, sodass es in einem ersten Schritt der medizinischen Fachperson obliegt, sich unter Einbezug der in Anhang 3 der UVV und in den Suva-Tabellen aufgeführten Integritätsschäden dazu zu äussern, ob und inwiefern ein Schaden vorliegt, welcher dem Typus von Verordnung, Anhang oder Weisung entspricht. Aufgabe von Verwaltung oder Gericht ist es aber durchaus, gestützt auf die ärztliche Befunderhebung die rechtliche Beurteilung vorzunehmen, ob ein Integritätsschaden gegeben ist, ob die Erheblichkeitsschwelle erreicht ist und, bejahendenfalls, welches Ausmass die erhebliche Schädigung angenommen hat. Obschon sich die rechtsanwendenden Behörden an die medizinischen Angaben zu halten haben, fällt die Beurteilung des Integritätsschadens als Grundlage des gesetzlichen Leistungsanspruchs letztlich in ihren Aufgabenbereich (vgl. SVR 2009 UV Nr. 27 S. 97, 8C_459/2008 E. 2.2 f.; Urteile 8C_316/2022 vom 31. Januar 2023 E. 6.1.3.1; 8C_826/2012 vom 28. Mai 2013 E. 2.4 mit Hinweisen; zur Aufgabenverteilung zwischen Arzt und Verwaltung oder Gericht vgl. auch BGE 140 V 193 E. 3.2). Anders als der Beschwerdeführer meint, trägt das Vorgehen der Vorinstanz diesen Grundsätzen in allen Teilen Rechnung, hat sie doch ausschliesslich und zulässigerweise eine rechtliche (Beweis) Würdigung der medizinischen Akten vorgenommen. Die Behauptung, diese sei derart einseitig "in dubio pro assicuratore" erfolgt, dass der Anschein der Befangenheit entstehe, entbehrt jeglicher Grundlage.