Citation: I 160/02 19.08.2002 E. 2.3

Anlässlich der Abklärung im Haushalt vom 10. Mai 1999 gab die Beschwerdeführerin an, bei der Trennung vom Ehemann im August 1997 hätte sie das Arbeitspensum aus finanziellen Gründen sowie im Hinblick darauf, dass die Kinder damals bereits 14 und 19 Jahre alt und sehr selbstständig gewesen seien, auf 70 % bis 80 % gesteigert; sie würde auch heute in diesem Umfang erwerbstätig sein. Nach Erhalt des ablehnenden Vorbescheids vom 9. Februar 2000 machte sie geltend, es müsse sich um ein Missverständnis handeln; sie habe nie zu 75 % gearbeitet und wolle auch künftig nicht 75 %, sondern vollzeitlich ausserhäuslich tätig sein. Der Abklärungsdienst der IV-Stelle setzte sich in der Folge mit der Versicherten in Verbindung, welche daran festhielt, dass sie (und auch ihr Lebenspartner) die Frage nach dem (hypothetischen) Arbeitspensum als Gesunde missverstanden hätten. Entgegen den Ausführungen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde erfolgte diese Rückfrage jedoch nicht, weil die Abklärungsperson Zweifel an der Richtigkeit der Aussage hatte, sondern weil die Versicherte ein Missverständnis geltend machte. In ihrem Bericht vom 6. April 2000 äusserte die Abklärungsperson die Auffassung, die mit der Versicherten und ihrem Freund mehrmals erörterte Frage sei nicht missverstanden worden. Die Versicherte habe eindeutig erklärt, sie hätte die Erwerbstätigkeit im Gesundheitsfall auf 70 % bis 80 %, nicht aber auf 100 % gesteigert. Es besteht kein Anlass, die Richtigkeit dieser Angaben in Zweifel zu ziehen. Für das angebliche Missverständnis vermag die Beschwerdeführerin keine konkreten Gründe anzugeben. Ein solches ist auch deshalb unwahrscheinlich, weil ihr Partner bei der Befragung anwesend war und kaum anzunehmen ist, dass er dem gleichen Irrtum unterlegen ist. Es liegt nahe, in den Vorbringen der Beschwerdeführerin eine nachträgliche Konstruktion zu erblicken, nachdem feststand, dass dem Umfang der hypothetischen Erwerbstätigkeit für den Rentenanspruch ausschlaggebende Bedeutung zukommt. Vor diesem Hintergrund scheint es gerechtfertigt, den unabhängig hievon gemachten "Aussagen der ersten Stunde" erhöhten Beweiswert beizumessen (BGE 121 V 47 Erw. 2a mit Hinweisen). Zu einer andern Beurteilung vermag auch der mit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde erhobene Einwand nicht zu führen, wonach die Beschwerdeführerin bei der Befragung vom 10. Mai 1999 unter grossem Druck gestanden und nicht begriffen habe, dass es um eine hypothetische Frage gegangen sei. Diese Darstellung des Sachverhalts widerlegt auch die mit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde eingereichte Notiz der Versicherten. Darin führt sie selbst aus, von der Abklärungsperson gefragt worden zu sein, "wieviel Prozent sie bei voller Gesundheit arbeiten würde" und bestätigt damit, dass die Fragestellung klar war und auch von ihr selbst nur in dem hier massgebenden hypothetischen Sinn verstanden werden konnte. Dafür, dass sie krankheitsbedingt auf die richtig gestellte und verstandene Frage eine unzutreffende Antwort gab, fehlen jegliche Anhaltspunkte. Von den eigenen Angaben der Beschwerdeführerin ist im Übrigen umso weniger abzugehen, als sie nach den gesamten Umständen plausibel erscheinen. Daran ändert nichts, dass sie vor der Heirat im April 1978 vollzeitlich erwerbstätig war. Es muss demzufolge bei der vorinstanzlichen Feststellung bleiben, wonach sie ab August 1997 ohne den Gesundheitsschaden höchstens zu 80 % einer Erwerbstätigkeit nachginge, was bei den unbestritten gebliebenen Beeinträchtigungen von 40,48 % in der Erwerbstätigkeit und von 23 % im Haushalt zu einem Invaliditätsgrad von 36,98 % (32,38 % + 4,6 %) führt. Die Verwaltung hat daher den Rentenanspruch nach Art. 28 Abs. 1 IVG im Ergebnis zu Recht verneint.