Citation: 4A_142/2021 E. 3.4

3.4. Entgegen den Vorbringen des Beschwerdeführers verletzt das angefochtene Urteil kein Bundesrecht. Die Vorinstanz ist zu Recht davon ausgegangen, dass das befürchtete Ereignis im Sinne von Art. 9 VVG bereits vor Vertragsschluss eingetreten war. Es ist vorliegend nicht entscheidend, ob der Beschwerdeführer seit der krankheitsbedingten Arbeitsunfähigkeit im Jahr 2013 und namentlich im Zeitpunkt des Vertragsschlusses voll arbeitsfähig war bzw., dass Gegenteiliges nicht festgestellt wurde. Er verkennt, dass gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung bei der Frage, ob das befürchtete Ereignis vor Vertragsschluss bereits eingetreten ist, nicht einzig auf eine vormals bestehende krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit abgestellt wird, sondern vielmehr noch weitere Umstände des jeweiligen Einzelfalls zu würdigen sind. Wie die Feststellungen der Vorinstanz zeigen, wurden die der Arbeitsunfähigkeit zugrundeliegenden Krankheiten bereits vor Vertragsschluss diagnostiziert und waren dem Beschwerdeführer bekannt. Sodann sind sie vor Vertragsschluss bereits sichtbar zutage getreten (vgl. dazu etwa Urteil 4A_535/2015 vom 1. Juni 2016 E. 5.3). Die Gutachten sowie die ärztlichen Berichte schliessen in somatischer Hinsicht auf eine Chronifizierung der Beschwerden und stellen hinsichtlich der lumbalen Problematik eine progressive Verschlechterung fest. Sodann ist erstellt, dass der Beschwerdeführer kurz vor Vertragsschluss eine weitere depressive Episode durchlebte. Ein Rückfall in eine erneute krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit als befürchtetes Ereignis war unter Berücksichtigung dieser Krankheitsgeschichte im Zeitpunk des Vertragsschlusses somit nicht ungewiss. Darin ist entgegen der in der Beschwerde vertretenen Ansicht keine Rückkehr zur mittlerweile geänderten Rechtsprechung gemäss BGE 127 III 21 zu erblicken, da gerade nicht auf die Krankheit als befürchtetes Ereignis abgestellt wird. Der Beschwerdeführer macht sodann zu Recht nicht geltend, die vorliegend versicherte Gefahr schliesse Rückfälle ein, indem sie den krankheitsbedingten Verlust der bei Vertragsschluss gegebenen Arbeitsfähigkeit unabhängig davon versichere, ob diese bereits einmal durch die Krankheit beeinträchtigt war. Dieses Risiko wäre dann auch höher als dasjenige einer gesunden Person, die nach Arbeitsantritt infolge einer Krankheit erstmals arbeitsunfähig wird (vgl. Urteil 4A_631/2016 vom 21. April 2017 E. 2.3.1 f.).