Citation: 2C_575/2018 E. 5.3

5.3. Art. 5 Anhang I FZA steht rechtsprechungsgemäss Massnahmen entgegen, die allein aus generalpräventiven Gründen verfügt werden. Insoweit kommt es wesentlich auf die Rückfallgefahr an. Diesbezüglich darf eine (frühere) strafrechtliche Verurteilung miteinbezogen werden, wenn die ihr zugrunde liegenden Umstände ein persönliches Verhalten erkennen lassen, das eine gegenwärtige Gefährdung der öffentlichen Ordnung darstellt. Art. 5 Anhang I FZA schliesst nicht aus, den Grad der fortbestehenden Bedrohung aufgrund des bisherigen Verhaltens abzuschätzen (Urteile 2C_116/2017 vom 3. Oktober 2017 E. 3.4.3; 2C_112/2017 vom 14. September 2017 E. 2.5.2). Eine Rückfallgefahr besteht nicht nur, wenn ein Straftäter mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wieder delinquieren wird; umgekehrt ist nicht erforderlich, dass überhaupt kein entsprechendes Restrisiko mehr bestehen darf. Je schwerer die befürchtete bzw. vernünftigerweise absehbare Verletzung wichtiger Rechtsgüter wiegt, umso weniger ist die Möglichkeit eines Rückfalls freizügigkeitsrechtlich hinzunehmen. Als schwerwiegend gilt unter anderem qualifizierter Drogenhandel aus rein pekuniären Motiven (BGE 139 II 121 E. 5.3 S. 125 f.; Urteile 2C_634/2018 vom 5. Februar 2019 E. 4.1.2 mit Hinweisen; 2C_116/2017 vom 3. Oktober 2017 E. 3.4.3 mit Hinweisen; 2C_112/2017 vom 14. September 2017 E. 2.5.2 mit Hinweisen).