Citation: 1C_187/2022 E. 6.5

6.5. Vorliegend hat die Beschwerdegegnerin den Beschwerdeführerinnen die Möglichkeit eingeräumt, bis Ende November 2019 ein Vorprojekt einzureichen. Dieses hatte "u.a. detailliert darüber Auskunft zu geben, [...] in welchem zeitlichen Rahmen das Projekt realisiert wird [und] wie es um die Finanzierung des geplanten Projektes steht". Die Beschwerdegegnerin schrieb weiter, wenn "dem Gemeindevorstand bis am 30. November 2019 kein detailliertes Vorprojekt vor[liegt], wird die Baubehörde unverzüglich über den Rückbau der unvollendeten Bauteile entscheiden und eine entsprechende Verfügung erlassen". Die Beschwerdegegnerin wies die Beschwerdeführerin 1 sodann - fett hervorgehoben - darauf hin, dass sie "aus dem vorliegenden Schreiben keinerlei Rechte bzw. Ansprüche ableiten kann". Schliesslich führte sie aus, der Gemeindevorstand werde nach Vorliegen des Vorprojektes über das weitere Vorgehen entscheiden, "d.h. [...] nach Prüfung des Vorprojektes darüber befinden, ob Wiederherstellungsmassnahmen angeordnet werden, oder ob eine Frist zur Einreichung eines Baugesuchs (inkl. Finanzierungsnachweis) angesetzt wird". Die Frage, ob die Beschwerdeführerinnen aus dem Schreiben ein Recht auf eine materielle Prüfung eines detaillierten Vorprojekts seitens der Gemeinde hätten ableiten können, kann vorliegend offen bleiben. So oder so durften sie nämlich nicht darauf vertrauen, dass die Beschwerdegegnerin das Vorprojekt auch dann materiell prüft, wenn es keine detaillierten Angaben betreffend Projektfinanzierung und -realisierung enthält, zumal die Beschwerdegegnerin in ihrem Schreiben für diesen Fall ausdrücklich einen Entscheid über den Rückbau der unvollendeten Bauteile angekündigt hatte. Wie bereits erwähnt (oben E. 5.4), enthielt das von den Beschwerdeführerinnen eingereichte Vorprojekt bezüglich der Projektfinanzierung und -realisierung keine detaillierten Angaben, sondern lediglich den folgenden Satz: "Das Projekt wird fremdfinanziert und dieses wird innert den gesetzlichen Fristen realisiert." In dieser Situation ist auch nicht entscheidend, ob die Beschwerdegegnerin in der Folge die materielle Prüfung des Vorprojekts zuerst unter Hinweis auf die Planungszone und erst in ihrem förmlichen Entscheid aufgrund der fehlenden detaillierten Informationen zur Projektfinanzierung und -realisierung verweigerte. Die Vorinstanz hat somit den Grundsatz von Treu und Glauben nicht verletzt.