Citation: U 48/02 29.08.2002 E. 3

3.- Zu prüfen bleibt der Anspruch auf Integritätsentschädigung, welcher vom Unfallversicherer und der Vorinstanz auf 55 % festgesetzt wurde, wogegen der Beschwerdeführer eine Entschädigung von 60 % beantragt. a) Unfallversicherer und Vorinstanz stützen sich bei der Bemessung des Integritätsschadens auf die Angaben von Dr. med. X.________, welcher den Verlust des Geruchsinns und den teilweisen Verlust des Geschmacksinns mit 15 % und die Teilleistungsdefizite im Bereich der Frontalläsion mit 35 % bis 40 % bewertete. Diese Ansätze halten sich im Rahmen der in Anhang 3 zur UVV angegebenen Richtsätze und der von der SUVA herausgegebenen ergänzenden Richtlinien in tabellarischer Form, auf welche praxisgemäss abgestellt werden kann (BGE 124 V 32 Erw. 1c mit Hinweisen). Nach der Skala der Integritätsentschädigung von Anhang 3 UVV wird der Verlust des Geruchs- oder Geschmacksinns im Regelfall mit 15 % bewertet. Für posttraumatische Hirnfunktionsstörungen gilt nach Tabelle 8 der von der SUVA aufgestellten Richtlinien ein Ansatz von 20 % für leichte Störungen, von 35 % für leichte bis mittelschwere Störungen und von 50 % für mittelschwere Störungen. Als leicht gelten leichte Minderleistungen in einzelnen Hirnfunktionen bei höchstens leichter Wesensveränderung. Der Patient wirkt im Familienalltag kaum verändert, auch wenn leichte Antriebs- und Affektstörungen oder Kritikverminderung vorkommen können. Die Ausübung des früheren Berufes ist möglich, wenn auch in leicht eingeschränktem Masse. Besonders Berufe, bei denen die Konzentrationsfähigkeit, Gedächtnisleistung und die intellektuelle Umstellfähigkeit von Bedeutung ist, können erschwert sein. Als mittelschwer gelten deutliche Minderleistungen in mehreren Hirnfunktionen. Konzentrations- und Merkfähigkeit, Speicherfähigkeit und intellektuelle Umstellfähigkeit sind fast immer betroffen. Zusätzlich können sich Ausfälle in anderen Funktionsbereichen zeigen. Meist bestehen deutliche Wesensveränderungen (Antriebs- und/oder Affektstörungen, Kritikverminderung etc.). Eine Rückkehr an den angestammten Arbeitsplatz ist jedenfalls zur Zeit nicht möglich; entweder kann der Patient nur noch teilweise erwerbstätig sein oder es bedarf beruflicher Eingliederungsmassnahmen. b) Wenn die Beschwerdegegnerin den Integritätsschaden insgesamt mit 55 % bemessen hat, so lässt sich dies nicht beanstanden. Entgegen den Ausführungen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde sind die Voraussetzungen für die Annahme einer mittelschweren Hirnfunktionsstörung im Sinne der von der SUVA umschriebenen Schweregrade nicht erfüllt, weil nur leichtgradige Teilleistungsdefizite und eine gewisse Wesensveränderung im Affekterleben und den Affektreaktionen festzustellen sind (Neuropsychologisches Teilgutachten vom 17. Juli 1997). Nach den vorhandenen medizinischen Akten ist die Hirnfunktionsstörung als leicht bis mittelschwer zu qualifizieren, was für die Annahme eines Integritätsschadens von 35 % spricht. Auch wenn die teilweise Beeinträchtigung des Geschmackssinns neben dem mit 15 % bewerteten Verlust des Geruchssinns zusätzlich berücksichtigt wird, ist die Gesamtentschädigung von 55 % daher als angemessen zu betrachten. Zu einem andern Ergebnis vermag auch der Umstand nicht zu führen, dass die Alba dem Versicherten am 19. März 1999 zunächst eine Integritätsentschädigung von 60 % (15 % + 5 % + 40 %), abzüglich 20 % für unfallfremde Faktoren, in Aussicht gestellt und in der Folge auf die Kürzung von 20 % verzichtet hat. Entgegen den Ausführungen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde lässt sich daraus nicht ableiten, dass der Integritätsschaden seitens der Hirnfunktionsstörung damit rechtskräftig auf 40 % festgesetzt wurde und eine Herabsetzung auf 35 % im Einspracheverfahren demzufolge unzulässig war. Bezüglich der Hirnfunktionsstörung ist vor dem Einspracheentscheid keine verfügungsweise Festsetzung des Integritätsschadens erfolgt. Zudem wäre die Verfügung diesbezüglich nicht in Teilrechtskraft erwachsen, weil es sich nicht um einen selbstständigen Anspruch handelte und der Anspruch auf Integritätsentschädigung gesamthaft zu überprüfen war (vgl. BGE 119 V 347 ff.; RKUV 1999 Nr. U 323 S. 98 f.).