Citation: 9C_434/2024 E. 4.2

4.2. Die Vorinstanz stellte gestützt auf die Korrespondenz zwischen den Steuerverwaltungen der Kantone Zürich und Graubünden fest, unter den beiden Kantonen habe Einigkeit darin bestanden, dass im Jahr 2019 unverändert von einem steuerrechtlichen Wohnsitz des Beschwerdeführers im Kanton Zürich auszugehen sei. Der Beschwerdeführer versucht dies vergeblich in Abrede zu stellen mit der Behauptung, man habe dem Bündner Steuerkommissär unter der tatsachenwidrigen Prämisse unveränderter Verhältnisse ein "Weiterfahren wie bisher" unterjubeln wollen: Seiner Darstellung widerspricht, dass dieser nach eigener Prüfung der ihm am 10. Januar 2023 zur Stellungnahme übermittelten Akten und interner Fallbesprechung zum (in einer E-Mail vom 7. Februar 2023 festgehaltenen) Ergebnis gelangt war, dass der Beschwerdeführer im Kanton Graubünden weiterhin lediglich beschränkt steuerpflichtig sei. Mit der ESTV ist deshalb davon auszugehen, dass unter den Kantonen Zürich und Graubünden - bis zur erstmals vor Bundesgericht anderslautenden Vernehmlassung des Kantons Graubünden - Einigkeit darin bestand, dass für das Jahr 2019 unverändert von einem steuerrechtlichen Wohnsitz des Beschwerdeführers im Kanton Zürich auszugehen war. Es lag damit kein Konfliktfall vor, der die Feststellung des Veranlagungsortes betreffend die direkte Bundessteuer durch die ESTV erforderlich gemacht hätte (vgl. Art. 108 Abs. 1 DBG). Auch der Beschwerdeführer selbst, der die Feststellung des Veranlagungsortes als Steuerpflichtiger (ebenso wie die Veranlagungsbehörde oder die kantonale Verwaltung für die direkte Bundessteuer) hätte verlangen können (Art. 108 Abs. 2 DBG), hatte sich diesbezüglich nicht an die ESTV gewandt. An seinem im Einsprachverfahren gestellten Antrag, es sei durch die ESTV festzustellen, dass die Steuerhoheit ab 1. Januar 2017 ausschliesslich beim Kanton Graubünden liege, hielt er bereits vor dem Steuerrekursgericht des Kantons Zürich nicht mehr fest. Bei dieser Sachlage bestand für die ESTV kein Grund, eine Domizilverfügung zu erlassen (vgl. dazu Urteil 2C_684/2019 vom 11. November 2020 E. 3.3.3). Indessen wären die Kantone rechtsprechungsgemäss verpflichtet gewesen, von Amtes wegen die ESTV anzurufen, wenn sich später unter ihnen doch Uneinigkeit hinsichtlich des Veranlagungsortes eingestellt oder die Unzuständigkeit des Kantons Zürich im Bereich der direkten Bundessteuer ergeben hätte (Urteil 9C_323/2023 vom 7. August 2024 E. 3.6.6, zur Publikation vorgesehen).