Citation: I 690/99 12.05.2000 E. 3

3.- Streitig ist des Weiteren die Invaliditätsbemes- sung nach der hier anwendbaren Methode des Einkommensver- gleichs. a) Nach den Angaben des Arbeitgebers vom 2. Dezember 1996 hätte die Beschwerdeführerin ohne den Gesundheitsscha- den einen Monatslohn von Fr. 3800.- (x 13) erzielt. Umge- rechnet auf den für die Beurteilung massgebenden Zeitpunkt des Verfügungserlasses (1. Juli 1997) ergibt sich damit ein Valideneinkommen von Fr. 50'050.- im Jahr, was unbestritten ist. b) Zum Invalideneinkommen macht die Beschwerdeführerin geltend, mit der nunmehr ausgeübten Tätigkeit als Musterwe- berin während 800 Stunden im Jahr nütze sie die verbleiben- de Arbeits- bzw. Erwerbsfähigkeit zumutbarerweise voll aus, weshalb vom damit erzielten Einkommen von Fr. 18'000.- aus- zugehen sei. Es sei jedoch zu berücksichtigen, dass der Ar- beitsleistung nach den Angaben des Arbeitgebers ein Monats- lohn von lediglich Fr. 1700.- entspreche und die vertrag- lich vereinbarte Arbeitszeit von 800 Stunden im Jahr ledig- lich 42 % einer vollzeitlichen Tätigkeit ausmache. Das In- valideneinkommen belaufe sich damit auf Fr. 17'136.-, was einen Invaliditätsgrad von 66 % ergebe. Dieser Argumenta- tion kann nicht gefolgt werden. Abgesehen davon, dass der Beschwerdeführerin auch im Rahmen der früheren Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von im- merhin 50 % attestiert wird, kann nach dem Gesagten nicht angenommen werden, dass sie die verbleibende Arbeits- oder Erwerbsfähigkeit mit der Tätigkeit als Musterweberin wäh- rend 800 Stunden im Jahr zumutbarerweise voll ausnützt. Die Voraussetzungen für eine Gleichstellung des tatsächlich er- zielten Einkommens mit dem für den Einkommensvergleich massgebenden Invalideneinkommen sind daher nicht gegeben (BGE 117 V 18 Erw. 2c/aa mit Hinweisen). c) In der Verfügung vom 1. Juli 1997 hat die Verwal- tung das Invalideneinkommen auf Fr. 41'000.- festgesetzt. Sie stützte sich dabei auf die von der Berufsberatung der IV-Stelle angegebenen Löhne aus der internen Arbeitsplatz- dokumentation (DAP) der Schweizerischen Unfallversiche- rungsanstalt (SUVA). Danach hätte die Beschwerdeführerin als Mitarbeiterin C in der Elektromontage einen Lohn von Fr. 41'561.- bis Fr. 48'646.-, als Hilfsarbeiterin einen solchen von Fr. 46'800.- bis Fr. 48'750.- und als Hilfs- arbeiterin an einer halbautomatischen Wickelmaschine einen solchen von Fr. 33'744.- bis Fr. 42'504.- erzielen können. Die Beschwerdeführerin bestreitet die Zumutbarkeit dieser Tätigkeiten und macht sinngemäss geltend, die genannten Verweisungsberufe stellten keine ihr tatsächlich offen stehende Beschäftigungsmöglichkeiten dar. Wie es sich damit verhält, lässt sich nicht näher prüfen, weil die DAP- Blätter mit den Anforderungsprofilen und weiteren Angaben zu den angegebenen Arbeitsplätzen fehlen. Weitere Abklä- rungen, wie sie die Beschwerdeführerin beantragt, erübrigen sich indessen. Nach den zutreffenden Feststellungen der Vorinstanz verfügt die Beschwerdeführerin trotz des Gesund- heitsschadens noch über ein weites Feld von Beschäftigungs- möglichkeiten. Zumutbar sind ihr grundsätzlich alle leich- teren, vorwiegend sitzend zu verrichtenden Hilfsarbeiten im Textilgewerbe oder in andern Produktionsbereichen. Solche Tätigkeiten stehen bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage auch Personen offen, die - wie die Versicherte - aus gesundheit- lichen Gründen eine leicht reduzierte Arbeitszeit einzuhal- ten haben. d) Unter Beizug statistischer Durchschnittslöhne hat das kantonale Gericht ein massgebendes Invalideneinkommen von Fr. 30'554.- ermittelt. Ausgehend von dem nach Tabelle TA1 der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) 1996 des Bundesamtes für Statistik von Arbeitnehmerinnen mit einfa- chen und repetitiven Tätigkeiten erzielten monatlichen Bruttolohn (Zentralwert) von Fr. 3112.- im Textilgewerbe und von Fr. 2914.- im Bereich Herstellung von Bekleidung und Pelzwaren hat es den Durchschnitt von Fr. 3013.- auf die im genannten Gewerbe betriebsübliche Arbeitszeit von 42 Stunden umgerechnet und der Nominallohnentwicklung von 0,6 % im Jahr 1997 angepasst, was einen Jahreslohn von Fr. 38'192.- und bei einer Arbeitsfähigkeit von 80 % ein massgebendes Einkommen von Fr. 30'554.- sowie gemessen am Valideneinkommen von Fr. 50'050.- einen Invaliditätsgrad von 38,9 % ergibt. Diese Berechnungsweise ist nicht zu beanstanden. Entgegen den Ausführungen in der Verwaltungsgerichts- beschwerde rechtfertigt es sich nicht, allein vom niedrige- ren Durchschnittslohn in der Bekleidungsindustrie auszuge- hen, war die Beschwerdeführerin doch stets im Textilgewerbe tätig gewesen und kann ungeachtet des Gesundheitsschadens weiterhin in dieser Branche tätig sein. Ihr kann auch inso- weit nicht gefolgt werden, als sie Abzüge vom statistischen Tabellenlohn verlangt. Zu einem sogenannten leidensbeding- ten Abzug, wie ihn die Rechtsprechung für Teilzeitbeschäf- tigte und Versicherte zulässt, die vor Eintritt der Invali- dität eine körperlich schwere Tätigkeit ausgeübt haben und in der Folge lediglich leichtere Arbeiten zu verrichten vermögen (vgl. dazu BGE 124 V 323 Erw. 3b/bb; AHI 1998 S. 177 Erw. 3a, S. 291 f. Erw. 3b), besteht kein Anlass, zumal aufgrund der ärztlichen Angaben selbst von einer vollen Arbeitsfähigkeit in einer geeigneten leichteren Tätigkeit ausgegangen werden könnte. Es besteht auch kein Grund zur Vornahme von Abzügen unter Berücksichtigung des Lebens- und Dienstalters sowie der Nationalität (vgl. hiezu AHI 1999 S. 181 f. Erw. 3b und 242 f. Erw. 4c). Dies umso weniger als die Beschwerdeführerin eine geeignete leichtere Tätigkeit auch beim bisherigen Arbeitgeber verrichten könn- te. Nach dessen Angaben gegenüber der Berufsberatung der IV-Stelle hätte ihr im August 1996 eine sitzend zu verrich- tende Tätigkeit in der Krawattenabteilung angeboten werden können, wenn der Arbeitgeber von den gesundheitsbedingten Beeinträchtigungen Kenntnis gehabt hätte. Nach den Arzt- berichten ist zudem anzunehmen, dass die Versicherte auch die gegenwärtige, vorwiegend sitzend zu verrichtende Tätig- keit als Musterweberin in einem Umfang von mindestens 80 % zu verrichten vermöchte. Damit würde sie ein Einkommen von Fr. 34'285.- (Fr. 18'000.- : 42 x 80) erzielen, was im Ver- gleich zum Valideneinkommen von Fr. 50'050.- einen Invali- ditätsgrad von lediglich 31,5 % ergäbe.