Citation: 4C.18/2001 25.10.2001 E. 2

2.-Die Klägerin rügt zunächst, die Vorinstanz habe Art. 8 ZGB verletzt, indem sie es unterlassen habe, den von der Klägerin dargestellten, von den Parteien effektiv praktizierten Vertragsinhalt zu berücksichtigen. a) Nach Art. 8 ZGB hat mangels einer besonderen Bestimmung derjenige das Vorhandensein einer behaupteten Tatsache zu beweisen, der aus ihr Rechte ableitet. Die bundesrechtliche Beweisnorm von Art. 8 ZGB regelt damit die Voraussetzungen und die Folgen der Beweislosigkeit, des non liquet. Art. 8 ZGB kann dadurch verletzt sein, dass das kantonale Gericht die Voraussetzungen der Beweislosigkeit bzw. die Anforderungen an den Beweis verkennt (z.B. Glaubhaftmachen genügen lässt, wo strikter Beweis erforderlich ist), dass es die Folgen der - zutreffend erkannten - Beweislosigkeit zu Lasten der falschen Partei ausschlagen lässt oder schliesslich dadurch, dass es von Beweislosigkeit ausgeht, obwohl form- und fristgerecht vorgebrachte Beweisanträge der beweisbelasteten Partei vorliegen, die unbeurteilt geblieben sind. Insofern gibt Art. 8 ZGB der beweisbelasteten Partei einen bundesrechtlichen Anspruch darauf, für rechtserhebliche Sachvorbringen zum Beweis zugelassen zu werden, sofern ihr Beweisantrag nach Form und Inhalt den Vorschriften des kantonalen Rechts entspricht (BGE 122 III 219 E. 3c S. 223, 114 II 289 E. 2a S. 290). Beweislosigkeit liegt dagegen nicht vor, wenn das Gericht in Würdigung der abgenommenen oder vorweggenommener Würdigung nicht abgenommener Beweise zur Überzeugung gelangt, eine Tatsachenbehauptung sei bewiesen oder widerlegt; in diesem Fall ist die Beweislastverteilung gegenstandslos und Art. 8 ZGB ist nicht verletzt, denn bundesrechtlich ist danach nicht geregelt, mit welchen Mitteln der Sachverhalt abzuklären und wie das Ergebnis zu würdigen ist (BGE 114 II 289 E. 2a S. 291, 120 II 393 E. 4b S. 397). b) Die Klägerin leitet aus dem Bestand und Inhalt des von ihr behaupteten Verwaltungsvertrags Rechte ab; die Vorinstanz hat die Beweislast dafür zutreffend der Klägerin auferlegt und insofern Art. 8 ZGB nicht verletzt. Die Klägerin rügt jedoch, die Vorinstanz sei zu Unrecht von Beweislosigkeit ausgegangen, denn sie habe A.________ als Zeugen zum Beweis für die Existenz und den Inhalt des Verwaltungsvertrages bezeichnet. Die Vorinstanz hat zunächst die Zeugenaussage von A.________ in antizipatorischer Würdigung als untauglich erachtet, den Beweis einer mündlichen Vereinbarung über die Vermögensverwaltung im Sinne der Klägerin zu beweisen, nachdem die Klägerin selbst zugesteht, dass sie den Beweis für eine mündliche Vereinbarung über die Vermögensverwaltung auch mit der beantragten Zeugenaussage nicht erbringen kann. Art. 8 ZGB ist insofern gegenstandslos. Im Übrigen hat die Vorinstanz die Sachvorbringen der Klägerin, die diese mit dem Zeugen beweisen wollte, als nicht erheblich erachtet. Sie hat dargelegt, dass bundesrechtlich ein Verwaltungsvertrag zwischen der Klägerin und der Beklagten nicht aus dem Umstand abgeleitet werden könnte, dass früher ein solcher Vertrag zwischen anderen Parteien - nämlich den wirtschaftlich Berechtigten und der Beklagten - bestanden hätte und dass sodann aus dem Fehlen konkreter Börsenaufträge durch die an der Klägerin wirtschaftlich Berechtigten nicht auf das von der Klägerin behauptete Rechtsverhältnis geschlossen werden könnte. Mit dem Verzicht auf die Abnahme des beantragten Beweises für nicht rechtserhebliche Sachvorbringen hat die Vorinstanz Art. 8 ZGB nicht verletzt, sofern ihre Rechtsauffassung zutrifft.