Citation: I 173/02 08.07.2002 E. 2

2.- a) Verwaltung und Vorinstanz stützten sich bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit vorab auf das Gutachten der rheumatologischen Klinik vom 1. März 2001 sowie die diesbezügliche Ergänzung vom 25. Juli 2001 und kamen zum Schluss, es liege keine rentenbegründende Invalidität vor. Die Beschwerdeführerin macht geltend, der Sachverhalt sei ungenügend abgeklärt worden, weil eine Stellungnahme zu den widersprüchlichen Aussagen in den medizinischen Berichten nur aus rheumatologischer, nicht aber aus psychosomatischer Sicht eingeholt wurde. Damit sei ihre physische und insbesondere psychische Verfassung nicht genügend respektive gar nicht abgeklärt worden und es dränge sich die Einholung eines psychiatrischen Gutachtens auf. b) Die Ärzte der rheumatologischen Klinik diagnostizierten in ihrem Gutachten vom 1. März 2001 ein lumbospondylogenes Schmerzsyndrom und Adipositas bei LWS-Hyperlordose, Mammahypertrophie und generalisierter diffuser Schmerzkrankheit sowie Hyperreflexie der unteren Extremität. Es wurde sodann festgehalten, dass die relativ unspezifischen diffusen und schwer fassbaren Schmerzen nicht sicher zugeordnet werden könnten und am ehesten psychosomatischer Natur seien. Gestützt auf diese Befunde schätzten die Gutachter die Arbeitsfähigkeit aus gesamtmedizinischer Sicht auf mindestens 70 %, aus rein rheumatologischer Sicht auf 100 %. c) Die Hausärztin, Dr. med. Z.________, diagnostizierte eine Fibromyalgie, sowie ein cerviko- und lumbospondylogenes Schmerzsyndrom bei ungünstiger Statik sowie eine Mammahypertrophie, Adipositas und eine verkürzte Muskulatur. Ihrem Bericht vom 27. Oktober 2000 fügte sie sodann die Befunde der von ihr beigezogenen Spezialisten an: Die Ärzte der rheumatologischen Klinik kamen am 21. Januar 2000 zum Schluss, die Beschwerdeführerin sei in der Putzequipe eines Spitals zu 100 % arbeitsfähig und ordneten eine ambulante Physiotherapie an. Nach deren Beendigung stellten sie am 31. März 2000 fest, dass keine Besserung der Schmerzsymptomatik verzeichnet werden konnte, aus rheumatologischer Sicht aber kein Anhaltspunkt für eine Arbeitsunfähigkeit gesehen werden könne. Es empfehle sich, alle zwei Wochen die Arbeitsfähigkeit um 10 % zu steigern, damit sich die Patientin kontinuierlich an den neuen Rhythmus gewöhnen könne. Zur Erhaltung der muskulären Kondition sei eine 100 %ige Arbeitsfähigkeit indiziert. d) Im Hospitalisationbericht vom 19. März 2001 diagnostizierten die Ärzte der rheumatologischen Klinik ein chronisches lumbospondylogenes Syndrom, ein multilokuläres Schmerzsyndrom sowie Adipositas mit Mammahypertrophie beidseits. Das Schmerzsyndrom sei unklarer Zuordnung, am ehesten psychosomatischer Natur. Es sei von einer mindestens 50 %igen Arbeits- und Erwerbsfähigkeit auszugehen. Aus orthopädischer Sicht stellte Dr. med. Y.________ am 18. Januar 1999 chronische LWS-Beschwerden bei Hyperlordose und radiologisch gesicherter Osteochondrose L3/L4 fest und führte aus, bei Beschwerdebesserung könne die Arbeitsfähigkeit gesteigert werden. Im psychosomatischen Konsilium des Spitals J.________ vom 19. März 2001 beschrieb Frau Dr. med. X.________ das Krankheitsbild als Erkrankung mit somatischem Ursprung in Form von degenerativen Veränderungen, verstärkt durch eine Disposition in Form einer pain prone-Anamnese und chronifizierender Faktoren, die durch das Ursprungsleiden hervorgerufen wurden, nämlich durch verminderte Arbeitsfähigkeit, finanzielle Engpässe und eine existenzielle Bedrohung durch einen unklaren weiteren körperlichen Befund (pathologische Mammographie der linken Brust). Es handle sich ihres Erachtens um ein Krankheitsbild von Krankheitswert. Die Beschwerdeführerin sei seit November 1998 maximal 50 % arbeitsfähig. e) Zusammenfassend zeigen die medizinischen Unterlagen, dass die Beschwerden der Versicherten nur teilweise durch somatische Befunde objektiviert und erklärt werden können. Der psychiatrischen Beurteilung kommt damit einige Bedeutung zu. f) Mit Bezug auf die Beschwerdeführerin führt das psychosomatische Konsilium einerseits eine Reihe persönlicher und familiärer Umstände an und weist anderseits auf nicht näher spezifizierte psychische und psychosomatische Beeinträchtigungen hin. Ob Letzteren gegenüber der psychosozialen Belastungssituation selbstständige Bedeutung und (teil-)invalidisierender Krankheitswert zukommt, kann auf Grund der Akten nicht zuverlässig beurteilt werden. Vielmehr erscheinen auch mit Blick auf die von der rheumatologischen Klinik festgestellten psychosomatischen Ursachen weitere Abklärungen als unumgänglich. Die Akten sind daher an die IV-Stelle zurückzuweisen, damit diese nach Einholung bzw. Ergänzung der medizinischen Beurteilung des Gesundheitsschadens und der Arbeitsfähigkeit über den Rentenanspruch der Beschwerdeführerin neu befinden kann.