Citation: 6B_355/2024 E. 8

Selbst wenn ein schwerer persönlicher Härtefall bejaht würde, erwiese sich die Anordnung der Landesverweisung als rechtens. Auf die von der Vorinstanz eventualiter vorgenommene Interessenabwägung kann dabei grundsätzlich verwiesen werden. Der Beschwerdeführer verfügt durchaus über ein Interesse an einem Verbleib in der Schweiz. Dieses ergibt sich aber, wie im angefochtenen Urteil zu Recht festgehalten, im Wesentlichen aus seiner familiären Situation (Verhältnis zur Mutter sowie räumliche Nähe zu seinem Sohn). Darüber hinaus spricht mangels gelungener sprachlicher, sozialer und beruflicher Integration kaum etwas für einen weiteren hiesigen Aufenthalt des Beschwerdeführers. Demgegenüber bestehen gewichtige öffentliche Interessen an der Landesverweisung. So wurde der Beschwerdeführer vorliegend zu einer Freiheitsstrafe von 26 Monaten verurteilt, womit vorbehältlich besonderer Umstände per se schon von überwiegenden Interessen der Öffentlichkeit an dessen Ausweisung auszugehen ist (vgl. zur sogenannten "Zweijahresregel" Urteile 6B_1316/2023 vom 16. August 2024 E. 1.1.4; 6B_1234/2023 vom 11. Juli 2024 E. 3.5.8; 6B_1248/2023 vom 9. April 2024 E. 3.4; 6B_890/2023 vom 29. Januar 2024 E. 2.2.7; je mit Hinweisen). Nichts anderes ergibt sich bei Würdigung der konkreten Situation. Der Beschwerdeführer ist dreifach - teilweise einschlägig - vorbestraft (wenngleich er lediglich zu tiefen, in zwei von drei Fällen bedingten Geldstrafen verurteilt wurde) und delinquierte während laufender Probezeit und laufender Strafuntersuchung. Im vorliegenden Verfahren wurde er erneut einer Vielzahl von Straftatbeständen schuldig gesprochen. Dies illustriert offenkundige Mühen mit der Respektierung der schweizerischen Gesetzgebung. Dabei hält ihm die Vorinstanz durchaus zugute, dass seine Delinquenz in engem Zusammenhang mit seiner mittlerweile überwundenen Drogensucht stand. Auch wenn sich seine Legalprognose aufgrund seiner Abstinenz verbessert hat, wird im angefochtenen Urteil zu Recht relativiert, dass sich die Delinquenz des Beschwerdeführers nicht auf klassische Beschaffungskriminalität beschränkte. Angesichts der Gefahr eines (notorischerweise derzeit nicht ausgeschlossenen) Rückfalls ist es zudem korrekt, wenn die Vorinstanz im Beschwerdeführer weiterhin eine nicht unerhebliche Gefahr für die öffentliche Ordnung erblickt. Insgesamt überwiegen damit die öffentlichen Interessen an der Landesverweisung die privaten Interessen des Beschwerdeführers an einem weiteren Verbleib in der Schweiz.