Citation: 6B_56/2021 E. 2.2.2

2.2.2. Die Vorinstanz setzt sich zunächst eingehend mit der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu Art. 179quater StGB auseinander. Sie gelangt zum Schluss, das Innere des Stalls, welcher mehrfach umfriedet sei, gehöre zur Privatsphäre und sei somit geschützt. Nicht relevant sei, dass der Stall lichtdurchflutet und "allgemein einsichtig" gewesen sei. Entscheidend sei vielmehr, ob der Täter eine "physisch-moralische" Grenze habe überwinden müssen, was hier der Fall gewesen sei, habe der Beschwerdeführer doch vom Dachstock aus mit einer starken Zoomfunktion über eine grössere Distanz hinweg gefilmt. Auch liege keine Einwilligung des Beschwerdegegners 2 vor. Das Innere eines Stalls und die eingefriedete Umgebung gehörten nach den allgemein anerkannten Sitten und Gebräuchen ohne Zweifel zum geschützten Privatbereich. Somit sei der objektive Tatbestand von Art. 179quater Abs. 1 StGB erfüllt, weshalb die Weitergabe der Aufnahme grundsätzlich den Tatbestand von Art. 179quater Abs. 3 StGB erfüllen könne.