Citation: 8C_112/2009 29.04.2009 E. 4.2

4.2.1 Die Vorinstanz hat erwogen, auf Grund der medizinischen Aktenlage sei davon auszugehen, dass die Versicherte beim Unfall vom 18. Dezember 2002 eine HWS-Distorsion erlitten habe. Ihre gesundheitlichen Beschwerden seien zumindest teilkausal auf dieses Ereignis zurückzuführen. 4.2.2 Die Zürich macht geltend, da ein interdisziplinäres Gutachten im Sinne von BGE 134 V 109 E. 9.4 f. S. 124 ff. fehle, dürfe der natürliche Kausalzusammenhang nicht bejaht bzw. als erstellt erachtet werden. Es müsse ihr zumindest die Möglichkeit eingeräumt werden, den Wegfall des natürlichen Kausalzusammenhangs bzw. das Erreichen des Status quo sine durch ein interdisziplinäres Gutachten unter Beizug aller Vorakten zu beweisen. Sodann habe die Vorinstanz den Umstand, dass die Versicherte den Beizug der vollständigen Akten verweigert habe, ohne jegliche Begründung völlig ausser Acht gelassen. Diese Weigerung müsse im Rahmen der Beweiswürdigung so gewertet werden, dass die Beschwerden als Folgen unfallfremder Faktoren angesehen würden, zumal die Verweigerung nur den Sinn haben könne, solche Faktoren zu verschleiern. Zumindest gehe es nicht an, den natürlichen Kausalzusammenhang ohne Vorliegen aller Akten und Abklärung des Vorzustandes zu bejahen. 4.3 Die Zürich hat gestützt auf die ärztlichen Unterlagen ihre Leistungspflicht und damit den natürlichen Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom 18. Dezember 2002 und dem Gesundheitsschaden der Versicherten anerkannt. Dass diese Kausalität im Zeitpunkt der gänzlichen Leistungseinstellung am 11. April 2006 vollständig weggefallen und der Status quo ante erreicht war - wofür die Zürich die Beweislast trägt -, ist auf Grund der medizinischen Aktenlage nicht überwiegend wahrscheinlich erstellt (vgl. SVR 2009 UV Nr. 3 S. 9 E. 2.2; zum Genügen der Teilursächlichkeit zur Bejahung der Kausalität siehe BGE 134 V 109 E. 9.5 S. 125 f.). Weiter hat die Vorinstanz richtig erkannt, dass die Zürich gestützt auf Art. 100 Abs. 2 UVV mit Auslösung des Taggeldanspruchs für die Folgen des Unfalls vom 18. Dezember 2002 der Versicherten gegenüber auch für die Folgen des Unfalls vom 29. März 2000 leistungspflichtig wurde, was unbestritten ist. Der Zürich ist es unbenommen, zur Abklärung der natürlichen Unfallkausalität des Gesundheitsschadens der Versicherten das in BGE 134 V 109 E. 9.4 f. S. 124 ff. vorgesehene interdisziplinäre Gutachten in Auftrag zu geben, wozu die Versicherte denn auch mit Schreiben vom 13. Oktober 2006 Hand bot. Sie ist jedoch auf Grund der Aktenlage nicht befugt, Heilbehandlung und Taggeld bis zum Vorliegen eines solchen Gutachtens wegen Fehlens des natürlichen Kausalzusammenhangs einzustellen. Sie hat den Sachverhalt diesbezüglich rechtsgenüglich abzuklären und danach über ihre Leitungspflicht in diesem Lichte zu befinden (vgl. auch Urteil U 210/06 vom 8. November 2006 E. 3.1). Gemäss Art. 43 Abs. 3 ATSG kann der Versicherungsträger auf Grund der Akten verfügen oder die Erhebungen einstellen und Nichteintreten beschliessen, wenn die versicherte Person, die Leistungen beansprucht, den Auskunfts- und Mitwirkungspflichten in unentschuldbarer Weise nicht nachkommt. Die versicherte Person muss vorher schriftlich gemahnt und auf die Rechtsfolgen hingewiesen werden, wobei ihr eine angemessene Bedenkzeit einzuräumen ist (SVR 2007 IV Nr. 48 S. 156 E. 6 [I 988/2006]). Da auf Grund der Akten ein solches Mahn- und Bedenkzeitverfahren nicht durchgeführt wurde, ist die Berufung der Zürich auf die Verweigerung der Aktenherausgabe durch die Versicherte unbehelflich.