Citation: I 961/05 20.11.2006 E. 3

3.1 Muss der Versicherungsträger zur Abklärung des Sachverhaltes ein Gutachten einer oder eines unabhängigen Sachverständigen einholen, so gibt er der Partei deren oder dessen Namen bekannt. Diese kann den Gutachter aus triftigen Gründen ablehnen und kann Gegenvorschläge machen (Art. 44 ATSG). 3.2 Das kantonale Gericht hat erwogen, Art. 44 ATSG verfolge das Ziel, im ganzen Bereich des Sozialversicherungsrechts die Mitwirkungs- und Parteirechte der versicherten Personen zu wahren, um ein ordnungsgemässes Beweisverfahren sicherzustellen. Nichts spreche dafür, die Anwendung dieser Bestimmung auf Gutachter zu beschränken, die als Einzelpersonen selbstständig tätig seien, zumal auch bei Begutachtungsorganisationen letztlich eine oder mehrere natürliche Personen zur Vornahme der Begutachtung bestimmt würden. Die Ernennung eines oder mehrerer Sachverständiger stelle eine Zwischenverfügung dar. Die Begründung der Verfügung müsse derart bestimmt sein, dass die versicherte Person die ihr aus dem ATSG zufliessenden Rechte wahrnehmen könne. Daraus folge, dass bei einer interdisziplinären Begutachtung mit Beizug verschiedener Fachärzte nebst der beauftragten Institution zumindest auch die dort tätigen und für die Begutachtung potenziell in Frage kommenden Ärzte wenigstens in Form einer Liste unter Aufführung der fachlichen Qualifikationen genannt werden müssten. Das kantonale Gericht wies die IV-Stelle an, in diesem Sinne neu zu verfügen. 3.3 Das Beschwerde führende BSV vertritt den Standpunkt, Art. 44 ATSG sei bei der Begutachtung durch eine Medizinische Abklärungsstelle (MEDAS) oder eine vergleichbare Institution nicht anwendbar.