Citation: 2C_465/2021 E. 3.5

3.5. Jedem Staat steht es aufgrund seiner Souveränität frei, sein eigenes Steuersystem zu etablieren und zu gestalten. Zunächst ist deshalb zu prüfen, ob gemäss internem Steuerrecht eine Besteuerungsgrundlage bzw. einschlägige Steuerregeln bestehen. Trifft dies zu, ist weiter zu prüfen, ob diese eingeschränkt werden durch Bestimmungen internationaler Doppelbesteuerungsabkommen, welche eine (internationale) Doppelbesteuerung begrenzen oder eliminieren wollen. Diese Abkommen schränken somit den staatlichen Steueranspruch ein, vermögen aber keine neuen Steuernormen zu begründen oder bestehende Steuernormen auszuweiten, und stellen insofern Kollisionsrecht dar (BGE 143 II 257 E. 5.1; Urteil 2C_18/2014 vom 15. Januar 2015 E. 4.4.1; vgl. auch Urteile 2C_187/2020 vom 9. Juli 2020 E. 4.5.2; 2C_585/2012, 2C_586/2012 vom 6. März 2014 E. 2.4, nicht publ. in: BGE 140 II 157; LOCHER/MARANTELLI/OPEL, Einführung in das internationale Steuerrecht der Schweiz, 4. Aufl. 2019, S. 45 f.).