Citation: 6B_1107/2020 E. 3

Der Beschwerdeführer rügt, die Vorinstanz habe seine Aussagen fälschlicherweise als unglaubhaft beurteilt. Es sei offensichtlich unzutreffend, dass er mit seiner Patientin D.________ eine Beziehung unterhalten habe. Der Vorinstanz könne nicht gefolgt werden, wenn sie festhalte, die Formulierung "Ich liebe dich" in den SMS zwischen ihm und D.________ habe im Italienischen dieselbe Bedeutung wie im Deutschen und werde ausschliesslich unter Liebenden verwendet. "Ti amo" stehe für den Inbegriff italienischer Emotionalität und könne in keiner Weise mit der in der Schweiz bekannten Kultur verglichen werden. Da D.________ zu dieser Zeit regelmässig zu ihrem Freund nach Sardinien gefahren sei, habe er davon ausgehen dürfen, dass die Nachrichten auf rein kollegialer Ebene erfolgt seien. Hinzu komme, dass die Korrespondenz von D.________ von sämtlichen Mitarbeitern der Arztpraxis habe eingesehen werden können, da er diese via iCloud synchronisiert habe. Alleine diese Tatsache zeige auf, wie lebensfremd die Annahme der Vorinstanz sei, dass er diesen Kanal gewählt hätte, um Liebesbotschaften zu versenden. Diese Tatsachen würden allesamt seine Aussagen stützen. Zudem habe er entgegen der Erst- und der Vorinstanz kein ausweichendes und insbesondere schuldzuweisendes Aussageverhalten gezeigt. F.________ und D.________ hätten mehr als nur ein freundschaftliches Verhältnis mit ihm gewollt. Dies hätten beide zu Protokoll gegeben. Es liege in der Natur der Sache, dass Annäherungsversuche von derjenigen Person ausgingen, bei der Gefühle für das Gegenüber vorhanden seien. Folglich sei nicht erstaunlich, dass er geltend mache, die Annäherungsversuche seien von den Frauen erfolgt. Es sei ungerechtfertigt, daraus zu seinen Lasten ein schuldzuweisendes Aussageverhalten abzuleiten. Auch habe er - entgegen der Vorinstanz - nicht versucht, auf Nebenschauplätze auszuweichen. Seine Ausführungen hätten stets dazu gedient, seine vorgängigen Antworten zu konkretisieren.