Citation: 6B_803/2017 E. 3.2.2

3.2.2. Das Bundesgericht erwog im Rückweisungsentscheid, das Opfer habe die Strasse via Fussgängerstreifen mit normaler Gehgeschwindigkeit betreten. Es wurde vom Fahrzeug von Y.________ mit einer Geschwindigkeit von 40 km/h erfasst. Die Kreuzung Bahnhofstrasse/Mitteldorfstrasse befindet sich in einer Entfernung von ca. 28.4 Metern zum Fussgängerstreifen. Das Opfer wurde durch die erste Kollision in einem Winkel von 17 Grad nach vorne links abgeworfen. Die Flugweite betrug 7.7 Meter. Die zweite Kollision ereignete sich zwischen 3.3 und 5.6 Meter vor dem Fussgängerstreifen, wobei das Opfer vom Beschwerdegegner 1 ungebremst mit einer Geschwindigkeit von 30 km/h erfasst wurde. Als das Opfer den Fussgängerstreifen betrat, befand sich der Beschwerdegegner 1 28.4 bis 30.7 Meter entfernt ungefähr auf der Höhe der Kreuzung und liess dort ein anderes Fahrzeug in die Bahnhofstrasse einmünden. Im Zeitpunkt der ersten Kollision befand sich der Beschwerdegegner 1 11 bis 13.3 Meter vor dem Fussgängerstreifen. Sein Anhalteweg betrug 15.2 Meter. Als der Beschwerdegegner 1 sich auf der Kreuzung Bahnhofstrasse/Mitteldorfstrasse befand, war das Opfer für ihn aufgrund der sehr schlechten Sichtbedingungen nicht erkennbar. Darüber hinaus oblag ihm aufgrund der konkreten Verkehrssituation keine Pflicht, nach Fussgängern auf den weiter vorne liegenden Fussgängerstreifen und den beiden Trottoirseiten Ausschau zu halten. Im Bereich der Kreuzung Bahnhofstrasse/Mitteldorfstrasse kann ihm deshalb kein Fehlverhalten vorgeworfen werden. Hingegen hätte der Beschwerdegegner 1, wenn er dem Fussgängerstreifen seine hauptsächliche Aufmerksamkeit zugewendet hätte, spätestens die erste Kollision des Opfers aus einer Entfernung von 11 bis 13.3 Metern sehen und in der Folge unverzüglich reagieren müssen. Von einem früheren Fehlverhalten ist zu Gunsten des Beschwerdegegners 1 nicht auszugehen. Nach der Kreuzung beschleunigte er sein Fahrzeug auf 30 km/h, wobei nicht feststeht, wie sehr er bei der Kreuzung verlangsamt hatte und wie stark er in der Folge beschleunigte. Hätte der Beschwerdegegner 1 pflichtgemäss auf die erste Kollision reagiert, wäre es dennoch zur zweiten Kollision gekommen. Die Kollisionsgeschwindigkeit des zweiten Fahrzeugs wäre nur marginal, ca. 1 km/h tiefer gewesen und die Strecke, über welche das Opfer mitgeschleift wurde, wäre kürzer ausgefallen. Entscheidend ist nicht die Frage nach der Vermeidung des Unfalls, sondern jene nach den tödlichen Verletzungen. Ob diese massiven Körperverletzungen mit Todesfolgen weniger schwerwiegend ausgefallen wären, wenn das Opfer über eine kürzere Distanz mitgeschleift worden wäre, konnte nicht abschliessend beurteilt werden. Dies hatten die kantonalen Behörden durch den Beizug von Sachverständigen abzuklären. Einzig diese Frage war Gegenstand des Rückweisungsverfahrens (Urteil 6B_262/2016 vom 6. Januar 2017 E. 2 und 3).