Citation: 6B_1066/2022 E. 2.2.2

2.2.2. Ferner warf die Anklage dem Beschwerdegegner 2 vor, er habe nicht überwacht, ob der Verstorbene seinen Anhänger korrekt an den Lastwagen gekuppelt habe. Zu diesem Vorwurf erwägt die Vorinstanz, der Beschwerdegegner 2 habe den Verstorbenen beim fatalen Kupplungsmanöver vom 11. Januar 2017 nicht überwacht. Der Verstorbene sei wie üblich allein unterwegs gewesen. Allerdings werfe die Anklage dem Beschwerdegegner 2 auch nicht vor, er hätte den Verstorbenen immer überwachen oder überwachen lassen müssen. Gemäss Vorinstanz hätte dies zur Folge gehabt, dass der Verstorbene mit Ausnahme der Neulinge als einziger Mitarbeiter der E.________ GmbH nicht hätte allein arbeiten dürfen. Die Vorinstanz berücksichtigt, dass der Verstorbene betreffend den Anhänger mit einem Lernfahrausweis unterwegs war. Doch sie hält fest, dass dies nicht zwingend zu einer Spezialbehandlung führen musste. Ein Zeuge habe erklärt, er sei knapp vier Jahre mit dem Lernfahrausweis gefahren, weil das Ablegen der Prüfung mit Kosten verbunden sei. Die Beschwerdeführerin trug bereits im Berufungsverfahren vor, der Beschwerdegegner 2 hätte den Verstorbenen engmaschig begleiten müssen, weil dieser die Anhängerprüfung zweimal nicht bestanden habe. Diesem Einwand entgegnet die Vorinstanz, der Beschwerdegegner 2 habe zwar gewusst, dass der Verstorbene die Prüfung zweimal nicht bestanden habe. Allerdings sei er davon ausgegangen, der Verstorbene sei wegen sprachlichen Schwierigkeiten gescheitert. Die Beurteilung im verkehrspsychologischen Gutachten sei positiv ausgefallen, weshalb der Verstorbene einen weiteren Lernfahrausweises erhalten habe. Die Vorinstanz verweist auf die Aussage eines Zeugen, der nie gesehen oder von anderen gehört habe, dass ein Chauffeur der E.________ GmbH entgegen den SUVA-Richtlinien gekuppelt habe. Es werde kontrolliert, ob richtig kuppelt werde. Das fatale Manöver des Verstorbenen sei lebensgefährlich und verboten. Der Zeuge könne sich das Verhalten des Verstorbenen nicht erklären. Ein anderer Zeuge habe ausgesagt, der Beschwerdegegner 2 habe kontrolliert und bei fehlerhaftem Vorgehen eines Chauffeurs sofort eingegriffen. Der Beschwerdegegner 2 gab an, er sei öfter vor Ort und kontrolliere, ob regelkonform gekuppelt werde. Er habe Mitarbeiter mit einen Lernfahrausweis wie den Verstorbenen öfter kontrolliert als solche mit einem definitiven Ausweis. Der Beschwerdegegner 2 habe viele Male gesehen, wie der Verstorbene einen Anhänger gekuppelt habe, und dabei keine Regelwidrigkeiten beobachtet. Auch von anderen Mitarbeitern habe er nicht gehört, dass der Verstorbene unsachgemäss kupple. Sonst hätte er den Verstorbenen sofort verwarnt. Er habe den Verstorbenen längstens 15 Tage vor dem Unfall letztmals persönlich begleitet und nur kurze Zeit vor dem Unfall letztmals kuppeln gesehen. Die SUVA habe die Einhaltung und Durchsetzung der massgebenden Regeln kontrolliert und die E.________ GmbH nie gerügt. Gemäss Vorinstanz bestehen keine belastenden Beweismittel, welche die Darstellung des Beschwerdegegners 2 widerlegen könnten. Diese werde im Gegenteil durch die Darstellung der Zeugen gestützt. Dem verkehrspsychologischen Gutachten entnimmt die Vorinstanz, dass der Verstorbene der Expertin ausdrücklich mitteilte, der Beschwerdegegner 2 habe ihm gesagt, er werde nun ein Auge auf seine Ausbildung haben. Die Expertin erwähne das Engagement des Beschwerdegegners 2 für die Ausbildung des Verstorbenen mehrfach positiv. Aus alledem leitet die Vorinstanz ab, es sei nicht erstellt, dass der Beschwerdegegner 2 versäumt habe, zu überwachen, ob der Verstorbene seinen Anhänger korrekt an den Lastwagen kuppelt.