Citation: 4A_116/2023 E. 5.4.3

5.4.3. Soweit die Beschwerdeführerin eine willkürliche Beweiswürdigung der Vorinstanz rügt, weil diese die antizipierte Beweiswürdigung der Erstinstanz als zulässig erachtete, zeigt sie nicht auf, inwiefern die vorinstanzlichen Erwägungen nicht nur in der Begründung, sondern auch im Ergebnis offensichtlich unhaltbar gewesen sein sollen. Einerseits ist nicht ersichtlich, inwiefern es offensichtlich unhaltbar sein soll, wenn die Vorinstanz es als zulässig ansieht, dass die Erstinstanz auf die Aussagen der Betreuungspersonen E.________, D.________ und F.________ abgestellt und auf die Einvernahme von H.________ verzichtet hat. So sind die von der Erstinstanz einvernommenen Zeuginnen allesamt aktuell beim Beschwerdegegner beschäftigt und können daher am ehesten die gegenwärtige Arbeitssituation beim Beschwerdegegner wiedergeben. Demgegenüber hat H.________ nach eigenen Angaben der Beschwerdeführerin "seit längerem" nicht mehr für den Beschwerdegegner gearbeitet, weshalb sie wohl keine Aussagen zur aktuellen Situation beim Beschwerdegegner treffen kann. Soweit die Beschwerdeführerin in diesem Zusammenhang eine mangelnde Verwertbarkeit der Zeugenaussagen von E.________, F.________ und D.________ geltend macht, ist auf die obigen Ausführungen zu verweisen (vgl. E. 5.3.). Im Übrigen ist anzumerken, dass weder der Umstand, dass die Zeuginnen sich im Vorfeld des Prozesses mit dem Beschwerdegegner unterhielten und zu diesem ein freundschaftliches Verhältnis pflegten, noch der Umstand, dass die Zeugin F.________ erst auf Nachfrage hin angab, ebenfalls mit dem Beschwerdegegner im Vorfeld des Prozesses gesprochen zu haben, die vorinstanzliche Annahme der Glaubwürdigkeit dieser Zeuginnen als offensichtlich unhaltbar erscheinen lässt. Dies auch deshalb, weil wenn tatsächlich derart viele unentgeltliche Überstunden für den Beschwerdegegner zu leisten gewesen wären, die Zeuginnen (insbesondere die Betreuerinnen D.________ und E.________) wohl gerade selbst ein Interesse daran gehabt hätten, diesen Missstand zu beheben. Andererseits ist nicht ersichtlich, inwiefern der Verzicht der Vorinstanz auf die Edition der IV-Verfügung 2017 offensichtlich unhaltbar sein soll. Wie aus den obigen Erwägungen (vgl. E. 5.2 hiervor) hervorgeht, beruhten die jeweiligen IV-Verfügungen auf einer pauschalen und nicht auf einer konkreten Bedarfsermittlung. Entsprechend sind solche Verfügungen grundsätzlich nicht geeignet, konkrete Aussagen zum Einzelfallbedarf des Beschwerdegegners oder zum Arbeitsmodus bzw. zu den Arbeitszeiten der Beschwerdeführerin zu machen. Vor allem vermag eine solche auf Pauschalwerte beruhende Verfügung nicht die Zeugenaussagen der übrigen Betreuerinnen des Beschwerdegegners in Frage zu stellen.