Citation: 6B_317/2024 E. 4.5

4.5. Nach dem Vorfall habe das Verhalten des Beschwerdegegners 2 diametral der Erwartung der Beschwerdeführerin auf eine ernste Beziehung widersprochen. Aus ihren Aussagen gehe hervor, dass er am Morgen nach dem Vorfall aggressiv, wütend, angeekelt und kalt gewirkt habe. Der Beschwerdegegner 2 habe bestätigt, dass er sich nach dem Vorfall nicht mehr bei der Beschwerdeführerin gemeldet habe, weil er von einem One-Night-Stand ausgegangen sei. In ihren Sprachnachrichten vom 3. November 2019 ab 17:27 Uhr an D.________ habe die Beschwerdeführerin gesagt, es gehe nicht darum, dass es passiert sei, sondern wie der Beschwerdegegner 2 damit umgehe und dass es für ihn keine Bedeutung habe. Sie habe sich nicht gut bewegen und nicht wirklich reden können. Klar habe sie nicht nein gesagt und klar sei sie selbst schuld. Aber sie verstehe nicht, dass er so reagiere und sie nicht unterstütze, obwohl er gewusst habe, dass es ihr erstes Mal gewesen sei. Diese Nachrichten führen gemäss Vorinstanz deutlich vor Augen, dass die Beschwerdeführerin nicht widerstandsunfähig gewesen und der Geschlechtsverkehr in ihrem Einverständnis erfolgt sei. Weiter gehe daraus hervor, dass die Beschwerdeführerin sich nicht daran gestört habe, dass es zum Geschlechtsverkehr gekommen sei, sondern am nachträglichen Verhalten des Beschwerdegegners 2. Dass die Beschwerdeführerin den Geschlechtsverkehr im Nachhinein als enttäuschend und verletzend empfunden habe, bedeute nicht, dass sie zum Zeitpunkt des Geschlechtsverkehrs widerstandsunfähig gewesen oder vom Beschwerdegegner 2 gezwungen worden sei.