Citation: 6A.78/2000 03.11.2000 E. 3

3.- Der Beschwerdeführer macht geltend, die Vorinstanz habe die Grundsätze der Verhältnismässigkeit und der Rechtsgleichheit verletzt sowie den massgeblichen Sachverhalt unvollständig abgeklärt, indem sie die Strafvollzugsakten des Tatbeteiligten nicht beigezogen habe (Beschwerde S. 12 und S. 13 ff.). a) Er begründet eine Verletzung des Verhältnismässigkeitsgrundsatzes damit, dass jede Verwaltungsmassnahme zur Verwirklichung des im öffentlichen Interessen liegenden Zieles geeignet und notwendig sein müsse. Da er auch nach Verbüssung der Gesamtstrafe nicht ausgeschafft werden könne, stelle sich eine bedingte Entlassung als geeignetere Massnahme dar, weil bereits jetzt mit einer Schutzaufsicht und Weisungen das Ziel der Delinquenzverhütung besser angestrebt werden könne und ihm damit weit weniger Freiheitsbeschränkungen auferlegt würden (Beschwerde S. 12). Die Behauptung des Beschwerdeführers, er werde nicht ausgeschafft werden können, ändert an der vorliegenden Beurteilung nichts. Im Prognoseentscheid werden die vom Beschwerdeführer unter dem Titel der Verhältnismässigkeit vorgebrachten Einwände geprüft (vgl. BGE 124 IV 193, insb. E. 4d/bb). Die Vorinstanz berücksichtigt diese Rechtsprechung (angefochtenes Urteil S. 7). b) Eine Verletzung des Grundsatzes der Rechtsgleichheit begründet der Beschwerdeführer damit, dass der Tatbeteiligte bedingt entlassen worden sei. Die Prognose bezieht sich auf die konkreten Verhältnisse des Betroffenen. Nach den Angaben des Beschwerdeführers wurde der Tatbeteiligte "ebenfalls wegen Vergewaltigung mit 2 1/2 Jahren Zuchthaus" und zehn Jahren Landesverweisung bestraft (Beschwerde S. 4). Bereits aus diesem ungleichen Strafmass ergibt sich eine Unterschiedlichkeit der beiden Fälle. Wäre der Tatbeteiligte indes zu Unrecht bedingt entlassen worden, so läge eine unrichtige Rechtsanwendung vor. Daraus könnte der Beschwerdeführer nichts zu seinen Gunsten ableiten (vgl. angefochtenes Urteil S. 8). Die Legalität geht einer Gleichbehandlung im Unrecht vor (vgl. BGE 124 IV 44 E. 2c). Aus den allgemeinen Grundsätzen der Rechtsgleichheit und Verhältnismässigkeit ergeben sich für die vorliegende Beurteilung keine weitergehenden Kriterien (zu diesen Prinzipien BGE 123 I 1). Die Strafvollzugsakten des Tatbeteiligten mussten nicht beigezogen werden, weil sie für den Entscheid über die bedingte Entlassung des Beschwerdeführers nicht relevant waren.