Citation: 8C_11/2021 E. 4.2

4.2. Weiter bringt die Beschwerdeführerin vor, das vom Gerichtsgutachter definierte Profil einer leidensangepassten Tätigkeit trage den im neuropsychologischen Gutachten des lic. phil. E.________ vom 20. Juli 2017 festgestellten Einschränkungen nicht Rechnung. Wie die Vorinstanz indessen zutreffend feststellte, hat Dr. med. C.________ die vom Neuropsychologen erhobenen Befunde berücksichtigt, und zwar sowohl in diagnostischer Hinsicht als auch bezüglich des funktionellen Leistungsvermögens. In seiner Stellungnahme vom 26. August 2020 legte er zudem nachvollziehbar dar, dass es im hier zu beurteilenden Fall keines formalen interdisziplinären oder bidisziplinären Gutachtens bedürfe, da es sich bei der ADHS um eine psychiatrische Diagnose handle. Die Neuropsychologie könne hier zwar als Hilfswissenschaft dienen, es handle sich aber nicht um eine gleichwertige fachärztliche Beurteilung eines eigenständigen Fachgebiets. Mit Bezug auf die von lic. phil. E.________ aus neuropsychologischer Sicht attestierte 20%ige Minderung der Arbeitsfähigkeit hielt Dr. med. C.________ sodann ausdrücklich fest, dass diese Einschränkung in der von ihm festgehaltenen 30%igen Leistungsminderung aufgehe und dieser nicht additiv hinzuzufügen sei. Diese Ausführungen überzeugen auch im Lichte der bundesgerichtlichen Rechtsprechung: So ist es grundsätzlich Aufgabe des psychiatrischen Facharztes, die Arbeitsfähigkeit unter Berücksichtigung allfälliger neuropsychologischer Defizite einzuschätzen. Eine neuropsychologische Abklärung stellt lediglich - aber immerhin - eine Zusatzuntersuchung dar, welche bei begründeter Indikation in Erwägung zu ziehen ist (vgl. Urteile 9C_752/2018 vom 12. April 2019 E. 5.3; 9C_566/2017 vom 20. November 2017 E. 2.1 und 9C_338/2016 vom 21. Februar 2017 E. 5.4; je mit Hinweis auf Ziff. 4.3.2.2 der Qualitätsleitlinien für psychiatrische Gutachten in der Eidgenössischen Invalidenversicherung der Schweizerischen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie [SGPP] 2016). Eine solche Indikation bestand vorliegend gemäss Dr. med. C.________ gerade nicht. Was die Beschwerdeführerin unter Verweis auf die Stellungnahme des Dr. med. F.________, Oberarzt der Clinic G.________, vom 14. Oktober 2020 dagegen vorbringt, genügt nicht, um zwingende Gründe für ein Abweichen vom Gerichtsgutachten darzutun (vgl. E. 2.2 hiervor). Insbesondere zeigt sie nicht auf, welche von lic. phil. E.________ erhobenen Befunde Dr. med. C.________ bei seiner Beurteilung zu Unrecht nicht berücksichtigt haben soll. Ebenso wenig erhellt, weshalb sich die psychiatrisch begründete Einschränkung von 30 % und die aus neuropsychologischer Sicht attestierte Leistungsminderung von 20 % entgegen der überzeugenden Begründung des Gerichtsgutachters additiv zueinander verhalten sollen. Es sei im Übrigen daran erinnert, dass lic. phil. E.________ in seiner Expertise vom 20. Juli 2017 sogar von einem höheren Leistungspotential der Beschwerdeführerin ausging als Dr. med. C.________, indem er vermerkte, der Beschwerdeführerin sei eine Nischentätigkeit als Juristin zeitlich uneingeschränkt mit einer ca. 20%igen Leistungsminderung zumutbar (vgl. Urteil 8C_450/2018 vom 16. Oktober 2018 E. 5.1).