Citation: 8C_497/2007 25.03.2008 E. 4

4.1 Die Vorinstanz ist bei der Invaliditätsbemessung davon ausgegangen, die Versicherte wäre ohne gesundheitliche Beeinträchtigung nach der Trennung von ihrem Ehemann im Dezember 1999 vorerst zu 50 % im kaufmännischen Bereich tätig gewesen und hätte dieses Pensum mit zunehmendem Alter ihrer Kinder sukzessive auf einen Beschäftigungsgrad von 60 bis 80 % erhöht. Angesichts des Alters des jüngeren Kindes (13. November 1990) und der Tatsache, dass die Beschwerdeführerin aktuell Anspruch auf Unterhaltszahlungen für sich und ihre Tochter in der Höhe von monatlich Fr. 2500.- habe, könne eine 100 %ige Erwerbstätigkeit im massgeblichen Beurteilungszeitraum ausgeschlossen werden. Unter Annahme einer im Gesundheitsfall zu maximal 80 % ausgeübten erwerblichen Beschäftigung wurde - in Anwendung der gemischten Methode (vgl. dazu BGE 125 V 146 E. 2a-c S. 148 ff. in Verbindung mit BGE 130 V 343 und BGE I 246/05 vom 30. Oktober 2007, E. 7) - bei einer Arbeitsfähigkeit von 50 %, einer Erwerbseinbusse von 37,5 % sowie einer Einschränkung im Haushalt von 27 % ein Invaliditätsgrad von 35 % ([0,8 x 37,5 %] + [0,2 x 27 %]) ermittelt. Die Beschwerdeführerin bringt dagegen, namentlich zur Statusfrage vor, dass sie spätestens bei Schulaustritt ihres jüngsten Kindes wieder vollzeitig erwerbstätig gewesen wäre. 4.2 Bei der Feststellung des kantonalen Gerichts, in welchem Ausmass die Versicherte ohne gesundheitliche Beeinträchtigung einer ausserhäuslichen Arbeit nachginge, handelt es sich um eine Erkenntnis tatsächlicher Art, die für das Bundesgericht grundsätzlich verbindlich ist (E. 2 hievor; Urteil I 693/06 vom 20. Dezember 2006, E. 4.1). 4.2.1 Zur Statusfrage enthalten die Akten die folgenden sachdienlichen Hinweise: Nachdem die Beschwerdeführerin die nach der obligatorischen Schulzeit begonnene Lehre als kaufmännische Angestellte abgebrochen hatte, erlangte sie 1986 das Bürofachdiplom, woraufhin sie im kaufmännischen Bereich arbeitete. Nach der Geburt ihres ersten Kindes im Jahr 1987 war sie vollzeitig im Haushalt tätig. Von 1995 bis 2000 verkaufte die Versicherte auf selbstständiger Basis Berufs- und Sicherheitsbekleidung. Anfangs September 2001 nahm sie eine Tätigkeit als Versicherungsmaklerin auf, welche sie auch aus gesundheitlichen Gründen jedoch lediglich während eines Monats ausübte. Seit April 2006 erledigt die Beschwerdeführerin stundenweise Administrationsarbeiten für eine physiotherapeutische Praxis. Im Dezember 1999 trennte sie sich von ihrem Ehemann, wobei die beiden 1987 und 1990 geborenen Kinder unter ihre Obhut gestellt wurden und der Ehegatte sich verpflichtete, für die beiden Kinder Unterhaltsbeiträge von monatlich je Fr. 829.- zu bezahlen (vgl. Trennungsvereinbarung vom 11. Januar 2001). Die Scheidung wurde - hinsichtlich des Scheidungspunktes sowie der Kinderzuteilung - anfangs April 2005 rechtskräftig (Bescheinigung des Gerichtskreises X.________ vom 10. Januar 2006). Mit Vergleich vom 8. Dezember 2005 vereinbarten die geschiedenen Ehegatten vor dem Obergericht des Kantons Bern, dass der Ehemann für die 1990 geborene Tochter einen monatlichen Unterhaltsbeitrag von Fr. 1000.- sowie für die Beschwerdeführerin einen solchen von Fr. 1500.-, erstmals zahlbar ab 1. Januar 2006, leiste (vgl. auch Schreiben des Obergerichts des Kantons Bern vom 26. Januar 2006). Seit Februar 2002 wird die Versicherte sozialdienstlich betreut und finanziell unterstützt (bis Ende Juni 2004 durch die Sozialdienste S.________, daraufhin durch diejenigen der Gemeinde H.________; Formular der IV-Stelle vom 23. Februar 2006; letztinstanzliche Beschwerde, S. 15). Anlässlich der im Oktober 2005 im Haushalt der Beschwerdeführerin durchgeführten IV-Erhebung erklärte sie, dass sie ohne Behinderung gerne einem Erwerb im Bürobereich nachgehen würde. Aus finanziellen Gründen hätte sie nach der Trennung von ihrem Ehemann 1999 eine Halbtagesstelle angenommen und das Pensum wahrscheinlich mit Schulaustritt der Kinder gesteigert (vgl. Abklärungsbericht Haushalt vom 23. Mai 2006, Ziff. 3.5). Auf die Frage, in welchem Ausmass und seit wann sie ohne gesundheitliche Beeinträchtigung ausserhäuslich erwerbstätig wäre, gab die Beschwerdeführerin im Rahmen eines vom 4. April 2006 datierten Fragebogens der IV-Stelle an: "50 % ab Trennung, individuelle Steigerung bis 100 %, den Verhältnissen der Kinder angepasst". In ihrer Stellungnahme vom 16. August 2006 zum Vorbescheid der IV-Stelle vom 27. Juni 2006, welchem eine hypothetische Erwerbstätigkeit im Gesundheitsfall von 50 % zugrunde gelegt worden war, liess die Versicherte ausführen, ohne Unfall zu mehr als 50 % gearbeitet zu haben. Spätestens nach der Trennung hätte sie dieses Pensum, wie bereits dargelegt, einhergehend mit dem Abschluss der Ausbildung der Tochter sowie dem Auszug der Kinder sukzessive auf 100 % erhöht. Sowohl in ihrer gegen die Verfügung der IV-Stelle vom 18. Dezember 2006 erhobenen Beschwerde wie auch letztinstanzlich hielt die Versicherte daran fest, als Gesunde spätestens nach der Trennung ihr Arbeitspensum stufenweise auf 100 % gesteigert zu haben. 4.2.2 Vor diesem Hintergrund kann als erstellt angesehen werden, dass die Beschwerdeführerin ohne gesundheitliche Einschränkungen nach der Trennung von ihrem Ehemann im Dezember 1999 zunächst zu 50 % im kaufmännischen Bereich gearbeitet und dieses Pensum sukzessive mit zunehmender Verselbstständigung ihrer Kinder erhöht hätte. Entgegen der Annahme des kantonalen Gerichts erscheint indessen in Anbetracht der Akten nicht eine Steigerung des Arbeitspensums ab Abschluss der Schulausbildung der Tochter (bis zum Zeitpunkt des grundsätzlich die zeitliche Grenze der richterlichen Beurteilung bildenden Erlasses der Verfügung durch die IV-Stelle vom 18. Dezember 2006 [BGE 129 V 1 E. 1.2 S. 4 mit Hinweis]) auf 60 bis 80 % als überwiegend wahrscheinlich, sondern eine solche auf 100 %. Dies ergibt sich zum einen aus den diesbezüglich schlüssigen und widerspruchsfreien Aussagen der Beschwerdeführerin sowie dem - von der Vorinstanz in nur ungenügendem Ausmasse berücksichtigten - Umstand, dass die Versicherte vorerst, gemäss Trennungsvereinbarung vom 11. Januar 2001, keine Alimentenzahlungen für sich beansprucht hat und der ihr gemäss Vergleich vom 8. Dezember 2005 per 1. Januar 2006 zugesprochene Unterhaltsbeitrag in ihrem beeinträchtigten Gesundheitszustand bzw. im Fehlen der wider Erwarten nicht geflossenen sozialversicherungsrechtlichen Leistungen begründet liegt (vgl. auch Schreiben des Obergerichts des Kantons Bern vom 26. Januar 2006 sowie der Versicherten vom 10. Juni 2006 zuhanden ihres Rechtsvertreters; letztinstanzliche Beschwerde, S. 15). Entgegen der Stellungnahme des IV-Abklärungsdienstes vom 5. Dezember 2006 sowie den Erwägungen im angefochtenen Entscheid kann auf Grund der aktenkundigen Trennungs- und Scheidungsakten nicht davon ausgegangen werden, dass die Versicherte bei gesundheitlich intakter Situation Alimentenzahlungen für sich in Anspruch genommen hätte, zumal diese, da der geschiedene Ehegatte seiner Unterhaltsverpflichtung gemäss Angaben der Sozialdienste H.________ nicht oder jedenfalls nicht regelmässig nachkommt, weshalb für die Tochter eine Alimentenbevorschussung besteht, ohnehin keine verlässliche Einnahmequelle zu bilden scheinen. Unter diesen Vorzeichen gaben denn auch die Sozialdienste H.________ im Februar 2006 zuhanden der Beschwerdegegnerin auf die Frage, in welchem Ausmass (Beschäftigungsgrad) von Seiten des Sozialdienstes bei gutem Gesundheitszustand der Versicherten eine Erwerbstätigkeit erwartet würde, 100 % an. Im Übrigen war die Beschwerdeführerin seit 1995 stets bemüht gewesen, zumindest in einem Teilpensum erwerbstätig zu sein, was eine etappenweise Aufstockung im Gesundheitsfall angesichts der konkreten Gegebenheiten ebenfalls nahe legt. Auf Grund der persönlichen, familiären, sozialen und finanziellen Verhältnisse (vgl. zur diesbezüglich massgeblichen Gesamtbetrachtung: BGE 125 V 146 E. 2c S. 150, 117 V 194 E. 3b S. 194 ff.) bestehen somit gewichtige Anhaltspunkte dafür, dass die Beschwerdeführerin in einem gesundheitlich unbelasteten Zustand nach Abschluss der Schulausbildung der Tochter - laut Zwischenbericht der IV-Stelle, Abteilung Berufliche Eingliederung, vom 16. Februar 2006 war dies im Verlaufe des Jahres 2006 der Fall - ihr nach der Trennung von ihrem Ehemann aufgenommenes und sukzessive erweitertes Halbtagespensum auf eine Vollzeittätigkeit erweitert hätte. Der von der Vorinstanz insoweit offensichtlich unrichtig ermittelte, rechtlich relevante Sachverhalt ist für das Bundesgericht nicht verbindlich und entsprechend zu berichtigen. Es ist mithin von einem (hypothetischen) Beschäftigungsgrad bis Ende Schulausbildung der Tochter von 60 bis 80 % (bzw. 80 %; vgl. angefochtener Entscheid, E. 4.3) - und der Bemessung der Invalidität nach der gemischten Methode - sowie ab diesem Zeitpunkt von einem Vollzeitpensum auszugehen, was die Festsetzung der Erwerbsunfähigkeit anhand der Einkommensvergleichsmethode indiziert.