Citation: 9C_293/2021 E. 5.4.1

5.4.1. Betreffend die Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde verneinte das kantonale Gericht einen besonderen Schweregrad mit der Begründung, der Gutachter habe die depressive und die dissoziative Störung zwar als ausgeprägt beurteilt, doch könne insgesamt nicht von einer besonderen Ausprägung ausgegangen werden: Die dissoziativen Symptome äusserten sich im Alltag nur leicht und träten lediglich in Konfrontation mit schamauslösenden Ereignissen stark auf, es beständen keine Ich-Störungen und der Beschwerdeführer habe eine gute Beziehung zu seiner Ehefrau, seiner Familie und engeren Freunden. Entgegen dem vorinstanzlichen Urteil liegen keine triftigen Gründe vor, bei diesem Indikator von der gutachterlichen Einschätzung abzuweichen. Dr. med. D.________ legte nachvollziehbar dar, wie sich die schwankend mittelgradig bis schwere depressive Symptomatik und die dissoziative Störung, die den Lebensvollzug einschränke und die Persönlichkeit verändere, gegenseitig verstärken. Sodann ist die vorinstanzliche Feststellung, wonach sich die Gesundheitsschädigung im Alltag kaum auswirkt, offensichtlich unrichtig, zeigte doch der Gutachter deren Manifestationen klar auf, so ein stark vermindertes Selbstwertgefühl, eine allgemeine Verunsicherung, eine verlangsamte Psychomotorik, Antriebslosigkeit, Konzentrationsmangel und Schlafschwierigkeiten, ein regressives Verhalten (mit Abhängigkeit, Hilflosigkeit, Unselbständigkeit, "Abwesenheitszuständen", Schwerbesinnlichkeit und teilweise pseudodementen Elementen), welches sich bei Triggerung der latenten Schamgefühle verstärke.