Citation: 5A_614/2017 E. 5.2

5.2. Die Beschwerdeführerin wirft den kantonalen Instanzen die Verletzung des Subsidiaritätsprinzips vor. Sie sei sehr wohl in der Lage, ihre Angelegenheiten wie namentlich den Verkehr mit Behörden und Versicherungen, die Steuern und die Miete selbst zu regeln. Aufgrund ihrer aktuellen Lage (Arbeitslosigkeit, Wohnsituation) sei sie aber auf Begleitung und Beratung angewiesen. Sie könne daher einer Begleitbeistandschaft zustimmen, nicht aber einer Vertretungsbeistandschaft. Letztere sei eine sehr einschneidende Massnahme, die stark in die Privatsphäre eingreife und völlig unverhältnismässig sei. Die Behörden hätten die Vertretungsbeistandschaft angeordnet, ohne eine Begleitbeistandschaft oder eine andere mildere Massnahme zu prüfen. Die Vertretungsbeistandschaft könne auch nicht mit dem Hinweis gerechtfertigt werden, nur dadurch reduziere sich die Belastung für die Eltern. Ausserdem sei eine Vertretung für den medizinischen Bereich nicht zulässig.