Citation: 8C_359/2021 E. 3

Die Vorinstanz erwog, weder aus dem Bericht des Dr. med. E.________ noch aus dem Privatgutachten des Dr. med. F.________ ergäben sich Anhaltspunkte für psychotische Erlebensweisen. Auch den Schilderungen der Lebenspartnerin seien keine Hinweise dahingehend zu entnehmen, dass der Versicherte den Bezug zur Realität krankheitsbedingt teilweise oder vollständig verloren hätte. Vielmehr habe er noch am Vortag zum Ereignis gewisse Aktivitäten, wie die Reifen am Auto wechseln lassen sowie Pizza backen und Essen mit dem Sohn, gezeigt. Am 4. November 2017 habe er sich zwischen 13.20 Uhr und 19.20 Uhr das Leben genommen. Seine Lebenspartnerin und sein Sohn seien zuvor nach Basel zu einem geplanten Treffen mit Freunden gereist, wobei der Versicherte seiner Lebenspartnerin nach der Verabschiedung noch per SMS die benötigte Adresse gesendet und zudem mitgeteilt habe, dass es ihm sehr schlecht gehe. Nach entsprechender Rückfrage habe er es jedoch nicht für notwendig erachtet, dass sie einen Arzt herbeirufe. Das kantonale Gericht schloss aus diesen Schilderungen, es seien auch für den Todestag keine Anhaltspunkte für das Vorliegen einer psychotischen Symptomatik auszumachen. Schliesslich ging es in Anbetracht der gezielten und planmässigen Vorgehensweise des Versicherten bei der Selbsttötung durch Erhängen davon aus, dass ein noch in gewissem Masse vernunftgemässes (wenn auch unverhältnismässiges) und willentliches Handeln wahrscheinlicher sei als eine gänzlich durch übermächtige Triebe gesteuerte Suizidhandlung.