Citation: I 195/99 05.05.2000 E. 3

3.- Anlässlich der Haushaltabklärung vom 27. Januar 1997 (Bericht vom 18. Februar 1997) gab die Versicherte an, dass sie ohne Behinderung zu 100 % einer ausserhäuslichen Beschäftigung nachginge, wie dies bis Ende 1989 der Fall gewesen sei. Offenbar gestützt auf diese Aussage betrach- teten Vorinstanz und IV-Stelle die Beschwerdegegnerin als Vollerwerbstätige und erklärten für die Bemessung des Inva- liditätsgrades die Methode des Einkommensvergleichs (vgl. Art. 28 Abs. 2 IVG) als anwendbar. Diese Auffassung wird zwar von keiner Seite bestritten, ist indessen, da ihr auf Grund der Aktenlage nicht gefolgt werden kann, von Amtes wegen zu korrigieren (vgl. Erw. 1 hievor). Die Beschwerdegegnerin hatte ihr Arbeitspensum im Altersheim bereits per Ende 1989 - und damit lange vor dem Auftreten gesundheitlicher Probleme - von 100 % (42 Stunden pro Woche) auf 60 % (25,2 Stunden) reduziert (Auskunft der Stiftung Alters- und Pflegeheim Y.________ vom 8. Januar 1996) und daneben gemäss ihren eigenen Angaben für zwei Stunden pro Woche eine Tätigkeit als Hauswartin in ihrem Wohnblock übernommen. Damit steht fest, dass sie, anders als auch in den Arztberichten wiederholt erwähnt wird, im damaligen Zeitpunkt nicht einer vollen, sondern einer Teil- erwerbstätigkeit nachging. Daneben führte sie den Haushalt und übernahm insbesondere Erziehungs- und Betreuungsaufga- ben für ihre 1981 und 1988 geborenen Töchter, welche nach ihren Angaben drei Mahlzeiten täglich zu Hause einnahmen (Abklärungsbericht Haushalt vom 18. Februar 1997). Bei die- ser Sachlage besteht eine natürliche Vermutung dafür, dass die Versicherte weiterhin der bisherigen Teilzeitbeschäfti- gung nachgegangen wäre, insbesondere da konkrete Anhalts- punkte, die mit überwiegender Wahrscheinlichkeit darauf schliessen liessen, dass eine Steigerung der Erwerbstätig- keit beabsichtigt war, weder geltend gemacht werden noch ersichtlich sind. Entgegen der Auffassung von Vorinstanz und Verwaltung ist daher, davon ausgehend, dass die Versi- cherte weiterhin teilweise erwerbstätig wäre, die Invalidi- tätsbemessung nach der gemischten Methode vorzunehmen. Dabei wird die IV-Stelle, an welche die Sache (auch) aus diesem Grunde zurückzuweisen ist, den Umfang der neben der Beschäftigung im Altersheim (25,2 Stunden pro Woche) ausge- übten Teilerwerbstätigkeit durch Anfrage beim Arbeitgeber, der die Versicherte als Hauswartin angestellt hat, zu er- mitteln haben. Gestützt darauf wird sie den Anteil der Erwerbstätigkeit und der Beschäftigung im Haushalt festzu- legen haben (vgl. Erw. 2c hievor).