Citation: 6P.16/2007 30.05.2007 E. 3.3

3.3.1 Gemäss dem Ergänzungsgutachten, das im angefochtenen Entscheid ausführlich wiedergegeben wird, ist die Einsichtsfähigkeit des Beschwerdeführers sehr gering, da er kaum über Introspektions- und Empathiefähigkeit verfüge, was auch die Möglichkeit weiterer Entwicklungsschritte als wenig wahrscheinlich erscheinen lasse. Ein Testvergleich zeige, dass die sachlich nüchterne Wahrnehmung und die Selbstkontrolle des Beschwerdeführers im Jahre 2006 weniger gut gelängen als in den Jahren 2002 oder 2003. Dies bedeute, dass die Frustrationstoleranz und die Impulskontrolle in komplexen oder emotional belastenden Situationen mit grosser Wahrscheinlichkeit noch unzuverlässiger geworden seien. Dies bestätige sich auch in den unverändert deutlichen Hinweisen auf eine starke Aggressionsbereitschaft (siehe angefochtenes Urteil S. 43). Zwar sei beim Beschwerdeführer eine Besserung eingetreten, wohl nicht zuletzt aufgrund der intensiven Bemühungen der ihn betreuenden Personen und des stabilisierenden äusseren Rahmens im vorzeitigen Strafvollzug. Diese Besserung sei aber noch lange nicht ausgeprägt genug, um von einer deutlichen Reduktion der Rückfallgefahr oder der Gefährlichkeit sprechen zu können. Auch in früheren Gutachten und Berichten seien immer wieder vorübergehende Besserungen und Zeiten der Hoffnung beschrieben worden (siehe angefochtenes Urteil S. 44). Gemäss dem Ergänzungsgutachten vermöchten weder eine ambulante vollzugsbegleitende Behandlung noch eine stationäre Therapie in einer Heil- oder Pflegeanstalt allein den Beschwerdeführer vor schweren Delikten zu bewahren. Dazu sei die Unterbringung in einem eng strukturierten, sicheren Regime einer geschlossenen Anstalt nötig. Aus psychiatrischer Sicht sei eine Verwahrung nach Art. 43 Ziff. 1 Abs. 2 StGB notwendig, um den Beschwerdeführer von weiterer Gefährdung anderer abzuhalten (siehe angefochtenes Urteil S. 31). Der Vollzug der Freiheitsstrafe von 13 Jahren in Verbindung mit vollzugsbegleitenden Behandlungen reiche hiefür nicht aus. Zwar sei in den vergangenen Jahren eine gewisse Besserung festgestellt worden, doch habe in erneuten gutachterlichen Untersuchungen keine ins Gewicht fallende Reduktion des persönlichkeitsbedingten Rückfallrisikos festgestellt werden können. Es sei nicht zu erwarten, dass eine Behandlung in den kommenden Jahren zu einer deutlichen Verminderung des Rückfallrisikos führen würden. Möglicherweise könnte eine intensive Psychotherapie mit einer medikamentösen stimmungsstabilisierenden und antiaggressiven Behandlung eine zusätzliche leichte Reduktion des Rückfallrisikos bewirken, aber nicht in so ausreichendem Mass, dass sich an der Prognose grundsätzlich etwas ändern würde (siehe angefochtenes Urteil S. 32). 3.3.2 In Anbetracht dieser Ausführungen im Ergänzungsgutachten steht die Schlussfolgerung des Obergerichts, dass beim Beschwerdeführer "auch längerfristig keine Heilungschance" besteht (angefochtenes Urteil S. 43, 45), nicht im Widerspruch zur Einschätzung der Expertin. Die Schlussfolgerung steht entgegen einem weiteren Einwand des Beschwerdeführers auch nicht im Widerspruch zu der mit der Einschätzung der Expertin übereinstimmenden Feststellung des Obergerichts, dass der Beschwerdeführer nur - aber immerhin - in eingeschränktem Masse therapiefähig ist. Aufgrund des Ergänzungsgutachtens ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer zwar therapiewillig, aber in Anbetracht seiner Persönlichkeitsstruktur nur in eingeschränktem Masse therapiefähig ist und daher auch von einer langfristigen, intensiven Behandlung während des Strafvollzugs keine wesentliche Reduktion des erheblichen Risikos von schwerwiegenden Gewaltdelikten erwartet werden kann.