Citation: I 501/00 16.05.2001 E. 2

2.- Streitig ist zunächst die anwendbare Methode der Invaliditätsbemessung. Während Verwaltung und Vorinstanz den Invaliditätsgrad aufgrund eines Einkommensvergleichs ermittelt haben, ist der Beschwerdeführer der Auffassung, dieser sei gestützt auf einen Betätigungsvergleich gemäss dem ausserordentlichen Bemessungsverfahren, mithin nach Massgabe der erwerblichen Auswirkungen der verminderten Leistungsfähigkeit in der konkreten erwerblichen Situation zu bestimmen. a) Aus dem Abklärungsbericht der IV-Stelle vom 23. Dezember 1997 und dem in den Akten enthaltenen IK-Auszug geht hervor, dass der Beschwerdeführer seit Abschluss der Ausbildung in den Jahren 1977 beziehungsweise 1987 nie regelmässig im Rahmen einer der Ausbildung entsprechenden Anstellung erwerbstätig gewesen ist. Vielmehr hat er meist kurzfristig die verschiedensten Tätigkeiten ausgeübt und unter anderem als Assistent an der Universität C.________, im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit für ein Grossunternehmen, als Buchhalter, als Dozent bei der Schule für Soziale Arbeit sowie gelegentlich für das Schweizer Fernsehen und Printmedien gearbeitet. Er hat damit stark schwankende, meistens aber nur bescheidene Einkünfte erzielt. Seinen Angaben zufolge ist er trotz der guten Ausbildung bei der Stellensuche gescheitert, weil er immer wieder als überqualifiziert abgewiesen worden sei oder Kaderstellen zufolge seiner Hautfarbe nicht erhalten habe. Er habe sich deshalb entschlossen, auf 1989 eine selbstständige Tätigkeit als Übersetzer und Publizist aufzunehmen. Haupteinnahmequelle seien Aufträge für die Bezirksanwaltschaft D.________ gewesen, indem er bei Einvernahmen von Drogenkurieren aus Afrika als Übersetzer mitgewirkt habe. Ab 1993 seien die Einkünfte wegen einer generellen Verlagerung des Drogenhandels zurückgegangen. Seit dem Unfall am 29. April 1995 habe er aus der selbstständigen Erwerbstätigkeit kein Einkommen mehr erzielen können und den Lebensunterhalt mit dem Krankentaggeld bestritten; seit Frühjahr 1997 lebe er von Fürsorgeleistungen. Die Geschäftsabschlüsse weisen für 1991 einen Gewinn von Fr. 14'095.-, für 1992 einen solchen von Fr. 83'427. 60, für 1993 einen Verlust von Fr. 18'403. 02 und für 1994 einen Gewinn von Fr. 8401. 77 aus. Gemäss IK-Auszug beliefen sich die Einkommen aus selbstständiger Erwerbstätigkeit 1989 auf Fr. 5930.-, 1990 auf Fr. 11'100.-, 1991 auf Fr. 13'134.-, 1992 auf Fr. 86'900.-, 1993 auf Fr. 9200.-, 1994 auf Fr. 30'900.- und 1995 auf Fr. 7300.-; dazu kamen Einkommen aus unselbstständiger Erwerbstätigkeit von Fr. 1482.- im Jahre 1990, Fr. 3457.- im Jahre 1991 und Fr. 14'281.- im Jahre 1992. b) Entgegen den Ausführungen im Abklärungsbericht der IV-Stelle kann nicht gesagt werden, die Gesundheitsschädigung vom 29. April 1995 sei mit einem wirtschaftlich bedingten Einbruch der selbstständigen Erwerbstätigkeit zusammengefallen, indem die Übersetzungstätigkeit für die Bezirksanwaltschaft D.________ aus invaliditätsfremden Gründen stark zurückgegangen bzw. praktisch völlig versiegt sei. Abgesehen davon, dass der Rückgang bereits mehrere Jahre vor dem Unfall stattgefunden hatte, geht aus den Akten hervor, dass der Beschwerdeführer einzig im Jahre 1992 ein deutlich höheres Einkommen erzielt hatte, was offenbar in Zusammenhang mit einem besonders aufwendigen Verfahren vor der Bezirksanwaltschaft D.________ stand, wie der vom Beschwerdeführer eingereichten Erfolgsrechnung für 1992 zu entnehmen ist. Sowohl in den Jahren zuvor als auch nach 1992 hat der Beschwerdeführer insgesamt jeweils nur bescheidene Einkommen erzielt. Ob er mit der 1989 aufgenommenen selbstständigen Erwerbstätigkeit freiwillig auf besser entlöhnte Verdienstmöglichkeiten verzichtet hat oder ob es ihm tatsächlich nicht möglich war, eine längerfristig existenzsichernde Anstellung zu finden, lässt sich aufgrund der Akten nicht beurteilen. Nähere Abklärungen erübrigen sich jedoch, weil die mit der selbstständigen Erwerbstätigkeit erzielten Einkommen jedenfalls keine geeignete Grundlage für einen Einkommensvergleich darstellen. Zum einen steht nicht fest und lässt sich wohl auch nicht näher abklären, in welchem zeitlichen Umfang der Beschwerdeführer vor Eintritt des Gesundheitsschadens überhaupt erwerbstätig gewesen ist. Zum andern ist der Geschäftserfolg unter den gegebenen Umständen in erheblichem Masse von den wirtschaftlichen Verhältnissen wie der Konjunkturlage, der jeweiligen Nachfrage und der Konkurrenzsituation abhängig. Weil sich der Einfluss solcher invaliditätsfremder Faktoren nicht zuverlässig feststellen lässt, bilden die Geschäftsabschlüsse keine zuverlässige Grundlage für die Invaliditätsbemessung, weshalb ein erwerblich gewichteter Betätigungsvergleich vorzunehmen ist (vgl. AHI 1998 S. 122 Erw. 2c und 254 Erw. 4a).