Citation: 1C_184/2020 E. 4.2

4.2. Die Qualifikation der Schwere einer Verkehrsregelverletzung hängt neben dem Verschulden des Fahrzeuglenkers namentlich davon ab, wie stark er andere durch diese Verletzung abstrakt oder konkret gefährdet (vgl. E. 3.1 hievor). Das kantonale Gericht erwog, der Beschwerdeführer habe durch die Verkehrsregelverletzung die Sicherheit seiner Beifahrerin konkret gefährdet; der zu beurteilende Sachverhalt unterscheide sich in diesem Punkt wesentlich von jenem, welchem dem vom Beschwerdeführer angerufenen Urteil 1C_382/2011 vom 12. Dezember 2011 zu Grunde lag. Entgegen der Ausführungen des Beschwerdeführers verstösst der Einbezug der Gefährdung der Beifahrerin in die vorinstanzliche Würdigung nicht gegen Bundesrecht. Insbesondere ist nicht nachvollziehbar, weshalb es nicht angängig sein sollte, das Nichtbeherrschen eines Motorrads regelmässig als mittelschwere Widerhandlung zu qualifizieren, sobald ein Beifahrer involviert ist. Vielmehr erscheint eine strengere Beurteilung des Verhaltens von Motorradlenkern, die mit einem Beifahrer unterwegs sind, als Ausfluss der erhöhten Verantwortung, welche ein Fahrzeuglenker übernimmt, indem er einen Beifahrer transportiert. Ebenfalls nicht bundesrechtswidrig ist die Erwägung der Vorinstanz, wonach es für die Beurteilung der Schwere der Verkehrsregelverletzung unerheblich ist, ob sich die durch den Kontrollverlust geschaffene Gefahr in einem Personenschaden realisierte. Der Beschwerdeführer räumt selber ein, dass einem Motorradsturz bereits bei wesentlich geringerer als der von ihm gefahrenen Geschwindigkeit (gemäss eigenen Angaben: 70 km/h) die Gefahr schwerer Verletzungen eigen ist. Beim Sturz hat er seine Beifahrerin in mehr als bloss geringem Masse konkret gefährdet, so dass die Qualifikation der Regelverletzung als mittelschwere Verletzung nicht zu beanstanden ist.