Citation: 4A_373/2017 E. A

A.a. Die A.________ AG (Klägerin, Beschwerdeführerin) mit Sitz an der Strasse X.________ in U.________ bezweckt namentlich das Verwalten von Liegenschaften. B.________ (Beklagter, Beschwerdegegner) ist im Anwaltsregister des Kantons Zürich als Rechtsanwalt eingetragen. Er wohnt an der Strasse Y.________ in U.________ und betreibt in der Nachbarliegenschaft eine Anwaltskanzlei. A.b. Die A.________ AG ist Eigentümerin der im Rotlichtquartier gelegenen Liegenschaft Kat.-Nr. xxxx, Strasse X.________. In dieser Liegenschaft sind verschiedene Bordellbetriebe untergebracht. Im Haus befindet sich ein Untergeschoss, ein Erdgeschoss, drei Obergeschosse und ein Dachgeschoss. Mit Schreiben vom 29. November 2001 an die A.________ AG beanstandete das Amt für Baubewilligungen der Stadt Zürich, dass sich in dieser Liegenschaft bordellartige Betriebe befänden, ohne dass die dafür notwendigen baurechtlichen Bewilligungen für die gewerbliche Nutzung der Liegenschaft erteilt worden wären. Es werde daher in Aussicht genommen, die "sexgewerbliche Nutzung" mit einer rekursfähigen Verfügung zu verbieten. Die A.________ AG wurde aufgefordert, sich dazu zu äussern. A.c. In der Folge mandatierte die A.________ AG B.________. Dieser stellte am 27. Februar 2003 bei der zuständigen Behörde der Stadt Zürich das Gesuch, "die sexgewerbliche Nutzung der Liegenschaft weiterhin zu bewilligen". A.d. Mit Entscheid vom 2. September 2003 verweigerte die Bausektion der Stadt Zürich die baurechtliche Bewilligung für die "sexgewerbliche" Nutzung des Untergeschosses, des Erdgeschosses, des ersten und zweiten Obergeschosses sowie des Dachgeschosses (Dispositiv-Ziff. I). Dagegen verzichtete die Bausektion der Stadt Zürich "auf die Beseitigung der sexgewerblichen Nutzung" im dritten Obergeschoss (Dispositiv-Ziff. II). In den Erwägungen führte sie dazu aus, diese Räume würden "seit ca. 24 Jahren bis heute ununterbrochen für sexgewerbliche Nutzungen gebraucht", weshalb unter Befolgung der bundesgerichtlichen Praxis (Urteil 1P.768/2000 vom 19. September 2001) auf die Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes zu verzichten sei. A.e. Diesen Entscheid zog die durch B.________ vertretene A.________ AG an die Baurekurskommission des Kantons Zürich weiter und machte geltend, nicht nur das dritte Obergeschoss, sondern auch die Räumlichkeiten des Erdgeschosses, des ersten und zweiten Obergeschosses sowie des Dachgeschosses würden seit über 24 Jahren ununterbrochen mit Wissen der Sittenpolizei "sexgewerblich" genutzt. A.f. Mit Rekursentscheid vom 16. April 2004 bestätigte die Baurekurskommission Dispositiv-Ziffer II betreffend das dritte Obergeschoss, hob den Entscheid im Übrigen auf und wies die Sache zur ergänzenden Sachverhaltsermittlung und zu neuem Entscheid an die Bausektion zurück. A.g. Mit Entscheid vom 8. November 2005 hielt die Bausektion der Stadt Zürich fest, die Baubehörde habe "im Laufe des Sommers 2004 (...) sämtliche von der Bauherrschaft als Auskunftsperson anerbotenen ehemaligen Betreiberinnen von Salons an der Strasse X.________ zur umstrittenen Nutzung" befragen können. Die Bausektion verzichtete mit diesem Entscheid auch bezüglich des zweiten Obergeschosses "auf die Beseitigung der sexgewerblichen Nutzung" (Dispositiv-Ziff. II). Für das Untergeschoss, das Erdgeschoss, das erste Obergeschoss und das Dachgeschoss verweigerte die Bausektion indessen die baurechtliche Bewilligung für die "sexgewerbliche Nutzung" (Dispositiv-Ziff. I). A.h. Dieser Entscheid wurde B.________ gemäss Anschrift auf dem Zustellumschlag nicht an seine Kanzleiadresse, sondern an seine Privatadresse in der Nachbarliegenschaft zugestellt. B.________s Assistent holte die Post am Donnerstag, 17. November 2005, an der Privatadresse ab und brachte sie in die benachbarte Anwaltskanzlei. Die Sache blieb einstweilen unbearbeitet liegen. Nachdem der Verwaltungsrat der A.________ AG von der Bausektion telefonisch erfahren hatte, dass ein Entscheid ergangen und B.________ zugestellt worden sei, rief dieser am Montag, 21. November 2005, seinerseits die Bausektion an. In der Folge wurde der Entscheid B.________ am 29. November 2005 ein zweites Mal zugestellt, dieses Mal an die Kanzleiadresse. A.i. In der Folge verfasste B.________ eine mit 29. Dezember 2005 datierte Rekursschrift an die Baurekurskommission I des Kantons Zürich. Er beantragte, Dispositiv-Ziff. I des Entscheids der Bausektion vom 8. November 2005 sei aufzuheben und (auch) bezüglich des Erdgeschosses, des ersten Obergeschosses und des Dachgeschosses sei "auf die Beseitigung der sexgewerblichen Nutzung zu verzichten". B.________ reichte die mit 29. Dezember 2005 datierte Rekursschrift allerdings erst am 5. Januar 2006 (Postaufgabe) zusammen mit einem Begleitschreiben ein, mit dem er um Wiederherstellung der Rekursfrist ersuchte. B.________ führte aus, die Rekursfrist sei am 29. Dezember 2005 abgelaufen, die Eingabe sei aber "auf Grund besonderer Umstände" nicht zur Post gebracht worden. Die Eingabe sei "im Gehetze und Jahresendstress" und wohl auch wegen der "Vorfreude auf die kommenden Feiertage" liegen geblieben. Am 4. Januar 2006 (Sonntag) sei entdeckt worden, dass die Rechtsschrift nicht zur Post gebracht worden sei. A.j. Mit Entscheid vom 27. Januar 2006 wies die Baurekurskommission I des Kantons Zürich das Wiederherstellungsgesuch ab und trat auf den Rekurs der A.________ AG nicht ein. A.k. Gegen diesen Entscheid erhob die A.________ AG Beschwerde an das Verwaltungsgericht des Kantons Zürich. Dieses wies die Beschwerde am 27. September 2006 ab. A.l. Die dagegen erhobene Beschwerde der A.________ AG wies das Bundesgericht mit Urteil 1P.763/2006 vom 26. März 2007 ab, soweit es darauf eintrat. A.m. Mit Eingabe vom 27. Mai 2007 an die Bausektion der Stadt Zürich stellte B.________ namens der A.________ AG ein Revisionsgesuch, "eventuell" ein Wiedererwägungsgesuch. Er beantragte die Revision der Dispositiv-Ziff. I, III, IV des Entscheids der Bausektion der Stadt Zürich vom 8. November 2005 und die Erteilung der "baurechtliche[n] Bewilligung für die sexgewerbliche Nutzung" für das Erdgeschoss, das erste Obergeschoss und das Dachgeschoss. B.________ berief sich auf den Revisionsgrund von § 86a lit. b VRG, weil neue Beweismittel entdeckt worden seien. Weiter wies er darauf hin, dass das Bundesgerichtsurteil vom 26. März 2007 an den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte weitergezogen werde. A.n. Mit Entscheid vom 10. Juli 2007 trat die Bausektion der Stadt Zürich sowohl auf das Revisionsgesuch als auch auf das Wiedererwägungsgesuch nicht ein. Gegen diesen Entscheid erhobene Rechtsmittel wiesen die Baurekurskommission I des Kantons Zürich und das Verwaltungsgericht des Kantons Zürich ab. Das Bundesgericht wies die dagegen erhobene Beschwerde mit Urteil 1C.465/2008 vom 7. April 2009 ab, soweit es darauf eintrat. A.o. Am 26. August 2009 schlossen die A.________ AG und die Stadt Zürich eine Vereinbarung betreffend "Vollstreckung" des baurechtlichen Entscheids vom 8. November 2005. Darin verlegten sie die gemäss diesem Entscheid zulässige "sexgewerbliche Nutzung" im zweiten und dritten Obergeschoss der Liegenschaft an der Strasse X.________ in das Erdgeschoss und das erste Obergeschoss. Bis heute wird die Liegenschaft so genutzt. A.p. Die A.________ AG verlangt nun von B.________ Schadenersatz, weil sie aufgrund seines Fristversäumnisses die Liegenschaft entgegen ihren Plänen nicht als Erotik-Center nutzen könne, was zu einem Wertverlust der Liegenschaft geführt habe.