Citation: 6B_774/2020 E. 3.3.3

3.3.3. Nicht zu hören ist der Beschwerdeführer, wenn er weiter rügt, die Vorinstanz habe dem Umstand, dass er die Tat nur versucht habe, mit einer Reduktion der hypothetischen Einsatzstrafe um zwei Jahre nicht ausreichend gemindert bzw. die Strafe nicht genügend gemildert. Der Umfang der Reduktion der Strafe hängt unter anderem von den tatsächlichen Folgen der Tat und der Nähe des tatbestandsmässigen Erfolgs ab (vgl. zum alten Recht BGE 127 IV 101 E. 2b S. 103; 121 IV 49 E. 1b S. 54; bestätigt in den Urteilen 6B_587/2015 vom 6. April 2016 E. 1.3.3 und 6B_281/2014 vom 11. November 2014 E. 3.6). Auch wenn anhand des Leberdurchstiches keine akute und damit keine unmittelbare Lebensgefahr bestanden hat, handelte es sich hierbei dennoch um eine lebensgefährliche Verletzung und muss dementsprechend der Eintritt des tatbestandsmässigen Erfolgs und damit des Todes als nah bezeichnet werden. Dies ergibt sich ohne Weiteres aus dem Gutachten des IRM, anhand dessen die Vorinstanz richtigerweise zum Schluss gelangt ist, dass der Messerstich für den Beschwerdegegner 2 objektiv gesehen lebensgefährlich war und die alsdann durchgeführte Operation dementsprechend eine Notfallindikation dargestellt hat. Daran vermag auch der Umstand, dass der Beschwerdegegner 2 unmittelbar nach dem Messerstich noch in der Lage war, dem Beschwerdeführer einen Faustschlag zu versetzen und ein Foto seiner Verletzung in den Gruppen-Chat zu stellen, nichts zu ändern. Wenn die Vorinstanz im Lichte dieser Umstände die hypothetische Einsatzstrafe von zehn Jahren aufgrund der versuchten Tatbegehung um zwei Jahre auf acht Jahre reduziert, liegt dies im Bereich ihres sachrichterlichen Ermessens und ist nicht zu beanstanden.