Citation: 9C_305/2022 E. 3.2.1

3.2.1. Nach Auffassung des Beschwerdeführers ist entgegen dem angefochtenen Urteil auf das Kompetenzniveau 2 (statt 3) abzustellen. Auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt gebe es im angewendeten Kompetenzniveau 3 keine dem Zumutbarkeitsprofil entsprechenden Tätigkeiten, welche er mit seiner Ausbildung und Erfahrung in der Projektleitung (in welcher er in seinem Berufsleben praktisch ausschliesslich tätig gewesen sei) ausüben könnte. Das Kompetenzniveau 3 umfasse Tätigkeiten, die praktisch immer mit Sitzungen (die auch mehr als eine Stunde dauern könnten), Terminen und Zeitdruck einhergingen. Es sei utopisch anzunehmen, dass er bei einem anderen Arbeitgeber in einer solchen Stellung seine Arbeitszeit völlig frei einteilen könnte und weder Termine noch Sitzungen am Vormittag hätte. Realistisch betrachtet sei kein Arbeitgeber bereit, ihn zu einem so hohen Lohn anzustellen und den gesamten Ablauf, einschliesslich die Arbeit der anderen Projektmitarbeiter, an ihn anzupassen. Der beste Beweis sei, dass auch der letzte Arbeitsplatz nicht so habe eingerichtet werden können, dass ihm eine vollzeitliche Tätigkeit möglich gewesen wäre. Den mit dem Kompetenzniveau 3 verbundenen höheren Anforderungen an die Verfügbarkeit sowie die Einteilung der Arbeit könne er nicht mehr gerecht werden. 3.2.1.1. Das einschlägige Kompetenzniveau ist in rechtlicher Würdigung der vorinstanzlichen Tatsachenfeststellungen zu ermitteln (vgl. BGE 148 V 174 E. 6.5; 146 V 16 E. 4.2). Dabei umfasst das Kompetenzniveau 3 der LSE-Tabellen Löhne aus komplexen praktischen Tätigkeiten, die ein grosses Wissen in einem Spezialgebiet voraussetzen. Das Kompetenzniveau 2 entspricht Löhnen für praktische Tätigkeiten wie Verkauf, Pflege, Datenverarbeitung und Administration, Bedienen von Maschinen sowie elektronischen Geräten, Sicherheitsdienst oder Fahrdienst. 3.2.1.2. Nach den verbindlichen vorinstanzlichen Tatsachenfeststellungen absolvierte der Beschwerdeführer nach der Matura ein interdisziplinäres Studium (Bachelor) an der Universität C.________ mit Nebenfachabschlüssen in den Fächern Physik, Betriebswirtschaft, Volkswirtschaft, Jura und Geografie. Im Rahmen von Anstellungsverhältnissen besuchte er verschiedene Kurse in Projektleitung, Organisationsmanagement, Konstruktion, Mechanik und Spritzguss-Technologie. Weiter machte er eine Ausbildung in Spritzguss-Technologie und Formenbau (ohne Diplom) und liess er sich zum Taxi- und Kleinbus-Chauffeur, zum Skilehrer (in Kanada) sowie zum Skibau- und Skiservice-Techniker ausbilden. Von 1987 bis 1993 arbeitete er beim Sportfachanbieter D.________ AG, wo er das "Shop in Shop"-System einführte, die Einrichtungsplanung für den Neubau vornahm und im Wareneinkauf, im Sportservice sowie in der Eventorganisation tätig war. Von 1993 bis 1995 arbeitete er im Bereich der Konstruktion und Entwicklung von Ski- und Snowboardbindungen bei der E.________ AG (mit Betreuung des Rennsports). Nach kurzer Selbstständigkeit im Extremsportbereich war er von 1996 bis 1999 bei der F.________ GmbH angestellt, zuerst als Leiter des Entwicklungsteams Snowboard, danach als Development Manager Trendsports, wobei er mehrere Projekt- und Entwicklungsteams in verschiedenen Ländern leitete. Von 1999 bis 2002 war er erneut selbstständig erwerbstätig in der Projekt- und Organisationsberatung sowie Produktentwicklung. In dieser Zeit wurde er für Produktentwicklungen mit drei Innovationspreisen an der Sportfachmesse G.________ ausgezeichnet. Nach einer Anstellung als Projektleiter bei der H.________ AG (2002-2003) folgte von 2004 bis 2011 eine solche bei der I.________ AG, wo er bis 2008 als Projektmanager R&D für den Standort J.________ und anschliessend bis 2011 als Manager Intellectual Properties für alle Standorte des Konzerns in Europa fungierte. Ab Mai 2009 betrieb er als temporären Nebenerwerb im Winter eine eigene Skiservice-Werkstatt. Zuletzt arbeitete er ab Oktober 2011 bei der B.________ AG als Projektleiter Kniegelenke, wo er für die technische Dokumentation und die Zulassung von Knieprothesen zuständig und verantwortlich war. 3.2.1.3. Es trifft zwar zu, dass der Beschwerdeführer in der Vergangenheit hauptsächlich als Projektleiter tätig war und sich Projektarbeit, die regelmässig mit einem hohen Koordinationsbedarf verbunden ist, mit seinen gesundheitlichen Einschränkungen schwer vereinbaren liesse, insbesondere mit Blick auf das im Zumutbarkeitsprofil enthaltene Erfordernis einer freien Einteilung der Arbeitszeit. Aufgrund seiner Kenntnisse in Betriebswirtschaft und Organisationsentwicklung sowie seines vielfältigen technischen Fachwissens stehen dem Beschwerdeführer indessen zahlreiche andere Betätigungsmöglichkeiten auf hohem Niveau ausserhalb von Projektarbeit offen, in welchen die im Zumutbarkeitsprofil enthaltenen Rahmenbedingungen ohne Weiteres berücksichtigt werden können. Entgegen der Darstellung in der Beschwerde umfasst das Kompetenzniveau 3 nicht ausschliesslich Projektarbeit bzw. Arbeit mit Terminen, Sitzungen und Zeitdruck. Vielmehr existieren komplexe praktische Tätigkeiten, welche ein grosses Wissen in einem Spezialgebiet voraussetzen, auch in einem anderen Rahmen. Sodann bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass der Beschwerdeführer aufgrund seiner gesundheitlichen Beeinträchtigung nur noch weniger anspruchsvolle Tätigkeiten im Sinne von Kompetenzniveau 2 ausüben könnte, wie er sinngemäss geltend machen lässt, beinhaltet doch das gutachterliche Zumutbarkeitsprofil "Tätigkeiten entsprechend seiner beruflichen Ausbildung und intellektuellen Begabung" und beziehen sich die von den Gutachtern formulierten Einschränkungen alleine auf die körperliche Belastung und die zeitlichen Rahmenbedingungen. Dass die Vorinstanz bei dieser Sachlage auf das Kompetenzniveau 3 abstellte, steht damit im Einklang mit dem Bundesrecht.