Citation: I 854/05 01.05.2006 E. 4

Zu prüfen bleibt, wie es sich mit den erwerblichen Auswirkungen der festgestellten Einschränkung der Arbeitsfähigkeit verhält. 4.1 Bei der Bemessung des hypothetischen Einkommens, das die versicherte Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung zu erzielen vermöchte (Valideneinkommen), ist entscheidend, was sie im massgebenden Zeitpunkt nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdienen würde (BGE 129 V 224 Erw. 4.3.1 mit Hinweis). Die Einkommensermittlung hat so konkret wie möglich zu erfolgen, weshalb in der Regel vom letzten Lohn auszugehen ist, den die versicherte Person vor Eintritt der Gesundheitsschädigung erzielt hat (ZAK 1980 S. 593 mit Hinweisen; Urteil T. vom 22. Juni 2004, I 763/03, Erw. 4.1 mit Hinweisen). 4.1.1 Unbestrittenermassen ist der Beschwerdeführer infolge der körperlichen Beeinträchtigungen seit anfangs Januar 1997 nicht mehr in der Lage, seiner - seit 19. Oktober 1992 bei der Firma B.________ ausgeübten - Tätigkeit als Dachdecker nachzugehen. Da die Kündigung durch die ehemalige Arbeitgeberin auf Ende Dezember 1999 auf Grund der gesundheitlich bedingten Ausfallzeiten erfolgte, ist anzunehmen, dass der Versicherte ohne Behinderung weiterhin an seiner vormaligen Arbeitsstelle verblieben wäre. Es bestehen folglich - entgegen der Auffassung der Vorinstanz - keine Gründe, nicht auf den zuletzt, im Jahre 1996, als Dachdecker erzielten Verdienst abzustellen. Der Beizug von statistischen Durchschnittswerten, welche den für die Entlöhnung in der Regel relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren nicht Rechnung tragen (vgl. Meyer-Blaser, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, IVG, Zürich 1997, S. 205 in fine f.), rechtfertigt sich nur, sofern ein Heranziehen der tatsächlich erzielten Einkünfte nicht möglich ist. Davon kann vorliegend nicht die Rede sein. Gemäss IK-Auszug vom 17. Juli 2000 rechnete der Beschwerdeführer im Jahre 1996 ein Einkommen von Fr. 48'844.- ab. In Berücksichtigung der bis im Jahre 2005 im Baugewerbe eingetretenen Nominallohnentwicklung (1997: 0,2 %; 1998: 0,4 %; 1999: -0,5 %; 2000: 1,9 %; 2001: 2,8 %; 2002: 1,6 % [Die Volkswirtschaft, 6/2004, S. 91, Tabelle B10.2, Baugewerbe]; 2003: 1,0 %; 2004: 0,4 %; 2005: 0,4 % [für 2005 werden mangels aussagekräftiger Angaben diejenigen von 2004 verwendet; Die Volkswirtschaft, 4/2006, S. 83, Tabelle B10.2, Baugewerbe]) resultiert ein Einkommen von Fr. 52'977.-. 4.1.2 Werden die im Jahre 2002 für das Baugewerbe im privaten Sektor geltenden monatlichen Bruttolöhne (Zentralwert) gemäss der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) herangezogen (LSE 2002, S. 43, Tabelle TA1, Baugewerbe [Wirtschaftszweig 45], Männer, Anforderungsniveau 3 [Berufs- und Fachkenntnisse vorausgesetzt]: Fr. 5284.- monatlich und Fr. 63'408.- jährlich) und auf das Jahr 2005 hochgerechnet (Nominallohnerhöhung 2003: 1,0 %; 2004: 0,4 %; 2005: 0,4 % [vgl. Erw. 4.1.1 in fine hievor]; betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit: 41,7 Stunden [Die Volkswirtschaft, 4/2006, S. 82, Tabelle B9.2, Baugewerbe [mangels Angaben für 2005 werden diejenigen für 2004 verwendet]), ergibt sich daraus ein durchschnittliches Einkommen von Fr. 67'299.-. Der zuvor errechnete Validenlohn liegt damit deutlich, nämlich rund 21 %, unter dem Durchschnittswert. Sind jedoch - wie im hier zu beurteilenden Fall - keine Hinweise vorhanden, dass sich die versicherte Person aus freien Stücken mit einem bescheideneren Einkommen begnügen wollte, als sie hätte erzielen können, und ist ferner anzunehmen, dass das unter den branchenüblichen Ansätzen liegende Gehalt zumindest teilweise auf Gründen wie fehlenden Sprachkenntnissen oder dem Ausländerstatus beruht, sind diese invaliditätsfremden Faktoren, sofern eine erhebliche Abweichung vorliegt, praxisgemäss entweder sowohl beim Validen- wie beim Invalideneinkommen oder überhaupt nicht zu berücksichtigen. Nur dadurch ist der Grundsatz gewahrt, dass die Invalidenversicherung nicht für die auf invaliditätsfremde Gesichtspunkte zurückzuführenden Lohneinbussen aufzukommen hat (BGE 129 V 225 Erw. 4.4 mit Hinweisen; Urteil T. vom 22. Juni 2004, I 763/03, Erw. 4.1.2 in fine). Anstelle des Lohnes von Fr. 52'977.- sind dem Einkommensvergleich deshalb die ermittelten Tabellenwerte im Baugewerbe zu Grunde zu legen, woraus ein massgebliches Valideneinkommen von Fr. 67'299.- resultiert.