Citation: 2A.434/2000 03.10.2000 E. 3

3.- Der angefochtene Haftrichterentscheid ist gemessen an den genannten Voraussetzungen und Vorgaben nicht zu beanstanden. a) Der Beschwerdeführer wurde mit Verfügung des Bundesamts für Flüchtlinge vom 29. März 2000 aus der Schweiz weggewiesen. Dieser Entscheid wurde ihm offensichtlich eröffnet, hat er doch dagegen am 18. April 2000 Beschwerde an die Asylrekurskommission erhoben. Das genügt nach dem oben Ausgeführten für die Ausschaffungshaft. Es kann deshalb dahingestellt bleiben, ob auch der Rekursentscheid, der anscheinend nicht an die Adresse des Beschwerdeführers in Winterthur, sondern an dessen früheren Aufenthaltsort (Bauma) gesandt wurde, gültig eröffnet worden ist. b) Zu Recht hat die Haftrichterin ferner den - fortbestehenden - Haftgrund der Untertauchensgefahr (Art. 13b Abs. 1 lit. c ANAG) bejaht: Der Beschwerdeführer ist illegal, d.h. ohne Reisepapiere in die Schweiz eingereist und weigert sich strikte, in die Heimat zurückzukehren. Er hat sich auch während der gesamten Verfahrensdauer beharrlich geweigert, an der Beschaffung von Reisepapieren mitzuwirken. Der Aufforderung, am 26. April 2000 bei der russischen Botschaft persönlich vorzusprechen, ist er nicht nachgekommen, und bei der zwangsweisen Zuführung machte er gegenüber dem russischen Botschaftsrat widersprüchliche Angaben über seine Identität und Herkunft; er weigerte sich auch, das Antragsformular für ein Laissez-passer auszufüllen. Nachdem er sich bis dahin als Russe ausgegeben hatte, behauptete er in der Verhandlung vom 23. August 2000 gegenüber der Haftrichterin erstmals, dass er nicht russischer Staatsangehöriger, sondern staatenlos sei. Die Haftrichterin hat diese Umstände zu Recht als genügend konkrete Hinweise dafür gewertet, dass der Beschwerdeführer behördliche Anordnungen missachten und sich im Fall seiner Freilassung nicht für eine Ausschaffung in seine Heimat bereithalten würde. Für weitere Einzelheiten kann auf die zutreffenden Erwägungen im ersten Haftgenehmigungsentscheid vom 5. Juni 2000 und im angefochtenen Entscheid vom 23. August 2000 verwiesen werden (Art. 36a Abs. 3 OG). c) Die Behörden haben im Rahmen des Möglichen auf die Klärung der Identität des Beschwerdeführers und auf die Papierbeschaffung hingearbeitet: Am 5. Juli 2000 war der Beschwerdeführer bei der Botschaft der Russischen Föderation vorgeführt worden. Am 13. Juli 2000 und am 22. August 2000 fand eine Befragung des Beschwerdeführers durch die Kantonspolizei Zürich statt. Gemäss Akten hat die Fremdenpolizei auch nach dem Haftgenehmigungsentscheid vom 23. August 2000 über die Kantonspolizei bzw. das Bundesamt für Flüchtlinge Schritte veranlasst, um die Herkunft des Beschwerdeführers und den Verbleib seiner Reisepapiere abzuklären. Dass diese Bemühungen bisher erfolglos geblieben sind, hat zu einem wesentlichen Teil der Beschwerdeführer selber zu vertreten, der die ihm obliegende Mitwirkung bei der Identitätsfeststellung und der Beschaffung von Reisepapieren hartnäckig verweigert und durch widersprüchliche Angaben erschwert. Unter diesen Umständen haben die Behörden das Beschleunigungsgebot bis hierhin eingehalten (vgl. BGE 124 II 49 E. 3a S. 50 f., mit Hinweisen) und ist gleichzeitig erstellt, dass dem Vollzug der Wegweisung besondere Hindernisse entgegenstehen. Die Verlängerung der Haft um drei Monate erweist sich deshalb als gerechtfertigt und auf Grund des renitenten Verhaltens des Beschwerdeführers insbesondere als verhältnismässig. Die Rückschaffung des Beschwerdeführers erscheint in technischer wie in praktischer Hinsicht als möglich, weshalb die Fortsetzung der Haft auch unter diesem Aspekt zulässig und gesetzeskonform ist.