Citation: U 261/03 03.12.2004 E. 2

2.1 Dr. K.________ gelangte in seinem einlässlichen neurologischen und psychiatrischen Gutachten vom 15. Januar 2001 zum Schluss, dass auf Grund der zwei Jahre nach dem Unfallereignis weiter anhaltenden Beschwerdesymptomatik, des zusätzlichen Auftretens neuartiger Symptome sowie der Beschwerdeprogredienz nicht von einem typischen Verlauf nach erlittener "leichtgradiger HWS-Distorsion" ohne organisch nachweisbare Funktionsausfälle ausgegangen werden könne. Der Gutachter verweist neben dem Vorzustand bezüglich Nackenbeschwerden (beginnende Osteochondrose C5/6, initial linksseitige Unkarthrose) und vorbestehenden Kopfschmerzen (die Beschwerdeführerin wurde deswegen neun Tage vor dem Unfall neurologisch abgeklärt, wobei das EEG einen Grenzbefund zu einer leichten unspezifischen Allgemeinveränderung ergab) insbesondere auf das psychosoziale Umfeld und "Bewältigungsstrategien im Umgang mit schwierigen Situationen": Nach der 1994 bestandenen Lehrabschlussprüfung konnte die Versicherte wegen einer Allergie nie als Laboristin arbeiten und fand in beruflicher Hinsicht auch anderweitig den Tritt nicht. Zufolge der Angaben gegenüber dem Psychologen M.________, Rehabilitationszentrum Q.________, welcher das erwähnte neuropsychologische Teilgutachten erstellte, übte die Beschwerdeführerin "nach einem einjährigen psychischen Down (...) verschiedene Gelegenheitsjobs" aus. Die anschliessend begonnene Lehre als Medizinlaborantin habe 1996 mit der Entlassung der Versicherten geendet. Die Aufnahmeprüfung für eine ähnliche Schule habe die Beschwerdeführerin nicht bestanden, eine weitere in Angriff genommene Ausbildung in einer Abendschule von sich aus abgebrochen. Überdies ist den Akten zu entnehmen, dass sich die Versicherte im Zeitpunkt des Unfalls bei der Firma X.________ noch im Probearbeitsverhältnis befunden hat, welches in der Folge vonseiten der Arbeitgeberin gekündigt wurde. Nach Auffassung des neurologischen und psychiatrischen Experten Dr. K.________ ist die geschilderte psychosoziale Problematik im Wesentlichen dafür verantwortlich, dass die berufliche Wiedereingliederung bisher scheiterte und es zu einer Chronifizierung der Beschwerdesymptomatik gekommen ist. Auch der Verfasser des neuropsychologischen Teilgutachtens erblickt in den verschiedenen psychosozialen Belastungsfaktoren "wie mangelnde monetäre Ressourcen und der in den letzten Jahren missglückte Berufseinstieg (drohende Perspektivlosigkeit)" Gründe für eine (drohende) Chronifizierung der Schmerzen. 2.2 Im Hinblick auf diese medizinischen Beurteilungen ist davon auszugehen, dass sich im Anschluss an das beim Unfall erlittene Schleudertrauma der HWS eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4) und ein neurasthenisches Syndrom (ICD-10: F48.0) entwickelt haben (S. 24 des Gesamtgutachtens vom 15. Januar 2001). Bei diesem Prozess wirkten gemäss den Erkenntnissen des Neurologen und Psychiaters Dr. K.________ und des Psychologen M.________ insbesondere unfallfremde psychosoziale Faktoren mit, wobei das Unfallgeschehen selbst in den Hintergrund getreten zu sein scheint. Die diagnostizierten psychischen Leiden der Beschwerdeführerin bilden jedenfalls nicht Teil des typischen ("bunten") Beschwerdebildes nach HWS-Traumen (vgl. hiezu BGE 117 V 360 Erw. 4b und 382 Erw. 4b) und stellen daher nicht primäre Folgen des Unfalls dar. Vielmehr handelt es sich um selbstständige sekundäre Gesundheitsschädigungen. Es ist somit nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz im Ergebnis zum Schluss gelangte, dass der adäquate Kausalzusammenhang nach Massgabe der in BGE 115 V 138 Erw. 6 und 407 Erw. 5 entwickelten und seither ständig angewandten Rechtsprechung des Eidgenössischen Versicherungsgerichts (vgl. BGE 129 V 183 Erw. 4.1) zu beurteilen ist, d.h. mit der Differenzierung zwischen physischen und psychischen Komponenten der unfallbezogenen Merkmale (BGE 117 V 367 Erw. 6a in fine; SVR 2003 UV Nr. 12 S. 36 Erw. 3.2.3).