Citation: 9C_723/2022 E. 3

Die Beschwerdeführerin macht geltend, dass die kantonalen Instanzen ihren Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV) verletzt hätten. Der Entscheid der Unterinstanz sei nicht bzw. nicht genügend begründet gewesen. Diese Gehörsverletzung sei im Verfahren vor der Vorinstanz nicht geheilt worden, da diese gar nicht auf das Rechtsmittel der Beschwerdeführerin eingetreten sei. Dieses Vorbringen ist offensichtlich unbegründet. Aufgrund der aus Art. 29 Abs. 2 BV abgeleiteten Begründungspflicht müssen behördliche Entscheide so begründet werden, dass sich die betroffene Person über die Tragweite des Entscheids Rechenschaft geben und ihn in voller Kenntnis der Sache an die höhere Instanz weiterziehen kann. In diesem Sinne müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf die sich ihr Entscheid stützt (BGE 148 III 30 E. 3.1; 145 III 324 E. 6.1; 142 II 49 E. 9.2). Diesen Anforderungen wurde der nachträglich begründete Entscheid der Unterinstanz offensichtlich gerecht (vgl. auch angefochtenes Urteil E. 2.4). Namentlich legt die Unterinstanz in ihrem Entscheid dar, aus welcher Überlegung sie die Rechtsmittel der Beschwerdeführerin gutheissen hat (Verhinderung der Verjährung; vgl. Entscheid des Steuerrekursgerichts vom 26. April 2022 E. 1a). Art. 29 Abs. 2 BV verleiht der vollständig obsiegenden Beschwerdeführerin grundsätzlich keinen Anspruch darauf, dass sich die Unterinstanz über diese Überlegung hinaus mit der materiellen Begründetheit der Anträge der Beschwerdeführerin auseinandersetzt. Es ist zwar nicht von vornherein ausgeschlossen, dass eine rechtsuchende Person ausnahmsweise auch bei vollständiger Gutheissung ein schutzwürdiges Interesse daran haben könnte, dass die zuständige Behörde in ihrem Entscheid auf die vorgebrachten Argumente eingeht. Ein solches schutzwürdiges Interesse legt die Beschwerdeführerin aber nicht dar. Insbesondere überzeugt es nicht, wenn die Beschwerdeführerin geltend macht, der Entscheid der Unterinstanz führe zu Rechtsunsicherheit bei der Mehrwertsteuer und der Verrechnungssteuer und lasse im Dunkeln, ob die Aufrechnung zur Verantwortung des Verwaltungsrates führe (vgl. Beschwerde Rz. 24). Denn für die Beurteilung all dieser Fragen war die Unterinstanz offensichtlich gar nicht zuständig.