Citation: 5A_175/2018 E. 3.1

3.1. Nach der gesetzlichen Regelung werden Errungenschaft und Eigengut jedes Ehegatten nach ihrem Bestand im Zeitpunkt der Auflösung des Güterstandes ausgeschieden (Art. 207 Abs. 1 ZGB). Für die Zuordnung eines Vermögenswertes zum Mannesgut oder zum Frauengut ist die dingliche oder obligatorische Rechtsträgerschaft am betreffenden Vermögenswert massgebend, bei Sachen also das Eigentum. Die ZGB-Revision von 1984/88 hat die sachen- und güterrechtliche Ordnung harmonisiert. Ein bestimmter Vermögensgegenstand gehört immer und ausschliesslich zum Vermögen des Ehegatten, der rechtlich Eigentümer ist (Urteil 5A_618/2012 vom 27. Mai 2013 E. 7.1, in: FamPra.ch 2013 S. 722). Wer seine Berechtigung an einer Sache oder an einer Forderung behauptet, hat sie zu beweisen (für Forderungen, z.B. BGE 114 II 91 E. 3 S. 96; für Grundeigentum, z.B. Urteil 5A_769/2011 vom 2. März 2012 E. 3.1, in: ZBGR 95/2014 S. 107). Erst wenn diese Berechtigung des Ehegatten an einem konkreten Vermögensgegenstand feststeht, jedoch streitig und unbewiesen geblieben ist, welcher der beiden Gütermassen der fragliche Vermögenswert zugeordnet werden muss, kommt die gesetzliche Vermutung zur Anwendung, wonach alles Vermögen eines Ehegatten bis zum Beweis des Gegenteils als Errungenschaft gilt (Art. 200 Abs. 3 ZGB; Urteil 5A_182/2017 vom 2. Februar 2018 E. 3.3.2, in: FamPra.ch 2018 S. 491). Als Zeitpunkt der Auflösung des Güterstandes gilt hier (Bst. B.a oben) der Tag, an dem das Begehren um gerichtliche Anordnung der Gütertrennung eingereicht worden ist (Art. 204 Abs. 2 ZGB). Was die Ehegatten in diesem Moment an Vermögen aufweisen, ist der einen oder andern Masse zuzuordnen (BGE 132 III 145 E. 2.2.1 S. 149). In die Vorschlagsberechnung (Art. 210 ZGB) sind somit grundsätzlich nur jene Vermögenswerte einzubeziehen, welche die Ehegatten im Zeitpunkt der Auflösung des Güterstandes gehabt haben, auch wenn für die Bewertung ein anderer Zeitpunkt massgebend ist, nämlich jener, zu dem die güterrechtliche Auseinandersetzung abgeschlossen wird (Art. 214 Abs. 1 ZGB). Wer folglich eine Beteiligung am Vorschlag (Art. 215 Abs. 1 ZGB) geltend macht, hat nachzuweisen, dass die entsprechenden Vermögenswerte im Zeitpunkt der Auflösung des Güterstandes vorhanden gewesen sind (BGE 118 II 27 E. 2 S. 28). Wie die abgenommenen Beweismittel zu würdigen sind und ob ein bestimmter Sachverhalt als bewiesen gelten kann, beantwortet die kantonale Letztinstanz für das Bundesgericht verbindlich (Art. 105 Abs. 1 BGG), es sei denn, die Feststellung des Sachverhalts sei offensichtlich unrichtig, d.h. willkürlich, oder beruhe auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG und die Behebung des Mangels könne für den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein (Art. 97 Abs. 1 BGG). Ausnahmsweise zulässige Sachverhaltsrügen sind in der Beschwerde vorzubringen und zu begründen und dabei mit Aktenhinweisen zu belegen (Art. 106 Abs. 2 BGG; BGE 140 III 86 E. 2. S. 90). Entsprechende Rügen können unter denselben formellen Voraussetzungen auch in der Beschwerdeantwort erhoben werden (BGE 140 III 86 E. 2 S. 89 und 456 E. 2.2.2 S. 458).