Citation: 8C_694/2020 E. A

A.a. A.________ ist gelernter Bauer und Zimmermann. Vom August 2001 bis Oktober 2002 war er Angehöriger der Swiss Company (Swisscoy) und vom Mai 2003 bis April 2006 im Rahmen eines befristeten Arbeitsverhältnisses für die "Militärische Sicherheit" (früher: Festungswachtkorps) tätig. Während dieser beiden Einsätze war A.________ militärversichert. Nach der infolge Vaterschaft vorzeitig angetretenen Rückkehr aus dem freiwillig verlängerten Swisscoy-Einsatz in U.________ veranlasste der Hausarzt Dr. med. B.________ am 7. November 2002 eine Kontrolle der Leberwerte, die sich bis zum 3. Dezember 2002 wieder normalisierten. Anlässlich der sanitarischen Aufnahmeuntersuchung des Dr. med. C.________ vom März 2003 war bekannt, dass A.________ nach eigenen Angaben täglich sechs Deziliter Bier, zwanzig Zigaretten und etwa alle zwei bis drei Wochen Cannabis konsumierte. Nach einer Schussabgabe aus der Dienstwaffe in seiner Wohnung am 10. September 2003 bestätigte das Obergericht des Kantons Aargau am 20. September 2007 unter anderem den Schuldspruch gegen A.________ wegen fahrlässiger schwerer Körperverletzung. Dr. med. D.________ meldete der Schweizerischen Unfallversicherung, Abteilung Militärversicherung (nachfolgend: Suva-MV oder Beschwerdegegnerin) am 2. Juni 2004, dass A.________ an Pulsrasen, Palpitation und Thoraxschmerzen leide. Ab 20. September 2004 war er infolge psychischer Beschwerden voll arbeitsunfähig. Die Suva-MV anerkannte auch in Bezug auf die am 6. Dezember 2004 vom Hausarzt angemeldete Depression mit rund dreieinhalbmonatiger stationärer Behandlung in der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie E.________ ihre (vorläufige) Leistungspflicht. Im Rahmen eines Vorfalls vom 3. August 2005 (häusliche Gewalt und Fahren in angetrunkenem Zustand) verfügte das Strassenverkehrsamt des Kantons Aargau am 13. Oktober 2005 zusätzlich zum Führerausweisentzug eine fachärztliche Begutachtung hinsichtlich eines allfälligen Alkoholismus bzw. einer Trunksucht. Im Zusammenhang mit Cannabis- und Alkoholkonsum erlitt A.________ am 19. August 2005 einen epileptischen Anfall. Im Oktober 2005 unternahm A.________ einen Suizidversuch, bevor er am 9. Oktober 2005 freiwillig zu einem zweimonatigen Aufenthalt in die Psychiatrische Klinik F.________ eintrat, wo unter anderem eine chronifizierte posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) diagnostiziert wurde. Wegen seit August 2005 anhaltender Rückenprobleme sowie epileptischer und depressiver Beschwerden meldete sich A.________ am 5. März 2007 auch bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an. Von dieser bezieht er seit 1. Mai 2008 basierend auf einem Invaliditätsgrad von 94% eine ganze Invalidenrente (Verfügung vom 4. April 2008). Mit Blick auf die polydisziplinäre Expertise des Zentrums für Medizinische Begutachtung (ZMB) in Basel vom 20. April 2010 (nachfolgend: ZMB-Gutachten) verneinte die Suva-MV eine Haftung nach Art. 6 MVG für die Persönlichkeitsstörung, die PTBS sowie den schädlichen Gebrauch von Alkohol und Cannabis. Zudem verzichtete die Suva-MV auf eine Rückforderung der bis am 31. August 2009 entstandenen Behandlungskosten (Verfügung vom 19. November 2010). Auf Einsprache hin hielt die Suva-MV an der Verfügung fest und präzisierte, dass sie die Haftung zusätzlich auch für die emotional instabile Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typ ablehne (Einspracheentscheid vom 21. Februar 2012). A.b. Die hiegegen erhobene Beschwerde des A.________ hiess das Versicherungsgericht des Kantons Aargau am 28. Februar 2013 teilweise gut. Es hob den Einspracheentscheid vom 21. Februar 2012 auf und wies die Sache zur Vornahme weiterer Abklärungen und anschliessendem Neuentscheid über die Leistungspflicht an die Suva-MV zurück. A.________ verzichtete auf die Anfechtung der Zwischenverfügung vom 19. April 2016 betreffend Veranlassung einer psychiatrischen und neurologischen Begutachtung. Die Dres. med. G.________, leitender Arzt der Klinik für Neurologie am Spital H.________, und Dr. med. I.________, Chefarzt der Psychiatrischen Klinik am Spital H.________, erstatteten ihre beiden Expertisen am 17. Juli 2017 (nachfolgend: neurologisches Gutachten) und 16. März 2018 (nachfolgend: psychiatrisches Gutachten). Mit Verfügung vom 30. Januar 2019 hielt die Suva-MV an der Haftungsablehnung für die Persönlichkeitsstörung, die (komplexe) PTBS, die Epilepsie sowie den schädlichen Gebrauch von Alkohol und Cannabis fest. Gleichzeitig kündigte die Suva-MV an, auf eine Rückforderung der bereits bis zum 31. August 2009 für alle diese Gesundheitsschädigungen bezahlten Behandlungskosten zu verzichten. Auf Einsprache hin bestätigte die Suva-MV die Haftungsablehnung für die emotional instabile Persönlichkeitsstörung vom Borderline Typ und die (komplexe) PTBS. Im Übrigen präzisierte die Suva-MV die Haftungsablehnung in zeitlicher Hinsicht für die Abhängigkeitserkrankungen von Alkohol und Cannabinoiden ab 18. März 2004 sowie für die (epileptischen) Anfälle ab 1. Mai 2006 (Einspracheentscheid vom 27. Juni 2019).