Citation: 8C_582/2014 E. 6.2

6.2. Aus diesem unbestrittenen Sachverhalt, welcher für beide Streitbeteiligten die Auflösung des Arbeitsverhältnisses zur Folge hatte, erhellt, dass dem Beschwerdeführer im Vergleich zu seinem tatsächlichen Verhalten konfliktvermeidende Handlungsalternativen offen standen. Fest steht, dass der Versicherte selber mit Unterschrift vom 25. Juni 2012 auf der Gesprächsnotiz zur Besprechung vom 22. Juni 2012 die Beteiligung an der "Prügelei vom 19. Juni 2012" anerkannte und auf dem am 5. Juli 2012 unterzeichneten Antrag auf Arbeitslosenentschädigung die "Prügelei vom 19. Juni 2012 mit einem Mitarbeiter" als Kündigungsgrund nannte. Es gibt keinen zwingenden Grund dafür, warum der Beschwerdeführer auf die verbale Provokation seines Kollegen, welche er gemäss Beschwerdeschrift als "klare Frechheit" bewertete, mit einem verbalen Gegenangriff antworten musste. Vielmehr hätte er sich auf die Zusammenarbeit mit seinem vor Ort anwesenden Teamleiter konzentrieren, sich bei diesem - angesichts der angeblich ungerechtfertigten verbalen Kritik des Kollegen - nach dem angemessenen Verhalten erkundigen oder in der durch Anwesenheit des Vorgesetzten abgesicherten Umgebung die Bemerkung des Kollegen ignorieren können. Zumindest hatte der Beschwerdeführer schon in dieser Phase des Handlungsablaufs die Möglichkeit, der Konfliktsituation auszuweichen (vgl. Urteil des EVG [Eidg. Versicherungsgericht, heute: sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] C 281/02 vom 24. September 2003 E. 1.3.2) und auf eine verbale Vergeltung zu verzichten. In Bezug auf die Zuspitzung des Konflikts - insbesondere die Eskalation in eine körperliche Auseinandersetzung - kann jedenfalls unter den gegebenen Umständen mit Blick auf die Tatsache, dass ein Vorgesetzter vor Ort war, nicht von einer Notwehrsituation gesprochen werden.