Citation: 2C_696/2020 E. 2.4.3

2.4.3. Was die Angemessenheit betrifft, so behauptet die Beschwerdeführerin in Bezug auf ihre gesundheitliche Situation nicht, sie sei nicht hafterstehungsfähig gewesen oder habe während der Festhaltung nicht um Hilfe bitten können (Art. 73 Abs. 3 lit. b AIG) bzw. ihr sei keine Hilfe gewährt worden. Im Gegenteil ergibt sich aus dem angefochtenen Entscheid (E. 4.4.4), dass sie ausdrücklich zu ihrem Gesundheitszustand und zur Hafterstehungsfähigkeit befragt worden ist. Dass ein Freiheitsentzug mit Stress verbunden ist und eine schlimme Erfahrung darstellt, ergibt sich aus der Natur der Sache und führt nicht zur Unangemessenheit der Festhaltung. Damit sind die privaten Interessen der Beschwerdeführerin nicht höher zu gewichten als das öffentliche Interesse an der kurzfristigen Festhaltung, das mit dem öffentlichen Interesse am Wegweisungsvollzug gleichzusetzen ist. Die Anordnung der kurzfristigen Festhaltung war folglich auch angemessen.