Citation: I 678/02 16.06.2003 E. 3

3.1 Nach dem für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 40 BZP in Verbindung mit Art. 135 OG; Art. 95 Abs. 2 OG in Verbindung mit Art. 113 und 132 OG; Art. 85 Abs. 2 lit. c AHVG in Verbindung mit Art. 69 IVG; Meyer-Blaser, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, Zürich 1997, S. 229) haben Versicherungsträger und Sozialversicherungsgericht die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 Erw. 3a, 122 V 160 f. Erw. 1c). 3.2 Der für die gerichtliche Beurteilung des Sachverhaltes massgebende Zeitpunkt ist derjenige des Verfügungserlasses vom 17. Oktober 2001 (BGE 121 V 366 Erw. 1b mit Hinweisen). Die nunmehr vorliegenden medizinischen Akten geben ein grundlegend anderes Bild vom Gesundheitszustand und damit von der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin, als dies noch die der Verwaltung und Vorinstanz zur Verfügung gestandenen Arztberichte taten. Sie sind insoweit zu berücksichtigen, als sie einen Zustand beschreiben, welcher schon bei Verfügungserlass vorhanden war. Inzwischen eingetretene Verschlechterungen der gesundheitlichen Verhältnisse wären indessen in einer Revision beziehungsweise anlässlich einer Neuanmeldung im Sinne von Art. 87 ff. IVV zu prüfen.