Citation: 9C_261/2008 19.11.2008 E. 6

Zu prüfen ist, ob die Vorinstanz ohne Verletzung von Bundesrecht auf weitere Abklärungen verzichten durfte. 6.1 Die Beweiswürdigung im Allgemeinen und die antizipierte Beweiswürdigung im Speziellen sind als Tatfragen (Urteil 9C_539/2007 vom 31. Januar 2008, E. 2.2.2) lediglich auf offensichtliche Unrichtigkeit und Rechtsfehlerhaftigkeit hin zu überprüfen (E. 1 hievor). Unter diesem Blickwinkel hält ein Verzicht der Vorinstanz auf weitere Beweisvorkehren auf Grund antizipierter Beweiswürdigung etwa dann nicht stand, wenn die Sachverhaltsfeststellung unauflösbare Widersprüche enthält (vgl. etwa BGE 124 II 103 E. 1a S. 105; in BGE 126 III 431 nicht publizierte E. 4c/bb des Urteils 5P.119/2000 vom 24. Juli 2000) oder wenn eine entscheidwesentliche Tatsache auf unvollständiger Beweisgrundlage beantwortet wird. Unvollständig und damit rechtsfehlerhaft ist insbesondere die vorinstanzliche Sachverhaltsfeststellung, welche trotz vorhandener erheblicher Zweifel an deren Vollständigkeit und/oder Richtigkeit ohne zusätzliche weitere Abklärungen zustande gekommen ist, obwohl hiervon noch neue wesentliche Erkenntnisse erwartet werden durften (statt vieler: Urteil 8C_119/2008 vom 22. September 2008, E. 6.3). Demgegenüber ändern blosse Zweifel an der Richtigkeit der vorinstanzlichen Sachverhaltsfeststellung an deren Verbindlichkeitswirkung gemäss Art. 105 Abs. 1 BGG nichts (vgl. die - unter der Herrschaft des BGG weiterhin geltende - Rechtsprechung gemäss BGE 132 I 42 E. 3.1 S. 44; in BGE 126 II 514 nicht publizierte E. 2 des Urteils 2A.245/1999 vom 31. Oktober 2000; BGE 100 V 202 E. 1 S. 203 f. sowie das bereits zitierte Urteil 8C_119/2008 a.a.O.). 6.2 Nachdem die Dres. med. B.________ und C.________ am 26. März 2007 die Versorgung mit angepassten Serienschuhen für genügend erachtet, die mit der Anfertigung der Spezialschuhe betraute Orthopädie-Firma der IV-Stelle hingegen mitgeteilt hatte, der Versicherte sei "aufgrund seines diabetischen Fusses dringendst auf ein Wechselpaar der Mass-Schuhe angewiesen", bat die IV-Stelle Dr. med. B.________ um eine klärende Stellungnahme. Sie ersuchte insbesondere um Beantwortung der Fragen, welche Schuhversorgung der Versicherte benötige, ob die orthopädischen Serienschuhe (Versorgung vom 17. März 2006) nicht mehr genügten, ob orthopädische Massschuhe benötigt würden und schliesslich, ob ein invaliditätsbedingter Mehrverbrauch an Massschuhen ärztlich indiziert sei. In seiner (undatierten) Antwort erklärte Dr. med. C.________, der Beschwerdeführer benötige, wie in den Schreiben vom 11. und 26. Mai 2006 sowie vom 26. März 2007 ausgeführt, aus orthopädischer Sicht Serienschuhe mit massgebetteten Einlagen (vgl. E. 4 hievor). Zum Mehrverbrauch äusserte er sich nicht. Einspracheweise führte der Versicherte aus, nach der (erneuten) Amputation vom 25. Oktober 2006 sei es ihm nicht mehr möglich, Serienschuhe zu tragen. Er stelle fest, dass die Dres. med. B.________ und C.________ nach dem Weggang des Dr. med. A.________ eine medizinische Begründung für einen weiteren Serienschuh und nicht für einen Massschuh verfasst hätten. Dies beruhe auf einem Missverständnis; der orthopädische Schuhtechniker habe ihm versprochen, dieses zu klären. In seiner Beschwerde an die Vorinstanz machte der Versicherte insbesondere geltend, der orthopädische Techniker habe ihm erklärt, dass mit Serienschuhen die Balance in den Schuhen nicht mehr gewährleistet sei, da die Füsse nicht gleich gross seien und somit für jeden Fuss ein spezieller Einsatz benötigt werde. In der Folge liess er das ärztliche Attest des Dr. med. D.________ vom 20. Dezember 2007 zu den Akten reichen. Anlässlich der mündlichen Verhandlung vom 12. Februar 2008 gab der Versicherte zu Protokoll, er habe nur ein einziges Paar (Mass-) Schuhe, mit denen er "überall" hingehe; zu Hause laufe er barfuss. Sein Fuss sei schmaler geworden, weshalb die Schuhe nicht mehr passten. Er benötige ein zweites Paar Massschuhe. Dr. med. A.________ (recte wohl: Dr. med. C.________) habe "es falsch geschrieben". 6.3 Soweit die Dres. med. B.________ und C.________ auch noch am 26. März 2007 die Versorgung mit orthopädischen Serienschuhen für genügend erachteten, hätte die Vorinstanz hierauf schon deshalb nicht abstellen dürfen, weil der Versicherte zu jenem Zeitpunkt - als Folge der Teil-amputation vom Oktober 2006 - bereits Massschuhe benötigte (und ihm solche im November 2006 auch zugesprochen worden waren; E. 5.1 hievor). Aus den Akten geht indes nicht mit hinreichender Klarheit hervor, ob im Jahre 2007, somit vor Ablauf der ordentlichen zweijährigen Gebrauchsdauer, aus medizinischen Gründen die Anfertigung neuer Massschuhe notwendig gewesen war. Insbesondere finden sich keine ärztlichen Bestätigungen für die vom Versicherten geltend gemachte fehlende Passform der im November 2006 zugesprochenen Schuhe, welche umso mehr hätten eingeholt werden müssen, als die Anpassung des ersten Paares Massschuhe nach der Teilamputation vom Oktober 2006 erfolgte und die hiedurch bewirkte Veränderung der Fussform somit bereits bei der Fertigung dieses Schuhpaares berücksichtigt worden war. Der Versicherte rügt in diesem Punkt zu Recht eine unvollständige Ermittlung des Sachverhaltes, zumal die Behebung des Mangels für den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein kann (Art. 97 Abs. 2 BGG). 6.4 Die Beschwerde ist somit im Eventualstandpunkt begründet und die Sache an die IV-Stelle zurückzuweisen, damit sie weitere Abklärungen trifft und hernach über eine Kostenübernahme für die (bereits im Frühjahr 2007 angefertigten) Massschuhe entscheidet.