Citation: 2A.55/2000 27.10.2000 E. 1

1.- a) Der angefochtene Beschwerdeentscheid des Departements unterliegt der Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Bundesgericht (Art. 34 Abs. 3 ZUG). Das Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartement (im Folgenden: Departement) nimmt zwar an (S. 3/4 des angefochtenen Entscheides), im vorliegenden Zusammenhang sei eine Unterstützungsanzeige gemäss Art. 30 f. ZUG ausgeschlossen (vgl. hierzu E. 4b), was zur Folge hätte, dass das in den Art. 33 und Art. 34 ZUG vorgesehene Rechtspflegesystem nicht zur Anwendung käme. Da das Departement den Streit betreffend die Zuständigkeit der Kantone Zürich und Thurgau im Unterstützungsfall A.________ jedoch auch materiell entschieden hat, ist auf die Beschwerde des in diesem Verfahren unterlegenen Kantons Thurgau grundsätzlich einzutreten. b) Der Kanton Zürich bestreitet, dass der beschwerdeführende Kanton Thurgau die 30-tägige Rechtsmittelfrist gemäss Art. 106 Abs. 1 OG eingehalten habe. In der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird hierzu ausgeführt, der Entscheid des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartementes vom 28. Dezember 1999 sei fälschlicherweise an die Fremdenpolizei des Kantons Thurgau adressiert gewesen; dort sei er am 3. Januar 2000 eingegangen und dem Departement für Finanzen und Soziales am 4. Januar 2000 zugeleitet worden. Mit Eingabe vom 2. Februar 2000 werde die Rechtsmittelfrist deshalb gewahrt. Massgebend für den Beginn von Fristen, die durch die Zustellung einer Gerichtsurkunde ausgelöst werden, ist der Zeitpunkt des Eintreffens im Machtbereich des Adressaten (BGE 122 III 316 E. 4b S. 320, mit zahlreichen Hinweisen auf Lehre und Rechtsprechung; vgl. auch BGE 122 I 97 E. 3a/bb S. 99). Übertragen auf den vorliegenden Fall ist damit der Zeitpunkt massgebend, in welchem der Entscheid bei der zuständigen Behörde einging. Anders verhält es sich allenfalls, wenn einem Kanton ausserhalb eines bereits hängigen Verfahrens ein anfechtbarer Akt mitgeteilt wird oder wenn die zuständige Stelle der Verwaltung erst noch ermittelt werden muss (hier könnte schon die Mitteilung an die Staatskanzlei oder an eine andere den Staat vertretende Behörde fristauslösend sein). Der während der Gerichtsferien (Art. 34 Abs. 1 lit. c OG) zugestellte Entscheid wurde statt dem beschwerdeführenden Departement für Finanzen und Soziales der am Verfahren nicht beteiligten Fremdenpolizei des Kantons Thurgau eröffnet. Diese leitete den Entscheid umgehend, d.h. am Montag, dem 3. Januar 2000 - dem ersten Arbeitstag nach dem Jahreswechsel -, an das zuständige Departement weiter, wo er, wie glaubhaft dargelegt wird, am folgenden Tag einging. Aus dieser mangelhaften Eröffnung darf dem Beschwerdeführer kein Nachteil erwachsen (vgl. Art. 107 Abs. 3 OG); die Rechtsmittelfrist begann deshalb - in sinngemässer Anwendung der vorstehend wiedergegebenen Rechtsprechung - erst im Zeitpunkt des Empfangs des Entscheids durch das Departement für Finanzen und Soziales, d.h. am 4. Januar 2000, zu laufen. Die Beschwerde wurde demnach am 2. Februar 2000 fristgerecht eingereicht.