Citation: 1B_124/2015 E. 2.3

2.3. Die Staatsanwaltschaft hat demgegenüber im vorinstanzlichen Verfahren ausgeführt, die vorgefundene Indoor-Hanfanlage habe für sich allein noch nicht auf ein schweres Betäubungsmitteldelikt im Sinn von Art. 19 Abs. 2 lit. c BetmG hingedeutet. Zu Beginn der polizeilichen Einvernahme am 28. Februar 2014 habe man somit noch nicht von einem Fall notwendiger Verteidigung im Sinn von Art. 130 lit. b StPO ausgehen müssen. Dass ein schwerer Fall vorgelegen habe, habe sich erst aufgrund der Aussagen des Beschwerdeführers in der Einvernahme ergeben. Die erfolgten Hausdurchsuchungen seien dringlich gewesen, da es um den Zugriff auf Personen vor Ort und den Nachweis deren Bezugs zur Hanfanlage gegangen sei, und da die Plantage kurzfristig, beispielsweise durch Brandlegung, hätte vernichtet werden können. Die Vorinstanz hat im angefochtenen Beschluss in diesem Zusammenhang erwogen, für die Durchsuchung der Gewerbeliegenschaft habe ein hinreichender Anfangsverdacht bestanden. Vor der polizeilichen Einvernahme seien allerdings die strafrechtlichen Vorwürfe gegen die drei Beschuldigten noch nicht deutlich festgestanden und über die Art der Tatbeteiligung hätten zuerst Ermittlungen angestrengt werden müssen.