Citation: 1P.221/2001 19.04.2001 E. 4

4.-Der dringende Tatverdacht des Betruges (Art. 146 StGB) wird in der Beschwerde nicht bestritten. Es wird jedoch beanstandet, die Annahme von Kollusionsgefahr beruhe auf einer willkürlichen bzw. aktenwidrigen Beweiswürdigung. a) Der Beschwerdeführer macht geltend, er habe "zu Protokoll gegeben, dass er den angeblichen Champagner 'Le Duc' von A.________ in Amboney/Frankreich" (recte: Ambonnay) "bezogen habe". Die kantonalen Instanzen hätten jedoch erwogen, es lägen ihnen "konkrete Hinweise vor, dass dies nicht stimme". "Diese tatsächlichen Feststellungen" seien "krass aktenwidrig und damit willkürlich". aa) "In der Einvernahme vom 6.03.2001" habe er auf die Frage, bei wem er die Ware jeweils bezogen habe, ausgesagt: "A.________ in Aboney/Frankreich" (recte: Ambonnay). "Etwas haben wir von anderen Händlern gekauft". Bei einer weiteren Einvernahme ("vom 2.03.2001") habe er geltend gemacht, "den grössten Teil (...) über die Firma C.________ eingekauft und weiterverkauft" zu haben. Der Willkürvorwurf erweist sich als offensichtlich unbegründet, soweit er überhaupt ausreichend substanziert erscheint (Art. 90 Abs. 1 lit. b OG). Wie der Beschwerdeführer selbst einräumt, liegt ein Schreiben des Comité Interprofessionnel du Vin de Champagne bei den Akten, "aus dem sich ergibt, dass die Firma A.________" den Beschwerdeführer "bzw. seine Firmen seit 1995 nicht mehr beliefert hat" (Beschwerdeschrift, S. 5 f. Ziff. 6). Ausserdem wird in dem Schreiben dargelegt, bei dem vom Beschwerdeführer zuletzt verkauften Schaumwein könne es sich nicht um den von der Firma A.________ (bis 1995) gelieferten Champagner handeln, da die Zapfen des vom Beschwerdeführer verkauften Schaumweines nicht identisch seien (bzw. nicht die Herkunftsbezeichnung "Champagne" aufwiesen). Die Erwägung des angefochtenen Entscheides, es lägen konkrete Hinweise dafür vor, dass der in den vergangenen fünf Jahren bezogene und weiterverkaufte Schaumwein nicht von der Firma A.________ stamme, ist somit nicht zu beanstanden. bb) Auch das Vorbringen, "der grösste Teil" der Ware sei "über" die Firma C.________ (Triesen/FL) "eingekauft und weiterverkauft" worden, lässt die Herkunft der Ware nicht ausreichend und widerspruchsfrei klären. Soweit er neuerdings behaupten wollte, nicht die Firma A.________, sondern die Firma C.________ sei der (Haupt-)Lieferant gewesen, wären die Aussagen des Angeschuldigten widersprüchlich. Soweit er lediglich geltend machen wollte, der Einkauf bei der Firma A.________ sei "über" die Firma C.________ technisch abgewickelt worden, könnte er daraus nichts ableiten, was einen Willkürvorwurf begründen würde. cc) Die Auffassung der kantonalen Instanzen, die bisherigen Aussagen des Beschwerdeführers zur Herkunft und zum Vertriebssystem der Schaumweine würden teilweise widersprüchlich, unklar, lückenhaft und ausweichend erscheinen, bzw. die Beweislage erfordere diesbezüglich weitere Abklärungen, ist ebenfalls sachlich vertretbar. b) Der Beschwerdeführer bringt weiter vor, "die Unterstellung, es bestünden noch weitere Lagerräume", sei "willkürlich, da aktenwidrig". Laut angefochtenem Entscheid habe er zu Protokoll gegeben, Lieferungen seien an seinen Wohnort in Amriswil erfolgt. Den Weiterversand (und den Ersatz beschädigter Etiketten) habe er dort zusammen mit Angestellten bewerkstelligt. Die von der Fa. A.________ gelieferten Flaschen habe er (durch die Fa. D.________ mit deren Markenetikett "Le Duc") etikettieren lassen. Anderseits seien weder am Wohnort des Beschwerdeführers (noch in den Räumlichkeiten der von ihm beauftragten bzw. kontrollierten Firmen) Warenlager, Etiketten oder Spuren gefunden worden, welche auf eine entsprechende Infrastruktur hätten schliessen lassen. Daraus ziehen die kantonalen Behörden den Schluss, dass es entweder Warenlager gebe, die vom Beschwerdeführer nicht genannt wurden, oder aber an seinem Wohnort seien sämtliche Spuren beseitigt worden. Die Vorbringen des Beschwerdeführers lassen diese Erwägungen nicht als schlechterdings unhaltbar erscheinen. c) Analoges gilt für die Feststellung, der Beschwerdeführer könne nicht nachvollziehbar erklären, woher er die Ware nach 1995 bezogen hat. Er verweist auf seine Aussage, "ca. ab 1995" sei "jeweils von Frankreich via die Firma E.________ und die weitere Firma in Buchs (...) direkt an seine Adresse" in Amriswil "geliefert worden". Gleichzeitig räumt er ein, dass sich aus dem Schreiben des Comité Interprofessionnel du Vin de Champagne ergebe, "dass die Firma A.________" ihn "bzw. seine Firmen seit 1995 nicht mehr beliefert hat". Ebenso wenig bestreitet er, dass er noch bis vor wenigen Monaten erhebliche Mengen des Schaumweines "Le Duc" (ohne Champagner-Originalzapfen der Fa. A.________) als angeblichen Champagner verkauft bzw. zum Verkauf angeboten habe, dass jedoch lediglich ein paar Retourflaschen zufällig (vor der Türe der Fa. B.________ in Regensdorf) gefunden worden seien, hingegen kein Warenlager, keine Etiketten und keine Hinweise auf eine Vertriebsinfrastruktur. Aus den Untersuchungsakten geht im Übrigen hervor, dass der Beschwerdeführer zwischen 29. März 1999 und 20. Dezember 2000 (über die Firma F.________, Amriswil) bei der Firma G.________ (Rolle) 25'594 Flaschen billigen französischen Schaumwein (zum Preis von Fr. 5.10 pro Flasche à 0,75 l) eingekauft habe. d) Bei dieser Sachlage bestehen ausreichend konkrete Hinweise, welche im gegenwärtigen Stadium der Strafuntersuchung Verdunkelungshandlungen ernsthaft befürchten lassen. Damit erweist sich die Annahme von Kollusionsgefahr durch die kantonalen Instanzen als verfassungskonform. Dabei ist auch der relativ kurzen bisherigen Haftdauer (von weniger als zwei Monaten) Rechnung zu tragen. Somit kann offen bleiben, ob im vorliegenden Fall neben Kollusionsgefahr auch noch weitere besondere Haftgründe (etwa Fortsetzungsgefahr oder Fluchtgefahr) gegeben wären.