Citation: 2C_272/2024 E. 5.5.3

5.5.3. Die Beschwerdeführerin bestreitet zu Recht nicht, dass der Gesundheitsschutz ein legitimes Eingriffsinteresse darstellt. Gestützt auf eine arbeitsmedizinische Beurteilung ihres Schichtmodells macht sie demgegenüber geltend, der Gesundheitsschutz sei durch ihr Modell bereits hinreichend gewahrt. Die von der Beschwerdeführerin vorgelegte arbeitsmedizinische Beurteilung stützt sich auf verschiedene internationale Studien über die Konsequenzen von Schichtmodellen auf die Arbeitnehmergesundheit. Sie kommt zum Ergebnis, dass sich aus wissenschaftlicher Sicht nicht sagen lasse, ob 12-Stunden-Schichten oder 8-Stunden-Schichten für die Gesundheit besser seien. Die untersuchten Studien seien in diesem Punkt zu widersprüchlich. Das Schichtmodell der Beschwerdeführerin weise allerdings einige Stärken auf, z.B. betrage die effektive Arbeitszeit nur zehn Stunden und nach zwei Nächten hätten die Arbeitnehmenden vier Tage frei. Die Unfallzahlen seien bei der Beschwerdeführerin sehr tief und es gebe keine Klagen über gesundheitliche Beschwerden wegen der Schichtarbeit. Zudem sei die Freizeitgestaltung sehr gut planbar. Zu berücksichtigen seien auch die körperlich und mental nicht anstrengenden Arbeitsinhalte. Weiter könnten die Mitarbeiter während der Nacht "Powernaps" machen, es sei ein Liegeraum verfügbar.