Citation: 1C_256/2017 E. 2.4

2.4. Überspitzter Formalismus als besondere Form der Rechtsverweigerung liegt namentlich vor, wenn formelle Vorschriften mit übertriebener Schärfe gehandhabt werden und damit dem Bürger den Rechtsweg in unzulässiger Weise versperrt wird (BGE 135 I 6 E. 2.1 S. 9; 132 I 249 E. 5; je mit Hinweisen). Das Verbot des überspitzten Formalismus weist einen engen Bezug zum verfassungsmässigen Prinzip von Treu und Glauben auf (Urteil 4A_116/2015 vom 9. November 2015 E. 3.5.2 mit Hinweisen). Aus diesem Prinzip folgt unter anderem der Grundsatz, dass den Parteien aus einer mangelhaften Eröffnung kein Nachteil erwachsen darf, zumal der Vertrauensschutz auch in prozessualer Hinsicht gilt (vgl. BGE 140 I 99 E. 3.6 S. 104; 135 I 257 E. 1.6 S. 261). Vertrauensschutz verdient indessen nur der Rechtsuchende, der selbst die notwendige Sorgfalt walten lässt (Urteil 1C_55/2010 vom 9. April 2010 E. 2.3.1. mit Hinweisen). Ob überspitzter Formalismus bzw. eine Verletzung des Grundsatzes von Treu und Glauben vorliegt, prüft das Bundesgericht frei (BGE 135 I 6 E. 2.1 S. 9; Urteil 1C_55/2010 vom 9. April 2010 E. 2.3.2.).