Citation: 1A.65/2002 30.07.2002 E. 7

7.1 Der Beschwerdeführer beanstandet ferner, der Staatsrat habe die Koordinationspflicht gemäss FWG (und AG FWG/VS) verletzt. Obwohl die geplante neue Flurstrasse "Brunnenmatte-Leh" auch als Hauptwanderweg dienen solle, sei das Verfahren gemäss AG FWG/VS nicht in das übrige Projektgenehmigungsverfahren mit einbezogen worden. 7.2 Gemäss Art. 1 FWG i. V. m. Art. 9 FWG sind die Kantone verpflichtet, bei der Planung, der Anlage und der Erhaltung zusammenhängender Fuss- und Wanderwegnetze u. a. die Anliegen der Land- und Forstwirtschaft sowie des Natur- und Heimatschutzes zu berücksichtigen. Art. 22 Abs. 1 der kantonalen Verordnung über die landwirtschaftlichen Strukturen vom 2. Oktober 1996 (kantonale Gesetzessammlung 913.100) statuiert die Pflicht, im Hinblick auf Massnahmen zu Gunsten der Landwirtschaft im Rahmen der Verfahrenskoordination u. a. die Gesetzgebungen betreffend den Umwelt- sowie den Natur- und Landschaftsschutz mit einzubeziehen. Die Ausführungsprojekte dieser Massnahmen zu Gunsten der Landwirtschaft sind öffentlich aufzulegen. 7.3 Der Staatsrat hat im Entscheid vom 3. Juli 2000 erwogen, es gelte "... [i]nsbesondere die Belange von Umweltschutz, Natur- und Heimatschutz, Landschaftsschutz, Gewässerschutz, Forst, Wanderwege und Raumplanung zu berücksichtigen." Weiter wird im Zusammenhang mit der Funktion des Flurwegs als zukünftiger Hauptwanderweg ausgeführt, die ökologische Beurteilung habe in enger Zusammenarbeit mit der Dienststelle für Wald und Landschaft stattgefunden. Deren Empfehlungen betreffend den Schutz von Strukturelementen und die Anlage von ökologischen Kompensationsmassnahmen hätten in das Projekt Eingang gefunden. Das umstrittene Projekt wurde im kantonalen Amtsblatt publiziert und lag vom 12. Mai 2000 bis 13. Juni 2000 öffentlich auf. Somit ist festzuhalten, dass das Projekt öffentlich aufgelegt wurde und dass der Staatsrat die Anliegen der Land- und Forstwirtschaft sowie des Natur- und Heimatschutzes mit berücksichtigt, mit anderen Worten eine materielle Koordination vorgenommen hat. Wenn der Beschwerdeführer zudem ausführt, die Gemeinde hätte die Pläne des Fuss- und Wanderwegs im Massstab 1:5000 anfertigen und öffentlich auflegen müssen, übersieht er, dass im aufgelegten Dossier des Meliorationsamtes unter anderem eine Bodeneignungskarte im Massstab 1:5000 und ein Situationsplan im Massstab 1:1000 enthalten waren, welchen der Verlauf des Flurwegs im Detail entnommen werden konnte. Im Technischen Bericht vom April 2000 zum Strassenprojekt, auf den sich der Staatsrat im Entscheid vom 3. Juli 2000 beruft, wurde als Nebenziel ausgeführt, die Wanderer sollten ab Mühlebach/Rappental nach Ernen oder umgekehrt neu auf einem ordentlichen Weg in die Dörfer geführt werden, statt dass sie quer durch die Felder streiften. Des Weiteren äusserte sich der Bericht hinsichtlich der Auswirkungen auf die Umwelt und die Landwirtschaft sowie betreffend ökologische Kompensationsmassnahmen. Weil das Hauptziel des Flurweges "Brunnenmatte-Leh" die Erschliessung der Gebiete "Chummera", "Leh" und "Gadmen" ist, und es nicht primär darum geht, einen neuen Wanderweg anzulegen, war der Staatsrat nicht zu einer über den Flurweg "Brunnenmatte-Leh" hinausgehenden Koordination mit einem noch unbekannten Wanderwegprojekt verpflichtet. Dies zu verlangen würde den Rahmen des zur Beurteilung stehenden Strassen- und Bewässerungsprojektes sprengen. Somit liegt keine Verletzung der Koordinationspflicht vor. Die entsprechende Kritik ist als unbegründet abzuweisen.