Citation: 2C_145/2008 29.09.2008 E. 4

4.1 Als ausserordentliche, der Jahressteuer nach Art. 218 Abs. 2 DBG unterliegende Einkünfte nennt der Absatz 3 dieser Vorschrift Kapitalleistungen, aperiodische Vermögenserträge, Lotteriegewinne sowie ausserordentliche Einkünfte aus selbständiger Erwerbstätigkeit im Sinne von Art. 206 Abs. 3 DBG. Die Aufzählung ist nicht abschliessend, sondern hat beispielhaften Charakter, wie sich aus dem Wortlaut ("insbesondere") ergibt. Art. 218 DBG will verhindern, dass beim Wechsel des Systems der zeitlichen Bemessung ungerechtfertigte Steuervorteile entstehen (s. auch Urteil 2A.200/1998 vom 28. Januar 1999, ASA 69 S. 797 E. 3d, für den Wechsel der zeitlichen Bemessung bei den juristischen Personen nach Art. 206 DBG). Für die Ausserordentlichkeit von Einkünften nach Art. 218 Abs. 3 DBG hat das Bundesgericht in Anlehnung an das Kreisschreiben Nr. 6 der Eidgenössischen Steuerverwaltung vom 20. August 1999 (ASA 68 S. 384) Kriterien aufgestellt (Urteil 2A.557/2001 vom 11. Juli 2002, ASA 72 S. 663 E. 2.1). Danach kann sich der ausserordentliche Charakter einer Leistung namentlich aus deren Einmaligkeit ergeben. Ausserordentlich sind auch Einkünfte, die zwar regelmässig fliessen, aber im Vergleich zu den sonstigen Jahren ungewöhnlich hoch scheinen und sich dadurch vom Üblichen abheben. Es handelt sich um Einkünfte, die in der Übergangsperiode nicht unbesteuert gelassen werden können, weil sich sonst eine Disparität zwischen Leistungsfähigkeit und effektiver Steuerbelastung ergäbe. Ihr Merkmal ist, dass die steuerpflichtige Person ihr Einkommen gewöhnlich nicht oder nicht in dieser Art und Weise schöpft. Dabei müssen die gesamten Umstände berücksichtigt werden. Pauschale Abgrenzungen verbieten sich in der Regel (Urteil 2A.557/2001, a.a.O., E. 2.1; Richner/Frei/Kaufmann, Handkommentar zum DBG, Zürich 2003, N 14 ff. zu Art. 218 DBG; Dieter Weber, in: Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht I/2b, N 33 zu Art. 218 DBG). Nach ähnlichen Kriterien grenzen auch die kantonalen Gerichte die ausserordentlichen von den ordentlichen Einkünften ab (vgl. Verwaltungsgericht Zürich, 21. Mai 2003, StE 2004 B 65.4 Nr. 14 E. 4a; Verwaltungsgericht Schwyz, 27. Oktober 2003, StE 2004 B 65.4 Nr. 16 E. 3b; Verwaltungsgericht Aargau, 16. Dezember 2004, StE 2005 B 65.4 Nr. 19). 4.2 Für die Ausserordentlichkeit des fraglichen Einkommens spricht allein schon die Höhe der Einkunft, der keine vergleichbaren Einkünfte in den Vorjahren gegenüberstehen. Nach den im angefochtenen Entscheid bestätigten Feststellungen der Steuerrekurskommission hat der Beschwerdeführer in den Vorjahren auch nicht annähernd so hohe Einkünfte erzielt. Gemäss Einspracheentscheid vom 31. Oktober 2006 (S. 5) beliefen sich die Honorareinnahmen des Vorjahres (1997) auf lediglich Fr. ________. In den Geschäftsjahren 1991 bis 1994 wurden Bruttoumsätze von Fr. ________, ________, ________ sowie Fr. ________ ausgewiesen. In den Kalenderjahren 1995 und 1996 hatte der Beschwerdeführer seine selbständige Erwerbstätigkeit unterbrochen und liegen keine Jahresrechnungen vor. Allein aus der absoluten Höhe der Einkunft kann zwar nicht auf deren Ausserordentlichkeit geschlossen werden, wie die Steuerrekurskommission dargelegt hat. Wenn jedoch einer sehr hohen Einkunft im Bemessungsjahr keine vergleichbaren Einkünfte in den Vorjahren gegenüberstehen, besteht eine natürliche Vermutung, dass es sich nicht um ordentliches Einkommen handelt, und kann vom Steuerpflichtigen verlangt werden, dass er anhand der Umstände aufzeigt, weshalb das hohe Einkommen des Bemessungsjahres auf der ordentlichen Tätigkeit beruht. Vorliegend hat der Beschwerdeführer (mit Ausnahme der zum Abzug zugelassenen Drittprovisionen von Fr. ________) auch nicht im Ansatz erklärt, für welche Tätigkeit er die "Ausgleichszahlung" erhalten hat und dass diese Tätigkeit mit der früheren Tätigkeit übereinstimmt. Es verletzt daher Bundesrecht nicht, wenn das Verwaltungsgericht den ausserordentlichen Charakter der Einkunft bejaht hat. In betragsmässiger Hinsicht ist die Veranlagung vor Bundesgericht nicht umstritten.