Citation: 2C_847/2017 E. 3.3

3.3. Entgegen den Ausführungen in der Beschwerdeschrift hat die Vorinstanz das öffentliche Interesse an der Ausreise des Beschwerdeführers seinem privaten Interesse an einem Verbleib in der Schweiz gegenübergestellt und unter Berücksichtigung des Kindeswohls umfassend gegeneinander abgewogen. Dass der Widerruf der Niederlassungsbewilligung des Beschwerdeführers oder das diesen Widerruf bestätigende Urteil unverhältnismässig wären, ist unzutreffend. Auszugehen ist davon, dass der Beschwerdeführer bei der Familiengründung mit D.________ im Jahr 2009 bereits strafrechtlich verurteilt war und die Familie somit nicht ohne Weiteres davon ausgehen konnte, ihr Familienleben in der Schweiz zu pflegen; diese Konstellation steht nach der Rechtsprechung einer Berufung auf das Privat- und Familienleben im Sinne von Art. 8 EMRK regelmässig entgegen (Urteil des EGMR Khan gegen Grossbritannien vom 12. Januar 2010 [Nr. 47486/06] § 46 f., M.E. gegen Dänemark vom 8. Juli 2014 [Nr. 58363/10] § 81). Für den Fall, dass sich der Beschwerdeführer dessen ungeachtet auf Art. 8 EMRK bzw. Art. 13 BV berufen könnte, wäre der Eingriff in das konventions- und verfassungsrechtlich geschützte Privat- und Familienleben vorliegend in der räumlichen Trennung des Beschwerdeführers von seinem Sohn zu erblicken; das Aufenthaltsrecht des niederlassungsberechtigten, noch minderjährigen Sohnes E.________ wird durch die aufenthaltsbeendende Massnahme grundsätzlich deswegen nicht berührt, weil er weiterhin bei seiner sorge- und obhutsberechtigten Mutter in der Schweiz bleiben kann. Der Beschwerdeführer übersieht jedoch, dass die Gerichte angesichts der fatalen Auswirkungen, welche Betäubungsmittel auf das Leben von zahlreichen Menschen zeitigen, Härte gegenüber denjenigen an den Tag legen, welche sich an der Inverkehrsetzung dieser Betäubungsmittel beteiligen (Urteil des EGMR Salem gegen Dänemark vom 1. Dezember 2016 [Nr. 77036/11] § 66; ebenso die bundesgerichtliche Rechtsprechung, vgl. oben, E. 3.2). Der in der räumlichen Trennung liegende Eingriff beruht auf einer genügenden gesetzlichen Grundlage (oben, E. 3.1) und ist angesichts der Schwere des begangenen Betäubungsmitteldelikts - Verurteilung zu 30 Monaten Freiheitsstrafe für den Verkauf von reinem Kokain-Hydrochlorid im Umfang von 96,2 Gramm bzw. der Entgegennahme von 112,12 Gramm reinen Kokain-Hydrochlorids - sowie der jahrelangen Delinquenz des Beschwerdeführers, die zu insgesamt dreizehn strafrechtlichen Verurteilungen führte (zur Gewichtung der Schwere und der Häufigkeit der Delinquenz vgl. Urteil des EGMR Joseph Grant gegen Grossbritannien vom 8. Januar 2009 [Nr. 10606/07] § 39; Entscheid des EGMR, Fünfte Sektion, Shala gegen Deutschland vom 22. Januar 2013 [Nr. 15620/09] §§ 28, 34; zu einer differenzierten Beurteilung bei weniger schwer wiegender Straffälligkeit vgl. Urteil des EGMR M.P.E.V gegen Schweiz vom 8. Juli 2014 [Nr. 3910/13] § 54 ff.) und des massiven Sozialhilfebezugs im Betrag von Fr. 280'000.-- als verhältnismässig zu qualifizieren, weshalb sich der Eingriff als rechtmässig erweist (Art. 8 Ziff. 2 EMRK bzw. Art. 13 in Verbindung mit Art. 36 BV). Aufgrund des vorinstanzlich festgestellten Sachverhalts hat als erstellt zu gelten, dass der Sohn E.________ zu etwa gleichen Teilen vom Beschwerdeführer und von seiner Mutter betreut wird; dass der Beschwerdeführer die hauptsächliche Bezugsperson von E.________ wäre, ist gerade nicht erstellt, zumal der Beschwerdeführer sich wegen seiner Delikte zeitweise auch in (Untersuchungs-) Haft befand. Der zwischen dem Beschwerdeführer und seinem Sohn E.________ unzweifelhaft bestehende, während rund dreieinhalb Tagen pro Woche ausgeübte enge Kontakt kann über elektronische Kommunikationsmittel und gegenseitige Besuche aufrechterhalten werden (vgl. zit. Urteil Grant, § 40, zit. Urteil Shala, § 31). Des Weiteren erscheint es als unwahrscheinlich, dass dem Beschwerdeführer, der in Algerien geboren, aufgewachsen und dort seine Ausbildung absolviert hat, sein Heimatstaat während seines Aufenthalts in der Schweiz so fremd geworden wäre, als dass ihm eine Rückreise als nicht mehr zumutbar erschiene (vgl. auch zit. Urteil Grant, § 40 f.). Gesundheitliche Probleme, welche einer Rückreise entgegenstehen könnten, wurden im vorinstanzlichen Verfahren nicht erstellt, was im bundesgerichtlichen Verfahren nicht rechtsgenüglich beanstandet wurde (oben, E. 2.3). Die Beschwerde erweist sich hinsichtlich einer Verletzung von Art. 8 EMRK bzw. von Art. 13 BV als vollumfänglich unbegründet.