Citation: 8C_258/2023 E. 4.1

4.1. Die Vorinstanz hielt vorab fest, die Frage der Unfallkausalität einer konkreten körperlichen Schädigung und deren Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit seien zwei unterschiedliche Aspekte, die nicht zwingend gleich beantwortet werden müssten. Sie fuhr fort, die Radiologen des Spitals D.________ interpretierten das von ihnen am 4. Mai 2021 angefertigte MRI der Halswirbelsäule dahingehend, dass das zervikale Myelon auf Höhe HWK C6/7 bei fehlendem Nachweis weiterer Läsionen spinal und intrakraniell weiterhin primär als posttraumatisch und nicht als neoplastisch oder entzündlich-demyelisierend zu werten sei. Dieses Ergebnis bestätige Prof. Dr. med. E.________ im zweiten Konsilium vom 29. Juni 2021, wobei er ausserdem ausführte, es bestünden auch keine Nachweise von typischen (direkt) vaskulären Läsionen. Eine metabolische oder toxische Läsion sei zwar prinzipiell ebenfalls möglich, zum aktuellen Zeitpunkt lägen hiefür jedoch keine Argumente vor. Zudem seien traumatische Veränderungen an den BWK 5 bis 9 radiologisch eindeutig nachgewiesen. Insgesamt sei, obwohl atypisch und selten, eine indirekt traumaassoziierte Myelonläsion auf Höhe HWK C6/7 am wahrscheinlichsten. In diesem Zusammenhang, so das kantonale Gericht weiter, weise Prof. Dr. med. E.________ auf den diagnostischen Begriff "Spinal cord injury without radiological abnormalitiy (SWICORA) " hin, der ursprünglich in der Kinder- und Jugendmedizin (Pädiatrie) bei konventionell-radiologisch fehlendem Befund geprägt worden sei. Im Laufe der Zeit sei er, nach Einführung der CT- und MR-Bildgebung, auf Erwachsene ausgedehnt worden. Zweifellos sei es selten, im Erwachsenenalter eine indirekt traumaassoziierte Läsion im Myelon zu finden ohne klare Veränderungen im entsprechenden Niveau im MR; dies sei aber so beschrieben. Abschliessend hielt die Vorinstanz fest, weder Dr. med. F.________ noch Dr. med. G.________ erklärten nachvollziehbar, weshalb die radiologisch nachgewiesene Myelonläsion nur möglicherweise, nicht aber überwiegend wahrscheinlich auf den Unfall vom 16. Oktober 2016 zurückzuführen sei. Demgegenüber habe Prof. Dr. med. E.________ alle anderen denkbaren Ursachen ausschliessen können. Daher sei mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit anzunehmen, dass die Myelonläsion unfallkausal sei.