Citation: 5A_966/2021 E. 6.2

6.2. Zu den materiellen Überlegungen der Vorinstanz machen die Beschwerdeführer geltend, dass der auf Meistbegünstigung des überlebenden Ehegatten zielende Erbvertrag bereits im Jahr 1971 abgeschlossen worden sei. Damals seien die Kinder, um deren Gleichbehandlung es hier gehe, drei, sechs und acht Jahre alt gewesen. Einen solchen Fall habe das Bundesgericht noch nie entschieden. Insbesondere aus BGE 133 III 406 E. 3.4 werde aber klar, dass das Bundesgericht die Kompetenz des zweitversterbenden Ehegatten anders auslege als die Vorinstanz. Das weiter von der Vorinstanz angerufene Urteil 5A_121/2019 sei nicht einschlägig, da die dort beurteilte Konstellation mit dem vorliegenden Fall nicht vergleichbar sei. Mit dem Erbvertrag sei nur eine Gleichbehandlung der Kinder im Grundsatz statuiert worden. E.A.________ sei 2001 gestorben; die Erblasserin habe nicht wieder geheiratet, keine weiteren Nachkommen gezeugt oder zugunsten von Dritten verfügt. Sie habe mit dem späteren Testament lediglich ihre Erfahrungen mit den Kindern während der 44 Jahre seit Abschluss des Erbvertrags zum Ausdruck gebracht und dabei berücksichtigt, was im Leben der Familie in dieser Zeit geschehen sei. Die Pflichtteile der Nachkommen habe sie respektiert, im Rahmen der verfügbaren Quote aber den Sohn A.A.________ meistbegünstigt (45 %), den Erbteil des Sohns B.A.________ geringfügig reduziert (30 %) und den Sohn F.A.________ bzw. dessen Nachkommen auf den Pflichtteil (25 %) gesetzt. Weiter machen die Beschwerdeführer geltend, dass es sich beim Versprechen, die Kinder gleich zu behandeln, mehr um eine notarielle Standardklausel handle, als um den abschliessenden Ausdruck des wirklichen Willens der meist jungen Ehegatten mit kleinen Kindern. Wäre den Ehegatten erklärt worden, dass sie auf spätere familienwidrige Verhaltensweisen eines Kindes nach dem Tod eines Elternteils nicht mehr reagieren könnten, hätten sie "selbstverständlich" von einer solchen Klausel abgesehen. Das sei vom damaligen Notar mit der Einfügung des Worts "grundsätzlich" auch berücksichtigt worden. In BGE 133 III 406 sei ein Testament zugunsten einer Drittperson geschützt und eine Bindung an den Erbvertrag nur für die "Verwandten des verstorbenen Ehegatten" anerkannt worden. Bei den gemeinsamen Kindern handle es sich um Verwandte beider Ehegatten. Das Urteil könne daher in beide Richtungen interpretiert werden. Nach Auffassung der Beschwerdeführer habe der überlebende Ehegatte generell in einer solchen Situation das Recht, nach dem Vorversterben des Ehepartners mittels Testament gegenüber den eigenen Kindern anders zu verfügen.