Citation: I 147/04 19.08.2004 E. 3

3.1 Nach Art. 4 Abs. 2 IVG gilt die Invalidität als eingetreten, sobald sie die für die Begründung des Anspruchs auf die jeweilige Leistung erforderliche Art und Schwere erreicht hat. Gemäss dieser leistungsbezogenen Definition des Invaliditätseintritts können Gesundheitsschäden mehrere Versicherungsfälle auslösen, je nachdem, welche gesetzlichen Leistungen nach Art und Schwere der gesundheitlichen Beeinträchtigungen erforderlich werden (Ulrich Meyer-Blaser, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, Zürich 1997, S. 22 f.). Folglich begründet der Gesundheitsschaden für jede Leistungsart innerhalb der beruflichen Eingliederungsmassnahmen (Art. 15 ff. IVG) je einen eigenen Versicherungsfall (BGE 112 V 275; vgl. auch BGE 126 V 242 f. Erw. 4 mit Hinweisen). 3.2 Der Eintritt gesundheitlich bedingter Umschulungsbedürftigkeit ist somit, entsprechend dem beschriebenen System des leistungsspezifischen Invaliditätseintritts, ein besonderer Versicherungsfall (siehe auch Ulrich Meyer-Blaser, Zum Verhältnismässigkeitsgrundsatz im staatlichen Leistungsrecht, Diss. Bern 1985, S. 168 Fussnote 734). Ob die Voraussetzungen hierfür gegeben sind, d.h. eine Invalidität im Sinne des Art. 17 IVG vorliegt (gesundheitsbedingt bleibende oder längere Zeit dauernde, etwa 20 % betragende Erwerbseinbusse im von der versicherten Person bisher ausgeübten und in den ihr ohne zusätzliche berufliche Ausbildung offen stehenden noch zumutbaren Erwerbstätigkeiten [BGE 124 V 110 f. Erw. 2b mit Hinweisen]), bestimmt sich vorliegend demnach - ursächlich dafür, dass der Beschwerdeführer lediglich noch körperlich leichte Tätigkeiten verrichten kann, sind die Folgen des am 14. Dezember 2000 erlittenen Unfalles (vgl. Erw. 5 hernach) - grundsätzlich nach den tatsächlichen und rechtlichen Verhältnissen, wie sie sich vor In-Kraft-Treten des ATSG und dessen Ausführungsverordnungen darstellten. Da jedoch regelmässig der Einspracheentscheid die zeitliche Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis bildet (BGE 121 V 366 Erw. 1b mit Hinweisen), ist auch zu beurteilen, ob sich bis zum 19./21. Mai 2003, namentlich zufolge des in in Kraft getretenen ATSG, Änderungen in den Anspruchsgrundlagen ergeben haben (vgl. die noch nicht in der Amtlichen Sammlung veröffentlichten Urteile M. vom 5. Juli 2004, I 690/03, [Dauerleistungen] und L. vom 4. Juni 2004, H 6/04 [Verzugszinsforderung]).