Citation: 5P.50/2000 29.02.2000 E. 4

4.- Einen weiteren Fall der Verletzung der Pflicht zur Wahrung von Treu und Glauben sieht die Beschwerdeführerin darin, dass die in Rechnung gestellten Honoraransätze im angefochtenen Entscheid entgegen dem stillschweigenden Akzeptieren derselben während vier Jahren nicht anerkannt worden seien. Die Beschwerdeführerin beruft sich dabei auf ein Vertrauen begründendes Verhalten der zuständigen bzw. zuständig scheinenden Behörde. Bereits in ihrem Zwischenbericht vom 2. November 1995 habe sie detailliert über ihre Honoraransätze informiert. Offenbar habe sich das Konkursamt an deren Höhe nicht gestossen, zumal anders das Ausbleiben einer Reaktion nicht zu erklären wäre. Sie habe sich deshalb zu Recht darauf verlassen dürfen, dass die Honoraransätze einerseits klar kommuniziert und zur Kenntnis genommen und andererseits durch das erwähnte Ausbleiben einer Reaktion stillschweigend akzeptiert worden seien. Das Konkursamt als ihren Auftraggeber habe sie auch für zuständig halten dürfen. Das Bundesgericht kann sich in diesem Punkt kurz fassen: Erstens darf aus behördlicher Untätigkeit nur selten ein Vertrauen begründendes Verhalten abgeleitet werden, zumal dann nicht, wenn das Ausbleiben einer Reaktion auf die Überlastung des Konkursamtes zurückzuführen ist, wie sie klar aus dem Protokoll der 1. Gläubigerversammlung (S. 3 Ziffer 2) hervorgeht, und zweitens durfte die Beschwerdeführerin nicht annehmen, das Konkursamt sei für die Genehmigung von Honoraren in anspruchsvollen Verfahren zuständig, sehen doch Art. 47 GebVSchKG (SR 281. 35) bzw. der vordem gültige Art. 49a des Gebührentarifs ausdrücklich vor, dass für die Festsetzung der Entschädigung und die Erhöhung der Entschädigungssätze allein die kantonale Aufsichtsbehörde zuständig ist, worauf diese zudem bereits 1996 amtlich hingewiesen haben will (vgl. Amtsberichte der kantonalen Gerichte über das Jahr 1996, S. 11 f. Ziffer 6); das Vertrauen der Beschwerdeführerin verdient unter diesen Umständen keinen Schutz (vgl. zum Ganzen: G. Müller, Kommentar zur BV, Stand Mai 1995, N. 66 zu Art. 4 aBV, bei und in Anm. 159 und 163, mit weiteren Nachweisen).