Citation: 2C_397/2018 E. 5.2

5.2. Gemäss Art. 61 Abs. 2 AIG erlischt die Niederlassungsbewilligung, wenn sich die ausländische Person ohne Abmeldung während sechs Monaten im Ausland aufhält und vor Ablauf der sechsmonatigen Frist kein Gesuch um Aufrechterhaltung derselben eingereicht hat (Art. 79 Abs. 2 Verordnung über die Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit vom 24. Oktober 2007 [VZAE; SR 142.201]). Gemäss gefestigter bundesgerichtlicher Rechtsprechung kommt es weder auf die Motive der Landesabwesenheit noch auf die Absichten des Betroffenen an (Urteile 2C_2/2018 vom 15. Mai 2018 E. 1.1 mit Hinweisen; 2C_19/2017 vom 21. September 2017 E. 4.1; 2C_405/2015 vom 23. Oktober 2015 E. 2.2). Auch eine Inhaftierung im Ausland führt zum Erlöschen der Niederlassungsbewilligung (Urteile 2C_512/2013 vom 17. Februar 2014 E. 2; 2C_461/2012 vom 7. November 2012 E. 2.4.1). Der Beschwerdeführer bringt vor, es müsse zwischen Strafvollzug und Untersuchungshaft differenziert werden. Wenn es jedoch keine Rolle spielt, ob sich die betroffene Person unfreiwillig im Ausland befindet, muss auch nicht danach differenziert werden, ob es sich um Haft im Rahmen des regulären Strafvollzugs oder um Untersuchungshaft handelt. Ebenso wenig muss der unfreiwilligen Landesabwesenheit ein vorwerfbares, strafbares Verhalten der betroffenen Person zugrunde liegen, um die Rechtsfolge von Art. 61 Abs. 2 AIG auszulösen (vgl. Urteil 2C_461/2012 vom 7. November 2012 E. 2.4.1). Im vom Beschwerdeführer zitierten Urteil 2C_776/2017 vom 2. Oktober 2017 hat das Bundesgericht denn auch die Rechtsfolge von Art. 61 Abs. 2 AIG auf den Fall einer sechsmonatigen Untersuchungshaft angewendet. Ob die Untersuchungshaft mit einer Verurteilung (wie im Urteil 2C_776/2017) oder wie vorliegend mit einer Einstellung mangels nachweisbarem strafrechtlichem Vorwurf abgeschlossen wird, spielt keine Rolle. Die vorinstanzliche Anwendung von Art. 61 Abs. 2 AIG erweist sich damit als bundesrechtskonform.