Citation: 2C_1066/2014 E. 4.1

4.1. Die Vorinstanz verneint das Vorliegen eines nachehelichen Härtefalls. Die aktenkundigen Vorfälle häuslicher Gewalt würden nahelegen, dass die Beschwerdeführerin einen nicht unerheblichen Beitrag zu den tätlichen Auseinandersetzungen geleistet habe und diese keineswegs allein von ihrem damaligen Ehemann ausgegangen seien. Sie habe sich nicht (lediglich) gegen die physische und psychische Gewalt ihres Ehemannes zu wehren versucht, sondern sei vielmehr als die eigentliche Aggressorin aufgetreten. Auch die Arztberichte und Aufzeichnungen des Frauen-Nottelefons würden keinen anderen Schluss zulassen. Im Bericht des behandelnden Psychiaters werde eine "Anpassungsstörung, Angst und depressive Reaktion gemischt bei Ehekonflikten/Trennungssituation und Migrationsproblematik" diagnostiziert. Inwieweit tatsächlich eine psychische Traumatisierung infolge Gewalt- und Missbrauchserfahrungen stattgefunden habe, werde im Bericht offengelassen. Auch wenn die diesbezügliche Darstellung der Beschwerdeführerin ihrem behandelnden Psychiater "nicht wesentlich widersprüchlich und zumindest teilweise glaubhaft" erscheine, weise dieser zugleich darauf hin, dass "eine gewisse Überverdeutlichung, u.a. aufgrund von depressiven Verarbeitungsmustern und schwieriger psychosozialer Situation" nicht ausgeschlossen werden könne und bei der Aufrechterhaltung der psychischen Störung "sicherlich auch andere psychosoziale Faktoren (Aufenthaltsstatus, finanzielle Probleme, zwischenzeitliche Obdachlosigkeit) eine Rolle gespielt" hätten.