Citation: 2C_47/2024 E. 4.7.3

4.7.3. Hinsichtlich der Zweck-Mittel-Relation ist wesentlich, dass die meisten Waren, insbesondere Frischwaren für das Restaurant, von den Grossisten direkt an die Talstation der Sunnegga-Bahn geliefert werden. Der Grossteil der Waren zur Versorgung des Restaurants muss somit innerhalb des Dorfes gar nicht von der Beschwerdeführerin transportiert werden. Der Transport durch die Beschwerdeführerin selbst von Lagern im Dorf zur Talstation der Sunnegga-Bahn oder der Boutique im Dorfzentrum betrifft nur kleine oder kleinste Warenmengen, welche auch per Velo, Handwagen oder zu Fuss transportiert werden können. Von der Bergstation der Sunnegga-Bahn aus sowie im Sommer ab dem Dorf Richtung Alp wird der Transport zudem durch andere, eigene Transportmittel ausgeführt (vgl. Bst. A oben). Wird die ganze Transportkette betrachtet, macht demnach der Transport durch die Beschwerdeführerin selbst innerhalb des Dorfes nur einen kleinen Teil derselben aus. Die Ausserverkehrsetzung des Elektrofahrzeugs führt also nicht dazu, dass das Bergrestaurant oder die Boutique gar nicht mehr beliefert werden können oder gar existenziell bedroht wären. Das macht die Beschwerdeführerin im Übrigen auch nicht geltend. Sie bringt lediglich vor, die Beauftragung eines Dritten für den Transport im Dorf sei unpraktikabel und führe zu einem Koordinationsaufwand. Betroffen ist jedoch wie erwähnt nur ein kleiner Teil der Transportmenge, sofern die Beschwerdeführerin ohnehin diese Transporte nicht mit alternativen Transportmitteln selbst ausführt. Art. 5 Abs. 1 lit. a VR stellt zudem als Kriterium für die Bewilligung (eines Elektrofahrzeugs) auf die Art und den Umfang des Materialtransports ab. Der benötigte Umfang ist wie erwähnt geringer Natur. Ausserdem spart die Beschwerdeführerin Zeit, wenn sie nicht selbst den Transport ausführt, und ein gewisser Koordinationsaufwand entsteht immer, ob nun der Transport selbst oder durch Dritte ausgeführt wird. Für die Nutzung eines eigenen Elektrofahrzeugs zwecks Waren- und Materialtransport ist demnach objektiv gesehen nur ein relativ geringes, privates Interesse auszumachen. Dem steht jedoch ein gewichtiges öffentliches Interesse gegenüber, nämlich Zermatt als autofreien Kurort zu erhalten, und angesichts der grossen Dichte von Fussgängern und Elektrofahrzeugen deren Sicherheit zu gewährleisten. Entsprechend sind Bewilligungen für Elektrofahrzeuge gemäss VR auf das unbedingt Notwendige zu beschränken. Die diesem Ziel dienende, einschränkende Massnahme steht demzufolge in einem vernünftigen Verhältnis zum verfolgten öffentlichen Interesse und ist für die Beschwerdeführerin zumutbar.