Citation: 1B_120/2022 E. 5.2

5.2. Bei der vorliegenden Strafsache handelt es sich um ein sehr komplexes Verfahren mit diversen Mitbeschuldigten, teilweise in sogenannt "gemischtrechtlicher" Kompetenz (Jugend-/Erwachsenenstrafrecht). Die Tatvorwürfe erstrecken sich über zwei Jahre. Die Strafakten sind dementsprechend umfangreich. Die Hauptverhandlung ist über mehrere Wochen terminiert. Hinzu kommt, dass sich die Terminfindung mit allen Parteivertretern - auch angesichts der Problematik der Corona-Pandemie - nicht einfach gestaltete. Der sinngemässe Einwand des Beschwerdeführers, von den Strafbehörden sei erstmals im vorliegenden Haftverfahren die Komplexität des Falles als Ursache für die lange Verfahrensdauer genannt worden, findet in den Akten keine Stütze. Wie er selber einräumt, hat die Verfahrensleitung des Bezirksgerichtes den Parteien bereits am 14. September 2021 Terminvorschläge für eine Vorverhandlung im Dezember 2021 und für die Hauptverhandlung im Mai und Juni 2022 unterbreitet. Ein Gesuch des Beschwerdeführers um Durchführung der Hauptverhandlung "spätestens zu Beginn 2022" wies die Verfahrensleitung am 26. Oktober 2021 mit begründeter Verfügung ab. Am 3. Dezember 2021 fand die Vorverhandlung statt. Laut Vorinstanz ist die Hauptverhandlung - nach Absprache mit allen Parteivertretern - auf die Kalenderwochen 20-23 (Mitte Mai bis Anfang Juni) 2022 terminiert worden. Das Gesuch des Beschwerdeführers um eine frühere Durchführung der Hauptverhandlung war bereits Ende Oktober 2021 rechtskräftig abgewiesen worden. Bei dieser Sachlage rechtfertigt sich der Vorwurf nicht, die kantonalen Strafbehörden seien überhaupt nicht gewillt gewesen, dem Beschleunigungsgebot in Haftsachen Rechnung zu tragen, bzw. es lägen besonders schwere oder häufige prozessuale Versäumnisse im Sinne der oben dargelegten Rechtsprechung vor. Strafprozessuale Haftgründe sind erfüllt (vgl. oben, E. 2), und die bisherige Haftdauer erweist sich noch nicht als unverhältnismässig lang (vgl. oben, E. 5.1). Ein Haftentlassungsgrund ist folglich zu verneinen. Da es sich um jugendstrafprozessuale Haft handelt, überprüft das ZMG im Übrigen die Sicherheitshaft in monatlichen Abständen (vgl. Art. 27 Abs. 3 JStPO i.V.m. Art. 227 und Art. 231 StPO; zit. Urteil 1B_548/2021 E. 4.6).