Citation: 6A.66/2004 07.12.2004 E. 3

Bei dieser Ausgangslage fragt sich, ob die Trunksucht des Beschwerdeführers am 15. März 2004 bejaht werden durfte. Dieser macht geltend, er sei nie trunksüchtig gewesen, weder im Dezember 2003 noch am 15. März 2004. 3.1 Nach der jüngst eingehend begründeten Rechtsprechung des Bundesgerichts erlaubt ein pathologischer CDT-Wert nicht den Schluss auf eine Alkoholabhängigkeit, wenn sich die übrigen Leberwerte im normalen Bereich bewegen. Dieser Befund gibt vielmehr Anlass, weitere Abklärungen zu treffen, die Aufschluss über eine allfällige Trunksucht im Sinne von Art. 14 Abs. 2 lit. c SVG geben können. Dazu gehören insbesondere Erhebungen über die persönlichen Verhältnisse der fraglichen Person, ihr Trinkverhalten und ihre subjektive Einstellung dazu sowie über weitere alkoholbedingte medizinische Veränderungen (BGE 129 II 82 E. 6.2.2 S. 91). Die Laboruntersuchungen, die nach dem Selbstunfall vom 26. August 2003 vorgenommen wurden, zeigten immer normale Leberwerte mit Ausnahme des CDT, das am 2. Oktober 2003 und 2. Dezember 2003 stark erhöht war, dagegen am 18. Februar 2004 im Graubereich, d.h. leicht über der Norm lag. In Übereinstimmung mit der angeführten Rechtsprechung wurden die ärztlichen Untersuchungen an der psychiatrischen Universitätspoliklinik auch auf das Trinkverhalten im fraglichen Zeitraum und die weiteren relevanten Umstände erstreckt. Die Rüge des Beschwerdeführers, die Rekurskommission stütze die Bejahung der Trunksucht letztlich nur auf den erhöhten CDT-Wert, die beim Selbstunfall festgestellte hohe Blutalkoholkonzentration sowie auf den Rückfall beim Fahren in angetrunkenem Zustand, erweist sich daher als unbegründet. Die Würdigung der im Gutachten festgestellten Umstände, die klarerweise auf eine Alkoholabhängigkeit hindeuten, bietet keinen Anlass zur Kritik. 3.2 Hat einmal eine Trunksucht im Sinne von Art. 14 Abs. 2 lit. c SVG vorgelegen, so wird eine Heilung nach der Rechtsprechung in der Regel erst nach einer mindestens einjährigen kontrollierten Abstinenz angenommen (BGE 129 II 82 E. 2.2 S. 84). Die Rekurskommission folgert im Lichte dieser Praxis zu Recht, dass am 15. März 2004 die Alkoholabhängigkeit des Beschwerdeführers noch nicht als überwunden gelten konnte. Auch wenn im Februar 2004 der CDT-Wert fast in den normalen Bereich abgesunken war, da der Beschwerdeführer nach eigenen Angaben begonnen hatte, abstinent zu leben, konnte zu diesem Zeitpunkt die Trunksucht im verkehrsrechtlichen Sinne noch keineswegs als behoben gelten. Gleich verhielt es sich auch noch am 15. März 2004 angesichts der erforderlichen längeren Periode, die abstinent zu verbringen ist. Der angefochtene Entscheid verletzt daher kein Bundesrecht.