Citation: 5A_555/2023 E. 3

Vorab zu seinen eigentlichen Rügen macht der Beschwerdeführer allgemeine Gefahren für das Kind in Mexiko geltend. Weil dies Tatfragen betrifft, müsste eine diesbezügliche willkürliche Sachverhaltsfeststellung im angefochtenen Entscheid dargetan werden. Indem sich der Beschwerdeführer auf appellatorische Ausführungen beschränkt - die ephemere Erwähnung des Wortes Willkür reicht nicht aus, um die allgemeinen Ausführungen zu substanziierten Willkürrügen zu machen - können diese im Prinzip nicht gehört werden. Dennoch sei, zumal es im Wesentlichen um Notorietäten geht, welche an sich nicht zu beweisen und auch vom Novenverbot ausgenommen sind (vgl. Art. 151 ZPO; Urteil 9C_131/2021 vom 24. November 2021 E. 2 m.w.H.), das Folgende festgehalten: Playa del Carmen ist ein boomender Ort zwischen Cancún und Tulum an der im Bundesstaat Quintana Roo gelegenen Riviera Maya, die sehr touristisch ist. Die Reisehinweise des EDA für Mexiko, auf welche der Beschwerdeführer verweist, erwähnen für Quintana Roo, dass am 5. Oktober 2021 (Cancún), am 20. Oktober 2021 (Tulum) und am 21. Januar 2022 (Playa del Carmen) Touristen in gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen Drogenbanden geraten sind. Dabei darf als gerichtsnotorisch gelten, dass es in Quintana Roo nicht um Drogenrouten, sondern darum geht, dass Touristen nach Drogen nachfragen und verschiedene Banden diesbezüglich Revierkämpfe austragen. Dem ist entgegenzustellen, dass in Quintana Roo knapp 2 Mio. Einwohner leben, davon rund ¼ Mio. in Playa del Carmen, und jährlich Millionen von Urlaubern dort ihre Ferien verbringen. Eine unmittelbare Gefährdung des Kindes, indem dieses in einen Schusswechsel zwischen Banden geraten könnte, ist extrem unwahrscheinlich. Ebenfalls stellen die vom Beschwerdeführer angeführten Überfälle, Autodiebstähle, Strassenunfälle etc. keine spezifische und konkrete Gefährdung des Kindeswohls dar. Die Parteien hatten in einer "gated community" gewohnt, wie sie in Playa del Carmen typisch anzutreffen ist, und die Mutter will auch in Zukunft wieder so wohnen. Was die bemängelte medizinische Versorgung anbelangt, ist gerade die Riviera Maya aufgrund des boomenden Tourismus relativ gut versorgt; dass es nebst Playa del Carmen insbesondere im rund 40 km entfernten Cancún zahlreiche Krankenhäuser mit westlichem Standard gibt, hält der Beschwerdeführer selbst fest. Was die Befürchtungen rund um Vulkane und Erdbeben anbelangt, dokumentiert der Beschwerdeführer durch seine eigenen Aufzählung (Popocatépetl, 60 km südlich der Hauptstadt, und Colima, 140 südlich von Guadalajara) selbst, dass er den zum sog. Pazifischen Feuerring gehörenden mexikanischen Vulkangürtel anspricht. Die Riviera Maya ist von diesen Vulkanen ca. 1000 km entfernt und die Yucatán-Halbinsel, auf welcher Quintana Roo liegt, weist im Unterschied zur pazifischen Küste keine tektonischen Probleme auf. Wenn der Beschwerdeführer schliesslich auf Berichte verweist, wonach in schulischen Belangen die Infrastruktur fehle, so beziehen sich die Ausführungen im Bericht nach seiner eigenen Darstellung auf ländliche Gegenden, mit welchem Playa del Carmen nichts gemeinsam hat. Dem allem ist anzufügen, dass der Beschwerdeführer offenkundig kein Problem darin sah, in Playa del Carmen ein Kind zu zeugen und mit seiner Familie dort zu leben. Es waren einzig finanzielle Probleme, welche die Familie bewogen, für ein Jahr in die Schweiz zu ziehen, um hier Geld zu verdienen; der Beschwerdeführer hat nie bestritten, dass es dem Familienplan entsprach, danach wieder nach Playa del Carmen zurückzukehren.