Citation: 6B_596/2020 E. 3.2

3.2. Bei der Würdigung des Tatbestandsmerkmals der Arglist verweist die Vorinstanz im Wesentlichen auf die im Anlageausschuss der Beschwerdegegnerin 2 von dessen Mitgliedern seit langen Jahren praktizierte Arbeitsteilung (vgl. angefochtenes Urteil S. 164) und das zwischen dem Beschwerdeführer und den beiden weiteren Mitgliedern des Ausschusses bestehende gegenseitige besondere Vertrauensverhältnis, das weit über eine blosse Geschäftsbekanntschaft hinausgegangen ist (BGE 119 IV 28 E. 3e; 118 IV 35 E. 2b; 107 IV 169 E. 2c). Aufgrund des grossen Vertrauens in jenen und in seine Reputation als "harter Verhandler" habe man keinen Anlass gehabt, sich in Bezug auf die einzelnen Geschäfte umfassend dokumentieren zu lassen (angefochtenes Urteil S. 165). Der Beschwerdeführer und der Mitangeklagte F.________ als mittäterschaftlich agierende Täter hätten bei dieser Sachlage voraussehen können, dass die beiden weiteren Mitglieder des Anlageausschusses die Angaben hinsichtlich Sanierungsaufwand und Verkehrswert der zum Erwerb vorgeschlagenen Liegenschaften nicht tiefgreifend überprüfen würden. Das angefochtene Urteil verletzt insofern vor dem Hintergrund der konkreten Umstände kein Bundesrecht. Dabei fällt namentlich ins Gewicht, dass das Vertrauensverhältnis nicht in erster Linie zur Vertragspartnerin der Beschwerdegegnerin 2, d.h. der F.________ Hausbau AG bzw. dem Mitangeklagten F.________, bestand, sondern zum Beschwerdeführer, der bis ins Jahr 2007 Mitglied der Konzernleitung der A.________-Gruppe war und danach im Verwaltungsrat verschiedener Gesellschaften der Gruppe verblieb sowie seit Ende der 1970er Jahre bis Ende 2009, d.h. während des gesamten Zeitraumes, in welchen die angeklagten Liegenschaftsgeschäfte fielen, Geschäftsführer der Beschwerdegegnerin 2 und als solcher Mitglied des Anlageausschusses war. Weiter ist für die Frage, in welchem Ausmass die weiteren Mitglieder des Anlageausschusses Anlass hatten, die Vorschläge des Beschwerdeführers zu hinterfragen, ebenfalls von grosser Bedeutung, dass dieser seine langjährige freundschaftliche Verbundenheit zum Mitangeklagten F.________ als Vertragspartner jenen gegenüber verschwiegen hat. Es darf ohne Weiteres davon ausgegangen werden, dass den Vorschlägen des Beschwerdeführers mit grösserer Zurückhaltung begegnet worden wäre, wenn diese Freundschaft und damit die Besorgnis eines Interessenkonflikts bekannt gewesen wäre. In diesem Zusammenhang sind auch die jährlich vom Beschwerdeführer unterzeichneten Loyalitätserklärungen von Bedeutung (angefochtenes Urteil S. 46, 55 a.E.). Schliesslich hat der Beschwerdeführer auch in den schriftlichen Ausführungen zu den vom Ausschussmitglied E.________ im Mai 2007 nach dem dritten Geschäft mit der F.________ Hausbau AG formulierten Vorbehalten diese private Beziehung nicht offen gelegt (angefochtenes Urteil S. 46). Vor diesem Hintergrund lässt sich nicht annehmen, die Mitglieder des Anlageausschusses D.________ und E.________ hätten die grundlegendsten Vorsichtsmassnahmen nicht beachtet, sodass sie für den erlittenen Schaden ausschliesslich selbst verantwortlich wären. Der Beschwerdeführer und der Mitangeklagte F.________ konnten aufgrund des seitens des Anlageausschusses dem letzteren entgegengebrachten uneingeschränkten Vertrauens davon ausgehen, dass über die kritischen Fragen von E.________ hinausgehende Abklärungen nicht erfolgen würden. Damit waren für die Ausschussmitglieder die überhöhten Kaufpreise und namentlich die dem Beschwerdeführer verdeckt zugeschobenen Provisionen nicht erkennbar. Im Übrigen liegen dem Sachverhalt nicht bloss einfache falsche Angaben zugrunde, sondern grenzt das Vorgehen der Täter insgesamt an eigentliche betrügerische Machenschaften, wofür auch der Beizug des schon seit 15 Jahren für die A.________-Gruppe tätigen Architekten I.________ zur Berichterstattung über die Sanierungsarbeiten spricht. Auch wenn dessen Berichte keinen Einfluss auf die Kaufentscheide gehabt haben mochten, haben sie die Mitglieder des Anlageausschusses doch in ihrem Eindruck bestärkt, die Liegenschaftsgeschäfte würden in geordneten Bahnen verlaufen (angefochtenes Urteil S. 84). Was der Beschwerdeführer hiegegen einwendet, führt zu keinem anderen Ergebnis. So lässt sich nicht sagen, es habe keine betrügerische Ausnutzung von Informationsvorsprüngen gegeben und die beiden Mitgliedern des Anlageausschusses D.________ und E.________ hätten über dieselben Unterlagen und Dokumentationen verfügt wie er selbst (Beschwerde S. 8). Dies trifft schon deswegen nicht zu, weil den beiden weiteren Mitgliedern des Anlageausschusses aufgrund der Täuschungen der Täter verborgen geblieben ist, dass zwischen dem Beschwerdeführer und dem Mitangeklagten F.________ seit langen Jahren eine enge persönliche Freundschaft bestand und dass der Beschwerdeführer über die von ihm bezogenen Vermittlungsprovisionen in erheblichem Ausmass persönlich von den Geschäften profitiert hat. Sodann trifft auch nicht zu, dass die Ausschussmitglieder D.________ und E.________ jegliche Prüfung unterlassen haben (Beschwerde S. 9), zumal insbesondere E.________ nach den Feststellungen der kantonalen Instanzen durchaus kritisch eingestellt gewesen ist und Erklärungen und Erläuterungen verlangt hat (angefochtenes Urteil S. 165). Insofern haben diese zu Recht angenommen, es habe ein grosses, aber nicht ein blindes Vertrauen der beiden anderen Mitglieder des Anlageausschusses in den Beschwerdeführer bestanden (angefochtenes Urteil S. 41). Im Übrigen liegt der wesentliche Punkt für die rechtliche Würdigung des täuschenden Verhaltens der beiden Täter darin, dass diese aufgrund des zwischen dem Beschwerdeführer und den übrigen Mitgliedern des Anlageausschusses und des Stiftungsrats herrschenden Vertrauensverhältnisses gerade vorausgesehen haben, dass eine tiefgreifende Überprüfung der einzelnen Geschäfte ausbleiben werde. Denn die Mitglieder D.________ und E.________ sind offensichtlich davon ausgegangen, dass der Beschwerdeführer als Mitglied des Anlageausschusses und damit des zur Kontrolle der Einhaltung aller gesetzlichen, reglementarischen, strategischen und vertraglichen Vorgaben bei der Anlage von Mitteln verpflichteten Gremiums seinerseits die vorgeschlagenen Geschäfte kritisch hinterfragt hat. Dieser hat nach den tatsächlichen Feststellungen der Vorinstanz die Geschäfte inklusive der Renditeberechnungen denn auch im Ausschuss als Ergebnis harter Angebotsverhandlungen präsentiert. Dabei erachtet die Vorinstanz auch in diesem Kontext zu Recht als relevant, dass die anderen Anlageausschussmitglieder nicht wussten und für sie auch nicht überprüfbar war, dass der Beschwerdeführer für die Liegenschaftsgeschäfte seit dem ersten Abschluss versteckt hohe Provisionen ausbezahlt erhielt (angefochtenes Urteil S. 72). Damit setzt sich der Beschwerdeführer nicht auseinander. Insgesamt hat die Vorinstanz zu Recht eine arglistige Täuschung bejaht. Damit ist auch nicht zu beanstanden, wenn sie annimmt, die Mitglieder des Anlageausschusses hätten sich in Bezug auf die Angemessenheit des Kaufpreises in einem Irrtum befunden (angefochtenes Urteil S. 170). Soweit der Beschwerdeführer vorbringt, es habe am Motivationszusammenhang gefehlt, weil die Täuschungsopfer nicht einer Fehlvorstellung erlegen seien, sondern lediglich von falschen, die Zukunft betreffenden Annahmen ausgegangen seien (Beschwerde S. 11), ist die Beschwerde unbehelflich.