Citation: 8C_616/2021 E. 4.3.2

4.3.2. 4.3.2.1. Weiter stellt sich die Beschwerdeführerin 2 auf den Standpunkt, die Frist von 60 Tagen ohnehin eingehalten zu haben. Bereits am 8. Januar 2019 habe sie (zumindest implizit) ein Gesuch um Hilfe in einer Notlage gestellt, mit welchem sie die direkte Leistung an sich selber beansprucht habe. Die Beschwerdegegnerin habe diese Eingabe aufgrund der Umstände nicht anders verstehen können, als dass sie die angefallene Spitalrechnung direkt gegenüber der Beschwerdeführerin 2 hätte begleichen sollen. Auch die Beschwerdestelle SPG habe dies im Entscheid vom 6. August 2021 so aufgefasst. Die Vorinstanz habe diese Zusammenhänge allerdings nicht korrekt festgestellt. Sie hätte in ihrem Urteil demnach von einem anderen Sachverhalt sowie einer rechtzeitigen Gesuchstellung ausgehen und damit - vorbehältlich weiterer Abklärungen - auch den geltend gemachten Kostenersatz zusprechen müssen. Für die Annahme, die Beschwerdeführerin 2 habe mit ihrem Gesuch die 60-tägige Frist verpasst, bestehe demgegenüber kein Grund. 4.3.2.2. Auch diese Einwände erweisen sich im Ergebnis als unbehelflich. Wie die Beschwerdeführerin 2 geltend macht, erachtete das kantonale Gericht als erstellt, dass sie der Beschwerdegegnerin ein Gesuch übermittelt hatte, welches - mit Ausnahme der Frist von 60 Tagen - grundsätzlich den (eben erst in Lückenfüllung aufgestellten) Anforderungen an ein eigenständiges Gesuch medizinischer Leistungserbringer um Kostenübernahme genügt. Streitig ist indes, ob die Gesuchstellung verspätet erfolgt ist. Soweit die Vorinstanz in diesem Zusammenhang festhielt, die Beschwerdeführerin 2 habe erstmals mit Schreiben vom 28. Februar 2019 erwähnt, dass "in ihrem eigenen Namen" ein Kostenübernahmegesuch gestellt werde, ist dies offensichtlich unrichtig. Vielmehr vermerkte die Beschwerdeführerin 2 darin bloss, ein "Gesuch gemäss § 9 Abs. 3 SPV" zu stellen, ohne ausdrücklich festzuhalten, in wessen Namen dies geschah. Nachdem bereits § 9 Abs. 1 SPV ausdrücklich festhält, dass Kostengutsprachen nicht an die Hilfe suchende Person, sondern an den medizinischen Leistungserbringer zu erteilen sind, vermag die vorinstanzliche Prüfung, ob die Beschwerdeführerin 2 ausdrücklicheine Kostenübernahme für sich selbst verlangt hatte, ohnehin nicht zu überzeugen. Gleiches gilt, soweit die Vorinstanz erörterte, ob die Beschwerdeführerin 2 ausdrücklich ein Gesuch "in eigenem Namen" gestellt hatte, wurde diese Möglichkeit mit dem hier angefochtenen Urteil doch erst geschaffen. Ungeachtet dessen kann der Beschwerdeführerin 2 hinsichtlich ihres Vorbringens, bereits am 8. Januar 2019 ein fristgerechtes Gesuch um Kostenübernahme gestellt zu haben, nicht gefolgt werden. Wie bereits dargelegt, stellte sich die Vorinstanz im Weiteren auf den Standpunkt, ein vollständiges Gesuch sei erst mit der Eingabe vom 16. Mai 2019 erfolgt, mit welcher die Rechnung für die Spitalbehandlung eingereicht und die Forderung somit beziffert worden sei. Mit anderen Worten erachtete die Vorinstanz das Gesuch der Beschwerdeführerin 2 auch aus diesem Grund als verspätet. Dass die Bezifferung der geltend gemachten Forderung bzw. deren Nachweis erst mit der verspäteten Eingabe vom 16. Mai 2019 erfolgte, wird von der Beschwerdeführerin 2 nicht bestritten. Zwar mögen die von der Vorinstanz an das Gesuch um nachträgliche Kostenübernahme insoweit gestellten formellen Anforderungen eher streng erscheinen. Auch in diesem Zusammenhang ist das Bundesgericht jedoch auf die Überprüfung der Verletzung verfassungsmässiger Rechte beschränkt, wobei neben dem Willkürverbot hier namentlich auch das Verbot des überspitzten Formalismus (Art. 29 Abs. 1 BV; vgl. zum Ganzen BGE 142 V 152 E. 4.2) in Betracht käme. Dass die Vorinstanz, soweit sie an die rechtzeitige Gesuchseinreichung im Sinne von § 9 Abs. 3 SPV (analog) eine Bezifferung des Gesuchs und einen Nachweis über die Höhe der geltend gemachten Forderung voraussetzte, in überspitzten Formalismus verfallen sein sollte bzw. ihre Anwendung der genannten Bestimmung geradezu willkürlich wäre, wird von der Beschwerdeführerin 2 auch nicht zumindest implizit geltend gemacht. Ihre Beschwerde genügt diesbezüglich der qualifizierten Rüge- und Begründungspflicht nicht (vgl. Art. 106 Abs. 2 BGG; E. 2 hiervor), weshalb darauf nicht weiter einzugehen ist. Bei der vorinstanzlichen Feststellung, die Beschwerdeführerin 2 habe ihr Gesuch verspätet eingereicht, hat es somit ebenso sein Bewenden wie mit der entsprechenden Verneinung eines Anspruchs auf Kostenübernahme. Die Beschwerde ist abzuweisen.