Citation: 2A.50/2007 03.07.2007 E. 4

4.1 Mit der strafrechtlichen Verurteilung vom 1. Juli 2003 zu neun Monaten Gefängnis ist der Ausweisungsgrund von Art. 10 Abs. 1 lit. a ANAG gegeben. (Noch) nicht erfüllt erscheint der Tatbestand von Art. 10 Abs. 1 lit. d ANAG. Nach den für das Bundesgericht verbindlichen Feststellungen des Verwaltungsgerichts (Art. 105 Abs. 2 OG) hat der Beschwerdeführer zwar Schulden beim Sozialamt Sirnach von rund Fr. 17'500.--, doch kann nach dem heutigen Stand der Dinge noch nicht von einer fortgesetzten und erheblichen Abhängigkeit von Fürsorgeleistungen gesprochen werden. Dies auch deshalb nicht, weil der Begriff der "öffentlichen Wohltätigkeit" im Sinne von Art. 10 Abs. 1 lit. d ANAG nur Fürsorgeleistungen im technischen Sinne erfasst (vgl. Urteil 2A.495/2004 vom 13. Januar 2005, E. 2.2) und somit die im angefochtenen Urteil erwähnten Auslagen der Jugendanwaltschaft von Fr. 74'000.-- sowie die Betreibungen bzw. Verlustscheine nicht als Leistungen der Sozialhilfe eingestuft werden können. Zu prüfen bleibt der - im Urteil des Verwaltungsgerichts im Vordergrund stehende - Vorwurf der Unfähigkeit, sich in die im Gastland geltende Ordnung einzufügen (Art. 10 Abs. 1 lit. b ANAG). 4.2 Der Beschwerdeführer neigt seit seiner Jugend zu Gewalttätigkeit. Schon im Sommer 1994 wurde gegen ihn u.a. wegen Erpressung (durch physische Bedrohung) ermittelt, wofür er im Urteil vom 5. November 1996 (S. 10) schuldig gesprochen wurde. Später war er immer wieder in gewalttätige Auseinandersetzungen verwickelt (vgl. Urteil vom 1. Juli 2003, S. 5 [einfache Körperverletzung zum Nachteil von A.________], S. 6 [Gewalt und Drohung gegen Beamte; Faustschlag ins Gesicht von B.________]) bzw. gebärdete er sich "aggressiv und begann Drohungen auszusprechen" (vgl. Amtsbericht des Sozialamts Sirnach vom 27. September 2005). Er hat nach den Akten seit der Beendigung der Schulzeit nur sporadisch und meist temporär gearbeitet, um in der Folge Arbeitslosengeld und nach seiner Aussteuerung Sozialhilfe zu beziehen. Seine fehlende berufliche Integration manifestiert sich in den aufgelaufenen ungedeckten finanziellen Verpflichtungen (vgl. S. 8 des angefochtenen Entscheides). Ins Gewicht fällt, dass die von der Sozialhilfebehörde organisierte Aufnahme in das Beschäftigungsprogramm "Ranunkel" im Jahre 2005 zu keinem Erfolg führte, indem der Beschwerdeführer diese Einrichtung nach einer Auseinandersetzung vorzeitig verliess. Das Verwaltungsgericht durfte sich in diesem Zusammenhang ohne Verletzung des rechtlichen Gehörs auf die schriftliche Darstellung des Projektleiters stützen; auf die Details der Vorgänge, die zur Wegweisung aus dem Beschäftigungsprogramm führten, kommt es nicht entscheidend an, weshalb auf eine Zeugeneinvernahme des beteiligten Personals verzichtet werden durfte. Wesentlich ist, dass auch diese Eingliederungsmassnahme gescheitert ist. Der im Verfahren vor dem Departement vorgelegte Anstellungsvertrag für eine partielle Beschäftigung des Beschwerdeführers im Ladengeschäft seiner Mutter sowie der von dieser und ihrem Ehemann ausgestellte positive Leumundsbericht durften vom Verwaltungsgericht zulässigerweise als blosse Gefälligkeitserklärungen mit entsprechend geringem Beweiswert eingestuft werden. Der Beschwerdeführer bringt nichts vor, was konkret und überzeugend auf eine dauerhafte Änderung seines bisherigen Verhaltens sowie auf die Fähigkeit und den Willen schliessen liesse, ohne Unterstützung der Eltern durch Arbeit selber für seinen Lebensunterhalt aufzukommen. Der Ausweisungsgrund von Art. 10 Abs. 1 lit. b ANAG ist nach dem Gesagten klar erfüllt, und es besteht insbesondere unter diesem Gesichtswinkel ein gewichtiges öffentliches Interesse, dem Beschwerdeführer den weiteren Aufenthalt in der Schweiz zu verweigern. 4.3 Der heute 29-jährige Beschwerdeführer ist im Alter von gut 13 Jahren in die Schweiz gekommen. Er ist damit kein Ausländer der zweiten Generation, für welchen eine Ausweisung nur unter ganz restriktiven Voraussetzungen zulässig wäre (BGE 122 II 433 E. 2 und 3 S. 435 ff., 125 II 521 E. 2 S. 523). Die Pflicht zur Ausreise nach Uganda trifft den Beschwerdeführer sicher hart, nachdem er schon recht lange in der Schweiz weilt und in seinem Heimatland offenbar keine näheren Verwandten hat. Die Massnahme ist jedoch nicht unzumutbar: Der Beschwerdeführer ist erwachsen und hat keine eigene Familie. Er verliert durch die Ausweisung auch keine in der Schweiz erworbene berufliche Stellung. Wieweit er in Uganda beruflich Tritt fassen kann, ist zwar ungewiss; er wird aber in seinem Heimatland voraussichtlich weniger Integrationsschwierigkeiten haben als in der Schweiz. Die angeordnete Ausweisung erscheint nicht unverhältnismässig.