Citation: 7B_416/2023 E. 3.4

3.4. Beim Vorwurf des (versuchten) Diebstahls in Verbindung mit Hausfriedensbruch handelt es sich zwar nicht um ein Bagatelldelikt. Zugleich ist festzuhalten, dass auch nicht derart schwere Verbrechen, namentlich gegen Leib und Leben oder die sexuelle Integrität, im Raum stehen, bezüglich welcher das hohe öffentliche Interesse an ihrer Aufklärung allfällige Interessen der beschuldigten Person am Schutz ihrer persönlichen Daten ohne Weiteres überwiegt. Im Rahmen der vorzunehmenden Interessenabwägung (siehe Art. 197 Abs. 1 lit. d StPO) ist vielmehr zu beachten, dass Smartphones, wie jene, die beim Beschwerdeführer sichergestellt wurden, in der Regel eine Vielzahl sensibler Daten enthalten. Aus den Vorakten ergibt sich sodann, dass bereits mehrere Zwangsmassnahmen gegen den Beschwerdeführer durchgeführt wurden (insb. Anhaltung, Durchsuchung seiner Person und des Fahrzeugs, vorläufige Festnahme sowie eine anschliessende Befragung), diese offenbar aber keine weiteren belastenden Hinweise zu Tage führten und sich der Tatverdacht gegen ihn somit ungeachtet des Fortschreitens der Untersuchung nicht weiter erhärtet hat. Bei Berücksichtigung der Gesamtumstände lässt sich eine vollständige Entsiegelung des Mobiltelefons nicht mit dem Grundsatz der Verhältnismässigkeit in Einklang bringen. Daran vermag auch das von der Staatsanwaltschaft vorgebrachte Interesse an der Auswertung allfälliger Kommunikation mit möglichen Mittätern nichts zu ändern, zumal sich aus dem angefochtenen Entscheid keinerlei konkrete Anhaltspunkte für das Vorliegen solcher Mittäter ergeben. Entsprechend ist die Entsiegelung der sichergestellten Smartphones in zeitlicher Hinsicht aus Gründen der Verhältnismässigkeit auf einen Zeitraum von 24 Stunden vor dem mutmasslichen Tatzeitpunkt bis zum Zeitpunkt ihrer Sicherstellung einzugrenzen (siehe Urteile 1B_102/2020, 1B_316/2020 vom 8. März 2021 E. 2.3 f.; 1B_131/2015 vom 30. Juli 2015 E. 5.3; vgl. auch Urteil 7B_211/2023 vom 7. Mai 2024 E. 4.3). Insoweit erweist sich die Beschwerde als begründet.