Citation: 1C_183/2017 E. 5.6

5.6. Unter diesen Umständen durften die Vorinstanzen davon ausgehen, dass der Geschieberückhalt am Schluchtausgang erfolgen müsse, wo der Bach nach einer Steilstrecke (mit rund 20 % Gefälle) den Kegel (mit einer Neigung von nur rund 1 %) erreicht (Technischer Bericht S. 8 Ziff. 3.1). Wie das BAFU erläutert, dient dieser ausgeprägte Gefällknick als natürliche Geschiebeablagerungsstelle, weshalb die Geschieberückhaltebecken an dieser Stelle anzuordnen seien. Wie die Vorinstanzen und das BAFU darlegen und die Projektunterlagen bestätigen, sind die räumlichen Verhältnisse zwischen dem Schluchtausgang und dem Siedlungsgebiet von Baltschieder sehr eng. Das geplante Rückhaltesystem nimmt praktisch den gesamten Kegelhals in Anspruch. Es erscheint auch nicht überdimensioniert: Der Geschieberückhalt von ca. 130'000 m3entspricht dem oberen Rand des Geschiebeaufkommens eines hundertjährlichen Hochwasserereignisses (HQ100max). Schutzziel des Hochwasserkonzepts (S. 37) war es, im oberen, geschlossenen Siedlungsbereich den oberen Grenzwert des hundertjährlichen bzw. den unteren Bereich des 300-jährlichen Hochwasserereignisses zu erreichen und im unteren Bereich (offene Siedlung, Gewerbe) mindestens gegen mittlere hundertjährliche Ereignisse zu schützen. Wie im Technischen Bericht (S. 15) dargelegt wird, entspricht dies der Schutzzielmatrix Hochwassergefährdung des BAFU (Empfehlung Raumplanung und Naturgefahren 2005 S. 19), die für geschlossene Siedlungen bei Ereignissen mit einer Wiederkehrperiode von 100 bis 300 Jahren schwache Intensitäten und bei Ereignissen mit einer Wiederkehrperiode von über 300 Jahren mittlere Intensitäten zulässt.