Citation: 8C_713/2022 E. 7.1

7.1. Anders als die Beschwerdeführerin annimmt, stellte die Vorinstanz nicht in unzulässiger Weise auf den Zeitraum zwischen der ersten und der zweiten Anmeldung bei der Invalidenversicherung ab. Die Statusfrage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-) Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht (BGE 144 V 427 E. 3.2; 138 V 218 E. 6 je mit Hinweisen). Zudem sind dabei die gesamten persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse zu berücksichtigen (BGE 137 V 334 E. 3.2; Urteil 9C_201/2017 vom 3. November 2017 E. 4.1). Dementsprechend erachtete die Vorinstanz die Aussagen der Beschwerdeführerin, im Gesundheitsfall vollzeitlich erwerbstätig zu sein, in Beachtung der gesamten persönlichen Umstände und der Erwerbsbiografie nicht als hinreichend erwiesen, was vor Bundesrecht standhält. Wenn die Vorinstanz dabei das Verhalten der Beschwerdeführerin im erwähnten Zeitraum mitberücksichtigte, erweist sich dies somit als rechtens. Für den willkürfreien Schluss auf eine Teilzeittätigkeit war im angefochtenen Urteil nicht entscheidend, dass der Beschwerdeführerin anlässlich der ersten Begutachtung eine 80%-ige Arbeitsfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Hilfstätigkeit in einer Kantine und eine vollständige Arbeitsfähigkeit in einer zumutbaren Verweisungstätigkeit attestiert worden war, sondern, dass sie einzig ab Juni 2001 bis zu ihrer Krankschreibung im Oktober 2003 vollzeitlich tätig gewesen war und in den nachfolgenden Jahren dieses Pensum nicht annähernd erreichte. Dies, obwohl sie dazu aus gutachterlicher Sicht zwischen November 2006 bis zur mit dem diagnostizierten Schilddrüsenkrebs zusammenhängenden Verschlechterung der Arbeitsfähigkeit ab Juni 2018 in der Lage gewesen wäre und dennoch gemäss vorinstanzlicher Feststellung keinerlei dokumentierte Anstrengungen für eine in zeitlicher Hinsicht über das tatsächlich ausgeübte 30%-ige Arbeitspensum hinausgehende Tätigkeit unternahm. Substanziierte Ausführungen zur behaupteten finanziellen Notwendigkeit eines Vollzeitpensums fehlen ferner. Die Vorbringen in der Beschwerde führen insgesamt nicht dazu, dass der Vorinstanz Willkür vorzuwerfen wäre.