Citation: 6B_915/2023 E. 4

Die Vorinstanz erwägt, der Beschwerdeführer habe am 1. Juni 2023 um Verschiebung der mit Vorladung vom 26. Januar 2023 angezeigten Berufungsverhandlung vom 6. Juni 2023 ersucht. Mit polizeilich zugestellter Verfügung vom selben Tag sei er von der Verfahrensleitung zur Einreichung weiterer Belege und Angaben spätestens bis zum 5. Juni 2023, 12 Uhr, aufgefordert und zugleich ausdrücklich auf die Pflicht zum persönlichen Erscheinen an der Berufungsverhandlung hingewiesen worden sowie darauf, dass ein unentschuldigtes Fernbleiben als Berufungsrückzug gelte. Zudem sei er dazu angehalten worden, sich am 5. Juni 2023 zwischen 14 und 16 Uhr bei der Kanzlei des Kantonsgerichts zu erkundigen, ob seinem Gesuch stattgegeben worden sei. Der Beschwerdeführer habe innert Frist ergänzende Angaben gemacht und weitere Unterlagen eingereicht. Daraus ergebe sich, dass er vom 5. bis 8. Juni 2023 bei einer Lehrabschlussprüfung als Prüfungsexperte eingesetzt sei. Den Unterlagen lasse sich aber auch entnehmen, dass für denselben Prüfungskandidaten ein zweiter Experte aufgeführt sei und der Kandidat nicht lückenlos durch die Experten beobachtet werden müsse; diese Aufgabe würde vielmehr dem Fachvorgesetzten obliegen. Die Verhinderung am Erscheinen sei mithin nicht plausibel belegt; aus den Unterlagen gehe nicht hervor bzw. es werde durch den Fachvorgesetzten nicht bestätigt, dass der Beschwerdeführer den ihm zugeteilten Prüfungskandidaten am Nachmittag des 6. Juni 2023 auch zwischen 14 und 16 Uhr unablässig habe beobachten müssen. Das Verschiebungsgesuch sei am 5. Juni 2023 mithin zu Recht abgewiesen worden. Das Fernbleiben von der mündlichen Berufungsverhandlung am 6. Juni 2023 sei damit unentschuldigt und der Beschwerdeführer habe sich auch nicht vertreten lassen. Folglich gelte die Berufung gemäss Art. 407 Abs. 1 lit. a StPO als zurückgezogen und das Verfahren sei abzuschreiben.