Citation: 6P.53/2005 25.07.2005 E. 1

Mit der staatsrechtlichen Beschwerde macht der Beschwerdeführer eine Verletzung des Willkürverbots gemäss Art. 9 BV geltend. Er habe vor Obergericht die Einvernahme seiner Ehefrau als Zeugin beantragt. Das Opfer habe im Rahmen der polizeilichen Einvernahmen ausgeführt, dass sich der Beschwerdeführer verschiedentlich so hingestellt und seine Hüfte dergestalt bewegt habe, als würde er stehend mit ihr den Geschlechtsverkehr vollziehen. Diese Demonstration habe er auch öfters vor seiner Frau gemacht. Diese Aussagen des Opfers stünden im Widerspruch mit den Annahmen des Obergerichts, welches davon ausgegangen sei, dass sich der Beschwerdeführer in Anwesenheit seiner Ehefrau korrekt verhalten habe und eigene Wahrnehmungen von der Ehefrau betreffend die ihm vorgeworfenen sexuellen Handlungen nicht zu erwarten gewesen seien. Unter diesen Umständen hätte die Ehefrau als Zeugin befragt werden müssen. 1.1 In Bezug auf die Feststellung des Sachverhalts und die Würdigung erhobener Beweise hat das Bundesgericht in ständiger Rechtsprechung festgehalten, dass der Richter das Beweisverfahren schliessen kann, wenn die Beweisanträge eine nicht erhebliche Tatsache betreffen oder offensichtlich untauglich sind oder wenn er aufgrund bereits abgenommener Beweise seine Überzeugung gebildet hat und ohne Willkür in vorweggenommener Beweiswürdigung annehmen kann, dass seine Überzeugung durch weitere Beweiserhebungen nicht geändert würde (so genannte antizipierte oder vorweggenommene Beweiswürdigung, vgl. BGE 125 I 127 E.6c/cc, mit Hinweisen). Das Bundesgericht greift auf staatsrechtliche Beschwerde hin nur ein, wenn die Beweiswürdigung offensichtlich unhaltbar ist, mit der tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch steht, auf einem offenkundigen Ver-sehen beruht oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft (BGE 131 I 57 E. 2). Das Bundesgericht hebt einen Entscheid indessen nur auf, wenn er sich im Resultat als verfassungswidrig erweist, und nicht schon dann, wenn nur die Begründung unhaltbar ist (BGE 129 I 8 E. 2.1 und 49 E. 4; 125 I 127 E. 6c/cc; 124 I 208 E. 4a, je mit Hinweisen). 1.2 Das Obergericht hat in antizipierter Beweiswürdigung davon abgesehen, dem aufgeführten Antrag des Beschwerdeführers stattzugeben, und begründet, dass und weshalb es die verlangte Vorkehr für die Beurteilung des konkreten Falles als unmassgeblich qualifizierte. Es kann in dieser Hinsicht auf seine Ausführungen verwiesen werden. Inwiefern diese Würdigung willkürlich sein sollte, legt der Beschwerdeführer nicht dar. Insbesondere zeigt er nicht auf und ist auch nicht ersichtlich, dass eine Befragung seiner damaligen Ehefrau zum Vorhalt der Hüftbewegungen entscheidrelevante Erkenntnisse bringen könnte: Würde die Ehefrau die Aussagen des Opfers nämlich bestätigen, wirkte sich dies für den Beschwerdeführer belastend aus; würde sie sie hingegen bestreiten, ergäbe sich für ihn keine Entlastung, da das Obergericht ohnehin davon ausgegangen ist, dass sich der Beschwerdeführer in Anwesenheit seiner Ehefrau korrekt benommen bzw. sein Verhalten als Spass dargestellt hat. Unter diesen Umständen ist die antizipierte Beweiswürdigung des Obergerichts nicht zu beanstanden. Eine Verletzung von Art. 9 BV liegt damit nicht vor. Die Rüge erweist sich als unbegründet.