Citation: U 21/01 16.08.2001 E. 3

3.- a) Die Vorinstanz hat gestützt auf die medizinischen Akten, welche ausführliche Stellungnahmen verschiedener Fachärzte enthalten, mit Recht festgestellt, dass die Beschwerdegegnerin anlässlich des Unfalls vom 13. November 1996 eine einem Schleudertrauma der HWS äquivalente Verletzung (vgl. SVR 1995 UV Nr. 23 S. 67 Erw. 2) in Form einer HWS-Distorsion erlitten hat und eine Reihe typischer Symptome eines Schleudertraumas der HWS bzw. einer äquivalenten Verletzung ohne nachweisbare organische Folgen (vgl. BGE 117 V 360 Erw. 4b) aufweist. Dies sowie das Bestehen eines (teilweisen) natürlichen Kausalzusammenhangs wurde denn auch bereits im Einspracheentscheid vom 10. Januar 2000 anerkannt. b) Das Eidgenössische Versicherungsgericht hat Auffahrkollisionen vor einem Fussgängerstreifen im Rahmen der für die Beurteilung der Adäquanz des Kausalzusammenhangs vorzunehmenden Einteilung (BGE 117 V 366 Erw. 6a) regelmässig als mittelschwer im Grenzbereich zu den leichten Unfällen qualifiziert (nicht veröffentlichte Urteile E. vom 21. Juni 1999, U 128/98, K. vom 20. März 1998, U 262/97 und D. vom 6. Juni 1997, U 187/95). Entgegen der in der Vernehmlassung der Beschwerdegegnerin vom 6. März 2001 vertretenen Auffassung führt eine Auffahrgeschwindigkeit von 30 bis 40 km/h nicht zu einer andern Beurteilung, während die geltend gemachte Abdrehung des Kopfes nicht im Zusammenhang mit der Qualifikation des Unfallereignisses als leicht, mittelschwer oder schwer, sondern allenfalls für die Beurteilung des Kriteriums der besonderen Art der Verletzung relevant ist (vgl. RKUV 1998 Nr. U 297 Erw. 3c S. 245). Die Vorinstanz ist daher zu Recht von einem mittelschweren Unfall im Grenzbereich zu den leichten Unfällen ausgegangen. Die Adäquanz des Kausalzusammenhangs ist demnach zu bejahen, falls ein einzelnes der unfallbezogenen Kriterien (besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls; Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzung; ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung; Dauerbeschwerden; ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert; schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen; erheblicher Grad und lange Dauer der Arbeitsunfähigkeit) in besonders ausgeprägter Weise gegeben ist oder die zu berücksichtigenden Kriterien insgesamt in gehäufter oder auffallender Weise erfüllt sind (BGE 117 V 367 f.). c) Das kantonale Gericht hat die Adäquanz des Kausalzusammenhangs mit der Begründung bejaht, es seien mehrere unfallbezogene Kriterien erfüllt, nämlich die besondere Art der Verletzung, Dauerschmerzen sowie die lange Dauer der Arbeitsunfähigkeit. d) Entgegen der Auffassung der Vorinstanz ist das Vorliegen einer Verletzung besonderer Art nicht bereits deshalb zu bejahen, weil eine vorgeschädigte Nackenregion vorliegt (Urteil B. vom 12. Oktober 2000, U 96/00). Die Rechtsprechung gemäss RKUV 1998 Nr. U 297 S. 245 Erw. 3c, wonach für die Beurteilung der Adäquanz des Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfallereignis und einer psychischen Gesundheitsschädigung auf eine weite Bandbreite von Versicherten abzustellen ist, wozu auch diejenigen Personen gehören, die auf Grund ihrer Veranlagung für psychische Störungen anfälliger sind und einen Unfall seelisch weniger gut verkraften als Gesunde, kann nicht unbesehen auf den körperlichen Vorzustand übertragen werden. Im konkreten Fall wurde die besondere Art der Verletzung bejaht, weil die betroffene Person - welche als Beifahrerin eines stehenden Personenwagens in eine Auffahrkollision verwickelt wurde - im Zeitpunkt des Heckaufpralls nach oben zum Schiebedach hinausschaute, wobei sie, um die Bedienungsmöglichkeiten des Autos zu beobachten, den Oberkörper nach links neigte. Auf Grund dieser besonderen Körperhaltung führte das erlittene Schleudertrauma zu Komplikationen. Vorliegend ist keine vergleichbare Konstellation gegeben, hatte doch die Versicherte nach eigenen Angaben nur den Kopf, nicht aber den gesamten Oberkörper abgedreht. Schliesslich entfällt im Rahmen der Adäquanzprüfung bei Würdigung des Unfalles zusammen mit den objektiven Kriterien gerade die Notwendigkeit, nach andern Ursachen zu forschen, welche möglicherweise die nach einem Schleudertrauma der HWS aufgetretenen Beschwerden mitbegünstigt haben könnten (BGE 117 V 368 Erw. 6b in fine). Der in der vorinstanzlichen Beschwerdeschrift postulierte Grundsatz, wonach eine HWS-Distorsion, durch welche das typische Beschwerdebild hervorgerufen wird, ohne weiteres als Verletzung besonderer Art zu gelten hätte, findet in der Rechtsprechung des Eidgenössischen Versicherungsgerichts keine Stütze und wurde auch von der Vorinstanz mit Recht abgelehnt. e) Das Unfallereignis vom 13. November 1996 (Auffahrkollision vor einem Fussgängerstreifen) war weder mit dramatischen Begleitumständen verbunden noch besonders eindrücklich. Die ärztliche Behandlung dauerte nicht ungewöhnlich lange (vgl. die zutreffenden Ausführungen im Einspracheentscheid vom 10. Januar 2000), und ein schwieriger Heilungsverlauf oder erhebliche Komplikationen liegen ebenso wenig vor wie eine Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert hat. Da die Beschwerdegegnerin nach dem Gesagten auch keine Verletzung besonderer Art erlitten hat, sind höchstens zwei und damit nicht mehrere der für die Adäquanzbeurteilung massgebenden unfallbezogenen Kriterien erfüllt, und dies nicht in auffallender Weise. Dem Unfallereignis vom 13. November 1996 kommt demnach keine rechtlich massgebende Bedeutung für die über den 31. Januar 1998 hinaus bestehenden Beschwerden und die damit verbundene Arbeitsunfähigkeit zu, weshalb der adäquate Kausalzusammenhang zu verneinen ist, was zur Gutheissung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde führt.