Citation: U 354/99 18.08.2000 E. 3

3.- Die SUVA hat insgesamt acht praktizierende Atlaslogisten über die Verdienstverhältnisse bei einer Vollzeitbeschäftigung befragt. Nach deren Aussagen bewegt sich der Monatsverdienst mindestens zwischen Fr. 7000.- bis Fr. 10'000.-. a) Vier der acht befragten Atlaslogisten weisen ausdrücklich auf Fixkosten hin, welche in concreto aber als gering bezeichnet werden. Ob allerdings gestützt darauf der vorinstanzliche Schluss gezogen werden darf, bei sämtlichen Angaben handle es sich um Umsatzzahlen, von welchen für die Bestimmung des Invalideneinkommens die Gewinnungskosten abzuziehen sind, erscheint fraglich. Indessen braucht dies nicht abschliessend beantwortet zu werden. Denn sämtliche der befragten Atlaslogisten gehen darin einig, dass sie bei einem Vollzeitpensum pro Tag mindestens acht bis zehn Behandlungen gegen einen Preis von jeweils Fr. 50.- bis Fr. 70.- durchführen könn(t)en. Der Tarifansatz entspricht offenbar einer internen Absprache zwischen den Atlaslogisten, wie dies von der befragten G.________ denn auch ausdrücklich bestätigt wird. Sodann ist anhand von Erfahrungswerten die Anzahl der täglichen Behandlungen zuverlässig und vor allem einfacher als der durchschnittliche Monatslohn zu schätzen. b) Die Vorinstanz hat denn auch ausgehend von diesen Angaben einen hypothetischen Jahresverdienst bestimmt. Dabei hat sie zunächst den minimalen Bruttoumsatz bei durchschnittlich 21,7 Arbeitstagen im Monat (vgl. Art. 40b AVIV) festgelegt, was Fr. 8'680.- ergab (Fr. 50.- x 8 Sitzungen x 21,7 Arbeitstage) oder Fr. 95'480.- im Jahr (8680 x 11 Arbeitsmonate; 1 Monat Ferien). Von diesem Betrag zog sie sodann die vom Beschwerdegegner geltend gemachten Auslagen ab, was grundsätzlich nicht zu beanstanden ist. Sie übersah einzig, dass die AHV/IV/EO-Beiträge keine Berücksichtigung finden dürfen, da auch das unbestritten gebliebene Valideneinkommen von Fr. 76'800.- die Sozialversicherungsbeiträge umschliesst. Der korrekt bemessene hypothetische Jahresverdienst beläuft sich somit auf Fr. 82'664.- (Mietzins Fr. 618.- + Nebenkosten Fr. 50.- + PTT Fr. 150.- + Versicherungen Fr. 50.- + 3. Säule Fr. 150.- + diverse Berufsauslagen Fr. 50.- = Fr. 1068.- x 12 Monate = Fr. 12'816.-; Fr. 95'480.- ./. Fr. 12'816.- = Fr. 82'664.-). Der an die Ausgaben des Beschwerdegegners angepasste, minimal zumutbare durchschnittliche Jahresverdienst eines vollzeitlich tätigen, selbstständig erwerbenden Atlaslogisten liegt somit Fr. 5864.- oder 7,6 % über dem Valideneinkommen von Fr. 76'800.-. c) Dennoch erachtete das kantonale Versicherungsgericht es als realitätsfremd, beim Beschwerdegegner von einem rentenausschliessenden hypothetischen Einkommen als Atlaslogist auszugehen. Zu Unrecht. Dem von der Vorinstanz zur Begründung angeführten Umstand, dass der Beschwerdegegner seine aus früheren Tätigkeiten gewonnenen Erfahrungen in die neue Arbeit als Atlaslogist nur sehr begrenzt einbringen kann, steht der erfolgreiche Abschluss der nach Aussagen des damaligen Lehrers R.________ strengen und anspruchsvollen Ausbildung (nur etwa 1/4 der die Prüfung absolvierenden Personen sollen den Kurs bestehen) gegenüber. Zudem wurde bei der oben unter Erw. 3b durchgeführten Berechnung bereits von durchschnittlichen Minimalansätzen ausgegangen. Trotzdem kam der Endbetrag noch rund 7,6 % über dem hypothetischen Verdienst ohne unfallbedingte Invalidität zu stehen. Die von der Vorinstanz als weiterer Grund angeführte Persönlichkeitsstruktur des Versicherten weist keine Anzeichen für eine durch den Unfall verursachte psychische Störung mit Krankheitswert auf, die sich invalidisierend auf die Leistungsfähigkeit auswirken könnte (BGE 102 V 165; AHI 1996 S. 302 Erw. 2a, S. 305 Erw. 1a, S. 308 Erw. 2a; ZAK 1992 S. 170 Erw. 2a mit Hinweisen). Wie in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde zu Recht ausgeführt, darf sodann nicht ausser Acht gelassen werden, dass der Beschwerdegegner an ihn möglicherweise bei der Ausübung der Tätigkeit beeinträchtigenden Rücken-, Schulter- und Hüftbeschwerden leidet, für welche die SUVA nicht aufzukommen hat. Wenn der Beschwerdegegner in der Vergangenheit nicht im rentenausschliessenden Umfang erwerbstätig sein konnte, so ist dies unfallfremden Faktoren zuzurechnen. Es sind keine objektiven Gründe erkennbar, warum der Versicherte unter Ausklammerung der nicht unfallbedingten Umstände nicht in der Lage sein sollte, bei Aufbieten allen guten Willens - allenfalls nach einer kurzen Anlaufzeit - in einer ausgeglichenen Arbeitsmarktlage als Atlaslogist ein mindestens dem Valideneinkommen entsprechendes Einkommen zu erzielen. Daran ändern auch die Vorbringen des Beschwerdegegners nichts.