Citation: I 266/01 19.08.2002 E. 3

3.1 Vorinstanz und Verwaltung sind bei der Bestimmung des Invaliditätsgrades von einer Restarbeitsfähigkeit von 50 % in leidensangepasster Tätigkeit ausgegangen, wobei sie sich im Wesentlichen auf das von der IV-Stelle in Auftrag gegebene Gutachten des Dr. med. L.________ psychosomatische Abteilung an der Klinik B.________, vom 11. Juli 2000 stützten. Danach ist der Beschwerdeführer aufgrund einer Komorbidität von chronisch lumbospondylogenem Syndrom bei Status nach Discushernie L5/S1 mit rechtsseitigem lumboradikulärem Syndrom L5 und der diagnostizierten allgemeinen Somatisierungsstörung (ICD-10/F45.1) sowie der depressiven Reaktion (ICD-10/F43.21) bei eingeschränkten Bewältigungsstrategien im Umgang mit der Schmerzsymptomatik nur noch in leichten, wechselbelastenden Tätigkeiten einsetzbar. Aus medizinisch-theoretischer Sicht besteht nach Angaben des Gutachters eine "50 %-ige Arbeitsfähigkeit, d.h. 3-4 Stunden pro Tag", ohne Aussicht auf Verbesserung. 3.2 Wie der Beschwerdeführer zutreffend einwendet, weist die Einschätzung der verbleibenden Arbeitsfähigkeit im Gutachten vom 11. Juli 2000 insofern eine Ungereimtheit auf, als die ausdrücklich festgestellte "50%-ige Arbeitsfähigkeit" in leidensangepasster Tätigkeit nicht deckungsgleich ist mit der spezifischeren Aussage des Dr. med. L.________, dem Beschwerdeführer seien täglich maximal 3 bis 4 Stunden Arbeit zuzumuten. Wird von einer Einsatzdauer von 3,5 Stunden pro Tag (Mittelwert) ausgegangen, entspricht dies bei einer durchschnittlichen betriebsüblichen Arbeitszeit von 41.8 Stunden/Woche (Stand 2000) einer verwertbaren Leistungsfähigkeit von etwas über 40 % (41,8 %). Unter diesen Umständen darf die Prozentangabe des Dr. med. L.________, welche entweder als grobschätzige Umrechnung zu verstehen ist oder aber auf der unzutreffenden Annahme beruht, dass das tägliche Arbeitspensum eines Vollzeitbeschäftigten in der Regel maximal 8 Stunden beträgt, im Rahmen der Beweiswürdigung nicht zum Nennwert genommen werden. Stattdessen ist zu Gunsten des Beschwerdeführers von einem zumutbaren täglichen Arbeitspensum von durchschnittlich 3,5 Std., mithin einem in leichter, wechselbelastender Tätigkeit verwertbaren Leistungsvermögen von rund 40 % auszugehen. 3.3 Von zusätzlichen Abklärungen zum Gesundheitszustand, einschliesslich einer umfassenden, interdisziplinären Begutachtung durch eine Medizinische Abklärungsstelle (MEDAS) sind bezüglich des zeitlich massgebenden Sachverhalts (BGE 121 V 366 Erw. 1b) keine neuen, rechtserheblichen Erkenntnisse zu erwarten. Die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit in leidensadaptierter Tätigkeit gemäss Gutachten vom 11. Juli 2000 beruht auf zwei klinikinternen psychiatrischen Explorationen vom 11. und 18. April 2000 und erfolgte in Kenntnis der umfassend dokumentierten langjährigen Krankheitsgeschichte sowie der psychosozialen Anamnese, insbesondere auch im Wissen um die bereits 1993/94 vermuteten psychischen Komponenten der chronifizierten, multikausalen Schmerzsymptomatik und die schon damals in Betracht gezogene reaktive Depression. Des Weitern fügen sich die ärztlichen Angaben zum verbleibenden Leistungsvermögen widerspruchsfrei in die Reihe vorangegangener Arztberichte ein und lassen schliesslich auch die subjektive Schilderung der Leiden nicht ausser Acht. Es besteht vor diesem Hintergrund kein Anlass, die Beweiskraft des Gutachtens vom 11. Juli 2000 in Frage zu stellen, zumal dessen Schlussfolgerungen trotz der vorangehend (Erw. 3.2) dargelegten Unstimmigkeit insgesamt nachvollziehbar und begründet bleiben.