Citation: 6B_885/2022 E. 1.2.1

1.2.1. Am 13. August 2016 um ca. 20:35 Uhr wurde in Basel ein alkoholisierter Minderjähriger angehalten. Dabei stellte die Fusspatrouille der Kantonspolizei Basel-Stadt fest, dass er im RIPOL ausgeschrieben war, weil er aus einer fürsorgerischen Unterbringung entwichen war. Als die Fusspatrouille den alkoholisierten Minderjährigen mitnehmen wollte, mischte sich ein anderer alkoholisierter Jugendlicher ein. Weil sich dieser renitente Jugendliche nicht ausweisen konnte, wurde auch er in Handschellen auf die Polizeiwache mitgenommen. Für die Fahrt wurden der Beschwerdeführer und ein anderer Polizist aufgeboten. Auf dem Weg zur Polizeiwache zeigte sich der Jugendliche weiterhin renitent. Auf der Polizeiwache lösten der Beschwerdeführer und der andere Polizist um ca. 21:00 Uhr die Handschellen und durchsuchten die Kleider und Effekten des Jugendlichen. Nachdem dieser die Schuhe ausgezogen hatte, wurde er mehrfach aufgefordert, sich im hinteren Teil des Kontrollraums aufzuhalten. Entgegen dieser Anweisung näherte sich der Jugendliche dem in der Raummitte stehenden Beschwerdeführer trotz der Mahnung Abstand zu halten. Als der Beschwerdeführer die ausgezogene Hose kontrollierte, ging der Jugendliche unvermittelt auf ihn zu und blieb direkt vor ihm stehen. Dem Beschwerdeführer wird vorgeworfen, dem Jugendlichen in der Folge einen Faustschlag in das Gesicht versetzt zu haben, wobei der Jugendliche verschiedene Verletzungen erlitten habe. Von der Anhaltung des alkoholisierten Minderjährigen bis zur Verbringung des anderen alkoholisierten Jugendlichen auf die Polizeiwache ist der Sachverhalt grundsätzlich gesichert. Umstritten ist aber, was dann im Kontrollraum geschah. Fest steht nur, dass es dort zu einem Vorfall zwischen dem Beschwerdeführer und dem alkoholisierten Jugendlichen, späterem mutmasslichen Opfer, kam.