Citation: 5C.81/2001 14.01.2002 E. 4

4.- Art. 206 Abs. 1 ZGB gilt auch unter Ehegatten, wenn sie Miteigentümer eines Vermögensgegenstandes sind und wenn der eine dem anderen für dessen Anteil einen unentgeltlichen Beitrag geleistet hat. Gemäss Art. 206 Abs. 1 Halbsatz 1 ZGB wird die Forderung nach dem "Beitrag" errechnet, den "ein Ehegatte zum Erwerb, zur Verbesserung oder zur Erhaltung des Vermögensgegenstandes des anderen ohne entsprechende Gegenleistung beigetragen" hat (zu all dem Hausheer/Reusser/Gei-ser, N. 9 f., 13, 18 und 20 zu Art. 206 ZGB). Der Anschaffungswert ist für die Beantwortung der Frage entscheidend, ob ein (konjunktureller) Mehrwert im Sinne von Art. 206 Abs. 1 Halbsatz 1 ZGB eingetreten ist. Dies ist der Fall, wenn der Investitionswert (Anfangswert) unter dem Wert im Zeitpunkt der güterrechtlichen Auseinandersetzung (Endwert) liegt. Der Endwert ist nach der Regel von Art. 214 ZGB zu ermitteln. Somit ist für die Mehrwertberechnung grundsätzlich ebenfalls vom Verkehrswert im Zeitpunkt der güterrechtlichen Auseinandersetzung auszugehen (Tuor/ Schnyder/Schmid, Das Schweizerische Zivilgesetzbuch, 11. Aufl. 1995, S. 230 f. und 245 unten; Hausheer, in: Basler Kommentar, ZGB Bd. I, N. 17 bis 19 zu Art. 206 ZGB; Haus-heer/Reusser/Geiser, N. 36 f. zu Art. 206 ZGB). a) Nach dem Dargelegten bildet der Zwangsversteigerungserlös den Endwert (s. auch E. 3b hiervor). Dieser liegt unter den von den Parteien übereinstimmend angegebenen Investitionskosten (dazu E. 5b hiernach), weshalb kein konjunkturell bedingter Mehrwert entstanden sein kann. Diesfalls entspricht die Höhe der Forderung gemäss Art. 206 Abs. 1 Halbsatz 2 ZGB dem "ursprünglichen Beitrag" (dazu Hausheer/Reus-ser/Geiser, N. 9 bis 11, 29 und 41 f. zu Art. 206 ZGB; vgl. BGE 123 III 152 E. 6b S. 160). Mit anderen Worten kann der Kläger von der Beklagten nur denjenigen Betrag fordern, den er in ihren Miteigentumsanteil investiert hat. Die Vorinstanz hat verbindlich festgestellt (Art. 63 Abs. 2 OG), für den Erwerb und die Überbauung der Liegenschaft in X.________ seien auch Bankdarlehen in der Höhe von Fr. 1'580'000.-- verwendet worden; der Kläger hat die beim Kauf der Liegenschaft in X.________ bestehende Solidarschuld im Interesse beider Parteien erneuert und allein übernommen. Das im Zuge der Überbauung dieses Grundstückes aufgestockte Hypothekardarlehen wurde in beide Miteigentumshälften gleichermassen investiert. Diese wurden beide grundpfandbelastet. All dies wird von den Parteien nicht in Frage gestellt (Art. 55 Abs. 1 lit. c OG). Es rechtfertigt sich daher, dem Kläger die Hälfte der eingegangenen Schuld, mithin Fr. 790'000.-- als Forderung gegen die Beklagte anzurechnen. Insoweit hat die Vorinstanz bundesrechtskonform gehandelt. b) Das Darlehen von Fr. 100'000.--, das die Beklagte von ihrer Mutter erhalten hat, muss ebenso behandelt werden. Die Hälfte davon hat die Beklagte in den Miteigentumsanteil des Klägers investiert, weshalb ihr eine Forderung von Fr. 50'000.-- gegenüber dem Kläger zusteht. Indem das Obergericht insoweit von den ganzen Fr. 100'000.-- ausgeht und hier (ohne Begründung) keine Halbierung vornimmt, verletzt es Bundesrecht.