Citation: 8C_185/2019 E. 4.2

4.2. Der Beschwerdeführer beanstandet, die Ereignisadäquanz des psychischen Leidens sei seit den auslösenden Vorfällen während des Swisscoy-Einsatzes von der Suva-MV wiederholt bejaht worden. Praxisgemäss werde im Rahmen der Haftungsvoraussetzungen nach Art. 5 MVG der adäquate Kausalzusammenhang zwischen der dienstlichen Einwirkung und der während des Dienstes gemeldeten Gesundheitsschädigung vermutet. Die Haftung der Militärversicherung sei nur durch den gegenteiligen Sicherheitsbeweis auszuschliessen. Die Suva-MV habe nachzuweisen, dass ab dem massgebenden Zeitpunkt (1. November 2013) ausschliesslich vordienstliche Ursachen für die anhaltende Gesundheitsschädigung verantwortlich seien. Weil die ängstlich vermeidende Persönlichkeitsstörung gemäss psychiatrischem Gutachten bereits vordienstlich bestanden habe, sei die Militärversicherung nur für deren dienstlich verursachte Verschlimmerung zuständig. Deshalb sei nur von einer Teilhaftung im Sinne von Art. 64 MVG auszugehen. Durch diese gesetzlich vorgesehene Leistungskürzung bei Teilhaftung habe der Gesetzgeber - im Gegensatz zum "Alles-oder-nichts-Prinzip" des Unfallversicherungsrechts - insbesondere bei Versicherten mit Prädispositionen angemessen fallgerechte Lösungen ermöglichen wollen (vgl. dazu CHRISTOF STEGER-BRUHIN, Die Haftungsgrundsätze der Militärversicherung, Diss. St. Gallen 1996, S. 200 f.). Dementsprechend sei auch die Suva-MV zunächst von einer unbeschränkten Teilhaftung ausgegangen, allerdings nur auf Grund eines Haftungsanteils von 25 %, obwohl ihr eigener Psychiater Dr. med. E.________ diesen Anteil sogar mit hinreichender Beweissicherheit auf bis zu 50 % eingeschätzt habe. Im angefochtenen Entscheid fehle eine Begründung dafür, weshalb die anhaltenden - zumindest teilursächlich natürlich kausalen - psychischen Beschwerden zehn Jahre nach dem Swisscoy-Einsatz plötzlich nicht mehr adäquat kausal sein sollten.