Citation: 4A_18/2021 E. 4.3.3

4.3.3. Der Beschwerdeführer kritisiert diese Beurteilung als bundesrechtswidrig. Ohne Erfolg: Zunächst ist hervorzuheben, dass die Privathaftpflichtversicherung zu Gunsten des Beschwerdeführers gerade nicht zustandegekommen ist. Die Vorinstanz weist aber zu Recht darauf hin, dass der Beschwerdeführer selbst bei Einschluss der Privathaftpflichtversicherung nicht Vertragspartei des (neuen) Versicherungsvertrages geworden wäre. Bei einem "Vertrag auf fremde Rechnung" im Sinne von Art. 16 f. VVG kann der versicherte Dritte nach der Rechtsprechung nämlich selbständig den Ersatzanspruch gegen den Versicherer geltend machen, ist aber nicht Partei des Versicherungsvertrages (so ausdrücklich Urteil 5C.277/2006 vom 17. April 2007 E. 4.1 mit Hinweisen). Dementsprechend hat das Bundesgericht etwa hinsichtlich der kollektiven Unfall- oder Krankenversicherung ausgeführt, es sei nicht erkennbar, worin im Verhältnis zwischen dem Versicherer und dem Versicherten die vertragliche Grundlage bestehen soll, auf welche die Rückerstattung von zu Unrecht erbrachten Leistungen gestützt werden könnte (Urteil 4A_197/2018 vom 13. Dezember 2018 E. 3.3 mit Hinweis). Da jedenfalls im Grundsatz nur die Vertragspartner bei Missachtung vertraglicher Pflichten Schadenersatz aus Vertragsverletzung verlangen können (BGE 123 III 204 E. 2f S. 211), ist in der Tat nicht ohne Weiteres ersichtlich, inwiefern dem Beschwerdeführer vertragliche Schadenersatzansprüche gegen die Beschwerdegegnerin zustehen sollen. Der Beschwerdeführer beruft sich auf die Rechtsfigur des Vertrags mit Schutzwirkung zu Gunsten Dritter. Ob sich aus dieser eine vertragliche Anspruchsgrundlage ergeben kann, hat das Bundesgericht bisher nicht allgemein beantwortet (siehe BGE 130 III 345 E. 1; 117 II 315 E. 5c/bb f.; Urteile 4A_226/2010 vom 28. Juli 2010 E. 3.2.1 f.; 4C.194/1999 vom 18. Januar 2000 E. 4). Im vom Beschwerdeführer ins Feld geführten Urteil 4C.139/2005 vom 29. März 2006 hat das Bundesgericht eine vertragliche Haftung aus einem Servicevertrag (für einen Gasheizungskessel) gegenüber einem Familienmitglied der Vertragspartei mit der Begründung bejaht, der Servicevertrag sei "für die Beklagte erkennbar zum Schutze aller Familienmitglieder, welche die Liegenschaft bewohnten, abgeschlossen" worden. Vor diesem Hintergrund habe die Beklagte nicht in guten Treuen davon ausgehen können, "dass sie bei einer Verletzung ihrer vertraglichen Pflichten nur dem Vater des Klägers und nicht auch den übrigen Familienmitgliedern aus Vertrag für allfällige Schäden haften würde (Art. 112 Abs. 2 OR) " (E. 3.3). Davon unterscheidet sich der hier zu beurteilende Fall bereits darin, dass vorliegend die Privathaftpflichtversicherung nicht abgeschlossen wurde, also der Vertrag, der die Schutzwirkung zu Gunsten des Beschwerdeführers allenfalls hätte beinhalten können, gerade nicht zustandegekommen ist. Die Vorinstanz führt zwar in anderem Zusammenhang an, eine (allfällige) Verletzung der Pflicht zu einer sorgfältigen Beratung durch E.________ als Hilfsperson der Beschwerdegegnerin lasse sich "auch als positive Vertragsverletzung im Rahmen des schon bzw. noch bestehenden Vertrages zwischen den Versicherungsnehmern und der [Beschwerdegegnerin] auffassen". Dass sich aus dem früheren Versicherungsvertrag zwischen B.A.________ und C.A.________ einerseits und der Beschwerdegegnerin andererseits eine Beratungspflicht mit Schutzwirkung zu Gunsten des Beschwerdeführers ergibt, wird aber nicht durch eine dahingehende Vertragsauslegung begründet und zeigt auch der Beschwerdeführer nicht auf. Letztlich braucht jedoch nicht entschieden zu werden, ob die Vorinstanz die Klage unter dem Gesichtspunkt einer vertraglichen Haftung statt unter demjenigen der Vertrauenshaftung hätte beurteilen müssen: Denn der Beschwerdeführer zeigt nicht auf und es ist auch nicht erkennbar, inwiefern sein Anspruch aus enttäuschtem Vertrauen in die Beratung von E.________ anders zu beurteilen wäre, wenn angenommen würde, er beruhe nicht auf ausservertraglicher culpa in contrahendo, sondern - zufolge Absorption (Erwägung 4.3.1) - direkt auf Vertrag. Der Beschwerdeführer kritisiert das "nicht erklärbar[e] Ergebnis, dass der Versicherungsnehmer, der (wie es die Vorinstanz sieht) kein berechtigtes Vertrauen (mehr) hat, Ansprüche durchsetzen kann, die mitversicherten Familienmitglieder hingegen, die vom Schutzbereich des Vertrages in erkennbarer Weise erfasst sind, hingegen keine Ansprüche haben [...]". Ein solcher Gegensatz ergibt sich jedoch nicht aus dem angefochtenen Entscheid, äussert sich dieser doch nicht zu den vertraglichen Ansprüchen der Versicherungsnehmer.