Citation: 6B_194/2023 E. 2.2

2.2. Die Beschwerdeführerin hatte vor Vorinstanz beanstandet, dass kein vollständiges Verzeichnis aller beschlagnahmten Akten vorliege. Diese seien den Gerichtsakten beizulegen bzw. die Akten seien objektiv und vollständig zu erfassen und gestützt darauf weitere Untersuchungshandlungen durchzuführen. Die Vorinstanz hat die Anträge der Beschwerdeführerin abgewiesen. Diese habe bereits im Untersuchungsverfahren Kenntnis vom Umgang der Strafverfolgungsbehörden mit den beschlagnahmten Akten gehabt, die Aktenführung aber zu keiner Zeit kritisiert. Indem sie dies erstmals im Berufungsverfahren tue, verstosse sie gegen den Grundsatz von Treu und Glauben und das Verbot widersprüchlichen Verhaltens. Zudem liege kein eklatanter Verstoss gegen die Aktenführungspflicht vor, was die Beschwerdeführerin auch nicht behaupte. Zwar sei ihr zuzugestehen, dass der grosse Umfang der Akten mangels Paginierung und Erfassung in einem Verzeichnis erschwert und nur mit grösserem Aufwand zu bewältigen sei. Durch deren Benennung in den jeweiligen Beschlagnahmeprotokollen - welche ihrerseits im Aktenverzeichnis enthalten seien - und Kennzeichnung sei jedoch eine, wenn auch eher rudimentäre Übersicht gegeben. Bezüglich der Datenträger sei ferner mit dem früheren Verteidiger der Beschwerdeführerin abgesprochen worden, dass die Einsicht organisiert und vereinbart werde. Dieser habe trotz Offerte der Staatsanwaltschaft davon soweit ersichtlich keinen Gebrauch gemacht. Dieses Verhalten habe sich die Beschwerdeführerin entgegenhalten zu lassen. Der Verteidigerwechsel ändere daran nichts. Im Übrigen hätten sämtliche Akten auch dem jetzigen Verteidiger während insgesamt zwei Monaten uneingeschränkt zur Verfügung gestanden.