Citation: 6B_718/2016 E. 2.2

2.2. Der Beschwerdeführer rügt, dass die Gefahr der Entfernung der Deckenspriessen und die damit verbundene Einsturzgefahr dem Beschwerdegegner 2 bewusst gewesen sei. Der Unfall wäre mit einem Gerüst anderer Bauart vermeidbar gewesen. Der Beschwerdeführer macht geltend, die Vorinstanz habe den Sachverhalt willkürlich festgestellt. Nicht sämtliche Handwerker, die auf der Baustelle tätig waren, seien befragt worden. Aktenwidrig sei daher die Annahme, dass alle Handwerker informiert worden seien, dass sie keine Änderungen am Gerüst vornehmen dürfen. Ebenso aktenwidrig sei, dass sie über die geplanten Arbeitsschritte im Lüftungsschaft und am Gerüst selbst sowie über die Bauweise des Gerüstes orientiert worden seien. Der Beschwerdeführer rügt weiter, das fehlbare Verhalten eines unbekannt gebliebenen Dritten stelle keinen derart ungewöhnlichen Umstand dar, dass der Beschwerdegegner 2 nicht damit habe rechnen müssen. Diese Feststellung der Vorinstanz stehe im Widerspruch zur Erwägung des Bezirksgerichts, wonach diejenigen Personen, die allenfalls Anlass zur Entfernung der Deckenspriessen hatten, davon absehen würden. Eine solche Formulierung deute darauf hin, dass absolut kein aussergewöhnlicher Umstand vorliege, wenn ein Handwerker, dem die Spriessen im Wege stehe, diese entferne. Der Zeuge B.________ habe in diesem Zusammenhang erklärt, es sei auf dem Bau üblich, Anweisungen nicht zu beachten, wenn es pressiere. C.________ habe als Zeuge ausgeführt, dass das Gerüst sehr riskant sei, weil die Deckenspriessen entfernt werden könnten. Auch die Vorinstanz habe in ihrem Beschluss vom 4. März 2013 festgehalten, dass man der Gefahr der Entfernung der Deckenspriessen hätte entgegenwirken müssen, falls eine andere Gerüstkonstruktion möglich gewesen wäre. Im Zusammenhang mit der Instruktion der Handwerker sei die Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz zudem widersprüchlich. Der Beschwerdeführer rügt weiter, die Vorinstanz habe die Beweise einseitig zugunsten des Beschwerdegegners 2 gewürdigt. Sie stufe die Aussagen des Beschwerdegegners 2 als nachvollziehbar und glaubhaft ein, ohne zu berücksichtigen, dass dieser ein Burn-out erlitten habe und im Verdacht eines chronischen Alkoholkonsums stehe. Seine Glaubwürdigkeit und nicht nur die Glaubhaftigkeit der einzelnen Aussage müsse daher in Frage gestellt werden. Die Vorinstanz habe zudem über Sachverhaltsfragen befunden, ohne die notwendige Fachkenntnis zu haben, indem sie annehme, dass die baulichen Grundvoraussetzungen für eine andere Gerüstart nicht erfüllt gewesen seien. Des Weiteren macht der Beschwerdeführer geltend, die Erwägung der Vorinstanz, wonach der Beschwerdegegner 2 die von ihm gewählte Konstruktion habe anfertigen lassen dürfen, weil er ansonsten eine vorgängige Abklärung bei einem Bauingenieur hätte einholen müssen, verletze Bundesrecht. Nach der Rechtsprechung müsse der Bauleiter auf eigene Kenntnisse oder auf diejenigen eines beigezogenen Fachmannes abstellen. Diejenigen Regeln der Baukunst, welche nur ausgebildete Ingenieure und Architekten kennen, müsse sich der Bauleiter anrechnen lassen. Falsch sei auch die Schlussfolgerung der Vorinstanz, wonach es sich in dem zu beurteilenden Fall nicht um ein Gerüst in einem Liftschacht, sondern in einem Installationsschacht gehandelt habe, weshalb die Richtlinien der SUVA in Bezug auf Liftschachtgerüste nicht anwendbar seien. Es wäre gemäss Experten möglich gewesen, die auf Liftschächte anwendbaren Richtlinien auch in dem vorliegend zu beurteilenden Fall einzuhalten. Mit der Wahl eines anderen Gerüstes sei die Grenze des erlaubten Risikos überschritten worden. Zur Voraussehbarkeit des Unfalls rügt der Beschwerdeführer, dass der Beschwerdegegner 2 eine Garantenpflicht gehabt habe. Er hätte daher seine Mitarbeiter beaufsichtigen müssen, weshalb von einem Drittverschulden, welches zu einer Unterbrechung des Kausalverlaufes führen könnte, keine Rede sein könne.