Citation: 7B_269/2022 E. 2.3.2

2.3.2. Die Beschwerdeführerin wirft der Vorinstanz vor, den Gesamtkontext - einerseits die damaligen Geschehnisse und andererseits die erniedrigenden Äusserungen, die der Beschwerdegegner 2 im Verlauf des Strafverfahrens sowie des parallel hängigen Zivilverfahrens über sie getätigt habe - ausser Acht zu lassen. Daraus ergebe sich, dass das einzige Ziel des Beschwerdegegners 2 darin bestanden habe, sie aus dem Restaurant zu vertreiben. Das ehrverletzende Schreiben habe deshalb darauf abgezielt, ihre Vertragsbeziehungen mit den Lieferanten zu zerrütten. Die ehrverletzenden Äusserungen in den Gerichtsverfahren würden zudem belegen, dass er keine begründete Veranlassung zum Verfassen des Schreibens gehabt habe, sondern dass es ihm einzig um ihre Desavouierung und Beleidigung gegangen sei. Die Vorinstanz hätte diese Äusserungen nicht als Information zum Zweck der Schadensminderung qualifizieren dürfen. Dies folge auch daraus, dass weder ein tatsächlicher noch ein potenzieller Schaden der Lieferanten erwiesen sei. Insbesondere habe der Beschwerdegegner 2 im bisherigen Verfahren nicht dargelegt, geschweige denn bewiesen, dass sie die Rechnungen der Lieferanten nicht beglichen habe bzw. nicht begleichen würde. Schliesslich hätte der Beschwerdegegner 2 das angebliche Ziel der Schadensminderung auch mit milderen Massnahmen (Zuwarten, bis die erforderlichen Abklärungen erfolgt sind, Verfassen eines sachlichen Schreibens, Notverkauf i.S.v. Art. 93 OR) e rreichen können.