Citation: 1B_146/2017 E. 2.2.2

2.2.2. Kollusionsgefahr sieht das Obergericht einerseits in Bezug auf B.________ und anderseits in Bezug auf die sichergestellten Handys des Beschwerdeführers und seiner Freundin, welche zurzeit versiegelt bzw. noch nicht entsiegelt sind (E. 4.5 S. 9 ff.). Nach dem Polizeirapport hat der Beschwerdeführer am 28. Juli 2016 unmittelbar nach der fraglichen Fahrt mit B.________ telefoniert. Am Abend rief dann C.________ zunächst B.________ und anschliessend den Beschwerdeführer an. Der Verdacht liegt nahe, dass diese Telefonate die Raser-Fahrt bzw. deren Vertuschung betroffen haben könnten. Dass der Beschwerdeführer nicht zögert, die Beweisaufnahme in seinem Sinn zu beeinflussen, zeigt schon der Umstand, dass er seine Freundin zur Aussageverweigerung aufforderte. Zwar wurde B.________ in der Zwischenzeit am 19. April 2017 als Zeuge vernommen. Allerdings hat er sich dabei sehr ausweichend verhalten und auffällig häufig geltend gemacht, die Fragen wegen Nichtwissens oder Desinteresses nicht beantworten zu können. Entgegen seinem ansonsten sehr zurückhaltenden Aussageverhalten hat er dann von sich aus, ohne einschlägige Frage, erzählt, dass der Beschwerdeführer mehrmals ungarischen Besuch gehabt habe und er ihn davor gewarnt habe, das Motorrad auszuleihen (Einvernahme-Protokoll Frage 23). Da auch C.________ nur selektiv ausgesagt und die Aussage in erheblichem Umfang verweigert hat, besteht für den Beschwerdeführer nach wie vor ein erheblicher Spielraum, um in Freiheit zu kolludieren. So könnte er beispielsweise mit C.________ und B.________ die Identität eines (für die Schweizer Strafverfolgungsbehörden nicht greifbaren) Ungarn als möglichen Täter der Raserfahrt aufbauen, um so Zweifel an der eigenen Täterschaft zu wecken. Das Risiko besteht umso mehr, als sich alle drei im Rotlichtmilieu bewegten - B.________ war nach eigenen Angaben Betreiber eines Bordells, der Beschwerdeführer hat am 12. Mai 2007 in einem Nachtklub, in dem seine Freundin C.________ als Bardame arbeitete, einen Mann angeschossen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_466/2012 vom 8. November 2012) -, was die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass der Beschwerdeführer willens und fähig wäre, in Freiheit die beiden mit ihm befreundeten Zeugen entsprechend zu beeinflussen. Dazu kommt, dass bis zum Abschluss des Entsiegelungsverfahrens und der Sicherung der externen Daten immer noch die Möglichkeit besteht, dass der Beschwerdeführer in Freiheit allfällige Daten, die sich möglicherweise in einer Cloud befinden, löscht. Ob solche externen Daten existieren oder nicht, steht zwar nicht fest, ist aber auch nicht ausgeschlossen. Damit kann jedenfalls bis zum Abschluss des Entsiegelungsverfahrens auch in dieser Beziehung Kollusionsgefahr angenommen werden. Nachher wird entweder die Staatsanwaltschaft die Daten einsehen und auswerten, oder sie sind ihrem Zugriff entzogen, womit die bis dahin bestehende Kollusionsgefahr in dieser Beziehung so oder so dahinfallen wird. Zusammenfassend hat das Obergericht jedenfalls kein Bundesrecht verletzt, indem es Kollusionsgefahr bejahte.