Citation: 1P.19/2000 23.03.2000 E. B

B.- Im zweiten Rechtsgang wies der Erziehungsrat am 29. Juni 1999 den Rekurs gegen den Einspracheentscheid der Stipendienkommission wiederum ab. Er legte dar, zwingende Gründe im Sinne von § 5 Abs. 3 StipV/ZH für den Besuch einer privaten oder auswärtigen Lehranstalt würden gemäss Praxis der Stipendienbehörden nur anerkannt, wenn das Ausbildungs- bzw. Berufsziel an öffentlichen Lehranstalten im Kanton Zürich überhaupt nicht erreichbar sei oder wenn das Absolvieren der Ausbildung an einer solchen Lehranstalt eindeutig unzumutbar sei. Sofern die Gründe für das Absolvieren einer auswärtigen oder privaten Ausbildung diesen strengen Anforderungen nicht genügten, deren Wahl aber dennoch als vernünftig und unter stipendienrechtlichen Gesichtspunkten als sinnvoll erscheine, würden bei der Bemessung des Jahresbeitrags diejenigen Kosten einbezogen, die beim Besuch einer kantonalzürcherischen Lehranstalt angerechnet würden. Unter anderem gestützt auf eine Auskunft des Rektors der Jüdischen Schule Zürich erwog der Erziehungsrat sodann, der Besuch der von Y.________ gewählten Mittelschule sei weder für das Absolvieren eines jüdischen Lehrerinnenseminars noch für eine spätere Unterrichtstätigkeit an jüdischen Schulen zwingend. Sie könne auch nach einer hiesigen Mittelschule ein jüdisches Lehrerinnenseminar besuchen. Dass dadurch die Ausbildung allenfalls etwas länger dauern würde als nach einer jüdischen Mittelschule, mache das Absolvieren einer öffentlichen Mittelschule nicht unzumutbar. Auch die Übernahme der Kosten, die beim Besuch einer öffentlichen Mittelschule im Kanton Zürich berücksichtigt würden, komme nicht in Frage, da die Ausbildung am jüdischen Lehrerinnenseminar mit dem Curriculum der Zürcher Lehrerausbildung nicht äquivalent sei. Die Tochter des Rekurrenten könnte mit dieser Ausbildung an öffentlichen Schulen im Kanton Zürich nicht und an jüdischen Schulen nur mit einer provisorischen Bewilligung zeitlich limitiert Unterricht erteilen. Es sei daher fraglich, ob sie am Ende ihres Ausbildungswegs überhaupt je eine existenzsichernde Stelle als Lehrerin werde finden können. Auch eine andere Ausbildung in der Schweiz wäre mangels genügender Anerkennung der französischen Maturität mit Schwierigkeiten verbunden. Der Besuch einer Mittelschule in Frankreich sei deshalb nicht sinnvoll. Abgesehen davon komme eine Unterstützung auch mangels stipendienrechtlicher Anerkennung des Ausbildungsgangs nicht in Frage, da die Ausbildung am Seminar "Tomer Debora" dem Niveau öffentlicher Mittelschulen im Kanton Zürich nicht entspreche. Dagegen erhob X.________ erneut Beschwerde an das Verwaltungsgericht des Kantons Zürich. Dieses holte eine Vernehmlassung der Bildungsdirektion ein, welche mit Datum vom 14. Oktober 1999 einging. Das Verwaltungsgericht wies daraufhin am 17. November 1999 die Beschwerde ab. Es erwog, der Erziehungsrat sei bei seinem zweiten Entscheid den mit dem Rückweisungsentscheid vom 7. Oktober 1998 verbundenen Anweisungen in jeder Hinsicht nachgekommen. Er habe die Frage einer Verknüpfung von profaner Mittelschulausbildung und Unterweisung in jüdischen Fächern hinreichend geprüft. Die Rügen des Beschwerdeführers, der Sachverhalt sei unrichtig oder unvollständig festgestellt, seien unbegründet. Auch habe der Erziehungsrat sein Ermessen weder missbraucht noch überschritten, wenn er das Vorliegen erheblicher "anderer Gründe" im Sinne von § 5 Abs. 3 StipV/ZH verneint habe. Für die Unterrichtstätigkeit in säkularen Fächern an einer jüdischen Schule genüge eine schweizerische Lehrerausbildung. Wenn die Tochter des Beschwerdeführers zusätzlich jüdische Fächer unterrichten wolle, könne sie sich die erforderlichen Kenntnisse innert angemessener Frist auch nach Abschluss einer schweizerischen Mittelschul- und Lehrerausbildung erwerben. Selbst wenn dadurch das Studium um mehr als ein Jahr verlängert würde, wäre ein solcher Ausbildungsgang zumutbar, da er zu einer unbeschränkten Lehrberechtigung auch für säkulare Fächer führen würde. Falls es nur darum gehe, durch den gewählten Ausbildungsgang die Befähigung zum Unterricht jüdischer Fächer zu erwerben, so wäre die stipendienrechtliche Nichtanerkennung nur dann zu beanstanden, wenn für entsprechende Ausbildungsgänge anderer Glaubensrichtungen Studienbeiträge ausgerichtet würden. Das werde aber nicht geltend gemacht. Die Praxis der Vorinstanz, welche den Besuch der öffentlichen, konfessionell neutralen Schulen auch für Kinder tief religiöser Eltern für zumutbar halte, widerspreche nicht der Religionsfreiheit und sei nicht diskriminierend.