Citation: 1P.807/2006 18.07.2007 E. 2

2.1 Der Beschwerdeführer bringt (S. 5 f.) vor, der Gerichtspräsident - vor dem er noch nicht anwaltlich vertreten gewesen sei - habe ihm das Vorlesen seines schriftlich verfassten Parteivortrages nicht erlaubt und diesen lediglich zu den Akten genommen. Damit sei der Anspruch des Beschwerdeführers auf rechtliches Gehör verletzt worden. 2.2 Der Beschwerdeführer macht nicht geltend, der Gerichtspräsident habe insoweit kantonales Prozessrecht willkürlich angewandt. Zu prüfen ist somit allein, ob der Anspruch des Beschwerdeführers auf rechtliches Gehör nach Art. 29 Abs. 2 BV verletzt worden ist. Der Gerichtspräsident hat den schriftlichen Parteivortrag des Beschwerdeführers zu den Akten genommen und sein Urteil mehrere Wochen danach eröffnet. Es ist davon auszugehen, dass der Gerichtspräsident den schriftlichen Parteivortrag gelesen hat. Für die gegenteilige Annahme bestehen keine Anhaltspunkte. Hat der Gerichtspräsident aber die Ausführungen des Beschwerdeführers zur Kenntnis genommen, ist eine Verletzung des rechtlichen Gehörs zu verneinen. Wie der Beschwerdeführer (S. 5) selber sagt, machte er weitschweifige Ausführungen und hatte er angesichts der ihn stark belastenden Vorgeschichte Mühe, sich auf die im Verfahren in Frage stehenden Punkte zu fokussieren. Unter diesen Umständen dürfte es für den Beschwerdeführer sogar von Vorteil gewesen sein, dass der Gerichtspräsident den Parteivortrag zu den Akten erkannt und dann gelesen hat. Es ist nicht ersichtlich, inwiefern es sich zugunsten des Beschwerdeführers hätte auswirken können, wenn er dem Gerichtspräsidenten die weitschweifigen mündlichen Ausführungen - noch dazu zu unwesentlichen Punkten - vorgetragen hätte. Selbst wenn man im vorliegenden Punkt eine Verletzung des rechtlichen Gehörs bejahen wollte, würde das dem Beschwerdeführer nicht helfen. Im Verfahren vor Obergericht war er durch einen Anwalt vertreten. Dieser konnte dort alles vorbringen, was zugunsten des Beschwerdeführers sprach, und hat dies auch getan. Da dem Obergericht keine engere Prüfungsbefugnis zukam als dem Gerichtspräsidenten, wäre eine Verletzung des rechtlichen Gehörs im obergerichtlichen Verfahren geheilt worden (vgl. BGE 129 I 129 E. 2.2.3 S. 135; 126 I 68 E. 2 S. 72).