Citation: 7B_726/2023 E. A

A.a. A.________ wurde mit Urteil des Obergerichts des Kantons Zug vom 26. Oktober 2020 der Vergewaltigung, der mehrfachen sexuellen Nötigung und der mehrfachen sexuellen Handlungen mit Abhängigen zum Nachteil seiner Stieftochter B.________ schuldig gesprochen und mit einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren und zwei Monaten bestraft. Zusätzlich wurde er für die Dauer von sechs Jahren des Landes verwiesen (Verfahren S 2020 6). Die Verurteilung beruhte im Wesentlichen auf den Aussagen des Opfers, wobei dieses im Laufe des Verfahrens aussagepsychologisch begutachtet worden war. A.b. Im Jahr 2021 erhob B.________ Vorwürfe wegen sexuellen Missbrauchs gegen zwei weitere Männer (C.________ und D.________). Die Staatsanwaltschaft stellte die beiden Verfahren am 1. April 2022 ein. Die Verfahrenseinstellungen erwuchsen unangefochten in Rechtskraft. A.c. In der Folge eröffnete die Staatsanwaltschaft gegen B.________ eine Strafuntersuchung wegen mehrfacher falscher Anschuldigung. Im Rahmen dieses Verfahrens liess sie B.________ zur Frage der Schuldfähigkeit forensisch-psychiatrisch begutachten. Im Gutachten von Dr. med. E.________ vom 26. September 2022 wurden B.________ eine Intelligenzminderung mit deutlicher Verhaltensstörung (ICD-10 F70.1) bzw. differentialdiagnostisch eine Intelligenzminderung (ICD-10 F70) und eine komorbide organische Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F07.0) diagnostiziert. Die Gutachterin hielt fest, dass die Störung bereits im Jahr 2017 vorgelegen habe, im aussagepsychologischen Gutachten der F.________ AG vom 18. Juli 2018 aber nicht diagnostiziert worden sei. Die Auswirkungen dieser Störung seien grundsätzlich geeignet, sich nachteilig auf die Zuverlässigkeit der Aussagen von B.________ auszuwirken.