Citation: 8C_545/2021 E. 4.1

4.1. Das kantonale Gericht erachtete die Voraussetzungen des Vertrauensschutzes als nicht erfüllt. Es hielt dazu im Wesentlichen fest, der Beschwerdeführer vermöge nicht nachzuweisen, dass ihm anlässlich der Telefongespräche vom 30. November 2020 und vom 25. Januar 2021 (die unbestrittenermassen stattgefunden hätten) eine unrichtige Auskunft erteilt worden sei. Dies ergebe sich weder aus der rund achtminütigen Dauer des ersten Telefonats noch daraus, dass die Frage nach der Koordinierung von AHV-Rentenvorbezug und Arbeitslosenentschädigung sein einziger Beweggrund für diesen Anruf gewesen sei. Denn es bleibe gänzlich unbekannt, welche Informationen er gegeben habe sowie ob und gegebenenfalls wie er seine Frage gestellt und formuliert habe. Auch seien der Gesprächsverlauf und insbesondere die angeblich unrichtige Auskunft unbewiesen. Aufgrund der schriftlichen Stellungnahme des Sachbearbeiters der Beschwerdegegnerin vom 24. Februar 2021 sei äusserst fraglich, was genau Inhalt des Telefonats vom 30. November 2020 gebildet habe und welches das Anliegen des Beschwerdeführers gewesen sei. Der Sachbearbeiter gebe jedenfalls an, bis zum zweiten Telefonat vom 25. Januar 2021 davon ausgegangen zu sein, dass sich der Beschwerdeführer erst im Anschluss an die Aussteuerung frühzeitig pensionieren lassen würde. Nachvollziehbar sei zudem die Darstellung der Beschwerdegegnerin, man bleibe bei Telefonaten und ohne klare Sachverhaltsangaben vage und gebe keine verbindlichen Auskünfte. Nach dem kantonalen Gericht besteht daher kein Anlass, von der Praxis abzuweichen, wonach der Hinweis auf ein Telefongespräch, für das keinerlei Aktennotiz existiere, keine genügende Grundlage für einen Vertrauensschutz bilde. Weil der Gesprächsinhalt des Telefonats vom 30. November 2020 und das dort geäusserte Anliegen unbewiesen sei, sei des Weiteren nicht überprüfbar, ob beim Beschwerdeführer allenfalls Informationsbedarf über die wegen des AHV-Rentenvorbezugs drohende Einstellung der Arbeitslosenentschädigung bestanden hätte. Eine allfällige Verletzung der Beratungspflicht gemäss Art. 27 Abs. 2 ATSG könne daher nicht nachgewiesen werden. Weitere Abklärungsmassnahmen über den Gesprächsinhalt seien ausgeschlossen, da weder der Sachbearbeiter der Beschwerdegegnerin noch der Beschwerdeführer eine Telefonnotiz erstellt hätten, so dass eine Rekonstruktion des Gesprächs unmöglich sei. Die Folgen dieser Beweislosigkeit trage der Beschwerdeführer, der aus dem Gesprächsinhalt Rechte ableiten wolle. Es bestehe zudem keine allgemeine Pflicht, jedes Telefonat zu protokollieren. Aufgrund der von der Beschwerdegegnerin geltend gemachten Praxis, am Telefon stets vage zu bleiben und keine verbindlichen Auskünfte zu erteilen, habe der Gesprächsinhalt nicht als entscheidwesentlich angesehen werden und mittels einer Notiz in die Akten eingehen müssen. Daher sei nicht von einer Verletzung der Aktenführungspflicht nach Art. 46 ATSG auszugehen, die zu einer Umkehr der Beweislast führen würde.