Citation: 6S.198/2005 31.07.2006 E. 1

Der Beschwerdeführer macht geltend, er habe sich in seinem bisherigen Leben noch in keiner Situation aggressiv, geschweige denn kriminell gezeigt, was von mehreren Zeugen im Verfahren bestätigt worden sei. Die Tat stehe in krassem Gegensatz zu seinem untadeligen Vorleben, weshalb sie als isoliertes Verhalten umso unverständlicher sei. Aus diesen Gründen hätte die Vorinstanz Zweifel an der Zurechnungsfähigkeit des Beschwerdeführers haben und ihn psychiatrisch untersuchen lassen müssen. Indem sie dies unterlassen habe, habe sie Bundesrecht verletzt. 1.1 Nach Art. 13 Abs. 1 StGB ordnet die urteilende Behörde eine Untersuchung des Beschuldigten an, wenn sie Zweifel an dessen Zurechnungsfähigkeit hat. Der Richter soll also seine Zweifel nicht selber beseitigen, etwa durch Zuhilfenahme psychiatrischer Fachliteratur, sondern, wie sich aus Absatz 2 von Artikel 13 StGB ergibt, durch Beizug von Sachverständigen. Artikel 13 StGB gilt nicht nur, wenn der Richter tatsächlich Zweifel an der Zurechnungsfähigkeit hegt, sondern auch, wenn er nach den Umständen des Falles Zweifel haben sollte (BGE 116 IV 273 E. 4a mit Hinweisen). 1.2 Die Vorinstanz hält in tatsächlicher Hinsicht fest, der Beschwerdeführer habe zwei Gesichter. Gegenüber Dritten zeige er seine ruhige und kontrollierte Seite, was sich auch vor Schranken bestätigt habe. Seiner Ehefrau gegenüber habe er sich jedoch auch sehr impulsiv, wenn nicht gar explosiv verhalten. So habe er die Wohnung mehrmals demoliert und seine Frau auch geschlagen. Letzteres habe sich nach der Mitteilung, sie wolle sich von ihm trennen, verschlimmert. Als Motiv für die Tat nennt die Vorinstanz Eifersucht und "verletzte Ehre" (angefochtener Entscheid S. 14 ff. Ziff. 1.3 a/b, S. 53 ff. Ziff. 4.5 und S. 69 Ziff. 3.2 a) Diesen Feststellungen widerspricht der Beschwerdeführer in unzulässiger Weise (Art. 273 Abs. 1 lit. b BStP), wenn er behauptet, er habe sich in seinem bisherigen Leben noch nie aggressiv verhalten. Damit geht auch die Argumentation fehl, die Tat stehe in krassem Gegensatz zu seinem untadeligen Vorleben. Vielmehr ist mit der Vorinstanz zu schliessen, der Tatanlass des Beschwerdeführers stimme mit seinem jamaikanischen Kulturhintergrund und der damit verbundenen Denkweise sowie mit seiner Persönlichkeit überein (angefochtener Entscheid S. 67 f. lit. d). Bei dieser Ausgangslage musste die Vorinstanz die Zurechnungsfähigkeit des Beschwerdeführers auch nicht untersuchen lassen.