Citation: 6B_932/2021 E. 1.5.1

1.5.1. Die Beschwerdeführerin wurde im Jahr 1970 in Douala, Kamerun, geboren, wo sie sowohl die Primar- als auch die Sekundarschule besuchte. Damit hat sie die prägenden Kinder- und Jugendjahre in ihrem Heimatland verbracht. Sie heiratete im Jahr 2001 ihren heutigen Ehemann und reiste am 6. November 2001 im Alter von 31 Jahren in die Schweiz ein. Angesichts der langen Aufenthaltsdauer von 20 Jahren in der Schweiz würde eine Landesverweisung für die Beschwerdeführerin zweifellos einen Einschnitt bedeuten. Daraus alleine lässt sich jedoch noch kein für die Annahme eines Härtefalls genügend gewichtiges persönliches Interesse an einem Verbleib in der Schweiz ableiten. Ob ein Härtefall vorliegt, entscheidet sich weder anhand von starren Altersvorgaben, noch führt eine lange Anwesenheitsdauer automatisch zur Annahme eines Härtefalls. Die Härtefallprüfung ist vielmehr in jedem Fall anhand der gängigen Integrationskriterien vorzunehmen (vgl. BGE 146 IV 105 E. 3.4.4; 144 IV 332 E. 3.3.2; Urteil 6B_1428/2020 vom 19. April 2021 E. 2.6.1; je mit Hinweisen). Eine längere Aufenthaltsdauer, zusammen mit einer guten Integration, ist in aller Regel ein starkes Indiz für das Vorliegen eines Härtefalls (BGE 146 IV 105 E. 3.4.4). Vorliegend legt die Beschwerdeführerin nicht dar, inwiefern sich die Einreise im Alter von 31 Jahren derart prägend auf ihre Persönlichkeit ausgewirkt haben soll, dass dadurch von einer gelungenen Integration in der Schweiz gesprochen werden könnte. Im Übrigen bezieht die Vorinstanz die Aufenthaltsdauer der Beschwerdeführerin in der Schweiz in die Härtefallprüfung mit ein, wobei sie diese richtigerweise lediglich als ein Element unter anderen würdigt. Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin hat das Bundesgericht bereits mehrfach trotz einer Aufenthaltsdauer von über 20 Jahren einen schweren persönlichen Härtefall verneint bzw. eine Landesverweisung als bundesrechtskonform erachtet (vgl. beispielsweise 6B_1264/2021 vom 13. Juli 2022; 6B_399/2021 vom 13. Juli 2022; 6B_1428/2020 vom 19. April 2021).