Citation: 6B_1024/2017 E. 1.2.1

1.2.1. Es ist unbestritten und aufgrund der Videoaufzeichnung sowie der Zeugenaussagen erstellt, dass sich der Beschwerdeführer unmittelbar vor dem Übergriff der Mitbeschuldigten auf den Privatkläger am Tatort aufhielt und diesen mit etwas Abstand folgte. Er bestreitet auch nicht, einen Tritt in Richtung des Kopfes des Privatklägers ausgeführt und diesem abschliessend die Mütze vom Kopf gerissen zu haben. Soweit er in diesem Zusammenhang behauptet, er habe nur zum Schein getreten, um die Mitbeschuldigten zu beeindrucken, qualifiziert die Vorinstanz dies ohne Willkür als Schutzbehauptung. Angesichts der räumlichen und zeitlichen Nähe des Beschwerdeführers zum Tatgeschehen - er rückt unbestrittenermassen bloss vier Sekunden nach den Mitbeschuldigten ins Blickfeld der Kamera - sowie seines Eingreifens in das Geschehen nur 10 Sekunden nach dem ersten Schlag eines Mitbeschuldigten in den Rücken des Privatklägers, ist es zudem nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz erwägt, der Beschwerdeführer habe den Angriff der beiden anderen genau mitbekommen, sich diesem angeschlossen und deren Übermacht verstärkt. Entgegen seiner Auffassung spielt dabei keine Rolle, ob die ersten Sekunden der Videoaufnahme ein synchrones Bewegungsbild aller Beschuldigten zeigen und daher davon auszugehen ist, dass sie den Privatkläger bereits vorher gemeinsam verfolgten, wie die Vorinstanz annimmt. Dies ist indes unter den dargestellten Umständen nachvollziehbar. Ein grosser räumlicher Abstand zu den Mitbeschuldigten, dem Privatkläger und dessen Freundin, welcher darauf hindeuten soll, dass der Beschwerdeführer mit diesen nichts zu tun habe, bestand jedenfalls nicht. Es entlastet den Beschwerdeführer auch nicht, dass er sich zu Beginn des Übergriffs noch einige Meter von den Mitbeschuldigten entfernt aufhielt, wovon im Übrigen auch die Vorinstanz ausgeht. Ihre Annahme, er habe das Geschehen dennoch mitbekommen, ist nicht zu beanstanden. Selbst wenn anzunehmen wäre, dass der Beschwerdeführer den Privatkläger nicht synchron mit den anderen Beschuldigten verfolgt hätte, steht fest, dass er diesen wenige Sekunden nach Beginn des Übergriffs mit einem Tritt traktierte, als dieser bereits am Boden lag. Er hat damit unbestreitbar zugunsten der Mitbeschuldigten ins Tatgeschehen eingegriffen, wobei unerheblich ist, ob dieses Vorgehen vorher abgesprochen und koordiniert war oder spontan geschah. Der vorinstanzlich dargestellte Tatablauf illustriert indes klar ein abwechselndes Vorgehen aller Beschuldigten. Von einem isolierten Vorgehen der Beteiligten kann keine Rede sein. Zudem ist unbestritten, dass unmittelbar nach dem Tritt des Beschwerdeführers auch ein Mitbeschuldigter Tritte gegen den Kopf des Opfers ausführte. Es ist daher nachvollziehbar, wenn die Vorinstanz erwägt, das Eingreifen des Beschwerdeführers habe den Übergriff auf eine noch höhere Ebene der Gewalt gehoben, weil er als erster gegen den Kopf des Opfers getreten habe. Angesichts des Versuchsvorwurfs ist es ferner nicht entscheidend, ob er den Kopf tatsächlich traf. Der Vorinstanz ist im Übrigen zuzustimmen, dass dies aufgrund des dynamischen Geschehens - auch der Beschwerdeführer selbst spricht lediglich von rund 50 Sekunden, die der Übergriff gedauert habe - nicht in seiner Macht lag, zumal der Privatkläger just in jenem Moment versuchte, sich aufzurappeln. Sie geht gleichfalls nachvollziehbar davon aus, dass es sich um einen kräftigen Tritt handelte. Der in diesem Zusammenhang erhobene Einwand des Beschwerdeführers, er habe absichtlich in die Luft getreten, und der Tritt sei nicht kräftig gewesen, ist unter den dargelegten Umständen abwegig. Daran ändert nichts, ob dies in den Videoaufzeichnungen zweifelsfrei erkennbar ist und wie genau der Tritt ausgeführt wurde. Entgegen seiner Auffassung bedarf es hierfür namentlich keines Anlaufs oder einer wuchtigen Drehbewegung. Auch das Gewicht des Beschwerdeführers von bloss 55 Kg spricht nicht gegen einen kräftigen, entsprechend gefährlichen Tritt. Eine Verletzung der Unschuldsvermutung ist nicht ersichtlich. Im Übrigen kommt es für die Frage, was der Beschwerdeführer mit dem Tritt wollte und in Kauf nahm - was das Bundesgericht nur unter dem Gesichtspunkt der Willkür prüft (oben E. 1.1) - nicht darauf an, ob dieser aus seiner Sicht "gelungen" war oder nicht. Auch entlastet es ihn mit Bezug auf seine Tatbeteiligung nicht, dass er danach nicht weiter auf den Privatkläger einschlug oder eintrat. Dies gilt umso mehr, als unmittelbar nach seinem Fusstritt einer der Mitbeschuldigten auf den Privatkläger eintrat, worauf die Vorinstanz ebenfalls zu Recht hinweist. Die diesbezüglichen, teilweise weitschweifigen Ausführungen in der Beschwerde belegen keine Willkür.