Citation: 5A_471/2015 E. 2

Das Obergericht hat festgehalten, es sei lediglich der Vindikationsanspruch gemäss Art. 641 Abs. 2 ZGB eingeklagt. Es sei gerade umstritten, woraus die Beschwerdegegner ihren Besitz herleiten würden, weshalb die Rechtsvermutung von Art. 930 Abs. 1 ZGB nicht greife. Vielmehr würden sie die volle Beweislast für die tatsächlichen Voraussetzungen der von ihnen behaupteten Handschenkung tragen. Im folgenden würdigte das Obergericht die betreffenden Umstände. Im Rahmen seiner diesbezüglichen Sachverhaltsfeststellung und Beweiswürdigung hielt das Obergericht fest, gemäss Darstellung der Beschwerdegegner habe D.A.________ ihnen am 25. Oktober 2011 die Bilder über seine Familie geschenkt. Er habe sie vernichten wollen, da er mit seiner Familie aufgrund diverser Vorkommnisse keinen Kontakt mehr gewünscht habe. Sie hätten ihn davon abhalten können, worauf er ihnen die Bilder mit der Bemerkung übergeben habe, er wolle diese nicht mehr sehen. Dies stimme überein mit der Aussage der als Zeugin befragten Nachbarin F.________, wonach D.A.________ von konkreten Familien-Bildern gesprochen habe, welche er zerstören wolle; sie habe das speziell gefunden und ihm gesagt, dass er die Bilder unzerstört lassen solle. Gemäss den weiteren Ausführungen der Beschwerdegegner sei D.A.________ Anfang Dezember 2011 mit der Bitte an sie herangetreten, sich aus den im Haus befindlichen Bildern jene auszusuchen, welche sie behalten möchten. Auf diese Aufforderung hin hätten sie in seinem Beisein in zwei Etappen am 9. und 21. Dezember 2011 die Bilder ausgesucht. Das Obergericht hielt diese Ausführungen für schlüssig und nachvollziehbar. Die Beschwerdegegner hätten keinerlei Motiv für ein heimliches Beiseiteschaffen der Bilder gehabt. Sie hätten zu D.A.________ ein sehr gutes Verhältnis gehabt und dieser habe bis Ende 2011 mehrfach seinen Willen geäussert, ihnen die Bilder nach seinem Tod bzw. bei seinem Auszug aus dem Haus zu vermachen. Am 27. September 2011 habe er dies schriftlich festgehalten. Diesen Willen habe er auch gegenüber der Zeugin F.________ mehrmals geäussert; sodann habe er zu ihr zwischen Herbst und Ende 2011 auch einmal gesagt: "Jetzt haben sie die Bilder noch immer nicht mitgenommen." Auch der Zeuge G.________ habe bestätigt, dass D.A.________ zwei bis drei Mal gesagt habe, dass die Beschwerdegegner Bilder erhalten sollten. Sodann habe Notar H.________ bestätigt, dass D.A.________ bei der Besprechung des Testaments vom 11. November 2011 noch überzeugt gewesen sei, die Beschwerdegegner zu begünstigen; tatsächlich habe er ihnen im betreffenden Testament im Sinn eines Legates all seine Bilder vermacht, wovon sie auch Kenntnis gehabt hätten. So hätten sie am 28. Januar 2012 an Rechtsanwalt Dr. I.________, als dieser von ihnen im Namen des Beschwerdeführers die Bilder zurückgefordert habe, denn auch geantwortet, dass man die Eröffnung des Testamentes abwarten solle. Vor diesem Hintergrund liege die Annahme, dass sie sich die Bilder am 25. Oktober sowie 9. und 21. Dezember 2011 unrechtmässig, d.h. heimlich oder gegen den Willen von D.A.________ angeeignet hätten, ausserhalb einer vernünftigen Betrachtungsweise. Schliesslich spreche auch das Verhalten von D.A.________ für die behaupteten Handschenkungen: Er habe sich, als er noch in seinem Haus gewohnt habe, nie über das Abhandenkommen oder Fehlen von Bildern geäussert. In Anbetracht der erheblichen Anzahl von 64 Bildern, darunter auch grossformatige Exemplare, sei auszuschliessen, dass er den Abtransport oder das Fehlen nicht bemerkt haben könnte. Daran ändere nichts, dass er im Januar 2012 nach der Einlieferung ins Spital und Erstellung des zweiten Testaments vom 5. Januar 2012 kurz vor seinem Tod mit den Beschwerdegegnern telefoniert und in Rage geschrien haben soll: "Hast du diese Bilder rausgenommen?" Zum einen seien die näheren Umstände dieses Telefonats und insbesondere die Frage, um welche Bilder es gegangen sei, unklar geblieben; zum anderen könnte daraus nicht geschlossen werden, dass D.A.________ die Handschenkungen am 25. Oktober sowie 9. und 21. Dezember 2011 nicht gewollt oder mitbekommen habe, stünde dies doch im Widerspruch zu seinem eigenen Verhalten bis zur Einlieferung ins Spital. Denkbar sei, dass er kurz vor seinem Tod die vorher vollzogenen Handschenkungen bereut habe, nachdem mit seinem Sohn ein versöhnliches Gespräch stattgefunden und er am 5. Januar 2012 ein neues Testament verfasst habe. Ohne massgebliche Bedeutung für den Beweis der Handschenkungen sei schliesslich, wie es sich mit dem geistigen Zustand von D.A.________ nach der Einlieferung ins Spital, insbesondere am 5. Januar 2012 verhalten und in welchem Umfang der Beschwerdeführer allenfalls Einfluss auf D.A.________ genommen habe, denn all diese Umstände hätten sich erst mehrere Wochen nach den Handschenkungen zugetragen und seien nicht geeignet, mehr als theoretische oder bloss sehr entfernte Zweifel an deren Vorliegen zu wecken.