Citation: 9C_455/2022 E. 9

Unbehelflich sind auch die beschwerdeführerischen Einwände gegen die vorinstanzliche (im Rahmen der umfassenden Prüfung des Rentenanspruches gewonnene) Erkenntnis, wonach gestützt auf die Angaben des Prof. Dr. med. G.________ von einem Ausschlussgrund im Sinne einer Aggravation auszugehen ist und deshalb kein versicherter Gesundheitsschaden mehr vorliegt. Anders als der Beschwerdeführer behauptet, wurde nicht "lediglich gestützt auf die Observationsergebnisse" eine Aggravation angenommen. Grundlage bildete vielmehr die Beurteilung der Observationsergebnisse durch Prof. Dr. med. G.________ vom 21. Januar 2021 in Verbindung mit dessen Gutachten vom 2. Juli 2018 (einschliesslich neuropsychologischer Expertise), womit eine breite Beobachtungsbasis bestand (vgl. zu diesem Erfordernis: Urteil 8C_553/2021 vom 13. April 2023 E. 6.2). Dabei wies Prof. Dr. med. G.________ darauf hin, dass er bereits in seinem Gutachten zahlreiche Diskrepanzen und Inkonsistenzen erwähnt habe und die Videoaufnahmen das schon im Gutachten formulierte Bild einer nicht gegebenen Beschwerdevalidität unterstützen würden. Zu Unrecht beanstandet der Beschwerdeführer sodann, dass unter den gegebenen Umständen nicht weiter geprüft wurde, ob das aggravatorische Verhalten bei ihm krankheitsbedingt sein könnte, denn dies schloss Prof. Dr. med. G.________ aus, indem er von "nicht überwiegend wahrscheinlich krankheitsbedingten Verzerrungen" sprach. Nicht gefolgt werden kann dem Beschwerdeführer schliesslich, soweit er dafürhält, es hätten weitere Abklärungen zu seiner Arbeitsunfähigkeit durchgeführt werden müssen. Diesem Vorbringen steht entgegen, dass der Versicherte mit seinem Verhalten bewusst - in schuldhafter Verletzung seiner Aufklärungs- und Mitwirkungspflicht - eine korrekte Beurteilung seines Gesundheitszustandes und seiner Arbeitsfähigkeit verhindert hat, denn aufgrund der von ihm gezeigten, ausgeprägten Verzerrungen war es gutachterlicherseits nicht möglich, die Auswirkungen der feststehenden Aggravation einzuschätzen, d.h. die Arbeitsfähigkeitsschätzung um den Umfang der Aggravation zu bereinigen (vgl. dazu BGE 141 V 281 E. 2.2.2). Es trifft zu, dass es grundsätzlich die Aufgabe der Verwaltung ist, den Sachverhalt im Zusammenhang mit einer von ihr beabsichtigten Rentenaufhebung oder -reduktion abzuklären, was allerdings die versicherte Person durch ihr Verhalten verunmöglichen kann. Liegt darin - wie hier der Fall - eine unentschuldbare Verletzung der Auskunfts- und Mitwirkungspflicht (Art. 43 Abs. 3 ATSG), hat dies rechtsprechungsgemäss eine Umkehr der Beweislast zur Folge, indem die versicherte Person nachzuweisen hat, dass sich entscheidwesentliche Umstände nicht in einem den Invaliditätsgrad beeinflussenden Ausmass verändert haben (Urteil 8C_283/2020 vom 4. August 2020 E. 3.2 mit Hinweisen). Diesen Beweis kann der Beschwerdeführer nicht erbringen. Nach den nicht offensichtlich unrichtigen und damit für das Bundesgericht verbindlichen vorinstanzlichen Feststellungen lässt sich nicht eruieren, ob und allenfalls in welchem Umfang aktuell noch immer eine Arbeitsunfähigkeit gegeben ist (gemäss Prof. Dr. med. G.________ besteht mindestens eine Teilarbeitsfähigkeit und ist selbst eine volle Arbeitsfähigkeit durchaus denkbar). Es verletzt kein Bundesrecht, den Versicherten die Folgen dieser Beweislosigkeit tragen zu lassen (vgl. zur Beweislosigkeit: BGE 138 V 218 E. 6; Urteil 9C_732/2015 vom 29. März 2016 E. 3.1.2).