Citation: I 503/98 16.03.2000 E. 3

3.- Zunächst ist zu prüfen, ob auf Grund der vorhandenen medizinischen Unterlagen eine abschliessende Beurteilung der Frage möglich ist, in welchem Umfang eine eingeschränkte Arbeitsfähigkeit besteht. a) Seit der Operation vom 24. November 1994 setzte sich einzig der Kreisarzt der SUVA, Dr. med. L.________, eingehend mit den gesundheitlichen Schäden und der darauf beruhenden Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers auseinander, während sämtliche anderen Ärzte sich auf eine nicht weiter begründete Schätzung der Arbeitsunfähigkeit in Form einfacher Arztzeugnisse beschränkten (Atteste des Dr. med. W.________ vom 22. April 1997 und 23. November 1998, des Dr. med. H.________ vom 4. August 1998 sowie die Einträge auf den Unfallscheinen UVG durch verschiedene Ärzte). Auch im Zeugnis vom 18. April 1997 bestätigt Dr. med. H.________ lediglich, dass der Beschwerdeführer unter Schmerzen im linken Schulterbereich leide und in der Beweglichkeit eingeschränkt sei. Am 14. Februar 1995 konnte der Kreisarzt eine ausgezeichnete aktive Beweglichkeit der linken Schulter mit einer Elevation und Abduktion von zirka 170 Grad, eine mässige Einschränkung der Aussenrotation sowie die Möglichkeit des Nackengriffs feststellen. Angesichts dieses Befundes betrachtete er das Operationsergebnis als objektiv hervorragend. Der Beschwerdeführer sei indessen unter anderem enttäuscht über die Form des operativen Zuganges, über die Narbe sowie über die (bewusst angestrebte) leichte Rotationseinschränkung. Ferner wies der Kreisarzt auf gewisse psychische Probleme des Beschwerdeführers hin, welche wohl auf den unverarbeiteten Tod seines 7-jährigen Sohnes sowie auf eine gewisse Heimwehproblematik zurückzuführen seien. Die Prognose der Rehabilitation sei daher etwas belastet (Bericht vom 14. Februar 1995). Anlässlich der Untersuchung vom 25. April 1995 befand Dr. med. L.________ ein auffallend feindseliges Verhalten des Beschwerdeführers. Obgleich dieser - wegen der Schmerzen - eine Beweglichkeitsprüfung verweigerte, konnte der Kreisarzt während des An- und Auskleidens indes deutlich eine freie Beweglichkeit erkennen. Da die weitere Untersuchung durch das aggressive und obstruktive Verhalten des Beschwerdeführers praktisch verunmöglicht wurde, setzte der Arzt die Arbeitsfähigkeit gestützt auf seine Beobachtungen auf 50 % fest. Angesichts der massiven Verdeutlichungstendenzen hielt er jedoch auch eine höhere Arbeitsfähigkeit für möglich. In einem ergänzenden Bericht vom 8. Dezember 1995 stellte Dr. med. L.________ weiter fest, ein medizinischer Grund für die Entwicklung einer Schultersteife sei generell nicht zu erwarten und im vorliegenden Fall klinisch auch nicht ersichtlich. Allerdings seien auf Grund der aktiven Gegeninnervation und Obstruktion objektiv messbare Bewegungsumfänge der Schulterfunktion links nicht zu erheben. In sämtlichen Arztberichten seien aber während des postoperativen Verlaufs keine objektiven Befundschilderungen zu finden, welche die Attestierung einer weiteren Arbeitsunfähigkeit gerechtfertigt hätten. Daher dürfe von der allgemeinen Erfahrung ausgegangen werden, wonach bei entsprechender Kooperation nach 10 bis 12 Wochen eine restitutio in integrum erwartet werden könne. Diese kreisärztlichen Berichte sind in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden, in der Darlegung sowie Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge einleuchtend und führen zu begründeten Schlussfolgerungen. Auf sie kann daher abgestellt werden. Ihnen entspricht sodann die Erhebung eines vom SUVA-Kreisarzt als hervorragend bezeichneten Operationsergebnisses vom 14. Februar 1995 sowie die Angabe des Dr. med. W.________, wonach bei Operationen wie der vorliegenden in der Regel mit Ausnahme der Aussenrotation eine volle Beweglichkeit nach sechs Monaten wieder zu erreichen sei (Bericht vom 23. November 1998). Anders als Dr. med. L.________ gehen die übrigen Ärzte generell von einer andauernden vollen Arbeitsunfähigkeit aus. Diese Beurteilungen vermögen indes nichts an der Überzeugungskraft der kreisärztlichen Angaben zu ändern, da sie nicht näher begründet werden. b) Unter Berücksichtigung der Berichte des Dr. med. L.________ sowie des anlässlich der kreisärztlichen Untersuchungen und während des ganzen Verfahrens an den Tag gelegten Verhaltens des Versicherten durfte die IV-Stelle von weiteren Abklärungen absehen und zur Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit auf die bestehenden Akten abstellen. Sie hat auf Grund der geringen gesundheitlichen Einschränkungen des Beschwerdeführers Tätigkeiten im Verkauf-Aussendienst für Farben oder Werkzeuge, kaufmännische Tätigkeiten allgemein, Portier usw. für uneingeschränkt zumutbar erachtet. Zwar ist nicht ersichtlich, inwiefern der Beschwerdeführer ohne Umschulung im kaufmännischen Bereich tätig sein sollte, doch ändert dies nichts daran, dass diesem eine grosse Palette an Beschäftigungen mit einer vollen Arbeitsleistung zuzumuten sind. In Betracht zu ziehen sind unter anderem Tätigkeiten in der metallbe- oder -verarbeitenden Industrie, im verarbeitenden Gewerbe allgemein oder als Lagerist. Im Hinblick auf dieses Ergebnis kann die Frage, ob der Beschwerdeführer in seinem angestammten Beruf als Maler ebenfalls noch zu 100 % arbeitsfähig wäre, offen gelassen werden.