Citation: 5A_236/2023 E. 3.2

3.2. Die Beschwerdeführerin rügt, dass das Obergericht, indem es auf das fragliche Begehren eintrete, Art. 59 Abs. 1 [recte: Abs. 2] Bst. a ZPO verletze. Mit dem Vollzug von Dispositiv-Ziffer 8 des erstinstanzlichen Urteils wäre der Beschwerdegegner sofort vollständig befreit worden. Zu beachten sei ferner, dass die erstinstanzlich auf Fr. 999'109.-- bestimmte güterrechtliche Ausgleichszahlung für die Bedienung der Hypothekarzinsen über einen längeren Zeitraum ausreichen und dem Beschwerdegegner erlauben würde, sicherungshalber Zinszahlungen direkt an die Bank zu leisten und mit seiner güterrechtlichen Schuld zu verrechnen. Zudem übersteige der Marktwert der Liegenschaft mit Fr. 7,01 Mio. das Hypothekardarlehen von Fr. 5,2 Mio. erheblich, womit eine Belangung des Beschwerdegegners durch die Hypothekarbank "eine rein theoretische Frage" bleibe, zumal diese gegebenenfalls zu einer Pfandverwertung schreiten könnte. Ausserdem werde der frühere Schuldner gemäss Art. 832 ZGB bei einer Veräusserung eines belasteten Grundstücks und einer Übernahme der Schuldpflicht durch den Erwerber frei, wenn der Gläubiger diesem gegenüber nicht binnen Jahresfrist schriftlich erklärt, ihn beibehalten zu wollen. Dass dem hier so wäre, habe der Beschwerdegegner nie behauptet und bewiesen. All diese Überlegungen führen die Beschwerdeführerin zum Schluss, dass der Beschwerdegegner im Falle einer Versteigerung nicht besser gestellt wäre. Im Gegenteil sei er mit dem erstinstanzlichen Urteil sogar besser gestellt als bei einer Versteigerung mit ungewissem Ausgang zu einem ungewissen Preis. Jedenfalls sei eine Schlechterstellung des Beschwerdegegners "im heutigen Zeitpunkt eine reine Spekulation" und ein Rechtsschutzinteresse daher nicht gegeben.