Citation: 5A_593/2021 E. 2.2.2

2.2.2. 2.2.2.1. In seinem Entscheid vom 5. November 2020 erwog das Kantonsgericht zur Frage der Aufrechnung von Pauschalspesen in E. II/2c was folgt: "Die Ehefrau verlangt sodann eine Aufrechnung der Spesen. Der Ehemann habe sich von 2015 bis 2017 pauschale Spesen von jährlich Fr. 9'000.00 ausgerichtet. Da er nicht glaubhaft zu machen vermöge, dass ihm entsprechende Auslagen entstanden seien, seien auch diese Spesen aufzurechnen. Dies ist jedoch nicht angezeigt. Es ist nachvollziehbar, dass der Ehemann als Geschäftsinhaber für eine gewisse Kundenbindung zu sorgen hat und er deshalb regelmässig Essen mit Kunden finanzieren muss. Solche Aufwendungen sind in der Erfolgsrechnung der GmbH der Jahre 2015 und 2016 nicht enthalten [...]. Es kommt hinzu, dass die Steuerbehörden diese Spesenpauschale akzeptiert und nicht zum steuerbaren Einkommen hinzugerechnet haben [...]." 2.2.2.2. In E. 5.3.5 des Rückweisungsentscheids 5A_1023/2020 erwog das Bundesgericht, in Übereinstimmung mit den Einwendungen der Beschwerdeführerin könne die kantonsgerichtliche Begründung von den vom Beschwerdegegner geltend gemachten Spesen von Fr. 9'000.-- lediglich die Repräsentations-Spesen (Fr. 4'800.--), nicht aber die übrigen Pauschalspesen (Fr. 4'200.--) erklären. Der zusätzliche Spesenbeitrag erscheine auch in Relation zum Gesamteinkommen des Beschwerdegegners sehr hoch. Entsprechend erweise sich die fehlende Überprüfung der übrigen Pauschalspesen im Kontext der Ermittlung von Kindesunterhalt als unhaltbar. Die Sache sei an das Kantonsgericht zur erneuten Überprüfung der Spesenbeiträge und als Folge davon zur allfälligen Neufestsetzung des Einkommens des Beschwerdegegners bzw. der Unterhaltsbeiträge zurückzuweisen. 2.2.2.3. Im angefochtenen Entscheid erwog das Kantonsgericht (E. II/2c) : "Die Ehefrau verlangt sodann eine Aufrechnung der Spesen. Der Ehemann habe sich von 2015 bis 2017 pauschale Spesen von jährlich Fr. 9'000.00 ausgerichtet. Da er nicht glaubhaft zu machen vermöge, dass ihm entsprechende Auslagen entstanden seien, seien auch diese Spesen aufzurechnen. Dies ist jedoch nicht angezeigt. Es ist nachvollziehbar, dass der Ehemann als Geschäftsinhaber für eine gewisse Kundenbindung zu sorgen hat und er deshalb regelmässig Essen mit Kunden finanzieren muss. Solche Aufwendungen sind in der Erfolgsrechnung der GmbH der Jahre 2015 und 2016 nicht enthalten [...]. Was die "übrigen Pauschalspesen" von jährlich Fr. 4'200.-- anbelangt, listete der Ehemann in seiner Eingabe vom 27. Mai 2021 [...] eine Vielzahl an kaum belegbaren Kleinpositionen auf, ohne diese nachzuweisen. Der Ehefrau ist zwar zuzugestehen, dass der Betrag von jährlich Fr. 4'200.-- hoch erscheint. Dabei gilt es aber zu beachten, dass diese Spesenposition von den Steuerbehörden für die Jahre 2015 und 2016 akzeptiert wurde [...]. Dies erfolgte, obwohl die Steuerbehörden über langjährige Erfahrungswerte verfügen, was ein starkes Indiz dafür ist, dass die vom Ehemann geltend gemachten Spesen begründet sind. Es kommt hinzu, dass bei der Bemessung des Einkommens des Ehemanns vorliegend entgegen der verbreiteten Praxis nicht auf die letzten drei Jahre, sondern auf die letzten beiden Jahre vor der Auflösung des gemeinsamen ehelichen Haushalts abgestellt wird [...], was sich deutlich zugunsten der Ehefrau auswirkt. Damit ist es aber auch gerechtfertigt, auf die steuerlich akzeptierten Werte dieser Jahre abzustellen und keine Aufrechnungen von Spesen vorzunehmen."