Citation: 8C_314/2016 E. 4.2

4.2. Bei dieser Argumentation wird übersehen, dass der Experte bereits im Gutachten vom 29. April 2012 - aufgrund der Untersuchung vom 28. Februar 2012 - ein konsistentes Bild depressiver Hemmung mit leicht viskösem Redefluss, leichter formalgedanklicher Verlangsamung, leichter Antriebsminderung und wenig mitschwingender Mimik und Gestik festgestellt hatte. Auch damals hatte die Versicherte schon von schmerzbedingten Durchschlafstörungen, Tagesmüdigkeit und "gelegentlichem" Tagesschlaf berichtet. Während sie am 28. Februar 2012 als Sport "Fitness" angegeben und erwähnt hatte, dass sie selten Spaziergänge unternehme, vermerkte sie im Gespräch vom 17. Januar 2014, sie übe keinen Sport aus, spaziere jedoch regelmässig. Betreffend sportlicher Betätigung, Häufigkeit von Spaziergängen und Regelmässigkeit von Tagesschlaf kann zudem nicht unberücksichtigt bleiben, dass ihr die behandelnden Ärzte in der Zeit der ersten Untersuchung im Februar 2012 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert hatten und sie, freigestellt von der Erbringung einer Arbeitsleistung, in einer gekündigten Anstellung war. Damals legte sie sich, nachdem sie die Kinder am Morgen für die Schule bereit gemacht hatte, wieder aufs Sofa und hatte die meiste Zeit des Tages in der Wohnung verbracht (Gutachten vom 29. April 2012). Demgegenüber war sie zur Zeit der zweiten Untersuchung durch Dr. med. D.________ im Januar 2014 jeden Vormittag (ausser "Donnerstagnachmittag") für eine "Putzfrauen-Agentur" tätig. Im Haushalt konnte sie seit Januar 2013 auf die Hilfe ihrer Cousine zählen, welche insbesondere das Mittagessen für die Kinder zubereitete und auch sonst weitgehend alle Hausarbeiten erledigte, so dass sich die Versicherte nun jeweils nach dem Mittagessen für eine halbe bis eine Stunde ins Bett zurückzog. Einerseits gab sie den Fitnesssport auf, andererseits ging sie aber seitdem jeden Nachmittag mit dem Kindermädchen spazieren (Gutachten vom 10. Mai 2014). Es ist sehr fraglich, ob sich die von der Beschwerdeführerin geltend gemachten Unterschiede, welche allesamt marginal sind, durch eine Verschlimmerung des psychischen Krankheitsbildes erklären lassen. Dr. med. D.________ legt nicht dar, woraus er die seiner Meinung nach "eher" leichte Verschlechterung im Gutachten vom 10. Mai 2014 ableitet. Er verweist lediglich auf eine "deutlichere depressive Komponente" und auf die "weiter chronifizierte Schmerzsymptomatik". Entgegen der Auffassung der Versicherten lässt sich eine Zunahme des Leidens jedenfalls nicht mit den leicht höheren Werten aus der psychometrischen Untersuchung begründen, welcher von vornherein lediglich ergänzende Funktion zukommen kann (vgl. z.B. Urteil 9C_344/2013 vom 16. Oktober 2013 E. 3.1.5 mit Hinweisen). Bereits im Gutachten vom 29. April 2012 wurde festgestellt, dass der Verlauf durch eine Fixierung und fortgeschrittene Chronifizierung der Kernsymptomatik gekennzeichnet sei. Die ungünstige Wechselwirkung zwischen Schmerz- und depressiver Störung floss ebenfalls schon damals in die gutachtliche Beurteilung ein. Ob die Einschätzung des Dr. med. D.________ vom 10. Mai 2014, wonach die aktuell attestierte Arbeitsfähigkeit von 50 % durchgehend seit Dezember 2011 ausgewiesen sei, sich mit der Versicherten als rückwirkende Anpassung aufgrund der "nach oben fluktuierenden anhaltenden depressiven Symptomatik" (Beschwerde, S. 6) interpretieren lässt, muss nicht beantwortet werden. Denn so oder anders könnte mit Blick auf die Untersuchungsergebnisse nicht ohne weiteres von einer zwischenzeitlich eingetretenen, erheblichen Verschlechterung des Gesundheitszustandes ausgegangen werden. Die übrigen Einwendungen bezüglich der Leistungsfähigkeit von 40 bis 50 % während einer Arbeitsintegration vom 2. bis 25. April 2013 und hinsichtlich der Frage, ob im Jahr 2013 eine schwere depressive Episode aufgetreten ist, vermögen daran nichts zu ändern. Damit lässt sich die vorinstanzliche Beweiswürdigung und ihre Feststellung, wonach bei weitestgehend ähnlichem Befund in den beiden Gutachten von einer unveränderten Sachlage auszugehen sei, nicht als offensichtlich unrichtig (unhaltbar, willkürlich: BGE 135 II 145 E. 8.1 S. 153; Urteil 9C_607/2012 vom 17. April 2013 E. 5.2; zum Begriff der Willkür: BGE 140 III 16 E. 2.1 S. 18 f. mit Hinweisen) qualifizieren. Sie beruht auch nicht auf einer Rechtsverletzung, weshalb sie für das Bundesgericht verbindlich ist (E. 1 hiervor).