Citation: 4A_473/2021 E. 3.4.1

3.4.1. Zunächst scheint die Beschwerdeführerin zu verkennen, dass die Vorinstanz den Vertragsschluss sowie dessen massgebenden Inhalt in ihrem Hauptstandpunkt nicht auf die Auftragsbestätigung vom 20. Juli 2016 stützt. Sie geht vielmehr von einem normativen Konsens mit Bezug auf die Offerte Nr. 481817/3 und die zweite Richtpreis-Offertvariante aus, was sie überzeugend begründet. Die Beschwerdeführerin setzt sich mit dieser Argumentation nicht auseinander, sondern bestreitet nur das - von der Vorinstanz im Eventualstandpunkt bejahte - Zustandekommen des Vertrages, gestützt auf die Auftragsbestätigung vom 20. Juli 2016. Damit vermag sie die vorinstanzlichen Erwägungen im Hauptstandpunkt von vornherein nicht zu entkräften, sodass darauf abzustellen ist. Selbst wenn somit der Darstellung der Beschwerdeführerin gefolgt und angenommen wird, der Werkvertrag basiere auf der Richtpreis-Offertvariante V1, steht für das Bundesgericht verbindlich fest, dass die Parteien die Lieferung und Montage von Fenstern mit g-Werten von 51% vereinbart haben. Wie die Vorinstanz überzeugend begründet, ist davon aufgrund der aufeinander Bezug nehmenden Wortlaute der einschlägigen Dokumente sowie des zeitlichen Verlaufs der Vertragsverhandlungen auszugehen. Ebenso schlüssig ist, dass die Beschwerdegegnerin in diesem Zusammenhang nie ausdrücklich einen g-Wert von 62% bestätigt, wohl aber mehrfach einen solchen von 51% erwähnt hat. Auch den Einwand der Beschwerdeführerin, wonach die Angaben in der Ausschreibung von September 2015 verbindlich und zu beachten seien, verwirft die Vorinstanz unter Hinweis auf den zeitlichen Ablauf der Verhandlungen sowie auf ebenfalls den Minergie-Wert beeinflussende Änderungen des Rahmenmaterials durch die Beschwerdeführerin nachvollziehbar. Sie verletzt kein Bundesrecht, wenn sie zum Schluss gelangt, unter den Parteien habe hinsichtlich eines g-Werts der Fenster von 51% ein normativer Konsens bestanden, sodass für eine subjektive Vertragsauslegung nach der Vorstellung der Beschwerdeführerin kein Raum bestehe. Ohnehin beweise diese einen vom normativen Auslegungsergebnis abweichenden Willen nicht. Gleichfalls überzeugend ist schliesslich, wenn die Vorinstanz von einer stillschweigenden Genehmigung der Offerte Nr. 481817/3, welcher ein Fensterglas mit einem g-Wert von 51% zugrunde lag, sowie der Richtpreis-Offertvariante V1 durch die Beschwerdeführerin ausging. Wie sie zutreffend erwog und jene nicht bestreitet, hat die Beschwerdeführerin den g-Wert von 51% während der gesamten Produktion, Lieferung und Montage weder ausdrücklich noch konkludent abgelehnt. Es ist daher jedenfalls von einer nachträglichen Zustimmung hierzu auszugehen.