Citation: 1C_470/2022 E. 3.1

3.1. Das Obergericht führt in seinem Entscheid aus, den Wahrnehmungsberichten der beiden Polizisten sowie der anwesenden Auskunftsperson lasse sich entnehmen, wie sich der polizeiliche Einsatz zugetragen habe. Nachdem die Beschwerdeführerin mehrmals erfolglos aufgefordert worden sei, die Kirche zu verlassen, hätten die Polizisten sie mittels Armgriff weggeführt. Dabei habe die Beschwerdeführerin heftige Gegenwehr geleistet, womit es für die Polizisten unmöglich gewesen sei, sie ohne die Anwendung körperlichen Zwangs aus der Kirche zu führen. Das Vorgehen des Beschwerdegegners und seines Partners entspreche somit den gesetzlichen Bestimmungen; eine unkontrollierte oder übermässige Gewaltanwendung sei aufgrund der Verhältnisse nicht erstellt. Vielmehr erweise sich der eingesetzte Zwang insbesondere in Anbetracht der hartnäckigen körperlichen Gegenwehr der Beschwerdeführerin ohne Weiteres als verhältnismässig. Es lägen keinerlei Hinweise dafür vor, dass der Beschwerdeführerin die Verletzung vorsätzlich oder durch der Situation nicht angemessene Handlungen zugefügt worden sei. Vielmehr sei davon auszugehen, dass die Verletzung im Rahmen des Zurückfallenlassens oder beim anschliessenden Treten entstanden seien, was die Beschwerdeführerin sich insofern selbst zuzuschreiben hätte. Die erlittene Verletzung entspreche jenen körperlichen Folgen, die zu erwarten seien bei einer Person, die sich (zu Unrecht) physisch aktiv renitent verhalte und von mehreren Polizeiangehörigen unter Anwendung unmittelbaren körperlichen Zwangs abgeführt werden müsse.