Citation: 2A.551/2005 13.12.2005 E. 2.2

2.2.1 Der Gatte der Beschwerdeführerin erklärte am 1. September 2004, dass er seit etwa einem Jahr mit A.________ zusammenlebe. Seine Frau wohne seit ungefähr Oktober 2003 bei seiner Schwester in Zürich, die mit deren Bruder verheiratet sei. Er sehe sie dort ein- bis zweimal pro Monat. Seine Situation sei sehr schwierig, da ihm sein Schwager gedroht habe, ihn zu erschiessen, wenn er die Scheidung einreiche, bevor die Beschwerdeführerin die C-Bewilligung erhalten habe. Die Beschwerdeführerin bestreitet dies und macht geltend, sie lebe nach wie vor mit ihrem Mann zusammen und übernachte nur ein- bis zweimal pro Woche in Zürich, wenn sie in Spätschicht arbeite. Ihre Ausführungen sind nicht geeignet, die für das Bundesgericht grundsätzlich verbindlichen Sachverhaltsfeststellungen als offensichtlich unrichtig, unvollständig oder unter Verletzung wesentlicher Verfahrensvorschriften ermittelt erscheinen zu lassen (vgl. Art. 105 Abs. 2 OG; Fritz Gygi, Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Aufl. Bern 1983, S. 286): Das Verwaltungsgericht hat die verschiedenen Erklärungen der Ehegatten sorgfältig gewürdigt und nachvollziehbar begründet, warum ihm die Erklärungen von Y.________ glaubwürdig erschienen (E. 3b des angefochtenen Entscheids). Dafür, dass dieser eine neue Beziehung eingegangen ist, spricht die Tatsache, dass er mit seiner Partnerin im Sommer 2004 in S.________ eine Liegenschaft erworben hat. Die Beschwerdeführerin meldete sich ihrerseits erst eine Woche nach dem Ehemann und dessen Freundin dort an. Über den Kaufpreis des Hauses wusste sie keine Angabe zu machen, während ihr Gatte nicht genau erklären konnte, wie die Firma heisst, bei der sie seit dem 10. November 2001 arbeitet. Bei ihren Befragungen hatten die Ehegatten generell relativ wenig Kenntnisse von ihren jeweiligen Familien. 2.2.2 Selbst wenn davon auszugehen wäre, dass die Beschwerdeführerin tatsächlich mehrheitlich im Haushalt ihres Gatten und nicht in Zürich lebt, beriefe sie sich in missbräuchlicher Weise auf eine inhaltsleer gewordene Ehe: Y.________, X.________ und A.________ haben am 20. April 2005 dem Ausländeramt mitgeteilt, dass sie zu dritt lebten, eine Scheidung nicht in Frage komme, sie alle drei mit dieser Situation einverstanden seien und "alles andere Privatsache" sei. In ihrer Eingabe an das Verwaltungsgericht sprach die Beschwerdeführerin von "etwas unkonventionellen" Verhältnissen. Diese deuten klar darauf hin, dass sie sich zur Aufrechterhaltung ihrer Aufenthaltsbewilligung auf eine in Wirklichkeit inhaltsleere Ehe beruft. Hierzu dient Art. 7 ANAG nicht: Die gesetzliche Regelung will die Führung des Familienlebens in der Schweiz - allenfalls auch in einer vorübergehenden Krisensituation - ermöglichen und absichern, jedoch nicht einem missbräuchlichen, ausschliesslich fremdenpolizeilich motivierten Festhalten an einer klar gescheiterten Ehe Vorschub leisten (BGE 130 II 113 E. 9.5 S. 134; 127 II 49 E. 5a mit Hinweisen). Auf die Gründe, die zur Trennung geführt haben, kommt es dabei ebenso wenig an wie darauf, ob ein gerichtliches Trennungs- oder Scheidungsverfahren hängig ist oder nicht (vgl. BGE 130 II 113 E. 4.2 S. 117 mit Hinweis). 2.2.3 Was die Beschwerdeführerin weiter einwendet, überzeugt nicht: Soweit sie geltend macht, die kantonalen Behörden verhielten sich widersprüchlich, wenn sie einerseits davon ausgingen, sie lebe nicht mehr mit ihrem Mann zusammen, sie andererseits aber an dessen Adresse anschrieben, verkennt sie, dass sie nur dort rechtsgültig schriftlich erreicht werden kann, wo sie selber erklärt zu wohnen; über den Zustand der Ehe ist damit nichts ausgesagt. Wenn das Verwaltungsgericht ihrer selber ausgestellten, von ihrem Bruder mitunterzeichneten Bestätigung vom 10. März 2005, wonach sie ein- bis zweimal pro Woche bei diesem übernachte, im Rahmen der Beweiswürdigung keine wesentliche Bedeutung beigemessen und auf weitere Erhebungen verzichtet hat, war dies mit Blick auf die restlichen Indizien vertretbar (zur antizipierten Beweiswürdigung: BGE 130 II 351 E. 3.3.3; 117 Ia 262 E. 4b S. 268 f.; 115 Ia 97 E. 5b S. 101). Da die Ehe schon vor Ablauf der Frist von fünf Jahren gemäss Art. 7 Abs. 1 Satz 2 ANAG inhaltsleer geworden ist, ist entgegen ihrer Auffassung kein Rechtsanspruch auf die Erteilung einer Niederlassungsbewilligung entstanden (vgl. Urteil 2A.180/2002 vom 20. Juni 2002, E. 2.1 in fine; BGE 121 II 97 E. 4c S. 104 f.). Nachdem sie keine vertiefte Bindung zur Schweiz hat - sie spricht kaum Deutsch, hat ausserhalb der Familie ihres Bruders praktisch keinen Bekanntenkreis und hielt sich wiederholt ferienhalber in ihrer Heimat auf - besteht ein solcher Anspruch auch nicht gestützt auf Art. 8 EMRK (BGE 130 II 281 E. 3.2.1 S. 286; BGE 120 Ib 257 E. 1d/e S. 260 ff.; 115 Ib 1 E. 2c/d S. 5 f., mit Hinweisen). Soweit die Beschwerdeführerin geltend macht, sie habe sich mit ihrem Gatten inzwischen versöhnt, was dieser bestätige, und sie sei vermutlich jetzt auch schwanger, handelt es sich um unzulässige Noven, welche im bundesgerichtlichen Verfahren nicht berücksichtig werden können (vgl. BGE 121 II 97 E. 1c S. 99 f.; 107 Ib 167 E. 1b S. 169). Schliesslich ist die Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen den Entscheid der kantonalen Behörden ausgeschlossen, die Bewilligung der Beschwerdeführerin im Rahmen ihres freien Ermessens von Art. 4 ANAG nicht zu erneuern (vgl. Art. 100 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 OG; BGE 122 II 186 ff.).