Citation: U 151/01 14.10.2004 E. A

Die 1941 geborene K.________ war ab 1978 als kaufmännische Angestellte bei der F.________ AG, Bauunternehmung, tätig und bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) gegen Unfälle versichert. Nachdem sie am 29. März, 5. Oktober und 7. Oktober 1989 kleinere Unfälle mit Beteiligung des Rückens erlitten und sich am 20. Oktober 1989 einer Diskushernien-Operation L5/S1 unterzogen hatte, verunfallte sie am 15. Dezember 1989 mit ihrem Personenwagen, als sie einem entgegenkommenden, unvermittelt über ihre Fahrspur nach links abbiegenden Fahrzeug ausweichen musste, auf die Gegenfahrbahn geriet und über ein Trottoir hinaus in eine Böschung fuhr. Wegen Rückenbeschwerden insbesondere im Bereich der Halswirbelsäule (HWS) begab sie sich zu Dr. med. L.________ in Behandlung, welcher ein Schleudertrauma diagnostizierte. Am 26. Februar 1990 wurde sie wegen Kiefergelenksbeschwerden an Dr. med. S.________, Spezialarzt FMH für Plastische und Wiederherstellungs-Chirurgie, überwiesen, welcher eine ausgeprägte Subluxation rechts, eine Blockierung links sowie eine starke Seitabweichung nach links bei Mundöffnung fand. Am 20. März 1991 wurde im Spital Y.________ eine operative Korrektur (Arthroplastik) durchgeführt. Im März/April 1990 war es zu paranoid-psychotischen Störungen gekommen, die von Dr. med. C.________, Spezialarzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, als teilweise reaktiv beurteilt wurden. Nach einer kreisärztlichen Untersuchung durch Dr. med. U.________ vom 7. Mai 1991 stellte die SUVA mit Verfügung vom 30. Juli 1991 die Leistungen auf Ende Mai 1991 ein, weil aufgrund der reinen Unfallfolgen keine Arbeitsunfähigkeit mehr bestehe und die psychischen Störungen nicht in einem adäquat kausalen Zusammenhang mit dem Unfall stünden. Auf Einsprache ordnete sie eine polydisziplinäre psychosomatische Begutachtung im Spital Y.________ (Prof. Dr. med. A.________) an. In der am 30. Dezember 1992 erstatteten Expertise wurden ein chronisches Schmerzsyndrom im Bereich des Nackens und Halses sowie im Kiefergelenk links nach Distorsionstrauma der HWS (Differenzialdiagnose: Schleudertrauma), posttraumatische Kiefergelenksbeschwerden bei Status nach nicht verschuldetem Autounfall am 5. Dezember 1989, eine Unfall- und Krankheitsverarbeitungsstörung sowie ein Status nach Diskektomie L5 diagnostiziert und aufgrund der Nacken- und Kieferbeschwerden eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % ab 1. Juni 1991 angegeben. Im Hinblick darauf, dass die Versicherte ab 1. November 1991 wieder voll erwerbstätig war, kam es mit Verfügung vom 6. Mai 1993 zu einer vergleichsweisen Erledigung der Einsprache, wonach sich die SUVA in Abänderung der Verfügung vom 30. Juli 1991 verpflichtete, ein Taggeld auf der Grundlage einer Arbeitsunfähigkeit von 75 % für Juni und Juli 1991, von 50 % für August und September 1991 und von 25 % für Oktober 1991 auszurichten und weiterhin für die Behandlung der Kiefergelenksbeschwerden aufzukommen. Bereits am 22. April 1993 hatte K.________ der SUVA einen Rückfall wegen akuter Kopf- und Nackenbeschwerden melden lassen. Am 9. November 1993 berichtete Dr. med. P.________, dass sich der Gesundheitszustand stabilisiert habe und die Behandlung abgeschlossen sei. Am 15. Mai 1997 kam es zu einer weiteren Rückfallmeldung wegen Kieferbeschwerden. Im Mai 1998 wurde im Spital Y.________ eine erneute Kieferoperation (Resektion des Processus muscularis links) durchgeführt, die zu keiner wesentlichen Besserung führte. SUVA-Kreisarzt Dr. G.________ bejahte den Kausalzusammenhang zwischen den Kieferbeschwerden und dem Unfall vom 15. Dezember 1989, verneinte dagegen eine Arbeitsunfähigkeit sowohl aufgrund dieser Beschwerden als auch der neu geltend gemachten Kniebeschwerden. Am 1. August 1998 trat K.________ eine Vollzeitstelle als kaufmännische Angestellte bei der Firma M.________ an, welche Tätigkeit sie bereits am 4. August 1998 wegen Nackenbeschwerden aufgab. Eine ambulante Untersuchung in der Psychiatrischen Poliklinik des Spitals Y.________ vom 17. August 1998 führte zur Diagnose einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) bei zusätzlich bestehender psychosozialer Belastungssituation. Am 26. Oktober 1998 nahm Dr. med. T.________, Oberarzt am Spital Y.________, eine Revisionsarthroplastik am Kiefergelenk links vor, welche eine leichte Verbesserung der beeinträchtigten Mundöffnung brachte. In einem Gutachten vom 3. Dezember 1998 zuhanden der als Haftpflichtversicherer mit dem Schadenfall befassten Zürich Versicherungs-Gesellschaft gelangte er zum Schluss, ein Kausalzusammenhang zwischen den Kieferbeschwerden und dem Unfall vom 15. Dezember 1989 sei zwar möglich, nicht aber überwiegend wahrscheinlich. Nach weiteren kreisärztlichen Untersuchungen erliess die SUVA am 17. Mai 1999 eine Verfügung, mit welcher sie die Leistungen auf den 24. Mai 1999 einstellte und die Ausrichtung einer Invalidenrente sowie einer Integritätsentschädigung mangels Unfallkausalität der Beschwerden ablehnte. Die von der Versicherten und der CSS Versicherung als beteiligtem Krankenversicherer eingereichten Einsprachen wies die Anstalt mit Entscheid vom 10. August 1999 ab.