Citation: 5A_771/2021 E. 4.3.2

4.3.2. Der Beschwerdeführer bemängelt einerseits, dass die Vorinstanz in antizipierter Beweiswürdigung auf die Durchführung eines Augenscheins verzichtete. 4.3.2.1. Für die Abweisung des in zweiter Instanz wiederholten Beweisantrags verwies die Vorinstanz auf die E. 2.3.6 S. 17 des erstinstanzlichen Urteils. Die entsprechende Erwägung des Kantonsgerichts lautet dahingehend, dass der Augenschein grundsätzlich in Bezug auf die geltend gemachte Aussichtsbeeinträchtigung ein taugliches Beweismittel sei. Aufgrund der vom Beschwerdegegner eingereichten Fotos könne jedoch davon abgesehen werden. Die Lage der Sonnenschirme vor dem Wohnhaus des Beschwerdegegners sowie die Blickrichtung von seinem Balkon aus auf den See seien ebenfalls dokumentiert. Ergänzend erwog die Vorinstanz, das Kantonsgericht habe die übrigen Beweismittel und deren Aussagekraft ausführlich gewürdigt. Dieser Auffassung sei beizupflichten. Der Beschwerdeführer gehe darauf denn auch nicht weiter ein und mache einzig geltend, dass die vom Beschwerdegegner aufgelegten Fotos ein falsches Bild der Aussichtsbeeinträchtigung vermitteln würden. Diese Behauptung finde jedoch keine Stütze in der streitigen Fotodokumentation, welche - unter Mitberücksichtigung der Gerichtsnotorietät aufgrund früherer Verfahren und der übrigen Beweismittel - sehr wohl eine tatsächliche Würdigung erlaube. 4.3.2.2. Der Beschwerdeführer hält dem entgegen, er habe in seiner Berufungsschrift (Ziff. 9 S. 6) vorgebracht, der Beschwerdegegner geniesse - trotz aufgestellter Sonnenschirme - von seinen Wohnräumen im ersten und zweiten Obergeschoss seines Hauses eine uneingeschränkte Seesicht. Die Fotos des Beschwerdegegners seien von der sich zwischen den Grundstücken der Parteien befindlichen öffentlichen Autostrasse und nicht vom Balkon des Beschwerdegegners aus gemacht worden, sodass sie nicht tauglich seien, die behauptete Aussichtsbeeinträchtigung zu beweisen. Mangels Zutrittsrecht sei es ihm selbst nicht möglich, Bilder aus den Wohnräumen des Beschwerdegegners aus zu machen, weshalb ein Augenschein das einzig taugliche Beweismittel sei. Abgesehen davon, dass sich der Einwand, die Fotos seien nicht vom Balkon des Beschwerdegegners aus geschossen worden, nicht an besagter Stelle in der Berufungsschrift findet (vgl. hinten E. 4.3.3.3), handelt es sich bei den Vorbringen des Beschwerdeführers um blosse, unsubstanziierte Behauptungen. So macht er etwa nicht geltend, aufgrund der Perspektive auf den Bildern sei eindeutig erkennbar, dass ausschliesslich auf Strassenhöhe fotografiert worden sei. Ebenso wenig beruft er sich zum Vergleich beispielsweise auf eigene Aufnahmen. Willkür vermag er so nicht auszuweisen. 4.3.2.3. Sodann führt der Beschwerdeführer - wiederum mit falschem Verweis auf die Berufungsschrift (Ziff. 9 S. 6) - an, eine Gerichtsnotorietät aufgrund früherer Verfahren könne für die Beurteilung der Aussichtsbeeinträchtigung ebenfalls nicht herangezogen werden. Verfahrensgegenstand der früheren Verfahren seien die Bäume und Pflanzen des Beschwerdeführers und nicht eine Aussichtsbeeinträchtigung aufgrund der Sonnenschirme gewesen. Auch das Thema der Lärmimissionen zwischen den Parteien sei noch nie Gegenstand eines Gerichtsverfahrens gewesen. Das Kantonsgericht nahm auf ein Urteil vom 15. April 2020 Bezug, in welchem es zum Schluss gekommen war, dass die Kastanienbäume des Beschwerdeführers übermässige Immissionen verursachten, weshalb sich ein jährliches Zurückschneiden auf ein Mass rechtfertige, mit dem die Seesicht des Beschwerdegegners wieder freigelegt und seiner Wohn- und Lebensqualität Rechnung getragen werde. Bereits in jenem Verfahren ging es mithin um die Aussicht des Beschwerdegegners. Auch wenn damals nicht Sonnenschirme den Anstoss für den Nachbarstreit gaben und Lärmimmissionen nicht Streitgegenstand waren, ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz hier mit Bezug auf die örtlichen Verhältnisse von Gerichtsnotorietät ausging. Die Willkürrüge erweist sich auch in dieser Hinsicht als unbegründet. 4.3.2.4. Schliesslich geht der Einwand an der Sache vorbei, der Beschwerdeführer habe vor den kantonalen Instanzen mehrmals ausgeführt, dass der Beschwerdegegner sein Erdgeschoss zu einem Abstellraum umfunktioniert und sich zudem seine Aussicht mit seinen eigenen Pflanzen versperrt habe, zumal das Kantonsgericht die Aussicht des Beschwerdegegners " (zumindest) auf seinem Balkon" als beeinträchtigt beurteilte.