Citation: 2C_1008/2022 E. 3.2.3

3.2.3. Die Vorinstanz durfte verfassungsrechtlich haltbar vom Gegenteil ausgehen, und dies hauptsächlich mit Blick auf die besonderen Sorgfaltspflichten, die eine berufsmässige Rechtsvertretung trifft. Alleine der Umstand, dass der Rechtsvertreter die Sendung an einem Samstag vorgefunden hat, vermag keinerlei berechtigte Zweifel an der ordnungsgemässen Zustellung zu wecken (obwohl sich der Rechtsvertreter "gewundert" haben will). So ist es keineswegs unüblich, dass die Postaufgabe im Verfahren "A-Post Plus" an einem Freitag erfolgt, worauf die Post CH AG das Schreiben tags darauf, am Samstag, in den Briefkasten des Empfängers legt. Gehöriger beruflicher Sorgfalt hätte es entsprochen, wie die Vorinstanz bundesrechtlich einwandfrei ausführt, dass der berufsmässige Rechtsvertreter einen Kontrollblick auf den Zahlencode wirft, der unterhalb des Strichcodes auf der Etikette aufgedruckt und auf dem Couvert angebracht ist. Infolgedessen ist auch der Empfänger in der Lage, die Sendung zu verfolgen und etwaige Einwände anzubringen. Dies alles scheint der Rechtsvertreter im vorinstanzlichen Verfahren auch gar nicht bestritten, sondern vielmehr beanstandet zu haben, dass er bei der Erstellung des Eintrags in die elektronische Sendungsverfolgung "keinerlei Mitwirkungsmöglichkeit" gehabt habe. Dies greift freilich zu kurz, besteht doch kein derartiger gesetzlicher Anspruch.