Citation: 5A_163/2017 E. 2.1

2.1. Das luzernische Recht hat die Errichtung neuer Fideikommisse schon im vorletzten Jahrhundert untersagt, die altrechtlichen aber grundsätzlich weiterbestehen lassen. Die Nutzung des Fideikommissgutes und die Verfügung darüber richtet sich damit nach dem kantonalen Recht, im Wesentlichen nach dem im Errichtungsakt zutage getretenen Willen des Begründers des Fideikommisses. Abweichende Verfügungen bedürfen der Genehmigung durch den Regierungsrat oder, bei bedeutenden Änderungen, durch den Grossen Rat (Urteil P.165/1976 vom 27. April 1977 E. 5, in: ZBl 79/1978 S. 22). Anordnungen der zuständigen Behörde im Fideikommisswesen gehören wie die Massnahmen der Aufsicht über die gewöhnlichen Stiftungen zur freiwilligen Gerichtsbarkeit (vgl. GULDENER, Schweizerisches Zivilprozessrecht, 3. Aufl. 1979, S. 44 Ziff. II). Die Aufsichtsbehörden haben die Kompetenz, nötigenfalls den Willen des Fideikommissstifters für den Fideikommissar und die Fideikommissanwärter verbindlich auszulegen (vgl. Urteil 5A.24/1998 vom 9. Februar 1999 E. 3b, mit Hinweis auf RIEMER, Berner Kommentar, Die Stiftungen, 1975, N. 83 des Syst. Teils und N. 150 zu Art. 84 ZGB).