Citation: I 595/00 15.01.2002 E. 2

2.- a) Es steht fest, dass der Beschwerdeführer auf Grund seines psychiatrischen Leidens in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist. Streitig ist indes, ab wann und in welchem Ausmass diese Einschränkung besteht und wie sie sich in erwerblicher Hinsicht auswirkt. Während die IV-Stelle dem Versicherten gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 42 % eine halbe Härtefall-Rente ab 1. März 1996 zusprach, gelangte die Vorinstanz zum Schluss, der Versicherte habe gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 55 % Anspruch auf eine halbe Rente ab 1. März 1996. Demgegenüber ist der Versicherte der Auffassung, es stehe ihm eine ganze Rente und eine Nachzahlung ab 1995 zu. b) Vorinstanz und Verwaltung gingen bei der Ermittlung des Invaliditätsgrades von einer Arbeitsfähigkeit von 60 % in einer Tätigkeit mit wenig Personenkontakt wie etwa Heim- oder Bildschirmarbeit aus. Sie stellten dabei auf das psychiatrische MEDAS-Gutachten vom 4. Juli 1997 ab, in welchem dem Versicherten eine Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer Sicht von 40 % attestiert wurde. Dem ist beizupflichten. Das Gutachten erfüllt alle rechtsprechungsgemässen (BGE 125 V 352 Erw. 3 mit Hinweisen) Kriterien für eine beweiskräftige ärztliche Entscheidungsgrundlage; es ist umfassend, beruht auf einer eingehenden Untersuchung, berücksichtigt die beklagten Beschwerden, ist in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden und überzeugt mit den Schlussfolgerungen, so dass ihm voller Beweiswert zukommt. Es besteht deshalb kein Anlass, davon abweichend von einer höheren Arbeitsunfähigkeit auszugehen. c) In erwerblicher Hinsicht hat das kantonale Gericht einen Invaliditätsgrad von 55 % ermittelt, im Gegensatz zur IV-Stelle, die von 42 % ausging. Grundsätzlich ist dessen Vornahme des Einkommensvergleichs in Anwendung der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) nicht zu beanstanden. Indes sind einige Korrekturen anzubringen. Bei der Festlegung von Validen- und Invalideneinkommen ist praxisgemäss (BGE 121 V 366 Erw. 1b mit Hinweisen) der Zeitpunkt der Verfügung, das heisst das Jahr 1998, massgebend. Grundlage des statistischen Wertes bildet dabei die neuste Lohnstrukturerhebung 1998, auch wenn sie der Vorinstanz mangels Veröffentlichung noch nicht bekannt war, da sie - als Teil des rechtlich erheblichen Sachverhalts - im Verfügungszeitpunkt massgebend war. Zudem ist der statistische Wert von 40 Stunden auf die betriebsübliche Arbeitszeit von 41.9 Stunden im Jahr 1998 aufzurechnen (Die Volkswirtschaft, Heft 10, Tabelle B 9.2). Damit ergibt sich folgender Einkommensvergleich: Beim Valideneinkommen kann mit der Vorinstanz anstelle des (verglichen mit dem Branchendurchschnitt tieferen) letzten tatsächlich erzielten Verdienstes des Versicherten von Fr. 40'040.- auf den Tabellenwert der LSE für einfache und repetitive Tätigkeiten im Textilgewerbe abgestellt werden, da invaliditätsfremde Gründe, welche der Einkommenserzielung entgegenstehen oder diese vermindern, sofern sie zu einem unterdurchschnittlichen Einkommen führen, praxisgemäss entweder sowohl beim Validen- wie beim Invalideneinkommen oder überhaupt nicht zu berücksichtigen sind (ZAK 1989 S. 456 Erw. 3b, RKUV 1993 Nr. U 168 S. 97 Erw. 5a und b). Jedoch ist auch hier die LSE 1998 zu beachten (TA1 Textilgewerbe, Fr. 4'197.- x 12 Monate : 40 x 41.9 h = Fr. 52'756. 30). Beim Invalideneinkommen beizuziehen ist der Betrag von Fr. 53'648. 75 gemäss Tabelle TA 1 der LSE 1998 für Männer im privaten Sektor, welche einfache und repetitive Tätigkeiten verrichten (Anforderungsniveau 4; Fr. 4268.- x 12 Monate : 40 h x 41.9 h; BGE 126 V 76 Erw. 3b/bb). Abzüglich eines im Rahmen der Ermessenskontrolle nicht zu beanstandenden maximalen leidensbedingten Abzuges von 25 % ergibt sich bei einer Tätigkeit im Ausmass von 60 % ein Invalideneinkommen von Fr. 24'141. 95. Damit ergibt sich ein Invaliditätsgrad von 54.2 %, so dass der Einkommensvergleich der Vorinstanz im Ergebnis Stand hält. d) Schliesslich ist betreffend den Beginn des Rentenanspruches mit der Vorinstanz auf Art. 48 Abs. 2 Satz 1 IVG zu verweisen, wonach Leistungen lediglich für die zwölf der Anmeldung vorangehenden Monate ausgerichtet werden, wenn sich ein Versicherter mehr als zwölf Monate nach Entstehen des Anspruches anmeldet. Wenn das kantonale Gericht gestützt darauf zum Schluss gelangt, der Rentenbeginn sei von der IV-Stelle zu Recht auf den 1. März 1996 festgesetzt worden, geht dies auf Grund der gesamten, auch der medizinischen Aktenlage, ebenfalls in Ordnung.