Citation: 1C_429/2015 E. 3

Die Bewilligung darf nach Art. 34 Abs. 4 RPV nur erteilt werden, wenn die Baute oder Anlage für die in Frage stehende Bewirtschaftung nötig ist (lit. a), ihr am vorgesehenen Standort keine überwiegenden Interessen entgegenstehen (lit. b) und der Betrieb voraussichtlich längerfristig bestehen kann (lit. c). Die Baute muss an die objektiven Bedürfnisse des Betriebs angepasst sein, namentlich mit Bezug auf ihre Grösse und ihren Standort, und darf insbesondere nicht überdimensioniert sein (BGE 129 II 413 E. 3.2 S. 416; 125 II 278 E. 3a S. 281; 114 Ib 131 E. 3 S. 133 f.). Die Beurteilung der Notwendigkeit nach lit. a und die raumplanerische Abwägung gemäss lit. b von Art. 34 Abs. 4 RPV können nicht getrennt voneinander vorgenommen werden, sondern hängen zusammen: Bei der Bemessung der nötigen Flächen ist mitzuberücksichtigen, ob der Baute am fraglichen Ort Gründe des Landschaftsschutzes oder das Interesse an genügenden Flächen geeigneten Kulturlandes entgegenstehen (Urteil 1C_647/2012 vom 3. September 2014 E. 9, in ZBl 116/2015 S. 544, mit Hinweis auf ALEXANDER RUCH, Kommentar RPG, Art. 16a, N. 26). Auch die Anforderungen an die Prüfung von alternativen Standorten sind grösser, je höher das Gewicht der entgegenstehenden Interessen am geplanten Standort ist. Lenkender Massstab der Interessenabwägung bilden insbesondere die Ziele und Grundsätze der Raumplanung (Art. 1 und 3 RPG), wobei die Anliegen des Landschafts- und des Kulturlandschutzes von besonderer Bedeutung sind (Urteil 1A.154/2002 vom 22. Januar 2003 E. 5.1, publ. in Pra 2003 Nr. 155 S. 849; ZBl 105/2004 S. 110; WALDMANN/HÄNNI, Handkommentar RPG, 2006, N. 26). Die Erhaltung von genügenden Flächen geeigneten Kulturlands, insbesondere von Fruchtfolgeflächen, ist ein wichtiger Grundsatz der Raumplanung (Art. 3 Abs. 2 lit. a RPG). Es ist Aufgabe der Kantone, die Fruchtfolgeflächen zu sichern (Art. 30 Abs. 1 und 1bis RPV). Dabei müssen sie wenigstens den vom Bund im Sachplan Fruchtfolgeflächen vorgeschriebenen Anteil des Kantons am Mindestumfang der Fruchtfolgeflächen dauernd erhalten (Art. 30 Abs. 2 RPV; vgl. dazu BGE 134 II 217 E. 3.3 S. 220 mit Hinweisen; Urteile 1C_94/2012 vom 29. März 2012 E. 4.1 und 1A.19/2007 vom 2. April 2008 E. 5.2). Landwirtschaftliche Ökonomiebauten beanspruchen infolge der Intensivierung und Mechanisierung der Landwirtschaft immer mehr Raum. Gleichzeitig werden die Kulturflächen und namentlich die Fruchtfolgeflächen in vielen Kantonen knapp: In den letzten 24 Jahren sind in der Schweiz über 85'000 ha Kulturland verloren gegangen (Bericht der Parlamentarischen Verwaltungskontrolle zuhanden der Geschäftsprüfungskommission des Nationalrats [GPK-N] vom 11. Juni 2015 zur Sicherung landwirtschaftlichen Kulturlandes, BBl 2016 S. 3551). Rund zwei Drittel des Verlusts ist auf Siedlungsflächen zurückzuführen; der Kulturlandverbrauch der Landwirtschaft fällt aber ebenfalls ins Gewicht: Er ist etwa gleich gross wie derjenige durch Industrie und Gewerbe (a.a.O., S. 3567). In dieser Situation müssen Notwendigkeit, Dimensionierung und Standort solcher Ökonomiebauten im Einzelfall sorgfältig abgeklärt werden. Dies gilt in besonderem Masse, wenn - wie hier - Fruchtfolgeflächen als besonders wertvolles Kulturland beansprucht werden sollen (vgl. dazu unten E. 6).