Citation: 8C_475/2022 E. 4.3.2

4.3.2. Was die Angaben zur Arbeitsfähigkeit im ZMB-Gutachten vom 10. Februar 2020 betrifft, beanstandete die Vorinstanz hinsichtlich Verlauf und Ausmass der attestierten Arbeitsunfähigkeit ausschliesslich einzelne, konkret klärungsbedürftige Punkte, wie sie im angefochtenen Entscheid schlüssig darlegte. Auf ihre Rückfrage hin konnten die Experten in ihrer Stellungnahme vom 20. Dezember 2021 diese Widersprüchlichkeiten, namentlich die Differenz zwischen den Angaben zur Arbeitsfähigkeit im Rahmen der interdisziplinären Beurteilung und im orthopädischen Teilgutachten, nachvollziehbar erklären und auflösen. Anders als die Beschwerdeführerin vorbringt, begründeten die Gutachter durch die nach März 2016 notwendig gewordenen vier orthopädischen Operationen am Bewegungsapparat hinreichend, weshalb die im ersten Gutachten angegebene Arbeitsfähigkeit von 80 % nur bis März 2016 Gültigkeit hatte und anschliessend eine neue Einschätzung im Sinne des Verlaufsgutachtens vom 10. Februar 2020 erfolgte. Die zusätzliche Einschränkung um 10 % wurde ferner nicht mit einem verschlechterten Gesundheitszustand an sich begründet, sondern mit einem orthopädisch, rheumatologisch und psychisch bedingten verringerten Rendement. Die psychische Verminderung des Rendements sei der Schmerzproblematik und den rezidivierenden depressiven Phasen sowie der psychosomatischen Entwicklung geschuldet. Die Einschränkungen führten zu einer verminderten Effizienz, einer Verlangsamung und einem vermehrten Pausenbedarf. Weshalb diese Darlegungen nicht überzeugend sein sollen, ergibt sich aus der Beschwerde nicht. Die Beweiswürdigung der Vorinstanz lässt sich daher nicht beanstanden. Das Verlaufsgutachten (einschliesslich der Stellungnahme vom 20. Dezember 2021) genügt den Anforderungen an die Beweiskraft (BGE 140 V 193 E. 3.2; 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a). Demnach sind die Feststellungen der Vorinstanz betreffend den Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin nicht offensichtlich unrichtig oder anderweitig bundesrechtswidrig, weshalb sie für das Bundesgericht verbindlich bleiben (vgl. vorangehende E. 1).