Citation: 6B_279/2024 E. 2.4.1

2.4.1. In Übereinstimmung mit der Beschwerdeführerin ist zwar festzuhalten, dass in den als solchen nicht bemängelten und daher nach Art. 105 Abs. 1 und 2 BGG verbindlichen Tatsachenfeststellungen der Vorinstanz Umstände erkennbar sind, die für ein eventualvorsätzliches Handeln der Beschwerdegegner 2 und 3 hinsichtlich der festgestellten schweren psychischen Schädigung der Beschwerdeführerin sprechen. So handelt es sich bei den Übergriffen, die in oraler Befriedigung des Beschwerdegegners 2 und manueller Befriedigung der Beschwerdegegnerin 3 durch die Beschwerdeführerin gipfelten, um gravierende Eingriffe in die sexuelle Integrität und ist das Tathandeln, auch wenn insgesamt noch gravierendere Handlungen vorstellbar sind, angesichts des wiederholten Vorgehens während eines langen Zeitraums als von erheblicher Intensität zu bewerten (vgl. zum Tathandeln angefochtenes Urteil Sachverhalt lit. A.d S. 3-5). Die vorzuwerfende Sorgfaltspflichtverletzung wiegt mithin schwer. Des Weiteren darf nach der allgemeinen Lebenserfahrung vorausgesetzt werden, dass selbst einem leichtsinnigen Täter die Möglichkeit schwerer Folgen für das Opfer bei einem langanhaltenden sexuellen Kindesmissbrauch im Grundsatz bekannt ist. Hinsichtlich der Beschwerdegegner 2 und 3 kann insofern angeführt werden, dass sie aufgrund des sich über mehrere Jahre erstreckenden deliktischen Handelns beträchtlich Zeit hatten, über ihr Verhalten und dessen Folgen nachzudenken. Mit der Beschwerdeführerin ist ferner zu bemerken, dass die vom Beschwerdegegner 2 in seinen Notizen erwähnte "Idee" einer vollständigen Degradierung der Beschwerdeführerin ("ohne Rechte"; vgl. dazu Untersuchungsakten Gutachten pag. 4067) sein bewusstes, geplantes Agieren untermauert. Ob die Vorinstanz in Anbetracht dieser Gegebenheiten noch relevante Zweifel am Bewusstsein der Beschwerdegegner 2 und 3 über die Möglichkeit gravierender Folgen ihres Handelns für die psychische Gesundheit der Beschwerdeführerin haben konnte und ihnen deshalb ein fehlendes solches Bewusstsein noch zugute zu halten ist, erscheint äusserst fraglich, zumal es für das Wissen des Täters genügt, wenn ihm die wesentlichen Umstände im Sinne eines Begleitwissens mitbewusst waren (vgl. BGE 125 IV 242 E. 3e).