Citation: 1C_244/2020 E. 3.6.3

3.6.3. Der Bundesrat hat am 28. Juni 2017 den Bericht "Nationaler Massnahmenplan zur Verringerung der Lärmbelastung" verabschiedet; dies geschah in Erfüllung des Postulats 15.3840 (vgl. dazu BBl 2018 2253 ff., 2299). In diesem Bericht wird als Teil des Massnahmenplans 7 (Industrie- und Gewerbelärm) das Aktualisieren der geltenden Beurteilungsmethode für den Lärm von Industrie- und Gewerbeanlagen aufgeführt (Massnahme 7.02; Bericht S. 36). Wiederum ist es nicht Sache des Bundesgerichts, dieser Überprüfung vorzugreifen. Der Hinweis der Beschwerdeführerinnen auf den Technischen Bericht der hessischen Umweltfachbehörde von 2005 (vgl. oben E. 3.4) gibt keinen Anlass, grundlegend von der oben bei E. 3.6.1 dargelegten Lärmbeurteilungsmethode mit Mittelungspegeln und Pegelkorrekturen abzuweichen. Allerdings berücksichtigt das Bundesgericht bereits unter der geltenden Rechtslage, dass das System der Belastungsgrenzwerte dem übergeordneten Zweck des Schutzes vor schädlichen oder lästigen Einwirkungen dient. In einem Einzelfall, der einen besonders lärmigen, aber nur selten eingesetzten mobilen Brecher betraf, bestätigte das Bundesgericht, dass auf den Lärm während seiner effektiven Betriebsdauer abzustellen ist, obwohl im Betrieb zusätzlich leisere Maschinen zum Einsatz kamen. Es gilt zu vermeiden, dass der Betrieb beim Einsatz mehrerer Maschinen in lärmrechtlicher Hinsicht besser gestellt wird als nur beim Einsatz der besonders lärmigen Maschine (vgl. BGE 138 II 331 E. 4.4 und 4.5).