Citation: 5A_21/2021 E. 2.2.1

2.2.1. Nach Art. 38 Abs. 1 LugÜ kann eine Entscheidung in einem anderen LugÜ-Vertragsstaat nur dann vollstreckbar erklärt werden, wenn sie im Urteilsstaat nach dortigem Recht vollstreckbar ist. Der Begriff der Vollstreckbarkeit eines ausländischen LugÜ-Entscheids im Urteilsstaat meint die Vollstreckbarkeit in formeller Hinsicht (abstrakte Vollstreckbarkeit); die Voraussetzungen, unter denen der Entscheid im Urteilsstaat tatsächlich vollstreckt werden kann, sind im Rahmen des LugÜ nicht von Belang (Urteil 5A_934/2016 vom 23. August 2017 E. 5.3; STAEHELIN/BOPP, a.a.O., N. 31 zu Art. 38 LugÜ; HOFMANN/KUNZ, in: Basler Kommentar, Lugano-Übereinkommen, 2. Aufl. 2016, N. 117 zu Art. 38 LugÜ). In diesem Sinne hat das Bundesgericht festgehalten, dass etwa die Erteilung der deutschen Vollstreckungsklausel keine Voraussetzung der Vollstreckbarkeit im Sinne von Art. 38 Abs. 1 LugÜ darstellt (zit. Urteil 5A_934/2016 E. 5.3 mit Hinweisen).