Citation: 1A.136/2002 29.10.2002 E. 3

Im vorliegenden Fall gehen die Verfahrensbeteiligten übereinstimmend davon aus, dass die der Beschwerdeführerin zuzusprechende Genugtuungssumme die Hälfte desjenigen Betrages ausmachen soll, der dem Opfer selbst zugesprochen wird. Die Justiz-, Gemeinde- und Kirchendirektion des Kantons Bern beruft sich dabei auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung. Das Bundesgericht hat festgehalten, es werde die Regel aufgestellt, dass ein naher Angehöriger im Verhältnis zu der dem Verunfallten bzw. Opfer selbst zukommenden Genugtuung etwa auf die Hälfte Anspruch habe (BGE 122 III 5, nicht publizierte Erwägung 4a mit Hinweisen). Da das Bundesgericht die Beschwerde des Opfers selbst gutheisst und es dort zu einer Rückweisung des Falles an die Vorinstanz kommt, erscheint es möglich, dass sich die Höhe der dem Opfer zuzusprechenden Genugtuungssumme ändert. Im Übrigen ist auch die Begründung der Beschwerde derjenigen des Opfers insoweit ähnlich, als die Beschwerdeführerin geltend macht, die Blasen-, Darm- und Sexualfunktionsstörung wirke sich unweigerlich sehr belastend auf das intime Zusammenleben der beiden Ehegatten aus. Da aber die Höhe der der Ehefrau zuzuerkennenden Genugtuung nach der Argumentation der kantonalen Instanzen in ihrer Höhe von der dem Ehemann zuzusprechenden Summe abhängig ist, teilt die vorliegende Beschwerde das rechtliche Schicksal derjenigen des Opfers. Demnach ist die Beschwerde ohne weitere Erörterung der vorinstanzlichen Begründung gutzuheissen und der Fall zur Neubeurteilung an das Verwaltungsgericht zurückzuweisen.