Citation: 6B_844/2023 E. 1.4.3

1.4.3. Die Vorinstanz stellt zusammengefasst fest, dass es dem Beschwerdeführer auch in Berücksichtigung seines Freiheitsentzugs möglich gewesen wäre, im angeklagten Zeitraum die Rückführung der Kinder zu veranlassen, und bejaht dessen Tatmacht. Indem der Beschwerdeführer seinen vor der Vorinstanz vertretenen Standpunkt wiederholt, verliert er sich in appellatorischer Kritik am angefochtenen Urteil und vermag keine Willkür darzutun. Dass und inwiefern die vorinstanzliche Feststellung, wonach angesichts der umfassenden Entscheidungskompetenz, die sich der Beschwerdeführer selbst zumesse (er habe als Familienoberhaupt das alleinige Recht über die Belange der Kinder und deren Aufenthaltsort zu bestimmen), eine Willenserklärung von ihm betreffend Rückkehr seiner Söhne in die Schweiz in Nigeria nicht unbeachtet bleiben könnte, schlechterdings nicht mehr vertretbar sein sollte, zeigt der Beschwerdeführer nicht auf. Ebenso wenig verfällt die Vorinstanz in Willkür, indem sie die Behauptung des Beschwerdeführers, es bedürfe für die Rückführung der Kinder seiner persönlichen Vorsprache vor Ort, damit sich die zuständigen Behörden persönlich von seinem Willen überzeugen könnten, als unglaubhaft verwirft. Bereits im ersten Strafverfahren gegen den Beschwerdeführer wurde davon ausgegangen, dass es ihm möglich gewesen wäre, die Rückführung der Kinder aus dem Gefängnis heraus zu veranlassen (vgl. Urteil 6B_123/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 2.4, nicht publ. in: BGE 141 IV 10). Zwar sind seither mehrere Jahre vergangen, jedoch ist es angesichts des von der Vorinstanz aufgezeigten ununterbrochenen Kontakts des Beschwerdeführers zu seinen Familienangehörigen und den nigerianischen Botschaftsvertretern sowie seiner von ihm nach wie vor geltend gemachten Stellung als Familienoberhaupt (mit sämtlichen Weisungsbefugnissen hinsichtlich der in seinem "Eigentum" stehenden Ehefrau und Kinder) nicht willkürlich, wenn die Vorinstanz zum Schluss gelangt, dass es dem Beschwerdeführer im angeklagten Zeitraum nach wie vor möglich gewesen wäre, die Rückführung der Kinder aus dem Strafvollzug heraus zu veranlassen (vgl. Urteil S. 14 ff.). Damit belässt es die Vorinstanz entgegen dem Einwand des Beschwerdeführers nicht bei der schlichten Feststellung, er habe nichts unternommen, ohne nachzuweisen, dass ihm überhaupt irgendeine erfolgsversprechende Massnahme zur Verfügung gestanden hätte. Sie gelangt vielmehr willkürfrei zu der Einschätzung, dass es dem Beschwerdeführer möglich gewesen wäre, die Rückführung der Kinder aus dem Strafvollzug heraus zu veranlassen, und bezeichnet seinen Einwand, dass er persönlich bei den Behörden vor Ort vorsprechen müsste, als unbelegte Schutzbehauptung. Darin liegt weder eine Umkehr der Beweislast noch Willkür. Es ist nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz festhält, der Beschwerdeführer habe nie einen ernsthaften Versuch unternommen, von der Schweiz aus eine Verlautbarung abzugeben, mit der er seine Einwilligung zur Rückführung der Kinder zu deren Mutter unmissverständlich kundtue. Folglich habe er auch nie eine Reaktion irgendwelcher Art aus Nigeria auf ein solches Anliegen erhalten, womit es ihm selbst zuzuschreiben sei, dass seine Behauptung bezüglich der Notwendigkeit seiner persönlichen Anwesenheit nicht belegt sei. Somit ist es mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung vereinbar, wenn die Vorinstanz unter diesen Umständen davon ausgeht, dass die Behauptung des Beschwerdeführers mangels Anzeichen für deren Richtigkeit unglaubhaft sei (Urteil S. 15 f.). Insgesamt begründet die Vorinstanz willkürfrei und ohne Rechtsverletzung weshalb sie zum Schluss gelangt, dass es dem Beschwerdeführer auch in Berücksichtigung seines Freiheitsentzugs möglich gewesen wäre, im angeklagten Zeitraum die Rückführung der Kinder zu veranlassen. Es ist nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz gestützt auf ihre tatsächlichen Feststellungen die Tatmacht des Beschwerdeführers bejaht. Dessen Rügen erweisen sich als unbegründet.