Citation: 5A_763/2018 E. 3

Die Klägerinnen beantragen dem Bundesgericht die Nichtigkeit, eventuell die Ungültigkeit der letztwilligen Verfügung des Erblassers vom 8. August 2014 festzustellen. Während der französische Gesetzestext den Begriff "nullité" (Nichtigkeit) verwendet, geht es nach dem deutschen Gesetzestext um die Ungültigkeit einer letztwilligen Verfügung. Ungültigkeitsgründe sind Verfügungsunfähigkeit, mangelhafter Wille, Rechtswidrigkeit und Unsittlichkeit der Verfügung (Art. 519 Abs. 1 Ziff. 1-3 ZGB) sowie alternativ Formmängel (Art. 520 ZGB). Anders als der allgemeine Grundsatz des Zivilrechts, wonach die Nichteinhaltung der Formvorschriften bei formgebundenen Rechtsgeschäften zu von Amtes wegen zu beachtender Nichtigkeit führt, sind letztwillige Verfügungen wegen eines Formmangels nur dann unwirksam, wenn deren Ungültigkeit auf Klage hin festgestellt ist (BGE 113 II 270 E. 3a). Von Nichtigkeit einer letztwilligen Verfügung kann gegebenenfalls bei fehlenden Willenserklärungen oder qualifizierten inhaltlichen Rechtswidrigkeiten die Rede sein (a.a.O. und die dortigen Hinweise). Die Klägerinnen machen nicht geltend, es fehle überhaupt an einer Willenserklärung oder die streitgegenständliche Verfügung sei qualifiziert rechtswidrigen Inhalts. Derartiges ist auch nicht ersichtlich. Damit ist das Hauptbegehren (Begehren Ziff. 1) abzuweisen. Zu beurteilen bleibt das Eventualbegehren (Begehren Ziff. 2).