Citation: 9C_585/2024 E. 2.2.2

2.2.2. In zeitlicher Hinsicht sind als "unbekannt" bzw. "neu" einzig jene Tatsachen und Beweismittel zu betrachten, die zwar schon bestanden haben, die der Veranlagungsbehörde bei Ablauf der Veranlagungsverjährung (erste Tatbestandsvariante) bzw. bei Erlass der Veranlagungsverfügung (zweite Tatbestandsvariante) aber noch nicht vorlagen (BGE 148 V 277 E. 4.2.2; 144 II 359 E. 4.5.1; Urteile 9C_634/2023 vom 21. Oktober 2024 E. 5.1.1; 9C_567/2023 vom 12. September 2024 E. 4.1; 9C_143/2024 vom 18. Juni 2024 E. 5.3; 9C_689/2022 vom 12. April 2023 E. 9.1, nicht publ. in: BGE 149 II 177). Nachsteuerrelevant sind grundsätzlich nur solche unechte Noven. Auch nachträglich eingetretene Tatsachen (echte Noven) können bedeutsam sein, aber nur, soweit sie die tatsächliche Grundlage rückblickend rechtserheblich zu beeinflussen vermögen (dazu Urteile 9C_143/2024 vom 18. Juni 2024 E. 5.3; 9C_5/2023 vom 14. März 2024 E. 4.1.1; 2C_868/2020 vom 25. August 2021 E. 2.1.1). In sachlicher Hinsicht ist für den massgebenden Aktenstand der Stand des Dossiers zur betreffenden Steuerperiode massgebend (zuletzt, mit Darstellung der Diskussion in der Doktrin: Urteil 9C_634/2023 vom 21. Oktober 2024 E. 5.1.1). Kenntnisse, Daten, Informationen und dergleichen, die andere (frühere oder spätere) Steuerperioden betreffen, gelten für die Zwecke des Nachsteuerrechts als nicht aktenkundig (wiederum Urteil 9C_634/2023 vom 21. Oktober 2024 E. 5.1.1; anderer Meinung: Peter Locher, Kommentar zum Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer, III. Teil, 2015, N. 22 zu Art. 151).