Citation: 2C_159/2014 E. 4.4

4.4. Das migrationsrechtliche Verschulden des Beschwerdeführers wiegt schwer. Bereits das Strafmass von drei Jahren und sechs Monaten Freiheitsstrafe für das verfahrensauslösende Delikt indiziert ein erhebliches Verschulden, liegt es doch weit über der Grenze von einem Jahr, welche für die Möglichkeit des Widerrufs massgeblich ist (vgl. E. 3.1). Sodann gehört bandenmässiger und gefährlicher Raub zu jenen "Gewaltdelikten", welche gemäss Art. 121 Abs. 3 lit. a BV ohne Rücksicht auf den ausländerrechtlichen Status zum Verlust des Aufenthaltsrechts führen sollen. Diese Bestimmung ist zwar gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung nicht unmittelbar anwendbar (BGE 139 I 16 E. 4.3.2 S. 26), doch ist den darin enthaltenen verfassungsrechtlichen Wertungen bei der Auslegung des Gesetzes insoweit Rechnung zu tragen, als dies zu keinem Widerspruch zu übergeordnetem Recht führt (zur "praktischen Konkordanz" bei der Anwendung dieser Norm vgl. BGE 139 I 31 E. 2.3.2 S. 34, 145 E. 2.5 S. 150). Im Übrigen verfolgte das Bundesgericht bereits vor Inkrafttreten von Art. 121 Abs. 3-6 BV eine strenge ausländerrechtliche Praxis, wenn hohe Rechtsgüter wie die körperliche Integrität betroffen waren (vgl. BGE 122 II 433 E. 2c S. 436). Vor der Begehung des verfahrensauslösenden Delikts erwirkte der Beschwerdeführer vier Vorstrafen, wobei die (im Alter von 17 Jahren begangene) Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz von untergeordneter Bedeutung ist. Weder die beiden bedingt aufgeschobenen Strafen wegen mehrfacher Sachbeschädigung bzw. wegen bandenmässigen Diebstahls, mehrfacher Sachbeschädigung, mehrfachen Hausfriedensbruchs und mehrfacher Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz (ebenfalls im Jugendalter begangen) noch die unbedingt ausgesprochene Verurteilung zu 180 Tagen Freiheitsstrafe (als Gesamtstrafe) wegen Hausfriedensbruchs vermochten ihn von der Begehung weiterer Straftaten abzuhalten. Die Tatsache, dass zwei der Vorstrafen auf Delikte zurückgehen, welche der Beschwerdeführer vor Vollendung des 18. Altersjahrs begangen hatte, vermag ihn zwar zu entlasten, fällt aber angesichts der weiteren Entwicklung nicht stark ins Gewicht. Weniger als ein Jahr nach dem Raubdelikt beging der Beschwerdeführer zwei weitere Delikte. Die Schwere seiner Taten nahm tendentiell zu und er nutzte die zahlreichen Chancen nicht, die ihm geboten wurden. Darüber hinaus offenbarte der Beschwerdeführer durch die Art der Begehung der Delikte eine bemerkenswerte Gefühllosigkeit gegenüber den Opfern. Sowohl bei der Raubtat als auch bei der Beschimpfung und der einfachen Körperverletzung handelte der Beschwerdeführer skrupellos und zeigte sich in keiner Weise betroffen durch die (sichtbaren) Folgen seines Handelns. Die in der Stellungnahme vom 26. März 2010 gegenüber dem Amt für Migration und Integration gelobte Besserung war ausgeblieben, und die Verwarnung vom 19. April 2010 hatte ihre Wirkung verfehlt.