Citation: I 887/06 25.09.2007 E. 5.3

5.3.1 Dr. med. W.________, FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, diagnostizierte in seinem psychiatrischen Konsilium vom 27. Mai 2004 eine langdauernde depressive Entwicklung mit fehlender Anpassungsleistung bei einfach strukturierter Grundpersönlichkeit (ICD-10 F32.1) und attestierte eine Arbeitsunfähigkeit von 50 %. Der Psychiater führte im Bericht vom 1. Juni 2004 aus, markante Persönlichkeitszüge hätten das Leben der Versicherten seit ihrer Jugend geprägt. Im Folgenden schilderte er die von zahlreichen, teilweise schweren Schicksalsschlägen geprägte Lebensgeschichte der Beschwerdeführerin mit früher Heirat, ungewollter Kinderlosigkeit (Fehlgeburt im Jahre 1980; Frühgeburt eines Knaben im Jahre 1981, der drei Tage nach der Geburt verstarb), Untreue des ersten Ehemannes und späterer Scheidung, kurz darauf zweiter Ehe, die wiederum ungewollt kinderlos blieb (Fehlgeburt im Jahre 2001) und Verlust des eigenen Hauses im Bosnienkrieg. Dr. med. W.________ erklärte, die depressive Entwicklung habe nach der Untreue des ersten Ehemannes eingesetzt und sei nach der zweiten Heirat nicht besser geworden, zumal die zweite Ehe sich weitgehend in einer Art Lebensgemeinschaft mit gemeinsamer Sorge um Alltagsthemen erschöpft habe; zusätzlich sei die Versicherte belastet durch einen Konflikt am Arbeitsplatz mit einem neuen Chef. Der Psychiater begründete die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit damit, dass die Versicherte mit ihrer liebenswürdig-einfachen Lebensart keine Reserven habe, den körperlichen Einschränkungen erfolgreich zu begegnen, sich neu auszurichten, beruflich umzuorientieren und Chancen zu finden. Damit seien die Symptome einer schleichenden depressiven Entwicklung, einer Anpassungsstörung bei geringen Ressourcen und weitgehend fehlendem Durchsetzungsvermögen vorhanden. 5.3.2 Die Feststellung einer vollständigen Arbeitsfähigkeit auch in psychischer Hinsicht ist letztinstanzlich ebenfalls nur eingeschränkt überprüfbar. Das kantonale Gericht hat in nachvollziehbarer Weise ausführlich dargelegt, weshalb es nicht auf die Einschätzungen im psychiatrischen Teilgutachten abstellte. Zu Recht weist es darauf hin, dass der Psychiater Dr. med. W.________ die schwierigen Lebensumstände der Versicherten explizit als Auslöser der depressiven Entwicklung bezeichnete und seine Beurteilung sich weitestgehend in der Darstellung der (unstreitig schweren) Belastungen und Enttäuschungen im Privatleben der Versicherten sowie der grossen Spannungen am Arbeitsplatz seit dem Wechsel des Vorgesetzten erschöpft. Selbst Dr. med. W.________ vermochte im Übrigen die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit nicht nachvollziehbar zu begründen und begnügte sich mit dem Hinweis, der Arbeitgeber habe die praktische Einsatzfähigkeit der Versicherten "wohl zutreffend eingeschätzt", wenn er sie noch in 50%igen Umfang beschäftige. Diese Einschätzung ist umso weniger einleuchtend, als die Reduktion des Arbeitspensums vor dem Hintergrund des Konflikts zwischen der Beschwerdeführerin und ihrem neuen Chef zu sehen ist. Soweit die Vorinstanz erwog, der erhobene psychiatrische Befund finde überwiegend in den psychosozialen und soziokulturellen Umständen seine hinreichende Erklärung, verstösst diese Beweiswürdigung nicht gegen Bundesrecht. Zu keinem anderen Schluss führt das Zeugnis des Hausarztes Dr. med. E.________ vom 5. Oktober 2006 (soweit dieses überhaupt berücksichtigt werden kann; BGE 130 V 445 E. 1.2 S. 446), wonach die Versicherte eine einfache, wenig differenzierte und sehr ängstliche Persönlichkeit sei, die sofort alles negativ sehe, psychisch über keine Reserven verfüge und die traumatischen Erlebnisse der Vergangenheit nie habe überwinden können. Die auf (antizipierter) Beweiswürdigung beruhende Schlussfolgerung der Vorinstanz, wonach die Versicherte (auch) aus psychischen Gründen nicht in rentenbegründendem Masse arbeitsunfähig sei, ist jedenfalls nicht offensichtlich unrichtig und damit für das Bundesgericht verbindlich. Weiterungen erübrigen sich.