Citation: 8C_203/2018 E. 7.1

7.1. Die Vorinstanz erwog im Wesentlichen, fraglich sei, ob die Hüftsubluxation der Versicherten ein Symptom des Geburtsgebrechens Ziff. 485 GgV-Anhang sei, also einer kongenitalen Dystrophie des Bindegewebes als Symptom des WBS. Der RAD-Arzt G.________ habe am 12. Juli 2017 verständlich dargelegt, dass bei den meisten am WBS leidenden Personen die Synthese des Eiweisses Elastin beeinträchtigt sei. Da Elastin dem Bindegewebe zugeordnet sei, weise dieser Defekt einen Zusammenhang mit dem Geburtsgebrechen Ziff. 485 auf. Gestützt auf den Bericht des Spitals E.________ vom 9. Januar 2013 stelle die bei der Versicherten bestehende muskuläre Hypotonie anscheinend eine spezifische Ausprägung der für ein WBS-Syndrom typischen Bindegewebestörung dar. Sie sei somit ein (direktes) Symptom dieser Erkrankung und entgegen dem RAD bzw. der IV-Stelle nicht etwa bloss eine (indirekte) Folge nach Rz. 11 KSME. Die Anerkennung der Leistungspflicht durch die IV-Stelle für das Geburtsgebrechen Ziff. 485 GgV-Anhang stehe also in direktem Zusammenhang mit der muskulären Hypotonie. Entgegen dem Arzt G.________ sei die statistische Häufigkeit einer Hüftluxation beim WBS nicht massgebend. Entscheidend sei einzig, ob das WBS für die Hüftsubluxation der Versicherten ursächlich sei. Diese Frage habe der Arzt G.________ nicht beantwortet. Trotzdem sei der Sachverhalt diesbezüglich erstellt. Denn die behandelnden Ärzte des Spitals E.________ hätten überzeugend dargelegt, dass der niedrige Muskeltonus der Versicherten mit einer übermässigen Gelenksbeweglichkeit einhergehe, und dass diese übermässige Gelenkslaxität zu Dislokationen resp. Luxationen ihres Hüftgelenks geführt habe. Die Hüftsubluxation der Versicherten sei somit eine direkte Folge des WBS resp. des von der IV-Stelle anerkannten Geburtsgebrechens Ziff. 485 GgV-Anhang.