Citation: 8C_101/2024 E. 5.3

5.3. Sodann wird gerügt, das kantonale Gericht habe die von Prof. Dr. med. G.________, Neurochirurg, gestellte "führende Diagnose" des hirnorganischen Psychosyndroms im Rahmen seiner Adäquanzprüfung kein einziges Mal erwähnt. Dies sei nicht nur unverständlich, sondern auch rechtsfehlerhaft, weil die dem Beschwerdeführer aus dieser Diagnose entstandenen nachteiligen Folgen in medizinischer, beruflicher und sozialer Hinsicht rechtsprechungsgemäss bei der Prüfung der Adäquanzkritierien einer Gesamtwürdigung zu unterziehen seien. Das kantonale Gericht ging davon aus, dass zum Zeitpunkt des Fallabschlusses neben Kopfschmerzen auch Konzentrationsschwierigkeiten, Schlafstörungen und Aufmerksamkeitsstörungen persistierten. Es befasste sich auch mit der im Auftrag des Beschwerdeführers erstellten Aktenbeurteilung des Prof. Dr. med. G.________ vom 10. April 2023 und der dort gestellten Diagose einer MTBI, die nach Einschätzung dieses Facharztes zu einer funktionellen Beeinträchtigung von Hirn-Netzwerk-Strukturen mit der Folge eines hirnorganischen Psychosyndroms geführt haben soll. Wie bereits erwähnt (E. 4 hiervor), konnte die Vorinstanz im Zusammenhang mit der Frage, ob die Adäquanz anhand der Psycho-Praxis oder der Schleudertrauma-Praxis zu prüfen sei, offen lassen, auf welche Diagnose die von keiner Seite in Frage gestellten persistierenden Beschwerden zurückzuführen sind. Darauf musste sie im Rahmen der Adäquanzprüfung auch nicht mehr zurückkommen. Denn die gesundheitlichen Einschränkungen, die Prof. Dr. med. G.________ als neurokognitive Defizite hinsichtlich Aufmerksamkeit und Gedächtnis sowie als geistige Belastungsminderung mit Kopfschmerzen, Schlafstörung und Reizüberflutung beschrieb, konnten entsprechend bei den einzelnen Adäquanzkriterien unabhängig von der zugrunde liegenden Diagnose berücksichtigt werden. So erwähnte das kantonale Gericht als anhaltende erhebliche Beschwerden entgegen der Behauptung des Beschwerdeführers nicht nur die permanent bestehenden Kopfschmerzen, sondern auch die Konzentrationsschwierigkeiten.