Citation: U 6/07 11.10.2007 E. 5

5.1 Die Schilderungen der Versicherten sind widerspruchsfrei und in sich schlüssig. Sie stimmen denn auch mit den Aussagen in den ärztlichen Berichten - soweit sich diese überhaupt zum Ereignis vom 16. April 2005 äussern - überein. Auf sie kann somit im Folgenden abgestellt werden. Danach hat die Versicherte das ca. 8 kg schwere Laminiergerät am 16. April 2005 angehoben, um es von einem Tisch zum andern zu tragen. Als es ihr drohte aus der Hand zu rutschen, hat sie mit der rechten Hand versucht nachzufassen, wobei es ihr den Arm verdrehte und dieser dabei brach. 5.2 Entgegen der Ansicht der Winterthur ist für die strittige Frage der Leistungspflicht für eine unfallähnliche Körperschädigung im Sinne von Art. 9 Abs. 2 UVV nicht massgebend, dass die behandelnden Ärzte eine "eindeutig" pathologische Fraktur diagnostizierten. Denn ein degenerativer oder pathologischer Vorzustand schliesst eine unfallähnliche Körperschädigung nicht aus, sofern ein unfallähnliches Ereignis den vorbestehenden Gesundheitsschaden verschlimmert oder manifest werden lässt; es genügt somit, wenn eine schädigende, äussere Einwirkung wenigstens im Sinne eines Auslösungsfaktors zu den vor- oder überwiegend krankhaften oder degenerativen Ursachen hinzutritt. Besondere Bedeutung für die Feststellung der Leistungspflicht des Unfallversicherers kommt somit dem Erfordernis eines äusseren Ereignisses zu, d.h. eines ausserhalb des Körpers liegenden, objektiv feststellbaren, sinnfälligen, eben unfallähnlichen Vorfalles zu. Wo ein solches äusseres Ereignis mit Einwirkung auf den Körper nicht stattgefunden hat, und sei es nur als Auslöser eines in Art. 9 Abs. 2 lit. a-h UVV aufgezählten Gesundheitsschadens, liegt eine eindeutig krankheits- oder degenerativ bedingte Gesundheitsschädigung vor. Denn ohne dass sich ein Unfallereignis im Sinne von Art. 9 Abs. 1 UVV (in der bis 31. Dezember 2002 geltenden Fassung) bzw. von Art. 4 ATSG ereignet hat, sind bei Eintritt eines der in Art. 9 Abs. 2 lit. a-h UVV aufgezählten Gesundheitsschäden praktisch immer krankheits- und/oder degenerative (Teil-)Ursachen im Spiel (BGE 129 V 466 E. 2; RKUV 2001 Nr. U 435 S. 332 E. 2c [U 398/00], je mit Hinweisen). 5.3 Aufgrund des unbestrittenen Hergangs hat die Vorinstanz angesichts des Gewichts des Laminiergerätes, dem reflexartigen Nachfassen mit der rechten Hand sowie des Verdrehens des Armes eine gesteigerte Gefahrenlage bzw. das Hinzutreten eines zur Unkontrollierbarkeit der in Frage stehenden Bewegung führenden Momentes und somit ein ausserhalb des Körper liegendes, objektiv feststellbares, sinnfälliges, unfallähnliches Ereignis im Sinne der Rechtsprechung zu Art. 9 Abs. 2 UVV zu Recht bejaht (BGE 129 V 466 E. 4.3 S. 471). Da es für die Leistungspflicht des Unfallversicherers ausreicht, wenn das unfallähnliche, sinnfällige Ereignis Teilursache im Sinne eines Auslösungsfaktors ist, spielt es keine Rolle, dass die Humerusschaftfraktur eine überwiegend pathologische Genese hat (E. 5.2 in fine). Daran ändert auch die Aussage des Dr. med. H.________ nichts, wonach das Ereignis vom 16. April 2005 nicht geeignet sei, eine Oberarmfraktur zu verursachen; denn in seinem Bericht vom 30. März 2006 gibt er keinerlei Gründe für seine Einschätzung an, sodass dieser Bericht den Anforderungen der Rechtsprechung nicht genügt (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352 mit Hinweis). Nach dem Gesagten hat die Vorinstanz die Winterthur zu Recht verpflichtet, die gesetzlichen Leistungen für die Folgen des Ereignisses vom 16. April 2005 zu erbringen.