Citation: 2A.727/2004 08.03.2005 E. 3

3.1 Das Verwaltungsgericht hat aufgrund der Sachverhaltsfeststellungen, die für das Bundesgericht verbindlich und grundsätzlich unbestritten sind, zu Recht eine Scheinehe bejaht; es konnte sich dafür auf mehrere Indizien stützen: 3.1.1 Der Beschwerdeführer reiste drei Wochen nach der Scheidung von seiner türkischen Ehefrau mit einem für 30 Tage gültigen Visum in die Schweiz ein; eine Woche nach der Einreise lernte er seine heutige schweizerische Ehefrau in einem Restaurant am Zürcher Hauptbahnhof kennen und zweieinhalb Monate später beantragten die beiden beim Zivilstandsamt bereits die Eheschliessung, die dann auch einen Monat nach dem Antrag erfolgte. Eine solche kurze Bekanntschaftsdauer der Ehepartner stellt bereits ein starkes Indiz für eine Ausländerrechtsehe dar (Urteil 2A.123/2004 vom 19. Juli 2004, E. 3.1). Es ist nicht zu beanstanden, wenn das Verwaltungsgericht in dieser kurzen zeitlichen Abfolge der Geschehnisse und der drohenden Wegweisung des Beschwerdeführers nach Ablauf der Visumsfrist Indizien für eine Scheinehe gesehen hat. 3.1.2 Ein weiteres Indiz ist der beträchtliche Altersunterschied zwischen den Ehegatten, ist der Beschwerdeführer doch 16 Jahre jünger als seine Ehefrau. Zwar mögen auch solche Ehen tatsächlich gelebt werden; sie bilden aber generell die Ausnahme. Deshalb stellt ein derartiger Altersunterschied - wenn auch nicht für sich allein, doch zusammen mit anderen Anzeichen - ein Indiz für eine Scheinehe dar (Urteil 2A.123/2004 vom 19. Juli 2004, E. 3.1 mit Hinweis). Solche weiteren Anzeichen sind das erste Treffen am Zürcher Hauptbahnhof, wo die Telefonnummern ausgetauscht wurden, obwohl der Beschwerdeführer kaum deutsch sprechen konnte und sein Schwager übersetzte; hinzu tritt der Entschluss zur Ehe nach lediglich zweieinhalb Monaten trotz anhaltender sprachlicher Verständigungsprobleme. Im Übrigen kann auch als Indiz gelten, dass der Beschwerdeführer an der Befragung keine genauen Angaben zum Restaurant, wo die Hochzeitsfeier stattfand, machen konnte, obgleich die Eheleute nach Aussagen der Ehefrau zu jenem Zeitpunkt in derselben Liegenschaft wohnten. 3.2 Was der Beschwerdeführer dagegen vorbringt, überzeugt nicht: Das Verwaltungsgericht hat den Altersunterschied nicht übergewichtet, sondern ihn als ein Indiz von mehreren für eine Scheinehe betrachtet. Der Beschwerdeführer räumt selber ein, eine Zeitspanne von dreieinhalb Monaten sei nicht besonders lang, um den Entschluss zur Heirat zu fassen. Die Ehegatten hatten sich aber bereits zweieinhalb Monate nach der Bekanntschaft entschlossen zu heiraten, als sie Mitte November 2002 an das Zivilstandsamt gelangten. Entgegen dem Beschwerdeführer ist aufgrund der Indizien eine Ausländerrechtsehe anzunehmen: Dafür sprechen nicht nur der Altersunterschied, die Trauung nach kurzer Bekanntschaftszeit und die drohende Wegweisung; hinzu kommen auch die Umstände der Bekanntschaft, die gesamte zeitliche Abfolge der Ereignisse und trotz weitgehender Übereinstimmung in der Befragung gewisse Inkohärenzen: Die Ehegatten kennen Anzahl und Namen der Geschwister des andern nicht; sie wissen auch nicht, seit wann sie im gleichen Haushalt leben. Unabhängig von diesen Divergenzen hat das Verwaltungsgericht die Befragung indessen nicht als (allein) entscheidend angesehen. Dies gilt auch für die Angaben des Beschwerdeführers zum Rückflugschein, so dass sich insofern eine Rückweisung an die Vorinstanz zur weiteren Abklärung nicht rechtfertigt. 3.3 Wenn das Verwaltungsgericht aus den genannten Indizien auf eine Scheinehe geschlossen hat, die dem Beschwerdeführer - übrigens nach einem bekannten Verhaltensmuster - ein Aufenthaltsrecht in der Schweiz verschaffen soll, ist nichts hiergegen einzuwenden; dabei kommt es nur auf die Sicht des Beschwerdeführers an; dass seine Schweizer Ehefrau allenfalls eine echte Lebensgemeinschaft beabsichtigt hat, steht Art. 7 Abs. 2 ANAG nicht entgegen (vgl. Urteile 2A.123/2004 vom 19. Juli 2004, E. 2.2 mit Hinweis; 2A.346/2004 vom 10. Dezember 2004, E. 3.3 mit Hinweisen).