Citation: 1C_321/2013 E. 3.3

3.3. Die Beschwerdeführer stellen nicht in Frage, dass die Weilerzone eine Bauzone im Sinne des aPBG ist. § 13 Ziff. 1 lit. l aPBG zählt die Weilerzonen zum Baugebiet. Bauzonen zeichnen sich im Allgemeinen dadurch aus, dass bauliche Nutzung zulässig ist und Neubauten erstellt werden können, während in Nicht-Bauzonen etwa nur standortgebundene Bauten oder Ersatzbauten erstellt werden dürfen. Die Beschwerdeführer legen nicht dar, dass die Gemeinden entgegen der genannten kantonalen Bestimmung Weilerzonen ausscheiden könnten, in denen Neubauten untersagt und nur Ersatz- und Umbauten zulässig wären. Zu keinem anderen Ergebnis führt die Auslegung von Art. 5 BauR. Diese Bestimmung erlaubt zwar nach ihrem Wortlaut lediglich Ersatz-, An- und Umbauten und erwähnt Neubauten nicht. Sie ist allgemein ausgerichtet auf den Erhalt bisheriger Bausubstanz und auf Ersatzbauten, mit der Verpflichtung, den Weiler-Charakter zu bewahren. Das schliesst indes Neubauten nicht von vornherein aus. Die Beschwerdegegner legen dar, dass die Terminologie im Baureglement nicht einheitlich ist. In Art. 4 Abs. 5 BauR ist von Neubauten die Rede, obwohl im Anschluss an Abbruchbewilligungen der Begriff von Ersatzbauten sachgerecht erscheinen mag. Weiter erwähnt Art. 4 Abs. 1 BauR Neu-, An- und Umbauten, schliesst aber wohl auch Ersatzbauten ein, wie Art. 4 Abs. 5 BauR zu entnehmen ist. Weiter kann Art. 5 Abs. 4 BauR entnommen werden, dass neue bodenunabhängige Intensivtierhaltungsbetriebe nicht zulässig sind. Der Bestimmung mit Ausschluss einer bestimmten Bau-Kategorie kann kaum ein Sinn beigemessen werden, wenn nach Art. 5 Abs. 1 BauR Neubauten grundsätzlich ausgeschlossen sein sollen. Aus all diesen Gründen erscheint es haltbar und mit dem Willkürverbot vereinbar, nicht allein auf den Wortlaut von Art. 5 Abs. 1 BauR abzustellen und die Bestimmung in einem weiteren Sinne auszulegen. Das Verwaltungsgericht hat ferner auf die Entstehungsgeschichte des Baureglements verwiesen und ausgeführt, der Planungsbericht beruhe für Dingenhart auf der Möglichkeit von allfälligen Bauzonenerweiterungen. Die Beschwerdeführer setzen sich mit den eingehenden Ausführungen im angefochtenen Entscheid nicht auseinander. Die Beschwerdeführer erachten die Auslegung durch das Verwaltungsgericht auch deshalb als willkürlich, weil dadurch die Differenzierung zwischen der Dorfkernzone DK-2 nach Art. 4 BauR einerseits und der Weilerzone WZ-2 gemäss Art. 5 BauR andererseits praktisch aufgehoben würde. Sie übersehen indes, dass die Dorfkernzone ausgerichtet ist auf gemischte bauliche Nutzungen für das Wohnen und höchstens mässig störendes Gewerbe (Art. 4 Abs. 2 BauR), während die Weilerzone Wohn-, gemischte Wohn- und Gewerbe- und reine Gewerbenutzungen sowie landwirtschaftliche Nutzungen zulässt (Art. 5 Abs. 3 BauR). Zudem sind in Dingenhart ausschliesslich Weilerzonen und keine Dorfkernzonen ausgeschieden. Somit kann nicht gesagt werden, dass die vom Verwaltungsgericht vertretene Auslegung die Systematik des Baureglements missachte und aus diesem Grunde unhaltbar sei. Schliesslich verweisen die Beschwerdeführer auf Art. 18 BauR zur Ortsbildschutzzone OS. Für Dingenhart gilt eine Ortsbildschutzzone. Die die Grundnutzung überlagernden Ortsbildschutzzonen bezwecken eine besondere Rücksichtnahme auf die Ortsbilder (u. a. von Dingenhart). Deren Eigenart soll nach dem Wortlaut von Art. 18 Abs. 1 BauR nicht durch neue Bauten und Anlagen beeinträchtigt werden. Daraus kann ohne Willkür geschlossen werden, dass in Gebieten der Ortsbildschutzzone neue Bauten und Anlagen zulässig sind, indes die Eigenart der intakten Ortsbilder zu wahren haben. Das gilt offenbar auch für die Grundnutzung Weilerzone, die in Art. 18 Abs. 2 BauR mit dem Hinweis auf Bestimmungen von Art. 5 BauR ausdrücklich genannt ist. Daraus darf mit haltbaren Gründen geschlossen werden, dass die Ortsbildschutzzone neuen Bauten nicht entgegensteht. In Anbetracht all dieser Erwägungen ergibt sich, dass das Verwaltungsgericht mit haltbaren Gründen annehmen durfte, Art. 5 Abs. 1 BauR stehe Neubauten nicht entgegen, und daher nicht in Willkür verfiel. Die Rüge der Verletzung von Art. 9 BV erweist sich demnach als unbegründet.