Citation: 9C_390/2022 E. 2.3

2.3. Die Beschwerdeführerin macht geltend, der angefochtene Entscheid stelle die Arbeitsunfähigkeit nicht korrekt fest. Der Invaliditätsbemessung sei eine maximal 60-prozentige Arbeitsfähigkeit zugrunde zu legen. Gemäss Vorinstanz gelte die angestammte Tätigkeit (Kontrolle von optischen Linsen) nach einer Anpassung des Arbeitsplatzes (Stuhl, Tisch mit Hubsystem) als leidensadaptiert (Anforderungen: leichte bis höchstens intermittierend mittelschwere Tätigkeit, nicht monoton-repetitiv, Möglichkeit wechselnder Haltungen, keine gehäuften Überkopfarbeiten). Daher werde jetzt eine Arbeitsfähigkeit von 90 Prozent unterstellt. Es sei jedoch willkürlich anzunehmen, dass geringfügige Anpassungen des Arbeitsplatzes die theoretische Arbeitsfähigkeit um 30 Prozentpunkte erhöhten, zumal ein Leistungsgrad von 90 Prozent nie erreicht worden sei. Damit stehe fest, dass die Arbeitsunfähigkeit auch in angepasster Tätigkeit 40 Prozent erreiche. Die Beschwerdeführerin rügt eine Verletzung von Art. 6 ATSG. In der Sache geht es indes nicht um die Handhabung des Begriffs der Arbeitsunfähigkeit, sondern um eine Frage der Sachverhaltsfeststellung. Das Bundesgericht legt seinem Urteil den Sachverhalt zugrunde, den die Vorinstanz festgestellt hat (Art. 105 Abs. 1 BGG). Es kann die vorinstanzliche Tatsachenfeststellung von Amtes wegen berichtigen oder ergänzen, wenn sie offensichtlich unrichtig (d.h. willkürlich) ist oder auf einer Verletzung von Bundesrecht beruht und wenn die Behebung des Mangels für den Verfahrensausgang entscheidend sein kann (Art. 97 Abs. 1 und Art. 105 Abs. 2 BGG; BGE 145 V 57 E. 4). Die Beschwerdeführerin bezieht sich auf die Begründung des Vorbescheids der IV-Stelle vom 25. Oktober 2019, wonach die angestammte Tätigkeit infolge der getätigten Anpassungen des Arbeitsplatzes ideal leidensadaptiert sei. Die Vorinstanz indes folgt dem MEDAS-Gutachten vom 4. Januar 2021, das für die angestammte Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 60 Prozent annimmt, für eine (besser) angepasste Tätigkeit eine solche von 90 Prozent (Gutachten S. 11). Die angestammte Tätigkeit erfüllt gerade nicht alle Anforderungen an eine leidensadaptierte Arbeit, da sie auch bei einer optimierten Ergonomie eine gleichförmige Haltung erfordert und wenig Möglichkeiten für "Wechselpositionen" bietet. Wenn die Beschwerdeführerin in der angestammten Tätigkeit als Qualitätsprüferin von optischen Linsen, wie sie geltend macht, nie einen Leistungsgrad von 90 Prozent erreicht hat, so entspricht dies den gutachtlich geklärten tatsächlichen Verhältnissen. Massgebend für die Bestimmung des Invalideneinkommens sind Verweisungstätigkeiten, die besser auf die gesundheitlichen Einschränkungen der Beschwerdeführerin Rücksicht nehmen. Eine willkürliche Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz ist nicht ersichtlich.