Citation: 9C_124/2015 E. 3.2

3.2. Die Beschwerde führende Pensionskasse beruft sich - wie schon vor der Vorinstanz - auf das bundesgerichtliche Urteil 9C_65/2008 vom 28. Oktober 2008. Sie argumentiert, allein entscheidend sei, dass den versicherten Personen in jedem Fall und in jeder denkbaren Konstellation die Möglichkeit genommen werde, zulasten der Vorsorgeeinrichtung von einem - retrospektiv betrachtet - ungerechtfertigten Leistungsbezug zu profitieren. Das Vorsorgeinteresse verdiene gestützt auf Art. 2 Abs. 2 ZGB in jeglichen Fällen unrechtmässigen Leistungsbezugs prinzipiell keinen Rechtsschutz. Gemäss Urteil 9C_65/2008 sei bei unrechtmässigem Leistungsbezug zwingend eine Barauszahlung anzunehmen, um die für eine Verrechenbarkeit notwendige Fälligkeit zu erzeugen. Es gebe keinen sachlichen Grund, nur denjenigen Personen den ungerechtfertigten Nutzen zu entziehen, die zufälligerweise den Barauszahlungsgrund der Aufnahme einer selbstständigen Erwerbstätigkeit gemäss Art. 5 Abs. 1 lit. b FZG erfüllten. Der Vorsorgeeinrichtung stehe bei jedem ungerechtfertigten Leistungsbezug über die Annahme eines Barauszahlungstatbestandes samt Fälligkeit eine Verrechnungsmöglichkeit zu. Der Zweck der Barauszahlung gestützt auf Art. 5 Abs. 1 lit. b FZG und derjenige bei ungerechtfertigtem Leistungsbezug schlössen sich gegenseitig aus, was eindeutig zeige, dass der auf Art. 2 Abs. 2 ZGB abgestützte Barauszahlungstatbestand ein vierter, gleichrangiger Tatbestand und entgegen den vorinstanzlichen Erwägungen die Normierung in Art. 5 Abs. 1 FZG nicht abschliessend sei. Im Übrigen wäre im konkreten Fall auch der Barauszahlungsgrund von Art. 5 Abs. 1 lit. a FZG (in der vor dem 1. Juni 2007 massgebend gewesenen Form) erfüllt. Ein Weiterbestehen des Vorsorgezwecks bzw. der Wahlmöglichkeit nach Art. 3 und 4 FZG würde das Guthaben der Verrechnung entziehen mit der Folge, dass die Vorsorgeeinrichtung einseitig das Risiko der Uneinbringlichkeit der Rückforderung zu tragen habe, während der Versicherte (bzw. seine Hinterlassenen, welche die unrechtmässigen Leistungen bereits mitgenossen hätten) vom unrechtmässigen Leistungsbezug - ein zweites Mal - profitierten. Die Aufrechterhaltung des Vorsorgeschutzes habe bei unrechtmässigem Leistungsbezug vor dem Schutz des Kapitals der Vorsorgeeinrichtung zurückzutreten. Die Austrittsleistung sei somit im Zeitpunkt der Beendigung des Vorsorgeverhältnisses am 31. Mai 2003 fällig geworden und in das Vermögen bzw. zufolge Univeralsukzession in den Nachlass des Verstorbenen gefallen. Die Beschwerdegegnerin habe weder einen derivativen noch einen originären Anspruch erworben, weil sie die Erbschaft ausgeschlagen habe.