Citation: 1C_128/2022 E. 3.5

3.5. Unbesehen der Frage, ob nicht nur im Vorenthalten der Stellungnahmen ("Vormeinungen") der kantonalen Dienststellen, sondern auch in der Information über den zu treffenden Entscheid und das Verfahren eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör zu sehen ist, ist jedenfalls die Auffassung des Kantonsgerichts, dass es eine Verletzung heilen konnte, zutreffend. Der Anspruch auf rechtliches Gehör ist zwar formeller Natur, womit seine Verletzung grundsätzlich ungeachtet der materiellen Begründetheit des Rechtsmittels zur Gutheissung der Beschwerde und zur Aufhebung des angefochtenen Entscheids führt (BGE 148 IV 22 E. 5.5.2 mit Hinweisen). Eine nicht besonders schwerwiegende Verletzung des rechtlichen Gehörs kann jedoch ausnahmsweise als geheilt gelten, wenn die betroffene Person die Möglichkeit erhält, sich vor einer Beschwerdeinstanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt wie die Rechtslage frei überprüfen kann. Unter dieser Voraussetzung ist darüber hinaus - im Sinne einer Heilung des Mangels - selbst bei einer schwerwiegenden Verletzung des rechtlichen Gehörs von einer Rückweisung der Sache an die Vorinstanz abzusehen, wenn und soweit die Rückweisung zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde (BGE 147 IV 340 E. 4.11.3 mit Hinweisen). Auch ohne Heilung der Gehörsverletzung kann zur Verhinderung eines Leerlaufs von einer Rückweisung abgesehen werden, wenn an der Rückweisung kein schützenswertes Interesse besteht. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn die Partei, deren Gehör verletzt wurde, nicht darlegt, dass sie in den Punkten, in denen ihr Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt wurde, bei Gewährung desselben überhaupt Ausführungen hätte machen können, die zufolge der Verletzung nicht berücksichtigt werden konnten (Urteil 4A_27/2018 vom 3. Januar 2019 E. 3.2.4 mit Hinweisen). Die Beschwerdeführerinnen haben im Verfahren vor Kantonsgericht Akteneinsicht genommen und sich mehrfach äussern können. Zwar konnte das Kantonsgericht den Entscheid des Staatsrats nur auf Rechtsverletzungen und die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts hin überprüfen, nicht aber auf dessen Zweckmässigkeit (vgl. Art. 78 des Gesetzes des Kantons Wallis vom 6. Oktober 1976 über das Verwaltungsverfahren und die Verwaltungsrechtspflege [VVRG; SGS 172.6]). Es hält im angefochtenen Urteil jedoch fest, dass die Rügen der Beschwerdeführerinnen nur Sachverhalts- und Rechtsfragen betroffen hätten. Das bestreiten die Beschwerdeführerinnen nicht. Eine Heilung der Gehörsverletzung war vor diesem Hintergrund zulässig. Der allgemeine Hinweis der Beschwerdeführerinnen auf das Ermessen des Staatsrats bei der Einräumung und beim Widerruf von Abbaurechten ändert daran nichts.