Citation: 8C_101/2010 03.05.2010 E. 3

Die Parteien sind sich einig und es ist letztinstanzlich nicht mehr umstritten, dass der Versicherte seit dem Unfall vom 10. Oktober 2005 bis anfangs Oktober 2007 aus gesundheitlichen Gründen zu 100 % arbeitsunfähig war, weshalb ab 1. Oktober 2006 (Ablauf des Wartejahres) bis Ende Dezember 2007 (Art. 88a Abs. 1 IVV) eine ganze Rente der Invalidenversicherung auszurichten ist. Uneinigkeit besteht bezüglich der Frage, ob ab Januar 2008 weiterhin ein Rentenanspruch gegeben ist. Als Gesundheitsschaden stehen die Schulterbeschwerden im Vordergrund, welche (zumindest teilweise) auf die Unfallereignisse vom 10. Oktober 2005 und 1. Juli 2006 zurückzuführen sind, weshalb die IV-Stelle neben eigenen Abklärungen die SUVA-Akten beigezogen hat. 3.1 IV-Stelle und kantonales Gericht nehmen sowohl für das unfall- wie auch das invalidenversicherungsrechtliche Verfahren gestützt auf den Abschlussbericht des SUVA-Kreisarztes Dr. med. C.________, Facharzt für Allgemeine Medizin FMH, vom 8. Oktober 2007 an, dem Versicherten sei unfallbedingt ein volles Pensum in einer leidensangepassten Beschäftigung zumutbar. Gemäss kreisärztlicher Einschätzung sei davon auszugehen, dass Tätigkeiten, welche mit Lastenheben von 10 kg oder mehr über Arbeitshöhe rechts, mit Bewegungen über Schulterniveau ohne Gewicht rechts, mit Lastenheben über Brustniveau links sowie mit Lastenheben von mehr als 10 kg über Schulterniveau beidseitig verbunden seien, nicht mehr möglich seien. Links könnten Lasten bis Brustniveau gehoben werden. Für die rechte Schulter nicht zumutbar seien Extrempositionen sowie ruckartige Bewegungen mit Schlägen und Vibrationen. Bewegungen über Schulterniveau ohne Gewichtheben könnten rechts nicht und links nur vereinzelt ausgeführt werden. Nach Ansicht des kantonalen Gerichts wird diese Einschätzung weder durch den Kreisarztbericht vom 15. Juli 2008, welcher bezüglich der linken Schulter zwar leicht schlechtere Werte angebe, noch durch die abweichenden Angaben der behandelnden Ärzte in Zweifel gestellt. Deshalb bilde das kreisärztliche Zumutbarkeitsprofil zu Recht Basis des von der IV-Stelle aufgrund der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) ermittelten Invalideneinkommens. 3.2 Der Beschwerdeführer wendet ein, die Ergebnisse der Untersuchungen des Kreisarztes vom 8. Oktober 2007 und vom 15. Juli 2008 würden offensichtlich in wesentlichen Punkten nicht übereinstimmen. Am 8. Oktober 2007 habe die 5 kg schwere Hantel rechts mühelos bis Bauchniveau und die 10 kg schwere Hantel knapp bis Arbeitshöhe gehoben werden können. Auf der linken Seite habe die 5 kg schwere Hantel auf Schulterhöhe und die 10 kg schwere Hantel auf Thoraxhöhe gehoben werden können. Anlässlich der Untersuchung vom 15. Juli 2008 seien niedrigere Belastungsgrenzen festgestellt worden. Die Angaben des Kreisarztes seien einerseits in sich selbst widersprüchlich und anderseits nicht in Einklang mit seinen Untersuchungsergebnissen zu bringen. Daher könne auf seine Einschätzung nicht abgestellt werden. Im Übrigen sei zu berücksichtigen, dass ein einmaliges Anheben von Gewichten nicht mit einer dauernden Arbeitstätigkeit gleichgesetzt werden könne. Wenn der Beschwerdeführer die 10 kg schwere Hantel linksseitig bis Bauchniveau heben könne, heisse dies noch lange nicht, dass er in der Lage sei, eine Tätigkeit, welche derartiges Heben häufig verlange, auszuüben. Dies habe die berufliche Abklärung in der Genossenschaft O.________, Eingliederungsstätte für Behinderte, eindrücklich aufgezeigt. Schliesslich würden die kreisärztlichen Feststellungen auch von den Angaben der behandelnden Ärzte abweichen. Der Beschwerdeführer sei in seiner Arbeitsfähigkeit äusserst eingeschränkt und könne selbst viele der so genannten einfachen und repetitiven Tätigkeiten nicht mehr ausüben, weshalb das hypothetische Invalideneinkommen unter Berücksichtigung eines behinderungsbedingten Abzuges vom LSE-Tabellenlohn in der Höhe von 25 % festgesetzt werden müsse.