Citation: U 414/04 12.12.2005 E. 4

4.1 Das Unfallgeschehen entspricht nicht demjenigen eines sogenannten Schleudertraumas der HWS. Fraglich kann lediglich sein, ob eine schleudertraumaähnliche Verletzung vorliegt, welche praxisgemäss einem Schleudertrauma gleichzustellen ist (RKUV 2000 Nr. U 395 S. 317 Erw. 3; SVR 1995 UV Nr. 23 S. 67). Voraussetzung hiefür ist, dass im Anschluss an den Unfall Beschwerden aufgetreten sind, die zum typischen Beschwerdebild eines Schleudertraumas oder einer schleudertraumaähnlichen Verletzung der HWS gehören (Erw. 2a des in RKUV 1997 Nr. U 281 S. 281 auszugsweise publizierten Urteils C. vom 1. Mai 1997, U 43/96; Urteil H. vom 28. Juni 2005, U 376/04). Im vorliegenden Fall bestehen zwar einzelne Beschwerden, wie sie auch im Anschluss an Schleudertraumen und schleudertraumaähnliche Verletzungen der HWS auftreten. Es liegt jedoch kein für solche Verletzungen typisches Beschwerdebild vor (vgl. BGE 117 V 360 Erw. 4b). Die Adäquanzbeurteilung hat daher nach den für psychische Unfallfolgen geltenden Regeln zu erfolgen (BGE 115 V 133 ff.). 4.2 Der Unfall vom 15. Februar 2000, bei welchem der Beschwerdeführer praktisch aus dem Stand gestürzt ist, muss als leicht qualifiziert werden, wovon zunächst auch der Betroffene ausgegangen ist. Sollte er, wie nachträglich geltend gemacht, einen Abhang hinunter gestürzt sein, wäre das Ereignis höchstens als mittelschwer im Grenzbereich zu den leichten Unfällen zu bewerten (vgl. die Übersicht über die Rechtsprechung zu Sturzunfällen in RKUV 1998 Nr. U 307 S. 449 Erw. 3a; ferner RKUV 1999 Nr. U 330 S. 122 ff.). Die Adäquanz des Kausalzusammenhangs wäre praxisgemäss daher zu bejahen, wenn ein einzelnes der in die Beurteilung einzubeziehenden Kriterien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt wäre oder die zu berücksichtigenden Kriterien in gehäufter und auffallender Weise gegeben wären (BGE 115 V 141 Erw. 6c/bb). Dies ist indessen nicht der Fall. Der Unfall hat sich nicht unter besonders dramatischen Begleitumständen ereignet, noch war er - objektiv betrachtet (RKUV 1999 Nr. U 335 S. 209 Erw. 3b/cc; vgl. auch RKUV 2000 Nr. U 394 S. 313) - von besonderer Eindrücklichkeit. Der Versicherte hat auch keine schweren Verletzungen oder Verletzungen besonderer Art und insbesondere keine Verletzungen erlitten, die erfahrungsgemäss geeignet sind, psychische Fehlentwicklungen herbeizuführen. Die ärztliche Behandlung war sodann nicht von ungewöhnlich langer Dauer. Die im Anschluss an den Unfall durchgeführten medizinischen Massnahmen beschränkten sich im Wesentlichen auf Physiotherapie, Ergotherapie und eine medikamentöse Behandlung mit Analgetika. Im Bericht vom 2. August 2001 hielt Frau Dr. med. M.________ fest, dass zurzeit keine Therapien vorgenommen würden und mit Ausnahme eines neuropsychologischen Trainings zur Verbesserung der Konzentrations- und Gedächtnisstörungen auch nicht geplant seien. Ab Ende 2000 wurden zwar gelegentlich noch physiotherapeutische Massnahmen durchgeführt. Es handelte sich aber nicht um eine kontinuierliche, mit einer gewissen Planmässigkeit auf die Verbesserung des Gesundheitszustandes gerichtete ärztliche Behandlung von ungewöhnlich langer Dauer. Im Vordergrund stand die Behandlung der psychischen Beeinträchtigungen, welche bei der Adäquanzbeurteilung unberücksichtigt zu bleiben hat. Von einer ärztlichen Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert hat oder einem schwierigen Heilungsverlauf und erheblichen Komplikationen kann nicht gesprochen werden. Dass sich der Heilungsverlauf verzögert hat, ist vorab auf die psychischen Beeinträchtigungen zurückzuführen, welche bereits Ende 2000 in den Vordergrund getreten sind und zu wiederholten stationären Abklärungen und Behandlungen Anlass gaben. Überwiegend psychisch bedingt war ab diesem Zeitpunkt auch die Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit. Laut Gutachten der Klinik R.________ vom 30. Juli 2001 bestand aus orthopädischer Sicht lediglich eine leichte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bei Tätigkeiten, die eine anhaltende protrahierte Kopfhaltung ohne Pausen erfordern. Unter Einbezug der neuropsychologischen Defizite wurde die Arbeitsfähigkeit mit 60% angegeben, wobei mit einer Steigerung innerhalb von sechs Monaten auf 100% gerechnet werden könne. Das Kriterium von Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit kann unter diesen Umständen nicht als erfüllt gelten (vgl. RKUV 2001 Nr. U 442 S. 544 ff.). Was schliesslich das Kriterium der körperlichen Dauerschmerzen betrifft, ist dieses jedenfalls nicht in besonders ausgeprägter Weise gegeben. Da somit weder eines der für die Adäquanzbeurteilung massgebenden Kriterien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist, noch mehrere der zu berücksichtigenden Kriterien gegeben sind, ist die Unfalladäquanz der psychischen Beeinträchtigungen zu verneinen.