Citation: 8C_177/2015 E. 3.2

3.2. Die IV-Stelle sicherte der Beschwerdeführerin in casu auf telefonische Anfrage im Rahmen des Vorbescheidverfahrens hin unbestrittenermassen zu, dass sie (wohl in Berücksichtigung des Fristenstillstandes vom 15. Juli bis und mit 15. August gemäss Art. 38 Abs. 4 ATSG) bis am 15. (oder gemäss Vorinstanz: 16.) August 2013 Einwände werde vorbringen können. Der Verfügungserlass bereits am 23. Juli 2013 beruhte nach Aussage der Verwaltung auf einem internen Versehen. Durch den unerwartet frühen Verfügungserlass konnte die Versicherte im Vorbescheidverfahren keine Einwendungen mehr erheben. In diesem Punkt liegt eine Gehörsverletzung (Art. 29 Abs. 2 BV) vor. Diese führt jedoch zu keiner formellrechtlich begründeten Rückweisung der Streitsache an die Verwaltung: Nach der Rechtsprechung kann eine nicht besonders schwerwiegende Verletzung des rechtlichen Gehörs ausnahmsweise als geheilt gelten, wenn die betroffene Person die Möglichkeit erhält, sich vor einer Beschwerdeinstanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt wie die Rechtslage frei überprüfen kann. Unter dieser Voraussetzung ist darüber hinaus - im Sinne einer Heilung des Mangels - selbst bei einer schwerwiegenden Verletzung des Gehörs von einer Rückweisung der Sache an die Verwaltung abzusehen, wenn und soweit die Rückweisung zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem (der Anhörung gleichgestellten) Interesse der betroffenen Partei an einer beförderlichen Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren wären (BGE 137 I 195 E. 2.3.2; 136 V 117 E. 4.2.2.2; je mit Hinweisen). Weil die Beschwerdeführerin schon im kantonalen Gerichtsverfahren eine beförderliche Verfahrenserledigung einem formell richtigen Verfahren vorgezogen hatte (BGE 132 V 387 E. 6.1 S. 391 mit Hinweis), rechtfertigte es sich - ungeachtet des Schweregrades der Gehörsverletzung -, dass die Vorinstanz einen abschliessenden Entscheid in der Sache fällte. Auch letztinstanzlich möchte die Versicherte - konsequenterweise - in erster Linie einen Entscheid in der Sache. Soweit die Versicherte eine Verletzung der - aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör fliessenden - Begründungspflicht (Art. 29 Abs. 2 BV; BGE 134 I 83 E. 4.1 S. 88) durch die IV-Stelle geltend macht, muss ihr entgegengehalten werden, dass diesem Mangel in der vorliegenden Konstellation neben der vom kantonalen Gericht bejahten Gehörsverletzung keine separate Bedeutung zukommt.