Citation: 4A_455/2023 E. 5.1.1

5.1.1. Die Vorinstanz ging vorab auf die Frage der Bezifferung des Rechtsbegehrens ein. Sie kam zusammengefasst zum Schluss, die Beschwerdeführerin habe in der Widerklage kein unbeziffertes Rechtsbegehen gestellt, sondern Fr. 160'000.-- verlangt. Sie habe auch nicht begründet, dass und inwiefern es ihr (zum damaligen Zeitpunkt) unmöglich oder unzumutbar gewesen sein sollte, den angefallenen Minderwert der Liegenschaft zu beziffern, und sie sich vorbehalte, diesen nach Durchführung des Beweisverfahrens näher zu beziffern. In der Widerklagereplik habe sie ihr Rechtsbegehren um Fr. 130'000.-- auf Fr. 290'000.-- erhöht, wobei dieser Betrag abschliessend beziffert worden sei. Der Vorbehalt für eine "Erhöhung bzw. Herabsetzung" des eingeklagten Betrags nach Durchführung des Beweisverfahrens könne sich demnach nur auf den bereits mit der Widerklagebegründung geltend gemachten und bezifferten Minderwert der Liegenschaft von Fr. 160'000.-- beziehen. So berufe sich die Beschwerdeführerin in der Widerklagereplik denn auch darauf, der aktuelle und der merkantile Minderwert der Liegenschaft könne von ihr selbst nicht festgestellt werden, denn dazu brauche es ein Fachgutachten. Gestützt auf die höchstrichterliche Rechtsprechung (BGE 148 III 322 E. 3.4 und 4) hätte die Beschwerdeführerin jedoch bereits in der Widerklagebegründung darlegen müssen, dass und inwiefern es ihr unmöglich oder unzumutbar sei, den Minderwert der Liegenschaft zu beziffern. Dies habe sie unterlassen. Entsprechend sei auf die Klageänderung nicht einzutreten, soweit die Beschwerdeführerin damit neu eine unbezifferte Forderungsklage anheben wolle.