Citation: 5C.204/2004 21.10.2004 E. 2

2.1 Gemäss Art. 712r Abs. 1 ZGB kann die Versammlung der Stockwerkeigentümer den Verwalter unter Vorbehalt allfälliger Entschädigungsansprüche jederzeit abberufen. Lehnt die Versammlung unter Missachtung wichtiger Gründe die Abberufung des Verwalters ab, kann jeder Stockwerkeigentümer innert Monatsfrist die gerichtliche Abberufung verlangen (Art. 712r Abs. 2 ZGB). Der Begriff des wichtigen Grundes im Sinne von Art. 712r Abs. 2 ZGB ist nach Art. 4 ZGB auszulegen. Demnach hat der Richter allen Umständen des konkreten Einzelfalles Rechnung zu tragen und eine Entscheidung nach Recht und Billigkeit zu treffen. Wichtige Gründe liegen vor, wenn die Fortsetzung des Verwaltungsverhältnisses nicht mehr als zumutbar erscheint, weil das Vertrauensverhältnis zerstört worden ist (BGE 126 III 177 E. 2a) oder der Verwalter seine Treuepflicht schwer verletzt hat (Meyer-Hayoz/Rey, Berner Kommentar, N. 18 f. zu Art. 712r ZGB). Ein wichtiger Grund für eine Abberufung besteht namentlich, wenn der Verwalter seine Aufgaben nicht erfüllt, die ihm anvertrauten Gelder unsorgfältig verwaltet, sich über die Beschlüsse der Versammlung der Stockwerkeigentümer hinwegsetzt, die Stockwerkeigentümer schikaniert oder beschimpft, seine Aufgaben in unzulässiger Weise an Dritte delegiert oder sich unehrenhaft verhält (Meyer-Hayoz/Rey, a.a.O., N. 19 zu Art. 712r ZGB). Es handelt sich nur um Gründe, bei deren Vorliegen einem oder allen Stockwerkeigentümern nach Treu und Glauben unzumutbar wird, die Verwaltung des Stockwerkeigentums beim umstrittenen Verwalter zu belassen. Leichte Pflichtverletzungen bilden hingegen keine wichtigen Gründe zur Abberufung des Verwalters (BGE 127 III 534 E. 3a S. 536; Bösch, Basler Kommentar, N. 5 zu Art. 712r ZGB). 2.2 Der Richter ist im Berufungsverfahren an die tatsächlichen Feststellungen der letzten kantonalen Instanz gebunden, sofern sie nicht offensichtlich auf Versehen beruhen, unter Verletzung bundesrechtlicher Beweisvorschriften zustande gekommen (Art. 63 Abs. 2 OG) oder zu ergänzen sind (Art. 64 OG). Liegen solche Ausnahmen vor, so hat eine Partei, die den Sachverhalt berichtigt oder ergänzt wissen will, darüber genaue Angaben mit Aktenhinweisen zu machen. Eine Ergänzung setzt zudem voraus, dass entsprechende Sachbehauptungen bereits im kantonalen Verfahren prozesskonform aufgestellt, von der Vorinstanz aber zu Unrecht für unerheblich gehalten oder übersehen worden sind, was wiederum näher anzugeben ist; andernfalls gelten die Vorbringen als neu und unzulässig (Art. 55 Abs. 1 lit. c OG; 115 II 484 E. 2a; 127 III 248 E. 2c S. 252).