Citation: 5A_144/2023 E. 7.2.1

7.2.1. Das Obergericht verweist auf das Urteil 5A_60/2022 vom 5. Dezember 2022. Dort erwog das Bundesgericht, dass der eheliche Unterhaltsanspruch auch im Eheschutzverfahren dem Dispositionsgrundsatz nach Art. 58 Abs. 1 ZPO unterliegt, womit das Eheschutzgericht nicht befugt ist, einem Ehegatten von Amtes wegen mehr zuzusprechen, als er verlangt. Indes steht es der willkürfreien Handhabung von Art. 58 Abs. 1 ZPO nicht entgegen, eine Gesamtbetrachtung vorzunehmen und auf den Gesamtbetrag von Ehegatten- und Betreuungsunterhalt abzustellen. Diese Sichtweise rechtfertigt sich mit Blick auf die Interdependenz zwischen Betreuungs- und Ehegattenunterhalt, die sich daraus ergibt, dass der Betreuungsunterhalt zwar als Anspruch des Kindes ausgestaltet, wirtschaftlich jedoch dem betreuenden Elternteil zugedacht ist. Auch wenn nur der unterhaltspflichtige Elternteil Berufung erhebt, ist es dem Rechtsmittelgericht unter Verfassungsgesichtspunkten daher möglich, den dem Kind zugesprochenen Betreuungsunterhalt zu reduzieren und die dadurch frei werdenden Mittel neu für den Ehegattenunterhalt zu verwenden, sofern gesamthaft keine Besserstellung des unterhaltsberechtigten Elternteils erfolgt. Die blosse Verschiebung von Mitteln aus dem Betreuungs- in den Ehegattenunterhalt ist mit anderen Worten nicht willkürlich (E. 3.4.1, zur Publikation bestimmt). Vorliegend hat zwar nur der Beschwerdeführer Berufung erhoben. Dennoch sprach das Obergericht anders als noch die Erstinstanz, die für diesen Zeitraum keinen Ehegattenunterhalt vorsah, der Beschwerdegegnerin unter diesem Titel ab dem 1. April 2022 monatlich Fr. 360.-- sowie ab dem 1. August 2024 Fr. 658.20 zu. Gleichzeitig reduzierte die Vorinstanz jedoch den vom Beschwerdeführer geschuldeten Betreuungsunterhalt um denselben bzw. ab 1. August 2024 um einen höheren Betrag (vgl. vorne Bst. A.b und B). Weder in der Phase vom 1. April 2022 bis 31. Juli 2024 noch für den Zeitraum ab 1. August 2024 wurde die Beschwerdegegnerin vom Obergericht im Gesamtbetrag von Ehegatten- und Betreuungsunterhalt daher ein höherer monatlicher Beitrag zugesprochen als vom Bezirksgericht. Der angefochtene Entscheid ist damit jedenfalls unter Verfassungsgesichtspunkten nicht zu beanstanden.