Citation: 5C.125/2002 01.07.2002 E. 2

Der Berufungskläger wirft der Vorinstanz in erster Linie vor, sie habe ihren Entscheid auf ein älteres - sprich nicht mehr aktuelles - Gutachten aus dem Jahre 1995 gestützt und überdies zu Unrecht auf den Bericht des Hausarztes aus dem Jahre 2001 abgestellt. 2.1 Nach Art. 397e Ziff. 5 Satz 1 ZGB darf bei psychisch Kranken nur unter Beizug eines Sachverständigen entschieden werden. Dabei handelt es sich um eine bundesrechtliche Beweisvorschrift, deren Verletzung mit Berufung gerügt werden kann (vgl. BGE 128 III 12 E. 4; Poudret, a.a.O., S. 171 N. 4.5.8 zu Art. 43 OG). Diese Bestimmung dispensiert den Richter nicht davon, ein Sachverständigengutachten einzuholen, weil ein solches bereits in einem früheren Verfahren eingeholt worden ist (BGE 128 III 12 E. 4c S. 16 f.). Offen gelassen wurde lediglich, ob sich eine erneute Begutachtung auch dann als erforderlich erweist, wenn der oder die Betroffene in einem unmittelbar vorangegangenen Verfahren begutachtet worden ist (BGE 128 III 12 E. 4c S. 17 mit Hinweisen). 2.2 Im vorliegenden Fall beruhen sowohl Einweisung als auch Zurückbehaltung auf einem Gutachten aus dem Jahre 1995. Mit dem Verzicht auf eine neue Expertise hat die Vorinstanz somit Art. 397e Ziff. 5 Satz 1 ZGB verletzt. Ihr Entscheid lässt sich insbesondere auch nicht unter Hinweis auf den im Jahre 2001 eingeholten Bericht des Hausarztes des Berufungsklägers halten, zumal dieser Arzt die strengen Anforderungen, die an die Unabhängigkeit des Gutachters gestellt werden, in keiner Weise zu erfüllen vermag (BGE 128 III 12 E. 4b S. 16). 2.3 Damit ist die Berufung im Sinne des Eventualantrages teilweise gutzuheissen, soweit darauf eingetreten werden kann, und der angefochtene Entscheid aufzuheben.