Citation: 6P.131/2005 16.03.2006 E. 1

Die staatsrechtliche Beschwerde richtet sich gegen die Feststellung des Obergerichts, A.________ habe an einem HELLP-Syndrom ge-litten und sei aufgrund unsachgemässer Behandlung dieser Krankheit gestorben. Der Beschwerdeführer behauptet, die Todesursache sei nicht ein HELLP-Syndrom, sondern eine besondere Form der Ek-lampsie gewesen, die auch bei rechtzeitiger Diagnose und sachge-mässer Behandlung zum Tod geführt hätte. Die ihm vorgeworfenen Sorgfaltspflichtverletzungen seien daher nicht kausal für den Tod von A.________. Das Obergericht erörtert diese Auffassung eingehend, verwirft sie aber vor allem gestützt auf das Gutachten von Prof. Dr. D.________ und zwei Ergänzungen desselben sowie weitere Beweismittel. Die Rüge des Beschwerdeführers, seine Ansicht sei überhaupt nicht gehört worden und das Obergericht habe sich damit nicht ernsthaft auseinandergesetzt, entbehrt damit der Grundlage. Es fragt sich einzig, ob das Obergericht zum Vorliegen eines HELLP-Syndroms die vom Beschwerdeführer beantragten zusätzlichen Beweise (Einholung eines Obergutachtens, zusätzliche Befragung von Prof. Dr. D.________ und PD Dr. E.________) hätte erheben müssen. Nach der Rechtsprechung kann der Richter Beweisanträge ablehnen, wenn er seine Überzeugung aufgrund bereits abgenommener Beweise gebildet hat und ohne Willkür in vorweggenommener Beweiswürdigung annehmen kann, dass seine Überzeugung durch weitere Beweiserhebungen nicht geändert würde (BGE 124 I 208 E. 4a S. 211). Die Rüge des Beschwerdeführers ist daher nur begründet, wenn so gewichtige Anhaltspunkte für seine Auffassung bestehen, dass die gegenteilige Ansicht im angefochtenen Entscheid willkürlich erschiene. Dem zweiten erhobenen Vorwurf der Verletzung des Grundsatzes "in dubio pro reo" kommt unter diesen Umständen keine eigenständige Bedeutung zu, denn auch er läuft darauf hinaus, dass das Obergericht das HELLP-Syndrom in willkürlicher Weise als Todesursache betrachtet habe.