Citation: I 666/03 08.04.2004 E. 4

Zu beurteilen ist im Weiteren, ob ein die Leistungsfähigkeit beeinträchtigendes psychisches Leiden vorliegt. 4.1 Dr. med. C.________ gab in seinem Bericht vom 12. Juni 2001 an, der frustrierende Verlauf mit völliger Therapieresistenz auf sämtliche üblicherweise wirksame medikamentöse und nicht-medikamentöse Therapien lasse an ein so genanntes somatoformes Schmerzsyndrom mit respektive bei erheblicher psychischer Überlagerung denken. Mit einiger Wahrscheinlichkeit lägen ihm nicht bekannte psychosoziale Faktoren vor, welche das Schmerzsyndrom zumindest aufrecht erhielten bzw. verschlimmerten. Auch Dr. S.________ nannte in seinem Bericht vom 22. August 2001 sodann u.a. den Verdacht auf eine somatoforme Schmerzstörung. Ferner diagnostizierten die Ärzte der Klinik X.________ in ihrem Bericht vom 12. Februar 2002 eine - vor allem thorakal bis lumbal lokalisierte, bisher weitgehend therapieresistente - somatoforme Schmerzstörung nach banalem Autounfall. 4.2 Rechtsprechungsgemäss stellt das Vorliegen eines fachärztlich diagnostizierten psychischen Leidens mit Krankheitswert aus rechtlicher Sicht wohl Voraussetzung, nicht aber hinreichende Basis für die Annahme einer invalidisierenden Einschränkung der Arbeitsfähigkeit dar; ausschlaggebend ist vielmehr, ob die psychiatrischen Befunde (einschliesslich somatoformer Schmerzstörungen) nach Einschätzung des Arztes eine derartige Schwere aufweisen, dass dem Versicherten die Verwertung seiner Arbeitskraft auf dem Arbeitsmarkt bei objektiver Betrachtung - und unter Ausschluss von Einschränkungen der Leistungsfähigkeit, die auf aggravatorisches Verhalten zurückzuführen sind - sozial-praktisch nicht mehr zumutbar oder dies für die Gesellschaft untragbar ist (zur Veröffentlichung in der Amtlichen Sammlung vorgesehenes Urteil N. vom 12. März 2004, I 683/03, Erw. 2.2.3 mit Hinweisen). 4.2.1 Unter gewissen Umständen können auch schmerzhafte somatoforme Beschwerden oder Schmerzverarbeitungsstörungen eine Arbeitsunfähigkeit verursachen. Sie fallen unter die Kategorie der psychischen Leiden, für die grundsätzlich ein psychiatrisches Gutachten erforderlich ist, wenn es darum geht, über die durch sie bewirkte Arbeitsunfähigkeit zu befinden. In Anbetracht der sich mit Bezug auf Schmerzen naturgemäss ergebenden Beweisschwierigkeiten genügen mithin die subjektiven Schmerzangaben der versicherten Person für die Begründung einer (teilweisen) Invalidität allein nicht; vielmehr muss im Rahmen der sozialversicherungsrechtlichen Leistungsprüfung verlangt werden, dass die Schmerzangaben durch damit korrelierende, fachärztlich schlüssig feststellbare Befunde hinreichend erklärbar sind, andernfalls sich eine rechtsgleiche Beurteilung der Rentenansprüche nicht gewährleisten liesse (Erw. 2.2.2 des bereits erwähnten Urteils I 683/03 mit Hinweisen). 4.2.2 Genügt - bei weitgehendem Fehlen eines somatischen Befundes - die (rein) psychiatrische Erklärbarkeit der Schmerzsymptomatik allein für eine sozialversicherungsrechtliche Leistungsbegründung nicht, obliegt der begutachtenden Fachperson der Psychiatrie im Rahmen der - naturgemäss mit Ermessenszügen behafteten - ärztlichen Stellungnahme zur Arbeits(un)fähigkeit und den Darlegungen zu den einer versicherten Person aus medizinischer Sicht noch zumutbaren Arbeitsfähigkeit die Aufgabe, durch die zur Verfügung stehenden diagnostischen Möglichkeiten fachkundiger Exploration der Verwaltung (und im Streitfall dem Gericht) aufzuzeigen, ob und inwiefern eine versicherte Person über psychische Ressourcen verfügt, die es ihr erlauben, mit ihren Schmerzen umzugehen. Entscheidend ist, ob die betroffene Person, von ihrer psychischen Verfassung her besehen, objektiv an sich die Möglichkeit hat, trotz ihrer subjektiv erlebten Schmerzen einer Arbeit nachzugehen (Erw. 2.2.4 des Urteils I 683/03 mit Hinweisen).