Citation: 1C_686/2021 E. 3.3

3.3. Gemäss Art. 16 Abs. 1 USG müssen Anlagen, die den Vorschriften dieses Gesetzes oder den Umweltvorschriften anderer Bundesgesetze nicht genügen, saniert werden. Die Bestimmungen über die Sanierung beziehen sich auf Anlagen, die älter sind als die Vorschriften, denen sie nicht genügen (sogenannte nachträgliche Fehlerhaftigkeit). Nicht erfasst sind Anlagen, welche Vorschriften missachten, die bereits im Zeitpunkt der Errichtung der Anlage galten (sogenannte ursprüngliche Fehlerhaftigkeit). Vorliegend haben sich die relevanten Umweltnormen seit Erteilen der Baubewilligung nicht geändert. Eine Sanierung im Sinne von Art. 16 ff. USG ist deshalb nicht angezeigt. Dies schliesst indessen nicht aus, dass ein allenfalls vorschriftswidriger Zustand nachträglich korrigiert werden müsste. Die Prüfung der nachträglichen Anordnung von Massnahmen zur Emissionsbegrenzung erscheint gerade in jenen Fällen als angezeigt, wo die Immissionen bei Erteilen der Bewilligung nicht oder nicht vollständig vorausgesehen wurden oder eine zuverlässige Prognose schwierig ist (vgl. Urteil 1C_177/2011 E. 4.2, in: URP 2012 315 zu Reflexionswirkungen einer Solaranlage; BGE 140 II 214 E. 3.1 zu einer Bahnhofsbeleuchtung; Urteil 1C_251/2020 vom 8. November 2021 E. 5.2 zu Staubimmissionen), und gilt erst recht, wenn für die fragliche Anlage gar keine Baubewilligungspflicht besteht (vgl. BGE 140 II 33 zu Weihnachts- und Zierbeleuchtung). Die Herstellung des rechtmässigen Zustands setzt in diesen Fällen eine Interessenabwägung voraus (zitiertes Urteil 1C_177/2011 E. 4.2 mit Hinweisen). Bei bestehenden, rechtskräftig bewilligten Anlagen sind insbesondere die Grundsätze des Vertrauensschutzes und der Rechtssicherheit zu berücksichtigen. Letztere können insbesondere dem vollständigen Widerruf einer Verfügung entgegenstehen; dagegen kommt ihnen nicht dasselbe Gewicht zu, wenn der Eingriff in die Rechtsposition der Betroffenen weniger stark ausfällt, weil die Anlage mit gewissen baulichen oder betrieblichen Änderungen weiter betrieben werden kann (zitiertes Urteil 1C_177/2011 E. 4.2).