Citation: 1C_166/2015 E. 1.2

1.2. Der Beschwerdeführer ist der Auffassung, es liege ein besonders bedeutender Fall vor, da unklar sei, welche Anforderungen Art. 12 des Europäischen Auslieferungsübereinkommens vom 13. Dezember 1957 (SR 0.353.1; im Folgenden: EAUe) an die Wiedergabe des Sachverhalts im Auslieferungsersuchen stelle. Weiter sei die Frage von grundsätzlicher Bedeutung, ob Art. 53 IRSG (SR 351.1) zum Alibibeweis analog anzuwenden sei, wenn bewiesen werden könne, dass ein objektives Tatbestandsmerkmal nicht vorliege. Er habe nämlich vor den Vorinstanzen bewiesen oder zumindest Indizien beigebracht, dass das Opfer im Zeitpunkt des angeblichen Übergriffs keine Zivilperson, sondern ein Kombattant gewesen sei. Eine schwere Verletzung der Genfer Konventionen gemäss Art. 264c Abs. 1 lit. a StGB falle deshalb ausser Betracht. Damit komme lediglich ein Tötungsdelikt in Frage, wobei mangels der qualifizierenden Voraussetzungen des Tatbestands des Mordes von einer vorsätzlichen Tötung nach Art. 111 StGB auszugehen sei. Dieses Delikt sei aber bereits verjährt. Ein besonders bedeutender Fall liege weiter deshalb vor, weil es noch keine Rechtsprechung betreffend Auslieferungen nach Bosnien und Herzegowina gebe und weil eine willkürliche Rechtsanwendung des zuständigen bosnischen Gerichts absehbar sei.