Citation: 2P.37/2004 24.02.2004 E. 4

4.1 Eine Gemeinde ist in einem Sachbereich dann autonom, wenn das kantonale Recht diesen nicht abschliessend ordnet, sondern ihn ganz oder teilweise der Gemeinde zur Regelung überlässt und ihr dabei eine relativ erhebliche Entscheidungsfreiheit einräumt. Im Einzelnen ergibt sich der Umfang der kommunalen Autonomie aus dem für den entsprechenden Bereich anwendbaren kantonalen Verfassungs- und Gesetzesrecht (BGE 129 I 410 E. 2.1 S. 413, mit Hinweisen). 4.2 Die Verfassung des Kantons Bern vom 6. Juni 1993 (KV; SR 131.212) gewährleistet den Gemeinden die Autonomie und schreibt vor, dass das kantonale Recht ihnen einen möglichst grossen Handlungsspielraum einzuräumen hat (Art. 109 KV). Nebst dem Bestand und dem Gebiet gewährleistet sie zudem ausdrücklich auch das Vermögen der Gemeinden (Art. 108 Abs. 1 KV). Der kommunale Finanzhaushalt ist in Art. 70 ff. des bernischen Gemeindegesetzes vom 16. März 1998 (GG) geregelt, worin den Gemeinden eine gewisse Entscheidungsfreiheit eingeräumt wird. Insbesondere steht dem Regierungsstatthalter lediglich eine aufsichtsrechtliche Genehmigung der Jahresrechnungen der Gemeinden zu (so genannte Passation; vgl. Art. 79 GG). Die Beschwerdeführerin verfügt damit grundsätzlich über die behauptete Autonomie.