Citation: 9C_596/2016 E. 5.2

5.2. Zum Indikator Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde und Symptome im Rahmen des Komplex "Gesundheitsschädigung" stellte die Vorinstanz fest, eine erhebliche Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde sei vorliegend nicht ersichtlich, weil sich die massgebenden Befunde auf die Schmerzklage reduzierten. Damit wich die Vorinstanz ohne Weiteres von der Einschätzung des psychiatrischen Experten ab, der explizit von einem "ausgeprägten Grad" der anhaltenden somatoformen Schmerzstörung ausgegangen war. Dieses Vorgehen hält vor Bundesrecht nicht stand. Zwar erscheint die gutachtliche Aussage zur Ausprägung der anhaltenden somatoformen Schmerzstörung insoweit erklärungsbedürftig, als diese Diagnose - anders als beispielsweise die depressive Episode (F32) oder die rezidivierende depressive Störung (F33) - keine Abstufungen nach dem Schweregrad (leicht, mittelschwer, schwer) vorsieht (Weltgesundheitsorganisation, Internationale Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel V (F), Klinisch-diagnostische Leitlinien, Dilling/Mombour/Schmidt [Hrsg.], 10. Aufl. 2015, Ziff. F32.0-32.2 S. 172-174, Ziff. F33.0-F33.2 S. 178-180). Auch gebricht es an einer hinreichenden Erklärung des Sachverständigen, inwiefern in concreto eine über den diagnoseinhärenten Schweregrad hinausgehende Ausprägung der Störung vorliegen soll. Diese Unklarheit rechtfertigt indes noch kein Abweichen vom Gutachten, sondern wäre vielmehr Anlass für eine Rückfrage beim psychiatrischen Gutachter gewesen (vgl. BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269). Mithin ist der medizinische Sachverhalt insoweit nicht liquid.