Citation: 1C_650/2017 E. 2.4

2.4. Die Vorinstanz hat dazu erwogen, der Beschwerdeführer habe eine erhöhte abstrakte Gefährdung geschaffen, weil die anderen Verkehrsteilnehmer grundsätzlich darauf vertrauen dürften, dass Richtungsänderungen und Fahrstreifenwechsel mit dem Richtungsanzeiger angekündigt werden. Ein Drittlenker, der bei dieser Einfahrt auf die Autobahn gelangen wolle, müsse offenkundig nicht damit rechen, dass vom Normalstreifen ein Fahrzeuglenker nach rechts (ohne Richtungsanzeiger) über die Sicherheitslinie fahre und ihm den Weg abschneide. Für die Möglichkeit einer konkreten Gefährdung spreche sodann, dass es kurz vor Mitternacht gewesen sei und ein reges Verkehrsaufkommen geherrscht habe. All das spreche gegen die Annahme, dass die Verkehrssicherheit durch das Manöver des Beschwerdeführers nur in geringem Mass gefährdet worden sei. Unbehelflich sei auch der geltend gemachte Sachverhaltsirrtum. Der Beschwerdeführer habe das bewusste Überfahren der Sicherheitslinie anerkannt und hätte bei pflichtgemässer Aufmerksamkeit wissen müssen, dass sein Abzweigemanöver noch nicht zugelassen sei. Die Aussage, er habe gedacht, dass dieses Vorgehen in Ausnahmefällen, um stauvermeidend zu fahren, schon in Ordnung sei und er der Meinung gewesen sei, dass die Sicherheitslinie wenig später sowieso gestrichelt sei, entlaste ihn nicht. Ihm wäre es zumutbar gewesen, den Übergang abzuwarten. Soweit es ihm darum gegangen sei, die bestehende Kolonne zu umfahren, könne er nichts zu seinen Gunsten ableiten. Damit entfalle die Annahme einer leichten Unaufmerksamkeit. Das dargelegte Fahrmanöver stelle objektiv betrachtet die Verletzung einer elementaren Verkehrsregel dar, welche nicht als leichte Widerhandlung qualifiziert werden könne. Es sei mithin von einer mittelschweren Widerhandlung nach Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG auszugehen. Der Führerausweis sei daher gemäss Art. 16b Abs. 2 lit. a SVG für mindestens einen Monat zu entziehen. Diese Mindestdauer dürfe auch bei der vom Beschwerdeführer geltend gemachten beruflichen Angewiesenheit und seinem ungetrübten automobilistischen Leumund nach dem Willen des Gesetzgebers nicht unterschritten werden (Art. 16 Abs. 3 SVG).