Citation: 2C_93/2022 E. 3.2.2

3.2.2. Nach dem Gutachten vom 18. April 2020 konnten - insbesondere nach Etablierung einer effizienten antipsychotischen Depotmedikamentation - zwar Verbesserungen in einigen delikt- und risikorelevanten Störungsbereichen erreicht werden (S. 77 f.), doch bestehen - so das Gutachten weiter - nach wie vor Risikobereiche fort (oberflächlicher und teilweise brüchiger Realitätsbezug, anhaltende aus der Krankheitsdynamik resultierende Negativ- bzw. Residualsymptomatik, "noch recht begrenzte Krankheitseinsicht", niedrige Stresstoleranz, Tendenz zum sozialen Rückzug sowie zur Konflikt- und Belastungsvermeidung). Zwar könne die Wiederholungswahrscheinlichkeit für erneute (störungsbedingte) Gewalthandlungen des Beschwerdeführers heute - unter den etablierten Behandlungsbedingungen - als deutlich geringer als noch zur Tatzeit im Juni 2016 eingeschätzt werden; sie hätten aber immer noch als erhöht zu gelten, sodass dem Beschwerdeführer zum gegenwärtigen Zeitpunkt "noch keine ausreichend günstige Sozial- und Kriminalprognose" attestiert werden könne. Dieser geht in seiner Beschwerde denn auch mit dem Gutachter davon aus, dass er "noch keine vollständige Krankheitseinsicht" gebildet habe, welche garantieren könnte, dass er ausserhalb des stationären Rahmens sowie frei von behördlichen Auflagen diesbezüglich zuverlässig eine medikamentöse Behandlung in Anspruch nehmen würde. Dies ist jedoch gerade Grundvoraussetzung dafür, dass überhaupt von einer verminderten Rückfallgefahr gesprochen werden kann.