Citation: 1B_295/2022 E. 2.3

2.3. Die gesetzlichen Voraussetzungen einer ausnahmsweisen Kassation und Rückweisung (gestützt Art. 409 Abs. 1 StPO) werden vom Beschwerdeführer nicht dargetan. Dass ein Ausnahmefall im Sinne der oben (E. 2.1) dargelegten Bundesgerichtspraxis vorliegt, ist auch nicht erkennbar. Sowohl seine Rüge, das Amtsgericht Olten-Gösgen habe sich mit den Argumenten der Verteidigung nicht ausreichend befasst, als auch seine Vorbringen zur Beweiswürdigung des rechtsmedizinischen Gutachtens oder zur Glaubwürdigkeit von Beweisaussagen kann der Beschwerdeführer im Berufungsverfahren uneingeschränkt prüfen lassen. Ebenso steht es ihm frei, ergänzende Beweisanträge zu stellen. Weder eine Verweigerung von Teilnahmerechten noch das Fehlen einer ausreichenden Verteidigung, eine gesetzwidrige Besetzung des Amtsgerichts oder eine unvollständige Behandlung von Anklage- oder Zivilpunkten ist hier dargetan. Auch sonst sind keine schwerwiegenden, nicht heilbaren Mängel des erstinstanzlichen Verfahrens ersichtlich. Damit besteht hier auch kein gesetzlicher Anspruch auf eine (nochmalige) Prüfung der fraglichen Vorbringen und Anträge durch das Amtsgericht. Wie die Vorinstanz zutreffend erwägt, wird der Beschwerdeführer alle seine (bisherigen und neuen) Beanstandungen und Verfahrensanträge dem Berufungsgericht vorlegen können, das darüber mit umfassender Kognition zu entscheiden haben wird (Art. 398 Abs. 2 und Abs. 3 sowie Art. 399 Abs. 3 lit. c StPO). Angesichts der grundsätzlich reformatorischen Natur des Berufungsverfahrens (Art. 408 StPO), droht dem Beschwerdeführer kein nicht wieder gutzumachender Rechtsnachteil im Sinne von Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG und fehlt es an den Eintretensvoraussetzungen. Die Rüge der Verletzung von Art. 409 StPO wäre im Übrigen ohnehin auch unbegründet.