Citation: 2A.653/2005 09.03.2006 E. 4.3

4.3.1 Zusammengefasst und als Gesamteindruck ergibt sich, dass an einem - auch kritischen - Bericht über den unübersichtlichen MBA-Markt und allfällige "schwarze Schafe" auf diesem in einem Konsumentenmagazin ohne weiteres ein legitimes Interesse bestand. Dass dabei auch die grösste MBA-Schule der Schweiz bzw. ihr Ausbildungsgang auf seinen Wert hin hinterfragt wurde, ist programmrechtlich nicht zu beanstanden. Ob und wieweit die verschiedenen Vorwürfe inhaltlich gerechtfertigt waren, bildet nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens; bei diesem geht es einzig darum, ob der umstrittene Beitrag in der ausgestrahlten Form Programmbestimmungen verletzt hat. Mit der Vorinstanz ist dies zu bejahen: Im Hinblick auf die Schwere der Vorwürfe wurden die Grenzen eines noch zulässigen, anwaltschaftlich konzipierten Berichts überschritten. Die "Kassensturz"-Sequenz über die GSBA vermittelte mit einem ironischen Unterton ("Eis isch sicher - das isch das Institut mit der schönste Ussicht") über diese und deren Lehrgang ein ausgesprochen negatives Bild. Wesentliche Informationen, welche es dem Zuschauer erlaubt hätten, dieses allenfalls zu relativieren und in Kenntnis des Standpunkts der GSBA sich sachgerecht eine eigene Meinung zu bilden, wurden ihm vorenthalten, da sie geeignet waren, die vertretene These, die Ausbildung bei der GSBA sei ihr Geld nicht wert, in Frage zu stellen und die spritzig gewollte Reportage zu nuancieren. Für eine den Vorwürfen angemessene, im Sinne von Art. 4 RTVG sachgerechte Berichterstattung wäre eine grössere Distanz zum eigenen Produkt und ein fairer Einbezug der Sicht der betroffenen Schule erforderlich gewesen; nicht deren beste Argumente wurden jeweils dargestellt, sondern jene, welche den beim Zuschauer gewollten Eindruck nicht störten oder diesen zu verstärken vermochten. 4.3.2 Entgegen den Einwänden der Beschwerdeführerin geht es nicht darum, einem PR-Journalismus das Wort zu reden, sondern sicherzustellen, dass der Zuschauer nicht einseitig und unvollständig informiert und damit im Rahmen eines Konsumentenmagazins in dem Sinne manipuliert wird, dass ihm nicht die zur eigenen Beurteilung der vom Journalisten vertretenen These erforderlichen Grundlagen in die Hand gegeben werden. Ein Konsumentenmagazin muss und soll angriffig sein und auch einen anwaltschaftlichen Journalismus betreiben können; dies entbindet es jedoch nicht davon, die kritische Distanz zum Ergebnis der eigenen Recherchen und zu Erklärungen Dritter zu wahren sowie Gegenstandpunkte in fairer Weise darzulegen, auch wenn sie die vertretene These schwächen oder allenfalls in einem für den Zuschauer anderen als dem gewünschten Licht erscheinen lassen (vgl. BGE 131 II 253 E. 3.2 S. 260; Urteil 2A.41/2005 vom 22. August 2005 ["Kunstfehler"], E. 3.3.2; vgl. Studer/Mayr von Baldegg, a.a.O., S. 43 ff.).