Citation: 2C_394/2017 E. 3.4

3.4. Der aus der Auslegung von Art. 50 Abs. 1 lit. a AuG folgende Schluss, dass für die Berechnung der erforderlichen Dreijahresfrist mehrere kürzere Ehegemeinschaften nicht zusammengerechnet werden können, gilt auch für den Fall, dass mehrere Ehen mit demselben Partner geschlossen werden. Es kann diesbezüglich auf die ausführlichen Erwägungen in BGE 140 II 289 verwiesen werden. Insbesondere gilt auch im Fall von zwei Ehen mit demselben Partner, dass der Anspruch des Ehegatten einer in der Schweiz niedergelassenen Person auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung (Art. 43 Abs. 1 AuG) erlischt, wenn die Ehegemeinschaft vor Ablauf der Bewilligungsdauer endet. Die Aufenthaltsbewilligung kann diesfalls widerrufen werden (Art. 62 lit. d AuG). Wird nicht eine neue Bewilligung gemäss Art. 54 der Verordnung über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit vom 24. Oktober 2007 (VZAE) erteilt, endet grundsätzlich die Aufenthaltsberechtigung der ausländischen Person und diese hat die Schweiz zu verlassen (Art. 64 Abs. 1 AuG). Heiratet sie in der Folge erneut einen Schweizer Bürger oder einen Niedergelassenen, so lebt nicht der Anspruch nach Art. 50 AuG wieder auf, sondern es entsteht ein neuer Anspruch gestützt auf Art. 42 oder 43 AuG und die Dreijahresfrist beginnt erneut zu laufen (vgl. BGE 140 II 289 E. 3.6.3 S. 297 mit Hinweisen). Bei mehrfachen Ehen mit dem gleichen Partner ist die ausländerrechtliche Ausgangslage grundsätzlich dieselbe wie bei mehreren Ehen mit verschiedenen Partnern. Eine bevorzugte Behandlung von Fällen, in denen eine ausländische Person mehrmals den gleichen Partner oder die gleiche Partnerin mit Schweizer Bürgerrecht oder Niederlassungsbewilligung heiratet, ist deshalb nicht gerechtfertigt. Eine Addierung der Ehegemeinschaften kommt schon deshalb nicht infrage, weil es bei einer Scheidung offensichtlich am erforderlichen Fortbestehen des Ehewillens fehlt. Für die Berechnung der Dauer ist nach dem Gesagten jede Ehegemeinschaft einzeln zu betrachten. Da vorliegend jede einzelne der Ehegemeinschaften die erforderliche Dreijahresdauer nicht erreichte, hat die Beschwerdeführerin keinen Anspruch nach Art. 51 Abs. 1 lit. a AuG.