Citation: 5A_318/2021 E. 3.1.3

3.1.3. Die Kindesschutzbehörde erforscht den Sachverhalt von Amtes wegen. Sie zieht die erforderlichen Erkundigungen ein und erhebt die notwendigen Beweise. Sie kann eine geeignete Person oder Stelle mit Abklärungen beauftragen. Nötigenfalls ordnet sie das Gutachten einer sachverständigen Person an. Sie wendet das Recht von Amtes wegen an (Art. 314 Abs. 1 i.V.m. Art. 446 Abs. 1, 2 und 4 ZGB). Diese Grundsätze finden auch im Verfahren vor der gerichtlichen Beschwerdeinstanz (Art. 450 ff. ZGB) Anwendung. Die Beschwerdeinstanz überprüft den erstinstanzlichen Entscheid in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht umfassend und beurteilt ihn neu (Urteil 5A_775/2016 vom 17. Januar 2017 E. 2.2 mit Hinweisen). Wurde im Kindesschutzverfahren ein Sachverständigengutachten eingeholt, würdigen die Behörden dieses grundsätzlich frei. Allerdings dürfen sie in Fachfragen nur aus triftigen Gründen von einem Gutachten abweichen. Sie haben zu prüfen, ob sich aufgrund der übrigen Beweismittel und der Vorbringen der Parteien ernsthafte Einwände gegen die Schlüssigkeit der gutachterlichen Darlegungen aufdrängen (zum Ganzen BGE 138 III 193 E. 4.3.1; 136 II 539 E. 3.2; 133 II 384 E. 4.2.3). Von ausschlaggebender Bedeutung ist auch, dass die Ergebnisse eines Gutachtens noch aktuell sind oder sich die Ausgangslage seit der Erstellung des Gutachtens gewandelt hat (Urteil 5A_473/2013 vom 6. August 2013 E. 5).