Citation: I 664/99 03.04.2000 E. 2

2.- a) Nach Art. 85 Abs. 2 lit. f AHVG (sinngemäss anwendbar in der Invalidenversicherung gemäss Art. 69 IVG) ist das Recht, sich verbeiständen zu lassen, gewährleistet (Satz 1). Wo die Verhältnisse es rechtfertigen, ist dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Verbeiständung zu be- willigen (Satz 2). Ob und unter welchen Voraussetzungen im kantonalen Beschwerdeverfahren im AHV/IV-Bereich ein An- spruch auf unentgeltliche Verbeiständung besteht, beurteilt sich nach Bundesrecht (BGE 110 V 362 Erw. 1b). Keine bundesrechtlichen Bestimmungen bestehen zur Fra- ge, wer als unentgeltlicher Rechtsbeistand im kantonalen Beschwerdeverfahren bestellt werden kann. Es besteht ins- besondere kein bundesrechtlicher Grundsatz, wonach die un- entgeltliche Verbeiständung auf zugelassene Rechtsanwälte beschränkt ist. Dies im Gegensatz zum letztinstanzlichen Verfahren, wo die Verbeiständung nach Art. 152 Abs. 2 OG Rechtsanwälten vorbehalten bleibt (nicht publizierte Erw. 4 des Urteils BGE 122 II 154 ff.; Poudret, Commentaire de l'OJ, Bd. V S. 126, N 7 zu Art. 152). b) § 16 des Gesetzes über das Sozialversicherungs- gericht des Kantons Zürich vom 7. März 1993 (GSVGer; GS 212.81) bestimmt, dass einer Partei auf Gesuch hin eine unentgeltliche Rechtsvertretung bestellt wird, wenn sie nicht in der Lage ist, den Prozess selber zu führen, ihr die nötigen Mittel fehlen und der Prozess nicht als aus- sichtslos erscheint. Hinsichtlich des Kreises der als un- entgeltliche Rechtsvertreter zugelassenen Personen enthält das Gesetz keine Bestimmungen. Nach Zünd (Kommentar zum Gesetz über das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich, Diss. Zürich 1999, S. 113) sah der Antrag des Re- gierungsrates ursprünglich vor, dass "ein durch Ausbildung und Praxis ausgewiesener" unentgeltlicher Rechtsbeistand zu bestellen sei. In der kantonsrätlichen Kommission wurde dieser Passus gestrichen in der Meinung, dass eine solche Formulierung zu Auslegungsschwierigkeiten führe und die Frage dem Ermessen des Gerichts zu überlassen sei (Proto- koll der vorberatenden Kommission zur Vorlage 3193, S. 40 f.). Anlässlich der ersten Lesung im Kantonsrat wies der Kommissionspräsident darauf hin, dass ausdrücklich kein Anwaltsmonopol ins Gesetz aufgenommen werden solle, weil im Sozialversicherungsrecht oft auch Ärzte oder andere Per- sonen die Interessen der Versicherten vertreten. Aus den Materialien geht demnach hervor, dass der kantonale Gesetz- geber die unentgeltliche Verbeiständung in Sozialversiche- rungsstreitigkeiten nicht auf Rechtsanwälte beschränken und die Zulassungsregelung dem Sozialversicherungsgericht über- lassen wollte. Dieses lässt üblicherweise nur Anwälte mit schweizerisch anerkanntem Fähigkeitsausweis zu; andere Per- sonen (insbesondere Juristen) können beim Sozialversiche- rungsgericht eine Zulassung als unentgeltliche Rechtsver- treter beantragen; sie haben sich über eine mehrjährige Praxis im Sozialversicherungsrecht auszuweisen (Zünd, a.a.O., S. 113).