Citation: 8C_1061/2009 28.05.2010 E. 3.2

3.2.1 Im Haushaltsabklärungsbericht vom 7. Februar 2002 bekräftigte die Beschwerdeführerin zwar die Absicht als Gesunde wieder 50 % zu arbeiten und verwies hierzu auf die Schwägerin, welche die Kinder hüten könne, sowie die finanzielle Notwendigkeit einer erneuten Erwerbsaufnahme. Die Abklärungsperson äusserte allerdings auch Zweifel an einer tatsächlichen Erwerbstätigkeit im Umfang von 50 % im Gesundheitsfall. So gab sie an, es sei ihres Erachtens schwer nachvollziehbar, dass die Beschwerdeführerin aufgrund des geringen Alters der Zwillinge, welche zum Abklärungszeitpunkt zwei Jahre und drei Monate alt waren, einer ausserhäuslichen Tätigkeit nachgehen würde. Das kantonale Gericht verwies zudem auf den Umstand, dass die Beschwerdeführerin trotz knapper finanzieller Verhältnisse ihre Restarbeitsfähigkeit von 50 % auch in den Jahren nach der Mitteilung vom 11. Februar 2002 nicht erwerbsmässig genutzt hat und erst seit April 2006 für einige Stunden pro Monat Hausarbeiten bei Privatkunden verrichtete. Diese Umstände sprechen gegen eine Änderung des Status ausgehend von einer ausschliesslichen Tätigkeit im Haushalt hin zu einer ausserhäuslichen Tätigkeit von 50 % ab Februar 2002. Damit bestehen gewisse Zweifel an einem Statuswechsel. 3.2.2 In der Mitteilung vom 11. Februar 2002 wird keine Begründung angegeben, weshalb die Beschwerdegegnerin von keiner rentenbeeinflussenden Änderung ausgegangen ist. Gerade weil im Abklärungsbericht Zweifel an einer Statusänderung geäussert wurden, ist denkbar, dass die Beschwerdegegnerin bewusst nicht die Schlussfolgerung eines Statuswechsels im Abklärungsbericht übernahm. Eine strikte Bindung der Verwaltung an die Ergebnisse des Berichts besteht nicht. Von nur einem einzigen Schluss, nämlich demjenigen der zweifellosen Unrichtigkeit der Mitteilung vom 11. Februar 2002, kann unter diesen Umständen nicht ausgegangen werden. Eine solche Schlussfolgerung erweist sich vorliegend umso schwieriger, als aufgrund der fehlenden Begründung nicht ersichtlich ist, auf welchen Überlegungen die Mitteilung beruhte. Wegen der fehlenden Voraussetzung der zweifellosen Unrichtigkeit durfte die Mittelung vom 11. Februar 2002 somit nicht in Wiedererwägung gezogen. Der Entscheid des kantonalen Gerichts und die Verfügung der Beschwerdegegnerin sind demgemäss aufzuheben. Es steht der Verwaltung frei, das im April 2007 eingeleitete Revisionsverfahren weiterzuführen und in diesem Zusammenhang eine Statusänderung zu prüfen.