Citation: C 233/99 03.04.2000 E. 4

4.- Obwohl nach dem Dargelegten die Arbeitslosenkasse auf das Gesuch vom 19. November 1997 nicht eintreten durfte (ARV 1998 Nr. 27 S. 151 Erw. 3) und damit die Verwaltungs- gerichtsbeschwerde abzuweisen ist, steht noch nicht endgül- tig fest, dass der Beschwerdeführer für die im genannten Gesuch enthaltenen Forderungen nicht entschädigungsberech- tigt ist. Er hat am 10. Juni 1997 ein nicht zum vorliegen- den Verfahren (vgl. Erw. 1) gehörendes Entschädigungsgesuch eingereicht, für welches die Vorinstanz den Anspruch auf Insolvenzentschädigung für die angemeldete Forderung im Grundsatz rechtskräftig bejahte, sofern auch die übrigen Anspruchsvoraussetzungen erfüllt sind. Im Antrag auf Insol- venzentschädigung vom 10. Juni 1997 hat der Versicherte den letzten geleisteten Arbeitstag mit 10. Juli 1996 angegeben (Ziffer 7) sowie klar und unmissverständlich erklärt, dass er Lohn bis 31. Mai 1996 erhalten habe (Ziffer 8). Dies steht in offensichtlichem Widerspruch zu der in Ziffer 15 enthaltenen Auflistung der offenen Lohnforderungen, die sich auf den Monat Juni 1996 beschränkte. Laut Art. 77 Abs. 2 AVIV ist die Arbeitslosenkasse gehalten, dem Versi- cherten bei fehlenden Unterlagen - unter welchen Begriff auch ein Widerspruch in Bezug auf die Höhe der offenen Lohnforderungen auf dem Antragsformular fällt - eine ange- messene Frist für die Vervollständigung anzusetzen und ihn auf die Folgen einer Unterlassung aufmerksam zu machen (vgl. dazu ARV 1995 Nr. 21 S. 125 Erw. 2b). Nachdem die Hö- he der ausstehenden Lohnforderungen inzwischen feststeht, erübrigt sich dieser Verfahrensschritt und die Arbeits- losenkasse, an die die Sache zu überweisen ist, wird in die ohnehin vorzunehmende Prüfung der übrigen Anspruchsvoraus- setzungen und des Masslichen sämtliche vor Stellung des Pfändungsbegehrens entstandenen offenen Lohnforderungen miteinbeziehen.