Citation: 5C.155/2006 01.09.2006 E. 4

Ferner ficht die Berufungsklägerin die Abweisung ihrer Beschwerde vom 23. August 2005 gegen die Errichtung der Beistandschaft über ihre Schwester (Disp. Ziff. 2) an. Diesbezüglich wäre die Berufung aufgrund der Aufzählung in Art. 44 lit. e OG grundsätzlich gegeben (E. 3 hiervor). Diese Bestimmung sagt aber nichts darüber aus, ob die Berufungsklägerin als nicht betroffene Dritte zur Berufung legitimiert ist. Nach Art. 420 Abs. 1 i.V.m. mit Art. 420 Abs. 2 ZGB kann der Bevormundete sowie jedermann, der ein Interesse hat, gegen Beschlüsse der Vormundschaftsbehörde binnen zehn Tagen nach deren Mitteilung bei der Aufsichtsbehörde Beschwerde führen. Der Dritte ist zur Beschwerdeführung freilich nur insofern legitimiert, als er sich auf Interessen der schutzbedürftigen Person beruft oder die Verletzung eigener Rechte oder Interessen geltend macht (BGE 121 III 1 E. 2a). Der Dritte ist aber, selbst wenn er im Sinne von Art. 433 Abs. 3 ZGB ein Interesse an der Aufhebung der Vormundschaft hat, nicht legitimiert, sich der Anordnung der Vormundschaft zu widersetzen (Birchmeier, Bundesrechtspflege, 1950, S. 138; Schnyder/Murer, Berner Kommentar, N. 218 zu Art. 373 ZGB). Diese Grundsätze gelten auch für die Beistandschaft (Art. 392-395 ZGB; BGE 64 II 179). Mit ihrer Berufung gegen Disp. Ziff. 2 des angefochtenen Entscheids widersetzt sich die Berufungsklägerin der Anordnung der Beistandschaft über ihre Schwester, welche diese Massnahme abgesehen davon akzeptiert hat. Soweit sich die Berufungsklägerin gegen Disp. Ziff. 2 des angefochtenen Entscheids richtet, ist sie zur Berufung nicht legitimiert. Darauf ist nicht einzutreten.