Citation: 9C_29/2022 E. A

Die am 13. Februar 1948 geborene A.________ wurde im Mai 1997 von ihrem damaligen Amtsvormund unter Verweis auf eine "paranoide katatonische Schizophrenie" bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Rentenbezug angemeldet. Nach Abklärungen sprach ihr die IV-Stelle des Kantons St. Gallen mit Verfügung vom 13. Februar 1998 rückwirkend ab 1. Mai 1996 eine ganze Rente zu. Anlässlich einer im Jahre 2000 eingeleiteten revisionsweisen Überprüfung der Invalidenrente teilte der Amtsvormund der IV-Stelle am 21. Juni 2000 mit, dass der Aufenthalt der Versicherten nach der Flucht aus einer stationären Unterbringung Ende 1999 "sämtlichen Beteiligten" unbekannt sei. Daraufhin veranlasste die IV-Stelle die Sistierung der Rentenauszahlung, welche per 31. Juli 2000 vorgenommen wurde (Mitteilung vom 3. Juli 2000). Im Mai 2001 informierte B.________, die Tochter der Versicherten, die IV-Stelle darüber, dass sie zwischenzeitlich zur Beirätin ihrer Mutter ernannt worden war und fragte nach dem Grund für die Rentensistierung. Am 9. September 2001 erkundigte sich B.________ erneut bei der IV-Stelle nach der Ausrichtung der Invalidenrente. Hierauf antwortete ihr die Verwaltung mit Schreiben vom 14. September 2001. Nach einer weiteren Kontaktaufnahme mit der IV-Stelle am 4. Juni 2012 teilte B.________ ihr mit Schreiben vom 11. Mai 2020 mit, dass der Aufenthaltsort ihrer Mutter seit Dezember 2019 wieder bekannt sei, und ersuchte um rückwirkende Wiederausrichtung der sistierten Invalidenrente. Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren wies die IV-Stelle "das Leistungsbegehren" mit Verfügung vom 22. Juli 2020 ab.