Citation: I 149/03 21.04.2004 E. 3

Zu prüfen sind schliesslich die erwerblichen Auswirkungen der ärztlich festgestellten Arbeitsunfähigkeit. 3.1 Das kantonale Gericht hat hinsichtlich der Invaliditätsbemessung vollumfänglich auf die Verfügung der IV-Stelle vom 22. März 2002 verwiesen. Diese hat das hypothetische Valideneinkommen gestützt auf das Total der Tabellenwerte im Privaten Sektor der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohnstrukuturerhebung (LSE) 1998 ermittelt. Der Beschwerdeführer bringt zutreffend vor, dass von jenem Verdienst auszugehen ist, welchen er im Baugewerbe erzielen würde. Diese Tätigkeit hat er zuletzt vor Eintritt des Gesundheitsschadens ausgeübt, ehe er wegen der chronischen Rückenbeschwerden auf eine neue Arbeit umgeschult wurde. Sodann ist zu berücksichtigen, dass für den vorzunehmenden Einkommensvergleich die Verhältnisse im Zeitpunkt des Beginns des Rentenanspruchs massgeblich sind (BGE 129 V 222 mit Hinweisen), weshalb zur Ermittlung des Valideneinkommens auf die letzten vor dem 1. Februar 1997 verfügbaren statistischen Durchschnittswerte (LSE 1996) abzustellen ist. Danach hätte der Versicherte monatlich einen Lohn von Fr. 4442.- (TA1, Privater Sektor, Baugewerbe, Anforderungsniveau 4, Männer) erzielen können, welcher an die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit des Jahres 1996 im Baugewerbe von 42,4 Stunden (Statistisches Jahrbuch der Schweiz 1999, BFS [Hrsg.], S. 115, T3.11) und den gestiegenen Nominallohnindex (1996: 104,5; 1997: 104,7; Lohnentwicklung 2001, BFS [Hrsg.], S. 31, T1.93, Baugewerbe) anzupassen ist (Fr. 4714.53 monatlich oder Fr. 56'610.37 jährlich). 3.2 Eine Begründung, wie die IV-Stelle das Invalideneinkommen (Fr. 50'557.-) ermittelt hat, ist weder der Verfügung vom 22. März 2002 noch den Akten zu entnehmen. Gemäss ärztlichen Angaben hat der Beschwerdeführer bei der Q.________ AG eine hinsichtlich der Rückenbeschwerden nicht angepasste Arbeit verrichtet (Verlegen schwerer Rohre; vgl. Gutachten des Dr. med. S.________ vom 14. Januar 1997). Nach dem 15. Februar 1996 war er nicht mehr erwerbstätig. Es ist daher auch zur Ermittlung des Invalideneinkommens auf statistische Durchschnittswerte abzustellen. Nachdem der Versicherte im Bereich der industriellen Elektronik, worauf er umgeschult worden war und welche Beschäftigung ihm nach ärztlichen Angaben zumutbar wäre (vgl. Gutachten des Dr. med. C.________ vom 29. November 1999), nicht erwerbstätig geworden war, ist auf den gesamten ihm offen stehenden Arbeitsmarkt Bezug zu nehmen. Daher ist auf das Total im Privaten Sektor der LSE 1996 abzustellen, wonach der durchschnittlich erzielbare Lohn Fr. 4204.- betrug (TA1, Anforderungsniveau 4, Männer). Angepasst an die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41,9 Stunden im Jahre 1996 (Statistisches Jahrbuch der Schweiz 1999, a.a.O., Total) und die Entwicklung des Nominallohnindexes (1996: 104,1; 1997 104,6; Lohnentwicklung 2001, a.a.O., Total) ergibt sich ein Betrag von Fr. 4424.84 monatlich, welcher um den Grad der Arbeitsunfähigkeit von 50 % zu vermindern ist (Fr. 2212.42). Zu prüfen ist weiter, ob und in welchem Ausmass dieser Tabellenlohn herabzusetzen ist, was praxisgemäss von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles abhängt, welche nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen sind. Dabei erlaubt ein Abzug vom statistischen Lohn von insgesamt 25 % den verschiedenen Merkmalen, die das Erwerbseinkommen zu beeinflussen vermögen, Rechnung zu tragen (BGE 126 V 79 Erw. 5b). Die Verwaltung hat das von ihr angenommene Invalideneinkommen um 10 % herabgesetzt, weil der Versicherte invaliditätsbedingt nur noch teilerwerbstätig sein kann. Es ist aber auch zu berücksichtigen, dass leidensbedingte Einschränkungen (in Frage kommen nur vorwiegend sitzend zu verrichtende Hantierungen mit einer Gewichtshebelimite von 10 kg) bestehen. Diesen den Verdienst möglicherweise beeinflussenden Umständen ist durch einen Abzug vom Tabellenwert von 15 % angemessen Rechnung zu tragen. Die übrigen Kriterien (Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie; BGE 126 V 79 Erw. 5b) haben im vorliegenden Fall auf das Invalideneinkommen keinen Einfluss, was auch nicht geltend gemacht wird. Soweit auf die Schmerzen hingewiesen wird, ist dieser Umstand bei der medizinischen Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit berücksichtigt worden. Wenn gemäss Angaben in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde aus ärztlicher Sicht Zweifel an der Umsetzung der Restarbeitsfähigkeit bestehen, kann daraus nicht abgeleitet werden, die wirtschaftliche Verwertbarkeit der verbliebenen Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt sei bei objektivierter Betrachtungsweise (BGE 102 V 166 f.) nicht zumutbar. Es handelt sich dabei um eine Rechtsfrage, welche die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht zu beantworten haben. Dres. med. C.________ und W.________ brachten in ihren Gutachten (wie auch Dr. med. H.________ im Bericht vom 3. Juni 1997) nur zum Ausdruck, dass es dem Beschwerdeführer am nötigen Willen zur Wiedereingliederung in den Arbeitsprozess fehle. Diese Angaben lassen den Schluss nicht zu, der Beschwerdeführer sei in seiner Willensbildung und Handlungsfreiheit in einem Ausmass eingeschränkt, dass von ihm nicht mindestens ein ernsthaftes Bemühen um eine berufliche Neueingliederung erwartet werden kann. 3.3 Zusammengefasst ist festzustellen, dass dem Versicherten die Erzielung eines Invalideneinkommens in Höhe von Fr. 22'566.68 jährlich (Fr. 2212.42 x 0,85 x 12) zumutbar ist. Dem Valideneinkommen von Fr. 56'610.37 gegenübergestellt, ist ein Invaliditätsgrad von 60,13 % zu ermitteln, welcher auf die nächste ganze Zahl (60 %) abzurunden ist (zur Publikation in BGE 130 V bestimmtes Urteil R. vom 19. Dezember 2003, U 27/02). Damit bleibt es beim Anspruch auf eine halbe Invalidenrente.