Citation: 6B_57/2024 E. 1.2.3

1.2.3. Die Kritik des Beschwerdeführers verfängt nicht. Entgegen seinen Vorbringen nimmt die Vorinstanz eine differenzierte Analyse der Aussagen des Beschwerdegegners vor. Sie verkennt nicht, dass dessen Schilderungen auch Widersprüche aufwiesen, verortet diese aber willkürfrei nicht in den tatnächsten Aussagen, sondern in den zeitlich nachgelagerten Einvernahmen, auf die sie in der Folge nicht abstellt. Wenn der Beschwerdeführer bereits in der ersten Einvernahme des Beschwerdegegners einen Widerspruch zu erkennen glaubt, weil dieser ausgesagt habe, sie hätten ihn umbringen wollen und zweimal zugestochen, kann ihm nicht gefolgt werden. Mit dieser Aussage wollte der Beschwerdegegner zum Ausdruck bringen, dass aus seiner Sicht alle Drei am Tatort zusammenwirkten, d.h. koordiniert agierten, und er diese demnach als Einheit wahrnahm. Sobald er die Rollen- bzw. Aufgabenverteilung der involvierten Personen im Einzelnen konkretisierte, wich er nicht von seiner Darstellung ab, wonach der Beschwerdeführer ihn festgehalten, E.B.________ ihm die Verletzungen zugefügt und F.B.________ nach den beiden ersten Stichen seinen Söhnen zugerufen habe, sie sollten ihn töten. Soweit der Beschwerdeführer gegen die Glaubhaftigkeit der Aussagen des Beschwerdegegners vorbringt, dieser habe anfänglich das Festhalten gar nicht ihm, sondern E.B.________ zugeschrieben, ist auch dies nicht stichhaltig. An besagter Stelle in der Einvernahme thematisiert der Beschwerdegegner die allererste Verletzung, bei der dem Beschwerdeführer keine Mitwirkung vorgehalten wird (vgl. vorstehend lit. B). Unbehelflich ist schliesslich auch, wenn der Beschwerdeführer einen fehlenden Detailreichtum in den Schilderungen des Beschwerdegegners rügt. Vergegenwärtigt man sich die konkreten Umstände zum Tatzeitpunkt, so überspannt dieser die Anforderungen an die Aussagequalität. E.B.________ versuchte unbestrittenermassen - der Schuldspruch im Sinne von Art. 111 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB ist in Rechtskraft erwachsen - mit mehreren Messerstichen den Beschwerdegegner zu töten. Letzterer sah sich demnach überraschend mit einem lebensbedrohlichen Angriff konfrontiert. Es handelte sich hierbei um ein dynamisches Geschehen, das gemäss den diesbezüglich übereinstimmenden Angaben aller befragten Personen sowie den ausgewerteten Mobiltelefondaten (vgl. hierzu Urteil E. II. Ziff. 18 S. 24) von sehr kurzer Dauer war. Bei dieser Ausgangslage sind keine Ausführungen zu erwarten, die in Bezug auf den Detaillierungsgrad über die vom Beschwerdegegner gemachten Angaben hinaus gehen.