Citation: 5A_637/2018 E. 3

Sodann wirft der Beschwerdeführer dem Kantonsgericht eine Verletzung von Treu und Glauben vor. Im Massnahmenentscheid vom 15. September 2017 habe der verfahrensleitende Richter erwogen, das ausgedehnte Besuchsrecht des Vaters, auch im Alltag des Kindes, wirke der vom Beschwerdeführer befürchteten Präjudizierung der künftigen Obhutszuteilung entgegen. Eine allfällige Umteilung im Kindergarten wäre C.________ aber voraussichtlich ohnehin zumutbar, da sie mit der Umgebung des Vaters vertraut sei. Im angefochtenen Entscheid gehe das Kantonsgericht jedoch vom Prinzip aus, mit der Kindergartenzuweisung sei auch der Wohnsitz des Kindes bestimmt. Das Kantonsgericht habe sich nicht an die eigene Zusage gehalten und damit den Grundsatz von Treu und Glauben verletzt. Das Kantonsgericht entschied, das Kind wohne bei der Mutter (Dispositiv-Ziff. 1a). An der massgeblichen Stelle erwog das Kantonsgericht, C.________ wohne demnach weiterhin bei der Mutter und besuche den gleichen Kindergarten (und später die Schule) wie bisher, in dem sie sich wohl fühle. Diese Regelung erfülle den Grundsatz, wonach sich der Wohnsitz eines Kindes bei jenem Elternteil befinden soll, von dem es zeitlich häufiger betreut wird. Diese Erwägung hat indes keineeigenständige Bedeutung. Vielmehr formuliert das Kantonsgericht an dieser Stelle das Ergebnis aus seinen ausführlichen Überlegungen über die zu treffende Betreuungsregelung (vgl. E. 4.1 sogleich). Es kann keine Rede davon sein, dass das Kantonsgericht aus der Kindergartenzuweisung Schlüsse für die Betreuungsregelung gezogen hat. Im Übrigen haben die Überlegungen des Massnahmenrichters lediglich die Bedeutung, dass die vorsorglich angeordnete Betreuungsregelung sich nicht präjudizierend auf den Entscheid im Ehescheidungsverfahren auswirken werde. Das Kantonsgericht hat sich bei der nachehelichen Betreuungsregelung denn auch nicht darauf beschränkt, auf jene des Massnahmeentscheids zu verweisen und mit dem Kontinuitätsprinzip zu operieren. Von einer Verletzung von Treu und Glauben kann keine Rede sein.