Citation: 4A_148/2024 E. 3.1.2

3.1.2. Die Erstinstanz hat darauf abgestellt, dass die Beschwerdeführerin und die IBC eine Arbeitsgemeinschaft für die gemeinsame Planung und Realisierung des Bauprojekts gebildet hätten. Der Grund für die gemeinsame Durchführung des Projekts habe darin bestanden, dass die Abwasserleitung der Beschwerdeführerin und die Trinkwasserleitung der IBC in einem gemeinsamen Graben hätten verlegt werden können, wobei durch die Synergien bei den Grabungsarbeiten hohe finanzielle Einsparungen resultiert hätten. Das gemeinsame Interesse der Beschwerdeführerin und der IBC an der gemeinschaftlichen Vergabe der Bauingenieursleistungen sei noch weiter gegangen und habe neben den finanziellen Einsparungen und der Abstimmung der Leitungsführung in einem einzigen Graben namentlich in der Koordination aller Arbeiten, im ganzheitlichen Management des Zeitprogramms sowie im Informationsmanagement bestanden. Bei einer zeitlich versetzten Ausführung der jeweiligen Vorhaben hätten all diese Vorteile nicht erreicht werden können. Die Erstinstanz berücksichtigte als weitere äussere Umstände einer gemeinsamen Zweckverfolgung zusammengefasst, dass die Beschwerdeführerin gemeinsam mit der IBC als "Auftraggeber" im Vertrag aufgeführt und als gemeinsame Bauherrschaft aufgetreten seien, das Projekt gemeinsam ausgeschrieben, eine gemeinsame Offerte entgegengenommen und gemeinsam eine Baubewilligung erhalten hätten. Die Vorinstanz bestätigte die Qualifikation des Rechtsverhältnisses als einfache Gesellschaft. Sie erwog zusammengefasst, dass zwar das Interesse der Beschwerdeführerin gestützt auf die gesetzlichen Vorgaben in der Ableitung des Abwassers in einer Leitung bestanden habe und sie an der Trinkwasserleitung der IBC kein eigenes Interesse gehabt habe. Das relevante gemeinsame Interesse am Abschluss eines einheitlichen Ingenieurvertrags liege indes darin, dass sich die beiden Bauherrinnen zur Verfolgung der ihnen je eigenen Zwecke zusammengetan hätten, um die Planungs- und Bauleitungsaufgaben ausführen zu lassen. Unstreitig sei auch, dass beide Parteien das Honorar der Ingenieursleistungen anteilig tragen wollten und trugen. Somit zeige der Fall die gesellschaftstypischen Elemente, dass beide Bauherrschaften zusammen die Ingenieurs- und Bauleitungsaufgaben vergeben, sich die damit verbundenen Vereinfachungen und Einsparungen zunutze machen und beide an die Kosten der Leistung beitragen würden.