Citation: 1C_51/2023 E. 4.4.1

4.4.1. Zunächst ist daran zu erinnern, dass das Waldgesetz von einem grundsätzlichen Vorrang der Walderhaltung gegenüber anderen Interessen ausgeht. Rodungen dürfen gemäss Art. 5 Abs. 2 WaG nur ausnahmsweise bewilligt werden (vgl. KELLER, a.a.O., N. 9 zu Art. 5). Dabei obliegt es der gesuchstellenden Person, die wichtigen Gründe für die Rodung nachzuweisen, ansonsten das Interesse an der Walderhaltung überwiegt. Dies gilt unabhängig von der Grösse der betroffenen Waldfläche und ihrem Zustand, also selbst bei kleinen Flächen von geringer Qualität (BGE 117 Ib 325 E. 2; vgl. KELLER, a.a.O., N. 13 zu Art. 5, mit weiteren Hinweisen; siehe auch E. 4.1 hiervor). Dementsprechend musste die Entscheidbehörde kein konkretes Walderhaltungsinteresse am betreffenden Wald aufzeigen. Ein öffentliches Interesse an der Erhaltung des Waldes ist vorliegend bereits dadurch dargetan, dass dieser aufgrund seiner Funktion zum Schutz der steilen Böschung als Wald festgestellt wurde (vgl. E. 3.2 hiervor).