Citation: 6B_1086/2023 E. 1.3.2

1.3.2. Zwar erlaubt der seit 2011 geltende Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG neben der (nach wie vor das zentrale Kriterium bildenden) Menge an Betäubungsmittel die Berücksichtigung weiterer Elemente, dies ändert jedoch nichts an der weiterhin geltenden Ausgestaltung der Norm als abstraktes Gefährdungsdelikt (vgl. Urteil 6B_17/2022 vom 18. März 2024 E. 1.7, zur Publikation vorgesehen, mit Hinweisen). Entsprechend ist nicht von Belang, ob sich die geschaffene Gefahr (für die Gesundheit vieler Menschen) im konkreten Fall auch tatsächlich realisierte. Auch wenn die Abnehmerin der Beschwerdeführerin zusicherte, die Betäubungsmittel seien für einen reduzierten Konsumentenkreis (sechs "gut situierte" Leute) bestimmt, erwägt die Vorinstanz korrekt, dass in casu keine Gewissheit über die tatsächliche Anzahl Endkonsumenten resp. die weitere Verwendung des Kokains bestand. Die Beschwerdeführerin wäre an der betreffenden Party weder anwesend gewesen noch kannte sie die Gästeliste. Mithin konnte sie die Verbreitung der von ihr vermittelten Drogen weder steuern noch überprüfen. Entsprechend musste sie wissen, dass sie mit der Weitergabe der 23,5 Gramm Kokainhydrochlorid eine (ernstliche) abstrakte Gefahr für viele Menschen im Sinne von Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG schuf. Unbehelflich sind vor diesem Hintergrund die von der Beschwerdeführerin angestellten (im Übrigen rein hypothetischen) Berechnungen, wonach bei Annahme eines Abnehmerkreises von sechs Personen und unter Zugrundelegung eines bestimmten Konsumverhaltens selbst bei Weitergabe eines Teils des Kokains keine Gefährdung vieler Menschen denkbar gewesen wäre.