Citation: 6A.13/2003 16.05.2003 E. 3

Der Beschwerdeführer macht geltend, seine Resozialisierungschancen seien in der Schweiz besser als im Irak. Der Ausnahmezustand im Irak würde ihm als Mitglied der kurdischen Minderheit keine Resozialisierungsmöglichkeiten bieten. Er habe Freunde in der Schweiz und würde sogar bei einem Freund wohnen dürfen. Zu berücksichtigen sei ebenfalls, dass er sich verändert und gebessert habe. Gemäss Gutachten von Prof. V. Dittmann, auf welches sich das Appellationsgericht stützt, sind zukünftige strafbare Handlungen des Beschwerdeführers in erhöhtem Masse wahrscheinlich. Es müsse bei der vorhandenen Dissozialität mit geringfügiger Frustrationstoleranz und vehementer Impulsivität mit weiteren ähnlich gearteten Delikten gerechnet werden. Die generelle Rückfallgefahr in delinquentes Verhalten sowie in ähnlich geartete spezifische Fehlverhaltensmuster müsse als erheblich erhöht bewertet werden. Der Beschwerdeführer delinquierte denn auch erneut, nachdem ihm zwei Mal im Jahre 2001 der bedingte Vollzug von Gefängnisstrafen gewährt worden war. Aus dem Gutachten erhellt, dass er sich sich seit dem 1. Mai 1998 mit einer kurzen Unterbrechung in der Schweiz befindet. Seine zwei Asylgesuche in der Schweiz sowie eines in Schweden sind abgewiesen worden. Die ihm übrig gebliebene Familie lebt im Irak. Gemäss den Feststellungen des Appellationsgerichts ist der Beschwerdeführer mit der irakischen Kultur verwurzelt und in der Schweiz in keiner Weise sozial integriert. Er hat keinen Beruf erlernt. Seit das Strafgericht die Landesverweisung aussprach, hat sich die Situation des Beschwerdeführers nicht verändert. Soweit sich der Beschwerdeführer gegen diese Feststellungen richtet, ist seine Rüge unbegründet. Es ist auf Grund der Aktenlage nicht ersichtlich, inwieweit diese Feststellungen offensichtlich unrichtig oder unvollständig wären. Auch bringt der Beschwerdeführer selber keine Argumente vor, die diesen Schluss zuliessen. In Anbetracht der festgestellten Sachlage und der dargelegten Rechtsprechung überschritt das Appellationsgericht sein Ermessen nicht, als es davon ausging, der Beschwerdeführer habe in seiner Heimat bessere Bewährungsaussichten als in der Schweiz. Es durfte auch die bedingte Entlassung mit der unbedingten Landesverweisung verbinden. Eine derart bedingte Entlassung beschränkt die persönliche Freiheit weniger und ist daher für den Beschwerdeführer günstiger als die Verweigerung der bedingten Entlassung, die die vollständige Strafverbüssung und das Wirksamwerden der Landesverweisung am Tag des Strafendes zur Folge hat (vgl. Urteil 6A.78/2000 vom 3. November 2000, E. 2). Zwar ist, wie der Beschwerdeführer vorbringt, die politische und wirtschaftliche Lage im Irak angespannter als in der Schweiz. Allfällige wirtschaftliche Schwierigkeiten bei einer Rückkehr des Beschwerdeführers ins Heimatland sind jedoch grundsätzlich nicht massgebend. Ob von der Ausweisung aus menschenrechtlichen Gründen abgesehen werden kann, wird gegebenenfalls als Frage des Vollzugs im Vollstreckungsverfahren zu prüfen sein (vgl. BGE 121 IV 345 E. 1a S. 347; 116 IV 105 E. 4f S. 114).