Citation: 1B_562/2019 E. 3.2

3.2. Der Beschwerdeführer führte in seinem Ausstandsgesuch sowie in seiner Stellungnahme im vorinstanzlichen Verfahren eine Reihe von Umständen an, aus denen sich in der Gesamtheit die Voreingenommenheit und Befangenheit des Beschwerdegegners im Sinne der Rechtsprechung bzw. der Ausstandsgrund von Art. 56 lit. f StPO ergeben soll. Im Zentrum standen dabei drei Verfahrenshandlungen: Ein Telefongespräch vom 16. August 2019, in dessen Verlauf der Beschwerdegegner dem von ihm angerufenen Rechtsanwalt des Beschwerdeführers mitteilte, er erachte die Prozessaussichten bei der gegenwärtigen Aktenlage als fraglich, eine Verfügung vom 30. September 2019, mit der er einen Beweisantrag des Beschwerdeführers auf Edition gewisser Unterlagen abwies, und die trotz dieser Beweisverfügung erfolgte Einholung der entsprechenden Unterlagen mit Schreiben vom 25. September 2019, unterschrieben von einem Gerichtssekretär. Die Vorinstanz hat im angefochtenen Entscheid ausgeführt, das fragliche Telefongespräch sei zwar mit Blick auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung (BGE 134 I 238; 137 I 227) nicht gänzlich unproblematisch; einen Ausstandsgrund bilde es danach jedoch nicht. Insbesondere habe der Beschwerdegegner dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers weder mitgeteilt, wie er voraussichtlich entscheiden werde, noch ihn im eigentlichen Sinn zum Rückzug des Rechtsmittels aufgefordert und dabei offen oder verdeckt Druck ausgeübt. Auch die Beweisverfügung begründe keinen Anschein der Befangenheit. Stelle eine Partei Beweisanträge, müsse die Verfahrensleitung von Gesetzes wegen darüber entscheiden. Tue sie dies in sachlich vertretbarer Weise und in sachlichem Ton, setze sie keinen Ausstandsgrund. Aus der Einholung der vom Beschwerdeführer verlangten Unterlagen trotz gegenteiliger Beweisverfügung und den Begebenheiten in diesem Zusammenhang ergebe sich ebenfalls kein Ausstandsgrund. Der Beschwerdegegner habe plausibel erklären können, wie es zu diesem gerichtsinternen Missverständnis gekommen sei. Ein Fehlverhalten oder gar ein willkürliches Verhalten könne ihm nicht vorgeworfen werden. Kein Ausstandsgrund sei ferner, dass er das fragliche Telefongespräch vom 16. August 2019 erst am 2. Oktober 2019 verurkundet habe. Dieses Vorgehen sei zwar nicht ideal, widerspreche jedoch weder strafprozessualen Regeln noch verfassungsrechtlichen Prinzipien wie dem Willkürverbot gemäss Art. 9 BV.