Citation: 6B_780/2010 13.01.2011 E. 3.2

3.2.1 Der Beschwerdeführer rügt, die Vorinstanz verletze bei ihrer Beweiswürdigung das Willkürverbot nach Art. 9 BV, den Anspruch auf rechtliches Gehör nach Art. 29 Abs. 2 BV sowie die Unschuldsvermutung nach Art. 32 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 1 EMRK. Sie stelle fest, er sei mit seinem Finger in den Anus von A.________ eingedrungen, obwohl das Opfer den Ausdruck "in das Fudiloch" hinein nie von sich aus benutzt habe. Dieser stamme von der Befragerin. Es habe verneint, dass er etwas Spezielles am After gemacht habe. Auch die Mutter des Opfers habe nichts Derartiges in ihrer telefonischen Meldung an die Kantonspolizei erwähnt. 3.2.2 Nach den vorinstanzlichen Feststellungen äusserte das Opfer - auf den Vorfall mit einem Mann angesprochen - spontan, der Beschwerdeführer habe es am "Füdli aglanget" (angefochtenes Urteil S. 23). Es habe ohne gezielte Vorgabe der Befragerin erklärt, der Beschwerdeführer sei mit dem Finger bei ihrem "Fudi ine gegangen." Diese Aussage wertet die Vorinstanz so, dass der Beschwerdeführer mit dem Finger in den Anus des Opfers eingedrungen sei (angefochtenes Urteil S. 24). 3.2.3 An die Aussagen eines kindlichen Opfers sind nicht dieselben Anforderungen zu stellen, wie an jene einer erwachsenen Person. Das Opfer war im Tatzeitpunkt ungefähr siebenjährig und im Befragungszeitpunkt siebeneinhalbjährig. Angesichts seines jungen Alters musste das Opfer das Eindringen mit dem Finger nicht zwingend als "speziell" erkennen. Auch wenn es zunächst verneinte, dass der Beschwerdeführer etwas Spezielles am Anus machte, ändert dies nichts an der unmittelbar darauf folgenden Aussage, er sei dort mit dem Finger eingedrungen. Denn das Opfer sagte ohne vorgängigen Ansporn der befragenden Person aus, "er isch mitem Finger det ine". Auf die Frage wo er hinein sei, antwortete es: "bim Füdli" (act. 55 S. 5 oben). Auf genauere Nachfrage, ob das so zu verstehen sei, dass er mit dem Finger in das "Fudiloch" sei, erläuterte das Opfer, der Beschwerdeführer sei nicht ganz hinein, sondern nur ein bisschen, dies mit einem Finger (act. 55 S. 5 Mitte). Die vorinstanzliche Sachverhaltsfeststellung, welche auf die Aussagen des Opfers abstellt, verstösst somit nicht gegen die vom Beschwerdeführer angerufenen Verfassungs- und Konventionsbestimmungen.