Citation: 6B_159/2015 E. 1.1

1.1. Die Beschwerdeführerin rügt, der Geschädigte habe den Fussgängerstreifen bei Rotlicht überquert und damit eine schwerwiegende Verkehrsregelverletzung begangen. Mit einer solchen habe sie nicht rechnen müssen. Die Vorinstanz gehe willkürlich davon aus, für das Betreten des Fussgängerstreifens durch den Geschädigten hätten konkrete Anzeichen bestanden. Dies stehe auch im Widerspruch zur Anklage, welche diesbezüglich keinerlei konkrete Anhaltspunkte aufführe. Die Vorinstanz billige ihr eine normale Reaktionszeit von einer Sekunde zu und verneine demnach die Erforderlichkeit einer erhöhten Bremsbereitschaft, wie sie bei Anzeichen auf ein Fehlverhalten von Fussgängern erforderlich wäre. Die Vorinstanz gehe willkürlich davon aus, der Unfall sei vermeidbar gewesen, wenn sie 0,5 Sekunden früher reagiert hätte, und glaube dabei fälschlicherweise, sich auf das Ergänzungsgutachten vom 20. März 2014 abstützen zu können. Auch der Privatgutachter habe bestätigt, dass die Kollision bei einer Ausgangsgeschwindigkeit von 22 km/h nicht vermeidbar gewesen sei. Die Vorinstanz nehme in Verletzung von Bundesrecht an, im Stadtverkehr sei stets damit zu rechnen, dass Fussgänger nach Rotwerden der Ampel die Strasse auf dem Fussgängerstreifen noch zu überqueren versuchen. Dies würde bedeuten, dass der Vertrauensgrundsatz im Stadtverkehr keine Gültigkeit habe und grundsätzlich in einen Misstrauensgrundsatz umfunktioniert werden dürfe.