Citation: 4P.4/2005 11.04.2005 E. 2

2.1 Das Obergericht stützt sich in seinem Entscheid insbesondere auf einen Arztbericht vom 21. Januar 1998, gemäss welchem die Beschwerdeführerin zumindest in gewisser Hinsicht 100 % arbeitsfähig sei. Die Beschwerdeführerin erachtet es als willkürlich, dass das Obergericht auf diesen Bericht abgestellt habe, obwohl ein Gutachten vom 26. August 1997 von demselben Spital zu einem ganz anderen Ergebnis gekommen sei. Nach Ansicht der Beschwerdeführerin ist auf das Gutachten vom 26. August 1997 abzustellen, da die Beschwerdegegner gegen dieses Gutachten keinen Einwand erhoben hätten. Zudem hätte dieses Gutachten nach Ansicht der Beschwerdeführerin als Gerichtsgutachten angesehen werden müssen, weil es die Anforderungen erfülle, unter denen nach der Rechtsprechung des Obergerichtes ausnahmsweise einem privaten Gutachten der Charakter eines Gerichtsgutachtens eingeräumt werden könne. Überdies sei das Obergericht mit der Feststellung in Willkür verfallen, die Beschwerdeführerin habe keine konkreten Vorbehalte gegen den Arztbericht vom 21. Januar 1998 vorgebracht, räume es doch an anderer Stelle selbst ein, dass die Beschwerdeführerin diesen Bericht als nicht schlüssig und inkonsistent qualifiziere. 2.2 Die Rügen der Beschwerdeführerin sind nicht stichhaltig. Bis Januar 1998 anerkennt das Obergericht die unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit zu 100 %, wie sie sich aus dem Gutachten vom 26. August 1997 ergibt. Daher ist unerheblich, ob die Beschwerdegegner diesbezüglich Einwände erhoben haben oder nicht. Wenn das Obergericht ab Januar 1998 auf das neuere Gutachten abstellt, ist es keinesfalls in Willkür verfallen. Dass der Arztbericht im Januar 1998 zu einem anderen Ergebnis kommt als das Gutachten vom 26. August 1997, spricht entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin nicht gegen die Zuverlässigkeit des späteren Berichtes. Der Zustand eines Patienten kann sich mit dem Zeitablauf ändern oder ehemals getroffene Annahmen und Prognosen können sich als unzutreffend erweisen. Die Beschwerdeführerin legt nicht im Einzelnen dar, an welchen Mängeln der Arztbericht leiden soll, ausser dass er zu einem anderen Ergebnis als die bisherigen Berichte kommt. Das Obergericht konnte somit ohne Willkür feststellen, die Beschwerdeführerin führe keine konkreten Vorbehalte gegen den Bericht an. Was die Qualifikation des Gutachtens vom 26. August 1997 als Gerichtsgutachten betrifft, verkennt die Beschwerdeführerin, dass die blosse Zulässigkeit, einem Gutachten diesen Charakter zuzuerkennen, noch nicht bedeutet, dass jedes Gutachten, welches die entsprechenden Voraussetzungen erfüllt, als Gerichtsgutachten behandelt werden müsste. Der Vorwurf der Willkür ist unbegründet. Zudem berührt dieser Punkt das Urteil im Ergebnis nicht, da es ohnehin nicht willkürlich wäre, auf einen späteren Arztbericht abzustellen. 2.3 Die Beschwerdeführerin ist der Ansicht, der Arztbericht vom 21. Januar 1998 nehme zur Frage des Kausalzusammenhangs nicht explizit Stellung. Hingegen stelle er einige Probleme der Beschwerdeführerin fest, wie rasches Ermüden bei visuellem Arbeiten, langsame Spontansprache mit Suchverhalten, stockendes Lesen von längeren Sequenzen und langsames Schreiben mit orthographischen Fehlern, und verweise in gewissen Punkten auf die schon früher diagnostizierte Unfallkausalität. Die Beschwerdeführerin listet damit einige Umstände auf, die ihren Standpunkt zu stützen scheinen. Sie lässt indes ausser Acht, dass der Arzt der Beschwerdeführerin gerade in Kenntnis dieser Umstände eine 100-prozentige Arbeitsfähigkeit attestierte. Damit ist der Entscheid des Obergerichts im Ergebnis jedenfalls nicht geradezu willkürlich.