Citation: 1B_462/2018 E. 4.4

4.4. Die vorinstanzliche Einschätzung, dass die drohende Freiheitsstrafe und Landesverweisung einen erheblichen Fluchtanreiz darstellen, ist nicht zu beanstanden. Hinzu kommt, dass sich der Beschwerdeführer noch keine zwei Jahre in der Schweiz aufhält. Obwohl er verheiratet ist und hier über eine Anstellung verfügt, ist davon auszugehen, dass seine Beziehungen zum Kosovo nach wie vor eng sind, da insbesondere seine Mutter und sein Bruder dort leben. Die strittige Frage, wie gut seine Deutschkenntnisse sind, fällt dagegen kaum ins Gewicht. Ebenfalls wenig bedeutsam erscheint der Umstand, dass der Beschwerdeführer nach Kenntnis von der Verhaftung seines Schwiegervaters Zeit gehabt hätte zu fliehen. Wie das Obergericht zu Recht anführte, ist nicht erstellt, dass sich der Beschwerdeführer in jenem Zeitraum unmittelbar nach der vorgeworfenen Tat über die massgeblichen tatsächlichen und rechtlichen Umstände (insbesondere: Anfertigung eines Videos durch einen Zeugen, drohende Sanktionen) im Klaren war. Unter Berücksichtigung sämtlicher Umstände ist deshalb trotz der Einwände des Beschwerdeführers von Fluchtgefahr auszugehen. Es ist zudem nicht ersichtlich, inwiefern sich diese durch Ersatzmassnahmen nach Art. 237 StPO hinreichend reduzieren liesse.