Citation: 1C_1/2016 E. 3.1

3.1. Ein Rechtsanwalt ist verpflichtet, seinen Beruf unabhängig, in eigenem Namen und auf eigene Verantwortung auszuüben (Art. 12 lit. b BGFA). Zur Frage, unter welchen Umständen ein Rechtsanwalt, der bei einer privatrechtlichen Arbeitgeberin angestellt ist oder bei einer juristischen Person des privaten Rechts in leitender Stellung bzw. als Organ tätig ist, diesen gegenüber über die notwendige Unabhängigkeit verfügt, um sie als Anwalt vertreten zu können, besteht eine gefestigte Praxis des Bundesgerichts (grundsätzlich: BGE 130 II 87 E. 4 ff.; BGE 140 II 102 E. 4; 139 III 249 E. 1; 138 II 440 E. 5 f.; Urteile 2A.293/2003 vom 9. März 2004 E. 3 f.; 2A.101/2003 vom 13. Dezember 2003 E. 4). Nicht zu entscheiden hatte das Bundesgericht bisher, unter welchen Voraussetzungen ein Rechtsanwalt, der zu einer öffentlich-rechtlichen Körperschaft in einer besonderen Beziehung steht, über genügende Unabhängigkeit im Sinn von Art. 12 lit. b BGFA verfügt, um diese anwaltlich vertreten zu können (vgl. BGE 130 II 87 E. 6.4 S. 107). Dazu ist die oben angeführte Rechtsprechung des Bundesgerichts zur Unabhängigkeit des Anwalts gegenüber juristischen Personen des Privatrechts analog heranzuziehen, da die Verflechtung mit einer öffentlich-rechtlichen Körperschaft die anwaltliche Unabhängigkeit in ähnlicher Weise beeinträchtigen kann wie die enge Beziehung zu einer juristischen Person des Privatrechts. Ob die Anforderungen an die Unabhängigkeit eingehalten sind, unterliegt freier Prüfung durch das Bundesgericht, da es sich um Bundesrecht handelt (vgl. Art. 95 lit. a BGG). Nur unter dem Gesichtswinkel der Verletzung verfassungsmäassiger Rechte, namentlich des Willkürverbots, überprüft es an die Unabhüangigkeit anschliessende Folgeregelungen des kantonalen Rechts wie § 29 VRPG.