Citation: 2C_650/2020 E. 6.3

6.3. Im Falle der Beschwerdegegnerin geht die Vorinstanz von einem Zeitaufwand von maximal 37 Minuten pro Auskunft des Typs IR_7_IP für dynamische IP-Adressen aus, der sich mit der Einführung des Anschlusses an das IRC (Information Request Component; Auskunftssystem des Dienstes ÜPF) verringern soll (vgl. E. 5.6 des angefochtenen Urteils). Die Beschwerdegegnerin schätzt ihren tatsächlichen Aufwand demgegenüber auf 45 Minuten. Sie begründet dies mit dem (unbestrittenen) Umstand, dass sie als KMU mit nur wenig Dutzend Anfragen pro Jahr konfrontiert werde, sodass sie sich den erheblichen technischen Aufwand, der für eine automatisierte Bearbeitung der Anfragen erforderlich wäre, nicht leisten könne. Das EJPD weist in grundsätzlicher Weise darauf hin, dass der von der Beschwerdegegnerin geltend gemachte bzw. von der Vorinstanz anerkannte Aufwand auf eine ineffiziente Gestaltung der Abläufe für die Beantwortung von Auskunftsanfragen zurückzuführen sei, sodass er nicht als Richtwert bei der Bestimmung der Entschädigung angenommen werden könne.