Citation: 9C_835/2017 E. 4

Der (allfällige) Wiedererwägungsgrund liegt hier im Bereich der materiellen Anspruchsvoraussetzungen und damit in einem Bereich, in welchem das Ermessen der rechtsanwendenden Behörde eine wesentliche Rolle spielt. Mit Blick auf die medizinischen Unterlagen aus der Zeit unmittelbar vor der Rentenzusprechung, namentlich die Antwort des Dr. med. D.________ vom 30. November 1999 auf die Ergänzungsfragen der IV-Stelle, kann nicht auf zweifellose Unrichtigkeit der Verfügung vom 5. Januar 1999 (halbe Invalidenrente) und derjenigen vom 14. März 2000 (ganze Invalidenrente) geschlossen werden. Dr. med. D.________ erklärte am 30. November 1999, der Versicherte leide nach wie vor an erheblichen Beschwerden, die seit Februar 1999 unter 75 % Arbeitsreduktion akzeptabel sind. Er könne deshalb die vom Hausarzt attestierte Arbeitsunfähigkeit von 75 %, das heisst halbtags mit halber Leistung, unterstützen. Medizinisch-theoretisch sei dem Versicherten eine rückenschonende Arbeit ganztags sicherlich zumutbar (...). Die Einschätzung der IV-Stelle, die dem Beschwerdeführer zunächst eine befristete halbe und anschliessend gemäss Verfügung vom 14. März 2000 eine ganze Invalidenrente zugesprochen hat, ist mit Rücksicht auf die damalige medizinische Situation vertretbar. Zweifellose Unrichtigkeit im Sinne der zitierten Rechtsprechung (E. 2 hievor) kann nicht angenommen werden. Im vorliegenden Fall vermögen die Erkenntnisse, welche von begutachtenden Ärzten erst Jahre nach Erlass der rechtskräftigen Verwaltungsakte gewonnen wurden, die zweifellose Unrichtigkeit nicht zu begründen. Dass Gutachter Dr. med. E.________ vom MGSG am 27. August 2013 festhielt, der Versicherte sei seit Februar 1999 als Arbeitsvorbereiter zu 90 % einsatzfähig, rechtfertigt die Annahme zweifelloser Unrichtigkeit der ursprünglichen, rund 13 Jahre früher ergangenen Rentenverfügungen aus den Jahren 1999/2000 nicht. Die Aufhebung der Invalidenrente gemäss angefochtenem Entscheid ist demzufolge bundesrechtswidrig.