Citation: 6B_1130/2021 E. 5.3

5.3. Diesen sorgfältigen Ausführungen der Vorinstanz setzt der Beschwerdeführer insgesamt lediglich, wenn auch sehr ausführlich, seine eigene Sicht der zu beurteilenden Lebenssachverhalte entgegen. Dies gilt etwa, wenn er bezüglich der Tatbestände der Vergewaltigung und sexuellen Nötigung wiederholt und mit verschiedenen Begründungen, mithin unter Aufzeigen von angeblichen Widersprüchen in den Aussagen der Beschwerdegegnerin 2 und von Auffälligkeiten im Beziehungsalltag, vorbringt, weshalb die Beschwerdegegnerin 2 keine machtlose afghanische Frau sei, die einfach so vergewaltigt werden könne, oder wenn er darlegt, die Beschwerdegegnerin 2 habe ihn fälschlicherweise sexueller Übergriffe bezichtigt, weil er getrennt von ihr geschlafen und Beziehungen mit anderen Frauen gehabt habe. Gleich verhält es sich mit seinen Ausführungen zum Schuldspruch der mehrfachen Tätlichkeiten, in denen er unter Hinweis wiederum auf den Beziehungsalltag sowie auf die Familiengeschichte begründet, weshalb er die Beschwerdegegnerin 2 nicht tätlich angegangen habe, und dabei betont, Letztere sei vor dem ehelichen Zusammenleben in ihrer Familie geschlagen worden. Auch in Bezug auf den Tatbestand des Entziehens von Minderjährigen legt der Beschwerdeführer lediglich seine eigene Würdigung dar, indem er schildert, wie sich die Ausreise und Rückführungsbemühungen aus seiner Sicht abgespielt haben. Mit den Ausführungen der Vorinstanz setzt er sich dabei nicht konkret auseinander, dies insbesondere, wenn er seine Weigerung, die Einverständniserklärung zur Rückführung zu unterzeichnen, (erneut) mit einer ungenügenden Erziehungsfähigkeit der Beschwerdegegnerin 2 rechtfertigt und dabei nicht darauf eingeht, dass die Vorinstanz dies als Schutzbehauptung erachtet. Nichts anderes gilt schliesslich bezüglich der Kritik am Schuldspruch wegen Ungehorsams gegen amtliche Verfügungen. Der Beschwerdeführer wiederholt ebenfalls dort seine vorinstanzliche Argumentation und streicht dabei seine damalige Inhaftierung heraus, ohne sich mit der vorinstanzlichen Feststellung konkret zu befassen, es sei nicht ersichtlich, was er denn genau hätte tun bzw. organisieren wollen, das ihm aufgrund der Haft nicht möglich gewesen wäre. Die Vorbringen des Beschwerdeführers zu den einzelnen Schuldsprüchen erschöpfen sich im Wesentlichen in einer (ausführlichen) appellatorischen Kritik und sie sind, sofern sie denn den Begründungsanforderungen zu genügen vermöchten, ungeeignet, Willkür in der vorinstanzlichen Beweiswürdigung aufzuzeigen. Zwar geht der Beschwerdeführer in seinen Darstellungen jeweils auf die Erwägungen der Vorinstanz ein, indem er diese wiedergibt; er setzt sich mit der vorinstanzlichen Beweiswürdigung allerdings im Einzelnen nicht auseinander, sondern beschränkt sich insgesamt darauf, zum Beweisergebnis wie in einem Berufungsverfahren frei zu plädieren. Das Bundesgericht ist jedoch keine Appellationsinstanz, die eine freie Prüfung in tatsächlicher Hinsicht vornimmt (Urteil 6B_1328/2020 vom 5. Januar 2021 E. 3). Der Beschwerdeführer übersieht zudem, dass sich Gerichte nicht mit sämtlichen Standpunkten und Einwendungen der Parteien befassen müssen, sondern sich auf die für den Entscheid wesentlichen Punkte beschränken können (vgl. BGE 141 III 28 E. 3.2.4), und dass Willkür erst vorliegt, wenn auch der aus der Gesamtheit verschiedener Indizien gezogene Schluss geradezu willkürlich ist (vgl. Urteile 6B_643/2021 vom 21. September 2021 E. 2.3; 6B_1302/2020 vom 3. Februar 2021 E. 1.2.4, nicht publiziert in: BGE 147 IV 176; je mit Hinweisen). Inwieweit die Sachverhaltsfeststellungen der Vorinstanz offensichtlich unrichtig und somit willkürlich sind oder sonstwie auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruhen sollen (vgl. Art. 105 Abs. 2 BGG), geht aus der Beschwerde nicht hervor. Solches ist angesichts der sorgfältigen und nachvollziehbaren Erwägungen der Vorinstanz auch nicht ersichtlich. Seinen Antrag betreffend die Landesverweisung begründet der Beschwerdeführer ferner hauptsächlich mit den geforderten Freisprüchen, wobei er ergänzend wiederum einzelne Elemente seiner vorinstanzlichen Argumention wiederholt, ohne sich dabei rechtsgenüglich mit den Ausführungen im angefochtenen Entscheid zu befassen. Die Vorinstanz setzt sich ebenfalls mit den für die Landesverweisung massgeblichen Gesichtspunkten hinreichend auseinander. Sie verneint nachvollziehbar das Vorliegen sowohl eines Härtefalls als auch überwiegender privater Interessen an einem Verbleib in der Schweiz unter Einbezug der Deliktsschwere und unter Hinweis namentlich auf die das durchschnittliche Mass nicht übersteigende Integration des Beschwerdeführers, seine intakten familiären Bindungen zu Afghanistan, insbesondere die sich dort befindenden eigenen Kinder, und das in der Schweiz nicht (mehr) vorhandene Familienleben. Ausserdem hält sie zu Recht fest, die sich im Zeitpunkt der Haftentlassung präsentierende Situation in Afghanistan lasse sich heute nicht zuverlässig antizipieren und allfällige, vom Beschwerdeführer schon heute geltend gemachte Vollzugshindernisse seien von den Vollzugsbehörden im Rahmen von Art. 66d StGB zu berücksichtigen (angefochtener Entscheid E. 8.3 ff. S. 34 ff.). Der Beschwerdeführer wendet nichts ein, was die ausgesprochene Landesverweisung als bundes- oder völkerrechtswidrig erscheinen liesse. Auf die gänzlich unbegründet gebliebenen Anträge um Entschädigung bzw. Schadenersatz braucht nicht eingegangen zu werden. Gleiches gilt für die Strafzumessung, die der Beschwerdeführer nicht beanstandet.