Citation: 4A_544/2022 E. 3.1

3.1. Die Vorinstanz verneinte betreffend die von der Beschwerdegegnerin eingereichten drei Arbeitsverträge eine Simulation. Sie erwog, es scheine bereits mit Blick auf den belegten Ablauf der Verhandlungen und die Vorbereitungen betreffend den Shisha-Service 2018 unwahrscheinlich, dass die Verträge nachträglich abgeschlossen worden seien. Zudem seien bereits für den Shisha-Service 2017 beinahe identische Verträge abgeschlossen worden. Allgemeine Vermutungen der Beschwerdeführerin, dass die Verträge rein zum Zweck erstellt worden sein sollen, eine Forderung ihr gegenüber zu begründen, genügten nicht, um eine Simulation anzunehmen. Es lägen vollständige und echte Urkunden vor. Die Verträge seien individuell ausgefüllt, zu unterschiedlichen Daten unterzeichnet und würden keine Auffälligkeiten aufweisen. Der Abschluss befristeter Verträge für einen zeitlich limitierten Auftrag sei durchaus üblich. Dies gelte auch für die Unkündbarkeit, weil die Beschwerdegegnerin so die Erfüllung des Auftrags während 3.5 Monaten habe sicherstellen können. Die vereinbarten Löhne seien auch nicht völlig marktunüblich; in Relation zum (hypothetischen) Umsatzanteil der Beschwerdegegnerin erschienen sie plausibel. Es sei von der Gültigkeit der drei Arbeitsverträge auszugehen, weshalb die Beschwerdegegnerin zur Bezahlung der Lohnkosten verpflichtet sei. Weiter sei sie auch zur Bezahlung der geltend gemachten Sozialversicherungsbeiträge verpflichtet, zumal deren Höhe nicht hinreichend bestritten worden sei. Die Beschwerdegegnerin müsse ihren Arbeitnehmern grundsätzlich den vereinbarten Lohn bezahlen, auch wenn sie für den fehlenden Auftrag kein Verschulden treffe. Es sei von der Beschwerdeführerin nicht rechtzeitig behauptet worden, dass die Möglichkeit eines anderweitigen Einsatzes der drei Arbeitnehmer bestanden habe. Zudem sei es auch nicht realistisch, dass die Beschwerdegegnerin so kurzfristig einen anderen Auftrag zur Durchführung eines Shisha-Services hätte erhalten können und ihr so kein Schaden im geltend gemachten Umfang entstanden wäre. Ansonsten lägen die Möglichkeiten zur Schadenminderung nur sehr beschränkt im Einflussbereich der Beschwerdegegnerin. Immerhin ergebe sich aus den gemachten Aussagen, dass sie die Arbeitnehmer für andere Verdienste freigestellt habe, die sich diese wiederum hätten anrechnen lassen müssen. So hätten D.________ (einer der Arbeitnehmer) und C.________ (Geschäftsführer der Beschwerdegegnerin) übereinstimmend ausgeführt, dass Ersterer nach der Absage des Shisha-Services 2018 bei der Beschwerdeführerin um Arbeit nachgefragt habe, was von dieser abgelehnt worden sei. Auch E.________ habe festgehalten, er habe nach ein oder zwei Wochen Ferien erfolglos einen neuen Job gesucht. Mit der Freistellung der Arbeitnehmer habe die Beschwerdegegnerin das Zumutbare zur Schadenminderung vorgekehrt.