Citation: 1C_285/2021 E. 5.2

5.2. Die Frage der Eingriffsbefugnis des Regierungsstatthalteramts bzw. der Rechtmässigkeit der von ihm erlassenen Wiederherstellungsverfügung betrifft die Auslegung von kantonalem Recht. Dabei ist die Prüfungsbefugnis des Bundesgerichts auf die Verletzung verfassungsmässiger Rechte, insbesondere des Willkürverbots, beschränkt (Art. 95 BGG). Die materielle Rechtskraft formell rechtskräftiger Verfügungen bestimmt sich gemäss Praxis des Bundesgerichts ebenfalls nach kantonalem Recht, wenn sich der zu beurteilende Anspruch auf kantonales Recht stützt (vgl. BGE 144 I 11 E. 4.2; Urteile 1C_180/2021 vom 19. August 2021 E. 5.2; 8C_816/2015 vom 12. September 2016 E. 3.2). Inhalt der Verfügung ist vorliegend der Verzicht der Gemeinde auf Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands gemäss Art. 46 BauG/BE, womit das kantonale Recht die materielle Rechtskraft bestimmt. Entsprechend kann die geltend gemachte Verletzung der materiellen Rechtskraft vorliegend auch nur unter dem Aspekt der Willkür überprüft werden.