Citation: U 251/00 23.01.2003 E. 3

Das kantonale Gericht hat sich nicht explizit dazu geäussert, ob die geklagten Beschwerden natürlich kausale Folge des Unfalles vom 22. März 1995 sind. 3.1 Es steht fest, dass der Beschwerdeführer am 23. März 1995 von einem oder mehreren herabfallenden Bodenbrettern am Hinterkopf getroffen wurde. Nach seinen Angaben war er als Folge des Aufschlags des oder der Bretter stark benommen und nicht mehr allein gehfähig. Er sei sogar mehrere Minuten bewusstlos gewesen und habe auch nichts mehr sehen können (Bericht Spital X.________ vom 6. April 1995). In der Folge klagte der Versicherte schon bald über Schwindel, Kopfschmerzen und Ohrensausen, später auch über Schlafstörungen und eine Instabilität der Halswirbelsäule. Die erstbehandelnden Ärzte des Spitals X.________ diagnostizierten eine Commotio cerebri sowie eine Kontusion der Halswirbelsäule (Bericht vom 6. April 1995). Kreisarzt-Stellvertreter Dr. med. E.________ stellte die Diagnose eines cephalo-cervicalen Syndroms und einer postcontusionellen Symptomatik (Bericht vom 3. November 1995). Dr. med. C.________, Chefarzt der Klinik Y.________, sprach von einem postkontusionellen Syndrom (Verschreibung einer HWS-Orthese vom 29. Oktober 1996). Im Bericht der Psychiatrischen Poliklinik des Spitals X.________ vom 12. September 1996 schliesslich wurde die Diagnose eines organischen Psychosyndroms nach Schädel-Hirntrauma (ICD-10 F07.2) gestellt. Unter diesem Krankheitsbild ist gemäss Dilling/ Mombour/Schmidt/Schulte-Markwort (Internationale Klassifikation psychischer Störungen [ICD-10 Kapitel V (F). Klinisch-diagnostische Leitlinien], 4. Aufl., S. 84 f.) ein Komplex von Symptomen wie Kopfschmerzen, Schwindel, Erschöpftheit, Störungen der Konzentration und des Gedächtnisses sowie des Schlafes zu verstehen. Das Syndrom folgt zeitlich einem Schädeltrauma, das gewöhnlich schwer genug ist, um zu Bewusstlosigkeit zu führen. Die Krankheitszeichen können von Depressivität oder Angst begleitet sein, als Folge eines verminderten Selbstwertgefühles und Furcht vor bleibender Hirnschädigung. Die Ätiologie der Symptome ist nicht immer klar. Es werden sowohl organische wie psychische Faktoren als Ursache angenommen. Technische Untersuchungen, u.a. bildgebende Verfahren, können objektive Nachweise liefern und die Symptome belegen. Die Befunde sind hingegen oft negativ. Zum organischen Psychosyndrom nach Schädel-Hirntrauma gemäss ICD-10 F7.02 gehören im Übrigen die Begriffe postkommotionelles Syndrom und postkontusionelles Syndrom (Dilling/Mombour/Schmidt/Schulte-Markwort a.a.O. S. 85). 3.2 Auf Grund der klaren fachärztlichen Diagnosen, des Unfallherganges und des zeitlichen Auftretens sowie von Art und Ausmass der geklagten Beschwerden ist vorliegend von einem Schädel-Hirntrauma oder einer dem Schleudertrauma der Halswirbelsäule ähnlichen Verletzung im unfallversicherungsrechtlichen Sinne auszugehen. Das Fehlen objektivierbarer organischer Schäden allein spricht nicht dagegen. Insbesondere kommt es nicht darauf an, ob die «typischen Beschwerden» medizinisch eher als organischer und/oder psychischer Natur zu bezeichnen sind (vgl. BGE 117 V 363 f. Erw. 5d/aa und 382 Erw. 4b). Abgesehen davon bestehen gesundheitliche Beeinträchtigungen somatischer Genese. Gemeint sind die auch in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde erwähnten diskrete dorsomediale Bandscheibenprotrusion C4/5 (Bericht Dr. med. H.________, Klinik Z.________, vom 19. September 1996) sowie die Schwerhörigkeit links, deren Ausmass und natürliche Unfallkausalität gemäss dem insoweit nicht angefochtenen Entscheid weiterer Abklärung bedürfen.