Citation: U 415/05 26.04.2006 E. 3

3.1 Im Bericht über die zweite Operation vom 10. September 2001 im Kantonsspital B.________ wurde ein deutlicher Hinkfehlgang erwähnt. Gegenüber dem Inspektor der SUVA erklärte der Versicherte am 26. November 2001, seit rund drei Wochen Rückenschmerzen zu haben. Er nehme an, diese rührten vom Gehen an einem Gehstock her. Der ärztliche Zwischenbericht der Chirurgischen Poliklinik des Kantonsspitals B.________ vom 4. Januar 2002 äusserte sich zu den geklagten Rückenbeschwerden in dem Sinne, es bestehe eine Fehlbelastung bei chronischen Schmerzen des Unterschenkels. Bei der kreisärztlichen Untersuchung vom 24. September 2002 klagte der Versicherte über wechselhafte Schmerzen in der rechten unteren Extremität, häufig auch im Bein und den Rücken hinauf bis in den Kopf. Er habe etwa zehn Mal einen Hexenschuss gehabt. Kreisarzt Dr. med. W.________ erhob als Befund u.a. ein konstantes Schonhinken des rechten Fusses, stark reduziertes Abrollen und laterales Belasten sowie entlastungsbedingte Schräghaltung des Rückens nach links. In der Beurteilung wies er auf eine weiterhin labile Throphik und Fehlbelastung hin. Die Arbeitsfähigkeit bei einer leichten bis mittelschweren, vorwiegend sitzenden, bei Bedarf auch auf ebenem Boden kurzfristig stehenden und gehenden Tätigkeit ohne Zwangshaltungen im Knien oder Kauern, ohne Leiterarbeit und häufiges Treppensteigen bei einer Traglimite stehend von 20 kg, gehend kurzfristig von 10 kg, bezifferte Dr. med. W.________ auf 50 % (Bericht vom 25. September 2002). In der Schmerzsprechstunde des Departementes Anästhesie des Kantonsspitals B.________ vom 30. Oktober 2002 klagte der Versicherte über Beschwerden im Sprunggelenk rechts mit Ausstrahlungen in Unter- und Oberschenkel und von da in die Brust- und Halswirbelsäule sowie parieto-occipital beidseits. Im Bericht vom selben Tag wurde ein massives Hinken im Sinne einer Entlastung der rechten Seite erwähnt. Dem Inspektor der SUVA gegenüber erklärte der Versicherte am 4. Dezember 2002, immer wieder an hexenschussähnlichen Blockaden zu leiden. Im Bericht des Kantonsspitals B.________, Departement Chirurgie Abteilung Traumatologie, vom 23. Dezember 2002 zuhanden der kan-tonalen IV-Stelle wurde als Befund u.a. ein starkes Schmerz-Schonhinken rechts mit nach aussen rotiertem rechtem Fuss erhoben. Nach der dritten Operation vom 4. Juni 2002 habe sich die OSG-Beweglichkeit etwas verbessert, dafür bestünden seither Cervicalgien. Das Schmerzsyndrom wurde als mittlerweile chronifiziert bezeichnet. Kreisarzt Dr. med. W.________ hielt im Bericht vom 24. April 2003 u.a. folgende Befunde fest: «Im Barfussgang erheblicher Schonbedarf des rechten Fusses. Unmöglicher Zehen- und Fersengang sowie Kauerstellung. Entlastungsbedarf des rechten Beins, keine Sperrdistanz.» Im Weitern erwähnte er zwei Unfälle vom 4. August 1993 (Sturz von einem Dach aus 1,5 m Höhe mit linksseitiger Jochbeinschürfung, Rippenkontusion und Oberschenkelkontusion) und 15. Januar 1997 (Sturz von einer Leiter mit Kontusion/Distorsion des linken Handgelenks und linken Ellenbogens, ferner auch der mittleren Brustwirbelsäule und des Sakrums). Das Rückenweh bezeichnete Dr. med. W.________ als eigenständiges Geschehen. Im Übrigen hielt der Kreisarzt fest, ergonomisch gelte weiterhin die «Zumutbarkeit von 24.9.2002». 3.2 Die Akten belegen ein spätestens im Herbst 2001 nach der zweiten Operation einsetzendes Schonhinken mit entsprechender Fehlhaltung und Fehlbelastung. Der Versicherte klagte schon bald danach über Rückenschmerzen. In den medizinischen Unterlagen der Unfallversicherung finden sich keine Hinweise für ein aggravatorisches oder demonstratives Verhalten des Beschwerdeführers. Erstmals und einzig Dr. med. R.________ hielt in seinem Gutachten vom 10. Juni 2004 zu Handen der IV-Stelle Basel-Stadt fest, es bestehe eine gewisse Diskrepanz aus rein orthopädischer Sicht zwischen den geklagten Beschwerden am rechten Fuss und am Rücken und den klinisch und radiologisch erhobenen Befunden. Es kommt dazu, dass Kreisarzt Dr. med. W.________ auf Grund der Untersuchung vom 22. April 2003 die Arbeitsfähigkeit rein unfallbedingt, ohne die seiner Auffassung nach ein eigenständiges Geschehen bildenden Rückenschmerzen in Bestätigung der Beurteilung vom 25. September 2002 auf 50 % in leidensangepassten Tätigkeiten bezifferte. Dass sich der Gesundheitszustand bis zur Begutachtung durch Dr. med. R.________ am 4. Juni 2004 wesentlich änderte, ist auf Grund der Akten nicht anzunehmen. Bei dieser Aktenlage hätte wenigstens bei den behandelnden Ärzten des Kantonsspitals B.________ nach den möglichen Ursachen der geklagten Rückenschmerzen und den Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit gefragt werden müssen. Dass ein schmerzbedingtes Schonhinken zumindest im Sinne einer Teilursache zu einer Fehlbelastung und dadurch bedingten Rückenbeschwerden führen kann, steht ausser Frage (vgl. in diesem Zusammenhang Urteile G. vom 11. Februar 2005 [U 330/04] und M. vom 7. April 2000 [U 260/99]). 3.3 Die SUVA wird somit von den behandelnden Ärzten des Kantonsspitals B.________ Auskünfte zur Unfallkausalität der geklagten Rückenbeschwerden einzuholen haben. Je nach Ergebnis wird sie weitere Abklärungen vorzunehmen haben. Danach wird sie über die streitigen Leistungen (Invalidenrente ab 1. Dezember 2003, Integritätsentschädigung) neu verfügen.