Citation: U 183/04 04.11.2004 E. 4

4.1 Im vorliegenden Fall war die Unfallkausalität der vom Versicherten nach dem Sturz auf die linke Hand am 29. September 1999 geklagten Beschwerden aufgrund der erlittenen Handgelenkkontusion unbestritten. Die von der SUVA am 11. Juli 2001 verfügte, mit Einspracheentscheid vom 7. Januar 2002 bestätigte Einstellung der bisher erbrachten Leistungen ist gemäss den vorstehenden Erwägungen somit nur rechtmässig, wenn mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen ist, dass der status quo ante (allenfalls der status quo sine) bei Verfügungserlass erreicht war. 4.2 Das kantonale Gericht gelangte in einlässlicher und sorgfältiger Würdigung der medizinischen Unterlagen, einschliesslich des Privatgutachtens vom 26. Mai 2003 mit Ergänzung vom 8. September 2003, zum Schluss, dass für die belastungsabhängigen und Ruheschmerzen, an welchen der Beschwerdeführer am linken Handgelenk leidet, nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ein nachweisbares unfallbedingtes Korrelat verantwortlich gemacht werden könne. Mit dieser Feststellung ist indessen die hier entscheidende Frage, ob das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt ist, nicht beantwortet. Auf Grund der medizinischen Akten erscheint es möglich, dass es sich bei den anhaltenden Schmerzen am linken Handgelenk um Folgen des versicherten Ereignisses handelt, wogegen das Dahinfallen der Unfallkausalität nicht ausgewiesen ist. Prof. H.________, Leitender Arzt an der Abteilung Radiologie des Spitals X.________, berichtete am 14. November 2000, dass eine Pathologie des ulnaren Ansatzes des TFCC (Triangulärer fibrocartilaginärer Komplex) vorliege, wie dies häufig nach Trauma gesehen wird; der Befund im Bereich des SL-Ligaments sei am ehesten als partielle Läsion zu werten. Der Handchirurge Dr. med. L.________ diagnostizierte im Bericht vom 23. Januar 2001 ein unklares Schmerzsyndrom der linken oberen Extremität und empfahl ein neurologisches Konsilium zur Ergänzung der Abklärung. Die entsprechende Untersuchung wurde alsdann am 28. Februar 2001 von Dr. med. W.________ durchgeführt, der keine neurologische Ursache des Schmerzsyndroms im Bereich der linken Hand feststellen konnte und eine abschliessende Beurteilung als schwierig erachtete. Demgegenüber verneinten die SUVA-Ärzte eine Unfallkausalität der Beschwerden über den 11. Juli 2001 hinaus sowohl im Administrativ- als auch im erstinstanzlichen Gerichtsverfahren, nachdem das Privatgutachten vom 26. Mai 2003 vorlag, laut welchem die Beschwerden mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf den Unfall zurückzuführen sind. Auf Grund der fachärztlichen Aussagen sind somit sowohl die Unfallkausalität der Beschwerden wie deren Verursachung durch unfallfremde Faktoren gleichermassen möglich. Da sich im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes kein Sachverhalt ermitteln lässt, der die überwiegende Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen, und weitere Beweismassnahmen angesichts der umfangreichen getätigten Abklärungen bezüglich der Unfallkausalität nicht in Frage kommen, liegt Beweislosigkeit vor. Entgegen der Auffassung der Vorinstanz hat deren Folgen nicht der Beschwerdeführer, sondern die SUVA zu tragen, die aus dem unbewiesen gebliebenen Fehlen eines natürlichen Kausalzusammenhangs den Wegfall ihrer Leistungspflicht ableiten wollte. Die Tatsache, dass das Bestehen eines krankhaften Vorzustandes bloss im Bereich des Möglichen liegt, ist nicht entscheidend. Denn die vorstehend (Erw. 3.2 hievor) zitierte Beweisregel greift nicht nur bei einem krankhaften Vorzustand Platz, sondern auch dann, wenn die versicherte Person vor dem Unfall keinen Gesundheitsschaden aufwies. Diesfalls dauert die Haftung des Unfallversicherers so lange, bis der Gesundheitszustand, wie er vor dem versicherten Ereignis bestanden hat, erreicht ist, wenn nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt ist, dass die gesundheitliche Beeinträchtigung ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht.