Citation: 4A_15/2013 E. 7.1

7.1. Die Vorinstanz stellte fest, die U.________ AG habe der W.________ AG gerade in dem Zeitpunkt Darlehen in der Höhe von rund Fr. 3,425 Mio. gewährt, als das Wandeldarlehen von Fr. 6 Mio. wie vertraglich vereinbart zur Rückzahlung an die Klägerinnen fällig wurde. Damit habe sich die U.________ AG nicht nur eines grossen Teils ihrer flüssigen Mittel begeben, sondern es habe sich auch der Anteil ihrer aus der Beteiligung an und den Forderungen gegenüber der W.________ AG bestehenden Aktiven von Fr. 4,8 Mio. auf rund 8,225 Mio., d.h. auf über 92 % ihrer gesamten Aktiven erhöht. Nach Auffassung der Vorinstanz sei dadurch unabhängig von der Solvenz der U.________ AG eine gefährliche Risikokonzentration geschaffen worden. Dies gelte umso mehr, als die Rückzahlung des Wandeldarlehens anstand und der U.________ AG ein unüberwindbarer Liquiditätsengpass gedroht habe. Angesichts dieses Klumpenrisikos und des Liquiditätsengpasses, der umso prekärer erscheine, als eine Rückzahlung des Darlehens durch die W.________ AG (zumindest kurzfristig) als ausgeschlossen zu betrachten war, sei eine Sorgfaltspflichtverletzung bereits unabhängig von der Bonität der W.________ AG als Gesellschaftsschuldnerin zu bejahen. Sodann müsse offen bleiben, ob die U.________ AG selber Ende 1996 finanziell über eine gesunde Basis verfügte und die Bonität der W.________ AG und der X.________ AG gewährleistet war. Der Beschwerdeführer habe den von ihm behaupteten inneren Wert der W.________ AG von Fr. 60 Mio. bzw. Fr. 100 Mio. nicht beweisen können. Es gebe keine exakte Methode zur Bewertung der U.________ AG und/oder der W.________ AG bzw. der X.________ AG. Schliesslich stellte die Vorinstanz fest, dass die U.________ AG keinen beherrschenden Einfluss auf die W.________ AG gehabt habe und die Mittel, welche sie der W.________ AG mit dem Darlehen zur Verfügung gestellt habe, in die Tochtergesellschaft der W.________ AG, die X.________ AG, abgeflossen und so der Kontrolle der U.________ AG entzogen worden waren. Der Beschwerdeführer habe dazu anlässlich der Parteibefragung zunächst bemerkt, dass er "im Moment" nicht beurteilen könne, ob eine Rückzahlung damals nicht möglich gewesen wäre. In der Folge habe er dann aber bestätigt, dass dies "sicher sehr schwierig" gewesen wäre, weil das Geld von der W.________ AG in die X.________ AG und von dort in die zahlreichen Tochtergesellschaften, z.B. in Frankreich und Spanien, geflossen sei. Die Vorinstanz kam zum Schluss, dass angesichts des Liquiditätsengpasses und der Tatsache, dass eine Rückzahlung des Darlehens durch die W.________ AG (zumindest kurzfristig) als ausgeschlossen zu betrachten war, das Darlehen - wenn überhaupt - nur mit hinreichenden Sicherheiten hätte gewährt werden dürfen. Auch nach Auffassung von Q.________ als Gutachterin hätte das Darlehen nur gegen Sicherheiten gewährt werden dürfen. Auf die Frage, weshalb für das Darlehen keine Sicherheiten verlangt wurden, habe der Beschwerdeführer geantwortet, es seien als Sicherheiten einzig Aktien der X.________ AG oder der W.________ AG denkbar gewesen, was "aber nicht sinnvoll gewesen sei". Nach Auffassung der Vorinstanz leuchte dies jedoch nicht ein, seien diese Aktien doch gemäss der Behauptung des Beschwerdeführers werthaltig gewesen. Ebenfalls stelle sich die Frage, weshalb angesichts des angeblichen Haftungssubstrats der W.________ AG von Fr. 100 Mio. keine Drittsicherheiten hätten gestellt werden können. Schliesslich erwog die Vorinstanz, dass sich der Beschwerdeführer bezüglich der Darlehensgewährung in einem massiven Interessenkonflikt befunden habe, sei er doch nicht nur Verwaltungsrat der U.________ AG sowie der W.________ AG und der X.________ AG gewesen, sondern auch noch Aktionär der W.________ AG. In dieser Eigenschaft habe der Beschwerdeführer von einer Begünstigung der W.________ AG (auch) persönlich profitiert, während er als Verwaltungsrat der U.________ AG kein Interesse an einer ungesicherten Darlehensgewährung gehabt habe und er Dritten unter den gegebenen Umständen kaum ein Darlehen zu den entsprechenden Konditionen gewährt hätte. Ein solches Vorgehen sei pflichtwidrig und könne nicht geschützt werden. Zusammenfassend hielt die Vorinstanz fest, dass sich der Beschwerdeführer schon mit der Darlehensgewährung an sich, jedenfalls aber mit der Gewährung eines ungesicherten Darlehens an die W.________ AG pflichtwidrig verhalten habe.