Citation: 8C_608/2022 E. 5.2.2

5.2.2. Zur Festlegung der Höhe des Abzugs gemäss BGE 126 V 75 hat die Vorinstanz erkannt, der RAD habe den gesundheitlichen Einschränkungen mit dem beschriebenen Anforderungs- und Belastungsprofil (ganztägige Präsenz mit einer Leistungsminderung von 30 %) vollumfänglich Rechnung getragen. Ausserdem biete der zu unterstellende ausgeglichene Arbeitsmarkt ein breites Spektrum an zumutbaren, körperlich leicht belastenden Verweistätigkeiten. Daher führe die gesundheitlich bedingte Unmöglichkeit, körperlich schwer belastende Arbeiten zu verrichten, zu keiner zusätzlichen Verminderung des hypothetischen Invalidenlohnes. Ein Abzug aus invaliditätsfremden Gründen (Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie, Beschäftigungsgrad) rechtfertige sich schon deshalb nicht, weil die Vergleichslöhne aufgrund der LSE festzusetzen und die entsprechenden Aspekte daher bei beiden Einkommen zu berücksichtigen wären. Im Übrigen würden Hilfsarbeiten altersunabhängig nachgefragt. Auch nehme die Bedeutung der Dienstjahre im privaten Sektor ab, je niedriger das Kompetenzniveau sei. In dem vom Beschwerdeführer angerufenen BGE 148 V 174 habe sich das Bundesgericht ausführlich mit der Rechtsprechung zum Tabellenlohnabzug befasst und eine diesbezüglich diskutierte Praxisänderung mit einlässlicher Begründung abgelehnt. Schliesslich vermöge der Beschwerdeführer die verbliebene Arbeitsfähigkeit ganztags, mithin vollschichtig umzusetzen, sodass auch in diesem Kontext kein Anlass für einen Abzug bestehe. Insgesamt sei der von der Beschwerdegegnerin vorgenommene Abzug von 10 % nicht zu beanstanden. Es bestehe kein Anlass, richterlich in das Ermessen der Verwaltung einzugreifen.