Citation: 2A.551/2000 15.03.2001 E. 4

4.- a) Die Beschwerdeführerin beruft sich auf die Achtung des Familienlebens und erwähnt in diesem Zusammenhang unter anderem Art. 14 BV. Diese Bestimmung garantiert indessen das Recht zur Eheschliessung (Jörg Paul Müller, Grundrechte in der Schweiz, 3. Auflage Bern 1999, S. 102), welches hier nicht betroffen ist. b) Art. 8 EMRK - wie seit dem 1. Januar 2000 auch Art. 13 Abs. 1 BV - gewährleistet das Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens. Darauf kann sich im Rahmen eines ausländerrechtlichen Bewilligungsverfahrens berufen, wer nahe Verwandte mit einem gefestigten Anwesenheitsrecht in der Schweiz hat. Wird in einem solchen Fall der Aufenthalt untersagt, kann dies Art. 8 EMRK (bzw. Art. 13 Abs. 1 BV) verletzen. Soweit eine familiäre Beziehung tatsächlich gelebt wird und intakt ist, wird das der zuständigen Behörde in Art. 4 ANAG grundsätzlich eingeräumte freie Ermessen beschränkt (BGE 126 II 425 E. 2a S. 427). aa) Da die Beschwerdeführerin mit B.X.________ eine Scheinehe eingegangen ist und nicht eine familiäre Beziehung, die tatsächlich gelebt wird und intakt ist, kann sie sich im Hinblick auf ihre Beziehung zu ihrem Ehemann weder auf Art. 8 EMRK noch auf Art. 13 Abs. 1 BV berufen. bb) Die Beschwerdeführerin hat am 22. August 1998 das Kind K.________ geboren. Gemäss Art. 255 Abs. 1 ZGB gilt der Ehemann B.X.________ als Vater dieses Kindes. Nach Art. 1 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 29. September 1952 über Erwerb und Verlust des Schweizer Bürgerrechts (Bürgerrechtsgesetz, BüG; SR 141. 0) ist ein Kind, dessen Eltern miteinander verheiratet sind und dessen Vater oder Mutter Schweizer Bürger ist, von Geburt an Schweizer Bürger. Da B.X.________ Schweizer Bürger ist, hat auch das Kind K.________ das Schweizer Bürgerrecht und damit ein gefestigtes Anwesenheitsrecht in der Schweiz. Die Beschwerdeführerin beruft sich in rechtsmissbräuchlicher Art und Weise auf Art. 8 EMRK und auf Art. 13 Abs. 1 BV, stützt sie sich doch auf ihre Beziehung zum Kind, um die fremdenpolizeilichen Folgen der Scheinehe und damit Art. 7 Abs. 2 ANAG zu umgehen; dieses Vorgehen verdient keinen Schutz. Könnte die landesrechtliche Regelung von Art. 7 Abs. 2 ANAG, die letztlich einen Rechtsmissbrauchstatbestand sanktioniert, durch die Zeugung eines Kindes und die daran anknüpfende Anrufung von Art. 8 EMRK unterlaufen werden, würde sie ihres Gehaltes entleert (vgl. BGE 122 II 289 E. 3a S. 296 f.). cc) Im Gegensatz zur Beschwerdeführerin 1 im oben zitierten Bundesgerichtsurteil hat sich das Kind K.________ vor Bundesgericht nicht als Beschwerdeführerin konstituiert; entsprechend kann es sich nicht darauf berufen, durch die Fernhaltemassnahme gegen seine Mutter in seiner Beziehung zum Vater beeinträchtigt zu werden. Aber auch wenn es dazu legitimiert wäre, müsste es, um sich auf Art. 8 EMRK zu berufen, darlegen, dass zwischen ihm und dem Vater eine familiäre Beziehung besteht, die tatsächlich gelebt wird und intakt ist (vgl. BGE 126 II 425 E. 2a S. 427, mit Hinweisen). Über den Kontakt von B.X.________ zu K.________ ist nichts Näheres bekannt; die Beschwerdeführerin erklärt bloss, es sei nicht ihre Sache, "das exakte persönliche Verhältnis von B.X.________ zu seiner Tochter K.________ genau darzulegen"; die Beziehung von B.X.________ zu seiner Tochter K.________ sei aber intakt. Ob dies tatsächlich zutrifft, ist im vorliegenden Fall, gerade angesichts des unsteten Lebenswandels von B.X.________, zweifelhaft. Aber auch wenn zwischen B.X.________ und K.________ tatsächlich eine gelebte, intakte Beziehung bestehen würde, hätte das nicht die obligatorische Erteilung einer Anwesenheitsbewilligung an die Beschwerdeführerin zur Folge: Art. 8 EMRK ist von vornherein nicht verletzt, wenn es dem in der Schweiz anwesenheitsberechtigten Familienmitglied zumutbar ist, mit einem Ausländer, dem eine fremdenpolizeiliche Bewilligung verweigert worden ist, auszureisen (vgl. BGE 122 II 289 E. 3b S. 297). Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass einem Kind zugemutet werden kann, seinen Eltern bzw. dem für es sorgenden Elternteil ins Ausland zu folgen, wenn es sich noch in einem anpassungsfähigen Alter befindet. Bei einem Kleinkind ist dies - besondere Umstände vorbehalten - der Fall. Auch die schweizerische Staatsangehörigkeit schliesst die Zumutbarkeit einer Ausreise ins Ausland nicht aus (BGE 122 II 289 E. 3c S. 298).