Citation: 6B_1193/2021 E. 3.4.1

3.4.1. Im vorliegend zu beurteilenden Fall hat der Beschwerdeführer der Privatklägerin ein Brotmesser an den Hals gehalten. Dass diese Handlung bei isolierter Betrachtung als konkludente Todesdrohung zu werten ist, wird in der Beschwerde zu Recht nicht in Abrede gestellt. Dem darin eingenommenen Standpunkt, wonach dieses Verhalten vom Tatbestand der qualifizierten Körperverletzung (Art. 123 Ziff. 2 Abs. 2 StGB) miterfasst werde und als mitbestrafte Vortat des letztgenannten Delikts gelte, kann sodann nicht gefolgt werden. Die von der Vorinstanz als konkludente Drohung qualifizierte Handlung, steht zwar in einem engen zeitlichen Zusammenhang mit der vom Beschwerdeführer verübten Körperverletzung. Das von ihm angedrohte Übel (Tod) entspricht indessen nicht der von ihm ausgeführten Tat, welche gemäss rechtskräftigem Schuldspruch als vorsätzliche qualifizierte Körperverletzung mit einem gefährlichen Gegenstand zu werten ist, sondern geht über das vom Beschwerdeführer letztendlich begangene Delikt hinaus. Die Todesdrohung erscheint mithin nicht als blosse Begleiterscheinung der qualifizierten Körperverletzung. Sie enthält vielmehr einen davon unabhängigen Willensentschluss und ist als selbstständige Tat zu werten. Insofern erscheint der Schuldspruch wegen Drohung nicht als bundesrechtswidrig. Die Frage, ob der Beschwerdeführer auch eine verbale Todesdrohung ausgesprochen hat, durfte mit Blick auf die obigen Ausführungen offen gelassen werden.