Citation: I 768/04 14.10.2005 E. 5

5.1 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 261 Erw. 4, 115 V 134 Erw. 2, 114 V 314 Erw. 3c, 105 V 158 Erw. 1). 5.2 Das kantonale Gericht hat die vorhandenen medizinischen Unterlagen umfassend gewürdigt und einlässlich dargelegt, weshalb die Verwaltung für die Beantwortung der Frage nach einer allfälligen Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit nicht allein auf den Bericht über die interdisziplinäre coloproktologische Sprechstunde, Chirurgische Klinik A, Spital X.________, vom 26. April 2001 und die knappen Aussagen des ehemaligen Hausarztes Dr. med. K.________, Facharzt für Innere Medizin FMH, vom 18. April 2002, wonach der Versicherte für körperlich wenig belastende Tätigkeiten zu 100 % arbeitsfähig sei, abstellen konnte. Neben diversen Leiden mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit diagnostizierte Dr. med. K.________ - ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit - unter anderem einen Status nach Alkohol- und Drogenabusus (Kokain) sowie nach psychischer Dekompensation mit Suizidgedanken (Juni 2001) und wies bereits damals darauf hin, dass die psychische Stabilität von verschiedenen Faktoren, so unter anderem von der Wiedereingliederung in den Arbeitsprozess abhänge. Mit Schreiben vom 6. November 2002 ergänzte der damalige Hausarzt, es sei für den Versicherten enorm schwierig, irgendeiner Arbeit nachzugehen: Nicht nur das Tragen von Windeln sei unangenehm, er habe auch Angst davor, ausgelacht zu werden, falls jemand seine Darminkontinenz bemerke. Auf Grund dieser Äusserungen des Facharztes und insbesondere im Hinblick darauf, dass der neue Hausarzt des Versicherten, Dr. med. W.________, Allgemeinmedizin FMH, am 7. April 2003 rückwirkend ab 1. Januar 2002 bis auf weiteres eine vollständige Arbeitsunfähigkeit attestiert hatte, bestand entgegen der Auffassung der IV-Stelle durchaus Anlass, weitere ärztliche und gegebenenfalls auch berufliche Abklärungen in die Wege zu leiten. Dies wird die Verwaltung nun gemäss den Vorgaben im kantonalen Gerichtsentscheid noch nachzuholen haben. Gestützt auf die Berichte der Fachpersonen zur Arbeitsfähigkeit hat sie in der Folge neu über die Leistungsansprüche des Versicherten zu verfügen.