Citation: I 690/01 10.12.2002 E. 3

Die Parteien sind sich darin einig, dass die Versicherte bei der Invaliditätsbemessung als Teilerwerbstätige (Art. 27bis IVV) zu qualifizieren ist und die Invaliditätsberechnung nach der gemischten Methode zu erfolgen hat. Die Vorinstanz hat den Erwerbsanteil auf 58 % und den Haushaltanteil auf 42 % festgelegt. Diese Aufteilung wird von der IV-Stelle, die in der Verfügung vom 24. August 2000 von Anteilen von je 50 % ausging, beschwerdeweise nicht ausdrücklich in Frage gestellt. Die Beschwerdegegnerin hingegen macht einen Erwerbsanteil von mindestens 70 % geltend. Bei ihrer Berechnung stellte die Vorinstanz auf die Erwerbstätigkeit der Beschwerdegegnerin in den Jahren 1993-1995 ab. Sie berücksichtigte dabei das auf den 31. Mai 1996 infolge Geschäftsaufgabe aufgelöste Arbeitsverhältnis auf Abruf bei der Firma F.________ AG und errechnete bei einem durchschnittlichen Jahrespensum von 976 Stunden im Vergleich zur durchschnittlichen jährlichen Arbeitszeit von 2016 Stunden ein Pensum von 48 %. Weiter berücksichtigte sie im Umfang von ca. 10 % die bis 1994 ausgeübte Tätigkeit als Raumpflegerin und die bis 1996 ausgeübte Tätigkeit als Hauswartin. Dieses ausschliessliche Abstellen auf früher ausgeübte Tätigkeiten überzeugt nicht. Zwar sind für die Bestimmung des Erwerbsanteils die früheren beruflichen Tätigkeiten von Bedeutung. Entscheidend ist jedoch, in welchem Ausmass die Beschwerdegegnerin ohne gesundheitliche Beeinträchtigung im massgebenden Verfügungszeitpunkt erwerbstätig wäre. Dabei sind die gesamten Umstände, wie sie sich bis zum Erlass der Verfügung vom 24. August 2000 entwickelt haben, zu berücksichtigen. Hier haben sich die Umstände seit 1995 insbesondere durch die Geburt der Tochter im Dezember 1995 und die Kündigung des Arbeitsverhältnisses infolge Geschäftsaufgabe mit nachfolgender Arbeitslosigkeit sowie die Aufgabe der Nebenerwerbstätigkeiten zumindest teilweise aus invaliditätsfremden Gründen geändert, weshalb nicht angenommen werden kann, dass die Versicherte ohne Eintritt der gesundheitlichen Beeinträchtigungen in gleicher Weise wie früher tätig gewesen wäre. Für die Beurteilung und Festlegung des im Gesundheitsfall mutmasslich ausgeübten Aufgabenbereichs sind ausser der finanziellen Notwendigkeit, eine Erwerbstätigkeit wieder aufzunehmen oder auszudehnen, auch allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen (BGE 125 V 150 Erw. 2c, 117 V 195; AHI 1997 S. 289, 1996 S. 197 Erw. 1c). Diesbezüglich erweist sich der Sachverhalt als ungenügend abgeklärt. So ist unklar, ob und in welchem Umfang die Beschwerdegegnerin ihre Teil- und Nebenerwerbstätigkeiten nach der Geburt der zweiten Tochter, die als lebhaftes und eigenwilliges Kind offenbar einer intensiven Betreuung bedarf (vgl. Abklärungsbericht Haushalt vom 25. Januar 2000), weiter geführt hätte bzw. auf Grund der konkreten Umstände (zwei Kinder im betreuungsbedürftigen Alter) hätte weiter führen können. Der IK-Auszug weist jedenfalls für die Jahre nach der Geburt der ersten Tochter (1987) auf eine in der Folge mindestens vorübergehend reduzierte Erwerbstätigkeit hin. In die gleiche Richtung weisen der Abklärungsbericht Haushalt vom 25. Januar 2000, wo die Versicherte für den Gesundheitsfall eine 50 %ige Erwerbstätigkeit geltend machte, und der Arztbericht des Dr. med. H.________, Innere Medizin FMH, speziell Rheumatologie, vom 14. Februar 1999, wo die Versicherte die Notwendigkeit einer 30-40 %igen Erwerbstätigkeit erwähnte. Zudem bezog die Versicherte während ihrer Arbeitslosigkeit Entschädigung auf Grund einer Vermittlungsfähigkeit von 50 %. Anderseits wird in den Akten verschiedentlich darauf hingewiesen, dass der Ehemann der Beschwerdegegnerin nach einer Umschulung nur noch zu 70 % erwerbstätig sein könne und die Familie auf das Erwerbseinkommen der Beschwerdegegnerin angewiesen sei (vgl. Bericht des Dr. med. H.________ vom 14. Februar 1999, Abklärungsbericht Haushalt vom 25. Januar 2000). Belege über die finanziellen Verhältnisse der Familie der Versicherten befinden sich allerdings nicht bei den Akten. Unter diesen Umständen genügen die Unterlagen nicht, um den hypothetischen Erwerbsanteil festzulegen. Die Sache ist daher zur Vornahme ergänzender Abklärungen an die IV-Stelle zurückzuweisen.