Citation: 4A_228/2018 E. 4.4

4.4. Die Beschwerdeführerin bestreitet, dass sie keine Behauptungen zur angeblich offensichtlich unzulänglichen Entschädigung im Zeitpunkt des Vergleichsabschlusses aufgestellt hätte; entsprechende Behauptungen würden sich ohne ein " Herunterrechnen " ergeben. Die Beschwerdeführerin zeigt in ihrer Beschwerde aber nicht rechtsgenüglich auf, dass es der Erstinstanz möglich gewesen wäre, die offensichtliche Unzulänglichkeit der Entschädigung im Zeitpunkt des Abschlusses der Vereinbarung ohne ein " Herunterrechnen " aufgrund ihrer Schadensberechnung zu beurteilen. Sie legt insbesondere nicht dar, dass die eingetretene gesundheitliche Entwicklung nicht bloss ein Szenario war, mit dem die Beschwerdeführerin zum Vergleichszeitpunkt rechnen musste, sondern dass die Möglichkeit des Eintritt dieses Szenarios vielmehr derart hoch war, dass die Entschädigung bereits im Vergleichszeitpunkt und nicht im Urteilszeitpunkt als nicht angemessen erscheint. Die Beschwerdeführerin übersieht, dass es sich bei der Frage der Unzulänglichkeit der Entschädigung zum Zeitpunkt des Abschlusses der Vereinbarung einerseits und dem Umfang der Saldoklausel in der Vereinbarung andererseits um zwei unterschiedliche Fragestellungen handelt. Die Feststellung, die Beschwerdeführerin habe eine gravierende Verschlechterung ihres Gesundheitszustands bei Abschluss der Vereinbarung als mögliche Entwicklung in Betracht gezogen, bedeutet entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin nicht, dass bei Beurteilung der Zulänglichkeit der Entschädigung von diesem Szenario als wahrscheinliches Szenario auszugehen ist. Die Beschwerdeführerin beschränkt sich in ihrer Beschwerde darauf, einen Erwerbsschaden per Ende 2001 geltend zu machen. Damit bezieht sie sich aber auf einen Zeitpunkt nach Abschluss der Vereinbarung. Zudem setzt sie sich in ihrer Beschwerde nicht mit der Wahrscheinlichkeit einer langfristigen Arbeitsunfähigkeit von 50 % respektive 75 % bzw. gegebenenfalls der Wahrscheinlichkeit anderer Szenarien zum Zeitpunkt des Abschlusses der Vereinbarung auseinander. Damit gelingt es ihr nicht, die Entschädigung als offensichtlich unzulänglich auszuweisen.