Citation: 2P.179/2003 17.06.2004 E. 3

3.1 Der Beschwerdeführer meldete sich bereits im Frühjahr 2000 in S.________ (AG) als Wochenaufenthalter an. Er teilte dort eine 3 1/2-Zimmer-Wohnung mit der fünf Jahre jüngeren Y.________. Beide gingen von hier aus während der Woche der täglichen Arbeit nach. Der Beschwerdeführer war in der benachbarten (zürcherischen) Gemeinde G.________ bei einer spezialisierten Unternehmung als Heizungstechniker/Projektleiter tätig, um sich in einem fremden Betrieb auf die Übernahme des elterlichen Heizungs- und Sanitärinstallationsgeschäfts vorzubereiten. Y.________ war in Zürich bei einer Treuhandfirma angestellt und liess sich dort zur Buchhalterin mit eidgenössischem Fachausweis und ab August 2002 zur Treuhandexpertin aus- und weiterbilden. Während dieser Zeit hatten der Beschwerdeführer und Y.________ ein Konkubinatsverhältnis. Dieses kann nicht als bloss vorübergehende Zweckgemeinschaft (im Hinblick auf eine befristete Weiterbildungs- oder berufliche Übergangsphase) bezeichnet werden. Vielmehr bestanden freundschaftliche Beziehungen zwischen den beiden schon vor ihrem Zuzug in S.________. Wohl mag das Konkubinatsverhältnis im Zeitpunkt, ab welchem der Kanton Aargau die Steuerhoheit beansprucht (1. August 2002), bereits in Auflösung begriffen gewesen sein; jedenfalls trennten sich der Beschwerdeführer und Y.________ Ende Dezember 2002. Allein durch die Absicht, die gegenseitige Beziehung zu lösen, änderte sich die persönliche Situation indessen nicht, sondern erst durch den definitiven Auszug des Beschwerdeführers aus der gemeinsamen Wohnung am Ende des Jahres. In der Periode, für die der Kanton Aargau die Steuerhoheit beansprucht, bestand auf jeden Fall das Konkubinatsverhältnis. In diesem Zeitpunkt befand sich der 1971 geborene Beschwerdeführer zudem bereits in einem Alter, das nach der Rechtsprechung eher auf einen selbständigen, vom Familienort verschiedenen Lebensmittelpunkt schliessen lässt (vgl. ASA 62 443; Urteil vom 23. Oktober 1992, abgedruckt bei Locher/Locher, a.a.O., § 3, I B, 2b Nr. 18; s. auch Urteil vom 20. Januar 1994, in: StR 1994 S. 580 E. 3c; Locher/Locher, a.a.O. § 3, I B, 2 b Nr. 26). Das sind Umstände, die nach der vorn dargelegten Rechtsprechung auf den Wochenaufenthaltsort in S.________ als Steuerdomizil schliessen lassen, sofern nicht besondere Beziehungen zum Familienort im Wallis überwiegen. Zu prüfen ist daher, ob besondere Beziehungen zu A.________ bestehen, welche diejenigen zu S.________ überwiegen. Die Beweislast hierfür liegt beim Beschwerdeführer (vorstehende E. 2.4). 3.2 Solche Umstände sind vorliegend dargetan: Sowohl der Beschwerdeführer wie auch Y.________ verbrachten anerkanntermassen die Wochenenden und die Freizeit bei ihren Eltern in A.________ (Beschwerdeführer) bzw. B.________ (Y.________), wobei sie den Weg ins Wallis jeweils gemeinsam mit dem Auto des Beschwerdeführers zurücklegten. Die zum Beweis eingereichten Kundenrechnungen des Jahres 2002 belegen die wöchentliche Benutzung der Verladeeinrichtungen in Kandersteg und Goppenstein. Es ist offensichtlich, dass beim Beschwerdeführer (wie auch bei seiner Freundin) eine starke Verbundenheit sowohl zur elterlichen Familie wie auch zum Familienort im Wallis besteht, was nicht nur aus der allwöchentliche Rückkehr hervorgeht. An den Wochenenden ist der Beschwerdeführer im elterlichen Heizungs- und Sanitärinstallationsgeschäft tätig, wo er Planungen und Offerteingaben für das technische Büro erledigt. Diese Arbeit mit einem Pensum von etwa 10% ist mehr als nur ein Aushilfstätigkeit, weil sie andauert, regelmässig erfolgt und mit Verantwortung verbunden ist. Dazu kommt das Vereinsleben, das sich für den Beschwerdeführer ausschliesslich am Familienort in A.________ abspielt. Der Beschwerdeführer ist als Tenorhornspieler aktives und zugleich Vorstandsmitglied des dortigen Musikvereins und nimmt an den wöchentlichen Gesamtproben und an den Auftritten an gewissen Wochenenden teil. Er gehört zudem als Korporal zum Kader der Feuerwehr dieser Gemeinde. Ihm obliegt die regelmässige Kontrolle der Hydranten der Gemeinde. Des Weiteren ist er aktives Mitglied des örtlichen Tennisclubs. In A.________ ist der Beschwerdeführer zudem Eigentümer eines Grundstücks und steht ihm im Hause seiner Eltern ein eigenes Zimmer zur Verfügung. Vor diesem Hintergrund vermögen die für den Wochenaufenthaltsort in S.________ sprechenden Indizien - Arbeitsort, Konkubinat, Alter, Wohnverhältnisse - nicht aufzukommen. Dass die Beziehungen zur elterlichen Familie im fraglichen Zeitraum eine mindestens annähernd so grosse Rolle spielten wie das Konkubinat, zeigt sich darin, dass an den Wochenenden jeder der beiden Partner seine eigen Familie besuchte. Wohl ist die 3 1/2-Zimmer-Wohnung in S.________ mehr als nur ein "pied-à-terre", doch ist der Wochenaufenthalt im Falle des Beschwerdeführers nicht mit sozialen und gesellschaftlichen Kontakten verknüpft, wie das am elterlichen Wohnort der Fall ist. Abgesehen von beruflichen Kontakten zu Arbeitskollegen am Arbeitsort, sind keine sozialen Kontakte des Beschwerdeführers in S.________ oder G.________ nachgewiesen. Auch musste die Arbeitgeberfirma in G.________ eine Arbeitszeitverkürzung des Beschwerdeführers zugunsten des elterlichen Geschäfts in A.________ in Kauf nehmen. Wirksam wurde die Arbeitszeitreduktion zwar erst ab dem 1. Januar 2003, was aber nichts daran ändert, dass sie bereits für das Jahre 2002 vorgesehen (und vertraglich zugesichert) war. Andererseits setzt die Tätigkeit für das elterliche Geschäft eine gewisse minimale Präsenzzeit des Beschwerdeführers in A.________ voraus, muss er doch ebenfalls Baustellen besichtigen und Kunden besuchen, wenn er die technische Planung vornehmen und Offerten erstellen will. 3.3 Die Gesamtheit der Umstände spricht mithin dafür, dass trotz gewichtiger Indizien (Wohn- und Arbeitsverhältnisse, Konkubinat, Alter), die auf den Wochenaufenthaltsort S.________ hindeuten, die Beziehungen zum Ort der elterlichen Familie überwiegen. Die Beschwerde ist deshalb gegenüber dem Kanton Aargau gutzuheissen, und der angefochtene Entscheid des Steuerrekursgerichts des Kantons Aargau vom 15. Mai 2003 ist aufzuheben. Die staatsrechtliche Beschwerde gegen den Kanton Wallis ist abzuweisen.