Citation: 5A_104/2024 E. 4.3

4.3. Im Zeitpunkt, da das Betreibungsamt die Eingabe der Beschwerdeführerin vom 9. November 2023 behandelte und entschied (10. November 2023), hatte es sich im Beschwerdeverfahren CB230109 noch nicht vernehmen lassen (vgl. Sachverhalt Bst. A.b.b) und hätte es die Pfändungsankündigungen vom 1. November 2023 in Wiedererwägung ziehen können. Indessen hat das Betreibungsamt eine Wiedererwägung ausdrücklich verweigert. Sodann behauptet die Beschwerdeführerin nicht, neue Tatsachen hätten Anlass zu ihrer Eingabe vom 9. November 2023 gegeben. Mithin war die Verfügung vom 10. November 2023 mit Bezug auf die Pfändungsankündigungen vom 1. November 2023 nicht beschwerdefähig und ist das Bezirksgericht in seinem Entscheid vom 12. Dezember 2023 diesbezüglich, wenn auch mit einer anderen Begründung, zu Recht nicht auf die Beschwerde eingetreten. Auch die Pfändungsankündigungen selber, deren Aufhebung die Beschwerdeführerin unter anderem verlangte, wurden mit der Verfügung vom 10. November 2023 nicht nochmals anfechtbar. Die Frist für eine Beschwerde gegen die Pfändungsankündigungen an das Bezirksgericht war zum Zeitpunkt der zweiten Beschwerde (30. November 2023) bereits abgelaufen (oben Bst. A.b.a und A.c.b). Was die verlangte Nichtigerklärung der Pfändungsankündigungen betrifft, steht mangels Zulässigkeit der Beschwerde (Art. 17 SchKG) die reine Aufsichtstätigkeit des Bezirksgerichts in Frage (Art. 13 SchKG). Sobald eine Verfügung getroffen worden ist, wird die Aufsichtsbefugnis jedoch durch die Beschwerdemöglichkeit verdrängt (Urteil 5A_357/2014 vom 2. Juni 2014 E. 2.1.2 mit Hinweisen). Gegen die Pfändungsankündigungen vom 1. November 2023 hat die Beschwerdeführerin Beschwerde ergriffen und dabei auch die Nichtigkeit der Pfändungsankündigungen geltend gemacht (Verfahren CB230109). Die Feststellung der Nichtigkeit im Sinne von Art. 22 Abs. 1 SchKG ist zwar gestützt auf Art. 13 Abs. 1 SchKG auch bei hängigem Beschwerdeverfahren möglich (FRANCO LORANDI, Betreibungsrechtliche Beschwerde und Nichtigkeit, 2000, N. 48 zu Art. 13 SchKG). Dies bedeutet allerdings nur, dass ein für die Nichtigkeit sprechender Gesichtspunkt in einem hängigen Beschwerdeverfahren zu berücksichtigen ist. Es bedeutet jedoch nicht, dass es der Aufsichtsbehörde gestattet wäre, gestützt auf Art. 13 Abs. 1 SchKG einem bereits bei ihr hängigen Beschwerdeverfahren in derselben Sache vorzugreifen und das Nichtigkeitsargument in einem separaten Aufsichtsverfahren zu beurteilen. Das Bezirksgericht hat sich im Verfahren CB230122 demnach zu Recht nicht mit der behaupteten Nichtigkeit der Pfändungsankündigungen befasst. Im Übrigen gilt auch im Zusammenhang mit dem Vorbringen angeblicher Nichtigkeitsgründe das Rechtsmissbrauchsverbot (dazu sogleich E. 4.4).