Citation: U 99/05 08.11.2005 E. 3

Zu prüfen ist die Rechtzeitigkeit der Einsprache vom 21. Mai 2003 gegen die Verfügung vom 26. Februar 2003, wobei im Zusammenhang mit der Verfügungszustellung der Beginn des Fristenlaufs in Frage steht. Dabei ist einleitend festzustellen, dass es entgegen den vorinstanzlichen Ausführungen zum Sachverhalt in der fraglichen Verfügung nicht nur um die Sistierung der Rente "bis zur definitiven Klärung von allfälligen Regressansprüchen im Zusammenhang mit Entschädigungszahlungen einer italienischen Versicherungsgesellschaft" geht. Vielmehr wurde darin die Sistierung bis zur Tilgung der Schuld gegenüber der SUVA im Rahmen ihrer Regressforderungen in der Höhe von Fr. 322'568.- verfügt. 3.1 Wie die Vorinstanz zunächst zutreffend erwogen hat und nunmehr unbestritten ist, ist auf die Darstellung der Beschwerdeführerin abzustellen, wonach sie die direkt an sie versandte Verfügung vom 26. Februar 2003 nie erhalten hat, nachdem die SUVA auch mit einem Nachforschungsbegehren bei der Post den rechtsgenüglichen Nachweis der postalischen Zustellung nicht zu erbringen vermochte. 3.2 Hingegen kann der Vorinstanz nicht gefolgt werden, soweit sie der Zustellung einer Orientierungskopie der Verfügung vom 26. Februar 2003 an W.________ am 11. März 2003 keine fristauslösende Wirkung zuerkennt: Die Vollmacht von W.________ datiert vom 25. Februar 2003, mithin einen Tag vor Erlass der Verfügung durch die SUVA, welche davon am 6. März 2003 Kenntnis erhielt und in der Folge W.________ die Verfügung zustellte. Dass der Rechtsvertreter vorgängig eine schriftliche Vollmacht einreicht, wird für eine rechtsgültige Eröffnung praxisgemäss nicht gefordert (BGE 99 V 181; unveröffentlichtes Urteil I 451/85 vom 19. August 1986); massgebend ist vielmehr, dass der Vertreter im Zeitpunkt, in dem ihm die Verfügung zugestellt wurde, tatsächlich bevollmächtigt war. Wird eine Verfügung dem in diesem Zeitpunkt bereits gehörig bevollmächtigten Vertreter nicht direkt eröffnet, sondern trotz Vertretungsverhältnis (zunächst) der versicherten Person zugestellt, vermag nach der Rechtsprechung des Eidgenössischen Versicherungsgerichts die nachträgliche Zustellung einer Verfügungskopie an den Rechtsvertreter keine neue Beschwerdefrist mehr zu eröffnen, weil die Partei selbst bereits Kenntnis von der Verfügung erhalten hat (BGE 118 V 190, 117 II 511 Erw. 2, 115 Ia 20 Erw. 5c, SZS 2002 S. 509 [Urteil E. vom 13. Februar 2001, C 168/00], Urteil R. vom 6. Mai 2003, I 565/02; vgl. Donzallaz, La notification en droit interne suisse, N 1168). Anders verhält es sich, wenn der Partei die Verfügung - wovon vorliegend auszugehen ist - auf Grund eines Eröffnungsmangels noch nicht zugestellt worden war: In diesem Fall besteht mit Blick auf die Rechtssicherheit (vgl. Donzallaz, a.a.O., N 1173) kein Grund, nicht den Beginn eines (neuen) Fristenlaufs ab Zeitpunkt der Eröffnung gegenüber dem Vertreter anzunehmen. Spätestens dann beginnt somit die Einsprachefrist. Bei dieser Rechtslage war die am 11. März 2003 erfolgte Zustellung der Verfügungskopie an W.________ jedenfalls fristauslösend (BGE 118 V 190 und 117 II 511 Erw. 2; vgl. auch 115 Ia 20 Erw. 5c), weshalb die am 21. Mai 2003 eingereichte Einsprache gegen die Verfügung vom 26. Februar 2003 als verspätet zu betrachten und die SUVA zu Recht auf die Einsprache nicht eingetreten ist. Der vorinstanzliche Entscheid erweist sich somit im Ergebnis als rechtens.