Citation: 4A_308/2020 E. B

Die C.________ AG leitete mit Zahlungsbefehl des Betreibungsamts V.________ vom 10. Mai 2016 eine Betreibung gegen die B.________ GmbH über einen Betrag von Fr. 1'200'000.-- nebst Zins zu 5 % ab dem 4. Mai 2016 ein. Am 20. April 2018 klagte die C.________ AG beim Handelsgericht des Kantons St. Gallen und beantragte, die B.________ GmbH sei zu verpflichten, ihr Fr. 586'081.70 nebst Zins zu 5 % seit dem 4. Mai 2016 zu bezahlen. B.a. Die C.________ AG machte im Wesentlichen geltend, sie habe die B.________ GmbH mündlich mit einer hydrologischen Beratung beauftragt. Die Menge des nachhaltig förderbaren Grundwassers sei jedoch falsch beurteilt worden. Mit der von der B.________ GmbH konzipierten Anlage könnten im Schnitt nur 150 Liter Grundwasser pro Minute gefördert werden und nicht die prognostizierten 2'000 Liter pro Minute. Die Schlechterfüllung des Vertrags habe einen Schaden von mindestens Fr. 586'081.70 verursacht. Dieser bestehe aus den Kosten des Umbaus zu einer Erdsondenheizung (mindestens Fr. 510'977.65), dem Minderbetrag der staatlichen Fördergelder (Fr. 61'250.--), den vorprozessualen Anwaltskosten (mindestens Fr. 6'000.--) und den Gutachterkosten (Fr. 7'854.05). B.b. Die B.________ GmbH bestritt in ihrer Klageantwort, mit der C.________ AG einen Vertrag geschlossen zu haben. Die D.________ AG habe sie beauftragt und darauf hingewiesen, dass die Arbeiten im Interesse der Grundeigentümerin Aa.________ AG erfolgten. Daher habe die B.________ GmbH ihren Bericht an die Aa.________ AG adressiert und ihre Aufwendungen der Aa.________ AG in Rechnung gestellt. Das Auftragsverhältnis bestehe mit der D.________ AG, allenfalls mit der Aa.________ AG, nicht aber mit der C.________ AG. Im Übrigen bestritt die B.________ GmbH Fehler, die zur Unbrauchbarkeit der Brunnenheizung geführt hätten. Sie machte geltend, dass sie spätestens nach der Aushebung der Baugrube erkannt hätte, dass ungenügend Grundwasser vorhanden sei, wenn man sie auch mit der Überwachung der Bauausführung beauftragt hätte. Zudem brachte die B.________ GmbH vor, der Schaden sei falsch berechnet worden und die Verjährung für ausservertraglichen Schadenersatz sei eingetreten. B.c. Am 29. Oktober 2018 beschränkte der Handelsgerichtspräsident das Verfahren auf die Prozessvoraussetzungen sowie die Aktiv- und Passivlegitimation. Er ordnete diesbezüglich einen zweiten Schriftenwechsel an. B.d. In ihrer Replik brachte die Aa.________ AG vor, sie sei mit der Fusion vom 27. April 2018 in die Parteistellung der C.________ AG eingetreten. Sie machte geltend, die D.________ GmbH habe den Kontakt zwischen den Parteien hergestellt, worauf zwischen der C.________ AG und der B.________ GmbH ein konkludentes Auftragsverhältnis betreffend hydrologische Beratung zustande gekommen sei. Im Weiteren brachte die Aa.________ AG vor, der Vertrag zwischen der C.________ AG und der D.________ GmbH habe keine hydrologischen Leistungen beinhaltet, was jedoch Voraussetzung für ein Subplanerverhältnis gewesen wäre. Die D.________ AG habe daher nur den Kontakt zwischen der C.________ AG und der B.________ GmbH hergestellt. F.________ und G.________ von der D.________ AG (vormals D.________ GmbH) seien diesbezüglich als Zeugen zu befragen. B.e. Die B.________ GmbH wandte in ihrer Duplik ein, zwischen ihr und der C.________ AG habe kein Vertrag bestanden. Die geltend gemachte vertragliche Schadenersatzforderung könne daher auch nicht durch Fusion auf die Aa.________ AG übergegangen sein. Nachdem auch keine Veräusserung des Streitobjekts vorliege, bedürfe es für einen Parteiwechsel der Zustimmung der B.________ GmbH. Einem solchen stimme sie jedoch nicht zu. Im Übrigen machte die B.________ GmbH geltend, sie habe mit der D.________ GmbH und nicht mit der C.________ AG einen Beratervertrag abgeschlossen. Sollte jedoch mit der D.________ GmbH kein solcher Vertrag vereinbart worden sein, so sei der Beratungsvertrag mit der Bauherrin, der Aa.________ AG, zustande gekommen. B.f. Mit Urteil vom 7. Februar 2020 wies das Handelsgericht die Klage ab (Dispositiv-Ziffer 1). Es auferlegte die Gerichtskosten von Fr. 6'000.-- der Aa.________ AG (Dispositiv-Ziffer 2) und verpflichtete diese, die B.________ GmbH für die anwaltliche Vertretung mit Fr. 10'640.-- zu entschädigen (Dispositiv-Ziffer 3).