Citation: 6B_774/2020 E. 1.4.1

1.4.1. Was der Beschwerdeführer gegen die tatsächlichen Feststellungen der Vorinstanz einwendet, erschöpft sich in weiten Teilen in einer unzulässigen appellatorischen Kritik am angefochtenen Urteil, die für die Begründung einer willkürlichen Feststellung des Sachverhaltes nicht genügt. Das Bundesgericht ist keine Appellationsinstanz, die eine freie Prüfung in tatsächlicher Hinsicht vornimmt. Der Beschwerdeführer legt nicht hinreichend dar, inwiefern die tatsächlichen Feststellungen der Vorinstanz nach seiner Auffassung offensichtlich unhaltbar sein oder mit der tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch stehen und die vorhandenen Beweise andere Schlussfolgerungen geradezu aufdrängen sollen. Er beschränkt sich im Wesentlichen darauf, die Gründe vorzubringen, welche für seine Sichtweise sprechen. Im vorliegenden Verfahren ist aber nicht zu prüfen, inwiefern Anhaltspunkte für den vom Beschwerdeführer geltend gemachten Geschehensablauf vorliegen, sondern ob die Schlüsse der Vorinstanz hinsichtlich desselben mit sachlichen Gründen nicht haltbar sind. Die Vorinstanz hat sich im ersten Teil ihrer Beweiswürdigung einlässlich mit den zwischen dem Beschwerdeführer und dem Beschwerdegegner 2 bzw. den zwischen dem Beschwerdeführer und D.________ ausgetauschten Mitteilungen auseinandergesetzt; ergänzend hat sie die "schlechte Laune" bzw. die angespannte Gemütsverfassung des Beschwerdeführers berücksichtigt, in welcher er sich gemäss eigenen Angaben kurz vor der Tat befunden hat. Sie ist alsdann zum Schluss gelangt, dass zwischen dem Beschwerdeführer und dem Beschwerdegegner 2 am 15. Juni 2017 viel eher eine aggressive, physische Auseinandersetzung zu erwarten gewesen sei, als eine Aussprache oder aber eine verbale Klärung und dass der Beschwerdeführer die Vorstellung gehegt habe, das von ihm mitgenommene Messer gegen den Beschwerdegegner 2 einzusetzen und diesen nicht nur einzuschüchtern (angefochtenes Urteil S. 20 ff.). Was der Beschwerdeführer hiegegen einwendet, ist nicht geeignet, Willkür darzutun. So ist insbesondere die von einer Drittperson via Klassenchat gemachte Äusserung, sie habe gemeint, der Beschwerdeführer wolle nicht mehr "fighten", nicht geeignet, das von der Vorinstanz festgestellte Beweisergebnis in Frage zu stellen. Mithin drängt sich anhand einer solchen, als blosse Annahme geäusserten Mitteilung angesichts der der Tat vorausgegangenen und von der Vorinstanz gewürdigten verbalen Auseinandersetzungen mit der gegenseitigen Androhung körperlicher Gewalt keineswegs der Schluss auf, der Beschwerdeführer habe die Situation lediglich verbal bereinigen wollen. Von Willkür kann keine Rede sein. Dies gilt umso mehr, als die Vorinstanz zutreffend annimmt, es habe ein überaus realistisches alternatives Szenario bestanden, dass die Situation ausser Kontrolle geraten könnte, wenn der Beschwerdeführer mit dem Messer nicht den gewünschten Effekt erzielen oder der mit dem gezogenen Messer konfrontierte Beschwerdegegner 2 dennoch frech oder gar handgreiflich werden würde. Die Vorinstanz kommt zum Schluss, es sei davon auszugehen gewesen, dass sich der zornige Beschwerdeführer in einer solchen Situation nicht tatenlos beleidigen oder plagen lassen würde, so dass zu befürchten gewesen sei, dass er das sich in seiner Hand befindende Messer gegen den Beschwerdegegner 2 einsetzen würde. Er habe durchaus mit einer gewalttätigen Konfrontation mit dem Beschwerdegegner 2 gerechnet (angefochtenes Urteil S. 26). Mit diesen nachvollziehbaren und zutreffenden Ausführungen setzt sich der Beschwerdeführer nicht hinreichend auseinander. Er beschränkt sich vielmehr darauf, seine eigene Sichtweise des Geschehens darzulegen, wenn er ausführt, er habe einzig eine verbale und gewaltfreie Bereinigung der Situation vor dem in den nächsten Tagen anstehenden Klassenbesuch des E.________ gewollt (Beschwerde S. 9 f.). Dies genügt für den Nachweis von Willkür nicht. Dass er seinen Kollegen D.________, der auf einer gewaltfreien Konfliktbereinigung bestanden habe, im Vorfeld der Auseinandersetzung gebeten habe, ihn zum Treffen zu begleiten und diesen unmittelbar vor der Tat mehrfach telefonisch zu erreichen versucht habe, führt zu keinem anderen Ergebnis. Es ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz diesem Umstand keine besondere Bedeutung beigemessen hat, zumal nicht ersichtlich ist, inwiefern sich daraus in Bezug auf den konkreten Tatverlauf andere Schlussfolgerungen geradezu aufdrängen sollten. Jedenfalls ist das angefochtene Urteil insofern nicht schlechterdings unhaltbar. Ferner trifft entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers nicht zu, dass die Vorinstanz seinen Einwand, er habe in seiner ersten Reaktion nach der Tat via Chat erklärt, dem Beschwerdegegner 2 noch "wie ein Mann angeboten" zu haben, nach Hause zu gehen und das Ganze zu vergessen, als irrelevant bezeichnet hat. Die Vorinstanz hat einlässlich dargelegt, weshalb die gesamte Ausgangslage darauf habe schliessen lassen, dass der Beschwerdeführer eine gewalttätige Konfrontation gesucht habe und dass an diesem Schluss die erwähnte Mitteilung nichts zu ändern vermöge (angefochtenes Urteil S. 27). Auch mit diesen Ausführungen setzt sich der Beschwerdeführer nicht auseinander. Unbegründet ist die Beschwerde auch, soweit der Beschwerdeführer geltend macht, die Vorinstanz habe nicht berücksichtigt, dass D.________ ihn als ganz ruhigen Menschen bezeichnet habe, der nie jemandem etwas antun würde und dass er sich diesem gegenüber unmittelbar nach der Tat dahingehend geäussert habe, er habe nie stechen wollen. Selbst wenn dies zutreffen würde, ist nicht ersichtlich, inwiefern dies die Feststellung der Vorinstanz, wonach der Beschwerdeführer zumindest im Sinne eines alternativen Szenarios mit einer gewalttägien Konfrontation gerechnet habe, als offensichtlich unhaltbar erscheinen lassen sollte. Schliesslich ist es nicht so, dass die Vorinstanz das Vorliegen einer Mobbingsituation verneint hat. Vielmehr hat sie eine solche durchaus bejaht, ihr indes in Abweichung vom erstinstanzlichen Urteil im Zusammenhang mit der Erstellung des objektiven und des subjektiven Sachverhaltes bzw. der "Ausgangslage" eine untergeordnete Bedeutung beigemessen. Auch mit diesem Punkt setzt sich der Beschwerdeführer nicht hinreichend auseinander (vgl. Beschwerde S. 8 und angefochtenes Urteil S. 19 f.).