Citation: 6P.182/2006 02.11.2006 E. 5

5.1 Die Vorinstanz führt aus, der Unfallbeteiligte sei der Beschwerdeführerin auf der Bahnhofstrasse in einem eher geringen Abstand gefolgt. Die Beschwerdeführerin habe für ihn eine unklare Lage geschaffen. Sie habe eine Querstrasse vor der alten Bruggerstrasse zunächst ein Abbiegen nach links signalisiert und ihre Geschwindigkeit gesenkt, anschliessend den Blinker wieder zurückgesetzt und bis zur nicht weit entfernten nächsten Einmündung beschleunigt. Dort habe sie die Geschwindigkeit wieder stark gesenkt und erneut den linken Blinker gestellt. Dies habe beim nachfolgenden Fahrzeuglenker Unsicherheit über ihre Absichten hervorrufen müssen. Deshalb und weil der andere Lenker in kurzem Abstand folgte, sei sie verpflichtet gewesen, sich unmittelbar vor dem Abbiegen mit einem Blick nach hinten abzusichern. Indem sie dies unterlassen habe, habe sie gegen Art. 34 Abs. 3 und Art. 39 Abs. 2 SVG verstossen (angefochtenes Urteil, S. 5). 5.2 Diese Ausführungen sind bundesrechtlich nicht zu beanstanden. Ihnen ist kaum etwas beizufügen. Als die Beschwerdeführerin in den Rückspiegel blickte, bevor sie zum zweiten Mal den Blinker setzte, folgte ihr in kurzem Abstand ein anderer Personenwagen. Dessen Lenker setzte unmittelbar danach zum - verkehrsregelwidrigen - Überholen der Beschwerdeführerin an, was diese nicht wahrnahm. Mit der Möglichkeit eines solchen Fehlverhaltens hätte die Beschwerdeführerin rechnen müssen, weil sie vor dem eigentlichen Abbiegen bereits einmal geblinkt und abgebremst hatte, ohne in der Folge abzubiegen. Sie konnte deshalb nicht darauf vertrauen, dass ihre erneute Zeichengebung für den nachfolgenden Fahrzeuglenker als klar und unmissverständlich interpretiert würde. Weil sie für die unklare Lage verantwortlich war, musste sie dies mit erhöhter Vorsicht kompensieren und unmittelbar vor dem Abbiegen einen zusätzlichen Blick nach hinten werfen. Dies hat sie unterlassen und deshalb gegen die von der Vorinstanz genannten Sorgfaltspflichten verletzt. Mangels verkehrsregelkonformen Verhaltens kann sich die Beschwerdeführerin nicht auf den Vertrauensgrundsatz berufen. Nur der Linksabbieger, der seine Absicht klar und unmissverständlich signalisiert hat, darf sich darauf verlassen, nicht mehr links überholt zu werden (vgl. BGE 125 IV 83 E.2d).