Citation: I 352/02 24.04.2003 E. 1

Die Versicherte macht in formellrechtlicher Hinsicht vorab eine Verletzung des Anspruchs auf eine öffentliche Verhandlung gemäss Art. 6 Ziff. 1 EMRK geltend. Der Antrag auf öffentliche Verhandlung im Sinne von Art. 6 Ziff. 1 EMRK muss gemäss Rechtsprechung klar und unmissverständlich gestellt werden. Verlangt eine Partei beispielsweise lediglich eine persönliche Anhörung oder Befragung, ein Parteiverhör, eine Zeugeneinvernahme oder einen Augenschein, liegt bloss ein Beweisantrag vor, aufgrund dessen noch nicht auf den Wunsch auf eine konventionskonforme Verhandlung zu schliessen ist (BGE 125 V 38 Erw. 2 mit Hinweis). Einen diesen Anforderungen genügenden Antrag hat die anwaltlich vertretene Versicherte im vorinstanzlichen Verfahren nicht gestellt: Sie hat in ihrer Beschwerde vielmehr den Antrag gestellt, "[e]s sei eine Parteibefragung mit der Beschwerdeführerin durchzuführen." Dies stellt kein klares und unmissverständliches Begehren um Ansetzung einer öffentlichen Verhandlung dar, sondern ist einzig als Beweisantrag aufzufassen. Diesem Beweisantrag musste das kantonale Gericht im Übrigen nicht stattgeben, da der Sachverhalt aufgrund der Akten genügend abgeklärt gewesen ist und eine Parteibefragung nichts Neues ergeben hätte (antizipierte Beweiswürdigung; SVR 2001 IV Nr. 10 S. 28 Erw. 4b; zu Art. 4 Abs. 1 aBV ergangene, weiterhin geltende Rechtsprechung: BGE 124 V 94 Erw. 4b). Das kantonale Gericht konnte daher auf die Durchführung einer öffentlichen Verhandlung verzichten.