Citation: 5A_156/2022 E. 2.3.3

2.3.3. Zum Konto bei der K.________ hat das Obergericht erwogen, die Beschwerdeführerin habe vor Bezirksgericht am 19. Mai 2017 Folgendes ausgeführt: Sie habe dieses Konto am 8. April 2014 eröffnet. Hätte sie bereits ein Konto besessen, wäre die Eröffnung nicht nötig gewesen. Ihre Tochter habe darauf am 12. Juni 2014 EUR 300'000.-- eingezahlt. Von diesem Konto seien Bezüge von EUR 70'754.48 (EUR 35'754.48 für Anwaltskosten und EUR 35'000.-- Darlehensrückzahlungen an die Tochter) getätigt worden. Der Saldo gemäss Kontostandsbescheinigung der K.________ vom 6. Mai 2017 betrage EUR 227'701.71. Ihre Tochter besitze eine Vollmacht und könne unbeschränkt über das Konto verfügen. Da ihre Tochter gesundheitliche Probleme habe, habe sie den Betrag nur für die Zahlung von Anwaltsrechnungen in Anspruch genommen. Ihr Sohn habe ihre bisherigen Lebenskosten finanziert und werde dies auch in Zukunft tun müssen, da ihre Tochter aufgrund ihrer gesundheitlichen Situation ihr Vermögen dafür nicht mehr zur Verfügung stellen könne. Deshalb habe ihre Tochter sie bereits 2016 gebeten, keine weiteren Bezüge mehr vom Konto der K.________ zu tätigen, was in einer Erklärung für das Gericht bestätigt worden sei. Die Überschreibung der von ihr bewohnten Wohnung in Rom sei ursprünglich als Entschädigung für den Verzicht auf die lebenslängliche Nutzniessung erfolgt. Da ihr Sohn seit geraumer Zeit ihren Lebensunterhalt finanziere, müsste sie korrekterweise ihrem Sohn eine (reduzierte) Kaufpreisentschädigung bezahlen. Dies - wie auch die Renovierung der Wohnung - hätte durch die Darlehensgewährung der Tochter erfolgen sollen, doch hätten sie schnell realisiert, dass sie nicht das Geld der kranken, arbeitsunfähigen Tochter verwenden könnten und dürften. Das Guthaben liege abrufbereit auf der Bank zur Rückzahlung an die Tochter, die in nächster Zeit die Rückzahlung an sich veranlassen werde. Das Obergericht hat - wie bereits das Bezirksgericht - der Beschwerdeführerin einen Widerspruch vorgehalten: Sie habe in der Klage vom 18. April 2017 vorgebracht, ihre Wohnung aus dem Darlehen heraus erstanden zu haben, in der Eingabe vom 19. Mai 2017 jedoch, es sei lediglich geplant gewesen, mit dem Darlehen die Wohnung zu kaufen bzw. die Unterstützung des Sohnes abzugelten. Von fehlender Plausibilität sei - so das Obergericht weiter - ausserdem dort auszugehen, wo behauptet werde, C.________ sei bereits 2016 nicht mehr in der Lage gewesen, ihr Vermögen der Beschwerdeführerin zur Verfügung zu stellen. C.________ habe zwar schriftlich erklärt, sie habe das ihrer Mutter gewährte Darlehen widerrufen, da sie es nicht mehr aufrechterhalten könne. Dennoch seien 2016 lediglich am 28. und 29. Juli Rückzahlungen von zweimal EUR 5'000.-- erfolgt und am 6. Mai 2017 hätten sich nach wie vor EUR 227'701.71 auf dem Konto der Beschwerdeführerin bei der K.________ befunden. Im Berufungsverfahren habe die Beschwerdeführerin über dieses Konto bei der K.________ und über das Darlehen der Tochter keine Angaben gemacht. Ein aktueller Kontoauszug sei nicht vorgelegt worden. Auch insoweit seien ihre finanziellen Verhältnisse unklar geblieben und die Mitwirkungsobliegenheit verletzt worden. Dass die Tochter das Darlehen zurückgefordert hätte bzw. in absehbarer Zeit zurückfordere, könne nicht angenommen werden. Die Beschwerdeführerin habe weder überzeugend nachgewiesen, dass die Rückzahlungsverpflichtung wirklich fällig gestellt worden sei, noch dargetan, dass sie das Darlehen regelmässig amortisiere. Die 2014 und 2016 geleisteten Teilrückzahlungen (EUR 25'000.-- und zweimal EUR 5'000.--) genügten dazu nicht. Bestünde das Bankguthaben heute noch, müsste daran gezweifelt werden, dass die Tochter das Darlehen noch zu Lebzeiten der heute 78-jährigen Beschwerdeführerin zurückfordere. Demnach seien auch die auf dem Konto der K.________ liegenden und damit leicht verfügbaren Mittel bei der Beurteilung der Leistungsfähigkeit zu beachten.