Citation: 9C_345/2019 E. 4.2.1

4.2.1. In der interdisziplinären Gesamtbeurteilung weisen die asim-Gutachter darauf hin, dass in der Aktenlage mehrfach eine Persönlichkeitsstörung diagnostiziert worden sei. Sie könnten eine solche aktuell aber nicht mit Sicherheit feststellen. Eine differenzierte Persönlichkeitsdiagnostik habe nicht durchgeführt werden können, da die Explorandin den diesbezüglichen Fragebogen trotz wiederholter Aufforderung nicht zurückgeschickt habe. Der Vorwurf der Beschwerdeführerin, durch das vorliegende Gutachten sei ihre auffällige Persönlichkeitsstruktur in diagnostischer Hinsicht nicht abschliessend abgeklärt worden, kann daher nicht gehört werden, bestehen doch nach der gesamten Aktenlage keine Anhaltspunkte für die als Schutzbehauptung zu wertende Angabe, sie sei wegen einer Persönlichkeitsstörung nicht in der Lage gewesen, den Fragebogen zu retournieren (vgl. vorinstanzlicher Entscheid, S. 8 unten f.). Davon abgesehen waren die Gutachter in der Lage, zu den funktionellen Auswirkungen der relevanten Persönlichkeitsfaktoren der Beschwerdeführerin Stellung zu nehmen. Sie legten dar, die Explorandin sei in der Lage, flexibel ihr Verhalten verschiedenen Situationen anzupassen und private sowie soziale Kontakte aufrechtzuerhalten, weswegen sie davon ausgingen, dass die funktionellen Auswirkungen nur gering seien. Wie dem psychiatrischen Teilgutachten zu entnehmen ist, stützen sie sich dabei einerseits auf ihre Befunde, deren Einordnung wegen der gezielten Symptomdarbietung der Beschwerdeführerin erschwert war, und andererseits auf Berichte über die beruflichen Massnahmen. Im Zusammenspiel dieser Erkenntnisquellen zeigte die psychiatrische Expertin differenziert auf, inwiefern die Beschwerdeführerin beeinträchtigt ist. Insbesondere ergibt sich daraus, dass die Beschwerdeführerin in der Lage ist, ihr Verhalten zu steuern. Für die Beurteilung, ob und inwiefern eine psychische Erkrankung (i.c. insbesondere die Schmerzstörung) invalidisierend ist, sind die funktionellen Beeinträchtigungen massgebend. Diese Umstände ergeben sich auch betreffend die Persönlichkeit der Beschwerdeführerin aus dem Gutachten in hinreichender Weise. Daher ist die konkrete diagnostische Einordnung nicht von ausschlaggebender Bedeutung (vgl. BGE 140 V 193 E. 3.1 S. 195 mit Hinweisen; Urteil 9C_851/2018 vom 23. Mai 2019 E. 4.1.4). Der Beweiswert des Gutachtens wird durch diese - nicht entscheidrelevante - Unvollständigkeit nicht beeinträchtigt.