Citation: 4A_472/2018 E. 4.2.4

4.2.4. Krankheitsbedingt könnte lediglich der Ausfall sein, der dadurch entsteht, dass der versicherte Betriebsinhaber nach (freiwilliger oder unfreiwilliger) Aufgabe seiner Tätigkeit im versicherten Betrieb infolge der Krankheit keine andere Tätigkeit aufnehmen kann. Dieses Risiko wird aber, wie sich aus der Systematik der AB ergibt, beim Betriebsinhaber nicht in Form einer Nachleistung abgedeckt. In diesem Punkt treffen die AB eine Unterscheidung zwischen den gewöhnlichen Arbeitnehmern einerseits und dem Betriebsinhaber und unter gewissen Voraussetzungen auch den Familienangehörigen, die im Betrieb mitarbeiten, andererseits. Das Schicksal der Ansprüche der Arbeitnehmer wird nicht an den Betrieb gekoppelt, sondern es besteht nach der Kündigung des Arbeitsverhältnisses grundsätzlich Anspruch auf Nachleistung. Darin reflektiert sich die Möglichkeit, eine andere Stelle zu suchen oder allenfalls Arbeitslosenunterstützung zu beziehen, die krankheitsbedingt entfallen kann. Insoweit bleibt der Arbeitnehmer im Gegensatz zum Betriebsinhaber geschützt. Wo die Grenze verläuft, verdeutlichen die Bestimmungen über die Angehörigen des Betriebsinhabers. Deren Ansprüche werden in Art. 8 Ziff. 1 Bst. g i.V.m Art. 9 Ziff. 2 Bst. a AB grundsätzlich gleich wie diejenigen des Inhabers an ihre Stellung im Betrieb gekoppelt, aber nur sofern der Betriebsinhaber für sie keine AHV abrechnet. Aus der Systematik ergibt sich, dass das krankheitsbedingte Risiko eines Erwerbsausfalls nach Verlassen des Betriebes bei den Arbeitnehmern durch Nachleistung gedeckt bleibt, nicht aber beim Betriebsinhaber. Er kann höchstens unter gewissen Bedingungen in die Einzelversicherung übertreten. Diese Möglichkeit wäre dem Beschwerdeführer, sofern er tatsächlich im behaupteten Mass arbeitsunfähig war, offengestanden.