Citation: H 228/01 20.01.2003 E. 4.2

4.2.1 Die Nachführung des Gemeindearchivs besteht im Aussortieren des Vorarchivs und in der Überführung der archivwürdigen Akten in das Hauptarchiv. Für diese Arbeit wurde unbestrittenermassen vor 1999 ein auswärtiger Archivar beigezogen. Dass die Tätigkeit des Gemeindeschreibers nach Art und Inhalt eine gänzlich andere ist als eine Archivnachführung im beschriebenen Sinne, kann nicht zweifelhaft sein. Der Beschwerdegegner übte somit nach Beendigung seines Arbeitsverhältnisses weder faktisch einen Teil seiner früheren Arbeit weiterhin aus noch kann gesagt werden, er sei in demselben Umfang beim alten Arbeitgeber tätig gewesen. Dagegen sprechen schon die Einmaligkeit sowie die sehr kurze Dauer der Archivnachführung. Die Tatsache, dass der Beschwerdegegner während fast 30 Jahren bis Ende 1998 Gemeindeschreiber gewesen war, kann somit nicht als Argument für unselbstständige resp. gegen selbstständige Erwerbstätigkeit dienen. Dabei wird nicht verkannt, dass ihm dieser Umstand, das Amt als solches sowie die dabei gesammelten Erfahrungen, im Hinblick auf das Mandat der Archivnachführung zustatten kam. Das muss indessen keinesfalls gegen den selbstständigen Charakter dieser Tätigkeit sprechen. 4.2.2 Ob es sich bei der Archivnachführung um eine typischerweise durch Arbeitnehmer ausgeübte Tätigkeit handelt, wie die Ausgleichskasse dafür hält, oder ob im konkreten Fall das Gegenteil zutrifft, wie die Gemeinde in ihrer vorinstanzlichen Beschwerde geltend machte, lässt sich nicht ohne weiteres sagen. Dass die Arbeiten nach den einschlägigen Archivrichtlinien und sinnvollerweise vor Ort auszuführen waren, ist ebenso wenig entscheidend wie die Tatsache, dass sie periodisch anfallen und es nicht um eine Reorganisation, sondern lediglich um die Nachführung innerhalb der bestehenden Struktur geht. Gleiches gilt in Bezug darauf, dass die Archivnachführung Spezialkenntnisse erfordert und hiefür offenbar in der Regel ausgebildete Archivare beigezogen werden. Anderseits ist diese Massnahme nicht in erster Linie Ausdruck für erhöhte Anforderungen an die Unabhängigkeit der mit der Archivnachführung betrauten Person von der Gemeinde, wie dies etwa im Verhältnis Revisor/Aktiengesellschaft der Fall ist (vgl. BGE 123 V 164 ff. Erw. 3b und c). Andernfalls wäre der Beschwerdegegner für diese Arbeit wohl ausser Betracht gefallen. 4.3 Nach dem Vorstehenden überwiegen weder die Merkmale für unselbstständige noch für selbstständige Erwerbstätigkeit klar. Die Statusfrage in Bezug auf die Archivnachführung im April 1999 ist daher im Sinne der Verfügung vom 16. Dezember 1999 zu entscheiden, womit die Ausgleichskasse aufgrund der Angaben des Beschwerdegegners vom 12. November 1999 zum mutmasslichen Einkommen für dieses Jahr persönliche Beiträge erhoben hatte (vgl. BGE 122 V 173 Erw. 4a und 121 V 4 Erw. 5b in fine). Der angefochtene Entscheid ist somit im Ergebnis rechtens.