Citation: H 204/01 12.07.2002 E. 6

6.- a) Der Umstand, dass die Summe der in Rechnung gestellten Akontozahlungen die effektiv geschuldeten Beiträge nicht deckt, ist für sich allein weder der Gesellschaft noch dem subsidiär haftenden Organ als - qualifiziert schuldhafte - Verletzung von Vorschriften anzurechnen, wie es Art. 52 AHVG verlangt. Gemäss Art. 34 Abs. 3 AHVV (in der bis 31. Dezember 2000 in Geltung gestandenen Fassung) erfolgt der Ausgleich zwischen den Akontozahlungen und den effektiv geschuldeten Beiträgen jeweils erst am Ende des Kalenderjahres. Vorbehältlich entsprechender Auflagen durch die Ausgleichskasse liegt im Unterlassen einer Anpassung der Beitragspauschale an die effektiven laufenden Lohnzahlungen keine Verletzung von Vorschriften im Sinne von Art. 52 AHVG. Insofern sich die Rekurskommission auf einen anderen Rechtsstandpunkt stellt, kann ihr nicht gefolgt werden. b) Nicht bindend, da unter Verletzung wesentlicher Verfahrensbestimmungen im Sinne von Art. 105 Abs. 2 OG ergangen, ist ferner die vorinstanzliche Feststellung, die Wegleitung der Beschwerdegegnerin über den Abrechnungs- und Zahlungsverkehr, gültig ab 1. Januar 1998, sowie das am 10. Dezember 1999 von dieser an ihre Mitglieder versandte Schreiben "Beitragsbezug 1999 - Änderungen auf den 1.1.1999" sei der konkursiten Gesellschaft zugegangen. Es läuft im Ergebnis auf eine unzulässige Umkehr der Beweislast hinaus, wenn die Rekurskommission den Beweis des Erhalts einzig damit begründet, das Gegenteil sei nicht glaubhaft. Der Bedeutungsgehalt der jeweils unter dem Titel "Meldepflicht/Vorgehen bei Veränderung der Lohnsumme" gemachten Auflagen kann damit unerörtert bleiben.