Citation: 8C_379/2024 E. 4

Die Vorinstanz hielt fest, entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers sei die Haftung der Suva-MV nicht unter dem Blickwinkel von Art. 5 MVG, sondern nach Art. 6 MVG zu prüfen. Die Suva-MV bestreite diesbezüglich weder die vom Beschwerdeführer geschilderten Knalltraumata während des Militärdienstes in den Jahren 1990 und 1994 noch den Umstand, dass diese nach der überzeugenden Beurteilung der Gutachterin Prof. Dr. med. B.________ (nebst dem Böllerschuss an Silvester 2016) den schweren beidseitigen Tinnitus zumindest teilweise natürlich-kausal verursacht hätten. Der Tinnitus des Beschwerdeführers könne nach der gutachterlichen Würdigung für Aussenstehende nicht hörbar gemacht werden; eine dem Leiden zugrunde liegende organische Schädigung habe durch apparative oder bildgebende Abklärungen nicht bestätigt werden können. Wie Prof. Dr. med. B.________ in überzeugender Auseinandersetzung mit dem Bericht des Prof. Dr. med. D.________, leitender Arzt an der Klinik für Ohren-, Nasen-, Hals- und Gesichtschirurgie des Spital E.________, vom 1. Februar 2018 erläutert habe, sei der Umstand, dass der Beschwerdeführer den Tinnitus bei unabhängigen Messungen jeweils im Bereich der initialen Hochtonsenke bei 6 kHz angegeben habe, kein Hinweis auf einen objektiven Tinnitus. Auch sonst ergäben sich aus den medizinischen Unterlagen keine Hinweise auf eine organische Ursache des Tinnitus in Form einer Missbildung, eines Tumors oder einer muskulären Veränderung. Damit fehle es am Nachweis einer organisch objektivierbaren Grundlage der Gesundheitsschädigung. Daran ändere auch der Umstand nichts, dass neben dem Tinnitus noch eine (objektivierbare) Gehörschädigung vorliege. Es bestehe daher kein Anlass, von der vom Bundesgericht in BGE 138 V 248 bereinigten und seither mehrfach bestätigten Rechtsprechung zum subjektiven Tinnitus abzuweichen. Dementsprechend sei im vorliegenden Fall eine besondere Adäquanzprüfung vorzunehmen, wobei die Kriterien nach der Praxis bei psychischen Fehlentwicklungen gemäss BGE 115 V 133 zur Anwendung kämen. Gegen das Ergebnis dieser Prüfung durch die Suva-MV, welche auf der Grundlage einer rechtskonformen Sachverhaltsfeststellung und unter Berücksichtigung der einschlägigen Rechtsprechung erfolgt sei, habe der Beschwerdeführer zu Recht keine Einwände erhoben, weshalb sich Weiterungen erübrigten.