Citation: 6B_140/2021 E. C

Der Schuldspruch wegen Freiheitsberaubung und Entführung sowie versuchter Nötigung basiert auf folgendem Sachverhalt: Im November 2014 erzählte E.________ via Facebook F.________, dem Schwager von A.________ und Bekanntem von D.________, dass er von G.________ und B.________ erpresst werde und ihnen deshalb Geld bezahlt habe. Diese Informationen gab F.________ an D.________ oder A.________ weiter. Keiner von ihnen kannte E.________. Dennoch nahm D.________ mit B.________, den er seit langem kannte, Kontakt auf, indem er ihn am 26. Januar 2015 anrief und für ein Treffen nach Solothurn bestellte. D.________ erschien dort zusammen mit A.________ und mindestens einer weiteren Person und forderte B.________ auf, das erpresste Geld an E.________ zurückzugeben. Am 27. Januar 2015 kam es nach einem erneuten Anruf von D.________ gegen Abend zu einem weiteren Treffen zwischen ihm, A.________ und B.________. Auf Vorschlag von D.________ fuhren die drei mit einem von A.________ gelenkten Personenwagen zunächst nach Grenchen und besuchten dort ein albanisches Lokal, wo sie etwas tranken. Dabei machte D.________ B.________ zwei Vorhalte: Einerseits sei sein (D.________s) Name nach dem Treffen am Vortrag in einem Facebook-Chat zwischen E.________ und F.________ aufgetaucht. Andererseits hätten "G.________ und seine Jungs", zu denen auch B.________ gehöre, E.________ Fr. 26'000.-- weggenommen; hierfür müsse er geradestehen. In der Folge verliess die Gruppe das Lokal, wobei B.________ erstmals den Wunsch äusserte, gehen zu wollen. Seine Begleiter sicherten ihm daraufhin zu, ihn nach Hause zu bringen, worauf er in das Auto einstieg und sie Richtung Solothurn losfuhren. Auf dem Weg nach Solothurn kam es zwischen D.________ und B.________ zum Streit, weil Letzterer der Forderung, die Telefonnummer von G.________ herauszugeben, nicht nachkommen wollte. D.________ wurde aggressiv und begann, B.________ anzuschreien. Vor Solothurn wies er A.________ an, abzubiegen und Richtung Weissenstein zu fahren. A.________ leistete dieser Aufforderung Folge. Auf dem Weg Richtung Oberdorf kam D.________ in den Besitz des Mobiltelefons von B.________ und er drohte ihm mehrfach, indem er sagte, er sei am Arsch und er bringe ihn um. Er müsse geradestehen für das, was sein Kollege gemacht habe. Währenddessen lenkte A.________ das Fahrzeug noch rund 4.5 km weiter am Bahnhof Oberdorf vorbei bis zum Waldrand, wo er anhielt. Angesichts der ungünstigen Verhältnisse (Dunkelheit, Kälte, rutschiger Untergrund) dauerte die Fahrt von der Hauptstrasse bis zum Ziel ca. 5 - 8 Minuten. Da die Kindersicherung eingeschaltet war, konnte B.________ das Fahrzeug in dieser Zeit nicht verlassen. Am Ziel angekommen, öffnete ihm D.________ die Türe und versetzte ihm dabei einen Schlag, wobei er aber nicht richtig traf. Hierauf stiess B.________ seinen Kontrahenten gegen A.________, der ebenfalls ausgestiegen war und Sandhandschuhe angezogen hatte. Aufgrund des rutschigen Bodens gerieten die beiden aus dem Gleichgewicht, was B.________ zur Flucht nutzte. D.________ warf ihm ein Messer hinterher. B.________ konnte jedoch Richtung Bahnhof Oberdorf und entlang der Bahngeleise nach Lommiswil davonrennen, wo er in einem Einfamilienhaus Hilfe holte.