Citation: 1C_569/2018 E. 4.1

4.1. Die Vorinstanz hat unter Bezugnahme auf BRUNO LINIGER ausgeführt, wenn bei einer Alkoholisierung von 2 Gewichtspromille und mehr bei der betroffenen Person keine deutlichen alkoholursächlichen, üblicherweise von polizeilicher und ärztlicher Seite feststellbaren Verhaltensauffälligkeiten bestünden, müsse von einer ausgeprägten Alkoholgewöhnung ausgegangen werden. Eine nicht alkoholgewöhnte Person könne kaum eine Blutalkoholkonzentration von 2 Gewichtspromille erreichen, ohne dass bereits vorher Übelkeit, Bewusstseinsstörungen und Erbrechen einsetze (BRUNO LINIGER, in: Jahrbuch zum Strassenverkehrsrecht 2004, Verkehrsmedizin: Fahreignungsbegutachtung und Auflagen, S. 92 f.). Wenn die Vorinstanz daraus schloss, die Beschwerdeführerin, die trotz der zum nachgelagerten Zeitpunkt der Blutentnahme immer noch sehr hohen Blutalkoholkonzentration von 2,53 Gewichtspromille gemäss dem ärztlichen Protokoll zeitlich und örtlich orientiert gewesen sei und sich nicht habe erbrechen müssen, müsse über eine beachtliche Alkoholgewöhnung verfügen, kann darin keine Willkür erkannt werden. Zwar wendet die Beschwerdeführerin ein, anlässlich der ärztlichen Untersuchung sei festgehalten worden, der Substanzeinfluss sei stark bemerkbar gewesen. Hingegen kann dem ärztlichen Protokoll lediglich entnommen werden, dass ihre Pupillen stark erweitert, der Denkablauf leicht verlangsamt und ihr Verhalten schwerfällig und zeitweise unruhig gewesen sei. Die von der Beschwerdeführerin behauptete starke Beeinträchtigung durch den Alkohol ist damit aber nicht aufgezeigt. Daran ändert auch ihr Einwand nichts, wonach sich der Alkohol bei ihr insbesondere durch einen völligen Gedächtnisverlust bemerkbar gemacht habe und sie sich nicht mehr an den Unfall erinnern könne. Diese (Schutz-) Behauptung lässt sich ohnehin nicht überprüfen. Im Übrigen mögen die Auswirkungen, die der Alkoholkonsum auf Personen hat, zwar sehr unterschiedlich sein; dennoch muss bei der Beschwerdeführerin und der bei ihr zum Ereigniszeitpunkt errechneten Blutalkoholkonzentration von mind. 2,65 bis 3,38 Gewichtspromille aufgrund der fehlenden adäquaten Ausfallerscheinungen, wie von der Vorinstanz ausgeführt, von einer auffälligen Alkoholtoleranz (Giftfestigkeit) ausgegangen werden. Dies insbesondere auch im Hinblick auf die Angaben des Bundesamts für Gesundheit, wonach die tödliche Dosis für ungewohnt Trinkende bei 3,0 bis 4,0 Gewichtspromille liegt (vgl. Bundesamt für Gesundheit, Alkohol im Körper <https://www.bag.admin.ch/dam/bag/de/dokumente/npp/alkohol/gesundheitliche-risiken/fs-alkohol-im-koerper.pdf.download.pdf/fs-alkohol-im-koerper.pdf > [besucht am 11. März 2019]).