Citation: 1C_136/2023 E. 5.3.2

5.3.2. Zu Definition und Methoden der Interessenabwägung vertreten Gesetzgebung, Lehre und Rechtsprechung verschiedene Ansätze. Allgemeine, feste Vorgehensweisen für Interessenabwägungen lassen sich kaum aufstellen (ANNINA NAOMI FEY, Die Interessenabwägung im Denkmalschutzrecht, 2023, Rz. 134 ff. mit Hinweisen). Gleiches gilt mit Bezug auf die Abgrenzung zwischen Interessenabwägung und Verhältnismässigkeitsprüfung, wenn sich sowohl mehrere öffentliche als auch private Interessen gegenüberstehen (FEY, a.a.O., Rz. 174 ff. und 221 ff. mit Hinweisen). Unabdingbar ist, dass die entscheidende Behörde die auf dem Spiel stehenden öffentlichen und privaten Interessen korrekt ermittelt. Alsdann muss sie den identifizierten Interessen ein Gewicht beimessen. Schliesslich hat sie die unterschiedlichen Interessen gegeneinander abzuwägen und das Ergebnis zu begründen (vgl. BGE 147 II 125; ferner BGE 148 II 273 E. 6.5; 148 II 36 E. 13). Eine strikte Trennung zwischen Interessenabwägung und Verhältnismässigkeitsprüfung, wenn wie vorliegend zugleich ein Grundrechtseingriff zu beurteilen ist, erscheint bereits deshalb nicht möglich, weil auch im Rahmen der Zumutbarkeit bzw. Prüfung der Verhältnismässigkeit im engeren Sinne eine wertende Interessenabwägung vorzunehmen ist (vgl. Art. 36 Abs. 3 BV; BGE 148 II 392 E. 8.2.4; Urteil 1C_679/2021 vom 23. September 2022 E. 5.1; je mit Hinweisen).