Citation: 8C_600/2019 E. A

A.A.________ ist einzelzeichnungsberechtigte Gesellschafterin und Geschäftsführerin der B.________ GmbH und in dieser Eigenschaft obligatorisch bei er Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten versichert. Gemäss Vereinbarung vom 12. März 2002 zwischen den getrennt lebenden Eltern über die gemeinsame elterliche Sorge verblieb der Sohn B.A.________ in der Obhut der Mutter. Am frühen Samstag-Nachmittag, den 5. November 2016 wurde er in der mütterlichen Wohnung Opfer eines Tötungsversuchs durch mehrere Stich- und Schnittverletzungen im Gesicht, am Thorax (Brustbein, Lunge, Bauch) sowie an Armen und Händen. Er vermochte sich noch zu Nachbarn in demselben Mehrfamilienhaus zu begeben, welche die Polizei alarmierten. Als A.A.________, die von Nachbarn telefonisch an ihrem Arbeitsplatz kontaktiert werden konnte, zu Hause eintraf, teilte ihr die Polizei ausserhalb des abgesperrten Tatorts mit, dass ihr Sohn bereits von der Sanität abtransportiert worden sei. In der Folge war A.A.________ arbeitsunfähig. Zudem musste sie sich unter anderem wegen einer posttraumatischen Belastungsstörung psychiatrisch behandeln lassen. Nachdem der zuständige Krankentaggeldversicherer die anfänglichen Leistungen im November 2017 eingestellt hatte, meldete die Versicherte den Schaden bei der Suva an (Schreiben vom 2. Februar 2018). Mit Verfügung vom 8. Februar 2018, bestätigt durch Einspracheentscheid vom 4. Juni 2018, verneinte die Suva ein im Sinne von Art. 4 ATSG zu wertendes aussergewöhnliches Schreckereignis und damit einen Anspruch auf Leistungen nach UVG.