Citation: 1P.154/2005 30.05.2005 E. 2

Der Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege und Verbeiständung wird in erster Linie durch das kantonale Prozessrecht geregelt. Unabhängig davon besteht ein solcher Anspruch unmittelbar aufgrund von Art. 29 Abs. 3 BV (BGE 127 I 202 E. 3a S. 204 f.). 2.1 Nach § 58 Abs. 1 der Aargauer Strafprozessordnung vom 11. November 1958 bestellt der Untersuchungsrichter dem Angeschuldigten auf Verlangen einen amtlichen Verteidiger, wenn die ihm zur Last gelegte Tat mit Gefängnis von mindestens 6 Monaten oder mit Zuchthaus bedroht ist, wenn die Untersuchungshaft länger als 14 Tage aufrecht erhalten wird, oder wenn die Durchführung der Untersuchung einem ausserordentlichen Untersuchungsrichter übertragen wird. Das Obergericht geht im angefochtenen Entscheid davon aus, dass diese Voraussetzungen im vorliegenden Verfahren nicht erfüllt sind. Die Beschwerdeführerin rügt dies in der staatsrechtlichen Beschwerde zu Recht nicht als willkürlich. 2.2 Nach Art. 6 Ziff. 3 lit. c EMRK und Art. 29 Abs. 3 BV hat ein Angeschuldigter, der nicht über die erforderlichen Mittel verfügt, um einen privaten Verteidiger beizuziehen, Anspruch auf einen unentgeltlichen Rechtsbeistand, wenn dies zur Wahrung seiner Rechte notwendig ist und sein Rechtsbegehren nicht aussichtslos erscheint. Greift das Verfahren besonders stark in die Rechtspositionen des Betroffenen ein, ist die Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistandes grundsätzlich geboten; dies ist nach der Rechtsprechung im Strafverfahren insbesondere dann der Fall, wenn eine schwerwiegende freiheitsentziehende Massnahme oder eine Freiheitsstrafe droht, deren Dauer den bedingten Vollzug ausschliesst (BGE 129 I 281 E. 3.1; 128 I 225 E. 2.5.2; 120 Ia 43 E. 2a).