Citation: I 465/06 27.04.2007 E. 5

5.1 Dr. med. K.________ hat ein psychisches Leiden, insbesondere eine somatoforme Schmerzstörung (vgl. BGE 130 V 396 E. 6.1 S. 400) ausgeschlossen. Eine lege artis auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose ist aber rechtlich notwendige Voraussetzung für die Annahme eines invalidisierenden psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVB sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG, wie das kantonale Gericht insoweit richtig festhält (vgl. BGE 132 V 65 E. 3.4 S. 69, 130 V 396). Dr. med J.________ wiederum hat lediglich geringe somatische Befunde erheben können. Beide Experten bejahen jedoch eine Arbeitsunfähigkeit im Wesentlichen als Folge der diagnostizierten chronischen Schmerzkrankheit. Dabei scheinen sowohl der rheumatologische Konsiliararzt als auch der psychiatrische Experte der MEDAS dem Schmerzmittelkonsum u.a. im Rahmen der Opiat-Therapie Bedeutung beizumessen. Sie haben die Dosierungen als zu hoch und die Langzeit-Nachteile als die Vorteile wahrscheinlich überwiegend erachtet. 5.2 Bei dieser medizinischen Sachlage kann entgegen dem kantonalen Gericht ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG nicht ohne weiteres verneint werden. Entscheidend ist, ob und inwiefern, allenfalls bei geeigneter therapeutischer Behandlung, von der versicherten Person trotz des Leidens willensmässig erwartet werden kann zu arbeiten (BGE 127 V 294 E. 5a S. 299). Diese Frage beurteilt sich nach einem weitgehend objektivierten Massstab unter Ausschluss von Einschränkungen der Leistungsfähigkeit, die auf aggravatorisches Verhalten zurückzuführen sind (BGE 130 V 352 E. 2.2.3 und 2.2.4 S. 353 ff.; BGE 127 V 294 E. 4b/cc S. 297 f. in fine). Bei anhaltenden somatoformen Schmerzstörungen im Sinne von ICD-10 F45.4 im Besonderen hat das Bundesgericht Umstände aufgezählt, welche die Verwertung der verbleibenden Arbeitskraft auf dem Arbeitsmarkt ausnahmsweise als unzumutbar erscheinen lassen (vgl. BGE 130 V 352 E. 2.2.3 S. 353 ff.; vgl. auch BGE 132 V 65 E. 4.2. S. 71). Auf die im dargelegten Sinne entscheidende Frage, ob und inwiefern von der Beschwerdeführerin trotz der Schmerzkrankheit willensmässig erwartet werden kann zu arbeiten, geben die Unterlagen der MEDAS (Gutachten vom 10. März 2004, rheumatologisches und psychiatrisches Teilgutachten vom 15. und 29. Juni 2004) und auch die übrigen Akten keine schlüssige Antwort. Insofern ist der Sachverhalt unvollständig festgestellt. Die IV-Stelle wird hiezu weitere Abklärungen vorzunehmen haben, in erster Linie Einholen eines Ergänzungsberichts bei der MEDAS. Danach wird sie über den Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen beruflicher Art und/oder einer Rente neu verfügen. In diesem Sinne ist die Verwaltungsgerichtsbeschwerde begründet.