Citation: 1C_232/2023 E. 4.5

4.5. Der Einwand der Beschwerdeführerin ist insofern berechtigt, als Art. 39 BG nicht entnommen werden kann, dass die Grundflächen- und Höhenbeschränkung auf 6 m 2 resp. 3 m auch für Nebenbauten gilt. Für freistehende Kleinbauten mit den entsprechenden Dimensionen gilt eine Privilegierung hinsichtlich des Gebäudeabstands (vgl. Art. 39 Abs. 1 BG), während sich Abs. 2 der Bestimmung auf freistehende und angebaute eingeschossige Nebenbauten bezieht. Für diese sieht die Bestimmung eine Privilegierung hinsichtlich des Grenzabstands vor (2,5 m gegenüber dem für die hier einschlägige Wohnzone B geltenden Grenzabstand von 5 m gemäss Art. 26 BG). Allein daraus folgt jedoch nicht, dass die Vorinstanz in Willkür verfallen ist, indem sie den Entscheid der Gemeinde schützte, beim projektierten Anbau handle es sich - trotz der Anpassungen - nicht um eine Nebenbaute im Sinne von Art. 39 Abs. 2 BG. Der vorliegend streitige Anbau weist eine Grundfläche von 169,28 m 2 und ein Volumen von 578,95 m 3 auf. Trotz der gegenüber dem ursprünglich geplanten Anbau weggefallenen Abgrabung im südlichen Bereich der geplanten Baute wird auch der neue Anbau das gewachsene Terrain unbestrittenermassen überragen. Wenn Gemeinde und Vorinstanz unter diesen Umständen das strittige Bauvorhaben nicht als Nebenbaute - im Sinne eines Gebäudeteils untergeordneter Natur, der gegen aussen aufgrund seiner begrenzten Dimensionen nur geringfügig in Erscheinung tritt -, sondern als Erweiterung der Hauptbaute qualifizieren, ist dies unter Willkürgesichtspunkten im Ergebnis nicht zu beanstanden. Insbesondere erscheint es nicht offensichtlich unhaltbar, für die Annahme einer grenzabstandsprivilegierten Nebenbaute eine begrenzte Grundfläche bzw. Kubatur vorauszusetzen, selbst wenn das kommunale Recht kein zulässiges Höchstmass vorschreibt. Gleiches gilt für das Abstellen auf das gewachsene statt auf das mit der Stammbaubewilligung bewilligte Terrain.