Citation: U 84/01 22.11.2001 E. 1

1.- a) Streitgegenstand im System der nachträglichen Verwaltungsrechtspflege ist das Rechtsverhältnis, welches - im Rahmen des durch die Verfügung bestimmten Anfechtungsgegenstandes - den auf Grund der Beschwerdebegehren effektiv angefochtenen Verfügungsgegenstand bildet. Nach dieser Begriffsumschreibung sind Anfechtungsgegenstand und Streitgegenstand identisch, wenn die Verwaltungsverfügung insgesamt angefochten wird. Bezieht sich demgegenüber die Beschwerde nur auf einzelne der durch die Verfügung bestimmten Rechtsverhältnisse, gehören die nicht beanstandeten - verfügungsweise festgelegten - Rechtsverhältnisse zwar wohl zum Anfechtungs-, nicht aber zum Streitgegenstand. In der Verwaltungsverfügung festgelegte - somit Teil des Anfechtungsgegenstandes bildende -, aber auf Grund der Beschwerdebegehren nicht mehr streitige Fragen gehören, sofern sie das gleiche - verfügungsweise geregelte - Rechtsverhältnis betreffen, zum Streitgegenstand (BGE 125 V 414 f. Erw. 1b). b) Mit Verfügung vom 30. April 1999 hat die Beschwerdeführerin sämtliche Leistungen, die sie für die Folgen des Unfalles vom 17. Dezember 1998 erbracht hatte, rückwirkend per 27. Dezember 1998 eingestellt. Dies wurde damit begründet, die medizinische Behandlung ab der Hospitalisation (vom 28. bis 31. Dezember 1998) stehe nicht mehr im Zusammenhang mit dem erwähnten Ereignis. Aus dem Operationsbericht vom 29. Dezember 1998 von Dr. med. B.________ sei zu entnehmen, "dass der Eingriff weder eine Unfallverletzung, noch eine unfallähnliche Körperschädigung im Sinne von Art. 9 Abs. 2 UVV" gezeigt habe und "die Operation durch ein vorbestehendes, unfallfremdes Leiden bedingt" gewesen sei. In Übereinstimmung mit dieser Begründung der Verfügung sieht die Vaudoise den Streitgegenstand vorliegend sinngemäss auf die Frage begrenzt, "ob zwischen dem Ereignis vom 17. Dezember 1998 und der am 29. Dezember 1998 operierten Leistenhernie ein natürlicher Kausalzusammenhang" bestehe. c) Nachdem im Rahmen der unbestritten unfallbedingten fachärztlichen Untersuchung vom 22. Dezember 1998 durch Dr. med. V.________ nicht nur eine "leicht dolente Leistenhernie links", sondern auch eine "Zerrung [des] Musculus glutaeus links" diagnostiziert wurden und die Folgen dieser "schweren Adduktorenzerrung" gemäss Zwischenbericht des Dr. med. W.________ vom 4. März 1999 auch über die Leistungseinstellung der Vaudoise hinaus zu medizinischer Behandlungsbedürftigkeit geführt haben, steht fest, dass von der Leistungseinstellung nicht nur die Operation der Leistenhernie, sondern auch weitere Behandlungsmassnahmen betroffen sind. Die Fragen der Leistungspflicht hinsichtlich der Leistenhernie einerseits als auch hinsichtlich der Adduktorenzerrung anderseits gehören zu ein und demselben Rechtsverhältnis der verfügten vollständigen Leistungseinstellung. Streitig und nachfolgend zu prüfen ist demnach, ob die Vaudoise ihre Leistungen in Bezug auf alle Folgen des Unfalles vom 17. Dezember 1998 zu Recht mit Verfügung vom 30. April 1999 per 28. Dezember 1998 eingestellt hat.