Citation: 8C_495/2018 E. 5.5

5.5. Die Gutachter der ABI legten in nachvollziehbarer und schlüssiger Weise dar, dass seit der letzten Begutachtung keine wesentliche Veränderung des Gesundheitszustands eingetreten ist. Sowohl die psychischen als auch die physischen Beschwerden werden in diagnostischer Hinsicht und in ihrer Intensität nicht wesentlich voneinander abweichend beschrieben, zumal die Gutachter lediglich eine leicht höher einzuschätzende Arbeitsfähigkeit feststellten. Wesentliche Änderungen ergeben sich auch nicht daraus, dass das Zumutbarkeitsprofil in qualitativer Hinsicht angepasst wurde, indem wegen des Tinnitus Tätigkeiten in einer Umgebung mit erhöhtem Geräuschpegel für den Beschwerdeführer ungeeignet sind und er wegen eines Herzschrittmachers für Arbeitsplätze mit starker elektromagnetischer Interferenz nur eingeschränkt einsetzbar ist, auch wenn das System MRI-fähig ist. An diesem Ergebnis ändert die Rechtsprechung gemäss BGE 143 V 409 und BGE 143 V 418 nichts, wonach grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind. Da die Neubeurteilung des Leistungsanspruchs stets eine anspruchsrelevante Änderung der tatsächlichen Verhältnisse voraussetzt (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 10; s. vorne E. 3.2), spielt es keine Rolle, ob ein rechtskräftig beurteilter, unveränderter Sachverhalt nach einer neuen Rechtsprechung rechtlich anders eingeordnet würde. Die Rechtsprechungsänderung stellt für sich allein keinen Neuanmeldungs- oder Revisionsgrund dar (BGE 141 V 585 E. 5.3 S. 588 f.). Daher ist in diesem Kontext nicht entscheidend, ob die Vorinstanz und die Beschwerdegegnerin zu Recht von einer Aggravation als Ausschlussgrund (vgl. BGE 141 V 281 E. 2.2.2 S. 288) ausgingen und hinsichtlich der chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren kein strukturiertes Beweisverfahren durchführten, um die funktionellen Auswirkungen der Störung abzuschätzen. Die Vorinstanz verneinte demnach einen Rentenanspruch gestützt auf die Neuanmeldung zu Recht mangels einer relevanten sachverhaltlichen Veränderung im massgebenden Zeitraum. Weiterer Abklärungen bedarf es nicht. Die Beschwerde erweist sich damit als unbegründet.