Citation: 1B_57/2017 E. 2.3

2.3. Der chinesische Beschwerdeführer lebt seit 9 Jahren in der Schweiz. Auch wenn sich seine Kenntnisse der deutschen Sprache offenbar auf wenige Wörter Hochdeutsch beschränken, ist er doch Geschäftsführer eines Restaurants. Als solcher muss er die grundlegenden Regeln für die Beschäftigung ausländischer Arbeitnehmer in seinem Betrieb kennen; insbesondere ist davon auszugehen, dass er auch aus eigener Erfahrung weiss, dass ausländische Arbeitskräfte nur beschäftigt werden dürfen, wenn sie über die entsprechenden Bewilligungen verfügen. Dieses berufliche Grundwissen reicht aus, um sich in einem (Bagatell-) Strafverfahren gegen den Vorwurf, zwei ausländische Arbeitnehmer illegal beschäftigt zu haben, sachgerecht zu verteidigen, etwa zu bestreiten, dass er wusste oder hätte wissen müssen, dass die fraglichen Personen nicht über die erforderlichen Bewilligungen verfügten oder geltend zu machen, dass er für deren Anstellung nicht verantwortlich war. Dazu sind, entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers (bzw. seines Anwaltes), keine dogmatischen Kenntnisse der strafrechtlichen Handlungslehre erforderlich. Dies gilt umso mehr, als er nach den nicht substantiell bestrittenen Erwägungen des Obergerichts mithilfe eines Übersetzers in der Lage ist, einer Einvernahme zu folgen und seinen Standpunkt sachgerecht zu vertreten. Das ist, jedenfalls in einem Bagatellfall, ausreichend. Das Obergericht hat offenkundig kein Bundesrecht verletzt, indem es die Verweigerung einer amtlichen Verteidigung schützte. Die Beschwerde ist unbegründet.