Citation: 1B_60/2010 19.04.2010 E. 3

Die Vorinstanz begründete die Anordnung und Weiterführung der Untersuchungshaft im angefochtenen Entscheid mit dem Vorliegen von Fortsetzungs- und Ausführungsgefahr. Sie erwog, es bestehe eine erhebliche Gefahr, dass es bei einem weiteren Zusammenleben des Beschwerdeführers mit dem mutmasslichen Opfer erneut zu Gewaltdelikten kommen könnte. Möglich sei, dass die Gewalttätigkeiten mit einer Drogensucht zusammenhängen könnte. Durch die Auflösung des gemeinsamen Haushalts mit dem mutmasslichen Opfer erscheine zwar eine gewisse Beruhigung der Situation absehbar. Ob allenfalls Ersatzmassnahmen wie ein Kontaktverbot ausreichen würden, um die Fortsetzungs- und Ausführungsgefahr auszuschliessen bzw. erheblich zu verringern könne erst nach Vorliegen eines in Auftrag gegebenen psychiatrischen Gutachtens beurteilt werden, zumal nicht beurteilt werden könne, wie der Beschwerdeführer insbesondere auch angesichts seiner mutmasslichen Drogensucht die Trennung vom mutmasslichen Opfer verkraften werde. Eine summarische Prüfung der Lage vor dem Hinfall des aktuellen Rechtsschutzinteresses ergibt Folgendes: Der Argumentation der Vorinstanz kann zwar insoweit gefolgt werden, als sie erwogen hat, dass im Falle eines weiteren Zusammenlebens des Beschwerdeführers mit dem mutmasslichen Opfer eine gewisse Gefahr erneuter Gewaltdelikte bestanden hätte. Die Vorinstanz hat allerdings geeignete, weniger als die Untersuchungshaft in die persönliche Freiheit des Beschwerdeführers eingreifende Ersatzmassnahmen nicht sorgfältig geprüft, wie es das Verhältnismässigkeitsprinzip (Art. 5 Abs. 2 und Art. 36 Abs. 3 BV) in einem solchen Fall gebietet (BGE 133 I 27 E. 3.2). Der blosse Hinweis darauf, dass eine psychiatrische Abklärung hängig sei, vermag die Prüfung geeigneter Ersatzmassnahmen nicht zu ersetzen (Urteil des Bundesgerichts 1B_44/2008 vom 13. März 2008 E. 8.3). Insbesondere hat die Vorinstanz nicht in genügender Weise dargelegt, weshalb ein Kontaktverbot nicht geeignet gewesen wäre, die Gefahr weiterer Gewaltdelikte auszuschliessen bzw. erheblich zu verringern. Daran ändert auch der Hinweis der Vorinstanz auf die mutmassliche Drogensucht des Beschwerdeführers nichts. Die Prüfung eines Kontaktverbots als Ersatzmassnahme wäre auch deshalb geboten gewesen, weil eine gewisse Beruhigung der Situation durch die Auflösung des Haushalts des Beschwerdeführers mit dem mutmasslichen Opfer unbestrittenermassen absehbar war.