Citation: 5P.484/2002 20.03.2003 E. 1

Die Beschwerdeführer Nrn. 2 und 3 machen im Zusammenhang mit der ihnen erteilten Weisung, eine Familientherapie in die Wege zu leiten, eine Missachtung ihres Anspruchs auf rechtliches Gehör und damit eine Verletzung von Art. 29 Abs. 2 BV geltend: Das Verwaltungsgericht habe ihnen keine Gelegenheit eingeräumt, sich zu den Berichten U.________, W.________ und V.________ zu äussern. 1.1 Das in Art. 29 Abs. 2 BV gewährleistete rechtliche Gehör dient der Sachaufklärung und garantiert dem Betroffenen ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht im Verfahren. Er soll sich vor Erlass des Entscheids zur Sache äussern, erhebliche Beweise beibringen, Einsicht in die Akten nehmen und an der Erhebung von Beweisen mitwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis äussern können, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen (BGE 122 I 53 E. 4a S. 55 mit Hinweisen). 1.2 Das Verwaltungsgericht erklärt, "die diversen Berichte" zeigten Auffälligkeiten hinsichtlich des seelischen Wohls und der Integrität des Kindes auf. Unter ausdrücklichem Hinweis auf den von Dr. med. W.________ und lic. phil. V.________ am 11. November 2002 verfassten Bericht hält es fest, es bedürfe zur Schaffung von Klarheit und Besserung einer umfassenderen Beurteilung und insbesondere fachlicher Gespräche mit den Eltern und dem Kind; die Beschwerdeführer Nrn. 2 und 3 seien deshalb anzuweisen, sich für eine Familientherapie anzumelden. Das Verwaltungsgericht anerkennt, dass der Bericht der genannten beiden Fachpersonen den Beschwerdeführern vor der Fällung des Entscheids nicht zur Kenntnis- und allfälligen Stellungnahme zugestellt worden sei. Letzteres gilt offensichtlich auch für den ebenfalls vom 11. November 2002 (d.h. dem Vortag der Entscheidfällung) datierten Bericht der Sozialpädagogin U.________ (Bereichsleiterin im Kinderhaus B.________). 1.3 Unter den dargelegten Umständen ist die Rüge der Gehörsverweigerung begründet. Was das Verwaltungsgericht zur Rechtfertigung seines Vorgehens ausführt, vermag daran nichts zu ändern: Wohl stellen die Beschwerdeführer nicht in Abrede, auf einen raschen Entscheid gedrängt zu haben. Indessen geht es nicht an, daraus zu schliessen, sie hätten (konkludent) darauf verzichtet, zu einem allfälligen für sie nachteiligen Bericht Stellung nehmen zu können. Es ist zu bedenken, dass es den Beschwerdeführern Nrn. 2 und 3 darum gegangen war, die Wiedereinsetzung in die elterliche Obhut über die Tochter zu erlangen, und sie nicht ohne weiteres mit einer Weisung der in Frage stehenden Art hatten rechnen müssen. Entgegen der Auffassung der kantonalen Instanz kann bezüglich der Weisung, eine Familientherapie in die Wege zu leiten, nicht gesagt werden, die Beschwerdeführer hätten kein praktisches aktuelles Interesse an deren Aufhebung. Dass es sich bei der strittigen Weisung um eine milde Massnahme handle, ändert daran nichts.