Citation: U 55/03 26.07.2004 E. 3

3.1 Bleibt es nach dem Gesagten dabei, dass ab dem 1. September 1998 eine natürlich kausal auf das versicherte Ereignis zurückzuführende gesundheitliche Beeinträchtigung nurmehr in psychischer Hinsicht vorlag, ist zu prüfen, ob hinsichtlich dieses Gesundheitsschadens der kumulativ zum natürlichen erforderliche adäquate Kausalzusammenhang ebenfalls erfüllt ist. Hiefür wird bei psychischen Unfallfolgen unterschieden zwischen leichten Unfällen, bei welchen der adäquate Kausalzusammenhang in der Regel ohne weiteres verneint werden kann, schweren Unfällen, bei welchen die Adäquanz in der Regel zu bejahen ist, und den Unfällen im dazwischen liegenden mittleren Bereich, bei welchen für die Adäquanzbeurteilung zusätzliche Kriterien zu prüfen sind (BGE 115 V 139 f. Erw. 6a - c/aa und seitherige Entscheide). 3.2 Was den Ablauf des Unfalles vom 16. August 1997 betrifft, steht fest, dass die Versicherte zusammen mit einer weiteren Pflegeperson eine schwergewichtige Patientin vom Rollstuhl ins Bett transferieren wollte. Es wurde versucht, die Patientin hiefür zum Stehen zu bringen. Die Patientin fiel dann nach vorne gegen die Versicherte, welche sie aufzufangen versuchte und dabei das Gewicht der Patientin auf sich nahm. Bei diesem Vorgang verletzte sich die Versicherte an der Lendenwirbelsäule. Dieses Geschehen ist mit Unfallversicherer und Vorinstanz als lediglich leichter Unfall zu betrachten, welcher nicht geeignet ist, eine wesentliche psychische Gesundheitsschädigung auszulösen. In der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird geltend gemacht, der Vorgang sei damit noch nicht beendet gewesen. Die Patientin habe sich an der Versicherten festgehalten, sie zum Stürzen gebracht und sei schliesslich auf ihr gelegen. Im Wesentlichen die gleiche Darstellung findet sich im ZMB-Gutachten vom 8. Februar 2001 und in der Einsprache vom 30. Juni 2001. Dem steht indessen gegenüber, dass das Spital Y.________, welches die Versicherte unmittelbar nach dem Unfall am 16. August 1997 aufgesucht hatte, zwar von einem Verhebetrauma beim Transferieren einer Patientin spricht, aber weder einen Sturz der Versicherten erwähnt, noch dass die Patientin auf dieser zu liegen gekommen sei (Eintrittsbericht vom 18. August 1997). Hinweise auf derartige Geschehensmomente finden sich auch nicht in der Unfallmeldung vom 26. August 1997 und den späteren Akten. Von besonderer Bedeutung sind sodann die Aussagen der Versicherten und der zweiten Pflegeperson anlässlich der Parteiverhandlung vom 1. März 2000 vor dem kantonalen Gericht. Danach liess die Versicherte die Patientin nach dem vergeblichen Versuch, sie aufzufangen, zu Boden gleiten resp. legte sie mit Hilfe der Mitarbeiterin auf den Boden. Davon, dass die Versicherte selber stürzte oder dass die Patientin auf ihr zu liegen gekommen wäre, war auch hier keine Rede. Dass sich Entsprechendes ereignet hat, lässt sich bei der dargelegten Aktenlage nicht mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 360 Erw. 5b mit Hinweisen) bejahen. Es kann daher auch offen bleiben, ob sich andernfalls eine andere Beurteilung der Unfallschwere rechtfertigen würde. Bleibt es demnach bei der Qualifizierung des Unfalles als leicht, ist der adäquate Kausalzusammenhang zur psychischen Beeinträchtigung, und damit die Leistungspflicht des Unfallversicherers hiefür, zu verneinen.