Citation: 6B_660/2016 E. 3.1

3.1. Nach Art. 305 Abs. 2 StGB kann das Gericht von einer Bestrafung Umgang nehmen, wenn die Täterin in so nahen Beziehungen zum Begünstigten steht, dass ihr Verhalten entschuldbar ist. Dabei handelt es sich um eine Möglichkeit, deren Anrufung in das pflichtgemässe Ermessen des Gerichts gestellt ist, welches statt auf Straffreiheit auch bloss auf Strafmilderung erkennen kann. Entscheidend ist, ob die Tat menschlich begreiflich ist, ja unter Umständen auch moralisch gerechtfertigt werden kann (TRECHSEL/AFFOLTER-EIJSTEN, in: Trechsel/Pieth, Schweizerisches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 2. Aufl. 2013, N. 17 zu Art. 305). Bezüglich Ermessensentscheiden greift das Bundesgericht nur ein, wenn das Gericht sein Ermessen über- oder unterschritten oder missbraucht und damit Bundesrecht verletzt hat. Vorliegend hat die Vorinstanz erkannt, dass das Verhalten der Beschwerdeführerin nicht mehr menschlich verständlich oder moralisch gerechtfertigt erscheint. Die Nähe der Beschwerdeführerin zu ihrem Sohn hat sie indessen in der Strafzumessung durchaus berücksichtigt, indem sie diese beim subjektiven Tatverschulden gewichtet und die Einsatzstrafe nach dem Asperationsprinzip nur um 30 Tage erhöht hat. Inwiefern sie damit ihr Ermessen missbraucht haben soll, vermag die Beschwerdeführerin nicht darzulegen.