Citation: 4A_197/2020 E. 3.7.5

3.7.5. Das angefochtene Urteil ist in den von der Beschwerdeführerin zu Recht beanstandeten Punkten zu korrigieren: 3.7.5.1. Was die einzelnen Schadenspositionen anbelangt, macht der Pflege- und Betreuungsschaden unverändert Fr. 45'132.-- aus. Der Erwerbsausfall bleibt bei Fr. 346'237.--, der Rentenschaden bei Fr. 195'537.--, der Mobilitätsschaden bei Fr. 61'554.-- und die Genugtuung bei Fr. 77'520.--. Hingegen beträgt der Haushaltschaden Fr. 1'235'734.-- und nicht Fr. 1'291'489.--. Dies ergibt eine Zwischensumme von Fr. 1'961'714.--. Zieht man davon die unbestrittenen Akontozahlungen von Fr. 299'159.-- ab, resultiert die Endsumme von Fr. 1'662'555.--. 3.7.5.2. Die Beschwerdeführerin beantragt, der Gesamtbetrag von Fr. 1'662'555.-- sei seit dem 6. März 2020 zu verzinsen. Nach ständiger Rechtsprechung gehört zum Schaden auch der Zins vom Zeitpunkt an, an welchem sich das schädigende Ereignis finanziell ausgewirkt hat, bis zum Tag der Zahlung des Schadenersatzes (BGE 131 Ill 12 E. 9.1 S. 22; 81 II 512 E. 6 S. 519). Davon ging insoweit unbeanstandet auch die Vorinstanz in ihrem Erstentscheid aus. Schadenersatz- und Genugtuungsforderungen werden mit Eintritt des den Anspruch begründenden Ereignisses fällig. Der ab diesem Tage zuzusprechende Zins ist nicht Verzugszins, sondern Bestandteil des Schadenersatzes bzw. der Genugtuung. Er bezweckt, den Anspruchsberechtigten so zu stellen, wie wenn er für seine Forderung am Tage der unerlaubten Handlung befriedigt worden wäre (BGE 81 II 512 E. 6 S. 519 mit Hinweis). Der bis zum massgebenden Zeitpunkt entstandene, tatsächlich berechnete Schaden ist ohne Aufrechnung der bisherigen Zinsen ab Entstehung bis zur Bezahlung mit 5 % zu verzinsen unter Vorbehalt des Nachweises eines höheren Schadens (BGE 131 III 12 E. 9.5 S. 25). Wird wie im Erstentscheid der aufgelaufene Zins bis zum Urteilstag berechnet und unverzinst zugesprochen, bedingt dies, da der geschuldete Betrag bis zu diesem Datum noch nicht beglichen worden war, dass der geschädigten Person auf den Schaden (ohne aufgelaufenen Zins) ab diesem Datum Zins von 5 % zugesprochen wird, da sie sonst nicht den vollständigen Zins bis zur Zahlung erhalten würde und ihr Schaden nicht voll gedeckt wäre. Die Vorinstanz sprach der Beschwerdegegnerin vor diesem Hintergrund im Erstentscheid Zins von 5 % seit dem 20. November 2018 zu. Auch insoweit hat die Beschwerdeführerin den Erstentscheid nicht beanstandet und wurde dieser vom Rückweisungsentscheid nicht erfasst. Damit bleibt es beim Zins von 5 %, der für die vom Rückweisungsentscheid nicht erfassten Positionen im Zeitpunkt des Ersturteils vom 20. November 2018 zu laufen begann. Für die Positionen, welche nach dem Rückweisungsentscheid neu zu berechnen waren, nahm er im Zeitpunkt des angefochtenen Urteils am 6. März 2020 seinen Anfang. 3.7.5.3. Was den aufgelaufenen Zins betrifft, so sammelten sich beim Pflege- und Betreuungsschaden Fr. 53'055.-- statt Fr. 55'973.--, beim Haushaltschaden Fr. 212'719.-- statt Fr. 245'751.-- und beim Mobilitätsschaden Fr. 47'771.-- statt Fr. 51'750.--. Keine Korrektur ist nötig beim aufgelaufenen Zins für den Erwerbsausfall von Fr. 186'630.-- und für die Genugtuung von Fr. 92'987.--. Dies macht eine Zwischensumme von Fr. 593'162.--. Gemäss dem angefochtenen Urteil liefen auf den darin berücksichtigten Akontozahlungen der Beschwerdeführerin Zinse von Fr. 257'349.-- auf. Subtrahiert man diese vom aufgelaufenen Zins ergibt sich die Endsumme von Fr. 335'813.--. Die Beschwerdeführerin macht als auf den Akontozahlungen aufgelaufenem Zins allerdings nur Fr. 238'006.-- geltend und gelangt so auch in ihrem Rechtsbegehren zum Betrag von Fr. 355'156.-- für aufgelaufene Zinsen. Wird aber der Zins auf den nicht vom Rückweisungsentscheid erfassten Posten (Fr. 45'132.-- Pflege und Betreuungsschaden, Fr. 1'235'734.-- Haushaltsschaden und Fr. 61'554.-- Mobilitätsschaden; insgesamt Fr. 1'342'420.--) ab dem Erstentscheid zugesprochen, ohne die Akontozahlungen in Abzug zu bringen, ist auch der auf diesen aufgelaufene Zins bis zum angefochtenen Entscheid zu berechnen. Dass der Betrag für den aufgelaufenen Zins tiefer liegt als von der Beschwerdeführerin beantragt, ist weder mit Blick auf Art. 107 Abs. 1 BGG noch die Bestimmtheit des Rechtsbegehrens (vgl. E. 2.1 hiervor) ein Problem, sondern folgt daraus, dass das Bundesgericht dem Antrag, den Zins gesamthaft ab dem 6. März 2020 laufen zu lassen, nicht gefolgt ist. Insgesamt wird damit der im Rechtsbegehren genannte Maximalbetrag nicht unterschritten.