Citation: 6B_478/2022 E. 4.1

4.1. Die Beschwerdeführerin rügt eine Verletzung des Bestimmtheitsgebots. Der Begriff der "Menschenansammlung" in Art. 7c Abs. 1 COVID-19-Verordnung 2 sei nicht genügend bestimmt. Die Vorinstanz verwechsle den Begriff Ansammlung mit demjenigen der Versammlung. Dieselbe begriffliche Ungenauigkeit zeige sich auch in den Erläuterungen des Bundesamtes für Gesundheit vom 8. Mai 2020. Dass sie an einer Versammlung teilgenommen habe, ändere nichts an der mangelnden Bestimmtheit des pauschalen Verbots von Menschenansammlungen. Eine Konkretisierung des unbestimmten Tatbestandselements "Menschenansammlung" in Art. 7c Abs. 1 COVID-19-Verordnung 2 sei im Einzelfall ohne Willkür nicht möglich, weshalb das Legalitätsprinzip verletzt sei. Das Verbot von Menschenansammlungen von mehr als fünf Personen im öffentlichen Raum in Art. 7c Abs. 1 i.V.m. Art. 10f Abs. 2 lit. a COVID-19-Verordnung 2 sei viel zu unbestimmt, in der Praxis nicht umsetzbar und damit bundesrechtswidrig (Verstoss gegen Art. 1 StGB, Art. 8, Art. 9 und Art. 22 BV) sowie völkerrechtswidrig (Art. 7 und Art. 11 EMRK; Beschwerde S. 5 ff.).