Citation: 2C_16/2015 E. 3.4.2

3.4.2. Der Steuerpflichtige musste um die ausserbuchlichen Vorgänge wissen, hielt er doch die Aktienmehrheit und wirkte er als Organ der AG. Mithin ergingen die Überweisungen - ausdrücklich oder mit stillschweigender Genehmigung - auf seine Anordnung hin (vorne E. 2.4.1). Da er die Beteiligung im Privatvermögen hielt, die Leistung aber an eine Drittperson erging, ist entsprechend der reinen Dreieckstheorie vorzugehen (vorne E. 2.4.2). In Abweichung von der regelgemässen Mitwirkungspflicht (vorne E. 2.5.1) und der üblichen Normentheorie (vorne E. 2.5.4) ergeben sich im konkreten Fall für den Steuerpflichtigen verschärfte Pflichten: Zum einen begründet der Umstand, dass die geldwerte Leistung ins Fürstentum Liechtenstein geflossen ist, eine besonders qualifizierte Mitwirkungspflicht (vorne E. 2.5.2). Zum andern ist der Steuerpflichtige gehalten, die angeblich von ihm (bzw. einer ihm nahestehenden Person) empfangene geldwerte Leistung detailliert zu bestreiten (vorne E. 2.5.8). Beides hat der Steuerpflichtige unterlassen. Er beschränkte sich im kantonalen Verfahren darauf, seine Unkenntnis über die wirtschaftliche Berechtigung an der liechtensteinischen Anstalt kundzutun und darauf hinzuweisen, dass es Sache der Steuerverwaltung sei, Aufschluss zu schaffen. Damit hat er in Kauf genommen, dass die Steuerverwaltung zu seinen Ungunsten davon ausgeht, bei der Anstalt müsse es sich um eine ihm nahestehende Person handeln. Dies wiederum musste zur Nachbesteuerung führen. In der Tat ist unerfindlich, aus welchen andern - als beteiligungsrechtlichen - Gründen es zu den namhaften Zahlungen an eine liechtensteinische, zudem passive Anstalt hätte kommen können.