Citation: 1B_338/2018 E. 5.2

5.2. Die Vorinstanz hat diesbezüglich zu Recht darauf hingewiesen, dass der Konkurs gestützt auf Art. 190 Abs. 1 Ziff. 2 SchKG eröffnet worden sei. Für den Beweis der Zahlungseinstellung ist in der Regel ein Betreibungsregisterauszug unerlässlich (PHILIP TALBOT, Kommentar zum Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs SchKG, 4. Aufl. 2017, N. 13 zu Art. 190 SchKG), weitere Beweismassnahmen sind hingegen nicht notwendig, mithin auch keine Prüfung, ob strafrechtlich relevantes Verhalten vorliegen könnte. Dies wird vom Beschwerdeführer grundsätzlich auch gar nicht bestritten. Er ist aber der Auffassung, der Beschwerdegegner habe sich bereits im Konkursverfahren mit gleichen Argumenten auseinandersetzen müssen, welche die Staatsanwaltschaft zur Eröffnung der Untersuchung veranlasst habe. Dies trifft nicht zu. Der Beschwerdegegner hatte sich im Konkursverfahren alleine mit der Frage zu beschäftigen, ob eine Einstellung der Zahlungen vorliegt. Da er die Zahlungsunfähigkeit der Genossenschaft bejahte, hatte er nicht zu prüfen, inwiefern auch die Voraussetzungen von Art. 190 Abs. 1 Ziff. 1 SchKG erfüllt gewesen wären (betrügerische Handlungen zum Nachteil der Gläubiger). Dazu musste sich der Beschwerdegegner im Konkursverfahren ebenso wenig äussern, wie zum Vorsatz oder dem Motiv respektive zur Frage, wie es zur Illiquidität der Genossenschaft gekommen ist. Im Strafverfahren stellen sich mithin neue Rechtsfragen. Neben der Zahlungsunfähigkeit müssen nämlich diverse weitere Tatbestandsmerkmale vorliegen, damit es überhaupt zu einem Schuldspruch kommt (vgl. u.a. Art. 165 StGB). Es wird daher zu prüfen sein, ob z.B. eine arge Nachlässigkeit oder gewagte Spekulationen etc. vorgelegen haben. Weiter ist die vom Beschwerdeführer vorgebrachte "persönliche Verantwortung" des Beschwerdegegners nicht ersichtlich. Es trifft zwar zu, dass dieser durch die Feststellung der Zahlungsunfähigkeit beziehungsweise Überschuldung und der daraus resultierenden Eröffnung des Konkurses über die Genossenschaft die objektive Strafbarkeitsbedingung der Konkursdelikte geschaffen hat. Daraus kann aber, wie die Vorinstanz festgehalten hat, kein Ausstandsgrund abgeleitet werden. Es ist nicht ersichtlich, worin das persönliche Interesse des Beschwerdegegners an der Konkurseröffnung zu erblicken wäre, was der Beschwerdeführer überdies auch nicht rechtsgenüglich geltend macht. Die Staatsanwaltschaft eröffnete schliesslich das Verfahren gestützt auf eine Strafanzeige und nicht aufgrund des Konkursdekrets. Aus diesem Grund verfängt auch das Argument des Beschwerdeführers nicht, wonach die bekannte Konstellation der Personalunion bei Eheschutzfällen, bei welchen der vormalige Eheschutzrichter in der Folge als Strafrichter die Vernachlässigung von Unterstützungspflichten beurteilt, nicht mit dem vorliegenden Fall vergleichbar sei, da der Eheschutzrichter mit der Erfüllung des Tatbestands nichts zu tun habe. Der Beschwerdegegner hatte im vorliegenden Fall auch keinen persönlichen Einfluss auf die Erfüllung der angeklagten Tatbestände.