Citation: 8C_791/2016 E. 5.3

5.3. Die Arbeitslosenversicherung hat aufgrund von Art. 70 Abs. 2 lit. b ATSG arbeitslose, bei einer anderen Versicherung angemeldete Personen zu entschädigen, falls ihre Vermittlungsunfähigkeit nicht offensichtlich ist. Dieser Anspruch auf eine ungekürzte Arbeitslosenentschädigung besteht namentlich, wenn die ganz arbeitslose Person aus gesundheitlichen Gründen lediglich noch teilzeitlich arbeiten könnte, solange sie im Umfang der ihr ärztlicherseits attestierten Arbeitsfähigkeit eine Beschäftigung sucht und bereit ist, eine neue Anstellung mit entsprechendem Pensum anzutreten (BGE 136 V 95 E. 7.1 S. 101). Die Versicherte stellte sich im Monat Juni 2015 unstreitig im vom behandelnden Psychiater attestierten Umfang von 50 % einer Vollzeitstelle dem Arbeitsmarkt zur Verfügung. Ebenso wenig wird von der Beschwerdegegnerin eingewendet, die Invalidenversicherung habe den Anspruch auf Leistungen für den Monat Juni 2015 bereits abgeklärt und das Ausmass der Erwerbsunfähigkeit stehe fest, weshalb sie keine Vorleistungspflicht treffe. Aufgrund der somit andauernden Unsicherheit über die Zuordnung der definitiven Leistungspflicht in diesem Zeitraum (Schwebezustand) ist die Arbeitslosenversicherung gegenüber der Invalidenversicherung für den Monat Juni 2015 vorleistungspflichtig.