Citation: 6B_628/2012 E. 1.3

1.3. Die Vorinstanz verpflichtete die Beschwerdegegner, den Privatklägerinnen "Genugtuung für deren unmittelbare Beeinträchtigung ihrer Persönlichkeit durch die Umstände der Prostitution" zu leisten (Dispositiv-Ziffern VII.1. und VII.2.). Zusätzlich wurden die Beschwerdegegner "dem Grundsatz nach verpflichtet, unter dem Titel der Genugtuung für weitere Beeinträchtigungen der Persönlichkeit der Privatklägerinnen, die aus den Umständen der Prostitution folgten, aufzukommen" (Dispositiv-Ziffer VII.3.). Soweit die Beschwerdeführerinnen vorbringen, die gewählte Formulierung "Umstände der Prostitution" lasse nicht erkennen, ob sich die Genugtuungssumme auf die Persönlichkeitsverletzung "aus den beiden schweren Delikten" beziehe, kann ihnen nicht gefolgt werden. Die Beschwerdegegner wurden der Förderung der Prostitution und des Menschenhandels zulasten der Beschwerdeführerinnen verurteilt. Die Genugtuung wurde für die Tathandlungen auferlegt, derentwegen die Beschwerdegegner schuldig gesprochen worden sind. Dies geht auch mit Blick auf die Entscheidmotivation hervor (S. 129 ff.). Die Begründung der Genugtuung (Dispositiv-Ziffern VII.1. und VII.2.) erscheint in diesem Sinne nicht als ungenügend. Ebenso unbegründet ist die im gleichen Zusammenhang erhobene Rüge der Verletzung von Art. 122 ff. StPO (Beschwerde S. 13 f.). Hingegen trifft zu, dass der vorinstanzliche Entscheid den Antrag der Beschwerdeführerinnen, die Beschwerdegegner dem Grundsatz nach zur Zahlung des weiteren Schadens zu verpflichten (vorinstanzliche Akten pag. 138 920 186), nicht anspricht. Darin liegt eine formelle Rechtsverweigerung. Es ist nicht auszuschliessen, dass die Vorinstanz in Dispositiv-Ziffer VII.3. den besagten Antrag vor Augen hatte und mit dem Hinweis auf weitere Beeinträchtigungen Schadenersatz für zukünftige Heilungskosten sprechen wollte. Die Dispositiv-Ziffer VII.3. wie auch die Begründung (S. 135) erlauben hingegen mit den Beschwerdeführerinnen nicht, die Tragweite des Entscheids in diesem Punkt abzuschätzen. Die Vorinstanz wird den Antrag betreffend den Schadenersatz beurteilen respektive ihren Entscheid bezüglich der Dispositiv-Ziffer VII.3 rechtsgenügend begründen müssen. Die Rüge ist in diesem Sinne begründet.