Citation: 5A_223/2021 E. 6.1

6.1. Die Vorinstanz erwägt, dass der Beschwerdegegner gegen den Bau des Mehrfamilienhauses mit Tiefgarage auf dem Grundstück yyy (Baubeginn im Jahr 2015; Abschluss im Sommer 2016) nicht opponiert und insbesondere keine Baueinsprache gegen die der Beschwerdeführerin 1 erteilte Baubewilligung erhoben habe, obwohl die Einfahrt der Tiefgarage des Mehrfamilienhauses auf demjenigen Teil des Grundstücks projektiert und gebaut worden sei, der mit der Grunddienstbarkeit in Form eines Parkplatzbenutzungsrechts zugunsten des Stockwerkeigentums des Beschwerdegegners belegt war. Dem angefochtenen Entscheid zufolge kann daraus nicht bereits auf einen Verzicht auf die Dienstbarkeit geschlossen werden. Von einem solchen Verzicht sei umso weniger auszugehen, als viel dafür spreche, dass der Beschwerdegegner darauf zu vertrauen schien, dass ihm in der neu erbauten Tiefgarage Ersatz für die verbauten Parkplätze zustehen würde. Immerhin sei zwischen den ursprünglichen Eigentümern der beiden fraglichen Parzellen im Dienstbarkeitsvertrag vom 28. Dezember 2011 vereinbart worden, dass das Benützungsrecht der drei mittlerweile überbauten Parkplätze nur einem vorübergehenden Zweck dienen solle und geplant sei, auf der Parzelle yyy eine Tiefgarage zu erstellen. Nach diesem Vertrag sei der jeweilige Eigentümer des Grundstücks xxx zur Löschung der Dienstbarkeit verpflichtet, wenn die Tiefgarage einmal gebaut sei (vgl. Sachverhalt Bst. A.a). Im Gegenzug erhalte dieser ohne Zusatzkosten die ersten drei Parkplätze bei der Einfahrt in der neuen Tiefgarage. Diese rein obligatorische Abmachung berechtige den Beschwerdegegner als Rechtsnachfolger des früheren Grundeigentümers zwar nicht dazu, von den Beschwerdeführern das Überlassen von drei Parkplätzen in der Tiefgarage zu verlangen. Es liege aber nahe, dass er die Abmachung als Teil des Grundbuchbelegs kannte und er sich als juristischer Laie auf seinen vermeintlichen Ersatzanspruch verliess. Entsprechend habe er sich auch anlässlich der Hauptverhandlung vor dem Bezirksgericht geäussert. Dies erkläre auch, weshalb er keine Baueinsprache erhob und stattdessen einen Brief schrieb, in dem er dem Beschwerdeführer 2 alles Gute wünschte. Mit im Wesentlichen gleicher Begründung verneint die Vorinstanz auch eine Verwirkung des Abwehranspruchs des Beschwerdegegners. Ein offensichtlich rechtsmissbräuchliches Verhalten könne dem Beschwerdegegner nicht vorgeworfen werden. Demgegenüber sei der Beschwerdeführerin 1 ein bösgläubiges Verhalten vorzuwerfen, das dem Erwerb eines schützenswerten Besitzstands entgegenstehe: Sie habe als Bauherrin Kenntnis von der auf ihrem Grundstück lastenden Grunddienstbarkeit gehabt. Ihr sei die Baubewilligung nachweislich und unbestrittenermassen unter dem Hinweis auf den Dienstbarkeitsvertrag vom 28. Dezember 2011 und mit der Bedingung erteilt worden, dass in der Tiefgarage drei Parkplätze für die Eigentümer der Parzelle xxx dauerhaft reserviert sein müssen und zu keinem Zeitpunkt an Dritte verkauft werden dürfen. Unter diesen Umständen wäre es laut der Vorinstanz Sache der Beschwerdeführerin 1 gewesen, den Verzicht des Beschwerdegegners auf seine Dienstbarkeit rechtsgenügend abzuklären. Stattdessen habe sie sich unbesehen sowohl über das im Grundbuch eingetragene absolute Recht des Beschwerdegegners als auch über die Bedingung hinweggesetzt, unter der ihr die Gemeinde U.________ die Baubewilligung erteilt habe, und die Parkplätze eigenmächtig überbaut. Schliesslich weist die Vorinstanz darauf hin, dass es den Beschwerdeführern unbenommen sei, gestützt auf Art. 742 ZGB unter Nachweis ihres Interesses und der Übernahme der Kosten die Verlegung der Grunddienstbarkeit des Beschwerdegegners auf eine andere, nicht weniger geeignete Stelle, zu verlangen.