Citation: 2P.140/2002 18.10.2002 E. 5

5.1 Der Beschwerdeführer rügt weiter, die Auffassung der Erziehungskommission, der Beschwerdeführer hätte vor der Prüfung einen Hinweis auf die gesundheitliche Beeinträchtigung machen sollen - mit Verwirkungsfolge im Unterlassungsfalle -, stelle einen verbotenen überspitzten Formalismus dar. 5.2 Das in Art. 29 Abs. 1 BV gewährleistete Verbot des überspitzten Formalismus betrifft die Verfahrensanwendung (BGE 125 I 166 E. 3a S. 170, mit Hinweisen). Tragender Gedanke des Verbots des überspitzten Formalismus ist die Unterordnung des formellen Rechts unter das materielle Recht (Jörg Paul Müller, a.a.O., S. 501). Wenn die Erziehungskommission davon ausging, die Neubewertung einer abgelegten Prüfung könne nicht in Betracht fallen, wenn erst nach Bekanntgabe des Prüfungsresultates gesundheitliche Beeinträchtigungen geltend gemacht würden, die bereits vorgängig bekannt gewesen seien, so erscheint diese Haltung als vertretbar und nicht als überspitzt formalistisch. Aufgrund der in den Akten befindlichen Unterlagen betreffend den Zustand des Beschwerdeführers und der von ihm eingereichten Zeugnisse kann auch nicht gesagt werden, er habe sich in Unkenntnis der im nachhinein geltend gemachten physischen Insuffizienz der Prüfung gestellt (vgl. Johannes F. Fulda, Rechtsschutz im Prüfungswesen der Bundeshochschulen, in: ZBl 84/1983, S. 155 f.) Insbesondere angesichts der Rechtskenntnisse des Vaters des Beschwerdeführers und der Tatsache, dass der Beschwerdeführer bereits ein Jahr zuvor die Aufnahmeprüfung für die Mittelschule erfolglos absolviert hatte, hätte es am Beschwerdeführer resp. an dessen Eltern gelegen, die Schule vorgängig von sich aus über seinen Gesundheitszustand zu informieren, auch wenn ein entsprechender Hinweis auf allfällige Verwirkungsfolgen im Unterlassungsfalle fehlte.