Citation: 8C_740/2020 E. 4.2

4.2. Daraus vermag die Beschwerdeführerin indessen nichts für sich zu gewinnen. Zum einen ist diese Meinungsäusserung nicht wissenschaftlich belegt und daher nicht beweiskräftig, zumal die Frage in der medizinischen Literatur kontrovers diskutiert wird (vgl. Urteil 8C_59/2020 vom 4. April 2020 E. 5.4). Zum andern erlitt die Beschwerdeführerin kein direktes Aufpralltrauma an der lädierten Stelle. Sie selbst nennt in der Beschwerde das rechte Schulterblatt und die BWS als Anprallstellen, was sich mit den übrigen Angaben in den Akten deckt. Dementsprechend vermochte Dr. med. C.________ die gelenkseitigen Teilrupturen der Sehnen im Schultergelenk nicht durch den Unfallmechanismus zu erklären. Entgegen dem Einwand in der Beschwerde erachtete der Kreisarzt dabei den Unfallmechanismus nicht als gewichtiges, sondern als ein einzelnes Indiz unter mehreren, das im vorliegenden Fall für die Verneinung von unfallkausalen Sehnenrupturen sprach. So wies er darauf hin, dass erstmals am 2. Dezember 2017, mithin fünf Monate nach dem Unfall, die Diagnose einer Teilruptur der Supraspinatussehne mit Kapsulitis posttraumatisch aufgeführt worden sei (Physiotherapierezept des behandelnden Dr. med. E.________, Facharzt für Orthopädie und Traumatologie). Bis dahin sei die Schulterproblematik trotz fachärztlicher Untersuchung nicht behandelt oder überhaupt klinisch diagnostiziert worden. Wie die Vorinstanz bereits darlegte (E. 3 hiervor), wertete er dies mit Blick auf die klinischen Zeichen einer traumatischen Ruptur der Sehnen ebenso als Kriterium für eine degenerative Schultergelenkserkrankung wie die kernspintomografische Untersuchung der Schulter vom 1. Dezember 2017, welche mehrere degenerative Veränderungen zeigte, die einen Rotatorenmanschettenverschleiss nach sich ziehen könnten. Er mass dem Unfallmechanismus demnach zu Recht keine übergeordnete Bedeutung zu. Denn oftmals, wie auch hier, kann der genaue Unfallhergang nicht mehr rekonstruiert werden, weshalb die diesbezüglichen Ausführungen in der Beschwerde nicht zielführend sind. Daher sind vielmehr die einzelnen für oder gegen eine traumatische Genese sprechenden Aspekte aus medizinischer Sicht zu diskutieren und ein Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest überwiegend wahrscheinlich ist (vgl. BGE 144 V 427 E. 3.2 S. 429 f.; 138 V 218 E. 6 S. 221 und Urteil 8C_59/2020 vom 4. April 2020 E. 5.4). Genau dies hat der Kreisarzt getan. Daran ändert nichts, dass er sich nicht mit der gemäss Arthro-MRT der rechten Schulter vom 1. Dezember 2017 fehlenden Atrophie oder fettigen Degeneration der Rotatorenmanschettenmuskulatur auseinandersetzte, wie die Beschwerdeführerin rügt. Dieser Befund schliesst eine - allenfalls nicht besonders weit fortgeschrittene - Degeneration nicht aus, legte doch Dr. med. C.________ dar, dass eine Partialruptur, wie hier, häufig am Beginn einer degenerativen Rotatorenmanschettenruptur stehe. Ebenso wenig ist es zu beanstanden, wenn die Vorinstanz den Umstand, dass der Austrittsbericht des Spitals B.________ vom 29. Juli 2017 keine Hinweise auf eine fehlende oder schmerzhafte Schulterbeweglichkeit enthält, als gegen das Vorliegen einer unfallkausalen Schulterproblematik sprechendes Kriterium wertete (Beurteilung des Kreisarztes Dr. med. C.________ vom 13. September 2018).