Citation: 2C_93/2022 E. 5.1.3

5.1.3. Dass das Gutachten vom 18. April 2020 zum Schluss kommt, dass nicht nachvollziehbar sei, warum der frühere Gutachter einen maximal mittelschweren Residualzustand bei undifferenzierter Schizophrenie diagnostiziert habe, ändert hieran nichts: Der Beschwerdeführer hat das Strafurteil diesbezüglich nicht angefochten oder eine weitere Expertise verlangt. Andere Fachleute haben die Diagnose des Gutachters im Strafverfahren in der Folge nicht infrage gestellt und der Bericht vom 18. April 2020 kommt ebenfalls zum Schluss, dass beim Beschwerdeführer nach wie vor eine Rückfallgefahr besteht, obwohl "die [...] beschriebenen prämorbiden Persönlichkeits-, Beziehungs- und Verhaltensauffälligkeiten [...] mit hoher Wahrscheinlichkeit Ausdruck subklinischer psychopathologischer Veränderungen" gewesen sein dürften und keine danebenstehende, eigenständige Persönlichkeitsproblematik darstellten (Negativ-Symptome im Sinne eines schizophrenen Residuums [ICD-10 F20.5]). Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, bei seiner Tat schuldunfähig gewesen zu sein, ergibt sich dies so nicht aus dem Gutachten vom 18. April 2020. Der unbestrittenerweise eingeschränkten Schuldfähigkeit hat das Strafgericht Rechnung getragen, indem es die Einsatzstrafe von 6 Jahren und 3 Monaten auf 2 Jahre und 1 Monat reduzierte. Die eingeschränkte Schuldfähigkeit ist deshalb nicht geeignet, die Schwere des ausländerrechtlichen Verschuldens zusätzlich infrage zu stellen.