Citation: U 15/05 23.05.2005 E. 2

2.1 Streitig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer aufgrund einer in der Zeit vom 21. November 2001 und 28. August 2003 (Einspracheentscheide im Grund- und Rückfall) eingetretenen Änderung des Gesundheitszustands oder dessen erwerblichen Auswirkungen Anspruch auf revisionsweise Erhöhung der ihm seit Oktober 2001 gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 15 % ausgerichteten Rente hat. 2.1.1 Der Beschwerdeführer rügt vorab, dass die SUVA und die Vorinstanz bei ihrem Entscheid ausschliesslich und ohne einlässliche Begründung auf die Beurteilung des Kreisarztes Dr. med. T.________ vom 19. August 2002 abgestellt hätten; angesichts der gegenüber der Unbefangenheit des Kreisarztes vorgebrachten Bedenken wäre zumindest eine vertiefte Auseinandersetzung mit den Aussagen des Kreisarztes angebracht gewesen. 2.1.2 Zu Recht macht der Beschwerdeführer im Verfahren vor dem Eidgenössischen Versicherungsgericht nicht mehr geltend, auf den Bericht des Kreisarztes könne - angesichts dessen fragwürdiger Beurteilung eines anderen Versicherten in einem anderen Verfahren - schon aus formellen Gründen wegen Befangenheit nicht abgestellt werden. Nach den zutreffenden vorinstanzlichen Erwägungen ist entscheidend, ob konkrete Befangenheitsgründe in Bezug auf den zu beurteilenden Fall gegeben sind. Solche (objektiven) Umstände werden im vorliegenden Fall nicht geltend gemacht und sind auch nicht auszumachen. Ein Blick auf die Entwicklung der Rechtsprechung zeigt im Übrigen, dass die in verschiedenen publizierten Urteilen (BGE 125 V 354 Erw. 3b/ee, 123 V 176 f. Erw. 3d, 122 V 161 f. Erw. 1c) verwendete Formulierung, "im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozialversicherungsrecht zukommt", sei "an die Unparteilichkeit des Gutachters allerdings ein strenger Massstab anzulegen", ursprünglich bei einer Konstellation verwendet wurde, bei welcher der Gutachter durch sein Verhalten gegenüber dem Versicherten im zu beurteilenden Fall den Anschein der Voreingenommenheit vermittelte (BGE 120 V 367 Erw. 3b). Auch wenn dem Grundsatz, dass an die Unparteilichkeit des Gutachters ein strenger Massstab anzulegen ist, allgemeine Bedeutung zuzumessen ist, kann daraus nicht abgeleitet werden, dass die Haltung oder das Verhalten eines Experten oder die (allenfalls zweifelhafte) Qualität eines Gutachtens in einem Verfahren mit einem anderen Versicherten als ein Indiz gegen die Zuverlässigkeit der konkret in Frage stehenden Beurteilung zu werten wäre. Eine solche Konstellation gibt auch nicht - wie der Beschwerdeführer verlangt - Anlass zu einer besonders einlässlichen Prüfung des fraglichen Arztberichtes bzw. Gutachtens; vielmehr ist die ärztliche Stellungnahme oder Expertise nach den allgemeinen Regeln auf ihre Schlüssigkeit und Widerspruchsfreiheit hin zu untersuchen, wobei allenfalls gegenteilige oder abweichende Beurteilungen anderer Ärzte zu würdigen sind. 2.2 Zu prüfen ist somit, ob sich die Auffassung von Vorinstanz und SUVA, wonach keine erhebliche Veränderung des Gesundheitszustandes eingetreten ist, aufgrund der vorliegenden ärztlichen Berichte als zutreffend erweist. 2.2.1 Die Vorinstanz hat sich einlässlich mit den bei den Akten liegenden medizinischen Unterlagen - entgegen der Darstellung des Beschwerdeführers insbesondere auch mit den Berichten des Dr. med. W.________ vom 29. Januar 2002 und Dr. med. M.________, Facharzt FMH für Radiologie, vom 18. September 2002 - befasst und diese gegeneinander abgewogen. Hinsichtlich des aus unfalltechnischer Sicht relevanten medizinischen Befundes ist sie dabei zum Schluss gelangt, eine wesentliche Veränderung seit der kreisärztlichen Abschlussuntersuchung vom 16. Februar 2001 sei auch unter Berücksichtigung der Ergebnisse der von Dr. med. M.________ am 18. September 2002 durchgeführten Szintigraphie zu verneinen. Der Beschwerdeführer dagegen sieht in den Befunden des Radiologen die Bestätigung einer eindeutigen Verschlechterung seines Gesundheitszustandes seit Februar 2001. Während der Kreisarzt damals nur eine leichte arthrotische Veränderung festgestellt habe, werde im Szintigraphiebericht von Dr. med. M.________ eine aktivierte Arthrose diagnostiziert und zudem auf eine Fake-Fraktur und ein Frühstadium eines Morbus Sudeck hingewiesen. Dr. med. M.________ spricht in der Beurteilung nach durchgeführter Drei-Phasen Szintigraphie der Knie von einem "leicht positiven 3-phasen Szintigramm rechtes Kniegelenk" und nennt als Differenzialdiagnosen "aktivierte Arthrose, Flakefraktur, Frühstadium eines Morbus Sudeck". Aufgrund der positiven zweiten und dritten Phase werden die Befunde am ehesten mit einer "aktivierten Arthrose" vereinbar bezeichnet; während der "erhöhte Uptake über dem proximalen Tibiofibulargelenk beidseits" eher einer degenerativen Veränderung zugeschrieben wird (Bericht des Dr. med. M.________ vom 18. September 2002). Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers kann aus diesen differenzialdiagnostischen Hinweisen auf allenfalls in Frage kommende Diagnosen keine Verschlechterung des Gesundheitszustandes abgeleitet werden. Fraglich ist einzig, ob die von Dr. med. M.________ als im Vordergrund stehende "aktivierte Arthrose" eine erhebliche Verschlechterung gegenüber den Befunden in der kreisärztliche Abschlussuntersuchung vom 16. Februar 2001, bei welcher im Rahmen der Röntgenuntersuchung "retropatellär, auch am medialen Gelenkspalt leichte arthrotische Veränderungen, insbesondere etwas verschmälerter Gelenkspalt medial" festgestellt wurden, darstellt. Mit der Vorinstanz ist diese Frage zu verneinen. Dr. med. M.________ spricht zwar nicht ausdrücklich von einer leichten Arthrose; hingegen bezeichnet er das Ergebnis des Drei-Phasen-Szintigramms, auf welches sich die Diagnose stützt, insgesamt lediglich als "leicht positiv". An anderer Stelle des Berichtes wird eine "geringgradig erhöhte Weichteileinlagerung auch über dem medialseitigen Kniegelenkspalt rechts" erwähnt - ein Befund, der weitgehend dem Resultat der Röntgenuntersuchung anlässlich der Abschlussuntersuchung entspricht. Vor diesem Hintergrund ist die Schlussfolgerung des Kreisarztes vom 11. Oktober 2002, die Ergebnisse der von ihm am 19. August 2002 selbst empfohlenen Szintigraphie vom 18. September 2002 änderten nichts an den Feststellungen und Einschätzungen gemäss kreisärztlichem Untersuchungsbericht vom 19. August 2002 sowie Stellungnahme vom 30. August 2002 (unfallfremde Beschwerden am linken Knie), als nachvollziehbar und einleuchtend zu beurteilen (vgl. Erw. 1.2 hievor). Mit der Vorinstanz ist daher darauf abzustellen. 2.2.2 Mit Bezug auf die Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers hat das kantonale Gericht zutreffend erwogen, dass auf die diesbezügliche Einschätzung des Dr. med. W.________ im Bericht vom 29. Januar 2002 (50%ige für Tätigkeiten ohne längeres Stehen, ohne Gewichte und ohne Hockhaltung) nicht abgestellt werden kann, da sie - wie im Übrigen auch im Bericht des Kreisarztes vom 19. August 2002 ausdrücklich hervorgehoben - die Beschwerden in beiden Knien berücksichtigt. Für eine Unfallkausalität der Gesundheitsbeeinträchtigung am linken Knie bestehen keine hinreichenden Anhaltspunkte, zumal dort schon kurz nach dem Unfall Beschwerden auftraten, obwohl dieses Knie nicht in Mitleidenschaft gezogen worden war. Ebenfalls gegen den Kausalzusammenhang spricht der Umstand, dass das Leiden (insbesondere die diagnostizierte Varusgonarthrose) im nicht unfalllädierten linken Knie gemäss Bericht des Dr. med. W.________ vom 29. Januar 2002 (bestätigt durch den kreisärztlichen Untersuchungsbericht vom 19. August 2002) ausgeprägter vorhanden ist als rechts; entsprechend beschränkte der Arzt seine Therapievorschläge auf das linke Bein. Es ist davon auszugehen, dass die von Dr. med. W.________ angenommene zeitliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit auf einen halben Tag wesentlich dadurch bedingt ist, dass der Versicherte an Schmerzen in beiden Knien leidet. Insoweit der Bericht vom 29. Januar 2002 im Unterschied zu jenen des Dr. med. T.________ vom 16. Februar 2001 und 19. August 2002 nicht nur die unfallkausalen Leidensfaktoren, sondern das gesamte Beschwerdebild berücksichtigt, stehen die abweichenden ärztlichen Beurteilungen der Arbeitsunfähigkeit nicht in Widerspruch zueinander. Nachdem Dr. med. W.________ die zeitliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit im Bericht vom 29. Januar 2002 ohnehin nicht näher begründete, hat die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit für angepasste Tätigkeiten gemäss kreisärztlichem Abschlussbericht vom 16. Februar 2001 nach wie vor als zutreffend zu gelten. 2.3 Zusammenfassend ergibt sich, dass im massgebenden Vergleichszeitraum keine erhebliche Verschlechterung des Gesundheitszustandes eingetreten ist. Weil sich auch in erwerblicher Hinsicht die tatsächlichen Verhältnisse nicht verändert haben, sind die Voraussetzungen zu einer Revision der Invalidenrente nicht gegeben. Ebenso fehlt es an den Voraussetzungen zu einer revisionsweisen Zusprechung einer Integritätsentschädigung (Art. 24 UVG). Schliesslich besteht trotz Bejahung des Rückfalls - angesichts der fortbestehenden vollen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit - kein Anspruch auf Taggeldleistungen (Art. 16 UVG). Weitere medizinische Abklärungen, wie sie der Versicherte zwar nicht in den Rechtsbegehren, aber in der Beschwerdebegründung verlangt, erübrigen sich, da hievon keine wesentlichen neuen Ergebnisse insbesondere zur relevanten Frage nach einer erheblichen Veränderung des Gesundheitszustandes zu erwarten sind (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 124 V 94 Erw. 4b, 122 V 162 Erw. 1d mit Hinweis; SVR 2001 IV Nr. 10 S. 28 Erw. 4b; vgl. auch BGE 122 II 469 Erw. 4a, 122 III 223 Erw. 3c, 120 Ib 229 Erw. 2b, 119 V 344 Erw. 3c mit Hinweis; Ueli Kieser, Das Verwaltungsverfahren in der Sozialversicherung, Zürich 1999, S. 212, Rz 450; AlfredKölz/ Isabelle Häner, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. Auflage, Zürich 1998, S. 39, Rz 111 und S. 117, Rz 320; Fritz Gygi, Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Auflage, Bern 1983, S. 274).