Citation: U 367/06 11.01.2007 E. 4

4.1 Der Versicherte erlitt anlässlich des Unfalls vom 16. September 2001 ein Schleudertrauma der Halswirbelsäule mit dem sich in der Folge (wenigstens teilweise) einstellenden typischen bunten Beschwerdebild. Der Rheumatologe Dr. S.________ stellte in seinen Berichten vom 22. September 2001 und 7. November 2001 ein posttraumatisches tendomyotisches Zervikalsyndrom nach HWS-Beschleunigungstrauma und Distorsion fest. Ossäre Läsionen konnten radiologisch keine objektiviert werden. Insbesondere wies Dr. S.________ auf einen ängstlich gefärbten Zustand mit Neigung zu Hyperventilation und damit bereits wenige Tage nach dem Unfallereignis auf eine psychische Fehlentwicklung hin. Bei gleicher Diagnose äusserte Dr. O.________, Facharzt für Rheumatologie, im Arztbericht vom 17. Dezember 2001 den Eindruck einer zunehmenden Aggravation. Bei im Wesentlichen ebenfalls gleicher Diagnose hielt auch der Neurologe Dr. L.________ in seinem Bericht vom 10. Januar 2002 fest, der objektivierbare klinische Befund sei diskret und gewisse Begehrlichkeiten seien nicht auszuschliessen. Gemäss Bericht der Ärzte der Rehaklinik Z.________ vom 8. Mai 2002 litt der Versicherte an einem "Zervikal- und Zervikozephalsyndrom, neuropsychologischen und vegetativen Funktionsstörungen sowie an einem depressiven Syndrom". Zudem hielten sie eine fachärztliche psychiatrische Beurteilung "für dringend erforderlich". Der Psychiater Dr. H.________ diagnostizierte im Bericht vom 29. Mai 2002 eine "Anpassungsstörung mit Angst und depressiver Reaktion gemischt" (ICD-10 F43.22). Auch Dr. C.________, Facharzt für Neurologie, führte in seinem Bericht vom 23. September 2002 die geklagten Beschwerden auf dieses psychische Leiden zurück und betrachtete es als "vordergründig". Zur gleichen Beurteilung gelangte auch der Psychiater Dr. P.________ zumal er festhielt, es stehe "zum jetzigen Zeitpunkt [...] sicherlich die psychiatrische Diagnose im Vordergrund" (Arztbericht vom 21. Oktober 2002). Auch die polydisziplinäre Begutachtung der Klinik Y.________, in deren Rahmen neuropsychologische (Bericht vom 28. August 2003), radiologische (Bericht vom 22. September 2003), neurologische (Bericht vom 11. Dezember 2003) sowie rheumatologische (Bericht 7. Juli 2004) Abklärungen vorgenommen wurden, führte grundsätzlich zu den gleichen Schlüssen. So hielt etwa der Neurologe Dr. B.________ fest, es liessen sich aus rein somatischer Sicht keine sicheren Folgen des Unfalles ausmachen. Dieser Einschätzung schloss sich auch der Rheumatologe Dr. K.________ an. Er sah dabei ebenfalls die psychiatrische Störung ("Anpassungsstörung mit Angst und depressiver Reaktion gemischt" sowie "deutliche Hinweise in Richtung einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung") im Vordergrund stehen. 4.2 Nach dem Gesagten ging die Vorinstanz im vorliegenden Fall zu Recht nach der Rechtsprechung zu psychischen Unfallfolgen gemäss BGE 115 V 133 ff. vor: Denn einerseits wies die psychische Problematik schon sehr bald nach dem Unfallereignis vom 16. September 2001 eindeutige Dominanz auf, und andererseits haben die physischen Beschwerden - auch im Verlauf der ganzen Entwicklung vom Unfall bis zum Beurteilungszeitpunkt - gesamthaft nur eine sehr untergeordnete Rolle gespielt und sind damit ganz in den Hintergrund getreten (BGE 123 V 99 Erw. 2a; RKUV 2002 Nr. U 465 S. 437 [U 164/01]). So enthält bereits der Arztbericht des Rheumatologen Dr. S.________ vom 22. September 2001 (mithin nur knapp eine Woche nach dem Unfall) Hinweise auf eine psychische Problematik: "Patient zeigt einen ängstlich gefärbten Zustand mit Neigung zu Hyperventilation". Auch die in der Folge verfassten medizinischen Berichte und Gutachten wiesen (fast ausnahmslos) auf ein psychisches Leiden des Versicherten hin. Sämtliche in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde vorgebrachten Einwände vermögen an dieser Betrachtungsweise nichts zu ändern: Der Versicherte macht namentlich geltend, es seien noch nicht sämtliche somatischen Unfallfolgen weggefallen. Dabei stützt er sich im Wesentlichen auf das (letztinstanzlich erstmals vorgebrachte) Gutachten des ärztlichen Begutachtungsinstituts (ABI) vom 12. Dezember 2005. Der Einwand des Beschwerdeführers wird indessen im Gutachten des ABI unter dem Titel "Stellungnahme zu früheren ärztlichen Einschätzungen" gleich selbst entkräftet, zumal festgehalten wird, "es besteht eine gute Übereinstimmung mit dem abschliessenden Gutachten der Klinik Y.________ [...]. Aus somatischer Sicht besteht unsere Übereinstimmung mit diesem früheren Gutachten". Wie bereits vorne dargelegt, äusserten sich die Ärzte der Klinik Y.________ zu dieser Thematik dahingehend, dass sich "aus rein somatischer Sicht [...] keine sicheren Folgen des Unfalles vom 16. September 2001" finden liessen. Ebenso wenig vermag der Kurzbericht von Dr. E.________, Facharzt für orthopädische Chirurgie, vom 14. März 2005 etwas an der vorgenannten Auffassung zu ändern, zumal er (beispielsweise) die klar im Vordergrund stehende psychische Problematik mit keinem Wort anspricht. 4.3 Nach dem Gesagten ist die Adäquanz nach Massgabe der in BGE 115 V 138 Erw. 6 und 407 Erw. 5 entwickelten und seither ständig angewandten Rechtsprechung des Bundesgerichts (BGE 129 V 183 Erw. 4.1) zu beurteilen, d.h. mit der Differenzierung zwischen physischen und psychischen Komponenten der unfallbezogenen Merkmale (BGE 117 V 367 Erw. 6a in fine; SVR 2003 UV Nr. 12 S. 36 Erw. 3.2.3).