Citation: 1P.803/1999 13.04.2000 E. 3

3.-Schliesslich rügt der Beschwerdeführer auch noch (eher beiläufig) eine Verletzung des Grundsatzes "in dubio pro reo". Es gebe gewichtige Indizien für einen "Nachtrunk" und damit hinreichenden Anlass zu "Zweifeln" daran, dass der Beschwerdeführer mit mehr als "0,8 Promille" fuhr. a) Seit 1. Januar 2000 ist nicht mehr die alte Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 29. Mai 1874 (aBV) sondern die neue Bundesverfassung vom 18. April 1999 (BV) in Kraft (Bundesbeschluss vom 28. September 1999, AS 1999 2555, BBl 1999 7922). aa) Gemäss Art. 32 Abs. 1 BV sowie Art. 6 Ziff. 2 EMRK gilt jede angeschuldigte Person bis zur rechtskräftigen Verurteilung als unschuldig. Nach ständiger Praxis wurde die auf die Unschuldsvermutung gestützte Maxime "in dubio pro reo" bisher auch direkt aus Art. 4 aBV abgeleitet (BGE 124 IV 86 E. 2a S. 87 f.; 120 Ia 31 E. 2b S. 35 mit Hinweisen). bb) Als Beweiswürdigungsregel besagt die Maxime, dass sich der Strafrichter nicht von der Existenz eines für den Angeklagten ungünstigen Sachverhalts überzeugt erklären darf, wenn bei objektiver Betrachtung Zweifel bestehen, ob sich der Sachverhalt so verwirklicht hat. Die Beweiswürdigungsregel ist verletzt, wenn der Strafrichter an der Schuld des Angeklagten hätte zweifeln müssen. Dabei sind bloss abstrakte und theoretische Zweifel nicht massgebend, weil solche immer möglich sind und absolute Gewissheit nicht verlangt werden kann. Es muss sich um erhebliche und nicht zu unterdrückende Zweifel handeln, d.h. um solche, die sich nach der objektiven Sachlage aufdrängen (BGE 124 IV 86 E. 2a S. 88; 120 Ia 31 E. 2c S. 37). cc) Bei der Beurteilung von Fragen der Beweiswürdigung beschränkt sich das Bundesgericht auf eine Willkürprüfung. Es kann demnach nur eingreifen, wenn der Sachrichter den Angeklagten verurteilte, obgleich bei objektiver Würdigung des ganzen Beweisergebnisses offensichtlich erhebliche und schlechterdings nicht zu unterdrückende Zweifel an dessen Schuld fortbestanden (BGE 120 Ia 31 E. 2d S. 38 mit Hinweisen). b) Unbestrittenermassen ergab die beim Beschwerdeführer entnommene ärztliche Blutprobe für den massgeblichen Zeitpunkt einen Alkoholgehalt von mindestens 0,92 Gewichtspromille. Wie in den obigen Erwägungen dargelegt, wird die Vermutung des Beschwerdeführers, wonach ein "Nachtrunk" in Form alkoholhaltiger Medikamente das Analyseergebnis zu seinen Ungunsten beeinflusst haben könnte, durch zwei schlüssige gerichtliche Gutachten widerlegt. Von den zusätzlich beantragten Beweisvorkehren sind keine weiteren Erkenntnisse zu erwarten, welche das klare Beweisergebnis noch entscheiderheblich beeinflussen könnten. Bei objektiver Würdigung sämtlicher Beweisresultate drängen sich keine offensichtlich erheblichen und schlechterdings nicht zu unterdrückenden Zweifel daran auf, dass der Beschwerdeführer am 26. Januar 1996 mit einer Konzentration von mindestens 0,92 Gewichtspromille Alkohol im Blut ein Motorfahrzeug gelenkt hat.