Citation: 5A_431/2023 E. 4.2.1

4.2.1. Anschliessend kommt das Kantonsgericht auf Art. 5 Abs. 1 Ziff. 2 Vollstreckungsabkommen CH/FL zu sprechen. Dieser Norm zufolge ist eine Bescheinigung über die Rechtskraft und gegebenenfalls über die Vollstreckbarkeit der Entscheidung aufzulegen, die vom Gericht, das die Entscheidung gefällt hat, oder vom Gerichtsschreiber auszustellen ist. Bezogen auf den konkreten Fall konstatiert das Kantonsgericht, mit der Amtsbestätigung über die Rechtskraft und Vollstreckbarkeit habe das Fürstliche Landgericht am 29. März 2022 bestätigt, dass das Urteil des Fürstlichen Landgerichts vom 21. Juli 2016 (03 CG.2016.248, ON 5), das Urteil des Fürstlichen Obergerichts vom 3. November 2016 (03 CG.2016.248, ON 13) und das Urteil des Fürstlichen Obersten Gerichtshofs vom 3. November 2017 (03 CG.2016.248, ON 22) seit dem 7. November 2017 rechtskräftig und vollstreckbar sind. Dabei sei zu beachten, dass das Fürstliche Obergericht der Berufung des Beschwerdeführers gegen das Urteil des Fürstlichen Landgerichts vom 21. Juli 2016 keine Folge gegeben und somit keinen neuen Entscheid in der Sache gefällt habe. Ebenso habe der Fürstliche Oberste Gerichtshof der Revision des Beschwerdeführers keine Folge gegeben. Daraus folgert das Kantonsgericht, dass nur dasjenige Gericht die Rechtskraftbescheinigung habe ausstellen können, das in der Sache entschieden hatte; dies sei das Fürstliche Landgericht gewesen. Indem dieses Gericht die Rechtskraft der drei genannten Urteile am 7. November 2017 bestätigte, liege demnach die für die Anerkennung und Vollstreckung staatsvertraglich vorausgesetzte Bescheinigung vor. Im gleichen Sinn beurteilt die Vorinstanz die Amtsbestätigung über die Rechtskraft und Vollstreckbarkeit des Fürstlichen Landgerichts vom 31. März 2022, wonach das Urteil des Fürstlichen Landgerichts vom 2. April 2019 (09 CG.2018.90, ON 29), das Urteil des Obergerichts vom 12. Mai 2020 (09 CG.2018.90, ON 43) und das Urteil des Fürstlichen Obersten Gerichtshofs vom 2. Oktober 2020 (09 CG.2018.90, ON 55) seit dem 8. Oktober 2020 rechtskräftig und vollstreckbar seien. Nachdem das Fürstliche Obergericht dem Rekurs keine Folge gegeben bzw. diesen abgewiesen und der Fürstliche Oberste Gerichtshof der Revision ebenfalls keine Folge gegeben habe, habe auch hier nur das Gericht die Rechtskraftbescheinigung ausstellen können, das in der Sache entschieden hatte, also das Fürstliche Landgericht.