Citation: C 306/05 03.05.2006 E. 2

Streitig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdegegner Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung hat. 2.1 Unbestrittenermassen war der Versicherte bis 6. Dezember 2004 als Geschäftsführer in der Firma A.________ tätig, bei welcher er zugleich dem Verwaltungsrat angehörte. Bei der Auflösung des Arbeitsverhältnisses verlangte er von den andern Verwaltungsräten, seinen Eintrag im Handelsregister zu löschen. Deshalb könnte unter Umständen davon ausgegangen werden, dass er definitiv aus dem genannten Betrieb ausgeschieden ist und in Bezug auf diesen Aspekt auch im Lichte der Rechtsprechung nach BGE 123 V 236 Erw. 7 ein Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung gegeben wäre. Diese Frage kann indessen offen bleiben. 2.2 Zu Recht weist die Verwaltung darauf hin, dass der Beschwerdegegner auch in den Firmen X.________ AG, Y.________ AG und Z.________ AG im Handelsregister als Verwaltungsrat eingetragen ist und überdies mit Gesuch vom 23. Dezember, welches mit Verfügung vom selben Tag gutgeheissen wurde, vom 20. Dezember 2004 bis 22. April 2005 Taggelder zur Förderung der selbstständigen Erwerbstätigkeit erhielt. Am 7. Februar 2005 gründete er in diesem Zusammenhang die Firma B._______ AG. Sämtliche genannten Firmen sind an der Strasse C in D._______ domiziliert. Damit lag entgegen der Vorinstanz sehr wohl ein Konglomerat mehrerer Firmen (dazu BJM 2003 S. 131) vor, in welchen der Beschwerdegegner sein jeweiliges Arbeitspensum beliebig variieren konnte. Ein anrechenbarer Arbeitsausfall ist in solchen Situationen kaum zu bestimmen, da sich dieser ebenfalls nach Gutdünken verändern lässt. Obwohl der Versicherte sich zum Bezug von Arbeitslosenentschädigung anmeldete, konnte er zugleich in seinen Firmen in beliebigem Ausmass tätig sein. Dies beleuchtet das Missbrauchspotenzial, das der Ausrichtung von Taggeldern an arbeitgeberähnliche Personen in solchen Konstellationen inhärent ist. Da bereits das Risiko eines Missbrauchs zur Verneinung des Anspruchs ausreicht (ARV 2003 S. 240 [Urteil F. vom 14. April 2003, C 92/02]), kann der Beschwerdegegner keine Arbeitslosenentschädigung beziehen. Indem er sodann rund zwei Wochen nach Beendigung der Anstellung bei der Firma A.________ AG ein Gesuch um besondere Taggelder zur Aufnahme der selbstständigen Erwerbstätigkeit gestellt hat, gab er zu verstehen, dass er nicht an der Suche nach einer neuen Arbeitnehmertätigkeit interessiert war. Vielmehr war er schon vor der Eintragung der Firma B.________ AG im Handelsregister nur noch mit dem Aufbau der selbstständigen Erwerbstätigkeit beschäftigt. Es ist aber nicht Aufgabe der Arbeitslosenversicherung, die bei Aufnahme der selbstständigen Erwerbstätigkeit noch fehlenden Einnahmen zu ersetzen (ARV 2005 S. 19 [Urteil H. vom 12. November 2004, C 117/04] mit Hinweisen). Was der Versicherte hiegegen vorbringt, ist nicht stichhaltig. Namentlich ist nicht von Bedeutung, dass er die Verwaltungsratsmandate in einigen der genannten Firmen bloss "treuhänderisch" ausüben will. Dies ändert nichts daran, dass er auf Grund seiner Stellung als Verwaltungsrat von Gesetzes wegen in der Lage war, auf die Geschäfte Einfluss zu nehmen.