Citation: 5A_474/2023 E. 3.6.2

3.6.2. Seine Rüge erweist sich als gerechtfertigt. Die Erwägungen im angefochtenen Entscheid erwecken den Anschein, dass die Vorinstanz davon ausging, Opfer der Tätlichkeit sei der Beschwerdeführer gewesen ("[a]uch der Ehemann wurde wegen derselben Auseinandersetzung verurteilt [...] wegen Beschimpfung und Tätlichkeiten", indessen, worauf der Beschwerdeführer zu Recht hinweist, zum Nachteil der Beschwerdegegnerin und nicht des Kindes). Bei korrekter Sachverhaltsfeststellung hätte die Vorinstanz im Rahmen der Beurteilung der Obhutsfrage zwingend begründen müssen, weshalb ein strafrechtlich relevantes Verhalten gegenüber dem Sohn für die Zuteilung unerheblich sein sollte. Die Beschwerdegegnerin irrt, wenn sie ausführt, ihre Erziehungsfähigkeit habe damit nichts zu tun.