Citation: 8C_623/2007 22.08.2008 E. 3.1

Im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren sind grundsätzlich nur Rechtsverhältnisse zu überprüfen bzw. zu beurteilen, zu denen die zuständige Verwaltungsbehörde vorgängig verbindlich - in Form einer Verfügung - Stellung genommen hat. Insoweit bestimmt die Verfügung den beschwerdeweise weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand. Umgekehrt fehlt es an einem Anfechtungsgegenstand und somit an einer Sachurteilsvoraussetzung, wenn und insoweit keine Verfügung ergangen ist (BGE 131 V 164 E. 2.1, 125 V 413 E. 1a S. 414, 119 Ib 33 E. 1b S. 36, je mit Hinweisen). Streitgegenstand im System der nachträglichen Verwaltungsrechtspflege ist das Rechtsverhältnis, welches - im Rahmen des durch die Verfügung bestimmten Anfechtungsgegenstandes - den auf Grund der Beschwerdebegehren effektiv angefochtenen Verfügungsgegenstand bildet. Anfechtungs- und Streitgegenstand sind danach identisch, wenn die Verwaltungsverfügung insgesamt angefochten wird; bezieht sich demgegenüber die Beschwerde nur auf einzelne der durch die Verfügung bestimmten Rechtsverhältnisse, gehören die nicht beanstandeten - verfügungsweise festgelegten - Rechtsverhältnisse zwar wohl zum Anfechtungs-, nicht aber zum Streitgegenstand (BGE 131 V 164 E. 2.1 i.f. S. 165 mit Hinweis). 3.2 Im Verhältnis zwischen Verfügung und Einspracheentscheid ist nach Art. 52 ATSG grundsätzlich von einer Parallelität der Gegenstände auszugehen. Anders verhält es sich freilich, wenn eine Teilrechtskraft der Verfügung eintritt: Da das Einspracheverfahren, obgleich dem Verwaltungsverfahren zugehörig, Elemente der streitigen Verwaltungsrechtspflege aufweist, gilt hier das Rügeprinzip (BGE 131 V 407 E. 2.2.1 S. 413 mit Hinweisen). Die Verfügung des Versicherungsträgers tritt deshalb in Teilrechtskraft, soweit sie unangefochten bleibt und nicht von Amtes wegen überprüft wird (BGE 119 V 347; Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts U 152/01 vom 8. Oktober 2003, E. 3). Dementsprechend ist eine Verfügung, mit der gleichzeitig über den Anspruch auf Invalidenrente und auf Integritätsentschädigung entschieden wird, bezüglich der Integritätsentschädigung beschwerdeweise nicht mehr anfechtbar, wenn sich die Einsprache lediglich auf den Rentenanspruch bezog und hinsichtlich der Integritätsentschädigung keine Rechtsbegehren gestellt wurden (vgl. BGE 119 V 347 E. 1c S. 351; Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts U 152/01 vom 8. Oktober 2003, E. 3, mit Hinweis). 3.3 Gemäss Einsprache vom 29. Januar 2001 und ergänzender Einsprachebegründung vom 19. April 2001 steht mit Blick auf das entsprechende Rechtsbegehren fest, dass die durch einen Rechtsanwalt vertretene Versicherte die ursprüngliche Verfügung der Winterthur vom 28. Dezember 2000 einzig im Rentenpunkt angefochten und diesbezüglich mit Wirkung ab 1. Januar 2001 bzw. ab 1. Mai 1997 die Ausrichtung einer Invalidenrente nach UVG basierend auf einer Erwerbsunfähigkeit von mindestens 62% beantragt hat. Demnach ist die eben genannte Verfügung insoweit unangefochten in formelle Rechtskraft erwachsen, als die Winterthur damit der Beschwerdeführerin eine Integritätsentschädigung von Fr. 19'440.- zugesprochen hat. Der angefochtene Gerichtsentscheid ist folglich aufzuheben, soweit die Vorinstanz über den massgebenden Streitgegenstand hinaus in Missachtung der formellen Teilrechtskraft die Verfügung vom 28. Dezember 2000 auch in Bezug auf die zugesprochene Integritätsentschädigung aufgehoben hat. 3.4 Andererseits ist das kantonale Gericht auf die Beschwerde der Versicherten insoweit zu Unrecht eingetreten, als diese im vorinstanzlichen Verfahren (wie auch letztinstanzlich) unter anderem beantragte, sämtliche UVG-Leistungen - also auch die Taggeldleistungen - seien rückwirkend ab dem Unfalltag auf der Basis eines massgebenden Jahreseinkommens von mindestens Fr. 74'216.- bzw. Fr. 33'294.- neu zu bemessen. Da es die Beschwerdeführerin zuvor im Administrativverfahren unterlassen hatte, mit Einsprache vom 29. Januar 2001 und/oder ergänzender Einsprachebegründung vom 19. April 2001 gegen die Taggeldbemessung und somit gegen die Dispositiv-Ziffer 1 der Verfügung vom 28. Dezember 2000 irgend welche Einwände zu erheben bzw. deren Berichtigung zu beantragen, und weil der Taggeldanspruch ab Unfall bis Ende 1998 nicht Gegenstand dieser Verfügung gebildet hat, bleibt es in Bezug auf das Taggeld bis zu einem allfälligen Rentenbeginn oder bis zum folgenlosen Fallabschluss bei den von der Winterthur erbrachten Leistungen. Auf diesbezüglich weitergehende Begehren der Versicherten ist mangels eines entsprechenden Anfechtungsgegenstandes nicht einzutreten.