Citation: 2A.584/1999 30.06.2000 E. 4

4.- a) Die CROSEC untersucht, ob die Epic Invest Ltd. in ihrer Eigenschaft als Leitungsorgan des Dom-Fonds gegen Art. 25 Abs. 2 des Investmentfondsgesetzes ("Law on Investment Funds" in Verbindung mit Art. 3 Ziff. 2 des Privatisierungsfondsgesetzes) verstossen hat. Dieser sieht vor, dass es der Fondsleitung nach Errichtung des geschlossenen Fonds verboten ist, zusätzliche Fondsanteile zu kaufen; damit sollen Preismanipulationen durch die Fondsleitung verhindert werden, die für ihre Tätigkeit performance-abhängig entschädigt wird (Art. 33 des Privatisierungsfondsgesetzes). Diese Massnahme betrifft sowohl die Instituts- wie die Marktaufsicht, denn sie bezieht sich, wie die Bankenkommission zu Recht festgehalten hat, sowohl auf Pflichten der Fondsleitung als auch auf den Handel mit den entsprechenden Effekten. Beides fällt aber in den Zuständigkeitsbereich der CROSEC. b) aa) Die Bankenkommission hat die Verwendung der "Informationen ausschliesslich zur direkten Beaufsichtigung der Anlagefonds und der Börsen und des Effektenhandels" bewilligt (Ziff. 2 des Dispositivs). Die CROSEC hat sich entsprechend verpflichtet. Der in Art. 63 Abs. 2 lit. a AFG bzw. Art. 38 Abs. 2 lit. a BEHG statuierte Grundsatz der Spezialität ist damit eingehalten. Der Einwand der Beschwerdeführerin, die CROSEC habe die Amtshilfe lediglich für die direkte Überwachung des Börsen- und Effektenhandels verlangt, übersieht das Schreiben vom 2. Juni 1999, worin die CROSEC darauf hinwies, dass sie um die beantragten Auskünfte "in connection with possible violations of the Law on the Issuance and Circulation of Securities and the Privatization Investment Fund Law of Croatia" (Hervorhebung durch das Gericht) ersuche. bb) Aus dem Grundsatz der Spezialität und des "Prinzips der langen Hand" ergibt sich, dass die geliefer-ten Informationen nicht ohne vorgängige Zustimmung der schweizerischen Aufsichtsbehörde oder aufgrund einer Ermächtigung in einem Staatsvertrag an zuständige Behörden und an Organe, die mit im öffentlichen Interesse liegenden Aufsichtsaufgaben betraut sind, weitergeleitet werden dürfen (Art. 63 Abs. 2 lit. c AFG und Art. 38 Abs. 2 lit. c BEHG). Auch insofern ist der angefochtene Entscheid - entgegen den Ausführungen der Beschwerdeführerin - nicht zu beanstanden: Er enthält ausdrücklich eine entsprechende Auflage, und die CROSEC hat sich unzweideutig auf deren Einhaltung verpflichtet. Eine völkerrechtlich verbindliche Zusage wird vom schweizerischen Recht nicht verlangt; vielmehr ist die Amtshilfe nach der Rechtsprechung solange zulässig, als der Spezialitätsvorbehalt tatsächlich eingehalten wird und - wie hier - keine Anzeichen dafür bestehen, dass er im konkre-ten Fall missachtet werden könnte (BGE 126 II 126 E. 6b/bb S. 139, mit Hinweis). Die von der Beschwerdeführerin in diesem Zusammenhang erhobenen Einwände sind unbelegte Mutmassungen.