Citation: U 328/04 14.02.2005 E. 4

Mit ausführlicher Begründung erkannte die Vorinstanz zutreffend, dass nach der einschlägigen Praxis im Sinne von BGE 117 V 366 Erw. 6a auch dann die Adäquanz des Kausalzusammenhanges zwischen den über den 1. Januar 2002 hinaus geklagten gesundheitlichen Beeinträchtigungen mit dem Unfall vom 18. Juli 1998 zu verneinen ist, wenn das ursächliche Ereignis nicht nur als leichter, sondern mittelschwerer Unfall im Grenzbereich zu den leichten Unfällen qualifiziert werden müsste. Was die Beschwerdeführerin hiegegen vorbringt, ist unbegründet. 4.1 Von besonders dramatischen Begleitumständen oder einer besonderen Eindrücklichkeit des Unfalles kann, angesichts der Tatsache, dass das vom damals zukünftigen Ehemann der Versicherten gelenkte Fahrzeug in vorschriftsgemässem Schritttempo rückwärts bergauf fahrend nicht frontal, sondern nur mit der linken Heckseite auf einen Felsvorsprung auffuhr, nicht die Rede sein. 4.2 Entgegen der Beschwerdeführerin ist auch das Kriterium der Schwere oder besonderen Art der erlittenen Verletzungen nicht erfüllt. Obwohl sie nach eigenen Angaben sofort "Sterne sah", ihr übel wurde und und sie sich über Nacken- und Kopfschmerzen beklagte, diese Schmerzen in den Schulterbereich auszustrahlen begannen und zunehmend Konzentrationsstörungen, eine verminderte Belastbarkeit sowie eine erhöhte Ermüdbarkeit feststellbar waren, traten behandlungsbedürftige Beschwerden erst rund dreieinhalb Monate nach dem Unfall auf. Daran ändert nichts, dass die Versicherte beim Unfall angeblich auch mit dem Kopf an die Decke anstiess. Da jedenfalls keine frühzeitige oder gar notfallmässige ärztliche Versorgung des unfallbedingten Gesundheitsschadens erforderlich war und der Unfall - während fast drei Jahren - auch keine Arbeitsunfähigkeit zur Folge hatte, ist dieses Kriterium der Schwere oder besonderen Art der Verletzung nicht erfüllt. 4.3 Es lagen weder Dauerbeschwerden noch eine ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung vor. Abgesehen davon, dass anfänglich überhaupt keine behandlungsbedürftigen Beschwerden vorhanden waren, beschränkte sich die Versorgung der unfallbedingten Symptome ab 2. November 1998 während einem Jahr in unterschiedlichen Abständen (z.B. einmal pro Monat gemäss Bericht des Dr. H________ vom 21. Juni 1999) und mit beschwerdefreien Intervallen ausschliesslich auf chiropraktische Massnahmen. Soweit nicht unfallfremde Leiden (leichte Osteochondrose C6/7 mit leichten Diskusprotrusionen beidseits und leichte Hypothyreose bei Hashimoto-Thyreoiditis) eine weitere medizinische Behandlung erforderten, bedurfte die Versicherte bei Austritt aus der Höhenklinik gemäss Bericht vom 18. Juli 2000 nur noch wegen der limitierten Sitzdauer einer ambulanten Weiterführung der physiotherapeutischen Massnahmen und der Akupunkturmassage. Per 20. Dezember 2000 konnte die Behandlung wiederum abgeschlossen werden. Auch der die Akupunkturmassage durchführende C.________ berichtete am 31. Januar 2001 über beschwerdefreie Intervalle. Am 15. Mai 2001 erfolgte eine einmalige Konsultation beim Hausarzt Dr. med. S.________, welcher in seinem Bericht vom 2. Juli 2001 fest hielt, dass sich seine Patientin bei Bedarf wieder bei ihm melden werde und er eher nicht einen bleibenden Nachteil aus den behandelten Beschwerden prognostiziere. Der demgegenüber von der Beschwerdeführerin vertretene Standpunkt, seit sechs Jahren ständig an komplexen, regelmässig ärztliche Behandlung benötigenden Folgen des Unfalles vom 18. Juli 1998 zu leiden, lässt sich bei gegebener Aktenlage nicht begründen. 4.4 Auch von einem schwierigen Heilungsverlauf oder erheblichen Komplikationen kann nicht gesprochen werden. Soweit die Versicherte geltend macht, das Fehlen der notwendigen Erholungs- und Regenerationszeiten habe einen derartigen körperlich-psychischen Überempfindlichkeitszustand zur Folge gehabt, dass sie sich seit dem Unfall erstmals im Sommer 2000 während dem vierwöchigen stationären Aufenthalt in der Höhenklinik habe eine kurze Erholungspause gönnen können, ist festzuhalten, dass ihre Unterfunktion der Schilddrüse (Hypothyreose) im Verlauf des Aufenthalts in der Höhenklinik medikamentös eingestellt werden konnte und die zuvor geklagte nachmittägliche Müdigkeit in der Folge vollständig verschwand. Im Übrigen ist auf das in Erwägung-Ziffer 4.3 Gesagte zu verweisen. Dafür, dass es zu einer Chronifizierung und Progredienz der Beschwerden gekommen sei, weil die Winterthur die Beschwerdeführerin nicht ernst genommen habe, lassen sich den Akten keinerlei Anhaltspunkte entnehmen. Gegen einen während sechs Jahren seit dem Unfall kontinuierlich schwierigen Heilungsverlauf und anhaltend komplexe unfallbedingte Dauerbeschwerden sprechen auch die Umstände, dass die Versicherte im September 2000 ihren Lebenspartner heiratete, im August 2001 zum ersten und gegen Ende Juni 2003 zum zweiten Mal schwanger wurde. 4.5 Schliesslich ist auch das Kriterium des Grades und der Dauer der Arbeitsunfähigkeit nicht erfüllt. Unmittelbar im Anschluss an den Unfall war die Versicherte während knapp drei Jahren - trotz ihrer in einem Vollpensum ausgeübten, intellektuell anstrengenden Tätigkeit als diplomierte Ingenieurin - abgesehen vom stationären Aufenthalt in der Höhenklinik im Sommer 2000 nie wegen ihren geklagten Unfallfolgen arbeitsunfähig. Sodann attestierte ihr der Hausarzt ab 5. Juli 2001 bis zur Geburt ihres ersten Kindes wegen Erschöpfung eine Arbeitsunfähigkeit von 50 %. Unter diesen Umständen ist im Zeitpunkt der Adäquanzprüfung (Erw. 3 hievor) nicht von einer in Bezug auf Grad und Dauer erheblichen unfallbedingten Arbeitsunfähigkeit auszugehen. 4.6 Zusammenfassend steht nach dem Gesagten fest, dass weder einem einzigen Kriterium ausschlaggebendes Gewicht zukommt noch mehrere Kriterien in gehäufter oder auffallender Weise erfüllt sind (vgl. BGE 117 V 366 Erw. 6b mit Hinweis), weshalb die Adäquanz des Kausalzusammenhanges der ab 1. Januar 2002 geklagten Beschwerden mit dem Unfall zu verneinen ist. Demnach ist die vorinstanzlich bestätigte Einstellung sämtlicher Leistungen für die Folgen des Unfalles vom 18. Juli 1998 durch die Winterthur per Ende 2001 nicht zu beanstanden.