Citation: I 789/04 22.12.2005 E. 3

Der Invaliditätsgrad ist mithin anhand eines reinen Einkommensvergleichs zu ermitteln. 3.1 In Bezug auf den Gesundheitszustand und die noch zumutbare Arbeitsfähigkeit stützte sich die Vorinstanz zu Recht auf das überzeugende und schlüssige interdisziplinäre Gutachten der MEDAS vom 1. April 2003, das alle rechtsprechungsgemäss erforderlichen Kriterien für eine beweiskräftige medizinische Entscheidgrundlage erfüllt und dem mithin volle Beweiskraft zukommt (BGE 125 V 352 ff Erw. 3). Danach leidet die Beschwerdeführerin an multilokulären Schmerzen am Bewegungsapparat: - deutliche mediane Gonarthrose beidseits (ICD-10:M17.9), - chronisches zervikovertebrales und lumbovertebrales Schmerzsyndrom unspezifischer Ursache (ICD-10:M54,4); an morbider Adipositas und an einer depressiven Störung leichten Grades (ICD-10 F32.01) mit somatischem Syndrom, vorwiegend reaktiv bedingt bei somatischer Grunderkrankung. Im angestammten Beruf als Küchenhilfe und im Reinigungsdienst ist sie nicht mehr arbeitsfähig. Aufgrund dieser Expertise nahm die Vorinstanz eine Restarbeitsfähigkeit von 70 % an in einer körperlich leichten, wechselbelastenden Tätigkeit mit vorwiegendem Sitzen, teilweisem Stehen und Gehen ohne repetitive Treppenbenutzung und ohne repetitives Heben, Stossen oder Ziehen von Lasten mit mehr als 3-5 kg. Dies ist nicht zu beanstanden. Der Einwand der Beschwerdeführerin, wonach sie sich aufgrund ihrer starken und dauernden Schmerzen nicht vorstellen könne, ein Arbeitspensum von 70 % zu bewältigen, vermag nichts zu ändern, zumal auch die psychische Beeinträchtigung in der interdisziplinären Gesamtbeurteilung der Arbeitsfähigkeit Berücksichtigung fand. 3.2 Für die Berechnung des ohne Gesundheitsschaden hypothetisch erzielbaren Einkommens (Valideneinkommens) ging die Vorinstanz vom Einkommen aus, welches die Versicherte bei einem Beschäftigungsgrad von 60 % im Jahre 2001 im Hausdienst erzielt hatte (Durchschnitt der Monate Januar bis Juni 2001). Dieses belief sich auf Fr. 2224.95 pro Monat und wurde nicht bestritten. Nachdem die Versicherte jedoch gemäss Fragebogen für den Arbeitgeber (vom 23. November 2001) im Jahre 2001 krankheitsbedingt nie voll gearbeitet hatte (vgl. auch Arztbericht des Dr. med. R.________ vom 10. März 2002) und da unregelmässige Zulagen (Zulage bis 90 Stunden) Lohnbestandteil bildeten, kann nicht darauf abgestellt werden. Vielmehr rechtfertigt es sich, den Bruttolohn des Jahres 2000 von Fr. 28'775.65 (für 60 %) inklusive 13. Monatslohn heranzuziehen. Aufgerechnet auf eine Vollzeitbeschäftigung unter Berücksichtigung der Lohnentwicklung bis zum Zeitpunkt eines möglichen Rentenbeginns im Jahr 2001 (Nominallohnindex Frauen 1997-2002, Tabelle T 1.2.93, Abschnitt G,H) ergibt sich ein Jahreseinkommen von Fr. 49'259.25 (Fr. 28'775,65 : 6 x 10 : 107,0 x 109,9 ), entsprechend Fr. 4104.95 pro Monat. 3.3 Das hypothetische Invalideneinkommen wurde richtigerweise unter Beizug der statistischen Werte der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) erhoben (BGE 129 V 475 Erw. 4.2.1 mit Hinweisen). Der Versicherten ist grundsätzlich jede leichte, leidensangepasste Tätigkeit zumutbar, weshalb ihr hinsichtlich der Erzielung eines Invalideneinkommens in diesem Rahmen der gesamte Arbeitsmarkt offen steht. Inwiefern vorliegend nicht mit dem Zentralwert der LSE zu rechnen sein soll, wie die Beschwerdeführerin geltend macht, sondern vielmehr von einem Wert im unteren Bereich auszugehen sei, beispielsweise für die Herstellung von Lederwaren und Schuhen oder für das Gastgewerbe, ist nicht nachvollziehbar. Gemäss LSE 2000 belief sich der durchschnittliche Frauenlohn nach Tabelle TA 1 für einfache, repetitive Tätigkeiten (Anforderungsniveau 4) auf Fr. 3658.-. Angepasst an die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41,7 Stunden (Die Volkswirtschaft 10/2004 S. 90 Tabelle B9.2) sowie die Lohnentwicklung im Jahre 2001 von 2,5 % (a.a.O., S. 91 Tabelle B 10.3) und bei einem zumutbaren Arbeitspensum von 70 % ergibt sich ein mögliches Einkommen von Fr. 2736.16 (Fr. 3658.- : 40 x 41,7 x 0,7 x 1,025). Angesichts der behinderungsbedingten Einschränkungen (nur noch leidensangepasste Arbeit gemäss MEDAS-Gutachten) ist mit Blick auf die massgebliche Rechtsprechung (BGE 126 V 75 ff.) ein leidensbedingter Abzug von 10 % gerechtfertigt. Damit ist es der Versicherten noch zumutbar, ein Erwerbseinkommen von Fr. 2462.55 pro Monat zu erzielen. Im Vergleich zum Valideneinkommen von Fr. 4104.95 resultiert ein Invaliditätsgrad von 40 %, womit der Beschwerdeführerin eine Viertelsrente der Invalidenversicherung zusteht. 3.4 Nachdem die Versicherte gemäss Arztbericht des Dr. med. R.________ (vom 10. März 2002) seit 16. Oktober 2000 in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit, ununterbrochen zwischen 50 % und 100 % arbeitsunfähig war, ist die Rente in Anwendung von Art. 29 Abs. 2 IVG in Verbindung mit Art. 29 Abs. 1 lit b IVG ab 1. Oktober 2001 auszurichten (BGE 130 V 99 Erw. 3.2 mit Hinweisen).