Citation: 9C_244/2023 E. 4.1

4.1. Das kantonale Gericht erwog, die A.________ GmbH habe keine weiteren Belege für eine betriebliche Nutzung der beiden Liegenschaften eingereicht oder angeboten, obwohl die von ihr aufgelegten bereits im Einspracheverfahren als ungenügend eingestuft worden seien. Hätte eine solche regelmässig stattgefunden, wäre die Beibringung echtzeitlicher Belege ohne weiteres möglich gewesen, beispielsweise in der Form von Lieferscheinen an diese Adressen, Teilnahmebestätigungen für Veranstaltungen an diesen Orten etc. Es sei damit nicht überwiegend wahrscheinlich erstellt, dass die Liegenschaften betrieblich genutzt worden bzw. die Mietauslagen betrieblich begründet gewesen seien. Da die Kosten für die private Wohnnutzung in gleicher oder ähnlicher Weise auch ohne die Erwerbstätigkeit anfallen würden, stellten sie keine Unkosten im Sinne von Art. 9 AHVV dar. Dennoch seien die Mietaufwände nicht dem massgebenden Lohn der Geschäftsführerin zuzurechnen, denn die Wohnauslagen seien nicht aufgrund der geleisteten Arbeit übernommen worden: Die Gesellschaft habe die Zahlungen nicht als Lohn qualifiziert und C.________ in der hier interessierenden Zeit mit brutto Fr. 180'000.- (2015), Fr. 160'227.- (2016), Fr. 150'111.- (2017), Fr. 130'111.- (2018) und Fr. 130'111.- (2019) auch keinen unangemessen tiefen Lohn ausgerichtet. Es sei damit überwiegend wahrscheinlich, dass die geschäftsmässig nicht begründeten Mietaufwendungen keinen Teil des Entgelts für die erbrachte Arbeitsleistung bildeten. Die Finanzierung von grosszügigen Zweit- oder Ferienwohnungen neben einem nicht offensichtlich zu tiefen Lohn entspreche nicht einer im Rahmen des Arbeitsverhältnisses normalerweise erbrachten Leistung des Arbeitgebers. Ein Arbeitnehmer, der nicht 100 % Anteilseigner sei, bekäme eine solche Leistung nicht. Es liege eine (verdeckte) Gewinnausschüttung vor, die ihren Grund nicht im Arbeits-, sondern allein im Gesellschaftsverhältnis habe. Daran ändere auch nichts, dass im massgebenden Zeitraum (d.h. von 2015 bis 2019) der deklarierte Lohn ab- und die Mietaufwendungen zugenommen hätten. Dieses Ergebnis decke sich mit dem Steuerrecht, auch wenn die Steuerbehörden, soweit ersichtlich, bisher keine Aufrechnung vorgenommen bzw. die Steuererklärungen von C.________ in der Vergangenheit offenbar nicht korrigiert hätten.