Citation: U 184/06 27.09.2006 E. 3

3.1 Es steht fest (Schadenmeldung UVG des Spezialarztes FMH Chirurgie Dr. med. R.________ vom 29. März 2005), dass die Beschwerdegegnerin am 25. Februar 2005 eine Meniskusläsion (welche am 22. März 2005 operativ behandelt wurde) und damit eine Verletzung gemäss Art. 9 Abs. 2 lit. f UVV ("Meniskusriss") erlitten hat. Strittig und zu prüfen ist, ob die Blessur auf ein unfallähnliches Ereignis gemäss den in Erw. 1 und 2 hievor dargelegten Bestimmungen und Grundsätzen zurückzuführen ist. Die Beschwerdeführerin verneint dies mit der Begründung, die Körperschädigung sei beim "ganz normale(n) Niederknien" eingetreten. 3.2 In tatsächlicher Hinsicht ist - wie schon von der Vorinstanz erkannt - überwiegend wahrscheinlich, dass die als Lageristin tätige Beschwerdegegnerin am 25. Februar 2005 beim Verräumen von Faltkartons mit einem 50 cm hohen und mehr als 8 kg schweren Bund Schachteln in den Händen niedergekniet ist, wobei sie sich den Meniskusriss zugezogen hat. Im Rahmen der Beweiswürdigung kommt den ersten Angaben der Beschwerdegegnerin im Sinne der Beweismaxime der "Aussagen der ersten Stunde" (vgl. statt vieler RKUV 2004 Nr. U 524 S. 546 [U 236/03]) erhebliches Gewicht zu. Sie hat zweimal - am 13. und am 21. März 2005 - spontan und übereinstimmend einen Fehltritt angegeben. Die darauf beruhenden Angaben des Arztes sind im Sinne von Indizien ebenfalls zu berücksichtigen. Auf Grund der zeitlichen Nähe zum Ereignis sind bewusste oder unbewusste Überlegungen versicherungsrechtlicher Art wenig wahrscheinlich. Laut Schadenmeldung UVG des Dr. med. R.________ vom 29. März 2005 machte die Beschwerdegegnerin einen Fehltritt während der Arbeit beim Verschieben von Schachteln; dabei hat sie das linke Kniegelenk verdreht. Die Sachverhaltsdarstellung des behandelnden Arztes stimmt mit den Angaben der Beschwerdegegnerin im "Fragebogen Unfallbegriff" (vom 21. März 2005) überein; die Versicherte erklärt dort, sie habe einen Fehltritt beim Verschieben von Kartonschachteln gemacht, wobei sie sich das Knie verrenkt habe. Die gegenteilige und von der Versicherten zurückgenommene Version vom 25. April 2005 gegenüber dem Schadenexperten vermag hiegegen nicht aufzukommen. Insgesamt ist davon auszugehen, dass durch das Niederknien mit einem 8 kg schweren Bund Schachteln in den Händen, begleitet von einem "Fehltritt" (Unfallmeldung vom 13. März 2005 und Fragebogen Unfallbegriff vom 21. März 2005), eine überlastende Änderung der Körperlage stattgefunden hat, der jedenfalls ein gegenüber dem normalen Gebrauch der Körperteile gesteigertes Gefährdungspotenzial innewohnte (BGE 129 V 470 Erw. 4.2.2 und 4.3.3), welches sich hier realisierte. Demnach ist ein äusseres Ereignis im Sinne von Art. 9 Abs. 2 UVV zu bejahen und der angefochtene Entscheid hält zumindest im Ergebnis vor Bundesrecht stand. Ob auch ohne Fehltritt im Sinne des vorinstanzlichen Entscheids auf unfallähnliche Körperschädigung zu erkennen wäre, wenn der Fehltritt beweismässig ausser Acht zu bleiben hätte, kann offen bleiben.