Citation: 4A_611/2016 E. 2

Das Rechtsschutzinteresse an einer Klage (Art. 59 Abs. 2 lit. a ZPO) wird als Prozessvoraussetzung von Amtes wegen geprüft (Art. 60 ZPO). Auch eine obere kantonale Instanz hat Prozessvoraussetzungen somit ohne entsprechende Rügen zu prüfen (vgl. betreffend die sachliche Zuständigkeit als Prozessvoraussetzung: Urteil 4A_100/2016 vom 13. Juli 2016 E. 2.1.1 mit Hinweisen, nicht publ. in: BGE 142 III 515). Das Bezirksgericht - und mit ihm die Vorinstanz implizit - sind zu Recht davon ausgegangen, dass es einer Feststellung über den Rechtsanspruch der Beschwerdeführerin auf Ernennung eines Experten bedarf, weil sonst das diesbezüglich von der Zürcher Handelskammer ausgesetzte Verfahren nicht fortgesetzt werden kann. Ohne weitere Begründung ist das Bezirksgericht auch auf die Klage eingetreten, soweit die Feststellung verlangt wurde "für die Bestimmung des Marktwertes der 130 klägerischen Aktien" und es prüfte entsprechend, ob ein Kaufrecht an allen 130 Aktien oder gemäss der Auffassung des Beschwerdegegners nur an 60 % davon, also an 78 Aktien, besteht. Gemäss Ziffer 1 seines Dispositivs stellte es fest, " dass für die Bestimmung des Marktwertes von 130 klägerischen Aktien des Beklagten ein Experte zu ernennen ist ". Da die Vorinstanz von einer Verwirkung des Kaufrechts ausging, äusserte sie sich nicht mehr dazu, " wie viele Aktien des Beklagten gemäss Ziff. 13.6.3. ABV vom Kaufrecht allenfalls betroffen gewesen wären ". Die Beschwerdeführerin geht selber davon aus, betreffend den " Umfang der Kaufoption " werde die Sache wohl an die Vorinstanz zurückzuweisen sein. Eine solche Rückweisung kann indessen unterbleiben. Für die Frage, in welchem Umfang gemäss ABV ein Kaufrecht besteht, ob für 130 oder nur für 78 Aktien, besteht das oben erwähnte Feststellungsinteresse nämlich nicht. Ein solches könnte nur bestehen, wenn die Durchführung der Expertise vom Umfang der zu veräussernden Aktien abhängen würde. Solches wurde nicht geltend gemacht und ist aufgrund des ABV auch nicht ersichtlich. Ob die Beschwerdeführerin schliesslich gestützt auf den in der Expertise ermittelten Wert einer Aktie einen Anspruch auf Kauf von 130 Aktien oder nur von 78 Aktien hat, ist gegebenenfalls im Rahmen einer gewöhnlichen Leistungsklage zu beurteilen. Diesbezüglich hätte bereits das Bezirksgericht nicht auf die Klage eintreten dürfen, was vorliegend zu korrigieren ist.