Citation: U 353/02 30.05.2003 E. 3

3.1 Gemäss Bericht des SUVA-Mitarbeiters über die Befragung der Versicherten vom 23. Oktober 2000 ereignete sich der Unfall vom 3. September 2000, als sie mit ihrem Personenwagen in einer stehenden Kolonne anhalten musste. Die Lenkerin des von hinten herannahenden Autos konnte nicht rechtzeitig abbremsen und fuhr auf den Personenwagen der Versicherten auf. Die Karrosserie des Autos der an der Kollision beteiligten Fahrerin senkte sich beim Bremsmanöver vorne; dadurch wurde der Personenwagen der Versicherten "unterfahren", und als sich das Fahrzeug der Kollisionsbeteiligten wieder anhob, schob es mit der Stossstange das Heck des Autos der Versicherten in die Höhe. Die beiden Fahrzeuge wiesen lediglich geringfügige Schäden auf. Unmittelbar nach der Auffahrkollision verspürte die Versicherte Schmerzen im Kopf-, Nacken- und Schulternbereich, weshalb sie am nächsten Tag Dr. S.________ aufsuchte. 3.2 Auf Grund des augenfälligen Geschehensablaufs und der von der Versicherten erlittenen Verletzung ist der Unfall vom 3. September 2000 im Rahmen der Einteilung, wie sie für die Belange der Adäquanzbeurteilung rechtsprechungsgemäss vorzunehmen ist, mit der Vorinstanz dem mittleren Bereich zuzuordnen, dabei aber im Grenzbereich zu den leichten Unfällen anzusiedeln. Daran vermögen die Ausführungen zum Unfallhergang in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde der Versicherten, die sich nur teilweise mit den Angaben gegenüber der SUVA vom 23. Oktober 2000 decken, nichts zu ändern. Vom Beizug eines unfallanalytischen Gutachtens ist abzusehen, da hievon keine neuen Erkenntnisse zum Ablauf des Ereignisses erwartet werden können. Damit die Adäquanz des Kausalzusammenhangs bejaht werden könnte, müsste somit ein einzelnes der in die Beurteilung einzubeziehenden Kriterien (BGE 117 V 367 Erw. 6a) in besonders ausgeprägter Weise erfüllt sein oder die zu berücksichtigenden Kriterien müssten in gehäufter oder auffallender Weise gegeben sein (BGE 117 V 367 f. Erw. 6b). 3.3 Der Unfall ereignete sich weder unter dramatischen Begleitumständen noch ist er als besonders eindrücklich zu bezeichnen. Die erlittene Verletzung kann nicht als schwer gelten, und in Anbetracht des nicht sehr ausgeprägten Beschwerdebildes sowie der nicht überaus gravierenden Auswirkungen der Verletzung auf den Alltag der Versicherten und ihre Persönlichkeit (vgl. BGE 117 V 369) ist das Vorliegen des Kriteriums der besonderen Art der erlittenen Verletzung zu verneinen. Die Dauer der ärztlichen Behandlung erweist sich nicht als ungewöhnlich lang, auch wenn die nach Abschluss des Falles durch die SUVA erforderlichen Therapien mit berücksichtigt werden. Entgegen der Auffassung des kantonalen Gerichts besteht kein Anlass, diesbezüglich zusätzliche Abklärungen zu treffen, da eine Behandlungsbedürftigkeit während zwei bis drei Jahren nach Schleudertrauma der HWS durchaus üblich ist. Eine ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmerte, liegt sodann nicht vor. Der Heilungsverlauf ist ferner nicht als schwierig zu qualifizieren, und erhebliche Komplikationen blieben aus. Als erfüllt betrachtet werden kann das Kriterium der Dauerbeschwerden, wenn auch, wie die Vorinstanz zutreffend festhält, nicht in besonders ausgeprägter Weise. Ebenso gegeben ist das Kriterium des Grades und der Dauer der Arbeitsunfähigkeit, war die Versicherte doch nach dem Unfall zunächst während zweier Monate voll und anschliessend dauernd zu 50 % arbeitsunfähig. Auch wenn mit dem kantonalen Gericht auf den nach Erlass des Einspracheentscheides erstatteten Bericht des Dr. R.________ vom 27. August 2001 abgestellt wird, wonach infolge eines posttraumatischen zerviko-zephalen Schmerzsyndroms weiterhin eine hälftige Arbeitsunfähigkeit bestand und überdies dem Umstand Rechnung getragen wird, dass die Versicherte seit 1. September 2001 bei einem Invaliditätsgrad von 50 % eine halbe Rente der Invalidenversicherung bezieht, kann nicht gesagt werden, das Kriterium des Grades und der Dauer der Arbeitsunfähigkeit sei in besonders ausgeprägter Weise erfüllt (vgl. die Zusammenstellung in RKUV 2001 Nr. U 442 S. 544). Von weiteren Abklärungen zu diesem Punkt ist entgegen dem kantonalen Gerichtsentscheid ebenfalls abzusehen. Sind somit lediglich zwei der unfallbezogenen Kriterien in nicht besonders ausgeprägter Weise erfüllt, ist die Adäquanz des Kausalzusammenhangs zu verneinen: Auf Grund einer Gesamtwürdigung kommt dem Unfall vom 3. September 2000 keine massgebende Bedeutung für die anhaltenden Beschwerden zu, welche die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit der Versicherten einschränken.