Citation: 6B_1152/2013 E. 12.2

12.2. Gemäss Art. 52 StGB ("Fehlendes Strafbedürfnis") sieht die zuständige Behörde von einer Strafverfolgung, einer Überweisung an das Gericht oder einer Bestrafung ab, wenn Schuld und Tatfolgen geringfügig sind. Die Regelung ist zwingender Natur. Erachtet das Gericht die Voraussetzungen dieser Bestimmung als erfüllt, so erfolgt nicht ein Freispruch, sondern ein Schuldspruch unter Verzicht auf Strafe (BGE 135 IV 130 E. 5.3.2). Eine Strafbefreiung gemäss Art. 52 StGB kommt nur in Frage, wenn keinerlei Strafbedürfnis besteht. Das Verhalten des Täters muss im Quervergleich zu typischen unter denselben Straftatbestand fallenden Taten insgesamt als unerheblich erscheinen, so dass ein Strafbedürfnis offensichtlich fehlt (BGE 135 IV 130 E. 5.3.3). Das inkriminierte Verhalten erscheint im Quervergleich zu den typischen Fällen, in welchen der Täter Geld für den Verzicht auf Erstattung einer Strafanzeige fordert, unter dem Gesichtspunkt der Schuld nicht als unerheblich. Die Behauptung des Beschwerdeführers, er hätte den Betrag von Fr. 500.-- der Strassenopferhilfe gespendet, erachtete die erste Instanz als unglaubhaft (erstinstanzliches Urteil S. 933).