Citation: 2C_452/2015 E. 2.2.4

2.2.4. Dies ruft nach einer Gesamtschau unter Berücksichtigung aller entscheidwesentlichen Umstände im konkreten Einzelfall (Urteile 2C_303/2014 vom 20. Februar 2015 E. 6.1; 2C_888/2011 vom 20. Juni 2012 E. 3.1). Der Befristung der Nachzugsmöglichkeit trägt (auch) Züge der Einwanderungsbegrenzung: So will Art. 43 AuG zwar den Niedergelassenen ein gemeinsames Familienleben in der Schweiz ermöglichen. Wenn eine Familie aber aus freien Stücken während Jahren getrennt gelebt hat, spricht dies gegen ein ausgeprägtes Interesse am gemeinsamen Familienleben (Urteil 2C_914/2014 vom 18. Mai 2015 E. 4.1). Es bedarf deswegen stichhaltiger Gründe, die zum Wohle der Familie eine andere Lösung erforderlich machen. Von nicht zu schützendem Rechtsmissbrauch kann unter Umständen ausgegangen werden, wenn das Gesuch um Nachzug des Kindes (erst) kurz vor Erreichen des erwerbsfähigen Alters gestellt wird und in Wirklichkeit nicht eine echte Familienzusammenführung beabsichtigt ist (BGE 136 II 497 E. 4.3 S. 506 ff., im konkreten Fall verneint; Urteil 2C_888/2011 vom 20. Juni 2012 E. 3). Rein wirtschaftliche Überlegungen (so namentlich der Zugang zum hiesigen Arbeitsmarkt) bilden keine "wichtigen familiären Gründe", aus welchen ein Nachzug zu gewähren wäre (zit. Urteil 2C_888/2011 E. 3.2).