Citation: 7B_118/2022 E. 9.3

9.3. Der Beschwerdeführer sieht einen schweren Verfahrensfehler des Verfahrensbeteiligten sodann mitunter darin, dass dieser die zentralen Sachverhaltselemente gar nie untersucht und trotz des Vorliegens entlastender Beweise zur Schlusseinvernahme vorgeladen respektive Anklage erhoben habe. Entgegen der Rügen des Beschwerdeführers ist die Vorinstanz darauf zu Recht nicht weiter eingegangen. Die Anklageerhebung ist nach dem ausdrücklichen Willen des Gesetzgebers nicht - auch nicht über das Ausstandsverfahren - anfechtbar (Art. 324 Abs. 2 StPO; vgl. dazu bereits Urteil 7B_117/2022 vom 24. Juli 2023 E. 2.4). Ob tatsächlich "keine Beweise" für das zur Anklage gebrachte Verhalten des Beschwerdeführers vorliegen respektive die erhobenen Vorwürfe sogar "beweismässig widerlegt worden sind", wie der Beschwerdeführer meint, ist nicht im Rahmen des Ausstandsverfahrens, sondern im Hauptverfahren durch das Sachgericht zu entscheiden. Das Argument, der Verfahrensbeteiligte wolle sich gerade die "fehlende Überprüfungsmöglichkeit der Anklageerhebung zunutze machen, um - ohne irgendwelchen Aufwand betreiben zu müssen - einen langjährigen und lästigen Fall vom Tisch zu bringen", verfängt nicht (vgl. bereits E. 5 hiervor). Dem Beschwerdeführer ist zwar zuzugestehen, dass der Verfahrensbeteiligte insoweit einen Verfahrensfehler begangen hat, als er bereits verjährte Ehrverletzungsdelikte zur Anklage brachte. Dies hat auch die Vorinstanz festgehalten und zugleich zu Recht erwogen, dies stelle jedenfalls keinen derart schweren Verfahrensfehler dar, der seinen Ausstand rechtfertigen würde. Es wurde bereits darauf hingewiesen, dass fehlerhafte Verfügungen und Verfahrenshandlungen für sich grundsätzlich keinen Anschein der Voreingenommenheit im Sinne von Art. 56 lit. f StPO begründen (vgl. E. 4 hiervor). Dass der Verfahrensbeteiligte absichtlich verjährte Delikte zur Anzeige gebracht habe, behauptete auch der Beschwerdeführer nicht.