Citation: 5A_740/2014 E. 8.2

8.2. Das Obergericht ist davon ausgegangen, das Wegrecht habe für die Beklagte nur noch einen unverhältnismässig geringen Nutzen. Diesen Tatbestand erfasst Art. 736 Abs. 2 ZGB, wonach die Dienstbarkeit gegen Entschädigung ganz oder teilweise abgelöst werden kann, wenn ein Interesse des Berechtigten zwar noch vorhanden, aber im Vergleich zur Belastung von unverhältnismässig geringer Bedeutung ist. Verteidigt die Beklagte somit geldwerte Interessen, die durch Art. 736 Abs. 2 ZGB geschützt werden sollen, kann ihr kein rechtsmissbräuchliches Verhalten vorgeworfen werden (vgl. BGE 123 III 200 E. 2b/aa S. 203; für den Fall der Verlegung eines Wegrechts: Urteil 5A_178/2011 vom 21. April 2011 E. 4.2, in: ZBGR 93/2012 S. 265).