Citation: 6B_1148/2023 E. 4.4.1

4.4.1. Die Vorinstanz unterteilt die Tatvorwürfe in drei Sachverhaltskreise. Bezüglich des ersten Sachverhaltskreises betreffend die B.________ AG legt sie im angefochtenen Entscheid dar, dass die K.________ GmbH, für welche der Beschwerdeführer zeichnete, als Revisionsstelle der B.________ AG im Handelsregister eingetragen war. In dieser Funktion hielt der Beschwerdeführer in der Überschuldungsanzeige vom 24. Januar 2005 an das Bezirksgericht Arlesheim u.a. fest, die B.________ AG sei per 31. August 2004 überschuldet, "zumal bereits aus dem Vorjahr 2003 ein Verlust von CHF 1'396'696.11 (!) besteht". Weiter erwähnte er darin, dass "der Revisionsbericht des Jahres 2003 bis heute nicht erstellt werden konnte, weil unser beantragter Kostenvorschuss in Höhe von CHF 2'152.00 nicht geleistet und zudem das Rechnungswesen des Jahres 2003 noch nicht bereinigt und beendet wurde". Im Schreiben vom 16. Februar 2005 an das Konkursamt des Kantons Baselland erwähnte er, die A.________ & Partner AG sei mit der Erstellung des Rechnungswesens für die B.________ AG beauftragt worden; obschon das Belegmaterial der B.________ AG für das Jahr 2004 vollständig und weitestgehend sortiert vorliege, habe das Rechnungswesen nicht aussagekräftig fertig gestellt werden können, weil "unsere Honorarzahlungen nicht in genügender Weise erfolgt" seien. Diese Angaben waren gemäss der Vorinstanz falsch, da es sich bei der B.________ AG in Wahrheit um eine schon seit längerem (wenn nicht sogar zeit ihres Bestehens) vollkommen inaktive und finanziell längst ausgehöhlte Gesellschaft handelte (angefochtenes Urteil E. 4.4.1 S. 45 f.). Gleichzeitig trat der Beschwerdeführer bzw. die A.________ & Partner AG als Vertreterin der fiktiven Arbeitnehmer der B.________ AG auf. Als solcher setzte er im Dezember 2004 die angeblich offenen Lohnforderungen gegen die B.________ AG in Betreibung (angefochtenes Urteil E. 4.4.1 S. 45). Die Vorinstanz geht davon aus, nicht der im Handelsregister eingetragene J.________, sondern der Beschwerdeführer habe faktisch über die B.________ AG bestimmt, wobei sie für die Verflechtungen dieser Gesellschaft mit dem Beschwerdeführer auf das erstinstanzliche Urteil verweist (angefochtenes Urteil S. 46 f.). Hinsichtlich der Sachverhaltskreise zwei (C.________ GmbH, D.________ GmbH, E.________ GmbH und F.________ GmbH) und drei (G.________ GmbH und H.________ GmbH) ergibt sich aus dem angefochtenen Entscheid, dass der Beschwerdeführer über ein Treuhandmandat Einfluss auf mehrere stillgelegte, sog. O.________-Gesellschaften erlangte, die er umfirmierte und aus welchen die Mantelgesellschaften hervorgingen. Der Beschwerdeführer veranlasste die Domizilverlegung auf verschiedene Kantone und setzte Strohpersonen ohne jede Geschäftserfahrung als Geschäftsführer ein, von welchen er sich bzw. der A.________ & Partner AG umfassende Handels- und Vertretungsvollmachten erteilen liess, gestützt auf die er gegenüber den Betreibungsämtern und in den Konkursverfahren als Vertreter der Mantelgesellschaften auftrat und zur Vortäuschung von Arbeitsverhältnissen und offenen Lohnforderungen beitrug (angefochtenes Urteil E. 4.4.2.1 S. 47 f. und E. 4.4.3.1 S. 53). Letzteres tat er beispielsweise, indem er die auf seine Anweisung hin von den Betreibungsämtern nicht an die inaktiven Mantelgesellschaften ohne Büroräumlichkeiten und Personen vor Ort, sondern an die A.________ & Partner AG als deren Vertreterin zugestellten Zahlungsbefehle für angebliche Lohnforderungen wider besseres Wissen akzeptierte, d.h. keinen Rechtsvorschlag erhob (vgl. angefochtenes Urteil S. 50 f.), bei den konkursamtlichen Einvernahmen als Vertreter der konkursiten Gesellschaften auftrat und in blumigen Worten die Gründe für deren vermeintliches wirtschaftliches Scheitern schilderte (angefochtenes Urteil S. 51) oder in einem Schreiben an das Konkursamt Thurgau angab, die G.________ GmbH habe von November 2005 bis Februar 2006 vier gut bezahlte Mitarbeitende beschäftigt (angefochtenes Urteil S. 57). Die Vorinstanz zeigt weiter auf, dass der Beschwerdeführer auch im Hintergrund agierte, da er beispielsweise der Verfasser der fingierten Arbeitsverträge (angefochtenes Urteil E. 4.3.4 S. 43 und E. 4.3.6 S. 44), von rein fiktiver Korrespondenz zwischen den Pseudo-Geschäftsführern und der fiktiven Belegschaft zwecks Geltendmachung der Lohnforderungen (vgl. angefochtenes Urteil S. 40) und von Überschuldungsanzeigen der Pseudo-Geschäftsführer in den Sachverhaltskreisen zwei und drei war (angefochtenes Urteil S. 40 f.). Damit trug der Beschwerdeführer aktiv zur Vortäuschung der Geschäftstätigkeit und der für die Auszahlung von Insolvenzentschädigungen erforderlichen weiteren Voraussetzungen bei. Die Vorinstanz begründet im angefochtenen Entscheid anhand der Akten, namentlich auch der Unterlagen aus den Betreibungs- und Konkursverfahren sowie der beim Beschwerdeführer beschlagnahmten Dokumente, überzeugend, weshalb sie zur Erkenntnis gelangt, der Beschwerdeführer habe im ganzen Betrugskonstrukt eine wichtige Rolle inne gehabt und er sei der Spiritus Rector und Strippenzieher hinter den Insolvenzbetrügen gewesen, auch wenn er bei der B.________ AG gegen aussen "lediglich" als Vertreter der fiktiven Arbeitnehmer sowie angeblicher Revisor und Buchhalter der vermeintlichen Arbeitgeberin und in den Sachverhaltskreisen zwei und drei im Wesentlichen nur als bevollmächtigter Vertreter der Mantelgesellschaften in Erscheinung trat, und dass er von den beantragten Insolvenzentschädigungen auch finanziell profitierte bzw. profitieren wollte.