Citation: 5D_103/2016 E. 4.3

4.3. Besteht ein unbeschränktes Wegrecht zu Wohnzwecken, ist damit die Benutzung des Wegrechts durch die Bewohner des Wohnhauses selber gestattet, aber auch durch Besucher von Bewohnern sowie durch Bauhandwerker, Gärtner oder Zügeldienste, die allesamt für das Wohnhaus, den Umschwung oder die Bewohner tätig werden. In diesem Sinn hat das Bundesgericht anerkannt, dass es bei einem Wegrecht zugunsten einer Geschäftsliegenschaft auf die Verkehrsbedürfnisse des dortigen Geschäftsbetriebs ankommt und dass folglich nicht bloss die Inhaber und Mitarbeiter des Geschäfts, sondern auch dessen Kunden das Wegrecht benutzen dürfen (BGE 131 III 345 E. 3.2 S. 355 f.; BGE 114 II 426 E. 2d S. 430/431: Mieter oder Pächter). Aus diesem Grund ist davon auszugehen, dass ein Wegrecht als Zugang und Zufahrt zu einem Wohnhaus sowohl von Bewohnern selber als auch von deren Angehörigen und dem durch Wohnzwecke bedingten Zubringerdienst (z.B. Taxifahrten, Möbeltransporte und Fahrten von Reparatur-, Sanitäts- oder anderen Unternehmen) benutzt werden darf (Urteil 5A_740/2014 vom 1. Februar 2016 E. 6.4). Ohne in Willkür zu verfallen, durfte das Kantonsgericht somit annehmen, zum ordentlichen Unterhalt der Liegenschaft gehöre unter anderem die regelmässige Versorgung mit Heizöl, weshalb die Liegenschaft auch mit grösseren Lastwagen zugänglich sein müsse und vereinzelte Dienstfahrten mit Fahrzeugen einer grösseren Kategorie durch das Fahrwegrecht ebenso als abgedeckt zu gelten hätten wie die regelmässigen Zu- und Wegfahrten der Hausbewohner (E. 2c/bb S. 13 f. des angefochtenen Urteils).