Citation: 1P.727/2005 10.01.2006 E. 3.2

3.2.1 Die Ausführungen des Obergerichtes sind überzeugend und in sich schlüssig. Es ist nicht ersichtlich, welches Motiv die Polizisten für eine falsche Anschuldigung haben sollten. Auch kann der Beschwerdeführer aus dem Umstand, dass die Messorte in der Anzeige offensichtlich falsch angegeben wurden, nichts zu seinen Gunsten ableiten. Die Geschwindigkeitsmessungen selber machen deutlich, dass das gemessene Fahrzeug erheblich zu schnell unterwegs gewesen ist (act. 7 und 9). Aufgrund der Zeitangaben auf den Messzetteln kann auch nicht bestritten werden, dass die Messungen am 28. April 2004 um 19.54 Uhr respektive 19.56 Uhr vorgenommen wurden, also zu jener Zeit, während welcher der Beschwerdeführer auf der fraglichen Strecke unterwegs war. Mit dem Obergericht ist davon auszugehen, dass die Erklärungen des messenden Polizisten für die falschen Ortsangaben plausibel sind. Der Polizist räumte in der Hauptverhandlung auf entsprechenden Vorhalt ein, es sei möglich, dass er eine falsche Kilometrierung angegeben habe. Der Knopf des Messgerätes werde zu Beginn und am Schluss der Messung betätigt. Manchmal komme es vor, dass nach dem Drücken ein Zettel ausgedruckt werde, auf welchem stehe, die Distanz sei zu kurz gewesen. Dies geschehe öfter, wenn die Mindest-Messdistanz nicht eingehalten werde. Sei die Messung ungültig, werde der entsprechende Zettel weggeworfen. Auf jeden Fall seien anlässlich der umstrittenen Messung mehr als zwei Zettel ausgedruckt worden. Die Schlussfolgerung des Obergerichtes, wonach der Polizist einer Messung den falschen Messort zugeordnet haben muss, drängt sich auf, wäre der Beschwerdeführer doch sonst zwischen den beiden Messungen mit 339 km/h unterwegs gewesen. 3.2.2 Anhaltspunkte, wonach das Messgerät (Multagraph) nicht richtig funktioniert haben könnte, liegen keine vor, zumal anlässlich der Hauptverhandlung Kopien der Prüfprotokolle vom 12. Dezember 2003 sowie Kopien der Eichzertifikate vom 16. Mai 2003 und 10. Mai 2004 zu den Akten gegeben wurden (act. 73 ff.). Der Polizist, welcher die Messungen vorgenommen hatte, hat zudem mit Blick auf die Hauptverhandlung mit dem Multagraph-Verantwortlichen Rücksprache genommen. Danach sind nach der letzten Prüfung bis zum 28. April 2004 weder Reparaturen nötig gewesen noch Probleme aufgetreten (act. 71). 3.2.3 Was der Beschwerdeführer dagegen vorbringt, vermag nicht zu überzeugen. Es handelt sich bei seinen Argumenten weitgehend um Schutzbehauptungen, welche nicht darlegen, inwiefern die Beweiswürdigung des Obergerichtes verfassungswidrig sein soll. Was die angeblich nicht weisungskonforme Bedienung des Messgerätes durch den Polizisten anbelangt, stellt der Beschwerdeführer blosse Vermutungen an. Wie im angefochtenen Urteil festgehalten wird, wurde der messende Polizist zur Bedienung des Geräts instruiert. Das Obergericht hat die Handhabung des Multagraphen überdies nach eigener Einschätzung als nicht besonders kompliziert erachtet. Wurden auch ungültige Zettel ausgedruckt, lässt dies nicht automatisch auf eine allfällige Inkompetenz des Messenden schliessen, hat doch der Zeuge aufgezeigt, dass Voraussetzung für eine gültige Messung eine genügende Distanz ist. Es ist durchaus nachvollziehbar, dass eine solche aufgrund der konkreten Verhältnisse nicht immer eingehalten werden kann. Dies hat auch sein Kollege, welcher über langjährige Berufserfahrung verfügt, bestätigt. Selbst wenn die Messungen nicht weisungskonform vorgenommen worden sein sollten, ist das Obergericht dennoch in seiner Beweiswürdigung frei. Insgesamt genügt es nicht, dass der Beschwerdeführer seine Sicht der Dinge oder mögliche Sachverhaltsvarianten schildert, um eine Verfassungswidrigkeit des Obergerichts darzutun.