Citation: 1A.208/2000 16.08.2000 E. 6

6.- Der Beschwerdeführer bringt vor, er sei in Russland nur wegen passiver Bestechung, nicht aber wegen der Aneignung staatlichen Geldes oder Missbrauchs seiner Amtsstellung angeklagt. Das Rechtshilfeersuchen erwähnt jedoch ausdrücklich, dass die Untersuchung auch wegen Amtsmissbrauchs und der Aneignung staatlicher Gelder durchgeführt werde. Nach Art. 1 Ziff. 1 EUeR kann Rechtshilfe gewährt werden, wenn im ersuchenden Staat ein Strafverfahren läuft. Um diese Voraussetzung zu erfüllen, ist keine Anklageerhebung nötig. Die Eröffnung einer Voruntersuchung genügt, wenn diese dazu bestimmt ist, später ein Strafverfahren herbeizuführen (BGE 123 II 161 E. 3a S. 165 mit Hinweisen). Angesichts der Ausführungen im Rechtshilfeersuchen ist diese Voraussetzung erfüllt. Dass der Beschwerdeführer nach 18 Monaten aus der Untersuchungshaft entlassen worden sein soll, bedeutet nicht, dass die Strafuntersuchung gegen ihn eingestellt worden wäre, sondern hängt nach seinen eigenen Angaben mit den Höchstfristen des russischen Strafprozessrechts zusammen. Für das den Beschwerdeführer betreffende Rechtshilfeverfahren wäre es ebenfalls ohne Bedeutung, falls die übrigen im Rechtshilfeersuchen genannten Personen in Russland in Wirklichkeit nicht verfolgt würden, wie in der Beschwerde behauptet wird. Die Angaben in der Beschwerde über die Verlängerung der Untersuchungshaft lassen im Weiteren keine Verletzung der EMRK erkennen, auf die sich der Beschwerdeführer auch im Rechtshilfeverfahren berufen könnte.