Citation: 8C_551/2022 E. 4.3.3

4.3.3. Soweit sich die Vorinstanz zur Begründung auf das Urteil SVR 2016 UV Nr. 30 S. 99, 8C_2/2016 vom 29. Februar 2016 E. 4.3 stützte, ergibt sich hieraus nichts Gegenteiliges. Darin verneinte das Bundesgericht die Angemessenheit einer länger als vier Jahre dauernden psychischen Gesundheitsschädigung zwar nach einem Überfall in einem Tankstellen-Shop, anlässlich welchem ein mit einer Sturmhaube maskierter Täter die Angestellte mit einer Soft-Air-Waffe bedroht, ihr diese in den Rücken gerammt und Geld verlangt hatte, wobei der Täter dann im Shop überwältigt werden konnte. Jener Fall ist aber insofern nicht mit dem vorliegenden zu vergleichen, als kein massiv beeinträchtigter Vorzustand gegeben war. Gleiches gilt im Fall einer Versicherten, die im Verlaufe von 13 Monaten zweimal bei ihrer Arbeit in einem Tankstellen-Shop überfallen wurde. Vor dem ersten Überfall bestanden keine Hinweise auf eine erhöhte psychische Vulnerabilität. Im Zeitpunkt des zweiten Unfalls war nicht von einem derart beeinträchtigten Vorzustand auszugehen, der zur Bejahung der Adäquanz führte (Urteil 8C_167/2016 vom 23. Mai 2016 E. 4.2.3). Ebenso wenig wurde bei der Kioskverkäuferin, die hinter dem Verkaufstresen von zwei maskierten Männern bedroht worden war, wobei einer der Täter sie an der Schulter festgehalten und eine Pistole mit einem Abstand von etwa sieben bis zehn Zentimetern gegen ihre Stirn gerichtet hatte, ein massiv beeinträchtigter Vorzustand festgestellt (Urteil 8C_266/2013 vom 4. Juni 2013 E. 3.2.1 f.). Dass der Beschwerdeführer beim Vorfall keiner (unmittelbaren) physischen Gewalt ausgesetzt war und es zu keiner Schussabgabe kam, ändert am Ergebnis schliesslich nichts. Wie dargelegt (vorstehende E. 2.2.2), steht bei Schreckereignissen die psychische Stresssituation, allenfalls verbunden mit einer Lebensbedrohung, im Vordergrund. Dem somatischen Geschehen kommt keine (entscheidende) Bedeutung zu (BGE 129 V 177 E. 4.2).