Citation: 2C_1086/2015 E. 4.4

4.4. In seiner Heimat lebt zumindest noch eine Grossmutter. Seinen Eltern und seiner Schwester ist es möglich, ihn von der Schweiz aus psychisch wie wirtschaftlich zu unterstützen. Die üblichen familiären Beziehungen unter Erwachsenen können zwischen der Türkei und der Schweiz besuchsweise oder telefonisch bzw. über Internet aufrechterhalten werden. Soweit der Beschwerdeführer einwendet, er habe sich seit der letzten Verurteilung nichts mehr zuschulden kommen lassen, verkennt er, dass ein korrektes Verhalten während des hängigen Verfahrens bei der Interessenabwägung nicht allein ausschlaggebend ist. Ein entsprechendes Wohlverhalten darf ausländerrechtlich erwartet werden; eine erneute (auch geringe) Straffälligkeit erhöht lediglich das öffentliche Interesse an einer sofortigen Beendigung des Aufenthalts (vgl. BGE 134 II 10 E. 4.3 S. 24; vgl. das Urteil 2C_368/2015 vom 15. September 2015 E. 3.2.2). Soweit der Beschwerdeführer darauf hinweist, dass er zu keiner Strafe von mehr als zwei Jahren verurteilt worden sei, gibt er die bundesgerichtliche Rechtsprechung unzutreffend wieder: Eine längerfristige Freiheitsstrafe als Widerrufs- bzw. Nichterneuerungsgrund im Sinne von Art. 62 lit. b AuG liegt bei einer Verurteilung ab einer Strafe von einem Jahr Freiheitsentzug vor und dies unabhängig davon, ob sie bedingt, teilbedingt oder unbedingt ausgesprochen wurde (vgl. das Urteil 2C_685/2014 vom 13. Februar 2015 E. 4 in Präzisierung von BGE 135 II 377 E. 4.2 S. 379 ff.); der Richtwert von zwei Jahren gilt seinerseits hinsichtlich der Frage, wann eine aufenthaltsbeendende Massnahme bei kurzer Aufenthaltsdauer zulässig ist, selbst wenn dem Schweizer Gatten oder der Schweizer Gattin nicht oder nur schwer zumutbar erscheint, das Familienleben mit dem Ehepartner im Ausland zu pflegen, worum es hier nicht geht (vgl. BGE 139 I 145 E. 2.3 S. 148; 135 II 377 E. 4.4; 110 Ib 201 ff. ["Reneja"-Praxis]; Urteil 2C_817/2012 vom 19. Februar 2013 E. 2.1.2). Sollte der Beschwerdeführer künftig wieder über einen Aufenthaltsanspruch verfügen, wird er um eine Neuerteilung einer Bewilligung nachsuchen können, falls dannzumal davon ausgegangen werden kann, dass er sich in der Heimat bewährt hat und keine Gefahr mehr für die hiesige Sicherheit und Ordnung bildet (vgl. die Urteile 2C_1170/2012 vom 24. Mai 2013 E. 3 u. 4; 2C_487/2012 vom 2. April 2013 E. 3 - 5).