Citation: 1C_545/2021 E. A

Im Rahmen einer vor dem Bezirksgericht X.________ hängigen mietrechtlichen Streitigkeit (Verfahren B.2021.10) verlangte A.________ mit Gesuch vom 19. April 2021 den Ausstand von Einzelrichterin B.________. Zur Begründung des Ausstandsbegehrens führte A.________ aus, sie habe durch ihren Bekannten C.________ erfahren, das Einzelrichterin B.________ sie in einem früheren Verfahren benachteiligt haben soll. Darüber hinaus soll die Einzelrichterin empfänglich für persönliche Vorteile materieller bzw. finanzieller Art sein. Diese Informationen habe C.________ durch ein mitgehörtes Telefongespräch einer Nachbarin von A.________ erfahren. Bezirksrichterin B.________ trat in der Folge am 7. Mai 2021 von sich aus in den Ausstand, wobei sie die gegen sie erhobenen Vorwürfe ausdrücklich zurückwies. Mit Eingabe vom 30. Juni 2021 ersuchte sie beim Obergericht des Kantons Thurgau um die Entbindung vom Amtsgeheimnis, damit sie die gegen sie erhobenen Vorwürfe der Bestechlichkeit durch einen Rechtsvertreter auf ihre strafrechtliche Relevanz überprüfen lassen und danach gegebenenfalls zur Strafanzeige bringen könne. Das Obergericht hiess das Gesuch um Entbindung vom Amtsgeheimnis mit Urteil vom 15. Juli 2021 teilweise gut und bewilligte B.________, das Ausstandsgesuch vom 19. April 2021 inkl. der Beilage 1 (Schreiben von C.________ vom 11. April 2021) einem von ihr beigezogenen Rechtsbeistand und allenfalls den Strafverfolgungsbehörden vorzulegen. Im Übrigen wurde das Gesuch abgewiesen.