Citation: I 725/05 30.05.2006 E. 2

Bei der Beurteilung, ob der Beginn der Wartezeit auf den 19. Juni 2000 oder auf den 1. November 2001 anzusetzen ist, sind die mit dem Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) und mit der 4. IV-Revision erfolgten Rechtsänderungen, da erst am 1. Januar 2003 resp. 1. Januar 2004 in Kraft getreten, nicht anwendbar (vgl. BGE 129 V 4 Erw. 1.2 mit Hinweis). Die demnach massgeblichen Bestimmungen und Grundsätze sind im angefochtenen Entscheid zutreffend dargelegt. Es betrifft dies zunächst den bereits erwähnten Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG (in der nachfolgend stets gemeinten, bis Ende 2002 in Kraft gestandenen Fassung). Danach entsteht der IV-Rentenanspruch frühestens in dem Zeitpunkt, in dem die versicherte Person während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens zu 40 % arbeitsunfähig gewesen war. Gemäss Rechtsprechung entspricht die Arbeitsunfähigkeit im Sinne von Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG der Einbusse an funktionellem Leistungsvermögen im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich und somit bei Erwerbstätigen der Einschränkung im bisherigen Beruf. Diese Beeinträchtigung ist auf der Grundlage der medizinischen Stellungnahmen zu beurteilen (BGE 130 V 99 Erw. 3.2 mit Hinweisen). Bei der Berechnung der durchschnittlichen Arbeitsunfähigkeit gemäss Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG gilt die einjährige Wartezeit in dem Zeitpunkt als eröffnet, in welchem eine erhebliche Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit vorliegt. Als erheblich gilt bereits eine Arbeitsunfähigkeit von 20 % (AHI 1998 S. 124 Erw. 3c; vgl. auch SVR 2005 IV Nr. 39 S. 147 f. Erw. 4.3 [Urteil S. vom 22. Januar 2004, I 232/03]. Ein wesentlicher Unterbruch der Arbeitsunfähigkeit im Sinne von Art. 29 Abs. 1 IVG liegt vor, wenn der Versicherte an mindestens 30 aufeinander folgenden Tagen voll arbeitsfähig war (Art. 29ter IVV). Richtig sind auch die vorinstanzlichen Erwägungen über die Anforderungen an beweiswertige ärztliche Berichte (BGE 125 V 352 Erw. 3a mit Hinweis). Zu erwähnen bleibt, dass der Zeitpunkt des Eintrittes der die Wartezeit für den IV-Rentenanspruch nach Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG eröffnenden Arbeitsunfähigkeit auch für die Belange der beruflichen Vorsorge, namentlich auch für die Bestimmung der allfällige Invalidenleistungen nach BVG schuldenden Vorsorgeeinrichtung bedeutsam sein kann (Art. 23 BVG in der bis Ende 2004 in Kraft gestandenen Fassung in Verbindung mit Art. 26 Abs. 1 BVG; BGE 123 V 264 Erw. 1b mit Hinweisen; vgl. auch den Anfang 2005 in Kraft getretenen Art. 23 lit. a BVG).