Citation: 8C_305/2022 E. 5.3.1

5.3.1. Die Beschwerdeführerin rügt dabei vorab, dass Dr. med. D.________ davon ausging, der Hergang des Ereignisses sei nicht geeignet gewesen, die im MRI vom 29. Juli 2020, drei Wochen nach dem Vorfall, gezeigten Sehnenrupturen zu verursachen. Unbestritten ist zunächst, dass sich der Vorfall so zutrug, wie von der Vorinstanz festgestellt. Es wird indessen sinngemäss geltend gemacht, dass der auf die Schulter erlittene Schlag beim Blockieren des Vorderrades des Mountainbikes, also ein indirekter Anprall, als Hergangsmechanismus ebenso geeignet sei, einen Rotatorenmanschettenriss zu verursachen, wie ein direkter Aufprall. Gemäss Dr. med. D.________ ist unter den Schweizer Schulterorthopäden noch nicht einmal unumstritten, ob eine axiale Stauchung des Oberarmkopfes beim Aufprall auf Hand oder Ellenbogen, vorab durch einen Sturz, eine Läsion der Rotatorenmanschette zu verursachen vermöchte. Dieser Mechanismus sei jedoch mit einem weit höheren "Energie-Impact" verbunden als der hier zu beurteilende mit brüskem Entgegenstemmen der Arme gegen den Velolenker. Nach der Vorinstanz war auf diese vertrauensärztliche, auf den konkreten Einzelfall bezogene Einschätzung abzustellen, zumal keine divergierende fachärztliche Auseinandersetzung vorliege. Dem vermag die Beschwerdeführerin ausser ihrer eigenen Meinung, dass bei beiden Mechanismen von der gleichen Krafteinwirkung und dementsprechend von den gleichen medizinischen Auswirkungen auszugehen sei, nichts entgegenzusetzen. Dass der vorliegend zu beurteilende konkrete Hergang einer Sehnenruptur beim Biken ohne Sturz wissenschaftlich evaluiert worden sein sollte, der versicherungsinterne Bericht hingegen von der diesbezüglich einhelligen medizinischen Lehrmeinung abweichen würde, vermag die Beschwerdeführerin nicht darzutun. Es bleibt darauf hinzuweisen, dass es ohnehin nicht Aufgabe des Bundesgerichts ist, den Expertenstreit hinsichtlich des Nachweises der Unfallkausalität von Rotatorenmanschettenrupturen zu entscheiden, sondern vielmehr eine Einzelfallbeurteilung unabdingbar bleibt (SVR 2021 UV Nr. 34 S. 154, 8C_672/2020 E. 4.5). Der behandelnde Arzt äusserte sich nicht zur Bedeutung des Hergangs des Ereignisses, sodass sich aus seinen Berichten diesbezüglich nichts zu Gunsten der Beschwerdeführerin ableiten lässt.