Citation: 8C_755/2023 E. 3.1

3.1. Das kantonale Gericht stellte fest, die Beschwerdegegnerin habe ihren Taggeldabrechnungen vom 5. und 10. November sowie 3. Dezember 2021 das von der Beschwerdeführerin angegebene tatsächlich erzielte Einkommen entsprechend des im jeweiligen Monat ausgeübten Arbeitspensums (60 % für September, 70 % für Oktober und 80 % für November 2021) als Zwischenverdienst zugrunde gelegt. Zur Begründung der mit Verfügung vom 13. Januar 2022 für diesen Zeitraum zurückgeforderten Arbeitslosenentschädigung habe sie festgehalten, der branchen- und ortsübliche Lohn als Unternehmensberaterin und Mitglied im Verwaltungsrat der C.________ AG sei auf Fr. 11'667.- festzusetzen. Diese Tatsache werde von der Beschwerdeführerin nicht grundsätzlich in Abrede gestellt. Sie mache aber geltend, es liege in der Natur der Sache, dass bei Start-ups die Grundlöhne eher tief angelegt würden. Am Anfang fehle dem gegründeten Unternehmen die Liquidität. Bis die Marktposition gefestigt und ein Kundenstamm aufgebaut worden seien, komme oftmals wenig Geld herein. Diesen Vorbringen, so die Vorinstanz weiter, könne nicht beigepflichtet werden. Die Arbeitslosenversicherung bezwecke nicht die Abdeckung von Unternehmerrisiken. Dazu zähle auch der Ausgleich einer zu geringen Entlöhnung infolge eines sich im Aufbau befindlichen Start-ups. Damit erwiesen sich die ursprünglichen Taggeldabrechnungen und die gestützt darauf ausbezahlten Leistungen als zweifellos unrichtig. Das kantonale Gericht fuhr fort, es lägen entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin keine besonderen Umstände vor, welche die Taggeldabrechnungen als vertretbar im Sinne der Rechtsprechung erscheinen liessen (mit Hinweis auf BGE 141 V 405 E. 5.2 mit Hinweisen). Das berufs- und ortsübliche Einkommen von Fr. 11'667.- überschreite den mit der C.________ AG vereinbarten Jahreslohn von Fr. 3'000.- bei weitem. Daher könne nicht davon gesprochen werden, dass sich der angerechnete Zwischenverdienst in einem Bereich bewegt habe, der vom Ermessen der Verwaltung getragen worden sei. Es sei unerheblich, ob dem Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) die zweifellose Unrichtigkeit der Leistungsauszahlung hätte auffallen müssen. Auch wenn der unrechtmässige Bezug auf das fehlerhafte Verhalten der Verwaltung zurückzuführen sei, bestehe eine Rückerstattungspflicht. Im Übrigen könne angesichts des zeitnah am 5. und 10. November sowie 3. Dezember 2021 abgerechneten Zwischenverdiensts nicht davon gesprochen werden, gestützt darauf habe die Beschwerdegegnerin während Monaten in vertretbarer Weise Arbeitslosentschädigung ausbezahlt, zumal darauf davor schon wegen der Leistungen der Krankentaggeldversicherung kein Anspruch bestanden haben könne.