Citation: 2C_434/2019 E. 4.1.1

4.1.1. Unter den Begriff der Kostenanlastungssteuer ("impôt d'attribution des coûts") fallen Sondersteuern, welche einer bestimmten Gruppe von Pflichtigen auferlegt werden, weil diese Personen zu bestimmten Aufwendungen des Gemeinwesens eine nähere Beziehung haben als die Gesamtheit der Steuerpflichtigen. Solche Abgaben haben eine gewisse Verwandtschaft zur Vorzugslast, doch unterscheiden sie sich von dieser dadurch, dass kein individueller, dem einzelnen Pflichtigen zurechenbarer Sondervorteil vorliegen muss, der die Erhebung der Abgabe rechtfertigt. Es genügt, dass die betreffenden Aufwendungen des Gemeinwesens dem abgabepflichtig erklärten Personenkreis eher anzulasten sind als der Allgemeinheit, sei es, weil diese Gruppe von den Leistungen generell (abstrakt) stärker profitiert als andere oder weil sie - abstrakt - als hauptsächlicher Verursacher dieser Aufwendungen angesehen werden kann (BGE 131 II 271 E. 5.3; 129 I 346 E. 5.1; Urteile 2C_668/2016 vom 25. März 2020 E. 2.2; 2C_712/2015 vom 22. Februar 2016 E. 3.2.3). Als Kostenanlastungssteuer eingestuft werden etwa Kurtaxen, Motorfahrzeugsteuern, Schiffssteuern, Hundesteuern, Treibstoffzuschläge und Feuerschutzabgaben, wobei die betreffenden Einnahmen meist einer entsprechenden gesetzlichen Zweckbindung unterworfen sind (BGE 124 I 289 E. 3b; vgl. auch PETER HETTICH/YANNICK WETTSTEIN, Rechtsfragen um Kostenanlastungssteuern, ASA 78 [2009/2010], S. 537 ff., S. 539 ff.; XAVIER OBERSON, Droit fiscal suisse, 5. Aufl. 2021, § 1 N. 26).