Citation: 5A_595/2007 26.11.2007 E. 3.2

3.2.1 Nach Art. 397d ZGB setzt die gerichtliche Beurteilung der fürsorgerischen Freiheitsentziehung einzig ein schriftliches Begehren voraus; eine Begründung ist selbst bei anwaltlicher Vertretung nicht erforderlich (BGE 133 III 353 E. 2). Diese Regelung betrifft indes das erstinstanzliche gerichtliche Verfahren (BGE 133 III 353 E. 2.3 in fine), welches aufgrund der Bestimmung von Art. 397f Abs. 2 ZGB mündlich durchgeführt werden muss. Im vorliegenden Fall steht indes das zweitinstanzliche gerichtliche Verfahren zur Diskussion, welches die Beschwerdeführerin mit ihrer Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen den Entscheid des Amtsgerichts eingeleitet hat. Zwar trifft zu, dass das Verfahren der fürsorgerischen Freiheitsentziehung von der Untersuchungsmaxime beherrscht wird. Diese schliesst indes die unentgeltliche Rechtspflege nicht schlechthin aus. Auch in den von diesem Grundsatz getragenen Verfahren trifft die Parteien eine Mitwirkungspflicht (BGE 128 III 411 E. 3.2.1; 125 III 231 E. 4a S. 238 f.). In diesem Sinn sieht das kantonale Verfahren der Verwaltungsgerichtsbeschwerde denn auch eine Rüge- und Begründungspflicht vor (siehe dazu: Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Luzern vom 31. August 1994, E. 1c; Urteil des Verwaltungsgerichts vom 7. Januar 2004, E. 5b). 3.2.2 Auch wenn der Anwalt mit relativ wenig Aufwand zum Ziel gekommen ist, darf die Schwierigkeit der Abfassung einer formell korrekten materiell wirksamen Beschwerde nicht unterschätzt werden. Dem Amtsgericht genügten für die Aufrechterhaltung der fürsorgerischen Freiheitsentziehung die Alkoholabhängigkeit und die Gefahr eines Rückfalls, zumal eine längere stationäre Behandlung nicht von vornherein als aussichtslos betrachtet wurde. Das Amtsgericht hielt es daher für gerechtfertigt, über eine blosse Krisenintervention hinauszugehen. Dabei stützte es sich auf widersprüchliche Grundlagen, hatte doch der beigezogene Facharzt sich für eine Entlassung der Beschwerdeführerin ausgesprochen, während der Klinikarzt für eine Zurückbehaltung plädierte. Bei dieser Ausgangslage war es nicht von vornherein einfach, die Aufrechterhaltung der fürsorgerischen Freiheitsentziehung wirksam anzufechten.