Citation: 8C_346/2023 E. 4

Die Beschwerdeführerin stellt sich dagegen auf den Standpunkt, die Vorinstanz habe die Verwertbarkeit der attestierten 70%igen Restarbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit nach einseitiger und unvollständiger Würdigung des im psychiatrischen Obergutachten umschriebenen Belastungsprofils verneint. Sie habe dem Beschwerdegegner in unhaltbarer Weise jegliche Fähigkeit abgesprochen, sich Regeln und Anordnungen von Arbeitgebern unterzuordnen. Dem Gutachten von Dr. med. C.________ könne explizit entnommen werden, dass die Anpassungsstörung beim Beschwerdegegner grundsätzlich lediglich mittelgradig ausgeprägt bzw. nur eine leichte Störung anzunehmen sei, sofern er sich wertgeschätzt fühle und eine Tätigkeit ausüben könne, die er für sich als angemessen empfinde. Die Vorinstanz habe somit wichtige psychiatrische Angaben zur Unterordnungsfähigkeit des Beschwerdegegners ignoriert. Mit dem engen Fokus auf den Asyl- und Medizinalbereich hinsichtlich der vorgeschlagenen Übersetzungstätigkeit nenne die Vorinstanz ausgerechnet die für den Beschwerdegegner aufgrund seines Leidens und seiner Lebensgeschichte von vorneherein ungeeigneten Fachbereiche. Mögliche Bereiche habe sie nicht aufgeführt. Der ausgeglichene Arbeitsmarkt kenne durchaus ein breites Spektrum an Branchen, in denen der Beschwerdegegner mit seinen unbestritten sehr guten Kenntnissen in verschiedenen Sprachen eine ihm zumutbare Übersetzertätigkeit oder andere redaktionelle Tätigkeiten ausüben könne. Indem die Vorinstanz von vornherein jede dem Beschwerdegegner als unangemessen erscheinende Erwerbstätigkeit als unzumutbar bezeichnet habe, würde sie rechtsfehlerhaft rein auf dessen subjektives Befinden abstellen. In diesem Punkt sei das Gerichtsgutachten nicht beweistauglich. Welche Arbeiten der Beschwerdegegner für sich als angemessen erachte und welche nicht, ergebe sich daraus nämlich nicht. Ein objektiver Massstab hierfür fehle. In Beachtung der Schadenminderungs- und Selbsteingliederungspflicht wäre es dem Beschwerdegegner wenigstens zumutbar, mittels einer Therapie an der Akzeptanz eines breiteren Fächers an Erwerbsmöglichkeiten zu arbeiten. Es sei überdies noch keine beruflich-erwerbliche Abklärung (z.B. BEFAS) durchgeführt worden, um dessen Eingliederungsfähigkeit zu eruieren.