Citation: 1B_288/2013 E. 2.1

2.1. Der Tatverdacht gegen den Beschwerdeführer beruht im Wesentlichen auf den Aussagen seiner Ehefrau (vom 27. März, 17. April und vom 6. Juni 2013), die durch die Aussagen ihrer Stieftöchter B.________ (vom 20. Februar und vom 30. April 2013) und C.________ (vom 30. April 2013) in verschiedenen Punkten gestützt werden. Nach dieser Darstellung soll der Beschwerdeführer seine Ehefrau seit Jahren unterdrückt haben, indem er sie weitgehend von der Aussenwelt isolierte, ihr sämtliche Ausweispapiere abnahm und verbot, Deutsch zu lernen, das Haus alleine zu verlassen und Kontakt zu Nachbarn aufzunehmen. Gehorchte sie nicht, soll er sie geschlagen haben. Erfüllte sie seine sexuellen Wünsche nicht, soll er sie vergewaltigt und zu Oral- und Analverkehr gezwungen haben. Als sie schwanger war, soll er ihre Mahlzeiten und Getränke verschiedene Male mit Medikamenten versetzt haben, um den Fötus abzutreiben; sie erlitt eine Fehlgeburt. Seine beiden Töchter aus erster Ehe B.________ und C.________ soll er ebenfalls regelmässig geschlagen haben, etwa wenn die Schulnoten oder ihr Verhalten seinen Erwartungen nicht entsprachen. Die Aussagen der Ehefrau sind jedenfalls zum Kerngeschehen der sexuellen und tätlichen Übergriffe konstant und nachvollziehbar. Die sexuellen Übergriffe kann zwar niemand bestätigen, da sie im Elternschlafzimmer stattgefunden haben sollen; ihre Schilderungen durch die Ehefrau wirken aber lebensnah und jedenfalls nicht von vornherein unglaubhaft. Der Beschwerdeführer macht zwar geltend, die Aussagen seiner Ehefrau seien mehrfach widersprüchlich. So habe sie sich in der Frage, ob sie die Wohnung auch alleine verlassen habe, gleich mehrfach widersprochen, und zur Frage, ob die Nachbarn über das gewalttätige Auftreten des Beschwerdeführers Bescheid gewusst hätten, habe sie ebenfalls unterschiedliche Aussagen gemacht. Selbst wenn sich aber die Ehefrau in diesen Nebenpunkten tatsächlich in Widersprüche verstrickt haben sollte und es sich dabei nicht um Missverständnisse handelt, wie sie bei Übersetzungen immer wieder vorkommen, wären diese nicht geeignet, die Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen zum strafrechtlich relevanten Kerngeschehen von vornherein nachhaltig zu erschüttern; das Obergericht hat daher auch seine verfassungsrechtliche Begründungspflicht nicht verletzt, indem es sich mit diesem Einwand nicht auseinandersetzte. Die Töchter haben die tätlichen Übergriffe auf ihre Stiefmutter bestätigt und zudem anschaulich geschildert, wie ihr Vater ihr heimlich Medikamente verabreichte bzw. verabreichen liess, um eine Fehlgeburt herbeizuführen, und ihnen verbot, mit ihrer Stiefmutter darüber zu sprechen. Der Beschwerdeführer macht zwar geltend, er sei Opfer eines von seiner Ex-Frau und seiner Ehefrau geschmiedeten Komplotts, in das die beiden Kinder eingebunden worden seien. In einer SMS vom 19. Februar 2013 habe seine Ex-Frau seiner Tochter B.________ mitgeteilt, seine Ehefrau erhalte 50 Pakete Zigaretten, wenn sie ihr helfe. Am nächsten Tag habe ihn dann B.________ angezeigt mit der Behauptung, sie am Vorabend tätlich angegriffen zu haben. Dieser Ablauf zeige, dass er Opfer eines Komplotts seiner Ex-Frau, seiner Ehefrau und seiner beiden Töchter geworden sei. Das sind allerdings bloss Vermutungen. Wenn die SMS, was keineswegs feststeht, überhaupt einen Bezug zur Einleitung des Strafverfahrens gegen den Beschwerdeführer hat, so könnte sie allenfalls darauf hindeuten, dass die Ex-Frau versuchte, die Ehefrau dazu zu bringen, ihr Schweigen zu brechen, gegen den Beschwerdeführer auszusagen und dadurch auch ihre Stieftöchter in ihrem Bestreben, sich dem gewalttätigen Vater zu entziehen, zu unterstützen. Die SMS bildet somit keinen Hinweis darauf und schon gar keinen Beweis dafür, dass die Anschuldigungen der Ehefrau und der Töchter gegen den Beschwerdeführer unwahr sind. Unbehelflich ist auch sein Einwand, der Verdacht gegen ihn wegen strafbaren Schwangerschaftsabbruchs sei ausgeräumt, nachdem im Kaffeepulver der Wirkstoff Ketoprofen nachgewiesen worden sei, mit dem eine Abtreibung nach dem Gutachten des IRM medizinisch nicht möglich sei. Damit steht indessen keineswegs fest, dass der Beschwerdeführer seiner schwangeren Ehefrau nicht noch andere, möglicherweise effektiv abtreibende Medikamente verabreichte bzw. verabreichen liess. Sollte sich aber ein Zusammenhang zwischen den unwissentlich eingenommenen Medikamenten und der Fehlgeburt nicht nachweisen lassen - weil den Medikamenten entgegen der Annahme des Beschwerdeführers eine abtreibende Wirkung fehlte oder weil sie von der Ehefrau nach den Warnungen ihrer Stieftöchter nicht in ausreichend hoher Dosis eingenommen w urden - wäre der Beschwerdeführer immer noch des (strafbaren) Versuchs verdächtig (Art. 22 Abs. 1 StGB). Zusammenfassend ergibt sich, dass die Vorinstanz kein Bundesrecht verletzte, indem sie den dringenden Tatverdacht gegen den Beschwerdeführer bejahte. Dieser bezieht sich u.a. auf Verbrechen (Art. 118 Abs. 2, Art. 189 Abs. 1 und Art. 190 Abs. 1 StGB i.V.m. Art. 10 Abs. 2 StGB) und Vergehen (Art. 123 Ziff. 1 i.V.m. Art. 10 Abs. 3 StGB) und vermag damit die Anordnung von Untersuchungshaft zu rechtfertigen.