Citation: 1B_22/2018 E. 2

Mit dem angefochtenen Entscheid hat der Präsident des Obergerichts den Beschwerdegegner auf dessen Gesuch vom 28. September 2017 hin bedingt aus dem Strafvollzug entlassen, unter Anordnung einer Probezeit von vier Jahren. Der Generalstaatsanwalt macht geltend, nach Art. 86 Abs. 1 StGB könne die zuständige Behörde einen Gefangenen nach Verbüssung von zwei Dritteln der Strafe bedingt entlassen. Nach § 4 Abs. 1 der Justizvollzugsverordnung des Kantons Thurgau seien die Vollzugsbehörden zuständig für sämtliche Entscheide im Bereich des Straf- und Massnahmenvollzugs, die nicht kraft kantonalen Rechts oder Bundesrechts einer gerichtlichen Instanz zugewiesen seien. Das sei vorliegend nicht der Fall, der Präsident des Obergerichts als Verfahrensleiter des Berufungsgerichts sei mithin für eine bedingte Entlassung des Beschwerdegegners nicht zuständig gewesen, weshalb der angefochtene Entscheid wegen Verletzung von Art. 86 Abs. 1 StGB aufzuheben sei.