Citation: 5A_950/2023 E. 4.2

4.2. Die Vorinstanz erwog, die Beschwerdegegnerin unterliege auch nach Gutheissung der Berufung hinsichtlich des massgeblichen Streitwerts von Fr. 950'000.-- im Verhältnis von rund einem zu drei Vierteln. Sie mache jedoch zutreffend geltend, dass ihre Klage grundsätzlich gutgeheissen worden und - wie allein aus den verschiedenen umstrittenen Gutachten hervorgehe - die Bezifferung ihres Anspruchs schwierig gewesen sei (Art. 107 Abs. 1 lit. a ZPO). Zweifellos sei sie zudem angesichts des eventualvorsätzlichen unberechtigten Eingriffs der Beschwerdeführerin in guten Treuen zur Prozessführung veranlasst gewesen (Art. 107 Abs. 1 lit. b und f). In Anbetracht dessen rüge die Beschwerdegegnerin zu Recht, dass die Vorinstanz es versäumt habe, von dem ihr eingeräumten Ermessen Gebrauch zu machen. Die beantragte hälftige Prozesskostenverteilung mit der Folge, dass die Parteien einander erstinstanzlich keine Entschädigungen schulden, sei daher gerechtfertigt.