Citation: 4A_351/2021 E. 3.4.1

3.4.1. Die Beschwerdeführerin bringt zunächst nichts vor, was die überzeugende vorinstanzliche Auffassung erschüttern könnte, wonach die Rechtsnatur der Schlussabrechnung gemäss Art. 153 der SIA-Norm 118 im Zusammenhang mit Werkverträgen gegen eine Qualifikation als faktische Saldovereinbarung oder Kontokorrentverhältnis spreche. Es ist nicht ersichtlich, dass die Vorinstanz damit anerkannte Grundsätze der Vertragsauslegung (oben E. 3.1.2) verletzt hätte. Dies behauptet die Beschwerdeführerin auch nicht. Sie macht lediglich geltend, nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung wirke eine Saldierung novatorisch. Damit verkennt sie, dass die Vorinstanz eine Saldierung gerade verneinte, indem sie erwog, die Schlussabrechnung bezwecke nicht die gesamte Abrechnung über alle gegenwärtigen Forderungen der Vertragsparteien aus dem Werkvertrag. Dieser stelle kein Dauerschuldverhältnis dar, welches mit Saldierung aller Forderungen beendet werden könne. Aus dem zum Nachweis ihrer Rechtsauffassung herangezogenen Urteil 4A_176/2019 vom 2. September 2019 (E. 3.2.2) kann die Beschwerdeführerin daher nichts für sich ableiten. Im Übrigen hat sich das Bundesgericht in jenem Urteil nicht dazu geäussert, ob mit der Saldierung durch die Bauleitung und Anerkennung durch die Bauherrin eine Saldovereinbarung entstand. Es hat lediglich festgehalten, dass die Vorinstanz dies angenommen habe. Daran ändern auch die angeführten Kommentarstellen nichts. Auch diese gehen davon aus, dass mit Art. 153 ff. SIA-Norm 118 keine globale Abrechnung aller offenen Forderungen aus dem Werkvertrag erfolgt und dass das Schuldverhältnis durch die Abrechnung nicht abgeschlossen wird. Ebenso ist ohne Belang, von welcher Rechtsauffassung die Beschwerdegegnerin angeblich ausging, ist doch das Bundesgericht an die Rechtsauffassung der Parteien oder der Vorinstanz nicht gebunden. Auch ein Kontokorrentverhältnis verneinte die Vorinstanz schlüssig. Auf ihre diesbezüglichen Erwägungen kann verwiesen werden. Ihre Auffassung, wonach der Nachbesserungsanspruch einen modifizierten Erfüllungsanspruch des Bestellers darstellt, welcher in einem Austauschverhältnis mit dem Vergütungsanspruch des Unternehmers steht, weshalb ein Zurückbehalterecht nach Art. 82 OR geltend gemacht werden kann, leuchtet ein. Nach dem Gesagten kann zudem offen bleiben, ob die Vorinstanz die Vorbringen der Beschwerdeführerin hinsichtlich der behaupteten Saldovereinbarung zu Recht als verspätet betrachtet und unberücksichtigt gelassen hat (oben E. 3.3.1). Die Beschwerdeführerin hatte diese Vorbringen in ihrer Stellungnahme vom 29. Januar 2016 zur Duplik der Beschwerdegegnerin und in einer Noveneingabe vom 5. März 2015 erhoben und rügt insofern eine Verletzung des rechtlichen Gehörs sowie des Rechts auf Beweis. Ausserdem habe sie die Vorbringen genügend substanziiert. Auf die diesbezüglichen Ausführungen in der Beschwerde, einschliesslich derjenigen zur Verletzung der Beweislastverteilung sowie der Dispositionsmaxime, braucht nicht eingegangen zu werden. Gleiches gilt für die Einwände gegen ein Zurückbehalterecht der Beschwerdegegnerin nach Art. 82 OR. Die Beschwerdeführerin stützt ihre Auffassung auf die von der Vorinstanz verworfene Annahme, das Rechtsverhältnis der Parteien sei noviert worden, sodass kein einheitliches (synallagmatisches) Rechtsverhältnis bestehe. Zum Vorliegen der von der Vorinstanz als erwiesen erachteten Mängel äussert sich die Beschwerdeführerin nicht. Sie zeigt somit nicht auf, dass die diesbezüglichen vorinstanzlichen Erwägungen unzutreffend wären. Es ist auch nicht ersichtlich, dass die Vorinstanz in Willkür verfallen wäre, indem sie hinsichtlich des verbauten Rohrmaterials und der Rohrschellen sowie der damit zusammenhängenden Korrosion und Leckagen einen von der Beschwerdeführerin zu verantwortenden Mangel bejahte. Die Vorinstanz stützte sich hierbei auf die Einschätzung des beigezogenen Experten, die sie nachvollziehbar als schlüssig beurteilte. Die Beschwerdeführerin zeigt nicht auf, dass das Gutachten widersprüchlich oder unvollständig wäre, namentlich betreffend die Ursachen der Leckagen, und dass der Verzicht auf weitere Gutachten, etwa zu den Auswirkungen vagabundierender Elektroströme auf die Leckagen, willkürlich sein soll. Auch aus dem Gutachten ergeben sich soweit ersichtlich keine Hinweise auf andere mögliche Ursachen der Leckagen, die weitere Beweismassnahmen aufgedrängt hätten. Die Vorinstanz verletzte somit nicht das Recht der Beschwerdeführerin auf Beweis, indem sie in antizipierter Würdigung der bereits abgenommenen Beweise auf weitere Gutachten verzichtete (vgl. BGE 143 III 297 E. 9.3.2). Auch insoweit, insbesondere betreffend vagabundierende Elektroströme, braucht mithin nicht geprüft zu werden, ob die Vorinstanz auf die Dupliknoven der Beschwerdeführerin hätte eintreten müssen. So oder anders begründete sie die Ursachen der gerügten Mängel schlüssig, sodass sie willkürfrei auf weitere Beweisabnahmen verzichtete. Die diesbezügliche Rüge der Beschwerdeführerin geht nicht über appellatorische Kritik am angefochtenen Entscheid hinaus.