Citation: 6B_235/2020 E. 2.4

2.4. Die Vorinstanz erwägt, die Schlussfolgerungen des Berichts des AWN deckten sich mit denjenigen der von der Regierung des Kantons Graubünden eingesetzten Expertengruppe, was für die Aussagekraft der Berichte spreche. Der Beschwerdegegner 3 als Person, die in die vor dem Bergsturz erfolgten Untersuchungen involviert gewesen sei, habe zwar in der externen Expertengruppe mitgewirkt. Die Expertengruppe habe indes aus zehn Personen bestanden, die allesamt Spezialisten in den Disziplinen Geologie, Gletscher, Schnee/Lawinen, Wasserbau, Messmethosen und Murgang gewesen seien. Unter diesen Umständen könne ausgeschlossen werden, dass der Beschwerdegegner 3, hätte er dies überhaupt beabsichtigt, in der Lage gewesen wäre, sämtliche Spezialisten oder auch bloss die Mehrheit von ihnen zu unzutreffenden Angaben zu verleiten. Seine Mitwirkung in der Expertengruppe schmälere die Beweiskraft ihrer Schlussfolgerungen daher nicht, zumal sich diese als nachvollziehbar und in sich stimmig erwiesen. Auch wenn der Expertenbericht nicht nach den Vorgaben von Art. 182 ff. StPO erstellt worden sei, komme ihm beweismässig ein grosses Gewicht zu. Im Übrigen sei darauf hinzuweisen, dass im Strafrecht kein numerus clausus der Beweismittel bestehe. Die Nichteinhaltung der Vorgaben von Art. 182 ff. StPO beschlage insofern nicht die Verwertbarkeit des Beweismittels, sondern - wenn überhaupt - höchstens dessen Beweiskraft. Die Aussagekraft des Expertenberichts sei umso höher, als eine ganze Reihe von unabhängigen Experten mitgewirkt habe und sich die Schlussfolgerungen demzufolge nicht auf die Einschätzung einer Einzelperson stützten. Vor diesem Hintergrund vermöge es jedenfalls nicht zu genügen, die Erkenntnisse der Experten dadurch umstossen zu wollen, dass diesen die eigene Sichtweise der Beschwerdeführer gegenübergestellt werde.