Citation: 6B_217/2020 E. A

Gemäss Anklageschrift vom 13. Juli 2018 begab sich B.B.________ am 17., am 20. sowie am 23. Dezember 2014 aufgrund von starken Verspannungen in der Schulter für eine osteopathische Behandlung in die Praxis D.________ in U.________, wo sie von A.________ behandelt wurde. A.________ wird vorgeworfen, er habe anlässlich der Behandlung vom 23. Dezember 2014 unter Einsatz seines Körpergewichts schnelle und kräftige Manipulationen und Drehbewegungen im Nacken-, Schulter- und Kopfbereich der auf dem Rücken liegenden B.B.________ vorgenommen. Dabei sei es zur "Embolisation eines Thrombus" gekommen, der sich zuvor aufgrund einer beidseitigen Dissektion der Arteria vertebralis gebildet habe. Dies habe bei B.B.________ zu einem ischämischen Schlaganfall, d.h. zu einer Unterversorgung von Teilen des Gehirns mit sauerstoffreichem Blut, geführt, wobei die entsprechenden Symptome (starker Drehschwindel, Übelkeit, Sensibilitätsstörungen im Gesicht, Sprechstörungen) unmittelbar nach Durchführung des abrupten Halswendemanövers eingetreten seien. B.B.________ sei durch den Hirninfarkt in Lebensgefahr geraten, und es sei nur dem Zufall zu verdanken, dass keine lebenswichtigen Hirnstammareale betroffen gewesen seien. Aufgrund des geschilderten Sachverhalts habe sich A.________ der fahrlässigen schweren Körperverletzung schuldig gemacht. A.________ habe es im Weiteren unterlassen, ärztliche Hilfe beizuziehen. Aufgrund dessen habe er sich auch der Unterlassung der Nothilfe schuldig gemacht. Das Bezirksgericht Hinwil sprach A.________ am 14. März 2019 der fahrlässigen schweren Körperverletzung und der Unterlassung der Nothil fe schuldig und bestrafte ihn mit einer bedingten Freiheitsstrafe von 14 Monaten. Die Zivilklage von B.B.________ wurde auf den Zivilweg verwiesen. A.________ wurde verpflichtet, B.B.________ für die anwaltliche Vertretung eine Entschädigung von Fr. 5'000.-- zu bezahlen.