Citation: 4A_517/2023 E. 3.2

3.2. Im erstinstanzlichen Verfahren brachte die Beschwerdeführerin vor, wegen des kurzfristigen Ausfalls des Beschwerdegegners habe sie die L.________ AG mit Buchhaltungs- und Treuhandaufgaben betrauen müssen. Dafür seien 191.18 Stunden zu Fr. 500.-- in Rechnung gestellt worden. Die Erstinstanz erwog, die Beschwerdeführerin habe es unterlassen, substanziierte Ausführungen zum Stundensatz von Fr. 500.-- zu machen. Sie erwog, die Beschwerdeführerin und die L.________ AG seien personell verbunden. Bei den verrechneten Stunden handle es sich um gewöhnliche Buchhaltungs- und Treuhandarbeiten. Die Beschwerdeführerin habe nicht dargelegt, weshalb ein Stundensatz von Fr. 500.-- angemessen sein solle. Deshalb ging die Erstinstanz von einem maximalen Stundensatz von Fr. 270.-- inklusive MWST aus. Die Erstinstanz erwog weiter, dass bei diesem Stundensatz ein Rechnungsbetrag von Fr. 51'618.60 resultiere, wenn man von der bestrittenen Prämisse ausgehe, dass die Rechnung der L.________ AG tatsächlich Arbeiten betroffen habe, die auf die fristlose Kündigung des Beschwerdegegners zurückzuführen seien. Von diesem Betrag seien die eingesparten Lohnkosten von Fr. 37'500.-- in Abzug zu bringen, sodass ein Betrag von Fr. 14'118.60 brutto verbleibe. Allerdings habe der Beschwerdegegner einen Anspruch auf Ferienentschädigung von Fr. 16'917.60 geltend gemacht, den die Beschwerdeführerin nicht substanziiert bestritten habe. Der Anspruch auf Ferienentschädigung stehe dem hypothetisch berechneten Anspruch der Beschwerdeführerin als Verrechnungsforderung entgegen. Ob die Prämissen, unter denen der Schadenersatzanspruch bestimmt worden sei, tatsächlich zutreffen, könne unter diesen Umständen offenbleiben; ein Beweisverfahren sei obsolet und die Klage abzuweisen.