Citation: 5P.119/2002 01.07.2002 E. 4

4.- Die Beschwerdeführerin macht eine Verletzung von Art. 12 BV geltend mit der Begründung, die Berücksichtigung der Steuern bei der Berechnung des Grundbedarfes des Beschwerdegegners vermindere ihren Unterhaltsanspruch diesem gegenüber. Mit dieser Rüge bleibt sie ohne Erfolg: Das Bundesgericht hat mit Rücksicht auf Art. 12 BV (vgl. Art. 127 Abs. 2 BV) bloss ausgeführt, der Rentenschuldner (hier der Beschwerdegegner), dem die Steuerlast nicht aufgerechnet werde, brauche sich nicht vor Steuerforderungen zu fürchten, die seine Existenz gefährden (BGE 126 III 353 E. 1a/aa S. 356). Art. 12 BV regelt das Verhältnis zwischen dem Staat und dem hilfsbedürftigen Individuum (so auch BGE 121 I 101 E. 2b/cc, 3b und 4b und S. 104 ff.; 121 I 367 E. 2b und 2c S. 371 ff.). Inwiefern Art. 12 BV der Beschwerdeführerin einen Anspruch darauf gibt, die Steuerlast des Beschwerdegegners im Rahmen der Ermittlung ihres privatrechtlichen Unterhaltsanspruches nicht zu berücksichtigen, ist nicht begründet (Art. 90 Abs. 1 lit. b OG; BGE 125 I 71 E. 1c S. 76).