Citation: 6B_1232/2021 E. 2.4.3

2.4.3. Diese vorinstanzliche Beurteilung ist nicht zu beanstanden, zumal sich der Beschwerdeführer damit nur marginal auseinandersetzt und insbesondere nicht darlegt, weshalb das Verhältnismässigkeitsprinzip verletzt sein soll. Der Sachverständige zeigte im Verlaufsgutachten vom 25. Mai 2021 zu Handen der Vollzugsbehörde und anlässlich der Berufungsverhandlung vom 31. Mai 2021 nachvollziehbar auf, dass sich die derzeitige Behandlung des Beschwerdeführers zwar erfreulicherweise als zielführend abzeichne, sich aber noch in einem frühen Stadium befinde. Die Basismedikation habe etabliert werden können. Nun habe man die Möglichkeit mit stützenden Massnahmen und psychoedukativen Interventionen weiterzukommen. Einschränkend sei beim Beschwerdeführer, dass er wegen seiner neurokognitiven Defiziten nicht sehr viele Ressourcen habe. Er stehe noch am Anfang und habe einen weiten Weg vor sich. Er sei zwar nicht gross behandlungseinsichtig, jedoch hätten sich kleine Dinge bereits verbessert, so sei er um einiges stabiler und ruhiger geworden. Auf entsprechende Frage gibt der Sachverständige an, aus gutachterlicher Sicht sollte die stationäre therapeutische Massnahme um mindestens drei Jahre (besser fünf Jahre) verlängert werden (vgl. kantonale Akten, Verlaufsgutachten S. 42, insbesondere S. 52, act. 2069 ff.; Protokoll Berufungsverhandlung S. 27 f., act. 2129 f.). Insgesamt ist angesichts der vom Beschwerdeführer begangenen Anlasstaten, der hohen bis sehr hohen Rückfallgefahr für Straftaten gegen Leib und Leben bzw. die körperliche Unversehrtheit sowie der gutachterlich empfohlenen Verlängerung bzw. Weiterführung der Massnahme um drei bzw. fünf Jahre und in Berücksichtigung des vorzeitigen Massnahmenvollzugs von knapp zwei Jahren nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz die Massnahmendauer nicht beschränkt. Dies ändert nichts daran, dass die Vollzugsbehörde den Beschwerdeführer bereits vor Ablauf der gesetzlichen Frist von fünf Jahren (vgl. Art. 59 Abs. 4 Satz 1 StGB) bedingt aus dem stationären Massnahmenvollzug zu entlassen hat, sobald die Voraussetzungen hierfür vorliegen (vgl. Art. 62 und 62d StGB).