Citation: 8C_344/2010 25.10.2010 E. 3

3.1 Ist der Versicherte infolge des Unfalles zu mindestens 10 Prozent invalid (Art. 8 ATSG), hat er gemäss Art. 18 UVG Anspruch auf eine Invalidenrente. Nach Art. 19 Abs. 1 UVG entsteht der Rentenanspruch, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes des Versicherten mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung (IV) abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin. 3.2 Art. 19 Abs. 3 UVG räumt dem Bundesrat die Kompetenz ein, nähere Vorschriften zu erlassen über die Entstehung des Rentenanspruchs, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes des Versicherten mehr zu erwarten ist, der Entscheid der IV über die berufliche Eingliederung jedoch erst später gefällt wird. 3.3 Von dieser Kompetenz hat der Bundesrat in Art. 30 UVV Gebrauch gemacht. Nach dessen Abs. 1 gilt Folgendes: Ist von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes des Versicherten mehr zu erwarten, wird jedoch der Entscheid der IV über die berufliche Eingliederung erst später gefällt, so wird vom Abschluss der ärztlichen Behandlung an vorübergehend eine Rente ausgerichtet; diese wird aufgrund der in diesem Zeitpunkt bestehenden Erwerbsunfähigkeit festgesetzt. Der Anspruch erlischt: beim Beginn des Anspruchs auf ein Taggeld der IV (Art. 30 Abs. 1 lit. a UVV); mit dem negativen Entscheid der IV über die berufliche Eingliederung (Art. 30 Abs. 1 lit. b UVV); mit der Festsetzung der definitiven Rente (Art. 30 Abs. 1 lit. c UVV). 3.4 Eine solche Übergangsrente gemäss Art. 30 UVV ist eine befristete Rente besonderer Art (vgl. Peter Omlin, Dauerrenten - Zeitrenten - terminierte Renten, in: Schaffhauser/Schlauri (Hrsg.): Die Revision von Dauerleistungen in der Sozialversicherung, 1999, S. 127 ff., S. 137 sowie Alfred Maurer, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, 2. Aufl. 1989, S. 371). Bei der per 1. Januar 1998 in Kraft getretenen Änderung von Art. 30 UVV wurde sowohl in der Artikelüberschrift wie auch im Text besser zum Ausdruck gebracht, dass es sich um vorübergehende, provisorisch festgesetzte Rentenleistungen handelt (RKUV 1998 S. 93 sowie BGE 129 V 283 E. 4.1).