Citation: 1C_386/2012 E. 6.3

6.3. Die Auslegung und Anwendung des kommunalen Baurechts durch die kantonalen Instanzen überprüft das Bundesgericht nur auf Willkür hin (vgl. E. 1.3). Das strittige Bauvorhaben soll in der Zone für Sport- und Freizeitanlagen erstellt werden. Diese in Art. 68 des Gesetzes vom 24. April 1988 über die Raumplanung und das öffentliche Baurecht des Kantons Nidwalden (Baugesetz, BauG) umschriebene Zone zählt zu den Bauzonen (vgl. Ingress zu Art. 58 BauG), was in Art. 3 des Bau- und Zonenreglements der Gemeinde Beckenried vom 25. Juni 2004 (BZR) wiederholt wird. Nach Art. 68 Abs. 1 BauG ist die Zone für Sport- und Freizeitanlagen bestimmt für Sport- und Spielanlagen, Skipisten, Camping- und Rastplätze, Familiengärten, Bauten und Anlagen von Jugend- und Freizeitorganisationen und dergleichen (einschliesslich die zugehörige Infrastruktur). Die Nutzung einer solchen Zone ist gemäss Art. 68 Abs. 2 BauG durch die Gemeinde zu konkretisieren. Die Gemeinde Beckenried sieht in Art. 16 BZR die Zone für Sport- und Freizeitanlagen vor für Sport-, Hafen- und Freizeitanlagen sowie touristische Transportanlagen inklusive den dazugehörenden Infrastrukturen und verweist ergänzend ausdrücklich auf das so genannte Touristische Feinkonzept. Der Gemeinderat Beckenried erliess am 21. April 1998 ein entsprechendes Touristisches Feinkonzept für die Klewenalp-Stockhütte, das vom Regierungsrat des Kantons Nidwalden am 7. Dezember 1998 genehmigt wurde und zurzeit im Übrigen überarbeitet wird. Dabei handelt es sich um einen behördenverbindlichen kommunalen Richtplan gemäss Art. 29 ff. BauG, der zwecks Verbesserung der touristischen Attraktivität eine Ergänzung des Angebots vorsieht und als Möglichkeit dafür ausdrücklich die Erstellung einer Schaukäserei erwähnt. Als Richtplan entfaltet das Touristische Feinkonzept im Baubewilligungsverfahren eine abgeschwächte Bindungswirkung. Die Gemeinde Beckenried hat damit von ihrer Kompetenz zur Konkretisierung der fraglichen Zone Gebrauch gemacht. Diese wird zudem überlagert durch die Sondernutzungszone Empfindliches Siedlungsgebiet (SZ ES), was bedeutet, dass Bauten und Anlagen der landwirtschaftlichen und baulichen Integration besonders Rechnung zu tragen haben, wobei im Gebiet Klewenalp zusätzlich auf das Touristische Feinkonzept Rücksicht zu nehmen ist und Neubauten sowie wesentliche Umbauten dem Kanton zur Beurteilung zuzustellen sind (Art. 25 Abs. 1, 3, 4 und 5 BZR).