Citation: 9C_11/2019 E. 3.2

3.2. Im polydisziplinären Gutachten der estimed AG vom 3. Juli 2017 wird zwar die Frage nach dem Verlauf des Krankheitsbilds ausdrücklich nicht beantwortet und eine retrospektive Einschätzung der Arbeitsfähigkeit abgelehnt. Im psychiatrischen Teilgutachten nimmt der Psychiater aber Bezug auf frühere psychiatrische Berichte und hält fest, dass im Untersuchungszeitpunkt die damals beschriebene depressive Symptomatik als weitgehend remittiert zu beurteilen sei. Dem Bericht des behandelnden Hausarztes Dr. med. B.________, Allgemeinmedizin FMH, vom 30. Mai 2017 lässt sich ferner entnehmen, dass sich die Beschwerdeführerin bei der letzten Sprechstunde am 27. April 2017 in einem ausgezeichneten Zustand präsentiert und sie eine neue (Teil) Anstellung gesucht und gefunden habe. Bei der jüngsten Sprechstunde vom 30. Mai 2017 wurden sodann vorübergehend zwar verstärkte depressive Symptome festgestellt, deren Stabilisierung aber rasch erreicht werden konnte. Auch die behandelnde Neurologin Dr. med. C.________ spricht in ihrem Bericht vom 30. Mai 2017 von einer deutlichen Besserung in den letzten Monaten, wobei es allerdings am 29./30. Mai 2017 zu einer Verschlechterung im neurologischen Bereich gekommen sei, indem seit Februar 2016 eine Problematik (sensomotorische Defizite) unklarer Ätiologie bestehe. Vom 1. bis 7. Juni 2017 wurde die Versicherte stationär im Spital D.________ behandelt, wo die Ärzte vor allem neurologische Befunde (unsicherer Gang, Tremor an den Extremitäten, Taubheitsgefühl am rechten Körper, innere Anspannung und Angstgefühle) erhoben, ohne dass eine organische, neurologische Krankheit nachgewiesen werden konnte. In psychiatrischer Hinsicht wurde eine rezidivierende depressive Störung diagnostiziert (provisorischer Austrittsbericht des Spitals D.________ vom 7. Juni 2017). Im Inselspital Bern stellte die Ärzteschaft am 27. November 2017 schliesslich eine funktionelle neurologische Störung sowie einen Status nach Depression fest; dabei wurde auch vermerkt, dass die Versicherte keine psychologische Unterstützung wünsche.