Citation: U 226/01 26.02.2002 E. 3

3.- Streitig ist einzig die Höhe des Integritätsschadens. a) Während die Vorinstanz auf den Bericht des SUVA-Kreisarztes Dr. med. Z.________, Orthopädische Chirurgie FMH, vom 29. März 1999 abstellt und eine Integritätseinbusse von 6 % annimmt, geht der Beschwerdeführer davon aus, dass - wegen der andauernden Heilbehandlung - über die Integritätsentschädigung noch gar nicht hätte entschieden werden dürfen und zudem gestützt auf die mündlichen Äusserungen der behandelnden Ärzte des Spitals X.________ eine Integritätseinbusse von 20 % anzunehmen sei. b) Obwohl Art. 24 Abs. 2 UVG vorsieht, dass die Integritätsentschädigung zusammen mit dem Entscheid über die Invalidenrente festgesetzt wird, muss es möglich sein, bereits bei Behandlungsabschluss, aber vor dem - wegen einer beruflichen Massnahme der Invalidenversicherung ausstehenden - Rentenentscheid über die Integritätsentschädigung zu befinden. Letztere betrifft nämlich nicht die Erwerbsfähigkeit, sondern die körperliche oder geistige Integrität (Art. 24 Abs. 1 UVG), welche nicht Gegenstand beruflicher Massnahmen der Invalidenversicherung ist. Die ärztliche Behandlung der Unfallfolgen war im Falle des Beschwerdeführers im Zeitpunkt des Einspracheentscheides bereits abgeschlossen. Bei der nach Verfügungserlass erfolgten Übernahme von neun Physiotherapiesitzungen durch die SUVA handelt es sich zwar begrifflich um eine Heilbehandlung im Sinne des Art. 10 Abs. 1 lit. a UVG, jedoch nicht um eine ärztliche Behandlung gemäss Art. 24 Abs. 2 UVG, welche geeignet wäre, die Höhe des Integritätsschadens zu beeinflussen. c) Die Festlegung des Integritätsschadens an Rücken und Hand auf 6 % ist nicht zu beanstanden. Mit der Vorinstanz ist festzuhalten, dass die Beurteilung des SUVA-Kreisarztes Dr. med. Z.________ vom 29. März 1999 nachvollziehbar und überzeugend begründet ist. Die Hinweise in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde, dass die behandelnden Ärzte des Spitals X.________ gegenüber dem Versicherten von einem höheren Integritätsschaden gesprochen hätten, vermögen daran keine berechtigten Zweifel zu erwecken (BGE 125 V 353 Erw. 3b/ee), sodass von weiteren Abklärungen abzusehen ist. d) Durch den SUVA-Kreisarzt nicht beurteilt worden sind die vom Beschwerdeführer geklagten und aktenkundigen Seh- und Konzentrationsstörungen, die an und für sich Anspruch auf eine Integritätsentschädigung geben können (vgl. Anhang 3 zur UVV [Beeinträchtigung von psychischen Teilfunktionen wie Gedächtnis und Konzentrationsfähigkeit]). Da diese geklagten Leiden bis zum Zeitpunkt der Einsprache im September 1999 offensichtlich keine Behandlung erforderten, der Versicherte einen Sprachaufenthalt in England sowie eine Umschulung zum kaufmännischen Angestellten vornehmen konnte und sogar eine Ausbildung als Berufspilot in Angriff nehmen wollte (die aus anderen Gründen als den Seh- und Konzentrationsstörungen nicht durchgeführt werden konnte), ist davon auszugehen, dass diese Probleme keine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen oder geistigen Integrität (Art. 24 Abs. 1 UVG) darstellen und somit zu keiner Integritätsentschädigung berechtigen; auf weitere Abklärungen kann verzichtet werden (antizipierte Beweiswürdigung, BGE 124 V 94 Erw. 4b). Ob diese Störungen überhaupt in einem natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang zum Unfall stehen (Art. 6 UVG), kann deshalb offen bleiben.