Citation: 6B_459/2020 E. 4.3

4.3. Es ist anerkannt, dass eine DNA-Spur für sich genommen die Täterschaft nicht schon beweist, wie auch die Vorinstanz der Verteidigung einräumt (oben E. 4.2). Das Beweismaterial ist zunächst immer auf seine grundsätzliche Eignung und Qualität hin zu beurteilen (dazu BGE 144 IV 345 E. 2.2.3.1 S. 350). Abzuklären sind die Tatumstände und die Umstände ihres Zustandekommens. Dabei sind unter Tatumständen rechtserhebliche Tatsachen zu verstehen, die unmittelbar (direttamente) mit der Begehung der Tat zusammenhängen; nur dies verträgt sich mit dem Tatschuldprinzip (BGE 119 IV 49 E.3c S. 52 mit Hinweis auf BGE 117 IV 369 E. 17 S. 390 f.). Der Beweis für eine Täterschaft lässt sich erst aus der willkürfreien Würdigung des gesamten justizförmig erstellten Tatsachenmaterials erschliessen. Eine "Spur" ist ein nach den Tatumständen mehr oder weniger starkes Indiz. Es verhält sich mit der DNA-Analyse nicht prinzipiell anders als mit jedem andern Sachverhaltselement oder Indiz für sich genommen. Das Gericht hat die Beweise von Gesetzes wegen frei nach seiner aus dem gesamten Verfahren gewonnenen Überzeugung zu würdigen (Art. 10 Abs. 2 StPO). Erst wenn unüberwindliche Zweifel bestehen, geht das Gericht von der für den Beschuldigten günstigeren Sachlage aus (Art. 10 Abs. 3 StPO). Die Spurenhinweise wurden forensisch umfassend und wiederholt ausgewertet und begutachtet. Die Vorinstanz urteilt darüber vollständig sachverständig aufgeklärt auf umfassender objektiver und subjektiven Beweismittelgrundlage des gesamten Verfahrens. Es ist nicht ersichtlich, inwiefern diese Würdigung als schlechterdings unhaltbar und damit als willkürlich zu beurteilen sein sollte (Art. 97 Abs. 1 i.V.m. Art. 9 BV) oder inwiefern im Ergebnis unüberwindliche Zweifel (Art. 10 Abs. 3 BV) an der Täterschaft des Beschwerdeführers bestünden. Eine absolute Gewissheit kann nicht verlangt werden; abstrakte und theoretische Zweifel sind kaum je ganz auszuräumen (BGE 144 IV 345 E. 2.2.1 S. 348) und nicht von Bedeutung, da solche immer möglich sind (Urteil 6B_824/2016 vom 10. April 2017 E. 13.1). Das Tatgeschehen als solches wird sodann auch von der Verteidigung nicht in Frage gestellt. Es ist entgegen dem Beschwerdeführer, "selbst wenn auf die Zahlen gemäss IRM-Gutachten abgestellt wird", nicht offensichtlich unwahrscheinlich, dass die gefundenen Spuren vom Beschwerdeführer stammen (Beschwerde S. 26). Vielmehr bestehen keine unüberwindliche Zweifel. Die Vorinstanz stellt nicht einzig auf die gutachterlich berechnete "Häufigkeit" ab, sondern gesetzmässig auf ihre aus dem gesamten Verfahren gewonnenen Überzeugung. Die Einwände des Beschwerdeführers erschöpfen sich in appellatorischer Kritik. Auf solche Kritik ist nicht weiter einzutreten (Urteile 2C_224/2020 vom 28. Mai 2020 E. 1.3.2; 6B_913/2019 vom 7. Februar 2020 E. 5.2.1; 6B_556/2019 vom 17. Juli 2019 E. 3.1).