Citation: 5A_63/2009 20.08.2009 E. 7

Anders liegen die Umstände betreffend die Beurteilung des nachehelichen Unterhalts. Denn selbst eine lebensprägende Ehe - die hier unbestrittenermassen vorliegt - führt nicht automatisch zu Scheidungsalimenten. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung geniesst der Grundsatz der Eigenversorgung gegenüber dem Unterhaltsanspruch Vorrang, was sich direkt aus Art. 125 Abs. 1 ZGB ergibt (Prinzip des clean break). Nur dann und insoweit hat ein Ehegatte gegenüber dem anderen einen Anspruch auf Scheidungsalimente, als er seinen gebührenden Unterhalt nicht aus eigener Kraft zu decken vermag und der andere Teil leistungsfähig ist (BGE 134 III 145 E. 4 S. 146, vgl. auch BGE 134 III 577 E. 3 S. 578 ff.). Somit besteht - anders als bei der Leistung einer Entschädigung für die berufliche Vorsorge - kein grundsätzlicher Anspruch auf Zusprechung eines nachehelichen Unterhaltsbeitrags bzw. die Gewährung eines solchen Beitrags bildet nicht die Regel. Da ein nachehelicher Unterhaltsbeitrag nur bei fehlender Eigenversorgungskapazität des Ansprechers zugesprochen werden kann bzw. ein solcher nicht erst dann verweigert wird, wenn er unbillig wäre, kommt der Beurteilung der finanziellen Situation des Ansprechers hier ein anderer Stellenwert zu. Vor diesem Hintergrund kann die obergerichtliche Auffassung, wonach die Beschwerdeführerin ihre wirtschaftliche Situation für die Beurteilung des nachehelichen Unterhaltsbeitrags zu wenig substantiiert dargelegt hat, bundesrechtlich nicht beanstandet werden. Insbesondere ist dem Obergericht, wie auch dem Beschwerdegegner, darin beizupflichten, dass die Beschwerdeführerin mit ihrem Antrag auf Unterhaltsbeiträge zumindest hätte substantiiert ausführen müssen, wo sie lebt, wie hoch ihre Lebenskosten sind und welches Einkommen sie zu erzielen in der Lage wäre. Hinzu kommt, dass die Beschwerdeführerin auch vor Bundesgericht nicht rechtsgenüglich aufzeigt, inwiefern betreffend nachehelicher Unterhalt eine Bestimmung des Beweisrechts oder Art. 125 ZGB verletzt worden wäre, sondern sich mit den entsprechenden Behauptungen begnügt. Damit erfüllt sie die Begründungsanforderungen der Beschwerde vor Bundesgericht nicht (Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG).