Citation: 6P.107/2005 03.02.2006 E. 8

8.1 In der staatsrechtlichen Beschwerde rügt der Beschwerdeführer eine Verletzung seines Anspruchs auf rechtliches Gehör. Er habe vor Obergericht die Anträge gestellt, Herr G.________ von der G.________ Treuhand AG, der Revisionsstelle der C.________ AG, sei als Zeuge einzuvernehmen und es sei eventualiter ein Gutachten über die beanstandete Buchführung einzuholen. Der Zeuge hätte darüber Auskunft erteilen können, dass die Jahresrechnung nach Auffassung der Revisionsstelle korrekt und gesetzeskonform geführt gewesen sei und dass alle Entscheide zur konkreten Rechnungsgrundlage mit ihm abgesprochen worden seien. Diese Aussagen wären auch im Hinblick auf die Beurteilung des Vorsatzes von Bedeutung gewesen. Die Expertise sei beantragt worden, weil zur Beurteilung des Sachverhalts besondere Fachkenntnisse erforderlich seien. Beide Anträge habe das Obergericht abgewiesen, wobei es die Abweisung des Eventualantrags nicht begründet habe (staatsrechtliche Beschwerde S. 4 ff.). 8.2 Das Obergericht führt aus, die nachträgliche Einvernahme des Revisors, der im Verlauf der Strafuntersuchung nicht befragt worden sei, erübrige sich. Denn selbst wenn die Bilanzierung des Aktivpostens "Bestand Kundeneinzahlung" und "Durchlaufskonto Broker und Verwalter" auf Empfehlung des Revisors in der Bilanz per 31. Dezember 1996 eingeführt worden wäre, könnte sich der Beschwerdeführer von seiner strafrechtlichen Verantwortlichkeit nicht entlasten. In der Kundenbuchhaltung seien zwar die Positionen und Verwaltungskosten der C.________ AG von den Kundengeldern abgebucht, die Retrozession aber nicht als Kundenguthaben verbucht worden. Im Zeitpunkt, als die Buchhaltung der C.________ AG erstellt worden sei, habe der Beschwerdeführer detailliert Kenntnis über die von der D.________ AG ausbezahlten Retrozessionen auf die Konten der C.________ AG bei der F.________-Bank, aber auch über die Bezüge von B.________ und A.________ gehabt. Die Retrozessionen seien also vom Beschwerdeführer weder in der Buchhaltung der C.________ AG als Aktiv- und Passivposten noch in der Kundenbuchhaltung als Kundenguthaben verbucht worden (angefochtenes Urteil S. 6, 13 f.).