Citation: 6B_880/2009 30.03.2010 E. 3

3.1 Ungetreue Geschäftsbesorgung begeht, wer aufgrund des Gesetzes, eines behördlichen Auftrags oder eines Rechtsgeschäfts damit betraut ist, Vermögen eines andern zu verwalten oder eine solche Vermögensverwaltung zu beaufsichtigen, und dabei unter Verletzung seiner Pflichten bewirkt oder zulässt, dass der andere am Vermögen geschädigt wird (Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 StGB). Handelt der Täter in der Absicht, sich oder einen andern unrechtmässig zu bereichern, so kann auf Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu fünf Jahren erkannt werden (Art. 158 Ziff. 1 Abs. 3 StGB). 3.2 Die Vorinstanz erwägt, die Luxusferien für den Betrag von mindestens Fr. 84'600.-- seien nicht im Interesse der sich im Aufbau und bereits in finanzieller Schieflage befindenden B.________ AG gewesen. Im Frühjahr 2002 habe schon eine Überschuldung der Gesellschaft bestanden. Das Aktienkapital sei längst nicht mehr gedeckt und Reserven seien keine vorhanden gewesen. Zahlende Kundschaft habe es nicht gegeben. Die Liquidität der Gesellschaft habe mangels ordentlicher Bankkredite nur mittels sogenannter "Kreditkartenkredite" und Krediten von privater Seite her behelfsmässig bewerkstelligt werden können. Anfangs April 2002 habe ein Darlehen von A.________ im Betrag von Fr. 428'905.-- dazu gedient, den Minussaldo auf dem Konto der L.________ Bank auszugleichen, wobei selbst nach Überweisung des Darlehensbetrags noch ein Minussaldo auf dem Konto verblieben sei. Die Löhne des Monats April 2002 hätten nicht fristgerecht und nur über ein von der M.________ Holding AG gewährtes weiteres Darlehen von Fr. 90'000.-- bezahlt werden können. In den folgenden Monaten seien die Löhne nicht mehr bezahlt worden. Bei den Auslagen für die Karibik-Reise über Ostern 2002 habe es sich zum überwiegenden Teil um geschäftsmässig nicht begründeten, unverhältnismässigen Aufwand gehandelt. Begründet sei allenfalls ein kleiner Kostenanteil betreffend die Anwesenheit des Beschwerdeführers aufgrund des Ablebens des Alleinaktionärs der H.________ Bank Ltd. in St. Vincent. Diesem Umstand habe die erste Instanz im Umfang von Fr. 10'000.-- Rechnung getragen. Im Übrigen habe es sich um Luxusferien gehandelt. Bei den Beteiligten sei nie die Rede davon gewesen, dass die Reisekosten mit künftigen Lohnansprüchen verrechnet werden sollten. Die Luxusferien könnten nicht im Nachhinein als Lohnaufwand interpretiert werden, nur weil die B.________ AG in der Folge nicht mehr in der Lage gewesen sei, den Lohnforderungen ihres Personals nachzukommen. Die Kosten der Reise könnten C.________, D.________ und dem Beschwerdeführer nicht als Lohn angerechnet werden. Die Reisekosten seien nie als Lohnkosten ausgewiesen und entsprechend in den Büchern der B.________ AG erfasst worden. Die B.________ AG habe C.________ den Wohnungsmietzins (Fr. 25'200.--) bezahlt und ihm Kreditkarten (Fr. 26'242.75 und Fr. 24'889.05) sowie ein Geschäftsfahrzeug zur Verfügung gestellt. Gemäss Angaben von C.________ habe ihm immer ein Geschäftswagen zur Verfügung gestanden, am Ende habe er den Audi A3 gefahren. Da dieses Fahrzeug erst Ende Oktober 2002 gekauft wurde, sei davon auszugehen, dass C.________ bis zur Konkurseröffnung das günstigere der beiden von der B.________ AG geleasten Fahrzeuge gefahren habe. Der Landrover sei Ende September 2001 geleast worden. C.________ seien die Leasingraten von mindestens Fr. 34'795.-- als Lohn anzurechnen. Für den Zeitraum von November 2001 bis Oktober 2002 habe die B.________ AG Leistungen im Wert von monatlich mindestens Fr. 9'260.-- erbracht, womit sein angeblicher Lohnanspruch von monatlich Fr. 8'667.-- bereits abgegolten sei. Selbst wenn man der Argumentation des Beschwerdeführers folgen wollte, bestehe bei C.________ kein Raum, um dessen Kostenanteil an der Karibik-Reise als Lohnbestandteil zu qualifizieren. Betreffend den Kostenanteil von D.________ werde auf die Ausführungen im erstinstanzlichen Urteil verwiesen. Der Beschwerdeführer wiederhole lediglich, ihr Kostenanteil sei auf ihren Lohnanspruch anzurechnen. Er setze sich mit den Erwägungen im erstinstanzlichen Urteil nicht auseinander. Es liege keine Vereinbarung hinsichtlich der Anrechnung der Reisekosten auf den Lohnanspruch von D.________ vor. Es sei angesichts ihres monatlichen Einkommens höchst unwahrscheinlich, dass sie unter den vom Beschwerdeführer behaupteten Voraussetzungen an der Reise teilgenommen hätte. Der Beschwerdeführer habe pflichtwidrig gehandelt, indem er trotz des bereits angegriffenen Reinvermögens der Gesellschaft diese Reise veranlasste. Die Kosten der Reise hätten zu einer Vermehrung der Passiven der B.________ AG geführt und damit zu einem Vermögensschaden in diesem Umfang. Der Tatbestand von Art. 158 Ziff. 1 Abs. 3 StGB sei erfüllt (angefochtenes Urteil E. 3.1.2 ff. S. 8 ff.). 3.3 Der Beschwerdeführer rügt, die Vorinstanz sei hinsichtlich seines Anteils an den Reisekosten und jenes seiner Familie zu Unrecht von einer Vermögensschädigung im Sinne von Art. 158 StGB ausgegangen und habe dadurch Bundesrecht verletzt. Der Aufwand seiner Familie sei wie sein eigener durch ihm zustehende Saläransprüche kompensiert worden. Es habe ihm bestimmt nicht weniger Lohn zugestanden als C.________, dessen Lohnanspruch von der Vorinstanz auf monatlich Fr. 8'667.-- beziffert worden sei. Die Anrechnung der Kosten auf die Lohnansprüche sei nicht erst im Verfahren vor Kantonsgericht thematisiert worden. In der Anklageschrift sei ein Anteil der Kosten der Karibik-Reise als Lohnbestandteil qualifiziert worden. Es sei unverständlich und willkürlich, weshalb eine Anrechnung an die Lohnansprüche nicht geprüft werde. Hinsichtlich des Kostenanteils von C.________ stelle die Vorinstanz aufgrund von Spekulationen in willkürlicher Weise auf einen Betrag ab. C.________ habe zwar anlässlich seiner Einvernahme angegeben, es sei ihm ein Geschäftswagen zur Verfügung gestanden. Er sei nicht dazu befragt worden, welches Fahrzeug er benutzte, und ob es ausschliesslich zu seiner Verfügung stand. Hinsichtlich des Kostenanteils von D.________ verweise die Vorinstanz auf die Ausführungen im erstinstanzlichen Urteil. Dieses stelle aber auf die Aussagen von D.________ ab, die unverwertbar seien, da er bei der Einvernahme nicht habe anwesend sein können (Beschwerde S. 16 ff.). Grösstenteils legt der Beschwerdeführer seine eigene Sicht der Dinge dar, ohne sich mit den vorinstanzlichen Erwägungen auseinander zu setzen. Es ist beispielsweise nicht ersichtlich, inwiefern sich ohne weiteres zeigen soll, dass sich ein allfälliger Aufwand seinerseits und seiner Familie von Fr. 40'000.-- mit den ihm von der B.________ AG zustehenden Saläransprüchen kompensiert. Auf seine diesbezüglichen Vorbringen ist nicht einzutreten. Weiter führt der Beschwerdeführer nicht in rechtsgenüglicher Weise aus, inwiefern die Feststellung der Vorinstanz, dass die Kosten der Karibik-Reise keine Entschädigung für geleistete Arbeit seien, willkürlich sein soll. Hinsichtlich der Leasingraten des Geschäftsfahrzeugs von C.________ ist festzuhalten, dass die Vorinstanz zugunsten des Beschwerdeführers von den Kosten des günstigeren Fahrzeugs ausgeht. Selbst wenn nicht die ganzen Leasingraten C.________ als Lohn anzurechnen wären, führte dies nicht dazu, dass die Nichtanrechnung seines Kostenanteils an der Karibik-Reise auf seinen Lohnanspruch im Ergebnis willkürlich wäre. Die Angaben von D.________ sind schliesslich entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers verwertbar (vgl. oben E. 2.4). 3.4 Der Beschwerdeführer bringt vor, neben den Aussagen von D.________ seien auch jene von I.________ und C.________ unverwertbar, da er keine Gelegenheit gehabt habe, bei einer Einvernahme anwesend zu sein (Beschwerde S. 18 f.). Im bundesgerichtlichen Verfahren macht der Beschwerdeführer erstmals geltend, die genannten Aussagen seien unverwertbar. Auch er selbst behauptet nicht, diesbezüglich in einem früheren Stand des Verfahrens entsprechende Vorbringen gemacht zu haben. Dieses Vorgehen verstösst gegen Treu und Glauben, zumal er weder im erst- noch im vorinstanzlichen Verfahren Antrag auf Konfrontationseinvernahmen stellte (vgl. oben E. 2.4). Auf die Beschwerde ist in diesem Punkt nicht einzutreten. 3.5 Der Beschwerdeführer rügt, es sei nicht erwiesen, dass im Frühjahr bereits eine Überschuldung der B.________ AG bestanden habe. Es gebe keine konkreten Angaben hinsichtlich der finanziellen Lage der B.________ AG zum Zeitpunkt der Karibik-Reise. Im vorinstanzlichen und im erstinstanzlichen Urteil würden solche jedenfalls fehlen. In der Anklageschrift sei ebenfalls kein Hinweis auf Belegstellen hinsichtlich der Vermögenslage der B.________ AG im Zeitpunkt der Buchung der Reise zu finden. Die zeitlich älteste Zwischenbilanz, die Bestandteil der Akten bilde, datiere vom 31. August 2002 und zeige eine Unterbilanz. Es ergebe sich nicht aus den Akten, wie sich die Vermögenslage der B.________ AG im Frühjahr 2002 präsentiert habe. Die diesbezüglichen Spekulationen der Strafuntersuchungsbehörden und der Gerichte würden eine willkürliche Beweiswürdigung darstellen. Es sei nicht erwiesen, dass die Ausgaben für die Karibik-Reise das Reinvermögen der B.________ AG tangierten (Beschwerde S. 20 ff.). Der Beschwerdeführer setzt sich mit den Erwägungen der Vorinstanz zu den finanziellen Verhältnissen der B.________ AG nicht in rechtsgenüglicher Weise auseinander. Seine Ausführungen erschöpfen sich grösstenteils in appellatorischer Kritik und sind nicht geeignet, Willkür in der Beweiswürdigung betreffend die finanzielle Situation der B.________ AG darzutun.