Citation: I 498/04 28.02.2005 E. 3.2

3.2.1 Bei den Betriebsgewinnen der Jahre 1999 bis 2001 sind erhebliche Differenzen festzustellen. Im Jahre 1999 war ein Gewinn von Fr. 97'234.- bei einem Personalaufwand von Fr. 70'070.-, im Jahr 2000 ein solcher von Fr. 107'925.- (und nicht Fr. 102'925.-, wie im Abklärungsbericht vermerkt) bei Personalkosten von Fr. 85'800.- und schliesslich im Jahre 2001 ein solcher von noch Fr. 62'315.- bei erheblichen höheren Personalkosten von Fr. 92'974.- angefallen. Letzterer entspricht einer Reduktion auf ca. 60% des Gewinns des Vorjahres. Diese Entwicklung ist von der IV-Stelle nicht untersucht worden und wirft Fragen auf. Entweder machten sich schon im Jahre 2001 die gesundheitlichen Beeinträchtigungen des Beschwerdeführers bemerkbar, oder konjunkturelle Faktoren spielten eine entscheidende Rolle. Weil solche im Rahmen eines Einkommensvergleichs aber ausser Betracht zu bleiben haben, ist das Abstellen auf das über einen eher kurzen Zeitraum erhobene Valideneinkommen zumindest zweifelhaft. 3.2.2 Das von der Verwaltung angenommene Invalideneinkommen basiert auf denselben Ausgangswerten wie das von ihr ermittelte Valideneinkommen auf den Buchhaltungsabschlüssen der Jahre 1999 bis 2001. Davon werden lediglich behinderungsbedingt erhöhte Personalausgaben von Fr. 8'050.- sowie zusätzliche Fr. 15'546.- für "nicht entlöhnte Mitarbeit der Familie" abgezogen. Das ergibt eine "behinderungsbedingte Erwerbseinbusse" von Fr. 23'596.-. Wenn der Invaliditätsgrad mittels Einkommensvergleich festgestellt werden soll, hätte auch für das Invalideneinkommen auf das konkrete Betriebsergebnis - unter Berücksichtigung invaliditätsfremder Faktoren - abgestellt werden müssen. Es geht nicht an, lediglich die von der IV-Stelle geschätzten Mehrausgaben im Personalbereich als Erwerbseinbusse zu deklarieren. Das Invalideneinkommen definiert sich als Einkommen, das ein Versicherter nach Eintritt des Gesundheitsschadens durch eine ihm zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (vgl. Art. 16 ATSG), was nicht identisch ist mit einem durchschnittlichen früheren Einkommen, welches durch höhere Ausgaben reduziert wird. Die Vorinstanz geht davon aus, die Mutter des Beschwerdeführers habe für ihren vermehrten Einsatz im Betrieb keine Entschädigung bezogen. Indessen belegt der Beschwerdeführer, dass er seiner Mutter Fr. 1'111.- netto im Monat bezahlt hat. Setzte man einen Jahreslohn von Fr. 13'332.- (Fr. 1111.- x 12) in die Berechnung der Vorinstanz ein, ergäbe sich ein Invaliditätsgrad von 53% (52,65%; BGE 130 V 121) [Valideneinkommen von Fr. 70'070.- bei einer Einkommenseinbusse von Fr. 36'928.-(Fr. 23'596.- + Fr. 13'332.-)] und damit Anspruch auf eine halbe Rente. 3.2.3 Zusammenfassend ist festzustellen, dass es die Aktenlage nicht erlaubt, zuverlässige Validen- und Invalideneinkommen zu ermitteln. Die im Zeitraum von 1999 bis 2001 eingetretenen erheblichen Schwankungen des Betriebsgewinnes und der Personalausgaben sind nicht erklärt. Zu untersuchen gälte es insbesondere die Zahlen des Jahres 2001. Darüber hinaus erscheint das Abstellen auf das über einen eher kurzen Zeitraum erhobene Valideneinkommen zumindest zweifelhaft. Zudem wird von einer "unbezahlten Mitarbeit der Ehefrau" ausgegangen, obwohl Belege dafür vorliegen, dass ihr Lohn ausgerichtet worden ist und dafür auch Sozialversicherungsbeiträge abgerechnet wurden. Bezüglich des Invalideneinkommens ist unter anderem nicht hinreichend geklärt, welchen invaliditätsbedingten Mehreinsatz die Familienmitglieder leisten. Jedenfalls ist auch unbezahlte Mitarbeit, die wegen den gesundheitlichen Beeinträchtigungen des Beschwerdeführers geleistet wird, in die Invaliditätsbemessung miteinzubeziehen. Aus diesen Gründen können die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen nicht zuverlässig ermittelt oder geschätzt werden, weshalb die ausserordentliche Bemessungsmethode Platz zu greifen hat. In diesem Zusammenhang ist festzuhalten, dass diese Bemessungsmethode bereits dann zum Zuge kommt, wenn nur eines der beiden Vergleichseinkommen nicht zuverlässig festgestellt werden kann, weil bereits dann dem Einkommensvergleich die notwendige Grundlage entzogen ist (vgl. Meyer-Blaser, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, Zürich 1997, S. 205). 3.3 Die Sache ist demnach an die IV-Stelle zurückzuweisen, damit sie nach nötigen weiteren Abklärungen mit Hilfe des in BGE 128 V 32 Erw. 4 skizzierten Vorgehens den Invaliditätsgrad auf Grund der ausserordentlichen Bemessungsmethode festlegt und neu darüber verfügt.