Citation: 1B_433/2015 E. 1.2.2

1.2.2. Aus dem angefochtenen Entscheid geht hervor, dass im gegenwärtigen Zeitpunkt nicht gesagt werden kann, es bestünden keine alternativen Untersuchungsmassnahmen zur Telefonüberwachung. Das Zwangsmassnahmengericht führt aus, die Staatsanwaltschaft mache geltend, für die Fragen der Schuld- und Verhandlungsfähigkeit sowie die Massnahmenbedürftigkeit sei ein forensisch-psychiatrisches Gutachten zu verfassen. Sie gehe davon aus, dass die Beschuldigte die Strafbehörden und die sie behandelnden Ärzte sowie die Gutachter über ihren psychischen Zustand in möglicherweise erheblichem Ausmass in die Irre führe. Die Ergebnisse der Überwachung sollten es dem psychiatrischen Sachverständigen ermöglichen, das Verhalten der Beschuldigten in "unbeobachteten" Momenten mit demjenigen in "beobachteten" Momenten zu vergleichen. Die Staatsanwaltschaft lege allerdings nicht dar, weshalb es ihr nicht möglich sei, ihren Verdacht über das Verhalten der Beschuldigten in die Begutachtung einfliessen zu lassen. Es bestünden keine Anhaltspunkte, die darauf schliessen liessen, der Gutachter sei ohne die Ergebnisse der geheimen Überwachung nicht in der Lage, ein fachgerechtes Gutachten zu erstellen. Dies gelte insbesondere aufgrund des Umstands, dass er sich der Probleme der Simulation und Aggravation bewusst sei. Somit könne derzeit nicht davon ausgegangen werden, dass die Ermittlungen ohne die Überwachung aussichtslos seien oder unverhältnismässig erschwert würden.