Citation: 4P.185/2000 04.12.2000 E. 2

2. Aufl. , Rz. 2.12). Der Kanton St. Gallen kennt als ausserordentliches Rechtsmittel gegen Urteile des Kantonsgerichts die Nichtigkeitsbeschwerde an das Kassationsgericht (Art. 237 ZPO/SG). Insbesondere tatsächliche Feststellungen, die dem Inhalt der Akten offensichtlich widersprechen oder sonst willkürlich sind, stellen einen Nichtigkeitsgrund dar (Art. 239 Abs. 1 lit. b ZPO/SG). Insofern decken sich die Beschwerdegründe mit den im Verfahren der staatsrechtlichen Beschwerde zulässigen Rügen. Die kantonale Nichtigkeitsbeschwerde ist allerdings ausgeschlossen, wenn das Bundesrecht ein einfaches, ein rasches oder ein beschleunigtes Verfahren vorsieht oder ein bestimmter Streitwert nicht erreicht wird (Art. 238 ZPO/SG). Diese Streitwertgrenze wurde mit Nachtragsgesetz vom 1. April 1999 (in Kraft seit 1. Juli 1999) auf Fr. 30'000.-- festgesetzt. Das angefochtene Urteil ist am 7. April 2000 ergangen. Der Streitwert beträgt rund Fr. 25'000.-- und erreicht somit das erforderliche Minimum für eine Nichtigkeitsbeschwerde nicht. Es handelt sich beim angefochtenen Urteil somit um ein kantonal letztinstanzliches. b) Die Beschwerdeführerin macht neben einer Verletzung ihres Anspruches auf rechtliches Gehör geltend, es liege eine willkürliche Beweiswürdigung durch das Kantonsgericht vor. Zu Recht weisen die Beschwerdegegnerinnen darauf hin, dass die Beschwerdeführerin keine gültige Bestimmung der Bundesverfassung anruft. Die Beschwerdeführerin macht eine Verletzung von Art. 4 aBV geltend, obwohl der angefochtene Entscheid nach Inkrafttreten der neuen Bundesverfassung ergangen ist. Allerdings ist zu beachten, dass sich inhaltlich mit der neuen BV nichts verändert hat. Nunmehr gewährt Art. 9 BV Schutz vor willkürlichen Handlungen des Staates und in Art. 29 BV ist der Anspruch auf rechtliches Gehör verankert. Das Zitieren der falschen Bestimmung schadet der Beschwerdeführerin nicht, da der Inhalt ihrer Rüge klar ist. c) Im kantonalen Verfahren wurde eine unter den Parteien strittige zivilrechtliche Forderung beurteilt. Weil das Kantonsgericht somit über das Vorliegen oder Nichtvorliegen der Voraussetzungen eines zivilrechtlichen Anspruchs entschied, ist die Beschwerdeführerin zur staatsrechtlichen Beschwerde wegen Verletzung des Willkürverbots legitimiert. Die Beschwerdegegnerinnen verkennen die bundesgerichtliche Rechtsprechung, wenn sie mit Hinweis auf BGE 126 I 81 ff. etwas Anderes behaupten. In diesem Entscheid ging es um die Klarstellung, dass sich die Voraussetzungen der Legitimation zur Willkürrüge durch das Inkrafttreten der neuen Bundesverfassung nicht geändert haben.