Citation: 1P.543/2005 15.11.2005 E. 2.3

2.3.1 Der Beschwerdeführer macht sinngemäss geltend, die Beschwerdegegnerin leide unbestreitbar an Depressionen und sei unzählige Male in psychiatrischer Behandlung gewesen. Entgegen den Ausführungen des Appellationsgerichtes könne auch eine schwere Depression eine ernsthafte geistige Störung darstellen, welche sich unter Umständen auch auf das Aussageverhalten auswirken könne. Deshalb sei ein Glaubwürdigkeitsgutachten notwendig. 2.3.2 Das Appellationsgericht hat sich bei der Abweisung des Beweisantrages ausführlich mit der Problematik auseinandergesetzt und dargelegt, warum seiner Meinung nach kein Grund für die Einholung eines Gutachtens besteht. Zwar leide die Beschwerdegegnerin unbestritten an Depressionen. Diese stellten jedoch keine geistige Störung dar, welche sich auf ihr Aussageverhalten auswirken könnte, zumal sie die nötige ärztliche Betreuung erhalte, indem sie sowohl medikamentös behandelt werde als auch wöchentliche Gespräche mit ihrem Psychiater führe. Während der Befragung in der zweitinstanzlichen Verhandlung sei sie in der Lage gewesen, die gestellten Fragen klar und vernünftig zu beantworten. Dabei sei auch sonst in keiner Weise ein inadäquates Verhalten zu Tage getreten. Dies entspreche den Feststellungen der Gerichtsärztin, welche von der Notfallstation des Kantonsspitals beigezogen worden war, als die Beschwerdegegnerin dort als Begleiterin einer Patientin wegen ihrer körperlichen Beeinträchtigungen aufgefallen war und daraufhin von den erlittenen sexuellen Misshandlungen berichtet hat. Nach Angabe der Gerichtsärztin sei die Beschwerdegegnerin gut orientiert gewesen über Zeit und Personen, habe jedoch Angstgefühle gegenüber dem Täter gezeigt, weshalb sie noch gezögert habe, Anzeige zu erstatten. Solche Äusserungen seien typisch für Opfer sexueller Gewalt. Dem Appellationsgericht ist darin zuzustimmen, dass dieses Verhalten keine Anhaltspunkte für Auffälligkeiten liefert, welche ein Gutachten nötig erscheinen lassen würden. Selbst wenn die Beschwerdegegnerin an Depressionen leidet, muss dies keine unmittelbaren Folgen auf ihr Aussageverhalten haben. Bei der Sachlage, wie sie sich vorliegend präsentiert, durften die kantonalen Instanzen in willkürfreier antizipierter Beweiswürdigung auf die Einholung eines Glaubwürdigkeitsgutachtens verzichten.