Citation: 8C_150/2019 E. 4.3.2

4.3.2. Das kantonale Gericht hatte schon in seinem Entscheid vom 15. August 2015 das MZR-Gutachten vom 12. Juni 2012 als schlüssig und nachvollziehbar qualifiziert. Davon weicht es im hier angefochtenen Entscheid nicht ab. Aus den vorinstanzlich an sich willkürfrei als beweiskräftig erachteten Expertisen tritt aber insgesamt offen zutage, dass sich der Gesundheitszustand nach dem Sturz beim Tanzen am 27. Juni 2009 oder vielmehr die Auswirkungen aus der Gesundheitsschädigung an der linken oberen Extremität nicht verändert haben. Davon ausgenommen ist die Anfangsphase mit 100%iger Arbeitsunfähigkeit. Danach besteht in einer leidensangepassten Beschäftigung gleichbleibend eine 100%ige Arbeitsfähigkeit. Die von den Experten der Universitätsklinik C.________ neu gestellte Diagnose eines Morbus Dupuytren, welcher ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit bleibt, vermag daran klarerweise nichts zu ändern. Die von ihnen attestierte 20%ige Arbeitsunfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit wird nicht mit einer zeitlichen Leistungseinschränkung (im Sinne einer Teilzeittätigkeit oder einem vermehrten Pausenbedarf) sondern einzig mit qualitativen Einbussen (eine angepasste Tätigkeit fordert "vor allem denken, zuhören und sprechen, ohne viel Büroarbeit") begründet, womit die Vorinstanz - bei grundsätzlich zuverlässigen medizinischen Grundlagen - auf eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in angepasster Beschäftigung hätte schliessen müssen. Selbst wenn mit der Beschwerdeführerin hinsichtlich der von Dr. med. E.________ diagnostizierten dissoziativen Bewegungsstörung gestützt auf die Indikatorenprüfung im Sinne von BGE 141 V 281 zu berücksichtigen wäre, dass die linke, adominante Hand - ohne somatische Ursache - lediglich noch als Hilfshand eingesetzt werden könnte, ergeben sich nur qualitative, jedoch keine zeitlichen Einschränkungen in einer angepassten Beschäftigung. Die Probleme beim nur rechtshändig möglichen Schreiben am Computer lassen sich mit einem Diktierprogramm lösen, wie dies im Gutachten der Dres. med. D.________ und E.________ explizit empfohlen wird. Es ist allerdings mit Blick auf die langjährige berufliche Erfahrung in Bezug auf Bürotätigkeiten und die zusätzliche, am 31. März 2012 abgeschlossene Mediationsausbildung nicht einzusehen, aus welchen Gründen eine Anpassung von zwei bis drei Monaten mit um 20% reduzierter Leistungsfähigkeit für die Installation eines Diktierprogramms eingerechnet werden müsste, wie dies von den Experten veranschlagt wird. Die vorinstanzliche Annahme einer gesundheitlichen Verschlechterung ab Juli 2015 und die darauf basierende Zusprache einer halben Rente ab 1. Juli 2015 bei gleichzeitiger Aufhebung der von der Verwaltung vom 1. Oktober 2010 bis 31. Dezember 2015 gewährten befristeten ganzen Rente ist damit unhaltbar.