Citation: 1P.140/2004 19.03.2004 E. 4

Sinngemäss beanstandet der Beschwerdeführer die Haftdauer und unterstreicht seine Forderung auf Entlassung mit der Gefahr der Überhaft. Eine Überschreitung der zulässigen Haftdauer liegt nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung dann vor, wenn diese die mutmassliche Dauer der zu erwartenden Freiheitsstrafe übersteigt. Bei der Bemessung der Letzteren ist auf alle nach dem Untersuchungsstand bekannten Umstände abzustellen (BGE 124 I 208 E. 6 S. 215). Die Möglichkeit der bedingten Entlassung ist nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts in der Regel nicht zu berücksichtigen, es sei denn, die konkreten Umstände des Falles würden eine Berücksichtigung ausnahmsweise gebieten (Urteil vom 26. März 1991 i.S. V., E. 2d, auszugsweise publiziert in SZIER 2/1992, S. 489 f., sowie zahlreiche nicht veröffentlichte Urteile). Im Weiteren kann eine Haft die zulässige Dauer auch dann überschreiten, wenn das Strafverfahren nicht genügend vorangetrieben wird, wobei sowohl das Verhalten der Justizbehörden als auch dasjenige des Inhaftierten in Betracht gezogen werden müssen. Nach der übereinstimmenden Rechtsprechung des Bundesgerichts und des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte ist die Frage, ob eine Haftdauer als übermässig bezeichnet werden muss, aufgrund der konkreten Verhältnisse des einzelnen Falles zu beurteilen (BGE 128 I 149 E. 2.2 S. 151; 126 I 172 E. 5a S. 176 f.; 124 I 208 E. 6 S. 215; 123 I 268 E. 3a S. 273, je mit Hinweisen). Im heutigen Zeitpunkt befindet sich der Beschwerdeführer seit knapp 17 Monaten in Haft. Er räumt selber ein, dass die übrigen, von ihm weitgehend zugestandenen Delikte keine Bagatellfälle darstellen. Selbst wenn das Strafmass im Berufungsverfahren aufgrund einer vom Bezirksgericht abweichenden Würdigung des Raub-Tatbestandes herabgesetzt werden sollte, ist im heutigen Zeitpunkt noch nicht von einer Überhaft auszugehen. Allerdings steht die vollständige Begründung des bezirksgerichtlichen Urteils bis anhin noch aus. Der Beschwerdeführer hat bereits in Aussicht gestellt, dass er Berufung einlegen wird. Es ist absehbar, dass sich das Verfahren noch über mehrere Monate erstrecken wird. Die kantonalen Behörden werden darum der Gefahr der Überhaft im Berufungsverfahren Rechnung tragen müssen.