Citation: 2C_948/2020 E. 2.3.2

2.3.2. Im Übrigen erweist die Kritik sich ohnehin als nicht stichhaltig. So beruft die Steuerpflichtige sich teils darauf, dass sowohl der Erwerb als auch die Veräusserung des Motorrollers erfolgswirksam verbucht worden sei, während sie andernorts vorbringt, per Ende 2009 sei eine Umbuchung vom Warenaufwand in den Warenbestand erfolgt. Die Argumentation ist damit in sich widersprüchlich. Die Steuerpflichtige beruft sich ferner auf die handelsrechtliche Aktivierungspflicht. Diese bezieht sich, wie die Steuerpflichtige an sich zutreffend vorbringt, auch auf Vorräte (Art. 959a Abs. 1 Ziff. 1 lit. d OR). Als Umlaufvermögen bilanziert werden aber nur Aktiven, die voraussichtlich innerhalb eines Jahres ab Bilanzstichtag oder innerhalb des normalen Geschäftszyklus zu flüssigen Mitteln werden oder anderweitig realisiert werden (Art. 959 Abs. 3 OR). Nach den vorinstanzlichen Feststellungen hat die Steuerpflichtige den streitbetroffenen Motorroller am 2. Mai 2009 erworben und am 11. Juli 2018 veräussert. Bei einer Haltedauer von mehr als neun Jahren, in welchen das Fahrzeug im Übrigen unstreitig gefahren wurde, kann kaum ernsthaft argumentiert werden, es habe sich dabei (immer noch) um ein Handelsobjekt gehandelt. Entscheidend ist aber ohnehin nicht die Qualifikation als Umlauf- oder Anlagevermögen, sondern vielmehr der Umstand, dass die Steuerpflichtige im vorinstanzlichen Verfahren gar nicht geltend gemacht hat, sie habe den Motorroller zumindest teilweise für geschäftliche Zwecke genutzt. Die ausschliesslich private Nutzung liegt damit auf der Hand, woran auch der Umstand nichts ändert, dass das Fahrzeug gegebenenfalls im Eigentum der Steuerpflichtigen verblieben ist.