Citation: 8C_813/2008 06.02.2009 E. 3

3.1 Das EVG hat mit Urteil vom 9. Februar 2006 (U 182/05) den Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Luzern vom 31. März 2005 und den Einspracheentscheid der SUVA vom 14. November 2003 aufgehoben und die Sache zu weiteren Abklärungen im Sinne der Erwägungen an die Versicherung zurückgewiesen. In E. 4 dieses Urteiles hat das EVG erwogen, dass eine im Jahre 1976 durchgeführte Leberbiopsie im Spital Y.________ gemäss den Ausführungen des Beschwerdeführers offenbar noch vorhanden sei und es daher nicht als aussichtslos erscheine, diese auf eine mögliche Hepatitis-C-Infektion hin zu untersuchen. Zudem sei beim Referenzzentrum des Zentrallaboratoriums des Blutspendedienstes des Schweizerischen Roten Kreuzes ein Look back-Auftrag zu veranlassen, um so den allfälligen Blutspender ausfindig zu machen und den Verdacht auf eine Infektion durch eine infizierte Bluttransfusion erhärten oder widerlegen zu können. Schliesslich sei abzuklären, ob das Spital X.________ weitere Unterlagen - insbesondere die Originalrechnung - betreffend der Behandlung im Juni 1974 aufbewahrt habe. 3.2 Die von der SUVA in Nachachtung dieses Urteiles veranlassten weiteren Abklärungen führten zu keinen relevanten neuen Erkenntnissen, da über dreissig Jahre nach dem Unfall sowohl im Spital X.________, als auch beim Schweizerischen Roten Kreuz keine Unterlagen mehr vorhanden sind. Im Spital Y.________ fand sich lediglich noch ein Bericht des Dr. med. U.________ vom 29. Oktober 1976, aus dem indessen für die hier streitigen Belange nichts entnommen werden kann. Im zweiten Einspracheverfahren hat der Versicherte eine ärztliche Beurteilung des Dr. med. H.________, FMH für Innere Medizin und Magen-Darmkrankheiten, vom 11. Oktober 2006 eingereicht. Dieser Arzt erachtet es aufgrund der im Bericht des Spitals X.________ vom 24. Juni 1974 erwähnten starken Blutungen aus den Wunden und der Annahme, dass noch am Unfalltag notfallmässig eine Bestimmung der Blutgruppe vorgenommen wurde, für überwiegend wahrscheinlich, dass der Versicherte am 10. Juni 1974 infiziertes Blut erhalten hat. 3.3 Aufgrund der medizinischen Akten erscheint es als möglich, dass die beim Beschwerdeführer im Jahre 2000 diagnostizierte Hepatitis C auf eine am 10. Juni 1974 durchgeführte Bluttransfusion zurückzuführen ist. Allerdings ist ein Kausalzusammenhang nicht mit dem notwendigen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt: Aus einer Blutgruppenbestimmung kann noch nicht abgeleitet werden, dass tatsächlich eine Transfusion erfolgte, konnte es sich doch dabei auch um eine blosse Vorsichtsmassnahme gehandelt haben, um bei einer allfälligen Komplikation während der Operation - etwa einem unvermittelt auftretenden, unerwartet hohen Blutverlust - rascher reagieren zu können. Die Frage, ob beim Versicherte tatsächlich eine Transfusion stattgefunden hat, kann indessen letztlich offenbleiben, da es nach Auskunft des Roten Kreuzes nicht mehr möglich ist, den Spender zu ermitteln und somit zu untersuchen, ob eine allfällige Transfusion infiziert war. Dem Bericht des Dr. med. R.________ vom Institut Z.________ vom 8. November 2002 ist zwar zu entnehmen, dass beim Versicherten zwei Risikofaktoren für den Erwerb einer Hepatitis C bestehen (die Geburt in einem Hochprävalenzland und eine allfällige Transfusion nach dem Unfall). Aus dieser Aussage kann jedoch entgegen den Vorbringen des Beschwerdeführers nicht geschlossen werden, er habe die Hepatitis C überwiegend wahrscheinlich auf einem dieser beiden Wege erworben und mit dem Ausschluss einer erblich erworbenen Hepatitis C sei die Infektion durch eine Transfusion erstellt. Bei den beiden Risikofaktoren handelt es sich lediglich um Umstände, durch deren Vorliegen die Gefahr des Versicherten, an einer Hepatitis C zu erkranken, gegenüber der Gesamtbevölkerung erhöht war. 3.4 Ist eine Infektion des Versicherten durch eine infizierte Bluttransfusion lediglich möglich, nicht aber mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, hat die SUVA zu Recht ihre Leistungspflicht für die Folgen der Hepatitis C abgelehnt. Die Beschwerde ist demnach abzuweisen.