Citation: 1C_191/2009 07.10.2009 E. 5

Da die Zonenkonformität der neu erstellten Remise nicht bejaht werden kann, ist zu prüfen, ob sie gestützt auf Art. 24c RPG bewilligt werden kann. Nach Art. 24c Abs. 1 RPG werden bestimmungsgemäss nutzbare Bauten und Anlagen ausserhalb der Bauzonen, die nicht mehr zonenkonform sind, in ihrem Bestand grundsätzlich geschützt. Solche Bauten und Anlagen können mit Bewilligung der zuständigen Behörde erneuert, teilweise geändert, massvoll erweitert oder wiederaufgebaut werden, sofern sie rechtmässig erstellt oder geändert worden sind. In jedem Fall bleibt die Vereinbarkeit mit den wichtigen Anliegen der Raumplanung vorbehalten (Art. 24c Abs. 2 RPG). Der Bundesrat hat die nach Art. 24c Abs. 2 RPG zulässigen Änderungen in Art. 42 RPV näher umschrieben. Nach Art. 42 Abs. 1 RPV sind Änderungen bestehender Bauten und Anlagen zulässig, wenn die Identität der Baute oder Anlage einschliesslich ihrer Umgebung in den wesentlichen Zügen gewahrt bleibt. Verbesserungen gestalterischer Art sind zulässig. Ob die Identität der Baute im Wesentlichen gewahrt bleibt, ist gemäss Art. 42 Abs. 3 RPV unter Würdigung der gesamten Umstände zu beurteilen. Sie ist jedenfalls dann nicht mehr gewahrt, wenn die zonenwidrig genutzte Fläche um mehr als 30 % erweitert wird, wobei Erweiterungen innerhalb des bestehenden Gebäudes nur zur Hälfte angerechnet werden (lit. a), oder wenn die zonenwidrig genutzte Fläche innerhalb oder ausserhalb des bestehenden Gebäudevolumens um insgesamt mehr als 100 m² erweitert wird (lit. b). Nach Art. 42 Abs. 4 RPV darf eine Baute nur wieder aufgebaut werden, wenn sie im Zeitpunkt der Zerstörung oder des Abbruchs noch bestimmungsgemäss nutzbar war und an ihrer Nutzung ein ununterbrochenes Interesse besteht. Das Gebäudevolumen darf nur so weit wieder aufgebaut werden, dass es die nach Abs. 3 zulässige Fläche umfassen kann. Art. 42 Abs. 3 lit. a RPV ist nicht anwendbar (vgl. auch BGE 127 II 215 E. 3b S. 219 f.). 5.1 Der Beschwerdeführer bringt vor, die alte, inzwischen abgebrochene Remise sei vor über 50 bis 60 Jahren rechtmässig erstellt worden. Sie sei 7,6 m breit und 6,05 m tief gewesen. Schon vor 1970 sei seitlich an die Remise ein Silo mit einem Durchmesser von 3 m und einem Fundament aus Beton angebaut worden. Auf der Nordseite des Silos sei zudem ein offener Unterstand mit einer Breite von 3,2 m erstellt worden. Das Silo sei schon vor 1970 wieder abgebaut und der ehemalige Silostandort, eine Fläche von 3 m x 3,2 m, sei danach überdacht worden. Schon vor 1970 sei somit eine Fläche von insgesamt 65,34 m² (10,8 m x 6,05 m) überdacht und mit befestigtem Boden versehen gewesen. Da die neu erstellte Remise eben diese Ausmasse aufweise, sei sie als Ersatzbaute zu qualifizieren und daher aufgrund der Besitzstandsgarantie zu bewilligen. 5.2 Die Vorinstanz erwägt, massgeblicher Vergleichszustand für die Beurteilung nach Art. 42 RPV sei der Zustand der alten Remise im Jahr 1972. Später erfolgte Erweiterungen seien nie bewilligt worden und gälten daher nicht als rechtmässig erstellt. Ferner seien die Ausführungen des Beschwerdeführers nicht belegt, wonach die Remise bereits vor dem Jahr 1970 mit einem Dach im Ausmass von 3 m x 3,2 m erweitert worden sei. Bei einer solchen Erweiterung handelte es sich im Übrigen lediglich um eine Dachverlängerung und nicht um eine Erweiterung des Gebäudevolumens der Remise. Folge man den Angaben des Beschwerdeführers, habe die alte Remise eine Fläche von 45,98 m² (7,6 m x 6,05 m) umfasst. Demgegenüber umfasse die neu erstellte Remise eine Fläche von 65,34 m² (10,8 m x 6,05 m). Dies entspreche einer Erweiterung um 42 %, womit selbst die nach Art. 42 Abs. 3 lit. b RPV zulässigen 30 % überschritten würden. 5.3 Die Erwägungen der Vorinstanz sind nicht zu beanstanden. Nach den Ausführungen des Beschwerdeführers wurde der anstelle des Si-los erstellte Unterstand an die alte Remise angebaut. Im Unterschied zur geschlossenen Remise sei dieser Anbau offen gewesen. Bei dieser Sachlage ist der Unterstand als weitgehend eigenständige Baute zu qualifizieren, die mit dem Remisengebäude in keinem engen funktionalen Zusammenhang stand. Die Vorinstanz hat daher zu Recht die vom Unterstand überstellte Fläche der Grundfläche der alten Remise nicht hinzugerechnet und den Schluss gezogen, dass die Grundfläche der neuen Remise gegenüber derjenigen der alten Remise um 42 % erweitert und das zulässige Mass von 30 % somit überschritten worden sei. Unter diesen Umständen kann nicht mehr gesagt werden, dass mit dem Neubau der Remise die Identität der Baute im Wesentlichen gewahrt blieb. Die neu erstellte Remise kann daher weder als massvolle Erweiterung noch als Wiederaufbau der alten Remise bezeichnet werden. Eine Bewilligung gemäss Art. 24c RPG fällt daher bereits aus diesem Grund ausser Betracht.