Citation: 4A_86/2009 E. 5

Die Beschwerdeführerin rügt weiter, die Vorinstanz habe ihrem Entscheid in bundesrechtswidriger Weise "eine Art Umwegthese innerhalb des UWG selbst" zugrunde gelegt, die das Verhältnis zwischen den sogenannten Spezialtatbeständen nach Art. 3-8 UWG und der Generalklausel in Art. 2 UWG betreffe. Diese laufe darauf hinaus, die Generalklausel nur beim Hinzutreten "weiterer" oder "besonderer" Umstände anzuwenden, wenn die Prüfung eines Wettbewerbsverhaltens nach Massgabe der Spezialtatbestände nicht als unlauter erscheine. Die vorinstanzliche Ansicht, nach der die Generalklausel nur Anwendung finden solle, wenn neben den Voraussetzungen der Spezialtatbestände weitere Unlauterkeitselemente oder besondere Umstände gegeben sind, stehe mit dem Grundkonzept des UWG in Widerspruch, nach dem die Spezialtatbestände blosse Ausprägungen der Generalklausel seien, die besondere Beispiele unlauteren Wettbewerbs umschrieben und dadurch den Gehalt der Generalklausel konkretisierten. Indem die Vorinstanz für das Erfüllen des Tatbestands der Rufausbeutung im Sinne von Art. 2 UWG das Vorliegen "weiterer Unlauterkeitselemente" gefordert habe, verkenne sie den selbständigen und umfassenden Anwendungsbereich der wettbewerbsrechtlichen Generalklausel und verletze damit Art. 2 UWG.