Citation: 9C_41/2024 E. 3.1

3.1. Es ist grundsätzlich nicht zu beanstanden, wenn eine Behörde als Partei die rechtliche Begründung für ihren Standpunkt im Laufe des Verfahrens ändert. Davon zu unterscheiden sind jedoch Änderungen am Streitgegenstand, die eine Behörde als Rechtsmittelinstanz vornimmt, wenn sie über etwas anderes als den materiellen Anfechtungsgegenstand - d.h. über den Streitgegenstand des vorinstanzlichen Verfahrens - entscheidet oder wenn sie über die relevanten Parteibegehren - d.h. über den Streitgegenstand des Rechtsmittelverfahrens - hinausgeht. Konkret stellt sich hier die Frage, ob die ESTV und die Vorinstanz im Einsprache- und im Beschwerdeverfahren überhaupt noch prüfen durften, ob die Stiftungen als Händler nach Art. 13 Abs. 3 lit. b Ziff. 1 StG zu betrachten waren, oder sie damit ihre Zuständigkeit überschritten haben.