Citation: 6B_388/2022 E. 2.6

2.6. Der Beschwerdeführer beantragte im vorinstanzlichen Verfahren den Beizug der Akten des kantonalen Migrationsamtes (vgl. Beschwerde S. 7; angefochtenes Urteil S. 3). Diese Akten wurden von der Vorinstanz nicht beigezogen. Die Vorinstanz äusserte sich im angefochtenen Urteil nicht zum entsprechenden Beweisantrag und verzichtete damit stillschweigend auf den beantragten Aktenbeizug. Mangels Kenntnis des aktuellen Standes des Rückweisungsverfahrens ist es dem Bundesgericht im vorliegenden Beschwerdeverfahren nicht möglich, sich zur Frage zu äussern, ob gegen den Beschwerdeführer ein Wegweisungsentscheid ergangen ist (vgl. Beschwerde S. 3), ob die erforderlichen Entfernungsmassnahmen (bereits) ergriffen wurden und ob die erfolgte Umwandlung der ausgesprochenen rechtskräftigen Geldstrafe in eine Ersatzfreiheitsstrafe von 59 Tagen das Rückweisungsverfahren des Beschwerdeführers erschweren würde. Die Vorinstanz hätte die Akten des kantonalen Migrationsamtes beiziehen und die Frage der Kompatibilität des Vollzugsbefehls mit der EU-Rückführungsrichtlinie beantworten müssen (vgl. oben E. 2.3, 2.4). Indem sie das nicht tat, verletzt sie Bundesrecht.