Citation: 1C_150/2021 E. 3.3

3.3. Im vorliegenden Fall liegt zwischen der Geschwindigkeitsüberschreitung des Beschwerdeführers und ihrer rechtskräftigen administrativen Sanktionierung durch das Bundesgericht, welche mit vorliegendem Urteil Anfang November 2021 erfolgt, ein Zeitraum von rund 6 Jahren und 5 Monaten. Diese absolute Dauer des Verfahrens mag zwar Bedenken erwecken (vgl. Urteil 1C_486/2011 vom 19. März 2012 E. 2.3). Wie von der Vorinstanz zutreffend festgehalten, sind jedoch das Straf- und Administrativverfahren auf Antrag des Beschwerdeführers nacheinander geführt worden. Dies bringt unvermeidlicherweise eine Verlängerung der Verfahrensdauer mit sich. Die ersten vier Jahre des gesamten Verfahrens sind sodann durch das Strafverfahren und insbesondere durch das erstinstanzliche Verfahren (3 Jahre 4 Monate) beansprucht worden. Diese Dauer mag zwar relativ lange sein, spielt aber insofern keine Rolle, als der Beschwerdeführer im Strafverfahren bzw. vor Obergericht keine Verletzung des Beschleunigungsgebots gerügt hat. Unter diesen Umständen kann er nach Treu und Glauben nach rechtskräftigem Abschluss des Strafverfahrens nicht geltend machen, dass es zu lange gedauert habe (vgl. Urteile 1C_190/2018 vom 21. August 2018 E. 5.1; 1C_486/2011 vom 19. März 2012 E. 2.3.1). Folglich ist die Dauer des Strafverfahrens für die Beurteilung der Rüge der Verletzung des Beschleunigungsgebots ausser Betracht zu lassen. Es bleibt zu erwähnen, dass die Verfahrensdauer des erstinstanzlichen Strafverfahrens insbesondere auch durch die mehrfache Aussageverweigerung des Beschwerdeführers sowie seiner Aussage, wonach das Fahrzeug im Tatzeitpunkt durch eine nachweislich nicht existierende Person gelenkt worden sei, beeinflusst worden ist. Zwar ist der Beschwerdeführer nicht zur Aussage verpflichtet; allerdings hat er eine sich daraus ergebende Verzögerung des Verfahrens in Kauf zu nehmen und kann daraus jedenfalls nichts zu seinen Gunsten ableiten.