Citation: 9C_189/2023 E. 5.1

5.1. Die Vorinstanz erwog, das Verfahren gemäss Rz. 2129 ff. WSN, wonach die Beiträge zuerst mittels (provisorischer) Akontobeitragsverfügung einzufordern und nach Eingang der Steuermeldung definitiv verfügungsweise festzulegen seien, setze voraus, dass sich zwischen dem Erlass dieser Verfügungen nichts am Beitragsstatus geändert habe. Dies sei vorliegend nicht der Fall, denn die Kasse habe zwischenzeitlich, am 9. Juli und 2. Oktober 2018, eine Beitragspflicht als Nichterwerbstätige verneint. Dass sie die provisorischen Verfügungen vom 27. Februar 2018 ersetzt habe, bedeute nicht, dass die Anerkennung des Status der Beschwerdegegnerin als dauernd voll Erwerbstätige ebenfalls provisorischer Natur gewesen wäre; vielmehr hätten dadurch den definitiven Verfügungen vom 6. Januar 2020 gar keine provisorischen mehr zugrunde gelegen. Es sei weder dargetan noch ersichtlich, warum aufgrund der Steuermeldung von einer zweifellosen Unrichtigkeit der mit Verfügung vom 9. Juli 2018 erfolgten Qualifikation der Beschwerdegegnerin als dauernd voll Erwerbstätige im Jahr 2018 auszugehen sein sollte. Heute beurteile die Kasse den Sachverhalt anders und verneine den Erwerbstätigen-Status. Allerdings führe sie selber aus, dass die Beschwerdegegnerin mit einem durchschnittlichen Pensum von 62.5 % die Voraussetzung für eine Qualifikation als dauernd voll Erwerbstätige erfüllt habe. Schon daraus ergebe sich, dass die entsprechende Verfügung nicht zweifellos unrichtig sein könne. Dass Anzeichen für eine Beitragsumgehung vorlägen, ändere daran nichts, denn auch dies lasse den Schluss nicht zu, dass im Zeitpunkt der Feststellungsverfügung vernünftigerweise einzig von einer Beitragsumgehung hätte ausgegangen werden dürfen und in der Folge die Qualifikation der Beschwerdegegnerin als dauernd voll Erwerbstätige geradezu unvertretbar gewesen wäre.