Citation: 4A_412/2019 E. 3.2.2

3.2.2. Die Beschwerdeführerin kritisiert die vorinstanzliche Annahme, die Beschwerdeführerin verfüge über Fachwissen. Sie rügt in diesem Zusammenhang eine willkürliche Beweiswürdigung sowie eine Verletzung der Verhandlungsmaxime. Sie bringt vor, sie habe gar nicht auf das in Deutschland infolge des Baus von zahlreichen Filialen der Gruppe "A.________" gewachsene Wissen zurückgreifen können. Eine derartige Wissenszurechnung verstosse gegen den Grundsatz der Eigenständigkeit juristischer Personen sowie gegen die vorliegend relevanten tatsächlichen Verhältnisse. Die vorinstanzliche Erwägung, wonach der Umstand, dass die Beschwerdeführerin Leitdetails von A.________ Deutschland erhalten habe, belege, dass sie fachkundig sei, sei willkürlich. Auch daraus, dass die Beschwerdeführerin über eine Bauabteilung verfüge, könne nicht abgeleitet werden, sie sei fachkundig, würden doch in dieser Abteilung keine Baufachleute arbeiten. Auch wenn anzunehmen wäre, dass die Beschwerdeführerin fachkundig sei, sei die Beschwerdegegnerin verpflichtet gewesen, entsprechend den Regeln der Baukunde zu arbeiten und dafür zu sorgen, dass keine Mängel entstehen. Diese habe nicht erwarten dürfen, von der Beschwerdeführerin kontrolliert zu werden; die freiwillige Überprüfung gewisser Arbeiten durch die Beschwerdeführerin entbinde die Beschwerdegegnerin nicht von ihren Kontrollpflichten. Eine Verletzung des Verhandlungsgrundsatzes erblickt die Beschwerdeführerin darin, dass die Vorinstanz angenommen habe, sie sei fachkundig, obwohl sie glaubhaft dargelegt habe, das sei nicht der Fall. Eng damit verknüpft ist die weitere Rüge der Beschwerdeführerin, die Vorinstanz habe Art. 18 OR verletzt, indem sie annahm, die Beschwerdegegnerin habe die Baubeschreibungen und Leitdetails nicht überprüfen müssen, dies obwohl eine entsprechende Verpflichtung in den Generalplaner- und den Architektenverträgen ausdrücklich vereinbart worden sei. Zudem sei die Möglichkeit, von den Plänen in den Baubeschreibungen abzuweichen, ebenfalls ausdrücklich vereinbart worden. Die Beschwerdegegnerin habe insbesondere nicht die Leitdetails befolgen dürfen, falls dies zu einem Verstoss gegen die Regeln der Baukunde und zur Entstehung von Mängeln führen würde. Aufgrund ihres niedrigen Detaillierungsgrades hätten die meisten Leitdetails und Pläne ohnehin nicht als Ausführungspläne übernommen werden dürfen. Aus der Höhe des für den Bau vereinbarten Honorars könne nichts über die Leistungspflichten der Beschwerdegegnerin abgeleitet werden, sei doch der günstige Preis im Wesentlichen auf den mit dem Bau von 7 Filialen verbundenen Wiederholungscharakter und niedrigeren Schwierigkeitsgrad zurückzuführen. Mit Aussagen in Bezug auf die Möglichkeit, Leitdetails direkt den Handwerkern zu übergeben, habe die Vorinstanz sodann nicht offengelegtes Fachwissen angewendet, ohne dies der Beschwerdeführerin offenzulegen. Damit habe sie Art. 183 Abs. 3 ZPO verletzt.