Citation: 2C_207/2020 E. 4.1

4.1. Die Vorinstanz begründete ihren Schluss auf eine Scheinehe mit einer ganzen Reihe von Indizien: Zunächst zog sie in Betracht, dass B.________ und der Beschwerdeführer mit Strafbefehlen vom 13. bzw. 14. Dezember 2018 der Täuschung der Behörden schuldig gesprochen worden seien. Diese Strafbefehle seien in Rechtskraft erwachsen und müssten als starke Anhaltspunkte für eine Scheinehe gewertet werden. Weiter berücksichtigte die Vorinstanz, dass der Beschwerdeführer bereits zwei Mal wegen Verstössen gegen die Ausländergesetzgebung in Erscheinung getreten (Strafbefehl der Staatsanwaltschaft des Kantons Freiburg vom 7. Oktober 2014; Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Berner Jura - Seeland vom 19. Mai 2017) und in der Folge auch ein Einreiseverbot gegen ihn verhängt worden sei. Dadurch entstehe die Vermutung, dass die Eheschliessung mit seiner in der Schweiz niederlassungsberechtigten Landsfrau in erster Linie dazu diene, ein Aufenthaltsrecht in der Schweiz zu erlangen, das ihm auf anderem Weg nicht offenstehe. Auch der zeitliche Ablauf der Geschehnisse deutet nach Auffassung der Vorinstanz auf eine solche Konstellation hin: Gemäss den übereinstimmenden Aussagen der Ehegatten während des Verfahrens betreffend Familiennachzug hätten sie sich am 18. Juli 2017 kennengelernt und sich eine Woche später - am 25. Juli 2017 - bereits verlobt. Dann hätten sie sich längere Zeit - bis Dezember 2017 - nicht mehr gesehen, nur um im Januar 2018 schliesslich zu heiraten. Gemeinsam gewohnt hätten die Ehegatten bis heute nie, auch nicht während der Aufenthalte von B.________ im Kosovo. Hinzu kämen verschiedene Widersprüche in den Aussagen der Ehegatten: Einerseits hätten sie abweichende Aussagen zu ihren Trauzeugen gemacht; anderseits habe B.________ ausgesagt, ihr Ehemann arbeite in einem Restaurant und überwache nachts Lastwagen, während der Beschwerdeführer zu Protokoll gegeben habe, arbeitslos zu sein und kein Einkommen zu erzielen. Dass die Ehegatten nur mangelhaft über die gegenseitigen Lebensumstände Bescheid wüssten, deute ebenfalls stark auf eine Scheinehe hin.