Citation: 8C_420/2023 E. 4.4

4.4. Der Beschwerdeführer wendet dagegen ein, die Vorgehensweise der Vorinstanz, einen Abzug für leidensbedingte Einschränkungen aufgrund von angeblich lohnerhöhenden Umständen aufzuheben, sei in der Rechtsprechung nicht vorgesehen. Die Rechtsprechung verfolge das Ziel einer möglichst realitätsgerechten Bestimmung des Invaliditätsgrades durch einen Einkommensvergleich. Wenn keine konkreten Lohndaten vorlägen, orientiere sie sich hierfür an den Zentral- bzw. Medianwerten der LSE, die den ausgeglichenen Arbeitsmarkt abbilden. Das Bundesgericht habe mit Urteil BGE 148 V 174 betont, dass der Medianlohn teilweise auch von gesundheitlich beeinträchtigten Personen erzielt werde. Ebenso bilde dieser Medianlohn aber auch die Einkommen von über 50-jährigen Schweizern in Teilpensen ab. Die nochmalige Verwendung dieser Faktoren zur Eliminierung einer behinderungsbedingt notwendigen Korrektur führe einerseits zu einer Doppelberücksichtigung. Andererseits widerspreche sie aber auch dem Grundkonzept des Abzuges, nämlich dem Umstand Rechnung zu tragen, dass eine gesundheitlich beeinträchtigte Person die ihr verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt unter Umständen nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten könne. Zudem widerspreche diese Vorgehensweise dem Ziel, den Invaliditätsgrad möglichst realitätsgerecht zu bestimmen. Die Annahme, ein Arbeitgeber würde einem gesundheitlich beeinträchtigten Arbeitnehmer eine gesundheitsbedingte Lohnkürzung ausgleichen, weil er Schweizer, über 50 Jahre alt und nur noch in einem Teilpensum tätig sein könne, sei realitätsfremd. Ursprünglich sei er als Schlosser vor allem körperlich tätig gewesen. Heute könne er wegen eines erhöhten Pausenbedarfs bloss noch in einem um 20 % reduzierten Pensum angepasst arbeiten. Einschränkend komme hinzu, dass er nur mehr überwiegend leichte körperliche und wechselbelastende Tätigkeiten ausüben könne, bei denen er vorrangig sitzen und zwischenzeitlich das linke Bein hochlagern können müsse. Diese Einschränkungen rechtfertigten einen leidensbedingten Abzug von wenigstens 10 %.