Citation: 4A_496/2019 E. 4

Die Vorinstanz erachtete wie dargelegt sowohl den Einwand des Wuchers als auch der Sittenwidrigkeit für unbegründet. Zumindest in Bezug auf die Sittenwidrigkeit hält die Beschwerdeführerin das angefochtene Urteil für bundesrechtswidrig. Sie rügt namentlich eine Verletzung der Verhandlungsmaxime nach Art. 55 Abs. 1 ZPO. Sie habe im Zusammenhang mit der Sittenwidrigkeit (§ 138 Abs. 1 BGB) geltend gemacht, gemäss der Rechtsprechung des BGH zur Frage des auffälligen Missverhältnisses komme es darauf an, wie die Parteien die Sach- und Rechtslage bei Abschluss des Vergleichs eingeschätzt und in welchem Mass sie zur Bereinigung der Situation von ihrer Position nachgegeben hätten. Die Beschwerdeführerin macht geltend, sie habe bereits vor erster Instanz dargelegt, der Vermögensverwalter habe die Situation ihr gegenüber absichtlich so falsch dargestellt, dass ihr gesamtes Vermögen verloren sei, obwohl er als professioneller Vermögensverwalter die wahre Rechtslage habe kennen müssen. Er habe gewusst, dass keine "weiteren Ansprüche" bestünden. Die Beschwerdeführerin habe im Einzelnen dargelegt, dass die Ansprüche maximal DM 72'962'416.-- betragen hätten, wie der Insolvenzverwalter gewusst haben müsse, weil von einer professionellen Insolvenzverwaltung anzunehmen sei, dass sie die Sach- und Rechtslage objektiv richtig einschätze und auch subjektiv davon ausgehe. Die Beschwerdegegnerin habe es versäumt, vor Bezirksgericht substanziierte Bestreitungen vorzutragen und diese zu beweisen. Sie hätte substanziiert darlegen müssen, wie der Insolvenzverwalter die Sach- und Rechtslage aus welchen Gründen effektiv eingeschätzt habe. Die Vorinstanz habe zu Unrecht einen Verweis auf das Urteil des Landgerichts Karlsruhe genügen lassen. Dies würde darauf hinauslaufen, dass sich die Beschwerdeführerin den Sachverhalt aus dem Urteil des Landgerichts hätte zusammensuchen und dann darauf im Einzelnen eingehen müssen. Dadurch verkehre die Vorinstanz Art. 55 Abs. 1 ZPO in sein Gegenteil.