Citation: 6B_1115/2022 E. 4.1.3

4.1.3. Die Vorinstanz äussert sich nicht explizit zur Frage der Auswirkung des vom Beschwerdeführer gewünschten Therapieverlaufsberichts auf die Strafzumessung. Dass sich Erkenntnisse aus dem Bericht ergeben würden, aufgrund derer die Strafzumessung im Ergebnis zwingend anders ausfallen müsste, behauptet der Beschwerdeführer indes nur und legt er mit keinem Wort näher dar. Inwiefern dies der Fall sein soll, ist auch nicht ohne Weiteres ersichtlich, zumal die Vorinstanz jedenfalls die vom Beschwerdeführer sinngemäss angesprochene Einsicht bzw. Reue strafmindernd berücksichtigt (vgl. angefochtenes Urteil E. V.6.3 S. 22). Betreffend die Massnahme für junge Erwachsene gemäss Art. 61 StGB ist Folgendes festzuhalten: Wenn die Vorinstanz der beantragten Einholung eines Therapieverlaufsberichts und (implizit) Anordnung einer Massnahme für junge Erwachsene entgegenhält, die verübten Taten trügen nicht die typischen Züge der Delinquenz eines Adoleszenten und es sei von vornherein sehr fraglich, inwiefern der bereits 27-jährige Beschwerdeführer einer solchen Massnahme überhaupt noch zugänglich sei (vgl. angefochtenes Urteil E. II.3 S. 8), erweist sich dies insofern als problematisch, als mit diesen Aussagen eine psychologisch-psychiatrische Beurteilung einhergeht, die grundsätzlich entsprechenden Fachpersonen vorbehalten ist. Ob ausserdem allein mit Verweis auf die gesetzlich statuierte Massnahmendauer von maximal bis zur Vollendung des 30. Altersjahrs des Täters (vgl. Art. 61 Abs. 4 StGB) beim 27-jährigen Beschwerdeführer von der Anordnung der Massnahme abgesehen werden kann, wie das die Vorinstanz meint, erscheint zumindest fraglich. Diese Punkte brauchen hier jedoch nicht vertieft zu werden. Denn die Vorinstanz berücksichtigt in ihrer Begründung ebenfalls die vom Beschwerdeführer hervorgehobene Tatsache, dass er sich bereits einer freiwilligen Therapie zur Analyse seiner Persönlichkeitsstruktur und besseren Bewältigung der damit verbundenen Gewaltproblematik unterzieht. Sie betont, er unternehme somit schon die aus seiner Sicht möglichen (therapeutischen) Anstrengungen, um die vorhandene Rückfallgefahr zu reduzieren (vgl. angefochtenes Urteil a.a.O. in fine). Mit diesem Aspekt befasst sich der Beschwerdeführer nicht. Weshalb zusätzlich bzw. anstelle der bereits angetretenen freiwilligen Therapie eine amtlich angeordnete Therapie nötig wäre, zeigt er nicht auf. Ein weitergehendes Behandlungsbedürfnis (vgl. Art. 56 Abs. 1 lit b StGB) bzw. die Notwendigkeit der beantragten Massnahme (vgl. Art. 36 Abs. 2 und 3 BV; Art. 56 Abs. 2 StGB) ist damit nicht ausgewiesen. Der Beschwerdeführer vermag demnach weder darzutun, dass die Vorinstanz in willkürlicher Weise seinen Beweisantrag um Einholung eines Therapieverlaufsberichts abgewiesen, noch dass sie zu Unrecht eine Massnahme für junge Erwachsene nicht angeordnet hätte. Seine diesbezüglichen Vorbringen sind ebenfalls unbegründet, soweit sie überhaupt die formellen Begründungsanforderungen von Art. 42 Abs. 2 und Art. 106 Abs. 2 BGG erfüllen und auf sie eingetreten werden kann.