Citation: 6S.189/2002 28.01.2003 E. A

A.a A.C.________ und B.C.________ hatten der Einzelfirma D.________ ein Darlehen gewährt, das hauptsächlich für den Kauf einer Liegenschaft für die Ehegatten C.________ in Paraguay verwendet wurde. Da D.________ die verbleibende Schuld nicht zurückzahlen konnte, erklärten sich die Darlehensgeber bereit, verrechnungsweise sämtliche Aktien der einen deutlich höheren Wert aufweisenden E.________ AG für Fr. 50'000.-- zu übernehmen. Damit wurde einerseits bezweckt, den Darlehensgläubigern eine Sicherheit für ihre Forderung zu geben, andererseits sollte die E.________ AG von einem Konkurs D.________s unberührt bleiben. In der Folge stellte X.________ für die Revisionsstelle der Einzelfirma D.________ im Juli 1995 einen Kaufvertrag sowie eine Kaufrechtsvereinbarung zwischen D.________ und den Ehegatten C.________ auf. Darin wurde die Übertragung sämtlicher E.________-Aktien an das Ehepaar C.________ sowie ein jederzeitiges Rückkaufsrecht von D.________ vereinbart. Die Parteien unterzeichneten die beiden Verträge vor X.________ im Sommer 1995. X.________ datierte die Verträge auf den 14. März 1994 zurück, um die E.________ AG vom Vermögen des D.________ zu trennen, dem angesichts der im Verlauf von 1994 eingetretenen Illiquidität und Zahlungsunfähigkeit der D.________ Einzelfirma und der D.________ AG der Konkurs drohte, sowie um allfällige Anfechtungen des Verkaufs zu verhindern. Die neuen Eigentümer hatten keinen Einfluss auf die E.________ AG. Diese wurde faktisch weiterhin von D.________ geführt. Die gestützt auf die Verträge erstellte Buchhaltung der Einzelfirma D.________ für das Jahr 1994 berücksichtigte bereits die erst im Jahr später erfolgte Aktienübertragung. Die Buchhaltung wurde aufgrund des rückdatierten Kaufvertrages erstellt und durch ein ebenfalls rückdatiertes und inhaltlich falsches Generalversammlungsprotokoll gestützt. Die E.________-Aktien waren in der Schlussbilanz der Einzelfirma D.________ mit Stichtag 31. Dezember 1994 nicht mehr aufgeführt (angefochtenes Urteil, Ziff. 3.1.2 und 3.1.3; Urteil Wirtschaftsstrafgericht des Kantons Bern vom 2. November 2000, S. 105-107, 248-264). A.b Gemäss Darlehensvertrag vom 28. März 1988 vereinbarten die D.________ AG und die E.________ AG, dass dieser auf den 31. Dezember 1987 ein zu 5% zu verzinsendes und jährlich mit Fr. 50'000.-- zu amortisierendes Darlehen ausbezahlt worden war bzw. werden sollte (vgl. angefochtenes Urteil, S. 21, wo von "ausbezahlt wurde" gesprochen wird). In der Bilanz der D.________ AG mit Stichtag 31. Dezember 1987 wurde das Darlehen mit Fr. 935'000.-- unter den Aktiven aufgeführt, in der Bilanz für das Jahr 1990 mit Fr. 785'000.-- und in den darauf folgenden Jahren abnehmend mit jeweils Fr. 735'000.--, Fr. 685'000.-- und Fr. 635'000.--. Die Bilanz der D.________ AG mit Stichtag vom 31. Dezember 1994 führt das Darlehen mit einem Nullsaldo auf. Im Sommer 1995 bereitete X.________ einen Vertragsentwurf zwischen der D.________ AG als Zedentin und D.________ als Zessionar vor. Darin wurde vereinbart, dass die D.________ AG ihre Forderung gegen die E.________ AG in der Höhe von Fr. 635'000.-- (Wert am 31. Dezember 1993) "zum Zwecke der Verrechnung von gegenseitigen Forderungen zwischen Herrn D.________ und D.________ AG" abtrete. Die Abtretung sollte gemäss der Vereinbarung zum Nominalwert erfolgen und "mit der Kontokorrentverpflichtung der D.________ AG gegenüber Herrn D.________ verrechnet" werden. Der Vertrag wurde von den Parteien zu einem offenbar nicht genau festgestellten Zeitpunkt im Sommer 1995 unterzeichnet und von X.________ auf den 14. Januar 1994 rückdatiert (angefochtenes Urteil, Ziff. 3.2.2 und 3.2.3). Das führte zu folgenden Buchungen: Im Hauptbuchkonto der E.________ AG wurde rückwirkend auf den 19. Januar 1994 "Abtretung Darlehen von Fr. 635'000.00" im Soll des Kontos "Darlehen D.________ AG" verzeichnet, dieses Konto saldiert und der Betrag dem Kontokorrentkonto von D.________ im Haben verbucht. Dadurch erhöhte sich die Debitorenposition von D.________ bei der E.________ AG um Fr. 635'000.-- auf Fr. 2'793'628.20. Demgegenüber erschien die Forderungsabtretung im Kontokorrent der E.________ AG gemäss Hauptbuchkonto von D.________ im Soll, wodurch sich seine Forderung gegen die E.________ AG um diesen Betrag auf Fr. 2'776'918.20 erhöhte. Schliesslich wurden dem Kontokorrent der D.________ AG im Hauptbuchkonto von D.________ Fr. 635'000.-- gutgeschrieben, womit sich die Forderung von D.________ gegenüber der AG um diesen Betrag auf etwas über eine Million Franken verminderte (angefochtenes Urteil, Ziff. 3.2.3). X.________ handelte im Wissen, dass die rückdatierte Vereinbarung von A.C.________ als Buchungsbeleg der Buchhaltung 1994 verwendet würde (angefochtenes Urteil, Ziff. 3.2.4). Ebenso wusste er, dass die D.________ AG damals zahlungsunfähig war und mit der Zession und ihrer Rückdatierung die Anfechtung des Vertrags im späteren Konkursverfahren der AG verhindert werden sollte (Urteil Wirtschaftsstrafgericht, S. 133 f., 141).