Citation: 2C_154/2016 E. 3.3

3.3. Vorab ist darauf hinzuweisen, dass der Sohn C.A.________ nicht Partei des Verfahrens ist und sich daher nicht auf Art. 8 EMRK berufen kann. Dies gilt sowohl für das Recht auf Achtung des Familienlebens in Bezug auf seinen Vater als auch für das Kindeswohl im Hinblick auf eine Ausreise nach Bosnien-Herzegowina. Das unmündige Kind teilt grundsätzlich schon aus familienrechtlichen Gründen (Art. 25 Abs. 1 und Art. 301 Abs. 3 ZGB; BGE 133 III 505 E. 3.3 S. 306 ff.) das ausländerrechtliche Schicksal des sorge- bzw. obhutsberechtigten Elternteils und hat gegebenenfalls mit diesem das Land zu verlassen, wenn der Elternteil keine Bewilligung (mehr) hat (BGE 139 II 393 E. 4.2.3 S. 400; 137 I 247 E. 4.2.3 S. 251; Urteile 2C_942/2014 vom 10. August 2015 E. 4.1; 2C_359/2014 vom 1. Dezember 2014 E. 5.4 mit Hinweisen). Ist dem Kind die Ausreise zumutbar (was grundsätzlich zu bejahen ist, wenn es sich in einem anpassungsfähigen Alter befindet), liegt gar kein Eingriff in das durch Art. 8 EMRK geschützte Recht auf Familienleben vor (BGE 135 I 153 E. 2.1 S. 155; 122 II 289 E. 3c S. 298; Urteil 2C_656/2011 vom 8. Mai 2012 E. 3.2). Die Vorinstanz hat vorfrageweise korrekt entschieden, dass das Urteil des Gemeindesgerichts X.________ vom 27. Mai 2015, bestätigt durch das Urteil des Gespanschaftsgerichts X.________ vom 7. Oktober 2015, mit dem B.A.________ die alleinige elterliche Sorge zugeteilt und der Beschwerdeführerin ein Besuchsrecht eingeräumt worden war, in der Schweiz nicht anerkannt werden kann, weil die kroatischen Gerichte nicht zuständig waren, über die Zuweisung der elterlichen Sorge bzw. den persönlichen Verkehr eines Kindes zu befinden, welches seinen gewöhnlichen Aufenthalt in der Schweiz hat (vgl. Urteil 5A_40/2014 vom 17. April 2014 E. 4.2). Mit der Vorinstanz ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführer in gemäss dem Urteil des Bezirksgerichts Werdenberg-Sarganserland vom 6. November 2012 nach wie vor obhutsberechtigt war. Somit teilt C.A.________, obwohl er über ein gefestigtes Anwesenheitsrecht verfügt, migrationsrechtlich das Schicksal seiner Mutter und hat aufgrund seines Alters mit ihr das Land zu verlassen, sollte die Aufenthaltsbewilligung nicht erneuert werden. Auch die Beschwerdeführerin kann sich nicht auf Art. 8 EMRK berufen, weil sie durch eine Ausreise nicht von C.A.________ getrennt wird; andere familiäre Bezugspersonen hat sie in der Schweiz nicht. Die Interessenabwägung erfolgt somit einzig gestützt auf Art. 96 Abs. 1 AuG und Art. 50 Abs. 1 lit. b AuG.