Citation: 6B_238/2013 E. 10.5.2

10.5.2. Die Beschwerdeführerin macht geltend, die Beschuldigten seien schon zur Vermeidung des Geldwäschereirisikos verpflichtet gewesen, Abklärungen zu treffen. Der Beschuldigte A.________ habe zwar bei Paolo Bernasconi und Carla Del Ponte gewisse Abklärungen vorgenommen, doch hätten diese lediglich das Risiko der Geldwäscherei (Art. 305bis StGB) und nicht dasjenige der Unterstützung einer kriminellen Organisation (Art. 260ter StGB) betroffen. Daher könnten auch die übrigen Beschuldigten aus den Abklärungen des Beschuldigten A.________ nichts zu ihren Gunsten ableiten (Beschwerde S. 63 f. Ziff. 3.3.2.1.2). Der Einwand geht fehl. Selbst wenn Sorgfaltspflichten verletzt worden sein sollten, ergibt sich daraus kein Eventualvorsatz. Massgebend sind insoweit die Art der Sorgfaltspflicht und das Ausmass ihrer Verletzung. Auf Eventualvorsatz statt bloss Fahrlässigkeit kann allenfalls geschlossen werden, wenn eine zum Schutz des Rechtsgutes wesentliche Sorgfaltspflicht krass verletzt wird. Inwiefern dies hier der Fall sein soll, ist nicht ersichtlich. Es war im massgebenden Zeitraum weder der Öffentlichkeit noch den Experten und Behörden bekannt, dass der Zigarettenschmuggel in Italien mit den kriminellen Organisationen verquickt war.