Citation: H 234/99 03.04.2000 E. 4

4.- Der Beschwerdeführer bringt nichts vor, was den Entscheid des kantonalen Gerichts als bundesrechtswidrig oder die vorinstanzliche Feststellung des Sachverhaltes als mangelhaft in Sinne von Art. 105 Abs. 2 OG erscheinen lies- se (vgl. Erw. 1b). a) Nicht stichhaltig ist insbesondere die Behauptung, die Vorinstanz hätte anhand der Steuerakten erkennen müs- sen, dass der Versicherte für die fragliche Tätigkeit er- hebliche Investitionen habe tätigen müssen. Denn gemäss diesen Belegen entfallen Fr. 27'850.- der von 1985 bis 1989 insgesamt geltend gemachten Ausgaben in der Höhe von Fr. 52'247.- auf einen Autokauf. Die beruflich bedingte Nutzung eines Personenwagens ist jedoch durch die Firma genauso wie die beruflich notwendigen Unterkunfts- und Ver- pflegungskosten umfassend abgegolten. Etwas anderes wird auch vom Beschwerdeführer nicht geltend gemacht. Bei ver- bleibenden Ausgaben von durchschnittlich maximal Fr. 6250.- im Jahr kann aber nicht von beträchtlichen Investitionen gesprochen werden. Die in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde erwähnte schlechte Zahlungsmoral der Firma für die dem Ver- sicherten geschuldeten Entgelte ist sodann nicht als ein besonderes (Unternehmer-) Risiko zu betrachten, zumal die Ausstände unter Bezahlung eines vertraglich vereinbarten Verzugszinses - wenn auch oftmals verspätet - stets ausge- glichen wurden. Dass der Beschwerdeführer weiter vor der Aufnahme sei- ner Tätigkeit für die Firma im Juni 1984 für verschiedene Unternehmen im Auftragsverhältnis als Berater tätig gewesen und hiefür von der Kasse als selbstständig Erwerbender erfasst war, erlaubt keine Rückschlüsse auf die beitrags- rechtliche Qualifikation der vorliegend streitigen Arbeit, zumal er seit Juni 1984 ausschliesslich für die Firma tätig war. Sodann ist nicht entscheidend, aus welchen Gründen die Parteien die Zusammenarbeit beschlossen haben und wie sie das Vertragsverhältnis bezeichnen; massgeblich sind viel- mehr die tatsächlichen wirtschaftlichen Gegebenheiten (BGE 119 V 161 Erw. 2 mit Hinweisen). So bietet auch die im Ver- trag enthaltene Abrede, wonach der Beschwerdeführer über die Entgelte als selbstständig Erwerbender abzurechnen habe, zwar einen gewissen Anhaltspunkt für die AHV-recht- liche Qualifikation, entscheidend ist dies aber nicht. Ob der Versicherte der Firma freiwillig oder auf Grund einer Verpflichtung regelmässig über seine Arbeit Rechen- schaft ablegte, was umstritten ist, ist angesichts der (weiteren) für eine unselbstständige Erwerbstätigkeit im Sinne der AHV sprechenden Indizien ohne Bedeutung (typische Arbeiten eines Handelsvertreters und Verkaufsleiters ohne echtes Unternehmerrisiko; seit 1984 ausschliesslich für die Firma tätig, einseitige Anpassung des Pflichtenheftes des Beschwerdeführers durch die Firma, Verpflichtung zu einem bestimmten Arbeitspensum, eigener Arbeitsplatz bei der Fir- ma, [freiwillige] regelmässige Berichterstattung über die ausgeführten Arbeiten, Dauerschuldverhältnis mit beschränk- ter Kündbarkeit auf Ende eines Quartals bei einer Frist von drei Monaten sowie ein sechs Monate über das Vertragsende hinaus wirkendes Konkurrenzverbot als Anhaltspunkte für eine - wenn auch nicht ausgeprägte - arbeitsorganisatori- sche und wirtschaftliche Abhängigkeit). b) Der Umstand, dass die Kasse den Beschwerdeführer für die im Streit liegende Tätigkeit bis vor Erlass der angefochtenen Verfügungen als selbstständig Erwerbenden betrachtete, begründet entgegen dessen Auffassung keinen öffentlichrechtlichen Vertrauensschutz, welcher einem Wech- sel des Beitragsstatuts entgegen stehen könnte (zum Grund- satz von Treu und Glauben: BGE 121 V 66 Erw. 1a mit Hinwei- sen). Ein Wechsel des Beitragsstatuts ist nach den von der Rechtsprechung entwickelten Grundsätzen zulässig (siehe hiezu Erw. 2a in fine hievor). In diesem Zusammenhang rügt der Beschwerdeführer sinn- gemäss, die Vorinstanz habe zu Unrecht angenommen, es lägen für die in Frage stehenden Zahlungen keine rechtskräftigen Beitragsverfügungen vor. Zu diesem Zweck beruft er sich auf die dem kantonalen Gericht bei der Entscheidfindung bekannt gewesenen Nachtragsverfügungen der Kasse über die Beitrags- jahre 1987 bis 1989 des Versicherten als selbstständig Erwerbstätiger. Dabei übersieht er, dass der letzten Bei- tragsperiode 1988/89 das Geschäftsergebnis 1985/86 zu Grunde lag (Art. 14 Abs. 2 AHVG in Verbindung mit Art. 22 Abs. 2 AHVV), womit die in Frage stehenden Entgelte aus den Jahren 1987 bis 1989 von den vom ihm angerufenen Beitrags- verfügungen nicht betroffen sind. Auch danach wurden diese Gelder (bisher) nicht erfasst, bezahlte der Versicherte doch seit Ende März 1989 keine Beiträge mehr. Vielmehr bezieht er seit September 1989 eine Altersrente. c) Endlich ist im vorliegenden Verfahren nicht darüber zu befinden, ob und bejahendenfalls in welchem Umfang der Versicherte einen Rückerstattungsanspruch auf die als Selbstständigerwerbender bezahlten persönlichen Beiträge im fraglichen Zeitraum hat (vgl. hiezu Käser, a.a.O., Rz 14.106-14.112). Diesbezüglich fehlt es an einem Ent- scheid (BGE 119 Ib 36 Erw. 1b, 118 V 313 Erw. 3b, je mit Hinweisen).