Citation: U 210/02 14.04.2003 E. 3

3.1 Der Invaliditätsbegriff in der Invalidenversicherung stimmt mit demjenigen in der obligatorischen Unfallversicherung grundsätzlich überein, weshalb die Schätzung der Invalidität, auch wenn sie für jeden Versicherungszweig prinzipiell selbstständig vorzunehmen ist, mit Bezug auf den gleichen Gesundheitsschaden im Regelfall zum selben Ergebnis zu führen hat. Die Rechtsprechung hält hinsichtlich der Invaliditätsbemessung an der koordinierenden Funktion des einheitlichen Invaliditätsbegriffs in den verschiedenen Sozialversicherungszweigen fest. Daher ist danach zu trachten, unterschiedliche Invaliditätsannahmen verschiedener mit demselben Fall befasster Versicherer zu vermeiden. Zwar darf sich ein Versicherer nicht ohne weitere eigene Prüfung mit der blossen Übernahme des von einem anderen Versicherer festgelegten Invaliditätsgrades begnügen, soll aber auf der andern Seite die eigene Invaliditätsbemessung auch nicht einfach völlig unabhängig von bereits getroffenen Entscheiden anderer Versicherer festlegen. Namentlich rechtskräftig abgeschlossene Invaliditätsschätzungen müssen als Indiz für eine zuverlässige Beurteilung gewichtet und als solches in den Entscheidungsprozess erst später verfügender Versicherungsträger miteinbezogen werden (U 221/01 in Sachen B. vom 6. Februar 2002 Erw. 2b). 3.2 Im vorliegenden Fall ist der Entscheid der Invalidenversicherung am 4. August 2000 nach der Verfügung der ELVIA vom 7. September 1999 ergangen. Soweit aktenkundig hatte die ELVIA der Invalidenversicherung jedoch keine Kenntnis von ihrem Entscheid abgegeben. Die Invalidenversicherung hingegen hat die ELVIA mit einer Kopie ihres Entscheides bedient. Der Entscheid der Invalidenversicherung ist offensichtlich in Rechtskraft erwachsen und von der ELVIA wird nicht geltend gemacht, dieser sei von ihr angefochten worden. Unter diesen Umständen hat die ELVIA, die zwar ihre Verfügung vom 7. September 1999 und ihren Einspracheentscheid vom 21. Juni 2000 vor dem Entscheid der Invalidenversicherung erliess, die Invalidenversicherung aber gemäss den vorliegenden Angaben nicht über ihre Entscheide ins Bild setzte, sich die rechtskräftige Verfügung der Invalidenversicherung grundsätzlich entgegenhalten zu lassen. Der ELVIA war auch am 24. Februar 2000 der von der IV-Stelle eingeholte Bericht der neurologischen Polyklinik des Spitals Z.________ vom 28. Januar 2000 bekannt gemacht worden. In diesem Bericht war die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers im bisherigen Beruf mit 0 % bewertet worden. Vom Beschwerdeführer war auch bereits bei der Vorinstanz der Beizug der IV-Akten verlangt worden. Das kantonale Gericht hat sich mit diesem Beweisantrag gar nicht auseinander gesetzt und auch die Akten der Invalidenversicherung nicht beigezogen. Damit wurde aber der im Sozialversicherungsprozess gültige Untersuchungsgrundsatz (vgl. Rumo-Jungo, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung S. 348) verletzt. Nur bei Kenntnis der Akten der Invalidenversicherung wird es möglich sein zu überprüfen, ob das Festlegen eines abweichenden Invaliditätsgrades durch die ELVIA zulässig und angezeigt ist. Da die ELVIA auch ihre Entscheide nicht zur Kenntnis der Invalidenversicherung brachte, kann sie sich nicht darauf berufen, dass ihre Verfügung bzw. ihr Einspracheentscheid massgebend seien und sie den Entscheid der Invalidenversicherung nicht zu berücksichtigen habe. Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde ist daher schon wegen dem nicht erfolgten Beizug der Akten der Invalidenversicherung an die Vorinstanz zurückzuweisen, damit diese nach Kenntnisnahme und Auseinandersetzung mit diesen Akten neu entscheide.