Citation: 9C_360/2023 E. 3.2.2

3.2.2. Es bleibt zu prüfen, ob das Gesicht der Beschwerdeführerin wegen der supraorbitalen Prominenz als typisch männlich respektive unvereinbar mit einem weiblichen Gesicht erscheint. Die Behandler bejahen diese Frage unter Verweis auf ein im Juni 2021 angefertigtes CT des Schädels. Die beiden Vertrauensärzte nehmen das Gesicht dagegen nicht als männlich wahr (hierzu nachfolgend). Diesbezüglich hätte das kantonale Gericht eine Würdigung vornehmen müssen. Wünschenswert wäre auch eine eigene Beurteilung der aktenkundigen Fotodokumentation des Gesichts gewesen (vgl. E. 2.2.2 hiervor). Da die Sachlage jedoch feststeht, erübrigt sich eine Rückweisung, die Würdigung ist nachzuholen (Art. 106 Abs. 1 BGG) : Was die Beurteilung der behandelnden Fachärzte angeht, so ist darauf hinzuweisen, dass aus dem Gesichtsschädelbild nicht auf das Erscheinungsbild eines Gesichtes geschlossen werden kann. Das äusserliche Erscheinungsbild hängt nicht einzig von der Struktur der Knochen, sondern von verschiedenen weiteren Faktoren ab, die in ihrer Gesamtheit zu beurteilen sind (E. 2.2.2 hiervor). Da im Wiedererwägungsgesuch vom 13. August 2021 im Zusammenhang mit der Begründung, weshalb das Gesicht männlich erschienen soll, alleine auf das Schädelbild Bezug genommen wird, genügt diese Stellungnahme nicht als Grundlage für eine objektive Einschätzung zum äusserlichen Erscheinungsbild des Gesichtes. Die Vertrauensärzte beurteilen das Gesicht der Beschwerdeführerin aufgrund der Fotodokumentation als durchaus weiblich, sie können keine eindeutig maskulinen Züge erkennen und sehen auf den Aufnahmen eine junge Frau (Stellungnahmen vom 15. Januar, 19. August und 25. November 2021). Diesen (nicht zwingend von Fachärzten für Chirurgie oder Psychiatrie und Psychotherapie nach eigener Untersuchung abzugebenden, vgl. E. 2.2.2 hiervor) Einschätzungen, welche sehr wohl auf einer Betrachtung der aktenkundigen Fotodokumentation beruhen dürfen, ist mit Blick auf eben diese Fotodokumentation im Ergebnis zuzustimmen: Zwar wirken die Augenbrauenbögen der Beschwerdeführerin etwas prominenter. Sie treten jedoch nicht derart in den Vordergrund, dass das Gesicht in seiner Gesamtheit als unvereinbar mit einem weiblichen Gesicht qualifiziert werden müsste. Diesbezüglich fallen insbesondere auch die insgesamt weichen Konturen und auch die vollen Lippen auf, die das äusserliche Erscheinungsbild massgeblich mitprägen. Die Vorinstanz hat somit im Ergebnis auch kein Recht verletzt, wenn sie die Kostentragung im Rahmen der OKP für das Abbohren der supraorbitalen Prominenz verneint hat. Offen bleiben kann bei dieser Sachlage, ob der behandelnde Psychologe sowie der Psychiater das Gesicht als männlich wahrnehmen oder in ihrer Stellungnahme vom 27. Januar 2022 die Empfindung der Beschwerdeführerin wiedergeben. Weiterungen erübrigen sich. Die Beschwerde ist unbegründet.