Citation: 4A_42/2007 13.07.2007 E. 5

Der Beschwerdeführer bestreitet gestützt auf Art. 190 Abs. 2 lit. b IPRG die Zuständigkeit des TAS. Er vertritt die Auffassung, zuständig sei das Arbitration Board des TFA, weil dies unter anderem in den Single Type Contracts vereinbart worden sei. 5.1 Das Bundesgericht prüft die Zuständigkeitsrüge nach Art. 190 Abs. 2 lit. b IPRG in rechtlicher Hinsicht frei, einschliesslich materiellrechtliche Vorfragen, von deren Beantwortung die Zuständigkeit abhängt. Allerdings überprüft das Bundesgericht die tatsächlichen Feststellungen des angefochtenen Schiedsentscheids auch im Rahmen der Zuständigkeitsrüge nur, wenn gegenüber diesen Sachverhaltsfeststellungen zulässige Rügen im Sinne von Art. 190 Abs. 2 IPRG vorgebracht oder ausnahmsweise Noven berücksichtigt werden (BGE 133 III 139 E. 5 S. 141; 129 III 727 E. 5.2.2 S. 733 mit Hinweisen). 5.2 Das TAS bejahte seine Zuständigkeit gestützt auf Ziffer 8 der Private Contracts, wonach die Parteien die Zuständigkeit des TAS für alle Streitigkeiten aus diesem Vertrag vereinbart hätten. Es erkannte sodann, dass die Single Type Contracts eine spezielle Bestimmung über das Verhältnis der beiden Verträge enthielten, wonach im Falle eines Widerspruchs der Private Contract vorgehe. Es betrachtete daher die Auffassung des Beschwerdeführers, die Parteien hätten mit dem Abschluss des Single Type Contract beabsichtigt, die im Private Contract stipulierte Schiedsklausel zu ändern, nicht nur als unbestätigt, sondern in offensichtlichem Widerspruch stehend zur klaren und ausdrücklichen Absicht der Parteien, die im Single Type Contract selber festgehalten sei. Das TAS taxierte daher die Umstände, die das Arbitration Board des TFA für bedeutend gehalten hatte, nämlich, dass der Single Type Contract späteren Datums sei und dass dort die Schiedsklausel nicht gestrichen worden sei, als irrelevant, da der Single Type Contract selbst das Verhältnis der beiden Verträge zugunsten des Private Contract regle, womit die physische Streichung allfälliger widersprüchlicher Bestimmungen überflüssig sei. Das TAS befand sodann, dass die Unterwerfung unter das Schlichtungsverfahren des TFA nicht als implizite Unterwerfung unter das Schiedsverfahren des TFA interpretiert werden könne. Im Gegenteil, die Beschwerdegegner hätten im Schlichtungsgesuch ein Schiedsverfahren nach dem Private Contract ausdrücklich vorbehalten. Schliesslich verwarf das TAS auch das Argument des Beschwerdeführers, wonach die Schiedsklausel im Private Contract nicht gültig sei, weil sie in Widerspruch zu türkischem Recht stehe. 5.3 Der Beschwerdeführer hält den Erwägungen des TAS seine eigene Auffassung entgegen. Im Wesentlichen argumentiert er dahingehend, dass die Parteien im Single Type Contract Streitigkeiten dem Board of Directors des TFA und anschliessend dem Schiedsgericht des TFA unterstellt hätten, dies unter Bezugnahme auf die Anwendbarkeit sämtlicher Regeln des TFA. Bei einem Widerspruch zwischen dem Private Contract und dem Single Type Contract gehe Letzterer vor, weil er späteren Datums sei und weil die gegenteilige Interpretation seitens der Beschwerdegegner gegen Treu und Glauben verstosse, da sie sich im Private Contract den Regeln des TFA unterworfen hätten, aus denen sich die Zuständigkeit der Organe des TFA ergebe. Zudem hätten die Beschwerdegegner selber den Schutz der TFA Regeln beansprucht und am conciliatory hearing vor dem Board of Directors des TFA teilgenommen. Der Beschwerdeführer setzt sich verschiedentlich in Widerspruch zu den tatsächlichen Feststellungen des TAS, ohne darzutun, dass diese in Verletzung von Verfahrensgrundsätzen zustande gekommen wären. So hat das TAS den tatsächlichen übereinstimmenden Willen der Parteien dahingehend festgestellt, dass die Schiedsklausel im Private Contract Gültigkeit behält auch nach Abschluss des Single Type Contract. An diese Feststellung ist das Bundesgericht gebunden. Sodann hielt das TAS fest, dass die Beschwerdegegner in ihrem Schlichtungsgesuch an das Board of Directors des TFA eine Klage nach der Schiedsklausel gemäss Private Contract ausdrücklich vorbehalten und betont hätten, dass das Schlichtungsgesuch einzig zum Zweck eingereicht werde, eine gütliche Einigung zu erzielen. Wenn dies misslinge, behielten sie sich rechtliche Schritte nach der Schiedsklausel gemäss Private Contract vor. Dass das TAS daraus schloss, von einer Unterwerfung unter das Schiedsverfahren des TFA könne nicht ausgegangen werden, ist nicht zu beanstanden. Auch kann nicht gesagt werden, die Beschwerdegegner verhielten sich wider Treu und Glauben, wenn sie sich auf die Schiedsklausel gemäss Private Contract beriefen. Nachdem der Single Type Contract ausdrücklich eine Bestimmung enthielt, wonach bei einem allfälligen Widerspruch die Regeln des Private Contract vorgehen, bestand keine Veranlassung, die im Single Type Contract standardmässig vorgesehene, widersprechende Schiedsklausel zu streichen. Mit Blick auf die spezielle Kollisionsregel im Single Type Contract verwarf das TAS zu Recht die Ansicht des Beschwerdeführers, gemäss der allgemeinen Regel gehe der jüngere Vertrag dem älteren vor. Weiter ändert auch die Tatsache, dass der Private Contract die Anwendbarkeit der Regeln des TFA stipulierte (Ziffer 6), nichts daran, dass die Parteien in einer der folgenden Ziffern des Private Contract (Ziffer 8) eine besondere Schiedsklausel vereinbart haben, auf die sich die Beschwerdegegner berufen konnten, ohne deswegen treuwidrig zu handeln. Im Gegenteil, würde die Auffassung des Beschwerdeführers zutreffen, dass die Parteien mit Ziffer 6 des Private Contract (Anwendbarkeit der Regeln des TFA) implizite das Schiedsverfahren des TFA vereinbart hätten, würde die ausdrücklich stipulierte Schiedsklausel in der nachfolgenden Ziffer 8 des Private Contract sinn- und zwecklos. Dass die Parteien solches vereinbarten, ist in guten Treuen nicht anzunehmen. Ebenso wenig kann dem Beschwerdeführer gefolgt werden, wenn er den Beschwerdegegnern ein forum shopping und ein widersprüchliches Verhalten vorwirft, indem sie auf der einen Seite die Geltung der Schiedsklausel nach Ziffer 8 des Private Contract postulierten, welche die ausschliessliche Zuständigkeit des TAS vorsehe, auf der anderen Seite aber selbst das Board of Directors des TFA und die FIFA angerufen hätten. Wie schon ausgeführt, stellte das TAS - verbindlich - fest, dass die Beschwerdegegner das Board of Directors des TFA einzig zum Zweck angingen, im Nachgang zu den Kündigungen eine gütliche Einigung über deren Folgen mit dem Beschwerdeführer zu erzielen. Sie unterwarfen sich aber keineswegs der Gerichtsbarkeit der Organe des TFA. Die Anrufung des FIFA Player's Status Committee begründen die Beschwerdegegner plausibel damit, dass die Anwälte kein Risiko eingehen wollten, weil sie im Unklaren darüber waren, ob gerade direkt an das TAS hätte gelangt werden können oder zuerst an das FIFA Player's Status Committee und hernach mit Beschwerde an das TAS. Ein forum shopping oder ein widersprüchliches Verhalten liegt demnach nicht vor. Die Rüge, das TAS habe seine Zuständigkeit zu Unrecht bejaht, vermag nach dem Gesagten nicht durchzudringen.