Citation: 6B_1427/2020 E. 2.2

2.2. Die Vorinstanz führt aus, nach der bundesgerichtlichen Praxis würden Treu und Glauben (Art. 5 Abs. 3 BV) es verbieten, formelle Rügen erst bei ungünstigem Verfahrensausgang zu erheben, wenn sie bereits früher hätten vorgebracht werden können. Organmängel jeder Art seien so früh wie möglich, d.h. nach deren Kenntnis bei erster Gelegenheit geltend zu machen. Der Beschwerdeführer sei per Ende Dezember 2018 über die vorgesehene Zusammensetzung des erstinstanzlichen Spruchkörpers informiert worden. Die Rüge hätte spätestens bei der erstinstanzlichen Hauptverhandlung am 22. Mai 2019 vorgebracht werden müssen. Die erstmalige Rüge im Rechtsmittelverfahren sei verspätet und damit verwirkt (Beschluss S. 14 f.). Die Rüge sei auch materiell nicht stichhaltig. Das Bundesgericht habe bisher ein gewisses Ermessen bei der Besetzung des Spruchkörpers nicht ausgeschlossen. Jede Besetzung, die sich mit sachlichen Gründen nicht rechtfertigen lasse, verletze die Garantie des verfassungsmässigen Gerichts. Zum Zeitpunkt der Beschlussfassung durch die Erstinstanz am 22. Mai 2019 sei deren Organisation gesetzlich geregelt und damit der Anspruch auf ein durch Gesetz geschaffenes, zuständiges, unabhängiges und unparteiisches Gericht gewahrt gewesen (Beschluss S. 17 mit Darstellung der kantonalen Rechtslage).