Citation: U 39/03 24.07.2003 E. 2

2.1 Nach dem Bericht des Kreisarztes der SUVA vom 28. September 2000 ist dem Beschwerdeführer wegen der verbleibenden Unfallrestfolgen am linken Kniegelenk die früher ausgeübte Tätigkeit als Dachdecker nicht mehr zumutbar. In Frage kämen Kontroll- und Überwachungsfunktionen, leichte industrielle Produktions- oder Montagetätigkeiten, leichte Archiv- oder Magazinertätigkeiten, hausinterne Botengänge, Portierdienste, Chauffeurtätigkeiten ohne Be- oder Entladen schwerer Güter oder administrative Tätigkeiten. Für diese Beschäftigungen gelte ein ganztägiger Arbeitseinsatz. Aus dieser Einschätzung ist mit der SUVA und dem kantonalen Gericht zu schliessen, dass der Versicherte für leidensangepasste leichtere Tätigkeiten voll arbeitsfähig ist. Damit im Einklang steht auch die Beurteilung durch die Klinik Y.________ gemäss Bericht über die berufliche Abklärung vom 7. Juni 1999 und Abschlussbericht vom 5. Juli 1999, wonach eine wechselbelastende, vorwiegend sitzende ganztägige Arbeit, zum Beispiel leichte industrielle Tätigkeiten wie Montage-, Sortier- oder Kontrollarbeiten in einer Fabrik möglich ist. Eine unterschiedliche Beurteilung ergibt sich auch nicht aus den Berichten des Spitals X.________, in welchen allerdings zur Arbeitsfähigkeit nicht ausdrücklich Stellung genommen wird (vgl. Bericht des Dr. med. B.________ vom 11. April 2000). Da der medizinische Sachverhalt umfassend abgeklärt worden ist, erübrigen sich diesbezüglich Weiterungen. 2.2 Nach Auffassung des Beschwerdeführers ist die Ausübung der angeführten Verweisungstätigkeiten illusorisch und trägt seiner tatsächlichen Behinderung nicht gebührend Rechnung. Keinesfalls könne er eine entsprechende Belastung ganztags und ohne Einschaltung von Pausen aushalten. Dies habe auch der von ihm unternommene Arbeitsversuch gezeigt. Die Kniebeschwerden setzen der Verwertung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers unbestreitbar deutliche Grenzen. Entscheidend ist jedoch nicht die Anzahl der durchgeführten chirurgischen Eingriffe, massgebend sind die verbleibenden Restbeschwerden mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Eine nur noch teilzeitlich mögliche Ausübung einer wechselbelastenden, vorwiegend sitzenden Tätigkeit lässt sich angesichts der ärztlichen Beurteilung des medizinischen Sachverhalts nicht begründen. Nach den ärztlichen Feststellungen sind die Einschränkungen nicht derart, dass eine ganztägige Verwertung praktisch unmöglich oder nur unter einem nicht realistischen Entgegenkommen des Arbeitgebers möglich wäre. Die vom Kreisarzt aufgezeigten Einsatzfelder sind als medizinisch-theoretische Grössen zu verstehen, wobei dem Beschwerdeführer beizupflichten ist, dass sich beispielsweise die erwähnten Botengänge als problematisch erweisen dürften, wenn damit häufiges Herumgehen verbunden ist. Die SUVA hat indessen nicht unbesehen darauf abgestellt, sondern unter Hinweis auf die Dokumentation über Arbeitsplätze (DAP) Beispiele von konkreten Einsatzmöglichkeiten aufgezeigt und die erwerblichen Auswirkungen der Behinderung festgelegt. Aus diesen erhellt, dass es auf dem Arbeitsmarkt durchaus Stellen gibt, bei denen vorwiegend sitzend gearbeitet werden kann, die aber auch die Möglichkeit bieten, ab und zu kurze Strecken zu gehen. Es betrifft dies insbesondere die Tätigkeiten als Hilfsarbeiter/Reparateur in der Industrie (DAP Nr. 611), als Betriebsarbeiter in der Industrie (DAP Nr. 2819, sitzende oder stehende Arbeit möglich) und als Graveur (DAP Nr. 3529), während die Tätigkeit als Monteur (DAP Nr. 3521) grundsätzlich sitzend mit der Möglichkeit zu stehen auszuführen ist. Was sodann den Einwand betrifft, gewisse vom Kreisarzt angeführte Arbeiten seien aus psychischen Gründen nicht möglich, gilt es darauf hinzuweisen, dass die Unfallversicherung mangels des erforderlichen Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfallereignis und den von Dr. med. E.________ diagnostizierten psychischen Beschwerden, dafür nicht aufzukommen hat, wie die Vorinstanz überzeugend dargelegt hat. Nicht aussagekräftig ist des Weitern der gescheiterte Arbeitsversuch in einer Reinigungsfirma, da der Versicherte dort gemäss den gegenüber dem Gutachter Dr. med. E.________ gemachten Angaben (vgl. Expertise vom 5. Januar 2002) auf Gerüste steigen musste. Da dies aus medizinischer Sicht vermieden werden sollte, kann diese Tätigkeit nicht als Vergleich herangezogen werden. 2.3 Anhand der Verweisungstätigkeiten (DAP) haben SUVA und Vorinstanz abgeleitet, dass der Beschwerdeführer mit einer geeigneten leichteren Tätigkeit ein Einkommen von jährlich Fr. 44'000.- zu erzielen vermöchte. Dass diese Annahme realistisch ist, zeigt - wie die Vorinstanz im Sinne einer Plausibilitätsprüfung dargetan hat - ein Blick in den statistischen Durchschnittslohn eines männlichen Arbeitnehmers im privaten Sektor für einfache und repetitive Tätigkeiten im Jahr 2000 von monatlich Fr. 4437.- (Tabelle TA1 der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen schweizerischen Lohnstrukturerhebung [LSE] 2000; Zentralwert), was bei 41.8 Wochenstunden Fr. 55'640.- im Jahr ergibt. Nach der Rechtsprechung können die statistischen Löhne um bis zu 25 % gekürzt werden, um damit dem Einfluss bestimmter Merkmale wie leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad auf das Invalideneinkommen Rechnung zu tragen (BGE 126 V 78 Erw. 5a/cc). Weil der Beschwerdeführer auch im Rahmen einer leichteren Tätigkeit eingeschränkt ist, da mit schmerzbedingten Arbeitsunterbrüchen zu rechnen ist und allenfalls auch zusätzliche Pausen einzulegen sind, was sich erfahrungsgemäss lohnmindernd auswirken kann und weil möglicherweise auch Nationalität und Aufenthaltskategorie Auswirkungen auf den Lohn haben können, erscheint insgesamt ein Abzug von 15 %, wie ihn das kantonale Gericht vorgenommen hat, als angemessen, was zu einem Invalideneinkommen von Fr. 47'294.- führt. Damit besteht kein Anlass, von dem von SUVA und Vorinstanz der Invaliditätsbemessung zugrunde gelegten Einkommen von Fr. 44'000.- abzugehen. 2.4 Zu Recht unbestritten geblieben ist das aufgrund der Angaben des Arbeitgebers ermittelte Einkommen ohne die Invalidität (Valideneinkommen) von Fr. 54'700.-, sodass sich der Invaliditätsgrad auf 20 % beläuft.