Citation: 4D_103/2024 E. 3.2

3.2. Die Erstinstanz hatte erwogen, es sei zwar zutreffend, dass die Beschwerdegegnerin gemäss Arbeitsvertrag vom 1. Juni 2021 bis 31. Dezember 2021 offiziell bei der Beschwerdeführerin angestellt gewesen sei. Doch tatsächlich habe die Beschwerdegegnerin bereits im Mai 2021 bei der Beschwerdeführerin gearbeitet. Dies ergebe sich aus dem Arbeitszeugnis vom 31. Dezember 2021 und aus der Lohnabrechnung vom Mai 2021. Das Arbeitsverhältnis habe somit "fünf volle Monate" gedauert. Die Beschwerdeführerin habe das Arbeitsverhältnis nur gekündigt, weil die Beschwerdegegnerin krankgeschrieben worden sei. Dieses Motiv sei zu missbilligen und das Verschulden der Beschwerdeführerin sei gravierend, was bei der Bemessung der Entschädigung erhöhend zu berücksichtigen sei. Die Beschwerdeführerin habe der Beschwerdegegnerin ohne beweisbares Mitverschulden gekündigt. Die Beschwerdegegnerin habe in schwierigen finanziellen Verhältnissen mit familiären Verpflichtungen gelebt. Zwar sei bis zum Ende des Arbeitsverhältnisses ein Teil des Lohns und anschliessend das Krankentaggeld bezahlt worden. Doch mit erheblicher Verspätung und nicht ohne weiteres. Entschädigungserhöhend sei zudem zu würdigen, dass die Beschwerdegegnerin trotz ihres jungen Alters wegen ihrer Arbeitsunfähigkeit mit Schwierigkeiten auf dem Arbeitsmarkt zu rechnen habe. Der Lohn der Beschwerdegegnerin sei verhältnismässig tief. Daher sei bei der Bemessung der Entschädigung nicht die Anzahl der Monatslöhne massgebend, sondern die effektive Höhe der Entschädigung, die ihrem pönalen Charakter gerecht werden solle. Insofern seien mehrere Monatslöhne zu sprechen. Unter Berücksichtigung der gesamten Umstände sei der Beschwerdegegnerin eine Entschädigung von Fr. 9'000.-- zuzusprechen. Dies entspreche zwei Bruttomonatslöhnen.