Citation: 4F_16/2022 E. 5

5. Der Gesuchsteller konnte die Tatsache im Hauptverfahren trotz hinreichender Sorgfalt nicht vorbringen. Damit scheiden Tatsachen, die sich erst während des bundesgerichtlichen Verfahrens ereignen, grundsätzlich aus. Davon gilt eine Ausnahme, wenn das Bundesgericht ausnahmsweise Noven hätte berücksichtigen können (Art. 99 Abs. 1 BGG), was namentlich im Hinblick auf die von Amtes wegen zu prüfenden Sachurteilsvoraussetzungen der Fall sein kann (JOHANNA Dormann, in: Basler Kommentar, Bundesgerichtsgesetz, 3. Aufl. 2018, N. 34a zu Art. 99 BGG; GRÉGORY BOVEY, in: Commentaire de la LTF, 3. Aufl. 2022, N. 23 ff. zu Art. 99 BGG). So ist denkbar, dass ein Revisionsgesuchsteller eine Tatsache anruft, die sich nach dem im bundesgerichtlichen Beschwerdeverfahren angefochtenen Urteil ereignet hat, um aufzuzeigen, dass das aktuelle Rechtsschutzinteresse des Beschwerdeführers im Laufe des bundesgerichtlichen Beschwerdeverfahrens dahingefallen ist, was das Bundesgericht - bei rechtzeitiger Kenntnis - dazu geführt hätte, das Beschwerdeverfahren abzuschreiben (vgl. BGE 145 III 422 E. 5.2; 137 III 614 E. 3.2.1; vgl. auch BGE 142 I 135 E. 1.3.1; 139 I 206 E. 1.1). Tatsachen, die sich nach dem zu revidierenden Urteil des Bundesgerichts ereignet haben, scheiden demgegenüber auch unter diesem Aspekt aus.