Citation: I 138/06 21.12.2006 E. 3

3.1 Der Versicherte stand in den letzten Jahren mehrfach unter teilweise massivem Druck. Auf diese Stresssituationen reagierte er jeweils mit gesundheitlichen Problemen. So litt er etwa in Zusammenhang mit grossen Spannungen zwischen ihm und einem Mitarbeiter seiner damaligen Firma im Frühjahr 2001 an Schmerzen in der rechten Gesichtshälfte. Auch als im Zuge des Swissair-Groundings vom Oktober 2001 in seiner Firma eine Unterbeschäftigungssituation eintrat, als deren Folge er zwei seiner Angestellten entlassen musste, traten massive Gesichtsschmerzen auf. Nachdem die finanziellen Spannungen wie auch Probleme mit seiner Tochter und seiner Ehefrau weiter zugenommen hatten, erlitt er am 11. April 2002 in der Praxis seines Hausarztes einen Zusammenbruch und wurde vom 11. April bis 8. Mai 2002 im Psychiatriezentrum X.________ hospitalisiert. Die dortigen Ärzte diagnostizierten eine depressive Episode mit körperlichen Symptomen (ICD-10 F32.01) bei finanzieller Belastung durch nicht gut laufende Kleinunternehmung (Austrittsbericht vom 25. September 2002), attestierten vom 11. April bis 3. Juli 2002 bzw. vom 11. April bis 8. Mai 2002 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit und führten aus, der Versicherte sei bei der Entlassung wach und voll orientiert bei normaler kognitiver Leistung gewesen, leide weder an formalen oder inhaltlichen Denkstörungen noch an Sinnestäuschungen. Selbst- und Fremdgefährdung bestehe nicht, Schlafstörungen würden verneint (Bericht vom 29. April 2003). 3.2 In seinem Bericht vom 8./9. Mai 2003 übernahm Dr. med. H.________ die Diagnose der Ärzte am Psychiatriezentrum X.________ und gab an, vom 11. April 2002 bis 31. Januar 2003 habe eine vollständige Arbeitsunfähigkeit bestanden, ab 1. Februar bis 31. März 2003 sei der Beschwerdeführer im Umfang von 20 % arbeitsfähig gewesen, vom 1. April bis 31. Mai 2003 zu 40 %. Am 8. März 2004 führte Dr. med. H.________ aus, der Zustand habe sich leicht gebessert. Bis 10. August 2003 habe eine 40%ige Arbeitsfähigkeit bestanden, vom 11. bis 31. August eine solche von 20 % und seit 1. September 2003 sei der Versicherte zu 50 % arbeitsfähig, wobei die letzte Arbeitsfähigkeit durch die behandelnde Psychiaterin Dr. med. Y.________ festgesetzt worden sei. 3.3 Der Gutachter Dr. med. L.________ diagnostizierte eine leichte depressive Episode (ICD-10 F32.0) im Rahmen einer persistierenden psychosozialen Konflikthaftigkeit, wobei die Symptome nicht besonders ausgeprägt seien. Für unselbstständige Tätigkeiten in nicht verantwortungsvoller Position und ohne grossen zeitlichen Druck sei der Versicherte seit Frühjahr 2003 im Umfang von 50 % arbeitsfähig. Von einer Steigerung der Arbeitsfähigkeit sei auszugehen, wenn sich die missliche eheliche Situation verbessert habe.