Citation: 6B_1421/2021 E. 4.3.2

4.3.2. Der Beschwerdeführer kritisiert, dass die Vorinstanz für das Fahren in fahrunfähigem Zustand eine Freiheitsstrafe verhängt und diese bei der Gesamtstrafenbildung nach dem Asperationsprinzip berücksichtigt. Er meint, es scheine, dass die Vorinstanz "die Konsequenzen von BGE 144 IV 217" zu umgehen versuche, indem sie für dieses Delikt eine Geldstrafe noch nicht einmal in Betracht ziehe, sondern Art. 41 StGB heranziehe und im überschneidenden Bereich - d.h. bis 180 Tage bzw. Tagessätze - auf Freiheitsstrafe erkenne. Im Ergebnis könne die Vorinstanz so eine Totalstrafe bilden und insgesamt auf Freiheitsstrafe erkennen, was nicht zulässig sei. Gemäss dem vom Beschwerdeführer ins Feld geführten BGE 144 IV 217 ist die Bildung einer Gesamtstrafe in Anwendung des Asperationsprinzips nach Art. 49 Abs. 1 StGB nur möglich, wenn das Gericht im konkreten Fall für jeden einzelnen Normverstoss gleichartige Strafen ausfällt (sog. konkrete Methode). Dass die anzuwendenden Strafbestimmungen (teilweise) abstrakt gleichartige Strafen androhen, genügt nicht. Geld- und Freiheitsstrafe sind keine gleichartigen Strafen im Sinne von Art. 49 Abs. 1 StGB. Stehen wie vorliegend bei Art. 91 Abs. 2 lit. a SVG (Freiheitsstrafe und Geldstrafe) verschiedenartige Sanktionen zur Verfügung, wählt das Gericht zuerst die Art der Strafe, wobei es neben dem Verschulden des Täters der Angemessenheit der Strafe, ihren Auswirkungen auf den Täter und auf seine soziale Situation sowie ihrer Wirksamkeit unter dem Gesichtswinkel der Prävention Rechnung trägt (BGE 147 IV 241 E. 3.2 S. 244 f. mit Hinweisen). Bei der Wahl der Sanktionsart steht dem Gericht ein Ermessen zu (Urteile 6B_696/2021 vom 1. November 2021 E. 5.2; 6B_1090/2010 vom 14. Juli 2011 E. 2.5; nicht publ. in BGE 137 IV 312). Gemäss dem seit 1. Januar 2018 in Kraft stehenden und daher hier anwendbaren Art. 41 Abs. 1 StGB kann das Gericht anstelle einer Geldstrafe (von maximal 180 Tagessätzen) auf eine Freiheitsstrafe erkennen, wenn: a. eine solche geboten erscheint, um den Täter von der Begehung weiterer Verbrechen oder Vergehen abzuhalten; oder b. eine Geldstrafe voraussichtlich nicht vollzogen werden kann. Nach Abs. 2 desselben Artikels ist die Wahl der Freiheitsstrafe näher zu begründen. Die erste Instanz, deren Beurteilung sich die Vorinstanz auch in diesem Punkt anschliesst (vgl. angefochtener Entscheid E. III.1.1 S. 11), begründet die Wahl der Strafart für die Delikte von Januar/Februar 2018, also auch für das Fahren in fahrunfähigem Zustand, ausführlich. Sie erwägt, schon beim Raub vom 9. Januar 2015 sei der Beschwerdeführer betrunken gewesen, was mitursächlich für sein damaliges Gewaltdelikt gewesen sei. Der Beschwerdeführer habe mithin bereits die Erfahrung gemacht, dass er unter dem Einfluss von Alkohol zu Gewalt und unüberlegtem Handeln neige. Dies lasse es als sehr fraglich erscheinen, weshalb der Beschwerdeführer erst jetzt erkannt haben wolle, was für Reaktionen bei ihm Alkohol auslöse und ob ihn diese Erkenntnis zusammen mit einer Geldstrafe tatsächlich von weiteren Delikten abhalten werde. Auch der Umstand, dass der Beschwerdeführer nur wenige Monate, nachdem er schon einmal wegen Vergehens gegen das Waffengesetz am 21. Juni 2015 verurteilt worden sei, am 20. November 2015 erneut ein solches Vergehen verübt habe, lasse erhebliche Zweifel daran aufkommen, ob sich der Beschwerdeführer durch eine Geldstrafe genügend beeindrucken liesse, sodass er sich künftig wohlverhalte. Überdies sei zu berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer nur wenige Tage nach dem auf übermässigen Alkoholkonsum zurückgehenden Vorfall im Club U.________ vom 19. Januar 2018 am 10. Februar 2018 erneut unter Alkoholeinfluss ein (Strassenverkehrs-) Delikt verübt habe. Dieses Verhaltensmuster zeige, dass der Beschwerdeführer die negativen Folgen seiner Handlungen unter Alkoholeinfluss deutlich unterschätze. Aus diesen Gründen sei nicht nur für die einfache Körperverletzung, sondern auch für das Fahren in angetrunkenem Zustand, eine Strafe in Form einer Freiheitsstrafe auszufällen, um den Täter von der Begehung weiterer Verbrechen oder Vergehen abzuhalten (vgl. erstinstanzlicher Entscheid E. 6.2 S. 19 f.). Inwiefern es gegen Art. 41 Abs. 1 lit. a StGB verstossen würde, wenn die Vorinstanz aus den genannten spezialpräventiven Überlegungen auch für das Fahren in fahrunfähigem Zustand auf eine Freiheitsstrafe erkennt, tut der Beschwerdeführer nicht dar und ist nicht ersichtlich. Sein Vorwurf, die Vorinstanz versuche lediglich, die Konsequenzen von BGE 144 IV 217 zu umgehen, entbehrt der Grundlage. Die Gesamtstrafenbildung in sinngemässer Anwendung von Art. 49 StGB ist nicht zu kritisieren.