Citation: 4A_614/2014 E. 6.4.1

6.4.1. Das Bundesgericht hat im Rückweisungsentscheid für die Vorinstanz verbindlich festgestellt, dass die Beschwerdegegnerin aus dem Vertragswortlaut und den Umständen bei der Vertragsänderung im Juli/August 2008, namentlich dem damaligen E-Mail-Verkehr zwischen den Parteien nicht erkennen musste, dass die Beschwerdeführerin der Mindestzugfestigkeit absolute Wesentlichkeit zumessen wollte. Davon geht die Vorinstanz zutreffend aus. Sie berücksichtigte sodann - ebenso zutreffend - als entscheidenden Punkt, dass die Beschwerdeführerin im Hinblick auf die von ihr behauptete Unbrauchbarkeit zur Herstellung normkonformer Betonstahlmatten selber ausführte, dass die Mindestzugfestigkeit von 400 MPA nicht in jedem Betrieb notwendig ist, sondern vielmehr aufgrund ihres eigenen technisch-produktiven Produktionsprozesses zwingend sei. Entsprechend sei entscheidend, dass die Beschwerdegegnerin diesen eigenen Produktionsprozess der Beschwerdeführerin gekannt hat oder hätte kennen müssen. Die Beschwerdeführerin habe dies aber selber nicht behauptet. Sie habe nur behauptet, dass die Beschwerdegegnerin (bzw. deren Verkaufsagentin, die G.________ s.a.s) den Tätigkeitsbereich der Beschwerdeführerin gekannt und gewusst habe, dass sie den gekauften Stahl für Betonstahlmatten habe verwenden wollen.