Citation: 5C.271/2004 12.07.2005 E. 1

1. Versichert sind Schäden, die an den versicherten Sachen während der Versicherungsdauer unvorhergesehen und plötzlich eintreten und für die der Versicherungsnehmer aufgrund des Kauf- oder Werkvertrages in Anspruch genommen werden kann, sofern der Schaden verursacht wurde durch - Planungs- und Berechnungsfehler, Konstruktions-, Material-, Fabrikations- oder Montagefehler. Diese Bestimmung wurde durch Ziff. 5.1 BB dahingehend geändert, als die Worte "und plötzlich" gestrichen wurden. Diese Änderung hat auf den hier zu beurteilenden Schadensfall keinen Einfluss. 3.2 Im kantonalen Verfahren ist strittig gewesen, ob es sich bei der abgeschlossenen Versicherung um eine Sach- oder eine Vermögensversicherung handelt. Es ist nicht zu übersehen, dass der Versicherungsvertrag mehrere Merkmale aufweist, die auf eine Sachversicherung hindeuten. Insbesondere wird als versicherter Gegenstand ausdrücklich eine Sache bezeichnet und die Ersatzleistungen orientieren sich an den Kosten für die Wiederherstellung der Sache bzw. deren Zeitwert. Da aber das Bestehen eines Sachschadens allein für den Eintritt des Versicherungsfalles nicht genügt, sondern darüber hinaus die Ersatzpflicht des Versicherers nur eintritt, wenn der Versicherte von einem Dritten aus Kauf- oder Werkvertrag dafür in Anspruch genommen werden kann, liegt doch eher eine Vermögensversicherung (Haftpflichtversicherung) vor, da in erster Linie das Vermögen des Versicherten geschützt werden soll und nicht eine (fremde) Sache (vgl. Willy Koenig, Schweizerisches Privatversicherungsrecht, 3. Aufl. 1967, S. 236). Auf das Ergebnis hat diese Qualifizierung indes keine Auswirkungen. 3.3 Im vorliegenden Fall ist es auf Grund eines Herstellungsfehlers zu einer unvorhergesehenen Beschädigung an den von der Klägerin hergestellten und gelieferten Leitungsrohren gekommen. Weiter wurde die Klägerin für diesen Schaden gegenüber dem Besteller aus Werkvertrag entschädigungspflichtig. Vor Bundesgericht wird von der Beklagten zudem ausdrücklich nicht mehr in Abrede gestellt, dass der Schaden während der Versicherungsdauer eingetreten ist. Damit sind die Voraussetzungen gemäss Art. 1 AVB i.V.m. Ziff. 2 BB und 2 AVB grundsätzlich erfüllt.