Citation: 4A_91/2022 E. 3.3

3.3. In städtischem Gebiet ist jene Aufmerksamkeit aufzuwenden, die im Stadtverkehr notwendig ist. Handelt die geschädigte Person unter Würdigung der Gesamtumstände nicht nur unaufmerksam, sondern "äusserst unvorsichtig" (BGE 88 II 448 E. 2b), ist von grobem Selbstverschulden auszugehen (Urteil 4A_179/2021 vom 20. Mai 2022 E. 3.4, zur Publ. bestimmt; König, a.a.O., S. 99 Rz. 217). Immer noch Gültigkeit hat die bei Oftinger/Stark (a.a.O., S. 211 § 5 Rz. 83) zitierte Aussage, dass "durch Nachlässigkeit und Unsitten, die im Verkehr eingerissen sind, das Mass der erforderlichen Sorgfalt nicht herabgesetzt" wird. Dies ist heutzutage namentlich für den Fahrradverkehr in Erinnerung zu rufen.