Citation: 4A_598/2012 E. 5.8

5.8. Die Vorinstanz untersuchte schliesslich, ob das Verhalten der Nebenintervenientin Anlass bot für ein tiefgreifendes, unheilbares persönliches Zerwürfnis zwischen den Parteien des Rahmenvertrags, das dessen Fortsetzung für die Beschwerdeführer unzumutbar gemacht hätte. Sie verneinte dies. Die Beschwerdeführer rügen die in diesem Zusammenhang erfolgte Feststellung der Vorinstanz, sie (die Beschwerdeführer) seien mit der Arbeit der Nebenintervenientin grundsätzlich zufrieden gewesen, als aktenwidrig und offensichtlich unrichtig. Ihre Rüge verfängt nicht. Richtig zitiert lautet die Feststellung der Vorinstanz: "Mit der Arbeit der Nebenintervenientin scheinen die Kläger im Grossen und Ganzen zufrieden gewesen zu sein." Diese eher vage und zusammenfassende Aussage lässt sich als Gesamteindruck aus der von der Vorinstanz angeführten Korrespondenz ableiten und wird aufgrund der von den Beschwerdeführern herausgegriffenen Korrespondenzpassagen nicht aktenwidrig. Eine Sachverhaltskorrektur kann daher nicht Platz greifen. Die Beschwerdeführer vermögen die Erwägungen der Vorinstanz zum Verhalten der Nebenintervenientin durch ihre diesbezüglichen weitgehend appellatorischen Ausführungen nicht als rechtswidrig auszuweisen. Die Vorinstanz verneinte nicht, dass die Nebenintervenientin verpflichtet war, die Rechte der Beschwerdeführer gegenüber Dritten zu wahren. Sie fügte jedoch an, dieser Pflicht sei die Nebenintervenientin insofern nachgekommen, als sie in der Vereinbarung mit der Beschwerdegegnerin allfällige Änderungen der Figur "Roter Vari" von ihrem Einverständnis abhängig gemacht habe. Auch habe sie mit dem Factsheet versucht, den Interessen der Beschwerdeführer entgegenzukommen und ihnen Nachachtung zu verschaffen. Den Beschwerdeführern genügt dies nicht. Sie führen aus, entscheidend sei am Schluss, dass die von der Nebenintervenientin beauftragten Dritten die Ausschliesslichkeitsklausel etliche Male verletzt hätten und die Nebenintervenientin dies nicht habe verhindern wollen und können. Die Argumentation geht fehl: Im vorliegenden Zusammenhang, mithin bei der Prüfung, ob die Nebenintervenientin durch ihr Verhalten Anlass zu einem unheilbaren persönlichen Zerwürfnis geboten habe, ist entgegen der Meinung der Beschwerdeführer vielmehr entscheidend, dass die Nebenintervenientin - wenn auch nicht in jedem Fall erfolgreich - ernsthaft bemüht war, die Interessen der Beschwerdeführer gegenüber Dritten durchzusetzen. Zu Recht führte die Vorinstanz ferner zugunsten der Nebenintervenientin auch an, dass diese bereit gewesen sei, den Beschwerdeführern nachträgliche Korrekturaufträge zu erteilen. Sodann entging es der Vorinstanz nicht, dass die Nebenintervenientin im Schreiben vom 9. März 2009 zu Unrecht in Abrede stellte, dass die Änderungen von Figuren eine Vertragsverletzung darstelle. Sie berücksichtigte aber andererseits, dass auch die Beschwerdeführer in ihrem Abmahnungsschreiben vom 17. Februar 2009 erheblich "über das Ziel hinausgeschossen" hätten, worauf die Beschwerdegegnerin ihrerseits zu weitgehend reagiert habe. Die Vorinstanz erwog, aus objektiver Sicht könne die Situation dahingehend zusammengefasst werden, dass die Beschwerdeführer "zuviel forderten und die Nebenintervenientin zuwenig zugestand". Nachdem die Nebenintervenientin lediglich auf das zu viel fordernde Schreiben der Beschwerdeführer reagierte, kann aber aus ihrem Antwortschreiben nicht darauf geschlossen werden, sie habe durch ihr Verhalten das persönliche Verhältnis der Parteien des Rahmenvertrags zerrüttet. Schliesslich erwähnte die Vorinstanz, die Nebenintervenientin habe den Beschwerdeführern noch mit Schreiben vom 24. März 2009 vorgeschlagen, die Angelegenheit zu diskutieren und Lösungsmöglichkeiten zu suchen, wobei sie erklärt habe, sie werde auf jeden Fall den Vertrag einhalten. Die Beschwerdeführer weisen zwar zutreffend darauf hin, dass dieses Schreiben erst nach Erhalt der Kündigung vom 12. März 2009 verfasst wurde. Das bedeutet jedoch nicht, dass es gänzlich ausser Betracht fallen muss für die Frage des Verhältnisses der Vertragsparteien bis zur Kündigung. Wenn die Nebenintervenientin gar nach Erhalt der Kündigung noch die Bereitschaft manifestierte, nach Lösungen zu suchen, mag das immerhin ein Indiz dafür darstellen, dass sie sich auch zuvor kooperativ gezeigt hatte und kein unheilbares Zerwürfnis zwischen den Vertragsparteien vorlag.