Citation: 8C_689/2022 E. 4.2.4

4.2.4. Der Verwaltungsratspräsident D.________ führte sodann in seiner Stellungnahme zu Handen der Arbeitslosenkasse (mit Eingang am 30. März 2021) aus, der Beschwerdegegner sei bis zu seinem Austritt Ende Oktober 2019 verantwortlicher Geschäftsführer mit sämtlichen Pflichten und Kompetenzen für die eigenständige Führung des Unternehmens gewesen. D.________ gab die Aufgaben gemäss Funktionsbeschrieb wieder und erklärte bezüglich der konkreten Situation überdies, der Beschwerdegegner habe als Geschäftsführer eines Mikrounternehmens sehr grosse Freiheit und ein Mitspracherecht in allen Belangen gehabt. Er habe Bescheid gewusst über alle finanziellen Angelegenheiten und sei in Kontakt gestanden mit der Bank und dem Treuhandbüro. Als Geschäftsführer habe er die finanzielle Schieflage verantwortet. Bezüglich der Führung bzw. Weiterführung der Unternehmung habe er bis zu seinem Austritt immer ein Mitspracherecht gehabt. Auch habe er der Gesellschaft ein zu verzinsendes Darlehen von Fr. 60'000.- gegeben. Mit diesen Ausführungen des Verwaltungsratspräsidenten setzte sich die Vorinstanz nicht näher auseinander. Sie begründete namentlich nicht nachvollziehbar, weshalb diese mit der Funktionsbeschreibung, dem Arbeitsvertrag und, wie soeben aufgezeigt, auch mit den im Arbeitszeugnis aufgeführten Aufgaben im Einklang stehende Stellungnahme nicht den tatsächlichen Verhältnissen entsprochen haben soll. Im angefochtenen Urteil wird dazu einzig festgehalten, die Verlautbarungen des Verwaltungsratspräsidenten fänden in den Akten keine Stütze. Die Vorinstanz berief sich - nebst der fehlenden Zeichnungsbefugnis - insbesondere auf das Arbeitszeugnis, um einen massgebenden, faktischen Einfluss auf die Unternehmungsentscheidungen zu verneinen, was nicht stand hält. Die vorinstanzliche Schlussfolgerung, es seien keinerlei konkreten Hinweise aktenkundig, dass der Beschwerdegegner im Innenverhältnis zum Beispiel durch Mitwirkung an Personalentscheiden oder durch Einflussnahme im Hinblick auf grössere Investitionen die Geschicke der AG relevant beeinflusst hätte, ist daher nicht haltbar und verletzt Bundesrecht, wie die Beschwerdeführerin zutreffend einwendet.