Citation: 4A_55/2022 E. 7.2

7.2. Die Monopolistin muss sodann ihre marktbeherrschende Stellung missbräuchlich ausnützen. Die Vorinstanz erwog, Liefer abbrüche würden in Rechtsprechung und Lehre zu Art. 102 AEUV strenger beurteilt als Liefer verweigerungen. Dabei sei aufgrund der Rechtsprechung im Wesentlichen davon auszugehen, dass der Lieferabbruch seitens eines marktbeherrschenden Unternehmens mangels Vorliegens sachlicher Gründe grundsätzlich missbräuchlich sei. Das von der Beschwerdeführerin überdies als relevant erachtete Kriterium der Unerlässlichkeit bzw. Wesentlichkeit des Erzeugnisses sei diesbezüglich bisher nicht angewendet worden. Massgebend sei, ob objektive Rechtfertigungsgründe vorlägen und das Gebot der Verhältnismässigkeit gewahrt worden sei. Im Rahmen der Verhältnismässigkeit sei (auch) zu prüfen, ob die Frist zur Beendigung einer bestehenden Lieferbeziehung angemessen gewesen sei und ob der Geschäftspartner potenziell zur Geschäftsaufgabe gezwungen worden sei. Diese theoretischen Ausführungen beanstandet die Beschwerdeführerin nicht (hinreichend). Sie rügt vielmehr die konkrete Beurteilung durch die Vorinstanz. Darauf ist nachfolgend einzugehen.