Citation: 1P.47/2004 28.04.2004 E. 5

Der Beschwerdeführer hält den Grundsatz "in dubio pro reo" als Beweiswürdigungsregel für verletzt, da bei einer Würdigung sämtlicher belastender und entlastender Argumente und Überlegungen ein objektiver Richter Zweifel haben müsse, ob sich der ihm vorgeworfene Sachverhalt tatsächlich so ereignet habe. 5.1 Als entlastende Umstände, die Zweifel an seiner Schuld hätten aufkommen lassen müssen, führt der Beschwerdeführer an, bei der Geburtstagsfeier habe es sich um einen Steh-Apéro in durchaus "gesittetem Rahmen" gehandelt. Die Gäste seien nahe beieinander gestanden. Sowohl die Eltern der Geschädigten wie auch die Ehefrau des Beschwerdeführers und dessen Tochter seien teilweise im gleichen Raum anwesend gewesen. Die Geschädigte habe nach den angeblichen Vorfällen gegenüber dem Beschwerdeführer nicht reagiert. Ihre einzige Reaktion sei gewesen, dass sie weinend das Fest verlassen habe. Ferner macht der Beschwerdeführer geltend, die von der Geschädigten angesprochenen Gerüchte, wonach er in mehreren Fällen Frauen belästigt habe, seien nie verifiziert worden. Als entlastende Umstände, die das Obergericht seiner Ansicht nach zu Unrecht nicht berücksichtigt habe, bringt der Beschwerdeführer im Weiteren vor, die Geschädigte habe sich in der Pubertät befunden. Ferner sei wegen seiner mangelnden Deutschkenntnisse und seiner äusserst dunklen Hautfarbe eine Kommunikation nicht möglich gewesen, weshalb eine bedrohliche Situation habe entstehen können. Er selbst habe den Kontakt mit dem Kleinkind der Gastgeber gesucht, das sich im massgebenden Zeitpunkt auf den Armen der Geschädigten befunden habe. 5.2 Das Obergericht hat sich mit diesen Argumenten des Beschwerdeführers auseinandergesetzt. In Ziff. 2 lit. b/dd des angefochtenen Urteils hat es, wie bereits erwähnt, ausgeführt, in dem engen Umfeld mit vielen anwesenden Leuten drohten sexuelle Attacken viel weniger aufzufallen als wenn sich nur wenige Menschen im Raum aufgehalten hätten. Der Umstand, dass die Geschädigte gegenüber dem Beschwerdeführer nicht reagierte und ihre einzige Reaktion im abrupten und weinenden Verlassen des Festes bestand, musste das Obergericht nicht zu Zweifeln an der Schuld des Angeklagten führen, ist doch diese Reaktion für ein erst vierzehnjähriges Mädchen als durchaus altersgerecht anzusehen, insbesondere im Hinblick darauf, dass, aus den vom Beschwerdeführer selbst dargelegten Gründen, eine Kommunikation nicht möglich war. Aus den von der Geschädigten erwähnten Gerüchten, wonach der Beschwerdeführer schon andere Frauen sexuell belästigt habe, hat das Obergericht keinerlei Schlüsse gezogen, weshalb es davon absehen durfte, diesbezügliche Beweiserhebungen vorzunehmen. Im Übrigen hat der Beschwerdeführer im kantonalen Verfahren diesbezüglich keine Anträge gestellt. Schliesslich hat das Obergericht nicht übersehen, dass der Beschwerdeführer mit dem Kind der Gastgeber spielte, während sich dieses in den Armen der damals vierzehnjährigen Y.________ befand (Urteil Ziff. 2 lit. a/cc).