Citation: U 237/05 09.05.2006 E. 3

3.1 Die Vorinstanz hat zu Recht befunden, dass die Rechtsbeständigkeit der formlosen Verfügung vom 15. Januar 2002 nur mit Bezug auf die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen eingetreten ist, nicht aber betreffend der Nichtgewährung der Rente. Das Schreiben vom 15. Januar 2002 hat sich nicht zur Rente geäussert und kann diesbezüglich nicht als rechtskräftig gewordenes faktisches Verwaltungshandeln betrachtet werden. 3.2 Zwar hat entgegen der vorinstanzlichen Sachverhaltsfeststellung bzw. der Angaben der Beschwerdegegnerin der Rechtsschutz am 15. Juli 2003 die SUVA nicht ausdrücklich um den Erlass einer Rentenverfügung ersucht. Mit Schreiben vom 28. Juli 2003 teilte die Beschwerdegegnerin dem Rechtsschutz auch nicht förmlich mit, sie lehne den Erlass einer Rentenverfügung ab. Beim uneingeschränkten Hinweis in dem betreffenden Brief, dass sich eine Prüfung der Rentenfrage erübrige, musste jedoch für jeden Leser klar sein, dass diese sich generell weigerte, die Rentenfrage zu prüfen, und damit einen (formlosen) Nichteintretensentscheid zum Rentenbegehren getroffen hat. 3.3 Der rechtskundig vertretene Beschwerdeführer hat erst am 13. Mai 2004, also rund neuneinhalb Monate nach Erhalt des Schreibens vom 28. Juli 2003 die Frage einer SUVA-Rente wieder aufgeworfen. Im Lichte der bisherigen Rechtsprechung erscheint fraglich, ob eine so lange Frist noch als "angemessene Prüfungs- und Überlegungsfrist" (BGE 129 V 111 f. mit Hinweisen) betrachtet werden kann. Gemäss SVR 2004 ALV Nr. 1 S. 1 Erw. 3.2 (Urteil N. vom 14. Juli 2003, C 7/02) soll diese Frist maximal drei Mal so lang sein wie die ordentliche Rechtsmittelfrist, was auch dann gelten soll, wenn die formlose Eröffnung in Verletzung von Rechtsvorschriften erfolgt ist. Da am 28. Juli 2003 bereits das ATSG und damit das Einspracheverfahren massgeblich war, hätte der Beschwerdeführer somit innert drei Monaten auf den formlos ergangenen Nichteintretensentscheid reagieren müssen. Selbst wenn man die in Abweichung von Art. 60 ATSG in Art. 106 UVG festgelegte besondere Beschwerdefrist bei Einspracheentscheiden über Versicherungsleistungen von drei Monaten annähme, wäre das Dreifache (knapp) überschritten. In älteren Entscheiden sind aber teilweise längere Fristen als zulässig erachtet worden (vierzehn Monate: RKUV 1986 Nr. K 690 S. 391 f. Erw. 3c; ein Jahr: RSKV 1979 Nr. 379 S. 200 f. Erw. 3; neun Monate: RSKV 1981 Nr. 461 S. 207 Erw. 1b; elf Monate: nicht publiziertes Urteil S. vom 3. Juni 1988, Erw. 3), allerdings im Wesentlichen mit der Begründung, der Betroffene sei nicht rechtskundig vertreten gewesen. Das Letztere trifft hier an und für sich nicht zu, doch scheint die Tätigkeit der Rechtsschutzversicherung sich darauf beschränkt zu haben, auf Anfrage des Versicherten Briefe an die Beschwerdegegnerin zu verfassen. Von einer eigentlichen professionellen rechtskundigen Vertretung während der fraglichen Zeit kann eher nicht die Rede sein. Nach dem Gesagten ist zum Schluss zu kommen, dass der Beschwerdeführer mit den beiden Schreiben seines neuen Rechtsvertreters vom 13. Mai und 18. Juni 2004 gerade noch innert tauglicher Frist seit dem Brief der SUVA vom 28. Juli 2003 reagiert hat. Der vorinstanzliche Entscheid sowie der Einspracheentscheid sind aufzuheben und die Beschwerdegegnerin wird angewiesen, nach Rückweisung der Sache auf das Begehren des Beschwerdeführers um Prüfung seines Rentenanspruches einzutreten und darüber formell zu verfügen.