Citation: 1C_113/2021 E. 4.3.5

4.3.5. Der Gemeinderat hat sich in der Begründung für eine Erhöhung der Anzahl Abstellflächen auf insgesamt 49 Parkplätze mit den konkreten Umständen auseinandergesetzt und sich an den in Art. 7 Abs. 5 Parkplatzreglement 1988 genannten Kriterien orientiert. Dass die grosszügigen Wohnungen in den ersten Untergeschossen, welche für die Berechnung des Normbedarfs nicht berücksichtigt wurden, ebenfalls einen Bedarf an Parkplätzen generieren, ist nachvollziehbar und durfte vom Gemeinderat bei der Anwendung von Art. 7 Abs. 5 Parkplatzreglement 1988 berücksichtigt werden. Die weiteren Überlegungen des Gemeinderats, wonach die geplante Überbauung sich in peripherer Lage befinde, grosszügige Wohnungen mit gehobenem Ausbaustandard vorsehe und erschliessungsmässig gut auf das übergeordnete Verkehrsnetz abgestimmt sei, erscheinen auch nicht unsachlich und durften in die Auslegung von Art. 7 Abs. 5 Parkplatzreglement 1988 ebenfalls einfliessen. Nach dem Ausgeführten hat sich der Gemeinderat bei der Erhöhung der Anzahl Abstellflächen im Vergleich zum Normbedarf nicht von unsachlichen, dem Zweck des Parkplatzreglements 1988 fremden Erwägungen leiten lassen. Auch ist nicht zu sehen, inwiefern er bei der Anwendung von Art. 7 Abs. 5 Parkplatzreglement 1988 die Grundsätze der Rechtsgleichheit oder Verhältnismässigkeit verletzt hätte. Daran ändert der Hinweis der Vorinstanz nichts, wonach die vom Gemeinderat beschriebenen Gegebenheiten - insbesondere die periphere Lage, die Grosszügigkeit der Wohnungen sowie deren gehobener Ausbaustandard - auf zahlreiche Grundstücke der Gemeinde zutreffen würden, zumal jedenfalls nicht davon auszugehen ist, die genannten Gegebenheiten lägen praktisch immer vor. Dass die Gemeinde den in ihrem eigenen Recht vorgesehenen Ausnahmetatbestand eines gegenüber dem Normbedarf erhöhten Bedarfs an Abstellflächen relativ grosszügig anwendet, ist mit Blick auf die ihr in dieser Frage zukommenden Autonomie nicht zu beanstanden. Der Entscheid, im Zusammenhang mit dem geplanten Bauvorhaben über den Normbedarf hinaus insgesamt 49 Parkplätze zu bewilligen, lag innerhalb des dem Gemeinderat in dieser Frage eingeräumten Ermessensspielraums. Dies gilt unter den gegebenen Umständen selbst dann, wenn man mit der Vorinstanz von einer guten Erschliessung der Überbauung der Beschwerdeführer mit dem öffentlichen Verkehr ausgeht, zumal es sich beim Erschliessungsgrad mit öffentlichen Verkehrsmitteln - wie der Gemeinderat zu Recht ausgeführt hat - nur um eines von den bei der Anwendung von Art. 7 Abs. 5 Parkplatzreglement 1988 zu berücksichtigenden Kriterien handelt. Indem die Vorinstanz entschied, die Bewilligung von insgesamt 49 Parkplätzen sei mit Art. 7 Abs. 5 Parkplatzreglement 1988 nicht vereinbar, hat sie demnach die Gemeindeautonomie verletzt.