Citation: 6B_553/2022 E. 3.3.3

3.3.3. Wie bereits erwähnt, plädieren die Beschwerdeführer frei zur Sache, indem sie eine eigene Analyse zur Diskussion stellen; eine derartige Beschwerdeführung ist weitgehend als appellatorisch zu betrachten. Die Beschwerdeführer berufen sich wiederholt u.a. auf ihre Analyse in ihrem Nachtrag vom 17. Februar 2020 (d.h. auf die 37-seitige Beschwerdebeilage 15 mit 9 Beweis- und 3 Verfahrensanträgen mit dazugehörigen 175 Seiten Beweismittel in der Beschwerdebeilage 16). In diesen Beweisanträgen wird eine Untersuchung des gesamten angezeigten Sachverhalts sowie die Beschlagnahme sämtlicher Vermögenswerte, die Edition sämtlicher Kontounterlagen einschliesslich detaillierter Auszüge mit allen Zahlungseingängen und Zahlungsausgängen zwischen Eröffnung und Saldierung etc. mehrerer Gesellschaften und Institute aus der Schweiz und den USA beantragt. Wie die vorangehend erwähnten Beweisbegehren aus dem Nachtrag vom 17. Februar 2020 belegen, fordern die Beschwerdeführer gleichsam ein unter dem Begriff der "fishing expedition" verpöntes Vorgehen der Strafbehörden. Ein solches Vorgehen besteht, wenn einer Zwangsmassnahme kein genügender Tatverdacht zugrunde liegt, sondern aufs Geratewohl Beweisaufnahmen getätigt werden. Aus Beweisausforschungen resultierende Ergebnisse sind nicht verwertbar (BGE 139 IV 128 E. 2.1; 137 I 218 E. 2.3.2). Anders als etwa im Fall des Urteils 1B_64/2022 vom 19. Juli 2022 E. 3.4.3 hatte die Vorinstanz einen Anfangsverdacht bejaht, sie nahm eine Hausdurchsuchung mit Beschlagnahmungen vor, führte Einvernahmen durch, stellte ein Rechtshilfegesuch an die US-Behörden und erliess erst auf dieser Grundlage die Einstellungsverfügung. Damit Gegenstände und Vermögenswerte zur Beweissicherung beschlagnahmt werden können (Art. 263 Abs. 1 lit. a StPO), müssen sie (voraussichtlich) untersuchungsrelevant sein, sie müssen für die Strafuntersuchung von Bedeutung sein (BGE 137 IV 189 E. 5.1.1; Urteil 1B_435/2021 vom 8. Dezember 2021 E. 3.1). Gemäss Art. 197 Abs. 1 StPO können Zwangsmassnahmen (Art. 196-298) nur ergriffen werden, wenn sie gesetzlich vorgesehen sind, ein hinreichender Tatverdacht vorliegt, die damit angestrebten Ziele nicht durch mildere Massnahmen erreicht werden können und die Bedeutung der Straftat die Zwangsmassnahme rechtfertigt. Hinweise auf eine strafbare Handlung müssen erheblich und konkreter Natur sein, um einen hinreichenden Tatverdacht begründen zu können (BGE 141 IV 87 E. 1.3.1; Urteil 1B_389/2021 vom 16. Juni 2022 E. 3.2). Es können zwar alle Beweismittel beschlagnahmt werden, die zur Abklärung der verfolgten Straftat beitragen können; jedoch setzt die Beschlagnahme voraus, dass ein begründeter, konkreter Verdacht auf eine Straftat besteht (NIKLAUS OBERHOLZER, Grundzüge des Strafprozessrechts, 4. Aufl. 2020, Rz. 1488, 1492). Dieser Tatverdacht wird für die Eröffnung einer Strafuntersuchung gerade vorausgesetzt (oben E. 2.1). Lässt sich dieser Tatverdacht indes nicht anklagegenügend "erhärten", ist das Verfahren einzustellen.