Citation: 6B_736/2024 E. 2.4.1

2.4.1. Die Vorinstanz führt zunächst - von der Beschwerdeführerin unbestritten - anhand des Spurenbilds aus, dass sich die Täterschaft beim Eintreffen des Opfers bereits in der Wohnung befunden haben müsse (Urteil S. 18; Beschwerde S. 8). Sie erwägt, es stelle sich daher die Frage, wie die Täterschaft vor Feierabend des Opfers in dessen Wohnung gelangt sei. Nach Würdigung der Beweismittel gelangt die Vorinstanz zum Schluss, der spurenlose Zugang der Täterschaft über die Leitern, das Flachdach und durch die bereits geöffnete Terrassentüre könne als höchstens theoretische Möglichkeit ohne Weiteres ausgeschlossen werden. Dies führe dazu, dass sich die Täterschaft vor Feierabend des Opfers mit einem Schlüssel Zugang zur Wohnung verschafft haben müsse (Urteil S. 18 ff.). Die Beschwerdeführerin wendet sich gegen diese Einschätzung der Vorinstanz, vermag jedoch im Ergebnis nicht darzulegen, dass der vorinstanzliche Schluss willkürlich ist. Es ist unbestritten, dass die Wohnungstüre am Morgen nach der Tat verschlossen war, die Terrassentüre beim Eintreffen der Polizei offenstand und an beiden Türen keine Einbruchsspuren ersichtlich waren. Entgegen dem Vorbringen der Beschwerdeführerin lässt die Vorinstanz nicht unberücksichtigt, dass ein Eindringen in die Wohnung auch ohne Kletterspuren auf der Terrasse und an den Containern möglich gewesen wäre, jedoch führt sie aus, es deute nichts darauf hin, dass die Terrassentüre vor der Tat offengestanden habe (Urteil S. 20). Es ist keine Willkür in der vorinstanzlichen Argumentation auszumachen, wonach ein mehrstündiges Offenlassen der Terrassentüre durch das Opfer während seines Arbeitseinsatzes ab 18.00 Uhr angesichts der am 18. Oktober 2020 herrschenden Temperaturen zwischen 4.5 und 11 Grad als sehr unwahrscheinlich erscheine. Ferner berücksichtigt sie willkürfrei, dass niemand eine ausgekühlte Wohnung erwähnt hat. Damit ist unter Willkürgesichtspunkten nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz davon ausgeht, die Terrassentüre sei vor der Tat nicht offengestanden. Keine Willkür vermag die Beschwerdeführerin mit der Behauptung darzulegen, das Eindringen durch die Terrassentüre wäre auch ohne sichtbare Einbruchsspuren möglich gewesen, es sei sehr wahrscheinlich, dass die Tür von Anfang an nicht richtig verschlossen gewesen sei und sich durch einen einfachen Stoss habe öffnen lassen (Beschwerde S. 9). Zwar trifft zu, dass sich die Vorinstanz nicht ausdrücklich dazu äussert, ob ein Eindringen durch die Terrassentüre auch ohne sichtbare Einbruchsspuren möglich gewesen wäre, indem die Türe beispielsweise nicht richtig verschlossen oder überhaupt nicht abgeschlossen gewesen wäre. Allerdings würde dies voraussetzen, dass ein unbekannter (und noch unbewaffneter [vgl. E. 2.4.2]) Täter in der Hoffnung, die Terrassentüre sei unverschlossen, und ohne Spuren zu hinterlassen über die Leitern oder die Container auf die Terrasse kletterte, um dort durch die Terrassentüre in die Wohnung des Opfers zu gelangen. Ein solches Szenario erscheint zwar nicht unmöglich, aber entgegen dem Vorbringen der Beschwerdeführerin sicherlich nicht sehr wahrscheinlich. Jedenfalls ist es nicht schlechterdings unhaltbar, wenn die Vorinstanz zum Schluss gelangt, die Täterschaft müsse sich vor Feierabend des Opfers mit einem Schlüssel Zugang zu der Wohnung verschafft haben. Die Vorinstanz zeigt in der Folge auf, dass vier der sechs Wohnungsschlüssel, die das Opfer erhalten hatte, in dessen Tresor gefunden worden seien. Ein weiterer Schlüssel habe sich unbestrittenermassen im Besitz der Beschwerdeführerin befunden und über den sechsten Schlüssel müsse das Opfer verfügt haben, da es ansonsten die durch ein Schnappschloss verriegelte Eingangstüre zum Treppenhaus nicht hätte öffnen und folglich nicht in seine Wohnung hätte gelangen können. Sie - so die Vorinstanz weiter - gehe davon aus, dass die Täterschaft den Wohnungsschlüssel des Opfers nach der Tat behändigt habe. Zumal das Opfer vor der Tat noch über seinen Schlüssel verfügt haben müsse, ändere das Fehlen des sechsten Wohnungsschlüssels nichts an der Situation vor der Tat. Es sei deshalb klar, dass die Beschwerdeführerin (vor der Tat) als einzige Person neben dem Opfer über einen Schlüssel zu dessen Wohnung verfügt habe. Diesen Umstand würdige sie als Indiz für die Täterschaft der Beschwerdeführerin. Da sich die Täterschaft vor Feierabend des Opfers mit einem Schlüssel Zugang zu dessen Wohnung verschafft haben müsse, deute dies aus Sicht der Vorinstanz stark auf die Beschwerdeführerin als Täterin hin (Urteil S. 20 ff.). Mit diesem Teil der vorinstanzlichen Würdigung setzt sich die Beschwerdeführerin nicht auseinander und bestreitet insbesondere nicht, dass vor der Tat einzig sie und das Opfer einen Schlüssel zu dessen Wohnung gehabt haben. Weshalb der Umstand, dass der Schlüssel des Opfers verschwunden ist, eher als Hinweis gegen die Täterschaft der Beschwerdeführerin erscheinen solle, begründet diese nicht. Insgesamt zeigt die Vorinstanz willkürfrei auf, weshalb sie die bewiesene Tatsache, dass die Beschwerdeführerin vor der Tat neben dem Opfer als einzige über einen Schlüssel zu dessen Wohnung verfügte, als Indiz für deren Täterschaft wertet. Indem sie prüft, ob die Täterschaft auch auf einem anderen Weg (namentlich über die Terrasse) in die Wohnung des Opfers hätte gelangen können, berücksichtigt sie die Ambivalenz des Indizes und diskutiert die Alternativhypothese, wobei sie mit willkürfreier Begründung zum Schluss gelangt, der Umstand, dass die Beschwerdeführerin einen Schlüssel zur Wohnung des Opfers besass, stelle ein Indiz für deren Täterschaft dar.