Citation: 1B_327/2010 01.11.2010 E. 5

Die Beschwerdeführerin beanstandet weiter, dass ihrem amtlichen Verteidiger im vorinstanzlichen Verfahren eine Entschädigung von lediglich Fr. 1'000.-- zugesprochen worden sei. Damit werde der Arbeitsaufwand von 20 Stunden nicht hinreichend entschädigt. Der von ihm geltend gemachte Aufwand sei mit Fr. 4'606.-- abzugelten. 5.1 Die Beschwerdeführerin rügt eine willkürliche Anwendung der Art. 3 und 10 Abs. 2 der kantonalen Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten vom 22. April 1994 (sGS 963.75; HonO/SG). Nach Art. 10 Abs. 1 HonO/SG wird das Honorar des amtlichen Verteidigers grundsätzlich als Pauschale bemessen. In aussergewöhnlich aufwendigen Fällen kann das Honorar um höchstens die Hälfte erhöht oder ausnahmsweise nach Zeitaufwand bemessen werden (Abs. 2). Art. 3 HonO bestimmt, dass vom Honorar nach der Honorarordnung abgewichen werden kann, soweit es in einem krassen Missverhältnis zu den Bemühungen des Rechtsanwalts steht. Das Bundesgericht prüft die Anwendung dieser Bestimmungen des kantonalen Rechts auf Willkür hin. 5.2 Die Vorinstanz geht im Gegensatz zur Beschwerdeführerin davon aus, es sei kein besonderer Aufwand für das Verfahren vor der Anklagekammer erforderlich gewesen. Es sei im Wesentlichen um die Frage der Anordnung bzw. Weiterführung einer stationären Massnahme gegangen und damit um denselben Sachverhaltskomplex wie im Urteil des Kreisgerichts vom 8. Juli 2010. Somit lägen keine Umstände vor, die ein Abweichen vom Grundsatz der Pauschalentschädigung rechtfertigten. Der vom amtlichen Verteidiger in Rechnung gestellte Aufwand sei den konkreten Umständen nicht angemessen. 5.3 Die Ausführungen der Anklagekammer halten vor dem Willkürverbot (Art. 9 BV) stand. Die Frage der stationären Massnahme war bereits Gegenstand des Verfahrens vor dem Kreisgericht. Im Haftprüfungsverfahren ging es im Wesentlichen um dieselben Fragen. Es ist nicht zu beanstanden, dass die Anklagekammer den vom amtlichen Verteidiger in Rechnung gestellten Aufwand als den konkreten Umständen nicht angemessen erachtete.