Citation: 6B_322/2020 E. 1.2

1.2. Gemäss Art. 683 OR dürfen auf den Inhaber lautende Aktien erst nach der Einzahlung des vollen Nennwertes ausgegeben werden (Abs. 1). Vor der Volleinzahlung ausgegebene Aktien sind nichtig (Abs. 2). In der im Namen der A.________ SA erhobenen Beschwerde wird weder bestritten, dass die Originalaktienzertifikate der A.________ SA seit dem 1. Juni 2001 im Fürstentum Liechtenstein sichergestellt sind, noch dass die von E.________ am 29. Mai 2002 neu ausgestellten Aktien nicht liberiert worden sind. Die Vorinstanz hat diese zu Recht als nichtig qualifiziert. Folge der Nichtigkeit ist, dass Aktionärsrechte selbst bei gutgläubigem Erwerb der Aktien nicht übertragen werden können (RITA TRIGO TRINDADE, in: Commentaire romand, CO II, 2. Aufl. 2017, N. 22 zu Art. 683 OR), weshalb die Vorinstanz auf diese Frage nicht eingehen musste. Gegenstand der Sicherstellung im Fürstentum Liechtenstein waren vier Aktienzertifikate der A.________ SA mit den Nummern 98.01 bis 98.04 und mit einem Nominalwert von insgesamt Fr. 1.2 Millionen (kantonale Akten, pag. 3571 ff.). Dabei handelt es sich - gemäss Handelsregisterauszug (pag. 3545) - um das gesamte Aktienkapital der A.________ SA. In dem im vorinstanzlichen Verfahren eingereichten Verzeichnis der Aktionäre sind - mit Stand am 19. Dezember 2016 - 9 Aktienzertifikate eingetragen, welche wiederum einen Nominalwert von insgesamt Fr. 1.2 Millionen haben. Diese tragen ursprünglich die Nummern 1 bis 8; am 19. Dezember 2016 soll das Aktienzertifikat Nr. 2 von D.________ annulliert und mit den neuen Zertifikaten Nr. 9 und 10 ersetzt worden sein (pag. 3351). Mit Ausnahme des Aktienzertifikats Nr. 6 reichte D.________ im vorinstanzlichen Verfahren sämtliche im Aktionärsverzeichnis aufgeführten Zertifikate in Kopie ein. Diese wurden ursprünglich alle von E.________ am 29. Mai 2002 ausgestellt (pag. 3361, 3363, 3409, 3411, 3521, 3525, 3529, 3533 und 3537). Dies ist auch hinsichtlich des fehlenden Zertifikats Nr. 6 anzunehmen, zumal die Nummern der darin verbrieften Aktien (851 bis 1'000) sich in die Liste der übrigen Aktienzertifikate einreihen. Sämtliche im Aktienbuch eingetragen Personen stützen ihre angebliche Aktionärsstellung auf die am 29. Mai 2002 ausgestellten Aktienzertifikate, womit - entgegen den Vorbringen in der Beschwerde - ausgeschlossen ist, dass einzelne von ihnen die Aktien bereits vor dem 19. März 2001 erworben haben sollen. Das heisst, dass keine der im Aktionärsverzeichnis aufgeführten Personen Aktionär der A.________ SA ist oder war und entsprechend die am 8. Oktober 2015 erfolgte Wahl von D.________ als einziges Verwaltungsratsmitglied (SHAB Nr. 198 vom 13. Oktober 2015, Publ. xxx) ungültig ist. Die A.________ SA verfügt damit über keine Organe, die befugt sind, sie vor dem Bundesgericht zu vertreten. Auf die Beschwerde ist demnach nicht einzutreten. Vorliegend nicht zu beurteilen ist, ob die Gesellschaft nach der Durchführung eines Verfahrens nach Art. 731b OR eine Wiederherstellung beantragen kann.