Citation: 2C_802/2020 E. 3.6.2

3.6.2. Aus den Unterlagen und Schilderungen ergibt sich zwar - wie die Vorinstanz zu Recht festgehalten hat -, dass die Beziehung zwischen den Ehegatten schwierig gewesen war. Beide nennen drei oder vier Ereignisse. Daraus lässt sich indes nicht schliessen, dass der Exmann die Beschwerdeführerin systematisch misshandelt hat. Im Laufe des Instanzenweges schildert die Beschwerdeführerin zwar die Ereignisse als immer gravierender, lässt aber eine durchgehende, in sich stimmige und einheitliche Aussage vermissen. Aussagen vor den Migrationsbehörden bekommen im Beschwerdeverfahren eine andere Bedeutung: So ist der Nasenbruch im erstinstanzlichen Verwaltungsverfahren noch indirekte Folge eines Eingriffs in die Privatsphäre, während er im Verwaltungsgerichts- oder Bundesgerichtsverfahren als indirekte Folge eines Wunsches des Exmanns dargestellt wird, zu Dritt oder zu Viert Sex zu haben. Dies lässt insgesamt an der Glaubhaftigkeit der Aussagen der Beschwerdeführerin zweifeln. Diese Zweifel werden zudem verstärkt, wenn die Beschwerdeführerin im Scheidungsverfahren vom 24. Mai 2019 das wiederholt, was sie vor dem Migrationsamt ausgeführt hat. Trotz ihren eindringlichen Ausführungen hat die Beschwerdeführerin keine geeigneten Unterlagen eingereicht oder Zeugen genannt, um diesen Umstand glaubhaftiger zu machen. Der Exmann der Beschwerdeführerin hat dagegen Zeugen genannt: Solche, die an der Auseinandersetzung dabei waren, und eine Person der Opferberatungsstelle, an welche er sich nach dem Vorfall vom Januar 2019 gewendet hatte. Die Beschwerdeführerin hat vor Vorinstanz zwar ausgeführt, dass sich diese still verhalten würden, hat aber keine Zeugeneinvernahme vor Vorinstanz beantragt. Sie hat auch keine Zeugen oder Ärzte genannt.