Citation: 5A_582/2021 E. 4

In dieser Hinsicht erachtet die Beschwerdeführerin als willkürlich, dass das Obergericht einzig aufgrund einer "saloppen Hauptsachenprognose" entschieden und mit BGE 144 III 469 auf eine Rechtsprechung abgestellt habe, die einen ganz anderen Sachverhalt betreffe, nämlich das Aufenthaltsbestimmungsrecht gemäss Art. 301a ZGB, während für die Obhutsfrage vielmehr BGE 138 III 565 massgebend sei und damit der Grundsatz gelte, dass während des Rechtsmittelverfahrens die Alleinobhut bei der bisherigen Inhaberin zu belassen sei. In tatsächlicher Hinsicht ist zunächst festzuhalten, dass entgegen dem sinngemässen Vorbringen bislang noch nie eine gerichtliche Obhutszuteilung stattgefunden hat und es damit gewissermassen um eine erstmalige autoritative Obhutsregelung geht. Allerdings trifft es zu, dass die Beschwerdeführerin während Jahren die Obhut faktisch alleine ausgeübt hat und dies nicht einfach übergangen werden kann; jedenfalls rein faktisch betrachtet handelt es sich um eine Obhutsumteilung. Indes geht die Willkürrüge der Beschwerdeführerin fehl, wenn sie meint, diesfalls sei der Berufung zwingend die aufschiebende Wirkung zu erteilen: BGE 138 III 565 E. 4.3.2 S. 566 hält diesbezüglich fest, dass Kinder, die aufgrund des bisher gelebten Betreuungsmodells eine Hauptbezugsperson hatten, während des Rechtsmittelverfahrens in der Regel bei diesem Elternteil verbleiben sollen. Es ist aber gerade das Merkmal von Regeln, dass sie Ausnahmen vertragen, wenn hierfür sachliche Gründe vorliegen (zu diesen E. 5). Sodann wurde die betreffende Rechtsprechung im Zusammenhang mit dem Aufenthaltsbestimmungsrecht bzw. der Wegzugsfrage, bei welcher es im Ergebnis ebenfalls um die Obhut geht, festgehalten, dass BGE 138 III 565 aufgrund der Analogie der Sachverhalte den Ausgangspunkt bilde und die im konkreten Einzelfall auf dem Spiel stehenden Interessen abzuwägen seien, wobei hierfür die Hauptsachenprognose eine zentrale Rolle spiele (BGE 144 III 469 E. 4.2 S. 471). Mithin liegt keine Willkür vor, wenn das Obergericht bei der angefochtenen Verfügung eben dies getan hat.