Citation: 4C.19/2004 19.05.2004 E. 3

3.1 In Ziff. 3.12 des Dispositivs des angefochtenen Urteils wird der Beklagte verpflichtet, der Klägerin 1 Fr. 129'646.-- nebst Zins zu 5 % seit 25. Oktober 1991 zu bezahlen. Zur Begründung führte das Obergericht zusammengefasst an, die Liquidation der C.________ AG sei am 16. Oktober 1991 abgeschlossen worden. Danach habe sich der von X.________ als Liquidator beauftragte Beklagte am 22. Oktober 1991 vom Kontokorrentkonto der C.________ AG Fr. 129'646.-- auf sein Kundenkonto überweisen lassen. Darauf sei der Betrag am 24. Oktober 1991 gutgeschrieben worden. Der Beklagte sei auftragsrechtlich verpflichtet gewesen, den Liquidationserlös der C.________ AG X.________ zukommen zu lassen. Indem der Beklagte den aus dem Liquidationserlös der C.________ AG stammende Betrag von Fr. 129'646.-- an sich selbst und nicht an X.________ überwiesen habe, habe er diesem gegenüber seine auftragsrechtlichen Pflichten verletzt, weshalb ihm ein entsprechender Schadenersatzanspruch zustehe. Da X.________ seine Ansprüche gegenüber dem Beklagten der Klägerin 1 abgetreten habe, sei sie legitimiert, diesen Anspruch geltend zu machen. 3.2 Der Beklagte wirft dem Obergericht dem Sinne nach vor, auch hier bezüglich der Haftungsvoraussetzungen lediglich das Tatbestandsmerkmal der Pflichtverletzung geprüft zu haben und die Fragen, ob ihm ein Verschulden vorgeworfen werden könne, ob und wann ein Schaden entstanden sei und ein adäquater Kausalzusammenhang vorliege, nicht geprüft zu haben. 3.3 Diese Rüge ist unbegründet, da das Obergericht mit der Gutheissung der Schadenersatzklage bezüglich des nicht an X.________ überwiesenen Liquidationserlöses der C.________ AG zum Ausdruck brachte, dass es alle Haftungsvoraussetzungen als gegeben erachtete. Dies ist bundesrechtlich nicht zu beanstanden, da der Schaden, die adäquate Kausalität und das Verschulden gleich wie bezüglich der nicht an die Klägerin 2 überwiesenen Summe von Fr. 1'786'947.80 ohne weiteres gegeben sind (vgl. E. 1 hiervor). 3.4 Bezüglich der Bemessung des Schadenersatzes ist zu beachten, dass der Geschädigte so zu stellen ist, wie wenn er für seine Forderungen am Tag der unerlaubten Handlung für deren wirtschaftliche Auswirkungen entschädigt worden wäre. Dem Geschädigten ist daher vom Zeitpunkt an, in welchem sich das schädigende Ereignis finanziell ausgewirkt hat, ein sogenannter Schadenszins zu bezahlen (BGE 122 III 53 E. 4a). Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts wird der Schadenszins in der Regel auf 5 % festgesetzt (BGE 122 III 53 E. 4b). 3.5 Der Beklagte rügt, die Zusprechung eines Schadenszinses von 5 % ab dem 25. Oktober 1991 sei bundesrechtswidrig, weil das angefochtene Urteil offen lasse, ab wann das schädigende Ereignis finanzielle Auswirkungen gezeigt habe. 3.6 Die Rüge ist unbegründet. Aus den tatsächlichen Feststellungen des Obergerichts ergibt sich, dass es den Beginn des Schadenszins einen Tag nach der Gutschrift des zu überweisenden Liquidationserlöses auf dem Konto des Beklagten festsetzte. Daraus geht hervor, dass es annahm, der Beklagte habe den Liquidationserlös spätestens am Tag nach der Gutschrift auf X.________ übertragen sollen, weshalb dieser danach einen finanziellen Nachteil erlitt. Inwiefern damit gegen Bundesrecht verstossen wird, legt der Beklagte nicht dar und ist auch nicht ersichtlich. Das Obergericht hat demnach bundesrechtskonform erkannt, dass der Beklagte der Klägerin 1 ab dem 25. Oktober 1991 einen Schadenszins in der Höhe von 5 % zu leisten hat.