Citation: C 71/02 12.07.2002 E. 2

Die Beschwerdeführerin hat in ihrem Antrag auf Arbeitslosenentschädigung ab 7. Dezember 1999 angegeben, sie sei bereit und in der Lage, vollzeitlich zu arbeiten. Effektiv geleisteter letzter Arbeitstag im Hotel S.________ war der 15. September 1999. Am 25. September 1999 gebar die Versicherte einen Sohn. Das Arbeitsverhältnis löste sie per 4. Dezember 1999 auf. Da der Sohn der Beschwerdeführerin gemäss ärztlicher Bestätigung vom 20. Januar 2000 Bauchprobleme hatte und deswegen jeweils spätestens nach drei Stunden wieder gestillt werden musste, verneinte das KIGA mit Verfügung vom 31. März 2000 die Vermittlungsfähigkeit der Versicherten bis 17. Februar 2000. Nachdem sich der Gesundheitszustand des Säuglings ab 18. Februar 2000 normalisiert und die Beschwerdeführerin eine Bestätigung vom 12. Januar 2000 aufgelegt hatte, wonach die Kinderbetreuung fünf Tage in der Woche (Montag bis Freitag von 8.30 bis 17.00 Uhr) gewährleistet sei, bejahte das KIGA in der gleichen Verfügung die Vermittlungsfähigkeit ab 18. Februar 2000. Im Mai 2000 hat das Regionale Arbeitsvermittlungszentrum Bern und Mittelland (RAV) die Beschwerdeführerin dem Beschäftigungsprogramm "Dienst am Nächsten" im Diakonissenhaus Bern zugewiesen. Beim ersten Gespräch hat sich gemäss Rückmeldung der zuständigen Schwester vom 19. Mai 2000 er geben, dass ein Programmeinsatz sehr schwierig sei. Wohl habe die Versicherte eine Tagesmutter für ihr Kind, doch sei diese nach den Ferien der Beschwerdeführerin (19. Juni bis 14. Juli 2000) selber bis 15. August 2000 ferienhalber abwesend, ohne dass eine Ersatzlösung vorhanden sei. Das Kind könne sodann jeweils nur bis 17.00 Uhr bei der Tagesmutter bleiben; bei einem Beschäftigungsgrad von 100% sei jedoch nicht immer so früh Feierabend. Für eine längerdauernde Betreuung müsste mehr bezahlt werden. Ein Krippenplatz komme nicht in Frage, weil er über Fr. 1000.- pro Monat kosten würde. Samstags könne die Versicherte nicht arbeiten, da sie keine Tagesmutter habe und ihr Mann dann auch arbeite. Mit Verfügung vom 16. Juni 2000 hat das RAV der Versicherten einen Einsatz vom 17. Juli bis 16. Dezember 2000 im Beschäftigungsprogramm "Dienst am Nächsten" zugewiesen. Am 17. Juli 2000 erschien die Beschwerdeführerin mit ihrem Kind zur Arbeit, da sie so kurz nach ihren Ferien keine Betreuung gefunden habe. Ihr wurde mitgeteilt, dass dies nicht möglich sei, worauf sie am 19. Juli 2000 unterschriftlich bestätigte, ab 24. Juli 2000 einen Platz in einer spanischen Kinderkrippe zu haben und somit die Arbeit ab diesem Datum zu 100% aufnehmen zu können. Mit Schreiben vom 21. Juli 2000 liess die Versicherte durch ihre Rechtsschutzversicherung mitteilen, da ihr die Teilnahme am Beschäftigungsprogramm während ihrer Ferienabwesenheit eröffnet worden sei, sei es trotz intensiven Bemühungen nicht gelungen, eine Kinderbetreuung zu finden, sodass sie auch ab 24. Juli 2000 nicht am Beschäftigungsprogramm teilnehmen könne. Sie habe jedoch glücklicherweise ab 1. August 2000 eine Stelle im Spital B.________ gefunden, wo sie ihren Sohn in eine Krippe geben könne. Ebenfalls am 21. Juli 2000 machte das Haus D.________ die Beschwerdeführerin darauf aufmerksam, dass sie im Beschäftigungsprogramm arbeiten müsse, bis sie allenfalls die Stelle im Spital antreten könne. Nachdem die Versicherte am 24. Juli 2000 nicht zur Arbeit erschienen war, löste das Haus D.________ die Zielvereinbarung auf. Nach Einholung einer Stellungnahme hob das KIGA mit Wiedererwägungsverfügung vom 3. Oktober 2000 die Verfügung vom 31. März 2000 auf und verneinte die Vermittlungsfähigkeit und Anspruchsberechtigung ab 7. Dezember 1999.