Citation: B 10/06 20.01.2007 E. 7

7.1 Dem Gutachten des Universitätsspitals Y.________ vom 22. August 2005, welches sich auf eine umfassende Anamnese stützen kann, ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer seit seiner Kindheit an einer Entwicklungsstörung mit schwerwiegenden Folgen leidet. Aktuell werden eine leichte Intelligenzminderung mit deutlicher Verhaltensstörung (ICD-10 F70.1), eine Störung der Impulskontrolle (ICD-10 F63.8), eine Panikstörung (ICD-10 F41.0) und ein Status nach Anpassungsstörung mit gemischter Störung von Gefühlen und Sozialverhalten (ICD-10 F43.25) diagnostiziert. Es sei davon auszugehen, dass die verminderte Intelligenz und die damit zusammenhängenden Leistungsschwächen, Belastungsgrenzen und Verhaltensauffälligkeiten grundsätzlich sowohl während der Anstellung bei der Firma Z.________ (bis 30. Juni 1995) als auch während der Tätigkeit für die L.________ AG (ab 1. Juli 1995) bestanden hätten. Auf Grund der gesundheitlichen Einschränkungen sei der Beschwerdeführer auf ein Arbeitsumfeld mit eng strukturierter Anleitung und geringem zeitlichem Druck angewiesen gewesen. Diese Bedingungen seien "im Sinne eines Nischenarbeitsplatzes" bei der Firma Z.________ erfüllt gewesen. Mit der Aufnahme der Tätigkeit als Chauffeur für die L.________ AG sei die Hoffnung auf eine (berufliche) Aufwertung und auf abwechslungsreichere Tätigkeiten verbunden gewesen. Zeitdruck, die Notwendigkeit selbstständigen Arbeitens und die hohen Anforderungen an das Führen von Kraftfahrzeugen mit Anhänger im Stadtverkehr hätten zu einer massiven Überforderung geführt. 7.2 Die Vorinstanz gibt mit gutem Grund an, dass die Angaben im Gutachten des Universitätsspitals Y.________ mit dem Arbeitgeberbericht der L.________ AG vom 21. Januar 2005 übereinstimmen, aus welchem hervorgeht, dass in der neuen Beschäftigung als Chauffeur von Anfang an eine generelle Überforderung bestanden hat. In Bezugnahme auf das Urteil T. vom 31. August 2005, B 1/05, schliesst sie, während der Arbeitsphase bei der L.________ AG sei kein krankheitsbedingtes Einbrechen zu beobachten. Dem Beschwerdeführer habe aktenkundig nicht nur die Fähigkeit gefehlt, mit den Anfangsschwierigkeiten umzugehen; die Ressourcen, um den Chauffeurberuf bewältigen zu können, seien gar nicht vorhanden gewesen. 7.3 Es ist mit dem kantonalen Gericht einig zu gehen, dass keine krankheitsbedingte Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit angenommen werden kann, wenn eine Person in einer neuen Anstellung mit einem im Vergleich zur bisherigen Tätigkeit höheren Anforderungsprofil der Arbeit nicht gewachsen ist (Urteil T. vom 31. August 2005, B 1/05, Erw. 5 i.f.). Im vorliegenden Fall ist aber zu berücksichtigen, dass die Überforderungssituation in der Beschäftigung für die L.________ AG zu einer markanten Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustandes führte, was sich negativ auf die Arbeitsfähigkeit auswirkte. Im Gutachten des Universitätsspitals Y.________ wird schlüssig dargelegt, dass die negative Bewertung der mässigen Leistungen durch die vorgesetzten Mitarbeiter der L.________ AG und die Unzufriedenheit der Kunden beim Beschwerdeführer zu Schuld- und Schamgefühlen und zum Bedauern führten, die Anstellung bei der Firma Z.________ aufgegeben zu haben. Mit der Kündigung durch die L.________ AG (am 30. Oktober 1995 per 30. November 1995) habe sich das Vollbild einer Anpassungsstörung entwickelt und eine Aggravation der vorbestehenden Impulskontrollstörung eingestellt. Zum einen seien depressive Symptome mit Verzweiflung und Antriebsverminderung manifest geworden: der Beschwerdeführer habe sich zurückgezogen und sei motivationslos geworden. Zum anderen sei eine Verminderung der Stresstoleranz und der kognitiven Fähigkeiten eingetreten. Beschäftigungen mit minimalen Anforderungen an Selbstständigkeit und Ausdauer seien nicht mehr möglich gewesen. Die Gutachter konnten sich bei ihrer Beurteilung einerseits auf die persönliche sowie berufliche Entwicklung des Beschwerdeführers und anderseits auf Erfahrungswerte, wonach bei Personen mit leichter Intelligenzminderung in Belastungssituationen auftretende Symptomaggravationen bekannt sind, abstützen. In Übereinstimmung mit diesen Erfahrungswerten zog gemäss den nachvollziehbaren Darlegungen im Gutachten des Universitätsspitals Y.________ die Überforderung des Beschwerdeführers in der Anstellung bei der L.________ AG einen Einbruch in der Gesundheit - verbunden mit einer relevanten Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit - nach sich. In den folgenden, weniger anforderungsreichen Beschäftigungen vermochte er sich nicht mehr aufzufangen. Es blieb in der Folge bei einer um mindestens 20 % eingeschränkten Arbeitsfähigkeit. 7.4 Gestützt auf das Gutachten des Universitätsspitals Y.________ muss davon ausgegangen werden, dass sich mit der am 30. Oktober 1995 von der L.________ AG ausgesprochenen Kündigung das Vollbild einer Anpassungsstörung und eine Aggravation der vorbestehenden Impulskontrollstörung entwickelt haben. Die medizinischen Fachpersonen haben nachvollziehbar dargelegt, dass sich diese Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustandes mit überwiegender Wahrscheinlichkeit im Zeitraum vom 1. Juli bis Ende Dezember 1995 eingestellt und in einer Arbeitsunfähigkeit von mindestens 20 % niedergeschlagen hat. Präzisere Angaben zur Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit sind entgegen der Ansicht des kantonalen Gerichts nicht notwendig. Durch den Umstand, dass der Eintritt der relevanten Arbeitsunfähigkeit nicht auf den Tag genau angegeben werden kann, wird die Schlüssigkeit des Gutachtens ebenfalls nicht beeinträchtigt. Es steht nämlich einerseits fest und ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer als Angestellter der Firma Z.________ bis 30. Juni 1995 in der Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt war. Andererseits wird durch die Ausführungen der Experten des Universitätsspitals Y.________ manifest, dass die mindestens 20%ige Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit spätestens und ohne weitere Verzögerung nach der am 30. Oktober 1995 dem Beschwerdeführer zur Kenntnis gebrachten Kündigung des Arbeitsverhältnisses aufgetreten ist. In diesem Zeitpunkt war der Beschwerdeführer bei der Beschwerdegegnerin berufsvorsorgeversichert, weshalb ein Anspruch auf Invalidenleistungen gegenüber der Columna im Grundsatz besteht, wobei die Leistungen in betraglicher Hinsicht von der Vorsorgeeinrichtung zu ermitteln sind (vgl. BGE 129 V 450).