Citation: 4A_214/2022 E. 6.2

6.2. Die Beschwerde richtet sich zunächst gegen die Feststellung des Einzelschiedsrichters, wonach sich aus den vorhandenen Beweisen ergebe, dass die Beklagte die Berechnung nicht immer gemäss der in Anhang 3 vereinbarten Formel vorgenommen habe. Die Beklagte zeigt mit ihren Ausführungen keine Verletzung des rechtlichen Gehörs (dazu vorn E. 4.1.3) auf, sondern übt unzulässige Kritik am angefochtenen Schiedsentscheid. Aus der Begründung des Entscheids geht ausdrücklich hervor, dass der Einzelschiedsrichter seine Feststellung aufgrund einer Beweiswürdigung hinsichtlich der erfolgten Berechnung zum Monat Juni 2019 traf. Er hielt denn auch ausdrücklich fest, dass die vereinbarte Berechnungsformel wenigstens teilweise ("at least partially") unrichtig angewendet wurde, wofür die Beklagte keine vernünftige Erklärung geliefert habe. Entsprechend ging er davon aus, dass die - zumindest teilweise - falsche Berechnungsmethode die geltend gemachte Forderung, die der Differenz der Preisanpassungen zu Gunsten und zu Ungunsten der Beklagten entspricht, insgesamt als nicht erstellt erscheinen lasse. Ob der Einzelschiedsrichter aufgrund der konkret festgestellten Ungereimtheiten bei der Berechnung der Preisanpassung in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht die zutreffenden Schlüsse gezogen hat, kann im Rahmen der Schiedsbeschwerde nicht überprüft werden. Dies verkennt die Klägerin, wenn sie sich vor Bundesgericht nunmehr auf den Standpunkt stellt, wenigstens die Preisanpassungen für einzelne andere Monate (Juli, August, Oktober und November 2019) seien korrekt berechnet worden, woraus sie entgegen dem angefochtenen Entscheid schliessen will, ein entsprechender Anspruch auf Preisanpassung sei zumindest teilweise erstellt. Das rechtliche Gehör in einem kontradiktorischen Verfahren nach Art. 182 Abs. 3 und Art. 190 Abs. 2 lit. d IPRG enthält nach ständiger Rechtsprechung keinen Anspruch auf einen materiell richtigen Entscheid, sondern sichert allein das Recht auf Beteiligung der Parteien an der Entscheidfindung (BGE 127 III 576 E. 2b und 2d). Entgegen den Vorbringen in der Beschwerde ist nicht erkennbar, dass der Einzelschiedsrichter rechtserhebliche Behauptungen, Argumente oder Beweise der Beklagten unberücksichtigt gelassen hätte.