Citation: 5A_236/2023 E. 4.1

4.1. Die Vorinstanz nimmt Bezug auf die Beteuerungen der Beschwerdeführerin, wonach die finanzielle Tragbarkeit bzw. die Entlassung des Beschwerdegegners aus den Hypotheken vor dem Bezirksgericht nie Thema gewesen sei und der Beschwerdegegner immer die Übertragung der Liegenschaft auf sie beantragt habe. Das Obergericht geht auf verschiedene Äusserungen des Beschwerdegegners in der Hauptverhandlung ein und kommt zum Schluss, dass der Beschwerdegegner keinen bedingungslosen Antrag auf Zuweisung der Liegenschaft an die Beschwerdeführerin gestellt habe. Als Nächstes stellt die Vorinstanz klar, dass entgegen der Meinung der Beschwerdeführerin nicht der Beschwerdegegner zu beweisen hat, dass sie die auf dem Grundstück in U.________ (ZH) lastenden Hypotheken nicht übernehmen kann. Nachdem sie einen Zuweisungsanspruch nach Art. 205 Abs. 2 ZGB geltend mache, müsse sie neben ihrem überwiegenden Interesse als Anspruchsvoraussetzung die volle Entschädigung des Beschwerdegegners dartun. In der Folge befasst sich das Obergericht mit den diesbezüglichen Beweismitteln der Beschwerdeführerin. Es pflichtet dem Beschwerdegegner darin bei, dass die Urkunden, welche die Beschwerdeführerin anlässlich der Fortsetzung der Hauptverhandlung am 12. Juli 2021 und dann noch am 20. Juli 2021 beibrachte, verspätet eingereicht worden seien. Verspätet und unbeachtlich sind dem angefochtenen Entscheid zufolge auch die beiden im Berufungsverfahren eingereichten Bestätigungen von D.________ und von der Bank E.________ AG. Anschliessend erörtert das Obergericht, weshalb die eingereichten Urkunden, selbst wenn sie zu beachten wären, nicht den Beweis zu erbringen vermöchten, dass die Beschwerdeführerin den Beschwerdegegner für die Übernahme seines Miteigentumsanteils voll entschädigen könnte. Ein verbindliches Zahlungsversprechen liege nicht vor, wie der Beschwerdegegner zu Recht geltend mache. Gestützt auf diese Erkenntnisse steht für das Obergericht fest, dass die Voraussetzungen für eine Zuweisung der Liegenschaft in U.________ (ZH) in das Alleineigentum der Beschwerdeführerin nicht gegeben seien und somit die Teilung nach Art. 651 Abs. 2 ZGB vorzunehmen sei. Eine körperliche Teilung falle nicht in Betracht; da nur die Beschwerdeführerin an der Liegenschaft Interesse habe, sei die öffentliche Versteigerung anzuordnen, und zwar entsprechend den beantragten, unwidersprochen gebliebenen Modalitäten. Den Parteien stehe es frei, einem Freihandverkauf anstelle der öffentlichen Versteigerung zuzustimmen. In seinen Erwägungen zur güterrechtlichen Ausgleichszahlung erklärt das Obergericht, dass die Entschädigung, welche die Beschwerdeführerin für die Übernahme der Liegenschaft in U.________ (ZH) in der Höhe von Fr. 905'000.-- zu bezahlen hat, entfalle, während die Entschädigung des Beschwerdegegners für die Übernahme der Liegenschaft in W.________ (GR) in der Höhe von Fr. 1'010'000.-- bestehen bleibe. Damit erhöhe sich der (im Berufungsverfahren errechnete) güterrechtliche Anspruch der Beschwerdeführerin von Fr. 851'630.-- um den zuletzt genannten Betrag auf Fr. 1'861'630.--. Dementsprechend reformiert das Obergericht auch den erstinstanzlichen Urteilsspruch betreffend die güterrechtliche Ausgleichszahlung ab (s. Sachverhalt Bst. B.c).