Citation: 8C_814/2021 E. 3

Die Vorinstanz erwog im Wesentlichen, unbestritten sei, dass der Beschwerdeführer vom 12. Juni bis 1. September 2017 bei der B.________ GmbH angestellt gewesen sei und während dieses Zeitraums Lohnzahlungen von insgesamt Fr. 427.72 (Fr. 45.54 für Juli 2017, Fr. 382.18 für August 2017) erhalten habe. Mit Urteil des Bezirksgerichts V.________ vom 19. Februar 2020 sei ihm eine Lohnzahlung in Höhe von Fr. 11'451.90 zuzüglich Zins zugesprochen worden. Der Beschwerdeführer stelle nicht in Abrede, dass er erst am 28. Juni 2018 - mithin beinahe zehn Monate nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses am 1. September 2017 - eine Betreibung gegen die B.________ GmbH aufgrund der Lohnausstände eingeleitet habe. Nachdem diese am 6. Juli 2018 Rechtsvorschlag erhoben habe, seien 8,5 Monate vergangen, bis der Beschwerdeführer am 20. März 2019 beim Friedensrichteramt U.________ das Schlichtungsgesuch eingereicht habe. Bei dieser Sachlage sei der Kasse beizupflichten, dass er seine Ansprüche nicht innert angemessener Frist mit hinreichender Konsequenz geltend gemacht habe. Dies gelte umso mehr, als er bereits während bestehendem Arbeitsverhältnis nie auch nur annähernd den ihm schliesslich vom Bezirksgericht V.________ zugesprochenen Lohn erhalten habe und die B.________ GmbH den schriftlichen Zahlungsaufforderungen vom 15. November 2017 bzw. 27. Juni 2018 nicht nachgekommen sei, soweit sie diese überhaupt in Empfang genommen habe. Unbehelflich sei das Argument des Beschwerdeführers, die Verletzung der Schadenminderungspflicht habe nicht kausal zum Eintritt der Insolvenz der B.________ GmbH geführt. Zwar möge es prozessökonomisch sinnvoll gewesen sein, gemeinsam mit anderen Gläubigern gegen die B.________ GmbH vorzugehen. Dies sei indes keine Rechtfertigung für das lange Zuwarten mit der Einleitung wirkungsvoller rechtlicher Massnahmen, zumal eigentliche Koordinationsbemühungen mit Blick auf die im Beschwerdeverfahren eingereichte E-Mail-Korrespondenz nur für Februar 2018 belegt seien. Unbehelflich sei auch der Einwand des Beschwerdeführers, er habe nicht mit einem Lohnverlust rechnen müssen; denn wenn er von der Zahlungsfähigkeit der B.________ GmbH ausgegangen wäre, sei das ungebührliche Zuwarten mit rechtlichen Schritten umso weniger zu rechtfertigen. Zwar sei der Konkurs über diese erst am 24. September 2020 eröffnet worden. Die Schadenminderungspflicht greife aber nicht erst im Konkurs- oder Pfändungsverfahren, sondern bereits während des bestehenden Arbeitsverhältnisses und nach dessen Auflösung. Mit seiner zweimaligen mehrmonatigen Untätigkeit in Bezug auf die Vorantreibung des Zwangsvollstreckungsverfahrens habe der Beschwerdeführer jedenfalls einen erheblichen Lohnverlust in Kauf genommen, auch wenn er nicht direkt eine Konkurseröffnung über die B.________ GmbH in Betracht gezogen haben möge. Die Kasse habe somit den Anspruch auf Insolvenzentschädigung zu Recht verneint.