Citation: 9C_203/2017 E. 3.2

3.2. Ferner ist die Beschwerdeführerin der Ansicht, die Gutachtensvergabe durch das kantonale Gericht habe das Recht auf ein faires Verfahren gemäss Art. 29 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 1 EMRK verletzt, da diese nicht nach dem Zufallsprinzip erfolgt und überdies ein voreingenommenes Institut - das ABI sei "faktisch nicht unabhängig" und scheine bei der Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit "besonders streng" zu sein - beauftragt worden sei. Die bundesgerichtliche Rechtsprechung verlangt gestützt auf den Grundsatz von Treu und Glauben und das Verbot des Rechtsmissbrauchs (Art. 5 Abs. 3 BV), dass verfahrensrechtliche Einwendungen so früh wie möglich, das heisst nach Kenntnisnahme eines Mangels bei erster Gelegenheit, vorzubringen sind. Es verstösst gegen Treu und Glauben, Mängel dieser Art erst in einem späteren Verfahrensstadium oder sogar erst in einem nachfolgenden Verfahren geltend zu machen, wenn der Einwand schon vorher hätte festgestellt und gerügt werden können. Wer sich auf das Verfahren einlässt, ohne einen Verfahrensmangel bei erster Gelegenheit vorzubringen, verwirkt in der Regel den Anspruch auf spätere Anrufung der vermeintlich verletzten Verfahrensvorschrift (BGE 143 V 66 E. 4.3 S. 69). Die Vorinstanz hat die Beschwerdeführerin im Vorfeld der Begutachtung über die Gutachtenanfrage beim ABI (Schreiben vom 8. September 2015) und in der Folge über den vorgesehenen Gutachtensauftrag an das ABI, die Disziplinen sowie den Fragenkatalog informiert und ihr hierzu das rechtliche Gehör gewährt (Schreiben vom 22. September 2015). Alsdann wurden der Beschwerdeführerin die Namen der vorgesehenen Experten zur Kenntnis gebracht, und ihr wurde wiederum eine Frist zur Erhebung von Einwendungen eingeräumt (Schreiben vom 23. Februar 2016). Innert den anberaumten Fristen hat sie - abgesehen von Anträgen zum Fragenkatalog - keine Einwände erhoben. Die erst im Rahmen der Stellungnahme zum Gutachten bzw. erst im bundesgerichtlichen Verfahren vorgebrachten Rügen, die samt und sonders bereits in einem früheren Verfahrensstadium hätten erhoben werden können, gelten nach der dargelegten Praxis als verspätet und sind daher nicht zu hören.