Citation: 6B_56/2021 E. 2.2.1

2.2.1. Der Beschwerdeführer ist der Ansicht, die Vorinstanz habe für die Beurteilung der Frage, ob die Aufnahme einen geschützten privaten Bereich betroffen habe, den Schutzbereich von Art. 186 StGB analog herangezogen, ohne die Umstände des konkreten Falles (örtliche Verhältnisse, landwirtschaftliche Tätigkeit des Beschwerdegegners 2, öffentliche Einsehbarkeit des Stalles) zu berücksichtigen. Wesentliches Kriterium sei, ob Aussenstehende den Beschwerdegegner 2 ohne Weiteres bei der Arbeit beobachten konnten. Der Beschwerdeführer verweist in diesem Zusammenhang auf den Bundesgerichtsentscheid BGE 137 I 327. Darin sei es um die Rechtmässigkeit der Observation einer Person auf ihrem Balkon gegangen. Das Bundesgericht sei zum Schluss gelangt, der Balkon sei frei einsehbar gewesen und die Person habe freiwillig Alltagsverrichtungen vorgenommen, weshalb die Observation zulässig gewesen sei. Gestützt auf diese Rechtsprechung sei vorliegend die Strafbarkeit zu verneinen, sei der Stall doch gut einsehbar gewesen und habe der Beschwerdegegner 2 freiwillig Alltagsverrichtungen vorgenommen. Landwirte müssten bei ihrer Arbeit im öffentlich einsehbaren Raum, gleich wie etwa Servicemitarbeitende auf Terrassen im Aussenbereich, damit rechnen, beobachtet und allenfalls auch gefilmt zu werden. Er habe dabei keine "physisch-moralische" Grenze durchbrochen, denn er habe lediglich mit seiner Kamera eingefangen, was auch von den Wanderwegen und vermutungsweise von den Nachbargrundstücken her habe beobachtet werden können.