Citation: 6B_863/2022 E. 2.4.3

2.4.3. Der Beschwerdeführer rügt eine Verletzung von Art. 410 Abs. 1 lit. a StPO. Er behauptet, er habe im Revisionsverfahren erhebliche neue Tatsachen geltend gemacht, die eine Änderung der Strafbefehle zumindest als wahrscheinlich erscheinen lassen. Die Rüge ist unbegründet. Der Beschwerdeführer setzt sich nicht hinreichend mit der vorinstanzlichen Erwägung auseinander, wonach er bereits an der polizeilichen Einvernahme vom 29. August 2020 darauf hingewiesen habe, es sei "wirklich eine sehr schwere Zeit" gewesen. Daraus leitet die Vorinstanz in vertretbarer Weise ab, dass die Staatsanwaltschaft zumindest im Grundsatz von der nunmehr geltend gemachten "Krise" gewusst habe, als sie die Strafbefehle vom 30. November 2020, 1. Februar 2021 und 10. Februar 2022 erlassen habe. Sodann habe der Beschwerdeführer an der polizeilichen Einvernahme vom 3. August 2021 geschildert, er sei nach der Trennung von seiner Freundin in eine Lebenskrise geraten. In der Folge habe er nicht mehr die Energie aufgebracht für alltägliche Dinge wie das Öffnen von Briefen oder das Bezahlen von Rechnungen. Zudem erwägt die Vorinstanz schlüssig, dass die Akten teilweise im Widerspruch zur Behauptung stehen, der Beschwerdeführer sei im Sommer 2020 aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage gewesen, seine Post zu öffnen. So sei er am 29. August 2020 in der Lage gewesen, an der polizeilichen Einvernahme zu schildern, weshalb er der Aufforderung des Strassenverkehrsamts vom 3. August 2020 keine Folge geleistet habe. Dabei habe er ausgeführt, seine Post sei wegen der Pandemie liegen geblieben. Er sei erst darauf aufmerksam geworden, als die Versicherung ihn betrieben habe. Danach habe er die Versicherung kontaktiert, die ihn an das Betreibungsamt weitergeleitet habe, das ihn wiederum an die Versicherung verwiesen habe. Das Ganze sei dann "mindestens sechs Mal hin und her" gegangen. Die Vorinstanz erklärt, dies sei nur schwer mit dem Privatgutachten in Einklang zu bringen. Der Beschwerdeführer sei im August 2020 offensichtlich in der Lage gewesen, umfangreiche telefonische Abklärungen zu treffen. Daher dürfe davon ausgegangen werden, dass es sein Gesundheitszustand auch zugelassen hätte, angemessen auf die Verfügung des Strassenverkehrsamts zu reagieren. Daher sei das Privatgutachten ohnehin nicht geeignet, die tatsächlichen Grundlagen der Strafbefehle zu erschüttern.