Citation: 6B_370/2024 E. 2.1

2.1. Die Beschwerdeführerin wirft der Vorinstanz im Zusammenhang mit der Strafzumessung eine Verletzung der Grundsätze der Strafzumessung im Sinne von Art. 47 StGB, des Anklagegrundsatzes im Sinne von Art. 9 StPO und der Unschuldsvermutung im Sinne von Art. 10 Abs. 1 StPO vor. Die Vorinstanz habe hinsichtlich der mehrfachen Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung der Fahrunfähigkeit festgehalten, es bestünden erhebliche Hinweise darauf, dass die Fahrfähigkeit der Beschwerdeführerin am 14. Juli 2021 nicht vollständig erhalten gewesen sei. Indem sie dies bei der Strafzumessung berücksichtigt habe, habe sie sowohl Art. 91a Abs. 1 SVG als auch Art. 47 Abs. 1 StGB falsch angewendet, da es sich bei Art. 91a Abs. 1 SVG um ein reines Rechtspflegedelikt handle. Die Berücksichtigung von Hinweisen auf eine nicht vollständig erhaltene Fahrfähigkeit im Rahmen der Strafzumessung komme zudem einer Verletzung des Anklagegrundsatzes (Art. 9 StPO) und der Unschuldsvermutung (Art. 10 Abs. 1 StPO) gleich. Indem die Vorinstanz für den ersten Vorfall eine Einsatzstrafe von fünf Monaten festgesetzt und diese hernach um weitere fünf Monate erhöht habe, mit der Begründung, die Beschwerdeführerin habe sich in derselben Weise verhalten und habe dasselbe Rechtsgut verletzt, die "Durchsetzung des Tatbestandes des Fahrens in fahrunfähigem Zustand" und zudem bei der Täterkomponente von einem Rückfall ausgegangen sei, obschon die Beschwerdeführerin zuvor noch nie wegen Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung der Fahrunfähigkeit verurteilt worden sei, verletze sie zudem Art. 47 Abs. 1 StGB und Art. 49 Abs. 1 StGB. Die aktuellen Strafmassempfehlungen der Kantone Aargau, Bern und St. Gallen gingen für den entsprechenden Tatbestand bei erstmaliger Begehung von Geldstrafen zwischen 45 und 90 Tagessätzen resp. bis zu 35 Strafeinheiten aus. Mit der Ausfällung einer Freiheitsstrafe von zehn Monaten für die dreimalige Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung der Fahrunfähigkeit habe die Vorinstanz im Kern eine Strafe für Fahren in angetrunkenem Zustand ausgesprochen. Bei willkürfreier und richtiger Anwendung von Art. 47 Abs. 1 und Art. 49 Abs. 1 StGB hätte die Vorinstanz keine Freiheitsstrafe sondern eine Geldstrafe von nicht mehr als 120 Tagessätzen aussprechen dürfen. Dies gelte umso mehr, als die Beschwerdeführerin ein Einkommen von Fr. 6'000.-- erziele. Die Vorinstanz habe somit auch das Primat der Geldstrafe vor der Freiheitsstrafe verletzt.