Citation: BGE 149 I 91 E. 2.1

Entscheide des Bundesverwaltungsgerichts im Zusammenhang mit dem Erwerb und Verlust der Schweizer Staatsangehörigkeit zählen zum öffentlichen Recht, weshalb dagegen grundsätzlich Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht geführt werden kann (Art. 51 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Juni 2014 über das Schweizer Bürgerrecht [Bürgerrechtsgesetz, BüG; SR 141.0] i.V.m. Art. 82 ff. BGG). Wie die Beschwerdeführenden zutreffend ausführen, ist jedoch umstritten, ob die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht gegen Entscheide über die eidgenössische Einbürgerungsbewilligung offensteht. Das Bundesgericht hat sich dazu noch nicht abschliessend geäussert. Im als Einzelrichterentscheid gefällten Urteil 1C_238/2008 vom 28. Mai 2008 E. 4 wurde die Frage offengelassen, weil schon aus einem anderen Grund auf die Beschwerde nicht einzutreten war. Im Schrifttum ist die Zulässigkeit der Beschwerde umstritten. Mehrheitlich wird sie bejaht (so BIAGGINI/UHLMANN, Rechtsschutzlücken, in: Evaluation der Bundesrechtspflege, Felix Uhlmann [Hrsg.], 2014, S. 35 ff., S. 79 Rz. 89; THOMAS HÄBERLI, in: Basler Kommentar, Bundesgerichtsgesetz, 3. Aufl. 2018, N. 47 und 49 zu Art. 83 BGG; BGE 149 I 91 S. 94 HARTMANN/MERZ, in: Ausländerrecht, Uebersax und andere [Hrsg.], 2. Aufl. 2009, S. 624 Rz. 12.92; MERZ/VON RÜTTE, in: Ausländerrecht, Uebersax und andere [Hrsg.], 3. Aufl. 2022, S. 1287 Rz. 22.137; HANSJÖRG SEILER, in: Bundesgerichtsgesetz [BGG], Seiler und andere [Hrsg.], 2. Aufl. 2015, N. 18 zu Art. 83 BGG), teilweise verneint (CÉLINE GUTZWILLER, Droit de la nationalité et fédéralisme en Suisse, 2008, S. 517 f. Rz. 1355; SOW/MAHON, in: Code annoté de droit des migrations, Volume V: Loi sur la nationalité, Amarelle/Nguyen [Hrsg.], 2014, N. 21 zu Art. 13 BüG) und teilweise wird die Frage offengelassen bzw. als umstritten bezeichnet oder überhaupt nicht angesprochen (so bei HEINZ AEMISEGGER, in: Bundesgerichtsgesetz [BGG], Praxiskommentar, Spühler und andere [Hrsg.], 2. Aufl. 2013, N. 16 zu Art. 83 BGG; FLORENCE AUBRY GIRARDIN, in: Commentaire de la LTF, Aubry Girardin und andere [Hrsg.], 3. Aufl. 2022, N. 34 f. zu Art. 83 BGG [im Unterschied zur 2. Aufl. 2014, wo die Frage noch bejaht wurde]; HÄFELIN UND ANDERE, Schweizerisches Bundesstaatsrecht, 10. Aufl. 2020, S. 420 Rz. 1358 [im Unterschied zur Darstellung bis zur 9. Aufl. 2016, wo die Frage noch verneint wurde]; PETER UEBERSAX, Das Bundesgericht und das Bürgerrechtsgesetz, mit einem Blick auf das neue Recht, BJM 2016 S. 177 f.; UEBERSAX UND ANDERE, Migrationsrecht in a nutshell, 2021, S. 356; FANNY DE WECK, in: Migrationsrecht, Kommentar [nachfolgend: Migrationsrecht], Spescha und andere [Hrsg.], 5. Aufl. 2019, N. 3 zu Art. 13 BüG). Eine eigentliche Auseinandersetzung mit den Eintretensvoraussetzungen findet sich freilich lediglich in zwei Publikationen (MERZ/ VON RÜTTE, a.a.O., sowie UEBERSAX, a.a.O.).