Citation: 5A_304/2015 E. 4.2

4.2. Dem Beklagten stehen alle Beweismittel (Art. 168 ZPO) zur Verfügung. Entgegen seiner Ansicht (S. 9 f. Rz. 13) ist das Grundbuch ein öffentliches Register und der amtliche Auszug aus dem Grundbuch eine öffentliche Urkunde im Sinne von Art. 9 ZGB bzw. Art. 179 ZPO. Sie erbringen deshalb für die durch sie bezeugten Tatsachen den vollen Beweis, solange nicht die Unrichtigkeit ihres Inhalts nachgewiesen ist. Zu diesen bezeugten Tatsachen gehören bei Miteigentum die Bruchteile und bei Gesamteigentum das die Gemeinschaft begründende Rechtsverhältnis (BGE 96 II 325 E. 6b S. 330; 138 III 150 E. 5.1.2 S. 153 f.). Ihre Rechtfertigung findet die verstärkte Beweiskraft nicht so sehr im öffentlichen Glauben des Grundbuchs (Art. 973 ZGB), wie der Beklagte meint, sondern darin, dass mit der Führung öffentlicher Register und der Erstellung von öffentlichen Urkunden besonders ausgebildete Beamte bzw. Urkundspersonen betraut sind (Urteil 5A.3/2007 vom 27. Februar 2007 E. 2; STEINAUER, Le Titre préliminaire du Code civil, TDPS II/1, 2009, S. 271 Rz. 720). Der Beklagte hat somit die Unrichtigkeit des Grundbucheintrags über das dem Gesamteigentum zugrunde liegende Rechtsverhältnis und damit zu beweisen, dass der Rechtsgrund, auf den diese Angabe sich stützt, einen andern als den ihm vom Grundbuchamt beigelegten Sinn hat oder dass die Gesamteigentümer das zwischen ihnen bestehende Gesamthandverhältnis nachträglich durch ein anderes Verhältnis dieser Art ersetzt haben (BGE 96 II 325 E. 6c S. 331).