Citation: 5A_801/2022 E. 4.4.2

4.4.2. Die Vorinstanz begründete die Anrechnung eines hypothetischen Erwerbspensums von 80 % ab dem 1. August 2023 mit dem Schulstufenmodell und erwog ferner, die Parteien lebten seit knapp sechs Jahren getrennt. Bereits im Massnahmenentscheid vom 26. November 2019 habe der Einzelrichter die der Beschwerdeführerin grundsätzlich zumutbaren Arbeitspensen gemäss Schulstufenmodell dargelegt und sei der Ansicht gewesen, es sei ihr trotz der gesundheitlichen Beschwerden grundsätzlich möglich, einer Berufstätigkeit nachzugehen. Mit der Reduktion des Beschäftigungsgrads auf 40 % sei bloss dem Umstand Rechnung getragen worden, dass sie mit Blick auf die Zukunft Zeit in geeignete, zielführende Weiterbildungsmassnahmen investieren solle. Die Beschwerdeführerin habe demnach spätestens im Zeitpunkt jenes Entscheides gewusst, dass von ihr erwartet werde, ein Erwerbspensum gemäss Schulstufenmodell auszuüben. Zudem habe sie mit dem Berufungsverfahren weiter Zeit gewonnen. Daher erscheine es angemessen, ihr nur eine kurze Übergangsfrist zu gewähren, sodass ihr ab 1. Januar 2023 bis und mit Juli 2023 ein Nettoeinkommen von Fr. 2'295.25 (50 %-Pensum) und ab August 2023 ein solches von Fr. 3'672.40 (80 %-Pensum) anzurechnen sei.