Citation: 6B_1183/2020 E. 2.3

2.3. Die nationale Strafgewalt hat völkerrechtliche Grenzen. Nach dem Prinzip der Territorialhoheit sind die Staaten für hoheitliche Akte an ihre Gebietsgrenzen gebunden. Das gilt absolut für den Hoheitsakt selbst: Er darf im Ausland weder gesetzt noch erzwungen werden. Relativ sind die Grenzen hinsichtlich der Auswirkungen: Strafrecht darf keine im Ausland befindlichen Personen, Sachen, Prozesse etc. betreffen, solange zum erlassenden Staat keine völkerrechtlich anerkannte, hinreichend enge Abhängigkeit bezüglich des Regelungsgegenstandes besteht. Aus deren verschiedenen Arten werden die Anknüpfungsprinzipien des internationalen Strafrechts abgeleitet (POPP/KESHELAVA, in: Basler Kommentar StGB, 4. Aufl. 2019, N. 3 Vor Art. 3 StGB).