Citation: 4A_141/2019 E. 4.3

4.3. Im vorliegenden Fall hat die Beschwerdeführerin der Beschwerdegegnerin nach den verbindlichen Feststellungen der Vorinstanz keine theoretischen Kenntnisse vermittelt. Nach der im angefochtenen Entscheid wiedergegebenen Zeugenaussage bestand das Kursprogramm im Üben an Puppen sowie dem gegenseitigen Abfragen anhand von Karteikarten. Wenn viele Kunden im Salon gewesen seien, habe keine Zeit für Theorie bestanden, wenn wenig Kundschaft im Laden gewesen sei, habe es teilweise einen halben Tag Theorie gegeben, die Beschwerdeführerin habe die Schüler aufgefordert, die Theorie zu Hause anzuschauen. Die Vorinstanz ist der erstinstanzlichen Beweiswürdigung gefolgt, dass die Beschwerdegegnerin an Puppen geübt und Kunden bedient hat, während sie selbst unbestritten keinen Theorieunterricht erhielt. Die Vorinstanz hat mit dem Zivilgericht festgestellt, dass schon der schriftliche "Ausbildungsvertrag" wesentliche Elemente eines Arbeitsvertrags enthielt, indem die Beschwerdegegnerin z.B. verpflichtet wurde, jede Abwesenheit oder Verspätung sofort zu melden, damit die Kunden informiert werden könnten oder den Ferienbezug drei Monate im Voraus zu melden und im Sommer höchstens drei Wochen sowie vor Feiertagen keine Ferien zu beziehen. Sie hat sodann festgestellt, dass die Beschwerdegegnerin regelmässig und in beachtlichem Umfang Kunden selbständig bedient habe; sie habe bis zu 13 Kunden pro Monat bzw. bis zu einem Kunden pro Tag bedient. Sie habe während ihrer Präsenzzeit im Coiffeursalon der Beschwerdeführerin vorwiegend praktische Arbeit verrichtet und sei so in den Betrieb integriert gewesen.