Citation: 2C_192/2022 E. 3.4.3

3.4.3. Der Grenzzonenverkehr in der Form des landwirtschaftlichen Bewirtschaftungsverkehrs nach dem genannten bilateralen Recht und dem detaillierter gehaltenen, mit dem bilateralen Recht übereinstimmenden unilateralen Recht (Art. 8 Abs. 2 lit. j und Art. 43 ZG; Art. 23 ff. und Art. 118 ff. der Zollverordnung vom 1. November 2006 [ZV; SR 631.01]) setzt aus schweizerischer Optik die folgenden kumulativen Elemente voraus: - Die um die Zulassung zum landwirtschaftlichen Bewirtschaftungsverkehr ersuchende natürliche oder juristische Person muss Wohnsitz oder Sitz in der schweizerischen Grenzzone haben; - sie muss in der schweizerischen Grenzzone ein Wohn- und Wirtschaftsgebäude unterhalten; - sie muss Eigentümerin, Nutzniesserin oder zumindest Pächterin eines in der ausländischen Grenzzone liegenden Grundstücks sein; - sie muss dieses Grundstück selbst bewirtschaften; - sie muss die auf diesem Grundstück gewonnenen Bodenerzeugnisse in das schweizerische Zollinland einführen, dabei die erforderlichen Formalitäten einhalten und insbesondere den Ertragsausweis erbringen; - die einzuführenden Bodenerzeugnisse müssen sich in rohem Zustand befinden, sie dürfen mithin keine weitergehende Behandlung erfahren haben als das, was zu ihrer Gewinnung und zu ihrem Abtransport notwendig ist (Urteil 2C_53/2011 vom 2. Mai 2011 E. 3 unter Bezugnahme auf Wüthrich, a.a.O., N. 8 ff. zu Art. 43 ZG). Im vorliegenden Fall streitig ist die Frage, ob die Importeurin in der inländischen Grenzzone über ein Wirtschaftsgebäude verfügt, von wo aus sie ihren Landwirtschaftsbetrieb führt und die in der ausländischen Grenzzone gelegenen Grundstücke unterhält.