Citation: 1C_59/2023 E. 5.6

5.6. Bei der Festlegung der Ausweisentzugsdauer kann die Verfahrensdauer freilich auch dann berücksichtigt werden, wenn sie den Anspruch auf Beurteilung in angemessener Frist nicht verletzt. Denn mit dem Zeitablauf wird die Erforderlichkeit einer erzieherischen Sanktion relativiert, wenn sich die fehlbare Person in dieser Zeit pflichtgemäss verhalten hat (BGE 127 II 297 E. 3d; Urteil 1C_320/2018 vom 14. Januar 2019 E. 3.6 mit Hinweisen). Dies trifft jedoch hier nicht zu. Vielmehr wurde dem Beschwerdeführer seit der zu beurteilenden Widerhandlung der Führerausweis noch dreimal entzogen. Weiter hat das Verwaltungsgericht, wie aus seinen oben wiedergegebenen Erwägungen hervorgeht, diese nachfolgenden Ausweisentzüge in analoger Anwendung von Art. 49 StGB mitberücksichtigt und insofern entgegen der Kritik des Beschwerdeführers sehr wohl eine Gesamtbetrachtung vorgenommen (vgl. dazu Urteil 1C_215/2021 vom 23. November 2021 E. 2.2 mit Hinweisen). Auch ist unzutreffend, es habe die Entzugsdauer damit begründet, dass sie dem gesetzlichen Minimum entspreche. Vielmehr erwog es (gleich wie vor ihr die Sicherheitsdirektion), dass die vom Strassenverkehrsamt verfügte Massnahme im Ergebnis sehr milde sei und auch hätte höher ausfallen können.