Citation: 4A_368/2020 E. 4.2

4.2. Die Vorinstanz erwog, es sei unbestritten, dass keine schriftlich genehmigten Nachtragsofferten für Zusatzleistungen vorlägen. Somit fehle es an den Voraussetzungen von Art. 10 Ziff. 3 des Werkvertrags, weshalb die Beschwerdeführerin grundsätzlich keinen Anspruch auf Vergütung der nicht bereits in der Offerte enthaltenen Leistungen habe. Indes sei fraglich, ob die Vertragsparteien allenfalls das Schriftlichkeitserfordernis stillschweigend wegbedungen hätten. Dafür spreche, dass die Beschwerdegegner unbestrittenermassen in einzelnen Fällen mündlich Zusatzleistungen mit der Beschwerdefüherin vereinbart hätten. Allerdings dürfe daraus kein genereller Verzicht auf das Schriftlichkeitserfordernis abgeleitet werden. Vorliegend könne diese Frage jedoch offengelassen werden, da für nicht in der Offerte enthaltene Leistungen gemäss Art. 10 Ziff. 3 des Werkvertrags jedenfalls das Einverständnis der Beschwerdegegner erforderlich gewesen wäre und sich die Beschwerdeführerin nicht darauf berufen könne, die Bauleitung sei zur Anordnung von Bestellungsänderungen im Namen der Bauherren ermächtigt gewesen. Die Beschwerdegegner hätten kein Verhalten gezeigt, welches nach Treu und Glauben als Vollmachtskundgabe an den Bauleiter zu betrachten sei, die ihnen vorbehaltene Genehmigung für nicht in der Offerte enthaltene Zusatzarbeiten erteilen zu dürfen. Die Beschwerdeführerin habe lediglich geltend gemacht, die Beschwerdegegner hätten sich an regelmässigen Bauleitungssitzungen mit dem Bauleiter abgesprochen und den Baufortschritt mit eigenen Augen mitverfolgt. Sie seien vom Bauleiter - soweit die notwendigen Arbeiten nicht ihre persönlichen Zusatzwünsche betroffen hätten - laufend orientiert worden und nichts sei ohne ihre Zustimmung ausgeführt worden. Mit diesen pauschalen Ausführungen genüge die Beschwerdeführerin allerdings bereits den Anforderungen an eine hinreichende Substanziierung nicht. Ferner könne den Beschwerdegegnern nicht unterstellt werden, sie hätten wissentlich geduldet, dass der Bauleiter Bestellungsänderungen tätige, oder dass aus ihrem (passiven) Verhalten auf den Willen einer entsprechenden Vollmachtskundgabe zu schliessen wäre. Angesichts dessen, dass dem Werkvertrag bloss ein sehr rudimentäres und wenig detailliertes Leistungsverzeichnis zugrunde gelegen habe, sei für die Beschwerdegegner kaum erkennbar gewesen, welche Arbeiten noch unter eine bestimmte Leistungsposition fielen und welche davon nicht mehr erfasst gewesen seien. Die Beschwerdegegner hätten in Anbetracht von Art. 10 Ziff. 3 des Werkvertrags darauf vertrauen dürfen, dass sie von der Beschwerdeführerin direkt darauf aufmerksam gemacht würden, wenn bestimmte Arbeiten nicht mehr von den grob umschriebenen Leistungspositionen gemäss Offerte abgedeckt gewesen und folglich zusätzlich zu vergüten gewesen wären. Vor dem Hintergrund von Art. 10 Ziff. 3 des Werkvertrags habe die Beschwerdeführerin ohne ausdrückliche gegenteilige Mitteilung der Beschwerdegegner nicht in gutem Glauben annehmen dürfen, dass diese auf die ihnen vorbehaltene Genehmigungsbefugnis für Zusatzleistungen verzichteten. Die Beschwerdeführerin habe demgemäss auch nicht ohne persönliche Rückfrage bei den Beschwerdegegnern eine Bevollmächtigung des Bauleiters hinsichtlich solcher Zusatzleistungen ableiten dürfen.