Citation: 6B_121/2019 E. 3.4.3

3.4.3. Der Beschwerdeführer befinde sich seit Februar 2018 im geschlossenen Massnahmenzentrum JVA Solothurn. Während dieser Zeit habe er sich verändert, worüber er selber persönlich stolz sei, was er vor der Vorinstanz zum Ausdruck gebracht habe. Er distanziere sich vehement von seiner delinquenten und suchtbestimmten Vergangenheit. Zu seiner Veränderung hätten ihn die Lebensumstände bestimmt: Man müsse erwachsen werden, er sei auf dem Weg dazu (Entscheid S. 18). Er habe aber bemängelt, dass er in der Vollzugsstufe 4 festhänge, und stelle generell in Frage, dass ihm überhaupt etwas fehle. Aus dem Umstand, dass seine organische Persönlichkeitsstörung nicht behandelbar sei, schliesse er, die gesamte Massnahme nütze nichts. Dem widerspricht die Vorinstanz. Die Fortschritte wären in Freiheit undenkbar gewesen. Auch wenn er bislang von der Psychotherapie nicht habe profitieren wollen, habe der milieutherapeutische Ansatz der Massnahme bei ihm bereits deutlich angeschlagen. Er nehme die Bildungsangebote wahr. Nach eigenen Angaben habe er guten Kontakt zur Bezugsperson und zum Seelsorger, wo seiner Ansicht nach mehr Selbstreflexion stattfinde als in der Therapie. Er sei ungeachtet des organisch bedingten Aspekts der Störung in der Lage, adäquates Verhalten zu lernen. Das sei auch sein Wunsch. Auch die Gutachterin schätze einen Verbleib auf der Vollzugsstufe 4 als ungünstig ein: Es müssten Lockerungen möglich sein, damit der therapeutische Prozess fortgeführt werden könne. Bei langjähriger Erkrankung sei die Persönlichkeitsstörung aber nicht schnell behandelbar (Entscheid S. 22). Unter dem Gesichtspunkt der Verhältnismässigkeit (Art. 56 Abs. 2 StGB) führt die Vorinstanz entgegen der Verteidigung aus, erst im Verlaufe des Vollzugs sei deutlich geworden, dass die Suchtbehandlung gemäss Art. 60 StGB nicht engmaschig genug gewesen sei. Dagegen habe sich in der JVA Solothurn inzwischen tatsächlich eine erste Verhaltensänderung gezeigt. Die Progressionsstufen hingen von den Fortschritten ab. Der von der Verteidigung beantragte Zeitrahmen von zwei Jahren sei unrealistisch (Entscheid S. 24).