Citation: 8C_492/2020 E. 8.1

8.1. Die Beschwerdeführerin bringt weiter vor, es stelle sich die Frage, ob überhaupt eine Unterscheidung zwischen der formellen und materiellen Rechtswidrigkeit vorgenommen werden könne, da sich gemäss § 19 Abs. 4 PG der Tatbestand und die Rechtsfolgen der fristlosen Kündigung nach den Bestimmungen des OR richteten. Gemäss Art. 337 ff. OR gebe es keine solche Unterscheidung. Da ihr das rechtliche Gehör nicht gewährt worden sei, sei die Kündigung formell rechtswidrig erfolgt. Der Präsident der Behörde X.________ sei Anwalt. Die Gehörsverletzung sei massiv, da sie von einer rechtskundigen Person begangen worden sei. Die Gehörsverletzung wiege somit nicht leicht. Zudem seien mit der Gehörsverletzung das Personalgesetz und die internen Reglemente des Beschwerdegegners verletzt worden. Unter diesen Umständen könne nicht gesagt werden, die Gehörsverletzung sei nicht so wichtig. Dies käme einer massiven Aushöhlung des Gehörsanspruchs gleich. Die Kündigung vom 24. Februar 2017 sei somit nichtig. Eine formell rechtswidrige Verfügung sei grundsätzlich nichtig und entfalte somit keine Rechtskraft. Der Mangel des verpassten rechtlichen Gehörs könne nicht mehr geheilt werden. Somit bleibe die Kündigung nichtig. Folglich erübrige sich eigentlich auch die Prüfung der materiellen Gründe für die Entlassung. Die Kündigung gelte als nicht ausgesprochen mit den Folgen gemäss Art. 337c Abs. 1 OR.