Citation: 4A_391/2022 E. 3.1

3.1. Vor Vorinstanz war unbestritten, dass die E.________ Conditions im Verhältnis zwischen der D.________ Ltd. und der Beschwerdeführerin keine Geltung beanspruchen können. Dies, nachdem das Bundesgericht im Verfahren betreffend internationale Schiedsgerichtsbarkeit (4A_150/2017 vom 4. Oktober 2017) entsprechend entschieden hatte. Die Beschwerdeführerin wirft der Beschwerdegegnerin vor, sie habe im Zusammenhang mit der Vermittlung und Ausarbeitung des Fronting-Verhältnisses sorgfaltswidrig nicht dafür gesorgt, dass die Verträge nach dem sog. back-to-back-Prinzip ausgestaltet gewesen seien, insbesondere mit Bezug auf die Deckungsbestimmungen und die Gerichtsstands- bzw. Schiedsklausel. Infolge dessen hätten die E.________ Conditions zwischen der Beschwerdeführerin und der D.________ Ltd. keine Geltung erlangt. Konkret hätte die Beschwerdegegnerin ausdrücklich bei der D.________ Ltd. nachfragen müssen, ob sie mit dem Einbezug der E.________ Conditions auch im Verhältnis zur Beschwerdeführerin einverstanden sei und ob sie diese Bedingungen der Beschwerdeführerin übermitteln dürfe. Alsdann hätte die Beschwerdegegnerin die E.________ Conditions ein weiteres Mal von der D.________ Ltd. unterzeichnen lassen müssen, im Hinblick auf deren Einbezug in das Rückversicherungsverhältnis zwischen der D.________ Ltd. und der Beschwerdeführerin. Die Beschwerdeführerin verlangt von der Beschwerdegegnerin die Erstattung von frustrierten Rechtsverfolgungskosten betreffend das vergebens angestrengte Schiedsverfahren (Rechtsbegehren Ziff. 1). Zudem habe die Beschwerdegegnerin für den Ausfall zu haften, welcher ihr entstehen könnte, falls (auch) die staatlichen Gerichte in Kanada ihre Forderungen gegenüber der D.________ Ltd. infolge der Nicht-Geltung der E.________ Conditions vom 29. April 2010 oder der im Insurance Slip vom 4. Mai 2010 enthaltenen Claims Agreement Party-Bestimmungen abweisen sollten (Rechtsbegehren Ziff. 2). Gegenstand des Verfahrens bildet mithin die Frage, ob die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin, insbesondere aus Sorgfaltspflichtverletzung, haftet, falls die kanadischen Gerichte wie das Bundesgericht im Schiedsverfahren (Urteil 4A_150/2017) zum Schluss kommen sollten, dass die E.________ Conditions oder die Claims Agreement Party-Bestimmungen im Verhältnis zwischen der Beschwerdeführerin und der D.________ Ltd. nicht gelten bzw. nicht gültig vereinbart wurden. Andernfalls bestünde eine Deckungspflicht seitens der D.________ Ltd. für den entstandenen Schaden.