Citation: 5A_223/2021 E. 6.2

6.2. Die Beschwerdeführer machen eine unvollständige und damit willkürliche Feststellung des Sachverhalts geltend. Der Beschwerdegegner habe die Verbauung seines Parkplatzbenützungsrechtes nicht nur während der Bauphase, sondern auch danach geduldet. So habe er auch nach Abschluss der Bauarbeiten im Sommer 2016 verschiedentlich die ihm angeblich zustehenden Tiefgaragenplätze eingefordert, es in den Schreiben vom 6. Oktober 2016 und 15. November 2016 aber unterlassen, die Verbauung seines Parkplatzbenützungsrechts zu monieren. Diese Beweismittel würden belegen, dass der Beschwerdegegner auch nach Abschluss der Bauarbeiten der Kläger nicht gegen die Überbauung der oberirdischen Parkplätze opponierte. Ein sachlicher Grund, weshalb diese Beweismittel unberücksichtigt geblieben seien, bestehe nicht. Diese Beweismittel seien für das Ergebnis wesentlich. Willkür erblicken die Beschwerdeführer auch in der vorinstanzlichen Feststellung, dass der Beschwerdegegner den Dienstbarkeitsvertrag vom 28. Dezember 2011 gekannt habe. Die Vorinstanz nehme Bezug auf ein Blatt Papier, das der Beschwerdegegner erwähnt habe, der Dienstbarkeitsvertrag aber weise fünf Seiten auf. Der Beschwerdegegner habe weder behauptet noch belegt, dass er Einsicht in den Grundbuchbeleg genommen und vom Inhalt des Grundbuchbelegs Kenntnis gehabt habe. Die Tatsachenfeststellung des Obergerichts beruhe auf einer blossen Annahme; erneut sei die Verhandlungsmaxime verletzt (Art. 55 ZPO). Selbst wenn der Beschwerdegegner gestützt auf den Dienstbarkeitsvertrag einen Ersatzanspruch für die verbauten Parkplätze zu haben glaubte, bedeute dies nicht, dass er nicht auf die Parkplätze gemäss der im Grundbuch eingetragenen Dienstbarkeit verzichtet habe. Das Vertrauen auf den Ersatzanspruch stelle das Motiv für den Verzicht dar, ändere aber nichts an der Tatsache, dass der Kläger durch sein Handeln vor, während und nach der Bauphase zum Ausdruck brachte, dass er an den früheren Parkplätzen nicht mehr interessiert gewesen sei. Dass sich das Motiv des Beschwerdegegners, d.h. sein Vertrauen in den Ersatzanspruch, als falsch herausstellt habe, könne nicht ihnen, den Beschwerdeführern, angelastet werden. Sie, die Beschwerdeführer, hätten sich gegenüber niemandem verpflichtet, dem Beschwerdegegner drei Tiefgaragenplätze zur Verfügung zu stellen; die diesbezüglichen Anträge seien von der Vorinstanz richtigerweise auch abgewiesen worden. Das fehlerhafte Rechtsverständnis sei dem Beschwerdegegner selbst anzulasten.