Citation: I 835/02 18.11.2003 E. 7.1

7.1.1 Bei der Ermittlung des ohne Invalidität erzielbaren Einkommens (Valideneinkommen) ist entscheidend, was die Versicherte im massgebenden Zeitpunkt nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 360 Erw. 5b) als Gesunde tatsächlich verdienen würde. Die Einkommensermittlung hat so konkret wie möglich zu erfolgen. Entscheidend ist, was die versicherte Person aufgrund ihrer beruflichen Fähigkeiten und persönlichen Umstände unter Berücksichtigung ihrer beruflichen Weiterentwicklung, soweit hiefür hinreichend konkrete Anhaltspunkte bestehen (Kursbesuche, Aufnahme eines Studiums etc.), zu erwarten gehabt hätte (BGE 96 V 29, ZAK 1985 S. 635 Erw. 3a sowie RKUV 1993 Nr. U 168 S. 100 f. Erw. 3b). Da nach empirischer Feststellung in der Regel die bisherige Tätigkeit im Gesundheitsfall weitergeführt worden wäre, ist Anknüpfungspunkt für die Bestimmung des Valideneinkommens häufig der zuletzt erzielte, der Teuerung sowie der realen Einkommensentwicklung angepasste Verdienst (RKUV 1993 Nr. U 168 S. 101 Erw. 3b am Ende; vgl. auch ZAK 1990 S. 519 Erw. 3c). Lässt sich aufgrund der tatsächlichen Verhältnisse das ohne gesundheitliche Beeinträchtigung realisierte Einkommen nicht hinreichend genau beziffern, ist auf Erfahrungs- und Durchschnittswerte abzustellen (vgl. AHI 1999 S. 240 f. Erw. 3b). Auf sie darf jedoch im Rahmen der Invaliditätsbemessung nur unter Mitberücksichtigung der für die Entlöhnung im Einzelfall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren zurückgegriffen werden (Urteil S. vom 29. August 2002 Erw. 1.2, I 97/00; Meyer-Blaser, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, Zürich 1997, S. 205 f.; Omlin, Die Invalidität in der obligatorischen Unfallversicherung, Diss. Freiburg 1995, S. 180). 7.1.2 Gemäss Berechnung im Abklärungsbericht für Selbstständigerwerbende vom 23. Mai 2001 hätte die Beschwerdeführerin im Jahr 1999 als Gesunde im familieneigenen Betrieb Fr. 31'747.- verdient. Darauf kann indessen entgegen Verwaltung und Vorinstanz nicht abgestellt werden. Die Versicherte war unbestrittenermassen seit 1982 nie mehr voll erwerbstätig und ist vor Eintritt des Gesundheitsschadens im Jahr 1995 nur in sehr geringem Ausmass einer Teilzeitarbeit nachgegangen. Die Aufnahme der fraglichen selbstständigen Tätigkeit im April 1998 erfolgte nach Eintritt des Gesundheitsschadens und das Geschäft befand sich 1999 in der Aufbauphase, weshalb selbst unter der Annahme, die Beschwerdeführerin hätte im Gesundheitsfall eine selbstständige Erwerbstätigkeit ausgeübt (vgl. dazu Erw. 4.2 und 4.3 hievor), bei der Ermittlung des hypothetischen Valideneinkommens nicht auf die Geschäftsergebnisse des eigenen Betriebs abgestellt werden könnte. Da sich aufgrund der tatsächlichen Verhältnisse das ohne gesundheitliche Beeinträchtigung realisierte Einkommen somit nicht hinreichend genau beziffern lässt, ist für die Ermittlung des Valideneinkommens auf Erfahrungs- und Durchschnittswerte, d.h. auf die so genannten Tabellenlöhne gemäss der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) abzustellen (vgl. AHI 1999 S. 240 f. Erw. 3b). Entsprechend dem Ergebnis der Abklärungen zur Statusfrage wird die Verwaltung das Valideneinkommen gestützt auf die LSE neu festzulegen haben.