Citation: 8C_548/2021 E. 7.3

7.3. In ihrer Hauptargumentation vertritt die Beschwerde führende IV-Stelle den Standpunkt, der medizinisch feststehende Sachverhalt habe eine eigene RAD-ärztliche Untersuchung der Beschwerdegegnerin - entgegen dem angefochtenen Urteil - erübrigt. Dabei beruft sie sich - insoweit übereinstimmend mit der Vorinstanz - auf die Relevanz der medizinischen Sachverhaltsfeststellungen gemäss asim-Gutachten. Denn die RAD-ärztliche Stellungnahme zur Prüfung der Ausschlusskriterien und Standardindikatoren vom 20. November 2018 nahm in erster Linie Bezug auf das asim-Gutachten und die entsprechenden Teilgutachten, insbesondere das psychiatrische asim-Fachgutachten. Der RAD-Psychiater Dr. med. D.________ und die RAD-Ärztin med. pract. E.________ gewichteten jedoch im Vergleich zu den versicherungsexternen asim-Gutachtern die medizinische Tatsachenfeststellung mit Blick auf die Standardindikatoren (BGE 141 V 281 E. 4.1.3) abweichend. Dadurch gelangten die RAD-Ärzte zur Auffassung, die krankheitsbedingten und real tatsächlich vorhandenen Funktionseinschränkungen liessen sich nicht mit Sicherheit von den aggravatorisch bedingten Verhaltensauffälligkeiten trennen. Eine valide Beurteilung des Gesundheitszustands und der Arbeitsfähigkeit für jegliche Tätigkeit sei aus RAD-ärztlicher Sicht nicht präzise möglich. Soweit die IV-Stelle gestützt auf die RAD-ärztliche Stellungnahme geltend macht, das kantonale Gericht habe Bundesrecht verletzt, indem es dem asim-Gutachten auch hinsichtlich der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit Beweiskraft beigemessen habe, kann der Beschwerdeführerin aus den nachfolgenden Gründen nicht gefolgt werden.