Citation: 7B_114/2022 E. 4.1

4.1. Die Vorinstanz geht insgesamt von verhältnismässigem polizeilichen Handeln bei der Ausführung des Vorführungsbefehls vom 12. November 2021 am 17. und 18. November 2021 (Verhaftung, Gewahrsam und Transport) aus. Sie erwägt im Wesentlichen, der Beschwerdeführer sei am 17. November 2021 um 19.15 Uhr in U.________ verhaftet worden. Im Polizeirapport sei festgehalten, dass ein Arzt benötigt werde und der Beschwerdeführer auf Medikamente angewiesen sei. Von einer Fesselung oder dergleichen sei nicht die Rede, auch anderweitige Anhaltspunkte, die auf die vom Beschwerdeführer behauptete unsanfte Verhaftung hinweisen würden, seien nicht auszumachen. Im Gegenteil deute das dokumentierte Vorgehen der Polizeifunktionäre vor der Überführung des Beschwerdeführers in die Polizeikaserne auf einen sehr ruhigen und gesitteten Ablauf der Verhaftung unter Beachtung der gesundheitlichen Probleme des Beschwerdeführers hin. Der Beschwerdeführer begründe seine Behauptung einer unsanften Verhaftung nicht weiter, weder in der Beschwerdeschrift noch in seinen weiteren Eingaben. Einem Journaleintrag der Kantonspolizei sei weiter zu entnehmen, dass in der Polizeikaserne um 20.23 Uhr ein Arzt aufgeboten worden sei und dass dieser um 20.56 Uhr in der Polizeikaserne eingetroffen sei. Der aufgebotene SOS-Arzt habe im Dokument "Ärztliche Abklärung Hafterstehungsfähigkeit" insbesondere festgehalten, dass der Beschwerdeführer "mit der Vorgeschichte und in seinem deutlich reduzierten Zustand bei einer nicht näher untersuchten Tachycardie nicht (t) ransport- oder reisefähig über den Kanton hinaus" sei. Zuvor sei eine internistische Abklärung dringend geboten. Auf dem Dokument stehe ferner geschrieben, dass (hierfür) eine Vorstellung im Stadtspital B.________ (nachfolgend: Stadtspital) erfolge. Dem ambulanten Bericht des Stadtspitals vom 18. November 2021 sei insbesondere zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer aus medizinischer Sicht transportfähig sei. Aus den Ausführungen des SOS-Arztes gehe - so die Vorinstanz - hervor, dass eine Transport- und Reisefähigkeit des Beschwerdeführers innerhalb des Kantons Zürich als unproblematisch beurteilt worden sei, was auch vom Beschwerdeführer so anerkannt worden sei. Da davon ausgegangen werden könne, dass der Grund für die Gewahrsamsnahme des Beschwerdeführers (Vorführung desselben nach Bellinzona und damit über die Kantonsgrenze hinaus) auch dem aufgebotenen SOS-Arzt bekannt gewesen bzw. bekannt gegeben worden sei, seien seine weiteren Ausführungen auf dem Formular dahingehend zu verstehen, dass eine Transportfähigkeit über den Kanton Zürich hinaus erst dann bejaht werden könne, wenn Abklärungen im Zusammenhang mit der beim gesundheitlich deutlich reduzierten Beschwerdeführer bislang nicht näher untersuchten Tachykardie (umgangssprachlich Herzrasen) erfolgt seien und die diesbezüglichen Befunde einen ebensolchen Transport zulassen würden. Aus Sicht des überweisenden SOS-Arztes könne die internistische Abklärung im Stadtspital somit nur dazu gedient haben, Erkenntnisse zur Transport- oder Reisefähigkeit des Beschwerdeführers über die Kantonsgrenze hinaus zu liefern. Im Stadtspital habe dann ein EKG-Untersuch stattgefunden, wobei die bereits vom SOS-Arzt beschriebene, von diesem aber noch als nicht näher untersucht taxierte Sinustachykardie als stressbedingt diagnostiziert worden sei. Deshalb könne die von der Ärzteschaft im ambulanten Bericht unter "Procedere" attestierte Transportfähigkeit des Beschwerdeführers aus medizinischer Sicht folgelogisch nur als Transportfähigkeit auch über die Kantonsgrenze hinaus gemeint gewesen sein. Was die vom Beschwerdeführer monierte fehlende Absprache zwischen dem behandelnden SOS-Arzt bzw. der Ärzteschaft im Stadtspital mit den ihn behandelnden Ärzten in der Klinik C.________ anbelange, so habe der SOS-Arzt auf dem Formular "Ärztliche Abklärung Hafterstehungsfähigkeit" festgehalten, dass die Vorstellung im Stadtspital "nach vorheriger Ablehnung durch Klinik C.________ (,) D.________ und E.________" erfolge, was als gewichtiger Anhaltspunkt dafür zu werten sei, dass eine Kontaktaufnahme (u.a.) mit den den Beschwerdeführer onkologisch behandelnden Ärzten der Klinik C.________ stattgefunden habe. Betreffend die Beanstandungen des Beschwerdeführers im Zusammenhang mit im Stadtspital durchgeführten Coronatests könne einerseits auf E. 3.4.4 des bundesgerichtlichen Urteils 1B_639/2021 vom 24. Mai 2022 verwiesen werden, worin zutreffend festgehalten sei, dass aus dem ambulanten Bericht des Stadtspitals hervorgehe, dass das Ergebnis des PCR-Tests zwar noch ausstehend, der Antigen-Test aber negativ ausgefallen sei. Seine Behauptung, wonach der PCR-Test dann ein positives Resultat angezeigt habe, belege der Beschwerdeführer sodann nicht, womit seine Kritik in diesem Kontext als appellatorisch und pauschal zu werten sei. Insgesamt erweise sich der von der Kantonspolizei präsentierte (zeitliche) Ablauf ab Ankunft des Beschwerdeführers in der Polizeikaserne bis zu dessen Transport nach bzw. späteren Ankunft in Bellinzona als plausibel. Die diesbezüglichen Behauptungen des Beschwerdeführers liessen sich aufgrund der Akten nicht verifizieren bzw. würden sich als unwahrscheinlich erweisen. Insbesondere erscheine die Darstellung des Beschwerdeführers, wonach er vor seiner Überführung in die Polizeikaserne ärztlich verschriebene Medikamente habe mitnehmen können (an deren Einnahme er dann gehindert worden sei), unplausibel. Hinweise auf aktuell benötigte bzw. vom Beschwerdeführer mitgeführte Medikamente würden sich auch nicht aus dem ambulanten Bericht des Stadtspitals ergeben. Abgesehen von der auch von der Kantonspolizei beschriebenen Fixierung der Hände des Beschwerdeführers vor dessen Körper während des Transports von Zürich nach Bellinzona seien schliesslich keinerlei Anhaltspunkte für eine Fesselung, geschweige denn eine Fussfesselung gegeben.