Citation: 2C_108/2025 E. 7.3.1

7.3.1. Für die Beurteilung der Aussichtslosigkeit ist von entscheidender Bedeutung, wie sich die Sachlage im Zeitpunkt der Einreichung des Rechtsmittels bei der Vorinstanz präsentierte. Der Beschwerdeführer verwies zur Begründung des Haftentlassungsgesuchs tatsächlich, wie die Vorinstanz feststellt, auf einen "Luzerner-"Fall. Im Dezember 2024 wurde im Kanton Luzern eine tunesische Person - vertreten durch die gleichen Rechtsvertreterinnen wie im vorliegenden kantonalen Verfahren - aus der Ausschaffungshaft entlassen, bei welcher ebenfalls kein Laissez-passer ausgestellt werden konnte. Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers fragte bei den Luzerner Behörden am 3. Januar 2025 an, "welche veränderten Umstände dazu führten, dass das Amt für Migration neu die Absehbarkeit der Ausschaffung nicht mehr für gegeben erachtet, da sich dies m.E. nicht klar aus den Akten ergibt". Das Luzerner Migrationsamt antwortete, "dass zum aktuellen Zeitpunkt keine Rückführung nach Tunesien absehbar erschein[e]" (Art. 105 Abs. 2 BGG; vgl. dazu näher E. 5.3.3 hiervor). Der in diesem Zusammenhang erhobene Vorwurf der Vorinstanz, die Rechtsvertreterinnen hätten "allenfalls bewusst" konkrete Angaben zum "Luzerner"-Fall unterschlagen (vgl. angefochtenes Urteil, E. 3.1.1), ist nicht nachvollziehbar: Wie aus dem E-Mail-Verlauf hervorgeht, begründete das zuständige Migrationsamt Luzern die nicht mehr gegebene Absehbarkeit der Ausschaffung ausdrücklich mit der Blockierung der Laissez-passers durch Tunesien. Nach damaligem Kenntnisstand bestanden demnach Hinweise auf eine veränderte Rücknahmepraxis. Die zeitlich später erfolgende Auskunft des Migrationsamts Zug zum Vollzug im Verhältnis Schweiz-Tunesien kann dem Beschwerdeführer in diesem Zusammenhang nicht entgegengehalten werden.