Citation: 1C_268/2022 E. 3.1

3.1. Gemäss Art. 9 des Baugesetzes des Kantons Bern vom 9. Juni 1985 (BauG/BE; BSG 721.0) dürfen Bauten, Anlagen, Reklamen, Anschriften und Bemalungen Landschaften, Orts- und Strassenbilder nicht beeinträchtigen (Abs. 1 Satz 1). Die Gemeinden können nähere Vorschriften erlassen (Abs. 3). In Art. 511 des Baureglements der Einwohnergemeinde Tschugg vom 26. November 2010 (GBR/Tschugg) ist vorgesehen, dass Bauten und Anlagen so zu gestalten sind, dass zusammen mit ihrer Umgebung eine gute Gesamtwirkung entsteht (Abs. 1). Bei der Beurteilung der guten Gesamtwirkung sind insbesondere die prägenden Elemente und Merkmale des Strassen-, Orts- und Landschaftsbilds; die bestehende und beabsichtigte Gestaltung der benachbarten Bebauung; Standort, Stellung, Form, Proportionen und Dimensionen der Bauten und Anlagen; die Fassaden- und Dachgestaltung sowie die Materialisierung und Farbgebung sowie die Gestaltung der Aussenräume, insbesondere des Vorlands und der Begrenzungen gegen den öffentlichen Raum zu berücksichtigen (Abs. 2). Die Vorschriften über die Ortsbildpflege bleiben vorbehalten (Abs. 3), wobei auf Art. 611 ff. GBR/Tschugg hingewiesen wird. In Art. 611 GBR/Tschugg ist geregelt, dass das Ortsbilderhaltungsgebiet die Erhaltung, Gestaltung und behutsame Erneuerung der für das Ortsbild prägenden Elemente und Merkmale bezweckt. Als Hinweis ist vermerkt, dass das Bauinventar der Gemeinde Tschugg und ein Auszug des Inventars schützenswerter Ortsbilder der Schweiz ISOS wichtige Grundlagen für die Analyse des Ortsbilds seien.