Citation: 1P.351/2004 17.08.2004 E. 3

Das Obergericht ist im Unterschied zum Kreisgericht zum Schluss gekommen, die Version der Beschwerdegegnerin, wonach sie vom Beschwerdeführer vergewaltigt und sexuell genötigt worden sei, sei glaubhaft. Im Ergebnis erachtete es als erstellt, dass die Beschwerdegegnerin am Abend des 7. Oktober 2002 mit dem Beschwerdeführer in dessen Wohnung gegangen war im Glauben, er bzw. seine Kollegen würden ihr Kokain offerieren. Der Beschwerdeführer seinerseits sei auf sexuelle Kontakte mit der Beschwerdegegnerin aus gewesen. Als diese seine Annäherungsversuche abgewiesen habe, habe er sie ins Schlafzimmer gezerrt und sie mit Gewalt zu oralem und vaginalem Geschlechtsverkehr gezwungen. Unter diesen Umständen sei offenkundig, dass er um den ablehnenden Willen der Beschwerdegegnerin gewusst und sich gezielt darüber hinweg gesetzt habe. Bei diesem Beweisergebnis erübrige sich die Anwendung des Grundsatzes "in dubio pro reo", der ohnehin nur bei konkreten und erheblichen Zweifeln relevant werde.