Citation: 9C_594/2017 E. 5.2

5.2. Dem kann nicht gefolgt werden. Denn nach dem klaren Wortlaut des Art. 12 Abs. 1 IVG haben Versicherte nur bis zum vollendeten 20. Altersjahr Anspruch auf medizinische Massnahmen, die nicht auf die Behandlung des Leidens an sich, sondern unmittelbar auf die Eingliederung ins Erwerbsleben oder in den Aufgabenbereich gerichtet und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, dauernd und wesentlich zu verbessern oder vor wesentlicher Beeinträchtigung zu bewahren. Die altersmässige Beschränkung ("bis zum vollendeten 20. Altersjahr", "jusqu'à l'âge de 20 ans", "sino all'età di 20 anni compiuti") wurde mit der 5. IV-Revision eingeführt und steht seit 1. Januar 2008 in Kraft (vgl. Urteil 8C_606/2011 vom 13. Januar 2012 E. 2 f.). Triftige Gründe für ein abweichendes Verständnis sind nicht gegeben (vgl. zur Gesetzesauslegung statt vieler: BGE 141 III 84 E. 2 S. 87). Folglich ist mit der Vorinstanz davon auszugehen, dass ein Anspruch auf medizinische Massnahmen in concreto aufgrund der Altersgrenze entfällt. Daran vermag insbesondere die in der Beschwerde zitierte Rechtsprechung (BGE 119 V 225) nichts zu ändern, da sich diese auf die Rechtslage bezieht, wie sie bis zum 31. Dezember 2007 bestand. Nähere Ausführungen dazu erübrigen sich.