Citation: 8C_636/2022 E. 5.1

5.1. Dr. med. C.________ ging in seinem Bericht auf das asim-Gutachten ein. Er hielt dazu fest, dass die darin enthaltenen Therapieempfehlungen umgesetzt worden seien, jedoch bisher ohne Erfolg. Seit der Begutachtung im Sommer 2020 sei es zu einer deutlichen psychischen und physischen Verschlechterung gekommen, die im Dezember 2020 eine vollständige psychophysische Dekompensation und eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit zur Folge gehabt habe. Seither leide der Beschwerdeführer an einer mittelschweren und zeitweise gar schweren Major Depression (ICD-10 F32.11/F32.2) bzw. an einer nunmehr rezidivierenden depressiven Störung (gemäss ICD-10 F33). Der Vorinstanz ist darin beizupflichten, dass dem Bericht von Dr. med. C.________ eine Zunahme der psychosozialen Belastungen zu entnehmen ist (Verlust der Existenzgrundlage). Dieser Arzt machte jedoch deutlich, dass der Beschwerdeführer nicht mehr nur unter psychosozialen Belastungen leide, sondern dass diese Auslöser einer schweren Major Depression mit Krankheitswert seien. Das kantonale Gericht hat zwar erkannt, dass Dr. med. C.________ die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers schon vor der Begutachtung durch die asim als massiv eingeschränkt erachtet und bereits im August 2019 von einer schweren Beeinträchtigung im psychischen Bereich (rezidivierende Depressionen und posttraumatische Albträume) berichtet habe, die in das Gutachten eingeflossen seien. Demgegenüber teilte Dr. med. C.________ dem psychiatrischen Gutachter der asim am 9. Juli 2020 telefonisch mit, dass die depressive Symptomatik nur noch residual vorhanden sei, wobei eine zumindest subdepressive Grundhaltung fortbestehe. Insofern würde er derzeit keine psychiatrische Diagnose stellen. Diese Einschätzung änderte sich, wie bereits erwähnt, im Bericht vom 19. Juli 2021 mit der Begründung der Verschlechterung des Gesundheitszustands. Der Beschwerdeführer macht zu Recht geltend, dass das psychiatrische asim-Gutachten keine gravierenden Befunde aufweise. So sei dort festgehalten worden, dass der Antrieb nicht vermindert sei, weder spezifische Phobien noch generalisierte Ängste bestünden und der Beschwerdeführer vor allem in unproblematischen Themenbereichen affektiv gut schwingungsfähig gewesen sei. Ausserdem habe der psychiatrische Gutachter lediglich von einem gespannten, subdepressiv-agitierten dysthymen Affekt berichtet. Im Übrigen ist mit dem Beschwerdeführer festzuhalten, dass dem Gutachter die von Dr. med. C.________ erhobenen konkreten Werte auf der Hamilton-Skala noch nicht bekannt gewesen sind.