Citation: 6S.231/2003 02.09.2003 E. 2

2.1 Der Richter misst die Strafe nach dem Verschulden des Täters zu; er berücksichtigt die Beweggründe, das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse des Schuldigen (Art. 63 StGB). Fest steht, dass sich der Begriff des Verschuldens auf den gesamten Unrechts- und Schuldgehalt der konkreten Straftat beziehen muss und dass bei der Tatkomponente insbesondere folgende Faktoren zu beachten sind: das Ausmass des verschuldeten Erfolges, die Art und Weise der Herbeiführung dieses Erfolges, die Willensrichtung, mit der der Täter gehandelt hat, und die Beweggründe des Schuldigen, die Art. 63 StGB ausdrücklich erwähnt. Die Täterkomponente umfasst das Vorleben, die persönlichen Verhältnisse sowie das Verhalten nach der Tat und im Strafverfahren. Dem Sachrichter ist also einerseits vorgeschrieben, welche massgeblichen Gesichtspunkte er für die Zumessung der Strafe zu berücksichtigen hat. Andererseits steht ihm innerhalb des Strafrahmens bei der Gewichtung der einzelnen zu beachtenden Komponenten von der Natur der Sache her ein erheblicher Ermessensspielraum zu. Der Kassationshof des Bundesgerichts kann daher in das Ermessen auf Nichtigkeitsbeschwerde hin, mit der ausschliesslich eine Verletzung von Bundesrecht geltend gemacht werden kann (Art. 269 BStP), nur eingreifen, wenn das kantonale Gericht den gesetzlichen Strafrahmen über- oder unterschritten hat, wenn es von rechtlich nicht massgebenden Gesichtspunkten ausgegangen ist oder wenn es wesentliche Gesichtspunkte ausser Acht gelassen beziehungsweise in Überschreitung oder Missbrauch seines Ermessens falsch gewichtet hat (vgl. BGE 127 IV 101 E. 2c; 125 IV 1 E. 1; 123 IV 150 E. 2a mit Hinweisen). 2.2 Die Vorinstanz stellt einleitend fest, dass sie in Berufungsfällen nicht ohne triftige Begründung vom erstinstanzlich ausgefällten Strafmass abweiche, wenn es die Schuldsprüche im Wesentlichen bestätige, weil der erstinstanzliche Richter bei der Strafzumessung über ein gewisses Ermessen verfüge. Vorliegend habe der Bezirksrichter die für die Strafzumessung geltenden Grundsätze beachtet, weshalb keine Gründe vorlägen, von der verhängten Strafe abzuweichen. Sie verweist insoweit auf den Entscheid des Bezirksrichters. Überdies führt sie die verschuldensmässig belastenden Momente ausdrücklich an: Das Fahrmanöver sei rücksichts- und verantwortungslos gewesen, zumal der Beschwerdeführer zum Überholen angesetzt habe, obwohl ihm die Sicht auf den Gegenverkehr verdeckt gewesen sei. Es sei nur wegen der ausgezeichneten Reaktion der anderen beteiligten Lenker nicht zu einer Frontalkollision gekommen. Er habe mit seiner Fahrweise eine erhebliche konkrete Gefahr für andere Verkehrsteilnehmer geschaffen. Eine Gefängnisstrafe von zwei Wochen liegt in dem für schwere Verkehrsregelverletzungen vorgesehenen Strafrahmen von drei Tagen bis zu drei Jahren Freiheitsentzug (Art. 90 Ziff. 2 SVG). Das Kantonsgericht prüft das Verschulden des Beschwerdeführers. Es nennt dabei die vom Gesetz und der bundesgerichtlichen Rechtsprechung für die Strafzumessung vorgeschriebenen Kriterien entweder selbst oder es weist zur Begründung auf die entsprechende Passage im Entscheid des Bezirksrichters hin. Es ist nicht ersichtlich, dass es in seiner Würdigung von rechtlich nicht massgebenden Gesichtspunkten ausgegangen wäre oder dass es wesentliche Gesichtspunkte ausser Acht gelassen beziehungsweise in Überschreitung oder Missbrauch seines Ermessens falsch gewichtet hätte. Die vom Beschwerdeführer vorgebrachten Gründe vermögen diesen Befund nicht zu erschüttern. Grosse Teile der Beschwerdeschrift gelten dem Vergleich des angefochtenen Urteils mit anderen kantonalen oder bundesgerichtlichen Urteilen aus dem Bereich des Strassenverkehrsrechts. Aus diesem Vergleich kann der Beschwerdeführer jedoch nichts zu seinen Gunsten ableiten, zumal in diesen Entscheiden grösstenteils andere Sachverhalte zu beurteilen waren. Zudem ist die Schlussfolgerung nicht haltbar, die der Beschwerdeführer aus den besprochenen Urteilen zieht: Es entspricht weder dem Gesetz noch der Rechtsprechung, dass nicht vorbestrafte Täter nur in Extremfällen neben einer Busse zu einer Freiheitsstrafe verurteilt werden dürfen. Auch die weiter geltend gemachten Gründe fallen nicht oder nicht wesentlich ins Gewicht: So kann es den Beschwerdeführer nicht entlasten, dass das Überholen nach der Engelochgalerie grundsätzlich erlaubt gewesen wäre, weil es unter den konkreten Umständen eben mangels hinreichender Sicht verboten war (Art. 35 Abs. 2 SVG). Dasselbe gilt für den angeführten Umstand, wonach sich der Beschwerdeführer bei seinem Beifahrer erkundigt hatte, ob die Gegenfahrbahn frei sei. Entgegen seinem Vorbringen kann schliesslich auch nicht davon ausgegangen werden, dass die Vorinstanz den tadellosen Leumund des Beschwerdeführers nicht berücksichtigt hätte. Eine Gefängnisstrafe von zwei Wochen ist angesichts der wenigstens grobfahrlässig geschaffenen erheblichen und konkreten Gefahr für höchste Rechtsgüter Dritter jedenfalls im Ergebnis nicht unverhältnismässig hart. Eine Ermessensverletzung liegt somit nicht vor. 2.3 Die Beschwerde ist demnach abzuweisen. Bei diesem Verfahrensausgang hat der Beschwerdeführer die Kosten zu tragen (Art. 278 Abs. 1 BStP).