Citation: 8C_228/2022 E. 4.3.2

4.3.2. Die Beschwerdeführer bringen u.a. vor, die Vorinstanz könne nicht von Art. 92 Abs. 2 ZPO abweichen, da diese Norm gestützt auf Art. 5 Abs. 1 BV und Art. 191 BV für sie verbindlich sei bzw. Bundesrecht und kantonalem Recht sowie kantonaler Rechtsprechung vorgehe (vgl. E. 4.2 hiervor). Dem ist entgegenzuhalten, dass es sich beim strittigen aargauischen AnwT, wonach für die Berechnung des Streitwertes die ZPO gilt (§ 4 AnwT i.V.m. § 8 Abs. 1 AnwT), um kantonales Recht handelt. Dies bedeutet einerseits, dass die gestützt auf einen Verweis im kantonalen Recht massgebliche Bestimmungen des Bundesrechts ebenfalls kantonales Recht darstellen. Die übernommenen Normen des Bundesrechts gelten nicht als Bundesprivatrecht, sondern als subsidiäres Recht des Kantons. Es ist nach dessen Regeln anzuwenden und auszulegen (vgl. etwa BGE 140 I 320 E. 3.3 mit Hinweisen; Urteile 8C_649/2017 vom 4. Januar 2018 E. 5.3 und 2C_265/2021 vom 16. Juli 2021 E. 4.1). Andererseits prüft das Bundesgericht die Anwendung des kantonalen Rechts - von den hier nicht gegebenen Fällen gemäss Art. 95 lit. c-e BGG abgesehen - nur insofern, als diese eine Verletzung von Bundesrecht im Sinne von Art. 95 lit. a BGG oder von Völkerrecht im Sinne von Art. 95 lit. b BGG darstellt (BGE 140 I 320 E. 3.1, 133 II 249 E. 1.2.1; vgl. auch BGE 136 I 241 E. 2.4). Dabei steht die willkürliche Anwendung des kantonalen Rechts (Art. 9 BV) sowie die Verletzung anderer Grundrechte (Art. 8 ff. BV) im Vordergrund (BGE 142 V 577 E. 3.1).