Citation: 6B_780/2017 E. 2.1

2.1. Der Beschwerdeführer rügt, die Vorinstanz gehe in willkürlicher Weise und in Verletzung der Unschuldsvermutung davon aus, er habe anerkannt, dass das Überholmanöver bei Punkt D2 geendet habe. Sie stelle dabei auf ein polizeiliches Befragungsprotokoll ab, obwohl dieses unverwertbar sei, weil er es nicht unterschrieben habe. Sodann stelle die Vorinstanz willkürlich fest, dass der Punkt D2 im Wesentlichen dem von ihm anlässlich der Berufungsverhandlung markierten Ende des Überholmanövers entspreche, was von der Verteidigung akzeptiert worden sei. In Bezug auf das Ende des Überholmanövers hält die Vorinstanz fest, die beiden Polizeibeamten hätten es genau beobachten können. Diesen zufolge habe der Beschwerdeführer das Überholmanöver bei einer am rechten Fahrbahnrand stehenden Stange bzw. auf der am rechten Strassenrand aufgestellten Stange, welche auf dem Foto Nr. 2 des Fotoblatts auf Höhe des Punktes D resp. hinter dem dortigen Leitpfosten ersichtlich sei, abgeschlossen. Wie der Vorsitzende in seinem an die Parteien gerichteten Schreiben vom 2. September 2016 mitgeteilt habe, habe sich im Rahmen der Instruktion gezeigt, dass sich der auf dem Fotoblatt enthaltene Punkt D nicht an der auf Seite 4 des Fotoblatts (Luftbild) angezeichneten Stelle befinde. Eine Abgleichung von Aufnahmen aus Google Maps mit der Interaktiven Karte des Kantons Graubünden zeige, dass der angegebene Punkt D effektiv nicht 86 m, sondern lediglich 57 m von der Beobachtungsposition der Polizisten entfernt liege, infolgedessen sich der Abstand zur Linkskurve entsprechend vergrössere. Die Lokalisierung des Punktes D sei aufgrund der Bitumenstreifen auf der Fahrbahn sowie der in der Aussage von A.________ erwähnten Stange samt Leitpfosten zweifelsfrei möglich. Dieser sei vom Vorsitzenden in den Unterlagen als Punkt D2 gekennzeichnet worden und bilde nach dem Gesagten den Endpunkt des gegenständlichen Überholmanövers. Die betreffende Stelle entspreche im Wesentlichen auch dem vom Beschwerdeführer anlässlich der Berufungsverhandlung markierten Ende des Überholmanövers, sodass diesbezüglich von übereinstimmenden Aussagen ausgegangen werden könne. Darüber hinaus werde der vom Vorsitzenden zugunsten des Beschwerdeführers korrigierte Endpunkt des Überholmanövers (Punkt D2) auch von dessen Verteidiger ausdrücklich akzeptiert. Somit stehe der Endpunkt des Überholmanövers zweifelsfrei fest (Urteil S. 14 f. E. 6.e). Im Rahmen der Instruktion zur Sache korrigierte der Vorsitzende den Endpunkt D (vollständige Rückkehr auf die rechte Fahrspur gemäss der Version der Polizeibeamten) und zeichnete diesen neu als Punkt D2 ein (vorinstanzliche Akten, act. D. 8). Anlässlich der Berufungsverhandlung zeichnete der Beschwerdeführer auf der Karte ein Oval ein, in welchem seiner Ansicht nach der Endpunkt des Überholmanövers liege (vorinstanzliche Akten, act. F. 4 S. 4, act. F. 4.1 und act. D.19.2). Der Punkt D2 befindet sich innerhalb des vom Beschwerdeführer eingezeichneten Ovals. Es ist somit nicht willkürlich, wenn die Vorinstanz feststellt, dass der Punkt D2 im Wesentlichen auch dem vom Beschwerdeführer anlässlich der Berufungsverhandlung markierten Ende des Überholmanövers entspricht. Ebenfalls nicht zu beanstanden ist die Feststellung der Vorinstanz, die Verteidigung habe die - sich zu Gunsten des Beschwerdeführers auswirkende - Korrektur des Punktes D auf Seite 4 des Fotoblattes (Luftbild) durch die Vorinstanz, d.h. neu D2, als zutreffend anerkannt. Dass es die Vorinstanz unterlassen hat, darauf hinzuweisen, dass die Verteidigung nur für den Fall, dass man von der Version der Polizeibeamten ausginge, die neue Bezeichnung des Endpunktes des Überholmanövers D2 als zutreffend anerkannt hat, wirkt sich auf den Entscheid nicht aus, wurde doch dieser gestützt auf die von der Vorinstanz als glaubhaft gewerteten Aussagen der Polizeibeamten und die teilweisen Zugaben des Beschwerdeführers anlässlich der Berufungsverhandlung gefällt. Insofern zielen auch dessen Vorbringen in Bezug auf das Protokoll seiner Befragung vom 18. August 2014 ins Leere. Davon, dass die Vorinstanz gestützt auf diese Einvernahme von einer Anerkennung des Punktes D2 durch den Beschwerdeführer ausgeht, kann keine Rede sein. Daher muss vorliegend die Frage der Verwertbarkeit von Einvernahmeprotokollen, bei denen die beschuldigte Person die Unterschrift verweigert hat, nicht weiter erörtert werden.