Citation: 6S.394/2001 27.02.2003 E. 2

Im angefochtenen Urteil wird erwogen, dass zwar die Voraussetzungen für eine ambulante psychotherapeutische Massnahme im Sinne von Art. 43 StGB erfüllt seien. Die ambulante Behandlung sei jedoch vollzugsbegleitend durchzuführen, bzw. der Vollzug der ausgefällten Gefängnisstrafe von drei Jahren (abzüglich 462 Tage anrechenbare Untersuchungshaft) sei nicht zu Gunsten der ambulanten Massnahme aufzuschieben. Wohl werde im psychiatrische Gutachten darauf hingewiesen, dass es unter den Bedingungen des Strafvollzuges schwieriger sei, mit dem Straffälligen die Bewältigung seiner Schwierigkeiten im Lebensalltag therapeutisch einzuüben. Auch treffe es zu, dass der Strafvollzug dazu führen würde, dass der Beschwerdeführer aus seiner aktuellen Lebenssituation (hinsichtlich Arbeitsplatz, Wohnung und sozialer Beziehungen) gerissen würde. Diese Umstände rechtfertigten jedoch einen Strafaufschub nicht. Beim Aufschub längerer Freiheitsstrafen sei unter dem Aspekt des Gleichheitsgebotes Zurückhaltung zu üben. Er setze voraus, dass einerseits die zu behandelnde psychische Störung sehr ausgeprägt ist und anderseits die Erfolgsaussichten der ambulanten Behandlung besonders günstig sind. Auch in diesem Fall sei die Strafe nur aufzuschieben, wenn ihr Vollzug die Aussicht auf eine erfolgreiche Behandlung erheblich vermindern würde. Diese Voraussetzungen seien im vorliegenden Fall nicht gegeben.