Citation: U 218/99 21.11.2001 E. 4

4.- a) Zum Nachweis somatischer Unfallfolgen stützt sich der Beschwerdeführer unter anderm auf das audio-neurootologische Gutachten des Dr. med. A.________ vom 28. Dezember 1999, der in seinem Bericht zum Schluss gelangt, dass die noch bestehenden Beschwerden des Versicherten auf Grund der verschiedenen von ihm durchgeführten audio-neurootologischen Untersuchungen objektivierbar und mit grosser Wahrscheinlichkeit in direktem, natürlichem Kausalzusammenhang mit dem Unfall vom 22. Juni 1994 stünden. Die SUVA wendet dagegen ein, dass die von Dr. med. A.________ erhobenen Befunde auf Untersuchungsmethoden beruhen, welche zumindest als nicht standardisiert bezeichnet werden müssen. Die Wertungen des Privatgutachters seien äusserst spekulativ und vor allem in Bezug auf die Kausalitätsbeurteilung unzutreffend. b) Nach der Rechtsprechung gilt eine Behandlungsmethode dann als wissenschaftlich anerkannt, wenn sie von Forschern und Praktikern der medizinischen Wissenschaft auf breiter Basis anerkannt ist. Entscheidend sind dabei die Ergebnisse der Erfahrungen und der Erfolg einer bestimmten Therapie (BGE 120 V 476 Erw. 4a mit Hinweisen). Es entzieht sich der Kenntnis des Eidgenössischen Versicherungsgerichts, ob die von Dr. A.________ angewendeten Untersuchungen zum Nachweis einer Hirnorganizität von Schleudertraumen tauglich und wissenschaftlich anerkannt sind (vgl. RKUV 2000 Nr. U 395 S. 316 Erw. 6 betreffend SPECT-Untersuchung; Dr. med Marincic, "Arbeitsrelevanz und Invalidisierungspotenzial von verstibulären und Gleichgewichtsstörungen", Kongress-Band: "Invalidität und berufliche Reintegration" von Joseph Mürner und Thierry M. Ettlin, Basel 2000). Dr. med. T.________ erklärte in seiner Beurteilung vom 18. Januar 2000, welche der SUVA-Stellungnahme vom 19. Januar 2000 beilag, die Validierung der audio-neurootologischen Untersuchung im Rahmen einer anerkannten universitären Institution mit Schwerpunkt und entsprechender Erfahrung in neurootologischer Diagnostik als wünschenswert. Das Eidgenössische Versicherungsgericht kann sich dieser Meinung anschliessen, weshalb die Sache - im Hinblick auf die Gewährleistung des doppelten Instanzenzuges (vgl. BGE 127 V 244) - an die Vorinstanz zurückzuweisen ist, damit sie hierüber ein Gutachten veranlasse, vorzugsweise durch an einer universitären Institution tätige Fachleute. Diese werden auch zur Frage Stellung nehmen, ob die Durchführung der Untersuchungen im vorliegenden Fall den wissenschaftlichen Anforderungen genügt.