Citation: U 480/06 05.10.2007 E. 4

Zu prüfen ist weiter, ob der Unfall in einem rechtlichen Sinne geeignet war, die bei der Beschwerdeführerin eingetretene gesundheitliche Entwicklung zu verursachen. Der Voraussetzung des adäquaten Kausalzusammenhangs kommt dabei die Funktion einer Haftungsbegrenzung zu (BGE 129 V 177 E. 3.3 S. 181). 4.1 Weil die Beschwerdeführerin ein Schleudertrauma der HWS oder jedenfalls eine schleudertraumaähnliche Verletzung der HWS erlitten hat, ist zu fragen, ob für die Adäquanzbeurteilung die Regeln für Unfälle mit psychischen Folgeschäden zur Anwendung gelangen (BGE 115 V 133 E. 6c/aa S. 140), wovon SUVA und Vorinstanz ausgehen, oder - entsprechend der Auffassung der Beschwerdeführerin - die Beurteilung der Adäquanz nach den Kriterien bei Unfällen mit Schleudertraumata zu erfolgen hat (BGE 117 V 359 E. 6a S. 366). 4.1.1 Rund zwei Monate nach dem Unfall wies Dr. med. L.________ im Bericht vom 7. Februar 2003 auf psychische Probleme hin, in Form von Angstzuständen und Schlafstörungen mit Flash-backs und Albträumen. Die psychische Situation bezeichnete der Arzt als prognostisch negativen Faktor. Bei der kreisärztlichen Untersuchung vom 14. März 2003 gab die Versicherte eine Zunahme der Beschwerden an. Der Kreisarzt vermutete eine Verarbeitungs- und somatoforme Schmerzstörung. Dies bestätigte auch die Hausärztin, Dr. med. A.________, im Bericht vom 2. Mai 2003. Die Ärzte der Rehaklinik R.________ erachteten laut Bericht vom 6. August 2003 eine Weiterführung der im Externen Psychiatrischen Dienst am Spital B.________ begonnenen psychotherapeutischen Behandlung als dringend indiziert, da eine Chronifizierung der Schmerzsymptomatik zu befürchten sei. Gemäss Zwischenbericht des Spitals B.________ vom 5. November 2003 haben sich die Ängste verstärkt. Nebst einer posttraumatischen Belastungsstörung äusserten die Ärzte den Verdacht auf eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung und wiesen auf eine deutlich depressive Symptomatik hin. Gemäss Bericht der Externen Psychiatrischen Dienste am Spital B.________ vom 28. Februar 2005 zeigte sich ein im Wesentlichen unverändertes Beschwerdebild, wobei die Beeinträchtigung der Stimmung bis hin zu Suizidgedanken im Vordergrund standen. Das kantonale Gericht hat in eingehender Würdigung der medizinischen Unterlagen geschlossen, der gesamte Verlauf zeige, dass bald nach dem Unfall eine psychische Problematik eingesetzt habe, die anschliessend deutlich, wenn nicht sogar gänzlich im Vordergrund gestanden habe. 4.1.2 Daran vermögen die in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde vorgebrachten Einwendungen nichts zu ändern. Zwar traten im Anschluss an den Unfall neben den psychischen Problemen auch Kopf- und Nackenschmerzen, Schulterschmerzen mit Einschlafen des rechten Armes, rasche Ermüdbarkeit, Reizbarkeit und Affektlabilität auf. Gemäss Bericht des Spitals Y.________ vom 3. Januar 2005 fanden die Ärzte eine symmetrische, praktisch freie LWS-Beweglichkeit, ein unspezifisches zervikobrachiales und -okzipitales Syndrom und eine symmetrisch freie HWS-Beweglichkeit ohne Hinweis auf eine radikuläre Schmerzkontrolle oder eine Thoracic-outlet-Symptomatik vor. Als einzig objektivierbarer Befund ergab sich eine druckschmerzhafte Myogelose im gesamten Schulter-Nackenbereich sowie eine Druckdolenz über dem medialen Epicondylus. Massgebend bleibt jedoch die Tatsache, dass der Unfall eine starke psychische Reaktion im Sinne einer posttraumatischen Belastungsstörung und depressiven Symptomatik auslöste, welche nach ärztlicher Beurteilung bereits unmittelbar nach dem Unfall im Vordergrund stand. Das kantonale Gericht hat bei der Prüfung der Adäquanz bei den einzelnen Kriterien demgemäss zu Recht nur die somatischen Unfallfolgen berücksichtigt (vgl. BGE 115 V 133 E. 6c/aa S. 140).