Citation: 9C_264/2008 16.10.2008 E. 5

Von der Vorinstanz unvollständig festgestellt sind die erwerblichen Auswirkungen des Leidens, indem die konkreten Umstände nicht berücksichtigt wurden: 5.1 Der Beschwerdeführer erhielt am 5. Dezember 2003 Eingliederungsmassnahmen zugesprochen. Später arbeitete er von der Invalidenversicherung vermittelt von September bis November 2004 beim bisherigen Arbeitgeber. Offenbar hatte die IV-Berufsberatung zumindest faktisch die Empfehlung des Operateurs Dr. med. C.________ akzeptiert, der Beschwerdeführer solle bis Beginn September 2004 nicht arbeiten; sie hat ihm keine angepasste Arbeit vermittelt und soweit ersichtlich auch keine solche Tätigkeit von ihm verlangt. Darum kann nach Treu und Glauben später im Rentenverfahren nicht verlangt werden, dass er in dieser Zeit eine angepasste Arbeit hätte suchen sollen, um ihm mit dieser Begründung eine Rente zu verweigern. 5.2 Kein Anspruch mehr auf eine Invalidenrente bestand aber in der Zwischenphase von September bis November 2004 während der Eingliederungsmassnahme beim bisherigen Arbeitgeber und dem Bezug von Invalidentaggeld (Art. 43 Abs. 2 IVG). 5.3 Für die Zeit nach dem 1. Januar 2005 hielt die IV-Abteilung für berufliche Eingliederung im Schlussbericht vom 20. Dezember 2004 fest, der Versicherte bleibe beim bisherigen Arbeitgeber in einem Pensum von 30 % als Allrounder angestellt. Sie betrachtete dies offenbar als befriedigende Lösung, denn sie beantragte die Prüfung weiterer Leistungsansprüche. In der Folge hat der Beschwerdeführer anscheinend in einem 20-Prozent-Pensum gearbeitet, aber offenbar mit einem Zeitaufwand von vier bis fünf Stunden täglich, wie dem zweiten Gutachten des Dr. med. R.________ zu entnehmen ist. Wenn der Beschwerdeführer jedoch zu einem nur 20-prozentigen Lohn einen halben Tag arbeitete, kann nicht erwartet werden, dass daneben noch ein Einkommen erzielt wird, welches insgesamt das von der Vorinstanz ermittelte Invalideneinkommen ergab. Nachdem die IV-Berufsberatung selber die Lösung mit der teilzeitlichen Beschäftigung beim früheren Arbeitgeber empfohlen hatte, wäre es widersprüchlich, vom Beschwerdeführer nachträglich zu verlangen, er hätte anstatt dieser Arbeit eine angepasste Vollzeitstelle finden sollen, hat er doch diese Teilzeittätigkeit in guten Treuen ausgeübt. Zumutbar gewesen wäre höchstens, dass er neben der halbtätigen Beschäftigung beim bisherigen Arbeitgeber einen weiteren halben Tag einer angepassten leichten Tätigkeit nachgekommen wäre. Mit seinem Lohn von 20 % beim ehemaligen Arbeitgeber und einem solchen von 50 % in einer angepassten Tätigkeit hätte er höchstwahrscheinlich Anspruch auf eine Teilrente gehabt. 5.4 Im angefochtenen Entscheid finden sich keine näheren Angaben über die erwerblichen Verhältnisse bis zum späteren Zeitpunkt des Ausscheidens aus dem Betrieb des bisherigen Arbeitgebers (vermutlich in der Zeit nach der Bescheinigung der vollständigen Arbeitsunfähigkeit ab 24. April 2006). Dies ist noch abzuklären. Für die anschliessende Phase ist angesichts der konkreten Umstände - der ehemalige Bauarbeiter war schon über 60 Jahre alt - näher zu prüfen, welche Arbeiten für ihn auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt noch in Frage kamen.