Citation: 6P.143/2005 24.01.2006 E. 5

5.1 Der Beschwerdeführer bestreitet, sorgfaltswidrig gehandelt zu haben. Zur Begründung der Sorgfaltspflichtverletzung stelle die Vorinstanz in bundesrechtswidriger Weise auf Art. 82 Abs. 1 UVG und Art. 3 Abs. 1 VUV ab. Er habe alles Nötige und Zumutbare unternommen, um seinen Sorgfaltspflichten nachzukommen (Beschwerde Ziff. 4-5). Im Übrigen könne von ihm nach dem Vertrauensgrundsatz keine überhöhte Sorgfalt verlangt werden, da er nicht die Gefahr auszugleichen habe, welcher sich der Polier eigenverantwortlich aussetzte (Beschwerde Ziff. 9). Weiter habe die Vorinstanz bei der Festlegung der relevanten Sorgfaltspflichten den Gefahrenbereich des Baggers bundesrechtswidrig festgelegt. Nicht die maximal mögliche Reichweite des Baggerarms definiere den Gefahrenbereich, vielmehr ergebe sich dieser aus dem konkreten Arbeitsbereich (Beschwerde Ziff. 7). Art. 125 Abs. 2 und Art. 18 Abs. 3 StGB seien somit verletzt. 5.2 Gemäss Art. 125 StGB wird die fahrlässige Körperverletzung mit Gefängnis oder Busse bestraft. Fahrlässig begeht der Täter ein Verbrechen oder Vergehen, wenn die Tat darauf zurückzuführen ist, dass er die Folgen seines Verhaltens aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit nicht bedacht oder darauf nicht Rücksicht genommen hat. Pflichtwidrig ist die Unvorsichtigkeit, wenn der Täter die Vorsicht nicht beobachtet, zu der er nach den Umständen und nach seinen persönlichen Verhältnissen verpflichtet ist (Art. 18 Abs. 3 StGB). Wo besondere, der Unfallverhütung dienende Normen ein bestimmtes Verhalten gebieten, richtet sich das Mass der zu beachtenden Sorgfalt nach diesen Vorschriften (BGE 127 IV 34 E. 2a mit Hinweisen). 5.3 In zutreffender Weise verweist die Vorinstanz zur Begründung der Sorgfaltspflichten auf verschiedene der Unfallverhütung dienende Sicherungsregeln und definiert den relevanten Gefahrenbereich korrekt als die Umgebung der Baumaschine, welche durch arbeitsbedingte Bewegung der Maschine erreicht werden könne (angefochtenes Urteil S. 6 f.). Unabhängig von diesen Sonderregeln missachtete der Beschwerdeführer die nach den Umständen gebotene Sorgfalt. Er wusste, dass sich der Polier im unmittelbaren Gefahrenbereich befand. Angesichts dieser erkennbaren Selbstgefährdung durfte der Beschwerdeführer nicht mehr auf das korrekte Verhalten des Poliers vertrauen. Er hatte erhöhte Sorgfalt walten zu lassen (vgl. BGE 129 IV 282 E. 2.2.1.). Die Sicht auf den Polier war ihm durch die Baggerschaufel teilweise verdeckt. Trotzdem fuhr er mit seinen Aufschüttungsarbeiten fort im Vertrauen darauf, mit seiner Baggerschaufel immer vor der Mauer zu bleiben. Dies wird von der Vorinstanz zu Recht als erhebliche Fehleinschätzung und als stark sorgfaltswidriges Verhalten eingestuft. Er hat damit ein unerlaubt hohes Risiko für den Polier geschaffen. Die Rüge geht deshalb fehl.