Citation: 2C_409/2020 E. 5.3.1

5.3.1. Sie macht geltend, die in Art. 63 Abs. 4 EnFV (in der bis zum 31. März 2019 gültigen Fassung) statuierte Vorgabe, alle mit der erneuerten Anlage generierbaren Nettoerträge als massgebliche Geldzuflüsse zu betrachten, sei auf Erneuerungsvorhaben zugeschnitten, welche der Verhinderung eines kompletten Unbrauchbarwerdens der entsprechenden Anlage dienten. Vorliegend werde durch die Erneuerung der Staumauer Spitallamm nicht das vollständige Unbrauchbarwerden namentlich der Anlage Grimselsee verhindert, denn über die angedrohte Stauzielbeschränkung hinaus bestünden keine Betriebsbeschränkungen. Infolgedessen könnten vorliegend ohne Erneuerung der Staumauer Spitallamm alle Anlagen des Kraftwerksgeflechts der Beschwerdeführerin weiter betrieben werden. Negativ verändern würde sich einzig die zeitliche Steuerbarkeit der Produktion (Winter- und Spitzenenergie); die Jahresproduktion bliebe jedoch praktisch unverändert. Entsprechend trage auch nur ein kleiner Teil der mit der Anlage Grimselsee erzielbaren Erlöse tatsächlich zur Amortisierbarkeit des Ersatzes der Staumauer Spitallamm bei. Der grösste Teil der vom Bundesamt für Energie als massgebliche Geldzuflüsse einbezogenen Erlöse wäre auch bei einem Verzicht auf die Erneuerung noch erzielbar und bilde folglich keinen wirtschaftlichen Nutzen der Investition, sodass keine neue Staumauer zu bauen wäre bzw. aus wirtschaftlicher Sicht (bei gleichbleibendem reduziertem Stauziel) auf die Investition verzichtet würde.