Citation: 6B_797/2020 E. 5.2

5.2. Die Vorinstanz hält fest, selbst wenn davon ausgegangen werde, dass der Beschwerdeführer die Waffe erst kurz vor Schussabgabe durchgeladen habe, so manifestiere er damit klar den Willen, die Waffe bei Bedarf auch einzusetzen. Entgegen der Meinung des Beschwerdeführers sei es nicht so, dass der abgegebene Schuss keine Lebensgefahr für die anwesenden Angestellten und Gäste bedeutet habe. Er verfüge zwar über ein gewisses Wissen im Umgang mit Waffen. Als er geschossen habe, sei er aber von zwei Angestellten angegangen worden. In einer solchen Situation könne nicht einmal ein versierter Schütze davon ausgehen, dass sein Schuss unter Umständen nicht abgelenkt werden würde. Anhand der Akten zeige sich zudem, dass das Projektil an der Holzdecke abgelenkt worden und durch die Öffnung in den Speisesaal geflogen sei, in dem sich Gäste aufgehalten hätten. Wer sich mit einer geladenen, aber noch nicht durchgeladenen Waffe dem Risiko eines Handgemenges aussetze, nehme bewusst das Risiko in Kauf, dass sich dabei ein Schuss lösen könne. Ausserdem bestehe bei einem Raub mit vorgehaltener Pistole die Möglichkeit der Gegenwehr der Opfer, insbesondere, da sich in einem Restaurant erfahrungsgemäss mehrere Angestellte und unter Umständen auch noch Gäste befänden (Urteil S. 11 f. E. 4.5). Die Vorinstanz erwägt, indem der Beschwerdeführer eine geladene Pistole mit sich getragen habe, damit die Angestellten und Gäste bedroht habe und es zu einem Handgemenge gekommen sei, könne ohne Weiteres von einer Lebensgefahr für die Opfer ausgegangen werden. Da der Beschwerdeführer während des Handgemenges auch ein Schuss abgegeben habe, habe sich diese Lebensgefahr sogar konkret manifestiert. Der Schuldspruch des [recte: versuchten] qualifizierten Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 4 StGB sei zu bestätigen (Urteil S. 13 E. 4.5).