Citation: 4A_220/2023 E. 3.1

3.1. Die Vorinstanz erwog, dem von der IV ermittelten Invaliditätsgrad von 80% liege die Annahme zugrunde, dass die Beschwerdeführerin bei guter Gesundheit zu 80% im Beruf und zu 20% im Haushalt tätig wäre und dass sie krankheitsbedingt im Erwerbsbereich zu 100% und im Haushalt zu 0% eingeschränkt sei, was den Gesamtinvaliditätsgrad von 80% ergebe. Die Beschwerdeführerin habe vor Eintritt ihrer 100%igen Arbeitsunfähigkeit per März 2020 nicht ein berufliches Pensum von 80% inne gehabt, wie es von der IV-Stelle als hypothetisches, bei guter Gesundheit gewähltes Pensum angenommen worden sei, sondern sie habe lediglich ein Pensum von 50% verrichtet. Es frage sich somit, wie dieser Umstand, welcher die Kongruenz der Invalidenrente und der Krankentaggelder tangiere, bei der Anrechnung zu berücksichtigen sei. Gemäss den vertraglichen Bestimmungen der Beschwerdegegnerin (Art. B10 der anwendbaren allgemeinen Vertragsbedingungen [AVB]) würden die erbrachten Vorleistungen an die von der Invalidenversicherung gewährte Rente angerechnet werden. Den AVB der Beschwerdegegnerin lasse sich nicht entnehmen, dass bei einer Teilzeitanstellung nur eine teilweise oder anteilsmässige Anrechnung dieser Rentenleistung vorgenommen werde. In analoger Anwendung zur unfallversicherungsrechtlichen Komplementärrente und unter Berücksichtigung der vertraglichen Bestimmung der Beschwerdegegnerin kam die Vorinstanz zusammengefasst zum Schluss, dass der gesamte auf den Erwerbsausfall entfallende Anteil der Invalidenrente anzurechnen sei. Die Einschränkung im Erwerbsbereich von 80% stelle gemessen an der Gesamteinschränkung von 80% einen Anteil von 100% dar. Somit gelte 100% des monatlichen Invalidenrentenbetrags den Erwerbsausfall ab und sei daher anrechenbar. Es bestehe somit kein Raum für die Rückforderung der Beschwerdeführerin.