Citation: I 85/01 02.07.2001 E. 3

3.- a) Zur Bemessung der Invalidität ist zunächst der Invaliditätsgrad im Erwerbsanteil von 80 % nach der Einkommensvergleichsmethode zu ermitteln (vgl. Art. 27bis Abs. 1 IVV). aa) Ausgangspunkt für das hypothetische Einkommen ohne Invalidität (Valideneinkommen) ist dabei der von der Versicherten im Jahre 1994 erzielte Verdienst in Höhe von Fr. 35'870.-. Dieser Betrag ist der Lohnentwicklung bis 2000 (Jahr des Verfügungserlasses) anzupassen (1995: 1,3 %, 1996: 1,3 %, 1997: 0,5 %, 1998: 0,7 %, 1999: 0,3 %, 2000: 0,8 %; Die Volkswirtschaft 3/2001 S. 101 Tabelle B 10.2), sodass ein Betrag von Fr. 37'662. 30 resultiert. bb) Was das trotz der Gesundheitsschädigung zumutbarerweise noch realisierbare Einkommen (Invalideneinkommen) betrifft, ist - da die Beschwerdeführerin keine Verweisungstätigkeit aufgenommen hat - praxisgemäss auf die Tabellenlöhne der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung abzustellen (BGE 126 V 76 f. Erw. 3b/bb mit Hinweisen). Wie schon für das Validen-, sind auch für das Invalideneinkommen die Zahlen des Jahres 2000 massgebend. Gemäss Tabelle A1 der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung 1998 beträgt der Zentralwert für im privaten Dienstleistungssektor bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 40 Stunden beschäftigte Frauen mit Anforderungsniveau 4 (einfache und repetitive Tätigkeiten) monatlich Fr. 3505.- brutto. Angepasst an die Lohnentwicklung (1999: 0,3 %, 2000: 0,8 %; Die Volkswirtschaft, a.a.O.) und umgerechnet auf die betriebsübliche Wochenarbeitszeit von 41,8 Stunden für das Jahr 1999 (für 2000 sind noch keine Zahlen erhältlich; Die Volkswirtschaft 3/2001, S. 100 Tabelle B 9.2) ergibt sich ein Betrag von monatlich Fr. 3703. 05, was bei einem 80 % Pensum zu einem Monatslohn von Fr. 2962. 45 und einem Jahreslohn von Fr. 35'549. 40 führt. Bei einer hälftigen Arbeitsfähigkeit resultiert damit ein Invalideneinkommen von Fr. 17'774. 70 pro Jahr; davon kann - wie die Vorinstanz zu Recht ausgeführt hat - maximal ein behinderungsbedingter Abzug von 20 % vorgenommen werden, da die Beschwerdeführerin in ihren Verdienstmöglichkeiten wohl doch erheblich eingeschränkt ist (vgl. BGE 126 V 78 Erw. 5). Ein höherer Abzug ist nicht gerechtfertigt, weil insbesondere zu berücksichtigen ist, dass sich eine Teilzeitbeschäftigung von Frauen lohnerhöhend auswirkt (vgl. Tabelle 6* der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung 1998, S. 20). cc) Bei Annahme eines Valideneinkommens von Fr. 37'662. 40 und einem Invalideneinkommen von Fr. 14'219. 75 (Hälfte von Fr. 35'549. 40, abzüglich 20 %) ergibt sich ein Invaliditätsgrad von 62,24 % im Erwerbsbereich. b) Die Beeinträchtigung im mit 20 % gewichteten Haushaltsbereich ist gemäss der ergänzenden Haushaltsabklärung vom 6. Oktober 1999 in Verbindung mit derjenigen vom 14. August 1997 auf 50 % anzusetzen. Die aktenmässige Ergänzung der Haushaltabklärung im Jahre 1999 kann als genügend erachtet werden, da die Situation der Versicherten infolge der umfassenden Abklärung vom 14. August 1997 der Abklärungsperson bereits bestens bekannt war; ein neuer Besuch hätte diesbezüglich nichts gebracht. Der Abklärungsperson war zudem auch die Diagnose des ZMB, dass der Beschwerdeführerin eine körperlich leichte Aufgabe in luftnoxenfreier Umgebung ohne Umgang mit scharfen Putzmitteln aus somatischen Aspekten zu 100 % und aus psychosomatischen Gründen zu 50 % möglich ist, bekannt; sie verfügte damit über sämtliche Grundlagen für ihre Einschätzung. Es ist im Rahmen der Schadenminderungspflicht (BGE 113 V 28 Erw. 4a mit Hinweisen) zudem zu berücksichtigen, dass die Auswirkungen des Gesundheitsschadens auf die Arbeitsfähigkeit durch geeignete organisatorische Massnahmen und die zumutbare Mithilfe der Familienangehörigen (Ehemann und Sohn) möglichst zu mildern sind, wobei die Mithilfe der Familienangehörigen weiter geht, als die ohne Gesundheitsschaden üblicherweise zu erwartende Unterstützung (Ulrich Meyer-Blaser, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, Zürich 1997, S. 222 f. mit Hinweisen). c) Da die Invalidität im Erwerbsbereich 62,24 % beträgt und dieser Anteil mit 80 % gewertet wird, resultiert ein gewichteter Invaliditätsgrad von 49,79 %. Die zu 20 % zählende Beeinträchtigung von 50 % im Haushaltbereich ergibt 10 %. Dies führt zu einer Gesamtinvalidität von 59,79 %, die einen Anspruch auf eine halbe Invalidenrente begründet.