Citation: 6B_521/2022 E. 3.2.3

3.2.3. Die Reaktion des Beschwerdeführers auf die Übergriffe ist auch nicht entschuldbar. Es ist aufgrund des Beweisergebnisses nicht ersichtlich, dass er sich in einer derartigen Aufregung oder Bestürzung über das Auftreten des Beschwerdegegners 2 befunden hätte, als dass sein Verhalten ansatzweise nachvollziehbar wäre. Im Gegenteil wäre vom, jedenfalls weitgehend, nüchternen und nicht unter Drogeneinfluss stehenden Beschwerdeführer ein besonnenes und deeskalierendes Verhalten zu erwarten gewesen. Dies gilt umso mehr, als er erkannte, dass der Beschwerdegegner 2 erheblich alkoholisiert war. Indes hat er genau das Gegenteil getan, indem er mit dem Baseballschläger in der Hand dem Beschwerdegegner 2 gegenübertrat und ihm damit drohte. Er hat somit eher zur weiteren Eskalation der Situation beigetragen, was bei der Frage nach der Angemessenheit seiner Reaktion und deren Entschuldbarkeit negativ zu würdigen ist. Nach dem vorstehend Gesagten verneint die Vorinstanz auch den Tatbestand des Totschlags nach Art. 113 StGB zu Recht, wobei sie die Frage einer entschuldbaren heftigen Gemütsbewegung offenliess. Auf die eine solche bejahenden Vorbringen des Beschwerdeführers ist nicht einzugehen. Im Übrigen scheint er mit seiner Argumentation zu verkennen, dass es für einen Affekt nicht ausschliesslich auf die Sicht des Täters ankommen kann. Die Aufregung oder Gemütsbewegung muss vielmehr bei objektiver Betrachtung als entschuldbar erscheinen. Davon kann vorliegend keine Rede sein. Dies gilt umso weniger, als an die Bestürzung praxisgemäss ein umso strengerer Massstab anzulegen ist, je schwerer der Täter in die Rechtssphäre des Angegriffenen eingreift (Urteil 6B_507/2020 vom 17. August 2020 E. 1.2.2; zur Entschuldbarkeit des Affekts bei Totschlag: BGE 108 IV 99 E. 3b; je mit Hinweisen). Der Schuldspruch ist rechtens.