Citation: 6P.33/2004 03.08.2004 E. 9

Der Beschwerdeführer macht schliesslich geltend, die Vorinstanz verletze mit der Verweigerung des bedingten Strafvollzugs Bundesrecht. Gemäss Art. 41 Ziff. 1 Abs. 1 StGB kann der Richter den Vollzug einer Freiheitsstafe von nicht mehr als 18 Monaten aufschieben, wenn Vorleben und Charakter des Verurteilten erwarten lassen, er werde dadurch von weiteren Verbrechen oder Vergehen abgehalten. Der Richter hat also eine Prognose über das zukünftige Verhalten des Täters zu stellen. Dabei steht dem Sachrichter ein erhebliches Ermessen zu. Das Bundesgericht hebt einen Entscheid nur auf, wenn die Vorinstanz nicht von rechtlich massgebenden Gesichtspunkten ausgegangen ist oder diese in Überschreitung oder Missbrach ihres Ermessens unrichtig gewichtet hat. Bei der Prüfung, ob der Verurteilte für ein dauerndes Wohlverhalten Gewähr bietet, ist eine Gesamtwürdigung aller wesentlichen Umstände vorzunehmen. In die Beurteilung mit einzubeziehen sind neben den Tatumständen auch das Vorleben und der Leumund sowie alle weiteren Tatsachen, die gültige Schlüsse auf den Charakter des Täters und die Aussicht seiner Bewährung zulassen. Die persönlichen Verhältnisse sind bis zum Zeitpunkt des Entscheids zu berücksichtigen (BGE 128 IV 193 E. 3a). Die Vorinstanz führt aus, für eine günstige Prognose würden der gute Leumund und die Vorstrafenlosigkeit sprechen, dagegen die Tatumstände und die offensichtliche Einsichtslosigkeit. Trotz erdrückender Beweislast bestreite der Beschwerdeführer sämtliche Vorwürfe und sei sich keines Unrechts bewusst. Er zeige auch keinerlei Reue. Ins Gewicht falle ferner, dass er trotz des hängigen Strafverfahrens erneut grosse Mengen Hanf mit einem zu hohen THC-Wert verkauft habe, was zu einer zweiten Anklageschrift geführt habe. Vor dem Bezirksgericht habe er angegeben, weiterhin im Hanfbereich tätig sein zu wollen. Er wolle im nächsten Jahr wieder indischen Hanf ansäen und ein Gesuch um THC-reiche Sorten stellen. In einer zusätzlichen Erwägung führt sie aus, es sei nicht einzusehen, weshalb er trotz der Augenprobleme nicht weiterhin im Hanfbereich tätig sein könnte. Es bestehe die Möglichkeit, die Tätigkeiten, die er in diesem Bereich nicht mehr selber ausführen könne, durch Dritte ausführen zu lassen. Jedenfalls dränge sich aufgrund seiner Augenerkrankung nicht der Schluss auf, dass er nicht mehr gegen das Betäubungsmittelgesetz verstossen werde (angefochtenes Urteil S. 53 f.). Diese Beurteilung verletzt kein Bundesrecht. Die Vorinstanz nimmt zutreffend an, dass die Einsichtslosigkeit gegen eine günstige Prognose spricht (vgl. Roland M. Schneider, Basler Kommentar, Strafgesetzbuch I, Art. 41 N. 98, 100). Entgegen der Beschwerde verneint sie eine günstige Prognose nicht wegen der Art oder Schwere des Delikts, sondern gewichtet die Tatumstände und das Fortsetzen der deliktischen Tätigkeit während des Strafverfahrens in zulässiger Weise als für die Prognose erhebliche Tatsachen. Auch die Einwendungen des Beschwerdeführers bezüglich der behaupteten Augenerkrankung sind unbehelflich. Die vorinstanzliche Erwägung besagt nur, dass die Augenerkrankung an der ungünstigen Prognose, die sich aus den erwähnten anderen Umständen ergibt, nichts ändert.