Citation: 2C_527/2022 E. 4.3

4.3. Wie das Bundesgericht festgehalten hat, kommt (Familien-) Stiftungen des liechtensteinischen Rechts von Gesetzes wegen Rechtspersönlichkeit zu; sie sind zivil- und steuerrechtlich anzuerkennen (Urteil 2C_711/2012 vom 20. Dezember 2012 E. 4.1, in: StE 2013 B 26.21 Nr. 7, StR 68/2013 S. 384). Nichtsdestotrotz kommt eine transparente Behandlung einer solchen Stiftung in Betracht und sind ihre Vermögenswerte der sie wirtschaftlich beherrschenden natürlichen Person mittels Durchgriff zuzurechnen, wenn den involvierten Personen ein Gestaltungsmissbrauch und damit eine Steuerumgehung vorzuwerfen ist (Urteil 2C_711/2012 vom 20. Dezember 2012 E. 4.1, in: StE 2013 B 26.21 Nr. 7, StR 68/2013 S. 384; vgl. auch Urteile 2C_826/2019 vom 17. März 2020 E. 5.3.1, in: StE 2020 B 101.6 Nr. 8; vom 13. Mai und 21. Oktober 1966 E. 2, in: ASA 35 S. 466; vom 15. September 1944 E. 2, in: ASA 13 S. 323; vgl. zum analogen Problem bei inländischen Stiftungen BGE 140 II 255 E. 5.3; vgl. weitergehend PHILIPP BETSCHART, Die Besteuerung von im Ausland errichteten Familienstiftungen, StR 76/2021 S. 670, der für eine wirtschaftliche Betrachtungsweise plädiert und die Hinzurechnung der Vermögenswerte und Einkünfte der Stiftung bei der sie kontrollierenden Person deshalb auch dann in Betracht zieht, "wenn für die Stiftungserrichtung nichtsteuerliche Motive entscheidend waren").