Citation: 2P.199/2002 09.12.2002 E. 2

2.1 Der Beschwerdeführer rügt eine Verletzung seines Anspruches auf Gewährung des rechtlichen Gehörs im Sinne von Art. 29 Abs. 2 BV. Diese erblickt er darin, dass er von der Vorinstanz in willkürlicher Anwendung von Art. 15 des st. gallischen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 16. Mai 1965 (VRP/SG) weder zur Stellungnahme eingeladen noch ihm Gelegenheit gegeben worden sei, seine Argumente vorzutragen und Beweismittel zu bezeichnen. 2.2 Das Recht, angehört zu werden, ist formeller Natur. Seine Verletzung führt ungeachtet der Erfolgsaussichten der Beschwerde in der Sache selbst grundsätzlich zur Aufhebung des angefochtenen Entscheids. Es kommt somit nicht darauf an, ob die Anhörung im konkreten Fall für den Ausgang der materiellen Streitentscheidung von Bedeutung ist, d.h. die Behörde zu einer Änderung ihres Entscheides veranlasst wird oder nicht (BGE 126 V 130 E. 2b S. 132). 2.3 Der Anspruch auf Gewährung des rechtlichen Gehörs bestimmt sich zunächst nach den kantonalen Verfahrensvorschriften, deren Auslegung und Handhabung das Bundesgericht nur unter dem beschränkten Gesichtswinkel der Willkür (Art. 9 BV) prüft. Erst wenn sich dieser Rechtsschutz als ungenügend erweist, greifen die unmittelbar aus Art. 29 Abs. 2 BV folgenden bundesrechtlichen Minimalgarantien Platz; ob diese verletzt sind, beurteilt das Bundesgericht mit freier Kognition (BGE 126 I 19 E. 2a). 2.3.1 Auf das Rekursverfahren vor dem Erziehungsrat ist das Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege anwendbar (Art. 125 des Volksschulgesetzes des Kantons St. Gallen; VSG/SG). Für das Rekursverfahren gelten "sachgemäss" die Vorschriften des zweiten Teiles dieses Gesetzes, d.h. die Art. 6 bis 31 (Art. 58 VRP/SG). Unter dem Randtitel "Rechtliches Gehör" bestimmt Art. 15 VRP/SG: