Citation: 8C_545/2019 E. 8.1

8.1. Zum umstrittenen Kriterium der Ungewöhnlichkeit des äusseren Faktors erwog die Vorinstanz, dass in Bezug auf die Detonation des Kreiselblitzes vom 21. Februar 2016 eine ungewöhnliche übermässige Lärmeinwirkung auf den Beschwerdegegner anzunehmen sei, die sich vom Normalmass einer Umwelteinwirkung in der beschriebenen Situation auf den menschlichen Körper abhebe. Die Vorinstanz stellte gestützt auf das akustische Gutachten des Dr. sc. techn. ETH C.________ fest, dass bei einer Distanz von 20.3 Metern zwischen der Schallquelle und dem Versicherten von einem Schallexpositionspegel L AE von mindestens 112,2 dB und unter Einbezug der Messunsicherheit von 4 dB zu Gunsten des Versicherten von 116,2 dB auszugehen sei, welchem der Versicherte bei der Detonation des Kreiselblitzes ausgesetzt gewesen sei. Dass dieser Schallexpositionspegel den Präventionsgsgrenzwert von 120 dB nicht übersteige, den die Suva für impulsartige Schallereignisse am Arbeitsplatz festgesetzt habe, vermöge dem Schallereignis vom 21. Februar 2016 die Ungewöhnlichkeit nicht abzusprechen. Der detonierte Kreiselblitz gehöre zu den Feuerwerkskörpern der gefährlichsten Kategorie F4 und sei nicht im offenen Verkauf erhältlich, was bereits die Ungewöhnlichkeit des zu beurteilenden Ereignisses zeige. Die Vorinstanz befand zudem, dass ein Schallexpositionspegel L AE von 116,2 dB zweifellos als sehr laut einzustufen sei. Dies ergebe sich auch aus den Aussagen der weiteren Zuschauer, wonach der Knall extrem laut gewesen sei. Es habe wie eine Bombe geklungen. Dem Urteil des Bundesstrafgerichts vom 9. August 2017 lasse sich ferner entnehmen, dass einige Zuschauer gemäss den Videoaufnahmen durch den lauten Knall erschrocken seien und sich von ihren Sitzen erhoben hätten. Einige hätten sogar den Sektor D1 verlassen. Selbst B.________, der den Kreiselblitz gezündet habe, und für welchen somit die Detonation nicht einmal überraschend gewesen sei, habe in einer Einvernahme angegeben, über die Lautstärke erschrocken zu sein. Dass das Ereignis vom 21. Februar 2016 als ungewöhnlich zu qualifizieren sei, lasse sich auch durch das Gutachten des Prof. Dr. med. D.________ vom 29. Juni 2017 (recte 30. Juni 2017) stützen.