Citation: 6B_529/2010 09.11.2010 E. 3

3.1 Der Beschwerdeführer macht geltend, der Widerruf der Vorstrafe betreffend das Urteil des Bezirksgerichts Baden vom 29. Juni 2007 sei nicht gerechtfertigt. Der Beschwerdegegner habe die Auseinandersetzung begonnen und als erster körperliche Gewalt angewendet. Ohne dessen Fehlverhalten wäre er nicht in diese Situation geraten, weshalb es an einer ungünstigen Prognose fehle. 3.2 Begeht der Verurteilte während der Probezeit ein Verbrechen oder Vergehen und ist deshalb zu erwarten, dass er weitere Straftaten verüben wird, so widerruft das Gericht die bedingte Strafe oder den bedingten Teil der Strafe (Art. 46 Abs. 1 Satz 1 StGB). Eine bedingte Strafe oder der bedingte Teil einer Strafe ist nur zu widerrufen, wenn von einer negativen Einschätzung der Bewährungsaussichten auszugehen ist, d.h. aufgrund der erneuten Straffälligkeit eine eigentliche Schlechtprognose besteht (BGE 134 IV 140 E. 4.3 S. 143). Die Prüfung der Bewährungsaussichten des Täters ist anhand einer Gesamtwürdigung aller wesentlichen Umstände vorzunehmen (a.a.O. E. 4.4. S. 143 f. mit Hinweis). In die Beurteilung [...] ist im Rahmen der Gesamtwürdigung auch miteinzubeziehen, ob die neue Strafe bedingt oder unbedingt ausgesprochen wird. Der Richter kann zum Schluss kommen, dass vom Widerruf des bedingten Vollzugs für die frühere Strafe abgesehen werden kann, wenn die neue Strafe vollzogen wird. Auch das Umgekehrte ist zulässig: Wenn die frühere Strafe widerrufen wird, kann unter Berücksichtigung ihres nachträglichen Vollzugs eine Schlechtprognose für die neue Strafe im Sinne von Art. 42 Abs. 1 StGB verneint und diese folglich bedingt ausgesprochen werden (a.a.O. E. 4.5 S. 144 mit Hinweisen). 3.3 Die Vorinstanz berücksichtigt alle für den Widerruf massgeblichen Kriterien und würdigt diese innerhalb des ihr zustehenden Ermessens zutreffend. Nach ihren Erwägungen betraf die Vorstrafe aus dem Urteil des Gerichtspräsidiums Baden vom 29. Juni 2007 dasselbe Rechtsgut wie die zu beurteilende Straftat. Die damalige Geldstrafe, die Busse und die zweitägige Untersuchungshaft seien für den Beschwerdeführer keine hinreichende Warnung gewesen. Sie hätten ihn nicht von weiteren einschlägigen Straftaten abgehalten. Trotz eines weiteren hängigen Strafverfahrens, welches mit Urteil des Bezirksamts Baden vom 5. September 2008 abgeschlossen wurde, sei er nicht von der neuerlichen Körperverletzung zurückgeschreckt. Der Beschwerdeführer habe sich im Strafverfahren korrekt verhalten, sich seither nichts zu Schulden kommen lassen und anerkenne die Straftat. Die ungünstigen Faktoren würden aber überwiegen. Der bedingte Strafvollzug für die neue Strafe sei nur zu gewähren, weil die Vorstrafe widerrufen werde. Der Widerruf des bedingten Strafvollzugs der Vorstrafe verletzt angesichts des vorinstanzlichen Ermessensspielraums kein Bundesrecht. Auf die zutreffenden vorinstanzlichen Erwägungen kann verwiesen werden.