Citation: 6B_1470/2022 E. 1.4.1

1.4.1. Im Lichte des Tatablaufs ist es insbesondere nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz das mittäterschaftliche Vorgehen als "brutal und rücksichtslos" einstuft. Auch wenn ein "rücksichtsvoller" Raub in der Tat widersinnig erschiene, so wären entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers durchaus mildere Tatvarianten als die vorliegende denkbar (zu denken ist zum Beispiel nur schon an eine Tatbegehungen einzig mittels Drohung). Der durch die Mittäter verursachte Sturz der dannzumal 50-jährigen Geschädigten vom fahrenden Fahrrad erweist sich jedenfalls keinesfalls als harmlos und es ist entgegen dem Beschwerdeführer nicht einsichtig, inwiefern das Tatvorgehen von geringer krimineller Energie zeugen soll. Entsprechend ist nicht ersichtlich, dass die Vorinstanz ein vom Tatbestand zwingend umfasstes Element straferhöhend berücksichtigt hätte. Das Vorbringen des Beschwerdeführers, wonach die Begriffe "brutal" und "gewalttätig" mitunter synonym verwendet würden, erweist sich dabei als wortklauberisch. Unbehelflich ist der Hinweis des Beschwerdeführers, dass im Falle eines Diebstahls ein geringfügiges Vermögensdelikt vorgelegen hätte. Beim vorliegend erbeuteten Ertrag handelt es sich lediglich um eine von mehreren objektiven Tatkomponenten. Angesichts der im vorinstanzlichen Urteil beschriebenen Gesamtumstände verletzt die Vorinstanz ihr Ermessen nicht, wenn sie das Tatverschulden am untersten Rand des mittelschweren Bereichs festlegt.