Citation: C 32/03 13.08.2003 E. 3

Der fristlosen Kündigung durch die Firma A.________ AG sind mehrere Ereignisse vorausgegangen, welche bei der Verschuldensfrage zu beachten sind. 3.1 Zunächst fällt ins Gewicht, dass der Beschwerdeführer mit seiner früheren Arbeitgeberin, der Bank X.________, nach dem Wechsel zur Firma A.________ AG weiterhin Auseinandersetzungen hatte. Die Bank X.________ machte dem Versicherten gegenüber Forderungen geltend. Zwar ist an Hand der Akten nicht erkennbar, ob es sich, wie die Vorinstanz meint, um Spesenausstände gehandelt hat. Fest steht jedenfalls, dass der Beschwerdeführer gemäss einem E-Mail vom 27. Juni 2001 an S.________ seine Verpflichtungen mittels Teilzahlungen erfüllen wollte. Diese hätten sich wegen seiner Ferienanwesenheit und weiteren Gründen verzögert. Indessen solle seine Firma ("M.________") deswegen nicht länger belästigt werden. Aus einem weiteren E-Mail von Y.________, dem Vorgesetzten des Beschwerdeführers, an die selbe S.________ ergibt sich, dass auch dieser sich mit der Sache befassen musste. Der Vorgesetzte begründete dem Versicherten gegenüber am 6. Februar 2002, somit am Vortag der ordentlichen Kündigung, die ins Auge gefasste Entlassung denn auch mit dieser Angelegenheit. Demnach waren die Auseinandersetzungen mit der Bank X.________ bis zum genannten Zeitpunkt nach wie vor nicht beigelegt. Selbst wenn es sich nur um eine Privatsache des Beschwerdeführers gehandelt haben sollte, war sie der Firma A.________ AG wegen ihrer - rechtlichen oder wirtschaftlichen - Verflechtung mit der Bank X.________ unangenehm. 3.2 Vor diesem Hintergrund sind die mit der Corporate Card getätigten privaten Bezüge des Beschwerdeführers zu würdigen. Solche waren nach den entsprechenden Vorschriften der Arbeitgeberin unbestrittenermassen untersagt. Ob die Firma A.________ AG bei bestimmten andern Arbeitnehmern Bezüge zu privaten Zwecken toleriert hat, wie der Beschwerdeführer behauptet, ist im vorliegenden Zusammenhang nicht von Bedeutung. Nachdem das Arbeitsverhältnis des Versicherten mit der Bank X.________ gerade wegen privater Angelegenheiten belastet gewesen war, hatte die Firma A.________ AG alles Interesse daran, dass speziell die Anstellung des Versicherten nicht zu ähnlichen Problemen führen werde. Die Begründungen, welche der Beschwerdeführer für die privaten Bezüge angibt (er habe jeweils die Brieftasche nicht bei sich geführt; falls er diese doch auf sich getragen habe, sei darauf geachtet worden, Brieftasche und Corporate Card getrennt zu verwahren), sind als Schutzbehauptungen zu werten. 3.3 Schliesslich ereignete sich am 6. Februar 2002 ein weiterer Vorfall: Nachdem der Vorgesetzte dem Beschwerdeführer die Gründe erläutert hatte, weshalb die Firma A.________ AG sich von ihm trennen wolle, überwies der Versicherte eine Rechnung über Fr. 1136.- für eine am 21. Dezember 2001 durchgeführte private Veranstaltung in einem Restaurant der Firmenbuchhaltung zur Bezahlung. Der Beschwerdeführer spricht von einem Missgeschick oder einer Unachtsamkeit auf Grund des Schockzustandes, in welchem er sich nach der soeben angekündigten Entlassungsabsicht befunden habe. Diese Argumentation verfängt nicht. Wer als Mitglied der Direktion eine Rechnung für unbestrittenermassen private Zwecke kontiert, mit seinem Approval-Code visiert und zwecks Belastung der firmeninternen Kostenstelle in die Buchhaltung der Firma A.________ AG einreicht, kann sich nicht darauf berufen, aus Unachtsamkeit gehandelt zu haben. Dies umso weniger, als der Beschwerdeführer sowohl bei der Bank X.________ als auch bei der Firma A.________ AG wegen privater Bezüge zu Lasten der Firmenkasse mehrfach Probleme verursacht und deswegen kurz zuvor die Ankündigung erhalten hatte, entlassen zu werden. 3.4 Ob angesichts der geschilderten Umstände eine fristlose Kündigung gerechtfertigt war, ist im Rahmen des vorliegenden Verfahrens nicht zu prüfen. Hiefür wären die Zivilgerichte zuständig. Indessen ergibt sich aus dem Gesagten, dass der Beschwerdeführer durch sein Verhalten zur Entlassung beigetragen und sich damit einstellungsrechtlich in relevanter Weise schuldhaft verhalten hat. Zumindest Eventualvorsatz ist bei den privaten Bezügen zu bejahen. Der Beschwerdeführer hätte wissen können und müssen, dass er mit diesen Bezügen eine Entlassung riskierte, und hat mit einem vermeidbaren Verhalten (ARV 1998 Nr. 9 S. 44 Erw. 2b) denn auch zu einer solchen beigetragen. Verwaltung und Vorinstanz haben ihr Ermessen korrekt ausgeübt, wenn sie dieses Verschulden als schwer im Sinne von Art. 45 Abs. 2 AVIV eingestuft und den Versicherten hiefür 38 Tage in der Anspruchsberechtigung eingestellt haben.