Citation: 1P.313/2006 22.11.2006 E. 3

Der Beschwerdeführer rügt, die Abschreibung der Appellation verletze seine grundrechtlich geschützten Verteidigungs- und Verfahrensrechte (namentlich Art. 29 Abs. 2 und Art. 32 Abs. 2 BV, Art. 6 Ziff. 1 und Ziff. 3 lit. c EMRK, Art. 14 Ziff. 3 UNO-Pakt II). Nach Eingang der Vorladung habe er durch seinen Verteidiger ein Gesuch um Dispensation vom persönlichen Erscheinen an der Appellationsverhandlung stellen lassen. Das Obergericht habe nicht nur das Dispensationsgesuch abgewiesen, sondern ihm, dem Beschwerdeführer, gleichzeitig ausdrücklich angedroht, ihn bei einer Bestätigung des erstinstanzlichen Schuldspruches "unmittelbar nach der Berufungsverhandlung" verhaften zu lassen. Zwar sei er in der Folge zur mündlichen Appellationsverhandlung nicht persönlich erschienen. Sein Verteidiger sei jedoch anwesend gewesen, habe (im Namen des Beschwerdeführers) an der Appellation ausdrücklich festgehalten und sich bereit erklärt, "die Berufung zu begründen". Von einem Rückzug der Appellation oder einem Verzicht darauf könne keine Rede sein.