Citation: 8C_41/2023 E. 3.2

3.2. Sodann mass die Vorinstanz dem polydisziplinären Gutachten der asim vom 22. Mai 2020 Beweiskraft bei. Die Gutachter hätten darin ex-plizit eine stationäre Rehabilitation von längerer Dauer empfohlen, um einen Durchbruch hinsichtlich des persistierenden Heilungsverlaufs erzielen zu können. Eine solche Rehabilitation habe vorliegend in der Klinik C.________ namentlich bezüglich der empfohlenen Dauer nicht stattgefunden. Die Beschwerdeführerin habe für die Dauer von lediglich zwei Wochen Kostengutsprache erteilt. Alleine schon dieser nur kurze Zeitraum spreche gegen die Einhaltung der von den asim-Gutachtern genannten, unbestritten gebliebenen Voraussetzung für eine in Aussicht gestellte namhafte Verbesserung der gesundheitlichen Verhältnisse. Offenbar habe der Beschwerdegegner im Rahmen des zweiwöchigen stationären Aufenthaltes (23. Juni bis 6. Juli 2020) in der Klinik C.________ nicht in eine effektive Therapie eingebunden werden können. Gegen ein nach Auffassung der Ärzte der Klinik C.________ bestehendes inadäquates Schmerzverhalten spreche nebst der klaren Einschätzung der asim auch diejenige des behandelnden Orthopäden, der bereits Ende Februar 2019 die Auffassung vertreten habe, den Beschwerdegegner wegen persistierender Schmerzen einer stationären Rehabilitation zuzuführen. Angesichts der nur wenige Monate zuvor postulierten Rehabilitationsindikation durch die asim könne jedenfalls nicht gesagt werden, eine Verbesserung des Gesundheitszustands hinsichtlich der weiterhin bestehenden Weichteilproblematik und Kapselschrumpfung wäre nach der gescheiterten Behandlung des Beschwerdegegners in der Klinik C.________ plötzlich nicht mehr möglich gewesen. Insgesamt sei deshalb festzustellen, dass die von der asim empfohlene Rehabilitation von genügender Dauer und Intensität mittels konservativer Massnahmen nicht lege artis durchgeführt worden sei und nachweislich der Akten von einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung anschliessend noch immer eine namhafte Verbesserung des Gesundheitszustands zu erwarten gewesen wäre. Die Beschwerdeführerin hätte daher weder den Fallabschluss vornehmen noch die Rentenfrage oder das Vorliegen einer Integritätseinbusse prüfen dürfen. Mithin sei die Einstellung der vorübergehenden Leistungen in Form von Taggeldern und in Form der Übernahme der Heilbehandlungskosten zu früh erfolgt.