Citation: 6B_774/2020 E. 3.3.2

3.3.2. Die Vorinstanz setzt sich in ihren Erwägungen mit den wesentlichen schuldrelevanten Komponenten nachvollziehbar und zutreffend auseinander. Es ist nicht ersichtlich, dass sie sich von unmassgeblichen Aspekten hätte leiten lassen oder wesentliche Gesichtspunkte nicht berücksichtigt hätte. Entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers ist die Vorinstanz methodisch richtig vorgegangen, wenn sie bei der Beurteilung der objektiven Tatschwere straferhöhend berücksichtigt hat, dass er dem Beschwerdegegner 2 mit dem Leberdurchstich eine lebensgefährliche Verletzung zugefügt hat (BGE 137 IV 113 E. 1.4.2, S. 116 f.). Nicht zu beanstanden ist, wenn sie dem Tatvorgehen des Beschwerdeführers eine gewisse Hinterhältigkeit zuschreibt; ebensowenig, wenn sie davon ausgeht, dass der Beschwerdeführer den Stich (zwar) bewusst und gezielt in den Oberbauch des Beschwerdegegners 2 gelenkt hat, er diesen aber aufgrund des dynamischen Geschehens letztlich nicht hat kontrollieren können. Damit einhergehend hat sie gewürdigt, dass es sich "lediglich" um einen Stich gehandelt und das Tatvorgehen des Beschwerdeführers nicht von einer übermässigen Brutalität zeugte. Es ist damit insgesamt nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz von einer nicht mehr leichten objektiven Tatschwere ausgeht. Soweit der Beschwerdeführer mit seinen weiteren Rügen von den willkürfreien Sachverhaltsfeststellungen der Vorinstanz abweicht (vgl. E. 1.4 hiervor), ist hierauf nicht einzutreten. Dies gilt namentlich, wenn er hinsichtlich der subjektiven Tatschwere geltend macht, einzig eine verbale Bereinigung beabsichtigt bzw. gar keine gewalttätige Konfrontation mehr gewollt, mit dem Messer minutenlang nichts gemacht und reflexartig zugestochen zu haben. Auch in Bezug auf die gerügten und von der Vorinstanz nachvollziehbar eruierten Beweggründe beschränkt sich der Beschwerdeführer darauf, diesen seine eigene Sichtweise des Geschehens gegenüberzustellen (Beschwerde S. 28 ff.). Insgesamt ist damit der Schluss der Vorinstanz, dass die subjektive Tatschwere die objektive nicht zu relativieren vermag, nicht zu beanstanden. Das gilt ebensowenig, wenn die Vorinstanz alsdann für das hypothetisch vollendete Delikt (Tötung) von einem leichten bis mittleren Tatverschulden ausgeht und die Einsatzstrafe auf zehn Jahre festsetzt, auch wenn diese eher hoch erscheint. Dies kann aber nicht isoliert von der Gewichtung der übrigen Strafzumessungsfaktoren und der ausgesprochenen Freiheitsstrafe betrachtet werden.