Citation: 9C_615/2021 E. 5.2

5.2. Die Beschwerdeführerin rügt, das kantonale Gericht habe den Sachverhalt offensichtlich unrichtig festgestellt und den Untersuchungsgrundsatz verletzt. Keine der von der Beschwerdegegnerin angefragten Kliniken verfüge über genügend Erfahrung betreffend die Operationsindikation bei trans Frauen mit Gender-Dysphorie, massiven Gesichtsinkongruenzen sowie ausgeprägt männlichem Gesichtscharakter. Sodann lägen weder aussagekräftige Fallzahlen vor, noch könne auf hinreichende Angaben zu "Outcomes" oder Komplikationsraten zurückgegriffen werden. Eine Abgleichung mit den Daten der Behandlung im Ausland, konkret mit den Quoten der Klinik B.________, sei auf dieser Grundlage unmöglich. Die bei der Beschwerdeführerin in Belgien angewandte Operationsmethode ("Ousterhout-Methode"), welche unter anderem eine Stirnrekonstruktion und eine osteotomische Kinngleitplastik beinhaltet habe, sei in der Schweiz im massgeblichen Zeitfenster (September 2018 bis Juni 2019) nicht angeboten worden. Der Zugang zu einer solchen Operation habe demnach hierzulande nicht bestanden, womit von einer Versorgungslücke ausgegangen werden müsse.