Citation: 8C_638/2020 E. 3.1

3.1. Das kantonale Gericht hat zunächst erkannt, dass eine allfällige Erhöhung der Dreiviertels- auf eine ganze Invalidenrente frühestens von dem Monat an erfolgen könne, in dem die Beschwerdeführerin die Revision verlangt habe (Oktober 2017; vgl. Art. 88bis Abs. 1 lit. a IVV). Es hat dazu erwogen, das im April 2013 von Amtes wegen eingeleitete Revisionsverfahren sei von der IV-Stelle rechtskräftig mit dem als "Mitteilung: Unveränderte Invalidenrente" bezeichneten Schreiben vom 16. Juni 2014 abgeschlossen worden. Dieses enthalte eine ausführliche Rechtsmittelbelehrung unter anderem mit dem Hinweis, dass die Beschwerdeführerin innerhalb von 30 Tagen Beschwerde beim kantonalen Gericht einreichen könne. Die Beschwerdeführerin habe keine Beschwerde erhoben. Vielmehr habe sie erst im Oktober 2017, mithin über drei Jahre nach Eröffnung des Schreibens vom 16. Juni 2014, die IV-Stelle ersucht, die Invalidenrente zu erhöhen. Zwar leide die nicht als Verfügung bezeichnete Mitteilung an einem Eröffnungsmangel. Rechtsprechungsgemäss gelte indessen der Grundsatz von Treu und Glauben auch für Private. So dürfe die Empfängerin eines nicht als Verfügung bezeichneten, aber mit einer Rechtsmittelbelehrung versehenen Schreibens nicht einfach zuwarten, sondern sie müsse verfahrensrechtliche Einwendungen so früh wie möglich geltend machen, wenn sie den Entscheid nicht gegen sich gelten lassen wolle. Vorliegend sei der Verfügungscharakter der Mitteilung vom 16. Juni 2014 nicht nur wegen der Rechtsmittelbelehrung, sondern auch aufgrund des davor durchgeführten Vorbescheidverfahrens und dessen vorläufig mitgeteilten Ergebnisses ohne Weiteres erkennbar gewesen. Aufgrund des Gesagten sei der fehlerhaft eröffnete Verwaltungsakt rechtsbeständig geworden und der Invaliditätsgrad sei nicht, wie beantragt, ab 1. Mai 2013 beziehungsweise ab 1. April 2014, sondern erst ab dem Zeitpunkt des Revisionsgesuchs (Oktober 2017) neu zu prüfen.