Citation: 4A_614/2014 E. 5.2

5.2. Die beiden Kaufverträge enthalten je eine Akkreditivklausel, wonach die Beschwerdeführerin als Käuferin ein Dokumentenakkreditiv zuhanden der Bank D.________ zu eröffnen bzw. jenes um den Preis des zweiten Kaufvertrages zu erweitern hatte, was sie am 21. Mai 2008 bzw. 27. Mai 2008 tat. Nach den Feststellungen der Vorinstanz ist unbestritten, dass die Beschwerdegegnerin verpflichtet war, die Akkreditivdokumente einschliesslich der Konnossemente innerhalb der Gültigkeitsdauer des Akkreditivs bei der Bank D.________ einzureichen und dass diese Gültigkeitsdauer des Akkreditivs auf Veranlassung der Beschwerdeführerin in deren Schreiben vom 1. August 2008 auf den 10. August 2008 verlängert worden war. Weiter gehen beide Parteien davon aus, dass die Einheitlichen Richtlinien und Gebräuche der Internationalen Handelskammer für Dokumentenakkreditive (ERA 600) im Dokumentenakkreditiv für anwendbar erklärt worden waren und dass gestützt auf Art. 29 lit. a ERA 600 die Laufzeit des Akkreditivs von Sonntag, 10. August 2008 auf Montag, 11. August 2008 erstreckt wurde. Die Modalitäten der vertragsgemässen Dokumentenübergabe im Sinn von Art. 34 CISG sind somit unbestritten. Die Beschwerdegegnerin war demnach verpflichtet, die Akkreditivdokumente samt Konnossemente ihrer Bank (D.________) bis am 11. August 2008 einzureichen. Unbestritten ist sodann, dass die Beschwerdegegnerin die Original-Konnossemente nie direkt der Beschwerdeführerin übergeben oder übersandt hat.