Citation: I 209/06 30.01.2007 E. 3

Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf Umschulung. 3.1 Das kantonale Gericht ging bei der Bemessung des Invalideneinkommens gestützt auf eine zutreffende Würdigung der medizinischen Aktenlage davon aus, der Beschwerdeführer sei in der Lage, sämtliche nicht schulterbelastenden Tätigkeiten, Belastungen bis 20 kg bis 30° Vorhalte, wenn möglich nicht repetitiv, Belastungen bis 5 kg und 60° Vorhalte, ohne Arbeiten mit über 60° Vorhalte, ganztägig ohne Leistungseinbusse auszuüben (Bericht des Dr. med. N.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie FMH). Unter Beizug des Tabellenlohns gemäss LSE 2004 (BGE 126 V 76 Erw. 3b/bb) ermittelte die Vorinstanz ein Invalideneinkommen von Fr. 57'396.- (Fr. 4588.- x 12 : 40 x 41,7). In Berücksichtigung eines leidensbedingten Abzugs von 10 % ergab sich im Vergleich mit einem Valideneinkommen (hypothetischer Verdienst ohne Invalidität) von Fr. 52'200.- (Fr. 4'350.- x 12; Arbeitgeberbescheinigung vom 13. Juli 2004) ein deutlich unter der rechtsprechungsgemässen Grenze von rund 20 % (SVR 2006 IV Nr. 15 S. 53 mit Hinweisen [I 18/05]) liegender Invaliditätsgrad. Gleich verhielte es sich, wenn aufgrund der Funktionseinschränkung an der linken Schulter ein leidensbedingter Abzug vom statistischen Durchschnittslohn in der maximal zulässigen Höhe von 25 % (vgl. BGE 129 V 481 Erw. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 67 ff. Erw. 4 [Urteil D. vom 27. November 2001, I 82/01]) vorgenommen würde und auf die Verhältnisse im Jahre 2005 (Erw. 1.3.2 hievor) abgestellt wird (Invalideneinkommen diesfalls: Fr. 43'330.-, Valideneinkommen: 52'774.-), da dies eine Erwerbseinbusse von lediglich 18 % ergäbe. 3.2 Auch die weiteren Vorbringen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde vermögen am Ergebnis nichts zu ändern. Insofern der Beschwerdeführer (auch) einen Abzug vom Valideneinkommen von Fr. 52'200.- geltend macht, ist nochmals fest zu halten, dass für die Bemessung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt wird zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen; Art. 16 ATSG). Der Vergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 104 V 136 Erw. 2a und b). Unter dem Valideneinkommen ist jenes Einkommen zu verstehen, welches die versicherte Person als Gesunde tatsächlich erzielen würde (ZAK 1992 S. 92 Erw. 4a, 1961 S. 367). Die Einkommensermittlung erfolgt so konkret wie möglich. Massgebend ist, was die versicherte Person aufgrund ihrer beruflichen Fähigkeiten und persönlichen Umstände unter Berücksichtigung ihrer beruflichen Weiterentwicklung, soweit hiefür hinreichend konkrete Anhaltspunkte (Kursbesuche, Aufnahme eines Studiums etc.) bestehen, zu erwarten gehabt hätte (BGE 96 V 29, ZAK 1985 S. 635 Erw. 3a sowie RKUV 1993 Nr. U 168 S. 100 Erw. 3b; vgl. auch EVGE 1968 S. 93 Erw. 2a). Hievon ist das kantonale Gericht korrekterweise ausgegangen. Da für die rechnerische Bestimmung des Invalideneinkommens kein tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben war, weil der Beschwerdeführer nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, zog die Vorinstanz sodann zu Recht die statistischen Werte der vom Bundesamt für Statistik im Zweijahresrhythmus herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) bei (BGE 129 V 475 Erw. 4.2.1, 126 V 76 f. Erw. 3b, je mit Hinweisen; zu den Zentralwerten: BGE 124 V 322 Erw. 3b/aa). Dem Versicherten steht überdies trotz seiner Behinderung ein breiter Fächer an Arbeitsgelegenheiten auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt offen, zumal er in nicht schulterbelastenden Tätigkeiten vollständig arbeitsfähig ist, womit es sich auch nicht beanstanden lässt, dass die Vorinstanz auf die in der LSE ausgewiesenen statistischen Lohnverhältnisse im gesamten privaten Sektor abstellte und von einer näheren Konkretisierung der Arbeitsstellen absah (vgl. Urteile V. vom 23. Juni 2006, I 332/06, Erw. 4.2, S. vom 22. Juni 2006, I 205/06, Erw. 2.3, und P. vom 20. Juni 2006, I 333/06, Erw. 4.2; vgl. auch RKUV 2001 Nr. U 439 S. 347 [Urteil K. vom 7. August 2001, U 240/99]). 3.3 Mit Blick auf den beruflichen Werdegang des Beschwerdeführers kann auch nicht im Sinne von BGE 124 V 108 angenommen werden, es müsse auf Seiten des Valideneinkommens prognostisch eine besondere Lohnzunahme berücksichtigt werden. Der im Zeitpunkt des Einspracheentscheids 27-jährige Versicherte arbeitete nach Abschluss seiner Anlehre als Carrosseriereparateur im Jahre 1996 nicht mehr auf diesem Beruf und übte über mehrere Jahre hinweg (einschliesslich Phasen der Arbeitslosigkeit) verschiedene (Hilfs-)Tätigkeiten, auch temporär, aus, um schliesslich von Februar 2001 bis April 2004 bei der Firma S.________ AG als Hilfsschlosser tätig gewesen zu sein. Hinweise, dass sich der Versicherte um eine Fortsetzung seiner angelernten Tätigkeit bemüht hätte, ergeben sich nicht aus den Akten, wobei auch keine Anzeichen bestehen, dass gesundheitliche Probleme dafür verantwortlich gewesen wären. In dieser Hinsicht unterscheidet sich der Sachverhalt wesentlich von demjenigen gemäss Urteil H. vom 18. August 2004, I 783/03, wonach im Lichte der Gleichwertigkeit der Erwerbsmöglichkeiten (BGE 124 V 110 ff. Erw. 2a und 3b) bei einem 24-jährigen gelernten Automonteur, der im Zeitpunkt seiner gesundheitlichen Probleme am Anfang seines Berufsweges stand, die unqualifizierte Hilfsarbeit im Vergleich zum erlernten Beruf als Automonteur nicht als gleichwertig betrachtet wurde, sodass auch bei einer klar unter der Erheblichkeitsschwelle (von rund 20 %) liegenden Verdiensteinbusse ein Umschulungsanspruch bejaht wurde. Hier resultiert demgegenüber nach dem Gesagten hinsichtlich des qualitativen Aspektes in prognostischer Hinsicht keine invaliditätsbedingte Schlechterstellung der erwerblichen Möglichkeiten. 3.4 Sodann ist der Versicherte nochmals darauf hinzuweisen, dass bei der Invaliditätsbemessung nicht darauf abzustellen ist, ob ein Versicherter unter den konkret herrschenden Arbeitsmarktverhältnissen vermittelt werden kann, sondern einzig darauf, ob er die ihm verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen könnte, wenn die verfügbaren Arbeitsplätze dem Angebot an Arbeitskräften entsprechen würden (AHI 1998 S. 291 Erw. 3b mit Hinweisen). Der so verstandene Arbeitsmarkt bietet auch Personen mit Behinderungen, wie sie der Beschwerdeführer aufweist, ein ausreichend weites Betätigungsfeld, etwa im gewerblichen oder im industriellen Bereich, wo sich die verbliebene Arbeitsfähigkeit wirtschaftlich verwerten lässt. Die bestehenden funktionellen Einschränkungen sind nicht so ausgeprägt, dass der ausgeglichene Arbeitsmarkt keine geeigneten Stellen mehr bereithalten würde, zumal sämtliche, nicht schulterbelastenden Tätigkeiten vollständig zumutbar sind. Damit könnte der Beschwerdeführer die verbliebene Arbeitskraft auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt durchaus wirtschaftlich verwerten.