Citation: U 124/02 27.01.2003 E. 4

4.1 Was die erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitsschadens betrifft, besteht kein Anlass, von der ärztlichen Beurteilung abzugehen, wonach der Beschwerdeführerin die Ausführung einer körperlich leichten bis mittelschweren Tätigkeit im Rahmen der Nichteignungsverfügung vom 22. Mai 1995 voll zumutbar ist. Danach darf sie keine Arbeiten mit Exposition zu Baumwollstaub verrichten und hat generell Tätigkeiten zu vermeiden, bei denen sie Staub, Rauch oder Geruch ausgesetzt ist. Doch ändert dies nichts daran, dass der Versicherten noch ein weiterer Arbeitsmarkt offen steht, auf dem sie die bestehende Arbeits- und Erwerbsfähigkeit zumutbarerweise ausnützen kann. Nach Auffassung der Abteilung Arbeitsmedizin der SUVA fallen selbst Tätigkeiten in Fabrikhallen in Betracht, sofern am Arbeitsplatz die üblichen arbeitshygienischen Grundsätze beachtet werden und der Kontakt mit Reizstoffen auf ein Minimum beschränkt bleibt (Beurteilung durch Dr. med. M.________ vom 7. Juli 2000). Der Beschwerdeführerin stehen somit zwar nicht im Gastwirtschaftsgewerbe und wohl auch nicht in der Lebensmittelindustrie, wie sie zu Recht geltend macht, aber doch in Gewerbe und Industrie (Kontroll-, Sortier- und Verpackungsarbeiten) wie auch im Dienstleistungssektor - nach Massgabe eines ausgeglichenen Arbeitsmarktes (Art. 18 Abs. 2 UVG) - zahlreiche Stellen offen, bei welchen sie in ihrer Erwerbsfähigkeit nicht wesentlich eingeschränkt ist. Dass sie zwei- bis dreimal täglich inhalieren und Medikamente einnehmen muss, stellt schliesslich kein Hindernis für die Wahrnehmung einer vollzeitlichen Erwerbstätigkeit dar. 4.2 Bezüglich des von SUVA und Vorinstanz auf Grund eines Tabellenlohnes aus der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik (LSE 1998) auf Fr. 44'084.- festgesetzten Invalideneinkommens macht die Beschwerdeführerin geltend, dieses dürfe nicht höher angesetzt werden als das ermittelte hypothetische Einkommen ohne Gesundheitsschaden (Valideneinkommen) von Fr. 41'308.-. Sie bezieht sich damit sinngemäss auf die Rechtsprechung, wonach, sofern keine Anhaltspunkte dafür ersichtlich sind, dass ein Versicherter sich aus freien Stücken mit einem bescheideneren Einkommen begnügen wollte (vgl. ZAK 1992 S. 92 Erw. 4a), und weiter anzunehmen ist, dass er angesichts einer ungenügenden Qualifikation nicht Einkünfte in der Höhe des erhobenen Durchschnittslohnes erreichen könnte, dieser Durchschnittswert - bei einer deutlichen Abweichung - um den Prozentsatz gekürzt werden kann, um welchen der vom Versicherten vor Eintritt des Gesundheitsschadens erzielte Lohn unter dem durchschnittlich ausgerichteten Lohn lag (vgl. AHI 1999 S. 240; ZAK 1989 S. 458 f. Erw. 3b; Urteil B. vom 1. März 2002, I 443/01). Indes vermag die Beschwerdeführerin aus dieser Rechtsprechung nichts abzuleiten, was ihren Standpunkt stützen könnte: Ein Rentenanspruch entfiele auch dann, wenn das Invalideneinkommen dem Valideneinkommen von Fr. 41'308.- angeglichen würde. Entgegen den Ausführungen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde fehlen nämlich die Voraussetzungen für die Vornahme von Abzügen vom Invalideneinkommen. Ein leidensbedingter Abzug lässt sich nicht schon damit begründen, dass der in Betracht fallende Arbeitsmarkt gesundheitsbedingt eingeschränkt ist. Vielmehr rechtfertigt sich ein Abzug nur, wenn der Versicherte auch im Rahmen einer geeigneten leichteren Tätigkeit in der Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist und deshalb mit einem reduzierten Lohn rechnen muss (vgl. BGE 126 V 78 Erw. 5a/bb). So verhält es sich hier jedoch nicht. Nicht gegeben sind auch die weiteren Abzugskriterien des Alters, der Dienstjahre (vgl. hiezu AHI 1999 S. 237), der Nationalität und der Aufenthaltskategorie sowie der Teilzeitbeschäftigung. Insbesondere vermag der Umstand, dass die Beschwerdeführerin aus Ex-Jugoslawien stammt, einen Abzug nicht zu begründen, verfügt sie doch über Deutsch-Kenntnisse und seit dem 1. Mai 2000 auch über die Niederlassungsbewilligung (Ausweis C). Aus den in den Akten enthaltenen Stellenbewerbungen ergeben sich denn auch keine Anhaltspunkte dafür, dass die Vermittlungsfähigkeit aus diesen Gründen eingeschränkt war. Es muss daher bei der Feststellung bleiben, dass keine rentenbegründende Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit besteht.