Citation: 5C.177/2002 16.10.2002 E. 4

Die Beklagten führen schliesslich aus, sie hätten durchaus Anlass gehabt, das Vermögen des Klägers zu verarrestieren. Dies sei mehr als einfühlbar gewesen. Sie hätten damit ihre früheren Verluste, für die sie den Kläger moralisch mitverantwortlich machten, minimieren wollen. Das sei verständlich gewesen und daraus dürfe ihnen kein Strick gedreht werden. Die Beklagten übergehen indessen, dass es sich bei der Haftung für Arrestschaden um eine Kausalhaftung handelt, die unabhängig vom Verschulden der Arrestgläubiger besteht. Ob den Arrestgläubigern bei der Wahl des falschen Mittels ein Vorwurf gemacht werden muss, ist nicht zu untersuchen (Gilliéron, Poursuite pour dettes, faillite et concordat, 3. Aufl. 1994, S. 394). Dass das Mittel des Arrestes falsch war, ist nach der rechtskräftigen Abweisung der Prosequierungsklage unbestreitbar und wird von den Beklagten auch nicht mehr bestritten (vgl. E. 2.1). Die Haftung tritt deshalb auch ein, wenn das Vorgehen in der damals unklaren Lage verständlich erscheint (BGE 19 S. 439 E. 2 S. 442; 25 II 95 E. 4 S. 101; Fritzsche/Walder, Schuldbetreibung und Konkurs nach schweizerischem Recht, Bd. II, S. 502). Vor diesem Hintergrund ist der Vorwurf der Beklagten, das Kantonsgericht habe zu Unrecht übergangen, dass sie genügend Anlass zum Arrestbegehren hatten, unbegründet.