Citation: 9C_810/2009 30.10.2009 E. 3

Die Feststellungen des kantonalen Gerichts hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit betreffen Tatfragen, wenn sie auf der Würdigung konkreter Umstände beruhen; insoweit sind sie lediglich unter eingeschränktem Blickwinkel überprüfbar (oben E. 1; BGE 132 V 393 E. 3.2 S. 397). 3.1 Nach dem behandelnden Internisten Dr. P.________ ist die Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin "seit vielen Jahren" reduziert (Berichte vom 19. Dezember 2005 und 4. Mai 2007). Das muss den Umständen nach dahingehend interpretiert werden, es sei eine generell herabgesetzte Belastbarkeit gegeben. Ein solcher Umstand entspricht als solcher nur dann einem nach Art. 4 Abs. 1 IVG versicherten Faktor, wenn er auf ein krankheitswertiges Geschehen im Rechtssinne zurückzuführen ist. Diese Anspruchsvoraussetzung ist jedoch nach vorinstanzlich zu Recht als beweiswertig gewürdigter (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352) gutachtlicher Aussage hier nicht gegeben. So spricht nichts gegen die gutachtliche Schlussfolgerung, die geklagte Leistungsintoleranz seit der viralen Myokarditis (Herzmuskelentzündung) im Jahre 1969 sei aus kardiologischer Sicht nicht nachvollziehbar. Im Hinblick auf die verschiedengestaltige Störung des Gehörssinns vermag die Beschwerdeführerin aus dem Umstand, dass die Verwaltung die Anregung der Gutachter nicht aufgegriffen hat, es sei eine "MR-angiographische Darstellung der Hirngefässe" durchzuführen, nichts für sich abzuleiten, weil damit allenfalls eine arteriovenöse Fehlbildung aufgedeckt werden könnte (vgl. aber den unauffälligen Befund bei einer bildgebenden Untersuchung durch den Angiologen Dr. B.________ vom 17. Februar 2005). Eine Klärung der Ursache der geklagten Symptomatik ist für Behandlungszwecke zweifellos von grosser Bedeutung, kann jedoch die - für den Leistungsanspruch gegenüber der Invalidenversicherung massgebende - Abschätzung der funktionellen Folgen des Tinnitus nicht beeinflussen. Im Übrigen ist nicht ersichtlich, inwiefern dieser Gesundheitsschaden und seine Folgen weiterer Abklärung bedürften. 3.2 Was die Frage nach einer depressiven Störung und allenfalls weiteren psychischen Leiden anbelangt, rügt die Beschwerdeführerin an sich zu Recht, dass die Gutachter des medizinischen Zentrums X.________ zunächst wohl beabsichtigten, beim behandelnden Psychologen Dr. W.________ eine Fremdanamnese einzuholen, hingegen auf weiteres Nachfragen verzichteten, nachdem dieser nicht zurückgerufen habe. Darin kann indessen kein entscheidender Mangel des Gutachtens erblickt werden: Einerseits bedarf es nicht, wie geltend gemacht, einer besseren Einordnung des Stellenwerts des medizinischen Geschehens (Tinnitus in Verbindung mit depressiver Störung). Anderseits wären im Hinblick auf die Feststellung des aktuellen Zustandes, wofür Berichte therapierender Fachleute in Ergänzung zu den (punktuellen) Beobachtungen der Sachverständigen wichtige Anhaltspunkte liefern können (vgl. Urteil 9C_24/2008 vom 27. Mai 2008 E. 2.3.2), von einer Einschätzung durch Dr. W.________ keine zusätzlichen Erkenntnisse zu erwarten, dauerte die Behandlung durch ihn nach den Angaben der Beschwerdeführerin doch nur bis Dezember 2006. Schliesslich geht aus den Akten nichts hervor, was die gutachtlich (auch aufgrund von Äusserungen der Versicherten selber) festgestellte Rückbildung des rezidivierenden depressiven Geschehens in Frage stellen würde. 3.3 Nach dem Gesagten weist die vorinstanzliche Würdigung des medizinischen Dossiers keine augenfälligen Mängel auf, welche eine offensichtliche Unrichtigkeit oder eine Unvollständigkeit der diesbezüglichen Feststellungen begründen könnten. Dementsprechend erscheint die auf antizipierter Beweiswürdigung (BGE 124 V 90 E. 4b S. 94) beruhende Schlussfolgerung des kantonalen Gerichts, weitere medizinische Erhebungen seien nicht notwendig, nicht bundesrechtswidrig (vgl. Art. 61 lit. c ATSG).