Citation: 2C_88/2008 07.02.2008 E. 3

Ein rechtskräftiger Entscheid kann revidiert werden, wenn erhebliche Tatsachen oder entscheidende Beweismittel entdeckt werden (Art. 147 Abs. 1 lit. a DBG). Die Revision ist jedoch ausgeschlossen, wenn der Antragsteller als Revisionsgrund vorbringt, was er bei der ihm zumutbaren Sorgfalt schon im ordentlichen Verfahren hätte geltend machen können (Abs. 2). Die Beschwerdeführerin begründet das Revisionsgesuch damit, dass sie in den Besitz eines neuen erheblichen Beweismittels in Form des Briefes von B.X.________ vom 29. Juni 2007 gelangt sei, welcher geeignet sei, ihre Unschuld zu beweisen. Der Präsident der Steuerrekurskommission wies das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ab, weil dieser Beweis schon im ordentlichen Verfahren hätte beigebracht werden können. Letztere Feststellung trifft zu. Die Einvernahme des Ehepaares X.________ durch die Steuerverwaltung in der vorliegenden Sache stand schon im September 2001 zur Diskussion. Damals musste die Steuerverwaltung den Einvernahmetermin für das Ehepaar X.________ kurzfristig absagen, weil die Ehefrau infolge einer Wanderwoche abwesend war und der Ehemann in Kanada weilte. Die Steuerverwaltung behielt sich aber vor, die Ehegatten X.________ in einem späteren Zeitpunkt einzuvernehmen, sofern sich das als nötig erweisen sollte (Schreiben der Steuerverwaltung des Kantons Bern vom 14. September 2001). Eine Kopie des Schreibens der Steuerverwaltung ging auch an die Beschwerdeführerin bzw. an deren Anwalt. Sofern die Sachdarstellung der Beschwerdeführerin zutrifft und das Ehepaar X.________ ihre Unschuld bestätigen kann, hätte die Beschwerdeführerin im ordentlichen Verfahren darauf bestehen müssen, dass diese Zeugen einvernommen werden. Zum Nachholen solcher Versäumnisse steht das Revisionsverfahren nicht offen. Dass die Beschwerdeführerin zur Zeit des ordentlichen Verfahrens (2006/2007) angeblich nicht genau gewusst haben will, ob nur der Ehemann oder auch die Ehefrau in Kanada weilte, vermag dieses Versäumnis nicht zu entschuldigen. Die diesbezüglichen Ausführungen im Revisionsgesuch (S. 5 f.) sind zu vage, als dass sich daraus ergäbe, dass sowohl der Ehemann wie auch die Ehefrau in der Schweiz nicht mehr erreichbar waren. Es sind auch keinerlei Nachforschungen seitens der Beschwerdeführerin belegt. Im Schreiben vom 29. Juni 2007 bestätigte B.X.________ ausdrücklich, dass sie jetzt schon bald neun Jahre in Neuenburg lebt. Sie wohnte offenbar immer an der gleichen Adresse. Unbehelflich ist der Einwand der Beschwerdeführerin, die Behörde hätte von Amtes wegen für die Vorladung von Frau X.________ besorgt sein müssen. Zur Rüge derartiger Unterlassungen stehen eben die ordentlichen Rechtsmittel offen. Wenn daher der Präsident der Steuerrekurskommission in einer vorläufigen Beurteilung das Revisionsgesuch als chancenlos beurteilte, hat er weder kantonales Verfahrensrecht willkürlich angewendet noch den verfassungsmässigen Anspruch verletzt.