Citation: 1B_461/2018 E. 3.2

3.2. Der Beschwerdeführer führt diesbezüglich aus, formal betrachtet, sei damit das Kriterium der einschlägigen Vorstrafe zwar erfüllt. Da im hängigen Verfahren aber bereits ein erstinstanzliches Urteil vorliege, könne sich das Verfahren aufgrund einer allfälligen neuerlichen Delinquenz nicht mehr verkomplizieren und in die Länge ziehen, weshalb für die Anwendbarkeit des Haftgrunds der Wiederholungsgefahr kein Raum mehr verbleibe. Dem kann nicht zugestimmt werden. Im Rahmen der Wiederholungsgefahr ist auch die Wahrung des Interesses an der Verhütung weiterer schwerwiegender Delikte zu berücksichtigen (vgl. Art. 5 Ziff. 1 lit. c EMRK; BGE 143 IV 9 E. 2.2 S. 11). Unbehelflich ist weiter der Einwand des Beschwerdeführers, die Delikte, aufgrund welcher er verurteilt worden sei, seien zwar nicht ausgesprochen leichter Natur, aber auch klar nicht von einer Schwere, die die Anordnung von Präventivhaft rechtfertigen würde. Diese Auffassung überzeugt nicht. Insbesondere die versuchte Nötigung durch die angedrohte Kindsentführung im Kontext der versuchten Zwangsheirat stellt durchaus ein schweres Delikt dar. Dasselbe hat aufgrund des Einschüchterungspotenzials auch für die mehrfachen (Todes-) Drohungen des Beschwerdeführers gegenüber seiner Ex-Freundin und den gemeinsamen Söhnen zu gelten. Sowohl die Nötigung als auch die Drohung werden mit Freiheitsstrafen bis zu drei Jahren bedroht. Der vom Gesetz geforderte Schweregrad ist mithin sowohl aufgrund der abstrakten Strafdrohung, der betroffenen Rechtsgüter als auch der spezifischen Täter-Opfer-Beziehung erfüllt. Soweit der Beschwerdeführer in diesem Zusammenhang eine offensichtlich unrichtige Erhebung des Sachverhalts geltend macht, ist er nicht zu hören. Die Ausführungen der Vorinstanz, wonach der Beschwerdeführer über eine Vielzahl einschlägiger Vorstrafen verfügt, treffen nach dem Gesagten zu und sind nicht willkürlich (vgl. Art. 97 Abs. 1 und Art. 105 Abs. 2 BGG).