Citation: 5P.485/2000 23.01.2001 E. 1

1.- a) Zulässig, aber überflüssig ist der Antrag auf Rückweisung der Sache zu neuer Entscheidung, zumal die kantonale Instanz auch ohne ihn den Weisungen des bundesgerichtlichen Entscheids gemäss neu über die Sache zu befinden hätte (BGE 112 Ia 353 E. 3c/bb; Messmer/Imboden, Die eidgenössischen Rechtsmittel in Zivilsachen, Zürich 1992, S. 226 Fn. 10). b) Hat ein Grundeigentümer keinen genügenden Weg von seinem Grundstück auf eine öffentliche Strasse, so kann er beanspruchen, dass ihm die Nachbarn gegen volle Entschädigung einen Notweg einräumen (Art. 694 Abs. 1 ZGB). Der Anspruch richtet sich in erster Linie gegen den Nachbarn, dem die Gewährung des Notweges der früheren Eigentums- und Wegeverhältnisse wegen am ehesten zugemutet werden darf, und im Weiteren gegen denjenigen, für den der Notweg am wenigsten schädlich ist (Art. 694 Abs. 2 ZGB). Bei der Festsetzung des Notweges ist auf die beidseitigen Interessen Rücksicht zu nehmen (Art. 694 Abs. 3 ZGB). Das Kantonsgericht hat zu dieser Bestimmung in rechtlicher Hinsicht ausgeführt, der Grundeigentümer des an der Wegenot leidenden Grundstücks müsse für den Fall, dass ein Notweg über verschiedene Grundstücke zur öffentlichen Strasse führe, sämtliche Eigentümer ins Recht fassen, über deren Parzellen er einen Notweg verlange, es sei denn, er hätte mit einigen eine vertragliche Vereinbarung getroffen bzw. bereits eine Dienstbarkeit zugunsten seines Grundstückes im Grundbuch eingetragen. Im vorliegenden Fall beläuft sich der Streitwert auf mehr als Fr. 8'000.--, so dass die Auslegung von Art. 694 ZGB mit Berufung hätte beanstandet werden können (Art. 43 OG; BGE 120 II 384 E. 4a S. 385); die staatsrechtliche Beschwerde steht somit nicht zur Verfügung (Art. 84 Abs. 2 OG). Darauf ist folglich auch insoweit nicht einzutreten, als die Beschwerdeführerin die vorinstanzliche Rechtsprechung zur Frage kritisiert, wie ein Notwegrecht gegenüber mehreren Grundstückeigentümern geltend zu machen ist. Dies betrifft insbesondere die Behauptung der Beschwerdeführerin, es müsse letztlich in ihrer Disposition liegen, welche Parteien sie ins Recht fassen wolle und mit welchen sie gestützt auf deren Verhalten und Erklärungen eine gütliche Bereinigung nicht gefährdet sehe. Es gehe deshalb nicht an, dass das Kantonsgericht ihre Klagen gegen die Prozessparteien, die sich auf rund 360 m Strasse beziehen, mit der Begründung abweise, die Beschwerdeführerin hätte für die letzten Meter des Notwegrechts noch weitere Parteien einklagen müssen. Die Beschwerdeführerin widerspricht damit der oben dargestellten Rechtsauffassung des Kantonsgerichts zu Art. 694 ZGB, welche - wie ausgeführt - mit Berufung hätte beanstandet werden müssen. Gleich verhält es sich mit ihren Ausführungen zur notwendigen Streitgenossenschaft. Es handelt sich dabei letztlich um Ausführungen darüber, ob gestützt auf Art. 694 ZGB sämtliche Eigentümer ins Recht zu fassen seien oder nicht.