Citation: 8C_468/2008 25.09.2008 E. 5

5.1 Die Versicherte macht sinngemäss geltend, die Instabilität im Bereich der Halswirbelsäule (HWS) sei durch einen der versicherten Unfälle verursacht worden. Aus den Akten ergibt sich, dass eine Instabilität im Segment C4/C5 erstmals am 28. Oktober 1993 im Spital I.________ diagnostiziert wurde. Bereits am 8. Oktober 1993 war in der Klinik O.________ eine diskrete Protusion des Anulus fibrosus im Segment C4/C5 und eine kleine Diskushernie im Segment C5/C6 festgestellt worden. Allein vom zeitlichen Ablauf her können diese Veränderungen an der HWS nicht durch die späteren Unfallereignisse verursacht worden sein, in Frage käme somit höchstens das Ereignis vom 4. August 1993. Es entspricht jedoch einer medizinischen Erfahrungstatsache im Bereich des Unfallversicherungsrechts, dass praktisch alle Diskushernien bei Vorliegen degenerativer Bandscheibenveränderungen entstehen und ein Unfallereignis nur ausnahmsweise, unter besonderen Voraussetzungen, als eigentliche Ursache in Betracht fällt. Als weitgehend unfallbedingt kann eine Diskushernie betrachtet werden, wenn das Unfallereignis von besonderer Schwere und geeignet war, eine Schädigung der Bandscheibe herbeizuführen, und die Symptome der Diskushernie (vertebrales oder radikuläres Syndrom) unverzüglich und mit sofortiger Arbeitsunfähigkeit auftreten (RKUV 2000 Nr. U 379 S. 192 E. 2a [U 138/99] mit Hinweis auf das Urteil U 159/95 vom 26. August 1996, E. 1b). Das Ereignis vom 4. August 1993 war indessen nicht von solch besonderer Schwere, dass die Bandscheibenveränderungen als unfallbedingt anzusehen wären. 5.2 Es ist denkbar, dass eines oder mehrere der Unfallereignisse die vorbestehenden Wirbelsäuleschäden verschlimmert haben. Die Unfallversicherung hätte diesfalls Leistungen für das unmittelbar im Zusammenhang mit dem Unfall stehende Schmerzsyndrom zu erbringen (RKUV 2000 Nr. U 378 S. 191 [U 149/99]). Allerdings kann das Erreichen des Status quo sine bei posttraumatischen Lumbalgien und Lumboischialgien nach drei bis vier Monaten erwartet werden, wogegen eine allfällige richtunggebende Verschlimmerung röntgenologisch ausgewiesen sein und sich von der altersüblichen Progression abheben muss; eine traumatische Verschlimmerung eines klinisch stummen degenerativen Vorzustandes an der Wirbelsäule ist in der Regel nach sechs bis neun Monaten, spätestens aber nach einem Jahr als abgeschlossen zu betrachten (Urteil des Eidg. Versicherungsgerichts U 354/04 vom 11. April 2005, E. 2.2, mit Hinweisen). Eine solche sich von der altersüblichen Progression abhebende richtunggebende Verschlimmerung ist vorliegend nicht ausgewiesen; auch auf den Bericht des Dr. med. F.________ vom 17. März 2008 trifft dies nicht zu, so dass offenbleiben kann, ob dieser als Beweismittel zulässig ist (vgl. Art. 99 Abs. 1 BGG). Somit ist davon auszugehen, dass die über den 12. März 2007 geklagten Beschwerden, insoweit sie sich durch die bildgebend nachgewiesenen Veränderungen der HWS erklären lassen, nicht natürlich kausal durch eines der Unfallereignisse verursacht wurden. 5.3 Das kantonale Gericht kam in ausführlicher Würdigung der medizinischen Akten zum Schluss, dass auch die weiteren, aufgrund der bildgebenden Befunde nicht hinreichend erklärbaren Beschwerden der Versicherten nicht natürlich kausal durch die Unfälle verursacht worden sind. Die Beschwerdeführerin macht geltend, die Vorinstanz habe den Sachverhalt diesbezüglich unrichtig festgestellt und beantragt eine polydisziplinäre Begutachtung. Die Frage, ob die über den 12. März 2007 hinaus anhaltend geklagten, organisch nicht hinreichen nachweisbaren Beschwerden noch in einem natürlichen Kausalzusammenhang zu mindestens einem der Unfallereignisse standen, braucht jedoch nicht weiter untersucht zu werden, da - wie nachstehende Prüfung ergibt - ein allfälliger Kausalzusammenhang jedenfalls nicht adäquat und damit nicht rechtsgenüglich wäre (vgl. zur Zulässigkeit dieser Vorgehensweise: Urteil 8C_42/2007 vom 14. April 2008, E. 2 mit weiteren Hinweisen). Offenbleiben kann, ob die Versicherte am 13. August 2005 tatsächlich ein Schleudertrauma oder eine dem Schleudertrauma äquivalente Verletzung erlitten hat, da selbst eine Prüfung der Adäquanz nach der "Schleudertrauma-Praxis" negativ ausfällt.