Citation: 1C_106/2023 E. 3.2

3.2. Grundsätzlich muss eine Behörde die Entscheidbegründung, die sie ins Auge fasst, nicht zunächst den Parteien zur Stellungnahme unterbreiten. Anders verhält es sich, wenn die Behörde ihren Entscheid auf ein rechtliches Argument abstützt, das für die Parteien überraschend kommt und mit dem sie objektiv gesehen nicht rechnen mussten. In diesem Fall wird deren Recht auf Äusserung und auf Teilnahme am Beweisverfahren (durch Anbieten relevanter Beweismittel) faktisch eingeschränkt, da sie nicht vorhersehen können, wozu sie sich äussern sollten und welche Beweise relevant sein könnten (BGE 145 I 167 E. 4.1; Urteil 2C_329/2021 vom 21. September 2021 E. 4.2.1; je mit Hinweisen).