Citation: 7B_278/2022 E. 2.4.2

2.4.2. Ausgangspunkt für die Feststellung des öffentlichen Interesses an der Fernhaltung sei - so die Vorinstanz weiter - die zur Prüfung der Landesverweisung Anlass gebende Delinquenz. Mit teilrechtskräftigem Entscheid des Kreisgerichts Rheintal vom 17. Oktober 2019 sei der Beschwerdeführer unter anderem des gewerbsmässigen Betrugs, des gewerbsmässigen betrügerischen Missbrauchs einer Datenverarbeitungsanlage und des Betrugs schuldig gesprochen worden. Für diese drei Katalogtaten einer zwingenden Landesverweisung sowie für die weiteren rechtskräftigen Verurteilungen wegen Diebstahls und mehrfacher Urkundenfälschung werde der Beschwerdeführer eine teilbedingte Freiheitsstrafe von 22 Monaten zu verbüssen haben. Im Übrigen sei darauf hinzuweisen, dass eine (fakultative) Landesverweisung grundsätzlich auch für die anderen Delikte (Diebstahl und mehrfache Urkundenfälschung) möglich wäre. Sowohl die Art der begangenen Delikte als auch die ausgefällte Strafe liessen das öffentliche Interesse an der Landesverweisung als hoch erscheinen. Nebst dem spreche die strafrechtliche Vergangenheit des Beschwerdeführers und die damit verbundene Wiederholungsgefahr für ein öffentliches Interesse an der Ausweisung. Der Beschwerdeführer sei in der Vergangenheit wiederholt und bereits in jungen Jahren straffällig geworden. Er delinquiere - teils einschlägig - seit etwa elf Jahren und damit fast sein halbes Leben lang (im angefochtenen Entscheid erwähnt wird insbesondere betrügerischer Missbrauch einer Datenverarbeitungsanlage, Diebstahl, Sachbeschädigung und Irreführung der Rechtspflege). Der Blick auf seine delinquente Vergangenheit trübe daher die Aussichten auf eine Resozialisierung. Tatsächlich handele es sich beim Beschwerdeführer um einen langjährigen Straftäter, dessen erhebliche kriminelle Energie bereits mehrfach zutage getreten sei. Deren Intensität habe mit den hier zu beurteilenden Straftaten massiv zugenommen. Zudem habe der Beschwerdeführer während der laufenden Strafuntersuchung und auch nach dem erstinstanzlichen Entscheid weitere Straftaten begangen, obwohl er sich der Möglichkeit einer Landesverweisung bewusst gewesen sei. All diese Punkte würden dem öffentlichen Interesse an einer Landesverweisung zusätzliches Gewicht verleihen. Somit sei auch unter diesem Gesichtspunkt ein hohes öffentliches Interesse an einer Landesverweisung zu bejahen. Die Gegenüberstellung der dargestellten Interessen ergebe, dass das öffentliche Interesse an der Anordnung der Landesverweisung sehr hoch sei und das private Interesse des Beschwerdeführers am Verbleib in der Schweiz klar überwiege. Dass die Landesverweisung eine gewisse Härte mit sich bringe, müsse der Beschwerdeführer auch als Secondo angesichts des klaren Volkswillens nach einer härteren Gangart gegenüber straffälligen Ausländern in Kauf nehmen.