Citation: 1C_686/2021 E. 3.2

3.2. Strahlen und andere Einwirkungen werden gemäss Art. 11 Abs. 1 USG durch Massnahmen bei der Quelle begrenzt (Emissionsbegrenzungen). Dies erfolgt in zwei Stufen: Unabhängig von der bestehenden Umweltbelastung sind Emissionen im Rahmen der Vorsorge so weit zu begrenzen, als dies technisch und betrieblich möglich und wirtschaftlich tragbar ist (Art. 11 Abs. 2 USG; erste Stufe). Die Emissionsbegrenzungen werden verschärft, wenn feststeht oder zu erwarten ist, dass die Einwirkungen unter Berücksichtigung der bestehenden Umweltbelastung schädlich oder lästig werden (Art. 11 Abs. 3 USG; zweite Stufe). Für die Beurteilung der schädlichen oder lästigen Einwirkungen legt der Bundesrat durch Verordnung Immissionsgrenzwerte fest, wobei er auch die Wirkungen der Immissionen auf Personengruppen mit erhöhter Empfindlichkeit berücksichtigt (Art. 13 USG). Dabei muss gemäss Art. 14 lit. b USG insbesondere sichergestellt werden, dass die Immissionen nach dem Stand der Wissenschaft oder der Erfahrung die Bevölkerung in ihrem Wohlbefinden nicht erheblich stören (zur analogen Anwendbarkeit dieser Bestimmung auf Strahlen vgl. BGE 124 II 219 E. 7a S. 230 in fine mit Hinweis; 140 II 33 E. 4.2). Zum Schutz vor nichtionisierender Strahlung wurde auf Bundesebene die entsprechende Verordnung vom 23. Dezember 1999 (NISV; SR 814.710) erlassen. Diese betrifft jedoch nur Emissionen von elektrischen oder magnetischen Feldern im Frequenzbereich von 0 bis 300 Gigahertz. Für den Schutz vor sichtbarem Licht besteht bis anhin keine bundesrechtlich verbindliche Regelung, weshalb die rechtsanwendenden Behörden in Beachtung von Art. 12 Abs. 2 USG unmittelbar Art. 11 bis 14 USG sowie Art. 16 bis 18 USG anzuwenden haben. Dabei kann sich die Vollzugsbehörde auf Angaben von Experten und Fachstellen abstützen (BGE 140 II 33 E. 4.2 und 4.3; 214 E. 3.3 zu künstlichem Licht; zitiertes Urteil 1C_177/2011 E. 5.2 mit Hinweis zu Lichtreflexionen).