Citation: 6B_883/2014 E. 3.2

3.2. Die Vorinstanz erwägt, das Leben der Ehefrau sei von Einschüchterungen, Gewalterfahrungen, sozialer Isolation und andauernder Kontrolle durch den Beschwerdeführer geprägt gewesen. Dessen niederschwellige Gewalt habe zu einer Ausweglosigkeit der Ehefrau geführt, die darin gegipfelt habe, dass sie sich gegen seine sexuellen Avancen nicht (mehr) zur Wehr gesetzt, sondern aus Angst jeweils nachgegeben habe. Dies erscheine nachvollziehbar, da die Ehefrau dem Beschwerdeführer regelrecht ausgeliefert gewesen sei. In einem fremden Land und ohne Kenntnisse der Landessprache habe sie keine Möglichkeit gehabt, sich ausserhalb seiner Familie Hilfe zu holen. Hinzu komme, dass er sie, meist infolge seines Alkoholkonsums, fortwährend drangsaliert und nicht nachgegeben habe, bis sie ihn habe gewähren lassen sowie den Geschlechtsverkehr erduldet habe. Die Ehefrau habe immer wieder erkennen lassen, dass sie die sexuellen Handlungen nicht wollte. Sie habe sich verbal gewehrt oder den Beschwerdeführer weggeschubst, worauf dieser ihr gedroht, sie drangsaliert und sie teilweise auch geschlagen habe. Er habe ihren Willen ignoriert. Zwar habe er bei den sexuellen Handlungen keine körperliche Gewalt angewendet. Die von ihm aufgebaute Drohkulisse sei jedoch geeignet gewesen, den Widerstandswillen seiner Ehefrau dauerhaft zu brechen. Der objektive Tatbestand von Art. 190 Abs. 1 und Art. 189 Abs. 1 StGB sei erfüllt (Urteil S. 25 f.). In subjektiver Hinsicht ergebe sich insbesondere aufgrund der Umstände am 16. Januar 2011, dass der Beschwerdeführer gewusst habe, ob, wann und in welcher Form seine Ehefrau mit den sexuellen Handlungen einverstanden war oder nicht. Zwar sei er gemäss Gutachten am 16. Januar 2011 aufgrund seines Alkoholisierungsgrads nicht mehr in der Lage gewesen, die Abwehrsignale der Ehefrau zu erkennen. Jedoch seien die Einsichtsfähigkeit in das Unrecht der Tat und die Wissensseite des subjektiven Tatbestands auseinanderzuhalten. Der Beschwerdeführer habe den Willen seiner Ehefrau mit seinem Verhalten gebrochen, weshalb er nicht argumentieren könne, er habe ihren fehlenden Willen nicht erkannt. Auch wenn er die Abwehrsignale nicht mehr habe deuten können, sei davon auszugehen, dass er von der fehlenden Einwilligung seiner Ehefrau zu den sexuellen Handlungen gewusst habe. Indem er diese dennoch vorgenommen habe, habe er mindestens billigend in Kauf genommen, seine Ehefrau zu den sexuellen Handlungen zu nötigen. Da der Beschwerdeführer die Sachlage jeweils erfasst habe, sei ein Sachverhaltsirrtum ausgeschlossen (Urteil S. 28 f.).