Citation: 1C_244/2020 E. 4.4.3

4.4.3. Grundsätzlich können Lärmimmissionen anhand von Berechnungen oder Messungen ermittelt werden (Art. 38 LSV und Anhang 2 LSV). Es ist nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz vorliegend die Aussagekraft der Lärmprognose zu den Rangiergeräuschen, die sich auf eine einzige Messung an einem andern als dem betroffenen Standort stützt, als genügend angesehen hat. Angesichts der ergänzenden Angaben des BAFU erweist es sich weiter nicht als offensichtlich unrichtig, wenn die Vorinstanz von einer Steigung unter 7 % beim Vorplatz ausgegangen ist. Im Ergebnis kommt es somit nicht darauf an, ob der Geländeplan vom 12. Mai 2020 ein zulässiges Novum darstellt. Aufgrund der Ausführungen des BAFU zu dem im Rahmen des Modells StL-86+ vorgesehenen Korrekturwert für Steigungen ab 3 % und den Lärmauswirkungen bei der betroffenen Neigung von rund 6,6 % braucht nicht näher auf die Empfehlungen im Technischen Bericht der hessischen Umweltfachbehörde von 2005 eingegangen zu werden. Ebenso ist die Kritik der Beschwerdeführerinnen bezüglich der eingesetzten Fahrzeugtypen nicht geeignet, die Plausibilität der Lärmprognose zu entkräften. Im Übrigen weist die Vorinstanz in der Vernehmlassung ans Bundesgericht zutreffend darauf hin, dass die Erhöhung eines Teilbeurteilungspegels Lr,i bei der energetischen Addition nicht einen linearen, sondern einen wesentlich geringeren Anstieg beim Beurteilungspegel Lr bewirkt (vgl. Vollzugshilfe, Ziff. 4.1 S. 24). Das Bundesgericht hat keinen Anlass, von der fachkundigen Beurteilung des BAFU abzuweichen, das Anhaltspunkte für eine Überschreitung der Planungswerte wegen den Rangiergeräuschen verneint. Der Vorwurf einer mangelhaften Abklärung ist insoweit unbegründet.