Citation: 2C_784/2014 E. 4.1

4.1. Das Konventionsrecht begründet grundsätzlich keinen Anspruch darauf, das Familienleben in einem bestimmten Staat verwirklichen zu können (Urteil des EGMR M.P.E.V. gegen Schweiz vom 8. Juli 2014, § 51). Das entsprechende, in Art. 8 EMRK bzw. in Art. 13 BV geschützte Recht ist berührt, wenn eine staatliche Entfernungs- oder Fernhaltemassnahme eine nahe, echte und tatsächlich gelebte familiäre Beziehung einer in der Schweiz gefestigt anwesenheitsberechtigten Person beeinträchtigt, ohne dass es dieser von vornherein ohne Schwierigkeiten möglich bzw. zumutbar wäre, das entsprechende Familienleben andernorts zu pflegen (BGE 140 I 145 E. 3.1 S. 147; 139 I 330 E. 2.1 S. 336; 137 I 247 E. 4.1.2 S. 249 f.; 135 I 153 E. 2.1 S. 155). Das in Art. 8 Ziff. 1 EMRK geschützte Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens kann tangiert sein, wenn einer ausländischen Person, deren Familienangehörige sich hier aufhalten, die Anwesenheit untersagt und damit deren Zusammenleben vereitelt wird (BGE 139 I 330 E. 2.1 S. 335). Der Beschwerdeführer kann sich als hier geborener und aufgewachsener Angehöriger der so genannten zweiten Generation und als Vater einer Tochter mit gefestigtem Aufenthaltsrecht auf Art. 8 EMRK in seiner Ausprägung als kombinierter Schutzbereich von Privat- und Familienleben berufen (vgl. etwa Urteil Trabelsi, § 46; BGE 130 II 281 E. 3.2.2 S. 287). Angesichts der familiären, sozialen und kulturellen Beziehungen von Ausländern der zweiten Generation ist von einer Verwurzelung in den hiesigen Verhältnissen auszugehen und setzt die Eröffnung des Schutzbereichs dieser konventionsrechtlichen Garantie keine Prüfung einer überdurchschnittlichen, besonderen Integration voraus (BGE 130 II 281 E. 3.2.2 S. 288).