Citation: 5A_223/2023 E. 4.6

4.6. Schliesslich rügt die Beschwerdeführerin Willkür in der Feststellung des Sachverhalts, indem das Obergericht davon ausgehe, die von ihr dargelegten Handlungen des Beschwerdegegners seien nicht geeignet, einen Schaden in der Höhe von Fr. 100 Mio. darzulegen. Gleichsam im Widerspruch dazu macht sie indes geltend, dass sie zum Zeitpunkt der Betreibung sowie auch im aktuellen Zeitpunkt keinen Zugriff auf detaillierte Informationen habe, weil diese bei der C.________ AG lägen und die Beschwerdeführerin seit dem widerrechtlichen und angefochtenen Machtwechsel von den Geschäften der C.________ AG völlig ausgeschlossen sei und keinen Zugang zu den Geschäftsakten und Finanzzahlen der C.________ AG habe, weshalb sie die genauen Forderungen und deren Höhe im Rahmen der Betreibung noch nicht substanziieren könne (und auch nicht müsse). Die Beschwerdeführerin führt aus, dass sie unter diesen Umständen und nachdem der Beschwerdegegner sich geweigert habe, eine Verjährungsverzichtserklärung abzugeben, bei der Betreibung und bei der in Betreibung gesetzten Forderung alle möglichen Schadensszenarien habe in Betracht ziehen müssen und gestützt auf die Transaktionen und Investitionen im zwei oder dreistelligen Millionenbereich die Verjährung auch für einen möglichen Schaden in der Höhe von Fr. 100 Mio. unterbrechen müssen. Auch aus anwaltlicher Sorgfaltspflicht sei nötig, bei der Höhe der in Betreibung gesetzten Forderung eine gewisse Sicherheitsmarge einzubauen, weil die Wirkung der Verjährungsunterbrechung nur in der Höhe der betriebenen Forderung eintrete. Weiter trägt die Beschwerdeführerin vor, dass sie gar nie behauptet habe, dass ihr aus der versuchten Abänderung der Darlehensvereinbarungen oder aus der Aufnahme von Hypotheken ein Schaden von Fr. 100 Mio. entstanden sei. Der Beschwerdegegner habe selber zugegeben, dass er nicht damit einverstanden sei, wie bei der C.________ AG gewirtschaftet werde, und dieser auf einen "impending damage" verwiesen habe, welcher der C.________ AG drohe, weshalb es ihr, der Beschwerdeführerin, nicht verwehrt sein dürfe, vorsichtshalber die Verjährung zu unterbrechen und beim betriebenen Betrag von allen möglichen Schadensszenarien auszugehen und dabei noch eine gewisse Sicherheitsmarge einzubauen. Mit diesen Ausführungen bestätigt die Beschwerdeführerin, nicht in der Lage zu sein, den hohen, in Betreibung gesetzten Betrag zu substanziieren. Im Kern macht die Beschwerdeführerin allerdings geltend, angesichts der konkreten Situation habe sie gar keine andere Wahl gehabt, als einen hohen Betrag zu betreiben, weshalb die Betreibung nicht als rechtsmissbräuchlich gelten könne. Ob dem so ist, ist keine Tat-, sondern eine Rechtsfrage.