Citation: 5A_405/2022 E. 4.1.4

4.1.4. Abgesehen von alledem dürften bei einer im Wortlaut klaren Urkunde externe Umstände nicht berücksichtigt werden. Der unbestrittene und eindeutige Wortlaut der stenografischen Überschrift ("Vorbereitung für Testament") des die Form einer eigenhändigen Verfügung an sich wahrenden Dokuments vom 11. Juni 2009 schliesse deren letztwilligen Erklärungscharakter und damit den Tatbestand von Art. 498 ZGB klar aus. Selbst Zeugenaussagen könnten diese Eindeutigkeit des Geschriebenen nicht umkehren, so dass anstatt von allenfalls eine eigenhändige Verfügung vorbereitenden Notizen von einem, den letzten Willen des Erblassers ausweisenden, authentischen Testament auszugehen wäre. Bereits deswegen könne sich die Vermächtnisklage nicht erfolgreich auf das genannte Dokument stützen.