Citation: 2C_628/2021 E. 4.3

4.3. Der Widerrufsgrund der Nichterfüllung von Verpflichtungen im Sinne von Art. 63 Abs. 1 lit. b AIG in Verbindung mit Art. 77a Abs. 1 lit. b VZAE setzt voraus, dass die Verschuldung schwer wiegt und mutwillig entstanden ist (vgl. E. 4.4 hiernach). Beide Voraussetzungen sind unabhängig voneinander zu beurteilen (vgl. Urteil 2C_93/2018 vom 21. Januar 2019 E. 3.5). Ob ein schwerwiegender Verstoss gegen die öffentliche Ordnung vorliegt, beurteilt sich anhand des Umfangs der Schulden. Dabei lässt sich keine klare Grenze ziehen, ab wann die Verschuldung als schwerwiegende Gefährdung der öffentlichen Ordnung zu gelten hat (vgl. Urteile 2C_764/2020 vom 2. März 2021 E. 2.4; 2C_496/2019 vom 13. November 2019 E. 4.3; 2C_93/2018 vom 21. Januar 2019 E. 3.5). Aus der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ergibt sich indes, dass bei unbezahlt gebliebenen öffentlich-rechtlichen oder privatrechtlichen Schulden in der Höhe von Fr. 213'790.48 (Verlustscheine; vgl. Urteil 2C_928/2019 vom 26. Februar 2020), Fr. 169'995.45 (Verlustscheine; vgl. Urteil 2C_797/2019 vom 20. Februar 2020), Fr. 188'000.-- (Verlustscheine; vgl. Urteil 2C_517/2017 vom 4. Juli 2018), Fr. 303'732.95 (Verlustscheine; vgl. Urteil 2C_164/2017 vom 12. September 2017) und Fr. 172'543.-- (Verlustscheine; vgl. Urteil 2C_997/2013 vom 21. Juli 2014) eine schwerwiegende Gefährdung der öffentlichen Ordnung angenommen wird. Demgegenüber reicht eine Verschuldung von Fr. 80'305.10 (Verlustscheine; Urteil 2C_496/2019 vom 13. November 2019) und Fr. 47'366.30 (Verlustschein; vgl. Urteil 2C_93/2018 vom 21. Januar 2019) nicht ohne Weiteres aus. Schulden im Umfang von Fr. 163'354.-- wurden vom Bundesgericht als grenzwertig beurteilt (vgl. Urteil 2C_764/2020 vom 2. März 2021 E. 5.2). Vorliegend bestehen gegen den Beschwerdeführer Verlustscheine im Wert von Fr. 224'506.50. Im Lichte der Rechtsprechung besteht somit eine schwerwiegende Verschuldung.