Citation: 1P.701/1999 04.05.2000 E. 3

3.- a) Das umstrittene Bauprojekt sieht im Einzelnen folgende Elemente vor: Der bestehende Schopf am Westrand der Parzelle der Beschwerdegegnerin soll weitgehend abgebrochen und durch ein Wohnhaus ersetzt werden. Das Wohnhaus weist die gleiche Gebäudehöhe wie der Schopf auf. Das Dach erfährt eine Änderung: Der First ist rund 1.7 m höher als beim bestehenden Gebäude; die Ausrichtung des Firsts wird um 90° gedreht und soll neu in Nord-Südrichtung verlaufen; dadurch richten sich die Traufseiten nach Westen und Osten und ist die Dachfläche - anstelle des Giebels des bisherigen Schopfs - gegen die Liegenschaft des Beschwerdeführers ausgerichtet. Erhalten werden soll vom Schopf im Wesentlichen das Kellergeschoss samt der Betonwand auf der Westseite, die etwa bis zur halben Höhe der angebauten Remise reicht. Letztere verfügt an dieser Seite über keine eigene Abschlusswand gegen die Liegenschaft der Beschwerdegegnerin. Die streitbetroffene Baute steht an ihrem nördlichen Ende unmittelbar auf der Grenze zum Grundstück des Beschwerdeführers. Die Westwand folgt in südlicher Richtung nicht ganz der Grundstücksgrenze, sondern entfernt sich leicht davon, so dass sie am südlichen Ende einen Abstand von knapp 65 cm zur Grenze aufweist. Das hat zur Folge, dass die Remise des Beschwerdeführers zu einem kleinen Teil auf das Grundstück der Beschwerdegegnerin übergreift. b) Gemäss Art. 41 Abs. 3 lit. a der Bauordnung der Gemeinde Unterägeri vom 21. März 1989 (BO) dient die Kernzone 1 der Erhaltung und der Sanierung des alten Dorfteils. Es dürfen Neubauten erstellt werden, jedoch nur mit besonderer Rücksichtnahme auf die bestehenden Bauten. Das Bauen auf die Grenze ist mit Zustimmung des Nachbarn zulässig (Art. 41 Abs. 2 BO). Hinsichtlich der Grundmasse wie Gebäudehöhe, Firsthöhe und Mindestgrenzabstand verweist Art. 41 Abs. 4 BO auf Art. 45 BO. Gemäss dessen Abs. 1 sind in der Kernzone 1 drei Vollgeschosse zulässig; im Übrigen wird allein eine gute Einpassung verlangt.