Citation: U 126/02 08.10.2003 E. 3

Streitig und zu prüfen ist, ob die SUVA für die geltend gemachte unfallähnliche Körperschädigung (Teilruptur der Supraspinatussehne) leistungspflichtig ist. 3.1 Der Beschwerdeführer schildert in seiner Stellungnahme vom 24. Januar 2000 den Hergang der Ereignisse ausführlich. Am 20. April 1999 habe er auf einer Leiter stehend beabsichtigt, mit einem ca. 2 kg schweren Hammer eine Türverriegelung am Glühofen zu lösen. Bei einem Schlagversuch mit dem ausgestreckten rechten Arm nach oben habe er plötzlich einen stechenden Schmerz im rechten Oberarm gegen das Schultergelenk verspürt. Weitere Schläge seien in dieser Haltung wegen starken Schmerzen nicht mehr möglich gewesen. Bei lockerer Körperhaltung (Arm hängend oder auf dem Tisch aufliegend) seien die Schmerzen stark zurückgegangen; nach ca. 3 Wochen habe er bei normalen Bewegungen keine Schmerzen mehr verspürt. Er habe stets voll gearbeitet. Am 5. Oktober 1999 habe sich der geschilderte Fall auf ähnliche Weise wiederholt. Mit praktisch gleicher Armhaltung habe er mit dem rechten Arm eine Schutzplane über ein Aggregat schwingen wollen. Dabei sei genau das Gleiche wie am 20. April 1999 passiert. Nach wiederum 3 bis 4 Wochen seien die Schmerzen praktisch wieder verschwunden. Nur in ganz bestimmten Bewegungsabläufen habe er weiterhin ein leichtes Stechen im Oberarm. Ab dem 5. Januar 2000 habe er zunehmend stärkere Schmerzen verspürt und deshalb am 10. Januar 2000 erstmals einen Arzt aufgesucht. Am 17. Januar 2000 sei er erstmals arbeitsunfähig gewesen. Nach einer schmerzstillenden Spritze habe er am 18. Januar 2000 die Arbeit wieder aufgenommen. 3.2 Gemäss den Schilderungen des Beschwerdeführers, von deren Massgeblichkeit auszugehen ist, veranlassten ihn zunehmende Schmerzen ab dem 5. Januar 2000 am 10. Januar 2000 erstmals einen Arzt aufzusuchen. Ein äusseres Ereignis im Sinne eines ausserhalb des Körper liegenden, objektiv feststellbaren Vorfalles für die Zunahme der Schmerzen wird nicht erwähnt. Das Auftreten von Schmerzen als solches ist jedoch kein äusserer (schädigender) Faktor im Sinne der Rechtsprechung, wonach es gerade nicht genügt, dass die versicherte Person nur das (erstmalige) Auftreten von Schmerzen in zeitlicher Hinsicht anzugeben vermag (zur Publikation in der amtlichen Sammlung vorgesehenes Urteil H. vom 20. August 2003, U 17/03, Erw. 4.2.1). Was die Ereignisse vom 20. April und 5. Oktober 1999 betrifft, so führen diese zu keinem anderen Ergebnis, da die Annahme einer unfallähnlichen Körperschädigung am Nachweis der Kausalität scheitert; denn die Rechtsprechung verlangt, dass die für die Beeinträchtigung gemäss Art. 9 Abs. 2 UVV typischen Schmerzen nachgewiesenermassen unmittelbar im Anschluss an den als äusseren Faktor bezeichneten Lebenssachverhalt auftreten (zur Publikation in der amtlichen Sammlung vorgesehenes Urteil H. vom 20. August 2003, U 17/03, Erw. 4.3; vgl. auch Urteil A. vom 24. Oktober 2001, U 458/00, Urteil S. vom 27. Juni 2001, U 127/00, sowie Urteil R. vom 27. Juni 2001, U 92/00). Auch gibt der Versicherte an, dass es sich dabei um gewohnte, wenn auch seltene Tätigkeiten handelte. Der für das Tatbestandsmerkmal des äusseren Ereignisses notwendige äussere Faktor mit erheblichem Schädigungspotenzial ist aber nur zu bejahen, wenn die in Frage stehende Lebensverrichtung einer mehr als physiologisch normalen und psychologisch beherrschten Beanspruchung des Körpers gleichkommt. Deswegen fallen denn auch einschiessende Schmerzen als Symptome einer Schädigung nach Art. 9 Abs. 2 UVV ausser Betracht, wenn sie allein bei der Vornahme einer alltäglichen Lebensverrichtung auftreten, ohne dass hiezu ein davon unterscheidbares äusseres Moment hineinspielt (zur Publikation in der amtlichen Sammlung vorgesehenes Urteil H. vom 20. August 2003, U 17/03, Erw. 4.2.2). Bei den vom Beschwerdeführer geschilderten Vorgängen liegt jedoch keine gesteigerte Gefahrenlage vor und es ist auch kein Hinzutreten eines zur Unkontrollierbarkeit führenden Momentes ersichtlich. 3.3 Bei dieser Sachlage kann offen bleiben, ob tatsächlich eine Teilruptur der Supraspinatussehne vorlag oder nicht, da es bereits am unfallähnlichen Ereignis fehlt, um die Leistungspflicht der SUVA zu begründen.