Citation: 9C_636/2018 E. 6.2.2

6.2.2. Zum Indikator "Behandlungserfolg oder -resistenz" (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.2 S. 299) hat sich das kantonale Versicherungsgericht nicht ausdrücklich geäussert. Im Zusammenhang mit dem zur Kategorie "Konsistenz (Gesichtspunkte des Verhaltens) " gehörenden Indikator "behandlungs- und eingliederungsanamnestischer Leidensdruck" (BGE 141 V 281 E. 4.4.2 S. 304) hat es u.a. ausgeführt, der Beschwerdeführer habe die bisherige Behandlung trotz unbefriedigender Ergebnisse (vor dem Begutachungszeitpunkt) jahrelang unverändert fortgesetzt und sich nicht um Alternativen - auch mit unterschiedlichem therapeutischem Ansatz - bemüht. Sodann sei die Sitzungsfrequenz der Therapie gering gewesen. Im Weitern bestünden noch offene therapeutische Möglichkeiten im Sinne einer Anpassung der Medikation bzw. Etablierung einer kontrollierten Medikamenteneinnahme, weshalb eine Behandlungsresistenz zu verneinen sei. 6.2.2.1. Das definitive Scheitern einer indizierten, lege artis und mit optimaler Kooperation des Versicherten durchgeführten Therapie weist auf eine negative Prognose hin. Entspricht eine erfolglos gebliebene Behandlung nicht (mehr) dem aktuellen Stand der Medizin oder erscheint sie im Einzelfall als ungeeignet, kann daraus für den Schweregrad der Störung nichts abgeleitet werden (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.2 S. 299). Wie der Beschwerdeführer sinngemäss vorbringt, ist es auch bzw. in erster Linie Sache des behandelnden Arztes, die optimale Behandlungsform zu wählen und bei Nicht-Ansprechen des Patienten nach Alternativen zu suchen. 6.2.2.2. Der psychiatrische Gutachter stellte fest, dass bis zum Zeitpunkt der Untersuchung "leider" keine stationäre Behandlung durchgeführt worden war. Sodann bestanden aufgrund des fehlenden bzw. zu tiefen Spiegels Zweifel an der Compliance in Bezug auf die Einnahme der verordneten Medikamente, weshalb er entsprechende Kontrollen als indiziert erachtete. Gleichzeitig hielt er fest, die an sich notwendige Optimierung der Medikation habe aufgrund "atypischer Nebenwirkungen" nicht erfolgen können. Im Rahmen der interdisziplinären Beurteilung führten die Gutachter aus, es bestünden keine Möglichkeiten, das aktuell ermittelte Belastungsprofil des Versicherten zu verbessern. Eine stationäre Behandlung sei angesichts des langjährigen Verlaufs und der gezeigten Symptomatik zum heutigen Zeitpunkt nicht mehr erfolgversprechend. 6.2.2.3. Diese Darlegungen sprechen im Lichte des in E. 6.2.1 Gesagten jedenfalls nicht gegen einen auch aus rechtlicher Sicht beachtlichen Schweregrad der Störung.