Citation: 6B_918/2018 E. 2.4.2

2.4.2. Gemäss den vorinstanzlichen Feststellungen verfügt der Beschwerdeführer über eine rudimentäre Schulbildung und sehr bescheidene Deutschkenntnisse sowie über keinerlei Geschäftserfahrung. Im Zeitpunkt der Vertragsverhandlungen lebte er seit neun Jahren in der Schweiz. Er war primär als Küchenhilfe tätig. Die Vorinstanz erstellt weiter, es deute nichts darauf hin, dass er eine Vorstellung von der Übernahme und der Führung eines eigenen Betriebs in der Gastronomiebranche gehabt habe. Der Beschwerdeführer habe weder etwas von Buchführung verstanden noch eine genaue Vorstellung davon gehabt, welche Bewilligungen für das Führen eines Gastronomiebetriebs nötig seien. Weiter sei er nicht in der Lage gewesen zu erkennen, dass die B.________ GmbH zum Zeitpunkt des Kaufs überschuldet gewesen sei. Er habe ebensowenig verstanden, dass er mit dem Kauf der Stammanteile dieser Gesellschaft nicht auch die Ladenlokalität erworben habe. Aus seinen Aussagen ergebe sich zudem, dass er vor dem Vertragsschluss keine unabhängigen Informationen eingeholt oder Abklärungen im Zusammenhang mit der Betriebsbewilligung getroffen habe, sondern einzig C.________ vertraut habe (Urteil E. 9.2 S. 25). Angesichts dieser tatsächlichen Feststellungen ist entgegen der Auffassung der Vorinstanz und derjenigen der Beschwerdegegner eine Unerfahrenheit des Beschwerdeführers i.S.v. Art. 157 Ziff. 1 StGB gegeben (Vernehmlassung S. 8 f., act. 16). Der vorinstanzliche Hinweis, wonach es erstaune, dass der Beschwerdeführer innerhalb von rund zwei Monaten von Freunden aus seiner Heimat Fr. 70'000.-- habe auftreiben können, insbesondere da er in Nepal selber in einfachen Verhältnissen aufgewachsen sei (Urteil E. 9.2 S. 25), ist in diesem Zusammenhang unerheblich. Gleich verhält es sich mit dem Umstand, dass der Beschwerdeführer C.________ am Abend der Eröffnungsfeier gekündigt hat (Urteil E. 9.2 S. 26). Indem die Vorinstanz erwägt, durch die Anwesenheit von C.________ sei die Unerfahrenheit des Beschwerdeführers kompensiert worden, sie mithin dem Beschwerdeführer das Wissen bzw. die Handlungen von C.________ anrechnet, obwohl dessen konkrete Rolle unklar blieb, subsumiert sie die festgestellten Tatsachen unzutreffend und verletzt dadurch Bundesrecht. Die Vorinstanz hält fest, der Beschwerdeführer sei gemeinsam mit C.________ aufgetreten, den er als seinen Geschäftsführer vorgestellt habe, und die Beschwerdegegner hätten C.________ und damit dem Beschwerdeführer Unterlagen ausgehändigt, die es ermöglicht hätten, die wirtschaftliche Lage der B.________ GmbH zu beurteilen. Das gemeinsame Auftreten und das Aushändigen der Unterlagen bedeuten im Zusammenhang mit dem Tatbestand des Wuchers aber nicht, dass beim Beschwerdeführer trotz der vorerwähnten, von der Vorinstanz festgestellten Tatsachen keine Unerfahrenheit im Sinne von Art. 157 Ziff. 1 StGB vorliegt und dass er über die Risiken des Geschäfts hinreichend aufgeklärt wurde, insbesondere auch weil die Rolle von C.________ unklar blieb bzw. die Vorinstanz gar festhält, dieser dürfte im Beschwerdeführer eine Chance gesehen haben, selber Chef bzw. Geschäftsführer zu werden, ohne eigene finanzielle Mittel dafür aufwenden zu müssen (Urteil E. 8.3 S. 21). Entgegen der Meinung der Beschwerdegegner handelt es sich bei der Frage, ob hier das Tatbestandselement der Unerfahrenheit vorliegt oder nicht, um eine Rechtsfrage (Vernehmlassung S. 9, act. 16), welche das Bundesgericht mit freier Kognition überprüft. Das Strafverfahren gegen C.________ wurde eingestellt, weshalb eine strafbare Teilnahme von ihm nicht angenommen werden kann. Dies führt aber nicht dazu, dass sein Wissen und seine Handlungen vorliegend dem Beschwerdeführer anzurechnen sind. Die Willenserklärung, die den Vertrag zustande brachte, ging alleine vom Beschwerdeführer aus. Er ist denn auch alleinige Vertragspartei und nicht etwa er zusammen mit C.________. Die Beschwerde erweist sich in diesem Punkt als begründet.