Citation: 7B_229/2022 E. 4.1

4.1. Die Beschwerdeführerin beanstandet das Absehen von einer Landesverweisung. Die Vorinstanz begründe den Härtefall einzig mit dem 17-jährigen Sohn des Beschwerdegegners, der seit rund 2 Jahren bei ihm wohne. Sie blende aus, dass der Sohn bald volljährig werde bzw. im Vollzugszeitpunkt der Landesverweisung volljährig sei und seinem Alter entsprechend über eine hohe Selbständigkeit verfüge. Der Sohn könne auch mit seiner Mutter ein Familienleben führen, bei welcher er zuvor während mehrerer Jahre gelebt habe. Bei der vorzunehmenden Interessenabwägung berücksichtige die Vorinstanz die Kriterien nach Art. 31 VZAE überdies ungenügend. Sie lasse unberücksichtigt, dass der Beschwerdegegner bloss zwei Jahre seiner Kindheit in der Schweiz verbracht und die obligatorische Schule nicht hier besucht habe. Ausserdem spreche er trotz einer relativ langen Anwesenheitsdauer von 27 Jahren bloss beschränkt Deutsch. Ein Leben in der Türkei wäre für ihn nicht unzumutbar. Weiter habe er Schulden von ca. Fr. 80'000.-- und komme seinen finanziellen Verpflichtungen nicht nach. Schliesslich attestiere ihm das forensisch-psychiatrische Gutachten vom 15. November 2019 ein leichtes bis moderates Rückfallrisiko für sexuelle Grenzüberschreitungen und ein hohes Rückfallrisiko für Cannabiskonsum. Das öffentliche Interesse an einer Landesverweisung überwiege das private Interesse des Beschwerdegegners an einem Verbleib in der Schweiz. Indem die Vorinstanz von einer Landesverweisung absehe, verletze sie Art. 66a Abs. 2 StGB.