Citation: 6S.349/2006 03.11.2006 E. 6

6.1 Nach den verbindlichen tatsächlichen Feststellungen der Vorinstanz war dem Beschwerdeführer bewusst, dass der damalige Verkehrswert der Liegenschaft bei 6,5 Millionen Franken lag. Denn er wusste, dass die S.________ AG die Liegenschaft bereits Ende 1998 für diesen Preis gekauft hätte, und dies nur an seiner fehlenden Verkaufsbereitschaft zu diesem Zeitpunkt scheiterte. Dennoch verkaufte er am 11. Dezember 1998 die Liegenschaft als Vertreter der M.________ AG lediglich zum Buchwert von 4,8 Millionen Franken an die C.________ GmbH. Unmittelbar im Anschluss an die Vertragsunterzeichnung schloss er, dieses Mal als Vertreter der C.________ GmbH, mit der S.________ AG einen Kaufrechtsvertrag über die Liegenschaft ab, nach dem die S.________ AG sie frühestens am 1. Januar 2002 zum Preis von 6,5 Millionen Franken kaufen konnte. Die Vorinstanz erwägt ferner, der Beschwerdeführer habe mit der Liegenschaft einen möglichst hohen Gewinn erzielen wollen. Er habe diesen aber nicht der notleidenden M.________ AG, sondern der von ihm neu gegründeten C.________ GmbH zufliessen lassen wollen. Daher sei bei sämtlichen Vereinbarungen mit der S.________ AG die C.________ GmbH als Vertragspartnerin aufgetreten, obwohl sie im damaligen Zeitpunkt noch nicht Eigentümerin der Liegenschaft gewesen sei. Der Beschwerdeführer habe mit dem Verkauf der Liegenschaft durch die M.________ AG zum Buchwert dieser Gesellschaft bewusst den bedeutendsten Aktivposten entzogen und die Befriedigung der Gläubiger dadurch verunmöglicht. Wäre der Verkauf stattdessen für 6,5 Millionen Franken an die S.________ AG erfolgt, hätten bei bestehenden Grundpfandrechten von 5'690'000 Franken sämtliche Gläubiger vollständig befriedigt werden können, und zwar selbst wenn man davon ausgehen würde, dass eine (nicht zu erwartende) Gewinnsteuer von bis zu 575'000 Franken angefallen wäre (angefochtenes Urteil, S. 14, 16 f.). 6.2 Ausgehend von dieser Sachlage ist die Verurteilung des Beschwerdeführers wegen Gläubigerschädigung durch Vermögensminderung bundesrechtlich nicht zu beanstanden. Er hat die Liegenschaft für die M.________ AG für 4,8 Millionen Franken an die C.________ GmbH verkauft, obschon er wusste, dass er mit einem Verkauf an die S.________ AG einen um 1,7 Millionen Franken höheren Preis hätte lösen können. Mit diesem Vorgehen wollte er verhindern, dass dieser Mehrbetrag der M.________ AG und damit deren Gläubigern zufloss. Der Verkaufspreis von 4,8 Millionen Franken stellt im Verhältnis zum Preis von 6,5 Millionen Franken, den die S.________ AG Ende 1998 bezahlt hätte, eine Leistung mit offensichtlich geringerem Wert im Sinne von Art. 164 Ziff. 1 Abs. 3 StGB dar. Die Offensichtlichkeit des Missverhältnisses bestimmt sich selbständig und nicht nach Art. 21 OR, wie der Beschwerdeführer geltend macht. Der Tatbestand der Gläubigerschädigung durch Vermögensminderung ist objektiv und subjektiv erfüllt. 6.3 Ob der Beschwerdeführer zumindest vertraglich eine Gewinnbeteiligung für die M.________ AG für den Fall der Ausübung des Kaufrechts hätte vorsehen müssen, wie die Vorinstanz meint (angefochtenes Urteil, S. 17) und wogegen sich der Beschwerdeführer wendet, kann offen bleiben. Entscheidend ist allein, dass der Beschwerdeführer die Liegenschaft der M.________ AG bereits Ende 1998 für 6,5 Millionen Franken an die S.________ AG hätte verkaufen können, es aber zwecks Schädigung der Gläubiger der M.________ AG vorzog, die Liegenschaft der C.________ GmbH zum mehr als einen Viertel tieferen Buchwert zu veräussern. Mit diesem Verkauf erheblich unter Verkehrswert hat er das Vermögen der M.________ AG zum Schaden ihrer Gläubiger vermindert.