Citation: 5A_76/2023 E. 4

Wenn die Beschwerdeführerin zunächst eine willkürliche bzw. willkürlich unterlassene Sachverhaltsdarstellung sowie eine Verletzung des rechtlichen Gehörs im Allgemeinen, der Begründungspflicht im Besonderen und der strengen Untersuchungsmaxime rügt (es sei die Darstellung der jahrelangen häuslichen und sexuellen Gewalt durch den Beschwerdegegner sowie die klaren Indizien für depressive, dissoziale, emotionale und narzisstische Persönlichkeitsstörungen sowie Störungen der Sexualpräferenz und Autismus-Spektrum-Störung unterlassen worden), will sie offenkundig Boden schaffen für ihr Vorbringen, das Obergericht hätte nicht in erster Linie eine erwachsenenpsychiatrische Begutachtung von ihr, sondern eine solche des Beschwerdegegners anordnen müssen. Das Obergericht hat sich zu den diesbezüglichen Anschuldigungen, wie sie von der Beschwerdeführerin nachträglich erhoben worden sind, ausführlich im Massnahmeentscheid geäussert (vgl. die Darstellung im heutigen Urteil 5A_983/2022 E. 3) und im vorliegend angefochtenen Entscheid lediglich festgehalten, dass sich aus den Verweisen der Beschwerdeführerin nichts für ihren Standpunkt ableiten lasse. Es geht darum, dass die Beschwerdeführerin - offensichtlich prozesstaktisch motiviert - begonnen hatte, im Rahmen ihrer eigenen psychotherapeutischen Behandlung sowie gegenüber der Polizei und der Kriseninterventionsstelle Anschuldigungen gegen den Beschwerdegegner zu erheben, welche in zahlreichen (ausschliesslich auf ihren Behauptungen basierenden) Rapporten und Berichten wiedergegeben werden, welche die Beschwerdeführerin nunmehr als genuine Aussagen von Fachpersonen hinstellen will. In diesem Zusammenhang ist weder eine Verletzung des Willkürverbotes noch des rechtlichen Gehörs oder der Untersuchungsmaxime ersichtlich, wenn das Obergericht beweiswürdigend davon ausgegangen ist, es bestünden keine hinreichenden bzw. keine objektivierbaren Anhaltspunkte, dass der Beschwerdegegner an psychischen Problemen leiden würde, und es sei deshalb im Gutachtensauftrag keine dahingehende Fragestellung aufzunehmen.