Citation: 8C_343/2008 27.10.2008 E. 2

2.1 Dem Beschwerdeführer wird nicht vorgehalten, sich der Unrechtmässigkeit seines Bezuges von Arbeitslosenentschädigung bewusst gewesen zu sein, sodass sich einzig die Frage stellt, ob er die noch ausstehende Klärung der Anspruchsberechtigung bei der von ihm zu erwartenden Aufmerksamkeit hätte erkennen müssen und seine Gutgläubigkeit beim Leistungsbezug deshalb verneint werden muss. 2.2 Unbestrittenermassen hat der Beschwerdeführer seine Kontaktpersonen bei der Arbeitslosenversicherung von Anfang an über sein Vorhaben, ein Pub zu eröffnen und damit in die Selbstständigkeit zu wechseln, informiert. Eine Verletzung seiner Melde- oder Auskunftspflicht wird ihm denn auch nicht vorgeworfen. Wie den bei den Akten liegenden Gesprächsprotokollen zu entnehmen ist, wurde er dementsprechend auch über die in Art. 71a Abs. 1 AVIG unter dem Titel "Unterstützung zur Förderung der selbstständigen Erwerbstätigkeit" gesetzlich vorgesehene Möglichkeit aufgeklärt, bei der beabsichtigten Realisierung einer selbstständigen Erwerbstätigkeit unter gewissen Voraussetzungen allenfalls Hilfe seitens der Arbeitslosenversicherung in Form weiterer Taggelder in Anspruch nehmen zu können. Jedenfalls ist, wie das kantonale Gericht im angefochtenen Entscheid festgehalten hat, aktenkundig, dass der Berater des RAV bereits am 10. Dezember 2004 diesbezügliche Informationen abgegeben und dabei offenbar auch auf eine Informationsveranstaltung hingewiesen hat. Thematisiert wurde dieser Aspekt weiter auch anlässlich des zweiten Beratungsgesprächs vom 5. Januar 2005. 2.3 Daraus ist zu schliessen, dass der Beschwerdeführer Gelegenheit hatte, sich mit den Voraussetzungen für einen Taggeldbezug bei bevorstehender Aufnahme einer selbstständigen Erwerbstätigkeit auseinanderzusetzen. Dabei hätte er ohne weiteres erkennen können und müssen, dass die Gewährung von Arbeitslosenentschädigung in diesem Falle nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich ist, welche einer vorgängigen Abklärung durch die Organe der Arbeitslosenversicherung bedurft hätten. Auf keinen Fall durfte er damit aber davon ausgehen, Anspruch auf die ihm ohne weitergehende Abklärungen formlos ausbezahlten Taggelder zu haben. Dass das kantonale Gericht unter diesen Umständen erkannte, der Beschwerdeführer hätte bei Anwendung der gebotenen Aufmerksamkeit merken müssen, dass er allenfalls keinen Anspruch auf die ihm ausgerichtete Arbeitslosenentschädigung haben könnte, stellt jedenfalls keine Verletzung von Bundesrecht dar. Von der beantragten Befragung des zuständigen Mitarbeiters des RAV konnte es absehen, da bereits die bekannten Fakten zur Verneinung des guten Glaubens beim Leistungsbezug führen.