Citation: 2A.399/2000 27.10.2000 E. 2

2.- a) Gemäss Art. 10 Abs. 1 lit. a ANAG kann ein Ausländer aus der Schweiz ausgewiesen werden, wenn er we-gen eines Verbrechens oder Vergehens gerichtlich bestraft wurde. Die Ausweisung darf jedoch nur ausgesprochen werden, wenn sie nach den gesamten Umständen angemessen erscheint (Art. 11 Abs. 3 ANAG). Hierbei sind vor allem die Schwere des Verschuldens des Ausländers, die Dauer seiner Anwesenheit in der Schweiz und die ihm und seiner Familie drohenden Nachteile zu berücksichtigen (Art. 16 Abs. 3 ANAV). Die Frage, ob die Ausweisung im Sinne der Art. 11 Abs. 3 ANAG und Art. 16 Abs. 3 ANAV "angemessen", d.h. verhältnismässig sei, ist eine Rechtsfrage, die vom Bundesgericht im Verfahren der Verwaltungsgerichtsbeschwerde frei überprüft wird (vgl. Art. 104 lit. a OG; BGE 125 II 521 E. 2a S. 523 mit Hinweisen). b) Der Beschwerdeführer ist wegen Betäubungsmitteldelikten zu einer fünfjährigen Zuchthausstrafe verurteilt worden. Damit ist der Ausweisungsgrund von Art. 10 Abs. 1 lit. a ANAG gegeben. Der Beschwerdeführer ist mehrmals illegal und trotz bestehender Einreisesperre in die Schweiz eingereist; er verfügte nie über eine ordentliche Aufenthaltsbewilligung. Die von ihm begangenen Betäubungsmitteldelikte wiegen alles andere als leicht: das Obergericht hat das Tatverschulden des Beschwerdeführers als schwer gewichtet und festgehalten, die nachweisbar umgesetzte bzw. gelagerte Drogenmenge sei erheblich; der Beschwerdeführer habe nicht aus materieller Not gehandelt, und seinem deliktischen Verhalten hätten somit rein egoistische, gewinnsüchtige Motive zugrunde liegen müssen. Der Beschwerdeführer ist erst im Alter von fast 29 Jahren in die Schweiz gekommen; er hat unter anderem zweieinhalb Jahre in seinem Heimatland als Agraringenieur gearbeitet. Seine Eltern und ein Bruder leben noch in Albanien, die andern Geschwister sind offenbar mit ihren Familien nach Griechenland ausgewandert. Von einer Verwurzelung in unserem Land kann nicht gesprochen werden, hat der Beschwerdeführer doch einen grossen Teil seines Aufenthalts in der Schweiz im Strafvollzug verbracht. Die beiden 1996 und 2000 geborenen Kinder sind noch in einem anpassungsfähigen Alter; ein Leben in Albanien - sollte sich ihre Mutter dafür entscheiden - kann für sie nicht als unzumut-bar gelten, auch wenn die wirtschaftlichen Verhältnisse in diesem Land weniger vorteilhaft sind als in der Schweiz. Für die Ehefrau des Beschwerdeführers hingegen wäre ein Leben in Albanien angesichts der kulturellen Unterschiede kaum zumutbar. In Würdigung aller Umstände, insbesondere angesichts der schweren Betäubungsmitteldelikte, überwiegt jedoch das öffentliche Interesse an der Fernhaltung des Beschwerdeführers offensichtlich dessen privates Interesse an einem Verbleib in der Schweiz. c) Der Beschwerdeführer kann auch aus dem in Art. 8 Ziff. 1 EMRK garantierten Anspruch auf Achtung des Familienlebens nichts zu seinen Gunsten ableiten, da der Eingriff nach Art. 8 Ziff. 2 EMRK gerechtfertigt ist. d) Die Beschwerdeführer machen geltend, der angefochtene Entscheid verstosse gegen Art. 3 des UNO-Übereinkommens über die Rechte der Kinder (UNO-Kinderrechtekonvention; SR 0.107), weil das Kindeswohl nicht vorrangig berücksichtigt worden sei. Durch die Verweigerung einer Aufenthaltsbewilligung an den Beschwerdeführer wird seine Ehefrau vor die Entscheidung gestellt, entweder mit ihren Kindern in der Schweiz zu bleiben, wodurch diese mehr oder weniger ohne Vater aufwachsen müssten, oder aber ihrem Mann mit den beiden Kindern nach Albanien zu folgen. Die Trennung der Familie mag tatsächlich in Bezug auf das Kindswohl problematisch sein; die Ehefrau ist aber frei, die zweite Variante zu wählen. Indem geprüft wurde, ob diese Lösung für die Kinder zumindest zumutbar ist, wurde dem Kindswohl in genügendem Masse Rechnung getragen. Im Übrigen lässt sich aus der Kinderrechtekonvention kein Anspruch auf einen Aufenthalt in einem bestimmten Vertragsstaat ableiten, denn das Recht der Staaten, ihre Einwanderungsgesetze selbst auszugestalten, wird durch die Konvention nicht eingeschränkt (vgl. BGE 124 II 361 E. 3b S. 367 sowie unveröffentlichtes Urteil vom 25. Juli 2000 i.S. Pina Caro, E. 3b).