Citation: 6B_600/2017 E. 2.3

2.3. Das Bundesgericht legt seinem Urteil den Sachverhalt zugrunde, den die Vorinstanz festgestellt hat (Art. 105 Abs. 1 BGG). Die vorinstanzliche Sachverhaltsfeststellung kann nur gerügt werden, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruht und wenn die Behebung des Mangels für den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein kann (Art. 97 Abs. 1 BGG; vgl. auch Art. 105 Abs. 2 BGG). Offensichtlich unrichtig im Sinne von Art. 97 Abs. 1 BGG ist die Sachverhaltsfeststellung, wenn sie willkürlich ist (BGE 141 IV 249 E. 1.3.1 S. 253 mit Hinweis; vgl. zum Begriff der Willkür BGE 141 III 564 E. 4.1 S. 566; 138 I 49 E. 7.1 S. 51; je mit Hinweisen). Die von der Beschwerdeführerin erhobenen Rügen und die entsprechende Argumentation gehen von der Prämisse aus, dass die Berufungsbeschränkung gegen ihren Willen erfolgte. Dies ist unzutreffend. Nach den vorinstanzlichen Sachverhaltsfeststellungen lag ein Willensmangel nicht vor. Die Beschwerdeführerin weicht in unzulässiger Weise vom verbindlichen Sachverhalt ab, ohne Willkür aufzuzeigen. Ohne Grund beruft sich die Beschwerdeführerin auf den Vertrauensschutz. Nach dem in Art. 9 BV verankerten Grundsatz von Treu und Glauben kann eine unrichtige Auskunft, welche eine Behörde dem Bürger erteilt, unter gewissen Umständen Rechtswirkungen entfalten (vgl. auch Art. 5 Abs. 3 BV; Art. 3 Abs. 2 lit. a StPO). Der Grundsatz von Treu und Glauben verleiht einer Person Anspruch auf Schutz des berechtigten Vertrauens in eine Zusicherung, Auskunft oder sonstiges Verhalten einer Behörde (BGE 137 I 69 E. 2.5.1 S. 72 f.; 137 II 182 E. 3.6.2 S. 193; je mit Hinweisen). Voraussetzung ist, dass die sich auf den Vertrauensschutz berufende Person berechtigterweise auf diese Grundlage vertrauen durfte und gestützt darauf nachteilige Dispositionen getroffen hat, die sie nicht mehr rückgängig machen kann (vgl. zu den Voraussetzungen im Einzelnen BGE 143 V 95 E. 3.6.2 S. 103; 141 I 161 E. 3.1 S. 164 f.; 137 II 182 E. 3.6.2 S. 193; je mit Hinweisen). Dies ist hier nicht der Fall. Zwar bestätigte der frühere Verteidiger auf Fragen der Verfahrensleitung, dass Dispositiv-Ziffer 5 des erstinstanzlichen Urteils vom 31. März 2014 und Dispositiv-Ziffern 2 und 3 des "Nachtragsurteils" vom 21. Mai 2014 als rechtskräftig erachtet wurden. Mithin fand (soweit erkennbar) Dispositiv-Ziffer 1 des erstinstanzlichen Urteils vom 31. März 2014 in diesem Zusammenhang durch die Verfahrensleitung keine Erwähnung. Darin kann hingegen nicht eine vorbehaltlose Auskunft oder Zusicherung im Sinne der Beschwerdeführerin erkannt werden. Dies gilt umso mehr, als der Verteidigung im Vorfeld der Berufungsverhandlung mitgeteilt worden war, dass die Frage der Berufungseinschränkung noch im Raum stehe und sie die Möglichkeit habe, Ausführungen dazu anzubringen. Mithin trifft entgegen dem Dafürhalten der Beschwerdeführerin nicht zu, dass die Vorinstanz der Verteidigung keine Möglichkeit eingeräumt hätte, zur Berufungsbeschränkung respektive zum behaupteten Willensmangel Stellung zu nehmen (vgl. Entscheid S. 13). Zudem ist auch eine nachteilige Disposition nicht erkennbar, nachdem die amtliche Verteidigung an der Berufungsverhandlung vom 8. Februar 2017 einen vollumfänglichen Freispruch beantragte und dazu ein über 300-seitiges Plädoyer verlas.