Citation: 4P.130/2000 06.10.2000 E. 4

4.- Das Obergericht hielt dafür, der Beschwerdegegner habe mittels der im Appellationsverfahren zum Gegenbeweis eingereichten Urkunden die von der Beschwerdeführerin aufgrund der Quittungen geschaffene Vermutungsbasis erschüttert bzw. den Gegenbeweis erbracht. So sei nicht ausgeschlossen, dass die in der Vereinbarung vom 24./25. Juli 1997 vom Beschwerdegegner anerkannte Schuld von Fr. 38'000.-- gegenüber der Hotel Stanserhof AG den Betrag von Fr. 12'179. 20 als Darlehen von Balz Leuthard mitenthalte. Vor allem aber seien folgende auf dem Buchhaltungsblatt über das Darlehenskonto P. Duss der Hotel Stanserhof AG entsprechende Belastungen begleitende Buchungstexte geeignet, die Behauptung des Beschwerdegegners, die den Quittungen zugrunde liegenden Zahlungen seien nicht als Lohn, sondern als Darlehen geflossen, zu stützen: - "B.Leuthard/Akonto Juli 726. 40" - "Entsch. August Hr. Duss 5.000. 00" - "B. Leuthard/Akonto Aug. 5.000. 00" - "P. Duss/Akonto Lohn Sept 700. 00". Balz Leuthard habe als Zeuge die Zweifel an der Lohnzahlung nicht zu beseitigen vermocht. Namentlich sei er nicht in der Lage gewesen, die Buchungstexte in der Kontokorrentabrechnung nachzuvollziehen. Es stehe daher nicht mit genügender Sicherheit fest, dass dem Beschwerdegegner "für seine Tätigkeit im Hotel Stanserhof für die Monate Juni bis September 1996 per saldo bereits ein Entgelt geleistet" worden sei. Die Beschwerdeführerin wirft dem Obergericht nach wörtlicher Wiedergabe ihrer im kantonalen Verfahren abgegebenen Stellungnahme zum Beweisergebnis im Wesentlichen vor, die Funktion von Gegenkonti in einer Buchhaltung verkannt, die Aussage des Klägers, wonach der Saldo des Kontoblattes Nr. 2062 als Ausgangsbasis der Kontokorrentabrechnung gedient habe, übersehen und damit den Sachverhalt falsch ermittelt zu haben. Das Obergericht habe die auf dem Kontoblatt aufscheinenden Lohngutschriften von Fr. 42'000.-- und Fr. 4003. 35 für das zweite Halbjahr 1996 willkürlich ausser Acht gelassen, so dass angesichts des vom Beschwerdegegner behaupteten Monatslohns von Fr. 7000.-- brutto die Zweifel an der erfolgten Lohnzahlung jeglicher Begründung entbehrten. In der Tat wurden auf dem vom Beschwerdegegner zum Gegenbeweis eingereichten Kontoblatt im Haben unter Nr. 31 und Nr. 36 mit der Anmerkung "Bruttolohn P. Duss 2. HJ" bzw. "Bruttolohn 13er Duss" Fr. 42'000. 00 bzw. Fr. 4'083. 35 verbucht. Das Obergericht liess diese beiden Buchungen im angefochtenen Urteil unerwähnt, obwohl die Beschwerdeführerin in ihrer Stellungnahme vom 4. Februar 1999 darauf hingewiesen hatte. Weshalb das Obergericht lediglich die Belastungen, nicht aber die Gutschriften berücksichtigte, ist nicht nachvollziehbar, zumal der Beschwerdegegner bei Saldoziehung mit Fr. 93'335. 95.-- im Soll stand, welches um die beiden Habenbuchungen verringert wurde, was den Saldo von Fr. 47'252. 60 ergab, der wiederum als Basis der Vereinbarung vom 24./25. Juli über die Rückzahlung des Darlehens diente. Das ergibt sich klar aus der Kontokorrentabrechnung, auf welche sich der Beschwerdegegner zum Gegenbeweis berufen hat. Somit steht aufgrund der Urkunden, die der Beschwerdegegner dem Obergericht vorgelegt hat, beweismässig fest, dass ihm vor Festlegung seiner Darlehensschuld gegenüber der Stanserhof AG in der Vereinbarung ein Bruttolohn von Fr. 46'083. 35 gutgeschrieben wurde. Indem das Obergericht bei der Würdigung einer Buchhaltungsunterlage über ein Kontokorrentverhältnis lediglich die Last-, nicht aber die Gutschriften beachtete, verfiel es in Willkür, namentlich mit Blick auf die vom Obergericht in anderem Zusammenhang als erheblich erachteten Vermerke, die als Grund für die Gutschrift Lohn- bzw. Anteil