Citation: 4A_35/2021 E. 2

Die Beschwerdeführerin rügt in vier Positionen eine Verletzung der Dispositionsmaxime (Art. 58 ZPO) und die Korrektur "von Amtes wegen" zweier "offensichtlicher" Versehen der Erstinstanz (Rechnung der XY6________ von Fr. 83'886.98 auf Fr. 88'228.33 und Rechnung der XY7________ AG von Fr. 83'380.95 auf Fr. 85'380.95), obwohl die Beschwerdegegnerin diese nicht beanstandet habe. Zudem habe die Vorinstanz, obwohl die Beschwerdegegnerin keine Berufung erhoben und die Rechnung nicht beanstandet habe, bei zwei Forderungen mehr zugesprochen als die Erstinstanz (XY8________ AG; Fensterarbeiten insgesamt Fr. 1'859'395.45 statt Fr. 1'843'280.36; Honorar von Fr. 2'400'700.70 statt Fr. 2'395'872.30). Sie macht aber nicht geltend, die Vorinstanz hätte der Beschwerdegegnerin insgesamt mehr zugesprochen als die Erstinstanz. Zwar darf das Gericht nach Art. 58 Abs. 1 ZPO einer Partei nicht mehr oder anderes zusprechen, als sie verlangt und nicht weniger als die Gegenpartei anerkannt hat, und die Rechtsmittelinstanz darf grundsätzlich nicht über die Rechtsmittelanträge des Rechtsmittelklägers hinauszugehen und zu dessen Ungunsten das erstinstanzliche Urteil abändern, es sei denn, die Gegenpartei habe ihrerseits ein Anschlussrechtsmittel ergriffen (BGE 110 II 113 E. 3a; 134 III 151 E. 3.2 S. 158; Urteil des Bundesgerichts 5A_713/2017 vom 7. Juni 2018 E. 4.1: sog. Verbot der reformatio in peius oder Verschlechterungsverbot). Das Rechtsmittelgericht ist aber lediglich an den erstinstanzlich zuerkannten Gesamtbetrag gebunden (BGE 119 II 396 E. 2 S. 397; 123 III 115 E. 6d S. 119; 143 III 254 E. 3.3 S. 258; zit. Urteil 5A_713/2017 E. 4.2). Die Korrektur eines Versehens kann ohnehin von Amtes wegen erfolgen (Art. 334 Abs. 1 ZPO).