Citation: 4A_500/2009 25.05.2010 E. 4

In der Beschwerde wird der Vorinstanz schliesslich Willkür in der Beweiswürdigung bei der Beurteilung der Transportkosten vorgeworfen. Die Vorinstanz erachtete die Vorbringen bezüglich der Transporte der Beschwerdeführerin beim Abholen vom Heim für widersprüchlich. Die Beschwerdeführerin hatte vor erster Instanz Ersatz für ein zu ihrem Transport angeschafftes Fahrzeug verlangt. Auf den Einwand der Beschwerdegegnerin, der Transport mit dem Tixi-Taxi, wie er vor Anschaffung des Fahrzeugs praktiziert worden sei, wäre günstiger, wurde in der erstinstanzlichen Replik erwidert, der Vater hätte die Beschwerdeführerin bei einem Transport mit dem Tixi-Taxi jeweils nicht auf dem Heimweg von der Arbeit nach Hause mit dem Fahrzeug mitnehmen können. Dies steht nach Auffassung der Vorinstanz im Widerspruch zu der in anderem Zusammenhang aufgestellten Behauptung, der Vater habe sich so organisiert, dass er Freitags immer frei gehabt habe, um die Beschwerdeführerin abzuholen, so dass er beim Abholen immer vom Wohnort (Kriens) weggefahren sei. Vor diesem Hintergrund erachtete es die Vorinstanz nicht als erwiesen, dass die Hinfahrten am Freitag von Kriens aus erfolgten. 4.1 Die Beschwerdeführerin wendet mit Aktenhinweisen ein, sie habe bei den Transportkosten immer geltend gemacht, ihr Vater hätte sie am Freitag von Kriens aus abgeholt. Die Vorinstanz lasse die Bestätigung der Arbeitgeberin ausser Betracht, wonach ihr Vater bis Februar 2002 zu 80 % und ab März 2002 noch zu 60 % angestellt gewesen sei. Dies beweise, dass er zumindest am Freitag arbeitsfrei hatte. Die Ausführungen, wonach die Beschwerdeführerin beim Transport mit dem Tixi-Taxi nicht auf dem Weg von der Arbeit nach Hause hätte mitgenommen werden können, seien versehentlich so formuliert worden, dass sie die Vergangenheit beschlügen. Beim Kauf des Fahrzeugs zum Transport der Beschwerdeführerin sei geplant gewesen, diese nach einer späteren Wiedererhöhung des Arbeitspensums des Vaters (zeit- und kostensparend) im Verlauf des Freitagnachmittags auf dem Heimweg von der Arbeit mitzunehmen. Dass es dazu wegen der Pensenreduktion tatsächlich nicht gekommen sei, habe die Beschwerdeführerin in der Appellationsantwort in aller Form klargestellt. Überdies sei der Vater der Beschwerdeführerin ab Ende November 2004 ohne Anstellung, weshalb ab diesem Zeitpunkt ohnehin alle Transporte ab Kriens erfolgen mussten. Wenn die Eltern aus formellen Gründen nicht als Zeugen befragt würden, müsse ein Indizienbeweis genügen. 4.2 Willkürlich ist ein Entscheid nach konstanter Rechtsprechung nicht schon dann, wenn eine andere Lösung ebenfalls vertretbar erscheint oder gar vorzuziehen wäre. Das Bundesgericht hebt einen kantonalen Entscheid wegen Willkür vielmehr nur auf, wenn er offensichtlich unhaltbar ist, mit der tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft. Dabei genügt es nicht, wenn sich nur die Begründung des angefochtenen Entscheides als unhaltbar erweist. Eine Aufhebung rechtfertigt sich nur dann, wenn der Entscheid auch im Ergebnis verfassungswidrig ist (BGE 134 II 124 E. 4.1 S. 133 mit Hinweisen). 4.3 Die Beschwerdegegnerin hatte in ihrer Appellationsbegründung behauptet, der Vater der Beschwerdeführerin habe diese jeweils am Freitag auf dem Nachhauseweg abgeholt. Dieser Umstand sei von der Beschwerdeführerin in der erstinstanzlichen Replik als Grund für die Anschaffung des PW's angeführt worden. An der Stelle in der Appellationsantwort, auf welche die Beschwerdeführerin in der Beschwerdeschrift verweist, stellt sie zwar klar, dass der Freitag infolge der Teilzeitbeschäftigung immer arbeitsfrei gewesen und die Abholung immer von Kriens aus erfolgt sei. Zum Beweis wird der Vater als Zeuge angeboten. Auf den Widerspruch mit der Aussage in der Replik wird indessen nicht im Einzelnen eingegangen. Namentlich wird nicht wie jetzt vor Bundesgericht erklärt, die betreffende Aussage in der erstinstanzlichen Replik beziehe sich auf eine in Zukunft geplante Aufstockung des Arbeitspensums. Damit konnte die Vorinstanz ohne Willkür festhalten, die Aussagen seien widersprüchlich. Dass die Vorinstanz dieses Prozessverhalten in die Beweiswürdigung einbezieht, ist nicht zu beanstanden (vgl. GULDENER, a.a.O., S. 322). Welche Tage arbeitsfrei waren, hätte zudem die Arbeitgeberin bestätigen können, so dass die Beschwerdeführerin diesbezüglich nicht auf die nach kantonalen Prozessrecht unzulässige Zeugenbefragung ihres Vaters angewiesen war. Die Vorinstanz verfiel demnach nicht in Willkür, wenn sie die Transporte von Kriens nicht als erwiesen erachtete.