Citation: 2C_779/2021 E. 6.2

6.2. Es trifft zu, dass die körperliche Pflege des Beschwerdeführers und die Besorgung des Haushalts bislang mehrheitlich die Spitex und eine Haushaltshilfe übernahmen und es sich damit grundsätzlich um Unterstützungsleistungen handelt, die auch von Dritten wahrgenommen werden könnten. Nachvollziehbar ist aber auch, dass die flexiblere Betreuung durch die im selben Haushalt lebende Mutter für den Beschwerdeführer als Paraplegiker von besonderer Bedeutung ist. Die Beschwerdeführenden substanziieren zwar nicht hinreichend, inwiefern die von ihnen diesbezüglich angerufenen Bestimmungen der UN-Behindertenrechtskonvention direkt anwendbare Individualrechte enthalten (vgl. Botschaft vom 19. Dezember 2012 zur Genehmigung der BRK, BBl 2013 673 ff. Ziff. 2.1; Urteil 9C_285/2020 vom 25. März 2021 E. 5.1) oder gar einen (über Art. 8 Ziff. 1 EMRK hinausgehenden) Aufenthaltsanspruch gewährleisten würden. Die Zielsetzung der BRK, Menschen mit Behinderungen insbesondere ein Höchstmass an Unabhängigkeit zu gewährleisten (vgl. Art 26 BRK; BBl 2013 705), kann im Rahmen der Beurteilung der Hilfsbedürftigkeit des Beschwerdeführers gleichwohl Berücksichtigung finden (vgl. BGE 144 I 214 E. 3.2 mit Hinweisen [betreffend die Auslegung völkerrechtlicher Verträge im Lichte anderweitiger Völkerrechtssätze nach Art. 31 Ziff. 3 lit. c VRK [SR 0.111]]; Urteil des EGMR Kiyutin gegen Russland vom 10. März 2011 [Nr. 2700/10] §§ 32 und 57 [betreffend die Auslegung von Art. 8 i.V.m. Art. 14 EMRK im Lichte der BRK]).