Citation: 6P.61/2002 24.09.2002 E. 3

Der Beschwerdeführer rügt eine Verletzung von Art. 117 StGB. Der Vorschlag der K.________AG, auch eine billigere Revision durchführen zu wollen, habe ihn im Glauben bekräftigt, dass diese den Sicherheitsregeln entsprechen würde. Da die L.________AG eine spezialisierte Firma sei, könne ihm auch nicht vorgeworfen werden, dieser Gesellschaft die von K.________AG vorgeschlagene Totalsanierung nicht mitgeteilt zu haben. Er habe gegen keine Norm verstossen, da es keine Vorschrift gebe, die den Weiterbetrieb älterer Aufzüge verbiete. Unsere Gesellschaft toleriere den Weiterbetrieb von weit gefährlicheren Installationen wie etwa die Seetalbahn, die mit den heutigen Sicherheitsvorschriften nicht im Einklang stünden; von einem Mangel im rechtlichen Sinn könne deshalb nicht gesprochen werden. Die die Aufzüge betreffenden (komplexen) SIA-Normen könnten überdies für einen gewöhnlichen Bürger nicht verbindlich sein. Auch ein Architekt wie er habe die Spezialnormen für Lifte nicht zu kennen; ein Architekt wende sich für solche Arbeiten immer an einen Fachkundigen. Es sei schliesslich stossend, ihn ins Recht zu fassen und nicht die Spezialisten, die in erster Linie für die nicht betriebskonforme Wiederinstandstellung des Lifts verantwortlich seien. 3.1 Die Beschwerdegegner wenden ein, der Beschwerdeführer habe in seiner Eigenschaft als Liegenschaftsverwalter Einfluss auf den Entscheid über die Wiederinbetriebnahme des Lifts gehabt. Er selber habe 1994 den Lift aus Sicherheitsgründen ausser Betrieb gesetzt. Aufgrund der Offerten, die er gesehen habe, und seiner Fachkenntnisse habe er gewusst, dass eine Teilsanierung die gefahrlose Wiederinbetriebnahme nicht gewährleisten würde. Ihm sei daher vorzuwerfen, die Wiederinbetriebnahme des Lifts ohne sicherheitstechnische Nachrüstung nicht verhindert zu haben. Die Situation sei schliesslich mit derjenigen der Seetalbahn nicht vergleichbar, da für Bahnanlagen andere Haftungsbestimmungen gelten würden und die Seetalbahn nicht, wie der Lift, aus Sicherheitsgründen stillgelegt worden sei. 3.2 Die Vorinstanz geht davon aus, dass der Beschwerdeführer als Architekt und Geschäftsführer der I.________GmbH und als Verwalter bei der H.________AG dafür verantwortlich sei, dass der Personenaufzug keine Gefahr für dessen Benutzer darstellen würde. Er habe die aus Art. 58 OR resultierende Pflicht der Eigentümerin mit dem Anstellungsvertrag als Liegenschaftsverwalter vertraglich übernommen. Die Zwangsverwaltung ändere nichts daran. Er habe aufgrund der Offerte der K.________AG für eine Totalrevision gewusst und hätte auch als Liegenschaftsverwalter und Architekt wissen müssen, dass bei einer Teilrevision der Lift mit sicherheitstechnischen Mängeln behaftet bliebe. Indem er die Wiederinbetriebnahme des Lifts nach nur notdürftigen Arbeiten zugelassen bzw. nicht verhindert habe, habe er fahrlässig gehandelt.