Citation: 5A_99/2016 E. 2.1

2.1. In verfahrensrechtlicher Hinsicht rügt der Beschwerdeführer sinngemäss, dass er nicht hätte im Auftrag der Sozialbehörde medizinisch begutachtet und das erstellte Gutachten der KESB nicht hätte zur Verfügung gestellt werden dürfen. Er habe in eine Begutachtung nie eingewilligt. Es ist unbestritten, dass das Gutachten nicht im Verfahren vor der KESB erstellt worden ist, sondern in jenem der Sozialbehörde, bei der es in erster Linie um die Ausrichtung der Sozialhilfe ging. Gegenstand der vorliegenden Beschwerde ist aber ausschliesslich das Verfahren nach Erwachsenenschutzrecht, nicht das Verfahren vor der Sozialbehörde. Insofern kann Gegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens auch nicht die Anordnung einer Begutachtung durch die Sozialbehörde sein, welche der Beschwerdeführer rügt. Im vorliegenden Verfahren ist nur zu prüfen, ob die KESB Bundesrecht verletzt hat, indem sie auf das im Sozialhilfeverfahren erstellten Gutachten abstellte. Wie das Obergericht richtig festhält, erforscht die KESB den Sachverhalt von Amtes wegen. Sie zieht dafür die erforderlichen Erkundigungen ein und erhebt die notwendigen Beweise. Sie kann auch eine Begutachtung anordnen (Art. 446 Abs. 1 und 2 ZGB). Die KESB ist somit korrekt vorgegangen, indem sie nach Eingang der Gefährdungsmeldung die Akten der Sozialbehörde zugezogen hat. Es ist auch nicht zu beanstanden, dass sie ihrem Entscheid das psychiatrische Gutachten zugrunde legte. Eine Begutachtung kann nötigenfalls auch gegen den Willen der betroffenen Person erfolgen (CHRISTOPH AUER/MICHÈLE MARTI, in: Honsell/Vogt/Geiser, Basler Kommentar, ZGB Bd. I, 2014, N 22 zu Art. 446 ZGB). Der Umstand, dass der Beschwerdeführer nicht ausdrücklich der Begutachtung zugestimmt hat, steht einer Verwertung des Gutachtens im Beweisverfahren somit nicht entgegen. Die Sozialbehörde durfte dieses Gutachten auch der KESB weitergeben. Gemäss Art. 453 ZGB arbeiten die Erwachsenenschutzbehörden und die betroffenen Stellen zusammen, wenn die ernsthafte Gefahr besteht, dass eine hilfsbedürftige Person sich selbst gefährdet. Auch Personen, die einem Amts- oder Berufsgeheimnis unterstehen, sind in einem solchen Fall berechtigt, der Erwachsenenschutzbehörde Mitteilung zu machen, ohne dass eine Entbindung von der Geheimhaltungspflicht notwendig wäre (Art. 453 Abs. 2 ZGB). Sie dürfen folglich auch die für das Handeln der KESB notwendigen Dokumente, wie ein ärztliches Gutachten, an sie weiterleiten. Die Vorbringen des Beschwerdeführers bezüglich des Verfahrens erweisen sich somit als nicht begründet.