Citation: 4P.10/2003 24.06.2003 E. 2

2.1 In der Hauptbegründung vertritt das Obergericht die Auffassung, dass die in die Vereinbarung der Parteien vom 28. März 2000 aufgenommene Saldoklausel sich nicht nur auf den pro-rata-Bonus und die Autoreparaturkosten, sondern auch auf Schadenersatzansprüche aus dem Arbeitsverhältnis bezieht. Die Beschwerdeführerin rügt, das Obergericht habe ihren Gehörsanspruch verletzt, indem es die Zeugenaussagen und die Aussagen der Gegenpartei zum tatsächlichen Parteiwillen in Bezug auf die Saldoquittung nicht gewürdigt habe. 2.2 Der in Art. 29 Abs. 2 BV verankerte Anspruch auf rechtliches Gehör gibt dem Betroffenen das Recht, sich vor Erlass eines in seine Rechtsstellung eingreifenden Entscheids zu äussern, erhebliche Be- weise beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen Beweisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung wesentlicher Beweise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen (BGE 127 I 54 E. 2b S. 56, mit Hinweisen). Dem Mitwirkungsrecht entspricht die Pflicht der Behörde, die Argumente und Verfahrensanträge der Partei entgegenzunehmen und zu prüfen sowie die ihr rechtzeitig und formrichtig angebotenen Beweismittel abzunehmen, es sei denn, diese beträfen eine nicht erhebliche Tatsache oder seien offensichtlich untauglich, über die streitige Tatsache Beweis zu erbringen (BGE 124 I 241 E. 2 S. 242, mit Hinweisen). 2.3 Ist der Inhalt einer Vereinbarung strittig und vermag eine der Parteien einen tatsächlichen übereinstimmenden Parteiwillen nachzuweisen, geht dieser dem mutmasslichen, nach dem Vertrauensprinzip ermittelten Parteiwillen vor (Art. 18 Abs. 1 OR; BGE 129 III 118 E. 2.5 S. 122). Im vorliegenden Fall weist die Beschwerdeführerin nach, bereits im kantonalen Verfahren prozesskonform behauptet zu haben, die Parteien hätten die Saldoklausel übereinstimmend in dem Sinne verstanden, dass die streitige Schadenersatzforderung nicht erfasst sei. Auch belegt die Beschwerdeführerin, im kantonalen Verfahren prozesskonform Beweise dafür angeboten zu haben. Das Obergericht setzte sich mit den rechtserheblichen Behauptungen der Beschwerdeführerin nicht auseinander und unterliess es insbesondere, die in den Akten liegenden Aussagen zu würdigen. Die staatsrechtliche Beschwerde ist daher insoweit begründet.