Citation: 5P.160/2000 08.06.2000 E. 3

3.- Die Beschwerdeführerin hält die Betrachtungsweise des Kantonsgerichts in verschiedener Hinsicht für willkürlich und wirft der kantonalen Instanz ausserdem vor, ihren Anspruch auf rechtliches Gehör missachtet zu haben. a) Nach schweizerischem Recht setzt die Erteilung der (definitiven) Rechtsöffnung voraus, dass die Person, die in dem als Rechtsöffnungstitel vorgelegten Urteil als Gläubigerin bezeichnet wird, mit derjenigen identisch ist, die die Betreibung eingeleitet hat (Daniel Staehelin, Kommentar zum SchKG, N 33 zu Art. 80; Pierre-Robert Gilliéron, Commentaire de la loi fédérale sur la poursuite pour dettes et la faillite, N 22 zu Art. 80; Panchaud/Caprez, Die Rechtsöffnung, § 107 Nr. 1). Dass das Kantonsgericht seinem Beschluss diesen Grundsatz zugrunde gelegt hat, beanstandet die Beschwerdeführerin nicht. b) Der für den Entscheid über das Rechtsöffnungsbegehren allein ausschlaggebenden Feststellung des Kantonsgerichts, forderungsberechtigt sei nach dem Beschluss des Grazer Landesgerichts für Zivilrechtssachen nicht die Beschwerdeführerin, sondern deren Mutter, hält jene entgegen, sie selbst sei im landesgerichtlichen Verfahren Prozesspartei gewesen und ihre Mutter sei ausdrücklich als Vertreterin angeführt worden. Indem das Landesgericht im Gegensatz zum Bezirksgericht Leibnitz die Zahlung der Unterhaltsbeiträge nicht zu ihren, sondern zu ihrer Mutter Handen angeordnet habe, habe es eine Klarstellung angestrebt und Vollstreckungsprobleme vermeiden wollen. Die Anordnung der Zahlung zu Handen der Mutter sei eine Folge der normalen, in der Schweiz wie in Österreich geltenden Regeln über die Erfüllung von Forderungen gegenüber handlungsunfähigen Personen. Diese Ausführungen der Beschwerdeführerin finden in den Feststellungen des Kantonsgerichts keine Stütze. Sie werden hier denn auch erstmals vorgebracht, obschon angesichts der Erklärungen im kantonalen Rekurs des Beschwerdegegners zur fehlenden Identität zwischen der als Gläubigerin bezeichneten und der betreibenden Person schon im kantonalen Verfahren dazu Anlass und - in der Rekursantwort - auch Gelegenheit bestanden hätte. Die Vorbringen sind mithin neu und hier daher unbeachtlich (dazu BGE 119 II 6 E. 4a S. 7; 118 III 37 E. 2a S. 38 f.). Andere Gründe, die es als willkürlich erscheinen liessen, sie nicht als Gläubigerin der strittigen Alimentenforderung zu betrachten, legt die Beschwerdeführerin nicht dar. c) Für die erwähnte Identitätsfrage ist ohne Belang, nach welchem Recht sich die Aktivlegitimation im Unterhaltsprozess beurteilt und wer nach österreichischem Recht anspruchsberechtigt bzw. wie die prozessuale Vertretung nach diesem Recht geregelt ist. Soweit die Beschwerdeführerin mit entsprechenden Ausführungen unter Hinweis auf das österreichische Recht Willkür und Gehörsverweigerung rügt, stösst die Beschwerde demnach ins Leere. Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin hat schliesslich das Kantonsgericht keineswegs die Ausführungen des Grazer Landesgerichts zur Aktivlegitimation bezüglich des von diesem zugesprochenen Anspruchs überprüft: Die kantonale Instanz hat sich bei der Abklärung der Identitätsfrage strikte an den Wortlaut des Dispositivs des vom genannten Gericht gefällten Beschlusses gehalten. d) Das Rechtsöffnungsbegehren erstreckte sich auf eine Zeitspanne, die ausschliesslich durch den Entscheid des Grazer Landesgerichts erfasst wird. Die Anrufung des die Eltern der Beschwerdeführerin betreffenden schweizerischen Scheidungsurteils ist daher von vornherein unbeachtlich.