Citation: 8C_239/2023 E. 7.2

7.2. Bei der Festlegung und Auszahlung der Invalidenrente haben IV-Stelle und Ausgleichskasse zusammenzuwirken (Art. 57 Abs. 1 lit. c, f und g sowie Art. 60 Abs. 1 lit. a, b und c IVG; BGE 139 V 106 E. 7.2.1 mit Hinweisen). Die Beschwerdegegnerin muss sich demnach das bei der Ausgleichskasse vorhandene Wissen um einen zur Rentenrückforderung Anlass gebenden Sachverhalt anrechnen lassen (Urteil 9C_241/2018 vom 2. April 2019 E. 3.1). Nach dem Gesagten fand eine vertiefte Überprüfung der Rentenhöhe erstmals im Jahr 2014 statt, wobei die ausländischen Beitragszeiten nicht respektive nur unvollständig ausgeklammert blieben. Dies zog die falsche Ausrichtung einer vollen Invalidenrente an die Beschwerdeführerin ("erster Anlass") nach sich. Wenn nicht bereits im Sommer 2016, so begann die relative einjährige Verwirkungsfrist nach Art. 25 Abs. 2 erster Satz ATSG spätestens im Rahmen der Anmeldung ihres Ehemannes zum Bezug einer Altersrente zu laufen, nämlich im Juli 2018. Anhand ihrer damaligen Berechnungen hätte die Ausgleichskasse, wie sie selber einräumt, ihren Fehler bei zumutbarer Sorgfalt entdecken müssen ("zweiter Anlass"). Die Rückforderung, welche der Beschwerdeführerin, wie erwähnt (vgl. E. 5.3 hiervor), erstmals mit Verfügungen vom 28./30. Oktober 2020 eröffnet wurde (vgl. dazu: SVR 2018 KV Nr. 6 S. 30, 9C_778/2016 E. 5.1; Urteil 9C_821/2012 vom 12. April 2013 E. 4.2), erweist sich somit als verwirkt. Die Beschwerde ist begründet und daher gutzuheissen.