Citation: 2C_21/2024 E. 5.5.2

5.5.2. Der Vorwurf der Beschwerdeführerin greift zu kurz: Die ElCom hat an der gleichen Stelle ebenso dargelegt, dass eine Prüfung der reellen, in den Jahresrechnungen reflektierten Zahlen erfolge, soweit die für den Tarif massgeblichen Zahlen auf den Ist-Werten des letzten abgeschlossenen Geschäftsjahres beruhten (vgl. E. 4.1.2 i.f. des angefochtenen Urteils). Diese Auffassung hat die Vorinstanz in ihren Erwägungen ebenso vertreten, indem sie auf das in der Praxis etablierte und in der Rechtsprechung als gesetzmässig beurteilte Basisjahrprinzip verweist (vgl. E. 4.5.1 des angefochtenen Urteils). Nach dem sogenannten Basisjahrprinzip reichen die Verteilnetzbetreiberinnen jeweils per Ende August des Jahres (Jahr t-1) ihre Kostenrechnungen für das folgende Tarifjahr (Jahr t) basierend auf den Ist-Werten des Basisjahres (Jahr t-2) ein (vgl. E. 4.3 hiervor). Der Netznutzungstarif beruht damit von vornherein auf gewissen Planwerten, im Wesentlichen aber auf den Ist-Kosten des letzten abgeschlossenen Geschäftsjahrs, welches der jeweiligen Tarifperiode vorangeht (vgl. Urteil 2C_297/2019 vom 28. März 2020 E. 5.4.1.1). Beispielsweise basieren die Tarife für das Tarifjahr 2015, welche im Jahr 2014 zu berechnen sind, auf der Kostenrechnung des Basisjahres 2013. Die Ist-Werte für das Jahr 2015 liegen erst im Nachhinein abschliessend vor, wenn die Kostenrechnung des Jahres 2015 erstellt ist. Der Zeitpunkt, in dem die Ist-Werte eines bestimmten Jahres bekannt sind und in das Tarifprüfungsverfahren Eingang finden können, hängt indes nicht davon ab, ob die ElCom ein Tarifprüfungsverfahren nach Art. 22 Abs. 2 lit. a StromVG (Streitfall) oder nach Art. 22 Abs. 2 lit. b StromVG (Überprüfung von Amtes wegen) durchführt.