Citation: 5A_86/2015 E. 3.4

3.4. Was die konkrete Korrektur des tariflichen Resultates anhand der konkret erbrachten Leistungen anbelangt, steht den Kantonen ein weites Ermessen zu (statt vieler: Urteil 6B_951/2013 vom 27. März 2014 E. 4.2) und das Bundesgericht greift nur bei eigentlichem Ermessensmissbrauch ein (vgl. BGE 132 III 97 E. 1 S. 99; 135 III 121 E. 2 S. 123 f.). Das Obergericht ist von schwierigen tatsächlichen Verhältnissen, aber einer nicht besonders komplexen und vor allem stark eingegrenzten rechtlichen Fragestellung ausgegangen (angefochtener Entscheid E. 2.2.1). Diese für das Bundesgericht grundsätzlich verbindliche Sachverhaltsfeststellung (Art. 105 Abs. 1 BGG) wird nirgends substanziiert als willkürlich gerügt; insbesondere wäre hierfür der blosse Hinweis auf eine nicht durch konkrete Feststellungen abgestützte Annahme des Bundesgerichtes im Urteil 5A_945/2013 vom 24. Dezember 2013 E. 2.4 untauglich (Beschwerde S. 9). Ausgehend von den erwähnten konkreten Feststellungen hat das Obergericht die geltend gemachten Leistungen von 31,5 Stunden als überhöht betrachtet; es ist davon ausgegangen, dass insgesamt nicht mehr als 20 Stunden an Aufwand angemessen gewesen wären. Von einem Ermessensmissbrauch kann in diesem Zusammenhang nicht gesprochen werden. Dabei kommt es nicht auf die einzelnen Kürzungen an, welche das Obergericht in zutreffender Vorgehensweise zur Plausibilisierung seiner Annahme dargestellt hat, sondern vielmehr einzig auf das Gesamtergebnis; es kann deshalb dahingestellt bleiben, ob beispielsweise ein Telefonat mit dem Vormund nötig war oder nicht. Bei der zu entschädigenden Angelegenheit ging es um eine rechtlich wenig komplexe Fragestellung in einem sachverhaltlich umfangreichen, aber von der Struktur her einfachen Fall, nämlich um die Platzierung des Kindes beim Vater bzw. die Umplatzierung in eine geeignete Institution. Es ist nicht zu sehen, inwiefern dies angeblich erheblich komplexer sein soll als die Situation bei einem Eheschutzverfahren; die Ausführungen auf S. 11 der Beschwerde überzeugen jedenfalls nicht, zumal bei einem Eheschutzverfahren in der Regel viele Einzelpunkte zu behandeln sind, während es vorliegend um einen einzigen ging. Im Übrigen sind normalerweise auch in einem Eheschutzverfahren Telefonate mit verschiedenen involvierten Personen zu führen und ist die Suche nach einer einvernehmlichen Lösung im Auge zu behalten. Nicht im Grundansatz enthalten sind die Folgeeingabe; für diese gewährte das Obergericht Zuschläge, wie dies auch bei einem aufwändigeren Eheschutzverfahren mit Folgeeingaben der Fall wäre. Die insgesamt für sämtliche gebotenen Vorkehrungen zugestandenen 20 Stunden liegen nicht ausserhalb dessen, was das Obergericht ermessensweise festsetzen durfte.