Citation: 4A_412/2019 E. 7.2.2

7.2.2. In Bezug auf den Schaden rügt die Beschwerdeführerin ebenfalls die Verletzung von Art. 55 und Art. 221 ZPO sowie die Verletzung von Art. 42 Abs. 2 OR. Im Wesentlichen bringt sie vor, die Schäden betreffend sämtliche geltend gemachten Mängel substanziiert dargelegt zu haben. Sie habe insbesondere die einzelnen erforderlichen Arbeitsschritte dargelegt, diverse Offerten und Rechnungen ins Recht gelegt und eine Expertise beantragt. Sie wiederholt, dass eine Aufteilung der Kosten auf die einzelnen Mängel nicht möglich gewesen sei, seien doch Sanierungskosten pro Filiale und nicht pro Mangel in Rechnung gestellt worden. Wären die Kosten pro Mangel ausgeführt worden, was nicht der Praxis entspreche, wären die Gesamtkosten viel höher ausgefallen, müssten doch die notwendigen Vorbereitungsarbeiten (Hin- und Rückreise, Aufbau von Gerüsten, Bereitstellung von Maschinen, usw.) mehrmals in Rechnung gestellt werden. Aufgrund ihrer Schadensminderungspflicht dürfe die Beschwerdeführerin solche separate Offerten pro Mangel folglich gar nicht einholen. Teilweise sei das auch gar nicht möglich. Der Aufwand für die genaue Zuordnung der Sanierungskosten zu den einzelnen Mängeln wäre im Übrigen so hoch, dass eine derartige Vorgehensweise nicht praktikabel wäre. Es sei die Aufgabe der Vorinstanz gewesen, ihr Ermessen im Hinblick auf die Zuteilung der Kosten der Mängelbehebungen auszuüben. Da die Vorinstanz auch zu diesem Punkt auf die Abnahme der offerierten Beweise ohne nachvollziehbaren Grund verzichtet habe, habe sie das Recht auf Beweis der Beschwerdeführerin verletzt. Zuletzt habe das Handelsgericht auch die Beweise willkürlich gewürdigt, indem sie trotz des Bestätigungsschreibens der M.________ angenommen habe, die Beschwerdegegnerin habe die Nachbesserungsleistungen nicht definitiv zurückgewiesen.