Citation: 5A_972/2020 E. 6.2

6.2. Das Obergericht ist gestützt auf den erstinstanzlichen Entscheid davon ausgegangen, der dem Erneuerungsfonds zu entnehmende Betrag entspreche den geschätzten Kosten einer "reinen" Balkonsanierung. Der Erneuerungsfonds diene der Finanzierung von baulichen Massnahmen (Erneuerung, Unterhalt und Reparatur) an gemeinschaftlichen Teilen [Art. 712m Abs. 1 Ziff. 5 ZGB]. Die gemeinschaftlichen Kosten und Lasten würden in Art. 712h sowie in Art. 647c, Art. 647d und Art. 647e ZGB definiert. Die Neuerstellung von Balkonen im Zuge einer Sanierung könne als bauliche Massnahme Unterhalt im Sinn von Art. 712h ZGB darstellen. Es hat die reinen Sanierungskosten als Kosten im Zusammenhang mit notwendigen baulichen Massnahmen im Sinn von Art. 647c Abs. 1 ZGB und Art. 20 des Reglements qualifiziert und die Verwendung von Mitteln aus dem Erneuerungsfonds unter diesen Umständen als reglementskonform erachtet. Ausserdem könne der Beschwerdeführer aus der Abweichung von der wertquotenproportionalen Kostenverteilung gemäss Art. 712h Abs. 1 ZGB nichts zu seinen Gunsten ableiten, zumal er letztlich weniger Kosten zu tragen habe, als er im Verhältnis zu seiner Wertquote eigentlich müsste. Durch die Abweichung von der quotenproportionalen Kostenverteilung erfahre der Beschwerdeführer keinen Nachteil, weshalb er über kein rechtlich geschütztes Interesse an seiner Klage verfüge.