Citation: 1D_5/2022 E. 4.3

4.3. Der Beschwerdeführer beanstandet, das Verwaltungsgericht habe einfach darüber hinweggesehen, dass er wegen seiner teilweisen Arbeitsunfähigkeit schon vor der Heirat und vor der Geburt der ersten Tochter mehrheitlich den gemeinsamen Haushalt geführt habe. Der Vorwurf, er habe zum Zeitpunkt der Gesuchseinreichung nicht am Wirtschaftsleben teilgenommen, sei zudem aktenwidrig. Er habe bereits seit dem 1. Januar 2015 eine Stelle als Hauswart und seit dem 15. Juni 2016 auch noch eine solche als Aushilfe bei Gartenarbeiten. Ausserdem lasse die Vorinstanz unbeachtet, dass er im ersten Halbjahr 2018 auch in einem Teilzeitpensum als Kursleiter an der Migros Klubschule tätig gewesen sei. Der Einwand der Vorinstanz sei aber auch deshalb unhaltbar, weil ihm, dem Beschwerdeführer, damit vorgeworfen werde, er habe während ca. zwölf Wochen (innerhalb des immerhin schon mehr als 230 Wochen dauernden Einbürgerungsverfahrens) nicht am Wirtschaftsleben teilgenommen. Mit seiner gesundheitlichen Vorbelastung wäre es ihm kaum möglich gewesen, kurzfristig für ein paar Wochen eine seinem Leiden angepasste Stelle mit einem Pensum von ca. 20-30 % zu finden. Bereits mit der Geburt der Tochter hätten sich seine Betreuungsaufgaben erheblich erhöht. Trotz des Mutterschaftsurlaubs habe sein Einsatz im Haushalt zu- und nicht abgenommen. Die Vorinstanz wäre verpflichtet gewesen, seiner Krankheit und den geschilderten persönlichen Umständen angemessen Rechnung zu tragen. Eine Nichtberücksichtigung solcher persönlicher Verhältnisse laufe auf eine verfassungswidrige Diskriminierung hinaus.