Citation: 4A_43/2021 E. 7.1

7.1. Die Beschwerdeführerin moniert diesbezüglich, sie habe im vorinstanzlichen Verfahren ausgeführt, dass die Beschwerdegegnerin gegenüber der Beschwerdegegnerin in ihren E-Mails zunächst nur die Aushändigung eines "Zertifikats" gewünscht habe und die Beschwerdegegnerin den Zusatz "im Sinne eines Wertpapiers" erst mit der Klage eingebracht habe. Auf diese wesentlichen Umstände im Zusammenhang mit der Begründung des Rechtsmissbrauchs sei die Vorinstanz nicht eingegangen, sondern sie habe einseitig auf die unzutreffenden Behauptungen der Beschwerdegegnerin abgestellt. Die vorinstanzliche Begründung sei aktenwidrig oder sie gebe den Sachverhalt zumindest unzulässig verkürzt wieder. Der Vorwurf der Aktenwidrigkeit geht fehl: Den hier strittigen E-Mailverkehr gab die Vorinstanz in ihrer Sachverhaltsübersicht, S. 5 im angefochtenen Urteil, korrekt wieder. Es mag zwar sein, dass die Beschwerdegegnerin in ihren E-Mails bloss von einen "Zertifikat" sprach, und nicht ausdrücklich davon, dass sie von der Beschwerdegegnerin die Ausstellung von Aktien "im Sinne eines Wertpapiers" fordere. Aus diesen E-Mails geht aber hervor, dass die Beschwerdegegnerin nicht eine blosse Bescheinigung ihrer Aktionärsstellung verlangte, sondern die Aushändigung eines Aktienzertifikats, also die Verbriefung einer Mehrzahl von Aktien in einem einzigen Wertpapier (vgl. BGE 86 II 95 E. 3), zumal sie ausdrücklich nochmals die Ausstellung eines "Zertifikats" forderte, nachdem ihr die Beschwerdeführerin eine blosse Bescheinigung der Aktionärsstellung ausgestellt hatte. Nach dem Ausgeführten ist nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz die E-Mail-Kommunikation zwischen den Parteien so interpretierte, dass die Beschwerdegegnerin bereits vor der Einleitung des Prozesses die Ausstellung eines Wertpapiers verlangte. Entsprechend ist der Vorinstanz auch kein Vorwurf zu machen, wenn sie in der Folge erwog, die Beschwerdegegnerin habe ihren behaupteten Anspruch auf Aushändigung der Wertpapiere vor Klageeinleitung mehrfach gegenüber der Beschwerdeführerin geltend gemacht. Damit ist auch der Rüge der Boden entzogen, wonach die Vorinstanz nicht beachtet habe, dass die Beschwerdegegnerin erst in der Klageschrift die Ausstellung eines Wertpapiers gefordert habe.