Citation: 5A_685/2023 E. 4.1

4.1. Die Beschwerdeführerin macht weiter eine willkürliche Feststellung des Sachverhalts (Art. 9 BV) sowie eine willkürliche Anwendung des Untersuchungsgrundsatzes (Art. 296 Abs. 1 ZPO) geltend, weil das Obergericht ohne eine Befragung der Parteien es als erwiesen erachtet habe, dass sie im Jahr 2019 in einem Pensum von 25 % und nicht von 50 % gearbeitet habe. Damit das Bundesgericht auf eine Beschwerde eintreten kann, ist nicht nur erforderlich, dass der kantonale Instanzenzug formell durchlaufen wurde, sondern auch, dass die Rügen, die dem Bundesgericht unterbreitet werden, soweit möglich schon vor der Vorinstanz vorgebracht wurden (sog. Grundsatz der materiellen Erschöpfung des Instanzenzug; vgl. Art. 75 Abs. 1 BGG; BGE 146 III 203 E. 3.3.4; 143 III 290 E. 1.1). Wie ausgeführt war vor Obergericht die Höhe des Arbeitspensums der Beschwerdeführerin im Jahr 2019 nicht umstritten (vgl. vorne E. 3.4.3). Auch im vorliegenden Zusammenhang beruft die Beschwerdeführerin sich schwergewichtig allein auf eine Befragung des Beschwerdegegners im erstinstanzlichen Verfahren, macht aber nicht geltend, die Frage nach ihrem Arbeitspensum im Berufungsverfahren thematisiert zu haben und ihren auch im Verfahren betreffend Kinderbelange geltenden Mitwirkungspflichten nachgekommen zu sein (vgl. BGE 130 I 180 E. 3.2; 128 III 411 E. 3.2.1; Urteil 5A_463/2022 vom 22. Mai 2023 E. 6.5.1). Hierzu reicht der unspezifische Hinweis auf einen Antrag um Parteibefragung jedenfalls nicht. Es bleibt ihr daher verwehrt, nunmehr Rügen zu diesem Punkt vorzutragen. Hieran ändert nach dem Ausgeführten auch nichts, dass im kantonalen Verfahren die uneingeschränkte Untersuchungsmaxime nach Art. 296 Abs. 1 ZPO galt (vgl. Urteil 5A_242/2019 vom 27. September 2019 E. 3.3.2).