Citation: 1B_462/2018 E. 4.2

4.2. Das Obergericht führte aus, es sei eine erhebliche, zumindest teilweise zu vollziehende Freiheitsstrafe zu erwarten, sollte der Beschwerdeführer wegen versuchter schwerer Körperverletzung schuldig gesprochen werden. Hinzu komme eine grundsätzlich obligatorische Landesverweisung von 5-15 Jahren (Art. 66a Abs. 1 lit. b StGB). Gestützt darauf sei von einem ganz erheblichen Fluchtanreiz auszugehen, der durch die Bindungen zur Schweiz (Ehe mit der Schweizerin E.________ seit dem 6. April 2017, gemeinsame Wohnung in Glattbrugg und Vollzeitstelle bei Coop seit dem 1. Januar 2018) nicht kompensiert werde. Es sei zu berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer im Kosovo geboren und aufgewachsen sei und seine Mutter und sein Bruder dort lebten, während er sich erst seit dem 1. März 2017 in der Schweiz aufhalte. Seinem Onkel gehöre das Restaurant im Kosovo, in dem er nach eigenen Angaben als Kellner gearbeitet habe. Die Darstellung des Verteidigers, wonach der Beschwerdeführer sehr gut Deutsch spreche, werde dadurch widerlegt, dass alle Einvernahmen mit Hilfe eines Dolmetschers hätten durchgeführt werden müssen und er anlässlich seiner polizeilichen Einvernahme vom 26. Juni 2018 ausgeführt habe, er sei auf einen Dolmetscher angewiesen. Der Umstand, dass der Beschwerdeführer nach der Verhaftung seines Schwiegervaters nicht die Flucht ergriffen und sich widerstandslos an seinem Wohnort von der Polizei habe verhaften lassen, sage für sich allein genommen nichts aus und lasse sich damit erklären, dass er sich zu jenem Zeitpunkt nicht bewusst gewesen sei, welche Sanktion er möglicherweise zu erwarten habe. Zudem enthielten die Akten keine Hinweise, dass ihm vor seiner Verhaftung bekannt gewesen sei, dass ein Zeuge eine Videoaufnahme eines Teils des Tatgeschehens angefertigt habe.