Citation: 4A_507/2015 E. 3.2

3.2. Die Beschwerdeführerin bringt vor, die Vorinstanz habe die Terminverschiebung zu Unrecht als einseitige Änderung des Bauprogramms qualifiziert. Die Beschwerdegegnerin habe spätestens seit August 2010 Kenntnis von der Verschiebung der Baumeisterarbeiten betreffend die Häuser 3 und 4 gehabt. Die Beschwerdegegnerin habe aber gegen die Verschiebung nicht opponiert, sondern diese während mehr als einem halben Jahr anstandslos geduldet. Erstmals mit Schreiben vom 2. März 2011 habe sie auf die Verschiebung des Terminprogramms reagiert und entsprechende Mehrkosten angekündigt. Damit habe die Beschwerdegegnerin der Terminverschiebung konkludent zugestimmt und auf eine Mehrvergütung verzichtet. Die Vorinstanz habe zu Unrecht festgehalten, die Beschwerdegegnerin sei nach Treu und Glauben nicht verpflichtet gewesen, ihre Mehrforderung frühzeitig in Aussicht zu stellen. Damit habe die Vorinstanz Art. 2 ZGB sowie Art. 6 und 373 OR verletzt. Die Verschiebung der Arbeiten an den Häusern 3 und 4 habe der Beschwerdeführerin zwar gewisse Einsparungen ermöglicht; diese stünden aber in keinem Verhältnis zu einer Mehrkostenforderung von Fr. 800'000.-- aus Bauablaufstörung. Die Beschwerdegegnerin hätte dies erkennen und ihre Mehrforderung anmelden müssen, um der Beschwerdeführerin zu erlauben, die Mehrkosten durch Abtransport des Erdmaterials und Aushub der Baugruben zu vermeiden. Zudem habe die Beschwerdegegnerin ihren Verzicht im Schreiben vom 2. März 2011 ausdrücklich bestätigt mit der Formulierung, sie habe die Deponie des Aushubmaterials im Sinne einer guten Zusammenarbeit bisher geduldet. Die Würdigung dieser Formulierung durch die Vorinstanz, wonach die Beschwerdegegnerin die Verschiebung insofern geduldet habe, als sie den Werkvertrag nicht unter Ansetzung einer Nachfrist gemäss den Vorschriften über den Gläubigerverzug aufgelöst habe, sei absurd und falsch.