Citation: 1P.274/2000 07.07.2000 E. A

A.- Das Obergericht des Kantons Zürich sprach W.X.________ am 2. Oktober 1997 schuldig der mehrfachen qualifizierten Freiheitsberaubung, der mehrfachen Unzucht mit einem Kind und der mehrfachen Nötigung zu einer anderen unzüchtigen Handlung und verurteilte ihn deswegen zu 14 Jahren Zuchthaus. Ihm wurde im Wesentlichen zur Last gelegt, er habe zum Nachteil seiner am 13. August 1973 geborenen Tochter K.X.________ in dem von der vierköpfigen Familie gemeinsam bewohnten Haus in der Zeit von ca. August 1981 bis ca. August 1991 verschiedene Straftaten begangen. Er habe seine Tochter im genannten Zeitraum mehrfach auf verschiedene Weise, oft während mehrerer Stunden, gefesselt und sie zum Beischlaf sowie zur Vornahme und zur Duldung anderer unzüchtiger Handlungen gezwungen. Am 24. April 1998 sprach das Geschworenengericht des Kantons Zürich M.X.________, die geschiedene Ehefrau von W.X.________, der Gehilfenschaft zu mehrfacher Freiheitsberaubung schuldig und bestrafte sie mit zwei Monaten Gefängnis, wobei es ihr den bedingten Strafvollzug gewährte. Von der Anklage der mehrfachen qualifizierten Freiheitsberaubung und der Gehilfenschaft zu den übrigen Taten ihres früheren Mannes wurde sie freigesprochen. Die Verurteilung beruht auf dem Vorwurf, sie sei als Mutter der Geschädigten nicht eingeschritten, als deren Vater dieser im Kinderbett hinter dem Rücken die Hände mit Handschellen fesselte. Mindestens zwei mal habe sie von solchen Fesselungen, die als "Strafe" für die Wegnahme von Geld und einer Kreditkarte der Mutter erfolgten, gewusst. Die Fesselungen wurden als (vollendete) Freiheitsberaubung qualifiziert, weil das Geschworenengericht annahm, zum betreffenden Zeitpunkt sei die Geschädigte noch nicht im Besitze der Schlüssel zu den Handschellen gewesen. Mit durch Handschellen auf dem Rücken zusammengebundenen Händen habe sie das Obergeschoss des elterlichen Hauses nicht verlassen können, da so bei einem Hinabsteigen über die sehr steile Treppe höchste Unfall- und Verletzungsgefahr bestanden hätte. Gegen diesen Entscheid des Geschworenengerichts führte M.X.________ Nichtigkeitsbeschwerde an das Kassationsgericht des Kantons Zürich. Sie machte geltend, die erwähnten Annahmen des Geschworenengerichts seien willkürlich und hätten ihre Verfahrensrechte, unter anderem teilweise den Anklagegrundsatz und den Grundsatz "in dubio pro reo" verletzt. Im Weiteren rügte sie, das Geschworenengericht habe zu ihrem Antrag auf Zusprechung einer Genugtuung nicht Stellung genommen. Mit Urteil vom 6. März 2000 hiess das Kassationsgericht die Nichtigkeitsbeschwerde teilweise gut und wies die Sache zum Entscheid über die beantragte Genugtuung an das Geschworenengericht zurück. Die übrigen Rügen wies das Kassationsgericht ab.