Citation: 5P.247/2002 09.08.2002 E. 4

Aus den dargelegten Gründen erscheint es nicht als verfassungswidrig, dass das Obergericht den Antrag der Beschwerdeführerin abgewiesen hat, ihr im Kindesschutzverfahren vor der Vormundschaftsbehörde einen unentgeltlichen Rechtsbeistand zu bestellen. Die Verweigerung der unentgeltlichen Rechtspflege im Beschwerde- und Rekursverfahren haben die kantonalen Instanzen mit der Aussichtslosigkeit der Begehren begründet (E. 4c und 5 S. 7). Die Beschwerdeführerin wendet dagegen ein, massgebend sei nicht die Aussichtslosigkeit der Rechtsmittelanträge. Entscheidend sei der Erfolg im Kindesschutzverfahren vor der Vormundschaftsbehörde, in welchem es letztendlich nur zur Errichtung einer Beistandschaft gekommen und ein Obhutsentzug mit Fremdplatzierung unterblieben sei. Die Auffassung kann nicht geteilt werden. Die Frage lautet in zweiter Instanz dahin, ob das Rechtsmittel offenbar prozessual unzulässig oder aussichtslos ist (BGE 60 I 179 E. 1 S. 182; 78 I 193 E. 2 S. 195; Haefliger, Alle Schweizer sind vor dem Gesetze gleich, Bern 1985, S. 168 Ziffer 6). Streitgegenstand hat im Rechtsmittelverfahren nicht ein Sachentscheid der Vormundschaftsbehörde gebildet , sondern der Anspruch auf unentgeltliche Verbeiständung. Nur die Erfolgsaussichten des Antrags, für das Kindesschutzverfahren die unentgeltliche Rechtsverbeiständung zu bewilligen, ist deshalb für den Entscheid über die unentgeltliche Rechtspflege im Beschwerde- und Rekursverfahren massgebend gewesen. Mit dieser Frage befasst sich die Beschwerdeführerin nicht, so dass darauf auch nicht einzugehen ist (Art. 90 Abs. 1 lit. b OG; zuletzt: BGE 128 III 50 E. 1c S. 53).