Citation: I 500/03 29.12.2003 E. 5.1

Nach Ziffer 6 in Anhang I zur Krankenpflege-Leistungsverordnung (KLV; SR 832.112.31) besteht in der obligatorischen Krankenpflegeversicherung mangels Wissenschaftlichkeit weder in Bezug auf die Excimer-Laser-Behandlung zur Myopie-Korrektur, welche Gegenstand der Erörterungen im Urteil B. vom 11. Dezember 2003 (I 519/03) des Eidgenössischen Versicherungsgerichts bildete, noch betreffend die Implantation von Myopie-Linsen eine Leistungspflicht. Zuletzt bestätigte das Gericht seine bisherige Praxis im genannten Urteil B., wonach eine Vorkehr, welche mangels Wissenschaftlichkeit in der obligatorischen Krankenpflegeversicherung nicht als Pflichtleistung anerkannt ist, auch nicht als medizinische Eingliederungsmassnahme nach Art. 12 IVG zu übernehmen ist. 5.2 Es sind keine Gründe ersichtlich, welche ein Abweichen von dieser, im angefochtenen Entscheid unberücksichtigt gebliebenen Praxis rechtfertigen würden. In Übereinstimmung damit steht Rz 661/861.19 des vom BSV herausgegebenen Kreisschreibens über die medizinischen Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung (KSME), wonach refraktiv chirurgische Massnahmen (Excimerlaser, Implantation von Myopie-Linsen, Iris-Claw-Linsen etc.) keine gemäss Art. 12 IVG zu übernehmende Vorkehren darstellen. Inwiefern in der Nichtübernahme der Sekundärimplantation von Artisanlinsen gemäss angefochtenem Entscheid eine Ungleichbehandlung gegenüber solchen Versicherten zu erblicken sei, bei welchen bereits eine Kataraktoperation den mit der medizinischen Massnahme nach Art. 12 IVG angestrebten Eingliederungserfolg gewährleistet, ist nicht ersichtlich. Die Kataraktoperation zur Entfernung des grauen Stars und die Implantation von Artisanlinsen zur Myopiekorrektur sind zwei von einander zu trennende Eingriffe mit unterschiedlichen Zweckbestimmungen. Aus der vorliegend - möglicherweise zu Unrecht (vgl. Erw. 4 hievor) - erfolgten Übernahme der Staroperationen lässt sich kein Anspruch auf Übernahme der beidseitigen Implantation von Artisanlinsen zur Myopiekorrektur ableiten, da mit Blick auf Rz 53 KSME bei verschiedenen aufeinander folgenden Massnahmen, wie beispielsweise zur Behandlung mehrerer Leiden (hier: grauer Star und hochgradige Myopie), der erforderliche rechtliche Zusammenhang auch dann nicht gegeben ist, wenn die vorangehende Behandlung für eine spätere Eingliederungsmassnahme unerlässlich ist.