Citation: 6B_1079/2022 E. 3.5.2

3.5.2. Der Beschwerdeführer zeigt nicht rechtsgenügend auf, dass und inwiefern vorliegend Aussagen der Zeuginnen G.________, F.________ und H.________ vom 23. April 2018 oder von D.________ sowie von C.________ vom 12. April 2018 in Verletzung von Art. 147 Abs. 4 StPO zu seinen Ungunsten in die vorinstanzliche Beweiswürdigung Eingang gefunden haben sollen. Vielmehr beanstandet er lediglich in allgemeiner Weise, die Strafverfolgungsbehörden hätten in den späteren Einvernahmen auf die früheren Befragungen Bezug genommen, wobei er in seiner Beschwerde nicht zwischen den zu seinen Ungunsten unverwertbaren Einvernahmen vom 12. und 23. April 2018 und den entgegen seiner Kritik verwertbaren Einvernahmen vom 13., 18. und 25. April 2018 unterscheidet (vgl. Beschwerde S. 14). Dass die Strafverfolgungsbehörde die Befragung anlässlich der erneuten Einvernahme erwähnt und die einvernommene Person pauschal die Richtigkeit ihrer früheren Aussagen bestätigt, führt nicht zur vollständigen Unverwertbarkeit der erneuten Einvernahme, wenn sich die einvernommene Person nicht auf eine blosse Bestätigung der ihr wörtlich vorgehaltenen unverwertbaren Aussagen beschränkte und ihr anlässlich der Wiederholung der Einvernahme insgesamt offene Fragen zur Sache gestellt wurden, welche sie frei und unbeeinflusst beantwortete (vgl. Urteile 6B_1040/2021 vom 5. Oktober 2022 E. 4.2; 6B_741/2021 vom 2. August 2022 E. 2.4). Selbst wenn sich die einvernommenen Personen anlässlich der Einvernahmen vom 19. Juli und 17. August 2018 in einzelnen Punkten auch auf eine Bestätigung wörtlicher Vorhalte früherer, belastender Aussagen beschränkt hätten, hätte dies nicht zwingend die Unverwertbarkeit der gesamten Einvernahme zur Folge. Art. 147 Abs. 4 StPO untersagt ausdrücklich nur die Verwertung zulasten der nicht anwesenden Partei. Die Nichtgewährung des Teilnahmerechts hat daher nur dann Konsequenzen, wenn die Angaben zuungusten der nicht anwesenden Teilnahmeberechtigten verwertet werden sollen (WOHLERS, a.a.O., N. 3 zu Art. 147 StPO). Generell spricht sich die Lehre dafür aus, dass Beweisverwertungsverbote aus formellen Gründen - Beweiserhebungen mittels verbotener Methoden im Sinne von Art. 140 Abs. 1 i.V.m. Art. 141 Abs. 1 StPO folglich ausgenommen - ein blosses Belastungsverbot zum Schutz der beschuldigten Person beinhalten und Beweise, welche die beschuldigte Person entlasten, daher auch dann zugelassen werden müssen, wenn sie rechtswidrig erhoben wurden (vgl. Urteil 6B_1362/2020 vom 20. Juni 2022 E. 14.4.3 mit Hinweisen). Der Beschwerdeführer hätte sich angesichts des klaren Wortlauts von Art. 147 Abs. 4 StPO daher auch mit der vorinstanzlichen Beweiswürdigung auseinandersetzen und darlegen müssen, welche Aussagen der betroffenen Personen nicht von der freien Schilderung des Sachverhalts anlässlich der Einvernahmen vom 19. Juli und 17. August 2018 gedeckt und in Verletzung von Art. 147 Abs. 4 StPO zu seinen Lasten berücksichtigt worden sein sollen, dies obschon auch die Vorinstanz von der Unverwertbarkeit der erwähnten Einvernahmen vom 12. und 23. April 2018 ausgeht. Es ist nicht Sache des Bundesgerichts, in den Akten danach zu forschen, auf welche Aussagen dies allenfalls zutreffen könnte. Diesen Anforderungen vermag die Beschwerde nicht zu genügen. Eine Verletzung von Art. 147 Abs. 4 StPO ist daher nicht erkennbar.