Citation: U 125/03 29.04.2004 E. 3

Zu beurteilen sind folglich die erwerblichen Auswirkungen der festgestellten (Rest-)Arbeitsfähigkeit. 3.1 Das hypothetische Einkommen, welches die Versicherte ohne Invalidität zu erringen in der Lage gewesen wäre (Valideneinkommen), wurde von der SUVA für das Jahr 2000 gestützt auf Auskünfte der Direktion X.________ (vom 6. November 2000) sowie der Frau V.________ (vom 28. September 1999 und 29. September 2000), bei welcher die Beschwerdeführerin vom 11. März bis 27. Mai 1997 während insgesamt 32 Stunden zusätzlich als Haushalthilfe gearbeitet hatte, auf Fr. 52'180.- (Fr. 49'392.- [Fr. 14'700.- : 12,5 Stunden x 42 Stunden] + Fr. 2788.- [Fr. 18.46 x 151 Stunden pro Jahr]; vgl. auch das Schreiben der SUVA an die Beschwerdeführerin vom 17. Oktober 2000 sowie die Verfügung vom 8. Februar 2001) festgesetzt. Dieser Betrag ist unbestritten und auf Grund der Akten nicht zu beanstanden (zum relevanten Einkommensvergleichszeitpunkt des Beginns des Rentenanspruchs: BGE 128 V 174). 3.2 Was das Invalideneinkommen anbelangt, hat die SUVA DAP-Lohnangaben beigezogen und gestützt darauf einen hypothetischen Verdienst von - gerundet - Fr. 42'000.- ermittelt. Zur Überprüfung der Plausibilität des von ihr auf dieser Grundlage eruierten Invaliditätsgrades von 20 % berechnete sie das Invalideneinkommen zudem nach den von Bundesamt für Statistik erhobenen Tabellenlöhnen, woraus - in Berücksichtigung eines leidensbedingten Abzugs von 10 % - ein massgebendes Einkommen von Fr. 41'288.- resultierte. Die Vorinstanz hat in der Folge offen gelassen, ob für die Bestimmung des Invalideneinkommens auf die beigezogenen DAP-Löhne abgestellt werden könne, da sich auch unter Beizug der Tabellenlöhne ein Invaliditätsgrad von 20 % ergebe. Sie hat den Rentenentscheid der SUVA im Ergebnis bestätigt. 3.2.1 Für die Ermittlung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der - kumulativ - besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der Rechtsprechung entweder Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) oder die so genannten DAP-Zahlen herangezogen werden (BGE 126 V 76 f. Erw. 3b mit Hinweisen; RKUV 1999 Nr. U 343 S. 412). Zum Verhältnis der beiden Methoden hat das Eidgenössische Versicherungsgericht im letztgenannten Urteil festgestellt, den DAP-Zahlen komme kein genereller Vorrang gegenüber den Tabellenlöhnen zu. Offen blieb, auf welche Methode im Einzelfall abzustellen ist. Im Grundsatzentscheid BGE 129 V 472 hat das Eidgenössische Versicherungsgericht nunmehr eingeräumt, dass ein ungeregeltes Nebeneinander der beiden Verfahren in dem Sinne, dass nach freiem Ermessen entweder die eine oder die andere Methode gewählt werden kann, nicht zu befriedigen vermöge. Eine einheitliche und rechtsgleiche Praxis liesse sich am ehesten über eine Prioritätenordnung gewährleisten. Diese abschliessend festzulegen sei beim gegenwärtigen Stand der Dinge indessen schwierig (BGE 129 V 477 Erw. 4.2.1). Nach Darstellung der sich je aus ihrer Entstehung und Eigenart ergebenden Vor- und Nachteile der beiden Methoden umschrieb das Gericht sodann die Voraussetzungen dafür, dass die Ermittlung des Invalideneinkommens gestützt auf die Lohnangaben aus der DAP im Einzelfall bundesrechtskonform ist. Das Abstellen auf DAP-Löhne setzt demnach voraus, dass, zusätzlich zur Auflage von mindestens fünf DAP-Blättern, Angaben gemacht werden über die Gesamtzahl der auf Grund der gegebenen Behinderung in Frage kommenden dokumentierten Arbeitsplätze, über den Höchst- und den Tiefstlohn sowie über den Durchschnittslohn der entsprechenden Gruppe. Sind die erwähnten verfahrensmässigen Anforderungen nicht erfüllt, könne nicht der DAP-Lohnvergleich herangezogen werden (BGE 129 V 475 ff. Erw. 4.2.1 und 4.2.2). Schliesslich seien bei der Ermittlung des Invalideneinkommens gestützt auf DAP-Profile Abzüge nicht sachgerecht und deshalb unzulässig (BGE 129 V 481 f. Erw. 4.2.3). 3.2.2 Im vorliegenden Fall bilden die von der SUVA verwendeten DAP-Profile bereits im Lichte dieser Grundsätze keine genügende Basis für die Festsetzung des Invalideneinkommens. Insbesondere lässt sich mangels der verlangten zusätzlichen Angaben und entsprechender Unterlagen das Auswahlermessen der SUVA nicht überprüfen. Zudem hat der Unfallversicherer bei der Auswahl der DAP-Profile - wegen fehlender Kenntnis im Verfügungszeitpunkt (vgl. die Anfrage des H.________, SUVA-Bereich Renten, an die Abteilung Unfallmedizin vom 6. Juni 2001) - die Nichteignung der Beschwerdeführerin für Arbeiten mit Kontakt zu Kühlschmiermitteln und Mineralöladditiven nicht beachtet. Da die DAP auf konkreten Arbeitsplätzen beruht und eine differenzierte Zuweisung von zumutbaren Tätigkeiten unter Berücksichtigung der behinderungsbedingten Einschränkungen ermöglichen soll, eignet sich die im Einspracheverfahren eingeholte nachträgliche Aktenbeurteilung der DAP-Profile durch Frau Dr. med. P.________ der internen Abteilung Arbeitsmedizin (vom 12. Juni 2001) nicht als Nachweis dafür, dass bei den konkret beurteilten Arbeitsplätzen ein Kontakt mit den fraglichen Stoffen ausgeschlossen wäre. Auf die beigezogenen DAP-Profile ist somit nicht abzustellen und das Invalideneinkommen gestützt auf die LSE zu ermitteln.