Citation: 9C_314/2022 E. 5.3

5.3. Wie vorstehend dargelegt (E. 2.2.1), muss der Zeitpunkt des Eintritts der berufsvorsorgerechtlich relevanten Arbeitsunfähigkeit grundsätzlich "echtzeitlich" nachgewiesen sein; dies schliesst eine Beweiskraft nachträglicher Annahmen und spekulativer Überlegungen aus. Ebenso trifft es indessen zu, dass in Bezug auf die Leistungseinschränkung eines Gesundheitsschadens retrospektive ärztliche Beurteilungen in gewissen Fällen eine wichtige Ergänzung der Beweisgrundlage darstellen. Gerade bei Krankheitsbildern mit ausgeprägt schwankendem Verlauf, worunter das vorliegend diagnostizierte Magenleiden mit der Vorinstanz zu zählen ist, lässt sich die Abfolge der Arbeits (un) fähigkeiten mitunter, wenn überhaupt, erst im Lichte von späteren Erkenntnissen zuverlässig beurteilen (Urteil 9C_599/2013 vom 24. Februar 2014 E. 4.2.2).