Citation: 1C_201/2022 E. 3.2

3.2. Die Beschwerdeführenden bringen vor, dass die Nutzungsbeschränkung gemäss Art. 7 ZWG an sich der Bauherrschaft das volle Risiko auferlege, ihre Investition zu verlieren, falls sich für den Neubau niemand findet, der in der fraglichen Gemeinde Wohnsitz hat oder nehmen will. Der Gesetzgeber habe deshalb die Regelung von Art. 7 ZWG aufgeweicht, indem er in Art. 14 ZWG die Möglichkeit der Sistierung der Nutzungsbeschränkung geschaffen habe, wenn die dort genannten Voraussetzungen erfüllt seien. Dieser Mechanismus mache es in Gemeinden mit einer hohen Nachfrage nach Zweitwohnungen attraktiv, neue Wohneinheiten mit einer Nutzungsbeschränkung gemäss Art. 7 Abs. 1 lit. a ZWG zu bauen, auch wenn keine Abnehmerinnen oder Abnehmer für eine Erstwohnungsnutzung in Aussicht stehen würden. Die EG Saanen sei ein ausgesprochener Hotspot und Magnet für Zweitwohnungen, besonders im hohen und höchsten Preissegment. Dies manifestiere sich in den zahlreichen Baugesuchen der jüngeren Zeit, mit denen eine Bewilligung nach Art. 11 ZWG für den Umbau einer altrechtlichen Wohnung für eine Zweitwohnungsnutzung verlangt werde. Angesichts dieser Situation in der EG Saanen sei die Wahrscheinlichkeit besonders hoch, dass ein auf Art. 7 Abs. 1 lit. a ZWG gestütztes Baugesuch auf eine Verwendung des Neubaus als Zweitwohnung abziele. Dies gelte in ausgeprägtem Masse für die beiden einzelnen Häuser A und B - die Wohnungen in Haus C bilden nicht Gegenstand des bundesgerichtlichen Verfahrens (vorne E. 1.3 f.) - mit einer Wohnfläche von jeweils mehr als 600 m 2 und weitläufigen Nebenräumen wie Hallenbad, Fitness, Wellness und Kino (von mehr als 800 m 2 bzw. 700 m 2). Unbesehen ihrer Verwendung als Erst- oder als Zweitwohnung würden sich diese Wohneinheiten nicht an eine breite Käuferschaft, sondern an einen kleinen Kreis vermögender Personen wenden. Diese seien jedoch nur an einer Ferienwohnung, nicht aber an einer Wohnsitznahme interessiert.