Citation: I 249/04 06.09.2004 E. 5

Bestritten ist die Bemessung der Einschränkung im Haushalt. 5.1 Die Beschwerdeführerin rügt in diesem Zusammenhang den Umstand, dass die Vorinstanz die im Abklärungsbericht Haushalt vom 12. November 2002 (samt IV-Berechnungsblatt vom 4. April 2003) erhobene, gemäss Einspracheentscheid vom 13. November 2003 (vgl. auch die geänderte Berechnungsgrundlage vom 13. November 2003) von 34 % auf 37 % erhöhte Beeinträchtigung im Haushaltsbereich mit der Begründung nicht anerkannt habe, es mangle an damit übereinstimmenden ärztlichen Angaben. 5.1.1 Weder bei der Bemessungsmethode des Einkommensvergleichs nach Art. 28 Abs. 2 IVG (in der bis 31. Dezember 2002 in Kraft gestandenen Fassung; vgl. nunmehr Art. 16 ATSG) noch beim Betätigungsvergleich nach Art. 27 IVV kann auf eine medizinisch-theoretische Schätzung der Invalidität abgestellt werden (vgl. statt vieler: Urteil S. vom 15. Juni 2004, I 246/03, Erw. 5.2.1). Massgebend ist bei Anwendung der spezifischen Methode vielmehr die Unmöglichkeit, sich im bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen, was unter Berücksichtigung der konkreten Verhältnisse im Einzelfall festzustellen ist. Insbesondere kommt dabei den ärztlichen Schätzungen der Arbeitsfähigkeit kein genereller Vorrang gegenüber den Ergebnissen einer von der Invalidenversicherung durchgeführten Haushaltabklärung zu. Diese nach Massgabe der Verwaltungsweisungen des BSV (Rz 3090 ff. des KSIH; vgl. Erw. 4.1.1 und 4.1.2 hievor) eingeholten Abklärungsberichte im Haushalt stellen eine geeignete und im Regelfall genügende Grundlage für die Invaliditätsbemessung im Haushalt dar. Rechtsprechungsgemäss bedarf es des Beizugs eines Arztes, der sich zu den einzelnen Positionen der Haushaltführung unter dem Gesichtswinkel der Zumutbarkeit zu äussern hat, nur in Ausnahmefällen, namentlich bei unglaubwürdigen Angaben der versicherten Person, die im Widerspruch zu den ärztlichen Befunden stehen (AHI 2001 S. 161 Erw. 3c; Urteile W. vom 26. Juli 2004, I 155/04, Erw. 3.2, S. vom 28. Februar 2003, I 685/02, Erw. 3.2, und V. vom 21. Juni 2001, I 22/01, Erw. 3a, je mit Hinweisen). Dies gilt selbst für den Fall, dass es um die Bemessung einer psychisch bedingten Invalidität geht, d.h. die Beurteilung psychischer Erkrankungen im Vordergrund steht. Einzig wenn es zu Divergenzen zwischen den Ergebnissen der Haushaltabklärung und den ärztlichen Feststellungen zur Fähigkeit der versicherten Person kommt, ihre Haushaltstätigkeiten trotz des psychischen Leidens noch verrichten zu können, ist der medizinischen Einschätzung prinzipiell erhöhtes Gewicht beizumessen (AHI 2004 S. 137). 5.1.2 Entgegen der Betrachtungsweise des kantonalen Gerichts handelt es sich beim Abklärungsbericht Haushalt vom 12. November 2002 (samt Berechnungsblatt vom 4. April 2003) um eine grundsätzlich zuverlässige Entscheidungsgrundlage in obgenanntem Sinne, zumal - abgesehen von den jedoch bereits im Einspracheentscheid vom 13. November 2003 Rechnung getragenen Korrekturen in den Bereichen "Wohnungspflege" sowie "Wäsche und Kleiderpflege" (vgl. die IV-Berechnung vom 13. November 2003) - keine Anhaltspunkte für offensichtliche Fehleinschätzungen der Abklärungsperson erkennbar sind, welche einen richterlichen Ermessenseingriff erforderlich machten (zu den Kriterien für beweiskräftige Abklärungen an Ort und Stelle gemäss Art. 69 Abs. 2 IVV: BGE 130 V 61, 128 V 93, je mit Hinweisen; Urteile S. vom 17. November 2003, I 467/03, Erw. 3.2.1, und C. vom 18. August 2003, I 741/01, Erw. 4.1, je mit weiteren Hinweisen). Namentlich leidet die Beschwerdegegnerin, auch wenn eine angstbetonte, reaktive depressive Verstimmung diagnostiziert wurde (vgl. u.a. die Berichte des Dr. med. B.________ vom 31. Dezember 2001 und 1. Juli 2003), zur Hauptsache an den körperlichen Folgen des am 21. Juni 2001 erlittenen akuten Hemiplegiesyndroms links, sodass nicht die Bemessung einer im Wesentlichen psychisch bedingten Invalidität im Vordergrund steht, bei welchen die ärztlichen Feststellungen zur Einschränkung im Haushaltsbereich allenfalls höher zu gewichten wären. Anzumerken bleibt im Übrigen, dass der IV-Arzt Dr. med. P.________ seine mit Stellungnahme vom 17. April 2003 geäusserten Zweifel an der Höhe der auf Grund der Abklärung vor Ort ermittelten Behinderungen nach Einsicht in den hausärztlichen Bericht des Dr. med. B.________ vom 1. Juli 2003, wonach der "Grad der Arbeitsunfähigkeit als Hausfrau" zwar nicht exakt festgelegt werden könne, sich die im Abklärungsbericht Haushalt festgestellten Arbeitseinschränkungen indessen mit der medizinischen Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit vereinbaren liessen, am 17. Juli 2003 insofern relativierte, als er sich mit der Beurteilung des Hausarztes ausdrücklich einverstanden erklärte. Es fehlt demnach - selbst wenn eine erhebliche psychische Beeinträchtigung bejaht werden müsste - bereits an gravierenden Widersprüchen zwischen den Aussagen der Ärzte einerseits und den Erhebungen der IV-Abklärungsperson anderseits, welche ein Abstellen auf die medizinischen Akten bzw. erneute Abklärungen in diese Richtung überhaupt erforderlich machten. 5.2 Mit Bezug auf die anlässlich der Abklärung vor Ort ermittelten Einschränkungen in den einzelnen Haushaltsverrichtungen waren vorinstanzlich namentlich die Bereiche "Ernährung" und "Betreuung von Kindern oder anderen Familienangehörigen" beanstandet worden. 5.2.1 Hinsichtlich des mit 46,677 % gewichteten Bereichs "Ernährung" hat das kantonale Gericht die gestützt auf die Ergebnisse des Abklärungsberichts Haushalt vom 12. November 2002 (samt IV-Berechnungsblättern vom 4. April und 13. November 2003) auf 25 % geschätzte gesundheitsbedingte Einschränkung einer umfassenden Prüfung unterzogen und insbesondere unter Hinweis auf die allgemein geltende, umfassende Schadenminderungspflicht der versicherten Person (vgl. auch BGE 123 V 233 Erw. 3c mit Hinweisen) bestätigt. Es besteht weder auf Grund der Akten noch der Vorbringen der Parteien - die Beschwerdegegnerin opponiert der Beurteilung letztinstanzlich nicht - Anlass, davon abzuweichen (BGE 125 V 417 oben). 5.2.2 Im angefochtenen Entscheid wurde des Weitern erwogen, dass die IV-Stelle unbegründetermassen den Bereich "Betreuung von Kindern oder anderen Familienangehörigen", welcher nach den massgeblichen Verwaltungsweisungen im Verhältnis zur gesamten Haushaltstätigkeit einen Anteil zwischen 0 - 30 % einnehme, mit 0 % veranschlagt habe. Sie wies die Sache deshalb auch in diesem Punkt zur weiteren Abklärung (Gewichtung, Einschätzung der Einschränkung) an die Verwaltung zurück. Auch hierin kann der Vorinstanz indes nicht beigepflichtet werden. Die Beschwerdeführerin weist vor dem Eidgenössischen Versicherungsgericht zu Recht darauf hin, dass selbst wenn von einer ausserhäuslichen Betreuung der Kinder durch die Beschwerdegegnerin - die Beaufsichtigung im Haus selber ist durch das Krankheitsbild der Versicherten nicht in Mitleidenschaft gezogen - während sechs Stunden wöchentlich und damit während 16,667 % der gesamten Haushaltstätigkeit auszugehen wäre, was angesichts des Alters der 1990 und 1992 geborenen Kinder und der damit verbundenen, bereits fortgeschrittenen Selbstständigkeit als grosszügig bemessen erscheint, sich die Behinderung in diesem Bereich unter Annahme einer Leistungseinbusse von 50 %, welche insbesondere vor dem Hintergrund der zumutbaren erweiterten Mithilfe durch den Ehemann nicht zu beanstanden ist (Meyer-Blaser, Die Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, Zürich 1997, S. 222 f. mit Hinweisen; Urteil R. vom 2. März 2004, I 462/03, Erw. 4.2.1 mit Hinweisen; vgl. Rz 3098 der KSIH), auf 8,333 % und insgesamt auf rentenausschliessende 39 % (zur Rundung: vgl. BGE 130 V 121) belaufen würde. Der Einspracheentscheid der Beschwerdeführerin vom 13. November 2003 ist damit im Ergebnis rechtens.