Citation: 1P.423/2001 28.09.2001 E. 2

2.- a) Die Beschwerdeführer werfen dem Kantonsgericht Willkür vor. Rechtskräftige Verfügungen dürften aufsichtsrechtlich nur aufgehoben werden, wenn die Voraussetzungen des Widerrufs erfüllt seien, das heisse, wenn das Interesse an der richtigen Rechtsanwendung dasjenige am Vertrauensschutz bzw. an der Rechtssicherheit überwiege. Nach Art. 86c Abs. 1 der Strafprozessordnung des Kantons Glarus vom 2. Mai 1965 (StPO) sei eine definitive Einstellungsverfügung vom Verhöramt dann wieder aufzunehmen, "wenn sich neue Anhaltspunkte für ein strafbares Verhalten oder die Täterschaft ergeben". Neue Anhaltspunkte hätten sich vorliegend keine ergeben, weshalb die Wiederaufnahme der Strafuntersuchung unzulässig sei. Selbst wenn sich nachträglich Zweifel an der Richtigkeit der Erwägungen ergäben, die zur Einstellung führten, dürfe das Verfahren nur wieder aufgenommen werden, wenn sich neue Verdachtsgründe ergäben. Die Prüfung der Einstellungsverfügung obliege zudem dem Staatsanwalt, der nach Art. 86d StPO das Recht habe, sie innert 10 Tagen beim Kantonsgerichtspräsidenten anzufechten. Das Kantonsgericht sei daher in Willkür verfallen, indem es die Einstellungsverfügung vom 22. November 2000 aufgehoben habe. b) Willkürlich ist ein Entscheid, der mit der tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft. Dabei genügt es nicht, dass die Begründung unhaltbar ist, der Entscheid muss sich vielmehr im Ergebnis als willkürlich erweisen (BGE 125 I 166 E. 2a; 125 II 10 E. 3a; 129 E. 5b; 122 I 61 E. 3a, je mit Hinweisen). c) Unbestritten ist, dass der Verhörrichter die Strafuntersuchung gegen die Beschwerdeführer am 22. November 2000 definitiv einstellte und dass diese Verfügung formell rechtskräftig wurde, weil sie von keiner Seite - auch vom Staatsanwalt nicht - angefochten wurde. Unbestritten ist auch, dass der Verhörrichter selber nicht mehr auf seine Verfügung hätte zurückkommen und das Verfahren wieder aufnehmen dürfen, da dies nach der klaren Regel von Art. 86c Abs. 1 StPO nur zulässig ist, wenn sich nach der Einstellung neue Verdachtsmomente ergeben, was vorliegend nicht zutrifft. Umstritten ist daher einzig, ob das Kantonsgericht befugt ist, eine endgültige Verfahrenseinstellung aufsichtsrechtlich aufzuheben, weil es von ihr inhaltlich nicht überzeugt ist und es findet, der Verhörrichter sei seiner Untersuchungspflicht nur ungenügend nachgekommen und habe das Verfahren leichtfertig eingestellt.