Citation: 8C_177/2016 E. 4.3

4.3. Die SWICA übersieht, dass Dr. med. C.________ mit der Stellungnahme vom 26. Juni 2015 die Befunde des Dr. med. E.________ in allen Teilen bestätigte. Er hielt fest, dass er die Diagnose einer somatoformen Schmerzstörung einzig aufgrund der Ziffer 4 der Proposed Diagnostic Criteria for CRPS gestellt habe, wonach ein CRPS nicht angenommen werden sollte, wenn andere Krankheitsbilder in Betracht zu ziehen seien; die Medizin sei keine exakte Wissenschaft, weshalb das schwierige Krankheitsbild letztlich keiner Diagnose schlüssig zugeordnet werden könne. Aus diesen Ausführungen ist zumindest zu schliessen, dass Dr. med. C.________ die Auffassung des Dr. med. E.________, es sei ein CRPS Typ I mit Allodynie, Hyperalgesie und Hyperpathie zu diagnostizieren, nicht nur nachvollziehen konnte, sondern implizit auch bestätigte, dass die Symptomatik, sei sie als somatoforme Schmerzstörung zu diagnostizieren oder aber als CRPS, bereits kurze Zeit nach dem Unfall vom 25. Oktober 2011 vorgelegen haben musste. Anders ist nicht zu erklären, weshalb die Versicherte während langer Zeit im angestammten Beruf als Betagtenbetreuerin aus ärztlicher Sicht vollständig arbeitsunfähig gewesen war. Zur Erhärtung dieses Umstands hat die Vorinstanz erwogen, Dr. med. D.________ habe im Bericht vom 24. Januar 2015 einlässlich dargelegt, er habe das CRPS erst im November 2012 verdachtsweise diagnostizieren können, weil er die Patientin erstmals über ein Jahr nach dem Unfall untersucht habe; sie habe bei der ersten Konsultation klare Angaben gemacht und insbesondere der Annahme der SWICA, wonach sie nach der Kontusion beschwerdefrei gewesen und das CRPS erst später, aus nicht geklärten Gründen, aufgetreten sein soll, deutlich widersprochen. In diesem Zusammenhang hat das kantonale Gericht weiter darauf hingewiesen, dass Dr. med. D.________ bei den klinischen Untersuchungen festgestellt habe, die arbeitswillige Versicherte wirke weiterhin nicht depressiv oder somatisierend und schildere ihre Beschwerden adäquat. Inwiefern sich Dr. med. D.________ widersprüchlich zum medizinischen Sachverhalt geäussert haben soll, ist angesichts der vorinstanzlichen Feststellungen und ausweislich der medizinischen Akten nicht ersichtlich. Insgesamt betrachtet ist festzuhalten, dass die Auffassung des Dr. med. E.________, wonach die Diagnose einer somatoformen Schmerzstörung nach der medizinischen Literatur nur gestellt werden dürfe, sofern kein anderes plausibleres somatisches - hier CRPS - Krankheitsbild die gesundheitlichen Beschwerden zu erklären vermöge, ohne Weiteres nachvollziehbar ist. Damit ist auch geklärt, dass für die Annahme eines CRPS entgegen der Auffassung der SWICA nicht erforderlich ist, die Diagnose müsse von den Ärzten bereits innerhalb von sechs bis acht Monaten nach dem Unfall gestellt worden sein, um sie als unfallbedingt anzusehen. Entscheidend ist allein, dass anhand echtzeitlich erhobener mediznischer Befunde der Schluss gezogen werden kann, die betroffene Person habe innerhalb der Latenzzeit von sechs bis acht Wochen nach dem Unfall zumindest teilweise an den für ein CRPS typischen Symptomen gelitten. Etwas anderes ergibt sich aus der Rechtsprechung - entgegen den Vorbringen der SWICA - nicht und eine solche Annahme stünde zudem dem ärztlichen Auftrag entgegen, die betroffene Person schnellst- und bestmöglich zu therapieren. Darauf wies denn auch Dr. med. C.________ in der Stellungnahme vom 26. Juni 2015 explizit hin.