Citation: 6B_232/2016 E. 2.3

2.3. Die Vorinstanz geht davon aus, dass in zehn von elf angeklagten Fällen eine tatbestandliche Widerstandsunfähigkeit im Sinne von Art. 191 StGB vorlag. Die Opfer seien nach einer Operation unter Narkose im Aufwachraum gelegen und mit unterschiedlich vielen medizinischen Gerätschaften verbunden gewesen. Ihre Mobilität sei erheblich eingeschränkt gewesen und teilweise habe die Gefahr bestanden, sich weh zu tun, wenn sie sich bewegten. Auch wenn die Patientinnen teilweise gewusst hätten, dass der Beschwerdeführer sie waschen oder eincremen würde, hätten sie bis zu dem Moment, als sie die Berührungen spürten, weder sehen noch erahnen können, dass der Beschwerdeführer sie an ihren Brüsten und an ihrem Geschlechtsteil streicheln oder massieren würde. Es sei ihnen unmöglich gewesen, die Beeinträchtigung ihrer geschlechtlichen Integrität von vornherein abzuwehren. Auch wenn die Geschädigten nach dem Bemerken der sexuell motivierten Berührungen teilweise gerade mal knapp ein Nein über die Lippen gebracht oder dem Beschwerdeführer mit ihrer Gesichtsmimik ihren Unmut kundzutun versucht hätten, ihn dann aber doch weiter gewähren liessen, habe ihre Widerstandsunfähigkeit fortbestanden. Sie hätten teilweise irrtümlich angenommen, die dem Übergriff vorangehenden Handlungen gehörten zur ordentlichen medizinischen Versorgung und dem Beschwerdeführer insoweit vertraut sowie nicht mit einem solchen Eingriff in ihre Intimsphäre gerechnet. Sie seien völlig überrumpelt worden und es sei ihnen erst verspätet möglich gewesen, sich einen Abwehrwillen zu bilden. Teilweise seien sie ganz perplex, teilweise aber auch wieder weggetreten gewesen.