Citation: 5A_894/2017 E. 6.4

6.4. In seinem ersten Sachurteil (Bst. C.c oben) hat das Kantonsgericht die Prozesskosten nach Obsiegen und Unterliegen verlegt (§ 119 ZPO/LU) und ausgeführt, weshalb es dem Standpunkt der Klägerin, anwendbar sei die Sondervorschrift in § 121 Abs. 2 lit. c ZPO/LU, nicht folgen könne (E. 10-11 S. 15 ff. des Urteils vom 16. Februar 2016). Auf Beschwerde des Beklagten hin hat das Bundesgericht das kantonsgerichtliche Urteil und damit auch die Prozesskostenregelung aufgehoben. Ob im anschliessenden Verfahren vor Kantonsgericht im Prozesskostenpunkt das Verschlechterungsverbot gegolten hat, erscheint als fraglich (allgemein: WALTER EGGER, Die reformatio in peius im Zivilprozessrecht, 1985, S. 107 f.), kann aber dahin gestellt bleiben. Denn die Klägerin hat in ihrer Stellungnahme zum bundesgerichtlichen Rückweisungsentscheid dem Kantonsgericht ausdrücklich beantragt, entsprechend dem Verfahrensausgang die Prozesskosten für die Verfahren vor dem Bezirksgericht und dem Kantonsgericht neu zu verlegen (S. 8 der Stellungnahme vom 23. Mai 2017, amtl.Bel. 2). In ihrer zweiten Stellungnahme vom 10. Juli 2017 (amtl.Bel. 10) hat sie sich dazu nicht mehr geäussert. Die Klägerin hat folglich ihre verfahrensrechtliche Einwendung, die Prozesskostenregelung sei auf § 121 Abs. 2 lit. c ZPO/LU und nicht auf § 119 ZPO/LU zu stützen, nicht mehr erhoben und begründet, obwohl sie dazu Gelegenheit gehabt hätte. Soweit die Klägerin heute geltend machen will, es sei § 121 Abs. 2 lit. c ZPO/LU verfassungswidrig nicht angewendet worden, ist es dazu vor Bundesgericht zu spät. Verfahrensrechtliche Rügen sind nach Kenntnisnahme des Mangels bei erster Gelegenheit vorzubringen (BGE 143 V 66 E. 4.3 S. 69). Ohne Verletzung von Bundesverfassungsrecht durfte das Kantonsgericht deshalb die Prozesskosten wie in seinem ersten Sachurteil auch in seinem zweiten Sachurteil gemäss § 119 ZPO/LU und damit nach dem Erfolgsprinzip verlegen. Entgegen der Darstellung der Klägerin ergibt sich aus E. 6.1 S. 18 des angefochtenen Urteils zudem zweifelsfrei, dass das Kantonsgericht die Prozesskosten nach § 119 ZPO/LU verlegt hat. Mit Blick darauf und auf den Ausgang des vorliegenden Beschwerdeverfahrens (E. 5 oben) hat es bei der kantonsgerichtlichen Prozesskostenverlegung für das bezirksgerichtliche Verfahren, das erste Berufungsverfahren (KG 1B 13 28) und das Urteil KG 1B 15 42 vom 16. Februar 2016 im zweiten Berufungsverfahren sein Bewenden.