Citation: 5C.228/2005 30.11.2006 E. 1

Wird das obergerichtliche Sachurteil mit eidgenössischer Berufung und der in der selben Sache ergangene kassationsgerichtliche Beschluss mit staatsrechtlicher Beschwerde angefochten, so gilt Art. 57 Abs. 5 OG (Messmer/Imboden, Die eidgenössischen Rechtsmittel in Zivilsachen, Zürich 1992, S. 148 Anm. 12). Danach wird die Entscheidung über die Berufung in der Regel bis zur Erledigung der staatsrechtlichen Beschwerde ausgesetzt. Von diesem Grundsatz ist abzuweichen, wenn der Entscheid über die staatsrechtliche Beschwerde keinen Einfluss auf die Behandlung des andern Rechtsmittels hat (BGE 122 I 81 E. 1 S. 83). Das trifft nach der Praxis etwa dann zu, wenn die Berufung unabhängig vom Ausgang des Beschwerdeverfahrens gutzuheissen ist oder wenn im Fall der Abweisung sich aus dem Berufungsentscheid ergibt, dass ein praktisches Interesse an einem Beschwerdeentscheid fehlen würde. Dies ist vorliegend der Fall: Die Frage, ob die Beklagte mit einer Vollzeittätigkeit mehr zu verdienen vermöchte, ist angesichts der hierzu gemachten Feststellungen des Obergerichts als Tatfrage zu betrachten. An der Beurteilung der Rügen des Klägers in der konnexen staatsrechtlichen Beschwerde besteht jedoch kein Interesse, wenn der Beklagten ein Stellen- bzw. Berufswechsel ohnehin nicht zuzumuten ist. Weil es sich bei der Frage der Zumutbarkeit um eine Rechtsfrage handelt (E. 3.3 hiernach) und sie in der vorliegenden Berufung aufgeworfen wird, rechtfertigt es sich nach dem Gesagten, diese ausnahmsweise vorweg zu behandeln.