Citation: C 413/99 16.05.2000 E. 1

1.- a) Nach Art. 95 AVIG hat die Kasse Leistungen der Versicherung, auf die der Empfänger keinen Anspruch hatte, zurückzufordern (Abs. 1 Satz 1). War der Leistungsempfänger beim Bezug gutgläubig und würde die Rückerstattung eine grosse Härte bedeuten, so wird sie auf Gesuch hin ganz oder teilweise erlassen (Abs. 2 Satz 1). Gemäss einem allgemeinen Grundsatz des Sozialversiche- rungsrechts kann die Verwaltung eine formell rechtskräftige Verfügung, welche nicht Gegenstand materieller richter- licher Beurteilung gebildet hat, in Wiedererwägung ziehen, wenn sie zweifellos unrichtig und ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist (BGE 122 V 21 Erw. 3a, 173 Erw. 4a, 271 Erw. 2, 368 Erw. 3, 121 V 4 Erw. 6, je mit Hinweisen). Von der Wiedererwägung ist die so genannte prozessuale Revision von Verwaltungsverfügungen zu unterscheiden. Da- nach ist die Verwaltung verpflichtet, auf eine formell rechtskräftige Verfügung zurückzukommen, wenn neue Tatsa- chen oder neue Beweismittel entdeckt werden, die geeignet sind, zu einer andern rechtlichen Beurteilung zu führen (BGE 122 V 21 Erw. 3a, 138 Erw. 2c, 173 Erw. 4a, 272 Erw. 2, 121 V 4 Erw. 6, je mit Hinweisen). b) Den Bezügerabrechnungen für die Monate März bis Juli 1996, welchen trotz Fehlen entsprechender Merkmale materiell Verfügungscharakter zukommt (BGE 125 V 476 Erw. 1, 122 V 368 f. Erw. 2/3 mit Hinweisen), liegt ledig- lich der bei der Bewachungsfirma Y.________ erzielte Zwi- schenverdienst zu Grunde. Von der seit 14. Dezember 1992 ausgeübten Teilzeitbeschäftigung bei der O.________ AG erfuhr die Arbeitslosenkasse erst im Zusammenhang mit dem Unfall vom 3. August 1996 im Herbst 1996. Da diese Tatsache im Zeitpunkt der Bezügerabrechnungen weder vom Beschwerde- gegner angegeben worden noch der Arbeitslosenkasse bekannt war, handelt es sich bei der nicht gemeldeten Beschäftigung bei der O.________ AG um eine neue Tatsache, die zur pro- zessualen Revision der Bezügerabrechnungen führt. Entgegen der Auffassung der Vorinstanz geht es somit nicht um die Wiedererwägung einer zweifellos unrichtigen Verfügung.