Citation: 1P.167/2001 10.07.2001 E. 5

5.- a) M.________ hat in einem Schreiben vom 25. September 2000 erklärt, er widerrufe damit seine Aussagen, die er gegen H.________ und A.________ gemacht habe. Er und andere ihm bekannte Personen seien am 16. August 1994 wegen Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz verhaftet worden. Im Gefängnis habe er erfahren, dass H.________ sie an die Polizei verraten habe, was ihn wütend gemacht habe. Um sich für den Verrat des H.________ zu rächen, habe er die Geschichte über H.________ und dessen Bruder A.________ erzählt. Seine Anschuldigungen gegen H.________ und A.________ seien nicht wahr. Er habe sie nur erfunden, um an H.________ und seiner Familie Rache zu nehmen. Seine Aussage bei Untersuchungsrichter X.________, dass er dabei gewesen sei, als D.________ Kokain von H.________ zu A.________ gebracht habe, sei falsch. Mit Eingabe vom 7. November 2000 teilte der Vertreter des Beschwerdeführers dem Kassationshof des Kantons Bern mit, anlässlich eines Telefongesprächs vom 31. Oktober 2000 habe M.________ einem seiner Mitarbeiter die Richtigkeit dieses Widerrufs bestätigt und erklärt, er habe seinen Widerruf auf Anfrage von A.________ freiwillig geschrieben, nachdem er gehört habe, dass dieser wegen seiner Aussagen zu einer hohen Strafe verurteilt worden sei. b) Der Kassationshof hat diesen Widerruf und dessen Bestätigung als unglaubhaft qualifiziert. In der Begründung des angefochtenen Entscheids wird der Widerruf als allgemein und pauschal gehalten bezeichnet. Es wird ausgeführt, ganz im Gegensatz dazu stünden die seinerzeitigen belastenden Aussagen des M.________, die ausführlich, differenziert und detailliert ausgefallen, so nicht erfindbar gewesen seien und zahlreiche Realitätskriterien aufweisen würden. Im weiteren würden die belastenden Aussagen des M.________ mit denjenigen des K.________ und des B.________ übereinstimmen, ohne jedoch mit ihnen identisch zu sein und den Eindruck von etwas Abgesprochenem zu erwecken. Bezeichnenderweise würden denn auch seitens des Gesuchstellers auf Seite 7 des Revisionsgesuches im Rahmen der Aufzählung der Grundlagen des Urteils der 1. Strafkammer die Akten bzw. Aussagen des B.________ nicht erwähnt. Im Weiteren verwies der Kassationshof auf die Erwägungen der 1. Strafkammer des Obergerichts auf den Seiten 18 ff. und 21 ff. ihres Urteils vom 4. November 1999. c) Auf den Seiten 20 und 21 ihres Urteils vom 4. November 1999 hat die 1. Strafkammer des Obergerichts die Aussagen von B.________ betreffend die Herausgabe des Kokains durch A.________ an D.________ im Restaurant W.________ zusammengefasst. Danach schilderte B.________, wie D.________ ein Coci und einen Hamburger bestellte, der Angeschuldigte (A.________) hierauf im unteren Stock verschwand und mit dem Bestellten sowie einem Zigarettenpäckli, in welchem sich Kokain befand, wieder erschien. Hinsichtlich M.________ führte die 1. Strafkammer des Obergerichts auf Seite 21 ihres Urteils vom 4. November 1999 aus, auch er habe über das Drogendepot im Restaurant W.________ Bescheid gewusst. Die Drogengeschäfte seien bis ca. 1 bis 2 Jahre vor der Polizeiaktion vom 16. August 1994 über das Restaurant W.________ abgewickelt worden. Danach sei es dem Angeschuldigten zu "heiss" geworden. Der Beschwerdeführer hat sich mit den diesbezüglichen Ausführungen des Kassationshofs und insbesondere mit den auf Seiten 20 und 21 des Urteils der 1. Strafkammer des Obergerichts wiedergegebenen Aussagen von B.________, auf die der Kassationshof im angefochtenen Entscheid hingewiesen hat, nicht auseinandergesetzt und nur geltend gemacht, die Behauptung, der Widerruf von M.________ sei zu pauschal, stehe mit der tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch. Das genügt den Anforderungen an eine substantiierte Rüge nicht (vgl. oben E. 1b). Wenn der Beschwerdeführer dem Kassationshof willkürliche Beweiswürdigung hinsichtlich des Widerrufs von M.________ vorwerfen will, so wäre er gehalten, sich mit den diesbezüglichen Ausführungen substantiiert auseinander zu setzen und den Widerruf des M.________ vor dem Hintergrund der Aussagen des B.________ zu würdigen. Das gilt auch für seinen Einwand, die Begründung im angefochtenen Urteil sei zirkelschlüssig und widersprüchlich. Auf diese Rüge ist daher nicht einzutreten.