Citation: 6B_1081/2022 E. 1.4

1.4. Die Beschwerdeführerin bringt vor, die Vorinstanz habe das Tatverschulden in Bezug auf die drei Erpressungsversuche generell als offensichtlich zu tief bewertet. Sie betont dabei den Umstand, dass sich die Drohung gegen ein Spital und damit gegen eine besonders sensible und verletzliche Institution gerichtet habe. Die Vorinstanz hat diesen Umstand massgebend berücksichtigt. Entgegen den Ausführungen der Beschwerdeführerin ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz die in diesem Zusammenhang relativ tiefe Erpressungsforderung positiv gewichtet hat. Die Beschwerdeführerin bringt vor, die fehlende objektive Gefahr habe auf die Erpressungswirkung keinen grossen Einfluss gehabt, da die verantwortlichen Personen bis zuletzt im Unklaren darüber gewesen seien, ob der Beschwerdegegner eine Bombe platziert habe. Die geschaffene Unsicherheit geht indes mit der Tatbegehung einher und es ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz die fehlende Schaffung einer objektiven Gefahr strafmindernd berücksichtigt hat. Aus der Abwesenheit einer Bombenattrappe leitet die Vorinstanz im Übrigen in nachvollziehbarer Weise ab, dass der Beschwerdegegner keine allzu grossen Bemühungen für seine Erpressung aufgewendet habe, auch wenn es die Arbeit der Polizei nicht erleichtert habe. In der vorinstanzlichen Gewichtung der Abwesenheit einer Bombenattrappe ist keine Ermessensüberschreitung zu erkennen. Ferner beanstandet die Beschwerdeführerin, dass die Vorinstanz den vollendeten Versuch bei der Strafminderung zu stark gewichtet habe. Das Mass der zulässigen Reduktion der Strafe beim vollendeten Versuch hängt unter anderem von der Nähe des tatbestandsmässigen Erfolgs und den tatsächlichen Folgen der Tat ab. Die Reduktion der Strafe wird mit andern Worten umso geringer sein, je näher der tatbestandsmässige Erfolg und je schwerwiegender die tatsächliche Folge der Tat war (BGE 121 IV 49 E. 1.b; Urteil 6B_86/2023 vom 7. August 2023 E. 3.4 mit Hinweisen). Die Vorinstanz legte die Umstände dar, weswegen es nicht zur vollendeten Tatbegehung gekommen ist, und berücksichtigte, dass der Beschwerdegegner den Versuch nicht von sich aus abgebrochen hat. Angesichts der letztlich relativ beschränkten tatsächlichen Folgen der Tat hat die Vorinstanz die versuchte Tatbegehung mit der Reduktion der Einsatzstrafe um sechs Monate nicht übermässig strafmindernd berücksichtigt. Der von der Beschwerdeführerin hervorgehobene Kontrast zwischen der Schwere der Drohung und der Qualifikation des Tatverschuldens als "leicht im obersten Bereich, an der Grenze zu mittelschwer" relativiert sich, wenn man sich mit der Vorinstanz vergegenwärtigt, dass die Bedrohung mit einer Gefahr für Leib und Leben vieler Menschen bei der Tatbegehung im qualifizierten Tatbestand von Art. 156 Ziff. 4 StGB vorausgesetzt wird. Wenn die Vorinstanz bezogen auf das ganze Spektrum des qualifizierten Tatbestandes angesichts der dargelegten Umstände von einem leichten Tatverschulden im obersten Bereich ausgeht, so liegt darin jedenfalls keine Verletzung von Bundesrecht. Die Bewertung der Vorinstanz als leichtes Verschulden im obersten Bereich und die Einsatzstrafe von 28 Monaten bei einem Strafrahmen von maximal fünf Jahren liegt im Rahmen des zulässigen Ermessensspielraums und eine Verletzung der bundesrechtlichen Vorgaben bei der Bemessung der Einsatzstrafe ist nicht erkennbar.