Citation: 5A_391/2020 E. 7.5

7.5. Das Kantonsgericht führte aus, es rechtfertige sich im vorliegenden Berufungsverfahren unter Berücksichtigung des Gebührenrahmens für Kammerentscheide des Kantonsgerichts aus den gleichen Überlegungen wie denjenigen betreffend die erstinstanzlichen Kosten die Grundgebühr bei Fr. 4'000.-- festzusetzen. In Bezug auf die berufungsweise vorgetragenen Einwendungen gegen den Kostenentscheid des Kreisgerichts hatte das Kantonsgericht erwogen, es sei von einem ausserordentlich aufwändigen Verfahren auszugehen. So seien zahlreiche Vorbereitungsverhandlungen und teils komplexe Beweisabnahmen nötig gewesen, die für das Gericht jeweils einen grossen Vor- und Nachbereitungsaufwand bedeutet hätten. Hinzu kämen der äusserst grosse Aktenumfang und die teilweise sehr umfangreichen Parteieingaben. Weiter sei zu berücksichtigen, dass zwei Hauptverhandlungen nötig gewesen seien. Vor allem die zweite Hauptverhandlung, an der sich die Parteien zu den komplexen Beweisabnahmen geäussert hätten, sei mit einem deutlich überdurchschnittlichen Aufwand verbunden gewesen. Die zweiten Parteivorträge seien schriftlich erfolgt und hätten erneut einen beträchtlichen Umfang aufgewiesen (Ehefrau 45 Seiten bzw. Ehemann 128 Seiten). Schliesslich spiele das Verhalten der Parteien eine Rolle. Kämen die Parteien ihrer Mitwirkungspflicht nur zögerlich nach, führe dies nicht bloss zu einer Verzögerung des Verfahrens, sondern könne - ein gewisses Ausmass vorausgesetzt - durchaus auch Mehrarbeit für das Gericht bewirken. Insgesamt sei es daher gerechtfertigt, die Grundgebühr in der oberen Hälfte des Gebührenrahmens anzusetzen. Zu beachten sei aber einerseits, dass eine relativ geringe Differenz bei der Grundgebühr sich aufgrund der streitwertabhängigen prozentualen Erhöhung beträchtlich auswirke - je Fr. 1'000.-- Grundbetrag erhöhe sich die Gebühr beim vorliegenden Streitwert immerhin um Fr. 33'000.-- -, weshalb auch die Angemessenheit des Endbetrages zu prüfen sei. Andererseits würde die Ansetzung der Grundgebühr beim (für die erste Instanz) höchstmöglichen Betrag von Fr. 6'000.-- grundsätzlich bedeuten, dass bei allen Kriterien der Gebührenbemessung sozusagen vom Maximum ausgegangen werde und insbesondere noch aufwändigere Fälle als kaum vorstellbar erachtet würden. Angesichts dessen legte das Kantonsgericht die Grundgebühr für das Berufungsverfahren bei Fr. 4'000.-- fest, was eine Entscheidgebühr von Fr. 132'000.-- (Fr. 4'000.-- x 3'300 %) ergibt.