Citation: 9C_615/2021 E. 6.2

6.2. Ob die obligatorische Krankenpflegeversicherung die Kosten für die im Ausland durchgeführte Behandlung zu übernehmen hat, beurteilt sich nicht nach einer weitgehend abstrakt festgelegten Mindestfallzahl. Richtschnur bildet vielmehr die bisherige dazu ergangene Rechtsprechung (vgl. E. 4 hievor). Dabei ist das Risiko eines Eingriffs insbesondere nicht anhand subjektiver Kriterien, wie etwa der Angst vor einer Operation, sondern nach objektiven Gesichtspunkten abzuschätzen (RKUV 2003 Nr. KV 253 S. 229, K 102/02 E. 3.2). Zu gewichten ist stets die konkrete Beurteilung der Versorgungssituation, das heisst, es kommt allein auf die tatsächliche Situation im Inland verglichen zum ausländischen Behandlungsangebot an.