Citation: 1C_625/2022 E. 4.4.3

4.4.3. Der revidierte Art. 15 Abs. 2 RPG (in Kraft seit dem 1. Mai 2014) verlangt ausdrücklich die Reduktion überdimensionierter Bauzonen. Gestützt darauf und die Vorgaben des Kantonalen Richtplans 2015 hat gemäss den verbindlichen Feststellungen der Vorinstanz in E. 4.8 des angefochtenen Entscheids, die Gemeinde Schwarzenberg während der Jahre 2018-2021 in Zusammenarbeit mit dem Kanton Luzern die Rückzonungsflächen einzelfallbezogen erörtert und definiert. Die öffentliche Auflage des revidierten Zonenplans und der dazugehörigen Bau- und Nutzungsvorschriften erfolgte vom 17. Januar bis 15. Februar 2022. Die konkreten Gegebenheiten der jeweiligen Grundstücke seien dabei gemäss Vorinstanz ungeachtet der Eignung anderer Grundstücke auf ihre Zweck- und Verhältnismässigkeit für eine Rückzonung überprüft worden. Erweise sich die Rückzonung eines Grundstücks als zweck- und verhältnismässig, sei diese durchzuführen. Selbst wenn nun das erhobene Rechtsmittel der Beschwerdeführenden Erfolg hätte und die Baubewilligung verweigert sowie anschliessend die Grundstücke des Beschwerdegegners zurückgezont werden müssten, würde es dadurch nicht wahrscheinlicher, dass das Grundstück der Beschwerdeführenden (vollumfänglich) in der Bauzone zu belassen wäre. Die Rückzonung beruht auf objektiven Parametern (vgl. dazu E. 4.6.1 des angefochtenen Entscheids); es sind all jene Bauzonenflächen rückzuzonen, deren Rückzonung gemäss den Vorgaben der Rückzonungsstrategie zweck- und verhältnismässig ist, wobei die vorzunehmenden Rückzonungen nicht auf eine konkrete Fläche beschränkt sind, auch wenn an sich eine quantitative Zielvorgabe in der kantonalen Rückzonungsstrategie besteht (vorliegend 5.7 ha). Wird wie vorliegend eine Parzelle mit einer vergleichsweise geringen Fläche (ca. 0.24 ha) zurückgezont, hat dies nicht zur Folge, dass im Sinne einer Kompensation andernorts auf die Rückzonung einer Parzelle zu verzichten wäre. Ohnehin wäre auch deren planerisches Schicksal im Einzelfall zu beurteilen, und wie jede raumplanerische Massnahme unterliegt sie dabei einer gesamthaften Abwägung und Abstimmung aller räumlichen Gesichtspunkte und Interessen (Art. 1 Abs. 1 und Art. 2 Abs. 1 RPG). Ein konkretes Konkurrenzverhältnis oder eine Wechselwirkung zwischen den beiden Parzellen besteht unter diesem Aspekt folglich nicht.