Citation: 5P.274/2002 28.10.2002 E. 5

Sodann bringt die Beschwerdeführerin vor, gemäss Art. 12 Abs. 2 EGzZGB /GR gelte die Offizialmaxime. Die Weigerung des Kantonsgerichtspräsidenten, u.a. die Akten betreffend Y.________ von der Presidenza della Repubblica beizuziehen und die Regierungsräte I.________ und H.________ einzuvernehmen, stelle eine glatte Rechtsverweigerung in Sinne von Art. 29/30 BV und Art. 6 EMRK sowie der UNO-Menschenrechtserklärung dar. Im angefochtenen Urteil wird dazu festgehalten, das Kantonsgericht Graubünden habe in seinem Entscheid vom 8. August 2001 gestützt auf das Urteil des Bundesgerichts vom 2. September 1975 ausgeführt, der Beweis der Doppelbürgerschaft des Erblassers sei nicht erbracht. Auf eine Aktenergänzung könne deshalb verzichtet werden. Abgesehen davon, dass es nicht der Zweck der Offizialmaxime sei, Beweisversäumnisse einer Partei wieder gutzumachen, seien die beantragten Abklärungen und Beweiserhebungen für die Beantwortung der sich im vorliegenden Verfahren stellenden Fragen hinsichtlich des Erbenscheines nach Art. 559 ZGB unwesentlich. Mit dieser Begründung setzt sich die Beschwerdeführerin überhaupt nicht auseinander, weshalb darauf nicht eingetreten werden kann (Art. 90 Abs. 1 lit. b OG). Es kann deshalb offen gelassen werden, ob der Untersuchungsgrundsatz und die Pflicht zur Einleitung einer Strafuntersuchung gestützt auf kantonales Recht verletzt worden sind.