Citation: 1P.158/2000 07.04.2000 E. C

C.- Mit staatsrechtlicher Beschwerde vom 13. März 2000 wegen Verletzung der persönlichen Freiheit von Art. 10 Abs. 2 BV sowie von Art. 5 Ziff. 1 EMRK beantragt S.________, den Entscheid der Anklagekammer vom 18. Februar 2000 aufzuheben und diese anzuweisen, ihn umgehend freizulassen. Die Anklagekammer verweist in ihrer Vernehmlassung auf den angefochtenen Entscheid und beantragt, die Beschwerde abzuweisen. Der Untersuchungsrichter verzichtet auf Vernehmlassung. Der Staatsanwalt beantragt, die Beschwerde abzuweisen. Art. 197 Abs. 2 StrV sei keineswegs so zu verstehen, wie dies der Beschwerdeführer geltend mache. Die Formulierung in der Vergangenheitsform (".. die Anklagekammer habe diese Frist .. verlängert") beziehe sich nämlich auf den allfälligen Zeitpunkt der Entlassung, nicht auf denjenigen des Gesuchs; das Erfordernis einer vorgängigen Verlängerung ergebe sich daher nicht aus dem Gesetzestext. Dass eine Fristverlängerung auch nach Ablauf der Dreimonatsfrist noch möglich sei, vertrete auch der "Vater" des neuen Berner Strafverfahrens, Jürg Aeschlimann (Einführung in das Strafprozessrecht, Bern 1997, Rz. 1213). Anders zu entscheiden würde zu einer nicht gerechtfertigten und nie beabsichtigten unterschiedlichen Behandlung von Angeschuldigten im vorzeitigen Strafantritt bzw. in Untersuchungshaft führen. Eine solche im Vergleich zur früheren Praxis geradezu unbernisch revolutionäre Änderung hätte die politischen Hürden der Gesetzgebung wohl nie genommen. Das Kreisschreiben Nr. 8 der Anklagekammer gebe daher die wahre ratio legis von Art. 197 Abs. 2 StrV wieder. Selbst wenn man aber diese Frist als verletzt ansehen müsste, so würde dies keinesfalls zwingend zur Haftentlassung des Beschwerdeführers führen, da die Bestimmung bloss die Funktion einer Ordnungsvorschrift habe. In der Replik hält S.________ an seinen Anträgen vollumfänglich fest.