Citation: 8C_305/2008 07.05.2009 E. 3

3.1 Zu prüfen ist aufgrund der Vorbringen in der Beschwerde vorerst, in welchem Ausmass der Versicherte noch arbeitsfähig ist. In kognitionsrechtlicher Hinsicht handelt es sich dabei um eine Frage tatsächlicher Natur - zumindest soweit auf konkreter Beweiswürdigung beruhend -, deren Beantwortung durch die Vorinstanz das Bundesgericht grundsätzlich bindet (BGE 132 V 393 E. 3.2 S. 397 in fine ff.). 3.2 Hinsichtlich dieser vorab umstrittenen (Tat-)Frage erwog das kantonale Gericht nach zutreffender Wiedergabe der medizinischen Aktenlage im angefochtenen Entscheid, dass der Beschwerdeführer in medizinischer Hinsicht hinreichend abgeklärt worden sei. Es würdigte den Untersuchungsbericht der RAD-Ärztin Dr. med. W.________ (Fachärztin für physikalische Medizin und Rehabilitation) vom 25. Mai 2005 in ihrer medizinischen Beurteilung als umfassend und nachvollziehbar. Darin habe sie dargelegt, dass in diagnostischer Hinsicht eine mässige Fehlstatik der Wirbelsäule mit vermehrter BWS-Kyphose, einer beginnenden thorakolumbalen Torsionsskoliose und sekundären leichten degenerativen Veränderungen der LWS vorliegen. Aus klinisch orthopädischer Sicht bestehe objektiv nur eine geringe Einschränkung der Wirbelsäulenfunktion. Die Exazerbationen der Rückenschmerzen träten glaubhaft bei statischen Haltungsmonotonien wie langes Sitzen, Stehen und bei repetitiven Vorgängen in einer monotonen Zwangshaltung auf. Nachvollziehbar und überzeugend sei auch die Beurteilung von Dr. med W.________, wonach die Rückenbeschwerden des Versicherten durch einen häufigen Haltungswechsel in Form von Pausen und Dehnübungen zur Lockerung der sich unter der monotonen Haltung entwickelnden und schmerzauslösenden lumbalen Myogelosen gemildert werden können. In Bezug auf die Diagnosestellung hielt das kantonale Gericht fest, dass es zwischen den einzelnen medizinischen Unterlagen grundsätzlich keine Widersprüche gebe, was zu Recht auch vom Beschwerdeführer nicht bestritten wird. Jedoch würden sich die Beurteilungen der Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit des Versicherten als in der ganzen Schweiz tätiger Handelsvertreter in den Prozentzahlen unterscheiden. Was die vom RAD-Untersuchungsbericht vom 25. Mai 2005 abweichenden Arbeitsfähigkeitsbeurteilungen anbelangt, stellte es fest, bei solchen Diskrepanzen sei zu berücksichtigen, dass die behandelnden Ärzte eher zu Gunsten der versicherten Person entscheiden würden. Im Rahmen einer antizipierten Beweiswürdigung sah es alsdann von zusätzlichen medizinischen Abklärungen ab, da keine relevanten neuen Erkenntnisse zu erwarten seien. In der Folge erwog das kantonale Gericht, bei dieser Sachlage könne allerdings der Argumentation der IV-Stelle nicht gefolgt werden, wonach im konkreten Fall überhaupt kein invalidisierender Gesundheitsschaden vorliege. Ein gewisser Gesundheitsschaden mit mässiger Fehlstatik der Wirbelsäule sowie objektiv geringer Einschränkung der Wirbelsäulenfunktion sei aktenmässig dokumentiert, welcher zur Folge habe, dass der Beschwerdeführer monotone Zwangshaltungen vermeiden müsse und stattdessen seine Haltung häufig wechseln sollte (in Form von Pausen/Dehnübungen etc.). Daher sei zu prüfen, wie sich dieser Gesundheitsschaden in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit auswirke, wozu jedoch kein zusätzliches medizinisches Gutachten erforderlich sei. In der Folge stützte sich die Vorinstanz bezüglich der Einschätzung des vermehrten Pausenbedarfs und Haltungswechsels in der angestammten Berufstätigkeit auf den im Auftrag des Abklärungsdienstes der IV-Stelle Luzern für Selbstständigerwerbende von P.________, Treuhänder mit Fachausweis, vormals erstellten Abklärungsbericht vom 23. Dezember 2004 (worin dieser in Anwendung der ausserordentlichen Bemessungsmethode zu einer Erwerbseinbusse von 51 % kam, allerdings basierend auf einer medizinisch-theoretischen Arbeitsunfähigkeit von 50 %). Anschliessend nahm sie eine eigene davon abweichende Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit vor, errechnete einen Invaliditätsgrad von 29 % und verneinte einen Anspruch auf eine Invalidenrente. 3.3 Wie der Beschwerdeführer zu Recht bemängelt, hat sich die Vorinstanz bei der Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit einzig auf die eigene Einschätzung, basierend auf dem Abklärungsbericht für Selbstständigerwerbende vom 23. Dezember 2004 gestützt. Indem das kantonale Gericht vorliegend eine eigene Beurteilung der verbleibenden Arbeitsfähigkeit vornahm, bei der es sich nicht auf medizinisches Fachwissen stützen konnte, hat es Bundesrecht verletzt (vgl. E. 2.2 hievor; siehe auch Urteil 9C_410/2008 vom 8. September 2008 E. 3.3.1).