Citation: 5P.9/2005 22.02.2005 E. 5

Die Beschwerdeführerin wirft dem Obergericht vor, ohne kinderpsychologisches Fachgutachten sowie ohne Erziehungsfähigkeitsgutachten eigenmächtig das Besuchsrecht, wenn auch ein bloss begleitetes, angeordnet zu haben. Sie räumt zwar ein, dass es sich bei einem solchen Gutachten um eine Beweismassnahme handle, welche nicht zwingend zu erfolgen habe. Der Entscheid darüber obliege dem pflichtgemässen Ermessen der urteilenden Gerichtsinstanz. Sie wirft dem Obergericht aber vor, dieses ihr obliegende pflichtgemässe Ermessen missbraucht und überschritten zu haben. Es bestünden bereits aus den Akten ernstzunehmende Zweifel an den Fähigkeiten der Kindsmutter zur Ausübung des Besuchsrechts. 5.1 In ihren ausführlichen und oftmals wiederholten Ausführungen zur Frage, ob ein kinderpsychologisches Fachgutachten und ein Erziehungsfähigkeitsgutachten einzuholen sei, legt die Beschwerdeführerin einen Masstab an, der bei der Frage, ob der Kindsmutter das Sorgerecht oder die Obhut anvertraut werden kann, allenfalls gerechtfertigt sein könnte. Geht es aber um die Frage, ob der Kindsmutter im nächsten halben Jahr einmal pro Monat ein begleitetes Besuchsrecht von drei Stunden und anschliessend von acht Stunden eingeräumt werden kann, darf willkürfrei ein grundlegend anderer Massstab angelegt werden. Das Obergericht hat ausgeführt, aufgrund der Akten sei offensichtlich, dass die Gefährdungen, welche zum Obhutsentzug geführt haben, die Unzuverlässigkeit, Drogensucht und Unstetigkeit der Kindsmutter gewesen sei. Eine Kindsgefährdung dahingehend, dass die Kindsmutter ihr Kind in irgend einer Hinsicht misshandelt hätte, liege nicht vor. Die verschiedenen Versuche von Besuchstagen seien in der Regel daran gescheitert, dass die Kindsmutter in ihrer Unstetigkeit die entsprechenden Termine nicht wahrgenommen habe. Die Kindsgefährdung bestehe daher in der Unzuverlässigkeit der Kindsmutter. Die Beschwerdeführerin bestreitet diese tatsächlichen Feststellungen nicht. Bei dieser Sachlage ist es nicht willkürlich, auf ein Gutachten zu verzichten, wird doch mit haltbarer Begründung ausgeführt, mit der Begleitung der Besuchsrechtsausübung werde das Risiko, dass aus der Unstetigkeit der Kindsmutter ein Schaden entstehen könnte, weitgehend ausgeschlossen. Ein qualifizierter Ermessensfehler ist nicht ersichtlich (vgl. dazu Urteil 5C.210/2000 vom 27. Oktober 2000 E. 2c, in FamPra 2001 S. 606; BGE 114 II 200). 5.2 Was die Beschwerdeführerin dagegen vorbringt, ist unbehelflich. Sie verweist auf die Aktennotiz vom 8. April 2003, in welcher die Beiständin von C.________ es als sinnvoll erachtete, "ein für allemal auf der Ebene Vormundschaftsbehörde zu klären, ob C________'s Rückkehr zur leiblichen Mutter verantwortbar ist (Kindsgutachten) und ob die leibliche Mutter B.________ erziehungsfähig ist (Erziehungsfähigkeitsgutachten)". Aus dieser Aktennotiz lässt sich - wie ohne Willkür festgestellt werden kann - nichts für den Standpunkt der Beschwerdeführerin ableiten, befürwortete die Beiständin die beiden Gutachten doch im Hinblick auf die Frage der Obhut und nicht des Besuchsrechts. Gleich verhält es sich mit dem Hinweis der Beschwerdeführerin auf BGE 130 I 180 E. 3.2.2. Auch dort hat sich das Bundesgericht zur Obhut und nicht zum Besuchsrecht geäussert. In dem von der Beschwerdeführerin angerufenen Urteil 5P.349/2003 vom 21. Oktober 2003 wartete die kantonale Behörde bis zum Eintreffen eines Gutachtens, bevor es über die Frage der Aufhebung des begleiteten Besuchsrechts entschied. Bis zum Eintreffen des Gutachtens blieb es in jenem Fall beim begleiteten Besuchsrecht. Auch aus diesem Entscheid kann die Beschwerdeführerin nichts für sich ableiten, weil das begleitete Besuchsrecht ohne das Gutachten angeordnet wurde. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass das Obergericht keine verfassungsmässigen Rechte der Beschwerdeführerin verletzt hat, indem es im Zusammenhang mit dem Besuchsrecht keine Gutachten eingeholt hat.