Citation: 8C_707/2019 E. 3.2.1

3.2.1. Die Vorinstanz erkannte, der verstorbene Versicherte habe den Unfall bei einer groben Verkehrsregelverletzung nach Art. 90 Abs. 2 SVG und somit anlässlich der Ausübung eines Vergehens herbeigeführt. Er habe ein grobfahrlässiges Verhalten an den Tag gelegt, als er sich verkehrsregelwidrig zum Überholen des LKWs entschlossen habe. Es hätte ihm bewusst sein müssen, dass dieses Vorhaben gefährlich und verkehrsregelwidrig sei, da er sich an einer unübersichtlichen Stelle (leichte Rechtskurve) befunden und der LKW überdies seine Sicht auf die Gegenfahrbahn (zumindest teilweise) verdeckt habe. Er habe pflichtwidrig nicht in Betracht gezogen, dass der sich auf der Gegenfahrbahn befindende Traktor seinerseits noch überholt werden und diese daher im Zeitpunkt des Überholens nicht mehr frei sein könnte. Der Versicherte habe rücksichtslos nicht bedacht, dass er durch sein Vorgehen auch die anderen Verkehrsteilnehmer gefährdet habe. Der objektive und subjektive Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG sei erfüllt. Bei dieser Sach- und Rechtslage liess das kantonale Gericht die Frage offen, ob durch Überschreitung der signalisierten Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h ausserorts eine grobe Verkehrsverletzung vorliegt. Ebenfalls offen liess es, ob der Überholvorgang als Einzelhandlung als relatives Wagnis zu qualifizieren ist.