Citation: 5P.27/2001 08.06.2001 E. 3

3. A. Zürich 1979, S. 352 bei/in Anm. 15a; vgl. für den Kanton Thurgau: Merz, Die Praxis zur thurgauischen Zivilprozessordnung, Bern 2000, N. 6 zu § 187 ZPO; ausführlich zum Ganzen: Nonn, Die Beweiswürdigung im Zivilprozess, Diss. Basel 1996, S. 97 ff., und seither: Bacher, Das Gutachten im gerichtlichen Verfahren, Basellandschaftliche Richtervereinigung, Publikationen 1998, S. 1 ff., S. 10 f., mit der Warnung vor richterlichem Halbwissen und überheblicher Selbstsicherheit). Beweiswürdigung ist nicht schon dann willkürlich, wenn die vom Sachrichter gezogenen Schlüsse nicht mit der Darstellung der Beschwerdeführer übereinstimmen. Es ist vielmehr deren Sache, die Unhaltbarkeit der Beweiswürdigung im gezeigten Sinne substantiiert darzutun (Art. 90 Abs. 1 lit. b OG; BGE 116 Ia 85 E. 2b S. 88). Materielle Rechtsverweigerung liegt zudem nicht darin, dass eine andere Lösung ebenfalls vertretbar oder gar zutreffender erschiene; erforderlich ist, dass das angefochtene Urteil im Ergebnis schlechterdings mit vernünftigen Gründen nicht zu vertreten ist (Art. 9 BV; BGE 126 I 168 E. 3a S. 170). Der Grundsatz gilt auch für die Beweiswürdigung, deren Willkürlichkeit - mit anderen Worten - auf das Urteil selbst durchschlagen muss (vgl. BGE 124 I 208 E. 4a S. 211; 127 I 38 E. 2a S. 41). c) Seinen Nichteintretensantrag begründet der Beschwerdegegner damit, dass das Bundesgericht seine Praxis bestätigt habe, wonach das Willkürverbot für sich allein keine geschützte Rechtsstellung begründe (unter Verweis auf BGE 126 I 81 Nr. 12), die Beschwerdeführer in ihrer Eingabe aber zu substantiieren versäumten, welche kantonalen oder bundesrechtlichen Gesetzesbestimmungen oder welches Grundrecht von ihnen angerufen werde, in dessen Zusammenhang von ihnen Willkür geltend gemacht werde. Seit 1988 streiten die Parteien nunmehr darüber, ob in der Teilung alle Erben den gleichen Anspruch auf die Gegenstände der Erbschaft haben (Art. 607 Abs. 1 und Art. 610 Abs. 1 und 2 ZGB) oder der Beschwerdegegner für sich die Sonderregelung betreffend landwirtschaftliche Gewerbe in Anspruch nehmen kann (aArt. 620 ff. ZGB). Die gerügte Willkür in der Beweiswürdigung steht in diesem ohne weiteres erkennbaren Zusammenhang, so dass es nachgerade als überspitzt formalistisch erschiene, von den Beschwerdeführern heute formell die Benennung der anspruchsbegründenden Norm zu fordern, deren Voraussetzungen in tatsächlicher Hinsicht sie anfechten.