Citation: I 589/06 29.05.2007 E. 3

Streitig und zu prüfen ist die Höhe des Rentenanspruchs und dessen Beginn. 3.1 Die IV-Stelle und das vorinstanzliche Gericht stützen sich bei ihrer Beurteilung auf das Gutachten des Instituts X.________ vom 17. Juni 2004. Darin werden verschiedene Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit gestellt, so unter anderem diejenige eines chronischen panvertebralen Schmerzsyndroms, eines Diabetes mellitus Typ 2 und einer leichten depressiven Episode. Vor allem die verschiedenen objektivierbaren Befunde im Wirbelsäulenbereich hätten dazu geführt, dass seit November 2000 eine volle Arbeitsunfähigkeit in den angestammten Tätigkeiten als Mitarbeiterin in der Teigwarenproduktion einerseits und bei einer Reinigungsfirma andererseits bestehe. Auf Grund der Befunde und Diagnosen sei eine körperlich schwere und mittelschwere Tätigkeit, insbesondere eine solche mit starker und mittelstarker Rückenbelastung, bleibend nicht mehr zumutbar. 3.2 Aus den Akten ergibt sich, dass die Beschwerdeführerin sowohl ihre Haupttätigkeit bei der Firma H.________ als auch das Teilzeitpensum als Reinigungsangestellte bei der Firma E.________ am 30. November 2000 beendete. Vor diesem Zeitpunkt bestand keine länger dauernde ärztlich attestierte Arbeitsunfähigkeit. In der Verwaltungsgerichtsbeschwerde, womit eine Rente ab Februar 2000 beantragt wird, wird nicht dargetan, auf welche tatsächlichen Grundlagen man sich hinsichtlich des Zeitpunktes der geltend gemachten Erwerbsunfähigkeit stützt. Die Verwaltung und das kantonale Gericht haben zu Recht auf das genannte Gutachten abgestellt, wonach ab Dezember 2000 für die bis dahin ausgeübten mittelschweren Tätigkeiten eine volle Arbeitsunfähigkeit bestand. Der Beginn des Wartejahres im Sinne von Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG ist somit der 1. Dezember 2000. 3.3 Zu prüfen bleibt, ob die Beschwerdeführerin ab 1. Dezember 2001 zu mindestens 40% erwerbsunfähig war. 3.3.1 Das einzige ärztliche Zeugnis, welches über diesen Zeitpunkt Auskunft gibt, ist der Bericht des Dr. med. L.________, Neurologie FMH, vom 17. Dezember 2001. Dieser fand in einer MRI-Untersuchung der HWS am 29. November 2001 eine grosse Diskushernie C5/6 mit Kompression des Duralsacks median und rechts sowie eine mässige Diskushernie mit Osteophyt median und links auf Höhe C4/5, ebenfalls mit Kompression des Myelons. Über die Arbeitsfähigkeit äussert sich der Neurologe nicht. Die die Beschwerdeführerin behandelnde Dr. med. R.________, Fachärztin FMH für physikalische Medizin und Rehabilitation, erachtet ihre Patientin gemäss Schreiben vom 23. September 2002 insbesondere wegen den radiologisch verifizierten multiplen Diskushernien cervical und lumbal - also wegen der bereits im November 2001 erhobenen Befunde - als nur noch während drei Stunden täglich in einer rückenschonenden Tätigkeit als arbeitsfähig. Auch laut Gutachten des Instituts X.________ vom 17. Juni 2004 ist die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin insbesondere wegen der somatischen (rheumatologischen/neurologischen) Problematik eingeschränkt. Die leichten psychiatrischen Befunde haben nur eine geringgradige Leistungseinschränkung zur Folge, welche diejenige durch die Rückenbeschwerden nicht zusätzlich erhöht. Die Expertise erscheint als vollständig, gut begründet, nachvollziehbar und widerspruchsfrei, weshalb hinsichtlich der darin enthaltenen Sachverhaltsfeststellungen darauf abzustellen ist. Es ist denn auch nachvollziehbar, dass zusätzliche Pausen und eine täglich limitierte Arbeitszeit gleichermassen der körperlichen und der seelischen Erholung dienen. Bei einer körperlich leichten, wechselbelastenden Tätigkeit ohne Heben, Stossen und Ziehen von Lasten über 5 kg sowie ohne Überkopfarbeiten und Zwangshaltungen ist demnach eine Tätigkeit im Ausmass von 50% zumutbar. Als Beginn der nur noch 50%igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit verweisen die Gutachter des Instituts X.________ auf das Schreiben der Dr. R.________ und datieren diese somit auf September 2002. Das erscheint nicht ganz folgerichtig. Alle Ärzte sind sich darin einig, dass Arbeit insbesondere wegen der Rückenpathologie auch in einer angepassten Tätigkeit nur noch eingeschränkt möglich ist. Die entsprechenden degenerativen Veränderungen sind indessen seit dem 29. November 2001 (MRI durch Dr. med. L.________) und nicht erst seit dem Bericht vom 23. September 2002 der Dr. med. R.________ dokumentiert. Auch wenn der Neurologe selbst kein Attest über die eingeschränkte Arbeitsfähigkeit abgegeben hat, belegen die damals erhobenen Befunde die Veränderungen, die zur erwähnten Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit geführt haben. Damit ist der Beginn des Anspruchs auf eine Invalidenrente auf den 1. Dezember 2001 festzusetzen. 3.4 Die Ermittlung des Invaliditätsgrades durch die IV-Stelle und das kantonale Gericht beruhen auf der Zumutbarkeitsbeurteilung des Instituts X.________. In der Verwaltungsgerichtsbeschwerde werden denn auch weder hinsichtlich des der Bemessung zu Grunde liegenden Valideneinkommens von Fr. 55'822.- noch des Invalideneinkommens von Fr. 25'654.- Ausführungen gemacht. Es wird einzig gerügt, bei letzterem sei lediglich ein Abzug von 10% vom durchschnittlichen statistischen Tabellenlohn gemacht worden. Richtigerweise hätte ein Abzug von 15% vorgenommen werden müssen. Diese Frage kann hier aber offen gelassen werden, weil auch bei einem Abzug in der beantragten Höhe kein Invaliditätsgrad resultieren würde, die einen höheren Anspruch als auf eine halbe Rente geben würde.