Citation: 8C_139/2023 E. 5

Die Beschwerdeführerin bringt vor, entgegen der vorinstanzlichen Feststellung sei unter den Vertragsparteien eine wöchentliche Normalarbeitszeit vereinbart worden. Da der (Rahmen-) Arbeitsvertrag vom 12. Dezember 2016 lediglich den Stellenantritt, die Funktion, die vorgesetzte Stelle, den Lohn und die Lohnabzüge regle, sei es offensichtlich, dass die grundsätzlichen materiell-rechtlichen Bestimmungen des Arbeitsverhältnisses in den im (Rahmen-) Arbeitsvertrag aufgeführten und als anwendbar erklärten "Bestimmungen/Reglementen" enthalten sein müssten, insbesondere in den "Bestimmungen für Tageskinderbetreuung" und den "Anstellungsbedingungen Tagesmütter/Tagesväter". Ohne Beizug dieser den rudimentären (Rahmen-) Arbeitsvertrag ergänzenden Bestimmungen, insbesondere zur Bestimmung der Arbeitszeit und der Kündigungsfristen, könne die Frage nicht beantwortet werden, ob Arbeit auf Abruf vorliege oder nicht. Es sei in sachverhaltlicher Hinsicht zu klären, wie die Arbeitszeiten vertraglich geregelt worden seien. Diesbezüglich habe die Vorinstanz in Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes den Sachverhalt unvollständig festgestellt. Mit jedem einzelnen Kind sei mittels Betreuungsvereinbarung die Normalarbeitszeit exakt festgelegt worden und eine Änderung der auf unbestimmte Zeit abgeschlossenen Vereinbarung sei nur mit einer zweimonatigen Kündigungsfrist möglich. Da daher die wöchentliche Normalarbeitszeit vertraglich definiert worden sei, liege keine Arbeit auf Abruf vor, wobei irrelevant sei, dass durch Kündigung einzelner Betreuungsvereinbarungen oder Abschluss neuer solcher Vereinbarungen die Arbeitszeiten variieren könnten. Durch die Kündigung mehrerer Betreuungsvereinbarungen Ende 2021/Anfang 2022 habe die Beschwerdeführerin einen anrechenbaren Arbeitsausfall erlitten. Weiter habe die Vorinstanz in Verletzung von Bundesrecht die Normalarbeitszeit falsch berechnet, indem sie ihrer Normalarbeitszeitberechnung nicht die tatsächlich geleistete Arbeitszeit zugrunde gelegt habe, sondern die während eines Monats bzw. eines Jahres geleisteten "Betreuungsstunden pro Kind", was zu unsachgerechten Verzerrungen führe.