Citation: 1P.373/2003 07.10.2003 E. 2

2.1 Nach den aus Art. 29 BV fliessenden Verfahrensgarantien sind alle Beweise abzunehmen, die sich auf Tatsachen beziehen, die für die Entscheidung erheblich sind (BGE 117 Ia 262 E. 4b; 106 Ia 161 E. 2b; 101 Ia 169 E. 1, zu Art. 4 aBV, je mit Hinweisen). Das hindert aber den Richter nicht, einen Beweisantrag abzulehnen, wenn er in willkürfreier Überzeugung der bereits abgenommenen Beweise zur Überzeugung gelangt, der rechtlich erhebliche Sachverhalt sei genügend abgeklärt, und er überdies in willkürfreier antizipierter Würdigung der zusätzlich beantragten Beweise annehmen kann, seine Überzeugung werde auch durch diese nicht mehr geändert (BGE 122 V 157 E. 1d; 119 Ib 492 E. 5b/bb, zu Art. 4 aBV). 2.2 Die Beschwerdeführer machen geltend, das Verwaltungsgericht habe sich bei der Beweiswürdigung hauptsächlich auf ein Parteigutachten - den Bericht der Ortsbildkommission - sowie auf Fotomontagen der privaten Beschwerdegegnerin gestützt, was einer willkürlichen antizipierten Beweiswürdigung gleichkomme. Anlass zu einem Augenschein hätte zudem der Umstand geben müssen, dass die Beschwerdeführer beim Bau ihrer Häuser aus Rücksicht auf die nach dem damaligen Richtplan der Region Zimmerberg für das Baugebiet geltende "landschaftlich empfindliche Lage" eine Herabsetzung der zulässigen Gebäudehöhe von 7,5 m auf 6 m hätten hinnehmen müssen, wobei ihnen die Baukommission Wädenswil zugesichert habe, diese Höhenbeschränkung hätte auch für das Baugrundstück Geltung; der entsprechende Höhenkotenplan sei nie unter Mitteilung an die Beschwerdeführer aufgehoben worden, weshalb er nach wie vor gültig sei. 2.3 Das Bauvorhaben ist aktenmässig gut dokumentiert: Nebst den Bauplänen und Fotomontagen besteht ein Bericht der Ortsbildkommission, welcher entgegen der Darstellung der Beschwerdeführer vom 8. April 2002 datiert. Es gibt somit keinen Hinweis dafür, dass er der Baukommission bei der Erteilung der Baubewilligung vom 30. April 2002 nicht bekannt war und von ihr bloss zur nachträglichen Rechtfertigung des Bauentscheids im Sinne eines "Alibis" bestellt worden sei, wie die Beschwerdeführer unterstellen. Dies spielt letztlich allerdings auch keine entscheidende Rolle: angefochten ist der Entscheid des Verwaltungsgerichts, und diesem lag der Bericht der Ortsbildkommission jedenfalls vor; es wusste zudem auch, dass die Stadt Wädenswil als Verkäuferin des Baugrundstückes auch ein Eigeninteresse an der geplanten Überbauung hat und war deshalb in der Lage, den Bericht der städtischen Ortsbildkommission entsprechend zu würdigen. Schliesslich hat auch die Baurekurskommission II ihren Augenschein vom 20. September 2002 protokollarisch festgehalten. Unter diesen Umständen konnte das Verwaltungsgericht ohne Willkür auf die Durchführung eines Augenscheins verzichten. Die Einwände der Beschwerdeführer etwa gegen die Verwertung der Fotomontagen - ihre Häuser seien wegretuschiert was die geplante Siedlung weniger gedrungen erscheinen lasse und die Farbwahl täusche über die in Wirklichkeit entstehende Riegelwirkung hinweg - sind nicht stichhaltig. Auf Grund der Akten konnte sich das Verwaltungsgericht durchaus ein zuverlässiges Bild von der geplanten Siedlung machen. Besonders zu berücksichtigen ist, dass es der Gemeinde bei der Beurteilung der Frage, ob die Arealüberbauung besonders gut gestaltet sei und damit die Anforderungen von § 71 Abs. 1 PBG erfülle, einen grösseren Ermessensspielraum zugesteht als die Baurekurskommission II dies tat und zum Schluss kam, die Baubewilligung liege innerhalb des der Gemeinde zur autonomen Regelung zustehenden Gestaltungsspielraums. Es ist nicht zu sehen, inwiefern ein Augenschein an diesem Ergebnis etwas hätte ändern können. Aus diesen Ausführungen ergibt sich zudem, dass auch das Bundesgericht von der Durchführung eines Augenscheins absehen kann. Der entsprechende Antrag ist abzuweisen. 2.4 Zum Teil verständlich ist zwar der Unmut der Beschwerdeführer, die beim Bau ihrer Häuser die zulässige Gebäudehöhe von 7,50 m nicht ausschöpfen konnten, weil sich das Gebiet nach dem damals geltenden Richtplan in einer landschaftlich empfindlichen Lage befand und sie davon ausgingen, die Beschwerdegegnerin müsse mit den gleichen Restriktionen bauen. Dieser Richtplan wurde indessen geändert und das Baugrundstück liegt neu nicht mehr in einem besonders geschützten Gebiet. Dem ins Recht gelegten Schreiben der Liegenschaftsverwaltung an den Beschwerdeführer Y.________ vom 10. Dezember 1986 lässt sich weder eine Aussage entnehmen, das heutige Baugrundstück unterliege den nämlichen Beschränkungen wie die Y.________ beim Bau seines Hauses auferlegten, noch dass diese Beschränkungen auch in Zukunft und unabhängig von allfälligen Änderungen der planerischen Grundlagen gelten sollten. Dementsprechend müssen sich die Beschwerdeführer damit abfinden, dass das Gebiet nicht mehr als besonders schutzwürdig angesehen wird und die ihnen damals auferlegten baulichen Restriktionen aufgehoben wurden. Was das Verwaltungsgericht zu diesem Aspekt an einem Augenschein an Erkenntnis hätte gewinnen können, ist ohnehin nicht ersichtlich. Die Gehörsverweigerungsrüge ist unbegründet.