Citation: U 149/02 11.11.2002 E. A

Die 1946 geborene R.________ war bei der Firma I.________ AG, im Büro tätig und bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) gegen die Folgen von Unfall versichert. Am 17. Oktober 1997 kollidierte sie als Lenkerin eines Personenwagens auf der Insel Kreta mit einem Kleintransporter. Gleichentags kehrte sie in die Schweiz zurück und suchte Dr. med. S.________, auf, der eine Distorsion der Halswirbelsäule (HWS) lateral und eine Thoraxkontusion diagnostizierte. Er verordnete der Versicherten Ruhigstellung mittels Halskragen, Schmerzmittel und Physiotherapie und bescheinigte eine vollständige Arbeitsunfähigkeit bis 31. Oktober 1997 (Arztbericht vom 1. November 1997); im November 1997 nahm die Versicherte ihre Arbeit wieder auf. Die SUVA erbrachte die gesetzlichen Leistungen. Am 8. April 1998 wurde R.________ von ihren Vorgesetzten wegen ungebührlichen Verhaltens am Arbeitsplatz verwarnt. Ebenfalls im Frühjahr 1998 wandte sie sich an Dr. G.________ von der Klinik X._________, der sie an Frau Dr. med. B.________ zur psychiatrischen Therapie überwies, da die Schulter- und HWS-Beschwerden im Gegensatz zur labilen psychischen Verfassung keiner weiteren Behandlung mehr bedürften. Am 8. Juli 1998 fand eine neurologische Untersuchung durch Frau Dr. med. H.________, Klinik X.________, statt. Die Ärztin stellte fest, dass für das Unfallereignis eine kurze Amnesie bestehe, was mit einer minimalen traumatischen Hirnverletzung vereinbar wäre. Posttraumatisch persistierende neurologische Ausfälle oder Hirnleistungsschwächen seien nicht eruierbar und eine von der Versicherten geschilderte Störung in der Duftwahrnehmung könne derzeit nicht objektiviert werden, so dass eine Verletzung des Nervus olfactorius eher unwahrscheinlich erscheine. Im Vordergrund stehe sicher die posttraumatische Stressreaktion bzw. Anpassungsstörung. Aus neurologischer Sicht seien keine weiteren Abklärungen indiziert. Ab Oktober 1998 begab sich R.________ zu Dr. med. K.________, in Behandlung. Am 5. November 1998 wurde ihr das Arbeitsverhältnis wegen fortgesetzten ungebührlichen Benehmens gekündigt und sie wurde per sofort freigestellt. Mit Schreiben vom 9. Juli 1999 teilte die SUVA R.________ mit, dass der im November 1998 aufgetretene Schmerzsschub, der ohne erkennbare äussere Einwirkung nach Eröffnung der Kündigung aufgetreten sei, nicht mit der notwendigen Wahrscheinlichkeit auf das Unfallereignis vom 17. Oktober 1997 zurückgeführt werden könne, weshalb sie eine Leistungspflicht für weitere Behandlungsmassnahmen ablehne. Dr. med. K.________ überwies die Versicherte anfangs 2000 an den Neurologen Dr. med. M.________, der in seinem Bericht vom 14. Februar 2000 fest hielt, die von R.________ geschilderten Beschwerden (Geruchssinnstörung, Antriebsstörung) deuteten ebenso wie der EEG-Befund auf eine erlittene Frontalhirnschädigung und damit auf eine organisch bedingte Beeinträchtigung der Hirnfunktionen hin. Daneben fänden sich zusätzliche Elemente, die für ein allfälliges seelisches Geschehen sprächen, indem es nach der Freistellung vom Arbeitsplatz anfangs 1998 offensichtlich zu einem emotionellen Einbruch gekommen sei. Die aktuell bestehenden Beschwerden (Antriebsstörung, Hypomimie, allgemeine Verlangsamung) könnten differenzialdiagnostisch sowohl organisch bedingt als auch Folge einer aktuellen depressiven Episode oder aber eines gemischten Zustandes sein. Die MRI-Untersuchung des Kopfs vom 4. Februar 2000 zeige einen Normalbefund. Er habe die Versicherte zu einer mehrwöchigen Abklärung und Therapie in die Klinik Y.________ angemeldet. Am 17. Februar 2000 ersuchte die Klinik Y.________ die SUVA um Kostengutsprache für die stationäre Aufnahme von R.________. Dr. med. Z.________ vom Ärzteteam Unfallmedizin der SUVA kam in seiner Beurteilung vom 19. April 2000 zum Schluss, die psychischen Beschwerden stünden im Vordergrund, wobei die posttraumatische Stressreaktion in einem medizinisch-natürlichen Kausalzusammenhang zum Unfall stehe. Da bei psychischen Beschwerden eine Hospitalisation sehr häufig zu einer Regression der Patienten führe, rate er zu einer intensiven ambulanten Psycho- und Pharmakotherapie, eventuell unterstützt durch ambulante Physiotherapie. Mit Verfügung vom 5. Juni 2000 lehnte die SUVA die Übernahme der Kosten für den stationären Aufenthalt in der Rehaklinik Rheinfelden ab und hielt gleichzeitig an ihrer Einschätzung im Schreiben vom 9. Juli 1999, wonach dem Unfall für die Entstehung des psychischen Leidens nicht die erforderliche massgebende Bedeutung zuerkannt werden könne, fest. Die Versicherungsleistungen wurden deshalb per 9. Juli 1999 eingestellt, die zwischenzeitlich aufgelaufenen Behandlungskosten bei Dr. med. K.________ und Dr. med. M.________ im Sinne von Abklärungsmassnahmen übernommen. Auf Einsprache hin hielt die SUVA an diesem Entscheid fest (Einspracheentscheid vom 19. Februar 2001).