Citation: 8C_630/2019 E. 4.3

4.3. Bei dieser Sachlage ist mit dem Beschwerdeführer davon auszugehen, dass seine Alkoholabhängigkeit und die teilweise damit zusammenhängenden gesundheitlichen Probleme bei der Kündigung eine wesentliche Rolle gespielt haben. Auf Anfrage hin bestätigte denn auch die ehemalige Arbeitgeberin, dass einerseits die Alkoholproblematik, anderseits vor allem disziplinarische Gründe für die Kündigung verantwortlich gewesen seien (Telefonnotiz vom 21. Dezember 2017). Selbst wenn Alkoholismus nach damaliger Rechtslage für sich allein keine Invalidität im Sinne des IVG darstellte und eine primäre Abhängigkeit von psychotropen Substanzen erst seit der mit BGE 145 V 215 geänderten Rechtsprechung grundsätzlich als invalidisierender Gesundheitsschaden in Frage kommt, ändert dies nichts daran, dass eine Alkoholsucht an sich prinzipiell seit jeher als Krankheit zu betrachten war (vgl. BGE 137 V 295 E. 5.3.1 S. 299 f. mit Hinweisen). Haben vorliegend die Alkoholproblematik und zumindest teilweise damit zusammenhängende Verhaltensweisen des Versicherten zur Kündigung des Arbeitsverhältnisses geführt, ist davon auszugehen, der Beschwerdeführer hätte ohne gesundheitliche Beeinträchtigung die bisherige Tätigkeit weitergeführt. Eine Ausnahme kann nicht als erstellt gelten. Das vorinstanzliche Beweisergebnis, wonach der Versicherte im Gesundheitsfall nicht weiterhin bei der ehemaligen Arbeitgeberin angestellt gewesen wäre, weshalb ihm ein auf statistischen Werten basierendes Valideneinkommen anzurechnen sei, ist daher als bundesrechtswidrig zu qualifizieren. Als Anknüpfungspunkt für das Valideneinkommen hat vielmehr der vor Eintritt der Gesundheitsschädigung erzielte, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepasste Verdienst zu gelten.