Citation: 1C_484/2014 E. 4.1

4.1. Die Beschwerdeführerin ist der Auffassung, die Beschwerdegegnerin habe von Vornherein keinen Anspruch auf eine Entschädigung, weil ihr Vorgehen missbräuchlich im Sinne von § 24 kEntG gewesen sei. Gemäss dieser Bestimmung sind Rechte und Ansprüche, die widerrechtlich oder missbräuchlich begründet wurden, um einen Vorteil zu erwirken, nicht zu entschädigen. Das Kantonsgericht hielt dazu fest, die Beschwerdegegnerin habe die Parzellen Nr. 155 und 1883 am 11. Juni 2002 von der C.________ für Fr. 25'725.10 gekauft. Sie sei damit rechtmässige Eigentümerin geworden. Ob der Preis marktkonform gewesen sei, spiele für den Entschädigungsanspruch keine Rolle. Dass ein Unternehmen eine Investition mit Gewinnerzielungsabsicht tätige, sei an sich nicht missbräuchlich. Weiter habe die Gemeinde die Beschwerdegegnerin erst rund ein halbes Jahr nach dem Kauf über das angestrebte Verkehrskonzept orientiert. Mithin sei die Öffentlicherklärung und die damit verbundene Enteignung zum Zeitpunkt des Kaufs nicht absehbar gewesen. Daran ändere auch nichts, dass das Verkehrskonzept bereits zusammen mit dem Gestaltungsplan Wilgut genehmigt wurde, denn die Umsetzung des Verkehrskonzepts sei nicht von einer Öffentlicherklärung und einer Enteignung ausgegangen. Von einem missbräuchlichen Handeln könne nicht gesprochen werden. Die Beschwerdeführerin hält dem entgegen, das Kantonsgericht habe offenbar übersehen, dass die Beschwerdegegnerin zwischen der alten und der neuen Wilgutstrasse eine Kette angebracht habe. Aus diesem Grund habe erst die mit der Enteignung einhergehende Entfernung dieser Kette die Umsetzung des Verkehrskonzepts erlaubt. Weiter sei festzuhalten, dass der Strassenbau mit dem Verkauf von Bauparzellen im Gestaltungsplangebiet finanziert worden sei und dass die Beschwerdegegnerin zunächst eine Entschädigungsforderung von Fr. 1'250'000.-- stellte, welche sie erst später reduziert habe. Diese Forderung werde mit Strassenbaukosten begründet, welche der Rechtsvorgängerin der Beschwerdegegnerin entstanden und dieser von den Käufern der Bauparzellen bereits vergütet worden seien.