Citation: 6B_1427/2020 E. 4.1

4.1. Der Beschwerdeführer rügt eine Verletzung des rechtlichen Gehörs (Art. 29 Abs. 2 BV). Infolge Verletzung des Spezialitätsprinzips und von Grundsätzen wie der beidseitigen Strafbarkeit liege ein Verfahrenshindernis vor. Die sechsseitige Begründung (Beschluss S. 21-26) kopiere bisherige Begründungen. Die Vorinstanz verkenne, dass im mit Urteil 1B_486/2018 vom 22. November 2018 abgeschlossenen Haftprüfungsverfahren lediglich eine eingeschränkte Prüfung ohne Erhebung umfassender Beweismittel vorgenommen wurde. Er rügt weiter die Verletzung des Spezialitätsprinzips (Art. 14 EAUe) sowie des Anspruchs auf ein faires Verfahren (Art. 9 und Art. 29 BV; Art. 6 Ziff. 1 EMRK). Er sei im Zusammenhang mit einer Straftat (versuchte vorsätzliche Tötung, schwere Körperverletzung, begangen am 28. Oktober 2002) und einem entsprechenden Tatverdacht ausgeliefert worden, zum Zwecke eines Strafverfahrens respektive des Vollzugs einer bereits gerichtlich festgestellten freiheitsentziehenden Sanktion. Auch gemäss Urteil vom 21. Juni 2018 des Appellationsgerichts von Cagliari sei die Auslieferung für die Verurteilung zu einer achtjährigen Freiheitsstrafe erfolgt. Es sei nicht erkennbar, dass die italienischen Behörden vom Nachverfahren Kenntnis gehabt hätten. Die Formulierung des Auslieferungsentscheids wäre nicht nachvollziehbar, wenn die italienischen Behörden davon ausgegangen wären, die Auslieferung sei für eine Hauptverhandlung in der Hauptsache erfolgt. Auch die Vorinstanz könne nicht in Abrede stellen, dass die Auslieferung wegen der Straftat der versuchten Tötung und der schweren Körperverletzung statt wegen versuchter schwerer Körperverletzung bewilligt worden sei. Art. 2 EAUe sehe eine Auslieferung für Nachverfahren im Sinne von Art. 62c Abs. 4 StPO nicht vor.