Citation: 4A_707/2016 E. 3.3.3

3.3.3. Für rechtliche Ausführungen zu der in BGE 141 V 281 vorgenommenen Rechtsprechungsänderung gelten die novenrechtlichen Einschränkungen zwar grundsätzlich nicht. Das Gericht wendet das Recht von Amtes wegen an. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung besteht aber kein verfassungsrechtlicher Anspruch der Parteien, zur rechtlichen Würdigung der durch sie in den Prozess eingeführten Tatsachen noch besonders angehört zu werden (BGE 130 III 35 E. 5 S. 39; 108 Ia 293 E. 4c S. 295). Eine Ausnahme besteht namentlich dann, wenn ein Gericht seinen Entscheid mit einem Rechtsgrund zu begründen beabsichtigt, auf den sich die beteiligten Parteien nicht berufen haben und mit dessen Erheblichkeit sie vernünftigerweise nicht rechnen mussten (BGE 130 III 35 E. 5 S. 39; 126 I 19 E. 2c/aa S. 22). Inwieweit diese Überlegung auf unerwartete höchstrichterliche Rechtsprechungsänderung übertragbar ist, kann offenbleiben, weil von einer überraschenden Rechtsanwendung keine Rede sein kann. Die Beschwerdeführerin behauptet selbst, BGE 141 V 281 würde ihre Vorbringen in der Berufung bestätigen. Er betrifft also Punkte, welche die Beschwerdeführerin ohnehin für massgeblich erachtete. Dass erst die Berufungsantwort Anlass zu den Ausführungen zu BGE 141 V 281 gegeben hätte, macht die Beschwerdeführerin nicht geltend. Die Vorinstanz tut im Einzelnen dar, weshalb sie dem E.________-Gutachten folgt. Damit war es der Beschwerdeführerin möglich, den angefochtenen Entscheid sachgerecht anzufechten. Eine Verletzung des Gehörsanspruchs ist nicht dargetan.