Citation: 5A_361/2022 E. 4.4

4.4. In Bezug auf die übrigen Leistungen hat das Obergericht der Beschwerdeführerin keine Entschädigung nach Art. 165 Abs. 2 ZGB zugesprochen. Dieses Ergebnis ist nicht zu beanstanden. Eine Verpflichtung des Beschwerdegegners zur Leistung einer Entschädigung an die Beschwerdeführerin wäre angesichts der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit des Beschwerdegegners im Vergleich mit der Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin (vgl. vorne E. 2.1) unbillig (vgl. ISENRING/KESSLER, a.a.O., N. 7, 21, 31 zu Art. 163 ZGB). Es kann damit offenbleiben, ob es sich bei den Leistungen der Beschwerdeführerin an das Unternehmen des Beschwerdegegners und an seine Familie überhaupt um entschädigungsfähige Leistungen handelt, da sie weder gegenüber Familienmitgliedern im engeren Sinn erbracht wurden noch den Familienunterhalt betreffen. Das Darlehen ist im Übrigen bereits gestützt auf Art. 165 Abs. 3 ZGB einer Entschädigung nicht zugänglich. Ob und inwiefern das Obergericht das Darlehen als Ersatzforderung hätte berücksichtigen müssen, ist mangels einer entsprechenden Rüge nicht zu prüfen. Demnach bleibt es beim vorinstanzlichen Ergebnis.