Citation: 1C_562/2023 E. 3.4.6

3.4.6. Die festgestellten Tatsachen, insbesondere die aussereheliche Zeugung von zwei Kindern, die sexuelle Beziehung mit der Kindsmutter über einen gewissen Zeitraum hinweg und das bewusste Verschweigen dieser Umstände gegenüber der Einbürgerungsbehörde, wecken durchaus erhebliche Zweifel an der stabilen, zukunftsgerichteten Ehe. Es ist - mit Blick auf die Rügen des Beschwerdeführers - auch nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz zum Ergebnis kommt, dieser habe die erheblichen Zweifel am Bestand einer intakten Ehe nicht entkräften können und vermöge das Vorliegen einer Ehegemeinschaft im Sinne von Art. 27 Abs. 1 aBüG - entgegen der ihm hierfür obliegenden (objektiven) Beweislast - nicht hinreichend zu belegen. Daran ändert auch die Behauptung des Beschwerdeführers nichts, die aussereheliche sexuelle Beziehung zur Kindsmutter einzig zur Erfüllung seines Kinderwunsches geführt zu haben, weil seine Ehefrau aufgrund ihres Alters und ihrer Gesundheit keine Kinder mehr habe bekommen können. Ebenso wenig ist von Belang, dass die Ehefrau mit der Realisierung seines Kinderwunsches mit einer anderen Frau einverstanden gewesen sei. Selbst unter Berücksichtigung von vielfältig gestalteten Familienstrukturen und sexuell offen geführten Beziehungsmodellen gereicht dem Beschwerdeführer hier besonders zum Nachteil, dass er die relevanten Umstände betreffend seine ausserehelichen Kinder und sexuelle Beziehung zu einer anderen Frau bewusst verschwiegen hat. Dies verstärkt die Zweifel am Bestehen einer intakten Ehe und macht seine diesbezüglichen Erklärungsversuche wenig glaubhaft. Da im Verfahren um erleichterte Einbürgerung - im Unterschied etwa zum Verfahren betreffend Nichtigerklärung einer erleichterten Einbürgerung - der Beschwerdeführer als gesuchstellende Person die objektive Beweislast trägt, treffen ihn damit auch die Folgen der Beweislosigkeit (vgl. E. 3.3 hiervor).