Citation: C 106/02 27.02.2004 E. 4.2

4.2.1 Diese Begründung vermag nicht zu überzeugen. Der Beschwerdeführer hatte selbst die Vereinigung der beiden Verfahren verlangt. Diesem Antrag gab das kantonale Gericht indessen nicht statt. Er musste daher nicht damit rechnen, dass er sich trotzdem an der Verhandlung betreffend kantonalrechtliche Arbeitslosenhilfe auch zum Begehren betreffend Verzugszinsen für die Arbeitslosenentschädigung äussern konnte, beziehungsweise sollte. Es gibt in den Akten auch keinerlei Anhaltspunkte dafür, dass er dazu aufgefordert worden wäre. 4.2.2 Wie die Vorinstanz richtig dargelegt hat, werden im Bereiche der Sozialversicherung - soweit, wie vorliegend, das am 1. Januar 2003 in Kraft getretene Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG] keine Anwendung findet (vgl. BGE 129 V 4 Erw. 1.2 mit Hinweisen) - grundsätzlich keine Verzugszinsen geschuldet, sofern sie nicht gesetzlich vorgesehen sind und nicht "besondere Umstände" vorliegen. Es wird auf die diesbezüglichen Ausführungen im angefochtenen Entscheid verwiesen. Eine gleichzeitige öffentliche Verhandlung in den beiden Verfahren war auch deshalb nicht möglich, weil die je unter dem Gesichtspunkt der "besonderen Umstände" zu würdigenden Sachverhalte eines allfälligen Verzugszinsanspruchs wegen verspäteter Arbeitslosenentschädigung einerseits und verspäteter Arbeitslosenhilfe andererseits nicht identisch sind. Beim ersteren gilt es das Verhalten der Arbeitslosenkasse und des KIGA im Zusammenhang mit dem Zwischenverdienst in den Monaten März bis Mai 1994, bei letzterem dasjenige des KIGA im Anschluss an die rektifizierte Mitteilung der Aussteuerung im Jahre 1996 zu würdigen. 4.2.3 Es bleibt zu untersuchen, ob sich auch ohne öffentliche Verhandlung mit hinreichender Zuverlässigkeit erkennen liess, dass die Beschwerde offensichtlich unbegründet war, sodass die Vorinstanz trotz entsprechendem Antrag davon absehen konnte (BGE 122 V 56 3b/dd). Das kantonale Gericht liess eine solche Einschätzung nie erkennen. So bestellte es dem Beschwerdeführer einen unentgeltlichen Rechtsbeistand, worauf er bei offensichtlicher Unbegründetheit keinen Anspruch gehabt hätte. Es sistierte auch das Verfahren bis zur rechtskräftigen Erledigung desjenigen betreffend Arbeitslosenhilfe. Dazu hätte kein Anlass bestanden, wenn offensichtlich gewesen wäre, dass kein Anspruch auf Verzugszinsen besteht. Schliesslich lässt sich auch den ausführlichen Urteilserwägungen im angefochtenen Entscheid nicht entnehmen, dass die Vorinstanz die Beschwerde für offensichtlich unbegründet erachtete. 4.3 Zusammenfassend ist aus dem Gesagten zu schliessen, dass das kantonale Gericht dem Antrag auf Durchführung einer öffentlichen Verhandlung auch im Verfahren um einen Anspruch auf Verzugszinsen für Taggelder der Arbeitslosenversicherung hätte stattgeben müssen, da keine genügenden Gründe vorliegen, um das Recht auf eine öffentliche Verhandlung gemäss Art. 6 Ziff. 1 EMRK zu derogieren. Die Rüge der Konventionsverletzung durch das kantonale Gericht ist damit begründet. Die Sache ist daher an die Vorinstanz zurückzuweisen, da der genannte Anspruch in erster Linie im erstinstanzlichen Gerichtsverfahren zu gewährleisten ist. Im Hinblick auf die Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheides und der Rückweisung aus formellem Grund sind die weiteren formell- und materiellrechtlichen Rügen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde vorliegend nicht zu prüfen. Das kantonale Gericht wird Art. 6 Ziff. 1 EMRK im Rahmen des Rückweisungsverfahrens beachten.