Citation: I 329/06 06.12.2006 E. 4

Zu prüfen ist im Weitern, inwieweit die Beschwerdeführerin trotz ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen in der Lage ist, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. Während das kantonale Gericht und die Beschwerdegegnerin gestützt auf die Gutachten der Dres. med. L.________ und H.________ vom 11. und 26. August 2004 davon ausgehen, dass die Versicherte unter Berücksichtigung der psychischen und neurochirurgischen Befunde eine körperlich leichte, angepasste Beschäftigung im Umfang von noch 50 % auszuüben vermöchte, hält die Beschwerdeführerin dafür, dass ihr nach Aussagen der Dres. med. G.________ und B.________ eine vollständige Arbeitsunfähigkeit für jegliche erwerbliche Beschäftigung zu attestieren sei. 4.1 Dr. med. G.________ bescheinigte der Beschwerdeführerin in seinem Bericht vom 3. November 2003 ein seit Oktober 2002 bestehendes Leistungsunvermögen von 100 % als Spitalangestellte. Aus psychiatrischer Sicht verneinte Frau Dr. med. B.________ am 10. November 2003 für die Zeit ab 5. November 2002 bis auf Weiteres eine Arbeitsfähigkeit sowohl für den angestammten Beruf wie auch für jede andere Tätigkeit. Mit Berichten vom 31. August und 11. November 2005 gab Dr. med. G.________ sodann den Krankheitsverlauf wieder, ohne sich jedoch zur aktuellen erwerblichen Leistungsfähigkeit der Patientin zu äussern. Am 5. Mai 2006 führte derselbe Arzt gegenüber dem Rechtsvertreter der Versicherten aus, auf Grund des Rezidives der Diskushernie L5/S1 und der sich daraus entwickelnden Schmerzkrankheit sei es der zuvor sehr motivierten Patienten nicht mehr möglich gewesen, an ihren Arbeitsplatz zurückzukehren. Die Dres. med. L.________ und H.________ gelangten ihrerseits auf Grund einer interdisziplinären Beurteilung zum Schluss, dass von einer 100 %igen Arbeitsunfähigkeit der Versicherten als Mitarbeiterin im Reinigungsdienst ausgegangen werden müsse. Eine körperlich leichte, gut angepasste Beschäftigung (ohne Heben und Tragen von Gewichten über fünf Kilogramm, ohne Arbeiten in gebückter Stellung oder mit Torsionsbewegungen, mit einer durch Bewegungen veränderbaren Stehdauer sowie einer maximalen ununterbrochenen Sitzdauer und Gehstrecke von einer Stunde) sei aber - stetig steigernd - zu maximal 50 % zumutbar, da eine derart reduzierte Tätigkeit sowohl den psychischen wie auch den somatischen Befunden gerecht werde und ausreichende Erholungszeiten ermögliche. 4.2 Die Gutachten der Dres. med. L.________ und H.________ sind für die streitigen Belange umfassend, beruhen auf sorgfältigen eigenen Untersuchungen und berücksichtigen die medizinischen Vorakten wie auch die von der Beschwerdeführerin geklagten Gesundheitseinschränkungen. Sie leuchten in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein und die darin gezogenen Schlussfolgerungen sind, namentlich auch mit Blick auf die interdisziplinären Ergebnisse, begründet, weshalb sie alle rechtsprechungsgemäss erforderlichen Kriterien für beweiskräftige ärztliche Entscheidungsgrundlagen erfüllen (BGE 125 V 352 ff. Erw. 3a und b). Die darin vermerkte, aus psychiatrischer sowie neurochirurgischer Sicht nach einem Steigerungsprozess zu 50 % gegebene Arbeitsfähigkeit ist nachvollziehbar erklärt, weshalb die Vorinstanz zu Recht darauf abgestellt hat. Dieser Einschätzung stehen auch die Angaben des Dr. med. G.________ nicht entgegen, der sich, wenn überhaupt, stets nur zur Arbeitsfähigkeit im bisherigen Beruf der Versicherten geäussert hat. Soweit die Psychiaterin Frau Dr. med. B.________ ein seit November 2002 durchgehend bestehendes vollständiges Leistungsunvermögen für jegliche Tätigkeit attestiert, ist der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 353 Erw. 3b/cc mit Hinweisen). Dieser Vorbehalt hat auch auf einen Patienten über einen längeren Zeitraum regelmässig behandelnde Spezialärzte zu gelten (Urteil S. vom 20. März 2006, I 655/05, Erw. 5.4 mit Hinweisen). Anzumerken bleibt, dass Frau Dr. med. B.________ die Beschwerdeführerin erst seit August 2003 betreut, sodass Aussagen zu der vor diesem Zeitpunkt vorhandenen Arbeitsfähigkeit bzw. -unfähigkeit ohnehin eher spekulativ sein dürften. Zusätzlicher medizinischer Abklärungen bedarf es entgegen dem in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde gestellten Eventualantrag nicht. In Anbetracht dieses Ergebnisses kann offen bleiben, ob die am 10. Mai 2006 - und damit nach Ablauf der Beschwerdefrist - der Post übergebenen Berichte des Dr. med. G.________ vom 11. November 2005 und 5. Mai 2006 überhaupt in prozessual zulässiger Weise eingereicht wurden (BGE 127 V 353).