Citation: 8C_491/2023 E. 4.4

4.4. Insgesamt ist unter Berücksichtigung der in E. 3 hievor festgehaltenen Prämisse das angefochtene Urteil jedenfalls im Ergebnis nicht zu beanstanden. PD Dr. med. G.________ dokumentierte im Gutachten vom 17. Juni 2022 die psychopathologische Entwicklung vor und seit Erlass der als Vergleichszeitpunkt heranzuziehenden Verfügung vom 14. Juli 2009 umfassend und würdigte alle einschlägigen Aktenstücke einlässlich. Er hielt unter anderem fest, die im Rahmen einer Konversionsstörung auftretenden, hier im Vordergrund stehenden kognitiven Defizite seien zwar im Kodifizierungssystem DSM-5 nur als diagnosesichernde zusätzliche Merkmale aufgeführt, die neueste Forschung weise jedoch klar darauf hin, dass kognitive dissoziative Symptome auch isoliert, das heisse ohne zusätzliche willkürmotorische oder sensorische Funktionsdefizite, auftreten könnten. So sei vorgeschlagen worden, eine eigenständige Diagnose einer funktionellen kognitiven Störung einzuführen. Die neuropsychologische Untersuchung habe jedoch eine solche Diagnose nicht zweifelsfrei bestätigen können, da deutliche Hinweise auf aggravierendes Verhalten gesehen worden seien. In der ergänzenden Stellungnahme der Gutachter vom 23. Juli 2022 wird in diesem Kontext festgehalten, der vom RAD als zwingend vorausgesetzte Zusammenhang zwischen der Entstehung einer dissoziativen beziehungsweise Konversionsstörung und einem traumatisierenden Ereignis oder unlösbaren Konflikt entspreche nicht mehr dem aktuellen Forschungsstand. Solche seien gemäss dem aktuellen Kodifizierungssystem DSM-5, anders als nach dem älteren ICD-10, nur noch als zugehörige Merkmale zur Diagnosesicherung zu erwähnen. PD Dr. med. G.________ gab denn auch kein initiierendes Trauma oder einen seit Jahren bestehenden unlösbaren Konflikt an. Er postulierte im Wesentlichen gestützt auf die neusten medizinischen und offenbar nicht allseitig gesicherten Forschungsergebnisse sowie aufgrund der damit interpretierten Anamnese und der anlässlich des Untersuchungsgesprächs festgestellten Befunde respektive der vom Beschwerdeführer angegeben kognitiven Einschränkungen eine die Arbeitsfähigkeit mindernde dissoziative oder Konversionsstörung. Der RAD hielt dazu am 26. Juli 2023 fest, es sei unwahrscheinlich, aus blauem Himmel eine Konversionsstörung zu entwickeln, die sich ohne dokumentierten Beginn habe ausdehnen können. Dieser Äusserung ist beizupflichten. PD Dr. med. G.________ wollte sich nicht festlegen, ob die von ihm pragmatisch eingeschätzte Arbeitsunfähigkeit von 50 % zutreffe oder nicht. Es bestehe nach oben wie unten ein breites Feld. Inwieweit damit gegenüber dem medizinischen Sachverhalt, welcher der Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 14. Juli 2009 zugrunde lag, eine erhebliche Veränderung des Gesundheitszustands eingetreten sei, ist nicht ersichtlich. Vielmehr ist gestützt auf die Angaben im neuropsychologischen Teilgutachten des Prof. Dr. rer. nat. C.________ und der lic. phil. D.________ anzunehmen, dass sich an den an ein aggravatorisches Verhalten angrenzenden Befunden nichts geändert hat. Jedenfalls ist im Ergebnis die Auffassung des kantonalen Gerichts zu bestätigen, dass der für die Veränderung des Gesundheitszustands materiell beweispflichtige Beschwerdeführer die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen hat. Angesichts der im gesamten Vergleichszeitraum in den neuropsychologischen Symptomvalidierungstests deutlich zu Tage getretenen Aggravationstendenzen ist nicht ersichtlich, inwieweit von den beantragten weiteren Abklärungen neue Erkenntnisse zu erwarten wären.