Citation: 8C_143/2023 E. 4.5

4.5. Sodann mag zwar zutreffen, dass eine Person, deren Arbeitsverhältnis erst nach Ausschöpfung des Krankentaggeldes gekündigt wird, arbeitslosenversicherungsrechtlich besser gestellt ist als eine Person, deren Arbeitsverhältnis schon früher aufgelöst wird. Dass dies vom Gesetzgeber nicht gewollt wäre, vermag der Beschwerdeführer aber nicht aufzuzeigen. Dieser scheint zudem zu übersehen, dass in vielen Fällen gar keine Krankentaggeldversicherung besteht. Soweit er entgegen dem klaren Wortlaut von Art. 13 Abs. 2 lit. c AVIG bei laufendem Krankentaggeldbezug nach gültiger Kündigung des Arbeitsvertrages ein fortbestehendes Arbeitsverhältnis annehmen will, postuliert er seinerseits eine Ungleichbehandlung mit Personen, deren Arbeitsverhältnis infolge längerdauernder Krankheit aufgelöst wurde, die aber keinen Anspruch auf Krankentaggelder haben. Dies entspricht nicht dem Sinn und Zweck von Art. 13 Abs. 2 lit. c AVIG. Da der LMV unbestrittenermassen auf das Arbeitsverhältnis des Beschwerdeführers nicht anwendbar ist, kann im Übrigen auch daraus nicht abgeleitet werden, das Arbeitsverhältnis bestehe während des Taggeldbezugs weiter. Ebenfalls nicht massgeblich ist, ob der Arbeitgeber ein Interesse an einer möglichst raschen Kündigung hat oder nicht. Entscheidend ist nach dem klaren Wortlaut von Art. 13 Abs. 2 lit. c AVIG allein, ob ein Arbeitsverhältnis besteht oder nicht.