Citation: 1B_486/2018 E. 9.6

9.6. Im aktuellen Verfahrensstadium lässt sich nicht ausschliessen, dass die im Nachverfahren zuständigen Gerichte die Notwendigkeit und Zulässigkeit einer weiteren stationären Massnahme bzw. einer nachträglichen Verwahrung bejahen könnten. Dabei ist namentlich zu berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer bereits zweimal wegen versuchten Tötungen und anderen schweren Delikten rechtskräftig verurteilt werden musste. Dass die Vorinstanz die Rückfallgefahr für schwere Gewaltverbrechen als derzeit sehr hoch und die Therapieaussichten als gering einschätzt, hält vor dem Bundesrecht stand und stützt sich auf willkürfreie tatsächliche Feststellungen: Ins Gewicht fällt dabei insbesondere das besorgniserregende Verhalten des Beschwerdeführers während der Probezeit, nach seiner bedingten Entlassung aus dem Massnahmenvollzug. Wie die kantonalen Strafbehörden darlegen, musste im Kanton Basel-Stadt ein neues Strafverfahren gegen ihn eröffnet werden, nachdem am 5. April 2017 (in seiner Wohnung) eine Schusswaffe samt umfangreichem Munitionsarsenal sowie kurz darauf noch 49,4 Gramm Kokain bei ihm sichergestellt worden sind. Wie die Strafbehörden ausführen, erfolgten die vom Beschwerdeführer bereits verübten schweren Gewaltverbrechen jeweils mit Schusswaffen und (teilweise) unter Drogeneinfluss. Der Vorinstanz ist auch darin beizupflichten, dass im jetzigen Zeitpunkt primär auf das aktuellste und ausführlich begründete psychiatrische Gutachten vom 22. Dezember 2017abzustellen ist, welches eine sehr ungünstige Rückfallprognose stellt und die Therapieaussichten als gering einstuft. Es wird Sache des erkennenden Strafgerichtes im Nachverfahren sein, auch noch die älteren Gutachten (soweit nötig) näher zu analysieren und zu prüfen. Dabei wird sich insbesondere die Frage stellen, wie einer von drei Gutachtern am 7. Juli 2017 zu einer deutlich günstigeren Risikoeinschätzung kommen konnte, obwohl seit dem 5. April 2017 konkrete Anhaltspunkte dafür bestanden, dass der Beschwerdeführer sich wieder eine Schusswaffe mit Munition beschafft und erneut harte Drogen konsumiert bzw. damit gehandelt hatte. Aus veralteten Gutachten, auf die er sich teilweise beruft (etwa demjenigen vom 19. Juli 2014), kann der Beschwerdeführer im vorliegenden Haftprüfungsverfahren nichts Wesentliches für sich ableiten. Die Ansicht der Vorinstanz, es bestehe derzeit eine hinreichende Wahrscheinlichkeit, dass das hängige gerichtliche Nachverfahren zu einer Massnahme führen könnte, welche die Sicherstellung des Verurteilten erfordert, hält vor dem Bundesrecht stand. Damit liegen ausreichende Haftgründe vor. Der vom Beschwerdeführer auch noch beiläufig angerufene Gehörsanspruch (Art. 29 Abs. 2 BV) hat in diesem Zusammenhang keine über das bereits Dargelegte hinausgehende selbstständige Bedeutung.