Citation: 6B_346/2024 E. 2.2.2

2.2.2. Die Vorinstanz fährt fort, vorliegend stünden Widerhandlungen gemäss Art. 90 Abs. 1 und 2 SVG zur Beurteilung. Letztere könnten zwar gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung grundsätzlich auch schwere Straftaten im Sinne von Art. 141 Abs. 2 StPO darstellen. Dies jedoch nur in krassen Fällen bzw. wenn weitere erschwerende Tatumstände hinzukämen, was vorliegend nicht der Fall sei. Durch das vorschriftswidrige Linksabbiegen des Beschwerdegegners habe das entgegenkommende Fahrzeug zwar bremsen müssen, es sei aber weder zu einer Kollision noch zu einer Beinahekollision gekommen. Das Verhalten des Beschwerdegegners habe auch wegen der nicht allzu hohen Geschwindigkeiten der Verkehrsteilnehmer und der guten Sichtverhältnisse keine derart hohe Gefährdung der anderen Verkehrsteilnehmer bewirkt, dass bei einem Unfall mit Schwerverletzten oder Todesopfern hätte gerechnet werden müssen. Das öffentliche Interesse an der Wahrheitsfindung überwiege das private Interesse des Beschwerdegegners an der Unverwertbarkeit der zu beurteilenden Beweise nicht. Davon scheine auch die Beschwerdeführerin auszugehen.