Citation: 8C_375/2010 04.08.2010 E. 6

6.1 Die Schwere des Unfalles ist aufgrund des augenfälligen Geschehensablaufs mit den sich dabei entwickelnden Kräften zu beurteilen (SVR 2008 UV Nr. 8 S. 26, U 2/07 E. 5.3.1). Wie das kantonale Gericht richtig ausführte, kann das Unfallereignis vom 31. August 2006 höchstens als im engeren Sinne mittelschwer qualifiziert werden. Frontalkollisionen führen zu einer geringeren Belastung des Körpers als Heckkollisionen (Urteil 8C_1012/2009 vom 5. März 2010 E. 5.1 mit weiteren Hinweisen). Beim frontalen Aufprall auf die Fassade lag gemäss biomechanischer Kurzbeurteilung vom 18. Januar 2008 die Geschwindigkeitsveränderung (Delta-v) lediglich innerhalb oder oberhalb von 20 bis 30 km/h. Die Adäquanz eines Kausalzusammenhanges wäre somit nur dann zu bejahen, wenn eines der relevanten Adäquanzkriterien in besonders ausgeprägter oder mehrere dieser Kriterien in gehäufter Weise erfüllt wären. 6.2 Besonders dramatische Begleitumstände und eine besondere Eindrücklichkeit hat die Vorinstanz verneint. Zu beachten ist bei diesem Kriterium, dass jedem mindestens mittelschweren Unfall eine gewisse Eindrücklichkeit eigen ist, welche noch nicht für eine Bejahung des Kriteriums ausreichen kann (vgl. Urteil 8C_39/2008 vom 20. November 2008 E. 5.2). Bei der vorliegenden Streifkollision mit anschliessendem Aufprall auf die Hausfassade sind keine entsprechenden Umstände gegeben, welche zu einer Bejahung des Kriteriums führen (vgl. Zusammenfassung der Rechtsprechung zu diesem Kriterium im Urteil 8C_915/2008 vom 11. September 2009 E. 5.3). 6.3 Die Diagnose einer HWS-Distorsion vermag die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzung nicht zu begründen. Dr. med. B.________, Facharzt für Rheumatologie und Physikalische Medizin, stellte im Bericht vom 30. November 2006 zwar noch die Differenzialdiagnose einer milden traumatischen Hirnverletzung. Der Experte für diesen Befund Dr. med. O.________, Facharzt für Neurologie, konnte eine entsprechende Diagnose in seinem Bericht vom 8. Januar 2008 allerdings nicht bestätigen. Das Kriterium Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzung ist daher nicht erfüllt. 6.4 Die bis zum Fallabschluss April 2008 durchgeführte ambulante Physiotherapie und Psychotherapie waren für die Beschwerdeführerin nicht überdurchschnittlich belastend im Sinne der Rechtsprechung; praxisgemäss werden an das Kriterium der fortgesetzt spezifischen, belastenden ärztlichen Behandlung deutlich höhere Anforderungen gestellt (vgl. SVR 2009 UV Nr. 22 S. 80, 8C_209/2008 E. 5.4). Das Kriterium ist somit zu verneinen. 6.5 Die Beschwerdeführerin macht zu Recht nicht geltend, das Kriterium der ärztlichen Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert habe, sei erfüllt. 6.6 Was schliesslich die beiden Kriterien der erheblichen Beschwerden und der erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen betrifft, gilt festzustellen, dass selbst wenn diese bejaht werden könnten, sie jedenfalls nicht in ausgeprägter Weise gegeben sind. 6.7 Da somit keines der massgeblichen Kriterien besonders ausgeprägt vorliegt und selbst dann, wenn man zugunsten der Versicherten die beiden Kriterien der erheblichen Beschwerden und der erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen als erfüllt erachten würde, die Kriterien nicht in gehäufter Weise gegeben sind, ist die Adäquanz eines allfälligen Kausalzusammenhanges zwischen dem Unfallereignis vom 31. August 2006 und den über den 21. April 2008 hinaus anhaltend geklagten Beschwerden zu verneinen. Die Beschwerde ist somit abzuweisen.