Citation: U 66/04 14.10.2004 E. 4

Das kantonale Gericht hat den Wegfall des natürlichen Kausalzusammenhanges zwischen dem Unfall vom 13. März 2000 und der "danach eingetretenen Arbeits- bzw. Erwerbsunfähigkeit" verneint, weil von verschiedenen Ärzten in der Zeit von Oktober 2000 bis Juni 2003 bestätigt worden sei, dass die Beschwerdeführerin an Symptomen leide, wie sie nach einem HWS-Distorsionstrauma mit protrahiertem Verlauf typisch seien. 4.1 Eine Leistungspflicht des Unfallversicherers kann bei einem Schleudertrauma der HWS oder einer äquivalenten Verletzung wie einer Distorsion der HWS unter Umständen auch ohne organisch nachweisbare Schädigung gegeben sein. Nach den Ergebnissen der medizinischen Forschung können bei solchen Verletzungen auch ohne klar ausgewiesene pathologische Befunde noch Jahre nach dem Unfall funktionelle Ausfälle verschiedenster Art auftreten (BGE 117 V 363 Erw. 5d/aa mit Hinweisen). Der Umstand, dass die nach einem Schleudertraum häufig beobachteten und deshalb von der Rechtsprechung als typisch bezeichneten Beschwerden wie diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit, Visusstörungen, Reizbarkeit, Affektlabilität, Depression oder Wesensveränderung (BGE 117 V 360 Erw. 4b) in manchen Fällen mit den heute verwendeten bildgebenden Untersuchungsmethoden nicht objektivierbar sind, darf nicht dazu verleiten, sie als rein "subjektive" Beschwerden zu qualifizieren und damit deren Relevanz für die Unfallversicherung in Abrede zu stellen. Ob in solchen Fällen ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, über welche die Verwaltung und im Beschwerdefall der Richter im Rahmen der Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden haben. Auch in diesem Bereich ist aber für die Leistungspflicht des Unfallversicherers unerlässlich, dass die geklagten Beschwerden medizinisch einer fassbaren gesundheitlichen Beeinträchtigung zugeschrieben werden können und diese Gesundheitsschädigung mit überwiegender Wahrscheinlichkeit in einem ursächlichen Zusammenhang mit dem versicherten Unfallereignis steht (BGE 119 V 340 Erw. 2b/bb). 4.2 Im vorliegenden Fall enthalten - mit einer Ausnahme - alle ärztlichen Berichte, auf welche die Vorinstanz die fortbestehende natürliche Unfallkausalität des Gesundheitsschadens der Beschwerdeführerin gestützt hat, lediglich die Diagnose der beim Unfall vom 13. März 2000 erlittenen HWS-Distorsion sowie eine Darstellung der hiefür typischen Beschwerden oder Symptome. Damit wurden ärztlicherseits jeweils lediglich das bei der Versicherten vorhandene Beschwerdebild beschrieben, ohne aber dieses objektiv fassbaren Untersuchungsbefunden zuzuordnen. Hingegen ist damit eine organische Grundlage für den Fortbestand der festgehaltenen somatischen Gesundheitsstörungen nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen. Einzig Dr. med. S.________ hat in seinem Bericht vom 23. Oktober 2000 objektive klinische Befunde als organisch fassbare unfallbedingte Ursachen der geklagten Beschwerden festgehalten. Sein Bericht datiert allerdings nahezu zwei Jahre vor dem für die Kausalitätsbeurteilung massgebenden Zeitpunkt des angefochtenen Einspracheentscheides vom 31. Juli 2003. Abgesehen davon enthält einzig noch der Abklärungsbericht des Spezialarztes für Psychiatrie und Psychotherapie Dr. med. E.________ vom 3. Januar 2002 kursorische Angaben zur Unfallkausalität der bei der Beschwerdeführerin eingetretenen psychischen Gesundheitsstörung. 4.3 Gestützt auf die zur Verfügung stehenden medizinischen Akten kann daher die Frage, ob es sich bei den am 31. Juli 2003 und seither bestehenden Gesundheitsstörungen der Beschwerdeführerin zumindest teilweise um natürlich kausale Folgen des versicherten Unfalles handelt, nicht mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit beantwortet werden. Dennoch erübrigt sich eine Rückweisung der Sache zwecks weiterer Abklärung dieser Frage. Selbst wenn auf Grund ergänzender medizinischer Abklärungen der natürliche Kausalzusammenhang zu bejahen wäre, fehlt es - wie die nachstehenden Erwägungen zeigen - jedenfalls an der Adäquanz des Kausalzusammenhanges.