Citation: 6B_1407/2019 E. 2.2

2.2. Nach dem vorstehend zum Sachverhalt Gesagten verletzt die Vorinstanz kein Bundesrecht, wenn sie den Tatbestand der qualifizierten Vergewaltigung gemäss Art. 190 Abs. 3 StGB bejaht und das inkriminierte Verhalten nicht als Schändung im Sinne von Art. 191 StGB beurteilt. Zunächst handelt es sich vorliegend zweifellos um ein Gewaltdelikt und nicht um die Ausnützung einer (vorgefundenen) Widerstandsunfähigkeit des Opfers. Diese war zudem, entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers, nicht vollständig gegeben, wie dies für eine Schändung erforderlich wäre (oben E. 2.1.2). Dem von der Vorinstanz willkürfrei festgestellten Sachverhalt ist vielmehr zu entnehmen, dass die Beschwerdegegnerin 2während des erzwungenen Geschlechtsverkehrs zwar nach Luft rang und noch benommen, aber bei vollem Bewusstsein war. Entsprechend sei sie in ihrer Widerstandsfähigkeit (nur) eingeschränkt gewesen. Dafür spricht auch, dass die Beschwerdegegnerin 2 offenbar aufgrund erlittener Schmerzen Geräusche von sich gab, weshalb der Beschwerdeführer ihr den Mund zuhielt und sie ermahnte, ruhig zu bleiben, anderenfalls er sie neuerlich am Hals packen würde. Die Vorinstanz geht daher zu Recht von einer Vergewaltigung aus. Unter den geschilderten Umständen erscheint das Verhalten des Beschwerdeführers zudem zweifellos als besonders verwerflich, roh und grausam, zumal der erzwungene Geschlechtsverkehr unmittelbar nach einer brutalen, die Beschwerdegegnerin 2in Lebensgefahr bringenden Gewalt erfolgte. Diese ging deshalb klar über das Mass hinaus, was zur Erfüllung des Grundtatbestandes - dem Erzwingen des Beischlafs - erforderlich war. Darauf weist die Vorinstanz zutreffend hin. Entgegen der vom Beschwerdeführer scheinbar vertretenen Auffassung kann die nach Art. 190 Abs. 3 StGB qualifizierende grausame Behandlung des Opfers auch vor oder nach der Verübung des eigentlichen Delikts erfolgen (vgl. oben E. 2.1.1). Es entlastet ihn deshalb nicht, dass er die Beschwerdegegnerin 2 während des erzwungenen Geschlechtsverkehrs nicht neuerlich würgte.