Citation: 2C_132/2016 E. 2.3.4

2.3.4. Der durch die Nachzugsfristen angestrebte frühe Familiennachzug will die Integration von ausländischen Kindern erleichtern. Kleine Kinder sind eher in der Lage, sich an eine neue familiäre, soziale und kulturelle Umgebung anzupassen, da ihr Bezugsfeld in erster Linie noch auf die Familie ausgerichtet ist; bei Jugendlichen oder Heranwachsenden kann sich dies im Hinblick auf die bereits bestehenden Verwurzelungen in der heimischen Kultur als schwieriger erweisen (vgl. BGE 133 II 6 E. 5.3 S. 19 f.). Es rechtfertigt sich deshalb in solchen Situationen, ab einem bestimmten Alter ohne gewichtige familiäre Gründe den Familiennachzug zu verweigern, wie der Gesetzgeber dies in Art. 47 Abs. 4 AuG getan hat. Soweit der Beschwerdeführer sich auf die Spannungen zwischen seinen Kindern und der Mutter bzw. ihrer Tante beruft, bilden diese für sich allein keinen hinreichenden Grund für einen nachträglichen Teilfamiliennachzug; solche Probleme sind regelmässig mit der Adoleszenz und der damit verbundenen Loslösung von der Familiengemeinschaft verbunden. Der Beschwerdeführer behauptet lediglich, dass niemand aus seiner Familie mehr bereit sei, sich um seine Kinder zu kümmern; er belegt dies indessen nicht weiter (vgl. diesbezüglich auch das Urteil 2C_887/2014 vom 11. März 2015 E. 3.3). Die Kinder befinden sich seit 2011 bei ihrer Tante, wobei der Beschwerdeführer keine nachvollziehbaren wichtigen Gründe nennt, warum dies nicht weiterhin möglich sein sollte bzw. weshalb sie nicht wieder bei ihrer Mutter leben könnten. Im Übrigen hält er sich selber regelmässig in der Heimat auf, was ihm erlaubt, die Beziehung zu seinen Kindern in der bisherigen, von ihm bei seiner Ausreise selber gewählten Form (Besuche und wirtschaftliche Unterstützung) aufrechtzuerhalten, nachdem er die gesetzlichen Nachzugsfristen hat verstreichen lassen und tägliche Kontakte von der Schweiz aus mittels der Neuen Medien möglich sind.