Citation: 1P.406/2001 29.06.2001 E. 2

2.- a) Untersuchungshaft kann im Kanton Basel-Landschaft (u.a.) angeordnet werden, wenn die angeschuldigte Person eines Vergehens oder Verbrechens dringend verdächtig ist und Fluchtgefahr besteht (§ 77 Abs. 1 der Strafprozessordnung vom 3. Juni 1999; StPO). Liegt ausser dem hier unbestrittenen allgemeinen Haftgrund des dringenden Tatverdachts Fluchtgefahr als besonderer Haftgrund vor, steht einer Inhaftierung auch unter dem Gesichtswinkel der von Art. 10 Abs. 2 BV geschützten persönlichen Freiheit grundsätzlich nichts entgegen. b) Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts genügt die Höhe der zu erwartenden Freiheitsstrafe für sich allein nicht für die Annahme von Fluchtgefahr. Eine solche darf nicht schon angenommen werden, wenn die Möglichkeit der Flucht in abstrakter Weise besteht. Vielmehr müssen konkrete Gründe dargetan werden, die eine Flucht nicht nur als möglich, sondern als wahrscheinlich erscheinen lassen. Die Höhe der zu erwartenden Freiheitsstrafe kann immer nur neben anderen, eine Flucht begünstigenden Tatsachen herangezogen werden (BGE 125 I 60 E. 2a; 117 Ia 69 E. 4a; 108 Ia 64 E. 3; 107 Ia 3 E. 6). c) Aufgrund seines Geständnisses ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer dringend verdächtig ist, aus rein finanziellen Gründen 8,7 kg relativ hochwertiges Heroin transportiert zu haben. Es droht ihm daher eine Verurteilung nach Art. 19 Ziff. 2 BetmG und damit eine Freiheitsstrafe, deren Dauer den bedingten Vollzug jedenfalls ausschliesst. Unbestreitbar ist zwar, dass der Beschwerdeführer starke Bindungen zur Schweiz hat. Es ist indessen fraglich, ob diese einer Verurteilung zu einer unbedingten Freiheitsstrafe standhalten, läuft er in einem solchen Fall doch erhebliche Gefahr, seine Aufenthaltsbewilligung B zu verlieren, selbst wenn von einer unbedingten strafrechtlichen Landesverweisung abgesehen würde. Unbestritten ist auch, dass der Beschwerdeführer familiäre Beziehungen zu seiner Heimat hat, was ihm ermöglichen könnte, nach einer allfälligen Flucht bei seiner Verwandtschaft Unterschlupf zu finden. Die politischen Wirren und wirtschaftlichen Schwierigkeiten in Mazedonien machen zwar einerseits eine Flucht dorthin unattraktiv; anderseits sind die Chancen, sich dort den strafrechtlichen Konsequenzen einer schweizerischen Verurteilung auf Dauer zu entziehen, erheblich grösser als in einem voll funktionsfähigen Rechtsstaat, in welchem er weit eher damit rechnen müsste, dass dieser die Strafverfolgung gegen ihn übernehmen oder ihn an die Schweiz ausliefern würde. Insgesamt ist daher die Einschätzung des Verfahrensgerichts, dass der Beschwerdeführer in Freiheit versucht sein könnte, sich der weiteren Strafverfolgung durch Flucht zu entziehen, nicht zu beanstanden. d) Ebenfalls zuzustimmen ist dem Verfahrensgericht darin, dass die Fluchtgefahr durch die vom Beschwerdeführer vorgeschlagenen Ersatzmassnahmen nicht entscheidend gesenkt werden könnte. Die eher bescheidene Kaution von 9'000 Franken, die einer seiner Arbeitgeber für ihn stellen würde, könnte den Beschwerdeführer wohl kaum von einer Flucht abhalten. Selbst wenn ihm sein Ehrgefühl verbieten sollte, seinen Gönner zu schädigen, könnte er versuchen, diesem die nach einer Flucht verfallene Kaution später zu ersetzen. Eine Schriftensperre hätte nur eine ungenügende Wirkung, ist es doch ein Leichtes, die Schweiz zu verlassen, ohne sich an der Grenze kontrollieren zu lassen. Ebenso untauglich wäre die vom Beschwerdeführer vorgeschlagene technische Überwachung ("Electronic Monitoring"), verbunden mit einer Aufsicht durch seine Arbeitgeber. Der Beschwerdeführer räumt selber ein, dass diese nicht lückenlos ist und eine Kontrolle durch die Arbeitgeber bietet nicht die erforderliche Sicherheit. e) Die Fortsetzung der Haft ist zur Zeit noch keineswegs unverhältnismässig. Nach dem oben in E. 2c Gesagten hat der Beschwerdeführer selbst bei der für ihn günstigsten Sachverhaltsvariante eine unbedingte, d.h. 18 Monate übersteigende Strafe zu gewärtigen. Nach der unbestrittenen Darstellung des Verfahrensgerichts wird er sich beim Ablauf der mit dem angefochtenen Entscheid genehmigten Haftfrist 8 1/2 Monate in Untersuchungshaft befunden haben. Sie erreicht damit noch nicht die Hälfte der zu erwartenden unbedingt vollziehbaren Freiheitsstrafe, weshalb die Verhältnismässigkeit auch nach den strengen Voraussetzungen von § 78 Abs. 2 lit. b StPO gewahrt wird.