Citation: 8C_538/2007 04.11.2008 E. 5

5.1 Beim Unfall vom 29. August 1995 fuhr ein Auto auf den vor einem Rotlicht stehenden Lieferwagen auf, in welchem sich der Versicherte als Beifahrer befand; dabei sah der Versicherte geradeaus, schlug mit dem Kopf weder frontal noch seitlich an und war weder bewusstlos noch musste er sich übergeben (vgl. die Aussagen des Versicherten sowie seines Arbeitskollegen, der den Lieferwagen fuhr, vom 5. und 7. Dezember 1995). Dieser Auffahrunfall, bei welchem sich nichts Aussergewöhnliches ereignete, ist nach der Rechtsprechung dem mittleren Bereich an der Grenze zu den leichten Fällen zuzuordnen (RKUV 2005 Nr. U 549 S. 236 E. 5.1 [= U 380/04]). Damit müssen für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs mehrere der massgebenden Kriterien oder eines in besonders schwerer oder auffälliger Weise gegeben sein (BGE 134 V 109 E. 10.1 S. 126 mit Hinweisen). 5.2 Besonders dramatische Umstände oder eine besondere Eindrücklichkeit des Unfalls sind zu verneinen. Entgegen der Ansicht des Versicherten befinden sich genügend Angaben über den Unfallhergang in den Akten, insbesondere die einlässlichen Aussagen des Versicherten und seines Arbeitskollegen vom 5. und 7. Dezember 1995. Dass kein Polizeiprotokoll greifbar ist, spricht auch dafür, dass der Unfall vom 29. August 1995 von den Beteiligten als nicht gravierend eingeschätzt wurde. Ebenfalls nicht erfüllt ist das Kriterium der Schwere oder besonderen Art der erlittenen Verletzungen, da die beim Unfall vom 29. August 1995 zugezogenen Beschwerden im Rahmen des Üblichen eines Schleudertraumas der HWS liegen. Bezüglich der fortgesetzten, spezifischen, belastenden ärztlichen Behandlung ist festzuhalten, dass sich diese weitgehend in ärztlichen Verlaufskontrollen, Physiotherapie und Medikamenten erschöpfte. Darüber hinaus ist aus den Akten lediglich ein einmaliger Hinweis auf eine Behandlung mit Akupunktur ersichtlich (Befragung des Versicherten vom 1. März 2005). Auch fanden keine stationären Rehabilitationsaufenthalte statt. Vor diesem Hintergrund kann nicht von einer fortgesetzten spezifischen, den Versicherten speziell belastenden ärztlichen Behandlung gesprochen werden (vgl. Urteil 8C_266/2008 vom 22. August 2008, E. 4.2.4, und Urteil 8C_95/2008 vom 10. September 2008). Das Kriterium der erheblichen Dauerbeschwerden ist jedoch zu bejahen, da der Versicherte seit Jahren bei seiner Arbeit und im Alltag eingeschränkt ist. Angesichts der wesentlichen Beschwerdebesserung in den warmen Monaten (vgl. die in E. 3 aufgeführten Berichte, insbesondere jenen des Dr. med. D.________ vom 18. Mai 2004, sowie die Befragung des Versicherten vom 18. Februar 2003) liegt es jedoch nicht in besonders ausgeprägter Weise vor. Nicht gegeben sind die Kriterien der ärztlichen Fehlbehandlung sowie des schwierigen Heilungsverlaufs oder erheblicher Komplikationen. Denn aus der ärztlichen Behandlung und den erheblichen Beschwerden - welche eigene Kriterien darstellen - darf nicht auf einen schwierigen Heilungsverlauf und/oder erhebliche Komplikationen geschlossen werden; vielmehr bedarf es dazu besonderer Gründe, welche die Heilung beeinträchtigt haben (vgl. Urteil 8C_57/2008 vom 16. Mai 2008, E 9.6.1 mit Hinweisen). Solche sind hier nicht gegeben. Angesichts der unbestrittenen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit und des stets tadellosen Arbeitseinsatzes des Versicherten ist hingegen das Kriterium der erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Bemühungen zu bejahen. Es liegt jedoch nicht in besonders ausgeprägter Weise vor. Nach dem Gesagten sind zwei Kriterien erfüllt. Somit liegen die massgebenden Kriterien weder gehäuft noch ausgeprägt vor. Vorinstanz und Verwaltung haben demnach den adäquaten Kausalzusammenhang im Ergebnis zu Recht verneint (vgl. Urteil 8C_57/2008 vom 16. Mai 2008, E. 9.8).