Citation: 1P.216/2000 27.04.2000 E. 4

4.- a) Weiter rügt der Beschwerdeführer, die gesamte Dauer seiner Haft drohe die Strafe, zu der er verurteilt werden dürfte, zu überschreiten. Wie schon in seinem Haftentlassungsgesuch macht er verschiedene Gründe geltend, warum der Strafantrag der Bezirksanwaltschaft von acht Jahren Zuchthaus weit übersetzt sei. Der Haupttäter sei ein anderer, die Deliktsumme betrage 8 Millionen Franken, wovon ihm nur ein Viertel zugeflossen sei, die Geschädigten seien leichtsinnig gewesen, für gewisse Anklagepunkte fehle die schweizerische Gerichtsbarkeit, bei anderen sei die juristische Qualifikation falsch. Demgegenüber könne nach der vorläufigen Rückweisung der Anklage nicht mehr mit einem Urteil in diesem Jahr gerechnet werden, während er schon jetzt annähernd 44 Monate in Haft sei, was - unter Berücksichtigung der Möglichkeit einer bedingten Entlassung - dem Verbüssen einer Freiheitsstrafe von 5 1/2 Jahren gleichkomme. b) Der Haftrichter verweist im angefochtenen Entscheid zulässigerweise auf seine früheren Entscheide, die begründen, warum der Beschwerdeführer mit einer Verurteilung wegen gewerbsmässigen Betrugs im Sinne von Art. 146 Ziff. 2 StGB als schwerstem Delikt zu rechnen habe. In diesen Entscheiden wird auch ausgeführt, dass die Möglichkeit einer bedingten Entlassung nach Art. 38 StGB nicht in die Berechnung der höchstzulässigen Dauer der Untersuchungshaft einzubeziehen sei. Weiterhin berücksichtigt der Haftrichter, dass die Bezirksanwaltschaft in ihrer vorläufig zurückgewiesenen Anklage eine Zuchthausstrafe von acht Jahren beantragt. Er führt aus, selbst beim Ausfällen einer zwei oder drei Jahre tieferen Strafe sei eine Fortsetzung der Haft zulässig. Im Übrigen dürfe er dem Sachrichter hinsichtlich der Qualifikation der eingeklagten Sachverhalte und der Strafzumessung im Hinblick auf das Ausfällen einer schuldangemessenen Strafe nicht vorgreifen und habe sich diesbezüglich auch nicht näher mit den Vorbringen der Verteidigung auseinander zu setzen. Der Beschwerdeführer rügt diese Erwägung als Verletzung seines Anspruchs auf rechtliches Gehör. Der Haftrichter habe einzig auf den Antrag der Bezirksanwaltschaft abgestellt und sich ausdrücklich geweigert, auf die Gegenargumente des Beschwerdeführers einzugehen.