Citation: 9C_940/2012 E. 5.2

5.2. Der Beschwerdeführer war im Zeitpunkt der Herabsetzung der ganzen auf eine Viertelsrente am 9. Juni 2011 bereits 61 Jahre alt. Anknüpfungspunkte, dass beim Beschwerdeführer die Selbsteingliederungsfähigkeit trotz Erreichen der Altersgrenze von über 55 Jahren noch vorhanden wäre, wurden von der IV-Stelle nicht dargetan und sind vorliegend auch nicht ersichtlich. Der Beschwerdeführer ist schon seit 1. Februar 2002 nicht mehr erwerbstätig und bezieht seit 1. Februar 2003 eine Rente. Zwar ist es zutreffend, dass sich der Beschwerdeführer verschiedentlich nicht an entsprechende Weisungen und Auflagen der Beschwerdegegnerin gehalten hat, sich einer psychotherapeutischen Behandlung zu unterziehen. Jedoch wurde die am 3. Januar 2007 per sofort eingestellte Invalidenrente mit Verfügung vom 15. November 2007 ab Januar 2007 wieder rückwirkend zur Auszahlung gebracht. Eine Überwachung der Erfüllung der am 15. Oktober 2007 erneut auferlegten Schadenminderungspflicht in Form einer intensiven, regelmässigen psychiatrischen Facharztbehandlung erfolgte nicht. Daher kann daraus nicht abgeleitet werden, der Beschwerdeführer hätte mit geeigneten medizinischen Behandlungen bereits in einem viel früheren Zeitpunkt wieder seine höhere Arbeitsfähigkeit erreicht. Für ein solches Vorgehen hätte die Beschwerdegegnerin das Mahn- und Bedenkzeitverfahren gemäss Art. 21 Abs. 4 ATSG in die Wege leiten müssen, was sie aktenkundig nicht getan hat, obwohl die Rente am 3. Januar 2007 wegen Verletzung der Mitwirkungspflicht per sofort eingestellt worden war, dann aber mit Verfügung vom 15. November 2007 rückwirkend wieder weiter ausbezahlt wurde. So war die am 3. November 2008 abgebrochene psychotherapeutische Behandlung beim Psychiatrischen Zentrum Z.________ erst am 19. Mai 2008 aufgenommen worden, also erst mehrere Monate nach dem Hinweis vom 15. Oktober 2007. Von einer rechtskonformen Androhung der Rechtsfolgen, wie die Vorinstanz dies annimmt, kann beim Vorgehen der IV-Stelle nicht ausgegangen werden. Eine Selbsteingliederung war dem Beschwerdeführer im Zeitpunkt des Erlasses der Herabsetzungsverfügung vom 9. Juni 2011 deshalb nicht mehr zumutbar. Die IV-Stelle wäre daher verpflichtet gewesen, die Eingliederungsfrage zu prüfen.