Citation: 2C_770/2019 E. 6.3.3

6.3.3. Vorliegend meldete das Migrationsamt selber dem Untersuchungsamt St. Gallen die von der Beschwerdeführerin gegenüber ihrem Ehemann erhobenen Gewaltvorwürfe. Die daraufhin angehobene Strafuntersuchung war - wie sich ergänzend aus den Akten ergibt (Art. 105 Abs. 2 BGG) - sehr gründlich: Gewürdigt wurden alle von der Beschwerdeführerin eingereichten Berichte sowie die von den Ehegatten zu den Akten eingereichten Telefonnotizen und Videoaufnahmen. Ferner wurden die Beschwerdeführerin (insgesamt dreimal), der Ehemann, eine Tante der Beschwerdeführerin, die Leiterin und eine Kollegin aus dem Deutschkurs, die Schwester des Ehemannes und eine der behandelnden Psychiaterinnen befragt. In der ausführlichen Einstellungsverfügungen gelangte die Staatsanwaltschaft in umfassender Würdigung aller massgeblichen Beweismittel zum Schluss, die dem Ehemann vorgeworfenen Handlungen seien nicht nachgewiesen. Unbestritten ist im Übrigen, dass der Schlag auf den Mundbereich vom 21. März 2014, aufgrund welchem der Ehemann mit Strafbefehl vom 7. April 2014 wegen Tätlichkeit zu einer Busse von Fr. 600.-- verurteilt wurde, für sich allein noch keine einen nachehelichen Härtefall begründende eheliche Gewalt darstellt (vgl. E. 5.1 hievor).