Citation: 6B_822/2023 E. 1.3.2

1.3.2. Die Vorinstanz setzt sich in ihrem neuen Urteil mit den Vorbringen des Beschwerdeführers auseinander und führt aus, dieser stelle sich auf den Standpunkt, sie habe in ihrem ersten Urteil hauptsächlich auf die Aussage der Geschädigten in der polizeilichen Befragung vom 15. Juni 2017 abgestellt, in der diese in seiner Abwesenheit behauptet habe, er habe gedroht, B.________ anzuweisen, sie - die Geschädigte - zu schlagen und mit einem Messer aufzuschneiden, wenn sie den Anweisungen von B.________ keine Folge leiste. Dem könne in keiner Weise gefolgt werden. Auch wenn die erwähnte Einvernahme vom 15. Juni 2017 in Abwesenheit des Beschwerdeführers erfolgt sei, so habe dieser in zwei nachfolgenden Konfrontationseinvernahmen vom 1. und 8. November 2017 Gelegenheit erhalten, die Geschädigte, welche erneut belastende Aussagen gegen ihn deponiert habe, zu befragen bzw. Ergänzungsfragen zu stellen. Der Beschwerdeführer habe somit die Möglichkeit gehabt, die Aussage der Geschädigten zu prüfen und den Beweiswert in kontradiktorischer Weise auf die Probe und infrage zu stellen, auch wenn die Geschädigte ihre zuvor gemachten Angaben nicht wortwörtlich wiederholt habe. Ferner habe sie - die Vorinstanz - diese Einvernahmen in ihrem Urteil vom 14. Juni 2019 detailliert wiedergegeben und umfassend gewürdigt. Im Übrigen habe sie nicht nur die verschiedenen Einvernahmen der Geschädigten gewürdigt, sondern auch jene des Beschwerdeführers, und sei in ihren Erwägungen zum Schluss gekommen, dass Letzterer keine überzeugenden und glaubhaften Aussagen zu seiner Entlastung vorzubringen vermocht habe. Auch habe sie - die Vorinstanz - sich mit den weiteren Beweismitteln, wie unter anderem der SMS vom 17. Februar 2017 vom Beschwerdeführer an die Geschädigte, den Geld-Überweisungen von B.________ an den Beschwerdeführer sowie dem Inserat auf einer Plattform, in dem die italienische Mobiltelefonnummer des Beschwerdeführers angegeben worden sei, auseinandergesetzt. In Würdigung all dieser Beweismittel sei sie - die Vorinstanz - zum Schluss gekommen, dass ein Zusammenwirken des Beschwerdeführers mit B.________ und damit der Sachverhalt bezüglich der Förderung der Prostitution erstellt sei. Die Vorinstanz erwägt weiter, da sich nichts an der bereits zum Zeitpunkt des ersten Urteils vom 14. Juni 2019 bestehenden Beweislage geändert habe, könne die Beweiswürdigung gemäss diesem Urteil unverändert angeführt werden (Urteil S. 10 ff.). Wenn das Bundesgericht eine "besonders vorsichtige und zurückhaltende Würdigung" verlange, sei darauf hinzuweisen, dass bereits die Beweiswürdigung im ersten Berufungsverfahren "besonders vorsichtig und zurückhaltend" erfolgt sei: Das Obergericht des Kantons Zürich würdige Beweise in jedem Fall immer besonders vorsichtig und zurückhaltend und nicht nur, wenn es durch das Bundesgericht zu Solchem motiviert werde. Alles andere wäre eine Verletzung der richterlichen Sorgfaltspflicht. Dass sie die - heute wie damals - vorliegenden Beweismittel nicht "besonders vorsichtig und zurückhaltend" gewürdigt hätte, sei im Übrigen in beiden bundesgerichtlichen Beschwerdeverfahren weder durch die Parteien gerügt noch durch das Bundesgericht festgestellt worden. Es gebe keine Veranlassung, nicht wiederum von Folgendem auszugehen (Urteil S. 12) : Wenn die erste Instanz zum Schluss komme, es lägen keine Beweismittel vor, welche den dem Beschwerdeführer vorgeworfenen Sachverhalt erstellen könnten, könne dem nicht beigepflichtet werden, zumal - zumindest was den Sachverhalt betreffe - lediglich erstellt werden müsse, dass B.________ in Absprache und in gegenseitigem Einverständnis mit dem Beschwerdeführer gehandelt habe. Bereits aufgrund der Aussagen der Geschädigten, die zudem auch oft von "sie" gesprochen habe, wobei sie zweifelsohne jeweils den Beschwerdeführer und B.________ gemeint habe, könne dies als erstellt gelten. Ihren Depositionen sei ohne Weiteres ein (mit-) täterschaftliches Zusammenwirken zwischen dem Beschwerdeführer als Drahtzieher im Hintergrund und B.________ als ausführender Person zu entnehmen. Ab seiner Ankunft in Zürich sei der Beschwerdeführer als Geschäftspartner B.________s aufgetreten, was von der Geschädigten konstant so wahrgenommen und in den unzähligen Einvernahmen zu Protokoll gegeben worden sei. Zusammen mit den Ausführungen von zwei Zeuginnen, der von der Geschädigten an den Beschwerdeführer geschickten SMS vom 17. Februar 2017, den Geldüberweisungen durch B.________ an den Beschwerdeführer sowie dem Inserat auf einer Plattform ergebe sich zweifelsfrei, dass B.________ in Absprache und im Einverständnis mit dem Beschwerdeführer gehandelt habe. Wenn seitens der Verteidigung angeführt werde, die Mutmassungen der Geschädigten seien kein genügender Beweis und ihre Behauptungen würden nicht auf gesichertem Wissen basieren, treffe dies nicht zu. Dass der Beschwerdeführer B.________ seine Anordnungen, wie die Geschädigte zu behandeln sei, in der Regel nicht vor der Geschädigten erteilt habe, sei nachvollziehbar, sei es doch gerade seine Absicht gewesen, im Hintergrund zu bleiben und gegenüber der Geschädigten keine aktive Rolle einzunehmen. Daran ändere auch nichts, dass der Beschwerdeführer sich erst ab Anfang Februar in Zürich aufgehalten habe, da Mittäterschaft in objektiver Hinsicht keine direkte Beteiligung an der Ausführung der konkreten Straftat verlange und demzufolge eine durchgehende Anwesenheit des Beschwerdeführers nicht nötig gewesen sei bzw. seine Abwesenheit ein mittäterschaftliches Zusammenwirken mit B.________ - auch in der Zeit seiner Abwesenheit - nicht ausschliesse. Dass die Geschädigte schliesslich ihre vollständigen Einnahmen (auch) dem Beschwerdeführer habe abgeben müssen, ergebe sich aus der von ihr versandten SMS. Der Anklagesachverhalt betreffend Förderung der Prostitution in Bezug auf den Beschwerdeführer sei somit als erstellt zu erachten (Urteil S. 12 f.).