Citation: 9C_289/2017 E. 6.2

6.2. Die Beschwerdeführerin stellt sich demgegenüber primär auf den Standpunkt, das kantonale Gericht habe bei der Prüfung, ob eine rechtlich relevante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit gegeben sei, unzulässigerweise eigene medizinische Beurteilungen vorgenommen statt weitere medizinische Abklärungen anzuordnen; damit habe es den Untersuchungsgrundsatz verletzt. Insbesondere sei nicht abgeklärt worden, ob eine eigenständige depressive Erkrankung vorliege oder ob die depressive Problematik im Rahmen der PTBS zu sehen sei. Indem das kantonale Gericht entgegen der Diagnosestellung im ZMB-Gutachten vom 13. Januar 2015 von Letzterem ausgegangen sei, habe es eine unzulässige eigene medizinische Wertung vorgenommen. Unhaltbar sei es im Weitern auch, wenn es aus der Tatsache, dass sie im Rahmen der Selbsteingliederung eine Arbeitsstelle mit einem Pensum von 40 % gefunden habe, ableite, sie verfüge über Ressourcen, so dass aufgrund ihrer Persönlichkeit keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestehe. Gerade die Persönlichkeitsdiagnostik sei gemäss den bundesgerichtlichen Vorgaben im Leitentscheid BGE 141 V 281 mehr als andere Indikatoren untersuchungsabhängig und erfordere deshalb besonders hohe Anforderungen an die Gutachtensbegründung. Die nötige Erfassung der noch vorhandenen Ressourcen sei nicht vorgenommen worden, wobei die Vorinstanz insbesondere der Tatsache, dass eine Teilarbeitsfähigkeit auf dem Prüfstand stehe, nicht Rechnung getragen habe. Sie sei zu Unrecht vom Fehlen einer sozialen Isolation ausgegangen und habe die Auswirkungen der Krankheit auf die familiäre Situation (Trennung, Scheidung) ausser Acht gelassen. Zusammenfassend stehe fest, dass die Verneinung eines invalidisierenden Gesundheitsschadens ab Aufnahme der Teilerwerbstätigkeit bei der Spitex auf einer rechtsfehlerhaften Indikatorenprüfung basiere. Soweit der Sachverhalt auf der Basis des ZMB-Gutachtens nicht ausreichend erstellt sei, hätte das kantonale Gericht weitere medizinische Abklärungen in die Wege leiten müssen; vorliegend sei es jedoch in medizinischen Fachfragen wie etwa betreffend den Schweregrad des Gesundheitsschadens und die Arbeitsfähigkeit vom ZMB-Gutachten abgewichen, ohne sich dafür auf triftige Gründe berufen zu können.