Citation: 6B_135/2020 E. 1.2.1

1.2.1. Die Vorinstanz stellt in tatsächlicher Hinsicht fest, der Mitbeschuldigte A.________ habe bei einer tätlichen Auseinandersetzung zwischen einer brasilianischen mit einer balkanstämmigen Gruppe im Bereich des Festgeländes im Vorfeld der eigentlichen Tat von einer unbekannten Person einen Faustschlag und (wohl von der Security) Pfefferspray ins Gesicht abbekommen. A.________ habe daraufhin das Festgelände verlassen und den Mitbeschuldigten E.________ angerufen, welcher in seinem Wagen mit dem Beschwerdeführer in Richtung U.________ weggefahren sei und auf dem Heimweg die brasilianische Gruppe entdeckt habe. E.________ sei daraufhin umgekehrt und habe den Mitbeschuldigten A.________ abgeholt. Anschliessend seien die drei wiederum in Richtung U.________ gefahren und hätten die Gruppe der Brasilianer, die zu Fuss auf dem Trottoir unterwegs gewesen seien und ihre Fahrräder geschoben hätten, überholt. Nachdem E.________ seinen Personenwagen parkiert habe, sei der Mitbeschuldigte A.________, der sich für den erlittenen Faustschlag habe rächen wollen, als erster unbewaffnet auf die Brasilianer losgegangen; die beiden anderen seien ihm etwas später gefolgt. Dabei hätten der Mitbeschuldigte E.________ einen Hammer und mindestens einer der Beschuldigten einen Pfefferspray mit sich geführt. Der Mitbeschuldigte A.________ habe seinen Angriff von Anfang an auf A.G.________ gerichtet, in welchem er den Urheber des erlittenen Faustschlages erkannt habe. Dabei sei er ausgerutscht und hingefallen. E.________ sei ihm daraufhin unaufgefordert zu Hilfe gekommen und habe ihn bei seinem Angriff auf A.G.________ unterstützt. Die Vorinstanz gelangt zum Schluss, alle drei Beschuldigten hätten sich aktiv am Angriff auf die vier Brasilianer beteiligt und seien mit Faustschlägen, Fusstritten sowie mit einem Hammer und Pfefferspray auf diese losgegangen. Gestützt auf die Beweislage sei eindeutig, dass einer der drei Beschuldigten das Opfer mit einem Messerstich getötet habe. Dabei komme der Mitbeschuldigte A.________ angesichts der übereinstimmenden Aussagen aller Beteiligten als Täter nicht in Betracht, da er sich während der ganzen Auseinandersetzung allein auf A.G.________ konzentriert habe. Entgegen der Auffassung der ersten Instanz scheide auch E.________ als Täter aus, zumal sich dieser nach dem geschilderten Ablauf des Angriffs, bei welchem er A.G.________ ein Bein gestellt und ihn, nachdem er hingefallen sei, am Kopf oder Hals gepackt und in den Schwitzkasten genommen habe, am Ende der Auseinandersetzung zusammen mit A.________ bei diesem aufgehalten habe. Es sei davon auszugehen, dass die Mitbeschuldigten E.________ und A.________, unmittelbar nachdem der tödliche Messerstich erfolgt sei, von dem sich im Wiesland befindenden A.G.________ abgelassen hätten, weil einer der Beschuldigten gerufen habe, man solle abhauen. Der Messerstich sei demnach zu einem Zeitpunkt erfolgt, als die beiden noch mit A.G.________ beschäftigt gewesen seien. Angesichts des sehr schnell abgelaufenen dynamischen Angriffs fielen somit sowohl A.________ als auch E.________ als Urheber des Messerstichs ausser Betracht, zumal es aufgrund der zeitlichen Verhältnisse unmöglich gewesen sei, dass sich E.________ oder A.________ nach dem Ablassen von A.G.________ so schnell hätten vom Wiesland her dem auf der gegenüberliegenden Strassenseite stehenden Opfer nähern und ihm den tödlichen Messerstich zufügen können, bevor sie davongerannt seien. Es sei zwar ungeklärt, wo sich der Beschwerdeführer genau befunden habe. Es sei aber davon auszugehen, dass er sich nicht bei den Mitbeschuldigten E.________ und A.________ befunden, sondern weiter weg gestanden habe. Aus dem Umstand, dass E.________ am Abend beim Fest in V.________ ein Messer mit sich geführt habe, könne weder geschlossen werden, dass es sich dabei um die Tatwaffe gehandelt habe, noch dass E.________ derjenige sei, der den tödlichen Messerstich ausgeführt habe (angefochtenes Urteil S. 48 ff.). Die Vorinstanz nimmt weiter an, A.________ habe den Beschwerdeführer bereits am 10. August 2009, mithin vor der Verhaftung von E.________, glaubhaft beschuldigt, Urheber des Messerstichs gewesen zu sein. Auch E.________ habe diesen schon früh - bzw. ab dem Zeitpunkt, als er eingestanden habe, beim Vorfall mitgewirkt zu haben - als Täter genannt, wobei er den diesbezüglichen Sachverhalt im Kern übereinstimmend mit A.________ geschildert habe. Der Geschehensablauf, wie er vom Beschwerdeführer geschildert worden sei, sei demgegenüber in verschiedenen Punkten widersprüchlich bzw. durch die Aussagen anderer Beteiligter widerlegt. Bei ihm sei vielmehr als einzigem nicht geklärt, an welchem Ort er sich am Ende der Auseinandersetzung befunden habe. Er sei mithin der einzige gewesen, der die Gelegenheit zum Ausführen des tödlichen Messerstichs gehabt habe. Entgegen der Auffassung der ersten Instanz sei für die Frage der Täterschaft nicht bedeutsam, dass der Beschwerdeführer weder orts-, sprachkundig oder mobil gewesen sei noch über eine Aufenthaltsbewilligung verfügt habe. Es sei daher erstellt, dass der Beschwerdeführer den tödlichen Messerstich gegen das Opfer geführt habe, indem er in dieser insgesamt sehr dynamischen Auseinandersetzung mit dem Messer vor dem Opfer hin und her gefuchtelt und letztlich zugestochen habe (angefochtenes Urteil S. 57 f.).