Citation: 1A.5/2000 02.03.2000 E. 5.-

Sodann macht der Beschwerdeführer geltend, bei einer Auslieferung an Deutschland drohe ihm sowohl in Deutschland als auch (im Falle einer Weiterlieferung) in der Türkei eine menschenrechtswidrige Behandlung. Die Aus- lieferung verstosse daher gegen Art. 3 EMRK. a) Die Schweiz prüft Auslieferungsgesuche im Lichte ihrer völkerrechtlichen Verpflichtungen. Die Auslieferung wird abgelehnt, wenn der ersuchende Staat keine Gewähr bie- tet, dass der Verfolgte im ersuchenden Staat nicht einer Behandlung unterworfen wird, die seine körperliche Integri- tät oder seine Menschenwürde beeinträchtigt (Art. 3 EMRK, Art. 7 UNO-Pakt II; vgl. auch Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 37 Abs. 3 IRSG). b) Die Vorbringen des Beschwerdeführers, wonach die Genfer Flüchtlingskonvention und das deutsche Ausländerrecht einer etwaigen Weiterlieferung an die Türkei nicht entgegen- stünden, ändern nichts an der völkerrechtlichen Verpflich- tung des ersuchenden Staates, vor einer allfälligen Weiter- lieferung an einen Drittstaat zunächst die Zustimmung des ersuchten Staates einzuholen (Art. 15 EAUe). Es gibt keine Veranlassung, an der Einhaltung dieser Verpflichtung seitens der deutschen Behörden zum Vornherein zu zweifeln. Daran ändert auch das Argument nichts, der Beschwerdeführer könnte als unerwünschter Ausländer von Deutschland an die Türkei abgeschoben werden, und diesbezüglich bestehe keine Pflicht zur Einholung einer Zustimmung der Schweiz. Selbst wenn diese Einschätzung zuträfe (vgl. demgegenüber namentlich § 53 des deutschen Ausländergesetzes), wäre auch Deutsch- land jedenfalls an das in Art. 3 EMRK verankerte "non- refoulement"-Gebot gebunden. Es gibt keinen Anhaltspunkt für die Annahme, die deutschen Behörden würden sich im Falle des Beschwerdeführers über die Menschenrechte hinwegsetzen. Seine Vorbringen zur angespannten Menschenrechtslage in der Türkei wären somit in einem allfälligen Weiterlieferungs- oder Abschiebungsverfahren geltend zu machen. c) In der Beschwerdeergänzung wird vorgebracht, eine Strafuntersuchung wegen des Verdachtes der Beteiligung bzw. Rädelsführerschaft an einer terroristischen Vereinigung (§ 129a dStGB) ziehe nach deutschem Recht automatisch Ein- schränkungen der Verteidigungsrechte sowie ein strengeres Haftregime nach sich. Insbesondere werde der Schriftverkehr des Inhaftierten mit seinem Verteidiger überwacht, bei Ge- sprächen mit dem Verteidiger sei eine Trennscheibe obliga- torisch, der Inhaftierte werde "völlig isoliert, und die Unterbindung sämtlicher Kontakte, auch zum Verteidiger",