Citation: 6B_1273/2020 E. 5.2

5.2. Die Vorinstanz führt aus, indem die neun mit Morphin gefüllten 100 ml Flaschen in der einfach zugänglichen Liegenschaft an der V.________strasse xxx und darin offen auf einem nicht abschliessbaren Regal herumgestanden seien, seien die Lagerungs- und Aufbewahrungspflichten i.S.v. Art. 22 lit. c BetmG verletzt worden. Zum Argument, eine Mitarbeiterin habe diese Ampullen im Keller deponiert, führt die Vorinstanz aus, der Umzug von U.________ nach Y.________ habe im Jahr 2011 stattgefunden, die Bestätigung der Mitarbeiterin beziehe sich aber auf den April 2010. Neun 100 ml Ampullen Morphin seien nach dem Umzug in der alten Produktionsstätte verblieben. Der Beschwerdeführer sei - wie bereits ausgeführt - Alleinaktionär, alleiniges Verwaltungsratsmitglied sowie operativer Leiter der beiden Firmen und habe dabei auch über den Umzug von U.________ nach Y.________ entschieden. Ihm komme eine besondere Verantwortung zu, sicherzustellen, dass die rechtlichen Vorgaben eingehalten würden. Er habe jedoch mindestens in Kauf genommen, dass sich noch Betäubungsmittel in der alten Produktionsstätte befunden hätten, da er keine genügende Kontrolle durchgeführt habe oder habe durchführen lassen. Aufgrund des von ihm akzeptierten Chaos in der Liegenschaft an der V.________strasse xxx in U.________ sei es nicht möglich gewesen, sich einen Überblick über die dort gelagerten Substanzen zu verschaffen. Damit habe er unweigerlich hingenommen, dass sich Morphin-Ampullen darin befunden hätten. Insbesondere sei es nicht so, dass der Beschwerdeführer nichts über die Produktion von Morphin-Ampullen gewusst hätte. Zudem habe er die Liegenschaft auch nach dem Umzug regelmässig aufgesucht und sei sich überdies des baulichen Zustandes des Gebäudes bewusst gewesen, welches für unbefugte Personen leicht zugänglich gewesen sei. Sowohl der objektive als auch der subjektive Tatbestand von Art. 22 lit. c BetmG i.V.m. Art. 54 Abs. 1 der Verordnung über die Betäubungsmittelkontrolle vom 25. Mai 2011 (Betäubungsmittelkontrollverordnung, BetmKV; SR 812.121.1) seien erfüllt.