Citation: 5A_407/2023 E. 1.2

1.2. Mit ihrem Rechtsbegehren 2 verlangt die Beschwerdeführerin eine Überprüfung der Rechtmässigkeit der durch die KESB Dielsdorf vorsorglich angeordneten Kindesschutzmassnahmen und zwar auf den Zeitpunkt ihrer Anordnung. Sie beklagt sich darüber, dass die Vorinstanz sich in Verletzung von Art. 29 Abs. 1 BV geweigert habe, zu prüfen, ob der superprovisorische bzw. vorsorgliche Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrechts sowie die Unterbringung der Tochter beim Beschwerdegegner durch die KESB mit den Entscheiden vom 19. Januar 2022 bzw. 8. März 2022 rechtmässig gewesen sei. Im Urteil 5A_574/2022 vom 11. Mai 2023 E. 1.2.2 hat das Bundesgericht festgestellt, dass das Bezirksgericht mit vorsorglichem Massnahmeentscheid vom 5. August 2022 die Tochter für die Dauer des Verfahrens auf Abänderung des Ehescheidungsurteils unter die gemeinsame elterliche Sorge der Parteien und unter die alleinige Obhut des Beschwerdegegners gestellt hat, und diese Massnahmen weiter gingen als der umstrittene Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrechts und die blosse "Platzierung" der Tochter beim Beschwerdegegner. Selbst wenn sich der Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrechts und die (vorsorgliche) Platzierung der Tochter beim Vater als unrechtmässig erweisen und der Entscheid der KESB aufgehoben würde, bliebe der Entscheid des Bezirksgerichts und damit sowohl die gemeinsame elterliche Sorge als auch die Unterstellung der Tochter in die alleinige Obhut des Vaters bestehen. Unter diesen Voraussetzungen entfalle das schutzwürdige Interesse der Beschwerdeführerin am Beschwerdeverfahren. Daran hat sich nichts geändert. Ob sich die Beschwerdeführerin auch darüber beklagt, dass die kantonalen (Gerichts-) Instanzen den von der KESB angeordneten Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrechts nicht aufgehoben haben, geht nicht restloser Klarheit aus der Beschwerdeschrift hervor. Soweit ihre Ausführungen in dieser Hinsicht verstanden werden sollten, legt sie nicht dar, welchen praktischen Nutzen (als Teilgehalt des Erfordernisses eines schutzwürdigen Interesses [Art. 76 Abs. 1 Bst. b BGG]) sie aus einem gutheissenden Entscheid ziehen würde. Dies ist auch nicht ersichtlich, denn die kantonalen Instanzen haben den Eltern die gemeinsame elterliche Sorge erteilt und die Tochter für die Dauer des Abänderungsverfahrens in die alleinige Obhut des Beschwerdegegners gestellt. Abgesehen von hier nicht gegebenen Umständen verliert die Frage des Entzugs des Aufenthaltsbestimmungsrechts mit dem Obhutsentscheid ihre selbständige Bedeutung. Dieser ist, nachdem die Beschwerdeführerin nicht um Gewährung der aufschiebenden Wirkung ersucht und der Instruktionsrichter diese auch nicht von Amtes wegen ausgesprochen hat, rechtskräftig und vollstreckbar. Insofern mangelt es der Beschwerdeführerin am schutzwürdigen Interesse und ist diesbezüglich auf die Beschwerde nicht einzutreten. Soweit weitergehend ist die Beschwerdeführerin hingegen zur Beschwerde legitimiert (Art. 76 Abs. 1 BGG).