Citation: 2C_717/2019 E. 2.4

2.4. Mit Verfügung vom 2. März 2018 hat das Migrationsamt dem Beschwerdeführer nicht etwa eine Niederlassungsbewilligung entzogen, sondern seine Aufenthaltsbewilligung nicht mehr verlängert, wofür nicht die qualifizierten Voraussetzungen von Art. 63 Abs. 1 lit. b AIG vorliegen müssen, sondern erhebliche oder wiederholte Verstösse gegen die öffentliche Sicherheit oder Ordnung ausreichen (Art. 62 Abs. 1 lit. c AIG). Gemäss dem angefochtenen Urteil, gegen das der Beschwerdeführer in diesem Punkt keine durch das Bundesgericht überprüfbaren Sachverhaltsrüge (zu den Anforderungen vgl. oben, E. 1.4) erhebt, lagen gegen den Beschwerdeführer im Zeitpunkt des angefochtenen Urteils 22 strafrechtliche Verurteilungen vor. Den Akten lässt sich entnehmen, dass sich der Beschwerdeführer insbesondere Vermögensdelikte (Diebstahl, Betrug), Übertretungen bundesrechtlicher Bestimmungen (Ungehorsam im Betreibungs- und Konkursverfahren), Strassenverkehrsdelikte sowie Delikte gegen die öffentliche Gesundheit (Konsum von Cannabis) hat zuschulden lassen kommen. Sowohl angesichts der Anzahl der Delikte wie auch der betroffenen Rechtsgüter kann keine Rede davon sein, der Beschwerdeführer habe bloss "Bagatellen" oder "Ausrutscher" begangen und sich nur wie ein "Kleinkrimineller" verhalten. Zu berücksichtigen ist weiter, dass sich der Beschwerdeführer durch zwei formelle ausländerrechtliche Verwarnungen, eine formlose Ermahnung und selbst durch die Einleitung eines Verfahrens auf Nichtverlängerung seiner Aufenthaltsbewilligung nicht davon abhalten liess, unverdrossen weiter zu delinquieren. Mit seinen wiederholten Verstössen gegen die Rechtsordnung und der Missachtung behördlicher Verfügungen hat der Beschwerdeführer vielmehr klar zum Ausdruck gebracht, weder willens noch fähig zu sein, sich an die hiesige Rechtsordnung zu halten. Der Widerrufsgrund von Art. 62 Abs. 1 lit. c AIG ist offensichtlich erfüllt, woran die eigene Definition des Beschwerdeführers eines Verstosses gegen die öffentliche Ordnung und Sicherheit nichts zu ändern vermag. Mit den Vorbringen, es liege keine "schwere" Kriminalität vor, sondern nur Delikte von "vergleichsweise marginalem Schuldgehalt", welche zu keinen "harten" strafrechtlichen Verurteilungen geführt hätten, übersieht der Beschwerdeführer, dass die bundesgerichtliche Rechtsprechung keines der von ihm genannten Kriterien für die Definition eines Verstosses gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung im Sinne von Art. 62 Abs. 1 lit. c AIG in Verbindung mit Art. 80 Abs. 1 lit. a und lit. b VZAE voraussetzt: Art. 62 Abs. 1 lit. c AIG macht einen Widerruf der Aufenthaltsbewilligung nur davon abhängig, dass der Ausländer "erheblich oder wiederholt" gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung verstossen hat (oben, E. 2.2).