Citation: 9C_759/2023 E. 2.2.5

2.2.5. Mithin kann der Kanton Aargau im heutigen Verfahren aus BGE 137 IV 269 nichts zu seinen Gunsten ableiten, zumal das Bundesgericht damals ausdrücklich offengelassen hatte, ob das hinreichende Interesse an bundesgerichtlicher Prüfung "ausnahmslos" gegeben sei (BGE 137 IV 269 E. 1.4). Vor diesem Hintergrund ist festzuhalten, dass die Fragestellung weder "in einer Vielzahl von künftigen Fällen" aufkommen kann noch geeignet ist, das "Funktionieren staatlicher Organe nachteilig" zu beeinflussen. Hilfsweise ruft der Kanton Aargau das Urteil 8C_1025/2009 vom 19. August 2010 an. Darin war dem Regierungsrat des Kantons Aargau zugestanden worden, einen Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Aargau anzufechten. Thematisch war dem Rechtsbegriff "als Flüchtling vorläufig aufgenommen" nachzugehen. Es fragte sich, ob das kantonale Recht insoweit dem Bundesrecht widerspreche, was unter den gegebenen Umständen zur Legitimation führte (Urteil 8C_1025/2009 vom 19. August 2010 E. 3.4.3). Das Urteil ist nicht amtlich publiziert worden, wurde vor dem - einschränkenden - Urteil 1B_77/2011 vom 15. Juli 2011 erlassen und hat in der nachfolgenden Rechtsprechung kaum Widerhall gefunden. Gegenteils ist die Legitimation des jeweiligen Kantons in ähnlichen Konstellationen, trotz Bezugnahme auf das Urteil 8C_1025/2009, verneint worden (dazu etwa die Urteile 9C_75/2019 vom 26. Februar 2020; 2C_20/2016 vom 8. April 2016; 1C_311/2014 vom 24. November 2014; 2C_100/2012 vom 25. September 2012, um nur einige zu nennen).