Citation: 4A_236/2023 E. 3.3.1

3.3.1. Der Beschwerdegegner erörterte in seiner Klageschrift unter dem Titel "unbezifferte Forderungsklage" (Rz. 31-35) mit Hinweisen auf Gesetz und Lehre zunächst allgemein, unter welchen Bedingungen eine Bezifferung der Klageforderung unmöglich oder unzumutbar sei. Sodann bezog er sich auf den konkreten Fall und legte dar, dass sich seine Forderung anhand der Differenz berechne zwischen (i) dem Betrag, den C.A.________ der Beschwerdeführerin für Kunsteinkäufe gegeben habe (EUR 1'810'000.--), und (ii) den Auslagen und Verwendungen, die der Beschwerdeführerin in Ausübung des Auftrags entstanden seien. Er führte aus, dass die Beschwerdeführerin diesbezüglich zwei unterschiedliche Abrechnungen präsentiert sowie Auslagen und Verwendungen in Anschlag gebracht habe, die nicht im Zusammenhang mit dem Kunsteinkaufvertrag stünden. Es sei davon auszugehen, dass diverse weitere Beträge zweckentfremdet oder unrichtige Abrechnungsposten eingesetzt worden seien. Er (der Beschwerdegegner) sei erst dann in der Lage, die Höhe der Forderung zu beziffern, wenn die Beschwerdeführerin die dazugehörigen Belege herausgegeben und detailliert über die Ausgaben Auskunft erteilt habe. Ohne diese Rechenschaftsablage könne er nicht eruieren, ob überhaupt und in welcher Höhe die Gelder in Übereinstimmung mit dem Vertrag verwendet worden seien. In Rz. 60-92 der Klageschrift beschrieb der Beschwerdegegner eingehend die zahlreichen Unstimmigkeiten in Bezug auf die erste und die zweite Abrechnung der Beschwerdeführerin sowie die von ihr vorgelegten Rechnungen. In Rz. 93-98 der Klageschrift erklärte der Beschwerdegegner schliesslich, welche Beträge ihm die Beschwerdeführerin höchstens und mindestens schulde: Ausgehend von der überwiesenen Summe von EUR 1'810'000.-- und neun unbestrittenen Abzügen für Auslagen ergebe sich ein Total von maximal EUR 531'468.--, zu dessen Rückforderung er berechtigt sei. Es sei - so verdeutlichte der Beschwerdegegner - aber nicht ausgeschlossen, dass weitere Auslagen der Beschwerdeführerin in Einklang mit dem Vertrag erfolgt und daher zugunsten der Beschwerdeführerin zum Abzug zuzulassen seien. In jedem Fall habe er aber wenigstens EUR 184'124.-- zugute. Da er keinen Zugang habe zu den Belegen, die den Abrechnungen der Beschwerdeführerin zugrunde lägen, sei es ihm derzeit unmöglich, den Rückforderungsbetrag abschliessend zu beziffern.