Citation: 2C_321/2015 E. 5.3

5.3. Die Vorinstanz hat im angefochtenen Entscheid aufgezeigt, weshalb die durch die Beschwerdeführenden gewählte Rechtsgestaltung als "ungewöhnlich, sachwidrig oder absonderlich, jedenfalls den wirtschaftlichen Gegebenheiten völlig unangemessen" erscheint (Urteil E. 4.1 und 4.2). Ihre tatsächlichen Feststellungen decken sich im Wesentlichen mit dem bereits durch die ESTV in der Verfügung vom 25. Juni 2014 (E. II/2.2 ff.) erhobenen Sachverhalt. Zusammengefasst kann festgehalten werden, dass - die Unternehmen der Beschwerdeführenden 2-4 (nachfolgend: "die Unternehmen") ausschliesslich an einen Kunden, nämlich die Beschwerdeführerin 1 liefern; - die Unternehmen die Einstandspreise nicht selbst, sondern in Absprache mit der Beschwerdeführerin 1 festlegen; - die Unternehmen die Weine - meistens am gleichen Tag - zum Einstandspreis zuzüglich Mehrwertsteuer von 6,7 % an die Beschwerdeführerin 1 liefern; - keines der Unternehmen über Anlagegüter oder Räumlichkeiten für den Weinhandel verfügt; - bei allen Unternehmen in den Aktiven mit Ausnahme eines Motorfahrzeuges nur ein Konto Kasse oder Bank vorhanden ist und somit kein Kapital gebunden ist; - keines der Unternehmen relevante Aufwendungen erfasst, insbesondere keine Material-, Lager- oder Versandkosten; - keines der Unternehmen Auslagen für Werbung oder Marktauftritt tätigt; - keines der Unternehmen im Internet oder im Telefonbuch zu finden ist; - aus der Homepage der Beschwerdeführerin 1 ersichtlich ist, dass Verkaufsangebote für Spitzenweine direkt an sie zu richten seien; - keines der Unternehmen ein wirtschaftliches Risiko trägt, weil sämtliche Weine durch die Beschwerdeführerin übernommen werden; - die drei Unternehmen über die gleiche Buchhaltungsstelle verfügen. Dergestalt wird, wie die Vorinstanz zu Recht festhält, eine Situation herbeigeführt, als ob die Beschwerdeführerin 1 die Weine selbst - ohne Zwischenhandel durch die Beschwerdeführenden 2-4 - bei den Privaten einkauft, und erscheinen die Unternehmen der Beschwerdeführenden 2-4 lediglich als "Durchlaufposten". Diese Beurteilung beruht nicht auf Sachverhaltsfeststellungen, die offensichtlich unrichtig sind oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 97 BGG beruhen. Daran vermag auch nichts zu ändern, dass die Beschwerdeführerin 1 Qualitätsweine aus Privatkellern auch über unabhängige Händler im normalen Geschäftsverkehr zu den handelsüblichen Konditionen erwirbt, wie sie geltend macht. Sofern aber die Unternehmen der Beschwerdeführenden 2-4 als blosse "Durchlaufposten" fungieren, erscheint fraglich, ob sie als eigenständige Mehrwertsteuersubjekte anerkannt werden können. Das Geschäftsmodell mit der vorgeschalteten zusätzlichen Umsatzstufe ist darauf angelegt, allein aus einer steuergesetzlichen Regelung, ohne eigene Wertschöpfung oder Erzielung einer Marge durch Leistung, einen Ertrag zu generieren. Eine auf die nachhaltige Erzielung von Einnahmen aus Leistungen ausgerichtete berufliche oder gewerbliche selbständige Tätigkeit im Sinne von Art. 10 Abs. 1 lit. a MWSTG ist darin nicht zu erblicken. Als Steuerplanung kann dies nicht angesehen werden. Die Absonderlichkeit der Rechtsgestaltung liegt auf der Hand.