Citation: U 323/00 05.09.2001 E. 4

4.- a) Während Vorinstanz und Helsana die Adäquanzbeurteilung nach der für psychische Unfallfolgen geltenden Rechtsprechung (BGE 115 V 138 ff. Erw. 6) vorgenommen haben mit der Begründung, dass die zum typischen Beschwerdebild eines Schleudertraumas der HWS gehörenden Beeinträchtigungen durch die psychische Problematik in den Hintergrund gedrängt worden seien, vertritt die Beschwerdeführerin die Auffassung, die Adäquanz des Kausalzusammenhanges sei nach den in BGE 117 V 359 entwickelten Grundsätzen zu beurteilen. b) Die Praxis zur Adäquanzbeurteilung bei Schleudertraumen der HWS, nach welcher - wie bereits dargelegt - nicht unterschieden wird, ob die Beschwerden mehr organischer und/oder psychischer Natur sind, geht davon aus, dass diese gesundheitlichen Störungen eng miteinander verwoben sind und eine Differenzierung angesichts des komplexen und vielschichtigen Beschwerdebildes in heiklen Fällen gelegentlich grosse Schwierigkeiten bereitet (BGE 117 V 364 Erw. 5d/aa). Damit deshalb die für psychische Unfallfolgen geltende Rechtsprechung Anwendung findet, muss eine psychische Besonderheit und Auffälligkeit vorliegen, welche die auf Grund des Schleudertraumas der HWS erlittenen Beschwerden in den Hintergrund drängt (BGE 123 V 99 Erw. 2a mit Hinweisen). Hievon kann im Lichte der Ergebnisse der umfangreichen fachärztlichen Abklärungen entgegen der Ansicht des kantonalen Gerichts nicht ausgegangen werden. Bei der Beschwerdeführerin wurde ein Schleudertrauma der HWS diagnostiziert, und es liegt ein für diese Verletzung typisches Beschwerdebild vor (vgl. BGE 119 V 338 oben); dieses kann medizinisch einer fassbaren gesundheitlichen Beeinträchtigung zugeschrieben werden und steht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit in einem ursächlichen Zusammenhang zum versicherten Unfall (Erw. 3 hievor). Ob die Funktionsausfälle somit eher als organischer oder psychischer Natur bezeichnet werden, ist nicht entscheidend (vgl. BGE 117 V 363 Erw. 5d/aa). Wie ferner insbesondere dem diesbezüglich überzeugenden und mit den übrigen ärztlichen Berichten im Wesentlichen übereinstimmenden Ergänzungsbericht des Dr. med. J.________ vom 17. Oktober 1995 zu entnehmen ist, wird die Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit allein zufolge des Schmerzsyndroms sowie der neuropsychologischen Funktionsstörung auf 50 % geschätzt. Diese Funktionsausfälle treten somit im Vergleich zur ebenfalls bestehenden psychischen Problematik nicht derart in den Hintergrund, dass aus diesem Grunde im Sinne von BGE 123 V 99 Erw. 2a die Anwendung der Rechtsprechung zum adäquaten Kausalzusammenhang bei Vorliegen psychischer Unfallfolgen gerechtfertigt wäre. Des Weitern können im hier zu beurteilenden Fall auch nicht die in RKUV 2000 Nr. U 397 S. 327 festgehaltenen Grundsätze, wonach bei einer bereits vorbestehenden geistigen Gesundheitsstörung der adäquate Kausalzusammenhang nach der für psychische Fehlentwicklungen massgebenden höchstrichterlichen Praxis (BGE 115 V 133) beurteilt wird, herangezogen werden. Vor dem Unfallereignis vom 13. Dezember 1990 bestand zwar ebenfalls eine durch starke Leistungsorientiertheit gekennzeichnete narzisstische Charakterstruktur, welche indes weder zu einer ärztlichen oder psychotherapeutischen Betreuung, noch zu einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit geführt hatte. Erst durch den Unfall und dessen Folgen kam es laut den nachvollziehbaren gutachtlichen Schlussfolgerungen des Dr. med. J.________ vom 23. Juni 1995 zu einer Dekompensation der prätraumatischen Persönlichkeitsstörung.