Citation: 7B_878/2023 E. 3.4.1

3.4.1. Die Vorinstanz verweist unter dem Titel der Anlasstaten zudem auf die Vorstrafen aus den Jahren 2010 und 2013 wegen Hands-on-Delikten (insbesondere Oralverkehr und Onanieren), an welchen der Beschwerdeführer persönlich (und nicht bloss virtuell) und wiederholt teilgenommen habe. Die Berücksichtigung solcher früheren Verurteilungen im Nachverfahren fällt zwar nicht von vornherein ausser Betracht (Urteil vom 6B_746/2016 vom 8. Dezember 2016 E. 1.4). Die Verurteilungen u.a. wegen mehrfacher sexueller Handlungen mit einem Kind in den Jahren 2010 und 2013 erfolgten jedoch vor der Anordnung der stationären therapeutischen Massnahme im Jahr 2019. Der Beschwerdeführer hatte die damals angeordneten Strafen bereits verbüsst und die ambulante therapeutische Massnahme war bereits aufgehoben worden, als die erste Instanz am 14. Januar 2019 aufgrund der neuen Straftaten den vorzeitigen Antritt der stationären therapeutischen Massnahme im Sinne von Art. 59 StGB bewilligte. Die Vorinstanz durfte diese früheren Verurteilungen aus den Jahren 2010 und 2013 aufgrund des Verbots der Doppelbestrafung (ne bis in idem; Art. 11 StPO; vgl. BGE 144 IV 362 E. 1.3.2) deshalb nicht als Anlasstaten zur Begründung der Verwahrung im vorliegenden Verfahren berücksichtigen. Diese früheren abgeurteilten Straftaten sind jedoch als Umstände aus dem Vorleben des Beschwerdeführers bei der medizinischen Prognosestellung (E. 5.2) und als Prognosekriterium bei der gerichtlichen Gesamtbetrachtung (E. 5.4) zu berücksichtigen (vgl. Urteile 7B_215/2023 vom 30. November 2023 E. 2.2.3, zur Publikation vorgesehen; 1B_589/2021 vom 19. November 2021 E. 5.4; 6B_544/2021 vom 23. August 2021 E. 3.6.1).