Citation: 8C_193/2024 E. 6.2.1

6.2.1. Die Frage, ob ein Revisionsgrund im Sinne eines "früher nicht gezeigten Verhaltens" vorliege, liess die Vorinstanz wie erwähnt offen (vorne E. 4.2 am Ende). Auch dies überzeugt nicht. Nach ihren nicht offensichtlich unrichtigen und damit für das Bundesgericht bindenden Feststellungen stand ein aggravatorisches Verhalten des Beschwerdegegners bei der Rentenzusprache nicht zur Diskussion und findet sich in den damaligen Akten auch kein Hinweis darauf. Nachdem sich der neuropsychologische Sachverständige der ABI im Rahmen des Verlaufsgutachtens vom 18. Mai 2021 aufgrund eindeutiger Hinweise auf suboptimales Leistungsverhalten des Beschwerdegegners ausserstande sah, das Ausmass der tatsächlich bestehenden Einschränkungen und die Arbeitsfähigkeit zu beurteilen, hätte die Vorinstanz prüfen müssen, ob insofern eine relevante Sachverhaltsänderung gegeben ist. Soweit sie darauf verzichtete, weil eine allfällige Aggravation der neuropsychologischen Beeinträchtigungen mangels Relevanz der letzteren für die Rentenzusprache keinen Einfluss auf den Rentenanspruch haben könne, ist dem mit Blick auf die Ausführungen in E. 6.1 nicht zu folgen. Sodann mag es, wie die Vorinstanz bemerkt, zwar zutreffen, dass der Sachverständige im Verlaufsgutachten, anders als noch im ersten Gutachten, aufgrund der unverändert festgestellten Beeinträchtigung der geteilten Aufmerksamkeit keine 10 %ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit mehr attestierte, ohne dies zu begründen. Inwiefern daraus jedoch abgeleitet werden soll, dass eine allfällige Aggravation von vornherein keine massgebliche Sachverhaltsänderung und damit auch keinen Revisionsgrund darstellt, wird von der Vorinstanz nicht schlüssig dargelegt und ist auch nicht ohne Weiteres ersichtlich.