Citation: 9C_142/2024 E. 4.2.2

4.2.2. Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführer ist die Beweiswürdigung der Vorinstanz nicht zu beanstanden. 4.2.2.1. Auffällig ist zunächst, wie die Vorinstanz zutreffend festgestellt hat, dass zwischen der Ausbuchung des Miteigentumsanteils per 31. Dezember 2020 in der letzten Jahresrechnung des Einzelunternehmens - die naturgemäss erst nach dem letzten Bilanzstichtag erstellt wurde - und der Unterzeichnung des Verkaufsauftrags an ein Maklerunternehmen für die Liegenschaft D.________ nur eine kurze Zeitspanne verstrichen ist. Dies allein spricht schon dafür, dass der Beschwerdeführer bei der Ausbuchung der Liegenschaft aus seiner Buchhaltung jedenfalls keineswegs ausschloss, dass diese in naher Zukunft verkauft würde. Das Bundesgericht legt zwar in seiner Rechtsprechung zur Privatentnahme Wert darauf, dass eine solche nicht allein wegen des kurzen zeitlichen Abstands zwischen behaupteter Entnahme und späterer Veräusserung verneint werden darf. Das gesetzliche Konzept ist flexibel gestaltet, indem es keine ausdrücklichen zeitlichen Vorgaben enthält, die einzuhalten wären. Weder wird vorausgesetzt, dass der Vermögenswert während einer Mindesthaltedauer dem Geschäftsvermögen angehörte, noch muss er, wenn die Privatentnahme einmal erfolgt ist, anschliessend während einer Mindestdauer im Privatvermögen verweilen (Urteil 2C_390/2020 vom 5. August 2021 E. 2.3.3; vgl. dort auch Ablehnung einer in der Literatur vertretenen Mindesthaltedauer im Privatvermögen von "in der Regel" zwei Jahren). Gleichzeitig hat das Gericht aber mit Bezug auf Grundstücke, die sowohl privat als auch geschäftlich verwendet werden können, ausgeführt, eine Überführung setze voraus, dass eine dauerhafte private Verwendung beabsichtigt ist; daran fehlt es, wenn eine Veräusserung in naher Zukunft in Aussicht steht. Im Zweifelsfall ist vom Verbleib im Geschäftsvermögen auszugehen (Urteil 2C_390/2020 vom 5. August 2021 E. 2.3.5). 4.2.2.2. Hier fällt, wie die Vorinstanz zutreffend erkannt hat, zusätzlich ins Gewicht, dass der Beschwerdeführer Immobilienfachmann ist. Dass er dabei, wie geltend gemacht wird, nie mit Liegenschaftenschätzungen zu tun gehabt haben will, spielt keine Rolle, kann doch bei einem Unternehmer, der mit seinem Einzelunternehmen Kauf, Verkauf und Vermietung von Immobilien und Beteiligungen an Baugesellschaften bezweckt, davon ausgegangen werden, dass er den Liegenschaftenmarkt kennt und auch den Verkehrswert der ihm gehörigen Immobilien realistisch einschätzen kann. Dabei kann offenbleiben, ob - wie die Vorinstanz angenommen hat und die Beschwerdeführer als unhaltbar beanstanden - der Beschwerdeführer wusste oder wissen musste, dass die Verkehrswertschätzung des Amts für Grundstückschätzungen im Verhältnis zum beim späteren Verkauf erzielten Preis zu tief ausgefallen war. Selbst wenn er die Schätzung als realistisch eingestuft hätte, ist jedenfalls keineswegs ausgeschlossen, dass er, auch nach der Ausbuchung des Miteigentumsanteils, auf einen baldigen Verkauf der Liegenschaft zu einem höheren Preis hoffte bzw. diesen zumindest keineswegs ausschloss. Im Übrigen hat der Beschwerdeführer selbst - und nicht etwa E.________, von dem erst der Anstoss zum Verkauf der Liegenschaft D.________ ausgegangen sein soll - den Mäklerauftrag im Hinblick auf den Verkauf namens und als Vertreter aller Miteigentümer unterzeichnet, was für seine aktive Rolle beim Verkauf spricht und ebenfalls Zweifel an seiner Darstellung weckt, er habe seinen Miteigentumsanteil per Ende 2020 ins Privateigentum überführt. 4.2.2.3. Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführer liegt denn auch in der Nichteinvernahme des angebotenen Zeugen durch die Vorinstanz und der antizipierten Würdigung dessen allfälliger Aussage, welche die Vorinstanz als unerheblich einstufte, keine Verweigerung des rechtlichen Gehörs. Wie die Vorinstanz zutreffend festgestellt hat, hätte sich unabhängig von der Aussage des Zeugen nicht ausschliessen lassen, dass der Beschwerdeführer schon vor der Kontaktaufnahme mit ihm Verkaufsabsichten für die Liegenschaft D.________ hegte. Der Zeuge hätte höchstens darüber berichten können, dass er mit der Idee des Verkaufs an den Beschwerdeführer herangetreten sei. Dass erst dadurch beim Beschwerdeführer ein Verkaufswille ausgelöst worden sei und bei diesem nicht bereits vorher die innere Absicht bzw. zumindest Bereitschaft zum Verkauf seines Miteigentumsanteils bestand, hätte er hingegen naturgemäss höchstens vermuten, jedoch - als Aussage über eine beim Beschwerdeführer bestehende innere, ihm nicht offenbarte Tatsache - nicht wissen können. Es ist daher entgegen der Auffassung der Beschwerdeführer zumindest vertretbar, wenn die Vorinstanz zum Schluss gelangt ist, ihre Überzeugung, dass erhebliche Indizien (Beschwerdeführer im Immobilienhandel tätig, zeitliche Nähe zwischen Privatentnahme und späterem Verkauf des Miteigentumsanteils) gegen die Annahme des inneren Willens zur Privatentnahme per Ende 2020 sprächen, würde auch durch das Ergebnis einer allfälligen Einvernahme des beantragten Zeugens nicht geändert (vgl. zur antizipierten Beweiswürdigung BGE 145 I 167 E. 4.1; 144 II 427 E. 3.1.3; 143 III 297 E. 9.3.2; 141 I 60 E. 3.3; 140 I 285 E. 6.3.1; Urteil 2C_867/2022 vom 18. Juli 2024 E. 4.1). Nichts Anderes ergibt sich mit Bezug auf das Mail des angebotenen Zeugen vom 12. Juni 2023. 4.2.2.4. Auch wenn der Vorinstanz nicht hinsichtlich aller von ihr getroffener tatsächlicher Feststellungen gefolgt wird - insbesondere hinsichtlich des Wissens des Beschwerdeführers darüber, dass der vom kantonalen Amt für Grundstückschätzungen ermittelte Verkehrswert zu niedrig war -, verbleiben somit aufgrund der zeitlichen Nähe zwischen der Ausbuchung des Miteigentumsanteils und dem späteren Verkauf, der früheren Tätigkeit des Beschwerdeführers im Liegenschaftenhandel und seiner aktiven Rolle beim Verkauf der Liegenschaft D.________ hinsichtlich dessen Willen (subjektives Element), den Miteigentumsanteil per Ende 2020 ins Privatvermögen zu überführen, zumindest erhebliche Zweifel. Wie die Vorinstanz im Ergebnis zutreffend erkannt hat, kann somit selbst dann, wenn dem Beschwerdeführer ein reduziertes Beweismass der überwiegenden Wahrscheinlichkeit hinsichtlich seines inneren Willens zugestanden würde (vgl. vorne E. 4.1.2) nicht geschlossen werden, dass er den Miteigentumsanteil per Ende 2020 in sein Privatvermögen überführte. Daher ist auch nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz den vom Beschwerdeführer zu erbringenden Nachweis des inneren Willens zur Privatentnahme per Ende 2020 als misslungen angesehen und einen Beweislastentscheid zulasten des Beschwerdeführers getroffen hat.