Citation: 2C_423/2020 E. 4.3.2

4.3.2. Für die Gewichtung ihrer persönlicher Interessen ist auch das von ihrer Wegweisung betroffene Interesse ihres Kindes von erheblicher Bedeutung (vgl. Art. 11 Abs. 1 BV; Art. 3 Abs. 1 des Übereinkommens über die Rechte des Kindes vom 20. November 1989 [Kinderrechtskonvention; SR 0.107]). Für die Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung spricht insbesondere, dass ihr Sohn über ein gefestigtes Anwesenheitsrecht in der Schweiz verfügt. Zwar befindet er sich mit sieben Jahren noch in einem relativ anpassungsfähigen Alter, doch hat er mit seiner (Vor) schulausbildung bereits begonnen und eine Ausreise würden ihn vollständig aus seinem gewohnten Umfeld reissen. Offensichtlich ist zudem, dass der Sohn bei einer Ausreise nach Marokko mittels vereinzelter Ferienaufenthalte seine sowohl in affektiver als auch wirtschaftlicher Hinsicht gute Beziehung zu seinem Vater (vgl. Urteil der Vorinstanz E. 4.4.6) zumindest in der bisherigen Qualität kaum aufrecht erhalten könnte. Dadurch wird sein Interesse in möglichst engem Kontakt mit beiden (getrennt lebenden) Elternteilen aufwachsen zu können, stark beeinträchtigt. Insgesamt würde ihn eine Ausreise vergleichsweise hart treffen, auch wenn er gemäss den massgeblichen Ausführungen der Vorinstanz arabisch, die Muttersprache seiner Mutter, spricht und aufgrund der regelmässigen Besuche bei den Familienangehörigen in Marokko mit den dortigen Gepflogenheiten vertraut sein dürfte.