Citation: I 92/06 16.08.2006 E. 5

5.1 Soweit der Beschwerdeführer letztinstanzlich erstmals einen Interessenskonflikt des Dr. med. K.________ wegen seinem Anstellungsverhältnis mit der Klinik X.________ geltend macht, kann ihm nicht gefolgt werden. Der Umstand allein, dass der Versicherte dort kardiologisch behandelt worden war und Frau Dr. med. B.________ im Bericht vom 17. August 2001 zur Arbeitsfähigkeit Stellung genommen hatte, lassen nicht auf Befangenheit oder Voreingenommenheit von Dr. med. K.________ schliessen. Gesetzliche Ausstandsgründe gegen die Person des Gutachters (vgl. Art. 36 ATSG) hat der Versicherte im bisherigen und auch im letztinstanzlichen Verfahren nicht geltend gemacht. In beweismässiger Hinsicht erweist sich das Gutachten als umfassend, es beruht auf allseitigen Untersuchungen, berücksichtigt die geklagten Beschwerden, erging in Kenntnis der Vorakten und beinhaltet eine schlüssige Beurteilung der psychischen Situation. Der Psychiater legt nachvollziehbar dar, dass er beim Versicherten eine allgemeine leichte Verunsicherung und Befürchtungen bezüglich der Prognose der Herzerkrankung feststellen konnte, die Symptome jedoch nicht in dem Masse vorhanden seien, dass sie eine psychiatrische Diagnose mit Krankheitswert rechtfertigen würden. Er verneinte eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht. Zur Arbeitsfähigkeit aus kardiologischer Sicht nahm er nicht Stellung. 5.2 Mit Bezug auf die somatischen Beschwerden kann ohne weiteres auf das Gutachten des Dr. med. N.________ vom 23. November 2004 abgestellt werden. Dies wird vom Versicherten denn auch nicht beanstandet. Danach ist eine körperlich nicht belastende Tätigkeit mit möglichst viel Bewegung ohne längere sitzende Tätigkeit zumutbar. Laut Bericht der BEFAS vom 17. Juli 2003 kann der Versicherte aufgrund der praktischen Abklärungsresultate bei körperlich leichteren bis gelegentlich maximal mittelschwer belastenden Tätigkeiten während 6 bis 7 Stunden täglich arbeiten. Dabei müssen allerdings gelegentlich kurzzeitig Entlastungspausen eingeräumt werden. Aus medizinischer Sicht liege die Arbeitsfähigkeit unter Miteinbezug der Abklärungsresultate bei 70 %. Die Steigerung der Arbeitsfähigkeit auf 100 % wird nicht ausgeschlossen. Der Versicherte verfüge über die notwendigen Ressourcen für eine Wiedereingliederung bei handwerklichen Tätigkeiten. Bei ihn interessierenden Arbeiten lasse sich der Versicherte von seiner Ängstlichkeit ablenken und erbringe gut durchschnittliche Leistungen. Laut Bericht der Lehr- und Arbeitswerkstätte Q.________ vom 21. Januar 2004 konnte der Versicherte einen Arbeitstag bei 100%iger Präsenzzeit bewältigen und dabei eine durchschnittliche Leistung von 50-60 % erzielen. Er sei bereit und in der Lage, die laufenden Tätigkeiten und Aufträge auszuführen und eine qualitativ gute und brauchbare Arbeit abzuliefern. Trotz dieser Ergebnisse sei aber zu wenig persönlicher Einsatz und Motivation feststellbar gewesen. Als Haupthindernis wird die Sorge des Versicherten um seine Gesundheit erwähnt. Er habe ständig Angst vor einem erneuten Herzinfarkt, was ihn nur sehr zurückhaltend arbeiten lasse und ihn daran hindere, sich voll einzusetzen. Auch Dr. med. N.________ geht im Bericht vom 23. November 2004 von einer grossen Angstsymptomatik aus, die den Versicherten einschränke. Ebenso erwähnt Dr. med. K.________ Nervosität und Ängste vor einem neuen Infarkt. Nach Auffassung des Psychiaters sind die Symptome jedoch nicht in dem Masse vorhanden, dass sie eine psychiatrische Diagnose mit Krankheitswert rechtfertigen würden. Es handle sich vielmehr um Anpassungsprobleme bei Veränderungen der Lebensumstände (ICD-10 Z60.8), die aber keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hätten. Empfohlen werde eine ambulante Gesprächspsychotherapie oder eine Verhaltenstherapie, um dem Versicherten zu ermöglichen, mit der neuen Lebenssituation und der Krankheit besser umzugehen und die sozialen Kompetenzen wieder zu übernehmen. 5.3 Der Hausarzt Dr. med. D.________ führte im Bericht vom 4. Dezember 2002 aus, eine psychiatrische Begutachtung dürfte bezüglich einer Wiedereingliederung in die Arbeitswelt wenig hilfreich sein, obwohl funktionelle Beschwerden bestehen würden, die teilweise medikamentös gemildert würden. Er hat den Versicherten dann aber trotzdem dem Psychiater Dr. med. M.________ überwiesen zur Einholung einer Zweitmeinung bezüglich des psychischen Gesundheitszustandes. Dr. med. M.________ stellte im Bericht vom 14. März 2005 die Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung mittelgradiger Episode mit somatischem Syndrom (ICD10 F33.11), soziale Phobie (ICD10 F40.1), Zwangsstörung mit Zwangsgedanken und Zwangshandlungen gemischt (ICD10 F42.2) und Verdacht auf posttraumatisches Belastungssyndrom (ICD10 F43.1). Als Hauptprobleme im Vordergrund stünden die Herzerkrankung mit Operationen und Notfalltransporten, die der Versicherte bisher nicht habe verarbeiten können und der Verlust der Arbeitsstelle. Es sei daher nachvollziehbar, dass sich eine anfänglich wahrscheinlich noch als reaktive Anpassungsstörung zu verstehende psychische Störung zu einer mittelschweren Depression mit somatischem Syndrom zu einer Angsterkrankung mit sozialem Rückzug im Sinne einer sozialen Phobie entwickelt habe. Die Ausführungen des Dr. med. M.________ vermögen das Gutachten des Dr. med. K.________ jedoch nicht in Frage zu stellen. Der Versicherte steht seit dem 25. August 2004 in seiner Behandlung. Als behandelnder Psychiater steht Dr. med. M.________ somit ähnlich einem Hausarzt in einem Vertrauensverhältnis zum Versicherten, weshalb seine Beurteilung mit Zurückhaltung zu würdigen ist (vgl. BGE 125 V 353 Erw. 3b/bb). Zudem ist die Stellungnahme ergangen, kurz nachdem die IV-Stelle am 11. Februar 2005 ihren abschlägigen Einspracheentscheid erlassen hatte, was es beweismässig ebenfalls zu berücksichtigen gilt. Mit dem schlüssigen Gutachten des Dr. med. K.________ setzt sich Dr. med. M.________ zudem nicht auseinander. Gemäss Bericht des Dr. med. M.________ vom 24. Januar 2006 haben sich seit der Erstuntersuchung vom 25. August 2004 keine wesentlichen Veränderungen des Krankheitsbildes ergeben. Nicht nachvollziehbar ist daher seine Kritik, dass die Arbeitsbelastungsversuche von BEFAS und in der Lehr- und Arbeitswerkstätte Q.________ bereits über zwei Jahre zurück lägen. Weshalb diese nicht aussagekräftig sind und keine Gültigkeit mehr haben sollten, ist daher nicht erstellt. Die von Dr. med. M.________ auf höchstens 25 % geschätzte Restarbeitsfähigkeit ist in keiner Weise nachvollziehbar und seine Berichte vermögen die weiteren bei den Akten liegenden medizinischen Unterlagen und Arbeitserprobungen nicht in Frage zu stellen. 5.4 Zusammenfassend lässt sich die von der Vorinstanz festgestellte Arbeitsfähigkeit von 70 % auch unter Mitberücksichtigung des Berichts des Dr. med. M.________ vom 24. Januar 2006 somit nicht beanstanden. Da die Akten sowohl in somatischer wie auch in psychiatrischer Hinsicht eine zuverlässige Beurteilung des Gesundheitszustandes und dessen Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit zulassen, hat das kantonale Gericht kein rechtliches Gehör verletzt, wenn es von ergänzenden Abklärungen abgesehen hat. Aus demselben Grund kann auch im vorliegenden Verfahren von den beantragten Abklärungsmassnahmen abgesehen werden, da von ihnen keine neuen Erkenntnisse zu erwarten sind.