Citation: 1C_681/2019 E. 3.1

3.1. Die Vorinstanz hat im angefochtenen Entscheid zunächst festgehalten, die Enteignung von Grundeigentum sei gemäss Art. 26 Abs. 2 BV und § 11 des Gesetzes vom 30. November 1879 betreffend die Abtretung von Privatrechten des Kantons Zürich (AbtrG/ZH; LS 781) voll zu entschädigen; für die Bestimmung der Entschädigung sei nach § 13 Abs. 1 Satz 1 AbtrG/ZH der Verkehrswert massgebend. Sie hat sodann ihre Praxis zur Festlegung der Entschädigung für sog. "Vorgartenland" erläutert, worunter sie Land versteht, das aufgrund seiner Lage innerhalb eines Baulinien- oder Abstandsbereichs nicht oder bloss beschränkt überbaut werden kann. Gemäss dieser Praxis ist es zulässig, bei der Bemessung der Entschädigung für die Abtretung von "Vorgartenland" zunächst den Quadratmeter-Durchschnittswert für das Gesamtgrundstück vor der Enteignung zu ermitteln und auf den abzutretenden Teil zu verlegen. Einer allfälligen Minder- oder Höherwertigkeit der abzutretenden Fläche wird anschliessend durch Abzüge bzw. Zuschläge Rechnung getragen. Das Ausmass eines allfälligen Abzugs wird nach pflichtgemässem Ermessen festgelegt. Weiter ist die Vorinstanz auf die Rechtsprechung des Bundesgerichts eingegangen, das im Zusammenhang mit der Enteignung von sog. "Vorgartenland" zwischen bereits überbauten und nicht überbauten Grundstücken unterscheidet (vgl. hinten E. 3.3). Im Anschluss an diese allgemeinen Ausführungen hat die Vorinstanz konkret geprüft, ob der vom Beschwerdeführer abzutretende Landstreifen im Lichte ihrer Praxis und der bundesgerichtlichen Rechtsprechung als "Vorgartenland" bzw. minderwertiges Land zu beurteilen ist. Dies hat sie bejaht. Ziff. 14 Abs. 1 der Bau- und Zonenordnung der Gemeinde Fehraltorf vom 9. September 2013 (BZO) erlaube zwar in der Kernzone B, in der das Grundstück des Beschwerdeführers liege, das Bauen an die Weg- oder Strassengrenze unter den (ästhetisch motivierten) Voraussetzungen von Ziff. 8 Abs. 2 BZO. Im vorliegenden Fall schlössen § 240 des Planungs- und Baugesetzes vom 7. September 1975 des Kantons Zürich (PBG/ZH; LS 700.1) in Verbindung mit der kantonalen Verkehrssicherheitsverordnung vom 15. Juni 1983 (VSiV/ZH; LS 722.15; aufgehoben per 1. Juni 2020) als übergeordnetes kantonales Recht diese Möglichkeit auf dem enteigneten Landstreifen jedoch aus. Auch eine anderweitige Nutzung dieser Fläche, etwa für einen Verkaufsstand, falle aus Gründen der Verkehrssicherheit ausser Betracht. Die Abtretung des Landstreifens schränke sodann eine weitergehende Überbauung der Restparzelle, z.B. durch die Vergrösserung des bestehenden Wohnhauses in nordwestlicher Richtung oder einen Neubau im unüberbauten Grünbereich, nicht ein. § 13 f. BZO definierten die zulässige bauliche Dichte nicht durch eine Nutzungsziffer im Sinne von §§ 254 ff. PBG/ZH, sondern durch Abstandsvorschriften und planlich festgelegte Fassadenfluchten. Damit entfalle die Möglichkeit einer Ausnützungsübertragung. Entgegen der Auffassung der Schätzungskommission habe dies aber nicht zur Folge, dass die enteignete Fläche als vollwertiges Bauland zu qualifizieren sei. Nach gefestigter Rechtsprechung und Lehre komme eine Ausnützungsübertragung nur innerhalb der gleichen Zone in Betracht, hier also in der Kernzone B, wo kein Bedarf an Ausnützung bestehe. Auch sonst führe die Abtretung von lediglich 22 m² Land nicht zu einem Minderwert der Restparzelle. Schliesslich hat sich die Vorinstanz zum Einschlag von einem Drittel auf dem Baulandwert geäussert. Eine solche Herabsetzung der Entschädigung sei in der Praxis häufig anzutreffen und erscheine auch hier vertretbar. Sie wirke sich jedenfalls keineswegs zum Nachteil des Beschwerdeführers aus. Ob auch ein höherer Einschlag gerechtfertigt wäre, könne aus prozessualen Gründen dahingestellt bleiben.