Citation: 4A_256/2017 E. 4.2.1

4.2.1. Die Beschwerdeführerin hält fest, damit habe die Vorinstanz verbindlich festgestellt, dass der Beschwerdegegner bei den Fragen 7 und 8 Falschangaben gemacht habe. Frage 7 habe seine Fahrfähigkeit betroffen, Frage 7 [recte: 8] seinen Tagesablauf. Gerade Frage 7 [recte: 8] sei durchaus geeignet, Einschätzungen zur Arbeitsfähigkeit vorzunehmen. So dränge sich auf, einer Person, die das observierte aktive Verhalten gezeigt habe, eine höhere Arbeitsfähigkeit zu attestieren, als einer, die wegen einer geäusserten Lustlosigkeit den ganzen Tag zu Hause bleibe. Indem der Beschwerdegegner die mittels Observation festgestellten Aktivitäten verschwiegen und zur Frage bezüglich Tagesablauf Falschangaben gemacht habe, habe er in objektiver Hinsicht Tatsachen i.S.v. Art. 40 VVG verschwiegen, die geeignet gewesen seien, die Leistungsfähigkeit auszuschliessen oder zu mindern. Dass die problematischen Angaben nicht dazu geführt hätten, dass sie eine tiefere oder gar keine Entschädigung auszurichten gehabt hätte, ändere hieran - entgegen der Vorinstanz - nichts. Massgeblich dafür, ob Art. 40 VVG verletzt sei, sei nicht primär, ob tatsächlich eine Arbeitsunfähigkeit bestehe; entscheidend sei vielmehr, ob die Falschangaben geeignet seien, die Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin [recte: Beschwerdeführerin] auszuschliessen oder zu mindern. Die Vorinstanz äussere sich im Zusammenhang mit dem Observationsmaterial zwar dahingehend, dieses sei nicht geeignet, Aussagen über die Krankheit zu machen. Sie mache aber keine Ausführungen dazu, ob das vom Beschwerdegegner gezeigte Verhalten einen Einfluss auf die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit habe - und dieser Umstand sei bei Art. 40 VVG relevant. Zu fragen sei also nach dem Konnex der Falschangaben und deren Eignung, die Leistungspflicht des Versicherers zu reduzieren. Nicht massgebend sei jedoch, ob die Falschangaben einen Einfluss auf die Diagnose und die damit einhergehende Symptomatik hätten. Die Vorinstanz habe sich nicht damit auseinandergesetzt, ob sich die aktenkundigen Aktivitäten mit einer vollen Arbeitsunfähigkeit vereinbaren liessen. Sie habe nur festgehalten, dass sich aufgrund des Überwachungsmaterials keine Aussagen zur Diagnose einer Depression machen liessen. Die Falschangaben seien durchaus geeignet gewesen, ihre Leistungspflicht zu beeinflussen. Eine volle Arbeitsunfähigkeit lasse sich nämlich dem Observationsmaterial nicht entnehmen und werde von der Vorinstanz auch nicht entsprechend postuliert.