Citation: 4A_321/2015 E. 3.1

3.1. Die Vorinstanz hat mit dem Zivilkreisgericht geschlossen, dass die Beschwerdegegnerin den ihr obliegenden Beweis für die fehlende Kausalität ihrer Unterlassung bei der Umzäunung erbracht habe. Sie hat sich dabei hauptsächlich auf das Gutachten des Schweizer Nationalgestüts (SNG) gestützt, das vom Forschungsgruppenleiter Pferdezucht und Pferdehaltung verfasst wurde und das im Strafuntersuchungsverfahren eingeholt worden war. Danach wurde dem Gutachter die Frage gestellt, ob das Ausbrechen des in Panik geratenen Schulpferdes hätte vermieden werden können, wenn (a) das obere Elektro-Litzenband der Umzäunung konstant auf 140 cm verlaufen und (b) anstelle der beiden Elektro-Drahtfedern beim Paddock-Zugang weisse Litzenbänder verwendet worden wären. Der Gutachter, den die Vorinstanz wörtlich zitiert, antwortete darauf wie folgt: "a) Nein, weil wenn die differente Höhe das Ausbrechen des Pferdes begünstigt hätte, so wäre das Pferd an der tiefsten, gut sicht- und somit taxierbaren Stelle (über die Litzenbänder) raus gesprungen und nicht durch die Spiralfedern hindurch. b) Die Spiralfedern sind, von ihrer Bauart her, für das menschliche sowie für das Pferde-Auge deutlich weniger gut sichtbar. Da das Schulpferd Sam nach Aussagen des Bereiters jedoch seit Monaten immer auf den gleichen Paddock gestellt wurde, gehen wir davon aus, dass das Pferd die elektrischen Installationen und deren Positionierung genau gekannt hat. Der Grund, genau an dieser Stelle auszubrechen, liegt vermutlich eher darin, dass ein Pferd in der Regel immer den ihm bekannten Weg für eine Flucht wählt. Aus unserer Sicht hätte im vorliegenden Fall das Ausbrechen des in Panik geratenen Pferdes nicht verhindert werden können." Ausserdem zitiert die Vorinstanz die Antwort des Gutachters auf die Frage, wie ein Paddock gebaut sein müsste, um ein in Panik geratenes Pferd zurückzuhalten bzw. am Ausbrechen zu hindern mit den Worten: "Massive, sichtdichte Mauern aus Stein, Beton oder Holz, 3 bis 3,5 Meter hoch. Hierbei handelt es sich um eine theoretische Grösse, da Pferde in Panik durch alle Abschrankungen hindurch versuchen, auszubrechen."