Citation: 9C_592/2007 25.01.2008 E. 4

Der Anspruch auf ein selbstamortisierendes Darlehen für eine Greiferanlage gestützt auf Art. 21bis Abs. 2bis IVG sowie Art. 21 Abs. 1 IVG und Ziff. 13.01* HVI Anhang ist unbestritten. Zu Recht nicht mehr in Frage steht auch, dass Art. 21 Abs. 3 IVG und Ziff. 13.01* HVI Anhang eine genügende gesetzliche Grundlage für eine Kostenbeteiligung des Versicherten darstellen. Ebenfalls sind die Voraussetzungen für einen solchen Selbstbehalt gegeben. In der Landwirtschaft gehören Anlagen für das Einbringen, Verteilen und die Entnahme von Raufutter, insbesondere Heu, im Stallgebäude zur Standardausrüstung eines Bauernbetriebes von der Grösse des Hofes des Beschwerdegegners (13,4 ha Land mit Futterrübenanbau und Milchwirtschaft [16 Kühe, 6 Rinder und 3 Kälber] sowie Kalbermast). Dabei gibt es verschiedene Vorrichtungen, wie der vorliegende Fall zeigt. Umstritten ist hingegen die Höhe einer allfälligen Kostenbeteiligung. 4.1 Das kantonale Gericht hat erwogen, es dürfe angenommen werden, dass die bestehende - offenbar schon etwa 30-jährige - Anlage während der Amortisationsdauer des Darlehens, d.h. innerhalb der nächsten acht Jahre, nicht ersetzt worden wäre. Damit sei nicht überwiegend wahrscheinlich, dass der Versicherte im gleichen Zeitpunkt eine andere einfachere anstatt einer der Beeinträchtigung angepassten Anlage gekauft hätte. Das selbstamortisierende Darlehen sei daher für den gesamten Umfang der behinderungsbedingten Mehrkosten zuzusprechen, wobei die Vorteile eines allfälligen Verkaufswertes der bestehenden Anlage (Gebläse mit automatischem Verteiler und elektrische Heuschrote) und der Einsparungen infolge Wegfalls des Unterhalts und der Reparaturen anzurechnen seien. Ergebe sich daraus eine Amortisationsdauer von mehr als acht Jahren und wäre mit überwiegender Wahrscheinlichkeit innerhalb dieser längeren Dauer die bestehende Anlage ersetzt worden, sei der entsprechende Vorteil ebenfalls anzurechnen. 4.2 Nach Auffassung der Beschwerde führenden IV-Stelle hat die Kostenbeteiligung dem Wiederbeschaffungswert resp. der Summe aus dem Zeitwert und den kumulierten Abschreibungen auf der bestehenden Anlage zu entsprechen. Lediglich bei dieser betriebswirtschaftlichen Betrachtungsweise werde dem Grundsatz, dass die Invalidenversicherung einzig für die invaliditätsbedingten Mehrkosten von Hilfsmitteln am Arbeitsplatz aufzukommen habe, Genüge getan. Dies entspreche auch der Verwaltungspraxis gemäss Rz. 13.01.1* des Kreisschreibens über die Abgabe von Hilfsmitteln durch die Invalidenversicherung (KHMI), wo auf den im Rahmen der IV-Schulung erteilten Kurs «Hilfsmittel am Arbeitsplatz/selbstamortisierende Darlehen» verwiesen werde. Die betreffenden Unterlagen hätten auch im vorliegenden Fall als Grundlage für die Berechnung des Darlehensbetrages gedient. Im Übrigen sei auch das Eidgenössische Versicherungsgericht im Urteil I 528/99 vom 23. August 2000 in Bezug auf die Kostenbeteiligung für einen invaliditätsbedingt notwendigen Arbeitsstuhl von Wiederbeschaffungswerten ausgegangen.