Citation: 5A_703/2021 E. 2.1.2

2.1.2. Die Beschwerdeführerin führt aus, es treffe nicht zu, dass sie gegen den Abschluss des Beweisverfahrens keinen Widerspruch erhoben hätte. Vielmehr habe der Vertreter der Beschwerdeführerin anlässlich der Hauptverhandlung nicht nur sein Befremden darüber ausgedrückt, dass der Präsident des erstinstanzlichen Gerichts die Durchführung eines Beweisverfahrens für unnötig hielt, sondern auch - im Parteivortrag sowie in der Schlussbemerkung - auf die Durchführung eines Beweisverfahrens bestanden. Die erste Instanz habe dies in ihrem Verhandlungsprotokoll vom 30. November 2020 nicht festgehalten. Der Vorsitzende habe lediglich erklärt, Parteivorträge würden nicht protokolliert. Es sei der Beschwerdeführerin somit nur die Ergreifung der Berufung geblieben, worin die unterbliebene Durchführung des Beweisverfahrens durch die erste Instanz zentraler Rügepunkt gewesen sei. Die Vorinstanz habe dies ignoriert und im angefochtenen Urteil ausgeführt, die Beschwerdeführerin habe nicht auf Beweiserhebungen bestanden. Dies treffe nicht zu. Mangels einer durch die Erstinstanz durchgeführten Beweisabnahme hätte ein nochmaliger Parteivortrag - vor Durchführung eines Beweisverfahrens - einen sinnlosen Leerlauf dargestellt. Am Schluss der erstinstanzlichen Hauptverhandlung vom 30. November 2020 habe der Vertreter der Beschwerdeführerin noch einmal sein Befremden über den "Beweisbeschluss" des Gerichts bzw. darüber ausgedrückt, dass nach den Ausführungen des Vorsitzenden keine Beweisabnahmen erforderlich seien. Dieser habe sich mündlich vorbehalten, nach Beratung mit den beiden anderen Richtern eine anderslautende Beweisverfügung zu treffen. Beides habe keinen Eingang ins Protokoll gefunden, welches erst gleichzeitig mit dem vollständig ausgefertigten erstinstanzlichen Urteil zugestellt worden sei.