Citation: 1B_31/2023 E. 5.2

5.2. Der Beschwerdeführer hat mehr als zwei Drittel der zweitinstanzlich ausgesprochenen Freiheitsstrafe durch strafprozessuale Haft erstanden. Die Vorinstanz hat diesbezüglich ausgeführt, es sei keine Ausnahme vom Grundsatz der Nichtberücksichtigung der Möglichkeit einer bedingten Entlassung zu machen, weil die Prognose hinsichtlich des künftigen Verhaltens des Beschwerdeführers in Freiheit schlecht ausfalle. Sie erwog zusammengefasst, es ergebe sich beim Beschwerdeführer das Bild eines Gewohnheitsbetrügers. Dieser habe sich weder durch ausgesprochene Freiheitsstrafen noch durch laufende Verfahren und Probezeiten eines Besseren belehren lassen und mehrfach nach Entlassungen in die Freiheit weiter delinquiert, so auch nach seiner Entlassung am 21. Dezember 2009. Diese Ausführungen sind mit Blick auf die Vortaten des Beschwerdeführers nicht zu beanstanden. Der Einwand des Beschwerdeführers, wonach er nach einer Entlassung im Jahr 2014 bis im Jahr 2018 nur einmal wegen eines Betäubungsmitteldelikts strafrechtlich in Erscheinung getreten sei, ändert nichts daran, dass die Vorinstanz dem Beschwerdeführer im Haftprüfungsverfahren eine schlechte Legalprognose ausstellen durfte. Der Beschwerdeführer sieht die Verhältnismässigkeit der Haft sodann dadurch verletzt, dass die Strafuntersuchung gegen ihn schon fünf Jahre und dreieinhalb Monate dauere. Damit dringt er ebenfalls nicht durch. Mit Blick auf die Dauer der zu erwartenden Freiheitsstrafe und die weiteren Umstände ist die Fortsetzung der strafprozessualen Haft unabhängig von der relativ langen Dauer des Strafverfahrens noch verhältnismässig.