Citation: 6B_1095/2017 E. 3.1

3.1. Die Beschwerdeführerin rügt, die Vorinstanz verletze die Rechtsweggarantie, den nach Art. 6 Ziff. 1 EMRK garantierten Anspruch auf Zugang zu einem Gericht mit voller Überprüfungskompetenz sowie das rechtliche Gehör, indem sie davon ausgehe, die bewusste Kenntnisnahme des Inhalts des Strafbefehls sei für den Fristenlauf nicht erheblich. Diese Ansicht sei mit Bundesrecht nicht vereinbar. Die willentliche Anerkennung eines Strafbefehls setze voraus, dass die beschuldigte Person zuvor Kenntnis vom Inhalt des Strafbefehls nehmen und ihr Wahlrecht in freier Selbstbestimmung ausüben könne. Davon könne vorliegend keine Rede sein. Denn sie sei bezüglich des Fristenlaufs einem Irrtum unterlegen. In der Rechtsmittelbelehrung sei nicht darauf hingewiesen worden, dass die Frist mit der Zustellung zu laufen beginne. Sie habe die Frist für bereits abgelaufen gehalten, da sie den Strafbefehl erst fünf Monate nach dessen Ausstellung in Empfang genommen habe. Von ihr habe nicht verlangt werden können, allfällige Zweifel bezüglich des Fristenlaufs mit einem Blick ins Gesetz auszuräumen. Aus der mangelhaften Rechtsmittelbelehrung dürfe ihr kein Rechtsnachteil erwachsen. Auch das Verhalten der Polizei habe zu ihrem Irrtum beigetragen. Bei der Übergabe des Strafbefehls durch die Polizei am Flughafen habe sie sich gerade auf der Rückreise aus dem Ausland befunden. Es sei kurz vor Mitternacht gewesen und sie sei müde und verwirrt gewesen. Die Beamten hätten ihr gesagt, es sei noch eine Rechnung offen. Man habe sie glauben machen wollen, die Busse sei ihr längst zugestellt worden und deren Bezahlung sei Bedingung für die Einreise in die Schweiz. Sie sei überrumpelt worden und habe als rechtsunkundige und damals anwaltlich nicht vertretene Person den Angaben der Polizisten geglaubt. Das erforderliche Wissen bezüglich der Konsequenzen ihres Verhaltens habe sie erst im Laufe des Administrativverfahrens mit Zustellung der Verfügung des Strassenverkehrsamtes am 15. August 2016 erlangt. Die Einsprache vom 22. August 2016 sei daher rechtzeitig erfolgt.