Citation: 2C_479/2022 E. 7.2.1

7.2.1. Mit Art. 39 TSchG hat der Gesetzgeber eine Interessenabwägung vorgenommen und eine gesetzliche Grundlage für die zuständige Behörde geschaffen, um in Grundrechtspositionen Privater einzugreifen. Für den Zutritt zu den Wohnräumen zum Zweck der behördlichen Kontrolle des TSchG ist daher eine Genehmigung durch den Richter nicht erforderlich (Urteil 2C_578/2021 vom 8. September 2022 E. 5; vgl. auch Urteil 2C_382/2018 vom 15. März 2019 E. 3.3). Art. 39 TSchG unterscheidet nicht zwischen Privathaushalten und anderen Räumen. Die in Art. 4 TSchG niedergelegten Grundsätze für den Umgang mit Tieren und die in Art. 6 Abs. 1 TSchG festgehaltenen allgemeinen Anforderungen an die Haltung und Betreuung von Tieren gelten denn auch unabhängig vom Ort, an dem die Tiere gehalten werden (Urteil 2C_578/2021 vom 8. September 2022 E. 5). Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung handelt es sich bei Kontrollen im Bereich der Tierschutzgesetzgebung um faktisches Verwaltungshandeln bzw. um Realakte (Urteil 2C_818/2021 vom 26. Januar 2022 E. 4.2.3; vgl. zur Qualifikation polizeilicher Kontrollen als Realakte auch BGE 130 I 369 E. 6.1; 128 I 167 E. 4.5).