Citation: 6B_491/2023 E. 2.4.3

2.4.3. Weder wurde der Strafantrag je zurückgezogen noch erklärten die Beschwerdegegner 2 und 3 je den Rückzug der Privatklage. Das ergibt sich einerseits aus dem entsprechenden leer gelassenen Feld des obgenannten Formulars. Andererseits ist nicht ersichtlich und macht selbst der Beschwerdeführer nicht geltend, dass die Beschwerdegegner 2 und 3 im weiteren Verlauf des Verfahrens ihre Privatklage zurückgezogen hätten. Das Ankreuzen des Kästchens "Nein" betreffend die Strafklage in der Rubrik "2 Privatklage" erfolgte ganz offensichtlich irrtümlich, widerspricht dies doch der Unterschrift bei der Strafantragstellung, welche die Stellung als Strafkläger zur Folge hat. Jedenfalls erweist sich das gemäss Titel für Strafanträge verwendete Formular für einen Laien als missverständlich, indem unter "Strafklage" ausdrücklich nur bei Offizialdelikten Kästchen auszufüllen sind, wobei in den abschliessenden Erläuterungen des Formulars nur der Begriff des Antragsdelikts erklärt wird, indes nicht der Unterschied zwischen Antrags- und Offizialdelikt. Die vom Gesetz ausdrücklich vorgesehene Möglichkeit, sich auch bei Antragsdelikten als Straf- und/oder Zivilkläger am Verfahren zu beteiligen (Art. 118 Abs. 1 und Art. 119 Abs. 2 StPO), ist im Formular nicht vorgesehen. Aus dem Ankreuzen des Kästchens "Nein" bei der Strafklage durch die Beschwerdegegner 2 und 3 kann daher nicht der Schluss gezogen werden, diese hätten nach gehöriger Rechtsbelehrung und in Kenntnis der sich daraus ergebenden Konsequenzen bewusst auf die ihnen als Antragsteller und damit auch als Strafkläger (vgl. Art. 118 Abs. 2 StPO) zustehenden Rechte verzichtet, zumal es sich nicht um eine klare und unmissverständliche Willenserklärung handelt, die dafür erforderlich wäre (siehe E. 2.3.3 hiervor). Im Übrigen gilt der Verzicht auf die Stellung als Privatkläger (vgl. Art. 120 StPO) nicht als Rückzug des Strafantrags im Sinne von Art. 33 StGB (BGE 138 IV 248 E. 4.2.1). Ein rechtsgültiger Verzicht auf ihre Stellung als Privatkläger (Straf- und Zivilklage) liegt seitens der Beschwerdegegner 2 und 3 nicht vor. Die Vorinstanz verletzt mithin Bundesrecht, wenn sie davon ausgeht, die Beschwerdegegner 2 und 3 hätten in Bezug auf die im Strafantrag genannten Antragsdelikte auf ihre Rechte verzichtet (Urteil S. 10). Sie trat zu Unrecht nicht auf deren Berufungen gegen die Freisprüche betreffend die einfache Körperverletzung, Tätlichkeit und Drohung ein. Das führt jedoch - wie nachfolgend aufzuzeigen sein wird - nicht zur Gutheissung der Beschwerde, zumal dieser Entscheid nicht nur vom Beschwerdeführer, sondern von allen Parteien unangefochten blieb. Das Bundesgericht prüft grundsätzlich nur die geltend gemachten Rügen (vgl. BGE 146 IV 88 E. 1.3.2; 140 V 136 E. 1.1; Urteile 6B_243/2022 vom 18. Januar 2023 E. 2.1; 6B_1033/2021 vom 12. Januar 2023 E. 1.1; je mit Hinweisen) und darf gemäss Art. 107 Abs. 1 BGG nicht über die Begehren der Parteien hinausgehen.