Citation: 4A_59/2010 20.05.2010 E. 3

3.1 Das Kantonsgericht hat durch den Hinweis auf das Schreiben der Z.________ Krankenkasse vom 13. Februar 2009 zum Ausdruck gebracht, dass es die darin bestätigte Zahlung von Taggeldern an die Beschwerdegegnerin in der Höhe von Fr. 3'763.50 für die Zeit vom 13. Mai 2008 bis zum 30. Juni 2008 für bewiesen hielt. Damit erübrigt sich insoweit eine Sachverhaltsergänzung. 3.2 Alsdann wirft der Beschwerdeführer der Beschwerdegegnerin widersprüchliches Verhalten vor. Diese habe der Krankentaggeldversicherung die von ihm vorgelegten Arztzeugnisse weitergeleitet und über die Kündigungsfrist hinaus Krankentaggelder einkassiert und gleichzeitig ihm gegenüber geltend gemacht, diese Arztzeugnisse seien zweifelhaft und die Entgegennahme von Taggeldzahlungen über die Kündigungsfrist hinaus bestritten. Den Einwand des Rechtsmissbrauchs habe der Beschwerdeführer bereits vor erster Instanz und in der Berufungsantwort erhoben, ohne dass das Kantonsgericht dazu Stellung genommen habe. Es habe damit den Anspruch auf rechtliches Gehör nach Art. 29 BV verletzt. 3.3 Nach Art. 29 Abs. 2 BV haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör. Dieser Anspruch verlangt, dass die Behörde die Vorbringen der Partei tatsächlich hört, sorgfältig und ernsthaft prüft und in der Entscheidfindung berücksichtigt. Daraus folgt die grundsätzliche Pflicht der Behörden, ihren Entscheid zu begründen. Die Begründung muss die Überlegungen nennen, von denen sich die Behörde hat leiten lassen, damit der Betroffene den Entscheid gegebenenfalls sachgerecht anfechten kann. Nicht erforderlich ist dagegen, dass sich die Urteilsbegründung ausdrücklich mit jeder tatbeständlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzt (BGE 126 I 97 E. 2b; 129 I 232 E. 3.2). 3.4 Das Kantonsgericht hat eine Krankheit, welche zu einer Verlängerung des Arbeitsvertrages während der Monate Juli und August führte, als nicht nachgewiesen erachtet und damit implizit zum Ausdruck gebracht, dass es den in diesem Zusammenhang vom Beschwerdeführer erhobenen und vom Arbeitsgericht beachteten Einwand des Rechtsmissbrauchs für unbegründet hielt. Dies erlaubte dem Beschwerdeführer eine sachgerechte Anfechtung, weshalb insoweit der Begründungsanspruch gewahrt wurde. 3.5 Der offenbare Missbrauch eines Rechtes findet keinen Rechtsschutz (Art. 2 Abs. 2 ZGB). Ob Rechtsmissbrauch vorliegt, ist anhand der konkreten Umstände des Einzelfalls zu bestimmen. Allgemein kann jedoch gesagt werden, dass die Geltendmachung eines Rechts missbräuchlich ist, wenn sie im Widerspruch zu einem früheren Verhalten steht und dadurch erweckte berechtigte Erwartungen enttäuscht (BGE 129 III 493 E. 5.1 S. 497 mit Hinweisen). So hat das Bundesgericht angenommen, es grenze an Rechtsmissbrauch, wenn ein Vater seinem Sohn mitteilt, er habe ihn zum Besuch der Hotelfachschule angemeldet, um später geltend zu machen, eine Zustimmung zur Weiterbildung an dieser Schule liege nicht vor (BGE 107 II 465 E. 6c S. 477 f.). 3.6 Im vorliegenden Fall ging die Beschwerdegegnerin in ihrem Schreiben vom 11. Juli 2008 zwar bei ihren Vermutungen zur Dauer der Sperrfrist von der Arbeitsunfähigkeit des Arbeitnehmers vom 13. bis 31. Mai 2008 aus, stellte jedoch klar, dass sie und auch die Z.________ Krankenkasse bezüglich der länger dauernden Arbeitsunfähigkeit sich noch weitere Abklärungen vorbehalten. Mit Blick auf diese Äusserungen konnte die Beschwerdegegnerin durch ihre Weiterleitung von Arztzeugnissen an die Z.________ Krankenkasse und die Annahme von Taggeldzahlungen beim Beschwerdeführer nicht das berechtigte Vertrauen erwecken, sie anerkenne seine Arbeitsunfähigkeit bis Ende Juni 2008. Dies macht der Beschwerdeführer auch nicht geltend, zumal er ausführt, die Beschwerdegegnerin habe seine Arbeitsunfähigkeit ab [ihrem Schreiben vom] 6. Juni 2008 konstant bezweifelt. Demnach handelte die Beschwerdegegnerin nicht rechtsmissbräuchlich, wenn sie im Gerichtsverfahren bestritt, dass die Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers eine Verlängerung des Arbeitsverhältnisses über den Juni 2008 habe bewirken können. Damit wird den Überlegungen des Beschwerdeführers dazu, welche Auswirkungen der Rechtsmissbrauch auf die Beweiswürdigung haben könnte, die Grundlage entzogen.