Citation: 5P.21/2000 09.06.2000 E. 3

3.- Der grundsätzliche Anspruch einer Prozesspartei auf Abnahme von Beweisen, die sie nach Massgabe des kantonalen Verfahrensrechts frist- und formgerecht zu rechtserheblichen Tatsachen angerufen hat, ergibt sich aus Art. 8 ZGB, d.h. aus Bundesrecht (BGE 122 III 219 E. 3c S. 223 mit Hinweisen). Indessen kann die auf einer (antizipierten) Würdigung der tatsächlichen Verhältnisse beruhende Abweisung eines Beweisantrags in der Tat einzig mit staatsrechtlicher Beschwerde (Willkürbeschwerde) angefochten werden (dazu BGE 115 II 440 E. 6b S. 450; 114 II 289 E. 2a S. 291 mit Hinweisen). a) Den Antrag der Beschwerdeführer, es sei bei einer medizinischen Fachperson ein Gutachten über den Geisteszustand der Erblasserin im Zeitpunkt der Errichtung des strittigen Testaments einzuholen, wies das Kantonsgericht mit der Begründung ab, eine eigentliche Untersuchung der psychischen Gesundheit könne heute naturgemäss nicht mehr vorgenommen werden und in den Akten seien keine brauchbaren Unterlagen über allfällige einschlägige medizinische Abklärungen aus früherer Zeit vorhanden, die es einem Gutachter erlauben würden, dem Gericht neue wesentliche Aufschlüsse zu vermitteln. Sodann bemerkt die kantonale Berufungsinstanz, dass sich Anhaltspunkte für die Beantwortung der Frage der Urteilsfähigkeit der Erblasserin in den äusseren Gegebenheiten finden liessen. Sie verweist auf die Umstände, unter denen die Erblasserin ihren Lebensabend verbracht habe, wie auch auf die Schilderungen der Personen, die sie dabei begleitet und ihre Verhaltensweisen beobachtet hätten. Diese Gegebenheiten könnten vom Richter auch ohne Hilfe eines Experten gewürdigt werden. Inwiefern diese Betrachtungsweise unhaltbar und die Abweisung ihres Beweisantrags daher willkürlich sein soll, legen die Beschwerdeführer mit keinem Wort dar. Sie beschränken sich auf das Vorbringen, das Kantonsgericht hätte angesichts der divergierenden Zeugenaussagen zur Testierfähigkeit der Erblasserin eine psychiatrische Expertise anordnen müssen, die anhand eines Schriftenvergleichs zu erstatten gewesen wäre. Diese Erklärungen genügen den auf Grund von Art. 90 Abs. 1 lit. b OG für die Begründung einer Willkürbeschwerde geltenden Anforderungen in keiner Weise, so dass in diesem Punkt auf die Beschwerde nicht einzutreten ist. b) Die Beschwerdeführer beanstanden ausserdem, dass das Kantonsgericht entgegen ihrem Beweisantrag verzichtet hat, die Beschwerdegegnerin G.________, die als Einzige der Testamentserrichtung beigewohnt habe, (im Sinne von Art. 201 der Graubündner Zivilprozessordnung; ZPO) als Partei formell einzuvernehmen. Nach ihrer Ansicht hätte die kantonale Berufungsinstanz zumindest durch eine freie Befragung deren "Verhaltensweise ... am Testierungsakt vom 25. Dezember 1996" klären müssen. Wegen dieser Unterlassung sei ein ganz wesentlicher Teil des Sachverhalts, nämlich das Mass der Einflussnahme von G.________ auf die Testamentserrichtung und die näheren Umstände dieses Aktes, ungeklärt geblieben. Auch diese Vorbringen entsprechen den Begründungsanforderungen nicht: Sie enthalten keinerlei Auseinandersetzung mit den Feststellungen des Kantonsgerichts, die dieses zum Schluss geführt haben, die Aussagen der zahlreichen unverfänglichen Zeugen liessen in Verbindung mit den übrigen Beweisen keine Zweifel darüber aufkommen, dass die Erblasserin am 25. Dezember 1996 testierfähig gewesen sei. Ausserdem hat die kantonale Berufungsinstanz festgehalten, dass G.________ in der Prozessantwort anschaulich habe darlegen lassen, wie die Errichtung der strittigen letztwilligen Verfügung vor sich gegangen sei, und dass sich dieser Schilderung nichts entnehmen lasse, was den Verdacht einer unzulässigen Beeinflussung erwecken würde.