Citation: 4A_142/2023 E. 5.2.3

5.2.3. Der Beschwerdeführer macht im Einzelnen geltend, bei einer Einschränkung der freien Spitalwahl dergestalt, dass keine Versicherungsdeckung bestehe, wenn ein Tarifvertrag fehle, hätte die Beschwerdegegnerin zwingend einen entsprechenden Vorbehalt anbringen müssen und ihn ausdrücklich auf diese erhebliche Einschränkung der Versicherungsdeckung aufmerksam machen müssen. Die Vorinstanz habe ihrer Beurteilung einen offensichtlich unrichtigen Sachverhalt zugrunde gelegt, indem sie festhalte, die Unterschiede ergäben sich deutlich aus dem tabellarischen Vergleich der beiden Zusatzversicherungen. Auch habe sie betreffend die erhaltene Prämienrückzahlung und den Grund für die tieferen Prämien den Sachverhalt offensichtlich unrichtig festgestellt. Der Beschwerdeführer vermag nicht darzutun, dass die Vorinstanz in Willkür verfallen wäre, indem sie erwog, die Unterschiede ergäben sich deutlich aus dem tabellarischen Vergleich der beiden Zusatzversicherungen. Die Vorinstanz erwog zutreffend, die abweichenden Konditionen seien darin grau hinterlegt worden und dies gelte auch für die Leistung "[f]reie Spitalwahl". Entsprechend musste der Beschwerdeführer davon ausgehen, dass betreffend den Umfang der freien Spitalwahl Unterschiede zwischen dem alten und dem neuen Versicherungsprodukt bestehen. Wie die Beschwerdegegnerin zutreffend ausführt, machte er in seiner Klage selbst geltend, es sei ihm bewusst gewesen, dass auch unter der Zusatzversicherung 1 keine absolut freie Spitalwahl bestanden, sondern sich diese auf "anerkannte Spitäler" beschränkt habe. Diese Aussage entspricht der Fussnote 2a des tabellarischen Vergleichs. Darin wird angegeben, es bestehe keine volle Kostendeckung in Spitälern mit von der Beschwerdegegnerin nicht anerkannten Abteilungen/Tarifen. Aufgrund der grauen Hinterlegung des Begriffs "[f]reie Spitalwahl" musste dem Beschwerdeführer bewusst sein, dass die Zusatzversicherungen diesbezüglich nicht absolut deckungsgleich sind, zumal ihm (wie die Vorinstanz für das Bundesgericht verbindlich festhielt) die Weiterführung sämtlicher Leistungen ohne irgendwelche Änderungen nicht garantiert wurde. Vor diesem Hintergrund ist es nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz davon ausgeht, der Beschwerdeführer hätte die Fussnote 2b im tabellarischen Vergleich lesen müssen. Darin wird für die Zusatzversicherung 2 einschränkend bemerkt, freie Spitalwahl bestehe nur bei den von der Beschwerdegegnerin anerkannten Spitälern (mit Verweis auf die Negativliste). Auch ist nicht ersichtlich, dass die Vorinstanz in Willkür verfallen ist, indem sie die tiefere Prämie ergänzend als einen weiteren Aspekt dafür berücksichtigte, dass der Beschwerdeführer nicht von einer Weiterführung sämtlicher Leistungen ohne irgendwelche Änderungen habe ausgehen dürfen. Dass die von der Vorinstanz ebenfalls berücksichtigte Prämienrückzahlung schliesslich vielmehr dem Umstand geschuldet gewesen sein soll, dass er eigentlich bereits per Anfang 2018 das Recht gehabt hätte, in ein möglichst gleichwertiges Versicherungsprodukt zu wechseln, ein solches damals aber nicht angeboten werden konnte, mag zutreffen. Dies ändert aber für sich allein nichts an der zutreffenden vorinstanzlichen Feststellung, dass ihm habe klar sein müssen, dass ein Wechsel des Versicherungsprodukts auch mit einer Änderung der Leistung verbunden sein würde. Der Beschwerdeführer vermag insgesamt nicht darzutun, dass - entgegen der Vorinstanz - von einem täuschenden Verhalten der Beschwerdegegnerin hätte ausgegangen werden müssen.