Citation: 6B_528/2020 E. 3.3

3.3. Der Beschwerdeführer bringt vor, ein nicht obligatorischer Landesverweis einer aufenthaltsberechtigten Person als Folge einer Verurteilung bis zu einem Jahr Freiheitsstrafe gelte grundsätzlich als unverhältnismässig (so auch Zurbrügg/Hruschka, in: Basler Kommentar, Strafrecht I, 4. Aufl. 2019, N. 7 zu Art. 66a bis StGB). Er verweist auf BGE 135 II 377 E. 4.2, wonach eine längerfristige Freiheitsstrafe und mithin ein Widerrufsgrund gemäss Art. 62 Abs. 1 lit. b erster Satzteil AuG dann vorliegt, wenn eine ausländische Person zu einer Freiheitsstrafe von mehr als einem Jahr verurteilt wurde und bringt vor, dies gelte ebenfalls für die nicht obligatorische Landesverweisung nach Art. 66a bis StGB. Das Bundesgericht hat sich mit dieser Frage bereits befasst und festgehalten, dass die Anordnung der nicht obligatorischen Landesverweisung nach Art. 66a bis StGB keine Mindeststrafe voraussetzt (ausführlich Urteile 6B_607/2018 vom 10. Oktober 2018 E. 1.1 und 1.3; Urteil 6B_770/2018 vom 24. September 2018 E. 1.1). Demnach ist entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers die nicht obligatorische Landesverweisung einer aufenthaltsberechtigten Person bei einer Verurteilung bis zu einem Jahr Freiheitsstrafe nicht grundsätzlich als unverhältnismässig und somit unzulässig zu betrachten, sondern anhand einer Verhältnismässigkeitsprüfung zu beurteilen (vgl. zur nicht obligatorischen Landesverweisung einer aufenthaltsberechtigten Person gemäss Art. 66a bis StGB bei Freiheitsstrafen unter einem Jahr auch BGE 145 IV 55 E. 4.4; Urteil 6B_607/2018 vom 10. Oktober 2018 E. 1.3).