Citation: 5A_707/2016 E. 3.2

3.2. Demgegenüber ist dem Beschwerdeführer zuzustimmen, dass es bei der Beurteilung, ob es sich um einen Kaufvertrag oder eine partielle Erbteilung handelt, nicht bloss auf die Bezeichnung des Vertrages, sondern auf den wahren übereinstimmenden Willen der Parteien ankommt und insofern auch das Vertragswerk zu interpretieren ist. Die Auslegung hat die Frage zu beantworten, ob im konkreten Fall der Kaufvertrag und die Liquidation der Erbengemeinschaft gemäss dem Willen der Miterben ein einziges Ganzes bilden (so z.B. BGE 83 II 363 E. 3 S. 373 im Fall einer Versteigerung; vgl. dazu PAUL PIOTET, Erbrecht, SPR IV/2, 1981, § 111/II S. 887 f. LIONEL HARALD SEEBERGER, Die richterliche Erbteilung, 1992, S. 172; STEPHAN WOLF/MARTIN EGGEL, Erbteilung und Kaufvertrag unter Miterben, FS Sutter-Somm, 2016, S. 971 ff., S. 978 ff.). Auszugehen ist dabei allerdings vom Vertragstext. Da es sich um einen öffentlich beurkundeten Vertrag handelt (Art. 216 Abs. 1 OR), ist zu vermuten, dass der im Vertragstext wiedergegebene auch dem tatsächlichen Willen der Parteien entsprach und hier die Miterben somit wirklich einen Kaufvertrag über die Nachlassliegenschaft abschliessen wollten (Art. 9 Abs. 1 ZGB). Die Vermutung kann durch den Beweis des Gegenteils umgestossen werden (BGE 127 III 248 E. 3c S. 254; Urteil 2C_662/2013 vom 2. Dezember 2013 E. 3.5, in: ZBGR 96/2015 S. 174). Ob dieser - an keine besondere Form gebundene (Art. 9 Abs. 2 ZGB) - Beweis erbracht ist, beantwortet die sachgerichtliche Beweiswürdigung (BGE 102 II 70 E. 3 S. 72 f.; 107 II 119 E. 4 S. 132), die das Bundesgericht nur auf Willkür hin überprüfen kann (Art. 9 BV; BGE 140 III 264 E. 2.3 S. 266). Der Beschwerdeführer nennt mehrere Indizien, die dafür sprechen sollen, dass die Miterben bloss formell einen Kaufvertrag abgeschlossen, in Wirklichkeit aber ein Erbteilungsgesamtgeschäft gewollt hätten. Willkür vermag er mit der Darstellung seiner eigenen, von der vorinstanzlichen abweichenden Sicht der Dinge nicht darzutun. Da er im Neubeurteilungsverfahren keine weiteren Beweisanträge gestellt hat und gegen die unterbliebene Beweisabnahme auch sonst keine Rügen erhebt, durfte das Kantonsgericht im Ergebnis willkürfrei folgern, dass der Beweis eines abweichenden Parteiwillens nicht erbracht ist. Die Vorinstanz ist damit ihrer Prüfungspflicht vollständig nachgekommen.