Citation: 1P.396/2005 23.09.2005 E. 1

Der Beschwerdeführer rügt vorerst als Verletzung des Grundsatzes des fairen Verfahrens und des rechtlichen Gehörs im Sinne von Art. 29 Abs. 1 und 2 BV sowie Art. 6 Ziff. 1 EMRK, dass die zwischen dem Detektiv D.________ und der Belastungszeugin A.________ ergangenen E-Mails - über das von ihm selber ins Recht gelegte E-Mail vom 2. Februar 2004 hinaus - nicht ediert und diese nicht aktenkundig gemacht worden seien. Diese beiden getrennt voneinander vorgebrachten Rügen sind gemeinsam unter dem Gesichtswinkel der unrechtmässigen bzw. unvollständigen Sachverhaltsermittlung zu prüfen. Der Edition können lediglich Dokumente unterliegen, die tatsächlich vorhanden sind. Im vorliegenden Fall macht der Beschwerdeführer nicht geltend und ist, insbesondere aufgrund der Befragung des Detektivs, nicht erwiesen, dass die fraglichen E-Mails tatsächlich in der einen oder andern Form (noch) vorhanden seien; sie können demnach nicht im eigentlichen Sinne ediert werden. Es ist daher vielmehr zu prüfen, ob das Appellationsgericht die E-Mails hätte erheben müssen und die Abweisung des entsprechenden - sinngemäss gestellten - Beweisbegehrens vor der Verfassung standhalte. Nach der Rechtsprechung zu Art. 29 Abs. 2 BV (bzw. Art. 4 aBV) kann der Richter das Beweisverfahren schliessen, wenn die Beweisanträge eine nicht erhebliche Tatsache betreffen oder offensichtlich untauglich sind oder wenn er aufgrund bereits abgenommener Beweise seine Überzeugung gebildet hat und ohne Willkür in vorweggenommener Beweiswürdigung annehmen kann, dass seine Überzeugung durch weitere Beweiserhebungen nicht geändert würde. Das Bundesgericht greift auf staatsrechtliche Beschwerde nur ein, wenn die Beweiswürdigung offensichtlich unhaltbar ist, mit der tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch steht, auf einem offenkundigen Versehen beruht oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft (vgl. BGE 124 I 208 E. 4a S. 211). Im vorliegenden Fall hat das Appellationsgericht sich mit dem vom Beschwerdeführer ins Recht gelegten E-Mail vom 2. Februar 2004 auseinandergesetzt und den Detektiv D.________ vor diesem Hintergrund einvernommen. Im angefochtenen Entscheid hat es festgehalten, dass D.________ tatsächlich mit A.________ E-Mail-Kontakte hatte, dieser Kontakt von Seiten von A.________ aufgenommen worden ist und sich diese auch wegen privater Probleme an den Detektiv gewandt hat. Das Appellationsgericht hat ferner festgestellt, dass der Detektiv die Belastungszeugin, gegen die ebenfalls ein Strafverfahren geführt wurde, geduzt habe. Es kam zum Schluss, dass sich diese Fakten gestützt auf die gesamten Umstände nachvollziehbar erklären lassen. Insbesondere sei das genannte E-Mail, mit dem der Detektiv die Belastungszeugin über die Haftentlassung des Beschwerdeführers informiert hatte, verständlich, weil diese - aus welchen Motiven auch immer - Angst vor dem Beschwerdeführer verspürt haben soll. Gestützt auf diese Überlegungen, mit denen sich der Beschwerdeführer nicht im Einzelnen auseinandersetzt, durfte das Appellationsgericht zum einen ohne Willkür folgern, dass der Detektiv das Verfahren des Beschwerdeführers nicht in unzulässiger Weise beeinflusst und auf die Belastungszeugin, an die der Beschwerdeführer nach eigenen Angaben Betäubungsmittel geliefert hatte, keinen Druck ausgeübt hat. Zum andern konnte das Appellationsgericht daraus und in Anbetracht der gesamten Beweislage ohne Willkür in vorweggenommener Beweiswürdigung den Schluss ziehen, dass die Erhebung des gesamten E-Mail-Verkehrs entbehrlich sei. Das angefochtene Urteil hält insoweit vor der Verfassung stand, und die Beschwerde erweist sich in diesem Punkte als unbegründet.