Citation: 2C_1001/2017 E. 3.3

3.3. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung, welche sich der Rechtsprechung des EuGH in Sachen Zhu und Chen (Urteil vom 19. Oktober 2004 C-200/2 i. S. Zhu und Chen, Slg. 2004 I-9925) angeschlossen hat, kann ein sorgeberechtigter drittstaatenangehöriger Elternteil eines gemäss FZA freizügigkeitsberechtigten Kleinkindes gemäss Art. 6 FZA i. V. m. Art. 24 Abs. 1 und 2 Anhang I FZA unter gewissen Umständen seinerseits ein Aufenthaltsrecht geltend machen. Ein solcher Anspruch besteht jedoch nur, wenn andernfalls das Kind zusammen mit dem drittstaatsangehörigen Elternteil, von dem es abhängig ist, das Land verlassen müsste (Urteil 2C_606/2013 vom 4. April 2014 E. 3.4). Vorliegend haben offenbar sowohl das Kind als auch seine Mutter ein Aufenthaltsrecht in der Schweiz, so dass das Kind ohnehin die Schweiz nicht verlassen muss, auch wenn sein Vater nicht hier lebt. Schon aus diesem Grund kann der Beschwerdeführer aus der Rechtsprechung Zhu und Chen nichts für sich ableiten. Vorausgesetzt ist zudem, dass dieser Elternteil sowohl für sich selbst wie auch das Kleinkind über genügend finanzielle Mittel verfügt, sodass sie beide nicht auf Sozialhilfe angewiesen sind; ausserdem müssen sie krankenversichert sein (Art. 24 Abs. 1 und 2 Anhang I FZA). Die entsprechenden finanziellen Mittel können auch von Familienangehörigen oder Dritten stammen (BGE 144 II 113 E. 4.1-4.3 S. 116 ff. mit Hinweisen; 142 II 35 E. 5.1-5.3 S. 43 ff. mit Hinweisen; Urteil 2C_375/2014 vom 4. Februar 2015 E. 3.1-3.4). Der Beschwerdeführer konnte trotz 18-jähriger Anwesenheit in der Schweiz nie im ersten Arbeitsmarkt Fuss fassen. Seit der Einreise nahm er Sozialhilfe in Anspruch, welche sich per 22. November 2016 auf Fr. 202'300.70 belief. Dass er von G.________ finanziell unterstützt wird, und zwar in einem Ausmass, wonach er nicht mehr von der Sozialhilfe abhängig ist, hat er weder behauptet noch nachgewiesen. Der Beschwerdeführer erfüllt deshalb nicht die Voraussetzungen der bundesgerichtlichen Rechtsprechung in Sachen Zhu und Chen und verfügt demnach auch durch das gemeinsame Kind mit G.________ über kein Aufenthaltsrecht gemäss FZA. Damit erübrigt es sich, zu prüfen, ob die Voraussetzungen von Art. 5 Anhang I FZA erfüllt sind, welche die Verweigerung eines auf dem FZA basierenden Aufenthaltsrechts ermöglichen.