Citation: 5A_363/2022 E. 3.7

3.7. Auch wenn kein Verzicht vorliegt, steht noch nicht fest, dass der Vorinstanz eine Konventionsverletzung vorzuwerfen ist. Von der Durchführung einer öffentlichen und mündlichen Verhandlung kann wie ausgeführt vielmehr auch abgesehen werden, wenn dies aufgrund der konkreten Umstände des Einzelfalls ausnahmsweise geboten ist (vgl. E. 3.2 hiervor). Auf dem Gebiet des Kindesschutzes liegt ein besonderer Grund für das Absehen von einer Verhandlung unter Umständen in der Schutzbedürftigkeit des Kindes (vgl. Art. 6 Ziff. 1 EMRK; BGE 144 III 442 E. 2.3 und 2.6). Dem angefochtenen Entscheid lässt sich zu dieser Frage nichts entnehmen, nachdem das Kantonsgericht vom Vorliegen eines Verzichts auf die Konventionsgarantie ausgegangen ist. Es ist nicht Sache des Bundesgerichts, sich erstmals und gegebenenfalls unter Ergänzung des Sachverhalts zu dieser Problematik zu äussern (Art. 107 Abs. 2 BGG). Entsprechend ist der angefochtene Entscheid ausser soweit den Ausstand der Mitglieder der KESB betreffend (vgl. vorne E. 1.3) in teilweiser Gutheissung der Beschwerde aufzuheben und die Sache zu neuer Entscheidung über die Durchführung einer öffentlichen und mündlichen Verhandlung an das Kantonsgericht zurückzuweisen. Anschliessend wird die Vorinstanz neu über die streitbetroffenen Massnahmen zu befinden haben (vgl. zu den Folgen einer Verletzung der Konventionsgarantie BGE 121 I 30 E. 5j; Urteil 5D_192/2013 vom 30. April 2014 E. 4.1; vgl. auch BGE 127 I 44 E. 2e/bb). Auf diese ist vorliegend daher nicht mehr einzugehen. Zur Regelung der Betreuung der Kinder und zum Erlass weiterer vorsorglicher Massnahmen (inkl. dem Entzug oder der Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde) während des kantonalen Beschwerdeverfahrens ist das Kantonsgericht zuständig (Art. 314 Abs. 1 i.V.m. Art. 445 Abs. 1 und Art. 450c ZGB; zur Anwendbarkeit von Art. 445 ZGB im Rechtsmittelverfahren vgl. MARANTA, in: Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch, Band I, 7. Aufl. 2022, N. 3 zu Art. 445 ZGB). Auf die Anträge der Beschwerdeführerin um Erlass entsprechenden Regelungen durch das Bundesgericht ist nicht einzutreten. Soweit die Beschwerdeführerin dagegen den Erlass vorsorglicher Massnahmen während des bundesgerichtlichen Verfahrens hätten beantragen wollen (Art. 104 BGG), würde dieses Gesuch mit dem vorliegenden Entscheid gegenstandslos.