Citation: 6B_311/2019 E. 1.3.2

1.3.2. Die Beschwerdeführerin rügt, dass die Vorinstanz sich nicht selbst ein Bild von A.________ gemacht habe, um den festgestellten Widersprüchen bzw. der Dramatisierungstendenz fundiert auf den Grund zu gehen. Es sei vor Augen zu führen, dass die Aussagen des Beschwerdegegners wie auch von A.________ vorliegend die einzigen direkten Beweismittel darstellen, weshalb ein eigener Eindruck dringend notwendig gewesen wäre. Angesichts der Tatsache, dass das Obergericht - welches von der Beweiswürdigung des Bezirksgerichts abweiche - aus den vier Widersprüchen eine Dramatisierungstendenz herauslese, sollte es sich bezüglich dieser selbst überzeugen (Beschwerde, S. 7 f.). Im Rahmen der Berufungserklärung stellte der Beschwerdegegner den Antrag, es sei ein aussagepsychologisches Gutachten hinsichtlich der Aussagen von A.________ einzuholen. Die Staatsanwaltschaft widersetzte sich in der Anschlussberufung diesem Antrag und stellte keine eigenen Beweisanträge. Sie führte aus, dass die notwendigen Beweismittel in der Untersuchung formgerecht und verwertbar erhoben worden seien und der Fall spruchreif sei. Auch in der Berufungsverhandlung stellte die Beschwerdeführerin keine Beweisanträge. Die Beschwerdeführerin verhält sich treuwidrig, indem sie sich zunächst explizit auf den Standpunkt stellt, der Fall sei spruchreif und erst später - nachdem die Vorinstanz zu ihren Ungunsten entschied - vor Bundesgericht rügt, A.________ hätte im Berufungsverfahren erneut einvernommen werden müssen. Auf diese Rüge ist nicht einzutreten.