Citation: 1B_33/2010 15.03.2010 E. 6

Schliesslich bringt der Beschwerdeführer vor, er habe bis zum Urteil des Amtsgerichts Solothurn-Lebern vom 3. Dezember 2009 insgesamt bereits 231 Tage in Untersuchungs- bzw. Sicherheitshaft verbracht. Seither befinde er sich weiterhin in Sicherheitshaft, obwohl sich sein Zustand und sein Verhalten wesentlich verbessert hätten. 6.1 Gemäss Art. 31 Abs. 3 BV und Art. 5 Ziff. 3 EMRK hat eine in strafprozessualer Haft gehaltene Person Anspruch darauf, innerhalb einer angemessenen Frist richterlich abgeurteilt zu werden oder während des Strafverfahrens aus der Haft entlassen zu werden. Eine übermässige Haftdauer stellt eine unverhältnismässige Beschränkung dieses Grundrechts dar. Die Haftdauer ist dann übermässig, wenn die Haftfrist die mutmassliche Dauer der zu erwartenden freiheitsentziehenden Sanktion übersteigt. Bei der Prüfung der Verhältnismässigkeit der Haftdauer ist namentlich der Schwere der untersuchten Straftaten Rechnung zu tragen. Der Richter darf die Haft nur so lange erstrecken, als sie nicht in grosse zeitliche Nähe der (im Falle einer rechtskräftigen Verurteilung) konkret zu erwartenden Dauer der freiheitsentziehenden Sanktion rückt (BGE 133 I 168 E. 4.1 S. 170; 133 I 270 E. 3.4.2 S. 281; je mit Hinweisen). Es kann allerdings nicht ohne Weiteres von der Höhe einer separat ausgefällten (schuldadäquaten) Freiheitsstrafe auf die voraussichtliche Dauer der gleichzeitig angeordneten freiheitsentziehenden Massnahme geschlossen werden. In Fällen wie dem vorliegenden ist die Fortdauer der strafprozessualen Haft verhältnismässig, wenn aufgrund der Aktenlage mit einer rechtskräftigen Verurteilung zu einer freiheitsentziehenden Massnahme ernsthaft zu rechnen ist, deren gesamter Vollzug deutlich länger dauern könnte als die bisherige strafprozessuale Haft (BGE 126 I 172 E. 5d-e S. 178; Urteil des Bundesgerichts 1B_281/2009 vom 19. Oktober 2009 E. 3.1). 6.2 Aufgrund der Aktenlage ist vorliegend mit einer rechtskräftigen Verurteilung des Beschwerdeführers zu einer mehrjährigen Freiheitsstrafe sowie einer stationären therapeutischen Massnahme zu rechnen. Gemäss der Prognose des gerichtlich bestellten psychiatrischen Gutachters sowie der Einschätzung des erstinstanzlichen Strafgerichts ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Beschwerdeführer trotz Anordnung einer Therapie erneut straffällig werden könnte, sehr gross. Unter diesen Umständen ist ernsthaft damit zu rechnen, dass der Vollzug der freiheitsentziehenden Massnahme deutlich länger dauern könnte als die bisherige strafprozessuale Haft. Unbehilflich ist auch der Einwand des Beschwerdeführers, sein Zustand und sein Verhalten hätten sich verbessert, seit er sich in der psychiatrischen Klinik befinde, zumal vom Zustand des Beschwerdeführers während der in der psychiatrischen Klinik vollzogenen Sicherheitshaft nicht auf sein Verhalten im Falle einer Haftentlassung geschlossen werden kann. Die bisherige Haftdauer erweist sich somit als verhältnismässig.