Citation: 2C_62/2018 E. 4.1

4.1. Bei der Paratuberkulose handelt es sich um eine infektiöse, chronische, unheilbare Enteritis bei Wiederkäuern, die zu Abmagerung, Milchrückgang und unstillbarem Durchfall führt. Gemäss Art. 4 lit. g TSV i.V.m. Art. 1 und Art. 1a Abs. 2 lit. b TSG gilt Paratuberkulose als zu bekämpfende Seuche. Paratuberkulose liegt vor, wenn klinische Anzeichen einer Infektion oder pathologisch-anatomische Veränderungen vorhanden sind und der Erreger nachgewiesen wurde (Art. 237 Abs. 1 TSV). Hat ein Tierarzt oder ein amtlicher Tierarzt bei der klinischen Untersuchung, der Sektion oder der Fleischuntersuchung den Verdacht, ein Tier sei an Paratuberkulose erkrankt, so veranlasst er nach Absprache mit dem Kantonstierarzt eine Untersuchung zum Nachweis des Erregers; besteht aufgrund eines Laborbefundes der Verdacht auf Paratuberkulose, so ordnet der Kantonstierarzt unverzüglich die klinische Untersuchung des verdächtigen Tieres an (Art. 238 Abs. 1 f. TSV). Bei jedem Verdachtsfall ordnet der Kantonstierarzt zusätzlich gemäss Art. 238 Abs. 3 TSV weitere Massnahmen an (Aussonderung der verdächtigen Tiere, Verbringungssperre, Entsorgung der Milch). Der Kantonstierarzt verhängt gemäss Art. 238a TSV bei Feststellung der Paratuberkulose die einfache Sperre 1. Grades über alle Bestände der verseuchten Tierhaltung. Ausserdem ordnet er an, dass die verseuchten Tiere und ihre saugenden Jungtiere abgesondert, getötet und entsorgt werden (lit. a), die Tiere der empfänglichen Arten des Bestandes klinisch untersucht werden (lit. b), die Milch der verdächtigen und verseuchten Tiere entsorgt wird (lit. c) und die Stallungen gereinigt und desinfiziert werden (lit. d). Wenn die klinische Untersuchung abgeschlossen ist und dabei keine verdächtigen Tiere entdeckt wurden und die verseuchten Tiere und ihre saugenden Jungtiere getötet und entsorgt sowie die Stallungen gereinigt und desinfiziert worden sind, hebt der Kantonstierarzt die Sperre auf (Art. 238a Abs. 2 TSV).