Citation: 1C_221/2023 E. 4.3.1

4.3.1. Allerdings hatten dieselben Vertragsparteien kurz zuvor ein "öffentliches Fusswegrecht" entlang der Nordwestgrenze der Parzelle Nr. 4428 mit einer Breite von nur einem Meter errichtet (Urschrift 4045 vom 8. Februar 1962; im Grundbuch eingetragen am 17. April 1962). Dieses frühere Wegrecht wurde somit explizit auf die Nutzung als "Fussweg" eingeschränkt und umfasste einen schmaleren Weg, während die vorliegend streitige Dienstbarkeit als "Wegrecht" bezeichnet wurde und mit einer Breite von insgesamt drei Metern umfangreicher ist als für einen reinen Fussweg erforderlich. Die unterschiedliche Bezeichnung und Breite dieser beiden, von denselben Parteien und für dasselbe Grundstück vereinbarten Dienstbarkeiten sprechen dafür, dass die zweite (vorliegend streitige) Dienstbarkeit nicht nur ein Fuss-, sondern auch ein Fahrwegrecht umfasst. Im folgenden Jahr wurde auch auf den südlich der Parzelle der Beschwerdeführenden gelegenen Grundstücken Nrn. 4529, 4530 und 4531 jeweils ein "öffentlicher Fussweg z.G. Einwohnergemeinde Spiez" im Grundbuch erfasst. Die unterschiedliche Bezeichnung dieser allesamt 1962/1963 errichteten Wegrechte stützt die Vermutung, dass damit seitens der Gemeinde unterschiedliche Zwecke verfolgt wurden.