Citation: 9C_380/2022 E. 3.2

3.2. Die MEDAS-Expertise umfasst einen internistischen, einen rheumatologischen und einen psychiatrischen Teil. Folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit werden aufgeführt: aus rheumatologischer Sicht chronische periarthropathische Schulterbeschwerden rechts mit begleitender muskulärer Dysbalance am Schultergürtel rechts mehr als links, wobei u.a. deutliche Hinweise auf eine Schmerzfehlverarbeitung, die nicht einem rheumatologischen Krankheitsbild entspreche, sowie ein Status nach frozen shoulder "zirka 2005 (ev. 2010) " vermerkt werden; aus psychiatrischer Sicht eine Neurasthenie (ICD-10 F48.0), differentialdiagnostisch eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4). Aufgrund des ausgewiesenen somatischen Kerns der Beschwerden im Bereich der rechten Schulter und auch der Schultergürtelmuskulatur bestehe eine verminderte Belastbarkeit und Bewegungseinschränkung. Im Bereich der Halswirbelsäule liege kein zusätzliches Krankheitsbild mit funktionalen Auswirkungen vor. Zuzumuten seien der Versicherten nur noch körperlich leichte bis zuweilen mittelschwere Tätigkeiten, der rechte Arm könne regelmässig nur noch unterhalb der Schulterhorizontalen eingesetzt werden. Dieses Funktionsprofil gehe mit einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in der Grössenordnung von 20 Prozent (erhöhter Pausenbedarf) einher, was die gut auf die Einschränkungen abgestimmte frühere Tätigkeit als Bildungsverantwortliche betreffe; in der aktuellen, weniger geeigneten Arbeit als Spitex-Angestellte sei die Arbeitsfähigkeit um 30 Prozent eingeschränkt. In die rheumatologische Beurteilung einbezogen werde nur ein Teil der von der Versicherten wahrgenommenen Beschwerden; der andere Teil sei einer Schmerzfehlverarbeitung, also einem psychiatrischen Befund, zuzuordnen. Aus psychiatrischer Sicht sei die Versicherte sowohl in der früheren wie auch in der aktuellen Tätigkeit zu 40 Prozent arbeitsunfähig. Das Leistungsvermögen werde durch die neurastheniebedingt erhöhte Ermüdbarkeit und Reizbarkeit und die Schmerzen beeinträchtigt. Die interdisziplinäre Gesamtbeurteilung ergebe ebenfalls eine Arbeitsunfähigkeit von 40 Prozent.