Citation: I 347/03 08.03.2004 E. 2

Es steht fest und ist unbestritten, dass der Beschwerdegegner seit September 1991 nicht mehr erwerbstätig war und den Lebensunterhalt aus dem Ertrag eines von seinem 1992 verstorbenen Vater geerbten Liegenschaftsbesitzes bestritt. 2.1 Nach Lage der Akten bildeten nicht die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit einschränkende gesundheitliche Beschwerden den Beweggrund für den Verzicht des Versicherten auf eine Erwerbstätigkeit. Dies gilt jedenfalls bis zum invalidisierenden Unfallereignis vom 15. Dezember 1998. Zwar leidet der Beschwerdegegner seit Geburt an einem Bronchialasthma. Das kantonale Gericht führt dazu unter Hinweis auf die Angaben des Versicherten im Verwaltungsverfahren an, das Leiden sei nach einer vorübergehenden Besserung im Jahr 1982 wieder aufgetreten. Damit ist aber eine die funktionelle Leistungsfähigkeit beeinträchtigende Symptomatik nicht dargetan. Die Vorinstanz gibt die entsprechende Aussage des Versicherten auch nur unvollständig wieder, bestätigte er doch weiter, dass er im damaligen Zeitpunkt ohne gesundheitliche Einschränkungen einer ausserhäuslichen Tätigkeit habe nachgehen können. Dies steht auch im Einklang mit der Tatsache, dass er in der Folge bis im Jahr 1991 vollzeitlich erwerbstätig war und sich erst im Jahr 1998 veranlasst sah, wegen des Lungenleidens ärztliche Behandlung aufzusuchen. 2.2 Das kantonale Gericht begründet die Annahme einer hypothetischen Teilerwerbstätigkeit des Versicherten im Gesundheitsfalle sodann mit dessen angespannter finanziellen Situation. Diese würde ihn zur Aufnahme einer ausserhäuslichen Arbeit zwingen, wenn er hiezu gesundheitlich in der Lage wäre. Der Beschwerdegegner musste im Jahr 1999 einen Teil seines ererbten Grundbesitzes veräussern, um ausstehende Unterhaltsbeiträge an seine Ehefrau und die gemeinsame Tochter nachzuzahlen. Dies schränkte aber den Ertrag seines Vermögens nur um rund einen Zehntel ein. Zu einer wesentlichen Verschlechterung der finanziellen Verhältnisse hat entgegen Beschwerdegegner und Vorinstanz auch die am 16. März 2001 ausgesprochene Ehescheidung nicht geführt. Der vom Versicherten seither zu entrichtende Kinderunterhaltsbeitrag ist mit monatlich Fr. 800.- niedriger als der gestützt auf die Trennungsvereinbarung vom 26. März 1993 bis dahin - resp. bis zu der per 1. Juli 2000 erfolgten Herabsetzung auf den genannten Betrag - geschuldete von Fr. 900.-. Sodann wurde der Beschwerdegegner zwar im Scheidungsurteil verpflichtet, der geschiedenen Ehefrau für nachehelichen Unterhalt eine pauschale Abfindung von Fr. 136'000.- zu bezahlen. Er ist deswegen aber bleibend von monatlichen persönlichen Unterhaltszahlungen an die ehemalige Gattin entbunden. Da er damit einzig noch den Kinderunterhaltsbeitrag schuldet, welcher nur einem Bruchteil der früheren gesamten Unterhaltspflicht entspricht, ist dem weiteren Argument, wonach der Versicherte bei erneuter Nichtbezahlung von Alimenten strafrechtliche Sanktionen zu gewärtigen hätte, ebenfalls die Grundlage entzogen. Im Übrigen musste der Beschwerdegegner für die Bezahlung der besagten Abfindung an die geschiedene Ehefrau nicht seine Vermögensaktiven angreifen, was gegebenenfalls den daraus fliessenden und ihm als Lebensunterhalt dienenden Ertrag geschmälert hätte. Vielmehr gewährte ihm seine Schwester hiefür ein Darlehen, welches zinslos ist und über dessen Rückzahlbarkeit keinerlei Angaben gemacht werden. Wird schliesslich berücksichtigt, dass gemäss Darstellung in der vorinstanzlichen Beschwerde der Vermögensertrag des Versicherten nach wie vor den nach seiner - hier nicht näher zu prüfenden - Angabe (einschliesslich des Unterhaltsbeitrages an die Tochter) rund Fr. 4000.- betragenden Notbedarf um etwa Fr. 500.- übersteigt, kann eine finanzielle Notwendigkeit, welche ihn im Gesundheitsfalle mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zur Aufnahme einer entgeltlichen Tätigkeit bewogen hätte, nicht gesehen werden. Die IV-Stelle hat den Beschwerdegegner somit zu Recht als Nichterwerbstätigen betrachtet und, da er unbestrittenermassen im bisherigen und ohne Verschlechterung des Gesundheitszustandes mutmasslich weiter ausgeübten Aufgabenbereich nicht eingeschränkt ist, seinen Anspruch auf eine Invalidenrente verneint. Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde ist daher, ohne dass weitere Abklärungen angezeigt wären, gutzuheissen.