Citation: 1P.63/2002 09.07.2002 E. 2

2.1 Gemäss dem angefochtenen Entscheid hat der Beschwerdeführer durch sein Verhalten, dem Durchlaufen eines bekanntermassen dem Wild als Einstandsgebiet dienenden Waldes mit zwei Jagdhunden an der Leine und abseits von Wegen, eine Störung des Wildes zumindest in Kauf genommen und damit jedenfalls eventualvorsätzlich gehandelt, was der vorsätzlichen Tatbegehung gleichgestellt sei. Dabei verbiete Art. 33 Abs. 1 JV GL generell jedes Aufscheuchen des Wildes in dessen Einstandsgebieten, während die Anwendbarkeit der Verordnungsbestimmung nicht voraussetze, dass der Kanton zunächst klar umgrenzte Ruhezonen für das Wild ausscheidet. Unter dem Gesichtswinkel der Willkür sowie der Unschuldsvermutung sei somit die Beweiswürdigung der Vorinstanz und ihre Anwendung des kantonalen Jagdstrafrechts nicht zu beanstanden. Unbehilflich sei sodann der Hinweis auf die in Art. 699 Abs. 1 ZGB im Grundsatz gewährleistete freie Zugänglichkeit des Waldes. Indem nicht der Zutritt zum Wald schlechthin, sondern lediglich der Zugang zu Einstandsgebieten abseits bestehender, allgemein begangener Wege geahndet werde, erscheine eine solche Massnahme auch als verhältnismässig. 2.2 Der Beschwerdeführer wendet dagegen ein, der angefochtene Entscheid stütze sich auf einen willkürlich festgestellten Sachverhalt und zudem sei das kantonale Strafrecht willkürlich angewendet worden. Er macht geltend, das Gebiet "Föhnen" habe er lediglich durchlaufen, ohne auf der Suche nach Abwurfstangen gewesen zu sein, wobei eine blosse Wahrscheinlichkeit der verbotenen Suche jedenfalls für einen Schuldspruch nicht genügen könne. Zudem könne das genannte Gebiet nicht als Wintereinstandsgebiet für Hirsche bezeichnet werden. Er bestreitet somit gegen jagdrechtliche Bestimmungen verstossen zu haben und wendet ein, der kantonale Entscheid verletze auch das Prinzip der Gesetzmässigkeit und insbesondere den Grundsatz "keine Strafe ohne Gesetz", da es an einer genügend klar bestimmten Strafnorm fehle, wonach ihm der Zugang zum Gebiet "Föhnen" anfangs März 2000 verwehrt gewesen wäre. Art. 33 Abs. 1 JV GL verbiete nicht das Betreten des Waldes an sich, sondern die unnötige Beunruhigung des Wildes. Zudem bedürfe der in Art. 33 Abs. 1 JV GL verwendete Begriff des Einstandsgebietes einer näheren Umschreibung und setze voraus, dass klar ausgeschiedene und an sinnvollen Orten gekennzeichnete Wildruhezonen durch behördliche Verfügung und ihrer Bezeichnung in Nutzungsplänen geschaffen werden. Solche jagdrechtlich moti- vierte Zonen gebe es im Kanton Glarus jedoch nicht, weshalb das kantonale Gebiet weitgehend als Einstandsgebiet bezeichnet werden müsste, was gegen Art. 699 ZGB und Art. 14 WaG verstossen würde. 2.3 Gemäss Rechtsprechung des Bundesgerichtes ist ein Entscheid nicht schon dann willkürlich, wenn eine andere Lösung ebenfalls vertretbar erscheint oder gar vorzuziehen wäre, sondern erst dann, wenn er offensichtlich unhaltbar ist, zur tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft. Willkür liegt nur vor, wenn nicht bloss die Begründung des angefochtenen Entscheides, sondern auch dessen Ergebnis unhaltbar ist (BGE 127 I 38 E. 2a S. 41, 54 E. 2b S. 56, je mit Hinweisen). Bei der Auslegung und Anwendung von kantonalem Recht kann von qualifiziert unrichtiger, willkürlicher Rechtsanwendung nur die Rede sein, wenn der angefochtene Entscheid in klarer, offensichtlicher Weise unhaltbar ist (BGE 117 Ia 97 E. 4b S. 106, 135 E. 2c S. 139).