Citation: 9C_527/2024 E. 4.4

4.4. Angesichts der soeben geschilderten Verhältnisse kann der IV-Stelle nicht beigepflichtet werden, wenn sie dafürhält, die Vorinstanz hätte nicht ein Gerichtsgutachten einholen, sondern einen Rentenanspruch verneinen sollen mit der Begründung, der Nachweis einer rechtlich bedeutsamen Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit habe nicht erbracht werden können und der Versicherte müsse die Folgen dieser Beweislosigkeit tragen. Diese Beweisregel wäre erst im - hier nach dem in E. 4.3 Gesagten nicht gegebenen - Fall zum Zug gekommen, dass es sich als unmöglich erwiesen hätte, einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich gehabt hätte, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 144 V 427 E. 3.2; 138 V 218 E. 6). Eine Überdehnung des Untersuchungsgrundsatzes kann der Vorinstanz deshalb nicht vorgeworfen werden. Dem von der IV-Stelle ebenfalls angerufenen Grundsatz der Verfahrensökonomie wurde im Übrigen insofern Rechnung getragen, als die Vorinstanz selber direkt Abklärungen veranlasste (d.h. das Gerichtsgutachten in Auftrag gab).