Citation: 2C_823/2021 E. 3.2

3.2. Nach Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG (in der Fassung vom 1. Januar 2018 [AS 2007 5455]) kann eine Niederlassungsbewilligung widerrufen werden, wenn die ausländische Person in schwerwiegender Weise gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung in der Schweiz oder im Ausland verstossen hat oder diese gefährdet oder die innere oder äussere Sicherheit gefährdet hat. Ein Verstoss gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung ist nach Art. 80 Abs. 1 lit. b der Verordnung vom 24. Oktober 2007 über die Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit (VZAE; in der Fassung bis 31. Dezember 2018 [AS 2007 5497]; entspricht heute Art. 77a VZAE) unter anderem bei mutwilliger Nichterfüllung der öffentlich-rechtlichen oder privatrechtlichen Verpflichtungen anzunehmen. Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung genügt eine Schuldenwirtschaft für sich allein hierfür nicht. Vorausgesetzt ist eine Mutwilligkeit der Verschuldung, d.h. diese muss selbst verschuldet und damit qualifiziert vorwerfbar sein, wovon nicht leichthin auszugehen ist (BGE 137 II 297 E. 3.3; Urteile 2C_882/2020 vom 6. Mai 2021 E. 3.4.2; 2C_138/2018 vom 16. Januar 2019 E. 2.2). Die Mutwilligkeit setzt ein von Absicht, Böswilligkeit oder qualifizierter Leichtfertigkeit getragenes Verhalten voraus (Urteile 2C_390/2021 vom 12. Oktober 2021 E. 3.2; 2C_81/2018 vom 14. November 2018 E. 3.2.2; 2C_789/2017 vom 7. März 2018 E. 3.3.1).