Citation: 6B_258/2018 E. 1.4

1.4. Der Beschwerdeführer rügt explizit und ausschliesslich eine unrichtige Anwendung von Bundesrecht. Willkür in der vorinstanzlichen Sachverhaltsfeststellung macht er nicht geltend. Auf seine Rüge ist nicht einzutreten, soweit diese sich dennoch auf einen anderen als von der Vorinstanz festgestellten Sachverhalt stützt. So stellt die Vorinstanz insbesondere fest, der Beschwerdegegner habe den konkreten Schusswaffeneinsatz nicht in Kauf genommen. Ihre Begründung des Fehlens dieser tatsächlichen Voraussetzung des Eventualvorsatzes ist zudem nachvollziehbar. Ihr zufolge deute eine Äusserung des Beschwerdegegners zwar darauf hin, dass er einen Sprung von C.D.________ vom Balkon und daraus resultierende Verletzungen in Kauf genommen habe (vgl. angefochtenes Urteil, E. 3.4.2 S. 33). Ausserdem verzichtete der Beschwerdegegner auf das Aufstellen von Sprungrettern unterhalb des Balkons und gab die Bewilligung zur Stürmung bewusst in dem Moment, als sich C.D.________ auf dem Balkon befand (vgl. angefochtenes Urteil, E. 2.8.2.2 S. 24 f.). Ein Sturz vom Balkon, welche Möglichkeit der Beschwerdegegner in der Tat mit einer gewissen Gleichgültigkeit kommentierte sowie auch die Drohung von C.D.________, sich bei einem Zutritt der Polizei selber mit dem Messer zu erstechen (vgl. angefochtenes Urteil, E. 2.8.2.2 S. 24), führen jedoch nicht geradezu augenfällig dazu, der Beschwerdegegner habe auch den schliesslich eingetretenen Sachverhalt - die Schussabgaben durch das Mitglied der Sondereinheit und die daraus resultierenden schweren Verletzungen - offensichtlich in Kauf genommen. Schon die erste Instanz begründet plausibel, dass der Beschwerdegegner weder den konkreten Polizisten noch die Sondereinheit als Ganzes angewiesen habe, auf C.D.________ zu schiessen. Er sei lediglich befugt gewesen, den Einsatz der Sondereinheit anzuordnen und in den wesentlichen Zügen zu umreissen. Detailliertere Instruktionen zur Ausführung des Einsatzes lagen auch laut Vorinstanz nicht in seinem Verantwortungsbereich, sondern in demjenigen des dafür besonders geschulten und erfahrenen Einsatzleiters der Sondereinheit (angefochtenes Urteil, E. 4.4 S. 36; kant. Akten, act. 45). Folglich können aus fehlenden Anweisungen des Beschwerdegegners zur konkreten Vorgehensweise der Sondereinheit ebenso wenig zwingende Rückschlüsse auf das Ausmass seiner Inkaufnahme unerwünschter Erfolge gezogen werden. Auch die weiteren Tatsachen, etwa dass die Sondereinheit die Wohnung mit geladenen und gezückten Waffen stürmte, führt noch nicht zu Willkür in der vorinstanzlichen Ablehnung einer Inkaufnahme des eingetretenen Erfolgs. Dieses Vorgehen entspricht laut unbestrittener vorinstanzlicher Feststellung einem Standard (vgl. angefochtenes Urteil, E. 4.5 S. 37). Ausgehend von der willkürfreien Feststellung der Vorinstanz einer fehlenden Inkaufnahme des Beschwerdegegners wendet sie Art. 12 Abs. 2 StGB nicht falsch an. Die Vorinstanz schliesst von den tatsächlichen Voraussetzungen ohne Bundesrechtsverletzung auf einen fehlenden Eventualvorsatz des Beschwerdegegners. Weshalb sie ihre Begründungspflicht verletzt haben soll, ist angesichts ihrer Erwägungen nicht ersichtlich. Sie begründet hinreichend, aufgrund welcher Überlegungen sie den Vorsatz als nicht gegeben erachtet.