Citation: U 143/04 22.12.2004 E. 4

4.1 In einlässlicher und allen Teilen überzeugender Würdigung der umfangreichen medizinischen Akten hat die Vorinstanz richtig erkannt, dass gestützt auf die vorhandenen Unterlagen keine abschliessende Beurteilung des strittigen Punktes möglich war: Während die Dres. med. B.________, S.________ und H.________ eine Unfallkausalität der über den 15. Juli 1997 hinaus bestehenden Beschwerden bejahen, verneinen die Dres. med. K.________ und U.________ eine solche. Sowohl untereinander in ihren Schlussfolgerungen kontrovers ist auch keine der ärztlichen Feststellungen allein in sich derart schlüssig, dass darauf nach den für beweiskräftige ärztliche Entscheidungsgrundlagen massgeblichen Kriterien (vgl. BGE 125 V 352 Erw. 3a mit Hinweis) abgestellt werden konnte. Das kantonale Gericht sah sich deshalb zu Recht veranlasst, durch die Prof. Dres. med. D.________, R.________ und G.________ der Klinik L.________ eine polydisziplinäre Begutachtung vornehmen zu lassen. Die am 3. März 2003 ausgefertigte Expertise ist für die streitigen Belange umfassend, beruht auf sorgfältigen eigenen Untersuchungen und berücksichtigt sowohl die medizinischen Vorakten wie auch die von der Versicherten geklagten Gesundheitseinschränkungen. Sie leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein und die darin gezogenen Schlüsse sind einlässlich begründet, weshalb deren, in Erw. 3.1 hievor dargelegten Gesamtbeurteilung - insbesondere auch in Verbindung mit den durch die Vorinstanz im Nachgang ergänzend eingeforderten anamnestischen Angaben des Dr. med. H.________ vom 26. September 2003 - beigepflichtet werden kann. Zwingende Gründe, welche ein Abweichen von der gerichtsgutachterlichen Einschätzung gebieten würden, sind entgegen der Auffassung des Unfallversicherers nicht ersichtlich (zur Beweiswürdigung von Gerichtsgutachten: BGE 125 V 352 f. Erw. 3b/aa mit Hinweisen; RKUV 2000 Nr. U 377 S. 185 f. Erw. 4a). Namentlich ist die Expertise weder in ihren Aussagen widersprüchlich, noch erscheinen gegensätzliche Meinungsäusserungen anderer Fachexperten als triftig genug, die Schlüssigkeit des Gutachtens in Frage zu stellen. Vielmehr überzeugt die darin vorgenommene Würdigung der pathologischen Vorzustände gerade auch vor dem Hintergrund der durch Dr. med. H.________ nachträglich detailliert dargelegten prätraumatischen Krankengeschichte. Soweit die Beschwerdeführerin den im Gerichtsgutachten angenommenen Unfallhergang beanstandet, bleibt anzumerken, dass dieser insofern unbestritten ist, als die Versicherte - über einen Eimer stolpernd - nach vorne auf ihre Hände und Knie gestürzt ist. Ob es dadurch, wie in der Gerichtsexpertise sowie im Gutachten des Dr. med. S.________ (vom 7. November 2000) erwähnt, zu einer "Hohlkreuzstellung" und damit zu einer Hyperextensionsbelastung der Wirbelsäule oder aber - so insbesondere Prof. Dr. med. R.________ in seiner neuropsychiatrischen Teilexploration und Dr. med. U.________ anlässlich seiner Stellungnahme vom 6. Juni 2003 - zu einer Inklinationsbewegung (Vorbeugen des Rumpfes ["Böcklistellung"]) gekommen ist, lässt sich wohl nicht mehr mit letzter Sicherheit eruieren. Da auch Dr. med. U.________ in seinem Gutachten vom 21. Juli 1999 indessen eine Krafteinwirkung auf die Wirbelsäule durch eine im Moment des Sturzes als Abwehrreaktion hervorgerufene starke Muskelanspannung für denkbar erachtet, kann davon ausgegangen werden, dass der Sturz jedenfalls zu einer erheblichen, durch das Übergewicht der Versicherten noch zusätzlich verstärkten Belastung der Wirbelsäule geführt hat. Beizufügen bleibt, dass selbst wenn die Beschwerdeführerin mit ihrer Argumentation der mangelnden Beweiskraft des Gerichtsgutachtens durchzudringen vermöchte, wofür jedoch, wie einlässlich dargelegt, keine hinreichenden Gründe bestehen, sie bezüglich ihrer grundsätzlichen Leistungspflicht nichts gewinnen würde. Diesfalls träte in Bezug auf die Unfallkausalität ein Zustand der Beweislosigkeit ein, dessen Folgen rechtsprechungsgemäss der Unfallversicherer zu tragen hätte (vgl. Erw. 1.2 hievor). 4.2 Die Beschwerdeführerin hat folglich über den 15. Juli 1997 hinaus Leistungen nach UVG zu erbringen. Der Umstand, dass vorbestehende degenerative Veränderungen sowie eine psychogene Überlagerung das Beschwerdebild mitgeprägt haben, ändert daran nichts, da auch die blosse Teilkausalität zwischen den geklagten Störungen und dem schädigenden Ereignis für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhanges genügt (BGE 129 V 181 Erw. 3.1, 406 Erw. 4.3.1, je mit Hinweisen).