Citation: 6S.65/2005 14.03.2006 E. 2

Nach Auffassung des Beschwerdeführers verletzt der angefochtene Entscheid Art. 13 StGB, weil die Vorinstanz seine Zurechnungsfähigkeit bei der Verabreichung von Fusstritten und Faustschlägen an E.________ nicht durch ein Gutachten habe abklären lassen. Die Pflicht, ein Gutachten einzuholen, besteht nach Art. 13 Abs. 1 StGB nur, wenn ein ernsthafter Anlass zu Zweifeln an der Zurechnungsfähigkeit des Angeschuldigten besteht. Solche Zweifel sind beispielsweise am Platz, wenn der Angeschuldigte unter einer psychischen Krankheit leidet und diese mit der Tat in Zusammenhang steht, wenn Tat und Täterpersönlichkeit überhaupt nicht zueinander passen oder wenn die Tatausführung völlig unüblich erscheint (BGE 116 IV 273 E. 4a S. 274). Es mag zwar zutreffen, dass Schüsse im Rahmen einer tätlichen Auseinandersetzung bei einem daran Beteiligten unter Umständen einen Schock auszulösen vermögen und sich daraus Zweifel an seiner Zurechnungsfähigkeit für sein weiteres Verhalten ergeben können. Die Vorinstanz verneint jedoch - gleich wie schon das Bezirksgericht - aufgrund des Tatablaufs, dass sich der Beschwerdeführer in einem Schockzustand befand. Gestützt auf diese verbindliche Tatsachenfeststellung durfte sie eine psychiatrische Begutachtung ablehnen, ohne Art. 13 StGB zu verletzen. Was der Beschwerdeführer dagegen vorbringt, erschöpft sich in unzulässiger Kritik an den vorinstanzlichen Sachverhaltsfeststellungen.