Citation: 4A_300/2009 08.10.2009 E. 3

Die Vorinstanz gelangte mit der ersten Instanz in Würdigung der Beweise zum Schluss, die Beschwerdeführerin habe am 16. [recte 18.] Oktober 2004 anlässlich des wöchentlichen Rapports gegenüber dem Beschwerdegegner vor versammeltem Team unbegründet schwere Vorwürfe erhoben. Die dem Beschwerdegegner angelasteten Pflichtverletzungen hätten sich auch im Appellationsverfahren nicht bestätigt bzw. seien von der Beschwerdeführerin nicht genügend substanziiert worden. Die Vorinstanz liess offen, welche Partei das Arbeitsverhältnis fristlos aufgelöst hatte. Das ausgesprochene Misstrauen stelle einen wichtigen Grund im Sinne von Art. 337 Abs. 2 OR für eine fristlose Vertragsauflösung dar. Selbst wenn der Beschwerdegegner aus eigenem Entschluss der Arbeit ferngeblieben sein sollte, habe er Anspruch auf Schadenersatz im Umfang des bis zum Ablauf der ordentlichen Kündigungsfrist entgangenen Lohns. 3.1 Die Beschwerdeführerin rügt, die Vorinstanz habe den Sachverhalt nicht richtig festgestellt. Trotz der klaren Beweislage habe sie offen gelassen, wer das Arbeitsverhältnis fristlos aufgelöst habe. Es sei jedoch bewiesen, dass der Beschwerdegegner die Arbeitsstelle am 23. Oktober 2004 fristlos verlassen habe. 3.2 Löst der Arbeitnehmer das Arbeitsverhältnis fristlos auf, weil der Arbeitgeber einen wichtigen Grund gesetzt hat, kann er Schadenersatz nach Art. 337b Abs. 1 OR geltend machen. Beendet der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis fristlos, obwohl kein wichtiger Grund gegeben ist, steht dem Arbeitnehmer Schadenersatz nach Art. 337c Abs. 1 OR zu. Wenn die Annahme der Vorinstanz zutrifft, dass die Beschwerdeführerin den wichtigen Grund für die fristlose Auflösung des Arbeitsverhältnisses durch den Beschwerdegegner setzte bzw. kein wichtiger Grund für eine fristlose Entlassung bestand, kann offen bleiben, wer das Arbeitsverhältnis aufgelöst hat, da die Ansprüche des Beschwerdegegners in beiden Fällen ausgewiesen wären, diejenigen der Beschwerdeführerin demgegenüber unbegründet. Unter dieser Voraussetzung ist auf die diesbezüglichen Vorbringen der Beschwerdeführerin nicht einzugehen. Vorab zu prüfen ist, ob die Vorinstanz zu Recht davon ausgegangen ist, die Beschwerdeführerin habe einen wichtigen Grund zur fristlosen Auflösung des Arbeitsverhältnisses gesetzt. Die Beschwerdeführerin ist allerdings der Auffassung, die Vorinstanz habe zu Unrecht nicht alle von ihr aufgestellten Behauptungen und eingereichten Beweismittel berücksichtigt und damit ihre verfassungsmässigen Rechte verletzt. Diese Rügen sind zunächst zu behandeln.