Citation: 2C_1024/2020 E. 5.3.3

5.3.3. Straf- und Ausländerrecht verfolgen unterschiedliche Zielsetzungen: Ausländerrechtlich steht der Sicherheitsaspekt im Vordergrund, strafrechtlich die verschuldensabhängige Sanktionierung verpönten Verhaltens und die Reintegration des Täters oder der Täterin (Urteile 2C_410/2018 vom 7. September 2018 E. 5.4.5 und 2C_935/2017 vom 17. Mai 2018 E. 3.4). Die Ausländerbehörden sind nicht an die Einschätzung der Strafbehörden hinsichtlich der Rückfallgefahr gebunden - auch wenn sie diese sinnvollerweise in ihre Beurteilung miteinbeziehen werden -, da das Ausländerrecht zum Schutz der Gesellschaft hinsichtlich des noch hinzunehmenden Risikos strengere Anforderungen stellt als das Strafrecht (BGE 140 I 145 E. 4.3 S. 150; 137 II 233 E. 5.2.2 S. 536 f.; Urteil 2C_634/2018 vom 5. Februar 2019 E. 5.2.2.2). Es erstaunt unter diesen Umständen zwar, dass sich die Vorinstanz gar nicht zum Vollzugsbericht des Amtes für Justizvollzug vom 8. April 2020 äussert, welcher ausführlich zur aktuellen Situation des Beschwerdeführers und seinen Perspektiven Stellung nimmt. Allerdings wird in diesem Bericht ebenfalls ausdrücklich festgehalten, dass hinsichtlich des konkreten Rückfallrisikos keine abschliessende Beurteilung erstellt wird.