Citation: 2C_800/2022 E. 2.4

2.4. Vorliegend hält sich der Beschwerdeführer seit sieben Jahren in der Schweiz auf, wovon drei auf Asylverfahren, welches zur Abweisung seines Asylgesuchs führte, und vier auf eine vorläufige Aufnahme entfallen. Erst seit dem 28. Januar 2021 ist er im Besitz einer Härtefallbewilligung, die ihm gestützt auf Art. 84 Abs. 5 AIG erteilt wurde. Angesichts der konkreten Verhältnisse, namentlich des Umstandes, dass er seit weniger als zwei Jahren über eine Aufenthaltsbewilligung verfügt, erscheint seine Situation im gegenwärtigen Zeitpunkt nicht als genügend stabil, um von einem gefestigten Anwesenheitsrecht in der Schweiz ausgehen zu können. Besondere Umstände, die zu einer anderen Beurteilung führen könnten, legt der Beschwerdeführer nicht substanziiert dar (vgl. E. 2.2 hiervor). Nichts zu seinen Gunsten kann er insbesondere aus der von ihm zitierten Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) ableiten, da die genannten Entscheide nicht mit seiner Situation vergleichbar sind: So ging es in den Urteilen Mengesha Kimfe gegen die Schweiz und Agraw gegen die Schweiz vom 29. Juli 2010 [Nr. 24404/05] bzw. [Nr. 3295/06] um die Verweigerung der Zusammenführung von Ehepaaren, die unterschiedlichen Kantonen zugeteilt worden waren. Das Urteil M.P.E.V. gegen die Schweiz vom 8. Juli 2014 [Nr. 3910/13] handelte seinerseits von der Wegweisung eines an einer psychischen Krankheit leidenden Ausländers, dessen Ehefrau und gemeinsame Tochter in der Schweiz aufenthaltsberechtigt waren.