Citation: 9C_463/2016 E. 4.6

4.6. Als die Beschwerdeführerin die EL-Verfügung vom 3. Oktober 2013 in Empfang nahm, war das Bestehen der ab 1. August 2013 laufenden Probezeit bereits fraglich. Für die KV-Lehre hatte die Versicherte innerhalb des Spitals L.________ die Abteilung wechseln müssen, was ihr von Beginn weg Mühe bereitete. Dies äusserte sich in zahlreichen Arztterminen und vielen Absenzen. Nach Einschätzung der Case-Managerin des Ausbildungsbetriebs zeigte sich die Beschwerdeführerin bemüht und willig, stiess aber behinderungsbedingt an ihre Grenzen. Die mangelnde Ausbildungskonstanz führte zunächst zur Verlängerung der Probezeit bis 31. Januar 2014. Trotz Neustart an einem andern Arbeitsplatz am 12. November 2013 blieben die Schwierigkeiten bestehen. Bevor sie die EL-Verfügung vom 27. Dezember 2013 erhielt, wurde die Versicherte am 16. Dezember 2013 auf der Notfallstation des Spitals M.________ hospitalisiert. Gemäss Austrittsbericht vom 18. Dezember 2013 hatte sie in suizidaler Absicht eine Überdosis Medikamente geschluckt, weil sie sich mit allem überfordert fühlte. Ein zweiter Suizidversuch erfolgte am 19. Januar 2014. Als Auslöser betrachteten die Ärzte Konflikte nach der Trennung vom Ex-Freund, Belastungsfaktoren in der Beziehung zur Mutter, das (endgültige) Nichtbestehen der Probezeit zur KV-Lehre und damit verbunden der drohende Wohnungsverlust durch Ausschluss aus dem betreuten Wohnen im Lehrlingsheim (Austrittsbericht der psychiatrischen Klinik N.________ vom 28. Januar 2014). Erst nach (und wohl auch wegen) der Rückforderungsverfügungen der Sozialversicherungsanstalt vom 21. Juni 2014 schloss der Ausbildungsbetrieb im Hinblick auf die Anfang August 2014 beginnende neue Lehre zur Büroassistentin am 18. Juli 2014 mit der Beschwerdeführerin einen "Kooperationsvertrag für die Wohnbegleitung". Dieser sah insbesondere vor, dass sich die Versicherte überwiegend um ihre Ausbildung und die Gesundheit kümmere, während die Verwaltung der Finanzen gemeinsam von ihr und den Bezugspersonen des Wohnheims besorgt werde. Nach den diesbezüglichen schriftlichen Vereinbarungen gewährte sie den Bezugspersonen umfassenden Einblick in alle finanzrelevanten Unterlagen, führte zur Erfassung und Kontrolle ein Kassabuch, erstellte mit dem Team ein Budget, sichtete und bezahlte sämtliche Rechnungen zusammen mit den Bezugspersonen. Überdies verpflichtete sie sich, jeden Vertragsabschluss vorgängig mit dem Team zu besprechen und gemeinsam mit diesem einen Ordner zu führen, in dem sämtliche finanziellen Unterlagen übersichtlich und sauber abzulegen und wöchentlich zu aktualisieren seien.