Citation: 8C_59/2010 12.05.2010 E. 4

4.1 Unter dem Valideneinkommen ist rechtsprechungsgemäss jenes Einkommen zu verstehen, welches die versicherte Person im Zeitpunkt des Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich erzielen würde. Die Einkommensermittlung hat so konkret wie möglich zu erfolgen. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 129 V 222 E. 4.3.1 S. 224; Urteil 8C_530/2009 vom 1. Dezember 2009 E. 7.2 mit Hinweisen). 4.1.1 Konnte eine versicherte Person wegen einer Invalidität, welche die Folge eines versicherten Unfalles ist, eine nachweislich geplante und ihren Fähigkeiten entsprechende berufliche Ausbildung nicht aufnehmen oder eine begonnene Ausbildung nicht abschliessen, so ist für die Bestimmung des Invaliditätsgrades dasjenige Erwerbseinkommen massgebend, das sie ohne die Invalidität in jenem Beruf erzielen könnte (Art. 18 Abs. 2 UVG in Verbindung mit Art. 28 Abs. 1 UVV). 4.1.2 Für die Annahme einer mutmasslichen beruflichen Weiterentwicklung wird der Nachweis konkreter Anzeichen dafür verlangt, dass die versicherte Person einen beruflichen Aufstieg und ein entsprechend höheres Einkommen auch tatsächlich realisiert hätte, wenn sie nicht invalid geworden wäre. Im Rahmen der erstmaligen Rentenfestsetzung genügen blosse Absichtserklärungen der versicherten Person regelmässig nicht. Vielmehr muss nach den zutreffenden Erwägungen im angefochtenen Entscheid die Absicht, beruflich weiterzukommen, bereits durch konkrete Schritte kundgetan worden sein (Kursbesuche, Aufnahme eines Studiums, Ablegung von Prüfungen etc.; BGE 96 V 29; Urteile [des Eidg. Versicherungsgerichts] U 87/05 vom 13. September 2005 E. 2.1.2, in: RKUV 2006 Nr. U 568 S. 65, und U 340/04 vom 9. März 2005 E. 2.2, in: RKUV 2005 Nr. U 554 S. 315). Indizien für eine berufliche Weiterentwicklung müssen grundsätzlich auch bei jungen Versicherten in Form von Anhaltspunkten bereits bei Eintritt des Gesundheitsschadens konkret vorhanden sein (Urteile 8C_530/2009 vom 1. Dezember 2009 E. 7.2 und 8C_550/2009 vom 12. November 2009 E. 4.1, je mit Hinweisen). 4.2 Kantonales Gericht und Beschwerdegegnerin haben den Validenverdienst gestützt auf Angaben der vormaligen Arbeitgeberin, bei welcher der Beschwerdeführer seine Anlehre als Strassenbauer/Baupraktiker begonnen, nach dem Unfall aber nicht beendet hat, (vom 8. August 2005, 19. Mai 2006 sowie 11. und 17. Januar 2008) ermittelt. Nach diesen hätte der Versicherte mit erfolgreichem Anlehrabschluss im Jahre 2005 Fr. 4'355.- (x 13), 2006 Fr. 4'452.85 (x 13), 2007 Fr. 5'200.- (x 13) und 2008 Fr. 5'268.- (x 13) erzielen können, wobei für die 2007 und 2008 überdurchschnittlich erhöhten Lohnwerte nach Auskunft der Baufirma die gestiegene Berufserfahrung, die Ansätze nach geltendem Gesamtarbeitsvertrag und die zu berücksichtigende regionale Zone verantwortlich zeichneten. Der Beschwerdeführer bringt hiegegen im Wesentlichen vor, die gemäss Landesmantelvertrag (LMV) für das Schweizerische Bauhauptgewerbe ausgewiesenen Basislöhne lägen regelmässig über den von der ehemaligen Arbeitgeberin deklarierten Ansätzen, weshalb für die Bestimmung des Valideneinkommens auf Erstere abzustellen sei. 4.2.1 Der Basislohn für das Baustellenpersonal betrug - gemäss Art. 41 Abs. 2 der LMV 2003 - 2005 vom 25. März 2002 (LMV 2005; mit Bundesratsbeschluss vom 22. August 2003 teilweise allgemeinverbindlich erklärt, vgl. BBl 2003 6070 ff.), 2006 - 2008 vom 26. Mai 2005 (LMV 2006; mit Bundesratsbeschluss vom 26. Januar 2006 teilweise allgemeinverbindlich erklärt, vgl. BBl 2006 833) und 2008 - 2010 vom 14. April 2008 (LMV 2008; mit Bundesratsbeschluss vom 22. September 2008 teilweise allgemeinverbindlich erklärt, BBl 2008 8003) - vom 1. März 2005 bis 31. Januar 2006 für Arbeiter der Lohnklasse A in der Lohnzone "Rot" Fr. 4'935.- bzw. für Arbeiter der Lohnklasse B in der Lohnzone "Blau" Fr. 4'520.-, vom 1. Februar 2006 bis 30. April 2008 für Arbeiter der Lohnklasse A in der Lohnzone "Rot" Fr. 5'041.- bzw. für Arbeiter der Lohnklasse B in der Lohnzone "Blau" Fr. 4'626.- sowie vom 1. Mai bis 31. Dezember 2008 für Arbeiter der Lohnklasse A in der Lohnzone "Rot" Fr. 5'192.- bzw. für Arbeiter der Lohnklasse B in der Lohnzone "Blau" Fr. 4'765.-. Als Bauarbeiter der Lohnklasse A (Bau-Facharbeiter), der sich, soweit im Kanton Aargau beschäftigt, in der Lohnzone "Rot" befindet, gilt ein Bau-Facharbeiter ohne Berufsausweis jedoch entweder mit einem von der Schweizerischen Paritätischen Vollzugskommission Bauhauptgewerbe (SVK) anerkannten Kursausweis oder sofern er vom Arbeitgeber ausdrücklich in dieser Funktion anerkannt wird; als Bauarbeiter der Lohnklasse B (Bauarbeiter mit Fachkenntnissen), welcher im Kanton Aargau der Lohnzone "Blau" zuzuordnen ist, wird ein Bauarbeiter mit Fachkenntnissen ohne bauberuflichen Berufsausweis eingestuft, der vom Arbeitgeber auf Grund guter Qualifikation von der Lohnklasse C (Bauarbeiter ohne Fachkenntnisse) in die Lohnklasse B befördert wurde (siehe Art. 42 Abs. 1 LMV). Die Anlehre im Bauhauptgewerbe mit amtlichem Ausweis berechtigt zur Einreihung in die Lohnklasse der Bau-Facharbeiter (Art. 42 Abs. 2 LMV in Verbindung mit dem Katalog über die Einreihungskriterien für die Lohnklassen A und Q [gemäss Anhang 15 des LMV 2008]). 4.2.2 Vor diesem Hintergrund wird ohne weiteres deutlich, dass die für die Jahre 2005 und 2006 angenommenen lohnmässigen Grundlagen im Vergleich mit den LMV-Werten sowohl für einen Bauarbeiter der Lohnklasse A wie auch B zu tief angesetzt sind, wohingegen die Lohnbeträge für 2007 und 2008 leicht (Lohnklasse A) bzw. erheblich (Lohnklasse B) darüber liegen. Nach der Rechtsprechung gilt es zudem zu beachten, dass gesamtarbeitsvertraglich festgelegte Arbeitsentgelte mehr oder weniger stark unter den in einer Branche durchschnittlich ausbezahlten Löhnen liegen können; so sind denn auch die im LMV aufgeführten Basislöhne im Sinne eines Minimallohnes geregelt (Art. 41 Abs. 1 LMV). Für diesen Fall sind, soweit höher veranschlagt, die vom jeweiligen Arbeitgeber konkret ausbezahlten Verdienste für die Festlegung des Valideneinkommens repräsentativ (Urteil [des Eidg. Versicherungsgerichts] I 424/05 vom 22. August 2006 E. 4 mit Hinweisen, zusammengefasst wiedergegeben in SZS 2007 S. 64). Daraus erhellt, dass in casu für die Jahre 2005 und 2006 die nach LMV als Minimalverdienst fixierten Lohnansätze sowie für 2007 und 2008 die von der ehemaligen Arbeitgeberin höher bezifferten Beträge heranzuziehen sind. Für 2005 rechtfertigt es sich, da der Beschwerdeführer die zweijährige Bau-Anlehre bei der in B.________ domizilierten Firma M.________ im August 2003 begonnen hatte und diese somit frühestens im August/September 2005 beendet worden wäre, für das massgebliche Valideneinkommen in der Zeit ab September 2005 - erst ab diesem Zeitpunkt wird die Frage nach allfälligen Rentenbetreffnissen überhaupt aktuell (vgl. E. 3.2 in fine hievor) - auf den für einen Bau-Facharbeiter (der Lohnzone "Rot") ausgewiesenen monatlichen Ansatz in Höhe von Fr. 4'935.- abzustellen, woraus ein hypothetischer Verdienst von Fr. 21'385.- ([13 x Fr. 4'935.-] : 12 x 4) resultiert. Die diesbezügliche Einkommensgrösse 2006 ist sodann auf der Grundlage der entsprechenden, für das Jahr 2006 geltenden Lohnbeträge festzusetzen ([1 x Fr. 4'935.-] + [11 x Fr. 5'041.-] : 12 x 13 = Fr. 65'418.15), wohingegen den Valideneinkommen 2007 und 2008 die von der vormaligen Arbeitgeberin deklarierten Verdienste zugrunde zu legen sind (2007: Fr. 5'200.- [x 13 = Fr. 67'600.-]; 2008: Fr. 5'268.- [x 13 = Fr. 68'484.-]). Für ein Abstellen auf die gemäss LMV für gelernte Bau-Facharbeiter der Lohnklasse Q (Kanton Aargau: Lohnzone "Rot") ausgewiesenen Basislöhne (vom 1. Februar 2006 bis 30. April 2008 Fr. 5'236.-; vom 1. Mai bis 31. Dezember 2008 Fr. 5'393.-), wie vom Beschwerdeführer moniert, ergeben sich demgegenüber im Lichte des hievor Dargelegten nicht genügend Anhaltspunkte (vgl. E. 4.1.2). Diesfalls wäre nebst anderen qualifizierten Voraussetzungen der Erwerb eines entsprechenden Eidgenössischen Fähigkeitszeugnisses erforderlich (Art. 42 Abs. 1 LMV; Anhang 15 des LMV 2008 [Katalog über die Einreihungskriterien für die Lohnklassen A und Q sowie SVK-Merkblatt für die Anerkennung ausländischer Berufsausweise]), wofür - jedenfalls für den hier zeitlich massgebenden Zeitraum (bis zum Erlass des Einspracheentscheids vom 19. März 2009; BGE 132 V 215 E. 3.1.1 S. 220 mit Hinweisen) - keine ausreichend konkretisierten Anzeichen bestehen. Dasselbe trifft schliesslich auch für die übrigen seitens des Versicherten geltend gemachten lohnerhöhenden Faktoren zu, wobei insbesondere nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad dargetan ist, weshalb die Validenverdienste auf der Basis von erheblich über den LMV-Ansätzen liegenden Beträgen festgesetzt werden sollten.