Citation: 1C_315/2017 E. 7.2

7.2. Der Beschwerdegegnerin steht für eisenbahnrechtliche Infrastrukturvorhaben das Enteignungsrecht zu (vgl. Art. 3 Abs. 1 des Eisenbahngesetzes vom 20. Dezember 1957 [EBG; SR 742.101] i.V.m. Art. 3 Abs. 2 lit. b des Bundesgesetzes vom 20. Juni 1930 über die Enteignung [EntG; SR 711]). Gegenstand des Enteignungsrechtes können gemäss Art. 5 EntG dingliche Rechte an Grundstücken sowie die aus dem Grundeigentum hervorgehenden Nachbarrechte, ferner die persönlichen Rechte von Mietern und Pächtern des von der Enteignung betroffenen Grundstückes sein (Abs. 1). Diese Rechte können dauernd oder vorübergehend entzogen oder beschränkt werden (Abs. 2). Die Enteignung kann nur gegen volle Entschädigung erfolgen (Art. 16 EntG). Enteignungsrechtliche Entschädigungsansprüche für die Unterdrückung nachbarrechtlicher Abwehransprüche gegen unvermeidbare Immissionen aus dem Betriebeines öffentlichen Werks setzen praxisgemäss voraus, dass (kumulativ) die Unvorhersehbarkeit der Immissionen, die Spezialität der Immissionen und die Schwere des immissionsbedingten Schadens gegeben sind (vgl. BGE 142 II 136 E. 2.1 S. 138; 130 II 394 E. 7.1 S. 402). Unvermeidbare vorübergehende Störungen, die sich aus Bauarbeitenergeben, haben die Nachbarn öffentlicher Werke nach ständiger Praxis in der Regel entschädigungslos hinzunehmen. Ersatz ist nur zu leisten, wenn die Einwirkungen ihrer Art, Stärke und Dauer nach aussergewöhnlich sind und zu einer beträchtlichen Schädigung der Nachbarn führen. Dagegen gelten die Voraussetzungen der Unvorhersehbarkeit und der Spezialität der Einwirkungen, die für die Abgeltung von Immissionen aus dem Betrieb öffentlicher Werke verlangt werden, für die Beeinträchtigungen durch Baustellen nicht (BGE 134 II 164 E. 8.1 S. 168; 132 II 427 E. 3 S. 434 ff.; je mit Hinweisen).