Citation: 6B_1143/2018 E. 1.2.2

1.2.2. Der Gutachter Med. pract. A._________ wurde anlässlich der mündlichen Verhandlung vor dem Strafgericht vom 4. Dezember 2017 ausführlich befragt. Er konnte sich zum später erstellten positiven Therapiebericht vom 19. Juli 2018 zwar nicht äussern. Er gab am 4. Dezember 2017 jedoch zu Protokoll, theoretisch könne ein Jahr ab Akzeptanz der Störung durch den Beschwerdeführer und Verständnis des Grundmodells seiner Delinquenz mit dem Durchlaufen der verschiedenen Lockerungsstufen begonnen werden, so dass danach innerhalb einer Zeit von drei bis vier Jahren ein "offener Vollzug" in Erwägung gezogen werden könne (vgl. angefochtener Entscheid E. 4.4 S. 13 f.; Protokoll der Verhandlung vom 4. Dezember 2017 S. 19). Damit nahm der Gutachter bereits anlässlich der erstinstanzlichen Verhandlung dazu Stellung, wann eine Entlassung bzw. ein "offener Vollzug" bei positivem Verlauf der Therapie frühestens erfolgen kann. Der Beschwerdeführer hat am 23. Oktober 2017 in der Justizvollzugsanstalt Solothurn eine neue Therapie begonnen. Der Gutachter erklärte am 4. Dezember 2017 auf Frage der Verteidigung, eine seriöse Evaluation der neuen Therapie sei frühestens nach zwei bis drei Jahren möglich (vgl. angefochtener Entscheid E. 4.4 S. 14; Protokoll der Verhandlung vom 4. Dezember 2017 S. 23 f.). Nach Auffassung des Gutachters kann eine Beurteilung, ob die neue Therapie positiv verläuft, folglich frühestens zwei Jahre nach Therapiebeginn erfolgen, was im Zeitpunkt des Therapieberichts vom 19. Juli 2018 und der vorinstanzlichen Verhandlung vom 4. September 2018 noch nicht der Fall war. Der Therapiebericht vom 19. Juli 2018 äussert sich denn auch in erster Linie zur Therapiefähigkeit und -willigkeit des Beschwerdeführers. Fortschritte in der Therapie gehen daraus nur in ersten Ansätzen hervor. Der behandelnde Psychotherapeut betont darin vielmehr, dass das Risikobewusstsein des Beschwerdeführers noch verbessert werden muss. "Erst wenn dieses vorhanden sei und der Beschwerdeführer Erfahrungen mit Ausgängen habe sammeln können, könnten konkrete Strategien zur Risikoverminderung erarbeitet werden" (angefochtener Entscheid E. 4.5 S. 14). Eine weitere Ergänzung des Gutachtens anlässlich der mündlichen Verhandlung im Rechtsmittelverfahren war unter diesen Umständen nicht zwingend. Die Vorinstanz verfällt nicht in Willkür, wenn sie den Antrag auf erneute Befragung des Gutachters in antizipierter Beweiswürdigung abwies.