Citation: 5C.153/2003 04.12.2003 E. D

Mit Urteilen vom 16. September 2002, resp. 30. Mai 2003 wiesen das Amtsgericht Luzern-Stadt, I. Abteilung, und das Obergericht des Kantons Luzern, I. Kammer, die Klage ab. Bezüglich der medizinisch-theoretischen Invalidität der Klägerin hätten lediglich ermessensweise Schätzungen von Prof. B.________ vorgelegen. Diese Schätzungsunsicherheiten hätten die Parteien durch einen aussergerichtlichen Vergleich aus der Welt geschafft. Streitig bzw. zweifelhaft sei also der Invaliditätsgrad gewesen. Ob die Klägerin diesen richtig oder falsch eingeschätzt habe, sei nicht von Belang, da beim Vergleichsvertrag eine Fehleinschätzung im streitigen Teil für die Annahme eines Grundlagenirrtums nie genüge. Ebenso wenig könne der Eventualantrag auf Fr. 512'000.-- gutgeheissen werden (die Klägerin vertrat den Eventualstandpunkt, das Gutachten B.________ sei mit Bezug auf die organischen Beschwerden unvollständig; mit diesen ergebe sich eine Invalidität zwischen 80 % und 84 % und damit gemäss Entschädigungstabelle ein Betrag von Fr. 708'000.--): Seit dem Gutachten B.________ seien keine neuen Verletzungen aufgetaucht. Die Röntgenbilder hätten gezeigt, dass sämtliche Frakturen in guter Stellung konsolidiert seien, und Prof. B.________ habe den organischen Restbeschwerden auf Grund der von keiner Seite beanstandeten Untersuchungsergebnisse keinen Invaliditätswert zugemessen. Weil im Gutachten erwähnt, falle eine Invalidität in der Schulter von vornherein nicht in Betracht. Für die geltend gemachte (und im Gutachten B.________ nicht erwähnte) Invalidität im Rücken- und Beckenbereich wäre die Klägerin beweisbelastet. Zwar habe sie ein gerichtliches interdisziplinäres Gutachten verlangt, dieses aber auf die Feststellung ihres Invaliditätsschadens nach medizinisch-theoretischen Grundsätzen beschränkt. Damit liesse sich weder die Neuheit der Beschwerden noch die Kausalität mit dem Unfall im Jahr 1993 beweisen.