Citation: 2C_157/2025 E. 2.3

2.3. Entgegen seiner Auffassung kann der Beschwerdeführer unter den konkreten Umständen keinen Bewilligungsanspruch aus dem Schutz seines Privatlebens gemäss Art. 13 Abs. 1 BV bzw. Art. 8 Ziff. 1 EMRK ableiten. Zwar besteht die Vermutung, dass eine ausländische Person nach einem zehnjährigen rechtmässigen Aufenthalt in der Schweiz als integriert gelten kann, sodass es für die Beendigung des Aufenthalts besonderer Gründe bedarf (BGE 144 I 266 E. 3.9). Indessen hat das Bundesgericht wiederholt erwogen, dass der Zeit, in der ein Ausländer lediglich geduldet wird, so namentlich zufolge erteilter aufschiebender Wirkung, nicht der gleiche Stellenwert zukommt wie einem bewilligten Aufenthalt und nicht als rechtmässiger Aufenthalt im Sinne der vorgenannten Rechtsprechung zählt (vgl. BGE 149 I 207 E. 5.3.3; 149 I 66 E. 4.4 sowie u.a. Urteile 2C_361/2024 vom 24. Januar 2025 E. 1.3.3; 2C_178/2024 vom 31. Mai 2024 E. 1.3.2; 2C_109/2023 vom 4. Juli 2023 E. 3.4.1; jeweils mit Hinweisen). Ebenfalls nicht anzurechnen ist der Aufenthalt während eines Asylverfahrens (BGE 149 I 66 E. 4.4). Vorliegend hält sich der Beschwerdeführer zwar seit dem 30. Mai 2011 in der Schweiz auf. Als "rechtmässiger Aufenthalt" im Sinne der Rechtsprechung kann indessen nur der Aufenthalt des Beschwerdeführers ab dem Datum der vorläufigen Aufnahme, d.h. frühestens ab dem abweisenden Asylentscheid vom 27. Januar 2012 (vgl. auch BGE 149 I 66 E. 4.4), bis zum Ablauf seiner Aufenthaltsbewilligung, am 25. September 2018, angerechnet werden. Danach war er lediglich geduldet bzw. war sein Aufenthalt in der Schweiz prozedural bedingt. Im Anschluss an den negativen Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts vom 9. Oktober 2023 betreffend seine vorläufige Aufnahme wäre der Beschwerdeführer gemäss dem angefochtenen Entscheid verpflichtet gewesen, die Schweiz zu verlassen, was er indessen nicht tat. Folglich war der Beschwerdeführer lediglich während ca. sechs Jahren und sieben Monaten im Besitz einer Aufenthaltsbewilligung, während etwa die Hälfte seines Gesamtaufenthalts in der Schweiz prozedural bedingt war. Hinzu kommt, dass ihm die Aufenthaltsbewilligung aus humanitären Gründen gestützt auf eine gefälschte Urkunde erteilt worden war. Vor diesem Hintergrund besteht vorliegend - selbst wenn dem prozedural bedingten Aufenthalt eine gewisse Bedeutung zukommen sollte - kein zehnjähriger rechtmässiger Aufenthalt im Sinne der zitierten Rechtsprechung. Besondere Umstände, wonach in seinem Fall - trotz kürzerer Aufenthaltsdauer - eine besonders ausgeprägte Integration vorliegen soll (vgl. hierzu BGE 149 I 207 E. 5.3), werden nicht hinreichend dargetan. Die Vorbringen des wegen Urkundenfälschung verurteilten Beschwerdeführers, wonach er erwerbstätig sei, keine Schulden habe und soziale Kontakte pflege, reichen nicht aus, um eine über eine normale Integration hinausgehende Verwurzelung bzw. besonders intensive Beziehung zur Schweiz darzutun.