Citation: I 787/05 24.05.2006 E. 3

Im Bericht vom 1. April 2002 stellte das Spital Z.________ die Diagnose eines chronischen Lumbovertebralsyndroms links mit Status nach akuter Exazerbation im Oktober 2001, chronischer femoropatellärer Schmerzen beidseits, chronisch rezidivierende Kopfschmerzen linksparietal mit Tinnitus sowie progredienter Adipositas. Es bestehe eine mechanische Schmerzproblematik bei nicht geglückter Reintegration und folgendem Stellenverlust. Hinweise für neurologische Komplikationen gebe es keine. Weitere rheumatologische Abklärungen seien nicht geplant. Bei progredienter Gewichtszunahme seien eine Schilddrüsendysfunktion sowie andere endokrinologische Störungen auszuschliessen. Die Beschwerden seien besserungsfähig. Die Versicherte sei als Zimmermädchen aktuell zu 50 %, in einer leichten angepassten Tätigkeit voll arbeitsfähig. Dr. med. H.________ diagnostizierte in seinem Bericht vom 10. Februar 2003 ein chronisches Lumbovertebralsyndrom bei leichter Osteochondrose und Retroglissement L5/S1, ein Cervikalsyndrom, eine somatoforme Schmerzstörung, chronische femoropatelläre Schmerzen beidseits, chronische rezidivierende Kopfschmerzen, progrediente Adipositas sowie vor allem Integrationsprobleme. Die Versicherte sei ab 8. November 2001 bis auf weiteres voll arbeitsunfähig. Die angestammte Tätigkeit sei nicht mehr, eine andere leichte Arbeit eventuell zumutbar. In seinem Bericht vom 18. Oktober 2002 an den Krankentaggeldversicherer diagnostizierte er anstelle der somatoformen Schmerzstörung eine depressive Episode; ansonsten lassen sich diesem Bericht keine weitergehenden Angaben entnehmen. Die Klinik I.________ hielt in ihrem Bericht vom 11. April 2003 ein Lumbovertebralsyndrom bei leichter Osteochondrose L5/S1 und Adipositas, chronische femoropatelläre Schmerzen beidseits, chronische Kopfschmerzen mit Spannungskopfschmerzen bei Verdacht auf Fibromyalgie/Panalgie sowie einen Tinnitus fest. Der Gesundheitszustand sei besserungsfähig. Die angestammte Tätigkeit als Zimmermädchen sei zu 50 % zumutbar, wobei die Beschwerdeführerin letztmals am 2. Juli 2002 gesehen worden sei. Eine körperlich leichte Arbeit in wechselnder Position sei voll zumutbar. Frau Dr. S.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, diagnostizierte in ihrem Bericht vom 19. Mai 2003 eine rezidivierende depressive Störung und eine somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F 45.4) sowie aus somatischer Sicht den Status nach einer Gallensteinoperation (1995) und Adipositas (BMI 32). Es sei anzunehmen, dass die Schmerzen in Verbindung mit emotionalen Konflikten und psychosozialen Problemen auftreten würden. Die Versicherte übernehme keine Eigenverantwortung und verhalte sich versteckt aggressiv. Eine andere als die angestammte Tätigkeit sei zu 6 Stunden pro Tag bei einer um 40 % verminderten Leistungsfähigkeit zumutbar; dabei sei zu berücksichtigen, dass die Beschwerdeführerin nur über geringe Schulbildung verfüge und kaum deutsch spreche. Mit Hilfe einer Therapie und eines Arbeitstrainings müsste eine Arbeitsfähigkeit von 60 bis 70 % zu erreichen sein. Die Versicherte habe die Therapie abgebrochen, spreche aber von einer Pause. Auf Nachfrage hin präzisierte Frau Dr. med. S.________ ihre Einschätzung der Arbeitsfähigkeit dahingehend, mit Hilfe einer Psychotherapie, von Psychopharmaka und einem Arbeitstraining sei eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit auf sicher 70 %, vielleicht sogar auf 80 % denkbar. Die Versicherte müsse lernen, sich den Problemen zu stellen und Eigenverantwortung zu übernehmen. Mit einer Berentung sei ihr nicht geholfen. Dr. med. W.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, stellte in seinem Gutachten vom 30. November 2003 keine psychische Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit; die Entwicklung körperlicher Symptome aus psychischen Gründen (IDC-10 F 68.0) sowie die Schmerzfehlverarbeitung als Ausdruck der Überforderung und erschwerten Integration hätten keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Die Schmerzschilderungen seien diffus und vage. Auffallend sei die affektiv aufgeweckte Art gewesen. In keinem Moment habe auch nur ein minimstes Anzeichen irgendeiner depressiven Symptomatik bestanden. Im Vordergrund stehe eine deutliche histrionisch gefärbte Aggravationstendenz im Sinne eines sekundären Krankheitsgewinns. Aus psychiatrischer Sicht sei nicht nachvollziehbar, weshalb sie nicht solle arbeiten können. Ihr Verhalten in der Untersuchung sei dermassen grotesk auffällig, dass eine grosse Diskrepanz festgestellt werden müsse. Das klinische Funktionieren sei völlig adäquat. Eine Gewichtsreduktion würde einige Beschwerden vermutlich verbessern. Über Tinnitus habe sie sich anlässlich der Untersuchung nicht beklagt. Aus rein psychiatrischer Sicht sei jegliche Tätigkeit vollschichtig ohne Verminderung des Rendements zumutbar. Nach Ansicht von Dr. med. W.________ bedarf die Versicherte keiner Psychotherapie. Dies werde bestätigt durch den Umstand, dass sie jene bei Frau Dr. med. S.________ abgebrochen habe, da sie ihr nicht geholfen habe, obwohl sie sich in ihrer Muttersprache habe äussern können. Die Prognose sei ungünstig, weil die Beschwerdeführerin einfach strukturiert sei, nicht deutsch spreche und wegen gewissen psychosozialen Belastungsmomenten auf Hilfe von aussen angewiesen sei. Bei einem Scheitern der Ehe könne davon ausgegangen werden, dass sie wieder versuchen werde, die Verantwortung für sich, ihr Leiden und die Verwirklichung der Restarbeitsfähigkeit abzugeben.