Citation: 2C_41/2023 E. 6.3

6.3. Die Rügen des Beschwerdeführers gehen deshalb grösstenteils an der Sache vorbei. Die vom Beschwerdeführer geltend gemachte Erfüllung der Integrationskriterien gemäss Art. 58a AIG und Art. 31 VZAE ist relevant für ein Aufenthaltsrecht aufgrund eines schwerwiegenden, persönlichen Härtefalls (vgl. Art. 30 Abs. 1 lit. b AIG). Letzteres kann vor Bundesgericht nicht geltend gemacht werden, da auf eine solche Ermessensbewilligung kein Rechtsanspruch besteht (Art. 83 lit. c Ziff. 2 und Ziff. 5 BGG; Urteile 2C_479/2023 vom 6. Februar 2024 E. 1.4.1; 2C_370/2022 vom 28. Juli 2022 E. 1.3). Die Konstellation eines nachehelichen, persönlichen Härtefalls (vgl. Art. 50 Abs. 1 lit. b AIG) ist bei dem mit einer Schweizerin verheirateten Beschwerdeführer offensichtlich nicht gegeben. Die Vorbringen des Beschwerdeführers, wonach die strafrechtlichen Verurteilungen insgesamt nicht schwer wögen, sind jedoch als sinngemässe Rüge der Verletzung von Art. 51 Abs. 1 lit. b i.V.m. Art. 63 Abs. 1 lit. a und Art. 62 Abs. 1 lit. b AIG (Widerrufsgrund der längerfristigen Freiheitsstrafe) zu prüfen. Die Verletzung des Anspruchs auf Achtung des Familienlebens gemäss Art. 8 Ziff. 1 EMRK wurde vom Beschwerdeführer nicht gerügt, weshalb sich eine diesbezügliche Prüfung erübrigt (vgl. E. 2.1 oben). Allerdings ist wie bei jeder staatlichen bzw. ausländerrechtlichen Massnahme die Verhältnismässigkeit der Verweigerung der Aufenthaltsbewilligung zu prüfen, und zwar vorliegend im Rahmen von Art. 96 Abs. 1 AIG (vgl. auch Art. 5 Abs. 2 BV). Diese Prüfung entspricht im Übrigen der Verhältnismässigkeitsprüfung gemäss Art. 8 Ziff. 2 EMRK, soweit dessen Schutzbereich eröffnet ist (BGE 139 I 145 E. 2.2 und E. 2.4; Urteile 2C_378/2022 vom 2. Mai 2023 E. 4.1; 2C_499/2022 vom 23. März 2023 E. 8.1 mit Hinweisen; 2C_962/2020 vom 28. Mai 2021 E. 3.3).