Citation: 1C_51/2023 E. 4.1

4.1. Art. 3 WaG bestimmt den Grundsatz, dass Waldfläche nicht vermindert werden soll (vgl. auch Art. 77 BV). Der Wald soll als naturnahe Lebensgemeinschaft in seiner Fläche und räumlichen Verteilung erhalten bleiben (Art. 1 Abs. 1 lit. a und b WaG). Überdies ist dafür zu sorgen, dass der Wald seine Funktionen, namentlich seine Schutz-, Wohlfahrts- und Nutzfunktion erfüllen kann (Art. 1 Abs. 1 lit. c WaG). Rodungen sind verboten (Art. 5 Abs. 1 WaG). Eine Ausnahmebewilligung darf nach Art. 5 Abs. 2 WaG erteilt werden, wenn der Gesuchsteller nachweist, dass für die Rodung wichtige Gründe bestehen, die das Interesse an der Walderhaltung überwiegen und zudem die folgenden Voraussetzungen erfüllt sind: das Werk, für das gerodet werden soll, muss auf den vorgesehenen Standort angewiesen sein (lit. a), es muss die Voraussetzungen der Raumplanung sachlich erfüllen (lit. b) und die Rodung darf zu keiner erheblichen Gefährdung der Umwelt führen (lit. c). Nicht als wichtige Gründe gelten finanzielle Interessen, wie die möglichst einträgliche Nutzung des Bodens oder die billige Beschaffung von Land für nichtforstliche Zwecke (Art. 5 Abs. 3 WaG). Dem Natur- und Heimatschutz ist Rechnung zu tragen (Art. 5 Abs. 4 WaG). Hinzu kommt, dass grundsätzlich für jede Rodung in derselben Gegend mit vorwiegend standortgerechten Arten Realersatz zu leisten ist (Art. 7 Abs. 1 WaG). Anstelle von Realersatz können in Ausnahmefällen Massnahmen zugunsten des Natur- und Landschaftsschutzes getroffen werden (Art. 7 Abs. 3 WaG). Jede Rodungsbewilligung bedeutet somit eine Ausnahme, deren Gewährung an die strikte Beachtung der gesetzlichen Voraussetzungen gebunden ist (BGE 119 Ib 397 E. 5b in fine). Es obliegt der gesuchstellenden Person aufzuzeigen, dass die Gründe für eine Rodung das Interesse an der Walderhaltung überwiegen. Mit anderen Worten muss sie nachweisen, dass ein öffentliches oder privates Interesse am Rodungszweck vorliegt, das höher zu werten ist als die Erhaltung der Waldfunktionen (Botschaft zum WaG vom 29. Juni 1988, BBl 1988 III 190 f. Ziff. 221; vgl. Urteile 1C_443/2020 vom 8. April 2021 E. 5.1; 1C_329/2015 vom 25. April 2016 E. 3.1; 1A.168/2005 vom 1. Juni 2006 E. 2.2, publ. in ZBl 108/2007 S. 338). Diese Rechtsfragen prüft das Bundesgericht grundsätzlich frei. Es auferlegt sich jedoch bei der nach Art. 5 WaG vorzunehmenden Interessenabwägung eine gewisse Zurückhaltung (Urteile 1C_443/2020 vom 8. April 2021 E. 5.1; 1C_693/2017 vom 26. Februar 2020 E. 9.1; je mit Hinweisen). So ist in erster Linie zu prüfen, ob die Vorinstanz die sich widerstreitenden Interessen im Hinblick auf die waldrechtliche Ausnahmebewilligung vollständig berücksichtigt und ob sie deren Gewichtung mit sachgerechten Erwägungen sorgfältig vorgenommen hat (BGE 112 Ib 424 E. 3; Urteil 1A.168/2005 vom 1. Juni 2006 E. 2.2, publ. in: ZBl 108/2007 S. 338 mit Hinweisen).