Citation: 5A_144/2023 E. 5.2

5.2. Grundlage des Unterhaltsanspruchs zwischen den Ehegatten ist Art. 163 ZGB, was selbst dann gilt, wenn diese getrennt sind und mit der Wiederaufnahme des gemeinsamen Haushalts nicht mehr zu rechnen (BGE 138 III 97 E. 2.2) und das Scheidungsverfahren bereits hängig ist (BGE 145 III 169 E. 3.6). Zwar trifft zu, dass das Eheschutzgericht in diesen Fällen die für den nachehelichen Unterhalt geltenden Kriterien auch bei der Festsetzung des ehelichen Unterhalts miteinbeziehen soll (statt vieler: BGE 147 III 301 E. 6.2). Indes findet bei der Festsetzung des Ehegattenunterhalts allein der aus dem Scheidungsunterhalt stammende Grundsatz sinngemäss Anwendung, dass beide Ehegatten den gebührenden Unterhalt nach Möglichkeit aus eigener Anstrengung erwirtschaften sollen (sog. Primat der Eigenversorgung; BGE 148 III 358 E. 5). Dagegen ist die Frage der Lebensprägung einzig beim nachehelichen Unterhalt relevant, während beim ehelichen Unterhalt der Gleichbehandlungsgedanke im Vordergrund steht (Urteil 5A_850/2020 vom 4. Juli 2022 E. 3 [einleitend], in: FamPra.ch 2022 S. 944). Dieser Gedanke kommt während der gesamten Ehe zum Tragen, weshalb dem Ehegattenunterhalt eine zeitliche Limitierung grundsätzlich fremd ist (BGE 148 III 358 E. 5; kritisch: BÜCHLER/ARNDT, Gebührender Unterhalt während der Trennung - Und was ist mit der Lebensprägung?, in: FamPra.ch 2023 S. 337 ff., insb. S. 345 ff.). Vergebens wirft der Beschwerdeführer dem Obergericht daher vor, die Frage der Lebensprägung nicht geprüft und den ehelichen Unterhalt zeitlich nicht begrenzt zu haben. Die Beschwerde ist insoweit unbegründet. Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, die Beschwerdegegnerin könne in Zukunft ihre Arbeitstätigkeit und dadurch den Eigenversorgungsgrad erhöhen, weshalb der Unterhalt aus diesem Grund in zeitlicher Hinsicht zu begrenzen sei, bleibt die Beschwerde rein appellatorisch und kann darauf von vornherein nicht eingetreten werden (vgl. E. 2 hiervor).