Citation: 6B_92/2021 E. 2.2

2.2. Unbestritten ist zunächst, dass der Beschwerdeführer an einer schweren psychischen Störung leidet (kombinierte Persönlichkeitsstörung und Pädophilie), mit der seine Delikte in Zusammenhang stehen, und von ihm eine mittlere bis hohe Rückfallgefahr für Sexualdelikte (sexuelle Handlungen mit Kindern) ausgeht. Erstellt ist zudem, dass sich der Gefahr weiterer mit der schweren psychischen Störung in Zusammenhang stehender Taten durch eine therapeutische Behandlung grundsätzlich begegnen lässt und der Beschwerdeführer sowohl therapiebedürftig als auch therapiefähig ist (vgl. Urteil S. 38 ff.). In Frage steht demgegenüber die Geeignetheit einer ambulanten Behandlung bzw. die Verhältnismässigkeit einer stationären therapeutischen Massnahme. Diesbezüglich erwägt die Vorinstanz, im forensisch-psychiatrischen Gutachten vom 29. September 2017 empfehle der Sachverständige primär die Anordnung einer ambulanten Massnahme, wobei er eine längere (mehrmonatige) einleitende stationäre Behandlung für sinnvoll erachte. Diese könne auch vollzugsbegleitend erfolgen; allerdings erfordere das Behandlungsziel ein überwiegend psychotherapeutisch ausgerichtetes Setting, das erfahrungsgemäss im Strafvollzug nur erschwert zu organisieren sei. Damit führe der Sachverständige aus, so die Vorinstanz, dass eine vollzugsbegleitende ambulante Behandlung wohl nicht genüge. Dies bestätige auch der Therapieverlaufsbericht vom 8. November 2019. Das bisherige ambulant eingerichtete Setting habe zwar gewisse kleine Fortschritte gebracht, von den erforderlichen Ergebnissen sei der Beschwerdeführer jedoch noch weit entfernt, was auch dem Therapiebericht vom 8. September 2020 zu entnehmen sei. Der Beschwerdeführer begehre offenbar den Aufschub der Freiheitsstrafe zugunsten der ambulanten Behandlung; dieser stehe indessen aufgrund der hohen Rückfallgefahr und der schweren Delikte ausser Frage. Die Aussagen des Beschwerdeführers anlässlich der vorinstanzlichen Verhandlung und die Tatsache, dass er sich trotz eineinhalb Jahren Therapie mit dieser noch in der Anfangsphase befinde, zeigten deutlich, dass das jetzige ambulante Setting unter Haftbedingungen nicht in genügender Weise etabliert werden könne. Die Vorinstanz gelangt zum Schluss, dass eine stationäre therapeutische Behandlung der schweren psychischen Störung beim Beschwerdeführer geeignet, notwendig und verhältnimässig sei, um der Gefahr weiterer Straftaten innerhalb der nächsten fünf Jahre zu begegnen (Urteil S. 41 ff.).