Citation: 5C.120/2006 08.09.2006 E. 3.2

3.2.1 Das Bundesgericht hat in dem von der Beklagten indirekt angerufenen BGE 74 III 84 ff. in der Tat festgehalten, die Art. 286-288 SchKG seien nicht von Amtes wegen anzuwenden. Wie sich aus den dortigen weiteren Ausführungen ergibt, wollte damit jedoch einzig gesagt werden, dass von einem nach Art. 285 Abs. 2 SchKG dazu Berechtigten überhaupt eine Anfechtungsklage nach den genannten Bestimmungen eingereicht worden sein muss (E. 2 S. 86). Dass Letzteres hier geschehen ist, steht ausser Frage. 3.2.2 Der von der Beklagten ebenfalls angesprochene Grundsatz "iura novit curia" besagt, dass das Gericht gestützt auf die festgestellten tatsächlichen Grundlagen das Recht ohne weiteres Zutun der daraus berechtigten Partei von Amtes wegen anzuwenden, d.h. auf die sich ergebenden Rechtsfolgen zu erkennen hat, ohne dass ihm von Parteiseite her die entsprechende Rechtsbelehrung zuteil wird (Hans Ulrich Walder-Richli, Zivilprozessrecht, 4. Auflage, Zürich 1996, § 17 Rz 4, S. 188). Das Vorbringen, die Gutheissung der Klage gestützt auf den Tatbestand der Absichtspauliana sei durch den erwähnten Verfahrensgrundsatz nicht gedeckt, ist nicht nachvollziehbar. In Wirklichkeit wird mit dem Vorgebrachten geltend gemacht, das Obergericht habe zu Unrecht die Voraussetzungen von Art. 288 SchKG als erfüllt betrachtet. Diese Rüge ist von der Beklagten im Sinne von Art. 55 Abs. 1 lit. c OG näher zu begründen. 3.2.3 Soweit die Beklagte sich auf das kantonale Prozessrecht beruft, sind ihre Ausführungen von vornherein nicht zu hören: Im Berufungsverfahren ist das Bundesgericht nicht befugt, dessen Anwendung zu überprüfen (vgl. Art. 43 Abs. 1 OG).