Citation: 2A.727/2004 08.03.2005 E. 2

2.1 Nach Art. 7 Abs. 2 ANAG hat der ausländische Ehegatte eines Schweizer Bürgers keinen Anspruch auf Erteilung der Aufenthaltsbewilligung, die ihm nach Art. 7 Abs. 1 ANAG grundsätzlich zusteht, wenn die Ehe eingegangen wurde, um die Vorschriften über Aufenthalt und Niederlassung von Ausländern zu umgehen. Davon wird die sogenannte Scheinehe bzw. Ausländerrechtsehe erfasst, bei der die Ehegatten von vornherein keine echte eheliche Gemeinschaft beabsichtigen (vgl. BGE 128 II 145 E. 2.1 S. 151 mit Hinweis). 2.2 Dass Ehegatten mit der Heirat nicht eine eheliche Lebensgemeinschaft begründen, sondern die Bestimmungen über Aufenthalt und Niederlassung von Ausländern umgehen wollen, entzieht sich in der Regel dem direkten Beweis und kann insofern nur durch Indizien nachgewiesen werden. Ein mögliches Indiz ist die drohende Wegweisung des Ausländers, weil dieser ohne Heirat keine Aufenthaltsbewilligung erhalten hätte oder sie ihm nicht verlängert worden wäre. Für eine Scheinehe können auch die Umstände und die kurze Dauer der Bekanntschaft sowie der Altersunterschied sprechen. Dass eine wirkliche Lebensgemeinschaft gewollt war, ist umgekehrt nicht schon aus dem Zusammenleben der Ehegatten für eine gewisse Zeit und intimen Beziehungen abzuleiten, ein solches Verhalten kann auch nur vorgespielt sein, um die Behörden zu täuschen (BGE 122 II 289 E. 2b S. 295 mit Hinweisen; Urteile 2A.161/2004 vom 19. Juli 2004, E. 2.2; 2A.88/2004 vom 11. Juni 2004, E. 2.1). Für die Anwendbarkeit von Art. 7 Abs. 2 ANAG genügt es freilich nicht, dass die Ehe geschlossen wurde, um dem ausländischen Ehegatten den Aufenthalt in der Schweiz zu ermöglichen; vielmehr ist erforderlich, dass die eheliche Gemeinschaft nicht wirklich gewollt war; mit anderen Worten kommt es auf die Motive der Heirat nicht an, sofern der Wille für eine Lebensgemeinschaft vorhanden ist (BGE 121 II 97 E. 2b S. 102; Urteil 2A.123/2004 vom 19. Juli 2004, E. 2.2 mit Hinweisen).