Citation: 4A_323/2022 E. 6.3.1

6.3.1. Die Vorinstanz erwog, die im Gesuch gestellten Rechtsbegehren seien gemäss ihrem eindeutigen Wortlaut nicht auf die Verpflichtung der Beschwerdegegnerinnen zur Edition von Urkunden, sondern auf die Verpflichtung zur Edition von Informationen gerichtet. Informationen seien keine Beweismittel und könnten nicht einfach mit einer Urkunde gleichgesetzt werden, welche die Informationen enthalte. Auch eine Auslegung der Rechtsbegehren nach Treu und Glauben unter Mitberücksichtigung der Begründung des Gesuchs ergebe nicht, dass die Rechtsbegehren auf die Edition von Urkunden gerichtet seien, und erst Recht nicht, dass bestimmte, bereits vorhandene Urkunden Gegenstand der Rechtsbegehren bildeten. Die Beschwerdeführerin schildere in der Begründung ihres Gesuchs zwar, dass sie vorprozessual die Versicherungsvermittlerin aufgefordert habe, die "Managing Agents" der Syndikate zu ersuchen, ihr von ihnen mit Unterschrift bestätigte Listen mit Namen oder Firmen, Wohn- oder Sitzadressen und Haftungsanteilen der Mitglieder der Syndikate zukommen zu lassen. Zudem habe sie auch die Syndikate aufgefordert, ihr Listen mit diesen Informationen zukommen zu lassen. Dass sie mit dem Gesuch von den Beschwerdegegnerinnen die Edition dieser Liste verlange, könne aber auch der Begründung des Gesuchs nicht entnommen werden. Die Beschwerdeführerin mache zwar geltend, sie verlange gestützt auf Art. 160 Abs. 1 lit. b ZPO die Edition von Urkunden. Gemäss ihrer eigenen konkreten Umschreibung des Gegenstands ihrer Rechtsbegehren handle es sich dabei aber um Informationen und damit weder um Listen noch um andere Urkunden. Im Übrigen habe sie in ihrem Gesuch nicht einmal behauptet und erst Recht nicht glaubhaft gemacht, dass entsprechende Listen bereits bestünden.