Citation: 5A_377/2018 E. 3.3.2

3.3.2. Zur Schenkungsabsicht hielt die Vorinstanz fest, auch wenn die Aktien lediglich für 0.5 % des effektiven Wertes an den Beschwerdegegner veräussert worden seien, könne nicht alleine daraus auf den Schenkungswillen des Vaters geschlossen werden. Der Beschwerdegegner habe (neben dem objektiven Wertunterschied zwischen Leistung und Gegenleistung) dargelegt, dass der Vater ihm einzig zur Vermeidung einer Schenkungssteuer, die im Jahr 1997 noch zu erbringen gewesen wäre, die Aktien zum Nennwert von insgesamt Fr. 3'000.-- übertragen habe. Er habe ihm die Aktien 1997 noch zum Nennwert ohne Steuerfolgen übertragen können, weil das Land damals noch landwirtschaftlich genutzt worden sei und steuerlich entsprechend habe erfasst werden können. Die Beschwerdeführerin habe keine gegenteiligen oder anderweitigen Behauptungen in Bezug auf die vom Beschwerdegegner vorgetragene Absicht der Vermeidung der Schenkungssteuer aufgestellt. Es sei zutreffend, dass gemäss § 90 Abs. 2 in Verbindung mit § 92 des Steuergesetzes vom 13. Dezember 1983 im Zeitpunkt der Aktienübertragung vom Vater auf den Sohn auf Schenkungen zwischen Eltern und Nachkommen noch eine Steuer erhoben worden sei. Dies sei erst durch § 142 Abs. 3 des Steuergesetzes vom 15. Dezember 1998, welches per 1. Januar 2001 in Kraft getreten sei, geändert worden. Die Behauptung des Beschwerdegegners, wonach der Vater ihm die Aktien 1997 noch ohne Steuerfolgen habe übertragen können, indem er ihm diese zum Nennwert von Fr. 3'000.-- überlassen habe, stimme damit mit der rechtlichen Realität im Jahr 1997 überein und überzeuge, zumal keine gegenteiligen oder anderweitigen Behauptungen (ausser, dass überhaupt kein Missverhältnis zwischen dem Kaufpreis und dem Aktienwert bestanden habe) im Raum stünden. Ausschlaggebend für die gewählte Transaktionsart seien damit steuerliche Aspekte gewesen. Das Motiv der Steuerumgehung (Umgehung der Schenkungssteuer) werde sodann durch die Ungewöhnlichkeit des gewählten Vorgehens bestätigt: Die Parteien (Vater und Beschwerdegegner) hätten für den Verkauf der Aktien einen schriftlichen Kaufvertrag abgeschlossen und der Beschwerdegegner habe Fr. 3'000.-- für die Aktien bezahlen müssen, was vom Vater ausdrücklich bestätigt worden sei. Aufgrund der Akten sei allerdings unbestritten, dass die Eltern des Beschwerdegegners den Parteien zuvor Darlehen von mehreren Hunderttausend Franken gewährt hätten (welche sie nachträglich in Erbvorbezüge umgewandelt hätten) - es erscheine deshalb bizarr, dass der Vater seinem Sohn die Aktien der C.________ AG am 21. April 1997 für Fr. 3'000.-- verkauft habe. Eine Würdigung dieses Geschäfts im Gesamtkontext der damaligen wirtschaftlichen Situation der Parteien sowie der Eltern lasse nur den Schluss zu, es müsse beim Verkauf der Aktien um Steueroptimierung (Umgehung der Schenkungssteuer) gegangen sein. Nur so lasse sich erklären, dass der Vater vom Sohn den marginalen Betrag von Fr. 3'000.-- für die Aktien verlangt habe, obwohl er ihm kurz zuvor Darlehen in namhafter Höhe gewährt habe. Sei die Gestaltung der Transaktion nachgewiesenermassen aus Steueroptimierungsgründen erfolgt, so sei auch der Schenkungswille des Vaters nachgewiesen: Denn eine Steueroptimierung sei ja nur notwendig gewesen, weil in Tat und Wahrheit eine namhafte Schenkung vom Vater an den Beschwerdegegner erfolgt sei. Aus demselben Grund (Steueroptimierung, Ungewöhnlichkeit des gewählten Vorgehens) sei ohne Weiteres auch darauf zu schliessen, dass der Beschwerdegegner den Schenkungswillen seines Vaters erkannt habe. Schliesslich sei der grosse Wertunterschied zwischen dem Verkaufspreis (Fr. 3'000.--) und dem effektiven Wert der Aktien von Fr. 510'943.-- als Indiz ebenfalls in die Beweiswürdigung einzubeziehen. Alleine aufgrund des Wertunterschieds könne zwar noch nicht auf den Schenkungswillen geschlossen werden. Indes bestätige auch der immense Wertunterschied (der Kaufpreis habe lediglich 0.5 % des Wertes betragen) den durch andere Umstände (Steueroptimierung, Ungewöhnlichkeit des gewählten Vorgehens) nachgewiesenen Schenkungswillen.