Citation: 6B_208/2023 E. 1.3.2

1.3.2. Dem widersprechen gemäss der Vorinstanz nicht nur die Aussagen des Beschwerdegegners 2 und seines Begleiters, sondern auch die beiden IRM-Gutachten vom 25. Mai und 8. Oktober 2020. Die Vorinstanz erwägt, die Sachverständigen würden die Vereinbarkeit des angetroffenen Verletzungsbilds mit den Schilderungen des Beschwerdegegners 2 bejahen, wonach ihm der Beschwerdeführer zunächst mit einem Messer in den Hals gestochen habe, als sie nebeneinander gegangen seien, und anschliessend die weiteren Stichverletzungen zugefügt habe, als er (der Beschwerdegegner 2) mit dem Rücken an eine Wand angelehnt gewesen sei. Die Wundmorphologie lasse gemäss den Sachverständigen auf ein adynamisches Tatgeschehen schliessen. Im Weiteren werde anhand der Wundmorphologie ein Messer oder ein messerähnliches Werkzeug als geeigneter Gegenstand eingestuft, um die entstandenen Stich- und Schnittverletzungen zu verursachen (angefochtenes Urteil E. 5.2.6 S. 17 f.). Ein Gerangel, wie es vom Beschwerdeführer geschildert werde, erscheine laut dem rechtsmedizinischen Gutachten vom 8. Oktober 2020 als Szenario für die Entstehung der vom Beschwerdegegner 2 erlittenen Verletzungen als eher nicht plausibel, weil die gruppenweise Anordnung der Läsionen an der linken Körperseite des Opfers gegen die Annahme eines dynamischen Handlungsablaufs spreche, wie dies für wechselseitige tätliche Auseinandersetzungen typisch sei. Ebenso komme aufgrund der Wundmorphologie eine Glasscherbe nach Einschätzung der rechtsmedizinischen Sachverständigen als Tatwerkzeug nicht infrage. Schliesslich spreche sich auch das FOR-Gutachten vom 25. Februar 2021 dafür aus, dass die Annahme einer Beschädigung der Kleidungsstücke des Beschwerdegegners 2 durch ein Messer oder einen messerähnlichen Gegenstand plausibler und wahrscheinlicher sei als eine Beibringung durch eine Glasscherbe oder einen abgebrochenen Flaschenhals. Folglich finde die Version des Beschwerdeführers hinsichtlich zweier zentraler Sachverhaltselemente - des Gerangels sowie der Verwendung einer Glasscherbe - in den objektivierten gutachterlichen Befunden keinerlei Stütze (angefochtenes Urteil E. 5.3.3 S. 20). Die Vorinstanz berücksichtigt zudem weitere Indizien, welche gegen die Tatversion des Beschwerdeführers sprechen. Sie wirft diesem vor, er habe mit den 19 Messerstichen, die er dem Beschwerdegegner 2 versetzt habe, dessen Tod in Kauf genommen, zumal die Wahrscheinlichkeit, lebenswichtige Organe oder vitale Strukturen - wie grössere Blutgefässe oder die Luftröhre - zu treffen, mit jedem weiteren Stich gestiegen sei. Letztlich sei es nur dem Zufall zu verdanken gewesen, dass eine konkrete Lebensgefahr für den Beschwerdegegner 2 ausgeblieben sei (angefochtenes Urteil E. 3 S. 25).