Citation: 9C_708/2018 E. 5.6

5.6. Die Vorinstanz betrachtete die von der Beschwerdeführerin gegenüber Gutachter Dr. med. H.________ geschilderten Aktivitäten als unvereinbar mit einer lediglich im Umfang von 50 % zumutbaren Erwerbstätigkeit. Die Versicherte gab an, dass sie sich nach dem Frühstück in den Garten begeben habe und dort diversen Aktivitäten nachgegangen sei. Dass damit gemäss Vorbringen in der Beschwerde auch eine "psychotherapeutische Meditation oder das Hören des Vogelgezwitschers gemeint sein könnte, was nicht abgeklärt worden sei, erscheint wenig wahrscheinlich, sodass die Vorinstanz darauf verzichten konnte, dies im Rahmen einer Parteibefragung zusätzlich zu ergründen. Gerade auch die Angaben im Ratingbogen "Mini-ICF-APP" lassen sich nicht mit einer aus psychiatrischer Sicht bloss zu 50 % zumutbaren Arbeitstätigkeit vereinbaren. Die Annahme des kantonalen Gerichts, das Aktivitätsniveau der Versicherten stehe in Widerspruch zur fachärztlich attestierten Arbeitsunfähigkeit von 50 %, ist zutreffend. Denn bei einer Arbeitsunfähigkeit im erwähnten Umfang wären deutlich höhere Einschränkungen zu erwarten. So erschöpft sich die Freizeitgestaltung gerade nicht nur in Passivität. Nebst der Pflege des Gartens sorgt die Beschwerdeführerin für eine Katze und räumt ihre Wohnung auf, wenn sie Besuch erwartet. Dabei ist sie auch auf keinerlei Hilfe von Dritten bei der Haushaltsführung und beim Einkauf abgewiesen. Dass sie "einen zu 50% normalen Alltag" haben dürfte, hat sie gegenüber dem Gutachter Dr. med. H.________ nicht erklärt. Stricken kann im Übrigen nicht als passives Tun bezeichnet werden, was auch nicht der Fall sein sollte, wenn es eine therapeutische Wirkung entfalten soll. Alle Tätigkeiten, welche die Beweglichkeit und Handfertigkeit fördern, haben indirekt eine therapeutische Wirkung, was gerade gegen die Annahme spricht, es handle sich dabei um eine bloss passive Beschäftigung. Ein grosser Leidensdruck kann bei der Beschwerdeführerin nicht ausgemacht werden, sonst hätte sie entsprechende Behandlungsmöglichkeiten in Anspruch genommen. Solches ist aber gerade im psychischen Bereich, welcher der MEDAS zufolge einzig für die Reduktion der zumutbaren Arbeitsfähigkeit verantwortlich sein soll, nicht erkennbar. Insgesamt ergibt sich, dass die Vorinstanz die Indikatorenprüfung korrekt vorgenommen hat. Eine relevante Arbeits- und Erwerbsfähigkeit im Rechtssinne liegt nicht vor, weshalb die Versicherte keine Invalidenrente beanspruchen kann.