Citation: 5A_157/2021 E. 3.2.5

3.2.5. Der Beschwerdeführer rügt, das Kantonsgericht habe den Kindeswillen nicht bzw. ungenügend abgeklärt, weshalb nicht darauf habe abgestellt werden dürfen. 3.2.5.1. Er beanstandet, das Kantonsgericht habe eine kinderpsychologische Begutachtung der Kinder unterlassen (Ziff. III/C/2.2.1 S. 35 und Ziff. III/C/5.1 S. 47 der Beschwerde). 3.2.5.1.1. Aus dem angefochtenen Entscheid ergibt sich indes nicht, dass er einen entsprechenden Antrag gestellt hätte. Vielmehr ist es dem Beschwerdeführer im vorinstanzlichen Verfahren augenscheinlich um eine kinderpsychologische Behandlung der Kinder gegangen (E. III/10/d S. 54 des angefochtenen Entscheids). Es kann offenbleiben, ob er bereits "seit 2017" ein Gutachten verlangt, wie er behauptet (Ziff. III/C/3.1.5 [ recte : 3.1.6] S. 41 der Beschwerde), denn entscheidend ist, dass er im vorinstanzlichen Verfahren keinen diesbezüglichen Antrag gestellt hat. 3.2.5.1.2. Dennoch hat das Kantonsgericht sich mit der Frage befasst, ob die Kinder zu begutachten seien. Es erwog, es lägen keine Anhaltspunkte vor für eine Beeinflussung der Kinder, welche die Massgeblichkeit ihres Willens, nicht weiter in den Konflikt einbezogen zu werden, und des daraus gezogenen Schlusses, sich für ein Leben mit und bei der Mutter zu entscheiden, in relevanter Weise einschränken würde. Es bestünden auch keine Hinweise für eine Beeinträchtigung der Erziehungsfähigkeit der Eltern, welche eine gutachterliche Abklärung erforderlich machen würde. Die Rechtfertigung einer Begutachtung hätte vor allem im Umstand gelegen, abzuklären, wie die Kinder im Zusammenhang mit dem absehbaren Entscheid, eines Tages von U.________ wegzuziehen, unterstützt werden könnten, sei es doch anlässlich der ersten Anhörungen recht deutlich zum Ausdruck gekommen, dass ihnen dieser Entscheid nicht leicht fallen würde. Allerdings habe die Entwicklung während des Verfahrens diese Ausgangslage verändert, indem der Entscheid bzw. seine Realisierung jetzt anstehe, weshalb sich auch im Hinblick auf einen baldigen Abschluss des Berufungsverfahrens eine weitere Verzögerung durch Einholung eines Gutachtens nicht mehr rechtfertige. Aus diesen Gründen sei auf die angedachte Begutachtung zu verzichten (E. III/1/c/cc/jjj S. 32 des angefochtenen Entscheids). Der Beschwerdeführer erhebt zwar eine Willkürrüge im Zusammenhang mit der Frage, ob die Beschwerdegegnerin den Kindeswillen beeinflusse (Ziff. III/C/2.2.2 S. 35 der Beschwerde). Er beschränkt sich indes darauf, auf seine Eingaben vom 3. April 2019 und 9. Juli 2020 zu verweisen; mit den Erwägungen des Kantonsgerichts setzt er sich nicht auseinander. Darauf ist nicht einzutreten (E. 1.4.1.3). An anderer Stelle führt er aus, es habe durchaus Indizien gegeben, welche für eine Beeinflussung der Kinder sprächen, und es lägen Anzeichen für eine seelische Belastung vor allem bei C.________ vor (Ziff. III/C/3.1.5 [ recte : 3.1.6] S. 42 der Beschwerde). Dabei beruft er sich auf Tatsachen, die sich nicht aus dem angefochtenen Entscheid ergeben; sie sind neu und daher unbeachtlich (E. 1.6). Schliesslich führt er aus, es könne "von einer massgeblichen Beeinflussung der Kinder durch die Ehefrau ausgegangen werden". C.________ habe zum Beispiel in der Kinderbefragung gesagt, er würde gern zur Beschwerdegegnerin. Im Nachhinein sei herausgekommen, dass ihm dies von seiner Mutter eingeredet worden sei (Ziff. III/C/3.2 S. 44 der Beschwerde). Auf diese appellatorisch vorgetragenen Einwendungen ist nicht einzutreten; namentlich lässt sich dem angefochtenen Entscheid nirgends entnehmen, wer wem wann was eingeredet haben soll. Offensichtlich unrichtig ist sodann die Behauptung, das Kantonsgericht habe "im Ergebnis offengelassen, ob die beiden Kinder ihre Entscheidung aufgrund der Beeinflussung durch die Ehefrau getroffen haben" (Ziff. III/C/3.1.5 [ recte : 3.1.6] S. 42 der Beschwerde). Damit vermag der Beschwerdeführer die Feststellung des Kantonsgerichts, es lägen keine Anhaltspunkte vor für eine Beeinflussung der Kinder, nicht als willkürlich auszuweisen. Bei diesem Ergebnis zielt der Einwand des Beschwerdeführers, ein kinderpsychiatrisches Gutachten hätte "mehr Klarheit bezüglich des Kindeswillens gegeben" (Ziff. III/C/2.1.4 [ recte : 2.1.3] S. 34 der Beschwerde) bzw. "Licht in die Thematik des Kinderwillens" (Ziff. III/C/3.1.5 [ recte : 3.1.6] S. 42 der Beschwerde) gebracht, ins Leere, denn das Kantonsgericht ist willkürfrei zur Erkenntnis gelangt, die Kinder hätten ihre Meinung ohne Beeinflussung durch die Beschwerdegegnerin gebildet, sodass unter verfassungsrechtlichen Gesichtspunkten kein Bedarf bestand, mehr "Klarheit bezüglich des Kindeswillens" zu schaffen. Dasselbe gilt für den Einwand, bei "einer solchen komplexen Lage wie im vorliegenden Fall" wäre ein kinderpsychologisches Gutachten "nicht nur angemessen, sondern gemessen an den verfassungsrechtlichen Schutzpflichten auch zwingend erforderlich gewesen" (Ziff. III/C/3.1.5 [ recte : 3.1.6] S. 42 der Beschwerde). Ebenso falsch liegt der Beschwerdeführer, soweit er meint, im Urteil 5A_312/2019 vom 17. Oktober 2019 habe das Bundesgericht vorgeschrieben, dass Kinder mittels psychologischen Gutachtens untersucht werden müssten, sobald - wie vorliegend - ein Antrag auf alternierende Obhut zu beurteilen sei (Ziff. III/C/3.1.5 [ recte : 3.1.6] S. 41 der Beschwerde); im verwiesenen Entscheid kommen weder das Wort "Gutachten" noch das Wort "kinderpsychologisch" vor.