Citation: 7B_859/2024 E. 3.3.3

3.3.3. Während der vom Beschwerdeführer als "Kurzschluss im Delirium" bezeichneten Eskalation gab er insgesamt 32 Schüsse ab. Gemäss den vorinstanzlichen Feststellungen hielt er zunächst die geladene und ungesicherte Pistole in die Richtung seines Schützenkollegen und seiner Ehefrau. Alsdann schoss er im relativ kleinen Wintergarten mehrfach in die Richtung des Cheminées und aus dem Fenster, obwohl sich dieser Kollege und eventuell auch seine Ehefrau im Raum befanden. Auch wenn es sich beim Beschwerdeführer um einen - wie er selbst geltend macht - erfahrenen und geübten Schützen handeln mag, schufen die starke Alkoholisierung und der psychische Ausnahmezustand die konkrete Gefahr einer ungenauen oder ungewollten Schussabgabe. Spätestens bei den mehrfachen Schüssen in verschiedene Richtungen im Wintergarten musste die Vorinstanz konkrete Verdachtsmomente annehmen, dass für den Kollegen des Beschwerdeführers infolge der eingeschränkten Kontrollierbarkeit der Schussabgaben und möglichen Querschlägern/Abprallern nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge direkt die Wahrscheinlichkeit oder nahe Möglichkeit von dessen Todesfolge bestand. Aufgrund der durch die Vorinstanz festgehaltenen Umstände bestehen genügend konkrete Anhaltspunkte, um die Verletzung des Lebens von zumindest einer der beiden anwesenden Personen durch einen unkontrollierten Schuss als unmittelbar drohendes Ereignis anzunehmen.