Citation: 1A.177/2001 20.11.2001 E. 2

2.- a) Laut Ersuchen habe der Londoner Rechtsanwalt F.________, Partner der Anwaltsfirma N.________, im Herbst 1997 von verschiedenen Investoren insgesamt US$ 6,5 Mio. Anlagegelder treuhänderisch entgegengenommen. Am 9. Dezember 1997 habe er im Namen der Fa. N.________ bei der Barclays Bank (London) vier Bankchecks ("bank drafts") bestellt. Da es sich bei den Bezogenen um mehrere Investoren gehandelt habe, habe die Bank einen auf den Namen der Fa. N.________ ausgestellten Check nicht akzeptiert. In diesem Stadium sei ein weiterer Anwalt, G.________, hinzugezogen worden. Dessen Mandant sei K.________ gewesen. In der Folge sei vereinbart worden, dass die Fa. R.________ als "lead investor" auftreten und ihr die wirtschaftliche Berechtigung an den Anlagegeldern übertragen werden sollte. Anlässlich von Besprechungen zwischen Anlegern und Treuhändern sei der Beschwerdeführer als Gesellschafter ("associate") von K.________ aufgetreten, H.________ als Treuhänder ("accountant") des Beschwerdeführers. Es sei vereinbart worden, die Anlagegelder über ein Konto von H.________ (Inhaber der Treuhandfirma O.________) bei der Barclays Bank zu transferieren. Dem Beschwerdeführer sei die Aufgabe des Vermögensverwalters im Auftrag des Anlegerkonsortiums zugefallen ("was to be the manager or 'trader' of the investment on behalf of the consortium of investors"). Er sei verpflichtet gewesen, Investitionsmöglichkeiten bei einer geeigneten Bank wahrzunehmen und das Anlagevermögen im Rahmen des ihm erteilten Auftrages zu verwalten. b) F.________ habe am 11. Dezember 1997 einen neuen Bankcheck über US$ 6,5 Mio. ausstellen lassen. Darin sei als Begünstigter ("payee") die Fa. R.________ genannt worden. Der vom Beschwerdeführer, H.________ und einer weiteren Person zur Zahlung (auf H.________s Konto) vorgelegte Check sei von der Barclays Bank nicht akzeptiert worden. Gleichentags habe F.________ einen weiteren Check ausstellen lassen. Diesmal sei der Zahlungsempfänger wie folgt bezeichnet worden: "O.________ Client A/c (Re Fa. R.________)". F.________ sei davon ausgegangen, dass H.________ als zugelassener Treuhänder ("chartered accountant") zur Entgegennahme von Kundengeldern legitimiert war. Diesmal habe die Bank den Check zwar zunächst akzeptiert, die Auszahlung dann jedoch erneut verweigert. c) In der Folge sei F.________ von H.________ veranlasst worden, die Anlagegelder (per SWIFT-Anweisung) direkt vom Konto der Fa. N.________ auf ein Sammelkonto ("trust account") der amerikanischen Anwaltskanzlei P.________ bei der NorCrown Bank zu transferieren. Dabei habe es sich um die anwaltliche Vertretung der Treuhandfirma O.________ in den USA gehandelt. Der Zahlungsempfänger sei wie folgt bezeichnet worden: "P.________ attorney trust account O.________ ref Fa. R.________". Nachdem bis 30. Dezember 1997 weitere Anlagegelder im Betrag von US$ 9,5 Mio. akquiriert worden seien, habe die Überweisung von der Fa. N.________ an die Fa. P.________ insgesamt US$ 16 Mio. betragen. d) Mit Schreiben vom 22. Dezember 1997 an I.________ (Partner bei der Fa. P.________) habe der Beschwerdeführer detaillierte Anweisungen zur Verwendung der überwiesenen bzw. noch zu überweisenden Anlagegelder gegeben. Zu den Begünstigten hätten unter anderem der Beschwerdeführer, B.________ (geschiedenen Ehefrau des Beschwerdeführers), C.________ (dessen Vater), D.________ (dessen Bruder) sowie verschiedenen weitere Kontaktpersonen des Beschwerdeführers bzw. Gesellschaften gehört, an denen er beteiligt sei. Es gebe keine Beweise für seine Behauptung, wonach diese Überweisungen in irgend einer Weise zu Investitionszwecken erfolgten, geschweige denn zugunsten irgendwelcher hochverzinslicher Anlageprogramme. ("There is no evidence to support the representations made that this money was to be invested in any way let alone in a high yield scheme of any sort".) e) Am 5. Januar 1998 habe der Beschwerdeführer I.________ um Ausstellung eines Bankchecks der NorCrown Bank über US$ 11,5 Mio. gebeten. Nachdem ihm dieser zugestellt worden sei, habe er per Fax vom 9. Januar 1998 mitgeteilt, dass die Anlagegelder auf ein Schweizer Transaktionskonto ("transaction account") überwiesen worden seien und dass Gewinne erwirtschaftet worden seien. Diese Mitteilung sei wahrheitswidrig gewesen. Am 11. Januar 1998 habe der Beschwerdeführer weitere Zahlungsanweisungen an die Fa. P.________ gegeben. Der Check über US$ 11,5 Mio. sei nicht verwendet worden. Statt dessen sei der gleiche Betrag mittels Bankanweisung auf ein Kundenkonto ("client account") des Rechtsanwaltes J.________ bei der der Barclays Bank (London) transferiert worden. Der Beschwerdeführer habe I.________ angewiesen, J.________ mitzuteilen, die Überweisung erfolge im Rahmen einer geschäftlichen Transaktion zwischen dem Beschwerdeführer und L.________, einem Gesellschafter des Beschwerdeführers. f) Am 22. Januar 1998 sei in London ein Treffen zwischen dem Beschwerdeführer und Investoren erfolgt. Letztere hätten sich über die mangelhafte Information seitens des Beschwerdeführers betreffend den Stand des Investitionsprogrammes beklagt. Einige hätte ihre Anlagegelder gekündigt und deren Rückzahlung inklusive erzielten Gewinn verlangt. Am folgenden Tag habe der Beschwerdeführer bei I.________ die Überweisung weiterer Anlagegelder auf Konten des Beschwerdeführers, von E.________ (geschiedenen Ehefrau seines Bruders) bzw. seiner Treuhandfirma O.________ veranlasst. In einem Schreiben an Anleger vom 24. Januar 1998 habe der Beschwerdeführer behauptet, die Anlagegelder befänden sich momentan auf einem Schweizer Konto. Am 30. Januar 1998 habe er sich gegenüber Betroffenen geweigert, über die Transaktionen zu korrespondieren. Statt dessen seien die Anleger an ein Anwaltsbüro in Singapur verwiesen worden. Mit Schreiben vom 3. Februar 1998 habe die betreffende Anwaltskanzlei den Anlegern betätigt, dass die Investitionsgelder sicher angelegt seien und ihnen innert 30 Banktagen zurückbezahlt würden ("confirmed that the funds were safe and would be returned within 30 banking days"). Die Rückzahlung sei jedoch nicht erfolgt. Am 4. und 5. Februar 1998 habe der Beschwerdeführer weitere Auszahlungen an sich selbst veranlasst. g) Am 16. Februar 1998 habe ein Anleger in England Strafanzeige erstattet. Am 14. April 1998 seien von J.________s Konto US$ 11 Mio. auf eine Kundenkonto der Anwaltsfirma Q.________ bei der Barclays Bank (Bromley/Kent) überwiesen worden. Auf Weisung eines Gesellschafters des Beschwerdeführers, K.________, sei der Betrag an diesen selbst sowie an verschiedenen Personen und Gesellschaften weitertransferiert bzw. ausbezahlt worden, darunter an die Ehefrau von K.________ und andere ihm nahestehende Personen und Firmen. Der Verbleib der Gelder sei ungeklärt. Sie seien jedenfalls nicht für Investitionszwecke zu Gunsten der Anleger verwendet worden. h) Das geschilderte Verhalten erfülle den Straftatbestand der "Conspiracy to defraud, contrary to the Common Law of England and Wales". Die Strafdrohung betrage (gemäss Section 12 [3] of the Criminal Justice Act 1987) im Höchstmass bis zu zehn Jahre Freiheitsstrafe. Der Verfolgte wurde ausserdem wegen "Conspiracy to steal" (Section 1 [1] Criminal Law Act 1977) sowie "Theft" (Section 1 [1] Theft Act 1968) angeklagt.