Citation: 6B_239/2022 E. 6.1

6.1. Der Beschwerdeführer ficht die rechtliche Würdigung als fahrlässige Körperverletzung an. Er bestreitet, sich pflichtwidrig verhalten zu haben, und rügt eine Verletzung von Bundesrecht, da der Beschwerdegegner 2 nicht zur Verkehrsregelung berechtigt gewesen sei, ohne klare Handzeichen und ohne ersichtlichen Grund verkehrsregelwidrig auf der Strasse gestanden sei und dem Verkehr dabei den Rücken zugedreht habe, während er sich weiter in die Strasse hinein bewegt habe. Die Distanz des Beschwerdegegners 2 zu ihm habe gemäss dessen Aussagen lediglich zehn Meter betragen. Entsprechend sei bei einer Geschwindigkeit von angeblich 30 km/h von einer Reaktionszeit von wenigen Sekunden auszugehen. Aktenwidrig sei die Behauptung der Vorinstanz, das Verhalten des Beschwerdegegners 2 habe "der Verkehrssicherheit" gedient. Dieser habe sich vielmehr selbst gefährdet, indem er ohne klare Haltezeichen auf die Strasse gelaufen sei und dabei seinen Rücken gegen sein (des Beschwerdeführers) Auto gedreht habe. Der Beschwerdegegner 2 habe sich nicht hinreichend bemerkbar gemacht und bspw. keine Leuchtkleidung getragen. Er habe sich nicht wie ein "besonnener, einsichtiger Mensch" verhalten. Ein solcher müsse erfolgreich in der Lage sein, einen Lieferwagen auf die Strasse zu lotsen, ohne dabei vom Hinterrad eines Fahrzeugs überfahren zu werden. Wer ein Fahrzeug auf die Strasse manövrieren wolle, müsse nach dem allgemeinen Gefahrensatz dafür sorgen, dass nichts passiere. Wenn der Beschwerdegegner 2 durch das vorbeifahrende Auto erschreckt und umgeknickt sei und er sich wie von der Vorinstanz angenommen wegen des Misstritts verletzt habe, könne er (der Beschwerdeführer) nicht dafür verantwortlich gemacht werden.