Citation: U 204/06 19.12.2006 E. 3.2

3.2.1 Soweit die Beschwerdeführerin einwendet, das Valideneinkommen sei gestützt auf die Angaben der Firma D.________ AG zum mutmasslich erzielten Lohn im Jahre 2004 (Rentenbeginn) auf Fr. 45'575.- festzusetzen, da die Beschwerdegegnerin ohne Gesundheitsschaden mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auch damals noch in jenem Betrieb tätig gewesen wäre, kann dem nicht beigepflichtet werden. Nach der schriftlichen Mitteilung der ehemaligen Arbeitgeberin vom 14. Juni 2004 wurde das Arbeitsverhältnis mit der Versicherten auf den 30. September 2001 aus wirtschaftlichen Gründen gekündigt; kurzfristig ergab sich die Möglichkeit eines befristeten Arbeitsvertrags von 1. Oktober 2001 bis 28. Februar 2002. Bereits im Unfallzeitpunkt Ende September 2001 stand somit fest, dass die Beschwerdegegnerin die Firma Ende Februar 2002 verlassen würde. Zwar werden gemäss telefonischer Auskunft der Firma D.________ gegenüber der SUVA zahlreiche Arbeitsplätze - aufgrund schwankender Bestellungseingänge - durch Personen mit befristeten Arbeitsverträgen besetzt, sodass eine erneute vorübergehende Anstellung der Beschwerdegegnerin nach Februar 2002 nicht gänzlich auszuschliessen ist. Es ist jedoch überwiegend wahrscheinlich, dass sich die Versicherte als Gesunde nicht mit ungewissen, bloss punktuellen Einsätzen in der Firma D.________ AG abgefunden, sondern sich nach Ablauf der bis Februar 2002 befristeten Anstellung um ein neues, stabileres Arbeitsverhältnis bemüht hätte und somit im Jahre 2004 nicht mehr - oder jedenfalls nicht bloss kurzfristig - bei der früheren Arbeitgeberin beschäftigt gewesen wäre. Bei dieser Sachlage ist nicht zu beanstanden, dass die VE für das Valideneinkommen die LSE-Tabellenlöhne als massgebend erachtet hat (BGE 129 V 224 Erw. 4.3.1 in fine). 3.2.2 Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin hat die Vorinstanz bei der Ermittlung des Valideneinkommens sodann zu Recht nicht auf den LSE-Durchschnittslohn von Frauen abgestellt, die in privaten Betrieben zur Herstellung von Gummi- und Kunststoffwaren im Anforderungsniveau 4 beschäftigt sind (LSE 2004/TA1/Kat. 25: Fr. 3'787.-). Wohl war die Versicherte zuletzt in einem Betrieb tätig gewesen, welcher namentlich (auch) dieses Produktionssegment abdeckt. Ihre berufliche Biographie zeigt indessen, dass die über keine Berufslehre verfügende Beschwerdegegnerin in der Vergangenheit als Hilfskraft vielfältig einsetzbar gewesen war (Textilfabrik [Näherin]; Gastgewerbe/Hotellerie; Reinigungsdienst; Maschinistin). Da zu wenig Anhaltspunkte bezüglich der von ihr ohne Gesundheitsschaden voraussichtlich ausgeübten Hilfsarbeitertätigkeit - namentlich über einen längeren Zeitraum gesehen - bestehen, hat die Vorinstanz zutreffend den allgemeinen Durchschnittslohn von einfache und repetitive Tätigkeiten verrichtenden Arbeitnehmerinnen im gesamten Privaten Sektor (LSE 2004: TA1/TOTAL/Frauen/Anforderungsniveau 4) als massgebenden Ausgangslohn bestimmt, was unter Berücksichtigung der betriebsüblichen Arbeitszeit von 41.6 Stunden/Woche (Tabelle B 9.2, in: Die Volkswirtschaft 2005/Heft 12) für das Jahr 2004 ein Valideneinkommen von Fr. 48'584.65 ergibt. 3.3 Das Invalideneinkommen ist nach den zutreffenden, von der SUVA nicht bestrittenen Erwägungen des kantonalen Gerichts ausgehend von einer aus körperlicher Sicht vollen Arbeitsfähigkeit in leidensangepassten Tätigkeiten festzusetzen (vgl. Erw. 3.1 hievor). 3.3.1 Entgegen dem in der Vernehmlassung der Beschwerdegegnerin vertretenen Standpunkt führt das MEDAS-Gutachten vom 20. September 2004 zu keiner abweichende Beurteilung. Die Vorinstanz hat mit beweisrechtlich einwandfreier Begründung - worauf verwiesen wird - überzeugend dargelegt, dass die dortige Einschätzung der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit auf 30 bis 50 % unfallfremde Gesundheitsbeeinträchtigungen berücksichtigt, die hier ausser Acht bleiben müssen. Bezüglich der gemäss MEDAS-Gutachten im Sinne einer Verdachtsdiagnose erwähnten Rotatorenmanschettentendopathie bleibt zu präzisieren, dass deren natürliche Unfallkausalität entgegen den Vorbringen der Beschwerdegegnerin nicht bereits aufgrund des Umstands bejaht werden kann, dass dieser Gesundheitsschaden nach dem Unfall auftrat, andernfalls nach der beweisrechtlich unzureichenden Formel "post hoc, ergo propter hoc" verfahren würde (BGE 119 V 341 f. Erw. 2b/bb). Zusätzliche Abklärungen vermöchten allenfalls die Verdachtsdiagnose als solche zu erhärten. Hingegen ist nicht zu erwarten, dass sie die natürliche Unfallkausalität dieses gemäss MEDAS-Gutachten "möglicherweise neu hinzugekommenen, radiologisch nicht darstellbaren" Gesundheitsschadens rechtsgenüglich nachzuweisen vermöchten, nachdem nach dem Unfall nichts auf eine Verletzung im Schulterbereich (Ruptur, Luxuation) hindeutete und für Tendopathien verschiedene eigentliche Ursachen - darunter namentlich auch chronische Überlastungen - in Betracht fallen (vgl. Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, 258. Auflage, Berlin/New York 1998, S. 1555). Selbst wenn aber ein natürlicher, zumindest teilweiser Kausalzusammenhang hinreichend erstellt wäre, ist unwahrscheinlich, dass allein daraus eine Leistungseinschränkung resultiert, welcher nicht bereits mit der Umschreibung des aus rheumatologischer Sicht (ganztags) zumutbaren Tätigkeitsprofils angemessen Rechnung getragen werden kann (Ausschluss [auch] von Arbeiten mit repetitiv rotatorischen Bewegungen des Oberkörpers sowie solchen über Schulterhöhe rechts und ferner von vibrierenden, hämmernden und schlagenden Einflüssen). Auf Weiterungen kann daher verzichtet werden. 3.3.2 Ebenfalls zu bestätigen ist die vorinstanzliche Schlussfolgerung, wonach die im Austrittsbericht der Rehabilitationsklinik Bellikon auf höchstens 50 % und im MEDAS-Gutachten auf 20 % eingeschätzte, für sämtliche Tätigkeiten bestehende Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen mangels adäquaten Kausalzusammenhangs zum Unfall vom 30. September 2001 hier ausser Acht zu bleiben hat. Auf die zu Recht nach der in BGE 115 V 133 ff. dargelegten Rechtsprechung zu psychogenen Unfallfolgen vorgenommenen Adäquanzbeurteilung der Vorinstanz, einschliesslich deren zutreffende Qualifizierung des Unfalls vom 30. September 2001 als mittelschwer im engern Sinne, wird verwiesen. Zu präzisieren ist, dass von den nach der Rechtsprechung für die Adäquanzbeurteilung massgebenden Kriterien keines in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist oder und sich die Häufung höchstens auf zwei Kriterien - körperliche Dauerschmerzen sowie eine nach Grad und Dauer erhebliche Arbeitsunfähigkeit - beschränkt, was praxisgemäss nicht genügt, um dem Unfallereignis eine massgebende Bedeutung für die psychisch bedingte Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit zuzuschreiben. Was den in der Vernehmlassung der Beschwerdegegnerin besonders erwähnten Heilungsverlauf der beim Unfall erlittenen Humerustrümmerfraktur betrifft, war dieser zwar verzögert und insoweit schwieriger als üblich; von gleichzeitig erheblichen, körperlich bedingten Komplikationen kann indessen nicht die Rede sein. 3.3.3 Der Beschwerdeführerin ist beizupflichten, dass das Invalideneinkommen ausgehend von den LSE-Tabellenlöhnen 2004, konkret vom Durchschnittslohn von Frauen gemäss TA1/TOTAL, Anforderungsniveau 4 im Betrag von Fr. 3'893.- zu ermitteln ist, was ein - mit dem Valideneinkommen übereinstimmendes - Jahreseinkommen von Fr. 48'584.65 ergibt (vgl. Erw. 3.2.2 hievor in fine). Entgegen dem in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde vertretenen Standpunkt besteht im Rahmen der Angemessenheitskontrolle (Art. 132 lit. a [in der bis 30. Juni 2006 gültig gewesenen Fassung ]; BGE 126 V 81 Erw. 6, 123 V 152 Erw. 2) kein Anlass, den vorinstanzlich gewährten leidensbedingten Abzug von 15 % (vgl. Erw. 3.1 hievor in fine) zu korrigieren. Während die potentiell lohnrelevanten Faktoren des Beschäftigungsgrades, Lebensalters, der Nationalität/Aufenthaltskategorie und der Dienstjahre hier nicht ins Gewicht fallen, erscheint es gerechtfertigt, allein aufgrund der erheblichen, körperlich-funktionellen Einschränkungen einen 15 %igen Abzug zu gewähren, wie er im Übrigen auch von der SUVA im Einspracheentscheid vom 22. März 2005 als angemessen und in der vorinstanzlichen Beschwerdeantwort (S. 5, Ziff. 5.6) als "korrekt und einzelfallgerecht" bezeichnet worden war. Das Invalideneinkommen beträgt somit Fr. 41'296.95. Die von der SUVA im vorinstanzlichen Verfahren erstmals - zwecks "Plausibilitätsnachweises" des verfügungs- und einspracheweise auf LSE-Basis ermittelten Invalideneinkommens - ins Recht gelegeten Lohnangaben aus der Dokumentation von Arbeitsplätzen (DAP) ändern daran nichts. Ungeachtet dessen, ob die konkreten DAP-Profile den rechtsprechungsgemässen Anforderungen genügen und die der Versicherten erstmals im Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren eingeräumte Möglichkeit, hierzu Stellung zu nehmen, vor dem Anspruch auf rechtliches Gehör standhält, bleibt das vorinstanzliche Abstellen auf LSE-Tabellenlöhne bundesrechtskonform, nachdem auch die SUVA sowohl in ihrer Verfügung als auch im Einspracheentscheid dieses Vorgehen gewählt hatte. So wenig wie der Versicherte im Streitfall einen Vergleich der Ergebnisse aus beiden Methoden (LSE und DAP) und im Sinne eines "in dubio pro assicurato" ein Abstellen auf das für ihn günstigere Ergebnis verlangen kann (BGE 129 V 477 Erw. 4.2.1), so wenig kann die SUVA Entsprechendes zu Lasten des Versicherten verlangen. Die ursprüngliche Methodenwahl (im Sinne eines Auswahlermessens) bleibt während eines laufenden Verfahrens verbindlich; ein Abrücken davon fällt nur in Betracht, wenn sich die konkrete Anwendung der Methode formell- und/oder materiellrechtlich als nicht bundesrechtskonform erweist. Dies trifft hier nicht zu. 3.4 Nach dem zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz (Erw. 3.1 hievor) resultiert ein dem leidensbedingten Abzug entsprechender Invaliditätsgrad von 15 % und hat die Beschwerdegegnerin in diesem Umfange Anspruch auf eine Invalidenrente.