Citation: 6B_960/2019 E. 1.2

1.2. Die Rüge ist nicht zu hören. Zutreffend ist zwar, dass eine Interessenskollision des amtlichen Verteidigers eine wirksame Verteidigung in Frage stellen kann (vgl. NIKLAUS RUCKSTUHL, in Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, 2. Aufl. 2014, N. 13 zu Art. 134 StPO: Urteile 1B_80/2008 vom 27. Juni 2008 E. 1.4; 1B_237/2007 vom 8. Januar 2008 E. 1.7.1; betreffend Vorliegen eines nicht wieder gutzumachenden Nachteils). Jedoch geht weder aus der Beschwerde noch aus dem angefochtenen Entscheid hervor, dass der Beschwerdeführer die nun kritisierte Doppelvertretung im bisherigen Verfahren gerügt hätte, obwohl ihm diese bekannt sein musste. Es kann nicht angehen, dies nach einem zu seinen Ungunsten ausgegangenen erstinstanzlichen Urteil nachzuholen. Auf die Rüge ist daher mangels Ausschöpfung des (kantonalen) Instanzenzugs nicht einzutreten. Im Übrigen ist sie verspätet, und verstösst die Berufung darauf im bundesgerichtlichen Verfahren gegen den auch von Privaten im Verkehr mit Behörden zu beachtenden Grundsatz von Treu und Glauben (BGE 143 V 66 E. 4.3 mit Hinweisen). Es kann offen bleiben, ob die Doppelvertretung im erstinstanzlichen Verfahren eine klare und schwerwiegende Verletzung der anwaltlichen Berufspflichten zum Nachteil des Beschwerdeführers darstellt, zumal nicht aktenkundig ist, weshalb der damalige Rechtsvertreter im anschliessenden standesrechtlichen Verfahren genau gerügt wurde. Ebenso wenig erkannte die Vorinstanz einen Anlass, sich mit der Thematik auseinander zu setzen. Sie weist lediglich darauf hin, dass ein - neuerlicher - Verteidigerwechsel letztlich auf Anzeige des Regionalgerichts selbst erfolgte. Aufschlussreich ist in diesem Zusammenhang zudem der Hinweis der Vorinstanz, wonach Anhaltspunkte dafür bestanden hätten, dass der Beschwerdeführer einen früheren Verteidigerwechsel bewusst provoziert habe, um das Verfahren zu verzögern und die Verjährung herbeizuführen. Darauf hatte das Bundesgericht in einem früheren Verfahrensstadium hingewiesen. Insgesamt ist keine das Recht auf ein faires Verfahren unterlaufende Einschränkung der Verteidigungsrechte des Beschwerdeführers im erstinstanzlichen Verfahren ersichtlich oder rechtsgenügend dargetan. Die Vorinstanz verletzt kein Bundesrecht, wenn sie solches nicht erkennt und auf eine Rückweisung an das Regionalgericht verzichtet.