Citation: 5A_695/2023 E. 3.6

3.6. Die Beschwerdeführer bringen in Bezug auf die am 3. April 2019 gefassten Beschlüsse nicht direkt eine Gesetzes- oder Statutenwidrigkeit vor, sondern behaupten eine (Folge-) Nichtigkeit, welche sie aus einer angeblichen Nichtigkeit des am 3. Juli 2018 unter dem Traktandum 9 gefassten Beschlusses betreffend die Verteilung der Sanierungskosten ableiten. Diese Argumentationslinie scheitert bereits daran, dass im Jahr 2019 nicht über die Tragung der Sanierungskosten Beschluss gefasst wurde, sondern über die Genehmigung des Protokolls der Versammlung des Vorjahres sowie über die Tragung der Anwaltskosten im Rechtsstreit zwischen den Parteien bzw. die Verfolgung und Eintreibung der ausstehenden Sanierungskostenbeiträge. Weder äussern sich die Beschwerdeführer dazu, an welchem zu einer Nichtigkeit des Genehmigungsbeschlusses führenden Mangel das Protokoll leiden könnte, noch zeigen sie auf, inwiefern der Beschluss über die Tragung der Anwaltskosten durch die Gemeinschaft nichtig sein könnte, betrifft doch der Rechtsstreit die Stockwerkeigentümergemeinschaft als Partei und entstehen die Anwaltskosten unabhängig von dessen Ausgang. Ein Folgekonnex zum Sanierungskostenbeschluss des Vorjahres besteht somit nicht unmittelbar, sondern höchstens indirekt. Nachdem sich jedoch die kantonalen Verfahren vorab um die Frage der Nichtigkeit des im Vorjahr unter dem Traktandum 9 gefassten Beschlusses drehten und die Klärung dieser Frage für die Wahrung des Rechtsfriedens wichtig scheint, ist hierzu nachfolgend Stellung zu nehmen.