Citation: 8C_877/2017 E. 6.4

6.4. Wie der Versicherte zutreffend festhält, ist vorliegend die Frage zentral, ob die Tätigkeit bei der Staatsanwaltschaft, wo er unbestrittenermassen einen höheren Lohn erzielte als vor dem Unfall vom 11. Oktober 2010, eine angepasste Tätigkeit darstellt und er dementsprechend rentenausschliessend eingegliedert war. In seinem am 13. Oktober 2014 im Hinblick auf die Begutachtung verfassten Lebenslauf hielt der Versicherte fest, nach Bestehen der Prüfung für die Staatsanwaltschaft im Herbst 2013 habe er auf September 2014 seinen Arbeitsort gewechselt und sei seither als Protokollführer bei der Staatsanwaltschaft tätig; speziell zu erwähnen sei, dass er 2014 seine Diplomarbeit für die höhere Fachprüfung geschrieben habe. Der Versicherte gab am 17. Oktober 2014 gegenüber Dr. med. D.________ an, er sei ab 1. Januar 2014 bei der Polizei und ab 1. September 2014 für zwei Jahre bei der Staatsanwaltschaft tätig; danach werde er wohl wieder in die Polizei zurückwechseln. Anlässlich der Anamneseerhebung bei Frau Dr. med. E.________ führte der Versicherte am 20. Oktober 2014 aus, er arbeite bei der Staatsanwaltschaft ausschliesslich im Büro am eigenen Arbeitsplatz, wo er einen höhenverstellbaren Schreibtisch habe; nach den zwei Jahren bei der Staatsanwaltschaft werde wieder der Arbeitsbereich bei der Polizei anstehen, der 80 % Büroarbeit und Tätigkeiten im Aussendienst umfasse. Bei der Untersuchung durch Dr. med. C.________ am 28. Oktober 2014 gab der Versicherte als gegenwärtiges Leiden u.a. Schmerzen im Handgelenk bei Benutzung einer normalen Computertastatur an; in der aktuellen, besser bezahlten Tätigkeit im Innendienst (Protokollführer bei der Staatsanwaltschaft) fühle er sich gut aufgehoben; er realisiere eine 100 %-ige Arbeitsfähigkeit und seine leichte Unsicherheit bei der Rechtschreibung falle nicht ins Gewicht. Weder gegenüber Dr. med. D.________, Frau Dr. med. E.________ und Dr. med. C.________ noch in seinem Lebenslauf hat der Versicherte somit seine ab 1. Januar 2014 faktisch ausgeübte Tätigkeit als unangepasst oder unzumutbar geschildert. Auch den Berichten der behandelnden PD Dr. med. N.________, Handchirurgie, Klinik O.________, Zürich, vom 13. November 2014, PD Dr. med. P.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, und Herr Q.________, Psychologe GedaP, vom 22. Mai 2014, des lic. phil. R.________, Fachpsychologe für Psychotherapie FSP, vom 8. Januar und 1. April 2014 sowie von Frau S.________, Praxis für Akupunktur, vom 4. April 2014 lassen sich keine Aussagen des Versicherten bezüglich der Unzumutbarkeit der damals ausgeübten Tätigkeit entnehmen. Unter diesen Umständen ist mit der Vorinstanz davon auszugehen, dass die tatsächlich ausgeübten Tätigkeiten bei der Polizei und der Staatsanwaltschaft ab 1. Januar 2014 seinen Leiden angepasst waren und er damit wieder voll eingegliedert war. Soweit er auf den nachträglich aufgelegten Stellenbeschrieb verweist, kann er daraus nichts zu seinen Gunsten ableiten. So ist nicht zu beanstanden, dass sich die begutachtenden Ärzte auf die Schilderung der konkreten Tätigkeit durch den Versicherten verliessen und nicht zusätzlich noch eine offizielle Stellenbeschreibung verlangten. Insbesondere vermochte der Versicherte während des Rechtsmittelverfahrens nicht ein einziges Beispiel einer ihm im Rahmen seines Einsatzes bei der Staatsanwaltschaft konkret aufgetragenen Aufgabe zu nennen, welche nicht dem zumutbaren Tätigkeitsprofil entsprochen hätte und er aus gesundheitlichen Gründen nicht zu erledigen vermochte. Soweit impliziert wird, die Arbeit sei aus psychischen Gründen zu belastend, ist dem Versicherten entgegenzuhalten, dass er in seinem Lebenslauf darlegt, er wolle nach dem von der Invalidenversicherung bezahlten Bachelor das Studium auf eigene Kosten fortführen und mit dem Master abschliessen, um später als Staatsanwalt arbeiten zu können. Schliesslich beendete er seine Anstellung bei der Polizei nicht aus gesundheitlichen Gründen, sondern weil er das Studium aufgenommen hatte. Bei dieser Sachlage ist mit der Vorinstanz festzuhalten, dass er sich ein Verhalten wider Treu und Glauben (Art. 5 Abs. 3 BV; BGE 143 V 66 E. 4.3 S. 69 mit weiteren Hinweisen) entgegen halten lassen muss, wenn er zuvor während vieler Monate eine Tätigkeit ausübt, ohne jemals deren fehlende gesundheitliche Angepasstheit zu rügen, im Nachhinein aber deren völlige Unzumutbarkeit geltend macht. Demnach liegt kein verfrühter Fallabschluss vor, da bei vollständiger beruflicher Eingliederung durch eine weitere Behandlung keine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit mehr erreicht werden kann (BGE 134 V 109 E. 4 S. 113).