Citation: 6B_654/2019 E. 3.2.4

3.2.4. Gemäss dem Rapport der Kantonspolizei Zürich vom 16. Dezember 2015 sind am 14. April 2015 zwei Polizisten zum Zivilschutzzentrum Andelfingen ausgerückt, nachdem der Beschwerdeführer die Polizei telefonisch kontaktiert hatte. Im Rapport wird ausgeführt, aufgrund der angetroffenen Situation sei von Anfang an fraglich gewesen, ob sich das gemeldete pflichtwidrige Verhalten nach Verkehrsunfall durch eine unbekannte Drittperson gemäss den Schilderungen des Beschwerdeführers wirklich ereignet habe. Damit die Beschädigung an dessen Fahrzeug hätte zustande kommen können, hätte ein angeblicher Lenker eines Fahrzeugs, das links vom Fahrzeug des Beschwerdeführers geparkt gewesen wäre, in das Wiesland fahren müssen. Darin seien jedoch keine Fahrzeugspuren festgestellt worden. Ebenso seien keine Lacksplitter oder Kunststoffteile des Aussenspiegels auf dem Boden neben dem geparkten Fahrzeug gelegen, was zu erwarten gewesen wäre. Ferner seien die Kratzspuren auf der Felge vorne links des Fahrzeugs des Beschwerdeführers in alle Richtungen gegangen, was darauf hindeute, dass das Rad bei der Kollision in Bewegung gewesen sei. Den Rapport schickte der zuständige Polizist unter Beilage der unverwertbaren Einvernahme des Beschwerdeführers vom 15. Dezember 2015 und der Fotodokumentation (gedruckt am 14. Dezember 2015), worauf die angetroffene Situation vom 14. April 2015 und die Schäden am Fahrzeug des Beschwerdeführers ersichtlich sind, der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland (kantonale Akten, act. 1 ff.). Diese eröffnete am 12. Januar 2016 eine Strafuntersuchung gegen den Beschwerdeführer und erliess am 26. Januar 2016 einen Strafbefehl (kantonale Akten, act. 4 und 6). Nach der Einsprache des Beschwerdeführers folgten seine Einvernahmen bei der Staatsanwaltschaft und die Einholung des Kurzberichts sowie des Gutachtens (kantonale Akten, act. 9, 10/3 und 10/9). Es liegt kein Fall von Folgebeweisen vor, die (ausschliesslich) gestützt auf einen unverwertbaren Primärbeweis erhoben wurden. Vielmehr ist davon auszugehen, dass die Staatsanwaltschaft auch ohne die nicht verwertbare polizeiliche Einvernahme des Beschwerdeführers gestützt auf die im Rapport umschriebenen Feststellungen der Polizei vom 14. April 2015 und die Fotodokumentation der angetroffenen Situation ein Verfahren gegen den Beschwerdeführer eröffnet - allenfalls beschränkt auf den Vorwurf der Irreführung der Rechtspflege - und einen Strafbefehl erlassen hätte. Infolge der Einsprache des Beschwerdeführers wäre es mit grosser Wahrscheinlichkeit in der Folge zu den staatsanwaltschaftlichen Einvernahmen und den weiteren Beweiserhebungen gekommen. Die Polizei gelangte aufgrund der Meldung des Beschwerdeführers, der am 14. April 2015 auf dem Areal des Zivilschutzzentrums angetroffenen Situation und dem Schaden am Auto des Beschwerdeführers zum Schluss, dass es sich rechtfertige, ein Strafverfahren gegen den Beschwerdeführer einzuleiten und ihn als beschuldigte Person zu befragen. Es ist davon auszugehen, dass die Staatsanwaltschaft mit den gleichen Informationen zu der identischen Einschätzung gelangt wäre und die weiteren, vom Beschwerdeführer als unverwertbar gerügten Beweise erhoben hätte. Dass die Vorinstanz im Rahmen der Strafzumessung festhielt, dass es ohne die Aussage des Beschwerdeführers anlässlich der (unverwertbaren) polizeilichen Einvernahme möglicherweise gar nie zum Strafverfahren gekommen wäre, ändert an der vorgenannten Einschätzung nichts.