Citation: 5A_505/2022 E. 3.5

3.5. Schliesslich machen die Beschwerdeführerinnen geltend, das Obergericht hätte überprüfen müssen, ob ein anderes Grundgeschäft besichert worden sei. Selbst wenn die Parteien einen Aktienkauf vereinbart hätten - was jedoch bestritten werde -, läge ein Rückforderungsanspruch vor. Es stehe unabhängig von der Qualifizierung des Grundverhältnisses fest, dass sie den ausstehenden Betrag von Fr. 2,5 Mio. besichern wollten. Diese Ausführungen stehen vor dem Hintergrund der vom Obergericht angesprochenen Möglichkeit, dass die Überweisung nicht im Hinblick auf einen Darlehens-, sondern auf einen Aktienkaufvertrag erfolgt sein könnte. Sie basieren auf der Annahme, dass A.________ seine Zahlung von C.________ zurückfordern kann, weil der Kaufgegenstand von C.________ nicht übereignet wurde. Die Beschwerdeführerinnen machen denn auch geltend, die fraglichen Aktien der G.________ AG seien nie übergeben worden. Dabei gehen sie in erster Linie allerdings davon aus, diese Aktien hätten nicht gekauft, sondern mit ihnen hätte das Darlehen besichert werden sollen. Nach einer anderen Darstellung der Beschwerdeführerinnen hätte C.________ aus dem Verkaufserlös der Aktien der G.________ AG die Darlehen zurückzahlen sollen oder allenfalls Aktien zur Tilgung übertragen sollen. All dies sei jedoch wegen des gescheiterten Börsengangs der G.________ AG nicht geschehen. Nur behelfsweise gehen die Beschwerdeführerinnen von einem kaufvertraglichen Rückforderungsanspruch aus. Die zuerst genannten Ausführungen (zur Rolle der Aktien bei Vorliegen eines Darlehens) sind schwer miteinander zu vereinbaren und erscheinen kaum als schlüssig. Unabhängig davon, ob von einem Darlehen oder von einem Kaufvertrag ausgegangen wird, sind sodann alle Ausführungen der Beschwerdeführerinnen zu den Aktien der G.________ AG appellatorischer Natur. Insbesondere zeigen die Beschwerdeführerinnen nicht in klarer und detaillierter Weise auf, was sie dazu form- und fristgerecht in den Prozess eingeführt und vorgetragen haben. Soweit sie sich auf die Pflicht zur Rechtsanwendung von Amtes wegen berufen, übergehen sie, dass vor der Rechtsanwendung Tatsachen im Hinblick auf die spätere Rechtsanwendung zu behaupten und zu beweisen sind, zumal sich die tatsächlichen Voraussetzungen für die Rückforderung eines gewährten Darlehens und diejenigen für die Rückforderung eines bezahlten Kaufpreises unterscheiden. Der Umstand allein, dass eine Zahlung von rund Fr. 1,2 Mio. von A.________ an C.________ nachgewiesen wurde, deren Rechtsgrund aber im Dunkeln geblieben ist, führt nicht dazu, dass das Obergericht von sich aus hätte überprüfen müssen, ob A.________ einen Rückforderungsanspruch für diese Summe hat und ob eine Besicherung dieses Anspruchs erfolgt ist.