Citation: 8C_609/2020 E. 3.3

3.3. Die Beschwerdeführerin macht im Wesentlichen geltend, das kantonale Gericht habe den Schweregrad des Unfalls vom 11. Juli 2016 rechtswidrig ausschliesslich vor dem Hintergrund der erlittenen Verletzungen an der rechten Hand beurteilt. Es habe zwar festgehalten, dass der Unfall hinsichtlich des augenfälligen Geschehensablaufs und der sich dabei entwickelten Kräfte sehr ähnlich sei wie derjenige vom EVG im Urteil U 38/99 geprüfte. Es habe aber nicht dargelegt, worin diese Ähnlichkeit bestehe. Vielmehr habe es einzig die Anzahl total- oder teilamputierter Fingerglieder verglichen. Dieses Vorgehen widerspreche der Praxis, wonach sich die Verwaltung oder das kantonale Gericht im Einzelfall mit dem konkreten Geschehensablauf und den sich dabei entwickelten Kräften auseinanderzusetzen hätten. Die Vorinstanz habe das Vorbringen in der kantonalen Beschwerde, dass die Stanzpresse innert kürzester Zeit die Hand der Beschwerdeführerin mit hoher Wucht getroffen habe, nicht geprüft. In der Annahme, dass es sich beim Unfall vom 11. Juli 2016 um einen mittelschweren Unfall im Grenzbereich zu den schweren Unfällen liegend handle, sei der Umstand, dass sich die Beschwerdeführerin unter ihren Augen drei Finger abstanzte, als besonders eindrücklich zu werten. Im Übrigen liege insoweit eine besondere Art der Verletzung vor, als die Beschwerdeführerin ihre Lebensweise komplett habe umkrempeln müssen. Mit der rechten Hand könne sie praktisch keine Tätigkeiten mehr ausüben. Insgesamt könne nicht offen bleiben, ob ein natürlicher Kausalzusammenhang zwischen den nicht objektivierbaren linksseitigen Armbeschwerden und dem Unfall vom 11. Juli 2016 vorliege. Aufgrund der rechtswidrigen Adäquanzbeurteilung habe die Vorinstanz diese Frage zu Unrecht nicht geklärt.