Citation: U 474/00 18.05.2001 E. 2

2.- a) Die Vorinstanz geht davon aus, dass die Scheidung 1997 und der Verlust des Arbeitsplatzes Ende 1996 die Hauptgründe für die Chronifizierung des Leidens darstellen und die Beschwerdeführerin auch ohne die Belastung durch die Operation depressiv reagiert hätte. Die Versicherte macht demgegenüber geltend, wenn Scheidung und Arbeitslosigkeit die Hauptgründe seien, dann bilde der Unfall ebenfalls einen Grund für die vorliegenden Störungen, womit Teilkausalität vorliege. Die Beschwerdeführerin argumentiert zudem, dass gemäss BGE 121 V 326 eine Teilkausalität von 10 bis 15 % zur Annahme des natürlichen Kausalzusammenhanges ausreiche. In diesem Urteil wurde jedoch nur bestätigt, dass es für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhanges genüge, wenn der Unfall eine Teilursache darstellt (BGE 121 V 329 Erw. 2a); eine Quantifizierung dieser Teilkausalität erfolgte weder im erwähnten noch in einem anderen Urteil. Die prozentuale Beteiligung des Unfalls an den geltend gemachten Gesundheitsschäden ist zahlenmässig nämlich gar nicht schätzbar und kann deshalb auch nicht entscheidend für die Bedeutung einer Teilursache sein. Massgebend ist vielmehr - wie dies die Vorinstanz zu Recht ausführt - ob der Unfall nicht weggedacht werden kann, ohne dass die gesundheitliche Störung entfiele (BGE 119 V 337 Erw. 1, 118 V 289 Erw. 1b). b) Zur Beantwortung dieser Frage ist von den Umständen des Einzelfalles und vor allem von der Person der Versicherten auszugehen, wobei die Entwicklung vor und nach dem Unfall in Betracht zu ziehen ist. Die Vorinstanz stützt sich auf das Gutachten der Frau Dr. med. R.________ vom 11. Juli 2000, welches darlegt, dass die Beschwerdeführerin auf die Trennung von ihrem Ehemann und den Verlust des Arbeitsplatzes auch ohne die Belastung durch die Operation depressiv reagiert hätte; der Unfall habe zwar wahrscheinlich zum Teil zur Trennung beigetragen, jedoch sei nicht sicher, dass die Ehe ohne Unfall weiter bestanden hätte. Gemäss dem Gutachten des Dr. med. W.________, Sozialpsychiatrie Spital Y.________, vom 7. Oktober 1998 liegt mit grosser Wahrscheinlichkeit ein Status quo sine vor; entgegen der Ansicht der Vorinstanz besteht kein Grund, diesem Gutachten jeglichen Beweiswert abzusprechen, fällt es doch nicht aus dem Rahmen der übrigen Berichte und Gutachten und trägt so seinen Teil zur Sachverhaltsfeststellung bei. Die Auffassung der Vorinstanz, dass die Versicherte auch ohne die Operation depressiv reagiert hätte und die Depression auf die Scheidung und den Arbeitsplatzverlust zurückzuführen ist, ist daher nicht zu beanstanden. Ins Gewicht fällt dabei vor allem, dass die Beschwerdeführerin von September 1992 (ca. fünf Wochen nach dem Unfall) bis zum Eintritt der Arbeitslosigkeit Ende 1996 in ihrem bisherigen Tätigkeitsbereich vollständig arbeitsfähig war; bei einer derart grossen zeitlichen Distanz zwischen Unfall und Schaden müssten die Ärzte einen ursächlichen Zusammenhang klarerweise bejahen (vgl. Erw. 1b hievor), was aber nicht der Fall ist. Zudem hat die Beschwerdeführerin erst nach dem Unfall geheiratet und sich erst im Herbst 1996 - als es sich abzeichnete, dass ihre Ehe zerbrechen werde - in psychiatrische Behandlung begeben. Es ist daher nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, dass der Unfall vom August 1992 eine Teilursache des Rückfalls und damit der Arbeitsunfähigkeit der Versicherten ist; die Folgen der Beweislosigkeit treffen diejenige Partei, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte (vgl. Erw. 1c hievor). c) Die weiteren in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde vorgebrachten Einwände - Schmerzen und Angst im Zusammenhang mit dem Unfall hätten zur Hauptsache die Psyche beeinträchtigt, die Versicherte sei nie beschwerdefrei gewesen, es lägen keine imaginären Ängste vor und die psychischen Beschwerden seien längst vor Stellenverlust und Scheidung in ausgeprägtem Ausmass vorhanden gewesen - können am Resultat des fehlenden natürlichen Kausalzusammenhanges nichts ändern, war doch die Beschwerdeführerin nach dem Unfall während einer mehrere Jahre dauernden Periode bis zum Zeitpunkt der Arbeitslosigkeit und der Scheidung vollständig arbeitsfähig. Wie bereits dargelegt, müssten die Ärzte den ursächlichen Zusammenhang klarerweise bejahen; die Beschwerdeführerin kann jedoch auf keinen ärztlichen Bericht verweisen, noch legt sie einen solchen ins Recht, der diesen Zusammenhang klar und eindeutig nachweisen würde.