Citation: BGE 150 II 11 E. 5.3

Vorliegend arbeitete der Steuerpflichtige im Jahr 2018 im Gastgewerbe und erhielt einen Nettolohn von Fr. 55'402.90. Die Arbeitgeberin, B. GmbH, ein Gastgewerbebetrieb, hat dem Steuerpflichtigen die hälftige Krankentaggeld-Prämie von Fr. 390.- direkt vom Lohn abgezogen und so auf ihn als Arbeitnehmer überwälzt (Sachverhaltsergänzung gemäss Art. 105 Abs. 2 BGG). Der Steuerpflichtige untersteht als Arbeitnehmer im Gastgewerbe den erwähnten Bestimmungen des L-GAV und die allgemeinverbindlich erklärten Bestimmungen finden direkt auf ihn Anwendung (vgl. Art. 2 Abs. 2 L-GAV). Durch die Überwälzung der hälftigen Prämien der Krankentaggeldversicherung des Arbeitgebers auf ihn als Arbeitnehmer (gestützt auf Art. 23 Abs. 2 L-GAV) kann aus Sicht des Steuerpflichtigen, wie von diesem zu Recht vorgebracht und entgegen den Ausführungen der Vorinstanz, nicht von freiwillig bezahlten Versicherungsprämien gesprochen werden. In Übereinstimmung mit den Ausführungen des Steuerpflichtigen ist von einer faktisch obligatorischen Krankentaggeld-Versicherung zu sprechen, deren Prämien für den Steuerpflichtigen kraft den Bestimmungen im allgemeinverbindlich erklärten Landes-Gesamtarbeitsvertrages des Gastgewerbes eben gerade nicht freiwillig sind.