Citation: 8C_476/2008 24.02.2009 E. 4

4.1 Im Rahmen der Haushaltsabklärung vom 9. Oktober 2006 beantwortete die Beschwerdeführerin die Frage, ob sie ohne gesundheitliche Einschränkungen nicht ein höheres Arbeitspensum als heute bei der Firma X.________ AG ausüben würde, dahingehend, dass "sicher auch ein Pensum bis vielleicht 50%" denkbar wäre. Mit Schreiben vom 6. Dezember 2006 führte die Versicherte aus, dass sie ohne Gesundheitsschaden nicht mit einem Pensum von 30 % im Verkauf, sondern als diplomierte Handelsschulabsolventin mit einem 80 %-Pensum im Bürobereich arbeiten würde. Sie habe das 30%ige Verkaufspensum nur angenommen, weil sie keine passende Bürotätigkeit gefunden habe. Bei der Wahl einer geeigneten Arbeitsstelle sei sie auch deshalb eingeschränkt, weil sie behinderungsbedingt darauf angewiesen sei, dass sie jemand zur Arbeit fahre und dort nach Arbeitsschluss wieder abhole. Die teilweise stehend zu verrichtende Tätigkeit am angestammten Arbeitsplatz im Verkauf sei für sie angesichts ihrer körperlichen Einschränkungen eher ungünstig. Schliesslich machte die Beschwerdeführerin geltend, es bestehe auch eine finanzielle Notwendigkeit, mit einem viel höheren Pensum als nur zu 30 % erwerbstätig zu sein, da ihre Tochter nach den 2007 bestandenen Maturitätsprüfungen zunächst einen mehrmonatigen Sprachaufenthalt im Ausland absolvieren und danach die Pädagogische Hochschule besuchen werde. 4.2 Fest steht und unbestritten ist, dass die Versicherte 1980 ihre Schulbildung mit dem Erwerb des Handelsdiploms abschloss, sodann bis 1982 vollzeitlich im Personalwesen der Firma Y.________ und anschliessend ebenfalls mit einem Vollzeitpensum für die Firma Z.________ AG arbeitete. Nachdem sie 1984 geheiratet hatte, reduzierte sie das Erwerbspensum 1986 im Hinblick auf die am 21. Mai 1986 erfolgte Geburt ihres ersten Kindes auf 80 %. Per 31. März 1986 löste die Beschwerdeführerin dieses Arbeitsverhältnis auf und widmete sich ausschliesslich der Kinderbetreuung (zweites Kind wurde am 9. April 1988 geboren) und der Haushaltsführung. Von 1992 bis 1996 erteilte sie während vier bis sechs Stunden pro Woche Klavierunterricht. Nach dem ersten Auftreten von möglichen Symptomen der MS im Jahre 1983 litt die Versicherte 1996 erneut an einem Beschwerdeschub. 1999 wurde MS diagnostiziert. 4.3 Obwohl die IV-Stelle auf Abklärungen zur Ermittlung der geltend gemachten finanziellen Notwendigkeit einer Pensumserhöhung verzichtete, ist davon auszugehen, dass die noch junge, 1962 geborene Beschwerdeführerin angesichts ihres Berufsdiplomes und ihrer Arbeitserfahrung unter den gegebenen Umständen ohne Betreuungsaufgaben gegenüber ihren erwachsenen Kindern im Gesundheitsfall eher ein Erwerbspensum von 50 % als bloss die 30%ige Tätigkeit im Verkauf ausgeübt hätte. Diese Frage braucht indes nicht abschliessend beantwortet zu werden, da auch bei Annahme eines 50%igen Erwerbspensums kein rentenanspruchsbegründender Invaliditätsgrad von mindestens 40 % resultiert, wie die IV-Stelle mit vorinstanzlicher Vernehmlassung vom 17. Februar 2008 zutreffend dargelegt hat. 4.4 Soweit die Versicherte eine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes rügt, kommt der angeblich zu Unrecht nicht abgeklärten Frage, ob eine finanzielle Notwendigkeit der Erhöhung des Erwerbspensums tatsächlich bestanden habe, unter den gegebenen Umständen nach dem Gesagten keine ausschlaggebende Bedeutung zu. Ist die versicherte Person im Rahmen ihrer Schadenminderungspflicht gehalten, im Umfang der noch vorhandenen Leistungsfähigkeit eine dem Leiden angepasste erwerbliche Tätigkeit auszuüben (vgl. Art. 28 Abs. 2ter IVG [vgl. dazu hievor E. 3.2 in fine] in Verbindung mit Art. 16 ATSG; BGE 130 V 97 E. 3.2 S. 99 mit Hinweisen), ist es ihr zumutbar, eine Beschäftigung zu wählen, bei der sich die gesundheitliche Limitierung so gering als möglich auswirkt (Urteil 9C_265/2007 vom 4. Januar 2008 E. 5.1). Obwohl die Beschwerdeführerin schon 2002 behinderungsbedingt keine ganztags stehende Tätigkeit mehr zu verrichten vermochte (Bericht des Dr. med. F.________ vom 25. September 2002) und ihr die IV-Stelle als Eingliederungsmassnahme Arbeitsvermittlung zugesprochen hatte (Mitteilung der IV-Stelle vom 17. Oktober 2002), verzichtete sie darauf, die Unterstützung der Invalidenversicherung bei der Suche nach einer behinderungsangepassten Tätigkeit zu beanspruchen, um ab 2. Februar 2004 erneut eine - mit Blick auf diese vorwiegend stehend zu verrichtende Tätigkeit - ungünstige Teilzeit-Arbeitsstelle als Verkäuferin mit 30 %-Pensum anzunehmen. Die Vorinstanz hat daher zu Recht von weiteren Abklärungen zu dieser Frage Umgang genommen. 4.5 Eine Verletzung des Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV) ist nicht ersichtlich, legte doch das kantonale Gericht im angefochtenen Entscheid ausführlich und nachvollziehbar dar, auf welche tatsächlichen Verhältnisse es die Sachverhaltsfeststellung abstützte und in Anwendung welcher Rechtsgrundlagen es die Beschwerde abwies. 4.6 Kann offenbleiben, ob die Versicherte im Gesundheitsfall mit einem Pensum von nur 30 % oder 50 % erwerbstätig gewesen wäre (E. 4.3 hievor), ist der angefochtene Entscheid, mit welchem die Vorinstanz die von der IV-Stelle verfügte Verneinung eines Rentenanspruchs bestätigt hat, im Ergebnis nicht zu beanstanden. Daran vermögen die von der Beschwerdeführerin im Übrigen gegen den kantonalen Gerichtsentscheid erhobenen Einwände nichts zu ändern. Die auf einer Würdigung der konkreten Umstände basierende vorinstanzliche Feststellung zur Tatfrage des hypothetischen Umfanges der Erwerbstätigkeit (BGE 133 V 477 E. 6.1 S. 485) erweist sich jedenfalls unter dem Blickwinkel der eingeschränkten Kognition (E. 1 hievor) nicht als offensichtlich unrichtig oder sonstwie rechtsfehlerhaft.