Citation: 2C_940/2020 E. 2.3

2.3. Die Vorinstanz hat ausdrücklich auf das ärztliche Zeugnis vom 26. Januar 2015 abgestellt, in welchem der behandelnde Kinderarzt festhält, dass der Sohn an Behinderungen leidet (Entwicklungsrückstand, Sprachentwicklungsverzögerungen sowie muskuläre Hypotonie). Der Sohn besucht eine heilpädagogische Schule. Nach Einschätzung des Kinderarztes ist deshalb "eine intakte Familie und die Anwesenheit des Vaters" für die weitere Entwicklung des Kindes "besonders wichtig". Auch wenn es ein wenig missverständlich anmutet, dass die Vorinstanz die Kernaussagen in Anführungszeichen und im Konjunktiv angibt, ist dadurch das Kindesinteresse eindeutig festgehalten und gleichlaufend mit demjenigen des Beschwerdeführers. Inwiefern die vorinstanzliche Sachverhaltsfeststellung willkürlich sein soll, legt der Beschwerdeführer mit diesen Ausführungen nicht dar. Ebensowenig zeigt er auf, inwiefern die Vorinstanz den Sachverhalt in diesem Punkt unvollständig festgestellt haben soll, sodass eine Befragung seines Sohnes erforderlich wäre. Vielmehr legt der Beschwerdeführer in appellatorischer Weise ausführlich seine Meinung zur vorinstanzlichen Interessenabwägung dar. So anerkenne die Vorinstanz nicht, dass sein Verbleib in der Schweiz im objektiven Kindeswohl liege. Ausserdem könne gemäss Vorinstanz das Kind weiterhin bei seiner Mutter aufwachsen und ohnehin bestehe kein Abhängigkeitsverhältnis zum Vater, der aufgrund seiner Drogensucht und Inhaftierungen seine Vaterrolle nur bedingt erfüllt habe. Die Vorinstanz habe wegen der belasteten familiären Situation ein hypothetisches Interesse des behinderten Sohnes an einer Trennung suggeriert, welches den medizinischen Abklärungen widerspreche. Auch stelle die Vorinstanz blosse Mutmassungen über die effektiv gelebte Beziehung und das objektive Interesse des Sohnes an. Auf die konkrete Interessenabwägung ist jedoch später einzugehen. Vorab bleibt festzuhalten, dass der vorinstanzliche Entscheid weder Art. 12 KRK verletzt, noch den Sachverhalt rechtswidrig festgestellt hat. Es besteht daher kein Anlass, die Sache zwecks Befragung des Sohnes an die Vorinstanz zurückzuweisen.