Citation: I 835/02 18.11.2003 E. 7.2

7.2.1 Für die rechnerische Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der gesundheitlichen Beeinträchtigung eine Erwerbstätigkeit aus, bei der - kumulativ - besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, sowie das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn erscheint, gilt grundsätzlich der damit erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne herangezogen werden (BGE 126 V 76 f. Erw. 3b/aa und bb mit Hinweisen). IV-Stelle und Verwaltung gehen gestützt auf den Abklärungsbericht für Selbstständigerwerbende vom 23. März 2001 davon aus, die Beschwerdeführerin könne im Rahmen der zumutbaren Heimarbeit im Umfang von 50 % ein Einkommen von 11'040.- erzielen. Der Abklärungsdienst legte der Berechnung folgende Werte zu Grunde: Stundenlohn Fr. 15.- x 20 Stunden pro Woche x 46 Wochen pro Jahr = Fr. 13'800.- abzüglich 20 % wegen tageweisen psychischen Arbeitsunfähigkeiten = Invalideneinkommen von Fr. 11'040.-. Dieser Berechnungsweise kann nicht gefolgt werden. Zwar ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführerin gesundheitlich eine Heimarbeit im Umfang von 50 % grundsätzlich zumutbar ist. Insofern ist ihr Einwand, wonach sie den bei Heimarbeit gestellten Anforderungen invaliditätsbedingt generell nicht genüge, unbegründet. Es versteht sich jedoch, dass es verschiedene Arten von Heimarbeit gibt, die unterschiedliche Qualifikationen voraussetzen und unterschiedlich entlöhnt werden. Die Verwaltung hat hier weder Abklärungen zur Art der zumutbaren Heimarbeit noch zu deren Entlöhnung getroffen. Den Akten lässt sich denn auch nicht entnehmen, welche Art von Heimarbeit die IV-Stelle als zumutbar erachtet und auf welche Grundlagen sich die Annahme eines Stundenlohnes von Fr. 15.- stützt. Das mutmassliche Invalideneinkommen erweist sich deshalb als nicht genügend abgeklärt. Die Verwaltung hat auch dies nachzuholen.