Citation: 6B_468/2015 E. 3.3.2

3.3.2. Der Beschwerdeführer macht geltend, er hätte sich selbst dann nicht strafbar gemacht, wenn Art. 116 Abs. 1 lit. b AuG auch in Fällen anwendbar wäre, in denen ein Ausländer eine andere als die konkret bewilligte Erwerbstätigkeit ausübe. Die Vorinstanz vertrete die Ansicht, es sei üblich und gerichtsnotorisch, dass Tänzerinnen in Cabaret regelmässig Kunden zum Alkoholkonsum animierten. Wenn eine Tänzerin nun genau dies tue, könne die Vorinstanz deshalb nicht von einer "anderen" als der bewilligten Arbeitstätigkeit ausgehen. Sonst wäre jeder Arbeitgeber zu verurteilen, der einem ausländischen Angestellten neben dessen normaler Tätigkeit beispielsweise das Amt auferlege, jeweils den Müll hinauszutragen, beim Aufräumen zu helfen oder Briefe zur Post zu bringen. Auch könne entgegen der Auffassung der Vorinstanz das Entlöhnungssystem nicht als Kriterium für die Zuweisung einer nicht bewilligten Arbeit herangezogen werden. In diesem Zusammenhang sei sehr wohl entscheidend, dass die Tänzerinnen ihre Animationstätigkeit freiwillig ausgeübt hätten (Beschwerde, S. 8 f.). Dieser Argumentation kann nicht gefolgt werden. Insbesondere hinkt der Vergleich, wonach keinem ausländischen Angestellten bestimmte Sonderaufgaben nebst der Haupttätigkeit mehr übertragen werden dürften. Im vorliegenden Fall hatten die Tänzerinnen nicht lediglich einen nebensächlichen zusätzlichen Auftrag zu erledigen. Vielmehr veränderte sich der Inhalt ihrer Erwerbstätigkeit entscheidend, indem der Lohn allein von der Animation und nicht mehr vom Tanzen abhing. Zutreffend erachtet die Vorinstanz als irrelevant, dass die Frauen nicht mittels Drohung oder Gewalt zur Animation gezwungen wurden, zumal ihnen mangels anderweitigem Einkommen keine andere Wahl blieb. Selbst wenn die Vorinstanz davon ausgeht, die Animation gehöre in einem Cabaret üblicherweise dazu, bedeutet dies entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers nicht, dass eine Bewilligung zum Tanzen auch die Animationstätigkeit umfasst. Gemäss den Weisungen und Erläuterungen Ausländerbereich (Weisungen AuG) des Staatssekretariats für Migration SEM (Version vom 25.10.2013, Stand 1.07.2015, S. 146) sind Personen, welche Gäste animieren, von der Bewilligung für Cabaret-Tänzerinnen ausdrücklich ausgeschlossen, und Cabaret-Tänzerinnen ist die Animation untersagt. Demnach kommt die Vorinstanz zutreffend zum Schluss, dass die Bewilligung für eine Erwerbstätigkeit als Tänzerin die Animationstätigkeit nicht umfasst.