Citation: 2C_290/2008 23.09.2008 E. 3

3.1 Das Verwaltungsgericht hat - teilweise unter Bezugnahme auf die Erwägungen des Regierungsrates - festgestellt, vorliegend hätten die Eheleute das eheliche Zusammenleben unbestrittenermassen spätestens im Oktober 2003 aufgegeben und seither nicht wieder aufgenommen. Der Ehemann habe bereits im Oktober 2004 angegeben, es bestünden keine ehelichen Beziehungen mehr und er wolle sich nach Ablauf der gesetzlich vorgeschriebenen zweijährigen Trennungsfrist scheiden lassen. Das Scheidungsverfahren sei vom Ehemann denn auch konsequent durchgeführt worden. Wenn die Beschwerdeführerin dem entgegenhalte, sie habe auf eine Wiedervereinigung gehofft bzw. die Meinungsverschiedenheiten mit ihrem Mann zu lösen versucht, so könne daraus jedenfalls nicht geschlossen werden, dass die Ehe vor Oktober 2005 noch intakt gewesen sei. Es habe der Beschwerdeführerin bereits längere Zeit vor Ablauf der Fünfjahresfrist klar sein müssen, dass ihre Ehe endgültig gescheitert sei. 3.2 Die Beschwerdeführerin macht demgegenüber geltend, die Vorinstanz habe sich für die Begründung des Rechtsmissbrauchs einseitig auf die Angaben des Ehemannes - welcher ihr bloss schaden und sich offensichtlich an ihr rächen wolle - gestützt. Bis zur Einleitung des Scheidungsverfahrens habe der Ehemann ihr gegenüber jedoch nie ausdrücklich gesagt, er wolle die Hoffnung auf die Ehe aufgeben. Diesbezüglich sei sie der Willkür ihres Ehegatten ausgesetzt gewesen; in Treu und Glauben habe sie ihr Heimatland und ihre Universitätsausbildung in Kairo aufgegeben und sich in der Schweiz eine neue Existenz aufgebaut. Sodann habe sie auch viel unternommen (Telefonanrufe, SMS-Nachrichten, Organisieren von Treffen), um ihren Ehemann zu überzeugen, ihre Liebe zu erwidern. Von Rechtsmissbrauch könne keine Rede sein. Des weiteren beruft sich die Beschwerdeführerin auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung, wonach der Umstand, dass die Ehegatten nicht mehr zusammen lebten, nicht als Indiz für ein offensichtlich rechtsmissbräuchliches Verhalten gewertet werden dürfe. 3.3 Letzteres ist richtig, weshalb in der Rechtsprechung auch festgehalten wird, dass die blosse Einleitung eines Scheidungsverfahrens oder die Aufgabe des gemeinsamen Haushaltes den Anwesenheitsanspruch des ausländischen Ehegatten für sich allein noch nicht untergehen lassen (vgl. E. 2.2). Ein Rechtsmissbrauch liegt jedoch vor, wenn ein Anwesenheitsanspruch geltend gemacht wird, obwohl mit einer Weiterführung bzw. Wiederaufnahme der ehelichen Gemeinschaft offensichtlich nicht mehr gerechnet werden kann (vgl. ebenda). Es besteht kein Anlass, von dieser zu Art. 7 und 17 ANAG entwickelten, gefestigten Rechtsprechung abzuweichen, umso weniger, als das neue Ausländergesetz den Anwesenheitsanspruch des ausländischen Ehepartners nunmehr generell vom Zusammenleben der Ehegatten abhängig macht (vgl. Art. 42 und 43 AuG) und insofern strenger ist als die bisherige Ordnung des ANAG, welche diese Voraussetzung nur für die Ehegatten von niedergelassenen Ausländern statuiert (Art. 17 ANAG). 3.4 Aufgrund der im angefochtenen Urteil enthaltenen und für das Bundesgericht grundsätzlich verbindlichen Sachverhaltsfeststellungen (Art. 105 BGG) durfte das Verwaltungsgericht zulässigerweise annehmen, dass die Ehe deutlich vor Ablauf der Fünfjahresfrist von Art. 7 Abs. 1 Satz 2 ANAG definitiv gescheitert und mit einer Wiederaufnahme der ehelichen Gemeinschaft nicht mehr zu rechnen war. Dies musste auch der Beschwerdeführerin bewusst sein, die zwar offenbar zunächst von einer bloss vorübergehenden Trennung ausgegangen war, aber schon im Oktober 2004 selber einräumte, ihr Ehemann verweigere gemeinsame Treffen und Telefonate (vgl. Eingabe vom 11. Oktober 2004 an das Migrationsamt). Die eheliche Gemeinschaft wurde denn auch nie wieder aufgenommen; gelegentliche Treffen, Telefonate und SMS genügen hiefür nicht, wie das Verwaltungsgericht zutreffend festgehalten hat (S. 8 des angefochtenen Entscheides). Das Gericht durfte alsdann die Geltendmachung eines Niederlassungsanspruches nach Art. 7 ANAG als rechtsmissbräuchlich einstufen, ohne dass den Ursachen dieses Zustandes noch weiter nachzugehen war (vgl. BGE 130 II 113 E. 4.2 S. 117).