Citation: 2C_802/2020 E. 3.3.2

3.3.2. Angesprochen auf diese Ausführungen führte die Beschwerdeführerin am 6. Mai 2019 gegenüber dem Migrationsamt Folgendes aus: Sie und ihr Ehemann hätten zuerst im Haus seiner Eltern mit diesen zusammen gewohnt. Sie hätten unzählige Diskussionen und "fights" gehabt. Sie habe deshalb unter starken Depressionen sowie Haarausfall gelitten. Dazu sei bei ihr eine Schilddrüsenüberfunktion diagnostiziert worden. Bald sei es zu Handgreiflichkeiten gekommen. Einmal habe ihr Ehemann ihr einen Stoss in den Rücken gegeben; sie habe sich allerdings nicht getraut, die Polizei zu rufen, weil sie davon ausgegangen sei, dass ihr Ehemann alles abstreiten würde. Sie hätten sich sodann nach dem Umzug in eine eigene Wohnung im Januar 2019 ein weiteres Mal heftig gestritten: Freunde ihres Mannes hätten sich bei einem Besuch auf ihr Ehebett gelegt, was sie als Eingriff in ihre Privatsphäreempfunden habe. Sie sei so wütend geworden, dass sie ihrem Exmann, der ihr in dieser Situation nicht beigestanden sei, die Nase gebrochen habe. In den gemeinsamen Ferien hätten sie sich auf eine einvernehmliche Scheidung geeinigt.