Citation: 1A.44/2006 20.09.2006 E. B

Am 1. Juli 2002 reichte das Ehepaar Z.________ ein Baugesuch ein. Danach sollen auf dem flachen, der Friedhofmauer vorgelagerten Teil der Parzelle Nr. 741 ein Stallgebäude, eine Remise sowie eine Zufahrt erstellt werden. Im Stall ist die Haltung von 12 Kühen, 7 Rindern, 8 ein- bis zweijährigen Jungrindern (Mäsen), 8 Aufzuchtkälbern und 20 Mastkälbern (Alter bis 4 Monate, Gewicht bis 200 kg) vorgesehen. Während der Auflagefrist erhoben unter anderem X.________ und Y.________ Einsprache beim Gemeinderat Mels. X.________ beanstandete die vom Bauvorhaben ausgehenden Lärm- und Geruchsbelästigungen, während Y.________ geltend machte, es verunstalte das Ortsbild und störe die Friedhofsruhe. Am 1. Dezember 2003 erteilte der Gemeinderat Mels die Baubewilligung und wies die öffentlich-rechtlichen Einsprachen im Sinn der Erwägungen ab. Die Abweisung der Einsprachen wurde unter anderem damit begründet, ein Gutachten von Konrad Höhener, Landwirtschaftliche Schule Rheinhof, Salez, vom 1. September 2003 (Gutachten Höhener I) zeige auf, dass die Vorschriften der Luftreinhalte-Verordnung des Bundes vom 16. Dezember 1985 (LRV; SR 814.318.142.1) eingehalten seien. Am 12. Dezember 2003 widerrief der Gemeinderat Mels die Baubewilligung und die Einspracheentscheide vom 1. Dezember 2003. Der Widerruf wurde damit begründet, das Gutachten Höhener I beruhe auf einem Fehler, indem für die Mastkälber ein falscher Faktor verwendet worden sei. Die korrigierte Berechnung des Experten vom 8. Dezember 2003 (Gutachten Höhener II) ergebe, dass die Baute den geforderten Mindestabstand zum benachbarten Wohnhaus deutlich unterschreite. Am 15. Juli 2004 erteilte der Gemeinderat Mels die Baubewilligung erneut und wies die öffentlich-rechtlichen Einsprachen von X.________ und Y.________ betreffend Verunstaltung des Ortsbilds, Luftreinhaltung und Lärmschutz im Sinn der Erwägungen ab. Gleichzeitig hiess er die Einsprachen, soweit privatrechtlicher Natur, im Sinn der Erwägungen gut. Der Einspracheentscheid wurde unter anderem damit begründet, Richard Schwendener, Landwirtschaftliche Beratung, Fachstelle Betriebswirtschaft, habe im Auftrag der Bauherrschaft am 29. März 2004 ein weiteres Gutachten erstellt. Dieses Gutachten (Gutachten Schwendener) zeige auf, dass der Mindestabstand zwar leicht unterschritten werde, aber zumutbar sei. Gegen die Einspracheentscheide des Gemeinderates erhoben X.________ und Y.________ Rekurs beim Baudepartement des Kantons St. Gallen. Zudem reichten sie gegen die Baubewilligung bei der Regierung des Kantons St. Gallen Rekurs ein und beantragten, die beiden Rekursverfahren seien zu koordinieren. Dieser Rekurs wurde dem Baudepartement zur Bearbeitung überwiesen. Die Rekurrenten machten die Verletzung von Verfahrensvorschriften geltend und rügten, das Vorhaben verunstalte das Orts‑ und Landschaftsbild und halte den Mindestabstand zur bewohnten Zone nicht ein. Das Baudepartement wies den Rekurs am 6. Juli 2005 ab, nachdem es Stellungnahmen der kantonalen Ämter für Raumentwicklung und für Umweltschutz eingeholt und einen Augenschein durchgeführt hatte. Die Baubewilligung des Gemeinderats Mels vom 15. Juli 2004 ergänzte es wie folgt: "Die Entlüftung erfolgt mittels einer Unterdruck-Lüftung über die Südostfassade des Bauvorhabens sowie mit Hilfe eines Rollvorhangs" (Ziff. 2 des Entscheids des Baudepartements). Auf eine Beschwerde von X.________ und Y.________ gegen den Entscheid des Baudepartements trat das Verwaltungsgericht des Kantons St. Gallen mit Urteil vom 24. Januar 2006 gegenüber Y.________ nicht ein. Die Beschwerde von X.________ wies es ab, soweit es darauf eintrat.