Citation: 6B_64/2024 E. 1.9.3

1.9.3. Nach dem Gesagten steht auch Art. 5 Abs. 1 Anhang I FZA der Landesverweisung des Beschwerdeführers nicht entgegen. Mit den qualifizierten Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz hat er die öffentliche Ordnung und die Gesundheit vieler Menschen schwer gefährdet. Die bundesgerichtliche Rechtsprechung ist in Bezug auf aufenthaltsbeendende Massnahmen bei Betäubungsmitteldelikten sehr streng (vgl. oben E. 1.5.3 f.). An die Wahrscheinlichkeit einer künftigen Straffälligkeit sind entsprechend keine allzu hohen Anforderungen zu stellen. Beim Beschwerdeführer besteht, wie bereits im Rahmen der Interessenabwägung dargelegt (vgl. oben E. 1.7), eine relevante Rückfallgefahr, nachdem er sich weder von der Untersuchungshaft noch vom laufenden Strafverfahren abschrecken liess, sich nur vier Monate nach Entlassung aus der Untersuchungshaft erneut dem Betäubungsmittelhandel widmete und auch während des erstinstanzlichen Verfahrens wieder mit dem Gesetz in Konflikt geriet. Zu Recht geht die Vorinstanz somit von einer hinreichenden Wahrscheinlichkeit aus, dass der Beschwerdeführer auch künftig die öffentliche Ordnung, Sicherheit und Gesundheit stören wird. Die Vorinstanz verletzt kein Völkerrecht, wenn sie festhält, das FZA stehe der obligatorischen Landesverweisung des Beschwerdeführers nicht entgegen. Er bringt in diesem Zusammenhang keine Argumente vor, die nicht bereits Eingang in die Erwägungen zur Interessenabwägung gefunden hätten. Die Landesverweisung ist vorliegend auch unter Beachtung des FZA nicht zu beanstanden.