Citation: 9C_857/2007 30.06.2008 E. 3

3.1 Die Feststellung des Gesundheitsschadens, d.h. die Befunderhebung, die gestützt darauf gestellte Diagnose, die ärztliche Stellungnahme zu dem noch vorhandenen Leistungsvermögen oder (bei psychischen Gesundheitsschäden) zur Verfügbarkeit von Ressourcen der versicherten Person sowie die aufgrund der medizinischen Untersuchungen gerichtlich festgestellte Arbeits(un)fähigkeit betreffen Tatfragen (BGE 132 V 393 E. 3.2 S. 398). Sie entziehen sich nach der in E. 1 dargelegten Kognitionsregelung einer Überprüfung durch das Bundesgericht weitgehend. 3.2 Es ist nunmehr unbestritten, dass die Beschwerdeführerin aus rein somatischer Sicht in einer sitzenden Tätigkeit nicht in anspruchsbegründendem Ausmass eingeschränkt ist. Streitig ist hingegen, ob sie zusätzlich an einer invalidisierenden psychischen Krankheit leidet. Aktenkundig sind seit vielen Jahren bestehende rezidivierende Depressionen, derentwegen die Versicherte erstmals im Jahre 1985 und seither wiederholt stationär und ambulant behandelt wurde. Gleichwohl war sie mehrheitlich in der Lage, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. So führte sie von 1982 bis im Jahre 2000 selbstständig das Restaurant X.________, war vom 1. Dezember 2000 bis 31. Juli 2001 vollzeitlich als Hausangestellte im Altersheim Y.________ sowie vom 1. August 2001 bis 31. August 2005 ebenfalls zu 100 % als Mitarbeiterin Hotellerie (Verantwortliche für den Bereich Speisesaal) im Altersheim Z.________ tätig. Zwar musste sie während des letzten Arbeitsverhältnisses vom 19. August bis 20. Oktober 2004 wegen einer depressiven Episode stationär in der Klinik E.________ behandelt werden. Eine invalidisierende psychische Krankheit kann indes nur angenommen werden, wenn die rezidivierenden depressiven Episoden zu einer längerdauernden (während eines Jahres bestehenden), mindestens 40%igen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ohne wesentlichen Unterbruch führen (Art. 29 Abs. 1 lit. b in Verbindung mit Art. 28 Abs. 1 IVG je in der hier anwendbaren, bis 31. Dezember 2007 in Kraft gewesenen Fassung). Mit Ausnahme der soeben erwähnten Hospitalisation im Herbst 2004 geht aus den Akten - einschliesslich der Bestätigung der behandelnden Psychiaterin Dr. med. G.________ vom 21. Dezember 2006 - nichts hervor, was auf eine weitere (längerdauernde) Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen bis zum Erlass des Einspracheentscheides schliessen liesse. Vielmehr nahm die Beschwerdeführerin nach ihrer Entlassung aus der Klinik E.________ ihre Arbeitstätigkeit - bis zum Auftreten der Fussbeschwerden im Februar 2005 - wieder im gewohnten Umfang auf. Frau Dr. med. H.________ hielt am 17. August 2005 lediglich fest, es sei eine erneute psychiatrisch-therapeutische Begleitung durch Frau Dr. med. G.________ geplant. Ohne dass weiter geprüft werden muss, ob das nach Erlass des vorinstanzlichen Entscheides ergangene und mit der letztinstanzlichen Beschwerde ins Recht gelegte Gutachten des Dr. med. N.________ vom 1. Dezember 2007 überhaupt zu berücksichtigen ist (vgl. Urteile 8C_104/2008 vom 18. März 2008, E. 4.2.1, und 8C_260/2007 vom 31. Oktober 2007, E. 2), kann auf die darin enthaltene Einschätzung, wonach die Beschwerdeführerin seit dem Jahre 2001 dauernd, wenn auch in wechselndem Ausmass, arbeitsunfähig gewesen sei, so dass "aufgrund der Instabilität der psychischen Situation mit weiterhin wechselhaftem Verlauf und damit einhergehender fehlender Zumutbarkeit für Arbeitgeber" summarisch von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit ab dem Jahre 2004 auszugehen sei, ohnehin nicht abgestellt werden. Dies anerkennt im Übrigen auch die Beschwerdeführerin ausdrücklich. Ihre Behauptung, Dr. med. N.________ sei ein Schreibfehler unterlaufen, er habe ab dem Jahre 2006 eine volle Arbeitsunfähigkeit bescheinigen wollen, wird nicht näher belegt und findet in den Akten keine Stütze (vielmehr legen seine Ausführungen, wonach seit dem Jahre 2001 eine dauernde Arbeitsunfähigkeit in wechselndem Ausmass bestehe, eher den Schluss nahe, dass er tatsächlich eine volle Arbeitsunfähigkeit ab 2004 attestieren wollte). 3.3 Ob die schwere depressive Episode mit Suizidalität, welche eine erneute Hospitalisation in der Klinik E.________ ab 12. November 2006 erforderlich machte, zu einer längerdauernden Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen geführt hat, braucht nach den zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz in diesem Verfahren nicht geprüft zu werden, zumal sich weder der Bestätigung der Frau Dr. med. G.________ vom 21. Dezember 2006 noch den übrigen Akten Hinweise darauf entnehmen lassen, dass die Episode bereits vor Erlass des Einspracheentscheides die Arbeitsfähigkeit massgeblich beeinträchtigt hätte (BGE 131 V 9 E. 1 S. 11). Das kantonale Gericht hat somit weder den Sachverhalt offensichtlich unrichtig oder unvollständig festgestellt noch sonstwie gegen Bundesrecht verstossen, wenn es eine invalidisierende psychische Krankheit für den hier massgeblichen Zeitraum bis zum Erlass des Einspracheentscheides vom 15. September 2006 verneint hat.