Citation: 1B_493/2021 E. 2.4

2.4. Das Verhältnismässigkeitsprinzip verlangt, dass eine Massnahme für das Erreichen des im öffentlichen Interesse liegenden Ziels geeignet und erforderlich ist und sich für die Betroffenen in Anbetracht der Schwere der Grundrechtseinschränkung als zumutbar erweist (BGE 140 I 2 E. 9.2.2 S. 24 mit Hinweisen). Die Vernichtung des von einem Häftling versteckten Mobiltelefons erscheint als geeignet, die Ordnung und Sicherheit in den Vollzugseinrichtungen zu gewährleisten (vgl. § 152 JVV). Im Rahmen des vorzeitigen Strafvollzugs kann sie insbesondere auch dazu dienen, Kollusionshandlungen zu verhindern (vgl. Art. 236 Abs. 4 StPO, wonach die beschuldigte Person im vorzeitigen Strafvollzug dem Vollzugsregime untersteht, wenn der Zweck der Untersuchungs- oder der Sicherheitshaft dem nicht entgegensteht). Statt einen Gegenstand zu vernichten, kann dieser jedoch auch zu den Effekten gelegt und damit dem direkten Zugriff des Besitzers entzogen werden. Es handelt sich dabei um einen milderen Eingriff, der ebenso geeignet ist, Ordnung und Sicherheit in den Vollzugseinrichtungen sowie die Zwecke der Untersuchungs- oder der Sicherheitshaft zu gewährleisten. Das in diesem Zusammenhang von der Vorinstanz vorgebrachte Argument, ein Mobiltelefon eigne sich nur zu einem rechtswidrigen Gebrauch, ist unzutreffend. Es handelt sich vielmehr um einen Alltagsgegenstand, der auf verschiedenste Weise rechtmässig verwendet werden kann.