Citation: 5C.247/2004 10.02.2005 E. 2

Das Obergericht hat die Ehe gestützt auf Art. 114 ZGB geschieden und die Scheidungsfolgen (Art. 119 ff. ZGB), insbesondere die Kinderbelange nach Art. 133 f. und Art. 144 ff. ZGB geregelt. Es hat vorweg die Zuständigkeit der schweizerischen Gerichte und die Anwendbarkeit schweizerischen Rechts im internationalen Verhältnis bejaht. Die kantonalen Gerichte sind davon ausgegangen, die Fragen nach der Zuständigkeit der schweizerischen Gerichte, dem anzuwendenden Recht und den Voraussetzungen der Anerkennung ausländischer Entscheidungen seien - mangels völkerrechtlicher Verträge - nach den Vorschriften des Bundesgesetzes über das Internationale Privatrecht (IPRG; SR 291) zu beantworten. Mit seiner eidgenössischen Berufung ficht der Beklagte die internationale Zuständigkeit der schweizerischen Gerichte für die Ehescheidung an. Auf alle weiteren internationalprivatrechtlichen Fragen - Anwendbarkeit des IPRG, Zuständigkeit für die Nebenfolgen der Ehescheidung, vorab zur Regelung der Kinderbelange, jeweilen anzuwendendes Recht u.ä. - kommt er heute nicht mehr zurück (Ziff. 3-11 S. 13 ff. der Berufungsschrift). Im Eventualstandpunkt ficht der Beklagte die Regelung der Kinderbelange an. Zu allen weiteren Nebenfolgen der Ehescheidung äussert er sich nicht mehr (Ziff. 12-15 S. 31 ff. der Berufungsschrift). Unter diesen Umständen hat das Bundesgericht keinen Anlass, auf Rechtsfragen einzugehen, deren Beantwortung durch die kantonalen Gerichte der Beklagte nicht beanstandet (z.B. BGE 117 II 199 E. 1 S. 200; Urteil 4C.261/2001 des Bundesgerichts vom 19. Dezember 2001, E. 1, in: AJP 2002 S. 846). Zu prüfen sind die behaupteten Verletzungen der Bestimmungen des IPRG über die internationale Zuständigkeit für die Ehescheidung (E. 4 und 5) und der Bestimmungen des ZGB über die Kinderbelange (E. 6 bis 8 hiernach). Einzugehen ist vorweg auf den Einwand der Klagerechtsverwirkung (E. 3 sogleich).