Citation: 6B_204/2023 E. 2.2

2.2. Die Beschwerde ist unbegründet. Der Vorinstanz ist zuzustimmen, dass nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung zu Art. 73 StGB (und dem insofern gleichlautenden Art. 70 StGB) ein Kausalzusammenhang bestehen muss zwischen dem beschlagnahmten Vermögenswert, worauf ein Anspruch erhoben wird, und der gegen den Ansprecher gerichteten Straftat. Aus dem von ihr angerufenen Urteil 1B_581/2012 vom 27. November 2012 kann die Beschwerdeführerin nichts zu ihren Gunsten ableiten. Demnach setzt Art. 73 StGB zwar einen direkten Konnex zwischen dem Anlassdelikt und der bei diesem Delikt geschädigten Person, nicht aber zwischen dem Anlassdelikt und dem beschlagnahmten Vermögenswert voraus. Auch aus diesem Entscheid erhellt, dass ein Anspruch nach Art. 73 StGB nur besteht, wenn zwischen dem Anlassdelikt und der bei diesem Delikt geschädigten Person ein direkter Konnex besteht (so auch NIKLAUS SCHMID, Kommentar Einziehung, Organisiertes Verbrechen, Geldwäscherei, Band I, 2. Aufl. 2007, N. 15 zu Art. 73 StGB). Gemäss vorgenanntem Autor unterliegen einer Einziehung zugunsten des Geschädigten "nur Werte, die aus dem Delikt stammen, bei welchem der Ansprüche aus Art. 73 StGB erhebende Geschädigte Verletzter ist" (NIKLAUS SCHMID, a.a.O. N. 24 zu Art. 73 StGB). Der Vermögenswert, auf den Anspruch erhoben wird, muss mithin aus der Tat stammen, weswegen der Ansprecher geschädigt sein soll. Diese Voraussetzung ist vorliegend mit Bezug auf die Beschwerdeführerin unstreitig nicht erfüllt. Es steht fest, dass die nach Art. 70 beschlagnahmte Liegenschaft Nr. zzz, U.________, aus deren Verwertungserlös die Beschwerdeführerin ihre Schadenersatzansprüche und Parteienschädigung erfüllt haben will, nicht aus einer gegen sie gerichteten Straftat - dem der Beschuldigten vorgeworfenen Betrug oder der Veruntreuung - stammt. Die Beschwerdeführerin hat die zu verwertende Liegenschaft vielmehr der Stiftung D.________ geschenkt. Die Beschlagnahme erfolgte aufgrund eines Verbrechens der Beschuldigten gegenüber der Stiftung D.________, nämlich einer ungetreuen Geschäftsbesorgung. Geschädigte im Zusammenhang mit der beschlagnahmten und zu verwertenden Liegenschaft war nur die Stiftung D.________. Damit kann auch nur dieser ein Anspruch auf den Verwertungserlös aus der von der Beschuldigten unrechtmässig erlangten Liegenschaft zustehen. Entgegen ihrer Auffassung ist die Beschwerdeführerin auch keine Reflexgeschädigte im Sinne der Erwägungen von BGE 145 IV 237 ff. und unter diesem Titel Anspruchsberechtigte nach Art. 73 StGB. Im vorerwähnten Bundesgerichtsentscheid war eine Versicherung in die Rechte der geschädigten Person eingetreten und daher Reflexgeschädigte, weil sie den Schaden des Direktgeschädigten übernommen hatte (E. 5.1.1 f.; Übersetzung S. 81 und S. 83). Eine derartige Konstellation liegt hier nicht vor. Die Reflexgeschädigte war in jenem Fall - anders als vorliegend - aus demselben Verbrechen geschädigt wie die ursprüngliche Geschädigte. Nur war jene in deren Rechte eingetreten. Der von der Beschwerdeführerin zitierte Entscheid sagt hingegen nichts darüber aus, ob nach Art. 73 StGB zwischen der Anlasstat und den zusprechenden Werten ein Konnex bestehen muss resp. dass dies nicht der Fall wäre. Die Beschwerdeführerin kann auch nichts daraus ableiten, dass der Geschädigtenbegriff nach Art. 73 StGB weiter zu verstehen sei als derjenige nach Art. 30 StGB (Strafantragsrecht; BGE 145 IV 237 E. 5.1). Daraus ergibt sich ebenfalls nicht, dass zwischen dem Delikt und dem Anspruch der geschädigten Person auf Verwendung des daraus stammenden Vermögenswerts kein Zusammenhang bestehen müsste. Auch der von der Beschwerdeführerin in diesem Zusammenhang zitierte Autor MARC THOMMEN äussert sich nicht dahingehend. Der Autor erachtet zwar, abweichend von der herrschenden Lehre (NIKLAUS SCHMID, a.a.O., N. 15 zu Art. 73 StGB; RETO WEILENMANN, Drittgeschädigte Personen im Strafverfahren, Luzerner Beiträge zur Rechtswissenschaft, Diss. 2020 Rz. 549 mit Hinweisen) eine "indirekte Schädigung" für ausreichend, verlangt aber ebenfalls einen Kausalzusammenhang zwischen Anlassdelikt und Schaden (MARC THOMMEN, in: Ackermann [Hrsg.], Kommentar, Kriminelles Vermögen - Kriminelle Organisationen, Bd. I, 2018, N. 35 zu Art. 73 StPO). Dies gilt, entgegen der Insinuation der Beschwerdeführerin ebenso für den Gesetzestext von Art. 73 StGB, wonach jemand durch ein Verbrechen oder ein Vergehen einen Schaden erlitten haben muss. Auch die von der Beschwerdeführerin angeführte Tatsache, dass zwischen sämtlichen in der vorliegenden Angelegenheit beurteilten Straftaten ein Zusammenhang besteht und dass die Beschuldigte faktisch weitgehend alleine über die Belange der Stiftung D.________ verfügte, ändert an deren rechtlicher Selbständigkeit und alleinigen Geschädigtenstellung nichts. Dies gilt ebenso, soweit die Beschwerdeführerin geltend macht, dass auch sie im Rahmen der Übertragung der Liegenschaft von der Stiftung an die Beschuldigte getäuscht worden sei. Es steht fest und ist unbestritten, dass die Beschwerdeführerin jedenfalls in ihrer Eigenschaft als Stiftungsrätin, nicht als Privatperson, getäuscht worden wäre. Auch, dass die Liegenschaft mit Mitteln der Beschwerdeführerin erworben wurde, macht sie nicht zur Geschädigten hinsichtlich des Anlassdelikts. Zu keinem anderen Ergebnis führt, dass die Verwendung des Verwertungserlöses der Liegenschaft zugunsten des Staates im vorliegenden Fall letztlich zu dessen Begünstigung führt, und sich der Staat nach der Konzeption des Gesetzes grundsätzlich nicht auf Kosten der geschädigten Person bereichern soll. Dies ändert nach dem Gesagten nichts daran, dass am Erfordernis des (doppelten) Konnexes zwischen Schaden, Anlasstat und zuzusprechenden Vermögenswert festgehalten werden muss.