Citation: 6B_1148/2023 E. 2.4

2.4. Die Vorinstanz verneint ein sich aus der Verletzung des Beschleunigungsgebots ergebendes Prozesshindernis. Sie berücksichtigt dabei u.a., dass es sich um ein umfangreiches und komplexes Strafverfahren handelte (zahlreiche Betrügereien, in welche mehr als ein Dutzend Personen involviert waren und die sich zudem über sieben Kantone erstreckten), die Verteidigung in der Untersuchung explizit darauf bestand, dass die zunächst als Zeugen befragten, rechtskräftig verurteilten Personen nochmals, diesmal als Auskunftspersonen, einzuvernehmen seien, wobei der Verteidiger sich allein nur für die Beantwortung einer entsprechenden Nachfrage des Staatsanwalts zwei Monate Zeit gelassen habe, und dass diverse Abklärungen und Beweiserhebungen rechtshilfeweise im Ausland durchgeführt werden mussten (vgl. angefochtenes Urteil E. 2.2.1 und 2.2.3 S. 17 f.). Das Berufungsverfahren dauerte bis zum vorinstanzlichen Urteil vom 24. Juni 2022 drei Jahre. Diesbezüglich ergibt sich aus dem angefochtenen Entscheid, dass die Terminfindung mit den Verfahrensbeteiligten für die ursprüngliche Berufungsverhandlung nur langfristig möglich war, die für März 2020 vorgesehene Berufungsverhandlung wegen der akut gewordenen Corona-Lage abgesetzt werden musste, der Verteidiger in Bezug auf den vorgeschlagenen neuen Verhandlungstermin vom 28. August 2020 mitteilte, ein Termin sei frühestens ab Mitte November 2020 möglich, und die danach auf den 13. November 2020 angesetzte Berufungsverhandlung wegen der Covid-bedingten Quarantäne des Beschwerdeführers vertagt wurde. Die Verhandlung vom 5. Februar 2021 wurde abermals vertagt, weil der Beschwerdeführer vorfrageweise geltend machte, das (kurze) erstinstanzliche Handprotokoll vom 13. September 2018 sei unleserlich. Am 12. März 2021 erschien der Verteidiger des Beschwerdeführers unentschuldigt nicht vor Gericht, weshalb die Berufungsverhandlung schliesslich am 26. März 2021 durchgeführt wurde (vgl. angefochtenes Urteil E. 2.3.1 f. S. 18 ff.). Die Vorinstanz erwägt, der Zeitraum von Ende Juni 2019 (Berufungseingang) bis zur Berufungsverhandlung im März 2021 sei fraglos als lang zu bezeichnen. Indes sei diese Verzögerung, soweit dafür nicht die Corona-Situation und damit höhere Gewalt ursächlich gewesen sei, allein auf das unkooperative Verhalten der Verteidigung zurückzuführen. Eine zeitnahe Terminfindung mit der Verteidigung sei jeweils unmöglich gewesen. Die Kopie des Handprotokolls vom 13. September 2018, das im Wesentlichen den formalen Ablauf der damaligen Sitzung dokumentiere, sei dem Verteidiger bereits im März 2020 zugestellt worden. Es sei von marginaler Bedeutung gewesen, da die Verhandlung unmittelbar nach den Vorträgen der Parteien zur damals strittigen Vorfrage (Beweisanträge) vertagt worden sei. Unverständlich sei, dass der Verteidiger den Einwand, das Verhandlungsprotokoll vom 13. September 2018 sei unleserlich, erst ein Jahr später vorgebracht habe. Die Vorinstanz geht insgesamt von einer offensichtlichen Verschleppungstaktik aus, die vom Beschwerdeführer gebilligt worden sei (angefochtenes Urteil S. 6 ff., 13, 19 f. und 24). Sie verneint weiter eine aussergewöhnlich schwere Beeinträchtigung des Beschwerdeführers durch das Strafverfahren in beruflicher und privater Hinsicht, da sich der Beschwerdeführer selbst dazu nicht äusserte und der Verteidiger die schwere Belastung lediglich pauschal behauptete. Sie argumentiert zudem, für die berufliche Karriere des 60-jährigen Beschwerdeführers als Treuhänder sei es kein Nachteil gewesen, dass die Verurteilung wegen gewerbsmässigen Betrugs nicht bereits vor Jahren erfolgt sei (angefochtenes Urteil S. 21).