Citation: C 255/06 22.10.2007 E. 3

3.1 Der geltend gemachte Arbeitsausfall geht nicht auf wirtschaftliche Gründe (im Sinne eines Rückgangs der Nachfrage) gemäss Art. 32 Abs. 1 AVIG zurück. Als Anspruchsgrundlage kommt daher nur die Härtefallklausel von Art. 32 Abs. 3 AVIG in Frage. Diese Bestimmung erfasst Sachverhalte, die nicht unmittelbar auf wirtschaftliche Gründe zurückzuführen sind, jedoch die wirtschaftliche Tätigkeit erschweren oder verunmöglichen (Thomas Nussbaumer, Arbeitslosenversicherung, in: Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht, Soziale Sicherheit, 2. Auflage, Basel 2007, S. 2322 N 480). Es muss sich um aussergewöhnliche Umstände handeln (Boris Rubin, Assurance-chômage, Delémont 2005, S. 311; vgl. auch Nicolas Saviaux, Les rapports de travail en cas de difficultés économiques de l'employeur et l'assurance-chômage, Diss. Lausanne 1993, S. 175 f.). Art. 51 Abs. 2 AVIV nennt bestimmte Sachverhalte, welche unter die Härtefallklausel fallen. Die entsprechende Aufzählung ist jedoch nicht abschliessend (BGE 128 V 305 E. 4 S. 308). Entscheidend für die Annahme eines gestützt auf die Generalklausel des Art. 51 Abs. 1 AVIV anrechenbaren Arbeitsausfalls ist, ob der Arbeitgeber dessen (aussergewöhnliche) Ursache zu vertreten hat. 3.2 Der durch die Beschwerdegegnerin geltend gemachte Arbeitsausfall ist durch das Sinken des (einzigen) betriebseigenen Transportschiffs entstanden. Der Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung hängt nach dem Gesagten davon ab, ob die Beschwerdegegnerin (als Arbeitgeberin) die Ursache dieses Vorfalls zu vertreten hat. Entscheidend ist demzufolge, aus welchem Grund das Schiff gesunken ist. Die vorhandenen Akten erlauben es nicht, diese Frage abschliessend zu beantworten. Laut dem durch das seco mit seiner Zuschrift vom 12. März 2007 eingereichten Zeitungsartikel hat jedoch das Untersuchungsrichteramt diesbezügliche Ermittlungen vorgenommen. Der Beizug der entsprechenden Akten verspricht zusätzliche Aufschlüsse bezüglich der Ursache für das Sinken des Schiffs und damit auch der Frage, ob die Arbeitgeberin diese zu vertreten hat. Die Sache ist daher an die Verwaltung zurückzuweisen, damit sie ergänzende Abklärungen vornehme und gestützt darauf erneut über den Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung verfüge.