Citation: I 45/02 31.01.2003 E. 8

8.1 Nach dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 95 Abs. 2 OG in Verbindung mit Art. 113 und 132 OG) hat das Gericht die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das vorliegende Verfahren bedeutet dies, dass das Gericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten. Dennoch hat es die Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (BGE 125 V 352 f. Erw. 3, 122 V 160 f. Erw. 1c, je mit Hinweisen). 8.2 Die im Rahmen des Verwaltungsverfahrens erfolgte interdisziplinäre Begutachtung des Beschwerdeführers aus neurochirurgischer und aus psychiatrischer Sicht durch Dr. med. L.________ und Dr. med. H.________ erfüllt die genannten Anforderungen, obwohl das psychiatrische Gutachten in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen Situation sowie in den Schlussfolgerungen etwas summarisch gehalten ist. Im Bericht der Klinik Y.________ vom 8. Oktober 2002 zur Frage der Arbeitsfähigkeit wurde aber auf die Angaben im Gutachten von Dr. med. H.________ verwiesen, obwohl die Ärzte in der Diagnosestellung abwichen. Auf die in der interdisziplinären Begutachtung gezogenen Schlussfolgerungen zur Arbeitsfähigkeit kann somit abgestellt werden. Da die vorliegenden medizinischen Unterlagen eine hinreichend schlüssige Beurteilung der Frage der Arbeitsfähigkeit im massgeblichen Zeitraum erlauben, hat die Vorinstanz zu Recht auf die Anordnung eines Gutachtens verzichtet. Ein solches ist auch im letztinstanzlichen Verfahren nicht einzuholen, da hievon keine neuen Erkenntnisse erwartet werden können, die zu einem abweichenden Ergebnis zu führen vermöchten (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 124 V 94 Erw. 4b, 122 V 162 Erw. 1d).