Citation: 9C_506/2019 E. 3.4

3.4. Die beschwerdeweise vorgebrachten Argumente vermögen daran nichts zu ändern. Soweit sich der Beschwerdeführer auf das Urteil 9C_75/2015 vom 11. Mai 2015 beruft, kann daran nicht festgehalten werden (vgl. SVR 2019 IV Nr. 5 S. 15, 9C_114/2018). Dass das Abstellen auf formale Kriterien, das heisst audiologische Messwerte, nicht jedem Einzelfall gerecht wird, mag zutreffen. Würde jedoch sämtlichen Aspekten, die nebst dem Hörverlust eine Rolle bei der Hörgeräteversorgung spielen, wie dem Umgebungslärm bei der Arbeit, Rechnung getragen, liesse sich keine rechtsgleiche Behandlung der versicherten Personen erreichen. Denn dabei gäbe letztlich nicht mehr der Verlust an Hörvermögen den Ausschlag, sondern die individuelle persönliche und berufliche Situation der versicherten Person. Damit wären verschiedene Abklärungen in persönlicher und beruflicher Hinsicht erforderlich, die zu unterschiedlichen Ergebnissen führen würden, da dem subjektiven Empfinden der hörbehinderten Person, namentlich bei der Wahrnehmung von Lärm und störenden Geräuschen, wie sie z.B. in einem Gewerbebetrieb auftreten, im Vergleich zu den audiologischen Messungen zu grosse Bedeutung zukäme. Der Umstand, dass der Härtefallgutachter des Spitals C.________ die Versorgung mit leistungsstarken Hörgeräten unter Hinweis auf die Arbeitsplatzsituation als indiziert angesehen hat, obwohl die formalen Härtefallkriterien nicht erfüllt sind, ist nicht ausschlaggebend, sondern deutet darauf hin, dass der Einbezug subjektiv unterschiedlich empfundener Komponenten wie störende Geräusche und Umgebungslärm dem begutachtenden Audiologen einen erheblichen Ermessens- und Beurteilungsspielraum verschafft, welcher mit dem Gebot rechtsgleicher Behandlung der Versicherten kaum mehr zu vereinbaren wäre. Abschliessend ist nochmals zu betonen, dass die Ärzte des Spitals C.________ in Kenntnis des beruflichen Anforderungsprofils des Beschwerdeführers explizit erklärt haben, die Kriterien für eine Kostenübernahme im Rahmen der Härtefallregelung seien formal nicht erfüllt.