Citation: 4A_226/2020 E. B

B.a. Mit Klage vom 17. September 2014 beim Handelsgericht des Kantons Aargau gegen die Leasinggesellschaft beantragte die Unternehmerin, die Leasinggesellschaft sei kostenfällig zu verpflichten, ihr Fr. 365'466.-- nebst Zins von 5 % seit 1. Mai 2013 zu bezahlen. Dabei handelte es sich um den in Schweizer Franken umgerechneten ausstehenden Werklohn von EUR 298'047.60. Mit Eingabe vom 28. November 2014 verkündete die beklagte Leasinggesellschaft der ursprünglichen Bestellerin den Streit und erklärte sich einverstanden, dass jene für sie den Prozess im Sinne von Art. 79 Abs. 1 lit. b ZPO führe, womit diese sich wiederum einverstanden erklärte. B.b. Am 16. Februar 2015 beantragte die ursprüngliche Bestellerin die kostenfällige Abweisung der Klage und verlangte widerklageweise, die Unternehmerin sei zu verpflichten, der Leasinggesellschaft EUR 685'641.27 und mindestens Fr. 1'448'402.30, eventualiter mindestens EUR 1'838'569.50 und (sub-) eventualiter mindestens Fr. 2'271'377.52, jeweils zuzüglich Zins zu 5 % seit 16. Februar 2015 zu bezahlen. B.c. Mit Replik und Widerklageantwort vom 18. Mai 2015 reduzierte die Unternehmerin die Klage und beantragte die Verpflichtung der Leasinggesellschaft zur Zahlung von EUR 298'047.60 nebst 5 % Zins seit 1. Mai 2013; lediglich im Eventualantrag hielt sie an ihrem ursprünglichen Klagebegehren fest. Betreffend die Widerklage beantragte sie deren Abweisung. B.d. Die ursprüngliche Bestellerin ihrerseits änderte das Widerklagebegehren im (schriftlich erstatteten) Schlussvortrag und beantragte, die Unternehmerin sei zu verpflichten, der Leasinggesellschaft EUR 191'688.87 und mindestens Fr. 1'711'237.30, eventualiter mindestens EUR 1'553'833.76 und (sub-) eventualiter mindestens Fr. 1'941'321.45, je nebst Zins zu 5 % seit 16. Februar 2015 zu bezahlen. B.e. Mit Urteil vom 9. März 2020 wies das Handelsgericht des Kantons Aargau die Klage ab (Disp.-Ziff. 1). Im Umfang von Fr. 330'056.07 schrieb es die Widerklage zufolge Rückzugs ab und verpflichtete die Unternehmerin in teilweiser Gutheissung der Widerklage, der Leasinggesellschaft EUR 302'252.40 zu bezahlen. Die Gerichtskosten auferlegte es im Umfang von Fr. 13'216.15 der Unternehmerin und im Umfang von Fr. 34'633.85 der ursprünglichen Bestellerin, wobei die Leasinggesellschaft im Umfang von Fr. 6'926.75 für den der ursprünglichen Bestellerin auferlegten Anteil der Gerichtskosten solidarisch hafte. Es erwog, der Vertrag zwischen der Unternehmerin und der Leasinggesellschaft (vgl. hiervor Bst. A.b), sei (unstrittig) ein Werkvertrag. Zwischen der Leasinggesellschaft und der ursprünglichen Bestellerin bestehe sodann ein Leasingvertrag. Kein Vertragsverhältnis (mehr) bestehe dagegen zwischen der Unternehmerin und der ursprünglichen Bestellerin. Wer in dieser Vertragssituation zur Geltendmachung der Minderung legitimiert sei, könne vorliegend offenbleiben, da sowohl die Leasinggesellschaft wie die ursprüngliche Bestellerin die Minderung erklärt hätten. Die Parteien seien sich einig, dass die gelieferte Anlage nicht oder nur beschränkt zur Abfüllung von Fruchtsäften und Smoothies geeignet gewesen sei. Die Eignung hierzu sei eine nach dem Vertrauensprinzip vorausgesetzte Eigenschaft gewesen. Die Gewährleistungsrechte seien auch nicht durch die Verletzung von Rügeobliegenheiten verwirkt. Die Unternehmerin habe grobfahrlässig gehandelt, weshalb sie sich auch nicht auf die in Art. 16 ihrer AGB enthaltene Freizeichnungsklausel berufen könne. Da der ausgewiesene Minderwert der Anlage von EUR 600'300.-- den von der Unternehmerin eingeklagten noch ausstehenden Werklohn von EUR 298'047.60 übersteige, sei die Klage abzuweisen. Die Widerklage wies das Handelsgericht ab, soweit damit Schadenersatz für Mangelfolgeschäden verlangt worden war. Hingegen schützte es einen Anspruch auf Rückzahlung des bereits bezahlten Werkpreises in Höhe von EUR 302'252.40, indem es vom Minderungsanspruch im Betrag von EUR 600'300.-- den noch ausstehenden Werklohn von EUR 298'047.60 abzog.