Citation: 1P.107/2000 10.03.2000 E. 4

4.- Eventualiter bringt der Beschwerdeführer vor, er hätte wenigstens unter Anordnung einer Pass- und Schriftensperre, subeventualiter gegen Leistung einer Sicherheit von Fr. 30'000.-- und mit der Weisung, sich einer Therapie zu unterziehen, freigelassen werden sollen. Der Freiheitsentzug steht unter der Maxime der Verhältnismässigkeit. Wenn die Anwesenheit des Beschuldigten im Prozess durch eine Ersatzmassnahme in genügender Weise sichergestellt werden kann, ist es unverhältnismässig, ihm die Freiheit zu entziehen, um dieses Ziel zu erreichen (vgl. auch § 58 Abs. 4 StPO/ZH). Die Freilassung eines Untersuchungsgefangenen gegen Leistung von Sicherheit oder unter Anordnung anderer Ersatzmassnahmen setzt aber voraus, dass angenommen werden kann, die Ersatzmassnahme oder die Aussicht auf den Verlust der Kaution würden den Beschuldigten davon abhalten, die Flucht zu ergreifen. Ist das der Fall, so kann mit der milderen Massnahme das gleiche Ziel erreicht werden wie mit der Haft selber, nämlich die Person des Beschuldigten zur Durchführung des Strafprozesses und zum allfälligen künftigen Strafvollzug sicherzustellen (vgl. unveröffentlichter Entscheid des Bundesgerichts vom 10. Mai 1995 i.S. S., E. 2b). Im vorliegenden Fall könnten weder eine Therapie noch eine Pass- und Schriftensperre den Beschwerdeführer von einer Flucht nach Deutschland abhalten. Auch ohne gültige Papiere würde ihn sein Heimatland aufnehmen. Selbst wenn die Kaution aus einem Vermögen bezahlt würde, auf das der Beschwerdeführer eine Anwartschaft hat, ist es angesichts aller Umstände, die für eine Flucht sprechen (vgl. vorne E. 3b/aa), vor der Verfassung nicht zu beanstanden, wenn der Haftrichter annahm, diese Kaution würde eine Flucht nicht verhindern.