Citation: 1B_197/2009 07.08.2009 E. 4

Der Beschwerdeführer bestreitet sodann das Vorliegen von besonderen Haftgründen. Solchen könne nötigenfalls auch mit Ersatzmassnahmen ausreichend begegnet werden. Insofern sei seine Inhaftierung unverhältnismässig und verletze die persönliche Freiheit. 4.1 Kollusion bedeutet nach der bundesgerichtlichen Praxis insbesondere, dass sich der Angeschuldigte mit Zeugen, Auskunftspersonen, Sachverständigen oder Mitangeschuldigten ins Einvernehmen setzt oder sie zu wahrheitswidrigen Aussagen veranlasst, oder dass er Spuren und Beweismittel beseitigt. Die strafprozessuale Haft wegen Kollusionsgefahr soll verhindern, dass der Angeschuldigte die Freiheit oder einen Urlaub dazu missbrauchen würde, die wahrheitsgetreue Abklärung des Sachverhaltes zu vereiteln oder zu gefährden. Die theoretische Möglichkeit, dass der Angeschuldigte in Freiheit kolludieren könnte, genügt indessen nicht, um die Fortsetzung der Haft oder die Nichtgewährung von Urlauben unter diesem Titel zu rechtfertigen. Es müssen vielmehr konkrete Indizien für die Annahme von Verdunkelungsgefahr sprechen. Das Vorliegen des Haftgrundes ist nach Massgabe der Umstände des jeweiligen Einzelfalles zu prüfen (BGE 132 I 21 E. 3.2 S. 23 mit Hinweisen). Konkrete Anhaltspunkte für Kollusionsgefahr können sich nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtes namentlich ergeben aus dem bisherigen Verhalten des Angeschuldigten im Strafprozess, aus seinen persönlichen Merkmalen, aus seiner Stellung und seinen Tatbeiträgen im Rahmen des untersuchten Sachverhaltes sowie aus den persönlichen Beziehungen zwischen ihm und den ihn belastenden Personen. Bei der Frage, ob im konkreten Fall eine massgebliche Beeinträchtigung des Strafverfahrens wegen Verdunkelung droht, ist auch der Art und Bedeutung der von Beeinflussung bedrohten Aussagen bzw. Beweismittel, der Schwere der untersuchten Straftaten sowie dem Stand des Verfahrens Rechnung zu tragen (BGE 132 I 21 E. 3.2.1 S. 23 f. mit Hinweisen). Je weiter das Strafverfahren vorangeschritten ist und je präziser der Sachverhalt bereits abgeklärt werden konnte, desto höhere Anforderungen sind an den Nachweis von Verdunkelungsgefahr zu stellen (BGE 132 I 21 E. 3.2.2 S. 24 mit Hinweisen). Der Haftrichter hat auch zu prüfen, ob einem gewissen Kollusionsrisiko schon mit geeigneten Ersatzmassnahmen für Haft ausreichend begegnet werden könnte (vgl. BGE 133 I 27 E. 3.2 S. 30, 270 E. 3.3.1 S. 279 f.). 4.2 Im angefochtenen Entscheid wird erwogen, dass der Beschwerdeführer die ihm zur Last gelegten Straftaten vollumfänglich bestreite und seine Aussagen von denjenigen der Anzeigerinnen, zu denen er (nach eigenen Angaben) enge persönliche Kontakte gepflegt habe, erheblich abweichen würden. Was den E-Banking-Fall betrifft, komme zudem Kollusion (durch Absprachen) mit einem mutmasslichen Teilnehmer der untersuchten Straftaten in Betracht. Auch könnten nach Ansicht der Haftrichterin Beweismittel beseitigt werden. Zu Beginn der Strafuntersuchung sei die diesbezügliche Gefahr von Einflussnahmen regelmässig am grössten. Das vorliegende Verfahren stehe noch im Anfangsstadium; es müssten diverse Beweise erhoben und weitere Einvernahmen durchgeführt werden. 4.3 Die Einwendungen des Beschwerdeführers lassen die Annahme von Kollusionsgefahr durch die Vorinstanz im jetzigen frühen Verfahrensstadium nicht als verfassungswidrig erscheinen. Dies gilt namentlich für seine Vorbringen, er habe auch nach Eröffnung der Strafuntersuchung "durchaus vernünftigen Kontakt" zu einer Anzeigeerstatterin (einer früheren Lebensgefährtin) gepflegt, diese jedoch nicht unzulässig beeinflusst. Einer weiteren mutmasslich Geschädigten gegenüber (mit der er bis zu seiner Verhaftung in eheähnlicher Gemeinschaft zusammengelebt habe) habe er zwar seine Vorstrafen verschwiegen, sonst aber keinen Einfluss ausgeübt. 4.4 Es kann offen bleiben, ob neben Verdunkelungsgefahr noch weitere besondere Haftgründe (etwa Flucht- oder Fortsetzungsgefahr) erfüllt wären. Als verfassungskonform erweist sich auch die Ansicht der Haftrichterin, mit blossen Ersatzmassnahmen für Untersuchungshaft lasse sich der dargelegten Kollusionsgefahr im aktuellen Verfahrensstadium nicht ausreichend begegnen. Eine Überhaft im Sinne der bundesgerichtlichen Praxis liegt hier ebenfalls nicht vor (vgl. BGE 133 I 168 E. 4.1 S. 170 f., 270 E. 3.4.2 S. 281; 132 I 21 E. 4.1 S. 27 f., je mit Hinweisen).