Citation: 6B_31/2022 E. 1.4.4

1.4.4. Soweit der Beschwerdeführer vorbringt, der gesamte Anklagesachverhalt beruhe einzig und allein auf dem anonymen Schreiben, auf dessen Beilagen und auf den Erkenntnissen, die im Verlauf der Untersuchung aus diesem Schreiben und diesen Beilagen gewonnen worden seien, so ist ihm nicht zu folgen. Vorab zeigt der Beschwerdeführer selber die Ausgangslage und die Verdachtsmomente im bisherigen Verfahren auf, indem er darlegt, es habe im Jahr 2008 eine erste Abklärung betreffend Scheinehe und im Jahr 2014 weitere Einvernahmen gegeben. Zudem sei es auch im Jahr 2016 zu weiteren Abklärungen gekommen. Damit setzt sich auch die Vorinstanz auseinander, wenn sie sich auf ein Schreiben des Migrationsamts vom 19. September 2019 bezieht. Dieses führe aus, bereits zu Beginn der Eheschliessung des Beschwerdeführers mit B.________ im Jahr 2008 habe seitens der Migrationsbehörden der Verdacht einer Scheinehe aufgrund von Indizien bestanden. Aufgrund der räumlichen Trennung der Eheleute im Juni 2012 und der Prüfung eines Verlängerungsgesuchs für die Aufenthaltsbewilligung des Beschwerdeführers seien er und B.________ am 23. Juni 2014 erneut zum Verdacht der Scheinehe polizeilich befragt worden. Da sich der Verdacht einer Scheinehe nicht erhärtet habe, habe der Beschwerdeführer am 1. September 2014 schliesslich ein eigenständiges, von B.________ unabhängiges, Aufenthaltsrecht erhalten. Das Migrationsamt habe zudem angegeben, die Offenlegung einer Parallelbeziehung mit einer anderen Frau im Heimatland während der bestehenden Ehe mit B.________ und die spätere religiöse Heirat im Juli 2011 wären das entscheidende Element gewesen, um dem Beschwerdeführer das Aufenthaltsrecht zu entziehen. Weitere Abklärungen wären nicht mehr notwendig gewesen, da die Ehe bereits im Jahr 2008 und 2013/2014 überprüft worden sei. Selbst wenn das Vorliegen einer Scheinehe verneint worden wäre, so wäre ab Juli 2011 - so das Migrationsamt weiter - das Aufenthaltsrecht des Beschwerdeführers infolge Aufgabe der ehelichen Beziehung erloschen. Sodann erwägt die Vorinstanz, schon aufgrund von Indizien habe ein Verdacht auf eine Scheinehe bestanden. Dieser habe sich nicht weiter erhärtet, jedoch seien aufgrund des anonymen Schreibens die polizeilichen Ermittlungen wieder aufgenommen und weitere Indizien bzw. Beweise für das mutmassliche Vorliegen einer Scheinehe gefunden worden. Gestützt darauf lasse sich der Vorwurf der Staatsanwaltschaft ohne weiteres erstellen. Der Beschwerdeführer hält dem zusammengefasst lediglich entgegen, das anonyme Schreiben selbst würde zentrale Elemente des späteren Anklagesachverhalts enthalten. Damit zeigt er jedoch keine willkürliche Beweiswürdigung auf, zumal er zu Recht nicht behauptet, die Vorinstanz habe einzig das anonyme Schreiben als Beweismittel gewürdigt. Demzufolge ist auch nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz gestützt auf ihre Ausführungen schlussfolgert, es habe aufgrund des bereits vor Eingang des Schreibens bestehenden Verdachts einer Scheinehe gerade keine Notwendigkeit bestanden, nach der Identität des Anzeigeerstatters zu forschen und ihn oder sie als Auskunftsperson und Zeugen zu befragen. Der Beschwerdeführer belässt es dabei wiederholt vorzubringen, die Person hätte identifiziert werden und es hätte eine Konfrontation stattfinden müssen. Zwar legt er den Inhalt des Schreibens ausführlich dar und führt aus, anhand welcher Indizien dessen Verfasser hätte identifiziert werden können. Jedoch begründet er nicht, weshalb die vorinstanzliche Beweiswürdigung durch die Nichtbefragung der Person willkürlich sei; dies ist denn auch nicht ersichtlich.