Citation: 2A.86/2006 21.03.2006 E. 3

3.1 Das Verwaltungsgericht geht in seinem Urteil von der dargestellten Rechtsprechung zur missbräuchlichen Berufung auf die Ehe aus. Nach bloss kurzem Zusammenleben (Heirat im Mai 1999) haben sich die Ehegatten im April 2000 getrennt und leben seither nicht mehr zusammen. Der Ehemann erklärte bereits 2001 und erneut im Frühjahr 2003, es werde auf keinen Fall zu einer Wiederaufnahme der ehelichen Gemeinschaft kommen und er beabsichtige, sich nach Ablauf der gesetzlich erforderlichen Trennungsfrist scheiden zu lassen. Dass der Ehemann seine Stellungnahmen, die sich für die Beschwerdeführerin in fremdenpolizeilicher Hinsicht negativ auswirkten, im Oktober 2004, d.h. nachdem die Ehe formell fünf Jahre gedauert und die Beschwerdeführerin in die Scheidung eingewilligt hatte, widerrufen hat, ändert daran nichts. Ergänzend kann auf die Ausführungen im angefochtenen Urteil verwiesen werden (Art. 36a Abs. 3 OG). Hinweise darauf, dass diese Feststellungen des Verwaltungsgerichts offensichtlich unrichtig wären, sind nicht ersichtlich und gehen namentlich auch nicht aus den Vorbringen der Beschwerdeführerin hervor. Aufgrund der Dauer und der Umstände der Trennung sowie der Tatsache, dass die Ehe für den Ehemann offensichtlich definitiv gescheitert war, konnte die Beschwerdeführerin nicht ernsthaft damit rechnen, das eheliche Zusammenleben werde zu irgendeinem Zeitpunkt nochmals aufgenommen. Dies umso weniger, als der Ehemann eine Beziehung mit einer anderen Frau eingegangen war. Entgegen den Ausführungen der Beschwerdeführerin spricht auch die Tatsache, dass der Ehemann ihre Betätigung als Prostitutierte durch ein Detektivbüro abklären liess, keineswegs zu Gunsten einer möglichen Wiederaufnahme des ehelichen Zusammenlebens. Umstände oder eigene Bemühungen, die darauf schliessen liessen, dass konkret Hoffnung auf Versöhnung bestanden hätte, macht die Beschwerdeführerin keine geltend. 3.2 Bei gesamthafter Betrachtung aller Indizien musste sich für das Verwaltungsgericht der Schluss aufdrängen, dass keine Aussichten auf Wiederaufnahme der ehelichen Gemeinschaft mehr bestanden und dass die Ehe bereits vor Entstehung eines Anspruchs auf die Niederlassungsbewilligung definitiv gescheitert war. Wenn sich die Beschwerdeführerin unter den dargelegten Umständen dennoch auf die Ehe beruft, um die Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung zu erwirken, handelt sie nach feststehender Praxis des Bundesgerichts rechtsmissbräuchlich. Die Vorinstanz hat folglich mit dem angefochtenen Entscheid Bundesrecht nicht verletzt.