Citation: 1B_376/2022 E. 2.1

2.1. Gemäss Art. 403 Abs. 1 StPO entscheidet das Berufungsgericht in einem schriftlichen Verfahren, ob auf die Berufung einzutreten sei, wenn die Verfahrensleitung oder eine Partei geltend macht, die Anmeldung oder Erklärung der Berufung sei verspätet oder unzulässig (lit. a), die Berufung sei im Sinne von Art. 398 StPO unzulässig (lit. b) oder es fehlten Prozessvoraussetzungen bzw. es lägen Prozesshindernisse vor (lit. c). Den Parteien ist Gelegenheit zur Stellungnahme zu geben (Art. 403 Abs. 2 StPO). Tritt das Berufungsgericht auf die Berufung nicht ein, so eröffnet es gemäss Art. 403 Abs. 3 StPO den Parteien den begründeten Nichteintretensentscheid. Ist die Eintretensfrage nicht umstritten oder tritt das Berufungsgericht trotz gegenteiliger Anträge ein, muss den Parteien somit kein begründeter Entscheid eröffnet werden. Diese Lösung dient der Prozessökonomie (Botschaft des Bundesrats zur Vereinheitlichung des Strafprozessrechts vom 21. Dezember 2005, BBl 2006 1085, S. 1316). Die nach Art. 403 Abs. 1 StPO geltend gemachten Einwände können im weiteren Verfahren erneut vorgebracht werden und sind im Berufungsurteil zu behandeln (SCHMID/JOSITSCH, Handbuch des schweizerischen Strafprozessrechts, 3. Aufl., 2017, S. 699).