Citation: 4A_355/2023 E. 2.2.2

2.2.2. Es ist in einem nächsten Schritt zu prüfen, ob die Vorinstanz ohne Verletzung von Bundesrecht davon ausgehen durfte, die Beschwerdegegnerin habe nach Treu und Glauben nicht davon ausgehen müssen, sie habe die Beschwerdeführerin schadlos zu halten, wenn das einzuholende Gutachten diese entlaste. Die Beschwerdeführerin bezieht sich in ihrer Beschwerde (wie bereits in ihrer Replik im vorinstanzlichen Verfahren) im Wesentlichen auf folgende Aussage aus der E-Mail vom 8. August 2018: "Wenn die genaue Fehlerursache nicht eruiert ist und nicht zugeordnet werden kann, lehnen wir [Beschwerdeführerin] jede Bezahlung von Kosten und von Folgekosten ab". Sie zeigt aber nicht auf und es ist nicht ersichtlich, inwiefern die Vorinstanz aus dieser vagen Aussage zwingend hätte schliessen müssen, die Parteien hätten (neben dem Werkvertrag) erstens einen Sanierungsauftrag vereinbart und zweitens die Abmachung getroffen, dass die Kosten gestützt auf die Ermittlung der Schadensursache zu verlegen seien. Eine Verletzung von Bundesrecht ist nicht dargetan.