Citation: 6S.62/2000 24.10.2000 E. 3

3. Die drei Mittäter wussten, dass in den Runden 1-3, inwelchen zehn Wissensfragen zu beantworten sind, mitKenntnis der Lösungen und Setzen der Höchstbeträge (Fr. 1'000.-) bei einem Maximalgewinn von Fr. 14'500.- mitSicherheit ein Gewinn von mindestens Fr. 11'000.-erzielt werden konnte (Fr. 2'000.- Startkapital + 10 x Fr. 1'000.- + Fr. 1'000.- Jokereinsatz abzüglich Fr. 1'500.-Maximalverlust [sich ergebend aus den aleatorischenElementen "Kugelspiel" Fr. 500.- und "Musiktip" Fr. 1'000.-]). Sie wussten, dass damit auch mit an Sicherheitgrenzender Wahrscheinlichkeit der Einzug in die Finalrundeerreicht werden konnte, an welcher die beiden Kandidatenmit den höchsten Gewinnen teilnehmen können. Weiter warihnen klar, dass in der Finalrunde, welche einWissenselement (6 Fragen) und ein aleatorisches Element(sog. "Gold-Rad") enthält, aufgrund des von Y. in diesemZeitpunkt bereits erspielten sehr hohen Kapitals und desWissensvorsprunges auf den noch verbleibendenGegenkandidaten bei geschicktem, kalkuliertem Verhalten(d. h. nötigenfalls entweder gezielte Falschbeantwortung vonFragen, um nicht am "Gold-Rad" spielen zu müssen, oderSetzen von kleinen Beträgen am "Gold-Rad", um allfälligeZufallsverluste in vertretbarem Ausmass zu halten) mitgrosser Wahrscheinlichkeit damit zu rechnen war, dass derandere Finalist keine Chance haben und ausscheiden würde. Sie rechneten aufgrund dieser Umstände damit, dass Y. alsGesamtsieger der Sendung an der sog. "Risiko-Tafel"(aleatorischer Faktor) würde spielen können. An der"Risiko-Tafel" besteht eine objektive Wahrscheinlichkeitvon 12,5% für die Aufdeckung des optimalsten Faktors (x10), von 81,2% für eine positive Wahrscheinlichkeit und vonca. 60% für eine höhere Auszahlung als der Betrag, welchergesetzt bzw. bis dahin erspielt wurde.