Citation: 2A.715/2005 13.02.2006 E. 2.7

2.7.1 Abgesehen davon, dass die gegenüber dem Bundesgericht gemachten unbelegten, in Erwägung 2.6.4 hiervor wiedergegebenen Angaben nicht sehr präzise sind (z.B. wird nicht gesagt, weshalb genau bzw. inwiefern und seit wann für den Schwiegervater gesorgt werden muss und warum der Bruder des Beschwerdeführers oder weitere Dritte diese Aufgabe nicht früher übernehmen konnten), handelt es sich um unzulässige neue Behauptungen. Der Beschwerdeführer hätte dies schon im kantonalen Verfahren vorbringen müssen, wozu er sowohl hinreichend Gelegenheit als auch Anlass hatte. Hat - wie hier - eine richterliche Behörde als Vorinstanz entschieden, sind vor Bundesgericht nur solche neuen Tatsachen (sog. Noven) und Beweismittel zugelassen, welche die Vorinstanzen von Amtes wegen hätten berücksichtigen müssen und deren Nichtbeachtung eine Verletzung wesentlicher Verfahrensvorschriften darstellt (Art. 105 Abs. 2 OG; BGE 128 II 145 E. 1.2.1 S. 150 mit Hinweisen). Zwar gilt im Verwaltungsverfahren grundsätzlich die Untersuchungsmaxime. Diese wird jedoch durch die Mitwirkungspflicht der Parteien relativiert, welche namentlich insoweit greift, als eine Partei im Verfahren eigene Rechte geltend macht (vgl. zudem Art. 3 Abs. 2 und Art. 13f ANAG und E. 2.4 hievor). Die Mitwirkungspflicht gilt naturgemäss gerade für solche Tatsachen, welche eine Partei - wie hier - besser kennt als die Behörden und welche diese ohne ihre Mitwirkung gar nicht oder nicht mit vernünftigem Aufwand erheben können (vgl. BGE 124 II 361 E. 2b S. 365; 122 II 385 E. 4c/cc S. 394; 121 II 97 E. 1c S. 100). 2.7.2 Zudem trägt das erwähnte neue Vorbringen nicht zur Glaubwürdigkeit der bisherigen Angaben bei. Während der Beschwerdeführer vor dem Verwaltungsgericht noch behauptete, die Zeit zwischen dem Erhalt der Niederlassungsbewilligung und dem Nachzugsgesuch habe er verstreichen lassen, weil er keine Wohnung gefunden habe, ist aus seinem jetzigen neuen Vorbringen zu schliessen, dass er zunächst gar nicht nach einer geeigneten Wohnung gesucht hatte. Seine Ehefrau sollte sich vorerst noch um Angehörige in der Heimat kümmern. Im Übrigen hat der Beschwerdeführer gemäss Akten einen entsprechenden Mietvertrag erst am 28. Februar 2005, also knapp ein Jahr nach Einreichung des Nachzugsgesuchs, unterzeichnet. Letztlich hat der Beschwerdeführer in jeder Instanz einen neuen - wenig einleuchtenden bzw. kaum substantiierten - Grund für die Verzögerung genannt. Soweit der Beschwerdeführer (im Einspracheverfahren vor dem Departement) den Schulbesuch der Tochter als Verzögerungsgrund anführen wollte, ist ihm entgegenzuhalten, dass ihn dieser Umstand weder vom ersten noch vom zweiten Nachzugsgesuch abgehalten hatte. Daher wäre dieser Grund nicht glaubhaft, sofern er als solcher überhaupt Gültigkeit hätte. Nach Einreichung des hier interessierenden Gesuchs besuchte die Tochter noch im Sommer 2004 die 2. Gymnasialklasse. Sodann ist zu beachten, dass das erste Nachzugsgesuch von 1998 mangels hinreichenden Einkommens des Beschwerdeführers abgelehnt worden war, wobei dieser einräumte, dass sein Jahreseinkommen unter anderem deshalb so niedrig sei, weil er jährlich im Winter drei Monate unbezahlten Urlaub nehme. Trotzdem hat sich der Beschwerdeführer in der Folge offenbar nicht darum bemüht, dem alsbald abzuhelfen und rasch ein neues Nachzugsgesuch für die Ehefrau und die Tochter zu stellen. 2.7.3 Mit Blick auf die wenig plausiblen, teils widersprüchlichen Erklärungen des Beschwerdeführers für das späte Nachzugsgesuch hat er sich auf seine im Einspracheverfahren beim kantonalen Departement, in welchem er nicht vertreten war, gemachte Aussage behaften zu lassen: Danach sollte der im Jahre 2004 beantragte Nachzug der Tochter die Möglichkeit geben, an den in der Schweiz herrschenden Lebens- und Erwerbsmöglichkeiten teilzuhaben. Demzufolge war der - ohne einleuchtende Gründe erst kurz vor Volljährigkeit vorgesehene - Nachzug zwecks Verschaffung besserer Zukunftsaussichten für die Tochter geplant. Dem Leben in der Familiengemeinschaft kommt als Beweggrund für ihren Nachzug allenfalls verschwindend geringe Bedeutung zu. Wie ausgeführt (E. 2.3 hiervor), wird dies von dem durch Art. 17 Abs. 2 ANAG eingeräumten Nachzugsrecht jedoch nicht gedeckt. 2.8 Nach dem Gesagten ist es nicht bundesrechtswidrig, wenn das Verwaltungsgericht angenommen hat, dass der Beschwerdeführer den Anspruch auf Nachzug der Tochter nach Art. 17 Abs. 2 Satz 3 ANAG rechtsmissbräuchlich geltend gemacht hat.