Citation: 2C_10/2022 E. 5.5.8

5.5.8. Das öffentliche Interesse erschöpft sich vorliegend im Interesse an einer restriktiven Einwanderungspolitik. Die fiskalischen Interessen sind nämlich vorliegend gleichläufig mit dem privaten Interesse am Familiennachzug, denn es ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer 1 durch ein Zusatzeinkommen seiner Ehefrau von den Ergänzungsleistungen gelöst werden kann. Auch das Kindeswohl spricht vorliegend für eine Gewährung des Familiennachzugs. Der Beschwerdeführer 3 ist in der Schweiz geboren und hat auch sonst einen starken Bezug zur Schweiz. Ausserdem ist seinem Bedürfnis, mit beiden Elternteilen aufwachsen zu können, Rechnung zu tragen. Im Weiteren ist der Umstand zu berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer 1 als Bezüger einer IV-Rente selbst nur sehr beschränkte Möglichkeiten hat, an der finanziellen Situation etwas zu ändern (vgl. Urteil 2C_309/2021 vom 5. Oktober 2021 E. 5.5). Der Nachzug seines Sohnes hängt damit davon ab, dass auch seine Ehegattin nachgezogen werden kann. Schliesslich ist auch zu berücksichtigen, dass dem Beschwerdeführer 1 im vorliegenden Einzelfall, da ihm eine Ausreise nach Nordmazedonien nicht zumutbar ist, bei einer Verweigerung des Familiennachzugs das Familienleben mit seiner Ehefrau und seinem Sohn dauerhaft verweigert würde, ohne dass - ausser der restriktiven Einwanderungspolitik - weitere öffentliche Interessen dem Familiennachzug entgegenstehen, was im Rahmen von Art. 8 EMRK unverhältnismässig wäre (vgl. Urteil 2C_502/2020 vom 4. Februar 2021 E. 5.5). Aufgrund sämtlicher Elemente des vorliegenden Einzelfalls ist deshalb davon auszugehen, dass in casu das private Interesse des Beschwerdeführers 1 am Familiennachzug das entgegenstehende öffentliche Interesse, sprich die Verfolgung einer restriktiven Einwanderungspolitik, überwiegt. Aufgrund der materiellen Rechtslage ist somit vorliegend in das Recht auf Achtung des Familienlebens des Beschwerdeführers eingegriffen worden. Nun ist zu prüfen, ob die Behörden vorliegend überspitzt formalistisch gehandelt haben.