Citation: 1C_250/2020 E. 3.1

3.1. Begrifflich wird zwischen allgemeinnotorischen (auch: offenkundigen) und gerichtsnotorischen Tatsachen unterschieden (Urteil 5A_774/2017 vom 12. Februar 2018 E. 4.1.1). Allgemeinnotorisch sind Tatsachen, die allgemein, jedenfalls aber am Ort des Gerichts bekannt sind. Nicht erforderlich ist, dass die Allgemeinheit die notorische Tatsache unmittelbar kennt; es genügt, wenn sie sich aus allgemein zugänglichen Quellen erschliessen lässt (BGE 143 IV 380 E. 1.1.1 S. 383 mit Hinweisen). Gerichtsnotorisch sind Erkenntnisse der Richterin beziehungsweise des Richters aus früheren Verfahren zwischen den gleichen Parteien oder aus bewusst geführten Pilotprozessen, berufliches Wissen von Fachrichterinnen und -richtern oder gutachterliche Befunde aus anderen Verfahren über abstrakte Fragen (BGE 107 Ia 212 E. 3 S. 213 f.), nicht aber Wissen des Gerichts über den konkreten Beweisgegenstand (HANS PETER WALTER, in: Berner Kommentar, 2012, N. 60 und N. 62 zu Art. 8 ZGB).