Citation: 1B_424/2015 E. 2.4

2.4. Der Beschwerdeführer bringt vor, er sei in einer vollkommen unhaltbaren Situation. Einerseits müsse er darlegen, weshalb das Vertrauensverhältnis gestört sei, gleichzeitig wolle er sich natürlich bedeckt halten. Sein amtlicher Verteidiger habe von ihm verlangt, dass er von ihm bestrittene Vorfälle zugebe, so dass sich dies auf das Strafmass auswirken könne. Er habe ihn vor vollendete Tatsachen gestellt und keine Anstalten gemacht, von dieser Haltung abzuweichen. Er selbst habe dies so verstanden, dass er an der zweitinstanzlichen Verhandlung nicht so vertreten werden würde, wie er das wünsche. Der Verteidiger werde also Schuldsprüche verlangen und auf dieser Basis versuchen, das Strafmass zu reduzieren, obschon er selbst die Vorwürfe bestreite. Da der Verteidiger einräume, dass Differenzen bestünden, sei erwiesen, dass er seinem Klienten nicht glaube. Zudem bestünden auch Zweifel an der Effektivität und Qualität der bisherigen Verteidigung. Es sei fraglich, weshalb der amtliche Verteidiger die Erstellung eines psychiatrischen Gutachtens verlangt habe. Der Verteidiger habe ihm zuvor die möglichen Konsequenzen der breiten Palette von möglichen Massnahmen (v.a. stationäre therapeutische Massnahmen) nicht erklärt und er sei deswegen heute verunsichert. Es gelte als erstellt, dass sich die erste Instanz der Persönlichkeitsanalyse aus dem Gutachten bedient und so seine Aussagen als unglaubwürdig taxiert habe. Er habe seinen Verteidiger zudem nicht instruiert, der Staatsanwaltschaft mitzuteilen, ohne psychische Störung seien die wiederholten Betrugstaten nicht erklärbar. Auch bleibe schleierhaft, warum der Inhalt des Strafverfahrens aus dem Kanton St. Gallen in die Begutachtung habe einfliessen sollen. Schliesslich seien seine Chancen auf einen Freispruch von den Betrugsvorwürfen in zweiter Instanz intakt, weshalb es fraglich sei, dass ihn sein Verteidiger zu einem Geständnis gedrängt habe.