Citation: 5A_377/2018 E. 3.6.3

3.6.3. Eine Verletzung steuerrechtlicher Erlasse ist ebenfalls nicht auszumachen, wobei die Verletzung kantonaler Erlasse ohnehin nur auf Willkür zu überprüfen wäre. Es war nicht Aufgabe der Vorinstanz, die steuerrechtliche Bewertung der Aktien der C.________ AG zu überprüfen. Zutreffend ist, dass die Aktien im Jahr 1997, als sich die Parzelle der C.________ AG in der zweiten Bauetappe befand, landwirtschaftlich genutzt wurde und rechtlich noch nicht als Bauland galt, von der Steuerbehörde gestützt auf die handelsrechtliche Bilanz zu bewerten waren und die aus der Einzonung resultierenden (potentiellen) stillen Reserven erst nach der rechtlichen Einzonung bei der Steuerbewertung der Aktien berücksichtigt werden durften. Dies ändert jedoch nichts daran, dass die Aktien gemäss den verbindlichen Feststellungen der Vorinstanz zu diesem Zeitpunkt aufgrund der fortgeschrittenen Einzonung wirtschaftlich einen erheblichen Mehrwert aufwiesen. Wollte der Vater des Beschwerdegegners ihm die Aktien ohne Schenkungssteuern, welche im Jahr 1997 im Kanton Aargau auf Schenkungen an Nachkommen zu entrichten waren, zumindest im Umfang des den Nennwert übersteigenden Mehrwerts unentgeltlich zukommen lassen, musste er die Aktien in einem Zeitpunkt dem Sohn übertragen, als die Aktien von der Steuerbehörde noch gestützt auf die landwirtschaftliche Nutzung des Landes und somit basierend auf der handelsrechtlichen Bilanz zu bewerten waren. Es ist daher weder willkürlich noch verletzt es steuerrechtliche Bewertungsvorschriften, wenn die Vorinstanz das Argument der Steueroptimierung in die Beweiswürdigung miteinbezog und als Indiz für den Schenkungswillen wertete. Auch wenn die Vorinstanz untechnisch den Begriff der Steuerumgehung verwendete, handelt es sich um keine Steuerhinterziehung im strafrechtlichen Sinne, da die Aktien steuerrechtlich von der Steuerbehörde gestützt auf die geltende Zonenordnung zu bewerten waren und diese somit basierend auf der handelsrechtlichen Bilanz in der Steuererklärung deklariert werden durften. Die "Umgehung" liegt vielmehr darin, dass nach der definitiven Einzonung das Land (auch) steuerrechtlich als Bauland zu qualifizieren gewesen wäre und die Aktien entsprechend zu bewerten gewesen wären, die unentgeltliche Übertragung der Aktien nach dem damals geltenden aargauischen Steuerrecht angesichts des Wertes der Parzelle demzufolge erhebliche Schenkungssteuern zur Folge gehabt hätte. Unter Berücksichtigung der von der Vorinstanz verbindlich festgestellten und von der Beschwerdeführerin nicht mit genügenden Rügen in Frage gestellten Tatsachen, dass der Vater des Beschwerdegegners wie auch der Beschwerdegegner Kenntnis vom erheblichen Mehrwert der Aktien hatten und der Verkauf der Aktien angesichts der ansonsten vom Vater dem Beschwerdegegner gewährten Darlehen als ungewöhnlich zu bezeichnen wäre, hätte die Übertragung keinen steuerrechtlichen Hintergrund gehabt, verletzt der vorinstanzliche Schluss, der Schenkungswille des Vaters des Beschwerdegegners sei nachgewiesen, weder das Willkürverbot (Art. 9 BV) noch andere bundesrechtliche Gesetzesvorschriften. Insbesondere durfte die Vorinstanz willkürfrei zu diesem Beweisergebnis gelangen, ohne dazu zwingend den Vater des Beschwerdegegners als Zeugen befragen zu müssen.