Citation: 7B_280/2023 E. 2.1

2.1. Der Beschwerdeführer trägt vor, die vorinstanzliche Würdigung ermangle einer einlässlichen Begründung. Der klare Wortlaut von Art. 86 Abs. 1 StGB schliesse dessen Anwendung auf den vorliegenden Fall aus, da der Beschwerdeführer logisch wie faktisch nicht als "Gefangener" im Sinne dieser Bestimmung gelten könne. Stattdessen handle es sich bei der Verfügung des VBD vom 12. Juli 2022 um den Widerruf einer bedingten Entlassung nach Art. 95 Abs. 5 StGB. Zudem verkenne die Vorinstanz die tatsächlichen Gegebenheiten, wenn sie unberücksichtigt lasse, dass der Beschwerdeführer unter Beachtung der Zwei-Drittel-Regel vom Obergericht am 27. April 2021 per 30. April 2021 in die Freiheit entlassen worden sei und nunmehr eine ungünstige Prognose anstelle, welche einer bedingten Entlassung gemäss Art. 86 Abs. 1 StGB entgegen stehe. Er (der Beschwerdeführer) befinde sich seit 21 Monaten in Freiheit und habe sich als ungefährliches Mitglied der Gesellschaft bewährt. Nebst diesem Tatbeweis seien seit der Entlassung keine neuen Tatsachen oder Umstände hinzugekommen, welche einer Neubeurteilung der Prognose über das künftige Wohlverhalten zugänglich seien. Indem sich der VBD bei der Beurteilung der Anwendbarkeit von Art. 86 Abs. 1 und Art. 95 Abs. 5 StGB demnach nicht auf selbst festgestellte Tatsachen stütze, setze sie sich nicht nur in Widerspruch zu den Feststellungen im Strafurteil vom 13. Juli 2021. Vielmehr verletze sie damit auch im Ergebnis, in willkürlicher und formalistischer Art und Weise, den Anspruch des Beschwerdeführers auf rechtliches Gehör. Der Entzug der seit einem Jahr bedingt gewährten Freiheit wegen der "Einstellung" des Beschwerdeführers zur Therapie lasse sich nicht mit dem Vertrauensgrundsatz vereinbaren. Ebenso verletze die Vorinstanz dadurch den Grundsatz von Treu und Glauben gemäss Art. 5 Abs. 3 BV und das Verbot des widersprüchlichen Verhaltens nach Art. 2 Abs. 2 ZGB.