Citation: 2P.99/2002 01.11.2002 E. 3

Art. 30 der vom Grossen Rat des Kantons Graubünden am 27. September 1989 erlassenen Personalverordnung (PV) bestimmt, dass besondere Leistungen, wie Arbeit an allgemeinen Feiertagen, Sonntags-, Nacht-, Pikett- und Schichtdienst sowie Überstunden, mit Freizeit oder finanziell abgegolten werden. Art. 43 Abs. 5 lit. c PV erklärt die Regierung zuständig, die erforderlichen Vorschriften zu erlassen. Damit liegt in diesem Bereich eine ausreichend bestimmte Norm vor, in welcher der Grosse Rat seine Befugnisse zum Erlass des Dienstrechts (Art. 17 der Verfassung für den Kanton Graubünden [KV/GR], vgl. hierzu BGE 128 I 113 E. 2d S. 116 ff. sowie das Urteil 1P.299/2000 vom 10. April 2001, in ZBl 102/2001 S. 647 ff., E. 2) an die Regierung delegiert. Das Prinzip der Gewaltentrennung (vgl. BGE 127 I 60 E. 2a S. 63) ist nicht verletzt. Ob die Regierung schon gestützt auf das Verordnungsrecht, das ihr gemäss Art. 25 ff. KV/GR (insb. Art. 32 KV/GR) zukommt (vgl. BGE 128 I 113 E. 2d S. 116, mit Hinweis), selbständig zur Regelung des Pikettdienstes befugt wäre, kann offen bleiben.