Citation: U 60/06 19.09.2006 E. 6

In der Verwaltungsgerichtsbeschwerde beanstandet die Beschwerdeführerin schliesslich auch, dass sie von der Vorinstanz verpflichtet worden ist, dem Versicherten die Kosten der Begutachtung durch die Gutachterstelle X.________ im Betrage von Fr. 15'326.- (gemäss Honorarnote der Gutachterstelle X.________ vom 21. Januar 2005) zu ersetzen. 6.1 Nach der Rechtsprechung (BGE 115 V 62; RKUV 2005 Nr. U 547 S. 222 Erw. 2.1 [Urteil N. vom 14. März 2005, U 85/04], 2004 Nr. U 503 S. 187 Erw. 5.1 [Urteil M. vom 21. Oktober 2003, U 282/00]) können die Kosten eines Privatgutachtens, auf das sich der Entscheid einer Rechtsmittelinstanz stützt, im Rahmen der Parteientschädigung zurückerstattet werden. Anspruch auf Parteientschädigung hat aber grundsätzlich nur die obsiegende Partei (Art. 61 lit. g ATSG; bis Ende 2002: Art. 108 Abs. 1 lit. g UVG). Zwar kann der versicherten Person auch im Falle ihres Unterliegens eine Entschädigung für die Kosten einer von ihr selber veranlassten Untersuchung zugesprochen werden. Das setzt aber voraus, dass sich der medizinische Sachverhalt erst aufgrund des Privatgutachtens schlüssig feststellen lässt und dem Unfallversicherer insoweit eine Verletzung der ihm im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes obliegenden Pflicht zur rechtsgenüglichen Sachverhaltsabklärung vorzuwerfen ist. Dem allgemeinen Rechtsgrundsatz entsprechend, wonach eine Partei unabhängig von einem allfälligen Prozesserfolg die von ihr unnötigerweise verursachten oder verschuldeten Kosten selber zu tragen hat, besteht ein Entschädigungsanspruch auch dann, wenn der Unfallversicherer in der Sache selbst obsiegt. 6.2 Der Beschwerdeführerin kann nicht vorgeworfen werden, sie habe den medizinischen Sachverhalt nur ungenügend abgeklärt. Denn zusätzliche medizinische Abklärungen drängten sich für sie nicht auf. Vielmehr durfte sie von einer objektiv hinreichenden Beweisgrundlage für eine abschliessende Sachverhaltswürdigung und rechtliche Beurteilung ausgehen (namentlich mit Blick darauf, dass im vorliegenden Fall die Frage nach dem natürlichen Kausalzusammenhang zwischen der HWS-Distorsion und den geklagten Beschwerden keiner abschliessenden Beurteilung bedarf [vgl. Erw. 2] und ein Abstellen auf das vom Beschwerdegegner eingeholte Gutachten der Gutachterstelle X.________ an der fehlenden Adäquanz des Kausalzusammenhanges nichts zu ändern vermag [Erw. 4 und 5]). Da bei dieser Sachlage nicht gesagt werden kann, der Unfallversicherer habe dem Beschwerdegegner zufolge mangelhafter Sachverhaltsabklärung unnötig Kosten verursacht, kann der unterliegende Beschwerdegegner die Kosten des selber in Auftrag gegebenen Privatgutachtens nicht überwälzen.