Citation: I 89/02 24.02.2003 E. 3

3.1 Vorab ist festzuhalten, dass die mit Einspracheentscheid vom 6. Juni 1997 in Rechtskraft erwachsene Invaliditätsbemessung des Unfallversicherers lediglich den somatischen Restfolgen des Unfalls vom 3. September 1994 an der linken Hand Rechnung trägt, in deren Lichte die SUVA einen ganztätigen Einsatz in körperlich leichter Tätigkeit ohne grössere Belastung der linken Hand als zumutbar erachtete. Zufolge Verneinung der Unfallkausalität ausgeklammert blieben dagegen die ausgewiesene psychische Überlagerung der gesamten Schmerzsymptomatik sowie die Lumbalbeschwerden. Bei dieser Sachlage kommt dem von der SUVA rechtskräftig festgesetzten Invaliditätsgrad von 40 % für die Belange der Invalidenversicherung, welche aufgrund einer finalen Konzeption das Risiko der Invalidität unabhängig vom Vorliegen eines bestimmten ursächlichen Ereignisses wie Krankheit oder Unfall deckt, keine rechtliche Bindungswirkung im strikten Sinne zu (vgl. BGE 119 V 473 Erw. 3c und 3d; ferner BGE 127 V 136 Erw. 4e). Die Beschwerdegegnerin hat sich mithin bei der Invaliditätsbemessung zu Recht nicht ohne Weiteres auf die Ergebnisse des SUVA-Verfahrens gestützt, sondern zusätzlich eigene medizinische Abklärungen zum gesamten Gesundheitszustand sowie dessen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit veranlasst. 3.2 Der Beschwerdeführer war nach dem Unfallereignis vom 3. September 1994 in seiner angestammten Tätigkeit als Dreher während mindestens einem Jahr voll arbeitsunfähig, und auch nach Ablauf des Wartejahres gemäss Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG bestand - nach einem gescheiterten Arbeitsversuch - keine Aussicht darauf, dass sich dies in absehbarer Zeit ändern würde. Ebenso wenig kann für jenen Zeitpunkt mit dem erforderlichen Beweisgrad angenommen wer-den, dass dem Beschwerdeführer demnächst die Wiederaufnahme einer lei-densangepassten Tätigkeit möglich und zumutbar gewesen wäre. Die Be-schwerdegegnerin hat daher zu Recht ab 1. September 1995 vorerst eine ganze Invalidenrente zugesprochen. Zu prüfen bleibt, ob deren Befristung auf 31. Ok-tober 1996 und die Zusprechung einer Viertelsrente ab 1. November 1996 unter revisionsrechtlichen Gesichtspunkten standhält (Art. 41 IVG in Verbindung mit Art. 88a Abs. 1 IVG; Erw. 1.1 hievor). 3.3 Hinsichtlich der zumutbaren Restarbeitsfähigkeit hat die Vorinstanz die Einschätzung in dem von der IV-Stelle veranlassten, auf einlässlichen Untersuchungen beruhenden Gutachten der MEDAS vom 3. Dezember 1999, wonach der Beschwerdeführer aus rein körperlich-organischer Sicht für leichte bis (knapp) mittelschwere Tätigkeiten ohne repetitiven und kraftfordernden Arbeiten mit der linken oberen Extremität zu 100 %, aufgrund seiner psychisch überlagerten Schmerzen hingegen lediglich noch zu 70 % einsatzfähig sei, zutreffend als nachvollziehbar und schlüssig beurteilt. Soweit in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde hiegegen eingewendet wird, die angenommene Restarbeitsfähigkeit von 70 % trage den psychischen Leiden nicht ausreichend Rechnung, kann dem nicht gefolgt werden. Nachdem die Konsilien des Dr. med. J.________, Spezialarzt für physikalische Medizin und Rehabilitation, speziell Rheumaerkrankungen, vom 9. November 1999 und des Neurologen Dr. med. S.________ vom 29. Oktober 1999 - in Übereinstimmung mit den von der SUVA im Einspracheentscheid vom 6. Juni 1997 als ausschlaggebend erachteten Einschätzungen des Dr. med. V.________, SUVA-Ärzteteam Unfallmedizin vom 27. Mai 1997 und der im Austrittsbericht der Klinik B.________ vom 27. Oktober 1995 vertretenen Auffassung - hinsichtlich leidensangepasster Tätigkeiten eine Einschränkung des zumutbaren Arbeitspensums mit einleuchtender und überzeugender Begründung verneint hatten, ergibt sich die von der MEDAS schliesslich anerkannte Reduktion des Leistungsvermögens um 30 % aus der alleinigen Berücksichtigung der psychischen Leidenskomponente. Diesbezüglich hatte Dr. med. K.________ im psychiatrischen Konsilium vom 3. November 1999 in Bestätigung früherer ärztlicher Stellungnahmen eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung diagnostiziert, welche das chronifizierte Beschwerdebild in krankhafter Weise überlagere, zu einer Ausweitung der körperlichen Symptome geführt habe und die Arbeitsfähigkeit in leichteren Tätigkeiten um 30 % einschränke. Da nach Auffassung des Psychiaters eine Differenzierung von psychischem und somatischem Anteil der Schmerzen nicht mehr möglich ist, ja selbst die Rückenbeschwerden mangels konventionell-radiologisch oder computertomographisch feststellbarer pathologischer Befunde in erster Linie der somatoformen Störung zugeordnet werden, ist mit Vorinstanz und Verwaltung davon auszugehen, dass die abschliessende Anerkennung einer 30%igen Arbeitsunfähigkeit der Schmerzproblematik ungeachtet ihrer (voneinander kaum unterscheidbaren) psychischen oder physischen Ursächlichkeit in ihrer Gesamtheit Rechnung trägt (vgl. Erw. 2.2 hievor). Anhaltspunkte dafür, dass nebst der somatoformen Schmerzstörung weitere psychische Leiden limitierend wirken, sind den Akten keine zu entnehmen; vielmehr hat der Psychiater Dr. med. K.________ eine krankheitswertige Depression sowie Angst-, Persönlichkeits- oder Zwangsstörungen ausdrücklich ausgeschlossen. Es hat somit mit der Annahme einer Restarbeitsfähigkeit von 70 % sein Bewenden. 3.4 Vorinstanz und Verwaltung haben den Zeitpunkt, ab welchem dem Beschwerdeführer die Aufnahme einer leidensangepassten Tätigkeit im Umfang von 70 % zugemutet werden konnte, auf spätestens anfangs August 1996 datiert (Dreimonatsfrist gemäss Art. 88a Abs. 1 IVV), wogegen in Würdigung der medizinischen Aktenlage nichts einzuwenden ist. Wohl beziehen sich die Aussagen zur zumutbaren Restarbeitsfähigkeit im Gutachten der MEDAS vom 3. Dezember 1999 ausdrücklich auf den aktuellen Gesundheitszustand. Was die Einschätzungen aus rheumatologischer und neurologischer Sicht betrifft, werden indessen im Wesentlichen die ärztlichen Beurteilungen im Austrittsbericht der Klinik B.________ vom 18. Juli 1997 sowie im Schlussbericht über die an derselben Klinik durchgeführten beruflichen Abklärungen vom 15. Juli 1996 bestätigt, welche ihrerseits in Einklang mit der Stellungnahme des Dr. med. G.________, stellvertretender SUVA-Kreisarzt, vom 27. Februar 1996 stehen. Aufgrund der festgestellten Diskrepanz zwischen objektiven Befunden und subjektiver Schmerzproblematik kann sodann bereits ab Sommer 1996 von einer deutlichen psychischen Überlagerung des Beschwerdebildes ausgegan-gen werden. Das MEDAS-Gutachten enthält diesbezüglich zwar eine spezifi-sche fachärztliche Analyse und Begründung und äussert sich namentlich erst-mals schlüssig zu den Auswirkungen der somatoformen Schmerzstörung auf die Arbeitsfähigkeit. Da indessen weder dem psychiatrischen Konsilium des Dr. med. K.________ noch dem abschliessenden Gutachten der MEDAS Hinweise für eine Veränderung der psychischen Fundierung der Beschwerden seit Sommer 1996 zu entnehmen sind, kann von einem seither im Wesentlichen konstanten Gesundheitszustand ausgegangen werden. Mithin bestand die (körperlich und psychisch) zumutbare Restarbeitsfähigkeit von 70 % in leidensangepasster Tätigkeit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit bereits seit August 1996, sodass die Herabsetzung des Rentenanspruchs ab 1. November 1996 (Ablauf der Dreimonatsfrist gemäss Art. 88a Abs. 1 IVV) rechtens ist.