Citation: 6B_91/2022 E. 3.4.3

3.4.3. Die Rügen des Beschwerdeführers vermögen nicht zu überzeugen. Die Vorinstanz nimmt korrekterweise eine eigene Strafzumessung vor. Dabei ist nicht zu beanstanden, dass sie nach deutlichem Überschreiten der erstinstanzlich ausgesprochenen Strafe von 24 Monaten Freiheitsstrafe, welche sie aufgrund des vorliegend anwendbaren Verschlechterungsverbots (vgl. Art. 391 Abs. 2 StPO) nicht zu Lasten des Beschwerdeführers abändern darf, die weiteren Delikte nicht mehr im Einzelnen asperiert. Sie zeigt auf, weshalb als schuldangemessene Sanktion (unter Beachtung des Verschlechterungsverbots) eine Freiheitsstrafe von 24 Monaten auszufällen ist. Die Vorinstanz begründet differenziert und eingehend, warum sie eine Einsatzstrafe von 24 Monaten Freiheitsstrafe für die Misswirtschaft sowie eine Asperation von 18 Monaten Freiheitsstrafe für den betrügerischen Konkurs und Pfändungsbetrug als angemessen erachtet. Sie bezieht in ihre Beurteilung nebst dem Mass an Entscheidungsfreiheit insbesondere auch die Funktion bzw. Stellung des Beschwerdeführers, sein Wissen, Verhalten sowie das Mass der Pflichtverletzung, die finanziellen Interessen, die Deliktssumme und den Deliktszeitraum mit ein. Dabei gewichtet sie das Mass an Entscheidungsfreiheit zu Recht als verschuldenserhöhend. Denn das Verschulden hängt nicht nur von der Schwere des deliktischen Erfolgs und den Modalitäten der Tatbegehung ab, sondern auch vom Mass an Entscheidungsfreiheit, das dem Täter zugeschrieben werden muss: Je leichter es für ihn gewesen wäre, die Norm zu respektieren, desto schwerer wiegt die Entscheidung gegen sie (BGE 117 IV 112 E.1; Urteil 6B_18/2022 vom 23. Juni 2022 E. 2.4.1). Die Vorinstanz erwägt in diesem Zusammenhang überzeugend, der Beschwerdeführer habe seine eigenen finanziellen Interessen in egoistischer Art und Weise über diejenigen der Gläubiger der B.________ AG gestellt bzw. das finanzielle Risiko vollumfänglich auf diese abgewälzt sowie es sei ihm offen gestanden, auf die Übernahme des Aktienmantels zu verzichten bzw. die Aktiengesellschaft mit genügend Kapital auszustatten und Sanierungsmassnahmen zu beantragen. Erschwerend fällt hinsichtlich des Tatbestands des betrügerischen Konkurses und Pfändungsbetrugs zutreffend die Deliktssumme von Fr. 150'000.-- ins Gewicht. Das Mass der Entscheidungsfreiheit ist weder dem Tatbestand der Misswirtschaft im Sinne von Art. 165 StGB noch demjenigen des betrügerischen Konkurses und Pfändungsbetrugs im Sinne von Art. 163 StGB immanent. Die Vorinstanz berücksichtigt in der Strafzumessung ebenso sowohl das Wohlverhalten des Beschwerdeführers nach der Tat als auch Art. 48 lit. e StGB. Sie hält fest, insgesamt wirke sich die Täterkomponente neutral aus und erscheine aufgrund des langen Zeitablaufs sowie der leichten Verletzung des Beschleunigungsgebots eine Strafminderung um vier Monate angemessen. Die Vorinstanz erachtet im Rahmen der Täterkomponente namentlich die Vorstrafen als leicht straferhöhend, das Wohlverhalten des Beschwerdeführers als neutral sowie die Strafempfindlichkeit des Beschwerdeführers als durchschnittlich und führt zu den Geständnissen aus, diese seien nicht gänzlich unberücksichtigt zu lassen. Dadurch nimmt die Vorinstanz eine Gewichtung vor. Dies ist nicht zu beanstanden, zumal das Gericht nicht gehalten ist, in Zahlen oder Prozenten anzugeben, wie es die einzelnen Strafzumessungsgründe innerhalb der Einzelstrafen gewichtet (BGE 142 IV 265 E. 2.4.3 mit Hinweisen). Sodann hat die Vorinstanz nicht ausdrücklich darzulegen, aus welchen Gründen sie von der erstinstanzlichen Strafzumessung abweicht. Vielmehr hat sie die Strafe nach ihrem eigenen pflichtgemässen Ermessen festzusetzen (Urteil 6B_485/2022 vom 12. September 2022 E. 8.4.1 mit Hinweisen). Die Berufungsinstanz fällt ein neues, den erstinstanzlichen Entscheid ersetzendes Urteil (vgl. Art. 408 StPO; BGE 141 IV 244 E. 1.3.3 mit Hinweisen). Das Bundesgericht hat zudem wiederholt betont, dass bei einem teilweisen Freispruch gestützt auf das Verbot der reformatio in peius nicht automatisch eine mildere Bestrafung erfolgen muss (Urteile 6B_485/2022 vom 12. September 2022 E. 8.4.1; 6B_572/2019 vom 8. April 2020 E. 2.4.1, nicht publ. in: BGE 146 IV 172; je mit Hinweisen). Im Übrigen sind die Gerichte in Bezug auf die rechtliche Würdigung sowie die Anträge zu den Sanktionen und Nebenfolgen nicht an den Antrag der Staatsanwaltschaft gebunden (vgl. Urteil 6B_223/2016 vom 8. September 2016 E. 2.2 mit Hinweisen). Zusammengefasst verletzt die vorinstanzliche Strafzumessung kein Bundesrecht.