Citation: 2A.287/2000 17.11.2000 E. 6

6.- Wie schon im kantonalen Verfahren macht der Beschwerdeführer geltend, die Anordnung einer Ausweisung sei erst auf Grund der Verhältnisse im Zeitpunkt der (bedingten) Entlassung aus dem Strafvollzug zu beurteilen. Das Bundesrecht schreibt indessen nicht vor, in welchem Zeitpunkt über die Ausweisung zu befinden ist, wenn der Täter eine längere Freiheitsstrafe zu verbüssen hat. Erst unmittelbar vor der Entlassung darüber zu entscheiden, hätte den Vorteil, dass das Verhalten im Strafvollzug in die Beurteilung miteinbezogen werden könnte. Doch kommt dem Wohlverhalten in Unfreiheit fremdenpolizeilich kaum entscheidende Bedeutung zu (BGE 114 Ib 1 E. 3b S. 5), so dass es - Zweifelsfälle vielleicht ausgenommen - nicht aus diesem Grunde geboten ist, mit dem Ausweisungsentscheid zuzuwarten. Der frühzeitige Entscheid über die Ausweisung hat zudem auch Vorteile, indem Klarheit darüber geschaffen wird, wo der Straftäter nach der Entlassung aus dem Vollzug leben wird. Das ermöglicht den Strafvollzugsbehörden und auch dem Betroffenen selber, sich im Hinblick auf die Wiedereingliederung in die Gesellschaft darauf einzurichten. Bundesrecht ist jedenfalls nicht verletzt, wenn nicht erst unmittelbar vor der Entlassung aus dem Strafvollzug über die Ausweisung entschieden wird.