Citation: 2C_773/2019 E. 3.4.3

3.4.3. Was der Beschwerdeführer dem entgegenhält, vermag nicht zu überzeugen. Insbesondere kann er aus dem Umstand, dass er seit der letzten Tatbegehung keine Straftaten mehr verübt habe, nichts zu seinen Gunsten ableiten. Wie die Vorinstanz zutreffend ausführt, kommt dem Wohlverhalten praxisgemäss während strafrechtlichen Probezeiten bzw. unter dem Druck eines hängigen ausländerrechtlichen Verfahrens nur untergeordnete Bedeutung zu. In dieser Zeit wird ein vorbildliches Verhalten erwartet und stellt ein solches keine besondere Leistung dar. Dies gilt vorliegend umso mehr, als der Bewegungsspielraum des Beschwerdeführers auch teilweise durch die Untersuchungshaft bzw. den Strafvollzug eingeschränkt war (vgl. E. 3.4.2 des angefochtenen Urteils; Urteil 2C_208/2016 vom 21. Dezember 2016 E. 5.2). Kein entscheidendes Gewicht kommt sodann dem Umstand zu, dass ihm während der Inhaftierung nach eigenen Angaben der drohende Verlust seiner Familie bewusst worden sei, weshalb er sein bisheriges Verhalten grundsätzlich überdenkt habe. Hierzu ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer im Zeitpunkt der ersten Verurteilung bereits Familienvater war (vgl. Sachverhalt, A), was ihn allerdings nicht davon abhielt, weiter zu delinquieren. Schliesslich war die Vorinstanz nicht gehalten, verschuldensmildernden Umständen, die bereits vom Strafrichter berücksichtigt wurden (vgl. E. 3.2 des angefochtenen Urteils), im migrationsrechtlichen Verfahren erneut Rechnung zu tragen. In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass das straf- und das ausländerrechtliche Verfahren unterschiedliche Zwecke verfolgen, weshalb die Migrationsbehörde nicht an die Einschätzung des strafrechtlichen Verschuldens gebunden ist, auch wenn sie diese mitberücksichtigt: Strafrechtlich geht es um die verschuldensabhängige Sanktionierung verpönten Verhaltens und die Reintegration des Täters bzw. der Täterin; ausländerrechtlich steht dagegen der Sicherheitsaspekt im Vordergrund, der, wie bereits erwähnt, ausserhalb des Anwendungsbereichs des FZA auch generalpräventiv wirken darf (Urteile 2C_231/2019 vom 23. Mai 2019 E. 2.4.1; 2C_815/2018 vom 24. April 2019 E. 4.3.1 mit zahlreichen Hinweisen).