Citation: 6B_696/2021 E. 5.3

5.3. Die Vorinstanz begründet die Strafzumessung hinsichtlich der hier interessierenden Vergehen eingehend und nachvollziehbar. Sie erläutert zunächst, weshalb sie eine Geldstrafe weder für zweckmässig noch für verschuldensangemessen hält. Sodann begründet sie, dass auch nach aArt. 41 Abs. 1 StGB auf eine Freiheitsstrafe erkannt werden könne, da die Voraussetzungen für den bedingten Strafvollzug nicht gegeben seien und zu erwarten sei, dass eine Geldstrafe oder gemeinnützige Arbeit nicht vollzogen werden könne. Ausgehend von einem mittleren Verschulden legt sie die (hypothetische) Einsatzstrafe für die Drohung vom 20. Dezember 2015 auf 30 Tage fest und asperiert diese in Anwendung von Art. 49 Abs. 1 StGB zufolge der anderen mit Freiheitsstrafe zu sanktionierenden Taten (weitere Drohungen sowie Sachbeschädigung) auf eine vollziehbare Freiheitsstrafe von 50 Tagen. Hinsichtlich der Wahl der Sanktionsart führt die Vorinstanz im Einzelnen aus, die Drohungen gegenüber den Beschwerdegegnern 2 und 3 verdichteten sich im Kontext der Anklagesachverhalte (b1), (d), (e), (f) und (g) zu Stalking im zuvor im Entscheid ausführlich definierten Sinn. Dieses über längere Zeit aufrechterhaltene Handlungsmuster manifestiere gewisse kriminelle Energie. Verschuldensangemessen sei deshalb für die Drohungen zum Nachteil der Beschwerdegegner 2 und 3 einzig eine Freiheitsstrafe. Auch bei der Sachbeschädigung zum Nachteil von F.________ sei auf Freiheitsstrafe zu erkennen. Allein nach dem Sachschaden beurteilt, handle es sich zwar um kein gravierendes Delikt. Jedoch sei F.________ als Brillenträger auf die Brille angewiesen gewesen. Die mutwillige Zerstörung einer Brille müsse als besonders rücksichtslos qualifiziert werden. Überdies habe der Beschwerdeführer dieses Delikt begangen, obschon er im Tatzeitpunkt (Juni 2017) in mehrere Strafverfahren involviert gewesen sei. Er habe sich durch diesen Umstand nicht von weiteren Straftaten abhalten lassen. Auch beeindruckten ihn die vom Zivilgericht angeordneten Verbote nicht. Was die Voraussetzungen für die Gewährung des bedingten Strafvollzugs gemäss aArt. 41 Abs. 1 bzw. aArt. 42 Abs. 1 StGB angeht, erwägt die Vorinstanz, der Beschwerdeführer habe über einen langen Zeitraum wiederholt und trotz laufendem Strafverfahren delinquiert. Zwar sei ihm im Zusammenhang mit der Legalprognose zugutezuhalten, dass ein Teil der strafbaren Handlungen auf die Trennungssituation mit der Beschwerdegegnerin 3 zurückzuführen sei. Jedoch habe der Beschwerdeführer auch gegenüber mehreren unbeteiligten Drittpersonen strafbare Handlungen begangen, so in den Anklagesachverhalten (b/2) und (c). Die wiederholte Missachtung behördlicher Entscheide erscheine vor diesem Hintergrund in einem anderen Licht. Es zeichne sich ein Handlungsmuster ab. Der Beschwerdeführer habe sich nicht durch behördliche Interventionen beeindrucken lassen. Dieser Umstand belaste die Legalprognose erheblich. Zudem verfüge der Beschwerdeführer über keine protektiven Faktoren. Er gehe keiner Arbeit nach, verfüge über keine geregelte Tagesstruktur und sei sozial nicht integriert. Seine familiären Beziehungen beschränkten sich auf seinen Sohn. Ins Gewicht falle zudem seine Vorstrafe, die für sich genommen den bedingten Vollzug nicht ausschliessen würde, indes das Bild vervollständige, das sich aus der übrigen Delinquenz ergebe. Demnach könne dem Beschwerdeführer keine günstige Prognose gestellt werden. Aufgrund der finanziellen Verhältnisse des Beschwerdeführers geht die Vorinstanz schliesslich davon aus, eine Geldstrafe könne nicht vollzogen werden, weshalb auch die Vollzugsprognose negativ ausfalle. Sie erwägt, der Beschwerdeführer lebe von Sozialhilfe. Als Folge des Schuldspruchs werde er die Kosten der Strafuntersuchung zu tragen und die Beschwerdegegner 2 und 3 zu entschädigen haben. Mit seinen finanziellen Mitteln sei kurz- und mittelfristig eine Schuldentilgung nicht realistisch. Auch die Wirksamkeit einer Geldstrafe sei im Fall des Beschwerdeführers zweifelhaft. Er habe sich behördlichen Anordnungen in der Vergangenheit wiederholt widersetzt. Es sei nicht zu erwarten, dass er die Geldstrafe aus eigenem Antrieb bezahlen werde. Dem Zweck dieser Strafart widerspreche es aber, wenn sie auf dem Betreibungsweg durchgesetzt werden müsse.