Citation: 6B_976/2015 E. 1.4.2

1.4.2. Es mag zutreffen, dass der Tatvorhalt eher knapp gehalten war. Er erweist sich aber als genügend. Dem Beschwerdeführer wurde nicht bloss pauschal gewerbs- und bandenmässiger Drogenhandel vorgeworfen. Vielmehr wurde ihm in zeitlich und örtlich genügender Weise der Handel mit Marihuana vorgehalten. Sodann wurde er mit den Aussagen von B.________ konfrontiert. Der Beschwerdeführer war stets über den Gegenstand des Verfahrens - gewerbs- und bandenmässiger Handel mit Marihuana - informiert, konnte die gegen ihn erhobenen Vorwürfe erfassen und sich entsprechend verteidigen. Der Beschwerdeführer behauptet, die Strafverfolgungsbehörden hätten damals bereits über detaillierte Angaben bezüglich des Tatverdachts verfügt. Diese Erkenntnisse stützten sich auf seit längerer Zeit laufende, intensive und umfangreiche Ermittlungen mit Überwachungsmassnahmen sowie Aussagen von Mitbeteiligten ab. Dem kann nicht gefolgt werden. Der Beschwerdeführer legt nicht substanziiert dar, woraus sich ergeben sollte, dass die Strafverfolgungsbehörden schon zum damaligen Zeitpunkt über detaillierte Informationen verfügten (vgl. Art. 106 Abs. 2 BGG). Aus den vom Beschwerdeführer angeführten Unterlagen, namentlich dem Haftantrag und dem Sachverhaltsbericht der Kantonspolizei vom 5. September 2013, ergibt sich dies jedenfalls nicht. Vielmehr ist daraus ersichtlich, dass zum Zeitpunkt der Festnahme noch vieles unklar war. So wird im Haftantrag etwa auf die "zurzeit vorliegenden Ermittlungsergebnisse" verwiesen. Es wird ausgeführt, es bestehe unter anderem die Möglichkeit, dass Drogenlieferanten, Bandenmitglieder und weitere Drogenabnehmer eruiert werden könnten, was teilweise bereits aufgearbeitet worden sei. Verschiedene bereits namentlich bekannte Personen, die am Drogenhandel mit dem Beschwerdeführer mitgewirkt hätten, befänden sich noch auf freiem Fuss und es bedürfe einer zeitaufwendigen und eingehenden Überprüfung. Im Sachverhaltsbericht der Kantonspolizei vom 5. September 2013 wird festgehalten, an den Betäubungsmittelgeschäften, die sich über einen grösseren Tatzeitraum erstreckten, sei eine Vielzahl weiterer Personen beteiligt. Aufgrund dessen sei davon auszugehen, dass die Ermittlungen und Befragungen längere Zeit in Anspruch nähmen. Auch in der Verfügung des Zwangsmassnahmengerichts des Kantons Aargau vom 17. September 2013, mit welcher die Untersuchungshaft angeordnet wurde, wird ausgeführt, es sei noch unklar und müsse abgeklärt werden, welche Rolle der Beschwerdeführer in diesem System (dem Drogenhandel) eingenommen habe. Die Strafuntersuchung stehe momentan am Anfang (act. 57 f.). Es ist folglich nicht zu beanstanden, dass dem Beschwerdeführer nicht schon von Beginn weg präzise Lebenssachverhalte vorgehalten werden konnten, zumal den Strafverfolgungsbehörden nach dem Verfahrensstand zu jenem Zeitpunkt des Verfahrens die genaueren Umstände und die Tathandlungen der verschiedenen beteiligten Personen noch nicht im Detail bekannt waren.