Citation: 9C_870/2013 E. 4.3

4.3. Was die medizinische Würdigung der Aktenlage anbelangt, stützte sich die Vorinstanz auf die Stellungnahme des Dr. med. R.________ vom 8. März 2013. Dieser konstatierte, der Beschwerdeführer sei gemäss Zeugenaussagen jeden Winter Skifahren gegangen, was zu den bei der rheumatologischen Begutachtung im Juni 2003 angegebenen Beschwerden im Widerspruch stehe. Ferner lasse sich das mittelschwere bis schwere depressive Beschwerdebild nicht vereinbaren mit dem Umstand, dass der Beschwerdeführer mutmasslich in der gleichen Zeit seinen Betrieb aufgebaut und wahrscheinlich geführt habe und dass er mehrmals nach Deutschland und in andere Länder gefahren sei. Die durch lic. phil. H.________ postulierten mittelschweren neuropsychologischen Einschränkungen stünden sowohl dem regelmässigen Autofahren als auch der Leitung eines Unternehmens entgegen. Ferner sei unwahrscheinlich, dass ein schwer depressiver Mensch zwischendurch stimmungsmässig derart stark aufhelle, wie dies auf den bei der Hausdurchsuchung gefundenen Fotografien zum Ausdruck komme. Zusammenfassend sei davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer die behandelnden bzw. begutachtenden Ärzte über Jahre hinweg getäuscht habe, indem er Beschwerden und funktionelle Einschränkungen geschildert und ein Bild präsentiert habe, welche in sehr grossem Widerspruch zu seinem tatsächlichen Befinden gestanden hätten. Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit liege seit dem Reitunfall eine systematische, intentionale Simulation vor. Es sei davon auszugehen, dass nie eine IV-relevante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit vorgelegen habe. Der Beschwerdeführer wendet ein, der Bericht des Dr. med. R.________ sei nicht beweiskräftig, zumal der RAD-Psychiater keine eigene Untersuchung durchgeführt habe und 10 Jahre mittels "Ferndiagnose" beurteile. Diese Rüge dringt nicht durch. Rechtsprechungsgemäss können die Ergebnisse einer zulässigen Überwachung zusammen mit einer ärztlichen Aktenbeurteilung grundsätzlich geeignet sein, eine genügende Basis für Sachverhaltsfeststellungen betreffend den Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit zu bilden (BGE 137 I 327 E. 7.1 S. 337 mit Hinweisen). Zwar ist davon auszugehen, dass die Ergebnisse einer Überwachung in der Regel (d.h. soweit ein labiles, Veränderungen unterworfenes Beschwerdebild in Frage steht) nicht hinreichende Grundlage für eine retrospektive Beurteilung über mehrere Jahre bilden können. Vorliegend stützt sich der RAD-Psychiater jedoch nicht allein auf die Observationsergebnisse, vielmehr liegen seiner Einschätzung umfangreiche, von der Staatsanwaltschaft teilweise aufbereitete Beweismittel (Fotografien, Zeugenaussagen, geschäftliche Unterlagen, Kreditkartenabrechnungen und darauf basierende Bewegungsprofile etc.) zugrunde, welche den ganzen hier massgebenden Zeitraum beschlagen. Unter diesen Umständen ist die Beurteilung des Dr. med. R.________ nicht zu beanstanden.