Citation: P 47/99 23.02.2000 E. 4

4.- a) Die Beschwerdegegnerin machte vor der Vorin- stanz namentlich geltend, der Unterhaltsanspruch gegenüber dem geschiedenen Ehemann sei nicht mehr durchsetzbar, was durch dessen Einkommens- und Vermögensverhältnisse gemäss den neu aufgelegten Steuererklärungen belegt sei. Damit stellt sich die Frage der Beweiswürdigung. b) Das Bundesrecht schreibt nicht vor, wie die einzel- nen Beweismittel zu würdigen sind. Für das gesamte Verwal- tungs- und Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 40 BZP in Ver- bindung mit Art. 19 VwVG; Art. 95 Abs. 2 OG in Verbindung mit Art. 113 und 132 OG). Danach haben Versicherungsträger und Sozialversicherungsgericht die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen (Gygi, Bundesverwaltungsrechts- pflege, 2. Aufl., S. 278). Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objek- tiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfüg- baren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streiti- gen Rechtsanspruches gestatten. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit dessen Inhalt (in BGE 123 V 175 nicht publizierte Erw. 3c). Der Beweis ist ge- leistet, wenn das Gericht gestützt auf die Beweiswürdigung zur Überzeugung gelangt ist, dass sich der rechtserhebliche Sachumstand verwirklicht hat. Dafür kann die von der Le- benserfahrung und praktischen Vernunft getragene, mit Grün- den gestützte Überzeugung genügen (Gygi, a.a.O., S. 79 [mit Hinweisen auf die Rechtsprechung]). c) Der 1925 geborene Unterhaltspflichtige erreichte im Juni 1990 das gesetzliche Rentenalter. Aus den vorgelegten Steuererklärungen ergibt sich einmal, dass W.________ seit November 1994 erneut getrennt lebt und die damalige Ehe im Jahre 1996 geschieden wurde. Im Weiteren zeigen die Angaben der Selbstdeklarationen, dass sein Einkommen mindestens seit 1994 im wesentlichen nur noch aus der Altersrente der AHV besteht (1998: Fr. 21 396.-/Jahr bzw. Fr. 1783.-/Mo- nat). Diesen Einnahmen steht eine aufgerechnete Unterhalts- verpflichtung von Fr. 33 954.-/Jahr bzw. Fr. 2829.50/Monat gegenüber. Das kantonale Gericht, an das die Sache zurückzuweisen ist, wird prüfen, ob bei dieser Aktenlage die zu beurtei- lende Rechtsfrage der Anrechenbarkeit des Unterhaltsanspru- ches beantwortet werden kann oder ob es allenfalls noch eine amtliche Bescheinigung der zuständigen Behörde über die Einkommens- und Vermögensverhältnisse einholen will bzw. ob im Rahmen der antizipierten Beweiswürdigung auf eine diesbezügliche Aktenergänzung verzichtet werden kann.