Citation: 2P.239/2001 07.12.2001 E. 3

3.-a) Der Beschwerdeführer hat im dritten, im fünften und im sechsten Quartal seiner Anstellungszeit als Assistenzarzt beim Beschwerdegegner mehr, in den übrigen 5 Quartalen jedoch weniger als 55 Stunden pro Woche gearbeitet. Die kantonalen Instanzen haben die insgesamt 84 Stunden mehr daher mit den total 252, 5 Stunden weniger geleisteter Arbeit verrechnet. Der Beschwerdeführer erachtet diese Verrechnung als willkürlich, zumal im Kanton Zürich für Assistenzärzte nur eine "Höchst-", nicht jedoch auch eine "Mindest-" resp. eine "Normal-" oder "Pflichtarbeitszeit" umschrieben sei und eine Auszahlung der Entschädigung grundsätzlich quartalsweise zu erfolgen habe. b) Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung liegt Willkür nicht schon dann vor, wenn eine andere Lösung ebenfalls vertretbar erscheint oder gar vorzuziehen wäre, sondern bloss, wenn der angefochtene Entscheid klares Recht grob verletzt. Das Bundesgericht hebt einen kantonalen Entscheid wegen materieller Rechtsverweigerung nur auf, wenn er offensichtlich unhaltbar ist, mit der tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft (BGE 125 II 129 E. 5b S. 134). Dagegen ist Willkür nicht schon zu bejahen, wenn eine andere Lösung ebenfalls vertretbar erscheint oder gar vorzuziehen wäre (BGE 123 I 1 E. 4a S. 5; 125 II 10 E. 3 S. 15, 129 E. 5b S. 134). c) Es ist allgemein bekannt, dass Assistenzärzte, die vom persönlichen Geltungsbereich des Arbeitsgesetzes bezüglich der Arbeits- und Ruhezeitvorschriften ausgenommen sind (Art. 3 lit. e ArG), regelmässig extrem lange arbeiten. Wöchentliche Arbeitszeiten von über 60 Stunden resp. Präsenzzeiten von über 20 Stunden pro Tag sind weit verbreitet (so etwa auch Stellungnahme des Bundesrates vom 30. Mai 2001 zur Parlamentarischen Initiative "Menschenwürdige Arbeitsbedingungen für Assistenzärzte", publ. in BBl 2001 Nr. 47 S. 6098 ff., insbes. S. 6099 f.). Wenn das Verwaltungsgericht des Kantons Zürich daher § 12 der Angestelltenverordnung dahingehend auslegt, dass die dort erwähnte durchschnittliche "Höchstarbeitszeit" von 55 Stunden in der Woche nicht nur der maximal zu leistenden, sondern grundsätzlich auch der Arbeitszeit entspricht, die ein Assistenzarzt im Kanton Zürich üblicherweise zu leisten verpflichtet ist, so steht dies weder mit der tatsächlichen Situation in klarem und offensichtlichem Widerspruch, noch wird dadurch eine Norm oder ein unumstrittener Rechtsgrundsatz krass verletzt. Ist jedoch davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer grundsätzlich dazu verpflichtet war, 55 Stunden pro Woche beziehungsweise die entsprechenden Stunden pro Quartal zu arbeiten, so erweist sich auch der vom Verwaltungsgericht gezogene Schluss, der Beschwerdeführer habe in denjenigen Quartalen, in denen er weniger als 55 Stunden pro Woche arbeitete, im Sinne von Ziffer 4.1 des Regierungsratsbeschlusses Nr. 1950 aus dem Jahre 1989 die von ihm in den anderen Quartalen in Überschreitung der üblichen Arbeitszeit geleisteten Stunden durch Freizeit kompensiert, nicht als offensichtlich unhaltbar. Dass der Beschwerdegegner dem Beschwerdeführer für die auch nach einer Verrechnung bestehende Differenz bzw. für die bei Annahme eines wöchentlichen "Pflichtpensums" von 55 Stunden nicht geleisteten 168 Stunden keine Rechnung stellte, ist dafür ohne Bedeutung. d) Eine Verrechnung der sich hier gegenüberstehenden Arbeitszeitsaldi verstösst daher nicht gegen das vom Beschwerdeführer als verletzt gerügte Willkürverbot. Daran vermag auch die Tatsache nichts zu ändern, dass der Beschwerdeführer gemäss den für das Bundesgericht verbindlichen Sachverhaltsfeststellungen des Verwaltungsgerichts die im März 1998 mehr als 55 Stunden pro Woche geleisteten 5 1/2 Stunden erst im September desselben Jahres - somit aus seiner Sicht erst mit Stunden des übernächsten Quartals - kompensieren konnte: Die oben erwähnte Ziffer 4.1. des Regierungsratsbeschlusses Nr. 1950 aus dem Jahre 1989 sieht vor, dass die Kompensation von Arbeitszeitüberschreitungen quartalsweise, spätestens im folgenden Quartal zu erfolgen hat. Es ist daher nicht offensichtlich unhaltbar, wenn das Verwaltungsgericht die Frage offen lässt, ob diese Regelung der Verrechnung über längere Zeiträume entgegensteht, und einzig festhält, die Kompensation könne zumindest innerhalb eines halben Jahres erfolgen, somit innerhalb einer Frist, die im vorliegenden Fall immer eingehalten worden sei.