Citation: 2C_32/2010 20.05.2010 E. 2

2.1 Hat die steuerpflichtige Person trotz Mahnung ihre Verfahrenspflichten nicht erfüllt oder können die Steuerfaktoren mangels zuverlässiger Unterlagen nicht einwandfrei ermittelt werden, wird die Veranlagung nach pflichtgemässem Ermessen vorgenommen. Dabei können Erfahrungszahlen, Vermögensentwicklung und Lebensaufwand der steuerpflichtigen Person berücksichtigt werden (§ 191 Abs. 3 des aargauischen Steuergesetzes vom 15. Dezember 1998 [StG/AG; SAR 651.100]). Gemäss § 191 Abs. 2 StG/AG kann eine Veranlagung nach pflichtgemässem Ermessen nur wegen offensichtlicher Unrichtigkeit angefochten werden. Dies gilt für das Einsprache-, das Rekurs- und das Beschwerdeverfahren. Dieser Nachweis der offensichtlichen Unrichtigkeit obliegt der steuerpflichtigen Person (Martin Plüss, in: Kommentar zum Aargauer Steuergesetz, 3. Aufl. 2009, Band 2, Rz. 13 zu § 191 StG). 2.2 Im vorliegenden Fall ermittelte die Veranlagungsbehörde anhand eines Vermögensvergleichs ein erhebliches Manko. Der Beschwerdeführer gab an, er habe von seinem Sohn verschiedene Ratenzahlungen für die Miete des Gartenhauses und von seinen beiden Töchtern Rückzahlungen in der Höhe von Fr. 10'200.-- bzw. Fr. 12'000.-- erhalten. Weil diese Angaben nicht oder nur ungenügend belegt wurden, nahm die Steuerkommission Y.________ eine Ermessensveranlagung mit einem Zuschlag von Fr. 37'900.-- (Unterdeckung von Fr. 24'797.-- zuzüglich private Lebenshaltungskosten, Existenzminimum von Fr. 13'200.--) vor. lm Einspracheverfahren wurde der Ermessenszuschlag auf Fr. 28'300.-- reduziert, gleichzeitig erfolgte eine - nicht bestrittene - Aufrechnung von Repräsentationsspesen von Fr. 9'600.-- und zudem eine Reduktion des Liegenschaftsunterhalts um Fr. 3'900.--, woraus insgesamt die Erhöhung des steuerbaren Einkommens resultierte. 2.3 Es ist an sich nicht umstritten, dass hier aufgrund des feststehenden Mankos ein Ermessenszuschlag vorzunehmen war. Die Vorinstanzen beurteilten die nachträglich erstellten Unterlagen, aus welchen sich Barrückzahlungen der Kinder ergeben sollten, als widersprüchlich bzw. als reine Gefälligkeitsauskünfte und -belege der Kinder des Beschwerdeführers. Diese Unterlagen wurden damit als nicht beweistauglich erachtet. Der Beschwerdeführer vermag nicht dazutun, weshalb diese Schlussfolgerung völlig unhaltbar sein soll. Der Beschwerdeführer rügt allerdings sinngemäss eine Verletzung des rechtlichen Gehörs, weil die Vorinstanz zu Unrecht davon ausgegangen sei, er habe seine beiden Töchter nicht ais Zeugen angeboten. Aufgrund dieser unzutreffenden Annahme habe die Vorinstanz keinen Veranlassung gesehen, diese von Amtes wegen als Zeugen zu befragen. Die Tochter Evelyn Geiger habe jedoch auf ihrer nachträglich erstellten Bestätigung ausdrücklich vermerkt: "Bei Rückfragen bin ich unter xxx/xxx xx xx erreichbar". Aus diesem Vermerk ist aber keine Beweisofferte abzuleiten, müsste doch eine solche ausdrücklich vom Beschwerdeführer selbst - und zwar nicht nur beiläufig - stammen. lm Übrigen hätte die Vorinstanz auch bei einer korrekten Beweisofferte in antizipierter Beweiswürdigung von einer Anhörung der beiden Töchter als Zeuginnen absehen können, da die dokumentarisch nicht belegbaren Darlehensverhältnisse aufgrund bloss mündlicher Aussagen nicht glaubhafter geworden wären. Erstmals in seiner Beschwerde an das Bundesgericht rügt nun der Beschwerdeführer, die Privatkonti der beiden Teilhaber seien im Geschäftsjahr von Fr. 35'000.-- auf Fr. 65'000.-- angewachsen. Er habe daher 2002 einen Privatbezug von Fr. 30'000.-- gehabt, welcher das verbliebene Manko von Fr. 28'300.-- erklärlich mache bzw. ausgleichen könne. Abgesehen von der Frage, ob hier nicht ein unzulässiges Novum vorliegt (Art. 99 BGG), hat die Steuerkommission Y.________ diesen Privatbezug von Fr. 30'000.-- bereits im ersten Manko von Fr. 52'197.--, welches dem Beschwerdeführer mit Schreiben vom 9. Juni 2006 bekannt gegeben wurde, berücksichtigt. Es ist also nicht so, dass dieser Privatbezug bisher versehentlich unberücksichtigt blieb. lm Übrigen beruht die "ausgeglichene" Berechnung des Beschwerdeführers darauf, dass die umstrittenen Geldzahlungen der Kinder mit einbezogen werden. Aber gerade dieser Betrachtungsweise sind die Vorinstanzen - mangels hinreichender Beweise - nicht gefolgt.