Citation: 5D_118/2018 E. 5.2.1

5.2.1. Nach Art. 307 Abs. 1 ZGB hat die Kindesschutzbehörde die geeigneten Massnahmen zum Schutz des Kindes zu treffen, wenn dessen Wohl gefährdet ist und die Eltern nicht von sich aus für Abhilfe sorgen oder dazu ausserstande sind. Kosten für Kindesschutz - wie sie insbesondere bei Fremdplatzierungen im Sinne von Art. 310 ZGB anfallen - gehören gemäss Art. 276 ZGB zum Unterhaltsanspruch des Kindes und sind in erster Linie von den Eltern zu tragen (BGE 141 III 401 E. 4; FOUNTOULAKIS/BREITSCHMID/KAMP, in: Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch, 6. Aufl. 2018, N. 22 zu Art. 276 ZGB). Kommt zunächst das Gemeinwesen anstelle der Eltern für den Unterhalt des Kindes auf, so geht der Unterhaltsanspruch gestützt auf Art. 289 Abs. 2 ZGB mit allen Rechten von Gesetzes wegen auf das Gemeinwesen über, insbesondere auch mit dem Klagerecht gemäss Art. 279 Abs. 1 ZGB (MICHEL/SCHLATTER, in: ZGB, Kurzkommentar, 2. Aufl. 2018, N. 5 zu Art. 289 ZGB; AFFOLTER, Unterhaltsklage des von der Sozialhilfe unterstützten Kindes und gesetzliche Subrogation, ZKE 2017 S. 166). So verhält es sich - wie die Vorinstanz ohne Verfassungsverletzung annehmen durfte - auch hier, ist doch die Beschwerdeführerin mit der Bevorschussung der Elternbeiträge direkt für den Unterhalt des (ohne vertragliche Einbindung der Eltern) fremdplatzierten Kindes aufgekommen. Ex lege zedierte Ansprüche und der darauf bezogene Rechtsstreit sind weiterhin zivilrechtlicher Natur (BGE 143 III 177 E. 6.3.1; Urteil 8C_501/2009 vom 23. September 2009 E. 4; PERRIN, Commentaire romand, Code civil I, 2010, N. 8 zu Art. 289 ZGB; HEGNAUER, Berner Kommentar, 1997, N. 96 f. zu Art. 289 ZGB). Der auf Art. 289 Abs. 2 i.V.m. Art. 276 ZGB gestützte Anspruch ist daher im Streitfall in entsprechender Form, und zwar durch Unterhaltsklage des Gemeinwesens gegen die Eltern in eigenem Namen und nicht durch hoheitliche Verfügung, geltend zu machen (Urteil 8D_4/2013 vom 19. März 2014 E. 5.3; AFFOLTER-FRINGELI/VOGEL, Berner Kommentar, 2016, N. 148 zu Art. 310/314b ZGB; WOLFFERS, Grundriss des Sozialhilferechts, 2. unveränderte Aufl. 1999, S. 174; LANDOLT, Schweizerisches Pflegerecht, Band II, Bern 2002, S. 235 Anm. 1051; Richtlinien der Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe, Fassung vom April 2005, Kap. F.3.3). Wie bereits die Vorinstanz dargelegt hat, tritt das Gemeinwesen im Verhältnis zum Unterhaltsschuldner nicht als mit Verfügungsbefugnissen ausgestatteter Inhaber der öffentlichen Gewalt, sondern als gewöhnlicher Gläubiger auf (Urteile 8C_501/2009 vom 23. September 2009 E. 4.2; 5P.193/2003 vom 23. Juli 2003 E. 1.1.2, in: FamPra.ch 2003 S. 971). Dem Zivilrichter obliegt es namentlich auch, über die Leistungsfähigkeit des belangten Elternteils zu befinden.