Citation: 1C_218/2023 E. 6.1

6.1. Der Begriff des weitgehend überbauten Gebiets im Sinne von Art. 36 Abs. 3 RPG und der Planungsziele wird in der Rechtsprechung eng verstanden (BGE 132 II 218 E. 4.1; Urteil 1C_280/2023 vom 3. April 2024 E. 4.4.1). Er umfasst im Wesentlichen den geschlossenen Siedlungsbereich mit eigentlichen Baulücken (BGE 132 II 218 E. 4.1 f.; 122 II 455 E. 6a; je mit Hinweisen). Baulücken sind einzelne unüberbaute Parzellen, die unmittelbar an das überbaute Land angrenzen, in der Regel bereits erschlossen sind und eine relativ geringe Fläche aufweisen (BGE 132 II 218 E. 4.2.1). Ob ein Grundstück im weitgehend überbauten Gebiet liegt, beurteilt sich gebietsbezogen, parzellenübergreifend, anhand der gesamten bestehenden Siedlungsstruktur und nicht nur anhand des Ortskerns (vgl. 132 II 218 E. 4.1; Urteile 1C_275/2018 vom 15. Oktober 2019 E. 5.1; 1C_275/2014 vom 1. Oktober 2014 E. 2.3). Überbautes Gebiet liegt in diesem Sinn nur vor, soweit die bereits vorhandene Überbauung Siedlungscharakter aufweist; ausschlaggebend dafür sind das Ausmass, in dem sich Art und Nutzung der Bauten von der Bewirtschaftung des Umlandes gelöst haben, eine geschlossene Überbauung darstellen, erschlossen und miteinander oder den übrigen Bauzonen verbunden sind und eine öffentliche Infrastruktur besteht (grundlegend BGE 113 Ia 444). Dies ist i.d.R. zu verneinen für periphere Gebiete, selbst wenn dort schon eine gewisse Bautätigkeit eingesetzt hat (BGE 121 II 417 E. 5a; Urteil 1C_280/2023 vom 3. April 2024 E. 4.4.1). Insofern kommt es - entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers - nicht darauf an, ob seit 1994 entlang der an seine Parzelle angrenzenden Freiburgstrasse diverse Neu- und Umbauten entstanden sind. Entscheidend ist vielmehr, ob der Beurteilungsperimeter, in welchem sich die Parzelle Nr. 3097 befindet, Siedlungscharakter aufweist.