Citation: 1E.17/1999 25.04.2001 E. 1

- wie erwähnt - die im Umweltverträglichkeitsbericht ange- stellten Emissions-Prognosen noch auf den Grundlagen des BUWAL-Berichtes 1995 beruhen und gemäss dem BUWAL-Nachtrags- bericht 2000 klar nach unten korrigiert werden können. Es darf heute als wahrscheinlich angenommen werden, dass auch im Bereich des Dorfes Knonau die Immissionsgrenzwerte der Luftreinhalte-Verordnung lediglich in unmittelbarer Nähe des Nationalstrassen-Trassees überschritten werden und das Sied- lungsgebiet nicht oder höchstens am Rande durch übermässige Einwirkungen betroffen wird. Unter diesen Umständen lässt sich der von der Beschwerdeführerin verlangte Bau eines Tun- nels aus lufthygienischer Sicht offensichtlich nicht recht- fertigen. Dies gilt unabhängig davon, ob die Bau- und Be- triebskosten die vom Kanton Zürich im bundesgerichtlichen Verfahren genannten Zahlen erreichen (Baukosten einer Über- deckung des vorhandenen Trassees auf einer Länge von 1'800 m: rund 207 Mio. Franken, ohne Mehrwertsteuer; jährliche Be- triebskosten: Fr. 520'000.--) oder ob diese, wie die Be- schwerdeführerin behauptet, tiefer anzusetzen wären. An der Unverhältnismässigkeit der verlangten bauli- chen Massnahme ändert übrigens auch nichts, falls im Raume Knonau - wie insbesondere im Parallelverfahren 1E.18/1999 geltend gemacht wird - häufiger Inversionslagen auftreten als im Umweltverträglichkeitsbericht angenommen. Solchen Inversionslagen bzw. den dadurch verursachten Anreicherungen von Schadstoffen in den bodennahen kälteren Luftschichten könnte mit einer blossen Überdeckung der Autobahn ohne Ab- luftkamine, wie sie die Gemeinde verlangt, ohnehin nicht wirksam begegnet werden. Aus diesem Grunde ist im genannten weiteren Verfahren schliesslich eine Überdeckung von einer Länge von 2'600 m oder sogar 3'400 m gefordert worden, um das Austreten von Schadstoffen an im Inversionsgebiet lie- genden Tunnelportalen zu vermeiden. Dass solche Lösungen vor dem Verhältnismässigkeitsprinzip nicht standhalten, braucht hier nicht näher erläutert zu werden.