Citation: 7B_727/2023 E. 2.3

2.3. Wer jemanden durch Gewalt oder Androhung ernstlicher Nachteile oder durch andere Beschränkung seiner Handlungsfreiheit nötigt, etwas zu tun, zu unterlassen oder zu dulden, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft. Geschütztes Rechtsgut ist die Handlungsfreiheit bzw. die Freiheit der Willensbildung und -betätigung des Einzelnen (BGE 141 IV 437 E. 3.2.1; 137 IV 326 E. 3.6; 129 IV 6 E. 2.1 mit Hinweisen). Bei der Nötigung, etwas zu unterlassen, wird in der Regel die Freiheit der Willensbetätigung der Angriffspunkt sein, insofern das Opfer gehindert wird, einen bereits gefassten Entschluss in die Tat umzusetzen (STRATENWERTH/BOMMER, Schweizerisches Strafrecht - Besonderer Teil I: Straftaten gegen Individualinteressen, 8. Aufl. 2022, S. 111 Rz. 14). Diese Freiheit ist strafrechtlich unabhängig von der Art der (legalen) Tätigkeit geschützt, welche die Betroffene nach ihrem frei gebildeten Willen verrichten will (BGE 141 IV 437 E. 3.2.1; Urteil 6B_1424/2021 vom 5. Oktober 2023 E. 4.3.2; je mit Hinweis). Zwischen Nötigungsmittel und Nötigungserfolg muss ein Kausalzusammenhang bestehen. Dieser fehlt, wenn das Opfer sich ohnehin so verhalten wollte, wie es der Täter von ihm verlangt (DELNON/RÜDY, IN: BASLER KOMMENTAR, STRAFRECHT II, 4. AUFL. 2018, N. 51 ZU ART. 181 STGB).