Citation: C 256/98 05.01.2000 E. 3

3.- a) Das kantonale Gericht hat die Kassenverfügung vom 11. Februar 1997 geschützt mit der Begründung, die Arbeitslosenkasse habe den Beschwerdeführer drei Mal (am 6. Dezember 1996, 13. und 30. Januar 1997) zur Einreichung von Arbeitgeberbescheinigung, Arbeitsvertrag, Kündigungsschreiben und Zwischenverdienstformularen aufgefordert. Nachdem er von der Kasse mit dem dritten Mahnschreiben vom 30. Januar 1997 in rechtsgenüglicher Weise auf die Folgen einer allfälligen Unterlassung hingewiesen und bis zum Ablauf der gesetzten Frist (10. Februar 1997) mindestens die Arbeitgeberbescheinigung nicht eingereicht worden sei, erweise sich der geltend gemachte Entschädigungsanspruch für die mehr als drei Monate vor Verfügungerlass liegenden Kontrollperioden als verwirkt. Daran vermöge der Umstand, dass der Ansprecher anstelle der von der Kasse verlangten Unterlagen ein Urteil des Arbeitsgerichts Zürich vom 19. Dezember 1996 eingereicht bzw. dass die ehemalige Arbeitgeberin die angeblich einverlangten Bescheinigungen nicht ausgehändigt habe, nichts zu ändern. In einem solchen Fall seien die Versicherten gehalten, den Arbeitgeberbescheinigungen nachzugehen oder aber die Kasse von einer allfälligen Weigerung der Arbeitgeber in Kenntnis zu setzen. b) Dieser Auffassung ist beizupflichten. Die Arbeitgeberbescheinigung dient dazu, die Kasse in die Lage zu versetzen, eine umfassende Prüfung der Anspruchsvoraussetzungen vorzunehmen. So soll die Verwaltung neben der beitragspflichtigen Beschäftigung insbesondere auch abklären können, ob der Versicherte seine Arbeitslosigkeit selber verschuldete, und ob eventuell Ansprüche gegenüber dem früheren Arbeitgeber bestehen (vgl. Art. 11 Abs. 3 und Art. 30 Abs. 1 lit. b AVIG). Ist es daher dem Versicherten bei der ihm zumutbaren Anstrengung nicht bzw. nicht innerhalb der dreimonatigen Frist zur Geltendmachung des Entschädigungsanspruchs möglich, vom Arbeitgeber eine Bescheinigung im Sinne von Art. 29 Abs. 1 lit. c AVIV zu erlangen, hat er der Kasse entsprechend Mitteilung zu machen, damit diese gegebenenfalls selber beim Arbeitgeber vorstellig werden und ihn unter Hinweis auf die gesetzliche Pflicht zur Ausstellung einer Bescheinigung (Art. 20 Abs. 2 AVIG) und die Straffolgen im Unterlassungsfall (Art. 106 AVIG) auffordern kann. Zudem stünde ihr auch die Möglichkeit offen, vom Ansprecher eine der Bescheinigung inhaltlich entsprechende, unterschriebene Erklärung (vgl. Art. 29 Abs. 4 AVIV) einzuholen. Kommt der Versicherte dieser für die Anspruchsbeurteilung unabdingbaren Obliegenheit nicht nach, hat er - sofern, wie hier, in rechtskonformer Weise auf die bei Säumnis eintretende Rechtsfolge aufmerksam gemacht (Erw. 2b) - für die sich daraus ergebende Konsequenz des Anspruchsuntergangs selber einzustehen. c) Sämtliche weiteren Vorbringen vermögen an diesem Ergebnis nichts zu ändern. Nicht glaubwürdig ist insbesondere der Einwand, wonach der Beschwerdeführer anlässlich des Gesprächs vom 15. Januar 1997 mit einer Sachbearbeiterin der Arbeitslosenkasse wiederholt auf die Uneinbringlichkeit der Arbeitgeberbescheinigung hingewiesen haben will. Abgesehen davon, dass diese Aussage in den Akten, insbesondere auch dem Brief vom 30. Januar 1997, keinen Niederschlag gefunden hat, ist davon auszugehen, dass die Kasse in einem solchen Fall direkt an den Arbeitgeber gelangt sein dürfte (Erw. 3b hievor). Zudem spricht auch die nach dem erwähnten Schreiben ausgebliebene Reaktion seitens des Beschwerdeführers gegen dessen Sachverhaltsdarstellung. Im Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass die Organe der Arbeitslosenversicherung (vorbehältlich gesetzliche oder verordnungsmässige Ausnahmen wie z.B. Art. 20 Abs. 4 AVIV) von Verfassungs wegen nicht gehalten sind, spontan, ohne vom Versicherten angefragt worden zu sein, Auskünfte zu erteilen oder auf drohende Rechtsnachteile aufmerksam zu machen. Das gilt auch für drohende Verluste sozialversicherungsrechtlicher Leistungen (nicht veröffentlichtes Urteil S. vom 30. August 1999, C 125/97 mit Hinweisen).