Citation: 5P.187/2005 09.08.2005 E. 3

Der Beschwerdeführer wirft dem Obergericht auch in mehrfacher Hinsicht einen Verstoss gegen das Willkürverbot vor. 3.1 Vorerst macht er geltend, das Obergericht habe einfach angenommen, die Beschwerdegegnerin habe keine Arbeitsstelle finden können. Dabei habe sie selber ausgesagt, dass sie eine solche bei ex libris gehabt habe. Diese Rüge mit praktisch wortgleicher Begründung erhebt der Beschwerdeführer auch in der Berufung. Dort macht er eine Verletzung von Bundesrecht, nämlich von Art. 8 ZGB geltend, so dass sich die Frage stellt, ob mit Blick auf die subsidiäre Natur der staatsrechtlichen Beschwerde hier auf seine Rüge überhaupt einzutreten sei. Im Rahmen der staatsrechtlichen Beschwerde wirft der Beschwerdeführer im Grunde dem Obergericht willkürliche Beweiswürdigung vor und beanstandet insoweit eine Verletzung von Art. 9 BV. Diese Rüge kann nur mit staatsrechtlicher Beschwerde vorgebracht werden, so dass darauf einzutreten ist. Der Beschwerdeführer macht geltend, das Obergericht hätte durch nochmalige Befragung der Beschwerdegegnerin zu deren Wiedereinstiegschancen den Sachverhalt selber abklären müssen, was es in willkürlicher Weise unterlassen habe. Nachdem indes der Beschwerdeführer auf die Durchführung eines Beweisverfahrens vor der zweiten Instanz ausdrücklich verzichtet hat, stösst seine diesbezügliche Rüge ins Leere. Im Übrigen hat das Obergericht nicht einfach angenommen, die Beschwerdegegnerin habe keine Arbeitsstelle finden können, obwohl sie in Wirklichkeit eine solche bei ex libris gehabt habe. Bei der Befragung durch das erstinstanzliche Gericht hat die Beschwerdegegnerin ausgesagt, sie habe sich bei ex libris beworben, doch habe ihr die Stelle nicht zugesagt, weil sie schon so lange vom Beruf weg sei, dass es nicht mehr gehe; hinzu komme, dass sie ein schlechtes Gedächtnis habe, so dass es auch aus diesem Grund mit der Arbeit nicht geklappt habe. Die Beschwerdegegnerin hat im Jahre 1968 ihre Lehre als Schallplattenverkäuferin abgeschlossen, war dann aber während der 30-jährigen Ehe mit Ausnahme einer rund einjährigen Phase im Jahre 1982/83 nie berufstätig. Dass sie sich angesichts der über 20-jährigen Abwesenheit vom erlernten Beruf der Annahme einer Stelle bei ex libris nicht gewachsen fühlte, erscheint nicht zuletzt wegen der rasanten Entwicklung im Bereich der Musikmedien nachvollziehbar. Es verhält sich also nicht so, dass sie eine Stelle bei ex libris gehabt, diese aber aus unerfindlichen Gründen nicht angetreten hätte, wie der Beschwerdeführer geltend macht. Vielmehr nannte sie bei ihrer Befragung plausible Gründe, weswegen sie die Arbeit bei ex libris nicht antrat. Unter solchen Umständen kann dem Obergericht nicht angelastet werden, es sei in Verletzung von Art. 9 BV einfach davon ausgegangen, die Beschwerdegegnerin habe keine Arbeitsstelle finden können, obwohl sie in Wirklichkeit eine solche gehabt habe. 3.2 Nach Ansicht des Beschwerdeführers ist das Obergericht auch dadurch in Willkür verfallen, dass es im Zusammenhang mit der Berechnung des nachehelichen Unterhalts ausgeführt habe, die durch das Bezirksgericht vorgenommene hälftige Überschussbeteiligung sei im Appellationsverfahren unbestritten geblieben. Dieselbe Rüge mit praktisch wortgleicher Begründung erhebt er indes auch in der Berufung; dort macht er die Verletzung einer Vorschrift des Bundesrechts, nämlich von Art. 125 ZGB geltend. Nach dem Grundsatz der Subsidiarität der staatsrechtlichen Beschwerde kann auf die Rüge im vorliegenden Beschwerdeverfahren nicht eingetreten werden (Art. 84 Abs. 2 OG). Gesamthaft erweist sich die Beschwerde als unbegründet und muss abgewiesen werden, soweit darauf überhaupt eingetreten werden kann.