Citation: 4A_463/2022 E. 3.3

3.3. Der Beschwerdeführer macht geltend, er habe in guten Treuen annehmen dürfen, dass an der Vergleichsverhandlung nur ein Vergleich für die Zeit ab dem 17. Juni 2020 überhaupt habe Thema sein können. Die Beschwerdegegnerin sei mangels Bevollmächtigung nicht befugt gewesen, auch für die Zeit vom 13. Februar 2020 bis 16. Juni 2020 eine Lösung zu treffen. Da die Arbeitgeberin die Krankheit erst am 17. Juni 2020 der Beschwerdegegnerin gemeldet habe, habe sich der Anspruch des Beschwerdeführers für den Zeitraum davor nicht gegen die Beschwerdegegnerin gerichtet, sondern gegen die Arbeitgeberin. Diese sei am Verfahren vor dem Sozialversicherungsgericht aber nicht beteiligt gewesen. Die Beschwerdegegnerin sei nicht befugt gewesen, einen Vergleich abzuschliessen über Leistungen, die von der Arbeitgeberin geschuldet gewesen seien. Es sei nicht ersichtlich, welches Interesse die Beschwerdegegnerin an einem Vergleich für die Zeit davor gehabt haben könnte. Weiter trägt der Beschwerdeführer vor, an der Vergleichsverhandlung hätten die Gerichtspräsidentin und der Vertreter der Beschwerdegegnerin diverse Berechnungen zur Anzahl Tage zwischen dem 17. Juni 2020 und 31. Januar 2021 angestellt. Nur diese Periode sei Gegenstand der Diskussionen gewesen. Bei der Unterzeichnung des Vergleichs habe die Gerichtspräsidentin nicht darauf hingewiesen, dass sich der Vergleich auf den gesamten Zeitraum vom 13. Februar 2020 bis 31. Januar 2021 beziehe. Aus Sicht des Beschwerdeführers habe kein Anlass bestanden, auf einen Betrag von rund Fr. 60'000.-- zu verzichten. Die Streitsumme für die Zeit vom 13. Februar 2020 bis 16. Juni 2020 habe sich auf rund Fr. 37'500.-- belaufen, und für die Zeit vom 17. Juni 2020 bis 31. Januar 2021 auf rund Fr. 65'000.--. Für den letztgenannten Zeitraum sei der Beschwerdeführer bereit gewesen, vergleichsweise einen Betrag von Fr. 40'000.-- zu akzeptieren, womit er auf rund Fr. 25'000.-- verzichtet hätte. Auf keinen Fall sei er aber bereit gewesen, auch für die Zeit zuvor zu verzichten. Ein Verzicht auf mehr als 60 % seines Anspruchs hätte nach Ansicht des Beschwerdeführers dem gesunden Menschenverstand widersprochen. Der Beschwerdeführer habe sich gute Prozesschancen ausgerechnet mit Blick auf die Zeitspanne vor dem 17. Juni 2020. Denn die Gerichtspräsidentin habe ihn an der Vergleichsverhandlung darin bestärkt, dass die Argumente der Beschwerdegegnerin gegen eine Leistungspflicht nicht valide seien.