Citation: 6P.112/2005 17.11.2005 E. 2

Der Beschwerdeführer rügt zunächst die Unhaltbarkeit der obergerichtlichen Feststellung, wonach er gewusst oder zumindest in Kauf genommen habe, mehr als drei Jahre älter als das Opfer zu sein. 2.1 Das Obergericht erwägt, dass der Beschwerdeführer und das Opfer vor den fraglichen Vorfällen als Nachbarskinder seit ca. vier Jahren Tür an Tür gewohnt und viele Stunden beim Spielen miteinander verbracht haben. Dabei sei offensichtlich, dass der Beschwerdeführer mitbekommen haben müsse, dass das Opfer seit mehreren Monaten die 1. Primarschulklasse besucht habe. Anderes zu behaupten, wäre lebensfremd. Auch habe der Beschwerdeführer aufgrund seiner eigenen Einschulung und Lebenserfahrung gewusst, dass Kinder mit ca. 7 Jahren eingeschult werden. Aus seinen gegenüber der Polizei gemachten Angaben namentlich zum Alter von B.________ im Verhältnis zu demjenigen des Opfers und zum eigenen Alter gehe hervor, dass sich der Beschwerdeführer des Alters von Kindern generell und insbesondere desjenigen des Opfers sehr wohl bewusst gewesen sei (polizeiliche Befragung, Ziff. 7 und 15). Im Übrigen habe auch das wesentlich jüngere Opfer gewusst, dass der Beschwerdeführer 11-jährig sei. Das Obergericht gelangt daher zum Schluss, dass der Beschwerdeführer um das ungefähre Alter des Opfers wusste bzw. den mehr als dreijährigen Altersabstand zwischen ihnen zumindest in Kauf nahm. 2.2 Was der Beschwerdeführer dagegen einwendet, lässt die obergerichtliche Beweiswürdigung nicht als unhaltbar erscheinen. Daran vermag nichts zu ändern, dass der Beschwerdeführer zum Altersunterschied zwischen ihm und dem Opfer nicht konkret befragt wurde. Bei seiner Kritik, eine solche Beweiswürdigung sei unhaltbar, da jedem Angeschuldigten das Recht zustehe, sich zu belastenden Feststellungen zu äussern, übergeht er, dass eine antizipierte Beweiswürdigung unter gewissen Voraussetzungen zulässig ist. So darf der Richter das Beweisverfahren schliessen, wenn er aufgrund bereits abgenommener Beweise seine Überzeugung gebildet hat und ohne Willkür annehmen kann, dass sie durch weitere Beweiserhebungen nicht geändert würde (BGE 122 II 464 E. 4a; 119 Ib 492 E. 5b/bb; 115 Ia 97 E. 5b, mit Hinweisen). Dies ist hier der Fall. Aufgrund der konkreten Umstände und der Aussagen der beteiligten Kinder und deren Eltern anlässlich der polizeilichen Befragung musste das Obergericht von einer konkreten Befragung des Beschwerdeführers zu diesem Beweisthema keinen zusätzlichen Erkenntnisgewinn erwarten und durfte von einer solchen folglich willkürfrei absehen. 2.3 Sodann vermag der Beschwerdeführer auch aus dem angerufenen Entscheid des Bundesgerichts vom 3. Dezember 2004 (1P.474/2004) nichts zu seinen Gunsten abzuleiten. Anders als hier liess sich im damaligen Fall das Alter des Opfers in objektiver Hinsicht nicht mit genügender Sicherheit feststellen, weshalb der Angeschuldigte gestützt auf den Grundsatz "in dubio pro reo" vom Vorwurf der sexuellen Handlungen mit einem Kind gemäss Art. 187 Ziff. 1 StGB freigesprochen wurde. 2.4 Schliesslich trifft auch der Vorwurf einer einseitigen Beweiswürdigung zu Lasten des Beschwerdeführers nicht zu. Wie das Obergericht aufgezeigt hat, ändern die Einwände, wonach er an den Geburtstagen des Opfers stets ferienabwesend und ihm das Opfer zur Tatzeit körperlich ebenbürtig gewesen sei, nichts daran, dass er das ungefähre Alter des Opfers gekannt hat. 2.5 Zusammenfassend ergibt sich, dass die beanstandete Feststellung des Obergerichts, wonach der Beschwerdeführer den Altersabstand zum Opfer von mehr als drei Jahren zumindest in Kauf nahm, auf einer schlüssigen Beweiswürdigung beruht und damit nicht willkürlich ist.