Citation: 6B_1179/2021 E. 6.7.5

6.7.5. Besonders zu gewichten ist indes die familiäre Situation des Beschwerdeführers. Er ist nach den vorinstanzlichen Feststellungen seit 2012 mit einer Schweizerin verheiratet. Aus der Ehe ging eine Tochter (geb. Juli 2019) hervor, die zum Zeitpunkt des vorinstanzlichen Urteils knapp zwei Jahre alt war und ebenfalls die schweizerische Staatsbürgerschaft besitzt. Die Ehefrau ist gelernte medizinische Praxisangestellte (Beschwerde S. 40 Rz. 226). Sie gab nach der Geburt der gemeinsamen Tochter ihre Arbeitstätigkeit zwecks Kinderbetreuung zunächst auf, sei aber seit März 2020 wieder Teilzeit arbeitstätig (40 %) und erziele ein monatliches Bruttoeinkommen von Fr. 1'939.-- (vgl. oben E. 6.2.2). Der Beschwerdeführer wohnt mit seiner Ehefrau und der gemeinsamen Tochter zusammen und ist mit seinem 100 %-Arbeitspensum der "Haupternährer" der Familie (vgl. oben E. 6.2.8). Mit der Vorinstanz ist von einer nahen, echten und tatsächlich gelebten familiären Beziehung zu seiner Ehefrau und seiner minderjährigen Tochter auszugehen. Angesichts des von der Vorinstanz festgestellten intakten familiären Umfelds ist vom gemeinsamen Sorge- und Obhutsrecht der Eltern auszugehen, wie es dem gesetzlichen Normalfall entspricht (vgl. Art. 296 Abs. 2 ZGB). Der Beschwerdeführer kann sich auf Art. 8 Ziff. 1 EMRK und Art. 13 BV berufen, welche den Schutz des Familienlebens regeln. Gemäss den vorinstanzlichen Ausführungen sind die wichtigsten Bezugspersonen des Beschwerdeführers in der Schweiz seine Ehefrau und seine Tochter. Er bezeichne die Familie seiner Ehefrau als seine "Ersatzfamilie" in der Schweiz, zu welcher er eine sehr gute Beziehung habe (vgl. oben E. 6.2.6 und E. 6.2.8). Seine Eltern und seine Geschwister leben in Costa Rica (vgl. oben E. 6.2.9). Weitere Blutsverwandte oder Familienangehörige hat der Beschwerdeführer in der Schweiz nicht (vgl. oben E. 6.2.8). Gestützt auf die gewichtigen privaten Interessen des Beschwerdeführers und insbesondere angesichts des intakten Familienlebens mit seiner Ehefrau und mit seiner minderjährigen Tochter ist - entgegen der Vorinstanz - von einem schweren persönlichen Härtefall i.S.v. Art. 66a Abs. 2 StGB auszugehen.