Citation: 8C_742/2023 E. 4.3

4.3. In seinem Rückweisungsentscheid vom 2. September 2020 hielt das kantonale Gericht fest, die Beschwerdeführerin könne zu Hause von den Eltern als medizinische Laien nicht ohne Unterstützung durch die Spitex gepflegt werden. Aus dem Bericht zur am 8. Januar 2019 getroffenen Abklärung vor Ort für Kinderspitex zu Hause gehe hervor, dass im Zusammenhang mit der Sonde der Beschwerdeführerin auf die Notwendigkeit eines Aufwandes von 67 Minuten geschlossen worden sei. Für die Beurteilung des Allgemeinzustandes seien 5 Minuten anrechenbarer Zeitaufwand angeführt und für das Richten und Verabreichen von Medikamenten seien 12 Minuten veranschlagt worden. Der Umstand, dass die Beschwerdeführerin bei einem Aufenthalt zu Hause unbestrittenermassen auf medizinische Massnahmen angewiesen sei, wecke Zweifel an der Richtigkeit der Annahme der IV-Stelle, dies sei bei Aufenthalt der Beschwerdeführerin in der Stiftung C.________ nicht der Fall. Eine entsprechende Bedarfserhebung liege für den Aufenthalt der Beschwerdeführerin in der Stiftung nicht vor. Stattdessen werde zum Thema "Sondieren" im Bericht vom 2. August 2019 zur Abklärung in der Stiftung C.________ festgehalten, diese sei in der Ernährung per Sonden geübt. Es liege auch keine Bedarfsabklärung bezüglich weiterer möglicher durch den Arzt oder auf seine Anordnung hin durch medizinische Hilfspersonen vorzunehmender medizinischer Massnahmen vor (wie etwa bezüglich Vorbereitung und Verabreichen von Medikamenten oder bezüglich Beurteilung des Allgemeinzustandes). Es könne nicht beurteilt werden, ob und gegebenenfalls inwiefern im Vergleich zur letztmaligen Erhebung des Sachverhalts am 6. September 2013 resp. im Vergleich zur Beurteilung vom 22. Juni 2016 eine Veränderung des für den Anspruch auf medizinische Massnahmen relevanten Sachverhalts eingetreten sei. Die Vorinstanz kam deshalb zum Schluss, ohne weitere Abklärungen könne weder über die Rechtmässigkeit der von der Beschwerdegegnerin verfügten revisionsweisen Reduktion des Anspruchs auf Kinderspitexleistungen ab 30. September 2019 bis 31. Juli 2020 noch über das von der Beschwerdeführerin gestellte Gesuch um revisionsweise Erhöhung dieses Anspruchs für die Zeit ab 1. September 2017 befunden werden. Es wies die Sache zur Durchführung der Abklärungen im Sinne der Erwägungen und neuem Entscheid an die IV-Stelle zurück. In den Erwägungen hielt das kantonale Gericht fest, die IV-Stelle habe abzuklären, ob für die Beschwerdeführerin in der Stiftung C.________ ärztlich verordnete Massnahmen erbracht würden, die notwendigerweise durch den Arzt oder - auf seine Anordnung hin - durch medizinische Hilfspersonen durchgeführt werden könnten. Danach werde sie zu beurteilen haben, ob von einer anspruchserheblichen Veränderung des Sachverhalts im Sinne von Art. 17 ATSG auszugehen sei oder nicht.