Citation: 4A_707/2016 E. 4.2.2

4.2.2. Bei einem im Zivilprozess selbst in Auftrag gegebenen Gutachten können sich die Parteien zur Fragestellung äussern und Änderungs- oder Ergänzungsanträge stellen (Art. 185 Abs. 2 ZPO). Nach Erstattung des Gutachtens wird ihnen die Gelegenheit eingeräumt, eine Erläuterung des Gutachtens oder Ergänzungsfragen zu beantragen (Art. 187 Abs. 4 ZPO). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung kann der Zivilrichter zwar ein Gutachten, das von einer anderen Behörde in Auftrag gegeben und in einem anderen Verfahren erstattet wurde, als gerichtliches Gutachten beiziehen, aber nur, sofern die Beweistauglichkeit solcher Fremdgutachten durch entsprechende Vorkehren zur Wahrung des rechtlichen Gehörs im Zivilprozess sichergestellt wird (BGE 140 III 24 E. 3.3.1.3 S. 27; Urteil des Bundesgerichts 4A_301/2016 vom 15. Dezember 2016 E. 7.2.2). In jedem Fall ist zu gewährleisten, dass eine Partei die Punkte zur Sprache bringen kann, in denen sie ein Gutachten für ungenügend hält (vgl. E. 1.3 hiervor). Sind die Einwände begründet, schafft das Gericht Abhilfe (Art. 188 Abs. 2 ZPO). Die Gefahr einer rechtsungleichen Behandlung besteht insoweit nicht, unabhängig davon in welchem Verfahren das Gutachten erstellt wird. Ob im Einzelfall der von einer Partei angestrebte Beweis gelingt, ist eine Frage der Beweiswürdigung.