Citation: 1C_22/2020 E. 5.5

5.5. Das Verwaltungsgericht führte aus, die in Art. 9 Abs. 2 BO Näfels vorgesehene maximale Ausnützungsziffer von 0.8 werde durch den Überbauungsplan Feld respektiert. Art. 9 Abs. 2 lit. a BO Näfels sehe nur für die Dorfkernzone eine Begrenzung der Anzahl Vollgeschosse vor, weshalb zulässig sei, dass gemäss dem Überbauungsplan anstatt der zwei Vollgeschosse drei bis vier Vollgeschosse sowie ein Sockelgeschoss möglich seien. Die Reduktion der Gebäudeabstände auf 4 m und die geschlossene Bauweise seien ebensowenig zu beanstanden. Zwar treffe zu, dass damit bei einer Gesamtbetrachtung die Abweichungen von der Regelbauweise erheblich seien. Allerdings sei das Überbauungsplangebiet durch die Gemeindeversammlung auch in die Wohnzone W2b "mit grossem Bonus bei Überbauungsplänen" eingezont worden. Der Rahmen des Zulässigen werde deshalb nicht gesprengt. Weiter legte das Verwaltungsgericht dar, weshalb die Beurteilung der Gestaltungskommission, wonach es sich beim Überbauungsplan um einen sehr wertvollen Beitrag zur Siedlungsgestaltung in Glarus Nord handle, im Rahmen einer Interessenabwägung überzeuge. Aufgrund seiner Grösse sei das Plangebiet geradezu prädestiniert dafür, dem Ziel des verdichteten Bauens zu dienen. Dies sei auch der Grund, weshalb die Parzelle in die Zone W2b "mit grossem Bonus bei Überbauungsplänen" eingezont worden sei. Die Umgebung sei heterogen. Zumindest im Westen und im Norden könne nicht von einer kleinteiligen, zurückhaltenden baulichen Umgebung gesprochen werden, wie die Beschwerdeführerin behaupte. Die geplanten Bauten seien weder für einen Überbauungsplan unüblich noch wollten sich diese bewusst von der baulichen Umgebung abgrenzen. Bezweckt werde vielmehr eine harmonische Einordnung ins Gesamtbild der Umgebung. Dass der grösste Baukörper A entlang der Kantonsstrasse entstehen solle, sei nicht nur nachvollziehbar, sondern erscheine aufgrund des auf der gegenüberliegenden Strassenseite stehenden Fachmarktcenters geradezu angezeigt. Durch die leichten Knicke und die Abwinklung im Norden enthalte der Baukörper ein spielerisches Element, wodurch die Länge nicht störend wirke. Im Norden füge er sich gut in die bauliche Umgebung der angrenzenden Wohn- und Gewerbezone ein. Der kleinste Baukörper B, welcher im Osten des Überbauungsplangebiets liege, zeichne den Strassenverlauf der Aserstrasse nach und grenze das Überbauungsplangebiet von der Landwirtschaftszone ab. Der im Süden liegende Baukörper C berücksichtige sodann, dass er an ein Einfamilienhausquartier angrenze, weshalb hier lediglich drei Vollgeschosse vorgesehen seien. Sämtliche Baukörper überschritten den gesetzlich vorgesehenen Strassenabstand erheblich, was eine Bepflanzung des grosszügigen Strassenraums ermögliche. Der Überbauungsplan vermöge auch in weiterer Hinsicht zu überzeugen. Zunächst erscheine die Randbebauung als naheliegend und sei mit der Gestaltungskommission zu begrüssen. Namentlich aufgrund der stark befahrenen Kantonsstrasse sei die Ausrichtung der Wohnungen nach innen erforderlich. Sodann werde die Überbauung im Nordwesten, im Nordosten und im Süden durchbrochen, was einen einfachen Zugang zum Innenbereich ermögliche. Der Innenhof sei sehr grosszügig ausgestaltet und über einen Fussweg auch der Öffentlichkeit zugänglich. Sodann sei die Parzelle verkehrsmässig gut erschlossen. Auf der anderen Seite liege es auf der Hand, dass eine Überbauung auf einer Parzelle mit einer Fläche von 16'357 m2 markant in Erscheinung trete, aufgrund der geplanten Anzahl von 90 bis 100 Wohnungen Auswirkungen auf die kommunale Infrastruktur habe und zusätzlichen Verkehr generiere. Der Überbauungsplan bezwecke eine möglichst hohe Ausnützung der Parzelle, indem er den zulässigen Ausnützungsbonus voll ausschöpfe. Dies liege aber durchaus im öffentlichen Interesse der haushälterischen Nutzung des Bodens bzw. des verdichteten Bauens im Siedlungsinnern. Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin nehme der Überbauungsplan Bezug zur heterogenen baulichen Umgebung. So erweise sich die Positionierung des Baukörpers A entlang der Kantonsstrasse und gegenüber dem markanten Fachmarktcenter Näfels als ideal, während der Baukörper B das Siedlungs- vom Landwirtschaftsgebiet abtrenne. Die Gestaltungskommission weise zudem darauf hin, dass die gesamte Form der Überbauung stark sei und sich kontinuierlich an den Bergkamm anpasse. Nicht zu bestreiten sei hingegen, dass die Überbauungsplanung im Vergleich zum unbebauten Zustand die Situation des angrenzenden Einfamilienhausquartiers verschlechtere. Indessen nehme der Baukörper C in besonderer Weise darauf Rücksicht. Zum einen weise er ein Vollgeschoss weniger auf als die beiden übrigen Baukörper. Zum andern werde durch die Festlegung des Baubereichs C ein Gebäudeabstand von mindestens knapp 20 m ermöglicht, der als begrünter Freiraum ausgestaltet werde. Bei der Regelbauweise wäre es hingegen möglich, ein zweigeschossiges Gebäude deutlich näher an die Grenze zu stellen. Sodann sei zu berücksichtigen, dass die Gärten jener Einfamilienhäuser gegen Süden, auf die vom Überbauungsplangebiet abgewandte Seite ausgerichtet seien. Unter diesen Umständen bestehe der Nachteil für das Einfamilienhausquartier in erster Linie darin, dass das Grundstück Feld überhaupt in die Bauzone eingezont worden sei, während der strittige Überbauungsplan im Vergleich zur Regelbauweise keine deutlichen Nachteile habe. Dies möge auch erklären, weshalb die Eigentümer der Einfamilienhäuser den Rechtsweg gegen den Überbauungsplan nicht weiter beschritten hätten. Zusammenfassend würden die Vorteile des Überbauungsplans, der eine qualitativ hochstehende Bebauung ermögliche und die grosse Parzelle ideal ausnütze, dessen Nachteile deutlich überwiegen.