Citation: 1A.88/2002 12.08.2002 E. 2

2.1 Der Beschwerdeführer macht wie im bisherigen Verfahren im Wesentlichen geltend, die ersuchende liechtensteinische Strafbehörde tappe mit Bezug auf die Frage der Täterschaft noch immer weitgehend im Dunkeln, obwohl die Strafanzeige bereits am 9. Oktober 2000 erstattet worden sei. Hinsichtlich der Prüfung eines vorhaltbaren Tatverdachts sei erforderlich, dass er in irgendeiner Form massgeblich Beiträge zur interessierenden Tathandlung der Urkundenfälschung bzw. des Betruges geleistet habe. Die ersuchende Behörde sei aber offenbar nicht in der Lage, Handfestes gegen ihn zu produzieren. Die Vorinstanz habe sich nicht darauf festlegen wollen, ob punkto Verdachtsmomente ein strengerer oder grosszügigerer Massstab anzulegen sei, um die Verdachtslage in concreto als hinreichend zu werten. Nach bereits erheblichem Zeitablauf seit Beginn der Strafuntersuchung müsse jedoch hier klarerweise ein strenger Massstab gelten. Mit Blick auf die Aktenlage sei indes festzustellen, dass er, der Beschwerdeführer, offensichtlich nur zum Zweck der Begründung des Rechtshilfebegehrens an die Schweiz gewissermassen in dramatisierendem Unterton auf den Schild eines Mit-Hauptverdächtigen (neben dem andern Hauptverdächtigen Y.________) gehoben worden sei. Unter Würdigung der massgebenden Sachverhaltsdarstellung sei klar, dass er, der Beschwerdeführer, überhaupt gar nicht als tatmitbeteiligt zu erachten bzw. dass er schlimmstenfalls bloss durch Dritte instrumentalisiert worden und Opfer irgendwelcher Machenschaften geworden sei. Zwar habe er zwecks Finanzierung seines Projekts "P.________" weit vernetzte Beziehungsfelder genutzt bzw. nutzen müssen, doch habe er die konkreten Modalitäten nicht beeinflusst, sondern andern überlassen. Dem sei bis anhin nicht Rechnung getragen worden. Sein Verhalten bzw. seine Position im gesamten Tatgeschehen lasse ihn als von vornherein unverdächtig erscheinen. Entsprechend sei die Herausgabe des ihn betreffenden Aktenmaterials mangels hinreichend erhärtetem Tatverdacht als unverhältnismässig zu erachten und daher nicht zu bewilligen. In Anbetracht der auf ihn bezogen fehlenden Verdachtslage bestehe der Eindruck, dass die ersuchende Behörde sich auf einer "fishing expedition" befinde, was die Vorinstanz zu Unrecht bestreite. Unter den gegebenen Umständen dürfe dem liechtensteinischen Rechtshilfeersuchen somit nicht entsprochen werden; allenfalls sei ihm höchstens im Sinne des mit der Beschwerde gestellten Eventualantrags stattzugeben, d.h. hinsichtlich der Herausgabe der Aktenstücke betreffend das in Frage stehende Bankgarantiegeschäft. 2.2 Das Kantonsgericht hat die Voraussetzungen zur Leistung der von den liechtensteinischen Behörden anbegehrten Rechtshilfe mit einlässlichen Erörterungen und im Lichte der massgebenden Rechtsprechung als erfüllt erachtet. Es hat ausführlich erwogen, aus welchen Gründen die verlangten und von der Vollzugsbehörde bewilligten Vorkehren - Auskunftserteilung bzw. Herausgabe der erhobenen Unterlagen in Bezug auf die in Frage stehenden, auch den Beschwerdeführer betreffenden Geschäftsbeziehungen - verhältnismässig und somit nicht zu beanstanden sind. Dabei hat es sich richtigerweise von den Ausführungen im liechtensteinischen Ersuchen und dessen Ergänzungen bzw. Beilagen leiten lassen. Inwiefern die dortige Sachverhaltsdarstellung offensichtlich mangelhaft im Sinne der Rechtsprechung bzw. weshalb der angefochtene Kantonsgerichts-Entscheid fehlerhaft im Sinne von Art. 105 Abs. 2 OG sein soll, wird nicht dargetan und ist auch sonstwie nicht ersichtlich. Davon, die Vorinstanz habe den Zweck des Begehrens falsch wiedergegeben oder sonstwie verkannt, kann nicht die Rede sein. Insbesondere ist das Kantonsgericht auch zu Recht davon ausgegangen, dass die ersuchende Behörde im Rechtshilfeverfahren nicht bereits zum Beweis verpflichtet ist, dass der Beschuldigte die ihm zur Last gelegten Straftaten begangen hat (s. BGE 122 II 367 E. 2c S. 371). Ob ein Beschuldigter die ihm vorgeworfenen Taten begangen habe, ist ausschliesslich im ausländischen Strafverfahren zu prüfen. Die Darstellung des Sachverhaltes im Rechtshilfebegehren muss lediglich ausreichen, um den schweizerischen Behörden ein Urteil darüber zu erlauben, ob die Handlungen, derer die Betroffenen verdächtigt werden, auch nach schweizerischem Recht strafbar wären, ob keine Delikte (namentlich politische, fiskalische oder militärische Delikte) vorliegen, für die nach den massgebenden Bestimmungen die Rechtshilfe nicht gewährt wird, und ob der Grundsatz der Verhältnismässigkeit gewahrt wird. Über das Bestehen der von der ersuchenden Behörde geschilderten Tatsachenfeststellungen hat sich somit das Bundesgericht nicht weiter auszusprechen, nachdem der Beschwerdeführer nicht geltend gemacht hat, das vorliegende liechtensteinische Begehren vermöge den massgebenden Formvorschriften nicht zu genügen, und nachdem er auch nicht offensichtliche inhaltliche Mängel des Begehrens aufgezeigt hat, welche geeignet wären, dieses sofort zu entkräften. Der von der Rechtsprechung in Bezug auf die Begründung eines Rechtshilfebegehrens bzw. den Nachweis hinreichender Verdachtsgründe verlangte strengere Massstab, von dem der Beschwerdeführer auszugehen scheint, gilt einzig für die Rechtshilfe bei Abgabebetrug (Art. 3 Abs. 3 Satz 2 IRSG; s. dazu etwa BGE 125 II 250 E. 5b S. 257, 115 Ib 68 ff. E. 3b/bb S. 78, mit weiteren Hinweisen). Dieser Tatbestand steht indes hier nicht zur Diskussion. Der Beschwerdeführer wirft mit seiner Eingabe vor allem Tat- und Schuldfragen auf, indem er den durch die ersuchende Behörde geschilderten Sachverhalt weitschweifig durch seine eigene Version der Dinge ersetzt haben möchte. Diese Fragen sind indes nicht durch den Rechtshilferichter zu prüfen, sondern durch den ausländischen Sachrichter, dem auch die Beweiswürdigung obliegt (s. etwa BGE 123 II 279 E. 2b S. 281, 117 Ib 64 E. 5c S. 88). Es kann insoweit auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (S. 5 - 8 des angefochtenen Entscheids). Im Übrigen ist das Kantonsgericht im Lichte der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ebenfalls richtigerweise zum Schluss gelangt, dass die angeordnete Auskunftserteilung und Herausgabe von Unterlagen in Bezug auf die Untersuchungsgegenstand bildende Geschäftstätigkeit des Beschwerdeführers das Verhältnismässigkeitsprinzip nicht verletzt. Von einem Fall unzulässiger Beweisausforschung (vgl. in diesem Zusammenhang BGE 125 II 65 E. 6b S. 73 mit Hinweisen) kann unter den gegebenen Umständen, in Anbetracht der nach dem Gesagten verbindlichen Sachverhaltsdarstellung und Verdachtslage gemäss dem liechtensteinischen Rechtshilfebegehren, nicht die Rede sein. Den dem angefochtenen Entscheid zugrunde liegenden Erwägungen ist insoweit nichts weiter beizufügen; es kann auch darauf verwiesen werden (S. 8 - 14 des angefochtenen Entscheids).