Citation: 6B_1206/2016 E. 2.2

2.2. Die Einwände des Beschwerdeführers sind unbegründet. Gestützt auf die willkürfreien Feststellungen der Vorinstanz ist erstellt, dass er beabsichtigte, ein Ohr des Beschwerdegegners 2 abzutrennen und dass er mit dem schwer steuerbaren Schnitt in der Nähe wichtiger Blutgefässe eine lebensgefährliche Verletzung mindestens in Kauf genommen hat. Die Vorinstanz erwägt daher zu Recht, dass der subjektive Tatbestand von Art. 122 StGB erfüllt ist, zumal sowohl die Verstümmelung eines Organs bzw. eine Entstellung des Gesichts als auch eine lebensgefährliche Verletzung schwere Körperverletzungen darstellen (oben E. 2.1). Ihr ist auch zuzustimmen, dass der Beschwerdeführer mit dem Schnitt in der Hals- und Ohrregion des Beschwerdegegners 2 gemäss eigenen Angaben das nach seinem Plan zur Tatbestandsverwirklichung Notwendige getan hat und es einzig dem Zufall zu verdanken ist, dass er weder die Ohrmuschel ganz abtrennen konnte noch eine lebensgefährliche Verletzung verursacht hat. Der Versuch war daher vollendet, wobei der tatbestandsmässige Erfolg nahe lag. Die Vorinstanz verletzt kein Bundesrecht, wenn sie erwägt, von einem Rücktritt im Sinne von Art. 23 Abs. 1 StGB könne trotz Verzichts auf einen weiteren Versuch nicht gesprochen werden. Schon gar nicht komme ein Absehen von Strafe in Frage. Sie trägt aber sehr wohl dem Umstand Rechnung, dass es beim Versuch geblieben ist und dass der Beschwerdeführer nach dem misslungenen ersten Versuch keine weiteren Anstrengungen unternommen hat, um zum Erfolg zu kommen. Sie berücksichtigt dies mit einer Reduktion der Einsatzstrafe um einen Drittel von 45 auf 30 Monate Freiheitsstrafe. Damit bewegt sie sich klarerweise im Rahmen des ihr bei der Strafzumessung zustehenden Ermessens. Für das Bundesgericht besteht kein Anlass hierin einzugreifen, zumal nicht ersichtlich ist, dass die Vorinstanz den gesetzlichen Strafrahmen über- oder unterschritten hätte, von rechtlich nicht massgebenden Kriterien ausgegangen wäre oder wesentliche Gesichtspunkte ausser Acht gelassen bzw. in Überschreitung oder Missbrauch ihres Ermessens falsch gewichtet hätte (BGE 134 IV 17 E. 2.1; zum alten Recht: BGE 129 IV 6 E. 6.1; 127 IV 101 E. 2; 124 IV 286 E. 4a). Nach dem Gesagten ist der Einwand, wonach sich die Vorinstanz zum freiwilligen Rücktritt und zur dadurch möglichen Strafminderung nicht geäussert habe, nicht nachvollziehbar. Ebenso wenig leuchtet ein, weshalb bei Annahme eines Rücktritts die Qualifikation als versuchte schwere Körperverletzung falsch wäre. Der Rücktritt ändert am Versuch nichts, sondern setzt diesen voraus.