Citation: 6B_1424/2021 E. 6.2

6.2. Die Vorinstanz erwägt, die Verletzungen des Geschädigten seien in den ärztlichen Zeugnissen vom 2. September 2015 und 14. Oktober 2015 von Dr. med. F.________, der als Facharzt für unter anderem Allgemeine Innere Medizin zweifellos qualifiziert sei, die Verletzungen festzustellen, dokumentiert. Im Arztbericht vom 3. November 2015 wiederhole der Facharzt die Verletzungen und bezeichne eine Selbstbeibringung als unwahrscheinlich. Sie führt weiter aus, dass die Aussagen des Geschädigten in den zentralen Punkten widerspruchsfrei seien und mit den ärztlich festgestellten Verletzungen ein stimmiges Gesamtbild ergäben. Die Angaben zum Kerngeschehen zeigten im Gegensatz zu den Aussagen des Beschwerdeführers bzw. den Angaben der Verteidigung mehrere Realkennzeichen, namentlich einen hohen Detaillierungsgrad, der für Erlebtes spreche. Der Beschwerdeführer vermöge mit seinen Vorbringen weder die Glaubwürdigkeit des Geschädigten noch die Glaubhaftigkeit seiner Aussagen in Zweifel zu ziehen. Auch am adäquaten Kausalzusammenhang zwischen den Handlungen des Beschwerdeführers und den Verletzungen des Geschädigten bestünden keine ernsthaften Zweifel. Dass der Geschädigte selbst keine Ambulanz für nötig gehalten habe bzw. erst nach drei Tagen zum Arzt gegangen sei, stütze die Argumentation der Verteidigung nicht, insbesondere lasse dieser Umstand nicht darauf schliessen, dass der Geschädigte "gespannert" bzw. den Beschwerdeführer angegriffen hätte. Diese Sachverhaltsschilderung des Beschwerdeführers sei denn auch unglaubhaft. Abgesehen davon, dass die festgestellten Verletzungen nicht allein vom "Herumkriechen" stammen könnten, sei lebensfremd, dass der dazumal 80-jährige Geschädigte, welcher ein Hörgerät sowie eine Gehhilfe benötigt habe, unter einem Hüftleiden gelitten habe und kurze Zeit zuvor am Knie operiert worden sei, herumgekrochen sein und anschliessend den körperlich überlegenen Beschwerdeführer mit einem Knebel oder Rohr angegriffen haben soll. Im Übrigen - so die Vorinstanz weiter - wäre nicht nachvollziehbar, weshalb der Geschädigte den Beschwerdeführer zu Unrecht anzeigen und falsch belasten sollte, wenn er selbst "gespannert" und den Beschwerdeführer angegriffen hätte. Gleiches gelte bezüglich der behaupteten Übergriffe durch den Sohn des Geschädigten. Selbst wenn diese Vorwürfe zutreffen sollten, ergebe sich daraus noch kein hinreichendes Motiv für eine Falschaussage des Geschädigten. Dieser habe sodann nicht bestritten, in die Scheune geschaut zu haben. Dies sei geschehen, weil er einen Streit gehört habe. Gesehen habe er aber nichts. An der Einvernahme vom 29. Juni 2017 habe der Geschädigte ausgeführt, er habe geglaubt, dass die Geschichte erledigt sei. Er möchte einfach seine Ruhe haben. Vor diesem Hintergrund lasse sich das Bild, welches der Beschwerdeführer vom Geschädigten zeichne, nicht aufrechterhalten. Die Vorinstanz gelangt zum Schluss, dass auch bei einer zurückhaltenden Würdigung keine Zweifel am Anklagesachverhalt bestünden. In rechtlicher Hinsicht erwägt die Vorinstanz, die Verletzungen des Geschädigten, d.h. starke Schmerzen im Gesichtsbereich, welche nach vier Tagen rückläufig gewesen seien, Schürfungen auf der Stirn und eine Verstauchung des kleinen Fingers links mit Flexionsdefizit, Schwellung des Grundgelenkes bei Distorsion sowie Schmerzen im linken Knie mit oberflächlichem Hämatom sowie in der Folge persistierende Nackenschmerzen, seien nicht derart harmlos, dass bloss eine Tätlichkeit vorläge. Der Tatbestand der einfachen Körperverletzung sei erfüllt (Urteil S. 20 f.).