Citation: 1C_490/2023 E. 2.4

2.4. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist der Begriff des "dicht überbauten Gebiets" restriktiv auszulegen (BGE 140 II 428 E. 7). Eine "weitgehende" Überbauung (wie in Art. 36 Abs. 3 RPG [SR 700]) genügt nicht (BGE 143 II 77 E. 2.7 mit Hinweisen). Der Gewässerraum soll den Raumbedarf des Gewässers langfristig sicherstellen und ist grundsätzlich unabhängig vom Bestehen konkreter Revitalisierungs- oder Hochwasserschutzprojekte auszuscheiden (BGE 140 II 428 E. 8.1). Der Verzicht auf die Festlegung ausreichender Gewässerräume kann sich dennoch an Ufern rechtfertigen, die schon so dicht überbaut sind, dass der Gewässerraum seine natürliche Funktion voraussichtlich auch auf lange Sicht nicht erfüllen kann (BGE 143 II 77 E. 2.8). Eine wichtige Rolle spielt dabei, ob es sich um ein zentral oder peripher gelegenes Gebiet handelt. Der Bundesrat wollte eine Anpassung des Gewässerraums vor allem in Siedlungszentren zulassen, um die raumplanerisch erwünschte städtebauliche Verdichtung und die Siedlungsentwicklung nach innen zu ermöglichen und Baulücken zu schliessen (BGE 143 II 877 E. 2.7 mit Hinweisen). Das Bundesgericht hat sich seit der Revision der Gewässerschutzverordnung vom 4. Mai 2011 mehrfach mit dem Begriff des "dicht überbauten Gebiets" befasst. Drei zentrale Urteile hat es in BGE 143 II 77 E. 2.7 zusammengefasst. Der vorliegende Fall ist mit dem dort wiedergegebenen Urteil betreffend die Gemeinde Rüschlikon vergleichbar. In jenem Fall bejahte das Bundesgericht das Vorliegen von dicht überbautem Gebiet, obwohl die am Zürichsee gelegene Bauparzelle und die unmittelbar angrenzenden Parzellen bei isolierter Betrachtung über viel Grünraum verfügten. Ausschlaggebend war, dass die Bauparzelle nicht peripher, sondern im Hauptsiedlungsgebiet der Agglomeration am linken Seeufer lag, das praktisch durchgehend überbaut war; hinzu kam, dass auch die Bauparzelle und die benachbarten Parzellen seeseits mit Boots- und Badehäusern (bzw. Wochenendhäusern) in dichter Folge überstellt waren, so dass das Ufer vom See aus betrachtet auch im fraglichen Bereich als dicht überbaut erschien (BGE 140 II 437 E. 5.3 f. mit Hinweisen). Alle diese Kriterien, die im Fall Rüschlikon dazu führten, dass ein dicht überbautes Gebiet zu bejahen war, scheinen auch hier erfüllt. Nicht massgeblich ist insofern, welche Revitalisierungspläne die öffentliche Hand im betreffenden Bereich mit welcher Priorität verfolgt. Von Bedeutung sind Revitalisierungpläne stattdessen gegebenenfalls bei der in einem zweiten Schritt vorzunehmenden Prüfung, ob der Erteilung einer Ausnahmebewilligung öffentliche Interessen entgegenstehen (vgl. BGE 140 II 437 E. 6 mit Hinweisen). Insgesamt erscheint deshalb nachvollziehbar, dass die kantonalen Vorinstanzen ohne nähere Prüfung von einem dicht überbauten Gebiet ausgingen. Ob die Einschätzung auch einer eingehenden Prüfung standhalten würde, kann hier indessen offenbleiben, da eine Ausnahmebewilligung für den Sitzplatz und den Jacuzzi, wie nachfolgend darzulegen ist, bereits aus einem anderen Grund zu verweigern ist.