Citation: H 150/01 04.05.2004 E. 4

4.1 Die Vorinstanz hat die Verfügung der Ausgleichskasse aufgehoben und dem Versicherten einen Betrag an die Hilfsmittelkosten in der Höhe von Fr. 2'617.--, mithin 75 % des Nettopreises der angepassten Hörgeräte, zugesprochen. Sie hat die Anwendbarkeit der im zur Diskussion stehenden Tarifvertrag festgesetzten Höchstbeiträge für die einzelnen Indikationsstufen mit der Begründung verneint, der Grundsatz der Parallelität der Formen, der auch für Praxisänderungen der Verwaltung gelte, sei nicht gewahrt. Art. 2 Abs. 2 HVA statuiere den Grundsatz, dass die Versicherung 75 % des Nettopreises eines Hilfsmittels übernehme, soweit in der Liste nicht etwas anderes bestimmt sei. Das die HVA konkretisierende Kreisschreiben KSHA, welches im Verfügungszeitpunkt anwendbar gewesen sei, enthalte einerseits eine Einschränkung (Berücksichtigung des Nettopreises nur bis zu einer bestimmten Maximalgrenze) und andererseits eine Ausweitung dieses Grundsatzes (Kostenübernahme für Spezialgeräte bei physisch bedingter Unfähigkeit, das ordentliche Hörgerät manuell einzustellen). Sowohl auf Grund der HVA als auch der KSHA habe der Versicherte, der bloss über eine Hand verfüge, Anspruch auf 75 % des Nettopreises für Hörgerät und Fernbedienung. Die im neuen Hörgerätetarif vorgesehene Beschränkung sei vorliegend nicht anwendbar, da die Parallelität der Formen offensichtlich verletzt sei: Die auf Verordnungsstufe getroffene Lösung könne durch den Hörgerätetarif, der eine blosse Verwaltungspraxis verankere, nicht gültig aufgehoben werden, zumal die Verordnung ausdrücklich vorsehe, dass eine Abweichung vom Grundsatz der 75%-igen Übernahme des Nettopreises im Verordnungsanhang verankert sein müsse.