Citation: 1P.679/2000 05.02.2001 E. 4

4.- a) Die Staatsanwaltschaft sprach dem Beschwerdeführer die Legitimation zur Anfechtung der ihm eröffneten Beschlagnahmeverfügungen mit der Begründung ab, nicht er sondern die Genossenschaft sei in ihren Vermögensrechten direkt betroffen. In seinem Rekurs an die Staatsanwaltschaft hatte der Beschwerdeführer geltend gemacht, die unmittelbar von den Beschlagnahmeverfügungen betroffene Genossenschaft sei derzeit nicht handlungsfähig, weshalb ihr ein Beistand zu ernennen wäre. b) Der Beschwerdeführer erachtet es als widersprüchlich, dass die Staatsanwaltschaft seine Rekurslegitimation verneinte, obwohl die Beschlagnahmeverfügungen ihm und den weiteren Angeschuldigten zugestellt worden waren. Dass die Staatsanwaltschaft bei dieser Situation auf die in eigenem Namen erhobenen Rekurse sowohl des Beschwerdeführers wie auch des O.________ und der weiteren Angeschuldigten W.________ und C.________ mit der Begründung nicht eintrat, von den Verfügungen direkt betroffen sei die Genossenschaft, erscheint in der Tat widersprüchlich. Nachdem der Beschwerdeführer in seiner Rekursbegründung an die Staatsanwaltschaft auf die Handlungsunfähigkeit der Genossenschaft und die Notwendigkeit einer Beistandsernennung ausdrücklich hingewiesen hatte, wäre es für die Staatsanwaltschaft nahe gelegen, den Mitgliedern der Genossenschaftsverwaltung Gelegenheit zu geben, der Vormundschaftsbehörde ein entsprechendes Gesuch zu stellen. Angesichts des Umstandes, dass neben dem Beschwerdeführer auch der Präsident und zwei weitere Mitglieder der Verwaltung der Genossenschaft, wenn auch in eigenem Namen, gegen die Beschlagnahmeverfügungen Rekurs erhoben, hätte aufgrund dieses gleichgerichteten Vorgehens auf ein Handeln der Verwaltungsmitglieder für die Genossenschaft geschlossen werden können. Wenn die Staatsanwaltschaft der Genossenschaft weder einen Beistand ernennen liess, noch den Mitgliedern der Verwaltung Gelegenheit gab, der Vormundschaftsbehörde ein entsprechendes Gesuch zu stellen, noch die von mehreren Mitgliedern der Verwaltung erhobenen Rekurse sinngemäss als auch im Namen der Genossenschaft eingereicht entgegennehmen wollte, so wäre sie gehalten gewesen, jedenfalls auf die vom Beschwerdeführer und den weiteren Rekurrenten in eigenem Namen eingereichten Rekurse materiell einzutreten. Indem sie dies nicht tat, sondern sich bezüglich der Legitimation im Ergebnis nur auf die dingliche Berechtigung an den Hanfpflanzen stützte, ist sie in überspitzten Formalismus verfallen und hat damit dem Beschwerdeführer und den übrigen Rekurrenten das Recht verweigert. Darin liegt eine Verletzung sowohl des Willkürverbots (Art. 9 BV) wie auch des in Art. 29 Abs. 1 BV gewährleisteten Anspruchs auf ein faires Verfahren. c) Die Legitimation des Beschwerdeführers zur Rekurserhebung gegen die Beschlagnahmeverfügungen ergibt sich überdies aus Art. 395 Ziff. 3 StPO, auf den sich der Beschwerdeführer beruft. Danach ist der Angeschuldigte zur Ergreifung der im IX. Abschnitt der StPO vorgesehenen Rechtsmittel, somit auch des Rekurses gegen Verfügungen der Bezirksanwaltschaft gemäss § 402 Ziff. 1 StPO befugt. Die Staatsanwaltschaft hat sich im angefochtenen Entscheid nicht mit dieser Bestimmung auseinander gesetzt. Angesichts der Stellung des Beschwerdeführers als Angeschuldigter in dem von der Bezirksanwaltschaft geführten Strafverfahren erweist sich die Verweigerung der Rekurslegitimation auch im Lichte dieser Bestimmung als Verletzung klaren Rechts und damit als willkürlich.