Citation: 1C_338/2014 E. 3.3

3.3. Die Vorinstanz erwägt, das Kreisgericht Rheintal habe den Täter des Sexualdelikts am 25. Mai 2004 zu einer Freiheitsstrafe von 3 ¼ Jahren verurteilt. Spätestens zu jenem Zeitpunkt habe der Beschwerdeführer - bzw. seine Eltern, die ihn im Strafverfahren vertreten hätten - Kenntnis von der Straftat gehabt. Überdies sei für ihn bzw. seine Eltern eine massgebliche Schädigung seiner psychischen Gesundheit erkennbar gewesen. Die zweijährige Verwirkungsfrist sei daher im August 2013, als der Beschwerdeführer sein Gesuch um Ausrichtung von Entschädigung und Genugtuung sowie eines Vorschusses eingereicht habe, längst abgelaufen gewesen. Ob die Behörden den Beschwerdeführer bzw. seine Eltern im Rahmen des Strafverfahrens ausreichend über die Opferhilferechte informiert hätten, könne offen bleiben. Selbst wenn sie das nicht getan haben sollten, widerspräche die Annahme der Verwirkung dem Grundsatz von Treu und Glauben nicht. Die Kantonspolizei habe den Beschwerdeführer nach einer von diesem am 10. Juli 2011 erlittenen einfachen Körperverletzung (Kahnbeinfraktur am linken Handgelenk sowie Schnittwunde am linken Mittelfinger) am 27. Juli 2011 auf die Opferhilfe aufmerksam gemacht. Die opferhilferechtliche Beratungsstelle habe in der Folge die vom Beschwerdeführer insoweit geltend gemachten Heilungskosten von Fr. 380.20 übernommen. Das Departement habe überdies seinem Gesuch vom 19. September 2011 entsprochen und ihm für die Folgen der Körperverletzung eine Genugtuung von Fr. 1'500.-- ausgerichtet. Die Kantonspolizei habe den Beschwerdeführer somit am 27. Juli 2011 über die Opferhilfe in einem Ausmass orientiert, das ihm die Stellung eines gutgeheissenen Leistungsgesuchs ermöglicht habe. Ab diesem Datum könne er sich damit nicht mehr auf Unwissenheit bzw. die allenfalls früher erfolgte Verletzung der Informationspflicht berufen. Da er nach der Aufklärung über die Opferhilfe in der Lage gewesen sei, ohne Dritthilfe am 19. September 2011 ein Leistungsgesuch im Zusammenhang mit dem Körperverletzungsdelikt einzureichen, sei ohne Weiteres davon auszugehen, dass er auch betreffend das Sexualdelikt kognitiv in der Lage gewesen wäre, ein entsprechendes Leistungsgesuch einzureichen. Unter diesen Umständen widerspreche es Treu und Glauben nicht, wenn das Departement den Eintritt der Verwirkung im Zeitpunkt der Gesuchseinreichung am 12. August 2013 - mithin mehr als zwei Jahre nach der am 27. Juli 2011 erfolgten Aufklärung - bejaht habe.