Citation: 7B_985/2024 E. 2.4.3

2.4.3. Ergänzend beruft sich der Beschwerdeführer darauf, dass der Beschwerdegegner am 6. Juni 2024 am jährlichen Kammermahl der Advokatenkammer eine Gastrede zum Thema Ausstandsgesuche gehalten und dabei konkrete Beispiele aus dem vorliegenden Ausstandsverfahren erwähnt habe. Es ist jedoch nicht ersichtlich, inwiefern der Umstand, dass der Beschwerdegegner fast drei Monate später anlässlich eines juristischen Anlasses seine kritische Meinung zu Ausstandsgesuchen kundtat, dazu führen könnte, dass er in Bezug auf die gegen den Beschwerdeführer erhobene Anklage voreingenommen oder vorbefasst wäre. Dies gilt auch unter Berücksichtigung, dass er im Rahmen seines Vortrags Beispiele von Ausstandsgründen aus dem vorliegenden Verfahren thematisierte. Denn im Zeitpunkt des Vortrags war das Urteil in der Sache gegen den Beschwerdeführer bereits gefällt. Die Rede des Beschwerdegegners betraf denn auch nach der Darstellung des Beschwerdeführers in keiner Weise die gegen ihn erhobenen Tatvorwürfe, sondern eben nur die Thematik Ausstand. Inwiefern sich daraus rückwirkend ein Anschein von Befangenheit ergeben könnte, erhellt nicht. Entsprechend ist der Vorinstanz auch keine Gehörsverletzung vorzuwerfen, wenn sie den Beweisantrag auf Edition des Redemanuskripts vom 6. Juni 2024 abweist.