Citation: 4A_69/2014 E. 3.3

3.3. Wie ausgeführt, unterliegt das Tatsachenfundament, auf das sich die Verrechnungseinrede stützt, dem Novenrecht. Dass sie das Vorliegen einer Verrechnungsforderung in tatsächlicher Hinsicht erst im Berufungsverfahren behauptet hat, vermag die Beschwerdeführerin nicht zu widerlegen. Sie zitiert zwar aus ihrer Duplik an das Bezirksgericht, wo sie in Ziffer 4 Ausführungen zu angeblichen Forderungen gegen den Kläger gemacht habe. Damit trat sie dem Begehren um Feststellung entgegen, dass die Parteien nach Vollzug der Klagebegehren per Saldo aller Ansprüche auseinandergesetzt seien. Die Beschwerdeführerin meint, mit diesen Darlegungen alle rechtsrelevanten Tatsachen für eine Verrechnung mit Forderungen von mindestens Fr. 357'000.-- sowie die Berücksichtigung der Entschädigung wegen der Nutzung der Liegenschaft U.________ dargetan zu haben. Damit seien bereits im erstinstanzlichen Verfahren die für eine Verrechnung wesentlichen Tatsachen vorgebracht worden. Dem kann nicht gefolgt werden. Die Beschwerdeführerin vermag mit dem genannten Hinweis auf ihre in anderem Zusammenhang gemachten Ausführungen in der erstinstanzlichen Duplik jedenfalls nicht aufzuzeigen, dass die Vorinstanz zu Unrecht angenommen hat, die Beschwerdeführerin habe das Tatsachenfundament ihrer erstmals in der Anschlussberufung erhobenen Verrechnungseinrede für ihre Forderungen über Fr. 2'077'685.30 bereits im erstinstanzlichen Verfahren rechtsgenüglich dargelegt. Die Beschwerdeführerin bringt sodann vor, im erstinstanzlichen Verfahren habe sie mangels vom Kläger anbegehrter verrechenbarer Hauptforderung gar keine eigene Forderungen zur Verrechnung stellen können. Eine Hauptforderung habe sich überhaupt erst aufgrund des erstinstanzlichen Urteils ergeben. Mithin habe erst der Entscheid des Bezirksgerichts, mit welchem dem Kläger ein Betrag von Fr. 498'326.-- zugesprochen worden sei, Anlass zur Verrechnungserklärung mit eigenen Forderungen der Beschwerdeführerin gegeben. Die Vorinstanz habe daher zu Unrecht die Verrechnung nicht berücksichtigt und überdies den Antrag auf Zusprechung einer monatlichen Entschädigung für den unrechtmässigen Verbleib in der Liegenschaft U.________ nicht behandelt. Die Beschwerdeführerin hätte aber bereits im Berufungsverfahren darlegen müssen, dass und inwiefern hinsichtlich der tatsächlichen Voraussetzungen der Verrechnungseinrede die Voraussetzungen von Art. 317 ZPO erfüllt waren. Indessen liess sie an der besagten Stelle ihrer Anschlussberufung jegliche Ausführungen zur novenrechtlichen Zulässigkeit der Verrechnung vermissen. Sie beschränkte sich vielmehr auf die Behauptung, sie erkläre für den Fall, dass die vorinstanzliche Zahlungsverpflichtung nicht aufgehoben werde, die Verrechnung mit gewissen eigenen Ansprüchen, die sie bereits in der Duplik "aufgeführt" habe. Weil die Beschwerdeführerin ihre Novenberechtigung nicht dargetan hatte, ging die Vorinstanz nicht auf die Verrechnungseinrede ein. Die Beschwerdeführerin vermag dies nicht als bundesrechtswidrig auszuweisen. Die Rüge gegen die Nichtberücksichtigung der Verrechnungseinrede erweist sich demnach als unbegründet.