Citation: 6B_776/2022 E. 1.5.4

1.5.4. Das Bundesgericht betonte, dass eine Anfechtung des Rückweisungsbeschlusses nicht per se ausgeschlossen ist. Auf das Erfordernis des nicht wieder gutzumachenden Nachteils könnte verzichtet werden, wenn die beschwerdeführende Partei mit hinreichender Begründung eine Rechtsverweigerung rügt. Eine Rechtsverweigerung liege namentlich vor, wenn ein Berufungsgericht im Sinne einer eigentlichen Praxis systematisch Rückweisungsbeschlüsse wegen Verfahrensmängeln erlässt, die nach gefestigter bundesgerichtlicher Praxis heilbar wären. Damit gehe einher, dass bereits zum Zeitpunkt der Beschwerde gegen den Zwischenentscheid erstellt ist, dass kein schwerer Verfahrensmangel gegeben ist, woraus sich eine ernsthafte Gefahr der Verletzung des Beschleunigungsgebots ergibt. Mit einem solchen Vorgehen verweigere ein Berufungsgericht die einheitliche Anwendung der Strafprozessordnung. Dies sei eine formelle Rechtsverweigerung, auf welche sich die beschwerdeführende Partei berufen könne. Werde solches mit hinreichender Begründung dargetan, könne vom Erfordernis des nicht wieder gutzumachenden Nachteils abgesehen werden (BGE 148 IV 155 E. 2.4 mit Hinweisen).