Citation: U 371/02 04.09.2003 E. A

Die 1957 geborene D.________ arbeitete seit Juni 1994 als Schwesternhilfe im Spital M.________ und war bei der Zürich Versicherungs-Gesellschaft (im Folgenden: Zürich) obligatorisch gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen sowie Berufskrankheiten versichert. Am 25. September 1997 fuhr auf der Überholspur der Autobahn ein von hinten kommendes Fahrzeug auf den von ihr gelenkten Personenwagen auf. Wegen hohen Verkehrsaufkommens hatte sie lediglich im Schritttempo fahren können. Bei der ambulanten Untersuchung vom gleichen Tag im Spital N.________ klagte sie über Druckschmerzen an der Halswirbelsäule (HWS), Parästhesien und Schmerzen in den Armen sowie eine leichte Druckdolenz über dem rechten Auge. Im Arztzeugnis UVG vom 14. Oktober 1997 stellten die Spitalärzte die Diagnosen einer leichten HWS-Kontusion und eines Hyperventilationssyndroms. Der behandelnde Arzt Dr. med. H.________ verordnete ambulante Physiotherapie, Medikamente sowie eine Schanz-Krawatte. Die Arbeitsfähigkeit als Schwesternhilfe legte er auf 0 % für die Zeit vom 26. September bis 19. Oktober 1997 und auf 50 % ab 20. Oktober 1997 fest ("Erstes Arztzeugnis bei Unfall" vom 21. November 1997). Im "Zusatzfragebogen bei HWS-Verletzungen" vom 27. November 1997 gab Dr. med. H.________ neben der Hauptdiagnose einer HWS-Distorsion vegetative Begleitsymptome, multiple Irritationszonen im Schultergürtel sowie eine depressive Entwicklung an. Wegen anhaltender Kopfschmerzen mit gelegentlicher Ausstrahlung in beide Arme wurde D.________ vom 28. November bis 10. Dezember in der Rheumaklinik des Spitals A.________ stationär behandelt. Durch die angewendeten Therapien, u.a. passive und aktive Physiotherapie, konnte eine deutliche Besserung der Beschwerden erzielt werden. Am Tag nach der Entlassung begab sich die Versicherte wegen psychischer Dekompensation erneut in spitalärztliche Behandlung bis zum 19. Dezember 1997. Die mit einer konsiliarischen Untersuchung beauftragten Ärzte der Psychiatrischen Dienste des Kantons Aargau diagnostizierten eine mittelschwere depressive Episode bei chronisch rezidivierender, aktuell somatisierender Depression (ICD-10 F33.1); differenzialdiagnostisch wurde eine hypochondrische Störung (ICD-10 F45.2) in Erwägung gezogen (Bericht vom 12. Dezember 1997). Vom 7. April bis 12. Mai 1998 hielt sich D.________ auf Anordnung von Dr. med. H.________ in der Klinik C.________ auf. Die hier erhobenen Befunde gaben keine Anhaltspunkte für eine periphere neurologische (radikuläre) Läsion. Indessen wurde der Verdacht auf neuropsychologische Funktionsstörungen geäussert (Bericht vom 15. Mai 1998). Eine am 3. Juli 1998 in der Klinik E.________ durchgeführte neuropsychologische Untersuchung zeigte mässiggradige Minderfunktionen insbesondere im Bereich der Aufmerksamkeit und der sensorischen Reizverarbeitung. Das aktuelle Störungsbild wurde als durch die chronische Schmerzsymptomatik, Nebenwirkungen der Schmerzmittel und die psychische Reaktion mitbestimmt bezeichnet (Bericht vom 9. Juli 1998). Nach Therapieversuchen mit Akupunktur und traditioneller chinesischer Medizin sowie nach einer Occipitalisblockade vom 3. November 1999, welche Massnahmen weitgehend erfolglos blieben, wurde D.________ durch den Neurologen Dr. med. U.________ untersucht. Der Facharzt diagnostizierte ein chronifiziertes cervico-cephales und rechtsspondylogenes Schmerzsyndrom, Status nach HWS-Distorsionstrauma September 1997, und ein sekundäres Fibromyalgiesyndrom bei Verdacht auf eine Anpassungsstörung mit Depression (Bericht vom 11. Januar 2000). In der vom Haftpflichtversicherer des Unfallverursachers in Auftrag gegebenen Expertise vom 11. Januar 2001 stellte der Psychiater und Psychotherapeut Dr. med. T.________ vom Institut für Medizinische Begutachtung (IMB) die Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung mit zurzeit leichter bis mittelgradiger Episode (ICD-10 F33.1), Spannungskopfschmerzen sowie (differenzialdiagnostisch) einer somatoformen Schmerzstörung (ICD-10 F45.4). Zur Unfallkausalität stellte der Gutachter fest, aus psychiatrischer Sicht bestünden keine Unfallfolgen mehr. In einem weiteren beim IMB eingeholten Gutachten vom 10. April 2001 gelangte der Chirurg Dr. med. W.________ zum Schluss, aus somatisch-medizinischer Sicht bestehe (vorbehältlich einer fachärztlich noch nicht abgeklärten Trommelfellperforation) keine Diagnose von Krankheitswert; es lägen ausschliesslich unfallfremde Beeinträchtigungen vor. Mit Verfügung vom 10. September 2001 lehnte die Zürich die Ausrichtung von Leistungen für die Zeit nach dem 31. Dezember 2000 mit der Begründung ab, die geklagten Beschwerden stünden weder in einem natürlichen noch adäquaten Kausalzusammenhang mit dem Unfall vom 25. September 1997. Daran hielt der Unfallversicherer mit Einspracheentscheid vom 1. Februar 2002 fest.