Citation: 2C_1011/2022 E. 4.3

4.3. Soweit sich die Beschwerdeführerin darauf beruft, dass die fachärztlichen Beurteilungen eine Behandlung in der Schweiz indizieren sowie eine adäquate medizinische Versorgung und Pflege im Heimatland ausschliessen würden, vermag sie die vorinstanzlichen Feststellungen nicht schlüssig zu widerlegen; sie stellt diesen lediglich ihre Auffassung und Würdigung der Fachberichte in appellatorischer Weise entgegen, was nicht genügt (vgl. E. 2.2 oben). Die Beschwerdeführerin hat nicht nachgewiesen, dass sie sich überhaupt konkret um eine Betreuung in der Heimat bemüht hat. Ihre Vorbringen erschöpfen sich letztlich in allgemeinen Ausführungen über die ungenügenden Pflege- und Betreuungsmöglichkeiten; dies genügt nicht, um aus Art. 8 EMRK wie dargelegt (vgl. E. 3 oben) einen Anspruch auf Familiennachzug in aufsteigender Linie ableiten zu können. Da sich die Tochter und der Sohn bereit erklärt haben, für die Beschwerdeführerin in der Schweiz aufzukommen, sollte es ihnen auch möglich sein, die Pflege und Betreuung der Beschwerdeführerin in Serbien (oder allenfalls im Kosovo) zu organisieren, zumal - worauf die Vorinstanz zu Recht hinweist - die Lebenshaltungskosten dort um ein Vielfaches geringer sind als in der Schweiz. Die Anerkennung eines Nachzugsanspruchs für betagte Eltern von Drittstaatsangehörigen käme faktisch einer Einwanderung in das hiesige Pflege- und Sozialversicherungssystem gleich und entspricht weder der Rechtsprechung zu Art. 8 EMRK (vgl. E.3 oben) noch dem Willen des Gesetzgebers, welcher den Familiennachzug auf die Kernfamilie beschränkt und allfällige Ausnahmen als Ermessensbewilligungen ausgestaltet hat, wobei auch diese nicht voraussetzungslos zu erteilen sind (Urteil 2C_396/2021 vom 27. Mai 2021 E. 4.4). Dass die Beschwerdeführerin überdies gemäss eigenen Aussagen auch in der Zeit, als sie noch in Serbien lebte, täglich mit der Tochter telefoniert und sie mehrmals im Jahr besucht habe, ist für die Frage, ob ein personenbezogenes (pflegerisches) Abhängigkeitsverhältnis besteht, nicht relevant. Die Beschwerdeführerin hat zudem mit ihrer Einreise als Touristin ein "fait accompli" geschaffen, woraus sie heute nichts zu ihren Gunsten ableiten kann.