Citation: 6B_438/2015 E. 1.2

1.2. Die Vorinstanz erwägt zusammengefasst, der Beschwerdeführer sei als Linksabbieger gegenüber dem geradeaus fahrenden Beschwerdegegner vortrittsbelastet gewesen und hätte sicherstellen müssen, dass er entgegenkommende Fahrzeuge nicht behindere oder gefährde. Die Kollision habe sich auf der Fahrspur der stadtauswärtsfahrenden Strassenbahn ereignet, die Teil der Gegenfahrbahn sei. Linksabbieger, die sie queren wollten, hätten den entgegenkommenden Fahrzeugen Vortritt zu lassen (Art. 36 Abs. 3 SVG). Aussergewöhnliche Umstände, die die Vorhersehbarkeit entfallen liessen, lägen nicht vor. Wäre der Beschwerdeführer nicht in die Fahrbahn des Beschwerdegegners gefahren, sondern hätte sich vorher vergewissert, dass sich kein vortrittsberechtigtes Fahrzeug nähert, hätten der Unfall und die damit verbundenen Verletzungsfolgen vermieden werden können. Unbeachtlich sei die vom Beschwerdegegner verwendete Ausrüstung (Kleidung, Reifen), denn dadurch werde das Vortrittsrecht nicht aufgehoben.