Citation: I 452/06 05.09.2006 E. 3

Streitig und zu prüfen ist insbesondere die Art und Weise der Bemessung des für den Einkommensvergleich heranzuziehenden Invalideneinkommens. 3.1 Wie das Eidgenössische Versicherungsgericht wiederholt betont hat, ist dabei primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der - kumulativ - besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 129 V 475 Erw. 4.2.1, 126 V 76 Erw. 3b, 117 V 8 Erw. 2c/aa). 3.2 Vorliegend ist in erster Linie zu prüfen, ob der Beschwerdeführer die ihm verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise ausschöpft und daher der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalideneinkommen herangezogen werden kann. Dabei ist unstreitig, dass er in einer leidensangepassten Tätigkeit (kein Heben schwerer Lasten, keine Tätigkeit in ungünstigen Positionen, insbesondere keine schwere Überkopfarbeit) zu 100 % arbeitsfähig ist. Es fragt sich somit nur noch, ob der Versicherte diese Arbeitsfähigkeit in einer ihm zumutbaren Weise ausschöpft, indem er im Rahmen seiner Tätigkeit als "Allrounder" bei der Y.________ ein monatliches Einkommen von Fr. 3600.- erzielt. Gemäss dem Bericht der beruflichen Abklärungsstelle (BEFAS) vom 17. April 2003, welcher auf der Grundlage einer vierwöchigen beruflichen Abklärung erstellt wurde, zeigte sich insbesondere, dass der Beschwerdeführer "ein solides Fundament an schulisch-theoretischen Fähigkeiten und eine gute Lern- und Merkfähigkeit" aufweist. Überdies verfüge er über gepflegte Umfangsformen, was eine Tätigkeit mit Kundenkontakt erlaube. Ferner liessen seine Deutschkenntnisse "auch den Einsatz im administrativen Bereich" zu. Daraus ergibt sich, dass dem Beschwerdeführer eine breite Palette an Verweisungstätigkeiten offen steht, sodass zur Beurteilung der Frage, ob er seine erwerblichen Möglichkeiten in zumutbarer Weise ausschöpft, der Totalwert von Tabelle A1 der LSE 2002 als Vergleichslohn herangezogen werden kann. Danach beträgt der monatliche Verdienst für Männer umgerechnet auf die betriebsübliche Wochenarbeitszeit von 41,7 Stunden im Jahr 2002 (Die Volkswirtschaft 2005, Heft 1/2, S. 102, Tabelle B 9.2, Total) im Anforderungsniveau 3 Fr. 5726.- und im Anforderungsniveau 4 Fr. 4751.-. Es besteht somit eine Differenz von 37 % bzw. 32 % zwischen dem vom Beschwerdeführer tatsächlich erzielten monatlichen Einkommen und den herangezogenen Tabellenlöhnen, was in beiden Fällen erheblich ist. Der Versicherte hat sich gemäss Protokoll der IV-Stelle vom 12. Mai 2003 bewusst für eine im Vergleich mit anderen Verweisungstätigkeiten schlechter bezahlte Arbeit entschieden. Eine besser entlöhnte Tätigkeit etwa als technischer Kaufmann oder in einem Büro seien für ihn gemäss Bericht des BEFAS vom 17. April 2003 keine Option gewesen. Diesen Entscheid des Versicherten respektierte die Verwaltung, worin indessen kein widersprüchliches Verhalten ihrerseits erkannt werden kann. Daraus ergibt sich, dass der Beschwerdeführer die ihm verbleibende Arbeitsfähigkeit nicht in zumutbarer Weise ausschöpft und folglich für die Bemessung des Invalideneinkommens nicht auf den tatsächlich erzielten Verdienst abgestellt werden kann. Nach dem Gesagten kommt der Versicherte seiner Pflicht zur Schadenminderung (vgl. BGE 123 V 233 Erw. 3c) nicht angemessen nach. 3.3 Wie die Vorinstanz zutreffend darlegt, sind für den Einkommensvergleich die Verhältnisse im Zeitpunkt des (potentiellen) Rentenbeginns (hier: 2002) massgebend (BGE 128 V 174, 129 V 222). Demzufolge ist der von ihr als Valideneinkommen herangezogene Verdienst in der Höhe von Fr. 79'192.- nicht zu beanstanden. Da mit Blick auf das Invalideneinkommen selbst unter Zugrundelegung des Totalwerts nach Anforderungsniveau 4 kein rentenbegründender Invaliditätsgrad von 40 % erreicht wird, kann offen bleiben, ob nicht allenfalls der (höhere) Wert des Anforderungsniveaus 3 als Invalideneinkommen anzurechnen wäre. Ebenso wenig braucht eine Erhöhung des Abzugs vom Tabellenlohn (vgl. BGE 126 V 79 f. Erw. 5b/aa-cc) näher geprüft zu werden, weil auch bei einem erhöhten Abzug von 15 % nicht die für eine Invalidenrente erforderlichen 40 % resultieren. Schliesslich ist von weiteren beruflichen Massnahmen gegenwärtig abzusehen, da der Beschwerdeführer einer vollzeitigen Erwerbstätigkeit nachgeht und es am erforderlichen Willen, eine andere als die derzeitige Arbeit auszuüben, vermissen lässt.