Citation: 1P.398/2000 13.10.2000 E. 2

2.- Neben der Unschuldsvermutung (in dubio pro reo), die in Art. 6 Ziff. 2 EMRK und Art. 32 Abs. 1 BV gewährleistet ist, beruft sich der Beschwerdeführer auch auf Art. 8 BV. Diese Bestimmung betrifft indessen die Rechtsgleichheit und scheint zur vorliegenden Streitsache keinen Bezug aufzuweisen. Da die Beschwerde Ausführungen zum Willkürverbot enthält, und dieses im Verfassungsentwurf von 1996 in Art. 8 vorgesehen war, darf davon ausgegangen werden, der Beschwerdeführer habe in Wirklichkeit Art. 9 BV anrufen wollen. In diesem Zusammenhang ist auch darauf hinzuweisen, dass sich der Anspruch auf Abnahme rechtzeitig angebotener, wesentlicher Beweise nicht aus Art. 8 BV, sondern aus Art. 29 Abs. 2 BV ergibt.