Citation: 6B_459/2020 E. 3

Der Beschwerdeführer macht eine Unverwertbarkeit von Aussagen geltend, indem er vorbringt, er habe bei der polizeilichen Befragung mit entsprechender Belehrung (Straftatbestände, Tatort und Tatdatum sowie Rechtsbelehrung) von sich aus angegeben, ein Problem mit einer Frau bei der Reithalle gehabt zu haben. Dabei habe ihm die Polizei zum oben in E. 2 erwähnten Sachverhalt eine nicht feststehende bzw. nicht erwiesene Tatsache, dass die Spur an den Kleidern des Opfers von ihm stamme, als erwiesen dargestellt; es spiele keine Rolle, dass auch von Spurenhinweisen gesprochen worden sei. Man habe ihm suggeriert, man hätte seine Spur gefunden. Das sei ihm rund eine Woche später von der Staatsanwaltschaft ein weiteres Mal suggeriert worden. Auch zu diesem Zeitpunkt sei einzig klar gewesen, dass er "als Täter aufgrund der übereinstimmenden Merkmale seines Y-STR-Profils mit den Merkmalen in den gefundenen Spuren nicht [habe] ausgeschlossen werden können. [...] Es wurden höchstens Spuren gefunden, die nicht individualisierende Merkmale enthalten haben, welche gleich waren, wie die Merkmale des Y-STR-Profils des Beschwerdeführers" (Beschwerde S. 14 f.). Solche Vorhalte würden einen Irrtum bei der befragten Person hervorrufen. Wie die Vorinstanz feststellt, informierte die Polizei den Beschwerdeführer: "Dieser männliche Spurenhinweis konnte ihnen zugeordnet werden. Was sagen Sie dazu?" Nach der Vorinstanz suggerierte die Polizei ihm zu keinem Zeitpunkt explizit oder implizit, dass er mit diesem Spurenhinweis endgültig überführt werden könne (Urteil S. 16). Der Verteidiger wies bereits während der ersten Einvernahme auf die Problematik der Spurenhinweise hin. Das war dem Beschwerdeführer von Beginn weg klar, so dass es keine realistische Restmöglichkeit eines Irrtums mehr gab (Urteil S. 17). Indem Polizei und Staatsanwaltschaft nicht nur Spurenhinweise erwähnten, sondern auch ganz konkret auf Spuren Bezug nahmen (Beschwerde S. 16), setzten sie keine verbotenen Beweiserhebungsmethoden im Sinne von Art. 140 Abs. 1 StGB ein. Durch die Intervention des Verteidigers wurde ein allfälliges Missverständnis seitens des Beschwerdeführers jedenfalls ausgeschlossen. Eine willkürliche vorinstanzliche Würdigung ist weder dargelegt noch ersichtlich. Eine Verletzung von Art. 140 Abs. 1 StPO durch unzulässige Befragungsmethoden ist zu verneinen.