Citation: 4A_392/2021 E. 10.3

10.3. Die Beschwerdeführerin rügt zunächst eine willkürliche Feststellung des (Prozess-) Sachverhalts. Entgegen der Vorinstanz habe sie bereits im Rahmen ihrer Ausführungen zum rechtsmissbräuchlichen Verhalten in Rz. 45-47 der Klageantwort kundgetan, dass die Rückzahlung des Darlehens von der Realisierung der Etappen 1-3 der Überbauung "X.________" abhänge. Diese Rüge verfängt nicht. In Rz. 45 der Klageantwort trug die Beschwerdeführerin Folgendes vor: "In der Vereinbarung vom 11. April 2016 (kläg. Beleg 6) ist eine Rückzahlung nach den Etappen 1 bis 3 der Überbauung 'X.________ U.________' vereinbart. Dies gemäss Ziffer 6." Die Beschwerdeführerin gab damit lediglich den Wortlaut von Ziff. 6 (Abs. 1) marginal abgeändert wieder. Es ist keineswegs willkürlich, wenn die Vorinstanz diese (einzige) Aussage zum Vertragstext nicht dahingehend verstand, die Beschwerdeführerin behaupte, die Rückzahlung werde erst nach Beendigung der jeweiligen Bauetappen fällig. In den angerufenen Randziffern bestritt die Beschwerdeführerin die Fälligkeit der Rückzahlung der Darlehen mit dem Argument, dass die Beschwerdegegnerin (andere) vertragliche Vereinbarungen verletzt habe und stellte sich auf den Standpunkt, die Rückzahlungsforderung sei nicht fällig, da die Rückforderung rechtsmissbräuchlich sei. Dass die Rückzahlungsforderung aus anderem Grund nicht fällig sei, brachte sie dort nicht vor. Auch die ebenfalls erwähnten Rz. 46 und 47 der Klageantwort sind unbehelflich, zumal auch diese vom angeblich rechtsmissbräuchlichen Verhalten der Beschwerdegegnerin handeln. Wenn die Beschwerdeführerin sodann einwendet, sie habe ein derartiges Verständnis überhaupt nicht vortragen müssen, da Ziff. 6 des Darlehensvertrags vom 11. April 2016 diesbezüglich selbsterklärend sei, ist ihr ebenfalls nicht zu folgen. Unter der Geltung des Verhandlungsgrundsatzes nach Art. 55 Abs. 1 ZPO obliegt es den Parteien, die zur Feststellung des Sachverhaltes notwendigen Tatsachenbehauptungen aufzustellen. Damit zeigen sie dem Gericht auf, worüber Beweis abgenommen werden muss (vgl. Art. 150 Abs. 1 ZPO). Die Erstinstanz musste nicht von sich aus die Bestimmungen des Darlehensvertrags auslegen.