Citation: I 693/00 07.01.2002 E. 3

3.- a) Vorinstanz und IV-Stelle bejahen einen Anspruch auf Umschulung, da die Beschwerdegegnerin in ihrem bisherigen Beruf gesundheitsbedingt nicht mehr arbeiten könne und sich gerade auf Grund der Unterforderung auch keine Alternative biete, die ohne zusätzliche Ausbildung realisierbar wäre. Angesichts der Beurteilung durch die IV-Berufsberaterin (Bericht vom 14. Dezember 1999) sowie Dr. med. B.________ (Arztberichte vom 22. September 1997 und 28. Oktober/ 3. November 1999), welcher die Versicherte seit 1996 ärztlich betreue und in Kenntnis der gesamten Vorakten eine gute Prognose hinsichtlich des geäusserten beruflichen Zieles stelle, entspreche ferner ein Medizinstudium am ehesten den persönlichen Fähigkeiten und Neigungen der Beschwerdegegnerin. Zum einen beinhalte dieser Ausbildungsgang die gewünschten hohen Anforderungen und zum anderen deute der Umstand, dass bisher sämtliche Aus- und Weiterbildungen erfolgreich abgeschlossen worden seien, darauf hin, dass die Versicherte auch einem erhöhten Leistungsdruck standzuhalten vermöge. Das Erfordernis der Gleichwertigkeit der Erwerbsmöglichkeiten könne sodann im vorliegenden Fall nicht massgeblich sein, weil gerade das tiefere Anforderungsprofil in den bisherigen Tätigkeiten Auslöser für die Aktualisierungen der Traumata und damit der invalidisierenden Krankheit gewesen sei. Ebenso wenig ziele das begonnene Studium in erster Linie auf eine wirtschaftliche Besserstellung ab, hätte es doch unter diesem Gesichtspunkt lukrativere Studienrichtungen gegeben und sei zudem nicht sicher, dass die Versicherte einmal in der Lage sein werde, ihren Beruf als Ärztin vollzeitig auszuüben. b) Das BSV macht demgegenüber geltend, bei der angestrebten Ausbildung zur Ärztin handle es sich nicht um eine notwendige und geeignete Eingliederungsmassnahme, da diese angesichts der langen Dauer und der dadurch entstehenden hohen Kosten nicht als einfache und zweckmässige Vorkehr zu bezeichnen sei und das Kriterium der Gleichwertigkeit bei weitem übersteige. Insbesondere habe die Beschwerdegegnerin als gelernte Hochbauzeichnerin und Sekretärin noch diverse zusätzliche Ausbildungskurse erfolgreich abgeschlossen, sodass es ihr möglich sein sollte, eine für sie befriedigende Erwerbstätigkeit finden und ausüben zu können. Die ausgeprägte Inkonstanz in ihrem Berufsleben, das die Versicherte auf Grund rezidivierender depressiver Episoden immer wieder habe aufgeben müssen, sei weniger auf eine Unterforderung in den bisherigen Beschäftigungen zurückzuführen, sondern beruhe primär auf einem verminderten Selbstwertgefühl. Mit dem begonnenen Medizinstudium werde ein Ausbildungsziel bezweckt, das mit einem hohen Sozialprestige verbunden und somit de facto - neben der Psychotherapie - als therapeutische Massnahme zu sehen sei. Im Übrigen bestehe - so auch die Schlussfolgerung des Dr. med. C.________ in seinem Gutachten vom 12. Februar 2000 - angesichts des Krankheitsbildes die Gefahr, dass die Beschwerdegegnerin spätestens im Zeitpunkt der an das Studium anschliessenden Assistenzzeit und an den damit verbundenen erheblichen Belastungen scheitern werde, zumal auf Grund des Alters der Versicherten bei Beendigung der spezialärztlichen Zusatzausbildung gegenüber jüngeren Arztkollegen und -innen kaum realistische Berufschancen bestünden.