Citation: 6B_665/2016 E. 1.2

1.2. Der Beschwerdeführer macht geltend, die Sorgfaltspflicht sei gegenseitig. Das Gericht habe dafür zu sorgen, dass ein Urteil richtig zugestellt werde. Es habe gewusst, dass er das Urteil nicht abgeholt habe, und es ohne weiteres nochmals zustellen können. Ihm werde mangelnde Sorgfalt vorgeworfen, weil er das Urteil nicht abgeholt habe. Ihm sei aber nicht bekannt gewesen, dass er eine eingeschriebene Sendung erhalten habe. Die Abholungseinladung sei möglicherweise nicht in seinem Briefkasten gelandet. Das sei zwar wenig wahrscheinlich, könne aber nicht ausgeschlossen werden. Er könne ja nicht beweisen, dass etwas nicht geschehen sei. Er habe kein Interesse daran, die Sendung nicht abzuholen, da er vom Urteil Kenntnis nehmen wolle, um sich gegebenenfalls gegen eine schlechte Begründung zur Wehr setzen zu können. Es gehe um eine Interessenabwägung: Sein Anspruch auf ein begründetes Urteil und auf Weiterzug an die höhere Instanz sei höher zu werten als ein Mangel bei der Zustellung, von dem er nichts gewusst habe und den er nicht habe beeinflussen können.