Citation: I 665/06 04.12.2006 E. 5

5.1 Das kantonale Gericht hat die von der IV-Stelle verfügte Beendigung der Arbeitsvermittlung zum 30. Dezember 2005 wegen Unverhältnismässigkeit weiterer Unterstützung bei der Suche eines geeigneten Arbeitsplatzes bestätigt. Die Vorinstanz hat erwogen, der Versicherte sei während rund einundzwanzig Monaten bei der Arbeitslosenversicherung angemeldet gewesen. Dabei müsse ihm auch Unterstützung bei der Arbeitssuche durch die Organe der ALV zuteil geworden sein. Danach sei er während eines guten Jahres von der Invalidenversicherung intensiv bei der Suche einer Stelle unterstützt worden. In diesen knapp drei Jahren habe keine geeignete Anstellung gefunden werden können. Es sei daher nicht zu beanstanden, wenn die IV-Stelle im Zeitpunkt der Leistungseinstellung im Dezember 2005 davon ausgegangen sei, hauptsächlich arbeitsmarktliche und damit invaliditätsfremde Gründe stünden einer vollständigen Eingliederung im Wege. Weitere Bemühungen der Verwaltung erschienen daher zur Zeit wenig aussichtsreich und unverhältnismässig. 5.2 Die vorinstanzliche Feststellung einer Dauer von knapp drei Jahren aktiver Unterstützung bei der Suche eines geeigneten Arbeitsplatzes ist offensichtlich unrichtig. Abgesehen davon, dass der Versicherte bei Beginn der Massnahme durch die IV-Stelle im Oktober 2004 bereits neun Monate ausgesteuert war, fehlt es schon am grundsätzlich der Verwaltung obliegenden Nachweis einer im Sinne von Art. 18 Abs. 1 IVG qualitativ und quantitativ hinreichenden Unterstützung bei der Suche einer geeigneten Stelle durch die Organe der ALV (erwähnte Urteile L. vom 29. März 2005 und K. vom 22. Dezember 2004). Im Übrigen bestand kein Rechtsanspruch auf Arbeitsvermittlung in der Arbeitslosenversicherung (AHI 2000 S. 228 [I 404/99] sowie Urteil S. vom 8. Mai 2000 [I 483/99] Erw. 3). Die Vermittlungstätigkeit der IV-Stelle dauerte ab Erlass der Verfügung vom 13. Oktober 2004 bis zur Festanstellung bei der Firma W.________ ab 20. Juni 2005 rund acht Monate. Danach richteten sich die Bemühungen der Verwaltung und der von ihr beigezogenen externen Vermittlungsfirma A.________ auf die Beibehaltung des Arbeitspensums von 100% und später auf die weitere Beschäftigung in diesem Betrieb als Chauffeur bei einem rund hälftigen Arbeitspensum. Ob die in den Verlaufsprotokollen der IV-Stelle und der externen Stellenvermittlungsfirma ausgewiesenen Bemühungen als intensiv zu bezeichnen sind, kann offen bleiben. Entscheidend ist allein, ob Ende Dezember 2005 aufgrund einer prognostischen Beurteilung von weiterer aktiver Unterstützung bei der Suche eines geeigneten Arbeitsplatzes ein weiterer Erfolg erwartet werden konnte. Das kantonale Gericht hat hiezu lediglich festgehalten, in den (einschliesslich der nicht zu berücksichtigenden Zeit vom 15. März 2002 bis 26. Dezember 2003) knapp drei Jahren habe keine geeignete Anstellung gefunden werden können. Diese Feststellung trifft offensichtlich nicht zu. Tatsächlich konnte durch Vermittlung der Firma A.________ im Juni 2005 eine feste 100%-Stelle bei der Firma W.________ gefunden werden. Dass die Arbeit an den Waschautomaten wegen der Hitzeexposition unzumutbar war und deswegen das Pensum ab 20. September 2005 auf 50% reduziert werden musste, war nicht vorhersehbar. Sodann hat die Vorinstanz weitere für die prognostische Beurteilung der Eingliederungswirksamkeit von Arbeitsvermittlung bedeutsame Umstände unberücksichtigt gelassen und den rechtserheblichen Sachverhalt insofern unvollständig und somit für das Eidgenössische Versicherungsgericht nicht verbindlich festgestellt (Art. 105 Abs. 2 OG). Gemäss Verlaufsprotokoll bestand bereits im Oktober 2004 ernsthafter Kontakt zu einer Baufirma. Am 19. Oktober 2004 fand ein Besuch des zuständigen Sachbearbeiters des Fachdienstes Eingliederung der IV-Stelle im Betrieb statt. Es folgten verschiedene Telefongespräche. Erst die Besprechung vor Ort am 14. Januar 2005 ergab ein negatives Ergebnis. Weitere Bemühungen um Vermittlung einer geeigneten Stelle sind für diesen Zeitraum im Übrigen nicht aktenkundig. Dank der hauptsächlich in den Monaten Februar, März und Juni 2005 aktiven Firma A.________ kam es zu drei ernsthaften Kontakten zwischen dem Versicherten und den angefragten Firmen. Dabei kam es beim letzten Betrieb der Wäscherei W.________ nach einem Vorstellungsgespräch und drei Tagen Probearbeit zu einer Festanstellung ab 20. Juni 2005. 5.3 Aufgrund der gesamten Akten kann somit die Gewährung von Arbeitsvermittlung über den 30. Dezember 2005 hinaus unter dem Gesichtspunkt des zu erwartenden Eingliederungserfolges nicht als unverhältnismässig bezeichnet werden. Der vorinstanzlich bestätigte Abschluss dieser beruflichen Eingliedermassnahme durch die IV-Stelle verletzt Bundesrecht.