Citation: 8C_635/2023 E. 7.1

7.1. Hinsichtlich des neurologischen bzw. neuropsychologischen Gesundheitszustands vermerkte das kantonale Gericht, den von der Beschwerdeführerin zum Nachweis einer Verschlechterung angerufenen Bericht der Klinik E.________ vom 14. Juli 2020 habe es bereits im Urteil vom 23. August 2021 berücksichtigt und dargelegt, weshalb sich hieraus keine für die Bejahung eines Rückfalls oder einer Spätfolge notwendige Änderung der Verhältnisse ableiten lasse. Auch die Berichte des Facharztes für Neurologie Dr. med. F.________ deuteten nicht auf eine zwischenzeitliche Verschlechterung. Am 22. November 2021 habe er lediglich die Abklärungen während der ersten zwei Jahre nach dem Unfall und das ZMB-Gutachten vom 5. Februar 2018 kritisiert, wobei mit dem Urteil vom 23. August 2021 auch diesbezüglich eine rechtskräftige Klärung erfolgt sei. Gleiches gelte, soweit Dr. med. F.________ eine Verschlechterung mit dem ebenfalls schon im Zeitpunkt des genannten Urteils vorgelegenen MRI vom 12. Dezember 2018 begründe. Ohnehin spreche Dr. med. F.________ lediglich von einer formalen Befundverschlechterung, ohne zu erwähnen, ob sich diese überhaupt symptomatisch auswirke. Der Umstand, dass er die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin als Klassenassistentin auf 60 % resp. 40 % einschätze, lasse ebenfalls nicht auf einen Rückfall schliessen, denn bereits im ZMB-Gutachten sei die Arbeitsfähigkeit in dieser ohnehin nicht leidensangepassten Tätigkeit auf 50 % geschätzt worden. Die um 10 % abweichende Einschätzung ohne Angaben, inwiefern sich die Beschwerden anders auswirken würden, sei daher unbeachtlich. Die von Dr. med. F.________ im Bericht vom 12. August 2022 vorgenommene diagnostische Zuordnung der Symptome zu einer posttraumatischen Hypersomnie sei schliesslich nicht relevant; entscheidend sei einzig die Auswirkung der Symptome auf die Erwerbsfähigkeit. Die von Dr. med. F.________ geschilderten Einschränkungen (verminderte Leistungsfähigkeit infolge gesteigerter Tagesschläfrigkeit und allgemeine Müdigkeit) seien bereits im ZMB-Gutachten vom 5. Februar 2018 berücksichtigt worden. Den von der Beschwerdeführerin im Übrigen zitierte Bericht der Neuropsychologin G.________ habe sie sodann trotz ihrer Mitwirkungspflicht weder im Verwaltungs- noch im Beschwerdeverfahren vorgelegt. Auf diesbezügliche Weiterungen bzw. eine Edition könne jedoch verzichtet werden, da bereits die von der Beschwerdeführerin zitierten Darlegungen der Neuropsychologin zeigten, dass diese das schlechtere neuropsychologische Untersuchungsergebnis vom 5. August 2021 nicht mit einem zwischenzeitlich verschlimmerten Gesundheitszustand begründe. Vielmehr vertrete sie die Ansicht, die Beschwerden seien bei der Begutachtung durch das ZMB im Jahr 2017 anders erfasst worden, wobei sie als mögliche Erklärung die unterschiedlichen Untersuchungszeitpunkte (Vor- bzw. Nachmittag) in Betracht ziehe. Überdies, so die Vorinstanz, sei die Beschwerdeführerin am 5. August 2021 ohne Ritalineinnahme getestet worden, während aus dem ZMB-Gutachten klar hervorgehe, dass dadurch die Arbeitsfähigkeit gesteigert resp. langfristig stabilisiert werden könne. Die festgestellten Einschränkungen ohne Ritalineinnahme könnten daher nicht ohne Weiteres für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit herangezogen werden. Insgesamt sei ein Rückfall bzw. eine Verschlechterung der Symptomatik mit einem entsprechenden Zusatzbedarf an Heilbehandlung oder einer stärkeren Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit nicht ausgewiesen.