Citation: 4A_516/2018 E. 1.2

1.2. Ob die vorliegende Angelegenheit öffentlich-rechtlicher oder privater Natur ist, hat die Vorinstanz offengelassen. Sie hat immerhin festgehalten, dass sich im vorliegenden Verfahren zwei öffentlich-rechtliche Körperschaften gegenüberstehen. Gemäss Art. 14bis Abs. 1 VG/SG haben Behördemitglieder und Angestellte, die Geld oder Geldeswert verwahren oder verwalten, zur Deckung von Schadenersatz- und Rückgriffsansprüchen aus dem Verantwortlichkeitsgesetz angemessene Sicherheit zu leisten. Gemäss Art. 14ter Abs. 1 lit. a VG/SG kann die öffentlich-rechtliche Körperschaft oder Anstalt die Sicherheitsleistung insbesondere durch Beitritt zu einer Selbsthilfeorganisation öffentlich-rechtlicher Körperschaften und Anstalten, die vom zuständigen Departement anerkannt ist und seiner Aufsicht untersteht, übernehmen. Der Beschwerdegegner hat die Sicherheitsleistung durch Beitritt zur Beschwerdeführerin übernommen. Die Statuten der Beschwerdeführerin als Selbsthilfeorganisation wurden - in Übereinstimmung mit Art. 3 der Verordnung des Kantons St. Gallen über die Sicherheitsleistung von Behördemitgliedern, Beamten und Angestellten (sGS 161.11) - vom Kanton St. Gallen genehmigt. Gemäss dieser Statuten steht die Beschwerdeführerin nur Mitgliedern offen, die - wenn sie nicht ohnehin öffentlich-rechtlich verfasst sind - überwiegend öffentliche Aufgaben erfüllen. Gleichzeitig beruft sie sich jedoch in Art. 1 ihrer Statuten ausschliesslich auf die privatrechtlichen Normen des OR (Art. 828 ff. OR), insbesondere ohne darauf hinzuweisen, sie sei eine öffentlichrechtliche Genossenschaft im Sinne von Art. 829 OR. Der statutarische Zweck der Genossenschaft besteht in der Erbringung von Sicherheitsleistungen nach Massgabe der kantonalen Gesetzgebung, also in der Absicherung rein finanzieller Risiken der Genossenschaftsmitglieder, die sich aus der Amtsausübung ihrer Organe oder Angestellten ergeben. Wie diese Indizien (vgl. dazu FORSTMOSER, in Berner Kommentar, Das Obligationenrecht, Bd. VII, Die Genossenschaft, Systematischer Teil und Art. 828-838 OR, N 23 zu Art. 829 OR) in Anwendung der für die Abgrenzung von Privat- und öffentlichem Recht entwickelten Methoden (vgl. BGE 138 I 274 E. 1.2) zu würdigen sind, kann vorliegend offenbleiben. Da sowohl die Voraussetzungen der Beschwerde in Zivilsachen wie auch der Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten erfüllt sind, ist nicht darüber zu entscheiden, ob die vorliegende Streitsache öffentliches Recht oder Privatrecht beschlägt (vgl. BGE 138 I 167 E. 1.1; 133 I 300 E. 1.2). Die Beschwerde ist folglich - unter Vorbehalt einer hinreichenden Begründung (Art. 42 Abs. 2, 106 Abs. 2 BGG) - zulässig.