Citation: 6B_660/2016 E. 3

Subeventualiter verlangt die Beschwerdeführerin, es sei von einer Bestrafung Umgang zu nehmen. Nach Art. 305 Abs. 2 StGB könne von einer Bestrafung wegen Begünstigung Umgang genommen werden, sofern die Täterin in so naher Beziehung zum Begünstigten stehe, dass ihr Verhalten entschuldbar sei. Entscheidend sei, ob die Tat menschlich verständlich, sogar moralisch gerechtfertigt erscheine. Die Voraussetzungen für eine Strafbefreiung seien vorliegend zweifelsfrei gegeben. Es sei naheliegend, dass der Sohn der Beschwerdeführerin stark unter dem gegen ihn geführten Jugendstrafverfahren gelitten habe und damit sei auch naheliegend, dass die Beschwerdeführerin ihn davor habe schützen und entlasten wollen. Die Annahme der Vorinstanz, wonach die Beschwerdeführerin aus rein egoistischen Gründen gehandelt habe, um im Sorgerechtsstreit gegenüber ihrem geschiedenen Ehemann keinen Nachteil zu erleiden, entbehre jeglicher Grundlage und gehe aus den Untersuchungsakten in keiner Weise hervor. Indem die Vorinstanz keinen Anlass für eine Strafbefreiung sehe, verletze sie die Bestimmung von Art. 305 Abs. 2 StGB.