Citation: U 396/06 16.01.2007 E. 3.3

3.3.1 Die Rechtsprechung unterscheidet zwischen Verletzungen der Halswirbelsäule mit nachweisbaren organischen Schäden und Verletzungen der Halswirbelsäule, welche sich nicht durch den Nachweis organischer Beeinträchtigungen objektivieren lassen. Ein ausgewiesener organischer Gesundheitsschaden im Bereich der Halswirbelsäule, der als natürliche Unfallfolge zu qualifizieren ist, begründet die Haftung des Unfallversicherers. Die Frage, ob die gesundheitlichen Folgen des Unfalles auch in einem adäquaten Kausalzusammenhang mit diesem stehen, spielt in diesen Fällen keine Rolle (vgl. Erw. 2.3 in fine hievor). Demgegenüber wird bei Schleudertraumata der Halswirbelsäule oder äquivalenten Verletzungen, bei welchen keine organische Schädigung objektivierbar ist, der natürliche Kausalzusammenhang bereits gestützt auf das im Anschluss an den Unfall aufgetretene typische Beschwerdebild mit einer Häufung von Beschwerden - wie diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit, Visusstörungen, Reizbarkeit, Affektlabilität, Depression, Wesensveränderung usw. - bejaht (BGE 117 V 360 Erw. 4b). Die natürliche Unfallkausalität beruht hier auf der medizinischen These, dass der Unfallmechanismus bei einem Schleudertrauma der Halswirbelsäule (oder einer diesem äquivalenten Verletzung) zu mit bildgebenden Untersuchungsmethoden nicht fassbaren Mikroverletzungen führt, welche für das konsekutive typische bunte Beschwerdebild ursächlich oder zumindest im Sinne einer Teilursache mitverantwortlich sind (BGE 117 V 363 Erw. 5d/aa). Allerdings wird die Haftung des obligatorischen Unfallversicherers für langdauernde, invalidisierende Gesundheitsschäden, die nach einem Schleudertrauma der Halswirbelsäule (oder einer äquivalenten Verletzung) auftreten, nach Massgabe der die psychischen Unfallfolgen berücksichtigenden Adäquanzprüfung wieder eingeschränkt (BGE 117 V 366 ff. Erw. 6a und b). 3.3.2 Bei den am 26. Juni 2003 im Spital X.________ radiologisch erhobenen somatischen Unfallfolgen handelt es sich um klar fassbare organische Schädigungen der skelettalen Strukturen der Halswirbelsäule. Unmittelbar nach dem Unfall vom 21. April 2003 lag beim Beschwerdeführer das für ein Schleudertrauma der Halswirbelsäule typische, sogenannt "bunte" Beschwerdebild auch nicht teilweise vor. Vielmehr wurden unmittelbar nach dem Unfall - neben einem Hämatom im Bereich der Stirn und einer äusseren Verletzung am rechten Fuss - lediglich Schmerzen in der Nackengegend festgestellt. Gegenüber seinem Hausarzt Dr. med. Z.________ beklagte der Beschwerdeführer zunehmende Sensibilitäts- und motorische Störungen in beiden Armen. Bei allen diesen Beschwerden handelt es sich um spezifische Befunde, die der radiologisch ausgewiesenen organischen Gesundheitsschädigung im Bereich der Wirbelsegmente C6/7 zugeordnet werden können. Ein nicht objektivierbares Beschwerdebild, das ätiologisch nicht den erwähnten Verletzungen hätte zugeordnet werden können, lag nicht vor. Vorinstanz und SUVA haben es daher zu Recht abgelehnt, die Adäquanz der psychischen Unfallfolgen nach den für Schleudertraumata der Halswirbelsäule (oder äquivalente Verletzungen) entwickelten Kriterien zu beurteilen, sondern haben diese zutreffend nach Massgabe von BGE 115 V 133 geprüft und verneint.