Citation: 6B_1375/2019 E. 3.2

3.2. Der Beschwerdeführer rügt, er sei im Alter von zwölf Jahren in die Schweiz eingereist und habe hier mehr Schuljahre als in seinem Heimatland absolviert. Er sei damit in der Schweiz aufgewachsen. Die Vorinstanz habe komplett ausser Acht gelassen, dass er nach seiner Haftentlassung wieder berufstätig und im Arbeitsmarkt integriert sei. Zunächst habe er nur temporäre Anstellungen gefunden, mittlerweile sei er aber fest angestellt. Ebenfalls zahle er regelmässig seine Schulden ab. Damit dies schneller geschehe, habe auch die Ehefrau eine Arbeitsstelle angetreten, trotz zweier Kleinkinder im Alter von fünf und zwei Jahren. Des Weiteren berücksichtige die Vorinstanz nicht, dass die Schulden der Ehefrau erst durch seine Inhaftierung entstanden seien. Die von der Vorinstanz erwähnten Kriterien wie Unterhaltungen in albanischer Sprache, Besuch in der Heimat und Posieren mit dem Wappen des Herkunftslandes dürften sich nicht zu seinem Nachteil auswirken. Hinzuweisen sei auch darauf, dass er nur selten und seiner Frau zuliebe in den Kosovo reise. Zudem lasse die Vorinstanz unbeachtet, dass seine Kernfamilie - Vater und Bruder - zu welcher er seit dem Tod seiner Mutter eine noch engere Beziehung pflege, in der Schweiz lebe und er zu den Verwandten in Kosovo nur wenig und losen Kontakt pflege. Der Beschwerdeführer rügt weiter, die Vorinstanz beachte nicht, dass die ältere Tochter eine Spielgruppe besuche, damit sie die Schweizer Kultur und die Schweizer Sprache erlerne. Er spreche mit ihr zuhause nur Schweizerdeutsch. Beide Kinder seien in der Schweiz geboren und würden den Kosovo nicht kennen. Auch die Ehefrau arbeite an ihrer Integration und besuche Deutschkurse. Er sei für die beiden in der Schweiz integrierten Kinder eine enge Bezugsperson und es sei ihm nicht zuzumuten, die Schweiz zu verlassen. Ohne sein Einkommen würden die Frau und die Kinder armengenössig, denn es sei davon auszugehen, dass er im Kosovo keine Arbeitsstelle finden werde. Die Ehefrau alleine könne den Familienunterhalt nicht bestreiten. Auch das Migrationsamt habe im Schreiben vom 6. Juni 2019 festgehalten, dass eine Wiedereingliederung im Kosovo erschwert sein werde. Es liege schliesslich auch im Interesse der Schweiz, dass er nicht des Landes verwiesen werde. Denn nur wenn davon abgesehen werde, könne er seinen finanziellen Verpflichtungen, die er vornehmlich gegenüber dem Gemeinwesen habe, nachkommen. Unter Abwägung aller vorhandenen Elemente zeige sich, dass ein Härtefall vorliege, weshalb von einer Landesverweisung abzusehen sei. Eventualiter sei diese auf 5 Jahre zu beschränken und auf die Eintragung im Schengener Informationssystem zu verzichten. So wäre dem Schweizer Staat mit der Landesverweisung Genüge getan, gleichzeitig sei aber sichergestellt, dass er sich im Ausland, wo seine Familie wohnhaft sei, eine wirtschaftliche Existenz aufbauen und den Unterhalt seiner Familie bestreiten könne.