Citation: 2C_641/2013 E. 3.4.3

3.4.3. Was Art. 8 EMRK betrifft, kann das Recht auf Achtung des Familienlebens nur angerufen werden, wenn eine staatliche Entfernungs- oder Fernhaltemassnahme gegen eine ausländische Person zur Trennung von Familienmitgliedern führt. Ist es den in der Schweiz anwesenheitsberechtigten Familienmitgliedern "ohne Schwierigkeiten" möglich, mit der ausländischen Person auszureisen, wird der Schutzbereich der genannten Garantie normalerweise nicht berührt (BGE 116 Ib 353 E. 3c S. 357; Urteil 2A.676/2006 vom 13. Februar 2007 E. 3.1); anders kann es sich beim kombinierten Schutzbereich von Privat- und Familienleben verhalten (vgl. BGE 130 II 281 E. 3.2 S. 286 ff.). Erscheint hingegen die Ausreise für die Familienangehörigen nicht von vornherein ohne Weiteres zumutbar (BGE 116 Ib 353 E. 3d S. 358), ist stets eine Interessenabwägung nach Art. 8 Ziff. 2 EMRK geboten, bei der sämtliche Umstände des Einzelfalls zu berücksichtigen sind (vgl. zum Ganzen BGE 137 I 247 E. 4.1.1 S. 249; 135 I 143 E. 2.2 S. 147, 153 E. 2.1 S. 155; Urteile 2C_163/2013 vom 1. Mai 2013 E. 2.1; 2C_639/2012 vom 13. Februar 2013 E. 4.2). Auch in dieser Hinsicht ist der angefochtene Entscheid nicht zu beanstanden: Zwar trifft zu, dass die Ausreise vorliegend für die Familienangehörigen nicht von vornherein ohne Weiteres zumutbar erscheint. Hingegen hat die Vorinstanz die in diesem Fall notwendige umfassende Interessenabwägung korrekt vorgenommen (vorne E. 3.3). Im Lichte des überwiegenden öffentlichen Interesses, den Beschwerdeführer von der Schweiz fernzuhalten, haben die Interessen seiner Ehefrau und seiner Tochter - zu welcher er gemäss der Beschwerdeschrift (S. 7) eine besonders enge Beziehung pflegt, dies (angesichts seines von der Familie getrennten Wohnsitzes) aber in keiner Weise belegt - klarerweise zurückzutreten. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Ehefrau spätestens bei der Zeugung der gemeinsamen Tochter von der schwer wiegenden Delinquenz ihres Ehemannes wissen musste und deshalb nicht damit rechnen durfte, die familiären Beziehungen in der Schweiz leben zu können. Die inzwischen drei Jahre alte Tochter befindet sich zudem noch in einem anpassungsfähigen Alter (vgl. BGE 135 I 143 E. 2.2 S. 147); dies gilt ebenso für den 2006 geborenen vorehelichen Sohn. Mit allfälligen späteren Integrationsschwierigkeiten (a.a.O E. 4.3 S. 152) ist bei ihnen - sollten sie als Schweizer Bürger je ins Land zurückkehren - nicht zu rechnen, zumal zahlreiche Gebiete Chiles notorisch durchaus westeuropäischem Standard entsprechen. Im Übrigen steht die gemeinsame Ausreise im Ermessen der Familie. Entscheidet sich die Ehefrau aufgrund ihres Schweizer Bürgerrechts zum Verbleib im Lande, kann das Familienleben besuchsweise, per Brief, Telefon oder den neueren Kommunikationsmitteln (E-Mail, Skype etc.) gepflegt werden.