Citation: 5P.343/2000 31.10.2000 E. 3

3.- Das Kantonsgericht hält dafür, die Beschwerdeführer würden in ihrer Eingabe vermerken, dass "dieses Schreiben infolge Schalterschlusses der Post nicht mehr eingeschrieben versandt werden könne und unter Beizug eines Zeugen am Abend, jedoch vor 24.00 Uhr, in einen Briefkasten der Post geworfen werde". Dieses "Postskriptum" erfülle die Anforderungen an einen genügend substanzierten Beweisantrag in keiner Weise. Nachdem ihnen bereits bei Abfassung des Schreibens bekannt gewesen sei, dass die Sendung bei der Post nicht mehr während der laufenden Rechtsmittelfrist abgestempelt werde und sie deshalb einen Zeugen für den Nachweis der Fristwahrung beiziehen würden, hätte die Angabe des Namens und der Adresse des Zeugen zur unerlässlichen Substanzierung gehört. Die Beschwerdeführer hätten es aber auch in der Folge unterlassen, den Namen und die Adresse des Zeugen nachzuliefern, obwohl ihnen die Stellungnahmen der Vorinstanz und der Beschwerdegegnerin 2 zur Kenntnis gebracht worden seien, welche beide beantragt hätten, auf die Beschwerde wegen verspäteter Eingabe nicht einzutreten. a) Soweit die Beschwerdeführer dem Obergericht vorwerfen, es habe es unterlassen, von Amtes wegen die Rechtzeitigkeit der Eingabe zu prüfen, ist auf die Beschwerde von vornherein nicht einzutreten. Die Beschwerdeführer nennen keine Norm des kantonalen Rechts, die eine solche Prüfung von Amtes wegen vorschreibt, weshalb die Beschwerde insoweit den Begründungsanforderungen des Art. 90 Abs. 1 lit. b OG nicht zu genügen vermag (BGE 119 Ia 197 E. d S. 201; 120 Ia 369 E. 3a; 123 I 1 E. 4a, mit Hinweisen). Die Verletzung einer eidgenössischen Norm, welche sie übrigens auch nicht nennen, wäre mit Beschwerde an die Schuldbetreibungs- und Konkurskammer des Bundesgerichts zu rügen gewesen (Art. 79 Abs. 1 OG; BGE 102 III 127). b) Die Beschwerdeführer machen sodann geltend, die beschriebene Praxis des Einwurfs der Rechtsschrift in den Briefkasten in Gegenwart von Zeugen sei von ihnen bereits jahrelang gehandhabt worden, wobei noch nie die Rechtzeitigkeit der Eingabe angezweifelt bzw. die Angabe des Zeugen verlangt worden sei. Da das Kantonsgericht über die Rechtzeitigkeit Zweifel hegte, hätte es ihnen dies mitteilen und sie zur Stellungnahme auffordern müssen, zumal gemäss Art. 6 EMRK einer Person alles bekannt zu geben sei, was gegen sie vorgebracht werde. Von vornherein ist fraglich, ob Art. 6 EMRK überhaupt auf diesen Abschnitt des Vollstreckungsverfahrens anwendbar ist (vgl. hiezu immerhin Villiger, Handbuch der europäischen Menschenrechtskommission, 2. Aufl. Zürich 1999, Rz. 390 unter Hinweis auf die neuere Rechtsprechung des Gerichtshofes). Im vorliegenden Fall kann diese Frage allerdings offen bleiben, erweist sich doch die Beschwerde in dieser Hinsicht ohnehin als unbegründet: Soweit die Beschwerdeführer dem Kantonsgericht vorwerfen, es habe den offerierten Zeugen nicht zur Rechtzeitigkeit der Eingabe einvernommen und damit Art. 6 Abs. 1 EMRK verletzt, so scheitert diese Rüge bereits daran, dass sie weder in ihrer Eingabe noch in der Folge seinen Namen und Adresse genannt hatten. Es bleibt daher unerfindlich, wie das Kantonsgericht hätte zur Zeugeneinvernahme schreiten sollen. Zudem wussten die Beschwerdeführer aufgrund der Stellungnahmen um den Umstand, dass die Frage der Rechtzeitigkeit der Eingabe umstritten war, so dass sie allein schon wegen des Grundsatzes von Treu und Glauben gehalten waren, den Zeugen umgehend zu nennen. Sie können daher im Nachhinein dem Kantonsgericht nicht vorwerfen, es habe sie nicht auf die Notwendigkeit des Zeugen aufmerksam gemacht. c) Mit ihrer Rüge rechtsungleicher Behandlung richten sich die Beschwerdeführer nicht gegen den Entscheid des Kantonsgerichts und zeigen damit auch nicht auf, inwiefern die obere kantonale Instanz die Parteien rechtsungleich behandelt haben soll (Art. 90 Abs. 1 lit. b OG; (BGE 119 Ia 197 E. d S. 201; 120 Ia 369 E. 3a; 123 I 1 E. 4a, mit Hinweisen). d) Soweit die Beschwerdeführer schliesslich vorbringen, es sei ihnen unmöglich gewesen, den Zeugen bereits in der Eingabe zu nennen, da er zum Zeitpunkt der Abfassung noch nicht bekannt gewesen sei, so ist damit Willkür nicht darzutun. Wer wie die Beschwerdeführer sich nicht der normalen Postaufgabe bedient, hat auch dafür zu sorgen, dass jemand zur Verfügung steht, der den Einwurf in den Briefkasten umgehend auf dem Umschlag bestätigen kann. Sodann hätten die Beschwerdeführer auch nach Eingang der Stellungnahmen, die sich allesamt auf die Verspätung der Eingabe beriefen, den Zeugen nennen können und müssen; das haben sie nachweislich nicht getan, wobei auch nicht behauptet und belegt worden ist, dass dies nicht möglich gewesen wäre.