Citation: 9C_571/2023 E. 5.1.2

5.1.2. Die Beschwerdeführerin ersuchte am 12. November 2020 um Akteneinsicht, welche ihr am 23. November 2020 gewährt wurde. Spätestens zu diesem Zeitpunkt musste ihr demnach bekannt gewesen sein, dass Dr. med. C.________ auf Vorschlag des Versicherten hin mit der Erstellung eines Gutachtens beauftragt worden war. Vorbehalte gegen die Person des Gutachters oder das Vorgehen bei der Vergabe des Auftrags erhob sie jedoch aktengemäss erstmalig in der Beschwerde an das Versicherungsgericht vom 14. September 2021. Die bundesgerichtliche Rechtsprechung verlangt gestützt auf den auch für Private geltenden Grundsatz von Treu und Glauben und das Verbot des Rechtsmissbrauchs (Art. 5 Abs. 3 BV), dass verfahrensrechtliche Einwendungen so früh wie möglich, das heisst nach Kenntnisnahme eines Mangels bei erster Gelegenheit, vorzubringen sind. So sind etwa verspätet erhobene Ausstandsgründe nicht zu berücksichtigen respektive verwirkt (BGE 143 V 66 E. 4.3 mit Hinweisen). Da die Beschwerdeführerin ihre Rügen betreffend die Gutachtenvergabe erst rund zehn Monate nachdem sie davon erfahren hatte vorbrachte, sind sie aufgrund der Verspätung nicht mehr zu prüfen.