Citation: 4A_527/2014 E. A

B.________ (Arbeitnehmer und Beschwerdegegner) war ab 1. Oktober 2009 bei der C.________ AG als Devisenhändler tätig. Obwohl er mit der C.________ AG einen zweijährigen Arbeitsvertrag abgeschlossen hatte, wechselte er zusammen mit seinem Vorgesetzten D.________ per 1. Februar 2010 für eine Dauer von mindestens zwei Jahren zur A.________ S.A. (Arbeitgeberin und Beschwerdeführerin). Grundlage bildete ein im Dezember 2009 zwischen B.________ und der A.________ S.A. geschlossener, undatierter Arbeitsvertrag ("addendum to our offer of employment dated December 7th 2009"). B.________ wurde mit einer Provision von 50 % auf den von ihm erzielten Netto-Brokergebühren, minimal jedoch mit Fr. 35'000.-- brutto pro Monat, und mit einem - während des ersten halben Jahres garantierten und während des zweiten halben Jahres von einer befriedigenden Arbeitsleistung abhängig gemachten - Bonus von Fr. 50'000.-- netto pro Quartal entlöhnt. Die Arbeitgeberin verpflichtete sich zudem in Ziffer 4 des Arbeitsvertrags, eine allfällige durch den vorzeitigen Weggang von der C.________ AG verursachte finanzielle Einbusse auszugleichen. Die A.________ S.A. überwies B.________ zwischen 25. Februar und 20. Mai 2010 insgesamt Fr. 270'000.-- brutto (davon als erste Zahlung Fr. 132'800.-- netto am 25. Februar 2010) als "compensation for loss of participation" (nachfolgend: Kompensationszahlung). Vom 28. März bis 19. Juni 2011 war B.________ krankheitshalber zu 100 % arbeitsunfähig. Mit Schreiben vom 10. Juni 2011 hatte er die Arbeitgeberin aufgefordert, ihm ausstehenden Lohn, fällige Boni sowie Spesen in der Höhe von Fr. 243'141.-- zuzüglich Zins bis spätestens 17. Juni 2011 zu bezahlen, und setzte sie darüber in Kenntnis, dass er voraussichtlich ab 20. Juni 2011 wieder arbeitsfähig sei. Am 16. Juni 2011 teilte die A.________ S.A. ihm mit, sie annulliere den Arbeitsvertrag ("cancel the contract as from its origin"), weil der Arbeitnehmer sie durch falsche Angaben über einen angeblichen Beteiligungsverlust von rund Fr. 200'000.-- wegen Verlassens der letzten Arbeitgeberin zum Vertragsschluss verleitet habe. Nachdem B.________ ihr am 20. Juni 2011 mitgeteilt hatte, er fasse ihr Verhalten als fristlose Kündigung auf, hielt sie am 22. Juni 2011 schriftlich fest, dass sie den Arbeitsvertrag nicht gekündigt, sondern annulliert habe.