Citation: 1F_1/2024 E. 3

3. Die Revision eines Entscheids des Bundesgerichts kann verlangt werden, wenn einzelne Anträge unbeurteilt geblieben sind (Art. 121 lit. c BGG). Das Bundesgericht hat die Anträge der Parteien zu behandeln, sofern sie gesetzeskonform gestellt werden. Der Revisionsgrund von Art. 121 lit. c BGG setzt mithin voraus, dass das Bundesgericht noch über ein Rechtsbegehren insgesamt befinden muss (Urteil 5F_37/2020 vom 1. März 2021 E. 2.2 mit Hinweis). Zuweilen kann sich jedoch aus der Begründung eines Urteils ergeben, dass das Bundesgericht ein bestimmtes Begehren negativ oder positiv beantwortet hat, ohne dies ausdrücklich festzuhalten (Urteil 8F_2/2013 vom 19. Juli 2013 E. 6.1 mit Hinweis; ELISABETH ESCHER, in: Basler Kommentar, Bundesgerichtsgesetz, 3. Aufl. 2018, N. 8 zu Art. 121 BGG). Behandelt das Bundesgericht einen Antrag in diesem Sinne stillschweigend, setzt es keinen Revisionsgrund (vgl. bereits BGE 101 Ib 220 E. 2 zum gleichlautenden Art. 136 lit. c OG; CHRISTIAN DENYS, in: Commentaire de la LTF, 3. Aufl. 2022, N. 18 zu Art. 121 BGG; NIKLAUS OBERHOLZER, in: Bundesgerichtsgesetz [BGG], 2. Aufl. 2015, N. 20 zu Art. 121 BGG). Somit gilt ein Antrag als unbeurteilt, wenn mit triftigen Gründen angenommen werden kann, das Gericht habe es tatsächlich unterlassen, über das Begehren zu entscheiden, sei es, weil es diesen Punkt bei der Urteilsfällung überhaupt ausser Acht gelassen hat, sei es, weil es irrtümlich davon ausging, der fragliche Antrag sei nicht gestellt worden (vgl. Urteile 2F_25/2022 vom 17. August 2022 E. 2.2.1; 5F_37/2020 vom 1. März 2021 E. 2.2; OBERHOLZER, a.a.O., N. 20 zu Art. 121 BGG; ferner zum alten Recht BGE 114 Ia 332 E. 2a).