Citation: 1P.628/2000 20.10.2000 E. 4

4.- Der Beschwerdeführer bestreitet das Vorliegen einer genügenden Fluchtgefahr. Das Bundesgericht hat am 6. Juli 2000 entschieden, dass damals die drohende Freiheitsstrafe zusammen mit weiteren Umständen für die Gefahr einer Flucht sprach. Zumal der Beschwerdeführer dies nicht mehr kritisiert, kann für die Voraussetzungen einer Annahme von Fluchtgefahr und für die Indizien, die für eine Flucht des Beschwerdeführers sprechen, auf den damaligen Entscheid verwiesen werden. Der Beschwerdeführer wendet jedoch ein, seit dem Entscheid vom 6. Juli 2000 würden neue Gründe gegen die Gefahr einer Flucht sprechen. a) Zunächst macht der Beschwerdeführer geltend, da weitere drei Monate vergangen seien, spreche die ihm heute drohende restliche Freiheitsstrafe nicht mehr für seine Flucht, wenn man die vom Bezirksgericht verhängte Strafe und die Möglichkeit einer bedingten Entlassung berücksichtige. Zwar nimmt die Bedeutung der drohenden Strafe als Motiv für eine Flucht mit andauernder Haft ab, die auf die Freiheitsstrafe angerechnet wird (vgl. Urteil des EGMR i.S. W. c. Schweiz vom 26. Januar 1993, Serie A, Band 254A, S. 33 mit Hinweisen). Wenn man von der Freiheitsstrafe ausgeht, zu welcher der Beschwerdeführer vom Bezirksgericht verurteilt wurde, hätte er jedoch heute noch die Hälfte der Strafdauer, und zwar 15 Monate Freiheitsentzug vor sich. Eine solche Strafdauer bleibt ein wichtiges Fluchtmotiv für einen Sicherheitsgefangenen, der sich objektiv auch ins Ausland absetzen kann und dort nahe persönliche Bindungen hat. Vorstehend wurde erläutert, warum die Möglichkeit einer bedingten Entlassung vorderhand noch nicht berücksichtigt zu werden braucht (vgl. vorne E. 3b/aa). Im Übrigen könnte auch ein verbleibender Freiheitsentzug von fünf Monaten Motiv für eine Flucht sein. Bei diesem Ergebnis stellt die dem Beschwerdeführer nach dem bezirksgerichtlichen Urteil drohende restliche Freiheitsstrafe weiterhin einen Fluchtanreiz dar, und es kann offen bleiben, ob auch die Aussicht auf die Möglichkeit eines Erfolgs der Berufung der Staatsanwaltschaft einen zusätzlichen Fluchtanreiz bildet. b) Als weiteres Argument dafür, dass entgegen der im Entscheid des Bundesgerichts vom 6. Juli 2000 beurteilten Lage keine genügende Gefahr mehr bestehe, dass er die Freiheit zur Flucht benützen würde, bringt der Beschwerdeführer vor, dass er eine Arbeitsstelle gefunden habe. Er legt sogar einen Arbeitsvertrag vor. In seinem letzten Entscheid hat das Bundesgericht die Fluchtgefahr jedoch nicht darauf gestützt, dass der Beschwerdeführer in der Schweiz keine Arbeit und kein Einkommen hätte, sondern auf zahlreiche Bindungen an sein anderes Heimatland, die Dominikanische Republik. Dass der Beschwerdeführer in der Schweiz auch aus dem Gefängnis heraus eine Arbeitsstelle gefunden hat, zeigt zwar seinen Willen, mit seinem Arbeitsverdienst für sich und seine Familie zu sorgen, ändert aber nichts an der Möglichkeit, dies auch in der Dominikanischen Republik zu tun und an den zahlreichen Anreizen zu einer Flucht dorthin.