Citation: K 107/99 19.12.2001 E. 3

3.- a) Die Krankenkasse verneint von vornherein jegliche Leistungspflicht gestützt auf das Krankenversicherungsgesetz, da die diagnostizierte Mundschleimhauterkrankung "lichen ruber mukosae" mit lokalem Übergang in Präkanzerose eine Erkrankung des Kausystems darstelle, die jedoch in der abschliessenden Aufzählung von Art. 17 KLV, insbesondere in Art. 17 lit. c Ziff. 1 und 2 KLV nicht enthalten sei. Auch in den abschliessenden Aufzählungen von Art. 18 und 19 KLV sei das Leiden nicht erwähnt, wobei diese Bestimmungen vorliegend ohnehin nicht anwendbar seien. Was sodann die Erfordernisse der Wirksamkeit, Zweckmässigkeit und Wirtschaftlichkeit gemäss Art. 32 KVG anbelange, sei zu betonen, dass der Zusammenhang zwischen den Amalgamfüllungen und der Schleimhauterkrankung nicht mit dem Grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit wissenschaftlich erwiesen sei. b) Die Beschwerdeführerin macht im Wesentlichen geltend, bei der Präkanzerose sei ein Mehr an Zellschichten der Mundschleimhaut festzustellen, sodass die Krankheit den Tumoren oder tumorähnlichen Veränderungen zuzurechnen sei, wobei deren Art irgendwo zwischen gutartig und maligne anzusiedeln sei. Das Krankenversicherungsgesetz schliesse neu sodann auch die zahnärztliche Leistung zur Behandlung und zur Vorbeugung einer schweren Allgemeinerkrankung ein. Präkanzerose als Vorstufe zu Krebs sei eine schwere Allgemeinerkrankung. Die Behandlung im vorliegenden Fall sei schliesslich wirksam, zweckmässig und wirtschaftlich. c) Die Vorinstanz hat gestützt auf die medizinischen Akten festgestellt, dass es sich bei der Mundschleimhauterkrankung "lichen ruber mukosae" mit lokalem Übergang in Präkanzerose um eine Erkrankung des Kausystems handle. Da die "lichen ruber mukosae" in Art. 17 KLV nicht erwähnt sei und die Präkanzerose per definitionem weder einen gutartigen noch einen malignen Tumor und auch keine tumorähnliche Veränderung darstelle, seien beide Erkrankungen nicht als schwer im Sinne von Art. 17 KLV zu qualifizieren. Damit entfalle eine Leistungspflicht gestützt auf Art. 31 Abs. 1 lit. a KVG. Die Erkrankung der Beschwerdeführerin sei sodann auch in Art. 18 KLV weder erwähnt, noch könne sie einer der darin genannten Erkrankungen zugerechnet werden. Art. 19 KLV schliesslich, bei welchem die zahnärztliche Behandlung notwendiger Bestandteil der Therapie einer schweren Allgemeinerkrankung sei, sehe nur die Strahlen- oder Chemotherapie maligner Leiden vor. Da Präkanzerose somit auch keine schwere Allgemeinerkrankung im Sinne von Art. 18 und 19 KLV sei, stelle die vorgenommene Behandlung keine Pflichtleistung der obligatorischen Krankenpflegeversicherung dar.