Citation: C 196/03 26.08.2004 E. 4

4.1 Wie in Erw. 2 hievor dargelegt, soll der Verwaltung - aus Gründen der Rechtsgleichheit (Art. 8 Abs. 1 BV) - für ein voraussetzungsloses Zurückkommen auf eine faktische Verfügung kein längerer Zeitraum zur Verfügung stehen als bei entsprechender formeller Verfügung. Die von der Behörde einzuhaltende Zeitspanne, die der jeweiligen Rechtsmittelfrist bei formellen Verfügungen entspricht, beginnt mit der Eröffnung der faktischen Verfügung, wobei nach einem allgemeinen prozessrechtlichen Grundsatz der Tag der Eröffnung für den Fristenlauf nicht mitgezählt wird (BGE 125 V 39 Erw. 4a am Anfang; Poudret/ Sandoz-Monod, Commentaire de la loi fédérale d'organisation judiciaire, Bd. 1, N. 2.1 zu Art. 32). Die Frist ist eingehalten, wenn spätestens an ihrem letzten Tag die Rückkommens- und Rückerstattungsverfügung ergangen und versendet, d.h. aus dem Gewahrsam der Verwaltung entlassen und der Post zuhanden des Adressaten übergeben worden ist. Damit ist gewährleistet, dass der Behörde für das Zurückkommen auf eine faktische Verfügung und die sich daraus ergebende Rückforderung der gesamte der Rechtsmittelfrist bei formellen Verfügungen entsprechende Zeitraum zur Verfügung steht. Entgegen der in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde offenbar vertretenen Auffassung braucht die Eröffnung der Rückforderungsverfügung, d.h. ihre ordnungsgemässe Zustellung nicht auch noch innert der der Rechtsmittelfrist analogen Zeitspanne zu erfolgen. Die Einhaltung dieser Frist als Obliegenheit der Verwaltung ist somit allein von deren Handlung abhängig, nicht jedoch von Umständen postalischer Natur oder vom Verhalten des Verfügungsadressaten, auf welche die Behörde keinen Einfluss nehmen kann (vgl. BGE 119 V 96). 4.2 Die Vorinstanz hat im angefochtenen Entscheid zutreffend angenommen, dass die ohne Zustellnachweis versandte, den Monat Oktober 2002 betreffende Bezügerabrechnung vom 13. November 2002 (frühestens) am folgenden Tag beim Beschwerdeführer einging. Die der 30-tägigen Beschwerdefrist gemäss Art. 103 Abs. 3 erster Satz AVIG entsprechende Zeitspanne begann nach dem hievor Gesagten am 15. November 2002 und endete, da der letzte Tag (14. Dezember 2002) auf einen Samstag fiel, frühestens am Montag, dem 16. Dezember 2002 (Art. 1 des Bundesgesetzes vom 21. Juni 1963 über den Fristenlauf an Samstagen [SR 173.110.3]). Die Rückerstattungsverfügung vom 12. Dezember 2002 wurde laut Poststempelaufdruck auf dem zugehörigen Briefumschlag am 13. Dezember 2002, mithin innert des der Rechtsmittelfrist entsprechenden Zeitraums gemäss vorstehenden Erwägungen, der Post übergeben. Die Rückforderung (der formlos zugesprochenen) zu Unrecht bezogenen Taggeld(-Differenz)betreffnisse für den Monat Oktober 2002 in Höhe von Fr. 204.30 kann demnach ebenfalls ohne Bindung an die Voraussetzungen der Wiedererwägung oder der prozessualen Revision erfolgen.