Citation: 6B_82/2018 E. 3.2

3.2. Die Vorinstanz erwägt, das Gutachten von Dr. med. G.________ stelle eine sachverständige Begutachtung im Sinne von Art. 56 Abs. 3 StGB dar. Der Beschwerdeführer sei entsprechend den bundesgerichtlichen Vorgaben begutachtet worden. Die psychiatrischen Untersuchungen hätten am 14. und 28. Februar 2017 stattgefunden. Dem Gutachter hätten die Akten des Strafverfahrens vorgelegen. Die relevanten Unterlagen seien im Gutachten gewürdigt worden. Dass der Sachverständige keine Fremdanamnese erhoben habe, sei ihm nicht vorzuwerfen. Aus den Befragungen der Familienmitglieder im Strafverfahren gehe ausreichend hervor, wie diese den Beschwerdeführer zur Tatzeit wahrgenommen hätten. Die gutachterlichen Abklärungen hätten ergeben, dass der Beschwerdeführer zum Zeitpunkt der Taten an einer kombinierten Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F61.0) mit emotional instabilen (impulsiven), narzisstischen und histrionischen Anteilen gelitten habe. Die Taten des Beschwerdeführers würden damit aber nicht in einem Zusammenhang stehen. Aus Sicht des Gutachters ergäben sich keine Anhaltspunkte, dass der Beschwerdeführer zur Tatzeit in seiner Einsichts- oder Steuerungsfähigkeit vermindert gewesen sei (Urteil E. III.5.c f. S. 31). In der Folge setzt sich die Vorinstanz mit den zahlreichen Gutachten auseinander, die in der Vergangenheit im Straf- und im IV-Verfahren über den Beschwerdeführer erstellt wurden (Urteil E. III.5d/cc S. 33 ff.). In Würdigung des aktuellen Gutachtens führt sie aus, dieses nehme Stellung zu der von der Verteidigung mittels Arztberichten ins Feld geführten Diagnose der paranoiden Schizophrenie. Der gerichtliche Sachverständige habe ausgeführt, dass die Frage differentialdiagnostisch äusserst schwierig sei. Das beobachtbare Verhalten anlässlich der gutachterlichen Untersuchungen lasse den Verdacht auf das Vorliegen einer Schizophrenie nicht gänzlich von der Hand weisen. Allerdings müsse festgehalten werden, dass das beobachtbare Verhalten aus gutachterlicher Sicht atypisch für eine paranoide Schizophrenie gewesen sei. Der Beschwerdeführer habe nicht das für Schizophrene in aller Regel typische distanzierte Misstrauen beziehungsweise die Gespannt- und/oder die Gereiztheit gezeigt. Sodann habe der Gutachter auf die Hinweise früherer Sachverständiger verwiesen, wonach die Symptomvalidierung auffällig gewesen sei und Aggravation sowie Simulation von kognitiven Beschwerden vermutet worden sei. Der zeitliche Referenzpunkt der Begutachtung stelle zudem das Jahr 2009 dar. Dabei würden die Informationen aus den Akten keine Anhaltspunkte ergeben, dass der Beschwerdeführer zum damaligen Zeitpunkt an einer paranoiden Schizophrenie oder an einer anderen Störung aus dem Spektrum der F2-Störungen gelitten habe. Die kombinierte Persönlichkeitsstörung habe zu diesem Zeitpunkt bereits vorgelegen, jedoch noch nicht im heutigen Ausprägungsgrad. Die Lebensbedingungen des Beschwerdeführers in den letzten Jahren seien gezeichnet gewesen von diversen psychosozialen Belastungsfaktoren, die sich insgesamt sehr ungünstig auf die bereits bestehende Störung in der Persönlichkeitsstruktur auswirken würden (Urteil E. III.5.d/dd S. 36 f.). Die Vorinstanz erwägt, die gutachterlichen Ausführungen würden dadurch bestätigt, dass sich im Strafverfahren keine Anhaltspunkte für eine Schizophrenie des Beschwerdeführers gezeigt hätten. Die Tat lasse sich in die Entwicklung der familiären Umstände einbetten und erscheine nicht wesensfremd. Die Aussagen des Beschwerdeführers seien insofern konstant gewesen, als dass er die Verantwortung für sein Handeln anderen Familienmitgliedern habe zuschieben wollen. Wahnhafte Elemente fänden sich in seinen Aussagen keine. Weder die Kinder noch die frühere Ehefrau hätten von einem wesensfremden, in sich widersprüchlichen Verhalten des Beschwerdeführers während der Tat berichtet. Der Verdacht auf Aggravation und Simulation von Defiziten erscheine aufgrund des Gesagten nachvollziehbar. In einer Gesamtbetrachtung scheine den sich wandelnden Defiziten des Beschwerdeführers ein zielgerichtetes Vorgehen zu Grunde zu liegen. Der Beschwerdeführer versuche die Verantwortung für sein Handeln nicht nur anderen Personen, sondern auch einer Krankheit zuzuschieben. Dies sei wohl Ausdruck seiner Persönlichkeitsstörung. Die Diagnose der Schizophrenie habe der gerichtliche Sachverständige aber nachvollziehbar nicht bestätigt. Die vom Beschwerdeführer angeführte Kritik verschiedener Ärzte verfange nicht (Urteil E. III.5.d/ee S. 37 f.). Auch hinsichtlich der Frage der Einsichts- und Steuerungsfähigkeit erachtet die Vorinstanz die Schlussfolgerungen des Sachverständigen als schlüssig sowie überzeugend, da sie sich mit dem aktenmässig erstellten Verhalten des Beschwerdeführers deckten. Dessen Kritik an der gutachterlichen Einschätzung sei unbegründet (Urteil E. III.5.d/ff S. 39 f.).