Citation: 5A_299/2020 E. 3.3

3.3. Die Beschwerdeführerin erblickt die Verletzung von Art. 34 Ziff. 2 LugÜ im Wesentlichen in der missverstandenen Überprüfungsbefugnis des Obergerichts als Anerkennungsgericht. Das Obergericht dürfe nicht alle Erkenntnisse und Erwägungen des Sachgerichts ausser Acht lassen. Aus dem englischen Sachurteil ergebe sich "in konziser Weise", weshalb der Einbezug der Beschwerdegegnerin in das Scheidungsverfahren erfolgte: Der englische Richter verpflichtete sie für die finanziellen Folgen des Scheidungsurteils mit, da es bei ihr nach seinen verbindlichen Sachverhaltsfeststellungen um das alter ego des beklagten Ehemannes handelte. Die tatsächlichen Feststellungen und rechtlichen Schlüsse des englischen Gerichts zur Beschwerdegegnerin als alter ego, welche den Durchgriff nicht nur in der Sache, sondern auch in der Zustellung rechtfertige, seien für das schweizerische Gericht im Anerkennungsstaat verbindlich; alles andere laufe auf eine gemäss Art. 45 Ziff. 2 LugÜ verbotene révision au fond hinaus.