Citation: I 898/05 08.05.2006 E. 3.1

3.1.1 Hinsichtlich der psychiatrischen Anamnese steht gestützt auf die medizinischen Akten fest, dass beim Versicherten erstmals 1973 - er war in der Folge im Jahre 1975 während längerer Zeit in der Psychiatrischen Klinik Y.________ hospitalisiert - sowie in den Jahren 1989/1990 depressive Episoden aufgetreten waren, die jedoch jeweils wieder bis zur vollständigen Remission abklangen. Mitte 2000 kam es auf Grund von zur Hauptsache durch Umstrukturierungen bedingten verstärkten Anforderungen am Arbeitsplatz erneut zu einer depressiven Phase, von welcher sich der Beschwerdeführer nach einer längeren ambulanten Therapie in Form einer integrierten psychiatrischen Massnahme - neben einer medikamentösen Unterstützung wurden supportive therapeutische Gespräche geführt - aber ebenfalls wieder vollständig erholte (vgl. Berichte der Dres. med. I.________ und U.________ vom 3. Februar 1975, der Psychiatrischen Klinik X.________ vom 13. Oktober 2000 und 28. Oktober 2002, des Dr. med. K.________ vom 23. September 2002 und 15. November 2004, des Dr. med. M.________ vom 9. November 2004 sowie des Dr. med. E.________ vom 14. November 2004). Im Sommer 2002 begab er sich - als Folge der beruflichen Belastungssituation - abermals in ambulante Behandlung in die Psychiatrische Klinik X.________. Die ihn betreuende Frau Dr. med. N.________ diagnostizierte in ihrem Bericht vom 11. Juli 2003 eine schwere depressive Episode mit psychotischen Symptomen (ICD-10: F32.3) und bescheinigte dem Versicherten eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für die Zeit vom 10. Juli 2002 bis 4. Februar 2003 sowie eine solche von 50 % ab 5. Februar 2003 bis auf weiteres. Im Sommer 2004 meldete der Beschwerdeführer sich bei Dr. med. H.________, worauf sich, nach erneuter psychiatrischer Behandlung, Ende Juni 2005 insoweit eine Besserung des psychischen Zustandes einstellte, als der Versicherte seine ab 1. Januar 2005 auf ein 40 %-Pensum reduzierte Anstellung bei der Firma Q.________ wieder aufnehmen konnte (Bericht des Dr. med. H.________ vom 10. Oktober 2005). 3.1.2 Daraus erhellt, dass es in den Jahren 1973 bis 2005 insgesamt zu fünf ausgeprägteren depressiven Episoden mit teilweise mehrmonatiger Arbeitsunfähigkeit gekommen war. Unter psychiatrischer Therapierung erfolgte indessen in den ersten drei Fällen jeweils sukzessive eine vollständige Remission der depressiven Entwicklung und der damit verbundenen Symptome. Erst die im Jahre 2002 aufgetretene erneute Episode erscheint dauerhafte gesundheitliche Probleme zu zeitigen. Obgleich der Beschwerdeführer somit zwar schon seit über dreissig Jahren an zeitweise manifesten psychischen Gesundheitsstörungen leidet, kann aus den ärztlichen Akten entgegen den Ausführungen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde nicht geschlossen werden, dass ab Mitte Oktober 1990 eine andauernde 25%ige Leistungsverminderung bestanden haben soll. Vielmehr geht daraus hervor, dass beim Versicherte über längere Phasen hinweg (1973/1975 bis 1989/1990, 1989/1990 bis 2000) - wenn überhaupt - lediglich ein latent vorhandenes psychisches Beschwerdebild bestanden hat, das aber mit keinen grösseren beruflichen Ausfällen verbunden war. Erst als Folge der Mitte 2000 intensivierten beruflichen Anforderungen am Arbeitsplatz verstärkte sich die psychische Belastungssituation und mündete letztendlich - ab Juli 2002 - in eine offenbar bleibende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Die Zusammenstellung der "Arbeitsunfähigkeit W._________" vom 2. Oktober 1990, wonach "ca. ab 17.10.90" eine 25%ige Arbeitsunfähigkeit vorliege, kann mangels Kenntnis der Urheberschaft sowie zufolge Fehlens von näheren Erläuterungen nicht als beweiskräftig erachtet werden. Entgegen der Feststellung des Arbeitgebers in dessen Schreiben vom 1. April 2004 lässt sich allein gestützt darauf nicht schlussfolgern, dass ab Oktober 1990 dauerhaft eine 25%ige Einschränkung des Leistungsvermögens bestanden haben sollte. Ebenso wenig kann dies der schriftlichen Auskunft des ehemaligen Vorgesetzten des Beschwerdeführers vom 10. November 2004 entnommen werden, wonach der Versicherte im Zeitraum von 1981 bis 1993 nicht in der Lage gewesen wäre, seiner angestammten Tätigkeit im Rahmen eines Vollpensums nachzugehen. Die entsprechende Aussage erscheint, zumal der Versicherte während dieser Jahre, jedenfalls aber ab 1984, nur zu 80 % gearbeitet hatte und Angaben darüber, ob auch ein höherer Beschäftigungsgrad realistisch gewesen wäre, spekulativ anmuten, als zu pauschal und werden insbesondere auch durch keine ärztlichen Angaben belegt. Zusammenfassend kann demnach davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer gesundheitlich über längere Zeiträume in der Lage gewesen wäre, eine - wenn auch möglichst stressfreie - Anstellung im Rahmen eines 100 %-Pensums zu bewältigen. 3.2 Der Versicherte ist seit 1. Mai 1980 als Fotograf bzw. als Fotolaborant/Fotofinisher bei der Firma Q.________ tätig. Vom 1. Januar 1984 bis Ende 2004 basierte dieses Arbeitsverhältnis auf einem Beschäftigungsgrad von 80 % (Berichte des Arbeitgebers vom 5. Mai 2003, 1. April 2004 und 4. Oktober 2005). 3.2.1 Die Teilzeitanstellung war zufolge Arbeitgeberbericht vom 5. Mai 2003 "auf eigenen Wunsch und aus Kapazitätsgründen" erfolgt. Am 1. April 2004 wurde diese Aussage insofern präzisiert, als die Tatsache des 80 %-Pensums "nicht funktions- sondern kapazitätsbedingt" gewesen sei, was der Beschwerdeführer akzeptiert habe, obwohl er gerne vollzeitlich gearbeitet hätte. Der Versicherte führte alsdann vor- wie letztinstanzlich aus, sich immer wieder bemüht zu haben, sein 80 %-Pensum mit privaten Aufträgen oder einem 20 %-Pensum zu ergänzen; dies sei ihm aber aus arbeitsmarktlichen Gründen nicht gelungen. 3.2.2 Der Beschwerdeführer hätte nach dem hievor Gesagten aus gesundheitlicher Optik über längere Zeiträume hinweg einer Vollzeittätigkeit nachgehen können. War ihm dies aus Gründen des Arbeitsmarktes - unfreiwillig - verwehrt oder verzichtete er zu Gunsten der ihm offenkundig während einer langen Dauer zusagenden 80 %-Stelle bei der Firma Q.________ aus freien Stücken darauf, eine andere, 100 %-Tätigkeit anzunehmen, hat dafür - wie das kantonale Gericht richtig erkannt hat - nicht die Invalidenversicherung aufzukommen (BGE 131 V 53 Erw. 5.1.2 mit Hinweisen). Dies gilt jedoch nur unter der Voraussetzung, dass der Versicherte in den verbleibenden 20 % nicht in einem anderen Aufgabenbereich gemäss Art. 8 Abs. 3 ATSG in Verbindung mit Art. 27 Abs. 2 IVV (in der vom 1. Januar bis 31. Dezember 2003 in Kraft gestandenen Fassung [nachfolgend: alt Art. 27 IVV]) bzw. - seit 1. Januar 2004 - Art. 27 IVV tätig war. Die Reduktion des zumutbaren erwerblichen Arbeitspensums ist für die Invaliditätsbemessung nur unter der Bedingung bedeutungslos - und führt zur Anwendung der allgemeinen Einkommensvergleichsmethode -, wenn die dadurch frei gewordene Zeit nicht für eine Tätigkeit in einem Aufgabenbereich nach Art. 8 Abs. 3 ATSG in Verbindung mit alt Art. 27 Abs. 2 IVV bzw. Art. 27 IVV verwendet wird (BGE 131 V 53 f. Erw. 5.1.2 und 5.2 mit Hinweisen).