Citation: I 112/07 25.01.2008 E. 4

Zu prüfen ist, ob das kantonale Gericht die Ansprüche des Versicherten auf rechtliches Gehör und rechtsgleiche Behandlung verletzt hat, indem es in genereller Weise die möglichen inkontinenzbedingten Geruchsemissionen nicht als Hinderungsgrund für die berufliche Wiedereingliederung erachtete. 4.1 Der in Art. 29 Abs. 2 BV gewährleistete Anspruch auf rechtliches Gehör verlangt, dass die Behörde die Vorbringen des vom Entscheid in seiner Rechtsstellung Betroffenen auch tatsächlich hört, prüft und in der Entscheidfindung berücksichtigt (BGE 124 I 49 E. 3a S. 51 und 241 E. 2 S. 242, je mit Hinweisen). Die Begründungspflicht und der Anspruch auf Begründung sind nicht bereits dadurch verletzt, dass sich die urteilende Behörde nicht mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt. Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Punkte beschränken (vgl. BGE 126 I 97 E. 2b S. 102; 124 II 146 E. 2a S. 149; 124 V 180 E. 1a S. 181; 123 I 31 E. 2c S. 34; 121 I 54 E. 2c S. 57, je mit Hinweisen). Keine Verletzung des rechtlichen Gehörs liegt vor, wenn ein Gericht auf die Abnahme beantragter Beweismittel verzichtet, weil es auf Grund der bereits abgenommenen Beweise seine Überzeugung gebildet hat und ohne Willkür in vorweggenommener Beweiswürdigung annehmen kann, dass seine Überzeugung durch weitere Beweiserhebungen nicht geändert würde (BGE 131 I 153 E. 3 S. 157; 130 II 425 E. 2.1 S. 428; 124 I 208 E. 4a s. 211, je mit Hinweisen). Nach dem in Art. 8 Abs. 1 BV verankerten allgemeinen Rechtsgleichheitsgebot ist Gleiches nach Massgabe seiner Gleichheit gleich oder Ungleiches nach Massgabe seiner Ungleichheit ungleich zu behandeln (vgl. BGE 131 I 1 E. 4.2 S. 6 f.). Für die Rechtsanwendung bedeutet dies insbesondere, dass die zuständige Behörde das Gesetz in allen gleichgelagerten Fällen in gleicher Weise anwendet (BGE 129 I 113 E. 5.1 S. 125 f.). 4.2 In der "Situationsabklärung" vom 23. Dezember 2005 begründete die Firma P.________ die ihrer Ansicht nach unrealistische Eingliederung des Versicherten in der freien Wirtschaft mit dem erforderlichen Wechsel des Urinsackes, den Intimreinigungen in "Notfällen" sowie mit dem wahrnehmbaren Geruch infolge Urin- und Stuhlinkontinenz. Wenn die Vorinstanz in Würdigung dieser Einschätzung zum Ergebnis gelangte, auf die allgemein gehaltenen Angaben der Firma P.________ könne nicht abgestellt werden, weil die darin beschriebenen Probleme eine besondere Beurteilung des Beschwerdeführers gegenüber anderen Tetraplegikern nicht rechtfertige, ist diese Beweiswürdigung weder willkürlich noch verletzte das kantonale Gericht dadurch den Anspruch des Beschwerdeführers auf rechtliches Gehör. Es entspricht einer Erfahrungstatsache, dass Verletzungen des Rückenmarks in vielen Fällen zu Funktionsstörungen der Blase und des Blasenschliessmuskels wie auch zu Störungen der Darmfunktion führen (vgl. Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen, Stuttgart/New York 2006, S. 885), so dass die Vorinstanz kein Bundesrecht verletzte, wenn sie in diesen bei Tetraplegikern weit verbreiteten Problemen keinen Grund sah, welcher der beruflichen Wiedereingliederung des Beschwerdeführers (grundsätzlich) entgegen steht. Die ein- bis zweimal wöchentlich auftretende Stuhl- und Harninkontinenz bezeichnete Herr F.________ zwar als unüblich (Zeugenbefragung vom 3. Oktober 2006); sie führte indessen während der Ausbildung und insbesondere auch während der praktischen Tätigkeit des Versicherten nicht zu aussergewöhnlich vielen gesundheitsbedingten Absenzen. Von einer Verletzung des Gleichbehandlungsgebotes (Art. 8 BV) kann keine Rede sein.