Citation: U 256/02 16.04.2003 E. 3

Die Beschwerdeführerin macht in verfahrensrechtlicher Hinsicht wie bereits im vorinstanzlichen Prozess geltend, sie sei gestützt auf Art. 6 Ziff. 1 EMRK persönlich zu befragen. 3.1 Art. 6 Ziff. 1 EMRK ist anwendbar, da materiellrechtlich Leistungen nach UVG im Streite liegen und es sich dabei rechtsprechungsgemäss um zivilrechtliche Ansprüche im Sinne der genannten Konventionsbestimmung handelt. In Prozessen über zivilrechtliche Ansprüche gewährleistet Art. 6 Ziff. 1 EMRK nicht generell, jedoch dann einen Anspruch auf persönliches Erscheinen oder mündliche Anhörung vor Gericht, wenn dies für die Entscheidung der Sache von unmittelbarer Bedeutung ist (BGE 127 V 493 Erw. 1b mit Hinweisen). 3.2 Vorliegend geht es im Wesentlichen um die Würdigung der medi-zinischen Akten im Hinblick darauf, ob die mit Rückfallmeldung vom 27. Oktober 1997 geklagten Beschwerden Folgen des Unfalles vom 30. Oktober 1990 darstellen. Wie bereits die Vorinstanz festgehalten hat, konnte sich die Beschwerdeführerin im kantonalen Verfahren im Rahmen eines doppelten Schriftenwechsels durch ihren Rechtsvertre-ter umfassend schriftlich zu allen medizinischen Unterlagen, welche Grundlage des angefochtenen Entscheides bildeten, äussern (Beschwerde, Replik samt Einreichung des Privatgutachtens des Dr. med. I.________ vom 6. Dezember 2000, Stellungnahme einschliesslich Zusatzfragen zum vom Gericht eingeholten Ergänzungsbericht des Dr. med. I.________ vom 2. Juli 2001). Inwieweit die persönliche Befragung der Versicherten den Sachverhalt weiter hätte zu klären vermögen - und damit für die Entscheidung der Sache von unmittelbarer Bedeutung gewesen wäre -, ist entgegen den Ausführungen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde nicht ersichtlich, weshalb ein derartiger Anspruch vorliegend weder im vorinstanzlichen Beschwerdeprozess zu gewährleisten war, noch vor dem Eidgenössischen Versicherungsgericht besteht. Im Verzicht auf die persönliche Befragung und in der damit verbundenden antizipierten Beweiswürdigung kann ferner weder eine Gehörsverletzung aus konventions- (Art. 6 Ziff. 1 EMRK; Haefliger/Schürmann, Die Europäische Menschenrechtskonvention und die Schweiz, 2. Aufl., Bern 1999, S. 187 ff.) noch aus verfassungsrechtlicher Sicht (Art. 29 Abs. 2 BV; BGE 127 V 494 Erw. 1b, 122 V 162 ff. Erw. 1d und 2 mit Hinweisen) erblickt werden, zumal das rechtliche Gehör im Rahmen des Äusserungsrechts keinen Anspruch auf mündliche Anhörung verleiht (BGE 127 V 494 Erw. 1b mit Hinweis).