Citation: 6B_1388/2021 E. 1.2.1

1.2.1. Was die mehrfache Freiheitsberaubung betrifft, hatte der Beschwerdeführer die Privatklägerin mindestens 20-mal daran gehindert, die Wohnung zu verlassen. Die Erstinstanz hatte die objektive Tatschwere als leicht eingestuft und ausgeführt, der Leidensdruck der Privatklägerin erscheine nicht übermässig gross, weil der Beschwerdeführer sie jeweils nur ein bis drei Stunden und in der eigenen Wohnung eingesperrt habe. Diese Beurteilung findet die Vorinstanz zu milde. Sie betont, dass die Fortbewegungsfreiheit ein hohes Rechtsgut darstellt. Der Beschwerdeführer habe die Privatklägerin in der eigenen Wohnung festgehalten, also dort, wo man sich erst recht sicher fühlen sollte. Dies falle erschwerend ins Gewicht. In problematischen Beziehungen komme es bisweilen zu wechselseitigen Drangsalierungen. Dies sei hier nicht der Fall gewesen. Die Handlungen seien einseitig vom Beschwerdeführer ausgegangen. Zwar seien schwerere Formen der Tatbegehung denkbar, aber auch weit leichtere Formen wie etwa das einmalige Einsperren für wenige Minuten. Gemäss Vorinstanz mag das objektive Tatverschulden für eine einzelne Tat noch als sehr leicht qualifiziert werden, doch von entscheidender Bedeutung sei die mehrfache Tatbegehung. Die Erstinstanz habe dies zwar erkannt, aber bei der konkreten Bemessung nicht umgesetzt. Zwar sei nicht zu beanstanden, dass die Erstinstanz die rund 20 Einzeltaten als Gesamtheit betrachtet habe. Würde man nicht von einer Gesamtheit ausgehen und bei jedem Einzeldelikt von einer sehr leichten Tatschwere ausgehen, wäre gemäss Vorinstanz eine Sanktion von einem Monat wohl das Mindestmass. Dies würde unter Berücksichtigung der rund 20 weiteren gleichgelagerten Einzeltaten zu einer Asperation um je einen halben Monat und damit zu einer Sanktion von 11 Monaten führen. Aus dieser Überlegung folgert die Vorinstanz, dass die Einsatzstrafe von 5 Monaten zu milde sei. Angemessen sei vielmehr eine Einsatzstrafe von 8 Monaten.