Citation: 5A_479/2022 E. 4.5.3

4.5.3. Schliesslich ist der Beschwerdeführerin darin beizupflichten, dass die umstrittene Prozesskostenverteilung auch unter dem Blickwinkel von Art. 107 Abs. 1 Bst. c ZPO nicht vor dem Willkürverbot standhält. Inwiefern besondere Umstände oder Billigkeitsüberlegungen im konkreten Fall eine Abweichung vom Unterliegerprinzip nahelegen und weshalb diesfalls gerade eine Verteilung im Verhältnis 1:5 (und nicht die oft praktizierte hälftige Verteilung der Kosten und Wettschlagung der Parteikosten) die angemessene Lösung sein soll, ist dem angefochtenen Entscheid nicht zu entnehmen und auch nicht ersichtlich. Damit kann offenbleiben, ob eine auf Art. 107 Abs. 1 Bst. c ZPO gestützte Verteilung nach Ermessen im Berufungsverfahren ohnehin ausgeschlossen ist, wie das Obergericht unterstellt.