Citation: 6S.41/2004 21.05.2004 E. 3

3.1 Gemäss Art. 9 Abs. 1 SVG erlässt der Bundesrat Vorschriften über Ausmasse und Gewichte der Motorfahrzeuge und ihrer Anhänger. Dabei trägt er den Interessen der Verkehrssicherheit, der Wirtschaft und der Umwelt Rechnung und berücksichtigt internationale Regelungen. Für Sattelmotorfahrzeuge darf die Länge ohne Ladung höchstens 16,50 Meter betragen (Art. 65 Abs. 1 lit. e VRV). Nach Art. 38 der Verordnung über die technischen Anforderungen an Strassenfahrzeuge (VTS: SR 741.41) ist die Fahrzeuglänge zu messen über die äussersten, fest mit dem Fahrzeug verbundenen Teile. Wer ein Fahrzeug führt, von dem er weiss oder bei pflichtgemässer Aufmerksamkeit wissen kann, dass es den Vorschriften nicht entspricht, wird mit Haft oder mit Busse bestraft (Art. 93 Ziff. 2 Abs. 1 SVG). 3.2 Der Beschwerdeführer ist nach den für das Bundesgericht verbindlichen tatsächlichen Feststellungen der Vorinstanz (Art. 277bis Abs. 1 BStP) mit einem Sattelmotorfahrzeug gefahren, dessen Länge 17,50 Meter beträgt. Ein Sattelmotorfahrzeug besteht aus der Kombination eines Sattelschleppers mit einem Sattelanhänger (Art. 11 Abs. 2 lit. i VTS). Bei der Messung wurden beide Elemente berücksichtigt. Vor Bundesgericht umstritten ist nur die Frage, ob die Ladevorrichtung des Sattelanhängers als Teil des Fahrzeugs oder als Ladung zu betrachten sei. Bei der Ladung ist ein gewisser Überhang im Sinne von Art. 73 Abs. 3 VRV erlaubt. 3.3 Die Auslegung des Begriffes "Ladung" durch den Beschwerdeführer ist schon vom Wortlaut her unzutreffend. "Ladung" (franz. "chargement", ital. "carico") bedeutet im allgemeinen Sprachgebrauch "die geladenen Güter, Fracht" (vgl. etwa Wahrig, Deutsches Wörterbuch). Weder ein Container noch eine Ladevorrichtung können als geladene Güter oder als Fracht betrachtet werden. Das Strassenverkehrsgesetz lässt keine andere Begriffsumschreibung zu (vgl. Art. 30 Abs. 2 SVG; Schaffhauser, Grundriss des schweizerischen Strassenverkehrsrechts, Bd. I, 2. Aufl., Bern 2002, N. 489 ff.; Giger, SVG Kommentar, 6. Aufl., Zürich 2002, S. 86 f.). In Lehre und Rechtsprechung wird nicht einmal für einen Skiträger der Begriff "Ladung" verwendet (Bussy/Rusconi, Code suisse de la circulation routière, 3. Aufl., Lausanne 1996, Art. 30 LCR N. 2.2; Kantonsgericht VS, in: RVJ 1994 S. 302 ff.). Dies wäre umso weniger haltbar für eine dauerhaft installierte Ladevorrichtung oder für einen Container, die mit dem Fahrzeug fest verbunden sind (Art. 38 VTS). Der Beschwerdeführer hatte daher keinen ernsthaften Grund, von einem zulässigen Überhang im Sinne von Art. 73 Abs. 3 VRV auszugehen. Diese Bestimmung will einzig der besonderen Beschaffenheit gewisser Güter Rechnung tragen und deren Transport erleichtern. Ihr Zweck ist jedenfalls nicht die Erweiterung der Ladefläche. 3.4 Da sich die ganze Argumentation des Beschwerdeführers auf eine falsche Auslegung des Begriffes "Ladung" stützt, erweist sich die Beschwerde von vornherein als unbegründet. Die Vorinstanz hat zu Recht die Relevanz von Art. 73 Abs. 3 VRV verneint (angefochtenes Urteil S. 8) und Art. 65 Abs. 1 lit. e VRV i.V.m. Art. 93 Ziff. 2 Abs. 1 SVG korrekt angewendet. Sie hat kein Bundesrecht verletzt, und die Beschwerde ist daher abzuweisen.