Citation: I 659/03 11.03.2004 E. 3

Es ist an Hand der Akten erstellt und im Übrigen nicht mehr streitig, dass kein Geburtsgebrechen vorliegt. Zu prüfen ist daher, ob die Beschwerdegegnerin gestützt auf Art. 12 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 5 Abs. 2 IVG Anspruch auf Weiterführung der Physiotherapie auf Kosten der Invalidenversicherung hat. 3.1 Nach der Rechtsprechung können medizinische Massnahmen bei Jugendlichen schon dann überwiegend der Eingliederung dienen und von der Invalidenversicherung übernommen werden, wenn ohne diese Vorkehren eine Heilung mit Defekt oder ein sonst wie stabilisierter Zustand einträte, wodurch die Berufsbildung oder die Erwerbsfähigkeit oder beide beeinträchtigt würden (BGE 105 V 20; AHI 2003 S. 104 f., 2000 S. 64). Umgekehrt kommen medizinische Massnahmen der Inva-lidenversicherung auch bei Minderjährigen nicht in Betracht, wenn sich solche Vorkehren gegen Krankheiten richten, welche nach heutiger Erkenntnis der medizinischen Wissenschaft ohne kontinuierliche Behandlung nicht dauerhaft gebessert werden können. Es darf keine Therapie von unbeschränkter Dauer oder zumindest über eine längere Zeit hinweg in Frage stehen, bei der sich hinsichtlich des damit erreichbaren Erfolges keine zuverlässige Prognose stellen lässt (AHI 2003 S. 106 Erw. 4b; Urteile K. vom 18. November 2003, I 334/03; S. vom 17. November 2003, I 416/03, B. vom 27. Oktober 2003, I 484/02, F. vom 14. Oktober 2003, I 298/03). 3.2 Aus den Akten ergibt sich, dass die Versicherte erstmals ab 1. Februar 1989 Physiotherapie zugesprochen erhalten hat. Diese wurde mit Verfügung vom 18. November 1992 bis Ende 1995, mit Mitteilung vom 24. November 1995 bis Ende Juli 1996, am 7. Juni 1996 bis Ende 1998 und am 22. Januar 1999 bis Ende 2001 verlängert. Im Bericht vom 13. Dezember 2001 empfahl Dr. med. T.________, Kinderarzt FMH, eine Fortsetzung der Physiotherapie. Der Verlauf sei unverändert, die Prognose ungewiss. In einem Bericht vom 20. September 2002 führt Frau Dr. med. .________, Kinderärztin FMH, Neurorehabilitation, aus, es gebe immer kleine Fortschritte, und es sei durchaus vorauszusehen, dass die Versicherte, wenn sie aus der Blindenschule X.________ austrete, eine geschützte Werkstatt besuchen könne. 3.3 Auf Grund dieser Krankengeschichte ist erstellt, dass die Physio-therapie bereits mehr als zehn Jahre andauert und sich noch über einige weitere Jahre erstrecken wird. Es handelt sich damit um eine Therapie von zumindest langer, wenn nicht unbeschränkter Dauer. Sie ist nicht geeignet, den Eintritt eines stabilisierten, die Berufsbildung beeinträchtigenden Zustandes zu verhindern, wird doch die Versicher-te im günstigsten Fall in einer geschützten Werkstätte arbeiten kön-nen. Nach so langer Behandlungszeit kommt der Physiotherapie kein überwiegender Eingliederungscharakter mehr zu (AHI 2003 S. 106 Erw. 4b). Im erwähnten Urteil K. vom 18. November 2003 schied eine Leistungspflicht der Invalidenversicherung gemäss Art. 12 Abs. 1 in Verbindung mit altArt. 5 Abs. 2 IVG nach einer seit 1995 andauernden Behandlung ebenfalls aus. Daher ist die vorliegend streitige Physio-therapie nicht mehr von der Invalidenversicherung zu übernehmen, sondern fällt in den Bereich der Krankenversicherung.