Citation: 1C_56/2023 E. 4.4

4.4. Die willkürliche Überprüfung des Rekursentscheids durch die Vorinstanz begründen die Beschwerdeführenden mit der Verletzung des angeblich in Art. 56 des Gesetzes des Kantons Appenzell Ausserrhoden vom 9. September 2002 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; bGS 143.1) statuierten Rügeprinzips. Zwar kann das Abweichen von ständiger und gefestigter Rechtsprechung willkürlich sein (vgl. BGE 148 I 145 E. 6.1 mit Hinweisen). In der kantonalen Rechtsprechung, auf die sich die Beschwerdeführenden beziehen, wird die Existenz eines eigentlichen Rügeprinzips im ausserrhodischen verwaltungsgerichtlichen Verfahren aber explizit verneint (vgl. Urteil des Obergerichts des Kantons Appenzell Ausserrhoden vom 6. Januar 2015, in: AR GVP 27/2015 Nr. 3642). Im Übrigen folgt aus dem für die kantonalen gerichtlichen Vorinstanzen in Art. 110 BGG verankerten Grundsatz der Rechtsanwendung von Amtes wegen, dass diese befugt sind, Beschwerden aus anderen rechtlichen Gründen abzuweisen als von den Parteien vorgetragen (vgl. E. 2.1 zum bundesgerichtlichen Verfahren). Dabei kann ein Gericht die Beschwerde insbesondere mit einer von der Argumentation seiner Vorinstanz abweichenden Begründung abweisen (Motivsubstitution; vgl. BGE 140 II 353 E. 3.1). Der Auffassung im angefochtenen Urteil, wonach es sich beim Rückweisungsentscheid vom 12. April 2021 um einen noch nicht in Rechtskraft erwachsenen Zwischenentscheid handelt, widersprechen die Beschwerdeführenden schliesslich zu Recht nicht (vgl. Urteil 1C_205/2016 vom 10. November 2016 E. 4.6 mit Hinweisen). Die Willkürrüge geht damit ebenfalls fehl.