Citation: 4A_481/2019 E. 4.4.2

4.4.2. Fehlt es an einer Einigung auf 116 Stunden pro Monat, musste die Vorinstanz die Zeit ermitteln, welche die Beschwerdeführerin ohne den Unfall für die Hausarbeit in den verschiedenen Phasen aufgewendet hätte. Dabei hat der Richter die Wahl zwischen der abstrakten Methode, bei der auf statistische Daten - wie diejenigen der SAKE-Tabellen - abgestellt wird, und der konkreten Ermittlung des für die Erledigung des Haushalts erforderlichen Aufwands (vgl. hiervor E. 4.1.3). Beruft sich die Geschädigte auf statistische Werte, hat sie ihren Haushalt und die Rolle, die sie darin spielt, mindestens so genau zu umschreiben, dass beurteilt werden kann, ob die betreffende Statistik auf Erhebungen von Haushalten beruht, die nach ihren Eckdaten jenem der Geschädigten entsprechen oder inwiefern die Statistik Rückschlüsse auf die Situation der Geschädigten zulässt. Erfüllen die Statistiken diese Voraussetzungen nicht, taugen sie nicht als Grundlage zur Berechnung des Stundenaufwandes. In diesen Fällen muss auf andere Hilfsmittel, namentlich individuelle Gutachten, zurückgegriffen werden (zit. Urteile 4C.166/2006 E. 5.2; 4A_23/2010 E. 2.3.1; vgl. bereits hiervor E. 4.1.3). Die SAKE-Tabellen sind keine Normhypothesen, die der Sachrichter unbesehen übernehmen kann (zit. Urteil 4A_23/2010 E. 2.3.1). Die Beschwerdeführerin zeigt in ihrer Beschwerde nicht auf - jedenfalls nicht hinreichend -, dass sie ihren Haushalt und die Rolle in diesem für die verschiedenen Phasen dergestalt substanziiert hätte, dass es der Vorinstanz möglich gewesen wäre, zu beurteilen, ob und inwiefern die statistischen Werte der SAKE-Tabellen jeweils Rückschlüsse auf die Situation der Beschwerdeführerin in den verschiedenen Phasen zulassen. Fehlt es an solchen konkreten Behauptungen war der Vorinstanz eine Prüfung, ob der konkrete Haushalt mit einem Referenzhaushalt gemäss SAKE-Tabelle übereinstimmt, nicht möglich. Ebensowenig konnte überprüft werden, ob anhand der konkreten Umstände ein Abweichen (im Sinne einer Anpassung) von den statistischen Werten gerechtfertigt wäre. Etwas anderes ergibt sich - entgegen der Beschwerdeführerin - auch nicht aus den zitierten Urteilen 4A_19/2008 bzw. 4A_98/2008 (vgl. zit. Urteil 4A_19/2008 E. 2.3.3 und 3.2.2 bzw. zit. Urteil 4A_98/2008 E. 3.1.3). Zu Recht erwog die Vorinstanz zudem betreffend die dritte Phase, bei einem gemeinsamen Haushalt von Mutter und volljähriger Tochter liege eine Form des Zusammenlebens vor, die von den SAKE-Tabellen nicht erfasst werde, womit die abstrakte Methode von vornherein ausscheide (vgl. hiervor E. 4.2.3.2). Taugen aber die Statistiken nicht als Grundlage zur Berechnung des Stundenaufwands scheidet eine Berechnung nach der abstrakten Methode aus und der Aufwand muss stattdessen nach der konkreten Methode bestimmt werden. Die Beschwerdeführerin zeigt aber nicht auf, dass sie hinreichende Behauptungen gemacht hätte, welche eine Berechnung des Aufwands nach der konkreten Methode erlaubt hätte. Es verletzt somit kein Bundesrecht, wenn die Vorinstanz den Haushaltsaufwand als nicht ausreichend substanziiert erachtete.