Citation: 7B_229/2022 E. 2.4.1

2.4.1. Die vorinstanzliche Strafzumessung in Bezug auf die mehrfache Schändung (Einsatzstrafe für das schwerste Delikt gemäss Art. 47 StGB und die angemessene Erhöhung für das weitere Delikt nach Art. 49 Abs. 1 StGB) ist nicht zu beanstanden. Das angefochtene Urteil bildet ein Ganzes (Urteil 6B_1454/2021 vom 26. Mai 2023 E. 5.4.2). Daraus ergibt sich ohne Weiteres, dass das Opfer im Zeitpunkt der beiden Vorfälle 11- bzw. 13-jährig war, auch wenn die Vorinstanz diese Feststellung (vgl. angefochtenes Urteil S. 10) bei der Strafzumessung nicht wiederholt. Die Vorinstanz berücksichtigt bei der Höhe der Einsatzstrafe von 4 Monaten und der Erhöhung um 2 Monate, dass innerhalb des grossen Spektrums möglicher Sexualstraftaten nicht die schwersten Vorwürfe zur Diskussion stehen würden, selbst wenn solche Taten stets gravierend seien, sondern dass das Verschulden des Beschwerdegegners noch leicht wiege. Sie erwähnt die konkreten Tatumstände und auch, dass der Beschwerdegegner Stiefvater des Opfers sei und das darauf basierende Vertrauensverhältnis ausgenutzt habe. Das egoistische Motiv wertet sie als tatimmanent. Weiter berücksichtigt die Vorinstanz die grosse Entscheidungsfreiheit des Beschwerdegegners. Nicht gefolgt werden kann der Beschwerdeführerin, dass sich diesen Strafzumessungsüberlegungen bloss bzw. mehrheitlich verschuldenserhöhende Merkmale entnehmen lassen. Vielmehr ordnet die Vorinstanz die konkrete Tathandlung, eine Berührung des Intimbereichs über den Kleidern, in den untersten Bereich der möglichen Tatschwere ein. Dass sie dabei zum Ergebnis gelangt, das Verschulden des Beschwerdegegners sei noch leicht, ist nicht zu beanstanden. Dies gilt, selbst wenn das Opfer die damals 11- bzw. 13-jährige Stieftochter des Beschwerdegegners war und bei den Handlungen erwachte. Mit der ermessenskonformen Qualifikation des Verschuldens als "leicht" bringt die Vorinstanz zutreffend zum Ausdruck, dass im Sexualbereich viel gravierendere Tathandlungen denkbar sind. Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin hatte die Vorinstanz zudem nicht darzulegen, aus welchen Gründen sie von der erstinstanzlichen Strafzumessung abweicht (vgl. Urteile 6B_27/2020 vom 20. April 2020 E. 3.3.1; 6B_521/2019 vom 23. Oktober 2019 E. 1.5). Eine Verletzung der Begründungspflicht nach Art. 50 StGB ist nicht auszumachen.