Citation: 9C_834/2019 E. 6.2

6.2. Unbegründet ist weiter der Einwand, die Vorinstanz habe durch eine von den Ärzten abweichende Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in die zentrale Schlüsselkompetenz der Medizin eingegriffen. Diese Argumentation übersieht, dass rechtsprechungsgemäss bei psychischen Leiden unabhängig von der diagnostischen Einordnung auf objektivierter Beurteilungsgrundlage zu prüfen ist, ob eine rechtlich relevante Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit nachzuweisen ist (BGE 143 V 409 E. 4.5.2 S. 416). Es kommt nicht in erster Linie auf die Diagnose, sondern auf den Schweregrad der psychischen Symptomatik sowie die damit verbundenen Funktionseinschränkungen an. Bei der Frage der funktionellen Auswirkungen einer Störung haben sich sowohl die medizinischen Sachverständigen als auch die Organe der Rechtsanwendung bei ihrer Einschätzung des Leistungsvermögens an den normativen Vorgaben zu orientieren, auch im Revisionsverfahren.