Citation: 6B_1104/2019 E. 1.1

1.1. Die Vorinstanz nimmt an, der Strafantrag des Privatklägers sei rechtzeitig erfolgt. Es könne daher offenbleiben, ob die strafrechtliche Verfolgung der Beschwerdeführerin wegen Veruntreuung und gewerbsmässigen betrügerischen Missbrauchs einer Datenverarbeitungsanlage überhaupt einen Strafantrag voraussetze (angefochtenes Urteil S. 4 f.). In tatsächlicher Hinsicht nimmt die Vorinstanz an, die Beschwerdeführerin räume ein, mit den Karten des Privatklägers Geld bezogen und über das E-Banking Warenbezüge im Internet bezahlt zu haben. Ihre Darstellung, wonach sie im Einverständnis des Privatklägers gehandelt habe, sei indes nicht glaubhaft. Die Beschwerdeführerin habe bereits in den Jahren 2010 bis Anfang 2012 unrechtmässig Geld von den Konten des Privatklägers abgehoben. Sie habe damals, am 4. Mai 2012, Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt, in welcher sie behauptet habe, von einer unbekannten Täterschaft erpresst und bedroht worden zu sein, weshalb sie angeblich Geldzahlungen in der Höhe von Fr. 90'000.-- habe leisten müssen. Das Geld hiefür habe sie ohne Wissen des Privatklägers unter Benützung seiner Bankkarten an Bankomaten bezogen. Im Laufe der Ermittlungen habe sie indes eingeräumt, dass sie die angebliche Erpressung frei erfunden und die bezogenen Gelder für sich und für die Deckung der Bedürfnisse ihrer Kinder verbraucht habe. Die Vorinstanz nimmt an, vor diesem Hintergrund wäre nicht nachvollziehbar, wenn der Privatkläger die Beschwerdeführerin praktisch nahtlos ermächtigt hätte, seine Maestro- und seine Kreditkarte unbeschränkt für im vorliegenden Verfahren zu beurteilende Bargeldbezüge und Zahlungen zu verwenden. Aufgrund der glaubhaften Aussagen des Privatklägers sowie der gesamten Umstände sei vielmehr erstellt, dass die Beschwerdeführerin ohne dessen Zustimmung die Gelder bezogen und über das E-Banking private Rechnungen beglichen habe. Zu Gunsten der Beschwerdeführerin nimmt die Vorinstanz indes an, dass jedenfalls ein Teil der Bargeldbezüge im Einverständnis des Privatklägers erfolgt sei und dass zudem ein Teil der Barbezüge aus dem Jahr 2012 schon im Deliktsbetrag des früheren Strafverfahrens enthalten gewesen sei. Der Deliktsbetrag sei daher entsprechend auf Fr. 99'173.80 zu reduzieren (angefochtenes Urteil S. 7 ff.; vgl. auch erstinstanzliches Urteil S. 4 f.). Die Vorinstanz nimmt ferner an, die Beschwerdeführerin habe gewerbsmässig gehandelt. Sie habe zwischen dem 7. Juli 2012 und dem 4. Februar 2017 in Dutzenden von Fällen Bargeld im Gesamtbetrag von mindestens Fr. 99'173.80 zur eigenen Verwendung bezogen, womit sie gewissermassen zu einem erheblichen Nebeneinkommen gekommen sei, so dass Gewerbsmässigkeit erfüllt sei (angefochtenes Urteil S. 10). In subjektiver Hinsicht bejaht die Vorinstanz Handeln in unrechtmässiger Bereicherungsabsicht. Ob der Beschwerdeführerin gegenüber dem Privatkläger noch Lohnforderungen zugestanden hätten, könne offenbleiben. Sie habe bei ihren Bezügen in jedem Fall nicht in der Absicht gehandelt, sich für ihre allfälligen Lohnansprüche schadlos zu halten. Sie habe im Untersuchungsverfahren denn auch zu keinem Zeitpunkt geltend gemacht, dass sie sich mit ihren Bezügen und Zahlungen für Ansprüche gegenüber dem Privatkläger habe bezahlt machen wollen (angefochtenes Urteil S. 9 f., 11 f.).