Citation: 1P.221/2001 19.04.2001 E. 2

2.-Die kantonalen Behörden begründen die Aufrechterhaltung der Untersuchungshaft wie folgt: a) Es bestehe "konkrete und begründete Kollusionsgefahr". "Die im bisherigen Verlaufe des Verfahrens sichergestellten Geschäftsunterlagen" des Beschwerdeführers wiesen "erhebliche Mängel auf (...) in Bezug auf die Belege über die eingekaufte und (...) verkaufte Menge 'Le Duc', die Bestellformulare von Kunden, die Rechnungen an Kunden, Lieferscheine/Zolldeklarationen und Kunden- und Lieferantendaten". "In den bisherigen Befragungen" habe der Beschwerdeführer "keine detaillierten Angaben dazu machen können oder (...) machen wollen". Zwar habe er behauptet, "die Etiketten für den angeblichen Champagner 'Le Duc'" seien "in Frankreich hergestellt worden (...), auch die Etikettierung" sei "in Frankreich erfolgt" und er habe "die Ware verkaufsfertig erhalten". Dem Untersuchungsrichter lägen jedoch "konkrete Hinweise" vor, wonach dies nicht zutreffe und der Beschwerdeführer entgegen seinen Ausführungen auch "sehr wohl gewusst" habe, "dass es sich nicht um Champagner" handelte. Weiter habe dieser ausgesagt, "den angeblichen Champagner 'Le Duc' von A.________ in Frankreich bezogen" zu haben. Auch diesbezüglich lägen "konkrete Hinweise vor, dass dies nicht" stimme. Insbesondere liege ein "Schreiben des Rechtsvertreters des Comité Interprofessionnel du Vin de Champagne" bei den Akten, aus dem sich ergebe, "dass die Firma A.________" (in Ambonnay/F) den Beschwerdeführer "bzw. seine Firmen seit 1995 nicht mehr beliefert" habe. Zu diesen Fragen seien momentan weitere Abklärungen notwendig. b) Der Beschwerdeführer habe "bei einer Entlassung aus der Untersuchungshaft" im jetzigen Zeitpunkt "die Möglichkeit, Beweismittel zu vernichten, beiseite zu schaffen, zu verfälschen oder Zeugen bzw. andere Personen zu beeinflussen". "Auf Grund der Aussagen" des Beschwerdeführers würden sich "Befragungen und Einvernahmen einer grossen Anzahl weiterer Personen aufdrängen, welche im Zusammenhang mit" dem "Einkauf, dem Verkauf und dem Vertrieb des angeblichen Champagners 'Le Duc' Angaben machen könnten (Produzenten, Lieferanten, Abnehmer, Angestellte usw.)". Ausserdem bestehe "der begründete Verdacht, dass" der Beschwerdeführer bereits vor seiner Verhaftung kolludiert" habe, "indem er Lagerbestände des angeblichen Champagners 'Le Duc'" habe "verschwinden lassen und einzelne seiner Kunden darüber orientiert" habe, "dass seitens des Kantonalen Untersuchungsrichters Beschlagnahmungen erfolgt seien". c) Diesbezüglich wird im angefochtenen Entscheid erwogen, "anlässlich der Hausdurchsuchung vom 27. Februar 2001 am Domizil" des Beschwerdeführers seien "keine einzige Flasche 'Le Duc'" und auch keine Etiketten gefunden worden. Ebenso wenig hätten Unterlagen oder andere Spuren sichergestellt werden können, die "auf eine Verarbeitungsstätte bzw. " eine Infrastruktur "für den Versand" der Schaumweine "hätten hindeuten können". Am Sitz der (vom Beschwerdeführer kontrollierten) Firma B.________ in Regensdorf seien "mit Ausnahme einer Retoursendung von 36 Flaschen, welche vor der Türe" gestanden hätten, "ebenfalls keine weiteren Flaschen 'Le Duc'" gefunden worden. Weiter stehe fest, dass der Beschwerdeführer "seit 5 Jahren keine Lieferungen" des angeblichen Lieferanten (Fa. A.________) mehr erhalten habe. Dennoch habe er "bis Ende 2000 grosse Posten" des Schaumweines "Le Duc" als Champagner verkauft. So habe er z.B. am 8. Dezember 2000 180 Flaschen an ein Restaurant in Arbon geliefert. Am 18. Januar 2001 seien dort 303 Flaschen "Le Duc" beschlagnahmt worden. "Heute noch" werde das Produkt über eine Website im Internet zum Verkauf angeboten. Es müssten "demzufolge noch Räumlichkeiten vorhanden sein, in denen die bestellte Ware verpackt und zum Versand vorbereitet wurde". Der Beschwerdeführer habe "selbst ausgesagt, dass die Auslieferungen durch ihn selbst oder Angestellte vorgenommen" worden seien. d) Daraus sei "der Schluss zu ziehen, dass" der Beschwerdeführer entweder verheimliche, "dass er noch weitere Räumlichkeiten hat, in denen er den Wein 'Le Duc' lagert und wo er den Versand vorbereitet und abgewickelt hat", oder dass er "an seinem Wohnort in Amriswil alle Spuren beseitigt" habe. Im letzteren Fall habe er bereits "im eigentlichen Sinne kolludiert". Falls ersteres zutreffe, sei "zu befürchten, dass er" entsprechende Lager bzw. die Versandinfrastruktur "auflöst, wenn er aus der Untersuchungshaft entlassen würde".