Citation: 2A.370/2002 31.07.2002 E. 1

1.1 Der nach eigenen Angaben aus Sierra Leone stammende A.________ (geb. 20. April 1972) reiste 1999 illegal in die Schweiz ein. Bei der Einreise war er im Besitz eines Geburtsscheines ("Birth Certificate"), der seine Identität beweisen sollte. Das Bundesamt für Flüchtlinge erwog am 8. November 2001 u.a., bei diesem Geburtsschein könne es sich nur um eine Fälschung handeln, und zog das Papier ein. Gleichzeitig lehnte das Bundesamt das Asylgesuch von A.________ ab und wies ihn aus der Schweiz weg, unter Ansetzung einer Ausreisefrist bis zum 6. Februar 2002. Auf eine gegen diese Verfügung gerichtete Beschwerde trat die Schweizerische Asylrekurskommission am 28. Januar 2002 nicht ein, weil A.________ den eingeforderten Kostenvorschuss von Fr. 600.-- auch nach Ansetzung einer Nachfrist nicht einbezahlt hatte. Am 29. Januar 2002 setzte das Bundesamt für Flüchtlinge A.________ eine neue Frist (bis zum 12. Februar 2002) zur Ausreise aus der Schweiz. Der Aufforderung des Ausländeramtes St. Gallen, zwecks Passbeschaffung am 11. Februar 2002 vorzusprechen, kam A.________ nicht nach. Seit diesem Datum galt er als untergetaucht. Am 13. März 2002 meldete er sich auf dem Fürsorgeamt X.________ und machte geltend, er werde die Schweiz nun selbständig verlassen. Am 7. April 2002 wurde er auf dem Flughafen Zürich festgenommen, nachdem er versucht hatte, mit einem verfälschten britischen Reisepass nach Boston/USA zu fliegen. Am 30. April 2002 weigerte sich A.________, ein Passantragsformular für Sierra Leone auszufüllen, und machte geltend, er sei auf medizinische Hilfe in der Schweiz angewiesen. Das Ausländeramt St. Gallen stellte daraufhin beim Bundesamt für Flüchtlinge ein Gesuch um Vollzugsunterstützung, welches am 10. Mai 2002 bewilligt wurde. Am 5. Juni 2002 wurde gegen A.________ Strafantrag wegen Reisens ohne gültigen Fahrausweis gestellt. Am 19. Juni 2002 teilte die Abteilung Vollzugsunterstützung des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartements dem Ausländeramt des Kantons St. Gallen mit, A.________ stamme vermutlich aus Nigeria. 1.2 Inzwischen - am 12. Juni 2002 - hatte das Ausländeramt des Kantons St. Gallen gegenüber A.________ Ausschaffungshaft angeordnet. Nachdem ihm hierzu von der Kantonspolizei das rechtliche Gehör gewährt worden war, wurde er am 22. Juni 2002 in Ausschaffungshaft genommen. Der Einzelrichter (im Folgenden: Haftrichter) der Verwaltungsrekurskommission des Kantons St. Gallen (Zwangsmassnahmen im Ausländerrecht) prüfte und bestätigte die Haft am 25. Juni 2002 "bis längstens 21. September 2002". 1.3 Hiergegen wandte sich A.________ mit handschriftlicher, in englischer Sprache verfasster Eingabe vom 18. Juli 2002 an das Bundesgericht. Er verlangt sinngemäss, aus der Haft entlassen zu werden. Er trägt im Wesentlichen vor, er habe in "four interviews" bereits sehr viele Fragen beantwortet, er könne aber, wie die Schweizer Bürger auch, nicht alles über das Heimatland wissen. Sogar die hiesigen Behörden würden Fehler machen: So sei sein Geburtsdatum der 20. April 1972 und nicht der 8. April 1972, wie dies im Entscheid des Haftrichters stehe. Auch denke er nicht, dass der Geburtsschein Voraussetzung dafür sei, um Asyl zu erhalten. Sodann habe die Asylrekurskommission seinen Fall nicht fair behandelt: "I was asked to pay 600 SFrancs within about 10 days or my case will be closed they knew I was not working and I could not pay the 600 SF within that period". Im Weiteren macht A.________ geltend, er stehe immer noch in ärztlicher Behandlung, weshalb er nicht nach Sierra Leone zurückkehren könne. Dort würden im Übrigen immer noch die Rebellen die Lage kontrollieren und er wisse nicht, ob seine Familie noch im Land geblieben, an einen anderen Ort gezogen oder tot sei. Der Haftrichter und das Ausländeramt schliessen auf Abweisung der Beschwerde. Das Bundesamt für Ausländerfragen hat sich innert Frist nicht geäussert. A.________ hat von der Möglichkeit, sich ergänzend vernehmen zu lassen, nicht Gebrauch gemacht.