Citation: 6B_1050/2018 E. 1.2

1.2. Im vorliegenden Fall enthält das Strafantragsformular, das vom Beschwerdegegner 2 ausgefüllt wurde, ein Kreuz in der Rubrik "stelle ich einen Strafantrag und beteilige mich am Strafverfahren als Privatkläger". Im Formular macht der Beschwerdegegner 2 zudem Zivilforderungen (Schadenersatz und Genugtuung) geltend. Die Rubrik "verzichte auf einen Strafantrag" ist zwar nicht ausgefüllt, doch hat der Beschwerdegegner 2 direkt unterhalb dieser Rubrik Ort, Datum und Unterschrift hingesetzt (angefochtener Entscheid S. 14). Darin lässt sich kein ausdrücklicher Verzicht auf das Antragsrecht erblicken. Gegenteils hat der Beschwerdegegner 2 seinen Willen zur Strafverfolgung durch das Ankreuzen der entsprechenden Rubriken klar zum Ausdruck gebracht. Dass gemäss Hinweis auf dem Formular nur eine der drei Rubriken ausgefüllt werden "kann", schadet im Hinblick auf die Gültigkeit des Strafantrags nicht. Entscheidend ist, dass sich - wie hier - die Anliegen des Betroffenen unmissverständlich aus dem Formular ergeben (vgl. Urteil 6B_978/2013 vom 19. Mai 2014 E. 2; ebenfalls das "Formular für Antragsdelikte" des Kantons Luzern betreffend).