Citation: 2C_1016/2021 E. 3.1

3.1. Gemäss der Rechtsprechung des Bundesgerichts ist Sinn und Zweck des in Art. 3 Abs. 6 Anhang I FZA übernommenen selbständigen Anwesenheitsrechts für Kinder von Bürgern aus EU- und EFTA-Staaten bzw. deren Partnern, über die Teilnahme am allgemeinen Unterricht die Integration in der Aufnahmegesellschaft zu fördern. Dies setzt voraus, dass die Kinder tatsächlich über den Unterricht (bzw. anschliessend während der Lehrlings- und Berufsausbildung) bei (noch) intakter Familiengemeinschaft bereits in nennenswerter Weise begonnen haben, sich zu integrieren bzw. massgebliche Beziehungen ausserhalb der Kernfamilie auszubilden (BGE 139 II 393 E. 4.2.2; Urteile 2C_673/2019 vom 3. Dezember 2019 E. 5.1; 2C_870/2018 vom 13. Mai 2019 E. 3.3.2; 2C_145/2017 vom 5. März 2018 E. 3; je mit Hinweisen). Das ist bei Kleinkindern, die noch in erster Linie auf den familiären Bereich bezogen leben, nicht der Fall. Das unmündige Kind teilt aus familienrechtlichen Gründen (Art. 25 Abs. 1 und Art. 301 Abs. 3 ZGB) das ausländerrechtliche Schicksal des obhutsberechtigten Elternteils und hat gegebenenfalls mit diesem das Land zu verlassen, wenn jener seinerseits sein vom freizügigkeitsberechtigten Arbeitnehmer abgeleitetes (derivatives) Anwesenheitsrecht verloren und kein eigenständiges Aufenthalts- oder Verbleiberecht erworben hat (BGE 139 II 393 E. 4.2.2 f.; Urteil 2C_185/2019 vom 4. März 2021 E. 7.2). Diese Rechtsprechung ist unter Einbezug des von den Beschwerdeführern insbesondere angerufenen Urteils des EuGH C-115/15 NA vom 30. Juni 2016 ergangen (vgl. Urteil 2C_185/2019 vom 4. März 2021 E. 6.2.3).