Citation: 6B_217/2022 E. 2.5.2

2.5.2. Er moniert zunächst, die Vorinstanz stelle den Sachverhalt unvollständig fest, indem sie sein Schreiben vom 11. Dezember 2014 an den damaligen Rechtsvertreter des Beschwerdegegners 2 und damit ein wesentliches Indiz nicht beachte. Aus diesem Schreiben ergebe sich, dass er eine Sicherung mittels der zur persönlichen Schutzausrüstung gehörigen PSAgA angeordnet habe. Darin werde nämlich rund sieben Monate nach dem Unfall ausdrücklich auf die unterbliebene Sicherung hingewiesen, womit nur die PSAgA habe gemeint sein können. Unter diesen Umständen genüge es nicht für den Beweis des Gegenteils, wenn der Beschwerdeführer die PSAgA in einer einzelnen Einvernahme vier Jahre nach dem Unfall nicht ausdrücklich erwähnt habe. Die erste Instanz habe denn auch noch ausdrücklich auf dieses Schreiben abgestellt und den Freispruch damit begründet. Die erste Instanz ging bei der Beurteilung der Anklage gegen den Beschwerdeführer davon aus, dass dieser C.________ in dessen Funktion als verantwortlicher Gruppenchef darüber instruiert habe, "dass er den Abbau der Gerüstrahmen und der darunterliegenden Schaltafeln in einer Rückwärtsbewegung hätte durchführen sollen, abschnittsweise von einem Gerüstrahmen zu[m] nächsten, und dabei in der Nähe einer potentiellen Absturzstelle eine Seilsicherung am jeweils rückwärtigen Rahmen hätte anbringen sollen". Die Vorinstanz setzt sich eingehend mit den Aussagen des Beschwerdeführers auseinander und begründet nachvollziehbar, weshalb sie der Beurteilung der ersten Instanz nicht folgt, sondern ihrerseits zum Schluss gelangt, dass der Beschwerdeführer zum Unfallzeitpunkt der Meinung gewesen sei, in Bezug auf die Gerüstdemontage habe als einzige Sicherungsmassnahme für die Arbeiten auf dem Dach das Erstellen eines Laufstegs genügt. Inwiefern diese Beweiswürdigung geradezu unhaltbar sein soll, tut der Beschwerdeführer nicht dar und ist auch nicht ersichtlich. Entgegen der Darstellung in der Beschwerde lässt die Vorinstanz das besagte Schreiben nicht explizit ausser Betracht, sondern erwähnt es lediglich nicht ausdrücklich als "insbesondere" zu würdigenden Beweis bzw. zu würdigendes Indiz. Alleine, dass sie nicht auf das Schreiben abstellt, während die Vorinstanz ihm noch indizielle Bedeutung zumass, belegt aber keine Willkür, zumal im Schreiben des Beschwerdeführers an den damaligen Rechtsvertreter des Beschwerdegegners 2 lediglich in generellen Worten ausgeführt wird, der Beschwerdegegner 2 sei vom verantwortlichen Monteur instruiert worden, "wie er sich sichern muss und das[s] er auf keinen Fall auf die Glasflächen treten darf". War der Beschwerdeführer der Meinung, dass keine Sicherung erforderlich war, bleibt es auch dabei, dass er C.________ und den Beschwerdegegner 2 nicht über die Notwendigkeit instruiert hat, bei der vorzunehmenden Arbeit die PSAgA zu verwenden. Folglich stossen auch seine Vorbringen, welchen er die gegenteilige Annahme zugrunde legt, ins Leere. Das gilt etwa, wenn der Beschwerdeführer geltend macht, eine kollektive Schutzmassnahme (wie Auffangnetz oder Lifeline) habe deswegen unterbleiben können, weil er eine Sicherung mittels der zur persönlichen Schutzausrüstung gehörigen PSAgA angeordnet habe, er darauf habe vertrauen dürfen, dass sich C.________ als erfahrener Gerüstbauer und der Beschwerdegegner 2 "an seine unmissverständlichen Anweisungen halten würden", und schliesslich, es nicht vorhersehbar gewesen sei, "dass seine Weisung durch ein absolut sinnfreies Verhalten der beteiligten Arbeiter missachtet würde".