Citation: 1C_451/2020 E. 4.3.2

4.3.2. Aufgrund der Summe der genannten ehelichen Probleme gelangte die Vorinstanz schliesslich zur Annahme, es sei unwahrscheinlich, dass die Ehe erst aufgrund einer einzelnen Begebenheit im Jahr 2014 gescheitert sei, als der Beschwerdeführer von einem Verwandten seiner Ex-Ehefrau beschimpft wurde und diese nicht helfend eingegriffen habe. Vielmehr sei davon auszugehen, dass dieses Vorkommnis aufgrund der genannten Beziehungsprobleme den Schlusspunkt eines langen Zerrüttungsprozesses markiert habe, der seinen Anfang weit vor dem Einbürgerungszeitpunkt genommen habe. Anders lasse es sich nicht erklären, dass die Ehepartnerin nicht eingegriffen habe, als ihr Ehegatte von einem Verwandten beschimpft wurde. Ungeachtet dessen habe das Ehepaar am 8. Februar 2012 gegenüber der Einbürgerungsbehörde erklärt, es lebe in einer stabilen ehelichen Gemeinschaft und hege weder Trennungs- noch Scheidungsabsichten. Dadurch habe der Beschwerdeführer die Einbürgerungsbehörde über den tatsächlichen Zustand der Ehe getäuscht und sich die erleichterte Einbürgerung im Sinne von Art. 41 Abs. 1 aBüG erschlichen.