Citation: 6B_959/2021 E. 3.3.1

3.3.1. Betreffend die wirtschaftliche Situation des Beschwerdeführers wird im angefochtenen Urteil erwogen, dieser habe keinen Beruf erlernt und offenbar nur jeweils kurzzeitig gearbeitet, wobei er von seinen Eltern finanziell unterstützt worden sei. Er sei zur Zeit arbeitslos und beziehe Sozialhilfe. Per 15. Oktober 2020 habe sein Betreibungsregisterauszug Verlustscheine von Fr. 77'876.50 aufgewiesen, wobei ihn das Migrationsamt schon zwei Mal darauf hingewiesen habe, dass aufgrund seiner Schuldensituation ein Grund für den Widerruf seiner Niederlassungsbewilligung erfüllt sein könne. Der Beschwerdeführer habe in der Schweiz keine berufliche Perspektive bzw. bisherige Chancen wiederholt nicht genutzt, wobei seine wirtschaftlichen und persönlichen Aussichten im Kosovo angesichts seiner Schulbildung und der in der Schweiz erworbenen Arbeitserfahrung zumindest intakt seien. Die Aufnahme eines Erwerbslebens dürfte sich dort nicht schwieriger gestalten als in der Schweiz. Er beherrsche die Landessprache, habe (in der Person seiner im Kosovo wohnhaften Grossmutter sowie einer über ein Ferienhaus verfügenden Tante) familiäre resp. soziale Anknüpfungspunkte und sei aufgrund regelmässiger sowie teilweise langer Aufenthalte mit der dortigen Kultur und Lebensweise vertraut. Der Beschwerdeführer verbringe regelmässig Ferien in seinem Heimatland, habe sich in seiner Jugend während zwei Jahren dort aufgehalten und im Jahre 2011 gar für weitere vier Jahre in den Kosovo zurückkehren wollen. Diesen Ausführungen ist beizupflichten. Unbeachtlich ist die unsubstanziierte und rein appellatorische Kritik des Beschwerdeführers, wonach von einer genügenden Anbindung an sein Heimatland keine Rede sein könne. Die Vorinstanz begründet ihre gegenteilige Ansicht nachvollziehbar und eingehend, wobei der Beschwerdeführer eine inhaltliche Auseinandersetzung mit diesen Erwägungen unterlässt. Dass er sich im Kosovo nicht erfolgreicher (als in der Schweiz) werde integrieren können mag zutreffen. Nichtsdestotrotz bestehen keinerlei Hinweise darauf, dass ihm dies dort schlechter gelingen müsste. Der Beschwerdeführer spricht die Landessprache, besuchte in der Schweiz die Schule und konnte hier doch immerhin etwas Arbeitserfahrung sammeln. Im Zielland verfügt er in der Person seiner Grossmutter zudem über Familie. Damit kann von einer zumindest intakten beruflichen Perspektive ausgegangen werden. Dieser Ansicht scheint auch der Beschwerdeführer selbst gewesen zu sein, als er im Hinblick auf seine 2011 geplante zeitweise Rückkehr in den Kosovo angab, es sei ihm in der Schweiz nicht gelungen, eine geeignete Lehrstelle zu finden und dass er die Chance sehe, sich im Ausland weiterzubilden. Unbeachtlich ist, dass seine Grossmutter in einem abgelegenen Dorf wohnt. Der Beschwerdeführer wäre frei, sich nach seiner Ankunft in einer grösseren Ortschaft niederzulassen. Ebenso unbehelflich ist es, wenn er mit Verweis auf die Arbeitslosen- und Invalidenversicherung sowie die Sozialhilfe geltend macht, im Kosovo gebe es keine Hilfestellungen zur Reintegration von Personen mit Suchtkrankheiten in das Erwerbsleben. Dass in der Schweiz bessere wirtschaftliche Bedingungen herrschen, vermag die strafrechtliche Landesverweisung nicht zu hindern (Urteil 6B_134/2021 vom 20. Juni 2022 E. 5.4.2 mit Hinweisen). Dies betrifft auch Angebote zur Hilfe bei der Integration in den Arbeitsmarkt. Offenbleiben kann, ob die missglückte berufliche Integration des Beschwerdeführers auf seine Drogenabhängigkeit zurückzuführen ist. Zu Recht bemisst die Vorinstanz seine privaten Interessen anhand seiner persönlichen Lage im Urteilszeitpunkt, unabhängig von der Entstehung der Situation (vgl. Urteil 6B_369/2021 vom 5. Mai 2022 E. 5.1 mit Hinweis). Entscheidend ist, dass er sich in der Schweiz keine berufliche Existenz aufbauen konnte, die er im Falle einer Landesverweisung verlöre. Schliesslich verkennt der Beschwerdeführer, dass echte Noven im Verfahren vor dem Bundesgericht unbeachtlich sind (Art. 99 Abs. 1 BGG). Dabei handelt es sich um Tatsachen oder Beweismittel, die sich erst zugetragen haben oder entstanden sind, nachdem vor der Vorinstanz keine neuen Tatsachen und Beweismittel mehr vorgetragen werden konnten (BGE 143 V 19 E. 1.2; 140 V 543 E. 3.2.2.2; Urteil 6B_970/2021 vom 16. Dezember 2021 E. 1.5.5; je mit Hinweisen). Nicht einzugehen ist daher auf die Entwicklung seiner beruflichen Situation nach der Ausfällung des angefochtenen Urteils am 26. März 2021.