Citation: 5P.372/2006 16.11.2006 E. 3

3.1 Das Kantonsgericht führt aus, gemäss Art. 163 Abs. 1 und 2 ZGB hätten die Ehegatten gemeinsam für den gebührenden Unterhalt der Familie zu sorgen und sich über den Beitrag, den jeder Ehegatte leiste, namentlich durch Geldzahlungen, Besorgung des Haushaltes, Betreuung der Kinder etc. zu verständigen. Gelinge es den Ehegatten nicht sich zu einigen, könnten sie das Gericht anrufen, das über die an den Unterhalt der Familie zu zahlenden Geldbeiträge entscheiden, hinsichtlich der Rollenverteilung indessen die Parteien nur zu einer Einigung ermuntern könne (Art. 172 Abs. 2 und 173 Abs. 1 ZGB). Die Aufgabenteilung könne sich mit der Zeit auch ändern. Die Ehegatten könnten jederzeit auf die früher getroffene Aufteilung der Beiträge zurückkommen und sich auf eine andere Regelung einigen. Soweit Änderungen keine Auswirkungen auf die Unterhaltsleistungen und Bedürfnisse des andern Ehegatten hätten, könne ein Ehegatte jederzeit auch einseitig seine Lebensführung ändern. Habe die Änderung der Aufgabenteilung nun aber Auswirkungen für einen Ehegatten zur Folge, stelle sich die Frage, unter welchen Voraussetzungen er dies auch gegen seinen Willen zu akzeptieren habe. Klar sei, dass es einer übermässigen Bindung im Sinne von Art. 27 ZGB gleichkäme, wenn ein Ehegatte für den Rest seines Lebens bei der einmal gewählten Aufgabenteilung behaftet würde. Der betroffene Ehegatte müsse daher den Änderungswunsch seines Partners sicher dann hinnehmen, wenn dieser nur geringfügige Auswirkungen auf seine Situation habe, also für ihn keine unzumutbaren Nachteile entstünden. Eine Änderung der Vereinbarung über die Unterhaltsleistungen gegen den Willen des Partners sei aber auch dann zulässig, wenn sich die Verhältnisse wesentlich verändert hätten bzw. wenn ein wichtiger Grund vorliege, der das persönliche Interesse des betroffenen Ehegatten an der Beibehaltung der Rollenverteilung überwiege (vgl. BGE 114 II 13 E. 4 S. 16; Hausheer/Reusser/Geiser, Berner Kommentar, Art. 163 N. 43 ff.; Hasenböhler, Basler Kommentar, ZGB I, 2. Aufl. Basel 2002, Art. N. 22 zu Art 163 ZGB). 3.2 In tatsächlicher Hinsicht hat das Kantonsgericht befunden, im vorliegenden Fall sei davon auszugehen, dass sich die Parteien zu Beginn ihrer Ehe über die Aufgaben- resp. Rollenverteilung geeinigt hätten und zwar - wie vom Beschwerdeführer dargelegt - im Sinne einer gleichmässigen Aufteilung der Erwerbstätigkeit und Betreuungsarbeit. Auch die Bezirksgerichtspräsidentin halte in ihrer Verfügung fest, es sei unter den Parteien unbestritten, dass die Ehefrau nach der Geburt der gemeinsamen Tochter im Juni 1996 weiterhin einer teilzeitlichen Erwerbstätigkeit nachgegangen sei. Nach der Geburt des zweiten gemeinsamen Kindes im Mai 1998 habe die Beschwerdegegnerin ihre Erwerbstätigkeit vorübergehend aufgegeben und sei zu Hause geblieben. Es habe also vorliegend - fährt das Kantonsgericht fort - in der Tat eine Änderung der ursprünglich vereinbarten Aufgabenteilung stattgefunden, die für den Beschwerdeführer gewisse Nachteile gebracht habe, zumal er nicht nur seine Erwerbstätigkeit habe aufstocken müssen, um das finanzielle Auskommen der Familie zu sichern; er habe auch seine Kinder nicht mehr in dem Masse betreuen können, wie er es offensichtlich gerne getan hätte. Es könne hier offen bleiben, ob es sich dabei um Nachteile gehandelt habe, die dem Beschwerdeführer zugemutet werden könnten. Die anderweitige Aufteilung der Erwerbstätigkeit und der Betreuungsarbeit sei nämlich auf eine wesentliche Veränderung der Verhältnisse resp. auf wichtige Gründe zurückzuführen und daher vom Beschwerdeführer auch gegen seinen Willen und unabhängig von allfälligen Nachteilen hinzunehmen. Wie sich aus dem Arztzeugnis von Dr. Z.________ vom 14. Juli 2005 ergebe, sei die Ehefrau nach der Geburt des zweiten Kindes wegen einer Hausstauballergie teilweise arbeitsunfähig geworden und habe sich krankheitsbedingt beurlauben lassen müssen.