Citation: 6B_694/2023 E. 3.3.5

3.3.5. Wie die Vorinstanz zutreffend festhält, ist zur Beurteilung der Integration im weiteren Sinne das Sozialverhalten insgesamt zu würdigen und damit auch eine Delinquenz vor dem Inkrafttreten der Art. 66a ff. StGB am 1. Oktober 2016 (Urteile 6B_15/2020 vom 5. Mai 2020 E. 1.4.2; 6B_1044/2019 vom 17. Februar 2020 E. 2.6 mit Hinweisen). So berücksichtigt die Vorinstanz neben der Katalogtat der Veruntreuung von Quellensteuern gemäss Anklagepunkt 2.5 auch die zahlreichen Vorstrafen des Beschwerdeführers. Sie hält fest, dass eine teilbedingte Freiheitsstrafe ausgefällt werden musste, weil er sich unter anderem wegen Gefährdung des Lebens schuldig gemacht hatte. Zudem verweist die Vorinstanz auf die Vorstrafen wegen diverser ausländerrechtlicher Delikte. Sie weist darauf hin, dass im vorliegenden Verfahren eine Gesamtfreiheitsstrafe von 40 Monaten ausgesprochen wird. Daraus leitet sie schlüssig ab, dass das Verschulden insgesamt erheblich ist. Die Vorinstanz verweist zutreffend auf die langjährige bundesgerichtliche Praxis, wonach es bereits bei einer Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren oder mehr ("Zweijahresregel") ausserordentlicher Umstände bedarf, damit das private Interesse des Betroffenen an einem Verbleib in der Schweiz das öffentliche Interesse an einer Ausweisung überwiegt. Dies gilt grundsätzlich selbst bei bestehender Ehe mit einer Schweizerin und gemeinsamen Kindern ("Reneja-Praxis", BGE 135 II 377 E. 4.4; Urteile 6B_992/2022 vom 17. Februar 2023 E. 3.4; 2C_1062/2018 vom 27. Mai 2019 E. 2 ff.). Mit der am 1. Oktober 2016 in Kraft gesetzten Gesetzgebung zur strafrechtlichen Landesverweisung wurde diese bisherige ausländerrechtliche Ausschaffungspraxis verschärft (BGE 145 IV 55 E. 4.3; Urteil 6B_1299/2019 vom 28. Januar 2020 E. 3.4.7). Solche ausserordentlichen Umstände sind gemäss Vorinstanz nicht gegeben. Sie stellt dem Beschwerdeführer zu Recht eine schlechte Rückfallprognose. Mehrere unbedingte Geldstrafen, laufende Strafuntersuchungen und eine teilbedingte Freiheitsstrafe hätten ihn nicht von der Begehung neuer Straftaten abgehalten. Zudem habe ihn das Migrationsamt wiederholt verwarnt, nämlich am 27. Oktober 2008, am 14. Mai 2009, am 29. Oktober 2009 und zuletzt am 24. Januar 2022. Nur schon die Deliktssumme der aktuellen Straftaten beläuft sich auf mehrere hunderttausend Franken. Dazu kommen die erwähnten früheren Verurteilungen namentlich wegen zahlreicher ausländerrechtlicher Straftaten und eine Verurteilung wegen Gefährdung des Lebens. Unter diesen Umständen schliesst die Vorinstanz überzeugend auf ein "sehr erhebliches öffentliches Interesse an einer Landesverweisung".