Citation: 2C_140/2021 E. 3.6.5

3.6.5. Das Netzbeitragssystem, wie es in der streitbetroffenen Gemeinde praktiziert wird (Art. 12 StrRegl. 1986), steht in einem offenkundigen Spannungsfeld mit dem Erfordernis eines individuell-konkreten wirtschaftlichen Vorteils, der den Grundeigentümern aufgrund der öffentlichen Infrastruktur zukommen muss (§ 153 Abs. 1 GG/BL und § 90 Abs. 1 EntG/BL; vorne E. 3.4.2). Die Konzeption des Netzbeitragssystems geht dahin, dass die Grundeigentümer sich in die "Kosten der Verkehrsanlagen" einzukaufen haben, wobei die "Verkehrsanlagen" mit dem gesamten kommunalen Strassennetz gleichzusetzen sind. Früherer Praxis des Enteignungsgerichts zufolge galt, dass ein einzelnes Strassenstück seine Aufgabe nicht allein, sondern nur im Verbund mit allen übrigen Strassen erfüllen könne. Im Ergebnis bedeutet dies, dass die Eigentümer eines in der Erschliessungszone I gelegenen Grundstücks in jedem Fall einen Beitrag zu leisten haben, ungeachtet dessen, ob die an ihr Grundstück heranführende Basis- oder Detailerschliessung eben erst neu erstellt, ausgebaut oder umgebaut wurde (Art. 12 Abs. 1 StrRegl. 1986).