Citation: 9C_650/2024 E. 7.3

7.3. Die Vorinstanz legte dar, wie sich hieraus zeige, führe jeder Kanton selbst sein eigenes Veranlagungsverfahren. So habe dies auch der Kanton Aargau getan. Ein Urteil könne aber nur revidiert werden, wenn eine Doppelbesteuerung vorliege (vgl. E. 5.1). Eine solche zweimalige Besteuerung der gleichen Einkünfte würden die Gesuchsteller (hier Beschwerdeführer) indes nicht konkret geltend machen und sei auch nicht ersichtlich. Trotz höherer Steuerausscheidung des Kantons Solothurn hätten die Aargauer Steuerbehörden die Gesuchsteller gemäss ihrer Selbstdeklaration veranlagt. Eine rechtskräftige Veranlagung durch den Kanton Aargau binde den Kanton Solothurn nicht. Der Kanton Aargau beurteile nur das in seinem Kanton erwirtschaftete selbständige Einkommen. Die Aargauer Veranlagung, ergangen am 17. April 2024, sei zudem zeitlich kein Beweismittel oder eine Tatsache, die für den Kanton Solothurn zu beachten sei. Ausserdem sei kein Ausstandsgrund der zuständigen Steuerrevisorin erkennbar, wenn eine Veranlagung zu Ungunsten der Steuerpflichtigen ergehe (vgl. Art. 109 DBG sowie § 8 des Gesetzes des Kantons Solothurn vom 15. November 1970 über den Rechtsschutz in Verwaltungssachen; Verwaltungsrechtspflegegesetz [VRG/SO; BGS 124.11]). Wie die Vorinstanz zu Recht darlegt, stellt die Aargauer Veranlagungsverfügung für den Kanton Solothurn keinen Revisionsgrund dar. Insbesondere handelt es sich bei einer abweichenden rechtlichen Würdigung durch eine andere Steuerbehörde nicht um ein neues Beweismittel im Sinne der Revisionsbestimmungen. Dies insbesondere auch dann - entgegen den Ausführungen der Beschwerdeführer - wenn ein anderer Kanton Steuern zurückerstattet oder das satzbestimmende Einkommen tiefer ansetzt. Weiter ist nicht ersichtlich, inwiefern die Vorinstanz die "Revision ins Leere laufen lässt" oder sich ihrer "Verpflichtung" nicht stellt respektive nicht gewillt sein soll ihr nachzukommen. Nur weil die Beschwerdeführer mit dem Ausgang des Verfahrens nicht einverstanden sind, haben sie kein Anrecht auf die Durchführung eines Revisionsverfahrens. Die zahlreichen weiteren Ausführungen der Beschwerdeführer zu dieser Frage sind unsubstantiiert und teils zusammenhanglos. Dasselbe gilt in Bezug auf das abgewiesene Ausstandsbegehren gegen die Steuerrevisorin. In Bezug auf die von den Beschwerdeführern geforderte Anhörung von verschiedenen Personen als Zeugen oder als Auskunftspersonen (vgl. E. 2) ist sodann festzuhalten, dass das Bundesgericht im vorliegenden Verfahren keine eigenen Beweiserhebungen vornimmt. Es ist grundsätzlich an die vorinstanzliche Sachverhaltsfeststellung gebunden (Art. 105 Abs. 1 BGG). Wie gezeigt, ist eine offensichtlich unrichtige Feststellung des Sachverhalts nicht gegeben (vgl. E. 5).