Citation: I 530/06 02.03.2007 E. 6

Die Vorinstanz hat die Akten in umfassender und sorgfältiger Weise gewürdigt und daraus den zutreffenden Schluss gezogen, dass die gesamte Symptomatik gemäss Rz 404.5 KSME vor der Vollendung des 9. Altersjahres rechtsgenüglich nachweisbar war. Aus den Berichten des Dr. med. R.________, Kinderarzt FMH, vom 4. und 22. April 2005 geht hervor, dass die Diagnose erstmals am 6. Juli 2001 anlässlich der Einschulung gestellt worden ist. Zwar nennt Dr. R.________ im Bericht vom 22. April 2005 unter "Diagnoseliste" nur das ADHD/ADS. Im nachfolgenden Text führt er jedoch aus: "deutliche Zeichen eines ADHS zur Einschulung und anamnestisch passende Schwierigkeiten im Kiga (Logopädie/Sprachheilkiga): Diagnose eines cong. inf. POS mit abwartendem Procedere (...) Anmeldung IV (POS) sobald Leistungen beansprucht werden (PM/Psychotherapie/Ergotherapie)". Zwar trifft zu, dass das POS nicht ausdrücklich unter der Rubrik "Diagnosen" erwähnt ist. Indessen ist zu beachten, dass im Bericht vom 4. April 2005 unmissverständlich ein Geburtsgebrechen gemäss Ziff. 404 GgV Anhang genannt wurde. Am selben Tag hat Dr. R.________ zudem den Fragebogen für das infantile POS ausgefüllt und die gesamte Symptomatik des Leidens beschrieben. Insgesamt können diese Angaben vernünftigerweise nur dahin verstanden werden, dass Dr. R.________ vom Vorliegen eines POS bereits am 6. Juli 2001 überzeugt war. Es hiesse den Bogen überspannen, ein POS nur dann als rechtzeitig diagnostiziert zuzulassen, wenn es im entsprechenden Arztbericht unter den Diagnosen erwähnt wird, nicht aber, wenn sich diese Diagnose aus anderen Stellen des Berichts ergibt (erwähntes Urteil K). Im Übrigen lässt es die Rechtsprechung zu, dass die beweisrechtliche Frage, ob die rechtzeitig gestellte Diagnose eines POS zutraf, auch mit erst nach dem 9. Altersjahr vorgenommenen ergänzenden Abklärungen beantwortet wird (BGE 122 V 113 E. 2f S. 117 und E. 3c/cc S. 123). Sodann wurde mit der Behandlung rechtzeitig begonnen. Selbst wenn sich die verschiedenen Massnahmen ursprünglich gegen andere Leiden richteten, waren sie ab dem Zeitpunkt der Diagnosestellung auch als Behandlungen des POS zu werten (Urteil B. vom 16. Juni 2005, I 9/05). Damit ist der kantonale Entscheid zu bestätigen.