Citation: 8C_661/2007 11.04.2008 E. 6

6.1 Für die Adäquanzprüfung ist an das (objektiv erfassbare) Unfallereignis anzuknüpfen (BGE 115 V 133 E. 6 Ingress S. 139). 6.1.1 Das kantonale Gericht hat den Unfall vom 23. September 2001 als mittelschweren Unfall im engeren Sinne, d.h. nicht im Grenzbereich zu den leichten oder zu den schweren Unfällen, betrachtet. Die Beschwerdeführerin macht geltend, es handle sich um ein Ereignis an der Grenze zu den schweren Unfällen. 6.1.2 Die Schwere des Unfalles ist im Rahmen einer objektivierten Betrachtungsweise zu prüfen. Massgebend ist der augenfällige Geschehensablauf mit den sich dabei entwickelnden Kräften, nicht jedoch Folgen des Unfalls oder Begleitumstände, die nicht direkt dem Unfallgeschehen zugerechnet werden können (BGE 115 V 133 E. 6 Ingress S. 139; SVR 2008 UV Nr. 8 S. 26, U 2, 3 und 4/07, E. 5.3.1 mit Hinweisen). Auffahrkollisionen auf ein (haltendes) Fahrzeug werden regelmässig in die Kategorie der mittelschweren Ereignisse im Grenzbereich zu den leichten Unfällen eingereiht (RKUV 2005 Nr. U 549 S. 236, U 380/04, E. 5.1.2 mit Hinweisen). Im vorliegenden Fall mag der Umstand, dass der BMW, in welchem die Beschwerdeführerin sass, zunächst in den vorderen Personenwagen prallte, und danach die beiden folgenden Fahrzeuge auffuhren, rechtfertigen, den Unfall als mittelschwer zu qualifizieren. Der augenfällige Geschehensablauf und die Kräfte, die sich dabei auch gemäss der vorgenommenen unfallanalytischen-biomechanischen Beurteilung (Abklärungsberichte vom 22. Oktober 2003 und 23. Februar 2004) entwickelt haben, gestatten aber nicht den Schluss auf einen Unfall im Grenzbereich zu den schweren Ereignissen. Als Unfälle mit diesem Schweregrad werden regelmässig nur mit markant höheren kräftemässigen Einwirkungen verbundene Ereignisse betrachtet (vgl. RKUV 2005 Nr. U 555 S. 322, U 458/04, E. 3.4.1, und Nr. U 548 S. 228, U 306/04, E. 3.2.2, je mit Hinweisen). Der Hinweis der Beschwerdeführerin auf die nach dem Unfall gestellten psychiatrischen Diagnosen ergibt nichts anderes. Die psychische Problematik als Folge des Unfalls hat nach dem zuvor Gesagten bei der Beurteilung von dessen Schwere ausser Acht zu bleiben. 6.2 Bei der gegebenen Unfallschwere müssten von den weiteren, objektiv fassbaren und unmittelbar mit dem Unfall in Zusammenhang stehenden oder als Folge davon erscheinenden Umständen, welche als massgebende Kriterien in die Gesamtwürdigung einzubeziehen sind (BGE 115 V 133 E. 6c/aa S. 140), für eine Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhanges entweder ein einzelnes in besonders ausgeprägter Weise oder aber mehrere in gehäufter oder auffallender Weise gegeben sein (BGE 115 V 133 E. 6c/bb S. 140). 6.2.1 Das kantonale Gericht hat das Vorliegen sämtlicher adäquanzrelevanter Kriterien verneint. Demgegenüber erachtet die Beschwerdeführerin deren mehrere für erfüllt. 6.2.2 Dass die erlittenen Verletzungen schwer oder von besonderer Art gewesen wären, wird zu Recht ebenso wenig geltend gemacht wie eine ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmerte, oder ein schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen. Auch wenn sodann dem Unfallgeschehen, namentlich aufgrund der Mehrfachkollision und dem Umstand, dass diese in einem Tunnel stattfand, eine gewisse Eindrücklichkeit nicht abgesprochen werden kann, war diese doch entgegen der Beschwerde nicht besonders ausgeprägt und lagen auch keine besonders dramatischen Begleitumstände vor. Der Schrecken, den die Versicherte erlitten hat, hielt sich bei objektiver Betrachtung im Rahmen des bei Unfällen Üblichen und war nicht geeignet, das Entstehen einer psychischen Störung massgeblich zu fördern (vgl. die im Urteil U 424/04 vom 5. Oktober 2005, E. 6.2, aufgeführten Beispiele aus der Praxis). Dass sich der Unfall am ersten Hochzeitstag der Beschwerdeführerin zugetragen hat, gestattet keine andere Betrachtungsweise. Mit dem kantonalen Gericht kann ohne weiteres auch das Kriterium der ungewöhnlich langen Dauer der auf die physischen Beschwerden gerichteten ärztlichen Behandlung verneint werden, richteten sich doch die empfohlenen und die durchgeführten Therapiemassnahmen schon bald nach dem Unfall vor allem auf die psychische Problematik. Selbst wenn, ohne nähere Prüfung, die zwei weiteren in Frage kommenden Kriterien der körperlichen Dauerschmerzen sowie des Grades und der Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit bejaht würden, wäre keiner dieser Faktoren in besonders ausgeprägter Weise gegeben und lägen die adäquanzrelevanten Kriterien weder in gehäufter noch in auffallender Weise vor. Die Vorinstanz hat demnach die Adäquanz und damit eine Leistungspflicht der Zürich für die über den 18. Mai 2004 hinaus bestandenen Beschwerden zu Recht verneint.