Citation: 5A_360/2023 E. 2

Das Obergericht hat festgehalten, dass Dritte gestützt auf Art. 91 Abs. 4 SchKG auskunftspflichtig seien, wenn eine begründete Vermutung dafür bestehe, dass sich ein Vermögenswert des Schuldners in ihrem Gewahrsam befinde oder sie ihrerseits Schuldner des Schuldners seien. Das Betreibungsamt habe in den sechs Auskunftsbegehren (Verfügung vom 13. September 2021) jeweils eine Adresse des Wohnsitzes bzw. Sitzes der Schuldnerin bzw. des Schuldners in Basel angegeben. Damit habe das Betreibungsamt jeweils ein konkretes Verdachtsmoment angegeben, welches das Vorhandensein einer Geschäftsbeziehung der Schuldnerin und der Schuldner mit der Beschwerdeführerin - einer in Basel physisch präsenten Bank - als möglich oder wahrscheinlich erscheinen lassen. Die amtlichen Auskunftsbegehren seien von der Beschwerdeführerin in zumutbarer Weise erfüllbar und gesetzeskonform, ohne dass das Bankgeheimnis entgegenstehen würde.