Citation: U 143/03 02.03.2004 E. 3

3.1 Die am 6. September 1994 verfügte und mit Einspracheentscheid vom 13. Februar 1995 bestätigte Leistungsverweigerung, welche im Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 18. Oktober 1996 zu beurteilen war, stützte sich auf umfassende ärztliche Abklärungen. Im Gutachten vom 27. April 1994 ging PD Dr. med. M.________ von der Diagnose Parkinsonsyndrom und psychoorganische Wesensänderung aus. Die Diagnose eines Parkinsonsyndroms beruhe auf den dafür klassischen Symptomen der Hypo- und Bradykinesie, erhöhtem Muskeltonus, abnormer Körperhaltung und unter Stresssituationen auftretendem Tremor. Ausserdem sei ein POS mit Merkfähigkeitsstörung, Frischgedächtnisstörung, Bradyphrenie und sarker Störbarkeit durch äussere Interferenzen feststellbar. Es handle sich dabei um eine kontinuierliche Progression von Symptomen und Befunden in den vergangenen vier Jahren, welche in den medizinischen Unterlagen dokumentiert und vom Versicherten gleichermassen geschildert würden. Der Krankheitsverlauf sei untypisch für ein traumatisches Ereignis, da der Prozess kontinuierlich fortschreite, wie dies bei einer degenerativen Erkrankung der Fall sei. Zur Frage, ob das im Jahre 1990 erlittene Schleudertrauma der HWS mit möglicher Commotio cerebri für den Gesundheitszustand verantwortlich sei, gab er an, der Unfall sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht die Ursache der gesundheitlichen Störung. Die geltend gemachten - vom Facharzt damals als Parkinsonsyndrom diagnostizierten - Beschwerden wären mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auch aufgetreten, wenn es nicht zum Unfall gekommen wäre. Prof. Dr. med. K.________ konnte gemäss Gutachten vom 18. März 2003 nach allem, was mit einer klinisch neurologischen Untersuchung festgestellt werden kann, am 25. Oktober 2002 mit Sicherheit kein Parkinsonsyndrom objektivieren. Auch PD Dr. med. M.________ habe im Bericht vom 7. Oktober 1997 die Diagnose eines Parkinsonsyndroms fallen gelassen. Dieser hielt dort fest, bei seit 1991 beginnender Multisystemaffektion und ursprünglicher Parkinsonsymptomatik sei innerhalb der vergangenen sechs Monate keine Verschlechterung der Symptomatik eingetreten. Vielmehr sei es nach dem endgültigen Absetzen der Medikamente zu einer weitergehenden Verbesserung des Antriebs gekommen. Derzeit stehe eine neuropsychologische Problematik im Vordergrund, während die Parkinsonsymptomatik regredient sei. Dass vorübergehend eine Prakinsonsymptomatik vorhanden war, kann laut Prof. Dr. med. K.________ rückblickend nicht in Abrede gestellt werden. Sicher sei eine solche jedoch nicht auf ein Trauma allein zurückzuführen. Die Gründe, welche im Jahre 1992 zur Aufgabe der anspruchsvollen beruflichen Tätigkeit geführt hätten, liessen sich retrospektiv nicht mehr mit Sicherheit eruieren. Auch wenn die früher von den Fachärzten als pathologisch beschriebenen Befunde den Tatsachen entsprochen hätten, seien zumindest aus neuester Sicht die daraus gezogenen Schlussfolgerungen durch die Krankengeschichte widerlegt. Unklar bleibe, welche Symptome zur Verminderung der Leistungsfähigkeit und zur Aufgabe der beruflichen Tätigkeit geführt hätten. Entsprechend sei auch kein sicherer Kausalzusammenhang jener Symptome mit dem Unfall vom 16. März 1990 zu rekonstruieren. 3.2 Entscheidend im Sinne von Art. 137 lit. b OG ist eine neue ärztliche Bescheinigung, wenn sie den rechtserheblichen medizinischen Sachverhalt in einem derart neuen Lichte zeigt, dass anders zu entscheiden gewesen wäre, wenn das nunmehr angerufene Beweismittel schon im Beschwerdeverfahren vorgelegen hätte (BGE 99 V 191 Erw. 2). Im neu aufgelegten Gutachten kann nichts anderes erblickt werden als eine gegenüber früheren ärztlichen Beurteilungen vorgenommene Abweichung mit Bezug auf die Diagnosestellung eines Parkinsonsyndroms. Damit ist aber nichts ausgesagt über die von PD Dr. med. M.________ erhobenen Befunde, welche aus damaliger Sicht auf ein Parkinsonsyndrom hinwiesen und im Gutachten des Prof. Dr. med. K.________ in keiner Art und Weise in Abrede gestellt werden. Die Frage nach dem natürlichem Kausalzusammenhang zwischen den (damals) geltend gemachten Beschwerden und dem Unfallereignis lässt sich gemäss Prof. Dr. med. K.________ rückwirkend nicht zuverlässig beurteilen. Bisher nicht berücksichtigte Unfallfolgen werden mit diesem Gutachten nicht dargetan. Selbst wenn daher gestützt auf das zur Diskussion stehende Gutachten eine neue Tatsache mit Bezug auf den Krankheitsverlauf und die Diagnosestellung als ausgewiesen gelten könnte, ist diese nicht als im Sinne von Art. 137 lit. b OG erheblich zu qualifizieren, weil sich damit der natürliche Kausalzusammenhang nicht anders beurteilen lässt als im Urteil vom 18. Oktober 1996 und auch gestützt auf die neuesten medizinischen Unterlagen, welche den erforderlichen Beweis nicht zu erbringen vermögen, verneint werden muss. Ergänzende medizinische Abklärungen zum Gesundheitszustand und zur Unfallkausalität durch die Gesuchsgegnerin entfallen, da der Revisionsgrund gemäss Art. 140 OG im Gesuch mit Angabe der Beweismittel darzulegen ist. Hinzu kommt, dass an der Adäquanz erhebliche Zweifel angemeldet werden müssten, nachdem der Versicherte schon kurze Zeit nach dem Unfallereignis die Arbeit wieder aufnehmen konnte und in der Folge doch rund zwei Jahre voll arbeitsfähig war. Entgegen der Auffassung des Gesuchstellers lässt sich aufgrund der neuen Expertise auch nicht auf eine ärztliche Fehlbehandlung schliessen, hat doch erst der Krankheitsverlauf gezeigt, dass die ursprünglich von verschiedenen Ärzten mit einem Parkinsonsyndrom in Verbindung gebrachten Symptome längerfristig eben doch nicht progredient waren, sondern mit der Zeit sogar verschwanden.