Citation: 5A.1/2001 19.04.2001 E. 4

4.- Die Beschwerdeführer beanstanden eine Gehörsverletzung, weil das Kantonale Jugendamt erstmals in der abweisenden Verfügung geltend gemacht habe, es fehle die Erklärung der philippinischen Behörden. a) In formeller Hinsicht setzt die Erteilung einer Pflegekindbewilligung zur Adoption eines ausländischen Kindes voraus, dass unter anderem folgende Dokumente beigebracht werden: die Zustimmung der Eltern des Kindes zur Adoption (Art. 6 Abs. 2 lit. c erster Satzteil PAVO) sowie die Erklärung einer nach dem Recht des Herkunftslandes des Kindes zuständigen Behörde, dass es Pflegeeltern in der Schweiz anvertraut werden darf (Art. 6 Abs. 2 lit. d PAVO). b) Während die erstgenannte Erklärung bei den Akten liegt, fehlt die Erklärung der philippinischen Behörden, dass R.E.________ den in der Schweiz ansässigen Beschwerdeführern anvertraut werden darf. Dazu ist zunächst zu bemerken, dass es grundsätzlich Sache der Gesuchsteller ist, sich bei den zuständigen Behörden nach den Formalitäten und Voraussetzungen einer Aufnahmebewilligung zu erkundigen. Zudem wussten die Beschwerdeführer aus dem früheren, das Mädchen S.E.________ betreffenden Bewilligungsverfahren, dass es der erwähnten behördlichen Erklärung des Heimatstaates bedarf, die damals auch beigebracht wurde. Ob es der Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV) geboten hätte, die Gesuchsteller vorgängig auf das Fehlen der Erklärung aufmerksam zu machen, kann letztlich offen bleiben (vgl. dazu Michele Albertini, Der verfassungsmässige Anspruch auf rechtliches Gehör im Verwaltungsverfahren des modernen Staates, Diss. Bern 2000, S. 208, 221 mit Hinweisen), weil das Gesuch nicht nur wegen der Nichterfüllung dieses formellen Erfordernisses abgewiesen werden muss. c) Der im bundesgerichtlichen Verfahren gestellte Antrag der Beschwerdeführer, das Kantonale Jugendamt anzuweisen, ihnen die Pflegekindbewilligung für R.M.________ zu erteilen, scheitert von vornherein an der fehlenden Erklärung des Herkunftsstaates; dieses klare gesetzliche Erfordernis kann nicht unter Hinweis auf eine allfällige Gehörsverletzung beiseite geschoben werden. Fraglich könnte höchstens sein, ob das Kind, sollte seine Aufnahme nur am Fehlen der Unbedenklichkeitserklärung gemäss Art. 6 Abs. 2 lit. d PAVO scheitern, vorläufig in der Schweiz bleiben darf, bis Klarheit besteht, ob sie beigebracht werden kann oder nicht. Diesbezüglich ist aber zu vermerken, dass seit dem Entscheid des Kantonalen Jugendamtes immerhin rund zehn Monate vergangen sind, ohne dass die Beschwerdeführer die entsprechende Erklärung nachgereicht hätten.