Citation: 4A_111/2018 E. 5.3.3

5.3.3. Die Vorinstanz hat verbindlich festgestellt, dass am 3. und 6. August 2012 Arbeiten (Erweiterung Fassadenanschlüsse) durch die Beschwerdegegnerin ausgeführt wurden und dass die Beschwerdegegnerin für diese Arbeiten am 7. September 2012 Rechnung gestellt hat (vgl. vorne E. 5.1.2). Die Beschwerdeführer rügen diesbezüglich, die Vorinstanz wende Art. 135 Ziff. 1 OR falsch an, weil sie sich im Wesentlichen auf die Rechnung vom 7. September 2012 abstütze. Werde eine Frist durch anerkennende Handlungen am 3. bzw. 6. August 2012 unterbrochen, vermöge eine anschliessende Rechnung vom 7. September 2012 nichts an dieser (erfolgten) Unterbrechung zu ändern. Die Vorinstanz stellte keineswegs fest, dass die Rechnung vom 7. September 2012 eine erfolgte Unterbrechungshandlung relativierte oder gar nichtig machte. Vielmehr sah die Vorinstanz in der besagten Rechnung eine unmissverständliche Bestätigung der Beschwerdegegnerin, dass die ausgeführten Arbeiten nicht als Mängelbeseitigung und damit Anerkennungshandlung qualifiziert werden durften. Denn sie stellte fest, es sei nicht erstellt, dass die Beschwerdegegnerin (entgegen der Rechnung) erklärt oder zu verstehen gegeben hätte, ihre Arbeit im Rahmen einer Anerkennung der Haftung zu erbringen. Die Unterbrechung der Verjährung durch Schuldanerkennung beruht auf der Überlegung, dass der Gläubiger angesichts der Schuldanerkennung keinen Anlass hat, selbst für die Unterbrechung zu sorgen, es jedenfalls einfühlbar ist, wenn er entsprechende Handlungen unterlässt (ALFRED KOLLER, Unterbrechung der Verjährung, SJZ 113/2017, S. 201 ff., 203 mit Hinweis). Ob diese Voraussetzungen gegeben sind, beurteilt sich nach den Umständen des konkreten Einzelfalls. Gemäss den verbindlichen Feststellungen der Vorinstanz wurden die Arbeiten am 3. und 6. August 2012 ausgeführt. Zwischen dem Vorliegen des Gutachtens vom 15. März 2011 und der Ausführung der Arbeiten ist somit mehr als ein Jahr vergangen. Die Vorinstanz hat nicht festgestellt, dass während diesem Zeitraum gestützt auf das Gutachten andere Arbeiten oder Problembehebungsversuche durch die Beschwerdegegnerin unternommen worden wären und die diesbezüglichen Sachverhaltsergänzungen der Beschwerdeführer genügen den Anforderungen an eine Sachverhaltsrüge nicht. Es kann somit offenbleiben, wie derartige Handlungen während diesem Zeitraum zu werten wären. Die Arbeiten vom 3. und 6. August 2012 konnten jedenfalls aufgrund des langen Zeitraums zwischen dem Vorliegen des Gutachtens und dem Zeitpunkt ihrer Durchführung nicht mehr als direkte Reaktion der Beschwerdegegnerin auf das Gutachten und Anerkennung der dort festgestellten Mängelursachen verstanden werden. Hinzu kommt, dass die Beschwerdegegnerin die von ihr ausgeführten Arbeiten gemäss verbindlichen Feststellungen der Vorinstanz am 7. September 2012 in Rechnung stellte, also etwas mehr als einem Monat nach Abschluss der Arbeiten. Diese Zeitspanne ist geschäftsüblich. Unter diesen Umständen (Arbeiten bilden keine direkte Reaktion auf das Gutachten und sie werden innert geschäftsüblicher Frist in Rechnung gestellt) stellen die Arbeiten vom 3. und 6. August 2012 nach Treu und Glauben keine Anerkennungshandlung der Beschwerdegegnerin dar und durften von den Beschwerdeführer nicht als solche verstanden werden. Mit Erhalt der Rechnung vom 7. September 2012 musste den Beschwerdeführern im Übrigen ohnehin klar sein, dass die ausgeführten Arbeiten nicht als Mängelbeseitigung und damit Anerkennungshandlung qualifiziert werden durften. Zu diesem Zeitpunkt war die Verjährung noch nicht eingetreten und die Beschwerdeführer hätten ihrerseits aktiv werden und verjährungsunterbrechende Massnahmen einleiten müssen. Denn ab Erhalt der Rechnung blieb den Beschwerdeführern noch genug Zeit durch eigenes Handeln die Verjährung zu unterbrechen. Die Verjährung wurde durch die Arbeiten vom 3. und 6. August 2012, welche am 7. September 2012 in Rechnung gestellt wurden, nicht unterbrochen. Die Vorinstanz hat damit Art. 135 Ziff. 1 OR nicht bundesrechtswidrig angewendet.