Citation: 1C_246/2024 E. 4.3

4.3. Damit ist allerdings nicht gesagt, dass sich der Beschwerdeführer gegen die behauptete Untätigkeit der Staatsanwaltschaft des Kantons Glarus, die sowohl für das Strafverfahren als auch für das Administrativverfahren zuständig ist - für Letzteres die bei der Staatsanwaltschaft angegliederte Fachstelle Administrativmassnahmen -, nicht wehren kann: Art. 5 Abs. 1 StPO verpflichtet die Strafbehörden, Strafverfahren unverzüglich an die Hand zu nehmen und sie ohne begründete Verzögerung zum Abschluss zu bringen. Ein analoger Anspruch ergibt sich bereits aus der Verfassung (Art. 29 Abs. 1 BV). Die Beurteilung der angemessenen Verfahrensdauer eines Strafverfahrens entzieht sich starren Regeln. Ob sich die Dauer als angemessen erweist, ist in jedem Einzelfall unter Würdigung aller konkreten Umstände zu prüfen (BGE 143 IV 373 E. 1.3.1 mit Hinweis). Bei der Frage der Angemessenheit der Verfahrensdauer ist insbesondere auch auf die Bedeutung des Verfahrens für die betroffene Partei abzustellen (vgl. BGE 144 II 486 E. 3.2; 135 I 265 E. 4.4; Urteile 6B_1147/2020 vom 26. April 2021 E. 2.3; 2C_608/2017 vom 24. August 2018 E. 6.5.2; 1B_208/2012 vom 22. Juni 2012 E. 2). Da die Fachstelle Administrativmassnahmen vor ihrem definitiven Entscheid den Ausgang des Strafverfahrens abwarten will, bleibt dem Beschwerdeführer der Führerausweis voraussichtlich bis zu diesem Zeitpunkt vorsorglich entzogen. Damit ist der zügige Abschluss des Strafverfahrens für den Beschwerdeführer von zentraler Bedeutung. Er kann die Staatsanwaltschaft dazu anhalten, das Strafverfahren beförderlich durchzuführen (vgl. BGE 119 Ib 158 E. 2c/cc). Gegebenenfalls stehen ihm die einschlägigen Rechtsmittel der Strafprozessordnung zur Verfügung (Art. 393 Abs. 2 lit. a und Art. 396 Abs. 2 StPO). Welche Rechtsfolgen eine allfällige Verletzung des Anspruchs auf Beurteilung innert angemessener Frist in Bezug auf das Verwaltungsverfahren hätte, braucht im vorliegenden Zwischenverfahren nicht beurteilt zu werden.