Citation: 4A_35/2021 E. 1.5.2

1.5.2. Das gilt auch, soweit die Beschwerdeführerin der Vorinstanz vorwirft, sie sei ohne triftigen Grund von der Einschätzung der erstinstanzlich eingeholten Gutachten abgewichen, ohne das Gerichtsgutachten vorerst erläutern und allenfalls ergänzen zu lassen. 1.5.2.1. Zwar hat das Gericht, soweit ihm die Schlüssigkeit eines Gutachtens in wesentlichen Punkten als zweifelhaft erscheint, nötigenfalls ergänzende Beweise zur Klärung dieser Zweifel zu erheben (BGE 138 III 193 E. 4.3.1 mit Hinweis). Dass die Klägerin vor der Vorinstanz eine Ergänzung der Gutachten beantragt hätte, zeigt die Beschwerdeführerin aber nicht auf, so dass es an der Ausschöpfung des Instanzenzuges fehlt. Die erste Instanz hielt im Zusammenhang mit den von ihr eingeholten Expertengutachten vielmehr fest, die Klägerin habe in dem Sinn Antrag gestellt, keine weiteren Erläuterungen zuzulassen und keine Oberexpertise anzuordnen. Auf diesem Antrag behaftete die Vorinstanz die Klägerin. Damit hat es sein Bewenden. 1.5.2.2. In der Sache behauptet die Beschwerdeführerin zwar jeweils, die Vorinstanz sei von den Gutachten ohne triftigen Grund abgewichen. Sie müsste aber aufzeigen, inwiefern die dafür angeführten Gründe offensichtlich unhaltbar sein sollten. Dies setzt nicht nur eine vertiefte Auseinandersetzung mit der Argumentation der Vorinstanz einerseits sondern auch mit dem einschlägigen Gutachten andererseits voraus. Diesen Anforderungen genügt die Beschwerdeführerin nicht, sondern sie beschränkt sich auf unzulässige, appellatorische Kritik: So hat die Vorinstanz bei den Kosten der XY1________ AG ausgeführt, die Schätzung sei für sie nicht überprüfbar, da im Dunkeln bleibe, woher die Kennwerte stammten, aufgrund derer die Experten die Schätzung vorgenommen hatten. Dies weist die Beschwerdeführerin nicht als offensichtlich unzutreffend aus. Auf die Frage, ob die Vorinstanz zu Recht annahm, die reinen Montagekosten seien tiefer als von den Gutachtern angenommen, braucht damit nicht eingegangen zu werden. Ebenfalls keine hinreichend begründete Rüge erhebt die Beschwerdeführerin in Bezug auf die Kosten der XY2________ sowie der XY3________ AG, zu denen sich (im Gegensatz zu anderen Baumeisterarbeiten) gemäss der Vorinstanz in der Expertise keine Ausführungen befinden, sowie in Bezug auf die Leistungen der XY4________ Ltd. und der XY5________ Ltd, wo die Vorinstanz den von den Experten aufgrund fehlender Unterlagen berechneten hypothetischen Wert nicht für aussagekräftig erachtete, da er weitgehend auf Annahmen der Experten und dem Kostenvoranschlag vom 20. Juni 2003 beruhe, der selbst auf Schätzungen basiere und einer Ungenauigkeit von +/- 10 % unterliege. Der Einwand, es sei davon auszugehen, die Annahmen der Gutachter seien fundiert, und im Durchschnitt lägen die Abweichungen bei einer Spannbreite von +/- 10 % bei 0 %, stellt ein Musterbeispiel unzulässiger appellatorischer Kritik dar: Es handelt sich um blosse Behauptungen, die überdies in Bezug auf die Abweichung offensichtlich unzutreffend sind: mehrere Unsicherheitsfaktoren kompensieren sich nicht zwingend (vgl. zur Toleranzgrenze bei Kostenvoranschlägen: Urteil des Bundesgerichts 4A_604/2020 vom 18. Mai 2021 E. 4.6.1 mit Hinweisen). Auch der Vorwurf, die Vorinstanz komme gestützt auf generelle, nicht weiter belegte Annahmen zum Schluss, die Kosten seien angemessen, zeigt nicht rechtsgenüglich auf, inwiefern die getroffenen Annahmen offensichtlich unhaltbar sind. Der (an sich zutreffende; vgl. BGE 96 II 58 E. 1 S. 61) Hinweis, der Werklohn bemesse sich nach der Arbeit, dem Stoff und dergleichen, die bei sorgfältigem Vorgehen des Unternehmers zur Ausführung des Werkes genügt hätten, ändert daran nichts. Die Vorinstanz erkannte entgegen der Beschwerde zu Recht, dass es am Gericht ist zu entscheiden, ob die verrechneten Leistungen auch nachgewiesen sind. Dies ist Teil der richterlichen Beweiswürdigung, die nicht an einen Experten delegiert werden kann. Soweit die Beschwerdeführerin gelten macht, die Leistungen würden vom Circa-Preis erfasst, zeigt sie zwar mit Aktenhinweisen auf, wo sie dies erstinstanzlich behauptet haben will. Dass sie in der Berufung eine entsprechende Rüge vorgebracht hätte, legt sie damit nicht rechtsgenüglich dar. Insoweit fehlt es an der Ausschöpfung des Instanzenzuges. Bezüglich der Installationsarbeiten beanstandete die Vorinstanz am Gutachten eine mangelnde Darlegung der Grundlagen und hegte Zweifel an den im Gutachten getroffenen Annahmen mit Blick auf andere Offerten. Die Beschwerdeführerin weist diese Argumente nicht als willkürlich aus. Sie rügt, die Vorinstanz sei ohne Anordnung von Nachfragen vom Gutachten abgewichen (vgl. E. 1.5.2.1 hiervor) und habe dabei nicht behauptete Annahmen getroffen. Auch Letzteres ist keine hinreichend begründete Rüge (vgl. E. 1.5.3 hiernach).