Citation: 9C_625/2023 E. 4.3.3

4.3.3. Daran ändert auch der Hinweis der Beschwerdeführerin auf die in verschiedenen Kantonen bestehende Praxis nichts, wonach pauschale Schwankungsreserven auf Wertschriftenbeständen anerkannt werden (vgl. z.B. für den Kanton Bern Art. 18 Abs. 1 AbV/BE: 12% auf dem Wertschriftenbestand von Banken und Sparkassen; für den Kanton Solothurn Schwankungsreserven bei der Bewertung nach dem beobachtbaren Marktwert von maximal 10% für festverzinsliche Wertschriften und von maximal 20% für Aktien und Derivate gemäss den vom kantonalen Steueramt herausgegebenen Informationen zum neuen Rechnungslegungsrecht). Wie das Bundesgericht bereits in einem Entscheid aus dem Jahr 2012 (Urteil 2C_243/2012 und 2C_244/2012 vom 12. Juli 2012) erkannt hat, können sich solche Pauschalen bei Handelsbeständen an Wertschriften, welche für den kurzfristigen Wiederverkauf bestimmt sind, aufgrund der in solchen Konstellationen unbestrittenermassen bestehenden besonderen Volumen-, Volatilitäts- und Absatzrisiken, die indessen im Einzelnen nur schwierig quantifizierbar sind, rechtfertigen (vgl. Urteil 2C_243/2012 und 2C_244/2012 vom 12. Juli 2012 E. 2.1. bis 2.4). Daran ist festzuhalten. Das kantonale Steueramt Zürich hat inzwischen zwar sein diesbezügliches Merkblatt ("Merkblatt des Kantonalen Steueramtes über die Besteuerung von Banken und Effektenhändlern vom 20. Juli 2005") aufgehoben und lässt auch bei Banken und Wertpapierhäusern keine pauschale Rückstellung auf Wertpapierbeständen mehr zu (vgl. Merkblatt des kantonalen Steueramtes über die Besteuerung von Banken und Effektenhändlern vom 30. November 2015, ZStB I Nr. 25/621 Ziff. B.II sowie heute Merkblatt über die Besteuerung der Banken und Wertpapierhäuser vom 23. September 2021, ZStB 64.2 Ziff. 2). Zudem ist in der Bankenbranche die Bildung von Schwankungsreserven nach Art. 960b Abs. 2 OR gemäss Art. 27 Abs. 1 der Verordnung vom 30. April 2014 über die Banken und Sparkassen (BankV; SR 952.02) ohnehin nicht zulässig. Angesichts des Fehlens bundesrechtlicher Grundlagen (z.B. auf Verordnungsstufe) für die Bildung entsprechender Pauschalen und da überdies keine entsprechenden Verwaltungsverordnungen bestehen (auch die Analyse des Vorstands der Schweizerischen Steuerkonferenz zum neuen Rechnungslegungsrecht [Beschluss vom 12. Februar 2013 mit Aktualisierung vom 5. Februar 2020] stellt keine solche dar), besteht indessen keine Pflicht der Kantone, solche pauschalen Rückstellungen auf Wertschriftenportefeuilles steuerlich anzuerkennen. Damit ist insbesondere nicht zu beanstanden, dass der Kanton Zürich, der früher eine entsprechende Rückstellung für Banken und Effektenhändler vorsah, die entsprechende Verwaltungsverordnung aufgehoben hat und heute keine pauschalen Rückstellungen auf Wertschriftenbeständen mehr zulässt.