Citation: 4A_579/2022 E. 3.1.2

3.1.2. Die Vorinstanz erwog, die Beschwerdeführerin habe die Abtretung der "Bezugsrechte" unter Verweis auf eine Vereinbarung zwischen ihr und C.________ samt Zustimmung eines damals einzelzeichnungsberechtigten Verwaltungsrats der Beschwerdegegnerin hinreichend glaubhaft gemacht. Die Beschwerdegegnerin vermöge dies mit dem Verweis auf eine gesetzliche Unmöglichkeit der Abtretung - aufgrund der angeblich untrennbaren Verknüpfung von Rechten und Pflichten - nicht zu widerlegen. Entscheidend sei vorliegend ohnehin, dass die Beschwerdegegnerin die Beschwerdeführerin auch nach der Abtretung der Bezugsrechte beliefert habe. Dies während Jahren, ohne dass sie von C.________ die Einhaltung des Vertrages verlangt hätte, und obwohl sie selbst verpflichtet gewesen wäre, nur an C.________ zu liefern. Es habe daher eine langjährige Übung betreffend die Abwicklung des Alleinvertriebsvertrages über die Beschwerdeführerin bestanden. Es sei glaubhaft, dass die ursprünglichen Parteien des Alleinvertriebsvertrages - C.________ und die Beschwerdegegnerin - zumindest konkludent übereingekommen seien, dass der Bezug und Vertrieb der Vertragsprodukte durch die Beschwerdeführerin und nicht durch C.________ persönlich wahrgenommen werde. Der Anspruch der Beschwerdeführerin auf Bezug der Vertragsprodukte sei jedenfalls für das Massnahmeverfahren glaubhaft. Die von der Beschwerdegegnerin geltend gemachte Kündigung des Alleinvertriebsvertrags erscheine rechtsmissbräuchlich. Sie erblicke eine Vertragsverletzung in der Duldung der Beschwerdeführerin als Vertriebspartnerin resp. im gesellschaftlichen Aufbau der Vertriebsorganisation durch C.________. Dies, obwohl sie das Konstrukt über mehrere Jahre selbst unterstützt und gar gefördert habe. Gleichfalls glaubhaft sei ein Anspruch der Beschwerdeführerin auf Belieferung zu Preisen von März 2022. Die Parteien hätten die ursprünglichen Preislisten zum integralen Bestandteil des Alleinvertriebsvertrags gemacht. Die Beschwerdegegnerin habe nicht bestritten, dass eine einseitige Preisfestlegung nicht zulässig wäre. Die Beschwerdeführerin vermöge auch einen nicht leicht wieder gutzumachenden Nachteil glaubhaft zu machen, soweit es um künftige Lieferungen gehe. Es erscheine plausibel, dass ihre Existenz, welche soweit ersichtlich ausschliesslich auf Produkten der Beschwerdegegnerin basiere, bei einer dauernd ausbleibenden Belieferung stark gefährdet wäre. Auch die Dringlichkeit der Massnahme sei glaubhaft. Aus den Ausführungen der Beschwerdeführerin ergebe sich, dass sie ohne neue Lieferung den Geschäftsbetrieb einstellen müsste. Würde die Belieferung erst nach dem Hauptprozess wieder aufgenommen, könnte ein eingetretener Nachteil kaum mehr rückgängig gemacht werden.