Citation: 5A_739/2014 E. 5.1

5.1. Nachdem sich die Beschwerdeführerin mit ihren das Güterrecht betreffenden Anträgen nur teilweise durchsetzt, bleibt ihr Antrag zu prüfen, gestützt auf Art. 123 Abs. 2 ZGB von der hälftigen Teilung ihres Vorsorgeguthabens abzusehen. Die Vorinstanz weist diesen Antrag ab. Vorliegend lasse sich kaum eine einigermassen zuverlässige Prognose über die Altersvorsorge des Beschwerdegegners anstellen, zumal nicht absehbar sei, ob er bei Eintritt in das Pensionsalter den Hof verpachte oder verkaufe und wer gegebenenfalls den Hof einmal übernehmen werde. Betreffend die finanziellen Verhältnisse nach der Scheidung könne aber festgehalten werden, dass der Beschwerdegegner zwar Eigentümer eines Landwirtschaftsbetriebes, dieser aber im Rechtsverkehr zum Ertragswert einzusetzen sei, solange er nicht verkauft oder verpachtet werde. Gemäss der Berechnung der güterrechtlichen Ausgleichszahlung (zum Ertragswert) verfüge die Beschwerdeführerin über ein Vermögen von Fr. 469'392.-- und der Beschwerdegegner über ein solches von Fr. 140'835.--. Nach Berücksichtigung der Ersatzforderungen würden die hälftig zu teilenden Vorschläge Fr. 316'783.-- für die Ehefrau und Fr. 17'560.-- für den Ehemann betragen. Damit liege kein exorbitantes Vermögensgefälle zwischen den Parteien vor, namentlich kein solches zugunsten des Beschwerdegegners. Auch die güterrechtliche Auseinandersetzung führe nicht dazu, dass von der hälftigen Teilung wegen offensichtlicher Unbilligkeit abzusehen wäre. Eine Berechnung der güterrechtlichen Auseinandersetzung nach dem Ertragswert des Landwirtschaftsbetriebes ergebe eine Zahlungsverpflichtung der Beschwerdeführerin von Fr. 108'611.--. Aufgrund der Kontrollrechnung nach Art. 212 Abs. 2 ZGB zum Verkehrswert des Landwirtschaftsbetriebs resultiere noch ein Betrag von Fr. 11'385.--. Damit komme der Beschwerdegegner nicht in den vollen Genuss des Ertragswerts und erscheine die Teilung der Austrittsleistung der Ehefrau auch unter Berücksichtigung des Ausgangs der güterrechtlichen Auseinandersetzung nicht völlig unhaltbar.