Citation: 2C_581/2020 E. 2.1

2.1. Für diese Erkenntnis stützte sich die Vorinstanz auf mehrere Indizien ab. So habe die Beschwerdeführerin ohne Adoption keinerlei Aussichten auf ein Aufenthaltsrecht in der Schweiz gehabt. Die Adoptionsvorbereitungen und die Adoption seien wenige Jahre vor Erreichen der Volljährigkeit und nach jahrelanger räumlicher Trennung von der Halbschwester und späteren Adoptivmutter erfolgt, wobei diese im Nachzugs- und Adoptionsverfahren wiederholt auf die besseren Berufschancen und Zukunftsaussichten in der Schweiz verwiesen habe, wodurch wirtschaftliche Motive für den Nachzug nahelägen. Das Nachzugsgesuch sei insbesondere damit begründet worden, dass die Finanzierung der Schulkosten in Jamaika schwieriger geworden sei, woraus sich wiederum schliessen lasse, dass der Nachzug mitunter dazu diene, von der kostenlosen Grundschulbildung in der Schweiz zu profitieren. Obschon die Adoptivmutter ihre leiblichen Kinder bereits kurz nach ihrer Einreise in die Schweiz nachgezogen habe, sei das spätere Nachzugsgesuch für die Beschwerdeführerin damit erklärt worden, dass die Adoptivmutter durch andere Betreuungsaufgaben absorbiert gewesen sei und sich zuerst in der Schweiz habe eingewöhnen müssen.