Citation: I 662/05 26.01.2006 E. 3

Streitig und zu prüfen ist der Anspruch des Versicherten auf berufliche Massnahmen der Invalidenversicherung. 3.1 Die Vorinstanz erwog, der Versicherte sei nicht in einem Umfang von 20 % invalid, weshalb er keinen Anspruch auf Umschulung habe. Auch Berufsberatung könne nicht gewährt werden, da in der bisherigen Tätigkeit keine Behinderung bestehe. Eine berufliche Weiterbildung falle deshalb ausser Betracht, weil der erlernte Beruf eines Stereotypeurs nicht mehr existiere. Die beantragte Arbeitsvermittlung habe die IV-Stelle bereits geleistet, indem sie dem Beschwerdeführer einen Praktikumsplatz mit anschliessend in Aussicht gestellter Fixanstellung vermittelt habe. Demgegenüber bringt der Beschwerdeführer vor, er benötige dringend eine Weiterbildung oder eine neue Ausbildung auf Kosten der Invalidenversicherung, da seine bisherigen Ausbildungen viel zu weit zurücklägen, er schon sehr lange nicht mehr in den Arbeitsmarkt integriert und keineswegs unerheblich behindert sei (Einschränkungen an den Händen, mehrere psychiatrische Diagnosen). 3.2 Der über gute bis sehr gute (intellektuelle) Ressourcen verfügende Beschwerdeführer wurde wiederholt vom Pech verfolgt. Sowohl seine Erstausbildung zum Stereotypeur als auch der später erlernte Beruf eines Programmierers sind aufgrund des technischen Wandels bald nicht mehr gefragt gewesen. Als sich der Versicherte nach dem Verlust seiner Arbeitsstelle im Jahre 1992 bei der Arbeitslosenversicherung zum Leistungsbezug meldete, existierten die Regionalen Arbeitsvermittlungszentren noch nicht, später konnte er als Ausgesteuerter deren Leistungen nicht mehr in Anspruch nehmen. Zwar klagt der Versicherte über gesundheitliche Probleme, die jedoch auch nach der geltend gemachten Verschlechterung des Gesundheitszustandes nicht zu einer relevanten Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (als Programmierer oder im Bürobereich) führen. Dass sich der Beschwerdeführer seit vielen Jahren erfolglos um einen Wiedereinstieg in das Berufsleben bemüht, ist - wie er im Übrigen ausdrücklich anerkennt - nicht auf die gesundheitlichen Probleme zurückzuführen, sondern darauf, dass er mit zunehmendem Zeitablauf nicht mehr über die nötigen Kenntnisse im sich rasch entwickelnden Softwarebereich verfügte und zwar die Abendhandelsschule mit sehr gutem Erfolg abschloss, jedoch nie praktisch im Bürobereich tätig war. Weder die aufgrund des technischen Fortschritts entstandene noch die konjunkturbedingte Unmöglichkeit, eine geeignete Arbeitsstelle zu finden, können jedoch eine Leistungspflicht der Invalidenversicherung auslösen (vgl. ZAK 1984 S. 347). Wenn Vorinstanz und Verwaltung mangels anspruchsbegründender Invalidität (Erw. 1 hievor) eine Umschulung verweigert, eine (weitere) Berufsberatung als nicht angezeigt erachtet (zu den diesbezüglichen Voraussetzungen vgl. ZAK 1977 S. 191 Erw. 2) und den Anspruch auf Arbeitsvermittlung unter Berücksichtigung, dass eine solche bereits (erfolglos) versucht worden und im Übrigen die fehlende berufliche Eingliederung nicht auf gesundheitlich bedingte Schwierigkeiten bei der Stellensuche zurückführen ist (vgl. BGE 116 V 85 mit Hinweisen; AHI 2000 S. 69 Erw. 2b), ebenfalls abschlägig beurteilt haben, ist dies nicht zu beanstanden. Inwiefern dem Versicherten bei einer Weiterbildung behinderungsbedingte Mehrkosten entstehen sollten, ist nicht ersichtlich. Angesichts der umfangreichen und schlüssigen medizinischen Berichte und unter Berücksichtigung, dass sich aus den Akten keine Hinweise auf eine weitere Veränderung des Gesundheitszustandes nach der Erstellung der Gutachten vom 10. Februar 2000 bzw. 10. September 2002 ergeben, kann von weiteren medizinischen Abklärungen abgesehen werden (antizipierte Beweiswürdigung; vgl. BGE 124 V 94 Erw. 4b).