Citation: 1P.486/2000 26.10.2000 E. 2

2.- a) Bei diesem Ausgang sind die Kosten des Verfahrens mit summarischer Begründung aufgrund der Sachlage vor Eintritt des Erledigungsgrundes zu verlegen (Art. 40 OG in Verbindung mit Art. 72 BZP). Es ist somit in erster Linie auf den mutmasslichen Ausgang des Prozesses abzustellen. Lässt sich dieser im konkreten Fall nicht festlegen, ist nach allgemeinen prozessualen Grundsätzen zu entscheiden (BGE 118 Ia 488 E. 4a S. 494 f.). b) Mit dem angefochtenen Entscheid des Obergerichts blieb das Gesuch um amtliche Verbeiständung sistiert, weil dieses zur Auffassung gelangte, die Voraussetzungen hiefür seien vor dem Vorliegen des psychiatrischen Gutachtens über die Beschwerdeführerin nicht gegeben. Im laufenden Strafverfahren sollen nach dem Antrag der Staatsanwaltschaft 3 Monate Gefängnis unbedingt gegen sie ausgesprochen und der bedingte Vollzug von insgesamt 110 Tagen bereits früher erwirkter Strafen widerrufen werden. Nach Auffassung des Bezirksgerichtspräsidenten stellt sich zudem die Frage einer ambulanten oder stationären Massnahme nach Art. 44 StGB, weshalb er insbesondere dazu ein psychiatrisches Gutachten einholte. Selbst wenn das Strafverfahren als solches keine besonderen Schwierigkeiten bietet, erscheint es aufgrund der der Beschwerdeführerin drohenden Sanktionen - unabhängig vom Ergebnis der psychiatrischen Begutachtung - angesichts ihrer persönlichen Situation naheliegend, dass sie ausserstande war, sich selber angemessen zu verteidigen, und dementsprechend nach Art. 29 Abs. 3 BV Anspruch auf amtliche Verteidigung hatte. Die kantonalen Instanzen hätten ihr Gesuch um unentgeltliche Verbeiständung wohl gutheissen müssen und nicht sistieren dürfen; daher wäre die staatsrechtliche Beschwerde voraussichtlich gutgeheissen worden. Damit sind keine Gerichtskosten zu erheben (Art. 156 Abs. 2 OG), und der Kanton Aargau hat der Beschwerdeführerin eine angemessene Parteientschädigung zu bezahlen (Art. 159 OG). Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeiständung gegenstandslos. Demnach beschliesst das Bundesgericht im Verfahren nach Art. 72 BZP i.V.m. Art. 40 OG: