Citation: 2C_506/2020 E. A

A.________ studierte an der Medizinischen Fakultät der Universität Basel im Bachelorstudiengang Medizin. Am 13. Juni 2019 bestand sie eine Prüfung zum dritten Mal nicht. Die Prüfungsergebnisse wurden 21 Tage nach der Prüfung veröffentlicht. Vor dieser Bekanntgabe hatte A.________ gegenüber der Universität Basel weder eine Prüfungsunfähigkeit geltend gemacht noch eine Annullierung der Prüfung beantragt. Gemäss dem ärztlichen Attest ihrer Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie vom 16. Dezember 2019 sei bei A.________ diagnostisch von einer emotional-instabilen Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typus auszugehen. Dabei sei es im Verlauf der letzten Jahre zu einem deutlichen Strukturzuwachs gekommen, sodass sie nur noch unter hoher Belastung in Zustände emotionaler Instabilität und hoher aversiver Anspannung gerate, in denen es zu dissoziativen Reak tionen kommen könne. Aufgrund der Persönlichkeitsstörung habe bei ihr eine vulnerable Prädisposition für eine dissoziative Reaktion unter hohem Druck bestanden. Bei der Prüfung vom 13. Juni 2019 sei es unter dem Druck der psychologischen Belastung, die bereits während des ganzen Studiums bestanden habe, und dem Druck, dass es sich um die letzte Prüfungschance gehandelt habe, zu einer dissoziativen Reaktion gekommen. In einem Zustand der Dissoziation sei das logische Denken nicht mehr möglich und der Zugriff auf das angeeignete Wissen stark eingeschränkt bis aufgehoben.