Citation: 4A_139/2022 E. 5.5

5.5. Die Vorinstanz ist davon ausgegangen, die Erstinstanz habe zwei Schritte in einem einzigen Schritt zusammengefasst. Diese habe - so die vorinstanzliche Interpretation - in einem einzigen Schritt den von der Beschwerdeführerin 1 eingenommenen Gewinn zugunsten der Gesellschaft abgeschöpft und diesen sogleich anteilsmässig dem Beschwerdegegner zugesprochen (vgl. hiervor E. 5.1). Entsprechend sei im erstinstanzlichen Dispositiv einzig die Beschwerdeführerin 1 zu einer Leistung verpflichtet worden. Eine derartige Zusammenfassung von zwei Schritten wäre aber bereits insofern unzulässig, als dies im Ergebnis eine sachgerechte Anfechtung des erstinstanzlichen Entscheids (BGE 142 III 433 E. 4.3.2) verunmöglichen würde. Würde bei der Gewinnbeteiligung von einem Anspruch ausgegangen, der sich gegen die einfache Gesellschaft richtet, hätte der Beschwerdegegner in einem ersten Schritt die Herausgabe des Gewinns an die Gesellschaft verlangen müssen. Es wäre, wie die Beschwerdeführer zu Recht geltend machen, zunächst darauf zu klagen gewesen, dass der entsprechende Gewinn in das Gesellschaftsvermögen überführt wird. Im Dispositiv wäre entsprechend über die Frage zu entscheiden gewesen, ob der Gewinn an die Gesellschaft herauszugeben ist oder nicht. Gesellschaftsrechtliche Ansprüche haben die Gesellschafter entweder gemeinsam (gegen eine Dritten oder einen den Vertrag verletzenden Mitgesellschafter) einzuklagen (sog. Gesellschaftsklagen) oder aber ein Gesellschafter klagt allein, aber auf Leistung an die Gesellschaft ( sog. actio pro socio; BGE 143 III 480 E. 4.3). Erst in einem zweiten Schritt hätte der Beschwerdegegner dann seinen Anspruch auf Gewinnbeteiligung gegen die Gesellschaft - und damit die Gesamtheit der übrigen Gesellschafter (vorliegend gegen die Beschwerdeführerin 1) - geltend machen müssen, wobei im Falle mehrerer Gesellschafter die Gesamtheit der übrigen Gesellschafter eine notwendige Streitgenossenschaft bilden würden. Auf diesen zweiten Schritt beziehen sich denn auch die erstinstanzlichen Ausführungen in der Erwägung 14.3, auf welche die Vorinstanz Bezug nimmt. Die Erstinstanz erwog dort (ausgehend von einer einfachen Gesellschaft zwischen der Beschwerdeführerin 1, dem Beschwerdeführer 2 und dem Beschwerdegegner), der Anspruch auf Auszahlung der Gewinnbeteiligung richte sich gegen die Gesellschaft. Es handle sich dabei um eine Sozialverbindlichkeit der Gesellschaft. Die Klage sei eine Leistungsklage auf Herausgabe des Gewinnanteils und werde gegen die Gesamtheit der übrigen Gesellschafter erhoben, die eine notwendige passive Streitgenossenschaft bilden würden.