Citation: 7B_311/2023 E. 3.4

3.4. Der Beschwerdeführer rügt eine Verletzung von Art. 221 Abs. 1 lit. a StPO. Er räumt zwar ein, dass er zu seinen persönlichen Verhältnissen (naturgemäss) nichts Neues vorbringen könne, macht aber geltend, er habe mittlerweile weitere zehn Monate Freiheitsentzug und damit insgesamt schon 20 Monate Haft erstanden. Die Vorinstanz habe zwar darauf hingewiesen, dass nach der Rechtsprechung die Wahrscheinlichkeit einer Flucht mit zunehmender Verfahrens- bzw. Haftdauer in der Regel abnehme, dies im konkreten Fall aber nicht hinreichend berücksichtigt. Die einmalig im Affekt ergriffene Flucht vor der Polizei, die vermeintlich unklare Wohnsituation (die nach wie vor bestritten werde) und die verbleibende Reststrafe im Falle einer Verurteilung reichen seiner Auffassung nach nicht aus, um Fluchtgefahr zu bejahen. Dabei sei auch zu berücksichtigen, dass ihn das Sachgericht aus der Haft habe entlassen wollen. Er bringt weiter vor, er würde weder seine Familie, noch sein soziales Umfeld, noch seinen Wiedereinstieg ins Berufsleben durch eine Flucht oder ein Untertauchen aufs Spiel setzen. Schliesslich könne der Vorinstanz auch nicht gefolgt werden, soweit diese einen "Auslandsbezug" durch seine im Sudan lebenden Verwandten konstruiere, obschon das Bundesgericht einen solchen bereits mit Urteil 1B_378/2022 vom 29. Juli 2022 verneint habe.