Citation: 4A_170/2019 E. 2.3.2

2.3.2. Die Vorinstanz ist zutreffend davon ausgegangen, dass bei den strittigen Firmen insbesondere die Bestandteile "Archroma" einerseits sowie "accroma" andererseits im Gedächtnis haften bleiben, zumal die verwendeten englischsprachigen Zusätze ("Management", "IP" und "Consulting Switzerland") reine Sachbezeichnungen darstellen oder zumindest weitgehend beschreibenden Charakter aufweisen ("labtec"). Angesichts der englischen Zusätze liegt es nahe, auch die Firmenbestandteile "Archroma" und "accroma" englisch auszusprechen und steht ein Sinngehalt nach dieser Sprache im Vordergrund. Auch wenn es sich weder bei "Archroma" noch bei "accroma" um Wörter des allgemeinen Sprachgebrauchs mit unmittelbar fassbarem Sinngehalt handelt, ist nicht von der Hand zu weisen, dass sich die Eingangssilben der beiden Firmenbestandteile wahrnehmbar voneinander unterscheiden und unterschiedliche Assoziationen wecken (vgl. etwa auch Urteil 4A_125/2019 vom 16. Juli 2019 E. 2.3). Die Beschwerdeführerinnen anerkennen zwar, dass es angesichts der englischen Zusätze naheliegt, "Archroma" englisch auszusprechen, ziehen daraus jedoch unzutreffende Schlüsse. Sowohl das Wort "Arch" mit der im angefochtenen Entscheid wiedergegebenen Bedeutung "Bogen" als auch die verstärkende Vorsilbe "arch-" im Sinne von "erz-" (wie etwa "archbishop" [Erzbischof] oder "archrival" [Erzrivale]) weisen im Vergleich zum Präfix "acc-" bzw. "ac-" einen klarer umschriebenen Sinngehalt auf, auch wenn für den Durchschnittsadressaten hinsichtlich des Gesamtworts keine bestimmte Bedeutung erkennbar ist. Auch wenn die Bestandteile "Archroma" und "accroma" dieselbe Anzahl Silben aufweisen, bestehen entgegen der in der Beschwerde vertretenen Ansicht erhebliche Unterschiede in der Aussprache: So werden sowohl das englische Wort "arch" als auch die verstärkende Vorsilbe "arch-" - ganz im Gegensatz zur ersten Silbe der beanstandeten Firma ("acc-") - mit einem Zischlaut ausgesprochen, so dass sich die strittigen Firmen im Klang eindeutig voneinander abheben. Selbst wenn der Wortanfang von "Archroma" - wie etwa bei "architect" - ohne Zischlaut ausgesprochen wird (ahr-kroh-mah), wie von den Beschwerdeführerinnen angenommen, ist ein Unterschied zu "accroma" (äk-roh-mah) im Klangbild dennoch deutlich feststellbar. Der von ihnen ins Feld geführte Umstand, wonach das "R" in der englischen Sprache "nicht gerollt, sondern stumm im Gaumen gebildet [werde]", ändert nichts daran, dass dieser Buchstabe auch bei einer englischen Aussprache wahrgenommen wird und einen unterschiedlichen Klang zur Folge hat. Aus den gleichen Gründen stossen die Ausführungen in der Beschwerde ins Leere, wonach das "R" auch in der deutschen Sprache je nach Region "nicht nur auf der Zungenspitze gerollt, sondern [...] auch am Zäpfchen gerieben, mithin wie 'ch' ausgesprochen [...], oder vielfach gar unterdrückt [werde]". Die Beschwerdeführerinnen vermögen die vorinstanzliche Erwägung, wonach aufgrund der Abweichungen im Wortanfang (vgl. BGE 127 III 160 E. 2b/cc S. 168; 122 III 382 E. 5a) ein aus Sicht des Publikums wahrnehmbarer Unterschied im Wortklang besteht, im Ergebnis nicht als bundesrechtswidrig auszuweisen.