Citation: U 11/07 27.02.2008 E. 11

11.1 Der Versicherte macht geltend, die Integritätsentschädigung sei auch aus somatischer Sicht widerrechtlich bemessen worden. Die Sache ist diesbezüglich nicht spruchreif, wie die folgenden Erwägungen zeigen. 11.2 Die Klinik S.________ diagnostizierte im Gutachten vom 19. Dezember 2003 unter anderem eine Dystrophie des linken Fusses. Die Uniklinik Y.________ stellte im Gutachten vom 1. November 2004 radiologisch eine beginnende leichte Arthrose im Bereich des Lisfranc-Gelenks medial links und des Metatarsophalangialgelenks I links sowie des Lisfranc-Gelenks rechts lateral fest. Der Kreisarzt Dr. med. C.________ führte in der Beurteilung vom 9. Dezember 2004 aus, leichte Arthrosen ergäben keine Integritätsentschädigung. Der Versicherte bringt vor, entgegen der Auffassung des Kreisarztes handle es sich um eine beginnende Arthrose. Voraussehbare Verschlimmerungen des Integritätsschadens seien angemessen zu berücksichtigen, was vorliegend nicht geschehen sei. In Anbetracht der Tatsache, dass bereits bei mässiger Arthrose an beiden Lisfranc-Gelenken Integritätsentschädigungen von jeweils 5 % - 10 % auszurichten seien (SUVA-Tabelle 5), wäre eine Stellungnahme des Kreisarztes hiezu unbedingt angezeigt gewesen. Gar keine Berücksichtigung seitens des Kreisarztes finde die am 19. Dezember 2003 festgestellte Dystrophie des linken Fusses, obschon es sich dabei um eine Funktionsstörung an den unteren Extremitäten (schmerzhafte Funktionsstörung nach Luxationsfrakturen im Lisfranc, SUVA-Tabelle 2) handle. Entweder habe der Kreisarzt diese Diagnose übersehen oder sich damit unzulässigerweise nicht auseinandergesetzt. 11.3 Weder die Klinik S.________ im Gutachten vom 19. Dezember 2003 noch die Uniklinik Y.________ im Gutachten vom 1. November 2004 äusserten sich zur Frage des Integritätsschadens aus somatischer Sicht. Der Kreisarzt Dr. med. C.________ wies im Rahmen der Aktenbeurteilung vom 9. Dezember 2004 darauf hin, dass die Uniklinik Y.________ im Gutachten vom 1. November 2004 lediglich eine beidseitige leichte posttraumatische Lisfranc-Arthrose objektiviert habe, und führte unter Hinweis auf die Feinrastertabelle 5 in einem Satz aus, leichte Arthrosen ergäben keine Integritätsentschädigung. Keine Position bezog er zur Frage der von der Klinik S.________ festgestellten Dystrophie des linken Fusses. Angesichts des Umstandes, dass diese Klinik hinsichtlich der Fussbeschwerden aus somatischer Sicht von einer schlechten Prognose ausging und die Uniklinik Y.________ eine beginnende Arthrose feststellte, ist auch eine Stellungnahme zur Frage nach einer voraussehbaren Verschlimmerung (Art. 36 Abs. 4 UVV) erforderlich. Nicht überzeugend ist die pauschale Eventualbegründung der Vorinstanz, ein Anspruch auf Integritätsentschädigung müsste sowohl wegen fehlender natürlicher als auch adäquater Kausalität abgewiesen werden (E. 10.1 hievor). Die Sache ist demnach zur Prüfung des Anspruchs auf eine Integritätsentschädigung aus somatischer Ursache an die SUVA zurückzuweisen, womit den Parteien alle Rechte, insbesondere der doppelte Instanzenzug, gewahrt bleiben (vgl. auch BGE 125 V 413 E. 2c S. 417; Urteil U 459/05 vom 16. Oktober 2006, E. 4.4).