Citation: 6P.55/2001 26.06.2001 E. 5

5.- a) aa) Gemäss Art. 8 Abs. 1 lit. c OHG kann das Opfer den Gerichtsentscheid mit den gleichen Rechtsmitteln anfechten wie der Beschuldigte, wenn es sich bereits vorher am Verfahren beteiligt hat und soweit der Entscheid seine Zivilansprüche betrifft oder sich auf deren Beurteilung auswirken kann. Nach Art. 270 Abs. 1 aBStP steht die eidgenössische Nichtigkeitsbeschwerde unter anderen dem Geschädigten zu, wenn er sich bereits vorher am Verfahren beteiligt hat und soweit sich der Entscheid auf die Beurteilung seiner Zivilforderung auswirken kann. Der Beschwerdeführer wurde durch eine Sorgfaltspflichtverletzung des Beschwerdegegners verletzt und war deshalb vom Arzt insgesamt während 3 3/4 Tagen arbeitsunfähig geschrieben. Er ist damit Opfer im Sinne des Opferhilfegesetzes (Art. 2 OHG). Zugleich ist er Geschädigter nach Art. 270 Abs. 1 BStP. bb) Die Nichtigkeitsbeschwerde kann insbesondere vom Geschädigten ergriffen werden, um den zusammen mit der Strafklage gefällten Entscheid über seine Zivilansprüche anzufechten; Berufung ist dann ausgeschlossen (Art. 271 Abs. 1 BStP; BGE 118 II 410 E. 1 S. 412). Ist der Kassationshof nicht zugleich mit dem Strafpunkt befasst und liegt auch kein Anspruch vor, der im zivilprozessualen Verfahren ohne Rücksicht auf den Streitwert der Berufung unterläge (vgl. Art. 45 OG), ist die Nichtigkeitsbeschwerde im Zivilpunkt grundsätzlich nur zulässig, wenn die Berufungssumme erreicht ist (Art. 271 Abs. 2 BStP), d.h. 8000 Franken (Art. 46 OG). Im Sinne einer Ausnahme davon kann das Opfer nach Art. 2 OHG ungeachtet der in Art. 271 BStP und Art. 8 Abs. 1 lit. c OHG genannten Voraussetzungen im Zivilpunkt eidgenössische Nichtigkeitsbeschwerde erheben wegen Verletzung der ihm durch das OHG, insbesondere durch Art. 9 OHG, eingeräumten Rechte (BGE 122 IV 37 E. 1a). Die Berufungssumme bestimmt sich nach Massgabe der vor der letzten kantonalen Instanz noch streitigen Ansprüche (Art. 46 OG). Die Berufungssumme muss in der Nichtigkeitsbeschwerde im Zivilpunkt gleich wie in der Berufung (Art. 55 Abs. 1 lit. a OG) grundsätzlich angegeben werden. Die Unterlassung dieser Angabe hat zur Folge, dass auf die Beschwerde nicht eingetreten werden kann, es sei denn, der Streitwert liesse sich ohne weiteres mit Sicherheit der Beschwerdeschrift, dem angefochtenen Entscheid oder den Akten entnehmen (vgl. BGE 117 IV 270 E. 3b S. 273; 90 IV 265 E. 1 S. 268). Entsprechendes gilt für die Anträge betreffend Zivilforderungen in der eidgenössischen Nichtigkeitsbeschwerde im Zivilpunkt, die grundsätzlich zu beziffern sind (BGE 125 III 412 E. 1). b) Der Beschwerdeführer beantragt im Hauptpunkt, die Sache zur vollständigen Beurteilung der Schadenersatzforderung von Fr. 3'600.-- sowie zur Neubeurteilung der Genugtuungsforderung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Eventualiter beantragt er, die Gegenpartei zu verpflichten, ihm Fr. 3'600.-- Schadenersatz sowie eine Genugtuung nach richterlichem Ermessen von maximal Fr. 10'000.-- zu bezahlen. aa) Soweit sich der Beschwerdeführer gegen die Verweisung der Schadenersatzforderung auf den Zivilweg für ihre Bemessung richtet und die fehlende Festsetzung der Haftungsquote im angefochtenen Urteil rügt, macht er die Verletzung ihm durch Art. 9 OHG eingeräumter Rechte geltend. Insofern ist auf die Beschwerde einzutreten. bb) Nicht zu hören ist er hingegen, soweit er sich gegen die Abweisung seiner Genugtuungsforderung wendet. In der kantonalen Berufung hat der Beschwerdeführer beantragt, den Angeklagten zu verpflichten, ihm "eine Genugtuung nach richterlichem Ermessen" zu bezahlen. Auch in der Begründung der kantonalen Berufung hat der Beschwerdeführer seine Genugtuungsforderung nicht beziffert (kantonale Berufungsschrift, S. 5). Daher ist nicht erkennbar, ob die Genugtuungsforderung zusammen mit der eindeutig bezifferten Schadenersatzforderung von Fr. 3'600.-- (vgl. Art. 47 OG) die Berufungssumme erreicht (Art. 46 OG). Damit ist in diesem Punkt auf die Beschwerde nicht einzutreten. cc) Ebenfalls nicht einzutreten ist auf die Rüge, wonach die Vorinstanz die Genugtuungsforderung zu Unrecht gestützt auf Art. 12 Abs. 2 OHG geprüft habe. Die Vorinstanz hat allfällige Genugtuungsansprüche des Beschwerdeführers sowohl aus OHG als auch aus Art. 47 OR geprüft. Sofern sich die Vorinstanz zu Ansprüchen des Beschwerdeführers aus Art. 12 OHG ausspricht, hat es zwar eine sich in diesem Verfahren nicht stellende Frage erwogen, doch ist dem Beschwerdeführer daraus kein Rechtsnachteil erwachsen. Ihm fehlt damit ein rechtlich geschütztes Interesse an einer Beurteilung im vorliegenden Verfahren.