Citation: 1C_300/2022 E. 3.4

3.4. Nach der verbindlichen Sachverhaltsdarstellung der Vorinstanz (Art. 105 Abs. 1 BGG) steht fest, dass der Rechtsvertreter der Beschwerdeführenden aufgrund einer Infektion mit dem Coronavirus vom 22. bis 24. März 2022 krank war und sich vom 22. bis 26. März 2022 in amtlich verfügter häuslicher Isolation befand. Die Krankheit des Rechtsvertreters fiel damit auf die letzten drei Tage der Rechtsmittelfrist. Unbestritten ist zudem, dass der Rechtsvertreter der Beschwerdeführenden die Vorinstanz mit Schreiben vom 23. März 2022 um Erstreckung der Rechtsmittelfrist im Umfang von 10 Tagen ersuchte. Der Rechtsvertreter wusste somit jederzeit um den am 24. März 2022 drohenden Fristablauf. Er musste sich daher spätestens am 22. März 2022, dem nachweislich ersten Krankheitstag, bewusst gewesen sein, dass er die Rechtsmittelfrist wegen den von ihm als schwer beschriebenen Symptomen möglicherweise nicht selber wahren konnte. Auch wenn ihm zu diesem Zeitpunkt nur noch drei Tage zur Einreichung einer Beschwerde zur Verfügung gestanden sind, ist der Vorinstanz zu folgen, wenn sie erwägt, dass er bei dieser Sachlage gehalten gewesen wäre, für den Fall seiner Verhinderung eine Stellvertretung zu organisieren oder aber zumindest die Beschwerdeführenden über die Situation aufzuklären und sie zu einer anderen Rechtsvertretung zu schicken. Wie die Vorinstanz richtig ausführt, ergeben sich aus den Vorbringen der Beschwerdeführenden und den Akten keine Hinweise, dass die Erkrankung ihres Rechtsvertreters derart gravierend gewesen wäre, dass sie ihm derartige organisatorische Vorkehrungen verunmöglicht hätte. Vielmehr zeigt das Schreiben des Rechtsvertreters vom 23. März 2022 auf, dass er trotz Krankheit in der Lage war, fristwahrende Handlungen vorzunehmen. Mit Blick auf die vorerwähnte Rechtsprechung verletzt es daher kein Bundesrecht und verstösst namentlich nicht gegen das Willkürverbot (vgl. vorne E. 2.1 und E. 3.1), wenn die Vorinstanz zum Schluss gelangte, das Versäumnis des Rechtsvertreters beruhe nicht bloss auf einem leichten Verschulden im Sinne von Art. 148 Abs. 1 ZPO, und sie das Gesuch um Fristwiederherstellung deshalb abgewiesen hat. Entgegen den Rügen der Beschwerdeführenden ändert daran auch der Umstand nichts, dass die Krankheit auf die letzten drei Tage der Rechtsmittelfrist gefallen ist und die Organisation einer Stellvertretung aufgrund der Komplexität der Streitsache und der häuslichen Isolation des Rechtsvertreters daher unmöglich gewesen sein soll. Einerseits hatte sich der Rechtsvertreter nach seinen eigenen Angaben unabhängig von seiner Krankheit so organisiert, dass er die Beschwerde erst an den letzten beiden Tagen der Frist verfassen wollte. Mithin ist nicht nachvollziehbar, weshalb es für eine Stellvertretung unmöglich gewesen sein soll, innert den im Zeitpunkt der Erkrankung noch zur Verfügung gestandenen drei Tagen fristgerecht eine Beschwerde einzureichen. Andererseits ist nicht ersichtlich, weshalb es dem Rechtsvertreter nicht möglich gewesen sein soll, mit zusätzlicher Hilfe der Beschwerdeführenden eine Stellvertretung aus seiner Isolation mittels Telefon oder per E-Mail zu instruieren.