Citation: 7B_995/2024 E. 8.3

8.3. Die Vorinstanz behandelt die im Vollzugsverlaufsbericht vom 31. Juli 2023 aufgeworfene Frage eingehend, ob ein weiterer Verbleib des Beschwerdeführers im Vollzugssystem die Legalprognose günstig zu beeinflussen vermöge oder ob nicht auch die Gefahr einer stärkeren Chronifizierung der negativen Persönlichkeitsmerkmale bestehe (angefochtenes Urteil E. 3.4.2). Aufgrund dieser Ausführungen der Vollzugsbehörde lässt sich jedoch nicht mit Bestimmtheit klären, ob die Gefahr mit der Vollverbüssung abnehmen, gleich bleiben oder zunehmen wird (vgl. Urteil 6B_229/2017 vom 20. April 2017 E. 3.5.3 mit Verweis auf BGE 124 IV 193 E. 5b/bb). Die Vorhersage über künftiges Verhalten ist zwangsläufig mit Unsicherheiten behaftet (Urteil 6B_460/2021 vom 9. Juni 2021 E. 5.4; vgl. BGE 125 IV 113 E. 2a mit Hinweis). Während der noch verbleibenden Strafdauer hätte der Beschwerdeführer die Möglichkeit, im Rahmen einer Therapie mit der Deliktaufarbeitung zu beginnen, sich mit seinen Persönlichkeitsmerkmalen auseinanderzusetzen und einen Veränderungsprozess durchzumachen. Sofern beim Beschwerdeführer mangels inhaltlicher Einlassung keine effiziente Therapie durchgeführt werden kann, ist allerdings nicht zu erwarten, dass eine weitere Strafverbüssung zu einer wesentlichen Verbesserung der Legalprognose führt (angefochtenes Urteil E. II.3.2.2.2.2). Die deliktwesentlichen Risikofaktoren (vgl. oben E. 7.2) bleiben mithin weitestgehend bestehen. Hinzu kommt, dass aufgrund der ausländerrechtlichen Wegweisung und Ausschaffung des Beschwerdeführers in seine Heimat die Anordnung von Bewährungshilfe oder die Erteilung von Weisungen (Art. 87 Abs. 2 StGB) zur Verringerung des Rückfallrisikos nicht möglich sein wird (Urteile 7B_1083/2024 vom 2. Dezember 2024 E. 4.5.3; 6B_460/2021 vom 9. Juni 2021 E. 5.4 mit Hinweis; 6B_93/2015 vom 19. Mai 2015 E. 5.7; 6B_331/2010 vom 12. Juli 2010 E. 3.3.5). Eine stufenweise Entlassung des Beschwerdeführers in die Freiheit ist somit nicht vorgesehen (Urteile 7B_1083/2024 vom 2. Dezember 2024 E. 4.5.3; 6B_93/2015 vom 19. Mai 2015 E. 5.7; 6B_331/2010 vom 12. Juli 2010 E. 3.3.5). Unter diesen konkreten Umständen ist angesichts der betroffenen hochwertigen Rechtsgüter (Leib und Leben) die bedingte Entlassung des Beschwerdeführers im Vergleich zur Vollverbüssung der Strafe nicht vorzugswürdiger.