Citation: 8C_541/2019 E. 4.3

4.3. Hiegegen wendet die Beschwerdeführerin ein, mit BGE 143 V 409 und 418 seien die Voraussetzungen des Leistungsanspruchs nicht geändert worden. Die Schaffung der neuen Standardindikatoren gemäss BGE 141 V 281 sollte lediglich der Sicherstellung eines strukturierten, ergebnisoffenen Beweisverfahrens zur Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit dienen. Durch die Ausdehnung der Anwendbarkeit dieses strukturierten Beweisverfahrens (BGE 141 V 281) auf sämtliche psychischen Erkrankungen (BGE 143 V 418) seien die Aussichten auf eine Rentenleistung nicht a priori gestiegen. Unter der früheren Praxis erfolgte Ablehnungen von Rentengesuchen bei diagnostizierten leichten bis mittelgradigen depressiven Leiden würden auch nach der mit BGE 143 V 409 und 418 geänderten Rechtsprechung nicht ohne Weiteres als rechtswidrig, sachfremd oder schlechterdings nicht vertretbar erscheinen. Der Gesichtspunkt der gesetzmässigen und sachlich vertretbaren Durchführung der Versicherung (vgl. BGE 115 V 308 E. 4b S. 316) verlange auch hier nicht, vom Grundsatz der Nichtanpassung an eine geänderte Rechtspraxis abzuweichen (vgl. BGE 135 V 201 E. 7.2.1 S. 213). Depressive Störungen gehörten zu dem im Verfahren um Leistungen der Invalidenversicherung am häufigsten anzutreffenden Diagnosen. Deshalb könne nicht von einer kleinen Gruppe von betroffenen Personen gesprochen werden. Daran ändere nichts, auch wenn nur diejenigen Personen zu berücksichtigen seien, deren Rentenanspruch zwischen Mitte 2013 und Ende November 2017 mangels Therapieresistenz verneint wurde. Nach dem Gesagten sei also auf das Neuanmeldungsgesuch mangels Glaubhaftmachung einer Änderung der tatsächlichen Verhältnisse zu Recht nicht eingetreten worden. Eine Ausnahme vom Grundsatz der Nichtanpassung eines formell rechtskräftigen Verwaltungsentscheides an eine geänderte Rechtspraxis, welche das Eintreten auf das Neuanmeldungsgesuch rechtfertige, liege nicht vor. Schliesslich beruhe die im zweiten Neuanmeldungsverfahren rechtskräftig bestätigte Verneinung eines Rentenanspruchs gemäss vorinstanzlichem Entscheid vom 18. August 2017 nicht einzig auf der fehlenden Therapieresistenz. Auch gestützt auf die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit laut massgebender gutachterlicher Beurteilung (Restarbeitsfähigkeit von 70% in leidensangepasster Tätigkeit) resultiere (weiterhin) kein anspruchsbegründender Invaliditätsgrad von mindestens 40%.