Citation: 2C_393/2017 E. 3.3.3

3.3.3. Was der Beschwerdeführer dagegen vorbringt, ist nicht geeignet, diese Einschätzung zu entkräften. So vermag der Umstand, dass seine Delinquenz mit seiner Drogenabhängigkeit zusammenhing, das migrationsrechtliche Verschulden nicht entscheidend zu relativieren, wurde diesem Aspekt doch bereits im Strafmass (Freiheitsstrafe von 32 Monaten) durch die Annahme einer mittelgradig verminderten Schuldfähigkeit Rechnung getragen. Auch aus dem Umstand, dass er seit 2014 strafrechtlich nicht mehr in Erscheinung getreten sein will, kann er entgegen seiner Auffassung nichts zu seinen Gunsten ableiten. Er befindet sich seit 2014 im Massnahmevollzug, wo ein tadelloses Verhalten von ihm erwartet werden darf (vgl. BGE 139 II 121 E. 5.5.2 S. 128). Auch wenn er die ihm im Rahmen des Vollzugs gewährten Freiräume nicht missbraucht hat, erweist sich die Zeitspanne als zu kurz, um verlässlich auf ein zukünftiges Wohlverhalten bzw. eine Stabilisierung schliessen zu können. Der Beschwerdeführer macht geltend, die Vorinstanz sei nur deshalb von einer negativen Legalprognose ausgegangen, weil sie zu Unrecht und in Verletzung der Unschuldsvermutung den Vorfällen vom 8. Dezember 2016 (Vorwurf des Ladendiebstahls) Beachtung geschenkt habe. Dieser Auffassung kann nicht gefolgt werden. Zwar finden die Vorfälle vom 8. Dezember 2016 im vorinstanzlichen Urteil Erwähnung, jedoch begründete die Vorinstanz die negative Prognose in erster Linie mit wiederholten Heroin- und Kokainkonsumrückfällen des Beschwerdeführers während des Massnahmevollzugs (E. 5.3 des angefochtenen Urteils mit Verweis auf die entsprechenden Verlaufsberichte), die der Beschwerdeführer nicht bestreitet. Auch wenn er im Massnahmevollzug nicht erneut straffällig wurde, ist nachvollziehbar, dass die Vorinstanz in Anbetracht der Konsumvorfälle die Rückfallgefahr als nach wie vor hoch eingeschätzt hat, hing doch die Deliktslaufbahn des Beschwerdeführers unbestrittenermassen mit seinem Drogenkonsum zusammen. Insofern kann - entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers - keineswegs davon ausgegangen werden, dass die Vorinstanz eine positive Legalprognose gestellt hätte, wenn die Vorfälle vom 8. Dezember 2016 keine Erwähnung erfahren hätten. Bezüglich dieser Vorbringen ist denn auch nicht ersichtlich, inwiefern das Kantonsgericht den Sachverhalt willkürlich festgestellt haben sollte, zumal es ausdrücklich darauf hinweist, dass es sich bei den besagten Vorfällen um einen "mutmasslichen Ladendiebstahl" handelt und das entsprechende Strafverfahren noch nicht abgeschlossen ist. Dessen ungeachtet hat - wie die Vorinstanz zutreffend ausführt - die konkrete Rückfallgefahr bei Drittstaatsangehörigen nicht die gleiche Bedeutung wie bei ausländischen Staatsangehörigen, die sich auf das FZA (SR 0.142.112.68) berufen können. Bei schweren Straftaten muss selbst ein geringes Rückfallrisiko nicht in Kauf genommen werden und generalpräventive Überlegungen sind grundsätzlich zulässig. Der Beschwerdeführer wirft der Vorinstanz vor, sie habe sein rechtliches Gehör verletzt, indem sie seine Vorbringen in Zusammenhang mit den Vorfällen vom 8. Dezember 2016 - und insbesondere die dazu eingereichte Stellungnahme vom 7. Februar 2017, aus welcher die Unschuld des Beschwerdeführers hervorgehe - nicht berücksichtigt habe. Soweit diese Rüge überhaupt den Anforderungen nach Art. 106 Abs. 2 BGG zu genügen vermag, erweist sie sich als unbegründet. Wie bereits dargelegt, ist nicht ersichtlich, dass den besagten Vorfällen in der Gesamtbetrachtung eine entscheidende Bedeutung zugemessen worden wäre. Unter diesen Umständen kann der Vorinstanz nicht vorgeworfen werden, dass sie sich nicht im Detail mit den diesbezüglichen Vorbringen des Beschwerdeführers auseinandergesetzt bzw. diese nicht ausdrücklich widerlegt hat. Mit Blick auf den Umstand, dass das entsprechende Strafverfahren im Urteilszeitpunkt noch nicht abgeschlossen war, war die Vorinstanz nicht gehalten, sich zur Schuldfrage zu äussern. Dass sie den entsprechenden Ausführungen des Beschwerdeführers nicht gefolgt ist, belegt in keiner Weise eine Verletzung des rechtlichen Gehörs.