Citation: 4A_350/2023 E. B

B.a. Mit Klage vom 29. Juni 2019 beantragte die Klägerin beim Handelsgericht des Kantons Zürich, die Beklagte sei (unter Vorbehalt der Nachklage) zu verpflichten, ihr Fr. 1'409'388.-- nebst Zins zu bezahlen (Ziff. 1). Weiter sei die Beklagte (unter Androhung der Bestrafung ihrer Organe nach Art. 292 StGB) zu verpflichten, ihr Rechenschaft und Abrechnung über ihre Geschäftsführung im Zeitraum vom 1. Juli 2009 bis und mit 30. Juni 2014 im Zusammenhang mit ihrer Tätigkeit für die Klägerin zu erteilen, wobei die Beklagte insbesondere zu verpflichten sei, ihr Rechenschaft und Abrechnung zu erteilen über die von der Beklagten bzw. deren Mitarbeitern im Zusammenhang mit den für die Klägerin getätigten Anlagen erhaltenen Retrozessionen (Ziff. 2a). Die Beklagte sei nach Auskunftserteilung gemäss Ziff. 2a zu verpflichten, der Klägerin einen noch zu beziffernden Betrag, mindestens jedoch Fr. 30'000.-- zu bezahlen (Ziff. 2b). B.b. Mit Teilurteil vom 22. Mai 2023 verpflichtete das Handelsgericht die Beklagte, der Klägerin Fr. 650'914.80 nebst Zins zu bezahlen. Das klägerische Begehren um Auskunft und Abrechnung betreffend Retrozessionen hiess es ebenfalls gut. Es verpflichtete die Beklagte, unter Androhung der Bestrafung ihrer Organe nach Art. 292 StGB, der Klägerin innert 60 Tagen ab Vollstreckbarkeit über sämtliche Vereinbarungen mit Fondsleitungen und/oder Vermögensverwaltern und/oder Vertriebsträgern betreffend die im Zeitraum vom 1. Juli 2009 bis 30. Juni 2014 gehaltenen Zielfonds des Fonds 1 und des " Y.________ " (nachfolgend: Fonds 2) Auskunft zu erteilen und eine Abrechnung darüber zu erstellen, welche Rückvergütungen sie aufgrund dieser Verträge erhalten und in welchem Umfang sie diese an die Fondsleitung oder die Depotbank des Fonds 1 bzw. des Fonds 2 weitergeleitet hat. Das Handelsgericht erwog, die Beklagte habe ihre Pflichten als Vermögensverwalterin verletzt, indem sie die Investition in den Fonds 1 aufrechterhalten und sogar vergrössert habe, anstatt direkt in die jeweiligen Zielfonds zu investieren. Wenn direkt in die Zielfonds investiert worden wäre, hätten die hohen Zusatzkosten des Fonds 1 eingespart werden können (Schaden 1a). Der Schaden der Klägerin umfasse aber nicht nur die direkten Kosten des Fonds 1, sondern auch diejenigen Kosten, die dadurch entstanden seien, dass der Fonds 1 zu teure Tranchen einzelner Zielfonds gekauft habe (Schaden 1b). Der gesamte Schadenersatzanspruch sei aber aufgrund eines wesentlichen Selbstverschuldens der Klägerin um die Hälfte zu reduzieren. Schliesslich habe die Klägerin grundsätzlich Anspruch auf die Herausgabe von Retrozessionen, die die Beklagte von Zielfonds des Fonds 1 und des Fonds 2 erhalten und nicht an diese weitergegeben habe (Schaden 2). Der Auskunftsanspruch sei gutzuheissen, weil die Beklagte bislang keine vollständige Auskunft über die Vereinbarungen mit den Zielfonds und die daraus erhaltenen Zahlungen erteilt habe.