Citation: 1C_322/2022 E. 3.2

3.2. Die Vorinstanz verneinte einen unverhältnismässigen Eingriff in den Anspruch auf informationelle Selbstbestimmung der Beschwerdeführerin und führte dazu zusammengefasst aus, das Interesse des Beschwerdegegners an der strittigen Einsichtname sei gewichtig, da er damit die Baubewilligungspraxis der Behörden bei an den Zürichsee angrenzenden Parzellen überprüfen und beurteilen wolle, was der Zielsetzung des IDG/ZH entspreche. Die Beschwerdeführerin berufe sich einzig auf entgegenstehende private Interessen, die sie namentlich damit begründe, dass die einzusehenden Unterlagen weitreichende Rückschlüsse auf ihre persönlichen und finanziellen Lebensverhältnisse zuliessen. Dies treffe jedoch nicht zu, zumal die Unterlagen bereits einmal öffentlich zugänglich gewesen seien. Es fehlten Hinweise dafür, dass der Beschwerdegegner die erlangten Informationen missbräuchlich dazu verwenden werde, die Beschwerdeführerin in den Medien namentlich zu nennen und anzuprangern. Dazu habe er auch keine Veranlassung, da er sich nur über die Behördenpraxis zur Bewilligung von Bauten auf Seegrundstücken informieren wolle. Die Befürchtung der Beschwerdeführerin, der Beschwerdegegner werde die politische Diskussion zum Seeuferweg anhand der Überbauung ihres Grundstücks führen, vermöge kein überwiegendes privates Geheimhaltungsinteresse zu begründen, zumal die kritische Berichterstattung über Baubewilligungen grundsätzlich zulässig sei. Dass vor der Einsichtnahme die Namen von Drittpersonen zu anonymisieren seien, trage den betroffenen privaten Interessen ausreichend Rechnung.