Citation: 6B_146/2017 E. 1.2.2

1.2.2. Die Vorinstanz legt plausibel dar, weshalb sie den vollzogenen, ungeschützten Geschlechtsverkehr mit einem neunjährigen Mädchen methodisch als schwerste Straftat betrachtet (Urteil S. 33 f.), wenngleich sie den Sachverhalt nunmehr als Schändung qualifiziert. Ihr ist zuzustimmen, dass die Tat aufgrund der Intensität der Handlung gegenüber den weiteren angeklagten Schändungen, wobei es zu keiner vollständigen Penetration und keinem Erguss des Beschwerdeführers kam, am weitesten ging. Wenn sie diese Tat, hinsichtlich welcher sie nachvollziehbar von einem mittelschweren Verschulden ausgeht, mit einer Einsatzstrafe von 4 Jahren ahndet, ist dies nicht zu beanstanden. Damit liegt sie klarerweise innerhalb des ihr zustehenden Ermessens. Es leuchtet nicht ein, weshalb allein der Umstand, dass die Vorinstanz den - unbestrittenen - Sachverhalt mangels gültiger Einwilligung des Opfers als Schändung interpretiert, während das Erstgericht von einer psychischen Drucksituation infolge sozialer und/oder emotionaler Abhängigkeit und daher von Vergewaltigung ausgeht, zu einer milderen Strafe führen soll. Der Einwand des Beschwerdeführers, die Vorinstanz würdige zu seinem Nachteil, dass er keine Gewalt angewandt, sondern mittels offener Kommunikation die Einwilligung des Opfers zu erlangen versucht habe, geht zudem offensichtlich fehl: Die Vorinstanz beurteilt diesen Umstand neutral. Da aber (auch) eine Vergewaltigung, wie sie zutreffend ausführt, keine körperliche Gewalt voraussetzt, ist es trotz der Würdigung der Tat als Schändung nachvollziehbar, dass sie an der erstinstanzlichen Einsatzstrafe festhält. Insbesondere angesichts des vorpubertären Alters des neunjährigen Opfers war sie nicht gehalten, dessen Einwilligung zum Geschlechtsverkehr verschuldensmindernd zu berücksichtigen. Die Vorinstanz erwägt daher nachvollziehbar, dass es nicht in der Lage war, die sexuellen Handlungen als solche bzw. deren Untolerierbarkeit zu erkennen. Aufgrund dessen sowie infolge des bestehenden Vertrauensverhältnisses war Gewalt für den Taterfolg nicht erforderlich, weshalb deren Fehlen für den Beschwerdeführer nicht entlastend wirken kann. Im Gegenteil wäre die Anwendung von Gewalt strafschärfend zu berücksichtigen, zumal dies für die Erfüllung des Tatbestands der Schändung nicht vorausgesetzt ist. Auch darauf weist die Vorinstanz zutreffend hin. Die Nichtberücksichtigung der Einwilligung des Opfers zugunsten des Beschwerdeführers im Rahmen der Strafzumessung verletzt kein Bundesrecht.