Citation: 2C_911/2020 E. 4.3.3

4.3.3. Die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung trifft den Beschwerdeführer sicher hart. Die Ausreise nach Thailand kann ihm indessen zugemutet werden. Er besitzt Berufserfahrungen als Coiffeur, die nicht an die Schweiz gebunden sind, und es ihm ermöglichen, sich in der Heimat wirtschaftlich zu integrieren. Er hat zudem in der Schweiz die Schule abgeschlossen und verfügt damit grundsätzlich über die notwendigen Fähigkeiten, falls er wie angedacht eine neue Ausbildung in Angriff nehmen möchte. Die im Vergleich zur Schweiz weniger vorteilhaften wirtschaftlichen Bedingungen in Thailand, und insbesondere in seiner Heimatregion Isan, treffen die ganze dortige Bevölkerung und stellen keinen spezifischen Grund dar, welcher die Rückkehr als unzumutbar erscheinen lassen (vgl. Urteile 2C_447/2017 vom 10. September 2018 E. 4.3.4; 2C_113/2011 vom 16. Juni 2011 E. 2.5). Der Beschwerdeführer hat in Thailand seine Kindheit verbracht und wohnte bis zu seinem Strafantritt bei seiner Mutter. Es darf davon ausgegangen werden, dass er weiterhin mit der heimatlichen Kultur vertraut und in der Lage ist, sich in der dortigen Gesellschaft zurecht zu finden. Bis zur sechsten Klasse hat er die Schule in Thailand besucht und es ist gemäss der verbindlichen Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz davon auszugehen, dass er immer noch über Grundkenntnisse im Lesen und Schreiben der thailändischen Sprache verfügt. Selbst wenn es sich anders verhalten sollte und er thailändisch tatsächlich nur noch mündlich in der Dialektsform seiner Heimatregion beherrscht, ist es ihm angesichts seines noch jungen Alters zuzumuten, die Sprache auch schriftlich (vgl. Urteil 2C_447/2017 vom 10. September 2018 E. 4.3.4) oder gar gänzlich wieder zu erlernen (vgl. Urteil 2C_642/2016 vom 20. Juli 2017 E. 4.3). Seine Grosseltern mütterlicherseits leben in Thailand und können ihm, trotz des geltend gemachten hohen Alters, zumindest beratend bei der Integration behilflich sein. Darüber hinaus kann ihn in der Startphase neben seiner Familie auch seine Lebensgefährtin psychisch wie auch finanziell aus der Schweiz unterstützen, wodurch der Kontakt nebst mittels der modernen Kommunikationsmittel auch durch gegenseitige Besuche ungeachtet der Reisekosten möglich sein sollte. Insgesamt hat es der Beschwerdeführer in der Hand, sich in der Heimat eine neue Existenz aufzubauen, auch wenn dies mit einiger Anstrengung verbunden sein wird.