Citation: 1C_591/2021 E. 4.2

4.2. Die Vorinstanz kam zum Ergebnis, das streitbetroffene Bauvorhaben falle nicht unter den Bestandesschutz gemäss Art. 3 BauG. Zur Begründung führte sie zusammengefasst aus, das Projekt umfasse den Ersatz der Antennen an den bestehenden Masten, die Installation von drei zusätzlichen Antennen des neuen Mobilfunkstandards 5G und eine massgebliche Erhöhung der Gesamtleistung der Mobilfunkanlage. So nehme die gesamte Sendeleistung laut der Stellungnahme des Amts für Umwelt und Energie des Kantons Bern um ca. einen Drittel zu. Gemäss dem Standortdatenblatt betrage die bewilligte Feldstärke am (meistbelasteten) Ort des kurzfristigen Aufenthalts (OKA) mehr als das Zehnfache der ursprünglich zugelassenen Feldstärke. Aufgrund dieser weitgehenden Änderungen sei das Bauvorhaben als neubauähliche Umgestaltung und nicht mehr als Umbau oder Erweiterung im Sinne von Art. 3 Abs. 2 BauG zu qualifizieren. Im Übrigen könnte das Bauvorhaben selbst dann nicht bewilligt werden, wenn von einem Umbau oder einer Erweiterung einer bestandesgeschützten Anlage ausgegangen würde, weil damit stärkere ideelle Immissionen verursacht würden, was die Rechtswidrigkeit der bestehenden Anlage verstärke. Die Rechtswidrigkeit ergebe sich aus der Unvereinbarkeit mit Art. 11a GBR, der namentlich dem Schutz vor ideellen lmmissionen diene. Solche Immissionen könnten auch durch Vorstellungen über verborgene Vorgänge entstehen. So habe das Bundesgericht anerkannt, dass visuell wahrnehmbare Mobilfunkanlagen grössere Ängste bzw. ideelle Beeinträchtigungen auslösen, wenn ihre Sendeleistung erhöht wird (Urteil 1C_167/2018 vom 8. Januar 2019 E. 3.2). Das Wissen um eine erhöhte Sendeleistung könne somit in der Nachbarschaft zusätzliche Ängste wecken und damit die ideellen lmmissionen verstärken. Dies belegten die zahlreichen Einsprachen gegen die hier umstrittene Systemerneuerung.