Citation: 5A_451/2022 E. 4.3.3

4.3.3. Zum Dienstbarkeitszweck ergibt sich soweit ersichtlich oder geltend gemacht weder aus dem Grundbuch noch dem Begründungsakt (vgl. vorne Bst. A.b) Näheres. Das Obergericht hat zur Zweckermittlung deshalb richtigerweise auf die Interessen abgestellt, die bei objektiver Betrachtung aufgrund der Bedüfnisse des herrschenden Grundstückes bedeutsam erscheinen (E. 4.1 und 4.3.1 hiervor [auch zum Folgenden]). Die Beschwerdeführer berufen sich demgegenüber umsonst auf die (subjektiven) Interessen der von der Dienstbarkeit begünstigten Nachbarn (z.B. zur Gartengestaltung; vgl. dazu auch LIVER, a.a.O., N. 48 zu Art. 738 ZGB). Auch wenn die Beschwerdeführer daher eine ausführliche Kritik an der von der Vorinstanz vorgenommenen Zweckbestimmung formulieren, vermögen sie diese jedenfalls im Ergebnis nicht in Frage zu stellen. Dazu reicht es insbesondere nicht aus, dem Obergericht vorzuwerfen, es habe zu sehr auf allgemeine Vorstellungen abgestellt und missachtet, dass keine gegenseitigen Dienstbarkeiten bestünden und nur das streitbetroffene Grundstück eine "Villenverpflichtung" aufweise. Auch der Hinweis, es liege kein "Quartierservitut" vor, hilft den Beschwerdeführern nicht entscheidend weiter. Zu kurz greift es ausserdem auch in diesem Zusammenhang, wenn die Beschwerdeführer sich auf den aus ihrer Sicht klaren Wortlaut der Dienstbarkeit berufen, zumal dessen Bedeutung durch Rückgriff auf den Dienstbarkeitszweck gerade erst ermittelt werden soll.