Citation: 5A_402/2015 E. 6.2

6.2. Im angefochtenen Entscheid ist nicht festgestellt und aus dem Rahmenkreditvertrag ist auch nicht ersichtlich, dass die Beschwerdeführerin die Beschwerdegegner zur Anbringung eines die Schuldbriefforderung übertragenden Vollindossamentes im Sinn von Art. 864 Abs. 2 ZGB und nicht bloss eines Pfandindossamentes - welches keineswegs offen sein muss, sondern auch ein sog. verdecktes Pfandindossament im äusseren Kleid eines Vollindossamentes sein kann (vgl. dazu ZOBL, a.a.O., N. 69 ff., insb. N. 76 und 82 zu Art. 901 ZGB) - ermächtigt hätte. Bei der Faustverpfändung eines Eigentümerschuldbriefes zur Sicherung der Darlehensschuld eines Dritten wäre die Übertragung der Schuldbriefforderung denn auch sinnwidrig, weil damit die Drittpfandgeberin nicht mehr faustpfandmässig die fremde Darlehensschuld sichern, sondern zur persönlichen Schuldnerin der Kreditgeber geworden wären, indem der Selbsteintritt in Bezug auf die Sicherheit einen Schuldnerwechsel bewirkt hätte. Nicht möglich ist nämlich, dass das Grundpfandrecht direkt die Darlehensforderung sichert (vgl. BGE 140 III 180 E. 5.1.1 S. 184); vielmehr bietet dieses in strenger Akzessorietät dingliche Sicherheit ausschliesslich für die Grundpfandforderung (BGE 134 III 71 E. 3 S. 75; 140 III 46 E. 4 S. 39), deren Schuldnerin vorliegend die Beschwerdeführerin ist. Mangels spezifischer anderweitiger Vereinbarung kann die im Rahmenkreditvertrag erfolgte Vereinbarung vernünftigerweise nur dahingehend ausgelegt werden, dass die Beschwerdegegner zur Anbringung eines Pfandindossamentes auf den besitzmässig schon übergebenen Schuldbriefen ermächtigt wurden. Dies war denn auch nötig, weil auf den Namen lautende Papier-Schuldbriefe ohne (offenes oder verdecktes) Pfandindossament im Sinn von Art. 901 Abs. 2 ZGB nicht gültig als Faustpfand bestellt sind (vgl. ZOBL, a.a.O., N. 59 ff. zu Art. 901 ZGB; STAEHELIN, a.a.O., N. 27 zu Art. 864 ZGB). Dass hingegen von den Vertragsparteien und insbesondere von der Beschwerdeführerin ein Recht auf Selbsteintritt im Sinn einer vertraglich modifizierten Art des Einziehungsrechtes (vgl. dazu ZOBL, a.a.O., N. 62 zu Art. 891 ZGB) beabsichtigt gewesen wäre, ist nirgends festgestellt und auch weder aus dem Rahmenkreditvertrag vom 22. April 2013 noch aus dem "Austauschvertrag" vom 29. Juli 2013 noch aus der "Übersicht" vom 19. Dezember 2013 ersichtlich. Ebenso wenig ist die Vereinbarung einer diesbezüglichen Abrechnungspflicht festgestellt oder ersichtlich. Die Beschwerdegegner haben sich im Übrigen auch nicht entsprechend verhalten, sondern die Forderung jedenfalls bei der Einleitung der Betreibung abstrakt geltend gemacht und das volle Titelnominal der drei Schuldbriefe von Fr. 1'500'000.-- sowie den Maximalzins von 10 % betrieben. Mangels eines Nachweises entsprechender Vereinbarungen bzw. mangels des Nachweises, dass die Beschwerdeführerin die Ermächtigung zueiner die Schuldbriefforderung übertragenden Vollindossierung im Sinn von Art. 864 Abs. 2 ZGB erteilt hat, braucht nicht vertieft abgeklärt zu werden, ob die Vereinbarung eines Rechts auf Selbsteintritt im indirekten Drittpfand verhältnis überhaupt möglich wäre.