Citation: C 37/03 12.02.2004 E. 3

3.1 Nach den Erwägungen im angefochtenen Entscheid handelt es sich bei dem von der Musikschule W.________ angebotenen Kurs um eine von der Arbeitslosenversicherung zu bewilligende Massnahme, da die Beschwerdegegnerin als ausgebildete Pianistin und erfahrene Klavierlehrerin ihre Kenntnisse zu erweitern vermag. Arbeitsmarktlich sei der Besuch dieses Kurses indiziert, zumal gerichtsnotorisch sei, dass - wie in vielen anderen Berufsbereichen - auch im Gebiete der Musik die herkömmlichen Instrumente allmählich durch elektronische ersetzt würden. Daher stehe fest, dass die Vermittlungsfähigkeit der Versicherten stark erschwert sei. Sodann sei offensichtlich, dass die Beschwerdegegnerin in ihrem Alter bei sonst gleichgebliebenen Verhältnissen ohne Arbeitslosigkeit die in Frage stehende Weiterbildung nicht absolvieren würde. Schliesslich könne der Anspruch auch nicht abgelehnt werden, weil sich der Ausbildungsgang über vier Semester erstrecke. Der Kurs umfasse insgesamt 470 Lektionen, die ohne weiteres auch auf ein Jahr hätten verteilt werden können. Zudem sei zu berücksichtigen, dass es sich um eine berufsbegleitende Weiterbildung handle, weshalb die Versicherte weiterhin im gesuchten Umfang einer Teilzeitarbeit von 30 % vermittelbar sei. Hinsichtlich der Kosten sei allerdings nicht zu übersehen, dass eine Semestergebühr von Fr. 2'800.- nicht mehr in einem angemessenen Verhältnis zum angestrebten Ziel stehe, die im Umfang von 30 % eingetretene Arbeitslosigkeit zu beenden. Es rechtfertige sich aber nicht, aus reinen Kostengründen bei sonst gegebenen Anspruchsvoraussetzungen das Gesuch der Versicherten abzuweisen. Gesamthaft gesehen sei es angemessen, die Hälfte der Kurskosten zu vergüten. 3.2 Den vorinstanzlichen Erwägungen ist im Grundsatz beizupflichten. Entscheidend ist im vorliegenden Fall, dass das der Beschwerdegegnerin offenstehende Berufsspektrum ihre Vermittelbarkeit auf einen speziellen Tätigkeitsbereich einschränkt. Die Versicherte schloss 1975 ein dreijähriges Studium an der Musikschule V.________ ab und erwarb 1977 ein Diplom der Musikschule U.________. Seither erteilte sie Unterricht am Klavier in klassischer Musik. Ein solches berufsspezifisches Risiko der Arbeitslosigkeit stellt nach der Rechtsprechung ein gewichtiges Indiz dar für die präventionsmassnahmerechtliche Notwendigkeit einer gezielten Umschulung oder Weiterbildung (BGE 111 V 277 Erw. 2e; unveröffentlichtes Urteil H. vom 18. November 1985, C 169/85). Wie die Beschwerdegegnerin im vorinstanzlichen Verfahren zutreffend geltend gemacht hat, wird das klassische Piano vermehrt durch die billigeren elektronischen Tasteninstrumente verdrängt, womit auch eine andere musikalische Stilrichtung hin zum Jazz ins Lehrangebot aufgenommen werden muss. Der aktuelle und voraussehbar künftige Arbeitsmarkt verlangt zunehmend Lehrkräfte, die elektronische Tasteninstrumente unterrichten können, während die Nachfrage nach einer Ausbildung am herkömmlichen Klavier zurückgeht. Dadurch entsteht ein Überhang an Lehrkräften mit klassischer Ausbildung. Für diese Entwicklung spricht gerade auch der von der Musikschule W.________ angebotene Lehrgang, der sich an ausgebildete und berufserfahrene Klavierlehrer richtet und zum Ziel hat, die Bewerber zum Unterricht an Keyboards zu befähigen. Die Anpassungsbedürftigkeit der Versicherten ist damit ausgewiesen. Entgegen der Auffassung des AWA geht es beim in Frage stehenden Kurs nicht darum, ein neues Musikinstrument zu erlernen. Die Klaviatur eines elektronischen Tasteninstruments entspricht derjenigen eines Klaviers oder Flügels, sodass wesentlich die gleiche technische Fingerfertigkeit erforderlich ist, um darauf spielen zu können. Im Vordergrund des Lehrganges, der bei den Bewerbern die Beherrschung eines Tasteninstruments voraussetzt, steht klar das Erlernen von anderen musikalischen Stilrichtungen, wie aus den angebotenen Fächern (Jazz-Piano, Gehörbildung, Harmonielehre, Rhythmik) deutlich hervorgeht. Inwiefern die Beschwerdegegnerin ein höheres Berufsziel verfolgen soll, wie geltend gemacht wird, ist nicht einzusehen. Wenn auch mit dem Studium an der Musikschule W.________ teilweise Grundlagen vermittelt werden, die in der Regel Inhalt einer Grundausbildung sind, so ist die Annahme einer solchen wegen der arbeitsmarktlichen Indikation auszuschliessen. Unbestritten ist, dass der Lehrgang die Vermittlungsfähigkeit der Beschwerdegegnerin verbessert. So hat sie denn auch bereits im Hinblick auf die vorgesehene Ausbildung einen Lehrauftrag der Musikschule Q.________ erhalten (im vorläufigen Status einer Stellvertreterin; Schreiben vom 20. November 2002). Dem kantonalen Entscheid, auf dessen Erwägungen im Übrigen verwiesen wird, bleibt beizufügen, dass nach der Rechtsprechung die zeitlich auf ein Jahr beschränkte Dauer einer arbeitsmarktlichen Massnahme nur die Regel bilden soll, von welcher ausnahmsweise, z.B. bei Extensivkursen, abgewichen werden kann (BGE 111 V 271 Erw. 2d; ARV 1986 Nr. 17 S. 66 Erw. 2b und 3). So hat das Eidgenössische Versicherungsgericht im Urteil H. vom 18. November 1985, C 169/85, einem diplomierten Geophysiker ein drei Semester dauerndes Ergänzungsstudium für das höhere Lehramt (Physik und Informatik) zuerkannt, wobei es hinsichtlich der Dauer nur die effektive Semesterzeit ohne dazwischenliegende Ferien zusammenzählte. Im Lichte dieser Praxis sind die Erwägungen des kantonalen Gerichts zur Dauer des Ausbildungsganges an der Musikschule W.________ nicht zu beanstanden.