Citation: 9C_18/2023 E. A

A.a. Die A.________ Sàrl mit Sitz in U.________/VD (seit dem 13. April 2021; vormals: V.________/VD) bezweckt den Handel mit frischen und tiefgefrorenen Produkten. Am 24. Januar 2017 wurde ein Fahrzeug nach dem Grenzübertritt in Ligornetto/TI von der Grenzwache angehalten und einer Zollkontrolle unterzogen. Die Grenzwache hatte den Fahrer, B.________, der von seiner Frau begleitet wurde, schon früher mit einem anderen Fahrzeug bei der Grenze in Novazzano/TI bemerkt. Bei der Kontrolle entdeckte die Grenzwache 507.8 kg aus Italien importierte und nicht zur schweizerischen Zollbehandlung angemeldete Lebensmittelprodukte (Fleisch und Käse). B.________ war Inhaber der Einzelfirma "C.________" mit Sitz in W.________/TI, die vom 22. September 2014 bis am 22. Oktober 2019 (Löschung) im Handelsregister des Kantons Tessin eingetragen war. Sie bezweckte unter anderem den Handel und den Vertrieb von Lebensmitteln und Konsumgütern. A.b. Die Eidgenössische Zollverwaltung (EZV; seit dem 1. Januar 2022: Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit BAZG), Zollkreisdirektion Lugano, Sektion Zollfahndung (seit dem 1. Januar 2022: Direktionsbereich Strafverfolgung des BAZG, Zollfahndung Süd) leitete eine Zollstrafuntersuchung ein. Diese führte zur Feststellung, dass B.________ und seine Frau zwischen dem 1. Januar 2016 und dem 24. Januar 2017 (Zeitpunkt der Zollkontrolle) 30'905.10 kg Käse und Fleischwaren ohne Zollanmeldung und ohne Einfuhrsteuer (Zoll von Fr. 262'084.80 und Einfuhrsteuer von Fr. 18'737.-) aus Italien in die Schweiz importiert hatten. Diese in Italien gekauften italienischen Spezialitäten wurden hauptsächlich importiert, um Schweizer Kunden zu beliefern, die entweder direkt bei der Einzelfirma in W.________ oder über einen ihrer drei Vertreter, die jeweils eine Sprachregion abdeckten, bestellt worden waren. Die A.________ Sàrl bestellte direkt bei der Einzelfirma von B.________. Die Lebensmittel wurden ihr direkt geliefert und sie beglich die von der Einzelfirma ausgestellten Rechnungen. Aus der Prüfung der Buchhaltung der Einzelfirma von B.________ ergab sich, dass die A.________ Sàrl im fraglichen Zeitraum Waren aus Italien bestellt, bezahlt und geliefert bekommen hatte, die zu keinem Zeitpunkt der gesetzlich vorgeschriebenen Zollbehandlung unterzogen worden waren. Die EZV (bzw. das BAZG) stützte sich auf folgende fünf Rechnungen betreffend die A.________ Sàrl: Nr. iii vom 24. Januar 2016, Nr. jjj vom 14. Juni 2016, Nr. kkk vom 21. Juni 2016, Nr. lll vom 19. September 2016 und Nr. mmm vom 29. September 2016. Diese Rechnungen betrafen 1'039.80 kg italienische Fleischwaren (u.a. Coppa, Salami, Speck, Bresaola, Culatello und Rohschinken) mit einem Wert von Fr. 21'607.47.