Citation: U 209/01 02.09.2003 E. 2

2.1 Strittig ist, ob der Beschwerdeführer einen Sehnen(an)riss als unfallähnliche und den Unfällen gleichgestellte Körperschädigung (Art. 9 Abs. 2 lit. f UVV) erlitten hat und dieser durch ein Unfallereignis vom 6. Oktober 1999 (mit-)verursacht worden ist. 2.2 Unbestrittenermassen leidet der Beschwerdeführer seit etwa 1996 unter einem Schmerzsyndrom in der Schulter-/Rückengegend (Periarthropathie) links und dem Tietze-Syndrom links. Deswegen liess er sich zunächst bei seinem Hausarzt Dr. med. A.________, Allgemeine Medizin FMH, und ab 28. Januar 2000 zudem bei Dr. B.________, Spezialarzt für Orthopädische Chirurgie FMH, behandeln. Am 11. Februar 2000 berichtete Dr. B.________ dem Hausarzt des Beschwerdeführers, anhand der Untersuchung positive Zeichen einer Rotatorenmanschettenläsion gefunden zu haben, welche Verletzung sich anlässlich der Arthro-MRI-Untersuchung bestätigt habe. 2.3 Nach der Praxis der SUVA werden zwar nicht nur vollständige Sehnenrisse als unfallähnliche Körperschädigungen übernommen, sondern auch Teilrupturen. Weil die Diagnose eines Teilrisses mangels eines Funktionsausfalles jedoch klinisch schwierig zu stellen ist und nach Sehnenteilrupturen sehr rasch eine Irritation des Begleitgewebes entsteht, so dass ein Teilriss nicht mehr von der Pathologie des Sehnenbegleitgewebes unterschieden werden kann, sind an den Nachweis eines Teilrisses strenge Anforderungen zu stellen. Nur unter dieser Voraussetzung bleibt eine klare Abgrenzung der Sehnenteilrupturen von den Sehnenzerrungen gewährleistet. Weil sich die partiellen Sehnenrisse in der Regel klinisch nicht von sekundären entzündlichen Reaktionen (Tendinitis, Peritendinitis, Paratenonitis, Tendovaginitis) unterscheiden lassen (Ramseyer, Unfallähnliche Körperschädigungen, Therapeutische Umschau, 1985, S. 576), fällt eine Qualifikation als unfallähnliche Körperschädigung nur in Betracht, wenn die Teilruptur als solche medizinisch eindeutig festgestellt ist, sei dies intraoperativ oder durch Kontrastmitteldarstellung. Kann dieser Nachweis nicht erbracht werden, so hat der Leistungsansprecher die Folgen zu tragen (BGE 114 V 305 Erw. 5b). Es ist daher zunächst zu prüfen, ob eine unfallähnliche Körperschädigung überhaupt nachgewiesen ist. 2.4 Dr. B.________ diagnostizierte im Zwischenbericht vom 17. Februar 2000 eine partielle Supraspinatussehnenruptur über die ganze Ansatzbreite Schulter links und empfahl eine operative Sanierung. Im Operationsbericht vom 22. Februar 2000 (Arthroskopie) wird zwar in der Diagnose u.a. eine Partialruptur der Supraspinatussehne links erwähnt, beim Beschrieb des Operationsverlaufes ist eine solche indessen nicht belegt. Der Operateur berichtete vielmehr, dass eine durchgehende Läsion der Supraspinatussehne nicht erkennbar gewesen sei. Man sei nicht in den Subacrominalraum gelangt. Bei der Revision der Sehne habe sich dann aber eine ganz massive Bursitis subacromial ergeben, so dass hier ein Débridement durchgeführt worden sei. Die Sehne als solche sei aber ohne durchgehende Läsion gewesen, so dass keine Naht oder etwas Ähnliches notwendig geworden sei. Die Arthroskopie ergab damit lediglich einen massiven entzündlichen Vorgang, welcher in der Folge behandelt wurde. Damit fehlt es an einem hinreichenden Hinweis auf eine Teilruptur der Sehne. Daran vermögen die Vorbringen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde nichts zu ändern. 2.5 Bei dieser Aktenlage erübrigen sich Überlegungen dazu, ob ein plötzliches, schädigendes und nicht beabsichtigtes Ereignis vorliegt, welches die Körperschädigung (mit-)verursacht haben könnte. Doch sei immerhin erwähnt, dass die Erwägungen des kantonalen Gerichtes zum Nachweis eines derartigen Vorfalles der Rechtsprechung (vgl. vorne Erw. 1) entsprechen und daher nicht zu beanstanden wären. Nicht weiter zu prüfen ist sodann, ob ein allfälliges Unfallgeschehen beim gegebenen gesundheitlichen Vorzustand überhaupt noch kausal sein konnte.