Citation: 5A_875/2017 E. 2.2

2.2. Gestützt hierauf kommt das Obergericht zum Schluss, die Beschwerdegegnerin kooperiere nur scheinbar mit den Behörden. Tatsächlich versuche sie "alles, um den Kontakt zwischen C.________ und ihrem Vater zu unterbinden bzw. den Kindsvater aus dem Leben von C.________ zu streichen". Entsprechend werde im Gutachten ihre Bindungstoleranz als stark eingeschränkt eingestuft. Die Beschwerdegegnerin sei nicht in der Lage, die Elternebene von der Kinderebene zu trennen und im Sinne einer Perspektivenübernahme die Bedürfnisse von C.________ wahrzunehmen bzw. von den eigenen Bedürfnissen zu trennen. Sie blende aus, dass die Tochter sich aufgrund der Scheidungssituation in einem Trennungskonflikt befinde, was bei der Tochter einen Loyalitätskonflikt schaffe und diese einem Spannungsfeld aussetze. Die Ablehnung des Vaters gründe letztlich in diesen Umständen. Für die Tochter sei die Verarbeitung der Trennungssituation leichter, wenn sie sich auf die Seite der Mutter stelle. Dies sei für den Vater nur schwer zu verstehen, der ausserdem zu sehr auf die eigenen Interessen fokussiert sei. Trotz der Einstellung des Strafverfahrens sei die Mutter überzeugt, dass der Vater die Tochter sexuell missbraucht habe. Der Beschwerdeführer habe seinerseits Strafanzeige gegen die Beschwerdegegnerin erhoben. Die Eltern machten sich gegenseitig massive Vorwürfe und die Mediation sei gescheitert. Zwischen den Eltern bestünden nicht nur punktuelle Konflikte über einzelne Themen, welche durch einzelne Entscheide entschärft werden könnten. Die Mutter instrumentalisiere die Tochter im Konflikt mit dem Vater in massiver Weise. Beide Ehegatten hätten ausserdem versucht, das Umfeld (Mediatorin, Kindergärtnerin/Lehrerin, Psychologen, Freunde) auf ihre Seite zu ziehen. Alles in allem liege ein erheblicher, chronifizierter Konflikt vor. Unter diesen Umständen wäre mit der Belassung des gemeinsamen Sorgerechts eine starke Beeinträchtigung des Kindeswohls verbunden. Es sei zu erwarten, dass die Kindsmutter die Tochter in noch höherem Masse instrumentalisieren würde als dies bereits der Fall sei. Die Alleinzuteilung der elterlichen Sorge verspreche dagegen eine Verbesserung der Lage, da die Parteien erheblich weniger miteinander kommunizieren müssten und damit das Konfliktpotential reduziert werde.