Citation: 9C_594/2017 E. 3.2

3.2. Die aus dem Verhältnismässigkeitsgrundsatz (vgl. Art. 8 Abs. 1 IVG) fliessende Rechtsfigur der Austauschbefugnis, nunmehr gesetzlich verankert in Art. 21bis IVG, besagt, dass die versicherte Person auf der Grundlage und nach Massgabe des Gesetzes mit einer Geldzahlung zu entschädigen ist, wenn sie aus schützenswerten Gründen von einem gesetzlichen Leistungsanspruch keinen Gebrauch macht und stattdessen einen funktionell gleichen Behelf zur Erreichung desselben gesetzlichen Zieles wählt. Der Kerngehalt der Austauschbefugnis liegt darin, dass es grundsätzlich ohne Bedeutung ist, auf welchem Weg oder durch welches Mittel das gesetzliche Ziel angestrebt wird (statt vieler: BGE 131 V 107 E. 3.2.1 S. 110 f. mit Hinweisen). Die Austauschbefugnis nach Art. 2 Abs. 5 HVI gilt auch für die Abgabe von Hilfsmitteln gemäss HVA (BGE 131 V 107 E. 3.4.6 S. 117 f.).