Citation: 5P.166/2000 30.08.2000 E. 3

3. A., S. 575 ff., m.H.). Das bündnerische Prozessrecht verlangt sowohl vom Richter als auch vom Sachverständigen, dass er in den Ausstand tritt, wenn er einer Partei in gleicher Sache Rat erteilt hat (Art. 18 lit. d GVG/GR i.V.m. Art. 190 Abs. 1 ZPO/GR). b) Der Bezirksgerichtsausschuss hat selbst festgehalten, dass der Experte H.E.________ vom Beschwerdegegner in der gleichen Sache in einem früheren Verfahrensstadium mit Analysen und Abklärungen betreffend dessen Einkommensverhältnisse beauftragt worden war. Er hat angenommen, der betreffende Auftrag sei ausschliesslich im Sinne einer "unvoreingenommenen Prüfung" erteilt worden und es gebe nicht das geringste Anzeichen einer Voreingenommenheit von H.E.________, so dass dieser auch als gerichtlicher Sachverständiger amten könne. Diese Auffassung ist verfassungswidrig. Wenn die kantonalen Behörden übergehen, dass H.E.________ bereits im Auftrag des Beschwerdegegners dessen Jahresrechnung einer Vergleichsrechnung unterzogen hat, haben sie in offensichtlich unhaltbarer Weise gegen kantonales Recht verstossen (BGE 125 II 129 E. 5b S. 134), das bereits bei Raterteilung an eine Partei in gleicher Sache die Ausstandspflicht des Sachverständigen begründet. Im Übrigen ändert die Auffassung des Bezirksgerichtsausschusses, H.E.________ habe als Parteigutachter tatsächlich nicht voreingenommen gehandelt, nichts am Umstand, dass dieser in der konkreten Streitsache in anderer Stellung betreffend die gleichen tatsächlichen Umstände - die Einkommensverhältnisse des Beschwerdegegners - mitgewirkt hat und daher als gerichtlicher Experte ausgeschlossen ist (BGE 125 II 541 E. 4a S. 545, 114 Ia 50 E. 3d S. 59, vgl. auch BGE 124 I 34 E. 3d S. 39, je m.H.). Vor diesem Hintergrund stellt der Entscheid des Bezirksgerichtsausschusses, H.E._________ sei als gerichtlicher Experte nicht vorbefasst, einen Verstoss gegen den verfassungsmässigen Anspruch der Beschwerdeführerin auf einen unparteiischen Sachverständigen dar. c) Die staatsrechtliche Beschwerde erweist sich damit als begründet und der angefochtene Entscheid ist aufzuheben. Über die weitere Rüge der Beschwerdeführerin, der Bezirksgerichtsausschuss habe ihren Gehörsanspruch (Art. 29 Abs. 2 BV) verletzt, weil er ihr nicht den Expertenvorschlag des Beschwerdegegners mitgeteilt habe, bedarf es daher keiner Entscheidung.