Citation: U 247/02 12.12.2002 E. 3

3.1 In Anbetracht der medizinischen Akten ist nicht zu beanstanden, dass die La Suisse die Übernahme der Heilbehandlungskosten mit Ausnahme der von Dr. med. H.________ empfohlenen erneuten physiotherapeutischen Massnahmen während vier bis sechs Monaten ab 23. Oktober 2000 eingestellt hat. Für die in der Zwischenzeit erforderlich gewordene psychiatrische Betreuung hat die La Suisse auf Grund des Gesagten nicht aufzukommen. Weil gemäss übereinstimmender ärztlicher Beurteilung seit 1. Januar 1995 keine relevante Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit mehr besteht, kann der Beschwerdeführerin auch kein Taggeld ausgerichtet (Art. 16 Abs. 1 UVG), noch kann ihr eine Invalidenrente zugesprochen werden (Art. 18 Abs. 1 und 2 UVG). 3.2 Mit dem Einspracheentscheid vom 29. August 2001 hat die La Suisse in Abänderung der Verfügung vom 20. Dezember 2000 den Anspruch auf Integritätsentschädigung verneint und den bereits ausgerichteten Betrag zurückgefordert. Die Beschwerdeführerin beantragt demgegenüber die Festsetzung einer Integritätsentschädigung von mindestens 20 %. Diesem Begehren kann nicht entsprochen werden. Während Prof. Dr. med. G.________ einen entschädigungspflichtigen Integritätsschaden auf Grund des Untersuchungsbefundes verneinte, schätzte Dr. med. H.________ diesen auf rund 5 %, wobei ein Drittel auf den unfallfremden Vorzustand zurückzuführen sei, was einen unfallbedingten Schaden von 3 1/3 % ergebe. Die Bemessung des Rückenschadens mit 5 % hält sich im Rahmen der in Tabelle 7 (Integritätsschaden bei Wirbelsäulenaffektionen) enthaltenen Richtwerte der von der SUVA herausgegebenen Richtlinien zur Festsetzung der Integritätsentschädigung, auf welche praxisgemäss abgestellt werden kann (BGE 124 V 32 Erw. 1c mit Hinweis). Sie trägt dem bestehenden Schmerzsyndrom bei praktisch voller Beweglichkeit der HWS angemessen Rechnung. Andere leistungsbegründende Beeinträchtigungen der Integrität bestehen nicht. Die geltend gemachte Wesensveränderung vermag zu keiner höheren Entschädigung zu führen, weil sie nach dem Gesagten nicht unfallkausal ist. Nicht zu beanstanden ist auch der nachträglich vorgenommene Abzug von einem Drittel wegen eines vorbestehenden Morbus Scheuermann. Der Vorzustand ist durch einen nach ärztlicher Beurteilung nicht traumatisch bedingten Befund (Deckplattenimpressionen mit dem Nachweis von Schmorl'schen Knötchen) belegt und es gibt auch bezüglich des kausalen Anteils des Vorzustandes am bestehenden Integritätsschaden keinen Anlass, von dieser Einschätzung abzuweichen. Dass der Morbus Scheuermann vor dem Unfall klinisch nicht manifest war und sich auf die Arbeitsfähigkeit nicht ausgewirkt hat, steht einer Kürzung nicht entgegen, weil Art. 36 Abs. 2 Satz 2 UVG auf Integritätsentschädigungen nicht anwendbar ist (BGE 113 V 59 Erw. 2). Weil der Integritätsschaden den nach Ziff. 1 Anhang 3 zur UVV geltenden Grenzwert von 5 % (zur Gesetzmässigkeit dieser Bestimmung vgl. RKUV 1997 Nr. U 278 S. 207) nicht erreicht, entfällt ein Entschädigungsanspruch. Der Einspracheentscheid vom 29. August 2001 besteht daher auch insoweit zu Recht, als die La Suisse nach Gewährung des rechtlichen Gehörs zur vorgesehenen reformatio in peius (BGE 118 V 182 ff.; vgl. auch BGE 122 V 166 ff.) die Verfügung vom 20. Dezember 2000 zu Ungunsten der Beschwerdeführerin abgeändert und einen Anspruch auf Integritätsentschädigung verneint hat. Nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet die Frage nach einem allfälligen Erlass der Rückerstattung (Art. 52 Abs. 1 Satz 2 UVG), worüber zunächst der Unfallversicherer zu befinden haben wird.