Citation: 8C_173/2009 22.07.2009 E. 5.3

5.3.1 Anhand der medizinischen Aktenlage bestehen gewisse Anhaltspunkte dafür, dass die psychischen Beeinträchtigungen bereits in einem relativ frühen zeitlichen Stadium nach dem Unfallereignis in den Vordergrund des Beschwerdeverlaufs gerückt sind. So stellte der Neurologe Dr. med. N.________, an den die Versicherte durch ihre Hausärztin Frau Dr. med. F.________ überwiesen worden war, anlässlich seiner Untersuchung fachspezifisch normale Befunde fest, erwähnte indes belastungsabhängige Nacken- und Kopfschmerzen sowie den Verdacht auf neuropsychologische Defizite. Die entsprechenden Erhebungen fanden am 18. April 2002, also etwas mehr als neun Monate nach dem Unfallereignis vom 3. Juli 2001, statt. Lic. phil. H.________ ordnete die Beschwerden in seinem Bericht vom 19. Juni 2002 aus neuropsychologischer Sicht einer mittelschweren kognitiven Funktionsschwäche zu und betonte gleichzeitig, dass durch den Unfall bzw. als Folge der dadurch stark veränderten Lebenssituation psychische Probleme aufgetaucht seien, die einer psychotherapeutischen Begleitung bedürften. Der die Beschwerdeführerin betreuende Psychiater Dr. med. L.________ wies in seinem Bericht vom 15. April 2003 im Weiteren auf die schwierige Biographie der Patientin mit Traumatisierungen in der frühen Kindheit bis weit in die Adoleszenz hin; er führte die bestehende Arbeitsunfähigkeit vorwiegend auf das chronische Schmerzsyndrom und die mittelschwere neuropsychologische Funktionsstörung zurück. Dr. med. A.________ sprach bei seiner Begutachtung vom 20. März 2004 von einer durch den Unfall ausgelösten depressiven Entwicklung mit Panikattacken und möglichen vegetativen Begleitsymptomen und Dr. med. G.________ hielt im Rahmen seiner im Juli 2004 und anfangs Januar 2006 durchgeführten psychiatrischen Erhebungen sodann fest, dass die Beschwerdeführerin auf der psychischen Ebene mit neurasthenischen Beschwerden auf den Unfall reagiert habe (Expertise[n] vom 19. Juli 2004 sowie - ergänzend - vom 10. Januar 2006). 5.3.2 Ob vor diesem Hintergrund mit Vorinstanz und Beschwerdegegnerin als erstellt anzusehen ist, dass die - im Übrigen schon vor dem Unfall ansatzweise vorhandene (vgl. Bericht der Frau Dr. med. O.________ vom 23. September 2004) - psychische Problematik gegenüber den HWS-Beschwerden (Schwindelbeschwerden, Kopf- und Nackenschmerzen, Lärm- und Lichtempfindlichkeit, Übelkeit, Vergesslichkeit, Konzentrationsschwierigkeiten) schon kurz nach dem Unfallereignis respektive im gesamten Verlauf eindeutig dominiert hätte (BGE 123 V 98; Urteil 8C_477/2008 vom 19. Dezember 2008 E. 5.3 mit Hinweisen), kann unter Bezugnahme auf die E. 5.4 ff. hiernach jedoch offen bleiben. Dies gilt auch in Bezug auf die Frage, ob es sich dabei um ein nicht (mehr) Teil der - sich durch ein komplexes und vielschichtiges Beschwerdebild mit eng ineinander verwobenen, einer Differenzierung kaum zugänglichen Beschwerden physischer und psychischer Natur kennzeichnenden (BGE 134 V 109 E. 6.2.1 in fine S. 117, E. 7.1 S. 118, E. 9 S. 121 und E. 9.5 in fine S. 126, je mit Hinweisen) - HWS-Verletzung bildendes eigenständiges Krankheitsgeschehen handelt. 5.4 Eine Prüfung der adäquaten Kausalität der Unfallfolgen nach den Grundsätzen der Schleudertrauma-Praxis, welche auch im Falle eines erlittenen Schädel-Hirntraumas Anwendung finden (vgl. E. 4.2 in fine hievor), zeigt das folgende Bild: 5.4.1 Ausgehend vom augenfälligen Geschehensablauf (zur diesbezüglich ausschliesslichen Relevanz bei der Prüfung der Unfallschwere: BGE 134 V 109 E. 10.1 S. 126; Urteile U 2/07 vom 19. November 2007 E. 5.3.1, in: SVR 2008 UV Nr. 8 S. 26, und [des Eidg. Versicherungsgerichts] U 503/05 vom 17. August 2006 E. 2.2, 3.1 und 3.2, in: SZS 2008 S. 183), namentlich in Berücksichtigung des objektiv erfassbaren Unfallhergangs (Urteile [des Eidg. Versicherungsgerichts] U 343/04 vom 10. August 2005 E. 2.2.2 und U 290/02 vom 7. August 2003 E. 4.2-4.4.3, je mit Hinweisen), ist das Ereignis vom 3. Juli 2001 - selbst wenn von einem zusätzlichen Sturz ausgegangen würde - innerhalb der Kategorisierung, wie sie gemäss BGE 134 V 109 E. 10.1 S. 125 zu erfolgen hat, mit dem kantonalen Gericht als mittelschweres Ereignis im Grenzbereich zu den leichten Vorfällen zu qualifizieren. Die Adäquanz des Kausalzusammenhangs liegt demnach vor, wenn die für die Beurteilung massgebenden Kriterien in gehäufter oder auffallender Weise erfüllt sind (BGE 117 V 359 E. 6b S. 368 mit Hinweis). 5.4.2 Es kann weder von besonders dramatischen Begleitumständen noch von einer besonderen Eindrücklichkeit des Unfallereignisses gesprochen werden. Ebenso wenig ist auf Grund der medizinischen Akten eine ärztliche Fehlbehandlung ausgewiesen. Für das Kriterium der Schwere oder besonderen Art der erlittenen Verletzungen bestehen alsdann ebenfalls keine Anzeichen. Was das Merkmal der fortgesetzt spezifischen, belastenden ärztlichen Behandlung betrifft, wurde im angefochtenen Entscheid zutreffend festgestellt, dass nebst hausärztlichen Kontrollen physiotherapeutische Massnahmen sowie in regelmässiger Abfolge durchgeführte Abklärungen im Vordergrund standen. Hinsichtlich der psychotherapeutischen Betreuung befand sich die Versicherte bis zum 11. März 2002 bei Frau Dr. med. O.________ und hernach bei Dr. med. L.________ in Behandlung. Nach einem Unterbruch nahm sie diese im Herbst 2004 wieder auf, erwähnte gegenüber Dr. med. G.________ anlässlich der Begutachtung im Januar 2006 aber, die Therapie bald beenden zu wollen, da sie sie nicht länger benötige. Von einer ununterbrochenen, bis zur Leistungseinstellung konsequent fortgeführten Behandlungsfolge kann in Anbetracht dieser Verhältnisse nicht ausgegangen werden. Im Rahmen einer Gesamtbetrachtung ist namentlich keine erhebliche, sich allein durch die therapeutischen Vorkehren ergebende zusätzliche Mehrbelastung erkennbar. Bezüglich des weiteren Kriteriums des schwierigen Heilungsverlaufs und der erheblichen Komplikationen gilt es schliesslich zu beachten, dass die beiden Teilaspekte nicht kumulativ erfüllt sein müssen (BGE 117 V 359 E. 7b S. 369). Aus der ärztlichen Behandlung und den erheblichen Beschwerden - welche im Rahmen der spezifischen Adäquanzkriterien zu berücksichtigen sind - darf jedoch entgegen der Betrachtungsweise der Beschwerdeführerin nicht bereits auf einen schwierigen Heilungsverlauf und/oder erhebliche Komplikationen geschlossen werden. Es bedarf hiezu besonderer Gründe, welche die Heilung beeinträchtigt haben. Die Einnahme vieler Medikamente und die Durchführung verschiedener Therapien etwa genügen ebenso wenig zur Bejahung dieses Kriteriums wie die Tatsache, dass trotz regelmässiger Therapien weder eine Beschwerdefreiheit noch eine (vollständige) Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit erreicht werden konnten (Urteil 8C_870/2008 vom 24. März 2009 E. 5.2.3 mit Hinweisen). Im Vergleich mit anderen Fällen von HWS-Distorsionstraumen und äquivalenten Verletzungen sind vorliegend keine Anhaltspunkte für bis zum Fallabschluss eingetretene erhebliche Komplikationen ersichtlich; auch kann nicht von einem schwierigen Heilungsverlauf gesprochen werden. Selbst wenn die Kriterien der erheblichen Beschwerden und der erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen (beide gemäss der in E. 3.2 hievor festgehaltenen Begrifflichkeit) mit der Beschwerdeführerin bejaht würden - wenn auch nicht in besonders ausgeprägter Weise -, reichte dies zur Adäquanzbejahung praxisgemäss nicht aus (E. 5.4.1 in fine hievor; Urteil 8C_89/2008 vom 3. Oktober 2008 E. 9 mit Hinweis), weshalb es im Ergebnis in jedem Fall beim vorinstanzlichen Entscheid bleibt. Daran ändert der Umstand, dass die Invalidenversicherung eine Rente auf der Basis eines Invaliditätsgrades von 70 % zugesprochen hat, nichts (zur diesbezüglich fehlenden Bindungswirkung: BGE 133 V 549).