Citation: 8C_34/2009 04.01.2010 E. 5.2

5.2.1 Der Autonomiebereich der Gemeinden im Kanton Zürich wird durch die Kantonsverfassung (Art. 85 KV/ZH [vom 27. Februar 2005]; SR 131.211) und die Gesetzgebung definiert. Art. 47 Abs. 1 KV/ZH bestimmt einzig, dass die Arbeitsverhältnisse des Gemeindepersonals dem öffentlichen Recht unterstehen. Sodann sieht § 72 Abs. 2 des zürcherischen Gesetzes über das Gemeindewesen vom 6. Juni 1926 (Gemeindegesetz; LS 131.1) ausdrücklich vor, dass das kantonale Personalrecht sinngemäss anwendbar ist, soweit die Gemeinden keine eigenen Vorschriften erlassen. Die Regelung des kommunalen Personalrechts fällt somit in die Autonomie der Gemeinden. Die Beschwerdeführerin geniesst bei der Anwendung ihres kommunalen Personalrechts folglich den Schutz der Gemeindeautonomie (BGE 97 I 519 E. 2 S. 522, 524 E. 3 S. 526; 95 I 33 E. 3a S. 37 f.; Urteil 2P.105/2000 vom 20. September 2000 E. 2). 5.2.2 Der sich gestützt auf die Gemeindeautonomie ergebende Ermessensspielraum gilt jedoch nicht unbegrenzt. Vielmehr wird er eingeschränkt durch (andere) bundesverfassungsmässige Prinzipien und Garantien wie etwa den Lohngleichheitsanspruch gemäss Art. 8 Abs. 3 Satz 3 BV. Sämtliche Arbeitgeber - unbesehen davon, ob die in Frage stehenden Arbeitsverhältnisse öffentlich- oder privatrechtlicher Natur sind (vgl. Art. 2 GlG) - unterstehen dem in Art. 3 GlG konkretisierten Lohngleichheitsgebot. Eine Lohndifferenz ist vor diesem Hintergrund rechtlich einzig zulässig, soweit sie der tatsächlichen Differenz in der Wertigkeit der Arbeit entspricht. Im Zentrum steht also die Frage, ob es im Vergleich der geschlechtsspezifisch identifizierten Arbeit mit der gegengeschlechtlich bestimmten oder neutralen Tätigkeit Bewertungsunterschiede gibt, die nicht sachbezogen in der Arbeit selber begründet sind. Eine Verletzung der Gemeindeautonomie liegt einzig vor, wenn anzunehmen ist, dass ein kantonales Gericht ein in der Verfassung verankertes Recht zum Nachteil der Gemeinde unzulässig erweitert hat (BGE 128 I 3 E. 3 S. 9 ff.; Urteile 2P.8/2006 vom 29. August 2006 E. 2.2, 2P.69/2006 vom 5. Juli 2006 E. 2.3, in: AJP 2006 S. 1590, insb. S. 1594, und 2P.77/2001 vom 28. Juni 2001 E. 2a; Markus Dill, Die staatsrechtliche Beschwerde wegen Verletzung der Gemeindeautonomie, Bern 1996, S. 123). Auf Grund der Gemeindeautonomie ergibt sich demnach bei der Festlegung der zulässigen Besoldungsordnung kein zusätzlicher Ermessensspielraum. Hingegen ist die Gemeindeautonomie verletzt, soweit das kantonale Gericht gestützt auf das Gleichstellungsgesetz die Einstufung nicht nur auf geschlechtsbedingte Diskriminierung, sondern generell auf "Richtigkeit" und insofern Angemessenheit hin überprüft.