Citation: U 405/05 19.06.2006 E. 4

4.1 Im vorliegenden Fall stützt sich die Invaliditätsbemessung der SUVA auf fünf DAP-Arbeitsplätze. Dabei handelt es sich um eine Tätigkeit als Veredler in einer Armaturenfabrik (DAP-Nr. 1317), als Mitarbeiter der internen Post in einem Unternehmen der Elektrobranche (DAP-Nr. 5704), als Kontrolleur und Verpacker von Kunststoffteilen in einer Kunststoff-Spritzerei (DAP-Nr. 1123), als Hilfskraft bei der Arbeitsvorbereitung und der Einrichtung sowie Überwachung von Maschinen in einem Industriebetrieb (DAP-Nr. 2290) und als Mitarbeiter in der Spedition (Bereitstellung und Verpackung von Ersatz- und Einzelteilen) in einer Fabrik für Büromöbel (DAP-Nr. 947). Das kantonale Gericht hat erwogen, die genannten Tätigkeiten seien zwar körperlich leicht; bei allen Arbeitsstellen werde aber Beidhändigkeit zumindest als "bedingt notwendig" bezeichnet. Aufgrund der Arbeitsplatzbeschreibungen erscheine der Einsatz beider Hände mit entsprechender feinmotorischer Geschicklichkeit insbesondere bei den Tätigkeiten der DAP-Blätter Nr. 1123 und Nr. 947 erforderlich. Im Hinblick darauf, dass der Versicherte nach der kreisärztlichen Beurteilung lediglich noch manuelle Tätigkeiten ohne Anforderungen an die Geschicklichkeit zu verrichten vermöge, erwiesen sich die beiden Arbeitsplätze im Ergebnis als nicht zumutbar. Mangels einer hinreichenden Zahl zumutbarer Arbeitsplätze könne daher auf den DAP-Lohnvergleich nicht abgestellt werden. Richtig ist, dass der Beschwerdegegner laut Bericht des Kreisarztes Dr. med. W.________ vom 27. Mai 2004 keine Arbeiten auszuführen vermag, die besondere Anforderungen an die Kraft oder Geschicklichkeit der Hände stellen. Leichte manuelle Tätigkeiten im mittelmotorischen Bereich sind ihm jedoch ganztags zumutbar, wobei die linke Hand als eine "etwas differenziertere Hilfshand" eingesetzt werden kann. Diesen Anforderungen genügen die von der SUVA herangezogenen DAP-Arbeitsplätze. Bei sämtlichen der aufgelegten DAP-Blätter wird bei der Umschreibung der körperlichen Anforderungen verneint, dass leichte, feinmotorische Arbeiten oder Tätigkeiten, die eine Handrotation bedingen, zu verrichten sind. Auch wird eine beidhändige Arbeit als lediglich "bedingt notwendig" bezeichnet, was nur in dem Sinne verstanden werden kann, dass eine uneingeschränkte Beidhändigkeit nicht zwingend vorausgesetzt ist. Es spricht nichts dafür, dass die aufgrund spezieller Richtlinien und unter Berücksichtigung international anerkannter Standards (vgl. BGE 129 V 479) erfolgten Angaben zu den körperlichen Anforderungen der fraglichen Tätigkeiten unzutreffend sind. Die vorinstanzliche Beurteilung findet auch in den Arbeitsplatzbeschreibungen keine Stütze. Am Arbeitsplatz Nr. 1123 sind gespritzte Kunststoffteile optisch zu kontrollieren, zu sortieren, zu wägen, in Kartons zu packen und zu palettisieren. Es handelt sich um eine sehr leichte Tätigkeit, welche "ein gutes Auge" erfordert. Es sind nur sehr leichte (bis 5 kg) und selten leichte (5 - 10 kg) Lasten zu heben und zu tragen. Ähnlich verhält es sich beim Arbeitsplatz Nr. 947, wo einerseits bestellte Ersatzteile zu Büromöbeln zusammengestellt, verpackt, adressiert und in die Spedition gebracht und anderseits Einzelteile für den Versand verpackt oder in Palettboxen eingefüllt werden müssen. Dabei sind auch an diesem Arbeitsplatz nur sehr leichte bis leichte Gewichte zu heben und zu tragen. Dass dem Versicherten solche Tätigkeiten zumutbar sind, wird durch die Angaben im Bericht des Kantonsspitals X.________ an die Invalidenversicherung vom 21. April 2003 bestätigt. Danach besteht nach der komplikationslos erfolgten Arthrodese des linken Handgelenks noch eine gewisse Kraftminderung, so dass das Heben und Tragen von Lasten sowie manuelle Schwerarbeit mit der linken Hand nicht mehr möglich sind. Als empfehlenswert wird eine Tätigkeit mit reduzierter Belastung des linken Handgelenks bezeichnet. Daraus ist zu schliessen, dass der Beschwerdegegner die linke Hand für Tätigkeiten, die keine hohen Anforderungen an die Kraft und Motorik stellen, zumindest hilfsweise einzusetzen vermag. Es besteht damit, entgegen der Vorinstanz, auch im Lichte dieses Arztberichtes kein Grund, die von der SUVA für die Invaliditätsbemessung herangezogenen fünf DAP-Arbeitsplätze teilweise oder ganz als unzumutbar zu betrachten. 4.2 Zusammen mit den DAP-Blättern hat die SUVA einen Beleg mit Angaben zur Datenbankabfrage in die Akten gelegt. Daraus geht hervor, dass die Gesamtzahl der den eingegebenen Suchkriterien (Region, behinderungsbedingte Einschränkungen) entsprechenden Arbeitsplätze 30 beträgt und sich das Mittel aus den Durchschnittslöhnen dieser Arbeitsplätze auf Fr. 56'243.- beläuft bei einem Minimallohn (1. Dezil) von Fr. 42'900.- und einem Maximallohn (9. Dezil) von Fr. 77'734.-. Damit genügt der DAP-Lohnvergleich den vom Eidgenössischen Versicherungsgericht für die Überprüfung des Auswahlermessens als notwendig bezeichneten Erfordernissen (vgl. zur Umsetzung dieser Anforderungen: Stefan Dettwiler, SUVA "DAP"t nicht im Dunkeln, in: SZS 50/2006 S. 6 ff., insbes. S. 11). Es ergeben sich daraus keine Hinweise auf eine fehlerhafte Ausübung des Auswahlermessens oder eine mangelnde Repräsentativität der DAP-Angaben. Daran ändert auch die vom Versicherten in der erstinstanzlichen Beschwerde erwähnte erhebliche Differenz zwischen dem Minimal- und dem Maximallohn bei der Gesamtzahl der erfassten Arbeitsplätze nichts. Wesentlich ist, dass die Durchschnittslöhne der ausgewählten fünf DAP-Arbeitsplätze zwischen Fr. 56'550.- und Fr. 62'575.- liegen, was einer üblichen Streuung entspricht. Zudem liegt das Mittel aus dem Durchschnittslohn der fünf Arbeitsplätze von Fr. 60'120.- annähernd in der Mitte zwischen dem Minimal- und dem Maximallohn sämtlicher Arbeitsplätze von Fr. 60'317.-. Dass der Durchschnittslohn aus den ausgewählten fünf Arbeitsplätzen von Fr. 60'120.- einiges über dem Durchschnitt aller Arbeitsplätze von Fr. 56'243.- liegt, lässt sich darauf zurückführen, dass bei der Auswahl der zumutbaren Arbeitsplätze persönliche und berufliche Umstände berücksichtigt wurden. Die SUVA weist in diesem Zusammenhang zu Recht darauf hin, dass der Beschwerdegegner gelernter Elektriker ist, weshalb anzunehmen ist, dass er auch im Rahmen geeigneter leidensangepasster Tätigkeiten eher eine qualifiziertere Arbeit zu verrichten vermag und daher mit einem etwas über dem Durchschnitt liegenden Lohn rechnen kann. Im Übrigen ist der SUVA bei der Auswahl der für die Festsetzung des Invalideneinkommens herangezogenen Arbeitsplätze ein Ermessensspielraum zu gewähren, in welchen nicht ohne triftigen Grund einzugreifen ist. Ein solcher Grund ist hier nicht ersichtlich. Ohne dass es eines Tabellenlohnvergleichs bedarf, ist das von der SUVA mit Fr. 60'120.- ermittelte Invalideneinkommen daher zu bestätigen. Der Einspracheentscheid vom 10. März 2005, mit welchem dem Beschwerdegegner eine Rente aufgrund eines Invaliditätsgrades von 24 % zugesprochen wurde, besteht folglich zu Recht.