Citation: 5P.27/2000 09.03.2000 E. 6

6.- Zwar nicht in der zusammenfassenden Würdigung der verschiedenen Kriterien (E. 3.4 S. 11 f.), wie die Beschwerdeführerin behauptet, sondern im Sinne eines weiteren Momentes hat das Obergericht "entwicklungspsychologische Überlegungen" erörtert, die im Gutachten des KJPD "als wichtiges und offenbar ausschlaggebendes Kriterium für die Zuteilung von C.________ in die Obhut der Klägerin (hier: Beschwerdeführerin) genannt" werde (E. 3.3.6 S. 11). Die Beschwerdeführerin erblickt in dieser Schlussfolgerung eine offensichtlich aktenwidrige Behauptung; das Gutachten führe zahlreiche Gründe an und betrachte den Vorteil der Mutter als zentral, dass sie als leiblicher Elternteil den grösseren Anteil an der Betreuung selbst übernehmen könne. Das Bundesgericht kann sich dazu kurz fassen: Erstens kann aus der Antwort der Gutachterin auf die Frage "Kann die elterliche Obhut aus Ihrer Sicht einem Elternteil zugewiesen werden? Wenn ja, welchem?" nichts abgeleitet werden, weil es sich dabei um die allein vom Massnahmenrichter zu beantwortende Rechtsfrage handelt (vgl. zur Aufgabenteilung: BGE 118 Ia 144 E. 1c S. 146; 125 II 541 E. 5d S. 549); die Gutachterin hat denn auch auf ihre ausführliche Beurteilung im Anschluss an die Ergebnisse der Explorationen verwiesen und das Obergericht darauf abgestellt. Dortselbst hat die Gutachterin - zweitens - die Vor- und Nachteile bei einer Zuteilung an den jeweiligen Elternteil aufgelistet, die das Obergericht in den E. 3.3.1 bis 3.3.6 auf den S. 5 bis 11 einzeln und ausführlich abgehandelt hat, so dass keine Rede sein kann von einer "Schlussfolgerung der Vorinstanz, "als wichtiges und offensichtlich ausschlaggebendes Kriterium für die Zuteilung von C.________ in die Obhut der Klägerin (hier: Beschwerdeführerin)" habe das Gutachten (nur) "entwicklungspsychologische Überlegungen genannt"" (Ziffer 50 S. 25 der Beschwerdeschrift). Eine Aktenwidrigkeit liegt nicht vor.