Citation: 8C_814/2021 E. 4.1

4.1. Der Beschwerdeführer macht im Wesentlichen geltend, die Vorinstanz habe sein Verschulden rein schematisch auf der Grundlage dessen bemessen, wie lange es jeweils gedauert habe, bis der nächste Schritt vollzogen worden sei. Sie habe nicht berücksichtigt, was er initial und über den gesamten Verlauf der Streitsache alles veranlasst und durchgesetzt habe. Die Vorinstanz bestreite nicht, dass er bereits im November 2017, mithin erstmals 2,5 Monate nach Auflösung des Arbeitsverhältnisses, und auch in der Folge Anstrengungen (bis zum Konkursbegehren) unternommen habe, um seine Forderung durchzusetzen. Die Vorinstanz habe es allein für massgebend gehalten, dass er die Arbeitgeberin erst im Juni 2018 betrieben und im März 2019 verklagt habe. Zwischen November 2017 und Juli 2018 seien alle nur erdenklichen Massnahmen ergriffen worden, um den Lohnanspruch durchzusetzen. Es seien Strafanzeigen eingereicht, vorprozessuale Vergleichsgespräche angeboten, Fristen angesetzt, gemahnt und betrieben worden. Er habe bei unklarer Sach- und Rechtslage zunächst eine einvernehmliche Lösung angestrebt, weshalb von einem schuldhaften Verhalten oder gar von einer groben Verletzung der Schadenminderungspflicht keine Rede sein könne.