Citation: 6B_1193/2021 E. A

A.________ wird mit Anklage vom 15. Mai 2020 zusammengefasst vorgeworfen, am 19. Oktober 2019 seine Ehefrau B.________ nach einem verbalen Streit im Wohnzimmer am Unterkiefer und Hals gepackt, sie an den Haaren gerissen, ihr den Kopf nach hinten gezogen und sie auf das Sofa geworfen zu haben. Sodann habe er ihr stehend mit seinem Knie seitlich in die Hüfte / den Bauch gedrückt und sie so auf dem Sofa arretiert. In dieser Position habe er B.________ ein Brotmesser an den Hals gehalten und ihr gesagt, er werde sie nun vernichten. Weil B.________ befürchtete, A.________ werde ihr die Kehle durchschneiden, habe sie versucht sich mit den Armen zu schützen. Dabei sei es zu Schnittverletzungen an den Unterarmen und Fingern gekommen und B.________ habe vom Angriff Kratzspuren des Messers unterhalb des Kinns davongetragen. Schliesslich sei es B.________ gelungen, A.________ mit den Füssen von sich wegzustossen. Nach dem gewaltsamen Übergriff habe A.________ seine Ehefrau im Wissen, dass diese keinen Sex mit ihm haben wollte, da sie zuvor mehrere Male «nein» gesagt hatte, zur Duldung des Beischlafs genötigt. Durch die kurz zuvor durch ihn geäusserten Todesdrohungen und die ihr zugefügten Verletzungen habe sich B.________ aus Angst davor, was eine körperliche Gegenwehr für Konsequenzen haben könnte, lediglich verbal gegen den sexuellen Übergriff zur Wehr gesetzt (Anklageschrift vom 15. Mai 2020 S. 2, Akten Obergericht, act. 29 ff.). Bereits in der Zeit von ca. Juni 2018 bis Oktober 2019 soll es mehrfach zu gewaltsamen Übergriffen seitens A.________ gegen B.________ und seine Kinder gekommen sein. So habe er seinen Sohn einmal, seine älteste Tochter dreimal und seine Ehefrau mehrfach geohrfeigt. Bei vier bis fünf Vorfällen habe er B.________ mit einem Messer bedroht und ihr dabei einmal eine Schnittverletzung an der rechten Handinnenfläche zugefügt. Im Sommer 2018 habe er sie sodann dreimal mit der Faust gegen das Gesicht und den Rücken geschlagen, was zu Blutergüssen geführt und ihr Schmerzen verursacht habe. Ferner habe er seiner Frau seit Oktober 2018 bis zum Vorfall vom 19. Oktober 2019 mehr als zehn Mal gedroht, er werde sie umbringen. Zudem soll es auch in der Zeit von ca. Juni 2018 bis Oktober 2019 zu erzwungenem Geschlechtsverkehr gekommen sein (Anklageschrift vom 15. Mai 2020 S. 2 f., Akten Obergericht, act. 29 ff.).