Citation: 1A.112/2006 19.09.2006 E. 2.4

2.4.1 Zum andern bringt die Beschwerdeführerin vor, das Gutachten über den mutmasslichen Erwerbsausfall, auf welches das Verwaltungsgericht den angefochtenen Entscheid massgeblich abstützte, sei fehlerhaft. Nach Auffassung der Beschwerdeführerin muss von einem höheren Umsatz ihres Floristengeschäfts und von höheren Gewinnmargen ausgegangen werden. Entgegen dem Gutachten, das von einem Jahresumsatz von Fr. 250'000.-- und von einem daraus resultierenden Jahreseinkommen von rund Fr. 33'000.-- ausgehe, müsse der Jahresumsatz auf Fr. 300'000.-- und der entgangene Jahresgewinn auf Fr. 80'000.-- geschätzt werden. Daraus resultiere ein von den Sozialversicherungen nicht gedeckter Schaden von jährlich rund Fr. 30'000.--. Indem das Verwaltungsgericht seinen Entscheid auf ein fehlerhaftes Gutachten abgestützt und keine weiteren Beweiserhebungen vorgenommen habe, habe es Art. 12 Abs. 1 und Art. 16 Abs. 2 OHG in Verbindung mit Art. 104 lit. a und b OG verletzt. 2.4.2 Nach Art. 16 Abs. 2 OHG gilt der Untersuchungsgrundsatz, wonach die Behörde den Sachverhalt von Amtes wegen feststellt. Dies schliesst aber eine Mitwirkungspflicht des Gesuchstellers nicht aus. Wer ein Gesuch stellt, muss diejenigen Tatsachen darlegen, die nur ihm bekannt sind oder von ihm mit wesentlich weniger Aufwand erhoben werden können als von der Behörde. Insbesondere muss das Opfer den anspruchsbegründenden Sachverhalt mit hinreichender Bestimmtheit darlegen und der Behörde diejenigen Angaben liefern, die ihr erlauben, weitere Erkundigungen einzuziehen (BGE 126 II 97 E. 2E S. 102, mit Hinweisen). Daraus folgt, dass die Rechtsmittelinstanz zusätzliche Abklärungen nur vornimmt, wenn aufgrund der Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebender Anhaltspunkte hinreichend Anlass dazu besteht (BGE 110 V 48 E. 4a S. 53). 2.4.3 Die Straftat ereignete sich im Oktober 1995. Der Experte schätzte den Umsatz für das Jahr 1995 auf insgesamt Fr. 250'000.--. Das Verwaltungsgericht erachtete diese Annahme als plausibel, da sie einerseits dem Geschäftsplan der Beschwerdeführerin entspreche und anderseits mit den Angaben der Buchhaltung der Beschwerdeführerin übereinstimme. Diese Ausführungen des Verwaltungsgerichts sind nicht zu beanstanden. Für die folgenden Jahre veranschlagte der Experte den erzielbaren Umsatz des Floristengeschäfts auf konstant Fr. 250'000.--. Das Verwaltungsgericht beurteilte diese Schätzung wiederum als plausibel. Dafür spreche, dass das Floristengeschäft sich im Zeitpunkt der Straftat im Jahr 1995 nicht mehr in einer Aufbauphase befunden habe, die Geschäftslage, die Einkaufsmöglichkeiten und die Konkurrenzsituation gleich geblieben seien, zusätzliches Personal eingestellt worden sei, an das die Beschwerdeführerin die Arbeiten habe delegieren können, und die Beschwerdeführerin ihre Restarbeitsfähigkeit gezielt dort habe einsetzen können, wo ihr persönlicher Einsatz besonders wichtig war. Selbst unter der Annahme, dass die Arbeitskraft der Beschwerdeführerin erhalten geblieben wäre, könnte nach Auffassung des Verwaltungsgerichts aufgrund der gegebenen Umstände nicht mit einer Umsatzsteigerung gerechnet werden. Das Verwaltungsgericht stützte sich bei dieser Einschätzung auch auf die Angaben der Treuhänderin der Beschwerdeführerin, wonach ein über Fr. 250'000.-- hinausgehender Umsatz ohne betriebliche Umstellungen nicht erreichbar gewesen wäre. Die Beschwerdeführerin wendet ein, es hätte ein Vergleich mit den Umsatzzahlen anderer Floristengeschäfte ähnlicher Art, Lage und Grösse vorgenommen werden müssen, woraus ersichtlich geworden wäre, dass mit steigenden Gewinnmargen hätte gerechnet werden müssen. Dieses Argument ist nicht stichhaltig, da eine Umsatzsteigerung wesentlich von der handwerklichen und künstlerischen Gestaltungskraft von Blumen- und Pflanzenschmuck abhängt, was die Beschwerdeführerin selbst einräumt. Höhere Gewinnmargen anderer Blumengeschäfte lassen daher nicht zwangsläufig den Schluss zu, dass auch die Beschwerdeführerin Umsatz und Gewinn ab dem Jahr 1996 hätte steigern können. Jedenfalls ist es nicht offensichtlich falsch, wenn das Verwaltungsgericht von den effektiv ausgewiesenen Geschäftszahlen des Floristengeschäfts im Jahr 1995 ausging und aufgrund der konkreten Gegebenheiten den zu erwartenden Umsatz als gleichbleibend einschätzte. Ebenso wenig ist zu beanstanden, dass es das Verwaltungsgericht entgegen den Behauptungen der Beschwerdeführerin ablehnte, eine Gewinnsteigerung anzunehmen, weil sich das im Jahr 1992 eröffnete Floristengeschäft noch in einer Aufbauphase befunden und sich Daueraufträge abgezeichnet haben sollen. Dem angefochtenen Entscheid ist zu entnehmen, dass es die Beschwerdeführerin trotz Aufforderung zur Mitwirkung unterliess, ihre Behauptungen zu belegen. Dem Verwaltungsgericht war es daher nicht möglich, weitere Beweiserhebungen durchzuführen, weshalb das Gericht die Pflicht zur Sachverhaltsabklärung von Amtes wegen (vgl. E. 2.4.2 hiervor) insoweit nicht verletzte. Auch im Verfahren vor Bundesgericht hat die Beschwerdeführerin keine Belege eingereicht, weshalb ihre Behauptungen über sich abzeichnende Daueraufträge als blosse Spekulationen zu betrachten sind. Nicht nachvollziehbar ist im Übrigen der Einwand der Beschwerdeführerin, der Experte hätte die gestiegenen Kosten für neu eingestelltes Personal einbeziehen müssen. Die Beschwerdeführerin verkennt, dass das Gutachten über den mutmasslichen Geschäftsgewinn, der erzielt worden wäre, wenn die Beschwerdeführerin weiterhin im Blumengeschäft hätte tätig sein können, Aufschluss geben soll. In diesem Fall wäre zusätzliches Personal gerade nicht nötig gewesen. Damit ergibt sich, dass das angefochtene Urteil nicht auf offensichtlich falschen tatsächlichen Annahmen beruht, der Untersuchungsgrundsatz nicht verletzt ist und insoweit auch keine einschlägige Verletzung des Opferhilfegesetzes vorliegt.