Citation: 7B_42/2024 E. 2.8.4

2.8.4. Je nach Konstellation ist es denkbar, dass bereits ein institutionelles Geflecht, wie etwa das Wirken am selben Gericht, allenfalls im Zusammenspiel mit einer gewissen persönlichen Nähe oder beruflichen Verbundenheit, den Anschein erwecken kann, dass ein Richter nicht unvoreingenommen über eine Sache entscheiden kann, in der eine am selben Gericht tätige Kollegin als Partei auftritt. Die Beschwerdeführerin hat aber weder vor der Vorinstanz glaubhaft gemacht, noch zeigt sie vor Bundesgericht auf, dass sie zu einzelnen Richtern der Beschwerdekammer ein Verhältnis pflegen würde, das nicht nur - wenn überhaupt - beruflich-kollegialer Natur wäre, sondern objektiv den Eindruck erwecken würde, diese wären nicht in der Lage, ihre Beschwerde gegen die von der Bundesanwaltschaft verfügte Nicht-Wiederaufnahme des Strafverfahrens zu beurteilen (vgl. Urteil 6B_611/2017 vom 9. März 2018 E. 2.2). Die Beschwerdekammer ist - trotz punktueller einseitiger Aushilfspflicht - eine von der Berufungskammer unabhängige Rechtsmittelinstanz mit eigener Zuständigkeit. In der Sache hat diese, wie die Beschwerdeführerin geltend macht, im Wesentlichen über die Rechtsfrage zu entscheiden, ob der ausserordentliche Staatsanwalt des Bundes rechtmässig eingesetzt worden war und was allfällige Folgen einer nicht gesetzeskonformen Einsetzung wären. Auch die Natur dieses Streitgegenstands erweckt keine Befürchtung, die Beschwerdekammer könnte sich allein aufgrund der institutionellen Nähe zur Beschwerdeführerin sachfremd solidarisieren oder beeinflussen lassen.