Citation: 5A.32/2006 02.11.2006 E. 2

Wer ein Pflegekind zum Zwecke der späteren Adoption aufnimmt, bedarf einer Bewilligung der zuständigen kantonalen Behörde (Art. 316 ZGB). Die Bewilligung darf nur erteilt werden, wenn unter anderem die künftigen Adoptiveltern nach Persönlichkeit, Gesundheit und erzieherischer Eignung sowie nach den Wohnverhältnissen für gute Pflege, Erziehung und Ausbildung des Kindes Gewähr bieten (Art. 11b Abs. 1 lit. a der Verordnung vom 19. Oktober 1977 über die Aufnahme von Kindern zur Pflege und Adoption; PAVO; SR 211.222.338). Können Mängel oder Schwierigkeiten auch in Zusammenarbeit mit dem gesetzlichen Vertreter oder dem Versorger nicht behoben werden und erscheinen andere Massnahmen zur Abhilfe nutzlos, so entzieht die Behörde die Bewilligung und fordert den gesetzlichen Vertreter oder den Versorger auf, das Kind binnen angemessener Frist anderswo unterzubringen (Art. 11 Abs. 1 i.V.m. Art. 11j PAVO). Liegt Gefahr im Verzug, so nimmt die Behörde das Kind unter Anzeige an die Vormundschaftsbehörde sofort weg und bringt es vorläufig anderswo unter (Art. 11 Abs. 3 i.V. mit Art. 11j PAVO).