Citation: 7B_704/2023 E. 4.3

4.3. Die Vorinstanz erkennt auf eine vollendet versuchte Tötung, ohne die Bestimmung über den Rücktritt anzuwenden. Dies steht in Einklang mit Bundesrecht. Dass der Beschwerdeführer vom Privatkläger abgelassen und den Tatort aus eigenen Stücken verlassen hat, begründet keinen Rücktritt. Vielmehr führte er die Tat in vollem Umfang aus (in den Worten von Art. 23 Abs. 1 StGB "zu Ende"), indem er unkontrolliert im Bereich lebenswichtiger Strukturen zustach und es dem Zufall überliess, ob seine Handlung tödlich endete. Dass der tatbestandsmässige Erfolg, d.h. der Tod des Privatklägers, nicht eingetreten ist, ist alleine glücklichen Umständen, nämlich der zufällig günstigen Lage des Stichkanals, zu verdanken. Indessen ist das Ausbleiben des Erfolgs gerade nicht dem Beschwerdeführer zuzuschreiben, was für einen Rücktritt erforderlich wäre. Vielmehr konnte er im Zeitpunkt seines Weggangs nicht abschätzen, ob der Stich gegen den Privatkläger tödliche Folgen haben würde. Mit seinem Weggang unternahm der Beschwerdeführer denn auch nichts, um den potentiellen Eintritt des Todes zu verhindern. Die Feststellungen der Vorinstanz stehen einem Rücktritt entgegen.