Citation: 8C_446/2007 28.12.2007 E. A

Der 1976 geborene Z.________ arbeitete als Farb-Qualitätsprüfer bei der Q.________ AG und war damit bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) obligatorisch für die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen sowie Berufskrankheiten versichert. Am 22. August 1999 erlitt er einen Verkehrsunfall, als er mit seinem Personenwagen bei einer Autobahnausfahrt anhalten musste und ein nachfolgendes Fahrzeug in das Heck seines Wagens stiess. Der am nächsten Tag aufgesuchte Dr. med. M.________, Facharzt für Innere Medizin, diagnostizierte ein Schleudertrauma der Halswirbelsäule (HWS) mit zerebralen Verspannungen und Kopfschmerzen (Bericht vom 16. September 1999). Am 16. September 1999 erlitt Z.________ einen weiteren Unfall, als er im Personenwagen seines Schwagers an einer Postautohaltestelle wartete und ein alkoholisierter Fahrzeuglenker mit seinem Landwirtschaftstraktor in das Heck des stehenden Wagens prallte. Dr. med. M.________ diagnostizierte erneut ein Schleudertrauma der HWS ohne ossäre Läsionen (Bericht vom 19. Oktober 1999). Am 25. Oktober 1999 nahm der Versicherte die bisherige Tätigkeit mit gewissen Restbeschwerden wieder vollumfänglich auf. Anfang Juni 2000 stellte Dr. med. M.________ die Behandlung mit der Feststellung ein, dass mit regelmässiger Physiotherapie eine zunehmende Mobilisation erreicht worden sei und weitere Abklärungen der vorhandenen Kopfschmerzen eine Retrobulbärneuritis ergeben hätten (Bericht vom 5. Juni 2000). Mit unangefochten in Rechtskraft erwachsener Verfügung vom 28. Juli 2000 lehnte die SUVA eine Leistungspflicht für das Augenleiden mangels Unfallkausalität ab. Am 27. Februar 2005 meldete Frau Dr. med. D.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, der SUVA, der zurzeit arbeitslose Versicherte leide an Kopfschmerzen sowie weiteren Beschwerden wie Schlaflosigkeit, Lärmempfindlichkeit, depressive Verstimmung und Kraftlosigkeit im ganzen Körper; es sei eine baldige fachgerechte Behandlung durchzuführen, um eine Dauerinvalidität zu verhindern. Dr. med. S.________, Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabilitation, speziell Rheumaerkrankungen, berichtete am 29. März 2005, der Versicherte leide an einem chronischen zephalen und zervikovertebralen Syndrom sowie einer zunehmenden depressiven Verstimmung; eine neurologische Abklärung im Spital X.________ vom 20. Dezember 2004 sei in Bezug auf Unfallfolgen negativ verlaufen; die Behandlung sei abgeschlossen. Ab 5. bis 9. Januar 2004 war der Versicherte im Spital X.________ hospitalisiert gewesen, wo eine Amblyopie rechts bei Mikrostrabismus, eine leichte Visusminderung links bei asthenopischen Beschwerden und Hyperopie, ein chronischer Spannungskopfschmerz biparietal und temporal links, leichte bis mittelschwere kognitive Störungen sowie eine leichtgradige Depression diagnostiziert wurden. Nach Einholung eines weiteren augenärztlichen Berichts des Spitals X.________ vom 23. März 2005 erliess die SUVA am 15. April 2005 eine Verfügung, mit welcher sie eine Leistungspflicht für die gemeldeten Kopf-, Nacken- und Augenschmerzen mit der Begründung verneinte, ein Zusammenhang mit den Unfällen vom 22. August und 16. September 1999 sei nicht überwiegend wahrscheinlich. Im Einspracheentscheid vom 16. September 2005 stellte sie präzisierend fest, das Augenleiden sei nicht unfallkausal; im Übrigen lägen organisch nicht fassbare Beschwerden vor, welche zum typischen Beschwerdebild nach Schleudertraumata der HWS gehörten und als natürlich kausal zu den Unfallereignissen zu betrachten seien; es fehle indessen an der Adäquanz des Kausalzusammenhangs, weshalb die Verfügung zu bestätigen sei.