Citation: I 115/99 22.02.2000 E. 3

3.- a) Bei der Beurteilung der erwerblichen Auswirkun- gen der gesundheitlichen Beeinträchtigung ging die IV-Stel- le von einem Valideneinkommen von Fr. 44'820.- und einem Invalideneinkommen von Fr. 41'000.- aus und ermittelte so einen Invaliditätsgrad von 9 %. Demgegenüber erhöhte die Vorinstanz das Valideneinkommen, abstellend auf das um die Nominallohnsteigerung der Jahre 1995 und 1996 (1,9 % und 0,7 %; recte: je 1,3 %, vgl. Die Volkswirtschaft 12/99, Anhang, Tabelle B10.2) aufgewertete Einkommen als Spetterin (Fr. 48'555.-), auf Fr. 49'824.- und reduzierte das Inva- lideneinkommen auf Fr. 31'616.-, woraus ein Invaliditäts- grad von 37 % resultierte. b) Während das der Invaliditätsbemessung zu Grunde gelegte, auf der Arbeitgeberauskunft vom 21. Dezember 1994 basierende Valideneinkommen von Fr. 49'824.- im Jahre 1996 zu Recht nicht bestritten wird, ist die Höhe des Invaliden- einkommens, welches nach Auffassung der Beschwerdeführerin auf weniger als Fr. 29'366.- zu reduzieren ist, streitig und zu prüfen. aa) Für die Ermittlung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung so genannte Tabellenlöhne beigezo- gen werden. Dies gilt insbesondere dann, wenn die versi- cherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbs- tätigkeit aufgenommen hat (BGE 124 V 322 Erw. 3b/aa mit Hinweisen; Meyer-Blaser, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, Zürich 1997, S. 209). bb) Mit der Vorinstanz kann vorliegend von Tabelle A 3.3.1 der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) 1994 des Bundesamtes für Statistik ausgegangen werden. Danach verdienten mit einfachen und repetitiven Tätigkeiten be- schäftigte Frauen bei Herstellung und Bearbeitung von Pro- dukten (Kategorie 10) und dem Verkauf von Konsumgütern (Kategorie 27) im Jahre 1994 bei einer wöchentlichen Ar- beitszeit von 40 Stunden ein monatliches Einkommen von Fr. 3'207.- bzw. Fr. 3'188.- (Medianwert). Aufgerechnet auf die durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit von 41,9 Stunden (LSE S. 42) und unter Berücksichtigung der seither eingetretenen Nominallohnerhöhung (1995 und 1996: je 1,3 %; Die Volkswirtschaft 12/99, Anhang, Tabelle B10.2), ergibt sich ein Einkommen von Fr. 41'367.- bzw. Fr. 41'122.- im Jahre 1996. Bei einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit um maximal 20 % resultiert ein Einkommen von mindestens Fr. 32'898.- (0,8 x Fr. 41'122.-). Zu beachten ist jedoch, dass die für die Ermittlung des Invalideneinkommens vorab von Versicherten, welche bis- her schwere körperliche Arbeiten verrichtet haben und wegen ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigung bloss noch leichte Hilfstätigkeiten ausüben können, herangezogenen Tabellen- löhne praxisgemäss gekürzt werden können, um dem Umstand Rechnung zu tragen, dass diese Versicherten in der Regel das durchschnittliche Lohnniveau der entsprechenden gesun- den Hilfsarbeiter nicht erreichen. Dabei ist anhand der gesamten Umstände des konkreten Einzelfalls zu prüfen, ob und in welchem Ausmass das hypothetische Einkommen als Invalider zusätzlich reduziert werden muss (vgl. dazu BGE 124 V 323 Erw. 3b/bb; AHI 1998 S. 177 Erw. 3a; RKUV 1998 Nr. U 304 S. 373). Im vorliegenden Fall erscheint die An- nahme eines um 10 % verminderten Tabellenlohnes als ange- messen, da die Beschwerdeführerin auch in den noch zumut- baren Verweisungstätigkeiten durch ihre gesundheitliche Situation leicht eingeschränkt ist. Nach der Rechtsprechung darf im Weitern, wie die Be- schwerdeführerin zutreffend geltend macht, bei der Invali- ditätsbemessung anhand von Tabellenlöhnen nicht ausser Acht gelassen werden, dass Teilzeitbeschäftigte in der Regel überproportional weniger verdienen als Vollzeitangestellte (AHI 1998 S. 175). Bei einfachen und repetitiven Tätigkei- ten beläuft sich die Lohnbenachteiligung zwischen voll- und teilzeitlicher Beschäftigung gemäss Tabelle 13* der LSE 1994 (S. 30) auf 8 % (Lohn von Fr. 3951.- bei Beschäfti- gungsgrad über 90 % gegenüber Fr. 3633.- bei Beschäfti- gungsgrad zwischen 90 % und mehr als 75 %). Nicht gefolgt werden kann der Beschwerdeführerin dem- gegenüber, soweit sie unter Hinweis auf das tiefere Lohn- niveau von Ausländern gemäss Tabelle 4.4.1 bzw. 4.4.2 der LSE einen weiteren Abzug geltend macht. Denn dass die Be- schwerdeführerin im Land X.________ aufgewachsen ist und erst 1990 in die Schweiz eingereist ist, ändert nichts an ihrer Schweizer Staatsangehörigkeit. Unter Berücksichtigung der überproportionalen Ver- diensteinbusse zufolge Teilzeitarbeit (Abzug von 8 %) und der verminderten Einsetzbarkeit auch für leichte Hilfs- arbeiten (Abzug von 10 %) resultiert ein Invalideneinkommen von mindestens Fr. 26'976.- (0.82 x Fr. 32'898.-). c) Stellt man das so ermittelte Invalideneinkommen dem auf das Jahr 1996 hochgerechneten Valideneinkommen von Fr. 49'824.- gegenüber, ergibt sich ein Invaliditätsgrad von aufgerundet 46 %, welcher Anspruch auf eine Viertels- rente verleiht.