Citation: 4A_243/2009 01.09.2009 E. 5

Für den Fall, dass eine vertragliche Beziehung zwischen den Parteien abgelehnt werden sollte, berief sich die Beschwerdeführerin auf Geschäftsführung ohne Auftrag. Die Beschwerdegegnerin müsse ihr ihren Aufwand in der Baueingabe- und Projektierungsphase gestützt auf Art. 422 Abs. 1 OR entschädigen. Die Vorinstanz stützte die Annahme des Zivilgerichts, dass die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin ausdrücklich keinen Auftrag erteilt habe. Wenn - so die Folgerung der Vorinstanz - die Parteien keine direkten vertraglichen Beziehungen zwischen ihnen gewollt hätten, so lasse sich dieser beidseitige Wille nicht durch das Konstrukt einer Geschäftsführung ohne Auftrag aus der Welt schaffen. Die Beschwerdeführerin hält dem entgegen, von einer ausdrücklichen Nichterteilung des Auftrags könne keine Rede sein. Das von der Beschwerdegegnerin gewählte Konzept habe mit der Ausführung der Baueingabe- und Projektierungsphase durch die Beschwerdeführerin nichts zu tun. Die Arbeiten der Beschwerdeführerin seien im ausschliesslichen Interesse der Beschwerdegegnerin erfolgt und diese habe das Ergebnis der Projektierung als Anhang ihrem Vertrag mit der X.________ Immobilien AG als verbindliche Weisung für den Bau der Anlage beigefügt. Mit diesen Ausführungen erweitert die Beschwerdeführerin den vorinstanzlich festgestellten Sachverhalt, weshalb auf sie nicht abgestellt werden kann. Es liegt auch nicht als allein denkbare Variante auf der Hand, dass die Beschwerdeführerin in der Baueingabe- und Projektierungsphase im ausschliesslichen Interesse der Beschwerdegegnerin tätig wurde, nachdem beabsichtigt war, dass die Investorin (X.________ Immobilien AG) den Generalunternehmervertrag mit der Tochtergesellschaft der Beschwerdeführerin (Y.________ SA) abschliessen sollte. Gestützt auf die verbindliche tatsächliche Feststellung der Vorinstanz (vgl. Art. 105 Abs. 1 BGG), wonach es von allem Anfang an für alle Beteiligten klar gewesen sei, dass zwischen der Beschwerdeführerin und der Beschwerdegegnerin bzw. deren Tochtergesellschaft Y.________ SA keine vertraglichen Beziehungen gewollt waren, ist die Verwerfung einer Geschäftsführung ohne Auftrag bundesrechtlich nicht zu beanstanden. In der Tat kann der übereinstimmende Wille, zwischen den Parteien gerade keine direkten vertraglichen Beziehungen einzugehen, nur bedeuten, dass jegliche Auftragserteilung an die Beschwerdeführerin durch die Beschwerdegegnerin abgelehnt wurde. Dieser Parteiwille kann nicht durch die Annahme einer Geschäftsführung ohne Auftrag unterlaufen werden.