Citation: 1B_462/2022 E. 2.3

2.3. Die Beschwerdeführerin bringt hinsichtlich ihrer Beschwerdelegitimation namentlich vor, die Gutheissung des Ausstandsbegehrens habe zur Folge, dass der grösste Teil der bisher erhobenen Beweismittel nicht verwertbar wäre und sehr viele Beweise erneut erhoben werden müssten. Dies würde zu einer grossen Verzögerung des Verfahrens führen, welches bereits kurz vor der Anklageerhebung stehe. Mithin hätten die Gutheissung des Ausstandsgesuches und der daraus resultierende Beweisverlust weitreichende Konsequenzen. Der angefochtene Entscheid schwäche die Justiz und verhindere eine effektive Strafverfolgung, weshalb sie über ein rechtlich geschütztes Interesse an der Beschwerdeführung verfüge. Zudem werde aus den Ausführungen deutlich, dass sich die Beschwerde nicht nur gegen die Ausstandspflicht des fallführenden Staatsanwalts, sondern letztlich gegen ein Beweisverwertungsverbot richte, welches aus dessen angeblicher Ausstandspflicht resultiere. Damit sei gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ein legitimationsbegründender Aufgabenbereich der Staatsanwaltschaft tangiert. Die Beschwerdeführerin scheint zunächst zu verkennen, dass sich der angefochtene Entscheid gerade nicht zu konkreten Beweisverwertungsverboten äussert, zumal solche bloss eine allfällige indirekte Rechtsfolge des Entscheids darstellen können. Anders war die Situation im von ihr angeführten Urteil des Bundesgerichts 6B_215/2022 vom 25. August 2022, welches einzig ein Beweisverwertungsverbot zum Gegenstand hatte und bei welchem die Frage nach dem Ausstand, aufgrund der konkreten Verfahrenskonstellation, lediglich als Vorfrage zu behandeln war (vgl. Urteil 6B_215/2022 vom 25. August 2022 E. 1.4). Zudem ist darauf hinzuweisen, dass nach der gesetzlichen Konzeption ein (endgültiger) Beweisverlust infolge der Gutheissung eines Ausstandsgesuchs grundsätzlich ausgeschlossen ist (vgl. Art. 60 Abs. 2 StPO). Die Beschwerdeführerin belässt es bei der unsubstanziierten Behauptung, der grösste Teil der bisher erhobenen Beweismittel sei aufgrund des angefochtenen Entscheids nicht verwertbar und müsse daher neu erhoben werden, was von der Beschwerdegegnerin ausdrücklich bestritten wird. Mit diesen pauschalen Ausführungen kommt die Beschwerdeführerin ihrer Obliegenheit, ihr rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung des angefochtenen Entscheids im Einzelfall darzulegen, nicht hinreichend nach (vgl. Art. 42 Abs. 2 BGG; Urteil 1B_526/2020 vom 4. Februar 2021 E. 1 in fine).