Citation: 4A_32/2024 E. 5.3.1

5.3.1. Die Vorinstanz erwog, es bestünden keine ernstzunehmenden Zweifel, dass sich sowohl das Fax-Aktivitätenprotokoll als auch die Postquittung auf das Kündigungsschreiben vom 30. März 2012 bezögen. Eine andere Frage sei, ob die Fax-Übermittlung erfolgreich gewesen sei. Die Beschwerdegegner würden diesbezüglich auf das Aktivitätenprotokoll des Faxgeräts verweisen, während die Beschwerdeführerin den Zeugen E.________ anbiete. Mit Verweis auf die deutsche BGH-Rechtsprechung werde in der Literatur ausgeführt, dass das Sendeergebnis "OK" auf einem Aktivitätenprotokoll den Zugangsbeweis nicht erbringen könne. Die Leitung könne für Millisekunden unterbrochen und damit ein Ausdruck des Faxes beim Empfänger vereitelt werden, ohne dass die automatische Fehlererkennung der Faxgeräte dies feststelle (mit Verweis auf RALPH CHRISTOPH GEMAR, Rechtliche Aspekte moderner Telekommunikation, recht 1996, S. 105 f.). Dem sei entgegenzuhalten - so die Vorinstanz weiter - dass auch das ordentliche Beweismass keine absolute Gewissheit fordere. Bei eingeschriebenen Sendungen bestehe eine widerlegbare Vermutung, dass der Postangestellte den Avis ordnungsgemäss in den Briefkasten des Empfängers gelegt habe (mit Verweis auf das Urteil 2C_713/2015 vom 13. Dezember 2015 E. 3.3). Es spreche nichts dagegen, diese Rechtsprechung auf Situationen zu übertragen, in denen ein Dokument per Fax versandt werde, und das Faxgerät des Absenders die Übertragung mit "OK" quittiere. Dem Empfänger stehe es zwar zu, den Gegenbeweis anzutreten. Die bloss theoretische Möglichkeit eines Leitungsunterbruchs genüge jedoch nicht, zumal das Faxgerät der Beschwerdegegner auch fähig gewesen sei, Übermittlungsfehler festzuhalten und in Bezug auf die streitige Sendung keine solchen Fehler vermerkt wurden. Der Zeuge E.________ habe nichts Relevantes aussagen können, da er sich aufgrund der verstrichenen Zeit (knapp zehn Jahre) an nichts mehr habe erinnern können. Die Behauptung der Beschwerdeführerin, E.________ habe dem Beschwerdegegner 2 telefonisch gesagt, sein Faxgerät funktioniere überhaupt nicht, sei beweislos geblieben. Von den Beschwerdegegnern zugestanden sei nur, dass er gesagt habe, das Faxgerät funktioniere manchmal nicht. Die Behauptung der Beschwerdeführerin sei auch unglaubhaft. Es seien keine Gründe ersichtlich, weshalb E.________ dem Beschwerdegegner 2 seine Faxnummer hätte bekannt geben sollen, wenn dessen Faxgerät überhaupt nicht mehr funktioniert hätte.