Citation: 6B_243/2022 E. 4.3

4.3. Die Vorinstanz setzt sich über mehrere Seiten hinweg mit dem Tätigkeitsverbot auseinander und begründet ihre Überlegungen ausführlich. Sie hält zusammenfassend fest, dass der Beschwerdeführer bereits bei zwei verschiedenen Gesellschaften seine Pflichten als Organ in grober Art und Weise verletzt und den Gesellschaften Schäden in Millionenhöhe verursacht habe, wodurch die Gefahr weiterer Pflichtverletzungen mit entsprechender Gesellschaftsschädigung erheblich sei. Er sei zudem nach wie vor Organ von Gesellschaften, bei denen zumindest die Möglichkeit bestehe, dass erneut Interessenkonflikte auftreten würden und er sich erneut gegen die Interessen der Gesellschaft bzw. der Gläubiger entscheiden könnte. Weiter wolle er gar neue Projekte umsetzen, welche die Gefahr von Pflichtverletzungen nicht ausschliessen würden. Die Uneinsichtigkeit gegenüber den begangenen Pflichtverletzungen lasse die Gefahr erneuter Delikte im Zusammenhang mit der Organtätigkeit als deutlich erhöht erscheinen. Trotz des Zeitablaufs seit den früheren Taten bestehe deshalb nach wie vor die Gefahr, dass der Beschwerdeführer als Organ erneut strafrechtlich relevante Pflichtverletzungen begehe. Das Verbot zukünftiger Organtätigkeiten schränke den 76-jährigen Beschwerdeführer in seiner Wirtschaftsfreiheit nur gering ein. Er könne zwar seine bisherigen Verwaltungsratstätigkeiten nicht mehr ausführen, jedoch sei er bereits pensioniert und erhalte sowohl eine AHV-Rente als auch Pensionskassenrenten und zusätzlich einen Zuschuss aus England, wo er früher gearbeitet habe. Mit seinen aktuellen Organtätigkeiten erziele er gemäss eigenen Aussagen keine Einkünfte, weshalb die wirtschaftliche Beeinträchtigung nicht zum Tragen komme. Ferner sei es dem Beschwerdeführer unbenommen, andere Personen weiterhin zu beraten und zu begleiten oder aber als Angestellter einer Gesellschaft für diese tätig zu sein. Der erheblichen Gefahr weiterer Pflichtverletzungen als Organ einer Gesellschaft mit hohen Schäden für die betroffenen Gesellschaften stehe somit einzig der wenig gewichtige Wunsch des Beschwerdeführers gegenüber, gewisse Projekte noch zu verfolgen und andere Gesellschaften noch geordnet zu übergeben bzw. zu liquidieren, was jedoch auch ohne formelle Organstellung möglich sei. Die Abwägung falle dabei klar zugunsten der Gefahrenabwehr aus, weshalb gegen den Beschwerdeführer ein Tätigkeitsverbot auszusprechen sei (angefochtenes Urteil S. 46 ff.).