Citation: I 739/05 14.06.2006 E. 4

4.1 Weil Dr. med. S.________ im Bericht vom 30. April 2004 eine nach wie vor 50%ige Arbeitsunfähigkeit seit 1. September 1999 als Hausfrau attestiert hatte, verzichtete die IV-Stelle auf ergänzende Abklärungen und wies das Rentenerhöhungsgesuch ab. Aus den nachstehenden Gründen erlauben die medizinischen Unterlagen indessen keine abschliessende Beurteilung der gesundheitlichen Verfassung der Versicherten und deren Auswirkung auf die Haushalttätigkeit im massgebenden Zeitpunkt des Erlasses des Einspracheentscheids vom 20. Oktober 2004 (vgl. BGE 121 V 366 Erw. 1b). Wie sich der Begründung des Dr. med. S.________ im obigen Bericht entnehmen lässt, wurde im April 2004 eine erneute Koronarographie vorgenommen, welche zur Diagnose einer Ausweitung der koronaren Herzkrankheit führte. Der Diabetes mellitus ist laut Angaben des Hausarztes insuffizient eingestellt. Weiter erwähnt er chronische Schulter-Armschmerzen links mehr als rechts, welche täglich auftreten würden. Neurologisch sei ein Carpaltunnelsyndrom (CTS) links nach Operation eines CTS rechts bestätigt worden. Eine Sanierung des CTS links sei für Juni 2004 geplant, wobei die Prognose insgesamt als ungünstig zu betrachten sei. Die Funktionsfähigkeit des linken Armes stand im Rahmen der Haushaltabklärung gemäss Ergänzungsbericht vom 13. März 2000 nicht zur Diskussion. Unklar bleibt auch, ob sich die koronare Herzkrankheit im Laufe der Zeit in erhöhtem Ausmass auf die Haushalttätigkeit auszuwirken vermochte. Im Jahre 2004 sind gesundheitliche Probleme hinzugetreten, welche einer näheren Abklärung durch die IV-Stelle bedurft hätten. Insbesondere lässt sich nicht ausschliessen, dass diese zu einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes geführt haben, zumal der Hausarzt bereits im Bericht vom 8. Juli 1999 von einem sich verschlechternden Gesundheitszustand und einer ungünstigen Prognose ausgegangen war und auch die Ärzte des Spitals X.________ im Bericht vom 26. Mai 2000 angesichts der pathologisch veränderten Koronarien und des schwer einstellbaren Diabetes mellitus Typ 2 langfristig eine reservierte Prognose mit erheblichem Re-Infarkt-Risiko gestellt hatten. Sodann ergibt sich aufgrund der Begründung im Arztbericht vom 30. April 2004 eine Diskrepanz zur attestierten Arbeitsunfähigkeit von unverändert 50 % seit 1. September 1999. Wie Dr. med. S.________ im Schreiben vom 2. Februar 2005 glaubwürdig dartut, ist ihm ein Fehler unterlaufen, indem er den Arbeitsunfähigkeitsgrad unbesehen aus früheren Zeugnissen übernommen hat. Dieser betrage mindestens 70 % für die Tätigkeit im Haushalt. Der weitere Verlauf seit Sommer 2004 sei durch einen erneuten Rückgang der Arbeitsfähigkeit im Haushalt gekennzeichnet. Die Sanierung des Carpaltunnelsyndroms links habe nicht den erwünschten Effekt gebracht. Angesichts der Diskrepanz zwischen den Angaben zur Arbeitsunfähigkeit auf der ersten Seite des Arztberichts vom 30. April 2004 und den dort gemachten weiteren Angaben müsse der Leistungsanspruch neu beurteilt werden. Die Angaben im Schreiben vom 2. Februar 2005 hätten die Vorinstanz veranlassen müssen, ergänzende Abklärungen in die Wege zu leiten, nachdem die IV-Stelle von solchen bisher abgesehen hatte. Im Schreiben vom 10. Oktober 2005 hält Dr. med. S.________ erneut fest, er habe im Arztbericht vom 30. April 2004 eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit ab dem 1. September 1999 aus einem früheren Bericht fehlerhaft übernommen. Die attestierte 100%ige Arbeitsunfähigkeit in den Arbeitszeugnissen vom 27. Mai 2004 und 20. Mai 2005 sei kein Widerspruch zur 70%igen Arbeitsunfähigkeit im Haushalt, da sich die attestierte volle Arbeitsunfähigkeit nicht spezifisch auf den Haushaltbereich, sondern auf sämtliche Tätigkeiten auf dem freien Arbeitsmarkt beziehe. Weil die Formularzeugnisse keinen Raum für eine differenzierte Beurteilung böten, sei darin nur die Arbeitsunfähigkeit bezogen auf alle Tätigkeitsbereiche erwähnt worden. 4.2 Angesichts der festgestellten Unklarheiten bezüglich der verbleibenden Restarbeitsfähigkeit ist die Sache an die IV-Stelle zurückzuweisen, damit sie zur geltend gemachten Verschlechterung des Gesundheitszustandes ergänzende medizinische Abklärungen treffe. Die behandelnden Ärzte sind aufzufordern, anhand der verfügbaren anamnestischen Angaben in der Krankengeschichte den Krankheitsverlauf zu schildern und zur Frage Stellung zu nehmen, wie sich die Arbeits(un)fähigkeit im Haushalt im Jahre 2004 entwickelt hat. In Anbetracht des Todes der Versicherten rechtfertigt es sich, in diese Prüfung die Zeit bis zu ihrem Ableben am 22. November 2005 miteinzubeziehen.