Citation: 5P.57/2005 11.04.2005 E. B

Ende September 2004 gelangte die Mutter von B.________ an die Vormundschaftsbehörde W.________. Im Sinne der von ihr beantragten Kindesschutzmassnahmen wurde B.________ in einem Heim untergebracht. Weil es B.________ dort nicht gefiel und weil sie nach Hause zurückkehren weder wollte noch konnte, mussten andere Unterbringungsmöglichkeiten gesucht werden. Sie riss mehrfach aus dem Heim aus und wurde schliesslich von der Heimleitung aus dem Heim ausgeschlossen. Die Vormundschaftsbehörde W.________ ordnete daraufhin ab 1. Dezember 2004 den fürsorgerischen Freiheitsentzug an und wies B.________ in die Psychiatrische Klinik V.________ ein (Präsidialentscheid vom 30. November 2004). Im Beschwerdeverfahren vor Obergericht des Kantons Aargau wies der Präsident der Kammer für Vormundschaftswesen Anträge auf Erlass superprovisorischer Verfügungen ab, soweit darauf eingetreten werden konnte (Verfügung vom 10. Januar 2005). In der Sache stellte das Obergericht eine Rechtsverzögerung fest (E. 2 S. 11 f.), hob den angefochtenen Präsidialentscheid auf und ordnete die Entlassung von B.________ aus der Klinik an (E. 3a S. 13 und Dispositiv-Ziff. 1). Alle weiteren Anträge - Feststellungs- und Ablehnungsbegehren - wurden abgewiesen, soweit darauf eingetreten werden konnte (E. 3b und 4 S. 13 ff. und Dispositiv-Ziff. 2 und 3). Das Obergericht wies die Vormundschaftsbehörde an, unverzüglich eine geeignete Kindesschutzmassnahme in dem dafür vorgeschriebenen gesetzlichen Verfahren zu erlassen (E. 5 S. 16 f. und Dispositiv-Ziff. 4). Es entsprach teilweise dem Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und setzte die Entschädigung des Anwalts von B.________ auf Fr. 1'750.65 fest (E. 6 S. 17 ff. und Dispositiv-Ziff. 5 und 6 des Entscheids vom 12. Januar 2005).