Citation: 9C_378/2020 E. 5.4.1

5.4.1. Die dargelegte Rechtslage zeigt auf, dass die Beschwerdeführerin 2 während des hängigen ausländerrechtlichen Verfahrens betreffend Widerruf respektive Nichtverlängerung ihrer Aufenthaltsbewilligung über ein prozessuales Aufenthaltsrecht verfügt, durch welches sie ihre mittels der Bewilligung verschafften Rechte weiterhin beibehält. Ferner ergibt sich nach dem hiervor Ausgeführten, dass, sollte es letztendlich beim Widerruf bleiben, dessen Rechtswirkungen sich erst pro futuro verwirklichten. Da die fragliche Fehlerhaftigkeit der ursprünglichen Aufenthaltsbewilligung nicht der Beschwerdeführerin 2 anzulasten ist, sondern in der auf 1. Januar 2019 mit Art. 43 AIG in Kraft getretenen Gesetzesänderung begründet liegt (vgl. E. 5.2 vorne), kann nicht von einer Wirksamkeit des Widerrufs ex tunc ausgegangen werden.