Citation: U 295/06 01.02.2007 E. 6.2

6.2.1 Aus den Akten ergibt sich, dass die Versicherte vor der Geburt ihrer Kinder (geboren 1981 und 1984) an (prä- bzw. perimenstruellen) Migränekopfschmerzen gelitten hatte. Da sie vor dem Unfall während Jahren beschwerdefrei war und sich die Kopfschmerzen erst nach der Auffahrkollision vom 30. Januar 1998 erneut manifestierten, liegt der Schluss nahe, es handle sich um eine unfallbedingte Reaktivierung bei anlagebedingter Prädisposition (vgl. Stellungnahme des Dr. med. A.________ vom 14. September 2004). Für eine allfällige Leistungspflicht der Unfallversicherung ist entscheidend, ob die gesundheitliche Veränderung auch nachhaltig war, das heisst einer sogenannten richtunggebenden Verschlechterung des Vorzustandes gleichkommt, welche über den Zeitpunkt der strittigen Leistungseinstellung hinaus Wirkung entfaltete. 6.2.2 Die erhobenen Befunde (muskuläre Verspannungen im Nackenbereich, welche möglicherweise mit den migräneartigen Kopfschmerzen in Zusammenhang stehen; Aufmerksamkeitsstörungen) sind hinsichtlich ihrer möglichen Entstehungsgründe unspezifisch. Namentlich muskuläre Verspannungen treten in der Bevölkerung häufig auf und sind oft nicht unfallbedingt (vgl. Urteil B. vom 16. Juni 2005, U 264/04, Erw. 3.3 mit Hinweisen, auszugsweise publiziert in HAVE 2005 S. 351). Die Auffahrkollision vom 30. Januar 1998 ist - wie nachfolgend gezeigt wird (Erw. 7.2) und wie die Vorinstanz zutreffend erwog - im mittelschweren Bereich an der Grenze zu den leichten Unfällen einzuordnen. Auch wenn die Ausführungen der Gutachter am ZMB zum natürlichen Kausalzusammenhang nicht ganz schlüssig sind, ist zumindest fraglich, ob die im Zeitpunkt des Einspracheentscheides vom 8. Oktober 2004 (und damit mehr als 6 ½ Jahre nach dem Unfall) weiterhin geltend gemachten Beschwerden (natürlich) kausal auf die Kollision vom 30. Januar 1998 zurückzuführen sind. Wie es sich damit verhält, braucht indessen nicht abschliessend geklärt zu werden, da es - selbst wenn der natürliche Kausalzusammenhang aufgrund zusätzlicher Abklärungen zu bejahen wäre - an der Adäquanz fehlt (Erw. 7.5 hienach).