Citation: 6B_278/2018 E. 2.3

2.3. Das Anklageprinzip ist nach dem Gesagten verletzt, wenn der Beschuldigte für Taten verurteilt wird, bezüglich welcher die Anklageschrift den inhaltlichen Anforderungen nicht genügt, bzw. wenn das Gericht mit seinem Schuldspruch über den angeklagten Sachverhalt hinausgeht (Art. 350 Abs. 1 StPO). Inwiefern dies hier der Fall sein könnte, zeigt der Beschwerdeführer nicht auf. Aus den von ihm zitierten Passagen (vgl. Beschwerde S. 12 f.) der 76-seitigen Anklageschrift geht hervor, dass D.________ den Anlegern mittels gefälschter Kontoauszüge fiktive Gewinne statt der tatsächlichen Handelsverluste auswies. Die "eigentliche Fälschung" der Kontobelege könne dem Beschwerdeführer nicht direkt zugerechnet werden. Diese vom Beschwerdeführer thematisierten Umschreibungen in der Anklageschrift tangieren zum einen nicht die ihm im angefochtenen Entscheid zur Last gelegte Kenntnis der Verluste aus dem Devisenhandel. Es ist grundsätzlich denkbar und der Vorwurf nicht ausgeschlossen, dass die Fälschung der Kontobelege durch D.________ erfolgte und der Beschwerdeführer vom Geschäftsgang Kenntnis hatte. Mithin zeigt der Beschwerdeführer nicht auf, inwiefern die Vorinstanz den angeklagten Sachverhalt insoweit verlässt. Gleiches gilt, soweit die Vorinstanz dem Beschwerdeführer zudem Kenntnisse betreffend die gefälschten Kontoauszüge anlastet. Zwar trifft mit dem Beschwerdeführer zu, dass von der Staatsanwaltschaft zur Anklage gebracht wurde, D.________ habe den Anlegern durch manipulierte Kontoauszüge falsche Tatsachen vorgespiegelt (Anklageschrift S. 18), die eigentlichen Fälschungen seien D.________ zuzurechnen (Anklageschrift S. 29) und D.________ habe vertragswidrig und pflichtwidrig keine wahrheitsgemässen Angaben zu Guthaben und Performance gemacht (Anklageschrift S. 32). Jedoch schliesst die Staatsanwaltschaft damit entsprechende Kenntnisse des Beschwerdeführers nicht aus. Dass sie dies an anderer Stelle tun und damit den in Anklage konkretisierten Vorwurf enger als das vorinstanzliche Beweisergebnis fassen würde, zeigt der Beschwerdeführer nicht auf. Letzteres ist mangels Ausführungen des Beschwerdeführers nicht von Amtes wegen zu prüfen. Gleichwohl kann festgehalten werden, dass die umfangreiche Anklageschrift in einem ersten Teil auf beide Beschuldigte Bezug nimmt. Laut Anklageschrift war die X.1________ AG bereits 2002 überschuldet und wurde ihre Bilanz per Ende 2002 vom Beschwerdeführer und D.________ beschönigt. Diesen wird unter anderem vorgeworfen, dass sie die Anleger nicht über die von Beginn an bestehende Überschuldung aufklärten, die wegen der verlustreichen Entwicklung laufend anwuchs (Anklageschrift S. 5 und 16). Unter dem Titel "Betrügerischer Devisenhandel" und "Deliktsvorwurf" wird beiden Beschuldigten unter anderem vorgeworfen, durch falsche Ausweise Kunden nicht nur davon abgehalten zu haben, ihre Investitionen zurückzuziehen. Vielmehr seien die Anleger dazu verleitet worden, Neuinvestitionen zu tätigen, da ihnen vorgegaukelt worden sei, dass ihre Anlage prosperiere. Die Anleger seien durch das motivierende Verhalten beider Beschuldigten unter anderem dadurch getäuscht worden, dass sie über erlittene Verluste und die laufend wachsende Überschuldung explizit oder durch Zustellung der unwahren monatlichen Kontoauszüge nicht aufgeklärt worden seien. Beide Beschuldigte hätten den Kunden auch mündlich wahrheitswidrig einen positiven Geschäftsverlauf mitgeteilt. Die mündlichen und schriftlichen Angaben beider Beschuldigten seien nicht überprüfbar gewesen (Anklageschrift S. 13, 15, 17 und 19). Inwiefern das vorinstanzliche Beweisergebnis, wonach der Beschwerdeführer von Beginn an Kenntnisse über die Verluste bei der Schäublin Invest AG und die Fälschung der Kontoauszüge hatte, nicht innerhalb des in der Anklage konkretisierten Vorwurfs liegt und das Immutabilitätsprinzip verletzt, zeigt der Beschwerdeführer nicht auf. Gleiches gilt, soweit er rügt, der Verzicht auf Absetzung von D.________ und auf eine Strafanzeige sowie das auch nach der Selbstanzeige weiterhin ungestörte Verhältnis zu D.________ werde in der Anklage nicht umschrieben. Die Anklageschrift bezeichnet möglichst kurz, aber genau die der beschuldigten Person vorgeworfenen Taten mit Beschreibung von Ort, Datum, Zeit, Art und Folgen der Tatausführung (Art. 325 Abs. 1 lit. f StPO). Aus den genannten Umständen schliesst die Vorinstanz auf die Kenntnisse des Beschwerdeführers über die Verluste und die gefälschten Kontoauszüge. Dass sie soweit erkennbar keinen Eingang in die Anklageschrift fanden, ist nicht zu beanstanden.