Citation: I 411/01 28.04.2003 E. 3

3.1 Das kantonale Gericht hat die Bestimmungen über die Vergütung durch die Durchführung medizinischer Massnahmen in Hauspflege entstehender zusätzlicher Kosten (Art. 14 Abs. 1 und Abs. 3 Satz 2 IVG; Art. 4 IVV) zutreffend wiedergegeben. Das Gleiche gilt für die dazu ergangene Rechtsprechung, nach der ein Anspruch auf diese Leistung die Durchführung medizinischer Massnahmen im Sinne des Invalidenversicherungsrechts in Hauspflege voraussetzt und bei Erfüllung dieses Erfordernisses nicht nur die Behandlungspflege, sondern auch die bei Durchführung einer medizinischen Massnahme nötige Grundpflege entschädigt werden kann (BGE 120 V 284 Erw. 3a und b; AHI 2000 S. 24 Erw. 2b). Auf die vorinstanzlichen rechtlichen Erwägungen wird verwiesen. Hinsichtlich der Grundpflege ist beizufügen, dass nach Art. 14 Abs. 3 IVG in Verbindung mit Art. 4 IVV nur derjenige Mehraufwand zu entschädigen ist, der unmittelbar wegen der Durchführung medizinischer Massnahmen entsteht und in diesem Sinne einen direkten Zusammenhang mit der Behandlungspflege aufweist. Es genügt mit andern Worten für eine Kostenübernahme nach diesen Bestimmungen nicht, dass die Kosten der Hauspflege und der im Vergleich zu einer gesunden Person bestehende Mehraufwand allgemein aus der Behinderung resultieren, sondern die Ursache des zusätzlichen Betreuungsaufwandes muss spezifisch in der Durchführung medizinischer Eingliederungsmassnahmen liegen (SVR 1995 IV Nr. 34 S. 91 Erw. 2c; zur Publikation in der Amtlichen Sammlung vorgesehenes Urteil R. vom 18. März 2003, I 241/02, Erw. 2). Dem übrigen, diese Voraussetzung nicht erfüllenden Mehraufwand an Hilfeleistung und persönlicher Überwachung, den ein invalider Minderjähriger im Vergleich zu einem nichtbehinderten Altersgenossen benötigt, ist demgegenüber trotz der Durchführung medizinischer Massnahmen in Hauspflege nicht unter dem Titel der Hauspflege im Sinne von Art. 14 Abs. 3 IVG in Verbindung mit Art. 4 IVV, sondern einzig bei der Bemessung der Hilflosigkeit im Rahmen der Zusprechung von Pflegebeiträgen nach Art. 20 IVG in Verbindung mit Art. 13 IVV Rechnung zu tragen (Urteil M. vom 23. Oktober 2001, I 643/00, Erw. 3a). 3.2 Die Vorbringen des Beschwerdeführers vermögen am vorinstanzlichen Ergebnis, dass die Voraussetzungen für die Übernahme von Betreuungskosten in Hauspflege nicht erfüllt sind, nichts zu ändern. Zwar werden beim Versicherten medizinische Massnahmen im Sinne von Art. 13 IVG durchgeführt. Massgebend ist indessen, ob diese in Hauspflege angeordnet wurden (AHI 2000 S. 23). Darin, dass Dr. med. G.________, Kinder- und Jugendpsychiatrie FMH, am 5. Mai 1999 ausführte, die Erregungszustände entsprächen einem Krankheitsbild, welches stationärer psychiatrischer Behandlung bedürfe, weshalb die Anwesenheit einer zusätzlichen Person zu Hause zur Pflege notwendig sei, kann nicht eine ärztliche Anordnung einer zu Hause durchzuführenden psychiatrischen Behandlung gesehen werden. Dass der normalerweise im Kinderheim Y.________ weilende Beschwerdeführer wegen seines Leidens auch während der Zeiten, zu denen er sich zu Hause aufhält (Schulferien, jedes zweite Wochenende), ständiger Betreuung und Überwachung bedarf, kann nicht dazu führen, eine zu Hause durchzuführende medizinische Massnahme anzunehmen. Bei dieser Betreuung und Überwachung handelt es sich nämlich nicht um eine Behandlung (vgl. Art. 14 Abs. 1 IVG) des Leidens, sondern um die Eindämmung dessen Folgen durch die bestmögliche Verhinderung selbst- und fremdschädigender Handlungen (vgl. Urteil R. vom 26. November 2002, I 348/02, Erw. 2). Ebenso wenig kann die Durchführung einer medizinischen Massnahme in Hauspflege daraus abgeleitet werden, dass der Beschwerdeführer ein stetes Training braucht, um sich in seinem näheren und weiteren Umfeld bewegen zu können. Auch das eher dem heilpädagogischen als dem medizinischen Bereich zuzuordnende, auf die Behinderung zugeschnittene erzieherische Umfeld, welches die Eltern dem Beschwerdeführer mit beachtenswertem Engagement (einschliesslich Ausbildung) bieten, kann nämlich nicht als ärztlich verordnete medizinische Massnahme in Hauspflege qualifiziert werden (nicht veröffentlichtes Urteil S. vom 6. Mai 2002, I 583/01). Sodann kann der Umstand, dass der Versicherte wegen des Geburtsgebrechens des frühkindlichen Autismus nicht in der Lage ist, das asthmabedingte Inhalieren selbst zu bewerkstelligen, nicht dazu führen, Letzteres als Behandlung des Geburtsgebrechens und damit als medizinische Massnahme im Sinne des Invalidenversicherungsrechts zu qualifizieren; denn es geht dabei um die Behandlung eines vom Geburtsgebrechen zu unterscheidenden Gesundheitsschadens. Ferner dient die Einnahme von Medikamenten in Tablettenform zwar der Behandlung des Geburtsgebrechens des frühkindlichen Autismus. Die orale Verabreichung von Medikamenten stellt indessen keine medizinische Massnahme im Sinne des Invalidenversicherungsrechts dar, weil es sich nicht um eine medizinische Heilanwendung handelt, die üblicherweise durch einen Arzt oder eine Ärztin oder eine ausgebildete medizinische Hilfsperson durchgeführt wird, und weil sie keiner besonderen Anleitung von Seiten eines Arztes oder einer Ärztin bedarf (Urteil R. vom 26. November 2002, I 348/02, Erw. 2). Jedenfalls insoweit fehlt es nach der zutreffenden Feststellung der Vorinstanz an einer ärztlichen Anordnung in Hauspflege durchzuführender medizinischer Massnahmen und damit an der Grundvoraussetzung für die Übernahme von Betreuungskosten in Hauspflege. Inwieweit schliesslich allfällige Arztbesuche und Sitzungen mit den für die Betreuung zuständigen Fachpersonen während der Aufenthalte bei den Eltern als medizinische Massnahme in Hauspflege zu qualifizieren sind, kann offen gelassen werden. Ein Anspruch auf eine Vergütung von Hauspflegekosten bestünde auch diesfalls nicht. Der erforderliche Kausalzusammenhang zwischen diesen für sich allein den in Art. 4 Abs. 2 IVV vorgesehenen Mindestbetreuungsaufwand von mehr als zwei Stunden im Tagesdurchschnitt nicht erreichenden Bemühungen auf der einen und dem restlichen Pflege-, Betreuungs- und Überwachungsaufwand auf der andern Seite wäre nämlich zu verneinen, weil Letzterer direkt auf das Geburtsgebrechen und nicht auf die Arztbesuche und Besprechungen zurückzuführen ist. 3.3 Da ein Anspruch auf Entschädigung für Hauspflege schon im Grundsatz zu verneinen ist, kann auch keine Erhöhung der bisherigen Leistung im Sinne eines Wechsels von einem geringen auf einen sehr hohen Betreuungsaufwand stattfinden. Der kantonale Gerichtsentscheid erweist sich somit als rechtens, soweit er die Verwaltungsverfügung vom 18. August 2000 bestätigt.