Citation: 4A_338/2018 E. 3.1

3.1. Gerügt werden insgesamt 26 aktenwidrige Tatsachenfeststellungen, wobei nur 25 davon in der tabellarischen Übersicht zu den einzelnen Rügegründen am Ende der Beschwerde wiedergegeben sind. Betreffend die Annahme des Schiedsgerichts einer nachträglichen Genehmigung bringt die Beschwerdeführerin vor, eine solche Genehmigung lasse sich den Sachverhaltselementen, auf die sich das Schiedsgericht stützte, nicht entnehmen. Weder aus der Sitzung vom 18. Dezember 2013 noch aus dem Beendigungsschreiben vom 20. Dezember 2013 noch aus der Zahlung von USD 8.3 Mio. und der Lieferung von Tickets von der Beschwerdeführerin an B.________ AG bzw. den Zahlungen von C.________ an die Beschwerdegegnerin noch aus der E-Mail von D.________ an E.________ vom 16. April 2014 könne eine Genehmigung im Sinne von Art. 38 OR abgeleitet werden. Ein solcher Schluss sei aktenwidrig. Weitere vom Schiedsgericht nicht berücksichtigte Elemente würden zudem zeigen, dass die Folgerung des Schiedsgerichts zum Weiterbestand einer Kauf-/Wiederverkaufsstruktur hinsichtlich Tickets mit den Akten nicht vereinbar sei. Willkürlich sei die Annahme einer mit der entsprechenden Verpflichtung unter der 2010-Vereinbarung deckungsgleichen Lieferpflicht der Beschwerdeführerin unter gleichzeitiger Feststellung der Aufhebung dieser Vereinbarung per 20. Dezember 2013. Eine entsprechende Lieferpflicht sei insbesondere mit der im Beendigungsschreiben vom 20. Dezember 2013 enthaltenen Verpflichtung nicht vereinbar, wonach nach der Aufhebung der 2010-Vereinbarung keinerlei Ansprüche zwischen den Parteien bestehen sollen. Die Annahme einer Genehmigung durch die Beschwerdeführerin stehe auch in krassem Widerspruch zu dem Agenturvertrag, zu den Äusserungen der Beschwerdegegnerin, wonach sie ihre Rolle als Agentin der B.________ AG nach der Aufhebung der 2010-Vereinbarung bestätigte, sowie zu dem Schreiben der Beschwerdeführerin vom 20. Dezember 2013, mit welchem die Ernennung der Beschwerdegegnerin als Agentin genehmigt worden sei. Aktenwidrig sei zuletzt auch die Nichtberücksichtigung des Umstandes, dass direkte Verträge zwischen der B.________ AG und den von der Beschwerdegegnerin vermittelten Kunden abgeschlossen worden seien, sowie von weiteren Äusserungen der Beschwerdegegnerin, welche die Annahme von Zusicherungen bzw. Garantien widerlegen würden. In Zusammenhang mit der Abgabe von Zusicherungen bzw. Garantien durch ihre Vertreter rügt die Beschwerdeführerin, das Schiedsgericht habe den in Ziffer 6.11 der 2010-Vereinbarung enthaltenen Schriftlichkeitsvorbehalt nicht beachtet, wonach sie vor Einhaltung der Schriftform keine neuen oder anderen Verpflichtungen eingehen wollten ("Additional agreements and modifications to this Agreement must be in writing to be valid "). Aufgrund dieser Klausel sei ein zwischen den Parteien bloss mündlich abgeschlossener Garantievertrag formungültig, was das Schiedsgericht in aktenwidriger Weise nicht berücksichtigt habe. Aktenwidrig sei zudem die Annahme von Zusicherungen bzw. Garantien betreffend die Lieferung von Tickets angesichts des Beendigungsschreibens, des Agenturvertrages, der E-Mail der Beschwerdegegnerin vom 20. Dezember 2013, der zwischen der B.________ AG und den von der Beschwerdegegnerin vermittelten Kunden abgeschlossenen direkten Verträgen sowie von weiteren Äusserungen der Beschwerdegegnerin. Diesbezüglich wiederholt die Beschwerdeführerin weitgehend ihre bereits in Zusammenhang mit der Annahme einer Genehmigung gemachten Ausführungen. Bezüglich der Annahme einer Vertragsverletzung durch das Schiedsgericht macht die Beschwerdeführerin geltend, das Schiedsgericht habe in aktenwidriger Weise angenommen, Gegenstand der angeblichen Zusicherungen sei ein Kaufvertrag und nicht lediglich die Einräumung einer Kaufoption. Das Schiedsgericht habe Sachverhaltselemente, wonach die Beschwerdegegnerin über die 7'700 Hospitality-Pakete hinaus keine Kunden vermittelte und für die von ihr vermittelten Kunden keine weiteren Hospitality-Pakete anforderte, willkürlich nicht berücksichtigt. Eine weitere Rüge betrifft im Wesentlichen erneut die angebliche Ausklammerung der Agenturstruktur durch das Schiedsgericht: Es sei widersprüchlich anzunehmen, dass dieselben Tickets über eine Agenturstruktur und gleichzeitig über eine Wiederverkaufsstruktur verkauft werden; eine solche doppelte Lieferung derselben Tickets sei schlicht unmöglich. Dass keine Lieferpflicht der Beschwerdeführerin nach der Restrukturierung bestehe, werde von den Akten, insbesondere vom Beendigungsschreiben vom 20. Dezember 2013, belegt. In Zusammenhang mit der Feststellung des Schadens rügt die Beschwerdeführerin, das Schiedsgericht habe aktenwidrig nicht auf die der Beschwerdegegnerin als Agentin zustehende Verkaufsprovision von 7% abgestellt. Dabei bringt sie zum wiederholten Male vor, das Schiedsgericht habe in aktenwidriger Weise verkannt, dass die Beschwerdegegnerin nach der Restrukturierung nur noch Agentin der B.________ AG ohne Abschlussbefugnis gewesen sei. Als Agentin habe die Beschwerdegegnerin keinen Anspruch auf die Verkaufspreise, sondern bloss auf eine Provision von 7% der Einnahmen der B.________ AG aus dem Verkauf der Hospitality-Pakete, was sie im Übrigen selber anerkannt habe. Weiter habe das Schiedsgericht im Rahmen der Schadensberechnung nicht auf die Anzahl von 1'050 Tickets abgestellt, d.h. auf die Differenz zwischen den im Beendigungsschreiben vorgesehenen 8'750 Tickets und den gemäss den Verkaufsofferten der B.________ AG an die Kunden zugestellten 7'700 Tickets. Vom Schiedsgericht willkürlich nicht berücksichtigt sei zuletzt der aktenmässig belegte Umstand, dass die Beschwerdegegnerin - trotz ihrer entsprechenden Verpflichtung - keine Kunden akquirierte und folglich ihr keine Einnahmen entgangen seien.