Citation: 8C_600/2019 E. 3.1

3.1. Die Vorinstanz hat unter Verweis auf die Praxis des Bundesgerichts zutreffend wiedergegeben, dass schreckbedingte plötzliche Einflüsse auf die Psyche (sog. Schreckereignisse; zur Definition: BGE 129 V 177 E. 2.1 S. 179 f.; SVR 2019 UV Nr. 19 S. 67, 8C_847/2017 E. 2.2 mit Hinweisen) zwar als Einwirkungen auf den menschlichen Körper im Sinne des Unfallbegriffs (Art. 4 ATSG) anerkannt werden. Nach ständiger Rechtsprechung setzt die Annahme eines Unfalles jedoch voraus, dass es sich um ein aussergewöhnliches Schreckereignis, verbunden mit einem entsprechenden psychischen Schock, handelt; die seelische Einwirkung muss durch einen gewaltsamen, in der unmittelbaren Gegenwart des Versicherten sich abspielenden Vorfall ausgelöst werden und in ihrer überraschenden Heftigkeit geeignet sein, auch bei einem gesunden Menschen durch Störung des seelischen Gleichgewichts typische Angst- und Schreckwirkungen (wie Lähmungen, Herzschlag etc.) hervorzurufen (SVR 2019 UV Nr. 20 S. 71, 8C_609/2018 E. 2.2 mit Hinweisen). Laut angefochtenem Entscheid war die Beschwerdeführerin weder in zeitlicher noch in örtlicher Hinsicht in den unmittelbaren Geschehensablauf (Tötungsversuch an ihrem Sohn) einbezogen. Der gewaltsame Vorgang spielte sich nicht in ihrer Gegenwart ab. Entgegen ihrer Sachverhaltsdarstellung hat sie die angebliche "Beinahe-Tötung ihres Sohnes" nicht selber - in ihrer unmittelbaren Gegenwart - miterlebt. Vielmehr erfuhr sie davon erst im Nachhinein. Unter Verweis auf die einschlägige Rechtsprechung hat das kantonale Gericht bundesrechtskonform erkannt, dass daran nichts ändert, auch wenn es sich bei der Tötung um ein Erfolgsdelikt handelt. Denn als die Versicherte am Tatort eintraf, befand sich ihr Sohn bereits im Spital C.________. Zum einen war der Vorgang der lebensbedrohlich schädigenden Einwirkung auf ihren Sohn im Zeitpunkt der Heimkehr an ihren Wohnort bereits abgeschlossen. Zum andern stand schon ab diesem Zeitpunkt fest, dass der Verletzte in einem der besten Spitäler der Schweiz mit allen notwendigen lebensrettenden Massnahmen versorgt wurde.