Citation: 1C_10/2021 E. A

Die aus Thailand stammende A.A.________ (geb. 1987) heiratete am 12. Januar 2010 in ihrer Heimat den Schweizer Bürger B.A.________ (geb. 1966). Im April 2010 zog sie zu ihm in die Schweiz. Am 24. Juni 2015 ersuchte sie um erleichterte Einbürgerung. Im Rahmen des Einbürgerungsverfahrens unterzeichneten die Ehegatten am 28. Februar 2016 gemeinsam eine Erklärung, der zufolge sie in einer tatsächlichen, ungetrennten sowie stabilen ehelichen Gemeinschaft an derselben Adresse zusammenleben und weder Trennungs- noch Scheidungsabsichten bestehen würden. Am 1. März 2016, in Rechtskraft erwachsen am 17. April 2016, wurde A.A.________ erleichtert eingebürgert. Am 12. August 2016 informierte der Ehemann die Wohngemeinde U.________ telefonisch darüber, dass sich das Ehepaar am 3. August 2016 freiwillig getrennt habe und A.A.________ bereits aus der gemeinsamen Wohnung ausgezogen sei. Mit Schreiben vom 24. August 2016 unterrichtete die Gemeindeschreiberei U.________ das Staatssekretariat für Migration (SEM) über die Trennung und bat um Berücksichtigung der veränderten Lebenssituation. Der Ehemann setzte das SEM am 27. August 2016 ebenfalls über das Getrenntleben in Kenntnis. Am 29. November 2016 reichten die Ehegatten beim Regionalgericht Oberland ein gemeinsames Scheidungsbegehren ein, woraufhin die Ehe am 8. Februar 2017 rechtskräftig geschieden wurde. Die Ehe blieb kinderlos. In der Folge eröffnete das SEM am 12. Juni 2017 ein Verfahren auf Nichtigerklärung der erleichterten Einbürgerung und erklärte diese am 29. März 2019 für nichtig.