Citation: I 490/02 14.03.2003 E. 5

5.1 Wenn auch acht Monate vor Verfügungserlass (vom 23. September 1999) ergangen, nimmt einzig die Einschätzung durch Dr. med. A.________ vom 22. Januar 1999 Stellung zum Gesundheitszustand der Beschwerdegegnerin im vorliegend massgeblichen Prüfungszeitraum (Erw. 3 hievor). Demgegenüber erfolgten die Gutachten der Dres. med. X.________ und Z.________ (vom 14. Juni und 8. November 2001), des Dr. med. L.________ (vom 29. April 2002) und der Frau Dr. phil. Q.________ (vom 13. März 2002) erst erhebliche Zeit später, sodass sie bereits aus diesem Grunde rechtsprechungsgemäss nur insoweit zu berücksichtigen sind, als sie Rückschlüsse auf die tatsächlichen Verhältnisse im massgeblichen Zeitpunkt zulassen (vgl. BGE 99 V 102 mit Hinweisen). 5.2 Die Dres. med. X.________ und Z.________, deren eingehende Expertise grundsätzlich die nach der Judikatur erforderlichen Kriterien an eine beweiskräftige ärztliche Entscheidgrundlage erfüllt (vgl. Erw. 2.2 hievor), bezogen ihre Beurteilung einer 50 %igen Arbeitsunfähigkeit in einer leidensadaptierten Tätigkeit gemäss Ergänzungsbericht vom 8. November 2001 auf die erste Untersuchung der Versicherten in ihrer Klinik vom 27. Juni 2000. Auch wenn sie an gleicher Stelle vermerken, auf Grund der ihnen vorliegenden Akten, der Röntgenbilder, der Angaben der Versicherten sowie ihrer Untersuchungen sei davon auszugehen, dass sich der Zustand der Explorandin in den zwei Jahren vor der Abklärung an der Klinik Y.________ nur wenig verändert und dass somit bereits im Verfügungszeitpunkt (23. September 1999) bzw. im Zeitpunkt der Untersuchung durch Dr. med. A.________ (22. Januar 1999) - aus orthopädischer Sicht - eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % bestanden habe, indiziert dies lediglich eine erhebliche Verschlechterung des Gesundheitszustandes seit der ersten rentenablehnenden Verfügung (vom 5. Februar 1998). Daraus kann aber, wie die Gutachter selber zugestehen, nicht mit Bestimmtheit auf das Ausmass der Verschlechterung der gesundheitlichen Verhältnisse und der damit allenfalls verbundenen Verminderung der Arbeitsfähigkeit in der massgeblichen Zeitspanne geschlossen werden. Gleiches gilt ferner für die Ausführungen durch den Neurologen Dr. med. L.________ sowie die Neuropsychologin Frau Dr. phil. Q.________, nehmen diese doch zum einen weder Bezug auf den relevanten Prüfungszeitraum, noch vergegenwärtigen sie sich in ihrer Aussage, die derzeitige Gesundheitsschädigung bestehe - mit der darauf zurückzuführenden vollumfänglichen Arbeitsunfähigkeit - bereits seit anfangs der Achtzigerjahre, den Umstand, dass die Versicherte erwiesenermassen über Jahre voll berufstätig gewesen ist. Überdies erwähnt Dr. med. L.________ den Bericht des Dr. med. A.________ vom 22. Januar 1999 zwar im Rahmen der Aktenlage, setzt sich indes anschliessend in keiner Weise mit dessen gegensätzlicher Einschätzung der Arbeitsfähigkeit auseinander. Was sodann die, grundsätzlich zeitgerecht erfolgte Beurteilung durch Dr. med. A.________ anbelangt, kann auch darauf nicht unbesehen abgestellt werden. Zum einen waren im Rahmen dieser kreisärztlichen Untersuchung lediglich die unfallkausalen Beschwerden zu prüfen und zum anderen fehlten Dr. med. A.________ als Chirurge die fachärztlichen Spezialkenntnisse, um insbesondere die Auswirkungen der erlittenen Kopfverletzungen in neurologischer und neuropsychologischer Hinsicht - daran vermag die im Bericht enthaltene Formulierung "Neurologische Ausfälle bestehen nicht" nichts zu ändern - beurteilen zu können. 5.3 Nach dem Gesagten ergibt sich, dass die Arbeitsunfähigkeit zum massgeblichen Zeitpunkt anhand der vorliegenden ärztlichen Unterlagen nicht klar festgestellt werden kann. Es drängt sich daher die Einholung eines polydisziplinären Gutachtens auf, welches gestützt auf eigene Untersuchungen sowie die Aktenlage aus orthopädischer, neurologischer, neuropsychologischer und, soweit erforderlich, aus psychiatrischer Sicht Rückschlüsse auf eine allfällige Verschlechterung des Gesundheitszustandes sowie bejahendenfalls auf eine dadurch bedingte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit der Versicherten im vorliegend relevanten Prüfungszeitraum zu ziehen haben wird. Die Sache ist daher an die IV-Stelle zur Veranlassung eines Gutachtens durch die Medizinische Abklärungsstelle (MEDAS) zurückzuweisen. Hernach werden die Erwerbsaussichten der Beschwerdegegnerin erneut zu prüfen sein.