Citation: 8C_254/2023 E. 4.2

4.2. Die Vorinstanz hielt zur funktionellen Zuständigkeit fest, die Voraussetzungen gemäss Art. 17 Abs. 2 GerG und Art. 18 Abs. 2 OrgR seien hier erfüllt, weshalb der Entscheid einzelrichterlich habe gefällt werden können. In seiner letztinstanzlich eingereichten Vernehmlassung führt das kantonale Gericht ergänzend aus, die frühere Verordnung über die Organisation und den Geschäftsgang des Versicherungsgerichts vom 2. Dezember 2010 (aOrgV; sGS 941.114) sei per 1. Juni 2017 durch das OrgR abgelöst worden. Der hier angefochtene Entscheid stütze sich auf Art. 18 OrgR. Gemäss Art. 18 Abs. 2 dieser Norm würden als einfache Fälle insbesondere Streitsachen gelten, die aufgrund einer klaren Rechtslage oder einer feststehenden Gerichtspraxis beurteilt werden könnten. Das Zusatzerfordernis eines unbestrittenen oder eindeutigen Sachverhalts sei in dieser neuen Bestimmung bewusst fallen gelassen worden. Dies schliesse es aus, das Urteil des Bundesgerichts vom 8. September 2015 (9C_585/2014, publiziert in: SZS 2015 EL Nr. 13 S. 37), das auch auf den Umstand hinweise, dass die dortige Streitsache Rechtsfragen von grundsätzliche Bedeutung aufgeworfen habe, als Präjudiz heranzuziehen. Die Frage könne nur sein, ob eine klare Rechtslage oder eine feststehende Gerichtspraxis vorliege. Dies sei hier offensichtlich zu bejahen, denn die bundesgerichtliche Rechtsprechung zur Würdigung von Administrativgutachten sei seit Langem völlig klar, die Rechtslage also eindeutig. Die Beurteilung durch den Einzelrichter sei deshalb zulässig gewesen.