Citation: 2C_917/2019 E. 5.2.1

5.2.1. Es trifft zu, dass ein rechtsmissbräuchliches Verhalten nicht geschützt werden soll. Nur stossendes, zweckwidriges Verhalten erscheint aber rechtsmissbräuchlich und soll über das Rechtsmissbrauchsverbot erfasst werden. Das Rechtsmissbrauchsverbot ist im Anwendungsbereich des Ausländer- und Integrationsgesetzes auf seinen Kernbereich zu beschränken - d.h. auf eigentliche Machenschaften, um die Behörden zu täuschen oder eine Bewilligung zu erschleichen (vgl. BGE 137 I 247 E. 5.1.1 S. 252; Urteile 2C_153/2015 vom 15. März 2016 E. 5.3; 2C_606/2009 vom 17. März 2010 E. 2.4.1). Konkret bedeutet das für den Familiennachzug ausserhalb der ordentlichen Nachzugsfristen, dass ein wichtiger persönlicher Grund nicht bejaht werden kann, wenn dieser in rechtsmissbräuchlicher Absicht herbeigeführt worden ist (vgl. auch Art. 51 Abs. 1 lit. a und Abs. 2 lit. a AIG; BGE 136 II 497 E. 4.2 S. 506; Urteile 2C_1070/2018 vom 3. Februar 2020 E. 3.2; 2C_606/2009 vom 17. März 2010 E. 2.4.1).