Citation: 6B_1508/2021 E. 3.4.2

3.4.2. Der Beschwerdeführer ist ein zum Zeitpunkt des vorinstanzlichen Urteils 46-jähriger und seit sechs Jahren in der Schweiz lebender Staatsangehöriger der Dominikanischen Republik. Mit der Verurteilung wegen des Verbrechens gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. c und d i.V.m. Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG erfüllt er eine Katalogtat nach Art. 66a Abs. 1 lit. o StGB, die zu einer obligatorischen Landesverweisung führt. Die Vorinstanz schliesst nachvollziehbar auf eine nur mässige Verwurzelung des Beschwerdeführers in der Schweiz. Zwar lebt der Beschwerdeführer in geregelten Verhältnissen und nimmt er mit seiner Musik am gesellschaftlichen Leben teil. Hingegen beschränken sich seine sozialen Kontakte hauptsächlich auf seine Kernfamilie und erfolgte in beruflicher sowie wirtschaftlicher Hinsicht keine Integration durch eine regelmässige Erwerbstätigkeit. Zudem spricht er weder gut deutsch noch eine andere Landessprache. In der Schweiz leben seine aktuelle Ehefrau, die beiden gemeinsamen Töchter (im Zeitpunkt des vorinstanzlichen Urteils 5 und 1 Jahre alt), die Familie seiner aktuellen Ehefrau sowie einige seiner Cousinen. Zu letzteren Beiden hat er aber keinen Kontakt. Der Beschwerdeführer lernte seine aktuelle Ehefrau, welche nebst der schweizerischen Staatsbürgerschaft Wurzeln in der Dominikanischen Republik hat, in der Dominikanischen Republik kennen und heiratete sie nach eineinhalb Jahren Partnerschaft im Jahre 2014 auch dort. Sie zogen im Jahre 2015 in die Schweiz. Somit lebt der Beschwerdeführer noch nicht lange hier. Die beiden gemeinsamen Töchter sind im anpassungsfähigen Alter und es ist der Familie angesichts der dominikanischen Wurzeln der Ehefrau zuzumuten, mit dem Beschwerdeführer in die Dominikanische Republik zu gehen sowie ihr Familienleben dort zu pflegen, zumal dies bereits während einiger Zeit so praktiziert wurde. Die Autoimmunerkrankung wie auch die heilpädagogische bzw. logopädische Betreuung der älteren Tochter stehen einem Umzug der Familie in die Dominikanische Republik nicht entgegen. Beiden Anliegen kann auch in der Dominikanischen Republik Rechnung getragen werden, wie dies die Vorinstanz für die Therapie der älteren Tochter zurecht festgehalten hat. Im Übrigen setzt sich der Beschwerdeführer mit der diesbezüglichen Argumentation der Vorinstanz, wie bereits erwähnt, nicht auseinander (Art. 42 Abs. 2 BGG), indem er lediglich darauf hinweist, dass eine allfällige Übersiedlung der Familie einen gerichtsnotorischen Stressfaktor darstelle, der sich gerade bei einer Autoimmunerkrankung negativ auswirke und die ältere Tochter in heil- bzw. logopädischer Hinsicht betreuungsbedürftig sei. Die Folgen einer allfälligen Landesverweisung des Beschwerdeführers für seine in der Schweiz lebenden Kinder im Hinblick auf eine allfällige Rückkehr in die Schweiz sind nicht Gegenstand der vorliegenden Prüfung, zumal diese in einem anpassungsfähigen Alter sind und die Furcht vor allfälligen Sprachdefiziten aufgrund der Deutschkenntnisse der aktuellen Ehefrau unbegründet scheint. Die vorinstanzlichen Erwägungen, wonach dem Beschwerdeführer eine Ausreise in die Dominikanische Republik zumutbar ist, sind überzeugend und geben zu keinen Bemerkungen Anlass. Der Beschwerdeführer verbrachte die meiste Zeit seines Lebens, insbesondere die prägenden Kinder- und Jugendjahre, in seiner Heimat, der Dominikanischen Republik, und ist folglich mit der dortigen Kultur sowie der Sprache vertraut. Zusammenfassend bedeutet die Landesverweisung für den Beschwerdeführer zwar eine gewisse Härte. Diese geht aber nicht über das Mass hinaus, das der Verfassungs- und Gesetzgeber mit der Einführung der obligatorischen Landesverweisung in Kauf nahm oder sogar wollte. Im Ergebnis geht die Vorinstanz zu Recht davon aus, dass die Landesverweisung beim Beschwerdeführer keinen schweren persönlichen Härtefall im Sinne von Art. 66a Abs. 2 StGB bewirkt. Selbst wenn indessen ein persönlicher Härtefall im Sinne von Art. 66a Abs. 2 StGB aufgrund der möglichen Trennung des Beschwerdeführers von seiner Familie zu bejahen wäre, würde die kumulativ erforderliche Interessenabwägung zuungunsten des Beschwerdeführers ausfallen. Dieser beging als Erwachsener ein schweres Drogendelikt aus rein finanziellen Motiven, ohne selber süchtig zu sein. Die Vorinstanz erwägt zu Recht, dass eine qualifizierte Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz aus rein pekuniären Motiven als schwere Straftat gilt, von welcher eine schwerwiegende Gefahr für die öffentliche Ordnung und Sicherheit ausgeht. Alleine aus der Anwesenheit der aktuellen Ehefrau und der beiden gemeinsamen Töchter in der Schweiz lässt sich unter diesen Umständen kein das öffentliche Interesse an der Landesverweisung überwiegendes privates Interesse des Beschwerdeführers am Verbleib in der Schweiz ableiten. Sein privates Interesse ist auch nicht deshalb höher zu gewichten, weil er angeblich zum ersten Mal in seinem Leben in seinen privaten Beziehungen zur Ruhe gekommen ist und er seine subjektive Betroffenheit als besonders empfindet, zumal er gerade in diesem Lebensabschnitt straffällig wurde.