Citation: 1C_208/2016 E. 7.2

7.2. Nach Ansicht der kantonalen Behörden ist eine nachträgliche Regiejagd jedoch auch deshalb unzulässig, weil dafür keine gesetzliche Grundlage bestehe. Insbesondere könne Art. 31 Abs. 2 KJG keine Grundlage für eine Bestandesregulierung bilden. Der Kanton Graubünden besitzt aufgrund von Art. 85 Abs. 1 Ziff. 2 KV/GR und Art. 1 Abs. 1 KJG im Rahmen des Bundesrechts das Jagdregal und das Verfügungsrecht über die wildlebenden Säugetiere und Vögel (Wild). Er übt die Jagd jedoch grundsätzlich nicht in Eigenregie aus, sondern verleiht Privatpersonen das Recht zur Ausübung der Jagd. Er kennt dabei das System der Patentjagd (Art. 3 KJG). Die Einführung dieses Systems hat allerdings nicht zur Folge, dass der Kanton das ihm nach Art. 1 Abs. 1 KJG zustehende Verfügungsrecht verlieren würde. Der Kanton ist vielmehr bereits gestützt auf diese Norm befugt, Regiejagd zu betrieben. Entgegen der vorinstanzlichen Ansicht bedarf er dafür keiner zusätzlichen gesetzlichen Grundlage. Unter diesen Umständen kann offenbleiben, ob sich die Regiejagd zur Bestandesregulierung auch auf Art. 31 Abs. 2 KJG abstützen könnte. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Sonderjagdinitiative kein Verbot der nachträglichen Regiejagd enthält. Sie kann zudem nach dem Ausgeführten auch nicht mit dem Argument für ungültig erklärt werden, es fehle an einer gesetzlichen Grundlage für die Bestandesregulierung durch Wildhüter.