Citation: 4C.150/2004 02.08.2004 E. 5

Die Vorinstanz hat die (volle) Genugtuung auf Fr. 45'000.-- festgesetzt. Die Klägerin hält hingegen dafür, dass eine Genugtuung von Fr. 82'150.-- angemessen sei, da ein Dauerschaden verbleibe, der sie dazu zwinge, auf vieles zu verzichten, das für gesunde Menschen selbstverständlich sei. 5.1 Die Höhe der Genugtuung hängt zunächst von der Schwere der Verletzung ab (BGE 125 III 269 E. 2a). Sie ist nach Ermessen des sachlich zuständigen Gerichts zu bemessen, in welches das Bundesgericht nur eingreift, wenn das Sachgericht grundlos von in Lehre und Rechtsprechung anerkannten Grundsätzen abgewichen ist, wenn es Tatsachen berücksichtigt hat, die für den Entscheid im Einzelfall keine Rolle hätten spielen dürfen, oder wenn es umgekehrt Umstände ausser Betracht gelassen hat, die hätten beachtet werden müssen. Einzugreifen ist nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts ferner, wenn sich ein Ermessensentscheid als offensichtlich unbillig, als in stossender Weise ungerecht erweist (BGE 127 III 351 E. 4a mit Hinweisen). 5.2 Vorliegend hat die Vorinstanz in Berücksichtigung vergleichbarer Fälle erkannt, dass die Genugtuung der Klägerin aufgrund ihrer schwerwiegenden Beeinträchtigung durch die Knieverletzungen bei voller Haftpflicht des Beklagten auf Fr. 45'000.-- zu bemessen wäre. Die Präjudizien, auf welche die Vorinstanz ihren Entscheid gestützt hat, betreffen unter anderem auch Fälle, in denen die Verletzten eine bleibende Invalidität hinzunehmen hatten. Die beurteilten Präjudizien liegen zudem zeitlich nicht weit zurück. Sie können als Bemessungsrahmen für die hier in Betracht fallende Genugtuung durchaus beachtet werden. Bei Berücksichtigung der von der Vorinstanz für die Grössenordnung der zuzusprechenden Genugtuung zutreffend herangezogenen Präjudizien kann nicht als erstellt gelten, dass der Betrag von Fr. 45'000.-- bei voller Haftung des Beklagten unzureichend wäre. Der zugesprochene Betrag hält sich vielmehr durchaus im Rahmen dessen, was für vergleichbare Beeinträchtigungen bundesrechtskonform zugesprochen wurde. 5.3 Die Klägerin legt im Übrigen nicht dar und es ist auch nicht ersichtlich, inwiefern die Vorinstanz Kriterien zu Unrecht herangezogen oder im Gegenteil unbeachtet gelassen hätte, die bundesrechtlich zu berücksichtigen sind. Die Vorinstanz hat mit der Berücksichtigung vergleichbarer Fälle durchaus beachtet, dass die Klägerin einen Dauerschaden erlitten hat, der ihre Lebensqualität im Vergleich zu gesunden Menschen erheblich beeinträchtigt. Sie hat bundesrechtskonform abgelehnt, aus diesem - von der Klägerin allein genannten - Grund die Genugtuungssumme im Verhältnis zu vergleichbaren Fällen zu erhöhen. Da sich die von der Vorinstanz zugesprochene Genugtuungssumme im Rahmen dessen hält, was für vergleichbare Beeinträchtigungen praxisgemäss zugesprochen wurde, ist eine fehlerhafte Ermessensausübung und damit eine Bundesrechtsverletzung zu verneinen.