Citation: 6B_876/2016 E. 4

Der angefochtene Entscheid verletzt kein Bundesrecht. Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin ergibt sich aufgrund der verbindlichen Sachverhaltsfeststellungen der Vorinstanz nicht "zwingend", der Beschwerdegegner habe durch seine Fahrweise einen Unfall mit Schwerverletzten oder Todesopfer billigend in Kauf genommen. Sie verkennt, dass gemäss gefestigter bundesgerichtlicher Rechtsprechung insbesondere bei Unfällen im Strassenverkehr nicht ohne Weiteres aus der (hohen) Wahrscheinlichkeit des Eintritts des tatbestandsmässigen Erfolgs auf dessen Inkaufnahme geschlossen werden kann. Ein Fahrzeuglenker droht - wie vorliegend auch - durch sein gewagtes Fahrverhalten meistens selbst zum Opfer zu werden. Erfahrungsgemäss neigen Fahrzeuglenker dazu, einerseits Gefahren zu unterschätzen und andererseits ihre eigenen Fähigkeiten zu überschätzen, weshalb ihnen häufig das Ausmass des Risikos der Tatbestandsverwirklichung nicht bewusst ist. Einen unbewussten Eventualdolus aber gibt es nicht (vgl. BGE 133 IV 9 E. 4.4 S. 20; Urteil 6B_411/2012 vom 8. April 2013 E. 1.3; je Hinweisen). Dass der Beschwerdegegner sich im physikalischen Grenzbereich befand, wie die Beschwerdeführerin mehrfach betont, ist dem "Driften" immanent und spricht nicht gegen die vorinstanzliche Annahme, der Beschwerdeführer habe in Selbstüberschätzung und Verkennung der aus seinem Fahrmanöver resultierenden Gefahren im Sinne bewusster (und grober) Fahrlässigkeit darauf vertraut, sein Fahrzeug kontrolliert durch die Kurve zu manövrieren. Die bewusste Beurteilung einer Kurve, um die Kurvengeschwindigkeit abschätzen zu können, ist nicht nur erforderlich, wenn der Fahrer durch die Kurve "driften" möchte, sondern auch, wenn er dies gerade nicht will, und stellt vorliegend keinen über die bewusste Verkehrsregelverletzung hinausgehenden Hinweis auf die billigende Inkaufnahme eines Unfalls mit Schwerverletzten oder Todesopfern dar.