Citation: 2C_392/2017 E. 2.5.3

2.5.3. Schliesslich äussern die Beschwerdeführer die Vermutung, die Steuerverwaltung habe mit dem Versandlauf, mit dem der Einspracheentscheid versandt worden sei (der Entscheid dürfte wie üblich im Rahmen eines Massenversands und nicht individuell verschickt worden sein), die bernischen Steuerpflichtigen mittels der Datierung und des Aufdrucks der Rechtsmittelfrist vor einem Ablauf der Rechtsmittelfrist über die Feiertage schützen wollen. Jedoch habe dies leider nur für jene Adressaten geklappt, welche die Verfügungen per normale Post erhalten hätten. Der Sache nach machen die Beschwerdeführer damit eine Verletzung des Gleichheitsgebots geltend: Während bei der grossen Mehrheit der per normale Post zugestellten Einspracheentscheide der Zustellungszeitpunkt nicht nachweisbar sei und deshalb Rechtsmitteleingaben innerhalb der aufgedruckten Rechtsmittelfrist durchgehend als rechtzeitig betrachtet würden, sei auf ihre Beschwerde nur deshalb nicht eingetreten worden, weil Ihnen der Einspracheentscheid eingeschrieben zugestellt worden sei. Die Beschwerdeführer verkennen indes, dass die Steuerbehörde in ihrem Fall für die Zustellung des Einspracheentscheids den Weg der eingeschriebenen Sendung gewählt hat, weshalb sowohl für sie selbst, aber auch für die Beschwerdeführer bzw. deren Vertreter hinsichtlich des Zustellungszeitpunkts keine Zweifel entstehen konnten. Angesichts dessen, dass die Beweissicherung des Zustellungszeitpunkts sowohl mittels "Track & Trace"-Nachverfolgung als auch mittels eines Eingangsstempels für den damaligen Vertreter keine Schwierigkeiten bot, ändert dies an seiner bereits festgestellten prozessualen Unsorgfalt mit Bezug auf die Nichteinhaltung der Rechtsmittelfrist nichts.