Citation: 9C_287/2022 E. 4.2.2

4.2.2. In Bezug auf die Ansprüche ab dem 1. Januar 2021 beschränkte sich die Vorinstanz auf den Hinweis, eine erstmalige Prüfung der Anspruchsvoraussetzungen sei mit Verfügung vom 8. Januar 2021 erfolgt und die bis Ende Juni 2021 geltenden Bestimmungen der Covid-19 Verordnung Erwerbsausfall sähen "keine Anpassung der Entschädigungsberechnung nach erstmaliger Bemessung" vor. Mit diesen Erwägungen lässt das kantonale Gericht ausser Acht, dass die Ausgleichskasse mit Verfügung vom 8. Januar 2021 den Anspruch auf Corona-Erwerbsersatz bis Ende 2020 verneint hatte. Daran hielt sie mit Einspracheentscheid vom 19. Februar 2021 fest, was das kantonale Gericht für rechtmässig erachtete. Der von der Vorinstanz herangezogene Art. 5 Abs. 2ter der Covid-19 Verordnung Erwerbsausfall (in der bis Ende Juni 2021 gültig gewesenen Fassung) sieht indessen lediglich vor, dass die einmal festgesetzte Höhe der Entschädigung nicht auf der Grundlage einer aktuelleren Berechnungsgrundlage neu berechnet werden kann. Mit anderen Worten soll die Möglichkeit der Neuberechnung der Entschädigung für diejenigen ausgeschlossen werden, die bereits Leistungen bezogen haben (so ausdrücklich auch das zur Publikation vorgesehenen Urteil 9C_663/2021 vom 6. November 2022 in E. 11.4: "[...] per chi era già a beneficio di prestazioni [...]"). Selbst wenn aber der vorinstanzlichen Ansicht gefolgt würde, wonach Art. 5 Abs. 2ter der Covid-19 Verordnung Erwerbsausfall auch auf Konstellationen zielen soll, in denen vorgängig ein Anspruch wohl geprüft, in der Folge aber keine Leistungen gesprochen wurden, änderte dies am Ergebnis nichts. So wäre der besagten Norm nach dem in E. 3.2 Dargelegten aufgrund ihrer Verfassungswidrigkeit ohnehin die Anwendung versagt.