Citation: 1B_232/2022 E. 3

Der Beschwerdeführer rügt insbesondere die Verletzung seines Grundrechts auf eine Verteidigung seiner Wahl (Art. 6 Ziff. 3 lit. c EMRK, Art. 32 Abs. 2 BV, Art. 129 Abs. 1 StPO). Er macht unter anderem geltend, er und sein Sohn seien keine Mitbeschuldigten in Bezug auf denselben Sachverhalt und Strafvorwurf. Es gehe hier um komplett verschiedene und zeitlich weit auseinander liegende Sachverhalte und Vorwürfe. Beide Beschuldigten hätten, je in ihren Verfahren, keinerlei Interesse an einer Verurteilung oder Belastung des anderen. Ebenso wenig hänge die Beurteilung der Strafbarkeit des einen von der Frage einer Strafbarkeit des anderen ab. Die Staatsanwaltschaft habe ausdrücklich eingeräumt, dass sie nicht "von einer irgendwie gearteten Beteiligung beider Beschuldigten an der mutmasslichen Straftat und am Strafverfahren des jeweilig anderen" ausgehe. Es liege hier keine unzulässige Doppelvertretung und keine Interessenkollision seiner Wahlverteidigerin vor. Sein Sohn werde sich im Verfahren gegen ihn (den Beschwerdeführer) gar nicht äussern können, selbst wenn er dort "nach Jahren" noch zu einer Befragung vorgeladen würde. Die Erwägung der Vorinstanz, eine mögliche gegenseitige Belastung stelle ein valables prozesstaktisches Vorgehen dar, sei rein theoretischer Natur. Es fehle dafür an konkreten Anhaltspunkten. Hingegen spreche alles für gleichgerichtete strafprozessuale Interessen der beiden Beschuldigten. Eine bloss abstrakte Möglichkeit einer Interessenkollision genüge nicht für den Ausschluss seiner Wahlverteidigerin.