Citation: 6B_491/2023 E. 2.4.2

2.4.2. Aus den schriftlichen Erklärungen der Beschwerdegegner 2 und 3 mittels des zur Verfügung gestellten Formulars ergibt sich bereits aufgrund der unterzeichneten Rubrik "Strafantrag" unmissverständlich, dass sie die Verfolgung und Bestrafung der beschuldigten Person wegen des tätlichen Vorfalls beim Bahnhof U.________ verlangen und sich am Verfahren beteiligen, mithin die Rechte als Strafkläger ausüben wollen, wie die Vorinstanz zutreffend erkennt. Dies stimmt zudem mit ihrer Erklärung, Zivilklage erheben zu wollen, überein. Wie von den Parteien übereinstimmend dargelegt, wird der Straftatbestand des Raufhandels im Formular nicht erwähnt. Dies ist allerdings nicht ausschlaggebend. Für die Beschwerdegegner 2 und 3 als juristische Laien, die zum damaligen Zeitpunkt noch nicht anwaltlich vertreten waren, standen die tätlichen Übergriffe im Vordergrund. Indessen obliegt es gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung den Strafverfolgungsbehörden, den zur Anzeige gebrachten Sachverhalt rechtlich zu qualifizieren und einzuordnen, denn gemäss Art. 30 StGB bestimmt die Willenserklärung des Verletzten den Sachverhalt, für den eine Strafverfolgung stattzufinden habe, und nicht die einzelnen Tatbestände (vgl. BGE 147 IV 199 E. 1.3; 128 IV 81 E. 2a; Urteil 6B_141/2022 vom 10 Oktober 2022 E. 3.2.1). Die Beschwerdegegner 2 und 3 haben sich mithin rechtsgültig und rechtzeitig mittels Strafantragstellung als Privatkläger (Straf- und Zivilklage) hinsichtlich der tätlichen Auseinandersetzung beim Bahnhof U.________ konstituiert.