Citation: 9C_464/2022 E. 4.2

4.2. Die Vorinstanz hat mit Bezug auf den Abklärungsbericht festgestellt, angesichts der Tatsache, dass der Beschwerdeführer keinerlei Reinigungsarbeiten durchführen könne, erscheine der von der Abklärungsperson dafür angerechnete Zeitaufwand von 30 Minuten pro Woche zwar als eher knapp bemessen, für einen Einpersonenhaushalt aber dennoch als ausreichend, um einer schweren Verwahrlosung resp. Heimeinweisung vorzubeugen. Das gelte nicht zuletzt mit Blick darauf, dass der Beschwerdeführer nicht selber koche und damit auch die Küche nicht stark verschmutze. Dass der Beschwerdeführer nicht in der Lage sei, Wäsche zusammenzulegen und in den Schrank zu räumen, führe ohne Dritthilfe nicht zu einer Verwahrlosung oder Heimeinweisung. Der für die Reinigung und Pflege der Wäsche angerechnete Zeitaufwand von 15 Minuten pro Woche erscheine unter dem Gesichtspunkt einer Verwahrlosung als angemessen. Zu einer ausgeglichenen und adäquaten Ernährung gehöre grundsätzlich eine warme Mahlzeit pro Tag. Der Beschwerdeführer sei in der Lage, sich kalte Speisen zuzubereiten. Ausserdem brächten seine Gäste ab und zu Essen mit und würden es dann bei ihm aufwärmen. So gesehen seien die bei den Eltern eingenommenen Mahlzeiten nicht im geltend gemachten Umfang notwendig, um eine schwere Verwahrlosung zu verhindern. Vor diesem Hintergrund sei der für die Ernährung angerechnete Zeitaufwand von lediglich 15 Minuten pro Woche keine klare Fehleinschätzung. Im Bereich Alltagsbewältigung/Administration seien die Gespräche mit der Mutter und dem Bruder des Beschwerdeführers rein informeller Natur. Aufgrund der geschilderten Gesprächsinhalte sei nicht erkennbar, dass sie das Ziel hätten, eine Verwahrlosung oder Heimeinweisung zu verhindern. Der Beschwerdeführer könne alleine Lebensmittel und Kleider einkaufen, er sortiere seine Post selber, er könne die Termine beim Psychiater selbst vereinbaren und zuverlässig wahrnehmen. Die Ursache dafür, dass er Bankangelegenheiten nicht selbst erledigen können soll, scheine weniger in der gesundheitlichen Situation begründet, als vielmehr im Umstand, dass sich die Mutter des Beschwerdeführers schon seit über 20 Jahren darum kümmere. Der von der Abklärungsperson für diesen Bereich berücksichtigte Zeitaufwand von 15 Minuten pro Woche erscheine angemessen.