Citation: 5A_303/2021 E. 5.1

5.1. Das Kantonsgericht sah es wie bereits das Bezirksgericht als erwiesen an, dass die Beschwerdegegnerin bei Abschluss der Scheidungskonvention vom Beschwerdeführer in Verletzung seiner Aufklärungspflichten über verschiedene finanzielle Aspekte getäuscht und dadurch in einen Irrtum versetzt bzw. in einem solchen bestätigt wurde. Damit sei der Revisionsgrund von Art. 328 Abs. 1 Bst. c ZPO gegeben. Dabei verwarf das Kantonsgericht das Vorbringen des Beschwerdeführers, wonach das Revisionsgesuch verspätet gestellt worden sei. Die Beschwerdegegnerin habe am 12. Januar 2018 um Revision des Scheidungsurteils ersucht. Mit Blick auf Art. 329 Abs. 1 ZPO sei daher entscheidend, ob sie unter Berücksichtigung des Fristenstillstands von Art. 145 Abs. 1 Bst. c ZPO vor dem 28. September 2017 von den behaupteten Revisionsgründen Kenntnis erlangt habe. Dies sei nicht der Fall. Unbehelflich sei der Hinweis auf den Grundsatz der Rechtssicherheit: Diesem Anliegen habe der Gesetzgeber mit den Fristen von Art. 329 ZPO Rechnung getragen. Hieran seien die Gerichte gebunden. Nicht erkennbar sei weiter, weshalb ein durch Täuschung erlangter Vergleich gegenüber einem anderen beliebigen Vertrag nur unter erschwerten Bedingungen sollte aufgehoben werden können. Ohnehin vermöchten durch Täuschung erlangte Zusicherungen keine berechtigten Erwartungen zu begründen.