Citation: 6S.471/2002 26.05.2003 E. A

Am 30. September 1997 um 16.35 Uhr fuhr X.________ mit seinem Personenwagen des Typs Range Rover auf der A.________strasse in C.________ talwärts. Etwas oberhalb der rechtsseitigen Einmündung zum B.________rain standen der fünfjährige Y.________ und seine Begleiterin, die knapp achtzehnjährige Z.________, bei der Einmündung einer privaten Zufahrtsstrasse am linken Fahrbahnrand. Die beiden Fussgänger, welche sich zuvor aus der Zufahrtsstrasse genähert hatten, beabsichtigten die A.________strasse an dieser Stelle zu überqueren, weil sie auf der anderen Strassenseite in den B.________rain einbiegen wollten und weil auf der linken Strassenseite kein Trottoir vorhanden war. Sie warteten einen bergwärts fahrenden Personenwagen ab. Nachdem dieser passiert hatte, sprang Y.________, der links neben seiner Begleiterin gestanden und sich an einer von dieser mitgeführten Tasche gehalten hatte, plötzlich auf die Strasse. In diesem Moment näherte sich von rechts X.________ mit einer Geschwindigkeit von 30 bis 40 km/h. Es kam zu einer Kollision zwischen X.________s Personenwagen und Y.________. Das Kind wurde von der Frontpartie des Wagens am Kopf getroffen und auf die Strasse geschleudert. Es verstarb in der Folge an seinen schweren Kopfverletzungen. X.________ hatte Bremsbereitschaft erstellt, als er die beiden Fussgänger wahrnahm. Im Moment, als Y.________ zu rennen begann, konnte er die Kollision nicht mehr verhindern. Die Sichtweite der Fussgänger bergwärts, woher sich X.________ genähert hatte, betrug ungefähr 85 Meter. X.________ war der Auffassung, mit der Begleiterin von Y.________ Blickkontakt aufgenommen zu haben, was diese aus ihrer Sicht nicht bestätigen konnte. X.________ hatte seine Aufmerksamkeit auf Z.________ gerichtet, nicht aber auf Y.________. Da das verunfallte Kind auf der linken Seite seiner Begleiterin gestanden hatte, konnte X.________ nicht feststellen, ob diese das Kind an der Hand hielt; er war jedoch davon ausgegangen, dass dies der Fall sei.