Citation: I 202/01 09.07.2002 E. 2

2.- a) Mit der erfolgreichen Absolvierung der Anlehre als Pferdewartin hat die Versicherte die erstmalige berufliche Ausbildung abgeschlossen (Art. 5 Abs. 1 IVV). Im Streite liegt der Anspruch auf Ersatz der Kosten für die berufliche Weiterausbildung zur gelernten Pferdepflegerin. Hierbei handelt es sich unbestrittenermassen um eine Vervollkommnung und Weiterentwicklung der Fähigkeiten auf dem eingeschlagenen beruflichen Gebiet. Auch die invaliditätsmässigen Voraussetzungen gemäss Art. 8 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 16 Abs. 2 lit. c IVG sind gegeben. Es ist mit dieser Vorkehr eine ganz erhebliche einkommensmässige Besserstellung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu erwarten, was umso wichtiger ist, als es sich bei der Beschwerdegegnerin um eine noch junge Versicherte mit langer verbleibender Aktivitätsdauer handelt (Art. 8 Abs. 1 zweiter Satz IVG). Streitig ist, ob der von der Versicherten gewählte Weg zur Erlangung des Pferdepfleger-Abschlusses eine Ausbildung im Sinne von Art. 16 Abs. 2 lit. c IVG darstellt. b) aa) Gemäss Art. 41 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Berufsbildung vom 19. April 1978 (BBG; SR 412. 10) werden mündige Personen, die den Beruf nicht nach diesem Gesetz erlernt haben, zur Lehrabschlussprüfung zugelassen, wenn sie mindestens anderthalbmal so lang im Beruf gearbeitet haben, als die vorgesehene Lehrzeit beträgt. Sie müssen sich ausserdem darüber ausweisen, dass sie den beruflichen Unterricht besucht oder die Berufskenntnisse auf andere Weise erworben haben. Eine entsprechende Regelung enthält Art. 128 Abs. 2 des Landwirtschaftsgesetzes vom 29. April 1998 (LwG; SR 910. 1). Im Weiteren hält das Reglement des Schweizerischen Verbandes für Berufsreiter und Reitschulbesitzer (SBVR) über die Berufslehre und die Lehrlingsprüfung für Pferdepfleger, Bereiter und Rennreiter vom 1. April 1988 (nachfolgend: Reglement) in Art. 19 Abs. 1 lit. c fest, dass zur Lehrlingsprüfung zugelassen wird, wer mindestens 4 1/2 Jahre als Pferdepfleger, Bereiter oder Rennreiter gearbeitet, die Berufsschule besucht oder die notwendigen Berufskenntnisse auf eine andere Weise erworben hat. bb) Die Versicherte strebt die Ausbildung zur Pferdepflegerin im Sinne dieser Bestimmungen an. Die IV-Stelle und das BSV machen geltend, falls die Versicherte eine Berufslehre als Pferdepflegerin absolvieren würde, könnten die während dieser Ausbildung allfällig entstehenden Mehrkosten von der Invalidenversicherung übernommen werden. Die praktische berufliche Tätigkeit gemäss Art. 19 Abs. 1 lit. c des Reglements sei jedoch keine berufliche Ausbildung im Sinne von Art. 16 IVG, sondern eine normale Arbeitsstelle, bei der die Beschwerdegegnerin die erforderliche Berufserfahrung sammle. Einzig der eigentliche berufskundliche Unterricht für die Vorbereitung auf die Lehrabschlussprüfung könnte als berufliche Ausbildung qualifiziert werden. Dieser Argumentation kann nicht gefolgt werden. Die Möglichkeit, im Rahmen der dargelegten gesetzlichen Bestimmungen und des Reglements einen Lehrabschluss auch ohne Besuch der Berufsschule zu erreichen, ist als Ausbildung im Sinne von Art. 16 IVG zu qualifizieren, ohne dass zwischen der Berufstätigkeit und dem Schulbesuch zu differenzieren ist. Indes darf diese individualisierte Ausbildung zur Pferdepflegerin, welche im Reithof R.________ möglich ist und von der IV-Stelle in einem anderen Fall unbestrittenermassen auch schon übernommen wurde, zeitlich nicht unbeschränkt dauern, soweit sie von der Invalidenversicherung bezahlt sein soll (Ausschluss des Bestmöglichen, vgl. BGE 124 V 110 Erw. 2a mit Hinweisen). Als angemessen erscheint eine Beschränkung auf drei Jahre ab Aufnahme der entsprechenden Ausbildungsschritte. Sofern sich im Laufe dieser Ausbildungszeit die Verhältnisse ändern sollten (indem sich beispielsweise zeigt, dass kein Lernerfolg eintritt oder das gestellte Berufsziel doch zu hoch gesteckt ist), hat es die Verwaltung in der Hand, die Leistungszusprechung in analoger Anwendung des Art. 41 IVG in Revision zu ziehen (unveröffentlichtes Urteil R. vom 16. November 1994, I 249/94). Aus dem Gesagten folgt, dass auch im Rahmen dieses Ausbildungsweges grundsätzlich ein Anspruch auf Ersatz der invaliditätsbedingten Mehrkosten besteht. c) Im Weiteren hat die Vorinstanz zutreffend erwogen, dass psychiatrisch abzuklären bleibt, ob die Versicherte im massgebenden Zeitpunkt des Verfügungserlasses (16. Februar 2000; BGE 116 V 248 Erw. 1a) aus gesundheitlichen Gründen weiterhin einen geschützten Rahmen für die weitere Ausbildung braucht. Denn die letzten Berichte datieren vom 7. November 1998 (Z.________, Psychotherapeut ASPV Supervisor BSO) bzw. vom 28. Oktober 1998 (Dr. med. Y.________, FMH Allgmeine Medizin) und sind damit nicht aktuell, zumal Z.________ eine positive Veränderung in der psychischen Befindlichkeit konstatierte und die Fortsetzung der Behandlung im Rahmen von 1 bis 1 1/2 Jahren bzw. mindestens bis zur Beendigung der Anlehre verlangte.