Citation: I 157/02 25.11.2002 E. 3

Die IV-Stelle ging davon aus, die Versicherte würde ohne Gesundheitsschaden bei einem Haushaltsanteil von 75 % mit einem Pensum von 25 % teilerwerbstätig sein. Die Vorinstanz schloss sich dieser Auffassung bereits im Rückweisungsentscheid vom 8. März 2000 an. Demgegenüber macht die Beschwerdeführerin geltend, ohne Invalidität würde sie mit einem Pensum von mindestens 80 % einer ausserhäuslichen Erwerbstätigkeit nachgehen, während sie seit Einreise in die Schweiz (1979) bis zur Geburt des ersten Kindes (1981) zu 100 % erwerbstätig gewesen sei. 3.1 Ob eine Änderung der bisherigen Aufgabenteilung von einer Ehefrau im Gesundheitsfall vollzogen worden wäre, ist auch unter eherechtlichen Gesichtspunkten auf Grund einer Gesamtwürdigung der persönlichen, beruflichen, sozialen und ökonomischen Umstände des konkreten Falles zu beurteilen, wobei keinem dieser Kriterien zum Vornherein vorrangige Bedeutung zukommt (BGE 117 V 197 Erw. 4b). 3.2 Das kantonale Gericht stellte auf Angaben des Ehemannes anlässlich der Haushaltsabklärung vom 10. Oktober 1996 gemäss Bericht vom 23. Dezember 1996 ab, wonach die Versicherte ohne Behinderung abends von ca. 17.00 Uhr bis 19.00 Uhr Büroreinigungsarbeiten ausführen würde, und berücksichtigte gleichzeitig, dass die Beschwerdeführerin selber zehn bis zwölf Stunden pro Woche nannte, während welchen sie ohne Behinderung einer Erwerbstätigkeit nachgehen würde, da sie ab 1995 ihre damals elf und dreizehn Jahre alten Söhne problemlos hätte für zwei bis drei Stunden pro Tag unbeaufsichtigt lassen können. Aus diesen Gründen folgte die Vorinstanz der Verwaltung und schloss ebenfalls auf eine 25%-ige hypothetische Erwerbstätigkeit. 3.3 In einer ersten Befragung durch eine Mitarbeiterin der IV-Stelle beantwortete die Versicherte im Beisein ihres damaligen Rechtsvertreters, der gleichzeitig die Übersetzungsfunktion wahrnahm, die Frage nach dem Anteil der Erwerbstätigkeit am 20. September 1995 dahingehend, dass sie ohne Behinderung voll erwerbstätig sein würde. Trotz offensichtlich erheblicher sprachlicher Verständigungsprobleme zwischen der IV-Stelle und der Beschwerdeführerin selber sowie ihrem Ehemann (vgl. die Telefonnotiz der IV-Stelle vom 4. Mai 1995), fand die Haushaltsabklärung am 10. Oktober 1996 ohne zuverlässige Übersetzungshilfe statt (Schlussbemerkung der IV-Abklärungsperson im Haushaltsabklärungsberichts vom 23. Dezember 1996 S. 7). Allein dieser Umstand lässt Zweifel an der Verbindlichkeit und am Wahrheitsgehalt der protokollarisch festgehaltenen Antworten der befragten Personen aufkommen. Angesichts der widersprüchlichen Aktenlage und den unzuverlässigen Angaben der psychisch beeinträchtigten Versicherten konnten IV-Stelle und Vorinstanz nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit darauf schliessen, die Beschwerdeführerin hätte ohne gesundheitliche Beschwerden eine Teilerwerbstätigkeit im Umfang von (nur) 25 % ausgeübt. Die IV-Stelle, an welche die Sache zur weiteren Abklärung zurückzuweisen ist, wird eine neue Haushaltsabklärung unter besonderer Berücksichtigung der Veränderung des Gesundheitszustandes ab 1991 vornehmen und dabei sicherstellen, dass dannzumal eine sprachlich einwandfreie Verständigung möglich sein wird. 3.4 Weiter ist dem Haushaltsabklärungsbericht (S. 2) zu entnehmen, dass die Versicherte seit Einreise in die Schweiz (1979) bis zur Geburt ihres ersten Kindes (1981) mit einem Pensum von 100 % erwerbstätig gewesen sei. Obwohl die Verwaltung angesichts der Eintragungen in der IK-Zusammenfassung nicht an eine bis 1981 voll ausgeübte Erwerbstätigkeit glaubte und die Vorinstanz (im Rückweisungsentscheid vom 8. März 2000 S. 6 unten) zutreffend feststellte, dass allein aus den erfassten Erwerbseinkommen nicht auf das Ausmass des geleisteten Arbeitspensums geschlossen werden könne, haben bisher weder die IV-Stelle noch das kantonale Gericht genauere Abklärungen bezüglich der erwerblichen Situation bei den früheren Arbeitgebern - insbesondere im Hinblick auf die jeweils konkret ausgeübten Arbeitspensen sowie die trotz gesundheitlicher Beeinträchtigung effektiv erbrachten Arbeitsleistungen - und zur Ermittlung der Tätigkeitsanteile im erwerblichen und im häuslichen Aufgabenbereich vorgenommen. Die IV-Stelle, an welche die Sache zurückzuweisen ist, wird deshalb mit den üblichen Fragebögen bei den früheren Arbeitgebern, insbesondere bei den Restaurants Y.________ und Z.________, dem Altersheim Q.________ sowie der A.________ AG abklären, mit welchem Pensum und mit welcher Arbeitsleistung (bei Angabe allfälliger krankheitsbedingter Absenzen) die Beschwerdeführerin in diesen Betrieben erwerbstätig war und aus welchen Gründen sie die betreffenden Stellen aufgab oder aus gesundheitlichen Gründen hatte aufgeben müssen.