Citation: I 211/06 22.02.2007 E. 4

Streitig und zu prüfen ist, ob sich der Gesundheitszustand des Versicherten zwischen der Rentenzusprechung vom 7. Januar 2002 und dem Einspracheentscheid vom 13. April 2005 wesentlich verschlechtert hat. 4.1 Dr. med. B.________ teilte der IV-Stelle am 29. März 2004 mit, der Allgemeinzustand des Versicherten hätte sich in den letzten Monaten verschlechtert. Er leide nun unter Schmerzen im ganzen Körper, Kraftlosigkeit und Schlafstörungen. Seit 1. Januar 2004 habe er deshalb nicht mehr gearbeitet und eine Wiedereingliederung am Arbeitsplatz sei gescheitert. Mit Bericht vom 8. Juni 2004 bekräftigte Dr. med. B.________ die Verschlechterung des Allgemeinzustandes seit Ende 2003 und führte aus, der Versicherte leide an wechselnden Schmerzen thoracal, in Armen und Beinen sowie an allgemeiner Schwäche und starker Ermüdbarkeit im Tagesverlauf. Seiner Tätigkeit als Bauarbeiter könne er nicht mehr nachgehen. Eine Abklärung der Beingefässe durch einen Angiologen habe keine Auffälligkeiten ergeben; eine kardiologische Abklärung im Spital Y.________ sei vorgesehen. 4.2 Anlässlich der Untersuchung in der kardiologischen Sprechstunde am Spital Y.________ vom 1. Juli 2004 stellten die Ärzte folgende Diagnosen: 1. rezidivierende Absenzen unklarer Ätiologie (differenzialdiagnostisch: Epilepsie), 2. Status nach zweimaligem cerebrovaskulärem Insult, 3. Verdacht auf lumbospondylogenes Schmerzsyndrom, 4. Thalassämia minor. Sie führten aus, es bestünden keine Hinweise auf eine strukturelle Herzkrankheit; die aktuelle Symptomatik (Verschlechterung des Allgemeinzustandes, allgemeine Schwäche und starke Ermüdbarkeit) lasse sich kardial nicht erklären. Empfohlen wurde eine neurologische Abklärung (Bericht vom 9. Juli 2004). 4.3 Der Neurologe Prof. Dr. med. M.________, leitender Arzt am Spital Y.________, untersuchte den Versicherten am 10. September 2004 und diagnostizierte einen attackenförmigen, am ehesten vaskulär migräneartigen Kopfschmerz (Bericht vom 13. September 2004). 4.4 Der beurteilende Arzt des RAD führte am 9. November 2004 aus, es sei keine anspruchsrelevante Änderung des Gesundheitszustandes eingetreten, da die chronischen Arm-, Bein- und Kopfschmerzen bereits im November 2002 geltend gemacht worden und die neu aufgetretenen migräneartigen Kopfschmerzattacken mit absenzartigen Zuständen nicht invalidisierend seien. 4.5 Prof. Dr. med. S.________ stellte in seinem Konsiliarbericht vom 8. März 2005 folgende Hauptdiagnosen: 1. Status nach ischämischem cerebrovaskulärem Insult links am 30. Januar 2001, 2. leichtgradiges hirnorganisches Syndrom, 3. pseudoneurasthenisches Syndrom im Rahmen einer allgemeinen Anpassungsstörung. Prof. Dr. med. S.________ führte aus, der Versicherte bedürfe zur Verbesserung seiner Lebensqualität einer psychologischen, kaum einer psychiatrischen Diagnostik, wobei der Einsatz eines Psychopharmakums durchaus von psychologischer Seite empfohlen werden könne. Hinweise auf eine eigentliche Depression fehlten. Aus rechtlichen, weniger aus therapeutischen Gründen, stehe die Möglichkeit einer neuropsychologischen Untersuchung im Raum, um die Symptomatologie bzw. die Auswirkungen des hirnorganischen Syndroms besser diagnostisch erfassen zu können. Die wesentlichste und damit die im Untersuchungszeitpunkt vollständige Invalidität verursachende Symptomatik sei deutlich weniger innerhalb des Bewegungsapparates als auf einer neuropsychologisch-psychoreaktiven Ebene zu finden. Die klinisch erfassbaren trophisch-somatischen und funktionellen Befunde innerhalb des Bewegungsapparates als Folge des am 30. Januar 2001 erlittenen cerebrovaskulären Insultes links seien leichtgradig geblieben. Insbesondere "auf Grund der neuropsychologischen Situation einschliesslich des entstandenen pseudoneurasthenischen Syndroms mit der gravierenden Müdigkeit und gravierenden körperlichen Erschöpfbarkeit" fehle es an einer realisierbaren Arbeitsfähigkeit. 4.6 In der darauf eingeholten Stellungnahme des RAD vom 13. April 2005 führte der zuständige Arzt aus, die Einschätzungen des Prof. Dr. med. S.________ seien nicht nachvollziehbar und widersprüchlich. Zunächst könne davon ausgegangen werden, dass auch Prof. Dr. med. S.________ eine invalidisierende psychische Problematik verneine. Gleichwohl attestiere er eine vollständige Invalidität wegen psychoreaktiver Beschwerden. Sodann begründe Prof. Dr. med. S.________ die Invalidität mit dem vorbestehenden hirnorganischen Syndrom, obwohl der Versicherte trotz der damit verbundenen Einschränkungen bis zur Kündigung der Arbeitsstelle im Umfang von 50 % erwerbstätig gewesen sei. Schliesslich widerspreche sich Prof. Dr. med. S.________ selbst, wenn er einerseits ein hirnorganisches Syndrom mit neuropsychologischen Defiziten diagnostiziere, anderseits aber ausführe, es fehle an neuropsychologischen Defiziten. Zusammenfassend könne festgehalten werden, dass der Beschwerdeführer weiterhin im Umfang von 50 % arbeitsfähig sei.