Citation: 6B_551/2021 E. 2.3.1

2.3.1. Die Vorinstanz weist eine erneute Befragung der Mutter des Opfers mit der Begründung ab, diese sei im Vorverfahren und erstinstanzlich strafprozessual korrekt befragt worden. Sie habe sich ausführlich zur Sache geäussert. Die dem Beschwerdeführer vorgeworfene Handlung habe sie nicht selbst gesehen und sie sei somit nicht direkte Augenzeugin betreffend das Kerngeschehen. In ihren Aussagen mache sie bereits seit ihrer ersten Einvernahme deutlich, dass sie dem Opfer nicht glaube, weil sie dem Beschwerdeführer ein solches Verhalten nicht zutraue. Sie habe den Beschwerdeführer seit dem Eintritt in die Strafanstalt siebenmal besucht. Ihre Aussagen seien reine Parteibehauptungen. Dies gelte namentlich für die Aussage, die Leiterin des Kinderhauses habe auf sie eingeredet, dass sie den Aussagen des Opfers glauben müsse sowie die Behauptung, das Opfer habe seine Belastungen zurückgenommen. Schliesslich liege keine Konstellation vor, in welcher sich die Vorinstanz persönlich ein Bild über das Aussageverhalten der Zeugin machen müsste (Urteil S. 26 f.). Die Abweisung der erneuten Befragung der Mutter des Opfers erweist sich als bundesrechtskonform. Zwar macht der Beschwerdeführer mit der Behauptung, das Opfer habe nach der erstinstanzlichen Hauptverhandlung die Belastungen gegenüber seiner Mutter zurückgenommen, neue Tatsachen seit Erlass des erstinstanzlichen Urteils geltend. Indessen gelangt die Vorinstanz in nicht zu beanstandender antizipierter Beweiswürdigung zum Schluss, eine solche Aussage der Mutter des Opfers würde nichts an der gerichtlichen Beweiswürdigung ändern und eine erneute Befragung sei nicht erforderlich. Nach der vertretbaren vorinstanzlichen Würdigung ist in sämtlichen Aussagen der Mutter des Opfers die Tendenz feststellbar, die Glaubhaftigkeit der Aussagen des Opfers in Frage zu stellen und es der Lüge zu bezichtigen. Selbst die ihr bis dahin unbekannten rechtskräftigen Verurteilungen des Beschwerdeführers versucht die Mutter des Opfers in ein besseres Licht zu stellen, indem sie die Verantwortung für diese Straftaten den Opfern zuschiebt. Dass die Vorinstanz unter diesen besonderen Umständen zum zutreffenden Schluss gelangt, eine erneute Befragung der Mutter des Opfers im Zusammenhang mit ihrer Behauptung, das Opfer habe die Aussagen zurückgenommen, ändere nichts am Beweisergebnis, ist vertretbar.