Citation: 8C_475/2022 E. 4.1.3

4.1.3. Das erste ZMB-Gutachten vom 14. März 2016 ist über die Plattform SuisseMED@P vergeben worden. Den Auftrag für ein Verlaufsgutachten erteilte die IV-Stelle am 1. Juli 2019. Rz. 2077.5 des Kreisschreibens über das Verfahren in der Invalidenversicherung (KSVI) in der hier anwendbaren, vom 1. Januar 2018 bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Fassung bestimmt, dass Verlaufsgutachten derselben Gutachterstelle in Auftrag gegeben werden können, die bereits das erste polydisziplinäre Gutachten erstellt hat, vorausgesetzt, dieses ist über die Plattform SuisseMED@P vergeben worden. Die von der Beschwerdeführerin angerufene Frist von drei Jahren seit der ersten polydisziplinären Begutachtung, die für die zweite Vergabe einzuhalten sei, um Verlaufsgutachten vom Zufallsprinzip auszunehmen, findet sich in der Muster-Vereinbarung zwischen dem Bundesamt für Sozialversicherungen und der Gutachterstelle xy betreffend die Durchführung von polydisziplinären Gutachten zur Beurteilung von Leistungsansprüchen in der Invalidenversicherung (gestützt auf Art. 72 bis IVV). Danach sind vom Zufallsprinzip die Aufträge für Verlaufsgutachten ausgenommen, welche innerhalb einer Frist von drei Jahren seit der ersten polydisziplinären Begutachtung notwendig werden (Art. 3 lit. a).