Citation: 8C_786/2009 04.01.2010 E. 5

Die Adäquanz des Kausalzusammenhangs wäre somit nur dann zu bejahen, wenn eines der in BGE 134 V 109 E. 10 S. 126 ff. angeführten Adäquanzkriterien in besonders ausgeprägter oder mehrere dieser Kriterien in gehäufter Weise erfüllt wären. 5.1 Das kantonale Gericht hat das Kriterium der andauernden Beschwerden bejaht und offengelassen, ob das Kriterium der erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen erfüllt ist und die weiteren Kriterien verneint. Der Beschwerdeführer erachtet deren sechs als erfüllt. Nicht geltend gemacht wird, nach Lage der Akten zu Recht, das Kriterium der ärztlichen Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert. Bezüglich der anderen Kriterien ergibt sich Folgendes: 5.2 Besonders dramatische Begleitumstände oder eine besondere Eindrücklichkeit des Unfalls liegen nicht vor. Zu urteilen ist hiebei objektiv und nicht aufgrund des subjektiven Empfindens bzw. Angstgefühls des Versicherten (aus jüngster Zeit: Urteil 8C_249/2009 vom 3. August 2009 E. 8.2 mit Hinweisen). Dem Verkehrsunfall vom 23. Oktober 2004 ist zwar eine gewisse Eindrücklichkeit nicht abzusprechen, wie auch die Vorinstanz festhielt. Der Unfall im Oktober 2004 spielte sich aber weder unter besonders dramatischen Begleitumständen ab, noch war er besonders eindrücklich. Der Schrecken, den der Versicherte erlitten hat, hielt sich im Rahmen des bei Unfällen Üblichen, und es waren keine relevanten Begleitumstände zu verzeichnen, welche die Bejahung des Kriteriums gestatten würden. In jüngerer Zeit bejahte das Bundesgericht dieses Kriterium etwa bei einer Massenkarambolage auf einer Autobahn (Urteil 8C_623/2007 vom 22. August 2008 E. 8.1; vgl. auch Urteil 8C_633/2007 vom 7. Mai 2008 E. 6.3), bei einem Zusammenstoss zwischen einem Personenwagen und einem Lastwagen in einem Autobahntunnel mit mehreren sich anschliessenden Kollisionen mit der Tunnelwand (Urteil 8C_257/2008 vom 4. September 2008 E. 3.3.3), bei einem Zusammenprall zwischen einem Sattelschlepper und einem Personenwagen, wobei der Fahrer des Sattelschleppers die Kollision zunächst nicht bemerkte und den Personenwagen der versicherten Person noch auf einer längeren Distanz vor sich herschob, und die Insassen des Personenwagens verzweifelt versuchten, den Unfallverursacher auf sie aufmerksam zu machen (Urteil 8C_508/2008 vom 22. Oktober 2008 E. 5.3), bei einem Unfall mit hoher Geschwindigkeit auf einer Autobahn, bei dem das Fahrzeug des Versicherten bei starkem Verkehr mehrmals über die Fahrbahn geschleudert wurde und sich dabei wiederholt überschlug (Urteil 8C_799/2008 vom 11. Februar 2009 E. 3.2.3) oder bei einem in der 29. Woche schwangeren Unfallopfer (Urteil 8C_590/2008 vom 3. Dezember 2008 E. 5.3). Solche oder auch nur bloss ähnliche Umstände lagen beim Ereignis vom 23. Oktober 2004 nicht vor, so dass das Kriterium zu verneinen ist. 5.3 Das Kriterium der Schwere oder besonderen Art der Verletzung ist nach Ansicht des Beschwerdeführers durch die Zusatzbefunde der Hydromyelie und der Hämosiderinablagerung sowie der diagnostizierten milden traumatischen Hirnverletzung gegeben. Mit Blick auf das in E. 3.3 Gesagte, wonach eine natürliche Unfallkausalität bezüglich der Hydromyelie und der fokalen Hypointensität zu verneinen ist und eine allfällige traumatische Hirnverletzung keine zusätzlich zu berücksichtigende Diagnose darstellt, wie dies der Beschwerdeführer anzunehmen scheint, ist dieses Kriterien klar zu verneinen. Eine dem in der Beschwerde zitierten Urteil 8C_633/2007 vom 7. Mai 2008 vergleichbare Sach- und Rechtslage liegt hier nicht vor. Im angerufenen Urteil erfolgte - unter Einordnung des Ereignisses im Grenzbereich zu den schweren Unfällen und in Bejahung des Kriteriums der erheblichen Beschwerden - keine Prüfung der übrigen Adäquanzkriterien (E. 6.2.3 und E. 6.3). 5.4 Anhaltspunkte für eine fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung bestehen nicht. Abklärungsmassnahmen und blosse ärztliche Kontrollen sind im Rahmen des Kriteriums der fortgesetzt spezifischen, belastenden ärztlichen Behandlung entgegen der Meinung des Beschwerdeführers nicht zu berücksichtigen (Urteile 8C_698/2008 vom 27. Januar 2009 E. 4.4 und 8C_126/2008 vom 11. November 2008 E. 7.3). Im Wesentlichen fanden nebst medikamentöser Schmerzbehandlung eine stationäre Rehabilitation sowie ambulante Physiotherapie statt. Das genügt zur Bejahung des Kriteriums nicht. 5.5 Aus der ärztlichen Behandlung und den erheblichen Beschwerden - welche im Rahmen der spezifischen Adäquanzkriterien zu berücksichtigen sind - darf nicht auf einen schwierigen Heilungsverlauf und/oder erhebliche Komplikationen geschlossen werden. Es bedarf hiezu besonderer Gründe, welche die Heilung beeinträchtigt haben (Urteile 8C_1020/2008 vom 8. April 2009 E. 5.7 und 8C_623/2007 vom 22. August 2008 E. 8.6). Solche Gründe bestehen hier nach Lage der Akten nicht und könnten auch in den vom Versicherten aufgeführten Gesichtspunkten nicht gesehen werden, zumal sich aus den medizinischen Akten nicht ergibt, dass sich die Hydromyelie und die fokale Hypointensität in irgendeiner Weise auf den Heilungsprozess der HWS-Problematik ausgewirkt hätten. 5.6 Das Kriterium der erheblichen Beschwerden ist mit der Vorinstanz als erfüllt zu betrachten. Die Beschwerden übersteigen jedoch das bei Schleudertrauma-Verletzungen übliche Mass nicht derart, dass das Kriterium in besonders ausgeprägter Weise bejaht werden könnte. Immerhin ist der Beschwerdeführer im Umfang von 60 % arbeitstätig und die Beeinträchtigung im Lebensalltag kann mit Schmerzmitteln gemildert werden. 5.7 Mit Blick darauf, dass der Versicherte ab 4. Juli 2005 zu 50 % und ab 29. Januar 2007 wieder zu 60 % (bei einer Präsenzzeit von 87,5 %) in der angestammten Firma arbeitstätig ist, wenn auch mit leidensangepasstem Aufgabenbereich, ist das Kriterium der erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz erheblicher Anstrengungen jedenfalls nicht in besonders ausgeprägter Weise gegeben. Da mithin keines der massgeblichen Kriterien besonders ausgeprägt vorliegt und selbst dann, wenn man zugunsten der Versicherten das Kriterium der erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen als erfüllt erachten würde, die Kriterien nicht in gehäufter Weise gegeben sind, ist die Adäquanz des Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfallereignis vom 23. Oktober 2004 und den über den 31. März 2007 hinaus anhaltend geklagten, organisch nicht im Sinne der Rechtsprechung hinreichend nachweisbaren Beschwerden zu verneinen. Somit war die rückwirkende Leistungseinstellung auf dieses Datum hin rechtens (vgl. auch BGE 133 V 57).