Citation: 8C_441/2022 E. 3.1

3.1. Die Vorinstanz bejahte die Voraussetzungen der Wiedererwägung wegen zweifelloser Rechtsfehlerhaftigkeit der Verfügung vom 29. Mai 2002 infolge unterlassener Adäquanzprüfung der damals geklagten Beschwerden. Gemäss dem der Verfügung vom 29. Mai 2002 zugrunde liegenden Gutachten des Dr. med. D.________, Facharzt für Chirurgie, vom 29. März 2001, seien chronische mittelstarke Kopfschmerzen im Sinne einer Funktionsstörung nach durchgemachter Beschleunigungsverletzung der HWS und des Kopfes diagnostiziert worden. Organisch objektiv ausgewiesene Unfallfolgen lägen nach Untersuchung der Kopforgane, der HWS sowie der Brust- und Lendenwirbelsäule (BWS und LWS) nicht vor. Die Unfalladäquanz der somatisch nicht hinreichend erklärbaren Beschwerden wäre nach der Schleudertrauma-Praxis gemäss BGE 117 V 359 zu prüfen gewesen, was die Beschwerdegegnerin unterlassen habe. Eine Adäquanzbeurteilung habe sie weder explizit noch implizit vorgenommen. Die Verfügung vom 29. Mai 2002 sei daher zweifellos unrichtig im Sinne von Art. 53 Abs. 2 ATSG. Dass der Beschwerdeführer das Pensionsalter erreicht habe, stehe dem nicht entgegen. Der angerufene Art. 22 UVG komme nur bei einer Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG zum Tragen, nicht aber bei einer Wiedererwägung, auch nicht per analogiam. In der Folge beurteilte die Vorinstanz den Rentenanspruch praxisgemäss umfassend ("allseitig") und ohne Bindung an frühere Beurteilungen neu (vgl. nachstehende E. 4.2.2).