Citation: 2C_295/2024 E. 3.3

3.3. Im angefochtenen Entscheid schliesst die Vorinstanz, dass Wiedererwägungsgesuche nach § 22 VRG/TG zulässig seien, jedoch keinen Anspruch auf Eintreten begründen und den Fristenlauf nicht hemmen würden. Ein Anspruch auf Eintreten auf das Wiedererwägungsgesuch des Beschwerdeführers betreffend den Zwischenentscheid vom 19. Juli 2023 bestehe somit grundsätzlich nicht, zumal formell rechtskräftige Verfügungen nicht immer wieder in Frage gestellt werden dürften. Seien aber die Voraussetzungen des Widerrufs nach § 23 VRG/TG gegeben, so sei auf ein Wiedererwägungsgesuch einzutreten. Vorliegend sei kein wichtiges öffentliches Interesse im Sinn von § 23 VRG/TG auszumachen. Fraglich erscheine zudem, ob sich der Beschwerdeführer zur Begründung seines Gesuchs auf eine wesentliche Änderung der Verhältnisse bezüglich der rechtskräftigen Beurteilung des Verwaltungsgerichts betreffend Bedürftigkeit und Aussichtslosigkeit der Beschwerde berufen könne. Für diese Beurteilung seien nämlich die Verhältnisse im Zeitpunkt der Einreichung des Gesuchs massgeblich. Die sich nach Gesuchseinreichung zutragenden Umstände seien grundsätzlich unbeachtlich. Insofern könne selbst eine (neue) zivilrechtliche Heirat mit einer aufenthaltsberechtigten Frau keinen Anlass für eine Wiedererwägung des Zwischenentscheids vom 19. Juli 2023 bieten. Die neu geltend gemachte Beziehung ändere somit an der Aussichtslosigkeit der Beschwerde nichts. Abgesehen davon mache der Beschwerdeführer in Bezug auf die Bedürftigkeit keine wesentliche Änderung der Verhältnisse geltend, wovon auch nicht auszugehen sei. Beim Zwischenentscheid VG.2023.34/Z handle es sich um einen Entscheid, der - im Sinne des zweiten Satzes von § 23 Abs. 1 VRG/TG aufgrund der Natur der Sache nicht zurückgenommen werden könne. Das Wiedererwägungsgesuch vom 27. Februar 2023 sei somit abzuweisen, soweit darauf überhaupt einzutreten sei.