Citation: 8C_291/2023 E. 4.5

4.5. Mit Blick auf die vorinstanzlich ermittelten Jahresverdienste (vorstehende E. 3.2) zeigt sich vielmehr, dass die Einkommen der Beschwerdeführerin aus unselbstständiger Tätigkeit in den Jahren vor dem Beschäftigungseinbruch - mit Ausnahme des einkommensschwächsten Jahres 2018, in welchem sie zugunsten einer selbstständigen Erwerbstätigkeit weniger für die "B.________ AG" arbeitete - geringe Schwankungen aufweisen. Bei derart geringen Abweichungen vom ermittelten Jahresdurchschnitt in den Jahren 2017, 2019, 2020 und 2021 rechtfertigt sich ein Abstützen auf die (gemäss SECO-Weisung) maximale Vergleichsdauer von fünf Jahren nicht, zumal sich eine unzulässige Schwankung erst mit der Berücksichtigung des eigentlichen Ausreissers im Jahr 2018 ergibt. Ein Beobachtungszeitraum über die letzten drei Jahre vor Beschäftigungseinbruch bildet das jahrelang ohne nennenswerte Einkommensschwankungen bestehende Arbeitsverhältnis mit der "B.________ AG" zuverlässiger ab. Es ist daher nicht erforderlich, den Beobachtungszeitraum maximal auszudehnen, um eine sachgerechte individuelle Normalarbeitszeit erfassen zu können. Das gegenteilige Vorgehen der Vorinstanz verletzt Bundesrecht. Wird auf die Verdienste der Jahre 2019 (Fr. 120'825.-), 2020 (Fr. 117'599.-) und 2021 (Fr. 120'430) abgestellt, ergibt sich bei einem Jahresdurchschnitt von Fr. 119'618.- ohne Weiteres, dass keines dieser Jahreseinkommen mehr als 20 % nach oben oder unten vom Durchschnitt abweicht. Liegt damit eine Normalarbeitszeit vor, hat die Beschwerdeführerin einen anrechenbaren Arbeits- und Verdienstausfall erlitten.