Citation: 6B_1069/2023 E. 3.3.2

3.3.2. Die Ausführungen der Vorinstanz zur tatsächlichen Situation eritreischer Rückkehrer sind unter Willkürgesichtspunkten ebenfalls nicht zu beanstanden. Diese stützt sich auf einschlägige Entscheide des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) sowie des Bundesverwaltungsgerichts. Letzteres bestätigte seine bisherige Beurteilung jüngst in seinem Urteil D-3311/2024 vom 13. September 2024 und hielt fest, es sei nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass einer Person einzig aufgrund ihrer illegalen Ausreise aus Eritrea eine asylrelevante Verfolgung drohe (Urteil des Bundesverwaltungsgerichts D-3311/2024 vom 13. September 2024 E. 7.4). In Bezug auf die Zulässigkeit des Wegweisungsvollzugs bei drohendem Militärdienst im Lichte von Art. 3 EMRK hielt es an seiner Einschätzung fest, wonach von einer drohenden Verletzung dieser völkerrechtlichen Bestimmungen auch bei einer allfälligen Einziehung (des dortigen Beschwerdeführers) in den Militärdienst nicht auszugehen sei und ein allfälliger Einzug zum eritreischen Militärdienst für sich alleine nicht gegen die Zulässigkeit eines Wegweisungsvollzugs spreche (Urteil des Bundesverwaltungsgerichts D-3311/2024 vom 13. September 2024 E. 9.2.4). Der Beschwerdeführer vermag die nachvollziehbaren Erwägungen der Vorinstanz mit seiner generalisierenden Kritik nicht zu erschüttern. Namentlich zeigt er, soweit er ganz allgemein auf die Praxis des Staatssekretariats für Migration (SEM) zielt, keine konkrete Bedrohung für den Fall einer Rückkehr auf. Wenn er weiter eine grundsätzliche Gefahr für eritreische Militärdienstverweigerer mit pauschalen Verweisen auf die gemäss "Zeitungen", "allen internationalen Organisationen" bzw. "sämtlichen Länderberichten" o.ä. vorherrschende sicherheitspolitische Lage in Eritrea resp. die Haftbedingungen begründet - oder es unterlässt, seine Behauptungen überhaupt mit Beweismitteln zu untermauern - genügen seine Ausführungen den Anforderungen an eine Beschwerde vor Bundesgericht nicht. Dasselbe gilt für seine unsubstanziierte Kritik am (seinem Dafürhalten nach mangelhaften) Zugang von internationalen Organisationen zu Eritrea, am (ihm zufolge fehlenden) Monitoring von eritreischen Rückkehrern durch Schweizer Behörden sowie an der Löschung eines nicht näher bezeichneten Berichts auf der Webseite des SEM sowie die Vorbringen betreffend einen "Fall Jonas". Darauf ist mithin nicht einzutreten. Im Übrigen erweist es sich als unbehelflich, wenn er moniert, keine gerichtliche Instanz habe ihm mitteilen können, welche Unterlagen er zur Darlegung einer Gefährdungslage in seinem Heimatland beizubringen habe. Er verkennt, dass es bei der Auseinandersetzung mit möglichen Umständen, die eine individuell-persönliche Gefährdung begründen würden - trotz Geltung des Untersuchungsgrundsatzes - auch an ihm gewesen wäre, bei der Identifikation und Bezeichnung konkreter sachdienlicher Elemente (welcher Art auch immer) mitzuwirken (vgl. zur entsprechenden Mitwirkungspflicht Urteile 6B_717/2024 vom 12. November 2024 E. 1.4.3; 6B_988/2023 vom 5. Juli 2024 E. 1.8.3; 6B_542/2023 vom 15. Februar 2024 E. 1.3.7.2; 6B_86/2022 vom 22. März 2023 E. 2.1.2; je mit Hinweisen). Entgegen seiner Ansicht wäre er dabei nicht auf staatliche Auskünfte aus Eritrea beschränkt gewesen. Ebenfalls zeigt er keine Willkür auf, wenn er dekretiert, das von ihm Vorgetragene " [müsse] reichen, um eine Gefährdung [...] im Falle einer Rückkehr nach Eritrea hinreichend glaubhaft zu machen ". Sodann beschreibt der Beschwerdeführer über mehrere Seiten, wie sich seine Flucht in die Schweiz zugetragen haben solle. Dabei handelt es sich um nichts weiter als unbelegte Schilderungen, die sich - sofern sie überhaupt auf die Illustration einer konkreten Gefährdung im Falle seiner Rückkehr zielen - über weite Strecken nicht mit dem vorinstanzlichen Entscheid auseinandersetzen. Auf solch appellatorische Kritik ist nicht einzutreten. Entgegen dem Beschwerdeführer ist es alsdann vertretbar, dass die Vorinstanz vom Alter des Beschwerdeführers bei seiner Ausreise aus Eritrea nicht reflexartig auf eine Flucht vor dem Militärdienst schliesst. Daran ändert nichts, dass der Beschwerdeführer die gegenteilige Ansicht vertritt. Im Übrigen wäre auch bei entsprechender Prämisse (und wie dargelegt) nicht ohne Weiteres von einer konkreten Gefahr unmenschlicher resp. grausamer Behandlung für den Fall seiner Rückkehr auszugehen. Ebensowenig zeigt der Beschwerdeführer Willkür auf, wenn er die unbelegte Behauptung in den Raum stellt, dass es sich nicht um seinen ersten Fluchtversuch gehandelt habe und er misshandelt worden sei. Weiter muss der Umstand, dass seine weiteren Familienmitglieder nicht (mehr) in Eritrea lebten, keine offen regimekritische Einstellung der Familie belegen. Dass Schlepper Flüchtlinge mitunter ausbeuten und erpressen, ist notorisch. Allein weil der Beschwerdeführer von derartigen Banden berichtet, musste die Vorinstanz jedoch nicht vorbehaltlos von der Glaubhaftigkeit seiner sämtlichen Vorbringen ausgehen. Genauso wenig drängt der blosse Umstand, dass er die Reise von Eritrea nach Europa auf sich nahm, den zwingenden Schluss auf eine ernstliche Gefährdungssituation in seiner Heimat auf. Keine entsprechenden Rückschlüsse lassen auch seine Ausführungen zu den Modalitäten resp. der Art und Weise, wie Eritreer seiner Ansicht nach überhaupt das Land verlassen können, zu. Dasselbe gilt für den Umstand, dass er ohne Ausweispapiere in der Schweiz ankam. Entsprechend handelt es sich auch bei seinen Ausführungen, wonach er bei einer Rückkehr umgehend verhaftet und womöglich gefoltert würde, um eine reine Behauptung, die keine Willkür in den vorinstanzlichen Erwägungen aufzeigt. Schliesslich ist dem Beschwerdeführer kein Erfolg beschieden, wenn er die vorinstanzlichen Ausführungen zur Diaspora-Steuer als "völlige[n] Blödsinn" bezeichnet und der Vorinstanz im gleichen Zug Inkompetenz und Gleichgültigkeit vorwirft. Dies zumal er es einmal mehr unterlässt, seine Ausführungen mit objektiven Beweismitteln zu substanziieren. Dass seine Familie mit dem Regime in Eritrea "nicht auf gutem Fuss steh[e]" ist - wie bereits ausgeführt - nicht dargetan. Die vom Beschwerdeführer zusammengefasste Passage eines Urteils des Deutschen Verfassungsgerichts scheint es sodann gerade offenzulassen, ob die Selbstbezichtigung die Wahrscheinlichkeit für eine Bestrafung bei der Rückkehr erhöhe. Entsprechend ist nicht ersichtlich, wie der Beschwerdeführer daraus eine ihm konkret drohende, ernstliche Gefahr unmenschlicher Behandlung ableiten will.