Citation: U 185/05 20.10.2005 E. 4

4.1 Die Qualifikation des Ereignisses vom 2. Juni 2003 als schwerer Unfall im mittleren Bereich ist mit Blick auf die in vergleichbaren Fällen, insbesondere Autounfällen, ergangene Rechtsprechung nicht zu beanstanden (in BGE 129 V 323 nicht publizierte Erw. 3.3.2 des Urteils F. vom 25. Februar 2003 [U 161/01] und dort zitierte Urteile) und wird von der Beschwerdeführerin auch nicht gerügt. 4.2 Zu prüfen bleibt die adäquate Kausalität. Nach der Rechtsprechung genügt es zu deren Bejahung im Grenzbereich der mittelschweren Unfälle zu den schweren sowohl bei Schädel-Hirntraumen (BGE 117 V 384 Erw. 4c) wie auch bei psychischen Fehlentwicklungen (BGE 115 V 140 f. Erw. 6c/bb), wenn ein zusätzliches Kriterium in besonders ausgeprägter Form gegeben ist. Diese Voraussetzung ist hier erfüllt. Wie die Vorinstanz ebenfalls zutreffend erwogen hat, ereignete sich der Unfall unter dramatischen Umständen. Nach den polizeilichen Erhebungen hat die Lenkerin des Autos nachts um etwa 00.25 Uhr bei einer Geschwindigkeit von 110 bis 120 km/h auf der Autobahn ein totes Tier - einen toten Dachs, wie sich im Nachhinein herausgestellt hat - wahrgenommen und das Steuer nach rechts herumgerissen. Auf der rechten Fahrbahn befand sich aber ein zweites Auto, sodass sie das Steuer wieder nach links drehte und daraufhin die Herrschaft über das Fahrzeug verlor. Dieses trieb gegen die Mittelleitplanke, nachdem es sich zuvor (nach den unwidersprochenen Aussagen der Versicherten) zwei Mal um die eigene Achse gedreht hatte. Das Auto überschlug sich und schlitterte in der Folge auf dem Dach gegen die rechte Fahrbahn, kollidierte dort mit einem Zweitauto, und kam, noch auf dem Dach liegend, auf der linken Fahrbahn zum Stillstand. Die Lenkerin und die Versicherte befanden sich immer noch im Fahrzeug, als ein drittes Auto in das auf dem Dach liegende Unfallfahrzeug prallte und dieses einige Meter wegschleuderte. Nach den von der Polizei angefertigten Fotos wurde das Auto total zerstört. Das Kriterium der Eindrücklichkeit des Unfallereignisses ist angesichts dieser Umstände in besonders ausgeprägter Form erfüllt. Der adäquate Kausalzusammenhang ist damit auch bei einer Beurteilung nach der Praxis zu den psychischen Fehlentwicklungen zu bejahen und der vorinstanzliche Entscheid im Ergebnis zu bestätigen.