Citation: 1C_265/2022 E. 4.4

4.4. Vor Bundesgericht beharren die Beschwerdeführenden darauf, dass die Bewilligung nach Art. 28bis GSchVG/SG einen Anwendungsfall von Art. 19 Abs. 2 GSchG darstelle, bzw. damit die grundsätzlich erforderliche Ausdehnung der Gewässerschutzbereiche zum Schutz von tieferliegenden Grundwasservorkommen in wasserführenden Festgesteinen umgangen werde. Sie verweisen auf Anh. 4 Ziff. 121 Abs. 1 GSchV, wonach nicht nur für oberflächennahe Grundwasservorkommen in Lockergesteinen, sondern auch für stark heterogene Karst- und Kluft-Grundwasserleiter Grundwasserschutzzonen auszuscheiden seien, was die Erfassung der entsprechenden Grundwasservorkommen in der Gewässerschutzkarte voraussetze. Dass das AWE keinen Hinweis auf ungenügende Kenntnisse des Untergrunds angebracht habe, erstaune nicht, da die Bewilligungspflicht nach Art. 28bis GSchVG/SG gerade an die Stelle der Ausweitung der Gewässerschutzbereiche auf tieferliegende Grundwasservorkommen trete.