Citation: 4C.270/2006 04.01.2007 E. 4

4.1 In rechtlicher Hinsicht wirft der Kläger dem Kantonsgericht vor, nicht berücksichtigt zu haben, dass die Anlageberaterin als Beauftragte einer Aufklärungs- und Treuepflicht unterliege, aus der sich ergebe, dass sie sich möglichst umfassend über die Lebensverhältnisse des Auftraggebers informieren müsse. Wäre die Beklagte ihrer Pflicht nachgekommen, hätte sie erkennen müssen, dass der Kläger objektiv nicht in der Lage war, die mit den Aktienspekulationen verbundenen Risiken einzugehen, weshalb die Beklagte von sich aus hätte intervenieren müssen. Der Kläger bezieht sich in diesem Zusammenhang auf die Praxis des Bundesgerichts (BGE 101 II 121; Urteil 4C.108/2002 vom 23. Juli 2002), die nach seiner Auffassung geändert werden sollte, weil sie zu Unrecht eine solche Pflicht des Anlageberaters verneine. 4.2 Die Vorinstanz hat den Fall nicht allein auf der Grundlage der bisherigen Praxis des Bundesgerichts zum Auftragsrecht, sondern auch unter dem Gesichtspunkt von Art. 11 des Bundesgesetzes über die Börsen und den Effektenhandel vom 24. März 1995 (BEHG; SR 954.1) beurteilt. Sie ist unter beiden Aspekten - welche alternativ die Rechtsgrundlage der eingeklagten Forderung bilden könnten - zum Ergebnis gelangt, dass die Beklagte ihrer Informations- und Aufklärungspflicht ausreichend nachgekommen ist. Wie es sich damit verhält, hat das Bundesgericht im Folgenden gemäss dem im Berufungsverfahren geltenden Grundsatz iura novit curia (Art. 63 Abs. 3 OG) zu prüfen.