Citation: 6P.23/2000 31.07.2000 E. 2

2. Aufl. , Zürich 1997, Art. 305bis, N 11; Corboz, Les principales infractions, vol. II., Bern 1999, S. 308 N 11; Niklaus Schmid, Anwendungsfragen der Straftatbestände gegen die Geldwäscherei, vor allem StGB Art. 305bis, in: Geldwäscherei und Sorgfaltspflicht, Schriftenreihe SAV, Band 8, Zürich 1991, S. 115; kritisch Cassani, Commentaire du droit pénal suisse, partie spéciale, vol. 9, Art. 305bis N 9). d) Der Schuldspruch der gewerbs- und bandenmässigen Geldwäscherei verletzt kein Bundesrecht. Die Vorinstanz stützt sich für ihren Entscheid auf die Lehrmeinung, wonach der Gesetzeswortlaut es zulasse, in bestimmten Fällen vom konkreten Einzeltatnachweis abzusehen. Wenn die Erscheinungsformen der Mittel oder die Art der Transaktion eindeutig darauf hinwiesen, dass die Vermögenswerte aus dem Drogenhandel stammten und es sich um erhebliche Beträge handle, könne daraus ohne weiteres auf eine Vortat i.S. von Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetMG geschlossen werden (Ackermann, a.a.O., § 5/StGB 305bis, N 557; a.M. Cassani, Commentaire du droit pénal suisse, partie spéciale, vol. 9, Art. 305bis N 9). Dies ist nicht zu beanstanden. Nach den Worten der Botschaft muss sich der Richter nach inländischen Beweisvorschriften vom verbrecherischen Ursprung überzeugen (Botschaft, a.a.O., S. 1083). Hinsichtlich des akzessorischen Charakters stimmt der Tatbestand der Geldwäscherei mit der Hehlerei überein, wobei dieser Tatbestand grundsätzlich von der körperlichen Identität zwischen dem durch die Vortat erlangten Sache und dem Objekt der hehlerischen Handlung ausgeht. Nach Art. 160 Ziff. 1 Abs. 1 StGB wird mit Zuchthaus bis zu 5 Jahren oder mit Gefängnis bestraft, wer eine Sache, von der er weiss oder annehmen muss, dass sie ein anderer durch eine strafbare Handlung gegen das Vermögen erlangt hat, erwirbt, sich schenken lässt, zum Pfande nimmt, verheimlicht oder veräussern hilft. Auch hier erfordert die Strafbarkeit den Nachweis einer tatbestandsmässigen und rechtswidrigen Vortat. Indes muss die Tat nicht rechtlich genau qualifizierbar sein, solange sie nur ein Vermögensdelikt ist. Hehlerei ist aber selbst dann denkbar, wenn der Vortäter nicht bekannt ist, sich aber beweisen lässt, dass der aktuelle Besitzer einer Sache diese von einem unbekannten Dieb erworben haben muss (vgl. Walder, Die Hehlerei gemäss StrGB Art. 144 - Kasuistik und Lehren, ZStR 103/1986, S. 253). Dies gilt in gleichem Masse auch hier. Wenn sich aus den objektiven Umständen, namentlich der Höhe der eingesammelten Beträge, deren Stückelung sowie der Beherrschung des Drogenhandels durch Albanerkreise, in klarer Weise ergibt und auch allen Beteiligten bewusst ist, dass die Vermögenswerte mindestens zu einem erheblichen Teil aus Drogenhandel stammen müssen, genügt dies für die richterliche Überzeugung, dass die Vermögenswerte aus einem Verbrechen stammen. Die blosse theoretische Möglichkeit, dass ein kleiner Teil der Werte auch legal erworben worden sein kann, ändert daran nichts. Die Beschwerde erweist sich in diesem Punkt als unbegründet. e) Keine Verletzung von Bundesrecht liegt sodann in der Bejahung des subjektiven Tatbestandes. Nach Art. 305bis Ziff. 1 StGB muss der Täter wissen oder annehmen, dass die Vermögenswerte aus einem Verbrechen herrühren. Zur Erfüllung des Tatbestands genügt Eventualvorsatz. Der Täter muss unter anderem die verbrecherische Herkunft der Vermögenswerte zumindest in Kauf nehmen. Dabei muss er die Umstände kennen, die den Verdacht nahelegen, das Geld stamme aus einer verbrecherischen Vortat. Es genügt, dass er mit der Möglichkeit gerechnet hat, das Geld könne etwa aus qualifizierten Betäubungsmitteldelikten stammen und dies in Kauf genommen hat, mit anderen Worten, dass er mit einem Sachverhalt gerechnet hat, der als qualifiziertes Betäubungsmitteldelikt zu würdigen ist (BGE 119 IV 242 E. 2b mit Hinweisen). Die Vorinstanz schliesst zu Recht darauf, der Beschwerdeführer und seine Mitangeklagten hätten aufgrund der objektiven Umstände gewusst oder zumindest annehmen müssen, dass die gesammelten und transferierten Gelder grösstenteils aus Drogenhandel stammten. Wie der Beschwerdeführer und Y.K.________ im Untersuchungsverfahren eingestanden haben, ist ihnen dies tatsächlich auch bewusst gewesen. Auf diese Aussagen durften die kantonalen Instanzen ohne in Willkür zu verfallen, ohne weiteres abstellen, auch wenn die Angeklagten ihre Angaben später widerrufen haben. Dass der Beschwerdeführer in jedem einzelnen Fall hätte wissen oder annehmen müssen, dass das bezogene Geld aus Drogenhandel stammte, ist auch in diesem Kontext nicht erforderlich. Ausser Frage steht, dass der Transport der empfangenen Geldbeträge nach Albanien als Tathandlung im Sinne von Art. 305bis StGB zu qualifizieren sind, die geeignet ist, die Einziehung der Verbrechensbeute zu vereiteln (vgl. BGE 124 IV 274 E. 2). Die Beschwerde ist somit auch in diesem Punkt unbegründet.