Citation: 5A_323/2013 E. 3.1

3.1. Die Beschwerdeführerin wirft dem Obergericht zunächst vor, die Formvorschriften für die eigenhändige letztwillige Verfügung gemäss Art. 505 ZGB zu verkennen. Mit Blick auf die Formgültigkeit sei nur zu prüfen, ob das Testament selbst die Grundzüge der Anordnung enthalte. Dies sei hier nicht der Fall. Dem Schriftstück selbst lasse sich weder entnehmen, dass die Liegenschaften übertragen werden sollen, noch dass dies nach dem Tod der Verfasserin des Schriftstücks erfolgen soll. Mithin ergebe sich aus dem formgültig niedergelegten Wortlaut der Urkunde vom 7. Januar 2007 "nicht der geringste Hinweis" darauf, dass es sich um eine Anordnung von Todes wegen handle. Unter diesen Voraussetzungen komme nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung eine Auslegung des Dokuments anhand der "äusseren Umstände" nicht in Frage. Um seine Erkenntnis zu gewinnen, dass dem Schriftstück dem Wortlaut nach ein Testierwille entnommen werden könne, greife es auf die Umstände seines Zustandekommens zurück. Insbesondere stelle es den Inhalt des Dokuments in das Gefüge der letztwilligen Verfügungen der Erblasserin. Damit verletze es die "bundesrechtlichen Auslegungsregeln". Im Ergebnis sei die streitige Urkunde als Testament formungültig und gestützt auf Art. 520 ZGB für ungültig zu erklären.