Citation: 1C_251/2021 E. 4

Das Verwaltungsgericht verneinte schon die betriebliche Notwendigkeit, den nachgesuchten Standort zu beanspruchen (gemäss Art. 34 Abs. 4 lit. a RPV), weil sich die Beschwerdeführenden das Verhalten ihrer Eltern/Schwiegereltern anrechnen lassen müssten: Zum einen hätten sie den Betrieb als Pächter übernommen; zum anderen sei der Beschwerdeführer 1 auch erbrechtlich in die Stellung seines Vaters eingerückt. Die Beschwerdeführenden hätten bei der Hofübernahme um die Problematik gewusst; beide hätten bereits am Augenschein des Verwaltungsgerichts im Verfahren VG.2015.236 teilgenommen. Schon aus diesem Grund sei die Baubewilligung am vorgesehenen Standort zu verweigern. Im Übrigen stünden dem Vorhaben am nachgesuchten Standort überwiegende Interessen entgegen (Art. 34 Abs. 4 lit. b RPV). Die Liegenschaft Nr. 3263 befinde sich gemäss kantonalem Richtplan im Gebiet Nr. 135 "Thunbachtal" mit Vorrang Landschaft. Schutzziele seien die Freihaltung der unüberbauten Flächen von Hochbauten und negativ in Erscheinung tretenden Anlagen sowie die Konzentration der Hochbauten auf bestehende Weiler und Dörfer. Die Liegenschaft befinde sich sodann im Gebiet mit Vernetzungsfunktion Nr. 527. Dieses solle laut Ziff. 2.5 des kantonalen Richtplans die Wanderung von Tieren und die Ausbreitung von Pflanzen ermöglichen sowie zur Arterhaltung und Steigerung der Vielfalt beitragen. Bauliche Eingriffe dürften die Vernetzungsfunktion nicht erheblich beeinträchtigen. Bauten und Anlagen seien nach Möglichkeit ausserhalb der erwähnten Gebiete auszuführen. Das Verwaltungsgericht erwog, die Erstellung eines Mutterkuhstalls mit Remisenanteil sowie eines Laufhofs in einem von Weitem einsehbaren Gebiet stehe diesen Zielen zweifelsfrei entgegen. Durch das Bauvorhaben werde der Gebäuderiegel (von 20 auf 50 m) sowie die in Anspruch genommene Fläche mehr als verdoppelt. Die Nutzung werde viel intensiver und raumwirksamer und führe zu einer erheblichen Veränderung der Landschaft; zudem beeinträchtige sie auch die Ziele des Vernetzungsgebiets. Schliesslich sei zu berücksichtigen, dass die Beschwerdeführenden - entgegen den Vorgaben des verwaltungsgerichtlichen Entscheids vom 29. März 2017 - keine ernsthaften Anstrengungen belegt hätten, um alternative Standorte an weniger heikler Lage zu finden. Unter diesen Umständen könne das private Interesse der Beschwerdeführenden nicht als besonders hoch eingestuft werden.