Citation: I 388/00 13.09.2000 E. 2

2.- a) Der Gesuchsteller erblickt einen Revisionsgrund im Sinne von Art. 136 lit. b OG darin, dass das Eidgenössische Versicherungsgericht mit dem Urteil vom 23. Mai 2000 eine reformatio in peius vorgenommen habe, ohne ihm vorgängig das rechtliche Gehör und die Gelegenheit zum Rückzug der Beschwerde gegeben zu haben. Zwar könne das Gericht gemäss Art. 132 lit. c OG über die Begehren der Parteien zu deren Gunsten oder Ungunsten hinausgehen. Praxisgemäss sei eine Schlechterstellung jedoch nur möglich, wenn die Beschwerde führende Partei zuvor auf eine drohende reformatio in peius aufmerksam gemacht und ihr Gelegenheit gegeben worden sei, die Beschwerde zurückzuziehen. Diese gefestigte Praxis bilde Teil der gesetzlichen Regelung von Art. 132 OG. b) Beabsichtigt das Gericht, den angefochtenen Entscheid in Anwendung von Art. 132 lit. c OG zum Nachteil der Beschwerde führenden Partei abzuändern, so hat es diese - als Ausfluss des Anspruchs auf rechtliches Gehör - praxisgemäss vorgängig darauf aufmerksam zu machen und ihr Gelegenheit zur Stellungnahme einzuräumen. Die Beschwerde führende Partei hat alsdann die Möglichkeit, das Rechtsmittel zurückzuziehen, um der drohenden Schlechterstellung zu entgehen (BGE 120 V 94 Erw. 5a und 104 Erw. 5a mit Hinweisen). Von einer reformatio in peius im Sinne von Art. 132 lit. c OG kann indessen nur gesprochen werden, wenn die urteilende Instanz selber einen reformatorischen Entscheid fällt. Die blosse Möglichkeit einer Schlechterstellung der Beschwerde führenden Partei infolge Aufhebung des angefochtenen Entscheids oder der angefochtenen Verfügung verbunden mit einer Rückweisung zu ergänzender Sachverhaltsfeststellung und Neubeurteilung der Sache gilt nach ständiger Rechtsprechung des Eidgenössischen Versicherungsgerichts, von welcher abzugehen kein Anlass besteht, nicht als reformatio in peius (ARV 1995 Nr. 23 S. 138 Erw. 3a; ZAK 1988 S. 615 Erw. 2b). Da es im vorliegenden Fall an einer reformatio in peius und damit an der gerügten Verletzung des rechtlichen Gehörs fehlt, liegt kein Verstoss gegen Art. 132 lit. c OG vor und es muss bei der Feststellung bleiben, dass sich die mögliche Schlechterstellung der Beschwerde führenden Partei auf eine besondere Gesetzesvorschrift stützt, welche den in Art. 136 lit. b OG genannten Revisionsgrund ausschliesst.