Citation: 8C_229/2022 E. 5.1

5.1. Die Vorinstanz erwog weiter im Wesentlichen, die Auflage/Weisung zur Stellensuche sei rechtskräftig verfügt worden und grundsätzlich verbindlich. Eine möglicherweise ungünstige Ausgangslage auf dem Arbeitsmarkt befreie die Beschwerdeführer nicht von der Pflicht zu Arbeitsbemühungen. Der Beschwerdeführer sei gemäss den Zeugnissen des Dr. med. D.________, Facharzt für Allgemeine Medizin, vom 1. Januar bis 28. Februar 2021 und vom 8. März bis 30. April 2021 jeweils zu 70 % arbeitsunfähig gewesen. Die Beschwerdeführerin sei vom 1. bis 31. Januar 2021 zu 50 %, vom 1. Februar bis 16. März 2021 zu 100 % und vom 17. März bis 12. April 2021 zu 50 % arbeitsunfähig gewesen. Dr. med. D.________ habe die Beschwerdeführerin Ende 2020 grundsätzlich zu 50 %, den Beschwerdeführer Anfang 2021 zu 30 bis 40 % als arbeitsfähig angesehen. Dass die Beschwerdeführerin vorübergehend zu 100 % gearbeitet habe, habe Dr. med. D.________ als blossen Versuch bezeichnet. Es bestehe kein Anlass, von diesen Arztzeugnissen abzuweichen. Die Darstellung der Beschwerdeführer, sie hätten aus Furcht vor Repressalien den Hausarzt "angewiesen", rückwirkend eine teilweise Arbeitsfähigkeit zu bescheinigen, sei weder plausibel noch substanziiert und daher unbeachtlich. Für die Monate Januar und Februar 2021 lägen keine nachgewiesenen Arbeitsbemühungen vor. Im März 2021 habe sich die Beschwerdeführerin laut dem eingereichten Formular telefonisch bei neun Detailhändlern in der Umgebung sowie einer Reinigung/Wäscherei über offene Stellen informiert. Der Beschwerdeführer habe im betreffenden Monat angeblich bei vier Detaillisten, drei Personalvermittlern, einem Pflegeheim sowie auf dem Bau telefonisch nachgefragt, ob freie Stellen vorhanden gewesen seien. Als Absagegrund habe er jeweils angegeben, dass keine (geeignete) Stelle offen sei. Den Beschwerdeführern habe - ohne entgegenstehende Weisung - grundsätzlich kein Vorwurf gemacht werden können, wenn sie sich bei möglichen Arbeitgebern blind beworben hätten. Indessen habe die Sozialbehörde bei vorgängigen telefonischen Anfragen zwecks Nachverfolgbarkeit auf genaueren Angaben zu nachgefragten Stellen sowie zu angefragten Kontaktpersonen bestehen können. Weiter habe sie bei Blindbewerbungen bereits unter der geltenden Weisung verlangen dürfen, dass anstelle von telefonischen Anfragen vollständige schriftliche Bewerbungsdossiers eingereicht würden. Das Vorgehen der Beschwerdeführer, die sich jeweils vom jeweiligen Arbeitgeber telefonisch hätten bestätigen lassen, dass keine Stelle frei sei, sei insgesamt als wenig erfolgsversprechend erschienen. Der Einwand der Beschwerdeführer, es sei für sie zeitlich nicht realistisch gewesen, Bewerbungen zu schreiben bzw. zu verschicken, sei nicht nachvollziehbar. Insbesondere könnten grundsätzlich auch während einer vorübergehenden vollständigen Arbeitsunfähigkeit Stellenbewerbungen getätigt werden. Unter diesen Umständen habe die Vorinstanz von einem weisungswidrigen Verhalten ausgehen dürfen, das Anlass für Kürzungen der materiellen Hilfe habe sein können. Die Kürzung des Grundbedarfs um 10 % für die Dauer von drei Monaten gebe unter dem Gesichtspunkt der Verhältnismässigkeit zu keinen Beanstandungen Anlass. Angesichts des moderaten Betrags und der Befristung gelte dies auch unter Berücksichtigung der Unterstützungseinheit, der neben den Beschwerdeführern auch ihr Sohn angehöre. Somit sei die Beschwerde unbegründet.