Citation: 8C_427/2015 E. 5.2.2

5.2.2. Hinsichtlich des funktionellen Schweregrades der diagnostizierten Gesundheitsschädigung gilt es zuallererst festzuhalten, dass die Gutachter der Abklärungsstelle B.________ keine psychiatrische Diagnose mit einem Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit stellten. Diese ärztliche Einschätzung erfolgte unabhängig von der den Gutachtern weiter unterbreiteten Frage nach einer eventuellen Überwindbarkeit der psychischen Beschwerden gemäss den in BGE 130 V 352 angeführten Kriterien. Die als anhaltende somatoforme Schmerzstörung diagnostizierte Symptomatik wird als nicht gravierend beurteilt. Auch der rheumatologische Teilgutachter stellte fest, die geltend gemachten - somatischen - Beschwerden seien nicht ausgeprägt vorhanden. Als Indizien für eine nur leichte Ausprägung des Gesundheitsschadens lassen sich auch weitere vom Beschwerdeführer gegenüber den psychiatrischen Gutachtern geschilderte Alltagsaspekte anführen. So erledigt der Versicherte seinen Haushalt in einer 3-Zimmer-Wohnung inklusive der Mahlzeitenzubereitungen selbst. Er pflegt mit seiner geschiedenen Ehefrau sowie weiteren Freunden einen guten sozialen Kontakt mit gegenseitigen Besuchen, auswärtigem Kaffeetrinken und Treffen in der Moschee. Er geht spazieren, besucht häufig das Paul Klee-Museum und die Bibliothek, liest viel und schreibt arabische Texte. Es besteht also eine Diskrepanz hinsichtlich der Konsistenz des Aktivitätenniveaus in Beruf und Erwerb einerseits und im Freizeitverhalten andererseits (vgl. dazu BGE 141 V 281 E. 4.4.1 S. 303). Dazu passt, dass sich der Beschwerdeführer, trotz seit mindestens dem Jahre 2008 bestehenden Beschwerden, ausser der Einnahme von Medikamenten, keiner Psychotherapie unterzogen hat. Auch nach den Feststellungen des kantonalen Gerichts ist bezüglich ambulanter oder stationärer Behandlung von einer teilweisen Malcompliance und von nicht ausreichend genutzten zumutbaren Behandlungsmöglichkeiten auszugehen.