Citation: 2C_534/2023 E. 4.6

4.6. Rechtsprechungsgemäss darf ein Schweizer Kind deshalb nur dann dazu verpflichtet werden, dem sorge- und obhutsberechtigten Elternteil in dessen Heimat zu folgen, wenn nebst der Zumutbarkeit der Ausreise besondere, namentlich ordnungs- und sicherheitspolizeiliche Gründe vorliegen, welche die Verweigerung der Bewilligung und die damit für das Schweizer Kind verbundenen weitreichenden Folgen zusätzlich zu rechtfertigen vermögen (BGE 144 I 91 E. 5.2.4; 140 I 145 E. 3.3; 137 I 247 E. 4.2.1). Im Unterschied zu anderen Konstellationen des umgekehrten Familiennachzugs (vgl. BGE 147 I 149 E. 4; 144 I 91 E. 5.2 und 5.2.4) wird vom obhutsberechtigten Elternteil eines Schweizer Kindes nicht verlangt, dass er in der Vergangenheit ein tadelloses Verhalten an den Tag gelegt hat (BGE 144 I 91 E. 5.2.4; 140 I 145 E. 3.3; Urteil 2C_7/2018 vom 10. September 2018 E. 2.3). Bagatelldelikte, blosse Verstösse gegen aufenthaltsrechtliche Vorschriften oder Anzeichen eines missbräuchlichen Verhaltens genügen nicht für eine Aufenthaltsbeendigung (BGE 137 I 247 E. 5.1.3 und 5.2.2 f.; 136 I 285 E. 5.3; Urteile 2C_883/2018 vom 21. März 2019 E. 6.1; 2C_54/2011 vom 16. Juni 2011 E. 2.2). Nur Verfehlungen von einer gewissen Schwere überwiegen das Interesse des Schweizer Kindes, mit dem obhutsberechtigten Elternteil hier aufwachsen zu können (BGE 144 I 91 E. 5.2.4; 140 I 145 E. 3.3; 136 I 285 E. 5.2; Urteil 2C_883/2018 vom 21. März 2019 E. 6.1). Ebenso kann eine fortgesetzte und erhebliche Sozialhilfeabhängigkeit dem Verbleib des sorge- und hauptsächlich obhutsberechtigten ausländischen Elternteils eines Schweizer Kindes im umgekehrten Familiennachzug entgegenstehen, wenn keine Änderung absehbar erscheint (BGE 137 I 247 E. 5.2.5; Urteile 2C_273/2023 vom 30. Mai 2024 E. 6.2; 2C_7/2018 vom 10. September 2018 E. 3.1; 2C_640/2014 vom 27. März 2015 E. 4.1).