Citation: 1C_449/2023 E. 2.1

2.1. Die bestehende Baute auf dem Grundstück Nr. 1939 soll, wie bereits erwähnt, abgebrochen und durch einen Neubau ersetzt werden. Dagegen opponieren die Beschwerdeführenden. Sie beanstanden, der Neubau ordne sich nicht in die Umgebung ein, und werfen der Vorinstanz eine willkürliche Anwendung von § 12 der Bauordnung vom 5. Juni 2005 der Gemeinde Baar (im Folgenden: BO) vor. Diese Bestimmung schreibt in Absatz 1 vor, dass sich Gebäude hinsichtlich Grösse, Lage, Gestaltung und Oberfläche des Baukörpers sowie dessen Aussenraumes so in die Umgebung einzuordnen haben, dass eine gute Gesamtwirkung entstehe. In Absatz 2 ist festgelegt, dass Bauten, Anlagen, Farbgebungen, Materialien, Antennen, Reklamen und Anschriften sich insbesondere in Landschaften sowie Orts-, Quartier- und Strassenbilder gut einordnen müssen. § 12 BO ist eine positiv formulierte Ästhetikklausel, die über ein blosses Verunstaltungsverbot hinausgeht. In ihrer Anwendung steht sie in Abhängigkeit von der in Frage stehenden Umgebung, in die sich geplante Bauten, Anlagen und ihr Umschwung einordnen müssen (vgl. Urteil 1C_244/2023 vom 28. März 2024 E. 4.3).