Citation: 1B_415/2022 E. 4.3

4.3. Der Beschwerdeführer macht zwar geltend, er sei in der Schweiz integriert, und bringt zur Begründung insbesondere vor, seine Ehefrau und seine knapp nicht mehr minderjährige Tochter lebten in Basel und arbeiteten in festen Anstellungen. Aus seinen Ausführungen ergibt sich indessen nicht, dass die vorinstanzliche Feststellung, er sei in der Schweiz nicht integriert, offensichtlich unrichtig wäre, wobei er solches auch nicht ausdrücklich rügt. Weder nennt er weitere wichtige Bezugspersonen in der Schweiz noch zeigt er Umstände auf, aus denen sonst seine Integration hervorginge. Er stellt auch nicht in Abrede, dass seine Verwandten - abgesehen von seiner Ehefrau und seiner Tochter -, insbesondere sein erwachsener Sohn aus erster Ehe und sein jüngerer Bruder, in Serbien wohnen. Sodann bringt er zwar vor, er finde sich in der Schweiz aufgrund seiner Sprachkenntnisse ohne Weiteres zurecht, lebe er doch bereits seit knapp zwanzig Jahren hier. Damit rügt er jedoch nicht rechtsgenüglich, dass die vorinstanzliche Darstellung, er spreche sehr schlecht Deutsch, willkürlich wäre. Auch soweit der Beschwerdeführer vorbringt, die Vorinstanz unterstelle ihm aktenwidrig eine instabile wirtschaftliche Verankerung in der Schweiz, ist keine offensichtlich unrichtige Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz erkennbar. Zwar macht er in diesem Zusammenhang wie im vorinstanzlichen Verfahren geltend, er könne nach der Entlassung aus der Haft sofort eine bezahlte Arbeitsstelle antreten, wobei er auf ein bei der Vorinstanz eingereichtes Bestätigungsschreiben der E.________ AG für eine Hilfsarbeiterstelle mit einem Arbeitspensum von 50 - 100% verweist. Dies ändert indessen nichts daran, dass er nach dem Verkauf des Unternehmens für Fenstermontagen unbestrittenermassen keiner Erwerbstätigkeit mehr nachging. Aus seinen Ausführungen geht zudem nicht hervor, ob die mögliche Arbeitgeberin über das gegen ihn laufende Strafverfahren informiert ist und sie ihn auch in Kenntnis dieses Verfahrens beschäftigen würde. Die geltend gemachte mögliche Stelle als Hilfsarbeiter deutet ferner gerade nicht auf eine stabile wirtschaftliche Verankerung in der Schweiz hin. Hinsichtlich seiner finanziellen Situation bringt der Beschwerdeführer im Rahmen seiner Ausführungen zum Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege sodann vor, er verfüge über kein nennenswertes Vermögen und keine weiteren finanziellen Mittel. Der Beschwerdeführer kritisiert weiter zwar auch die vorinstanzliche Feststellung, wonach er mit seinem jüngeren Bruder in Serbien ein Taxiunternehmen betreibe, als aktenwidrig. Zudem macht er geltend, dieses Unternehmen werfe heute kein Geld mehr ab, könnte mithin kein finanzielles Standbein sein. Die von ihm kritisierte Feststellung der Vorinstanz stimmt jedoch mit seinen Aussagen an der Sitzung des Zwangsmassnahmengerichts vom 15. Mai 2020 und an der polizeilichen Einvernahme zur Person vom 16. Juni 2020 überein, auf die sich die Vorinstanz gestützt hat. In Bezug auf die heutige Ertragssituation des Unternehmens lässt er es zudem mit der erwähnten Behauptung bewenden, was den Begründungsanforderungen nicht genügt (vgl. vorne E. 2.2). Soweit der Beschwerdeführer die vorinstanzliche Darstellung, es bestehe ein intensiver Auslandsbezug, pauschal als aktenwidrig rügt, ist mit Blick auf seine Aussagen an den erwähnten Befragungen ebenfalls nicht ersichtlich, inwiefern dies der Fall sein sollte. Aus den weiteren Vorbringen des Beschwerdeführers ergibt sich ebenfalls nicht, dass die Vorinstanz den Sachverhalt im Zusammenhang mit der Frage der Fluchtgefahr offensichtlich unrichtig oder unvollständig festgestellt hätte. So ist nicht dargetan, inwiefern sie in Willkür verfallen sein sollte, indem sie gestützt auf die Anklageschrift davon ausgegangen ist, der Beschwerdeführer habe in der Hierarchie der Gruppierung an der Spitze gestanden. Weiter legen ihre Ausführungen zwar nahe, der Beschwerdeführer habe den gesamten von der Staatsanwaltschaft in der Anklageschrift angeführten Umsatz und Gewinn aus dem Drogenhandel allein erwirtschaftet; dabei dürfte es sich jedoch bloss um eine etwas unglückliche Zusammenfassung der Ausführungen in der Anklageschrift zum von der Gruppierung erwirtschafteten Umsatz und Gewinn handeln.