Citation: 9C_666/2018 E. 7.2.2

7.2.2. In der Terminologie der ZPO umfassen die Prozesskosten sowohl die Gerichtskosten als auch die Parteientschädigung (Art. 95 Abs. 1 lit. a und b ZPO). Sie werden nach Massgabe der in Art. 106 bis 109 ZPO enthaltenen Grundsätzen verteilt, unter Vorbehalt der besonderen Kostenregelungen in Art. 113 bis 116 ZPO (BGE 139 III 471 E. 3.1 S. 473). Gemäss der Grundnorm von Art. 106 Abs. 1 Satz 1 ZPO werden die Prozesskosten der unterliegenden Partei auferlegt. Art. 107 ZPO regelt sodann verschiedene Konstellationen, in denen von der Grundregel abgewichen werden kann und die Prozesskosten nach Ermessen verteilt werden. Insbesondere sieht Art. 107 Abs. 2 ZPO vor, dass Gerichtskosten, die weder eine Partei noch Dritte veranlasst haben, aus Billigkeitsgründen dem Kanton auferlegt werden können. 7.2.2.1. Wie die Vorinstanz in ihrer Stellungnahme richtig andeutet, ist es fraglich, inwiefern die Kosten eines (Administrativ-) Gutachtens, das ausserhalb eines Rechtsmittelverfahrens erstellt wurde, überhaupt zu den in Art. 107 Abs. 2 ZPO erwähnten Gerichtskosten zählen können. Die in Art. 95 Abs. 2 lit. c ZPO erwähnten "Kosten der Beweisführung" betreffen die Auslagen eines Gerichts für die Erhebung von Beweismitteln, namentlich die Einholung von Gutachten (BENEDIKT SUTER/CRISTINA VON HOLZEN, in: Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO], 3. Aufl. 2016, N. 23 zu Art. 95 ZPO). Auch ist zu berücksichtigen, dass die in Art. 107 Abs. 2 ZPO stipulierte Möglichkeit einer Auferlegung der Gerichtskosten an den Kanton keinen Anspruch der Parteien darstellt (JENNY, a.a.O., N. 25 zu Art. 107 ZPO). 7.2.2.2. Entscheidend ist aber, dass es gemäss der Rechtsprechung zu Art. 107 Abs. 2 ZPO nicht zu genügen vermag, dass dem Gericht - womit die erste gerichtliche Instanz gemeint ist - Fehler unterlaufen sind. Zu einem derartigen Schluss gelangen die Rechtsmittelinstanzen regelmässig, ansonsten keine Kassationen und Rückweisungen erfolgen würden. Vielmehr kommt die Kostenauflage an den Kanton aus Billigkeitsgründen nur in Betracht bei eigentlichen "Justizpannen" (Urteile 5A_737/2016 vom 27. März 2017 E. 2.3, 4A_364/2013 vom 5. März 2014 E. 15.4 am Ende und 5A_104/2012 vom 11. Mai 2012 E. 4.4.2 am Ende). Im vorliegenden Fall kann aber in keiner Weise von einer regelrechten "Justizpanne" die Rede sein, sodass die Voraussetzungen des von der Beschwerdeführerin angeführten Art. 107 Abs. 2 ZPO nicht gegeben sind. Eine Kostenauflage an den Kanton auf der Basis dieser Bestimmung ist nicht gerechtfertigt.