Citation: 4A_512/2009 26.01.2010 E. 6

Nach Art. 252 ZPO/VS werden die Prozesskosten den Parteien in der Regel gemäss dem Ausgang des Verfahrens auferlegt. Obsiegt keine Partei vollständig, werden sie verhältnismässig verteilt (Abs. 1). Von dieser Regel kann insbesondere abgewichen werden, wenn die unterliegende Partei sich in guten Treuen zur Prozessführung veranlasst sah oder wenn dem Kläger die genaue Bezifferung seines Anspruchs nicht zumutbar war und seine Klage grundsätzlich gutgeheissen wurde (Abs. 2). 6.1 Die Beschwerdeführerin wirft der Vorinstanz vor, mit der Aufteilung der Verfahrenskosten unter den Parteien (3/5 zu Lasten der Beschwerdeführerin und 2/5 zu Lasten der Beschwerdegegner) diese Bestimmung willkürlich angewendet zu haben. Sie macht geltend, aufgrund des Streitwerts, entsprechend der Summe von Klage- und Widerklagebegehren insgesamt Fr. 142'661.70 (Fr. 46'015.70 + Fr. 96'646.--), ergebe sich, dass die Beschwerdeführerin mit Fr. 58'682.40, mithin zu 41.14 % unterlegen sei, die Beschwerdegegner dagegen mit Fr. 83'979.30, mithin zu 58.86 %. Mit ihrer Kostenverteilung habe die Vorinstanz den von ihr wiedergegebenen Grundsatz ins Gegenteil verkehrt. Darüber hinaus setzt sich die Beschwerdeführerin auch mit Art. 252 Abs. 2 ZPO/VS auseinander und führt an, diese Bestimmung, auf welche sich die Vorinstanz nicht berufen habe, sei mit Blick darauf, dass die Beschwerdegegner ihre Forderungen erst in der Schlussdenkschrift beziffert hätten, nicht einschlägig. Die Widerklage werde auch nicht grundsätzlich, sondern nur im Umfang von 55 % gutgeheissen. Schliesslich könne jede Partei für sich in Anspruch nehmen, sich in guten Treuen zur Prozessführung veranlasst gesehen zu haben. Aus denselben Gründen sei auch der vorinstanzliche Entscheid über die Parteientschädigung willkürlich, da er nach denselben Kriterien zu erfolgen habe. 6.2 Die Vorinstanz führt einzig den Grundsatz des Obsiegens und Unterliegens an und kommt "insgesamt betrachtet" zum Ergebnis, es rechtfertige sich, Prozesskosten und Parteientschädigung zu 3/5 der Beschwerdeführerin und zu 2/5 den Beschwerdegegnern aufzuerlegen. Diese Begründung genügte im Hinblick auf den von der Vorinstanz angegebenen Streitwert und angesichts der besonderen Situation, Klage und Widerklage, welche teilweise auf Minderung des eingeklagten Restwerklohns zielt, offensichtlich nicht, um die Kostenverteilung der Vorinstanz nachzuvollziehen. Es ist nicht Sache des Bundesgerichts zu prüfen, ob die vorgenommene Verteilung vertretbar ist und die Begründung nachzuliefern. Vielmehr hat die Vorinstanz die Kostenverteilung so einlässlich zu begründen, dass sie von den Parteien nachvollzogen und gegebenenfalls sachgerecht angefochten werden kann (BGE 134 I 83 E. 4.1 S. 88 mit Hinweisen). Die Beschwerde ist in diesem Punkte begründet. Der angefochtene Entscheid ist diesbezüglich aufzuheben und die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen. Diese wird die Kostenverteilung zu überprüfen und hinreichend zu begründen haben, damit eine sachgerechte Anfechtung durch die Parteien und eine Überprüfung durch das Bundesgericht möglich wird.