Citation: 6P.20/2006 15.05.2006 E. 4.2

4.2.1 Das Appellationsgericht legt im angefochtenen Urteil dar, weshalb der Antrag des Beschwerdeführers auf Anhörung von A.________ als Auskunftsperson zur Frage, ob der Beschwerdeführer Kondome benutzt bzw. besessen habe, keinerlei Einfluss auf das Beweisergebnis haben könnte. Auf diese nachvollziehbaren Erwägungen kann verwiesen werden. Das Appellationsgericht hat den Beweisantrag ohne Willkür in vorweggenommener Beweiswürdigung abgewiesen. 4.2.2 Das Appellationsgericht hat den Antrag auf Anhörung einer Tonbandaufnahme unter anderem mit der Begründung abgewiesen, selbst wenn A.________ und Y.________ gelogen haben sollten, indem sie das Bestehen einer sexuellen Beziehung zwischen A.________ und dem Beschwerdeführer verneinten, lasse sich daraus nicht ableiten, dass beide in Bezug auf den sexuellen Missbrauch an Y.________ nicht glaubwürdig wären. Ob A.________ selber den Aussagen ihrer Tochter glaube, sei unerheblich. Angesprochen auf das fragliche Telefongespräch habe sie zudem zu Protokoll gegeben, dass sie bei dieser Gelegenheit dem Beschwerdeführer tatsächlich gesagt habe, sie traue ihrer Tochter nicht mehr, weil diese dauernd lüge. Das habe sich jedoch nicht auf die Geschichte mit dem sexuellen Missbrauch bezogen (Urteil Appellationsgericht, S. 3). Das Appellationsgericht hat eingehend geprüft, ob Hinweise auf einen anderen Täter vorliegen würden, eine Dritttäterschaft aber ausgeschlossen (Urteil Appellationsgericht, S. 6). Es hat auf die Ausführungen des Strafgerichts verwiesen, welches die denkbaren Gründe für eine mögliche Falschaussage von Mutter und Tochter zur Frage der sexuellen Beziehung zwischen der Mutter und dem Beschwerdeführer dargelegt hat, und sich diese zu eigen gemacht. Diese nachvollziehbaren möglichen Gründe, gegen die der Beschwerdeführer nichts vorbringt und die hier nicht weiter zu vertiefen sind, haben keinerlei Bezug zu den Tatvorwürfen und vermögen die Glaubwürdigkeit von Y.________ und A.________ in Bezug auf die dem Beschwerdeführer vorgeworfenen Taten nicht zu erschüttern. Was die Aussage von A.________ über ihre Tochter betrifft, so ist zu beachten, dass das Strafverfahren gegen den Beschwerdeführer sowohl für die Tochter als auch für die Mutter ausserordentlich belastend war und dazu beitrug, dass das Zusammenleben von Mutter und Tochter schliesslich nicht mehr möglich war (Urteil Appellationsgericht, S. 7). Ausgehend davon durfte das Appellationsgericht in antizipierter Beweiswürdigung annehmen, die Anhörung der Tonbandaufnahme vermöchte an seiner Überzeugung nichts zu ändern. 4.2.3 Das Appellationsgericht stellt fest, dass der Beschwerdeführer auch eventualiter keine Einwendungen gegen das erstinstanzliche Urteil erhoben habe, weshalb es diesbezüglich auf die in allen Teilen als zutreffend beurteilten Erwägungen der Vorinstanz verweist. Ergänzend führt es aus, das Strafgericht habe sämtliche Umstände, insbesondere die durch Versäumnisse der PUK bei der Erstellung des Glaubwürdigkeitsgutachtens verursachte übermässige Verfahrensdauer, gebührend berücksichtigt. Die ausgesprochene Strafe von viereinhalb Jahren Zuchthaus sei dem Verschulden und den persönlichen Verhältnissen des Beschwerdeführers angemessen und deshalb zu bestätigen (Urteil Appellationsgericht, S. 10). Diese Ausführungen sind insoweit unzutreffend, als der Beschwerdeführer in seiner schriftlichen Appellationsbegründung sich ausdrücklich mündliche Ausführungen zur Strafzumessung vorbehielt (act. Bd. 3 S. 512). An der mündlichen Verhandlung vor Appellationsgericht erhob der Beschwerdeführer eventualiter Einwände gegen die Strafzumessung. Er brachte zusammengefasst vor, die erste Instanz habe dem überlangen Verfahren und der damit verbundenen besonderen sozialen und psychischen Belastung, der fehlenden Vorstrafen, des Wohlverhaltens seit Beginn der Strafuntersuchung sowie dem fortgeschrittenen Alter zu wenig Rechnung getragen (act. Bd. 3 S. 587). Darin liegt jedoch für sich genommen keine Verletzung des rechtlichen Gehörs. Das Appellationsgericht hat die einzelnen Vorbringen des Beschwerdeführers sinngemäss verworfen, indem es annahm, die erste Vorinstanz habe alle Strafzumessungsfaktoren berücksichtigt und zutreffend gewertet sowie eine dem Verschulden und den persönlichen Verhältnissen des Beschwerdeführers angemessene Strafe ausgesprochen. Damit hat es den Vorbringen des Beschwerdeführers in der Entscheidung sachlich hinreichend Rechnung getragen und die verfassungsrechtlichen Minimalgarantien zur Wahrung des rechtlichen Gehörs beachtet. Die Beschwerde erweist sich auch in diesem Punkt als unbegründet.