Citation: 1B_10/2008 30.01.2008 E. 6

Der Beschwerdeführer macht geltend, das Besondere Untersuchungsrichteramt habe das Verfahren in nicht unerheblicher Weise verzögert und das Beschleunigungsgebot verletzt. Es könne nicht angehen, dass er in Anbetracht dieser Verfahrensverschleppung in Sicherheitshaft bleiben müsse. 6.1 Untersuchungs- und Sicherheitshaft ist nicht Strafhaft. Sie bezweckt die Sicherung des Strafverfahrens und der allfälligen Strafvollstreckung (Niklaus Schmid, Strafprozessrecht, 4. Auflage, Zürich 2004, Rz. 690 f.; Robert Hauser/Erhard Schweri/Karl Hartmann, Schweizerisches Strafprozessrecht, 6. Auflage, Basel 2005, § 68 Rz. 1) und nicht die Bestrafung des Tatverdächtigen. Dieser gilt bis zur rechtskräftigen Verurteilung vermutungsweise als unschuldig (Art. 32 Abs. 1 BV) und hat Anspruch auf ein Urteil (gemeint: Sachurteil) innert angemessener Frist (Art. 29 Abs. 1 und Art. 31 Abs. 3 Satz 2 BV). Nach der Rechtsprechung ist jedoch die Rüge, das Beschleunigungsgebot sei verletzt, im Haftprüfungsverfahren nur soweit zu beurteilen, als die Verfahrensverzögerung geeignet ist, die Rechtmässigkeit der Untersuchungshaft in Frage zu stellen und zu einer Haftentlassung zu führen. Dies trifft nur in bestimmten, besonders schwerwiegenden Fällen zu. In weniger gravierenden Fällen ist der Vorwurf nicht durch den Haftrichter, sondern gegebenenfalls durch den Sachrichter unter der gebotenen Gesamtwürdigung zu beurteilen (BGE 128 I 149 E. 2.2 S. 151 f.). 6.2 Angesichts der Dauer der strafprozessualen Haft von rund zwei Jahren und der erstinstanzlichen Verurteilung zu vier Jahren Freiheitsstrafe kann nicht gesagt werden, die bisherige Dauer der strafprozessualen Haft übersteige die mutmassliche Dauer der im Falle einer Verurteilung zu erwartenden Freiheitsstrafe bzw. rücke dazu in grosse zeitliche Nähe. Zudem sind keine Hinweise dafür ersichtlich, dass das Appellationsverfahren nicht mit der gebotenen Beschleunigung geführt und abgeschlossen wird. Bei dieser Sachlage liegt kein schwerer Fall im Sinne der Rechtsprechung vor. Demnach hat sich das Bundesgericht zum Vorwurf der Verschleppung des Strafverfahrens nicht weiter zu äussern.