Citation: 5C.53/2007 19.10.2007 E. 3

Als im Berufungsverfahren überprüfbare Rechtsfrage gilt dahingegen die Überprüfung der angewandten Kriterien der Unterhaltsberechnung. 3.1 Gemäss Art. 125 Abs. 1 ZGB besteht Anspruch auf nachehelichen Unterhalt, soweit einem Ehegatten nicht zuzumuten ist, für den ihm gebührenden Unterhalt unter Einschluss einer angemessenen Altersvorsorge selbst aufzukommen. Absatz 2 zählt - wenn auch nicht abschliessend - die für die Beantwortung dieser Frage massgebenden Kriterien auf, die auch bei der Bemessung des Beitrages zu berücksichtigen sind. Absatz 3 nennt die Voraussetzungen, unter denen ein Beitrag ausnahmsweise versagt oder gekürzt werden kann. Der nacheheliche Unterhalt soll insbesondere den durch die Ehescheidung verursachten Veränderungen Rechnung tragen. Einerseits hat jeder Ehegatte - soweit immer möglich - für seinen Unterhalt selbst zu sorgen; anderseits ist der eine Ehegatte zur Leistung von Geldbeiträgen an den anderen verpflichtet, wenn dieser seine durch die Ehe allenfalls beeinträchtigte wirtschaftliche Selbstständigkeit nicht erreichen kann (BGE 132 III 593 E. 9.1 S. 600; 127 III 136 E. 2a S. 138, je mit Hinweisen). In materieller Hinsicht ist dabei zu bemerken, dass die nacheheliche Unterhaltspflicht in Art. 125 ZGB offen umschrieben wird und das Gericht entsprechend über einen weiten Ermessensspielraum verfügt (Art. 4 ZGB; BGE 127 III 136 E. 3a S. 141; Botschaft, BBl 1996 I S. 115 f.). Das Bundesrecht schreibt insbesondere keine bestimmte Methode vor, wie der nacheheliche Unterhalt festzulegen ist (BGE 128 III 411 E. 3.2.2 S. 414). Anstelle der Quotenregel oder des sogenannt einstufig-konkreten Vorgehens hat das Kantonsgericht die Existenzminimumsberechnung mit Überschussteilung gewählt, bei welcher der gebührende Unterhalt dadurch berechnet wird, dass vom Gesamteinkommen beider Ehegatten deren familienrechtlichen Existenzminima abzuziehen sind und der danach verbleibende Überschuss grundsätzlich hälftig zwischen den Ehegatten zu teilen ist (vgl. dazu: Schwenzer, FamKommentar Scheidung, Bern 2005, N. 69 ff. zu Art. 125 ZGB). 3.2 Den anrechenbaren Einkünften der Parteien hat die Vorinstanz dabei ihren jeweiligen Bedarf gegenübergestellt, welcher dadurch bestimmt worden ist, dass zum Grundbetrag gemäss den Richtlinien der Betreibungs- und Konkursbeamten der Schweiz die Wohnkosten, die Krankenkassenprämien, die Steuern sowie die Auslagen für die notwendigen Versicherungen addiert wurden. Dieses Vorgehen kann auf Grund der Vorbringen des Beklagten - der sich mit dem blossen Hinweis, die diversen Bedarfspositionen seien willkürlich festgesetzt worden, begnügt und die Methode zur Berechnung des Unterhaltsbeitrages nicht grundsätzlich in Frage stellt - nicht beanstandet werden. Es ist auch nicht ersichtlich oder sonstwie dargetan, inwiefern das Kantonsgericht das ihm bei der Bestimmung des Unterhaltsbeitrags zustehende Ermessen (BGE 127 III 136 E. 3a S. 141) verletzt haben könnte. Das vom Kantonsgericht gefundene Ergebnis hält somit vor Bundesrecht stand. 3.3 Der Beklagte bringt weiter vor, die monatlichen Beiträge der beiden Söhne an Kost und Logis seien willkürlich nicht beim Einkommen der Klägerin berücksichtigt worden. Dass eine solche Verpflichtung besteht, ist von der Vorinstanz tatbeständlich festgestellt worden und auch zwischen den Parteien nicht strittig. In diesem Zusammenhang ist allerdings danach zu fragen, ob und in welchem Umfang die beiden Kinder mit ihrem eigenen Erwerbseinkommen (z.B. Lehrlingslohn) verhältnismässig an ihren Unterhalt beitragen und so ihre Mutter entlasten können (Art. 276 Abs. 3 ZGB), was allenfalls rechtfertigen könnte, den Grundbedarf für die beiden Kinder nicht oder nicht vollumfänglich in die Berechnung aufzunehmen. Dabei gilt es freilich ebenso zu beachten, dass der Lehrlingslohn nicht in jedem Falle voll, sondern verhältnismässig je nach Ausbildungsstand und Einkommenshöhe berücksichtigt werden sollte. Das Kantonsgericht hat dem insofern Rechnung getragen, als es einerseits den Grundbetrag der Klägerin auf Fr. 1'110.-- (für eine alleinstehende Person) festgesetzt und andererseits den Grundbedarf für den minderjährigen Sohn B.________ in der Höhe von Fr. 500.-- nicht berücksichtigt hat. Da sich die beiden Söhne im Zeitpunkt des vorinstanzlichen Urteils noch in Ausbildung befunden haben und deren konkreten späteren Verdienste noch nicht festgestellt worden sind, steht der Vorinstanz auch in diesem Bereich ein gewisses Ermessen (vgl. oben E. 3.1) zu, das sie in bundesrechtskonformer Weise ausgeübt hat.