Citation: 6B_1273/2021 E. 2.4.4

2.4.4. Überdies legt die Vorinstanz überzeugend dar, eine Einvernahme mit Bild und Ton sei vom Erkenntniswert höherwertig und würde es dem Gericht ermöglichen, einen persönlichen Eindruck von der Beschwerdegegnerin 2 zu erhalten (angefochtenes Urteil S. 18). Eine Ton- und Bildaufnahme erlaubt es sowohl den Parteien als auch den Strafbehörden, sich bei Unklarheiten, Bestreitungen oder sonstigen Einwendungen gegen die Korrektheit der Einvernahme oder des Protokolls ein eigenes Bild über die Befragung zu machen (vgl. dazu NIKLAUS OBERHOLZER, Grundzüge des Strafprozessrechts, 4. Aufl. 2020, N. 1681). Der vorliegende Fall ist denn auch nicht zu vergleichen mit denjenigen, in welchen bei Vorliegen einer Audiodatei zu einer Einvernahme kein Protokoll erstellt und entsprechend eine Verletzung der Beweisvorschriften festgestellt wurde (vgl. Urteil 6B_98/2018 vom 18. April 2019 E. 2.4, mit dem Hinweis darauf, der Mangel lasse sich ohne Weiteres beheben, indem von den Tonaufnahmen eine den Formerfordernissen genügende Abschrift erstellt werde). Die Vorinstanz hält fest, dem Gericht würden sowohl die Aufzeichnungen als auch die Abschriften sowie die anlässlich der Befragungen erstellten Berichte der Spezialistin vorliegen (angefochtenes Urteil S. 13). Hinzu kommt, dass der Beschwerdeführer gemäss Feststellungen der Vorinstanz bei der Videobefragung der Beschwerdegegnerin 2 vom 20. Dezember 2018 mit seinem Rechtsvertreter anwesend war. Demnach ist auch nicht ersichtlich, inwieweit der Umstand, dass die Einvernahme audiovisuell aufgezeichnet und im Nachhinein protokolliert wurde, den Beschwerdeführer in seinen Teilnahme- und Verteidigungsrechten einschränken würde.