Citation: 1C_428/2023 E. 4.2

4.2. Die Beschwerdeführenden bringen vor, Art. 39 StrG/AI statuiere eine Pflicht für vorderliegende Grundstücke, die im Kanton Appenzell Innerrhoden liegen würden. Darauf könne sich auch die Eigentümerschaft eines benachbarten ausserkantonalen Grundstücks berufen. Das Territorialitätsprinzip wäre nur verletzt, wenn der Kanton Appenzell Innerrhoden ausserkantonale Liegenschaften verpflichten wollte, hinterliegenden innerrhodischen Grundstücken ein Notwegrecht zu gewähren. Solches sei aber nicht der Fall. Eine solche Interpretation von Art. 39 StrG/AI ist zwar prinzipiell möglich. Angesichts des unbestrittenen Territorialitätsprinzips ist es jedoch nicht naheliegend, dass der Gesetzgeber des Kantons Appenzell Innerrhoden ausserkantonal gelegenen Grundstücken ein solches Privileg zu Lasten von Liegenschaften auf seinem Hoheitsgebiet einräumen wollte, ohne dies ausdrücklich im Gesetz festzuhalten. Unter diesen Umständen ist es jedenfalls nicht offensichtlich falsch, wenn die Vorinstanz davon ausgeht, dass Art. 39 StrG/AI nicht den Anschluss von ausserkantonalen Liegenschaften an die Strassen des Kantons Appenzell Innerrhoden beabsichtigt, sondern Rechte und Pflichten des StrG/AI auf Liegenschaften beschränken wollte, die sich in seinem Hoheitsgebiet befinden. Dies gilt umso mehr, als es nach den Feststellungen der Standeskommission ohne bundesrechtswidrige Neubauten möglich ist, über Grundstücke, die sich im Kanton Appenzell Innerrhoden befinden, mit dem Auto zur Liegenschaft der Beschwerdeführenden zu gelangen, wenn auch teilweise über unbefestigtes Gelände.