Citation: 6S.214/2005 30.06.2006 E. 2

Die Nichtigkeitsbeschwerde kann nur damit begründet werden, dass die angefochtene Entscheidung eidgenössisches Recht verletze (Art. 269 Abs. 1 BStP). Dabei ist in der Beschwerdeschrift kurz darzulegen, welche Bundesrechtssätze und inwiefern sie durch den angefochtenen Entscheid verletzt sind. Ausführungen, die sich gegen die tatsächlichen Feststellungen des Entscheides richten, sind unzulässig (Art. 273 Abs. 1 lit. b BStP). Der Kassationshof ist an die tatsächlichen Feststellungen der kantonalen Behörde gebunden (Art. 277bis Abs. 1 BStP). Nach dem angefochtenen Urteil ist nicht erstellt, dass die sexuellen Handlungen gegen den Willen der Beschwerdeführerin erfolgt sind (angefochtenes Urteil, S. 118). Wenn ab einem bestimmten Zeitpunkt von nicht mehr freiwilligen Handlungen ausgegangen würde, wäre jedenfalls der subjektive Tatbestand nicht erfüllt, weil der Beschwerdegegner aufgrund seiner entscheidenden subjektiven Sicht einer sadomasochistischen Beziehung nicht erkannt habe und auch nicht habe erkennen können, dass die Beschwerdeführerin mit den fraglichen sexuellen Handlungen nicht einverstanden gewesen sei (angefochtenes Urteil, S. 118-121). Die Nichtigkeitsbeschwerde erschöpft sich über weite Strecken darin, den Sachverhalt diesbezüglich abweichend darzustellen. Darauf ist nicht einzutreten. Die Beschwerdeführerin kritisiert des Weiteren das über den Beschwerdegegner eingeholte psychiatrische Gutachten, welches eine sadomasochistische Beziehung diagnostiziere, sich somit auch über die Beschwerdeführerin äussere und folglich über den Zweck des Gutachtens hinausgehe. Mit der Nichtigkeitsbeschwerde kann indessen nur das Urteil des Gerichts angefochten werden, nicht aber bestimmte Ausführungen des Gutachters. Im Übrigen wäre unerfindlich, weshalb es Art. 13 Abs. 2 StGB verletzen sollte, wenn in einem Gutachten über die Zurechnungsfähigkeit des Beschuldigten Ausführungen über die Art seiner Beziehung gemacht werden. Schliesslich beanstandet die Beschwerdeführerin, dass ihre Schadenersatzforderung auf den Zivilweg verwiesen wurde. Dies wäre zwar insofern eine zulässige Rüge, als Art. 9 Abs. 3 OHG verlangt, dass das Opfer für seine Zivilansprüche nur an das Zivilgericht verwiesen wird, wenn die vollständige Beurteilung dieser Ansprüche einen unverhältnismässigen Aufwand erfordert. Das Obergericht nimmt einen solchen unverhältnismässigen und nicht vertretbaren Aufwand deshalb an, weil der Schadenersatzanspruch mit den Kosten einer andauernden psychiatrischen Behandlung begründet werde, für welche nach dem teilweisen Freispruch genau zu unterscheiden wäre, inwiefern diese Kosten auf die einzelnen inkriminierten Vorfälle zurückzuführen sind (angefochtenes Urteil, S. 145). Mit dieser Begründung setzt sich die Beschwerdeführerin in der Nichtigkeitsbeschwerde nicht auseinander, weshalb auch auf diesen Punkt nicht einzutreten ist.