Citation: 9C_680/2018 E. 6.1

6.1. Im angefochtenen Entscheid wird festgestellt, es sei nicht überwiegend wahrscheinlich, dass beim Versicherten bereits vor dem vollendeten 5. Altersjahr eindeutige krankheitsspezifische Symptome des Geburtsgebrechens Ziff. 405 GgV Anhang erkennbar gewesen seien. Demgegenüber vertritt der Beschwerdeführer unter Hinweis auf die Schwierigkeiten beim Spracherwerb und bei der sozialen Interaktion sowie die Erziehungsproblematik den Standpunkt, es habe bereits damals viele Übereinstimmungen mit den einschlägigen diagnostischen Kriterien gegeben. Dabei bringt er zwar sinngemäss richtig vor, dass die bei ihm vor dem vollendeten 5. Altersjahr aufgetretene Spracherwerbsstörung grundsätzlich auch ins Bild des Asperger-Syndroms passen würde, doch handelt es sich dabei um ein diagnostisches Kriterium unter vielen und können Probleme mit dem Spracherwerb auch unabhängig von autistischen Störungen auftreten (vgl. dazu STEINHAUSEN, a.a.O., S. 91 und 160). Was sodann die soziale Interaktion (einschliesslich die Erziehungsproblematik) anbelangt, ergibt sich zwar aus den Akten, dass der Versicherte sich häufig grob, aggressiv, distanzlos und impulsiv verhielt. Indessen wurden diese Schwierigkeiten im sozialen Bereich nachvollziehbar und überzeugend auf die damals festgestellten Beeinträchtigungen - eine Spracherwerbsstörung bei Verdacht auf ADS und Verhaltensauffälligkeiten im Sinne von Hyperaktivität, Distanzlosigkeit und Impulsivität - zurückgeführt (Berichte der logopädischen und der entwicklungsneurologischen Abklärung am Spital E.________ vom 15. Juli 2005 und vom 5. September 2006). Die beschwerdeführerischen Einwände sind damit nicht geeignet, die vorinstanzliche Feststellung fehlender Erkennbarkeit eindeutiger autismusspezifischer Symptome im massgebenden Zeitraum als offensichtlich unrichtig erscheinen zu lassen. Dass es in den echtzeitlichen Akten abgesehen von den beschriebenen Schwierigkeiten an Anhaltspunkten für eine Beeinträchtigung der sozialen Kontaktfähigkeit fehlt, welche für Autismus-Spektrum-Störungen charakteristisch ist, wird vom Beschwerdeführer nicht weiter thematisiert. Zu diesem zentralen Aspekt finden sich in den Unterlagen keine Hinweise auf Defizite, wie beispielsweise dass der Blickkontakt des Versicherten wenig intensiv und am Gegenüber interessiert und der Kontakt zur unmittelbaren und erweiterten Umwelt deutlich eingeschränkt gewesen wäre, wie dies für Kinder mit Asperger-Syndrom typisch ist (STEINHAUSEN, a.a.O., S. 90). Vielmehr wird der Beschwerdeführer in den aus dieser Zeit stammenden Unterlagen als kontaktfreudig, kommunikativ und interessiert beschrieben (bei gleichzeitig rascher Ablenkbarkeit, geringer Ausdauer und geringer Frustrationstoleranz; Berichte des Spitals E.________ vom 15. Juli 2005 und der Dipl. Logopädin G.________ vom 9. Juli 2008).