Citation: 7B_13/2021 E. A

In der Nacht vom 1. auf den 2. Oktober 2016 drang eine Gruppe unbekannter Personen, darunter B.________, auf den Bauernhof von A.________ ein, welcher dort Hanf bzw. Marihuana anbaute, herstellte und lagerte. Nachdem die eingedrungenen Personen bemerkt worden waren, machten sich A.________ und Helfer ausgerüstet u.a. mit einer mit Gummischrot geladenen Schusswaffe, einem Baseballschläger und Kabelbindern daran, diese zu vertreiben. A.________ schoss in Richtung des flüchtenden B.________. Dieser wurde eingeholt, unter Einsatz des Baseballschlägers zu Fall gebracht, an den Händen gefesselt, mit dem Gewehrkolben geschlagen, auf die Ladefläche eines Fahrzeugs gehievt und zum Hof transportiert. B.________ wurde zur "Befragung" in den Rübenkeller in der Tenne des Hofes gebracht, dessen Eingang mit einem Brett verschlossen und mit einem Fahrzeug gesichert wurde. A.________ und seine Helfer zogen sich zu einer Lagebesprechung zurück. Die Eindringlinge kehrten in der Folge zurück, um B.________ aus der Gefangenschaft zu befreien. Aufmerksam geworden durch Geräusche, lud A.________ seine Schusswaffe mit Hasenschrotpatronen (3.5 mm Durchmesser pro Schrot) und begab sich mit dieser zur Tenne. Als er eintrat, stach ihm eine Person, welche sich beim Eingang versteckt hatte, mit einer Mistgabel in die Hand, wobei zwei Zinken seine Hand durchbohrten. A.________ gab einige Sekunden später einen unkontrollierten Schuss mit der Schrotmunition in Richtung der beim Hoflader Deckung suchenden Personen ab. Danach begab er sich zum Nachbarshof, um Hilfe zu holen. Als A.________ mit dem herbeigeholten Nachbarn zurückkehrte, ergriffen die eingedrungenen Personen die Flucht. Kurz darauf wurde B.________ freigelassen.