Citation: 5A_1038/2020 E. 5.5

5.5. Nach alledem erweist sich die Rüge, dass der angefochtene Entscheid in einem klaren und offensichtlich unhaltbaren Widerspruch zur belegten Rechtssituation in Norwegen stehe und das Kantonsgericht das norwegische Recht im Sinne von Art. 9 BV willkürlich anwende, als unbegründet. So unermüdlich der Beschwerdeführer dem Kantonsgericht eine willkürliche Anwendung des ausländischen Rechts vorwirft, so eifrig verbindet er diesen Vorwurf mit der immer wiederkehrenden Klage, dass die Vorinstanz auch Art. 16 IPRG verletze, weil sie das norwegische Recht in keiner Weise so anwende und auslege, wie der ausländische Richter dies tun würde. Richtig ist, dass ein schweizerisches Gericht, das seiner Beurteilung ausländisches Recht zugrunde zu legen hat, dieses fremde Recht so auslegen und anwenden muss, wie dies ein Gericht im ursprünglichen Geltungsbereich des anzuwendenden Rechts tun würde. Das bedeutet, dass das schweizerische Gericht sich in das Rechtssystem des betreffenden Landes versetzen und beispielsweise die in der fremden Rechtsordnung geltende Auslegungsmethodik oder eine allenfalls unterschiedliche Einordnung von Rechtsfiguren beachten muss. Mithin darf das schweizerische Gericht bei der Bestimmung der streitentscheidenden Rechtsfragen sowie bei der Ermittlung und Anwendung des ausländischen Rechts nicht ohne Berücksichtigung der Eigenheiten der fremden Rechtsordnung von den in der inländischen Dogmatik verwendeten Denkkategorien und Argumentationsmustern ausgehen, ansonst es Gefahr läuft, das ausländische Recht unvollständig festzustellen und damit Art. 16 IPRG zu verletzen (BGE 126 III 492 E. 3c mit zahlreichen Hinweisen). Wie die resümierte Rechtsprechung zeigt, kann eine Verletzung von Art. 16 IPRG nicht mit der unrichtigen, gegebenenfalls willkürlichen Anwendung des vom schweizerischen Gericht anzuwendenden ausländischen Rechts gleichgesetzt werden. Inwiefern sich das hier einschlägige norwegische Recht in der konkret umstrittenen Frage gegenüber dem schweizerischen durch dogmatische oder methodische Eigenheiten auszeichnet, zeigt der Beschwerdeführer nicht auf. Ebenso wenig legt er dar, dass das Kantonsgericht in Verkennung derartiger Besonderheiten inländischen Denkmustern und -kategorien verhaftet bleibt. Allein im gleichen Atemzug wie die willkürliche Anwendung des norwegischen Rechts auch eine Verletzung von Art. 16 IPRG ins Spiel zu bringen und hierzu ohne Bezug zum konkreten Fall floskelhaft Versatzstücke aus der bundesgerichtlichen Rechtsprechung vorzutragen, genügt nicht.