Citation: 1A.13/2001 29.05.2001 E. 5

5.-Schliesslich bringt die Beschwerdeführerin vor, bei der streitigen Rechtshilfe handle es sich um eine unzulässige "fishing expedition". "Auf flächendeckende Abklärungen zur Suche nach möglichen weiteren (noch unbekannten) Geschädigten" sei jedoch "die Rechtshilfe a priori nicht ausgerichtet". Das Verbot von Beweisausforschungen könne "nicht einfach dadurch umgangen werden, dass ein angeblich systematisches Vorgehen behauptet wird". Die Bewilligung der Rechtshilfe würde einen "umfassenden und unkontrollierten Informationsfluss ins Ausland" zur Folge haben. "Eine solche massive Aufweichung des Bankgeheimnisses und der Geheimsphäre auf dem schweizerischen Finanzplatz" liege "jedoch eindeutig nicht im Interesse der Schweiz". a) Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtes dürfen keine strafprozessualen Untersuchungshandlungen zur Auffindung von Belastungsmaterial zwecks nachträglicher Begründung eines Tatverdachtes durchgeführt werden. Eine hinreichend präzise Umschreibung der Verdachtsgründe soll möglichen Missbräuchen vorbeugen. Namentlich ist zu verhindern, dass sich die ersuchende Behörde unter dem Deckmantel eines von ihr lediglich behaupteten gemeinrechtlichen oder fiskalischen Betruges Beweise verschafft, die zur Ahndung nicht rechtshilfefähiger Fiskaldelikte dienen sollen (BGE 125 II 250 E. 5b S. 257 mit Hinweisen). Im Rahmen der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen sind sodann nur jene Aktenstücke zu übermitteln, welche sich auf den im Ersuchen hinreichend dargelegten Verdacht beziehen können. Mithin muss ein ausreichender sachlicher Konnex zwischen dem untersuchten Sachverhalt und den fraglichen Dokumenten erstellt sein (BGE 122 II 367 E. 2c S. 371; 112 Ib 462 E. 2b S. 463 f.). b) Wie dargelegt, besteht (gestützt auf das ergänzende Ersuchen vom 29. August 2000) der hinreichende Verdacht eines betrügerischen Vorgehens gegenüber zahlreichen Anlegern. Da es sich bei Betrug um ein Offizialdelikt handelt, muss sich die Untersuchung grundsätzlich von Amtes wegen auf alle betroffenen Anleger erstrecken, und zwar unbesehen, ob diese ausdrücklich einen Strafantrag gestellt haben oder nicht. Unter diesen Umständen erscheint der sachliche Konnex zwischen den sichergestellten Dokumenten (28 Ordner Geschäftsunterlagen mit Kundendaten) und dem Gegenstand der Strafuntersuchung im vorliegenden konkreten Fall ausreichend substanziert. Im Übrigen beruft sich die Beschwerdeführerin zwar auf das schweizerische Bankkundengeheimnis (vgl. BGE 123 II 153 E. 7 S. 160 f.). Gemäss dem Schreiben der Eidgenössischen Bankenkommission (EBK) vom 27. Februar 2001 hat die Beschwerdeführerin jedoch "nie" (weder als Bank noch als Effektenhändlerin) der Aufsicht der EBK unterstanden.