Citation: 1C_490/2017 E. 2.5

2.5. Das kantonale Verfahrensrecht und damit auch Art. 44 Abs. 2 VVRG kommt nicht zur Anwendung, soweit sich die Gemeinde auf ein speziell geregeltes bundesrechtliches Beschwerderecht berufen kann. Vorliegend fällt Art. 12 Abs. 1 lit. a NHG in Betracht. Der Gewässerschutz und die Sicherung angemessener Restwassermengen gehören zu den Bundesaufgaben (Art. 76 Abs. 3 BV), weshalb gegen Sanierungsverfügungen nach Art. 80 ff. GSchG grundsätzlich die Verbands- und die Gemeindebeschwerde offensteht (in BGE 139 II 28, nicht publizierte E. 1.1). Gemeinden sind nach ständiger Rechtsprechung befugt, im Interesse des Natur- und Heimatschutzes und zur Wahrung des heimatlichen Landschafts- und Ortsbilds Beschwerde zu führen, sofern die Verfügung ein Vorhaben betrifft, das auf ihrem kommunalen Hoheitsgebiet ausgeführt werden soll oder sich jedenfalls auf dieses auswirkt (grundlegend BGE 109 Ib 341 E. 2b S. 342 f.; bestätigt in BGE 118 Ib 614 E. 1c S. 616 f.; vgl. dazu PETER M. KELLER, in: Keller/Zufferey/Fahrländer, Kommentar NHG, Zürich 1997, Art. 12 N. 6). Dies ist vorliegend der Fall: Zwar geht es der Gemeinde Ergisch - wie sie selbst einräumt - in erster Linie um ihre vermögensrechtlichen Interessen als Konzessionsgeberin und Aktionärin der unterliegenden Kraftwerksbetreiberin Argessa AG. Sie beruft sich sich aber auch auf die Interessen von Landschaft und Gewässer; ihr Antrag, eine Mindestwasserdotation von 100 l/s ab Stausee für die Turtmänna vorzusehen, erscheint objektiv geeignet, diesen öffentlichen Interessen zu dienen.