Citation: 9C_455/2024 E. 3.1

3.1. Die Vorinstanz stellte fest, dass die J.________ AG bereits 2010 finanziell nicht auf einer soliden Grundlage gestanden habe. Das ergebe sich aus ihrer Bilanz, in welcher per 31. Dezember 2010 ein Verlust von rund Fr. -45'234.- ausgewiesen worden sei. Bei einem Eigenkapital (recte: Aktienkapital) von Fr. 100'000.- sowie gesetzlichen Reserven von Fr. 219.- habe damit nur knapp kein qualifizierter Kapitalverlust nach Art. 725 Abs. 1 aOR, aber doch eine erhebliche Unterbilanz resultiert. Schon deshalb sei fraglich, wieso sich die Beschwerdeführerin im Jahr 2010 unter diesen Umständen überhaupt für die Begebung des Darlehens entschieden und sich mit einem Aufschub der Zinszahlung bis zum 31. Dezember 2012 einverstanden erklärt habe. Die Tatsache, dass der definitive Abschluss 2010 der J.________ AG im Zeitpunkt der Darlehensbegebung noch nicht vorgelegen habe, ändere daran nichts. So habe K.________ zu Protokoll gegeben, dass bereits das Geschäftsjahr 2009 für die J.________ AG schwierig gewesen sei und er das Darlehen mit H.________, damals faktischer Geschäftsführer der Beschwerdeführerin, ausgehandelt habe. Dieser sei bereits 2010 Autorennen bei der J.________ AG gefahren. Gemäss Aussage von K.________ hätten dieser und H.________ ein "kollegial freundschaftliches" Verhältnis gepflegt. Hinzu komme, dass H.________ auch persönlich Darlehensgläubiger der J.________ AG gewesen sei und folglich Kenntnis der prekären Finanzlage dieser Gesellschaft gehabt haben müsse. Schliesslich habe H.________ selbst zu Protokoll gegeben, dass er über die finanzielle Schieflage der J.________ AG Bescheid gewusst habe. Bei dieser Sachlage sei davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin, handelnd durch H.________, bei der Darlehensbegebung Kenntniss der finanziellen Schwierigkeiten der J.________ AG gehabt habe bzw. hätte haben können und müssen. Der Darlehenszweck (Aufbau des Geschäftsmodells "Track Days") habe grundsätzlich keinen Einfluss auf die tatsächlichen finanziellen Umstände einer Darlehensnehmerin. Vielmehr habe das Darlehensgeschäft aus Sicht der Beschwerdeführerin - unter der Prämisse, dass es tatsächlich für den Aufbau eines neuen Geschäftsmodells gewährt worden sei - unter den vorliegenden wirtschaftlichen Gegebenheiten bei der J.________ AG als besonders risikobehaftet erscheinen müssen.