Citation: 4P.180/1999 29.02.2000 E. 4.-

Die Beschwerdeführerin rügt zudem eine willkürliche Beweiswürdigung bzw. Tatsachenfeststellung. Sie vertritt die Auffassung, aus den Aussagen der Zeugen Moser und Wunderlin ergebe sich eindeutig, dass man sich über den Grundsatz der Entgeltlichkeit einig gewesen sei, während in den Vertrags- entwürfen keine konkreten Hinweise zu finden seien, dass die Parteien Unentgeltlichkeit vereinbart hätten. Diese Entwürfe würden vielmehr den Grundsatz der Entgeltlichkeit gerade be- stätigen. Die Beschwerdeführerin kritisiert die Beweiswürdi- gung als unsachlich, unangemessen und nicht nachvollziehbar. a) Zur Vertragsauslegung wird im Entscheid des Han- delsgerichts zunächst festgehalten, dass in der Vereinbarung vom 29. Januar/24. Februar 1992 die Frage der Entgeltlichkeit nicht ausdrücklich geregelt sei. Das Handelsgericht betrach- tet sodann als entscheidend, dass der Beschwerdegegner sich auch für den Fall des Erreichens der sogenannten zweiten Stu- fe, das heisst nach Abnahme des Softwarepaketes, nicht zur Leistung einer Entschädigung verpflichtet habe, sondern dass die Beschwerdeführerin in der dritten Stufe das Recht erhal- ten sollte, mit den einzelnen Benützern des Softwarepaketes "DIALBA 2000" Lizenzverträge abzuschliessen und daraus ein Entgelt für die geleistete Entwicklungsarbeit zu erzielen. Aus den Aussagen der Zeugen Moser und Wunderlin ergibt sich nach dem Handelsgericht zwar, dass die Übernahme des unferti- gen Paketes nicht unentgeltlich sein sollte, aber dass man nicht gewusst habe, wie das Entgelt zu bemessen sei, weshalb die Parteien in der Erwartung, das Projekt werde ohnehin nicht abgebrochen, auf eine Regelung verzichtet hätten. Diese Aussagen der Zeugen korrigiert das Handelsgericht indes auf- grund des Inhalts der Vertragsentwürfe. Der Entwurf vom 13. November 1991 habe im Fall des Projektabbruchs die Über- nahme gegen Bezahlung eines Preises "auf Grundlage der beleg- baren und betriebswirtschaftlich gerechtfertigten Aufwendun- gen der GRESTA für dieses Softwarepaket" (Art. 11 Abs. 4) vorgesehen; im späteren Entwurf vom 6. Dezember 1991 sei dann neu für den Fall des Projektabbruchs eine unentgeltliche Un- terlizenz bzw. Lizenz vorgesehen worden, während die frühere Regelung in Art. 11 betreffend die Preisfestsetzung auf Grundlage der belegbaren Aufwendungen gestrichen worden sei. Im Entwurf vom 12. Dezember 1991 sodann werde weder von Un- entgeltlichkeit noch von einem Preis bzw. einer Preisbestim- mungsregel gesprochen. Und der Entwurf vom 7. Januar 1992 schliesslich, dessen Art. 6 mit dem späteren Vertragstext übereinstimme, sehe neu eine Konventionalstrafe zu Lasten der Gresta im Fall des Projektabbruchs nach dem 1. Januar 1993 vor. b) Das Handelsgericht legt die Vereinbarung vom