Citation: 6S.700/2001 07.11.2002 E. 3

Art. 2 Abs. 2 OHG anerkennt als Opfer im Rechtssinne (indirekte Opfer) den Ehegatte des (direkten) Opfers, dessen Kinder und Eltern sowie andere Personen, die ihm in ähnlicher Weise nahestehen. Für die Geltendmachung von Zivilansprüchen werden die oben genannten Personen dem direkten Opfer nur gleichgestellt, soweit ihnen Zivilansprüche gegenüber dem Täter zustehen (Art. 2 Abs. 2 lit. b OHG). Es ist somit zu prüfen, ob die Beschwerdeführer 2 zu den Personen gehören, denen gemäss Art. 47 OR im Fall der Tötung eines Angehörigen ein Genugtuungsanspruch zusteht. Diese Frage des materiellen Rechts, welche vorliegend umstritten ist, wird nachfolgend unter E. 4 behandelt. Sollte den Beschwerdeführern 2 ein Anspruch aus Art. 47 OR zustehen, sind sie als (indirekte) Opfer zur Nichtigkeitsbeschwerde legitimiert, da sie die übrigen Voraussetzungen erfüllen. Sie waren am kantonalen Verfahren beteiligt, fechten ausschliesslich den Zivilpunkt an (Art. 270 lit. e Ziff. 1 BStP) und beziffern ihre Zivilansprüche vor Bundesgericht rechtsgenüglich (BGE 128 IV 53 E. 6a S. 70). Die Berufungssumme von Fr. 8'000.-- ist erreicht (Art. 46 OG i.V.m. Art. 271 Abs. 2 BStP) und der Zivilpunkt kann nur mit Nichtigkeitsbeschwerde angefochten werden, da die Vorinstanz sowohl den strafrechtlichen Vorwurf wie den Zivilanspruch beurteilt hat (Art. 271 Abs. 1 BStP).