Citation: 8C_101/2024 E. 4

Nach umfassender Würdigung der medizinischen Akten stellte das kantonale Gericht fest, zum Zeitpunkt des Fallabschlusses per 20. April 2022 habe der Beschwerdeführer noch unter verschiedenen Beschwerden (so unter anderem Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen, Schlaf- und Aufmerksamkeitsstörungen) gelitten. Dabei habe es sich aber mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht mehr um organisch ausgewiesene Unfallfolgen gehandelt. Gemäss Austrittsbericht des Spitals F.________ vom 7. Mai 2021 sei der Beschwerdeführer zur Zeit des Spitaleintritts allseits orientiert gewesen. Der Wert der Glasgow Coma Scale (GCS) habe sowohl beim Eintrittsstatus (primary survey) als auch später (secondary survey) 15 Punkte betragen. Dieser Wert entspreche höchstens einer leichten Commotio cerebri mit leichter Bewusstseinsstörung und sei mit einer mild traumatic brain injury (MTBI) nicht vereinbar. Selbst wenn - dem Beschwerdeführer folgend - eine MTBI-Diagnose zu stellen wäre, wäre dies somit nicht mit einer objektiv nachweisbaren Funktionsstörung gleichzusetzen. Ein Leistungsanspruch wäre also nur dann zu bejahen, wenn die zum Zeitpunkt des Fallabschlusses weiterhin bestehenden, nicht organisch ausgewiesenen Beschwerden nicht nur natürlich, sondern auch adäquat kausal auf das Unfallereignis zurückzuführen wären. Eine leichte Commotio cerebri mit dem GCS-Wert von 15 Punkten genüge gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung grundsätzlich nicht für eine Adäquanzbeurteilung anhand der Schleudertrauma-Praxis. Hier müsse die Adäquanz selbst dann verneint werden, wenn sie anhand der Schleudertrauma-Praxis durchgeführt werde, da bei diesem mittelschweren Unfall im engeren Sinne nur zwei Kriterien (erhebliche Beschwerden und erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen) in nicht ausgeprägter Weise erfüllt seien. Weitere Abklärungen zur genauen Diagnosestellung, die lediglich im Zusammenhang mit der Frage relevant sei, ob die Adäquanz anhand der Psycho-Praxis oder der Schleudertrauma-Praxis zur Anwendung komme, würden sich erübrigen.