Citation: C 456/99 11.09.2000 E. 4

4.- Vorinstanz und AWA erachten die Firma auf Grund der konkreten Gegebenheiten als berechtigt, sich auf den guten Glauben zu berufen. Dieser Auffassung kann nicht beigepflichtet werden. a) Das für jede Abrechnungsperiode von den von der Kurzarbeit betroffenen Firmen separat einzureichende Formular "Antrag auf Kurzarbeitsentschädigung" führt auf der Vorderseite in Ziffer 2 als "Nicht anspruchsberechtigte Arbeitnehmer" solche auf, deren Arbeitsausfall nicht bestimmbar oder deren Arbeitszeit nicht ausreichend kontrollierbar ist. Anhand dieses klaren und unmissverständlichen Hinweises hätte die Firma bei Anwendung eines Mindestmasses an Aufmerksamkeit ohne weiteres erkennen können und müssen, dass für ihre Angestellten, für welche überhaupt keine Arbeitszeitkontrolle geführt worden ist, kein Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung bestand. Dies gilt umso mehr, als durch Unterzeichnung des Formulars bestätigt wird, dass die Arbeitnehmer nicht nur über die Einführung der Kurzarbeitszeit, sondern auch die Kontrollpflicht orientiert worden seien (Ziffer 3 des Formulars "Bestätigung durch den Arbeitgeber"). Daran ändert der Umstand, dass sich die Firma vor der Einführung der Kurzarbeitszeit im Jahre 1992 bei der Arbeitslosenkasse über das Abrechnungsprozedere erkundigt hatte, nichts. Dass diese Anfrage (auch) die Frage der Zeiterfassung zum Gegenstand hatte und von der Verwaltung dahin beantwortet worden ist, es bedürfe keiner Arbeitszeitkontrolle, führen weder die Vorinstanz noch das AWA aus. Auch hat die Firma weder im Rückforderungs- noch im Erlassverfahren derartiges jemals geltend gemacht, obwohl dies im Falle einer entsprechenden Erkundigung zu erwarten gewesen wäre. b) Die Verantwortlichen der Firma haben das Formular offenbar nicht mit der gebotenen Aufmerksamkeit gelesen und die beantragten Gelder schliesslich auch angenommen, ohne die Kasse auf ihren Fehler aufmerksam zu machen. Dies kann unter den gegebenen Umständen nicht als leichte Nachlässigkeit bezeichnet werden und steht der Annahme von Gutgläubigkeit entgegen. Aus welchen Gründen selbst die Verwaltung den offensichtlichen Fehler in Bezug auf die Anspruchsberechtigung nicht sogleich bemerkte, ist unerheblich, vermag doch dieser Umstand die anfänglich nicht vorhandene Gutgläubigkeit angesichts des leicht erkennbaren Rechtsmangels nicht wiederherzustellen (vgl. BGE 118 V 219 Erw. 2b). Aus demselben Grund ist unbehelflich, dass jene Personen, welche für das seco die Arbeitgeberkontrolle durchgeführt hatten, gegenüber der Firma keine Auskunft darüber zu erteilen vermochten, wie die Zeiterfassung korrekt durchzuführen gewesen wäre.