Citation: 2C_911/2022 E. 4.5.2

4.5.2. Nach Art. 109 der Verfassung des Kantons Appenzell Ausserrhoden vom 30. April 1995 (KV/AR; SR 131.224.1) ist die evangelisch-reformierte Kirche eine selbständige Körperschaft des öffentlichen Rechts (Abs. 1), die ihre inneren Angelegenheiten selbständig regelt (Abs. 2 Satz 1). Die Zugehörigkeit zu einer Kirche regelt sich gemäss Art. 110 Satz 1 KV/AR nach der Verfassung dieser Kirche. Auf den vorliegenden Sachverhalt ist die Kirchenverfassung der evangelisch-reformierten Landeskirche beider Appenzell vom 26. November 2000 anwendbar, die bis am 30. Juni 2022 in Kraft war (publiziert in der Gesetzessammlung dieser Landeskirche als "Kirchenverfassung 2000" mit der Ordnungsnummer 1.10; nachfolgend: Kirchenverfassung). Trotz der Bezeichnung als "Kirchenverfassung" handelt es sich bei diesem Erlass nicht um verfassungsmässiges kantonales Recht i.S.v. Art. 95 lit. c BGG, sondern um selbstgesetztes, internes Recht der Kirche. Dieses kommt aufgrund der Verweisung in Art. 110 Satz 1 KV/AR als ergänzendes kantonales Recht zur Anwendung, soweit es die Kirchenzugehörigkeit regelt. Das Bundesgericht prüft seine Anwendung mit derselben Kognition wie die Anwendung von kantonalem Gesetzes- und Verordnungsrecht, d.h. nur auf Verletzung von Bundesrecht, konkret des Willkürverbots hin (Art. 95 lit. a BGG).