Citation: 2C_856/2018 E. 4.2

4.2. Die Rechtsprechung lässt es zu, dass ein Ausländer, der - ohne über einen entsprechenden Anspruch zu verfügen - erfolglos ein erstes Mal um Familiennachzug nachgesucht hat, in einer späteren Anspruchssituation ein neues Gesuch stellt; vorausgesetzt ist aber, dass sowohl das erste Gesuch als auch das zweite Gesuch innert Frist (Art. 47 AIG; Art. 73 der Verordnung vom 24. Oktober 2007 über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit [SR 142.201; VZAE]) eingereicht worden sind (BGE 137 II 393 E. 3.3 S. 396 f.; vgl. ferner Urteil 2C_409/2018 vom 23. Januar 2019 E. 3.10 [zur BGE-Publikation vorgesehen]), wobei die Frist für das zweite Gesuch mit dem Statuswechsel zu laufen beginnt. Mit Blick auf die Frage, ob ein neuerliches Nachzugsgesuch aufgrund von Art. 29 Abs. 2 BV materiell zu prüfen ist (vgl. E. 3.2 hiervor), bildet der Statuswechsel von der Aufenthalts- zur Niederlassungsbewilligung mithin im Grundsatz eine wesentliche Änderung der Umstände. Entsprechend sind die Migrationsbehörden verpflichtet, in einer solchen Situation auf ein neues Nachzugsgesuch einzutreten und es einer materiellen Prüfung zuzuführen.