Citation: 2C_16/2015 E. 2.5.3

2.5.3. Die Veranlagungs- oder Gerichtsbehörde hat die gesammelten rechtserheblichen Tatsachen einer (freien) Beweiswürdigung zu unterziehen. Im bundesgerichtlichen Verfahren handelt es sich dabei um eine Tatfrage (BGE 140 III 264 E. 2.3 S. 266; 137 I 58 E. 4.1.2 S. 62). Rechtsfrage ist hingegen, ob die Behörde das treffende Beweismass hat walten lassen (Urteile 2C_392/2013 vom 20. Dezember 2013 E. 3.1; 2C_511/2013 vom 27. August 2013 E. 1.3, nicht publ. in: BGE 139 II 451; 5A_827/2009 vom 27. Mai 2010 E. 4.3.2). Gemeinhin ist der Beweis im ordentlichen Verfahren (Art. 130 ff. DBG) und damit auch im Nachsteuerverfahren (Art. 151 ff. DBG) erst erbracht, wenn die Behörde nach erfolgter Beweiswürdigung und anhand objektiver Gesichtspunkte vom Vorliegen eines rechtserheblichen Sachumstandes überzeugt ist ("Regelbeweismass der an Sicherheit grenzenden Wahrscheinlichkeit"; Locher, III, N. 28 der Einführung zu Art. 122 ff. DBG). Die erforderliche Überzeugung kann auf Indizien beruhen und bedingt keinen direkten Beweis. Die Praxis zur Verrechnungssteuer erachtet den Beweis dessen, dass die Leistung an einen Beteiligungsinhaber oder eine ihm nahestehende Person geleitet wurde, als erbracht, sobald aufgrund der Indizienlage keine andere plausible Erklärung für die Abwicklung des ungewöhnlichen Geschäftsvorganges ersichtlich ist (BGE 119 Ib 431 E. 3b S. 436; 115 Ib 274 E. 9b S. 279; Urteil 2A.237/2000 vom 6. September 2000 E. 4b/bb, in: RDAT 2001 I 18t 421). Diese Praxis wendet das Bundesgericht auch direktsteuerlich an (Urteile 2C_1082/2013 vom 14. Januar 2015 E. 6.4, in: ASA 83 S. 611, StR 70/2015 S. 432; 2C_199/2009 vom 14. September 2009 E. 3.2, in: RDAF 2009 II, S. 560; so schon 2A.166/1989 vom 18. Mai 1990 E. 4b).