Citation: 1C_263/2023 E. 4.6

4.6. Art. 34 Abs. 4 lit. c RPV soll sicherstellen, dass in der Landwirtschaftszone nicht unnötig neue Bauten und Anlagen erstellt werden, die infolge Betriebsaufgabe schon nach kurzer Zeit wieder leer stehen (ARE, Erläuterungen zur RPV, Ziff. IV 2.3.1 S. 32). Das in der zitierten Bestimmung verankerte Erfordernis der wirtschaftlichen Rentabilität und Überlebensfähigkeit des Betriebs gilt nicht nur für Haupt-, sondern auch für Nebengewerbe (vgl. BBl 1996 III 531 f. zu Art. 16a RPG). Die Existenzfähigkeit des Betriebs ist aufgrund der aktuellen Betriebsstruktur zu prüfen. Die längerfristige Existenz muss aufgrund gesicherter Fakten und einer vertieften Prüfung der Wirtschaftlichkeit bejaht werden können (Urteil 1C_335/2022 vom 9. Mai 2023 E. 4.2.2 mit Hinweis). Aus den Einkommensverhältnissen muss sich ergeben, dass mit der landwirtschaftlichen Nebentätigkeit ein namhafter Beitrag an den Existenzbedarf der Bewirtschafterfamilie geleistet wird. Ein Beitrag von rund einem Drittel wird vom Bundesamt für Raumentwicklung bei Vorhaben, die keine bedeutenden räumlichen Auswirkungen haben, als sachgerecht bezeichnet (vgl. Urteile 1C_516/2016 vom 5. Dezember 2017 E. 5.8; 1C_8/2010 vom 29. September 2010 E. 2.3.3). In seiner Vernehmlassung im Verfahren 1A.64/2006 führte das ARE diesbezüglich aus, die zu deckenden Aufwendungen würden sich aus den laufenden Ausgaben für Betrieb und Familie, den Zins und die Rückzahlungsverpflichtungen sowie aus den künftigen Investitionen zusammensetzen (E. 5.3).