Citation: 9C_428/2016 E. 2.2

2.2. Im angefochtenen Entscheid wird festgehalten, A.________ sei seit bald 20 Jahren als Fürsprecher und Notar tätig und seit über 10 Jahren mit seiner Ehefrau Eigentümer eines Hotels mit zwei Restaurationsbetrieben. Mindestens seit 2008, wahrscheinlich aber bereits seit länger, erwirtschafte er aus seiner beruflichen Tätigkeit keine Gewinne bzw. kein Einkommen. So führe er selber aus, dass die Advokatur- und Notariatskanzlei nach der Gründung "Anlaufverluste" und erst seit der Übernahme des Hotels bescheidene Gewinne erwirtschaftet habe und dass auch die Kollektivgesellschaft seit ihrer Gründung jährliche Verluste in Millionenhöhe verzeichne. Die Vorinstanz erwog, im Steuerrecht werde im Sinne einer Faustregel nach einer Verlustperiode von zehn Jahren keine selbständige Erwerbstätigkeit mehr angenommen, selbst wenn die steuerpflichtige Person subjektiv gewillt und überzeugt sei, dass eine Gewinnerzielung möglich sei, die fragliche Tätigkeit sich aber aufgrund ihrer objektiven Eigenschaft nicht oder nicht mit der erforderlichen Sicherheit zur Erzielung eines Gewinnes eigne. In sozialversicherungsrechtlichen Urteilen sei bei Tätigkeiten, aus welchen nach 10 bis 15 Jahren noch immer keine Erträge geflossen seien, ein erwerblicher Charakter verneint worden. Die beim Beschwerdeführer vorliegende, mindestens seit 2008 andauernde Verlustphase reiche praxisgemäss aus, um seine berufliche Tätigkeit nicht als selbständige Erwerbstätigkeit, sondern als Nichterwerbstätigkeit, bloss vorgegebene Erwerbstätigkeit (Scheintätigkeit) oder Erwerbstätigkeit unbedeutenden Umfangs (Liebhabertätigkeit) zu qualifizieren. Bei einem derart langen Festhalten an einer ertragslosen Geschäftstätigkeit müsse angenommen werden, dass diese offensichtlich anderen als erwerblichen Zwecken diene. Ein vernünftig denkender und handelnder Dritter würde zufolge der kontinuierlichen hohen Verluste von jährlich über xxx Millionen Franken die Tätigkeit denn auch nicht mehr weiterführen, dies nicht zuletzt auch deshalb, weil er dazu aus wirtschaftlicher Sicht gar nicht in der Lage wäre. Müsste der Versicherte seinen Lebensunterhalt aus dem erzielten Einkommen bestreiten, könnte er seine berufliche Tätigkeit nicht so lange ausüben. Dies sei nur deshalb möglich, weil er zufolge seines hohen Vermögens finanziell unabhängig sei und er seine berufliche Tätigkeit nicht mit dem Ziel der Wirtschaftlichkeit verfolgen müsse. Gerade in Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein Beitragspflichtiger praktisch von seinem Vermögen oder Vermögensertrag lebe, solle aber nicht leichthin auf Erwerbstätigkeit geschlossen werden, wenn eine Tätigkeit ohne klaren erwerblichen Charakter und mit geringem Einkommen ausgeübt werde. Massgebend sei nicht die Selbsteinschätzung der beitragspflichtigen Person. Es komme auch nicht alleine auf den Umsatz an, denn selbst bei einem hohen jährlichen Umsatz könne - wie der vorliegende Fall exemplarisch zeige - eine konkrete, nachweisbare Erwerbsabsicht fehlen. Nicht entscheidend sei schliesslich auch, ob die Kollektivgesellschaft als solche wirtschaftliche Ziele verfolge und kaufmännisch geführt werde, da alleine daraus nicht auf eine Erwerbsabsicht der einzelnen Gesellschafter geschlossen werden könne. Dass die Steuerbehörden ihn bisher als Selbständigerwerbenden anerkannt hätten, ändere nichts daran, dass er die Ausübung einer die Stufe der Liebhaberei übersteigenden, auf Erwerb gerichteten Tätigkeit nicht überzeugend dargelegt habe. Schliesslich prüfte das kantonale Gericht, ob eine rückwirkende Statusänderung zulässig sei oder eine solche nur für die Zukunft vorgenommen werden könne. Dabei ging es davon aus, dass die zweifellose Unrichtigkeit nach Massgabe des im Zeitpunkt der Wiedererwägung bekannten und allenfalls nachträglich ergänzten Sachverhalts zu beurteilen sei. Dass der Versicherte "trotz jährlichen Verlusten seit 16 Jahren an seiner Anwaltstätigkeit sowie seit 9 Jahren an seiner Tätigkeit in der Hotellerie/Gastronomie" festhalte, lasse darauf schliessen, dass er gar nie die Absicht gehabt habe, mit diesen Tätigkeiten ein Erwerbseinkommen zu erzielen. Bei dieser Sachlage habe die Beschwerdegegnerin den Statuswechsel zu Recht rückwirkend ab 1. Januar 2008 vorgenommen und den Beschwerdeführer ab diesem Datum als Nichterwerbstätigen erfasst.