Citation: 6B_1118/2023 E. 2.11

2.11. Zusammengefasst ist festzuhalten, dass die Vorinstanz das Tatbestandsmerkmal der Pflichtwidrigkeit im Sinne von Art. 158 StGB zutreffend als erfüllt erachtet. Auf eine mögliche übermässige Umschichtung deuten bei sämtlichen Kunden des Beschwerdeführers die turn-over-Raten (E. 2.6) und die break-even-Betrachtungen (E. 2.7) hin. Auch die commission-to-investment-Raten sind erheblich (E. 2.9). Mit der Vorinstanz ist weiter festzustellen, dass diese Kennzahlen nicht nur mit Blick auf die vereinbarten Anlagestrategien zu bewerten sind, sondern insbesondere im Lichte der gesamten Vermögensverwaltung des Beschwerdeführers zu deuten sind. Wie bereits dargelegt (E. 1), ist die Schlussfolgerung der Vorinstanz, es könne auf das Gutachten vom 2. Februar 2021 abgestellt werden (Urteil S. 41-52 E. 7 f.), nicht zu beanstanden. Dieses bestätigt die übermässige Handelstätigkeit des Beschwerdeführers im Tatzeitraum und spricht ihm eine erfolgreiche bzw. im Kundeninteresse liegende Handelstätigkeit ab. Da wegen seiner zu intensiven Handelstätigkeit mit dem angewandten Gebührenmodell kein wirtschaftlicher Erfolg möglich gewesen wäre, bestanden für seine Kunden auch keine realistischen Gewinnchancen und deren Vermögen wäre mit der Zeit sogar bei ausgezeichneten Handelserfolgen durch die Gebühren aufgezehrt worden. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers lässt sich aus dem Umstand, dass seine Kunden im Grundsatz wussten, dass die Depotbank ihm Retrozessionen aus den von ihnen erhobenen Gebühren und Courtagen weitervergütet (Beschwerde S. 21 f. N. 75 f. und S. 22 f. N. 78 f.), nicht darauf schliessen, diese hätten "gültig eingewilligt". Es ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer seinen Kunden die Höhe der von der Bank erhaltenen Retrozessionen und Vergütungen verschwiegen hat (vgl. hierzu BGE 144 IV 294; GAÉTAN DROZ, Rétrocessions dans le domaine financier: échec de la mise à l'épreuve per le gérant de fortune peu loquace, forumpoenale 3/2019, S. 221 ff.; BGE 142 IV 346 E. 4.3 mit Hinweis auf Urteil 6B_967/2013 vom 21. Februar 2014 E. 3.2.1). Die Vorinstanz erwägt zu Recht, die blosse Information über den aktuellen Stand resp. die eingetretenen Verluste genüge nicht, um von einer (konkludenten) Einwilligung der Kunden auszugehen (Urteil S. 71 E. 12.6; Beschwerde S. 22 f. N. 78; MANUEL LORENZ, a.a.O., Rn. 167 f. S. 91 f.). Damit hat der Beschwerdeführer das Vermögen seiner Kunden nicht ordnungsgemäss verwaltet und die Vorinstanz verletzt kein Bundesrecht, wenn sie zum Schluss gelangt, der objektive Tatbestand von Art. 158 Ziff. 1 StGB sei bezüglich aller Kunden erfüllt, weshalb eine mehrfache Tatbegehung vorliege (Urteil S. 71 E. 12).