Citation: 1C_219/2023 E. 4.1

4.1. Das Bundesgericht hat im Urteil BGE 149 II 96 geprüft, ob angesichts der seit dem 1. Januar 2021 geltenden neuen Ziff. 314.3 des Anhangs 1 zur OBV an seiner bisherigen Rechtsprechung zum Rechtsüberholen vollumfänglich festzuhalten sei. Es hat befunden, nach der genannten Bestimmung könne das Rechtsüberholen durch Ausschwenken und Wiedereinbiegen auf Autobahnen und Autostrassen mit mehreren Fahrstreifen neu im Ordnungsbussenverfahren geahndet werden. Dies komme allerdings nur ausnahmsweise in Betracht, wenn im Einzelfall in Berücksichtigung der gesamten konkreten Verhältnisse ein einfaches Rechtsüberholen ohne erschwerende Umstände vorliege. Dabei sei ein strenger Massstab anzuwenden und die Schwelle für das Vorliegen solcher Umstände tief anzusetzen (BGE 149 II 96 E. 5.5.2).