Citation: C 136/01 09.10.2002 E. 4

4.1 Es steht fest und ist unbestritten, dass das RAV dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 31. Juli 1997 den vom 11. bis 15. August 1997 dauernden Kurs "Erfolg im Arbeitsmarkt" zugewiesen hat und dass der Beschwerdeführer diesen Kurs nicht besuchte. Ebenfalls unbestritten ist, dass am 8. August 1997 ein Telefongespräch zwischen dem Beschwerdeführer und der zuständigen Sachbearbeiterin des RAV stattfand. Über dessen Inhalt liegen widersprüchliche Darstellungen vor: Der Versicherte erklärt, er habe dargelegt, er müsse aus familiären Gründen (Klinikaufenthalt seiner Schwester) dringend nach Kroatien reisen, und die Sachbearbeiterin habe sich damit einverstanden erklärt, dass er diese Reise unternehme und den ihm zugewiesenen Kurs nicht besuche, wobei die betreffenden Tage vom Ferienanspruch (kontrollfreie Tage) in Abzug gebracht würden. Die Sachbearbeiterin bestreitet, die Zustimmung zur Reise erteilt und den Versicherten vom Kursbesuch dispensiert zu haben, und führt aus, der Versicherte habe behauptet, er habe den Kurs bereits besucht. Zudem ist umstritten, ob sich der Beschwerdeführer, als er das Telefongespräch führte, bereits im Ausland befand, und ob die Sachbearbeiterin die Aufforderung, er möge noch am gleichen Nachmittag auf dem RAV erscheinen, wieder zurückzog. 4.2 Es trifft zu, dass der 8. bis 15. August 1997 auf dem Kontrollausweis als kontrollfreie Tage (Code 44) verzeichnet sind. Dieses Vorgehen wird jedoch in der Stellungnahme der RAV-Sachbearbeiterin vom 27. März 1998 plausibel damit erklärt, dass man ihm die im Ausland verbrachten Tage vom Ferienguthaben habe abbuchen wollen. Gegen die Darstellung des Versicherten spricht insbesondere, dass die Sachbearbeiterin, welche ihm am 8. August 1997 - unter gleichzeitiger Dispensation vom Besuch des zugewiesenen Kurses - den bis 15. August 1997 dauernden Aufenthalt in Kroatien erlaubt haben soll, ihn gleichentags schriftlich auf den 11. August 1997 zu einem Beratungsgespräch vorlud und am 18. August 1997 die Meldung an das KIGA wegen Nichtbefolgens von Weisungen und Verletzung der Meldepflicht erstattete. Die Abbuchung der kontrollfreien Tage erfolgte dagegen erst am 25. August 1997. Unter diesen Umständen kann von einem widersprüchlichen Verhalten der Sachbearbeiterin keine Rede sein, und es erscheint als überwiegend wahrscheinlich, dass der Beschwerdeführer nicht vom Besuch des Kurses dispensiert wurde. 4.3 Indem der Versicherte dem ihm mit Verfügung vom 31. Juli 1997 zugewiesenen Kurs ohne Dispensation fernblieb, hat er den Einstellungstatbestand des Art. 30 Abs. 1 lit. d AVIG erfüllt. Dass der Beschwerdeführer wegen der Klinikeinweisung seiner Schwester am 8. August 1997 nach Kroatien abreiste, vermag keinen entschuldbaren Grund im Sinne von Art. 30 Abs. 1 lit. d AVIG für den Nichtantritt des Kurses darzustellen, nachdem er in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde ausführen lässt, er hätte auf den Kursbeginn hin in die Schweiz zurückkehren können, wenn ihm die Stempelferien ganz klar verweigert worden wären.