Citation: 4C.369/1999 11.04.2001 E. 3

3.- Im Übrigen kann im Sinne einer Eventualbegründung festgehalten werden, dass auch unabhängig von den Fragen, die in den vorangehenden Erwägungen behandelt wurden, keine unlauteren Handlungen der Beklagten dargetan wären. Denn ein Verhalten dürfte auch insgesamt betrachtet kaum je als unlauter im Sinne der Generalklausel von Art. 2 UWG zu qualifizieren sein, wenn es aus einzelnen Handlungen besteht, die ihrerseits qualitativ zwar unter einen der besonderen Tatbestände der Art. 3 ff. UWG fallen würden, aber deren Tatbestandsvoraussetzungen nicht erfüllen. Dabei ist den Klägerinnen durchaus beizupflichten, dass auch neurechtlich die planmässige Annäherung an eine fremde Warenausstattung in der Absicht, den guten Ruf des Konkurrenten auszubeuten, als unlauteres Verhalten im Sinne von Art. 3 lit. e UWG in Betracht fällt. Wenn zwar missverständlich erscheint, insofern wie die Vorinstanz von Nachahmungsfreiheit zu sprechen, genügt für die Unlauterkeit einer solchen Nachahmung jedenfalls die blosse Übernahme fremder Leistungen nicht, sondern es bedarf weiterer unlauterkeitsbegründender Merkmale (vgl. Streuli-Youssef, in: SIWR, Bd. V/1, Lauterkeitsrecht, 2. Auflage, S. 169). Dies gilt im Übrigen ebenso für die Ausnützung fremden Vertragsbruchs und die Konkurrenzierung durch ehemalige Arbeitnehmer, welche für sich allein betrachtet dem Gebot der Lauterkeit im Wettbewerb nicht widersprechen.