Citation: 5A_208/2024 E. 10

Was die Beurteilung der Eignung und Bereitschaft zur persönlichen Betreuung anbelangt, wirft der Beschwerdeführer der Vorinstanz vor, vom Grundsatz der Gleichwertigkeit der Eigen- und Fremdbetreuung abgewichen und damit in Willkür verfallen zu sein sowie Art. 8 BV verletzt zu haben. Tatsächlich erweisen sich die diesbezüglichen Erwägungen der Vorinstanz als verkürzt: Die Möglichkeit der Eltern, das Kind persönlich zu betreuen, spielt hauptsächlich dann eine Rolle, wenn spezifische Bedürfnisse des Kindes eine persönliche Betreuung notwendig erscheinen lassen oder wenn ein Elternteil selbst in den Randzeiten (morgens, abends und an den Wochenenden) nicht bzw. kaum zur Verfügung stünde; ansonsten ist von der Gleichwertigkeit von Eigen- und Fremdbetreuung auszugehen (oben E. 8.1). Für die Obhutszuteilung an die Beschwerdegegnerin war letztlich allerdings in erster Linie die unterschiedliche Beurteilung der Bindungstoleranz entscheidend (siehe E. 11.1). Nachdem der Beschwerdeführer mit den diesbezüglichen Rügen nicht durchdringt (E. 9), erweist sich die Eignung und Bereitschaft zur persönlichen Betreuung daher nicht als ausschlaggebend und eine detaillierte Auseinandersetzung mit den Rügen des Beschwerdeführers erübrigt sich (zur fehlenden Drittwirkung von Art. 8 BV siehe E. 9.1.3.3).