Citation: 6P.59/2005 24.09.2005 E. 6

Die Vorinstanz hat kein Bundesrecht verletzt, als sie dem Beschwerdeführer den Aufschub des Strafvollzugs im Sinne von Art. 43 Ziff. 2 Abs. 2 StGB verweigerte. 6.1 Zutreffend ist, dass das Opfer am 16. Januar 2005, also kurz nach Erlass des angefochtenen Urteils, mündig geworden ist, der Beschwerdeführer sich also nicht mehr der sexuellen Handlungen mit Kindern schuldig machen kann. Auf der anderen Seite besteht gemäss dem ergänzenden Gutachten vom 10. August 2004 kein Zweifel, dass der Beschwerdeführer seinen Windelfetischismus immer noch in autoerotischer Weise auslebt (angefochtenes Urteil S. 13 unten). Eine emotionale Bindung zum Opfer ist ferner immer noch ersichtlich, und die Kontakte lassen darauf schliessen, dass der Beschwerdeführer dessen Nähe wieder aktiv sucht. Seine Aussagen, er könne B.________ nicht vergessen und er trauere ihr laufend nach, vor allem den vielen schönen gemeinsamen Situationen, sind nach zutreffender Auffassung der Vorinstanz höchst alarmierend (angefochtenes Urteil S. 15 f., insbesondere S. 18). Dies alles lässt einen Rückfall zwar nicht im Sinne von Art. 187 StGB, aber doch gemäss Art. 188 ff. StGB nicht ausschliessen, was auch von Dr. Knecht so gesehen wird (angefochtenes Urteil S. 16 mit Hinweis auf Ergänzungsgutachten S. 4), auch wenn der Beschwerdeführer "nicht zu den höchstgefährdeten Rückfalltätern gehört" (angefochtenes Urteil S. 16 mit Hinweis auf Ergänzungsgutachten S. 4). 6.2 Die Vorinstanz hat nicht verkannt, dass - was das Krankheitsbild des Beschwerdeführers betrifft - erfolgreich therapiert wird, auch wenn der bisherige Erfolg bescheiden sei und in erster Linie in der fehlenden Straffälligkeit in den letzten Jahren liege (angefochtenes Urteil S. 18). Zu Recht hat aber die Vorinstanz darauf hingewiesen, dass von einer guten Resozialisierung keine Rede sein kann, nachdem die Probleme im sozialen Umfeld (zwischenmenschliche Kontakte, Berufstätigkeit, Freizeitbeschäftigung, Schulden usw.) ungelöst seien. Sein Hinweis auf eine Anstellung in der Firma seines Vaters und den Privatkonkurs vermag an dieser doch wenig günstigen Einschätzung nichts zu ändern (Beschwerdeschrift S. 5 unten). 6.3 Wie der Beschwerdeführer zutreffend ausführt, hat die Vorinstanz nicht verkannt, dass es nicht gewiss ist, wie sich andere therapeutische Massnahmen während eines Strafvollzugs auswirken werden (Beschwerdeschrift S. 6, angefochtenes Urteil S. 17 unten). Sie hat aber - unter Berufung auf das Gutachten vom 6. Januar 2004 - festgehalten, dass eine kombinierte Therapie mit triebdämpfender Medikation, Antidepressiva und psychiatrischer Begleitbehandlung - wenn auch durch Fachleute vor Ort - ohne weiteres während des Strafvollzugs weitergeführt werden kann (angefochtenes Urteil S. 19). Zutreffend ist, dass die bisherigen gut etablierten Beziehungen zu den involvierten Fachfrauen abgebrochen werden müssen. Andererseits kann eine ambulante Behandlung im Vollzug den Beschwerdeführer auf später stattfindende Urlaube und andere Vollzugslockerungen vorbereiten und ihm die Haftsituation erleichtern. Auch stationäre Kriseninterventionen in einer psychiatrischen Klinik wären denkbar (angefochtenes Urteil S. 12/13 mit Hinweis auf das Gutachten vom 6. Januar 2004). Das heisst aber auch, dass eine ambulante Behandlung in einem ähnlichen Rahmen wie dem bisherigen auch nach dem Vollzug der Strafe wieder aufgenommen werden und die Verabreichung von Androcur wieder "Sinnhaftigkeit" erhalten können (angefochtenes Urteil S. 12 mit Hinweis auf das Gutachten vom 6. Januar 2004; Beschwerdeschrift S. 6 Ziff. 1.2). Zusammenfassend hat die Vorinstanz kein Bundesrecht verletzt, als sie den Strafvollzug nicht zu Gunsten einer ambulanten Therapie aufschob. Sie hat jedenfalls ihr weites Beurteilungsermessen nicht überschritten oder missbraucht. Aus den Ausführungen der Vorinstanz ergibt sich auch, dass durch den Strafvollzug keine aktuellen und günstigen Bewährungsaussichten zunichte gemacht oder erheblich vermindert würden. Die Nichtigkeitsbeschwerde ist demnach abzuweisen. III Kosten