Citation: 6B_416/2013 E. 4.3

4.3. Gemäss Art. 318 StGB erfüllen den Tatbestand des falschen ärztlichen Zeugnisses u.a. Ärzte, welche vorsätzlich ein unwahres Zeugnis ausstellen, das zum Gebrauche bei einer Behörde oder zur Erlangung eines unberechtigten Vorteils bestimmt, oder das geeignet ist, wichtige und berechtigte Interessen Dritter zu verletzen. Tatobjekt ist ein vom Täter in seiner beruflichen Eigenschaft ausgestellte unwahre schriftliche Erklärung über den gegenwärtigen Gesundheitszustand oder eine Bescheinigung über frühere Krankheiten. Das Zeugnis ist unwahr, wenn es ein unzutreffendes Bild des Gesundheitszustandes des Menschen oder von den gestützt darauf anzuordnenden Massnahmen oder zu ziehenden Schlussfolgerungen vermittelt (Stratenwerth/Bommer, Schweizerisches Strafrecht, Bes. Teil II, 7. Aufl., Bern 2013, § 60 N 17; Trechsel/Vest, Schweizerisches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 2. Aufl., 2013, Art. 318 N 4). Da dem Beschwerdegegner keine unwahren Feststellungen über den Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin 1 vorgeworfen werden, gelangt die Bestimmung nicht zur Anwendung (vgl. auch Strafanzeige, Untersuchungsakten act. 1, S. 13; Nichtanhandnahmeverfügung act. 20 S. 2). Ausser Betracht fällt auch der Tatbestand des falschen Gutachtens gemäss Art. 307 Abs. 1 StGB, da das fragliche Gutachten nicht in einem gerichtlichen Verfahren abgegeben bzw. nicht von einem Gericht in Auftrag gegeben wurde (angefochtenes Urteil S. 11; vgl. auch Beschwerde 1, S. 4 ff.; vgl. auch Nichtanhandnahmeverfügung act. 20 S. 2).