Citation: U 198/01 07.03.2002 E. 4

4.- Zunächst wird auf die in allen Teilen zutreffenden Erwägungen im kantonalen Entscheid verwiesen. a) Wie in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde in Übereinstimmung mit der Aktenlage richtigerweise eingeräumt wird, hat die SUVA lediglich die Rhinitis als Berufskrankheit anerkannt. Ob dies in Anwendung von Art. 9 Abs. 1 oder Abs. 2 UVG geschehen ist, kann letztlich offen bleiben. Da die Rhinitis auf Grund der im ZMB-Gutachten erhobenen Befunde für alle Tätigkeiten ausserhalb des von der Nichteignungsverfügung erfassten Bereichs offensichtlich keine erhebliche Arbeitsunfähigkeit begründet, fragt sich einzig, ob sonst Gesundheitsschädigungen vorliegen, welche entweder als solche gestützt auf Art. 9 Abs. 1 UVG (Erw. 3a) oder Art. 9 Abs. 2 UVG (Erw. 3b) als Berufskrankheit zu qualifizieren oder die natürliche und adäquatkausale Folge der Rhinitis (Erw. 3c) sind. Seitens des Beschwerdeführers ist zu Recht unbestritten geblieben, dass das ZMB-Gutachten - von der Frage der Genese der Gesundheitsschädigungen abgesehen - die medizinischen Verhältnisse umfassend und schlüssig ausweist. Die unter dem Titel Nebendiagnose festgehaltenen Leiden brauchen nicht näher betrachtet zu werden, zumal sie ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit sind. Es bleiben die als Hauptdiagnosen genannten allergisch-toxischen Reaktionen auf Lösungsmittel und die Somatisierungsstörung bei ängstlicher Persönlichkeit. Soweit der Versicherte in der selbst eingereichten Verwaltungsgerichtsbeschwerde ein psychisches Leiden in Abrede stellt, ist ihm nicht zu folgen, da der psychiatrische Status im Rahmen der ZMB-Begutachtung überzeugend und insbesondere auch in Übereinstimmung mit den Vorakten aufgearbeitet worden ist. Die Vorbringen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde des Rechtsvertreters vermögen ihrerseits nichts daran zu ändern, dass die Somatisierungsstörung bei ängstlicher Persönlichkeit nach allgemeiner und fachmedizinischer Erfahrung sowie dem gewöhnlichen Lauf der Dinge keine adäquate Folge der als Berufskrankheit anerkannten Rhinitis im Sinne der Rechtsprechung (BGE 125 V 456) darstellt. b) Damit bleibt zu prüfen, ob die allergisch-toxischen Reaktionen auf Lösungsmittel eine Folge der Rhinitis oder aber ihrerseits eine Berufskrankheit nach Art. 9 Abs. 1 oder Abs. 2 UVG darstellen. Erstes - natürliche Folge der Rhinitis - kann nach Lage der medizinischen Akten ohne weiteres ausgeschlossen werden. Die zweite Hypothese ist - in ihren beiden Varianten - ebenfalls zu verwerfen, weil die hiefür erforderlichen qualifizierten beweismässigen Voraussetzungen - überwiegender Kausalitätsanteil der versicherten Malerarbeit nach Art. 9 Abs. 1 UVG; stark überwiegende bis ausschliessliche Verursachung im Rahmen der Generalklausel nach Art. 9 Abs. 2 UVG - von vornherein nicht erstellt werden können. Die Berufung in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde des Rechtsvertreters auf BGE 126 V 183 geht fehl, weil die Verhältnisse nicht vergleichbar sind. In jenem Urteil ging es um die Frage, ob ein empirisch gesichertes Wissen den Nachweis einer qualifizierten Ursächlichkeit im Einzelfall ausschloss; im vorliegenden Fall fehlt es demgegenüber gerade, durchaus unter Berücksichtigung sämtlicher Berichte des Arztes R.________, Privatpraxis Umweltmedizin, vom 13. Oktober, 12. und 16. November 1999 und 2. Mai 2000 sowie des Dr. C.________, ORL-Spezialist, Allergologe und Immunologe, vom 23. September 1998 und 25. April 2000, an einem solchen auf Grund weltweit betriebener Forschung gesicherten Wissen. Der erforderliche Beweis einer qualifizierten berufsbedingten Genese der von R.________ diagnostizierten multiplen Chemikaliensensibilität und chronischen Erschöpfungssyndrom (Bericht vom 8. Januar 2001) ist in Anbetracht der Vielzahl und Vielgestaltigkeit der als Noxen angeschuldigten ubiquitären, d.h. in allen Lebensbereichen vorkommenden Substanzen (laut Arzt R.________ Lebensmittel, Nahrungsmittelzusatzstoffe, synthetische Farbstoffe, Umweltchemikalien) nicht zu erbringen. Das deckt sich mit den sorgfältigen arbeitsmedizinischen Untersuchungen und Beurteilungen vom 6. November 1997, 24. Juli und 19. Oktober 1998, 14. Januar 1999 und 1. März 2000. Den Darlegungen der arbeitsmedizinischen Spezialisten der SUVA ist rechtsprechungsgemäss (BGE 122 V 161 f.) volle Beweiskraft zuzuerkennen, so lange keine konkreten Indizien für fehlende Schlüssigkeit vorliegen, was hier nicht gesagt werden kann. Da auf Grund dieser Aktenlage - in voller Kognition (Art. 132 lit. a, b OG) - entschieden wird, trifft die Rüge der Gehörsverletzung im Zusammenhang mit dem vom kantonalen Gericht erwähnten Internet-Auszug "Die Chemie, die nicht stimmt" ins Leere.