Citation: 5A_300/2022 E. 4

Das Bezirksgericht hat den Kindesunterhalt anhand der einstufigen Methode berechnet, weil der Vater die von ihm angeforderten Unterlagen nicht eingereicht hatte. Das Obergericht schützte dies mit der Begründung, gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung dürfe eine andere als die an sich vorgegebene zweistufige Methode verwendet werden, wenn dies im Einzelfall sachlich begründet sei. Es hat sodann diverse Phasen gebildet, sowohl für die Zeit in der Schweiz als auch für die Zeit nach der Auswanderung, und hat dabei den jeweiligen Bedarf des Kindes berechnet. Diesen hat es vor dem Hintergrund, dass die Mutter das Kind allein betreut, aber etwas mehr verdient als der Vater, zu 10 % der Mutter und zu 90 % dem Vater als Unterhaltsschuld zugewiesen. Der Beschwerdeführer erblickt darin eine unsachgemässe Ermessensausübung und geht davon aus, dass die Mutter einen Anteil von 17 % tragen müsste, da sie in diesem Verhältnis mehr verdiene als er (Nettoeinkommen von Fr. 10'330.-- bzw. von Fr. 12'100.--). Sodann verlangt er ab August 2023, wenn das Kind zur Schule gehe, die hälftige Bestreitung des Kindesunterhaltes, weil es ab diesem Zeitpunkt unter die alternierende Obhut der Parteien zu stellen sei. Auch diesbezüglich fehlt es an Willkür- oder anderen Verfassungsrügen; der Beschwerdeführer beschränkt sich auf rein appellatorische Ausführungen. Aber selbst wenn über das Fehlen von Verfassungsrügen hinweggesehen würde, bringt er nichts vor, was von der Sache her und im Ergebnis auf Willkür schliessen lassen könnte: Derjenige Elternteil, der über die alleinige Obhut verfügt, erbringt den Naturalunterhalt, weshalb der andere Teil grundsätzlich den Geldunterhalt zu erbringen hat; von dieser Verteilung ist allerdings abzuweichen, wenn der hauptbetreuende Elternteil deutlich leistungsfähiger ist als der andere (BGE 147 III 265 E. 5.5 und 8.1 m.w.H.; Urteile 5A_549/2019 vom 18. März 2021 E. 3.4; 5A_44/2020 vom 8. Juni 2021 E. 10.1; 5A_513/2020 vom 14. Mai 2021 E. 5.3; 5A_407/2021 vom 6. Mai 2022 E. 6.2.2). Bei der Beteiligung des finanziell stärkeren Elternteils handelt es sich freilich nicht um eine mathematische Operation, sondern um auf Art. 4 ZGB gestützte Ermessensausübung des Sachgerichtes bei der Unterhaltsfestsetzung (BGE 147 III 265 E. 5.5). Vorliegend besteht zwischen den Parteien keine eklatante Einkommensdisparität, sondern verdient die Mutter etwas mehr als der Vater. Sodann ist zu beachten, dass die einstufige Methode zu tieferen Bedarfszahlen geführt haben dürfte, weil das Kind nicht von einem Überschussanteil profitiert, wie er sich angesichts der Höhe der elterlichen Einkommens bei der zweistufigen Methode zweifellos ergäbe. Vor diesem Hintergrund wäre selbst bei expliziten Willkürrügen keine willkürliche Ermessensausübung ersichtlich, wenn das Obergericht den nach der einstufigen Methode berechneten Bedarf des Kindes zu 90 % durch den Vater tragen lässt. Die Ausführungen zur Bedarfsberechnung bei alternierender Obhut sind gegenstandslos, nachdem die vom Obergericht erlaubte Verlegung des gewöhnlichen Aufenthaltes des Kindes nach Australien mit dem vorliegenden Urteil geschützt wird (dazu E. 3).