Citation: 2C_539/2023 E. 5.2.1

5.2.1. Schon in einem Urteil aus dem Jahr 1923 (BGE 49 I 160) hat das Bundesgericht festgestellt, dass Art. 50 Abs. 1 WRG eine zwingende Vorschrift ist und "dass der Unternehmer auf das ihm hier gewährte Recht auch nicht verzichten kann" (BGE 49 I 160 E. 4). Der Wortlaut der Bestimmung "es «soll» während der Baufrist kein Wasserzins erhoben werden" stehe in dieser Beziehung in deutlichem Gegensatz zu Art. 50 Abs. 2 WRG, nach dessen Formulierung die Ermässigung des Wasserzinses davon abhänge, "dass der Beliehene sie verlangt". Die Unverzichtbarkeit des Anspruchs gemäss Art. 50 Abs. 1 WRG gelte freilich nur für das Recht des Unternehmers aus Art. 50 Abs. 1 WRG an sich, "nicht aber für die Ausübung des Rechts im einzelnen laufenden Jahr. In letzter Beziehung wird er wirksam verzichten können, indem er z.B. den Wasserzins vorbehaltlos bezahlt" (BGE 49 I 160 E. 4; vgl. ebenso BGE 54 I 432 E. 4 sowie Michael Merker/Philip Conradin-Triaca, in: Brigitta Kratz/Michael Merker/Renato Tami/Stefan Rechsteiner/Kathrin Föhse [Hrsg.], Kommentar zum Energierecht, Band I, 2016, N. 12 zu Art. 50 WRG).