Citation: 1C_141/2021 E. 1.2

1.2. Art. 89 Abs. 1 BGG setzt für das Beschwerderecht voraus, dass die Beschwerdeführer durch den angefochtenen Entscheid besonders berührt sind (lit. b) und ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung haben (lit. c). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung sind Nachbarn zur Beschwerdeführung gegen ein Bauvorhaben in der Regel insbesondere dann legitimiert, wenn sie mit Sicherheit oder zumindest grosser Wahrscheinlichkeit durch Immissionen (Lärm, Staub, Erschütterungen, Licht oder andere Einwirkungen) betroffen werden, die der Bau oder Betrieb der fraglichen Anlage hervorruft (BGE 136 II 281 E. 2.3.1 mit Hinweisen). Als Kriterium zur Beurteilung der Betroffenheit dient in der Praxis die räumliche Distanz zum Bauvorhaben bzw. zur Anlage. Die Rechtsprechung bejaht in der Regel die Legitimation von Nachbarn, deren Liegenschaften sich in einem Umkreis von bis zu rund 100 m befinden. Bei grösseren Entfernungen muss eine Beeinträchtigung aufgrund der konkreten Gegebenheiten glaubhaft gemacht werden. Allerdings darf nicht schematisch auf einzelne Kriterien (insbesondere Distanzwerte) abgestellt werden, sondern ist eine Gesamtwürdigung anhand der konkreten Verhältnisse erforderlich (BGE 140 II 214 E. 2.3 mit Hinweisen). Wird bestehender Lärm durch eine Anlage oder deren Zubringerverkehr verstärkt, so bejaht das Bundesgericht die Legitimation, wenn die Zunahme deutlich wahrnehmbar ist; dies wird anhand von qualitativen (Art des Geräuschs) und quantitativen Kriterien (Erhöhung des Lärmpegels) beurteilt (BGE 136 II 281 E. 2.3.2 und E. 2.5.4; Urteil 1C_11/2021 vom 15. Dezember 2021 E. 1.5; je mit Hinweisen). Das Verwaltungsgericht legte in Bezug auf die bei ihm Beschwerde führenden Personen dar, diese wohnten als Eigentümer der Liegenschaften Nrn. 1638, 942, 341 und 342 innerhalb eines Radius von mindestens 250 bis 300 m von der Bauparzelle entfernt. Gemäss Umweltverträglichkeitsbericht (UVB) vom 3. Juni 2015 sei eine Lärmprognose mit verschiedenen Messpunkten erstellt worden. Der Empfangspunkt (EP) 3 (Gräbli 11) befinde sich beispielsweise gut 320 m, der EP6 (Galgenried 24) knapp 260 m und der EP4 (Rotzring 32) rund 350 m von der Bauparzelle Nr. 877 entfernt. Für diese Messpunkte seien Planungswerte zwischen 55 und 60 dB (A) ermittelt worden. Die geplante Anlage zur Lagerung und Aufbereitung von mineralischen Stoffen werde also auch im Abstand von 250 bis 300 m zumindest akustisch wahrnehmbar sein. Da sich die Liegenschaften der Beschwerdeführer in einem ähnlichen Abstand zum Bauprojekt befänden, sei anzunehmen, dass der Betrieb der Anlage auch dort vergleichbar wahrnehmbar wäre. Die Beschwerdegegnerin weist darauf hin, dass sich derjenige Beschwerdeführer des vorinstanzlichen Verfahrens, dessen Grundstücke am nächsten bei der Bauparzelle lägen, nicht an der Beschwerde ans Bundesgericht beteiligt habe. Die Gebäude der übrig gebliebenen Beschwerdeführer (auf den Parzellen Nrn. 1638 und 942) seien weiter entfernt und würden zudem durch das Gebäude auf der Parzelle Nr. 1637 von der geplanten Anlage abgeschirmt. Entgegen der Auffassung des Verwaltungsgerichts ist nicht auf die Planungswerte (als rechtlich vorgegebene Belastungsgrenzwerte) abzustellen, sondern auf den Beurteilungspegel Lr. Dieser wurde im UVB berechnet und soll für die vom Verwaltungsgericht erwähnten Empfangspunkte 44 dB (A) (Gräbli 11), 56 dB (A) (Galgenried 24) und 55 dB (A) (Rotzring 32) betragen. Wenn das Verwaltungsgericht davon ausging, auf den Grundstücken der Beschwerdeführer seien die zu erwartenden Lärmimmissionen deutlich wahrnehmbar, ist dies gestützt auf die genannten Werte dennoch nicht zu beanstanden. Die Parzellen Nrn. 1638 und 942 werden zudem durch das Gebäude auf der Parzelle Nr. 1637 akustisch nur teilweise abgeschirmt. Hinzu kommt, dass am seitlich vorgelagerten Gebäude auf der Parzelle Nr. 1023 voraussichtlich Schallreflexionen entstehen werden, die zu einer Erhöhung des Lärms auf den Parzellen der Beschwerdeführer führen könnten. Schliesslich ist daran zu erinnern, dass für die Bejahung der Legitimation nicht erforderlich ist, dass Belastungsgrenzwerte überschritten sind, weshalb nicht ausschlaggebend ist, dass die im UVB berechneten Beurteilungspegel die Planungswerte einhalten (vgl. Urteil 1C_352/2019 vom 27. Mai 2020 E. 3.3 mit Hinweisen). Die Beschwerdeführer sind somit nach Art. 89 Abs. 1 BGG grundsätzlich zur Beschwerde berechtigt.