Citation: 1C_260/2016 E. 4.4.4

4.4.4. Vor dem Hintergrund dieser Praxis zu anderen Immissionen drängt es sich auf, auch den FAT-Bericht dahin auszulegen, dass bei bereits überbauten Grundstücken grundsätzlich auf die vorhandenen Wohnbauten abgestellt wird, ohne Berücksichtigung von Nutzungsreserven. Vorliegend fällt zudem in Betracht, dass es nicht um die Bewilligung einer neuen Anlage geht, sondern die Mindestabstände gemäss FAT-Bericht als Hilfsmittel für die Beurteilung herangezogen werden, ob der bereits bewilligte, bestehende Laufstall zu übermässigen Geruchsimmissionen bei den Nachbarn führt, d.h. diese in ihrem Wohlbefinden erheblich stört (Art. 2 Abs. 5 lit. b LRV). Dies ist nur der Fall, wenn Personen im Einwirkungsbereich der Gerüche wohnen (so schon Urteil 1P.336/1996 vom 25. November 1996 E. 3d, in: URP 1997 S. 205; RDAF 1998 I S. 618). Verschärfte Emissionsbegrenzungen, die ohne Rücksicht auf die wirtschaftliche Tragbarkeit, angeordnet werden, können allenfalls auf einen partiellen Widerruf der Baubewilligung hinauslaufen (ALAIN GRIFFEL/HERIBERT RAUSCH, Kommentar zum USG, Ergänzungsband zur 2. Aufl., Zürich 2011, Art. 16 N. 10 S. 266) und stellen einen nicht unerheblichen Eingriff in die Eigentums- und die Wirtschaftsfreiheit dar. Ein solcher rechtfertigt sich nur, wenn ein akuter und nicht nur potentieller Konflikt mit der Wohnnutzung vorliegt.