Citation: 9C_306/2021 E. 5.2

5.2. Das kantonale Gericht verneinte im Urteil (VBE.2018.635; VBE.2018.806) vom 4. Juni 2019 - wie zuvor die IV-Stelle - einen Leistungsanspruch mangels eines invalidenversicherungsrechtlich relevanten Gesundheitsschadens. Diesbezüglich entschied das Bundesgericht im Urteil 9C_520/2019 vom 22. Oktober 2019 E. 7.5, dass die Einholung eines psychiatrischen Gerichtsgutachtens zur Prüfung der streitigen Ansprüche auf berufliche Massnahmen und eine Rente der Invalidenversicherung unumgänglich war. Im daraufhin eingeholten Gerichtsgutachten wurde ein Gesundheitsschaden erkannt und eine Arbeitsunfähigkeit attestiert; die Expertise wurde dem Beschwerdeführer (resp. seiner Rechtsvertreterin) mit Verfügung vom 22. Dezember 2020 zur Kenntnis- und Stellungnahme zugestellt. Spätestens zu diesem Zeitpunkt musste er damit rechnen, dass das kantonale Gericht für die Beurteilung des Rentenanspruchs einen Einkommensvergleich im Sinne von Art. 16 ATSG vornehmen würde, wozu es auch ohne vorgängige Anhörung berechtigt war (vgl. Urteile 8C_609/2019 vom 5. Februar 2020 E. 4.2; 8C_575/2018 vom 30. Januar 2019 E. 4; 9C_578/2017 vom 31. Oktober 2017 E. 3.2.2). Das gilt auch hinsichtlich des Umstands, dass die Invaliditätsbemessung im Rückweisungsurteil 9C_520/2019 vom 22. Oktober 2019 noch gar nicht zur Diskussion gestanden hatte (vgl. zur Verbindlichkeit eines Rückweisungsurteils BGE 143 IV 214 E. 5.3.3; 135 III 334 E. 2), gab doch das Gerichtsgutachten erstmals Anlass zur Festlegung des Invaliditätsgrades (vgl. Urteil 9C_111/2021 vom 11. August 2021 E. 4.3). Es stand dem Versicherten offen, sich im kantonalen Beschwerdeverfahren zur Invaliditätsbemessung als Bestandteil des zu beurteilenden Rechtsverhältnisses (Rentenanspruch) zu äussern; von einer Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör kann keine Rede sein. Daran ändert nichts, dass der Beschwerdeführer im vorinstanzlichen Verfahren (Stellungnahme vom 25. Februar 2021) die Beweiskraft des Gerichtsgutachtens in Abrede stellte, zumal er selbst stets von einem invalidenversicherungsrechtlich relevanten Gesundheitsschaden ausging.