Citation: 1P.53/2001 20.09.2001 E. D

D.- Das Verwaltungsgericht hiess den Rekurs gegen den ursprünglich angefochtenen Gemeindeentscheid vom 11. Januar 2000 mit Urteil vom 22. August 2000 gut und wies die Sache zur nochmaligen Behandlung und zu neuem Entscheid an die Vorinstanz zurück. Mit Entscheid vom 26. September 2000 hielt der Kleine Landrat der Landschaft Davos Gemeinde unverändert an seinem früheren Entscheid fest und erteilte unter verschiedenen Auflagen erneut die Bewilligung, am (zeitlich bereits vergangenen) Sonntag, 30. Januar 2000, von 15.00 bis 16.30 Uhr eine Demonstration mit der Marschroute Bahnhof Davos Dorf - Bahnhofstrasse - Promenade bis Dischmakreuzung - Talstrasse - Bahnhofstrasse - Bahnhof Davos Dorf durchzuführen. Zur Begründung wies der Kleine Landrat auf die aussergewöhnlich enge Situation in Davos als einem Dorf in den Bergen mit lediglich zwei Strassensträngen hin. Die Verkehrsverhältnisse auf diesen Achsen seien im Winter wegen des Schnees und der Gäste allgemein prekär; an Samstagen komme der Verkehr wegen zusätzlicher Gäste und des Gästewechsels meist vollkommen zum Erliegen. Die Durchführung des WEF verschärfe die Lage zusätzlich. Aus diesen Gründen seien Demonstrationen wie die geplante zum Vornherein problematisch. Davos verfüge - unter Hinweis auf die einzelnen Örtlichkeiten - über keine geeigneten Plätze. In Anbetracht dieser Umstände komme daher lediglich die bewilligte reduzierte Route in Betracht. Die Durchführung sei in Anbetracht des samstäglichen Verkehrs auf den Sonntag zu verlegen. Die Beschwerdeführer könnten ihr Anliegen und ihre Appellwirkung auch am Sonntag realisieren, da das WEF bis am Montag andauere, der Demonstration daher die volle Medienpräsenz zur Verfügung stehe und die Demonstranten am Wochenende an- und wegreisen könnten. Auch gegen diesen Entscheid erhob David Böhner Be-schwerde beim Verwaltungsgericht, ersuchte um dessen Aufhebung und Erteilung der Bewilligung für eine Demonstration in Davos am Samstag, 29. Januar 2000. Unter Berufung auf die Meinungs- und Versammlungsfreiheit und den Grundsatz der Verhältnismässigkeit führte er trotz der zugegebenermassen engen Verhältnisse eine Reihe von Alternativen auf: In Frage komme eine Platzkundgebung auf verschiedenen, namentlich genannten Plätzen. Der Rekurrent zeigte ferner verschiedene Varianten auf, wie der Verkehr konkret umgeleitet werden könne, und wies auf alternative Strecken für den Demonstrationszug hin. Aus diesen tatsächlichen Gegebenheiten schloss der Rekurrent, dass eine Bewilligung am Samstag, 29. Januar 2000, möglich gewesen wäre und die damit verbundenen Auflagen einen geringeren Eingriff in die Grundrechte bedeutet hätten als die Verschiebung auf den Sonntag, 30. Januar 2000. In der Vernehmlassung der Landschaft Davos Gemeinde und in einem zweiten Schriftenwechsel äusserten sich die Parteien erneut und brachten weitere Begründungen vor, ohne von ihren Anträgen abzuweichen.