Citation: 6B_197/2021 E. A

Am 3. Juli 2014 ist es in der E.________ AG bei der Herstellung des Produkts xxx beim Befüllen eines Intermediate Bulk Containers (auch "Schütz-Container" genannt, nachfolgend: IBC) zu einer Explosion/Verpuffung gekommen. Die Befüllung der ersten fünf IBC verlief ereignislos. Für die Abfüllung dieser ersten fünf IBC wurden ableitfähige IBC verwendet und den Etiketten konnte entnommen werden, dass sich davor "xxx Abwasser aus yyy" - also dasselbe wie das abzufüllende Produkt - befunden hatte. Beim Befüllen des sechsten IBC (nachfolgend: Ereignis-IBC) wurde die wässrige Phase der Waschlauge aus der Vorlage yyy irrtümlicherweise in einen nicht-ableitfähigen IBC abgefüllt. Auf dem Etikett des Ereignis-IBC war vermerkt, dass sich darin vorgängig "xxx Destillat aus zzz" befunden hatte. Unmittelbar nach dem Start der Befüllung dieses sechsten IBC vergrösserte sich das Volumen des Inhalts schlagartig, was nach wenigen Sekunden zum Bersten des Containers führte. F.B.________, der sich in unmittelbarer Nähe des Ereignis-IBC befunden hatte, wurde vom giftigen bzw. ätzenden Aerosol, das austrat, erfasst. Er starb am 5. September 2014 an den Folgen des Unfalls. Unfallursache war gemäss Gutachten die Verwendung eines nicht-ableitfähigen IBC. Die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft wirft A.________ vor, die folgenden Pflichten verletzt zu haben: - Treffen von ausreichenden Massnahmen zur Sicherstellung, dass im Bau qqq generell keine nicht-ableitfähigen IBC in Umlauf und zur Verwendung kommen konnten; - Beseitigung der bestehenden Gefahr der Verwechslung der auf dem gesamten Geländer der E.________ AG allenfalls vorhandenen unterschiedlichen IBC-Typen im Bau qqq durch organisatorische Massnahmen wie Einrichtung gesonderter Lagerplätze und/oder unterschiedlicher und klar erkennbarer sowie den Mitarbeitern bekannter Beschriftung der IBC; - Beseitigung der sich aus der Verwendung unterschiedlicher IBC-Typen ergebenden Gefahren durch Beibehaltung bzw. Einführung von Sicherheitsmassnahmen wie Inertisierung und/oder Ausspritzung der Container vor Befüllung; - Genügende Instruktion und Sensibilisierung der Mitarbeiter über die sich aus der Verwendung unterschiedlicher IBC-Typen im Bau qqq bzw. deren Verwechslung ergebenden Risiken (namentlich Verpuffung im Inneren). Indem A.________ diese Pflichten nicht eingehalten habe, habe er fahrlässig den Tod von F.B.________ verursacht. Das sich aus der drohenden Verwechslung der IBC-Typen ergebende Risiko für Leib und Leben der Mitarbeiter im Bau qqq sei für ihn individuell vorhersehbar gewesen, und er hätte die erwähnten Sicherheitsmassnahmen veranlassen können. Hätte er diese - zumindest teilweise und in genügendem Umfang - veranlasst, wäre der Unfall vom 3. Juli 2014 nicht eingetreten. Wenn A.________ seinen Sorgfaltspflichten nachgekommen wäre, wäre es im Bau qqq schliesslich auch nicht zu einer Explosion gekommen.