Citation: I 665/00 05.11.2002 E. 3

3.1 Das kantonale Gericht ist in überzeugender Beweiswürdigung (S. 11 Mitte bis S. 13 oben des vorinstanzlichen Entscheides), der sich das Eidgenössische Versicherungsgericht anschliesst, zum Schluss gekommen, dass nicht auf die Auffassung des eine volle Arbeitsunfähigkeit im angestammten Beruf attestierenden Hausarztes, Dr. med. I.________, Facharzt für Allgemeine Medizin (Bericht vom 10. Dezember 1997; Krankheitsschein der Q.________), sondern auf das polydisziplinäre MEDAS-Gutachten vom 25. Januar 1999 mit Ergänzung vom 23. Mai 2000 abzustellen ist, welches unter Berücksichtigung der erwähnten Ergänzung alle Anforderungen an ein medizinisches Gutachten (Erw. 2.3 hievor) erfüllt und eine Arbeitsunfähigkeit für die bisherige Tätigkeit auf dem Bau (unter dem Vorbehalt der Vermeidung schwerster Arbeiten für eine kurze Zeit) verneint (Ziff. 5.1 des Hauptgutachtens vom 25. Januar 1999; Ergänzung vom 23. Mai 2000; rheumatologisches Konsilium des Dr. med. J.________ vom 27. November 1998; psychiatrisches Konsilium des Dr. med. F.________ vom 9. Dezember 1998), wobei der neurologische Teilgutachter Schwerstarbeiten ausschliesst (Ergänzung vom 17. Mai 2000 zum neurologischen Konsilium des Dr. med. P.________ vom 26. November 1998). Anstelle des von der Vorinstanz zur Erschütterung des Beweiswerts der hausärztlichen Einschätzung angeführten Berichts des Dr. med. A.________, Neurologie FMH, vom 21. März 1998, welcher nur über die Wiedergabe im MEDAS-Gutachten und damit indirekt aktenkundig ist, können die Berichte des Dr. med. D.________, physikalische Medizin FMH, speziell Rheumaerkrankungen, erwähnt werden. Dieser hielt in seinem an den Hausarzt adressierten Bericht vom 5. August 1997 fest, eine "gewisse Diskrepanz zwischen den klinischen und radiologischen Befunden zu den beklagten Beschwerden unter langer Dauer der Behandlung" sei "ein wenig offensichtlich", und bemerkte in seinem zuhanden der IV-Stelle erstatteten Bericht vom 12. Dezember 1997, seinem früheren Bericht könne entnommen werden, dass er eine Diskrepanz zwischen den objektivierbaren Befunden und den subjektiv geklagten Beschwerden als offensichtlich erachte, weshalb er eine neutrale Beurteilung durch die MEDAS für sinnvoll halte. Indem er im zweiten Bericht vermerkte, es seien keine sicheren Angaben zur Arbeitsunfähigkeit möglich, und auch für den Zeitraum des ersten Berichts keine bestimmte Arbeitsunfähigkeit nannte, relativierte er die im ersten Bericht enthaltene Schätzung der Arbeitsunfähigkeit als Bauarbeiter auf 100 %, womit auch dieser die hausärztliche Auffassung nicht stützt. Die vorinstanzliche Begründung ist schliesslich dahin zu ergänzen, dass auch der Austrittsbericht der Rheuma- und Rehabilitationsklinik X.________ vom 10. November 1997, die dem Versicherten ab Klinikentlassung vom 30. Oktober 1997 im Sinne einer Übergangsfrist bis zum 9. November 1997 eine volle Arbeitsunfähigkeit und ab dem 10. November 1997 eine 50%ige Arbeitsfähigkeit im Sinne einer reduzierten Tätigkeit während der vollen Arbeitsdauer attestierte, nicht gegen die Zuverlässigkeit des MEDAS-Gutachtens spricht. Zum einen ist dem Bericht nicht zu entnehmen, ob die Ärzte der Klinik an eine längerdauernde Einschränkung der Arbeitsfähigkeit dachten oder ob sie lediglich beabsichtigten, durch eine schrittweise Steigerung der Arbeitsfähigkeit dem Beschwerdeführer eine allmähliche Wiedergewöhnung an seine während längerer Zeit ausgesetzte Tätigkeit als Bauarbeiter zu ermöglichen. Zum andern wird darin im Gegensatz zum MEDAS-Gutachten, welches von einer erheblichen funktionellen Überlagerung spricht (Ziff. 4.2 des Gutachtens vom 25. Januar 1999) und sich auf ein schlüssiges, eine Aggravation diagnostizierendes Teilgutachten eines Psychiaters (Konsilium des Dr. med. F.________ vom 9. Dezember 1998) stützt, dessen Beobachtungen ihrerseits mit jenen der MEDAS-Hauptgutachter (Ziff. 2.1 in fine des MEDAS-Gutachtens vom 25. Januar 1999) und des rheumatologischen Teilgutachters (Konsilium des Dr. med. J.________ vom 27. November 1998) übereinstimmen, (abgesehen von der Bemerkung, dass neurologisch keine Seitendifferenz habe eruiert werden können) nicht auf die auch von Dr. med. D.________ (Berichte vom 5. August 1997 und vom 12. Dezember 1997) festgestellte Diskrepanz zwischen objektivierbaren Befunden und geklagten Beschwerden hingewiesen. 3.2 Ob im Sinne des MEDAS-Gutachtens mit Ergänzung dem Beschwerdeführer die Arbeit auf dem Bau vollumfänglich zumutbar ist oder ob für Schwerstarbeiten ein Vorbehalt gemacht werden muss, kann offen gelassen werden, weil, wie in Erw. 4.2 hienach aufzuzeigen ist, beide Varianten zum gleichen Ergebnis führen. 3.3 In der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird geltend gemacht, die Krankengeschichte sei unvollständig abgeklärt worden. Der Versicherte habe seit Jahren trotz Beschwerden seine körperlich schwere Arbeit verrichtet, ansonsten ihm gewiss von der Arbeitgeberin die Stelle gekündigt worden wäre. Auch habe er 1997 mehrere Arbeitsversuche unternommen. Unter diesen Umständen könne sicher nicht von mangelndem Arbeitswillen, Aggravation oder funktioneller Überlagerung gesprochen werden. Dass die jahrelange Arbeit als Hilfsarbeiter unter periodisch auftretenden (leichteren und schwereren) Beschwerden und damit verbundenen erhöhten Anstrengungen ihre Spuren in der Psyche und in Form einer Senkung der Schmerzgrenze hinterlassen hätten, sei nicht nur nachvollziehbar, sondern durchaus plausibel. Wie aus dem MEDAS-Gutachten und den drei zuhanden der MEDAS erstatteten Konsilien ersichtlich ist, war sämtlichen an der MEDAS-Begutachtung beteiligten Ärzten, insbesondere dem psychiatrischen Experten, ebenso wie Dr. med. D.________ (Berichte vom 5. August 1997 und vom 12. Dezember 1997) bekannt, dass die Rückenbeschwerden erstmals 1985 aufgetreten waren, sodass davon auszugehen ist, dass dieser Umstand auch berücksichtigt wurde. Dabei ist aufgrund der vorhandenen medizinischen Unterlagen, die diesbezüglich teils auf Angaben des Beschwerdeführers selbst beruhen, davon auszugehen, dass, wenn auch immer wieder Beschwerden aufgetreten sein dürften, nach einem ersten Schub von 1985 ein zweiter ins Gewicht fallender Schub erst 1995 erfolgte (Bericht des Dr. med. D.________ vom 5. August 1997; Bericht der Rheuma- und Rehabilitationsklinik X.________ vom 10. November 1997; Bericht des Dr. med. I.________ vom 10. Dezember 1997; neurologisches Konsilium des Dr. med. P.________ vom 26. November 1998; rheumatologisches Konsilium des Dr. med. J.________ vom 27. November 1998; psychiatrisches Konsilium des Dr. med. F.________ vom 9. Dezember 1998; Ziff. 1.2.4 des MEDAS-Gutachtens vom 25. Januar 1999). Unter diesen Umständen ist der Beizug von medizinischen Berichten für den vorliegend nicht zu beurteilenden Zeitraum von 1985 bis 1995 nicht erforderlich (antizipierte Beweiswürdigung; vgl. BGE 124 V 94 Erw. 4b, 122 V 162 Erw. 1d, 119 V 344 Erw. 3c; SVR 2001 IV Nr. 10 S. 28 Erw. 4b). Ferner vermögen die vom Beschwerdeführer angeführten, auch im MEDAS-Gutachten erwähnten (Ziff. 1.2.4 des Gutachtens vom 25. Januar 1999) und damit bei der ärztlichen Beurteilung mit berücksichtigten Arbeitsversuche die Schlussfolgerungen der MEDAS-Gutachter nicht zu erschüttern. 3.4 Der Beschwerdeführer wurde vom Hausarzt nach einer mehr als ein Jahr dauernden vollen Arbeitsfähigkeit ab 15. Mai 1997 arbeitsunfähig geschrieben (Bericht des Dr. med. I.________ vom 10. Dezember 1997). Da ein Rentenanspruch nach Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG frühestens in dem Zeitpunkt entstehen kann, in dem der Versicherte während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens zu 40 % arbeitsunfähig gewesen ist, kann der Beschwerdeführer demnach einen allfälligen Rentenanspruch frühestens im Mai 1998 erworben haben. Die Arbeitsfähigkeitsschätzung im MEDAS-Gutachten bezieht sich nur deshalb erst auf den Zeitraum ab dem 10. Dezember 1998, weil an diesem Tag die Schlussbesprechung stattfand (Ziff. 5.4 des MEDAS-Gutachtens vom 25. Januar 1999). Aus den medizinischen Akten ist indessen keine Verbesserung des Gesundheitszustandes in der Zeit zwischen Mai und Dezember 1998 ersichtlich. Nach der Regionalblockade vom 19. August 1997 (Bericht des Instituts für Anästhesie/Intensivmedizin des Spitals Y.________ vom 3. September 1997) und der im Oktober 1997 durchgeführten dreiwöchigen stationären Behandlung in der Rheuma- und Rehabilitationsklinik X.________ (Bericht der Rheuma- und Rehabilitationsklinik X.________ vom 10. November 1997) hat abgesehen von der Einnahme von Tabletten keine Therapie mehr stattgefunden (rheumatologisches Konsilium des Dr. med. J.________ vom 27. November 1998), und der Hausarzt bezeichnete den Gesundheitszustand als stationär (Bericht des Dr. med. I.________ vom 10. Dezember 1997); der Versicherte selbst führte in seiner vorinstanzlichen Beschwerdeschrift vom 28. Juli 1999 aus, sein Zustand habe sich seit November 1997 nicht verbessert. Unter diesen Umständen ist davon auszugehen, dass die im MEDAS-Gutachten festgestellte Arbeitsfähigkeit schon im Mai 1998 und damit in dem Zeitpunkt bestand, zu dem ein Rentenanspruch frühestens entstehen konnte. Nachdem auf das MEDAS-Gutachten abzustellen ist und sich aus diesem Rückschlüsse ziehen lassen für den Zeitraum, ab dem ein Rentenanspruch in Frage kommt, erübrigen sich weitere medizinische Abklärungen auch für den vorliegend zu beurteilenden Zeitraum.