Citation: 7B_249/2022 E. 12.4.2

12.4.2. Im Berufungsverfahren war das erstinstanzliche Urteil vollumfänglich angefochten. Die Vorinstanz hatte folglich über eine Vielzahl von Fragen zu befinden. Ihre Kostenregelung ist vor diesem Hintergrund zu sehen. Konkret beantragte die Beschwerdeführerin im Berufungsverfahren die Aufhebung des erstinstanzlichen Urteils, eventualiter die Vertagung der Berufungsverhandlung zwecks Beweisergänzung, subeventualiter - soweit an dieser Stelle von Belang - einen vollumfänglichen Freispruch und die Abweisung der Zivilforderungen, evtl. deren Verweisung auf den Zivilweg. Mit diesen Anträgen ist sie allesamt, mit Ausnahme der Zivilforderung der Beschwerdegegnerin 8, die auf den Zivilweg verwiesen wurde, nicht durchgedrungen. Dies und die Tatsache, dass die Vorinstanz die von ihr zu begleichenden Zivilforderungen leicht reduziert (im Fall B.________ um rund 6 % und im Fall G.________ um rund 11 %) brauchte bei der Kostenverlegung jedoch nicht zwingend berücksichtigt zu werden. Gleiches gilt für den Umstand, dass die Vorinstanz in der Angelegenheit J.________ das Merkmal der Gewerbsmässigkeit verneint. Vielmehr lag es in ihrem Ermessen, diesen Befunden nur untergeordnete Bedeutung beizumessen. Schliesslich durfte sie auch den durch die Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft entstandenen Aufwand - auf die sie mit kurzer, knapp einseitiger Begründung nicht eintritt - in der Gesamtbetrachtung als vernachlässigbar einstufen. Damit hält die vorinstanzliche Kostenregelung der bundesgerichtlichen Überprüfung stand.