Citation: 6B_188/2022 E. 7.5

7.5. Gestützt auf diese gutachterlichen Ausführungen schliesst die Vorinstanz ohne in Willkür zu verfallen, dass der Sachverständige von einem ursächlichen Zusammenhang der Straftat mit der Abhängigkeit ausgeht, ohne dass er sich diesbezüglich widersprechen würde. Mithin behauptet der Sachverständige auf Seite 81 des Gutachtens nicht "plötzlich", dass die vorgeworfenen Taten mit der psychischen Störung und/oder der Abhängigkeit von Suchtstoffen in Zusammenhang stehen bzw. setzt er sich damit nicht in Widerspruch zu seinen Ausführungen auf Seite 77, wo er festhält, dass es keine Hinweise dafür gebe, dass der Beschwerdeführer am 11. Februar 2020 speziell unter Drogeneinfluss gestanden wäre, sich also in einem berauschten oder rauschähnlichen Zustand befunden hätte. Wie die Vorinstanz zutreffend ausführt, genügt bereits ein indirekter symptomatischer Zusammenhang der Abhängigkeit mit der Straftat. Dies ignoriert der Beschwerdeführer, wenn er wiederholt geltend macht, dass ihm einzig angelastet werden könne, bei der Herstellung der vier USBV am Vorabend Suchtmittel konsumiert zu haben, nicht jedoch bei der Vornahme der angeblichen übrigen Vorbereitungshandlungen. Damit einhergehend trifft nicht zu, dass die Vorinstanz den Suchtmittelkonsum des Vorabends für die Annahme eines ursächlichen Zusammenhangs genügen lässt. Sie erwähnt diesen ergänzend, bzw. verweist vorderhand auf die Ausführungen des Gutachtens, mit welchen für den Beschwerdeführer eine Schizotypie und eine langjährige Trunk- und Rauschgiftproblematik diagnostiziert und aufgezeigt wird, dass es insbesondere einhergehend mit letzterer zu zahlreichen Hospitalisationen gekommen ist, woraus sie anhand des am Vorabend des 11. Februar 2020 stattgefundenen Suchtmittelkonsums "umso mehr" schliesst, dass von einem Zusammenhang des fraglichen Delikts mit der Abhängigkeit auszugehen sei (vgl. angefochtenes Urteil E. 5.4.2 f. mit Hinweis auf E. 5.3.2-5.3.5). Damit äussert sich die Vorinstanz zwar nicht direkt zur Ursächlichkeit der Polytoxikomanie (allein) bzw. deren indirekten Symptomatik. Dies ist indes deswegen nicht zu beanstanden, weil sich aus dem Gutachten zwei Diagnosen ergeben und zwar eine seit Jahren bestehende Polytoxikomanie und eine Schizotypie. Daraus folgert das Gutachten, dass sowohl eine Massnahme gemäss Art. 60 StGB als auch eine stationäre Massnahme gemäss Art. 59 StGB indiziert wäre (vgl. so explizit Gutachten S. 80 oben). Damit geht der Sachverständige auch bezüglich der Schizotypie - zumindest implizit und entgegen den (diesbezüglich unklaren) vorinstanzlichen Ausführungen - von einer psychischen Störung bzw. einem Schweregrad derselben aus, welche ihrerseits die Anordnung einer Massnahme und zwar eine solche gemäss Art. 59 StGB zu rechtfertigen vermöchte; er räumt indes der Behandlung der Suchtproblematik den Vorrang ein, wovon wiederum auch die Vorinstanz ausgeht (vgl. angefochtenes Urteil S. 54 und dort E. 5.4.6). Entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers (vgl. Beschwerde S. 45) ist damit der Hinweis der Vorinstanz auf die Schizotypie keineswegs irrelevant, im Gegenteil, ist es doch gemäss den gutachterlichen Ausführungen "deutlich" auch diese Störung, die keine besonnene und differenzierte Auseinandersetzung mit der konflikthaften Beziehung zur geschiedenen Ehefrau erlaubt, bzw. den Beschwerdeführer "ganz in den Fängen seiner eigensinnigen Vorstellungen" verharren lässt und die gemäss den gutachterlichen Feststellungen (auch) eine Massnahme gestützt auf Art. 59 StGB als "angebracht" erscheinen lässt (vgl. Gutachten S. 75 f., 77 und wiederum S. 80). Andererseits ist es die Sucht bzw. die enthemmende Wirkung der Suchtmittel, welche gemäss den gutachterlichen Feststellungen Delikte aus unkontrollierten Impulsen heraus begünstigt bzw. in Kombination mit der Gewaltneigung bzw. der Affinität des Beschwerdeführers für Gewaltsymbole und Gewaltmittel dessen Gewaltaufwallungen und -durchbrüche unberechenbar erscheinen lässt (Gutachten S. 78). Inwiefern die Vorinstanz in Willkür verfällt, wenn sie bezüglich der Gewaltneigung den gutachterlichen Feststellungen folgt, wird vom Beschwerdeführer angesichts der sich auf verschiedene Episoden stützenden Herleitung (Raubüberfall in jugendlichen Jahren, hartnäckiger Hang zu explosiven Stoffen, Erwerb eines Schlagringes, Besitz eines Wurfmessers, aggressives Verhalten bei einer Verhaftung etc.) nicht rechtsgenüglich dargetan und ist auch nicht ersichtlich. Mithin wird die Abhängigkeit vom Sachverständigen einerseits deswegen als deliktsrelevant erkannt, als diese die im Zusammenhang mit der familiären Problematik bereits erfolgten und weiter zu erwartenden Gewaltausbrüche unberechenbar mache. Andererseits zeigt das Gutachten nachvollziehbar auf, wie es im Zuge der Ehetrennung im Jahr 2005 zu einem "Absturz [...] ins alte Fahrwasser der Sucht" und den für den Beschwerdeführer als Folge davon als bedrückend und deprimierend empfundenen Lebensverhältnissen gekommen ist (Gutachten S. 74). Damit einhergehend bzw. im Nachgang an die Trennung und die im Jahr 2010 erfolgte Scheidung kam es im Zeitraum 2007 bis 2015 zu zwanzig Hospitalisierungen in den Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel und im Jahr 2014 zu einer Hospitalisierung in der Psychiatrischen Klinik J.________. Als Hauptgrund für die Behandlung war immer wieder eine Suchtkrankheit diagnostiziert worden. Konkret wurden u.a. und jeweils Störungen durch Alkohol/Abhängigkeitssyndrom, Störungen durch Opiode/Abhängigkeitssyndrom, Störungen durch Benzodiazepine/Abhängigkeitssyndrom, Störungen durch Cannabinoide, kombinierte Persönlichkeitsstörungen, eine einfache Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung und eine anamnestische Fibromyalgie diagnostiziert. Alsdann kam es gemäss dem Strafregisterauszug vom 2. März 2020 im Zeitraum 2010 bis 2019 zu dreizehn Einträgen wegen Delikten, die sowohl direkt als auch indirekt mit Suchtmitteln und der familiären Problematik in Zusammenhang standen. Dies bestätigt sinngemäss auch der Beschwerdeführer, wenn er sich namentlich in fahrunfähigem Zustand, konkret nach vorgängigem Konsum von Medikamenten, Betäubungsmitteln und Alkohol, in einem zuvor entwendeten Fahrzeug und trotz Entzug des Führerausweises (und bestehendem Kontaktverbot) zu seinen Kindern begeben wollte und ausführt, ein Problem mit Drogen zu haben, weil er seine Kinder nicht sehe bzw. erklärt, dass je länger er von seinen Kindern getrennt sei, desto eher er "solche Kurzschlusshandlungen" mache (vgl. Gutachten S. 34 ff.). Zusammenfassend ergibt sich aus dem Gutachten schlüssig, dass der problematische familiäre Kontext und die beiden diagnostizierten Störungen nicht losgelöst voneinander betrachtet werden können. Damit korrespondiert, dass letztere gemäss den gutachterlichen Ausführungen nicht unabhängig voneinander behandelt werden können bzw. sollen, womit den beiden Störungen eine nicht voneinander trennbare Ursächlichkeit attestiert wird. Anhand dieser hat sich im Zeitraum Mitte Januar 2020 bis am 11. Februar 2020 (einmal mehr) die Unfähigkeit des Beschwerdeführers manifestiert, mit der belastenden familiären Situation "als eigentlichem Problem" besonnen und reflektiert umzugehen, mithin hat er darauf stattdessen mit deliktischem Verhalten, konkret mit strafbaren Vorbereitungshandlungen reagiert. Entsprechend ist der Schluss der Vorinstanz, dass zwischen der Polytoxikomanie und der vorliegend zu beurteilenden Straftat ein Zusammenhang besteht, im Ergebnis nicht zu beanstanden. Ebenso wenig, wenn sie die aktuell mangelnde Behandlungsbereitschaft auf das komplexe, mithin die Schizotypie und die Abhängigkeit umfassende Krankheitsbild zurückführt und damit einhergehend die Behandlungsbedürftigkeit des Beschwerdeführers betont (angefochtenes Urteil S. 55). Entgegen dessen Ausführungen bringt sie damit nicht ihre "subjektive Sichtweise" zum Ausdruck, sondern dass die Herstellung der Therapiebereitschaft vorliegend zum ersten Schritt einer Behandlung gehört (vgl. zum Ganzen HEER/HABERMEYER, a.a.O, N. 44 zu Art. 60 StGB). Dass die Vorinstanz zu Unrecht den gutachterlichen Feststellungen folgt, gemäss welchen eine Behandlung gestützt auf Art. 60 StGB zweckmässiger erscheint als eine solche nach Art. 59 StGB, die Schizotypie durch eine begleitende Gesprächstherapie behandelt werden kann und für eine entsprechende Behandlung geeignete Kliniken existieren, wird vom Beschwerdeführer nicht geltend gemacht. Insgesamt verletzt die Vorinstanz kein Bundesrecht, wenn sie gestützt auf das Gutachten vom 27. Juni 2020 auf einen Zusammenhang zwischen der Abhängigkeit und der Straftat schliesst und einen Präventionsbedarf bejaht. Insofern der Beschwerdeführer letzteres damit negiert, dass er "mittlerweile vom Alkohol, Methadon, Kokain, MST und sogar vom Rauchen" abgekommen sei, begründet er nicht, weshalb dieses neue Vorbringen zulässig sein sollte (Art. 99 Abs. 1 BGG). Darauf ist nicht weiter einzugehen. Anderweitige substanziierte Kritik an der Anordnung der therapeutischen Massnahme erhebt der Beschwerdeführer nicht (Art. 42 Abs. 2 BGG), weshalb sich weitere Ausführungen zu den weiteren Voraussetzungen von Art. 56 i.V.m Art. 60 StGB erübrigen.