Citation: 8C_343/2021 E. 3.3

3.3. Wer Pflegekinder aufnimmt, bedarf einer Bewilligung der Kindesschutzbehörde oder einer anderen vom kantonalen Recht bezeichneten Stelle seines Wohnsitzes und steht unter deren Aufsicht (Art. 316 Abs. 1 ZGB; Art. 1 Abs. 1 der Pflegekinderverordnung vom 19. Oktober 1977 [PAVO; SR 211.222.338). Nach Art. 294 Abs. 1 ZGB haben Pflegeeltern Anspruch auf ein angemessenes Pflegegeld, sofern nichts Abweichendes vereinbart ist oder sich eindeutig aus den Umständen ergibt. Das Gesetz schweigt sich darüber aus, was unter einem angemessenen Pflegegeld zu verstehen ist. Gestützt auf Art. 3 Abs. 2 lit. b PAVO können die Kantone zur Förderung des Pflegekinderwesens Richtlinien für die Festsetzung von Pflegegeldern erlassen. Von dieser Möglichkeit hat der Kanton Zürich Gebrauch gemacht: Für die Festlegung des Pflegegeldes und der Nebenkosten stellt das Amt für Jugend und Berufsberatung Pflegegeld-Richtlinien zur Verfügung (vgl. § 12 Abs. 2 der Verordnung über die Pflegekinderfürsorge vom 11. September 1969 [VO Pflegekinderfürsorge; LS 852.22]. Diese sehen je nach Betreuungsverhältnis unterschiedliche Ansätze vor (vgl. Ziff. I der Pflegegeld-Richtlinien für Dauer- und Wochenpflegeplätze vom 1. Juli 2015; LS 852.225). Gemäss Ziffer 4 der Begründung zur Pflegegeld-Richtlinie gelten die Ansätze nur mangels anderslautender Vereinbarung. Eine Erhöhung der Entschädigung rechtfertigt sich insbesondere bei erheblichem Mehraufwand oder bei besonderer Qualifikation der Pflegeeltern (z.B. sozialpädagogische Ausbildung).