Citation: C 143/04 22.10.2004 E. 2

Streitig ist die Frage der Einstellung in der Anspruchsberechtigung eventualiter deren Dauer. Das kantonale Gericht hat die Einstellung in der Anspruchsberechtigung während 38 Tagen bestätigt, da der Versicherte sich auf die ihm zugewiesene Stelle nicht beworben habe, was als schweres Verschulden im Sinne von Art. 45 Abs. 2 lit. c AVIV gelte. 2.1 Mit Schreiben vom 26. September 2003 forderte das Regionale Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) den Versicherten auf, sich bei der Firma W.________ zu bewerben. Am 24. Oktober 2003 teilte die Firma W.________ dem RAV mit, dass sich der Beschwerdeführer bei ihr nicht beworben habe. Daraufhin verlangte das RAV am 13. November 2003 vom Versicherten eine Stellungnahme, worauf dieser am 27. November 2003 antwortete: "Diese Stelle ging bei mir zuhause unter. Da ich sie untergehen lies, bin ich auch voll schuldfähig. Leider gibt es keinen anderen Grund, den ich mir plausibel vorstellen könnte." Das RAV überwies am 28. November 2003 die Akten dem AWA zum Entscheid. Dieses nahm daraufhin mit dem Versicherten Kontakt auf, welcher mit Schreiben vom 10. Dezember 2003 erklärte, er habe die Bewerbungsunterlagen per Post der Firma W.________ zugestellt, wofür er aber keine Beweise habe. Infolge dieser unterschiedlichen Aussagen verlangte das AWA am 19. Dezember 2003 eine zusätzliche Stellungnahme des Versicherten. Dieser teilte am 9. Januar 2004 mit, er habe ein Durcheinander mit dem Arbeitsort und dem Sitz der Firma bekommen. Er habe sein Dossier an die Firma W.________ in I.________ (Firmensitz) geschickt und nur die Schuld für das Nichtbewerben bei der Firma W.________ in M.________ (Arbeitsort) auf sich genommen. 2.2 Im Stellenangebot des RAV vom 26. September 2003 steht unmissverständlich, dass die Bewerbung nach I.________ gesendet werden muss, der Arbeitsort aber M.________ sei. Es handelt sich demzufolge um eine Stelle bei der Firma W.________, wobei aber der Ort, wo die Bewerbung hingeschickt werden muss, und der Arbeitsort nicht identisch sind, was oft vorkommt. In der Aufforderung zur Stellungnahme vom 13. November 2003 wird denn auch lediglich eine Stelle bei der Firma W.________ erwähnt. Die Präzisierung des Beschwerdeführers vom 9. Januar 2004, er habe im Schreiben vom 27. November 2003 die Schuld auf sich genommen, weil er meinte, es handelte sich bei der Aufforderung um Stellungnahme vom 13. November 2003 um eine Stelle bei der Firma W.________ in M.________, erscheint deshalb nicht plausibel, weil nie die Rede von zwei Arbeitsstellen (eine Stelle in I.________ und eine Stelle in M.________) gewesen war, sondern immer nur von einer einzigen Stelle bei der Firma W.________. Die Bewerbung ist eine empfangsbedürftige Willenserklärung und reist auf Gefahr des Erklärenden (Urteil H. vom 9. Dezember 2003, C 58/03). Der Bewerber trägt somit das Risiko, dass die Unterlagen beim Empfänger ankommen. Nachfragen beim potentiellen Arbeitgeber haben nichts gebracht, sodass im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes nicht festgestellt werden kann, ob der Beschwerdeführer die Bewerbung wirklich abgeschickt hat. Demzufolge hat der Versicherte die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (vgl. Erw. 1.2 hievor). Weiter ist zu beachten, dass er zunächst zugegeben hat, sich nicht beworben zu haben, was doch plausibler ist als die Aussage über den verwechselten Zustellungsort seiner Bewerbung. In Würdigung der vorhandenen Akten ist deshalb davon auszugehen, dass sich der Beschwerdeführer nach überwiegender Wahrscheinlichkeit für die ihm zugewiesene Stelle bei der Firma W.________ nicht beworben hat und somit durch sein Verhalten die Schadenminderungspflicht im Sinne von Art. 17 Abs. 1 AVIG verletzte. Da es sich bei der zugewiesenen Stelle überdies um einen zumutbaren Arbeitsplatz gehandelt hat, ist der Versicherte in der Anspruchsberechtigung einzustellen (Art. 30 Abs. 1 lit. d AVIG).