Citation: 5A_777/2019 E. 2.2

2.2. Anlass zum vorliegenden Verfahren bildet der Umstand, dass die Beschwerdegegnerin beim Friedensrichteramt nicht das Original, sondern eine Kopie ihrer Klage an das Handelsgericht eingereicht hat. Auch beim Bezirksgericht hat sie im Übrigen nicht das Original, sondern eine Kopie eingereicht. Diese Tatsachenfeststellungen des Obergerichts sind vor Bundesgericht unbestritten. Streitig bleibt hingegen, ob die dem Friedensrichteramt eingereichte Kopie immerhin einen Eingangsstempel des Handelsgerichts trug oder ob dies nicht der Fall war. Das Obergericht hat diese Frage mangels Relevanz offengelassen. Es hat hingegen festgehalten, es sei zu keinem Zeitpunkt streitig gewesen, dass es sich bei den von der Beschwerdegegnerin dem Friedensrichteramt und dem Bezirksgericht eingereichten Eingaben um Kopien der ursprünglich dem Handelsgericht eingereichten Klage handelte, und die Beschwerdeführerin habe die entsprechende Feststellung des Bezirksgerichts auch nicht gerügt. Die Identität der Kopien mit der ursprünglich beim Handelsgericht eingereichten Klage sei unbestritten. Das Bezirksgericht hat in seinen vom Obergericht wiedergegebenen Erwägungen festgehalten, es lasse sich ohne weiteres und ohne besonderen Aufwand feststellen, dass die Kopie dem Original inhaltlich entspreche und mit der Einreichung einer Kopie der Originalklage beim Friedensrichteramt seien die Voraussetzungen von Art. 63 ZPO erfüllt. Mit anderen Worten hat das Bezirksgericht die Übereinstimmung der eingereichten Kopie mit der Originalklage festgestellt, wovon mangels entsprechender Rüge auch das Obergericht ausgegangen ist. Das Obergericht hat - wie bereits das Bezirksgericht - die Einreichung einer Kopie gestützt auf das Verbot des überspitzten Formalismus genügen lassen. Dagegen wehrt sich die Beschwerdeführerin vor Bundesgericht.