Citation: I 454/02 17.02.2004 E. 2

Verwaltung und Vorinstanz stützen ihre Ablehnung des Rentenbegehrens insbesondere auf das multidisziplinäre Gutachten des Medizinischen Zentrums Y.________ (MZ) vom 7. Februar 2000 sowie die Zusatzexpertise derselben Begutachtungsstelle vom 7. November 2001. Die Ärzte verschiedener Fachrichtungen bescheinigten darin ("mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit") ein zervikospondylogenes Schmerzsyndrom bei leichter Fehlform der Halswirbelsäule und muskulärer Dysbalance, eine linksseitige sekundäre Periarthropathia humeroscapularis, ein leichtes lumbovertebrales Syndrom sowie einen Status nach Distorsion des linken Kniegelenks mit Restbeschwerden. Weiter diagnostizierten sie unter dem Titel "ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit" u.a. eine Aggravation bzw. ein abnormes Krankheitsverhalten. Die rheumatologisch-orthopädische Untersuchung habe nur sehr diskrete Befunde gezeitigt. Es bestehe eine grosse Diskrepanz zwischen dem Auftreten des Versicherten im beobachteten und im vermeintlich unbeobachteten Zustand. Auf Grund der objektivierbaren radiologischen und klinischen Befunde seien die vom Versicherten geäusserten Beschwerden nicht einfühlbar. Aus rheumatologischer-orthopädischer Sicht bestehe für die angestammte Tätigkeit als Maurer eine Arbeitsfähigkeit von 75 %; für körperlich leichtere bis mittelschwere Erwerbstätigkeiten, bei welchen der Bewegungsapparat nicht stark belastet werde, betrage die Arbeitsfähigkeit 100 %. Aus psychiatrischer Sicht ergebe sich keine weitere Einschränkung dieser funktionellen Leistungsfähigkeit: Ein depressives Zustandsbild könne zur Zeit bei schwingungsfähigem Affekt, ungestörter Psychomotorik und erhaltener Genussfähigkeit im Alltag ausgeschlossen werden. Die vorliegende Schmerzsymptomatik ohne ausreichendes somatisches Korrelat entspreche auf der Befundebene einem abnormen Krankheitsverhalten, diagnostisch allenfalls einer somatoformen Schmerzstörung. Der Versicherte zeige bei seinem belasteten biografischen Hintergrund (Leiden des Vaters, Entfremdung vom Sohn, Entwurzelung wegen Emigration) ein eingeschränktes Repertoire an Bewältigungsmöglichkeiten. Trotzdem leide er aus psychiatrischer Sicht zur Zeit an keiner psychischen Erkrankung, welche die Kriterien der ICD-10 erfüllen würde. Unbestritten sei eine ungünstige psychische Entwicklung mit verstärkter Verzweiflung, aber vor allem mit deutlicher Beeinträchtigungshaltung dem ehemaligen Arbeitgeber und der Gesellschaft gegenüber. Der bedrückt-verzweifelte Zustand sei einerseits psychoreaktiv zu sehen, d.h. als Reaktion auf (nicht krankheitswertige) belastende Umstände (wie soziokulturelle Gegebenheiten, angespannter Arbeitsmarkt, mangelnde soziale Integration, geringe Ausbildung), anderseits aber auch Folge eigener Einstellungen und Verhaltensmuster (u.a. passive Versorgungsansprüche). Ein Teil der Letzteren möge zwar bewusstseinsfern sein (und in diesem Sinne krankheitswertig), auf Grund der Befunde während der Exploration müsse jedoch der weit grössere Teil als bewusstseinsnah, d.h. als absichtlich und final bezeichnet werden.