Citation: 6B_649/2019 E. 3.4

3.4. Die Vorinstanz klärt die Frage des erhärteten Tatverdachts nach Art. 319 Abs. 1 lit. a StPO aus formellen Gründen nicht vertieft bzw. nicht abschliessend. Ob sie die Erwägungen aus der Einstellungsverfügung vollständig übernehmen durfte, ohne konkret darzulegen, inwiefern die Beschwerdeführerin ihre Begründungspflichten verletzt haben soll und ohne sich materiell mit den Vorbringen der Beschwerdeführerin zu befassen, ist fraglich. Immerhin lässt sich dem angefochtenen Entscheid als Fazit entnehmen, dass für einen Glyphosateinsatz seitens der Beschwerdegegner 2 und 3 Anhaltspunkte fehlen würden (vgl. angefochtenes Urteil S. 11). Auch diese Schlussfolgerung lässt sich nicht mit der erforderlichen Gewissheit aus dem Untersuchungsergebnis ableiten. Die Beschwerdeführerin weist zutreffend auf verschiedene Umstände hin, die nicht nur Rückschlüsse auf die innere Einstellung der Täterschaft, sondern auch auf die Täterschaft an sich erlauben. So soll der Zeuge E.________ den Beschwerdegegner 2im Mai 2017 beim Spritzen von Pflanzenschutzmittel gesehen haben (kant. act. D/13 ff. und E/1 S. 14 ff.). Auch Zeuge F.________ gab zu Protokoll, dass er den Beschwerdegegner 2"im Sommer" mit einer Rückenspritze beobachtet habe. Erklärungsbedürftig scheint auch die Aussage dieses Zeugen, wonach sich der Beschwerdegegner 3 unmittelbar vor der polizeilichen Einvernahme telefonisch über die bevorstehende Befragung informiert und ihn instruiert habe (kant. act. D/68 ff.). Zum Mitteleinsatz befragt, räumte selbst der Beschwerdegegner 3 ein, dass vor dem Einzug der Beschwerdeführerin ein "handelsübliches Mittel" verwendet worden sei (kant. act. E/2 Frage 22 ff.). Diesen Aussagen stehen die Aussagen des Beschwerdegegners 2 gegenüber. Dieser bestritt, sich im Umgang mit Chemikalien auszukennen bzw. jemals Pflanzenschutzmittel benutzt zu haben (kant. Akten act. E/1 Fragen 10 f., 26, 42, 48). Schliesslich kann auch nicht gesagt werden, es bestehe kein Motiv für die (vorsätzliche) Tatbegehung. So ergibt sich aus den Akten, dass das Verhältnis zwischen Mieterin und Vermieterin bereits vor dem umstrittenen Herbizideinsatz getrübt gewesen sein muss (kant. act. S/65, act. D/21, act. E/1 Fragen 26 f.). Auch darauf weist die Beschwerdeführerin zutreffend hin.