Citation: 6B_712/2020 E. 3

Was schliesslich die Strafzumessung betrifft, bringt der Beschwerdeführer vor, es sei unhaltbar, dass die Vorinstanz auch hier pauschal auf die Erwägungen der ersten Instanz verweise und nur auf nachträglich eingetretene Umstände (mit Bezug auf das Beschleunigungsgebot und die Frage des Strafaufschubs) eingehe (vgl. angefochtenes Urteil E. 6.3). Das Berufungsgericht muss die Strafe unter Berücksichtigung der wesentlichen Strafzumessungsfaktoren (Art. 47 StGB) selbst festsetzen. Art. 82 Abs. 4 StPO ändert daran nichts (BGE 141 IV 244 E. 1.3.3). Die Vorinstanz hält fest, in Bezug auf die Strafzumessung sei gestützt auf Art. 82 Abs. 4 StPO grundsätzlich auf die sorgfältigen und korrekten vorinstanzlichen Ausführungen zu verweisen, wonach im Ergebnis eine unbedingte Freiheitsstrafe von neun Monaten tat- und schuldangemessen erscheine. Ergänzend geht die Vorinstanz auf einige Umstände ein, die sich nach dem erstinstanzlichen Urteil ergeben hätten. Nachdem ein Zwischenentscheid betreffend amtliche Verteidigung im Berufungsverfahren an das Bundesgericht weitergezogen worden sei (Urteil 1B_26/2019 vom 4. April 2019), sei die Freiheitsstrafe, die die Vorinstanz korrekt auf neun Monate festgelegt habe, mit Blick auf die Dauer dieses Verfahrens um einen Monat auf acht Monate zu reduzieren. Zusätzlich weist die Vorinstanz auf günstige und ungünstige neue Strafzumessungsfaktoren hin (Zusprechung einer Invalidenrente, Inanspruchnahme einer Wohnbegleitung; laufende weitere Strafverfahren). Eine Wohnung sowie Bewährungs- und Suchthilfe habe der Beschwerdeführer hingegen schon zum Zeitpunkt der erstinstanzlichen Verhandlung gehabt. Lägen insgesamt noch immer keine besonders günstigen Umstände vor (vgl. Art. 42 Abs. 2 StGB), komme ein bedingter Vollzug der Freiheitsstrafe nicht infrage. Das Sachgericht verfügt bei der Strafzumessung über einen Ermessensspielraum. Das Bundesgericht greift nur ein, wenn die Vorinstanz den gesetzlichen Strafrahmen über- oder unterschritten hat, wenn sie von rechtlich nicht massgebenden Kriterien ausgegangen ist oder wesentliche Gesichtspunkte ausser Acht gelassen beziehungsweise in Überschreitung oder Missbrauch ihres Ermessens falsch gewichtet hat. Gemäss Art. 50 StGB hat das Gericht, sofern es sein Urteil zu begründen hat, die für die Zumessung der Strafe erheblichen Umstände und deren Gewichtung festzuhalten. Es hat seine Überlegungen in den Grundzügen wiederzugeben, so dass die Strafzumessung nachvollziehbar ist (BGE 144 IV 313 E. 1.2; Urteil 6B_243/2022 vom 18. Januar 2023 E. 3.3.1). Umstände, die Willkür in der Strafzumessung begründen könnten, sind hier indessen weder dargetan noch ersichtlich. Schliesslich kann nicht gesagt werden, dass die diesbezügliche Begründung im angefochtenen Urteil auch in Verbindung mit derjenigen des erstinstanzlichen Urteils nicht nachvollziehbar sei.