Citation: 5A_427/2024 E. 3.3

3.3. Die ausseramtliche Konkursverwaltung macht in ihrer Beschwerdeantwort geltend, das Schreiben vom 28. August 2023 sei nicht eine Verfügung gewesen, sondern ein Schreiben ihrer Rechtsvertreter im paulianischen Anfechtungsprozess bzw. bloss eine In-Aussicht-Stellung. Beides trifft nicht zu. Das Schreiben vom 28. August 2023 war ausdrücklich die Antwort auf das Akteneinsichtsgesuch vom 28. Juli 2023 (vgl. soeben E. 3.2). Es wurde nicht bloss in Aussicht gestellt, später über das Akteneinsichtsgesuch zu befinden, sondern es wurden die Akteneinsicht (mit Ausnahme eines Vertrags) zugesagt und die Bedingungen dafür festgehalten. Im Akteneinsichtsgesuch war Art. 8a SchKG zwar nicht ausdrücklich erwähnt. Die Beschwerdeführerin hat sich darin jedoch auf zwei frühere Schreiben bezogen und diese auch beigelegt, in denen sie sich auf Art. 8a SchKG stützte. Die ausseramtliche Konkursverwaltung bzw. deren Anwälte mussten sich mithin bewusst sein, dass sie am 28. August 2023 ein Akteneinsichtsgesuch gemäss Art. 8a SchKG beantworteten und nicht bloss im Rahmen des Anfechtungsprozesses korrespondierten. Dies war ihnen offensichtlich auch bewusst, ansonsten sie für die Kosten der Einsichtnahme nicht auf die GebV SchKG verwiesen hätten. Es ist auch nicht ersichtlich, inwiefern damals im Rahmen des Anfechtungsprozesses über die Akteneinsicht zu korrespondieren gewesen wäre. Ein Akteneinsichtsgesuch bzw. ein Editionsbegehren im Prozess wäre an das Gericht zu richten gewesen. Zudem war der Anfechtungsprozess zum damaligen Zeitpunkt in der Schwebe: Das Schlichtungsverfahren war offenbar bereits beendet, die Klage am Gericht aber noch nicht eingereicht (gemäss den Akten datiert die Klageschrift vom 5. Oktober 2023 [und damit nicht etwa bereits vom September 2023 wie in der Verfügung vom 19. September 2023 implizit behauptet] und gemäss dieser Klage wurde die Klagebewilligung am 20. Juli 2023 zugestellt). Eine andere prozessuale Grundlage für das Akteneinsichtsgesuch vom 28. Juli 2023 als Art. 8a SchKG besteht nicht. An all dem ändert nichts, dass die Beschwerdeführerin ihr Gesuch an die Rechtsanwälte D.________ und E.________ richtete, statt direkt an die ausseramtliche Konkursverwaltung, und daran ändert auch nichts, dass die ausseramtliche Konkursverwaltung das Gesuch durch ihre Anwälte beantworten liess. Wie bereits gesagt, war das Gesuch als solches um Einsichtnahme nach Art. 8a SchKG erkennbar. Wenn die ausseramtliche Konkursverwaltung dieses nicht selber beantwortet, sondern durch ihre Anwälte, muss sie sich deren Handeln zurechnen lassen. Diese beantworteten das Akteneinsichtsgesuch denn auch ausdrücklich nach Rücksprache mit der ausseramtlichen Konkursverwaltung. Die ausseramtliche Konkursverwaltung kann nicht ihre Anwälte vorschieben, um das auf Art. 8a SchKG gestützte Akteneinsichtsgesuch zunächst zu beantworten und danach geltend zu machen, es handle sich gar nicht um eine Verfügung über dieses Akteneinsichtsgesuch. Ein solches Vorgehen der ausseramtlichen Konkursverwaltung ist treuwidrig. Sie hat sich auf dem Schreiben vom 28. August 2023 behaften zu lassen.