Citation: 1C_686/2021 E. 4.1

4.1. Vorliegend kam der Gutachter zum Schluss, dass die Dauer der Reflexion über die Massen hoch sei und eine unvertretbar hohe Blendung auf dem Balkon auftrete. Er ging daher von einer erheblichen und nicht mehr zulässigen Belästigung durch Lichtreflexionen aus. Auf die ergänzenden Fragen des Beschwerdeführers zur Blendungsvermeidung führte der Gutachter aus, dass es vom Balkon aus lediglich drei Blickwinkelbereiche gäbe: geradeaus in die Landschaft, nach links auf die Kirchenfront und nach rechts auf resp. über die Sonnenkollektoren hinweg (direkt in die Störung). Beim Blick geradeaus in die Landschaft ergebe sich eine seitliche (sog. periphere) Einstrahlung ins Auge, wobei das Auge in diesem Bereich wesentlich empfindlicher auf Blendungen reagiere. Damit verbleibe nur noch die Möglichkeit, dem Emissionsort den Rücken zuzuwenden. Gegenüber dem vom Bundesgericht beurteilten Fall 1C_177/2011 liege somit eine wesentlich höhere Störungszeit auf einer massiv kleineren Ausweichfläche (Balkon) bei geringerer Möglichkeit der Blickabwendung vor. Die Gemeinde berücksichtigte dagegen, dass die Reflexionswirkung auf einer - gemessen an der gesamten Anlagefläche - kleinen Fläche (ca. 80 cm x 80 cm) in einem das Wohlbefinden störenden Mass stattfinde. Entgegen der Ausführungen des Gutachters bestünden selbst auf der Anlage genügend grosse "Ausweichflächen". Zudem beschränke sich die Reflexion auf eine kurze Dauer pro Tag. Die Gemeinde verneinte daher eine erhebliche Störung des Wohlbefindens im Sinne von Art. 14 lit. b USG. Dagegen seien vorsorgliche Massnahmen zur Emissionsbegrenzung gestützt auf Art. 11 Abs. 2 USG geboten. Das Verwaltungsgericht erachtete die durch die Photovoltaikanlage verursachten Sonnenlichtreflexionen aufgrund seiner eigenen Wahrnehmungen als äusserst störend und unangenehm. Es äusserte sich jedoch nicht ausdrücklich zur Übermässigkeit der Immissionen im Sinne von Art. 14 lit. b USG, sondern hielt fest, die Vorinstanz habe ohne Rechtsverletzung davon ausgehen dürfen, dass die streitigen Blendwirkungen keinen Bagatellfall darstellten, und habe zu Recht vorsorgliche Emissionsbegrenzungen im Sinne von Art. 11 Abs. 2 USG geprüft. Das BAFU beurteilt die streitigen Reflexionen aufgrund ihrer Dauer und Intensität als "an der Grenze zur Übermässigkeit" im Sinne von Art. 14 lit. b USG liegend, und teilt die Auffassung der Vorinstanz, dass vorsorgliche Massnahmen zur Emissionsbegrenzung anzuordnen seien.