Citation: 5A_138/2008 22.08.2008 E. 4.3

4.3.1 Dem Beschwerdeführer ist beizupflichten, dass es aufgrund des Verhaltens der Vorinstanzen, insbesondere den unpräzisen Formulierungen und Rechtsmittelbelehrungen und der teilweise unordnungsgemässen Vorgehensweise der Behörden im vorliegenden Verfahren, für den Beschwerdeführer nicht klar sein konnte, welche Beschlüsse und Entscheide nun anfechtbar waren und welche nicht. Zudem ergibt sich die Zuständigkeitsabgrenzung betreffend Fremdplatzierung nicht klar aus dem Gesetz und auch das Verhalten der Behörden konnte nicht dazu beitragen, Klarheit zu schaffen, sondern hat viel mehr zusätzliche Verwirrung gestiftet. Der Beschwerdeführer durfte somit aufgrund des Verhaltens der Behörden und der unklaren Gesetzeslage darauf vertrauen, dass eine Rechtsverzögerungsbeschwerde an die vormundschaftliche Aufsichtsbehörde das richtige Vorgehen sei. 4.3.2 Mit der Begründung, die Rechtsverzögerungsbeschwerde sei nicht gegeben, ging das Obergericht auf den berechtigten Vorwurf des Beschwerdeführers, die Vormundschaftsbehörde verhalte sich seit der Fremdplatzierung seiner Kinder weitgehend untätig, nicht ein. Als vormundschaftliche Aufsichtsbehörde nahm es die Eingabe des Beschwerdeführers jedoch zum Anlass, der Vormundschaftsbehörde und dem Bezirksamt konkrete Anweisungen für die weiteren Schritte im Hinblick auf die Beurteilung der Obhutsfrage zu erteilen. Es hielt auch unmissverständlich fest, dass die Vorkehren umgehend und ohne Verzug zu treffen seien. Im Ergebnis hat das Obergericht die Mängel von Amtes wegen behoben, die der Beschwerdeführer mit seiner Rechtsverzögerungsbeschwerde gerügt hatte. Unter diesen Umständen aber ist es widersprüchlich und mit dem Grundsatz von Treu und Glauben nicht vereinbar, die Rechtsverzögerungsbeschwerde formell und kostenpflichtig abzuweisen, die von der Sache her ihr Ziel erreicht hat. 4.3.3 Nach dem Gesagten dürfen dem Beschwerdeführer im Rechtsverzögerungsbeschwerdeverfahren nach Treu und Glauben keine Kosten entstehen. Es sind ihm somit keine Verfahrenskosten aufzuerlegen und es ist ihm eine angemessene Parteientschädigung zuzusprechen. Für den Beschwerdeführer besteht daher keine Nachzahlungspflicht.