Citation: 6B_1251/2015 E. 1.4.2

1.4.2. Wie der Beschwerdeführer zutreffend vorbringt, ist in den Berichten des Instituts für Rechtsmedizin der Universität Zürich (IRM) vom 11. Juli 2008 und 18. September 2008 von chronischem Kokainkonsum die Rede. Entgegen seiner Auffassung ist dies jedoch nicht mit einer Kokainabhängigkeit gleichzusetzen. Dafür ergeben sich auch aus den Berichten des IRM keine Anzeichen. Ihnen ist vielmehr zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer trotz mittelstarkem bis starkem Kokainkonsum in den letzten Monaten bei der Untersuchung klinisch keine Hinweise auf ein Drogenproblem oder Entzugserscheinungen zeigte. Eine am 16. Juni 2008 genommene Urinprobe war zudem auf Betäubungsmittel negativ, was ebenfalls gegen eine Abhängigkeit spricht. Gleiches ergibt sich aus dem die Krankengeschichte des Beschwerdeführers zusammenfassenden Bericht des Hausarztes vom 5. Juni 2015: Demnach war ein Drogenscreening des Blutes vom 8. Oktober 2008 auf alle getesteten Drogen negativ, ebenso sechs Urinproben zwischen Juni und November 2009. Der Beschwerdeführer war somit offenbar nach der Autofahrt unter Kokaineinfluss vom Dezember 2007, welche zum Entzug seines Führerausweises führte, weitgehend kokainabstinent, jedenfalls aber offensichtlich nicht schwer kokainabhängig. Dass ihm die Fahreignung abgesprochen wurde, belegt ebenfalls keine Abhängigkeit. Der gegenteilige Schluss der Vorinstanz ist nicht willkürlich. Selbst wenn die Vorinstanz im Übrigen von einer Kokainabhängigkeit im Jahre 2008 ausgegangen wäre, wäre es nicht unhaltbar anzunehmen, dies sei im Tatzeitpunkt drei Jahre später nicht mehr der Fall gewesen. Für eine Abhängigkeit gibt es nach dem in Erwägung 1.4.1 Gesagten keine Hinweise. Die Vorinstanz durfte daher ohne Verletzung des rechtlichen Gehörs des Beschwerdeführers in antizipierter Beweiswürdigung auf das Einholen weiterer Berichte aus dem Jahre 2008, namentlich der gesamten Strassenverkehrsakten, verzichten. Es ist nicht ersichtlich, was damit für die Frage einer Kokainabhängigkeit im Tat- oder im Urteilszeitpunkt gewonnen wäre (vgl. zur antizipierten Beweiswürdigung BGE 136 I 229 E. 5.3 S. 236 f. mit Hinweisen). Aus dem Bericht des Hausarztes vom 5. Juni 2015 ergeben sich keine Hinweise auf einen Kokainkonsum des Beschwerdeführers in den folgenden Jahren. Anlässlich keiner der Konsultationen von 2009 bis 2011 machte der Hausarzt irgendwelche diesbezüglichen Feststellungen.