Citation: 2C_601/2019 E. 2.3

2.3. Das Verwaltungsgericht ist auf die bei ihm eingereichte Beschwerde nicht eingetreten, weil es sie für verspätet erachtet. Es stützt sich darauf, dass die Beschwerdefrist 30 Tage beträgt (§ 53 in Verb. mit § 22 des Zürcher Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]), dass die Frist am Tage nach Eröffnung des anzufechtenden Entscheids zu laufen beginnt (§ 22 Abs. 2 bzw. § 11 Abs. 1 VRG) und dass schriftliche Eingaben spätestens am letzten Tag der Frist bei der Behörde eintreffen oder zu deren Handen der schweizerischen Post übergeben sein müssen (§ 11 Abs. 2 VRG). Weiter argumentiert es mit den gemäss § 71 VRG (als subsidiäres kantonales Recht) ergänzend Anwendung findenden Bestimmungen der eidgenössischen ZPO über das prozessuale Handeln und die Fristen: Gemäss Art. 138 Abs. 1 ZPO erfolgt die Zustellung von Vorladungen, Verfügungen und Entscheiden durch eingeschriebene Postsendung oder auf andere Weise gegen Empfangsbestätigung. Sie ist erfolgt, wenn die Sendung vom Adressaten entgegengenommen wurde (Art. 138 Abs. 2 ZPO). Gemäss Art. 138 Abs. 3 lit. a ZPO gilt sie zudem bei einer eingeschriebenen Postsendung als am siebten Tag nach dem erfolglosen Zustellungsversuch erfolgt, sofern die Person mit einer Zustellung rechnen musste (sog. Zustellfiktion). Das Verwaltungsgericht erläutert die Praxis zur Zustellfiktion; es schildert die einschlägige Rechtsprechung und befasst sich mit der Frage, wann unter dem Gesichtswinkel des Vertrauensschutzes ausnahmsweise auf die Fiktion verzichtet werden kann/muss, wobei es auch auf die Problematik Verlängerung der Abholfrist eingeht (E. 2.3.1 und 2.3.2). Gemäss den für das Bundesgericht verbindlichen Sachverhaltsfeststellungen (s. Art. 105 Abs. 1 BGG) des Verwaltungsgerichts hat der Regierungsrat seinen Beschluss vom 16. Januar 2019 am 22. Januar 2019 bei der Post aufgegeben. Am 23. Januar 2019 wurde dem Beschwerdeführer mit Abholungseinladung gemeldet, dass die Sendung bis zum 30. Januar 2019 zur Abholung bereit liege. Am Vormittag des 30. Januar 2019 gab der Beschwerdeführer der Post den Auftrag, die Abholfrist bis 20. Februar 2019 zu verlängern. Schliesslich holte er den regierungsrätlichen Beschluss am 7. Februar 2019 ab. Beschwerde an das Verwaltungsgericht erhob er am 7. März 2019. Wird kraft der Zustellfiktion von der gültigen Eröffnung am 30. Januar 2019 ausgegangen, lief die Beschwerdefrist am 1. März 2019 ab und war die Beschwerde verspätet. Das Verwaltungsgericht sieht keine Gründe, im konkreten Fall die Zustellfiktion nicht wirksam werden zu lassen. Der Beschwerdeführer befasst sich mit den vom Verwaltungsgericht dargelegten Voraussetzungen und Schranken der Zustellfiktion in keiner Weise. Namentlich geht er nicht darauf ein, warum nach den Erwägungen des Verwaltungsgerichts in seinem Fall der Vertrauensschutz nicht zum Tragen komme (etwa auch wegen seiner ständigen Bemühungen, bei der Post die Verlängerung von Abholungsfristen zu erwirken, E. 2.3.3.). Unerfindlich ist, was sich im Zusammenhang mit Art. 138 Abs. 3 lit. a ZPO zu seinen Gunsten aus dem Umstand ableiten liesse, dass der Regierungsrat seinen Beschluss nicht als eingeschriebene Sendung, sondern als "avis de réception" verschickt habe. Soweit sich der Beschwerdeführer zum Thema Fristwahrung bei der Anfechtung des regierungsrätlichen Beschlusses äussert, zeigt er auch nicht ansatzweise auf, inwiefern das Verwaltungsgericht bei der diesbezüglichen Rechtsanwendung ihm zustehende verfassungsmässige Rechte missachtet habe.