Citation: U 47/01 22.08.2003 E. 3

3.1 Die Vorinstanz hat auf die einschlägigen Arztberichte abgestellt und daraus gefolgert, insbesondere auf Grund des umfassenden Gutachtens von Dr. med. B.________ vom 5. Mai 1999 seien die muskuläre Dysbalance des Schultergürtels als sekundäre, die neuropsychologischen Defizite mit grösster Wahrscheinlichkeit als direkte Folgen und die stark neurotische Depression als Folge des Unfalls zu bezeichnen. Der natürliche Kausalzusammenhang zwischen den geklagten Beschwerden und dem Unfallereignis vom 24. August 1995 war somit zu bejahen. Zum adäquaten Kausalzusammenhang führte das kantonale Gericht aus, der Begründung der SUVA, wonach die Dauerbeschwerden nicht unfallkausal, sondern ausschliesslich durch vorbestandene psychische Defizite bedingt wären, könne nicht ohne weiteres gefolgt werden. Da im konkreten Fall die typischen Beschwerden von Schleudertraumaverletzungen vorlagen und eindeutige Hinweise auf eine psychische Überlagerung fehlten, ist sie zu Recht von einem Schleudertrauma ausgegangen und hat für die Beurteilung der Adäquanz BGE 117 V 359 ff. angewendet. Die Vorinstanz ordnete das Geschehen als mittleres Unfallereignis im Grenzbereich zu den leichten Unfällen ein und kam zum Schluss, nach erfolgter Gesamtwürdigung der Umstände seien nur der schwierige Heilungsverlauf sowie die Dauerbeschwerden und somit lediglich eine Minderheit der zu berücksichtigenden unfallbezogenen Kriterien erfüllt. Die massgebenden Faktoren lägen nicht in gehäufter oder auffallender Weise vor, weshalb der adäquate Kausalzusammenhang zu verneinen sei. 3.2 Demgegenüber macht die Beschwerdeführerin geltend, die Vorinstanz hätte den Unfall als Ereignis mittlerer Schwere bezeichnen sollen, ohne ihn mit dem gewählten Zusatz "im Grenzbereich zu den leichten Unfällen" zu ergänzen. Eine weitergehende Qualifikation des Unfalls, der unstreitig im mittleren Bereich liege, sei nicht erforderlich, da die geforderten Kriterien ohnehin in gehäufter und teilweise sehr ausgeprägter Art erfüllt seien. Dabei beanstandet sie, das Kriterium des Ausmasses und der Dauer der Arbeitsunfähigkeit sei zu Unrecht unberücksichtigt geblieben. Ab Oktober 1999 sei es zu einer Exazerbation der Beschwerden gekommen, welche auf Anfang Februar 2000 zu einer ärztlich attestierten Reduktion der Arbeitsfähigkeit auf 75 % und auf Anfang Dezember 2000 auf 70 % geführt habe. Zudem sei das Kriterium der ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung als erfüllt zu betrachten. 3.3 Die Vorinstanz hat zu Recht festgehalten, das Geschehen vom 24. August 1995 sei als mittleres Unfallereignis im Grenzbereich zu den leichten Unfällen einzuordnen. Ebenfalls zutreffend hat sie im angefochtenen Entscheid berücksichtigt, dass Dr. med. B.________ in seinem am 5. Mai 1999 verfassten Gutachten festgestellt hatte, die Beschwerdeführerin sei ab September 1996 zu höchstens 10 % in ihrer beruflichen Tätigkeit als Sekretärin beeinträchtigt gewesen, dass ihre berufliche Situation damit als optimal bezeichnet werden konnte und dass offenbar auch eine Erhöhung des Pensums auf 100 % geplant gewesen war. Hingegen trifft es zu, dass die Ärzte der Rehaklinik R.________ in einem Gutachten vom 27. Juni 2000 ab Februar 2000 eine Arbeitsfähigkeit von lediglich 75 % attestiert hatten und im kantonalen Entscheid nicht geprüft wurde, ob das Kriterium der ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung erfüllt war. 3.4 Trotz dieser Beanstandungen sind die in Frage kommenden Kriterien im vorliegenden Fall nicht in der erforderlichen Weise erfüllt. Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin kann das Kriterium des Grades und der Dauer der Arbeitsunfähigkeit bei einer höchstens 10 %igen Einschränkung nicht entscheidend ins Gewicht fallen. Zudem ist zu beachten, dass sich die im Gutachten vom 27. Juni 2000 attestierte Arbeitsunfähigkeit von 25 % auf die tatsächlichen Verhältnisse nach Erlass des strittigen Einspracheentscheids bezieht. Nachdem im kantonalen Entscheid zutreffend festgehalten wurde, der Unfall vom 24. August 1995 sei als mittleres Ereignis im Grenzbereich zu den leichten Unfällen einzuordnen, könnte unter diesen Umständen auch die Erfüllung des von der Vorinstanz nicht geprüften Kriteriums der ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung nicht ausschlaggebend sein. Denn für die Bejahung der Adäquanz wären nach dem Ausscheiden des Kriteriums des Ausmasses und der Dauer der Arbeitsunfähigkeit ohnehin ungenügende in gehäufter oder auffallender Weise erforderliche Kriterien gegeben.