Citation: 4A_277/2023 E. 5.5.4

5.5.4. Die E-Mail vom 3. Juli 2019 kann bei einer Auslegung nach Treu und Glauben nur als Ausübung der Put-Option (bzw. eventualiter als Annahme des Antrags der Beschwerdegegnerin) verstanden werden. Die Beschwerdeführerin hat sich in dieser E-Mail ausdrücklich auf Ziff. 8 des AKV 2018 bezogen und zum Ausdruck gebracht, dass sie den zweiten Aktienverkauf vollziehen will, wie sich aus dem Vorschlag eines "closing dates" ergibt. Dass sich E.________ in der E-Mail nicht explizit auf die Ausübung einer Verkaufsoption bezieht, schadet - entgegen der Beschwerdegegnerin - nicht. Nicht zu folgen ist der Beschwerdegegnerin auch, wenn sie in ihrer Beschwerdeantwort geltend macht, E.________, der Verfasser der E-Mail vom 3. Juli 2019, habe die Beschwerdeführerin nicht rechtsgültig verpflichten können bzw. seine Handlung sei dieser nicht zuzurechnen. Dies zeigt sich bereits daran, dass sich aus der Reaktion von F.________ in der E-Mail vom 9. Juli 2019 keine Einwände betreffend die Vertretungsbefugnis von E.________ ergeben.