Citation: 2C_976/2020 E. 6.2.2

6.2.2. Mit Bezug auf die beiden minderjährigen Kinder ist festzuhalten, dass das ausländische unmündige Kind rechtsprechungsgemäss schon aus familienrechtlichen Gründen regelmässig das ausländerrechtliche Schicksal des sorge-/betreuungsberechtigten Elternteils teilt; es hat das Land gegebenenfalls mit diesem zu verlassen, wenn er über keine Aufenthaltsberechtigung (mehr) verfügt und ihm die Ausreise zumutbar ist (vgl. BGE 143 I 21 E. 5.4; 139 II 393 E. 4.2.3; Urteil 2C_234/2019 vom 14. Oktober 2019 E. 4.3.2). Für Kinder im anpassungsfähigen Alter ist der Umzug in ein anderes Land bzw. die Heimat zusammen mit der Inhaberin oder dem Inhaber der elterlichen Sorge bzw. dem Hauptbetreuungsanteil zumutbar, wenn sie mit dessen Kultur durch Sprachkenntnisse, gelegentliche Ferienaufenthalte und einer entsprechenden Kulturvermittlung seitens der Eltern vertraut sind (BGE 143 I 21 E. 5.4; Urteil 2C_868/2019 vom 3. Februar 2020 E. 4.6.2). Die bundesgerichtliche Praxis betreffend Aufenthaltsbewilligungen im "umgekehrten Familiennachzug" an den ausländischen, sorgeberechtigten Elternteil eines Schweizer Kindes (vgl. BGE 135 I 143 E. 4; 135 I 153 E. 2.2.4) hat die Rechtslage bei der analogen Situation eines anwesenheitsberechtigten, selbst niedergelassenen, ausländischen Kindes nicht wesentlich verändert: Diesfalls kann die Zumutbarkeit der Ausreise weiterhin für eine Bewilligungsverweigerung an den sorge- bzw. obhutsberechtigten Elternteil genügen (vgl. Urteil 2C_234/2019 vom 14. Oktober 2019 E. 4.3.2). Vorliegend verfügen die beiden Kinder der Beschwerdeführer zwar über Niederlassungsbewilligungen in der Schweiz. Mit vier und zwei Jahren befinden sie sich jedoch im anpassungsfähigen Alter (vgl. Urteile 2C_868/2019 vom 3. Februar 2020 E. 4.6.3; 2C_228/2018 vom 14. März 2019 E. 5.4; jeweils betreffend vierjährige Kinder). Ein Wechsel von einem Land in das andere durch Ausländer in diesem Alter wird regelmässig selbst ohne vertiefte Sprachkenntnisse als möglich und zumutbar erachtet, wenn es um den Umzug aus dem Heimatland in die Schweiz geht. Auch die umgekehrte Übersiedlung erscheint daher als zumutbar, falls nicht besondere, erschwerende Umstände dem entgegenstehen (Urteil 2C_868/2019 vom 3. Februar 2020 E. 4.6.3 mit Hinweisen), was vorliegend nicht geltend gemacht wird. Kein Hindernis stellt der Umstand dar, dass das vierjährige Kind nach Angaben der Beschwerdeführer bereits den ersten Kindergarten besucht. Schliesslich anerkennen die Beschwerdeführer, dass die Kinder Nordmazedonien zumindest von Ferienaufenthalten kennen. Eine Ausreise zusammen mit den Eltern erscheint somit zumutbar. Spezifische Gründe, die das Wohnen für die ganze Familie in der Heimat als unzumutbar erscheinen liessen, nennen die Beschwerdeführer im Übrigen nicht.