Citation: 5A_36/2022 E. 4.1

4.1. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung zum Nachkonkurs gelten Vermögenswerte nicht als neu entdeckt, wenn eine Mehrheit der zur Teilnahme an der zweiten Gläubigerversammlung berechtigten Gläubiger vor Abschluss des Konkursverfahrens um Existenz und Massezugehörigkeit der nachträglich ausfindig gemachten Vermögenswerte wusste (BGE 116 III 96 E. 2b, 6b, mit Hinweisen; Urteile 5A_525/2010 vom 31. August 2010 E. 2; 7B.81/2005 vom 28. Juli 2005 E. 2.3.2). Wird die Geltendmachung trotz Kenntnis hinreichender Anhaltspunkte für den Bestand dieser Ansprüche unterlassen, so wird vermutet, dass die Konkursmasse bewusst darauf verzichtet hat (BGE 116 III 96 E. 2a; 90 III 41 E. 1). Diese Rechtsprechung nimmt Rücksicht auf den Dritten, für den grundsätzlich Verlass darauf sein müsse, sich nach Abschluss des Konkursverfahrens nicht doch noch einer Klage ausgesetzt zu sehen. Ein solches Bedürfnis bestehe gerade bei zweifelhaften Rechtsansprüchen, zumal diese regelmässig nur klageweise durchgesetzt werden könnten (BGE 116 III 96 E. 2a, mit Hinweis). Diese Rechtsfolge kann nicht vom Verhalten eines einzelnen Gläubigers des Gemeinschuldners abhängig gemacht werden, da die Interessen der Gesamtheit der Gläubiger beschlagen werden (BGE 116 III 96 E. 6b). Für die Eröffnung des Nachkonkurses ist unerheblich, ob ein einzelner Gläubiger sein Wissen um vorhandene Vermögenswerte verschwiegen hat (BGE 116 III 96 E. 6c).