Citation: 6B_321/2021 E. 3.2.4

3.2.4. Die Vorinstanz qualifiziert die stationäre Massnahme als verhältnismässig. Für die Behandlung von schizophrenen Erkrankungen bestünden wirksame Behandlungsverfahren, sodass bei Mitwirkung des Beschwerdeführers nicht zwingend ein langes geschlossenes stationäres Setting erforderlich sei und Vollzugslockerungen in absehbarer Zeit nicht ausgeschlossen seien. Beim Beschwerdeführer bestehe eine deutlich belastete Legalprognose, wobei mit den Anlasstaten vergleichbare Straftaten bei ungenügender Behandlung jederzeit möglich seien. Das Gefährdungspotential sei nicht zu unterschätzen. Der Beschwerdeführer habe sich wiederholt über das Kontakt- und Rayonverbot hinweggesetzt. Das Verhalten gegenüber der Privatklägerin 1 sei keineswegs lediglich "lästig". Ein nicht endendes Stalking könne zu schweren psychischen Schäden führen. Zudem sei bei einem der letzten Versuche des Beschwerdeführers, mit der Privatklägerin 1 in Kontakt zu treten, bei diesem ein Messer sichergestellt worden. Selbst wenn der Beschwerdeführer bislang gegenüber der Privatklägerin 1 nicht handgreiflich geworden sei, könne diese Gefahr nicht ausgeblendet werden. Der amtliche Gutachter habe eine hohe Rückfallgefahr für einfache Körperverletzungen festgestellt. Es gelte nicht nur die physische, sondern auch die psychische Gesundheit zu schützen. Insgesamt komme der stationären Behandlung des Beschwerdeführers aufgrund der von ihm ausgehenden Gefahr und der hohen Rückfallgefahr sowohl für einfache Körperverletzungen als auch für Stalking-ähnliches Verhalten bei der Interessenabwägung grösseres Gewicht zu als dem Eingriff in seine Freiheitsrechte. Die Anordnung einer stationären Massnahme sei angemessen, namentlich vor dem Hintergrund der tatsächlich vorhandenen gut wirksamen Behandlungsmöglichkeiten. Dies sei auch deshalb mit dem Grundsatz der Verhältnismässigkeit vereinbar, weil bei entscheidender Besserung der Störung, verlässlicher Compliance und deutlich verbesserter Therapieadhärenz die Behandlung in einem ambulanten Rahmen fortgesetzt und entsprechend die stationäre Massnahme längerfristig in eine ambulante Massnahme werde überführt werden können. Die stationäre Therapie stehe im wohlverstandenen Interesse des Beschwerdeführers, da ihm durch sie die Möglichkeit geboten werde, in einem kontrollierten Setting seine schizophrene Erkrankung in absehbarer Zeit mit Aussicht auf Erfolg zu behandeln. Aufgrund des Scheiterns verschiedener ambulanter und kurzfristiger stationärer Interventionen wegen der bisher jeweils fehlenden rechtlichen Verpflichtung des Beschwerdeführers, die Behandlung längerfristig weiterzuführen, der krankheitsbedingt teilweise fehlenden Krankheitseinsicht und der mangelnden Einbindung und Kontrollmöglichkeiten stehe eine mildere Massnahme aktuell nicht zur Verfügung. Mit Blick auf das Schutzbedürfnis der Allgemeinheit sei die Anordnung einer stationären Massnahme deshalb verhältnismässig.