Citation: 5A_147/2023 E. 2.2

2.2. Die Vorinstanz bestätigte den erstinstanzlichen Entscheid, wonach die Beschwerdegegnerin rückwirkend und künftig auf unbestimmte Zeit vollständig arbeitsunfähig sei und ihr deshalb kein Einkommen angerechnet werden könne. Gegen die Feststellung der ersten Instanz, die Beschwerdegegnerin leide seit 2010 an psychischen Problemen, habe der Beschwerdeführer nichts vorbringen können. Er habe sich damit begnügt, die Ausführungen der Beschwerdegegnerin zur Arbeitsunfähigkeit anlässlich der Verhandlung vom 12. Mai 2020 zu bestreiten und ihre diversen Ausführungen wiederzugeben, die sie im früheren Eheschutzverfahren getätigt haben soll, aus denen der Beschwerdeführer nun ableite, die Beschwerdegegnerin habe in der von ihm gegründeten damaligen C.________ AG hart und intensiv gearbeitet. Damit genüge die Berufung den Begründungsanforderungen nicht. Im Eheschutzverfahren habe der Beschwerdeführer noch ausgeführt, die Arbeitstätigkeit der Beschwerdegegnerin im erwähnten Unternehmen habe sich lediglich auf ein Kommen und Gehen beschränkt. Sodann habe der Beschwerdeführer nicht aufgezeigt, inwiefern die Einschätzung der ersten Instanz in Bezug auf die Zusprechung einer Invalidenrente bei psychischen Leiden vor dem Hintergrund des negativen Entscheids der Invalidenversicherung vom 24. September 2020 falsch sein soll. Ferner habe der Beschwerdeführer auch nicht darlegen können, weshalb aus einem fehlenden Anspruch auf Invalidenrente "zwingend" auf eine Arbeits- und Erwerbsfähigkeit der Beschwerdegegnerin geschlossen werden könne. Es sei unklar, weshalb der IV-Entscheid vom 24. September 2020 negativ ausgefallen sei. Der Beschwerdeführer habe offen gelassen, inwiefern er den Beizug des IV-Entscheids, respektive den dazugehörenden Akten, beantragt habe. Fraglich sei, inwiefern dieser Entscheid überhaupt relevant sei, wenn aktuell erneut ein IV-Verfahren hängig sei. Weiter habe der Beschwerdeführer die ärztlichen Zeugnisse von Dr. med. D.________ (FMH Psychiatrie/Psychotherapie) als einfache Arztzeugnisse beanstandet, jedoch nicht dargelegt, weshalb einfachen Arztzeugnissen keine Aussagekraft in Bezug auf eine Arbeitsunfähigkeit zukommen soll. Insgesamt hätten sechs Ärzte der Beschwerdegegnerin bis Oktober 2016 eine vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit bescheinigt. Inwiefern das Zeugnis vom 23. Februar 2022, das der Beschwerdegegnerin für März 2022 eine Arbeitsunfähigkeit von 80 % attestiert habe, unter Berücksichtigung sämtlicher Umstände überhaupt noch ins Gewicht falle, lege der Beschwerdeführer nicht dar. Schliesslich sei die Beschwerdegegnerin unstreitig seit 2010 immer wider in stationärer Behandlung gewesen und im Jahr 2019 während zwei Monaten in der Klinik E.________ und aufgrund ihrer gesundheitlichen Probleme sei ihr die Zulassung als Pilotin entzogen worden. Vor dem Hintergrund des reduzierten Beweismasses sei demnach nicht zu beanstanden, dass die erste Instanz gestützt auf die zahlreichen ärztlichen Unterlagen und die unbestritten gebliebene Vorgeschichte für glaubhaft gehalten habe, dass die Beschwerdegegnerin bis anhin und auch künftig auf unbestimmte Zeit arbeitsunfähig sei.