Citation: 4A_507/2015 E. 4.5

4.5. Angesichts dieses Beweisergebnisses hat die Vorinstanz entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin kein Bundesrecht verletzt, wenn sie dem Schreiben vom 5. Juli 2010 eine konstitutive, die ursprüngliche Abmachung betreffend den Stahlpreis modifizierende Wirkung absprach. Denn wie die Vorinstanz zutreffend ausgeführt hat, darf der Absender eines unwidersprochen gebliebenen Bestätigungsschreibens dann nicht von einer vertraglichen Bindung ausgehen, wenn sein Schreiben vom Verhandlungsergebnis derart abweicht, dass nach Treu und Glauben nicht mehr mit dem Einverständnis des Empfängers gerechnet werden darf (BGE 123 III 35 E. 2c/aa S. 42; 114 II 250 E. 2a S. 252). Bestand nach den verbindlichen Feststellungen der Vorinstanz ein übereinstimmender wirklicher Parteiwille, wonach die Beschwerdeführerin das Risiko einer Erhöhung der Stahlpreise trägt, so durfte die Beschwerdeführerin nach Treu und Glauben nicht damit rechnen, die Beschwerdegegnerin wäre mit einer Übertragung dieses Risikos auf sie einverstanden. Auch diese Rüge ist somit unbegründet.