Citation: 1C_246/2024 E. 4.2

4.2. Soweit die Vorinstanz dem Beschwerdeführer im angefochtenen Urteil vorwirft, er verhalte sich widersprüchlich, weil er selbst die Sistierung des Verwaltungsverfahrens beantragt habe und den Akten nicht entnommen werden könne, dass er zwischenzeitlich um dessen Fortführung ersucht habe, kann ihr nicht vollumfänglich gefolgt werden. So stellte der Beschwerdeführer im Rahmen des verwaltungsgerichtlichen Verfahrens, das zum Urteil vom 15. Juni 2023 führte, einen entsprechenden Antrag, den die Vorinstanz im damaligen Verfahren allerdings abwies. Zwar trifft zu, dass der Beschwerdeführer im vorinstanzlichen Verfahren - wie auch vor Bundesgericht - wiederum beantragt, das Administrativverfahren sei zu sistieren. Dies allerdings nach der nachvollziehbaren Darstellung des Beschwerdeführers nur für den Fall, dass sein Rechtsbegehren auf sofortige Herausgabe des Führerausweises ebenfalls gutgeheissen werden sollte. Es liegt denn auch auf der Hand, dass der Beschwerdeführer, der eine frühestmögliche Wiedererteilung der Fahrberechtigung anstrebt, an einer Verfahrenssistierung kein Interesse hat, solange sein Führerausweis gleichzeitig vorsorglich entzogen bleibt. Im Übrigen herrscht im Verwaltungsverfahren Amts- und nicht Parteibetrieb. Die Verwaltungsbehörde hat daher auch dann um einen zügigen Abschluss des Verfahrens bemüht zu sein und das Verfahren gegebenenfalls fortzuführen, wenn die Sistierung auf Antrag einer Partei angeordnet wurde. Das Gesagte ändert jedoch nichts daran, dass die Administrativbehörde nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung grundsätzlich mit einem definitiven Entscheid zuzuwarten hat, wenn wie hier mit einem Strafentscheid zu rechnen und die Sachverhaltsfeststellung für das Verwaltungsverfahren von Bedeutung ist. Dass vorliegend eine Ausnahme von diesem Grundsatz gegeben wäre, macht der Beschwerdeführer nicht geltend und ist auch nicht ersichtlich. Unabhängig davon, ob das Verfahren zurzeit formell sistiert ist oder nicht, ist die Fachstelle Administrativmassnahmen für ihren Entscheid betreffend Annullierung des Führerausweises auf Probe auf die zusätzlichen Erkenntnisse der Strafuntersuchung angewiesen, zumal der Beschwerdeführer die Vorwürfe in erheblicher Weise zu entkräftigen sucht. Folglich ist sie grundsätzlich befugt, das Verwaltungsverfahren bis zum Abschluss des Strafverfahrens auszusetzen (vgl. spezifisch zum Führerausweis auf Probe: BGE 143 IV 425 E. 1.4.3; Urteil 1C_324/2013 vom 9. September 2013 E. 2.4). Die dadurch bedingte Verlängerung des Verwaltungsverfahrens ist im Interesse der verlässlichen Wahrheitsfindung in Kauf zu nehmen (vgl. BGE 119 Ib 158 E. 2c/cc).