Citation: 2C_931/2018 E. 3.5

3.5. Es ist unbestritten, dass die Ehegatten während rund fünf Jahren zusammenwohnten. Dies allein belegt jedoch noch nicht eine tatsächliche, eheliche Lebensgemeinschaft (Urteil 2C_936/2016 vom 17. März 2017 E. 2.3). Die Vorinstanz stützt sich bei ihrer Annahme einer Scheinehe auf zahlreiche Indizien, insbesondere den Altersunterschied von 24 Jahren, das Fehlen einer gemeinsamen Sprache (der Beschwerdeführer spricht albanisch, seine Ehegattin spanisch), die Umstände des Kennenlernens und die kurz darauf erfolgte Heirat, die kaum vorhandenen Kenntnisse voneinander, den Umstand, dass der Beschwerdeführer die Trauzeugen nicht nennen konnte, obwohl es sich dabei nach Angaben seiner (Ex-) Ehefrau um deren Tochter und seinen Bruder gehandelt haben soll, und die Tatsache, dass die Ehegatten nie gemeinsame Ferien verbracht hatten. Aus dem Umstand, dass der Beschwerdeführer den Lebensunterhalt seiner Ehegattin finanzierte und sogar nach der Trennung noch für deren Krankenkassenprämien aufkam, schloss die Vorinstanz, dass die Ehegatten voneinander profitieren konnten und nicht von einer echten Lebensgemeinschaft auszugehen ist. Aus der polizeilichen Befragung vom 14. bzw. 26. Juli 2016 ergibt sich, dass die Ehegatten sich über eine Internet-Plattform kennengelernt hatten, der Beschwerdeführer dann zu seiner künftigen Ehefrau in die Schweiz reiste und innert weniger Monate (Angaben der Ehefrau), wenn nicht sofort (Der Beschwerdeführer gab an, im Sommer 2010 eingereist zu sein, wobei die Hochzeit am 30. Juli 2010 in U.________ stattfand) die Heirat erfolgte. Angesichts des Umstandes, dass die (Ex-) Ehegatten selbst im Juli 2016 nur über sehr rudimentäre Deutschkenntnisse verfügten (wobei die Ehegattin nach ihren Aussagen dem Beschwerdeführer diese minimalen Kenntnisse beigebracht hat), dürfte es den Ehegatten im Sommer 2010 äussert schwer gefallen sein, sich überhaupt zu verständigen. Bezüglich der Fragen, wer die Trauzeugen gewesen seien, wer sonst noch bei der Trauung anwesend gewesen sei und ob Hochzeitsfotos gemacht worden seien, gab der Beschwerdeführer zu Protokoll, er könne sich nicht erinnern. Ebensowenig konnte er darüber Auskunft geben, ob er seine Familie nach oder vor der Heirat über die Hochzeit informiert hatte. Die Frage, wer den Vorschlag, die Ehe einzugehen, gemacht habe, wollte der Beschwerdeführer nicht beantworten. Auf die Frage, ob seine (Ex-) Ehegattin schon einmal verheiratet gewesen sei (was der Fall ist), antwortete er, dies interessiere ihn nicht und überhaupt habe ihn die Vergangenheit seiner Ehefrau nicht interessiert, was doch eher ungewöhnlich ist bei einer Eheschliessung. Auch zur Beziehung zwischen seiner Ehefrau und deren Tochter, welche in V.________ lebt, konnte der Beschwerdeführer keine substanziellen Aussagen machen. Obwohl seine Ehefrau hin und wieder drei oder vier Monate in Venezuela weilte, konnte der Beschwerdeführer sich nicht erinnern, wie er in dieser Zeit den Kontakt zu ihr (SMS, Telefon, etc.) aufrechterhalten hat. Selbst daran, wann der Ehewille erloschen ist, konnte sich der Beschwerdeführer nicht erinnern. Insgesamt fällt auf, dass der Beschwerdeführer praktisch keine Kenntnisse von seiner Ehefrau hat, mit welcher er immerhin fast sechs Jahre verheiratet war. Die Aussagen der Ehegattin sind nur unwesentlich substanzieller. Angesichts der Ausgangslage, welche bereits auf eine Ausländerrechtsehe hindeutete, wäre es insbesondere am Beschwerdeführer gewesen, durch substanzielle Aussagen und Beweismittel diesen Verdacht zu entkräften. Letzteres ist nicht erfolgt. Im Gegenteil hat der Beschwerdeführer mit seinen Aussagen den genannten Verdacht substanziell verstärkt. Vor diesem Hintergrund ist die Beweiswürdigung der Vorinstanz, wonach aufgrund der Indizien eine Ausländerrechtsehe vorliegt, nicht offensichtlich unhaltbar bzw. willkürlich, sondern bundesrechtskonform. Es ist deshalb davon auszugehen, dass in tatsächlicher Hinsicht von Anfang an keine tatsächliche eheliche Gemeinschaft bestand.