Citation: 8C_643/2021 E. 8.2.1

8.2.1. Die Vorinstanz erwog im Wesentlichen, der langjährig als selbstständiger Rechtsanwalt tätig gewesene Beschwerdeführer sei am 9. September 2014 bzw. 14. April 2015 vom Obergericht des Kantons Bern wegen qualifizierter Veruntreuung zu 28 Monaten Haft verurteilt worden, was das Bundesgericht mit Urteil 6B_629/2015 vom 7. Januar 2016 bestätigt habe. Der Haftantritt sei im März 2018 noch offen gewesen. Hinzu gekommen sei ein vierjähriges Berufsverbot als Fürsprecher bzw. Rechtsanwalt, das per Januar 2016 rechtskräftig geworden sei. Somit wäre der Beschwerdeführer im Juli 2018 auch ohne Gesundheitsschaden nicht mehr als selbstständiger Rechtsanwalt tätig gewesen, weshalb zur Invaliditätsbemessung nicht die für die Jahre 2010 bis 2014 bei den Akten liegenden Jahresrechnungen aus der Selbstständigkeit herangezogen werden könnten. Hinzu komme, dass diese Jahresrechnungen mit schwankenden Gewinnen zwischen Fr. 159'398.50 im Jahr 2011 bis Fr. 64'611.- im Jahr 2012 sich nicht mit den IK-Auszügen in Einklang bringen liessen. Da der Beschwerdeführer keine Steuererklärungen eingereicht habe, sei er jeweils nach Ermessen veranlagt worden. Der Beizug weiterer Buchhaltungsunterlagen könnte keinen weiteren Aufschluss über das effektive Einkommen liefern, weshalb davon abzusehen sei. Die statistischen Einkommen einer hypothetischen Anstellung als Jurist gemäss den LSE könnten ebenfalls nicht herangezogen werden. Denn gemäss der LSE 2018 habe der entsprechende Lohn Fr. 111'452.40. betragen. Ein solches Einkommen sei mit Blick auf den IK-Auszug des Beschwerdeführers kaum je ausgewiesen. Einzig in den Jahren 1994 bis 1998, 2007, 2016 und 2017 habe er Beträge von mehr als Fr. 100'000.- abgerechnet. In den übrigen Jahren - 1980 bis 1992, 2002 bis 2004, 2008, 2010, 2011, 2013 - seien die Einkommen deutlich tiefer und stark schwankend gewesen. Die Heranziehung der statistischen Werte eines angestellten Juristen scheide hier auch deshalb aus, weil hierfür gerichtsnotorisch ein guter Leumund und ein blanker Strafregisterauszug verlangt würden, was beim Beschwerdeführer aufgrund seiner strafrechtlichen Verurteilungen nicht zutreffe. Somit sei das Valideneinkommen gestützt auf den Durchschnittswert der letzten zehn Jahre vor Rentenbeginn - mithin von 2008 bis 2017 - im IK-Auszug verbuchten Einträge zu bestimmen. Da diese in den Jahren 2008, 2012 sowie 2014 bis 2017 auch von der Suva erbrachte Taggeldleistungen enthielten, an deren Stelle der Beschwerdeführer im Gesundheitsfall den vollen Lohn bezogen hätte (und nicht lediglich 80 % des versicherten Verdienstes), seien die Taggeldleistungen zunächst auszuscheiden und in einem nächsten Schritt unter Aufrechnung auf 100 % wiederum hinzuzufügen. Hieraus resultiere von 2008 bis 2017 ein massgeblicher Betrag von Fr. 47'141.90, der aufgrund der seit 2008 im Umfang von 10 % vorbestehenden Invalidität zu erhöhen sei. Dies ergebe ein jährliches Valideneinkommen von Fr. 52'379.90.