Citation: 4C.284/2006 07.11.2006 E. 5

5.1 Das Handelsgericht liess die Frage offen, ob das Projekt der Beklagten zur Baugrubensicherung mangelhaft sei. Zur Begründung führte es aus, das Projekt sei nicht realisiert worden und habe auch nicht als Grundlage für die Unternehmervariante gedient. Die Klägerin habe zwar geltend gemacht, die F.________ AG habe sich darauf verlassen, dass die Grubensicherung der Beklagten technisch korrekt sei, und gestützt darauf eine technisch gleichwertige Alternative vorgeschlagen. Sie habe aber nicht behauptet, die Unternehmervariante sei auf der Grundlage des Vorschlags der Beklagten zur Baugrubensicherheit erstellt worden. Weitere Ausführungen und Beweisabnahmen zu diesem Punkt hätten sich deshalb erübrigt. Im Rahmen der Prüfung des Kausalzusammenhangs verneinte das Handelsgericht erneut die Relevanz dieser geltend gemachten Vertragsverletzung. Es hielt insbesondere fest, dass es vorliegend selbst dann zum Erfolg gekommen wäre, wenn die Beklagte zusätzliche Abklärungen über die Bodenverhältnisse ausgearbeitet hätte und dies womöglich zu einer anderen beklagtischen Baugrubensicherung geführt hätte. Es sei nämlich eine ungenügende Unternehmervariante ausgeführt worden, die zu überprüfen nicht zu den Vertragspflichten der Beklagten gehört habe. 5.2 Die Klägerin wirft dem Handelsgericht vor, Art. 8 ZGB verletzt zu haben, indem es sie nicht zum Beweis über diese Frage zuliess. Die Klägerin habe nie behauptet, die F.________ AG habe das Projekt der Beklagten in den Grundzügen übernommen und lediglich einzelne Teile abgeändert. Das Projekt der Beklagten habe aber dennoch eine Rolle gespielt, da sich die F.________ AG bei der Ausarbeitung der Unternehmervariante darauf verlassen habe, dass das von der Beklagten ausgearbeitete Konzept technisch korrekt sei. Die ungenügende Grubensicherung der Beklagten habe die F.________ AG in die Irre geführt, die eine der ausgeschriebenen Sicherung entsprechende Alternative gesucht habe. Das Handelsgericht habe deshalb die Frage der technischen Unzulänglichkeit des Projekts der Beklagten zu Unrecht für rechtlich unerheblich gehalten. Die Klägerin habe im Übrigen die Behauptung, das Projekt der Beklagten habe nicht den Regeln der Baukunde entsprochen, rechtzeitig und substantiiert vorgetragen und dazu den Antrag auf Expertise gestellt. Die Klägerin sieht weiter eine Verletzung von Bundesrecht darin, dass das Handelsgericht zur Ermittlung des natürlichen Kausalzusammenhangs keine Beweise zur Frage abgenommen habe, ob die ausgeschriebene Baugrubensicherung für die F.________ AG bei der Evaluation einer Unternehmervariante eine Rolle gespielt habe. Der natürliche Kausalzusammenhang werde nicht mittels eines abstrakten Werturteils, sondern möglichst konkret ermittelt. 5.3 Die natürliche Kausalität ist gegeben, wenn ein Handeln Ursache im Sinn einer conditio sine qua non für den Eintritt eines Schadens ist (BGE 128 III 174 E. 2b S. 177 mit Verweisen). Die vorinstanzliche Feststellung, ob ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, beschlägt, wie bereits erwähnt, die tatsächlichen Verhältnisse und ist für das Bundesgericht im Berufungsverfahren grundsätzlich verbindlich. Zulässige Rüge bildet indessen der Vorwurf, die Vorinstanz habe den bundesrechtlichen Begriff der natürlichen Kausalität verkannt (Urteil 5C.125/2003 vom 31. Oktober 2003, E. 2.2 mit Hinweisen, publ. in SJ 2004 I S. 409; vgl. auch BGE 128 III 22 E. 2d S. 25). Diese Rüge, die die Klägerin zumindest sinngemäss erhebt, ist im Folgenden zusammen mit der ebenfalls erhobenen Rüge der Verletzung von Art. 8 ZGB zu prüfen. Sollte die Beklagte ein untaugliches Projekt erstellt und die F.________ AG im Vertrauen auf die darin enthaltenen Daten eine technisch gleichwertige, aber ebenso unzulängliche Unternehmervariante verwirklicht haben, würde die Vertragsverletzung der Beklagten eine conditio sine qua non für den Eintritt des Schadens darstellen. Indem die Vorinstanz diese denkbare Kausalkette übersehen und es unterlassen hat, entsprechende Abklärungen zu treffen, hat sie den Begriff der natürlichen Kausalität verkannt. Gleichzeitig hat sie Art. 8 ZGB verletzt, indem sie die Klägerin entgegen ihren Anträgen über die Tauglichkeit des Projekts der Beklagten und über die Bedeutung des Projekts für die Erarbeitung der Unternehmervariante nicht Beweis führen liess, da es sich hierbei wie aufgezeigt um rechtserhebliche Tatsachen handelt (BGE 130 III 591 E. 5.4 S. 601 f.). Der Entscheid ist deshalb auch aus diesen Gründen gestützt auf Art. 64 Abs. 1 OG an die Vorinstanz zurückzuweisen.