Citation: 5A_801/2022 E. 3.2.2

3.2.2. Vorliegend hat die Vorinstanz den Beginn der Unterhaltspflicht auf den 1. Januar 2023 und damit, gemessen am Urteilsdatum (13. September 2022), auf ein zukünftiges und sich erst nach Eintritt der formellen Rechtskraft ihres Entscheids realisierendes Datum gelegt, ohne dies in irgendeiner Weise zu begründen. Umstände, welche eine Abweichung von der Regel gebieten würden, wonach die im Scheidungsfall gesprochenen Unterhaltsbeiträge ab Rechtskraft des Rentenurteils gelten, sind - entgegen der Auffassung des Beschwerdegegners - nicht ersichtlich. Vielmehr ist das Gegenteil der Fall: Mit Entscheid vom 26. November 2019 wurden vorsorgliche Massnahmen für die Dauer des Scheidungsverfahrens erlassen, welche naturgemäss nur für die Zeit bis zur formellen Rechtskraft des Rentenurteils gelten (vgl. BGE 146 III 284 E. 2.2), sodass mit der getroffenen Regelung für die Zeitspanne zwischen dem Eintritt der formellen Rechtskraft des angefochtenen Entscheids (13. September 2022) und dem 1. Januar 2023 eine Unterhaltslücke entstand. Ein Abweichen vom Grundsatz rechtfertigt sich damit gerade nicht. Im Übrigen hatte im Berufungsverfahren auch der Beschwerdegegner die Festsetzung der Unterhaltsbeiträge ab Rechtskraft beantragt. Der dies a quo für den Kindes- und den nachehelichen Unterhalt ist deshalb auf den Zeitpunkt der formellen Rechtskraft des angefochtenen Entscheids, d.h. dessen Urteilsdatum (vgl. BGE 146 III 284 E. 2.3.4 und E. 2.4; 142 III 738 E. 5.5.4) bzw. den ersten Tag des darauffolgenden Monats (1. Oktober 2022) festzulegen, zumal Unterhaltsbeiträge im Voraus zu leisten sind (vgl. Art. 285 Abs. 3 ZGB). Die Beschwerde wird in diesem Punkt gutgeheissen.