Citation: 6B_563/2022 E. 1.3.4

1.3.4. Die vorinstanzliche Beurteilung ist im Ergebnis nicht zu beanstanden. Aus den vorstehenden Ausführungen ergibt sich, dass die Sistierung nach dem Willen des Gesetzgebers die Ausnahme bilden soll. Vorliegend würde sich die Sistierung unbestrittenermassen einzig auf den Tatbestand der Drohung auswirken. Wie noch aufzuzeigen ist, erweist sich der Schuldspruch wegen strafbarer Vorbereitungshandlungen zu mehrfacher vorsätzlicher Tötung als bundesrechtskonform (vgl. E. 2), womit die Sistierung und allfällige spätere Einstellung des Verfahrens wegen Drohung die Situation der Ehefrau des Beschwerdeführers nicht nennenswert stabilisieren oder verbessern würde. Kommt hinzu, dass der Beschwerdeführer selbst vorbringt, er lebe seit vielen Monaten von seiner Ehefrau räumlich getrennt, es bestehe zwischen ihnen ein sporadischer Kontakt via Telefon und seit dem fraglichen Vorfall habe er sich ihr gegenüber auch nicht mehr negativ geäussert oder sie bedroht (Beschwerde S. 13). Aus diesen Gegebenheiten und dem Umstand, dass sich der Beschwerdeführer freiwillig behandeln lässt, ist zu schliessen, dass die Situation seiner Ehefrau bereits jetzt während bzw. trotz des hängigen Verfahrens stabil ist. Dass bzw. inwiefern sich ihre Situation durch die Sistierung (weiter) stabilisieren oder verbessern könnte, ist weder dargetan noch ersichtlich. Insofern ist im Ergebnis nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz zum Schluss gelangt, das öffentliche Interesse an der Strafverfolgung würde überwiegen, und den Sistierungsantrag abweist. Damit kann offenbleiben, ob im Verfahren nach Art. 374 ff. StPO eine Verfahrenseinstellung nach Art. 55a StGB grundsätzlich möglich ist.