Citation: 5A_679/2016 E. 7.1

7.1. Das Kantonsgericht hat im Weiteren geprüft, ob die einfache Gesellschaft durch gegenseitige Übereinkunft (Art. 545 Abs. 1 Ziff. 4 OR) aufgelöst worden ist, und hat dazu im Wesentlichen erwogen, Voraussetzung für eine entsprechende Auflösung sei eine dahingehende übereinstimmende Willenserklärung der Gesellschafter, die ausdrücklich oder stillschweigend abgegeben werden könne. Die Beschwerdeführerin habe zwar mit Schreiben vom 24. November 2012 die Vereinbarung betreffend Kapitalabfindung (Kläg. Beleg 6) gekündigt. Wie die erste Instanz indes zu Recht ausgeführt habe, bildeten die beiden Vereinbarungen (Kläg. Beleg 5 und 6) ein Ganzes; gestützt darauf hätten die Parteien eine einfache Gesellschaft gebildet, sodass die Beschwerdeführerin nur beide Vereinbarungen hätte kündigen können. Sie hätte danach die Gesellschaft liquidieren und dem Beschwerdegegner die Kapitalzahlung, reduziert um die bis anhin angefallenen Unterhaltszahlungen, zurückerstatten müssen. Entsprechendes habe die Beschwerdeführerin nicht unternommen. Der Beschwerdegegner habe zwar die Kündigung der Vereinbarung betreffend Kapitalzahlung (Kläg. Beleg 6) als Revisionsgrund für die Aufhebung der Vereinbarungen (Kläg. Beleg 5 und 6) betrachtet, um nochmals darzutun, dass die Beschwerdeführerin ihn bezüglich der Vereinbarung betreffend Kapitalzahlung (Kläg. Beleg 6) von Anfang an getäuscht habe. Damit aber habe er nicht der Kündigung der einfachen Gesellschaft zugestimmt. Wäre dies der Fall gewesen, hätte er nicht ein Revisionsbegehren auf Aufhebung der Vereinbarungen stellen, sondern auf Liquidation der Gesellschaft klagen müssen. Der Beschwerdeführerin helfe abgesehen davon auch nicht, wenn die Kündigung der Vereinbarung betreffend Kapitalzahlung durch die Beschwerdeführerin als Kündigung der einfachen Gesellschaft zu betrachten wäre, zumal eine Kündigung der Gesellschaft angesichts der fehlenden Voraussetzungen von Art. 545 Abs. 1 Ziff. 6 OR ausgeschlossen sei. Von einer Aufhebung durch gegenseitige Übereinkunft könne keine Rede sein (2/25 f. E. 10.4).