Citation: 6B_681/2024 E. 2.2.2

2.2.2. Die Vorinstanz fällt für die als schwerstes beurteilten Delikte eine Freiheitsstrafe aus. Dabei handelt es sich um zwei sexuelle Nötigungen zum Nachteil von B.________ sowie eine zum Nachteil von C.________. Aufgrund der Schwere des Verschuldens komme hier eine Geldstrafe nicht mehr in Frage. Mit Bezug auf die Tat vom Abend des 3. Januar 2021 erwog die Vorinstanz, der Beschwerdegegner habe das damals 14-jährige Opfer (B.________) dazu genötigt, sich einen Edding-Stift sowie mehrmals einen Finger in die Vagina einzuführen und ihm davon jeweils Videoaufnahmen zu senden. Dies, indem er dem Opfer damit gedroht habe, intime Fotos und Videos, die er zuvor erhalten hatte, weiterzuverbreiten und das Opfer damit in erheblichem Mass öffentlich blosszustellen. Das Ausmass der Drohung sei jedoch nicht über die zur Erfüllung der Tatbestandsvariante erforderliche Androhung eines ernstlichen Nachteils hinausgegangen und damit neutral zu werten. Die inkriminierten Handlungen stellten im breiten Spektrum der bei einer sexuellen Nötigung denkbaren Handlungen einen der schwereren Eingriffe in die sexuelle Integrität dar. Weil das Opfer die Handlungen in Abwesenheit des Beschwerdegegners an sich selbst vorgenommen habe, sei es dem Beschwerdegegner allerdings nicht im selben Masse ausgeliefert gewesen, wie wenn er die Handlungen am Opfer getätigt hätte. Insbesondere dürften die dabei empfundene Ohnmacht und Demütigung geringer ausgefallen sein und keine Schmerzen verursacht haben. Die Rechtsgutsverletzung wiege damit leichter als bei einer Penetration durch den Täter. Leicht verschuldenserhöhend wirke sich das planhafte und perfide Vorgehen des Beschwerdegegners aus. Er habe den Kontakt gezielt darauf ausgelegt, an kompromittierende Aufnahmen zu gelangen, um diese als Nötigungsmittel einzusetzen, indem er die altersbedingte Leichtgläubigkeit des Opfers ausgenutzt, sich als 16-jährigen gut aussehenden Jungen ausgegeben, ein romantisches Interesse vorgetäuscht und dem Opfer für das Zusenden der Aufnahmen Geld versprochen habe. Das in erster Linie egoistische Motiv sei neutral zu werten. Insgesamt sei von einem leichten bis mittelschweren Verschulden auszugehen, zumal der Tatbestand der sexuellen Nötigung sowohl weit abscheulichere, als auch weniger abscheuliche Handlungen erfasse. Strafmindernd zu berücksichtigen sei die verminderte Schuldfähigkeit des Beschwerdegegners, wobei mit dem Gutachter von einer maximal leichtgradig verminderten Schuldfähigkeit auszugehen sei. Das Tatverschulden reduzierte sich damit von einem leichten bis mittelschweren auf ein leichtes Verschulden. Weitere schuldrelevante Kriterien seien nicht ersichtlich. Innerhalb des Strafrahmens von bis zu 10 Jahren Freiheitsstrafe erscheine eine Einsatzstrafe von 10 Monaten angemessen. Diese sei aufgrund einer weiteren sexuellen Nötigung zum Nachteil desselben Opfers vom 2. Januar 2021 als Einzelstrafe um 10 Monate, asperiert um 6 Monate, auf 16 Monate zu erhöhen. Der Beschwerdegegner habe das Opfer dazu genötigt, sich dabei zu filmen wie es zweimal einen Finger vaginal einführen, dabei stöhnen und mit seinen Nippeln spielen würde. Das Tatvorgehen sei mit dem ersten Vorwurf vergleichbar, ebenso das Ausmass der Drohung, das planhafte Vorgehen des Beschwerdegegners, sein Motiv sowie seine maximal leicht verminderte Schuldfähigkeit. Ausserdem richte sich die Tat gegen dasselbe Opfer und stehe in einem engen zeitlichen Zusammenhang mit der ersten Tat, wenngleich es auf einem neuen Tatentschluss basiere. Insgesamt sei von einem noch knapp leichten Verschulden auszugehen. Schliesslich sei die Strafe aufgrund einer sexuellen Nötigung zum Nachteil von C.________ zu erhöhen. Der Beschwerdegegner habe die damals 14-Jährige mutmasslich am 23. November 2020 dazu genötigt, sich einen oder mehrere Finger mehrmals in die entblösste Vagina ein- und auszuführen. Er habe damit gedroht, intime Fotos und Videos des Opfers an jeden Jungen an dessen Schule und vielleicht an Lehrpersonen weiterzuschicken und das Opfer damit erheblich öffentlich blosszustellen. Eingriffsschwere, Tatvorgehen und Motiv seien mit den Taten gegenüber dem ersten Opfer vergleichbar, ebenso das Verschulden des Beschwerdegegners. Insgesamt wiege dieses noch knapp leicht. Asperiert rechtfertige sich eine Erhöhung der Freiheitsstrafe um 8 auf 24 Monate. Aufgrund der Täterkomponente, namentlich der leicht erhöhten Strafempfindlichkeit, sei die Freiheitsstrafe um 2 Monate auf 22 Monate zu reduzieren. Schliesslich sei der Verfahrensdauer von drei Jahren und fünf Monaten bis zum angefochtenen Entscheid, während der sich der Beschwerdegegner in Haft befunden habe, infolge einer Verletzung des Beschleunigungsgebots um 4 Monate strafmindernd Rechnung zu tragen. Damit resultiere eine Freiheitsstrafe von 18 Monaten.