Citation: 7B_282/2022 E. A

Mit Strafbefehl vom 17. Juli 2020 beschuldigte die Staatsanwaltschaft Bischofszell A.________ der Sachentziehung gemäss Art. 141 StGB sowie des Hausfriedensbruchs gemäss Art. 186 StGB. Der angeklagte Sachverhalt lautet wie folgt: Am Morgen des Montags, 14. November 2016, ca. 9.15 Uhr, habe sich A.________, ehemaliger Generalunternehmer der Überbauung U.________-strasse, mittels eines Generalhauptschlüssels (Passepartout- oder General-Passepartout- beziehungsweise GPP-Schlüssel) unberechtigterweise Einlass in die Wohnung Nr. xxx, U.________-strasse, der Hauseigentümerin C.________ verschafft. Zuvor habe A.________ mehrere Male an die Wohnungstür der Wohnung Nr. xxx geklopft, worauf die damalige und in der Wohnung Nr. xxx anwesende Mieterin B.________, welche keinen Besuch erwartet und gerade beabsichtigt habe, zu duschen, A.________ die Wohnungstür nicht geöffnet habe. Kurze Zeit später habe A.________ die Wohnung Nr. xxx betreten, obschon ihm B.________ keinen Einlass gewährt habe; dies durch unberechtigte Benutzung des GPP-Schlüssels. In der Folge habe B.________ diesen ihr fremden Mann in ihrer Wohnung gefragt, was er hier wolle und wer er sei, worauf dieser ihr geantwortet habe, dass er Herr A.________ sei und sich den Schaden in der Dusche anschauen wolle. Der fragliche GPP-Schlüssel der Überbauung habe sich zu jenem Zeitpunkt unberechtigterweise im Besitz des ehemaligen Generalunternehmers A.________ befunden. Im Innern der Wohnung stehend, habe A.________ gegenüber B.________ zudem weiter mündlich angegeben, den fraglichen Schlüssel für die Wohnung Nr. xxx von der damaligen Verwaltung erhalten zu haben. Die damalige Verwaltung habe dies jedoch verneint. In der Folge habe B.________ den Zylinder ihrer Wohnungstür auswechseln lassen. Die C.________ als Hauseigentümerin der Überbauung U.________-strasse habe erst durch diesen Vorfall vom 14. November 2016 Kenntnis davon erhalten, dass A.________ immer noch im Besitz von GPP-Schlüsseln zur Überbauung gewesen sei. Infolgedessen habe die C.________ A.________ am 16. November und am 7. Dezember 2016 zu deren Herausgabe aufgefordert. A.________ habe die C.________ in der Folge auf eigene gesundheitliche Probleme verwiesen, sich jedoch nicht zum Vorwurf geäussert, dass er am 14. November 2016 in unberechtigtem Besitz von GPP-Schlüsseln zur Überbauung gewesen sei. Bis zum 9. Februar 2017 habe er weder Stellung zu seinem unberechtigten Besitz von GPP-Schlüsseln zur Überbauung bezogen, noch habe er die GPP-Schlüssel an die Hauseigentümerin C.________ herausgegeben. Auch habe er nie eine endgültige Vernichtung dieser sich in seinem unberechtigten Besitz befindenden GPP-Schlüssel bestätigt. Durch das Verhalten von A.________ sei die Hauseigentümerin C.________ infolge ihrer vertraglichen Verpflichtungen gegenüber ihrer Mieterschaft gezwungen gewesen, die Offerte vom 26. Januar 2017 für einen Komplettersatz der Schliessanlage über einen Betrag von Fr. 31'436.10 einzuholen. Die Staatsanwaltschaft schlug ihm hierfür eine Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu je Fr. 490.--, bedingt erlassen bei einer Probezeit von zwei Jahren, sowie eine Busse von Fr. 1'200.-- vor. A.________ erhob am 27. Juli 2020 Einsprache gegen den Strafbefehl.