Citation: 8C_528/2016 E. 4.2

4.2. Die von der Beschwerdeführerin dagegen vorgebrachten Argumente vermögen nicht zu überzeugen. Entgegen deren Darstellung hat Dr. med. C.________ nie die Diagnose eines CRPS oder Morbus Sudeck gestellt. Wie die Vorinstanz bereits eingehend darlegte, kann auch aus dem Eintrag dieses Arztes in der Krankengeschichte vom 30. Januar 2015 nichts anderes abgeleitet werden. Vielmehr stellte er eine leichte Überwärmung und Rötung sowie eine etwas ödematöse Struktur fest. Wörtlich wird weiter ausgeführt: "Es liegt aus klinischer Sicht aufgrund der Anamnese eine Überreizung, wahrscheinlich durch die physiotherapeutischen Manipulationen vor." Nach therapeutischen Empfehlungen wird vermerkt: "Sollte dann die Problematik nicht ruhiger geworden sein,... muss auch differentialdiagnostisch ein Sudeck ausgeschlossen werden". Alleine die Erwähnung von allgemeinen Symptomen wie einer leichten Überwärmung, Rötung oder ödematösen Struktur vermag eine korrekt gestellte und begründete Diagnose nicht zu ersetzen. Dr. med. C.________ stellte nicht einmal eine Verdachtsdiagnose. Vielmehr notierte er am 4. Mai 2015, die Beschwerden der Versicherten seien nicht sicher zuzuordnen. Entscheidend aber ist, dass er einen Kausalzusammenhang mit der beim Unfall erlittenen Verletzung und der darauf folgenden operativen Behandlung ausdrücklich ausschloss. "Es besteht sicherlich kein Zusammenhang mit der durchgeführten Refixation des Os acromiale." Die Beschwerden stünden möglicherweise im Zusammenhang mit einer nachgewiesenen kleinen osteochondralen Talusläsion. Diese war aber eindeutig nicht auf den versicherten Unfall zurückzuführen. Bereits im radiologischen Befund vom 13. August 2014 - somit nur wenige Tage nach dem versicherten Ereignis - wurde eine ältere osteochondrale Läsion an der Haupttragfläche der Talusrolle lateralseits (6 mm) mit einer umschriebenen Sklerose beschrieben. Es bestand also am rechten Fuss, konkret am Talus lateral, ein Vorzustand. Die Unfallverletzung betraf indessen das obere rechte Sprunggelenk medial. Dr. med. C.________ liess die Beschwerden der Versicherten im Mai/Juni 2015 auch eingehend abklären und sowohl eine Magnetresonanz- als auch eine SPECT-Untersuchung durchführen. Diese klärten die Ursache der Beschwerden und zeigten eine Zunahme der bereits vorbestehenden, grösseren osteochondralen Läsion im Bereich der lateralen Talusschulter. Die weitere Behandlung, insbesondere die vom behandelnden Arzt vorgeschlagene zweite Operation betraf denn auch die Versorgung dieser Talusläsion (Eintrag in der Krankengeschichte vom 10. Juni 2015). Dr. med. C.________ liess die Ursachen der von der Versicherten geklagten Beschwerden im ersten Halbjahr 2015 somit eingehend abklären. Ein CRPS fand er nicht. Somit erhellt, dass ein CRPS (auch Algodystrophie oder Morbus Sudeck) innert der von der Rechtsprechung geforderten Latenzzeit von sechs bis acht Wochen, (vgl. Urteil 8C_384/2009 vom 5. Januar 2010 in SVR 2010 UV 18 E. 4.2.1 S. 70; E. 3 hievor) nicht auftrat. Bei dieser Sachlage kann die Kausalitätsbeurteilung der Dr. med. G.________, Assistenzärztin Rheumatologie und PD Dr. med. H.________, Chefarzt an der Klinik E.________ vom 20. Januar 2016 keine auch nur geringen Zweifel an der Beurteilung des Dr. med. C.________ und des beratenden Arztes der Visana, Dr. med. F.________, wecken. Im genannten Bericht der Klinik E.________ wird von einem CRPS am rechten Fuss gesprochen, ohne zwischen der vorbestehenden Talusläsion - welche gemäss Dr. med. C.________ für die anhaltenden Beschwerden verantwortlich ist - und der beim Unfall zugezogenen Verletzung am medialen OSG zu unterscheiden. Es fehlt denn auch an einer nachvollziehbaren Begründung, weshalb eine Unfallkausalität bejaht wird. Die Beschwerde ist daher abzuweisen.