Citation: 6B_1097/2017 E. 3.2

3.2. Der Adäquanz vorgelagert ist die Frage der natürlichen Kausalität (Äquivalenz). Nach der conditio sine qua non-Formel ist die Handlung auch kausal, wenn sie den Eintritt des Erfolgs bloss beschleunigte (TRECHSEL/NOLL/PIETH, Schweizerisches Strafrecht, Allgemeiner Teil I, 7. Aufl., S. 82). Die natürliche Ursache ist rechtserheblich, wenn das Verhalten geeignet ist, nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und den Erfahrungen des Lebens einen Erfolg wie den eingetretenen herbeizuführen. Diese Adäquanz ist nur zu verneinen, wenn ganz aussergewöhnliche Umstände wie das Mitverschulden des Opfers als Mitursachen hinzutreten, mit denen schlechthin nicht gerechnet werden musste und die derart schwer wiegen, dass sie alle anderen Ursachen ausschliessen (BGE 135 IV 56 E. 2.1 S. 64).