Citation: I 466/06 06.09.2007 E. 4

Streitig und zu prüfen ist, ob sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers im Zeitraum zwischen der Verfügung vom 3. Februar 2000, mit welcher eine Viertelsrente der Invalidenversicherung zugesprochen worden war, und dem Einspracheentscheid vom 28. Juni 2005 in rentenbeeinflussender Weise geändert hat. 4.1 Der erstmaligen Rentenzusprache vom 3. Februar 2000 lag insbesondere das MEDAS-Gutachten vom 27. Oktober 1999 zu Grunde. Dieses kam zum Schluss, in allen üblicherweise Männern zumutbaren Tätigkeiten könne orthopädischerseits keine Einschränkung attestiert werden. Insgesamt sei die Arbeitsfähigkeit gemäss Konsilium des Dr. med. L.________, wonach der Versicherte basierend auf einer narzisstisch-depressiven Persönlichkeitsstörung eine somatoforme Störung entwickelt habe, lediglich aus psychischen Gründen zu 40 % eingeschränkt. Das Rentenrevisionsgesuch, mit dem der Versicherte einen stark verschlechterten Gesundheitszustand geltend machte, stützte dieser auf den Bericht des Dr. med. R.________ vom 4. Oktober 2004, wonach der Versicherte seit Januar 2004 wegen einer mittelgradig bis schweren Depression zu mindestens 80 %, wenn nicht gar 100 % arbeitsunfähig sei. Im Rahmen eines Monitoring machte das BSV gegenüber der IV-Stelle geltend, das psychiatrische Konsilium zuhanden der MEDAS überzeuge nicht, da trotz weitgehend unauffälliger Befunde und eines demonstrativen Verhaltens des Versicherten eine Arbeitsunfähigkeit von 40 % attestiert werde, weshalb unter anderem ein psychiatrisches Gutachten einzuholen sei. Die IV-Stelle stützte die Ablehnung des Rentenrevisionsgesuchs auf dieses von Dr. med. P.________ erstattete Gutachten vom 13. März 2005, wonach eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung sowie eine Persönlichkeitsstörung auf Grund narzisstischer Züge diagnostiziert und unter anderem zur Arbeitsfähigkeit ausgeführt wurde, die durch die MEDAS festgestellte Arbeitsunfähigkeit von 40 % sei nicht ausgewiesen und werde auch nicht klar begründet. Andererseits falle es schwer, diese Schätzung retrospektiv in Zweifel zu ziehen. Deshalb könne davon ausgegangen werden, dass die sekundären Folgen der narzisstischen Persönlichkeitsstörung, nämlich gewisse depressive Symptome und die Fixierung auf das Schmerzsyndrom eine Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit von 40 % bewirkten. 4.2 Die Vorinstanz legte in einlässlicher und sorgfältiger Würdigung sämtlicher medizinischen Akten mit zutreffender Begründung, worauf verwiesen wird (Art. 36a Abs. 3 OG), dar, weshalb zur Beurteilung einer rentenerheblichen Veränderung nicht auf den Bericht des Dr. med. R.________ abzustellen ist, welcher die behauptete erhebliche Verschlechterung der psychischen Gesundheit nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu belegen vermochte, sondern auf das schlüssige Gutachten des Dr. med. P.________ vom 13. März 2005, weshalb sich damit der Gesundheitszustand seit der Beurteilung durch die MEDAS jedenfalls nicht in anspruchsrelevanter Weise verschlechtert hat. Insbesondere hat das kantonale Gericht zutreffend dargelegt, weshalb die ursprüngliche Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit von 40 % (und nicht, wie der Beschwerdeführer einwendet, die Diagnose an sich) als wohlwollend zu betrachten ist, zumal diese Arbeitsunfähigkeit auf der Diagnose einer somatoformen Schmerzstörung beruht und die rechtsprechungsgemässen Kritierien zur nur ausnahmsweise invalidisierenden Wirkung solcher Leidenszustände (BGE 132 V 65, 131 V 49, 130 V 352 und 396) gar nicht geprüft wurden. 4.3 Die Vorbringen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde vermögen an diesem Ergebnis nichts zu ändern. Soweit der Beschwerdeführer auf die Begründung von Dr. med. R.________ im Bericht vom 4. Oktober 2004 verweist, wonach sich der psychische Zustand wegen der Trennung von der Familie verschlechtern werde, ist damit eine Verschlechterung gerade nicht ausgewiesen: Abgesehen davon, dass - wie die Vorinstanz zutreffend dargelegt hat - das klinische Beschwerdebild nicht einzig in Beeinträchtigungen bestehen darf, welche von einer psychosozialen oder soziokulturellen Belastungssituation herrühren, sondern davon psychiatrisch zu unterscheidende Befunde zu umfassen hat (BGE 127 V 294 E. 5a S. 299 mit Hinweisen), hat Dr. med. R.________ im späteren Bericht vom 1. Januar 2005 selbst festgehalten, im Vergleich zum Bericht vom 4. Oktober 2004 sei es in den letzten drei Monaten zu einer deutlichen Entspannung der Situation und zu einem leichten Rückgang der Symptomatik gekommen. Schliesslich liegt auch keine Verletzung des rechtlichen Gehörs vor, nachdem die Vorinstanz das Schreiben des Dr. med. R.________ vom 24. Mai 2005 entgegen den Vorbringen des Beschwerdeführers sehr wohl berücksichtigt hat, abgesehen davon, dass auch damit keine Verschlechterung des Gesundheitszustandes ausgewiesen ist, zumal die von Dr. med. R.________ beschriebenen "nicht ganz üblichen Entwurzelungen und Verlusterlebnisse" (Umzug der Familie von Bosnien nach Deutschland mit 8 Jahren, Scheidung der Eltern im Alter von 13 Jahren) so weder eine schwere Depression noch eine daraus resultierende vollständige Arbeitsunfähigkeit schlüssig zu begründen vermögen.