Citation: 6S.106/2006 16.10.2006 E. 2

Die Ausführung der Tat offenbart nach Ansicht der Vorinstanz ebenfalls eine besondere Geringschätzung fremden Lebens, die für die Bejahung skrupellosen Handelns im Sinne von Art. 112 StGB spreche. Zwar sei die Tat nicht exakt vorausgeplant gewesen, doch zeuge die Tatausführung von einer ausgesprochenen Kaltblütigkeit und Gefühlskälte, ja sie sei als eigentliche Straf- und/oder Eliminationsexekution zu qualifizieren. Dies ergebe sich unter anderem daraus, dass der Beschwerdeführer nach der ersten Schussabgabe nicht weniger als fünfmal auf das völlig wehrlos am Boden liegende Opfer geschossen und dieses vor den Augen seines neuen Freunds niedergestreckt habe. In der Beschwerde wird dagegen im Wesentlichen vorgebracht, die Tatausführung komme keiner Exekution gleich. Das Qualifikationsmerkmal könne weder aus der Tatsache abgeleitet werden, dass er dem Opfer Auge in Auge gegenüberstand, noch aus dem Umstand, dass er weitere fünf Schüsse auf das Opfer abgegeben habe, zumal jede Tötung eine Geringschätzung fremden Lebens darstelle. Die Vorinstanz lasse seinen Zustand der aggressiven Enthemmung und affektiver Aufgeregtheit ausser Acht und nehme keine Gesamtwürdigung vor, bei der nebst seinem inneren Gemütszustand auch zu berücksichtigen gewesen wäre, dass er dem Opfer zufällig begegnete. Der Beschwerdeführer übt wiederum unzulässige Kritik an den verbindlichen tatsächlichen Feststellungen, soweit er sich auf ein Handeln in affektiver Aufgeregtheit und aggressiver Enthemmung beruft. Die übrigen Vorbringen in der Beschwerde sind hingegen nicht geeignet, die vorinstanzlichen Erwägungen in Frage zu stellen. Namentlich ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz in der Tatausführung eine besondere Kaltblütigkeit und Gefühlskälte erkennt und die Tat als Straf- und/oder Eliminationsmord beurteilt. Zutreffend wird dies im angefochtenen Urteil unter anderem damit begründet, dass der Beschwerdeführer ohne jeden äusseren Anlass auf das Opfer schoss und es aus nächster Nähe mit zahlreichen Schüssen vor seinem neuen Freund niederstreckte. Ein solch unbeirrbares, kaltblütiges Vorgehen offenbart zweifellos eine besondere Geringschätzung fremden Lebens. Daran ändert nichts, dass die Begegnung mit dem Opfer zufällig und die Tat nicht minutiös geplant war, zumal der Beschwerdeführer die Waffe auch mit sich führte für den Fall, dass er dem Opfer und dessen Freund erneut begegnen würde, und seine wenige Tage zuvor geäusserten Todesdrohungen in die Tat umsetzte. Die Vorinstanz hat sowohl die inneren als auch die äusseren Merkmale der Tat einlässlich und in zutreffender Weise berücksichtigt. Umstände, die das gemütskalte und krass egoistische Verhalten bei gesamthafter Betrachtung in einem anderen Licht erscheinen liessen, sind nicht ersichtlich. Es verletzt daher kein Bundesrecht, wenn der angefochtene Entscheid die Tat des Beschwerdeführers als skrupellos im Sinne von Art. 112 StGB qualifiziert.