Citation: 7B_90/2023 E. 2.5

2.5. Der Beschwerdeführer hat gemäss den vorinstanzlichen Erwägungen weder dargelegt, dass und welches Geheimnis mit seiner Replikschrift im Staatshaftungsverfahren seines Klienten und dem beigefügten Gutachten preisgegeben worden wäre, noch dass er selbst Geheimnisherr, d.h. von diesen geheimen Tatsachen betroffen, wäre. Hierzu führt die Vorinstanz aus, die Replikschrift und das Gutachten lägen ihr nicht vor. Indessen gelangt die Vorinstanz, soweit ihr der Inhalt der Dokumente bekannt ist (nämlich: Notar D.________ werde in den fraglichen Dokumenten im Zusammenhang mit einer öffentlichen Beurkundung ein strafrechtlich relevantes Verhalten zur Last gelegt), zum Schluss, der Beschwerdeführer sei nicht Herr des Geheimnisses, zumal nicht ihm strafbares Verhalten vorgeworfen werde. Diese Betrachtungsweise greift zu kurz. Wirft der Beschwerdeführer Notar D.________ im Namen seines Klienten in einer Rechtsschrift ein strafbares Verhalten vor, so untersteht auch die Frage, wer diesen Vorwurf erhoben hat - und nicht lediglich der Inhalt des Vorwurfs - dem Amtsgeheimnis. Die Information der Urheberschaft ermöglichte denn auch erst die gegen den Beschwerdeführer gerichtete Strafanzeige wegen einer angeblichen Widerhandlung gegen das Bundesgesetz über den unlauteren Wettbewerb. Die Vorinstanz verstösst somit gegen Bundesrecht, wenn sie dem Beschwerdeführer die Beschwerdelegitimation nach Art. 382 Abs. 1 StPO mit der Begründung abspricht, er habe nicht hinreichend begründet, dass er durch die vorgeworfene Amtsgeheimnisverletzung unmittelbar geschädigt sei, und ihm die Parteistellung abspricht.