Citation: I 7/05 17.05.2005 E. 3.2

3.2.1 Die Beschwerdegegnerin, welche in ihrer Heimat Portugal nach der Grundschule als Näherin gearbeitet hatte, ist mit ihrer Familie 1986 in die Schweiz gekommen. Der 1980 geborene Sohn kehrte noch im gleichen Jahr zur Einschulung nach Portugal zurück, lebt seither dort und absolviert aktuell ein Medizinstudium, bei dem ihn seine Eltern mit Fr. 1200.- monatlich unterstützen. Die Versicherte war nach ihrer Einreise in die Schweiz ab 1987 - nach eigenen Angaben zu 100 % - als Näherin tätig, bis sie auf den 1. April 1995 eine Stelle als Mitarbeiterin im Hausdienst des Ausbildungszentrums S.________ fand, welche ihr zwischenzeitlich gekündigt worden ist. Ihr dortiges leicht reduziertes Beschäftigungspensum von 92 % war, den Ausführungen der Beschwerdegegnerin folgend, rein betrieblich bedingt und entsprach nicht ihrem eigentlichen Wunsch nach einem Vollzeitpensum. Im August 2003 eröffnete der ehemalige Arbeitgeber sodann offenbar einen Erweiterungsbau, der die Erhöhung der Stellenprozente der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Hausdienstes nach sich zog. Für diesen Zeitpunkt macht die Versicherte - für den Gesundheitsfall - eine Steigerung ihres Beschäftigungsgrades auf 100 % geltend, begründet im Wesentlichen mit der stets vollzeitigen bisherigen Tätigkeit als Näherin, dem teuren Studium des Sohnes in Portugal, dem eher bescheidenen Einkommen des Ehemannes (von ca. Fr. 4000.- im Monat), dem Fehlen von Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern sowie der keinen grossen haushaltlichen Aufwand verursachenden 2-Zimmerwohnung. 3.2.2 Angesichts der geschilderten Gegebenheiten erscheint das Vorbringen der Beschwerdegegnerin, sie habe stets - d.h. auch schon ab 1. April 1995 - zu einem Vollpensum arbeiten wollen, falls dies innerbetrieblich möglich gewesen wäre, als durchaus plausibel. Dem Einwand der IV-Stelle, die Versicherte hätte die zu einem Vollpensum fehlenden 8 % bereits damals bei einem weiteren Arbeitgeber aufstocken können, ist zum einen entgegenzuhalten, dass es doch eher schwierig sein dürfte - und zwar auch im Bereich Reinigungsdienst - eine Arbeitsstelle im Rahmen von nur wenigen Stunden wöchentlich zu finden. Zum anderen war der finanzielle Druck zu diesem Zeitpunkt, da der 15-jährige Sohn zur Schule ging und sein späteres Medizinstudium noch nicht absehbar war, wohl nicht derart hoch, dass sich eine geringfügige Erweiterung des bereits bestehenden Arbeitspensums beim Ausbildungszentrum S.________ andernorts - namentlich auch in Anbetracht des damit doch stets verbundenen Administrativaufwands - geradezu aufgedrängt hätte. Es ist zusammenfassend davon auszugehen, dass die Beschwerdegegnerin zwar grundsätzlich gerne vollzeitig erwerbstätig gewesen wäre. Doch hätte sich dieser Wunsch bei den gegebenen Umständen lediglich im Rahmen des schon vorhandenen Anstellungsverhältnisses realisieren lassen. Diese Möglichkeit hätte sich, so die Versicherte, erstmals im August 2003 zufolge der Ausweitung des bisherigen Hausdienstes ergeben. Entgegen deren Ausführungen kann nun jedoch insbesondere aus dem Schreiben des ehemaligen Arbeitgebers vom 22. Juli 2004 nicht mit dem im Sozialversicherungsrecht erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 129 V 153 Erw. 2.1 mit Hinweisen) geschlossen werden, dass ihr die entsprechende Erhöhung ihres Pensums auch tatsächlich offeriert worden wäre. Dem besagten Schreiben ist zwar zu entnehmen, dass es "durchaus denkbar ist, dass wir Frau P.________ später angeboten hätten, 100 % zu arbeiten"; konkrete Anhaltspunkte dafür, dass dies auch effektiv geschehen wäre, bestehen jedoch allein auf Grund dieser Aussage nicht in rechtsgenüglichem Masse. Es ist somit anzunehmen, dass die Beschwerdegegnerin ohne Gesundheitsschaden ab August 2003 zumindest noch während einiger Zeit bis zum Finden einer Vollzeitanstellung andernorts weiterhin im Umfang von 92 % erwerbstätig gewesen wäre. Die Invalidität ist folglich für den gesamten Beurteilungszeitraum bis zum 9. September 2004 (Einspracheentscheid) nach der gemischten Methode zu ermitteln.