Citation: 2C_272/2024 E. 6.3

6.3. Die Beschwerdeführerin wirft der Vorinstanz im Wesentlichen eine verkürzte Prüfung der Voraussetzungen von Art. 28 ArG vor. Das Bundesverwaltungsgericht stelle eine letztlich abstrakte Regel auf, wenn es einzig aus der Abweichung des Arbeitszeitmodells von den Vorgaben des Verordnungsrechts auf die fehlende Bewilligungsfähigkeit schliesse. Das SECO sei während Jahrzehnten davon ausgegangen, das Arbeitszeitmodell der Beschwerdeführerin führe lediglich zu einer geringfügigen Abweichung im Sinn von Art. 28 ArG. Weshalb die Geringfügigkeit nun plötzlich anders beurteilt werde, obwohl Rechts- und Sachlage identisch seien, bleibe offen. In ihrem Fall sei die Ausnahmebewilligung zu erteilen, weil die Beschwerdeführerin aufgrund ihrer Produktionsprozesse auf lange Schichten angewiesen sei. In der Halbleiterproduktion müssten diverse längere Arbeitsprozesse von ein und demselben Mitarbeiter erledigt werden können. Pro Schichtübergabe gehe rund ein Äquivalent von 1.5 Stunden an produktiver Arbeit verloren. In einem anderen Schichtmodell kämen so Personalmehrkosten von 16 % zustande. Die Bruttomarge würde sich um 4 % verringern. Diese finanziellen Konsequenzen seien relevant. Der Standort U.________ müsste teilweise oder ganz eingestellt werden, weil er mit dem neuen Arbeitszeitmodell wirtschaftlich nicht mehr konkurrenzfähig wäre.