Citation: 4A_308/2018 E. 4

Eine Verletzung des Gehörsanspruchs erblickt die Beschwerdeführerin darin, dass das Schiedsgericht im Hinblick auf die nicht vollständige Lieferung von Geräten und Materialien entscheiderhebliche Parteivorbringen nicht berücksichtigt bzw. ihre Argumente "ausgeblendet " habe. Das Schiedsgericht habe massgeblich auf die unterzeichneten Empfangsquittungen ("Certificates Confirming Receipt of Shipment at Designated Site in U.________") abgestellt. Diese hätten aber höchstens die Vollständigkeit der jeweiligen Einzellieferungen beweisen können, nicht jedoch die entscheiderhebliche Frage, ob die Lieferungen der Beschwerdegegnerin im Hinblick auf den Vertragszweck vollständig gewesen seien. Dass das Schiedsgericht den Einwand der nicht vollständigen Lieferung übersehen habe, zeige sich auch darin, dass es sich überrascht gezeigt habe, als die Beschwerdegegnerin an der Schiedsverhandlung einen Betrag für fehlende Materiallieferungen anerkannt habe, obwohl (so das Schiedsgericht) die von ihr vorgelegten Empfangsquittungen eine vollständige Lieferung suggerieren würden. Die Beschwerdeführerin vermag mit diesen Vorbringen keine Gehörsverletzung aufzuzeigen. Das Schiedsgericht führt in seiner Vernehmlassung aus, die Beschwerdeführerin habe als letzten Einwand im Verfahren vorgebracht, sie sei wegen der nicht vollständigen Erfüllung des Vertrages durch die Beschwerdegegnerin nicht in der Lage gewesen, die Anlage fertig zu erstellen. Diesen Einwand habe das Schiedsgericht aber abgehandelt in den Randziffern 271-279 und 336-344 und dargelegt, dass die vollständige Erfüllung wegen höherer Gewalt nicht möglich gewesen sei, wofür die Beschwerdegegnerin nicht einzustehen habe. Die entsprechenden Ausführungen des Schiedsgerichts beziehen sich nicht konkret auf Materiallieferungen, sondern sind allgemein bzw. stehen unter dem Titel Ingenieurleistungen. Das ändert aber nichts daran, dass das Schiedsgericht sehr wohl zur Kenntnis genommen hat, dass der Vertrag im Hinblick auf seinen Zweck nicht vollständig erfüllt wurde, was - auch wenn sich das Schiedsgericht nicht explizit darauf bezog - auch die Materiallieferungen einschloss. Es referierte denn unter Punkt K.III.6 "Equipment and Materials" auch explizit die Darstellung der Beschwerdegegnerin, wonach diese die Anlage nicht habe fertigstellen können, weil die nötigen von der Beschwerdeführerin zu liefernden Abklärungen nicht vorgelegen hätten ("Claimant again claims its inability to complete delivery of the Plant stems from the absence of surveys and soil reports that Respondent was to provide"). Dabei bezieht sich die Formulierung "again" offensichtlich darauf, dass im vorstehenden Abschnitt K.III.5 betreffend Ingenieurleistungen der entsprechende Einwand behandelt und geschützt worden war.