Citation: 1C_510/2014 E. 2.6

2.6. Es trifft im Grundsatz zu, dass eine Ehe trotz bestehender Beziehungsprobleme als intakt bezeichnet werden kann, insbesondere wenn sich die Ehegatten bemühen, die Probleme zu überwinden. Der Beschwerdeführer 1 verkennt jedoch, dass Verwaltungs- und Gerichtsbehörden im Verfahren der Nichtigerklärung der erleichterten Einbürgerung nicht umhin können, von objektiv feststellbaren Umständen auf die Bewusstseinslage und den Willen des Beschwerdeführers 1 zu schliessen. Wenn objektive Umstände auf seit längerem andauernde, gravierende Eheprobleme hinweisen und die Überlebensfähigkeit der Ehe im Zeitpunkt der Einbürgerung als fraglich erscheint, ist es wie bereits dargelegt am Beschwerdeführer aufzuzeigen, weshalb er dennoch Grund hatte, auf die Beständigkeit der Ehe zu vertrauen. Der Hinweis des Beschwerdeführers 1, er habe an der Ehe festhalten wollen und habe sich nicht bewusst sein können, dass seine Ehefrau sich von ihm trennen wollte, reicht dafür nicht (vgl. Urteil 1C_340/2008 vom 18. November 2008 E. 2.3.2). Eine plausible Erklärung, wie es zum Scheitern der bei der Einbürgerung angeblich noch intakten Ehe gekommen ist, ergibt sich aus den Ausführungen des Beschwerdeführers 1 nicht. Inhaltlich beschränkt er sich darauf zu behaupten, dass die von der Vorinstanz diskutierten ehelichen Herausforderungen (Tod des Vaters, hohe Präsenzzeiten am Arbeitsplatz, gesundheitliche Probleme der Ehefrau) die Harmonie nicht getrübt hätten. Angesichts des Umstands, dass sich das Ehepaar kurze Zeit nach der erleichterten Einbürgerung trennte, ohne dass der Beschwerdeführer 1 dafür einen konkreten Grund nennen kann, erscheint dies nicht überzeugend. Daran ändert nichts, dass auch die Ex-Ehefrau das Zerwürfnis in der Zeit nach der erleichterten Einbürgerung verortet, zumal sie dafür gerade auch Gründe nennt, die weit davor entstanden sind. Eine offensichtlich unrichtige Sachverhaltsfeststellung durch die Vorinstanz ist vor diesem Hintergrund nicht ersichtlich. Das Bundesverwaltungsgericht war zudem nicht gehalten, weitere Beweise zu erheben, zumal der Beschwerdeführer 1 nicht ausführt, woran er dabei denkt. Nachdem dieser weder ein ausserordentliches, nach der Einbürgerung eingetretenes Ereignis aufzeigte, welches zum raschen Scheitern der Ehe führte, noch darlegte, er sei sich bestehender Eheprobleme im Zeitpunkt der Einbürgerung nicht bewusst gewesen, erweist sich die Nichtigerklärung auch nicht als unverhältnismässig. Die allgemeinen Hinweise des Beschwerdeführers 1 auf in diesem Zusammenhang zu berücksichtigende Elemente ändern daran nichts (vgl. dazu auch BGE 140 II 65 E. 4 S. 72 ff. mit Hinweisen).