Citation: 8C_542/2022 E. 7.2

7.2. Inwiefern die erwähnten Voraussetzungen vorliegend gegeben sein sollen, ist nicht nachvollziehbar. Es deutet denn auch nichts darauf hin, dass die selbstständige Erwerbstätigkeit inhaltlich den aufgrund des Gesundheitsschadens geänderten Verhältnissen nennenswert angepasst worden wäre. Weder macht der Beschwerdeführer geltend, es seien ihm dadurch beispielsweise lukrative Mandate abhanden gekommen, noch ist zu erkennen, dass oder inwieweit eine Reorganisation seines Anwaltsbüros - etwa durch Einstellung einer mitarbeitenden Person oder Auslagerung bestimmter Tätigkeiten - erfolgt wäre. Auch die weiteren in diesem Zusammenhang erhobenen Vorbringen gehen fehl. Wenn der Beschwerdeführer insbesondere rügt, nach Eintritt der Invalidität sei er nicht mehr im selben Masse für seine Klientschaft erreichbar gewesen, rechtfertigt dies für sich allein keinen Methodenwechsel. Dass es, so der Beschwerdeführer weiter, aufgrund der Pensumsreduktion zwangsläufig an der für einen Rechtsanwalt erforderlichen Zuverlässigkeit (beispielsweise bei der Einhaltung von Fristen) gefehlt haben soll, erscheint gleichfalls nicht zwingend. Vielmehr dürfte es auch im Rahmen eines 40 %-Pensums durchaus zumutbar sein, die anwaltlichen Aufgaben so zu organisieren, dass eine Verletzung der Berufspflichten vermieden werden kann. Damit stösst auch das erneut auf eine Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit abzielende (vgl. E. 5.2 hievor) Argument ins Leere, das verbliebene Leistungsvermögen sei mit einer seriösen und gewissenhaften Anwaltstätigkeit zum Vornherein nicht vereinbar und führe zu Haftungsprozessen. Schliesslich lässt sich aus dem Urteil 9C_804/2016 vom 10. April 2017, auf welches der Beschwerdeführer ferner Bezug nimmt, nichts zu seinen Gunsten ableiten. Im Gegenteil brachte das Bundesgericht dort die ausserordentliche Bemessungsmethode gerade nicht zur Anwendung, obschon sich aus den Geschäftsabschlüssen eines selbstständigen Rechtsanwalts erhebliche, nicht mit den attestierten Arbeitsunfähigkeiten korrelierende Einkommensschwankungen ergaben. Nachdem das Invalideneinkommen unter diesen Umständen nicht genau bestimmbar war, bestätigte es, dass ein Prozentvergleich in der konkreten Situation als einzige Invaliditätsbemessungsmethode zu einem angemessenen Ergebnis führte. Aus der um 55 % eingeschränkten Arbeitsfähigkeit folgte deshalb eine Erwerbseinbusse respektive ein Invaliditätsgrad in gleicher Höhe.