Citation: 6B_22/2022 E. 5

Unbehelflich ist der Hinweis der Beschwerdeführerin auf den strafprozessualen Grundsatz "nemo tenetur" (Art. 113 Abs. 1 StPO und Art. 6 Ziff. 1 EMRK), wonach die beschuldigte Person das Recht hat, zu schweigen und sich nicht belasten muss (BGE 130 I 126 E. 2.1, S. 128 f. mit Hinweisen). Entgegen den Vorbringen der Beschwerdeführerin berührt das "nemo-tenetur"-Prinzip nicht die sich aus §2 GGV/AG ergebende materiell-rechtliche Pflicht der über den Fähigkeitsausweis verfügenden Person, in der Regel während den Hauptbetriebszeiten im Betrieb anwesend zu sein. Der Beschwerdeführerin werden durch §2 GGV/AG keine strafprozessualen Mitwirkungspflichten auferlegt, deren Missachtung sanktioniert würde, sondern es wird die Verletzung einer sich aus der gewerbsmässigen Wirtetätigkeit ergebenden Verhaltenspflicht unter Strafe gestellt. Inwiefern aus §2 GGV/AG eine Pflicht zur Aufklärung des der Beschwerdeführerin vorgeworfenen Sachverhaltes resultieren sollte oder die Beschwerdeführerin gezwungen gewesen sein soll, zu ihrer Belastung im Strafverfahren beizutragen, erschliesst sich nicht. Die geltend gemachte Rechtsverletzung ist zu verneinen.