Citation: 6B_1038/2017 E. 2.3.1

2.3.1. Die Vorinstanz begründet die hypothetische Einsatzstrafe von 18 Jahren damit, die objektive Tatschwere komme derjenigen des Mordtatbestandes nahe. Der Beschwerdeführer habe, "wenn auch in einer hochspezifischen Täter-Opfer-Konstellation", eine erschreckend hohe kriminelle Energie offenbart. Das objektive Tatverschulden wird im angefochtenen Urteil nur sehr knapp beschrieben. Die überaus hohe Einsatzstrafe fusst offenkundig auch auf den Ausführungen, welche die Vorinstanz im Zusammenhang mit der rechtlichen Subsumtion macht. Dort führt sie zunächst aus, eine Verurteilung bloss wegen Totschlags scheide unter anderem schon deswegen aus, weil sich der Beschwerdeführer am Tattag zwar in einer schweren und langandauernden Konfliktsituation befunden habe, diese jedoch auch aus seiner eigenen Sicht keineswegs so ausweglos gewesen sei, dass daraus (im Sinne der Rechtsprechung zum Totschlag; vgl. BGE 119 IV 202) unweigerlich eine seelische Belastung entstand, aufgrund welcher auch jeder andere Mensch nicht mehr in der Lage gewesen wäre, adäquat zu reagieren. Bezeichnenderweise habe er sich noch nicht von seinem Vater lösen wollen oder können. Seiner Aussage nach wollte er auch aus Sorge um das Wohlergehen seines Vaters vorerst noch nicht aus der gemeinsamen Wohnung ausziehen; erst für die Zeit nach dem Lehrabschluss habe er geplant, ein eigenes Logis zu beziehen. Zudem sei er nicht sozial vereinsamt gewesen, sondern habe ein tragfähiges Beziehungsnetz zu mehreren Freunden und deren Familien unterhalten. In diesen "eigentlichen Ersatzfamilien" habe er Zuwendung und Wertschätzung erfahren. Auch am Arbeitsplatz habe es ihm gefallen. Obwohl es ihm daher ohne Weiteres möglich gewesen wäre, über seine familiären und schulischen Probleme zu sprechen, habe der Beschwerdeführer keine Unterstützung gesucht. Die Vorinstanz verwarf indessen zwar auch die Ansicht der Staatsanwaltschaft, es liege Mord vor (Art. 112 StGB; zu den qualifizierenden Merkmalen BGE 127 IV 10). Gleichzeitig betont sie aber, gewisse Indizien für eine Mordqualifikation seien gegeben. Mit der Anklage sei davon auszugehen, das Vorgehen des Beschwerdeführers sei heimtückisch. Der Beschwerdeführer habe die Tatwaffe verborgen gehalten, sich von hinten an das Opfer herangeschlichen und diesem keine Reaktionsmöglichkeit gelassen. Damit gleiche das "reine Tatvorgehen" einer "Exekution". Angesichts der "überschiessenden Gefühle von Wut und Enttäuschung" bestehe indessen kein krass egoistisches Motiv.