Citation: 6A.65/2006 01.02.2007 E. 2

Nach der Rechtsprechung muss diejenige, die weiss oder annehmen muss, dass gegen sie ein Führerausweisentzugsverfahren durchgeführt wird, ihre Verteidigungsrechte schon im (summarischen) Strafverfahren geltend machen, und die für den Führerausweisentzug zuständige Behörde darf in der Regel nicht von den Tatsachenfeststellungen des rechtskräftigen Strafentscheids abweichen. Dies gilt auch bei Entscheiden, die im Strafbefehlsverfahren gefällt wurden (BGE 123 II 97 E. 3c/aa; 121 II 214 E. 3a). Die Beschwerdeführerin wäre nach Treu und Glauben verpflichtet gewesen, gegebenenfalls bereits im Strafverfahren Beweisanträge zu stellen und Rechtsmittel zu ergreifen (BGE 123 II 97 E. 3c/aa). Die Staatsanwaltschaft hatte aufgrund des durch ein stationäres Radargerät erfassten und von der Beschwerdeführerin anerkannten Sachverhalts im Polizeirapport vom 27. August 2004 entschieden (Dossier 2004/18394 der Bezirksanwaltschaft Zürich). Im Strafbefehl wurde die Beschwerdeführerin darauf hingewiesen, dass sie Einsprache erheben kann und dass der Strafbefehl die Wirkung eines rechtskräftigen Urteils erlangt. Dieser Strafbefehl ist unangefochten in Rechtskraft erwachsen. Die Vorinstanz war grundsätzlich an die tatsächlichen Feststellungen im Strafbefehl gebunden. Das Strassenverkehrsamt informierte die Beschwerdeführerin noch vor Erlass des Strafbefehls, dass es eine Administrativmassnahme in Betracht ziehe, und es gewährte ihr das rechtliche Gehör (angefochtenes Urteil S. 6). In rechtlicher Hinsicht ist nach konstanter Rechtsprechung davon auszugehen, dass innerorts ungeachtet der konkreten Umstände objektiv eine grobe Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Ziff. 2 SVG bzw. eine schwere Verkehrsgefährdung im Sinne von Art. 16 Abs. 3 lit. a SVG zu bejahen ist, wenn die Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h um 25 km/h oder mehr überschritten wurde (BGE 123 II 37 E. 1d; 132 II 234 E. 3.1). Die Vorinstanz nimmt deshalb zu Recht einen schweren Fall im Sinne von Art. 16 Abs. 3 lit. a SVG an, der zwingend den Entzug des Führerausweises zur Folge hat. Dass im Strafbefehl angenommen wurde, das Verschulden der Beschwerdeführerin wiege "noch leicht", legt die Vorinstanz zu Recht dahingehend aus, dass das Verschulden damit als im unteren Bereich des Rahmens des groben Verschuldens gemäss Art. 90 Ziff. 2 SVG befindlich qualifiziert wurde (angefochtenes Urteil S. 9). Art. 16 Abs. 3 lit. a SVG entspricht Art. 90 Ziff. 2 SVG (BGE 132 II 234 E. 3.1; 126 IV 192 E. 3). Die Mindestentzugsdauer beträgt einen Monat (Art. 17 Abs. 1 lit a SVG). Diese Dauer kann nicht unterschritten werden. Die Vorinstanz ordnet somit die mildeste gesetzliche Rechtsfolge an. Anders verhielt es sich etwa in BGE 120 Ib 504, wo die Mindestentzugsdauer von sechs Monaten im Sinne von Art. 17 Abs. 1 lit. c SVG wegen des grossen Zeitablaufs herabgesetzt werden konnte (vgl. auch BGE 122 II 180 E. 5a; 123 II 225 E. 2a/bb). Ein derartiger Fall ist hier nicht zu beurteilen. Nach dem Willen des Gesetzgebers soll die Mindestentzugsdauer seit der Revision des SVG nicht mehr unterschritten werden (Botschaft zur Änderung des Strassenverkehrsgesetzes vom 31. März 1999, BBl 1999 4462, 4486; vgl. BGE 132 II 234 E. 3.2).