Citation: 6B_1081/2022 E. 1.3.1

1.3.1. Die Vorinstanz erwägt, die versuchte Erpressung per Brief sei als schwerste der drei Erpressungen zu qualifizieren, weshalb dafür die Einsatzstrafe zu bilden sei. Bezüglich des objektiven Tatverschuldens falle negativ ins Gewicht, dass der Beschwerdegegner mit seiner Bombendrohung einem Spital gegenüber absichtlich eine potentielle Gefährdung von besonders vulnerablen Personen suggeriert habe. Zudem habe er sich in seinem Schreiben einer martialischen Wortwahl bedient. Aufgrund des Inhaltes des Schreibens habe der Beschwerdegegner den Eindruck erweckt, seine Rolle als listiger Erpresser zu geniessen. Demgegenüber positiv zu berücksichtigen sei, dass vom Beschwerdegegner zu keinem Zeitpunkt eine objektive Gefahr ausgegangen sei, da keine Bombe existiert habe. Der Beschwerdegegner habe seine Drohung auch nicht mit einer Bombenattrappe oder dergleichen unterstrichen. Dies habe die Arbeit der Polizei zwar nicht erleichtert, habe aber gezeigt, dass der Beschwerdegegner keine allzu grossen Bemühungen für seine Erpressung aufgewendet habe. Zudem habe er mit insgesamt Fr. 150'000.-- im Vergleich zur Grösse des gewählten Gebäudes einen eher geringen Betrag gefordert. Er habe zwar einiges vorgekehrt, um nicht identifiziert zu werden, sei dabei allerdings nicht besonders raffiniert oder planmässig, sondern eher dilettantisch vorgegangen. So habe er beispielsweise für die zweite Nachricht sein eigenes Mobiltelefon benutzt und sei direkt mit seinem eigenen Wagen bei der Polizei vorgefahren, um den Brief abzugeben, und habe sein Aussehen dabei auch nicht unkenntlich gemacht. Er habe sich nach der Bombendrohung ohne lange Vorbereitungszeit dazu entschieden, Geld zu erpressen, da er der Meinung gewesen sei, nichts mehr zu verlieren zu haben. Abgesehen vom Brief und der Nachricht per Kontaktformular habe er keine weiteren Anstrengungen gemacht, um seiner Erpressung zum Erfolg zu verhelfen. Er habe auch noch keinen Plan gehabt, was nach der Geldübergabe geschehen sollte. Mit Blick auf die subjektive Tatschwere sei negativ zu werten, dass der Beschwerdegegner mit einer Bombe in einem Spital gedroht habe, im Wissen darum, dass eine solche Institution nur schwerlich evakuiert werden könne, was die Zahlungsbereitschaft der Polizei in seiner Vorstellung noch habe erhöhen sollen. Er habe sich dabei von rein finanziellen Motiven leiten lassen, ohne Rücksicht auf den Adressaten seiner Drohung. Er habe direktvorsätzlich und mit voller Schuldfähigkeit gehandelt. Insgesamt sei das Tatverschulden des Beschwerdeführers als leicht im obersten Bereich, an der Grenze zu mittelschwer zu bewerten. Unter Berücksichtigung der dargelegten relevanten Tatkomponenten und des festgesetzten Verschuldens legte die Vorinstanz die Einsatzfreiheitsstrafe auf 28 Monate Freiheitsstrafe fest. Aufgrund der versuchten Tatbegehung reduzierte sie diese auf 22 Monate.