Citation: 8C_294/2019 E. 6.2

6.2. Der praxisgemässen Vorgabe, die Dauer der nötigen Vorbereitungszeit für die Anwaltsprüfungen im Einzelfall zu prüfen, also auch allfällige besondere Umstände mit zu berücksichtigen (oben E. 3), ist die Vorinstanz nachgekommen. Dass sie die hier geltend gemachten Umstände - Verstreichen von mehreren Jahren seit dem im April 2009 erlangten Lizentiat, seither wissenschaftliche Tätigkeit im Rahmen einer Dissertation - als nicht geeignet erachtete, um die von ihr angenommene Vorbereitungszeit von elf Monaten zu verlängern, ist nicht zu beanstanden. Insbesondere waren auch im Rahmen der Einzelfallprüfung nur solche Umstände zu berücksichtigen, die objektiv gesehen die Erfüllung der Beitragszeit verhinderten. Welchen Lernaufwand andere Kandidaten subjektiv als erforderlich erachteten, ist daher nicht massgeblich. Insoweit verfängt der Einwand des Beschwerdeführers nicht, dass die Vorinstanz zu Unrecht auf eine Befragung der von ihm genannten Teilnehmer seiner Lerngruppe als Zeugen verzichtet und damit seinen Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt habe. Daran kann auch der Hinweis auf einen Artikel im Tagesanzeiger vom 30. August 2018 nichts ändern, wonach die Anwaltsprüfungen bekanntermassen eine enorme psychische Belastung darstellten. Es liegen keine Anhaltspunkte dafür vor, dass sich diese beim Beschwerdeführer stärker als bei anderen Absolventen beziehungsweise geradezu in krankheitswertiger Weise ausgewirkt hätte.