Citation: 7B_263/2022 E. 3.3

3.3. Die Vorinstanz geht zu Recht davon aus, dass der Beschwerdeführer Mittäter der versuchten vorsätzlichen Tötung ist. Indem er zwei Wochen vor der Tat den verborgenen späteren Tatort auskundschaftete, sich mit seinen Komplizen über das Vorgehen im Voraus absprach und den Beschwerdegegner 2 schliesslich in den Hinterhalt lotste, leistete er in allen Stadien der Tat wesentliche Beiträge geleistet, ohne die es nicht zur versuchten Tötung des Beschwerdegegners 2 gekommen wäre. Was den subjektiven Tatbestand betrifft, den der Beschwerdeführer vorrangig bestreitet, geht die Vorinstanz zu Recht von einem gemeinsamen Tatentschluss aus. Sie stellt für das Bundesgericht verbindlich fest (vgl. Art. 105 Abs. 1 BGG und E. 3.2.2 hiervor), dass dieser bereits vor dem 25. September 2018 mit seinen beiden Mittätern einen Angriff auf den Beschwerdegegner 2 geplant und sich mit diesen darüber abgesprochen hatte, wie dieser ausgeführt werden würde. Entscheidend ist, dass der Beschwerdeführer wusste, dass einer der drei Mittäter einen geladenen und schussbereiten Revolver mit sich führen würde und dieser auch eingesetzt werden sollte. Selbst wenn man davon ausgehen würde, der Angriff auf den Beschwerdegegner 2 wäre ursprünglich "nur" als bewaffneter Raub geplant gewesen, hätte es der Beschwerdeführer für möglich halten müssen, dass der Beschwerdegegner 2 bei einem Waffeneinsatz getötet werden könnte. Da unter den Mittätern die Bereitschaft bestand, die geladene Waffe gegen den Beschwerdegegner 2 einzusetzen, und ein Gewaltakt gegen diesen geplant war, ist von einem besonders hohen Risiko der Tatbestandsverwirklichung auszugehen. Der Beschwerdeführer hat deshalb die Tötung des Beschwerdegegners 2 in Kauf genommen, als er diesen am Abend des 25. September 2018 als Beifahrer in einen Hinterhalt auf dem abgeschotteten Fabrikinnenhof lotste. Das Argument des Beschwerdeführers, es könne gar keinen gemeinsamen Tatentschluss gegeben haben, weil nicht bekannt sei, wer die anderen zwei Mittäter gewesen seien, verfängt nicht. Er übersieht, dass aus den Geschehnissen vor und nach der Tat ohne Weiteres klar wird, dass ihm die beiden Komplizen persönlich bekannt gewesen sein müssen. Unter anderem hatte er mit mindestens einem von ihnen im Vorfeld der Tat das Fabrikareal erkundet, sich mit ihnen über die Tatbegehung abgesprochen und war nach dem Gewaltakt gemeinsam mit ihnen vom Tatort geflohen und in der Nähe von einer vierten Person abgeholt worden. Unter diesen Umständen ist nicht relevant, dass die Strafbehörden letztlich nur Vermutungen darüber anstellen konnten, wer seine beiden Komplizen waren (vgl. E. 2.2.2 hiervor). Soweit der Beschwerdeführer kritisiert, es könnte sich bei den beiden Mittätern auch um C.________ und D.________ gehandelt haben, weil es "nicht unmöglich sei", dass diese auf ihrem Weg ins Spital in V.________ einen Zwischenhalt in U.________ eingelegt hätten, entfernt er sich wiederum vom verbindlich feststehenden Sachverhalt. Die Vorinstanz geht aufgrund der über den Mobilfunk erhobenen Daten willkürfrei davon aus, dass der Beschwerdegegner 2 D.________ unmittelbar nach dem Angriff auf sein Leben angerufen hatte und dieser gemeinsam mit C.________ erst später zum Beschwerdegegner 2 ins Spital gefahren ist. Der Schuldspruch wegen versuchter vorsätzlicher Tötung erweist sich als bundesrechtskonform.