Citation: 5C.14/2001 30.08.2001 E. 4

4.- Über den Inhalt der Beschwerdeschrift hinaus führt die Klägerin in der Berufungsschrift zwei publizierte Karten von 1888 und 1963 an, mit denen sie belegen will, dass der vorliegende Fall gleich wie der Streit bezüglich der Grenze im Gebiet des Gletschers Plaine-Morte zwischen den Kantonen Bern und Wallis zu erledigen sei, wo das Stillschweigen im Grenzbereinigungsverfahren den Ausschlag gab (BGE 120 Ib 512, insbes. E. 6 f. S. 522 ff.). Auf der älteren, vom Schweizerischen Alpenklub publizierten Karte sei das umstrittene Gebiet als Gletscher von Sagogn bezeichnet, der damals noch grösser war als heute; nach der jüngeren, von Gemeindevertretern der Beklagten unterzeichnete Karte beginne die Nordgrenze der Alp St. Martin im Osten bei der Bergspitze mit der Höhe 2'740 m, führe entlang dem Berggrat weiter zum Crap Ner (2'718 m), entlang dem Gletscherfirn zum Glarner Vorab (3'018 m), von dort (fast südwärts) entlang dem Berggrat zum Bündner Vorab (3'028 m) und schliesslich weiter (wiederum ostwärts) zum Vorab Pign (2'897 m). Abgesehen davon, dass die Karten im angefochtenen Entscheid nicht erwähnt sind und somit als neu und unzulässig zu gelten haben (Art. 55 Abs. 1 lit. c OG; BGE 122 III 219 E. 3c S. 223; 115 II 484 E. 2a S. 486), hätten auch diese Rügen im Beschwerdeverfahren erhoben werden müssen. Weil auch in diesem Verfahren neue Vorbringen ausgeschlossen sind (s. E. 4a des Urteils zur staatsrechtlichen Beschwerde), hätte die Klägerin im Beschwerdeverfahren vor Bundesgericht zuerst belegen müssen, dass die beiden Karten in das kantonale Verfahren eingebracht worden waren und dass sie entsprechende Einwendungen auch im kantonalen Berufungsverfahren erhoben hatte; ihre Argumente müssen materiell bereits dem Kantonsgericht unterbreitet worden sein, damit sie auch im Beschwerdeverfahren erhoben werden können (P. Galli, Die rechtsgenügliche Begründung einer staatsrechtlichen Beschwerde, SJZ 81/1985, S. 127 Ziff. 2.2 Abs. 2 f.; M. Forster, Woran staatsrechtliche Beschwerden scheitern, SJZ 89/1993, S. 78 bei Fn 13). Denn im Beschwerdeverfahren trägt das Bundesgericht die Fakten nicht von sich aus zusammen (BGE 111 II 94 E. 2 S. 96; 99 Ia 586 E. 3 S. 593). Wären die soeben genannten Voraussetzungen erfüllt gewesen, hätte die Klägerin im zutreffenden Verfahren rügen sollen, die Karten (namentlich die zweite) seien verfassungswidrig übergangen worden (willkürliche Beweiswürdigung; Gehörsanspruch: Verletzung der Pflicht, Rügen zu prüfen).