Citation: 6B_591/2024 E. 1.4.3

1.4.3. Hinsichtlich der Entschuldbarkeit erwägt die Vorinstanz, selbst unter Berücksichtigung des beschriebenen Hintergrunds sei die Gemütsbewegung, die den Beschwerdeführer dazu geführt habe, die Geschädigte in den Würgegriff zu nehmen, jedoch nicht als entschuldbar zu bewerten, gelte es doch zu beachten, dass es ihm gelungen sei, der Geschädigten das Handy wegzunehmen, ihr Vorhaben ihn zu filmen zu unterbinden und sie in Schranken zu weisen, indem er sie, als sie das Handy wieder zurück habe holen wollen, in den Armschlüssel habe nehmen können. Dass er danach derart "ausgetickt" sei und sich in eine noch stärkere Wut hineingesteigert habe, dass er sie nach dem Armschlüssel auch noch in den Würgegriff genommen habe, entspreche nicht mehr der Gemütsbewegung einer Durchschnittsperson in einer vergleichbaren Situation. Dies spreche schon für sich allein gegen eine Bejahung der Entschuldbarkeit der Gemütsbewegung zum Zeitpunkt der Tötungshandlung. Hinzu komme, dass auch das Verhalten des Beschwerdeführers nach dem Todeseintritt gegen ein Handeln aus blosser Kränkung und Wut spreche. Dass er kurz nach dem Todeseintritt die Würde der Verstorbenen auf grobe Weise missachtet habe, deute darauf hin, dass auch bei der unmittelbar vorausgehenden Tötung Dominanzstreben und Rache eine Rolle gespielt hätten, was ebenfalls gegen eine Entschuldbarkeit der Gemütsbewegung spreche (Urteil S. 41). Entgegen dem Einwand des Beschwerdeführers berücksichtigt die Vorinstanz bei der Prüfung der Entschuldbarkeit der Gemütsbewegung das von ihm als Phase 3 bezeichnete Zurückholen des Handys, indem sie ausführt, es sei ihm auch in dieser Situation gelungen, die Geschädigte mittels Armschlüssel in die Schranken zu weisen. Dass er sich trotz dieser durch ihn kontrollierten Situation in noch stärkere Wut hineinsteigerte, die Beherrschung verlor und die Geschädigte in den Würgegriff nahm, den er erst lockerte, als sie gemeinsam zu Boden gegangen waren, entspricht mit der Vorinstanz auch in Berücksichtigung der Gegenwehr der Geschädigten nicht der Gemütsbewegung einer Durchschnittsperson in einer vergleichbaren Situation. Soweit der Beschwerdeführer die Entschuldbarkeit der Gemütsbewegung damit begründet, dass er von der Geschädigten bedroht worden sei, weicht er von den in Zusammenhang mit der Prüfung des (Eventual-) Vorsatzes getroffenen verbindlichen vorinstanzlichen Feststellungen ab, wonach sich seine Erklärung, die Situation hätte für ihn gefährlich ausgehen können, indem die Geschädigte in der Küche Messer oder andere Utensilien hätte behändigen können, als Schutzbehauptung erweise und eine akute Gefährdung des Beschwerdeführers durch einen bestehenden oder drohenden Angriff der Geschädigten zu keinem Zeitpunkt zu erkennen sei (Urteil S. 37). Insgesamt ist in Berücksichtigung der konkreten Umstände, des über Monate andauernden, zermürbenden Streits, der Provokationen und Kränkungen der Geschädigten, der mit dem gebrochenen Zeh verbundenen starken Scherzen des Beschwerdeführers und der Gegenwehr der Geschädigten, nicht anzunehmen, dass eine andere, anständig gesinnte Person unter den gleichen Umständen leicht in einen solchen Affekt geraten wäre, in dem sie die Kontrolle derart verliert, dass sie das Gegenüber unkontrolliert bis zum Tod würgt. Damit schliessen bereits die Umstände vor und während der Tat die Entschuldbarkeit der (heftigen) Gemütsbewegung aus. Folglich braucht auf die Kritik des Beschwerdeführers an den vorinstanzlichen Ausführungen zu seinem Verhalten nach dem Todeseintritt nicht eingegangen zu werden (vgl. Urteil S. 41 und Beschwerde S. 9).