Citation: 9C_665/2007 14.04.2008 E. 3

Hinsichtlich der erhobenen Befunde (chronisches lumbospondylogenes Syndrom beidseits, linksbetont [bei residuellem sensiblem sensomotorischem Ausfallsyndrom links 11/2003, möglicher residueller sensibler radikulärer Engpasssymptomatik, Wirbelsäulenfehlform/-haltung, muskulärer Dysbalance und Haltungsinsuffizienz sowie degenerativen Veränderungen der Halswirbelsäule], chronisches cervicovertebrales bis cervicocephales Syndrom [mit degenerativen Veränderungen der Halswirbelsäule, differenzialdiagnostischem Spannungskopfschmerz und leichter muskulärer Dysbalance sowie Wirbelsäulenfehlhaltung]; Gutachten des Dr. med. U.________ vom 6. November 2006, Berichte der Ärzte am Universitätsspital X.________ vom 13. Mai 2004 und des Dr. med. W.________ vom 21. April 2004) stimmen die medizinischen Akten weitestgehend überein. Streitig ist hingegen, inwiefern sich die gesundheitlichen Beeinträchtigungen auf die Arbeitsfähigkeit auswirken. 3.1 Die Vorinstanz erwog, gestützt auf das Gutachten des Dr. med. U.________, dem voller Beweiswert zukomme, sei die Versicherte in einer leidensangepassten Tätigkeit vollständig arbeitsfähig. Demgegenüber bringt die Beschwerdeführerin vor, das kantonale Gericht habe den Sachverhalt unrichtig festgestellt. Das Gutachten des Dr. med. U.________ sei widersprüchlich, weil der Gutachter die aktuell ausgeübte Tätigkeit in einem Pensum von mindestens 50 % als zumutbar und eine angepasste Tätigkeit als vollumfänglich möglich erachtet, dabei aber nicht gewürdigt habe, dass die aktuelle Tätigkeit an die gesundheitlichen Einschränkungen bereits optimal angepasst sei. 3.2 Dr. med. U.________ kam zum Schluss, aus arbeitsmedizinischer Sicht bestehe eine verminderte Belastbarkeit des Achsenorgans für schweres Heben und Tragen von Lasten sowie für wirbelsäulenbelastende Tätigkeiten in Zwangspositionen längerdauernd rein stehend, rein sitzend mit repetitiv rumpfrotierenden Stereotypien, langdauernd vornüber geneigt sowie in Arbeiten im Überkopfbereich. Aus rein rheumtologischer Sicht seien alle körperlich leicht belastenden Arbeiten, die diesen Einschränkungen gerecht würden, uneingeschränkt zumutbar. Tätigkeiten wie die zuletzt ausgeübte, gemäss Arbeitgeberbeschrieb vornehmlich sitzend mit selten gehend/stehenden Wechselpositionen und ohne grössere Hebebelastungen, "sollten derzeit in mindestens 50-%igen Pensum bewältigt werden können und nach Ausgleich der muskulären und posturalen [d.h. von der Körperstellung abhängigen] Defizite sogar steigerbar sein. Dazu bedürfte es allerdings einer Eigenmotivation und Trainingsdisziplin, die die Versicherte offenbar bisher nicht aufzubringen im Stande war". 3.3 Es ist unbestritten, dass die (leichte bis sehr leichte) Tätigkeit der Versicherten bei der Firma G.________ AG den gesundheitlichen Einschränkungen (nunmehr) optimal angepasst ist (vgl. Stellungnahme des RAD-Arztes Dr. med. R.________ vom 31. März 2005). Soweit die Beschwerdeführerin Dr. med. U.________ Widersprüchlichkeit vorwirft, und damit den Beweiswert seines Gutachtens in Frage stellt, kann ihr nicht gefolgt werden. Dr. med. U.________ bezieht seine Einschätzung einer mindestens 50-%igen Arbeitsfähigkeit (mit Steigerungsmöglichkeit), wie er klar festhält, auf den "Arbeitgeberbeschrieb". Gemäss Anamnese in seinem Gutachten vom 6. November 2006 sind damit die Angaben der Arbeitgeberfirma im Fragebogen vom 21. April 2004 gemeint, welche sich indessen auf die Belastungen beziehen, denen die Beschwerdeführerin ausgesetzt war, bevor die (durch die Ärzte am Universitätsspital X.________ angeregten [Bericht vom 13. Mai 2004]) ergonomischen Anpassungen des Arbeitsplatzes, insbesondere mittels einer sog. Stehhilfe, vorgenommen wurden. Dr. med. U.________ hält denn auch fest, die hälftige Arbeitsfähigkeit bestehe in einer "vornehmlich sitzende[n] Tätigkeit mit nur selten gehend/stehenden Wechselpositionen". Wenn der Gutachter für Tätigkeiten mit mehrheitlich sitzender Dauerposition eine hälftige (Mindest-) Arbeitsfähigkeit und für eine angepasste wechselbelastende Arbeit mit der Möglichkeit vermehrter Positionswechsel, gemäss den aktuellen Gegebenheiten bei der Firma G.________ AG, eine vollständige Arbeitsfähigkeit attestiert, liegt darin kein Widerspruch. Die Vorinstanz hat somit weder den Sachverhalt offensichtlich unrichtig oder unvollständig festgestellt noch sonstwie gegen Bundesrecht verstossen, indem sie auf das - die für den Beweiswert ärztlicher Berichte und Gutachten geltenden Anforderungen (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352, 122 V 157 E. 1c S. 160) erfüllende und in den Schlussfolgerungen überzeugende - rheumatologische Gutachten vom 6. November 2006 abgestellt hat. 3.4 Nach den verbindlichen Feststellungen der Vorinstanz ist die Versicherte in einer angepassten Tätigkeit vollumfänglich arbeitsfähig. Da sie indessen lediglich im Umfang von 40 % erwerbstätig ist, hat die Vorinstanz das Invalideneinkommen zu Recht gestützt auf Tabellenlöhne festgesetzt (BGE 117 V 8 E. 2c/aa S. 18). Schliesslich betrifft die Höhe des im Einzelfall zu bemessenden Abzuges vom Tabellenlohn eine Ermessensfrage, die letztinstanzlich nurmehr im hier nicht gegebenen Ausnahmefall einer Korrektur zugänglich ist (BGE 132 V 393 E. 3.3 S. 399).