Citation: H 391/99 08.05.2000 E. 3

3.- Das kantonale Gericht hat unter Hinweis auf Gesetz (Art. 52 AHVG) und Rechtsprechung (BGE 123 V 15 Erw. 5b mit Hinweisen) die Voraussetzungen (Organstellung, Schaden, Wi- derrechtlichkeit, qualifiziertes Verschulden, Wahrung der Verwirkungsfristen gemäss Art. 81 und 82 AHVV) zutreffend dargelegt, unter welchen das Organ einer juristischen Per- son den der Ausgleichskasse in Missachtung der Vorschriften über die Beitragsabrechnung und -bezahlung (Art. 14 Abs. 1 AHVG; Art. 34 ff. AHVV) entstandenen Schaden zu ersetzen hat. Darauf kann verwiesen werden. Zu ergänzen ist, dass ein Verwaltungsratsmitglied mit der Mandatsübernahme in die Verantwortung sowohl für die laufenden als auch für die verfallenen, von der Gesellschaft in früheren Jahren schul- dig gebliebenen Sozialversicherungsabgaben eintritt. Hin- sichtlich beider Arten von Verbindlichkeiten ist die Untä- tigkeit des Organs regelmässig kausal, so dass hinsichtlich Schadenersatzpflicht keine unterschiedliche Behandlung an- gezeigt ist. Am Erfordernis des Kausalzusammenhanges zwi- schen Untätigkeit des Verwaltungsratsmitgliedes und Nicht- leistung von Beitragszahlungen, die bei Eintritt in den Verwaltungsrat bereits ausstehend waren, mangelt es indes ausnahmsweise, wenn die Gesellschaft bereits vorgängig dem Eintritt des neuen Verwaltungsrates zahlungsunfähig war (vgl. BGE 119 V 401; ZAK 1992 S. 254 Erw. 7b; Thomas Nuss- baumer, Die Haftung des Verwaltungsrates nach Art. 52 AHVG, in: AJP 9/96, S. 1081).