Citation: 5C.104/2003 08.08.2003 E. 2

Nach den Beklagten hat das Obergericht mit diesen Erwägungen Bundesrecht verletzt: Zum einen bestehe vorliegend kein Feststellungsinteresse des Klägers gemäss Art. 28a Abs. 1 Ziff. 3 ZGB, weil der physische Zeitungsartikel nicht im Gedächtnis des Lesers haften bleibe und der elektronisch gespeicherte in der Datenflut über den Kläger untergehe. Zum andern sei ein überwiegendes öffentliches Interesse im Sinn von Art. 28 Abs. 2 ZGB an der inkriminierten Pressemeldung gegeben. Als praktizierender Arzt nehme der Kläger ein Stück öffentlichen Vertrauens in Anspruch und er habe sich in der Öffentlichkeit auch stark exponiert, was die Schwelle für eine identifizierende Berichterstattung reduziere. Im Übrigen sei nicht nur die Gerichtsberichterstattung über höchstrichterliche Urteile von öffentlichem Interesse; ebenso wenig könne die Publikumsträchtigkeit das entscheidende Kriterium sein. Vielmehr sei zu prüfen, ob die Nennung der Vorfälle und der Personen, um die sich der Streit dreht, im Zeitpunkt der Prozessberichterstattung weiterhin oder allenfalls nicht mehr von einem Informationsbedürfnis der Öffentlichkeit gedeckt sei.