Citation: 6B_1137/2020 E. 1.4.5

1.4.5. Sind die Aussagen von E.________ ausschlaggebend für eine Verurteilung als Mittäter, kommt dem Vorliegen ausreichend kompensierender Faktoren besonderes Gewicht zu. Die Vorinstanz führt in ihrer Eventualbegründung als solche ausgleichende Faktoren Videoaufnahmen der Einvernahmen von E.________ vom 17. Februar 2016 und 18. Mai 2017 an, die selbst in dem von ihr verneinten Fall, dass seine Aussagen ausschlaggebend wären, den Anspruch des Beschwerdeführers auf ein faires Verfahren und auf Überprüfung der Verlässlichkeit der Beweismittel gewährleisten würden. Sie erwägt, nicht nur das Gericht, sondern auch der Beschwerdeführer erhalte dadurch die Möglichkeit, den Ablauf der Einvernahmen und das Verhalten von E.________ als befragte Person wahrzunehmen und sich so ein eigenes Bild von der Glaubhaftigkeit seiner Aussagen zu machen (vgl. angefochtener Entscheid E. 2.5.4.4 S. 17). Die Vorinstanz lässt dabei allerdings ausser Acht, dass die (erste) Einvernahme von E.________ vom 2. Oktober 2015, auf welche sie ihre, für die Annahme einer mittäterschaftlichen Begehung entscheidende Erkenntnis der vom Beschwerdeführer ausgegangenen Beauftragung von E.________ stützt, durch keine Videoaufnahme dokumentiert ist. Das Zustandekommen der Aussagen von E.________ und dessen Aussageverhalten in der ersten Einvernahme konnte der Beschwerdeführer folglich nicht entsprechend selbst wahrnehmen. Den Videoaufnahmen von den als solchen nicht entscheidrelevanten zwei späteren Einvernahmen vom 17. Februar 2016 und 18. Mai 2017 kommt deshalb höchstens eine äussert begrenzte kompensierende Bedeutung zu, dies erst recht, nachdem sich die Aussagen und das Aussagenverhalten von E.________ in der ersten Einvernahme erheblich von jenen bzw. jenem in den zwei späteren Einvernahmen unterscheiden (vgl. angefochtener Entscheid E. 2.5.4.2 S. 15 f.). Die Videoaufnahmen vermögen daher die fehlende Konfrontation des Beschwerdeführers mit dem Belastungszeugen nicht aufzuwiegen. Andere Elemente, die einen entsprechenden Ausgleich erlaubten, nennt die Vorinstanz nicht und sind nicht ersichtlich. Namentlich hatte der Beschwerdeführer keine Gelegenheit, dem Belastungszeugen indirekt (schriftlich) eigene Fragen zu stellen, und stützt sich die Vorinstanz, wie in E. 1.4.4.2 oben dargelegt, auch nicht auf andere ergänzende Beweise oder Indizien ab, die es erlaubten, den anhand der Aussagen von E.________ in der ersten Einvernahme getroffenen Schluss einer Beauftragung in irgend einer Weise zu verifizieren. Dass die Vorinstanz die Aussagen von E.________ einer eingehenden Würdigung unterzieht, vermag vor diesem Hintergrund, d.h. weil sich diese Würdigung allein auf die Aussagen von E.________ beschränkt und keine weiteren (nicht vorhandenen) Anhaltspunkte miteinbezieht (vgl. angefochtener Entscheid E. 2.5.4.2 S. 14 ff.), nicht zu genügen. Entgegen der vorinstanzlichen Beurteilung fehlt es damit an ausreichend kompensierenden Faktoren, die ein entscheidendes Abstellen auf die Aussagen von E.________ trotz fehlender Konfrontation rechtfertigen könnten.