Citation: 4P.14/2000 28.03.2000 E. 5

5.- Die Beschwerdeführerin wirft dem Obergericht vor, es sei in verschiedener Hinsicht in Willkür verfallen. a) Willkürlich ist ein Entscheid nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung nicht schon dann, wenn eine andere Lösung ebenfalls vertretbar erscheint oder sogar vorzuziehen wäre. Das Bundesgericht hebt einen kantonalen Entscheid wegen materieller Rechtsverweigerung nur auf, wenn er offensichtlich unhaltbar ist, mit der tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft. Willkür liegt nur vor, wenn nicht bloss die Begründung, sondern auch das Ergebnis unhaltbar ist (BGE 125 II 129 E. 5b S. 134 mit Hinweis). Wird Willkür bei der Ermittlung des Sachverhalts geltend gemacht, so ist zudem zu beachten, dass dem Sachrichter bei der Beweiswürdigung ein weiter Ermessensspielraum zusteht (BGE 120 Ia 31 E. 4b S. 40 mit Hinweisen). b) Das Obergericht führte aus, der Beschwerdeführerin sei ein Exemplar des Gesellschaftsvertrages der einfachen Gesellschaft "Teufli 3" ausgehändigt worden. Somit habe sie gewusst, dass als Mitglieder der einfachen Gesellschaft fünf Personen vorgesehen waren. In der Folge habe der zuständige Sachbearbeiter der Beschwerdeführerin auf dem von ihm ausgefertigten Kreditvertrag diese fünf Personen namentlich aufgeführt. Es hätte der Beschwerdeführerin deshalb auffallen müssen, dass auf den ihr anschliessend übergebenen, unterzeichneten Verträgen die Unterschrift eines in Aussicht genommenen Gesellschafters gefehlt habe und die Gesellschaft demgemäss in der vorgesehenen Zusammensetzung nicht zustande gekommen war. Die Beschwerdeführerin rügt diese Darstellung als aktenwidrig. Entgegen den Ausführungen im angefochtenen Urteil habe der Kreditsachbearbeiter von der beabsichtigten Zusammensetzung der einfachen Gesellschaft "Teufli 3" nicht aufgrund der Vorlage des Gesellschaftsvertrages, sondern aufgrund einer mündlichen Vorbesprechung gewusst; der Gesellschaftsvertrag sei der Beschwerdeführerin erst zusammen mit dem unterschriebenen Darlehensvertrag ausgehändigt worden. Die Beschwerdeführerin stellt damit selbst fest, dass ihr Kreditsachbearbeiter von der geplanten Zusammensetzung der einfachen Gesellschaft "Teufli 3" gewusst hat. Die obergerichtliche Feststellung bezüglich des Wissensstandes der Beschwerdeführerin ist daher jedenfalls im Ergebnis nicht willkürlich. Die entsprechende Rüge ist deshalb unbegründet. c) Das Obergericht qualifizierte die Darstellung des Beschwerdegegners, wonach die in Aussicht genommenen Gesellschafter Wert auf die Mitwirkung des finanzkräftigen und mit dem Verwaltungsrat der Hubro AG befreundeten Rolf Wüthrich legten, als nicht bestritten. Die Beschwerdeführerin macht geltend, sie habe diese Behauptung sehr wohl bestritten, weshalb die Erwägungen im angefochtenen Urteil aktenwidrig seien. Die Anforderungen an die Substanziierung einer Bestreitung sind grundsätzlich Gegenstand des kantonalen Prozessrechts (BGE 117 II 113 E. 2 mit Hinweisen). Nach § 150 Abs. 2 Satz 2 der Zivilprozessordnung für den Kanton Zug vom 3. Oktober 1940 (ZPO ZG) gilt in der Regel als zugestanden, was von der Gegenpartei nicht ausdrücklich bestritten ist. Gemäss Satz 3 dieser Bestimmung ist eine Tatsache auch ohne ausdrückliche Bestreitung dann als beweisbedürftig zu behandeln, wenn aus dem gesamten Verhalten einer Partei hervorgeht, dass sie diese bestreiten wollte. Die Beschwerdeführerin hat in ihrer Klageantwort einleitend sämtliche Ausführungen des Beschwerdegegners in pauschaler Weise bestritten. Sie hält überdies dafür, eine Bestreitung ergebe sich implizit aus ihrer Stellungnahme zu den Behauptungen des Beschwerdegegners. Die Beschwerdeführerin stellt somit nicht in Abrede, dass sie die fragliche Behauptung nicht im Einzelnen bestritten hat. Unter diesen Umständen ist der Schluss des Obergerichts, die Ausführungen der Beschwerdegegnerin genügten weder den Anforderungen an eine ausdrückliche Bestreitung noch ergebe sich eine solche aus den Umständen, jedenfalls nicht geradezu willkürlich. Daraus den weiteren Schluss zu ziehen, eine Gesellschaftsgründung ohne Rolf Wüthrich habe nicht dem Willen der übrigen Gesellschafter entsprochen, kann ebenfalls nicht als willkürlich bezeichnet werden, zumal eine Nichtbeteiligung von Rolf Wüthrich das Haftungsrisiko der übrigen Gesellschafter erhöht hätte. d) Nach Auffassung der Beschwerdeführerin hat das Obergericht die Zeugeneinvernahme des Rolf Wüthrich aktenwidrig unberücksichtigt gelassen. Dieser habe sich nämlich allenfalls an einer einfachen Gesellschaft beteiligen wollen, welche für die Garantie eines Mietzinses der Hubro AG aufkommen sollte. Die übrigen Gesellschafter hätten indessen eine einfache Gesellschaft angestrebt, welche zusätzlich für die Kapitalschuld einstehen sollte. Aus diesem Grund könne Rolf Wüthrich gar nicht als Mitglied der einfachen Gesellschaft "Teufli 3" vorgesehen gewesen sein. Die Beschwerdeführerin vermag mit ihrer Rüge nicht durchzudringen. Für die Beurteilung der Frage, ob Rolf Wüthrich aus der Sicht der übrigen Beteiligten als Gesellschafter vorgesehen war, ist nicht massgebend, unter welchen Bedingungen er bereit war, sich zu beteiligen. Dass eine Mitgliedschaft von Rolf Wüthrich in der einfachen Gesellschaft "Teufli 3" beabsichtigt war, war der Beschwerdeführerin im Übrigen gemäss eigener Darstellung bekannt. e) Die Beschwerdeführerin macht schliesslich geltend, das Obergericht habe das Willkürverbot dadurch verletzt, dass sie von einer nicht behaupteten Freundschaft von Rolf Wüthrich und dem Verwaltungsrat der Hubro AG, Bruno Hubli, ausgegangen sei. Rolf Wüthrich hat ausgesagt, zwischen ihm und Bruno Hubli hätten gewisse Bande bestanden und sein Interesse am Mitmachen in der einfachen Gesellschaft "Teufli 3" habe in der Nächstenliebe gelegen. Daraus sowie aus der Tatsache, dass Bruno Hubli und Rolf Wüthrich gemeinsam bei der Kantonspolizei gearbeitet hatten, schloss das Obergericht in freier Beweiswürdigung gemäss Art. 56 ZPO ZG auf eine Freundschaft zwischen diesen beiden Personen. Dieser Schluss ist nicht geradezu unhaltbar und damit auch nicht willkürlich.