Citation: 5D_102/2020 E. 5.2

5.2. Das Obergericht hat zunächst auf den Zwischenbericht des Sachwalters vom 19. Juni 2017 abgestellt. Nachdem sich der Sachwalter einen ersten Überblick verschafft habe, habe er im Zwischenbericht klar zum Ausdruck gebracht, dass der Beschwerdeführer als wirtschaftlicher Eigentümer der AG - und nicht die AG selber, welche über keine flüssigen Mittel mehr verfügt habe - die Kosten für das provisorische Nachlassverfahren, für die Tätigkeit des Sachwalters, aus seinem Privatvermögen habe bezahlen müssen, damit das Verfahren überhaupt habe durchgeführt werden können. Der Sachwalter sei prädestiniert, über die Umstände des Nachlassverfahrens Auskunft zu geben. Es bestünden keine Anhaltspunkte, dass seine Darstellung nicht neutral oder falsch gewesen wäre. Sein Zwischenbericht sei während des Verfahrens erfolgt und vor der Auseinandersetzung um die Rückzahlung. Die Schilderung des Sachwalters sei inhaltlich logisch und nachvollziehbar, denn der Beschwerdeführer habe als wirtschaftlicher Eigentümer ein Interesse an der Durchführung des Nachlassverfahrens gehabt. Die Gesellschaft sei illiquid und nicht in der Lage gewesen, das Nachlassverfahren aus eigenen Mitteln zu finanzieren. Bereits aus den Ausführungen des Sachwalters im Zwischenbericht werde somit klar, dass die Zahlungen des Beschwerdeführers definitiv für die illiquide AG erfolgten, um die provisorische Nachlassstundung überhaupt zu ermöglichen. Das Obergericht hat weiter ausgeführt, es sei nicht anzunehmen, dass der Beschwerdeführer diese vom Sachwalter geschilderten Umstände und Zusammenhänge anders hätte verstehen können. Vielmehr gehe aus dem Gesuch der B.________ AG vom 22. Juni 2017 um Verlängerung der provisorischen Nachlassstundung hervor, dass der Beschwerdeführer genau gewusst habe, dass seine Zahlungen aus seinem Privatvermögen für seine Gesellschaft nicht zurückbezahlt würden ("Wie bereits in der ersten, nun ablaufenden Stundungsphase zugesichert und auch faktisch bezahlt, steht Herr A.________ für die Massaverbindlichkeiten der Gesellschaft während der Stundungsphase privat gerade. Diese Zusicherung von Herr A.________ gilt somit auch für eine verlängerte Stundungsdauer."). Privat geradestehen bedeute, die Schuld der Gesellschaft privat zu bezahlen und zwar definitiv, d.h. nicht rückzahlbar. Die Zusicherung des Beschwerdeführers, für die Masseverbindlichkeiten aufzukommen, weil praktisch keine liquiden Mittel mehr vorhanden gewesen seien, sei auch im Protokoll Nr. 1 vom 3. Mai 2017 dokumentiert ("Liquide Mittel sind praktisch keine vorhanden. A.________ sichert zu, für die Massenverbindlichkeiten aufzukommen."). In seiner schriftlichen Auskunft als Zeuge vom 15. April 2019 habe der Sachwalter erklärt, für ihn sei völlig klar gewesen, dass die vom Beschwerdeführer persönlich geleisteten Kostenvorschüsse ohne Rückzahlung erfolgt seien; für ihn sei dieser Umstand eine Bedingung gewesen, ohne die er die sofortige Konkurseröffnung beantragt hätte; er habe dem Beschwerdeführer mehrmals mitgeteilt, dass er ein Nachlassverfahren nur dann durchführen werde, wenn sichergestellt sei, dass die gesamte, für das Nachlassverfahren notwendige Liquidität von aussen (d.h. durch einen Dritten), als Zuschuss ins Eigenkapital bezahlt werde. Der Sachwalter habe in dieser Auskunft ferner auf eine vom Treuhänder des Beschwerdeführers erstellte Liquiditätsplanung für die Dauer der provisorischen Nachlassstundung hingewiesen. Dieser Hinweis treffe zu, denn der Zeile "Darlehen Aktionär" sei zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer kein Darlehen als Liquidität in die B.________ AG eingeschossen habe ("Liquiditätsplan 2017 [Phase: prov. Nachlassstundung]"). Das Obergericht hat aus all dem geschlossen, dass die Zahlungen des Beschwerdeführers "à fonds perdu" erfolgt seien, d.h. ohne Aussicht auf Gegenleistung und Rückerstattung, insbesondere nicht als Darlehen an die Gesellschaft. Der Beschwerdeführer setze sich vor Obergericht mit den entscheidenden Sachverhaltsgrundlagen, aus denen sich dieser Schluss ergebe, nicht auseinander.