Citation: 6B_718/2013 E. 2.2

2.2. Die Vorinstanz hält fest, es sei unbestritten, dass es zwischen der Beschwerdeführerin und den drei Beschwerdegegnern in der Wohnung des Beschwerdegegners 2 zu sexuellen Handlungen gekommen sei. Bestritten sei, ob dies einvernehmlich erfolgte (Beschluss S. 9 E. 5). Die Schwester der Beschwerdeführerin habe bestätigt, dass sich diese ihr anvertraut habe. Ihren Aussagen lasse sich aber nicht entnehmen, dass ihr die Beschwerdeführerin geschildert habe, wie sie ihren Widerstand kundgetan habe und auf welche Art und Weise sich die Beschwerdegegner über den Widerstand hinweg gesetzt hätten. Da zwischen den Schwestern ein enger Kontakt und ein Vertrauensverhältnis bestehe, mute dies eigenartig an. Aussagepsychologisch wäre zu erwarten gewesen, dass die Beschwerdeführerin ihrer Schwester die strafrechtlich relevanten Sachverhaltselemente detailliert erzählt hätte, sofern es sich um ein Geschehen gehandelt hätte, das gewaltsam gegen ihren erklärten Willen stattgefunden hätte. Das sei nicht der Fall (Beschluss S. 10 E. 5.3). Die Vorinstanz stellt weiter fest, die Angaben der Beschwerdegegner enthielten Unstimmigkeiten, innerhalb der einzelnen Aussagen und untereinander. Der Beschwerdegegner 2 habe ausgeführt, die Beschwerdeführerin habe bei ihm übernachtet. In derselben Einvernahme habe er später angegeben, sie habe geduscht und sei dann nach Hause gegangen. Die Beschwerdegegner würden einander widersprechen soweit es um die Benützung eines Kondoms, der Reihenfolge der sexuellen Handlungen oder das Verlangen einer Pause gehe. Dabei handle es sich jedoch um Randereignisse, die nichts darüber aussagten, ob der Geschlechtsverkehr freiwillig erfolgt sei. In Anbetracht des grossen Zeitablaufs sei es nachvollziehbar, dass sie sich nicht mehr an jedes Detail erinnern könnten. Auch in Bezug auf den Beginn der sexuellen Handlungen seien die Aussagen der Beschwerdegegner widersprüchlich. Während der Beschwerdegegner 2 ausgeführt habe, seine beiden Kollegen seien zu ihm [recte: und der Beschwerdeführerin] ins Schlafzimmer gekommen, habe der Beschwerdegegner 3 ausgesagt, Ersterer habe sie gerufen. Der Beschwerdegegner 4 habe angegeben, der Beschwerdegegner 3 sei ins Schlafzimmer gegangen, er sei später nachgekommen. Die Vorinstanz erwägt, der Beginn sei für die Frage der Freiwilligkeit zentral. Indessen ergebe sich aus keiner Version Anhaltspunkte dafür, dass sich die Beschwerdeführerin gegen die sexuellen Kontakte ausgesprochen habe und sich die Beschwerdegegner darüber hinweg gesetzt hätten. Dass die Beschwerdeführerin habe überredet werden müssen, wie es der Beschwerdegegner 3 ausgeführt habe, begründe noch keinen hinreichenden Verdacht auf das Vorliegen eines Nötigungsmittels. Die Beschwerdegegner hätten übereinstimmend ausgesagt, dass die sexuellen Handlungen einvernehmlich mit allen im Schlafzimmer begonnen hätten, wobei entgegen der Aussage der Beschwerdeführerin auch Oralverkehr stattgefunden habe. Die Beschwerdegegner hätten mehr und intensivere sexuelle Handlungen beschrieben als die Beschwerdeführerin. Sie hätten weder sich selbst noch je den anderen belastet. Insgesamt könnten ihre Aussagen nicht als unglaubhaft eingestuft werden, zumal die Beschwerdegegner 2 und 3 keine Gelegenheit gehabt hätten, sich nach Eingang der Anzeige abzusprechen. Im Zeitpunkt ihrer Einvernahmen hätten sie den Inhalt der Anzeige nicht gekannt und nicht gewusst, was die Beschwerdeführerin ausgesagt habe (Beschluss S. 10 f. E. 5.5). Die Vorinstanz hält ferner fest, die Aussagen der Beschwerdeführerin fielen oft nur knapp aus. Diese habe die Geschehnisse kaum je länger und in einem freien Bericht geschildert. Sie habe in ihren Aussagen oft allgemeine und abstrakte Begriffe sowie wiederholt gleiche Formulierungen verwendet. Weiter falle auf, dass die Schilderungen über Beginn und Ende des Vorfalls, d.h. vor und nach den sexuellen Handlungen, gewisse Details enthielten. Die Angaben zum Kerngeschehen - die sexuellen Handlungen, den Widerstand der Beschwerdeführerin sowie die Nötigungshandlungen - wiesen aber keinen Detailreichtum auf. Die geschilderten Tathandlungen wirkten stereotyp und seien (bis auf den bei der dritten und vierten Tathandlung fehlenden Analverkehr sowie die fehlenden Schläge bei der dritten Handlung) praktisch identisch. Es fehlten ungewöhnliche, einzigartige Details, die Schilderung von Interaktionen und die Wiedergabe von Gesprächen. Nicht vorhanden seien zudem scheinbar unwichtige Nebensächlichkeiten sowie die Schilderung eigener Gedanken und Gefühle. Zwar seien auch die Aussagen der Beschwerdegegner zum Anfang der sexuellen Handlungen rudimentär. Allerdings sei von einem Opfer eines traumatischen Ereignisses eine andere Schilderung zu erwarten, als von den Beschwerdegegnern, für die es bloss ein etwas ausgefallenes Sexerlebnis gewesen sei. Die etwas ausführlicheren Aussagen des Beschwerdegegners 3 deuteten darauf hin, dass die Beschwerdeführerin sich nicht auf Anhieb eingelassen habe. Für das Vorliegen einer erkennbaren und eindeutigen Weigerung reiche das indes nicht aus. Die Anforderungen an die sachverhaltliche Umschreibung von Nötigungsmittel und Widerstand als zentrale Tatbestandsmerkmale bei sexuellen Aggressionsdelikten seien hoch. Es könne daher nicht davon ausgegangen werden, dass die diesbezüglich rudimentären Aussagen der Beschwerdeführerin für eine Verurteilung ausreichten. Sie bildeten keine ausreichende Basis für einen Schuldspruch, zumal auch die Erstaussagen der Beschwerdeführerin gegenüber einer Drittperson nicht zu einer stärkeren Belastungssituation führten und die Aussagen der Beschwerdegegner nicht von vornherein unglaubhaft seien. Daher reiche die Beweislage nicht aus, um von einem erkennbaren und eindeutigen Widerstand durch die Beschwerdeführerin bzw. dem Vorliegen eines Nötigungsmittels auszugehen. Eine Verurteilung erscheine nicht wahrscheinlicher als ein Freispruch. Der Grundsatz "in dubio pro duriore" sei nicht verletzt (Beschluss S. 11 f. E. 6).