Citation: 8C_199/2019 E. 8.1.2

8.1.2. Ein Blick in die Materialien zur UVV vom 20. Dezember 1982 zeigt, dass die in Art. 100 Abs. 2 UVV in der hier anwendbaren Fassung vorgesehene interne Abgeltung nach Massgabe des Verursacherprinzips im Kern anlässlich der Kommissionssitzung vom 10. November 1980 (Protokoll der Sitzung der Kommission zur Vorbereitung der UVV vom 10. November 1980, S. 5 und 6) eingebracht und dann im Vorentwurf des BSV unter Art. 98 aufgenommen wurde (Nachtrag zur 3. Fortsetzung vom 7. Oktober 1980 zum Vorentwurf für die UVV vom 20. März 1980). Später setzte sich dann ein Vorschlag der Schweizerischen Unfallversicherung (Variante) durch, der den internen Ausgleich gemäss Verursacherprinzip, mit der Möglichkeit abweichender Vereinbarungen, nicht nur für Rentenleistungen und Integritätsentschädigungen, sondern auch für Taggeldzahlungen und Heilungskosten vorsah (vgl. Protokoll der Sitzung der Kommission zur Vorbereitung der UVV vom 18. Dezember 1980, S. 4-8). Im Rahmen der zweiten Lesung gelangte sodann ein neuer Vorschlag zur Diskussion, der einen Übergang der Leistungspflicht (gegenüber dem Versicherten) vom ersten auf den nachfolgenden Versicherer dann ausschliessen wollte, wenn zwischen den Folgen der Unfälle offensichtlich kein Zusammenhang bestand; eine Weiterführung sei nur dort sinnvoll, wo sich die Folgen der beiden Unfälle berühren würden. Dieser Vorschlag vermochte sich nicht durchzusetzen, unter anderem deshalb, weil dadurch Nachteile für die Versicherten befürchtet wurden, die sich aus Streitigkeiten unter den Versicherern ergeben könnten. Dem Grundanliegen könne im Rahmen der in der Bestimmung vorbehaltenen Vereinbarung Rechnung getragen werden. Bedenken traten auch wegen der Wendung "medizinisch offensichtlich kein Zusammenhang besteht" zutage, da es gerade aus medizinischer Sicht stets einen Zusammenhang im Gesamtorganismus gebe. Die nicht adäquaten Folgen seien vereinbarungsweise unter den beteiligten Versicherern zu lösen. Am Ende beliess man es bei der beschlossenen Lösung, um sie allenfalls im Rahmen einer künftigen Verordnungsrevision zu überdenken (Protokoll der Sitzungen der Kommission zur Vorbereitung der UVV vom 29./30. April und vom 5. Mai 1981, S. 86-88). Das BSV seinerseits wartete im Februar 1982 bezüglich Art. 99 nicht mit Änderungsanträgen auf (Anträge BSV zum Verordnungsentwurf über die Unfallversicherung vom Februar 1982, S. 1+110). In der 3. Kommissionslesung gab es zu Art. 98-100 des Entwurfs keine Bemerkungen mehr (Protokoll der Sitzungen der Kommission zur Vorbereitung der UVV vom 29./30. April 1982, S. 11 unten). Der Entwurf vom 6. Oktober 1982 führte schliesslich den hier massgeblichen Normtext unter Art. 100 auf (Entwurf der UVV vom 6. Oktober 1982 [Fassung 4] S. 109).