Citation: 2C_1076/2013 E. 4.1.1

4.1.1. Der Beschwerdeführer bringt vor, erst die mit Urteil des Kreisgerichts St. Gallen vom 10. Oktober 2011 ausgesprochene Strafe sei vollzogen worden, weshalb ihm eine letzte Chance zu gewähren sei. Wie dargelegt spielt es für den Widerrufsgrund nach Art. 63 Abs. 1 lit. a AuG i.V.m. Art. 62 lit. b AuG keine Rolle, dass die verfahrensauslösende Strafe bedingt ausgesprochen wurde (vgl. E. 2.1). Die Voraussetzungen für den Widerruf waren bereits nach der Verurteilung vom 18. März 2010 zu 14 Monaten Freiheitsstrafe erfüllt. Obwohl dies nicht die erste Verurteilung des Beschwerdeführers war, verzichtete das Migrationsamt vorerst auf den Widerruf der Niederlassungsbewilligung. In diesem Zeitpunkt hätte eine Verwarnung ausgesprochen werden können; die Migrationsbehörden sind dazu aber nicht verpflichtet (vgl. den Wortlaut von Art. 96 Abs. 2 AuG). Das Migrationsamt hat das Verhältnismässigkeitsprinzip eingehalten, indem es nach der Verurteilung vom 18. März 2010 zu 14 Monaten Freiheitsstrafe zunächst auf den Widerruf der Bewilligung verzichtete. Dies war die letzte Chance, die dem Beschwerdeführer eingeräumt wurde und die er nun - nach einer weiteren, keineswegs geringfügigen Verurteilung - nicht mehr einfordern kann. Das Strafurteil vom 18. März 2010 enthält im Übrigen diesbezüglich deutliche Hinweise. Sinn und Zweck des "gerade noch" (so das Urteil) gewährten bedingten Strafvollzugs werden dort klar erläutert, ebenso die Folgen der Begehung einer weiteren Straftat während der Probezeit. Schliesslich hat das Strafgericht für die Dauer der dreijährigen Probezeit Bewährungshilfe angeordnet. Der Beschwerdeführer nutzte jedoch die ihm gebotene Chance nicht. Die kantonale Bewährungshilfe St. Gallen wurde am 1. Oktober 2010 darüber informiert, dass der Beschwerdeführer lediglich zu einem Erstgespräch erschienen sei und sich nicht an die getroffenen Abmachungen gehalten habe, worauf die Bewährungshilfe habe abgebrochen werden müssen. Nur neun Monate nach dem am 20. Januar 2010 begangenen Raub, während der Probezeit, beging der Beschwerdeführer erneut einen Raub, wenn auch diesmal unbewaffnet. Sein Vorbringen, er habe bei dieser Tat eine untergeordnete Rolle gespielt, ist nicht zu hören, wurde er doch am 10. Oktober 2011 als Mittäter schuldig befunden und verurteilt. Daran ändert nichts, dass er gemäss Urteil des Kreisgerichts St. Gallen vom 10. Oktober 2011 eine weniger aktive Rolle als sein Mittäter eingenommen hatte.