Citation: 2A.14/2000 20.03.2000 E. 3

3.- a) B.________ hielt sich nicht lange in der Schweiz auf. Am 6. Juni 1995 reiste er ein, am 9. Juli 1998 wurde er ausgeschafft, nachdem er das Land aufgrund des negativen Asylentscheids bis spätestens 10. November 1995 hätte verlassen müssen. In dieser kurzen Zeit wurde er mehrfach straffällig. Kaum in der Schweiz eingetroffen, wirkte er im August 1995 bei einem Handel von 250g Heroin mit. Im November 1996 beging er zusammen mit zwei anderen Tätern vier Einbruchdiebstähle bzw. Versuche hiezu, wobei sich die Deliktsumme auf insgesamt rund Fr. 14'000.-- belief. Wegen dieser strafbaren Handlungen wurde er zu 18 Monaten Gefängnis bedingt verurteilt. Die Verfehlungen wirken schon an sich nicht leicht. Aus fremdenpolizeilicher Sicht massiv erschwerend fällt ins Gewicht, dass B.________ sie als Asylbewerber bzw. kurz nach Einreichung des Gesuchs um Familiennachzug begangen hat. Neben der Art der Delikte, namentlich der Teilnahme an einem Handel mit einer erheblichen Menge Heroin, spricht dieser Umstand vorliegend für die Verweigerung des Familiennachzugs. Angesichts der Gefährlichkeit des Drogenhandels für die öffentliche Sicherheit und Gesundheit besteht im Übrigen gerade bei Betäubungsmitteldelikten ein gewichtiges Interesse an der Fernhaltung von ausländischen Tätern (vgl. Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte i.S. C. c. Belgien vom 7. August 1996, Recueil des arrêts et décisions 1996 S. 915 Ziff. 35). Daran ändert nichts, dass gegenüber B.________ eine Freiheitsstrafe von weniger als zwei Jahren ausgesprochen wurde. Diese Grenze (sog. Reneja-Praxis; vgl. BGE 110 I b 201) gilt nämlich nur für Ausländer, die mit einem Schweizer Bürger verheiratet sind, d.h. im Rahmen von Art. 7 ANAG erstmals um eine Aufenthaltsbewilligung oder nach kurzer Aufenthaltsdauer um deren Verlängerung nachsuchen. Ebenso wenig hilft der Umstand, dass im Berufungsverfahren keine Landesverweisung ausgesprochen wurde. Das Obergericht des Kantons Zürich hat in seinem Urteil vom 27. Februar 1998 auf diese Nebenstrafe nicht verzichtet, weil es die Voraussetzungen hiefür als nicht erfüllt betrachtete, vielmehr hat es deren Vorliegen grundsätzlich bejaht. Es hat von der Landesverweisung jedoch abgesehen mit dem Hinweis, dass der Fremdenpolizei ein flexibles, strenges und wirksames Instrumentarium zur Verfügung stünde, um über einen allfälligen weiteren Aufenthalt des Angeklagten in der Schweiz zu entscheiden; aufgrund der unterschiedlichen Beurteilungskriterien bei Anordnung einer Landesverweisung bestünde zudem die Gefahr sich widersprechender Entscheide der Strafvollzugsbehörde und der Fremdenpolizei, was es zu vermeiden gelte (S. 13 des Urteils). b) Das Verwaltungsgericht des Kantons St. Gallen lastete dem Ehemann der Beschwerdeführerin zusätzlich an, im Asylverfahren gefälschte Papiere vorgelegt zu haben und untergetaucht zu sein sowie nach Einreichung des Familiennachzugsantrags gegenüber Behörden eine falsche Identität angegeben zu haben. Diesen Vorwürfen kommt hier letztlich jedoch keine entscheidende Bedeutung zu (vgl. Art. 114 Abs. 1 in fine OG und E. 1b), weshalb die darauf Bezug nehmenden Vorbringen der Beschwerdeführerin zur Sachverhaltsfeststellung sowie betreffend Verletzung wesentlicher Verfahrensvorschriften (Anspruch auf rechtliches Gehör) ins Leere stossen. Immerhin sei beigefügt, dass sich das Verwaltungsgericht auf die ihm vorliegenden Akten der vorangegangenen Verfahren stützte, mit deren Beizug die Beschwerdeführerin rechnen musste, und dass - beispielsweise - in darin befindlichen Meldungen sowohl das Durchgangsheim W.________ (am 9. Oktober 1995) als auch das Durchgangsheim R.________ (am 2. September 1996) B.________ als "untergetaucht" bzw. "verschwunden" registriert hatten. c) Nach dem Gesagten besteht ein überragendes öffentliches Interesse daran, den Ehemann der Beschwerdeführerin von der Schweiz fernzuhalten, zumal auch die Prognose für künftiges Wohlverhalten ungünstig ausfällt, wurde er doch in Zeiten straffällig, die für ein weiteres Verbleiben in der Schweiz massgebend waren. Nicht einmal der Umstand, dass er nach der Heirat in geordneten Verhältnissen leben konnte, hielt ihn von der Begehung weiterer Delikte ab. Gegenüber den öffentlichen Interessen an der Fernhaltung, welche durch die gewährten Suspensionen der Einreisesperre entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin keineswegs gemindert werden, haben die privaten Interessen zurückzutreten. Dies gilt auch für die Belange der Beschwerdeführerin und des - aufgrund des Alters noch anpassungsfähigen - Kindes. Vor allem der Beschwerdeführerin dürfte eine Rückkehr in die Heimat, die sie im Alter von knapp zwölf Jahren verlassen hat, zwar schwer fallen. Völlig unzumutbar ist sie indessen nicht, und selbst dann hätte das private gegenüber dem öffentlichen Interesse zurückzutreten, insbesondere gegenüber dem Interesse, die Bevölkerung vor der Gefährdung durch Betäubungsmittel zu schützen. Unbehelflich ist der Vergleich, den die Beschwerdeführerin zu BGE 120 Ib 129 anstellt. Dort war der mit einer Landsmännin verheiratete Ausländer wegen Notzucht mit 18 Monaten Zuchthaus bestraft worden. Dass Unterschiede bestehen und der in BGE 120 Ib 129 beurteilte Fall allenfalls noch gravierender war, besagt nicht, dass alle weniger schwer wiegende Fälle anders zu beurteilen sind und der angefochtene Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons St. Gallen Bundesrecht verletzt. Es ist jeweils eine Abwägung der Interessen durchzuführen, die vorliegend zu Ungunsten der Beschwerdeführerin und ihres Ehemannes ausfällt. Damit erweist sich der Entscheid der kantonalen Behörden, eine Aufenthaltsbewilligung für den Ehemann der Beschwerdeführerin zu verweigern, als mit der Regelung des Art. 17 Abs. 2 ANAG und derjenigen des Art. 8 EMRK vereinbar. Im Hinblick auf dieses Ergebnis kann auch dem Eventualantrag der Beschwerdeführerin nicht stattgegeben werden.