Citation: 6P.51/2006 03.11.2006 E. 3

Im Zentrum der Kritik des Beschwerdeführers steht die Berücksichtigung metallurgischer Gesetzmässigkeiten in den beiden angefochtenen Entscheiden. Die Beschwerdegegnerin reichte dazu im Lauf der Strafuntersuchung ein Parteigutachten von Dr. ing. G.________ vom 11. November 1999 (Band II, 387 ff.) ein. Dessen Fragestellung war beschränkt. Das Obergericht bezieht sich im Strafurteil vom 24. März 2005 nur am Rand darauf. Es hält fest, dass das Beifügen von Vanadium die Rissgefahr bei der Herstellung der von dem Unternehmen B.________ bestellten Gussteile erhöhe und dass bei der Produktion tatsächlich solche Risse aufgetreten seien. Durch das Weglassen von Vanadium habe die Rissbildung verkleinert und dadurch schneller und kostengünstiger produziert werden können, woran der Beschwerdeführer ein erhebliches Interesse gehabt habe. Im Revisionsverfahren vor dem Kassationshof hat der Beschwerdeführer ein Ergänzungsgutachten von Dr. ing. G.________ vom 25. Mai 2005 eingereicht (Akten zum Revisionsverfahren, Beilage 2 zum Revisionsgesuch vom 4. Juli 2005). Darin äussert sich dieser zu Fragen, die im ersten Gutachten nicht oder nicht mit der gleichen Deutlichkeit behandelt wurden. Er hält fest, dass die Beigabe von Vanadium "- keinen oder evtl. sogar positiven Einfluss auf die Warmrissempfind- lichkeit hat, - die Anfälligkeit gegen Spannungsrisse erhöht und besondere betrieb- liche Massnahmen notwendig macht, - die Wärmebehandlung zur optimalen Kombination von Zeitstandeigen- schaften und RT-Zähigkeit erschwert und das Einhalten eines verhält- nismässig engen Abkühlungskorridors erfordert." Der Kassationshof des Obergerichts übersieht nicht, dass das Ergänzungsgutachten neue Erkenntnisse enthält und tritt gerade deshalb auf das Revisionsgesuch des Beschwerdeführers ein. Er misst diesen neuen Befunden bei der Beweiswürdigung jedoch keine ausschlaggebende Bedeutung zu und weist deshalb das Revisionsgesuch ab.