Citation: 4A_217/2023 E. 3.5.1

3.5.1. Die Erstinstanz verzichtete auf eine Befragung anderer Personen und stützte sich auf deren Aussagen im vorangegangenen Strafverfahren in der gleichen Sache ab. Dies beanstandete der Beschwerdeführer bereits vor der Vorinstanz. Diese erwog, dass sich im vorliegenden Straf- und Zivilverfahren im Wesentlichen die gleichen Sachverhaltsfragen stellten. Die Einvernahme durch die Staatsanwaltschaft sei zeitnah zum Unfallereignis erfolgt und es sei gerichtsnotorisch, dass bei Zeugen mit zunehmendem Zeitablauf Erinnerungslücken auftreten könnten. Zudem habe die Staatsanwaltschaft gemäss erstinstanzlicher Feststellung ein umfassendes Beweisverfahren durchgeführt. Davon habe auch der Beschwerdeführer Einvernahmeprotokolle eingelegt und die Edition der gesamten Strafakten beantragt. Ein Zivilgericht könne sich im Rahmen der freien Beweiswürdigung auf rechtsgenügliche Beweise aus einem anderen Verfahren stützen, sofern keine Partei konkrete, von der Gegenpartei bestrittene Sachverhalte vortrage und für diese eine Partei- oder Zeugenbefragung beantrage. Der Beschwerdeführer habe nicht vorgetragen, dass er dies vor der Erstinstanz gemacht habe. Folglich könne der Erstinstanz keine Rechts- oder Gehörsverletzung vorgeworfen werden, wenn sie mangels neuer, aber bestrittener Sachverhaltsbehauptungen weder eine Parteibefragung durchgeführt noch Zeugen einvernommen habe, sondern auf deren Aussagen im Strafverfahren abgestellt habe. Selbst wenn das Erinnerungsvermögen des Beschwerdeführers als Unfallopfer mit der Zeit wieder zurückgekehrt sein sollte, fehle es in der Berufung an konkreten Behauptungen, welche der Beschwerdeführer mit seiner Befragung hätte bestätigen wollen. Denn auch bei einer Parteibefragung gehe es um den Nachweis von konkreten, aber bestrittenen Sachverhaltsbehauptungen und nicht um die Ausforschung des Sachverhalts. Die Vorinstanz legte im angefochtenen Entscheid im Weiteren mehrfach dar, aus welchen Gründen auf die beantragten Einvernahmen und auf eine Parteibefragung des Beschwerdeführers verzichtet werden durfte.