Citation: U 341/05 17.02.2006 E. 4

4.1 Die Frage nach dem Abschluss des normalen unfallbedingten Heilungsprozesses ist im Einzelfall unter Würdigung der gesamten medizinischen Aktenlage zu prüfen und kann nicht für alle Versicherten, die eine bestimmte Verletzung erlitten haben, gleich beantwortet werden (vgl. in HAVE 2004 S. 119 zusammengefasstes Urteil K. vom 11. Februar 2004 Erw. 2.4 [U 246/03]; Urteil A. vom 6. November 2001 Erw. 3 [U 8/00]). Insoweit bringt die Allianz zu Recht vor, dass aus der in Zusammenhang mit der Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs ergangenen Rechtsprechung, wonach bei Schleudertraumen der HWS eine unfallbedingt erforderliche Behandlungsdauer von zwei bis drei Jahren durchaus üblich ist (Urteile B. vom 7. Juli 2004, U 348/03, H. vom 19. Mai 2004, U 330/03 und H. vom 30. Mai 2003, U 353/02), nicht ohne weiteres abgeleitet werden kann, der Gesundheitszustand der Beschwerdegegnerin könne namhaft verbessert werden, weil die genannte Zeitspanne noch nicht überschritten worden ist. Die Allianz übersieht aber, dass das kantonale Gericht diese medizinische Erfahrungstatsache lediglich als Indiz gewertet hat, dass die Symptomatik auch nach Einstellung der Leistungspflicht anhielt und weitere Therapien möglicherweise nötig gewesen sind.