Citation: 6B_1318/2020 E. 1.4.1

1.4.1. Zum Zeitpunkt des angefochtenen Urteils lebte der Beschwerdeführer seit rund 52 Jahren in der Schweiz (vgl. angefochtenes Urteil S. 51). Ob ein Härtefall vorliegt, entscheidet sich weder anhand von starren Altersvorgaben, noch führt eine bestimmte Anwesenheitsdauer automatisch zur Annahme eines Härtefalls. Die Härtefallprüfung ist vielmehr in jedem Fall anhand der gängigen Integrationskriterien vorzunehmen (BGE 146 IV 105 E. 3.4.4; 144 IV 332 E. 3.3.2; Urteile 6B_1428/2020 vom 19. April 2021 E. 2.6.1; 6B_1424/2019 vom 15. September 2020 E. 3.4.1; je mit Hinweisen). Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist eine längere Aufenthaltsdauer, zusammen mit einer guten Integration, jedoch in aller Regel als starkes Indiz für das Vorliegen von genügend starken privaten Interessen und damit für die Bejahung eines Härtefalls zu werten, wobei dem Betroffenen bei der allenfalls anschliessend vorzunehmenden Interessenabwägung mit zunehmender Anwesenheitsdauer ein gewichtigeres privates Interesse an einem Verbleib in der Schweiz zuzubilligen ist (BGE 146 IV 105 E. 3.4.4; Urteil 6B_249/2020 vom 27. Mai 2021 E. 5.2.3).