Citation: 4A_412/2019 E. 5.1

5.1. In Bezug auf Sockelabdichtungen führte die Vorinstanz aus, die diesbezüglichen Ausführungen der Beschwerdeführerin seien inkonsistent. Einerseits habe diese vorgebracht, dass keine Sockelabdichtung geplant oder ausgeführt worden sei. Andererseits habe sie jedoch nicht substanziiert bestritten, dass die Beschwerdegegnerin über die Vorgaben in den Leitdetails hinaus einen Bitumenanstrich geplant habe, und habe bloss - mit pauschalem Verweis auf ihre Parteigutachen - bestritten, dass ein solcher Anstrich eine genügende Abdichtung darstelle. Weshalb der geplante und ausgeführte Bitumenanstrich keine genügende Sockelabdichtung darstelle, habe die Beschwerdeführerin jedoch nicht substanziiert dargelegt. Sie habe sich vielmehr auf eine pauschale Behauptung beschränkt, ohne konkret darzulegen, wie eine Sockelabdichtung regelkonform zu planen gewesen wäre. Aus den Ausführungen des Privatgutachters D.________ ergebe sich nicht, ob dieser sich mit anderen Plänen als den Leitdetails befasst habe bzw. diese überhaupt zur Verfügung gestellt bekommen habe. Zur Wirksamkeit der vorgenommenen Abdichtung mittels eines Bitumenanstrichs habe sich der Privatgutachter nicht geäussert. Vielmehr habe sich dieser auf die pauschale Aussage beschränkt, die fehlende Mauerwerksabdichtung und die fehlende Sockelabdichtung seien ursächlich für die Entstehung der Feuchtigkeitsschäden. Auch die Untersuchung von Privatgutachter E.________ spreche nur pauschal von einer fehlenden Sockelabdichtung, die in erster Linie durch die behauptete Feuchte in den Wänden begründet sei. Die Empfehlung des Privatgutachters, "die verantwortlichen Firmen" sofort zu rügen, stelle keinen Beweis für ein Fehlverhalten der Beschwerdegegnerin dar. Weiter habe die Beschwerdeführerin die Aussage der Beschwerdegegnerin nicht substanziiert bestritten, wonach die Systemhersteller von Kompaktfassaden im relevanten Zeitpunkt keine zusätzlichen Abdichtungen vorgesehen hätten. Sie habe nicht - auch nicht mit Hilfe der von ihr bestellten Privatgutachten - beweisen können, dass die ergriffenen Massnahmen den Detailplänen der Systemhersteller widersprechen würden, welche lediglich pauschal eine "Bauwerksabdichtung" bzw. eine "Feuchtigkeitssperre" verlangten, ohne zu präzisieren, woraus diese bestehen solle. Die Beschwerdeführerin habe nicht dargelegt, welche Massnahmen nach diesen Vorgaben erforderlich gewesen wären. Auf dieser Grundlage erübrige sich die Abnahme weiterer Beweismittel. Zudem bedeute der Umstand, dass die Beschwerdegegnerin eine zusätzliche Abdichtung in Form eines Bitumenanstrichs geplant habe, dass diese die fachkundig vertretene Klägerin in genügender Weise aufgeklärt habe. Dass die Sockelabdichtung keinen genügenden Schutz gegen eindringende Feuchtigkeit geboten habe, bedeute noch nicht, dass deren Planung und Ausführung ungenügend gewesen sei. Das "perfekte Bauwerk " existiere nicht und für zukünftige Erkenntnisse könne ein Bauunternehmer nicht verantwortlich gemacht werden. Nur bei einer offensichtlichen Mangelhaftigkeit, bei der ein zukünftiger Schadenseintritt von jedem Fachmann antizipiert werden müsste, habe ein Fachmann die Entwicklung vorauszusehen. Das treffe jedoch auf den vorliegenden Fall nicht zu, da die Beschwerdegegnerin gerade nicht gänzlich auf eine Abdichtung verzichtet habe und den fachkundigen Mitarbeitern der Beschwerdeführerin derart offensichtliche Mängel - wenn es denn solche gewesen wären - aufgefallen wären. Bei Problemen mit der Sockelabdichtung früher gebauter Filialen wäre eine Änderung der Leitdetails vorgenommen worden. Da keine Probleme bzw. Anfälligkeiten erkannt worden seien, könne der Beschwerdegegnerin keine weitergehende Planungspflicht auferlegt werden. Dass bei der Anpassung an die örtlichen Verhältnisse allenfalls auch die bestehenden Details überprüft und geändert werden müssen, sei nachvollziehbar. Allerdings sei von der Beschwerdeführerin nicht behauptet worden, dass solche spezifischen Anpassungen nicht vorgenommen worden seien. Im Gegenteil ergebe sich aus den Ausführungen der Beschwerdegegnerin, dass entsprechende Änderungen der Sockeldetails bei den Filialen S.________ und W.________ vorgenommen wurden, und dass diese von der Beschwerdeführerin bestätigt worden seien. Im Ergebnis könne somit der Beschwerdegegnerin keine fehlerhafte Planung vorgeworfen werden. Auch eine fehlerhafte Bauleitung habe die Beschwerdeführerin nicht nachweisen können. Insbesondere habe sie nicht substanziiert behauptet, dass die ausgeführten Sockel von den von der Beschwerdegegnerin erstellten Plänen abweichen würden. Da ihr der Beweis eines Werkmangels nicht gelinge, stelle sich einzig die Frage, ob die Beklagte aus dem Auftragsrecht weitergehenden Abmahnungspflichten obliegen würden. Dies sei jedoch nicht der Fall, da dem Bauleiter wie dem Architekten keine Pflicht auferlegt werden könne, zukünftige Erkenntnisse zu antizipieren. Die Beschwerdegegnerin habe folglich nicht davon ausgehen müssen, dass sich die von den Systemherstellern vorgesehene Abdichtung des Mauerwerks als ungenügend erweisen werde und aufgrund neuer Erfahrungen angepasst werden müsse. Dabei sei zu beachten, dass die Abmahnungspflicht des Bauleiters gegenüber einem erfahrenen und fachmännisch vertretenen Bauherrn eingeschränkter sei.