Citation: 4A_462/2024 E. 4.3.3

4.3.3. Nachdem die Vorinstanz überzeugend annahm, C.________ habe zumindest über eine Anscheinsvollmacht verfügt (vgl. oben), kann sodann offen bleiben, ob auch ihre Erwägungen zur internen Vollmacht von C.________ zutreffen. Auf die diesbezüglichen Vorbringen in der Beschwerde braucht ebenfalls nicht eingegangen zu werden. Insbesondere kommt es weder darauf an, ob C.________ intern zur Vertretung befugt war, noch, ob die Beschwerdeführerin den Willen zur Vollmachtserteilung an C.________, namentlich bezüglich des streitigen Absicherungsgeschäfts, hatte und ob sie davon wusste. Die Vorinstanz war auch nicht gehalten, zu dieser Frage Beweis zu führen, insbesondere die von der Beschwerdeführerin beantragte Parteibefragung durchzuführen. Darin liegt keine Verletzung des rechtlichen Gehörs; ob die Vorinstanz die Grundsätze der antizipierten Beweiswürdigung verletzt hat, prüft das Bundesgericht ohnehin nur unter dem Aspekt der Willkür (BGE 131 I 153 E. 3; 119 Ib 492 E. 5b/bb; Urteil 4A_35/2024 vom 10. September 2024 E. 6.3.1), was die Beschwerdeführerin nicht aufzeigt. Sie begründet in diesem Zusammenhang auch keine Verletzung von Bundesrecht, etwa, wenn sie vorbringt, die Vorinstanz unterscheide nicht zwischen Duldungs- und Anscheinsvollmacht. Soweit die Beschwerdeführerin hier wiederum die Sachverhaltsfeststellung kritisiert und eigene Feststellungen vornimmt - so bezüglich der den streitgegenständlichen Mini-Futures vorangegangenen Produkten (Produkte 1 bis 3 gemäss Vorinstanz) -, weist sie die vorinstanzlichen Erwägungen ebenfalls nicht als willkürlich aus. Im Übrigen zeigt die Beschwerdeführerin nicht auf, inwiefern dies mit Bezug auf die Frage der generellen Anscheinsvollmacht von C.________ entscheidend sein soll. Dies würde selbst dann gelten, wenn die Beschwerdegegnerin mit Bezug auf das Vorgängerprodukt (Produkt 1) von keiner gültigen Order Instruction ausgegangen sein sollte, wie die Beschwerdeführerin vorbringt. Auch mit weiteren Tatsachenrügen im Rahmen ihrer Ausführungen zur Vertretungsbefugnis bzw. Anscheinsvollmacht von C.________ begründet die Beschwerdeführerin weder Willkür noch gestützt darauf eine Verletzung von Bundesrecht. Sie nimmt vielmehr unter dem Titel "Offensichtlich unrichtige Sachverhaltsfeststellung betreffend die angebliche interne Vollmacht von C.________ zur Verpflichtung der Beschwerdeführerin" über 40 Seiten eine eigene Sachverhaltsfeststellung und Beweiswürdigung vor. So kritisiert die Beschwerdeführerin etwa die vorinstanzlich als unbestritten bezeichnete Definition eines Roll-Over und die diesbezüglichen Pflichten der Beschwerdegegnerin gemäss Termsheet und "Terms of Business". Darauf ist nicht im Detail einzugehen, zumal es nach dem vorstehend Gesagten auf die interne Bevollmächtigung von C.________ nicht ankommt. Gleiches gilt für die Anforderungen an die ordentliche buchhalterische Erfassung von Transaktionen nach Auffassung der Beschwerdeführerin und ihre Ausführungen zum sog. "Hedging", welches alleinige Sache der Emittentin, mithin der Beschwerdegegnerin sei. Die Beschwerdeführerin zeigt mit ihren Ausführungen nicht auf, dass die Vorinstanz in Willkür verfallen wäre, indem sie gestützt auf die E-Mail-Konversation zwischen C.________ und D.________ annahm, es bestehe kein Zweifel daran, dass C.________ entschieden habe, die Absicherungspositionen nicht zu schliessen. Ebenso wenig erweist sich das Tatsachenfundament, womit die Vorinstanz auf eine Anscheinsvollmacht von C.________ schloss, damit als willkürlich. Es ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz kein Gutachten zum "Hedging" und zur buchhalterischen Erfassung der Transaktionen einholte. Ebenso durfte die Vorinstanz auf ein übereinstimmendes Verständnis der Parteien und die Zulässigkeit von Roll-Over abstellen. Damit hat es sein Bewenden.