Citation: 5A_823/2008 27.03.2009 E. 4

Der Beschwerdeführer erhebt neben seinen Rügen betreffend die Zuteilungskriterien von Art. 133 ZGB verschiedene Einwendungen formeller Natur gegen die Vorgehensweise der Vorinstanzen. 4.1 Er bemängelt insbesondere, dass keine kinderpsychologische Abklärung erfolgt ist. Weiter seien Personen aus A.________s Umfeld nicht in die Abklärungen miteinbezogen worden und gewisse Abklärungen oder Befragungen vor dem Kantonsgericht nicht wiederholt worden. Er rügt in diesem Zusammenhang eine Verletzung des rechtlichen Gehörs (Art. 29 Abs. 2 BV), eine falsche Anwendung von Art. 133 ZGB sowie eine Verletzung des Beweisrechts (Art. 8 ZGB). 4.2 Die kinderpsychologische Begutachtung ist eine der Beweismassnahmen, die das Gericht aufgrund des in Art. 145 ZGB verankerten Untersuchungsgrundsatzes anordnen kann, aber nicht muss; der Entscheid darüber liegt in seinem pflichtgemässen Ermessen (Peter BREITSCHMID, in: Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 3. Auflage 2006, N. 3 zu Art. 145 ZGB; THOMAS SUTTER/DIETER FREIBURGHAUS, Kommentar zum neuen Scheidungsrecht, 1999, N. 18 zu Art. 145 ZGB). Im Verzicht auf die vom Beschwerdeführer beantragte Begutachtung allein liegt daher noch keine Bundesrechtsverletzung (vgl. auch BGE 114 II 200 E. 2b S. 201). Dabei gilt es insbesondere auch zu berücksichtigen, dass das Kantonsgericht wie bereits die erste Instanz auf den im Jahre 2006 erstellten und im Jahre 2007 ergänzten Sozialbericht des Vormundschaftsamtes der Stadt St. Gallen abgestellt hat und A.________ zudem im erstinstanzlichen Scheidungsverfahren gemäss Art. 144 Abs. 2 ZGB angehört worden ist. Des Weiteren hat es von Personen aus dem näheren Umfeld von A.________, so von seiner Lehrerin und den Kinderhortbetreuern, Berichte eingeholt. Die Anordnung eines kinderpsychologischen Gutachtens hat das Kantonsgericht angesichts der bereits erhobenen Beweise und der klaren Situation als unnötig erachtet und daher in antizipierter Beweiswürdigung darauf verzichtet. Art 8 ZGB steht einer bloss beschränkten Beweisabnahme nicht entgegen, wenn der Richter schon nach deren Ergebnis vom Sachverhalt überzeugt ist oder dafür hält, die zusätzlich beantragten Beweise vermöchten zur Klärung des Sachverhalts nichts beizutragen (BGE 122 III 219 E. 3c S. 223). Denn diesfalls liegt freie Beweiswürdigung vor, die nicht durch Art. 8 ZGB geregelt ist. Anzumerken ist ferner, dass bei der Beurteilung zivilrechtlicher Ansprüche beweisrechtlich Art. 29 Abs. 2 BV nicht relevant ist, sondern allein Art. 8 ZGB zum Zug käme (Urteile 5A_44/2008 vom 7. Juli 2008 E. 3 und 5A_193/2008 vom 13. Mai 2008 E. 3.1). Der Beschwerdeführer vermöchte mit seiner Rüge daher nur durchzudringen, wenn er aufgezeigt hätte, dass das Beweisergebnis trotz der abgenommen Beweise gerade wegen des Verzichts auf eine kinderpsychologische Begutachtung als willkürlich bezeichnet werden muss. Jedoch unterlässt es der Beschwerdeführer, sich mit der Begründung des Kantonsgerichts auseinanderzusetzen und aufzuzeigen, inwiefern die Beweiswürdigung der Vorinstanz willkürlich sein sollte bzw. inwiefern die Einholung des beantragten Gutachtens etwas am Entscheidergebnis geändert hätte. Stattdessen begnügt er sich damit, für die Begründung der Rügen auf seine Eingabe vor dem Kantonsgericht zu verweisen. Damit vermag er jedoch den formellen Anforderungen an die Beschwerdeschrift wiederholt nicht zu genügen (vgl. E. 2). Das Gesagte gilt auch für die weiteren Beanstandungen betreffend erneute Anhörung von A.________ und Personen aus seinem Umfeld. Der Beschwerdeführer unterlässt es aufzuzeigen, weshalb eine ergänzende Anhörung durch das Kantonsgericht geboten oder sinnvoll gewesen wäre bzw. inwiefern sich seit dem erstinstanzlichen Verfahren die Situation verändert und sich eine erneute Abklärung aufgedrängt hätte. Auch diesbezüglich beschränkt sich der Beschwerdeführer darauf, pauschal auf seine früheren Ausführungen im Verfahren vor Kantonsgericht zu verweisen.