Citation: 9C_455/2022 E. 8.2

8.2. Soweit der Beschwerdeführer kritisiert, das Gutachten vom 2. Juli 2018 stelle keine taugliche Basis dar, weil es keine eindeutige Diagnose, keine Arbeitsfähigkeitsbeurteilung und auch keine hinreichende Aussage dazu enthalte, inwiefern effektiv von einem veränderten Gesundheitszustand auszugehen sei, ist ihm entgegenzuhalten, dass Prof. Dr. med. G.________ einlässlich begründete, weshalb er sich mit grösster Zurückhaltung zu diesen Aspekten äusserte. So führte der Gutachter aus, dass es ihm schwerfalle, eine psychiatrische Erkrankung mit Sicherheit zu benennen, weil er die Validität der Angaben des Exploranden kritisch sehe, dies aufgrund erheblicher Diskrepanzen, einer untypischen (teilweise grotesk anmutenden) Symptompräsentation, widersprüchlicher und inkonsistenter Angaben im Längsverlauf etc. In diesem Sinne spricht es gerade für die gutachterliche Sorgfalt, dass Prof. Dr. med. G.________ lediglich Verdachtsdiagnosen stellte (so nannte er namentlich einen Verdacht auf kombinierte Persönlichkeitsstörung mit infantil-unreifen, ängstlich dependenten und anderen neurotischen Anteilen [ICD-10 F61.0], bei eingeschränkter Beschwerdevalidität, einen Verdacht auf eine somatoforme Schmerzstörung, nicht näher bezeichnet mit hypochondrischen Anteilen [ICD-10 F45.9] und einen Verdacht auf eine dissoziative Störung, gemischt). Ebenso leuchtet ein, dass bei dieser Sachlage weder eine Arbeitsfähigkeitsschätzung noch eine Aussage zur Veränderung des Gesundheitszustandes möglich war.