Citation: 6B_594/2024 E. 3.3.1

3.3.1. Eine Verurteilung wegen Beschimpfung nach Art. 177 Abs. 1 StGB setzt einen gültigen Strafantrag voraus. Stellt eine antragsberechtigte Person gegen einen an der Tat Beteiligten Strafantrag, so sind gemäss Art. 32 StGB alle Beteiligten zu verfolgen. Diese Regelung soll verhindern, dass der Antragsteller willkürlich unter mehreren Beteiligten aussuchen kann. Es soll sichergestellt werden, dass nicht gegen einzelne Tatbeteiligte eine Strafverfolgung stattfindet, gegen andere hingegen nicht (BGE 149 IV 105 E. 3.1; 143 IV 104 E. 5.1; 132 IV 97 E. 3.3.1; CHRISTOF RIEDO, in: Basler Kommentar, Strafrecht, Bd. I, 4. Auflage 2019, N. 1 und 12 zu Art. 32 StGB mit zahlreichen Hinweisen).