Citation: 2C_513/2022 E. 5.2.1

5.2.1. In Bezug auf das Kriterium der affektiven Beziehung sind zwei Fälle zu unterscheiden: Besitzt die ausländische Person aufgrund einer ehelichen Gemeinschaft mit einem Schweizer Bürger oder einer Person mit Niederlassungsbewilligung bereits eine Aufenthaltsbewilligung für die Schweiz, ist das Erfordernis der intensiven affektiven Beziehung als erfüllt anzusehen, wenn die persönlichen Kontakte im Rahmen eines üblichen Besuchsrechts nach heutigem Standard ausgeübt werden (Urteil 2C_665/2017 vom 9. Januar 2018 E. 4.3.1; vgl. BGE 140 I 145 E. 3.2; 139 I 315 E. 2.4 f.; Urteile 2C_635/2016 vom 17. März 2017 E. 2.1.3; 2C_962/2016 vom 31. Januar 2017 E. 3.2.2; 2C_14/2016 vom 6. Juni 2016 E. 4.2.1; 2C_83/2015 vom 22. Juni 2015 E. 3.2; 2C_297/2015 vom 14. April 2015 E. 3.2; vgl. 2C_435/2014 vom 13. Februar 2015 E. 4.2; 2C_774/2013 vom 31. Oktober 2013 E. 4.2). Hält sich hingegen ein Ausländer, der sich auf Art. 8 EMRK im Hinblick auf sein Familienleben berufen will, in der Schweiz auf, ohne zuvor über ein Aufenthaltsrecht zu verfügen, setzt die Rechtsprechung eine "besonders qualifizierte Beziehung" voraus, was ein "grosszügig ausgestaltetes" Besuchsrecht erfordert, worunter "deutlich mehr als üblich" zu verstehen ist (BGE 139 I 315 E. 2.4 f.; Urteil 2C_243/2021 vom 25. Oktober 2022 E. 3.3.1; 2C_435/2014 vom 13. Februar 2015 E. 4.4).