Citation: 6S.449/2004 21.09.2005 E. 4.2

4.2.1 Art. 365 OR, auf den sich die Beschwerdeführerin beruft (Beschwerde S. 6), regelt die Pflichten des Werkunternehmers betreffend den Stoff. Der Unternehmer hat den vom Besteller gelieferten Stoff mit aller Sorgfalt zu behandeln, über dessen Verwendung Rechenschaft abzulegen und einen allfälligen Rest dem Besteller zurückzugeben (Abs. 2). Zeigen sich bei der Ausführung des Werkes Mängel an dem vom Besteller gelieferten Stoff oder an dem angewiesenen Baugrund, oder ergeben sich sonst Verhältnisse, die eine gehörige oder rechtzeitige Ausführung des Werkes gefährden, so hat der Unternehmer dem Besteller ohne Verzug davon Anzeige zu machen, widrigenfalls die nachteiligen Folgen ihm selbst zur Last fallen (Abs. 3). Die X.________ AG hat im Verlauf der Jahre verschiedene - meist kleinere - Defekte an dem von ihr hergestellten und eingebauten Garagentor repariert (siehe kant. Akten act. 83/1-10). Eine Anzeigepflicht im Sinne von Art. 365 Abs. 3 OR hätte allenfalls bestanden, wenn sich Verhältnisse ergeben hätten, die eine gehörige oder rechtzeitige Vornahme dieser Reparaturen gefährdet hätten. Inwiefern dies vorliegend der Fall gewesen sei, legt die Beschwerdeführerin nicht dar und ist nicht ersichtlich. Die X.________ AG war bei der Vornahme dieser Reparaturen weder aufgrund von Art. 365 Abs. 3 OR noch gestützt auf Art. 365 Abs. 2 OR verpflichtet, der Liegenschaftsverwaltung irgendwelche andere Mängel am Garagentor anzuzeigen, welche die gehörige Vornahme der in Auftrag gegebenen Reparaturen in keiner Weise gefährdeten. 4.2.2 Die Beschwerdeführerin beruft sich im Weiteren auf verschiedene Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Sicherheit von technischen Einrichtungen und Geräten vom 19. März 1976 (STEG; SR 819.1) und auf Richtlinien der Eidgenössischen Koordinationskommission für Arbeitssicherheit (EKAS), nämlich die EKAS-Richtlinie Nr. 1511, insbesondere Ziff. 3 und 6, sowie die Erläuterungen hiezu (Beschwerde S. 10, 16 ff.). Aus diesen Bestimmungen und Richtlinien ergibt sich entgegen der Meinung der Beschwerdeführerin nicht, dass der Hersteller eines Werks nach dessen Lieferung weiterhin verpflichtet ist, die Sicherheit des Werks zu kontrollieren und allfällige Mängel zu beheben bzw. anzuzeigen. Es kann insoweit auf die zutreffenden Ausführungen im erstinstanzlichen Entscheid (S. 9 f. E. 5a) verwiesen werden.