Citation: 2C_555/2019 E. 3.2

3.2. In rechtlicher Hinsicht vertritt die Vorinstanz die Auffassung, dass die in Art. 47 Abs. 1 AuG vorgesehene gesetzliche Nachzugsfrist unabhängig davon gelte, ob die betroffene Person über eine Niederlassungs- oder Aufenthaltsbewilligung verfüge. Ein Statuswechsel bei der Bewilligung löse keine neue Frist aus, wenn zuvor kein fristgerechtes Gesuch gestellt worden sei. Wenn hingegen ein Gesuch eingereicht und abgelehnt worden sei, könne die betroffene Person nach einer Änderung des ausländerrechtlichen Status erneut ein Familiennachzugsgesuch einreichen. Sowohl das erste als auch das spätere Gesuch müssten indes innerhalb der gesetzlich vorgesehenen Frist eingereicht werden (vgl. E. 3.3 des angefochtenen Urteils). Ein Kantonswechsel habe ebenso keinen Einfluss auf die Nachzugsfrist (vgl. 3.4 des angefochtenen Urteils). Sodann könnten zwar die finanziellen Verhältnisse selbst beim Familiennachzug von Personen mit einer Niederlassungsbewilligung für die Beurteilung der Voraussetzungen im Sinne von Art. 51 Abs. 2 lit. b AuG in Verbindung mit Art. 62 Abs. 1 lit. e AuG von Belang sein. Keine Rolle spiele indes, ob ein Gesuch um Familiennachzug innerhalb der Nachzugsfrist deshalb chancenlos gewesen wäre und aufgrunddessen nicht eingereicht worden sei. Die gesuchstellende Person sei in jedem Fall dafür verantwortlich, die zeitlichen Voraussetzungen des Familiennachzugs einzuhalten (vgl. E. 3.5 des angefochtenen Urteils).