Citation: 2A.370/2000 16.11.2000 E. 3

3.- a) Der Beschwerdeführer beantragt eine persönliche Anhörung durch das Bundesgericht. b) Nach Art. 113 in Verbindung mit Art. 95 OG ordnet der Instruktionsrichter die zur Aufklärung des Sachverhaltes erforderlichen Beweisaufnahmen an. Im Hinblick auf die Frage der persönlichen Anhörung des Beschwerdeführers ist insoweit unter anderem der Anspruch auf rechtliches Gehör nach Art. 29 Abs. 2 BV beachtlich. Wie Art. 4 aBV (BGE 122 II 464 E. 4c S. 469; 114 Ib 244 E. 3; 108 Ia 188 E. 2a mit Hinweisen) vermittelt jedoch auch Art. 29 Abs. 2 BV nicht zwingend das Recht, mündlich angehört zu werden, d.h. die Gelegenheit, schriftlich zu allen wesentlichen Umständen Stellung nehmen zu können, genügt in der Regel (vgl. Jörg Paul Müller, Grundrechte in der Schweiz, 3. Aufl. , Bern 1999, S. 524 f.). Etwas anderes kann nur dann gelten, wenn massgebliche Umstände sich gerade ausschliesslich durch eine mündliche Anhörung abklären lassen, wenn sich also eine solche für den zu fällenden Entscheid als unerlässlich erweist. Das kann namentlich in Fällen zutreffen, in denen die persönlichen Eigenschaften des Betroffenen ausschlaggebend sind und es dafür wesentlich auf den unmittelbaren Eindruck ankommt, den eine Person der zuständigen Behörde vermittelt. Auf fremdenpolizeiliche Streitigkeiten - unter Einschluss der Ausweisung - nicht anwendbar ist hingegen Art. 6 EMRK, worauf sich der Beschwerdeführer im Zusammenhang mit dem Antrag auf persönliche Anhörung beruft (Urteil des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte vom 7. April 1994, in VPB 58/1994 Nr. 99 S. 719; vgl. BGE 123 I 25). Hingegen sieht Art. 1 Ziff. 1 lit. a des Protokolls Nr. 7 zur Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (SR 0.101. 7) vor, dass einem Ausländer mit rechtmässigem Aufenthalt, der ausgewiesen werden soll, zu gestatten ist, Gründe vorzubringen, die gegen die Ausweisung sprechen. Ob sich daraus allerdings ein Anspruch auf persönliche Anhörung ableitet, ist fraglich, kann aber im vorliegenden Fall offen bleiben. c) Die persönlichen Verhältnisse des Beschwerdeführers bilden zweifellos ein massgebliches Kriterium für die Frage der Zulässigkeit der Ausweisung. Namentlich von Interesse ist die Schwere seines Verschuldens, eine Frage, die vom Jugendgericht deshalb nicht beantwortet werden musste, weil im Jugendstrafrecht das Verschulden für die Art der auszusprechenden Sanktion nicht wesentlich ist. Indessen hat bereits das Verwaltungsgericht den Beschwerdeführer mündlich angehört. Auch wenn die mündliche Anhörung allenfalls verfassungs- oder konventionsrechtlich erforderlich wäre, hätte damit schon die Vorinstanz durch die von ihr vorgenommene persönliche Befragung diesem Gebot Genüge getan. Es ist nicht ersichtlich, dass die entsprechenden Abklärungen unvollständig oder offensichtlich unrichtig oder unter Verletzung wesentlicher Verfahrensbestimmungen zustande gekommen sind. Der Beschwerdeführer macht dies auch gar nicht geltend. Damit besteht kein Bedarf an ergänzender bzw. erneuter persönlicher Anhörung. Im Gegenteil ist das Bundesgericht an die entsprechende Sachverhaltsfeststellung des Verwaltungsgerichts als gerichtlicher Instanz gebunden (vgl. E. 2c).