Citation: 4C.75/2005 13.06.2005 E. 2

Im Berufungsverfahren ist das Bundesgericht an die tatsächlichen Feststellungen der letzten kantonalen Instanz gebunden, sofern sie nicht offensichtlich auf Versehen beruhen, unter Verletzung bundesrechtlicher Beweisvorschriften zustande gekommen oder wegen fehlerhafter Rechtsanwendung durch die Vorinstanz zu ergänzen sind (Art. 63 Abs. 2 und 64 OG). Die Partei, welche den vorinstanzlich festgestellten Sachverhalt berichtigt oder ergänzt wissen will, hat darüber genaue Angaben mit Aktenhinweisen zu machen. Eine Ergänzung setzt zudem voraus, dass entsprechende Sachbehauptungen bereits im kantonalen Verfahren prozessrechtskonform aufgestellt, von der Vorinstanz aber zu Unrecht für unerheblich gehalten oder übersehen worden sind, was wiederum näher anzugeben ist. Ohne diese Angaben gelten Vorbringen, die über die tatsächlichen Feststellungen im angefochtenen Urteil hinausgehen, als unzulässige Noven (Art. 55 Abs. 1 lit. c OG; BGE 126 III 59 E. 2a S. 65; 119 II 353 E. 5c/aa S. 357 und 115 II 484 E. 2a S. 485 f., je mit Hinweisen). Blosse Kritik an der Beweiswürdigung der Vorinstanz ist im Berufungsverfahren ausgeschlossen (BGE 116 II 745 E. 3 S. 749). 2.1 Im angefochtenen Urteil wird ausgeführt, der Kläger sei trotz medizinisch festgestellter Arbeits(un)fähigkeit von 50 % seiner Tätigkeit bei der Beklagten unbestritten vollumfänglich nachgegangen. Deren Behauptung, der Kläger habe dabei nicht die "ganze" Leistung erbracht, bleibe - wie bereits vor Amtsgericht - unbewiesen. Zusammenfassend hält das Kantonsgericht fest, dass "in concreto mangels Beweises des Gegenteils davon auszugehen" sei, "dass der Kläger bis zur Beendigung des Beschäftigungsverhältnisses die "volle" Arbeitsleistung erbracht und die Beklagte dementsprechend nichts anderes als den vertraglich verabredeten Lohn ausgerichtet" habe. 2.2 Diese Feststellungen werden in der Berufungsschrift nicht direkt angegriffen. Die Beklagte bringt jedoch vor, bei richtiger Anwendung von Bundesrecht hätte die Vorinstanz erkennen müssen, dass eine Arbeitsunfähigkeit bzw. eine Einbusse an funktionellem Leistungsvermögen eben auch dann vorliege, wenn die Leistungsfähigkeit bei unveränderter Arbeitszeit herabgesetzt sei, in welchem Fall der vollen (vorschussweisen) Lohnzahlung des Arbeitgebers keine entsprechende Arbeitsleistung des Arbeitnehmers mehr gegenüberstehe. Soweit die Beklagte damit implizit behaupten will, der Kläger habe bei der Arbeitstätigkeit für sie nicht die volle Leistung erbracht, ist sie wegen der erörterten Bindung des Bundesgerichts an die tatsächlichen Feststellungen der Vorinstanz nicht zu hören. Das bedeutet allerdings nicht, dass auf die Berufung insgesamt nicht eingetreten werden kann, wie der Kläger in der Berufungsantwort beantragt, denn die Vorbringen in der Berufungsschrift erschöpfen sich nicht in unzulässiger Kritik an den tatsächlichen Feststellungen der Vorinstanz, sondern es werden auch zulässige Rechtsrügen erhoben, die in der folgenden Erwägung zu behandeln sind.