Citation: 9C_463/2016 E. 4.7

4.7. Diese Schilderungen zeichnen beinahe schon überdeutlich das Bild einer in finanziellen Belangen unerfahrenen und auch sonst in grundlegenden Fragen überforderten Zwanzigjährigen. Die Bedrängnis, welcher sich die Beschwerdeführerin in verschiedenen Lebensbereichen ausgesetzt sah, nahm gerade im relevanten Zeitraum zu. In dieser Überlastungssituation scheint verständlich, dass die auf sich allein gestellte Versicherte nach Erhalt der beiden genannten EL-Verfügungen die dazugehörigen Berechnungsblätter nicht sorgfältig genug auf ihre Richtigkeit hin überprüfte. Angesichts der ausserordentlich ungünstigen Begleitumstände kann es ihr nicht als grobfahrlässiges Verhalten angelastet werden, wenn sie bei der Position "Ausgaben" die irrtümliche Anrechnung einer Heimtaxe nicht als solche erkannte. Nach dem Gesagten haben Verwaltung und Vorinstanz die Erlassvoraussetzung des gutgläubigen EL-Bezugs (Ergänzungsleistung und Vergütung von Krankheitskosten) für den Zeitraum vom Juli 2013 bis April 2014 zu Unrecht verneint. Der Erlass ist demnach für diese Periode wie auch für Juni und Juli 2012 (vgl. dazu E. 3.1 hievor am Anfang) zu gewähren, falls auch die zusätzlich geforderte grosse Härte vorliegt. Die Sache ist an die Sozialversicherungsanstalt zurückzuweisen, damit sie diese Frage prüfe und anschliessend neu verfüge.