Citation: U 108/03 10.05.2004 E. 2

Zu prüfen ist zunächst, ob und inwiefern der Beschwerdeführer unter einem somatischen Gesundheitsschaden mit fassbaren organischen Ursachen leidet. Unbestritten ist diesbezüglich das Vorliegen einer chronischen Hepatitis C, welche von der SUVA nach wie vor als Unfallfolge bzw. als Folge der Heilbehandlung anerkannt ist und wofür sie - soweit erforderlich - Leistungen erbringt. Weitergehende organische Befunde, welche die geklagten Beschwerden erklären würden, liegen aber laut übereinstimmenden und von der Vorinstanz als schlüssig erachteten medizinischen Beurteilungen der Klinik E.________, des Prof. Dr. med. L.________ und der MEDAS nicht vor. Gemäss diesen ärztlichen Stellungnahmen, welche insbesondere auf rheumatologischen und neurologischen Erkenntnissen basieren, besteht aus somatischer Sicht grundsätzlich - trotz der chronifizierten Hepatitis C - volle Arbeitsfähigkeit. Der Beschwerdeführer lässt die Zuverlässigkeit der medizinischen Unterlagen bestreiten. In der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird vor allem darauf verwiesen, dass im Spitals M.________ und auch in der Klinik E.________ eine Polyneuropathie diagnostiziert worden sei, welche eine Erklärung für das Beschwerdebild liefern würde. In diesem Zusammenhang macht der Beschwerdeführer weiter geltend, der neurologische Gutachter, Prof. Dr. med. L.________, beschreibe unter Hinweis auf die einschlägige Fachliteratur den Zusammenhang zwischen Hepatitis C oder der Interferon-Behandlung einerseits und dem Auftreten einer Polyneuropathie andererseits, und erachtet es deshalb (sinngemäss) als Widerspruch, wenn bei ihm das Vorliegen einer Neuropathie mit grosser Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen wird. Dieser Argumentation kann nicht gefolgt werden. Die Tatsache, dass der Gutachter einen kausalen Zusammenhang zwischen Hepatitis C und/oder Interferonbehandlung sowie dem Auftreten einer Polyneuropathie in Erwägung zieht, dann aber auf Grund der Ergebnisse seiner Untersuchungen verwirft, macht das Gutachten keineswegs widersprüchlich, sondern zeigt vielmehr, dass eine Auseinandersetzung mit der medizinischen Fachliteratur stattfand. Auch das weitere Argument, welches gegen die Schlüssigkeit des Gutachtens von Prof. Dr. med. L.________ ins Feld geführt wird, kann nicht überzeugen: Wenn der Gutachter bei der Prüfung des Vorliegens einer "small fiber neuropathy" aus der Tatsache, dass derartige Patienten jeweils über brennende Schmerzen in den Füssen klagen, folgert, es liege keine solche Krankheit vor, weil der Beschwerdeführer nicht über solche Beschwerden klagt, stellt dies eine nachvollziehbare gutachterliche Aussage und nicht eine unbegründete Vermutung dar. Schliesslich erweist sich das Gutachten des Prof. Dr. med. L.________ auch nicht deshalb als ungenügend, weil es keine (organische) Erklärung für das Beschwerdebild liefern kann; aus diesem Umstand ist vielmehr - in Verbindung mit den übrigen medizinischen Unterlagen - zu schliessen, dass sich keine organischen Ursachen nachweisen lassen. Dieser Befund ist aktenmässig hinreichend erhärtet, sodass von weiteren medizinischen Erhebungen keine neuen Erkenntnisse zu erwarten sind, weshalb darauf verzichtet werden kann (antizipierte Beweiswürdigung; SVR 2003 AHV Nr.4 S. 11 Erw. 4.2.1 mit Hinweis auf BGE 124 V 94 Erw. 4b und 122 V 162 Erw. 1d). Insgesamt ergibt sich, dass nach heutigen rheumatologischen und neurologischen Erkenntnissen das körperliche Leiden des Beschwerdeführers nicht zu erklären ist.