Citation: 8C_411/2020 E. 4.2

4.2. Soweit die Vorinstanz unter Hinweis auf die Rechtsprechung argumentiert, es entspreche einer medizinischen Erfahrungstatsache, dass traumatische Verschlimmerungen eines klinisch stummen degenerativen Vorzustandes regelmässig spätestens nach einem Jahr als abgeschlossen zu betrachten seien (Urteil 8C_571/2015 vom 14. Oktober 2015 E. 2.2.3 mit weiteren Hinweisen; vgl. auch Urteile 8C_42/2017 vom 16. Februar 2017 E. 4.3 und 8C_408/2019 vom 26. August 2019 E. 3.3) und eine diesbezügliche allfällige richtunggebende Verschlimmerung röntgenologisch ausgewiesen und sich von der altersüblichen Progression abheben müsse (8C_174/2008 8. August 2008 E. 4.2), übersieht sie, dass sich diese medizinische Erfahrungstatsache auf Fälle bezieht, bei denen die Wirbelsäule betroffen ist. In diesem Punkt ist dem Beschwerdeführer zu folgen. Diese Erfahrungstatsache ist nicht ohne Weiteres auf einen degenerativen Vorzustand an der Schulter übertragbar, was im Ergebnis aber ohne Einfluss auf die Beurteilung bleibt. Mit Blick auf die Frage, ob die AC-Gelenksarthrose eine richtunggebende Verschlimmerung durch das gemeldete Ereignis erfahren hat, vermag der Beschwerdeführer weder aus den Ausführungen des PD Dr. med. G.________ noch aus denjenigen des Dr. med. K.________, Assistenzarzt Orthopädie an der Klinik H.________, vom 17. September 2019 etwas für sich abzuleiten. Namentlich wird darin nicht schlüssig aufgezeigt, weshalb die kreisärztliche Annahme eines regelhaften Abklingens einer aktivierten Arthrose im Rahmen des natürlichen Reparaturmechanismus innert dreier Monate im vorliegenden Fall anzuzweifeln und von einer kontusionsbedingten richtunggebenden Verschlimmerung der Schulterbeschwerden auszugehen wäre. Dies gelingt umso weniger, als Dr. med. E.________ eine innert vier bis sechs Wochen nach dem Ereignis abgeklungene Prellung annahm und die postulierte traumabedingte Aktivierung der Arthrose als bloss mögliche Folge der Prellung ansah. Soweit zur Begründung der Traumagenese "bei massiver richtungsweisender Verschlechterung des Vorzustandes" auf die vorgängig vollständig asymptomatische Schulter verwiesen wurde, erwog die Vorinstanz zutreffend, dass sich die Ärzte damit von der unzulässigen Beweismaxime "post hoc, ergo propter hoc" (BGE 119 V 335 E. 2b/bb S. 341 f. und SVR 2020 UV Nr. 15 S. 56, 8C_471/2019 E. 5.2 mit Hinweis) leiten liessen, woraus beweisrechtlich kein natürlicher Kausalzusammenhang abzuleiten ist. Ebenso wenig reicht mit der Vorinstanz angesichts seiner schweren beruflichen Tätigkeit der Hinweis auf das Alter des Beschwerdeführers aus, um eine natürliche Kausalität zwischen der erlittenen Kontusion und den im Dezember 2018 geltend gemachten Schulterbeschwerden zu begründen.