Citation: 6B_45/2021 E. 4.5.6

4.5.6. Zunächst ist der Hinweis des Beschwerdeführers auf die Schutzbereiche der vorliegend interessierenden Bestimmungen unbehelflich. Um von beidseitiger Strafbarkeit auszugehen, genügt es, wenn die ausländische Strafnorm die objektiven Merkmale eines schweizerischen Straftatbestands enthält. Unerheblich ist somit, ob die beiden Staaten mit ihren Normen den genau gleichen Schutzzweck verfolgen. Aus demselben Grund unbegründet ist der Einwand, der Beschwerdeführer habe zum Zeitpunkt der Datenweitergabe nicht mehr als eine "bei einem Unternehmen beschäftigte Person" im Sinne von § 17 Abs. 1 dUWG gegolten. Dass die (altrechtliche) deutsche Norm im Vergleich zu Art. 273 Abs. 2 StGB ein zusätzliches Tatbestandsmerkmal enthält, ist im Hinblick auf die abstrakte beidseitige Strafbarkeit ohne Belang, da es vorliegend um die Durchsetzung schweizerischer Hoheitsinteressen geht und die im Ausland begangene Vortat sämtliche Merkmale von Art. 273 Abs. 2 StGB erfüllt. Ebenso wenig ist erforderlich, dass die vorliegend konkret betroffenen Bankdaten auch aus deutscher Sicht als Geschäftsgeheimnisse im Sinne der relevanten Bestimmungen interpretiert würden. Sowohl die Schweiz als auch Deutschland stellen im Grundsatz die Weitergabe von Geschäftsgeheimnissen, worunter Kundendaten (einer Bank) prinzipiell gehören (BGE 141 IV 155 E. 4.2.5; für das deutsche Recht: HELMUT KÖHLER, in: Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb, 37. Aufl. 2019, N. 12 zu § 17 dUWG mit Hinweisen auf die deutsche Rechtsprechung), unter Strafe. Dies ist für die Bejahung der abstrakten beidseitigen Strafbarkeit bereits ausreichend. Abschliessend ist festzuhalten, dass die vorinstanzlichen Ausführungen zur beidseitigen Strafbarkeit zwar knapp gehalten, mit Blick auf die ihr obliegende Begründungspflicht jedoch nicht zu beanstanden sind. Inwiefern die Vorinstanz darüber hinaus das Gebot der Verfahrensfairness verletzt haben soll, ist nicht ersichtlich.