Citation: 8C_139/2023 E. 6.6

6.6. Der anrechenbare Arbeitsausfall bildet ferner nebst seiner Funktion als Anspruchsvoraussetzung die zentrale Bemessungsregel, weil sich die Höhe des Entschädigungsanspruchs grundsätzlich nach dem anrechenbaren Arbeitsausfall in der Kontrollperiode richtet (BGE 125 V 59 E. 6c/aa; NUSSBAUMER, a.a.O., S. 2311 Rz. 154). Die wechselseitige Beziehung von Arbeits- und Verdienstausfall bringt es mit sich, dass es hier sach- und systemgerecht ist, bei der Ermittlung einer individuellen Normalarbeitszeit auf die Betreuungs- und nicht auf die Arbeitszeiten abzustellen. Anders vorzugehen wäre insofern inkonsequent, widersprüchlich und daher mit sachlichen Gründen kaum zu rechtfertigen, als sich die Höhe des versicherten Verdienstes durch die Anzahl der betreuten Kinder generieren würde und dementsprechend die reduzierten Betreuungszeiten Basis für den geltend gemachten Verdienstausfall bildeten. Bei der Ermittlung einer Normalarbeitszeit würde aber lediglich auf die (deutlich geringfügigere) effektive Arbeitszeitreduktion bzw. auf die, wie die Beschwerdeführerin selbst einwendet, weitgehend konstanten Arbeitsstunden abgestellt anstatt auf die den Verdienstausfall verursachenden Betreuungszeiten. Eine solche "Entkopplung" von Arbeits- und Verdienstausfall, wie dies die Beschwerdeführerin postuliert, entspricht, wie soeben ausgeführt, nicht der arbeitslosenversicherungsrechtlichen Regelung mit einer wechselseitigen Beziehung von Arbeits- und Verdienstausfall. Die gegenteilige Auffassung der Beschwerdeführerin verfängt daher nicht.