Citation: 2C_383/2014 E. 9.3.4

9.3.4. Zum Anschluss Frutigen 9.3.4.1. Die ARGE Mons Ceneris hatte im Formular EA.1 als Kurzbeschrieb angegeben: "Federführung und technische Leitung für den Anschluss Frutigen, Projektierung des 2,6 km langen Tagbautunnels mit fester Fahrbahn, Sämtliche Projektierungsphasen Vorstudien bis zum Ausführungsprojekt". Die Rhomberg hatte in der Beschwerde vor der Vorinstanz geltend gemacht, beim Anschluss Frutigen handle es sich um eine Schotterfahrbahn auf freier Strecke, d.h. weder eine feste Fahrbahn noch einen Tunnel. In der Vernehmlassung vom 16. September 2013 zum Gesuch um aufschiebende Wirkung führte die Vergabestelle aus, es gehe um die Planung der festen Fahrbahn im Engstligentunnel; die Subunternehmerin Bächtold & Moor AG habe die Aufgabe gehabt, das Projekt für das im Tunnel eingebaute Masse-Feder-System zu erstellen, was komplexer sei als die Bemessung eines Vergussbetons für die feste Fahrbahn, die im Ceneri Tunnel vorgesehen sei. Die Rhomberg machte in der Eingabe vom 26. September 2013 geltend, die feste Fahrbahn Anschluss Frutigen (inkl. Engstligentunnel) sei von ihr - der Rhomberg - erstellt worden; die ARGE Mons Ceneris könne sich diese Referenz nicht anmassen. Das Büro Bächtold & Moor AG könne höchstens die Planung für die Projektierung des Rohbaus erbracht haben, nicht für die feste Fahrbahn; auch das Masse-Feder-System gehöre zum Rohbau. In der Eingabe vom 15. Oktober 2013 machte die ARGE Mons Ceneris geltend, die Bemessung des Masse-Feder-Systems sei überaus komplexer als diejenige eines Vergussbetons für die feste Fahrbahn. Auch die Vergabestelle führte in ihrer Duplik vom 18. Februar 2014 aus, das Masse-Feder-System sei eng mit dem Fahrbahnoberbau verzahnt; es handle sich um ein einheitliches System, für welches der Planer auch spezifisches Wissen bzgl. feste Fahrbahn haben müsse. Die Planung des Masse-Feder-Systems könne daher auch als Referenz für die Planung der festen Fahrbahn herangezogen werden und sei vergleichbar komplex. 9.3.4.2. Insgesamt bestreitet die Rhomberg nicht, sondern anerkennt, dass die Subunternehmerin der ARGE Mons Ceneris die Planung für das Masse-Feder-System im Engstligentunnel erstellt hat (siehe Replik der Rhomberg vom 17. Januar 2014, S. 13). Sie macht aber geltend, dieses sei nicht Teil der festen Fahrbahn und mit einer solchen nicht vergleichbar. Bei der Frage, ob die Planung eines Masse-Feder-Systems mit der Planung einer festen Fahrbahn vergleichbar sei, handelt es sich um eine typische Frage des technischen Ermessens, welches der Vergabebehörde zusteht (E. 9.3). Wenn diese die Referenz als gleichwertig anerkennt, ist es nicht Sache der Gerichte, sie als unzulässig zu erklären, auch wenn die Rhomberg diese Gleichwertigkeit bestreitet.