Citation: I 445/01 14.02.2002 E. 3

3.- Wie die Vorinstanz zutreffend festgestellt hat, liess der Beschwerdeführer mit Schreiben vom 14. Februar 2000 bestätigen, dass sich sein Gesundheitszustand gegenüber August 1999 nicht verschlechtert hat. Unter dem Blickwinkel der Vorschriften über die Neuanmeldung nach erfolgter Verweigerung von Eingliederungsmassnahmen (siehe Erw. 2 hievor) ist daher nicht zu beanstanden, dass die Verwaltung mangels glaubhaft gemachter erheblicher Veränderung der tatsächlichen Verhältnisse im zu beurteilenden Zeitraum auf das im Dezember 1999 erneut gestellte Umschulungsgesuch nicht eingetreten ist. Das geltend gemachte zunehmende psychische Leiden vermag daran nichts zu ändern. Dass sich die psychosoziale Belastungssituation verstärkt hat, ist zwar angesichts der beruflichen und familiären Umstände nachvollziehbar; es bestehen indessen keinerlei Anhaltspunkte dafür, dass sich in der massgeblichen Zeitspanne zusätzlich zu den körperlichen Gesundheitsbeeinträchtigungen eine psychische Störung mit invalidisierendem Krankheitswert eingestellt hat, weshalb der psychische Faktor hier unbeachtlich bleiben muss (zur Publikation in der Amtlichen Sammlung vorgesehenes, in ZBJV 137/2001 S. 939 veröffentlichtes Urteil B. vom 5. Oktober 2001, I 724/99, mit Hinweisen). Die streitige Verfügung vom 29. Februar 2000 hält auch unter Berücksichtigung des letztinstanzlich eingereichten Berichts des Hausarztes Dr. med. S.________ vom 6. April 2001 stand. Danach haben weitere Abklärungen ergeben, dass der Beschwerdeführer zusätzlich zu der im Institut für Immunologie und Allergologie des Spitals X.________ im Februar 1999 diagnostizierten Mehlstauballergie (und der Sensibilisierung auf Gräser-, Roggen-, Baumpollen sowie Hausstaubmilben und Küchenschaben) an einer Allergie auf Gluten (Weizenprotein) leidet, welche schwere Magendarmstörungen hervorrufen und zu strikt glutenfreier Ernährung zwingt (Zöliakie). Laut Schreiben der Interessengemeinschaft für Zöliakiebetroffene vom 4. April 2001 kann eine Bäckertätigkeit nur noch unter Beschränkung auf glutenfreie Zutaten zugemutet werden; sämtliche Schweizer Produzenten von glutenfreien Backwaren aber würden diese bloss als Nischenprodukt führen und daneben überwiegend normale Backwaren herstellen. Die festgestellte zusätzliche Allergie auf Gluten ist für die Beurteilung des Umschulungsanspruchs zwar insofern von Bedeutung, als sich daraus unter Umständen eine weitere Einengung jenes Tätigkeitsfeldes innerhalb des Bäcker-Konditor-Berufs ergibt, das dem Beschwerdeführer sowohl in medizinischer Hinsicht als auch unter dem Gesichtspunkt der Gleichwertigkeit der Verdienstmöglichkeiten (BGE 124 V 110 Erw. 2a mit Hinweisen) noch zuzumuten ist; dies gilt umso mehr, als der Beschwerdeführer - entgegen den Annahmen der IV-Stelle in der Verfügung vom 9. August 1999 - erstelltermassen nicht über ein auf dem Arbeitsmarkt verwertbares Diplom als Lebensmitteltechnologe verfügt (Anmeldung zum Leistungsbezug vom 31. März 1999; Bescheinigung der Ingenieurschule Y.________ vom 21. September 1995) und er in diesem Umfeld des Bäcker/Konditor-Berufs somit weiterhin als unqualifizierte Arbeitskraft gilt. Allerdings fehlen im Bericht des Dr. med. S.________ vom 6. April 2001 jegliche Angaben über den Zeitpunkt, ab welchem eine Gluten-Allergie als erstellt gelten kann. Nachdem die eingehend und sorgfältig durchgeführten Allergie-Abklärungen am Inselspital Bern im November 1998 und Februar 1999 keinen derartigen Befund ergeben hatten, ist überwiegend wahrscheinlich, dass es sich bei der Gluten-Allergie um eine neue Tatsache handelt, welche sich erst nach dem massgebenden Zeitraum vom 9. August 1999 bis zum 29. Februar 2000 verwirklicht hat. Sie muss damit unbeachtlich bleiben (Erw. 2 hievor). Es bleibt dem Beschwerdeführer indes unbenommen, gestützt auf den Bericht des Dr. med. S.________ vom 6. April 2001 und allenfalls zusätzliche medizinische Unterlagen zur GlutenAllergie bei der Invalidenversicherung ein erneutes Umschulungsgesuch zu stellen.