Citation: 2C_802/2020 E. 3.3.1

3.3.1. Ausgangspunkt der vorliegenden Streitigkeit bildet ein Schreiben des Exmanns der Beschwerdeführerin an das Migrationsamt. Darin führt dieser - wie die Vorinstanz festhält - aus, dass er sich nach verschiedenen Übergriffen seiner Ehefrau von dieser getrennt habe. Ausschlaggebend seien vier Situationen gewesen: So habe ihm seine Ehefrau vor den Augen seiner Freunde ein Getränk ins Gesicht geschüttet, ein weiteres Mal ohne Grund eine Ohrfeige gegeben. Für beide Ereignisse nannte er Zeugen. Ein weiteres Mal habe sie ihn bei einem Konflikt an den Haaren gerissen, woraufhin er sie mit dem Fuss "in den Hintern" getreten habe. Am frühen Morgen des 20. Januar 2019 sei die Lage schliesslich eskaliert: Die Beschwerdeführerin und er hätten sich nach einer Partynacht gemeinsam mit einem weiteren Paar auf ihrem Bett ausgeruht, als sie begonnen habe, ihn zu provozieren, ihn leicht zu boxen und an seinen Hosen herumzureissen. Aufgrund ihres alkoholisierten Zustands habe sie das Gleichgewicht verloren und sei vom Bett gefallen. In der Folge habe sie ihn mit der geballten Faust auf Mund und Stirn geschlagen und ihm nach einem Beruhigungsversuch seinerseits mit einem weiteren Faustschlag die Nase gebrochen, weshalb sie sich in die Notfallaufnahme des Universitätsspitals Zürich begeben hätten. Später habe er noch seinen Hausarzt aufgesucht und sich bei der Opferberatung Zürich gemeldet, da er mit der Situation überfordert gewesen sei. Nach Absprache mit den Genannten und einer Bedenkzeit von knapp zwei Wochen habe er der Beschwerdeführerin Anfang Februar mitgeteilt, die Beziehung beenden zu wollen, was sie nicht gut aufgenommen habe. Sie habe geweint und ihm gedroht, sich das Leben zu nehmen, wenn er sie verlasse, weshalb er alle scharfen Gegenstände aus der ehelichen Wohnung entfernt habe. In den gemeinsamen Ferien in Peru Mitte Februar habe er ihr noch einmal mitgeteilt, die Beziehung beenden zu wollen. Dieses Mal habe sie den Entscheid viel besser aufgenommen. Dem Schreiben lagen der Bericht des Hausarztes und der Austrittsbericht des Universitätsspital bei.