Citation: 9C_190/2023 E. 3.3

3.3. Die Beschwerdeführerin macht hiergegen geltend, sie habe die Ausbildung ihrer Tochter in Erfüllung ihrer zivilrechtlichen Unterhaltspflicht finanziert, weshalb der Kinderabzug und die damit verbundenen weiteren Abzüge zu gewähren seien. Im Übrigen habe ihre Tochter auf einen wesentlichen Teil ihres Vermögens keinen Zugriff, da sich Fr. 139'000.- auf einem Konto bei der italienischen Bank befinden würden, das zwar auf die Tochter laute, jedoch von deren Vater verwaltet werde. Zudem seien Fr. 72'262.- in einem Anlagefonds gebunden, womit ihre Tochter nur über rund Fr. 25'000.- frei habe verfügen können. Weiter führt die Beschwerdeführerin aus, dass sie gemäss Art. 277 Abs. 2 ZGB gesetzlich zur Unterstützung ihres Kindes verpflichtet sei und es gesetzlich nicht zulässig sei, dafür auf das Kindsvermögen zurückgreifen zu müssen. Diese neue Praxis der Steuerverwaltung widerspreche einerseits klar den zivilrechtlichen Grundsätzen der Unterhaltspflicht und andererseits auch dem Kreisschreiben Nr. 30 (hierzu E. 4.5), in welchem die Anzehrung des Kindsvermögens als solches nicht erwähnt werde.