Citation: 6B_1060/2019 E. 2.2

2.2. Nach den vorinstanzlichen Erwägungen kam es im Rahmen eines Fussballspiels zu einem Zusammenprall des Beschwerdegegners 1 mit dem Beschwerdeführer. Letzterer habe danach eine dislozierte Spalt- und Impressionsfraktur im Bereich des rechten lateralen Tibiakopfs (Schienbeinkopfbruch) aufgewiesen. Dabei sei unklar, ob die Verletzung des Beschwerdeführers beim Zusammenprall mit dem Beschwerdegegner 1 oder beim nachfolgenden Sturz entstanden sei. Der Ablauf der Kollision könne zwar aufgrund des fehlenden Videomaterials und den sich widersprechenden Aussagen bzw. der fehlenden Erinnerung der Beteiligten nicht eindeutig rekonstruiert werden. Jedoch stimme die Darstellung des Beschwerdeführers in wesentlichen Bereichen nicht mit der Wahrnehmung der übrigen Beteiligten überein. Er neige zu Übertreibungen, namentlich betreffend den Kollisionspunkt mit dem Beschwerdegegner 1 in angeblich 90 cm Höhe sowie den halben Salto in der Luft, den er danach gemacht haben wolle. Seine Schilderung eines "Kung-Fu-mässigen Angriffs" in der Luft stehe alleine im Raum. Nicht einmal der eigene Trainer des Beschwerdeführers, E.________, habe dessen Aussagen bestätigt. Vielmehr sei der Beschwerdeführer gemäss den Aussagen von E.________ vom Beschwerdegegner 1 in ca. 20 cm Höhe ab Boden getroffen worden. Das Bein des Beschwerdeführers sei am Boden gewesen und der Beschwerdegegner 1 sei mit der Sohle voraus ins Bein des Beschwerdeführers gerutscht. Der Beschwerdeführer sei erst nach der Kollision mit dem Beschwerdegegner 1 in die Luft gesprungen. Einen Salto des Beschwerdeführers erwähne E.________ nicht. Sowohl der eigene Trainer wie auch jener der Gegenmannschaft, F.________, hätten ausgesagt, der Beschwerdegegner 1 habe versucht, ein Tor zu verhindern und er sei mit den Füssen in den Beschwerdeführer hineingerutscht. Damit übereinstimmend habe der Beschwerdegegner 1 ausgesagt, er sei flach und somit auf Bodenhöhe in den Beschwerdeführer hineingerutscht und der Beschwerdeführer sei flach "hineingekommen"; der Beschwerdeführer sei vor der Kollision nicht in die Luft gesprungen. Dies alles spreche gegen die vom Beschwerdeführer behauptete Kollision mit dem Beschwerdegegner 1 in der Luft. Insgesamt könne auf die Aussagen der beiden Trainer abgestellt werden, welche den Spielverlauf gut hätten beobachten können und unter Strafandrohung als Zeugen ihre Erinnerungen spontan, nachvollziehbar und detailliert geschildert hätten (vgl. angefochtenes Urteil S. 12 ff.). Weiter sei das vom Beschwerdeführer behauptete grobe Foul im Matchbericht seines eigenen Clubs FC D.________ bloss als unglücklicher Zusammenstoss gewertet worden. Auch habe sich der Schiedsrichter nichts Spezielles zu diesem Spiel notiert und könne sich kaum daran erinnern. Auch dies würde darauf hindeuten, dass sich nichts Aussergewöhnliches, wie etwa das vom Beschwerdeführer behauptete grobe Foul, zugetragen habe (vgl. angefochtenes Urteil S. 14). Die Vorinstanz geht insgesamt von einem flachen "Hineingehen" des Beschwerdeführers und des Beschwerdegegners 1 vor der Kollision aus (vgl. angefochtenes Urteil S. 18). Der Beschwerdegegner 1 sei flach und auf Bodenhöhe in den Beschwerdeführer hineingerutscht. Zur Frage, wo der Beschwerdegegner 1 den Beschwerdeführer mit den Füssen getroffen hat, stützt sich die Vorinstanz auf die verschiedenen Aussagen sowie auf die ärztlichen Berichte ab. Der Trainer des Beschwerdeführers habe angegeben, dass der Beschwerdegegner 1 Letzteren mit beiden Füssen zwischen Knie und Fuss getroffen habe. Der Beschwerdegegner 1 selbst habe den Ort nicht mehr genau beschreiben können. Auf den Vorhalt, dass er den Beschwerdeführer aussen am Knie, schräg auf die Kniescheibe von oben rechts getroffen habe, habe der Beschwerdegegner 1 zwar bestätigt, dass dies eigentlich schon stimme. Gleichzeitig habe er aber ausgeführt, "er sei flach hinein" und frage sich, wie er den Oberschenkelknochen hätte treffen können. Aus den ärztlichen Berichten ergäben sich nebst den Angaben des Beschwerdeführers, wonach er vom Beschwerdegegner 1 mit gestrecktem Bein "ins Knie gerammt" worden sei, keine weiteren Hinweise zur Entstehung der Verletzung. Auch aus den von der ersten Instanz beigezogenen Internetseiten bzw. der vom Beschwerdegegner 1 beigebrachten medizinischen Publikation aus dem Internet, liesse sich nichts Aussagekräftiges zu dieser Frage entnehmen. Die Ursache des Bruchs sei nicht erstellt. Die Version des Beschwerdeführers, der Beschwerdegegner 1 habe diese Verletzung bewirkt, indem er ihm mit gestrecktem Bein in das Knie gerammt sei, könne nicht mit der nötigen Gewissheit bestätigt werden (vgl. angefochtenes Urteil S. 13 f.). Schliesslich erwägt die Vorinstanz, der Beschwerdegegner 1 habe weder aggressiv noch absichtlich gehandelt. Er habe gemäss seinen konstanten Aussagen das Tor verhindern wollen. Zu seinen Gunsten sei davon auszugehen, dass er, wie er sage, den Ball noch gespielt habe oder zumindest eine reelle Chance bestanden habe, den Ball noch zu spielen. Dafür spreche, dass der Schiedsrichter keine Absicht erkannt und den Beschwerdegegner 1 lediglich mit einer gelben, nicht aber mit einer roten Karte bestraft habe. Ebenso wenig hätten die Berichterstatter der Mannschaft des Beschwerdeführers von einem groben Foul gesprochen. Schliesslich sei eine Nachfrage des Beschwerdeführers in seiner eigenen Mannschaft - zur Bestätigung seiner eigenen Version, wonach er grob gefoult worden sei - ergebnislos geblieben. Der Beschwerdegegner 1 habe in der Dynamik des Spiels innert des Bruchteils einer Sekunde über sein Einsteigen entscheiden müssen (vgl. angefochtenes Urteil S. 16 ff.).