Citation: 6B_883/2014 E. 2.2

2.2. Die Vorinstanz wertet die Aussagen der Ehefrau des Beschwerdeführers zu den sexuellen Übergriffen von 2007 bis am 15. Januar 2011 als glaubhaft. Ihre Schilderungen seien weder übertrieben noch lebensfremd, sondern plausibel und nachvollziehbar. Sie seien zwar teilweise ziemlich pauschal, würden jedoch eine Vielzahl von Realkriterien aufweisen. Die Ehefrau belaste den Beschwerdeführer nicht unnötig und schildere konkrete Ereignisse. Ihre Angaben ständen mit ihrer persönlichen, sehr isolierten und für sie ausweglosen Situation im Zeitpunkt der Taten in Einklang (Urteil S. 17 f.). Die Vorinstanz erachtet auch die belastenden Erstaussagen der Ehefrau zum Vorfall vom 16. Januar 2011 als glaubhaft, während sie die Schilderungen des Beschwerdeführers zum Kerngeschehen als unglaubhaft wertet. Daran ändere nichts, dass die Ehefrau ihre Sachverhaltsdarstellungen später widerrufen habe. Die revidierten Aussagen erschienen konstruiert sowie lebensfremd und als Schutzbehauptung zugunsten des Beschwerdeführers. Sie seien pauschal und darauf ausgerichtet, den Beschwerdeführer in ein möglichst gutes Licht zu rücken. Hinsichtlich ihrer Kleidung während der sexuellen Handlungen deckten sich die Angaben der Ehefrau nun mit jenen des Beschwerdeführers, widersprächen jedoch dem Spurenbild, während ihre ursprünglichen Aussagen mit den Spuren übereinstimmten. Es sei von den ursprünglichen Angaben der Ehefrau auszugehen. Da der Widerruf ihrer Aussage am Ausgang des Verfahrens nichts zu ändern vermöge, erübrige sich eine erneute Befragung der Ehefrau, womit der Beweisantrag des Beschwerdeführers abzuweisen sei (Urteil S. 19 ff.; erstinstanzliches Urteil S. 9 ff.). Insgesamt hält die Vorinstanz den angeklagten Sachverhalt für erwiesen. Der Beschwerdeführer habe an seiner Ehefrau von Oktober 2007 bis zum 15. Januar 2011 mehrmals wöchentlich gegen deren Willen Geschlechtsverkehr vollzogen und sie zu Oralsex gezwungen. Anfänglich habe sie sich noch verbal sowie körperlich gewehrt, worauf der Beschwerdeführer aggressiv geworden sei und sie am Kopf sowie im Gesicht mit der flachen Hand geschlagen habe. Mittels verbaler und körperlicher Gewalt habe er systematisch ihren Widerstand gebrochen. Das während Jahren andauernde, sich jeweils durch den Alkoholmissbrauch aggravierende aggressive und gewalttätige Verhalten des Beschwerdeführers sowie die starke finanzielle und soziale Abhängigkeit seiner Ehefrau hätten bei dieser einen starken psychischen Druck erzeugt. Dies habe dazu geführt, dass sie sich dem Willen des Beschwerdeführers nicht habe entziehen können und den Geschlechtsverkehr schliesslich ohne oder nur nach geringfügiger Gegenwehr habe über sich ergehen lassen (Urteil S. 19). Auch am 16. Januar 2011 habe sich der Beschwerdeführer zu seiner Ehefrau in das Schlafzimmer begeben und Geschlechtsverkehr gewollt. Er habe ihre Hand genommen, und sie habe ihn trotz anfänglichen Gegendrucks befriedigen müssen. Danach habe er ihr befohlen, sich auf den Bauch zu legen, und in der Folge den Geschlechtsverkehr vollzogen (Urteil S. 23 f.).