Citation: 2C_716/2022 E. 10.2

10.2. Die Beschwerdeführerin behauptet, dass die Schadloshaltung einer übergangenen Kaufinteressentin im Geschäftsleben üblich sei. Hingegen zeigt sie nicht auf, dass sie zu dieser Leistung verpflichtet gewesen wäre respektive der Schadloshaltung eine eigentliche Gegenleistung der Kaufinteressentin gegenüber gestanden hätte. Angesichts dieses Fehlens einer Gegenleistung und des Umstands, dass mit dem rechnungsstellenden Rechtsanwalt schliesslich eine dem Alleinaktionär der Beschwerdeführerin nahe stehende Person von der Schadloshaltung profitierte, drängt sich die Vermutung auf, dass die Leistung nicht geschäftsmässig, sondern durch das Beteiligungsverhältnis begründet war und eine verdeckte Gewinnausschüttung darstellt (Urteile 2C_548/2020 vom 3. Mai 2021 E. 2.4, in: StE 2021 B 72.13.22 Nr. 65, StR 76/2021 S. 554; 2C_16/2015 E. 2.5.5, in: StE 2015 A 21.12 Nr. 16, StR 70/2015 S. 811). Diese Vermutung vermag die Beschwerdeführerin mit ihren Ausführungen nicht umzustossen. Die Aufrechnung dieses Betrags ist demgemäss nicht zu beanstanden.