Citation: 8C_563/2023 E. 4.2

4.2. Entgegen Verwaltung und Vorinstanz kann im Zeitpunkt der revisionsweisen Bestätigung der ganzen Invalidenrente gemäss Mitteilung vom 25. Januar 2008 von einer klaren Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes keine Rede sein. Der den Beschwerdeführer seit 2002 regelmässig alle zwei Wochen behandelnde Psychiater Dr. med. H.________ berichtete der IV-Stelle am 13. Mai 2007, infolge einer rezidivierenden depressiven Störung mit gegenwärtig mittelgradiger Episode sei der Beschwerdeführer seit 25. Juni 2004 durchgehend zu 100% arbeitsunfähig. Weil Dr. med. I.________, RAD-Facharzt für Innere Medizin, in der Folge den "aktuellen Gesundheitszustand [für] unklar" einschätzte, liess er durch die IV-Stelle bei Dr. med. C.________ eine fachärztlich-psychiatrische Begutachtung zwecks Beantwortung zahlreicher Zusatzfragen zum Standardfragenkatalog veranlassen. Der psychiatrische Gutachter bestätigte im Wesentlichen die Hauptdiagnose und die volle Arbeitsunfähigkeit hinsichtlich der angestammten Tätigkeit. Demgegenüber hielt Dr. med. I.________ in der Folge die gutachterliche Bemessung der Arbeitsfähigkeit für nicht nachvollziehbar und stellte stattdessen fest, dem Beschwerdeführer sei eine angepasste Tätigkeit bei einer Arbeitsfähigkeit von 100% zumutbar. Nachdem die IV-Stelle laut angefochtenem Urteil bei dieser Ausgangslage dem Beschwerdeführer mit Vorbescheid vom 22. Oktober 2007 eine revisionsweise Reduktion der bisherigen ganzen auf eine halbe Rente in Aussicht gestellt hatte, liess der Beschwerdeführer seinen behandelnden Psychiater mit Bericht vom 11. November 2007 detailliert zur medizinischen Aktenlage Stellung nehmen. Daraufhin lud die IV-Stelle den Beschwerdeführer zu einer fachärztlich-psychiatrischen Exploration durch den leitenden RAD-Arzt PD Dr. med. D.________ ein. Auch dieser Psychiater erhob als Hauptdiagnose eine rezidivierende depressive Störung, jedoch von gegenwärtig schwerer Ausprägung. Ausdrücklich gelangte er in der versicherungsmedizinischen Beurteilung der von ihm erhobenen Befunde zum Schluss, "ein IV-relevanter psychischer Gesundheitsschaden [bestehe] zweifelsfrei [...;] im gegenwärtigen Zustand [liege] eine Arbeitsunfähigkeit (100%) für jede in Frage kommende Tätigkeit des allgemeinen Arbeitsmarktes vor." Soweit die Vorinstanz die Befunde des begutachtenden RAD-Psychiaters PD Dr. med. D.________ im angefochtenen Urteil einer eigenständigen Würdigung unterzog, um dessen Schlussfolgerungen, die hinsichtlich Hauptdiagnose und Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit im Wesentlichen mit denjenigen der Dres. med. H.________ und C.________ übereinstimmten, als "nicht überzeugend" und daher den praxisgemässen Beweisanforderungen nicht genügend zu qualifizieren, ist entgegen dem angefochtenen Urteil nicht auf die "zweifellose Unrichtigkeit" der darauf basierenden Mitteilung vom 25. Januar 2008 zu schliessen. Dass die bis zum Zeitpunkt der revisionsweisen Rentenbestätigung erfolgten fachärztlichen Explorationen allesamt nicht mit der praxisgemäss erforderlichen Sorgfalt (SVR 2017 UV Nr. 8 S. 27, 8C_193/2016 E. 3.2 und Urteil 9C_427/2014 vom 1. Dezember 2014 E. 2.2; je mit Hinweisen) durchgeführt worden wären, ist nicht ersichtlich und legte das kantonale Gericht nicht dar. Indem es die Diagnose einer schweren depressiven Episode "fachmedizinisch nicht [für] glaubhaft" bezeichnete, sprach es dem leitenden RAD-Arzt und Psychiater der Beschwerdegegnerin die spezialmedizinische Expertise ab, ohne sich nach der massgebenden Aktenlage per 25. Januar 2008 auf abweichende, fachärztlich-psychiatrisch begründete Beurteilungen abstützen zu können. Mit dem Beschwerdeführer ist die Mitteilung vom 25. Januar 2008 nicht als qualifiziert unrichtig im wiedererwägungsrechtlichen Sinne zu qualifizieren.