Citation: 9C_717/2023 E. 8.4.2

8.4.2. Grundsätzlich kann auch eine dem Gläubiger unbekannte Forderung fällig werden. In Abweichung von dieser Regel erfolgt bei qualifizierter Meldepflichtverletzung im Sinne einer unentschuldbaren Unterlassung des Schuldners ein Aufschub der Fälligkeit der einzelnen periodischen Beitragsforderung bis zu dem Zeitpunkt, in welchem die Beitragsgläubigerin davon anrechenbare Kenntnis erlangt. Eine Ausnahme vom Grundsatz, dass auch die dem Gläubiger noch unbekannte Forderung fällig werden kann, rechtfertigt sich allerdings nicht bei jeder objektiven Verletzung der Meldepflicht (BGE 136 V 73 E. 4.1-4.2; SVR 2017 BVG Nr. 46 S. 207, 9C_392/2016 E. 3.2.2; 2012 BVG Nr. 19 S. 79, 9C_783/2011 E. 2.1). Von einer unentschuldbaren Unterlassung ist etwa dann auszugehen, wenn sich ein dem GAV FAR (zufolge Allgemeinverbindlicherklärung) unterstellter Arbeitgeber nicht selbst bei der Stiftung FAR anmeldet (BGE 138 V 32 E. 4.1; SVR 2012 BVG Nr. 19 S. 79, 9C_783/2011 E. 2.2).