Citation: 6B_26/2021 E. 2.4.3

2.4.3. Unbegründet ist sodann der Vorwurf, die Vorinstanz berücksichtige die konkreten Umstände in ungenügender Weise und lasse den individuellen Sorgfaltsmassstab ausser Acht, wenn sie die Vorhersehbarkeit des Angriffs bejahe. Die Vorinstanz beschreibt keine abstrakte Situation, sondern stellt fest, dass das Zusammentreffen der Beschwerdeführerin und ihres Hundes mit der Beschwerdegegnerin 2 auf einem Feldweg stattgefunden habe, auf dem die Beschwerdeführerin weite Sicht gehabt und sich das Kreuzen mit der zügig marschierenden Fussgängerin abgezeichnet habe. Nicht zu beanstanden sind sodann ihre Feststellungen, wonach bei einer fremden, schnell gehenden Person immer eine gewisse Unsicherheit bestehe, wie der Hund reagieren werde und sich auch ein grundsätzlich gutmütiger Hund unberechenbar verhalten könne. Diese Einschätzung lässt sich durchaus mit der allgemeinen Lebenserfahrung vereinbaren. Die Vorinstanz erwägt sodann willkürfrei, dass die Beschwerdeführerin als erfahrene Hundehalterin mit unerwartetem Verhalten des Hundes hätte rechnen müssen. Ihre diesbezügliche Erfahrung wirkt sich dabei entgegen ihrer Ansicht gerade nicht sorgfaltspflichtmindernd aus. Aus dem Gesagten folgt, dass die Vorinstanz die persönlichen Verhältnisse der Beschwerdeführerin sowie die konkreten Umstände hinreichend berücksichtigt und die Vorhersehbarkeit des Erfolgs als Element der Fahrlässigkeit zu Recht bejaht.