Citation: 8C_811/2008 04.02.2009 E. 4

Weder die SUVA noch das kantonale Gericht stellen die Ursächlichkeit des erlittenen Verkehrsunfalles für die rechtsseitigen Schulterbeschwerden im Sinne der natürlichen Kausalität in Abrede. Nachdem der Beschwerdeführer noch vor seiner Pensionierung verunfallt ist, kann der Anspruch auf eine Invalidenrente auch noch nach dem Erreichen des AHV-Rentenalters entstehen, was zu Recht von keiner Seite in Frage gestellt worden ist (BGE 134 V 392 E. 6 S. 397 ff.). Zu prüfen bleiben damit die erwerblichen Auswirkungen der unfallkausalen Schulterschädigung. 4.1 Gemäss Stellungnahme von Kreisarzt Dr. med. S.________ vom 9. Mai 2005 sind dem Beschwerdeführer auf Grund der Unfallrestfolgen an der rechten Schulter leichte bis knapp mittelschwere wechselbelastende Tätigkeiten unterhalb der Horizontalen zumutbar; nicht mehr zumutbar sind Überkopfarbeiten und Tätigkeiten auf Leitern und Gerüsten sowie - wegen eingeschränkter Haltefunktion - in absturzgefährdeten Positionen; auch sollten repetitive monotone Bewegungen mit der rechten oberen Extremität und repetitive Schlag- und Vibrationsbelastungen vermieden werden. Eine medizinisch-theoretische Arbeitsunfähigkeitsschätzung liegt nicht vor, weshalb davon ausgegangen werden kann, dass der Beschwerdeführer unter Beachtung der von Dr. med. S.________ genannten Einschränkungen im Rahmen der ihm aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht verbliebenen Restarbeitsfähigkeit von 30 % grundsätzlich voll einsatzfähig wäre. 4.2 Die SUVA erwog, der Beschwerdeführer wäre ohne seinen Unfall vom 30. Oktober 2003 weiterhin als Carchauffeur tätig geblieben, und setzte daher ausgehend von dem im Jahre 2003 erzielten Lohn von Fr. 30'450.- den mutmasslichen Verdienst ohne unfallbedingte Schädigung auf rund Fr. 30'000.- (Valideneinkommen) fest. Abgesehen davon, dass der Beschwerdeführer vor seinem Unfall bei drei verschiedenen Unternehmungen auf Abruf tätig war und seine Einkünfte, die 2003 weit über dem von der Invalidenversicherung seinerzeit noch als zumutbar betrachteten Invalideneinkommen lagen, daher nicht als regelmässig und einigermassen stabil gelten konnten, liess sie damit ausser Acht, dass dem Beschwerdeführer nach seinem Unfall die Fahreignung für professionelle Personentransporte (Taxi und Reisecar) abgesprochen wurde, sodass er der vorher ausgeübten Tätigkeit nicht mehr nachgehen kann. Der Unfall vom 30. Oktober 2003 mag zwar als Auslöser für die anschliessend erfolgte verkehrspsychologische Abklärung durch Dr. phil. G.________ vom 9. Juni 2005 betrachtet werden, bildete aber nicht Ursache für die dabei festgestellte Fahruntauglichkeit. Auch ohne diesen Unfall hätten die festgestellten Unzulänglichkeiten den Beschwerdeführer schon auf Grund des von ihm zu erwartenden Verantwortungsbewusstseins früher oder später zur Aufgabe seiner Chauffeurtätigkeit bewegen müssen. Es lässt sich deshalb nicht rechtfertigen, das Einkommen als Chauffeur als Grundlage für die Ermittlung des Valideneinkommens zu nehmen. 4.3 Dementsprechend setzte das kantonale Gericht das Valideneinkommen wesentlich tiefer fest, indem es auf den von der Invalidenversicherung im Rahmen des 1995 (letztmals) durchgeführten Einkommensvergleichs angenommenen Verdienst von Fr. 18'300.- abstellte, das der Beschwerdeführer trotz seiner gesundheitlichen Schädigung zumutbarerweise noch erzielen könnte (Invalideneinkommen). Dieser Ansatz dürfte den realen erwerblichen Möglichkeiten auf dem allgemeinen ausgeglichenen Arbeitsmarkt eher gerecht werden, wobei, was die Vorinstanz richtig erkannt hat, eine Aufrechnung nach Massgabe der Nominallohnentwicklung bis 2007 (mutmasslicher Beginn eines allfälligen Rentenanspruches gegenüber der Unfallversicherung) zu erfolgen hätte. Wie zuvor schon die SUVA hat auch sie indessen davon abgesehen, das Invalideneinkommen genau zu bestimmen. 4.4 Beide Vorinstanzen haben sich mit der Feststellung begnügt, der Beschwerdeführer wäre trotz der unbestrittenermassen unfallbedingten Schädigung der rechten Schulter zumutbarerweise in der Lage, einen Verdienst in Höhe des von ihnen angenommenen Validenlohnes (SUVA: Fr. 30'000.-; Vorinstanz Fr. 18'300.- [teuerungsangepasst]) zu realisieren. Diese nicht näher begründeten Annahmen könnten allenfalls im Sinne des von der SUVA in ihrem Einspracheentscheid vom 25. Mai 2007 dargelegten Schätzungsvergleichs verstanden werden. Ein solcher Schätzungsvergleich mag geeignet und auch genügend sein, wenn einigermassen den tatsächlichen erwerblichen Verhältnissen auf dem Arbeitsmarkt entsprechende Annahmen innerhalb eines in Frage kommenden Einkommensbereichs zeigen, dass ein bestimmter Rentenanspruch nicht gegeben ist. Davon kann aber zumindest bei dem von der SUVA angenommenen Valideneinkommen von rund Fr. 30'000.- nicht die Rede sein. Gemäss der vom Bundesamt für Statistik periodisch durchgeführten Lohnstrukturerhebung betrug der Totalwert der an Männer für Beschäftigungen mit Anforderungsniveau 4 - wo die von der SUVA genannten Verweisungstätigkeiten wie Kontroll- und Überwachungsaufgaben, Portierdienste und interne Botengänge einzuordnen sein dürften - bezahlten Monatslöhne im Jahr 2006 Fr. 4'732.-, was bei dem bloss noch zu 30 % erwerbsfähigen Beschwerdeführer Fr. 1'419.60 oder jährlich Fr. 17'035.- ausmachen würde. Auch unter Berücksichtigung der notwendigen Anpassung dieses Tabellenwertes an die abweichende wöchentliche Normalarbeitszeit und die Nominallohnentwicklung bis 2007 wird klar, dass die in Art. 18 Abs. 1 UVG vorgesehenen rentenausschliessenden 90 % des von der SUVA angenommenen Valideneinkommens von Fr. 30'000.- bei weitem nicht erreicht werden. 4.5 Anders verhält es sich bei dem von der Vorinstanz angenommenen Valideneinkommen von Fr. 18'300.-, welches entsprechend der Nominallohnentwicklung ab 1995 bis 2007 noch zu erhöhen wäre. Zwar hat auch das kantonale Gericht das Invalideneinkommen nicht genau bestimmt, sondern lediglich festgehalten, dass der Beschwerdeführer mit einer schulteradaptierten Tätigkeit durchaus in der Lage wäre, weiterhin ein Einkommen von Fr. 18'300.- (teuerungsangepasst) zu erzielen. Dieser Feststellung kann aber - auch wenn der Einkommensvergleich nicht vollständig durchgeführt worden ist - im Ergebnis beigepflichtet werden. Auf Grund des sich aus dem Bericht von Kreisarzt Dr. med. S.________ vom 9. Mai 2005 ergebenden Leistungsprofils (E. 4.1 hievor) ist nicht ersichtlich, inwiefern der Beschwerdeführer wegen seiner unfallbedingten Schulterbeschwerden nicht mehr in der Lage sein sollte, seine Restarbeitsfähigkeit in dem von der Invalidenversicherung vorgesehenen und deren Rentengewährung zugrunde liegenden Ausmass zu verwerten. Zwar sind ihm einzelne von Dr. med. S.________ umschriebene Funktionen nicht mehr möglich und auch bestimmte Arbeitspositionen sollten vermieden werden. Der allgemeine ausgeglichene Arbeitsmarkt bietet jedoch genügend Stellen, an welchen diesen im kreisärztlichen Bericht erwähnten einschränkenden Aspekten Rechnung getragen werden kann und ein Einkommen erzielbar wäre, das dem für die Rentengewährung der Invalidenversicherung massgebend gewesenen, trotz Gesundheitsschaden erreichbaren Verdienst entspricht.