Citation: 1C_351/2023 E. 3.4

3.4. Die vom Obergericht angeführten öffentlichen Interessen am Schutz der Rechtsordnung, der Rechtssicherheit und der Durchsetzung des rechtskräftigen Benützungsverbots sind zwar bedeutsam. Dies ist aber nicht ausreichend. Vielmehr bedarf es besonderer Gründe (so ausdrücklich Art. 23 Abs. 1 VRG/SH), da vom gesetzlichen Regelfall der aufschiebenden Wirkung abgewichen wird. Den kantonalen Behörden steht bei der Beurteilung dieser besonderen Gründe zwar ein erheblicher Ermessensspielraum zu (vgl. BGE 129 II 286 E. 3 und E. 3.2, wonach nicht nur ganz aussergewöhnliche Umstände den Entzug zu rechtfertigen vermögen). Ein Abweichen von der gesetzlichen Ordnung rechtfertigen aber nur Gründe, die nicht in nahezu jedem Fall vorliegen. Würden solche Gründe anerkannt, würde die Ausnahme zur Regel, was dem Sinn des kantonalen Gesetzes widerspräche (vgl. in diesem Sinne auch MICHEL DAUM/DAVID RECHSTEINER, in: Ruth Herzog/ Michel Daum [Hrsg.], Kommentar zum Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege im Kanton Bern [VRPG/BE], 2. Aufl. 2020, N. 23 Art. 68 VRPG/BE). Zudem soll verhindert werden, dass mit dem vorzeitigen Vollzug einer Anordnung während des Rekursverfahrens Präjudizien geschaffen werden können, die den Entscheid in der Hauptsache vorwegnehmen und den Rekurs illusorisch werden lassen (vgl. HERRMANN, a.a.O., N. 4 Art. 23 VRG/SH).