Citation: 1P.302/2003 03.07.2003 E. 4

Zu prüfen bleibt, ob die vom Obergericht zugestandene Entschädigungs- und Genugtuungssumme willkürlich tief angesetzt worden ist. 4.1 Der Anspruch auf Entschädigung setzt den Schaden von einiger Bedeutung voraus. Das Opfer einer ungerechtfertigten Haft kann die Deckung seines materiellen Schadens erwarten, welcher sich grundsätzlich aus dem Verdienstausfall und den Prozesskosten zusammensetzt. Wer in seinen persönlichen Interessen verletzt wurde, kann zusätzlich eine Entschädigung als Genugtuung verlangen (BGE 113 Ia 177 E. 3 S. 182 f.). Das Obergericht berücksichtigt in seinem Entscheid, dass der Beschwerdeführer von der jugoslawischen Behörde am 9. September 1998 die Obhut über seine Tochter zugesprochen erhalten hat. Den Akten lasse sich jedoch nichts dazu entnehmen, dass er diesen Entscheid der Polizei anlässlich seiner Verhaftung vorgewiesen habe. Auch bei der untersuchungsrichterlichen Befragung vom 11. September 1998 habe er den fraglichen Entscheid nicht erwähnt. Unter diesen Umständen sei davon auszugehen, dass das jugoslawische Urteil erstmals im Haftrekurs vom 17. September 1998 zu den Akten gegeben worden und den Untersuchungsbehörden am darauf folgenden Montag, dem 21. September 1998, zur Kenntnis gebracht worden sei. Ab diesem Zeitpunkt lasse sich der Verdacht des Entziehens von Unmündigen nicht mehr aufrecht erhalten. Aus diesem Grund anerkannte das Obergericht einen Entschädigungsanspruch für zwei Tage, berechnet auf der Basis eines täglichen Lohnausfalls von Fr. 279.25. Überdies sprach es dem Beschwerdeführer eine Genugtuung von Fr. 400.-- zu. 4.2 Der Beschwerdeführer stellt auch diese Darlegung des Sachverhaltes nicht in Abrede. Insbesondere macht er nicht geltend, die schweizerischen Behörden hätten früher Kenntnis vom jugoslawischen Urteil erhalten. Was er hinsichtlich des Willkürvorwurfs vorbringt, vermag den Anforderungen gemäss Art. 90 Abs. 1 lit. b OG in weiten Teilen nicht zu genügen. Es ist denn auch nicht ersichtlich, weshalb ihm ein ganzer Monatslohn zustehen soll, zumal die Untersuchungshaft insgesamt knapp vierzehn Tage gedauert hat. Die Berechnung des Obergerichtes erscheint nicht stossend, sondern ist in sich schlüssig und angesichts des prozessualen Verschuldens des Beschwerdeführers gerechtfertigt.