Citation: 4A_293/2023 E. 4.2.2

4.2.2. Es sei (so die Vorinstanz weiter) mit Blick auf die Allgemeinen Versicherungsbedingungen (AVB) der Beschwerdegegnerin davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin einen Anspruch auf Leistungen nicht durchsetzen könne, solange sie sich einer fachärztlichen Untersuchung widersetze. Damit sei ein Anspruch in der Hauptsache, mithin ein Sachverhalt, gestützt auf den ihr das materielle Recht einen Anspruch gewähre, nicht glaubhaft gemacht. Zudem habe die Beschwerdegegnerin ihre Leistungen nicht eingestellt, weil sie davon ausgehe, die Beschwerdeführerin sei arbeitsfähig, sondern weil diese ihre Mitwirkungspflicht verletzt habe. Damit fehle es auch an einem Rechtsschutzinteresse. Mit ihrem Verhalten verunmögliche es die Beschwerdeführerin der Beschwerdegegnerin, die notwendigen Abklärungen vorzunehmen. Dabei könnten diese Abklärungen auch zur Bestätigung der Arbeitsunfähigkeit führen. Diesfalls würden mit der Anordnung eines Gerichtsgutachtens unnötige Kosten generiert. Hätte die Beschwerdeführerin ihre Mitwirkungspflicht nicht verletzt, so hätte die notwendige Abklärung bereits vorgenommen werden können. Betreffend die geltend gemachte Beweisgefährdung sei zu beachten, dass Ärzte regelmässig rückwirkend den Gesundheitszustand bzw. die Arbeitsfähigkeit beurteilen müssten. Die Beschwerdeführerin selbst habe eine zeitnahe Abklärung ihres Gesundheitszustands durch ihr Fernbleiben an der fachärztlichen Untersuchung verhindert. Unter diesen Umständen eine vorsorgliche Beweisführung (d.h. die Einholung eines Gerichtsgutachtens) zu beantragen, erscheine rechtsmissbräuchlich oder zumindest widersprüchlich und stelle einen Verstoss gegen Treu und Glauben dar.