Citation: 7B_9/2021 E. 8.2

8.2. Funktion des Anklagegrundsatzes ist es - nach Massgabe von Art. 9 und 325 Abs. 1 lit. f StPO -, das Thema des Strafprozesses klar zu umschreiben und sicherzustellen, dass die beschuldigte Person weiss, was ihr vorgeworfen wird, damit sie sich verteidigen kann. Wie die Vorinstanz einlässlich erläutert hat, verfügte der Beschwerdeführer bereits in einem frühen Stadium des Strafverfahrens über einen amtlichen Verteidiger, der an sämtlichen Prozesshandlungen teilnahm. Die ihm vorgeworfene Tat war ihm, was Ort, Datum, Zeit, Art und Folgen der Tatausführung anbelangt, im Sinne des Grundthemas des Prozesses (Diebstahl) von Beginn weg bekannt. Inwiefern er vor diesem Hintergrund zur Unzeit mit neuen Tatvorwürfen hätte konfrontiert worden sein sollen, erhellt nicht. Vielmehr wusste der Beschwerdeführer, wessen er angeklagt wurde, ergeben sich die diesbezüglichen Informationen doch ohne Weiteres aus der Anklageschrift vom 27. September 2019. Weder sind die Tatumstände hinsichtlich der geschädigten Personen und des Deliktguts ungenügend konkretisiert noch stehen diese im Widerspruch zur Aktenlage. Eine gehörige Verteidigung war vielmehr jederzeit möglich und gewährleistet.