Citation: 4A_271/2013 E. 2.3

2.3. Das Kantonsgericht erwog, die Parteien hätten die SIA-Ordnungen nicht zum Vertragsinhalt erhoben, weshalb insbesondere die SIA-Ordnung 102 nicht anwendbar sei. Der Beschwerdegegner habe am 23. September 2008 eine Grobkostenschätzung über Fr. 735'000.-- erstellt, in welcher er keinen Genauigkeitsgrad angegeben habe. Aus dem Begriff "Grobkostenschätzung" gehe jedoch hervor, dass es sich um keinen genauen Betrag handeln könne, weil von einer Schätzung und nicht von einer Berechnung gesprochen werde und der Wortbestandteil "grob" die Genauigkeit ausschliesse. Die Beschwerdeführer hätten aufgrund der Bezeichnung als "Grobkostenschätzung" auch als Laien in Bausachen nach Treu und Glauben nicht von der Genauigkeit dieser Schätzung ausgehen können. Dies gelte um so mehr, als ihnen bekannt gewesen sei, dass die Detailplanung, die Auswahl der Materialien und das Einholen der Offerten noch ausgestanden habe. Zudem seien die Kosten für den Anbau, der den grössten Teil der Kosten erfordert habe, mit einer kubistischen Berechnung ermittelt worden, welche nicht detailliert und genau sei. Aus diesen Gründen hätte den Beschwerdeführern bewusst sein müssen, dass eine gewisse Ungenauigkeit des Kostenvoranschlags hinzunehmen sei, weshalb dem Beschwerdegegner nicht verwehrt sein könne, sich auf eine Toleranzgrenze zu berufen.