Citation: 2C_688/2017 E. 3.1

3.1. Es fragt sich zunächst, ob das FZA auf den Beschwerdeführer überhaupt anwendbar ist. Nach Art. 4 FZA i.V.m. Art. 2 Abs. 1 Anhang I FZA haben die Staatsangehörigen einer Vertragspartei das Recht, sich nach Massgabe der Kapitel II bis IV im Hoheitsgebiet der anderen Vertragspartei aufzuhalten und dort eine Erwerbstätigkeit auszuüben. Nach Art. 3 Abs. 1 Anhang I FZA haben Familienangehörige einer Person, die Staatsangehörige einer Vertragspartei ist und ein Aufenthaltsrecht hat, das Recht bei ihr Wohnung zu nehmen; als Familienangehörige gelten gemäss Abs. 2 lit. a der Ehegatte und die Verwandten in absteigender Linie, die noch nicht 21 Jahre alt sind oder denen Unterhalt gewährt wird. Nach der Rechtsprechung fallen unter Art. 3 Abs. 2 lit. a Anhang I FZA nicht nur die Verwandten des EU-Angehörigen selber, sondern auch diejenigen des drittstaatsangehörigen Ehegatten (BGE 136 II 65 E. 4 S. 74 ff.). Weder der Beschwerdeführer noch seine Mutter noch sein Stiefvater sind EU-Angehörige. Das FZA ist nicht anwendbar auf rein interne Sachverhalte einer Vertragspartei. So kann sich ein Inländer, der nie in einer anderen Vertragspartei gewohnt oder gearbeitet hat, gegenüber seinem Herkunftsstaat nicht auf die Personenfreizügigkeit berufen, um seine aus einem Drittstaat stammenden Familienangehörigen nachzuziehen. Der Nachzug drittstaatsangehöriger Familienangehöriger von Schweizer Bürgern richtet sich nicht nach dem FZA (BGE 137 I 284 E. 1.1 S. 286). Hat dagegen ein Staatsangehöriger von seinem Recht auf Freizügigkeit Gebrauch gemacht und kehrt er in sein Herkunftsland zurück, so ist es grundsätzlich auch seinem Ehegatten und seinen Kindern erlaubt, unter den gleichen Bedingungen einzureisen und sich dort aufzuhalten, wie dies gemäss Gemeinschaftsrecht im Hoheitsgebiet eines anderen Mitgliedstaates der Fall wäre (BGE 129 II 249 E. 4.2). Der Beschwerdeführer beruft sich denn auch darauf, dass sein Stiefvater vorübergehend in Deutschland gelebt und damit von seinem Freizügigkeitsrecht Gebrauch gemacht habe. Die Vorinstanz verneint allerdings einen freizügigkeitsrechtlichen Nachzugsanspruch infolge Rechtsmissbrauchs. Dies ist im Folgenden zu prüfen (hinten E. 4).