Citation: H 3/99 25.01.2000 E. 3

3.- a) Ist eine Streitsache bereits rechtskräftig entschieden, fehlt es an einer Sachurteilsvoraussetzung eines erneuten Beschwerdeverfahrens (RKUV 1991 Nr. U 124 S. 157 Erw. 1; Gygi, Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Aufl. S. 72 f.). Dabei steht die Rechtskraft einer Verfügung, mit welcher eine Dauerleistung zugesprochen worden ist, auch einer Überprüfung der Berechnungsfaktoren anlässlich einer Änderung der Grundverfügung entgegen. Insofern haben die Berechnungsfaktoren Anteil an der Rechtskraft der Verfügung (BGE 117 V 124 Erw. 3, EVGE 1962 S. 198). Bei negativen Verfügungen haben die für die Leistungsablehnung kausalen Begründungselemente, die in Zukunft keiner tatsächlichen Veränderung zugänglich sind, notwendigerweise Anteil an der formellen Rechtskraft (RKUV 1998 Nr. U 310 S. 465 Erw. 2a mit Hinweisen). b) Im Lichte dieser Rechtsprechung hat das kantonale Gericht zu Recht auf Nichteintreten erkannt. Die IV-Stelle des Kantons St. Gallen hat mit unangefochten in Rechtskraft erwachsener Verfügung vom 10. August 1995 das Begehren um Ausrichtung einer Invalidenrente abgelehnt, weil die Beschwerdeführerin lediglich während vier Monaten (November 1993 bis Februar 1994) AHV-Beiträge mit der Tätigkeit bei der T.________ AG entrichtet habe und damit die Mindestbeitragspflicht von einem Jahr nicht erfülle sowie weil kein ununterbrochener Aufenthalt von fünf Jahren vor der Rentenanmeldung vorliege. Damit war die Frage der Mindestbeitragsdauer bis zum Zeitpunkt des Beginns eines allfälligen Rentenanspruchs ausdrücklich Begründungselement der leistungsablehnenden Verfügung vom 10. August 1995 und nimmt damit an deren formellen Rechtskraft teil. Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin kommt die dargelegte Rechtsprechung auch zum Zug, wenn ein Berechnungsfaktor der Dauerverfügung oder ein in der Vergangenheit liegendes Begründungselement einer ablehnenden Verfügung in einem weiteren, im Hinblick auf die Abänderung der ursprünglichen Verfügung eingeleiteten Verfahren Verfügungsgegenstand wird. Aus diesem Grund spielt es keine Rolle, dass im vorliegenden Fall die Beschwerdegegnerin die "Feststellungsverfügung" getroffen hat und nicht die IV-Stelle des Kantons St. Gallen, welche die leistungsablehnende und in Rechtskraft erwachsene Verfügung vom 10. August 1995 erlassen hat. Es geht nicht an, dass über den Weg einer Feststellungsverfügung bei einem anderen Sozialversicherungsträger versucht wird, ein für die Leistungsablehnung kausales und an der Rechtskraft des Dispositivs teilhabendes Begründungselement zum Gegenstand eines neuen Verfahrens zu machen. Die für den Rentenanspruch entscheidende Frage der genügenden Beitragsdauer lässt sich auf diese Weise nicht von neuem in Frage stellen, was sich auch nicht mit dem Sinn der formellen Rechtskraft vereinbaren liesse (RKUV 1998 Nr. U 310 S. 466 Erw. 2b am Ende). c) Es steht der Beschwerdeführerin hingegen frei, die Rentenfrage der ursprünglich verfügenden IV-Stelle des Kantons St. Gallen unter dem hiefür vorgesehenen Rechtstitel (Wiedererwägungsgesuch, prozessuale Revision, Revision wegen Rechtsänderung) nochmals zu unterbreiten.