Citation: U 99/01 06.11.2002 E. 2

2.1 Gemäss Gutachten der Klinik R.________ vom 25. Februar 1997 leidet die Beschwerdeführerin an einer HWS-Distorsion mit chronifiziertem Zervikalsyndrom und zervikozephalem Syndrom. Die Symptomatik sei chronifiziert mit belastungsabhängigen Schmerzen und nachweisbarer Funktionseinschränkung der HWS. Der klinische Verdacht auf eine traumatische Läsion im oberen HWS-Bereich werde durch das Funktions-CT vom 13. September 1996 bestätigt, welches eine pathologische Seitendifferenz in der Rotation C1/2 von 10° nachweise. Dieser Befund spreche für eine Blockierung aufgrund einer ligamentären Läsion; eine Instabilität in diesem Bereich lasse sich jedoch nicht nachweisen. Ob beim Unfall auch eine leichte traumatische Hirnschädigung aufgetreten sei, lasse sich nur schwer beurteilen; eine Amnesie habe jedenfalls nicht vorgelegen. Der SPECT-Befund eines global verminderten Uptakes im Grosshirn habe kaum etwas mit dem Unfall zu tun, erkläre jedoch möglicherweise den Teil der leicht bis mässig ausgeprägten neuropsychologischen Defizite, die über das typische Muster von Befunden nach HWS-Distorsion hinausgehe. Angesichts der objektivierbaren Befunde lasse sich die Schmerzsymptomatik mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf den Unfall zurückführen, zumal die Versicherte vorher nie unter Nackenschmerzen gelitten habe. Am 8. August 1997 führte Dr. med. X.________ gestützt auf ein am 12. Juni 1997 erstelltes unauffälliges MRI aus, der Verdacht auf eine generalisierte cerebrale Erkrankung lasse sich nicht erhärten. Da sich unfallfremde Faktoren nicht bestätigen liessen, sei eine leichte traumatische Hirnschädigung als hauptverantwortliche Ursache für die nachge-wiesenen neuropsychologischen Defizite anzusehen. In seiner ärztlichen Beurteilung vom 13. August 1997 weist Dr. med. Z.________ darauf hin, dass weder der Radiologe Dr. med. B.________ in seinem Bericht vom 18. September 1996 eine Bandläsion behaupte, noch sich eine solche den CT-Funktionsaufnahmen entnehmen lasse. Die angewandte Messmethode sei zudem in Fachkreisen sehr umstritten. Die sogenannten Blockierungen seien funktioneller, reversibler Natur und damit ohne Krankheitswert. Es sei auch kaum vorstellbar, wie die Bänder isoliert hätten geschädigt werden können. Nach Prof. Dr. med. Y.________ ist eine traumatische Läsion im oberen HWS-Bereich nicht mit Sicherheit nachweisbar, da die einmalig beschriebenen Normabweichungen im Funktions-CT im Bereich der Messgenauigkeit lägen (Gutachten vom 21. April 1999). Dr. med. A.________ bestätigt dies in seiner neurologischen Beurteilung vom 2. Mai 2001 mit dem Hinweis, dass die vorgenommenen Messungen nach dem derzeitigen medizinischen Wissens-stand nicht geeignet seien, eine ligamentäre Läsion zu diagnostizieren. Aufgrund der Ausführungen der SUVA-Ärzte und des Prof. Dr. med. Y.________ kann das Ergebnis des Funktions-CT der HWS und der daraus gezogene Schluss auf das Vorliegen einer ligamentären Läsion nicht als klare organische Ursache der geklagten Beschwerden angesehen werden. Angesichts der Tatsache, dass neurologische Befunde weitgehend fehlen, eine Instabilität auch von Dr. med. X.________ ausdrücklich verneint wird und der Befund im grenzwertigen Bereich liegt, erscheint der Hinweis auf eine ligamentäre Läsion lediglich als eine mögliche Erklärung für die geklagten Beschwerden. Daran ändert auch nichts wenn Dr. med. M.________ im Gutachten vom 5. März 2001 - im Gegensatz zu den früheren neurologischen Gutachtern - ausführt, er habe neurologische Defizite feststellen können, da er solche nicht nachvollziehbar und mit Hinweis auf deren Bedeutung bezeichnet hat. 2.2 Im Gutachten des Dr. med. X.________ wie auch in jenem des Prof. Dr. med. Y.________ werden neuropsychologische Defizite erwähnt. Gemäss den Ausführungen des Dr. phil. D.________ vom 1. Februar 1999 machen indessen verschiedene Auffälligkeiten in der Untersuchung eine vorsichtige Interpretation notwendig. Aus neuropsychologischer Sicht stelle sich die Frage, ob die festgestellten starken Schwankungen oder Auffälligkeiten organisch erklärt werden könnten. Die von Dr. med. X.________ als hauptverantwortliche Ursache angenommene Hirnschädigung lässt sich jedoch weder aufgrund des Unfallherganges noch der erhobenen Befunde nachvollziehen. Eine anlässlich des Unfallereignisses erfolgte mechanische Einwirkung in Form eines Kopfaufpralls kann nach Lage der Akten nicht als erstellt gelten, zumal die erstbehandelnde Ärztin keinerlei Kontusionsmarken am Kopf vermerkte und die Versicherte gegenüber dem Inspektor der SUVA gemäss Protokoll vom 12. Juli 1994 einen Kopfaufprall an Konsole oder Windschutzscheibe ausdrücklich verneinte. Gegen die Annahme einer traumatischen Hirnschädigung spricht auch, dass keine Bewusstlosigkeit eintrat. Allein gestützt auf das Ergebnis der neuropsychologischen Untersuchung lässt sich eine traumatische Hirnläsion nicht erhärten, da die Neuropsychologie die Beurteilung der Genese eines Beschwerdebildes nicht selbstständig und abschliessend vorzunehmen vermag (BGE 119 V 341 Erw. 2b/bb; RKUV 2000 Nr. U 395 S. 318 Erw. 3).