Citation: I 691/04 01.04.2005 E. 4

Laut medizinischem Gutachten vom 27. September 2002 bestehen die gesundheitlichen Beeinträchtigungen in einem residuellen motorischen Hemisyndrom links mit gestörter Feinmotorik der linken Hand sowie minimen bis leichten neuropsychologischen Funktionsstörungen (visuell räumliche Merkspanne, figuraler Antrieb, Aufmerksamkeitsstörung, verminderte Belastbarkeit und vermindertes Arbeitstempo). 4.1 Im Haushalt ist die Versicherte gemäss Abklärungsbericht vom 6. Januar 2003 unter Berücksichtigung sämtlicher Teilbereiche (einschliesslich Kindeserziehung) gesundheitsbedingt um 13 % eingeschränkt. Darauf ist mit Vorinstanz und Verwaltung abzustellen (vgl. hiezu Art. 69 Abs. 2 IVV; AHI 2001 S. 161 Erw. 3c; Urteil M. vom 6. September 2004, I 249/04, Erw. 4.1.1 und 4.1.2), zumal hiegegen seitens der Versicherten nebst den bereits behandelten und für unbegründet erachteten Beanstandungen am Abklärungsbericht (Erw. 3.2 hievor) nichts weiter vorgebracht wird. Die Aussage im ärztlichen Gutachten vom 27. September 2002, wonach die Beeinträchtigung auf 20 % anzusetzen sei, ist aufgrund ihres medizinisch-theoretischen Charakters nicht geeignet, die auf die konkreten Umstände gestützten Feststellungen der Abklärungsperson Haushalt in Frage zu stellen (vgl. AHI 2001 S. 160 unten). Die Anrechnung der Einschränkung von 13 % auf den Anteil Haushaltstätigkeit im Gesundheitsfall von 60 % (Erw. 3.3 hievor) führt zu einem Behinderungsgrad von 7,8 % in diesem Aufgabenbereich. 4.2 Auf die bisherige erwerbliche Tätigkeit einer Hotelfachangestellten wirken sich die gesundheitlichen Beeinträchtigungen nach Auffassung der fachärztlichen Experten insofern aus, als durch die verminderte Belastbarkeit, das verlangsamte Arbeitstempo und die gestörte Feinmotorik deutlich mehr Zeit zur Verrichtung der bisherigen Arbeit benötigt wird und durch die vermehrte Ermüdbarkeit eine Weiterführung des 100%igen Arbeitspensums zur Zeit nicht möglich ist. Insgesamt wird die Versicherte vom 18. Juni 2001 bis zum Datum des Gutachtens (27. September 2002) als voll und danach noch als zu 70 % arbeitsunfähig beurteilt. Eine den Beeinträchtigungen angepasste Tätigkeit (genügend Zeit für die Verrichtung der Arbeit; genügend Pausen; keine spezifisch feinmotorischen Arbeiten und Arbeiten mit bimanueller Tätigkeit auf hohem Niveau) zu 2 bis 2,5 Stunden im Tag in dem als am besten geeigneten Beruf einer Hotelfachassistentin erachten die Experten als zumutbar. 4.2.1 Die erwerblichen Auswirkungen dieser Einschränkungen sind mittels Einkommensvergleich zu ermitteln (Art. 28 Abs. 2 IVG in der bis Ende 2002 in Kraft gestandenen Fassung; Art. 16 ATSG). Die Verwaltung hat hiebei eine der ärztlich bestätigten Veränderung des Grades der Arbeitsunfähigkeit entsprechende zeitliche Differenzierung vorgenommen und für den Zeitraum bis September 2002 mit Blick auf die gänzliche Arbeitsunfähigkeit auf eine volle Invalidität im erwerblichen Bereich geschlossen. Dies führt bei einem Erwerbsanteil im Gesundheitsfall von 40 % zu einem Behinderungsgrad gleicher Höhe in diesem Betätigungsbereich. 4.2.2 Als Ausgangspunkt zur Bestimmung der Vergleichseinkommen mit und ohne Invalidität ab Oktober 2002 hat die IV-Stelle die Angaben des Hotelbetriebs, bei welchem die Versicherte ab Januar 2002 in einem geringen Pensum tätig war, zu Stundenlohn und üblicher Arbeitszeit herangezogen. Aufs Jahr berechnet ergibt sich bei einem vollen Pensum ein Einkommen von Fr. 41'328.-. Das ohne Behinderung mutmasslich erzielte Einkommen (Valideneinkommen) setzte die Verwaltung dementsprechend nach Massgabe des im Gesundheitsfall vorgesehenen 40 %-Pensums auf Fr. 16'531.20 (40 % von Fr. 41'328.-) fest. Als trotz gesundheitlicher Beeinträchtigung zumutbarerweise noch erzielbares Einkommen (Invalideneinkommen) ermittelte die IV-Stelle aufgrund der ärztlich bestätigten Restarbeitsfähigkeit von 30 % den Betrag von Fr. 12'398.40 (30 % von 41'328.-). Die Differenz von Fr. 4132.80 zum Valideneinkommen von Fr. 16'531.20 entspricht einer behinderungsbedingten Erwerbseinbusse von 25 % und, nach Umrechnung auf das ohne Behinderung wahrgenommene Arbeitspensum von 40 %, einem Behinderungsgrad von 10 % im Erwerbsbereich. 4.3 Werden die beiden Betätigungsfelder gesamthaft betrachtet, resultiert ein Invaliditätsgrad von (jeweils gerundet) 48 % für die Zeit vom 18. Juni 2001 bis September 2002 (7.8 % im Haushalt + 40 % im Erwerbsbereich) und von 18 % (7.8 % + 10 %) für die Zeit ab Oktober 2002. 4.4 Das Vorgehen der Verwaltung entspricht, wie das kantonale Gericht richtig erkannt hat, in allen Teilen Gesetz und Praxis. Was hiegegen vorgetragen wird, rechtfertigt keine andere Betrachtungsweise. Den im fachärztlichen Gutachten vom 27. September 2002 einlässlich beschriebenen gesundheitsbedingten Einschränkungen wurde bei der Bemessung des Invalideneinkommens angemessen Rechnung getragen. Da hiefür die Verhältnisse im konkreten Anstellungsverhältnis herangezogen wurden, was unter den gegebenen Umständen zulässig ist, sind auch die auf die Verwendung von Tabellenlöhnen bezogenen Einwendungen der Versicherten im kantonalen und letztinstanzlichen Verfahren nicht stichhaltig. Dies gilt vor allem auch für das Vorbringen, es sei ein leidensbedingter Abzug vorzunehmen (hiezu BGE 126 V 75). Im Übrigen führt eine zur Plausibilitätskontrolle durchgeführte Ermittlung des Invalideneinkommens ab Oktober 2002 anhand statistischer Lohnangaben zu keinem anderen Resultat. Gemäss der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) betrug der auf einer Wochenarbeitszeit von 40 Stunden beruhende standardisierte Bruttolohn der Frauen im Gastgewerbe auf dem (niedrigsten) Anforderungsniveau 4 - wobei mit Blick auf die absolvierte Ausbildung auch das nächsthöhere Niveau diskutierbar wäre - im Jahr 2002 Fr. 3302.- pro Monat (LSE 2002 S. 43 Tabelle TA1), was bei der betriebsüblichen wöchentlichen Arbeitszeit von 42.2 Stunden (Die Volkswirtschaft, Heft 12/04, S. 94 Tabelle B9.2) und auf zwölf Monate gerechnet Fr. 41'803.30 ergibt. Ein leidensbedingter Abzug wäre auf höchstens 10 % anzusetzen. Dies führt bei dem ab Oktober 2002 gesundheitlich zumutbaren Pensum von 30 % zu einem Einkommen von Fr. 11'286.90 (41'803.30 x 0.9 x 0.3). Aus der Gegenüberstellung mit dem Valideneinkommen von Fr. 16'531.20 (Erw. 4.2.2 hievor) resultiert eine behinderungsbedingte Lohneinbusse von Fr. 5244.30, entsprechend 31.7 %. Aus der Anrechnung dieser Einschränkung auf den Anteil Erwerbstätigkeit im Gesundheitsfall von 40 % folgt ein Behinderungsgrad von 12.68 % in diesem Betätigungsfeld. Zusammen mit der Behinderung im Haushalt von 7.8 % beläuft sich der Invaliditätsgrad somit auf (gerundet) 20 %, was keinen Rentenanspruch begründet.