Citation: 4A_486/2024 E. A

A.a. A.________ (Klägerin, Berufungsklägerin, Beschwerdeführerin) war seit dem 1. August 2020 bei der B.________ AG (Beklagte, Berufungsbeklagte, Beschwerdegegnerin) angestellt. Sie übte dort die Funktion eines sogenannten Head-Brauers für die Bierherstellung aus. Daneben arbeitete sie für das Unternehmen im Verkauf und in der Kundenbetreuung. A.b. Am Mittwoch, 27. Oktober 2021 löste die Beklagte den Arbeitsvertrag mit der Klägerin per 31. Januar 2022 auf. Dies geschah unter Einhaltung der ordentlichen dreimonatigen Kündigungsfrist. Die Beklagte begründete diesen Schritt damit, dass die Situation im Team unhaltbar geworden sei und die Beklagte nicht die verlangten Änderungen vorgenommen habe. A.c. Unmittelbar nach dieser ordentlichen Kündigung stellte die Beklagte die Klägerin vom Donnerstag, 28. Oktober 2021 bis und mit Freitag, 29. Oktober 2021 von der Arbeit frei. Am Montag, 1. November 2021 erschien die Klägerin wieder im Betrieb der Beklagten und räumte dort ihren Spind. Zufolge Unwohlseins verliess sie ihren Arbeitsplatz am selben Tag aber vorzeitig. Am Dienstag, 2. November 2021 meldete sich die Klägerin bei der Beklagten krank. Am Freitag, 5. November 2021 teilte sie der Beklagten mit, dass sie frühestens am Montag, 8. November 2021 einen Arzt aufsuchen könne. A.d. Der Verwaltungsratspräsident der Beklagten forderte am Montag, 8. November 2021 die Klägerin via E-Mail auf, am Dienstag, 9. November 2021 um 11:00 Uhr mit einem Arztzeugnis an ihrem Arbeitsplatz zu erscheinen, damit er dort mit ihr verschiedene Punkte klären könne. Falls sie dann verhindert sei, erwarte er von ihr bis um 19:00 Uhr desselben Tages einen entsprechenden Bericht und ein Arztzeugnis. Am Montag, 8. November 2021 um 18:19 Uhr teilte die Klägerin dem Verwaltungsratspräsidenten per E-Mail mit, dass sie den Termin vom Dienstag, 9. November 2021 nicht wahrnehmen könne und ein Arztzeugnis folgen werde. Am Montag, 8. November 2021 um 18:55 Uhr forderte der Verwaltungsratspräsident die Klägerin per E-Mail auf, ihm bis am Dienstag, 9. November 2021 um 08:00 Uhr die Ursache für ihr Fernbleiben von der Arbeit und ihre Terminabsage zu erklären. Er wies sie zudem darauf hin, dass sie zu einer ordentlichen Beendigung des Arbeitsvertrages beizutragen und ihren Vertragspflichten nachzukommen habe. A.e. Am Dienstag, 9. November 2021 teilte der Verwaltungsratspräsident der Klägerin sodann mit, sie sei verpflichtet, entweder eine korrekte Arbeitsleistung zu erbringen oder eine ärztliche Begründung zu liefern, weshalb sie der Arbeit fernbleibe. Er erwarte daher bis am Mittwoch, 10. November 2021 um 12:00 Uhr von ihr ein Arztzeugnis bzw. eine klare Ansage, ob überhaupt bzw. ab wann sie wieder für ihre Arbeit zur Verfügung stehe. Diese Aufforderung sei als letzte Nachfrist und Warnung vor weiteren Massnahmen, wie dem Einstellen der Lohnzahlung für die Fehltage bzw. die fristlose Kündigung, zu verstehen. A.f. Am Mittwoch, 10. November 2021 übersandte die Klägerin dem Verwaltungsratspräsidenten ein am Montag, 8. November 2021 ausgestelltes Arztzeugnis. Dieses Zeugnis bescheinigte der Klägerin eine vom Montag, 8. November bis und mit Donnerstag, 11. November 2021 dauernde Arbeitsunfähigkeit. Zugleich hielt das Zeugnis fest, dass eine Wiederaufnahme der Arbeit ab Freitag, 12. November 2021 möglich sei. Der Verwaltungsratspräsident bedankte sich am Mittwoch, 10. November 2021 bei der Beklagten per E-Mail für die Zustellung dieses Zeugnisses. Zugleich erkundigte er sich bei ihr, ob sie demnach ab Freitag, 12. November 2021 wieder einsatzfähig sei. A.g. Die Klägerin antwortete dem Verwaltungsratspräsidenten am Donnerstag, 11. November 2021 um 21:00 Uhr, dass sie am Freitag, 12. November 2021 einen Arzttermin haben und dann weitersehen werde. A.h. In der Folge meldete sich die Klägerin vom Freitag, 12. November bis und mit Montag, 15. November 2021 nicht bei der Beklagten. Am Montag, 15. November 2021 um 23:35 Uhr kündigte der Verwaltungsratspräsident per E-Mail das Arbeitsverhältnis mit der Klägerin fristlos. A.i. Am Donnerstag, 18. November 2021 reichte die Klägerin der Beklagten ein undatiertes Arztzeugnis ein, wonach sie ab Freitag, 12. November zu 100 % arbeitsunfähig sei.