Citation: BGE 144 I 266 E. 3.2

Die EMRK verschafft jedoch keinen Anspruch auf Einreise und Aufenthalt oder auf einen Aufenthaltstitel in einem bestimmten Staat. Nach einem gefestigten Grundsatz des Völkerrechts haben die Staaten das Recht, die Einwanderung und den Aufenthalt von Nicht-Staatsangehörigen auf ihrem Territorium zu regeln. Art. 8 EMRK hindert die Konventionsstaaten nicht daran, die Anwesenheit auf ihrem Staatsgebiet zu regeln und den Aufenthalt ausländischer Personen unter Beachtung überwiegender Interessen des Familien- und Privatlebens gegebenenfalls auch wieder zu beenden (Urteile des EGMR Nuñez gegen Norwegen vom 28. Juni 2011 [55597/09] § 66; Vasquez gegen Schweiz vom 26. November 2013 [1785/08] § 36; Palanci gegen Schweiz vom 25. März 2014 [2607/08] § 49; Jeunesse gegen Niederlande vom 3. Oktober 2014 [12738/10] § 100; Salija gegen Schweiz vom 10. Januar 2017 [55470/10] § 41; BGE 144 II 1 E. 6.1 S. 12). Es ist in erster Linie Sache des Gesetzgebers, im Rahmen einer demokratischen und pluralistischen Auseinandersetzung darüber zu befinden, inwiefern und unter welchen Voraussetzungen es sich im Rahmen der Ausländer- und Einwanderungspolitik rechtfertigt, Bewilligungsansprüche einzuräumen (Art. 164 Abs. 1 lit. c BV; BGE 130 II 281 E. 3.2.1; BGE 126 II 425 E. 5c/cc; vgl. auch BGE 136 II 120 E. 3.5; BGE 130 II 137 E. 4.2).