Citation: 6B_812/2018 E. 2.2

2.2. Eine Mitarbeiterin des Instituts für Rechtsmedizin (IRM) der Universität Zürich nahm am 8. Januar 2009 um 18.30 Uhr am Tatort eine Leichenschau (Legalinspektion) vor. In einer ersten groben Schätzung ordnete die Legalinspizientin den Todeszeitpunkt (u.a. anhand der bei der Untersuchung vor Ort gemessenen Umgebungstemperatur von -5,3 Grad) einem Intervall von 12 bis 20 Stunden vor Leichenschau, d.h. von 7. Januar 2009, 22.30 Uhr, bis 8. Januar 2009, 6.30 Uhr, zu (Bericht der Frau Dr. D.________, IRM Zürich, vom 16. Januar 2009). An der vorinstanzlichen Hauptverhandlung sagte die Legalinspizientin Dr. D.________ aus, sie habe sich bei der Todeszeitschätzung auf die Merkmale Totenflecken, Leichenstarre und Auskühlung gestützt. Anhand der Totenflecken habe sie den Mindestzeitraum seit Eintritt des Todes auf etwa 12 Stunden geschätzt. Die Leichenstarre sei, soweit vor Ort beurteilbar, kräftig ausgeprägt gewesen. Das erlaube aber keine sichere Beurteilung, zumal mit einer Kältestarre zu rechnen gewesen sei. Ohnehin sei dieses Merkmal unergiebig; eine Totenstarre sei ab etwa acht Stunden bis zu drei Tagen nach dem Tod vollständig ausgeprägt. Beim Kriterium der Auskühlung sei neben der kalten Umgebungstemperatur zu berücksichtigen gewesen, dass ein Teil der Leiche im Wasser gelegen habe und die Kleidung nass gewesen sei. Bei Standardbedingungen gehe man von einer Auskühlung von rund einem Grad Celsius pro Stunde aus, unter den gegebenen Verhältnissen habe sie 1,5 Grad pro Stunde angenommen. Daraus habe sie ursprünglich einen oberen Wert von 20 Stunden errechnet (18 Stunden zuzüglich der zwei Stunden, bis ein Körper anfange, abzukühlen).