Citation: 9C_293/2022 E. A

A.a. Die 1974 geborene A.________ litt an einer Genderdysphorie im Sinne einer Mann-zu-Frau-Transsexualität. Am 8. August 2018 erhielt sie von der Sanitas Grundversicherungen AG (nachfolgend: Sanitas) eine Kostengutsprache für eine geschlechts- bzw. genitalangleichende Operation (Sex Reassignment Surgery [SRS]) am Spital B.________. Darauf Bezug nehmend wandte sich Dr. med. univ. Dr. phil. C.________, Leitende Ärztin der medizinischen Fachstelle für Transgenderpersonen, in einem Schreiben vom 7. Juli 2019 an die Sanitas und ersuchte im Namen von A.________ um Kostengutsprache für eine SRS-Operation in einer Klinik in Thailand. Zur Begründung führte sie an, die dort angewandte Operationstechnik sei der Goldstandard und insbesondere der in der Schweiz praktizierten Penis-Inversions-Methode mit ihren Komplikationen deutlich überlegen. Die Sanitas teilte A.________ mit, nach Prüfung durch ihren vertrauensärztlichen Dienst könne sie keinen Beitrag für die SRS-Operation in Thailand ausrichten. Ihre ablehnende Haltung begründete sie damit, dass die Operation in der Schweiz (am Spital B.________) durchgeführt werden könne und die Versicherungsdeckung eine Wunschbehandlung im Ausland ausschliesse (Schreiben vom 19. September 2019). A.b. Der von A.________ neu mandatierte Rechtsvertreter orientierte die Sanitas am 17. Dezember 2019 darüber, dass die SRS-Operation zwischenzeitlich in Thailand stattgefunden habe, und ersuchte um Erlass einer anfechtbaren Verfügung. Mit Verfügung vom 16. Januar 2020 verneinte die Sanitas einen Anspruch auf Kostenübernahme für die SRS-Operation in Thailand. Zur Begründung gab sie an, dass der Eingriff in der Schweiz in verschiedenen Spitälern durchgeführt werde und sich die Behandlungen in der Schweiz und in Thailand nicht wesentlich unterschieden, weshalb eine Operation in der Schweiz keine erheblich höheren Risiken mit sich bringe. Daran hielt sie auf Einsprache von A.________ hin fest (Entscheid vom 27. Januar 2021).