Citation: 2A.453/2003 08.09.2004 E. 4.5

4.5.1 Die Beschwerdeführerin ist in erster Linie enttäuscht, nicht selber Stabschefin geworden zu sein. Sie sieht darin, dass sie dem an ihrer Stelle gewählten Stabschef unterstellt wurde, eine Zurücksetzung, da sie weitgehend dessen Aufgaben bereits bisher wahrgenommen zu haben meint. Dem ist indessen nicht so: Wohl hat sie vor dessen Ernennung faktisch Koordinationsaufgaben im Abteilungs- und Departementssekretariat ausgeübt (vgl. den Beförderungsantrag vom 18. Dezember 1995 sowie die verschiedenen Arbeitszeugnisse). Eine formale Führungs- und Vorgesetztenfunktion wurde von ihr zwar angestrebt, war aber in der damaligen Sekretariatsorganisation gerade nicht vorgesehen, auch wenn ihre Aufgaben in einzelnen Bereichen im Sinne einer Koordinationsfunktion einer "prima inter pares" ("Teamstruktur mit Koordinationsfunktionen für bereichsübergreifende Aufgaben") verstanden wurden (vgl. die Schreiben der Personalabteilung der ETHZ an die Beschwerdeführerin vom 19. Mai und 14. September 1999). Eine Stabsstelle mit entsprechenden Führungsaufgaben, Weisungsbefugnissen und damit verbundenen Verantwortlichkeiten wurde erst im Zusammenhang mit der Aufwertung der Eigenverantwortlichkeit - insbesondere auch im finanziellen Bereich - des Departements geschaffen. 4.5.2 Im Übrigen kommt es häufig und geschlechtsunabhängig vor, dass sich jemand bei seinem Arbeitgeber für eine höhere Funktion bewirbt, die Stelle jedoch nicht erhält, in der Folge der gewählten Person unterstellt wird und statt der angestrebten (oder auch vorher allenfalls teilweise ausgeübten) Leitungsfunktion neu eine nicht leitende Aufgabe wahrnehmen muss. Hierin liegt regelmässig keine Diskriminierung aufgrund des Geschlechts. Dass die Beschwerdeführerin gehofft hat, die Stelle als Stabschefin zu erhalten, und nach der Nichtberücksichtigung enttäuscht war, ist verständlich, machte die ihr zugewiesenen Arbeiten jedoch nicht unzumutbar oder diskriminierend. Die ETHZ hat versucht, der Beschwerdeführerin soweit wie möglich entgegen zu kommen und ihrer besonderen Situation Rechnung zu tragen, indem sie ihr die bereits bisher wahrgenommenen, zumutbaren Sachbearbeitungen beliess und von der ursprünglich vorgesehenen Zuweisung eigentlicher Sekretariatsaufgaben absah. Eine Diskriminierung könnte unter diesen Umständen allein in der Nichtberücksichtigung für die Stelle als Stabschefin oder in einer vor der Reorganisation erfolgten diskriminierenden Entlöhnung liegen. Diese Fragen bilden jedoch nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens, nachdem die Rekurskommission die Sache insofern an die ETHZ zurückgewiesen hat (vorne E. 1.1). Selbst wenn die Nichtwahl als geschlechtsdiskriminierend beurteilt werden sollte, verschaffte dies der Beschwerdeführerin lediglich einen Anspruch auf Entschädigung (Art. 5 Abs. 2 und 4 GlG), würde sie aber nicht berechtigen, die ihr zugewiesene, nicht diskriminierende Arbeit zu verweigern. Erweist sich die Auflösung des Arbeitsverhältnisses somit als rechtmässig, bleibt für das Begehren festzustellen, dass sie von allgemeinen Sekretariatsarbeiten für den Stabschef sowie den Departementsvorsteher befreit sei, kein Raum.