Citation: 6B_1041/2021 E. 1.3.2

1.3.2. 1.3.2.1. Ob ein Beteiligter Mittäter ist, entscheidet sich nach der Art seines Tatbeitrages. Nach der Rechtsprechung gilt als Mittäter, wer bei der Entschliessung, Planung oder Ausführung eines Deliktes vorsätzlich und in massgeblicher Weise mit anderen Tätern zusammenwirkt, sodass er als Hauptbeteiligter dasteht. Entscheidend ist, ob der Tatbeitrag nach den Umständen des konkreten Falls und dem Tatplan für die Ausführung des Deliktes so wesentlich ist, dass sie mit ihm steht oder fällt. Mittäterschaft kann auch durch die tatsächliche Mitwirkung bei der Ausführung begründet werden. Konkludentes Handeln genügt (BGE 135 IV 152 E. 2.3.1; 126 IV 84 E. 2c/aa; 125 IV 134 E. 3a). Auch an spontanen, nicht geplanten Aktionen oder unkoordinierten Straftaten ist Mittäterschaft möglich. Es ist nicht erforderlich, dass der Tat ein gemeinsamer Tatentschluss oder eine allenfalls stillschweigende Vereinbarung zur Hilfestellung vorausgingen (BGE 143 IV 361 E. 4.10; Urteile 6B_454/2022 vom 29. Juni 2022 E. 4.2; 6B_1071/2021 vom 7. April 2022 E. 4.1; 6B_759/2021 vom 16. Dezember 2021 E. 1.2). Es genügt, dass sich der Täter später den Vorsatz seiner Mittäter zu eigen macht (BGE 135 IV 152 E. 2.3.1; 130 IV 58 E. 9.2.1). In Mittäterschaft begangene Tatbeiträge werden jedem Mittäter zugerechnet (BGE 143 IV 361 E. 4.10; Urteil 6B_797/2020 vom 31. Januar 2022 E. 4.3.6). 1.3.2.2. Die Vorinstanz erwägt, der Beschwerdeführer habe sich vorgängig bewusst zum "Abzocken" der Opfer entschieden, womit gemäss E.________ "Geld nehmen und abhauen" gemeint gewesen sei. Damit habe ein gemeinsamer Tatentschluss vorgelegen. Dass nach dem Plan der Täter die Anwendung von Gewalt dabei ausgeschlossen gewesen sei, sei kaum glaubhaft. Sie hätten nicht damit rechnen können, ohne die Anwendung von Gewalt oder anderen Nötigungsmitteln an Geld zu kommen. Bezeichnend sei, dass E.________ sein Opfer direkt nach dem Ansprechen unvermittelt und ohne zu zögern attackiert habe. Auch F.________ habe den Beschwerdegegner 2, nachdem er ihn eingeholt habe, sogleich auf den Boden geworfen und mit Schlägen traktiert. Der gemeinsame Tatentschluss von E.________ und F.________ habe somit zweifellos auch die Anwendung von Gewalt umfasst. Selbst wenn dies beim Beschwerdeführer anfangs noch nicht der Fall gewesen sein sollte, habe er sich den vorgefassten Tatentschluss der anderen spätestens im Verlauf des Vorfalls zu eigen gemacht. Er sei unmittelbar daneben gestanden, als E.________ direkt nach dem Erstkontakt auf den Beschwerdegegner 3 losgegangen sei, diesen mit einem Tritt gegen den Kopf ausser Gefecht gesetzt und ihm mehrmals mit der Faust gegen das Gesicht geschlagen habe. Anstatt dem Beschwerdegegner 3 zu helfen oder E.________ davon abzuhalten, habe der Beschwerdeführer seine eigene Tatbeteiligung manifestiert, indem er währenddessen das Mobiltelefon des zu diesem Zeitpunkt wehrlosen Opfers behändigt habe. Als der Beschwerdegegner 3 anschliessend flüchten wollte, habe er ihn durch Festhalten am Pullover davon abzuhalten versucht. Die konkreten Tatbeiträge des Beschwerdeführers hätten damit nach der Gewaltanwendung gegen den Beschwerdegegner 3 stattgefunden. Er habe sich bewusst entschieden, an der Tat teilzunehmen, wobei er wesentlich zur Tatausführung beigetragen habe. Das beschriebene aktive Mitwirken könne als stillschweigende Billigung der zuvor geschehenen Gewaltanwendung aufgefasst und demnach ein zumindest konkludent geschlossener Tatplan während der Tatbegehung bejaht werden. Mit seinem Verhalten nach dem Angriff auf den Beschwerdegegner 3 habe er sich mit der Gewaltanwendung gegen die Opfer einverstanden gezeigt und sich den Vorsatz der beiden anderen Täter zu eigen gemacht. Der Beschwerdeführer könne sich damit nicht auf einen Exzess der anderen beiden Täter berufen. Er habe sich bewusst und gewollt als Mittäter beteiligt, womit auch der subjektive Tatbestand des Raubs erfüllt sei. 1.3.2.3. Mit ihrem Schluss, der Beschwerdeführer habe als Mittäter gehandelt, verletzt die Vorinstanz kein Bundesrecht. Der Beschwerdeführer bestreitet den gemeinsamen Tatentschluss, wobei er sich im Wesentlichen auf den Standpunkt stellt, die von E.________ ausgeübte Gewalt sei ohne jede Absprache und vollkommen überraschend erfolgt; bei den Schlägen und Tritten gegen die Beschwerdegegner 2 und 3 handle es sich um einen von ihm nicht gewollten Exzess. Mit dieser Argumentation scheint er zu übersehen, dass die Vorinstanz letztlich offenlässt, ob der Tatentschluss beim Beschwerdeführer bereits von Anfang an bestanden hatte, und weiter erwägt, unabhängig davon habe er sich den vorgefassten Tatentschluss der beiden anderen Täter spätestens im Verlauf des Vorfalls mit seinem Verhalten nach dem Angriff auf den Beschwerdegegner 3 zu eigen gemacht. Dies genügt zur Annahme von Mittäterschaft. Soweit der Beschwerdeführer rügt, zwischen der Tatvorstellung des "Abzockens" in Form von "Geld nehmen und abhauen" und der direkten Gewaltanwendung bestünde ein grosser Unterschied, setzt er sich nicht mit der Begründung des vorinstanzlichen Entscheids auseinander, wonach die Täter nicht damit hätten rechnen können, ohne die Anwendung von Gewalt oder anderen Nötigungsmitteln an Geld zu kommen. Darauf ist nicht weiter einzugehen.