Citation: U 450/99 19.09.2000 E. 4

4.- a) Zur Bestimmung des Invalideneinkommens können sodann mit der Vorinstanz die Schweizerischen Lohnstrukturerhebungen des Bundesamtes für Statistik) (nachfolgend LSE) aus dem Jahre 1996 herangezogen werden. Dabei ist auf die im Anhang enthaltene Statistik der Lohnsätze, d.h. der standardisierten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) abzustellen, wobei jeweils vom so genannten Zentralwert (Median) auszugehen ist (BGE 124 V 323 Erw. 3b/aa). Dabei kann im Widerspruch zu den Erwägungen im angefochtenen Entscheid nicht auf den durchschnittlichen Verdienst eines im Baugewerbe einfache und repetitive Tätigkeiten ausübenden Arbeitnehmers abgestellt werden, kann doch dem Versicherten nach einhelliger Meinung der Ärzte wegen der vom Unfall herrührenden Restbeschwerden ein Einsatz im Baugewerbe gar nicht zugemutet werden. Vielmehr bildet der auf 40 Wochenarbeitsstunden standardisierte durchschnittliche Jahresverdienst im privaten Sektor von Fr. 51'528.- (4294 x 12) Ausgangspunkt, welcher der betriebsüblichen durchschnittlichen Arbeitszeit seit 1993 von wöchentlich 41,9 Stunden (Die Volkswirtschaft 1999 Heft 10, Anhang S. 27, Tabelle B9.2) anzupassen ist. Zusätzlich ist die Nominallohnentwicklung bis 1998 zu berücksichtigen, was rund Fr. 54'625.- ergibt (51'528 x 41,9 / 40 x 1.005 x 1.007 [Die Volkswirtschaft, a.a.O., S. 28, Tabelle B10.2]). Von diesem Betrag kann nun entgegen den Ausführungen im angefochtenen Entscheid nicht einfach pauschal ein Abzug von 25 % gewährt werden. Zunächst ist zu fragen, in welchem Umfang die versicherte Person aus Sicht der unfallbedingten Gesundheitsschäden in der Verweisungstätigkeit zumutbarerweise arbeiten sein kann. Dementsprechend ist der Tabellenlohn zu kürzen. Liegen sodann besondere persönliche und berufliche Merkmale vor, die ein unter oder über den Durchschnittswerten liegendes Einkommen erwarten lassen (Beispiele hiezu in BGE 124 V 323 Erw. 3b/bb mit Hinweisen; AHI 1999 S. 181 Erw. 3b, S. 242 Erw. 4c, 1998 S. 177 Erw. 3a; RKUV 1999 Nr. U 343 S. 414 Erw. 4b/cc, 1998 Nr. U 304 S. 373 Erw. 3), ist diesfalls ganz allgemein der Einfluss aller Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen (zur Publikation vorgesehenes Urteil A. vom 9. Mai 2000, I 482/99, zusammengefasst in ZBJV 2000 S. 429; vgl. AHI 1999 S. 181 Erw. 3 und S. 243 Erw. 4c, 1998 S. 292 Erw. 3b). Dabei darf der daraus gegebenenfalls resultierende Abzug vom statistischen Lohn insgesamt höchstens 25 % betragen (zur Publikation vorgesehenes Urteil A. vom 9. Mai 2000, I 482/99). b) Die Rehabilitationsklinik B.________ hat gestützt auf die aus einer rund eineinhalbmonatigen beruflichen Abklärung gewonnenen Erkenntnisse dem Versicherten attestiert, er könne in einer leidensangepassten Tätigkeit ganztägig einen guten Einsatz bringen (Bericht vom 29. Januar 1997). Dagegen geht die BEFAS etwas mehr als ein Jahr später ebenfalls im Nachgang zu beruflichen Abklärungen von einer um 40 % reduzierten Leistungsfähigkeit in einer Vollzeitstelle aus (Schätzung vom 12. Mai 1998). Mitberücksichtigt ist dabei die starke psychische Fixierung des Beschwerdeführers auf seine Schmerzen, was im besagten Bericht klar zum Ausdruck kommt. Der Unfallversicherer hat indessen für diese psychischen Einschränkungen, wie im Einspracheentscheid zutreffend dargetan, mangels adäquaten Kausalzusammenhangs zum Unfall nicht einzustehen. Ob allerdings die festgestellte Leistungseinschränkung von 40 % ganz auf psychische Faktoren zurückzuführen ist - wovon die SUVA ausgeht - oder teilweise auch auf die somatisch bedingten Leiden, insbesondere die Schmerzempfindlichkeit des Knies, bleibt fraglich. Wie es sich damit verhält, kann offen bleiben. Denn einerseits ist der somatische Gesundheitszustand des Beschwerdeführers im zwischen den beiden Abklärungen liegenden Zeitraum weitgehendst stabil geblieben. Anderseits findet sich im Bericht der BEFAS keinerlei Kritik an der Einschätzung der Rehabilitationsklinik. Weiter weisen die Berichterstatter der BEFAS ausdrücklich auf die grosse Diskrepanz zwischen der objektivierbaren körperlichen Belastbarkeit und dem, was sich der Beschwerdeführer selbst noch zutraut, hin, was zumindest auf einen ganz überwiegenden Einfluss der psychischen Situation des Versicherten auf seine gezeigten Leistungen hindeutet. Wenn daher die Vorinstanz von einem abgerundet 25 % unter dem oben aufgeführten Betrag von Fr 54'625.- liegenden Invalideneinkommen in der Höhe von Fr. 40'625.- ausgegangen ist, so erweist sich dies unter Berücksichtigung der angeführten Unsicherheit sowie den von der SUVA bei ihrer Invaliditätsbemessung herangezogenen Lohnangaben aus der anstaltsinternen Dokumentation über Arbeitsplätze (DAP) für voll leistungsfähige Personen (Verdienst von durchschnittlich Fr. 40'625.- bis Fr. 46'800.-) gesamthaft gesehen als angemessen. Von einem unerlaubten Eingriff in das Ermessen der SUVA (vgl. BGE 123 V 152 Erw. 2) kann, da diese bei der Umschreibung der Restarbeitsfähigkeit - wie bereits dargetan - allein auf den Bericht der Rehabilitationsklinik B.________ vom 29. Januar 1997 abgestellt hat, nicht gesprochen werden. c) Aus der Gegenüberstellung des Betrages von Fr. 40'625.- und des Valideneinkommens von Fr. 58'000.- resultiert eine unfallbedingte Erwerbseinbusse von rund 30 %, womit der vorinstanzliche Entscheid bezüglich der Rentenfrage im Ergebnis zu bestätigen ist.