Citation: 5A_743/2021 E. 5.1

5.1. Was die im Trust Agreement vom 12. November 2012 genannte Übertragung der wirtschaftlichen Berechtigung an den Konten auf die Beschwerdeführerin und die F.________ GmbH anbelangt, hat das Obergericht mit dem Bezirksgericht festgehalten, dass eine solche Übertragung nicht gewollt, sondern lediglich vorgetäuscht war. Die Beschwerdeführerin, die F.________ GmbH und die Schuldnerin würden allesamt von G.________ kontrolliert und beherrscht. Es sei in seinem Interesse, dass die Guthaben auf den fraglichen Konten weder von Gläubigern der Schuldnerin noch von solchen der Beschwerdeführerin und der F.________ GmbH beansprucht werden. Wären die Beschwerdeführerin und die F.________ GmbH von ihren Gläubigern ins Recht gefasst worden, wäre die Abtretung der Konten gemäss Ziffer 4 des Vertrags nicht offengelegt worden, d.h. die D.________ LLC wäre weiterhin als Alleinberechtigte an den Konten aufgetreten. Die Parteien des Trust Agreements hätten die Rechtsinhaberschaft an den Konten nicht ernsthaft auf die Beschwerdeführerin und die F.________ GmbH übertragen wollen, sondern nur für den Fall, dass die D.________ LLC von ihren Gläubigern ins Recht gefasst würde. So sei in sachverhaltlicher Hinsicht davon auszugehen, dass auch nach Abschluss des "Treuhandvertrags" und bis heute die D.________ LLC gegenüber der C.________ AG als einzige Kontoinhaberin und wirtschaftlich Berechtigte aufgetreten sei; eine Meldung mittels Formular A, wonach die Beschwerdeführerin und die F.________ GmbH (neu) wirtschaftlich berechtigt seien, sei unterblieben. Überdies sei das Kontoguthaben auch weiterhin allein in der Bilanz der Schuldnerin erfasst gewesen. Der Schluss, dass die Parteien den "Treuhandvertrag" simulierten, dränge sich des Weiteren wegen der auffälligen zeitlichen Komponente auf. Die Schuldnerin sei Rechtsinhaberin der streitgegenständlichen Konten gewesen, welche per 12. November 2012 Saldi von USD 1'049'101.51, EUR 37.16, USD 3'715'163.77 und EUR 14'756'804.89 aufgewiesen hätten. Die Schuldnerin und der Beschwerdegegner hätten am 15. März 2012 einen Vergleich darüber abgeschlossen, dass die Schuldnerin dem Beschwerdegegner in drei Raten EUR 38'675'740.25 zurückzahle. Während die erste und zweite Rate beglichen worden seien, stehe die Bezahlung von rund EUR 17.6 Mio. (zzgl. Zins) bis heute aus. Der Treuhandvertrag sei am 12. November 2012 und somit zu einem Zeitpunkt abgeschlossen worden, in dem die Schuldnerin bereits gewusst habe, dass der Beschwerdegegner bei Nichtzahlung der Ansprüche aus dem Vergleich Zwangsvollstreckungsmassnahmen einleiten würde. Betrachte man die zeitliche Abfolge der zwischen der Schuldnerin und dem Beschwerdegegner geschlossenen Vergleichs- und Ratenzahlungsvereinbarungen sowie des Abschlusses des Trust Agreements dränge sich die Annahme auf, G.________ und die Schuldnerin hätten einzig die Vermögenswerte der Schuldnerin in Sicherheit bringen wollen. Eine konsistente andere Begründung für den Abschluss des Trust Agreements (zum konkreten Zeitpunkt) hätten die Beschwerdeführerin und die F.________ GmbH nicht zu nennen vermocht. Sei die Übertragung der wirtschaftlichen Berechtigung an den Konten auf die Beschwerdeführerin und die F.________ GmbH nicht gewollt, sondern lediglich vorgetäuscht, könne der Beschwerdegegner die Unwirksamkeit der Übertragung der wirtschaftlichen Berechtigung an den Konten geltend machen, sei doch die Vereinbarung eines Vertrags, der unter den Parteien zwar unwirksam, Dritten gegenüber aber wirksam sein solle, ausgeschlossen. Damit habe das Bezirksgericht ein besseres Recht der Beschwerdeführerin und der F.________ GmbH zu Recht verneint.