Citation: 8C_551/2022 E. 3

Die Vorinstanz erwog, rechtsprechungsgemäss bestehe die übliche und einigermassen typische Reaktion auf Schreckereignisse erfahrungsgemäss darin, dass das Opfer die Traumatisierung in aller Regel innert einiger Wochen oder Monate überwunden habe. Dementsprechend habe das Bundesgericht die Leistungseinstellung bei Fällen mit Waffengewalt bereits wenige Monate nach dem Schreckereignis geschützt (Urteile U 2/05 vom 4. August 2005 und 8C_904/2017 vom 23. April 2018 und U 593/06 vom 14. April 2008 1 S. 7 unten f.). Weiter sei unbestritten, dass der Beschwerdeführer an einem psychischen Vorzustand leide (dependente Persönlichkeitsstörung; Suchtproblematik). Er habe sich aber bis zum Schreckereignis im Arbeitsmarkt behaupten können und sei soweit psychisch kompensiert gewesen. Daher sei kein massiv beeinträchtigter Vorzustand anzunehmen, wobei seiner psychischen Vulnerabilität im Urteil vom 1. Dezember 2020 Rechnung getragen worden sei. An dieser Würdigung des Ereignisses mit der Summe von Bedrohungselementen, der Intensität desselben und der unmittelbar erlebten Todesgefahr habe sich seit dem Urteil vom 1. Dezember 2020 nichts geändert. Nunmehr seien etwas mehr als vier Jahre und vier Monate vergangen (bis zur Leistungseinstellung am 31. Juli 2021) und der Gesundheitszustand habe sich gemäss den Auskünften des Dr. med. C.________ vom 7. Mai 2021 deutlich gebessert; es bestehe eine 50%-ige Arbeitsfähigkeit. Weder der Beschwerdeführer noch die anderen anwesenden Personen seien physischer Gewalt ausgesetzt gewesen und nicht verletzt worden. Es sei zu keiner Schussabgabe gekommen. Die Vorinstanz gelangte gestützt darauf zum Schluss, dass am 31. Juli 2021 keine adäquat kausalen Unfallfolgen mehr vorgelegen seien.