Citation: 5A_179/2018 E. 7.3

7.3. Mit fortschreitendem Alter des Kindes ist zunehmend dessen geäussertem Willen Rechnung zu tragen und ist es zu respektieren, wenn ein fast volljähriges Kind den Verkehr mit einem Elternteil ablehnt (Urteil 5A_463/2017 vom 10. Juli 2018 E. 4.5.5 mit Hinweisen, in: FamPra.ch 2018 1150; siehe auch BGE 126 III 219 E. 2b S. 221 f.). Diese Rechtsprechung wurde indessen entwickelt für Fälle, in welchen die Kinder bereits über längere Zeit den Kontakt mit dem nicht obhutsberechtigten Elternteil verweigerten. Vorliegend wünschen sich die Kinder den Kontakt zum Vater und haben die obligatorische Schulzeit noch nicht beendet. Die Beschwerdegegnerin widersetzt sich einer Ausweitung des Besuchsrechts. In einer solchen Konstellation drängt sich eine verbindliche Regelung bis zur Volljährigkeit auf. Sollte sich die Beschwerdegegnerin einem zwischen dem Beschwerdeführer und den Kindern vereinbarten Besuchsrecht widersetzen, müsste der Beschwerdeführer nämlich eigens ein Verfahren bei der Kindesschutzbehörde anhängig machen (Art. 134 Abs. 4 ZGB). Demgegenüber könnte die Beschwerdegegnerin eine Einschränkung des Besuchsrechts bereits über den Beistand der Kinder erwirken, da diesem die Befugnis eingeräumt wurde, "das Besuchsrecht vorübergehend abweichend (beschränkend) zu regeln sowie spezielle Auflagen oder Bedingungen zu definieren" (anders die Situation in den Urteilen 5A_875/2017 vom 6. November 2018 E. 3.4; 5A_184/2017 vom 9. Juni 2017 E. 4.4 in fine). Die blosse Annahme, dass sich die Kinder mit zunehmendem Alter weniger für ihre Familie interessierten, rechtfertigt es nicht, dem Beschwerdeführer den persönlichen Verkehr zu seinen Kindern derart zu erschweren. Die Beschwerde erweist sich somit auch in diesem Punkt als erfolgreich.