Citation: K 32/99 12.10.2000 E. 3

3.- a) Bezüglich der Voraussetzungen, unter welchen der Bürger und die Bürgerin im Hinblick auf vorangegangene unrichtige Auskünfte von Verwaltungsstellen gestützt auf den Grundsatz von Treu und Glauben in ihrem berechtigten Vertrauen in behördliches Verhalten zu schützen sind und dementsprechend eine vom materiellen Recht abweichende Behandlung erwarten können (BGE 121 V 66 Erw. 2a mit Hinweisen), ist den zutreffenden Ausführungen im angefochtenen Entscheid nichts beizufügen. b) Das kantonale Gericht ist zum Schluss gelangt, es könne nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass die Sanitas "eine verpflichtende Zusicherung gemacht hätte, welche über die Kostenübernahme der ersten 15 Tage des Klinikaufenthaltes gehen würde". Aus diesem Grund erachtete sie die Berufung der Beschwerdeführerin auf den Vertrauensschutz als unbegründet. aa) Auf die Anfrage des Dr. med. X.________ vom 29. Dezember 1995 hin sicherte die Kasse ihrer Versicherten die Kostenübernahme für den vorgesehenen Aufenthalt in der Klinik A.________ bereits mit Schreiben vom 5. Januar 1996 vorbehaltlos zu. Weder in zeitlicher noch in sachlicher Hinsicht findet sich irgendein einschränkender Hinweis. Die Beschwerdeführerin durfte damit ohne weiteres davon ausgehen, dass die während des vorgesehenen stationären Aufenthaltes anfallenden Kosten von der Kasse vergütet würden. Im Vertrauen darauf stand ihrem Eintritt in die Klinik am 11. Januar 1996 denn auch nichts entgegen. Die lediglich präzisierende Leistungsumschreibung vom 9. Januar 1996 änderte daran nichts, enthielt doch auch sie nichts weiter als eine ausdrückliche Leistungszusage. bb) Die vorinstanzliche Argumentation, wonach eine über die ersten 15 Tage des Klinikaufenthaltes hinausgehende Kostengutsprache nie erteilt worden sei, trifft somit nicht zu. Vielmehr verhält es sich so, dass die Leistungszusicherung vor dem Klinikeintritt zeitlich in keiner Weise limitiert worden ist. Dabei konnte die Krankenkasse schon auf Grund des Gesuchs des Hausarztes Dr. med. X.________ vom 29. Dezember 1995 und der darin geschilderten gesundheitlichen Problematik nicht etwa von einer bloss kurzfristigen Hospitalisation von einigen wenigen Tagen ausgehen. Entgegen der Betrachtungsweise des kantonalen Gerichts stellt sich damit aber nicht mehr die Frage, ob eine Leistungszusicherung für einen länger als 15 Tage dauernden Aufenthalt erteilt worden ist. Vielmehr ist zu prüfen, ob sich die nach vorangegangener vorbehaltloser Zusicherung der Kostenübernahme nach rund einwöchigem Spitalaufenthalt plötzlich erfolgte Limitierung, welche letztlich einem Widerruf der ursprünglichen Anerkennung der Leistungspflicht gleichkommt, mit dem auch von den Krankenkassen zu beachtenden Prinzip des Handelns nach Treu und Glauben vereinbaren lässt. cc) Gestützt auf die sicherlich nicht ohne weiteres als unrichtig erkennbaren Kostengutsprachen der dafür zweifellos zuständigen Krankenkasse vom 5. und 9. Januar 1996 ist die Beschwerdeführerin am 11. Januar 1996 in die Klinik A.________ eingetreten, womit angesichts der damit verbundenen Umtriebe - trotz der Bereitschaft der Kasse zur Übernahme der Aufenthaltskosten während der ersten 15 Tage - bereits nicht mehr rückgängig machbare Dispositionen getroffen worden sind. Die am 18. Januar 1996 unvermittelt und ohne nähere Begründung erfolgte Ankündigung, die Kosten nur bis zum 15. Hospitalisationstag übernehmen zu wollen, muss damit aber als gegen Treu und Glauben verstossend betrachtet werden. Daran ändert nichts, dass die Beschwerdeführerin an sich noch die Möglichkeit gehabt hätte, die in Angriff genommene medizinisch-therapeutische Behandlung vor Ablauf der nunmehr neu bekanntgegebenen Kostengutsprachefrist vorzeitig abzubrechen. Eine solche Reaktion, welche die sofortige Aufgabe der mit der begonnenen Massnahme angestrebten Ziele vorausgesetzt hätte, konnte von ihr vernünftigerweise nicht erwartet werden. Dies umso weniger, als, wie die Kasse im vorinstanzlichen Verfahren ausdrücklich anerkannt hat, der Versicherten am 22. Januar 1996 auf telefonische Anfrage hin erklärt wurde, die Spitalbedürftigkeit sei vom Klinikarzt noch zu rechtfertigen, was als eindeutiger Beleg dafür zu werten ist, dass die erforderlichen Abklärungen noch gar nicht als abgeschlossen galten. Als unzumutbar muss in dieser Situation auch die im Schreiben vom 26. Januar 1996 vom Vertrauensarzt der Kasse gestellte Forderung nach einer unverzüglichen Verlegung in ein Universitätsspital qualifiziert werden, wobei dahingestellt bleiben kann, inwiefern eine solcher Klinikwechsel kurzfristig überhaupt realisierbar gewesen wäre. Letzteres gilt auch hinsichtlich der Frage, inwiefern ein vorzeitiger Abbruch der Behandlung in der Klinik A.________ mit einer völligen Befreiung der Beschwerdeführerin von weiteren Verbindlichkeiten finanzieller Art verbunden gewesen wäre. c) Ist die Beschwerdeführerin demnach in ihrem Vertrauen gegenüber den Zusagen der Krankenkasse zu schützen, rechtfertigt es sich, Letztere zur Erbringung der vertraglich umschriebenen Versicherungsleistungen für den gesamten Aufenthalt in der Klinik A.________ zu verpflichten. Für eine beliebig lange Dauer könnte dies zwar nicht gelten. Vorliegend erscheint die Kostenübernahme für eine Hospitalisation von genau einem Monat indessen durchaus angemessen, zumal die Kasse im Zeitpunkt ihrer Leistungszusagen vom 5. und 9. Januar 1996 schon auf Grund der hausärztlichen Angaben im Schreiben vom 29. Dezember 1995 mit einer Aufenthaltsdauer diesen Umfangs rechnen musste. In ihrer Vernehmlassung zur Verwaltungsgerichtsbeschwerde räumt sie überdies selber ein, die Versicherte habe "ab Beginn für einen einmonatigen Klinikaufenthalt plädiert".