Citation: 6B_407/2022 E. 2

Im Strafbefehl wird der Beschwerdeführerin vorgeworfen, sie habe am 29. Januar 2019 einen Personenwagen in einen Kreisel gelenkt. Sie habe sich dem dortigen Fussgängerstreifen genähert, auf welchem sie keine Personen habe feststellen können. Kurzzeitig sei sie von der Sonne geblendet worden, weshalb sie eine Fussgängerin, die den Fussgängerstreifen von rechts betrat, nicht wahrgenommen habe. Es sei zu einem Zusammenstoss zwischen dem Personenwagen und der Fussgängerin gekommen. Dabei sei die Fussgängerin seitlich-frontal vom Personenwagen erfasst und etwa zwei Meter weiter vorne auf die Strasse geschleudert worden. Die Fussgängerin habe schwere Verletzungen erlitten. Die Beschwerdeführerin habe pflichtwidrig die Pflichten gegenüber Fussgängern gemäss Art. 33 Abs. 2 SVG verletzt, wonach vor Fussgängerstreifen besondere Vorsicht geboten ist. Es sei daher voraussehbar gewesen, dass es zu einer Kollision kommen könnte, was bei entsprechender Vorsicht vermeidbar gewesen wäre. Die objektiven und subjektiven Tatbestandselemente der Fahrlässigkeit seien erfüllt.