Citation: 2C_782/2018 E. 4.2.1

4.2.1. Als weiteres Element für das Vorliegen einer Ausländerrechtsehe stellte das Verwaltungsgericht auf den Altersunterschied der Eheleute verbunden mit der sich daraus ergebenden spezifischen familiären Situation ab: Der Ehemann war etwas mehr als 26-jährig, als er die um 11 Jahre ältere Beschwerdeführerin und Mutter von fünf Kindern heiratete, was im traditionell-patriarchalisch geprägten Kulturkreis, aus dem die Eheleute stammen, erfahrungsgemäss als untypisch zu gelten hat (vgl. das Urteil 2C_177/2017 vom 20. Juni 2017 E. 3.1). Die Zeit zwischen dem Kennenlernen und dem Eheschluss betrug nur gerade zwei Monate, was erstaunlich kurz erscheint, zumal die Beschwerdeführerin fünf Kinder bzw. junge Erwachsene in die Ehe einbrachte. Zwischen der ältesten Tochter der Beschwerdeführerin und deren Gatten besteht lediglich ein Altersunterschied von sechs Jahren. Zur Diskussion stand nicht bloss die Begründung einer Ehegemeinschaft mit seiner Gattin, sondern die Übernahme der Verantwortung für eine Grossfamilie, was normalerweise reiflich überlegt und geplant sein will. Innerhalb einer Frist von zwei Monaten zwischen Bekanntschaft und Heirat ist dies kaum möglich. Die Beschwerdeführerin erklärt zwar, sie habe aufgrund ihres Alters ihren Gatten möglichst schnell heiraten wollen; dieses Argument überzeugt indessen nicht, zumal die Beschwerdeführerin nicht detailliert ausführt, warum ihr Alter einer etwas späteren Heirat entgegengestanden hätte.