Citation: 8C_530/2017 E. 4.4

4.4. Bei einer Gesamtbetrachtung der wiedergegebenen Abläufe des Ereignisses vom 12. Dezember 2014 fällt auf, dass anfänglich nur von Schmerzen im Rücken (Unfallmeldung vom 12. Dezember 2014) resp. im LWS-Bereich (Berichte der Klinik C.________ vom 12. Dezember 2014) die Rede war. Im Austrittsbericht des Spitals D.________ vom 22. Dezember 2014 wird erwähnt, der Versicherte habe den drohenden Sturz auffangen können und sei dabei mit der Flanke an die Wand geprallt. Anlässlich der Besprechung mit dem Aussendienstmitarbeiter vom 18. Februar 2015 wird erstmals ein Abfangen mit Auswirkungen in den Ellbogen geltend gemacht. In diesem Zusammenhang spricht der Versicherte auch von mehreren Nadelstichen zur Blutentnahme in der Region des rechten Ellbogens und dass er in der Folge belastungsabhängige Schmerzen verspürt habe. Im Rahmen der Einspracheergänzung vom 30. April 2015 werden dann weitere Details (Mauerknick) nachgereicht, die den Hergang des Ereignisses immer dramatischer erscheinen lassen. Insbesondere wird ursprünglich kein Anprall an der Wand und auch dieser zuerst in Zusammenhang mit der Flanke und nicht mit dem Ellbogen geschildert. Bei beidem - wie auch beim erst Monate später erwähnten Mauerknick, an welchem der Anprall letztlich stattgefunden haben soll - handelt es sich jedoch um derart augenfällige Umstände im Ablauf des Geschehens, dass nicht nachvollziehbar ist, weshalb sie nicht bereits zu Beginn erwähnt wurden. Daran ändert auch der Einwand nichts, der Versicherte habe angesichts der im Vordergrund stehenden Nierenproblematik die Schmerzen im Ellbogen gar nicht wahrgenommen. Ebenso unbehelflich ist der Einwand, der Versicherte habe die Unfallmeldung nicht selbst verfasst, zumal diese in der "Ich"-Form verfasst ist. Denn auch gegenüber den Ärzten der erstbehandelnden Klinik C.________ hat der Versicherte anlässlich dreier Konsultationen einen anderen Unfallhergang geschildert, als er nunmehr geltend machen will; es ist nicht davon auszugehen, dass gleich mehrere Ärzte trotz anderslautender Aussagen des Versicherten einen unzutreffenden Ablauf festgehalten haben.