Citation: 1P.131/2003 05.05.2003 E. 2

Die Beschwerdeführer rügen, das angefochtene Urteil verletze die Verfahrensgarantien gemäss Art. 9 und 12 des Übereinkommens über die Rechte des Kindes vom 20. November 1989 (UNO-Kinderrechtskonvention; SR 0.107). Sie hätten vor der Verfügung der Anstaltseinweisung durch die Jugendanwaltschaft keine hinreichende Gelegenheit gehabt, sich zu äussern, und sie hätten nicht in Kenntnis sämtlicher Akten am Verfahren mitwirken können. Die Beschwerdeführer erheben diese Rüge erstmals vor Bundesgericht. Sie haben sie in ihrer Beschwerde an das Obergericht nicht vorgebracht. Dies wäre ihnen aber möglich und nach Treu und Glauben zumutbar gewesen. Bei dieser Sachlage ist auf das Vorbringen nicht einzutreten. Nach der Rechtsprechung kann eine Verfahrensrüge, die bereits vor der letzten kantonalen Instanz hätte erhoben werden können, nicht erstmals vor Bundesgericht vorgebracht werden (BGE 117 Ia 491 E. 2a mit Hinweisen). Selbst wenn man auf die Beschwerde insoweit eintreten wollte, würde das den Beschwerdeführern nicht helfen. Sie hatten die Möglichkeit, in der Beschwerde an das Obergericht alles vorzubringen, was aus ihrer Sicht gegen die Anstaltseinweisung sprach. Das Obergericht hatte freie Kognition. Damit wäre der von den Beschwerdeführern geltend gemachte Mangel im obergerichtlichen Verfahren jedenfalls geheilt worden (vgl. BGE 114 Ia 307 E. 4a S. 314 mit Hinweisen). Wie aus der Vernehmlassung der Jugendanwaltschaft und der ihr beigelegten Aktennotiz hervorgeht, kann im Übrigen keine Rede davon sein, dass die Beschwerdeführer vor der Verfügung der Jugendanwaltschaft nicht hinreichend angehört worden seien und sich am Verfahren nicht genügend hätten beteiligen können.