Citation: 8C_868/2008 05.05.2009 E. 4

4.1 Die Unterlagen zur im Vordergrund stehenden Frage, ob und allenfalls in welchem Umfang dem Beschwerdeführer infolge unfallkausaler Schädigungen noch eine Arbeitstätigkeit zugemutet werden kann, stellen sich wie folgt dar: 4.1.1 Gemäss Austrittsbericht der Rehaklinik Y.________ vom 20. August 2004, auf welchen sich Vorinstanz und Beschwerdegegnerin in ihrer Argumentation vornehmlich abstützen, liess sich beim Versicherten als Ergebnis der im Zeitraum vom 23. Juni bis 4. August 2004 durchgeführten Abklärungen die Diagnose eines lumboradikulären sensomotorischen Ausfallsyndroms L4/5 und S1 links (3-Etagen-Diskushernie; vorbestehende Diskushernie L5/S1 und schwere degenerative Veränderungen) sowie einer Periarthropathia humeroscapularis links (sonographisch Verdacht auf Teilruptur der Supraspinatussehne links) erhärten. Nach Auffassung der Ärzte war nach Beendigung des Aufenthaltes von weiteren physikalischen und anderweitigen konservativen Massnahmen keine namhafte Besserung des Zustandes mehr zu erwarten. Invasive und operative Massnahmen (betreffend Diskushernie auf drei Etagen, 3-Etagen-Eingriff) lehnte der Versicherte jedoch ab. Hinsichtlich der Beschwerden im linken Arm, welche sich v.a. in einer Limitierung für Tätigkeiten über Brusthöhe äusserten, zeige sich, so die Ärzte im Weiteren, eine geringfügige Besserungstendenz. Die bisherige Beschäftigung als Maurer sei auf Grund der hohen körperlichen Anforderungen nicht länger geeignet, wohingegen leichte Arbeiten ganztags mit zusätzlichen Pausen in einer Anfangsphase als zumutbar betrachtet wurden. Die Verrichtungen müssten wechselbelastend sein, ohne länger andauerndes Arbeiten vorgeneigt, über Kopfhöhe oder auf den Knien sowie ohne Hantieren von sehr schweren Lasten. 4.1.2 In der Zeit vom 23. Mai 2005 bis 20. April 2006 befand sich der Versicherte in einem vom RAV initiierten Beschäftigungsprogramm, anlässlich welchem Verpackungs- und einfache Montagearbeiten (Verlängerungskabel, Elektrokupplungen), Kunststoffrecycling (Qualitätskontrolle separierter Stoffe) sowie das Konfektionieren verschiedener Produkte (einpacken etc.) zu bewältigen waren. Dabei erbrachte der Beschwerdeführer während acht Stunden täglich mit normalem Pausenrhythmus eine volle Arbeitsleistung (vgl. E-Mail-Auskunft des RAV vom 17. Juli 2006). 4.1.3 Am 20. April 2006 erfolgte eine kreisärztliche Abschlussuntersuchung durch Prof. Dr. med. E.________, der im gleichentags erstellten Bericht festhielt, dass als wesentliche Unfallfolge die anerkannte Diskushernie mit Teillähmung des linken Beines anzusehen sei, denn laut kreisärztlicher Beurteilung vom 11. Juni 2003 sei die Fussheberparese links auf den Unfall vom 7. März 2003 zurückzuführen. Daneben würden Folgen eines Schultertraumas links mit schmerzhaftem Funktionsausfall dieser Schulter wegen Ruptur der Supraspinatussehne bestehen. Aktuell im Vordergrund stünden insbesondere die beiden schmerzhaften Problembereiche des linken Beines mit sensomotorischer Teilparese und der Zustand der linken Schulter. Therapeutisch sei seit längerem kein Erfolg mehr zu erwarten. Eine im März 2004 diskutierte operative Entlastung "zugunsten der Teillähmung des linken Beines" sei vom Versicherten abgelehnt worden. Seither sei der diesbezügliche Zustand stationär, d.h. eine spontane Remission habe sich nicht eingestellt. Eine Reintegration in einen den Fähigkeiten des Patienten gerecht werdenden Arbeitsprozess sei sowohl auf Grund der Behinderung durch die sensomotorische Teillähmung des linken Beines, welche beinahe die Benutzung eines Stockes erforderlich mache, wie auch die Schmerzsymptomatik an der linken Schulter als vollständig illusorisch zu betrachten. Konsequenterweise werde zurzeit denn auch über das RAV gearbeitet, was einer wenig qualifizierten Tätigkeit ohne körperlichen Einsatz entspreche. 4.1.4 Mit Schreiben vom 29. Mai 2006 wandte sich der Hausarzt des Versicherten, Dr. med. R.________, an die Beschwerdegegnerin und erklärte sich mit der Beurteilung durch Prof. Dr. med. E.________ vollumfänglich einverstanden. Der nur über eine minimale Schulbildung verfügende und an einem chronischen Schmerzsyndrom sowie wesentlichen körperlichen Behinderungen leidende Beschwerdeführer sei höchstens imstande, eine leichte, körperlich nicht belastende Hilfsarbeit im Umfang von 30 bis 40 % auszuführen. 4.1.5 Dr. med. U.________ diagnostizierte in seinem zuhanden der IV-Stelle verfassten Bericht vom 10. Juli 2006 neben den bekannten somatischen Beschwerden erstmals ein massives depressives Syndrom. Zur noch vorhandenen erwerblichen Leistungsfähigkeit befragt gab er an, diese betrage maximal 20 % bei leichten Tätigkeiten mit Pausen. Auch eine derartige Leistung sei jedoch höchstens in einem geschützten Rahmen und bei psychisch stabiler Verfassung des Versicherten realisierbar. 4.1.6 Nach Vorlage der Akten hielt Dr. med. P.________, SUVA Abteilung Versicherungsmedizin, in seiner Stellungnahme vom 16. August 2006 fest, bezüglich Zumutbarkeit auf dem freien Arbeitsmarkt, unter Abstraktion unfallfremder Faktoren, könne auf den Austrittsbericht der Rehaklinik Y.________ vom 20. August 2004 verwiesen werden. Neue medizinische Erkenntnisse hätten sich zwischenzeitlich keine ergeben. 4.1.7 Mit Bericht vom 29. September 2006 schloss Dr. med. N.________ sich grundsätzlich dem durch die Ärzte der Rehaklinik Y.________ definierten und Dr. med. P.________ bestätigten Zumutbarkeitsprofil an, präzisierte dieses aber wie folgt: Auf Grund der Schädigung der linken Schulter könnten Verrichtungen mit dem linken Arm über Brusthöhe mit Gewichten über fünf Kilogramm nur selten und mit solchen über einem Kilogramm sporadisch, Tätigkeiten bis Brusthöhe mit Gewichten bis zehn Kilogramm nur manchmal und mit solchen bis zu einem Kilogramm auch öfter vorgenommen werden. 4.1.8 Am 10. Dezember 2007 nahm Dr. med. P.________ erneut Stellung insbesondere zur Situation der verbliebenen Arbeitsfähigkeit und führte aus, dass auf die ganzheitlichen Zumutbarkeitsbeurteilungen der betreuenden Ärzte (Dres. med. R.________ und U.________) wie auch des Kreisarztstellvertreters Prof. Dr. med. E.________ nicht abgestellt werden könne. Speziell Dr. med. U.________ habe in seinem für die Belange der Invalidenversicherung erstellten Zeugnis vom 10. Juli 2006 bei der Einschätzung der Restarbeitsfähigkeit auch die psychisch bedingten Gesundheitsstörungen (massives depressives Syndrom) berücksichtigt, welche im Rahmen der unfallversicherungsrechtlichen Beurteilung jedoch ein juristisches Adäquanzproblem beschlügen. Auch das von diesem erwähnte traumatische cervicocephale Schmerzsyndrom entspreche einer bloss deskriptiven "Pseudo-Diagnose" im Sinne eines psychosomatischen Leidens. Ein struktureller Schaden an der Halswirbelsäule (HWS) sei jedenfalls nicht ausgewiesen. Ebenso wenig sei ein Supraspinatusabriss ersichtlich, sondern liege gemäss Sonographie lediglich eine intramurale Teilruptur im Sinne einer Tendinose bei sonst unauffälligem Gelenk vor. Unter Abstraktion der unfallfremden Faktoren sowie der erheblichen psychogenen Überlagerung bestehe keine Veranlassung, bezüglich Zumutbarkeit von der fundierten Beurteilung der Ärzte der Rehaklinik Y.________ abzuweichen, die immerhin auf einer längeren stationären Beobachtung beruhe. Da damals im Übrigen auch der linken Schulterproblematik Rechnung getragen worden sei, bedürfe es diesbezüglich ebenfalls keiner Ergänzungen. Der Versicherte benötige zum Gehen ferner auch keinen Stock. Es sei abschliessend kein angemessener organischer Grund erkennbar, weshalb eine leichte wechselbelastende Tätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nicht ganztags und mit normaler Leistung möglich sein solle. 4.2 Seit dem Unfall vom 7. März 2003 besteht ein lumboradikuläres sensomotorisches Ausfallsyndrom L4/L5/S1 links. Als Folge des am 21. April 2004 erlittenen Schultertraumas resultierte alsdann der Verdacht auf eine ansatznahe Teilruptur der Supraspinatussehne links. Weitere unfallkausale Beeinträchtigungen sind nicht ausgewiesen. Insbesondere liess sich weder der nach dem zweiten Unfallereignis erhobene Verdacht einer beim Sturz zugezogenen Distorsion der HWS erhärten, noch spielt im gesamten Unfallgeschehen ein Cervicovertebralsyndrom eine massgebende Rolle. Aus den dargestellten medizinischen Akten erhellt, dass die bisherige Tätigkeit des Beschwerdeführers (Bauarbeiter/Maurer) einhellig als auf Grund dieser Unfallfolgen nicht mehr zumutbar beurteilt wird. Hinsichtlich einer den Leiden angepassten Beschäftigung halten die Ärzte der Rehaklinik Y.________ - bestätigt durch die Dres. med. P.________ und N.________ - demgegenüber dafür, dass eine solche mit gewissen Auflagen ganztags ausübbar ist. Demgegenüber erachtet der stellvertretende Kreisarzt Prof. Dr. med. E.________ eine Reintegration in den Arbeitsprozess auf Grund der das linke Bein sowie die linke Schulter betreffenden Unfallfolgen als "vollständig illusorisch" und auch die Dres. med. R.________ und U.________ bescheinigen dem Beschwerdeführer - unter Einschluss indessen der sich offenbar zunehmend verstärkenden unfallfremden psychischen Beschwerden und anderweitigen, nicht gesundheitlich bedingten Ursachen (minimale Schulbildung etc.) - eine weitergehende Einschränkung des verbliebenen Leistungsvermögens. 4.2.1 Vor dem Hintergrund der sich derart widersprechenden ärztlichen Einschätzungen geht es nicht an, mit der Vorinstanz auf die Beurteilung des Dr. med. P.________ (unter Hinweis auf die im Austrittsbericht der Ärzte der Rehaklinik Y.________ festgehaltenen Ergebnisse) als massgebliche Entscheidungsgrundlage abzustellen. Zum einen entbehren dessen auf Aktenstudium beruhenden Ausführungen einer vertieften Auseinandersetzung insbesondere mit der - zu diametral entgegengesetzten Schlussfolgerungen gelangenden - Sichtweise des Prof. Dr. med. E.________, welche demgegenüber das Ergebnis einer persönlichen Untersuchung des Versicherten darstellt. Die Stellungnahme des stellvertretenden Kreisarztes bezieht sich zum anderen nicht nur, wie von kantonalem Gericht erwogen und von der Beschwerdegegnerin beteuert, auf die angestammte Tätigkeit des Beschwerdeführers, sondern auf jeglichen, "den Fähigkeiten des Patienten gerecht werdenden Arbeitsprozess". Ferner gilt es dem Umstand Rechnung zu tragen, dass die Klinikärzte eine leichte Arbeit ganztags zwar als zumutbar erachteten, dies jedoch unter der Prämisse der Einschaltung von zusätzlichen Pausen im Umfang von zwei Stunden in einer Anfangsphase. Ob sich die gesundheitliche Situation im Folgenden - der betreffende Austrittsbericht datiert vom 20. August 2004 und damit immerhin über drei Jahre vor dem in zeitlicher Hinsicht massgebenden Erlass des Einspracheentscheids (vom 21. Juni 2007) - in einer Weise entwickelt hat, dass die besagten Pausen später nicht mehr erforderlich waren, lässt sich alsdann weder den Akten entnehmen, noch resultiert eine solche Erkenntnis in der dafür notwendigen Schlüssigkeit allein aus dem kurzen Vermerk im Bericht des Dr. med. P.________ vom 16. August 2006, wonach sich zwischenzeitlich keine neuen medizinischen Erkenntnisse ergeben hätten. Das vom RAV organisierte knapp elf Monate dauernde Beschäftigungsprogramm vermochte der Beschwerdeführer sodann zwar ohne nennenswerte Leistungsausfälle zu bewältigen. Dabei handelte es sich aber um Aufgaben im Rahmen eines geschützten Arbeitsplatzes, bei dem er seinen Arbeitsrhythmus selber bestimmen und von dem er bei Zunahme der Schmerzen auch gelegentlich fern bleiben konnte, und die sich deshalb nur bedingt mit den Usanzen auf dem freien Arbeitsmarkt vergleichen lassen. Beachtung zu schenken ist in diesem Kontext schliesslich auch der Tatsache, dass dem Versicherten seitens der Invalidenversicherung eine ganze Rente auf der Basis einer Erwerbsunfähigkeit von 86 % ab 1. April 2005 zugesprochen worden ist. Obschon der Invaliditätsgrad in der Invalidenversicherung mit demjenigen in der obligatorischen Unfallversicherung grundsätzlich nur insoweit übereinstimmt, als die Schätzung der Invalidität mit Bezug auf den gleichen Gesundheitsschaden vorgenommen wird (BGE 119 V 470 E. 2b S. 470 f. mit Hinweisen), erscheint ein Auseinanderklaffen der beiden Werte von in casu 64 % nicht ohne weiteres mit dem Vorliegen psychischer Beschwerden begründbar. Da die Dres. med. R.________ und U.________ ihrerseits dem Versicherten selbst im Rahmen einer gesamtheitlichen, auch nicht unfallbedingte Gesundheitsschädigungen und anderweitige Faktoren berücksichtigenden Betrachtung, welche deren Bedeutungsgehalt für das vorliegende Verfahren mindert, die Ausübung einer leidensadaptierten Tätigkeit noch im Umfang von 20 bis 40 % zugestehen, erscheint die Aussagekraft der dem Versicherten allein auf Grund der Unfallfolgen jedes Leistungsvermögen absprechenden Beurteilung des Prof. Dr. med. E.________ indessen ebenfalls herabgesetzt. Auch darauf kann somit nicht vorbehaltlos abgestellt werden. 4.2.2 Die medizinischen Unterlagen erweisen sich mithin namentlich mit Blick auf die Frage des trotz unfallkausaler Schädigungen noch vorhandenen erwerblichen Zumutbarkeitsprofils als nicht spruchreif. Die Angelegenheit ist daher an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie die vorhandene ärztliche Aktenlage diesbezüglich vervollständige durch die Einholung eines externen Gutachtens.