Citation: 4C.348/2006 17.01.2007 E. 5

Die Klägerin wirft dem Obergericht weiter eine Verletzung von Art. 8 ZGB vor. Zur Begründung führt sie aus, das Obergericht habe es unterlassen, Dr. H.________ als Zeugen zu befragen, obwohl dies erforderlich gewesen wäre, um den Beweis zu erbringen, dass zwischen den Kontrahenten kein Konsens vorlag. 5.1 Art. 8 ZGB gibt der beweispflichtigen Partei in allen bundesrechtlichen Zivilstreitigkeiten einen Anspruch darauf, für rechtserhebliche Vorbringen zum Beweis zugelassen zu werden (BGE 132 III 222 E. 2.3 S. 226; 130 III 591 E. 5.4 S. 601), wenn ihr Beweisantrag nach Form und Inhalt den Vorschriften des kantonalen Rechts entspricht (BGE 129 III 18 E. 2.6 S. 24 f. mit Hinweisen). Art. 8 ZGB wird unter anderem verletzt, wenn der Richter taugliche und formgültig beantragte Beweise zu rechtserheblichen Tatsachen nicht abnimmt, obwohl er die Sachvorbringen dazu weder als erstellt noch als widerlegt erachtet. Wo der Richter dagegen auf Grund der abgenommenen Beweise zur Überzeugung gelangt, eine Tatsachenbehauptung sei bewiesen oder widerlegt, liegt Beweiswürdigung vor, die bundesrechtlich nicht geregelt ist, auch nicht durch Art. 8 ZGB. Diese Bestimmung schreibt dem Richter nicht vor, mit welchen Mitteln der Sachverhalt abzuklären und wie das Ergebnis zu würdigen ist, und sie schliesst auch die vorweggenommene Beweiswürdigung nicht aus. Mithin steht Art. 8 ZGB einer bloss beschränkten Beweisabnahme nicht entgegen, wenn das Gericht schon nach deren Ergebnis von der Sachdarstellung einer Partei überzeugt ist oder dafür hält, die zusätzlich beantragten Beweise vermöchten zur Klärung des Sachverhalts nichts beizutragen (BGE 130 III 591 E. 5.4 S. 601 f. mit Hinweisen). 5.2 Das Obergericht kam gestützt auf die beiden Quittungen und die Zeugenaussagen von K.________ und I.________ - und damit auf Grund einer Beweiswürdigung - zum Schluss, dass zwischen den Parteien Konsens darüber herrschte, auch den Beklagten aus der Haftung zu befreien. Es durfte deshalb darauf verzichten, weitere Beweise zu diesem Punkt abzunehmen. Die Rüge ist demnach unbegründet.