Citation: 5A_588/2023 E. 4.3

4.3. Im Verfahren vor der KESB war zu beurteilen, ob der Beschwerdeführerin ein weitergehendes Besuchsrecht einzuräumen ist. Es ging mithin weder um den Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrechts - als Teilgehalt des elterlichen Sorgerechts (Art. 301a Abs. 1 ZGB; BGE 144 III 469 E. 4.2.1 mit Hinweisen) - noch um die Fremdplatzierung der Kinder und den damit verbundenen Entzug der Obhut. Darüber ist rechtskräftig entschieden worden (Sachverhalt Bst. A.b). Es ging also nur noch - aber immerhin - um die konkrete Ausgestaltung des persönlichen Verkehrs zwischen der Beschwerdeführerin und ihren Töchtern. Dabei hat die KESB der Beschwerdeführerin den persönlichen Verkehr nicht etwa verweigert, womit die Ausführungen der Beschwerdeführerin zum Kontaktabbruch zwischen ihr und den Kindern und zu den daraus abgeleiteten Folgen einer Eltern/Kind-Entfremdung sowie psychischer Kindsmisshandlung von vornherein obsolet sind. Die KESB hat der Beschwerdeführerin vielmehr ein begleitetes Besuchsrecht eingeräumt, womit unzweifelhaft stärker in die Rechtsstellung der Beschwerdeführerin eingegriffen wird als bei einem unbegleiteten Besuchsrecht. Die Schwelle zu einem ausnahmsweise besonders starken Eingriff (wie beim Entzug des elterlichen Sorgerechts, dem Entzug der Obhut und der Verweigerung des Kontaktrechts) ist vorliegend jedoch nicht erreicht, weil - wie das Obergericht zutreffend erwog - die Anordnung bloss die mit Entscheid der KESB vom 4. August 2022 bereits etablierte Kontaktregelung weiterführt. Die Beschwerdeführerin hat diesen Entscheid ohne anwaltliche Vertretung angefochten. Zu diesem auch vom Obergericht festgehaltenen Umstand äussert sich die Beschwerdeführerin nicht. Folglich trifft es nicht zu, dass sie sich ohne anwaltliche Vertretung gegen die Anordnung eines begleiteten Besuchsrechts nicht habe wehren können, wie die Beschwerdeführerin anführt. Dass sie im vorliegenden Verfahren nicht in der Lage wäre, die diesbezüglichen Tatsachen vorzutragen, macht sie nicht geltend. Zudem durfte das Obergericht aufgrund der vorherrschenden Verfahrensmaximen einen strengen Massstab an das Erfordernis der Notwendigkeit einer anwaltlichen Verbeiständung ansetzen. Dagegen bringt die Beschwerdeführerin auch nichts vor. Nach dem Gesagten durfte das Obergericht die Erforderlichkeit der anwaltlichen Verbeiständung verneinen und hat mit seinem Entscheid den verfassungsmässigen Anspruch der Beschwerdeführerin auf unentgeltliche Verbeiständung nicht verletzt.