Citation: I 291/02 13.01.2003 E. 3.2

3.2.1 Die Rekurskommission stützt ihren Entscheid somit massgeblich auf den einlässlichen, medizinische und erwerbliche Aspekte behandelnden Abklärungsbericht der BEFAS vom 14. Dezember 1999. Demgegenüber macht der Beschwerdeführer geltend, die Vorinstanz habe diesem Dokument einen grösseren Beweiswert zugemessen, als es von dessen Urhebern selber intendiert gewesen sei. In der Tat erfolgt die dortige Beurteilung unter dem ausdrücklichen Vorbehalt eines weiteren medizinischen Tests. Die BEFAS empfahl denn auch, "die Ergebnisse der Spiroergometrie und eventuellen Aussagen zur Arbeitsfähigkeit beim Spezialarzt einzuholen". Damit wurde eine Anregung des Lungenspezialisten Dr. med. F.________ aufgenommen, welcher in seinem Bericht vom 22. November 1999 gegenüber der BEFAS - ausgehend von der Feststellung, die vom Versicherten geklagten Beschwerden entsprächen nicht der gemessenen Lungenfunktion - folgende Schlüsse gezogen hatte: "Neben einem möglichen, sich zunehmend etablierenden Trainingsmangel könnten die Symptome allenfalls noch durch eine neu aufgetretene Diffusionseinschränkung, anstrengungsinduzierte Bronchialobstruktion oder durch kardiale Faktoren, welcher Ätiologie auch immer, erklärt werden. Um hier weiterzukommen, empfehle ich die Durchführung einer nochmaligen Spiroergometrie. Falls Sie dies für indiziert und zur weiteren Beurteilung als notwendig erachten, bin ich gerne bereit, die Untersuchung durchzuführen. Vorerst habe ich Herrn C. lediglich angewiesen, die Situation mit Ihnen zu besprechen." Die strittige Verfügung wurde erlassen, ohne die entsprechende Abklärung abzuwarten und deren Ergebnis in die Beweiswürdigung einzubeziehen. Die Vorinstanz ist der Auffassung, dass die im Abklärungsbericht der BEFAS vorbehaltene Spiroergometrie allenfalls in diagnostischer Hinsicht von Bedeutung sei, jedoch an der durch berufliche Abklärung objektivierten und für die Invaliditätsbemessung ausschlaggebenden Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers nichts zu ändern vermöge. Dem kann nicht zugestimmt werden. Vorliegend besteht eine Beurteilungslücke in dem Sinne, als das dem Gesundheitsschaden zugrundeliegende organische Substrat, soweit es bisher erhoben wurde, nicht ausreicht, um die geklagten Beschwerden und die praktischen Ergebnisse der Arbeitsversuche zu erklären. Die Sachverständigen der BEFAS überbrückten diese Diskrepanz teilweise mit dem Befund fehlender Arbeitsmotivation, teilweise verwiesen sie hiefür aber auch auf eine noch nicht ausgeschöpfte Möglichkeit ärztlicher Abklärung. Insofern - sowie in weiterer Hinsicht (Erw. 3.2.2 f. hienach) - ergeben sich aus den Akten ernstzunehmende Hinweise auf möglicherweise bestehende zusätzliche gesundheitliche Beeinträchtigungen, welche geeignet sind, die Einschätzung der erwerblichen Leistungseinbusse - zu Lasten angenommener invaliditätsfremder Faktoren - zu beeinflussen. Unter diesen Umständen gebietet es das Untersuchungsprinzip, den Sachverhalt im Rahmen einer verhältnismässigen Beweiserhebung zu ergänzen. 3.2.2 Neben den von Dr. F.________ genannten potentiellen organischen Alternativursachen bestehen auch Anhaltspunkte für eine mögliche Fehlentwicklung psychischer Art, die eine vertiefte fachärztliche Abklärung indizieren. Im Bericht der BEFAS vom 14. Dezember 1999 findet sich die Bemerkung, der negativen Einschätzung der erwerblichen Leistungsfähigkeit durch den Versicherten selbst könne "eine leichte depressive Entwicklung" zugrunde liegen, "die allenfalls im Rahmen einer beginnenden Anpassungsstörung auftritt". Bereits anlässlich einer früheren stationären Untersuchung des Beschwerdeführers in der Klinik D.________ im Hinblick auf dessen Atemwegsbeschwerden wurde der Verdacht auf das Vorliegen einer "psychischen Überlagerung" geäussert (Gutachten vom 21. August 1997). Vor diesem Hintergrund drängt sich ausserdem die Frage auf, ob die Befunde rascher Ermüdbarkeit und von Konzentrationsschwierigkeiten (Zeugnis des Dr. med. V.________ vom 8. Juni 2000), welche Beeinträchtigungen von der BEFAS wohl berücksichtigt, letztlich aber als Problem der (Arbeits-)Motivation behandelt wurden, allenfalls in einem entsprechend andern Licht zu betrachten wären. 3.2.3 Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass sich der entscheidmassgebliche Bericht der BEFAS - bis auf die Feststellung, dass repetitiv kraftfordernde Umwendbewegungen der Vorderarme vermieden werden müssten - wenig mit den namentlich vom Hausarzt des Versicherten postulierten orthopädisch begründeten Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit auseinandersetzt (vgl. die Zeugnisse des Dr. V.________ vom 8. Juni 2000 und vom 26. Januar 2001). 3.3 Insgesamt ist die Einholung eines interdisziplinären Gutachtens angezeigt. Einer Gesamtbeurteilung unterzogen werden müssen namentlich die oto-rhino-laryngologischen, pneumonologischen und orthopädischen sowie - allfällige - psychiatrische Beeinträchtigungen. Die Sache ist daher, unter Aufhebung der strittigen Verfügung sowie des angefochtenen Entscheids, an die Verwaltung zurückzuweisen, damit diese im Sinne des Gesagten verfahre und nach erfolgter Ergänzung der Entscheidungsgrundlagen darüber neu verfüge.