Citation: H 92/00 19.07.2001 E. 4

4.- a) Das kantonale Gericht hat die im Eventualstandpunkt beantragte Korrektur des beitragspflichtigen Einkommens nach unten entsprechend dem Minderwert der Liegenschaft als Folge der Kiesentnahme abgelehnt. Sinngemäss lasse zwar das Gesetz unter dem Titel Abschreibungen einen solchen Abzug zu (Art. 9 Abs. 2 lit. b AHVG in Verbindung mit Art. 18 Abs. 1 AHVV [in der bis 31. Dezember 1997 gültig gewesenen Fassung] sowie Art. 27 Abs. 2 lit. a und Art. 28 DBG). Erforderlich hiefür sei indessen der Nachweis eines tatsächlichen Wertverlustes. In dieser Hinsicht räume der Beschwerdeführer selber ein, in der Steuerdeklaration 1993/94 keine Abschreibungen vorgenommen zu haben. Wegen der Verbindlichkeit der Angaben der Steuerbehörden für den Sozialversicherungsrichter (Art. 23 Abs. 4 AHVV) falle daher auch im Beitragsbereich die Berücksichtigung zusätzlicher Wertminderungen ausser Betracht. Selbst wenn der Beschwerdeführer auf die Vornahme von Abschreibungen verzichtet haben sollte in der Annahme, es handle sich bei den Entschädigungen aus Kiesausbeutung nicht um Erwerbseinkommen, gebe dies zu keiner andern Betrachtungsweise Anlass. Zum einen habe er weder behauptet noch substanziiert nachgewiesen, dass das für Kiesgewinnung genutzte Land eine steuerlich relevante Wertverminderung erfahren habe. Zum andern sei davon auszugehen, dass die betreffende Fläche keinen Wertverlust erlitten habe. b) In der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird insoweit richtig vorgebracht, die Nichtvornahme von Abschreibungen sowie die aufgrund der Steuererklärung 1993/94 der Steuerbehörde bekannte Aufgabe der Erwerbstätigkeit als selbstständiger Landwirt auf Ende 1992 seien Beleg dafür, dass der Beschwerdeführer nach der Verpachtung des Hofes I.________ an seinen Sohn die Liegenschaft als ins Privatvermögen überführt betrachtet habe (vgl. ZAK 1969 S. 737 Erw. 3 sowie BGE 125 II 125 Erw. 6c/aa i.i.). Diese Argumentation wird anderseits allerdings insofern relativiert, als nicht geltend gemacht wird, im Unterschied dazu habe er früher solche Abzüge vorgenommen, für welche Annahme sich im Übrigen in den von der Vorinstanz beigezogenen Steuerakten keine Hinweise finden. Wie es sich damit verhält, kann indessen offen bleiben, da auch bei einer freien Prüfung der Frage abzugsfähiger Abschreibungen vom rohen Einkommen ohne Bindung an die rechtskräftige Steuerveranlagung für 1993/94 sich nichts zu Gunsten des Beschwerdeführers ergibt. aa) Es ist dem Grundsatze nach zu Recht unbestritten, dass durch die Entnahme von wirtschaftlich verwertbarem Kies und Sand aus aus dem Boden das betreffende Grundstück in der Regel eine Werteinbusse erleidet. "Das Grundstück ist ohne das abgebaute Material weniger Wert als mit diesem" (BGE 98 Ib 137 Erw. 2). Diese Wertverminderung kann steuer- und auch beitragsrechtlich nur, aber immerhin insoweit durch eine entsprechende ausserordentliche oder einmalige Abschreibung auf dem Geschäftsvermögen Rechnung getragen werden (vgl. Pra 2000 Nr. 83 S. 498 Erw. 2a), als sie den Verlust des Wertes der abgebauten Substanz übersteigt (BGE 86 I 233 Erw. 2 am Ende). Ein solcher abzugsberechtigender Sachverhalt ist regelmässig dort nicht gegeben, wo nach der Wiederherstellung des kiesabgebauten Gebietes eine zonenkonforme Nutzung ohne zusätzliche Investitionen wieder möglich ist und die Rekultivierungskosten zu Lasten Dritter, namentlich der Abbaufirma gehen (vgl. BGE 86 I 234 Erw. 3). So verhält es sich aber vorliegend. Wenn in diesem Zusammenhang geltend gemacht wird, es sei notorisch, dass rekultiviertes Kiesabbauland nicht die vollen Erträge aus der landwirtschaftlichen Produktion abwerfe, handelt es sich dabei um eine unzulässige neue Tatsachenbehauptung (Art. 105 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 132 OG). bb) Ein Abzug vom Einkommen aus einem Kiesabbaurecht in Form einer ausserordentlichen Abschreibung rechtfertigte sich auch, wenn der Erwerbspreis für das betreffende Land höher gewesen war als normalerweise für das Grundstück ohne Kiesvorkommen bezahlt worden wäre, und dies allenfalls buchmässig ausgewiesen ist (vgl. Pra 2000 Nr. 83 S. 499 Erw. 2b sowie EVGE 1954 S. 196 oben). Ein solcher Sachverhalt wird indessen nicht behauptet und es finden sich hiefür auch keine Anhaltspunkte in den Akten. c) Die Beitragspflicht für 1994/95 aus Kiesabbau ist somit auch in Bezug auf die Höhe der zu verabgabenden Entschädigungszahlungen nicht zu beanstanden. Inwiefern die vorinstanzliche Verzugszinsberechnung nicht rechtskonform sein soll, wird im Übrigen nicht begründet. Auf diesen Punkt ist daher nicht näher einzugehen.