Citation: 6B_1124/2021 E. 3.1.4

3.1.4. Der Beschwerdeführer erklärte im Rahmen der Befragung vor erster Instanz, er habe in Italien keine Zukunft und müsste alles von Null aufbauen. Er wüsste nicht wo er arbeiten sollte. Zudem spreche er nicht so gut Italienisch wie Deutsch. Er könne italienisch reden, aber nicht so gut schreiben. In Italien habe er nur einen Onkel und eine Tante. Mit dem Onkel, der auch sein Pate sei, telefoniere er ca. einmal pro Monat. Gemäss der Vorinstanz bestehe für den Beschwerdeführer eine jederzeitige realistische Eingliederungsmöglichkeit z.B. in einem Mitgliedstaat der Europäischen Union, vor allem aber in seinem Heimatland Italien. Er sei gesund, arbeitsfähig und spreche Italienisch, auch wenn er selber seine sprachlichen Fähigkeiten weniger gut einschätze als mit Bezug auf Deutsch. Zudem sei Italien ein demokratischer und christlicher Nachbarstaat der Schweiz mit moderner Infrastruktur und einem intakten Rechtssystem. Italien funktioniere mit Bezug auf die wesentlichen Lebensbereiche sehr ähnlich wie die Schweiz. Ob jemand in der Schweiz oder Italien lebe, spiele für sein Leben nach objektiven Massstäben sicher keine entscheidende Rolle. Das Gleiche gelte für seine Lebenspartnerin. Dass die Wirtschaftslage im Ausland allenfalls schwieriger als in der Schweiz sei, vermöge die Landesverweisung nicht zu hindern. Besagte Einschätzung überzeugt nicht. Der Beschwerdeführer verfügt (abgesehen von seiner Staatsangehörigkeit, einem Onkel sowie einer Tante) über keine besonders ausgeprägte Verbindung zu Italien. Insbesondere hat er dort nie gewohnt oder gearbeitet. Auch wenn eine (insbesondere berufliche) Integration nicht ausgeschlossen scheint, wäre sie voraussichtlich mit einigen Herausforderungen verbunden. Vor diesem Hintergrund dürfte es für den Beschwerdeführer durchaus eine Rolle spielen, ob er in Italien oder in der Schweiz lebt.