Citation: 9C_627/2022 E. 4.4.4

4.4.4. Im vorliegenden Fall geht die Vorinstanz von der Vermutung aus, dass die Veranlagung vom 17. August 2020 per A-Post-Plus zugestellt und gemäss dem "Track & Trace"-Eintrag am 18. August 2020 ins Postfach der Steuervertreterin des Beschwerdeführers gelegt wurde. Nachfolgend ist zu prüfen, ob die Vorinstanz zu Recht von dieser Vermutung (Vermutungsbasis) der ordnungsgemäss erfolgten Zustellung ausgehen durfte. Oder, ob es dem Beschwerdeführer gelingt, die Vermutung der ordnungegemäss erfolgten Zustellung durch die A-Post-Plus-Sendung zu erschüttern, und ob er damit ausreichend Umstände nachzuweisen vermag, die seine Sachdarstellung der Fehl- resp. Nichtzustellung als plausibel erscheinen lassen (vgl. auch Urteile 2C_1008/2022 vom 21. Dezember 2022 E. 3.2.2; 2C_189/2022 vom 8. März 2022 E. 3.2.3; vgl. ähnlich im Ergebnis auch die Rechtsprechung des Obergerichts des Kantons Zürich zum vergleichbaren Fall der nichtabgeholten Einschreibesendung nach - angeblicher - Ablage einer Abholeinladung: Beschluss des Obergerichts Zürich LA200007-O/U vom 18. Mai 2020 E. 5; sowie zu A-Post-Plus-Zustellungen im Sozialversicherungsrecht: Urteil PS140284 vom 2. März 2015 E. 4.3 und 4.4; siehe auch Kieser, a.a.O., N. 18 zu Art. 38 sowie Nina J. Frei, in: Berner Kommentar ZPO, 2012, N. 29 zu Art. 138 [insbes. zur Annahme, falsch zugestellte Sendungen würden in aller Regel an den Empfänger, für den sie bestimmt waren, weitergeleitet]; siehe schliesslich auch Urteil 5A_44/2021 vom 23. August 2021 betreffend eine vom Postbeamten selbst angebrachte, den Empfang bescheinigende Unterschrift bei einer eingeschriebenen Sendung).