Citation: U 211/06 30.01.2007 E. 5

5.1 Gestützt auf das Gutachten der Medizinischen Abklärungsstelle Zentralschweiz, Luzern (MEDAS), vom 9. November 1998 sprach die IV-Stelle des Kantons Zürich dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 2. Februar 2000 rückwirkend ab 1. Mai 1992 bei einem Invaliditätsgrad von 70% eine ganze Invalidenrente zu. Der von der Invalidenversicherung festgesetzte Invaliditätsgrad ist für die Unfallversicherung nicht verbindlich, wie das Eidgenössische Versicherungsgericht in AHI 2004 S. 181 erkannt und in BGE 131 V 362 bestätigt hat. Des Weiteren hat die Invalidenversicherung bei der Invaliditätsbemessung nebst der erwerblichen Einbusse wegen der Unfallfolgen auch die wirtschaftlichen Auswirkungen der Restfolgen der Poliomyelitis berücksichtigt. Auch aus diesem Grund kann für die Invaliditätsbemessung in der Unfallversicherung nicht der nämliche Invaliditätsgrad massgebend sein wie in der Invalidenversicherung. 5.2 Andererseits steht nichts entgegen, den Rentenbeginn und den Invaliditätsgrad im vorliegenden Fall in Anlehnung an die Invalidenversicherung zu bestimmen, da angesichts des übermässig langen Zeitablaufs von 20 Jahren seit dem Unfallereignis zuverlässigere Beurteilungsgrundlagen als diejenigen, die von der IV-Stelle erhoben wurden, nicht auszumachen sind. Aus der mangelnden Verbindlichkeit der Rentenverfügung der Invalidenversicherung für die Invaliditätsbemessung der Unfallversicherung folgt bloss, dass die Unfallversicherung nicht gehalten ist, den von der Invalidenversicherung festgesetzten Invaliditätsgrad als massgebend zu erachten, nicht aber, dass eine Angleichung zwischen Invalidenversicherung und Unfallversicherung in Bezug auf einzelne Elemente der Invaliditätsbemessung (wie Rentenbeginn, Validen- oder Invalideneinkommen usw.) ausgeschlossen ist. 5.3 Wie bereits festgehalten, hat die Invalidenversicherung mit der auf einem Invaliditätsgrad von 70% basierenden ganzen Invalidenrente nicht bloss Unfallfolgen, sondern auch unfallfremde Gesundheitsschädigungen, namentlich Restfolgen der Kinderlähmung, welche im UV-Bereich nicht berücksichtigt werden, abgegolten. Auf den von der Invalidenversicherung bestimmten Invaliditätsgrad als solchen kann demnach nicht abgestellt werden. Hingegen erscheint es zweckmässig und angemessen, das von der Invalidenversicherung seinerzeit ermittelte Invalideneinkommen von Fr. 45'000.-, das sie für die Jahre 1992/1993 dem Einkommensvergleich zu Grunde legte, für die Unfallversicherung heranzuziehen. Ebenso können die Überlegungen der Invalidenversicherung bezüglich des Rentenbeginns für die Belange der Unfallversicherung als massgebend gelten. Die IV-Stelle gelangte gestützt auf das Gutachten der MEDAS und die Angaben des Rechtsvertreters des Versicherten zum Schluss, dass bereits ein Jahr vor Anmeldung zum Leistungsbezug (am 10. Mai 1993) ein Invaliditätsgrad von über zwei Dritteln bestanden hatte. Mangels hinreichend überzeugender ärztlicher Stellungnahmen, welche die Festsetzung eines abweichenden Rentenbeginns zu begründen vermöchten, ist der Beginn der Invalidenrente der Unfallversicherung grundsätzlich auf den 1. Mai 1992 festzusetzen. Die Nachzahlung beschränkt sich jedoch auf Leistungen für fünf Jahre nach Ende des Monats, für den sie geschuldet waren (Art. 51 UVG in der bis 31. Dezember 2002 gültig gewesenen Fassung). Nachdem der Versicherte am 25. November 1998 ein Rentengesuch gestellt hat, sind die Rentenbetreffnisse entsprechend den Ausführungen der Vorinstanz ab November 1993 geschuldet. 5.4 Die IV-Stelle legte ihrer Rentenverfügung ein Valideneinkommen von Fr. 140'000.- und - wie erwähnt - ein Invalideneinkommen von Fr. 45'000.-, welches krankheits- und unfallbedingte Erwerbseinbussen berücksichtigt, zu Grunde. Von diesem Betrag ist auch für die Unfallversicherung auszugehen, wogegen das hypothetische Valideneinkommen für die Belange der Unfallversicherung nach Art. 28 Abs. 3 UVV festzulegen ist. Massgebend ist somit der Lohn, den der Beschwerdeführer aufgrund der vorbestehenden verminderten Leistungsfähigkeit zu erzielen im Stande gewesen wäre. Diesbezüglich ist mit der Vorinstanz auf die Erwerbseinkünfte abzustellen, die der Versicherte vor dem Unfall erzielt hat. Bezogen auf das hier interessierende Jahr 1993 (Rentenbeginn) resultiert entsprechend den Erwägungen der Vorinstanz ein Einkommen von Fr. 101'545.-. Verglichen mit dem hypothetischen Invalideneinkommen von Fr. 45'000.- ergibt sich ein Invaliditätsgrad von 55,68% (aufgerundet 56%). Der Beschwerdeführer hat somit ab 1. November 1993 gegenüber der Helsana Anspruch auf eine Invalidenrente von 56%, die in Form einer Komplementärrente zur Rente der Invalidenversicherung auszurichten ist. 5.5 Zufolge Verschlimmerung des Gesundheitsschadens erhöhte die Vorinstanz die Invalidenrente ab Oktober 2000 gemäss Art. 22 UVG revisionsweise von 59% auf 71%. Wird der vorstehend (Erw. 5.4 hievor) auf 56% festgesetzte Invaliditätsgrad in gleichem, medizinisch und erwerblich ausgewiesenem Ausmass heraufgesetzt, ist ab Oktober 2000 zufolge revisionsweiser Erhöhung ein Invaliditätsgrad von 67% anzunehmen.