Citation: I 458/06 30.10.2006 E. 3

Streitgegenstand vor dem Eidgenössischen Versicherungsgericht bildet nicht die erstmalige Invaliditätsbemessung, sondern allein noch die beantragte Erhöhung der laufenden halben Rente. Zu prüfen ist daher, ob eine revisionsrechtlich bedeutsame Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen eingetreten ist, welche eine Rentenanhebung rechtfertigt (BGE 130 V 75 Erw. 3.2.3). Insbesondere ist zu untersuchen, ob eine Veränderung in medizinischer Hinsicht und der sich daraus ergebenden Arbeitsfähigkeit stattgefunden hat. 3.1 Die Verfügung vom 2. November 1999 betreffend halbe Invalidenrente ab 1. November 1998 beruhte in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen auf dem Austrittsbericht der Klinik X.________ vom 8. März 1999. Die Ärzte diagnostizierten nach einem dreiwöchigem stationären Aufenthalt vom 27. Januar bis 17. Februar 1999 gestützt auf umfangreiche physio- und ergotherapeutische sowie neuropsychologische Abklärungen ein neurologisches Defizit mit Schädelhirntrauma und Konzentrationsleistungsstörungen. Die Arbeitsfähigkeit wurde auf 50% eingeschätzt. 3.2 Im Revisionsverfahren stellten Verwaltung und Vorinstanz auf Grund der Beurteilung der Klinik X.________ vom 8. März 1999 und des Gutachtens des Zentrums Y.________ vom 15. April 2002 keine Verschlechterung der gesundheitlichen Verhältnisse fest. Im Gutachten des Zentrums Y.________ wiesen die Ärzte ausdrücklich aus, dass verglichen mit den Untersuchungen in X.________ die Befunde sowohl quantitativ wie qualitativ dieselben Resultate zeigten. Sie attestierten der Versicherten eine 55%ige Arbeitsfähigkeit als kaufmännische Angestellte, wobei die Mediziner festhielten, dass sie an der jetzigen Arbeitsstelle optimale Bedingungen antreffe und dennoch wegen der neuropsychologischen Defizite an ihre oberste Leistungsgrenze stosse. Das kantonale Gericht ging deshalb nach Würdigung der gesamten Aktenlage von einer unveränderten Arbeitsfähigkeit von 50% aus. 3.3 Die Beschwerdeführerin bringt an Hand der Arbeitspensen und Arbeitszeugnisse vor, dass eine gesundheitliche Verschlechterung und eine Arbeitsfähigkeit von nur noch 40% bestehe. Dass sie schnell überfordert ist, wie dies von den Arbeitgebern beschrieben wird, entspricht auch den Ausführungen der Ärzte des Zentrums Y.________ (Gutachten vom 15. April 2002): "Jedoch zeigten sich deutliche Leistungsunsicherheiten immer dann, wenn mehrere oder komplexere Informationen zu ordnen oder zu organisieren waren. Es ist anzunehmen, dass diese Minderleistungen auf Vigilanzschwankungen und/oder ein reduziertes Arbeitsgedächtnis zurückzuführen sind." Obwohl auch der Hausarzt, offensichtlich wegen des damaligen Arbeitspensums und der Angaben der Versicherten, in seinem Bericht vom 15. November 2004 ebenfalls von einer 40%igen Arbeitsfähigkeit ausging, schloss er einen höheren Beschäftigungsgrad nicht aus. Ferner hielt Dr. med. G.________ fest, dass der Gesundheitszustand stationär und die Diagnose unverändert sei, was in Anbetracht der Verlaufsberichte vom 14. August 2002 und 30. September 2003, worin er ihr jeweils eine 55%ige Arbeitsfähigkeit attestierte, von besonderer Relevanz ist. Eine mögliche Zeugeneinvernahme des IV-Beraters könnte die medizinische Einschätzung der Arbeitsfähigkeit nicht widerlegen, zumal dieser im Schlussbericht vom 2. Juli 2004 trotz reduziertem Pensum (40%) von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit ausging. Die Verminderung des Beschäftigungsgrads und die eingereichten Arbeitszeugnisse vermögen keine Verschlechterung von Gesundheitszustand und Leistungsvermögen zu begründen. Das Befinden der Versicherten ist seit 1999 nachweislich stabil geblieben, so dass, entgegen den Ausführungen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde, der medizinische Sachverhalt für das Revisionsverfahren hinreichend dokumentiert ist. Von weiteren Abklärungen ist in antizipierter Beweiswürdigung (BGE 122 V 162 Erw. 1d; SVR 2005 MV Nr. 1 S. 2 Erw. 2.3 mit Hinweisen [M 1/02]) abzusehen. Mit der Vorinstanz ist auf unveränderte gesundheitliche Verhältnisse und somit auf eine Arbeitsfähigkeit von 50% zu schliessen. 3.4 Zu prüfen bleibt, ob sich die erwerblichen Verhältnisse in für den Anspruch auf Rente erheblicher Weise geändert haben. Nach Lage der Akten zu Recht nicht strittig ist das jährliche Valideneinkommen in Höhe von Fr. 70'065.-. Nachdem die Beschwerdeführerin ihre Stelle auf dem Grundbuchamt Z.________ Ende Januar 2002 beendete, wechselte sie zu den Bahnen W.________. Diese Stelle kündigte sie auf 31. Dezember 2003. Ab 1. März 2004 fand sie eine neue Arbeitsstelle in der Firma V.________, wo sie bis zum 31. Mai 2004 in einem 50% Pensum beschäftigt war. Ab 1. Juni 2004 wurde dieses auf 40% reduziert. Seit 1. Dezember 2005 ist die Beschwerdeführerin im Übrigen beim Kanton U.________ als Standesbeamtin in einem 40% Pensum angestellt. Angesichts der wechselnden Einkommen und der jeweils relativ kurzen Anstellungsdauern kann nicht von besonders stabilen Verhältnissen im Sinne der Rechtsprechung ausgegangen werden, sodass, entgegen der Verwaltungsgerichtsbeschwerde, für die Ermittlung des Invalideneinkommens auf Tabellenlöhne abzustellen ist (vgl. BGE 126 V 76 Erw. 3b/bb mit Hinweisen). Gemäss Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik (LSE) 2004 betrug der monatliche Bruttolohn von Frauen im Dienstleistungssektor, Sekretariats- und Kanzleiarbeiten (auf den abzustellen ist, da die Versicherte während Jahren in diesem Bereich tätig war; vgl. RKUV 2000 Nr. U 405 S. 399 f. Erw. 3b [U 66/00]) im Anforderungsniveau 3 (Berufs- und Fachkenntnisse vorausgesetzt) Fr. 5'526.- (Tabelle TA7 S. 63). Daraus ergibt sich (unter Berücksichtigung einer betriebsüblichen wöchentlichen Arbeitszeit von 41,6 Stunden, Die Volkswirtschaft 5/2006, Tabelle B10.2 S. 87) bei einer Arbeitsfähigkeit von 50% und einem leidensbedingten Abzug von 10% ein Invalideneinkommen von Fr. 31'034.-. Verglichen mit dem Valideneinkommen von Fr. 70'065.- resultiert ein Invaliditätsgrad von 56%. Demzufolge ist ein Anspruch auf eine höhere als eine halbe Rente nicht ausgewiesen (Art. 28 Abs. 1 IVG) und der vorinstanzliche Entscheid rechtens.