Citation: 8C_541/2019 E. 4.2

4.2. Das kantonale Gericht hatte im zweiten Neuanmeldungsverfahren die Verneinung eines Rentenanspruchs basierend auf der damaligen Rechtsprechung bestätigt, wonach bei leichten bis mittelschweren Störungen aus dem depressiven Formenkreis auf Grund der regelmässig guten Therapierbarkeit keine invalidenversicherungsrechtlich relevante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit resultiere (rechtskräftiger vorinstanzlicher Entscheid vom 18. August 2017 mit Verweis auf SVR 2017 IV Nr. 73 S. 225, 8C_753/2016 E. 4.3 mit Hinweisen). Im hier strittigen dritten Neuanmeldungsverfahren legte es mit angefochtenem Entscheid dar, dass diese Rechtsprechung mit BGE 143 V 409 und 418 am 30. November 2017 geändert worden sei. Zwar rechtfertige eine Praxisänderung grundsätzlich keine Änderung formell rechtskräftiger Entscheide über Dauerleistungen (BGE 144 III 285 E. 3.4 S. 295 f. mit Hinweisen). Doch könne eine geänderte Gerichts- oder Verwaltungspraxis ausnahmsweise zur Abänderung eines rechtskräftigen Verwaltungsentscheides (mit Wirkung für die Zukunft) führen, wenn die neue Praxis in einem solchen Masse allgemeine Verbreitung erfährt, dass ihre Nichtbefolgung als Verstoss gegen das Gleichheitsgebot erscheine, insbesondere wenn die alte Praxis nur in Bezug auf eine einzige versicherte Person oder eine geringe Zahl von Versicherten beibehalten würde (BGE 135 V 201 E. 6.1.1 S. 205 f. mit Hinweisen). Die Vorinstanz ging davon aus, die Praxisänderung gemäss BGE 143 V 409 und 418 wirke sich zweifellos zu Gunsten jener Versicherten aus, die wegen einer depressiven Störung Invalidenversicherungsleistungen beantragen. Nach einer Interessenabwägung bejahte das kantonale Gericht die Voraussetzungen für die Anwendung der neuen Rechtsprechung auf alle im Zeitpunkt der Rechtsprechungsänderung noch nicht rechtskräftig erledigten Neuanmeldungsfälle. Die neue Rechtsprechung habe folglich als Änderung der massgeblichen Verhältnisse zu gelten, welche eine Neuüberprüfung des Leistungsanspruchs rechtfertige. Die Nichteintretensverfügung vom 3. Oktober 2018 sei daher aufzuheben und die Sache zur materiellen Prüfung des Leistungsanspruchs an die IV-Stelle zurückzuweisen.