Citation: 2P.252/2003 03.11.2003 E. 9

9.1 Die Beschwerdeführerin rügt sodann eine Verletzung von Art. 8 und 9 BV. Diese erblickt sie darin, dass ihre Prüfungsleistung willkürlich und rechtsungleich bewertet worden sei. Zur Begründung legt sie verschiedene Tabellen bei (Beschwerdebeilagen 1a-4b). 9.2 Die Beschwerdeführerin rügt in Bezug auf die Teilprüfung B.________, das Punkteschema der Lösungsskizze sei ungenügend detailiert; dies widerspreche dem Fakultätsbeschluss vom 2. Februar 2000 über "Transparenz der Prüfungskorrekturen". Dieser sehe vor, dass, wenn kein detailliertes Punkteschema verwendet werde, in der Regel mehrere schriftliche Korrekturbemerkungen pro korrigierte Seite anzubringen seien; in ihrer Arbeit finde sich indessen durchschnittlich nur ca. eine Korrekturbemerkung pro Seite. Die Rekurskommission hätte deshalb den Examinator verpflichten müssen, eine detaillierte Begründung der Punktevergabe nachzuliefern. Dies sei nicht geschehen, womit ihr Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt worden sei. Die Rekurskommission hat in diesem Zusammenhang ausgeführt, das von der Vorinstanz vorgelegte Prüfungsschema sei ausreichend detailliert, um den Ansprüchen des Fakultätsbeschlusses zu genügen; dazu sei nicht erforderlich anzugeben, wie viele Punkte nun genau für die Erwähnung welchen Wortes verteilt würden. Der Lehrstuhl B.________ sei daher nicht verpflichtet, eine detaillierte Begründung nachzuliefern. Was die Beschwerdeführerin dagegen ausführt, ist nicht geeignet, diese Ausführungen als unhaltbar erscheinen zu lassen bzw. eine Verletzung ihres Anspruches auf rechtliches Gehör darzutun. 9.3 Die Beschwerdeführerin scheint im Umstand, dass einzelne ihrer Antworten unbewertet geblieben sind, während die nach der Musterlösung vorgesehenen Punkte bewertet wurden, eine rechtsungleiche Behandlung zu erblicken (Beschwerdebeilage 2b, S. 14). Die Musterlösung dient dazu, dass die Prüfungskandidaten nach einem einheitlichen Massstab beurteilt werden können. Die Rekurskommission betont zu Recht, dass bei Prüfungen insbesondere das Gleichheitsprinzip zu beachten ist. Bei der Frage, welche Teile der Musterlösung mit wie viel Punkten zu bewerten sind und ob allenfalls für Antworten, die in der Musterlösung nicht enthalten sind, Zusatzpunkte zu vergeben sind, kommt den Examinatoren ein grosser Ermessensspielraum zu. Hat der Examinator einmal eine Musterlösung und ein Punkteschema aufgestellt, so ist er aus Gründen der Rechtsgleichheit gehalten, dieses auf alle Kandidaten in gleicher Weise anzuwenden (vgl. angefochtener Entscheid E. 7c). Soweit die Beschwerdeführerin das Bewertungsschema insbesondere in Bezug auf seine Vollständigkeit und die Gewichtung einzelner Musterantworten als rechtswidrige Ermessensausübung beanstandet (Beschwerdebeilage 2b, S.10 f.), ist die Beschwerde unbegründet. Denn im Sinne einer rechtsgleichen Behandlung aller Kandidaten ist es angezeigt, eine Musterlösung zu erarbeiten und die jeweiligen Lösungen mit einer bestimmten Anzahl Punkte zu bewerten bzw. einen Punkterahmen vorzugeben. Die Nichtberücksichtigung von in der Musterlösung nicht enthaltenen Antworten ist dabei jedenfalls nicht unhaltbar. Denn es ist nicht zu erkennen, dass die Musterlösung insofern als nicht sachgerecht bezeichnet werden müsste. Inwieweit das Vorenthalten von Punkten als "zu starres Verhaften an der Musterlösung" eine Gleichbehandlung von Ungleichem darstellt (Beschwerdebeilage 2b, S. 7), ist deshalb nicht zu sehen. 9.4 Die Beschwerdeführerin rügt, dass die Rekurskommission in Bezug auf die Teilprüfungen ihre Pflicht zur Überprüfung von Rechtsverletzungen nicht wahrgenommen habe. Denn sie habe sich nicht inhaltlich mit ihren Ausführungen auseinandergesetzt, sondern sich auf die Bewertungen des Lehrstuhls gestützt. Insbesondere beanstandet sie, dass die Rekurskommission dem Examinator die Entscheidung darüber überlasse, was relevant sei (Beschwerdebeilage 2b, S. 19; Beschwerdebeilage 3b, S. 24). Die Rüge ist unbegründet, denn die Rekurskommission hat sich in dieser Hinsicht mit den Ausführungen der Beschwerdeführerin und der Stellungnahme der Examinatoren auseinandergesetzt. Die notwendige Prüfung, ob sich der Examinator jedenfalls nicht von sachfremden oder sonstwie ganz offensichtlich unhaltbaren Erwägungen habe leiten lassen, hat die Rekurskommission in den Erwägungen 2, 3, 4 und 8 durch Abwägen der Ausführungen der Beschwerdeführerin und der Fakultät ohne Willkür sehr ausführlich und sorgfältig durchgeführt. Dass sie sich ihrerseits von sachfremden oder sonst ganz offensichtlich unhaltbaren Erwägungen hätte leiten lassen, ist nicht zu erkennen. Die Rüge der Verletzung von Art. 8 und 9 BV erweist sich damit als unbegründet.