Citation: 8C_291/2007 14.01.2008 E. 5

5.1 In der Verfügung vom 10. Mai 2006 verneint die Allianz die Adäquanz zwischen dem Unfall und den persistierenden Beschwerden unter Anwendung der in BGE 115 V 133 veröffentlichten Rechtsprechung zu den psychischen Unfallfolgen. Es wird nicht begründet, weshalb sie zur Beurteilung nicht diejenige nach einem Unfall mit HWS-Schleudertrauma herangezogen hat. Im Einspracheentscheid vom 22. Juni 2006 und im kantonalen Entscheid vom 16. April 2007 wird argumentiert, ab dem Aufenthalt in der Reha-Klinik B.________ im Oktober 1998 sei von einer psychischen Fehlentwicklung auszugehen, welche in der Folge laufend zugenommen habe. Die im Gutachten der Klinik L.________ vom 30. Juli 2003 diagnostiziere anhaltende somatoforme Schmerzstörung würden die Beschwerden hinreichend erklären, weshalb die physischen Beschwerden im Verlaufe der ganzen Entwicklung vom Unfall bis zum Entscheid nur eine untergeordnete Rolle spielten. 5.2 Entgegen der vorinstanzlichen Darstellung ist auf Grund der medizinischen Akten nicht eindeutig auf ein rein psychisches Beschwerdebild zu schliessen. Sowohl im Erstgutachten vom 12. Januar 2001, als auch im Abschlussgutachten vom 30. Juli 2003 kamen die Spezialärzte an der Klinik L.________ zur Erkenntnis, als Folge der HWS-Distorsion seien neben den psychiatrischen Befunden ein chronifiziertes cervicoverebrales und cervicocephales Syndrom und neuropsychologische Defizite festzustellen. Somatisch seien deutliche Struktur- und Funktionsveränderungen im Bereiche der Halswirbelsäule und des Schultergürtels festzustellen, welche alleine schon die Arbeitsfähigkeit namhaft beeinflussen würden (Gutachten vom 12.1.2001, S. 26). Auf die bei der Schlussbegutachtung gestellte Frage nach dem Vorliegen von sogenannten typischen Beschwerden nach einem Schleudertrauma antworteten die Experten, aus somatischer Sicht seien die von der Versicherten angegebenen Beschwerden im Bereiche der Nackenmuskulatur und des Kopfes gemäss wissenschaftlicher Erkenntnis mit einer Häufigkeit von 70 bis 100 % vorhanden; sie seien daher als typisch zu beurteilen. Die bei der Beschwerdeführerin im Vordergrund stehenden psychiatrischen Symptome seien zwar nicht sehr häufig anzutreffen, aber trotzdem als typisch für die initiale Verletzung anzusehen (Gutachten vom 30.7.2003, S. 14f.). Allein für die schwere, sehr stark schmerzhafte Funktionseinschränkung der Wirbelsäule, somit unter Ausschluss der psychischen Unfallfolgen, attestiert der Rheumatologe Dr. med. Knüsel einen Integritätsschaden von 50 %. Bei einer solchen Konstellation kann nicht davon ausgegangen werden, die physischen Beeinträchtigungen hätten nur eine untergeordnete Rolle gespielt und seien damit ganz in den Hintergrund getreten. Vielmehr hat - entgegen dem Einspracheentscheid und dem kantonalen Entscheid - die in BGE 117 V 359 begründete Rechtsprechung zur Anwendung zu gelangen. Dabei wird auf eine Differenzierung zwischen physischen und psychischen Komponenten verzichtet (BGE 117 V 359 E. 6a S. 367).