Citation: 9C_476/2023 E. 4.1.2

4.1.2. Der Beschwerdeführer macht geltend, das vorinstanzliche Urteil verstosse gegen Art. 16 ATSG (falsche Bestimmung des Invaliditätsgrades), Art. 6 und 7 ATSG sowie Art. 28 IVG (Verletzung des Zumutbarkeitsprinzips), Art. 17 IVG (Aushöhlung des Anspruchs auf Umschulung) sowie Art. 2 ZGB, Art. 5 Abs. 3 und Art. 9 BV (Verletzung von Treu und Glauben). Es zwinge ihn, entweder auf eine Umschulung (wie sie die IV-Stelle als notwendig anerkannt habe, worauf sie zu behaften sei) zu verzichten, um möglicherweise eine Rente zu erhalten, oder aber keine Rente zu beanspruchen (wegen Anrechnung eines fiktiven Invalideneinkommens im Rahmen des Einkommensvergleichs). Die IV-Stelle verhalte sich widersprüchlich, wenn sie ihm eine Umschulung zum Fahrlehrer zuspreche, anschliessend aber nicht den in dieser neuen Tätigkeit erzielten Verdienst als Invalideneinkommen anerkenne. Er brauche nun Zeit für den Aufbau eines eigenen Geschäfts und es sei ihm in dieser Phase nicht zumutbar, eine andere, besser bezahlte Tätigkeit aufzunehmen. Da er seine Restarbeitsfähigkeit stets in zumutbarer Weise ausgeschöpft habe, sei er seiner Schadenminderungspflicht nachgekommen. Unter den gegebenen Umständen müsse ihm das Einkommen angerechnet werden, welches er als Fahrlehrer mit einem sich in der Aufbauphase befindenden Geschäft erzielen könne, nämlich ein solches von rund Fr. 36'695.- pro Jahr. Stelle man diesen Wert dem Valideneinkommen gegenüber, resultiere ein Invaliditätsgrad von rund 54 %, der Anspruch auf eine halbe Rente verleihe.