Citation: I 430/05 12.09.2005 E. 2

Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch. 2.1 In medizinischer Hinsicht gelangte die Vorinstanz zum Ergebnis, der Beschwerdeführer könne zumutbarerweise jede körperlich leichte bis mittelschwere, angepasste Tätigkeit mit einer Leistungseinschränkung von maximal 20 % ausüben. Sie stützte sich dabei wie bereits die IV-Stelle in erster Linie auf das Gutachten des Ärztlichen Begutachtungsinstituts vom 29. April 2004. Dieses basiert auf einer ausführlichen Anamnese, einer Wiedergabe der wichtigsten Vorakten, einem allgemeinmedizinischen Status sowie spezialärztlichen orthopädischen (mit Einschluss eines neurologischen Status), psychiatrischen und internistischen Untersuchungen. Die Abklärungen führten zum Ergebnis, der Beschwerdeführer leide an einem chronischen lumbovertebralen Syndrom ohne radikuläre Symptomatik bei Diskopathie L4/5 ohne Kompression neuraler Strukturen und diskreten degenerativen Veränderungen sowie rezidivierenden Schmerzen an der rechten Schulter bei Status nach Arthroskopie mit subakromialer Dekompression und Resektion des Akromioklavikulärgelenks am 15. August 2002. Aus orthopädischer Sicht bestünden in der angestammten, mittelschweren Tätigkeit lediglich Einschränkungen beim Heben von Lasten über 15 kg sowie bei repetitiver Überkopftätigkeit vor allem des rechten Armes. Diese Einschränkungen begründeten sich durch die leichten degenerativen Veränderungen im Lendenwirbelsäulenbereich sowie den Zustand nach Operation der rechten Schulter, wenngleich sich in der Untersuchung kaum pathologische Befunde hätten objektivieren lassen. Aus psychiatrischer Sicht sei allenfalls eine leichte depressive Störung zu vermuten, mit welcher eine leichte Leistungsreduktion (maximal 20 %) begründet werden könne. Aus internistischer Sicht seien auf Grund des Diabetes mellitus Arbeiten im Strassenverkehr, auf Gerüsten oder Leitern sowie an gefährlichen Maschinen nicht möglich; zudem müsse die Möglichkeit bestehen, auch während der Arbeitszeit regelmässig Insulin applizieren zu können. Insgesamt seien dem Exploranden körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeiten ohne das Tragen von Lasten und ohne repetitive Überkopftätigkeiten ganztägig zumutbar mit einer Leistungseinschränkung um maximal 20 %. Diese Ausführungen sind nachvollziehbar und in Bezug auf die gezogenen Folgerungen schlüssig. Der Sinn einer derartigen multidisziplinären Abklärung besteht nicht zuletzt auch darin, die kombinierten Auswirkungen verschiedener Symptomkreise zu ermitteln. Entgegen den Ausführungen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde sind die aus orthopädischer und psychiatrischer Sicht geschätzten Einschränkungen keineswegs zwingend zu addieren (Urteil N. vom 11. März 2003, I 372/02, Erw. 3.3, mit Hinweis auf die Rechtsprechung zur Gesamtinvalidität bei mehreren Unfällen [BGE 123 V 49 f. Erw. 3b]); die Gutachter haben die Bezifferung der Gesamteinschränkung auf höchstens 20 % nachvollziehbar begründet. Die Auswirkungen des Diabetes mellitus und der damit verbundenen Sicherheitsrisiken bei bestimmten Verrichtungen auf die Umschreibung der konkreten Tätigkeit werden im Gutachten ebenfalls dargelegt. 2.2 Hinsichtlich des somatischen Beschwerdebildes sind die Ergebnisse des ABI mit denjenigen des durch den Hausarzt beigezogenen Spezialisten Dr. med. L.________ vereinbar. Auf Grund der Stellungnahme des ärztlichen Dienstes der Invalidenversicherung vom 9. Dezember 2004 kann auch der Aussage von Frau Dr. med. H.________ (Schreiben vom 18. November 2004) nicht gefolgt werden, aus dem MRI-Bericht vom 18. Oktober 2004 ergebe sich eine klare Verschlechterung des Gesundheitszustandes. Was die psychiatrische Beurteilung anbelangt, weist die Vorinstanz mit Recht darauf hin, dass in der modernen Medizin verbreitet ein bio-psycho-soziales Krankheitsmodell Anwendung findet, welches bedeutend weiter gefasst ist als der für die Invaliditätsbemessung massgebende sozialversicherungsrechtliche Begriff der gesundheitlichen Beeinträchtigung (Urteil G. vom 28. Dezember 2004, I 704/04, Erw. 4.1; vgl. BGE 127 V 299 f. Erw. 5a). Der Widerspruch zwischen den bei den Akten liegenden Stellungnahmen lässt sich dadurch teilweise erklären. Die von Frau Dr. med. H.________ in ihrer Stellungnahme vom 18. November 2004 genannte Diagnose einer mittelschweren Depression (ICD-10: F33.1) ist im Schreiben derselben Ärztin vom 20. Januar 2005 nicht mehr enthalten und findet auch im Bericht der Klinik Z.________ vom 9. März 2005 keine Bestätigung. Bezüglich der neu diagnostizierten somatoformen Schmerzstörung kann nach Lage der Akten ausgeschlossen werden, dass die in der neueren Rechtsprechung entwickelten Kriterien für die Annahme einer invaliditätsbegründenden Erwerbsunfähigkeit (BGE 131 V 50 Erw. 1.2, 130 V 354 f. Erw. 2.2.3) in hinreichendem Mass erfüllt sind. Der letztinstanzlich aufgelegte Bericht des Dr. med. F.________ vom 21. Mai 2004 begründet die Aussage, eine andere Arbeit als die bisherige sei dem Patienten nicht zumutbar, mit dessen Alter und niedrigem Bildungsniveau. Dabei handelt es sich jedoch um invaliditätsfremde Aspekte, für welche die Beschwerdegegnerin nicht einzustehen hat. Werden diese ausgeklammert, besteht auf der Grundlage des für die Anspruchsbeurteilung massgebenden Krankheitsbegriffs kein Anlass, die Zuverlässigkeit der Aussagen im Gutachten des ABI anzuzweifeln.