Citation: 8C_306/2009 28.05.2009 E. 4

Der Versicherte macht geltend, der Fallabschluss der SUVA auf den 30. April 2006 sei verfrüht gewesen, da damals eine namhafte Besserung seines Gesundheitszutandes zu erwarten gewesen sei und im Zeitpunkt des Einspracheentscheides am 30. November 2007 geeignete IV-Eingliederungsmassnahmen im Gange gewesen seien. 4.1 Der Unfallversicherer hat den Fall (unter Einstellung von Heilbehandlung und Taggeld sowie Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung) abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes des Versicherten mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der IV abgeschlossen sind (Art. 19 Abs. 1 UVG; BGE 134 V E. 4 S. 113 ff.). 4.2 Das Spital Y.________ führte im Gutachten vom 9. August 2005 aus, unter den genannten medizinischen Therapien sei eine Stabilisierung des Beschwerdebildes zu erwarten; von einer namhaften Besserung des Gesundheitszustandes des Versicherten sei jedoch eher nicht auszugehen. Das Institut Z.________ empfahl im Gutachten vom 9. März 2007 medizinische Massnahmen, legte aber gleichzeitig dar, die Prognose für eine Wiedereingliederung in den Erwerbsprozess sei angesichts der geringen Selbsteinschätzung des Versicherten schlecht. Unter diesen Umständen ist mit der Vorinstanz davon auszugehen, dass von weiterer ärztlicher Behandlung keine namhafte, ins Gewicht fallende Besserung des Gesundheitszustandes mehr zu erwarten war. 4.3 Zum Aspekt der vom Versicherten ins Feld geführten IV-Eingliederungsmassnahmen nahm die Vorinstanz nicht Stellung. Unbestritten ist, dass bei Fallabschluss der SUVA am 30. April 2006 keine Eingliederungsmassnahmen der IV liefen. Aus dem vom Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) angeordneten, vom 4. Dezember 2006 bis 2. März 2007 dauernden Verzahnungsprogramm (Abklärungsbericht vom 7. März 2006) kann nichts zu Gunsten des Versicherten abgeleitet werden. Die IV-Stelle eröffnete dem Versicherten am 2. November 2007 - mithin vor Erlass des SUVA-Einspracheentscheides vom 30. November 2007, der die zeitliche Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis bildet (BGE 129 V 167 E. 1 S. 169) -, es seien Abklärungen bezüglich der Möglichkeiten einer beruflichen Eingliederung notwendig. Vom 17. März bis 1. April 2008 fand eine IV-Abklärung des Versicherten in der Beruflichen Ausbildungsstelle U.________ statt (Bericht vom 27. Mai 2008). Am 8. September 2008 übernahm die IV die Kosten für ein Arbeitstraining des Versicherten vom 22. August 2008 bis 28. Februar 2009 im ersten Markt als Versicherungsbroker. Diesbezüglich ist festzuhalten, dass die SUVA für die Einstellung der vorübergehenden Leistungen (Heilbehandlung und Taggeld) den IV-Entscheid über allfällige Eingliederungsmassnahmen nicht abwarten musste. Wird der Entscheid der IV über die (berufliche) Eingliederung erst später gefällt, kann dies vielmehr Anlass für eine das Taggeld ablösende Übergangsrente nach Art. 19 Abs. 3 UVG in Verbindung mit Art. 30 UVV bilden. Die Übergangsrente ist (vorläufiges) Surrogat der allenfalls folgenden (definitiven) Invalidenrente nach Art. 18 ff. UVG. Beim Entscheid über die Übergangsrente ist der Unfallversicherer, nicht anders als beim Entscheid über die definitive Invalidenrente, im Lichte von BGE 134 V 109 gehalten, auch die Adäquanzfrage zu prüfen (siehe E. 4.4 f. hienach). Hier hat es mit der Feststellung sein Bewenden, dass die SUVA die vorübergehenden Leistungen zu Recht einstellte (Urteil 8C_304/2008 vom 1. April 2009 E. 3.1.2). 4.4 Gemäss Art. 19 Abs. 3 UVG erlässt der Bundesrat "nähere Vorschriften über die Entstehung des Rentenanspruchs, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes des Versicherten mehr zu erwarten ist, der Entscheid der IV über die berufliche Eingliederung jedoch erst später gefällt wird." Gestützt auf diese Gesetzesvorschrift hat der Bundesrat in Art. 30 Abs. 1 UVV (in der seit 1. Januar 1998 geltenden Fassung; Abs. 2 der Bestimmung enthält eine hier nicht interessierende Regelung) Folgendes bestimmt: "Ist von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung mehr zu erwarten, wird jedoch der Entscheid der IV über die berufliche Eingliederung erst später erlassen, wird vom Abschluss der ärztlichen Behandlung an vorübergehend eine Übergangsrente ausgerichtet; diese wird aufgrund der in diesem Zeitpunkt bestehenden Erwerbsunfähigkeit festgesetzt. Der Anspruch erlischt: a. beim Beginn des Anspruchs auf ein Taggeld der IV; b. mit dem negativen Entscheid der IV über die berufliche Eingliederung; c. mit der Festsetzung der definitiven Rente." (Urteil 8C_304/2008 E. 3.2.1). Damit eine Übergangsrente nach Art. 19 Abs. 3 UVG ausgerichtet werden kann, muss der ausstehende Entscheid der IV über die berufliche Eingliederung aber Vorkehren beschlagen, welche einer Eingliederungsproblematik aufgrund eines unfallkausalen Gesundheitsschadens gelten. Ein Anspruch auf eine Übergangsrente ist daher jedenfalls dann zu verneinen, wenn kein unfallkausaler Gesundheitsschaden vorliegt oder - wie hier von der Vorinstanz entschieden - noch bestehende Beschwerden nicht mehr mit einer solchen Gesundheitsschädigung erklärt werden können. Diesfalls entfällt auch von vornherein ein Anspruch auf eine definitive Invalidenrente der Unfallversicherung, als deren vorübergehendes Surrogat die Übergangsrente gedacht ist (Urteil 8C_304/2008 E. 3.2.2).