Citation: 1P.176/2006 10.05.2006 E. 2

Der Beschwerdeführer bringt vor, die Untersuchungshaft sei unverhältnismässig lang. 2.1 Das Bundesgericht nimmt das Vorbringen als Rüge der Verletzung der verfassungsrechtlichen Garantien für die Untersuchungshaft entgegen: Gemäss Art. 31 Abs. 3 BV und Art. 5 Ziff. 3 EMRK hat eine in Untersuchungshaft gehaltene Person Anspruch darauf, innerhalb einer angemessenen Frist richterlich abgeurteilt oder während des Strafverfahrens aus der Haft entlassen zu werden. Eine übermässige Haftdauer stellt eine unverhältnismässige Beschränkung dieses Grundrechts dar. Sie liegt dann vor, wenn die Haftfrist die mutmassliche Dauer der zu erwartenden freiheitsentziehenden Sanktion übersteigt. Bei der Prüfung der Verhältnismässigkeit der Haftdauer ist namentlich der Schwere der untersuchten Straftaten Rechnung zu tragen. Der Richter darf die Haft nur so lange erstrecken, als sie nicht in grosse zeitliche Nähe der (im Falle einer rechtskräftigen Verurteilung) konkret zu erwartenden Dauer der freiheitsentziehenden Sanktion rückt. Nach der übereinstimmenden Rechtsprechung des Bundesgerichtes und des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte ist die Frage, ob eine Haftdauer als übermässig bezeichnet werden muss, aufgrund der konkreten Verhältnisse des einzelnen Falles zu beurteilen (BGE 126 I 172 E. 5a). 2.2 Das Obergericht schliesst sich im angefochtenen Entscheid (Ziff. 2.5) den Ausführungen der Staatsanwaltschaft an: Gegenstand der Untersuchung seien über 1'800 Tatbestände mit einem Deliktsbetrag von mehr als einer Million Franken; dem Beschwerdeführer werde vorgeworfen, über mehrere Jahre hinweg intensiv und mit einer Vielzahl von Mitbeteiligten bzw. Profiteuren gehandelt zu haben; er werde im Falle einer Verurteilung mit einer mehrjährigen Zuchthausstrafe zu rechnen haben. Die insgesamt erlittene Haftdauer von rund vierzehn Monaten könne angesichts des Tatvorwurfs keinesfalls als unverhältnismässig betrachtet werden. 2.3 Gewerbsmässiger Betrug wird mit Zuchthaus bis zu zehn Jahren oder mit Gefängnis nicht unter drei Monaten bestraft (Art. 146 Abs. 2 StGB). Der gewerbsmässige betrügerische Missbrauch einer Datenverarbeitungsanlage untersteht der gleichen Strafdrohung (Art. 147 Abs. 2 StGB). Zudem droht eine Strafschärfung nach Art. 68 StGB. Der Beschwerdeführer ist heute zusammengerechnet seit rund 15 ½ Monaten in Untersuchungshaft. Angesichts der Schwere und der Menge der ihm vorgeworfenen Straftaten droht ihm im Fall einer Verurteilung eine Freiheitsstrafe von deutlich mehr als 15 ½ Monaten. Damit ist die bisherige Haftdauer noch nicht in grosse zeitliche Nähe der Freiheitsstrafe gerückt, die bei einer Verurteilung konkret zu erwarten wäre. Das Vorbringen ist unbegründet.