Citation: 7B_448/2023 E. 2.5

2.5. Vorliegend liegt mit dem Gutachten vom 19. März 2023 eine gutachterliche Gefährlichkeitsprognose im Sinne der dargelegten bundesgerichtlichen Rechtsprechung bereits vor (vgl. oben E. 2.3). Selbst wenn es der Vorinstanz tatsächlich möglich gewesen wäre, innert nützlicher Frist einen Verlaufsbericht über den Beschwerdeführer bei den behandelten Ärzten einzuholen, könnte dies den Haftgrund der Wiederholungsgefahr angesichts der gutachterlichen Feststellungen im Gutachten vom 19. März 2023 betreffend die Rückfallprognose und die Dauer der als notwendig erachteten stationären Behandlung (Gutachten S. 51: "mindestens mehrere Monate, gegebenenfalls auch einige Jahre") von vornherein nicht sofort entkräften (vgl. zur Kritik gegen das Gutachten unten E. 3.5.4 ff.). Vielmehr durfte die Vorinstanz ohne Verletzung von Bundesrecht gestützt auf die gutachterlichen Feststellungen die Notwendigkeit der Einholung eines Verlaufsberichts zum Entscheidzeitpunkt (d.h. am 20. Juli 2023) verneinen. Durfte die Vorinstanz bei der vorliegenden Sach- und Beweislage den entsprechenden Beweisantrag abweisen, hat sie dadurch das Beschleunigungsgebot in Haftsachen (Art. 5 Abs. 2 StPO) nicht verletzt. Soweit der Beschwerdeführer dies sodann überhaupt substanziiert rügt (vgl. Art. 42 Abs. 2 und Art. 106 Abs. 2 BGG; vgl. oben E. 1.2), stellt die Abweisung des Beweisantrags insbesondere auch keine willkürliche antizipierte Beweiswürdigung dar (vgl. Beschwerde S. 8).