Citation: 5A_852/2023 E. 3

Anlass zur Beschwerde gibt die Beurteilung der Rechtsverzögerungs- bzw. Rechtsverweigerungsbeschwerde, welche die Beschwerdeführerin gestützt auf Art. 319 Bst. c ZPO vor der Vorinstanz erhob. Dem angefochtenen Entscheid zufolge hätte die Beschwerdeführerin im Streit um die Eröffnung der erwähnten Unterlagen (s. Sachverhalt Bst. B.a) die Verfügung vom 2. März 2022 (s. Sachverhalt Bst. B.c) anfechten können. Angesichts dieser Verfügung erweise sich der Vorwurf der Rechtsverzögerung als haltlos, habe ihr der Einzelrichter mit dieser Eröffnungsverfügung doch implizite zu verstehen gegeben, dass die anderen von ihr eingelieferten Dokumente jeweils keine zu eröffnenden letztwilligen Verfügungen beinhalten. Mithin hätte bereits diese Verfügung Anlass zu den erhobenen Rügen gegeben. Es gehe nicht an, dass die Beschwerdeführerin einen Monat mit entsprechenden, erneut an den Einzelrichter gerichteten Vorbringen zuwarte und am 6. April 2023 abermals die Eröffnung derselben Dokumente verlange (s. Sachverhalt Bst. B.d), um dann gegen die Antwort des Einzelrichters (s. Sachverhalt Bst. B.e) die Rechtsverzögerungsbeschwerde zu erheben. Auch die Rüge der formellen Rechtsverweigerung komme nicht in Betracht, weil der Einzelrichter die Sache mit der Verfügung vom 2. März 2023 erledigt habe. Auf die Beschwerde sei daher nicht einzutreten. In der Folge erinnert das Kantonsgericht an die Voraussetzungen, unter denen ein rechtskräftiger Entscheid in Wiedererwägung gezogen werden kann. Dies sei der Fall, wenn der Rechtsunterworfene erhebliche Tatsachen oder Beweismittel anführt, die ihm im früheren Verfahren nicht bekannt waren oder die schon damals geltend zu machen für ihn rechtlich oder tatsächlich unmöglich war oder keine Veranlassung bestand. Im konkreten Fall lege die Beschwerdeführerin nicht dar, inwiefern sie in erster Instanz neue Tatsachen und Beweise angerufen hätte, aufgrund derer der Einzelrichter die Eröffnung hätte wiedererwägen müssen. Insbesondere lege sie nicht dar, inwiefern die Dokumente Inhalte eines letzten Willens des Erblassers aufweisen würden, was in Bezug auf von Dritten oder von Behörden verfasste Dokumente bzw. Entwürfe von vornherein ausgeschlossen sei. Damit verwirft die Vorinstanz auch den Vorwurf der Rechtsverweigerung gegenüber dem Schreiben vom 13. April 2023 (s. Sachverhalt Bst. B.e), das den impliziten Inhalt der formellen Verfügung vom 2. März 2023 (s. Sachverhalt Bst. B.c) nur noch ausdrücklich bestätige. "Eventualiter" fügt die Vorinstanz an, es sei weder dargetan noch ersichtlich, dass die fraglichen Dokumente (Beilagen 4-7 und 9-17 zur Eingabe vom 22. November 2022) in ihrer Gesamtheit bzw. in Kombination miteinander Schriftstücke darstellen, deren Inhalt letztwillige Verfügungen sein könnten bzw. einen Verfügungswillen des Erblassers dokumentieren würden. Es handele sich - was im Ersuchen vom 22. November 2022 schon erstinstanzlich eingeräumt worden sei - offensichtlich nicht um Schriftstücke mit letztwilligen Inhalten, sondern allenfalls um testamentsexterne Belege für das Vorliegen eines bestimmten Testierwillens, die weder der Einlieferungs- noch der Eröffnungspflicht unterliegen. Inwiefern sie ein Interesse an der Eröffnung dieser Urkunden haben könnte, insbesondere dass sie diese Unterlagen auch im ordentlichen Verfahren nicht mehr als Belege einreichen könnte, lege die Beschwerdeführerin nicht dar und sei auch nicht ersichtlich.