Citation: BGE 149 II 462 E. 2.2.4

Bei alledem folgt die Auslegung einer stempelabgaberechtlichen Norm den üblichen Auslegungsregeln (Art. 1 Abs. 1 ZGB per analogiam; BGE 140 II 289 E. 3.1). In einem ersten Schritt ist vom Wortlaut der Bestimmung auszugehen (grammatikalisches Element; BGE 149 I 91 E. 2.2; BGE 149 IV 9 E. 6.3.2.1). Spezifisch stempelabgaberechtlich gilt, dass die Norm weder ausdehnend noch einschränkend auszulegen ist (BGE 61 I 285 E. 1a; 62 I 257 E. 2; 72 I 305 E. 1; BAUER-BALMELLI/KÜPFER, Komm. StG, a.a.O., N. 34 der Vorbemerkungen). Nur für den Fall, dass der Wortlaut der Bestimmung unklar bzw. nicht restlos klar ist und verschiedene Interpretationen zulässt, muss in einem zweiten Schritt nach der wahren Tragweite der Bestimmung gesucht werden. Dabei sind alle anerkannten Auslegungselemente zu berücksichtigen (pragmatischer Methodenpluralismus). Von Bedeutung sind insbesondere der Wille des BGE 149 II 462 S. 468 Gesetzgebers, wie er sich namentlich aus den Gesetzesmaterialien erschliesst (historisches Element), der Zweck der Regelung und die dem Text zugrunde liegenden Wertungen (teleologisches Element) sowie der Sinnzusammenhang, in dem die Norm steht (systematisches Element; zum Ganzen: BGE 149 I 2 E. 3.2.1, BGE 149 I 91 E. 2.2; BGE 149 II 43 E. 3.2; BGE 149 IV 9 E. 6.3.2.1; BGE 149 V 21 E. 4.3).