Citation: 8C_620/2014 E. 3.3.3

3.3.3. Diesbezüglich hat das Bundesgericht jüngst entschieden (Urteil 8C_147/2014 vom 16. Juli 2014 E.3.3), dass die sportliche Aktivität allein als Anlass des für die Verletzung angeblich ursächlichen Bewegungsablaufs nicht für die Bejahung des hinsichtlich des äusseren Faktors erforderlichen gesteigerten Gefahrenpotenzials genügt. Zu beurteilen ist demzufolge hier, ob die zur Diskussion stehende Betätigung mit einer mehr als physiologisch normalen und psychologisch beherrschten Beanspruchung des Körpers, insbesondere der Gliedmassen, verbunden ist. Das Rad (auch Handstützüberschlag) gilt als Bodenturnübung, die Kraft, Geschwindigkeit und Gleichgewicht erfordert (akrobatische Turnübung). Auch wenn das stärkere Bein dabei in eine Ausfallschrittposition gebracht wird bevor die beiden Hände nacheinander mit gestreckten Armen in einer Linie auf den Boden gestützt werden, ist ein gewisser Schwung mit gleichzeitiger Körperspannung unerlässlich. Es erfolgt eine Abstossbewegung vom Boden und kurz über dem Boden wird der Oberkörper gedreht und über den Handstand mit gespreizten Beinen die Bewegungsfolge abgeschlossen. Hieraus ergibt sich, dass zu Beginn der Turnübung gleichzeitig mit der Gewichtsverlagerung auf das vordere Bein der Oberkörper frontal abgesenkt wird und anschliessend verschiedene Rotationsbewegungen nacheinander ausgeführt werden, da der Körper um 360° um die jeweiligen Drehachsen der Stützkontakte Fuss-Boden und Hand-Boden rotiert (vgl. Wikipedia, Die freie Enzyklopädie, http://de.wikipedia.org/wiki/Radschlag). Insbesondere mit Blick auf die Komplexität des Bewegungsablaufs, der, wie beschrieben, Schwung, Körperspannung und eine kräftige Abstossbewegung benötigt, liegt dem Radschlag kein alltäglicher Bewegungsablauf zugrunde und dieser ist demnach mit einer mehr als physiologisch normalen und psychologisch beherrschten Beanspruchung des Körpers, insbesondere seiner Gliedmassen, verbunden. Es liegt ein erhöhtes Gefährdungspotenzial vor, weshalb die Vorinstanz zu Recht in Bejahung eines mitwirkenden äusseren Faktors von einer unfallähnlichen Körperschädigung ausging.