Citation: K 108/03 10.11.2005 E. 4

4.1 Hinsichtlich der Höhe der Abgeltung stellt sich zunächst die Frage, ob medizinische Gründe im Sinne von Art. 41 Abs. 2 KVG vorliegen (Notfall, kein Angebot der erforderlichen Leistung am Wohn- oder Arbeitsort der versicherten Person oder in deren Umgebung), welche eine Behandlung in O.________ notwendig machen. Dies ist klar zu verneinen, gingen doch sogar die behandelnden Ärzte des Zentrums Z.________ gemäss ihrem Austrittsbericht vom 1. Juli 1999 davon aus, dass die Colonhydrotherapie nach dem Austritt der Versicherten einmal wöchentlich in X.________ weitergeführt werde. Die Beschwerdeführerin bringt in diesem Zusammenhang einzig vor, sie lasse die Behandlung in O.________ vornehmen, weil sie zum dortigen Personal ein spezielles Vertrauensverhältnis aufgebaut habe. Darin kann jedoch kein medizinischer Grund der genannten Art erblickt werden. 4.2 Des Weitern gilt es zu beurteilen, ob die medizinisch indizierte mechanische Darmentleerung auch mit einem normalen hohen Einlauf - wie vom Krankenversicherer zugestanden - möglich gewesen wäre. 4.2.1 Während der Vertrauensarzt der Beschwerdegegnerin, Dr. med. B.________, dies mit den Worten, das bei der Versicherten angewandte Verfahren sei im Ergebnis mit einem von einer Spitex-Krankenschwester vorgenommenen hohen Einlauf zu vergleichen, ausdrücklich bejahte (Stellungnahme vom 2. Oktober 2002), führten die Ärzte des Zentrums Z.________ in ihren Berichten vom 5. März und 10. Juni 2002 aus, eine Colonhydrotherapie im Sinne der mechanischen Behebung der massiven Obstipation durch das betreffende Spülsaugverfahren unterscheide sich im Wesentlichen in der Höhe und der Gründlichkeit des Spülvorgangs sowie in der Sicherheit der Methode bezüglich möglicher Komplikationen von einem hohen Einlauf der herkömmlichen Art. Nur dadurch könne die erforderliche, möglichst hohe Spülung des Dickdarms gewährleistet werden. Mit Bericht vom 4. November 2002 bekräftigten die Ärzte des Zentrums Z.________ sodann abermals ihren Standpunkt, wonach die Darmregulierung der Patientin mittels der Standardtechniken nicht mit dem gleichen Resultat durchzuführen sei. 4.2.2 Aus der geschilderten Aktenlage erhellt, dass angesichts der gegebenen gesundheitlichen Situation zwar nachvollziehbare Gründe für das im Rahmen der Colonhydrotherapie durchgeführte Spülsaugverfahren zu sprechen scheinen. Insbesondere für dessen - als Leistungsvoraussetzung gemäss Art. 32 Abs. 1 Satz 1 KVG erforderliche - Zweckmässigkeit gegenüber dem im traditionellen Sinne vorgenommenen hohen Einlauf bestehen im Lichte der ebenfalls plausiblen Ausführungen des Vertrauensarztes, auf welche sich sowohl die Beschwerdegegnerin wie auch die Vorinstanz abstützten, indessen (noch) keine genügenden Anhaltspunkte. Namentlich geht aus den medizinischen Unterlagen nicht hervor, ob entsprechende herkömmliche Massnahmen überhaupt in Erwägungen gezogen und auch versucht worden sind, ergibt sich aus dem Schreiben des Zentrums Z.________ vom 25. November 1999 doch einzig der Hinweis auf die erfolglos gebliebene vorübergehende Umstellung auf das Medikament Practo-Clyss. Es wird die Aufgabe der Krankenkasse sein, an welche die Sache in diesem Punkt zurückzuweisen ist, mittels gutachterlichen Abklärungen den Sachverhalt zu durchleuchten und aufzuzeigen, welches der beiden Verfahren dem Behandlungszweck dienlicher und damit - jedenfalls im vorliegenden Kontext - zweckmässiger ist.