Citation: 5A_723/2019 E. 3.2

3.2. Die Vorinstanz hat richtig erkannt, dass der Beschwerdeführer gestützt auf Art. 6 Ziff. 1 EMRK grundsätzlich Anspruch auf eine (publikums-) öffentliche Verhandlung hat. Sodann haben weder die Parteien (ausdrücklich oder stillschweigend) auf eine derartige Verhandlung verzichtet, noch kann die Öffentlichkeit im vorliegenden hoheitlich geprägten Kindesschutzverfahren (für einen vergleichbaren Fall vgl. Urteil 5A_955/2015 vom 29. August 2015 E. 2.6 [elterliche Sorge]) pauschal mit Hinweis auf den in der Konventionsbestimmung als Ausnahmetatbestand vorgesehenen "Schutz des Privatlebens" vom Verfahren ausgeschlossen werden. Nichts anderes ergibt sich aus dem in der Zivilprozessordnung - diese ist auf Kindesschutzverfahren ohnehin nicht (direkt) anwendbar (Art. 1 Abs. 1 ZPO; Art. 443 ff. und 450f ZGB) - vorgesehenen Ausschluss der Öffentlichkeit in familienrechtlichen Verfahren (Art. 54 Abs. 4 ZPO), auf welchen die Beschwerdegegnerin sich beruft (vgl. Urteil 5A_522/2016 vom 14. März 2017 E. 2.2.3). Ein (ausnahmsweiser) Ausschluss der Öffentlichkeit bedarf vielmehr der besonderen Begründung (BGE 144 III 442 E. 2.2; 142 II 188 E. 3.1.1). Strittig ist, ob die Vorinstanz ohne Konventionsverletzung eine derartige Ausnahme bejahen und auf die beantragte öffentliche Verhandlung verzichten durfte.