Citation: 6B_1204/2016 E. 3.3.2

3.3.2. Mit seiner grundsätzlichen Kritik an der seiner Auffassung nach zu schematischen bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu Art. 90 Abs. 2 SVG und dem Hinweis auf Abs. 3 und 4 der Bestimmung ist der Beschwerdeführer nicht zu hören. Er verkennt, dass das Bundesgericht unter dem Gesichtspunkt von Art. 90 Abs. 2 SVG in subjektiver Hinsicht sehr wohl die konkreten Umstände der Verkehrsregelverletzung berücksichtigt und damit eine einzelfallgerechte Beurteilung vornimmt (vgl. oben E. 3.1). Darin liegt denn auch der entscheidende Unterschied zu Art. 90 Abs. 4 SVG resp. zu deren bisheriger Handhabung durch die Gerichte. Diese Norm enthält ihrem Wortlaut nach eine unwiderlegbare gesetzliche Vermutung, dass die subjektiven Voraussetzungen nach Art. 90 Abs. 3 SVG bei Vorliegen bestimmter Geschwindigkeitsüberschreitungen automatisch erfüllt sind. Daher hat das Bundesgericht in BGE 142 IV 137 (E. 11.1) seine bisherige Rechtsprechung zu Art. 90 Abs. 4 SVG geändert und erwogen, auch in diesem Fall müsse der Gegenbeweis ausnahmsweise zulässig sein. Der Beschwerdeführer kann aus der neuen Rechtsprechung zu Art. 90 Abs. 4 SVG nichts für sich ableiten. Es besteht auch kein Anlass, die langjährige, einheitliche und konstante Praxis zu Art. 90 Abs. 2 SVG zu ändern (vgl. dazu Urteil 6B_292/2013 vom 15. Juli 2013 E. 2.5 f.).