Citation: 4A_278/2014 E. 3.1

3.1. Die Vorinstanz bejahte dies. Gestützt auf das Vertrauensprinzip nahm sie an, aufgrund des konkludenten Verhaltens der Beschwerdeführerin habe D.________ von einem grundsätzlich entgeltlichen Auftragsverhältnis ausgehen dürfen. Für das Vorliegen eines Auftrages sei es nicht erforderlich, dass sich die Parteien ausdrücklich über den Auftragsumfang und die Vergütung geeinigt hätten. Unbestritten habe D.________ auch nach seinem Ausscheiden bei E.________ Leistungen als Aktuar für die Beschwerdeführerin erbracht. Die Beschwerdeführerin habe solche nicht nur vorbehaltlos entgegengenommen, sondern D.________ aktiv zu deren Erbringung veranlasst. Sie verweist in diesem Zusammenhang auf den Ende Juni und anfangs Juli 2011 durchgeführten E-Mail-Verkehr zwischen der Beschwerdeführerin und D.________, namentlich auf ein E-Mail des damaligen Direktors der Beschwerdeführerin vom 5. Juli 2011 an D.________, in dem ersterer ankündigte, sie würden am 1. August (2011) in der Schweiz sein und möchten mit ihm dann die bisherige Arbeit besprechen und wie es weitergehe. D.________ sei auch bis zum 19. Oktober 2011 als verantwortlicher Aktuar registriert geblieben. Der Einwand der Beschwerdeführerin, die Löschungsmeldung an die Finma sei versehentlich vergessen worden, vermöge bei einem Zeitraum von über viereinhalb Monaten nicht zu überzeugen. Mutationen müssten von Gesetzes wegen (Art. 23 Abs. 1 und 3 VAG) umgehend gemeldet werden. Solange der Registereintrag weiter bestanden habe, sei D.________ gesetzlich verpflichtet gewesen, die Funktion des verantwortlichen Aktuars weiterhin wahrzunehmen, selbst wenn dies auf einem Versehen beruht hätte. Die Beschwerdeführerin habe auch nicht behauptet, sie hätte D.________ nach seinem Ausscheiden aus E.________ darüber informiert, dass trotz seiner weiter bestehenden Registrierung und trotz erteilter konkreter Aufträge nicht mehr er, sondern E.________ (bzw. ein anderer Mitarbeiter) die Aufgabe des verantwortlichen Aktuars weiterführen solle. Vielmehr habe sich F.________ (von der Beschwerdeführerin) bei D.________ mit E-Mail vom 20. Oktober 2011 für die nicht ordnungsgemässe Information entschuldigt. Die Beschwerdefü hrerin habe auch nicht annehmen dü rfen, so die Vorinstanz weiter, dass D.________ die Dienstleistungen in Vertretung und auf Rechnung von E.________ erbracht habe. Ihr Einwand, G.________, Partner bei E.________, habe dies ihr gegenüber ausdrücklich so bestätigt, sei unbehelflich. Der Arbeitsvertrag zwischen E.________ und D.________ sei damals bereits über einen Monat beendigt gewesen, was die Beschwerdeführerin gewusst habe. Sie habe daher nicht annehmen dürfen, G.________ könne verbindlich darüber Auskunft erteilen, ob und wenn ja, welche zwischenzeitlich von D.________ erbrachten Leistungen durch Zahlung an E.________ bereits abgegolten seien, zumal Mitarbeiter von E.________ nicht in den E-Mail-Verkehr zwischen der Beschwerdeführerin und D.________ eingebunden gewesen seien. Nicht entscheidend sei daher auch, ob die Beschwerdeführerin E.________ für den Zeitraum vom 12. Januar 2011 bis 24. Januar 2012 aufgrund des weiterhin mit E.________ bestehenden Mandats Honorarrechnungen im Betrag von insgesamt Fr. 339'242.04 bezahlt habe, wie die Beschwerdeführerin geltend mache.