Citation: 6B_576/2024 E. 6.3

6.3. Der Beschwerdeführer rügt die Verhältnismässigkeit im engeren Sinn. Gemäss den schlüssigen und überzeugenden Ausführungen von Dr. F.________ liegt beim Beschwerdeführer eine hohe Rückfallgefahr in Bezug auf verbale Aggressivität in Form von Beschimpfungen und Drohungen, aber auch eine nicht zu unterschätzende, deutlich erhöhte Rückfallgefahr in Bezug auf körperliche Aggressionen auf Personen (auch mit Gegenständen) vor. Diese Einschätzung deckt sich im Übrigen auch mit derjenigen von Dr. G.________ im früheren Gutachten vom 5. Juli 2021 (worauf auch der Beschwerdeführer hinweist). Dr. G.________ stuft die Legalprognose des Beschwerdeführers als äusserst "düster" ein und kommt zum Schluss, es drohten weitere einschlägige Straftaten in deutlich erhöhtem Ausmass. Wie dem Gutachten von Dr. F.________ weiter entnommen werden kann, bedrohte der Beschwerdeführer im Dezember 2020 das Pflegepersonal mit einem Buttermesser. Anlasstat der früheren stationären Massnahme war eine versuchte Tötung zum Nachteil seines Bruders. Wenn Dr. F.________ vor diesem Hintergrund von einer deutlich erhöhten Rückfallgefahr in Bezug auf körperliche Aggressionen auf Personen (auch mit Gegenständen) spricht, kann die Annahme des Beschwerdeführers, wonach aufgrund der im vorliegenden Verfahren zu beurteilenden Delikte (mehrfache Sachbeschädigungen, Hausfriedensbruch, mehrfache Drohungen, Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte) auch künftig keine schwerwiegende Delikte zu erwarten seien, nicht geteilt werden. Mit dieser Argumentation übersieht er, dass die Anordnung einer stationären Massnahme im Gegensatz zur Verwahrung (vgl. Art. 64 Abs. 1 StGB) nicht die Begehung einer bestimmten Katalogtat voraussetzt, sondern lediglich erfordert, dass die im Zusammenhang mit der psychischen Störung begangene Straftat die Schwere eines Vergehens erreicht (Art. 59 Abs. 1 lit. a StGB). Die Bedeutung des öffentlichen Interesses an der Verhinderung künftiger Straftaten ist hingegen danach zu beurteilen, ob der Täter weitere Straftaten begehen wird und wie schwer diese wiegen. Die bereits begangenen Straftaten sind ein Element dieser Prognose. Ausserdem sind die Wahrscheinlichkeit und die Schwere der künftig zu erwartenden Straftaten keine voneinander unabhängige Kriterien. Je höherwertig die gefährdeten Rechtsgüter sind, desto geringer muss das Rückfallrisiko sein (Urteile 6B_1051/2021 vom 3. März 2022 E. 3.7; 6B_90/2016 vom 18. Mai 2016 E. 3.3). Bei der Gefährdung hochwertiger Rechtsgüter wie Leib und Leben sind an Nähe und Ausmass der Gefahr weniger hohe Anforderungen zu stellen als bei der Gefährdung weniger bedeutender Rechtsgüter wie Eigentum und Vermögen (BGE 127 IV 1 E. 2a; 118 IV 108 E. 2a). Insofern sich der Beschwerdeführer unter Verhältnismässigkeitsaspekten auf die ausgefällte Strafe von neun Monaten bezieht, kann ihm ebenfalls nicht gefolgt werden. Massnahmen im Sinne von Art. 56 ff. StGB werden ohne Rücksicht auf Art und Dauer der ausgesprochenen Strafe angeordnet (BGE 136 IV 156 E. 2.3; vgl. auch Urteile 6B_286/2024 vom 7. August 2024 E. 1.4.4; 6B_641/2021 vom 30. März 2022 E. 2.3.5). Die Verhältnismässigkeit einer Massnahme bemisst sich demnach nicht nach der Höhe der Strafe. Dies gilt insbesondere, wenn der Täter - wie vorliegend - die Delikte in vermindert schuldfähigem Zustand begangen hat. Unter Berücksichtigung der Schwere der psychischen Störung des Beschwerdeführers, deren Verlauf und Auswirkungen in der Vergangenheit sowie der künftig zu erwartenden Straftaten erweist es sich als bundesrechtskonform, dass die Vorinstanz die Verhältnismässigkeit der angeordneten stationären Massnahme bejaht (vgl. auch Urteil 6B_83/2024 vom 16. Juli 2024 E. 6.3.3, 6.3.6 f., zur Publikation vorgesehen).