Citation: 4A_249/2013 E. 3.2

3.2. Die Beschwerdeführerin bestreitet nicht, dass die Instruktionen der Beschwerdegegnerin unter anderem dahin gehend gelautet haben, keine Fenster mit Querverstrebungen und keine Fenster, die nicht leicht zugänglich sind zu reinigen; aus dem angefochtenen Urteil geht denn auch hervor, dass die Beschwerdeführerin in ihrer Berufungsschrift ausdrücklich anerkannt hat, dass sie jene Fensterscheiben, welche sich hinter Metallkreuzen der Gebäudetragekonstruktion befanden, auslassen konnte. Damit ist unbestritten, dass Fenster mit Querverstrebungen bzw. solche die nicht leicht zugänglich waren, vom Reinigungsauftrag ausgenommen waren. Soweit die Beschwerdeführerin nun versucht, zwischen dem ihr erteilten Auftrag, die Fenster der Süd- zur Nordfassade hin zu reinigen und der ihr erteilten Instruktion, die nicht leicht zugänglichen Fenster sowie diejenigen mit Querverstrebungen auszulassen, einen Widerspruch herbeizuführen, kann sie nicht gehört werden. Zwar ist ihr beizupflichten, dass die Vorinstanz den Ablauf bzw. die Reihenfolge der ihr beauftragten Reinigungsarbeiten im Erdgeschoss von der Süd- über die West- zur Nordfassade hin, nicht festgestellt hat. Ebenso wenig hat die Vorinstanz festgestellt, wie viele Fenster insgesamt und an welcher Fassade, mit Querverstrebungen oder anderen Abschrankungen versehen waren. Entgegen den Vorbringen der Beschwerdeführerin vermag dies jedoch am Ausgang des Verfahrens nichts zu ändern. Die der Beschwerdeführerin erteilte Instruktion war, wie die Vorinstanz unter Würdigung der Beweise willkürfrei festgestellt hat, klar und unmissverständlich, womit es nicht von Belang ist, an welcher Fassade sich die vom Reinigungsauftrag nicht erfassten Fenster befanden und in welcher Reihenfolge die Reinigung zu erfolgen hatte. Denn wie die Beschwerdeführerin selber vorbringt, gab es nicht nur an der Nordfassade, sondern auch an der Süd- und Westfassade solche schwer zugänglichen Fenster, welche sie gemäss den tatsächlichen Feststellungen der Vorinstanz weisungsgemäss ausgelassen hat. Damit kann der Beschwerdegegnerin auch nicht angelastet werden, die Beschwerdeführerin nicht mit dem entsprechenden Reinigungswerkzeug und einer genügenden Absturzsicherung ausgerüstet zu haben, da solche Fenster, die allenfalls eine weitere Ausrüstung erfordert hätten, nicht vom Reinigungsauftrag erfasst waren, ungeachtet dessen, an welcher Hausfassade sie sich befanden. Damit vermag die Beschwerdeführerin auch keine Verletzung von Art. 8 ZGB aufzuzeigen, indem sie vorbringt, der Vorinstanz form- und fristgerecht einen Antrag auf Durchführung eines gerichtlichen Augenscheins gestellt zu haben. Die Beschwerdeführerin bringt vor, dass ein gerichtlicher Augenschein dazu verholfen hätte, festzustellen, dass sich sämtliche an der Nordseite befindlichen Fenster hinter einer Abschrankung befinden würden, dass die ihr zur Verfügung gestellten Reinigungsutensilien ungenügend gewesen und die Ausnahme der Reinigung der Fenster mit Querverstrebungen rein aus wirtschaftlichen Gründen erfolgt wäre. Die Vorinstanz hat unter Würdigung der Beweise festgehalten, dass ein erneuter Augenschein keine neuen, entscheidrelevanten Hinweise ergeben würde, weshalb sie darauf verzichtet hat. Der Verzicht auf die Abnahme von Beweisen in antizipierter Beweiswürdigung verletzt entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin Art. 8 ZGB nicht.