Citation: 1B_548/2021 E. 2.4

2.4. Der Beschwerdeführer brachte im vorinstanzlichen Verfahren unter anderem vor, er habe keine enge familiäre Verbindung zu seinen in der Republik Kosovo lebenden Verwandten. Zu seinem Vater habe und wünsche er keinen Kontakt. Er spreche besser Deutsch als Albanisch, und es verbänden ihn mit dem Kosovo lediglich frühere Ferienaufenthalte. Nach seiner Haftentlassung plane er, im Rahmen einer Lehre in das Berufsleben einzusteigen. Er habe denn auch eine Praktikumsstelle und einen festen Wohnsitz in Aussicht. Er pflege eine enge soziale Beziehung zu einer in der Schweiz lebenden Tante. Diese sei bisher für seinen gesamten Lebensunterhalt aufgekommen und werde ihn auch nach der Haftentlassung unterstützen. Weil er sich der Tante gegenüber in einer schweren Schuld fühle, sei eine unehrenhafte Flucht für ihn undenkbar. Eine solche hätte auch zur Folge, dass er bei seiner Verwandtschaft im Kosovo (nach einer allfälligen Flucht) gar keine Unterkunft erhielte. Die Erwägung des Zwangsmassnahmengerichtes (ZMG), wonach er mehrfach seine Wohnorte gewechselt habe und die Polizei nach ihm habe suchen müssen, sei unzutreffend. Er sei bei seiner Tante ausgezogen, um in ein Wohnheim zu dislozieren, das er in der Folge zwei Mal gewechselt habe. Nachdem er auch den Aufenthalt im dritten Wohnheim beendet habe, sei er in eine Krise gestürzt und habe sich "in einem Musikstudio verkrochen". Seine Freunde und Verwandten seien aber stets über seinen Aufenthaltsort informiert gewesen. Auf ihn als "Adoleszenten" habe die lange strafprozessuale Haft einen nachhaltigen Eindruck gemacht. Der Hinweis des ZMG auf das von der Jugendanwaltschaft beantragte Strafmass sei per se willkürlich.