Citation: U 514/06 24.05.2007 E. 3

Nach Lage der medizinischen Akten, worunter der voll beweiskräftige (BGE 125 V 351 E. 3 S. 352 mit Hinweisen) Bericht des Dr. med. M.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie FMH, SUVA, vom 25. Oktober 2005, ist mit allen Verfahrensbeteiligten davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer die vor dem Unfall ausgeübte Tätigkeit als Dachdecker wegen verminderter Belastbarkeit des Kniegelenks nicht mehr ausüben kann. Die Vorinstanz hält ferner fest, die Oberschenkelproblematik sei vorübergehender Natur, während die Rücken- und Schulterbeschwerden keine Unfallfolgen darstellen würden. Bei den psychischen Leiden müsse die adäquate Kausalität verneint werden, weshalb lediglich das Knieleiden zu berücksichtigen sei. Daraus resultiere, dass ihm eine leidensbedingte Tätigkeit mit unbehindertem Gehen auf ebenem Untergrund und Traglasten bei korrekter Hebetechnik bis 20 kg ganztags zu 100 % zumutbar sei. 3.1 Der Beschwerdeführer macht hingegen geltend, die Femoralisläsion sei auf die Operation vom 13. Juni 2001 zurückzuführen und die Rückenschmerzen auf das mit der Quadrizepsatrophie zusammenhängenden Entlastungshinken (Bericht des Dr. med. S.________, Facharzt für Neurologie FMH, vom 23. November 2005). 3.2 Frau Dr. med. P.________, Fachärztin FMH für Neurologie, SUVA, hält in ihrem Bericht vom 25. Oktober 2005 ausdrücklich fest, es sei schwierig, eine 40 Minuten dauernde Gefässstauung als Ursache für eine Femoralisläsion verantwortlich zu machen. Vielmehr stehe eine vaskuläre Ursache im Vordergrund, da der Beschwerdeführer als damaliger Raucher auch unter Hypertonie und einer Hypercholesterinämie litt. Dr. med. M.________ führt im Bericht vom 25. Oktober 2005 aus, Nervenschäden seien nach Arthroskopien extrem selten und vorübergehend. Entgegen den Behauptungen des Beschwerdeführers macht Dr. med. S.________ im Bericht vom 23. November 2005 keine konkreten Aussagen zur Ursache der Nervenschädigung. Seine Ausführungen machen deutlich, wie schwierig die Bestimmung ihrer Ätiologie ist, wobei auch er eine vorbestehende arteriosklerotische Gefässerkrankung nicht ausschliesst. Bezüglich der anderen Beschwerden mutmasst Dr. med. S.________ über die möglichen Ursachen, wobei er verschiedene Theorien in Betracht zieht, sich jedoch nicht festlegt. Nach der medizinischen Aktenlage ist demnach nicht überwiegend wahrscheinlich, dass zwischen dem versicherten Unfall und der Femoralisläsion sowie der übrigen Beschwerden, insbesondere den Rückenschmerzen, ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Unter Berücksichtigung sämtlicher für die Beurteilung massgebenden Faktoren kann der natürliche Kausalzusammenhang zwischen den vorhandenen Beschwerden und dem erlittenen Unfall nur als blosse Möglichkeit erscheinen, was für die Begründung einer Leistungspflicht der Unfallversicherung nicht genügt (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts U 147/05 vom 8. Juni 2006 E. 5.3 und 5.5). Von weiteren medizinischen Abklärungen kann deshalb in antizipierter Beweiswürdigung (BGE 122 V 157 E. 1d S. 162) abgesehen werden. 3.3 Hinsichtlich der Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen dem versicherten Unfall und dem im Bericht des Dr. med. S.________ angedeuteten psychischen Gesundheitsschaden kann auf die Erwägungen des Einspracheentscheids verwiesen werden. In Anwendung der unfallbezogenen Kriterien gemäss BGE 115 V 140 E. 6c/aa kam die SUVA zum Schluss, dass das als mittelschwer einzustufende Ereignis vom 8. Juni 2000 keine adäquate Kausalität zwischen Unfall und psychischen Beschwerden begründen könne. Die Vorinstanz schliesst eine adäquat kausale Ursache schon deshalb aus, weil sie den Unfall als banales Ereignis einstuft. Die Frage, ob es sich um ein banales oder ein mittelschweres Ereignis handelt, kann offen gelassen werden, denn was in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde eingewendet wird, insbesondere ein schwieriger Heilungs- und Behandlungsverlauf, ist auch in Bezug auf ein mittelschweres Ereignis unbehelflich, zumal objektiv der Heilungsverlauf zufriedenstellend ist. Für die nach dem Unfall nur von Dr. med. S.________ angedeutete psychische Fehlentwicklung ist daher mit Vorinstanz und Verwaltung der adäquate Kausalzusammenhang zu verneinen.