Citation: 9C_449/2023 E. 6.4.2

6.4.2. Darüber hinaus begründete die Vorinstanz ihren Schluss auf die Unverwertbarkeit des Berichts vom 16. Dezember 2016 durchaus nachvollziehbar und jedenfalls nicht offensichtlich unhaltbar, indem sie den konkreten Umständen Rechnung trug, unter denen der Bericht zustande gekommen war. Konkret berücksichtigte sie, dass die Versicherte der Verwaltung im Oktober und November 2016 mitgeteilt hatte, dass sie eine Arbeitsstelle gefunden habe, bei welcher sie zu 100 % beschäftigt werden könne, und dass sie auf ein solches Pensum auch angewiesen sei, um bestehende Schulden zurückzubezahlen. Im Lichte dessen ist nicht zu beanstanden, dass das kantonale Gericht dem postwendend eingereichten, auf eine vollständige Arbeitsfähigkeit für angepasste Tätigkeiten lautenden Bericht des Dr. med. G.________ vom 19. Dezember 2016 den Beweiswert absprach. Dabei gilt es zu berücksichtigen, dass auch in Bezug auf frühere Einschätzungen des Dr. med. G.________ erhebliche Zweifel bestehen. So attestierte dieser noch am 2. Dezember 2015 bis auf Weiteres eine volle Arbeitsunfähigkeit für alle Tätigkeiten. Diese Einschätzung (und ebenso jene vom 31. Juli 2015) weicht nicht nur erheblich von der Einschätzung der BEGAZ-Gutachter ab, welche für adaptierte Tätigkeiten eine Arbeitsfähigkeit von 80 % attestiert hatten, sondern steht auch in unauflösbarem Widerspruch zu den tatsächlichen damaligen Begebenheiten: Den Akten lässt sich entnehmen, dass die Versicherte just Ende 2015 den Lehrgang zur Pflegehelferin SRK erfolgreich abschloss (vgl. Schreiben des SRK vom 19. Januar 2016) und seit dem 7. November 2015 bei der E.________ GmbH angestellt war (vgl. Arbeitsvertrag vom 7. November 2015). Aus den eingereichten Lohnblättern erhellt zudem, dass sie in dieser Tätigkeit beträchtliche Einkommen (bis zu Fr. 7'442.-) erzielte, was ohne Weiteres auf eine Anstellung in hohem Pensum schliessen lässt.