Citation: 9C_314/2018 E. 5.2

5.2. In der Stellungnahme des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) vom 14. März 2017 zum Gutachten der SMAB AG findet dagegen eine vertiefte Auseinandersetzung mit den funktionellen Einschränkungen und den Auswirku ngen der Erkrankung a uf die Arbeitsf ähigkeit wie auch mit den psychosozialen Belastungsfaktoren statt, ohne dass die im Gutachten gestellten Diagnosen angezweifelt werden. Gemäss RAD-ärztlicher Beurteilung könne medizinisch auf das Gutachten abgestellt werden, nicht hingegen hinsichtlich der bezifferten Arbeitsunfähigkeit. Es sei beim Studium des erhobenen psychiatrischen Befundes keineswegs das Bild einer Versicherten entstanden, die vollumfänglich in ihrer Leistungs- und Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sei. In der Expertise werde festgestellt, dass sich weder Hinweise für eine Störung von Aufmerksamkeit und Konzentrationsfähigkeit noch solche für eine Beeinträchtigung von Merkfähigkeit und Gedächtnisleistung ergeben hätten; die Versicherte sei in der Lage, einen freien Willen zu bilden und ihr Antriebsniveau sei lebhaft. Weiter sei es ihr möglich, Auto zu fahren, was in der Regel mit einer vollumfänglichen Aufhebung der Leistungs- und Arbeitsfähigkeit, basierend auf eine affektive Störung, nicht vereinbar sei, zumal die letzte Tätigkeit keine kognitiv hohen Anforderungen an die Versicherte gestellt habe. Es sei jedoch davon auszugehen, dass bei der Versicherten das Durchhaltevermögen, die geistige Ausdauerfähigkeit, die Flexibilität bzw. die Umstellungsfähigkeit sowie die Durchsetzungsfähigkeit beeinträchtigt seien. Zum (zumutbaren) Belastungs- und Ressourcenprofil gab der RAD-Arzt an, der Versicherten sei ein zeitliches Pensum von sechs Stunden bei reduzierter Leistungserbringung um 25 % zumutbar. Zu vermeiden seien Tätigkeiten unter Hektik und enormem Zeitdruck, hohem Lärmpegel, in einem grossen Team (mehr als fünf bzw. sechs Personen). Ferner sei eine Schichttätigkeit sowie eine Tätigkeit mit regem Kundenkontakt nicht sinnvoll. Die Arbeitsfähigkeit schätzte der RAD-Arzt für die angestammte wie auch eine angepasste Tätigkeit auf 50 % ein. Zum retrospektiven Verlauf der Arbeitsfähigkeit führte er aus, dass psychosoziale Faktoren das Krankheitsbild getriggert und eine Zeit lang auch deutlich mitaufrechterhalten hätten. Aufgrund der Akten sei davon auszugehen, dass sich die Erkrankung seit Sommer 2015 weitgehend verselbstständigt habe, weshalb aus versicherungsmedizinischer Sicht ab diesem Zeitpunkt von einem Gesundheitsschaden mit Krankheitswert auszugehen sei.