Citation: 6B_792/2024 E. 3.1

3.1. Der Beschwerdeführer rügt, die vorliegend vorgenommene Radarkontrolle verletzte den Grundsatz der Verhältnismässigkeit. Radarkontrollen dürften nicht einen Selbstzweck erfüllen, sie müssten erforderlich sein, um Gefahrensituationen zu begegnen. Eine solche Gefahrensituation habe zur nächtlichen Zeit nicht bestanden, denn ein Rückstau - mit dessen Verhinderung die Radarkontrolle unter anderem begründet werde - sei nur zu Stosszeiten möglich. Ebenso wenig gehe es an, die vorliegende Radarkontrolle mit der Erfassung von Raserdelikten zu begründen. Beim fraglichen Autobahnabschnitt bzw. wegen des dort gegebenen Gefälles würden viele Verkehrsteilnehmer ungewollt geringfügig schneller fahren. Folglich würden grossmehrheitlich Verkehrsteilnehmer gebüsst, die in keiner Weise zu einer Gefahrensituation beitragen würden und zwar einzig deswegen, weil mit der fraglichen Radarkontrolle auch verhältnismässig seltene Raserdelikte erfasst werden sollten. Unverhältnismässig sei die Vornahme der Radarkontrolle an jener Stelle auch deswegen, weil nur 400 Meter weiter die erlaubte Geschwindigkeit mit 100 km/h signalisiert sei. Die Pflicht des Autofahrers, die erlaubte Geschwindigkeit jederzeit genau einzuhalten, gebe der Polizei nicht den Freipass, unverhältnismässige Massnahmen durchzuführen. Jedes staatliche Handeln müsse verhältnismässig sein, dies sei nicht der Fall, wenn die staatliche Massnahme - wie vorliegend - die Falschen treffe.