Citation: 4A_659/2020 E. 2.3

2.3. Die tatsächliche Feststellung der Vorinstanz, dass Viktor Vekselberg an der Beschwerdeführerin wirtschaftlich berechtigt sei, beruht auf mehreren Umständen. Die Vorinstanz erwog, er habe sich bei der Eröffnung der Bankbeziehung auf dem Formular A als "Wirtschaftlich Berechtigter" bezeichnet. Sodann hätten die Beschwerdeführerin und Viktor Vekselberg in einem gemeinsam (mit andern Gesellschaften der A.________-Gruppe) geführten Verfahren der Schweizer Übernahmekommission folgendes Rechtsbegehren gestellt: "Es seien die [Beschwerdeführerin] sowie deren direkte und indirekte Eigentümer sowie deren wirtschaftlich Berechtigter, Herr Viktor Vekselberg [...]". Schliesslich sei aufgrund der Struktur der A.________-Gruppe klar, dass nur Viktor Vekselberg an den Vermögenswerten der Gruppe berechtigt sein könne. Diesbezüglich rügt die Beschwerdeführerin, die erste Feststellung der Vorinstanz sei aktenwidrig, denn es sei nicht Viktor Vekselberg selbst gewesen, der sich als "Wirtschaftlich Berechtigter" ausgegeben habe. Auch aus der Struktur der A.________-Gruppe und dem Rechtsbegehren im Verfahren vor der Schweizer Übernahmekommission lasse sich nichts ableiten. Damit vermag sie die dreifach abgestützte tatsächliche Feststellung der Vorinstanz, dass Viktor Vekselberg "Wirtschaftlich Berechtigter" an der Beschwerdeführerin im Sinne des schweizerischen Verständnisses ist, offensichtlich nicht als willkürlich auszuweisen (vgl. hiervor E. 1.3). Es trifft sodann nicht zu, dass die Vorinstanz fälschlicherweise Schweizer Recht angewendet hat. Vielmehr hat sie den aus dem US-Recht stammenden Begriff des "interest in property" ausgelegt. Dass sie dabei die wirtschaftliche Berechtigung nach schweizerischem Verständnis unter den Begriff des "interest in property" subsumierte, ist angesichts der Formulierung "any interest of any nature whatsoever, direct or indirect [...]" nicht zu beanstanden. Die Beschwerdeführerin legt denn auch nicht dar, inwiefern ein von der Definition erfasstes indirektes Interesse die wirtschaftliche Berechtigung nicht erfassen sollte. Auch aus dem von der Beschwerdeführerin angerufenen Privatgutachten von D.________ ergibt sich nichts anderes. Dieser bestätigt lediglich, dass ungeachtet der - auch nach seinem Verständnis - Breite der Definition ("notwithstanding the breadth of the definition") die Bestimmung keinen Bezug nehme auf den Begriff eines "beneficial owners". Am vorinstanzlichen Ergebnis, dass Viktor Vekselberg "interest in property" an der Beschwerdeführerin habe, ändern auch die von der Beschwerdeführerin geltend gemachten Eigentums- bzw. Berechtigungsverhältnisse am Vermögen einer Stiftung nach dem Recht Panamas nichts (vgl. hiervor E. 2.1). Wie dargelegt, genügen - nach der nicht zu beanstandenden vorinstanzlichen Auslegung des Begriffs "interest in property" - selbst nicht auf Eigentum beruhende Berechtigungen. Die Vorinstanz hielt daher zu Recht fest, dass das US-Sanktionsrecht, und nicht das panamaische Stiftungsrecht, bestimme, ob das Vermögen der Beschwerdeführerin (einer Stiftung nach dem Recht Panamas) mit US-Sanktionen belegt sei.