Citation: 5A_251/2023 E. 4.4.1

4.4.1. Sie macht geltend, zur Begründung, wonach sie ihr "unvollständiges Gesuch" zu spät verbessert habe, verweise das Obergericht auf BGE 144 III 117. Dieser Verweis sei im vorliegenden Kontext schlichtweg falsch, denn das Obergericht führe selbst aus, dass das Verfahren vor dem Kantonsgericht vom Grundsatz der Untersuchungsmaxime beherrscht gewesen sei. Gemäss Art. 229 Abs. 3 ZPO könnten bei der Geltung der Untersuchungsmaxime neue Tatsachen und Beweismittel bis zur Urteilsberatung vorgebracht werden. Das Obergericht behaupte zu Recht nicht, dass die Urteilsberatung im Verfahren vor dem Kantonsgericht bereits begonnen habe. Somit sei es ihr, der Beschwerdeführerin, ohne weiteres möglich gewesen, ihr Gesuch um Prozesskostenvorschuss im Rahmen der Parteibefragung, Instruktionsverhandlung und auch bei Retournierung des unterzeichneten Protokolls der Parteibefragung nachzubessern. Etwas anderes zu behaupten, sei nicht nur rechtlich falsch, sondern willkürlich.