Citation: U 298/06 11.01.2007 E. 4

4.1 Das kantonale Gericht erwog im Wesentlichen gestützt auf den als beweiskräftig eingestuften Bericht des Kreisarztes Dr. med. U.________ vom 5. September 2005, dass die Beschwerden in der linken Schulter (bei Subacromialraumverschmälerung mit Impingement-Syndrom) "mit überwiegender Wahrscheinlichkeit in keinem natürlichen Kausalzusammenhang mit dem Unfall vom 8. Juli 2004 stehen". Der Beschwerdeführer hält dem zunächst entgegen, der erwähnte Bericht des Dr. med. U.________ sei schon deshalb keine taugliche Grundlage für die Beurteilung der umstrittenen Kausalitätsfrage, weil er fälschlicherweise annehme, es stehe der dem Versicherten obliegende Beweis einer neuen, leistungsbegründenden Tatsache in Frage, wogegen es - richtigerweise - um den vom Versicherer zu erbringenden Nachweis des Dahinfallens der ursprünglich anerkannten Unfallkausalität der Schulterbeschwerden gehe. Dieser Einwand ist unbegründet. Für den Beweiswert einer medizinischen Stellungnahme ist nicht ausschlaggebend, ob der Arzt oder die Ärztin von zutreffenden Annahmen über die rechtlichen Regeln der Beweislast ausgeht; entscheidend ist allein, ob sein/ihr Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, (auch) die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben wurde und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Experten begründet sind (BGE 125 V 352 Erw. 3a, mit Hinweis). Diesen Anforderungen genügt der am 5. September 2005 verfasste Zweitbericht des Dr. med. U.________ zusammen mit dessen Untersuchungsbericht vom 24. August 2005, weshalb das kantonale Gericht diese Unterlagen zu Recht als beweiskräftig eingestuft hat. 4.2 Entgegen dem in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde vertretenen Standpunkt ist die vorinstanzliche Beweiswürdigung auch im Ergebnis nicht zu beanstanden. Nicht stichhaltig ist namentlich das Argument des Beschwerdeführers, die Vorinstanz verfalle in Willkür (Art. 9 BV), indem sie aus der im Bericht vom 5. September 2005 enthaltenen Aussage, das operativ behandelte Impingement-Syndrom an der linken Schulter sei "nicht in einem wahrscheinlichen Kausalzusammenhang" (Hervorhebung nicht im Original) zum Unfall vom 8. Juli 2004 zu sehen, folgere, die Schulterbeschwerden stünden mit überwiegender Wahrscheinlichkeit in keinem natürlichen Kausalzusammenhang zum Unfallereignis. Die Vorrichter haben die zentrale Frage, ob für die Zeit nach dem 2. Oktober 2005 unfallkausale Schulterbeschwerden zu bejahen sind oder nicht, im Lichte der gesamten medizinischen Aktenlage geprüft und namentlich auch die spezifische Aussage des Dr. med. U.________ vor diesem umfassenderen Hintergrund gewürdigt. Daraus erhellt, dass der Beschwerdeführer zwar schon bald nach dem Unfall zeitweise über beidseitige Schulterschmerzen klagte. Die ärztlichen Unterlagen sprechen jedoch allesamt dafür, dass es sich bei den damaligen Schulterbeschwerden um ein Begleitsymptom des (nebst Kopfbeschwerden) zunächst im Vordergrund gestandenen, ausstrahlenden zerviko-cephalen Schmerzsyndroms (HWS-Problematik) handelte; Anhaltspunkte für eine beim Unfall erlittene Schulterverletzung bestehen keine. Die "Symptomatik von Seiten der HWS mit Ausstrahlung in die Schulter" war bereits anfangs November 2004 deutlich zurückgegangen (Bericht der Neurologin Frau Dr. med. K.________ vom 8. November 2004), wenn auch nicht verschwunden (Untersuchungsbericht des Kreisarztes Dr. med. U.________ vom 22. November 2004). Im Februar 2005 stellte Kreisarzt Dr. med. U.________ fest, die Schultergelenke selbst seien nicht dolent, frei beweglich und ohne Zeichen eines Impingements; der im Bereich des Muscullus trapecius beidseits empfundene Schmerz sei Zeichen eines höchstens leichtgradigen muskulären Zervikalsyndroms (Untersuchungsbericht vom 15. Februar 2005). Im April 2005 klagte der Versicherte alsdann lediglich noch über Nacken- und Kopfschmerzen sowie Schwindel und Müdigkeit; die beidseitigen Schulterbeschwerden standen für ihn klar nicht mehr im Vordergrund (Angaben des Versicherten gegenüber dem Kreisarzt Dr. med. W.________ gemäss Untersuchungsbericht vom 12. April 2005). Bei dieser Sachlage muss die Aussage im Bericht des Hausarztes Dr. med. L.________ vom 24. Mai 2005, es seien "neu Schmerzen im Bereich der linken Schulter beim Greifen nach vorne aufgetreten, wo ein deutliches Knacken auftritt", dahingehend verstanden werden, dass es sich bei letzteren tatsächlich um ein neues, selbstständiges Leiden und nicht um ein (erneutes) Ausstrahlen des bekannten Cervikalsyndroms handelte. Nachdem zudem mittels Arthro-MRI als einziger pathologischer Befund eine Verschmälerung des Subacromialraumes festgestellt wurde, die Infraspinatus-, Supraspinatus- und Subscapularissehnen intakt waren und keine Anhaltspunkte für eine Rotatorenmanschettenverletzung und eine Bicepssehnen- oder Labrumpathologie bestanden (Bericht Röntgeninstitut X.________ vom 7. Juni 2005), ist die Beurteilung des Kreisarztes Dr. med. U.________ vom 5. September 2005 insgesamt einleuchtend und überzeugend, dass es sich bei den eine Arbeitsunfähigkeit begründenden Schulterbeschwerden links (Impingement-Syndrom) um ein - so ausdrücklich - "unfallfremdes Leiden" handelt. Soweit Dr. med. O.________ in seinen Kurzberichten vom 9. Juni und vom 27. Juni 2005 sowie im Operationsbericht vom 7. Juli 2005 das subacromiale Impingement an der linken Schulter als "posttraumatisch" bezeichnet, ist dies nicht nachvollziehbar, nachdem eine irgendwie geartete Verletzung im Bereich der Schulter ausgeschlossen worden war. Nach den zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz, worauf verwiesen wird, vermag schliesslich auch die zu Handen des Krankenversicherers erstellte Stellungnahme des Dr. med. O.________ vom 3. Oktober 2005, welche trotz Kenntnis der MRI-Befunde festhält, beim Unfall sei "offensichtlich die Schulter traumatisiert" worden, die Unfallkausalität des durch das Impingementsyndrom verursachten, gemäss vorstehenden Erwägungen im Mai 2005 neu aufgetretenen Schulterschnellens links nicht hinreichend zu begründen. 4.3 Nach dem Gesagten beruht die vorinstanzliche Beurteilung der Streitfrage weder auf einer willkürlichen (Art. 9 BV) noch auf einer anderweitig bundesrechtswidrigen Beweiswürdigung.