Citation: 4C.248/2003 22.12.2003 E. 2

Die Kläger machen gegenüber dem Beklagten auftragsrechtliche Schadenersatzansprüche aus Schlechterfüllung des Anwaltsmandats geltend. Sie werfen ihm vor, sie nicht auf die Möglichkeit einer Beschwerde gegen die Verfügung des Untersuchungsrichters, die beschlagnahmten Inhaberobligationen der Bank Y.________ herauszugeben, hingewiesen zu haben. Dadurch hätten sie ihre besitz- und wertpapierrechtliche Legitimation mit den daraus fliessenden Rechtsvermutungen verloren und einen Schaden erlitten, für den sie Ersatz beanspruchen. Das Kantonsgericht hat eine Pflichtwidrigkeit des Anwalts bejaht, indessen einen Kausalzusammenhang zum geltend gemachten Schaden verneint, weil die Beschwerdeinstanz auf das Rechtsmittel mangels hinreichenden Interesses nicht eingetreten wäre, sich mithin die Rechtsstellung der Kläger durch eine Beschwerde nicht verbessert hätte. Die Kläger halten dieser Auffassung entgegen, dass die Möglichkeit bestanden hätte, im Beschwerdeverfahren die Ausstellung von Ersatzurkunden für die amortisierten Wertpapiere zu erhalten, wodurch ihre frühere formelle Rechtsstellung wiederhergestellt und ihre Position gegenüber dem Wertpapierschuldner bzw. der Bank Y.________ verbessert worden wäre. Die Auffassung des Kantonsgerichts, nach kantonalem Verfahrensrecht wäre die Beschwerdeinstanz nicht zuständig gewesen, die Ausstellung von Ersatzurkunden zu bewirken, hält nach dem Ergebnis des staatsrechtlichen Beschwerdeverfahrens vor der Verfassung stand. Konnte die Beschwerde aber den Klägern von vornherein nicht bringen, was sie anstrebten, fehlte ihnen, wie das Kantonsgericht zu Recht erkannte, ein hinreichendes Interesse am Rechtsmittel und wäre dieses folgerichtig durch einen Nichteintretensentscheid zurückgewiesen worden. Damit steht aufgrund kantonalen, im Berufungsverfahren nicht überprüfbaren Organisations- und Verfahrensrechts fest, dass sich durch eine - erfolglose - Beschwerde gegen die Herausgabeverfügung des Untersuchungsrichters weder die legitimationsrechtliche noch die materielle Rechtsstellung der Kläger dem Wertpapierschuldner gegenüber geändert hätte. Damit fehlt es an den bundesrechtlichen Voraussetzungen einer Haftung des Beklagten und zwar unbesehen darum, ob in der unterlassenen Empfehlung einer objektiv unnützen Rechtsvorkehr keine Sorgfaltspflichtverletzung gesehen oder mangels unveränderter Vermögenssituation der Kläger ein kausaler Schaden aus der Unterlassung verneint wird. So oder anders verletzt die Abweisung der Klage kein Bundesrecht.