Citation: 7B_8/2021 E. 5.1

5.1. Der Beschwerdeführer stellt sich auf den Standpunkt, dass ihn an seiner Säumnis vom 13. Juni 2019 kein Verschulden getroffen habe. Er wirft der Vorinstanz in diesem Zusammenhang eine willkürliche Beweiswürdigung und Sachverhaltsfeststellung vor und rügt zahlreiche Bestimmungen der BV, der StPO, des BGG und der EMRK als verletzt (vgl. Beschwerde Ziff. 3 S. 15-27). Zusammengefasst führt er aus, das von ihm eingereichte Arztzeugnis vom 24. Juni 2019 attestiere ihm vom 12. bis 14. Juni 2019 eine Verhandlungsunfähigkeit zu 100%. Um vom besagten Arztzeugnis abweichen zu dürfen, müsse die Vorinstanz beweisen, dass gewichtige, zuverlässig begründete Tatsachen oder Indizien dessen Überzeugungskraft ernstlich erschüttern. Dies habe sie nicht getan. Entgegen der Ansicht der Vorinstanz habe er seine 100%-ige Verhandlungsunfähigkeit für den Zeitraum zwischen dem 12. bis 14. Juni 2019, und damit für den 13. Juni 2019, mit dem Arztzeugnis vom 24. Juni 2019 glaubhaft belegt (vgl. etwa Beschwerde Ziff. 3 S. 15, Ziff. 3.2 S. 18, Ziff. 3.2.1 S. 18 f., Ziff. 3.2.3. S. 20, Ziff. 3.2.4 S. 20 f., Ziff. 3.2.5.1 S. 21 f.). Aus dem Arztzeugnis vom 23. März 2020 gehe zudem hervor, dass er sich seit dem 15. Mai 2019 in ambulanter Behandlung am Kantonsspital Aarau befunden habe. Die im ersten vorinstanzlichen Urteil vom 12. Februar 2020 vertretene Auffassung, wonach es auffallend sei, dass die medizinische Behandlung just vor der auf den 13. Juni 2019 angesetzten erstinstanzlichen Hauptverhandlung stattgefunden habe, erweise sich damit als falsch. Der Zeitpunkt des Krankheitseintritts spreche folglich nicht gegen, sondern für ein unverschuldetes Säumnis (vgl. Beschwerde Ziff. 3.2.2. S. 19 f.). Im Rahmen der im Arztzeugnis vom 23. März 2020 erwähnten Behandlung seien ihm zwei verschiedene Antibiotika verschrieben worden, welche aber nicht die gewünschte Wirkung mit sich gebracht hätten. Aus diesem Grund sei ihm schliesslich ein drittes Antibiotikum verschrieben worden. Dieses habe er einige Tage vor der Hauptverhandlung eingenommen. Dabei seien am 12. Juni 2019 Nebenwirkungen eingetreten, welche seine im Arztzeugnis vom 24. Juni 2019 attestierte 100%-ige Verhandlungsunfähigkeit vom 12. bis zum 14. Juni 2019 verursacht habe (vgl. Beschwerde Ziff. 3.1 S. 17 und Ziff. 3.2.5.2 S. 23). In der Zeit vom 12. bis zum 14. Juni 2019 habe er keine Eingaben verfasst oder eingereicht. Die diesbezügliche Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz sei folglich willkürlich (vgl. Beschwerde Ziff. 3.1 S. 16-18). Seine Schilderungen und die von ihm eingereichten Arztzeugnisse seien geeignet und rechtlich zulässig, um seine Verhandlungsunfähigkeit zu beweisen (vgl. Beschwerde Ziff. 3.2.5.1 S. 22). Entgegen der Ansicht der Vorinstanz könne von ihm nicht verlangt werden, Informationen über die Art der Erkrankung preiszugeben. Eine entsprechende Verpflichtung sei im Lichte des Rechts auf Privatleben (Art. 8 Ziff. 1 EMRK, Art. 13 BV) und des Verhältnismässigkeitsprinzips (Verbot von fishing expedition) unverhältnismässig wie auch menschenunwürdig (vgl. Beschwerde Ziff. 3.2.5.2 S. 22 ff.). Dass die Vorinstanz sein Wiederherstellungsgesuch mangels Angaben zur Art der Erkrankung abweise, ohne ihn vorgängig dazu aufzufordern, entsprechende Informationen zu liefern, zeige, dass sie nicht an der Wahrheitsfindung interessiert sei. Die Vorinstanz hätte von ihm eine Stellungnahme betreffend die Art der Erkrankung einholen müssen (vgl. Beschwerde Ziff. 3.2.5.2 S. 25). Sollten Angaben betreffend die Art der Erkrankung als notwendig betrachtet werden, erkläre er sich bereit, ein entsprechendes Arztzeugnis einzufordern und einzureichen (vgl. Beschwerde Ziff. 3.2.5.2 S. 23).