Citation: U 232/02 05.08.2003 E. 2

Strittig ist die Höhe des Invaliditätsgrades und des Integritätsschadens. In erster Linie ist daher festzustellen, welche gesundheitlichen Beeinträchtigungen in einem natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang zu den versicherten Unfällen stehen. 2.1 Der Beschwerdeführer führt an, nebst seinen körperlichen Unfallresiduen leide er auch an psychischen Beschwerden. Auch diese seien auf die Unfälle zurückzuführen, wofür die vorhandenen Arztberichte Beweis genug seien. Andernfalls hätte ein zusätzliches psychiatrisches Gutachten angeordnet werden müssen. Das Vorgehen des kantonalen Gerichts, welches von einer psychiatrischen Abklärung Abstand genommen hat, nachdem es die Adäquanz der Beschwerden zu einem der Unfälle verneint hat, ist indessen nicht zu beanstanden. Es entspricht der bundesgerichtlichen Praxis (vgl. beispielsweise SVR 1995 UV 23 S. 68 Erw. 3c). 2.2 Die Vorinstanz hat die Adäquanzbeurteilung zu Recht nach der für psychische Unfallfolgen in BGE 115 V 133 entwickelten und seither ständig angewandten Rechtsprechung des Eidgenössischen Versicherungsgerichts vorgenommen (bestätigt u.a. in BGE 124 V 44 Erw. 5c/bb und 213 f. Erw. 4b). Tritt im Anschluss an zwei oder mehrere Unfälle eine psychische Fehlentwicklung ein, ist die Adäquanz des Kausalzusammenhangs - entgegen der in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde vertretenen Auffassung - grundsätzlich für jeden Unfall gesondert zu beurteilen. Dies gilt insbesondere dann, wenn die Unfälle - wie hier - verschiedene Körperteile betreffen und zu unterschiedlichen Verletzungen geführt haben (Urteil D. vom 22. Februar 2002, U 300/00, publiziert in HAVE 2002 S. 219; RKUV 1996 Nr. U 248 S. 177 Erw. 4b mit Hinweis). 2.2.1 Über den Hergang des ersten Unfalls, welcher initial keinen Arztbesuch notwendig machte und erst ungefähr ein Jahr nach dem Ereignis gemeldet wurde, ist nichts bekannt. Es ist zum Vornherein nicht überzeugend, von diesem ersten Unfall von 1994 einen Link zum sich in einem erheblich späteren Zeitraum zugetragenen schwereren Unfall von 1998 zu machen und daraus einen besonders empfindlichen Rückschlag im psychischen Erleben abzuleiten. Diesem ersten Unfall kommt im gesamten Beschwerdebild ohnehin eine ganz untergeordnete Rolle zu. Die Vorinstanz hat einen adäquaten Kausalzusammenhang zwischen diesem bagatellären Ereignis und der späteren psychischen Überlagerung zu Recht ohne weiteres verneint. 2.2.2 Was den zweiten und dritten Unfall (vom 11. Februar 1998 und vom 15. Februar 1999) anbelangt, die jeder für sich in der mittleren Kategorie im Grenzbereich zu den leichten Unfällen einzureihen sind, ist ebenfalls nach dem Prinzip der gesonderten Beurteilung der Adäquanz zu verfahren und nicht die Gesamtwirkung beider Unfallereignisse in die Waagschale zu legen (vgl. Erw. 2.2 hievor). Der erst im Rahmen der Behandlung des dritten Unfalls spät entdeckte Riss des Labrums in der Hüfte, der vom zweiten Unfall herrührt, hat zwar die psychische Situation mitbeeinflusst. Wie jedoch die Vorinstanz zutreffend erwogen hat, kann nicht von einer eigentlichen ärztlichen Fehlbehandlung gesprochen werden. Die Umstände des konkreten Falles, welche das kantonale Gericht korrekt gewürdigt hat, sind nicht derart, dass sie die Annahme einer Gesamtwirkung des zweiten und dritten Unfalles und damit eine Gesamtbetrachtung rechtfertigten (vgl. hiezu auch Urteil V. vom 14. Februar 2002, U 223/00). Soweit einer der ersten Vorfälle den Beschwerdeführer nachhaltig geprägt haben sollte und ihn für psychische Störungen anfälliger werden liess, wie geltend gemacht wird, ist diese Prädisposition bereits erfasst, indem bei der Adäquanzbeurteilung auf eine weite Bandbreite von Versicherten abgestellt wird (Urteil W. vom 4. April 2002, U 12/01 mit Hinweisen). Was die unbestritten gebliebene Zuordnung der einzelnen Ereignisse zum Prüfungsraster betreffend leichter, mittlerer und schwerer Unfälle, sowie die Würdigung der unfallbezogenen Kriterien für jedes Ereignis betrifft, wird auf die korrekten Erwägungen des kantonalen Gerichts verwiesen. Die Einwände in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde vermögen daran nichts zu ändern. So ist zu betonen, dass bei einem mittelschweren Unfall im Grenzbereich zu den leichten Unfällen die weitern zu berücksichtigenden Kriterien in gehäufter und auffallender Weise erfüllt sein müssen, damit die Adäquanz bejaht werden kann.