Citation: 6B_235/2020 E. 2.3

2.3. In ihren Vernehmlassungen führen die Beschwerdegegner im Wesentlichen aus, der Vorwurf der Verletzung von Art. 183 Abs. 3 StPO i.V.m. Art. 56 lit. a StPO sei unbegründet. Das AWN sei nicht federführend gewesen bei der Erstellung des Expertenberichts. Vielmehr sei dieser von verschiedenen Experten in Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern des AWN verfasst worden. Die unabhängigen Experten würden allesamt für den Inhalt des Berichts bürgen. Es könne ihnen keine fehlende Unabhängigkeit unterstellt werden oder, dass sie sich durch die Beschwerdegegner 3, 4 und 6 hätten beeinflussen und zur Erstellung eines einseitigen Berichts verleiten lassen. Der Expertenbericht sei ohnehin nicht von der Staatsanwaltschaft im Strafverfahren, sondern vom Kanton eingeholt worden. Er sei deshalb wie ein schriftlicher Bericht im Sinne von Art. 145 StPO zu behandeln. Ob dem Bericht volle Beweiskraft zukomme, sei im Rahmen der Beweiswürdigung zu prüfen. Die Beschwerdeführer führten keine objektiven, stichhaltigen Argumente an, weshalb dem Expertenbericht und dem Bericht des AWN keine volle Beweiskraft zukommen sollte. Ob im Strafverfahren ein Gutachten hätte eingeholt werden müssen, liege schliesslich im Ermessen der Strafverfolgungsbehörden respektive des Gerichts. Es handle sich vorliegend allerdings nicht um einen Fall, bei dem zwingend ein Gutachten hätte eingeholt werden müssen.