Citation: 5P.336/2005 08.02.2006 E. 3

Die Beschwerdeführerin bringt sodann vor, es sei willkürlich, wenn ihr das Appellationsgericht bereits für die Zeit vor dem 16. Altersjahr von A.________ eine Erwerbstätigkeit zumute, habe doch das Gutachten eine 50%-ige Arbeitsfähigkeit unter dem Vorbehalt festgestellt, dass dieses Pensum eine ganztägige Anwesenheit erfordere. Sie könne aber unmöglich den ganzen Tag abwesend sein, um ihr 50%-Pensum zu erfüllen, und gleichzeitig ihren Sohn betreuen. Vorab ist klarzustellen, dass das Appellationsgericht der Beschwerdeführerin vor dem 16. Altersjahr von A.________ nicht etwa eine 50%-ige Erwerbstätigkeit zugemutet hat. Vielmehr hat es befunden, dass die Beschwerdeführerin angesichts der bei Einreichen der Scheidungsklage im Jahr 2000 bereits über fünfjährigen Trennungszeit erste Wiedereingliederungsschritte oder jedenfalls Ausbildungsmassnahmen hätte ins Auge fassen müssen, zumal hierfür der in jenem Zeitpunkt bereits mehr als zehnjährige Sohn kein Hindernis gewesen wäre. Die Beschwerdeführerin habe umso weniger auf den Fortbestand der Ehe bzw. auf eine lebenslange finanzielle Unterstützung zählen dürfen, als sie bereits 1995 eine erste Scheidungsklage eingereicht und der Ehemann sein Leben längst mit einer neuen Lebensgefährtin eingerichtet habe, aus welcher Beziehung auch eine Tochter hervorgegangen sei. Schliesslich hat das Appellationsgericht der Beschwerdeführerin vorgehalten, sie versuche Stellenbewerbungen nicht einmal nachzuweisen und es bestehe der Eindruck, dass sie sich gar nicht erst die Mühe genommen habe, hier aktiv zu werden. Vor diesem Hintergrund ist es nicht willkürlich, wenn das Appellationsgericht der Beschwerdeführerin ab dem 14. Altersjahr von A.________ ein hypothetisches Einkommen von Fr. 500.-- zugemutet hat. Es trifft zwar zu, dass sich im Gutachten die Aussage findet, die Beschwerdeführerin sei unter der Bedingung zu 50 % arbeitsfähig, dass sie dieses Pensum während eines ganzen Tages erledige. Indes kann die tatsächliche Erwerbsfähigkeit nicht einfach mit der im Gutachten festgestellten theoretischen Arbeits(un)fähigkeit gleichgesetzt werden. Sie hängt vielmehr von zahlreichen anderen - vom Appellationsgericht nicht übersehenen - Faktoren wie beispielsweise Vermittlungsfähigkeit oder Arbeitsmarktlage ab. Im vorliegenden Fall dürfte sodann die Arbeitszeit, die aufgrund der gesundheitlichen Probleme für ein 50%-Pensum konkret aufzuwenden wäre, naturgemäss auch von der effektiv verrichteten Arbeit abhängen. Die von der Beschwerdeführerin zitierten Vorbehalte erscheinen denn an einem andern Ort im Gutachten auch bloss im Sinn einer Empfehlung. Bei dieser Ausgangslage lässt sich jedenfalls nicht sagen, dass die Anrechnung eines hypothetischen Einkommens von Fr. 500.--, was einem sehr kleinen Arbeitspensum entspricht, in einem unüberbrückbaren Gegensatz zu Tatsachen stünde, die sich in zwingender Weise aus dem Gutachten der MEDAS ergäben, umso weniger als die verbleibende Betreuungspflicht sich auf ein einziges Kind in fortgeschrittenem Alter bezieht. Entsprechend ist der Willkürvorwurf unbegründet.