Citation: 6B_1034/2021 E. 3.2

3.2. Nach der vorinstanzlichen Darstellung zum Tötungsdelikt erfolgten sämtliche Handlungen des Beschwerdegegners bestehend in der Suche eines Käufers für den Lastwagen und dem Mitfahren bzw. Lenken des Lastwagens in der Absicht einer betrügerischen Wegnahme des Lastwagens bis es zur unvorhergesehenen Überwältigung des Opfers kam. Nach der Bedrohung unter Vorhalten der Waffe durch F.F.________ fesselte der Beschwerdegegner auf dessen Geheiss das Opfer mittels Handschellen. Damit habe sich dieser durch aktives Tun mit Wissen und Willen an der Raubtat beteiligt. Sein Handeln werde als Gehilfenschaft zu qualifiziertem Raub gewürdigt. In der Folge erfuhr der Beschwerdegegner beim Telefonanruf von H.F.________, dass sie das Mobiltelefon des Opfers bei der Einstellhalle deponierte. Es konnte nicht erstellt werden, dass der Beschwerdegegner mitbekommen hatte, dass sie dieses Telefon von F.F.________ erhalten hatte und sie und F.F.________ gleichzeitig ihre Mobiltelefone tauschten, sie demzufolge mit dem Telefon des Opfers und demjenigen von F.F.________ zur Deponierung fuhr. Mit der Erkenntnis, dass H.F.________ das Telefon des Opfers deponierte, habe der Beschwerdegegner erkennen können, dass eine falsche Spur gelegt wurde. Ab diesem Zeitpunkt habe er damit rechnen müssen, dass F.F.________ das Opfer umbringen werde. Er habe sich danach nicht von der Tat distanziert und habe den Lastwagen zum Kaufinteressenten, den er für den entwendeten Lastwagen gefunden habe, gefahren. Es genüge nicht, wenn er mit einer Tötung des Opfers durch F.F.________ rechnete. F.F.________ habe selbständig darüber entschieden, ob die Tötung überhaupt und wann, wo und wie erfolgen werde. Mittäterschaft scheide deshalb aus (Urteil S. 98 f.). Wie die Vorinstanz weiter festhält, wirkte der Beschwerdegegner aktiv bei der Überwältigung des Opfers mit, indem er ihm Handschellen anlegte. In einer späteren Phase realisierte er, dass das Opfer in absehbarer Zeit von F.F.________ umgebracht werden könnte und nahm dies im Sinne eines Eventualvorsatzes in Kauf. Auch wusste er, dass das Motiv in der Elimination eines Tatzeugen bestand. Damit seien ihm die groben Umrisse der Tat bekannt gewesen, was für die Bejahung der Gehilfenschaft ausreichend sei, denn der Gehilfe müsse weder das Opfer, noch die Person des Täters oder die genauen Modalitäten der Tatausführung kennen. Es genüge, dass er nach den konkreten Umständen erkennen könne oder zumindest in Kauf nehme, dass sein Beitrag eine strafbare Handlung fördere, deren groben Umrisse er kenne (MARC FORSTER, in: Basler Kommentar, Strafrecht I, 4. Aufl. 2019, N. 19 zu Art. 25 StGB). Indem er nicht intervenierte, als er realisierte, dass F.F.________ das Opfer eventuell umbringen würde, sondern den Lastwagen noch an den Bestimmungsort brachte, habe er einen aktiven Tatbeitrag geleistet, der die Erfolgschancen des Tötungsdelikts erhöhte. Deshalb sei er der Gehilfenschaft zu Mord schuldig zu sprechen (Urteil 99 f.). Im Rahmen der Strafzumessung geht die Vorinstanz von untergeordneten Tatbeiträgen aus. Erst als H.F.________ sich telefonisch gemeldet habe, habe er realisiert, dass es zur Tötung kommen könnte. Auf die Durchführung des Tötungsdelikts habe er keinen Einfluss gehabt. F.F.________ habe die Tatabläufe vorgegeben, es habe keine gemeinsame Planung und Entschlussfassung gegeben. Seine kriminelle Energie sei gering gewesen. Der Tatentschluss, die Tatplanung und Tatausführung seien allein in den Händen von F.F.________ gelegen. Der Beschwerdegegner habe keine Entscheidungskompetenz gehabt (Urteil S. 104).