Citation: 1C_315/2023 E. 2.2

2.2. Das Verwaltungsgericht führt aus, es sei nicht zu beanstanden, dass die Gemeinde bzw. ihre Fachstelle dem Siedlungsrand und entsprechend dem Rand der Landschaftsbildgebiete grosse Bedeutung zumesse und Neubauten, die diese Abgrenzung verwischen, grundsätzlich als dem Schutzzweck der Landschaftsbildgebiete widersprechend erachte. Der wichtige und gewollte deutliche Kontrast zwischen Schutz- und Siedlungsgebiet ginge verloren, wenn ein landwirtschaftlicher Betrieb, der sich im Siedlungsgebiet befinde, durch einen Neubau in das Landschaftsbildgebiet erweitert werden könnte. Die Neubaute sei diesfalls als originäre Belastung der Landschaft zu werten, denn das Landschaftsbildgebiet sei nicht vorbelastet, wenn sich der bestehende Betrieb im angrenzenden Siedlungsgebiet befinde. Es sei rechtlich ohne weiteres haltbar, davon die Situation eines Landwirtschaftsbetriebs in der geschützten Landschaft zu unterscheiden, bei dem ein Neubau bloss eine Ergänzung der bestehenden Belastung des Landschaftsbildgebiets darstelle. Das Zulassen von Neubauten könne letztlich im Interesse des Landschaftsbildgebiets liegen, wenn ein bestehender Landwirtschaftsbetrieb im Schutzgebiet erhaltenswerte Elemente der überlieferten Kulturlandschaft im Sinne von Art. 63 Abs. 3 des Baureglementes der EG Burgdorf vom 31. Oktober 2005 enthalte, während ein bestehender Betrieb in einer Bauzone von vornherein keine kulturlandschaftsprägenden Elemente enthalten könne.