Citation: 9C_851/2018 E. 4.1.1

4.1.1. Der Beschwerdeführer wirft dem psychiatrischen medexperts-Gutachter Dr. med. B.________ vor, er habe "versicherungsrichterliche" Funktionen übernommen, weil er die Diagnose der Substanzabhängigkeit unter jene ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit "verschoben" habe. Dr. med. B.________ legte einleuchtend dar, dass die festgestellte Benzodiazepin-Abhängigkeit des Versicherten als psychische Symptomatik grundsätzlich behandelbar und eine adäquate medikamentöse Einstellung zumutbar sei. Nachdem die berufliche Tätigkeit trotz bestehender Suchtproblematik jahrelang ausgeübt werden konnte, stehe diese auch nicht in direktem Zusammenhang mit der Arbeitsfähigkeit. Somit sind plausible medizinische Gründe vorhanden, die den Experten veranlassten, die Substanzabhängigkeit nicht als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zu erfassen. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers hat Dr. med. B.________ somit nicht wegen der Rechtsprechung, wonach eine Substanzabhängigkeit nur unter bestimmten Voraussetzungen invalidenversicherungsrechtlich relevant ist (vgl. dazu SVR 2016 IV Nr. 3 S. 7, 8C_582/2015 E. 2.2), die Diagnose als ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit bezeichnet. Von einer Kompetenzüberschreitung (vgl. SVR 2016 UV Nr. 27 S. 89, 8C_448/2015 E. 4.2) oder Anmassung versicherungsrichterlicher Funktionen kann nicht gesprochen werden. Im Übrigen sollen sich auch die ärztlichen Experten an den normativen Vorgaben orientieren (E. 3.4.2). Ein "handwerklicher Mangel" des medexperts-Gutachtens in diesem Zusammenhang liegt nicht vor. Daran ändert auch nichts, dass Dr. med. B.________ eine Optimierung der Pharamakotherapie in stationärem resp. tagesklinischem Setting während rund zweier Monate empfahl, ist dies doch lediglich vorübergehend mit einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit verbunden.