Citation: I 17/05 21.06.2005 E. 4

Die erwerblichen Auswirkungen der gesundheitsbedingten Beeinträchtigung sind mittels Einkommensvergleich gestützt auf die Verhältnisse im Jahr 2002 (Rentenbeginn als massgebender Vergleichszeitpunkt; vgl. BGE 129 V 222) zu ermitteln. 4.1 Das ohne invalidisierende Gesundheitsschädigung mutmasslich erzielte Einkommen (Valideneinkommen) haben Verwaltung und Vorinstanz gestützt auf die Angaben der ehemaligen Arbeitgeber auf Fr. 74'436.- festgesetzt. Hiegegen werden keine Einwendungen erhoben. 4.2 Das trotz gesundheitsbedingter Einschränkung zumutbarerweise noch erzielbare Einkommen (Invalideneinkommen) ist nach der übereinstimmenden und zutreffenden Auffassung aller Verfahrensbeteiligten mangels erneuter Aufnahme einer Erwerbstätigkeit durch den Versicherten anhand der statistischen Durchschnittslöhne gemäss der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) zu ermitteln. Das kantonale Gericht ging vom monatlichen Bruttolohn (Zentralwert bei einer standardisierten Arbeitszeit von 40 Wochenstunden) der mit einfachen und repetitiven Arbeiten (Anforderungsniveau 4) im gesamten privaten Sektor beschäftigten Männer im Jahr 2002 von Fr. 4557.- (LSE 2002, S. 43 Tabelle TA1) aus und rechnete diesen Wert auf die betriebsübliche Wochenarbeitszeit im Jahr 2002 von 41,7 Stunden (Die Volkswirtschaft, Heft 12/2004, S. 94 Tabelle B 9) um, was bei dem noch zumutbaren Arbeitspensum von 50 % zu einem Jahreseinkommen (x 12) von Fr. 28'504.- führt. Dieses Vorgehen entspricht den von der Rechtsprechung entwickelten Grundsätzen (BGE 126 V 76 f. Erw. 3b) und wird, nachdem die IV-Stelle anfänglich noch von einem geringfügig höheren Einkommensbetrag ausgegangen war, letztinstanzlich nicht mehr in Frage gestellt. Einig sind sich die Verfahrensbeteiligten auch darin, dass von dem so ermittelten Einkommen ein behinderungsbedingter Abzug vorzunehmen ist. Umstritten ist dessen Höhe. Die Vorinstanz hat den von der IV-Stelle auf 10 % festgesetzten Abzug auf 15 % erhöht, was die Verwaltung als unzulässiges Eingreifen in ihr Ermessen betrachtet. Der massliche Unterschied ist insofern entscheidrelevant, als je nachdem ein Invaliditätsgrad von 65 % oder aber von 67 % und somit (jedenfalls bis Ende 2003 [In-Kraft-Treten der 4. IV-Revision]) der Anspruch auf eine halbe oder eine ganze Invalidenrente resultiert. Der Versicherte wiederum macht einen Abzug von 25 % geltend. 4.2.1 Der unter bestimmten, von der Rechtsprechung umschriebenen Voraussetzungen vom anhand von Tabellenlöhnen ermittelten Invalideneinkommen vorzunehmende Abzug ist für sämtliche in Betracht fallenden Umstände (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad) gesamthaft zu schätzen und unter Berücksichtigung aller jeweils in Betracht fallender Merkmale auf höchstens 25 % zu beschränken (BGE 126 V 78 ff. Erw. 5). Die Schätzung des Abzugs trägt naturgemäss Ermessenszüge in sich (vgl. Urteil B. vom 19. November 2004, I 348/04 und I 352/04, Erw. 5.2.3). Bei deren Überprüfung kann es nicht darum gehen, dass die kontrollierende richterliche Behörde ihr Ermessen an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzt. Bei der Unangemessenheit (vgl. Art. 132 lit. a OG) geht es um die Frage, ob der zu überprüfende Entscheid, den die Behörde nach dem ihr zustehenden Ermessen im Einklang mit den allgemeinen Rechtsprinzipien in einem konkreten Fall getroffen hat, nicht zweckmässigerweise anders hätte ausfallen sollen. Allerdings darf das Sozialversicherungsgericht sein Ermessen nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss sich somit auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abweichende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 126 V 81 Erw. 6, 123 V 152 Erw. 2 mit Hinweisen). 4.2.2 Ein solcher triftiger Grund ist im vorliegenden Fall gegeben. Mit dem Abzug von 10 % wollte die Verwaltung gemäss Verfügung und Einspracheentscheid dem Umstand Rechnung tragen, dass der Versicherte gesundheitsbedingt nur noch leichte, sitzende Tätigkeiten ausüben kann. Dies ist insoweit nicht zu beanstanden. Wie das kantonale Gericht aber richtig erkannt hat, gilt es zusätzlich zu berücksichtigen, dass der Beschwerdegegner mit dem noch zumutbaren Arbeitspensum von 50 % auf Teilzeittätigkeiten beschränkt ist, was sich lohnmässig bei Männern nachteilig auswirkt (LSE 2002 S. 28). Mit der Erhöhung des Abzuges auf 15 % gemäss dem angefochtenen Entscheid wird der Gesamtheit der einkommensbeeinflussenden Faktoren angemessen Rechnung getragen. 4.2.3 Ein höherer Abzug ist entgegen der vom Versicherten vertretenen Auffassung nicht gerechtfertigt. Dies gilt auch mit Blick auf die ausländische Staatsangehörigkeit. Der Beschwerdegegner gehört als Niedergelassener (Bewilligung Kat. C) einer Ausländerkategorie an, für welche der monatliche Bruttolohn im Anforderungsniveau 4 sogar über dem entsprechenden, nicht nach dem Merkmal der Nationalität differenzierenden Totalwert liegt (LSE 2002, S. 59 TA12; Urteil I. vom 17. Januar 2005, I 169/04, Erw. 7.3.2; vgl. auch BGE 126 V 79 Erw. 5a/cc). Bei der weiter geltend gemachten beschränkten Schulbildung handelt es sich um einen invaliditätsfremden Gesichtspunkt, der, wenn überhaupt, bei beiden Vergleichseinkommen zu berücksichtigen wäre (BGE 129 V 225 Erw. 4.4 mit Hinweisen). Der angefochtene Entscheid ist somit in allen Teilen rechtens.