Citation: 2C_766/2019 E. 5.1

5.1. Vom Beschwerdeführer wird der Widerrufsgrund in Folge seiner Verurteilung zu einer 39-monatigen Freiheitsstrafe grundsätzlich nicht in Abrede gestellt. Der Beschwerdeführer wendet im Zusammenhang mit der Verhältnismässigkeitsprüfung indessen ein, sein Auszug aus dem Schweizerischen Strafregister enthalte keine Einträge (mehr). Vorliegend müssen das Nichterscheinen eines Eintrags im Privatauszug und die definitive Entfernung des Eintrags aus dem Strafregister unterschieden werden; daran werden nicht die gleichen Wirkungen geknüpft. Mit der Entfernung des Eintrags aus dem Strafregister sind Täter vollständig rehabilitiert; im privaten Verkehr dürfen sich die Betroffenen allerdings schon als nicht vorbestraft bezeichnen, wenn der Privatauszug keinen Eintrag mehr aufweist (vgl. Botschaft vom 21. September 1998 zur Änderung des Schweizerischen Strafgesetzbuches und des Militärstrafgesetzes sowie zu einem Bundesgesetz über das Jugendstrafrecht, BBl 1999 2168 Ziff. 236.5). Ist gegen eine betroffene Person nichts mehr im Strafregister verzeichnet, hat dies grundsätzlich zur Folge, dass die Niederlassungsbewilligung nicht gestützt auf eine gelöschte Straftat widerrufen werden darf (Art. 369 Abs. 7 StGB; vgl. Urteile 2C_69/2019 vom 4. November 2019 E. 3.2; 2C_477/2008 vom 24. Februar 2009 E. 3.2.1). Zwar sind im eingereichten Privatauszug des Beschwerdeführers keine Einträge mehr vorhanden, jedoch sind sowohl das Urteil des Obergerichts vom 16. März 2010 wegen mehrfachen Diebstahls, versuchten Diebstahls, Raubs, mehrfacher Sachbeschädigung, mehrfachen Hausfriedensbruchs sowie wegen Vergewaltigung als auch der Strafbefehl vom 22. Januar 2015 wegen Geldwäscherei gegen den Beschwerdeführer noch im Strafregister verzeichnet. Dies ergibt sich aus dem Auszug aus dem Schweizerischen Strafregister vom 9. Juni 2020, welchen das Bundesgericht gestützt auf Art. 105 Abs. 2 BGG in Ergänzung des Sachverhalts heranzieht. Aufgrund der nach wie vor im Strafregister verzeichneten Verurteilung zu einer 39-monatigen Freiheitsstrafe ist der Widerrufsgrund der Niederlassungsbewilligung nach Art. 63 Abs. 2 AIG (in der Fassung bis 31. Dezember 2018 [AS 2007 5437]) i.V.m. Art. 62 Abs. 1 lit. b AIG erfüllt. Der Beschwerdeführer stellt die Zulässigkeit der Einholung eines amtlichen Strafregisterauszugs durch das Bundesgericht in Frage und sieht darin eine Abänderung des von der Vorinstanz festgestellten Sachverhalts, wonach sein Strafregisterauszug momentan keinen Eintrag aufweise. Aus der vorinstanzlichen Feststellung geht jedoch nicht hervor, ob lediglich sein Privatregisterauszug keine Einträge mehr aufweist oder diese auch definitiv aus dem Strafregister entfernt wurden. Soweit rechtserhebliche Aspekte durch die Vorinstanz nicht festgestellt werden, ist das Bundesgericht zur Sachverhaltsergänzung befugt (Art. 105 BGG; vgl. BGE 141 II 14 E. 1.6 S. 24 f.). Im Weiteren kann der Beschwerdeführer aufgrund der im amtlichen Registerauszug fehlerhafen Nennung der ersuchenden Behörde sowie der angeblich falschen Strasse im Adressfeld des Beschwerdeführers nichts zu seinen Gunsten ableiten. Aus dem Auszug geht die Identität des Beschwerdeführers klar hervor und die Einträge stimmen mit seinen Verurteilungen überein.