Citation: 5A_586/2007 20.11.2007 E. 2

In Frage steht insbesondere ein kinderpsychiatrisches Gutachten, welches am 6. Oktober 2006 auf Veranlassung der Vormundschaftsbehörde erstellt worden ist. Gemäss den Ausführungen des Obergerichts geht aus diesem Gutachten hervor, dass die Möglichkeit einer ernsthaften Gefährdung des Kindeswohls besteht, da die Beschwerdeführerin nicht die notwendigen elterlichen Kompetenzen entwickelt habe, um den Bedürfnissen nach Stabilität und Sicherheit wie auch altersentsprechender Förderung von A.________ gerecht zu werden, und es sei ihr nicht gelungen, eine tragende Beziehung zu ihrer Tochter aufzubauen. Nach Ansicht des Obergerichts stösst auch der Einwand der Beschwerdeführerin ins Leere, es könne ihr nicht angelastet werden, wenn ihre Tochter zur Zeit von acht verschiedenen Personen betreut werde und es ihr deshalb nicht möglich sei, eine von diesen Personen als Bezugsperson anzusehen. So führte das Obergericht aus, dass mit dieser Argumentation viele andere Kinder, welche in Kinderheimen lebten, ebenfalls ein unsicheres Bindungsverhalten aufweisen müssten. Sodann führte das Obergericht aus, es wäre der Beschwerdeführerin freigestanden, ihre Tochter unter der Woche tagsüber zu besuchen oder auch stundenweise zu sich auf Besuch zu nehmen; gleichwohl habe sie diese Möglichkeit nicht wahrgenommen. Die Beschwerdeführerin habe durch ihr eigenes Verhalten den Aufbau einer engeren Bindung zu ihrer Tochter verhindert, da es als notorisch bezeichnet werden könne, dass aufgrund des Zeitverständnisses kleiner Kinder häufige kurze Besuche dem Beziehungsaufbau förderlicher seien als lange Besuche in grossen Zeitabständen. Weiter legte das Obergericht dar, dass die Beschwerdeführerin ihr Besuchsrecht unter der Woche sogar nur alle zwei Wochen wahrnehme, seitdem A.________ bei der Pflegefamilie platziert sei. Der Umstand, dass sich der Anfahrtsweg zu A.________ verlängert habe, könne nicht als triftiger Grund dafür betrachtet werden, dass die Beschwerdeführerin von Kurzbesuchen absehe, da sie keiner Arbeit nachgehe und vom Sozialamt Leistungen beziehe. In Bezug auf die Besuchsqualität bestünden Anhaltspunkte dafür, dass die mangelnde sichere Bindung von A.________ zur Beschwerdeführerin in deren Verhalten und emotionaler Präsenz während der Besuche begründet liege. Das Obergericht räumte zwar ein, dass die Beschwerdeführerin unbestrittenermassen einen liebevollen Umgang mit ihrer Tochter pflege und sich im Rahmen der erteilten Besuchsrechte um diese gekümmert und sie betreut habe. Dies genüge jedoch nicht, um einer Gefährdung von A.________ zu begegnen. Auch die psychische Gesundheit der Beschwerdeführerin stelle ein Problem dar: So sei zweimal ein Klinikaufenthalt erforderlich gewesen, was nach Aussagen des Beschwerdegegners dazu führe, dass sie Drogen konsumiere. Dies habe die Beschwerdeführerin zumindest für die Vergangenheit bestätigt. Der Gutachter habe denn auch auf die fragliche Belastbarkeit der Beschwerdeführerin und die Gefahr erneuter emotionaler Krisen hingewiesen. Ferner erwog das Obergericht, dass die Beschwerdeführerin nach Wahrnehmung des Beschwerdegegners und weiterer Fach- und Betreuungspersonen im Umfeld von A.________ mit der Betreuung und Erziehung von A.________ überfordert wäre bzw. sie ihre Einstellung in den letzten zwei Jahren nicht geändert habe und die Möglichkeit zu einer Intensivierung des Kontakts zu ihrer Tochter nicht genügend wahrnehme. Schliesslich führte das Obergericht aus, dass die Anordnung ambulanter Massnahmen gemäss dem oben genannten Gutachten angesichts der länger bestehenden und ernst zu nehmenden Bindungsproblematik bei A.________ aus fachärztlicher Sicht ungenügend sei. Nach Ansicht des Obergerichts müsste dies insbesondere für die Anordnung einer Familienbegleitung gelten, da diese auf die bestehende Bindungsproblematik keinen Einfluss zu nehmen vermöchte. Gegen eine Ausdehnung der Besuchsrechte spreche der Umstand, dass die Beschwerdeführerin die Möglichkeit vermehrter Besuche bereits gehabt und gleichwohl nicht wahrgenommen habe. Die Umplatzierung von A.________ in eine Pflegefamilie sei deshalb fachlich indiziert, weil dem Kind nur in diesem privateren Rahmen die notwendige dauerhafte Bezugsmöglichkeit geboten werde.