Citation: 6B_1078/2022 E. 3.2.1

3.2.1. Mit Bezug auf den Anklagevorwurf 1.1.1 (Handel mit Kokain; Art. 19 Abs. 2 lit. a und c BetmG) erachtet die Vorinstanz als erstellt, dass der Beschwerdeführer zwischen August 2015 und Januar 2016 vom Ehemann B.________ 2.166 Kilogramm Kokaingemisch mit einem Reinheitsgehalt von 68%, entsprechend 1.473 Kilogramm reinem Kokain, erworben hat. Sie stützt sich wesentlich auf die als glaubhaft, weil lebensnah beurteilten Aussagen von B.B.________ sowie auf Erkenntnisse aus den Überwachungen. Demnach sei der mit dem Ehemann B.________ entfernt verwandte Beschwerdeführer anfangs 2015 das erste Mal bei ihnen zuhause gewesen. Einmal habe er ein halbes Kilogramm aufs Mal genommen. Er habe immer grosse Mengen gewollt, einmal sogar 2 Kilogramm, die ihm B.________ aber nicht habe liefern können oder wollen. Der Beschwerdeführer habe dem Ehemann mindestens fünf oder sechs mal grosse Geldbeträge zwischen Fr. 15'000.-- und 25'000.--, sicher aber über Fr. 10'000.--, übergeben. Er habe insgesamt für Fr. 100'000.-- oder mehr Kokain bei ihrem Ehemann gekauft. Neben den von ihr gesehenen Summen habe der Beschwerdeführer bei ihrem Ehemann "Drogenschulden" von Fr. 22'000.-- resp. Fr. 22'500.-- gehabt, was sie auf einem Notizblock gesehen habe. Die Vorinstanz geht zugunsten des Beschwerdeführers von fünf Zahlungen zu Fr. 15'000.-- aus, welche er dem Ehemann B.________ für Kokainkäufe übergeben hat. Zudem nimmt sie, ebenfalls zugunsten des Beschwerdeführers, einen Grammpreis von Fr. 45.-- an, obwohl in aufgezeichneten Gesprächen auch von Fr. 25.-- pro Gramm die Rede gewesen sei, was angesichts der Verwandtschaft und der Preise für Dritte ebenfalls plausibel wäre. Derlei ermittelt die Vorinstanz eine Kokainmenge von 1.666 Kilogramm (Fr. 15'000.-- / Fr. 45.-- pro Gramm = 333.333 Gramm x 5 Transaktionen). Hinzu rechnet sie weitere 500 Gramm Kokain aus den erwähnten "Drogenschulden" von Fr. 22'500.--, was ebenfalls einem Grammpreis von Fr. 45.-- entspricht. Es sei, so die Vorinstanz, nicht ersichtlich, dass B.B.________ den Beschwerdeführer zu Unrecht belastet hätte, zumal sie damit auch sich selbst und ihren Ehemann belastete und sich dem Vorwurf der Verräterschaft aussetze. Ferner sei keine Belastungstendenz zu erkennen. Dass B.B.________ nicht von Anfang an geständig gewesen sei, schade ihrer Glaubhaftigkeit nicht, zumal dies nicht ungewöhnlich sei. Die Aussagen des Ehemanns B.________ erwiesen sich demgegenüber - mit Ausnahme des grundsätzlichen Eingeständnisses des Drogenhandels - als Schutzbehauptungen. Gleiches gelte für das vollumfängliche Bestreiten des Beschwerdeführers. Damit liessen sich aber weder die aufgezeichneten Gespräche oder der Notizblock noch die Aussagen von B.B.________ schlüssig widerlegen. Mit Bezug auf die gehandelte Drogenmenge nicht massgebend seien schliesslich die Erwägungen des Bezirksgerichts Bern-Mittelland. Jenes habe sein Urteil lediglich "in der gebotenen Kürze" begründet, da dagegen kein Rechtsmittel ergriffen worden sei. Es sei indes hinsichtlich der Erstellung der Menge an gehandeltem Kokain nicht nachvollziehbar. Im Übrigen sei die Vorinstanz an die Erwägungen eines anderen Gerichts in einem abgetrennten Verfahren nicht gebunden. Abgesehen davon verhalte sich der Beschwerdeführer widersprüchlich, wenn er jenes Urteil zu seiner Entlastung anführe, den Handel mit Kokain aber grundsätzlich bestreite.