Citation: U 370/05 01.05.2006 E. 4

Es kann offen gelassen werden, wie es sich mit dem natürlichen Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom 28. Mai 1999 und den über den 1. September 2002 hinaus anhaltenden Gesundheitsstörungen der Versicherten und der darauf zurückzuführenden Behandlungsbedürftigkeit sowie Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit andererseits verhält. Denn wie zu zeigen sein wird, scheitert eine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin jedenfalls an der fehlenden Adäquanz des Kausalzusammenhanges, welche Frage mangels Vorliegen eines Schleudertraumas, einer schleudertraumaähnlichen Verletzung oder eines Schädelhirntraumas nach den Kriterien gemäss BGE 115 V 133 zu beurteilen ist. 4.1 Der Unfall vom 28. Mai 1999, bei welchem die Beschwerdeführerin als Lenkerin eines Personenwagens frontal mit einem entgegenkommenden Auto zusammenprallte, ist mit der Vorinstanz aufgrund des Geschehensablaufs dem mittleren Bereich zuzuordnen. Obwohl es sich um eine Frontalkollision handelte, der eine gewisse Eindrücklichkeit nicht abgesprochen werden kann, ist das Unfallereignis - entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin - nicht als schwer oder mittelschwer, im Grenzbereich zu schwer zu qualifizieren, zumal sich die Beschwerdeführerin keine gravierenden Verletzungen zuzog (vgl. auch RKUV 1995 Nr. U 221 S. 117, wo eine Frontalkollision gar den leichteren Fällen im mittleren Bereich zugeordnet wurde). Zur Bejahung der adäquaten Kausalität wäre daher im vorliegenden Fall erforderlich, dass ein einzelnes unfallbezogenes Kriterium in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist oder dass mehrere der nach der Rechtsprechung massgebenden Kriterien gegeben sind. 4.2 Der Frontalkollision kann eine gewisse Eindrücklichkeit zuerkannt werden. Des Weitern ereignete sie sich insofern unter besonders dramatischen Begleitumständen, als der zehnjärige Sohn der Beschwerdeführerin beim Zusammenprall nach vorne geschleudert und in bewusstlosem Zustand mit dem Helikopter ins Kinderspital verbracht wurde, wobei seine Verletzungen weniger schwer waren als anfänglich befürchtet. In diesem Sinne ist das Kriterium der besonderen Eindrücklichkeit erfüllt, wenn auch nicht in ausgeprägter Weise. Bei den von der Beschwerdeführerin erlittenen Rippen- und Kniekontusionen handelt es sich nicht um schwere Verletzungen oder um solche, die erfahrungsgemäss geeignet wären, psychische Fehlentwicklungen auszulösen. Soweit alsdann eine ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung, Dauerbeschwerden und ein schwieriger Heilungsverlauf sowie erhebliche Komplikationen geltend gemacht werden, sind diese - wie im angefochtenen Entscheid zutreffend dargetan - auf psychische Gründe zurückzuführen, welche in diesem Zusammenhang ausser Acht zu bleiben haben. Eine ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert hätte, wird zu Recht nicht geltend gemacht. Wie es sich mit dem Kriterium von Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit verhält, kann mit der Vorinstanz offen gelassen werden, weil die Adäquanz des Kausalzusammenhanges auch bei Bejahung dieses Kriteriums nicht gegeben wäre. 4.3 Zusammenfassend ergibt sich, dass die Einstellung der Leistungen per 1. September 2002 und die Verneinung des Anspruchs auf eine Rente sowie eine Integritätsentschädigung durch die Beschwerdegegnerin nicht zu beanstanden sind.