Citation: 5A_800/2022 E. 3.1

3.1. Unter dem Titel einer Gehörsverletzung (Art. 29 Abs. 2 BV) beklagt sich der Beschwerdeführer darüber, dass die Vorinstanz es unterlassen habe, die bevorstehende reformatio in peius anzukündigen und ihm damit die Möglichkeit zu geben, seine Berufung zurückzuziehen. Er erinnert daran, dass eine solche Hinweispflicht der Rechtsmittelinstanz im sozialversicherungs- und im verwaltungsrechtlichen Beschwerdeverfahren gelte und Teilgehalt des rechtlichen Gehörs sei. Nachdem der Gehörsanspruch auch im Zivilprozess gelte, müssten auch "Rechtsmittelinstanzen nach ZPO" auf eine bevorstehende Schlechterstellung hinweisen und dem Betroffenen ermöglichen, sein Rechtsmittel zurückzuziehen. In familienrechtlichen Unterhaltsstreitigkeiten könne eine reformatio in peius insbesondere dann schwerwiegende Folgend zeitigen, wenn es - wie vorliegend - um Unterhaltsbeiträge geht, die Jahre zurückreichen.