Citation: 6B_95/2017 E. 1.3

1.3. Die Vorinstanz erwägt, es liege ein Ausnahmefall gemäss Art. 103 Abs. 1 SSV vor, der es gestatte, das Signal "Tempo-30-Zone" auf der linken Strassenseite anzubringen. Der entlang der rechten Seite der Technikumstrasse verlaufende Gehsteig sei verhältnismässig schmal und die Begehbarkeit sowie die Befahrbarkeit mit Rollstühlen und Kinderwagen würde durch das Anbringen eines Verkehrsschilds auf der rechten Strassenseite offensichtlich beeinträchtigt. Da das zweibeinige, torförmige Gestell der Signale ungefähr die Hälfte des Gehsteigs einnehmen würde, liege ein zwingender Grund dafür vor, das Signal auf der linken Strassenseite zu montieren. Selbst wenn vor dem Signal ein Lieferwagen geparkt sei, werde dieses entgegen dem Einwand des Beschwerdeführers keinesfalls gänzlich verdeckt und sei bei langsamer Fahrt - wobei vor dem Beginn der Tempo-30-Zone lediglich eine Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h gelte - immer noch gut erkennbar. Trotz des geparkten Lieferwagens, welcher die Sicht auf das Signal aus der Distanz teilweise einschränke, sei auf den vom Beschwerdeführer eingereichten Fotografien eindeutig erkennbar, dass es sich um ein rechteckiges Zonensignal und nicht um ein rundes Gebotsschild handle. Das Signal liege auch innerhalb der gemäss Art. 103 Abs. 4 SSV zulässigen maximalen Entfernung zum Fahrbahnrand. Die linksseitige Signalisation sei mithin leicht und rechtzeitig erkennbar. Entscheidend sei weiter, dass das Ende der Tempo-20-Zone bzw. der Beginn der Tempo-30-Zone mit drei dicken, quer über die Strasse verlaufenden weissen Linien gekennzeichnet sei. Der Beschwerdeführer bestreite nicht, diese Markierung gesehen zu haben. Schliesslich seien in der Fahrbahnmitte für die Verkehrsteilnehmer gut sichtbare Tempo-30-Markierungen auf den Strassenbelag aufgemalt, die einem Automobilisten mit Sicherheit auffallen müssten. Die Behauptung des Beschwerdeführers, wonach solche Bodenmarkierungen aus den amtlichen Akten nicht ersichtlich seien, sei schlicht falsch, erkenne man die Tempo-30-Markierung auf der von ihm zu den Akten gegebenen Fotodokumentation. Die Vorinstanz gelangt zum Schluss, dass die Signalisation Tempo-30-Zone gemäss den Vorschriften der Signalisationsverordnung aufgestellt und klar sowie ohne Weiteres wahrnehmbar ist (Urteil S. 5 ff.). In rechtlicher Hinsicht führt die Vorinstanz aus, indem der Beschwerdeführer die signalisierte Höchstgeschwindigkeit in der Tempo-30-Zone um netto 22 km/h überschritt, habe er eine wichtige Verkehrsvorschrift in objektiv schwerer Weise missachtet und mit seiner Fahrweise Fussgänger und andere Verkehrsteilnehmer zumindest abstrakt erheblich gefährdet. Die nahe Möglichkeit einer konkreten Gefährdung der Sicherheit der übrigen Verkehrsteilnehmer und Fussgänger sei im gesamten Gsteigquartier insbesondere aufgrund der hohen Frequenz von Fussgängern (Anwohner und Schüler/Studentinnen) zu bejahen, die schnelle Fahrweise des Beschwerdeführers sei mithin typischerweise besonders geeignet, die Sicherheit der übrigen Verkehrsteilnehmer zu gefährden. Die Tempo-30-Zone sei durch das linksseitig der Strasse aufgestellte Signal, die drei weissen Linien sowie die Tempo-30-Markierungen auf der Fahrbahn gleich mehrfach als solche gekennzeichnet. Im Gsteigquartier befänden sich insbesondere das Oberstufenzentrum Gsteighof, das Technikum Burgdorf, das Gymnasium Burgdorf sowie das katholische kirchliche Zentrum. Der Beschwerdeführer müsse die zahlreichen verkehrsverlangsamenden Beschilderungen sowie Markierungen gesehen haben und mithin genau gewusst haben, in welcher verkehrstechnischen Situation er sich befand. Vor diesem Hintergrund habe er nicht darauf vertrauen dürfen, dass die Höchstgeschwindigkeit auf dem fraglichen Strassenabschnitt auf 50 km/h begrenzt sei. Ein entsprechender Irrtum wäre bei pflichtgemässer Vorsicht ohne weiteres vermeidbar gewesen. Indem er jedoch der mehrfachen Signalisation der Tempo-30-Zone nicht genügend Beachtung schenkte und die Geschwindigkeit nicht entsprechend reduzierte, sei er pflichtwidrig unachtsam gewesen sowie habe zumindest unbewusst fahrlässig gehandelt. Überdies habe er gegenüber anderen Verkehrsteilnehmern und insbesondere gegenüber Fussgängern, mit welchen in diesem Quartier auch samstags jederzeit gerechnet werden müsse, rücksichtslos gehandelt. Die Geschwindigkeitsüberschreitung von 22 km/h in der Tempo-30-Zone offenbare mithin ein bedenkenloses Verhalten gegenüber fremden Rechtsgütern. Damit habe der Beschwerdeführer grob fahrlässig gehandelt, weshalb er wegen grober Verkehrsregelverletzung schuldig zu erklären sei (Urteil S. 10 f.).