Citation: 2C_432/2020 E. 4.2.2

4.2.2. Der Beschwerdeführer hat zwischen November 2011 und Januar 2012 viermal (eventualvorsätzlich) versucht, seine eigene Tochter umzubringen. Die Vorinstanz hebt hervor, dass er seine Tochter jeweils in einen akut lebensbedrohlichen Zustand gebracht hat, wobei er in skrupelloser Weise auch den Tod seiner Tochter billigend in Kauf genommen habe. Die Möglichkeit einer erneuten Straffälligkeit im einschlägigen Bereich sei zwar gering, jedoch nicht ausgeschlossen. Gemäss einem forensisch-psychiatrischen Gutachten vom 12. Februar 2013 sei die Tathandlung Ausdruck einer dysfunktionalen Lösungsstrategie in einer sehr spezifischen und kaum reproduzierbaren Lebens- bzw. Beziehungssituation. Diese Prognose sei im Wesentlichen durch die wenig später erfolgende ROS-Abklärung (Risikoorientierter Strafvollzug) bestätigt worden, die ergeben habe, dass beim Beschwerdeführer psychopathische Eigenschaften stark ausgeprägt seien und bei Straftätern mit vergleichbarer Merkmalskombination eine 12- bzw. 24-prozentige Rückfallgefahr innerhalb von 7 bzw. 10 Jahren bestehe. In einem Therapiebericht des psychologischen Dienstes des Strafvollzugs vom 24. September 2019 werde ferner festgehalten, dass der Beschwerdeführer zwar an einer narzisstischen Persönlichkeitsakzentuierung leide, aber eine fortbestehende Affinität für tötungsnahe Handlungen innerhalb der durchgeführten Therapiegespräche nicht mehr erkannt werden könne. Diese Einschätzung würde schliesslich auch durch die Fachkommission des Ostschweizer Strafvollzugskonkordats (nachfolgend: Fachkommission) zur Überprüfung der Gemeingefährlichkeit von Straftätern geteilt, die in ihrer Stellungnahme vom 12. Dezember 2019 davon ausgehe, dass aufgrund der weitreichenden Risikosenkung die Rückfallgefahr des Beschwerdeführers therapeutisch nicht mehr zu reduzieren sei. Ungeachtet dessen, dass der Beschwerdeführer nur in sehr spezifischen (Beziehungs-) Situationen zu Gewaltdelinquenz neige, sei jedoch keineswegs garantiert, dass sich derartige Konstellationen zukünftig nicht wieder einstellen könnten. Angesichts der sehr schweren Straftaten des Beschwerdeführers müsse zum Schutz der Öffentlichkeit deshalb selbst ein geringes Restrisiko nicht in Kauf genommen werden.