Citation: 9C_323/2023 E. B

B.a. Am 19. Oktober 2020 ersuchte der Kanton Zürich die Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV) hinsichtlich der Steuerpflichtigen um Festlegung des Veranlagungsortes für die direkte Bundessteuer der Steuerperiode 2015 (Art. 108 DBG). Er erklärte, Abklärungen mit dem Kanton Zug hätten ergeben, dass dieser nicht gewillt sei, seine Veranlagungsverfügung aufzuheben; es solle zunächst das Verfahren gemäss Art. 108 DBG durchlaufen werden. Im ersten Schriftenwechsel stellte der Kanton Zürich sich auf den Standpunkt, es liege ein "klarer Fall" vor. Die Kontakte zwischen den beiden Kantonen hätten zu keiner einvernehmlichen Lösung geführt. Die Steuerpflichtige habe im Einspracheverfahren eingeräumt, dass nie ein Wegzug erfolgt sei (Vernehmlassung vom 3. Dezember 2020). Der Kanton Zug beantragte am 8. Januar 2021, das Verfahren sei "zu sistieren, bis ein Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts zum Thema Verwirkung des Anspruchs auf ein Verfahren nach Art. 108 DBG vorliegt". Eventualiter sei die Verwirkung des Anspruchs der Steuerpflichtigen auf ein Verfahren nach Art. 108 DBG festzustellen. Subeventualiter sei der Veranlagungsort durch die ESTV abzuklären und festzulegen. Die ESTV ordnete am 14. April 2021 einen zweiten Schriftenwechsel an und hielt darin zuhanden des Kantons Zug fest, dass die Steuerpflichtige die Veranlagungsverfügung des Kantons Zürich vom 19. Februar 2018 (Sachverhalt, Bst. A.d) am 16. März 2018 mit Einsprache angefochten habe (auch dazu Sachverhalt, Bst. A.d); die Rechtskraft sei noch nicht eingetreten. Der Kanton Zug modifizierte seine Anträge in der Eingabe vom 7. Mai 2021 dahingehend, dass die Verwirkung des Anspruchs der Steuerpflichtigen auf ein Verfahren nach Art. 108 DBG festzustellen sei. Eventualiter sei der Veranlagungsort durch die ESTV abzuklären und festzulegen. Die Steuerpflichtige stellte den Antrag, die ESTV habe sicherzustellen, dass "nur einem Kanton das Besteuerungsrecht zukommt". Der Kanton sah von einer weiteren Stellungnahme ab. B.b. Kurz nach dem Gesuch des Kantons Zürich vom 19. Oktober 2020, am 27. Oktober 2020, nahm die Steuerpflichtige eine Rückverlegung ihres statutarischen Sitzes von V.________/ZG nach U.________/ZH vor. B.c. Am 6. Dezember 2021 erliess die ESTV die Verfügung betreffend Feststellung des Veranlagungsortes gemäss Art. 108 DBG für die direkte Bundessteuer der Steuerperiode 2015. Die ESTV erwog, dass der Kanton Zug die "Veranlagungsbefugnis" zwar "nicht mehr ausdrücklich" beanspruche, aber weitere Untersuchungsmassnahmen beantragt und "nicht ausgeschlossen [habe], dass das Steuerdomizil doch im Kanton Zug" liege (dortige E. 2.1). Bis zum Nachweis eines anderen steuerrechtlichen Sitzes gelte "die Steuerpflichtige wie für die Vorperiode 2014 als steuerlich im Kanton Zürich ansässig" (dortige E. 2.3). Beweiswürdigend gelangte die ESTV alsdann zum Ergebnis, dass "für die Steuerperiode 2015 auf einen steuerrechtlichen Sitz und Veranlagungsort für die direkte Bundessteuer im Kanton Zürich zu schliessen" sei (dortige E. 3.5.2). Sie habe, fuhr die ESTV fort, zwar "im Rahmen ihrer Zuständigkeit allfällige Veranlagungshandlungen und Veranlagungsverfügungen des als nicht zuständig erklärten Kantons - vorliegend Zug - betreffend die direkte Bundessteuer aufzuheben". Der Kanton Zug erhebe in seinen Stellungnahmen vom 8. Januar 2021 und 7. Mai 2021 aber "ausdrücklich die Einrede der Verwirkung des Anfechtungsrechts hinsichtlich der direkten Bundessteuer der Steuerperiode 2015" (dortige E. 4.1). Die Frage der etwaigen Verwirkung des Besteuerungsrechts eines Kantons könne sich auch bei der direkten Bundessteuer stellen, wobei bundesgerichtlich noch nicht festgestellt sei, ob dies auch auf das Verfahren gemäss Art. 108 DBG zutreffe (dortige E. 4.2). Es sei aber davon auszugehen, dass es das Bundesgericht im Fall der direkten Bundessteuer nicht zur doppelten Erhebung kommen lassen wolle (dortige E. 4.3). Die ESTV könne indes "gestützt auf Art. 108 DBG kantonale Veranlagungsverfügungen betreffend die direkte Bundessteuer aufgrund der Zuständigkeit nur aufheben, sofern diese zumindest in einem Kanton noch nicht definitiv und rechtskräftig sind" (dortige E. 4.4). Nach weiteren Überlegungen kam die ESTV zum Schluss, dass "mit Blick auf die bereits rechtskräftige Veranlagung des Kantons Zug" auf die von diesem "ausdrücklich erhobene Verwirkungseinrede einzugehen" sei. Die Steuerpflichtige habe sich den Vorwurf gefallen zu lassen, dass sie sich im Veranlagungs- und im anschliessenden Untersuchungsverfahren gegenüber dem Kanton Zug treuwidrig und rechtsmissbräuchlich verhalten habe. Der ausdrücklich erhobenen Einrede der Verwirkung sei stattzugeben. Die Steuerpflichtige habe ihr "Anfechtungsrecht mit Bezug auf die doppelte Erhebung der direkten Bundessteuer im Kanton Zug" daher verwirkt (dortige E. 5). Insgesamt sei der Kanton Zürich zur Veranlagung der direkten Bundessteuer der Steuerpflichtigen betreffend die Steuerperiode 2015 zuständig. Die rechtskräftige Veranlagungsverfügung des Kantons Zug vom 10. Januar 2017 bleibe "infolge Verwirkung des Anfechtungsrechts der Steuerpflichtigen bestehen und kann von der ESTV nicht aufgehoben werden" (dortige E. 6).