Citation: 9C_154/2023 E. 3.3.6

3.3.6. Die Steuerpflichtige lässt es nun aber damit bewenden, ihre eigene Sichtweise darzutun, ohne auch nur beiläufig zu versuchen, sich mit der vorinstanzlichen Vertragsauslegung auseinanderzusetzen. Eine M&A-Transaktion im allgemeinen bzw. ein Share Deal im besonderen beruht gemeinhin auf einem anspruchsvollen Prozess, der auf den konkreten Fall abzustimmen ist. Der Ablauf folgt, trotz typischen Phasen (vorne E. 3.2.1), nicht immer dem Lehrbuch. Gemeinhin werden verschiedene externe Fachpersonen beigezogen, die - je nach vertraglicher Ausgestaltung des Auftragsverhältnisses - mehr oder weniger zum Beratungsaufwand beitragen bzw. früher oder später zum Einsatz kommen. Wenn auch Erfahrungswerte dazu bestehen, ist es ohne Aufzeichnungen nicht möglich, den Leistungszeitraum und Leistungsumfang zu bestimmen, in welchem die Beraterinnen aus den Bereichen "Investment" (Beraterin 1), "Prüfung" und "Steuern" (Beraterin 2) bzw. "Recht" (Beraterin 3) tätig werden. Umso mehr erscheint es zumindest als aussergewöhnlich, wenn die Auftraggeberin (hier: die Steuerpflichtige) keinerlei näheren Aufzeichnungen über die Leistungserbringung anlegt bzw. einfordert.