Citation: 5A_28/2020 E. 3.3.6

3.3.6. Auch die vorinstanzliche Beurteilung ihrer eigenen Erziehungsfähigkeit will die Beschwerdeführerin nicht gelten lassen. Sie bemängelt, wie das Kantonsgericht mit ihren Aussagen aus dem Jahr 2015 zu den Lebensumständen in ihrem Heimatland umgeht, und beteuert, dass ihre damaligen Schilderungen nicht den tatsächlichen Gegebenheiten entsprochen hätten und sie sich daraus einen Vorteil erhofft hätte. Die fraglichen Aussagen seien vor einer anderen Behörde in einem anderen Verfahren und ohne vorgängige Belehrung bzw. Aufklärung erfolgt und hätten im vorliegenden Prozess nicht einmal den Wert einer Behauptung. Indem die Vorinstanz trotzdem ohne weitere Sachverhaltsabklärungen darauf abstelle, verletze sie auch in dieser Hinsicht den Untersuchungsgrundsatz. Die Beschwerdeführerin insistiert, dass nicht die tatsächlichen Verhältnisse im Jahr 2015, sondern diejenigen von heute massgebend seien; diese liessen die kantonalen Instanz jedoch weitgehend unberücksichtigt. Dass der angefochtene Entscheid zur Beurteilung ihrer Erziehungsfähigkeit in entscheidtragender Weise auf ihre Aussagen aus dem Jahr 2015 abstellt, tut die Beschwerdeführerin nicht dar und ist auch nicht ersichtlich. Das Kantonsgericht nimmt ausdrücklich Kenntnis davon, dass die Beschwerdeführerin in ihrer Heimat beruflich Fuss fassen konnte und seit dem 1. April 2019 ein Monatseinkommen von rund EUR 340.-- erzielt (vgl. E. 3.2.5). In der Folge drehen sich die vorinstanzlichen Erwägungen um die Frage, ob die Beschwerdeführerin mit diesem Einkommen nicht nur ihre eigene Existenz, sondern auch diejenige ihrer Tochter sichern könnte (s. nachfolgend E. 3.3.7 f.). Entsprechend erübrigen sich Erörterungen zur Frage, ob die Aussagen der Beschwerdeführerin aus dem Jahr 2015 überhaupt als Behauptungen im Sinn der ZPO gelten können.