Citation: 5P.200/2005 02.11.2005 E. 3

Vor Kantonsgericht hat der Beschwerdeführer eingewendet, das Bezirksgericht hätte der Erbteilung den Teilungsvertrag vom 17. Dezember 1998 zu Grunde legen müssen. Das Kantonsgericht hat das Vorbringen als verspätet betrachtet, weil sich der Beschwerdeführer vor Bezirksgericht in keiner Weise auf den Teilungsvorschlag berufen habe. In der Klageantwort werde auf den Widerruf des Teilungsvorschlags durch die Beschwerdegegnerinnen ausdrücklich Bezug genommen, ohne dabei die Gültigkeit des Widerrufs zu bestreiten. Dies sei als prozessuale Anerkennung zu werten. Für eine solche Anerkennung spreche auch das Schreiben des Rechtsberaters (KB 18), der den Vorschlag ausgearbeitet habe und als Rechtsvertreter des Beschwerdeführers in dessen Namen den Widerruf der Beschwerdegegnerinnen bestätigt habe (E. 2a S. 8 des angefochtenen Urteils). Der Beschwerdeführer rügt willkürliche Beweiswürdigung und als Folge davon eine Verletzung des kantonalen Novenrechts (S. 7 ff. Ziff. I der Beschwerdeschrift). 3.1 Ob der Teilungsvorschlag vom 17. Dezember 1998 berücksichtigt wird oder nicht, hat unmittelbar Wirkung auf das Ergebnis der Erbteilung. Gemäss seiner Darstellung müsste der Beschwerdeführer den Beschwerdegegnerinnen je Fr. 2'232.15 bezahlen, wenn der besagte Teilungsvorschlag gültig sein sollte (S. 13), während im gegenteiligen Fall jeder Erbe vom Bankkonto der Erblasser Fr. 9'497.25 erhalten würde (S. 18 f. Ziff. IV der Beschwerdeschrift). Es fällt auf, dass der Beschwerdeführer dem Kantonsgericht Anträge gestellt hat, als ob der Teilungsvorschlag vom 17. Dezember 1998 ungültig wäre. Er hat in seiner Berufung nämlich beantragt, den Erben sei vom Bankkonto der Erblasser je Fr. 9'497.25 auszuzahlen, und ist offenkundig davon ausgegangen, die Teilung sei nicht auf Grund des Teilungsvorschlags durchzuführen, hätte er doch andernfalls beantragen müssen, den Beschwerdegegnerinnen je Fr. 2'232.15 bezahlen zu dürfen. Sein Berufungsantrag steht mit seinen Vorbringen offenkundig im Widerspruch, so dass es nicht als willkürlich erscheinen könnte, auf den Teilungsvorschlag im Sinne der Anträge nicht abzustellen. 3.2 Die Aktenwidrigkeitsrügen des Beschwerdeführers sind zudem unbegründet. Keiner der zitierten Stellen hat das Kantonsgericht unter Willkürgesichtspunkten entnehmen müssen, der Beschwerdeführer habe vor Bezirksgericht ausdrücklich und unmissverständlich bestritten, die Beschwerdegegnerinnen hätten ihre Zustimmung zum Teilungsvorschlag vom 17. Dezember 1998 am 25. Februar 2000 rechtswirksam widerrufen. Der Beschwerdeführer hat an den von ihm hervorgehobenen Aktenstellen zwar wiederholt auf die vorbehaltlos erteilte Zustimmung hingewiesen und bemängelt, dass nicht vorgebracht werde, was der tatsächliche Widerrufsgrund sei. Die Gültigkeit des Widerrufs der Zustimmung wird jedoch nirgends förmlich klar und eindeutig in Abrede gestellt, wie dies in einer Prozessschrift unerlässlich ist und verlangt werden darf (BGE 117 II 113 Nr. 24). Das vom Kantonsgericht zusätzlich angeführte Schreiben gibt der Beschwerdeführer nur verkürzt wieder. Darin hat der Rechtsberater den Beschwerdeführer als seinen Mandanten bezeichnet, den Widerruf nicht als ungültig bestritten und angefragt, wer nun die Teilung vornehme, verbunden mit dem Vorschlag, dass sämtliche Erben zusammensitzen. Das Schreiben darf als Indiz für die Bestätigung des Widerrufs und dessen Anerkennung durch den Beschwerdeführer gewertet werden. Andernfalls wäre nach den Gesetzen der Logik nicht erklärbar, weshalb der Beschwerdeführer bzw. sein Rechtsberater davon ausgegangen ist, die Teilung müsse neu verhandelt werden. 3.3 Aus den dargelegten Gründen durfte das Kantonsgericht ohne in Willkür zu verfallen annehmen, mit Bezug auf die Gültigkeit des Widerrufs liege ein prozessuales Anerkenntnis vor. Haben die Beschwerdegegnerinnen ihre Zustimmung zum Teilungsvorschlag vom 17. Dezember 1998 insoweit rechtswirksam widerrufen, kann auch nicht beanstandet werden, dass die kantonalen Gerichte die Erbteilung nach Gesetz durchgeführt haben, dessen Anwendung auf Berufung hin zu überprüfen ist (Art. 84 Abs. 2 OG).