Citation: 2C_448/2022 E. 4.2

4.2. Wie es sich mit den Kriterien von Art. 44 lit. a und b AuG verhält, deren fehlerhafte Anwendung durch die Vorinstanz die Beschwerdeführerin 2 rügt, kann dahingestellt bleiben, denn das ebenfalls (kumulativ) zu erfüllende Kriterium von Art. 44 lit. c AuG (keine Sozialhilfeabhängigkeit) ist vorliegend nicht erfüllt: Der bis Juni 2021 bezogene Betrag von über Fr. 320'000.-- ist bereits erheblich und fällt im Rahmen von Art 44 lit. c AuG negativ ins Gewicht. Auch dürfte sich dieser Betrag bis zum Zeitpunkt des angefochtenen Urteils (6. April 2022) noch deutlich erhöht haben, da der Sozialhilfebezug über den Juni 2021 hinaus andauerte. Entscheidend ist in diesem Zusammenhang, dass - auch wenn aufgrund der Ausreise der Beschwerdeführerin 1 von einer Senkung der Sozialhilfebezüge auszugehen ist - nach wie vor keine Ablösung der betroffenen Familie von der Sozialhilfe absehbar ist. Auch mit einem Kostenbeitrag der Beschwerdeführerin 2 ist nicht zu rechnen. Diese anerkennt denn auch, dass das Kriterium von Art. 44 lit. c AuG vorliegend nicht erfüllt ist (vgl. S. 8 Beschwerdeschrift). Die Voraussetzungen für einen Nachzug der Beschwerdeführerin 2 gemäss Art. 44 AuG sind somit nicht gegeben. Mangels Anspruch auf Familiennachzug ist die ausführliche Interessenabwägung bzw. Verhältnismässigkeitsprüfung der Vorinstanz (vgl. E. 3.3 und E. 5 des angefochtenen Urteils) nicht weiter zu überprüfen.