Citation: I 239/02 23.01.2003 E. 4

Hinsichtlich der erwerblichen Auswirkungen ist einzig die Festsetzung des Invalideneinkommens streitig. Die Verwaltung stützte sich dabei auf die Empfehlungen des Schweizerischen Kaufmännischen Verbandes, gemäss welchen die Beschwerdeführerin bei einem halbtägigen Pensum ein Einkommen von Fr. 36'144.- erzielen könnte. Dem Umstand Rechnung tragend, dass teilzeitlich Angestellte generell geringer entlöhnt würden, reduzierte die IV-Stelle den mutmasslichen Verdienst um 12 %, was ein hypothetisches Invalideneinkommen von Fr. 31'806.70 ergab. Die Beschwerdeführerin macht geltend, es sei vom Invalideneinkommen ein Abzug von 25 % zu gewähren. Ob die vom Kaufmännischen Verband herangezogenen Empfehlungen eine zuverlässige und hinreichende Grundlage für die Invaliditätsbemessung darstellen und ob das gestützt darauf ermittelte Invalideneinkommen um einen Leidensabzug zu kürzen ist (vgl. dazu RKUV 1999 Nr. U 343 S. 412), kann offen bleiben. Wird auf die Werte der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik (LSE 2000) abgestellt, ergibt sich ebenfalls kein den Anspruch ändernder Invaliditätsgrad. Gemäss Tabelle TA7 beträgt der monatliche Bruttolohn (Zentralwert) im privaten und öffentlichen Sektor im Anforderungsniveau 2 (Verrichtung selbständiger und qualifizierter Arbeiten) für Frauen im Personal- und Rechnungswesen (Randziffer 21) Fr. 6'197.-, für Sekretariats- und Kanzleiarbeiten (Randziffer 22) Fr. 5'602.- und in anderen kaufmännisch-administrativen Bereichen (Randziffer 23) Fr. 5'867.-, im Durchschnitt also Fr. 5'889.-. Wird der auf 40 Wochenstunden basierende Betrag auf die durchschnittliche, betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit im Jahre 2000 von 41,8 Stunden (Statistisches Jahrbuch der Schweiz 2002 des Bundesamtes für Statistik, Tabelle T3.2.3.5) hochgerechnet, resultiert ein Verdienst von Fr. 6'154.- bzw. in Berücksichtigung des um 50 % eingeschränkten Arbeitspensums von Fr. 3'077.-, oder jährlich Fr. 36'924.-. Entgegen der Auffassung der IV-Stelle rechtfertigt sich ein Abzug nicht, da sich eine Teilzeitbeschäftigung bei Frauen mit einem Pensum insbesondere zwischen 50 % und 89 % gemäss der Tabelle 6*, Seite 20, der LSE 2000, proportional berechnet zu einer Vollzeitbeschäftigung, lohnerhöhend auswirkt. Andere persönliche und berufliche Umstände, die nach der Rechtsprechung eine Herabsetzung der Tabellenlöhne rechtfertigen würden (BGE 126 V 79 f. Erw. 5b), liegen nicht vor. Den von der Beschwerdeführerin geltend gemachten Einschränkungen des Leistungsvermögens wurde mit der ärztlich eingeschätzten Arbeitsfähigkeit vollumfänglich Rechnung getragen. Verglichen mit dem unbestrittenen Valideneinkommen von Fr. 85'345.- ergibt sich somit ein Einkommensverlust von Fr. 48'421.- bzw. ein Invaliditätsgrad von 57 %.