Citation: 7B_193/2022 E. 2.2

2.2. Im Grundsatz bestreitet die Beschwerdeführerin den Vorfall nicht. Sie machte aber bereits im kantonalen Verfahren geltend, darin liege bloss eine versuchte schwere Körperverletzung und keine versuchte Tötung. Sie trug vor, sie habe keinen raffinierten Plan ausgeheckt, um den Geschädigten weitmöglichst zu schädigen. Vielmehr sei ihr Suizid im Fokus gestanden, den sie nicht nur inszeniert habe. Sie habe die Reaktion des Geschädigten nicht vorhersehen können. Nach seinem Eingreifen sei das Geschehen ausser Kontrolle geraten, weshalb es an einer zielgerichteten Handlung fehle. Die Verletzung des Geschädigten sei im Zug einer dynamischen Auseinandersetzung und damit zufällig erfolgt. Es fehle an der überwiegenden Wahrscheinlichkeit, dass sie eine tödliche Verletzung des Geschädigten in Kauf genommen habe. Sollte eine Tötungsabsicht bejaht werden, dann habe sie in einer heftigen Gemütsbewegung gehandelt.