Citation: 2A.136/2004 09.06.2004 E. 4

Der Beschwerdeführer kann auch aus dem in Art. 8 Ziff. 1 EMRK garantierten Anspruch auf Achtung des Privat- und Familienlebens nichts zu seinen Gunsten ableiten. Seine Beziehungen zu den in der Schweiz anwesenden Familienangehörigen fallen, da er volljährig und nicht in besonderer Weise abhängig ist, nicht mehr in den Schutzbereich dieser Garantie (vgl. BGE 120 Ib 257 E. 1e S. 261 f., vgl. auch Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte i. S. Slivenko c. Lettland vom 9. Oktober 2003 [Nr. 48321/99]). Ebenso wenig erscheinen die Voraussetzungen erfüllt, unter denen die Pflicht zur Ausreise ausnahmsweise einen Eingriff in das Recht auf Achtung des Privatlebens darstellen kann (vgl. BGE 126 II 377 E. 2c S. 384 f.). Inwieweit die dem volljährigen Beschwerdeführer zugemutete Rückkehr ins Heimatland aufgrund der gestörten Beziehung zum Vater gegen die Garantie von Art. 3 EMRK verstossen soll, ist nicht ersichtlich. Schliesslich erscheint auch der Hinweis des Beschwerdeführers auf zwei Strassburger Urteile - sei es aufgrund der Anwesenheitsdauer oder der Intensität der Beziehungen zum Gaststaat, der Schwere der Delikte oder der Zumutbarkeit der Rückkehr ins Heimatland - nicht stichhaltig: Im Fall Moustaquim gegen Belgien (Urteil vom 18. Februar 1991, publ. in EuGRZ 1993 S. 552) ging es um die Ausweisung eines straffällig gewordenen ledigen Ausländers der "zweiten Generation" - was hier nicht zutrifft (E. 3) -, und im Fall Beldjoudi gegen Frankreich (Urteil vom 26. März 1993, publ. in EuGRZ 1993 S. 556) war der von der (als konventionswidrig erklärten) Ausweisung Betroffene mehr als zwanzig Jahre mit einer Französin verheiratet gewesen und hatte ebenfalls sein ganzes Leben - über 40 Jahre - in Frankreich verbracht. Ebenso wenig vergleichbar mit dem Fall des Beschwerdeführers ist das kürzlich ergangene - gutheissende - Strassburger Urteil i.S. Radovanovic gegen Österreich vom 22. April 2004 (Nr. 42703/98), wo es um eine deutlich geringere Strafe ging (30 Monate Gefängnis, wovon 24 Monate bei einer Probezeit von drei Jahren aufgeschoben wurden).