Citation: U 412/04 10.06.2005 E. 3

Streitig und zu prüfen ist zunächst der Anspruch auf eine Invalidenrente. Dabei fragt sich, in welchem Ausmass der Beschwerdeführer unfallbedingt in der Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt ist und ob der Gesundheitszustand zur Beantwortung dieser Frage genügend abgeklärt worden ist. 3.1 Die SUVA hat den Fall mit Verfügung vom 1. März 1999 gestützt auf die bei den Akten liegenden Arzt- und Spitalberichte abgeschlossen, namentlich gestützt auf den Bericht über die ärztliche Abschlussuntersuchung und die Beurteilung des Integritätsschadens des Kreisarztes Dr. med. B.________, vom 15. Januar 1997, den Klinikbericht des Spitals X.________ vom 6. Mai 1998, den Bericht der kreisärztlichen Untersuchung des Dr. med. L.________, vom 21. Dezember 1998 und den Bericht der Klinik Y.________ vom 2. Februar 1999. Der Einspracheentscheid der SUVA, welcher den verfügten Fallabschluss zum 1. Oktober 1997 bei Zusprechung einer 30%igen Invalidenrente und einer Integritätsentschädigung basierend auf einer Integritätseinbusse von 15 % bestätigte, datiert vom 15. Juni 1999. Das kantonale Verfahren zog sich in die Länge, im Wesentlichen wegen Vergleichsverhandlungen der Parteien, welche letztendlich scheiterten, da der Beschwerdeführer den Vorschlag der SUVA auf Zusprechung einer 50%igen Invalidenrente ablehnte. Im vorinstanzlichen Entscheid vom 27. September 2004 wurden das aus dem IV-Revisionsverfahren stammende Gutachten des ZMB, Medizinische Abklärungsstelle der Eidgenössischen Invalidenversicherung (MEDAS), vom 20. Dezember 2000 sowie der Bericht der kreisärztlichen Untersuchung des Dr. med. G.________, vom 22. Juli 2003 mitberücksichtigt. Dies ist nach dem in Erw. 2.2 dargelegten Grundsatz über den zeitlich massgebenden Sachverhalt nicht zu beanstanden, erlauben doch sowohl das ZMB-Gutachten wie auch der Kreisarztbericht Rückschlüsse auf die bei Erlass des Einspracheentscheides herrschenden Verhältnisse. 3.2 In einlässlicher und sorgfältiger Würdigung der medizinischen Aktenlage ist das kantonale Gericht zum Schluss gekommen, dass der Beschwerdeführer in seiner bisherigen Tätigkeit als Giessereimitarbeiter nicht mehr arbeitsfähig ist, dass ihm aber für eine leidensangepasste sitzende Tätigkeit eine Restarbeitsfähigkeit von 70 % attestiert werden kann. Auf die diesbezüglichen überzeugenden Erwägungen ist zu verweisen. Was der Beschwerdeführer hiegegen vorbringt, vermag zu keiner andern Beurteilung zu führen. Die zumutbare Restarbeitsfähigkeit von 70 % entspricht der orthopädischen Diagnose des ZMB-Gutachtens und weicht nur leicht von der Meinung der Kommission für medizinische Begutachtung ab, welche von einer 60%igen Restarbeitsfähigkeit ausging. Die etwas höhere Einschätzung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit berücksichtigt auch die sich auf den Zeitpunkt des Einspracheentscheids beziehenden Ergebnisse der kreisärztlichen Untersuchung vom 22. Juli 2003, bei welcher ein ganztägiger Einsatz für leichte, vorwiegend sitzende Tätigkeiten mit der Gelegenheit, zwischendurch das rechte Bein etwas hoch zu lagern und ein paar Schritte zu gehen, als zumutbar erachtet wurde. Demgegenüber geht der Beschwerdeführer von einer unfallbedingten Arbeitsunfähigkeit in einer Höhe und Ausprägung aus, die so in den medizinischen Akten keine Bestätigung findet, insbesondere nicht für die von ihm geltend gemachten psychischen Beschwerden. Selbst wenn der erlittene Unfall wegen der gravierenden Verletzung als schwer im Sinne der Gruppenbildung gemäss BGE 115 V 139 zu qualifizieren wäre, heisst das nicht, dass aus psychogenen Gründen von einer höheren Arbeitsunfähigkeit auszugehen ist. Sämtliche Untersuchungen beim psychisch stabilen Beschwerdeführer, namentlich im Rahmen der Begutachtung durch das ZMB, haben keinerlei krankheitswertige psychische Entwicklung zu Tage gebracht. Für ergänzende Abklärungen in dieser Richtung besteht demzufolge kein Anlass. 3.3 Was die erwerblichen Auswirkungen der unfallbedingten Arbeitsunfähigkeit anbelangt, hat das kantonale Gericht das Valideneinkommen gestützt auf Arbeitgeberauskünfte und das Invalideneinkommen anhand der Tabellenlöhne gemäss der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohnstrukturerhebung (LSE) korrekt ermittelt. Auf die diesbezüglichen Ausführungen wird verwiesen. Streitig und zu prüfen ist lediglich die Höhe des leidensbedingten Abzugs vom Invalideneinkommen. Während die Vorinstanz einen Abzug von 10 % für angemessen hielt, beantragt der Beschwerdeführer eine Reduktion von 25 %. In BGE 126 V 75 ff. hat das Eidgenössische Versicherungsgericht die bisherige Praxis zum Abzug vom Tabellenlohn dahingehend präzisiert, dass die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalls (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad) abhängig ist. Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalideneinkommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wobei der Abzug auf höchsten 25 % zu begrenzen ist (BGE 126 V 79 Erw. 5b/aa-cc). Nachdem der Versicherte im Zeitpunkt des Einspracheentscheides seit über 20 Jahren in der Schweiz lebte, über die Niederlassungsbewilligung C verfügte und beim damaligen Arbeitgeber gut integriert war, ist der vom kantonalen Gericht im Hinblick auf das Alter und die leidensbedingte Einschränkung vorgenommene Abzug von 10 % nicht zu beanstanden. Soweit der Beschwerdeführer rügt, seine Restarbeitsfähigkeit sei nicht mehr wirtschaftlich verwertbar und Beschwerdegegnerin sowie Vorinstanz hätten es unterlassen, konkrete Arbeitsplätze zu erwähnen, ist darauf hinzuweisen, dass gemäss Gesetz für die Invaliditätsbemessung nicht der aktuelle, sondern der ausgeglichene Arbeitsmarkt massgebend ist. Damit sind bei der Beurteilung der Aussichten einer versicherten Person, im Arbeitsmarkt effektiv vermittelt zu werden, nicht die dort herrschenden konkreten Verhältnisse massgebend; vielmehr wird - abstrahierend - unterstellt, hinsichtlich der in Frage kommenden Stellen bestehe ein Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage. Es kommt also darauf an, ob die versicherte Person die ihr verbliebene Arbeitskraft wirtschaftlich nutzen könnte, wenn die verfügbaren Arbeitsplätze dem Angebot an Arbeitskräften entsprechen würde (AHI 1998 S. 287 mit Hinweis auf BGE 110 V 276 Erw. 4b). Die vorinstanzlich zugesprochene 40%ige Invalidenrente ist daher zu bestätigen.