Citation: 5A_809/2022 E. 2.3

2.3. Mit diesen Einwänden vermag die Beschwerdeführerin keine Rechtsverletzung aufzuzeigen. Die Vorinstanz hat zutreffend darauf hingewiesen, dass die Gründe der Verweigerung der Anerkennung und Vollstreckung im Anwendungsbereich des IPRG abschliessend sind (BGE 120 II 83 E. 3a/cc; Botschaft vom 10. November 1982 zum Bundesgesetz über das internationale Privatrecht [IPR-Gesetz], BBl 1983 I 328, Ziff. 217.3; DÄPPEN/MABILLARD, Basler Kommentar, Internationales Privatrecht, 4. Aufl. 2021, N. 2 zu Art. 27 IPRG). Im Anwendungsbereich des IPRG als autonomes Anerkennungsrecht der Schweiz ist das Erfordernis des Gegenrechts nicht (mehr) vorgesehen; die Schweiz macht die Anerkennung eines ausländischen Entscheids nicht davon abhängig, ob der Ursprungsstaat seinerseits schweizerische Urteile anerkennen würde (SCHNYDER/LIATOWITSCH, Internationales Privat- und Zivilverfahrensrecht, 4. Aufl., 2017, Rz. 381; MÜLLER-CHEN, in: Zürcher Kommentar zum IPRG, 3. Aufl., 2018, Bd. I, N. 29 zu Art. 25 IPRG; zu aArt. 166 Abs. 1 lit. c IPRG vgl. Botschaft vom 24. Mai 2017 zur Änderung des Bundesgesetzes über das Internationale Privatrecht [11. Kapitel: Konkurs und Nachlassvertrag], BBl 2017 4135, Ziff. 2.1). Die Vorbringen der Beschwerdeführerin erschöpfen sich darin, das Erfordernis des Gegenrechts als nicht erfüllt zu erachten. Auf eine Verletzung namentlich der indirekten Zuständigkeit oder des Ordre public als gesetzlich vorgesehene Verweigerungsgründe hinsichtlich des russischen Entscheids stützt sich die Beschwerdeführerin nicht (vgl. LOÏC STUCKI, Russischer Angriff auf die Zuständigkeitsordnung, Umgang mit zivilrechtlichen Zuständigkeiten Russlands im Hinblick auf Wirtschaftssanktionen, AJP 11/2022, S. 1176 ff.). Insofern kann offen bleiben, ob und inwieweit der Tatsachenvortrag zur völkerrechtlichen und innerstaatlichen Situation der Russischen Föderation zutrifft. Auf die von der Vorinstanz gestützt auf Art. 326 ZPO als unzulässige Noven aus dem Recht gewiesenen Tatsachenbehauptungen und Beweismittel sowie auf die Frage der Gerichtsnotorität dieses Sachverhalts ist vorliegend daher auch nicht weiter einzugehen.