Citation: I 221/00 07.11.2001 E. 2

2.- Der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine halbe Invalidenrente (samt entsprechender Zusatzrente für die Ehefrau und Kinderrenten) ist unbestritten. Streitig ist hingegen der Rentenbeginn. a) Dr. med. L.________ hielt in verschiedenen Berichten fest, dass dem Beschwerdeführer leichte Tätigkeiten ohne Arbeiten auf dem Gerüst oder Hoch-/Tiefblicken voll zumutbar seien (vgl. Schreiben vom 26. Februar 1992 und vom 13. Mai 1992, Berichte vom 25. August 1993 und vom 8. Oktober 1995). Im August 1992 habe der Versicherte sich einer Varikosisoperation unterziehen müssen und sei von 3. August bis 15. September 1992 arbeitsunfähig gewesen (Arztzeugnis vom 28. Dezember 1992). In seinem Bericht vom 25. August 1993 hielt Dr. med. L.________ erstmals eine neurasthenische reaktiv depressive Entwicklung fest und erklärte, dass ein Aufenthalt in der Tagesklinik des psychiatrischen Zentrums des Spitals N.________ vorgesehen sei. Zwar könnten keine sicheren Angaben über die Arbeitsunfähigkeit gemacht werden, dem Versicherten seien aber nach wie vor Tätigkeiten im Service, Sandstrahlen ohne Gerüst und ohne Bücken oder Hochblicken voll zumutbar. Diese Einschätzung wiederholte er in seinem Bericht vom 8. Oktober 1995 und hielt fest, dass sich der Zustand sowie die Beschwerden gesamthaft gesehen nicht geändert hätten. Dr. med. C.________, SUVA-Kreisarzt, attestierte ab 10. Januar 1992 volle Arbeitsfähigkeit (Bericht vom 9. Januar 1992). Dr. med. B.________, Facharzt für Neurologie, diagnostizierte in seinem Bericht vom 14. April 1992 ein postcommotionelles Syndrom mit neurasthenisch reaktiver depressiver Entwicklung. Trotz der unfallbedingten Beschwerden sei die Arbeitsfähigkeit jedoch nicht eingeschränkt. Dr. med. E.________, Neurologische Klinik und Poliklinik, Spital X.________, stellte ebenfalls weder einen neurologischen Befund noch eine wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit für nicht sehr schwere Arbeiten ohne Bücken und viele Kopfbewegungen sowie ohne Risikoexposition (Gerüst) fest (Bericht vom 9. Februar 1993). Dr. med. H.________, Facharzt für Psychiatrie, diagnostizierte in seinem Gutachten vom 7. April 1995 ein postcommotionelles Syndrom bei reaktiver Verstimmung und schwieriger sozialer Lage. Es liege jedoch kein eigenständiges psychisches Krankheitsbild vor. Der Versicherte habe der von Dr. med. L.________ im Jahre 1993 vorgesehenen psychiatrischen Abklärung keine Folge geleistet, da er sich nicht für psychisch krank erachtet habe. Ein entsprechender Aufenthalt sei jedoch angezeigt, da sich eine depressive Fehlentwicklung einstellen könne. Die psychischen Störungen sollten den Versicherten in seiner Arbeitsfähigkeit nicht wesentlich einschränken; sie würden jedoch eng mit den sozialen Schwierigkeiten und dem postcommotionellen Syndrom zusammenhängen, und das gesamte Krankheitsbild könne eine Teilinvalidität bewirken. Daneben seien auch noch andere als invaliditätsbedingte Gründe für die Arbeitsunfähigkeit verantwortlich; deren Einfluss dürfte 50 % betragen. Gemäss ZMB-Gutachten vom 15. Oktober 1998 leidet der Beschwerdeführer an einem chronifizierten Schmerzsyndrom mit psychischer affektiver Fehlentwicklung, einem Zervikovertebralsyndrom bei degenerativen Veränderungen sowie einer leichten Funktionseinschränkung der rechten Hand, welche eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % bewirken. b) Es ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer in seiner angestammten Tätigkeit seit dem Unfall im Jahr 1991 voll arbeitsunfähig ist. Aus den ärztlichen Berichten vor 1995 ergibt sich jedoch übereinstimmend, dass ihm jede leidensangepasste Tätigkeit (d.h. keine Arbeiten auf einem Gerüst, mit Bücken oder Hoch-/Tiefblicken verbunden) voll zumutbar ist. Zwar stellten die Ärzte eine depressive Entwicklung fest, massen dieser aber keinerlei Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zu. Erst anlässlich der Untersuchung durch Dr. med. H.________, welche im April 1995 erfolgte, ist erstmals von einer psychischen Fehlentwicklung die Rede, welche im Zusammenhang mit den übrigen Leiden eine Teilinvalidität bewirken könne. Nach dem Gesagten ist weder erstellt noch durch weitere Abklärungen beweisbar, dass vor April 1995 eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in rentenbegründendem Ausmass vorlag. Etwas anderes lässt sich auch nicht aus den Berichten des Dr. med. L.________ ableiten; zwar hat dieser bereits 1992 eine reaktive depressive Entwicklung festgestellt und dem Versicherten 1993 eine psychiatrische Abklärung vorgeschlagen, doch mass Dr. med. L.________ dieser psychischen Entwicklung keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zu. Die Folgen dieser Beweislosigkeit hat der Beschwerdeführer zu tragen, der aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt den Anspruch auf eine früher beginnende Rente ableiten wollte (vgl. BGE 111 V 201 oben mit Hinweisen).