Citation: 9C_536/2022 E. 7.2.1

7.2.1. Was das Erbrecht anbelangt, verkennt die Beschwerdeführerin, dass Voll- und Halbgeschwister gleichermassen gesetzliche Erben in derselben Parentel sind (vgl. Art. 458 ZGB). Dass die Beschwerdeführerin bei Vorversterben ihrer Eltern im Ergebnis eine höhere Quote vom Nachlass erhalten würde als der Halbbruder liegt daran, dass sie als Nachkomme an die Stelle von zwei Elternteilen treten würde, wohingegen der Halbbruder als Nachkomme nur an die Stelle eines Elternteils treten würde. Abgesehen davon, dass die Art. 457-459 ZGB weder Geschwister noch Halbgeschwister überhaupt erwähnen, und unabhängig von der Frage, inwiefern eine Bezugnahme auf das erbrechtliche System zur Auslegung des hier streitbetroffenen Reglements sachgerecht ist, scheint die erbrechtliche Begünstigungsregelung gerade nahe an derjenigen gemäss Ziff. 7.5 des Reglements nach vorinstanzlicher Lesart zu sein: Beiderorts befinden sich Voll- und Halbgeschwister in derselben Gruppe eines Kaskadensystems; Unterschiede liegen einzig in Bezug auf den - hier nicht streitigen - Umfang der Begünstigung innerhalb dieser abgeschlossenen Gruppe vor (vgl. dazu nachfolgend E. 8.2.1). Mit anderen Worten spricht die erbrechtliche Regelung - wenn überhaupt - eher für denn gegen die vorinstanzliche Sicht der Dinge.