Citation: 2C_846/2018 E. 5.2

5.2. Bei wiederholten Delikten gegen die sexuelle Integrität ist selbst ein relativ geringes Rückfallrisiko nicht hinzunehmen. Sexuelle Handlungen mit Kindern (Art. 187 StGB;) und sexuelle Nötigung (Art. 189 StGB) gehören zu den strafbaren Verhaltensweisen, welche - vorbehältlich der Anwendung der strafrechtlichen Härtefallklausel (Art. 66a Abs. 2 StGB) - heute zu einer obligatorischen Landesverweisung führen (Art. 66a Abs. 1 lit. h StGB). Zwar sind die entsprechenden Bestimmungen nicht auf Taten anwendbar, die - wie hier - vor dem 1. Oktober 2016 begangen wurden, doch trägt das Bundesgericht der damit durch den Verfassungs- und Gesetzgeber zum Ausdruck gebrachten besonderen Verwerflichkeit der in Art. 66a StGB geregelten Taten in der Interessenabwägung nach Art. 8 Ziff. 2 EMRK insofern Rechnung, als es dadurch zu keinem Widerspruch zu übergeordnetem Recht - insbesondere der EMRK - kommt (BGE 139 I 16 E. 5 S. 28 - 31). Dies ist hier nicht der Fall. Der Beschwerdeführer hat sich weder von seinen strafrechtlichen Verurteilungen noch der ausländerrechtlichen Verwarnung beeindrucken lassen und gezeigt, dass er auch künftig weder gewillt noch fähig erscheint, die hiesige Rechtsordnung zu respektieren. Er liess sich nicht einmal davon abhalten, im Bereich der Sexualdelikte nach einer ersten Tat und nur wenige Monate, nachdem er aufgrund der sexuellen Handlungen mit einem Kind (begangen am 25. Mai 2007) in Untersuchungshaft und Polizeigewahrsam genommen worden war, wiederum einschlägig zu delinquieren (sexuelle Nötigung begangen am 28. Oktober 2007). Nicht nur die Schwere der einzelnen Taten, sondern auch deren Häufung, sprechen für ein erhebliches öffentliches Interesse daran, dass er das Land verlässt.