Citation: 5A_907/2019 E. 3.2

3.2. Das Kantonsgericht erwog, die Beschwerdegegnerin sei während der Ehe nicht erwerbstätig und im Zeitpunkt der Trennung im Februar 2010 bereits 50 Jahre alt gewesen. Es sei notorisch, dass die Beschwerdegegnerin ihre Ausbildung bzw. ihren Beruf als Rechtsanwältin in Brasilien in der Schweiz nicht ausüben könne. Zudem sei unbestritten, dass ihre deutschen Sprachkenntnisse zumindest in schriftlicher Hinsicht nicht genügten, um in dieser Sprache im Dienstleistungssektor tätig zu sein. Hinzu kämen ihr Alter und ihre geringe und lange zurückreichende Arbeitspraxis. Ebenfalls unbestritten sei, dass sich die Beschwerdegegnerin von März 2012 bis Mai 2013 regelmässig im Umfang von 13 bis 19 Bewerbungen pro Monat beworben habe; dies ohne Erfolg. Unter den gesamten Umständen sei die Möglichkeit einer Anstellung in der Vergangenheit und heute zu verneinen und es sei von der Anrechnung eines hypothetischen Einkommens abzusehen.