Citation: 1A.30/2006 10.10.2006 E. 2

Die Beschwerdeführerin rügt, es sei zu Unrecht kein Umweltverträglichkeitsbericht erstellt worden. 2.1 Bootshäfen mit mehr als 100 Bootsplätzen unterliegen der UVP-Pflicht (Art. 1 der Verordnung vom 19. Oktober 1988 über die Umweltverträglichkeitsprüfung [UVPV; SR 814.011] i.V.m. Ziff. 13.3 Anhang UVPV). Das vorliegende Hafenprojekt beansprucht auf einer Länge von 126 m das Seeufer und ragt maximal 44.5 m ins Seegebiet; es bietet, je nach Bootsbreite, ca. 70 feste Bootsplätze und 5 Gästeplätze (vgl. Verfügung der Baudirektion vom 17. Februar 2003 S. 1 und 14). Laut Projektbeschrieb kann die Anzahl von Bootsplätzen um maximal 3 Plätze variieren (revidierter Projektbeschrieb vom 29. Juli 2002, Ziff. 1). Damit wird der Schwellenwert der UVPV deutlich unterschritten. Zwar enthält die Konzession keine ausdrückliche zahlenmässige Beschränkung der Bootsplätze; sie verpflichtet die Konzessionsnehmerin jedoch, vor Baubeginn dem Amt für Abfall, Wasser und Luft (AWEL) eine verbindliche Platzeinteilung (Hafenbelegungsplan) zur Genehmigung einzureichen (vgl. Dispositiv VIII Ziff. 1 lit. f); diese Bewilligung kann nur erteilt werden, wenn die Anzahl Bootsplätze mit der Konzessionseingabe übereinstimmt. Die Befürchtung der Beschwerdeführerin, der Hafen könne mit weit mehr als 70 Booten belegt werden, erscheint daher unbegründet. 2.2 Sodann ist die Beschwerdeführerin der Auffassung, dass ein Umweltverträglichkeitsbericht erforderlich sei, um die notwendige Gesamtschau aller massgeblichen fischerei-, naturschutz- und raumplanungsrechtlichen Aspekte vornehmen zu können. Die koordinierte Erteilung der erforderlichen Bewilligungen verlangt eine gesamthafte Interessenabwägung, die voraussetzt, dass die Auswirkungen der geplanten Anlage auf die Umwelt bekannt sind. Hierfür müssen die zuständigen Behörden die notwendigen Abklärungen treffen, wobei sie auch Auskünfte und Abklärungen von der Gesuchstellerin verlangen können (Art. 46 Abs. 1 USG). Ob die angefochtene Verfügung diesen Anforderungen genügt, wird zu prüfen sein. Dagegen war die Gemeinde Meilen als Konzessionsgesuchstellerin bzw. die Hafengenossenschaft Christoffel als Bauherrin mangels UVP-Pflicht der Anlage nicht zur Erstellung eines UVP-Berichts i.S.v. Art. 9 USG und Art. 7 ff. UVPV verpflichtet.