Citation: 1C_286/2021 E. 3.2

3.2. Der Beschwerdeführer macht geltend, Grundlage für seine Verurteilung in Deutschland habe einzig der Vorwurf gebildet, "grob verkehrswidrig und rücksichtslos falsch überholt oder sonst bei Überholvorgängen falsch gefahren zu sein und dadurch Leib und Leben eines anderen Menschen gefährdet zu haben, wobei er vorsätzlich gehandelt und die Gefahr fahrlässig verursacht habe". Zwar enthalte der Strafbefehl nebst dem mit Strafe geahndeten Sachverhalt auch weitere Ausführungen zu seinem Verhalten. Es sei aber bundesrechtswidrig, für das vorliegende Administrativverfahren das gesamte, im deutschen Strafbefehl dargestellte Verhalten zu berücksichtigen und nach dem schweizerischen Recht zu beurteilen. Es dürfe nur der Sachverhalt massgebend sein, welcher in Deutschland tatsächlich zur Strafe nach deutschem Recht geführt habe. Im deutschen Strafbefehl erwähnte tatsächliche Umstände, die nicht zur Rechtfertigung der ausgefällten Strafe herangezogen worden seien, könnten hingegen keine Grundlage für einen Entzug des Führerausweises nach schweizerischem Recht bilden. Vorliegend sei dementsprechend zu seinen Gunsten zu berücksichtigen, dass er in Deutschland weder wegen Überschreitung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit noch wegen mehrfachen Überholens mit Behinderung des Gegenverkehrs sowie des Überholten verurteilt worden sei. In Deutschland sei nur eine Verurteilung wegen einmaligen falschen Überholens erfolgt. Im Übrigen sei die rechtliche Würdigung im Strafbefehl durch die deutschen Strafbehörden im vorliegenden Verfahren für die schweizerischen Verwaltungsbehörden bindend. Die Vorinstanz habe in diesem Kontext zu Unrecht BGE 124 II 103 E. 1c/bb ins Feld geführt.