Citation: 8C_842/2016 E. 5.1.1

5.1.1. Die sozialversicherungsrechtliche Rentenverfügung ist eine Dauerverfügung, die auf einem veränderbaren Sachverhalt beruht und für die Zukunft wirkt. Sie gewährt Dauerleistungen aufgrund eines einmal eruierten Sachverhalts für eine (allenfalls zum vornherein festgelegte) Zeitperiode (MATTHIAS KRADOLFER, Nachträgliche Rechtsänderungen und Verfügungsanpassungen im Sozialversicherungsrecht, SZS 2011 S. 365 f.). Die Rechtskraft einer derartigen Dauerverfügung erstreckt sich einzig auf einmal bejahte Anspruchsvoraussetzungen und Faktoren der Leistungsbemessung, soweit sie im Entscheidzeitpunkt abgeschlossene Sachverhalte betreffen (BGE 136 V 369 E. 3.1.1 S. 373). Sie steht daher der Anpassung an spätere (insbesondere gesundheitliche) Veränderungen (Art. 17 ATSG) nicht entgegen (was die Beschwerdeführerin in einer teilweise widersprüchlichen Argumentation letztlich ebenfalls anerkennt); ebenso bleiben die prozessuale Revision und die Wiedererwägung (Art. 53 Abs. 1 und Art. 61 lit. i sowie Art. 53 Abs. 2 ATSG) vorbehalten (BGE 136 V 369 E. 3.1.1 S. 373 f. mit Hinweisen). Etwas anderes lässt sich auch nicht aus dem von der Beschwerdeführerin genannten Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte Brumarescu gegen Rumänien vom 28. Oktober 1999 ableiten. Denn dort ging es nicht um eine Dauerverfügung, sondern um die Rückabwicklung einer einmaligen Leistung, nämlich um die Aufhebung einer rechtskräftigen und bereits umgesetzten Gerichtsentscheidung betreffend die Rückgabe eines durch den Staat unrechtmässig enteigneten Grundstücks nach Antrag des rumänischen Generalprokurators (der gemäss rumänischem Recht befugt war, jederzeit die Aufhebung eines rechtskräftig ergangenen Urteils zu verlangen [§ 32 f. des Urteils]).