Citation: 6B_1376/2022 E. 1.2

1.2. Die Vorinstanz erwägt, nachdem der Beschwerdegegner bis anhin zwei relativ kurze Aufenthalte in Untersuchungshaft zu gewärtigen gehabt habe, sehe er sich vorliegend nun erstmals mit einem empfindlichen Freiheitsentzug konfrontiert, welcher ihm das Unrecht seiner Handlungen klar vor Augen führen und ihn entsprechend nachhaltig beeindrucken dürfte. Unter diesen Umständen sei zu erwarten, dass sich der Vollzug der neuen Sanktion als genügend eindrücklich erweise, um den Beschwerdegegner inskünftig definitiv von weiteren Delikten abzuhalten, zumal er nunmehr eine Familie habe, für die er verantwortlich sei. Die gute Entwicklung der beruflichen und familiären Verhältnisse des Beschwerdegegners habe sich auch anlässlich der Berufungsverhandlung bestätigt, in welcher sich der Eindruck einer nachhaltigen Stabilisierung seiner Lebensumstände ergeben habe. Aufgrund dieser Ausgangslage könne mit guten Gründen auf den Vollzug der Vorstrafe verzichtet werden, zumal dem Beschwerdegegner unter diesen Umständen die ursprünglich angesetzte Probezeit ab Urteilsdatum zu verlängern sei, sodass er sich auch unter diesem Aspekt zu bewähren habe, ansonsten ein weiterer empfindlicher Freiheitsentzug drohe (Urteil S. 27).