Citation: 9C_641/2024 E. 4.2

4.2. Die Beschwerdeführerin macht in materieller Hinsicht insbesondere geltend, nach der allgemeinen Lebenserfahrung sei davon auszugehen, dass sie ohne Gesundheitsschaden im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns zu 80 bis 100 % in ihrem ursprünglichen Beruf als Verkäuferin tätig gewesen wäre. Sie sei auch nach der Geburt ihres dritten Kindes (2000) bis im Februar 2003 erwerbstätig gewesen und habe nicht aus freien Stücken, sondern allein aus gesundheitlichen Gründen von März 2003 bis 2016 auf eine Erwerbstätigkeit verzichtet. Das kantonale Gericht habe willkürlich die Möglichkeit der Arbeitsfähigkeit als wahrscheinlicher erachtet als jene der (teilweisen) Arbeitsunfähigkeit. Im asim-Gutachten sei namentlich (im Zusammenhang mit einem in der Kindheit erlittenen Missbrauch) eine Traumafolgestörung erkannt worden; die darin enthaltenen Ausführungen liessen den Nichteintretensentscheid aus dem Jahr 2010 (und das entsprechende Urteil 9C_549/2011 vom 12. September 2011) in ganz anderem Licht resp. als falsch erscheinen. Die behandelnde Psychiaterin habe denn auch durchgehend seit 2001 eine Arbeitsfähigkeit für den ersten Arbeitsmarkt verneint. Das kantonale Gericht hätte hinsichtlich des Erwerbsstatus nicht auf das Gutachten des psychiatrischen Instituts C.________ vom 5. Oktober 2006, das Grundlage der Verfügung vom 23. Februar 2007 (und des entsprechenden Urteils 9C_146/2008 vom 9. Juli 2008) gewesen war und dem nach dem asim-Gutachten keine Beweiskraft mehr zukomme, abstellen dürfen. Der früher festgestellte Sachverhalt (uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit in angepassten Tätigkeiten) erweise sich nachträglich, nachdem der Missbrauch als Ursache der gesundheitlichen Beeinträchtigung erst in der "aktuellen" Rentenabklärung aktenkundig geworden sei, als zweifellos unrichtig. Demzufolge sei auch die Haushaltsabklärung resp. der Abklärungsbericht offensichtlich unrichtig, weshalb darauf nicht abgestellt werden könne.