Citation: I 92/00 23.07.2001 E. 2

2.- a) Die kantonale Rekurskommission hat die gesetzliche Ordnung über den Beginn des Rentenanspruchs (Art. 29 IVG) zutreffend dargelegt. Richtig sind auch die Erwägungen über die Beweiswürdigung ärztlicher Berichte (BGE 125 V 352 ff. Erw. 3 mit Hinweisen). Darauf kann verwiesen werden. b) Zu ergänzen ist, dass der Versicherte nach der Rechtsprechung zu Art. 46 IVG mit der Anmeldung bei der zuständigen IV-Stelle grundsätzlich alle seine zu diesem Zeitpunkt gegenüber der Invalidenversicherung bestehenden Leistungsansprüche wahrt, auch wenn er diese im Anmeldeformular nicht im Einzelnen angibt. Dieser Grundsatz findet nicht Anwendung auf Leistungen, die in keinem Zusammenhang mit dem sich aus den Angaben des Versicherten ausdrücklich oder sinngemäss ergebenden Begehren stehen und für die auch keinerlei aktenmässige Anhaltspunkte die Annahme erlauben, sie könnten ebenfalls in Betracht fallen. Denn die Abklärungspflicht der Verwaltung erstreckt sich nicht auf alle überhaupt möglichen Leistungsansprüche, sondern nur auf die vernünftigerweise mit dem vorgetragenen Sachverhalt und allfälligen bisherigen oder neuen Akten im Zusammenhang stehenden Leistungen. Macht der Versicherte später geltend, er habe abgesehen von der verfügungsmässig zugesprochenen bzw. verweigerten Leistung noch Anspruch auf eine andere Versicherungsleistung und er habe sich hiefür rechtsgültig angemeldet, so ist nach den gesamten Umständen des Einzelfalles im Lichte des Grundsatzes von Treu und Glauben zu prüfen, ob jene frühere ungenaue Anmeldung auch den zweiten, allenfalls später substanziierten Anspruch umfasst (AHI-Praxis 1997 S. 190 Erw. 2a mit Hinweisen; siehe auch BGE 121 V 196 f. Erw. 2).