Citation: 8C_54/2022 E. 5

5. Dr. med. C.________ hatte im Rahmen des psychiatrischen Gutachtens vom 19. August 2020 keine Kenntnis von den davor ergangenen Berichten der Dres. med. I.________ vom 3. und 11. Juli 2019 sowie N.________ vom 24. Juli 2019 betreffend die beim Beschwerdeführer vorliegende Problematik der Lumboischialgie "mit ausstrahlenden Beschwerden in UE rechts" und der Sensibilitätsstörung in beiden Händen, unklar ab Ellbogen nach distal beidseits. Er erwähnte diese somatischen Diagnosen gar nicht, sondern vermerkte, für den Beschwerdeführer seien von med. pract. L.________ ab Juni bis August 2019 und von Dr. med. I.________ ab August 2019 Arbeitsunfähigkeitszeugnisse ausgestellt worden. Folglich kann nicht von einer rechtsgenüglichen Beurteilung des Dr. med. C.________ im Hinblick auf den Komplex Gesundheitsschaden (psychische/somatische Komorbidität; Behandlungs- und Eingliederungserfolg bzw. -resistenz; vgl. BGE 141 V 281 E. 4.3.1) ausgegangen werden. Zudem ist seine Beurteilung der Arbeitsfähigkeit widersprüchlich. Während er nämlich an einer Stelle festhielt, spätestens ab Juli 2020 bestehe gestützt auf die Einschätzung des psychiatrischen Vertrauensarztes der AXA Dr. med. D.________ keine Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers mehr, gab er an anderer Stelle an, gegenwärtig - mithin im August 2020 - sei dieser aus psychiatrischer Sicht in jedweder Tätigkeit zu mindestens 80 % arbeitsfähig. In diesem Lichte bestehen zumindest geringe Zweifel am Gutachten des Dr. med. C.________ vom 19. August 2020. Dass der RAD-Chirurg Dr. med. E.________ dieses psychiatrische Gutachten als kohärent ansah (hierzu siehe Urteile 9C_582/2020 vom 8. September 2021 E. 3.3 und 9C_149/2008 vom 27. Oktober 2008 E. 3.2), vermag an diesem Ergebnis entgegen der vorinstanzlichen Auffassung nichts zu ändern. Hiervon abgesehen hat der RAD - wie der Beschwerdeführer zu Recht einwendet - in psychischer Hinsicht nur zum Gutachten des Dr. med. C.________ vom 19. August 2020, nicht aber zum Bericht des med. pract F.________ und des Dr. phil. G.________ vom 30. Dezember 2020 Stellung genommen (vgl. E. 3.1.2 hiervor). Dies hätte sich jedoch unter den gegebenen Umständen aufgedrängt, da in diesem Bericht festgestellt wurde, eine mindestens 50%ige Arbeitsfähigkeit werde erst ca. im Juni 2021 wiederhergestellt sein, und für die Beurteilung der Sachverhalt bis zum Zeitpunkt des Verfügungserlasses am 31. Mai 2021 massgebend ist (BGE 144 V 224 E. 6.1.1).