Citation: U 131/00 26.11.2001 E. 2

2.- a) Wie die Vorinstanz in sorgfältiger Würdigung der medizinischen Akten zu Recht festgestellt hat, ist der natürliche Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom 9. August 1997 und den anhaltenden Beschwerden der Versicherten zu bejahen, zumal es rechtsprechungsgemäss genügt, wenn das Unfallereignis eine Teilursache für die Beschwerden darstellt (BGE 121 V 329 Erw. 2a). b) Beizupflichten ist dem kantonalen Gericht auch darin, dass gemäss den medizinischen Berichten das in den ersten Monaten nach dem Unfall durch das Schleudertrauma geprägte Beschwerdebild von Beginn an psychogen überlagert und alsdann eindeutig dominiert wurde. Angesichts der im Vordergrund stehenden ausgeprägten psychischen Problematik hat die Vorinstanz für die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhanges zwischen dem unbestrittenermassen dem mittleren Bereich zuzuordnenden Unfall und den fortbestehenden Beschwerden somit zu Recht auf die in BGE 115 V 140 Erw. 6c/aa festgelegten Grundsätze abgestellt. Soweit die Beschwerdeführerin die Auffassung vertritt, bei Schleudertraumen der HWS fänden durchwegs - d.h. auch in den Fällen, in welchen eine ausgeprägte psychische Problematik die zum typischen Beschwerdebild eines Schleudertraumas der HWS gehörenden Beeinträchtigungen in den Hintergrund treten lässt - die Kriterien gemäss BGE 117 V 367 Anwendung, widerspricht dies ständiger Rechtsprechung, wie sie in Erw. 1 dargelegt worden ist. Ist der Unfall, was unbestritten ist, dem mittleren Bereich zuzuordnen, müssen für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs mehrere der im angefochtenen Entscheid korrekt wiedergegebenen Kriterien gemäss BGE 115 V 140 Erw. 6c/aa erfüllt sein, es sei denn, ein einziges Kriterium liege in besonders ausgeprägter Weise vor. Der Unfall ereignete sich weder unter dramatischen Begleitumständen noch war er besonders eindrücklich. Es verhält sich dabei ähnlich wie in dem in der Rechtsprechungsbeilage zum SUVA-Jahresbericht 1991 Nr. 1 S. 1 publizierten, dieses Kriterium ebenfalls nicht erfüllenden Fall, wo der Lastwagen, in welchem der Versicherte auf dem Beifahrersitz einen Lernfahrer begleitete, von der Strasse abkam, seitlich eine Böschung hinunterfuhr und nach anderthalbmaligem Überschlagen auf dem Dach liegen blieb. Schwere oder besondere Verletzungen müssen verneint werden in Anbetracht dessen, dass nicht eine Häufung verschiedener, für das Schleudertrauma der HWS typischer Beschwerden mit schwerwiegenden Auswirkungen vorlag (vgl. BGE 117 V 369). Nicht erfüllt ist auch das Kriterium der ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung. Denn die Behandlung erschöpfte sich im Wesentlichen in der Ruhigstellung der Halswirbelsäule, Physiotherapie und der Abgabe von Medikamenten. Bereits im Oktober 1997 konnte der Kreisarzt Dr. med. C.________ rein somatisch "keinen groben Befund" mehr feststellen (Bericht vom 20. Oktober 1997), welche Einschätzung die Ärzte der Klinik Z.________, wo die Versicherte in der Zeit vom 25. November bis 23. Dezember 1997 stationär behandelt wurde, teilten (Austrittsbericht vom 8. Januar 1998). Zu verneinen ist sodann auch das Vorliegen körperlicher Dauerschmerzen. Soweit noch körperliche Beschwerden bestanden, waren sie in hohem Masse psychisch überlagert (vgl. die Berichte von X.________ vom 26. Mai 1998 und der Klinik A.________ vom 30. April 1999), was bei der Adäquanzbeurteilung unberücksichtigt zu bleiben hat. Ebenso verhält es sich mit dem Kriterium von Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit. Eine volle unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit bestand lediglich während der ersten Monate, während die Ärzte in der Folgezeit übereinstimmend von einer überwiegend psychisch bedingten Arbeitsunfähigkeit ausgingen. Von einer ärztlichen Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert hat, oder einem schwierigen Heilungsverlauf und erheblichen Komplikationen kann nicht die Rede sein. Dass die Anordnung des am 21. April 1998 unternommenen und nach einer halben Stunde gescheiterten Arbeitsversuches sich auf den Heilungsverlauf nicht gerade günstig auswirkte (vgl. Bericht der Schulthess Klinik vom 30. April 1999), vermag zu keinem andern Ergebnis zu führen. Weitere Beweisvorkehren erübrigen sich, da von der in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde beantragten Einholung eines interdisziplinären Gutachtens angesichts der Tatsache, dass der Sachverhalt umfassend abgeklärt wurde und die ärztlichen Einschätzungen übereinstimmen, keine neuen Erkenntnisse zu erwarten sind (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 124 V 94 Erw. 4b, 122 V 162 Erw. 1d mit Hinweis; SVR 2001 IV Nr. 10 S. 28 Erw. 4b). Da somit keines der nach der Rechtsprechung für die Adäquanzbeurteilung massgebenden Kriterien als erfüllt gelten kann, besteht kein Anspruch auf weitere Leistungen des Unfallversicherers.