Citation: 6B_774/2017 E. 3

Die Vorinstanz gibt im angefochtenen Urteil die Aussagen des Beschwerdeführers in den verschiedenen Verfahrensstadien wieder. In der polizeilichen Einvernahme vom 27. Februar 2016 sagte der Beschwerdeführer aus, er sei sich nicht bewusst gewesen, so schnell gefahren zu sein; er habe gedacht, 80 km/h seien erlaubt. In der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 28. April 2016 sagte der Beschwerdeführer auf die Frage, weshalb er so schnell, d.h. mit 81 km/h, gefahren sei, aus, er sei im Moment schnell in Gedanken irgendwo anders gewesen; er habe wohl im Moment etwas studiert; er sei sich einfach einen Moment lang nicht bewusst gewesen, dass er so schnell gefahren sei. In der Einvernahme an der erstinstanzlichen Hauptverhandlung vom 21. Oktober 2016 erwähnte der Beschwerdeführer auf die Frage, wieso er zu schnell gefahren sei, erstmals die schwere Krebserkrankung eines Bekannten, von der er an jenem Tag erfahren habe. Mitten drin beim Autofahren habe er an den Bekannten gedacht und sei er zwei bis drei Minuten in Gedanken an ihn gehangen. Auf den Vorhalt, dass er davon in der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme nichts erwähnt habe, antwortete der Beschwerdeführer, er sei nicht danach gefragt worden. Zur Aussage des Beschwerdeführers in der polizeilichen Einvernahme hält die Vorinstanz fest, diese sei in sich, aber auch im Vergleich zu den späteren Aussagen widersprüchlich. Sie zeige aber, dass sich der Beschwerdeführer offenbar sehr wohl bewusst gewesen sei, dass er massiv schneller als 50 km/h gefahren sei, da er im Zeitpunkt der Anhaltung selbst von einer zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h ausgegangen sei. Zur Aussage des Beschwerdeführers betreffend die schwere Erkrankung eines Bekannten hält die Vorinstanz fest, der Beschwerdeführer habe solches weder gegenüber der Polizei noch gegenüber der Staatsanwaltschaft vorgetragen. Dies erstaune insbesondere in Anbetracht der Aktualität der Nachricht. Die Aussagen des Beschwerdeführers erschienen nachgeschoben und als Schutzbehauptungen. Dies sei jedoch aus nachfolgenden Gründen nicht entscheidend. Der Beschwerdeführer habe die zulässige Innerortsgeschwindigkeit nicht lediglich um ein paar km/h, sondern um 31 km/h überschritten. Von einem praxiserfahrenen und geübten Autolenker könne ohne weiteres erwartet werden, dass er gefahrene 81 km/h von erlaubten 50 km/h unterscheiden könne und dies auch tue. Dies unabhängig davon, an was er dabei gedacht haben wolle. Eine bloss versehentliche Überschreitung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit im hier zu beurteilenden Ausmass sei auch unter der Annahme, der Beschwerdeführer sei durch Gedanken an seinen schwer erkrankten Kollegen abgelenkt worden, undenkbar. Von einem Fahrzeuglenker dürfe erwartet werden, dass er auch bei emotionaler Belastung die für die Verkehrssicherheit wichtigen Geschwindigkeitsbeschränkungen wahrnehme und befolge. Wäre er dazu nicht mehr in der Lage, müsste er im Zweifel auf das Führen eines Motorfahrzeugs verzichten. Dass der Beschwerdeführer dies nicht getan habe und nicht einmal auf einer ihm bestens bekannten Strecke die dort geltenden Geschwindigkeitsvorschriften eingehalten habe, könne ihm nur als Rücksichtslosigkeit angelastet werden. Besondere Umstände, welche das Verhalten des Beschwerdeführers subjektiv in einem milderen Licht erscheinen liessen, seien nicht ersichtlich. Demnach sei auch der subjektive Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG erfüllt. Damit erübrigten sich Ausführungen zur angeblichen Verletzung des Anklagegrundsatzes.