Citation: 5P.9/2005 22.02.2005 E. 4

Die Beschwerdeführerin rügt die Sistierung des Verfahrens um Rückübertragung der elterlichen Obhut auf die Kindsmutter und damit verbunden um Aufhebung der Beistandschaft als willkürlich. Das Obergericht führte dazu aus, das Einlegen eines Rechtsmittels setze eine Beschwer mit einem sich daraus ergebenden Rechtsschutzinteresse an der Abänderung des angefochtenen Entscheids voraus. Inwiefern die Beschwerdeführerin durch die im Beschluss der Vormundschaftsbehörde Y.________ vom 8. September 2003 zu Lasten der Kindsmutter angeordnete Sistierung des Verfahrens auf Aufhebung der Kindesschutzmassnahme des Obhutsentzugs mit Beistandschaft beschwert sein könnte, sei nicht ersichtlich. Auf ihre Beschwerde sei daher insoweit nicht einzutreten. Unter welchen Voraussetzungen ein Verfahren sistiert werden kann und unter welchen Voraussetzungen gegen die Sistierungsverfügung ein kantonales Rechtsmittel eingelegt werden kann, richtet sich vorab nach kantonalem Recht. Die Beschwerdeführerin legt nicht dar, welche kantonale Bestimmung durch den Nichteintretensentscheid in willkürlicher Weise verletzt sein könnte, so dass sie ihrer Begründungspflicht gemäss Art. 90 Abs. 1 lit. b OG nicht hinreichend nachkommt. Auf die Rüge kann nicht eingetreten werden. Mit dem blossen Hinweis, es stehe den vormundschaftlichen Behörden jederzeit frei, die Sistierung aufzuheben, das Hauptverfahren fortzusetzen und anstelle des Besuchsrechts die Obhut der Kindsmutter wieder herzustellen, vermag sie kein Rechtsschutzinteresse an der sofortigen Behandlung des Gesuchs und insbesondere keine Verletzung eines verfassungsmässigen Rechts darzutun, denn auch bei der sofortigen Behandlung des Gesuchs würde das Hauptverfahren fortgesetzt und die Beschwerdeführerin müsste damit rechnen, dass die kantonalen Behörden anstelle des Besuchsrechts die Obhut der Kindsmutter wieder herstellen könnten. In beiden Fällen könnte sie die Rückübertragung der Obhut anfechten.