Citation: 1P.467/2003 27.11.2003 E. 6.4

6.4.1 Die Schilderungen des Beschwerdeführers über die sexuellen Angebote seiner Ehefrau hält das Obergericht für allzu ausgeschmückt und übertrieben. Es sei nicht anzunehmen, dass die Geschädigte, obwohl das gemeinsame Nachtessen nicht harmonisch verlaufen war und sich die Eheleute ständig gestritten hatten, plötzlich Sex vom Beschwerdeführer gewollt habe, ihn angemacht und provoziert habe. Es falle auf, dass der Beschwerdeführer bestrebt sei, die Geschädigte als ordinär und sexgierig darzustellen. Um diesen Eindruck zu bestätigen, stellt das Obergericht insbesondere auf einen Vorfall im Mai oder Juni 2001 ab. Nach den Ausführungen des Beschwerdeführers sei die Geschädigte erst am Morgen angetrunken und dreckig nach Hause gekommen und habe vor ihm und dem ältesten Sohn demonstriert, wie sie es mit ihrem Liebhaber "von hinten getrieben habe". Der Junge habe dann gefragt, was ficken heisse. Den Beschwerdeführer habe die Geschädigte eine alte impotente Sau genannt. Diese Geschichte hat der Beschwerdeführer nach Meinung des Obergerichtes widersprüchlich erzählt; sie könne offensichtlich nicht zutreffen. Am 8. November 2001 habe er noch geschildert, an einem Morgen sei seine Frau um 7.30 Uhr heimgekommen und habe gesagt, sie sei in einen anderen verliebt, den sie nicht mehr aus dem Kopf kriege. Von einer Demonstration der damals getätigten sexuellen Aktivitäten sei zu diesem Zeitpunkt noch nicht die Rede gewesen. Nach seiner eigenen Darstellung habe ihm die Geschädigte erst anlässlich des Nachtessens vom 7. Juli 2001 gestanden, dass D.________ ihr Liebhaber sei. Tags darauf habe er diesen besucht, welcher das Verhältnis bestätigt habe. Auch in dieser Aussage erkennt das Obergericht einen Widerspruch. Vor dem Bezirksgericht habe der Beschwerdeführer erklärt, den letzten Sex habe er mit seiner Frau an einem Dienstag anfangs oder Mitte Juni gehabt; er wisse das, weil sie damals um 3.00 Uhr nach Hause gekommen sei. Sie habe ihm damals gesagt, dass sie von D.________ komme - später während der gleichen Befragung habe er wiederum behauptet, er habe bis zum 8. Juli 2001 nicht recht gewusst, dass der Liebhaber D.________ sei. Am 8. November 2001 habe der Beschwerdeführer hingegen ausgesagt, seine Frau sei am letzten Dienstag im Juni um 3.00 Uhr nach Hause gekommen, er wisse aber nicht, woher und sie habe nicht mit ihm schlafen wollen. Auch der Behauptung des Beschwerdeführers, beim Zügeln, kurz vor der Abfahrt, habe die Geschädigte noch zu ihm gesagt, sie wolle nochmals mit ihm schlafen, schenkt das Obergericht keinen Glauben, sondern erachtet sie als absurd und völlig unglaubwürdig. 6.4.2 Was der Beschwerdeführer dagegen hält, um die obergerichtliche Wertung der Umstände als willkürlich darzustellen, überzeugt nicht. Wohl ist nachvollziehbar, dass im Nachhinein eine gewisse Unsicherheit über bestimmte Daten bestehen mag. Nachdem der Beschwerdeführer jedoch bei seinen Schilderungen in wichtigen Details abweicht, durfte das Obergericht diese als übertrieben bewerten. Auf eine Einvernahme der beiden vom Beschwerdeführer im obergerichtlichen Verfahren erstmals benannten Zeugen durfte das Obergericht, wie gesehen (E. 3.3 hiervor), in antizipierter Beweiswürdigung verzichten.