Citation: 8C_226/2021 E. 3.3.3

3.3.3. 3.3.3.1. Das Kompetenzniveau 1 der LSE 2014 umfasst einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art. Im Kompetenzniveau 2 werden praktische Tätigkeiten wie Verkauf/ Pflege/ Datenverarbeitung und Administration/ Bedienen von Maschinen und elektronischen Geräten/ Sicherheitsdienst sowie Fahrdienst genannt. Wenn die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität nicht auf einen angestammten Beruf zurückgreifen kann, rechtfertigt sich die Anwendung von Kompetenzniveau 2 (beziehungsweise bis zur Publikation der LSE 2010: Anforderungsniveau 3; vgl. Urteil 8C_534/2019 vom 18. Dezember 2019 mit Hinweis) nach der bundesgerichtlichen Praxis nur dann, wenn sie über besondere Fertigkeiten und Kenntnisse verfügt (Urteil 8C_5/2020 vom 22. April 2020 E. 5.3.2). Bejaht wurde dies etwa im Fall des ehemaligen Spitzensportlers, der eine Maturaprüfung vorweisen konnte und zum Zeitpunkt des Unfalls erst 30-jährig gewesen war (Urteil I 779/03 vom 22. Juni 2004 E. 4.3.4), beim Versicherten, der bereits verschiedene Berufe (Lastwagen- und Buschauffeur, Inserate-Akquisiteur, selbständiger Herausgeber einer Zeitschrift) ausgeübt hatte (Urteil I 822/04 vom 21. April 2005 E. 5.2), beim früheren Spengler-/Sanitärinstallateur mit überdurchschnittlichen handwerklichen Fähigkeiten (Urteil 8C_192/2013 vom 16. August 2013 E. 7.3.2) und beim gelernten Zimmermann, welcher Ausbildungen zum Vorarbeiter und Projektleiter absolvierte, in diesen Funktionen auch tätig war und schliesslich sein eigenes Unternehmen im Bereich des Baugewerbes gründete und führte (Urteil 8C_5/2020 vom 22. April 2020 E. 5.3.2). Ansonsten zog das Bundesgericht den Zentralwert des Kompetenzniveaus 1 (bis LSE 2010 Anforderungsniveau 4) heran. So namentlich im Fall eines Heizungsmonteurs, der zwischenzeitlich zwar als Aussendienstmitarbeiter bei einer Versicherung tätig war, aber über keine kaufmännische Ausbildung verfügte (SVR 2010 IV Nr. 52 S. 160, 9C_125/2009 E. 4.3 und 4.4) oder bei einem 45-jährigen, seit annähernd 20 Jahren bei der gleichen Arbeitgeberin Angestellten, der dort zuletzt eine leitende Stellung bekleidet hatte, jedoch nur in diesem Beruf als Sicherheitschef, den er behinderungsbedingt nicht mehr ausüben konnte, über die entsprechenden Fachkenntnisse verfügte (Urteil 8C_386/2013 vom 15. Oktober 2013 E. 6.2 und 6.3; vgl. zum Ganzen Urteil 8C_131/2021 vom 2. August 2021 E. 7.4.1). 3.3.3.2. Die Beschwerdegegnerin macht zu Recht mit Hinweis auf das vorinstanzliche Urteil geltend, die Beschwerdeführerin lege nicht dar und es sei auch nicht einzusehen, inwieweit sie die als Pflegefachfrau während Jahren erworbenen Fertigkeiten und Kenntnisse auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt gewinnbringend zu verwerten vermöge. Sodann ist der Beschwerdegegnerin auch darin beizupflichten, dass sie über keine kaufmännische Ausbildung und in diesem Bereich auch über keine einschlägigen Erfahrungen verfügt. Auch unter diesem Gesichtswinkel betrachtet kann nicht auf das Kompetenzniveau 2 abgestellt werden. Dasselbe gilt für den Handel und Vertrieb von medizinischen Hilfsmitteln, womit die Beschwerdegegnerin offenbar kein Einkommen zu erzielen vermochte, das ihre Lebenshaltungskosten deckte. Sodann deuten die von der Beschwerdeführerin aufgezählten vielfältigen weiteren Nebentätigkeiten zwar auf eine gewisse Flexibilität der Beschwerdegegnerin hin. Sie vermögen jedoch keine besonderen Fertigkeiten und Kenntnisse im Sinne der zitierten Rechtsprechung zu begründen, welche die Anwendung des Kompetenzniveaus 2 rechtfertigten. Was die von der Beschwerdeführerin geltend gemachte Führungserfahrung anbelangt, ist darauf hinzuweisen, dass die Beschwerdegegnerin im Jahre 1990 während lediglich 9 Monaten stellvertretende Stationsleiterin gewesen war. Im Übrigen wird auf die zutreffenden Erwägungen des kantonalen Gerichts verwiesen, namentlich auch hinsichtlich der von der Beschwerdeführerin aufgeworfenen Frage, ob zur Bestimmung des Invalideneinkommens auf die standardisierten Bruttolöhne im Total oder aber auf diejenigen in den Positionen 86 - 88 (Gesundheits- und Sozialwesen) der LSE 2014 abzustellen sei. Die Beschwerde ist abzuweisen.