Citation: 6B_988/2023 E. 1.8.4

1.8.4. Die Vorinstanz verneint das Vorliegen einer akuten Gefährdungssituation im Sinne der Rechtsprechung, die einer Landesverweisung entgegenstehen würde. Dabei stützt sie sich im Wesentlichen auf drei Elemente: die späte Geltendmachung eines Vollzugshindernisses (erst im Berufungsverfahren), die unglaubhaften Aussagen des Beschwerdeführers und die zweifelhafte Authentizität des von ihm eingereichten Reports. Inwieweit die Vorinstanz dabei in der Sachverhaltsfeststellung in Willkür verfallen sein soll, legt der Beschwerdeführer weder substanziiert dar noch ist dies ersichtlich. Gemäss Angaben der Vorinstanz erwähnt der Beschwerdeführer eine Gefährdungssituation erstmals im Leumundsbericht. Im Alter von 14 Jahren sei er bei seiner zweiten und letzten Einreise nach Sri Lanka von den Tamil Tigers aufgegriffen worden und es sei mit ihm eine Art Aushebung gemacht worden. Es sei möglich, dass seither über ihn ein "First Information Report" vorliege. In Abweichung dazu behauptet der Beschwerdeführer in der erstinstanzlichen Hauptverhandlung, er sei mit 18 Jahren das zweite und letzte Mal in Sri Lanka gewesen, wobei er die Aushebung unerwähnt lässt. Bereits gestützt darauf durfte die Vorinstanz - ohne in Willkür zu verfallen - die Glaubhaftigkeit der Aussagen des Beschwerdeführers verneinen. Mit der Vorinstanz wäre davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer eine allfällige Gefährdungssituation bereits früher im Verfahren erwähnt hätte, zumal er gemäss den verbindlichen Feststellungen bereits anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung auf eine drohende Landesverweisung angesprochen wurde. Mit den nachvollziehbaren Ausführungen der Vorinstanz setzt sich der Beschwerdeführer im Übrigen nicht rechtsgenüglich begründet auseinander (Art. 42 Abs. 2 BGG). Ebenso wenig ist zu beanstanden, wenn die Vorinstanz die Ausführungen des Beschwerdeführers mitunter angesichts diverser Widersprüche als nicht glaubhaft einstuft. Auch darauf geht der Beschwerdeführer nicht näher ein und vermag auch keine Willkür in der Sachverhaltsfeststellung darzutun. Schliesslich begründet die Vorinstanz auch schlüssig, weshalb der Beschwerdeführer aus dem von ihm eingereichten "First Information Report" nichts für sich ableiten kann. Gemäss den Feststellungen der Vorinstanz enthält der Report widersprüchliche Daten und stammt zudem - soweit überhaupt von dessen Authentizität auszugehen wäre - aus dem Jahr 2010. Der Beschwerdeführer und sein Vater haben den Report übersetzt. Überzeugend erwägt die Vorinstanz, ein solcher Report sei nicht geeignet, eine heute bestehende Gefährdung des Beschwerdeführers bei einer Einreise nach Sri Lanka zu beweisen. Das Dokument sage ferner nichts über eine Verfolgung des Beschwerdeführers in Sri Lanka aus. Die Ausführungen der Vorinstanz sind auch insoweit nicht zu beanstanden, als sie davon ausgeht, der Beschwerdeführer stütze sich weitgehend auf Mutmassungen und mache in Bezug auf die angebliche Gefährdung unglaubhafte Aussagen. Was der Beschwerdeführer dagegen vorbringt, verfängt nicht. Entgegen seiner Auffassung verfällt die Vorinstanz keineswegs in Willkür, wenn sie angesichts der mit Blick auf den eingereichten Report vorhandenen Widersprüche dessen Echtheit anzweifelt und weder Experten beizieht noch ein Gutachten in Auftrag gibt. Mit den von der Vorinstanz zur (angezweifelten) Authentizität vorgebrachten Argumenten setzt sich der Beschwerdeführer nicht substanziiert auseinander, sondern legt grösstenteils lediglich seine eigene Sicht der Dinge dar. So macht er beispielsweise geltend, der "First Information Report" belege, dass er Verbindungen zu den Tamil Tigers aufweise, weshalb er bei einer allfälligen Ausschaffung nach Sri Lanka ernsten Gefahren für Leib und Leben ausgesetzt wäre. Damit genügt er den Begründungsanforderungen nicht (Art. 42 Abs. 2, Art. 106 Abs. 2 BGG). Ebenso wenig vermag er begründet darzutun, inwieweit die Vorinstanz den der Landesverweisung zugrunde liegenden Sachverhalt offensichtlich falsch und damit willkürlich erstellt habe.