Citation: 9C_272/2024 E. 6.3.2

6.3.2. Es leuchtet nicht ein, weshalb die Mandatsakquisition resp. die individuelle Generierung von (akquiriertem und mandatsbezogen erreichtem) Umsatz durch die mitarbeitenden Aktionäre nicht zu deren Arbeitstätigkeit gezählt werden dürfte. Die Umsatzgenerierung wird denn auch regelmässig auch von (Kader-) Mitarbeitenden, die nicht an ihrer Arbeitgeberin beteiligt sind, erwartet und kann sich in (teilweise) umsatzabhängiger Entlöhnung niederschlagen. Art. 7 lit. c AHVV schreibt denn auch ausdrücklich vor, dass insbesondere Gratifikationen, Treue- und Leistungsprämien ("les gratifications, les primes de fidélité et au rendement"; "le gratificazioni e i premi di fedeltà e di produzione") zum massgebenden Lohn gehören. Bei der Anwaltstätigkeit und im "Spezialfall der Anwalts-AG" verhält es sich nicht anders. Die vorinstanzliche Annahme, dass die "Asymmetrie" in den Dividendenausschüttungen allein auf die individuell unterschiedlichen Arbeitsleistungen der einzelnen Aktionäre (und nicht auf deren Beteiligungsrechte) zurückzuführen sei, ist nicht offensichtlich unrichtig. Sie beruht auch nicht auf einer Rechtsverletzung, weshalb sie für das Bundesgericht verbindlich bleibt (vgl. vorangehende E. 3). Demnach hat das kantonale Gericht kein Recht verletzt, indem es bei den konkreten Gegebenheiten die fraglichen Zuwendungen im Umfang der Asymmetrie - entsprechend deren Wesen und Funktion als Abgeltung von erfolgreicher (d.h. umsatzwirksamer) individueller Arbeitsleistung - von vornherein als Einkommen aus Erwerbstätigkeit resp. als Lohn qualifiziert hat. Bei dieser beitragsrechtlichen Zuordnung bleibt es auch, wenn die Ausrichtung "asymmetrischer Dividenden" - trotz der in Art. 660 Abs. 1 OR vorgesehenen anteilsmässigen Gewinnverteilung - aus gesellschaftsrechtlicher Sicht zulässig sein oder von Steuerbehörden akzeptiert werden sollte (was hier beides nicht zu prüfen ist). Ob eine (in concreto ohnehin fehlende) statutarische Grundlage für die Ausrichtung "asymmetrischer Dividenden" bei im Übrigen unveränderten Gegebenheiten einer beitragsrechtlichen Qualifizierung der fraglichen Zuwendungen als Lohn entgegenstände, ist zweifelhaft, kann aber letztlich ebenfalls offenbleiben. Sodann ist der Umstand, dass die Vorinstanz das Vorgehen der Beschwerdeführerin (Deklaration der asymmetrischen Zuwendungen als Dividende resp. Kapitalertrag statt als Lohn) als "Beitragsumgehung" bezeichnet hat, nicht von entscheidender Bedeutung.