Citation: 1A.239/2003 30.04.2007 E. 7

Es trifft nach dem Gesagten nicht zu, dass sich die Änderung des Schiessplatzes Allschwilerweiher auf eine Lärmsanierung bzw. auf bauliche Vorkehren zur Eindämmung des Lärms beschränken würde und daher nicht UVP-pflichtig sei. Mit dem Umbau verbunden ist vielmehr die Umnutzung eines beträchtlichen Teils der bisherigen Anlagen, die unbestrittenermassen eine umfassende Altlasten-Sanierung bedingt. Die Pflicht zur Altlasten-Sanierung beschränkt sich jedoch nicht nur auf den umzunutzenden Teil, sondern betrifft - was ebenfalls als unbestritten gelten darf - auch den Teil der Anlagen, der nach der Umgestaltung und nach Vornahme der Lärmschutzmassnahmen weiterhin dem Schiessbetrieb dienen soll. Art. 3 lit. b der Verordnung über die Sanierung von belasteten Standorten vom 26. August 1998 (Altlasten-Verordnung, AltlV; SR 814.680) lässt aber eine Veränderung von belasteten, sanierungsbedürftigen Standorten durch die Erstellung oder Änderung von Bauten und Anlagen nur zu, wenn ihre spätere Sanierung durch das Vorhaben nicht wesentlich erschwert wird oder sie, soweit sie durch das Vorhaben verändert werden, gleichzeitig saniert werden. Ob die Umgestaltung der weiter zu betreibenden Schiessanlage die auf später verschobene endgültige Altlasten-Sanierung nicht wesentlich erschwere, hätte im Umweltverträglichkeitsprüfungsverfahren abgeklärt werden können und müssen. Der Verzicht auf eine solche Prüfung und die weitgehende Abtrennung des Altlasten-Sanierungsverfahrens vom Baubewilligungs- bzw. Lärmsanierungsverfahren erscheint sowohl im Lichte von Art. 9 USG als auch von Art. 3 AltlV als unhaltbar. Im Übrigen kann nicht davon ausgegangen werden, dass alle nach Art. 8 und Art. 14 AltlV nötigen Abklärungen noch vor der Baubewilligung vorgenommen worden seien und damit zwar nicht formell, aber materiell den Anforderungen von Art. 9 USG entsprochen worden sei (vgl. BGE 124 II 460 E. 3a S. 469). Wie sich aus den Stellungnahmen und Anträgen der kantonalen Fachämter ergibt, hätten während den Umbauarbeiten weitere Untersuchungen über die Bodenbelastung vorgenommen werden müssen und hätte das Vorgehen bei der Behandlung des belasteten Materials noch im Einzelnen festgelegt werden sollen. Wohl hat das Amt für Umweltschutz und Energie verlangt, vor Baubeginn müsse der Nachweis erbracht werden, dass die Vorgaben von Art. 3 AltlV erfüllt würden. Dieser Nachweis gilt aber nach dem Sinn und Zweck von Art. 3 AltlV wie von Art. 3 UVPV als Voraussetzung für die Erteilung der Baubewilligung und nicht für die Aufnahme der Bauarbeiten. Es wird denn auch nicht gesagt, wie vorzugehen wäre, wenn der Nachweis nicht erbracht werden könnte. Angesichts all dieser offenen Fragen hinsichtlich der Altlasten-Sanierung hat das Verwaltungsgericht zu Recht festgestellt, dass die Umweltbelastungen nur ungenügend abgeklärt worden seien und die Baubewilligung nicht erteilt werden könne. Es darf somit dahingestellt bleiben, ob der angefochtene Entscheid auch in den anderen Punkten vor dem Bundes- oder kantonalen Recht standhalte.