Citation: 2C_883/2020 E. 2.4.4

2.4.4. Indessen könnte sich fragen, ob vorliegend bei einer Gesamtbetrachtung wichtige persönliche Gründe für einen weiteren Verbleib der Beschwerdeführerin in der Schweiz im Sinne von Art. 50 Abs. 1 lit. b AuG bestehen bzw. ein Aufenthaltsanspruch nach Art. 8 EMRK zu bejahen ist. Denn es ist insofern eine besondere Sachverhaltskonstellation gegeben, als die Ehe nach dem angefochtenen Urteil von tiefgreifenden Spannungen sowie einem langjährigen Streit über die Kinderbelange geprägt war und der Ex-Ehemann im Rahmen dieses Streites mit zunehmender Vehemenz darauf hinwirkte, der Beschwerdeführerin den Kontakt zu den Kindern zu erschweren (vgl. E. 3.2 des angefochtenen Urteils). Der genannte Umstand genügt aber nicht, um einen Aufenthaltsanspruch der Beschwerdeführerin zu begründen. Denn als entscheidend erscheint, dass der Beschwerdeführerin nicht nur aufgrund des erwähnten Betrugs, sondern auch deshalb kein tadelloses Verhalten attestiert werden kann, weil ihr gegenüber - nach dem angefochtenen Urteil aufgrund aktiver Mitbeteiligung an der tätlichen Auseinandersetzung vom 15. Juli 2013 - ein Rayon- und Kontaktverbot ausgesprochen werden musste (vgl. E. 3.2 des angefochtenen Urteils). Ins Gewicht fällt auch, dass der Beschwerdeführerin die elterliche Obhut betreffend die Kinder B.________, C.________ und D.________ mit eheschutzrichterlichem Entscheid vom 10. Oktober 2013 entzogen worden ist, die Beschwerdeführerin in der Folge ihr Besuchsrecht nur in Begleitung eines Besuchsbeistandes wahrnehmen durfte und die anschliessend erfolgte Übersiedlung dieser drei Kinder nach Deutschland in Bezug auf C.________ und D.________ vom zuständigen Bezirksgericht genehmigt worden ist. Daran zeigt sich, dass die einschlägigen Entscheide betreffend das Kindeswohl nicht zugunsten der Beschwerdeführerin ausfielen. Zwar behauptet die Beschwerdeführerin sinngemäss, dies sei allein auf ihren Ex-Ehemann zurückzuführen. Doch muss davon ausgegangen werden, dass die Beschwerdeführerin selbst zumindest teilweise dazu beitrug, dass behördlicherseits entsprechende Entscheide getroffen wurden. Zu diesem Schluss passt nicht zuletzt ins Bild, dass vorliegend nicht gerügt worden ist, die Kinder seien nicht in gehöriger Weise ins ausländerrechtliche Verfahren betreffend die Beschwerdeführerin mit einbezogen worden. Die Vorinstanz hat somit in bundesrechtskonformer Weise einen Anspruch der Beschwerdeführerin auf Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung verneint.