Citation: 5A_339/2024 E. 4.3

4.3. Damit erweist die Beschwerde sich mit Blick auf die geltend gemachten Gehörsverletzungen als ungenügend begründet. Im Grundsatz erübrigen sich daher Weiterungen zu dieser Problematik. Hinzuweisen ist immerhin auf Folgendes: Es kann den Anspruch auf rechtliches Gehör in den Teilbereichen der Aktenführungspflicht und des Akteneinsichtsrechts verletzen, wenn in einem Entscheid auf Akten eines anderen Verfahrens abgestellt wird, ohne dass diese zu den Verfahrensakten erkannt werden und den Parteien Einsicht gewährt wird. Einsicht zu gewähren ist dabei prinzipiell auch in diejenigen Akten, deren Inhalt den Parteien an und für sich bereits bekannt ist (Urteil 5A_577/2016 vom 13. Februar 2017 E. 3). Das Obergericht hat indes erwogen, die Beschwerdeführerin habe vorliegend spätestens mit Ausfällung des Beschlusses vom 4. April 2023 vom Vorgehen der KESB erfahren. Sie hätte daher noch vor Beschwerdeerhebung um Einsicht in die aus dem Verfahren der Tochter stammenden Unterlagen ersuchen können. Ausserdem seien ihr die fraglichen Akten vom Obergericht zugestellt worden. Eine allfällige Gehörsverletzung sei daher im vorinstanzlichen Verfahren geheilt worden (vgl. zur Heilung BGE 145 I 167 E. 4.4). Hierzu trägt die Beschwerdeführerin vor, auf das Ersuchen um Fristansetzung zur Stellungnahme habe das Obergericht ihr mitgeteilt, der Schriftenwechsel sei geschlossen und es besteht keine Notwendigkeit für eine neuerliche Stellungnahme. Eine allfällige Heilung der Gehörsverletzung sei damit durch die Vorinstanz selbst verhindert worden und es widerspreche Treu und Glauben (Art. 9 BV), nunmehr von einer Heilung auszugehen. Diese Umstände zum Prozesssachverhalt lassen sich dem angefochtenen Entscheid nicht entnehmen. Auch hier geht die Beschwerdeführerin daher von tatsächlichen Umständen aus, die das Obergericht nicht festgehalten hat, ohne die notwendigen Rügen zu erheben, die dem Bundesgericht ein Abweichen von den von der Vorinstanz getroffenen Feststellungen erlauben würde. Auf diese Weise vermag sie den angefochtenen Entscheid hinsichtlich der Heilung einer allfälligen Gehörsverletzung, die sie ansonsten nicht bestreitet, nicht in Frage zu stellen. Damit bleibt ohne Bedeutung, ob die Beschwerdeführerin bereits vor Anhebung des obegerichtlichen Verfahrens vom Aktenbeizug Kenntnis erlangt hat, was sie bestreitet.