Citation: 4A_189/2018 E. 4.5.2

4.5.2. Nachdem sich die Schlussfolgerung der Vorinstanz, die Benutzung des Gerüsts der Beschwerdegegnerin durch ihren Sprung von einem halben Meter sei bestimmungsgemäss gewesen, als bundesrechtskonform erwies, kommt unter diesem Gesichtspunkt weder eine Entbindung der Haftung aufgrund groben Selbstverschuldens noch eine Reduktion der Entschädigung zufolge gewöhnlichen Selbstverschuldens in Frage (vgl. auch das Urteil 4C.103/2002 vom 16. Juli 2002, wonach gestützt auf ein Gutachten selbst bei einem Sprung von ca. 90 cm auf einen Gerüstgang ein Selbstverschulden verneint wurde [E. A und E. 3]). Insoweit die Beschwerdeführerin ausserdem ein den adäquaten Kausalzusammenhang unterbrechendes Selbstverschulden mangels Sichtkontrolle behauptet, kann ihr nicht gefolgt werden. Denn die von der Beschwerdeführerin gesetzte Ursache des mangelhaften Werkes wird durch die fehlende Sichtkontrolle nicht derart in den Hintergrund gerückt, dass sie rechtlich nicht mehr beachtlich erscheint. Vielmehr ging die Vorinstanz zu Recht davon aus, der Beschwerdeführerin sei eine Haftungsreduktion von 15 % zu gewähren, da die Beschwerdegegnerin die gesetzlich vorgeschriebene Sichtkontrolle (Art. 49 Abs. 1 BauAV) unterliess. Die Höhe der Haftungsreduktion von 15 % wird nicht beanstandet, sodass es beim vorinstanzlichen Urteil bleibt; wobei der Vorinstanz insoweit ohnehin keine bundesrechtswidrige Ermessensausübung vorgeworfen werden könnte.