Citation: 2C_100/2024 E. 5.2

5.2. In diesem Zusammenhang ist weiter zu berücksichtigen, dass ausländische Diplome einem eidgenössischen Diplom gleichgestellt sind, sofern die Gleichwertigkeit des Ersteren mit dem eidgenössischen Diplom in einem Staatsvertrag über die gegenseitige Anerkennung vorgesehen ist (Art. 15 Abs. 1 und 2 MedBG). Dasselbe gilt für ausländische Weiterbildungstitel (Art. 21 Abs. 1 und 2 MedBG). Besteht kein entsprechender Staatsvertrag, ist eine ärztliche Tätigkeit unter eigener fachlicher Verantwortung nur unter den restriktiven Voraussetzungen von Art. 36 Abs. 3 MedBG zulässig, d.h. die Medizinalberufekommission (MEBEKO) muss die Gleichwertigkeit des ausländischen Diploms oder Weiterbildungstitels bescheinigen (Art. 36 Abs. 3 MedBG; Art. 5 Abs. 1 lit. e, Art. 14 Abs. 2 MedBV [Verordnung vom 27. Juni 2007 über Diplome, Ausbildung, Weiterbildung und Berufsausübung in den universitären Medizinalberufen, kurz Medizinalberufeverordnung; SR 811.112.0; vgl. auch Art. 3 lit. f und Art. 4 lit. g Geschäftsreglement der Medizinalberufekommission (MEBEKO) vom 19. April 2007; SR 811.117.2; Urteile 2C_838/2021 vom 9. März 2023 E. 5.3.1; 2C_531/2021 vom 28. April 2022 E. 5.1.2). Dabei handelt es sich im Gegensatz zur Anerkennung ausländischer Diplome (und Weiterbildungstitel) im Sinne von Art. 15 (bzw. Art. 21) MedBG, welche bloss formeller Natur ist, um eine materielle Prüfung, welche bewertet, ob die ausländische Ausbildung gegenüber der schweizerischen gleichwertig ist (Urteil 2C_622/2012 vom 17. Juni 2013 E. 3.4; YVES DONZALLAZ, Traité de droit médical, Volume II, 2021 [Donzallaz, Traité de droit médical], Rz. 2812). Bei positivem Abschluss dieser Prüfung (und Vorlage einer entsprechenden Gleichwertigkeitsbescheinigung) kann die betroffene Ärztin zudem nur im Rahmen von Art. 36 Abs. 3 lit. a oder lit. b MedBG in eigener fachlicher Verantwortung tätig sein, nämlich in der Lehre und dem Spital der Lehrtätigkeit oder in einem Gebiet mit medizinischer Unterversorgung (vgl. Art. 14 Abs. 1 und 3 MedBV; vgl. Urteil 2C_622/2012 vom 17. Juni 2013 E. 3.4; DONZALLAZ, Traité de droit médical, Rz. 2808 f., 2813). Diese Regelung zielt darauf ab, aus "Drittstaaten" (mit welchen die Schweiz keinen Staatsvertrag über die gegenseitige Anerkennung der Diplome abgeschlossen hat) wenigstens hochqualifizierte Lehrkräfte oder Ärzte für Gebiete mit Unterversorgung rekrutieren zu können (vgl. dazu VIRGILIA RUMETSCH, in; Poledna/Rumetsch, Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht, Band VIII/1, Gesundheitsrecht, 2. Aufl. 2023, S. 185 f.; DONZALLAZ, Traité de droit médical, Rz. 2813 f.; OLIVIER GUILLOD, Droit médical, 2020, S. 176 f.).