Citation: 8C_467/2022 E. 4.1

4.1. Die Vorinstanz hat nach umfassender Darstellung der medizinischen Akten erwogen, zur Beurteilung des Status quo ante vel sine sei auf die in allen Teilen beweiskräftigen Auskünfte des Dr. med. E.________, des Vertrauensarztes der Beschwerdegegnerin, abzustellen. Es bestünden keine auch nur geringen Zweifel an deren Schlüssigkeit und Zuverlässigkeit (mit Hinweis auf BGE 129 V 58 E. 5.1 mit Hinweisen). Dr. med. E.________ habe sich mit der Auffassung des den Beschwerdeführer behandelnden Prof. Dr. med. F.________, Spezialarzt für Neurochirurgie, die weiter bestehenden Beschwerden seien zumindest teilweise unfallbedingt, einlässlich befasst. Er habe zutreffend festgehalten, dass der Beschwerdeführer nach dem Sturz vom 22. Dezember 2017 gleichentags Dott. C.________ aufgesucht habe, der nach einer ambulanten neurologischen Überwachung einzig eine Halskrause für zwei Wochen sowie Muskelrelaxantien und Analgetika verordnet habe. Danach habe der Beschwerdeführer bis zur Sprechstunde bei der Hausärztin im September 2018 keine medizinische Behandlung mehr in Anspruch genommen. Zudem sei er in diesem Zeitraum stets vollständig arbeitsfähig gewesen. Schon daraus sei zu schliessen, dass es zu keiner traumatischen Schädigung des Rückenmarks und zu keiner richtunggebenden Verschlimmerung des degenerativen Vorzustands an der HWS gekommen sei. Dr. med. E.________ habe in Würdigung der echtzeitlichen ärztlichen Unterlagen und in vertiefter Auseinandersetzung mit der einschlägigen medizinischen Fachliteratur anschaulich aufgezeigt, dass die am 1. November 2018 chirurgisch versorgte zervikale Myelopathie auf Höhe des Halswirbelkörpers (HWK) C3/4 ein seit drei bis vier Jahren vor dem Unfall bestehendes, unfallunabhängiges und degenerativ-progredientes Leiden sei, das sich in typischer Form krankheitsbedingt verschlimmert habe. Laut Angaben des erstbehandelnden Arztes sei es zu einer Beschwerdesymptomatik auf Höhe des HWK C4/5 gekommen. Entgegen der Darstellung des Prof. Dr. med. F.________ sei eine traumatische Genese bzw. Aktivierung der erst am 17. Oktober 2018 bildgebend nachgewiesenen schweren degenerativen Myelopathie auf Höhe des HWK C3/4 angesichts der initialen Beschwerdesymptomatik ohne sofort aufgetretene neurologische Defizite nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen. Im ursprünglich betroffenen Segment HWK C4/5 habe Prof. Dr. med. F.________ denn auch selbst in der Beurteilung vom 1. Oktober 2019 lediglich diskrete Befunde festgestellt. Seine Auffassung basiere auf der nach dem Gesagten wenig nachvollziehbaren Annahme, der Sturz habe zu einer anhaltenden und schrittweisen Verstärkung der vorbestehenden Symptomatik geführt. Diese Ansicht werde gerade vom Beschwerdeführer selbst widerlegt, der angegeben habe, unmittelbar nach dem Unfall unter keinen verstärkten gesundheitlichen Beeinträchtigungen gelitten zu haben. Nach der Rechtsprechung entspreche es einer medizinischen Erfahrungstatsache, dass praktisch alle Diskushernien bei Vorliegen degenerativer Bandscheibenveränderungen entstünden und ein Unfall nur ausnahmsweise als eigentliche Ursache in Betracht falle. Als weitgehend unfallbedingt könne eine Diskushernie betrachtet werden, wenn der Unfall von besonderer Schwere und geeignet sei, eine Schädigung der Bandscheibe herbeizuführen, und die Symptome der Diskushernie (vertebrales oder radikuläres Syndrom) unverzüglich und mit sofortiger Wirkung aufgetreten seien (mit Hinweis auf SVR 2009 UV Nr. 1, 8C_677/2007 E. 2.3 mit Hinweisen), was vorliegend offensichtlich nicht der Fall sei. Im Übrigen erschöpften sich Prof. Dr. med. F.________s Einwände gegen die Beurteilung des Dr. med. E.________ darin, der Beschwerdeführer habe vor dem Unfall vom 22. Dezember 2017 nie an Beschwerden im Bereich der HWS mit sensomotorischen Ausfällen gelitten, in der beweisrechtlich unzulässigen Annahme "post hoc ergo propter hoc" (unter anderem mit Hinweis auf BGE 119 V 335 E. 2b/bb). Abschliessend hat das kantonale Gericht festgehalten, dass Dr. med. E.________ die abweichenden Einschätzungen des rechtsrelevanten medizinischen Sachverhalts detailliert und umfassend widerlegt habe. Von den beantragten neurochirurgischen Abklärungen seien unter diesen Umständen keine neuen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb darauf in antizipierender Beweiswürdigung zu verzichten sei (mit Hinweis auf BGE 144 V 361 E. 6.5 mit Hinweisen).