Citation: 6B_867/2022 E. 3.3

3.3. Auf die Rüge der ungenügenden Verteidigung ist aus mehreren Gründen nicht einzutreten. Der Grundsatz von Treu und Glauben, aus welchem sich das Verbot widersprüchlichen Verhaltens ergibt, verbietet es, der Vorinstanz bekannte rechtserhebliche Einwände vorzuenthalten und diese erst nach einem ungünstigen Entscheid im anschliessenden Rechtsmittelverfahren zu erheben (BGE 143 IV 397 E. 3.4.2 mit Hinweisen). Der Beschwerdeführer erhebt die Rüge der ungenügenden Verteidigung erstmals vor Bundesgericht, obwohl dies bereits zu einem früheren Zeitpunkt möglich und zumutbar gewesen wäre, insbesondere als er (auch) das Verhalten seiner amtlichen Verteidigung vor der ersten Instanz kritisiert. Vor den kantonalen Instanzen thematisierte er weder allfällige Pflichtverletzungen seines Verteidigers, noch machte er geltend, aus objektiven Gründen sei eine sachgemässe Vertretung seiner Interessen durch seine amtliche Verteidigung nicht mehr gewährleistet. Zudem bleiben die Beanstandungen, soweit sie sich überhaupt gegen die Mandatsführung richten, gänzlich unsubstanziiert. Der Beschwerdeführer zeigt ein sachlich nicht vertretbares respektive offensichtlich fehlerhaftes Prozessverhalten der amtlichen Verteidigung nicht auf. Er belässt es damit, an ihre Adresse pauschale Kritik zu erheben. Dies ist etwa der Fall, wenn er ausführt, die amtliche Verteidigung habe wahrheitswidrige Angaben zu seinem Verbleib gemacht oder ihm die kantonalen Entscheide nicht rechtzeitig zugestellt. Dasselbe gilt, wenn er der amtlichen Verteidigung vorwirft, sie habe wegen mangelnden Kontakts und fehlenden Informationsaustauschs die Landesverweisung vor der ersten Instanz mitgetragen, zumal aus den von ihm vorgelegten und gleichzeitig in den Vorakten befindlichen Unterlagen hervorgeht, dass er regelmässig nicht persönlich mit seiner amtlichen Verteidigung in Kontakt getreteten ist, sondern die Kommunikation mit ihr fast gänzlich F.________ überliess. Ebenfalls pauschal verbleibt seine in Bezug auf die Landesverweisung geäusserte Kritik, die amtliche Verteidigung sei nicht auf die Inhalte seiner Zusammenstellung betreffend seine Arbeitsbemühungen oder auf seine Lebensumstände in Bosnien-Herzegowina eingegangen. Der Beschwerdeführer übersieht, dass die amtliche Verteidigung nicht bloss das unkritische Sprachrohr seines Mandanten ist. Für einen Verteidigerwechsel genügt deshalb nicht, wenn die Verteidigung eine problematische, aber von der beschuldigten Person gewünschte und verlangte Verteidigungsstrategie nicht übernimmt (BGE 138 IV 161 E. 2.4 mit Hinweisen). Damit genügt die Rüge, selbst wenn sie zulässig wäre, den Begründungsanforderungen von Art. 42 Abs. 2 und Art. 106 Abs. 2 BGG nicht. Somit erübrigt sich auch, auf die Kritik hinsichtlich der Höhe des Honorars der amtlichen Verteidigung einzugehen.