Citation: 2C_464/2023 E. 5.4.3

5.4.3. Zu berücksichtigen sind allerdings auch die familiären Interessen des Beschwerdeführers: Sollten die Kinder dem Beschwerdeführer nicht nach Deutschland folgen wollen, besteht die Möglichkeit, den Kontakt inskünftig mittels Wochenendbesuchen und Ferienaufenthalten sowie der modernen Kommunikationsmittel zu pflegen, was durch eine grenznahe Wohnsitznahme des deutschen Beschwerdeführers erleichtert würde. In diesem Rahmen könnte der Beschwerdeführer seine Ehefrau auch weiterhin bei der Kinderbetreuung und -erziehung unterstützen. Die Kinder würden so mit ihrer Mutter im gewohnten Umfeld verbleiben und könnten die Schule normal fortsetzen. Inwiefern sie in schulischer Hinsicht zwingend auf die physische Anwesenheit ihres Vaters in der Schweiz angewiesen sein sollen, ist nicht ersichtlich. Angesichts der Schweizer Staatsbürgerschaft der Kinder ist es ihnen nicht ohne Weiteres zuzumuten, mit dem Beschwerdeführer nach Deutschland auszureisen. Mit ihren 13 bzw. 15 Jahren sind sie auch nicht mehr in einem anpassungsfähigen Alter im engeren Sinn (vgl. Urteile 2C_709/2019 vom 17. Januar 2020 E. 6.2.2; 2C_870/2018 vom 13. Mai 2019 E. 6.3). Immerhin lässt das Gutachten aber darauf schliessen, dass eine solche Lösung für die Kinder vertretbar wäre. Überdies dürften für eine Eingliederung in Deutschland weder kulturelle noch sprachliche Barrieren bestehen. Gemäss den gutachterlichen Schlussfolgerungen aus dem Jahr 2020 ist die mit einer Wegweisung des Beschwerdeführers allenfalls verbundene Kindswohlgefährdung etwa vergleichbar mit der Belastung, welcher die Kinder bei einer elterlichen Scheidung oder Trennung ausgesetzt wären. Zu Recht weist die Vorinstanz im Jahr 2023 darauf hin, dass die inzwischen 13- bzw. 15-jährigen Kinder seither nochmals deutlich selbständiger geworden sind. Umso weniger fällt ins Gewicht, dass die Grosseltern mütterlicherseits bei der Kinderbetreuung inzwischen wohl nicht mehr behilflich sein können (vgl. angefochtenes Urteil E. 3.3.6). Gesamthaft betrachtet ist der Familie eine örtliche Trennung zumutbar. Wenngleich die familiären Interessen an einem Verbleib des Beschwerdeführers in der Schweiz von einem gewissen Gewicht sind, können sie angesichts der konkreten Umstände nicht als besonders schwerwiegend bezeichnet werden. Infolge der Trennung von seiner Ehefrau kann der Beschwerdeführer aus der Beziehung zu ihr keine Rechte (mehr) ableiten (vgl. vorstehend E. 1.2).