Citation: I 273/05 16.01.2006 E. 2.1

2.1.1 Anlässlich seiner Untersuchung vom 19. September 2001 stellte Dr. med. C.________ ein lumbal-betontes Panvertebralsyndrom bei ausgeprägten muskulären Verspannungen mit einem Triggerpunktsyndrom sowie multisegmentale Dysfunktionen bei geringen degenerativen Veränderungen fest (Bericht vom 21. September 2001). Er führte aus, aufgrund der geschilderten Beschwerden liege eine Symptomausweitung vor; der Versicherte sei in einer leichten, wechselbelastenden (teilweise sitzenden, teilweise stehenden) Arbeit zu 50 % arbeitsfähig. Auch Dr. med. L.________ konnte keine über die Altersnorm hinausgehenden degenerativen Veränderungen feststellen, hingegen sei eine erhebliche funktionelle Überlagerungssymptomatik offenkundig. Aufgrund der nur leichtgradig objektivierbaren Befunde am Bewegungsapparat erachtete er den Versicherten für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit wie auch für jede anderweitige Arbeit (aus rheumatologischer Sicht) als voll arbeitsfähig. 2.1.2 In der Folge hielten die beiden Ärzte an ihren jeweiligen Einschätzungen fest (Berichte des Dr. med. L.________ vom 16. März 2004 und des Dr. med. C.________ vom 27. April und 6. Dezember 2004). Inbesondere bestätigte Dr. med. C.________ am 27. April 2004, er habe anlässlich der Untersuchung vom 19. September 2001 eindeutige muskuläre Verspannungen in allen Wirbelsäulenabschnitten, teilweise verbunden mit Triggerpunkten, festgestellt; diese Verspannungen seien die einzigen relevanten pathologischen Befunde gewesen. Demgegenüber bekräftigte Dr. med. L.________ am 16. März 2004, keine muskulären Verspannungen vorgefunden zu haben. 2.1.3 Die Befunde der beiden Rheumatologen Dr. med. L.________ und Dr. med. C.________ korrelieren mit Ausnahme der muskulären Dysbalancen. Selbst wenn Dr. med. L.________ bei seiner (einmaligen) Untersuchung die Verspannungen zu Unrecht übersehen haben sollte (immerhin stellten bereits die Ärzte der Klinik K.________ muskuläre Dysbalancen fest [Bericht vom 7. November 2000]), ändert dies nichts daran, dass die von ihm attestierte uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit im Ergebnis überzeugt. Denn zum einen geht aus den medizinischen Akten klar hervor, dass nur leichtgradige somatische Befunde objektiviert werden konnten. Zum andern erklärte Dr. med. C.________ am 27. April 2004, er habe "aus der Erfahrung, dass Muskelverspannungen bei schweren Arbeiten in der Regel zunehmen und vermehrte Schmerzen verursachen und angesichts der Gesamtsituation" die Arbeitsfähigkeit des Versicherten für leichte wechselbelastende Arbeiten mit 50 % beurteilt. Da nach Lage der Akten der Beschwerdeführer jedoch ab Sommer 2000 in seiner angestammten (schweren) Arbeit anhaltend arbeitsunfähig gewesen war (weshalb er per Juli 2001 die Kündigung erhielt) und seither keine schwere körperliche Arbeit mehr verrichtet hat, kann Dr. med. C.________ zum Vornherein insoweit nicht gefolgt werden, als er die Arbeitsfähigkeit präventiv einschränkte. Sodann sind muskuläre Verspannungen zwar ohne Zweifel sehr schmerzhaft. Sie sind jedoch gerade im Rückenbereich weit verbreitet und hängen eng mit der Lebensweise und der psychischen Konstellation der betroffenen Personen zusammen. Aus diesen Gründen sind sie noch nicht invalidisierend (vgl. Urteil A. vom 16. Oktober 2001, U 149/01). Die Ärzte der Klinik K.________ attestierten denn auch eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit für leichte bis mittelschwere Arbeiten. Selbst Dr. med. C.________ weist im Übrigen darauf hin, dass die Einschätzung des Krankheitswerts muskulärer Verspannungen unterschiedlich beurteilt wird und damit weitgehend Ermessensfrage ist. 2.1.4 Nach dem Gesagten fallen die muskulären Verspannungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nicht ins Gewicht, weshalb auch die - nach dem Einspracheentscheid datierenden - Einschätzungen des Internisten Dr. med. B.________ vom 1. Juni bzw. 22. November 2005 zu keiner anderen Beurteilung führen. Angesichts der im Übrigen korrelierenden medizinischen Befunde ist von weiteren somatischen Abklärungen abzusehen (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 124 V 94 Erw. 4b, 122 V 162 Erw. 1d mit Hinweis; SVR 2003 IV Nr. 1 S. 1 Erw. 2). Auch auf zusätzliche psychiatrische Untersuchungen ist zu verzichten, da die Somatisierungsstörung die erforderlichen qualifizierenden Kriterien, welche ausnahmsweise eine invalidisierende Wirkung begründen können (psychische Komorbidität von erheblicher Schwere, Intensität, Ausprägung und Dauer oder weitere qualifizierende Faktoren gemäss der in Erw. 1 in fine zitierten Rechtsprechung), vorliegend nicht erfüllt.