Citation: 8C_166/2024 E. 6.1

6.1. Die Suva macht geltend, die Vorinstanz habe übersehen, dass im Urteil SVR 2023 IV Nr. 18 S. 63 der Minderverdienst bei Ausländern nicht anhand der LSE-Tabelle T12_b (privater und öffentlicher Sektor), sondern in Anwendung der LSE-Tabelle TA12 (privater Sektor) bemessen worden sei. Da vorliegend für die Bestimmung des Invalideneinkommens die LSE-Tabelle TA1 mit den Löhnen nur des privaten Sektors verwendet worden sei (vgl. E. 4.1 hiervor), sei es sachgerecht, die Tabelle TA12 zu verwenden. Gemäss dieser Tabelle des Jahres 2020 resultiere aus dem Vergleich des Einkommens von Männern mit Niederlassungsbewilligung C ohne Kaderfunktion (Fr. 5'899.-) mit dem Total des Medianlohnes für Männer ohne Kaderfunktion (Fr. 6'032.-) eine Unterdurchschnittlichkeit von bloss 2.2 %. Da laut der Vorinstanz aufgrund der Schulterproblematik ein Abzug von 5 % gerechtfertigt sei und keine weiteren Abzugsgründe vorlägen, habe sie den totalen Abzug von 10 % zu Unrecht ohne Auseinandersetzung mit den konkreten Umständen zusätzlich mit der von ihr (falsch) errechneten statistischen Unterdurchschnittlichkeit von 4 % festgelegt. Zudem habe die Vorinstanz verkannt, dass der leidensbedingte Abzug nicht zu berechnen, sondern ermessensweise (und gesamthaft) festzulegen sei. Da die statistische Unterdurchschnittlichkeit bloss 2.2 % betrage, der 1970 geborene Beschwerdegegner als italienischer Staatsbürger bereits seit 1996 in der Schweiz lebe und eine Schweizer Landessprache (italienisch) beherrsche, sei das Merkmal des Minderverdienstes von Ausländern in der Gesamtwürdigung kaum ausschlaggebend. Zudem habe die Vorinstanz ausser Acht gelassen, dass er seine Arbeit bereits im Jahr 1997 angetreten habe und somit über eine langjährige Vertrautheit mit einem Arbeitsplatz in der Schweiz verfüge. Folglich stelle die Aufenthaltsbewilligung C keinen Abzugsgrund dar. Da der vorinstanzlich bestätigte leidensbedingte Abzug von 5 % mit Blick auf das medizinisch definierte Anforderungsprofil für eine angepasste Tätigkeit grosszügig sei, sei die Abzugserhöhung auf 10 % ein rechtsfehlerhaften Eingriff in das Ermessen der Suva.