Citation: U 91/99 22.02.2001 E. A

A.- a) Der 1947 geborene C.________ arbeitete seit 1988 als Maurer bei der Baufirma X.________ AG und war in dieser Eigenschaft bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) obligatorisch gegen die Folgen von Unfall versichert. Am 8. August 1990 erlitt er in Spanien einen Verkehrsunfall. Am darauf folgenden Tag begab er sich zu Dr. med. A.________, Facharzt für Rheumatologie, orthopädische Chirurgie und Traumatologie, in Behandlung. Dieser Arzt diagnostizierte einen Zervikalmuskelriss, eine Zervikal- und Lendenverstauchung sowie Schmerzausstrahlungen in die rechte Schulter ("Desgarro muscular cervical. Esguince cervical y lumbar. Los dolores se irradiaban a hombro Derecho"; Bericht vom 25. November 1997). Nach seiner Rückkehr in die Schweiz wurde der Versicherte von Dr. med. B.________, Arzt für Innere Medizin, behandelt. Dieser fand am 14. August 1990 starke Verspannungen lumbal mit schmerzhaft eingeschränkter Beweglichkeit sowie eine schmerzhaft eingeschränkte rechte Schulter mit Verdacht auf Rotatorenmanschettenruptur, jedoch keine Anhaltspunkte für Frakturen in der Lendenwirbelsäule. Die SUVA richtete die gesetzlichen Leistungen in Form von Heilbehandlung und Taggeld aus und zog zur Abklärung der medizinischen Verhältnisse zahlreiche ärztliche Berichte bei, namentlich jene des behandelnden Arztes Dr. med. B.________ vom 20. Oktober 1990, 16. August und 10. November 1991, 15. April und 25. Juli 1992, der Dres. med. D.________ und E.________, Institut für Diagnostische Radiologie, Spital Y.________, vom 22. August 1990, des Dr. med. F.________, Spital Z.________, vom 31. Oktober 1990, des Dr. med. G.________, Spital Z.________, vom 27. November 1990, des Kreisarztes Dr. med. H.________ vom 13. Februar 1991, 23. Januar und 4. Mai 1992, der Ärzte der Schulterpoliklinik, Spital Y.________, nämlich des PD Dr. med. I.________ und des Dr. med. J.________ vom 21. Mai 1991 und des Dr. med. K.________ vom 24. Juni 1991 sowie des Dr. med. L.________, Institut für Diagnostische Radiologie, Spital Y.________, vom 22. Mai 1991. Die Ärzte diagnostizierten teils eine vollständige, teils eine partielle Ruptur der Supraspinatussehne, intakte Subscapularis- und Infraspinatussehnen sowie mehrheitlich (a.M. Dr. med. L.________) einen Riss der langen Bicepssehne. Trotz mehrfacher Empfehlung einer operativen Sanierung durch Dr. med. H.________, PD Dr. med. I.________ und Dr. med. K.________ lehnte der Versicherte eine solche bis zuletzt ab. Nachdem der Versicherte zum Kranführer umgeschult werden konnte, war er ab dem 11. März 1991 erneut voll arbeitsfähig und blieb weiterhin bei seinem ehemaligen Arbeitgeber angestellt (Inspektionsbericht vom 15. Oktober 1991). Die gesundheitliche Situation verschlechterte sich, als er nicht mehr nur als Kranführer, sondern auch für Hilfsarbeiten auf dem Bau eingesetzt wurde (Bericht des Dr. med. B.________ vom 15. April 1992). Mangels Einsatzmöglichkeiten als Kranführer wurde der Versicherte sodann wieder ausschliesslich als Bauhilfsarbeiter eingesetzt, was ab dem 24. November 1992 zu voller Arbeitsunfähigkeit führte. Überdies wurde ihm die Stelle auf den 31. Dezember 1992 gekündigt (Zeugnis des Dr. med. B.________ vom 30. November 1992). Auf Intervention der Gewerkschaften und der SUVA hin wurde die Kündigung auf den 30. April 1993 ausgesprochen (Inspektionsbericht vom 25. März 1993). In seiner Abschlussuntersuchung regte der Kreisarzt erneut eine operative Behandlung an. Daneben empfahl er die Prüfung der Frage der Entschädigung unter Zugrundelegung einer Arbeit, bei welcher der Versicherte den rechten Oberarm in hängender Position halten könne und ein Einsatz mit der rechten Hand nicht über Augenhöhe sowie ein seitliches Ausgreifen nur etwa um halbe Unterarmlänge erforderlich sei. Denkbar seien leichtere Montagetätigkeiten oder das Steuern von Anlagen, und zwar ganztags (Bericht vom 22. Dezember 1992). Auf Grund der unfallbedingten schweren Periarthritis humeroscapularis schätzte der Kreisarzt die Integritätseinbusse auf 25 % (Beurteilung vom 12. Januar 1993). Mit Schreiben vom 16. April 1993 setzte die SUVA die Arbeitsunfähigkeit auf 50 % fest und richtete in diesem Umfange weiterhin Taggelder aus, zunächst bis zum 31. März 1994 (Schreiben vom 21. Januar 1994) und sodann bis zum 30. November 1994. Die in Aussicht genommenen Eingliederungsmassnahmen durch die Invalidenversicherung, bei der sich der Versicherte ebenfalls zum Leistungsbezug angemeldet hatte, verliefen auf Grund der Klagen über erhebliche und ständige Schmerzen erfolglos. Auf Grund zunehmender Beschwerden im Bereich der Halswirbelsäule (HWS) veranlasste der behandelnde Arzt entsprechende Röntgenuntersuchungen, die eine hochgradige Osteochondrose auf dem Niveau C3/4 zeigten ("mit Wahrscheinlichkeit einem posttraumatischen Zustand entsprechend") sowie eine konsekutive Fehlhaltung und eine erhebliche Einengung der entsprechenden Foramina intervertebralia beidseits, rechts stärker als links (Bericht des Dr. med. M.________, Institut für Medizinische Radiologie, Spital Z.________, vom 23. Februar 1994). Nach einer weiteren Untersuchung am 24. März 1994 empfahl der Kreisarzt die Abklärung der Genese der degenerativen Veränderungen auf dem Niveau C3/4 der HWS. Auf Grund der Untersuchung vom 17. Juni 1994 erstatteten die Dres. N.________ und O.________, Klinik und Poliklinik für Orthopädische Chirurgie, Spital Y.________, am 24. Juni 1994 ihr Gutachten. Darin kamen sie zum Schluss, die degenerativen Veränderungen mit ausgeprägter Intervertebralraum-Verschmälerung L4/L5 und spondylophytären Anziehungen hätten bereits vor dem Unfall bestanden. Bezüglich der Schulterschmerzen falle eine deutliche Diskrepanz von Untersuchungsbefunden sowie Verhalten und Angaben des Versicherten auf. Obwohl dieser geltend mache, er könne den Arm seit dem Unfall schmerzbedingt nicht mehr benützen, zeige sich ein unauffälliger Schultergürtel rechts mit einer kräftigen, symmetrischen Armmuskulatur. Da im Gutachten zur Genese der HWS-Veränderungen nicht Stellung bezogen wurde, hielt Dr. med. H.________ in einem ergänzenden kreisärztlichen Bericht vom 5. September 1994 fest, offenbar seien zum Zeitpunkt der Untersuchung durch die Gutachter die HWS-Beschwerden im Vergleich zur Situation anlässlich seiner eigenen Untersuchung vom 24. März 1994 etwas in den Hintergrund getreten. Da jedoch erstmals im April 1993 Beschwerden im Bereich des Nackens dokumentiert worden seien, während bei den früheren Kontrollen der HWS-Funktion (etwa durch den Kreisarzt selber vom 13. Februar 1991, 23. Januar, 4. Mai und 22. Dezember 1992) eine Pathologie im Bereich der Halswirbelsäule klinisch nie habe festgestellt werden können, dürfe als erwiesen gelten, dass die aktuellen, etwas atypischen degenerativen HWS-Veränderungen mit dem Unfall nicht im Zusammenhang stünden. Mit Verfügung vom 6. Mai 1994 sprach die IV-Stelle Bern dem Versicherten unter Annahme einer Erwerbsunfähigkeit von 62 % mit Wirkung ab 1. November 1993 eine halbe Rente der Invalidenversicherung zu. Nachdem sich die SUVA bei ihrem Kreisarzt vergewissert hatte, dass dem Versicherten ein ganztägiger Arbeitseinsatz zumutbar ist (Bericht vom 15. August 1994), kündigte sie die Einstellung der Taggelder auf den 30. November 1994 an (Schreiben vom 7. September 1994). Ferner klärte sie die zumutbaren Erwerbsmöglichkeiten ab und sprach gestützt darauf dem Versicherten mit Wirkung ab 1. Dezember 1994 eine Invalidenrente auf Grund einer Erwerbsunfähigkeit von 33,33 % sowie eine Integritätsentschädigung auf Grund einer Integritätseinbusse von 25 % zu (Verfügung vom 30. November 1994). Die hiegegen erhobene Einsprache wies die SUVA nach dem Beizug eines weiteren Berichts des Dr. med. B.________ vom 9. Dezember 1994 ab (Einspracheentscheid vom 2. Juni 1995). b) Das Verwaltungsgericht des Kantons Bern hiess die dagegen eingereichte Beschwerde mit Entscheid vom 31. Oktober 1996 unter Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheides vom 2. Juni 1995 und der Verfügung vom 30. November 1994 insofern gut, als es die Sache zu ergänzender Abklärung an die SUVA zurückwies. Aus den von der SUVA beigezogenen Akten der Invalidenversicherung geht hervor, dass die Verfügung der IV-Stelle vom 6. Mai 1994 durch Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. März 1995 aufgehoben und daraufhin eine Abklärung im Medizinischen Zentrum Q.________ durchgeführt wurde (Expertise vom 14. Dezember 1995). Gestützt darauf sprach die IV-Stelle dem Versicherten mit Wirkung ab 1. November 1993 eine ganze Rente der Invalidenversicherung zu (Mitteilung an die Ausgleichskasse des Kantons Bern vom 14. März 1996). Nach dem Beizug weiterer Berichte des Dr. med. B.________ vom 27. Dezember 1995 und 27. Januar 1997, des von ihr angeordneten Gutachtens des Prof. Dr. med. P.________ und der Dres. R.________ und S.________, Rheumatologische Klinik und Poliklinik, Spital Y.________, vom 22. Oktober 1997 und der entsprechenden Stellungnahme des Versicherten sowie nach Abklärungen bezüglich der physischen Zumutbarkeit verschiedener Arbeitsstellen in Gewerbe und Industrie ermittelte die SUVA erneut eine Erwerbsunfähigkeit von 33,33 % und sprach C.________ ab 1. Dezember 1994 wiederum eine entsprechende Invalidenrente zu; gleichzeitig bestätigte sie die Integritätsentschädigung unter Zugrundelegung einer Integritätseinbusse von 25 % (Verfügung vom 9. Januar 1998). Die hiegegen erhobene Einsprache wies sie mit Entscheid vom 19. Mai 1998 ab.