Citation: I 690/05 17.10.2006 E. 4

4.1 Die Beschwerdegegnerin wurde unbestrittenermassen von der IV-Stelle über die Anordnung eines Gutachtens informiert und erhielt Gelegenheit, sich zum vorgesehenen Gutachter zu äussern. Die Mitwirkungsrechte gemäss Art. 44 ATSG wurden somit vollumfänglich gewahrt (vgl. dazu zur Publikation in der Amtlichen Sammlung vorgesehenes Urteil R. vom 14. Juli 2006, I 686/05). Die Versicherte hat mit Bezug auf den Gutachter keine gesetzlichen Ausstandsgründe geltend gemacht (vgl. dazu BGE 132 V 93). 4.2 Art. 42 Satz 1 ATSG hält ausdrücklich fest, dass die Parteien im Sozialversicherungsverfahren Anspruch auf rechtliches Gehör haben. Gemäss Satz 2 der Bestimmung müssen sie allerdings nicht angehört werden vor Verfügungen, die durch Einsprache anfechtbar sind. Die Verwaltung hat den rechtserheblichen Sachverhalt vor Verfügungserlass abzuklären und darf diese Aufgabe nicht ins Einspracheverfahren verlegen. Vorbehalten bleiben ergänzende Abklärungen, zu denen die in der Einsprache vorgebrachten Einwände Anlass geben (vgl. dazu zur Publikation in der Amtlichen Sammlung vorgesehenes Urteil A. vom 30. Juni 2006, I 158/04). Wird nach Erhebung einer Einsprache festgestellt, dass die Entscheidungsgrundlagen unvollständig sind, so ist der Sachverhalt unter Wahrung der Parteirechte zu vervollständigen und das Verwaltungsverfahren mit dem Einspracheentscheid abzuschliessen (BGE 131 V 413 Erw. 2.1.1.2; zur Publikation in der Amtlichen Sammlung vorgesehenes Urteil Z. vom 14. Juli 2006, I 193/04). 4.3 Nach der Rechtsprechung gilt im Verwaltungsverfahren das Mitwirkungs- oder Äusserungsrecht der betroffenen Person (vgl. Erw. 3.1) namentlich im Zusammenhang mit der Durchführung eines Augenscheins, der Befragung von Zeugen sowie bezüglich eines Expertengutachtens. Infolgedessen darf auf diese Beweismittel bei der Entscheidung nicht abgestellt werden, ohne den Betroffenen Gelegenheit zu geben, an der Beweisabnahme mitzuwirken oder wenigstens nachträglich zum Beweisergebnis Stellung zu nehmen (BGE 119 V 211 Erw. 3b mit Hinweisen). Das psychiatrische Gutachten vom 7. August 2004 bildete eine wesentliche Grundlage des Einspracheentscheids. Bezüglich der Frage, ob eine psychische Störung mit Krankheitswert eine Einschränkung im häuslichen Aufgabenbereich bewirkt, wurde darauf abgestellt. Durch die von der IV-Stelle vorgenommene Aktenergänzung wurden Tatsachen klargestellt, denen die Verwaltung einige Bedeutung für den Prozessausgang beimass. Die Beschwerdegegnerin hatte daher ein erhebliches Interesse daran, vom Ergebnis dieser ergänzenden medizinischen Abklärungen Kenntnis zu erhalten, um allfällige Gegenargumente vorbringen zu können. Dies wurde ihr im Einspracheverfahren nicht ermöglicht. Die Vorinstanz hat deshalb richtigerweise eine Verletzung des Anspruchs auf Gewährung des rechtlichen Gehörs festgestellt.