Citation: 8C_144/2017 E. 3.2

3.2. Die IV-Stelle bringt vor, die aus psychiatrischer Sicht einzig vorliegende, rezidivierende depressive Störung sei gemäss Gutachten der MEDAS vom 2. September 2013 in Übereinstimmung mit dem von der Krankentaggeldversicherung eingeholten polydisziplinären Gutachten der Klinik B.________, vom 22. Juni 2011 seit Jahren remittiert, also abgeheilt. Die Vorinstanz übersehe, dass die Experten der MEDAS die auf 30 % eingeschätzte Arbeitsunfähigkeit allein mit dem Hinweis begründeten, die Versicherte neige in Überforderungssituationen dazu, depressiv zu reagieren. Somit hätten sie die Arbeitsunfähigkeit nicht gestützt auf die aktuellen psychiatrischen Befunde beurteilt, sondern einzig für den Fall prognostiziert, dass die Versicherte wieder erwerbstätig sein würde und dabei wegen der zu erwartenden Belastungen nicht voll werde leistungsfähig sein können. Art. 6 ATSG setze jedoch eine aktuelle Gesundheitsschädigung voraus, weshalb es unzulässig sei, eine versicherte Person präventiv für die Zukunft teilweise arbeitsunfähig zu schreiben. Entgegen den vorinstanzlichen Erwägungen hätten die Sachverständigen der MEDAS Ihre Einschätzung nicht aus dem Krankheitsverlauf abgeleitet. Vielmehr seien sie explizit von den psychosozialen Belastungsfaktoren beeindruckt gewesen, die nach ständiger Rechtsprechung jedoch bei der Bemessung der Invalidität ausgeklammert werden müssten.