Citation: 2C_333/2015 E. 6.2

6.2. Der Beschwerdeführer ist seit 1996 mit einer Schweizer Bürgerin verheiratet. Wohl können familiäre Beziehungen dazu führen, dass von einer Entfernung eines straffällig gewordenen Ausländers abzusehen ist, wenn die Massnahme wegen der Unzumutbarkeit der Ausreise für die Familienangehörigen zu einer Trennung der Familiengemeinschaft führt. Vorliegend erscheint eine solche Rücksichtnahme indessen nicht gerechtfertigt. Die Ehe mit seiner Frau vermochte den Beschwerdeführer nicht davon abzuhalten, straffällig zu werden. Dem vorinstanzlichen Urteil lässt sich insbesondere entnehmen, dass sich der Beschwerdeführer von ausdrücklichen Warnungen seiner Ehefrau, vom IV-Betrug abzusehen, nicht beeindrucken liess. Den unbestrittenen vorinstanzlichen Sachverhaltsfeststellungen zufolge habe sich die Ehefrau nach ihren eigenen Aussagen in den Jahren 2009 und 2010 von ihrem Ehemann scheiden lassen wollen; auch habe sie Angst vor ihm gehabt, weil dieser sie jahrelang bedroht habe, falls sie ihn verrate; am liebsten sei es ihr, wenn er nicht mehr in die Schweiz kommen und sie ihn nicht mehr sehen würde. Bei einer Domizilkontrolle im Oktober 2012 habe die Ehefrau angegeben, dass sie nicht mehr mit ihrem Ehemann zusammen sei und nur noch aus finanziellen Gründen mit ihm in der gleichen Wohnung leben würde. Auch wenn die Ehe heute - wie der Beschwerdeführer vorbringt - wieder intakt sein sollte, erscheint es mit Blick auf die genannten Sachverhaltselemente gerechtfertigt, das private Interesse der Eheleute, ihre Ehegemeinschaft in der Schweiz leben zu können, zu relativieren. Ausserordentliche Umstände, welche die weitere Anwesenheit des Beschwerdeführers in der Schweiz aus Sicht der Eheleute unabdingbar erscheinen liessen, liegen nicht vor, zumal die Ehe kinderlos geblieben ist. Gesamthaft betrachtet ist es deshalb den Eheleuten zuzumuten, die Ehegemeinschaft besuchsweise oder über die modernen Kommunikationsmittel zu leben, falls die Ehefrau dem Beschwerdeführer nicht in den Kosovo folgen sollte. Unbehelflich sind in diesem Zusammenhang die Verweise des Beschwerdeführers auf andere Urteile des Bundesgerichts (S. 20 der Beschwerdeschrift), in denen teilweise selbst bei höheren Strafen der Widerruf der Niederlassungsbewilligung aufgehoben wurde, da der jeweilige Sachverhalt sich vom vorliegenden in wesentlichen Punkten unterscheidet. So waren in den von ihm zitierten Urteilen nicht nur die lange Aufenthaltsdauer entscheidend, sondern auch die Tatsache, dass die betreffende ausländische Person sich schon seit ihrer Kindheit in der Schweiz aufhielt, bzw. dass sie eine enge gelebte Beziehung zu ihren hier anwesenheitsberechtigten minderjährigen Kindern unterhielt. Aus diesen Entscheiden kann der Beschwerdeführer nichts zu seinen Gunsten ableiten.