Citation: 8C_426/2023 E. 5.1

5.1. Das kantonale Gericht stellte fest, die Verfügung vom 16. Dezember 2015 habe sich vornehmlich auf die Berichte des Hausarztes Dr. med. D.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, gestützt. Dieser habe am 20. August 2015 berichtet, die Beschwerdeführerin sei in der Lage, im häuslichen Rahmen etwa zweieinhalb bis drei Stunden zu sitzen. Nach jeweils 40 Minuten müsse sie wegen Rückenschmerzen aufstehen und etwas herumgehen. Aus seiner Sicht sei eine bis zu 30%ige Arbeitstätigkeit in sitzender Position, mit der Gelegenheit, zwischendurch aufzustehen, möglich. In den nächsten Monaten sei eine leichte, aber nicht bedeutende Steigerung möglich. Dr. med. E.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) habe diese Einschätzung der Arbeitsfähigkeit in seiner Beurteilung vom 11. September 2015 zwar übernommen. Allerdings habe er dies nicht nachvollziehbar begründet. Zudem habe er sich nicht zu einer allfälligen Steigerung der Arbeitsfähigkeit geäussert. Hinzu komme, dass die Einschätzung in Widerspruch zu den damals vorliegenden Facharztberichten gestanden habe. Die Vorinstanz erkannte sodann, aufgrund der Rechtslage und Rechtspraxis im Zeitpunkt der Leistungszusprechung am 16. Dezember 2015 hätte die Arbeitsunfähigkeit in komplexen Fällen fachärztlich eingeschätzt werden müssen. Der Hausarzt habe die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin hauptsächlich gestützt auf deren Angaben und ohne entsprechende Hinweise in den Berichten der Fachärzte auf lediglich 30 % eingeschätzt. Die IV-Stelle habe diese Einschätzung übernommen und dabei unberücksichtigt gelassen, dass die korrigierende Double-Arthrodese im Zeitpunkt der regionalärztlichen Stellungnahme vom 11. September 2015 erst einige Monate zurückgelegen und selbst der Hausarzt auf eine mögliche Verbesserung hingewiesen habe. Unter diesen Umständen habe es an hinreichend sorgfältigen medizinischen Abklärungen gefehlt, zumal der Beweiswert von Hausarztberichten schon nach damaliger Rechtslage deutlich relativiert gewesen sei. Die Zusprechung einer ganzen Invalidenrente sei demnach infolge klarer Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes zweifellos unrichtig gewesen.