Citation: 1C_408/2012 E. 6.2

6.2. Das Verwaltungsgericht führt im Wesentlichen aus, das Amt für Landwirtschaft habe festgehalten, dass die Betreuung von Damhirschen keinen wesentlich höheren Betreuungsaufwand als die Schafhaltung erfordere. Letztere bedinge jedoch nach der Rechtsprechung grundsätzlich keine Unterkunft in der Landwirtschaftszone. Dass auf dem Betrieb der Beschwerdeführer ein Arbeitsbedarf von ca. 1 SAK zu erwarten sei, bedeute nicht, dass es einer ständigen Anwesenheit bedürfe. Auch der Hinweis der Beschwerdeführer auf die zeitintensive Fütterung, die Wartung der Tränke und des Maschinenparks, den am Betrieb vorbeiführenden Wanderweg und die Vermarktung des Fleisches begründe keine betriebliche Notwendigkeit der Wohnsitznahme. Sollten die Wanderer tatsächlich ein Problem darstellen - was aufgrund der auf der Homepage der Beschwerdeführer publizierten Aufforderung, einen Spaziergang zum Damhirschgehege zu machen, wohl eher unwahrscheinlich sei - könnte mit der Begrünung des Aussenzauns der erforderliche Schutz für die Tiere gewährleistet werden. Der Fleischverkauf an zufällig vorbeikommende Passanten sei zudem von untergeordneter Bedeutung. Der Betrieb liege weder an einer Durchfahrtsstrasse noch an einem offiziellen Wanderweg und im Übrigen sei es beim Verkauf von Fleisch direkt ab Hof üblich, dass der Kunde die Bestellung telefonisch aufgebe. Berücksichtigt werden dürfe schliesslich, dass die Beschwerdeführer die Damhirschzucht schon seit mehreren Jahren von ihrem jetzigen Wohnort im Dorf aus betrieben und beide zudem noch einer anderen Erwerbstätigkeit nachgingen. Die nächste Wohnzone sei auch nicht weit entfernt oder schwer erreichbar. Die Distanz zur jetzigen Wohnung betrage ca. 2.1 km. Die Beschwerdeführer könnten den Betrieb das ganze Jahr über in wenigen Minuten mit dem Auto erreichen. Selbst wenn im Winter das letzte Wegstück zu Fuss zurückgelegt werden müsse und in Berücksichtigung des Umstands, dass das letzte, von den Beschwerdeführern selbst vom Schnee zu räumende Wegstück ca. 400 m betrage, seien es weniger als 20 Minuten. In dieser Hinsicht dürfe nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zudem berücksichtigt werden, dass sich die Anzahl der notwendigen Kontrollgänge allenfalls mit technischen Überwachungseinrichtungen mit geringem Aufwand verringern lasse. Nach dem angefochtenen Entscheid ist schliesslich nicht entscheidend, ob für den Betrieb der Bau eines Kleinschlachtlokals erforderlich ist. Das Verwaltungsgericht stellt zudem in Frage, ob ein solches überhaupt ernsthaft geplant sei. Die Baugesuchsunterlagen wiesen einen Verarbeitungsraum mit einer Fläche von 12 m2 und einen Kühlraum mit einer Fläche von 7 m2 aus. Gemäss dem Schreiben des stellvertretenden Kantonstierarztes vom 26. April 2011 müsste ein Kleinschlachtlokal aber mindestens 25 m2 gross sein. Zudem daure die Fahrt von Oberiberg nach Einsiedeln 20 bis 30 Minuten, der Transport der getöteten Tiere zur dortigen Metzgerei sollte deshalb innerhalb einer Stunde möglich sein. Im Übrigen seien auch Schlachtbetriebe grundsätzlich in der Bauzone zu erstellen.