Citation: 8C_82/2019 E. 5.3

5.3. Für die richterliche Überprüfungsbefugnis ist der Gesundheitszustand massgebend, wie er sich bis zum Erlass der strittigen Verfügung präsentierte (vgl. BGE 143 V 409 E. 2.1 i.f. S. 411 mit Hinweis; vgl. auch SVR 2018 IV Nr. 10 S. 32, 8C_35/2017 E. 3.1, mit Hinweis auf BGE 132 V 215 E. 3.1.1 S. 220). Deshalb sind im kantonalen Gerichtsverfahren neu aufgelegte Berichte zu bildgebenden Untersuchungen, die erst nach Verfügungserlass durchgeführt wurden, grundsätzlich unbeachtlich. Zudem sind degenerative Veränderungen an der HWS (am Vorderrand von C5 und 6 beginnende osteophytäre Reaktion mit beginnender Osteochondrose C5/6) bei der Versicherten aktenkundig schon seit 2002 bekannt. Dr. med. D.________ beschrieb im interdisziplinären Gutachten vom 21. August 2008 im Bereich der Wirbelsäule durchwegs altersentsprechende degenerative Veränderungen. Nach der medizinischen Literatur sind radiologisch sichtbare degenerative Veränderungen an den Wirbeln allein noch kein Beweis, dass irgendwelche Schmerzen in Nacken, Kopf oder Armen wirklich hier ihren Ursprung haben (Urteil 8C_227/2009 vom 30. September 2009 E. 5.2.2 mit Hinweis auf ALFRED M. DEBRUNNER, Orthopädie Orthopädische Chirurgie, Bern/Göttingen/Toronto/Seattle 2002, S. 801). Unabhängig davon, ob es sich um eine nachweisliche organische Pathologie oder um ein unklares Beschwerdebild handelt, setzt eine Anspruchsberechtigung stets eine nachvollziehbare ärztliche Beurteilung der Auswirkungen des Gesundheitsschadens auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit voraus (BGE 140 V 290 E. 3.3.2 S. 297 mit Hinweis). Soweit die Beschwerdeführerin unter Berufung auf die drei neuen Berichte (E. 5.1) geltend macht, daraus sei ersichtlich, welche konkreten Gesundheitsschäden im Einzelnen "während der vergangenen sieben Jahre" beziehungsweise im massgebenden Vergleichszeitraum (vgl. E. 4) neu signifikant geworden seien, lassen die neuen medizinischen Unterlagen solche Schlussfolgerungen in zeitlicher Hinsicht nicht zu. Überdies steht fest, dass die neuen Berichte keine Angaben zur Arbeitsfähigkeit enthalten und sich daraus insbesondere keine Anhaltspunkte ergeben, inwiefern die Beurteilung der Leistungsfähigkeit gemäss ABI-Gutachten mit Blick auf den relevanten Zeitraum (E. 4) offensichtlich unrichtig sei. Für die Bestimmung des Rentenanspruchs ist jedoch grundsätzlich unabhängig von der Diagnose und unbesehen der Ätiologie massgebend, ob und in welchem Ausmass eine Gesundheitsschädigung die Arbeits- bzw. Erwerbsfähigkeit einschränkt (Urteil 8C_95/2019 vom 3. Juni 2019 E. 5.2 mit Hinweisen). Nach dem Gesagten hätte auch eine bundesrechtskonforme Würdigung der vorinstanzlich neu eingereichten Berichte nichts an der Beweiskraft des ABI-Gutachtens geändert.