Citation: 6B_1118/2023 E. 2.7

2.7. Bei der cost-to-equity-Rate (oder break-even-Rate) wird das Verhältnis der angefallenen Kosten pro Jahr zum durchschnittlichen Nettovermögen ermittelt. Diese Kennzahl gilt insbesondere bei Wertpapiergeschäften als wichtiges Indiz für Churning, kann aber auch bei der Betrachtung von Termingeschäften herangezogen werden. Mit der cost-to-equity-Rate soll ermittelt werden, um wie viel Prozent das eingesetzte Kapital hätte vermehrt werden müssen, um nach Abzug der Kosten einen Gewinn bzw. keinen Verlust aufzuweisen. Für konservativ verwaltete Kundendepots hat sich dabei die 4/8/12-Formel durchgesetzt. Übermässiges Umschichten ist demgemäss bei einer cost-to-equity-Rate von 4 eines konservativ verwalteten Kundendepots indiziert, bei 8 und mehr wird Churning vermutet, und bei 12 und mehr kann mit begründetem Verdacht darauf geschlossen werden. Bei spekulativ verwalteten Depots liegen die Grenzwerte höher (vgl. MATTHIAS KUSTER, a.a.O., S. 472; MANUEL LORENZ, a.a.O., Rn. 80 ff. S. 44 f.).