Citation: U 129/00 17.09.2001 E. 3

3.- a) Nach Auffassung der Vorinstanz vermag das Gutachten des Dr. med. B.________ vom 19. Januar 1998, auf welches der Unfallversicherer die Leistungseinstellung abstützte, nicht zu überzeugen. Bei der darin getroffenen Annahme, dass nach 12 Monaten der Status quo sine wieder erreicht worden sei, handle es sich um eine willkürliche Terminierung aufgrund von Statistiken und Literaturhinweisen, die im Einzelfall bei einem persistierenden Beschwerdebild für die Entscheidfindung untauglich sei. Im Weitern schliesse die beschriebene Grössenzunahme der Diskushernie gemäss Computertomogramm (Vergleich Dezember 1995 und August 1996), entgegen Dr. med. B.________, eine Höhenminderung des Bandscheibenraumes in der späteren Folge nicht aus, da eine Höhenminderung Ausdruck einer degenerativen Zerstörung des Bandscheibenmaterials darstelle. Mit Blick darauf, dass die Adäquanz bisher bejaht und entsprechende Leistungen erbracht worden seien, genüge die Stellungnahme des Dr. med. B.________ auch nicht für den vom Unfallversicherer zu erbringenden Beweis des Wegfalles der Adäquanz des Kausalzusammenhanges. In seinem ersten Gutachten vom 24. Februar 1997 habe Dr. med. B.________ zudem erwähnt, dass die vorbestandenen unfallfremden Faktoren ohne das Ereignis vom 12. August 1996 mit grosser Wahrscheinlichkeit kaum invalidisierend bzw. schmerzauslösend gewirkt hätten. Es sei nicht ersichtlich, weshalb diese unfallfremden Faktoren ein Jahr später plötzlich derartige Auswirkungen haben sollten. Mangels klarer Anhaltspunkte dafür, dass mit grosser Wahrscheinlichkeit der Vorzustand zur heutigen Gesundheitsverschlimmerung geführt hätte, könne nicht davon gesprochen werden, dass der Status quo sine erreicht sei, weshalb die Leistungseinstellung auf den 1. Januar 1998 zu Unrecht erfolgt sei. b) Was in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde hiegegen vorgebracht wird, vermag zu keinem anderen Ergebnis zu führen. Nicht beigepflichtet werden kann dem Unfallversicherer, soweit er unter Hinweis auf RKUV 1992 Nr. U 142 S. 77 Erw. 7b geltend macht, es sei nicht zu beanstanden, dass sich Dr. med. B.________ auf statistische Werte und Literatur abgestützt habe, weil bei Fragen im Zusammenhang mit dem Status quo ante vel sine der wissenschaftliche Beweis praktisch nie erbracht werden könne und regelmässig aufgrund von vergleichbaren und wissenschaftlich untersuchten Beschwerdebildern Rückschlüsse auf den konkreten Versicherten gezogen werden müssten. Denn anders als im vorliegend zu beurteilenden Fall lag damals eine medizinische Kausalitätsbeurteilung vor, welche auf umfassenden eigenen Untersuchungen des Experten sowie den aktenkundigen Befunden und Diagnosen der übrigen behandelnden Ärzte beruhte und wurde medizinische Literatur (zum Verlauf der Scheuermann-Krankheit) lediglich zum Vergleich mit der im konkreten Fall gestellten ärztlichen Diagnose beigezogen, wogegen nichts einzuwenden ist. Wie die Vorinstanz zutreffend erkannt hat, genügen hingegen die sich beinahe ausschliesslich auf Statistiken und medizinische Literatur stützenden Ausführungen des Dr. med. B.________ für den vom Unfallversicherer zu erbringenden Beweis des Dahinfallens jeder kausalen Bedeutung unfallbedingter Ursachen nicht. Aus diesem Grunde vermag die Beschwerdeführerin auch aus den von ihr zitierten medizinischen Mitteilungen Nr. 68 der SUVA, wonach ein Kausalzusammenhang mit dem Unfall bei Beschwerdebildern wie dem vorliegenden für maximal einen Zeitraum von einem halben bis einem Jahr angenommen werden könne, nichts zu ihren Gunsten abzuleiten. Hinzu kommt, dass Dr. med. B.________ im ersten Gutachten vom 24. Februar 1997 noch davon ausgegangen war, dass sich der Vorzustand ohne das Unfallereignis mit grosser Wahrscheinlichkeit kaum invalidisierend bzw. schmerzauslösend ausgewirkt hätte, was - angesichts der persistierenden Beschwerden - mit der sich auf Statistiken und Literatur stützenden zweiten Einschätzung nicht im Einklang steht. Nichts anderes ergibt sich, wenn die Ausführungen des Dr. med. B.________ vom 24. Februar 1997 mit der Beschwerdeführerin dahingehend interpretiert werden, dass das Unfallereignis für eine beschränkte Zeit nach dem 12. August 1996 mit grosser Wahrscheinlichkeit invalidisierend bzw. schmerzauslösend gewirkt habe. Denn für die vorliegend streitige Frage, ob der Unfall vom 12. August 1996 mit Bezug auf die anhaltenden Beschwerden nach einem Jahr bzw. spätestens im Januar 1998 jede ursächliche Bedeutung verloren hat, lässt sich daraus nichts ableiten. Demnach hat die Vorinstanz zutreffend erkannt, dass die Beschwerdeführerin den ihr obliegenden Beweis des Dahinfallens jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen des Gesundheitsschadens nicht erbringen konnte, weshalb sie die Folgen dieser Beweislosigkeit zu tragen und ihre Leistungen demnach zu Unrecht mit Wirkung auf den 1. Januar 1998 eingestellt hat.