Citation: U 482/00 02.11.2001 E. 3

3.- a) Mangels Bindungswirkung durfte die SUVA den Invaliditätsgrad eigenständig bemessen, und dessen Überprüfung hat daher formell unabhängig vom IV-Entscheid zu erfolgen. Materiell können indessen die Erkenntnisse aus dem IV-Verfahren berücksichtigt werden, nachdem die Vorinstanz die IV-Akten beigezogen hat und die SUVA sich dazu äussern konnte. b) Aufgrund der Akten steht fest, dass der Beschwerdegegner an den Folgen eines HWS-Schleudertraumas leidet. aa) Anhaltspunkte für eine Aggravation sind tatsächlich vorhanden. Erwähnt werden kann diesbezüglich Folgendes: Während der Versicherte noch im Juni 1993 gegenüber Dr. med. E.________, Klinik Z.________, angab, die Beschwerden würden durch Vibration und Erschütterung ausgelöst, sei es beim Auto-, Velo- oder Busfahren, schilderte er im Februar 1995 dem Kreisarzt Dr. med. O.________, im Dezember 1993 habe er ein neues Auto gekauft, womit er bis Juni 1994 etwa 20'000 km und danach bis Februar 1995 etwa 6000 km gefahren sei. Im Weiteren bezeichnete PD Dr. med. J.________ im Gutachten vom 28. November 1996 die Videoaufnahmen vom Wohnungsumzug des Versicherten am 1. Juni 1994 als verblüffend, da die dort festgehaltene Wirbelsäulenbeweglichkeit eindrücklich sei. bb) Indessen schätzten PD Dr. med. J.________ sowie Dr. med. M.________ und lic. phil. F.________ in Kenntnis der gesamten medizinischen Unterlagen wie auch des Videofilmes die verbliebene Arbeitsfähigkeit in leichten Tätigkeiten auf mindestens 50 % mit Steigerungsmöglichkeit auf 75 % (Gutachten vom 28. November 1996) bzw. auf höchstens 50 % (Gutachten vom 4. November 1997). Aus dem letzteren Gutachten ist ersichtlich, dass die von PD Dr. med. J.________ für die Zukunft allenfalls erwartete Steigerung der Arbeitsfähigkeit nicht eintrat. Es bestehen - entgegen dem Vorbringen der SUVA - keine Anhaltspunkte dafür, dass die von Dr. med. M.________ und lic. phil. F.________ angeführten neuropsychologischen Funktionsstörungen, die zum typischen Beschwerdebild nach Schleudertrauma gehören können (BGE 119 V 343 Erw. 3c, 117 V 361 Erw. 4b), vorliegend unfallfremd sind. Da der Sachverhalt aufgrund der mehrfachen Begutachtungen hinreichend geklärt ist, ist von weiteren medizinischen Abklärungen, insbesondere hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit, abzusehen (BGE 124 V 94 Erw. 4b, 122 V 162 Erw. 1d mit Hinweis).