Citation: I 779/01 16.10.2002 E. 4

Was die Beschwerde führende IV-Stelle dagegen vorbringt, vermag nicht zu überzeugen. 4.1 Die fachliche Qualifikation des Experten oder Teilgutachters spielt für die richterliche Würdigung einer Expertise eine erhebliche Rolle. Bezüglich der medizinischen Stichhaltigkeit eines Gutachtens müssen sich Verwaltung und Gerichte auf die Fachkenntnisse des Experten verlassen können. Deshalb ist für die Eignung eines Arztes als Gutachter in einer bestimmten medizinischen Disziplin ein entsprechender, dem Nachweis der erforderlichen Fachkenntnisse dienender, spezialärztlicher Titel des berichtenden oder zumindest des den Bericht visierenden Arztes vorausgesetzt (Urteil B. vom 3. August 2000, I 178/00). 4.2 Wie die Vorinstanz zutreffend dargelegt hat, wurde die IMB-Begutachtung in somatischer Hinsicht nicht durch einen Wirbelsäulen-Spezialisten (Orthopäden), sondern durch einen allgemeinen Chirurgen - Dr. med. Z.________, Facharzt FMH für Chirurgie - vorgenommen, auf dessen Schlussfolgerungen vom 14. April 2000 sich die Beschwerdeführerin in Bezug auf die Annahme eines uneingeschränkten Leistungsvermögens des Versicherten in einer angepassten Tätigkeit vollumfänglich abgestützt hat. Die IMB-Expertise beruht nach dem Gesagten in einem entscheidenden Punkt nicht auf den hierfür erforderlichen spezialärztlichen Feststellungen. Der Umstand, dass es sich bei Dr. med. Z.________ um einen - gemäss Ausführungen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde auch im Hinblick auf Patienten mit Wirbelsäulenleiden - erfahrenen Gutachter handelt, vermag daran nichts zu ändern, kommt einem Gutachten doch schon dann kein voller Beweiswert zu, wenn Indizien gegen seine Zuverlässigkeit sprechen; es muss nicht feststehen, dass das Gutachten effektiv nicht den Tatsachen entspricht, was nicht mit medizinischen Fachpersonen besetzte Behörden oft nicht beurteilen können. Angesichts der komplexen Wirbelsäulenproblematik wäre es im vorliegenden Fall angezeigt gewesen, einen auf dieses Fachgebiet spezialisierten, ausgewiesenen Experten zur Begutachtung beizuziehen. Das Fehlen eines derartigen Facharzttitels stellt somit ein Indiz gegen die Zuverlässigkeit des Gutachtens des Dr. med. Z.________ vom 14. April 2000 und damit der IMB-Expertise in orthopädischer Hinsicht dar, sodass ihr insoweit kein voller Beweiswert zukommt und - entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin - nicht auf sie abgestellt werden kann. Der angefochtene Entscheid ist damit rechtens, wobei darauf hinzuweisen bleibt, dass es dem kantonalen Gericht bei festgestellter Abklärungsbedürftigkeit in der Frage, ob es selber Beweise erheben oder die Akten zur weiteren Abklärung an die Verwaltung zurückweisen will, ein weiter Ermessensspielraum zusteht. Ein Eingreifen im Rechtsmittelverfahren lässt sich praktisch nur dann rechtfertigen, wenn für eine Rückweisung keine sachlichen Gründe ersichtlich sind (BGE 122 V 162 f. Erw. 1d mit Hinweisen; vgl. auch RKUV 1999 Nr. U 342 S. 410 f. Erw. 3a), was vorliegend nicht der Fall ist.