Citation: U 39/01 26.11.2002 E. 3

Falls der natürliche Kausalzusammenhang zwischen dem Gesundheitsschaden und dem Unfallereignis vom 10. August 1995 auf der Grundlage der zusätzlichen medizinischen Unterlagen zu verneinen ist, stellt sich die Frage nach einer Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin unter dem Titel der unfallähnlichen Körperschädigung. Eine solche ist gegeben, wenn ein plötzliches Ereignis, beispielsweise eine heftige Bewegung, einen der in Art. 9 Abs. 2 UVV erwähnten Verletzungszustände hervorruft, ohne dass das einen Unfall kennzeichnende Merkmal des ungewöhnlichen äusseren Faktors gegeben ist (BGE 116 V 148 oben Erw. 2c mit Hinweisen). In verschiedenen ärztlichen Stellungnahmen wird auf einen Riss der Supraspinatussehne oder eine Läsion der Rotatorenmanschette hingewiesen. Nach Lage der Akten ist mit dem kantonalen Gericht davon auszugehen, dass die Behandlungsbedürftigkeit und Arbeitsunfähigkeit im Jahr 1997 auf die Läsion der Rotatorenmanschette zurückzuführen ist. Ein Riss der Rotatorenmanschette ist als Sehnenriss im Sinne von Art. 9 Abs. 2 lit. f UVV grundsätzlich geeignet, eine Leistungspflicht des Unfallversicherers unter dem Titel der unfallähnlichen Körperschädigung zu begründen (BGE 123 V 43). Falls der natürliche Kausalzusammenhang zwischen den behandelten Beschwerden und dem Unfallereignis vom 10. August 1995 verneint wird, wird sich daher das anzuordnende Gerichtsgutachten dazu zu äussern haben, welcher Art die Verletzung der Rotatorenmanschette war, die zu den 1997 aufgetretenen Beschwerden führte, insbesondere ob es sich dabei um den in den Akten erwähnten Riss der Supraspinatussehne handelte, sowie ob die Verletzung durch ein anderes äusseres Ereignis als jenes vom 10. August 1995 ausgelöst wurde.