Citation: 4A_335/2024 E. 3.2.1

3.2.1. Die Beschwerdeführerin bestritt Bestand und Fälligkeit der Kaufpreisrestforderung der Beschwerdegegnerin vor Vorinstanz im Grundsatz ausdrücklich nicht. Sie machte aber verrechnungsweise eine Schadenersatzforderung mindestens in derselben Höhe geltend, da sich die Beschwerdegegnerin nicht an die vereinbarten Gegengeschäfte und Abreden (betreffend Kontaktverbot zur Herstellerin und Lieferantenschutz) gehalten und die Persönlichkeit der Beschwerdeführerin verletzt habe. Die Parteien hätten am 15. Juni 2021 mündlich vereinbart, dass die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin 1 Mio. FFP2-Masken vom Typ "GM-02" zum Stückpreis von Fr. 0.35 abkaufe. Mitte September 2021 hätten die Parteien - erneut mündlich - vereinbart, dass die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin insgesamt 2 Mio. (statt 1 Mio.) FFP2-Masken abkaufe, davon 500'000 des Typs "GM-03" zum Stückpreis von Fr. 0.38. Die Beschwerdegegnerin habe der Beschwerdeführerin aber nur 896'000 Masken abgekauft. Zudem hätten die Parteien am 15. Juni 2021 einen mündlichen Kooperationsvertrag geschlossen, welcher stillschweigend einen Lieferantenschutz beinhaltet habe. Gemäss dieser Vereinbarung seien Kontaktaufnahme und Direktgeschäfte zwischen der Beschwerdegegnerin und der Maskenherstellerin C.________ verboten gewesen. Die Beschwerdegegnerin habe nachweislich das mehrmals ermahnte Kontaktverbot zu C.________ und den Lieferantenschutz verletzt. Zudem habe sie die Beschwerdeführerin bei der Lieferantin verleumdet.