Citation: 9C_436/2016 E. 8.4.3

8.4.3. Die Beiträge dürfen sodann - im Sinne eines Rechtfertigungsgrundes - nur zurückbehalten werden, wenn mit dem Geld für das Überleben der Firma wesentliche Drittforderungen befriedigt wurden. Hinsichtlich der Arbeitnehmerforderungen gilt, dass den Sozialversicherungsbeiträgen grundsätzlich die gleiche Priorität zukommt. Bei fortgesetzten Lohnzahlungen muss deshalb darauf geachtet werden, dass die darauf unmittelbar entstehenden Beitragsschulden gedeckt sind. Dies bedeutet, dass, wenn die Liquiditätssituation die Begleichung der vollen Bruttolöhne zuzüglich des Arbeitgeberanteils nicht zulässt, der Arbeitgeber gehalten ist, die Lohnzahlungen auf ein Mass zu reduzieren, welches die Entrichtung der darauf anfallenden paritätischen Beiträge erlaubt (u.a. Urteil [des Eidg. Versicherungsgerichts] H 69/05 vom 15. März 2006 E. 5.3.3 mit Hinweis; Reichmuth, a.a.O., Rz. 674 und 685).