Citation: 5A_357/2023 E. 5.3

5.3. Ausgehend vom eruierten Zweck des gerichtlichen Vergleichs, die Aussichtsinteressen des Beschwerdeführers soweit verhältnismässig zu wahren, leitete die Vorinstanz ab, es sei mit dieser Vergleichslösung unvereinbar, dass die Beschwerdeführerin hinter der Ostgrenze künftig andere Pflanzen in eine beliebige und von den Maximalvorgaben des Vergleichs unabhängige Höhe wachsen lassen könne. Sie ist dabei nicht von einem tatsächlichen Konsens ausgegangen, sondern hat den Vergleichsvertrag objektiviert ausgelegt. Nach der objektiven Auslegung sind die Erklärungen der Parteien aufgrund des Vertrauensprinzips so auszulegen, wie sie nach ihrem Wortlaut und Zusammenhang sowie den gesamten Umständen verstanden werden durften und mussten. Diese Auslegung kann das Bundesgericht als Rechtsfrage frei prüfen, wobei es - vorbehältlich begründeter Sachverhaltsrügen - an Feststellungen des kantonalen Gerichts über die äusseren Umstände sowie das Wissen und Wollen der Beteiligten gebunden ist (BGE 144 III 43 E. 3.3; 142 III 239 E. 5.2.1).