Citation: 1C_185/2010 27.10.2010 E. 2.6

2.6.1 Die Beschwerdeführer sehen eine Gehörsverletzung darin begründet, dass das Verwaltungsgericht die langjährige Praxis des Baudepartements und den Ergänzungsantrag der Beschwerdeführer, zusätzlich im Rahmen eines Amtsberichtes abzuklären, wie im Kanton St. Gallen in den letzten 30 Jahren das kantonale Baugesetz ausgelegt worden sei, nicht berücksichtigt habe. Zudem habe das Verwaltungsgericht willkürlich entschieden (Art. 9 BV), indem es sich nicht mit der langjährigen Rechtsprechung im Kanton St. Gallen befasst und auseinandergesetzt habe, obwohl solches explizit beantragt worden sei. Das Gericht habe sich in Willkür darauf beschränkt zu prüfen, ob das Baudepartement als Aufsichtsbehörde die rein formellen Begriffe "Ein- und Zweifamilienhauszone" in den vorgelegten Baureglementen nicht verboten habe, obwohl es hätte wissen müssen, dass die Rechtmässigkeit bzw. Auslegung solcher Begriffe erst im Beschwerdeverfahren erfolge. 2.6.2 Das Verwaltungsgericht hat erwogen, dass die Schaffung sogenannter verschiedener Bauklassen in den Wohnzonen der Praxis zahlreicher Gemeinden entspreche. Aufgrund eines im Beschwerdeverfahren eingeholten Amtsberichts der Vorinstanz seien seit 1978 43 Baureglemente bzw. 42 Zonenpläne mit Wohnzonen für Ein- und/oder Zweifamilienhäuser genehmigt worden. Weitere 23 Reglemente seien genehmigt gewesen, in der Zwischenzeit aber aufgehoben oder ersetzt worden. Die Genehmigung von Wohnzonen für Ein- und/oder Zweifamilienhäuser stelle offensichtlich eine ständige Praxis dar, und bei der Genehmigung der Zonenpläne und Baureglemente der Gemeinden sei die Frage der Rechtmässigkeit solcher Gebiete unterschiedlicher Bauklassen soweit ersichtlich nie in Frage gestellt worden. Jedenfalls sei dem in GVP 1978 Nr. 54 publizierten Entscheid der Regierung nicht die Bedeutung zuerkannt worden, dass solche Zonen grundsätzlich unzulässig seien. Die Vorinstanz habe auch keine weiteren Rekursentscheide angeführt, welche diese Streitfrage zum Gegenstand gehabt hätten. Es habe daher auch kein Anlass bestanden, diesbezüglich weitere Abklärungen zu treffen. 2.6.3 Zwar umfasst der Anspruch auf rechtliches Gehör das Recht, Beweisanträge zu stellen, und - als Korrelat - die Pflicht der Behörde zur Beweisabnahme. Indessen sind Beweise im Rahmen dieses verfassungsmässigen Anspruchs nur über jene Tatsachen abzunehmen, die entscheidwesentlich sind. Gelangt die Behörde bzw. das Gericht im Rahmen einer antizipierten Beweiswürdigung zur Überzeugung, dass ein Beweis keine zusätzlichen Erkenntnisse herbeiführt, so kann darauf verzichtet werden (BGE 124 I 208 E. 4a S. 211, mit Hinweisen). Das Verwaltungsgericht hat sich eingehend mit der Genehmigungspraxis des Baudepartements sowie mit den beiden Entscheiden, auf die sich das Baudepartement im angefochtenen Rekursentscheid berief, auseinandergesetzt. Es hat auch dargetan, dass das Baudepartement keine weiteren Rekursentscheide angeführt habe, welche die Streitfrage zum Gegenstand hätten. Bei dieser Ausgangslage ist der Verzicht des Verwaltungsgerichts, den Amtsbericht entsprechend dem Antrag der Beschwerdeführer ergänzen zu lassen, in verfassungsrechtlicher Hinsicht nicht zu beanstanden. Durch dieses Vorgehen wurde der Anspruch der Beschwerdeführer auf rechtliches Gehör nicht verletzt. Der in diesem Zusammenhang gleichzeitig erhobenen Willkürrüge kommt keine eigenständige Bedeutung zu; sie fällt mit der Rüge der Verletzung des rechtlichen Gehörs zusammen und ist daher unter diesem Aspekt nicht mehr zu prüfen. 2.7 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der angefochtene Entscheid entgegen der Auffassung der Beschwerdeführer Art. 29 BV nicht verletzt. Das Verwaltungsgericht hat sich mit den massgeblichen Argumenten der Beschwerdeführer hinlänglich auseinandergesetzt. Es war nicht gehalten, zu jedem einzelnen Vorbringen Stellung zu nehmen, sondern durfte in den wesentlichen Grundzügen darlegen, warum es der rechtlichen Einschätzung der Beschwerdeführer nicht folgte. Die Beschwerdeführer waren sich denn auch über die Tragweite der Beurteilung im Klaren und ohne Weiteres in der Lage, das bemängelte Urteil beim Bundesgericht sachgerecht anzufechten. Einzig aus dem Umstand, dass die Beschwerdeführer die vom Verwaltungsgericht vorgenommenen rechtlichen Qualifikationen nicht teilen, können sie keine Verletzung des rechtlichen Gehörs ableiten.