Citation: U 99/01 06.11.2002 E. 4

4.1 Der erlittene Verkehrsunfall ist mit der Vorinstanz im mittleren Bereich, hier aber eher an der Grenze zu den leichten Unfällen anzusiedeln. Dies entspricht auch der Praxis des Eidgenössischen Versicherungsgerichts, welches Auffahrkollisionen auf ein haltendes Fahrzeug in der Regel als mittelschweren Unfall im Grenzbereich zu den leichten Unfällen qualifiziert (Urteil B. vom 22. Mai 2002, U 339/01). Zu beachten ist allerdings, dass der Aufprall wegen der starren Beschaffenheit des Fahrzeugs (Lada Niva) wenig abgefedert wurde und die Beschwerdeführerin offensichtlich unvorbereitet traf. 4.2 Bei mittelschweren Unfällen sind für die Beantwortung der Frage der adäquaten Kausalität objektiv erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall in Zusammenhang stehen oder als direkte oder indirekte Folgen davon erscheinen, in eine Gesamtwürdigung einzubeziehen. Als wichtigste Kriterien sind im Zusammenhang mit dem Schleudertrauma der HWS zu nennen: besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls; Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen; ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung; Dauerbeschwerden; ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert; schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen; Grad und Dauer der Arbeitsunfähigkeit (BGE 117 V 367 Erw. 6a). Handelt es sich um einen Unfall im mittleren Bereich, der aber dem Grenzbereich zu den leichten Unfällen zuzuordnen ist, müssen die weiteren zu berücksichtigenden Kriterien in gehäufter oder auffallender Weise erfüllt sein, damit die Adäquanz bejaht wird. Diese Würdigung des Unfalles zusammen mit den objektiven Kriterien führt zur Bejahung oder Verneinung des adäquaten Kausalzusammenhangs (BGE 117 V 368 Erw. 6b). 4.3 Der Unfall war nicht von besonders dramatischen Umständen begleitet und kann auch nicht als besonders eindrücklich bezeichnet werden. Die erlittenen Verletzungen waren nicht besonders schwer, auch wenn das von Anfang an diagnostizierte Schleudertrauma der HWS mit vegetativen Begleitsymptomen keineswegs verharmlost werden soll. In einer ersten Phase war die Beschwerdeführerin seit dem Unfall bis am 5. Dezember 1994 bei ihrer Hausärztin in medizinischer Behandlung. Gemäss Eintragung in der Krankengeschichte wurde die Behandlung zu diesem Zeitpunkt abgeschlossen. In der Folge benötigte die Versichert zwar noch Schmerzmittel, eine ärztliche Konsultation wegen der HWS-Problematik fand aber erst wieder am 8. Oktober 1996 statt, wobei angeblich im Zusammenhang mit den Schmerzmitteln aufgetretene Beschwerden im Vordergrund standen. Die mit diesem Arztbesuch beginnende zweite Behandlungsphase hat jedoch wegen des langen Intervalls und der daraus abzuleitenden fehlenden Unfallbezogenheit ausser Betracht zu bleiben. Nach dem Unfall litt die Beschwerdeführerin unbestrittenermassen an Schmerzen. Gemäss Dr. med. K.________ (Bericht vom 16. November 1994) bestanden diese nach der letzten Therapie jedoch nicht mehr. In der Folge war die Versicherte denn auch wieder voll bzw. zu 90 % erwerbstätig, wobei sie allerdings gemäss eigenen Angaben regelmässig Schmerzmittel einnahm. Das Kriterium der körperlichen Dauerschmerzen kann unter diesen Umständen kaum als erfüllt betrachtet werden; jedenfalls vermöchte es für sich allein die Adäquanz des Kausalzusammenhangs nicht zu begründen. Sodann war die Beschwerdeführerin anfänglich vom 24. Mai bis 17. Juni 1994 arbeitsunfähig. Nach einem kurzen Arbeitsversuch bestand ab 21. Juli 1994 erneut eine vollständige Arbeitsunfähigkeit bis 27. September 1994, welcher eine Phase mit 50%-iger Arbeitsfähigkeit bis 17. November 1994 folgte. Für die folgenden zwei Jahre ist keine Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen. Ab Oktober 1996 wurde die Beschwerdeführerin dann jedoch erneut vollständig arbeitsunfähig geschrieben. Auch bei der Beurteilung, ob das Kriterium von Grad und Dauer der Arbeitsunfähigkeit erfüllt ist, muss allein auf die erste, direkt dem Unfall folgende Phase abgestellt werden. Bei einer gänzlichen Arbeitsunfähigkeit von vier Monaten und einer anschliessenden zweimonatigen Arbeitsunfähigkeit von 50 % kann auch dieses Kriterium nicht als gegeben betrachtet werden. Im Weitern liegt keine ärztliche Fehlbehandlung vor und es kann auch nicht von einem schwierigen Heilungsverlauf mit erheblichen Komplikationen gesprochen werden.