Citation: 1C_158/2019 E. 2.4

2.4. Unbestritten ist, dass die Beschwerdeführer 3 und 4 Kenntnis vom laufenden Verfahren und von den drohenden Baubussen hatten und mehrfach die Möglichkeit gehabt hätten, sich zu den Vorwürfen der Baurechtswidrigkeit zu äussern. Demgegenüber wurden gemäss den ebenfalls unbestrittenen und für das Bundesgericht verbindlichen vorinstanzlichen Feststellungen (Art. 105 BGG) weder die Stockwerkeigentümergemeinschaft noch die einzelnen Stockwerkeigentümer, darunter die Beschwerdeführerin 2, je zu einer Stellungnahme betreffend die materiell-rechtlichen baugesetzlichen Verstösse aufgefordert. Da die Beschwerdeführerin 2 als Stockwerkeigentümerin aber von der umstrittenen Wiederherstellungsverfügung in ihren Interessen berührt ist (vgl. E. 1.1 hiervor), hätte sie vor Erlass der Verfügung angehört werden müssen. Dieser Auffassung ist grundsätzlich auch die Vorinstanz, die ausführt, sofern eine indirekte Wirkung der Dispositiv-Ziffern 1, 2 und 3 der Verfügung vom 17. Oktober 2017 angenommen werde, sei die Rüge der Beschwerdeführerin 2, ihr Anspruch auf rechtliches Gehör sei verletzt worden, begründet. Indessen widerspricht sich die Vorinstanz in der Folge, wenn sie festhält, die Gehörsverletzung der Beschwerdeführerin 2 führe aber vorliegend nicht zur Aufhebung der Verfügung oder von Teilen davon, weil es an einer die Beschwerdeführerin 2 betreffenden Anordnung der Duldungspflicht mangle, da die Dispositiv-Ziffer 4 der Verfügung vom 17. Oktober 2017 lediglich die Stockwerkeigentümergemeinschaft betreffe. Es trifft zwar zu, dass die Duldungspflicht in der Dispositiv-Ziffer 4 einzig gegenüber der Stockwerkeigentümergemeinschaft angeordnet wurde, als Stockwerkeigentümerin ist die Beschwerdeführerin 2 aber Teil der Stockwerkeigentümergemeinschaft und insofern auch (mindestens indirekt) von der angeordneten Duldungspflicht betroffen. Indem die Stadt Chur ihr das vorgängige Äusserungsrecht nicht gewährte, hat sie ihren Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt. Unbehelflich ist in diesem Zusammenhang der Einwand des Bausekretariats, wonach ihm gemäss Art. 94 Abs. 3 des Raumplanungsgesetzes für den Kanton Graubünden vom 6. Dezember 2004 (KRG/GR; BR 801.100) offengestanden sei, gegen wen es vorgehen wolle, weshalb keine Gehörsverletzung vorliege, wenn einzig die Beschwerdeführerin 1, als Baugesuchstellerin, ins Verfahren miteinbezogen worden sei. Der vom Bausekretariat zitierten Bestimmung kann nur entnommen werden, dass die Pflicht zur Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands sowohl den Eigentümerinnen oder Eigentümern als auch Personen obliegt, die den rechtswidrigen Zustand herbeigeführt haben. Dies ändert aber nichts am Umstand, dass die Stockwerkeigentümer durch die Verfügung betroffen sind und hätten angehört werden müssen (vgl. Art. 16 VRG/GR). Insofern ist die Rüge der Gehörsverletzung begründet.