Citation: U 366/06 23.05.2007 E. 4

4.1 Mit Blick auf die Akten und die Parteivorbringen besteht kein Anlass, den vom kantonalen Gericht bejahten natürlichen Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom 25. Juni 2001 und den über den 31. August 2004 fortdauernden, die Leistungsfähigkeit einschränkenden Beschwerden der Versicherten letztinstanzlich erneut der richterlichen Überprüfung zu unterziehen (BGE 110 V 48 E. 4a und b S. 52 f.). Zu beurteilen bleibt die - einzig - umstrittene Adäquanz des Kausalzusammenhangs. 4.2 Ausgehend davon, dass die Beschwerdegegnerin an den bekannten Symptomen nach einem Schädel-Hirntrauma leide, hat die Vorinstanz die Adäquanzbeurteilung nach den in BGE 117 V 359 ff. dargelegten Grundsätzen vorgenommen. Die Beschwerdeführerin hält - im Wesentlichen unter Bezugnahme auf das Urteil des EVG U 339/01 vom 22. Mai 2002 - dagegen, auf Grund der innerhalb des Beschwerdebildes jedenfalls ab Zeitpunkt der Leistungseinstellung Ende August 2004 eindeutig im Vordergrund stehenden neuropsychologischen Befunde sei diesbezüglich, zumal keine Hinweise für eine hirnorganische Schädigung bestünden, die Rechtsprechung zu psychischen Unfallfolgen gemäss BGE 115 V 133 ff. massgeblich. 4.2.1 Der die Versicherte am Tag nach dem Unfall behandelnde Dr. med. G.________ hatte gemäss Arztzeugnis UVG vom 24. Juli 2001 eine Commotio cerebri und eine HWS-Distorsion diagnostiziert. Die in der Folge durchgeführte MRT ergab weder im vertebro-spinalen noch im cranio-cerebralen Bereich Anhaltspunkte für traumatische Läsionen. Im Bericht der Klinik X.________ vom 6. Mai 2002, in der die Beschwerdegegnerin sich vom 26. November 2001 bis 22. Januar 2002 zu Rehabilitationszwecken aufgehalten hatte, wurde zur Hauptsache die Diagnose eines Status nach Kopf-Anprall-Trauma mit Commotio cerebri gestellt und als Störungsbild ein cervicocephales Schmerzsyndrom/Spannungskopfschmerz, neuropsychologische Funktionsstörungen (Ermüdbarkeit, Aufmerksamkeit/Konzentration, Gedächtnis), eine verminderte psychophysische Belastbarkeit sowie erhebliche vorbestehende Ein- und Durchschlafstörungen genannt. Dr. med. M.________, Spezialarzt FMH für Otorhinolaryngologie, Hals- und Gesichtschirurgie, diagnostizierte in seinem Bericht vom 17. Mai 2002 einen Status nach HWS-Abknicktrauma und Contusio capitis mit HWS-Distorsion und Commotio cerebri sowie ein posttraumatisches cervico-encephales Syndrom mit visuo-oculomotorischer, zentral-vestibulärer, cervico-proprio-nociceptiver und kognitiv-mnestischer Funktionsstörung. Die Ärzte der Rehaklinik Y.________, welche die Versicherte vom 23. Oktober bis 20. November 2002 stationär betreut hatten, gingen diagnostisch von einem Status nach Contusio capitis am 25. Juni 2001 mit leichter bis mittelschwerer traumatischer Hirnverletzung (Commotio cerebri) und HWS-Distorsion bei persistierendem zervikozephalem Symptomenkomplex, neuropsychologischen Funktionsstörungen, vegetativer Dysregulation und komplex zentral-vestibulärer visuooculomotorischer und zerviko-propriozeptiver Funktionsstörung sowie einer arteriellen Hypertonie aus (Bericht vom 23. Dezember 2002). Dem MEDAS-Gutachten vom 8. April 2003, welchem neurologische, rheumatologische, psychiatrische und neuropsychologische Untersuchungen zu Grunde lagen, ist die folgende Diagnose zu entnehmen: Residuen nach Unfall am 25. Juni 2001 mit Schädelhirntrauma und HWS-Distorsion bei multifaktoriell bedingtem, mittelschwer bis schwer beeinträchtigtem kognitivem Zustandsbild, psychoorganischem Syndrom, reaktiver ängstlich-depressiver Anpassungsstörung und zervikozephalem, zervikobrachialem sowie zervikothorakalem Schmerzsyndrom rechtsbetont. Die Arbeitsfähigkeit wurde als vor allem durch die neuropsychologischen und - weniger ausgeprägt - durch die somatischen und psychopathologischen Befunde beeinträchtigt beurteilt. Der durch die Versicherte anfangs Juni 2004 konsultierte Dr. med. B.________, Facharzt für Neurologie, diagnostizierte in seinem Bericht vom 1. Juni 2004 einen Status nach Kopfprelltrauma am 25. Juni 2001 mit Commotio cerebri bei seither multiplen Beschwerden im HWS- und Kopfbereich, rezidivierenden Bewusstlosigkeiten, in den letzten Monaten gehäuft, und den Verdacht auf ein depressives Syndrom mit somatoformer Störung. Frau Dr. med. K.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, stellte in ihrem Bericht vom 16. Juli 2004 ein Kopfprelltrauma am 25. Juni 2001 mit Commotio cerebri (seither Kopf- und HWS-Beschwerden und rezidivierende Bewusstlosigkeit, im letzten Monat häufiger) sowie eine posttraumatische Belastungsstörung mit Konzentrationsstörung, emotionaler Abstumpfung, Vermeidungsverhalten, Erinnerungslücken und Schlafstörungen fest. 4.2.2 Im Lichte dieser Angaben kann als erwiesen gelten, dass die Versicherte anlässlich ihres Sturzes vom 25. Juni 2001 ein HWS-Distorsionstrauma erlitten hat mit der hierfür typischen Beschwerdesymptomatik (dazu vgl. BGE 117 V 359 E. 4b S. 360). Dennoch verneint die Beschwerdeführerin für den im vorliegenden Verfahren massgeblichen Zeitraum ab Einstellung der Versicherungsleistungen Ende August 2004 die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs nach den in BGE 117 V 359 E. 6a und b S. 366 ff. festgehaltenen Kriterien, da aus den medizinischen Unterlagen deutlich hervorgehe, dass die Beschwerdegegnerin im gesamten Verlauf hauptsächlich infolge ihres neuropsychologischen Leidens eingeschränkt gewesen sei und diese Beeinträchtigungen spätestens im Zeitpunkt der MEDAS-Begutachtung im Vordergrund gestanden hätten. Dem ist entgegenzuhalten, dass die neuropsychologischen Funktionsstörungen nach Lage der Akten zwar tatsächlich seit geraumer Zeit einen wesentlichen Anteil innerhalb des gesamten Beschwerdespektrums bilden. Dass das für ein Schleudertrauma der HWS typische Beschwerdebild indessen ganz in den Hintergrund gerückt wäre, wovon im von der Beschwerdeführerin zitierten Urteil des EVG U 339/01 vom 22. Mai 2002 (E. 2) ausgegangen werden konnte, ist für den hier zu beurteilenden Fall nicht ohne weiteres erstellt, bestehen doch nachweislich weiterhin auch die Arbeitsfähigkeit tangierende somatische Befunde (vgl. insbesondere das dem MEDAS-Gutachten vom 8. April 2003 u.a. zu Grunde liegende rheumatologische Konsilium des Dr. med. W.________, Facharzt FMH für Rheumatologie und Innere Medizin, vom 11. Februar 2003). Ferner hielt der Neuropsychologe Dr. phil. O.________ in seinem Teilgutachten vom 7. März 2003 zuhanden der MEDAS fest, dass die bildgebenden Verfahren zwar unauffällige Befunde gezeigt hätten, in Anbetracht der Symptomatik aber anzunehmen sei, dass die Versicherte nicht nur eine einfache Commotio cerebri, sondern ein regelrechtes Schädelhirntrauma mit Verletzungsfolgen (in Form von zerebralen Mikroläsionen) erlitten habe. Ist somit auch eine eigentliche hirnorganische Schädigung nicht auszuschliessen, erscheint die Prüfung der Adäquanz nach den für psychische Unfallfolgen geltenden Grundsätzen (BGE 115 V 133) erst recht nicht sachgerecht. Mit der Vorinstanz ist diese daher anhand der für Schleudertraumata der HWS geltenden Regeln vorzunehmen.