Citation: U 308/02 10.06.2003 E. 3

Streitgegenstand ist die Höhe des Invaliditätsgrades und der ihm entsprechenden Rente. Die Integritätsentschädigung war dagegen schon im Einspracheverfahren nicht mehr Gegenstand des Verfahrens. 3.1 Umstritten ist zunächst das Ausmass der Arbeitsfähigkeit. Das kantonale Gericht stellt auf die Einschätzung des SUVA-Arztes Dr. med. S.________ vom 1. September 2000 ab und geht von einer vollständigen Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit aus, während der Beschwerdeführer darauf hinweist, dass die anderen Ärzte von einer Arbeitsfähigkeit von maximal 50 % in einer leidensangepassten Tätigkeit ausgehen und der SUVA-Arzt seine abweichende Einschätzung nicht begründet habe. Nachdem das Spital Y.________ im Bericht vom 2. März 1999 noch eine "wenige Tage" dauernde Arbeitsunfähigkeit angenommen hatte, sind bis zum Sommer/Herbst 1999 alle involvierten Ärzte von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit ausgegangen, die sich jedoch - meist stillschweigend - auf die angestammte Tätigkeit als Schaler bezog; einzige Ausnahme stellt in dieser Hinsicht der Bericht des Spitals Y.________ vom 11. Juni 1999 dar, in welchem von einem Arbeitsversuch zu 50 % ab dem 7. Juni 1999 die Rede ist. Ab November 1999 finden sich in den Berichten des Hausarztes keine Angaben zur Arbeitsfähigkeit mehr, während das Spital Y.________ im März 2000 einen Arbeitsversuch vorgesehen hat, der schliesslich gescheitert resp. gar nicht angetreten worden ist. Von den Berichten des Spitals Z.________ geht einzig derjenige vom 18. August 2000 auf die Arbeitsfähigkeit ein und schätzt diese in einer leichten, rückenadaptierten Tätigkeit auf "mindestens" 50 %; der SUVA-Arzt Dr. med. S.________ geht dagegen im Bericht vom 1. September 2000 von einer vollständigen Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit aus. In Anbetracht aller Umstände ist vorliegend auf die Einschätzung des SUVA-Arztes Dr. med. S.________ abzustellen: Seine Ausführungen sind für die streitigen Belange umfassend, beruhen auf allseitigen Untersuchungen, berücksichtigen die geklagten Beschwerden und sind in Kenntnis aller Vorakten abgegeben worden; zudem sind sie in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sowie der medizinischen Situation einleuchtend und beinhalten begründete Schlussfolgerungen (BGE 125 V 352 Erw. 3a). Der Bericht des Spitals Z.________ vom 18. August 2000 spricht nicht gegen die Zuverlässigkeit dieser Einschätzung (vgl. BGE 125 V 253 Erw. 3b/ee), denn es erfolgt darin nur eine grobe Einschätzung der Arbeitsfähigkeit ("mindestens" 50 %), die zudem ohne Kenntnis der Vorakten ergangen ist, sodass sie auf einer unvollständigen - und insofern nicht korrekten - Grundlage beruht. Damit ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer in einer leidensangepassten Tätigkeit vollständig arbeitsfähig ist; weitere Abklärungen sind nicht nötig. 3.2 Streitig ist im Weitern die Höhe des Einkommens nach Eintritt der Invalidität (Invalideneinkommen). Die Vorinstanz hat auf die Lohnangaben gemäss den Blättern dokumentierter Arbeitsplätze (DAP) abgestellt und ein Invalideneinkommen von Fr. 41'600.- angenommen, was auch ungefähr den Tabellenlöhnen der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung entspreche. Der Versicherte ist demgegenüber der Auffassung, dass die von der SUVA vorgelegten DAP auf seine medizinischen Einschränkungen nicht genügend Rücksicht nähmen und bei Heranziehung der Zahlen der Lohnstrukturerhebung ein behinderungsbedingter Abzug von mehr als 25 % vorzunehmen sei; letztlich sei jedoch nur eine Tätigkeit im geschützten Bereich möglich. Gemäss den Ausführungen des SUVA-Arztes Dr. med. S.________ sind dem Beschwerdeführer leichte wechselbelastende Tätigkeiten in Industrie, Gewerbe und Administration ohne Heben und Tragen von Lasten über 10 kg zumutbar; nicht möglich sind schwere körperliche Arbeiten, rein stehende oder gehende Tätigkeiten, das Umhergehen in unebenem Gelände, das Arbeiten mit Zwangshaltung des Oberkörpers sowie das Besteigen von Leitern und Gerüsten. In Frage kommen Kontroll- und Überwachungsfunktionen, leichte - im Sitzen wie im Stehen durchführbare - industrielle Produktions- und Montagetätigkeiten, hausinterne Botengänge mit Gewichten bis 10 kg, Tätigkeiten in einem Kleinteilersatzteillager, Portierdienste sowie einfache administrative Tätigkeiten. Dem entsprechen die von der SUVA ins Recht gelegten Arbeitsplatzbeschriebe DAP Nr. 494 (Monteur), Nr. 583 (Betriebsarbeiter), Nr. 585 (Mitarbeiter Stanzerei) und Nr. 2614 (Wickler): Obwohl in einigen dieser Stellenbeschriebe länger dauerndes Stehen vorgesehen ist, liegen dennoch nicht rein stehende oder gehende Tätigkeiten vor; betreffend länger dauernden Sitzens besteht im Übrigen keine medizinische Einschränkung. Das notwendige vorgeneigte Sitzen und Stehen ist bei diesen Arbeiten nicht als limitierende Zwangshaltung (wie etwa bei einem zusammengekauert arbeitenden Handwerker) zu verstehen und verunmöglicht dem Versicherten die in den DAP beschriebenen Tätigkeiten nicht, wobei insbesondere zu berücksichtigen ist, dass an diesen Arbeitsstellen Pausen eingeschaltet werden können; im Übrigen sind dem Beschwerdeführer aus medizinischer Sicht leichte administrative Tätigkeiten zumutbar, welche die Notwendigkeit vorgeneigten Sitzens ebenfalls erfordern. Den medizinischen Einschränkungen entsprechen im Weiteren die DAP Nr. 746 (Nachbearbeitung) und Nr. 2651 (Abpacker), da trotz des länger dauernden Stehens (resp. Sitzens) keine rein stehende Tätigkeit vorliegt, welche zudem durch Pausen unterbrochen werden kann. Nicht zumutbar ist dagegen DAP Nr. 510 (Betriebsarbeiter), da das Besteigen von Leitern (wenn auch nur selten) notwendig ist, sodass diese Lohnangabe bei der Bemessung des Invalideneinkommens nicht berücksichtigt werden kann. Damit beträgt das massgebende Invalideneinkommen mindestens Fr. 42'972.90. Dies stimmt im Übrigen mit den Zahlen der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung 2000 überein, wobei der hier anwendbare Zentralwert für Männer im Anforderungsniveau 4 (einfache und repetitive Arbeiten) auf die im Jahr 2001 massgebende Wochenarbeitszeit von 41,7 Stunden (Die Volkswirtschaft 5/2003 S. 82 Tabelle B9.2) umzurechnen ist. Dies ergibt einen Jahresverdienst von Fr. 55'506.90, welcher der Lohnentwicklung für 2001 (1,8 %; Die Volkswirtschaft 5/2003 S. 83 Tabelle B10.2) anzupassen ist. Unter Annahme eines - hier allerdings nicht unbedingt nahe liegenden - behinderungsbedingten Abzuges von 25 % (BGE 126 V 80 Erw. 5b/cc) resultiert keine wesentliche Abweichung vom oben genannten Invalideneinkommen. Da das Einkommen vor Eintritt des Gesundheitsschadens (Valideneinkommen) aufgrund des zuletzt verdienten und der Lohnentwicklung angepassten (Die Volkswirtschaft 5/2003 S. 83 Tabelle B10.2 Zeile F) Lohnes vom Beschwerdeführer zu Recht nicht bestritten wird, ist der von Vorinstanz und SUVA festgesetzte Invaliditätsgrad in Höhe von 33,33 % nicht zu beanstanden.