Citation: 7B_287/2023 E. 3.5.1

3.5.1. Dass sich inhaltlich widersprechende Eingaben und Rechtsbegehren von Offizialverteidiger und Wahlverteidigerin inhaltlich zu koordinieren und entsprechend zu korrigieren sind und der Verfahrensleiter zudem verlangte, dass die Rechtsschriften der Wahlverteidigerin (insbesondere ihre Berufungserklärung vom 27. Juni 2022 und ihre Eingaben vom 21. September bzw. 9. November 2022) in der gerichtlich verfügten Verfahrenssprache abzufassen sind, hält vor dem Bundesrecht stand (Art. 3 Abs. 1-5 StBOG i.V.m. Art. 67 Abs. 1 StPO; s.a. Art. 399 StPO). Daran vermag auch der Umstand nichts zu ändern, dass die Strafjustizbehörden des Bundes gewisse Eingaben, insbesondere diverse Laieneingaben des Beschwerdeführers, aus Gründen der Prozessökonomie und der Kulanz mitunter zugelassen haben (vgl. Art. 3 Abs. 5 StBOG). Von einer "plötzlichen Praxisänderung" betreffend die mehrfach bestätigte Verfahrenssprache kann keine Rede sein (vgl. dazu oben, E. 3.3). Ebenso wenig liesse sich aus diesem Umstand ein bundesrechtlicher Anspruch des Beschwerdeführers bzw. seiner erbetenen Verteidigerin ableiten, dass sie im Berufungsverfahren unbeschränkt Eingaben auf Deutsch einreichen dürften. Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs oder des Rechts auf ein faires Verfahren ist dabei nicht ersichtlich, zumal der Beschwerdeführer neben einer deutschsprachigen und des Französischen mächtigen erbetenen Verteidigerin auch noch über einen französischsprachigen Offizialverteidiger verfügt und sowohl dem Beschwerdeführer als auch seiner Wahlverteidigerin nötigenfalls die Möglichkeit offen steht, Eingaben und Dokumente übersetzen zu lassen.