Citation: 4A_439/2020 E. 4.3

4.3. Die Beschwerdeführerin macht geltend, mit ihrer Argumentation, es sei nicht Aufgabe des Gerichts, Organisationmängel zu beheben, welche die Aktionäre anlässlich einer Universalversammlung selbst beseitigen könnten, mache die Vorinstanz die Stufenfolge gemäss Art. 731b OR praktisch obsolet, wenn jeder Gesellschaft unterstellt werde, sie könne jederzeit sämtliche Mängel mittels einer Universalversammlung beheben. Die theoretische Möglichkeit der Universalversammlung setze die Stufenfolge gemäss Art. 731b OR nicht ausser Kraft. Insbesondere dort, wo keine einfachen Beteiligungsverhältnisse bestünden und der Aktienbesitz zerstreut sei, überzeuge die Begründung der Vorinstanz in keiner Art und Weise. Die Vorinstanz stellte indessen nichts dahingehendes fest, dass im vorliegenden Fall keine einfachen Beteiligungsverhältnisse bestünden und der Aktienbesitz zerstreut sei. Vielmehr ging sie aufgrund der Vorbringen der Beschwerdeführerin selbst, wonach alle Aktionäre in Bezug auf ein opting out unterdessen einig seien, davon aus, es hätte im vorliegenden Fall eine Universalversammlung stattfinden können, um die bestehenden Organisationsmängel zu beheben. Damit ging sie nicht bloss von einer theoretischen Möglichkeit einer Universalversammlung aus, sondern schloss aufgrund der Aktenlage auf die konkrete Möglichkeit einer solchen, und traf damit eine für das Bundesgericht grundsätzlich verbindliche tatsächliche Feststellung (Art. 105 Abs. 1 BGG). Die Beschwerdeführerin erhebt gegen diese keine taugliche Sachverhaltsrüge im vorstehend (E. 2) umschriebenen Sinn, die es dem Bundesgericht erlauben könnte, davon abzuweichen. So bringt sie bloss vor, sie habe bereits im vorinstanzlichen Verfahren ausgeführt, die Gesellschaft sei "aus praktischen Gründen" nicht in der Lage gewesen, eine Universalversammlung durchzuführen; sodann sei ihr Aktionariat zersplittert und teilweise im Ausland ansässig und aus den Akten sei ersichtlich, dass die Zahl der Aktionäre, die einen Verzicht auf die eingeschränkte Revision abgegeben hätten, sich auf 23 belaufe, wobei Zustellungen aus der Schweiz, Deutschland und Thailand erfolgt seien. Damit beruft sie sich auf neue tatsächliche Elemente, die in den Sachverhaltsfeststellungen der Vorinstanz keine Stütze finden, ohne rechtsgenügend mit präzisen Aktenhinweisen aufzuzeigen, dass sie diese prozessrechtskonform ins vorinstanzliche Verfahren eingebracht hätte und die Vorinstanz diese unter Verletzung von Bundesrecht nicht berücksichtigt oder in willkürlicher Weise gewürdigt hätte. Sie kann daher damit nicht gehört werden.