Citation: 4A_412/2019 E. 3.2.3

3.2.3. Die Annahme der Vorinstanz, die Beschwerdeführerin sei fachkundig, vermag die Beschwerdeführerin nicht als willkürlich darzutun. Entgegen ihrer Ansicht ist es nicht per se willkürlich, bei der Beurteilung der Fachkunde der Beschwerdeführerin zu berücksichtigen, dass diese zu einer Unternehmensgruppe gehört, die bereits eine besonders hohe Anzahl von ähnlichen Filialen bauen lassen hat. Die Beschwerdeführerin bestreitet auch nicht, dass sie die Leitdetails, die als Grundlage für den Bau der zur Diskussion stehenden sieben Filialen dienten, von A.________ Deutschland erhalten habe. Dass es sich dabei um unterschiedliche juristische Personen handelt, hat auch die Vorinstanz nicht verkannt. Weshalb ihrer faktischen Betrachtungsweise bei der Frage der Fachkunde offensichtlich unhaltbar sein soll, ist weder dargetan noch ersichtlich. Zudem ist die Rüge der Beschwerdeführerin in Bezug auf die Fachkunde ihrer Bauabteilung rein appellatorisch, begnügt sie sich doch damit, auszuführen, dass in dieser Abteilung keine Baufachleute arbeiten würden. Dies widerspricht der vorinstanzlichen Feststellung, wonach (auch) fachkundige Personen in der Bauabteilung angestellt seien, ohne dass dargelegt wird, inwiefern diese Feststellung willkürlich sein soll. Darauf kann nicht eingetreten werden. Im Übrigen ist eine Verletzung des Verhandlungsgrundsatzes (Art. 55 ZPO) nicht ersichtlich, haben sich doch beide Parteien zur strittigen Tatsache des Fachwissens der Beschwerdeführerin geäussert. Eine diesbezügliche Erforschung des Sachverhaltes von Amtes wegen durch die Vorinstanz wird von der Beschwerdeführerin nicht dargetan. Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin ging die Vorinstanz nicht davon aus, die Beschwerdegegnerin habe nicht entsprechend den Regeln der Baukunde zu arbeiten. Im Gegenteil führte sie aus, die Beschwerdegegnerin habe grundsätzlich für die von ihr erbrachten Arbeiten einzustehen. Die Frage des Fachwissens sei nur dort von Bedeutung, wo die Beschwerdeführerin verbindliche Vorgaben gemacht habe. Die Ausführungen der Vorinstanz, wonach es sich bei den Baubeschreibungen und Leitdetails um derartige verbindliche Grundlagen handelt, sind angesichts der vertraglichen Abmachung der Parteien nachvollziehbar. Die dagegen gerichtete Rüge der Beschwerdeführerin geht fehl. Erstens setzt sie sich in unzulässiger Weise über die verbindlichen Feststellungen der Vorinstanz hinweg, indem sie etwa von einem niedrigen Detaillierungsgrad der Leitdetails und Pläne ausgeht. Zweitens sind entgegen ihrer Ansicht die Erwägungen der Vorinstanz zum Vertragsinhalt nachvollziehbar. Insbesondere mit Blick auf Ziff. 1.1 der Baubeschriebe, wonach allfällige Abweichungen von der Baubeschreibung und den dazugehörigen Anlagen die Zustimmung der Beschwerdeführerin bedürfen, und auf das verhältnismässig geringe Honorar durfte die Vorinstanz davon ausgehen, dass den von der Beschwerdeführerin gelieferten Baubeschreibungen und Leitdetails in gewisser Hinsicht ein verbindlicher Charakter zukommen. Dabei muss berücksichtigt werden, dass die Vorinstanz lediglich erwog, die Beschwerdegegnerin sei zur unveränderten Übernahme der fraglichen Leitdetails in die eigenen zu erstellenden Pläne nur berechtigt, sofern dies für eine bestimmte Filiale zweckmässig sei. Wie sie zutreffend erkannte, ist eine allgemeine Aussage zu den Pflichten der Beschwerdegegnerin zur Prüfung, Verbesserung und Abmahnung nicht möglich. Ob die Beschwerdegegnerin ihren Pflichten nachgekommen ist, ist folglich vielmehr in Zusammenhang mit den einzelnen geltend gemachten Mängeln zu prüfen.