Citation: 6B_1172/2021 E. 3.6.2

3.6.2. Die Vorinstanz setzt sich unter dem Aspekt der Bereicherungsabsicht eingehend mit dem Einwand der Beschwerdeführerin auseinander, alle fraglichen Bezüge seien in Verrechnung mit fälligen Gegenforderungen erfolgt. Im Einzelnen erwägt sie, dies sei erstmals im Rahmen des Strafverfahrens thematisiert worden. Für die Zeit vor dem 28. August 2013 finde sich in den Akten nicht der geringste Hinweis, dass die Beschwerdeführerin habe verrechnen wollen. Sie selbst habe ja auch bei der Polizei diesbezüglich deutlich angegeben, sie habe sich vielmehr ganz einfach an den auf ihr Konto überwiesenen Geldern bedient, an welchen gemäss ihren eigenen Angaben nach wie vor die C.________ GmbH wirtschaftlich berechtigt gewesen sei und welche für sie somit Treugut dargestellt hätten. Dies - so die Vorinstanz weiter - habe sie getan, wie wenn es ihre eigenen gewesen wären. Sie habe damit insbesondere keine fälligen Rechnungen für ihren administrativen Aufwand des Jahres 2013 bezahlt, da die entsprechende Rechnung erst am 1. Januar 2014 erstellt worden sei und darin auch zahlreiche Tätigkeiten nach dem 28. August 2013 aufgelistet seien. Zudem bestehe die begründete Vermutung, dass diese Rechnung ohnehin erst später erstellt worden sei. Gleiches gelte für die Abrechnung der Beschwerdeführerin "Administrativer Aufwand für die Tätigkeit von A.________", basierend auf einem Tätigkeitsbericht für das Jahr 2012, über total Fr. 21'826.50, datiert "01.01.2013". Zahlreiche Fakten sprächen dafür, dass die erwähnten Dokumente erst später im Hinblick auf die Erstellung einer Zwischenbilanz im Jahr 2015 erstellt worden seien, so primär der Punkt "Top 5" der von der Beschwerdeführerin selbst erstellten Aktennotiz einer Besprechung vom 9. April 2015. Sodann falle auf, dass die Beschwerdeführerin buchhaltungsrelevante Dokumente je nach Gutdünken erstellt habe, sei doch einmal mittels eines angeblichen Schreibens vom "01.01.2014" ein Betrag von Fr. 81'180.-- für das Jahr 2013 in Rechnung gestellt worden und hernach in völlig identischer Weise für das Jahr 2014. Sodann habe auch B.A.________ am 7. Mai 2015 dem Konkursamt Zug mitgeteilt, dass sich die Abrechnungen für die Jahre 2013-2015 nicht in den Buchhaltungsunterlagen des Buchhalters K.________ befänden. Zudem seien diese angeblichen Ausstände auch in der Bilanz der C.________ GmbH per 13. Oktober 2014 bzw. dem entsprechenden Entwurf nicht als solche erkenn- bzw. feststellbar aufgeführt worden, was deutlich werden lasse, dass zuvor auch nie eine Abrechnung erstellt worden sei und folglich auch keine verrechnungsfähige, fällige Forderung der Beschwerdeführerin bestanden habe. Auf jeden Fall fehlten jegliche Hinweise dafür, dass die Beschwerdeführerin bereits vor dem 28. August 2013 zutreffende Abrechnungen für Tätigkeiten in den Jahren 2012 und 2013, für die sie nicht schon entschädigt worden wäre, erstellt hätte. Somit sei aber auch unzweifelhaft erwiesen, dass vor diesem Datum nie auf irgendeine Art und Weise eine Verrechnung erklärt worden sei. Zusätzlich verweist die Vorinstanz auf die Erwägung der ersten Instanz, in der diese ihrerseits mit ausführlicher Begründung zum Schluss gelangt, dass die Beschwerdeführerin jedenfalls zwischen dem 9. und dem 28. August 2013 (noch) nicht die Absicht gehabt habe, ihre (mutmassliche) Hauptforderung - mithin die Abrechnungen betreffend die Jahre 2012 bis 2014 - mit dem fraglichen Betrag zu verrechnen.