Citation: 8C_94/2020 E. 7.3

7.3. Gemäss Ziff. 5 der Aufhebungsvereinbarung war die zusätzliche Abfindung u.a. für den Abschluss einer Krankentaggeldversicherung gedacht. Obschon der Versicherte in der Folge keine solche abschloss, erhielt er die gesamte Entschädigung ausbezahlt. Angesichts des angegebenen Verwendungszwecks ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass mit der zusätzlich vereinbarten Entschädigung eine allfällige bis zum Vertragsende auftretende Arbeitsunfähigkeit abgegolten werden sollte. Hätte die Arbeitgeberin die Entschädigung nicht für die Wegbedingung der Rechte nach Art. 336c Abs. 2 OR zugestehen wollen, hätte sie diese bereits im Kündigungsschreiben vom 18. Dezember 2017 auf Fr. 61'116.- festsetzen können. Es ist denn auch nicht ersichtlich, weshalb die Arbeitgeberin dem Versicherten zusätzlich Fr. 30'558.- hätte bezahlen sollen, obwohl die Aufhebungsvereinbarung im Vergleich zur zuvor erfolgten Kündigung am Zeitpunkt der Auflösung des Arbeitsverhältnisses nichts änderte. Mit Bezug auf den Betrag von Fr. 22'750.- ist daher der Arbeitsausfall gestützt auf Art. 11 Abs. 3 AVIG i.V.m. Art. 10h AVIV an die Leistungen der Arbeitgeberin anrechenbar. Dementsprechend stellt in diesem Umfang die Entschädigung der Arbeitgeberin keine freiwillige Leistung im Sinne von Art. 11a AVIG dar. Da der Versicherte aus dem Arbeitsverhältnis eine all seine Lohnansprüche deckende Entschädigung bis zum frühestmöglichen durch die Sperrfrist verlängerten Vertragsende vom 31. August 2018 erhielt, erlitt er keinen anrechenbaren Arbeitsausfall. Die Vorinstanz hat einen solchen und somit den Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung für die Monate Juli und August 2018 zu Unrecht bejaht, so dass die Beschwerde gutzuheissen ist. Demnach ist der kantonale Entscheid aufzuheben.