Citation: 5A_878/2023 E. 5.5

5.5. Mit diesen Vorbringen vermag die Beschwerdeführerin keine Verletzung verfassungsmässiger Rechte aufzuzeigen. Das Obergericht wandte die bundesgerichtliche Praxis zu pauschalen und unsubstanziierten Ausstandsbegehren zu Recht auf den vorliegenden Fall an. Die Beschwerdeführerin behauptet denn auch nicht, in Bezug auf konkrete Personen substanziiert Ausstandsgründe vorzubringen; vielmehr geht aus ihren Ausführungen hervor, dass sie die KESB als solche für befangen hält. Sodann beschlägt die Kritik der Beschwerdeführerin hauptsächlich die Rechtsanwendung durch die KESB, was grundsätzlich keinen Anschein der Befangenheit oder Voreingenommenheit zu erwecken vermag. Ebenso wenig kann die Beschwerdeführerin aus dem verlorenen Vertrauen im vorliegenden Kontext etwas zu ihren Gunsten ableiten. Auch die Tatsache, dass die KESB Strafanzeigen gegen die Beschwerdeführerin und deren Ehemann erstattet hat, ändert am Ergebnis nichts. Selbst wenn es der KESB letztlich um die Beachtung einer ihrer eigenen Verfügungen gegangen sein sollte, hat sie entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin nicht im Sinn der Rechtsprechung "in eigener Sache" gehandelt. Ausserdem behauptet die Beschwerdeführerin zu Recht nicht, die KESB sei von vornherein nicht berechtigt gewesen, eine vermutete Widerhandlung gegen eine von ihr selbst erlassene strafbewehrte Weisung zur Anzeige zu bringen. Selbst wenn die Staatsanwaltschaft das Strafverfahren schliesslich eingestellt hat, gibt es keinen Hinweis darauf, dass die KESB mit der Anzeige sachfremde Ziele verfolgt hätte. Nach dem Ausgeführten ist die Verneinung des Anscheins der Befangenheit bzw. Voreingenommenheit der KESB und damit die Abweisung des Begehrens, eine andere Behörde mit dem Fall zu betrauen, nicht zu beanstanden.