Citation: 1A.77/2006 27.06.2006 E. A

Am 11. April 2005 stellte die Staatsanwaltschaft Amsterdam ein Rechtshilfegesuch an die Schweiz. Darin wird Folgendes ausgeführt: Am 16. März 2004 habe das "Bureau Financieel Economische Recherche" der Amsterdamer Polizei ein Ermittlungsverfahren gegen A.________ eingeleitet. Dieser sei Anwalt und Experte im Steuerrecht. Er sei Anwalt verschiedener Grosskrimineller in Amsterdam. Er vertrete nicht nur deren Interessen als Anwalt, sondern beteilige sich auch an Geschäften und Transaktionen im kriminellen Bereich. So habe er sein Konto für kriminelle Transaktionen zur Verfügung gestellt. Abgehörte Telefongespräche und überwachte Faxberichte bestätigten, dass A.________ an Geldwäscherei beteiligt gewesen sei. Im Zusammenhang mit der Untersuchung gegen A.________ sei am 4. Februar 2005 ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren gegen B.________ eingeleitet worden. A.________ habe mit diesem mehrmals Kontakt gehabt wegen Investitionen in Liegenschaften. B.________ habe sich in den Jahren 2001 bis 2004 häufig mit der Einfuhr von Kokain über den Amsterdamer Flughafen "Schiphol" beschäftigt. Damit habe er sehr viel Geld verdient. Es bestehe der Verdacht, dass von B.________ stammendes kriminelles Geld mittels bargeldloser Überweisung von der Schweiz aus für den Erwerb von Immobilien in den Niederlanden benutzt worden sei. Bei dieser Überweisung, an der B.________ und A.________ beteiligt gewesen seien, sei ein auf den Namen der C.________ S.A. lautendes Konto bei der Bank D.________ in Zürich (im Folgenden: Bank) benutzt worden. In einem Gespräch vom 11. Januar 2005 zwischen A.________ und E.________, einem Angestellten der Bank, würden Geldbeträge von "267" und "320" genannt. Diese stimmten mit den Kaufsummen zweier Häuser in Amsterdam, nämlich F.________straat ... und G.________straat ..., überein. Beim Käufer handle es sich um H.________ B.V. Die einzige Gesellschafterin von H.________ B.V. sei die I.________ B.V., deren einziger Gesellschafter und Geschäftsführer B.________ sei. H.________ B.V. habe schon vorher das Haus J.________gracht ... in Amsterdam für 300'000 Euro gekauft. Aus dem überwachten Faxverkehr gehe hervor, dass auch dieser Geldstrom aus der Schweiz, und zwar von der C.________ S.A., stamme. Die Untersuchung habe ergeben, dass A.________ ein Privatkonto bei der Bank habe. Die Staatsanwaltschaft Amsterdam ersuchte um Ermittlung und Sperre dieses Kontos. Sie ersuchte ausserdem um Auskunft, ob B.________ Konten in der Schweiz und insbesondere bei der Bank habe. Bejahendenfalls verlangte sie die Sperre dieser Konten. Die Staatsanwaltschaft Amsterdam ersuchte ferner um Auskünfte (Angaben aus dem Handelsregister über Vorstandsmitglieder, Aktionäre sowie den Gegenstand des Unternehmens) über die C.________ S.A. und die Stiftung "K.________" oder "L.________" (phonetisch). Im Rechtshilfeersuchen wird ausgeführt, das niederländische Ermittlungsteam verfüge über eine Kontonummer der C.________ S.A. bei der Bank, nämlich Nr. 1. Ab diesem Konto seien Gelder für die Finanzierung von Immobilien in den Niederlanden geflossen. Die abgehörten Telefongespräche hätten ergeben, dass das Konto der C.________ S.A. offenbar von einer Stiftung namens "K.________" oder "L.________" durch Geldüberweisungen gespiesen werde. Die Staatsanwaltschaft Amsterdam ersuchte um Ermittlung und Sperre des Kontos der Stiftung "K.________" bzw. "L.________". Mit ergänzendem Rechtshilfeersuchen vom 22. April 2005 ersuchte die Staatsanwaltschaft Amsterdam darum, das Konto der C.________ S.A. bei der Bank am 25. April 2005 einzufrieren; ebenso Dokumente betreffend die Konten von A.________, der C.________ S.A. und der Stiftung "K.________" bzw. "L.________" von der Eröffnung bis zum 25. April 2005 zu beschlagnahmen.