Citation: 6B_645/2020 E. 1.3

1.3. Die Vorinstanz weist den Antrag auf Erstellung eines graphologischen Gutachtens zwecks Feststellung des Zeitpunkts, wann der Eintrag im "Vergissmeinnicht-Büchlein" (29. Juni: "Heute Nachmittag hatte er mich vergewaltigt! Und so sollte ich am Fest C.________ singen können!") gemacht wurde, nicht nur mit der Begründung ab, dies sei gemäss dem Forensischen Institut Zürich, Abteilung Handschriften, extrem schwierig und nur rund 6 Monate nach der Niederschrift überhaupt möglich, weil bis dahin noch Lösungsmittel nachgewiesen werden können. Der Beschwerdeführer verkennt, dass die Vorinstanz den Beweisantrag auch deshalb abweist, weil gemäss dem Forensischen Institut bei einem mit Bleistift geschriebenen Text eine Datierung von vornherein ausgeschlossen ist. Der betreffende Eintrag erfolgte mit Bleistift. Daher erweist sich der Einwand des Beschwerdeführers, die Vorinstanz übersehe, dass umgehend nach Einreichen des Büchleins durch die Beschwerdegegnerin 2 ein entsprechendes Gutachten in Auftrag hätte gegeben werden müssen, als unbehelflich. Die drei Kinder der Familie A.________ wurden im November 2015 einvernommen. Die Vorinstanz gibt ihre Aussagen, wonach sie ihren Vater nicht als gewalttätig darstellten, jedoch lautstarke verbale Streitigkeiten der Eltern schilderten, wieder. Weshalb die Kinder, die unbestrittenermassen zu den angeklagten Vorfällen keine Angaben machen können, erneut hätten befragt und die Akten des Massnahmen- und Scheidungsverfahrens mit den dort gemachten Aussagen der Kinder hätten beigezogen werden müssen, ist nicht ersichtlich. Zu Recht hält die Vorinstanz fest, für die zu beurteilenden Vorwürfe sei irrelevant, bei welchem Elternteil die Kinder aus welchen Gründen lieber wohnen möchten. Die Vorinstanz weist den Antrag auf eine forensisch-psychiatrische Begutachtung der Beschwerdegegnerin 2 mit der zutreffenden Begründung ab, aus den zahlreichen Berichten der Ärzte würden keine Indizien für eine psychische Störung der Beschwerdegegnerin 2 hervorgehen. Schliesslich weist sie den Beizug der Scheidungsakten mit überzeugender Begründung ab. Die Vorinstanz durfte ohne den Anspruch auf rechtliches Gehör des Beschwerdeführers oder den Untersuchungsgrundsatz zu verletzen, in zulässiger antizipierter Beweiswürdigung auf die Abnahme verzichten. Die im Zusammenhang mit den unterlassenen Beweisabnahmen erhobenen Rügen erweisen sich als unbegründet.