Citation: 2C_167/2017 E. 2.3

2.3. Das Bundesverwaltungsgericht hat die Rechtslage sowie die dazu ergangene bundesgerichtliche Rechtsprechung zutreffend wiedergegeben. Ebenso hat sich die Vorinstanz mit den Vorbringen der Beschwerdeführerin ausführlich und in nachvollziehbarer Weise auseinandergesetzt und ist dabei zum Schluss gelangt, dass die Beschwerdeführerin weder von relevanter psychischer Gewalt betroffen war, noch im Falle einer Rückkehr in den Kosovo mit unüberbrückbaren Schwierigkeiten konfrontiert wäre: Hinsichtlich der behaupteten psychischen Gewalt seien die Ausführungen der Beschwerdeführerin allgemein gehalten und weder substantiiert noch hinreichend konkretisiert. Inwiefern die Beschwerdeführerin systematisch kontrolliert und unter Druck gesetzt worden sei, den Schwiegereltern als Dienstmädchen zur Verfügung zu stehen, bleibe sowohl aufgrund ihrer Vorbringen als auch der weiteren Akten unklar. Aus den psychotherapeutischen Berichten ginge hervor, dass sie unter der Trennung von ihrem Mann leide und durch den negativen Bewilligungsentscheid des SEM stark belastet werde, da sie sich nicht vorstellen könne, in den Kosovo zurückzukehren. Hingegen deuteten die Therapieberichte gerade nicht darauf hin, dass das Verhalten der Schwiegereltern als psychische Gewalt zu qualifizieren sei, welche mit Hilfe der Therapie bewältigt werden sollte. Im Weitern sei es nur schwer vorstellbar, dass die Beschwerdeführerin stets überwacht worden sei, zumal sie gemäss ihren eigenen Angaben von Februar 2014 bis Dezember 2014 einen Intensiv-Deutschkurs bei der Migros-Klubschule in Bern besucht habe; dies sei vielmehr als Hinweis darauf zu werten, dass sie in einer Umgebung gelebt habe, in der ihr die Integration ermöglicht worden sei. Auch die Behauptung, sie habe keine Erwerbstätigkeit ausüben dürfen, sei zu relativieren: So habe der Ehemann bei einer amtlichen Befragung angegeben, er wolle nicht, dass seine Gattin als Putzfrau arbeite, sondern dass diese eine anständige Ausbildung absolviere. Diese Angaben erschienen vor dem Hintergrund des von der Beschwerdeführerin besuchten Intensiv-Deutschkurses als glaubhaft und plausibel. Dass der Ehemann aus dem gemeinsamen Urlaub im Kosovo alleine in die Schweiz zurückgekehrt sei, stelle für die Beschwerdeführerin zwar sicher ein belastendes Ereignis dar, doch sei es ihr unbenommen und schliesslich auch ohne Weiteres möglich gewesen, ebenfalls zurück in die Schweiz zu reisen. Sodann sei vorliegend keine Gefährdung der Wiedereingliederung in der Heimat zu erkennen: Die kinderlose und erst 24-jährige Beschwerdeführerin lebe erst seit kurzer Zeit in der Schweiz, wogegen sie ihr ganzes übriges Leben im Kosovo verbracht und dort vor ihrer Heirat in Pristina Jura studiert und in einem Verkaufsgeschäft gearbeitet habe. Ihre Behauptungen betreffend Gefährdung durch die Familie des Ehemanns bzw. bezüglich der fehlenden Unterstützung durch die eigene Familie würden weder näher ausgeführt noch in irgendeiner Weise belegt. Im Übrigen sei festzuhalten, dass einerseits die Sicherheitsbehörden im Kosovo schutzwillig und weitgehend auch schutzfähig seien und andererseits ein absoluter Schutz auch in der Schweiz nicht gewährleistet sei. Die ambulante psychotherapeutische Behandlung der Beschwerdeführerin, welche vor allem mit dem Verlust von Lebensperspektiven in der Schweiz und der drohenden Wegweisung, nicht aber mit einer vorbestehenden schweren Erkrankung in Zusammenhang stünde, sei grundsätzlich auch im Kosovo möglich, sofern sich die Situation nach der Rückkehr und dem Wegfall der Ungewissheit nach einer Eingewöhnungsphase nicht ohnehin verbessere.