Citation: 6B_180/2023 E. 2.5

2.5. Der Beschwerdeführer überquerte in einer Rechtskurve eine Sicherheitslinie und ging damit unter Verletzung elementarer Verkehrsregeln das hohe Risiko eines Unfalls mit Schwerverletzten oder Todesopfern ein. Daran ändert nichts, dass bei der Einleitung des Manövers kein Gegenverkehr erkennbar war (vgl. Urteil 6B_246/2021 vom 8. Juni 2022 E. 3.4). Die Vorinstanz berücksichtigt zu Recht, dass entgegenkommender Verkehr aufgrund der strassenbaulichen Situation keine Ausweichmöglichkeit hatte. Ein vernünftiges Motiv für die Fahrweise des Beschwerdeführers ist nicht ansatzweise erkennbar. Sein Überholmanöver kann nur als unsinnig bezeichnet werden. Er handelte mit Wissen und Willen und damit vorsätzlich. Er ist ein hohes Risiko eines Unfalls mit Schwerverletzten oder Todesopfern eingegangen. Eine konkrete Gefährdung der Gesundheit oder des Lebens Dritter ist hingegen nicht erforderlich (Urteil 6B_698/2017 vom 13. Oktober 2017 E. 5.2). Nach dem Gesagten qualifiziert die Vorinstanz das Überholmanöver zu Recht als waghalsig im Sinne von Art. 90 Abs. 3 SVG.