Citation: 8C_765/2014 E. 8.2

8.2. Seit Mai 2008 absolvierte der Versicherte eine Traumatherapie bei Dr. phil. T.________, der im Bericht vom 30. Oktober 2008 eine posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1) diagnostizierte. Im Gutachten des Zentrums F.________ vom 18. November 2010 wurde als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung angegeben (vgl. Sachverhalt lit. A). Weiter wurde ausgeführt, die psychische Störung stehe im gesamten Beschwerdebild ganz im Vordergrund; sie sei verantwortlich für die erhebliche Diskrepanz zwischen den subjektiv geklagten Beschwerden und dem objektivierbaren Befund, der unauffällig sei; auch sei sie zuständig für die Selbstlimitierung und Behindertenüberzeugung des Versicherten mit Vermeidungsverhalten. Die Psychiaterin Frau Dr. phil. U.________ legte in der Aktenstellungnahme vom 21. April 2011 zwar dar, im Gutachten des Zentrums F.________ vom 18. November 2010 seien die psychische Symptomatik nicht ausreichend differenzialdiagnostisch geklärt und die daraus resultierenden Leistungseinschränkungen nicht ausreichend in Art und Ausmass herausgearbeitet worden; differenzialdiagnostisch hätte man zumindest erwartet, die Frage einer dissoziativen Störung oder auch einer Somatisierungsstörung aufzuwerfen. Diese Kritik reicht indessen nicht aus, um vom Gutachten des Zentrums F.________ abzuweichen, zumal Frau Dr. phil. U.________ gleichzeitig ausführte, die darin gestellten Diagnosen einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung unter Verweis auf die akzentuierten Persönlichkeitszüge seien nachvollziehbar. Unter den gegebenen Umständen kann nicht davon ausgegangen werden, dass die psychischen Befunde beim Versicherten bei Fallabschluss per 29. Februar 2012 lediglich Teil des (grundsätzlich gleichwertigen) Gemenges physischer und psychischer Symptome bildeten, wie es auch die auf schleudertraumaähnliche Unfallmechanismen zurückzuführenden Verletzungsbilder kennzeichnet (BGE 134 V 109 E. 9.5 S. 126). Vielmehr lag ein eigenständiges psychisches Geschehen vor, das die übrigen Gesundheitsstörungen im gesamten Verlauf eindeutig dominierte. Demnach ist die adäquate Unfallkausalität des Beschwerdebildes nach der Praxis zu den psychischen Unfallfolgen - folglich unter Ausschluss psychischer Aspekte des Gesundheitsschadens - zu prüfen (BGE 115 V 133 ff.; SVR 2013 UV Nr. 3 S. 7 E. 5.2 Ingress [8C_398/2012], 2009 UV Nr. 49 S. 173 E. 4.2 [8C_957/2008]).