Citation: 7B_13/2021 E. 3.5.3

3.5.3. Mit dieser Rüge dringt der Beschwerdeführer ebenfalls nicht durch. Die Vorinstanz erwägt zutreffend, der Angriff mit der Mistgabel habe zwar beim Beschwerdeführer immer noch nachgewirkt, als er den Schuss abgegeben habe. In diesem Moment sei er emotional aufgewühlt gewesen und habe die auf seinen Bauernhof eingedrungenen Personen unbedingt vertreiben wollen. Die Notwehrlage, die durch den Angriff mit der Mistgabel ausgelöst wurde, war jedoch bereits beendet. Einzig die Notwehrlage durch den andauernden Angriff gegen das Hausrecht des Beschwerdeführers bestand im Zeitpunkt der Schussabgabe fort (siehe E. 3.4 oben). Diese war jedoch qualitativ nicht ausreichend, um die Aufregung oder Bestürzung des Beschwerdeführers bei objektiver Betrachtung als entschuldbar erscheinen zu lassen. Zudem stellte diese Situation keine Gefahr für Leib und Leben des Beschwerdeführers dar. Der Beschwerdeführer hat sein Recht auf Notwehr erheblich überschritten, indem er unvermittelt und unkontrolliert mit Schrotmunition auf die nur wenige Meter entfernten Personen geschossen hat. Entsprechend schwerwiegend müsste seine Aufregung oder Bestürzung gewesen sein, damit ihm zugestanden werden könnte, ihm sei es nicht möglich gewesen, besonnen und verantwortlich, etwa mit einem Warnschuss, zu reagieren. Wie die Vorinstanz verbindlich erkennt, ging es dem Beschwerdeführer wesentlich darum, den verbleibenden Personen - wie schon dem in den Rübenkeller eingesperrten Beschwerdegegner 2 - eine Lektion zu erteilen. Er hatte sich vorbereitet, von Beginn weg bewaffnet, verkündet, es werde nicht auf Kopfhöhe, sondern nur gegen die Beine geschossen, und sich schiessfreudig gezeigt. Das Gewehr lud er bewusst mit Hasenschrotpatronen mit einem Durchmesser von 3.5 mm pro Schrot (bis dahin war das Gewehr mit Gummischrotpatronen geladen gewesen), als er bemerkte, dass sich weiterhin Personen auf seinem Hof befanden. Die Vorinstanz schliesst aufgrund dieser Umstände im Rahmen des ihr zustehenden Ermessens in nicht zu beanstandender Weise darauf, der Beschwerdeführer habe nicht in entschuldbarer Aufregung oder Bestürzung gehandelt, als er den unkontrollierten Schuss mit Schrotmunition auf die Personen abgab, die beim Hoflader Deckung suchten.