Citation: 6B_1493/2022 E. 3.2.1

3.2.1. Die Vorinstanz verneint einen schweren persönlichen Härtefall. Sie erwägt, der 1974 geborene Beschwerdeführer lebe seit 1991 in der Schweiz und habe hier zwei Asylanträge gestellt, die abgewiesen worden seien. Er spreche auch nach 30 Jahren nur sehr gebrochen Deutsch. Von 1992 bis zu einem Unfall 2001 sei er an verschiedenen Arbeitsstellen tätig gewesen, später als Hilfsarbeiter und als Chauffeur. Er arbeite im Rahmen seiner Resteinsatzfähigkeit zu 60 % bei einer Metallbaufirma in U.________. Der Beschwerdeführer habe in der Schweiz keine Kollegen und auch von der Familie habe ihn im Gefängnis niemand besucht. Bisherige Kollegen seien im Wesentlichen dem Drogenmilieu zuzuordnen. Nach eigenen Angaben wolle er sich künftig zurückziehen. Eine besonders intensive, nachhaltige berufliche Integration liege nicht vor, zumal der Beschwerdeführer ausser einer Anlehre als Koch über keine berufliche Ausbildung verfüge. Auch die privaten Beziehungen des Beschwerdeführers vermöchten keinen Härtefall zu begründen. Er lebe bei seiner Schwester und deren Ehemann. Ebenso lebten ein Onkel und eine Tante in der Schweiz. Besonders intensive Beziehungen seien aber weder ersichtlich noch dargetan. Ohnehin handle es sich bei den genannten Personen nicht um die Kernfamilie des Beschwerdeführers im Sinne von Art. 8 EMRK. Der Rest der Familie lebe in der Welt verstreut, unter anderem in Sri Lanka, Kanada und England. Eine feste und auf Dauer angelegte Partnerschaft bestehe nicht. Somit sei trotz der langen Aufenthaltsdauer des Beschwerdeführers in persönlicher, gesellschaftlicher oder beruflicher Hinsicht keine für einen besonderen Härtefall ausreichende Integration festzustellen. Von besonders intensiven Bindungen könne keine Rede sein. Die Resozialisierungschancen und Besserungsaussichten in der Schweiz seien nicht intakt. Die Vorinstanz verweist in diesem Zusammenhang auf ihre Erwägungen zur Legalprognose im Rahmen der Strafzumessung. Demnach wurde der Beschwerdeführer am 30. März 2017 aufgrund des Verkaufs von 610 Gramm Kokain innert zwei Jahren wegen mehrfachen gewerbsmässigen Verbrechens gegen das BetmG zu 39 Monaten Freiheitsstrafe verurteilt. Am 21. Mai 2019 wurde er bedingt entlassen. Die im vorliegenden Verfahren beurteilten Betäubungsmitteldelikte beging er zwischen August 2020 und Januar 2021. Die Reintegration im Heimatland sei dem Beschwerdeführer im Hinblick auf die in der Schweiz ausgeübten Tätigkeiten möglich und zumutbar, so die Vorinstanz weiter. Er habe bis zu seinem 17. Altersjahr in Sri Lanka gelebt und sei mit den dortigen Lebensumständen sowie mit der Sprache vertraut. Da seine Mutter weiterhin in Sri Lanka lebe, sei zumindest dieser Kontakt noch vorhanden und könne sich der Beschwerdeführer in der Heimat wiedereingliedern. Die geltend gemachten medizinischen Gründe würden unter dem Gesichtspunkt von Art. 3 EMRK einer Rückkehr nicht entgegenstehen. Dem Beschwerdeführer drohe keine ernste, rasche und unwiederbringliche Verschlechterung seines Gesundheitszustandes, die zu einem intensiven Leiden oder einer erheblichen Verkürzung seiner Lebenserwartung führen würde. Der Beschwerdeführer könne seiner Depression offenbar medikamentös entgegenwirken; einen Psychologen besuche er nur punktuell. Die medizinische Versorgung sei auch in Sri Lanka gewährleistet.