Citation: H 184/05 04.07.2006 E. 5

5.1 Nach ständiger Rechtsprechung ist nicht jede Verletzung der öffentlichrechtlichen Aufgaben der Arbeitgeberin als Institution der Versicherungsdurchführung ohne weiteres ein qualifiziertes Verschulden ihrer Organe im Sinne von Art. 52 AHVG zu werten. Das absichtliche oder grobfahrlässige Missachten von Vorschriften verlangt vielmehr einen Normverstoss von einer gewissen Schwere. Dagegen kann beispielsweise die relativ kurze Dauer des Beitragsausstandes sprechen, wobei aber immer eine Würdigung sämtlicher konkreten Umstände des Einzelfalles Platz zu greifen hat. Die Frage der Dauer des Normverstosses ist somit ein Beurteilungskriterium, welches im Rahmen der Gesamtwürdigung zu berücksichtigen ist und im Sinne der Rechtsprechung zu den Entlastungsgründen zur Verneinung der Schadenersatzpflicht führen kann (BGE 121 V 244 Erw. 4b mit Hinweisen). 5.2 Der Beschwerdeführer wurde anlässlich der ausserordentlichen Gesellschafterversammlung vom 30. August 2002 per 30. September 2002 seines Amtes als Geschäftsführer enthoben und sofort freigestellt. Während seiner Geschäftsführertätigkeit blieb lediglich die Rechnung für das 2. Quartal 2002 vom 10. Juni 2002, fällig per 10. Juli 2002 (Art. 34 Abs. 3 AHVV), unbezahlt. Aus den Akten sind bis zu seinem Ausscheiden als Geschäftsführer weder Mahnungen noch Betreibungen ersichtlich. Trotz der negativen Saldi bei der Bank X.________ und der Bank Y.________ verfügte das Unternehmen zu diesem Zeitpunkt noch über genügend liquide Mittel bei der Bank Z.________ (vgl. die entsprechenden Bankauszüge). Der Beschwerdeführer musste somit im massgebenden Zeitpunkt nicht damit rechnen, dass das Unternehmen in absehbarer Zeit in Konkurs geraten und seine Verpflichtungen nicht mehr erfüllen können würde. Nach dem Gesagten kann ihm somit einzig vorgeworfen werden, dass er in der Zeit nach Fälligkeit der Beiträge des 2. Quartals 2002 (10. Juli 2002) bis zu seinem Ausscheiden als Geschäftsführer am 30. August 2002 nicht für deren Bezahlung gesorgt hat. Dieses Verhalten ist in Würdigung der gesamten Umstände als leichtes, nicht aber als qualifiziertes Verschulden zu werten, weshalb eine Haftung für Schadenersatz nach Art. 52 AHVG entfällt (vgl. Urteil S. vom 5. Oktober 2000, H 210/99).