Citation: 6B_748/2017 E. 1.3

1.3. Die Vorinstanz erwägt zusammengefasst, der Beschwerdeführer habe in den Abrechnungsformularen (Fragebogen für Konzerte / konzertähnliche Darbietungen) zuhanden der Beschwerdegegnerin 2 wissentlich und willentlich falsche Angaben gemacht, indem er die ihm bekannten Zahlen der Schlussabrechnungen der G.________ AG ignoriert und stattdessen zu tiefe Ticketeinnahmen angegeben habe. Die Beschwerdegegnerin 2 habe von den B.________-Gesellschaften und der D.________ GmbH in der Folge in Unkenntnis der tatsächlichen Bruttoeinnahmen Urheberrechtsentschädigungen von insgesamt mindestens Fr. 504'598.10 nicht eingefordert (angefochtenes Urteil S. 56 ff.). Der Beschwerdeführer sei verpflichtet gewesen, der Beschwerdegegnerin 2 die Bruttoeinnahmen aus dem Verkauf von Billetten und Abonnementen zu melden, inklusive derjenigen von externen Billettverkaufsstellen oder anderen Vermittlern. Indem er in seinen Abrechnungen trotz vertraglicher Verpflichtung jeweils nicht die gesamten Brutto-Ticketeinnahmen, sondern einen wesentlich darunter liegenden Betrag genannt habe, habe er den Anschein erweckt, es handle sich um die ganze Wahrheit und er habe die Beschwerdegegnerin 2 mittels der falschen Angaben durch Unterdrücken von Tatsachen konkludent getäuscht (angefochtenes Urteil S. 58 und 62). Die Täuschung sei arglistig gewesen. Zwischen dem Beschwerdeführer und der Beschwerdegegnerin 2 habe eine fast dreissigjährige Zusammenarbeit bestanden. Während dieser Zeit sei nie eine Buchprüfung oder eine andere Überprüfung der durch den Beschwerdeführer gemeldeten Zahlen erfolgt. Differenzen und Diskussionen habe es um die Einreichung der Deklarationen an sich sowie um die Begleichung der Schulden gegeben. Das Vertrauensverhältnis bezüglich der Richtigkeit und Vollständigkeit der vom Beschwerdeführer gelieferten Zahlen sei im tatrelevanten Zeitraum jedoch nie erschüttert worden und die Beschwerdegegnerin 2 habe sich erst kurz vor der Konkurseröffnung veranlasst gesehen, diese Angaben des Beschwerdeführers in Zweifel zu ziehen. Der Beschwerdegegnerin 2 seien zwar gewisse - wenn auch limitierte - Mittel zur Verfügung gestanden, um im Verdachtsfall eine vertiefte Überprüfung der Angaben des Beschwerdeführers vorzunehmen. Angesichts der Vielzahl der von ihr zu fakturierenden Anlässen pro Jahr sei es ihr jedoch nicht zumutbar gewesen, flächendeckende Kontrollen durchzuführen. Angesichts der riesigen Masse an zu fakturierenden Musikveranstaltungen durch die Beschwerdegegnerin 2 müsse eine systematische Überprüfung der ihr vom Beschwerdeführer eingereichten Fragebogen als unverhältnismässig beurteilt werden, zumal der Beschwerdeführer seit mehr als zwanzig Jahren in einer engen Geschäftsbeziehung zur Beschwerdegegnerin 2 gestanden sei. Dieser habe in rund 50% der Fälle durchaus auch korrekt ausgefüllte Fragebogen eingereicht, so dass es einzig dem Zufall zuzuschreiben gewesen wäre, wenn die Beschwerdegegnerin 2 bei Stichproben einen fehlerhaften Fragebogen entdeckt hätte. Im Übrigen hätte erst eine flächendeckende Kontrolle das Ausmass und das systematische Vorgehen des Beschwerdeführers ans Licht gebracht, wie es im Zuge des Konkurses der Veranstaltergesellschaften alsdann der Fall gewesen sei. Der Beschwerdeführer habe sich infolge der fast dreissigjährigen engen Geschäftsbeziehung mit der Beschwerdegegnerin 2 darauf verlassen können und sich auch tatsächlich darauf verlassen, dass diese die von ihm eingereichten Zahlen usanzgemäss und infolge des Fehlens von konkreten Verdachtsmomenten nicht überprüfen werde. Seitens der Beschwerdegegnerin 2 hätten trotz der vom Beschwerdeführer in den letzten Jahren offengelegten Zahlungsschwierigkeiten keine Anhaltspunkte bestanden, wonach sich bezüglich der Richtigkeit seiner gemeldeten Zahlen Abklärungen aufgedrängt hätten. Im Übrigen sei davon auszugehen, dass eine Buchprüfung angesichts der regelmässig seitens des Beschwerdeführers viel zu spät erfolgten Abrechnungen gegenüber der Beschwerdegegnerin 2 und der ebenfalls regelmässig verspäteten Rechnungslegung der B.B.________ GmbH ins Leere geführt hätte. Ein rechtlicher Anspruch der Beschwerdegegnerin 2 auf direkte Auskunft seitens der G.________ AG habe mangels einer vertraglichen Beziehung nicht bestanden (angefochtenes Urteil E. 3.2.2 S. 62-64).