Citation: 9C_370/2024 E. 5.1

5.1. Es steht vorliegend fest und ist unbestritten, dass die absolute Verjährung für die Steuerperioden 2010 bis 2013 bereits eingetreten ist, während für die noch streitigen Jahre 2014 und 2015 diese Frist noch läuft. Demgegenüber wäre gemäss den insoweit letztinstanzlich ebenfalls unbestritten gebliebenen vorinstanzlichen Erwägungen bei einer Anwendbarkeit der Fünfjahresfrist gemäss Art. 42 Abs. 1 MWSTG die relative Verjährung bereits eingetreten. Das Bundesverwaltungsgericht hat jedoch erwogen, der Beschwerdeführer habe mit seinem Verhalten den objektiven Straftatbestand des Art. 14 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 22. März 1974 über das Verwaltungsstrafrecht (VStrR; SR 313.0) erfüllt. Damit betrage die relative Verjährungsfrist in Anwendung von Art. 105 Abs. 1 lit. e MWSTG (in der bis 31. Dezember 2017 gültig gewesenen Fassung; vgl. auch Art. 105 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 MWSTG in der seit dem 1. Januar 2018 geltend Fassung) nicht wie in Art. 42 Abs. 1 MWSTG vorgesehen, fünf, sondern sieben Jahre. Diese siebenjährige Frist habe die Beschwerdegegnerin mit ihrer Leistungsverfügung vom 25. Oktober 2021 rechtzeitig unterbrochen, weshalb die noch streitigen Forderungen nicht verjährt seien. Der Beschwerdeführer rügt, die vorinstanzliche Argumentation sei in verschiedener Hinsicht bundesrechtswidrig. Zu prüfen ist vorab sein Einwand, er habe den objektiven Tatbestand des Art. 14 Abs. 2 VStrR nicht erfüllt; trifft dieser Einwand zu, bleibt es im Vorneherein bei der Anwendbarkeit der Fünfjahresfrist des Art. 42 Abs. 1 MWSTG, womit die noch streitigen Forderungen ebenfalls verjährt wären.