Citation: I 125/99 19.04.2000 E. 2

2.- Vorliegend ist unbestritten, dass organische Be- funde die Kniebeschwerden des Beschwerdeführers nicht zu erklären vermögen. Streitig ist hingegen die Frage, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Auswirkungen auf die Ar- beits- und Erwerbsfähigkeit vorliegt und ob für die Beant- wortung dieser Frage auf das MEDAS-Gutachten vom 20. Dezem- ber 1996 abgestellt werden kann, was die Vorinstanz bejaht, der Beschwerdeführer gestützt auf das medizinische Gutach- ten des Spitals X.________ vom 9. April 1997 und das psychiatrische Privatgutachten vom Oktober 1997 dagegen verneint. a) Der psychiatrische Gutachter der MEDAS, Dr. med. V.________, diagnostizierte beim Beschwerdeführer eine aggravierte somatoforme Schmerzstörung (ICD-10; F68.0/F45.4) bei einer soziopathischen, reizbaren un querulatorischen Persönlichkeit (ICD-10;F60.0/60.2/60.3). Diese psychogene Störung erreiche jedoch nicht ein solches Ausmass, dass sie die Arbeitsfähigkeit des Betroffenen beeinträchtigen würde (S. 8 und 10 des Gutachtens). b) Gemäss dem Gutachten des Spitals X.________ vom 9. April 1997 können die Gelenkbeschwerden als somatische Symptome einer Depression interpretiert werden, da der Patient über multiple psychische Beschwerden wie vermehrte Müdigkeit, Lustlosigkeit, allgemeines Leeregefühl, gele- gentliches Auftreten von Suizidgedanken klage. Auffällig sei, dass er sich gerade in der Zeit der ersten Symptome nach dem Zeckenbiss (September 1993) in psychiatrischer Abklärung befand (Dr. med. N.________), diese allerdings nach drei Sitzungen wieder abgebrochen habe, sodass dort eine schlüssige Beurteilung nicht möglich gewesen sei. Eine psychogene Ursache der Beschwerden und insbesondere eine psychogene Ursache der Chronifizierung sei deshalb in Be- tracht zu ziehen (S. 8 des Gutachtens). c) Der psychiatrische Privatgutachter, Dr. med. B.________, diagnostizierte eine tiefgreifende, gemischte Persönlichkeitsstörung mit paranoiden, dissozialen und emotional-instabilen Anteilen (ICD-10:F61.0) und als Sekundärphänomen eine mittelschwere depressive Episode (ICD-10:F32.1) sowie die Fixierung auf körperliche Schmerzen (anhaltende somatoforme Schmerzstörung; ICD-10:F45.4). Diese erheblichen Störungen bestünden bereits seit Jahren und dekompensierten 1993 in eine "somatoforme Schonhaltung". Zudem manifestierten sie sich in einer schweren sozialen Anpassungsstörung mit starker Behinderung und wesentlicher Einschränkung der Erlebnis- und Gestaltungsfähigkeit (depressive Alteration, kognitiv- konzentrative Leistungseinbussen, somatoforme Störung im Rahmen eines chronischen projektiv-wahnhaften Schmerz- syndroms), welche eine mindestens 80 %ige Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit veranschlagen liesse (S. 9./12 des Gut- achtens).