Citation: 7B_283/2022 E. 2.4.5

2.4.5. Vergleichbare Elemente wie im vorliegenden Fall finden sich auch im Sachverhalt, den das Bundesgericht im Urteil 6B_818/2015 vom 8. Februar 2016 E. 3.3 zu beurteilen hatte. Dort wurde das zierliche, körperlich gänzlich unterlegene, noch dazu an Armen und Beinen gefesselte Opfer mehrfach und immer länger mit dem Gesicht ins Kissen respektive die Matratze gedrückt und auch am Hals gehalten. Dazu setzte sich der Täter auf den Rücken des Opfers und traktierte es mit Fäusten und einem Werkzeug. Auch vorliegend kam es nebst dem wiederholten Verlegen der Atemwege zu Schlägen gegen die Beschwerdeführerin, welche kräftemässig eindeutig im Nachteil war. In der Gesamtbetrachtung muss die Schlussfolgerung des zitierten Urteils vorliegend dieselbe sein: Der Beschwerdegegner 2 hatte das Geschehen nicht mehr unter Kontrolle und konnte nicht voraussehen, ob sein Handeln in seiner Dauer und Intensität zum Tod der Beschwerdeführerin führen würde. Der Todeseintritt war letztlich vom Zufall abhängig, womit Eventualvorsatz zu bejahen ist.