Citation: 6B_3/2021 E. 4.4.1

4.4.1. Die vorinstanzlich für die Kostenauflage angeführten Gründe beanstandet die Beschwerdeführerin vor Bundesgericht nur teilweise. Namentlich rügt sie nicht, dass ihr wegen des Vorwurfs der Misswirtschaft Verfahrenskosten auferlegt wurden. Was sie gegen die durch die Vorinstanz geschützte teilweise Kostenauflage für die Strafuntersuchung wegen Verstössen gegen das AHVG und das BVG vorbringt, vermag nicht zu überzeugen. Gestützt auf die Verfügung der SVA Zürich vom 26. Juli 2019 stellt die Vorinstanz verbindlich fest, dass die Beschwerdeführerin Arbeitgeberbeiträge vom Lohn ihrer Arbeitnehmerinnen abzog, diese aber nur sehr unvollständig an die SVA Zürich weiterleitete. Darin erkennt die Vorinstanz zu Recht einen hinreichend klaren Verstoss gegen die Pflichten zur Weiterleitung der Sozialversicherungsbeiträge gemäss Art. 14 Abs. 1 AHVG. Die ausbleibenden Zahlungen waren nicht einzig auf kurzfristige Liquiditätssengpässe zurückzuführen. Vielmehr wurden Beiträge über Jahre nicht beglichen, und die Beschwerdeführerin bestritt nie, von ihrer Beitragspflicht gewusst zu haben. Vor diesem Hintergrund muss davon ausgegangen werden, dass die Beschwerdeführerin ihre Beitragspflicht zumindest grobfahrlässig verletzt hat (vgl. Urteil 9C_313/2021 vom 8. November 2021 E. 3.2.2 mit Hinweisen). Bezüglich der Beiträge an die Einrichtung der beruflichen Vorsorge führt die Vorinstanz gestützt auf eine Verfügung und ein Schreiben der Stiftung H.________ aus, dass die Beschwerdeführerin über mehrere Jahre nur einen Bruchteil der geschuldeten Beiträge an die zuständige Vorsorgeeinrichtung bezahlt hatte. Es ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz hierin einen schuldhaften Verstoss gegen Art. 66 Abs. 2 und 4 BVG erblickt. Dieses Verhalten der Beschwerdeführerin war ohne Weiteres geeignet, einen hinreichenden Tatverdacht wegen Verstössen gegen die Strafbestimmungen des AHVG und des BVG zu erwecken und führte kausal dazu, dass die Staatsanwaltschaft des Kantons Appenzell Ausserrhoden eine Strafuntersuchung eröffnete. Soweit die Beschwerdeführerin dagegen einwendet, es sei ihr nie eröffnet worden und ergebe sich nicht aus den Verfahrensakten, dass die Staatsanwaltschaft auch Verstösse gegen das AHVG und das BVG untersuchte, kann ihr nicht gefolgt werden. Weil die Vorinstanz hierzu keine Feststellungen trifft, hätte die Beschwerdeführerin aufzeigen müssen, wieso der vorinstanzlich festgestellte Sachverhalt offensichtlich unvollständig ist und inwiefern die Behebung dieses Mangels für den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein könnte (Art. 97 Abs. 1 und Art. 105 Abs. 2 BGG). Beides gelingt ihr nicht. In tatsächlicher Hinsicht wurden der Beschwerdeführerin Verstösse gegen die Sozialversicherungsgesetze bereits in der Strafanzeige vorgeworfen. Ebenfalls eröffnete der zuständige Staatsanwalt der Beschwerdeführerin anlässlich der Einvernahme vom 21. Juni 2019, dass ihr vorgehalten werde, Arbeitnehmer- und Arbeitgeberbeiträge nicht korrekt abgerechnet und an die Sozialversicherungsanstalten weitergeleitet zu haben. Die Beschwerdeführerin bezog in dieser Einvernahme auch Stellung zu diesen Vorwürfen, die ihr demnach hinlänglich bekannt waren. Im Übrigen setzt eine Kostenauflage nach Art. 426 Abs. 2 StPO nicht voraus, dass die beschuldigte Person vor Erlass der Einstellungsverfügung über die gegen sie erhobenen Vorwürfe informiert worden ist, solange sie rechtswidrig und schuldhaft die Einleitung des Verfahrens bewirkt hat. Soweit die Vorinstanz die Kostenauflage mit Verstössen gegen die Bestimmungen des AHVG und BVG begründet, bewegt sie sich im Rahmen der pflichtgemässen Ermessensausübung und verletzt kein Bundesrecht.