Citation: 8C_850/2014 E. 5.2.2

5.2.2. In den Akten findet sich keine überzeugend begründete, auf einer medizinisch-fachärztlichen Beurteilung der konkreten Verhältnisse des Einzelfalles beruhende Einschätzung dafür, dass für die Versicherte - trotz ihrer aktenkundig massiv lipo-ödematöser Schwellungen an beiden Beinen - der selbstständige Gebrauch der über die Internetseiten käuflich erwerbbaren Anziehhilfen für Kompressionsstrumpfhosen tatsächlich geeignet ist, um dadurch die Beanspruchung von Dritthilfe beim Anziehen dieser Hosen bzw. nach Verrichtung der Notdurft vermeiden zu können. Allein der Verweis auf die Internetseiten erübrigt nicht die medizinische Tatsachenfeststellung dafür, dass eine dieser konkret erwerbbaren Anziehhilfen für Kompressionsstrumpfhosen mit Blick auf die massiven Schwellungsverhältnisse der Beschwerdeführerin einen tatsächlichen Nutzen zu erbringen vermag. Eine medizinische Überprüfung dieser Argumentation der IV-Stelle durch Einholung einer fachärztlichen Stellungnahme beispielsweise des RAD wäre insbesondere auch deshalb angezeigt gewesen, weil die Lymphproblematik offenbar phasenweise in unterschiedlich schwerer Form in Erscheinung tritt, mitunter stationärer Behandlung bedarf und mit einem stark variierenden Körpergewicht in Verbindung steht. Die internistische Gutachterin der medizinischen Gutachterstelle B.________, Dr. med. C.________ verzichtete jedenfalls darauf, dass die Versicherte während der Exploration die Kompressionsstrumpfhosen ausziehen musste, weil sie offensichtlich auf die Begründung der Beschwerdeführerin abstellte, wonach es ihr unmöglich sei, diese Kompressionsstrumpfhosen nach dem Ausziehen selber wieder anzuziehen.