Citation: 5P.426/2000 06.03.2001 E. 1

1.- Das Recht zur Beschwerdeführung steht u.a. Bürgern (Privaten) zu (Art. 88 OG). Diese müssen partei- und prozessfähig sein. Prozessfähig ist, wer handlungsfähig im Sinne von Art. 12 ZGB ist. Handlungsfähigkeit kommt grundsätzlich nur derjenigen Person zu, die volljährig, urteilsfähig und nicht entmündigt ist, wobei die Prozessfähigkeit im Zeitpunkt der Einreichung der Beschwerde gegeben sein muss. Unmündige Personen sind daher in der Regel nicht prozessfähig, sondern müssen staatsrechtliche Beschwerde durch den Inhaber der elterlichen Gewalt als gesetzlichen Vertreter erheben. Eine Ausnahme von dieser Regel wird u.a. gemacht, wenn die urteilsfähige, aber noch unmündige Person Verstösse gegen Rechte rügt, welche ihr um ihrer Persönlichkeit willen zustehen (Art. 19 Abs. 2 ZGB). Fragen des Namensrechtes, insbesondere Gesuche um Änderung des Namens bedeuten Ausübung eines höchstpersönlichen Rechtes (BGE 117 II 6 E. 1b; Eugen Bucher, Berner Kommentar, N. 234 f. zu Art. 109 ZGB). Nach den Feststellungen des Regierungsrates im Rekursentscheid vom 11. Juli 2000 erfüllte A.E.________ im betreffenden Jahr das 16. und S.E.________ das 14. Altersjahr. Angesichts des Alters von S.E.________ dürfte es sich nach der Auffassung des Regierungsrates hinsichtlich der Urteilsfähigkeit eher um einen Grenzfall handeln, doch habe sich an der Befragung gezeigt, dass S.E.________ durchaus in der Lage sei abzuschätzen, welche Bedeutung die Namensänderung für ihr weiteres Leben haben werde. Daher sei auch bei S.E.________ hinsichtlich des Namensänderungsgesuchs Urteilsfähigkeit anzunehmen. Der angefochtene Entscheid äussert sich dazu nicht. Es besteht kein Grund, von der regierungsrätlichen, auf persönlicher Anhörung beruhender Einschätzung der Urteilsfähigkeit der beiden Gesuchsteller abzuweichen, so dass unter diesem Gesichtspunkt den Beschwerden nichts entgegensteht.