Citation: 5A_964/2013 E. 2.5

2.5. Schliesslich ist die Schuldnerin der Ansicht, die obergerichtliche Begründung, wonach es angesichts der Eröffnung der Bahn A.________ im Dezember 2010 ein Leichtes gewesen wäre, die tatsächliche Situation mit der amtlichen Vermessung zu vergleichen, gehe vollständig fehl. Mit diesen Ausführungen habe das Obergericht nicht im Ansatz dargetan, weshalb kein Irrtum vorgelegen haben soll. Die Bestimmtheit des Sachverhaltes dürfe nicht mit der Bestimmtheit der Vorstellung über den Sachverhalt verwechselt werden. Soweit die Vorstellung über einen bestimmten Sachverhalt vage bleibe, könne sie wie eine fehlende Vorstellung als Nichtwissen, als ignorantia, betrachtet werden. Das Obergericht wende daher Art. 24 OR falsch an, wenn es sich darauf beschränke, ihr "Vorwürfe" zu machen, weshalb sie sich nicht in einem Irrtum befunden habe. Die Schuldnerin verkennt, dass nicht das Obergericht nachzuweisen hat, dass kein Grundlagenirrtum vorliegt, sondern dass vielmehr sie die Voraussetzungen dartun muss, die auf einen Grundlagenirrtum schliessen lassen; dazu gehört nebst dem Nachweis der irrigen Vorstellung als weiteres Tatbestandselement auch, dass dies für die Gegenpartei nach den gesamten Umständen erkennbar und eine notwendige Grundlage des Vertrages sein musste. Inwiefern dies vorliegend der Fall gewesen wäre, tut die Schuldnerin nicht dar; entsprechend bleibt der Standpunkt, das Obergericht habe Art. 24 Abs. 1 Ziff. 4 OR falsch angewandt, unbegründet.