Citation: U 73/01 04.03.2002 E. 1

1.- In formeller Hinsicht rügt der Beschwerdeführer eine Verletzung des rechtlichen Gehörs, weil die Vorinstanz seinem Gesuch um Ansetzung einer Frist zur ergänzenden Begründung der Beschwerde nicht entsprochen habe. a) Gemäss Art. 29 Abs. 2 BV haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör. Das rechtliche Gehör dient einerseits der Sachaufklärung, andererseits stellt es ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass eines Entscheides dar, welcher in die Rechtsstellung einer Person eingreift. Dazu gehört insbesondere deren Recht, sich vor Erlass des in ihre Rechtsstellung eingreifenden Entscheids zur Sache zu äussern, erhebliche Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen Beweisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung wesentlicher Beweise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen (BGE 127 I 56 Erw. 2b, 126 V 130 Erw. 2a; zu Art. 4 Abs. 1 aBV ergangene, weiterhin geltende Rechtsprechung: BGE 126 I 16 Erw. 2a/aa, 124 V 181 Erw. 1a, 375 Erw. 3b, je mit Hinweisen). b) Der Beschwerdeführer begründete sein Gesuch um Ansetzung einer Nachfrist damit, dass er auf eigene Kosten zusätzliche medizinische Abklärungen tätigen wolle, um gestützt auf das Ergebnis dieser Abklärungen die Beschwerde substanziiert begründen zu können. Die Instruktionsrichterin der Vorinstanz lehnte das Gesuch mit der Begründung ab, einem Begehren um Ergänzung der Beschwerde werde nur dann stattgegeben, wenn fallbezogene Gründe (fehlende Akteneinsicht, späte Mandatierung etc.) gegeben seien. Grundsätzlich könne die gesetzliche Rechtsmittelfrist nicht richterlich verlängert werden. Zudem gelte im Sozialversicherungsrecht der Untersuchungsgrundsatz; das Gericht sei ohne Bindung an die Vorbringen oder Beweisanträge der Parteien verpflichtet, den Sachverhalt richtig und vollständig abzuklären. c) Der Beschwerdeführer stellte im vorinstanzlichen Verfahren keinen Antrag auf Einholung eines medizinischen Gutachtens. Er verlangte auch keine weiteren medizinischen Abklärungen. Sein Recht, mit erheblichen Beweisanträgen gehört zu werden, wurde daher nicht verletzt. Ebenso hatte er Gelegenheit, sich zur Sache und insbesondere zum angefochtenen Einspracheentscheid sowie den diesem zugrunde liegenden medizinischen Sachverhaltsfeststellungen zu äussern. Wenn er innert der dreimonatigen Beschwerdefrist gemäss Art. 106 Abs. 2 UVG, die ohnehin im Vergleich mit andern Beschwerdefristen im Sozialversicherungsrecht bereits aussergewöhnlich lang ist, nur eine rudimentäre, aber immerhin genügend begründete Beschwerde einreichte, so bestimmte er, in welcher Form und in welchem Umfang er von seinem Beschwerderecht Gebrauch machen wollte. Aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör kann nicht abgeleitet werden, dass unter Hinweis auf allfällig nachzureichende Beweismittel die gesetzliche Frist zur Einreichung einer begründeten Beschwerde verlängert wird. Im Übrigen ist daran zu erinnern, dass die eigentliche Funktion einer Nachfrist darin besteht, eine Verbesserung einer unvollständigen oder mangelhaften Rechtsschrift zu ermöglichen. Eine Verletzung des Grundsatzes des rechtlichen Gehörs ist damit zu verneinen. Selbst wenn im gerügten Vorgehen des kantonalen Gerichts eine Verletzung des rechtlichen Gehörs zu erblicken wäre, läge jedenfalls kein derart schwerwiegender Mangel vor, dass eine Heilung im letztinstanzlichen Verfahren angesichts der vollen Kognition (Art. 132 OG) nicht möglich gewesen wäre (BGE 126 I 72, 126 V 132 Erw. 2b, je mit Hinweisen).