Citation: 9C_786/2019 E. 5.2.1

5.2.1. Das kantonale Gericht erwog, gemäss Beurteilung des RAD-Arztes Dr. med. B.________ könne nicht auf das MEDAS-Gutachten vom Juni 2017 abgestellt werden, da der Versicherte praktisch gleichzeitig am unteren Rücken operiert worden sei (Protokolleintrag vom 12. Juli 2017). Das zweite MEDAS-Gutachten sei erst am 13. September 2018 bei der IV-Stelle eingetroffen, die Untersuchun gen des Versicherten hätten indes bereits Ende 2017 stattgefunden. Gemäss RAD-Arzt sei bei einem solchen Zeitverlauf die Verwertbarkeit des Gutachtens beinahe naturgemäss erschwert. Der Versicherte sei zwischenzeitlich wieder operiert worden, was im Gutachten erneut nicht berücksichtigt worden sei. Unter diesen Umständen sei eine RAD-Stellungnahme äusserst sch wierig und nur im Sinne einer "überwiegend wahrscheinlichen Kompromiss-Lösung/-Einschätzung" zu verstehen. Aufgrund des medizinischen Hin und Hers sei die Lage zunehmend unübersichtlicher und eine detaillierte Beurteilung kaum mehr möglich. "Im Sinne einer gesamthaften (Kompromiss-) Einschätzung" schlage er daher vor, bis zum Zeitpunkt des zweiten MEDAS-Gutachtens eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit anzuerkennen und ab dem zweiten Gutachten auf die dort festgelegte Arbeitsfähigkeit von 50 % abzustellen (Protokolleintrag vom 24. September 2018).