Citation: 5P.451/2000 29.01.2001 E. 3

3.- Die Beschwerdeführerin rügt zunächst, das Obergericht habe die für die güterrechtliche Auseinandersetzung geltende Dispositionsmaxime - auch im Ergebnis - unhaltbar angewendet. Der Beschwerdegegner habe in seiner Appellation ein Kontokorrent mit einem Stand von Fr. 16'659.-- seiner Errungenschaft zugerechnet, was sie (die Beschwerdeführerin) in ihrer Appellationsantwort stillschweigend anerkannt habe. Trotzdem habe das Obergericht die Fr. 16'659.-- dem Eigengut des Beschwerdegegners zugeordnet und diesem dadurch mehr zugesprochen als beantragt bzw. einen unverlangten Vorteil verschafft. Das Obergericht hat hierzu ausgeführt, der Beschwerdegegner habe keinen Anspruch darauf, das im Zeitpunkt der Eheschliessung vorhandene Kontokorrentguthaben (Fr. 133'430.--) von seinem Vorschlag vorab in Abzug zu bringen, um damit verbrauchtes oder in andere Gütermassen investiertes Eigengut zu kompensieren, so dass erst im Umfang, in dem die Errungenschaft den Kompensationsbetrag übersteige, ein Vorschlag eintrete. Indessen sei das im Zeitpunkt der Auflösung des Güterstandes noch vorhandene Guthaben (Fr. 16'659.--) gar nicht der Errungenschaft, sondern dem Eigengut zuzuordnen. Aus diesen Ausführungen geht hervor, dass das Obergericht dem Begehren des Beschwerdegegners, von seinem Vorschlag Fr. 133'430.-- vorab in Abzug zu bringen, im Ergebnis teilweise entsprochen hat, wenn auch aus anderen Gründen als den geltend gemachten, indem es den Restbetrag auf dem Kontokorrent einer anderen Gütermasse zugeordnet hat. Inwiefern es dadurch über das Begehren des Beschwerdegegners hinausgegangen und diesem mehr als verlangt zugesprochen haben sollte, ist unerfindlich. Denn im Rahmen der Rechtsbegehren gilt der bundesrechtliche Grundsatz der Rechtsanwendung von Amtes wegen (BGE 107 II 119 E. 2a S. 122 f.; vgl. auch Art. 76 Abs. 1 ZPO/AG).