Citation: U 344/05 13.03.2006 E. 5

5.1 Gemäss Art. 45 Abs. 1 zweiter Satz ATSG übernimmt der Versicherungsträger die Kosten von ihm nicht angeordneter Abklärungsmassnahmen, wenn diese für die Beurteilung des Anspruchs unerlässlich waren oder Bestandteil nachträglich zugesprochener Leistungen bilden. Nach der zu Art. 108 Abs. 1 lit. g UVG (gültig gewesen bis zum 31. Dezember 2002) ergangenen, unter der Herrschaft von Art. 45 Abs. 1 und Art. 61 lit. g ATSG weiterhin massgebenden Rechtsprechung (Urteil R. vom 19. Januar 2006, U 330/05) hat der Unfallversicherer die Kosten eines vom Versicherten selbst veranlassten Privatgutachtens zu übernehmen, wenn sich der medizinische Sachverhalt erst aufgrund des im kantonalen Beschwerdeverfahren beigebrachten Untersuchungsergebnisses schlüssig feststellen lässt und dem Unfallversicherer insoweit eine Verletzung der ihm nach dem Untersuchungsgrundsatz obliegenden Pflicht zur rechtsgenüglichen Sachverhaltsabklärung vorzuwerfen ist. Dem allgemeinen Rechtsgrundsatz entsprechend, wonach eine Partei unabhängig von einem allfälligen Prozesserfolg die von ihr unnötigerweise verursachten oder verschuldeten Kosten selber zu tragen hat, besteht ein Entschädigungsanspruch auch dann, wenn der Unfallversicherer in der Sache selbst obsiegt (RKUV 2005 Nr. U 547 S. 222, Erw. 2.1, 2004 Nr. U 503 S. 186 mit Hinweisen; BGE 115 V 62). 5.2 Das kantonale Gericht erwog, eine Übernahme der Aufwendungen für die biomechanische Beurteilung vom 20. Februar 2003 durch die Winterthur sei nicht angezeigt, da die Einschätzung des Prof. D.________ keine quantitativen Ergebnisse zur Wahrscheinlichkeit liefern könne, ob der Unfall eine Hirnläsion bewirkt habe. Die neuropsychologische Abklärung durch Frau Dr. phil. C.________ / lic. phil. M.________ sodann habe vor allem der Ermittlung von Tatsachen gedient, die für andere Sozialversicherungszweige und die Festlegung der weiteren Behandlungsstrategie wichtig gewesen sein, weshalb auch eine diesbezügliche Kostenübernahme durch die Winterthur nicht in Frage komme. Dieser Auffassung ist beizupflichten. Zum einen ist unabhängig davon, ob sich der Versicherte beim Treppensturz eine milde traumatische Hirnverletzung zugezogen hat oder nicht, die natürliche Kausalität zwischen dem Unfall und den kognitiven Defiziten nicht überwiegend wahrscheinlich. Zum andern war der medizinische Sachverhalt, soweit für die Kausalitätsfrage erheblich, auch ohne die zusätzliche Untersuchung durch Frau Dr. phil. S.________ neuropsychologisch genügend abgeklärt, nachdem die neuropsychologische Untersuchung vom 7. Juni 2002 die aetiologisch unspezifischen Befunde ergeben hatte.