Citation: U 320/98 07.03.2001 E. 3

3.- In der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird geltend gemacht, die Würdigung der medizinischen Akten durch die Vorinstanz sei hinsichtlich der somatischen Befunde selektiv erfolgt. Es gilt deshalb zunächst zu prüfen, ob aktenmässig ausgewiesene körperliche Schädigungen keine oder nicht hinreichend Beachtung gefunden haben. a) Von der Beschwerdeführerin genannt werden diesbezüglich im Einzelnen insbesondere zervikale Beschwerden sowie die vom Neurologen Dr. med. W.________, im Bericht vom 31. Mai 1994 erwähnten myofaszialen Triggerpunkte im Nacken. aa) Auf Grund des ärztlich dokumentierten Behandlungsverlaufs kann davon ausgegangen werden, dass die anlässlich des Vorfalls vom 16. November 1990 eingetretenen Schädigungen im Halswirbelsäulenbereich mit den darauf zurückgeführten muskulären Verspannungen in der Nacken- und Schulterregion im Zeitpunkt der auf Ende März 1992 erfolgten Einstellung der Versicherungsleistungen weitestgehend ausgeheilt waren. Gegenüber Dr. med. Klöti vom Medizinischen Zentrum in X.________ gab die Beschwerdeführerin denn auch schon im Dezember 1991 eine seit der letzten im Januar 1991 erfolgten Kontrolle eingetretene deutliche Besserung der Schmerzsymptomatik sowie des Allgemeinzustandes an. Am 1. März 1992 hielt der Hausarzt Dr. med. H.________ fest, die günstige Entwicklung halte an. Ein in der Rheuma- und Rehabilitations-Klinik Y.________ vorgesehener stationärer Aufenthalt wurde laut Auskunft des Dr. med. H.________ vom 24. April 1992 abgebrochen, weil sich die Patientin damals nach ihren Ferien besser fühlte und deshalb eine Fortsetzung der ambulanten Therapie in der Orthopädischen Klinik Z.________ vorzog. Bezogen auf die noch vorhandenen - angesichts der lumbalen Befunde nicht ausschliesslich unfallbedingten - körperlichen Beeinträchtigungen, namentlich unter Berücksichtigung der zervikalen Beschwerden, erachteten die Ärzte die Wiederaufnahme einer geeigneten Erwerbstätigkeit ab April 1992 praktisch einhellig als ohne wesentliche Einschränkungen möglich und zumutbar. Wenn der Hausarzt Dr. med. H.________, nachdem er diese Einschätzung zunächst geteilt und über Monate hinweg auch wiederholt bestätigt hatte, nach rund eineinhalb Jahren im September 1993 plötzlich rückwirkend von einem bloss noch 50 %igen Leistungsvermögen spricht, vermag dies, wie die Vorinstanz zu Recht festhält, nicht zu überzeugen. Auch dass Dr. med. L.________, die Arbeitsfähigkeit im angestammten Beruf als Verkäuferin in einem Reformhaus auf lediglich 50 % veranschlagt hat, ändert daran, entgegen der Argumentation in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde, nichts, hielt dieser Arzt in seiner Stellungnahme vom 31. März 1994 doch ausdrücklich fest, er habe keine objektive somatische Befunde feststellen können. Allein auf Grund des zervikalen Befundes lässt sich demnach gegen die erfolgte Taggeldeinstellung nichts einwenden. Nach der im Bericht des Dr. med. K.________ vom 11. Dezember 1991 geäusserten Auffassung sollten auch die ambulanten physikalischen Therapien nicht mehr regelmässig, sondern nur noch kurzfristig und bedarfsweise durchgeführt werden. Dr. med. H.________ schliesslich erklärte am 31. Juli 1992, die Physiotherapie in Z.________ sei gestoppt worden, weil nach übereinstimmender Ansicht der Patientin wie auch ihrer Therapeutin keine Besserung mehr erzielt wurde. Mangels Aussicht auf eine namhafte Beeinflussung des Gesundheitszustandes ist daher auch ein Anspruch auf weitere auf die Behandlung der Zervikalbeschwerden ausgerichtete medizinische Vorkehren zu Recht verneint worden. bb) Weiter können die vom Neurologen Dr. med. W.________ laut dessen Expertise vom 31. Mai 1994 gefundenen myofaszialen Triggerpunkte im Nacken nicht als zuverlässige Anzeichen eines organischen Ursprungs der bestehenden Kopfschmerzen interpretiert werden. Dr. med. W.________ selbst äusserte sich denn auch sehr zurückhaltend, wenn er erklärt, "die Differenzierung eines Spannungskopfwehs von einem eigentlichen (posttraumatischen) Kopfweh im engeren Sinne auf der Basis einer HWS-Distorsion" sei schwierig. Immerhin hielt er fest, bei seiner Untersuchung hätten sich auffallend wenig lokale Druckschmerzhaftigkeiten und/oder myofasziale Triggerpunkte der Schultergürtelmuskulatur finden lassen, während die Ansätze der Kopf-/Halsmuskulatur die typischen myofaszialen Triggerpunkte zeigten, die man bei langanhaltendem Spannungskopfweh feststellen könne; gegen ein schwerwiegendes und bezüglich der Pathogenese im Vordergrund stehendes Halswirbelsäulen-Distorsionstrauma, welches das aktuelle Beschwerdebild unterhält, sprächen die komplett freie Beweglichkeit der Halswirbelsäule und des Kopfes in sämtliche Bewegungsrichtungen und, nicht zuletzt, der Schmerzcharakter. Den neurologischen Untersuchungsbefund bezeichnete Dr. med. W.________ als 'normal'. cc) Mit der Vorinstanz ist unter diesen Umständen davon auszugehen, dass sich im Zeitpunkt der auf den 31. März 1992 erfolgten Leistungseinstellung unter den in somatischer Hinsicht erhobenen Befunden kein vom Unfall herrührendes organisches Substrat mehr fand, welches für die angegebenen Beschwerden und eine allenfalls daraus resultierende Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit verantwortlich hätte sein können. b) Unbegründet ist in diesem Zusammenhang insbesondere auch der Einwand der Beschwerdeführerin, obschon sich angesichts des vom Psychiater Dr. med. X.________, am 23. Juli 1994 in Betracht gezogenen postcommotionellen Syndroms die Möglichkeit einer Hirnverletzung eröffnete, seien in diese Richtung keine Abklärungen vorgenommen worden. aa) Die Annahme einer Hirnschädigung stellt im vorliegenden Fall nichts weiter als eine blosse, rein theoretisch mögliche Hypothese dar, für deren Richtigkeit sich jedoch keine konkreten Anhaltspunkte finden lassen. Mangels eindeutiger Indizien wie etwa anfänglicher Bewusstlosigkeit oder Amnesie sah sich der beschwerdegegnerische Unfallversicherer deshalb zu Recht nicht zu weiteren auf das Vorliegen einer organischen Hirnschädigung ausgerichteten medizinischen Erhebungen veranlasst. bb) Zum Vornherein keine entscheidrelevanten Aufschlüsse konnten von den Ergebnissen der von der Beschwerdeführerin selbst in die Wege geleiteten Abklärung mittels der Single Photon Emission Computed Tomography (Spect) im Institut für Nuklearmedizin des Spitals V.________ vom 10. Juni 1996 erwartet werden. Diese bisher auch wissenschaftlich nicht anerkannte Untersuchungsmethode ist nach der Rechtsprechung des Eidgenössischen Versicherungsgerichts im Rahmen der Prüfung der natürlichen Kausalität von Unfallfolgen grundsätzlich nicht geeignet, den Beweis für das Vorliegen hirnorganischer Schädigungen zu erbringen (RKUV 2000 Nr. U 395 S. 316 = SVR 2001 UV Nr. 1 S. 1). cc) Anlass zur Anordnung neuropsychologischer Abklärungen bestand in diesem Zusammenhang ebenfalls nicht, da deren Ergebnisse, entgegen der in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde offenbar vertretenen Auffassung, zum Vornherein keinen direkten Nachweis hirnorganischer Schädigungen ermöglichen.