Citation: 1A.112/2006 19.09.2006 E. 2.3

2.3.1 Zum einen beanstandet die Beschwerdeführerin eine Verletzung des rechtlichen Gehörs (Art. 29 Abs. 2 BV) und des Anspruchs auf ein faires Verfahren (Art. 29 Abs. 1 BV). Sie macht geltend, sie habe zu keinem Zeitpunkt ihre persönliche Situation in diesem Verfahren in beweisrelevantem Zusammenhang einbringen können. Das Gutachten über den zu erwartenden Erwerbsausfall sei ohne ihre Mitwirkung entstanden, und das Gericht habe es unter Verletzung der verfassungsrechtlichen Minimalgarantien unterlassen, eine Beweisverhandlung durchzuführen. 2.3.2 Gemäss Art. 29 Abs. 2 BV haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör. Das rechtliche Gehör dient einerseits der Sachaufklärung, andererseits stellt es ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass eines Entscheids dar, welcher in die Rechtsstellung des Einzelnen eingreift. Dazu gehört insbesondere das Recht des Betroffenen, sich vor Erlass des Entscheids zur Sache zu äussern und an der Erhebung wesentlicher Beweise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen (BGE 129 II 497 E. 2.2 S. 504; 127 I 54 E. 2b S. 56, je mit Hinweisen). Von hier nicht gegebenen Ausnahmen zur Wahrung eines fairen Verfahrens (Art. 29 Abs. 1 BV) abgesehen (vgl. BGE 122 II 464 E. 4 S. 469 f. betreffend eine psychiatrische Expertise) ist der Anhörungsanspruch auf schriftliche Stellungnahmen beschränkt. 2.3.3 Vorliegend ergibt sich aus den Akten, dass der Kantonale Sozialdienst vor Abweisung des Entschädigungsgesuchs die Beschwerdeführerin am 4. November 2004 aufforderte, zur Expertise über ihren mutmasslichen Erwerbsausfall schriftlich Stellung zu nehmen. An der Gerichtsverhandlung vom 22. März 2006 hatte die Beschwerdeführerin über die Minimalgarantie von Art. 29 Abs. 2 BV hinaus Gelegenheit, sich mündlich zum Gutachten zu äussern. Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin kann aus der Minimalgarantie von Art. 29 Abs. 2 BV indessen kein Anspruch auf Durchführung einer gerichtlichen Beweisverhandlung abgeleitet werden. Inwiefern der Gehörsanspruch resp. der Anspruch auf ein faires Verfahren im kantonalen Verfahren verletzt worden sein soll, ist damit nicht ersichtlich.