Citation: 6B_954/2014 E. 1.2

1.2. Die Vorinstanz erwägt, beim Beenden des Überholvorgangs sei gegenüber dem überholten und gegenüber dem entgegenkommenden Fahrzeug ein Sicherheitsabstand einzuhalten. In Anlehnung an JÜRG BOLL betrage der Sicherheitsabstand zum entgegenkommenden Fahrzeug mindestens zwei Sekunden (Urteil S. 13 f. E. 9). Vorliegend sei einzig zu prüfen, ob im Zeitpunkt des Wiedereinbiegens des Beschwerdeführers ein genügender Abstand zum Gegenverkehr respektive A.________ vorhanden gewesen sei. Zwar habe sowohl der Beginn als auch das Ende des Überholmanövers weder rechnerisch noch anhand von Fotodokumentationen rekonstruiert werden können. Dies bedeute aber nicht, dass der Abstand zwischen den Fahrzeugen nicht gestützt auf die Aussagen des Beschwerdeführers, von A.________ und den Auskunftspersonen festgestellt werden könne. Für die Frage, ob der Beschwerdeführer gegenüber A.________ einen genügenden Abstand eingehalten habe, spiele es keine Rolle, wo genau er sein Überholmanöver begonnen und wo er es abgeschlossen habe (Urteil S. 14 E. 10). Die Vorinstanz gelangt zum Schluss, dass A.________ und der Beschwerdeführer ihre Überholmanöver etwa gleichzeitig begonnen haben, dass die von ihnen überholten Fahrzeuge gleich schnell waren und dass der Beschwerdeführer sein Überholvorgang etwas früher abschliessen konnte, da er es mit einer rund 10 km/h höheren Geschwindigkeit absolvierte (Urteil S. 15 ff. E. 11.a-c). Der Beschwerdeführer habe sein Manöver mit etwa 90 km/h ausgeführt. In zwei Sekunden sei er somit 50 m gefahren. Bei der Überholgeschwindigkeit von 80 km/h von A.________ habe dieser in zwei Sekunden ca. 44 m zurück gelegt. Die beiden Fahrzeuge seien in zwei Sekunden somit zusammen mindestens 94 m gefahren (Urteil S. 17 f. E. 11.c). Die Vorinstanz stellt fest, der Beschwerdeführer habe diesen Sicherheitsabstand von 94 m nicht eingehalten. Der Motorradfahrer B.________ habe ausgeführt, der vor ihm fahrende Lenker (der Beschwerdeführer) habe zum Überholen angesetzt. Ihnen seien zwei Fahrzeuge entgegen gekommen, wobei der hintere Lenker ebenfalls zum Überholen angesetzt habe. Beide hätten versucht, so schnell als möglich auf ihre Überholspur zu gelangen. C.________ habe ausgesagt, der ihn überholende A.________ habe den Wagen abrupt nach rechts, direkt vor seinen Oldtimer zurück, auf die Fahrspur gesteuert. Dadurch sei bei dessen Fahrzeug das Heck ausgebrochen und es sei ins Schleudern geraten. Die Vorinstanz gelangt gestützt auf diese Aussagen zum Schluss, der Raum für den Abschluss ihrer Manöver sei für A.________ und für den Beschwerdeführer äusserst knapp gewesen. Die Schilderung des Motorradfahrers widerlege, dass der Beschwerdeführer seinen Überholvorgang normal habe abschliessen können. Der Motorradlenker habe angegeben, der Beschwerdeführer habe seine Geschwindigkeit nicht nur zum Überholen, sondern vor allem zum Wiedereinbiegen erhöht. Der Beschwerdeführer habe selber erklärt, er sei nicht sicher gewesen, ob A.________ der Abstand zum Wiedereinbiegen reichen würde. Schliesslich habe er auch an der Einvernahme vor der Vorinstanz bestätigt, dass es knapp gewesen sei, was er wohl kaum gesagt hätte, wenn er beim Wiedereinbiegen einen Sicherheitsabstand von mindestens 94 m zum Entgegenfahrenden eingehalten hätte. Dessen Lenkreaktion sei ein starkes Indiz dafür, dass die Abstände zwischen den Fahrzeugen sehr knapp, mithin deutlich unter 94 m, gewesen seien. A.________ habe ebenfalls ausgesagt, der Abstand zwischen ihm und dem Beschwerdeführer sei, als beide wieder auf ihre Fahrspur steuerten, knapp gewesen. Die Vorinstanz stellt fest, selbst wenn sich der genaue Abstand nicht feststellen lasse, so lasse das Beweisergebnis keinen anderen Schluss zu, als dass der Beschwerdeführer den geforderten Sicherheitsabstand von 94 m bei weitem nicht eingehalten habe. Damit habe er sein Überholmanöver nicht zwei Sekunden vor dem Kreuzen mit A.________ abschliessen können. Mit seinem Verhalten habe er objektiv Art. 35 Abs. 2 SVG erfüllt. Da er bei pflichtgemässer Aufmerksamkeit ohne weiteres hätte bemerken müssen, dass die ihm für das Überholen zur Verfügung stehende Strecke nicht genügend frei gewesen sei, sei ihm zumindest Fahrlässigkeit vorzuwerfen. Deshalb sei Art. 35 Abs. 2 SVG auch subjektiv erfüllt (Urteil S. 18-20 E. 11.d-e).