Citation: 6A.40/2002 06.09.2002 E. 3

Nach Auffassung der Beschwerdeführerin wäre das Verwaltungsgericht an die rechtliche Würdigung ihres Verhaltens im Strafverfahren gebunden gewesen, da der Strafrichter die örtlichen Verhältnisse besser gekannt habe als die Verwaltungsbehörde. Dieser habe auf eine leichte Verkehrsregelverletzung erkannt, weshalb nur ein leichter Fall im Sinne von Art. 16 Abs. 2 SVG in Betracht käme. 3.1 An die rechtliche Würdigung des Sachverhalts durch den Strafrichter ist die Administrativbehörde nur gebunden, wenn diese sehr stark von der Würdigung von Tatsachen abhängt, die der Strafrichter besser kennt als die Verwaltungsbehörde, was etwa der Fall ist, wenn er den Beschuldigten persönlich einvernommen hat (BGE 124 II 103 E. 1c/bb S. 106). Der Strafrichter hat vorliegend weder einen Augenschein vorgenommen noch die Unfallbeteiligten einvernommen. Der Polizeibericht enthält photographische Aufnahmen der örtlichen Verhältnisse. Dass der Strafrichter die örtlichen Verhältnisse besser kennen würde als die Verwaltungsbehörden, ist nicht ersichtlich. Die Beschwerdeführerin legt auch nicht dar, inwiefern die Kenntnis der örtlichen Verhältnisse für die rechtliche Würdigung von Bedeutung wäre. Die Vorinstanz war somit in ihrer rechtlichen Würdigung frei.