Citation: 6B_1332/2021 E. 4.2.2

4.2.2. In diesem Zusammenhang hält die Vorinstanz fest, der Beschwerdeführer sei 1993 in der Schweiz geboren. Er sei hier aufgewachsen, habe die Schulen besucht, eine Ausbildung als Lastwagenchauffeur absolviert und spreche einwandfrei Schweizerdeutsch. Er habe keine nähere Beziehung zu seinem Heimatstaat, wo er zuletzt im Alter von etwa zwölf Jahren für zwei Jahre gewesen sei. Seine Mutter, seine Brüder und seine Freundin lebten in der Schweiz und es bestehe kein Kontakt zu im Heimatstaat lebenden Verwandten. Er sei als Versicherungsberater angestellt und verdiene "derzeit" monatlich Fr. 6100.--. Damit würde die Landesverweisung für ihn eine einschneidende Massnahme und grosse Herausforderung bedeuten. Dennoch würde das Verlassen der Schweiz nicht zu einem unzumutbaren Eingriff in seine Daseinsbedingungen führen, denn er habe offenkundig gewisse Kenntnisse der bosnischen Sprache und spreche auch Englisch. Tätigkeiten, wie er sie früher ausgeübt habe (Lastwagenchauffeur, Pizzakurier, Postbote, etc.), könne er auch in seinem Heimatstaat ausüben; somit könne er dort beruflich Fuss fassen. Der Beschwerdeführer sei nicht verheiratet und habe keine Kinder. Zwar habe er regelmässig Kontakt zu seiner Mutter und zu seinen Brüdern; bei einem von diesen wohne er teilweise. Die Beziehung zu seiner Freundin bestehe erst seit rund zweieinhalb Jahren; die Freundin könne daher nicht zur eigentlichen Kernfamilie gezählt werden. Dass der Beschwerdeführer ihr als Bezügerin einer ganzen Invalidenrente eine grosse Stütze sei, bewirke bei ihm selbst keinen Härtefall. Die Beziehung zur Freundin könne er auch aus dem Ausland pflegen, zumal diese ihn auch für längere Zeitabschnitte ohne Verlust des Rentenanspruchs besuchen könne. Weder diese Beziehung noch das Engagement des Beschwerdeführers in einer Freikirche stehe der Landesverweisung entgegen. Ausserdem sei seine finanzielle Situation unklar: Einerseits habe er selbst seine Straftaten mit "hohen Schulden" begründet, anderseits kämen mutmasslich erhebliche Schulden gegenüber dem Staat aus den Strafverfahren hinzu. Die zahlreichen Straftaten des Beschwerdeführers hätten nicht nur Bagatellcharakter und sprächen gegen seine hinreichende Integration. Nachdem der Beschwerdeführer keine Einbruchdiebstähle mehr verübt habe, habe er sich mit dem Betäubungsmittelhandel sogar noch auf eine höhere Ebene der Delinquenz begeben. Die bei ihm sichergestellte Menge Kokain liege nicht nur leicht über dem Grenzwert von 18 Gramm (vgl. vorangehende E. 2.4), wenngleich beim Kokainhandel auch nicht von "sehr hohen Mengen" gesprochen werden könne. Sodann könne dem Beschwerdeführer, entsprechend den Ausführungen betreffend den Strafvollzug (vgl. vorangehende E. 3.2), keine günstige Prognose gestellt werden. In concreto überwiege das öffentliche Interesse an der Landesverweisung die - wenn auch nicht unerheblichen - Interessen des Beschwerdeführers am Verbleib in der Schweiz. Das gelte nach der bundesgerichtlichen Praxis regelmässig bei Drogenhandel und auch im konkreten Fall. Der Beschwerdeführer werde wegen eines schweren Falles von Kokainhandel bei nicht mehr leichtem Verschulden zu einer Freiheitsstrafe von 30 Monaten und damit empfindlichen Sanktion verurteilt. Zudem habe er früher mehrfach Einbruchdiebstähle, die heute auch als Katalogtaten im Sinne von Art. 66a Abs. 1 StGB gälten, verübt und auch dadurch die öffentliche Ordnung und Sicherheit gefährdet.