Citation: 4A_79/2019 E. 5

Sie moniert weiter, der Entscheid über den Zeitpunkt der Erstellung des Protokolls sei dem freien Ermessen des Organs der betroffenen Gesellschaft überlassen. Art. 702 OR sei verletzt, wenn ihr die Vorinstanz Frist ansetze, das Protokoll zu erstellen. Diese Rüge geht fehl: Nach Art. 805 Abs. 5 Ziff. 7 OR i.V.m. Art. 702 Abs. 2 OR sorgt C.________ als alleinige Geschäftsführerin der Beschwerdeführerin für die Führung des Protokolls der Gesellschafterversammlung. Es ist zwar zutreffend, dass dem Gesetz keine Frist zur Erstellung des Protokolls entnommen werden kann. Die Erstellung des Protokolls ist nach Treu und Glauben aber grundsätzlich spätestens dann geboten, wenn die Einsicht rechtmässig verlangt wird. Gründe, warum das Protokoll mehr als ein Jahr nach der Versammlung noch nicht hätte erstellt werden können, zeigt die Beschwerdeführerin nicht hinreichend auf. Vielmehr macht es den Eindruck, dass es sich um eine blosse Schikane gegenüber dem Beschwerdegegner handeln könnte, die keinen Rechtsschutz verdient.