Citation: I 167/98 20.03.2000 E. 3

3.- Streitig und zu prüfen ist, ob der an einem Status nach Diskushernienoperation L4/L5 mit lumbalen belastungsabhängigen Schmerzen sowie Acne inversa plewig leidende Beschwerdeführer in rentenbegründendem Ausmass invalid ist. Dabei geht aus den Akten hervor und ist unbestritten, dass er seinen angestammten Beruf als Chauffeur gesundheitsbedingt nicht mehr ausüben kann. a) Die Vorinstanz hat die Ablehnungsverfügung geschützt mit der Begründung, nach dem Bericht des Dr. J.________ vom 1. April 1997 sei der Versicherte seit Sommer 1996 für leichtere Tätigkeiten wie beispielsweise als Portier, Kontrollgänger oder Hilfsarbeiter voll arbeitsfähig. Dies werde von Dr. med. S.________ bestätigt, welcher ihm am 9. Januar 1997 ein uneingeschränktes Leistungsvermögen attestiert habe, sofern körperliche Anstrengungen vermieden würden. Mit der auch aus dermatologischer Sicht bestätigten vollen Arbeitsfähigkeit für leichtere Arbeiten sei es aber dem Beschwerdeführer möglich und zumutbar, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen. b) Dieser Auffassung kann nicht gefolgt werden. Das kantonale Gericht übersieht, dass Dr. S.________ im erwähnten Bericht seine Einschätzung des nach erfolgter Umschulung möglichen Leistungsvermögens im Sinne einer Prognose abgab. Auf die Frage nämlich, ab welchem Zeitpunkt eine der Behinderung angepasste Tätigkeit zumutbar wäre, gab er zur Antwort, dass der Versicherte während Monaten wegen ausgeprägter schwerer Infekte, Fistelbildung und infizierten Atheromen bei Acne inversa plewig habe krank geschrieben werden müssen; die angepasste Tätigkeit sei wahrscheinlich erst in den nächsten Wochen zumutbar. Bereits im vorinstanzlich aufgelegten Attest vom 26. Juni 1997 gab er dann aber an, dass der Beschwerdeführer selbst für leichte Arbeiten bis auf weiteres 100 % arbeitsunfähig sei. Im neu aufgelegten Bericht vom 3. Juni 1998 hält der Dermatologe fest, die sich vor allem in den Leisten, der Gesässregion sowie den Achselhöhlen äussernde Krankheit führe zu starken, eitrigen Entzündungen, welche ausserordentlich schmerzhaft seien und gelegentliche chirurgische Eingriffe sowie eine langdauernde Basisbehandlung notwendig machten. Beim Versicherten habe zwar in den letzten Jahren eine Verbesserung des Zustandes erzielt werden können, doch leide er nach wie vor immer wieder an den für diese Krankheit klassischen Schüben von eitrigen Entzündungen, die zu kleineren und grösseren chirurgischen Massnahmen führten. Die medikamentöse Behandlung (u.a. mit Antibiotika), welche fortgesetzt werde, sei zudem mit erheblichen Nebenwirkungen verbunden, welche der Versicherte bisher "leidlich" toleriert habe. Wegen der vor allem in den letzten Monaten wieder in kürzeren Intervallen aufgetretenen entzündlichen Phasen dauere die Arbeitsunfähigkeit weiter an. Aufgrund des Hautleidens sei der Ansprecher seit 1. März 1996 ununterbrochen vollständig arbeitsunfähig. c) In Würdigung der medizinischen Aktenlage, insbesondere des schlüssigen dermatologischen Berichts vom 3. Juni 1998, kann als mit überwiegender Wahrscheinlichkeit (BGE 125 V 195 Erw. 2 mit Hinweisen) erstellt gelten, dass der Beschwerdeführer seit März 1996 auch für leichtere Tätigkeiten vollständig arbeits- und in gleichem Ausmass erwerbsunfähig ist. Damit hat er für die Zeit nach Ablauf der einjährigen Wartezeit (Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG), d.h. ab 1. März 1997, Anspruch auf eine ganze Invalidenrente.