Citation: 4C.32/2003 19.05.2003 E. 3

Der Beauftragte, der sich zur vertragsgemässen Besorgung der ihm übertragenen Geschäfte oder Dienste verpflichtet, hat das Möglichste zu tun, damit der vom Auftraggeber erwartete Erfolg eintritt, wenngleich nicht ein bestimmtes Resultat geschuldet ist. So schuldet der Arzt dem Patienten nicht etwa dessen Heilung, sondern eine Tätigkeit nach den Regeln der ärztlichen Kunst (BGE 120 II 248 E. 2c mit Hinweisen; Weber, Basler Kommentar, N. 2 zu Art. 394 OR; Honsell, Schweizerisches Obligationenrecht, 6. Auflage, Bern 2001, S. 301). Der Arzt hat zudem alles zu vermeiden, was dem Patienten schaden könnte. Handelt der Arzt in irgend einer Weise dem Vertragszweck zuwider, begeht er eine positive Vertragsverletzung (Kuhn, a.a.O., S. 24, mit Hinweisen; ebenso Fellmann, a.a.O., N. 380 zu Art. 398 OR).