Citation: 1P.479/2001 26.11.2001 E. 3

3.- Der Beschwerdeführer rügt eine Verletzung des rechtlichen Gehörs, weil über ihn selber kein medizinisches Gutachten eingeholt worden sei, und weil das Kantonsgericht seinem Antrag auf Einvernahme Y.________, Z.________ und W.________ als Zeugen nicht entsprochen habe. Des Weiteren macht er eine Verletzung des rechtlichen Gehörs und zudem des Grundsatzes "in dubio pro reo" geltend, weil nicht durch ein medizinisches Gutachten abgeklärt worden sei, welche Verletzungen zum Tode von B.V.________ geführt hätten. a) Nach Auffassung des Beschwerdeführers sprechen die Aussagen der Augenzeugen dafür, dass er tatsächlich schlagartig eine erhebliche Bewusstseinsstörung erlitten habe. Es sei jederzeit möglich, dass jemand einen epileptischen Anfall oder einen leichten Hirnschlag erleide, auch ohne dass er sich im Vorfeld unwohl gefühlt habe. Ob ein solches Blackout vorgelegen habe, hätte durch ein medizinisches Gutachten abgeklärt werden müssen. aa) Soweit der Beschwerdeführer auf Umstände hinweist, die im Sinne von Art. 13 StGB eine Begutachtung notwendig gemacht hätten, betrifft dies eine im Verfahren der staatsrechtlichen Beschwerde nicht überprüfbare Rechtsanwendungsfrage (BGE 106 IV 97 E. 2 S. 99 f.; 105 IV 161 E. 2 S. 162 f.). Entscheidend ist vorliegend allein, ob das Kantonsgericht auf Grund der Akten willkürfrei davon ausgehen konnte, dass ein Gutachten zur Frage einer plötzlichen Bewusstseinsstörung als Unfallursache am Beweisergebnis nichts mehr ändern würde. bb) Das Kantonsgericht stellte fest, dass der Beschwerdeführer gesund gewesen sei. Nach seinen eigenen Angaben habe er keinerlei Anzeichen von Unwohlsein, Schwindel etc. verspürt und weder vor noch nach dem Unfall jemals an Bewusstseinsstörungen gelitten. Vor dem Bezirksgericht See sagte der Beschwerdeführer zudem aus, er wisse nicht, ob er anlässlich der langen Hospitalisierung auch auf eine Bewusstseinsstörung hin untersucht worden sei. Das Bezirksgericht schloss daraus, dass der Beschwerdeführer dieser Frage offenbar nicht selber nachgegangen sei, obwohl er heute wieder ein Fahrzeug lenke. Das Kantonsgericht folger- te aus all diesen Umständen, dass keine Indizien auf eine schlagartige Bewusstseinsstörung hindeuteten. Dieses Erkenntnis ist auf Grund der Untersuchungsakten nicht willkürlich. Soweit sich der Beschwerdeführer in diesem Zusammenhang auf die Aussagen der von der Polizei befragten Personen beruft, ergeben sich auch daraus keine gegenteiligen Hinweise. Fehlen jegliche Anhaltspunkte für eine plötzliche Bewusstseinsstörung, so durfte das Kantonsgericht des Weiteren - ohne in Willkür zu verfallen - in antizipierter Beweiswürdigung davon ausgehen, dass auch ein Gutachten zu dieser Frage zu keinem andern Beweisergebnis führen würde. b) Zum Beweisantrag auf Einvernahme von Y.________, Z.________ und W.________ als Zeugen nahm das Kantonsgericht nicht ausdrücklich Stellung. Aus seinen Erwägungen lässt sich jedoch insgesamt schliessen, dass es darauf in antizipierter Beweiswürdigung verzichtete. Dadurch verfiel es nicht in Willkür. Diese Personen waren bereits von der Polizei unmittelbar oder kurze Zeit nach dem Unfallereignis befragt worden. Es ist nicht ersichtlich, inwiefern ihre nochmalige Befragung zu neuen, entscheidrelevanten Erkenntnissen hätte führen können. c) Zur Todesursache von B.V.________ ist dem Bericht über die Legalinspektion zu entnehmen, dass er an den durch die Fahrzeugkollision erlittenen Verletzungen starb. Am ehesten müsse an ein Schädel-Hirn-Trauma infolge Schleuderverletzung der Halswirbelsäule gedacht werden. Als Todesursache könnten angenommen werden: (1) Schleuderunfall der Halswirbelsäule, was zur Bewusstlosigkeit des Verstorbenen geführt habe, (2) Pneumothorax Lunge links ohne Anhaltspunkte für Spannungspneumothorax entsprechend Angabe des Notfallarztes, (3) Herzstillstand durch Herz-Tamponade. Ist der Tod nach diesem Bericht auf den Verkehrsunfall zurückzuführen, ist nicht ersichtlich, inwiefern es noch weiterer Abklärungen über die Todesursache durch ein medizinisches Gutachten bedurft hätte. Daran vermag sich - wie noch aufzuzeigen sein wird (unten E. 4) - auch nichts zu ändern, soweit sich der Beschwerdeführer in diesem Zusammenhang auf das allfällige Fehlen von Kopfstützen und Nichttragen der Sicherheitsgurte beruft. Das Kantonsgericht konnte demnach auf ein solches Gutachten verzichten, ohne gegen das rechtliche Gehör und den Grundsatz "in dubio pro reo" zu verstossen.