Citation: U 132/04 27.10.2004 E. 6.2

6.2.1 Diese Einschätzung weicht erheblich von derjenigen des Kreisarztes Dr. med. G.________ ab. Indes differenzieren die MEDAS-Ärzte nicht, ob die Beschwerden im linken und rechten Schultergelenksbereich unfallbedingt oder auf unfallfremde Ursachen zurückzuführen sind. Die Akten belegen vorbestehende degenerative Veränderungen. In diesem Zusammenhang ist zu beachten, dass im Rahmen der MEDAS-Begutachtung ein rheumatologisches und nicht auch ein rein orthopädisches Konsilium durchgeführt wurde. 6.2.2 Die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit durch die MEDAS-Ärzte ist sodann im folgenden Sinne nicht klar oder sogar widersprüchlich. Bereits aus rein rheumatologischer Sicht besteht für eine körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeit ohne Arbeiten an bzw. über der Schulterhorizontalen und mit der Einschränkung ständig repetitiver kraftaufwändiger manueller Verrichtungen lediglich eine Arbeitsfähigkeit von 50 % (Konsilium Dr. med. M.________ vom 12. August 2003). Aber auch aus rein psychiatrischer Sicht ist jegliche in Frage kommende berufliche Tätigkeit lediglich zu 50 % zumutbar (Konsilium Dr. med. B.________ vom 30. Juli 2003). Aufgrund dieser fachärztlichen Einschätzungen wäre an sich eine noch stärkere Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zu erwarten als im Gutachten festgehalten wird. Dass bei den noch in Betracht fallenden Tätigkeiten vor allem die psychopathologischen Befunde sich limitierend auswirken, spricht umgekehrt aus rheumatologischer Sicht für eine höhere Arbeitsfähigkeit als bloss 50 % der Norm. 6.2.3 Im Weitern weist die SUVA zu Recht darauf hin, dass aufgrund der rheumatologischen Befunde eine Arbeitsfähigkeit von lediglich 50 % in leidensangepassten Tätigkeiten nicht überzeugt. Dr. med. M.________ stellte eine normale Trophik der intrinsischen Handmuskulatur sowie der Unterarm- und Oberarmmuskulatur fest. Der Musculus biceps war beidseits kräftig ausgebildet, der Schultergürtel auffallend kräftig. Es liessen sich keine Druckdolenzen provozieren und Komplexbewegungen wie Nacken- und Schürzengriff waren vollständig durchführbar, wenn auch unter Angabe von Schmerzen. Die aktive und passive Bewegungsamplitude beider Schultergelenke war nach den erfolgten Eingriffen als sehr gut zu interpretieren (Konsilium vom 12. August 2003). 6.2.4 Schliesslich überzeugt das MEDAS-Gutachten vom 31. Oktober 2003 auch insofern nicht, als der Beginn der reduzierten Arbeitsfähigkeit (50 % bei körperlich leichten und wechselbelastenden Arbeiten unter der Schulterhorizontalen) auf März 1997 festgelegt wird. Der Beschwerdeführer musste ein halbes Jahr später am 23. September 1997 wegen einer Intervallläsion sowie einer Bicepssehnenläsion an der linken Schulter operiert werden. Aufgrund des Vorstehenden kann daher für die Belange der Unfallversicherung nicht auf das MEDAS-Gutachten vom 31. Oktober 2003 abgestellt werden. 6.3 Wird von den psychiatrischen Befunden abgesehen und werden die vorbestandenen degenerativen Veränderungen mit berücksichtigt, steht die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit im MEDAS-Gutachten vom 31. Oktober 2003 nicht in einem wesentlichen Widerspruch zur Einschätzung des Kreisarztes Dr. med. G.________ im Bericht über die Abschlussuntersuchung vom 22. April 1999. In Würdigung der gesamten Akten ist aus rein somatischer Sicht von einer unfallversicherungsrelevanten Arbeitsfähigkeit von 100 % in leidensangepassten Tätigkeiten (körperlich leichte und wechselbelastende Arbeiten unter der Schulterhorizontalen und ohne ständigem repetitiven Kraftaufwand) auszugehen. 6.4 Aufgrund der Akten kann nicht gesagt werden, ob das im Rahmen der MEDAS-Begutachtung festgestellte psychische Leiden (Diagnose: Mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom [ICD-10 F32.11]) in einem natürlichen Kausalzusammenhang zu den Unfällen vom 26. November 1993 und 11. August 1994 sowie der unfallähnlichen Körperschädigung an der Schulter links vom 31. Januar 1996 steht. Dr. med. C.________, Spezialarzt FMH Innere Medizin und Bluterkrankungen, welcher den Beschwerdeführer wegen der Schulterbeschwerden links zuerst behandelte, erwähnte in seinem Bericht vom 24. Juli 1996 eine deutlich agitiert-depressive Entwicklung. Im ärztlichen Zeugnis vom 22. Januar 1999 sprach er von einer chronischen Depression. Gemäss Dr. med. L.________, Spezialarzt für Psychiatrie, Spanien, steht der Beschwerdeführer seit 1994 in psychiatrischer Behandlung. Als Ursache für den depressiven Zustand nennt er die anhaltende Arbeitsunfähigkeit (Bericht vom 11. Juni 2002). Über den genauen Beginn der Therapie wird nichts gesagt. Dies wäre indessen insofern bedeutsam, als der Versicherte vor dem Unfall vom 11. August 1994 voll arbeitsfähig war. Wie es sich damit verhält, kann indessen offen bleiben, da das psychische Leiden nicht als adäquat kausale Folge der Unfälle vom 26. November 1993, 11. August 1994 und vom 31. Januar 1996 gelten kann. Die Unfälle sind dem mittleren Bereich an der Grenze zu den leichten Fällen zuzuordnen. Von den massgebenden Beurteilungskriterien muss somit eines in ganz besonders ausgeprägter Weise erfüllt sein oder mehrere Kriterien müssen in gehäufter oder auffallender Weise gegeben sein, damit die Adäquanz bejaht werden kann (BGE 115 V 140 f. Erw. 6c/aa und bb). Dies trifft vorliegend nicht zu. Insbesondere war beim operativen Eingriff an der linken Schulter im September 1997 die Behandlung des Schulterleidens rechts bereits längstens abgeschlossen. Es kann somit nicht von einer ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung gesprochen werden. Ebenfalls kann das Kriterium Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit nicht als erfüllt betrachtet werden. Hier ist zu berücksichtigen, dass leidensangepasste Tätigkeiten grundsätzlich ohne Einschränkung zumutbar sind. 6.5 Das vom kantonalen Gericht ermittelte Invalideneinkommen ist somit nicht zu beanstanden. Dies gilt auch für die Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn. Daran ändern die Vorbringen in die Verwaltungsgerichtsbeschwerde nichts. 6.6 Die Nichtberücksichtigung eines Nebenverdienstes beim Valideneinkommen hat die Vorinstanz damit begründet, der Beschwerdeführer habe einzig vom 1. April bis 31. Juli 1994 in der Reinigungsfirma S.________ AG resp. der U.________ neben seiner vollzeitlichen Tätigkeit als Maurer gearbeitet. Diesem Nebenerwerb sei er weder vor dem 1. April 1994 noch im Zeitpunkt, als deren Fortsetzung wieder als zumutbar erachtet worden sei, nachgegangen. Es sei daher nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ausgewiesen, dass der Versicherte, wäre er gesund geblieben, ein Nebenerwerbseinkommen als Reinigungsmitarbeiter erzielt hätte. 6.6.1 Gemäss Akten hatte der Beschwerdeführer bereits 1992 als Reinigungsangestellter im Nebenerwerb gearbeitet. In der Unfallmeldung UVG der U.________ vom 23. August 1994 wurde Mai 1992 als Datum der Anstellung genannt. Im Bericht der Nachfolgefirma D.________ SA Filiale Y.________ vom 9. April 1996 über den vom 11. August 1993 bis 10. August 1994 erzielten Verdienst wurde ausgeführt, der Versicherte habe im Jahre 1992 im Betrieb gearbeitet. Danach sei er nach Spanien zurückgekehrt. Im April 1994 sei er wieder eingetreten. Im Schreiben vom 14. August 1998 gab die Firma an, er habe im Mai und Juni 1996 gearbeitet. Seit Juli 1996 sei er nicht mehr bei ihr angestellt. 6.6.2 Es bestehen somit gewichtige Hinweise, dass der Beschwerdeführer vor dem Unfall vom 11. August 1994 neben dem Beruf als Maurer mehr oder weniger regelmässig noch anderweitig erwerbstätig gewesen war. Unter diesen Umständen kann die Feststellung des kantonalen Gerichts, es sei nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ausgewiesen, dass der Versicherte ohne gesundheitliche Beeinträchtigung als Reinigungsangestellter im Nebenerwerb gearbeitet hätte, nicht als hinreichend gesichert gelten. Vielmehr sind diesbezüglich nähere Abklärungen durch die SUVA, beispielsweise ein Auszug aus dem individuellen Konto, notwendig. 6.7 Die von der SUVA festgesetzte und vom kantonalen Gericht bestätigte Integritätsentschädigung ist nicht zu beanstanden. Die Vorbringen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde geben zu keiner andern Beurteilung Anlass.