Citation: 6B_860/2018 E. 5.4

5.4. Das angefochtene Urteil genügt in verschiedener Hinsicht den Anforderungen an die Begründung der Strafzumessung nicht. Der Beschwerdeführer rügt zunächst zu Recht, dass die Vorinstanz für das schwerste Delikt hinsichtlich der objektiven Tatschwere ohne nähere Begründung eine hypothetische Einsatzstrafe von 30 Monaten Freiheitsstrafe festgesetzt und damit die von der ersten Instanz bemessene Einsatzstrafe um sechs Monate erhöht hat, obwohl sie von einem um Fr. 8'000.-- verringerten Deliktsbetrag ausgegangen ist. Ein Anlass für die von der ersten Instanz abweichende Gewichtung einzelner Strafzumessungsfaktoren in objektiver Hinsicht ist nicht ersichtlich. Beide Instanzen gehen für die Hehlereidelikte von einem nicht mehr leichten objektiven Tatverschulden aus (angefochtenes Urteil S. 41; erstinstanzliches Urteil S. 40). Eine begründete unterschiedliche Gewichtung liegt nur bei der Würdigung des Verschuldens in subjektiver Hinsicht vor, bei der die Vorinstanz im Gegensatz zum Bezirksgericht für die Hehlereidelikte eine Verminderung der Schuldfähigkeit des Beschwerdeführers wegen der Drogensucht verneint (angefochtenes Urteil S. 41; erstinstanzliches Urteil S. 40). Auch wenn gestützt auf das psychiatrische Gutachten eine Verminderung der Schuldfähigkeit hinsichtlich der gewerbsmässigen Hehlerei verneint wird (vgl. Untersuchungsakten, Ordner 4, act. DSO 15/8 S. 33 f.), muss in diesem Kontext die schwere Drogenabhängigkeit jedenfalls strafmindernd berücksichtigt werden. Immerhin nimmt auch der psychiatrische Gutachter an, dass das mit der Suchterkrankung einhergehende repetitive Verlangen nach substanzinduzierter Veränderung seiner Befindlichkeit es dem Beschwerdeführer erschwert habe, langfristig auf Kokain (und Alkohol) zu verzichten, weshalb seine Fähigkeit, sich mittels Hehlerei Geld zu beschaffen, zu widerstehen als reduziert anzusehen sei (angefochtenes Urteil S. 42; Gutachten, a.a.O., S. 42). Es ist daher nicht nachvollziehbar, wenn die Vorinstanz überhaupt nicht entlastend würdigt, dass der Drogenkonsum des Beschwerdeführers mit legalen Mitteln nicht zu finanzieren und die strafbare Tätigkeit mit seiner Abhängigkeit eng verknüpft war (angefochtenes Urteil S. 41; vgl. demgegenüber erstinstanzliches Urteil S. 36). Dasselbe gilt, soweit die Vorinstanz im Rahmen der Täterkomponenten die Vorstrafen als straferhöhend gewichtet. Auch in diesem Kontext ist der schweren Suchterkrankung des Beschwerdeführers angemessen Rechnung zu tragen (vgl. Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 27. Januar 2015; Untersuchungsakten, Ordner 6 DSO 19/10, S. 46/48 ["massiver Eigenkonsum in rauen Mengen", "täglich mehrere Gramm Kokain"]). Selbst wenn eine Erhöhung der Strafe unter diesen Umständen grundsätzlich nicht zu beanstanden wäre, erscheinen diese Komponenten doch in einem anderen Licht. Besonderes Gewicht erlangt diese Problematik bei der Würdigung der persönlichen Verhältnisse des Beschwerdeführers. Ausgangspunkt bildet der Umstand, dass dieser mit Verfügung des Bezirksgerichts Zürich vom 1. Juni 2017 nach Verbüssung von zwei Dritteln der erstinstanzlich ausgesprochenen Strafe per 12. Juni 2017 aus dem vorzeitigen Strafvollzug entlassen worden ist (Akten des Bezirksgerichts act. 75), wogegen die Staatsanwaltschaft keine Beschwerde erhoben hat (Akten des Bezirksgerichts act. 80). Dabei ist ihm im Sinne einer Ersatzmassnahme die Weisung erteilt worden, sich einer psychiatrischen Behandlung zu unterziehen. Wie der Beschwerdeführer zu Recht vorbringt, würde die von der Vorinstanz verhängte Strafe dazu führen, dass er wieder in den Strafvollzug versetzt werden müsste, was als Nebenfolge zwangsläufig mit sich brächte, dass einerseits die Weiterführung der Psychotherapie und andererseits auch die Fortsetzung der wieder aufgenommenen Berufsausbildung zum diplomierten Elektrotechniker HF verunmöglicht würde. Es liegt auf der Hand, dass dadurch die Gefahr begründet wird, dass der Beschwerdeführer in seiner positiven Entwicklung zurückgeworfen wird und er erneut in die Drogensucht zurückfällt, zumal die gesamte Straffälligkeit des Beschwerdeführers in engem Zusammenhang mit seiner Drogenabhängigkeit gestanden hat (vgl. Schreiben des behandelnden Psychiaters vom 31. August 2018, Beschwerdebeilage 2). Dass die psychotherapeutische Behandlung dringend weiterzuführen sei, hat im Übrigen auch die Staatsanwaltschaft in ihrer Vernehmlassung zur Fortsetzung der Ersatzmassnahme vom 13. November 2017 angemahnt (Akten des Obergerichts act. 108 S. 2). Nach den Feststellungen der Vorinstanz hat der Beschwerdeführer die Veränderung in seinen persönlichen Verhältnissen, namentlich den regelmässigen Besuch der Therapiestunden, die Wiederaufnahme seiner berufsbegleitenden Ausbildung und seine Drogenabstinenz in der Berufungsverhandlung geschildert (angefochtenes Urteil S. 44 f.). Die Vorinstanz hätte sich daher in diesem Punkt nicht unbesehen der ersten Instanz anschliessen und annehmen dürfen, aus den persönlichen Verhältnissen liessen sich keine strafzumessungsrelevanten Faktoren ableiten (angefochtenes Urteil S. 45), da sich jene für ihren Schluss lediglich auf die Entwicklung der persönlichen Verhältnisse bis zum Zeitpunkt des erstinstanzlichen Urteils stützte, in welchem sich der Beschwerdeführer noch in Haft befand. Insgesamt erscheint der Beschwerdeführer mithin als in erhöhtem Masse strafempflindlich. Zwar trifft zu, dass nach der Rechtsprechung die Verbüssung einer Freiheitsstrafe regelmässig, insbesondere wenn der Betroffene in einem günstigen beruflichen und/oder familiären Umfeld eingebettet ist, mit einer gewissen Härte verbunden ist, die nach der Rechtsprechung nur bei aussergewöhnlichen Umständen strafmindernd zu berücksichtigen ist (Urteil 6B_988/2017 vom 26. Februar 2018 E. 2.4 mit Hinweisen). Derartige aussergewöhnlichen Umstände sind hier indes zu bejahen. Die einschneidenden Folgen des unbedingten Vollzugs der Freiheitsstrafe müssen bei der vorliegenden Konstellation im Rahmen der Würdigung der Täterkomponenten unter dem Aspekt der zu erwartenden Auswirkungen der Strafe auf das Leben (Urteil 6B_1038/2017 vom 31. Juli 2018 E. 2.6.3) zugunsten des Beschwerdeführers berücksichtigt werden (vgl. zur analogen Problematik der Berücksichtigung der Obergrenze für den bedingten und teilbedingten Vollzug BGE 134 IV 17 E. 3.2 ff.). Wie der Beschwerdeführer zu Recht einwendet (Beschwerde S. 27), lässt sich dem angefochtenen Urteil nicht entnehmen, dass die Vorinstanz diesem Gesichtspunkt Beachtung geschenkt hätte. Diese hat sich mithin mit einem wesentlichen Punkt bei der Strafzumessung nicht auseinandergesetzt. Das angefochtene Urteil ist insofern im Mindesten unzureichend begründet. Nicht zu beanstanden ist das angefochtene Urteil demgegenüber, soweit der Beschwerdeführer rügt, die Vorinstanz habe zu Unrecht für die Betäubungsmitteldelikte keine Geldstrafe ausgefällt. Die Bildung einer Gesamtfreiheitsstrafe in Anwendung des Asperationsprinzips nach Art. 49 Abs. 1 StGB verletzt im vorliegenden Fall kein Bundesrecht. Die Wahl der Strafart für die Drogendelikte hat die Vorinstanz unter Verweisung auf die Vorstrafen aus den Jahren 2012 und 2015 nachvollziehbar begründet (angefochtenes Urteil S. 44). Unbegründet ist die Beschwerde ferner, soweit der Beschwerdeführer geltend macht, die Vorinstanz habe sich nicht zur geltend gemachten Verletzung des Beschleunigungsgebots geäussert (Beschwerde S. 25). Dies trifft so nicht zu. Die Vorinstanz verweist in diesem Punkt auf die Erwägungen der ersten Instanz, welche eine Verletzung des Beschleunigungsgebots explizit verneint hat (angefochtenes Urteil S. 38 f.; erstinstanzliches Urteil S. 36 f.). Inwiefern diese Erwägungen Bundesrecht verletzen sollen, ist nicht ersichtlich. Jedenfalls ist nicht zu beanstanden, wenn die kantonalen Instanzen zum Schluss gelangen, das Verfahren habe sich wegen der Aussageverweigerung und mangelnden Kooperation des Beschwerdeführers bei der psychiatrischen Begutachtung umfangreicher gestaltet. Zudem trifft nicht zu, dass das Verfahren im Zeitraum zwischen dem 17. März und dem 31. Oktober 2016 geruht hat. Denn in dieser Zeit wurden das psychiatrische Gutachten erstellt und die Schlusseinvernahme vorbereitet und durchgeführt (angefochtenes Urteil S. 41 unten; erstinstanzliches Urteil S. 37). Schliesslich verletzt das angefochtene Urteil auch kein Bundesrecht, soweit die Vorinstanz das Teilgeständnis des Beschwerdeführers nicht strafmindernd würdigt. Soweit dieser geltend macht, das Geständnis müsse auch dann strafmindernd berücksichtigt werden, wenn der Betroffene im Nachhinein beweisbare oder bereits schon relativ sicher feststehende Umstände eingestehe, weil sich darin zeige, dass er reinen Tisch machen wolle, geht seine Beschwerde an der Sache vorbei. Nach der Rechtsprechung kann ein Geständnis bei der Beurteilung des Nachtatverhaltens nur dann zugunsten des Täters berücksichtigt werden, wenn es auf Einsicht in das begangene Unrecht oder auf Reue schliessen lässt oder der Täter dadurch zur Tataufdeckung über den eigenen Tatanteil hinaus beiträgt (vgl. BGE 121 IV 202 E. 2d S. 204 ff.). Hat das Geständnis die Strafverfolgung nicht erleichtert, namentlich weil der Täter nur aufgrund einer erdrückenden Beweislage oder gar erst nach Ausfällung des erstinstanzlichen Urteils geständig geworden ist, ist ein Verzicht auf Strafminderung nicht zu beanstanden (Urteil 6B_891/2017 vom 20. Dezember 2017 E. 3.5.2 mit Hinweis). Insgesamt erweist sich die Beschwerde in diesem Punkt als begründet.