Citation: 1C_687/2020 E. 4.3

4.3. Im festgesetzten Perimeter befindet sich das für die Trinkwassernutzung geeignete Grundwasservorkommen Maschwanden bis Knonau. Gemäss dem raumplanerischen Bericht wird in diesem Bereich die Grundwasserbildung wegen des weniger durchlässigen Auffüllmaterials nach Abschluss der Rekultivierung um ca. 6 % abnehmen. Statt ca. 26'200 Personen könnten nur noch 24'600 Personen mit Trinkwasser versorgt werden. Das Amt für Umwelt halte den Kiesabbau trotz dieser Einbussen für vertretbar, weil selbst ein zukünftig deutlich steigender regionaler Trinkwasserbedarf gedeckt werden könnte. Die Beschwerdeführerin ist dagegen der Ansicht, diese Einschätzung beruhe auf einer zu kurzfristigen Sichtweise, lasse namentlich die Folgen des Klimawandels unberücksichtigt und blende mögliche Auswirkungen des Kiesabbaus auf die Qualität des Trinkwassers aus. Die Grundwasserverhältnisse im Bereich des festgesetzten Abbaustandorts wurden von der B.________ AG in einem in den Akten liegenden Bericht vom 15. März 2018 dokumentiert. Sie geht auch auf mögliche qualitative Auswirkungen auf das Trinkwasser ein, wobei ihre Ausführungen allgemein gehalten sind und keine konkrete Gefährdung aufzeigen. Ihre Empfehlung, den Standort nicht im Richtplan einzutragen, liegt vielmehr im prognostizierten quantitativen Rückgang der Trinkwasserneubildung begründet, wobei sie auch eine mögliche Beeinträchtigung des Hatwiler Rieds erwähnt. Sie hält zudem fest, dass sich aufgrund der komplexen, heute noch nicht vollständig erfassten hydrogeologischen Verhältnisse kaum vorhersehen lasse, wie sich der Kiesabbau auf die Grundwasserverhältnisse auswirken würde. Dass der Kantonsrat, den Anträgen des Amts für Umwelt und des Regierungsrats folgend und entgegen der Empfehlung der B.________ AG, darin keinen Hinderungsgrund für eine Festsetzung im Richtplan sieht, ist, für sich allein betrachtet, dennoch vertretbar. Es ist insofern ausreichend, dass der Standort nicht als geradezu ausgeschlossen erscheint. Gewisse Unsicherheiten bezüglich der Auswirkungen auf das Trinkwasser sind auf der Stufe der Richtplanung in Kauf zu nehmen. Die Einwände der Beschwerdeführerin sind allerdings nicht von der Hand zu weisen und werden jedenfalls im Zug der weiteren Planung zu berücksichtigen sein.