Citation: 6B_987/2021 E. 4.6.1

4.6.1. Da die Vorinstanz einen Härtefall verneint, sieht sie von einer Abwägung der privaten Interessen des Beschwerdeführers am Verbleib in der Schweiz mit den öffentlichen Interessen an der Landesverweisung ab. Allerdings nimmt sie mit Blick auf die völkerrechtlichen Vorgaben und die vom EGMR erarbeiteten Kriterien dennoch eine solche Abwägung summarisch vor. Dabei hält sie zusammenfassend fest, es spiele keine Rolle, dass dem Beschwerdeführer hinsichtlich des Raubes unter Berücksichtigung seiner verminderten Schuldfähigkeit ein leichtes Verschulden attestiert worden sei. Dieses Verschulden sei allein innerhalb des als Verbrechen eingestuften Raubes gemäss Art. 140 Ziff. 1 StGB als noch leicht qualifiziert worden und beziehe sich somit lediglich auf die Einordnung innerhalb eines bis zu 20 Jahren reichenden Strafrahmens. Die Vorinstanz wertet das öffentliche Interesse an einer Landesverweisung wegen erheblicher Bedenken an der Legalbewährung des Beschwerdeführers als hoch. Demgegenüber sieht sie keine Gründe, die ein überwiegendes persönliches Interesse des Beschwerdeführers an einem weiteren Aufenthalt in der Schweiz nahelegen würden. Seine familiären Bindungen in der Schweiz seien nicht so stark, dass sie das öffentliche Fernhalteinteresse überwiegen würden. Zusammenfassend ergebe sich, dass das persönliche Interesse des Beschwerdeführers an seinem Verbleib in der Schweiz das hohe öffentliche Interesse an einer Landesverweisung nicht überwiege.