Citation: 6P.63/2006 25.08.2006 E. A

A.________ legte am 30. April 2001 Vermögen aus der Erbschaft ihres Ehemannes in zwei Obligationen à Fr. 400'000.-- und Fr. 40'000.-- bei der Migrosbank in Luzern an. Im Sommer 2001 wurden die beiden Obligationen aus dem Wertschriftendepot von A.________ in das Wertschriftendepot von deren Sohn X.________ transferiert. Dieser veranlasste mit Schreiben vom 22. August 2001 die Auflösung seines Wertschriftendepots und die Überweisung des aus den Obligationen resultierenden Guthabens an die Crédit Suisse zu Handen der B.________ GmbH. Über dieses Unternehmen wurde am 16. September 2003 der Konkurs eröffnet. Das Konkursverfahren wurde am 26. Januar 2004 mangels Aktiven eingestellt. Das angelegte Geld ging verloren. Der Vertreter von X.________, Rechtsanwalt C.________, teilte mit Schreiben vom 1. März 2004 A.________ im Wesentlichen mit, dass X.________ unter anderem die Vermögenswerte, die er von ihr übertragen erhalten hatte, bei einem Unternehmen angelegt habe und dass die Vermögenswerte infolge Konkurses dieses Unternehmens verloren seien. Hierauf fand am 2. März 2004 ein Telefongespräch zwischen A.________ und Rechtsanwalt C.________ statt, in welchem Letzterer ihr die Sachlage nochmals darlegte. Mit Schreiben vom 15. März 2004 forderte A.________ ihren Sohn auf, ihr die gemeinsam bei der Migrosbank gezeichnete Kassenobligation, die er zur Aufbewahrung an sich genommen habe, bis spätestens 25. März 2004 an sie zuzustellen, da es sich dabei um ihr rechtmässiges Eigentum handle. Mit Antwortschreiben vom 18. März 2004 erklärte X.________ seiner Mutter noch einmal seine Sicht der Dinge und was wirklich mit dem Geld passiert sei.