Citation: 5A_758/2020 E. 4.2

4.2. Das Kantonsgericht ist davon ausgegangen, vorausgesetzt sei, dass eine widerrechtliche Verletzung der Persönlichkeit unmittelbar drohe, d.h. das Verhalten des Beklagten eine bevorstehende oder erneute Rechtsverletzung ernsthaft befürchten lasse. Aus bisherigem Verhalten, das der Kläger nachzuweisen habe, ergebe sich die Vermutung einer unmittelbar drohenden Verletzungsgefahr. Eine Wiederholungsgefahr sei in der Regel anzunehmen, wenn eine Verwarnung in der Vergangenheit keine Wirkung gezeitigt habe oder der Beklagte die Widerrechtlichkeit des beanstandeten Verhaltens bestreite, sei doch dann zu vermuten, dass er sein Verhalten im Vertrauen auf die Rechtmässigkeit weiterführen werde. Dies gelte insbesondere, wenn der Verletzer zwar im Hinblick auf den Prozess die Verletzung einstweilen eingestellt habe, in seinen Prozessvorträgen aber nach wie vor sein Verhalten als rechtmässig verteidige. Die unmittelbar drohende Verletzungsgefahr müsse auch im Urteilszeitpunkt noch gegeben sein (E. III/2.3.2 S. 48). Zur erstinstanzlichen Beurteilung der drohenden Verletzungsgefahr hat das Kantonsgericht festgehalten, die dagegen erhobenen Einwände seien nicht stichhaltig (E. III/2.3.3 S. 49), doch sei ohnehin die Frage wichtiger, ob von den beklagten Beschwerdeführern weiterhin eine unmittelbar drohende Verletzungsgefahr ausgehe. Die Beschwerdeführer seien mittlerweile nicht mehr für die E.________ AG tätig, in der Medienlandschaft aber immer noch gut vernetzt. Dies zeige sich allein schon an den zahlreichen Publikationsorganen, in denen sich der Beschwerdeführer 1 zum vorinstanzlichen Entscheid geäussert habe. Sodann sei der Beschwerdeführer 2 von der E.________ AG gerade deshalb entlassen worden, weil er sich angeblich geweigert habe, das vom Verwaltungsrat beschlossene Berichtsverbot über die KESB L.________ einzuhalten. Die Beschwerdeführer betrieben inzwischen wieder eine Nachrichtenplattform (https://c.________.ch), auf der sie wie im Rahmen ihrer früheren Tätigkeit bei der E.________ AG vornehmlich über Regionalthemen und Regionalpolitik berichteten. Auf diesem online-News-portal finde sich wieder ein "Dossier: KESB". Die Beschwerdeführer hätten sich bereits mehrfach zur Kündigung des Arbeitsverhältnisses mit dem Beschwerdegegner durch die Beschwerdegegnerin geäussert und dabei kaum eine Gelegenheit ausgelassen, die Entlassung und sofortige Freistellung des Beschwerdegegners mit dessen fachlicher Arbeit in Zusammenhang zu bringen, über die in den "E.________" kritisch berichtet worden sei. Um dies zu untermauern, hätten sie ansatzweise auch schon wieder auf einzelne der beanstandeten Fallberichterstattungen Bezug genommen. In den Äusserungen und Berichten der Beschwerdeführer auf dem Newsportal und in anderen Zeitungen wie auch in sämtlichen Eingaben im Berufungsverfahren werde jeweils jede Unrechtmässigkeit der beanstandeten Publikationen von der Hand gewiesen. Von den Beschwerdeführern gehe weiterhin eine Wiederholungsgefahr aus. Für eine Unterscheidung zwischen den beiden gebe es schliesslich keinen Grund. Die Beschwerdegegner hätten völlig zu Recht darauf hingewiesen, in der Vergangenheit habe sich gezeigt, dass die Beschwerdeführer in Sachen KESB L.________ und Beschwerdegegner eine "identische Linie" verfolgten. Aufgrund ihrer Austauschbarkeit und fortbestehenden Zusammenarbeit spiele es mit Blick auf die unmittelbar drohende Gefahr erneuter Verletzungen keine Rolle, ob die einzelnen zu verbietenden Äusserungen bisher nur vom Beschwerdeführer 1, vom Beschwerdeführer 2 oder von beiden erhoben worden seien (E. III/2.3.4 und III/2.3.4.1 S. 50 des angefochtenen Entscheids).