Citation: 5A_42/2020 E. 5.2

5.2. Der Beschwerdeführer wendet ein, soweit das tatsächlich erzielte Einkommen nicht ausreiche, um den ausgewiesenen Bedarf zu decken, könne ein hypothetisches Einkommen angerechnet werden, sofern dieses zu erreichen zumutbar und möglich sei. Hinzu komme, dass jeder Elternteil gemäss Art. 276 Abs. 2 ZGB verpflichtet sei, nach seinen Kräften für den gebührenden Unterhalt des Kindes aufzukommen. Das Kantonsgericht verletze diese Grundsätze jedoch in willkürlicher Weise (Art. 176 Abs. 1 Ziff. 1 i.V.m. Art. 125 ZGB, Art. 276 ZGB, alle i.V.m. Art. 9 BV), indem es der Beschwerdegegnerin ab 1. Juni 2018 ein Einkommen von Fr. 1'414.55 netto pro Monat anrechne, welches einem Arbeitspensum von ca. 40 % entspreche, und dies unbeschränkt, d.h. über das 10. Lebensjahr des jüngsten Kindes der Parteien (4. April 2024) hinaus, ohne ihr Arbeitspensum gemäss Schulstufenmodell auszudehnen. Damit werde auch in willkürlicher Weise gegen die Beweisregeln (Art. 157 ZPO i.V.m. Art. 9 BV) verstossen, insbesondere durch Ermessensüberschreitung. Das Kantonsgericht habe den Sachverhalt nicht hinreichend von Amtes wegen abgeklärt. Es stünden Kinderbelange zur Diskussion, und es würden bekanntlich die Untersuchungs- und Offizialmaxime (Art. 58 Abs. 2 ZPO i.V.m. Art. 296 Abs. 1 ZPO) gelten. Das Gericht habe den Sachverhalt von Amtes wegen nicht erforscht, obschon die Frage, welche Tätigkeit aufzunehmen als zumutbar erscheine, eine Rechtsfrage darstelle. Wenn das Kantonsgericht im Rahmen des Eheschutzverfahrens die Unterhaltsbeiträge in mehrere Phasen, sogar über das Jahr 2024 hinaus festhalte, müsse es dies gemäss Beschwerdeführer auch substantiiert begründen. Weshalb das Kantonsgericht bei der Beschwerdegegnerin ab dem 1. Juni 2018 bis 4. April 2024 (jüngstes Kind 10 Jahre alt) und darüber hinaus lediglich ein Arbeitspensum von 40 % als zumutbar und möglich erachte und von einem höheren, hypothetischen Einkommen absehe, werde nicht erörtert. Im vorliegenden Fall teilten sich die Parteien die Obhut, wie durch das erstinstanzliche Gericht angeordnet, obwohl der Beschwerdeführer bis heute die Hauptbetreuungsperson der Kinder gewesen sei und heute noch sei. So würden die Kinder viereinhalb Tage (vier Übernachtungen) beim Beschwerdeführer verbringen und somit mehr als 50 % von ihm betreut. Der Beschwerdeführer habe in der Berufung ausgeführt, dass die Beschwerdegegnerin die Kinder von Sonntag, 10.00 Uhr bis Mittwoch, 14.00 Uhr betreue. Weiter habe er geltend gemacht, dass die Parteien seit dem 2. Juli 2017 getrennt leben würden, die Beschwerdegegnerin bereits anlässlich der Verhandlung vom 9. November 2017 selbst eingeräumt habe davon auszugehen, in der Schweiz einfache Tätigkeiten wie Putzen, Servicearbeiten etc. zu verrichten und sie keinen Anspruch habe, ihrer bisherigen Erwerbstätigkeit als Buchhalterin nachzugehen. Die Beschwerdegegnerin sei in der Schweiz gut integriert, verfüge über ein gutes soziales Netzwerk in Y.________ und Umgebung, spreche gut Deutsch und auch Englisch, Ukrainisch, Russisch, besitze den Fahrausweis der Kategorie B, sei jung, gesund, arbeitsfähig, weshalb ihr durchaus eine Erwerbstätigkeit von mind. 60-80 % (mit Verdienst von mind. Fr. 3'200.-- bis Fr. 3'600.--) ab dem 1. Juni 2018 zumutbar und möglich sei. Der Beschwerdegegnerin sei die geforderte Ausdehnung der Erwerbstätigkeit somit seit mindestens Juli 2017 bewusst gewesen, weshalb es voraussehbar gewesen sei, dass sie spätestens bei obligatorischer Einschulung von D.A.________ ihre Erwerbstätigkeit auf mindestens 50 % erhöhen müsse. Ab dem 10. Altersjahr des jüngsten Kindes bzw. D.A.________ und unter Berücksichtigung der geteilten Obhut bzw. dass der Beschwerdeführer die Kinder mehr als 50 % betreue, sei ihr ein Erwerbseinkommen ab dem 4. April 2024 von mindestens Fr. 3'600.-- bis Fr. 4'200.-- netto pro Monat (80-100 %) anzurechnen. Das Kantonsgericht habe sich damit nicht auseinandergesetzt bzw. die Ausführungen des Beschwerdeführers nicht gehört. Stattdessen wäre es gehalten gewesen zu prüfen, ob und ab wann es der Beschwerdegegnerin möglich und zumutbar sei, ihre bisherige Erwerbstätigkeit auszudehnen. Weiter verkenne das Kantonsgericht, dass es gemäss Schulstufenmodell irrelevant sei, ob die Parteien genügend finanzielle Mittel hätten oder nicht. Die Beschwerdegegnerin hätte keinen Anspruch auf Fortführung des zuletzt gelebten Standards bis auf Weiteres bzw. bis zu ihrem Lebensende.