Citation: I 160/05 15.09.2005 E. 3

3.1 Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird beantragt, "es sei der Beschwerdeführerin der zusätzlich beantragte Rentenanspruch zu gewähren". Es wird hauptsächlich argumentiert, die Arbeitsunfähigkeit sei bei der Erkrankung der Beschwerdeführerin mit Erwerbsunfähigkeit gleichzusetzen. Daher sei bei der Invaliditätsbemessung auf die von ihrem Hausarzt seit dem 9. November 2001 ununterbrochen attestierte 100%ige Arbeitsunfähigkeit abzustellen. 3.2 Bis zum In-Kraft-Treten des ATSG am 1. Januar 2003 fehlte es an einer Legaldefinition des Begriffes der Arbeitsunfähigkeit (vgl. Ulrich Meyer-Blaser, Der Rechtsbegriff der Arbeitsunfähigkeit und seine Bedeutung in der Sozialversicherung, namentlich für den Einkommensvergleich in der Invaliditätsbemessung, in: René Schaffhauser/Franz Schlauri [Hrsg.], Schmerz und Arbeitsunfähigkeit, St. Gallen 2003, S. 30). Rechtsprechungsgemäss galt eine Person als arbeitsunfähig, die infolge eines Gesundheitsschadens ihre bisherige Tätigkeit nicht mehr, nur noch beschränkt oder nur unter der Gefahr, ihren Gesundheitszustand zu verschlimmern, ausüben konnte (so zuletzt in BGE 129 V 53 Erw. 1.1 in fine mit Hinweisen). Der Grad der Arbeitsunfähigkeit wurde unter Berücksichtigung des bisherigen Berufs festgesetzt, solange von der versicherten Person nach einer gewissen Übergangsfrist (BGE 114 V 287 Erw. 3d) nicht verlangt werden konnte, ihre restliche Arbeitsfähigkeit in einem anderen Berufszweig zu verwerten (BGE 114 V 283 Erw. 1d mit Hinweisen). In der Invalidenversicherung hat die Arbeitsunfähigkeit als Voraussetzung der Taggeldleistungen (Art. 22 Abs. 1 IVG) sowie bei der Entstehung des Rentenanspruchs (Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG) Bedeutung (vgl. BGE 130 V 345 Erw. 3.1 mit Hinweisen). Die Erwerbsunfähigkeit wurde bis zum In-Kraft-Treten des ATSG in der Praxis als das Unvermögen der versicherten Person bezeichnet, auf dem gesamten für sie in Frage kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt die verbliebene Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise wirtschaftlich zu verwerten (BGE 130 V 346 Erw. 3.2, 121 V 331 Erw. 3b mit Hinweisen).