Citation: 4A_338/2018 E. 3.2

3.2. Die Beschwerdeführerin verkennt durchwegs die Tragweite des Rügegrundes von Art. 393 lit. e ZPO hinsichtlich Tatsachenfeststellungen. Ihre - sich weitgehend überschneidende bzw. wiederholende - Rügen betreffen richtig besehen ausschliesslich die Beweiswürdigung des Schiedsgerichts. Wenn die Beschwerdeführerin etwa rügt, die vom Schiedsgericht angeführten Sachverhalte seien untauglich, um ihre nachträgliche Genehmigung der Zusicherungen bzw. Garantien zu beweisen, bzw. das Schiedsgericht hätte auf andere Akten abstellen sollen, kritisiert sie nicht eine Aktenwidrigkeit, sondern die Würdigung der Akten. Es fällt insbesondere auf, dass sämtliche Sachverhaltselemente, deren Nichtberücksichtigung von der Beschwerdeführerin gerügt wird (Beendigungsschreiben, Agenturvertrag,...), im angefochtenen Schiedsspruch erwähnt sind. Dass das Schiedsgericht den Inhalt dieser Akten falsch wiedergegeben hat oder Aktenstellen übersehen oder ihnen einen anderen als den wirklichen Inhalt beigemessen hat, wird von der Beschwerdeführerin nicht dargelegt. Das Schiedsgericht hat in freier Beweiswürdigung vielmehr bewusst auf andere Elemente abgestellt, was nicht Gegenstand der Willkürrüge nach Art. 393 lit. e ZPO bilden kann. Nichts anderes gilt in Bezug auf den im zweiten Rügenkomplex hervorgehobenen Schriftlichkeitsvorbehalt gemäss Ziffer 6.11 der 2010-Vereinbarung. Das Schiedsgericht hat - wie die Beschwerdeführerin selber erkennt - diesen in seinem Urteil ausdrücklich beachtet. Eine irrtümliche Wiedergabe des Inhaltes dieser Klausel wird von der Beschwerdeführerin nicht dargelegt und ist auch nicht ersichtlich. Das Schiedsgericht hat dieser Klausel bloss eine andere Bedeutung beigemessen, als die Beschwerdeführerin dies in ihrer Beschwerde tut. Dies gilt auch in Bezug auf die übrigen Beweismittel, deren Nichtberücksichtigung die Beschwerdeführerin als willkürlich erachtet: das Schiedsgericht hat sowohl das Beendigungsschreiben wie auch den Agenturvertrag und die E-Mail der Beschwerdegegnerin vom 20. Dezember 2013 beachtet. Auch die zwischen der B.________ AG und den Kunden abgeschlossenen direkten Verträge wie auch die von der Beschwerdeführerin erwähnten weiteren Äusserungen der Beschwerdegegnerin hat das Schiedsgericht in seinem Urteil berücksichtigt. Auch hinsichtlich der Annahme einer Vertragsverletzung wie auch der Festsetzung des Schadens vermag die Beschwerdeführerin keine Aktenwidrigkeit aufzuzeigen. Die Auslegung der Parteivereinbarungen in Zusammenhang mit der Restrukturierung mag zwar der Auffassung der Beschwerdeführerin nicht entsprechen, sie stützt sich aber auf keine aktenwidrigen tatsächlichen Feststellungen. Offensichtlich aktenwidrige tatsächliche Feststellungen im Sinne der bundesgerichtlichen Rechtsprechung werden von der Beschwerdeführerin nicht dargelegt. Der wiederholte Gebrauch des Begriffs " Aktenwidrigkeit" durch die Beschwerdeführerin vermag nicht darüber hinwegzutäuschen, dass die Beschwerdeführerin mit ihren entsprechenden Rügen ausschliesslich die Beweiswürdigung des Schiedsgerichts beanstandet. Inwiefern die tat sächlichen Feststellungen des Schiedsgerichts zu den Akten in Widerspruch stehen, legt sie nicht dar. Im Gegenteil erkennt sie weitgehend selber, dass das Gericht auf die fraglichen Akten Bezug genommen hat und die darin enthaltenen Tatsachen richtig wiedergegeben hat. Wie das Schiedsgericht diese Tatsachen würdigte, ist nicht Gegenstand der Willkürrüge, geht es doch bei dieser ausschliesslich um Tatsachenfeststellungen, die von keiner weiteren Würdigung abhängen, weil sie mit den Akten schlicht unvereinbar sind. Die Beschwerdeführerin müsste konkret und substanziiert darlegen, wie sich das Schiedsgericht im Rahmen der Feststellung des Prozesssachverhalts infolge Versehens mit den Akten in Widerspruch gesetzt hat. Das tut sie nicht, beschränkt sie sich doch aufzuzeigen, weshalb die vom Schiedsgericht aus diesem festgestellten Sachverhalt gezogenen Schlüsse ihres Erachtens offensichtlich unhaltbar sind. Kritisiert werden dabei ausschliesslich Wertungs- bzw. Ermessensfragen des Schiedsgerichts; auf entsprechende Rügen ist nicht einzutreten.