Citation: 5A_378/2015 E. 5.4

5.4. Wie die resümierten Erwägungen der Vorinstanz zeigen, soll die Beschwerdeführerin - eine natürliche Person - nach dem Urteil des Obergerichts für die Bussen der C.________ AG - einer juristischen Person - einstehen. Insofern scheint für das Obergericht festzustehen, dass sich die Beschwerdeführerin in der besagten Vertragsklausel verpflichten konnte, als Dritte Steuerbussen der Aktiengesellschaft zu bezahlen. Zum andern hält das Obergericht im selben Textabschnitt fest, die Beschwerdeführerin selbst sei in das Strafverfahren einbezogen und auch gebüsst worden. Diese Erkenntnis leitet es aus zwei aktenkundigen Rechnungen für das Steuerstrafverfahren 2005 ab, die - wie das Obergericht im selben Federzug schreibt - die C.________ AG betreffen sollen. Erstaunlicherweise finden sich auf diesen zwei Urkunden aber keinerlei Hinweise auf diese Aktiengesellschaft. In der Rubrik "Betrifft" sind der Beschwerdegegner und die Beschwerdeführerin vermerkt. Soweit das Obergericht tatsächlich erkannt haben will, dass sowohl die C.________ AG als auch die Beschwerdeführerin persönlich gebüsst wurden, lässt sich dem angefochtenen Entscheid auch nicht entnehmen, in welchem Umfang diese zwei verschiedenen Personen je einzeln und/oder gemeinsam mit Steuerbussen bestraft wurden. Im Übrigen entnimmt das Bundesgericht den Akten des Kantonsgerichts Nidwalden (Art. 105 Abs. 2 BGG) gewisse Anhaltspunkte dafür, dass jedenfalls gegen den Beschwerdegegner ein Steuerstrafverfahren lief. Dies ergibt sich aus einem Schreiben vom 13. Juli 2011, worin das kantonale Steueramt ankündigt, dass im Steuerhinterziehungsverfahren gegen den Beschwerdegegner "nunmehr noch Bussen in der Höhe von 100% des jeweiligen Nachsteuerbetrages" vorgesehen seien. In einem weiteren Schreiben vom 16. August 2012 teilt dieselbe Behörde dem damaligen Anwalt der Beschwerdeführerin mit, dass die Strafverfügung gegen den Beschwerdegegner vom 26. Oktober 2011 in Rechtskraft erwachsen sei und weitere Nach- oder Strafsteuerverfahren gegen die Beschwerdeführerin derzeit nicht hängig seien. Im Ergebnis herrscht nicht restlose Klarheit darüber, welche Person (en) denn nun tatsächlich mit Steuerbussen belegt wurden. Entgegen der Meinung des Beschwerdegegners darf diese Frage jedoch nicht unbeantwortet bleiben. Denn im Streit darüber, ob Ziffer 5 der Vereinbarung vom 26. März 2009 im Sinne von Art. 20 OR nichtig ist, kommt es sehr wohl darauf an, ob und gegebenenfalls in welchem Umfang die Beschwerdeführerin persönlich wegen Steuerstraftaten gebüsst wurde. Das zeigen die nachfolgenden Erwägungen.