Citation: 6P.10/2005 04.05.2005 E. 1

Der Beschwerdeführer wirft dem Obergericht vor, es habe den Sach-verhalt widersprüchlich und willkürlich festgestellt, wenn es davon ausgehe, die Sicht des Beschwerdeführers sei verdeckt gewesen bzw. er habe das entgegenkommende Fahrzeug in einer Entfernung von 134 m gesehen. 1.1 Zunächst ist klar zu stellen, dass dem Obergericht als Kas-sationsinstanz lediglich eine beschränkte Kognition zustand. Es konnte die Sachverhaltsfeststellungen des Amtsgerichts bloss auf Willkür hin überprüfen. Um mit der staatsrechtlichen Beschwerde Erfolg zu haben, müsste der Beschwerdeführer demnach aufzeigen, dass das Obergericht zu Unrecht Willkür verneint hat. 1.2 Das Amtsgericht hatte einen Augenschein vorgenommen und fest-gehalten, aufgrund der Begebenheiten vor Ort dürfe dort überhaupt nur dann auf die Nebenstrasse abgebogen werden, wenn die Sicht durch gar nichts, insbesondere durch keine vorausfahrenden Fahrzeuge be-einträchtigt werde. Der Grund bestehe in der strassengeometrischen Begebenheit der ansteigenden Fahrbahn mit einer leichten Rechts-kurve in Richtung Kuppe, womit einem Fahrzeugführer am Abbiegeort aufgrund seines tieferen Standortes die Sicht nach vorne und ins-besondere auf den Gegenverkehr erheblich eingeschränkt wird, so-lange sich auf seiner Strassenseite Fahrzeuge vor ihm befinden. Der Beschwerdeführer und das weisse Fahrzeug unmittelbar vor ihm seien nach einem praktischen Stillstand gleichzeitig angefahren, wobei der Beschwerdeführer in der Folge nicht mehr angehalten habe. Er sei im ersten Gang gefahren und mit Rücksicht auf seine Mitinsassen in einem sehr langsamen Beschleunigungsvorgang zwischen 0 - 10 km/h. Bis zur Abbiegestelle habe er noch eine Wegstrecke von zwei Autolängen (zuzüglich Fahrzeugabstand) zurücklegen müssen. Da die Sicht auf die Gegenfahrbahn durch das geradeaus fahrende weisse Fahrzeug beeinträchtigt gewesen sei, habe er versucht, durch sein langsames Anfahren Distanz zum weissen Fahrzeug zu erlangen. Dadurch sei die Übersicht auf die Gegenfahrbahn zwar möglicherweise verbessert worden, aufgrund der kurzen Zeit (ca. 2 Sekunden) jedoch nicht uneingeschränkt. Die Beschleunigung des weissen Fahrzeugs und die unterschiedlichen Geschwindigkeiten hätten keinesfalls dazu führen können, dass der Beschwerdeführer im Zeitpunkt, als er sich definitiv zum Linksabbiegen entschieden habe, absolut freie Sicht auf die Gegenfahrbahn gehabt habe. Zwischen ihm und dem heran-nahenden Fahrzeug habe sich immer noch das weisse Fahrzeug befunden, welches in Richtung Hildisrieden gefahren sei. 1.3 Insbesondere gestützt auf die Aussagen der Zeugen H._______, die unmittelbar hinter dem Fahrzeug des Beschwerdeführers fuhren und einen guten Überblick über das Geschehen hatten, beurteilte das Obergericht die erstinstanzlichen Feststellungen als nicht willkürlich. Die Aussagen des Beschwerdeführers hingegen bewertete es als wenig überzeugend, weil dessen Distanzangaben im Laufe des Verfahrens mehrmals von ihm selbst korrigiert werden mussten, und er entgegen den Feststellungen des Gutachtens behauptet hatte, das entgegenkommende Fahrzeug habe das Licht nicht eingeschaltet gehabt. Im Anschluss an die fragliche Abzweigung steigt die Strasse nach Hildisrieden an und beschreibt eine leichte Rechtskurve in Richtung Kuppe. Bei dieser Ausgangslage ist problemlos nachvollziehbar, dass der Beschwerdeführer rechts am voranfahrenden weissen Fahrzeug vorbei das entgegenkommende Fahrzeug 134 m entfernt auf der Kuppe erkennen konnte, dass dieses auf seiner Weiterfahrt für ihn jedoch von der Silhouette des weissen Fahrzeugs verdeckt wurde. Hinsichtlich des gerügten Widerspruchs hat das Obergericht somit zu Recht Willkür verneint. Dass der Beschwerdeführer beim eigentlichen Abbiegen keine uneingeschränkte Sicht auf die Gegenfahrbahn hatte, bestreitet er lediglich damit, er habe bei mehreren Gelegenheiten betont, dass er durchaus freie Sicht gehabt habe. Eine solche Argumentation genügt den Begründungsanforderungen an eine staatsrechtliche Beschwerde nicht. Dazu hätte der Beschwerdeführer zumindest die entgegen-stehenden obergerichtlichen Annahmen bezüglich seiner Aussagen und derjenigen der Zeugen H._______ entkräften müssen. Insoweit ist auf die Beschwerde nicht einzutreten (Art. 90 Abs. 1 lit. b OG; BGE 129 I 113 E. 2.1).