Citation: I 88/02 17.09.2002 E. 3

Streitig und zu prüfen ist das Vorliegen einer rentenbegründenden Invalidität. 3.1 In Bestätigung der Verwaltung verneinte die Vorinstanz eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers, da sich auf Grund der eingereichten medizinischen Unterlagen an der Schädigung des Sehorgans nichts geändert habe und selbst wenn tatsächlich eine Verschlechterung eingetreten sein sollte, kein Zusammenhang zwischen der Verschlimmerung und der Arbeitsfähigkeit ersichtlich sei. Zudem fehlte nach Auffassung der Vorinstanz ein deutlicher Zusammenhang zwischen dem (sich allenfalls verschlechternden) Gesundheitszustand einerseits und den sinkenden Einnahmen des Geschäfts anderseits. Die Einkommenseinbusse des Beschwerdeführers sei auf den Umstand zurückzuführen, dass er sich die Einnahmen seit Juni 1996 mit seinem Sohn teilen müsse, mit dem er seit Mitte des Jahres 1996 die Gemeinschaftspraxis führe. 3.2 In medizinischer Hinsicht stellte die Vorinstanz zur Hauptsache auf das Aktengutachten des Vertrauensarztes der IV-Stelle, Dr. med. L.________, vom 12. Februar 2001 ab. Dieses basiert auf den Ausführungen der Ärztin der IV−Stelle Dr. med. E.________ vom 2. August 2000 und 21. Mai (recte wohl: September) 2000 sowie älteren medizinischen Unterlagen. Dazu gilt festzustellen, dass die letzte medizinische Untersuchung des Versicherten, worauf sich Frau Dr. med. E.________ in ihrer Stellungnahme vom 21. September 2000 bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit stützte, aus dem Jahre 1983 stammt. Mit dem Bericht des Hausarztes vom 8. Juni 2000, in dem dieser nebst der Sehbehinderung auch Schwindelgefühle diagnostizierte und eine gänzliche Arbeitsunfähigkeit ab 1. Mai 2000 annahm, setzte sie sich nicht auseinander. Ohne ergänzende aktuelle Abklärungen ging die IV-Ärztin davon aus, dass eine zusätzliche Behinderung, die eine Geschäftsübergabe notwendig gemacht hätte, nicht aufgetreten sei und hielt ausdrücklich an ihrer Beurteilung im Formular "Demande de prestation: exposé" vom 2. August 2000 fest. Diese frühere Einschätzung vermag indes in keiner Weise zu überzeugen, basiert sie doch zum Teil auf reinen Vermutungen. In seinem Aktengutachten, das auf dieser insgesamt äusserst dünnen medizinischen Aktenlage fusst, wertete Dr. med. L.________ die Einschätzung der IV-Ärztin als auch nach der Vernehmlassung im Rahmen des Rekursverfahrens medizinisch korrekt und hielt fest, dass sich zusätzliche medizinische Untersuchungen erübrigten. Dieses Gutachten verfängt nicht. Es vermag in beweisrechtlicher Hinsicht den Anforderungen an einen Arztbericht (vgl. Erw. 2.2 hievor) nicht zu genügen, umso weniger als es sich um ein versicherungsinternes Gutachten handelt (BGE 125 V 353 Erw. 3b/ee). So ist es nicht nur für die streitigen Belange nicht umfassend genug, sondern es ist auch in den Schlussfolgerungen nicht nachvollziehbar. Zudem fehlt es an aktuellen Untersuchungsergebnissen, wie der Beschwerdeführer zu Recht bemängelte. Auf dieses Gutachten kann nicht abgestellt werden. 3.3 Damit steht fest, dass der Sachverhalt in medizinischer Hinsicht nicht genügend abgeklärt ist. Dies gilt umso mehr, als der Beschwerdeführer in seinem Schreiben an die Vorinstanz vom 9. März 2001 dargelegt hat, dass die Schädigung über die Sinneseinschränkung hinaus invalidisierende gesundheitliche Störungen verursachte. Nachdem auch der behandelnde Arzt Dr. med. H.________, Allgemeinarzt, Deutschland, im Bericht vom 9. Juni 2000 eine dauernde 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestierte und am 23. Januar 2001 bestätigte, dass es dem Versicherten nicht mehr möglich sei, in seinem Beruf vollschichtig zu arbeiten, hat die Verwaltung in Nachachtung des Untersuchungsgrundsatzes die Arbeitsunfähigkeit gutachterlich abklären zu lassen. Die Sache ist mithin an die IV-Stelle zurückzuweisen, damit sie nach erfolgter Begutachtung und entsprechender Abklärung der erwerbswirtschaftlichen Auswirkungen über den Rentenanspruch neu verfüge. In diesem Zusammenhang wird das zwischenzeitliche Inkrafttreten des APF (vgl. Erw. 1) zu berücksichtigen sein.