Citation: 2P.173/2000 23.04.2001 E. 2

2.- Der Beschwerdeführer macht geltend, das Verwaltungsgericht habe Art. 6 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (Europäische Menschenrechtskonvention, EMRK; SR 0.101) verletzt, indem es - entgegen seinem ausdrücklichen Antrag - keine öffentliche Verhandlung durchgeführt habe. Art. 6 Ziff. 1 EMRK verlangt, dass über zivilrechtliche Ansprüche in billiger Weise öffentlich und innerhalb einer angemessenen Frist durch ein unabhängiges und unparteiisches, auf dem Gesetz beruhendes Gericht entschieden wird (BGE 126 I 228 E. 2a/aa S. 230). Der Begriff der "zivilrechtlichen Ansprüche und Verpflichtungen" umfasst nicht nur zivilrechtliche Streitigkeiten im engeren Sinne, d.h. solche zwischen Privaten oder Privaten und dem Staat in seiner Eigenschaft als Subjekt des Privatrechts, sondern auch hoheitliche Akte von Verwaltungsbehörden, sofern diese massgeblich in Rechte und Verpflichtungen privatrechtlicher Natur eingreifen (BGE 125 II 293 E. 5b S. 312 mit Hinweisen). Art. 6 Ziff. 1 EMRK schafft für sich selbst kein neues materielles Recht, sondern gewährt den durch das innerstaatliche Recht anerkannten (zivilrechtlichen) Ansprüchen Verfahrensschutz (BGE 125 I 209 E. 7a S. 216 mit Hinweisen; Arthur Haefliger/Frank Schürmann, Die Europäische Menschenrechtskonvention und die Schweiz, 2. Auflage, Bern 1999, S. 136). Das Bundesgericht hat mit Blick auf die Gesetzgebung des Kantons Genf über die öffentlichen Sachen, aus welcher sich keine Ansprüche auf Erteilung einer Konzession für die Plakatierung auf öffentlichem Grund ableiten liessen, die Anwendbarkeit von Art. 6 EMRK verneint (BGE 125 I 209 E. 7b S. 216 f.). Dasselbe muss im vorliegenden Fall gelten: Der Beschwerdeführer führt keine Bestimmung des kantonalen oder kommunalen Rechts an, und es ist auch keine solche ersichtlich, welche ihm einen zivilrechtlichen Anspruch auf die streitige "Ganzbemalung" zu vermitteln vermöchte (vgl. zur Frage der zivilrechtlichen Natur von Nutzungsansprüchen an öffentlichen Sachen: Herbert Miehsler, Internationaler Kommentar zur Europäischen Menschenrechtskonvention, Art. 6, Rz. 149). Auch kann nicht von einer mittelbaren Beeinträchtigung von zivilrechtlichen Ansprüchen gesprochen werden, greift doch der angefochtene Entscheid nicht in die sich aus einem vorbestehenden Vertragsverhältnis ergebenden subjektiven Rechte ein, da es zu einem Vertragsabschluss hinsichtlich der "Ganzbemalung" gerade nicht gekommen ist. Vielmehr stützt sich der Beschwerdeführer zur Geltendmachung des von ihm behaupteten Anspruches hauptsächlich auf die Meinungsäusserungsfreiheit (Art. 10 EMRK); allfällige aus diesem Grundrecht fliessende Ansprüche lassen sich indessen nicht als zivilrechtlich im Sinne von Art. 6 Ziff. 1 EMRK qualifizieren. Es liegt folglich keine Konventionsverletzung vor, wenn das Verwaltungsgericht von der Durchführung einer öffentlichen Verhandlung abgesehen hat.