Citation: 2C.3/1999 07.03.2000 E. 3

3.- Die Haftung des Kantons beurteilt sich nach kantonalem Recht. Gemäss Art. 4 des hier anwendbaren Waadtländer Verantwortlichkeitsgesetzes (loi sur la résponsabilité de l'état, des communes et de leurs agents vom 16. Mai 1961 [LREC]) haftet das Gemeinwesen für den von ihren Organen widerrechtlich zugefügten Schaden. Das Waadtländer Verantwortlichkeitsgesetz definiert den Begriff der Widerrechtlichkeit nicht. Nach den allgemein geltenden Grundsätzen - wie sie auch Art. 3 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 14. März 1958 über die Verantwortlichkeit des Bundes und seiner Behördemitglieder (SR 170. 32) zu Grunde liegen - ergibt sich die Widerrechtlichkeit einer schädigenden Handlung daraus, dass entweder ein absolutes Recht des Geschädigten beeinträchtigt wird, ohne dass ein Rechtfertigungsgrund vorliegt (Erfolgsunrecht), oder eine reine Vermögensschädigung durch Verstoss gegen eine Norm bewirkt wird, die nach ihrem Zweck vor derartigen Schäden schützen soll (Handlungsunrecht) (Urteil des Bundesgerichts vom 7. Dezember 1998 publiziert in Pra 88/1999 Nr. 48 S. 271 E. 3 S. 271 f.; BGE 123 II 577 E. 4c/d S. 581 f., mit Hinweisen). Ein solcher Verstoss kann auch in der Verletzung allgemeiner Rechtsgrundsätze liegen (BGE 107 Ib 160 E. 3a S. 164, mit Hinweis).