Citation: 4P.224/2002 08.07.2003 E. 5

Mit der Beschwerde wird dem Kantonsgericht willkürliche Beweiswürdigung vorgeworfen in Bezug auf die Aussagen der Zeugen und Auskunftspersonen, die sich zur Geschwindigkeit des von E.________ gelenkten Fahrzeugs und zur Notwendigkeit des Ausweichmanövers auf die linke Strassenhälfte geäussert haben. Das Kantonsgericht ist zum Ergebnis gekommen, dass die Beschwerdeführerin nicht habe beweisen können, dass E.________ die vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit eingehalten habe und er keine Möglichkeit gehabt habe, auf der rechten Strassenhälfte weiter zu fahren und eine Kollision mit dem einbiegenden Fahrzeug durch Bremsen zu vermeiden. 5.1 In Bezug auf die Würdigung der Aussagen der Zeugen G.________ und H.________ sowie von E.________ zur Frage der Einhaltung der vorgeschriebenen Höchstgeschwindigkeit kann dem Kantonsgericht keine Willkür vorgeworfen werden. G.________ hat im Laufe der Zeit widersprüchliche Aussagen gemacht und zudem kann eine Beeinflussung durch Gespräche in der Familie nicht ausgeschlossen werden. H.________ hat anfänglich ausgesagt, er vermöge nicht zu beurteilen, ob E.________ mit überhöhter Geschwindigkeit gefahren sei, und hat dann bei der Befragung vor Bezirksgericht March angegeben, er könne die gefahrene Geschwindigkeit bloss schätzen. E.________ schliesslich wurde lediglich von der Polizei befragt und tendierte - wie das Kantonsgericht zutreffend festhält - gemäss allgemeiner Lebenserfahrung dazu, die gefahrene Geschwindigkeit herunterzuspielen. Eine willkürliche Beweiswürdigung durch das Kantonsgericht ist insoweit nicht ersichtlich. Das Bundesgericht hat deshalb in tatsächlicher Hinsicht mit dem Kantonsgericht davon auszugehen, eine Überschreitung der vorgeschriebenen Höchstgeschwindigkeit durch E.________ sei nicht ausgeschlossen. 5.2 Nach dem angefochtenen Urteil haben im Zeitpunkt, als der unbekannte Fahrzeuglenker mit geringer Geschwindigkeit auf den Zubringer eingefahren ist, knappe Verhältnisse geherrscht und war die Distanz zwischen den beiden Fahrzeugen gering. Das Kantonsgericht hält im Weitern fest, dass gemäss der Unfallskizze der Polizei nach Ende der Einmündung Speerstrasse in die Hauptstrasse auf den ersten 22,7 Metern der Hauptstrasse weder Brems- noch Schleuderspuren zu sehen sind; erst nach 22,7 Metern beginnen - noch auf der Gegenfahrbahn - Pneu- und Schleuderspuren. Das Kantonsgericht leitet daraus ab, dass E.________ sein Fahrzeug in der ersten Phase zu keinem Zeitpunkt stark abgebremst hat. Seine erste Reaktion - Ausweichen gegenüber dem unbekannten Fahrzeug - sei nicht so abrupt erfolgt wie das anschliessende Einschwenkmanöver. Daraus lasse sich schliessen, dass das Einbiegemanöver des unbekannten Autofahrers nicht unmittelbar vor dem herannahenden Fahrzeug von E.________ erfolgt bzw. der Abstand dieser beiden Autos noch so gross gewesen sein müsse, dass E.________ die Zeit verblieben sei, dem unbekannten Fahrzeug noch auszuweichen und dabei nicht einmal Schleuder- oder Bremsspuren zu hinterlassen. 5.3 In der Beschwerdeschrift wird anerkannt, dass E.________ mit seinem Fahrzeug eine abrupte Hin- und Herbewegung ausgeführt hat. Es wird vorgebracht, dass E.________ wegen des geringen Abstandes zum einbiegenden Fahrzeug gezwungen gewesen sei, ungebremst nach links auszuweichen. Dabei habe sein Fahrzeug weder Brems- noch Schleuderspuren hinterlassen. Erst als E.________ vor dem herannahenden Zeugen H.________ wieder auf die rechte Fahrspur habe wechseln wollen, sei sein Fahrzeug ins Schleudern geraten, da solche schnell hintereinander folgenden Hin- und Herbewegungen geeignet seien, das Fahrzeug ausbrechen zu lassen. Erst beim Zurücklenken habe demnach das Fahrzeug zu schleudern begonnen, weshalb E.________ auch zu bremsen versucht habe; daraus ein Selbstverschulden zu konstruieren, sei nicht statthaft, insbesondere wenn für eine abweichende Vermutung keinerlei Anzeichen vorhanden seien. 5.4 Nicht willkürlich ist die Feststellung des Kantonsgerichts, dass die zweite Schwenkbewegung des Fahrzeugs von E.________ abrupter erfolgt sein muss als die erste. Das ergibt sich bereits aus dem Umstand, dass das Fahrzeug nicht schon bei der ersten Schwenkbewegung nach links ins Schleudern geraten ist, sondern erst bei der zweiten nach rechts, wobei das Fahrzeug gemäss der Unfallskizze der Polizei zu schleudern begonnen hat, als es sich noch auf der linken Strassenhälfte befand. Nicht bewiesen ist sodann die Behauptung der Beschwerdeführerin, dass E.________ zu bremsen versucht habe. Gemäss dessen eigener Aussage noch am Unfalltag gegenüber der Kantonspolizei hat er nicht gebremst, sondern sich auf die abrupte Schwenkbewegung nach rechts beschränkt. Dabei hat er - gemäss eigener Aussage - die Beherrschung über das Fahrzeug verloren. Sachverhaltsmässig ist somit erstellt, dass E.________ nicht gebremst hat und die Schwenkbewegung nach rechts abrupter erfolgte als die vorangehende nach links, und zwar so abrupt, dass das Fahrzeug sofort ins Schleudern geriet. Die entsprechenden Tatsachenfeststellungen des Kantonsgerichts sind nicht willkürlich und können auch der rechtlichen Beurteilung durch das Bundesgericht zugrunde gelegt werden. Ob im Übrigen das Verhalten von E.________ als Verschulden im Sinne von Art. 59 Abs. 1 SVG qualifiziert werden kann, ist eine im Rahmen der Berufung zu behandelnde Rechtsfrage. Auf die diesbezüglichen Vorbringen der Beschwerdeführerin ist deshalb hier nicht einzugehen (Art. 84 Abs. 2 OG).