Citation: 8C_239/2019 E. 5.2.1

5.2.1. Die Vorinstanz liegt sodann in rechtlicher Hinsicht auch dort richtig, wo sie - ausgehend von ihren verbindlichen Sachverhaltsfeststellungen - im Vorgehen der Arbeitgeberin bezogen auf den Aprillohnanspruch des Beschwerdeführers eine Verrechnung erblickte, der sie wesensgemäss schuldtilgende Wirkung beimass (vgl. BGE 136 III 437 E. 3.4 S. 444; Urteile 4A_285/2011 vom 1. September 2011 E. 3.1 sowie 4A_353/2007 vom 14. März 2008 E. 2.2; im Übrigen statt vieler: Wolfgang Peter, in: Basler Kommentar, Obligationenrecht I, 6. Aufl. 2015, N. 26 zu Art. 120 OR; Viktor Aepli, Zürcher Kommentar, 3. Aufl. 1991, N. 11 zu Art. 120 OR). In diesem Zusammenhang beruft sich der Beschwerdeführer allerdings seinerseits zu Recht auf die Verrechnungsschranke gemäss Art. 125 Ziff. 2 OR, wobei ihm kein Nachteil daraus erwächst, dass er dies - zumindest in expliziter Form - erstmals im bundesgerichtlichen Verfahren tut (Art. 106 Abs. 1 BGG; vgl. immerhin S. 5 des Schlichtungsgesuchs vom 11. Juni 2018; Urteil 8C_788/2017 vom 14. März 2018 E. 5.2 mit Hinweisen). Demgemäss können wider den Willen des Gläubigers durch Verrechnung nicht getilgt werden: Verpflichtungen, deren besondere Natur die tatsächliche Erfüllung an den Gläubiger verlangt, wie Unterhaltsansprüche und Lohnguthaben, die zum Unterhalt des Gläubigers und seiner Familie unbedingt erforderlich sind. Eine noch speziellere Regelung dazu findet sich zudem in Art. 323b Abs. 2 OR, wonach der Arbeitgeber (gemäss Art. 361 OR beidseitig zwingend) Gegenforderungen mit der Lohnforderung (vorbehältlich hier nicht interessierender Ausnahmen) nur soweit verrechnen darf, als diese pfändbar ist. Abreden, die dem zuwider laufen, sind nichtig (Portmann/Rudolph, in: Basler Kommentar, a.a.O., N. 3 zu Art. 361 OR). Nichts anderes gilt für den Verstoss gegen Art. 125 Ziff. 2 OR: Eine im Sinne dieser Bestimmung erklärte Verrechnung ist rechtlich unwirksam bzw. nichtig (vgl. Aepli, a.a.O., N. 77 zu Art. 125 OR; Corinne Zellweger-Gutknecht, Berner Kommentar, 2012, N. 227 zu Art. 125 OR, je mit Hinweisen). Diese Nichtigkeit wirkt von Anfang an ("ex tunc"), absolut und unheilbar; sie ist von Amtes wegen stets zu berücksichtigen und von jedermann, jederzeit anrufbar (vgl. BGE 129 III 209 E. 2.2 S. 213 mit Hinweisen; statt vieler: Huguenin/Meise, in: Basler Kommentar, a.a.O., N. 54 zu Art.19/20 OR mit Hinweisen).