Citation: 1C_240/2020 E. 2.1

2.1. In der Landwirtschaftszone zonenkonform sind Bauten und Anlagen, die zur landwirtschaftlichen Bewirtschaftung nötig sind (Art. 16a Abs. 1 RPG i.V.m. Art. 34 Abs. 1 der Raumplanungsverordnung vom 28. Juni 2000 [RPV; SR 700.1]). Das trifft auch für Bauten zum Wohnen zu, soweit der Bedarf für den Betrieb des landwirtschaftlichen Gewerbes unentbehrlich ist, einschliesslich des Wohnbedarfs der abtretenden Generation (Art. 34 Abs. 3 RPV). Voraussetzung für die Erteilung der Bewilligung ist nach Art. 34 Abs. 4 RPV, dass die Baute oder Anlage für die in Frage stehende Bewirtschaftung nötig ist (lit. a), ihr am vorgesehenen Standort keine überwiegenden Interessen entgegenstehen (lit. b) und der Betrieb voraussichtlich längerfristig bestehen kann (lit. c). Ob die Erstellung oder die Veränderung einer Ökonomiebaute in der Landwirtschaftszone notwendig ist, beurteilt sich nach objektiven Kriterien (vgl. Urteil des Bundesgerichts 1C_567/2015 vom 29. August 2016 E. 4.1 mit Hinweisen). An der betrieblichen Notwendigkeit eines Neubaus fehlt es, wenn die vorgesehene Nutzung (allenfalls nach Umbau) in einer bereits vorhandenen Baute möglich wäre (BGE 129 II 413 E. 3.2 S. 416 mit Hinweis). Grundsätzlich sollte das gesamte Gebäudevolumen des landwirtschaftlichen Betriebs nicht grösser sein, als es dem ausgewiesenen Bedarf entspricht (Urteile 1C_457/2017 vom 25. März 2019 E. 5, in: ZBl 121/2020 S. 154; 1C_892/2013 vom 1. April 2015 E. 3.1, in: RDAF 2015 I 453). Auch die Frage, ob Wohnraum für landwirtschaftliche Zwecke unentbehrlich ist, beurteilt sich allein nach objektiven Kriterien. Ausschlaggebend ist eine Gesamtbetrachtung, die sich mehr an qualitativen als an quantitativen Faktoren orientiert. Eine ständige Präsenz der Bewirtschafter bzw. Arbeitnehmer vor Ort muss für die zonenkonforme Bewirtschaftung des Bodens objektiv erforderlich sein, die nächst gelegene Wohnzone muss weit entfernt liegen und die Wohngebäude dürfen nicht überdimensioniert sein (vgl. BGE 121 II 67 E. 3a S. 69, 307 E. 3b S. 310 f.; Urteil 1C_227/2014 vom 11. Mai 2016 E. 3.1). Zu berücksichtigen sind namentlich die Art und Grösse des Betriebs, seine topografische Lage und sein wirtschaftliches Umfeld, aber auch weitere Eigenheiten wie etwa die biologische Produktionsweise (vgl. Urteil 1C_258/2018 vom 11. Dezember 2018 E. 4.3 mit weiteren Hinweisen, in: ZBl 121/2020 S. 147).