Citation: 6B_1107/2020 E. 2.3.5

2.3.5. Der Beschwerdeführer moniert, die Vorinstanz hätte aufgrund des Verhaltens der Beschwerdegegnerin 2 nach dem angeklagten Vorfall vom 11. Mai 2016 zum Schluss gelangen müssen, ihre Aussagen seien unglaubhaft. Die Beschwerdegegnerin 2 sei nach dem angeblichen Übergriff in das Behandlungszimmer zurückgekehrt, um vom Beschwerdeführer eine Karte für einen weiteren Termin zu verlangen. Dieses Verhalten sei nicht nachvollziehbar. Zudem habe die Beschwerdegegnerin 2 die beim angeblichen Vorfall vom 11. Mai 2016 getragenen Kleider gewaschen, um - gemäss eigenen Angaben - aus Ekelgefühl Distanz zu schaffen. Man wasche Kleider, um diese später wieder zu tragen. Hätten sich die Vorfälle tatsächlich so abgespielt, wäre die Beschwerdegegnerin 2 mit Sicherheit nicht daran interessiert gewesen, diese Kleidungsstücke wieder zu tragen. Vielmehr hätte sie diese den Strafbehörden übergeben. Auch mit diesen Vorbringen vermag der Beschwerdeführer keine willkürliche Beweiswürdigung aufzuzeigen. Die Beschwerdegegnerin 2 sagte aus, sie habe (beim Folgetermin) eine Aussprache gewollt (act. D3 5/1 F. 173; act. D3 5/2 F. 69). Sie habe gehofft, dass sich der Beschwerdeführer entschuldige (act. D3 5/2 F. 69). Mithin ist es nachvollziehbar, dass sie von ihm eine neue Terminkarte verlangte. Hierzu passt auch, dass die Beschwerdegegnerin 2 die angeblich mit Sperma kontaminierten Kleidungsstücke gewaschen und nicht den Strafverfolgungsbehörden übergeben hat. Da die Beschwerdegegnerin 2 auf eine Entschuldigung gehofft hatte, hatte sie zu diesem Zeitpunkt offenkundig noch nicht den Entschluss gefasst, den Beschwerdeführer anzuzeigen, weshalb auch nicht zu erwarten war, dass sie die Kleidungsstücke (ungereinigt) als Beweismittel aufbewahrt. Insofern ist der Schluss der Vorinstanz, es sei glaubhaft, dass die Beschwerdegegnerin 2 die Kleider gewaschen habe, um Distanz zum Vorfall zu schaffen (vorinstanzliche E. 2.14), nicht willkürlich.