Citation: 1C_205/2019 E. 3.4.1

3.4.1. Im bundesgerichtlichen Urteil 1C_499/2014 vom 25. März 2015, auf das sich die Beschwerdeführerin beruft, ging es um die Zonenkonformität eines geplanten Sexgewerbebetriebs in einer Kernzone. In der betreffenden Zone galt die Lärmempfindlichkeitsstufe III und es waren mässig störende Betriebe zugelassen. Besondere Festlegungen zugunsten der Wohnnutzung bestanden nicht. Die damalige Vorinstanz des Bundesgerichts hatte die Störung der Wohnnutzung durch den Betrieb als höchstens mässig beurteilt. Sie hatte dabei darauf hingewiesen, dass es die Gemeinde in der Hand habe, übermässige Immissionen (materieller oder immaterieller Art) mittels Auflagen zu reduzieren. Die damaligen Beschwerdeführer hielten dies für willkürlich, weil sich durch Auflagen nur nach aussen tretende Vorgänge regeln liessen, nicht aber die ideellen Immissionen, die schon von der blossen Existenz des Bordells ausgingen. Sie verwiesen auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung, wonach nicht vorausgesetzt sei, dass die Störungen des Wohlbefindens an nach aussen in Erscheinung tretende Vorgänge anknüpften (vgl. Urteil 1C_83/2012 vom 18. Juli 2012 E. 2.6 mit Hinweisen). Das Bundesgericht nahm Bezug auf die Kritik von BERNHARD WALDMANN an dieser Rechtsprechung (Der Schutz vor ideellen Immissionen in Wohngebieten - eine kritische Würdigung, BauR 2005 S. 159 ff., insbes. S. 162) und ein Urteil betreffend ideelle Immissionen von Mobilfunkantennen (Urteil 1C_51/2012 vom 21. Mai 2012 E. 5.5 [in URP 2012 586]) und führte aus, auch Sexgewerbebetriebe minderten die Attraktivität einer Gegend für Geschäfte und Wohnungen vor allem dann, wenn sie nach aussen in Erscheinung träten und - z.B. durch ihre Werbung, Gestaltung, Lärm- oder Geruchsimmissionen - die Umgebung als unästhetisch, unsicher oder sonst wie unerfreulich wirken liessen. Sei das Gewerbe nach aussen nicht erkennbar, werde der gute Ruf des Quartiers jedenfalls für Aussenstehende nicht beeinträchtigt. Auch für die Anwohner spiele es psychologisch eine Rolle, ob sie täglich unmittelbar mit dem Sexgewerbe konfrontiert würden, und damit stets aufs Neue negative Gefühle ausgelöst bzw. verstärkt würden. Insofern seien Auflagen zur Verhinderung oder wesentlichen Reduktion von materiellen Immissionen geeignet, auch das Ausmass der ideellen Immissionen zu reduzieren, und damit das öffentliche Interesse an einer Beschränkung der Eigentums- und Wirtschaftsfreiheit zu verringern. Dies habe das Verwaltungsgericht im angefochtenen Entscheid willkürfrei berücksichtigt (vgl. E. 6.3.2-6.3.4 des Urteils 1C_499/2014 vom 25. März 2015).