Citation: 8C_700/2020 E. 3.1.2

3.1.2. Im Einzelnen hat die Vorinstanz erwogen, der Beschwerdeführer versuche gestützt auf das von ihm eingeholte Aktenkonsilium des Prof. Dr. med. E.________ vom 8. März 2019 Zweifel an den Beurteilungen der Dres. med. D.________ und F.________ zu streuen. Die an sich schlüssige Argumentation des Prof. Dr. med. E.________ stehe und falle jedoch mit dem effektiven Vorliegen einer kranialseitigen Partialruptur der Subscapularissehne. Dr. med. F.________ lege unmissverständlich dar, es sei radiologisch keine solche nachgewiesen worden, weshalb es nicht zu einer Destabilisierung der langen Bizepssehne im Sulcusbereich habe kommen können. Eine äussere Gewalteinwirkung mit richtunggebenden strukturellen Unfallfolgen sei auszuschliessen, da im MRI (Magnetic Resonance Imaging) vom 5. Januar 2018 keine weiteren Schäden an Kapsel, Sehnen oder Bändern sichtbar geworden seien. Zwar führe Prof. Dr. med. E.________ gestützt auf das MRI vom 5. Januar 2018 aus, die Muskulatur sei regelhaft und die Knorpelverhältnisse nicht degenerativ verändert gewesen, weshalb sich keine Rückschlüsse auf ein schon länger zurückliegendes krankhaftes Geschehen ziehen liessen. Diese Interpretation lasse allerdings ausser Acht, dass dem Radiologen die Frage unterbreitet worden sei, ob eine Muskelruptur vorliege, und nicht, ob degenerative Veränderungen dargestellt werden könnten. Solche seien im Übrigen durchaus medizinisch dokumentiert und sie verliefen nicht zwingend linear und flächendeckend. Daher sei die aus dem MRI vom 5. Januar 2018 gezogene Schlussfolgerung des Prof. Dr. med. E.________, die Beschwerden müssten unfallbedingt sein, nicht überzeugend. Sodann sei zu beachten, dass gemäss Auskünften der behandelnden Ärzte vom Juli 2018 die aktuellen Beschwerden in Form von starken, bei Bewegung zunehmenden Schmerzen am ehesten durch eine erst am 26. Juni 2018 diagnostizierte Kapsulitis verursacht worden seien. Dieser Auffassung hätten sich Dres. med. D.________ und F.________ angeschlossen. Dr. med. F.________ habe nachvollziehbar und wissenschaftlich abgestützt festgehalten, bei einer posttraumatischen Schultersteife (adhäsive Kapsulitis) müsse der Störfaktor in zeitlich fassbarem Zusammenhang liegen, was sieben Monate nach der Schulterkontusion vom 28. November 2017 sicher nicht mehr gegeben gewesen sei. Daher sei von einer primären Schultersteife aufgrund einer oder mehrerer Erkrankungen (zum Beispiel des vorliegenden Diabetes mellitus) auszugehen. Seien nach dem Gesagten die Beschwerden am rechten Schultergelenk auf eine unfallfremde Kapsulitis zurückzuführen, trete die Frage ohnehin in den Hintergrund, ob im Zeitpunkt des Unfalles vom 28. November 2017 degenerative Veränderungen bestanden hätten. Abschliessend hat die Vorinstanz erkannt, auch die auf medizinischen Statistiken basierenden Überlegungen des Prof. Dr. med. E.________ vermöchten keine Zweifel an der kreisärztlichen Beurteilung des Dr. med. F.________ zu wecken, der seine Schlussfolgerungen im Wesentlichen gestützt auf die konkret objektivierbaren Befunde und den zeitlichen Ablauf des Krankheitsgeschehens gezogen habe. Prof. Dr. med. E.________ weise selber darauf hin, dass trotz aller Wahrscheinlichkeitsrechnungen aus medizinischer Sicht stets der Einzelfall zu betrachten sei. Die Einzelfallbeurteilung des Dr. med. F.________ sei nicht nur in sich schlüssig, dessen Resultat stimme auch mit demjenigen des Dr. med. D.________ und der behandelnden Ärzte überein. Daher sei davon auszugehen, dass die am 28. November 2017 erlittene Schulterprellung lediglich zu einer vorübergehenden Verschlimmerung eines davor stumm gebliebenen krankhaften Vorzustands geführt habe, die vier bis sechs Wochen danach, spätestens aber am 14. Juni 2018 abgeheilt gewesen sei.