Citation: 6B_642/2024 E. 2.1

2.1. Der Beschwerdeführer moniert weiter eine Verletzung von Art. 20 StGB und von Art. 56 i.V.m. Art. 60 StGB. Er macht geltend, den Akten sei deutlich zu entnehmen, dass er Suchtprobleme aufweise, die sich von seiner frühen Jugendzeit bis zum Zeitpunkt der Untersuchungshaft auf sein Leben und seinen strafrechtlichen Leumund ausgewirkt hätten. Sowohl der Staatsanwaltschaft wie auch den Vorinstanzen sei diese Suchtproblematik hinlänglich bekannt gewesen. Entsprechendes sei seinen Einvernahmen an diversen Stellen zu entnehmen. Er habe sein Suchtverhalten auch anlässlich der Berufungsverhandlung eindrücklich geschildert. Er habe im Zeitraum der angeklagten Sachverhalte seine gesamten Lebensbereiche aufgrund seines Drogenkonsums vernachlässigt, seine Wohnung verloren, habe Schulden und strafbare Handlungen in Kauf genommen, den Kontakt zu seinem Sohn und seiner Verlobten verloren. Dies sei alles aktenkundig und den Behörden bekannt gewesen. Im Rahmen des Berufungsverfahrens sei entsprechend beantragt worden, ein Gutachten einzuholen, um eine Einschätzung zu erlangen, wie stark die Drogensucht für seine Handlungen ausschlaggebend gewesen und seine Steuerungsfähigkeit eingeschränkt gewesen sei. Es sei betont worden, dass Art. 20 StGB klar sei. Bei Verdacht auf eine Einschränkung der Schuldfähigkeit sei ein Gutachten einzuholen. Spätestens vor Vorinstanz hätte man erkennen müssen, dass beim Beschwerdeführer zumindest während dem angeklagten Tatzeitpunkt eine schwerwiegende Betäubungsmittelproblematik vorgelegen habe und gegebenenfalls selbst dann noch eine Massnahme angezeigt gewesen wäre. Beide Instanzen hätten trotz Suchtproblematik und trotz Deliktskonnex auf das Aussprechen einer Massnahme beziehungsweise das Einholen eines Gutachtens verzichtet. Die Vorinstanzen hätten ihre eigene Interpretation der Beweislage an die Stelle der gemäss Art. 20 StGB vorgesehenen Begutachtung gestellt. Damit würden Art. 20 StGB und Art. 54 StGB i.V.m. Art. 60 StGB verletzt.