Citation: 5A_304/2015 E. 6.1

6.1. In tatsächlicher Hinsicht steht unangefochten fest, dass die drei Miterben die Liegenschaft während rund dreissig Jahren genutzt und verwaltet haben. Nach dem Dafürhalten des Beklagten haben sie ihre Erbengemeinschaft nachträglich in eine einfache Gesellschaft umgewandelt, indem die Miterben 2006 ein Sanierungskonzept in Auftrag gegeben hatten. Das Obergericht hat eine Umwandlung verneint. Es ist davon ausgegangen, für die Erblasserin, die im Jahre 2006 bereits sechsundachtzig Jahre alt gewesen sei, bestünden keine Hinweise darauf, dass sie sich mit ihren Neffen zu einer einfachen Gesellschaft habe zusammentun wollen. Stattdessen habe die Erblasserin sich gefragt, was mit ihrer Eigentumsquote an der Liegenschaft dereinst geschehen solle, und die Frage mit der letztwilligen Verfügung vom 24. Dezember 2007 beantwortet. Hinweise auf das Bestehen einer einfachen Gesellschaft gebe es dort nicht. Vielmehr sei die Erblasserin in ihrer letztwilligen Verfügung bezüglich der Liegenschaft von einer nach wie vor ungeteilten Erbschaft ihres Bruders ausgegangen, an der sie mit einer Quote von 25 % beteiligt sei. Wäre zu ihren Lebzeiten eine einfache Gesellschaft zum Zwecke der Sanierung der Liegenschaft begründet worden, dann hätte der Notar die öffentliche letztwillige Verfügung der Erblasserin anders formuliert (E. 4.2.3.2 S. 21 des angefochtenen Urteils).