Citation: 6B_355/2022 E. 4.1

4.1. Der Beschwerdeführer moniert, dass die Vorinstanz zu Unrecht die Unmittelbarkeit seiner Reaktion auf die Provokation von B.A.________ verneinte. Er stellt sich auf den Standpunkt, dass er das Telefon gewählt habe, um seinem Unmut Ausdruck zu verleihen. Dieses Kommunikationsmittel erlaube es gerade nicht, die nötige Distanz zum vorausgehenden Ereignis zu nehmen und die Emotionen zu steuern. Die auf dem Anrufbeantworter hinterlassene Sprachnachricht sei folglich eine spontane und nicht überlegte Reaktion, um B.A.________ unmittelbar zur Rede zu stellen. In einem emotional geführten Scheidungsverfahren, in welchem Angriffe und Gegenangriffe alltäglich seien, liege es in der Natur der Sache, dass Unmittelbarkeit bei einer Beschimpfung "stets" vorliege. Er habe augenblicklich gehandelt in einer durch das ungebührliche Verhalten von B.A.________ erregten Gemütslage, die in der Nacht auf den 3. Juni 2018 ihren Anfang genommen und bis zum darauf folgenden Morgen angedauert habe.