Citation: 4D_32/2023 E. 1

Ein Begehren des Inhalts, "die Klage sei gutzuheissen", ist mangelhaft. Es genügt bei Auslegung nach Treu und Glauben aber dem Bestimmtheitsgebot, wenn es in Berücksichtigung des im angefochtenen Urteil wiedergegebenen, klar formulierten und vollumfänglich abgewiesenen Klagebegehrens zweifelsfrei dahingehend zu verstehen ist, dass mit der Beschwerde die Verurteilung der Gegenpartei zur Bezahlung des mit der Klage geforderten Geldbetrags erreicht werden soll. An dieser Klarheit kann es namentlich dann fehlen, wenn das Klagebegehren im Laufe des Verfahrens geändert wurde, umfangreich oder kompliziert aufgebaut ist oder bloss teilweise abgewiesen oder teilweise anerkannt wurde. Solche Unklarheiten gehen zulasten des Beschwerdeführers, der es an der gebotenen Sorgfalt bei der Formulierung des Rechtsbegehrens fehlen liess (vgl. für das Berufungsbegehren Urteil 4A_555/2022 vom 11. April 2023 E. 2). Vorliegend lautet das Klagebegehren, wie es im angefochtenen Urteil wiedergegeben wird, auf Bezahlung von Fr. 11'200.80 nebst Zins. Die Änderungen betreffen einzig den Zinsenlauf. Die Vorinstanz hat es im Gegensatz zur Erstinstanz vollumfänglich abgewiesen. Es ist damit klar, was die Beschwerdeführerin beantragt, wenn sie die Klagegutheissung unter Bestätigung des erstinstanzlichen Entscheids begehrt, nämlich die Zusprechung von Fr. 11'200.80 nebst Zins zu 5% seit 13. Mai 2018. Die mangelhafte Formulierung des materiellen Beschwerdebegehrens steht demnach dem Eintreten nicht entgegen.