Citation: 6B_621/2015 E. 1.4.3

1.4.3. Soweit die erste Instanz die konkrete Gesundheitsgefährdung auch damit begründet, zufolge teilweiser illegaler Herstellung der Arzneimittel habe die Gefahr bestanden, dass die Vorschriften betreffend Sterilität nicht vollumfänglich eingehalten worden seien, stützt sie sich auf blosse Vermutungen und bejaht sie eine abstrakte Gefahr, die zur Anwendung von Art. 86 HMG nicht genügt. Soweit sie die konkrete Gesundheitsgefährdung damit begründet, dass die Verpackungen der Medikamente teilweise keine Beschriftung und teilweise keine Beipackzettel enthalten hätten und daher die Gefahr der Verwechslung respektive Falsch- oder Überdosierung bestanden habe, stellt sie auf Umstände ab, die dem Beschwerdegegner in der Anklageschrift nicht zur Last gelegt werden. Daher kann dahingestellt bleiben, ob eine aus solchen Umständen resultierende Gefahr unter dem Gesichtspunkt von Art. 86 Abs. 1 HMG überhaupt relevant sein kann.