Citation: 8C_541/2008 04.05.2009 E. 4.2

4.2.1 Das kantonale Gericht hat verschiedene ärztliche Auskünfte, die im Zeitpunkt der Rentenverfügung vom 11. Juli 2002 vorlagen, zitiert (u.a. Berichte der Klinik B._________ vom 3. September 2001, der Dres. med. W.________, SUVA-Kreisarzt, vom 12. September 2001 und E.________ vom 27. Oktober 2001 und 6. Februar 2002, sowie der Dienste X._________, vom 19. Februar 2002), diese im Hinblick auf die Beurteilung eines Revisionsgrundes jedoch nicht einlässlich gewürdigt, sondern ohne nähere Begründung einen verbesserten Gesundheitszustand angenommen. Dieses Vorgehen weckt mit Blick auf die zum Anspruch aufs rechtliche Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV) ergangene Rechtsprechung Bedenken. Danach muss die Begründung eines Entscheids so abgefasst sein, dass die betroffene Person diesen in voller Kenntnis der Sache an die höhere Instanz weiterziehen kann; in diesem Sinne müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf die sich ihr Entscheid stützt (BGE 134 I 83 E. 4.1 S. 88 mit Hinweisen). Immerhin hat sich die Vorinstanz zum erforderlichen Revisionsgrund nach Art. 17 Abs. 1 ATSG insofern geäussert, als eine Arbeitsunfähigkeit im Zeitpunkt der Aufhebungsverfügung vom 12. Juni 2007 nicht mehr festzustellen sei. Daher hält der angefochtene Entscheid der aus Art. 29 Abs. 2 BV abgeleiteten Begründungspflicht gerade noch stand. 4.2.2 Laut medizinischer Beurteilung der Klinik B._______ (Bericht vom 3. September 2001) waren im aktuellen Zustand keine Tätigkeiten zumutbar, die den Einsatz des linken Daumens auch mit nur mässiger Kraft erforderten; die linke Hand konnte praktisch nur mit den Langfingern und der Handinnenfläche als Hilfs- und Haltehand eingesetzt werden. Wegen der Rückenbeschwerden kam zudem einzig eine wechselbelastende Tätigkeit in Frage. Der SUVA-Kreisarzt (Bericht vom 12. September 2001) führte aus, das seit vielen Jahren bestehende chronisch rezidivierende lumbosacrale Schmerzsyndrom bei bildgebend leichter Discopathie auf Höhe der Lendenwirbelkörper L4/L5 und leichter Intervertebralarthrose im Bereich der distalen Lendenwirbelsäulen-Segmente liege aktuell nicht vor. Der Explorand klage über leichte Schmerzen bei Reklination und Rotation, die mit dem radiologischen Befund vereinbar seien. Eine wesentliche Invalidisierung aus organischen Gründen bestehe nicht. Eine körperlich leichte und wechselbelastende Beschäftigung sei an einem geeigneten Arbeitsplatz ganztätig ausübbar; ungünstig bzw. nicht zumutbar seien Tätigkeiten mit zu langem Sitzen, Zwangshaltungen sowie Heben und Tragen schwerer Lasten. Die Dienste X._________ (Bericht vom 19. Februar 2002) schliesslich diagnostizierten eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4) mit vollständiger Arbeitsunfähigkeit, wobei eine adäquate Therapie innerhalb der nächsten zwei Jahre zu einer Arbeitsfähigkeit von 50 % für körperlich leichte Tätigkeiten führen könne; in jedem Fall sei eine Reevaluation der Erwerbsfähigkeit alle zwei bis fünf Jahre sinnvoll. 4.2.3 Laut dem von der IV-Stelle eingeholten Gutachten des Instituts Y.________ vom 11. Dezember 2006, welches der Rentenaufhebungsverfügung vom 12. Juni 2007 zugrunde lag, waren keine Befunde mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit festzustellen. Das lumbovertebrale Schmerzsyndrom beruhte im Zeitpunkt der orthopädisch/rheumatologischen Untersuchung vom 7. August 2006 im Wesentlichen auf einer Dekonditionierung der Bauchmuskulatur, die mit Fitnesstraining, Gymnastik und sportlicher Aktivität eigentätig ausgeglichen werden konnte. Das von Dr. med. E.________ im Bericht vom 4. Januar 2006 festgehaltene Narbengranulom am linken Daumen nach Operation eines Enchondroms links (April 1999) war aktuell nicht mehr auszumachen; der Inspektionsbefund der linken Hand entsprach der rechten Gegenseite; die Beweglichkeit des linken Daumens war passiv in allen Gelenken ebenso wie auch alle übrigen Gelenke der Hand und der Finger völlig frei; aktiv wurde ein endgradiges Bewegungsdefizit und geminderte Kraftentwicklung vorgeführt, ohne dass dafür ein objektives Korrelat bestand. Aus psychiatrischer Sicht konnte in den Untersuchungszeitpunkten (am 7. und 28. August 2006) zum einen eine depressive Störung klar ausgeschlossen werden, zum anderen lagen die Kriterien einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung nach ICD-10: F45.4 vor allem mangels einer bei Beginn der Schmerzsymptomatik bestandenen emotionalen Konfliktsituation oder psychosozialen Problematik nicht vor.