Citation: I 296/05 29.12.2005 E. 5.1

5.1.1 Im Rahmen des Unfallversicherungsverfahrens diagnostizierte die Rehaklinik E.________ im Austrittsbericht vom 27. Juli 1999 gestützt auf ein psychosomatischen Konsilium vom 13. Juli 1999 eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4) mit Symptomausweitung und dysfunktionalem Überzeugungs- und Bewältigungsmuster. Im Bericht vom 7. Februar 2002 sprach Dr. med. K.________ in psychischer Hinsicht von einer Tendenz zur Symptomausweitung sowie z.T. einer Somatisierungstendenz (Erw. 3.1 hievor). Diese Umstände hätten für die IV-Stelle Anlass sein müssen, durch einen Psychiater abklären zu lassen, wie sich der psychische Gesundheitszustand des Versicherten entwickelt hat und bezüglich der Frage der Hilflosigkeit auswirkt (vgl. auch BGE 130 V 399 Erw. 5.3.2 in fine mit Hinweis; Urteil B. vom 3. Februar 2004 Erw. 2.2, I 728/03), zumal es um den Anspruch auf Hilflosenentschädigung ab 1. August 1999 geht und der Bericht der Rehaklinik E.________ vom 27. Juli 1999 nicht im Rahmen dieser Fragestellung erging und hiezu auch keine hinreichenden Angaben enthält. Zu beachten ist, dass die psychischen Beeinträchtigungen im Unfallversicherungsverfahren nicht mitzuberücksichtigen waren. Hievon abgesehen ist eine Klärung der psychischen Problematik nicht nur für die Zeit des Anspruchsbeginns im August 1999, sondern bis zum Zeitpunkt des Erlasses des Einspracheentscheides am 7. Oktober 2003 (BGE 130 V 446 Erw. 1.2, 129 V 169 Erw. 1, 356 Erw. 1) erforderlich. Einen entsprechenden psychiatrischen Bericht holte die IV-Stelle indessen nicht ein. Sie stellte in medizinischer Hinsicht einzig auf die Angaben des Dr. med. K.________ ab, dem die psychiatrische Fachkompetenz fehlt. Hinzuweisen ist darauf, dass nach der Rechtsprechung eine diagnostizierte anhaltende somatoforme Schmerzstörung als solche in der Regel keine lang dauernde, zu einer Invalidität führende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zu bewirken vermag. Die Unzumutbarkeit einer willentlichen Schmerzüberwindung und eines Wiedereinstiegs in den Arbeitsprozess ist nur in Ausnahmefällen anzunehmen (vgl. hiezu BGE 130 V 353 ff. Erw. 2.2.3). Entsprechend strenge Anforderungen sind auch an die Bejahung einer rechtlich relevanten Hilflosigkeit zu stellen. Diesbezüglich ist zudem zu beachten, dass sich das psychische Leiden bei den Lebensverrichtungen zu Hause, wo weitergehend im Rahmen der Familie und ohne äusseren Druck gehandelt wird, nicht in gleichem Masse auswirkt wie in der Erwerbstätigkeit (vgl. auch Urteil S. vom 11. August 2003 Erw. 5.4, I 681/02). Der Psychiater wird demnach dazu Stellung zu nehmen haben, ob und inwiefern der Versicherte über psychische Ressourcen verfügt, die es ihm erlauben, mit den allenfalls psychisch begründbaren Schmerzen umzugehen (vgl. auch BGE 130 V 355 f. Erw. 2.2.4 f.). 5.1.2 Im Weiteren ist zu beachten, dass im Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 23. August 2002 betreffend den Einspracheentscheid der SUVA vom 17. Mai 2000 (Prozess U 274/01) ausgeführt wurde, hinsichtlich der rechten Hand bestehe eine volle Arbeitsfähigkeit für leichte bis mittelschwere Tätigkeiten und kein Anspruch auf eine Integritätsentschädigung. Demgegenüber ging Dr. med. K.________ in den Berichten vom 7. Februar 2002 und 11. Februar 2003 von einer Einschränkung der Gebrauchsfähigkeit der rechten Hand aus, die den Versicherten beim An-/Auskleiden, Rasieren sowie Baden/Duschen einschränke (Erw. 3.1 und 3.4 hievor). Diese Diskrepanz bedarf ebenfalls der Abklärung. Es ist zu prüfen, ob ab 1. August 1999 bis 17. Mai 2000 die von Dr. med. K.________ angegebene Beeinträchtigung der rechten Hand bestand, woraus IV-Stelle und Vorinstanz auf eine Hilfsbedürftigkeit beim An-/Auskleiden sowie bei der Körperpflege schlossen. Verneinendenfalls ist zu klären, seit wann eine Verschlechterung des Zustandes der rechten Hand im Sinne der Angaben des Dr. med. K.________ eingetreten ist. 5.2 Nach dem Gesagten genügen die von der IV-Stelle bisher durchgeführten Abklärungen nicht, um die Hilflosigkeit zu beurteilen. Bei dieser Sachlage kann nicht ohne weiteres auf das Ergebnis der Abklärung an Ort und Stelle vom 4. September 2002 abgestellt werden (vgl. auch erwähntes Urteil B. vom 3. Februar 2004 Erw. 2.2). Die Sache ist demnach an die Verwaltung zurückzuweisen, damit sie die notwendigen medizinischen Erhebungen vornehme. Sie wird weiter zu entscheiden haben, ob gestützt darauf eine neue Abklärung an Ort und Stelle durchgeführt werden soll. Danach wird die IV-Stelle über das Leistungsbegehren neu befinden.