Citation: 8C_623/2007 22.08.2008 E. 8.2

8.2.1 Die Diagnose einer HWS-Distorsion (oder einer anderen, adäquanzrechtlich gleich zu behandelnden Verletzung) genügt für sich allein nicht zur Bejahung des Kriteriums der Schwere und besonderen Art der erlittenen Verletzung. Es bedarf hiezu einer besonderen Schwere der für das Schleudertrauma typischen Beschwerden oder besonderer Umstände, welche das Beschwerdebild beeinflussen können (SVR 2007 UV Nr. 26 S. 86 E. 5.3, U 339/06; RKUV 2005 Nr. U 549 S. 236 E. 5.2.3 mit Hinweisen, U 380/04). Diese können beispielsweise in einer beim Unfall eingenommenen besonderen Körperhaltung und den dadurch bewirkten Komplikationen bestehen (SVR 2007 UV Nr. 26 S. 86 E. 5.3, U 339/06; RKUV 2003 Nr. U 489 S. 357 E. 4.3 mit Hinweisen, U 193/01). Auch erhebliche Verletzungen, welche sich die versicherte Person neben dem Schleudertrauma, der äquivalenten HWS-Verletzung oder dem Schädel-Hirntrauma beim Unfall zugezogen hat, können bedeutsam sein (BGE 134 V 109 E. 10.2.2 S. 127 mit Hinweisen). 8.2.2 Die Kollision erfolgte in gerader Kopfstellung ohne Kopfanprall. Abgesehen von einer Prellung über Sternum und Clavicula rechts, welche durch den Sicherheitsgurt verursacht wurde, hatte der Unfall neben den zum typischen Beschwerdebild gehörenden Beeinträchtigungen keine weiteren unmittelbaren Gesundheitsschädigungen zur Folge. Weder der die Beschwerdegegnerin beratende Chirurg Dr. med. C.________, noch Dr. med. A.________, der frühere Hausarzt der Versicherten, bejahte mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit den natürlichen Kausalzusammenhang zwischen den minimalen Diskusprotrusionen bei C5/6 und C6/7 einerseits und dem Unfall vom 12. Mai 1996 andererseits. In Bezug auf die anhaltend geklagten, organisch nicht objektiv ausgewiesenen Beschwerden fehlte es im Wesentlichen, wie das kantonale Gericht unter anderem gestützt auf den Bericht des Spitals Y.________ vom 26. Januar 1998 und das multidisziplinäre Gutachten des Medizinischen Zentrums Z.________ vom 18. Dezember 1998 zutreffend feststellte, nicht nur an einem somatischen Korrelat; vielmehr fanden sich auch klare Anhaltspunkte für eine erhebliche Aggravation der gezeigten gesundheitlichen Einschränkungen. 8.2.3 Nach dem Gesagten steht fest, dass das durch den am 15. Mai 1996 erstbehandelnden Dr. med. A.________ einzig diagnostizierte Distorsionstrauma der HWS mit den in der Folge aufgetretenen, zum typischen Beschwerdebild (BGE 117 V 359 E. 4b S. 360) gehörenden Beeinträchtigungen (BGE 134 V 109 E. 10.2.2 S. 127 mit Hinweisen) das Kriterium der Schwere und besonderen Art der erlittenen Verletzung nicht erfüllt.