Citation: 9C_625/2023 E. 3.3.1

3.3.1. Bereits Art. 667 Abs. 1 OR (Fassung vom 4. Oktober 1991, in Kraft vom 1. Juli 1992 bis 31. Dezember 2012) sah vor, dass Aktiengesellschaften ihre Wertschriften anstelle der historischen Kosten höchstens zum Durchschnittskurs des letzten Monats vor dem Bilanzstichtag bewerten, konkret: aufwerten durften. Dabei bestand in steuerlicher Hinsicht Einigkeit darüber, dass entsprechende Aufwertungen - auch steuerlich - erfolgswirksam waren; eine Möglichkeit, die Aufwertung durch die Bildung einer vorübergehend gedachten Wertberichtigung zu "neutralisieren", bestand handelsrechtlich grundsätzlich nicht, so dass insoweit auch die Frage nach der geschäftsmässigen Begründetheit entsprechender "Rückstellungen" nicht zu beantworten war (vgl. REICH/ZÜGER/BETSCHART, a.a.O. N 33a zu Art. 29 DBG). Auch unter altem Rechnungslegungsrecht anerkannte jedoch die Praxis in verschiedenen Kantonen, und auch im Kanton Zürich, in besonderen Konstellationen einen Bedarf für vorübergehende Wertberichtigungen auf Wertschriftenbeständen. So gab das kantonale Steueramt am 20. Juli 2005 das "Merkblatt des kantonalen Steueramts über die Besteuerung von Banken und Effektenhändlern" heraus. Gemäss diesem wurden folgende pauschale Wertberichtigungen auf "Handelsbeständen in Wertschriften und Edelmetallen" anerkannt: 10% auf schweizerischen Obligationen, 20% auf übrigen Werten (vgl. auch Art. 18 der Abschreibungsverordnung des Kantons Bern vom 18. Oktober 2000 [AbV/BE; BSG 661.312.59], wonach Banken und Sparkassen auf ihrem Wertschriftenbestand eine Wertberichtigung von 12 Prozent auf dem Kurswert oder auf dem Verkehrswert bilden können; vgl. dazu Urteil 2C_243/2012 und 244/2012 vom 12. Juli 2012 E. 2.1 und 2.2).