Citation: 2C_77/2017 E. 4.3.1

4.3.1. Das Steuerharmonisierungsgesetz sieht für Einkommen und Kapitalgewinne teilweise unterschiedliche Steuerfolgen vor. So sind Letztere nach Art. 7 Abs. 4 lit. b StHG von der Einkommenssteuer ausgenommen, wenn sie auf beweglichem Privatvermögen erzielt werden. Als Kapitalgewinne gelten nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung Nettovermögenszugänge, welche als "natürliche und typische (adäquate) " Folge eines Vermögensabgangs erscheinen, mithin aus der Veräusserung eines dinglichen oder obligatorischen Rechts resultieren (Kriterien des Substanzverzehrs und der Veräusserung; BGE 143 II 402 S. 405 E. 5.3; 141 II 326 E. 7 S. 335; 139 II 363 E. 2.4 S. 368; siehe auch XAVIER OBERSON, Droit fiscal suisse, 4. Aufl. 2012, N. 110 f. zu § 7). Die Steuerfreiheit der Kapitalgewinne stellt eine Ausnahme vom Grundsatz der Besteuerung nach der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit und von der daraus abgeleiteten Reinvermögenszugangstheorie dar. Sie ist eng auszulegen (BGE 142 II 197 E. 5.6 S. 204; 139 II 363 E. 2.2 S. 367, je mit Hinweisen).