Citation: 6P.69/2003 10.09.2003 E. 3

3.1 Der Beschwerdeführer rügt im Weiteren, das Obergericht sei willkürlich von aktenkundigen Tatsachen abgewichen, indem es ihm die Führung des Entlastungsbeweises in Bezug auf die Äusserung der angeblichen Beteiligung des Beschwerdegegners an Bordellbetrieben verwehrt und erwogen habe, er habe bei der Instruktion von Rechtsanwalt A.________ keine berechtigten Interessen verfolgt. Der grundrechtliche Anspruch auf Beweisführung sei ihm dadurch entzogen worden, dass einige angeführte Zeugen überhaupt nicht und die Zeugen Dr. C.________ sowie D.________ kein zweites Mal einvernommen worden seien. Betreffend die nicht befragten Zeuginnen E.________ und F.________ sei insbesondere auf das aktenkundige Schreiben von Dr. C.________ vom 8. Januar 2001 hinzuweisen, welches die Vorinstanz weder zur Kenntnis genommen noch gewürdigt habe. Es widerspreche dem Anspruch auf Beweisführung, wenn diese mit dem Argument verweigert werde, es seien fünf von zehn beantragten Zeugen befragt worden. 3.2 Willkürlich ist ein Entscheid nicht schon, wenn eine andere Lösung ebenfalls vertretbar erscheint oder gar vorzuziehen wäre, sondern erst, wenn er offensichtlich unhaltbar ist, zur tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft. Willkür liegt ferner nur vor, wenn nicht bloss die Begründung eines Entscheids, sondern auch das Ergebnis unhaltbar ist (BGE 129 III 417 E. 2; 123 I 1 E. 4a, mit Hinweisen). Die aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör nach Art. 29 Abs. 2 BV folgende Pflicht zur Begründung der Entscheide bedeutet nicht, dass sich die urteilende Instanz mit allen Argumenten einer Partei einlässlich auseinander setzen und zu jedem einzelnen Vorbringen ausdrücklich Stellung nehmen muss. Sie kann sich auf die für ihren Entscheid wesentlichen Punkte beschränken. (BGE 126 I 97 E. 2b; Entscheid des Kassationshofs vom 26. Februar 2001, 1P.248/2000 E. 4). Es ist zutreffend, dass für die Frage, ob ein Angeschuldigter zum Entlastungsbeweis gemäss Art. 173 Ziff. 3 StGB zugelassen werden kann, die normalen Regeln des Strafprozesses gelten (vgl. etwa Lionel Frei, Der Entlastungsbeweis nach Art. 173 Ziff. 2 und 3 StGB und sein Verhältnis zu den Rechtfertigungsgründen, Diss. Bern 1975, Bern 1976, S. 60). Aus welchem Grund die Zeugen Dr. C.________ und D.________ nochmals hätten einvernommen werden sollen, begründet der Beschwerdeführer nicht. Er legt auch nicht dar, inwiefern die Einvernahme von bloss fünf von zehn beantragten Zeugen willkürlich sei. Zu Recht hat das Obergericht darauf hingewiesen, der Beschwerdeführer habe in seinen Anträgen weder angegeben, dass dieser oder jener Zeuge vorrangig vor den anderen Zeugen einzuvernehmen sei, noch präzisiert, zu welchen Beweisthemen die einzelnen Zeugen anzuhören seien. Auch die Aussagen von Frau Dr. C.________ gemäss Schreiben vom 8. Januar 2001 musste das Obergericht nicht dazu veranlassen, die darin erwähnten Frau E.________ und Frau F.________ als Zeuginnen einzuvernehmen, da der Beschwerdeführer in der (später eingelegten) Berufung vom 22. Mai 2002 nicht anführte, zu welchem Thema die Zeuginnen hätten erneut Auskunft geben sollen. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass das Obergericht weder in Willkür verfallen ist noch das rechtliche Gehör des Beschwerdeführers noch die Unschuldsvermutung verletzt hat, als es für diese Äusserung die Führung des Entlastungsbeweises gemäss Art. 173 Ziff. 3 StGB nicht zuliess. Die staatsrechtliche Beschwerde ist somit auch in diesem Punkt abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.