Citation: 8C_227/2016 E. 3.4

3.4. Mit den obstehenden Indizien ohne Weiteres vereinbar ist die Hypothese, der Versicherte habe am 22. Juni 2014 auf dem Ast am Ende oder auf einer der letzten Sprossen der Leiter gestanden und Kirschen gepflückt, als der Ast unter der Last des 84,5 kg schweren Versicherten nachgab, dieser vom Baum auf den Kopf fiel, damit auf den Steinplatten aufschlug und noch am Unfallort an den Folgen dieses Ereignisses verstarb. Dafür spricht namentlich auch die Platzierung des mit Kirschen gefüllten Kessels, der 90 cm über dem Ende der Leiter hing. Möglich erscheint zwar auch, dass der Versicherte beim Pflücken der Kirschen an einer akuten Krankheit verstarb und hernach bereits tot vom Baum fiel; diese Hypothese erscheint jedoch - bei fehlenden Hinweisen auf eine vorbestehende Krankheit - deutlich weniger wahrscheinlich, zumal sie keine Erklärung für den abgebrochenen Ast bietet. Dass der Ast vom stürzenden Leichnam des an einer Krankheit auf dem Baum verstorbenen Versicherten mitgerissen wurde, ist eher unwahrscheinlich, wären doch diesfalls am Körper des Versicherten massivere Verletzungen zu erwarten als die eine unscharf begrenzte, dunkelblaue Hautverfärbung auf einer Fläche von ca. 8 x 6 cm an der Innenseite des rechten Oberarms. Zwar könnte theoretisch der Ast unabhängig vom Sturz des Versicherten abgebrochen sein, doch erscheint ein solches zufälliges zeitliche Aufeinandertreffen zweier voneinander unabhängiger Geschehen auf ein und demselben Baum als weniger wahrscheinlich als ein Sturz des Versicherten vom Baum aufgrund des brechenden Astes. Somit ist mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass der Versicherte aufgrund des brechenden Astes vom Baum fiel und an den Folgen dieses Sturzes starb. Daran vermag auch die Aussage des Dr. med. D.________ nichts zu ändern, es müsse offen bleiben, ob es sich beim Tod des Versicherten um einen natürlichen Tod oder einen Unfall handle, orientiert sich doch dieser Rechtsmediziner nicht am sozialversicherungsrechtlich relevanten Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit.