Citation: 4A_299/2022 E. 4.3.1

4.3.1. Für die Auslegung einer Gerichtsstandsvereinbarung ist wie für diejenige anderer Verträge zunächst massgebend, was die Parteien tatsächlich übereinstimmend gewollt haben. An die Feststellung des tatsächlichen Parteiwillens ist das Bundesgericht gebunden (BGE 147 III 153 E. 5.1; 132 III 268 E. 2.3.2). Das Obergericht hat einen wirklichen Willen hinsichtlich des vorliegend aufgeworfenen Auslegungsproblems nicht feststellen können. In einem solchen Fall beurteilt sich nach dem Vertrauensprinzip, welcher Inhalt eine Willenserklärung hat. Die Erklärung ist danach so auszulegen, wie sie vom Adressaten nach ihrem Wortlaut und Zusammenhang sowie den gesamten Umständen nach Treu und Glauben verstanden werden durfte und musste. Dies stellt eine Rechtsfrage dar, die das Bundesgericht frei überprüft, wobei es an die vorinstanzlichen Feststellungen zu den tatsächlichen Umständen des Vertragsschlusses gebunden ist (147 III 153 E. 5.1; 144 III 93 E. 5.2.3; 132 III 268 E. 2.3.2).