Citation: 1B_606/2020 E. 5.3.2

5.3.2. Mit der im forensischen Abklärungsbericht der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich vom 6. Oktober 2020 beschriebenen behandlungsbedürftigen psychischen Erkrankung des Beschwerdeführers und seiner Drogensucht sowie seinen persönlichen Beziehungen zu den beiden mutmasslichen Geschädigten und der Belastungszeugin (Ehefrau) bestehen sodann konkrete Umstände, die nahelegen, dass er in Freiheit Kollusionshandlungen vornehmen würde. Gemäss dem forensischen Abklärungsbericht geht die psychische Erkrankung des Beschwerdeführers mit einer ausgeprägten emotionalen Instabilität, einer sehr geringen Frustrationstoleranz und einer erhöhten Reizbarkeit, impulsiven aggressiven Durchbrüchen und einem erheblichen Suchtmittelkonsum (Cannabis, Kokain) einher. Letzterer wirke sich nicht nur negativ auf die psychische Stabilität aus, sondern sei auch geeignet, fremdaggressives Verhalten zu begünstigen, indem die Hemmschwelle für gewalttätiges Handeln sinke. Des Weiteren seien gravierende Probleme im Zusammenhang mit der psychosozialen Lebenssituation erkennbar. Der Beschwerdeführer sei seit mehreren Jahren arbeitslos und aus ärztlicher Sicht nicht in der Lage, eine geringfügige Beschäftigung in einem geschützten Rahmen auszuüben. Von daher sei auch zukünftig vom Fortbestehen einer fehlenden Tagesstruktur auszugehen, was als gravierender destabilisierender Faktor anzusehen sei. Die anvisierte Scheidung sei als weiterer erheblicher Belastungsfaktor einzuschätzen. Aufgrund der vorliegenden Arztberichte sei davon auszugehen, dass das Familiengefüge den Beschwerdeführer in den vergangenen Jahren stabilisiert habe und er bei seiner Lebensführung sowie einer geordneten Handlungsplanung bisher auf die Unterstützung seiner Ehefrau angewiesen gewesen sei, bezüglich welcher seine Haltung im Weiteren hoch ambivalent sei und der er während der Haft trotz des Kontaktverbots habe Briefe schicken wollen. Die soziale Einbindung des Beschwerdeführers erscheine unzureichend und biete nicht genügend Struktur und protektiven Halt, um ihn hinreichend zu stabilisieren und ihn von strafrechtlich relevanten Verhaltensweisen abzuhalten.