Citation: 6S.310/2004 17.11.2004 E. 2

Die Nichtigkeitsbeschwerde kann nur damit begründet werden, dass die angefochtene Entscheidung eidgenössisches Recht verletze. Die staatsrechtliche Beschwerde wegen Verletzung verfassungsmässiger Rechte bleibt vorbehalten (Art. 269 Abs. 1 und 2 BStP). In der Nichtigkeitsbeschwerde muss kurz dargelegt werden, welche Bundesrechtssätze und inwiefern sie durch die angefochtene Entscheidung verletzt sind. Ausführungen, die sich gegen die tatsächlichen Feststellungen des Entscheides richten, das Vorbringen neuer Tatsachen, neue Einreden, Bestreitungen und Beweismittel, sowie Erörterungen über die Verletzung kantonalen Rechts sind unzulässig (Art. 273 Abs. 1 lit. b BStP). Das Bundesgericht ist an die tatsächlichen Feststellungen der kantonalen Behörde gebunden (Art. 277bis BStP). Der Beschwerdeführer macht im Wesentlichen eine willkürliche Entscheidung im Zusammenhang mit der von ihm behaupteten Drittkundgabe von ehrverletzenden Äusserungen geltend und beantragt, das angefochtene Urteil wegen Willkür gemäss Art. 9 BV aufzuheben (Beschwerde S. 4, Anträge lit. b und c). Er bringt vor, die Vorinstanz nehme willkürlich an, seine Vorbringen stellten eine Klageerweiterung dar (Beschwerde Ziff. 1). Der Familienrat sei ein unabdingbarer Beweis für die Drittkundgabe (Ziff. 2) und habe die Herabsetzung seiner (des Beschwerdeführers) Ehre bezweckt (Ziff. 3). Eine Drittkundgabe habe er in seinem Plädoyer vor dem Bezirksgerichtsausschuss ausdrücklich festgehalten (Ziff. 4). Die Vorinstanz verwerfe diese Indizien und Beweise in willkürlicher Weise (Ziff. 5). Die Vorinstanz verweigere zudem in Verletzung des rechtlichen Gehörs und in willkürlicher antizipierter Beweiswürdigung eine Anhörung der Zeugin A.________ (Ziff. 6). Sie habe die Anschuldigungen nicht auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft (Ziff. 7). Sie habe auch in der Kostenfrage eine willkürliche Entscheidung getroffen. Es werde jedes erdenkliche Argument für die Strafbeklagten aufgegriffen, während ihm eine ungebührliche Beweislast zugemutet werde und ihm eine Mauer des Schweigens (Aussageverweigerungen) sowie eine Voreingenommenheit der Vorinstanzen entgegenstünden (Ziff. 8; auch Ziff. 9). Nach den vorinstanzlichen Ausführungen werden im Kanton Graubünden Ehrverletzungsprozesse im Privatstrafverfahren geführt, wobei die (ergänzte) Strafklage als Anklageschrift gilt. Auf den Vorwurf der Ehrverletzung anlässlich des Familienrates tritt die Vorinstanz wegen unzulässiger Ausdehnung der Anklage nicht ein (angefochtenes Urteil S. 9). Den Antrag auf Einvernahme von A.________ lehnt sie in antizipierter Beweiswürdigung ab (angefochtenes Urteil S. 10, 17). Die Vorinstanz hält weiter fest, dass Zugeständnisse und Vergleichsvorschläge bei erfolglosem Sühneversuch für den Prozess als ungeschehen und unpräjudizierlich gelten (angefochtenes Urteil S 11). In allen diesen Punkten geht es um Fragen des Prozessrechts und der Beweiswürdigung (angefochtenes Urteil S. 7 ff. und S. 13 ff.), nicht um Fragen des Bundesrechts, die allein Gegenstand der Nichtigkeitsbeschwerde sein können. Auf diese Willkürrügen kann nicht eingetreten werden.