Citation: 6B_375/2015 E. 2.8.2

2.8.2. Dabei übergeht die Vorinstanz die beiden wesentlichen Zeugenaussagen, welche die Darstellung des Beschwerdeführers stützen. Nach der ersten Aussage begab sich der Privatkläger mit einem Inbusschlüssel in der Hand zum nicht einsehbaren Arbeitsplatz des Beschwerdeführers (oben E. 2.3). Den Angriff schätzt die Vorinstanz als nicht sonderlich gefährlich (Urteil S. 14) bzw. als einen relativ harmlosen angeblichen Angriff mit einem versuchten Stich in die Rippen mit einem stumpfen Inbusschlüssel ein (was schlecht zu den zuvor ausgesprochenen Morddrohungen passe; Urteil S. 13). Weder lässt sich ein Inbusschlüssel als "stumpf" noch ein Angriff damit in der Faust eines wütenden Kontrahenten als "relativ harmlos" qualifizieren. Der Anlass ist trotz der umständlichen Erörterung klar: Der Beschwerdeführer wurde überrascht, dass der Privatkläger auf seine Sticheleien "dieses Mal so reagiert hat" (oben E. 2.2.2). Dieser Zusammenhang ergibt sich bereits aus der polizeilichen Erstbefragung. Die Vorinstanz nimmt dagegen an, die Sticheleien am Tattag (Urteil S. 20) vermöchten einen Angriff des Privatklägers nicht plausibel zu erklären, auch wenn sie ihn nicht gänzlich ausschlössen (Urteil S. 14, 28). Das ist im Gegenteil höchst plausibel: Der Beschwerdeführer hatte den nach eigenen Angaben im Betrieb für seine aggressive Art und Weise bekannten Privatkläger (oben E. 2.2.2) seit Jahren mit seinen "Sticheleien" geneckt ("schon hundert Mal gesagt"; was in diesem Milieu spasseshalber durchaus üblich ist), obwohl dieser bereits ernsthafte Drohungen ausgestossen hatte. Der Beschwerdeführer war dem reizbaren Privatkläger offenkundig physisch überlegen, sonst hätte er damit aufgehört. Wegen seiner Unterlegenheit ergriff der Privatkläger einen Inbusschlüssel. Hingegen wird nicht plausibel, weshalb der Beschwerdeführer den Privatkläger (veranlassungslos) von hinten hätte "k.o" schlagen sollen (vgl. oben E. 2.5 am Ende). Nach der zweiten Zeugenaussage lag zum einen am Tatort ein Inbusschlüssel, was die Aussage des ersten Zeugen bekräftigt, und es stand dort zum andern keine (beladene und zusammenzubindende) Palette, womit der Tatversion des Privatklägers die Grundlage entzogen ist. Dass diese Aussage gedächtnispsychologisch schwer nachvollziehbar sein soll (oben E. 2.4), überzeugt nicht. Dabei ist anzumerken, dass der Beschwerdeführer in der erwähnten polizeiliche Befragung sagte: "Paletten waren auch noch am Boden, so zirka zwei bis drei" sowie dass er einen Stuhl auf die Palette stellen wollte (oben E. 2.2.1). Gleichzeitig erklärte er, dass der Privatkläger "mit der rechten Seite auf einen Barstuhl gefallen" sei (darauf wird in der Beschwerde das Hämatom auf der Brust des Privatklägers zurückgeführt; vgl. Urteil S. 19). Mit dieser Aussage bestätigte er auch nicht indirekt das vom Privatkläger behauptete Zusammenbinden einer Palette am Tatort. Der Zeuge seinerseits verneinte, dass "am besagten Ort", nämlich an der vom Privatkläger anlässlich der Tatrekonstruktion vom 20. September 2013 gezeigten Stelle der Tatausführung, eine (beladene) Palette stand (die hätte zusammengebunden werden können; vgl. Urteil S. 24 sowie Foto in act. 19/3 S. 16).