Citation: 9C_364/2023 E. 3.2.2

3.2.2. Entgegen dieser Argumentation ist festzuhalten, dass unter dem Gebot der ungesäumten Verlustverrechnung (vgl. oben E. 2.1.2) auch ausserkantonale Verluste sind nicht beliebig, sondern so bald wie möglich zur Verrechnung zu bringen. Eine Sonderregelung für ausserkantonale Verluste ist weder im Gesetz vorgesehen noch sind Gründe hierfür ersichtlich. Gemäss Art. 2 Abs. 4 der Verordnung vom 9. März 2001 über die Anwendung des Steuerharmonisierungsgesetzes im interkantonalen Verhältnis (VO StHG; SR 642.141) richtet sich das Verfahren bei in mehreren Kantonen steuerpflichtigen Personen nach dem jeweiligen kantonalen Verfahrensrecht. Dadurch sind die beteiligten Kantone in ihren Befugnissen zur selbständigen Veranlagung und Steuerausscheidung jedoch nicht eingeschränkt und war es hier für das kantonale Steueramt Zürich nicht erforderlich, im Rahmen der Veranlagung/Einschätzung des Steuerjahres 2011 diejenige des Kantons Aargau am Geschäftsort abzuwarten, um selber einen Entscheid zu erlassen. Vielmehr entspricht es dem Normalfall, dass der Kanton Zürich als Hauptsteuerdomizil am 27. Juni 2013 die Erstveranlagung der Steuerporiode 2011 vornahm und nicht vorgängig das Ergebnis einer Buchprüfung am SpezialsteuerdomiziI in V.________ abwarten musste, welche erst im Oktober 2013 in Auftrag gegeben wurde.