Citation: 5A_550/2022 E. 3.3.3

3.3.3. Im Zusammenhang mit der unvollständigen Ermittlung des Sachverhalts kritisiert der Beschwerdeführer weiter, dass die Kinder nicht angehört worden sind. Dies verletze Art. 314a ZGB sowie erneut Art. 29 Abs. 2 BV, Art. 6 Ziff. 1 EMRK und Art. 12 des Übereinkommens vom 20. November 1989 über die Rechte des Kindes (Kinderrechtskonvention [KRK]; SR 0.107). Die Kinder seien bezüglich des Kontakts zu ihm offensichtlich schon seit Längerem urteilsfähig. Auch in diesem Punkt kann dem Beschwerdeführer nicht gefolgt werden. Auf eine Kindesanhörung kann bzw. muss das Gericht verzichten, wenn deren Ergebnis ohne Einfluss auf den Ausgang des Verfahrens bleibt (sog. unechte antizipierte Beweiswürdigung; BGE 146 III 203 E. 3.3). Kindesanhörungen um der Anhörung willen, sind zu vermeiden, da eine solche das Kind immer auch belastet. Streitgegenstand bildet im vorliegenden Verfahren die Frage, ob von "ausserordentlichen Umständen" auszugehen ist, die den Weg freimachen, dass auch der Grossvater einen persönlichen Verkehr mit seinen Grosskindern pflegen kann. Der Beschwerdeführer tut nicht ansatzweise dar, was die Kindesanhörung zur Beantwortung dieser Frage hätte beitragen können. Dies muss umso mehr mit Blick auf das noch junge Alter der 2015 bzw. 2017 geborenen Kinder (vgl. vorne Bst. A.a) gelten (BGE 131 III 553 E. 1.2.3). Die Vorinstanz hat daher kein Bundesrecht verletzt, wenn sie auf die Anhörung der beiden Kinder verzichtet hat.