Citation: 5A_307/2008 11.06.2008 E. 3

Die Beschwerdeführerin macht geltend, die Bürgschaft bedürfe der öffentlichen Beurkundung, sobald natürliche Personen involviert seien (Art. 493 Abs. 2 OR), und zwar gelte dies für sämtliche Bürgschaftsformen, also entgegen dem von den kantonalen Gerichten zitierten Basler Kommentar auch für die Nachbürgschaft im Sinn von Art. 498 Abs. 1 OR. Dies ergebe sich sowohl aus der grammatikalischen Auslegung von Art. 498 Abs. 1 OR, wonach der Nachbürge neben dem Vorbürgen in gleicher Weise wie der einfache Bürge neben dem Hauptschuldner hafte, als auch aus einer teleologischen, systematischen und rechtsvergleichenden Auslegung. Damit sei aber der ganze Darlehensvertrag als Bürgschaft im Sinn von Art. 20 Abs. 1 OR (recte: Art. 11 Abs. 2 OR) nichtig; eine Teilnichtigkeit nach Art. 20 Abs. 2 OR komme nicht in Frage, da anzunehmen sei, dass der Vertrag ohne den nichtigen Teil überhaupt nicht geschlossen worden wäre.