Citation: 2C_376/2021 E. 4.4.1

4.4.1. So bringt die Beschwerdeführerin vor, hinsichtlich der vorgebrachten Nötigung und Freiheitsberaubung im Zusammenhang mit der Wegweisung aus der Wohnung und dem Rückflug in den Kosovo habe die Vorinstanz erwogen, dass sie diese Vorwürfe in zeitnahen Berichten nicht geltend gemacht habe, sondern nur von Wegweisung gesprochen habe. Dabei verkenne die Vorinstanz jedoch, dass die Beschwerdeführerin zu diesen Vorfällen eine Strafanzeige eingereicht habe, was üblicherweise nicht leichtfertig geschehe, und die Prüfung, ob eine Straftat verübt worden sei oder nicht, primär den Strafbehörden obliege. Zwar führt eine spätere Einreichung der Strafanzeige nicht dazu, dass sie in genereller Weise unglaubwürdig wäre. Allerdings bleiben die Ausführungen der Beschwerdeführerin zu diesem Vorfall diffus und sie konkretisiert nicht, inwiefern sie bedroht oder Gewalt auf sie ausgeübt worden wäre. Eine Wegweisung aus der Wohnung als solche erreicht die notwendige Intensität für das Bestehen häuslicher Gewalt aber nicht, wenn das Opfer keine körperlichen oder psychischen Schäden erleidet (Urteile 2C_1072/2014 vom 9. Juli 2015 E. 2.2; 2C_358/2009 vom 10. Dezember 2009 E. 4.2 und 5.2). Gemäss dem Bericht der Fachstelle Opferhilfestelle, der sich auf die Aussagen der Beschwerdeführerin stützt, habe ihr die Familie ein One-Way-Ticket gekauft und ihr am Flughafen mitgeteilt, sie brauche nicht mehr zurückzukehren, da der Ehemann sie nicht mehr als Ehefrau wolle. Wenn die Vorinstanz gestützt darauf zum Schluss gelangt, dass dieser Vorfall nicht als systematische Misshandlung der Beschwerdeführerin mit dem Ziel, Macht und Kontrolle auszuüben, verstanden werden kann, ist das nicht unhaltbar. Eine Sistierung des Verfahrens, bis ein rechtskräftiger Entscheid zur Strafanzeige wegen Entführung etc. vorliegt, ist unter diesen Umständen nicht notwendig (vgl. Urteil 2C_452/2014 vom 26. Mai 2014 E. 3.2).