Citation: 4C.371/2002 04.03.2003 E. 3

3.1 Im Berufungsverfahren ist das Bundesgericht an die tatsächlichen Feststellungen der letzten kantonalen Instanz gebunden, wenn sie nicht offensichtlich auf Versehen beruhen, unter Verletzung bundesrechtlicher Beweisvorschriften zustande gekommen (Art. 63 Abs. 2 OG) oder zu ergänzen sind (Art. 64 OG). Werden solche Ausnahmen geltend gemacht, so hat die Partei, die den Sachverhalt berichtigt oder ergänzt wissen will, darüber genaue Angaben mit Aktenhinweisen zu machen (Art. 55 Abs. 1 lit. d OG). Eine Ergänzung setzt zudem voraus, dass entsprechende Sachbehauptungen bereits im kantonalen Verfahren prozesskonform aufgestellt, von der Vorinstanz aber zu Unrecht für unerheblich gehalten oder übersehen worden sind, was wiederum näher anzugeben ist; andernfalls gelten die Vorbringen als neu und damit als unzulässig (Art. 55 Abs. 1 lit. c OG; BGE 127 III 248 E. 2c S. 252; 126 III 59 E. 2a S. 65, je mit Hinweisen). Die Vorbringen der Klägerin zu Sachverhaltsfragen genügen diesen Anforderungen nicht. Sie laufen durchwegs auf unzulässige Kritik an der vorinstanzlichen Beweiswürdigung (BGE 127 III 519 E. 2a S. 522) oder unzulässiges Geltendmachen neuer Tatsachen und Beweismittel hinaus (Art. 55 Abs. 1 lit. c OG). 3.1.1 Die Klägerin bringt vor, aus einer vorgelegten Urkunde ergebe sich, dass die erste Zahlung der Beklagten per 8. April 1981 erfolgt sei, und sie macht geltend, die von ihr zum Beweis anerbotenen Geschäftsbücher seien entgegen der Auffassung der Vorinstanz beweistauglich gewesen. Sie verkennt, dass auch vorweggenommene Beweiswürdigung gleich wie Beweiswürdigung der Kritik im Berufungsverfahren entzogen ist (Art. 55 Abs. 1 lit. c OG; BGE 128 III 22 E. 2d S. 25f.). Die Klägerin beanstandet ebenfalls die vorweggenommene Beweiswürdigung der Vorinstanz, indem sie die Ablehnung erneuter Partei- und Zeugenbefragung durch das Obergericht rügt. Damit ist sie nicht zu hören. 3.1.2 Die Klägerin wirft der Vorinstanz verschiedentlich vor, einem Versehen unterlegen zu sein und bestimmte Dokumente übersehen zu haben. Ein offensichtliches Versehen liegt nach der Rechtsprechung nur vor, wenn die Vorinstanz eine bestimmte Aktenstelle übersehen oder unrichtig, d.h. nicht in ihrer wahren Gestalt, insbesondere nicht mit ihrem wirklichen Wortlaut wahrgenommen hat (BGE 121 IV 104 E. 2b S. 106; 113 II 522 E. 4b S. 524; 104 II 68 E. 3b S. 74). Es ist, wie aus dem Begriff des Versehens folgt, die in Wirklichkeit - nämlich ohne das Versehen - nicht gewollte Feststellung. Nicht in ihrer wahren Gestalt wird eine Aktenstelle beispielsweise wahrgenommen, wenn die Vorinstanz sich verliest, ihrerseits eine Missschreibung in den Akten übersieht oder den offensichtlichen Zusammenhang einer Aussage mit andern Dokumenten oder Äusserungen verkennt (BGE 115 II 399 E. 2, mit Hinweisen). Da die Klägerin in der Berufung auch nicht ansatzweise aufzeigt, dass die Vorinstanz aus Irrtum bestimmte Dokumente übersehen und deshalb eine Feststellung ungewollt getroffen hätte, ist auf die betreffenden Vorbringen nicht einzutreten (Art. 55 Abs. 1 lit. d OG; BGE 115 II 399 E. 2a S. 400). 3.2 Die Vorinstanz hat die widersprüchlichen Behauptungen der Klägerin zur geltend gemachten Stundung dargelegt und festgestellt, die Klägerin habe ihre Sachdarstellung in der Appellation der Begründung des erstinstanzlichen Entscheides angepasst, um so der Verjährung ihrer behaupteten Ansprüche zu entgehen. Sie sei deshalb nicht glaubwürdig. Mit der Berufung sucht die Klägerin den Vorwurf widersprüchlichen Verhaltens zu entkräften, indem sie die Motive ihres Verhaltens aus ihrer Sicht schildert. Für eine Erweiterung des Sachverhalts ist aber im Berufungsverfahren kein Raum (Art. 55 Abs. 1 lit. c OG). 3.3 Schliesslich ist auch auf die Rügen der Klägerin nicht einzutreten, mit denen sie aus der in einem Vergleich der Parteien vom 6. Mai 1993 getroffenen Abrede auf den Bestand einer Stundungsvereinbarung schliessen will. Die Vorinstanz hat ausführlich begründet, weshalb auch für den Fall, dass am 3. Juli 1978 eine Stundungsvereinbarung zustande gekommen sein sollte, sämtliche Ansprüche daraus spätestens am 6. Mai 1998 verjährt wären. Mit diesen Erwägungen setzt sich die Klägerin in der Berufung nicht auseinander. Auf allgemeine Ausführungen ohne Bezug zum angefochtenen Urteil ist aber nicht einzutreten (Art. 55 Abs. 1 lit. b OG).