Citation: 1C_282/2021 E. 5.3

5.3. Gemäss Anhang 2 Ziff. 1.2.1 VVEA müssen der Untergrund und die Umgebung der Deponie, allenfalls unter Einbezug baulicher Massnahmen, Gewähr dafür bieten, dass die Deponie langfristig stabil bleibt und dass keine Verformungen auftreten, die insbesondere das Funktionieren der nach Ziffer 2 vorgeschriebenen Anlagen beeinträchtigen können. Hinsichtlich des Deponiebauwerks verlangt Anhang 2 Ziff. 2.1.1 VVEA, die Dimensionierung und die Materialwahl müssten gewährleisten, dass die notwendigen Anlagen bis zum Ende der Nachsorgephase sicher funktionieren. Dabei sind physikalische, chemische und biologische Prozesse in der Deponie während der Errichtung, des Betriebs und nach dem Abschluss zu berücksichtigen. Das Verwaltungsgericht hat im Entscheid vom 24. Oktober 2019 festgehalten, dass im erwähnten geologisch-geotechnischen Bericht vom 23. Juni 2016 die Stabilitätsverhältnisse in Abhängigkeit von den Terrainverhältnissen, den geplanten Böschungsneigungen, den Wasserverhältnissen, den geotechnischen Eigenschaften des Untergrunds und vom zusätzlichen Deponiematerial beurteilt worden seien. Die im Technischen Bericht vom 23. August 2017 berechnete Gesamtstabilität und Böschungsstabilität der Deponie sei, unter Einbezug der Auflagen des ARE im Entscheid vom 1. März 2018, genügend gegeben. Im geologisch-geotechnischen Bericht vom 23. Juni 2016 war darauf hingewiesen worden, dass sich der (bestehende) Deponiekörper gegen Südwesten an den Hügelzug "Sturmhöhe" anlehnt. Weiter wurde in diesem Bericht die Annahme geäussert, dass es im Hang bergseitig der bestehenden Deponie Rutschungsphänomene älteren Datums gegeben habe. Anzeichen auf heute aktive Rutschprozesse seien im Gelände nicht erkannt worden. Ein permanentes Hangkriechen in einzelnen Hangpartien könne jedoch grundsätzlich nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Mit der Erweiterung der Deponie werde der Fuss des Rutschhangs belastet. Eine negative Beeinflussung auf die Rutschung sei dadurch nicht zu befürchten; vielmehr wirke die Belastung des Hangfusses stabilisierend auf die Rutschung. Das BAFU legt in der Vernehmlassung ans Bundesgericht dar, dass gemäss der aktuellen Naturgefahrenkarte des Kantons Schwyz ein Naturgefahrenhinweis für den südlichen Bereich der Deponie bestehe. Dieser sei farblich braun markiert; nach den Erläuterungen zur Naturgefahrenkarte seien entsprechend die Intensität und die Eintretenswahrscheinlichkeit des Gefahrenprozesses nicht näher bestimmt. Nach Ansicht des BAFU kann aufgrund fehlender Risiken für Verformungen und für ein Aussetzen der Funktionalität allfälliger Anlagen der Deponie nicht von einer ausgewiesenen Gefährdung gesprochen werden. Das BAFU erachtet es daher als plausibel, dass im Technischen Bericht vom 23. August 2017 zum Baugesuch, der auf dem geologisch-geotechnischen Bericht vom 23. Juni 2016 aufbaut, nicht weiter auf das Risiko von Rutschungen bzw. Hangmuren eingegangen worden ist. Wesentlich ist, dass die Stabilität der Deponie unter Berücksichtigung des gegebenen Untergrunds als genügend gewährleistet erscheint und die verbleibende Unsicherheit durch Auflagen und Überwachungsmassnahmen bei der Erweiterung der Deponie kompensiert werden kann. Der Sachverhalt wurde im kantonalen Verfahren im Hinblick auf Baugrunduntersuchungen und Setzungsberechnungen ausreichend untersucht. Für das Bundesgericht besteht kein Anlass, von der Einschätzung des BAFU als Umweltfachbehörde abzuweichen, wonach die Anforderungen von Anhang 2 Ziff. 1.2.1 und Ziff. 2.1.1 VVEA im Hinblick auf das Risiko von Rutschungen bzw. entsprechenden Naturgefahren rechtsgenügend beachtet worden sind. Die Beschwerdeführer setzen sich vor Bundesgericht nicht konkret mit den Ergebnissen der Stabilitätsberechnungen und den behördlich verfügten Auflagen zur Gewährleistung der Stabilität der Deponie auseinander. Insgesamt erweisen sich der Vorwurf, wonach Anhang 2 Ziff. 1.2.1 und 2.1.1 VVEA verletzt seien, wie auch die diesbezügliche Gehörsrüge als unbegründet.