Citation: 6B_354/2022 E. 4.2.1

4.2.1. Die Vorinstanz setzt die Einsatzstrafe für die schwerste sexuelle Handlung mit einem Kind fest. Dabei handelt es sich um den Oral- und Analverkehr, welchen der Beschwerdeführer mit dem 15-jährigen Opfer vollzog, und zwar unmittelbar nacheinander sowie wechselseitig bis zur Ejakulation. Gemäss Vorinstanz wiegt dieser gegenseitige Oral- und Analverkehr im breiten Spektrum der denkbaren sexuellen Handlungen sehr schwer. Mittelschwer verschuldenserhöhend wertet die Vorinstanz die Verwerflichkeit des Handelns. Der Beschwerdeführer habe das von ihm geschaffene Vertrauensverhältnis im Wissen um die zunehmende Abhängigkeit des Opfers gnadenlos (so die eigenen Worte des Beschwerdeführers) ausgenutzt. Dazu habe er dem Opfer Alkohol und Marihuana verabreicht. Der Beschwerdeführer habe bewusst Opfer aus schwierigen Familienverhältnissen ausgewählt. Die Ausbildung zum Sozialpädagogen habe er absolviert, um an junge Menschen heranzukommen. Er sei zielgerichtet und planmässig vorgegangen, was von einer hohen Skrupellosigkeit zeuge. Leicht verschuldenserhöhend berücksichtigt die Vorinstanz, dass der Oral- und Analverkehr ungeschützt vollzogen wurde. Die Vorinstanz verweist zutreffend auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung, wonach nicht jede geringfügige Herabsetzung der Fähigkeit, sich zu beherrschen, genügt, um eine verminderte Schuldfähigkeit anzunehmen. Der Betroffene muss vielmehr in hohem Masse in den Bereich des Abnormen fallen. Seine Geistesverfassung muss mithin nach Art und Grad stark vom Durchschnitt nicht bloss der Rechts-, sondern auch der Verbrechensgenossen abweichen. Zeigt das Verhalten des Täters vor, während und nach der Tat, dass ein Realitätsbezug erhalten war, er sich an wechselnde Erfordernisse der Situation anpassen, auf eine Gelegenheit zur Tat warten oder diese gar herbeiführen konnte, so hat eine schwere Beeinträchtigung nicht vorgelegen (zum Ganzen BGE 133 IV 145 E. 3.3; Urteile 6B_1394/2017 vom 2. August 2018 E. 3.2; 6B_800/2016 vom 25. Oktober 2017 E. 8.3.2, nicht publ. in: BGE 143 IV 397; je mit Hinweisen). Die Vorinstanz erwägt, der Beschwerdeführer habe sich an verschiedenen Opfern vergangen und an wechselnde Situationen angepasst. Nur schon deshalb weiche seine Geistesverfassung nicht derart vom Durchschnitt ab, dass von einer mittelgradig verminderten Schuldfähigkeit ausgegangen werden müsste. Daher bestehe nur eine leichtgradig verminderte Schuldfähigkeit. In Relation zum Strafrahmen und der davon erfassten sexuellen Handlungen bei uneingeschränkter Schuldfähigkeit geht die Vorinstanz von einem mittelschweren bis schweren Tatverschulden aus. Sie berücksichtigt, dass die Schuldfähigkeit des Beschwerdeführers zum Tatzeitpunkt leichtgradig vermindert war. Damit vermindere sich das mittelschwere bis schwere Verschulden zu einem mittelschweren Verschulden, wofür eine Einsatzfreiheitsstrafe von 2 ½ Jahren angemessen erscheine.