Citation: 4A_535/2019 E. 4.2.3

4.2.3. Die Beschwerdeführerin beruft sich also zu Recht darauf, dass die Vorinstanz den Vertrag objektiv auslegte. Ihre Schlüsse sind dann aber nicht folgerichtig, wenn sie unter ihrer Erwägung 2.2 zuerst Ausführungen dazu macht, ein tatsächlicher Wille zu einem Interventionsverbot sei nicht feststellbar, um daraus direkt abzuleiten, folglich bestehe eine Vertragslücke, welche durch richterliche Vertragsergänzung zu schliessen sei. Vor einer richterlichen Ergänzung des Vertrages ist zu prüfen, ob aufgrund einer objektivierten Vertragsauslegung ein Vertragswille ermittelt werden kann. Die Beschwerdeführerin macht im Rahmen ihrer Ausführungen zum tatsächlichen Parteiwillen geltend, aus der Zeugenaussage von D.A.________ ergebe sich nicht, dass sie, die Beschwerdeführerin, den Willen gehabt hätte, auf eine Intervention zu verzichten. Das mag zutreffen, ist aber nach dem Dargelegten nicht entscheidend. Wenn die Vorinstanz den Vertrag in Tat und Wahrheit nach dem Vertrauensprinzip auslegte, kommt es darauf an, ob die Beschwerdeführerin erkennen konnte und musste, dass der Beschwerdegegner 1 diesen Vertragswillen hatte bzw. ob der Beschwerdegegner 1 umgekehrt erkennen konnte und musste, dass die Beschwerdeführerin nicht den von ihm behaupteten Vertragswillen hatte. Das Vertrauensprinzip er laubt es, einer Partei einen Vertragswillen zuzurechnen, der nicht ihrem tatsächlichen Willen entspricht (BGE 144 III 93 E. 5.2.3 S. 98 f. mit Hinweisen)