Citation: 5A_527/2015 E. 4

Ausgehend von den willkürfreien Sachverhaltsfeststellungen, wie sie in E. 2 zusammenfassend wiedergegeben sind, liegt keine Rechtsverletzung vor, wenn das Kantonsgericht die Obhut über die Kinder der Mutter zugeteilt und von einer alternierenden Obhut abgesehen hat. Zwar ist das Wechselmodell im Unterschied zum alten Recht nicht mehr von der expliziten Zustimmung beider Elternteile abhängig; indes muss es in jedem Fall mit dem Kindeswohl vereinbar sein und ist die elterliche Kooperationsfähigkeit in diesem Zusammenhang mit zu berücksichtigen (Urteil 5A_46/2015 vom 26. Mai 2015 E. 4.4.5 m.w.H.). Das Wechselmodell ist namentlich dann nicht geeignet, wenn die Kinder dadurch weiterhin dem Konflikt der Eltern ausgesetzt bleiben würden oder die ständigen Wechsel zu belastend wären ( SCHWENZER/ COTTIER, in: Basler Kommentar, N. 6 zu Art. 298 ZGB m.w.H.). Nach den Sachverhaltsfeststellungen des Kantonsgerichts haben die Kinder ein besonderes Bedürfnis nach Ruhe und Stabilität, vor dessen Hintergrund auch die Gutachter das Wechselmodell nicht empfehlen. Sodann hat das Kantonsgericht auf die rund 20 km auseinander liegenden Wohnorte der Eltern und insbesondere auf ihren chronischen Konflikt verwiesen, der zwar nicht gerade die gemeinsame elterliche Sorge ausschliesst, aber so geartet ist, dass ein Wechselmodell nicht im Kindesinteresse sein kann. Was der Beschwerdeführer diesbezüglich vorbringt, überzeugt nicht. An der Sache vorbei geht der Einwand, das Kantonsgericht halte ja selbst fest: "scheinen die Eltern nicht völlig ausserstande, zumindest gewisse Absprachen miteinander zu treffen." Mit der betreffenden Passage begründete das Kantonsgericht, dass keine Umstände gegeben seien, welche zwingend ein Abweichen vom Grundsatz der gemeinsamen elterlichen Sorge erforderten; dass eine bloss minimale Kooperation möglich ist, spricht aber entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers nicht für, sondern gerade gegen die alternierende Obhut. Sodann trifft es zu, dass sich beide Kinder viel Kontakt zum Vater wünschen; dies spricht aber angesichts der übrigen Umstände - insbesondere des Wunsches beider Kinder, bei der Mutter zu leben - ebenfalls nicht für das Wechselmodell, sondern vielmehr für ein ausgedehntes Besuchsrecht. Nichts für seinen Standpunkt ableiten kann der Vater schliesslich aus dem Vorbringen, die Mutter wohne auf seinem Weg zum neuen Arbeitsplatz in Liechtenstein, so dass er die Kinder auf einfache Weise vor und nach der Arbeit zur Schule bringen bzw. von dort abholen könnte; abgesehen davon, dass die Schulzeiten nicht mit der vollzeitigen Erwerbstätigkeit des Beschwerdeführers in Liechtenstein übereinstimmen dürften, ging die Erwägung des Kantonsgerichtes offensichtlich dahin, dass die Kinder zwangsläufig am Wohnort des einen Elternteils eingeschult sein müssen und aufgrund der auseinander liegenden Wohnorte der Eltern ein aufwändiges Herumfahren der Kinder und Absprachen unter den Eltern erforderlich wären, was zusätzliche Unruhe in das Leben der Kinder brächte. Diese haben indes ein besonderes, gutachterlich ausgewiesenes Bedürfnis nach Ruhe. Ein Wechselmodell wäre dem abträglich. Insgesamt hält es vor Bundesrecht stand, wenn das Kantonsgericht aufgrund der konkreten Umstände von einer alternierenden Obhut abgesehen hat. Als Folge sind die Fragen rund um die Kostenverteilung bei einem Wechselmodell gegenstandslos.