Citation: 6S.296/2004 10.01.2005 E. 3

Der Beschwerdeführer macht eine Verletzung von Art. 100 und Art. 13 StGB geltend. Obschon Zweifel an seiner Zurechnungsfähigkeit bestünden, sei kein psychiatrisches Gutachten eingeholt worden. 3.1 Handelt es sich beim Täter um einen jungen Erwachsenen, zieht der Richter, soweit erforderlich, Gutachten über dessen körperlichen und geistigen Zustand ein (Art. 100 Abs. 1 und 2 StGB). Bestehen Zweifel an dessen Zurechnungsfähigkeit, ist eine Untersuchung im Sinne von Art. 13 StGB anzuordnen. Der Richter soll dabei seine Zweifel nicht selber - etwa mit Hilfe psychiatrischer Fachliteratur - beseitigen, sondern hat vielmehr einen Sachverständigen beizuziehen. Art. 13 StGB gilt nicht nur, wenn der Richter tatsächlich Zweifel an der Zurechnungsfähigkeit des Täters hegt, sondern auch, wenn er nach den Umständen des Falles Zweifel haben sollte (BGE 119 IV 120 E. 2a). Solche Zweifel können sich etwa ergeben, wenn ein Widerspruch zwischen Tat und Täterpersönlichkeit besteht, ein völlig unübliches Verhalten vorliegt, wenn der Täter in ärztlicher Behandlung stand oder steht, die Tatausführung auffällige Eigenheiten zeigt oder die Tat mit der bisherigen Lebensführung unvereinbar erscheint (BGE 116 IV 273 E. 4a; Entscheid des Bundesgerichts vom 27. April 2004, 6S.211/2003 E. 1.1). 3.2 Nach den verbindlichen Feststellungen der Vorinstanz waren beim Beschwerdeführer keinerlei Auffälligkeiten weder im Zusammenhang mit den Tatbegehungen noch im persönlichen Lebensbereich ersichtlich (vgl. auch Urteil des Strafgerichts des Kantons Basel-Stadt, S. 23 und 24). Bei dieser Sachlage musste die Vorinstanz keine ernsthaften Zweifel an dessen Zurechnungsfähigkeit im Sinne von Art. 13 StGB haben. Denn das Verhalten des Beschwerdeführers war in Bezug auf das Geschehen vor, während und nach den von ihm verübten Straftaten überlegt, nachvollziehbar und realitätsbezogen. Vor diesem Hintergrund ist für die Frage der Zurechnungsfähigkeit daher nicht relevant, dass der Beschwerdeführer offenbar aufgrund eines psychiatrischen Gutachtens aus der Rekrutenschule ausgeschieden ist. Ebenso wenig ist in dieser Hinsicht von Belang, dass er nach seiner Flucht aus der Schweiz - wegen der in Notwehr begangenen Tötung - psychiatrische Hilfe in Belgrad in Anspruch genommen hat (kantonale Akten, S. 1172). Die Vorinstanz musste mithin keine Begutachtung des Beschwerdeführers anordnen. Dessen Rüge erweist sich als unbegründet.