Citation: 1C_701/2020 E. 3.5

3.5. Es besteht hier auch kein Anlass, ausnahmsweise von der oben dargelegten einschlägigen Praxis abzuweichen. Die Beschwerdeführerin wurde nicht unmittelbar von einer strafprozessualen Zwangsmassnahme betroffen, und die streitige Rechtshilfe beschränkt sich auf die Herausgabe eines rechtskräftigen Strafurteils betreffend Begünstigung und falsche Zeugenaussage. Ein besonderes schutzwürdiges Interesse an der Wahrung von "sensiblen vertraulichen" Privatgeheimnissen, die sich aus dem fraglichen Urteil ergäben, wird von der Beschwerdeführerin nicht nachvollziehbar dargetan. Das blosse prozesstaktische Interesse einer verfolgten Person, dass die ersuchende Behörde von einer separaten rechtskräftigen Verurteilung im Ausland möglichst keine Kenntnis erhalten solle, begründet kein besonderes schutzwürdiges Interesse im Sinne von Art. 80h lit. b IRSG. Daran ändern auch die Vorbringen der Beschwerdeführerin nichts, die öffentliche Verhandlung des Urteils liege schon mehr als vier Jahre zurück, und in privaten Strafregisterauszügen werde das Urteil nicht mehr ausgewiesen. Anders zu entscheiden, widerspräche dem Sinn und Zweck des völkerrechtlich verankerten Rechtshilfeverkehrs in Strafsachen.