Citation: U 286/00 26.07.2002 E. 4

4.- a) Zur Untersuchung im NPI kam es auf Anordnung der Invalidenversicherung, nachdem im Rahmen der vorgesehenen Umschulung auf eine Tätigkeit in einer mittleren Kaderfunktion im Autogewerbe (Schadenexperte oder Autoeinkäufer) bereits eine Vorprüfung missglückt war. Die von Prof. Dr. phil. E.________ und lic. phil. F.________ festgehaltenen Prüfungsresultate weisen laut deren Expertise vom 21. September 1995 aus neuropsychologisch-hirnlokalisatorischer Sicht auf "eine mittelschwer eingeschränkte Funktion von frontalen Strukturen mit Schwerpunkt links" hin. Nach Ansicht der beiden Gutachter ist "nicht nachvollziehbar, wie eine derartig schwere Störung, wie sie sonst bei frontal links geschädigten Personen gefunden wird, zustande gekommen ist". Ausdrücklich halten sie fest, dass aus neuropsychologischer Sicht auf Grund der Akten diagnostisch kein Zusammenhang mit dem Unfall vom 4. Mai 1991 ersichtlich sei. b) Angesichts dieser klaren Expertenaussage zur - nicht erwiesenen - natürlichen Kausalität des versicherten Unfallereignisses für die festgestellten Hirnfunktionsstörungen besteht kein Anlass für weiter gehende Abklärungen. Wie die SUVA zu Recht einwendet, hat sie nicht nach allfälligen unfallfremden Auslösern einer Gesundheitsschädigung zu suchen. Als Tatfrage muss die natürliche Kausalität vielmehr positiv mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt sein, um eine Haftung des Unfallversicherers zu begründen (BGE 119 V 338 Erw. 1, 118 V 289 Erw. 1b, je mit Hinweisen). Dazu genügt es nicht, dass für eine gesundheitliche Beeinträchtigung abgesehen vom versicherten Ereignis keine andere Ursache genannt werden kann. Für die Annahme, dass die unbestrittenermassen vorhandene Hirnfunktionsstörung durch den Aufprall vom 4. Mai 1991 bewirkt worden ist, fehlen indessen Anhaltspunkte. Wie Kreisarzt Dr. med. W.________ in seiner Stellungnahme vom 26. Oktober 1995 richtig festhält, finden sich in den Akten keine Hinweise auf eine anlässlich des Go-Kart-Unfalles erfolgte Traumatisierung der Schädel-Hirnregion. Auffallend ist denn auch, dass der Versicherte in den ersten Jahren nach dem Unfall nie über Symptome klagte, welche auf eine solche Verletzung hindeuten würden. Unter diesen Umständen ist der SUVA ohne weiteres darin beizupflichten, dass sich diesbezügliche ergänzende Abklärungen erübrigen. Eine mit überwiegender Wahrscheinlichkeit bestehende Unfallkausalität kann nicht als nachgewiesen gelten. c) Dass im Gutachten des NPI vom 21. September 1995 zu diagnostischen Zwecken eine Untersuchung unter Zuhilfenahme der Single Photon Emission Computed Tomography (Spect) sowie eine psychiatrische Begutachtung in Betracht gezogen werden, ändert daran nichts. In dem in RKUV 2000 Nr. U 395 S. 316 (= SVR 2001 UV Nr. 1 S. 1) publizierten Urteil Z. vom 2. Juni 2000 (U 160/98) hat sich das Eidgenössische Versicherungsgericht eingehend mit der Aussagekraft hirnorganischer Abklärungen mittels Spect auseinander gesetzt und ist dabei zum Schluss gelangt, dass diese bisher auch wissenschaftlich nicht anerkannte Untersuchungsmethode nicht geeignet ist, den Nachweis der natürlichen Kausalität eines Unfalles für hirnorganische Schädigungen zu erbringen. Aus der im Gutachten des NPI empfohlenen und inzwischen am Institut für Nuklearmedizin des Spitals X.________ auch vorgenommenen Spect-Untersuchung des Cerebrums vom 26. Mai 1997 lässt sich deshalb bezüglich der Frage nach der Ursächlichkeit des am 4. Mai 1991 erlittenen Unfalles für die festgestellte Hirnfunktionsstörung nichts ableiten. d) Was den Antrag des Versicherten anbelangt, wonach eine Gesamtbegutachtung unter Einschluss allfälliger psychischer Beschwerdeursachen anzuordnen sei, ist zunächst festzuhalten, dass bis zur Rentenfestsetzung durch die SUVA kaum Anhaltspunkte für ein psychisches Krankheitsbild vorlagen, welche eine eingehendere Prüfung als angezeigt hätten erscheinen lassen. Des Weitern ist auf das mit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde der SUVA eingereichte, zuhanden der Invalidenversicherung erstattete Gutachten des Zentrums für Medizinische Begutachtung (ZMB) in Basel vom 26. Mai 1999 hinzuweisen. Im Rahmen der dort vom 12. bis 15. April 1999 erfolgten interdisziplinären Abklärung, welche auch eine psychiatrische Untersuchung beinhaltete, konnte ein überwiegend wahrscheinlicher Kausalzusammenhang zwischen der diagnostizierten kombinierten Persönlichkeitsstörung - als Auslöser einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung - und dem versicherten Unfallereignis nicht hergestellt werden. In dieser Hinsicht sind von zusätzlichen Abklärungen keine wesentlichen neuen Erkenntnisse zu erwarten. Dasselbe gilt hinsichtlich der geklagten Rückenschmerzen, welche wiederholt Gegenstand umfassender medizinischer Abklärungen bildeten. Es kann dazu auf die Darstellung in der Vernehmlassung der SUVA zur Verwaltungsgerichtsbeschwerde des Versicherten verwiesen werden, welcher seitens des Eidgenössischen Versicherungsgerichts nichts beizufügen ist.