Citation: 9C_590/2017 E. 6.4

6.4. Auch in der Kategorie "Konsistenz" beinhalten die Unterlagen nicht ausreichende Informationen für eine verlässliche Prüfung. Ein behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidensdruck scheint insoweit vorzuliegen, als die Versicherte - allerdings erst nach der im Februar 2015 erfolgten Anmeldung zum Leistungsbezug - sowohl ambulante (ab 17. Juni 2015) als auch stationäre Psychotherapie (12. April bis 13. Mai 2016) in Anspruch nahm, letztere indessen erst auf entsprechende Aufforderung der IV-Stelle hin (vgl. auch BGE 141 V 281 E. 4.4.2 S. 304 zum Einfluss eines laufenden Versicherungsverfahrens). Die RAD-Ärztin gab an, psychotherapeutische und psychopharmakologische Bemühungen seien am Schweregrad des klinischen Bildes gescheitert, das auch Misstrauen und mangelnde Compliance implizieren könne. Ein Vergleich des Aktivitätenniveaus vor und nach der Gesundheitsschädigung, wie es die Versicherte beschreibt, zeigt einen deutlichen Rückgang in sämtlichen Tätigkeiten. In Bezug auf die Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen (BGE 141 V 281 E. 4.4.1 S. 303 f.) fällt in den nur spärliche Angaben enthaltenden Akten auf, dass sich die Versicherte zwar ausserstande sieht, irgendwelche (häusliche) Arbeiten zu erledigen, gleichzeitig aber in der Lage ist, im Sommer mit dem Bus für sechs Wochen nach Mazedonien zu verreisen.