Citation: 2C_122/2019 E. 4.3

4.3. Eine definitive Beschlagnahme kommt in Betracht, wenn die zuständige Behörde nach sorgfältiger Prüfung zum Schluss kommt, dass der Tierhalter auch in Zukunft nicht in der Lage sein wird, angemessen für das Tier zu sorgen (GOETSCHEL/FERRARI, a.a.O., S. 26). Dem angefochtenen Urteil kann entnommen werden, dass seit dem Jahr 1988 verschiedene behördliche Interventionen bei den Beschwerdeführern dokumentiert sind (vgl. E. 6.1 des angefochtenen Urteils) : - Am 19. Dezember 1989 wurde ein Tierhalteverbot gegen die Beschwerdeführer erlassen, weil sie eine Verfügung, mit welcher sie verpflichtet wurden, die notwendigen baulichen Vorkehrungen für eine einwandfreie und gesetzeskonforme Tierhaltung zu treffen, nicht bzw. nur unvollständig umgesetzt hatten. Nachdem in der Zwischenzeit die Haltung verbessert worden war, sah der Gemeinderat vom Verbot wieder ab. - Am 22. September 1999 wurde festgestellt, dass Hunde in zu klein bemessenen Zwingern und bei ungenügenden Lichtverhältnissen gehalten wurden; mit Verfügung vom 18. Oktober 1999 wurde die Beseitigung der tierschutzwidrigen Zustände innert Frist angeordnet. - Mit Verfügung vom 9. Dezember 1999 stellte das damalige Veterinäramt fest, dass eine Hunde-Unterkunft vollständig umgebaut wurde; es beschränkte jedoch die Zahl der gleichzeitig gehaltenen Welpen auf zwölf und verbot die Hundehaltung in den nicht umgebauten Zwingern. - Im Dezember 2001 wurde anlässlich einer Kontrolle festgestellt, dass die Beschwerdeführer 17 Welpen und insgesamt 28 Hunde hielten, denen es seit mindestens einer Woche gänzlich an Auslauf fehlte. Ein gegen den Beschwerdeführer 2 auferlegtes Zuchtverbot wurde aufgrund von Unklarheiten betreffend die für die Hundezucht verantwortliche Person vom Veterinäramt widerrufen. - Mit Verfügung des Veterinäramts vom 2. Oktober 2007 wurden die Beschwerdeführer angehalten, den Hunden Mindestauslaufzeiten zu gewähren, ein diesbezügliches Konzept vorzulegen und die gehaltenen Hunde einem Wesenstest zu unterziehen und solche mit Aggressionspotential nicht mehr für die Zucht zu verwenden. Nachdem am 7. Dezember 2007 festgestellt wurde, dass - trotz gegenteiliger Beteuerungen der Beschwerdeführer - weiterhin Hunde gezüchtet wurden, verfügte das Veterinäramt am 14. Dezember 2007 weitere Auflagen. - Am 12. Februar 2009 verurteilte das kantonale Untersuchungsamt die Beschwerdeführerin 1 zu einer Busse von Fr. 100.--, weil sie der Verfügung vom 2. Oktober 2007 keine Folge leistete. - Anlässlich einer Kontrolle vom 18. November 2009 wurde im Aussenzwinger eine Hündin angetroffen, der es an einer erhöhten Liegefläche und einer Rückzugsmöglichkeit fehlte. Kothaufen und Urinlachen deuteten auf ungenügenden Auslauf hin. Eine daraufhin eingeleitete Strafuntersuchung führte zu Einstellungs- bzw. Nichtanhandnahmeverfügungen des kantonalen Untersuchungsamtes.