Citation: 6B_246/2021 E. 3.4

3.4. Entgegen den Vorbringen des Beschwerdeführers qualifizierte die Vorinstanz das Überholmanöver zu Recht als waghalsig im Sinne von Art. 90 Abs. 3 SVG. Durch dieses ging er unter Verletzung elementarer Verkehrsregeln (Überfahren einer doppelten Sicherheitslinie) das hohe Risiko eines Unfalls mit Schwerverletzten oder Todesopfern ein. Gemäss den vorinstanzlichen Feststellungen musste er um 11.20 Uhr mit Gegenverkehr rechnen; daran ändert auch der Umstand nichts, dass in jenem Moment, in dem er das Manöver einleitete kein solcher erkennbar war. Nicht zu beanstanden ist im Weiteren die Erwägung, dass das Risiko eines schwerwiegenden Unfalls in einem Tunnel stark erhöht ist, da für allenfalls auftretenden Gegenverkehr keine Ausweichsmöglichkeit besteht. Daran vermag weder die Trockenheit der Fahrbahn noch die gute Beleuchtung des Tunnels etwas zu ändern. Weiter trifft es zu, dass in einem Tunnel allfällige Rettungsmassnahmen nach einem Unfall erschwert sind, sodass das Risiko, dass ein Unfall zu schweren Folgen führt, zusätzlich erhöht wird. Weiter ist nach der insoweit unbestrittenen Feststellung der Vorinstanz auch nicht ansatzweise ein nachvollziehbares Motiv für die Fahrweise erkennbar, sodass das Überholmanöver auch als unsinnig erscheint. Schliesslich werden in Art. 90 Abs. 3 SVG die Tatbestände "besonders krasse Missachtung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit", "waghalsiges Überholen" und "Teilnahme an einem nicht bewilligten Rennen mit Motorfahrzeugen" als alternative Tatbestände aufgeführt. Somit kann aus dem Umstand, dass dem Beschwerdeführer keine besonders krasse Missachtung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit vorgeworfen werden kann, nicht gefolgert werden, dass eine Qualifikation des Überholmanövers als qualifiziert grobe Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 3 SVG aus diesem Grund nicht möglich wäre.