Citation: 1P.411/2006 04.01.2007 E. 3.5

3.5.1 Wie das Obergericht festgestellt hat, ist davon auszugehen, dass zwischen dem Beschwerdeführer und A.________ auf der Autobahn tatsächlich etwas vorgefallen ist, was der Beschwerdeführer in seinen Aussagen offensichtlich verschwiegen habe. Die Aussagen des Beschwerdeführers seien überdies arm an Details und beschränkten sich im Wesentlichen auf ein Bestreiten unter dem Hinweis darauf, dass das ihm Vorgeworfene aus zeitlichen wie aus technischen Gründen gar nicht möglich gewesen sei. Genau dort, wo der Beschwerdeführer seine Unschuld mit Argumenten zu begründen versuche, hätten sich Widersprüche ergeben. Die ursprüngliche Behauptung, er habe den Lieferwagen mit 500 bis 700 kg beladen, sei von seinem Mitfahrer B.________ widersprochen worden. Dieser habe den Lieferwagen im Gegensatz zum Beschwerdeführer nicht als langsam und träge, sondern als spritzig und hochtourig beschrieben. Gemäss dem angefochtenen Urteil helfen auch die Aussagen des Zeugen B.________ bezüglich Entstehung und Ablauf der Querele wenig weiter, denn dieser sei nach eigenen Angaben auf den Heimfahrten jeweils eingedöst und zwischendurch wieder erwacht. B.________ habe zum Rechtsüberholen nichts sagen können, da er rechts gesessen sei und nicht nach links geblickt habe. Auf Nachhaken der Verteidigung habe er im Widerspruch dazu angegeben, der Beschwerdeführer habe zwischen Grauholz und Bern sicher kein Fahrzeug rechts überholt. Zu dem vorgeworfenen Blockieren zwischen Bern und Thun habe er angegeben, nicht nach hinten geschaut zu haben und deshalb nicht zu wissen, ob der Beschwerdeführer jemanden blockiert habe. Ausgehend davon, dass es zwischen A.________ und dem Beschwerdeführer tatsächlich zu Vorkommnissen gekommen sei, seien die Angaben des Beschwerdeführers und des Zeugen B.________ nicht glaubhaft. Nach Ansicht des Obergerichts lässt schliesslich das letzte Wort des Beschwerdeführers aufhorchen, welcher an der Hauptverhandlung sein Bedauern ausgedrückt habe für den Fall, dass er A.________ auf die Zehen getreten sei. Dies sei einigermassen erstaunlich, nachdem der Beschwerdeführer während des ganzen Verfahrens sämtliche Vorwürfe von sich gewiesen habe, und als weiterer Hinweis darauf zu werten, dass sich zwischen dem Beschwerdeführer und A.________ tatsächlich etwas ereignet habe. 3.5.2 Der Beschwerdeführer macht geltend, die obergerichtliche Würdigung, wonach die Strafanzeige von A.________ nicht aus der Luft gegriffen sei und der Beschwerdeführer offensichtlich etwas in seinen Aussagen verschweige, stehe mit der gewürdigten Wirklichkeit in klarem Widerspruch. Es sei sodann auch unhaltbar, wenn das Obergericht die Aussagen des Beschwerdeführers herabwürdige, weil sich für den Beschwerdeführer auf der Fahrt eben überhaupt nichts Erwähnenswertes ereignet habe. Schliesslich ergäben sich in seinen Aussagen auch keine Widersprüche. So erweise sich die Behauptung des Obergerichts als wirklichkeitsfremd und unlogisch, wonach der Beschwerdeführer bei der ersten Einvernahme seine "Behauptung", bis 16.00 Uhr in Niedergösgen gearbeitet zu haben, bereits auf Vorhalt der Anzeige aber wohl auch in Erwartung der Aussage des Zeugen B.________ wieder habe fallen lassen müssen, sei ihm doch schon zu Beginn der Einvernahme bekannt gewesen, dass der Zeuge B.________ anschliessend aussagen werde. Wenn sich im Weiteren der Beschwerdeführer und der Zeuge B.________ hinsichtlich der Beladung des Fahrzeuges und dessen Fahreigenschaften nicht einig gewesen seien, wäre es nicht haltbar, hieraus etwas über die Glaubwürdigkeit des Beschwerdeführers ableiten zu wollen, zumal es sich um den einzigen Widerspruch in der Aussage handle und dieser einen Nebenpunkt betreffe, der bis heute nicht geklärt worden sei. Auch die Beweiswürdigung der Aussagen des Zeugen B.________ sei unhaltbar. Entgegen dem Obergericht müsse davon ausgegangen werden, dass der Zeuge B.________ zumindest am Grauholz wach und aufmerksam war. Dessen Aussage, der Beschwerdeführer habe zwischen Grauholz und Bern sicher kein Fahrzeug rechts überholt, hätte deshalb zur Feststellung führen müssen, dass tatsächlich kein Rechtsüberholen stattgefunden habe. Ebenso willkürlich sei die Nichtberücksichtigung der Aussage des Zeugens, dass ihm auf der Strecke Bern-Thun nichts aufgefallen sei. Diese Rügen des Beschwerdeführers sind nicht geeignet, die Beweiswürdigung als unhaltbar erscheinen zu lassen. Das Obergericht erachtete willkürfrei als erstellt, dass sich zwischen dem Beschwerdeführer und dem Anzeigeerstatter und Zeugen A.________ auf der Fahrt zwischen Grauholz und Thun etwas ereignet habe, sich der angezeigte Sachverhalt als nachvollziehbar, widerspruchsfrei und glaubhaft darstelle und sich Einwendungen gegen die Glaubwürdigkeit des Anzeigeerstatters als nicht begründet erwiesen hätten. Wenn der Beschwerdeführer demgegenüber geltend macht, seine Sachdarstellung sei arm an Details, weil sich für ihn auf der Fahrt überhaupt nichts Erwähnenswertes ereignet habe, so erscheint es jedenfalls als nicht unhaltbar, wenn dies das Obergericht als weitere Bestätigung des angezeigten Sachverhaltes gewürdigt hat. Nicht anders verhält es sich bezüglich der Beweiswürdigung der Aussagen des Zeugen B.________, indem dieser entweder eben gedöst und nichts wahrgenommen oder die Vorfälle mit dem Anzeigeerstatter unerwähnt gelassen hat, obwohl sie einem aufmerksamen Beifahrer nicht unbemerkt bleiben konnten und bei anderem Ablauf auch abweichend geschildert worden wären. Schliesslich ist auch das Schlusswort des Beschwerdeführers durchaus als Indiz gewürdigt worden, dass sich zwischen ihm und dem Anzeigeerstatter tatsächlich etwas ereignet hat, ansonsten sich der Beschwerdeführer nicht entschuldigt hätte. Die Rügen des Beschwerdeführers erweisen sich deshalb auch insoweit als unbegründet.