Citation: I 432/99 09.08.2000 E. 3

3.- a) Wie die Beschwerdeführerin zutreffend geltend macht, werden die Ursachen der von ihr geklagten Schmerzen durch die Ärzte unterschiedlich beurteilt. Während Dr. med. D.________ ein "Fibromyalgiesyndrom, das nach heutiger Meinung nicht einfach rein psychogener Natur" sei, diagnostizierte (Schreiben des Dr. med. D.________ vom 14. März 1997), ging Dr. med. Y.________, dem dieser Befund - wie sich aus der das Gutachten einleitenden Rekapitulation der gesamten medizinischen Vorakten ergibt - bekannt war, von einem chronischen, generalisierten funktionellen Schmerzsyndrom aus und äusserte den Verdacht rein psychogener Beschwerden (Gutachten der MEDAS vom 16. Januar 1997). Weil Art. 4 Abs. 1 IVG nicht nach Art und Genese des Gesundheitsschadens fragt, welcher die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt, ist für die Beurteilung der vorliegend streitigen Frage nicht entscheidend, ob die Beschwerden, unter welchen die Versicherte leidet, als ein sowohl auf organischen als auch auf psychischen Ursachen beruhendes Fibromyalgiesyndrom (Schreiben des Dr. med. D.________ vom 14. März 1997) oder als ein Krankheitsbild rein psychischer Genese, ein chronisches, generalisiertes funktionelles Schmerzsyndrom (Gutachten der MEDAS vom 16. Januar 1997), zu bezeichnen sind. Massgebend ist einzig, dass, wie im angefochtenen Entscheid zutreffend festgehalten, die Gutachter der MEDAS den geklagten Beschwerden vollumfänglich Rechnung tragen und sich ihre Schätzung einer 50%-igen Arbeitsunfähigkeit in dem Bereich bewegt, der auch nach Auffassung des Dr. med. D.________ bei der Diagnose einer Fibromyalgie gewöhnlich angenommen wird (Bericht vom 29. März 1996). b) Unter Berücksichtigung sämtlicher Faktoren sind Dr. med. D.________ und die Gutachter der MEDAS zu unterschiedlichen Arbeitsunfähigkeitsgraden gelangt. Der Einschätzung des Dr. med. D.________, welcher wegen einer hinzukommenden depressiven Entwicklung eine Beeinträchtigung von insgesamt 70 % angenommen hat, kann indessen nicht gefolgt werden, weil dieses psychische Krankheitsbild durch Facharzt Dr. med. M.________, welcher die Beschwerdeführerin am 13. November 1996 konsiliarisch untersucht hat, nicht festgestellt werden konnte (Gutachten der MEDAS vom 16. Januar 1997). Dass Vorinstanz und IV-Stelle für die gesamthafte Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit auf die Schlussfolgerung aus dem polydisziplinären Gutachten der MEDAS abgestellt haben, wonach die Beschwerdeführerin vor allem wegen der psychopathologischen und weniger wegen der rheumatologischen Befunde in einer körperlich leichten bis mittelschweren Tätigkeit zu 50 % arbeitsfähig ist, gibt zu keiner Beanstandung Anlass. Denn wie dargelegt, ist das Gutachten für die streitigen Belange umfassend, leuchtet in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen Situation ein und ist in seiner Schlussfolgerung begründet, weshalb es eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestattet (BGE 122 V 160 Erw. 1c; vgl. auch BGE 125 V 352 Erw. 3). Aus diesem Grunde erübrigen sich denn auch die von der Beschwerdeführerin eventualiter beantragten zusätzlichen medizinischen Abklärungen zum Vorliegen einer Fibromyalgie und zum Einfluss der somatischen sowie der psychischen Beschwerden auf die Arbeitsfähigkeit.