Citation: 8C_194/2024 E. 3.2

3.2. Weiter erwog das Kantonsgericht, die Beschwerdeführerin habe mit ihrer Anmeldung vom 7. Oktober 2014 um Durchführung von Integrationsmassnahmen ersucht. Mit dieser Anmeldung habe sie nicht auf die Prüfung des Rentenanspruchs verzichtet. Damit hätte die IV-Stelle grundsätzlich den Anspruch sowohl auf berufliche Massnahmen als auch auf eine Invalidenrente prüfen müssen. Vorliegend sei aber zu beachten, dass die Rentenprüfung erst vorgenommen werden dürfe, wenn die beruflichen Massnahmen beendet seien. Den Akten sei diesbezüglich zu entnehmen, dass die IV-Stelle die Eingliederungsfähigkeit der Beschwerdeführerin noch nicht abschliessend habe beurteilen können. Zwar habe sie das Dossier der beruflichen Massnahmen mit Verfügung vom 20. Februar 2015 abgeschlossen. Der Grund dafür sei aber die Schwangerschaft der Beschwerdeführerin gewesen. Die IV-Stelle habe darauf hingewiesen, dass sich die Beschwerdeführerin jederzeit wieder bei der Invalidenversicherung melden könne, wenn die Betreuung des Kindes während allfälliger beruflicher Massnahmen geregelt sei und sie weiterhin in psychiatrisch-psychotherapeutischer Behandlung stehe. Damit habe die IV-Stelle klar zum Ausdruck gebracht, dass der Anspruch auf berufliche Massnahmen noch nicht abschliessend beurteilt worden sei. Bei dieser Sachlage habe sie von Gesetzes wegen noch keine Rentenprüfung vornehmen dürfen (Art. 28 Abs. 1 lit. a IVG). Mithin sei der Rentenbeginn zu Recht auf den 1. Dezember 2015 festgesetzt worden.