Citation: 2C_84/2024 E. 3.5.2

3.5.2. Gemäss Art. 89 Abs. 2 KV/GR sorgen Kanton und Gemeinden dafür, dass Kinder und Jugendliche einen ihren Fähigkeiten entsprechenden Grundschulunterricht erhalten. Die Umsetzung der Verfassungsbestimmung erfolgt im vorliegend interessierenden Kontext im Wesentlichen durch das Gesetz des Kantons Graubünden vom 21. März 2012 für die Volksschulen (Schulgesetz; BR 421.000) und seine Ausführungsverordnungen. Die Volksschule ist unterteilt in Kindergartenstufe, Primarstufe und Sekundarstufe I; Letztere wiederum gegliedert in Real- und Sekundarschule (Art. 6 Abs. 1 und Art. 9 Abs. 1 Schulgesetz). Das Untergymnasium, welches die ersten beiden Ausbildungsjahre des sechsjährigen Gymnasiums umfasst und (ebenfalls) der Sekundarstufe I zuzuordnen ist (vgl. Grafik zum Bildungssystem Kanton Graubünden, abrufbar unter <https://edudoc.ch> [besucht am 22. August 2024]), wird demgegenüber an einer Mittelschule absolviert (vgl. Art. 2 Abs. 2 der Verordnung des Kantons Graubünden vom 25. Juni 2019 über das Gymnasium [GymV; BR 425.050]). Nach Art. 38 Abs. 1 Satz 1 Schulgesetz können die Schulträgerschaften Schülerinnen und Schüler mit besonderen Talenten insbesondere im Bereich Sport in Talentklassen fördern. Nach Art. 34 Abs. 2 der Verordnung des Kantons Graubünden vom 25. September 2012 zum Schulgesetz (Schulverordnung; BR 421.010) können Talentklassen nur auf der Sekundarstufe I geführt werden. Die Aufnahme von Schülerinnen und Schülern in eine Talentklasse ist gemäss Abs. 1 an Voraussetzungen geknüpft, welche von der Regierung bestimmt werden. Unter dem Titel "Zulassungsvoraussetzungen und Organisation der Aufnahmeprüfung" bestimmt sodann Art. 6 Abs. 1 AVOT, dass Schülerinnen und Schüler der sechsten Klasse der Primarschule für den Eintritt in die erste Talentklasse sowie Schülerinnen und Schüler der ersten oder zweiten Klasse der Sekundar- oder Realschule für den Eintritt in die zweite beziehungsweise die dritte Talentklasse zur Aufnahmeprüfung zugelassen werden.