Citation: 2C_909/2019 E. 4.5

4.5. Die Beschwerdeführerin bringt vor, es bestünden aufgrund ihrer unklaren und nicht gesicherten Betreuungssituation im Kosovo sowie ihres schlechten Gesundheitszustandes wichtige familiäre Gründe, die ihren Nachzug auch ausserhalb der Fristen gemäss Art. 47 Abs. 1 AIG rechtfertigen würden. Ihre in der Schweiz niederlassungsberechtigte Mutter sei in den letzten zwei bis drei Jahren zu ihrer wichtigsten Bezugsperson geworden und der gemeinsame Kontakt habe sich in dieser Zeit intensiviert. Im Gegensatz dazu habe sich das Verhältnis zur Familie ihres verstorbenen Vaters im gleichen Zeitraum verschlechtert, da sie diese für das Getrenntleben von ihrer Mutter verantwortlich mache. Diese Entwicklung habe bei ihr zudem psychische Probleme hervorgerufen. Deshalb sei die Familie ihres Vaters nicht mehr gewillt, auch in Zukunft für sie zu sorgen. Eine weitergehende und dem Kindeswohl entsprechende Betreuung sei daher im Kosovo nicht mehr gewährleistet. Im Gegensatz dazu habe sie sich in den letzten Jahren intensiv auf ein Leben bei ihrer Mutter in der Schweiz vorbereitet, indem sie die deutsche Sprache gelernt habe. Ihre Integration in der Schweiz sei deshalb mit keinen unüberwindbaren Risiken verbunden.