Citation: 6B_903/2014 E. 1.2

1.2. Die Vorinstanz stellt fest, der Beschwerdegegner habe auf einem Feldweg im Schritttempo ein Tierfuhrwerk geführt. Der Beschwerdeführer habe in seinem Personenwagen von hinten aufgeschlossen und sei kurze Zeit hinter dem Beschwerdegegner geblieben. Dieser habe den Beschwerdeführer bemerkt, nach hinten geblickt und die Fahrt fortgesetzt, ohne ein Zeichen zu geben. Darauf habe ihn der Beschwerdeführer auf der angrenzenden Wiese im Abstand von zirka 7 m mit einer Geschwindigkeit von ungefähr 10 km/h überholt. Wegen des Überholvorgangs seien die Pferde durchgebrannt, weshalb der Beschwerdegegner von der Kutsche gestürzt sei und sich eine Trümmerfraktur der linken Schulter zugezogen habe. Der Beschwerdeführer sei als ehemaliger Pferdehalter vertraut im Umgang mit diesen Tieren. Es sei ihm bewusst gewesen, dass beim Überholen besondere Vorsicht geboten ist. Er hätte mit dem Überholvorgang warten müssen, bis ihm der Beschwerdegegner beispielsweise durch ein Handzeichen oder einen Zwischenhalt signalisiert hätte, dass er überholen könne. Er habe gewusst, dass er durch seinen Überholvorgang eine für den Beschwerdegegner und dessen Pferde überraschende Situation schaffen würde. Der Beschwerdeführer habe voraussehen können, dass die Pferde aufgrund seines Überholmanövers durchgehen könnten. Ebenso sei für ihn erkennbar gewesen, dass der Beschwerdegegner in der Folge vom Kutschbock fallen und sich verletzen könnte. Es lägen keine ganz aussergewöhnlichen Umstände vor, mit denen schlechthin nicht gerechnet werden musste und die derart schwer wiegen, dass sie als wahrscheinlichste und unmittelbarste Ursache des Erfolgs erscheinen und so alle anderen mitverursachenden Faktoren in den Hintergrund drängen. Selbst wenn der Beschwerdegegner mitverantwortlich wäre, weil er etwa den Verkehr hinter sich nicht genügend aufmerksam verfolgte und deshalb seine Pferde ungenügend auf den Überholvorgang vorbereitete, änderte dies an der Voraussehbarkeit der Ereignisse durch den Beschwerdeführer nichts. Es sei nicht ersichtlich, worin die ganz aussergewöhnlichen Umstände liegen sollten. Zudem habe der Beschwerdeführer, noch bevor die Pferde scheuten, angenommen, dass der Beschwerdegegner sich nicht adäquat verhalten und insbesondere die Pferde nicht zurückgehalten hatte. Entsprechend sei er zu besonderer Vorsicht angehalten gewesen. Indem er sein Manöver dennoch ausführte, habe er die Grenzen des erlaubten Risikos überschritten und die ihm obliegenden Sorgfaltspflichten verletzt. Der Erfolg sei ohne Weiteres vermeidbar gewesen. Hätte der Beschwerdeführer mit dem Überholvorgang zugewartet oder davon abgesehen, wäre es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht zum Durchgehen der Pferde und dem daraus resultierenden Sturz des Beschwerdegegners samt Verletzungen gekommen. Der Beschwerdeführer habe gewisse Vorsichtsmassnahmen getroffen, indem er mit vergleichsweise grossem Abstand und tiefer Geschwindigkeit überholte. Da die Massnahmen ungenügend gewesen seien, änderten sie nichts an seinem fahrlässigen Verhalten und seien lediglich im Rahmen der Strafzumessung zu berücksichtigen.