Citation: 7B_1139/2024 E. 4.3.4

4.3.4. Die Sachverhaltsfeststellung obliegt grundsätzlich dem urteilenden Gericht (BGE 143 IV 241 E. 2.3.2; Urteile 7B_11/2022 vom 6. Oktober 2023 E. 2.1.2; 6B_1306/2022 vom 13. Juni 2023 E. 2.2). Die Staatsanwaltschaft und die Beschwerdeinstanz dürfen bei Entscheiden über die Einstellung eines Strafverfahrens den Sachverhalt daher nicht wie ein urteilendes Gericht feststellen. Sachverhaltsfeststellungen müssen in Berücksichtigung des Grundsatzes "in dubio pro duriore" jedoch auch bei Einstellungen zulässig sein, soweit gewisse Tatsachen "klar" bzw. "zweifelsfrei" feststehen, sodass im Falle einer Anklage mit grosser Wahrscheinlichkeit keine abweichende Würdigung zu erwarten ist. Wie die Beweise nach dem Grundsatz "in dubio pro duriore" zu würdigen sind und ob die Vorinstanz gestützt darauf einen hinreichenden Tatverdacht (vgl. Art. 319 Abs. 1 lit. a StPO) verneinen durfte, prüft das Bundesgericht nur auf Willkür (vgl. oben E. 4.3.3). Es prüft aber im Rahmen einer Beschwerde gegen eine Einstellung nicht, wie beispielsweise bei einem Schuldspruch, ob die vorinstanzlichen Sachverhaltsfeststellungen willkürlich sind (Art. 97 Abs. 1 BGG), sondern ob die Vorinstanz willkürlich von einer "klaren Beweislage" ausging oder gewisse Tatsachen für "klar erstellt" annahm. Dies ist der Fall, wenn offensichtlich nicht gesagt werden kann, es liege ein klarer Sachverhalt vor, beziehungsweise wenn ein solcher Schluss schlechterdings unhaltbar ist (vgl. BGE 143 IV 241 E. 2.3.2 f.; Urteile 7B_153/2022 vom 20. Juli 2023 E. 3.3.3; 6B_309/2022 vom 22. Februar 2023 E. 2.1.1; je mit Hinweisen).