Citation: U 466/04 16.02.2006 E. A

Der 1961 geborene N.________ arbeitete in der Décolletage-Endkontrolle der Firma S.________ AG. Er war bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) obligatorisch für die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen sowie Berufskrankheiten versichert. Am 21. Mai 1999 erlitt N.________ einen Verkehrsunfall, als er mit seinem Personenwagen bei einer Strassenkreuzung nach links abbiegen wollte. Das hintere von zwei nachfolgenden Fahrzeugen konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen und stiess den vorausfahrenden Wagen in sein Fahrzeug. Wegen Schmerzen im Bereich des Nackens mit Ausstrahlung in beide Schultern, Kopfschmerzen und Schwindelgefühlen begab sich N.________ am 26. Mai 1999 zu Dr. med. M.________ in Behandlung, welcher ein Distorsionstrauma der Halswirbelsäule (HWS) diagnostizierte. Die neurologischen Abklärungen vom 7. Juni und 25. August 1999 mit Nachkontrolle vom 22. September 1999 im Spital X.________ ergaben als Diagnosen rechtsbetonte Spannungskopfschmerzen bei posttraumatischem Zervikalsyndrom nach HWS-Distorsionstrauma sowie den Verdacht auf eine reaktive depressive Entwicklung. Die Arbeitsfähigkeit wurde ab 11. August 1999 auf 50 % und ab 27. September 1999 auf 75 % festgesetzt (Berichte vom 10. Juni, 31. August und 27. September 1999). Am 1. Dezember 1999 nahm N.________ die Arbeit wieder voll auf. Auf Ende März 2000 wurde ihm u.a. wegen ungenügenden Leistungen gekündigt. Vom 12. April bis 17. Mai 2000 hielt sich N.________ in der Klinik E.________ auf. Es wurden nebst bewegungsabhängigen Kopf- und Nackenschmerzen mit mässigradiger, unter Therapie gebesserter schmerzhafter Einschränkung der HWS-Beweglichkeit ein posttraumatischer Tinnitus sowie eine mittelschwere vestibuläre Funktionsstörung, eine leichte neuropsychologische Störung, wahrscheinlich als Folge der Schmerzproblematik, und eine am ehesten als Anpassungsstörung mit gemischter Störung von Gefühlen und Sozialverhalten zu qualifizierende psychische Beeinträchtigung festgestellt. Die Arbeitsunfähigkeit wurde auf 50 % ab 22. Mai 2000 geschätzt (Austrittsbericht vom 26. Juni 2000). Auf dieser Grundlage richtete die SUVA Taggelder aus. Kreisarzt Dr. med. I.________ stellte beim Untersuch vom 18. Januar 2001 eine gewisse Symptomausweitung fest. Die Arbeitsfähigkeit betrug weiterhin 50 % (Bericht vom 22. Januar 2001). Dr. med. A.________, Innere Medizin spez. Rheumaerkrankungen FMH, bei welchem N.________ vom 2. Februar bis Ende Juni 2001 in Behandlung stand, schätzte die Arbeitsfähigkeit aus rein somatisch-rheumatologischer Sicht auf 100 % (Bericht vom 16. Juli 2001). Anlässlich der von der kantonalen IV-Stelle angeordneten beruflichen Abklärung in der Eingliederungsstätte B.________ vom 20. August bis 19. November 2001 erklärte sich der Versicherte ausserstande, mehr als zu 50 % zu arbeiten (Bericht vom 19. Dezember 2001). Kreisarzt Dr. med. V.________ fasste aufgrund der bei der Untersuchung vom 8. Februar 2002 erhobenen Befunde die Beschwerden im Sinne eines leichtgradigen Zervicalsyndroms zusammen. Vorbehältlich der Ergebnisse einer (weiteren) neurootologischen Untersuchung bezifferte er die Arbeitsfähigkeit auf 100 % in allen auch mittelschweren und schweren Tätigkeiten (Bericht vom 15. Februar 2002). Mit Schreiben vom 27. Februar 2002 stellte die SUVA die Taggeldleistungen mit dem 17. März 2002 ein. Am 17. April 2002 wurde N.________ - auf eigene Veranlassung - von Prof. Dr. med. K.________, Spezialarzt FMH für HNO, und am 23. April 2002 von Dr. med. D.________, Neurologie FMH, untersucht. Prof. K.________ erhob die Diagnosen eines linksbetonten Tinnitus, einer Hyperakusis, eines Hochtonabfalls sowie eines Schwankschwindels. Er bejahte die Unfallkausalität für den Tinnitus, die Hyperakusis und auch für den Schwindel, woraus sich eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit sowohl in quantitativer als auch in qualitativer Hinsicht ergebe (Bericht vom 17. April 2002). Dr. med. D.________ stellte ein leichtgradiges tendomyotisches Zervikalsyndrom fest ohne relevante Bewegungseinschränkung der HWS und ohne radikuläre oder spinale Symptome. Er äusserte den Verdacht auf eine funktionelle Überlagerung, wahrscheinlich im Sinne einer Anpassungsstörung. Eine leichte bis mittelschwere Tätigkeit erachtete er als vollzeitlich zumutbar (Bericht vom 24. April 2002). Mit Verfügung vom 30. Mai 2002 lehnte die SUVA die Wiederaufnahme der Taggeldleistungen ab. Hiegegen liess N.________ Einsprache erheben. In der Folge sistierte der Unfallversicherer das Verfahren und schloss sich dem Auftrag der IV-Stelle zur Abklärung im Zentrum für Medizinische Begutachtung (ZMB) an. Ebenfalls richtete er mit Wirkung ab 18. März 2002 Taggelder auf der Grundlage einer Arbeitsunfähigkeit von 50 % aus. Im Juli und August 2002 wurde N.________ im Spital X.________ audio- und neurootologisch untersucht (Bericht vom 29. August 2002). Vom 19. bis 23. August 2002 fand die Begutachtung im ZMB statt. Die Expertise wurde am 21. November 2002 erstattet. Am 20. Mai 2003 nahmen die Ärzte des ZMB zu den dagegen erhobenen Einwendungen des Prof. Dr. med. K.________ und des Rechtsvertreters des Versicherten Stellung. Mit Verfügung vom 9. September 2003 stellte die SUVA die Taggeld- und Heilkostenleistungen mit dem 30. September 2003 ein. Zur Begründung führte sie an, es bestünden keine erheblichen organischen Unfallfolgen mehr und bezüglich der psychischen Störungen sei die Adäquanz des Kausalzusammenhangs zu verneinen. Mit Einspracheentscheid vom 18. Dezember 2003 bestätigte der Unfallversicherer die Verfügungen vom 30. Mai 2002 und 9. September 2003.