Citation: 4A_35/2024 E. 6.1

6.1. Die Vorinstanz hielt fest, das für die Bemessung der Taggelder massgebende Einkommen betrage Fr. 21'000.--, weshalb die Beschwerdegegnerin die Taggelder für die Monate Oktober und November 2021 nicht zu niedrig bemessen habe. Der Beschwerdeführer sei seit dem 1. Januar 2015 bei der Versicherungsnehmerin als Geschäftsführer angestellt und habe sich jeweils Ende Monat einen Nettolohn von Fr. 1'580.50 ausbezahlt, womit von einem jährlichen Bruttolohn von Fr. 21'000.-- auszugehen sei. Bis mindestens Ende 2020 habe der Haupterwerb des Beschwerdeführers in der selbstständigen Erwerbstätigkeit in seinem Einzelunternehmen (F.________) bestanden. Der Beschwerdeführer behaupte nun, dass er aufgrund einer Pensums- und Lohnerhöhung per 1. Januar 2021 in seiner Geschäftstätigkeit bei der Versicherungsnehmerin einen Bruttolohn von Fr. 150'000.-- verdient und seine parallele selbstständige Erwerbstätigkeit in seinem Einzelunternehmen aufgegeben habe. Dagegen spreche, dass der Beschwerdeführer ursprünglich gegenüber der Beschwerdegegnerin wahrheitswidrig angegeben habe, dass für seine Anstellung bei der Versicherungsnehmerin ab dem 1. Januar 2021 das übrige Personal habe reduzieren müssen. Aus den Buchhaltungsunterlagen für die Jahre 2020 und 2021 ergebe sich, dass der Personalaufwand für das Jahr 2021 massiv erhöht worden und demnach keine Reduktion beim übrigen Personal erfolgt sei. Sodann seien die regelmässigen monatlichen Zahlungen von Fr. 1'580.-- auch im Geschäftsjahr 2021 beibehalten worden, was - wie in den Vorjahren - zu einem Bruttojahreslohn von Fr. 21'000.-- führe. Die angebliche Lohnerhöhung sei auch weder der Beschwerdegegnerin noch der zuständigen Ausgleichskasse rechtzeitig mitgeteilt worden. So habe der Beschwerdeführer der Beschwerdegegnerin den angeblichen Lohn von Fr. 150'000.-- erstmals mit der Krankentaggeldanmeldung mitgeteilt. Per 26. November 2021- und damit 11 Monate nach der angeblichen Lohnerhöhung - sei der Ausgleichskasse X.________ immer noch keine Meldung erstattet worden, obwohl der Beschwerdeführer als Verwaltungsrat und Geschäftsführer der Versicherungsnehmerin gemäss Art. 24 Abs. 3 der Verordnung über die Alters- und Hinterlassenenversicherung [AHVV; SR 831.01] dazu verpflichtet sei. Die Versicherungsnehmerin habe auch zumindest bis zu diesem Zeitpunkt Akontozahlungen auf die bisherige Lohnsumme von Fr. 21'000.-- geleistet. Darüber hinaus sei der ausgewiesene Jahreslohn von Fr. 150'0000.-- nicht finanzierbar gewesen. Soweit aus den Buchhaltungsunterlagen ersichtlich, sei die Versicherungsnehmerin per Ende 2020 mutmasslich überschuldet gewesen und habe einen Liquiditätsgrad II von weit unter 100 % aufgewiesen. Schliesslich erscheine die Behauptung, er habe seine selbstständige Erwerbstätigkeit in seinem Einzelunternehmen per 30. Dezember 2020 aufgegeben, um sein Arbeitspensum bei der Versicherungsnehmerin per 1. Januar 2021 zu erhöhen, wenig plausibel. Einerseits habe der Beschwerdeführer für sein Einzelunternehmen im Jahr 2021 Corona-Erwerbsersatzentschädigungen erhalten und mindestens bis am 3. Dezember 2021 noch Akontozahlungen auf einem provisorischen Einkommen von Fr. 66'600.-- an die Ausgleichskasse Y.________ ausgerichtet, obwohl er dieser die allfälligen Lohnänderungen längst hätte mitteilen müssen. Andererseits sei das Einzelunternehmen weiterhin im Handelsregister eingetragen und damit aktiv. Aufgrund der genannten Indizien sei davon auszugehen, dass der massgebende versicherte Bruttojahreslohn des Beschwerdeführers für das Jahr 2021 weiterhin Fr. 21'000.-- betragen habe.