Citation: 1A.23/2002 21.03.2002 E. 4

Schliesslich wird gerügt, es sei "völlig unangemessen, wenn den russischen Behörden vollumfänglich Einblick in die Kontounterlagen des Beschwerdeführers gewährt würde". Es sei zu vermeiden, dass die ersuchende Behörde "Tatsachen" erfahre, die "keinen Zusammenhang mit dem Verfahren haben". Aus dem Ersuchen gehe "nicht hervor, inwiefern Informationen im Zusammenhang mit diesem Konto zur Aufklärung der Aeroflotaffäre beitragen könnten". Eventualiter seien zumindest "sämtliche Angaben über Personen, insbesondere die Angaben über den Kontoinhaber und Beschwerdeführer selber, sowie Firmen und Konti, welche in den Rechtshilfeersuchen im Zusammenhang mit dem vorliegenden Ergänzungsgesuch nicht erwähnt sind, abzudecken". 4.1 Gemäss Art. 14 Ziff. 1 lit. b EUeR muss die ersuchende Behörde den Gegenstand und den Grund ihres Gesuches spezifizieren. Daraus leitet die Praxis ein Verbot der Beweisausforschung ab. Dieses richtet sich gegen Beweisaufnahmen "auf‘s Geratewohl". Es dürfen keine strafprozessualen Untersuchungshandlungen zur Auffindung von Belastungsmaterial zwecks nachträglicher Begründung eines Tatverdachtes (oder zur Verfolgung nicht rechtshilfefähiger Fiskaldelikte) durchgeführt werden. Eine hinreichend präzise Umschreibung der Verdachtsgründe soll möglichen Missbräuchen vorbeugen. Bei Ersuchen um Kontenerhebungen sind nach der Praxis des Bundesgerichtes grundsätzlich alle Aktenstücke zu übermitteln, welche sich auf den im Ersuchen dargelegten Verdacht beziehen können. Mithin muss ein ausreichender sachlicher Konnex zwischen dem untersuchten Sachverhalt und den fraglichen Dokumenten erstellt sein (BGE 122 II 367 E. 2c S. 371; 112 Ib 462 E. 2b S. 463 f., je mit Hinweisen; vgl. Peter Popp, Grundzüge der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen, Basel 2001, N. 400 ff., 407). 4.2 Wie sich aus den obigen Erwägungen ergibt (vgl. E. 2.1 - 2.5), besteht eine ausreichende sachliche Konnexität zwischen dem Gegenstand der Strafuntersuchung im ersuchenden Staat und den rechtshilfeweise erhobenen Konteninformationen bzw. der provisorischen Kontensperre. Zweck des Ersuchens ist es, Klarheit darüber zu verschaffen, an wen verdächtige Transaktionen aus dem Umfeld der Verfolgten erfolgt sind und wer an den involvierten Konten wirtschaftlich berechtigt ist. Die ersuchende Behörde hat namentlich auch ein Interesse daran zu erfahren, wer der Inhaber des von der Rechtshilfe betroffenen Bankkontos ist. Was die Befürchtung des Beschwerdeführers betrifft, die Informationen könnten in Russland zur Verfolgung allfälliger "Devisenvergehen" verwendet werden, ist darauf hinzuweisen, dass die im angefochtenen Entscheid bewilligte Rechtshilfe ausdrücklich an den Spezialitätsvorbehalt zu Gunsten rechtshilfefähiger Straftaten geknüpft wird (vgl. Vorbehaltserklärung der Schweiz zu Art. 2 lit. a EUeR).