Citation: 6P.182/2006 02.11.2006 E. 1

Die Beschwerdeführerin rügt eine Verletzung des rechtlichen Gehörs und eine willkürliche Beweiswürdigung bzw. die Verletzung der Unschuldsvermutung als Beweiswürdigungsregel. Sie macht geltend, sowohl vor Bezirksgericht als auch vor Obergericht beantragt zu haben, es sei auch der zweite Mitfahrer als Zeuge einzuvernehmen. Dieser hätte ihre Aussage bestätigen können, wonach sie unmittelbar vor dem Abbiegen einen kurzen Seitenblick über ihre Schulter geworfen und den Unfallteilnehmer dann noch hinter sich gesehen habe. Indem das Obergericht den Antrag auf Zeugeneinvernahme in antizipierter Beweiswürdigung abgelehnt habe, sei es in Willkür verfallen und habe ihren Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt (Beschwerde, S. 12 f.). 1.1 Diese Rügen sind offensichtlich unbegründet. Die Bezirksgerichtspräsidentin stellte auf die Aussage der Beschwerdeführerin ab, wonach sie vor der Einmündung in die alte Bruggerstrasse kurz in den Rückspiegel geblickt und danach den Blinker gesetzt habe (Urteil Bezirksgericht, S. 12 f.). Das Obergericht hat sich die Sachverhaltsfeststellungen im bezirksgerichtlichen Urteil zu eigen gemacht (angefochtenes Urteil, S. 5). Da es insoweit auf die Aussagen der Beschwerdeführerin abstellte, durfte es ohne Gehörsverletzung die Einvernahme des zweiten Mitfahrers in antizipierter Beweiswürdigung ablehnen. 1.2 An der Verhandlung vor Bezirksgericht machte die Beschwerdeführerin erstmals die Aussage, sie habe zusätzlich unmittelbar vor dem Abbiegen über ihre Schulter nach hinten geblickt. Das Bezirksgericht hat diese Aussage, die von der beim Unfall neben der Beschwerdeführerin sitzenden Beifahrerin nicht bestätigt wurde, mit eingehender und durchwegs nachvollziehbarer Begründung für nicht glaubhaft erachtet und verworfen (Urteil Bezirksgericht, S. 12). Es hat überzeugend dargelegt, weshalb die Aussage der Beschwerdeführerin im Widerspruch zum Unfallhergang bzw. -bild steht. Das Obergericht ist dieser Würdigung gefolgt (angefochtenes Urteil, S. 5). Inwiefern die Beweiswürdigung willkürlich sein soll, macht die Beschwerdeführerin nicht hinreichend geltend und kommt damit den Begründungsanforderungen (Art. 90 Abs. 1 lit. b OG) nicht nach. Aus der Begründung im Urteil des Bezirksgerichts, auf die hier verwiesen werden kann, ergibt sich ohne weiteres, dass der Verzicht des Obergerichts auf die Einvernahme des zweiten Beifahrers als Zeuge in nicht zu beanstandender antizipierter Beweiswürdigung erfolgt ist. Im Übrigen verletzt das angefochtene Urteil auch anderweitig kein Verfassungsrecht.