Citation: 4A_620/2012 E. 3.6

3.6. Die Einwendungen der Beschwerdeführerin verfangen nicht. Das Bundesgericht hat in BGE 130 III 66 E. 4.2 f. S. 74 ff. klar gestellt, dass Ablehnungsgründe, von denen eine Partei Kenntnis erlangte, nicht nur gegen definitiv bestellte Schiedsrichter unverzüglich vorgebracht werden müssen, sondern auch gegen Schiedsrichterkandidaten, welche von den Parteien bzw. einer entsprechenden Ernennungsbehörde vorgeschlagen wurden. Wenn nämlich die Parteien ausdrücklich und unter Fristansetzung aufgefordert werden, sich zur vorgesehenen Zusammensetzung des Schiedsgerichts zu äussern und wenn nötig dagegen zu opponieren, sind gemäss dem Bundesgericht entsprechende Einwendungen nach Treu und Glauben innert Frist vorzubringen. Andernfalls kann aus dem Stillschweigen der Parteien auf deren Einverständnis geschlossen oder dürfen entsprechende Einwendungen zufolge widersprüchlichen Verhaltens als verwirkt erachtet werden (BGE 130 III 66 E. 4.3 S. 75 f.). Wie die Beschwerdegegnerin in ihrer Duplik zu Recht geltend macht, liegt vorliegend genau diese Konstellation vor, führte das TAS in dem an die beiden Parteien adressierten Schreiben vom 7. Mai 2012 doch wörtlich das Folgende aus: "Furthermore, please find enclosed the 'Arbitrator's Acceptance and Statement of Independence' filed by the arbitrator Mrs Margarita Echeverria, arbitrator nominated by the Respondent. You will note that Mrs Echeverria has accepted her nomination in the Panel but wishes to disclose the following information: 'I am an external consultant of FIFA in America regarding statutes governance and management of the federations'. In the event the parties have an objection to the appointment of Mrs Echeverria, they may request her challenge within a deadline of seven days after the grounds for the challenge has become known, in accordance with the requirements set at Article R34 of the Code of Sports-related Arbitration." Die Beschwerdeführerin musste nach Treu und Glauben davon ausgehen, dass dieses Schreiben fristauslösende Wirkung hat. Aus der Regel von R40.3 Abs. 1 Satz 2 des TAS-Code, wonach die Bestätigung eines parteibenannten Schiedsrichters durch das TAS erst erfolgen darf, wenn sich dieses über dessen Unabhängigkeit versichert hat, kann die Beschwerdeführerin jedenfalls nichts Gegenteiliges ableiten. Vielmehr muss sie sich diese Regel entgegen halten lassen: Da die Beschwerdeführerin innert sieben Tagen nach Kenntnis des allfälligen Ablehnungsgrundes bezüglich Frau Echeverria nicht vernehmen liess, durfte das TAS davon ausgehen, dass keine Einwände gegen die von der Beschwerdegegnerin benannte Schiedsrichterin bestehen, und die Bestätigung gemäss R40.3 Abs. 1 Satz 2 des TAS-Code vornehmen. Aus dem Stillschweigen der Beschwerdeführerin durfte das TAS auf deren Einverständnis schliessen oder entsprechende Einwendungen zufolge widersprüchlichen Verhaltens als verwirkt erachten. Der Beschwerdeführerin ist es damit verwehrt, sich vor Bundesgericht auf die Rüge der vorschriftswidrigen Zusammensetzung des Schiedsgerichts (Art. 190 Abs. 2 lit. a IPRG) zu berufen.