Citation: 8C_882/2017 E. 3.3.2

3.3.2. Ein mangelhafter Beweiswert der ABI-Expertise ergibt sich auch nicht hinsichtlich der aus neuropsychologischer Sicht festgestellten leichten bis mittelschweren kognitiven Defizite, die die Arbeitsfähigkeit um 20 % einschränken würden. Im Gutachten wurde festgehalten, es bestehe in den neuropsychologischen Profilen Übereinstimmung zu den vorbestehenden neuropsychologischen Untersuchungen (MEDAS-Gutachten vom 12. März 2007 und neuropsychologische Untersuchung vom 20. Dezember 2006). Beeinträchtigt seien vor allem die Aufmerksamkeitsfunktionen, die Merkfähigkeit für komplexes visuelles Material und die phonetische Wortfluenz. Die Frage nach der Konzentrationsfähigkeit wurde demnach ebenso wie jene nach weiteren kognitiven Beeinträchtigungen geprüft und schlüssig beantwortet, woran die Darlegungen des Dr. med. C.________ in seiner Stellungnahme vom 22. April 2016 nichts zu ändern vermögen, der namentlich unter der Einnahme von Ritalin eine "Verbesserung auf täglich 2 mal 30 Minuten konzentrierte Tätigkeit" vermerkte. Wie die Vorinstanz sodann nicht offensichtlich unrichtig feststellte, diskutierte Dr. med. B.________ die von Dr. med. C.________ postulierte Diagnose einer Persönlichkeitsstörung einlässlich und verneinte eine solche insbesondere mit Blick auf den Verlauf mit vor der Erkrankung sonst normaler Sozialisation und voller Leistungsfähigkeit. Eine solche Störung entwickle sich bereits in der Kindheit und manifestiere sich im frühen Erwachsenenalter auf Dauer. Diesen Darlegungen durfte das kantonale Gericht folgen. Gleiches gilt bezüglich des wiederholten Einwands, die Einschränkungen der rechten Hand seien im Gutachten zu wenig beachtet worden. Dass die Teilläsion des Nervus ulnaris die Feinbeweglichkeit der rechten Hand beeinträchtigt, wie die Versicherte ausführt, deckt sich mit der Auffassung des Neurologen im ABI-Gutachten und beeinflusst das zumutbare Anforderungsprofil im gutachterlich definierten Sinn. Die diesbezüglichen Ausführungen des kantonalen Gerichts sind nicht zu beanstanden. Stichhaltiges hiergegen wird in der Beschwerde nicht vorgebracht. Zu keinem anderen Ergebnis führen ferner die im kantonalen Verfahren eingereichten Berichte des Dr. med. D.________, Rheumatologie FMH, vom 7. April 2017 und des Dr. med. E.________, Neurologie FMH, vom 13. April 2017, die sich insbesondere für eine stufenweise berufliche Wiedereingliederung der Beschwerdeführerin aussprachen. Jedenfalls, soweit sie sich ohnehin nicht fachfremd äusserten oder sich auf einen zeitlich nicht mehr massgebenden Sachverhalt bezogen und daher nicht berücksichtigt werden können (BGE 132 V 215 E. 3.1.1 S. 220), vermögen sie den Beweiswert des ABI-Gutachtens nicht zu schmälern. Angaben, die auf eine zu beachtende Entwicklung der medizinischen Situation nach der Begutachtung hinweisen würden, enthalten sie nicht.