Citation: 6B_1093/2021 E. 4.3.1

4.3.1. Die Vorinstanz hat nicht unberücksichtigt gelassen, dass der Beschwerdeführer in der Beschwerdeschrift noch betont hatte, einer antihormonalen Behandlung ablehnend gegenüber zu stehen und eine solche nur als letztes Mittel zur Abwendung der drohenden Verwahrung in Erwägung zu ziehen bereit sei. Sie folgert indes anhand der vom Beschwerdegegner anlässlich der Verhandlung gemachten Aussagen, dass er sich jetzt zumindest im Ansatz ernsthaft mit der Möglichkeit einer antihormonalen Behandlung auseinandersetze (vgl. angefochtener Beschluss S. 46 f. [Ziff. 4.9 f.] und die dort zitierten Aussagen). Dabei trifft durchaus zu, dass der Beschwerdegegner seiner kritischen Haltung und seinen Ängsten vor Nebenwirkungen der fraglichen Medikamente Ausdruck verliehen und erklärt hat, den Nutzen einer solchen Therapie für sich erkennen und verstehen zu wollen. Weiter äusserte er sich dahingehend, dass früher der Fetisch nicht im Vordergrund gestanden, sondern als Begleiterscheinung erachtet worden sei und die Auffassung geherrscht habe, seine Persönlichkeitsstörung, welche zu Beziehungsproblemen geführt habe, hätte die Pädophilie zum Vorschein gebracht. Heute hätten sich die Prioritäten verschoben. Er habe nie gesagt, er sei nicht pädophil, er fühle sich aber nicht kernpädophil. "Meiner Meinung nach pädophil ja, aber es kommt nur zum Ausbruch, wenn ich richtige Probleme habe." Er sei aber bereit, dies nochmals "anzuschauen" und wenn "man zur Auffassung gelangt, [er] hätte eine Neigung, würde diesen Drang verspüren", dann sei er der Meinung, "sie haben Recht, das war schon immer so". Er lasse sich nicht überreden, aber man könne ihn überzeugen, "dann mache [er] das" und nehme auch Medikamente (Protokoll S. 20 ff.).