Citation: 6P.112/2005 17.11.2005 E. 3

Der Beschwerdeführer rügt, das Obergericht habe willkürlich angenommen, er sei sich bewusst gewesen, etwas Unrechtes zu tun. 3.1 Das Obergericht erwägt, dass sich der Beschwerdeführer der sexuellen Bedeutung seines Verhaltens dem Opfer gegenüber im Klaren gewesen sei und im Bewusstsein gehandelt habe, etwas Unrechtes zu tun. Dies ergebe sich namentlich daraus, dass der Beschwerdeführer dem Opfer ein Schweigegebot auferlegt und gegenüber dem Gutachter geäussert habe, gewusst zu haben, dass er mit dem Opfer eigentlich keinen Geschlechtsverkehr hätte haben dürfen. 3.2 Was der Beschwerdeführer dagegen einwendet, ist nicht geeignet, Willkür darzutun. So ist nicht entscheidend, ob ein einseitiges Schweigegebot auferlegt oder ein solches vereinbart wurde. In beiden Fällen ist die Annahme, dem Beschwerdeführer sei bewusst gewesen, dass er die sexuellen Handlungen nicht hätte vornehmen dürfen, nicht willkürlich. Soweit der Beschwerdeführer seine Angabe gegenüber dem Gutachter dahingehend verstanden wissen möchte, dass er sich für ein solches Verhalten lediglich als zu jung erachtet habe, stellt er der obergerichtlichen Würdigung lediglich eine andere mögliche Auslegung seiner Aussage gegenüber. Dies genügt nicht, um Willkür darzutun (E. 1.2). Schliesslich trifft auch sein Einwand nicht zu, das Obergericht halte aktenwidrig fest, dass er mit älteren Schülern Umgang habe und mit diesen auch Sexvideos konsumiere. Aus den Akten geht hervor, dass er mit seinem älteren Bruder und einem Kollegen Videoclips und Bilder auf einer CD angeschaut hat, die sexuelle Handlungen zum Inhalt hatten (kantonale Akten 1226/2, S. 6). 3.3 Soweit der Beschwerdeführer die obergerichtlichen Annahmen als willkürlich beanstandet, er habe die sexuellen Handlungen gegen den Willen des Opfers vorgenommen und dieses habe sich nicht getraut, sich zu wehren, gehen seine Rügen an der Sache vorbei. Denn die diesbezüglichen Feststellungen des Obergerichts sind im Rahmen von Art. 187 Ziff. 1 StGB nicht relevant. Sexuelle Handlungen mit Kindern sind unabhängig von einer Nötigung strafbar (vgl. Philipp Maier, Die strafrechtliche Qualifikation der sexuellen Ausbeutung von Kindern, in AJP 7/1997, 857 ff., S. 862).