Citation: I 642/06 22.08.2007 E. 7.2

7.2.1 Die Vorinstanz hat den Bericht der Klinik N.________ vom 13. Februar 2006 zu Recht berücksichtigt, da er sich auf den Gesundheitszustand des Versicherten im November 2005 bezieht und somit auch den massgebenden Zeitpunkt bis zum Erlass des Einspracheentscheides (16. November 2005) betrifft (BGE 131 V 242 E. 2.1 S. 243, 129 V 167 E. 1 S. 169). Betreffend Art. 37 Abs. 3 lit. d IVV hat die Vorinstanz unter Verweis auf Rz. 8062 KSIH erwogen, der Versicherte beherrsche den sicheren Umgang mit dem Rollstuhl im Innen- und Aussenbereich. Nur bei baulichen Hindernissen sei er partiell auf Dritthilfe angewiesen. Bei Zuhilfenahme von Gehstöcken sei er steh- und gehfähig. Über kurze Strecken, die nicht sehr uneben seien, könne er sich selber gehend fortbewegen und in gewissen Fällen in dieser Form sogar kurze, nicht rollstuhlgängige Streckenabschnitte selbstständig bewältigen. Zudem könne er selbständig Auto fahren und beherrsche die Transfers vom Rollstuhl ins Auto und zurück. Mit diesen Möglichkeiten könne er selbstständig gesellschaftliche Kontakte pflegen, indem er sich zum Beispiel mit Freunden zum Essen in einem geeigneten Restaurant treffe, ins Kino gehe, einen Ausflug an einen gut erreichbaren schönen Ort in der Natur mache etc. Damit stünden ihm genügend Möglichkeiten zur Pflege gesellschaftlicher Kontakte offen. Die Tatsache, dass er seine Hobbys Fischen, Jagen und Skifahren nicht ohne Dritthilfe ausüben könne, sei ohne Bedeutung. 7.2.2 Der Versicherte wendet im Wesentlichen ein, die Möglichkeit der Autobenützung könne ihm nicht entgegengehalten werden, da die IV dieses nicht für private Zwecke finanziere. Weiter laufe es dem Schutzgedanken der Invalidenversicherung zuwider, ihm eine Entschädigung mit der Argumentation einer Umorientierung seiner Hobbys auf abstrakte Freizeitmöglichkeiten zu verwehren. 7.3 Mit Verfügung vom 2. März 2004 sprach die IV-Stelle dem Versicherten für die Zeit ab 1. Juli 2002 bis 30. Juni 2012 (Revision) Amortisationsbeiträge für sein Motorfahrzeug zu. Bei der Beurteilung der Frage, ob die versicherte Person bezüglich der fehlenden Mobilität im nichterwerblichen Bereich gemäss Art. 37 (bis Ende 2003 Art. 36) Abs. 2 und 3 IVV dauernd und erheblich hilfsbedürftig ist, darf ihr die Abgabe des Hilfsmittels Automobil oder die Zusprechung entsprechender Amortisationsbeiträge nicht entgegengehalten werden (BGE 117 V 146 E. 3a/bb S. 149 f.). Im Rahmen der alltäglichen Lebensverrichtung der Fortbewegung (ausser Haus zu privaten Zwecken) haben Verwaltung und Vorinstanz diesen Grundsatz denn auch berücksichtigt (vgl. E. 5.3 hievor). Er gilt - entgegen der vorinstanzlichen Auffassung - auch im Rahmen von Art. 37 Abs. 3 lit. d IVV. Auf Grund des Berichts der Klinik N.________ vom 13. Februar 2006 ist erstellt, dass der Versicherte an schweren körperlichen Gebrechen leidet. Seine Geh- und Stehfähigkeit ist wegen neurologischer Ausfälle deutlich eingeschränkt. Allgemein ist es ihm nicht möglich, sich ohne Hilfe von Drittpersonen fortzubewegen, wenn die Umgebung (drinnen oder draussen) nicht rollstuhlgängig ist und/oder es sich um sehr unebenes Gelände oder weite Strecken handelt (E. 7.1.2 hievor). Bei dieser Sachlage ist der Tatbestand nach Art. 37 Abs. 3 lit. d IVV erfüllt, da sich der Versicherte wegen seiner schweren körperlichen Behinderung trotz Benützung von Gehstöcken und eines Rollstuhls in einer weiteren Umgebung der Wohnung ohne regelmässige und erhebliche Dienstleistungen bzw. Hilfe Dritter nicht fortbewegen kann (E. 6 hievor). Dies entspricht auch den Feststellungen im Abklärungsbericht an Ort und Stelle vom 25. August 2004 und im Bericht des Dr. med. P.________ vom 12. September 2004 (E. 7.1.1 hievor). Nach dem Gesagten hat die Vorinstanz den Rechtsbegriff der Hilflosigkeit unrichtig angewendet und damit Bundesrecht verletzt (vgl. E. 2.1 sowie E. 3 in fine hievor). Demnach ist der Anspruch des Versicherten auf eine Entschädigung wegen leichter Hilflosigkeit zu bejahen. Die Verwaltung, an welche die Sache zurückzuweisen ist, wird den Anspruch in masslicher und zeitlicher Hinsicht mit Verfügung festlegen (vgl. auch Urteil des Eidg. Versicherungsgerichts I 784/01 vom 30. April 2002, E. 2c). 7.4 Die Frage, ob der Beschwerdeführer weitergehend hilfsbedürftig ist, kann offen gelassen werden, da er keine höhere Hilflosenentschädigung verlangt.