Citation: 6B_335/2020 E. 4.3.1

4.3.1. Nach der Anklage hatte der Beschwerdeführer eine Vielzahl verschreibungspflichtiger oder nicht zugelassener Präparate hergestellt. Es handelte sich vorwiegend um anabole Steroide, weiter um Wachstumshormone, Wachstumsfaktoren, Aromatasehemmer, selektive Östrogen-Rezeptor-Modulatoren/Antiöstrogene, Potenzmittel und Appetitzügler. Der Beschwerdeführer verfügte weder über eine Bewilligung zu Import, Herstellung oder Handel noch über eine Fachausbildung als Apotheker. Er schmuggelte die Substanzen vor allem aus Asien illegal in die Schweiz ein, verarbeitete sie illegal in einem Untergrundlabor und verkaufte sie mit einem durchschnittlichen Gewinn von 890% illegal weitestgehend an Zwischenhändler in der Bodybuilderszene (Sachverhalt A im Rückweisungsurteil). Wie die Vorinstanz unbestritten feststellt, handelte es sich nach dem forensisch-chemischen Abschlussbericht des Instituts für Rechtsmedizin (IRM) bei der Mehrzahl der identifizierten Wirksubstanzen um anabole Steroide mit der Indikation Muskelaufbau. Alle diese Substanzen waren im Anhang der SpoFöV (Liste verbotener Dopingmittel) aufgeführt und erfüllen auch die Definition des Arzneimittels (Ersturteil S. 23 mit Hinweis auf BORIS KREIT, a.a.O.). Dasselbe gilt für das Wachstumshormon HGH und den insulinähnlichen Wachstumsfaktor IGF-1. Das IRM identifizierte weitere Wirksubstanzen: Phosphodiesterase-5-Hemmer (Potenzmittel), Sibutramin (Appetitzügler, wegen seiner Gefährlichkeit vom Markt genommen), Hormonstimulans (Clomifen), Östrogenrezeptor-Modulator (Tamoxifen). Damit hatten alle Präparate bzw. Inhaltsstoffe den Zweck (Bestimmung) einer medizinischen Einwirkung, mithin einer Wechselwirkung mit dem Organismus oder Stoffwechsel in der Form einer pharmakologischen Wirkung. Unter der zusätzlichen Berücksichtigung der auf den Produkten angebrachten Warnhinweise und der arzneimitteltypischen Verpackung, ihrer Zusammensetzung, der Eigenschaften der Inhaltsstoffe, ihrer Aufmachung und Darreichungsform (Ampullen bzw. Produkte zur Invasion/parenteralen Applikation) schloss die Vorinstanz auf für medizinische Einwirkung bestimmte und damit zulassungspflichtige Arzneimittel, wobei sie zudem auf die einhergehenden Risiken und Nebenwirkungen hinwies (Ersturteil S. 23 f., S. 3 die Liste der zahlreichen gehandelten Substanzen in der Anklageschrift vom 4. November 2016). Der Beschwerdeführer verfügte über keine Einfuhr-, Herstellungs- und Handelsbewilligung (zu diesen Bewilligungen Urteil 6B_928/2019 vom 16. Dezember 2019 E. 3.2.2). Wie die Vorinstanz zusammenfassend schliesst, hatte der Beschwerdeführer Arzneimittel ohne Bewilligung hergestellt und ohne Zulassung und ohne Bewilligung in den Verkehr gebracht und damit gewerbsmässig gemäss Art. 87 Abs. 2 HMG gehandelt (Ersturteil S. 44).