Citation: I 764/03 22.01.2004 E. 2.2

2.2.1 Dieser Auffassung kann nicht gefolgt werden. Der Versicherte verfügt über eine abgeschlossene Berufslehre als Metzger. Diese Arbeit, die mit häufigem Stehen verbunden ist, kann er invaliditätsbedingt nicht mehr ausüben. Aus dem Umstand, dass er während Jahren als Hilfsarbeiter tätig war, kann nicht abgeleitet werden, eine Umschulung falle für ihn ausser Betracht. Die Ansicht, ein Versicherter der immer oder während vieler Jahre als Hilfsarbeiter tätig gewesen ist, bedürfe, um weiterhin als solcher zu arbeiten, keiner Umschulung, widerspricht dem eingliederungsrechtlichen Grundsatz der «annähernden Gleichwertigkeit» des mit der Umschulung angestrebten Berufs im Vergleich zur angestammten Tätigkeit (BGE 124 V 110 Erw. 2a mit Hinweisen). Ebenfalls ist fraglich, ob diese Auffassung mit dem verfassungsrechtlichen Diskriminierungsverbot nach Art. 8 Abs. 2 BV vereinbar wäre (Urteil P. vom 6. Mai 2002, I 104/02). Die Tatsache, dass der Beschwerdeführer vor Eintritt der Invalidität aus ungeklärten Gründen nicht in seinem erlernten Beruf arbeitete, sondern eine Hilfsarbeit als Maschinenführer verrichtete, steht dem Umschulungsanspruch mindestens so lange nicht entgegen, als feststeht, dass er sowohl die angestammte, als auch die zuletzt ausgeübte Tätigkeit infolge des Gesundheitsschadens nicht mehr ausüben kann. 2.2.2 Die Tatsache, dass nach der Berechnung des kantonalen Gerichts in einer leidensangepassten Tätigkeit im Vergleich zur zuletzt verrichteten Arbeit als Maschinenführer ein Minderverdienst von lediglich rund 9 % resultiert, schliesst eine Umschulung ebenfalls nicht aus. Abgesehen davon, dass die Lohndifferenz auf einem leidensbedingten Abzug von dem als Invalideneinkommen herangezogenen Tabellenlohn von 10 % beruht, welcher der ärztlichen Stellungnahme, wonach dem Beschwerdeführer mit Rücksicht auf seinen Gesundheitsschaden nur noch Arbeiten, die kein längeres Stehen erfordern, zumutbar sind, kaum hinreichend Rechnung trägt, gilt es zu beachten, dass unqualifizierte Hilfsarbeit mit etwelchen konjunkturellen Risiken behaftet und von der Lohnentwicklung her nicht mit einer Tätigkeit vergleichbar ist, die eine Berufsausbildung voraussetzt (BGE 124 V 112). Der vom kantonalen Gericht im Sinne einer Momentaufnahme durchgeführte Einkommensvergleich zwischen den Einkünften aus zwei Hilfsarbeitertätigkeiten lässt denn auch jeglichen Bezug zu den künftigen Erwerbsmöglichkeiten des noch jungen, 1968 geborenen Versicherten mit einer langen verbleibenden Aktivitätsdauer (Art. 8 Abs. 1 Satz 2 IVG) vermissen. 2.2.3 Im Lichte dieser Erwägungen ist der Anspruch des Beschwerdeführers, der invaliditätsbedingt weder in seinem angestammten Beruf als Metzger arbeiten noch die zuletzt während Jahren ausgeübte Hilfsarbeit als Maschinenführer verrichten kann, auf Umschulung nach Art. 17 Abs. 1 IVG zu bejahen. Die IV-Stelle, an welche die Sache zurückzuweisen ist, wird abklären, welche Umschulungsmassnahmen notwendig und geeignet sind, dem Versicherten eine seiner früheren annähernd gleichwertige Erwerbsmöglichkeit zu vermitteln. Gestützt auf die Ergebnisse der Aktenergänzung wird sie über die Umschulung verfügen.