Citation: 4A_321/2015 E. 2.2

2.2. Die Vorinstanz hat festgehalten, dass weder die Haltereigenschaft der Beklagten noch die Tatsache umstritten sind, dass das von der Beklagten gehaltene Pferd den tödlichen Unfall verursacht hat. Sie hat für die Anforderungen an die Umzäunung einerseits auf die Richtlinien der Beratungsstelle für Unfallverhütung in der Landwirtschaft (BUL) zur Pferdehaltung und besonders zu Paddock-Zäunen abgestellt und andererseits auf die Empfehlungen des Schweizerischen Nationalgestüts (SNG) verwiesen. Danach müssen gemäss der BUL-Empfehlung Paddock-Zäune Latten oder Elektrobänder in 45, 95 und 140 cm Höhe aufweisen und sind nach der SNG-Richtlinie die Anforderungen je nach Risikobereich der Lage der Pferdeweide und der Stockhöhe der Pferde differenziert. Für den Risikobereich 1 wird eine Zaunhöhe von 0,8 multipliziert mit dem Stockmass des Pferdes empfohlen, was für Grosspferde über 150 cm eine Zaunhöhe von 140 cm ergibt. Die Vorinstanz folgte dem im Strafuntersuchungsverfahren eingeholten Gutachten des Forschungsgruppenleiters Pferdezucht und Pferdehaltung beim SNG, wonach der Paddock der Beschwerdegegnerin dem Risikobereich 1 zuzuordnen sei. Nach den Feststellungen der Vorinstanz war im vorliegenden Fall der Paddock mit zwei stromführenden, weissen und ausreichend breiten Litzenbändern auf einer Höhe zwischen 70 und 80 cm und zwischen 135 und 140 cm eingezäunt. Im Zugangsbereich des Paddock war dagegen beim linken Pfahl das obere Litzenband und auch der abgerissene Rest des Spiralfederdrahts nur auf einer Höhe von 120 cm angebracht. Die Vorinstanz ist danach zum Schluss gelangt, die gebotenen Anforderungen an Umzäunungen für die Haltung von Pferden auf Weiden seien jedenfalls im Bereich des Ein- und Ausgangs, durch den das Pferd ausgebrochen ist, nicht erfüllt.