Citation: 8C_308/2007 09.04.2008 E. 3

Mit Verfügung vom 24. November 2005 sprach die IV-Stelle dem Beschwerdeführer eine vom 1. Juli 2004 bis zum 31. März 2005 befristete ganze Invalidenrente zu. Die Terminierung des Rentenanspruchs ist nur unter der Voraussetzung einer wesentlichen Verbesserung der Erwerbsfähigkeit, sei dies in medizinischer oder in erwerblicher Hinsicht, somit unter den Voraussetzungen einer Revision gemäss Art. 17 ATSG möglich. Dabei hat die Versicherung die anspruchsaufhebenden Sachverhaltselemente mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu belegen. 3.1 In der genannten Verfügung wird geltend gemacht, die durchgeführten verschiedenen ärztlichen Gutachten liessen den Ärztlichen Dienst der IV-Stelle darauf schliessen, dass es ab jenem Zeitpunkt an einem erheblichen Befund zur Annahme eines körperlichen und/oder psychischen Gesundheitsschadens fehle, welche eine Invalidität begründen könnten. Gestützt auf das Gutachten des Kantonsspitals Y.________ vom 16. Dezember 2004 werde die laufende Rente eingestellt. Hinsichtlich der Frage, inwiefern sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit Rentenbeginn verändert habe, fehlt es sowohl in der Verfügung vom 24. November 2005, als auch im Einspracheentscheid vom 30. November 2006 an irgendwelchen Aussagen. Auch dem kantonalen Entscheid vom 3. Mai 2007 ist nicht zu entnehmen, ob es den Sachverhalt dahingehend überprüft hat, ob die Voraussetzungen für eine Revision nach Art. 17 ATSG im Sinne einer Anpassung an veränderte Verhältnisse gegeben sind. Diese Unterlassung erweist sich als eine Verletzung von Bundesrecht gemäss Art. 95 BGG. 3.2 Hinzu kommt vorliegend, dass sich das kantonale Gericht in seiner Sachverhaltsfeststellung vor allem auf die Ausführungen im Gutachten des Dr. med. M.________, Spezialarzt FMH für Physikalische Medizin und Rehabilitation, spez. Rheumatologie, ärztlicher Leiter am Kantonsspital Y.________, vom 16. Dezember 2004 stützt. Dieser verneint das Vorliegen einer fassbaren Gesundheitsschädigung mangels medizinisch gesicherter Pathogenese beziehungsweise Ätiologie ("Zusammenfassend kann also für keine der multiplen anhaltenden Beschwerden von Herrn A.________ medizinisch eine ursächliche Interpretation gegeben werden. Ich persönlich nehme ... im Umgang mit Patienten mit diesen Schädigungen den Standpunkt ein, dass bei Vorliegen der folgenden Umstände bei Abwesenheit von nachweisbaren unfallfremden Faktoren die nach dem Trauma auftretenden Beschwerden selbstlimitierend sind und nach Monaten remissionieren"). Indem die Vorinstanz massgeblich auf diese "persönliche Meinung" eines Gutachters abgestellt hat, die nicht auf allgemein anerkannter wissenschaftlicher Basis steht, ist sie von einem rechtlich unzutreffenden Begriff der Gesundheitsschädigung im Sinne von Art. 6 bis 8 ATSG ausgegangen (vgl. RKUV 2005 U 4550 S. 242 U 287/04 E. 6.2). Ihre Sachverhaltsfeststellung ist daher insoweit für das Bundesgericht unverbindlich. Weder IV-Stelle noch Vorinstanz haben zudem berücksichtigt, dass die Dres. med. E.________ und K.________ vom Ärztlichen Zentrum für Gehör- und Gleichgewichtsstörungen, Z.________, gemäss ihrem Gutachten vom 25. Februar 2005 für die vom Beschwerdeführer geklagten Gleichgewichtsstörungen ein objektives somatisches Korrelat in Form eines Nachweises eines pathologischen Nystagmusmusters gefunden haben. Dies allein belegt bereits einen relevanten Gesundheitsschaden. Die genannten Ärzte haben sich nicht konkret zu den Auswirkungen ihrer Befunde auf die Arbeitsfähigkeit des Exploranden geäussert, sondern nur festgestellt, die Arbeitsunfähigkeit des Patienten basiere auf der eingeschränkten Konzentrationsfähigkeit, der Gleichgewichtsstörung und der Schmerzsymptomatik, wobei lang dauernder Schwindel auch eine psychische Auswirkung zur Folge habe. Ob eine solche vorliegt und, wenn ja, ob sie sich rechtserheblich auf die Erwerbsfähigkeit des Beschwerdeführers auswirkt, wurde bisher nicht abgeklärt. 3.3 Zusammenfassend steht fest, dass auf Grund der bestehenden Aktenlage nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt ist, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers - verglichen mit dem Zeitpunkt des Rentenbeginns am 1. Juli 2004 - bis Ende Dezember 2004 wesentlich verbessert und der Leistungsanspruch damit auf den 1. April 2005 weggefallen ist. Die Sache ist daher an die Vorinstanz zurückzuweisen, damit sie Abklärungen darüber trifft, ob, und gegebenenfalls inwiefern, sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers ab dem Jahre 2005 wesentlich verbessert habe und ob sich eine solche Verbesserung auf den Anspruch auf Versicherungsleistungen auswirke.