Citation: 4A_224/2019 E. A

Die A.________ Schweiz AG (Schiedsklägerin, Beschwerdeführerin) hat ihren Sitz in U.________ und bezweckt namentlich die Durchführung von Werbeaktivitäten aller Art. Sie gehört zur A.________-Gruppe, die als Business-to-Business-Full-Service-Agentur für Marketing und Kommunikation insbesondere im Bereich Werkzeugmaschinenbau tätig ist. Die B.________ Europe AG (Schiedsbeklagte, Beschwerdegegnerin) hat ihren Sitz in V.________ und bezweckt namentlich den Vertrieb und die Vermarktung von Werkzeugmaschinen aller Art, insbesondere von Produkten der C.________-Gruppe. Sie gehört zum Konzern der B.________ AG (B.________-Konzern) mit Sitz in W.________, der im Bereich der Entwicklung, Herstellung und des weltweiten Vertriebs von Werkzeugmaschinen tätig ist und selbst mehrheitlich zu einem japanischen Konzern gehört. Die A.________-Gruppe erbrachte über lange Zeiträume - seit 1999 auf der Grundlage eines formalisierten Rahmenvertrags - umfassende Marketing-, Kommunikations- und Werbeleistungen für den B.________-Konzern weltweit und gründete zu diesem Zweck auch verschiedene Niederlassungen im Ausland (Chicago 1999, Shanghai 2005 und Tokio 2015). Seit 2002 war die Zusammenarbeit exklusiv ausgestaltet, so dass die Parteien keine entsprechenden Verträge mit ihren jeweiligen Konkurrenten eingehen sollten. In den letzten Jahren der Zusammenarbeit der Parteien erreichte das Marketingbudget ein Volumen von ca. 50 Mio. Euro (einschliesslich Drittkosten) und die A.________-Gruppe erzielte über 90 % ihres Umsatzes mit dem B.________-Konzern. Im Jahre 2012 übernahm auf Seiten des B.________-Konzerns die Rechtsvorgängerin der B.________ Europe AG und auf Seiten der A.________-Gruppe die Rechtsvorgängerin der A.________ Schweiz AG die Rechte und Pflichten aus dem zwischen den jeweiligen Konzernmüttern bestehenden Marketingvertrag. Im Jahre 2015 kam es wegen der ersten ordentlichen Kündigungsmöglichkeit des damals geltenden Vertrags aus dem Jahre 2005 zu Gesprächen über eine Fortsetzung der Vertragsbeziehung, die schliesslich am 22. Februar bzw. 16. März 2016 zum Abschluss eines neuen Marketingvertrags (MV 2016) führten. Dieser Vertrag sah eine ordentliche Kündigungsmöglichkeit erstmals per Ende 2020 vor, gewährte jedoch der B.________ Europe AG ein Sonderkündigungsrecht jeweils auf Jahresende gegen Entschädigung. Nach Übernahme einer qualifizierten Mehrheit der Aktien des B.________-Konzerns durch den japanischen Konzern im April 2016 gestaltete sich die Zusammenarbeit der Parteien schwieriger. Im Mai/ Juni 2016 kürzte die B.________ Europe AG das Marketingbudget für das laufende Jahr im Gesamtbetrag von ca. 6 Mio Euro und kündigte schliesslich den MV 2016 per Ende 2016. Die A.________ Schweiz AG bestritt die Wirksamkeit der Kündigung. Der MV 2016 enthält in § 14.2 eine Schiedsklausel. Danach sollen drei gemäss der ICC-Schiedsgerichtsordnung ernannte Schiedsrichter Streitigkeiten aus dem Vertrag endgültig entscheiden. Der Sitz des Schiedsgerichts ist in Zürich, die Verfahrenssprache deutsch und das Schiedsgericht soll materielles deutsches Recht anwenden.