Citation: 5C.229/2001 29.11.2001 E. 1

1.- Die Klägerin wirft dem Obergericht im Zusammenhang mit der Frage nach dem häufigsten Lenker vor, es habe Art. 8 ZGB verletzt, indem es sie nicht zum Gegenbeweis dafür zugelassen habe, dass sie die häufigste Lenkerin gewesen sei. a) Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts ergibt sich aus Art. 8 ZGB auch das Recht zum Gegenbeweis. Der Gegner der beweisbelasteten Partei hat einen Anspruch darauf, zum Beweis von Umständen zugelassen zu werden, die beim Richter Zweifel an der Richtigkeit der Gegenstand des Hauptbeweises bildenden Sachbehauptungen wachhalten und diesen dadurch vereiteln sollen (BGE 115 II 305). Für das Gelingen des Gegenbeweises ist mithin bloss erforderlich, dass der Hauptbeweis erschüttert wird, nicht aber auch, dass der Richter von der Schlüssigkeit der Gegendarstellung überzeugt wird (BGE 76 II 188 E. 3 S. 194). Insoweit unterscheidet sich der Gegenbeweis vom Beweis des Gegenteils, der sich gegen eine gesetzliche Vermutung richtet und seinerseits ein Hauptbeweis ist (BGE 120 II 393 E. 4b S. 397 mit Hinweisen). b) Die erste Instanz hat über die Frage, wer häufigster Lenker des BMW gewesen sei, ein relativ eingehendes Beweisverfahren durchgeführt, auf welches sich auch die Vorinstanz mit einlässlichen Erwägungen gestützt hat. Die Klägerin behauptet und belegt nicht, sie habe im kantonalen Verfahren rechtzeitig Beweismittel geltend gemacht, welche die kantonalen Instanzen in Verletzung des Anspruches auf Gegenbeweis nicht abgenommen hätten (vgl. dazu: BGE 114 II 289 E. 2a S. 290; vgl. 115 II 464 E. 1, 484 E. 2a). Erweist sich somit die Rüge der Verletzung von Art. 8 ZGB als unzureichend substanziiert, so kann insoweit auf die Berufung nicht eingetreten werden.