Citation: 6P.150/2004 25.01.2005 E. 1

Sämtliche für das Bundesgericht bestimmten Rechtsschriften sind zu unterschreiben (Art. 30 Abs. 1 OG). Fehlt eine Unterschrift, ist eine angemessene Frist zur Behebung des Mangels anzusetzen mit der Androhung, dass die Rechtsschrift sonst unbeachtet bleibe (Art. 30 Abs. 2 OG). Die bisherige Rechtsprechung verlangt freilich nicht, dass die Unterschrift auf der Rechtsschrift selber angebracht wird. Sie lässt es vielmehr genügen, dass sich die Unterschrift auf einem begleitenden Schriftstück oder sogar nur auf der Rückseite des Briefumschlags befindet (BGE 108 Ia 289 E. 2 S. 291; 106 IV 65 E. 1 S. 67; 102 IV 142 E. 2 S. 143). Diese Praxis ist vor der 1991 erfolgten Revision des Gesetzes über die Bundesrechtspflege entwickelt worden, als dem Rechtsuchenden nach Ablauf der Beschwerdefrist keine Nachfrist angesetzt werden konnte, um den Mangel der fehlenden Unterschrift nachträglich zu beheben (BGE 108 Ia 289 E. 2 S. 291; 102 IV 142 E. 3 S. 144). Seit jedoch die Möglichkeit zur Nachbesserung in Art. 30 Abs. 2 OG eingeführt worden ist (vgl. dazu die Botschaft des Bundesrates betreffend die Änderung des Bundesgesetzes über die Organisation der Bundesrechtspflege vom 28. Mai 1991, BBl 1991 II 513 f.), besteht kein Grund mehr, das Unterschriftserfordernis so weitherzig zu handhaben wie bisher. Im Interesse der Klarheit drängt es sich vielmehr auf, eine handschriftliche Unterschrift auf der Rechtsschrift selber, in der Regel am Schluss, zu verlangen, und bei deren Fehlen eine Nachfrist nach Art. 30 Abs. 2 OG anzusetzen. Die beiden vom Beschwerdeführer ursprünglich eingereichten Rechtsschriften sind nicht unterschrieben. Auf der Rückseite des Briefumschlags befindet sich zwar die handschriftliche Angabe des Absenders. Ob darin eine gültige Unterschrift im Sinne der bisherigen Rechtsprechung erblickt werden könnte, ist fraglich, vorliegend aber nicht relevant, da der Beschwerdeführer dem Gericht innert Frist gemäss Art. 30 Abs. 2 OG eine eigenhändig unterzeichnete Beschwerdeeingabe nachgereicht hat. Unter diesen Umständen ist auf die Beschwerden ohne weiteres einzutreten.