Citation: 2C_397/2014 E. 2.3

2.3. Ausgangspunkt der Verhältnismässigkeitsprüfung ist das Verschulden. Nach der nicht qualifiziert gerügten (vgl. dazu oben, E. 1.4) und somit für das Bundesgericht verbindlichen vorinstanzlichen Sachverhaltsfeststellung hat das Strafgericht das Verschulden der Beschwerdeführerin als knapp mittelschwer eingestuft und diesem mit einer Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe von 21 Monaten bedingt mit einer Probezeit von zwei Jahren Rechnung getragen. Die begangene Rechtsgutverletzung (mengenmässig qualifizierte sowie teilweise gewerbsmässig begangene Betäubungsmitteldelikte über fünf Jahre) wiegt ebenfalls schwer, erachtet das Bundesgericht doch in Übereinstimmung mit der Rechtsprechung des EGMR (Urteile Gablishvili gegen Russland vom 26. Juni 2014, § 50; Kissiwa Koffi gegen Schweiz vom 15. November 2012, § 65; Maslov gegen Österreich vom 23. Juni 2008, § 80; Ezzouhdi gegen Frankreich vom 13. Februar 2001, § 34 ff.; Dalia gegen Frankreich vom 19. Februar 1998, § 54) den Drogenhandel angesichts der Gefährdung der öffentlichen Gesundheit als schwere Straftat, die ein hohes öffentliches Interesse an einer Ausweisung bzw. Fernhaltung des Täters begründet. Der Drogenhandel ist zudem eine der in Art. 121 Abs. 3 BV (Fassung vom 28. November 2010) genannten Anlasstaten, die nach dem Verfassungsgeber dazu führen soll, dass der entsprechende Täter aus der Schweiz ausgewiesen und mit einem Einreiseverbot belegt wird (vgl. dazu BGE 139 I 16).