Citation: I 863/02 18.08.2003 E. A

S.________ (geboren 1945) meldete sich am 30. August 1999 bei der Invalidenversicherung (IV-Stelle Bern) zum Bezug von Leistungen, insbesondere zur Umschulung auf eine andere Tätigkeit an. Der gelernte Bauspengler machte geltend, seit 6. Oktober 1998 an einer Diskushernie zu leiden. Im November 1998 wurde eine beidseitige Dekompression und Diskektomie L5/S1 und am 19. Mai 1999 eine mikrochirurgische gedeckte Dekompression, Foraminotomie und Recessostomie L3/L4, L4/L5 und L5/S1 von rechts sowie Neurolysen der Wurzeln durchgeführt. Dr. med. H.________, Spezialarzt FMH für Neurochirurgie, Klinik X.________, hielt im Arztbericht an die IV-Stelle am 22. September 1999 fest, die bisherige Tätigkeit könne nicht weiter ausgeübt werden, weil eine angepasste Erwerbstätigkeit eine häufige Körperlage-Änderung (Umhergehen, Absitzen und Abliegen) und die Limitierung der zu hebenden oder tragenden Lasten auf maximal 5 kg beinhalten müsse. Auch der Hausarzt des Versicherten, Dr. med. O.________, Innere Medizin FMH, empfahl am 18. Oktober 1999 eine Abklärung der beruflichen Eingliederung; die Stelle als Lüftungsmonteur war vom Arbeitgeber per 31. August 1999 gekündigt worden. Am 23. Februar 2000 wurde schliesslich eine dorso-laterale translaminäre Spondylodese L4/L5 und L5/S1 vorgenommen. In ihrem Schlussbericht vom 11. Juli 2000 führte die Abteilung berufliche Eingliederung der IV-Stelle aus, für den Versicherten beständen kaum berufliche Eingliederungsmöglichkeiten. Es stehe immer noch nicht fest, unter welchen Voraussetzungen und in welchem Umfang er aus medizinisch-theoretischer Sicht über eine verwertbare Arbeitsfähigkeit verfüge. Schliesslich liess die IV-Stelle S.________ durch Frau Dr. med. L.________, Spezialärztin für Neurochirurgie, untersuchen. In ihrem gutachtlichen Bericht vom 5. November 2000 stellte diese die Diagnosen eines lumbalen Schmerzsyndroms/Dysästhesie L5 bei Status nach den bekannten Operationen und degenerativen Veränderungen im ganzen LWS-Bereich und eines klinisch nachgewiesenen sensomotorischen Defizits L5 rechts bei deutlichem Muskelhartspann im Thorakolumbalbereich. Im Weiteren bestehe ein Nikotinabusus. Auch die Expertin kam zum Schluss, eine Arbeitsfähigkeit als Lüftungsmonteur sei nicht mehr gegeben. Hingegen erachtete sie eine leidensangepasste Tätigkeit, bei welcher der Versicherte keine Gewichte über 10 kg heben, keine Leitern besteigen, nicht in gebückter oder gedrehter Körperhaltung arbeiten und stündlich seine Position wechseln könne - wobei eine sitzende Tätigkeit nach 1 bis 1 1/2 Stunden unterbrochen und eine rein stehende Position vermieden werden sollte - während 6 Stunden am Tag und an 5 Wochentagen als zumutbar. Schliesslich berichtete Dr. med. H.________ am 14. März 2001, die Beschwerden von S.________ hätten sich überhaupt nicht gebessert. Sogar eine 20 bis 30%ige Arbeitsfähigkeit sehe er als unrealistisch. Nach Durchführung des Vorbescheidverfahrens teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, er habe ab 1. Oktober 1999 Anspruch auf eine halbe Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von 55 % (Verfügung vom 16. Juli 2001).