Citation: 1B_8/2010 25.01.2010 E. 2

2.1 Die verfassungsrechtlichen und strafprozessualen Voraussetzungen zur Anordnung und Fortsetzung von Untersuchungshaft wegen Kollusionsgefahr sind im angefochtenen Urteil (E. 6-7.1) zutreffend dargestellt. Darauf wird verwiesen. 2.2 Die Haftrichterin begründet die Kollusionsgefahr als Erstes mit der Schwere der Straftat und der Höhe der zu erwartenden Strafe, was den Beschwerdeführer dazu verleiten könnte, die Zeugen zu seinen Gunsten zu beeinflussen. Die Gefahr einer Beeinflussung müsse - gerade bei der Schwere des Tatvorwurfs und der allenfalls in Aussicht stehenden Strafe - unter allen Umständen unterbunden werden. Der Beschwerdeführer könne sich nicht mehr an das Zufügen der Schnittverletzung erinnern. Auch zu seiner Stimmung im Tatzeitpunkt mache er lediglich unbestimmte Aussagen. Es werde von entscheidender Bedeutung sein, wie der Geschädigte und die übrigen Beteiligten die Situation, den Ablauf, die Stimmung und das genaue Vorgehen des Beschwerdeführers schildern. Eine besondere Gefahr der Zeugenbeeinflussung sei auch deshalb gegeben, weil der Zeuge C.________ beim Beschwerdeführer angestellt sei und die Zeuginnen D.________ und E.________ mit diesem bekannt seien. Alle drei Zeugen hätten zuungunsten des Beschwerdeführers ausgesagt, dieser sei anlässlich des Geschehens der vorgeworfenen Tat sehr aggressiv gewesen. Dass der Beschwerdeführer den Zeugenaussagen nicht widersprochen habe, wie dies die Verteidigung geltend mache, könne den Akten nicht entnommen werden. Der Beschwerdeführer habe dazu nämlich gar keine Stellung genommen. 2.3 Der Beschwerdeführer macht geltend, die Zeugenbefragungen durch die Untersuchungsbehörden seien abgeschlossen. Bereits in der Stellungnahme vom 26. November 2009 wie auch in der Beschwerde vom 2. Dezember 2009 habe sein Verteidiger ausgeführt, dass der Verzicht auf eine Stellungnahme als Bestätigung der Zeugenaussagen aufzufassen sei. Der Beschwerdeführer reichte dem Bundesgericht zur Klärung dieses Punktes eine handschriftlich verfasste, persönliche Bestätigung ein, wonach er die Zeugenaussagen anerkenne. 2.4 In Anbetracht dessen, dass nicht bloss der Verteidiger, sondern der Beschwerdeführer persönlich den Verzicht auf eine Stellungnahme als Anerkennung der Richtigkeit der belastenden Zeugenaussagen anerkennt, kann eine Verdunkelungsgefahr ausgeschlossen werden. Weiter ergibt sich aus den Akten, dass die beiden Zeuginnen zwar angaben, den Beschwerdeführer zu kennen, diese Bekanntschaft aber nur vom Besuch der vom Beschwerdeführer betriebenen Bar her besteht. Auch dieser Umstand lässt die Gefahr, dass es dem Beschwerdeführer gelingen könnte, die beiden Zeuginnen zu seinen Gunsten zu beeinflussen, als wenig wahrscheinlich erscheinen. Jedenfalls gaben die Zueginnen nicht an, mit dem Beschwerdeführer befreundet zu sein. Schliesslich ist zu berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer vorstrafenfrei ist, was sich auf die Höhe der zu erwartenden Strafe zu seinen Gunsten auswirken wird. Aufgrund der geschilderten Sachlage hält die Anordnung der Fortsetzung der Untersuchungshaft im jetzigen Verfahrenszeitpunkt - die Zeugenbefragung durch die Strafuntersuchungsbehörden ist wie gesagt abgeschlossen und es steht lediglich die Einholung eines psychiatrischen Gutachtens aus - vor der Verfassung nicht stand. Die Beschwerde erweist sich damit als begründet.