Citation: 9C_885/2008 08.04.2009 E. 5

5.1 Den medizinischen Akten ist zu entnehmen, dass der Versicherte bereits im Anschluss an den überraschenden (Unfall-) Tod seines Vaters im Jahre 1985 an depressiven Episoden gelitten und sich am 12. Mai 1999 wegen einer schweren psycho-physischen Krise in psychotherapeutische Behandlung begeben hatte (Zeugnis des Dr. med. H.________, Physikalische Medizin und Rehabilitation FMH, vom 11. Mai 2000). Die damaligen Beschwerden hatten von März bis Oktober 1999 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit bewirkt und zum Abbruch des am 17. August 1998 begonnenen Nachdiplomstudiums "Szenisches Gestalten" an der Schule für Gestaltung geführt (Zeugnis des Dr. med. H.________ zu Handen der Arbeitslosenkasse des Kantons Zürich vom 16. November 2000). In der Folge erlangte der Beschwerdeführer wieder eine volle Arbeitsfähigkeit (Zeugnis des Dr. med. F.________ vom 15. November 2000). Am 10. Februar 2005 bescheinigte Dr. med. F.________ - ebenfalls zu Handen der Arbeitslosenkasse -, dass der Versicherte ab Mitte Mai 2003 bis Ende Januar 2005 stark depressiv und vollständig arbeitsunfähig gewesen sei. Mittlerweile habe er sich bei intensiver Therapie gut erholt und sei seit Februar 2005 wieder arbeitsfähig. Aktenkundig ist weiter, dass der Beschwerdeführer am 5. Oktober 2005 im Zuge einer akuten schizophreniformen psychotischen Störung (ICD-10 F23.3) bis zum 23. Dezember 2005 in der C.________ hospitalisiert war. Der Austritt aus dieser Klinik erfolgte entgegen ärztlichem Rat (der Versicherte wollte die Feiertage im Tessin verbringen und anschliessend eine eigene Wohnung beziehen; Austrittsbericht vom 27. Dezember 2005). Hinsichtlich der seitherigen Arbeitsfähigkeit führten die Ärzte der C.________ aus, sowohl in der bisherigen als auch in einer behinderungsangepassten Tätigkeit sei der Versicherte halbtags einsetzbar (die zusätzliche Angabe, die Einsatzfähigkeit beschränke sich auf "3-4 Stunden/Woche" wurde handschriftlich durchgestrichen). Dr. med. F.________ gab am 10. Oktober 2006 an, als Hilfsarbeiter sei der Beschwerdeführer halbtags arbeitsfähig, zu Beginn in geschütztem Rahmen. Am 22. November 2006 führte Dr. med. F.________ aus, in den zuletzt ausgeübten Tätigkeiten (Hilfsarbeiten, Web-Publishing, Drehbuchautor) sei der Versicherte vollständig arbeitsunfähig, und zwar mindestens seit Herbst 2005. Ab dem Jahre 1999 sei er wegen depressiver Phasen jährlich während mehrerer Monate arbeitsunfähig gewesen, wobei auch die schizotype Störung eine Teilarbeitsunfähigkeit bewirkt habe. Diese sei indes schwierig zu beziffern, da er Ausbildungen und Kurse trotz Schwierigkeiten teilweise erfolgreich habe besuchen können. Aktuell arbeite der Versicherte geschützt einmal wöchentlich in der Küche eines Mittagstisches; eine Diskussion angepasster beruflicher Tätigkeit sei wegen des grossen Bedürfnisses nach beruflicher Anerkennung erschwert. Das Ziel, Regisseur zu werden, habe der Beschwerdeführer noch nicht vollständig aufgegeben. Prognostisch könne allgemein-psychiatrisch eine langsame Besserung erwartet werden, vermutlich ohne Residuen der Krise von 2005. Beruflich sei die Prognose aber deutlich limitiert. Vorerst werde der Versicherte weiterhin einmal wöchentlich in einer Cafeteria arbeiten. Seit Ende Oktober 2006 verrichte er zusätzlich zweimal zwei Stunden pro Woche Hilfsarbeiten in der Bibliothek der Stadt B.________. In seinen nach Verfügungserlass (vom 15. März 2007) datierenden (telefonischen) Beurteilungen vom 23. Juli und 21. Oktober 2007 gab Dr. med. F.________ an, eine verwertbare Arbeitsfähigkeit in der freien Wirtschaft bestehe ("absolut") nicht. 5.2 Die vom Versicherten geltend gemachte vollständige Arbeitsunfähigkeit bestätigen nach dem Gesagten weder die Ärzte an der C.________ noch - bezogen auf den hier massgeblichen Zeitraum bis zum Verfügungserlass vom 15. März 2007 - Dr. med. F.________. Hingegen ist dem Arztbericht der C.________ vom 11. Januar 2006 sowie der Einschätzung des Dr. med. F.________ vom 10. Oktober 2006 zu entnehmen, dass in der bisherigen Berufstätigkeit und in einer behinderungsangepassten Tätigkeit seit Oktober 2005 eine 50 %ige Arbeitsfähigkeit besteht (wobei Dr. med. F.________ präzisierte, die Einsatzfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit beschränke sich auf Hilfsarbeiten, zu Beginn habe der Einsatz in geschütztem Rahmen zu erfolgen; E. 5.1 hievor). Wenn RAD-Arzt G.________ am 24. November 2006 die Existenz einer leidensangepassten Tätigkeit bei schizophreniformen paranoid-psychotischen Störungen generell verneint, ist seine allgemein gehaltene, nicht näher begründete Einschätzung nicht geeignet, die auf eigenen Untersuchungen beruhenden und den konkreten Umständen des Einzelfalles Rechnung tragenden Beurteilungen der Ärzte an der C.________ und des Dr. med. F.________ ernsthaft in Zweifel zu ziehen. Soweit Dr. med. F.________ gegenüber der Sozialberatung der Stadt B.________ auf deren telefonische Anfrage eine verwertbare Arbeitsfähigkeit in der freien Wirtschaft mündlich verneinte, sind seine Einschätzungen bereits deshalb in diesem Verfahren nicht relevant, weil sie nach Erlass der Verfügung vom 15. März 2007 datieren (zum eingeschränkten Beweiswert telefonischer Auskünfte vgl. im Übrigen Urteil I 496/98 vom 9. Juli 1999 E. 3e). Eine seit Verfügungserlass eingetretene Verschlechterung des Gesundheitszustandes wäre in einem Revisionsverfahren geltend zu machen (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Die vorinstanzlich auf 50 % festgesetzte Arbeitsfähigkeit sowohl in der bisherigen als auch in einer angepassten Tätigkeit ist nach dem Gesagten - auch wenn Dr. med. F.________ weitere einschränkende Bedingungen formulierte - nicht offensichtlich unrichtig und damit letztinstanzlich bindend (E. 1 hievor). 5.3 Wenn das kantonale Gericht in Anwendung von Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG (in der bis 31. Dezember 2007 gültig gewesenen Form) den Beginn des Wartejahres ohne weitere Abklärungen auf den 5. Oktober 2005 terminierte, weil es an einem stabilen Defektzustand oder einem inzwischen stabilisierten Gesundheitszustand fehle, verstösst dies ebenfalls nicht gegen Bundesrecht. Namentlich der behandelnde Dr. med. F.________ wies auf die wechselhaft verlaufende Erkrankung, die in "guten Zeiten" immer wieder vorhanden gewesene Arbeitsfähigkeit und die (begrenzte, langsame) Besserung des Gesundheitszustandes hin (Einschätzung vom 22. November 2006; E. 5.1 hievor). Auch die von Mitte Mai 2003 bis Ende Januar 2005 durch Dr. med. F.________ wegen einer stark depressiven Phase zu Handen der Arbeitslosenkasse (pauschal) bescheinigte vollständige Arbeitsunfähigkeit lässt die vorinstanzliche Tatsachenfeststellung nicht als offensichtlich unrichtig oder sonstwie bundesrechtswidrig erscheinen. Gegenüber der IV-Stelle führte Dr. med. F.________ in seinem Arztbericht vom 22. November 2006 zwar (ebenfalls) an, seit dem Jahre 1985 hätten wiederholt mehrmonatige Arbeitsunfähigkeiten bestanden, er nennt konkret aber einzig die von März bis September 1999 bestandene Arbeitsunfähigkeit und erwähnte mit keinem Wort, der Versicherte sei ab Frühjahr 2003 bis anfangs 2005 durchgehend arbeitsunfähig gewesen. Dass Dr. med. F.________ eine anspruchserhebliche Arbeitsunfähigkeit von rund 1 ½ Jahren nicht erwähnt hätte, ist indes unwahrscheinlich. Gegen eine solche spricht im Übrigen auch der Hinweis des Dr. med. F.________, der Beschwerdeführer habe in den Jahren 2003 bis 2004 zusammen mit einem Kollegen ein Drehbuch geschrieben und dieses verschiedenen Filmproduzenten angeboten.