Citation: 4C.477/2004 01.06.2005 E. 3

3.1 Der Kläger bringt sinngemäss vor, die Beklagte habe widerklage- bzw. verrechnugsweise die Forderung auf Rückzahlung eines Darlehens geltend gemacht. Demnach habe die Beklagte die anspruchsbegründenden Tatsachen des Darlehens nachzuweisen. Die Vorinstanz habe die Beweislast bundesrechtswidrig verteilt, indem sie diesen Beweis nicht von der Beklagten verlangt, sondern dem Kläger den Beweis auferlegt habe, dass die Zahlung von Fr. 6'000.-- in Erfüllung einer arbeitsrechtlichen Forderung bezahlt worden sei. Daraus folge, dass die Beklagte und nicht der Kläger die von der Vorinstanz angenommene Beweislosigkeit tragen müsse. 3.2 Gemäss Art. 8 ZGB hat, wo das Gesetz nichts anderes bestimmt, derjenige das Vorhandensein einer behaupteten Tatsache zu beweisen, der aus ihr Rechte ableitet. 3.3 Im vorliegenden Fall leitet die Beklagte aus einem Darlehensvertrag Rechte ab, weshalb sie den Abschluss eines solchen Vertrages nachzuweisen hat. Ist ihr dieser Beweis gelungen, so kann der Kläger den Gegenbeweis führen. Die Vorinstanz hat demnach die Beweislast unzutreffend verteilt, wenn sie, ohne von einem nachgewiesenen Darlehensvertrag auszugehen, dem Kläger direkt den Gegenbeweis auferlegte, indem sie von ihm den Nachweis verlangte, dass die umstrittenen Fr. 6'000.-- zur Tilgung arbeitsrechtlicher Forderungen bezahlt wurden. Da die Vorinstanz zum Nachweis des Darlehensvertrages durch die Beklagte keine Feststellungen getroffen hat, ist der Sachverhalt ergänzungsbedürftig, weshalb die Streitsache gemäss Art. 64 Abs. 1 OR zur Vervollständigung an die Vorinstanz zurückzuweisen ist.