Citation: 6B_1208/2022 E. 2.3

2.3. Die Erwägungen der Vorinstanz sind schlüssig. Es ist nicht ersichtlich, dass sie mit Bezug auf die tatsächlichen Feststellungen in Willkür verfallen wäre oder den Begriff der verminderten Schuldfähigkeit falsch ausgelegt oder angewandt hätte. Das vom Beschwerdeführer angeführte rechtsmedizinische Gutachten vom 26. Februar 2021, welches eine theoretisch mögliche Blutalkoholkonzentration im Ereigniszeitpunkt von mindestens 2.71 bis höchstens 4.77 Gewichtspromille ergeben habe, ändert daran nichts. Der Einwand ist offensichtlich unbegründet. Die Berechnung basiert ausschliesslich auf den Angaben des Beschwerdeführers selbst zu seinem angeblichen Alkoholkonsum. Insoweit als das Gutachten überhaupt verbindliche Aussagen zum konkreten Alkoholisierungsgrad des Beschwerdeführers enthält, wird damit seinen Angaben zum Konsum widersprochen. Daraus geht hervor, dass die in der Blutprobe von 13.22 Uhr des Tattages bestimmte Blutalkoholkonzentration 0,0 Gewichtspromille betrug und dass das Gutachten die Angaben des Beschwerdeführers zur Trinkmenge ausdrücklich widerlegt. Dies scheint er zu verkennen. Soweit der Beschwerdeführer seine Argumentation zur Schuldfähigkeit auf die vorerwähnte Begründung stützt, ist darauf nicht weiter einzugehen. Sodann ist es nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz ihre Beurteilung der Schuldfähigkeit auch auf die Feststellung stützt, dass der Beschwerdeführer zu koordinierten Handlungsabläufen - im Sinne eines planmässigen Vorgehens - fähig war. Entgegen seiner Auffassung liegt kein unlösbarer Widerspruch darin, dass die Vorinstanz keine relevante Schuldminderung aufgrund der Alkoholisierung annimmt und gleichzeitig feststellt, diese habe die Verletzungsgefahr durch unkoordinierte Bewegungen erhöht. Dem Beschwerdeführer kann daher nicht gefolgt werden, wenn er rügt, die Vorinstanz hätte zumindest eine leichtgradige Verminderung der Schuldfähigkeit aufgrund der Alkoholisierung annehmen müssen. Dies gilt auch angesichts der Feststellung des psychiatrischen Gutachters, wonach "nicht zwingend von einer signifikanten Verminderung der Steuerungsfähigkeit auszugehen" sei. Zum einen ist der Experte dennoch zum Schluss gelangt, dass die Einsichts- und Steuerungsfähigkeit des Beschwerdeführers erhalten und er "zweifellos jederzeit" in der Lage war, das Unrecht seiner Taten einzusehen. Dies im Übrigen unter Einbezug der vom Beschwerdeführer geltend gemachten "impulsschwachen Grundpersönlichkeit". Zum andern f ührt nicht jede geringfügige Herabsetzung der Fähigkeit, sich zu beherrschen, zu einer verminderten Schuldfähigkeit (oben E. 2.1). Dass die Erstinstanz von einer solchen ausging, bindet die Vorinstanz nicht und begründet keine Verletzung von Bundesrecht. Auch das rechtliche Gehör des Beschwerdeführers aufgrund einer unzureichenden Begründung durch die Vorinstanz ist nicht verletzt.