Citation: 4A_467/2023 E. 1.4.3

1.4.3. Daran ändert auch die Ausschlussklausel B2 der Zusatzbedingungen nichts, wonach "Schäden infolge Grippe (Influenza) " von der Versicherungsdeckung ausgeschlossen sind. Richtig ist, dass bei der Interpretation einzelner Worte oder Sätze stets die Gesamtheit der vertraglichen Regelungen und insbesondere die systematische Anordnung der einzelnen Vertragsklauseln zu berücksichtigen ist (vgl. BGE 128 III 265 E. 3a; 122 III 118 E. 2c). In diesem Sinne ist bei einer gesamtheitlichen Auslegung der Deckungsbestimmung B1 der Zusatzbedingungen auch die Ausschlussklausel B2 zu berücksichtigen. Entgegen der Vorinstanz und der Beschwerdegegnerin kann aber aus dem blossen Umstand, dass es für den "SARS-Virus bzw. COVID 19" anders als für den Grippevirus keine Ausschlussklausel gibt, nicht geschlossen werden, dass diese ohne Weiteres von der Versicherungsdeckung erfasst sind. Ein nicht genannter Ausschluss von der Versicherungsdeckung muss nicht bedeuten, dass auf der anderen Seite das versicherte Risiko um diesen nicht erwähnten Ausschluss automatisch erweitert wird. Ein solcher Umkehrschluss verbietet sich. Die Versicherungsdeckung für bestimmte Erreger kann auch aus anderen Gründen ausgeschlossen werden, etwa um mögliche Zweifelsfälle zu präzisieren, ohne dass es sich um eine Ausnahme von einer grundsätzlich bestehenden Deckung handelt. Dies hat die Vorinstanz verkannt.