Citation: 8C_399/2023 E. 3.3.2

3.3.2. 3.3.2.1. Die Herangehensweise des Beschwerdeführers an das Prozessthema anhand von Art. 28 Abs. 3 UVV ist offenkundig sachfremd und vermag nichts zur Entscheidfindung beizutragen. Zu diskutieren ist hier nicht, ob ein Vorzustand bestanden habe, der nicht unfallversichert ist. Aus der zitierten E. 4.3.2 des Urteils 9C_887/2017 vom 7. Juni 2018 ergibt sich im Kontext mit der E. 4.2 gelesen, dass das Bundesgericht einen Ausnahmefall vom Grundsatz annahm, wonach für die Höhe des Valideneinkommens das Einkommen massgebend ist, das die versicherte Person mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erzielen würde, wenn sie nicht invalid geworden wäre (BGE 129 V 222 E. 4.3.1). Der dortige Beschwerdeführer musste den erlernten Beruf als Heizungsinstallateur, den er während vieler Jahre ausgeübt hatte, wegen der gesundheitlichen Folgen eines Unfalls aufgeben. Die Invalidenversicherung übernahm eine dreijährige Umschulung zum kaufmännischen Angestellten. Nach erfolgreichem Abschluss arbeitete der Versicherte in dieser Tätigkeit bis zu einer Erkrankung während fast zehn Jahren vollzeitlich und danach wegen der gesundheitlichen Einschränkungen zu einem Pensum von 50 %. Wäre der zweite Gesundheitsschaden nicht eingetreten, so das Bundesgericht abschliessend, hätte der Beschwerdeführer diesen Beruf weiterhin vollzeitlich ausgeübt, weshalb das Valideneinkommen gestützt darauf festzusetzen war. 3.3.2.2. Im vorliegenden Fall liegen die Prämissen anders. Der Beschwerdeführer verkennt insgesamt die Tragweite seiner im angefochtenen Urteil detailliert wiedergegeben erwerblichen Laufbahn. Nach Abschluss der Grund- und Hauptschule erlernte er keinen Beruf. Er ging verschiedenen Erwerbstätigkeiten nach, wobei er in drei überjährigen Einsätzen in der Gastronomie und als Lastkraftwagenfahrer arbeitete. Ausserdem war er temporär als Holzarbeiter, Maler, Metallverarbeiter, Fassadenbauer, Strassenbauer und Gewährleistungsbearbeiter bei einem Automobilhersteller beschäftigt. Nach seiner Einreise in die Schweiz im Juli 2003 war er ab 1. April 2004 bei der B.________ AG vollzeitlich als Nachtchauffeur angestellt. Bis zu den von ihm nach dem Unfall vom 4. April 2007 aus eigenem Antrieb besuchten Ausbildungskursen deutete nichts darauf hin, dass er sich als Liegenschaftenmakler etablieren wollte. Einen solchen Schluss legt namentlich der Umstand nicht nahe, dass er neben- und später hauptberuflich im Bereich Renovationen selbstständig erwerbstätig gewesen war. Er erläutert in diesem Zusammenhang denn auch selber nicht, wie er sich über die Jahre hinweg gezielt und planmässig einen Kundenkreis aufgebaut haben soll. Auch in diesem Punkt unterscheidet sich der vorliegende Sachverhalt von dem im Urteil 9C_887/2017 beurteilten, wo die versicherte Person eine neue dreijährige Berufsausbildung absolvierte. Jedenfalls ist weder die vorinstanzliche Beweiswürdigung noch die daraus gezogene Schlussfolgerung offensichtlich unrichtig, es stehe mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest, dass der Beschwerdeführer ohne die beim Unfall vom 4. April 2007 erlittenen Verletzungen an der rechten Schulter weiterhin in der körperlich anspruchsvollen Tätigkeit als Nachtchauffeur und daneben als selbstständig Erwerbender im Bereich Renovationen berufstätig geblieben wäre. Von einem Ausnahmefall, wie er im erwähnten Urteil 9C_887/2017 vorlag, kann nicht die Rede sein. 3.3.2.3. Sodann ist darauf hinzuweisen, dass die Vorinstanz die Vergleichseinkommen entgegen den wiederholten Vorbringen des Beschwerdeführers nicht gestützt auf die standardisierten Bruttolöhne der LSE bestimmte. Sie hielt einzig am Schluss ihrer Erwägungen im Sinne einer Eventualbegründung fest, selbst wenn das Invalideneinkommen anhand der Tabelle TA1 der LSE 2016 im Wirtschaftszweig Grundstücks- und Wohnungswesen, oberstes Kompetenzniveau 4, Männer, festgestellt würde, änderte sich am Ergebnis nichts. Weiter erörtert der Beschwerdeführer nicht und ist auch nicht ersichtlich, was aus den im IK eingetragenen Löhnen bis zum Zeitpunkt des Erlasses der Verfügung vom 31. März 2022 beziehungsweise von Abklärungen bei einem Berufs- oder Branchenverband zu gewinnen wäre. Das zitierte Urteil 8C_379/2017 vom 8. September 2017 ist nicht einschlägig. Dort stellte sich allein die Frage, ob das Valideneinkommen anhand der üblichen Einkünfte eines Juristen oder aber eines Anwaltes zu bestimmen war. Vorliegend steht der Validenlohn, wie oben dargelegt, indessen fest. Schliesslich stellt der Beschwerdeführer nicht in Abrede, dass er als Geschäftsführer bei der C.________ GmbH bestmöglich eingegliedert und zu 60 % leistungsfähig ist. Seinen Angaben gemäss betrug sein durchschnittliches Einkommen bis zum Unfall vom 20. September 2015 Fr. 234'000.-. Die vorinstanzliche Annahme, dass er Einkünfte von mindestens Fr. 59'169.- zu erzielen vermöchte, ist daher nicht zu beanstanden. Die Beschwerde ist abzuweisen.