Citation: 1B_200/2021 E. 2.4.2

2.4.2. Sodann ist die vorinstanzliche Einschätzung nicht zu beanstanden, dass rechtsprechungsgemäss die drohende Freiheitsstrafe und insbesondere die damit zusammenhängende Landesverweisung einen erheblichen Fluchtanreiz darstellen. Der Beschwerdeführer könnte bereits deshalb versucht sein, die Schweiz vorzeitig zu verlassen oder hier unterzutauchen, um sich dem Vollzug der zu erwartenden Freiheitsstrafe sowie der Wegweisung zu entziehen (vgl. Urteile 1B_358/2019 vom 5. August 2019 E. 3.4.3; 1B_462/2018 vom 24. Oktober 2018 E. 4.4; 1B_353/2013 vom 4. November 2013 E. 4.2). Unbehelflich ist in diesem Zusammenhang der bereits im vorinstanzlichen Verfahren geltend gemachte und nunmehr vor Bundesgericht wiederholte Verweis des Beschwerdeführers auf das Urteil 1B_364/2017 vom 12. September 2017. Im zitierten Urteil berief sich die beschuldigte Person in der Sache auf Notwehr und bezüglich der drohenden Landesverweisung auf einen schweren persönlichen Härtefall. Aufgrund dessen hielt das Bundesgericht damals in E. 4.3 fest, dass diese konkrete Verteidigungsstrategie erheblich an Glaubwürdigkeit verlieren würde, wenn sich der Beschuldigte der Strafverfolgung durch Flucht entzöge. Das Bundesgericht wertete diesen Sachumstand damals als Indiz gegen die Annahme von Fluchtgefahr. Zu beachten ist jedoch, dass im genannten Urteil die Fluchtgefahr nicht nur wegen der im Strafverfahren gewählten Verteidigungsstrategie verneint wurde. Vielmehr wurde dies als eines von mehreren Indizien gewertet, die im konkreten Fall gegen die Annahme einer möglichen Flucht vor den Strafverfolgungsbehörden sprachen. Massgebend war unter anderem auch, dass der Beschuldigte, anders als vorliegend der Beschwerdeführer (vgl. E. 2.4.3 hiernach), aufgrund seiner zwei Kinder sowie seiner viel längeren Aufenthaltsdauer von 23 Jahren (vorliegend neun Jahre) über ein enges soziales inländisches Beziehungsnetz verfügte, was den Fluchtanreiz zusätzlich verringerte. Hinzu kam, dass der Beschuldigte nicht nur über eine Aufenthalts- sondern eine Niederlassungsbewilligung verfügte. Wie die Vorinstanz bereits in Erwägung zog, drohte dem Beschuldigten im Gegensatz zum Beschwerdeführer im Falle eines Untertauchens zudem nicht nur der Verlust der Sozialhilfeunterstützung, sondern auch der IV-Rente. Ferner hatte der Beschuldigte aufgrund seines fortgeschrittenen Alters weder im In- noch Ausland realistische Chancen, sich im Arbeitsmarkt ein finanzielles Fortkommen zu ermöglichen. Aufgrund der nicht vergleichbaren Sachverhaltsumstände kann der Beschwerdeführer somit, nur weil er ebenfalls die Absicht äussert, sich im Falle einer Verurteilung wegen Raubes auf die Härtefallklausel nach Art. 66a Abs. 2 StGB berufen zu wollen, aus dem genannten Urteil nichts zu seinen Gunsten ableiten. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers durfte die Vorinstanz die ihm drohenden straf- und ausländerrechtlichen Folgen einer Verurteilung demnach auch unter Berücksichtigung der bundesgerichtlichen Erwägungen im Urteil 1B_364/2017 als gewichtiges Fluchtindiz werten.