Citation: 6B_200/2023 E. 4

Die Vorinstanz hält unter Verweis auf BGE 145 I 318 und 6B_264/2021 vom 30. März 2022 kurz zusammengefasst fest, dass einer Überprüfung des Briefverkehrs (in der Haft und auch im Strafvollzug) grundsätzlich nichts entgegenstehe. Im Rahmen der Verhältnismässigkeit sei eine Kontrolle der Korrespondenz - selbst der Anwalts- oder Amtspost - auf verbotene Gegenstände zulässig; für den Betroffenen müsse insofern aber ersichtlich sein, dass die Kontrollierenden vom Inhalt der anwaltlichen bzw. amtlichen Sendung keine Kenntnis erhielten. Das Vorgehen der JVA U.________ stelle keine unzulässige inhaltliche Kontrolle der Post dar; die inhaltliche Nichtwahrnehmung bzw. Nichtkenntnisnahme werde bei der Überprüfung dadurch sichergestellt, dass die geschützte (Anwalts- oder Amts-) Post - lediglich im Beisein eines Vollzugsbeamten - vom Gefangenen selbst geöffnet werde. Bei diesem Vorgehen könnten die geschützten Urkunden von den Vollzugsbeamten selbst nicht gelesen werden. Die tangierten Grundrechte seien bei einer solchen Postkontrolle nur marginal betroffen. Nicht ersichtlich sei zudem, inwiefern die Grundrechte durch das Öffnen der Post im Beisein eines Vollzugsbeamten stärker eingeschränkt würden als mit den vom Beschwerdeführer vorgeschlagenen Methoden des Abtastens oder Scannens. Beide Varianten stellten gleichermassen eine Überprüfung auf verbotene Gegenstände dar und gingen - wie die von der JVA U.________ praktizierte Form der Kontrolle - von der potenziellen Möglichkeit aus, der "Brief" könnte einen gefährlichen Gegenstand enthalten. Der Beschwerdeführer werde dadurch nicht stärker in Verdacht genommen als mit den beiden von ihm anerkannten Vorkehren. Die Kontrolle in der JVA U.________ sei mithin zumutbar und durch kein milderes Mittel ersetzbar. Dass solche Kontrollmassnahmen des im öffentlichen Interesse liegenden Zieles erforderlich seien, werde im Übrigen zu Recht nicht bestritten.