Citation: 6B_1232/2021 E. 1.4.2

1.4.2. Was der Beschwerdeführer der vorinstanzlichen Beweiswürdigung entgegenhält, vermag keine Willkür zu begründen. Unzutreffend ist sein Einwand, es sei willkürlich zu behaupten, man könne auf dem Video die Heftigkeit eines Schlags feststellen. Die Vorinstanz beschreibt anschaulich, aufgrund welcher im Video ersichtlichen Gegebenheiten sie schliesst, der Beschwerdeführer habe mit voller Wucht zugeschlagen. So habe dieser mit kurzem Anlauf mit der zur Faust geballten linken Hand auf den Hinterkopf des Geschädigten geschlagen, mit dem Ergebnis, dass dieser über seinem Fahrrad zusammengesackt und einen kurzen Moment benommen liegen geblieben sei. Hinzu komme, dass der Beschwerdeführer selbst nach dem Schlag beinahe gestürzt wäre (Urteil S. 37). Zu dieser Begründung äussert sich der Beschwerdeführer nicht. Wenn er argumentiert, der Polizeirapport gehe von einem blossen "Streifen" aus und der Zeuge habe von einem "unvermittelten Schlag" gesprochen, vermag er damit keine Willkür in der vorinstanzlichen Beweiswürdigung aufzuzeigen. Einerseits kann auch ein unvermittelter, abrupter Schlag mit voller Wucht erfolgen, andererseits ist das Gericht bei der Beweiswürdigung nicht an die Einschätzung im Polizeirapport gebunden. Falsch ist das Vorbringen, der Geschädigte habe nicht bemerkt, dass er geschlagen worden sei. In seinem schriftlichen Bericht vom 13. Juli 2018 hielt dieser fest, er habe plötzlich einen Schlag auf den Hinterkopf bekommen, habe Schmerzen am Kopf und auf der Schulter gehabt und zunächst angenommen, es sei der Gummizug gewesen, der sich vom Rad gelöst habe und an seinen Kopf geknallt wäre. Der Zeuge habe ihm dann erzählt, dass ihm ein junger schwarzer Mann einen Schlag auf den Hinterkopf gegeben habe (Urteil S. 35; erstinstanzliches Urteil S. 22; kantonale Akten, act. 122). Daraus ergibt sich, dass der Geschädigte den Schlag zweifelsfrei wahrgenommen und danach auch Schmerzen verspürt hat, jedoch zunächst nicht wusste, wer oder was den Schlag verursacht hat. An der Sache vorbei geht der Einwand des Beschwerdeführers, die Anklageschrift und damit auch die Vorinstanz verkenne den Spitalbericht. Entgegen dem Verständnis des Beschwerdeführers wird in der Anklageschrift keine Beule an der Schulter beschrieben. Vielmehr sind Schmerzen am Kopf und an der Schulter, eine Beule und eine Verkrampfung der Schulter-/Halsmuskulatur angeklagt. Damit ist auch ein Hämatom am Hinterkopf vom angeklagten Sachverhalt erfasst. Es ist nicht ersichtlich, inwiefern die Vorinstanz hinsichtlich der übrigen Verletzungen vom Spitalbericht bzw. den Schilderungen des Geschädigten abweichen soll. Dieser führte in seinem Bericht vom 13. Juli 2018 aus, er habe direkt nach dem Schlag Schmerzen am Kopf und auf der Schulter gehabt (kantonale Akten, act. 122), im Spitalbericht werden geringe Kopfschmerzen umschrieben (Urteil S. 37; kantonale Akten, act. 675). Unter Willkürgesichtspunkten ist nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz den angeklagten Sachverhalt, wonach der Geschädigte Schmerzen am Kopf und an der Schulter gehabt habe, als erstellt erachtet. Gleiches gilt, wenn sie von einer Verkrampfung der Schulter-/Halsmuskulatur ausgeht, obwohl im Spitalbericht von einer Verspannung die Rede ist, zumal die Vorinstanz diese Folge des Schlages ihrer rechtlichen Würdigung gar nicht zugrunde legt (vgl. Urteil S. 38). Soweit der Beschwerdeführer rügt, es fehle am Kausalzusammenhang zwischen seinem Schlag und den Beschwerden des Geschädigten, und argumentiert, die Verspannung und die Kopfschmerzen könnten auch auf die Sitzung des Geschädigten nach dem Schlag zurückzuführen sein, verfällt er weitestgehend in appellatorische Kritik. Die Vorinstanz begründet schlüssig, weshalb sie als erstellt erachtet, dass der Faustschlag des Beschwerdeführers auf den Kopf des Geschädigten die von diesem geschilderten und im Spitalbericht umschriebenen Beschwerden verursacht hat (Urteil S. 37). Dass das Hämatom am Hinterkopf, das noch eine knappe Woche spürbar gewesen sei, von seinem Faustschlag verursacht wurde, bestreitet der Beschwerdeführer nicht. Die vorinstanzliche Feststellung, wonach sich die (Kopf-) Schmerzen des Geschädigten erst im Laufe des Nachmittags entwickelt hätten, ist nachvollziehbar und frei von Willkür. Was der Beschwerdeführer dagegen vorbringt, überzeugt nicht. Gänzlich an der Sache vorbei geht die Kritik an der vorinstanzlichen Feststellung, der Geschädigte habe in der Folge ein Misstrauen gegenüber jungen schwarzen Männern verspürt (Urteil S. 37 f.). Hierauf braucht nicht weiter eingegangen zu werden.