Citation: H 29/04 23.09.2004 E. 6

6.1 Das kantonale Gericht gelangte zum Schluss, die konkursite Gesellschaft sei in schuldhafter, d.h. absichtlicher oder zumindest grobfahrlässiger Weise, ihrer Beitragszahlungspflicht nicht nachgekommen. Es verneinte das Vorliegen besonderer Umstände, welche rechtsprechungsgemäss (BGE 121 V 243, 108 V 183) die Nichtbefolgung der einschlägigen Vorschriften als erlaubt oder nicht schuldhaft erscheinen lassen. Anlässlich der ausserordentlichen Generalversammlung vom 2. Februar 2000 habe Klarheit darüber bestanden, dass der im Sommer 1999 vor dem Hintergrund von Umsatz- und Liquiditätsproblemen beschlossene Verkauf der Geschäftsliegenschaft Y.________ nicht wie geplant erfolgen konnte, weshalb die Konkursitin spätestens im Frühjahr 2000 nicht mehr damit habe rechnen dürfen, dass die Ausgleichskasse sowie die weiteren Gläubiger innert nützlicher Frist aus dem Verkaufserlös der Liegenschaft befriedigt werden könnten. Dessen ungeachtet habe die Firma E.________ AG ihre Beitragsausstände weiter ansteigen lassen und bis zum Konkurs Lohnzahlungen geleistet, ohne hiefür Sozialversicherungsbeiträge zu entrichten. In diesem Zusammenhang sei überdies auffällig, dass dem Beschwerdeführer im Jahre 1998 Fr 90'000.- und im Jahre 2000 Fr. 72'000.- an Lohn ausbezahlt worden seien, was dokumentiere, dass der Beschwerdeführer auch seinen eigenen Bezügen Priorität vor der Beitragsentrichtung eingeräumt habe, obwohl sich abgezeichnet habe, dass die Sanierungsmassnahmen nicht wunschgemäss verlaufen würden. Bei der Firma E.________ AG handle es sich um ein Kleinunternehmen mit einfacher Verwaltungsstruktur und nur wenigen Angestellten, weshalb den Beschwerdeführer in seiner Eigenschaft als Organ der Gesellschaft ein Verschulden am eingetretenen Schaden treffe. 6.2 Der Beschwerdeführer bestreitet ein haftungsbegründendes qualifiziertes Verschulden. Er macht insbesondere geltend, der vom kantonalen Gericht erhobene Vorwurf, der Lohnzahlung sei Priorität vor der Beitragsentrichtung eingeräumt worden, sei lebensfremd und lasse ausser Acht, dass die Leistung der vertraglich vereinbarten Löhne nicht ohne weiteres eingestellt werden könne. Die Feststellung des kantonalen Gerichts, wonach er in den Jahren 1998 und 2000 persönlich Lohn bezogen habe, sei unzutreffend. Tatsache sei, dass die fraglichen Gelder effektiv gar nicht zur Auszahlung gelangt, sondern einzig auf Empfehlung des AHV-Revisors zur Vermeidung von Beitragslücken buchhalterisch erfasst worden seien. Hinzu komme, dass er seit Anfang 1999 in grossem Umfang persönlich Mittel in die nunmehr konkursite Gesellschaft eingebracht habe. Schliesslich sei er zur Sicherung der Kreditwürdigkeit eine Solidarbürgschaft eingegangen, aus welcher er immer noch abzahlen müsse.