Citation: 2C_688/2017 E. 4.5

4.5. Die Vorinstanz hat vorliegend mit Recht eine missbräuchliche Berufung auf das FZA bejaht: Sie hat nicht (was Thema des Falls Reyes war) darauf abgestellt, dass der Beschwerdeführer in absehbarer Zukunft vermutlich eine Arbeitstätigkeit aufnehmen werde, sondern darauf, dass von Anfang an nicht die Aufnahme einer familiären Beziehung, sondern die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit beabsichtigt war. Das ergibt sich aus den konkreten Umständen: Der Beschwerdeführer zog als 23-Jähriger in die Schweiz und stellte ein Asylgesuch. Dass der damals längst erwachsene Beschwerdeführer in Serbien ein minimales tatsächliches Familienleben mit seinem Stiefvater geführt und von diesem Unterhalt bezogen bzw. einen Unterhaltsbedarf gehabt hätte, wird vor Bundesgericht nicht geltend gemacht. Erst nach Abweisung des Asylgesuchs berief er sich auf Familiennachzug, was deshalb scheiterte, weil keiner der Beteiligten (Beschwerdeführer, Mutter, Stiefvater) EU-Angehöriger war und auch die Voraussetzungen von Art. 42 AuG nicht erfüllt waren. Die Miete einer Wohnung in U.________ diente nach den Feststellungen der Vorinstanz nicht dazu, das Familienleben zu ermöglichen, sondern um dem Beschwerdeführer eine Erwerbsmöglichkeit zu verschaffen. Die Unterhaltsbedürftigkeit, auf die sich der Beschwerdeführer beruft, ergab sich einzig daraus, dass er vorerst in Deutschland keine Aufenthaltsbewilligung erhielt und deshalb nicht erwerbstätig sein konnte. In die Schweiz reiste er zurück, um hier eine Erwerbstätigkeit auszuüben. Von Anfang an zog er nicht zu seiner Mutter und zu seinem Stiefvater, sondern an eine andere Adresse. In Wirklichkeit geht es dem Beschwerdeführer nicht darum, als unterhaltsabhängiger Familienangehöriger das Familienleben in der Schweiz mit seinem Stiefvater zu leben; vielmehr wurde die vorübergehende Unterhaltsabhängigkeit mit dem Ziel herbeigeführt, in die Schweiz einreisen und sich hier aufhalten und erwerbstätig sein zu können. Eine solche Arbeitsmigration ist vom Recht auf Familiennachzug im Sinne von Art. 3 Anhang I FZA oder Art. 42 Abs. 2 AuG nicht erfasst (vorne E. 4.1).