Citation: 6P.151/2005 17.08.2006 E. 3

Das Obergericht gelangt aufgrund der Würdigung der Beweismittel zum Schluss, dass der genaue Hergang der Kollision der Segelflugzeuge vom 4. Juni 2001 nicht vollständig ermittelt werden kann. Klarheit besteht darüber, dass der Beschwerdegegner seine DG-600 östlich des Tiersteinbergs vom sie schleppenden Flugzeug löste, er darauf eine Umkehrkurve nach links vollzog und hierauf geradeaus in südwestlicher Richtung flog und dass es nach nicht ganz einer Minute seit dem Ausklinken zur Kollision mit der ASK 21 kam. Nach dem Schlussbericht des Büros für Flugunfalluntersuchungen vom 23. Dezember 2002 flog die ASK 21 von rechts, in leicht angestellter und leichter Rechts-Querlage unmittelbar vor die DG-600. Letztere berührte hierauf mit dem rechten Flügel zuerst die linke Seite der Seitenflosse der ASK 21. Durch die Vorwärtsbewegung der ASK 21 schlug anschliessend ihre Höhenflosse gegen den Rumpf der DG-600 und trennte sich von der Seitenflosse. Die beiden Segelflugzeuge bewegten sich bezogen auf die Hochachse in einem spitzen Winkel von rund 60° aufeinander zu. Der Beschwerdegegner erklärte, die ASK 21 beim Steigflug nicht gesehen zu haben. Nach dem Ausklinken sei diese von hinten, unten rechts gekommen, so dass er sie nicht habe erkennen können. Der Pilot des Schleppflugzeugs ist zwar beim Aufstieg einem Segelflugzeug ausgewichen. Er konnte sich jedoch nicht erinnern, die ASK 21 während des Schleppens gesehen zu haben. Im angefochtenen Entscheid wird die Auffassung der ersten Instanz verworfen, nach der die ASK 21 schneller flog als die DG-600 und die Letztere - von hinten kommend - überholt habe. Als erstellt erachtet das Obergericht einzig, dass die ASK 21 von rechts, in leicht angestellter und leichter Rechts-Querlage, unmittelbar vor die sich geradeaus bewegende DG-600 geflogen ist. Eine Rekonstruktion des Flugverlaufs der ASK 21 hält es dagegen für unmöglich. Insbesondere könne nicht gesagt werden, wo sich dieses Flugzeug beim Ausklinken der DG-600 befunden habe. Aus diesem Grund sei es nicht erwiesen, dass der Beschwerdegegner die ASK 21 vor der Kollision hätte sehen und ihr hätte ausweichen können. Es komme hinzu, dass es bei der DG-600 tote Winkel gebe, und es stehe nicht fest, dass sich die ASK 21 nicht in einem solchen befunden habe. Schliesslich könne auch nicht ausgeschlossen werden, dass herunterhängende Wolkenfetzen die Sicht beeinträchtigt hätten.