Citation: 6B_1489/2022 E. 4.2

4.2. Die Feststellung der Vorinstanz, wonach es an einer Berufungsanmeldung fehle, will der Beschwerdeführer in seiner Strafrechtsbeschwerde mit dem Hinweis auf eine angebliche telefonische Auskunft als willkürlich und den Grundsatz des Vertrauensschutzes verletzend widerlegen. Er macht insofern geltend, der Gerichtsschreiber des Bezirksgerichts Horgen habe ihm ca. am 12. September 2022 telefonisch erläutert, sein Antrag auf Urteilsbegründung werde vom Bezirksgericht als Berufungsanmeldung "gewertet" (Beschwerde S. 1). Er habe ihm auch sein Unverständnis darüber ausgedrückt, dass man ohne Kenntnis der Begründung eines Urteils Berufung anmelden müsse (Beschwerde S. 2). Die mündliche Besprechung mit dem Gerichtsschreiber sei so zu interpretieren, dass er das rechtliche Erfordernis einer Berufungsanmeldung erfüllt habe und dies jedenfalls vom Gerichtsschreiber so formuliert worden sei (Beschwerde S. 3 und 5). Dieses - erstmals vor Bundesgericht erhobene und damit neu in das Verfahren eingeführte - Vorbringen des Beschwerdeführers erweist sich in doppelter Hinsicht als unbehelflich: Einerseits, weil neue Tatsachen und Beweismittel im bundesgerichtlichen Verfahren nur soweit vorgebracht werden dürfen, als erst der Entscheid der Vorinstanz dazu Anlass gibt (Art. 99 Abs. 1 BGG). Die Partei, die Noven anruft, muss begründen, dass und weshalb diese zulässig sein sollen. Dieses Erfordernis erfüllt der Beschwerdeführer nicht; er zeigt in seiner Beschwerde nicht auf, weshalb die Voraussetzung für die Zulassung des Novums erfüllt sein soll (BGE 139 III 120 E. 3.1.2; 133 III 393 E. 3; Urteil 6B_509/2022 vom 5. Oktober 2022 E. 2.4). Andererseits, weil es sich beim fraglichen Vorbringen - selbst wenn es novenrechtlich zulässig wäre - um eine blosse, unbelegte Behauptung in Bezug auf eine angeblich per Telefon erteilte Auskunft/Zusage handelt, die für sich nicht geeignet ist, Willkür zu belegen oder einen Anspruch aus dem Grundsatz des Vertrauensschutzes zu begründen (vgl. BGE 143 V 341 E. 5.3.1; siehe auch Urteile 2C_879/2021 vom 8. Juli 2022 E. 8.3 und 8F_6/2013 vom 25. Juni 2013 E. 2 mit Hinweisen). Zudem sprechen die Akten - bei summarischer Durchsicht - gegen das vom Beschwerdeführer Behauptete bzw. legen gar das Gegenteil nahe. So ist das angebliche ca. am 12. September 2022 geführte Telefonat in den Akten nicht vermerkt, obwohl der referenzierte Gerichtsschreiber des Bezirksgerichts Horgen einen früheren telefonischen Kontakt mit dem Beschwerdeführer explizit mit einer Notiz dokumentiert hat. Überdies hat der fragliche Gerichtsschreiber in einer elektronischen Nachricht vom 12. September 2022 neben der Eingangsbestätigung zuhanden des Beschwerdeführers ausdrücklich auch festgehalten, er verlange mit seiner Eingabe eine Begründung des Urteils. Dasselbe ergibt sich ohne Weiteres auch aus dem schriftlich begründeten Urteil des Bezirksgerichts Horgen (vgl. kantonale Akten, act. 35 und act. 37).