Citation: 5A_732/2014 E. 5

Die Beschwerdeführerinnen erblicken in der Anordnung der besagten Kindesschutzmassnahmen eine Verletzung des Rechts auf Achtung des Privat- und Familienlebens (Art. 8 EMRK). Ob sich aus Art. 8 Abs. 1 EMRK für den vorliegenden Fall der von den Beschwerdeführerinnen geltend gemachte Anspruch herleiten lässt, ist fraglich, kann hier aber offenbleiben: Der Anspruch aus Art. 8 Ziff. 1 EMRK gilt nicht absolut. Vielmehr ist nach Art. 8 Ziff. 2 EMRK ein Eingriff in das durch Ziff. 1 geschützte Rechtsgut zulässig, soweit er gesetzlich vorgesehen ist und eine Massnahme darstellt, die in einer demokratischen Gesellschaft für die nationale Sicherheit, die öffentliche Ruhe und Ordnung, das wirtschaftliche Wohl des Landes, die Verteidigung der Ordnung und zur Verhinderung von strafbaren Handlungen, zum Schutz der Gesellschaft und Moral sowie der Rechte und Freiheiten anderer notwendig ist. Im vorliegenden Fall haben die kantonalen Instanzen gestützt auf eine gesetzliche Grundlage (Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB) Massnahmen zum Schutz der Tochter erlassen, die sich aufgrund der gegebenen Verhältnisse aufgedrängt haben. Von daher hielte der Eingriff in den angeblichen Anspruch vor Art. 8 Abs. 2 EMRK stand.