Citation: 1C_497/2021 E. 5.2.4

5.2.4. Weiter machen die Beschwerdeführer geltend, die Altlastendeponie Degenau stehe einer Ausscheidung der Grundwasserschutzzonen entgegen. Die Altlastendeponie liege im Bereich der vorgesehenen Schutzzone S3. Sie enthalte neben Stoffen der Klasse II auch solche der Klasse IV. Überdies liege kein Überwachungskonzept vor, obwohl die Deponie als überwachungsbedürftig angesehen werde. Ein Sanierungsbedarf könne nicht ausgeschlossen werden und dieser würde einen Weiterbetrieb der Wasserfassung in Frage stellen. Die Einwände der Beschwerdeführer sind unbegründet. Dass das Grundwasser im Perimeter die qualitativen Anforderungen an die Ausscheidung von Grundwasserschutzzonen ungeachtet der Altlastendeponie Degenau erfüllt, wurde bereits dargelegt (vgl. E. 5.2.2 und 5.2.3 hievor). Ob die Altablagerung kein Entwässerungssystem aufweist, wovon das BAFU aufgrund des Alters der Deponie ausgeht, ist insofern nicht entscheidend. Aus den kantonalen Akten geht sodann hervor, dass das AFU im Jahr 2018 stellvertretend für die Grundeigentümer ein Überwachungskonzept im Sinne von Art. 13 der Verordnung vom 26. August 1998 über die Sanierung von belasteten Standorten (Altlasten-Verordnung, AltlV; SR 814.680) erstellt hat und im Jahr 2019 Probemessungen durchführen liess. Entgegen den Behauptungen der Beschwerdeführer konnte dabei eine Sanierungsbedürftigkeit der Deponie Degenau nicht bloss in Bezug auf die Belastung mit Schwermetallen, sondern auch betreffend flüchtiger organischer Verbindungen einstweilen ausgeschlossen werden. Im Übrigen weist das BAFU im Rahmen seiner Vernehmlassung an das Bundesgericht zutreffend darauf hin, dass es sich bei der Ausscheidung der hier streitigen Grundwasserschutzzone um eine planerische Massnahme handelt. Somit gelangt Art. 3 AltlV nicht zur Anwendung, der die Veränderung belasteter Standorte durch Bauten und Anlagen ausschliesst, wenn bislang nicht sanierungsbedürftige belastete Standorte durch das Vorhaben sanierungsbedürftig werden.