Citation: 2C_204/2016 E. 3.4

3.4. Die Vorinstanz hat sich eingehend mit der Frage auseinandergesetzt und die Gewinnstrebigkeit aus verschiedenen Gründen verneint: Betreffend die behaupteten Umsätze mit Familienmitgliedern seien keine Unterlagen eingereicht worden, die eine Tätigkeit des Beschwerdeführers als Vermögensverwalter nachweisen würden. Dasselbe gelte in Bezug auf bestimmte, vorgebrachte Geschäftsvorfälle. Die eingereichten Rechnungen enthielten keinen Hinweis, welche Dienste in Anspruch genommen worden seien. In den Jahren 2009 bis 2013 seien keine Reise- und Fahrzeugkosten verbucht worden, weshalb die Liste der nicht erfolgreichen Kundenkontakte zurückhaltend zu würdigen sei. Angesichts der geringen Anzahl an Kundenkontakten könnten die Bemühungen, neue Kunden zu gewinnen, nicht als ernsthaft bezeichnet werden. Dem Beschwerdeführer sei es somit nicht vorrangig um die Aufnahme einer selbständigen Erwerbstätigkeit, sondern um den vorzeitigen Bezug seines Freizügigkeitsguthabens und um die Reduktion der Steuerlast gegangen. Der bezogene Betrag sei auch nicht in den Geschäftsbüchern verbucht und somit nicht für Geschäftszwecke verwendet worden. Unabhängig davon, dass das Gesetz die Investition des bezogenen Kapitals ins Geschäft nicht verlange, erscheine es zumindest als ungewöhnlich, dass das gesamte Kapital bezogen worden sei, zumal es naheliegend gewesen wäre, lediglich einen Teilbezug zu tätigen oder den nicht für die Selbständigkeit benötigten Betrag wieder in eine Freizügigkeitseinrichtung einzuzahlen. Diesen Ausführungen (vgl. im Einzelnen das angefochtene Urteil E. 2.1) halten die Beschwerdeführer nichts Konkretes entgegen. Sie werfen der Vorinstanz lediglich vor, sie verkenne, dass der Beschwerdeführer bei seinen Dispositionen im Jahr 2009 noch nicht gewusst habe, ob seine Bemühungen erfolgreich sein würden. Zwar ist den Beschwerdeführern insofern zuzustimmen, als eine erfolgreiche Gewinnerzielung nicht zum Voraus festzustehen braucht. Allerdings setzen sie dem Vorwurf, keine genügenden Nachweise über die tatsächliche Tätigkeit als Vermögensverwalter eingereicht zu haben, nichts entgegen, womit sie diese Vorhaltung nicht zu widerlegen vermögen. Praxisgemäss wird es ausserdem als deutliches Indiz für die mangelnde subjektive oder objektive Gewinnstrebigkeit gewertet, wenn eine Tätigkeit auf Dauer nichts einbringt. Wer wirklich eine Erwerbstätigkeit ausübt, wird sich in der Regel nach andauernden beruflichen Misserfolgen von der Zwecklosigkeit seiner Tätigkeit überzeugen lassen und diese aufgeben. Führt er sie dennoch weiter, ist anzunehmen, dass dafür in subjektiver Hinsicht andere Motive als der Erwerbszweck massgebend sind. Dies trifft etwa dann zu, wenn eine Tätigkeit aus blosser Liebhaberei oder als Hobby betrieben wird (vgl. mit zahlreichen Beispielen auf die Rechtsprechung Urteil 2C_375/2015 vom 1. Dezember 2015 E. 7.4.1, in: RDAF 2016 II S. 88). Die Tätigkeit als Vermögensverwalter ist nicht ohne Weiteres vergleichbar mit den in der Rechtsprechung teilweise als Liebhaberei oder Hobby bezeichneten Tätigkeiten in den Bereichen etwa der Landwirtschaft, der Kunstmalerei oder des Weinhandels. Insofern erscheint es fraglich, ob dem Beschwerdeführer eine fehlende subjektive Gewinnstrebigkeit unterstellt werden kann. Zu berücksichtigen ist jedoch auch, dass in den Jahren 2009 bis 2013 stets ein Verlust von Fr. 10'000.-- bis Fr. 15'000.--, im Jahr 2013 noch Fr. 3'600.--, zu verzeichnen war (vgl. im Einzelnen das Urteil des Spezialverwaltungsgerichts vom 25. Juni 2015 E. 4.5.3.1). Angesichts der ungenügenden Nachweise für die Tätigkeit des Beschwerdeführers als Vermögensverwalter und der doch mehrjährigen Verbuchung von Verlusten erscheinen gesamthaft betrachtet die Zweifel der Vorinstanz an der Absicht der Gewinnerzielung berechtigt. Die Feststellung, es habe keine selbständige Erwerbstätigkeit vorgelegen, erweist sich damit nicht als offensichtlich unrichtig oder unvollständig (vgl. E. 1.4).