Citation: I 227/00 15.01.2002 E. 3

3.- Zu prüfen bleibt, ob der Beschwerdeführer sich auf den Grundsatz von Treu und Glauben berufen kann. Diese Frage überprüft das Eidgenössische Versicherungsgericht mit voller Kognition, da die Vorinstanz diesbezüglich auf die Beschwerde eingetreten ist und es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht (Art. 132 OG). a) Die Vorinstanz hat zutreffend dargelegt, dass der Beschwerdeführer wegen der langen Dauer des Verfahrens bei der IV-Stelle nichts zu seinen Gunsten ableiten kann. Darauf kann verwiesen werden. Zu ergänzen ist, dass die IV-Stelle seit dem Leistungsgesuch vom 10. April 1997 bis zum negativen Vorbescheid vom 5. März 1998 bzw. bis zur ablehnenden Verfügung vom 18. September 1998 in keiner Weise untätig war, sondern verschiedene Abklärungen in medizinischer, schulischer und beruflicher Hinsicht traf. Die Voraussetzungen, unter denen Untätigkeit einer Behörde ausnahmsweise vertrauensbildend sein kann, sind vorliegend nicht gegeben (Weber-Dürler, Vertrauensschutz im öffentlichen Recht, Basel und Frankfurt am Main 1983, S. 228 ff. mit Hinweisen). b) Der Beschwerdeführer bringt vor, die IV-Stelle habe in der Vernehmlassung an die Vorinstanz vom 17. November 1998 die Gutachten des Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienstes Aarau vom 31. Oktober 1997, des Dr. med. E.________ vom 20. August 1997 und des Dr. med. M.________ vom 10. Januar 1998 zitiert, worin festgehalten worden sei, dass sein Sohn einen strukturierten Rahmen gebraucht habe, wie ihn das Institut geboten habe. Weiter sei in dieser Vernehmlassung festgehalten worden, als erstmalige berufliche Ausbildung gelte der Besuch einer Mittelschule nach Abschluss der Volksschule, die sein Sohn am 1. September 1997 beendet habe. Damit habe sie sein Vertrauen in die Übernahme der Schulungskosten begründet. Aus der Vernehmlassung vom 17. November 1998 kann der Beschwerdeführer ebenfalls nichts zu seinen Gunsten ableiten. Erforderlich ist nämlich, dass das behördliche Verhalten für die Dispositionen des Betroffenen ursächlich war. Ein Kausalzusammenhang zwischen dem behördlichen Verhalten und dem darauf folgenden Handeln des Versicherten ist gegeben, wenn angenommen werden kann, dieser hätte sich ohne die Auskunft anders verhalten. Diese Kausalität fehlt vorliegend, da der Sohn des Beschwerdeführers das Institut schon seit 1. September 1997 besucht hatte und die nicht wieder rückgängig zu machende Disposition damit bereits vor der Vernehmlassung vom 17. November 1998 getroffen wurde (nicht veröffentlichtes Urteil A. vom 7. Mai 2001, C 27/01). Im Übrigen erfolgte die Vernehmlassung der IV-Stelle vom 17. November 1998 im Rahmen des ersten Verfahrens vor der Vorinstanz. Dem Beschwerdeführer musste deshalb klar sein, dass er sich nicht auf Angaben in der Vernehmlassung verlassen durfte, sondern dass es nunmehr Sache der Vorinstanz war, über seine Ansprüche zu entscheiden. c) Weiter macht der Beschwerdeführer geltend, die Mitarbeiter/-innen der IV-Stelle, insbesondere Frau J.________, hätten immer wieder bestätigt, sein Sohn sei am richtigen Ort; es bedürfe nur noch gewisser Detailabklärungen zur Kostenübernahme. Frau J.________ habe ihm unter anderem auch versichert, es sei ein Antrag "nach Bern" zur Übernahme des Schulgeldes unterwegs; dessen Gutheissung sei gleichsam nur noch Formsache. Beim Vorbringen betreffend die Auskunftserteilung durch Frau J.________ handelt es sich um eine neue Behauptung, die prozessual zulässig ist (RKUV 1999 Nr. U 333 S. 197 Erw. 1). Auch wenn ein Antrag in Bern zur Beurteilung des Leistungsgesuchs gestellt wurde, durfte der Beschwerdeführer annehmen, Frau Jung sei als Angestellte der IV-Stelle zuständig gewesen, ihn über die Erfolgsaussichten seines Leistungsgesuchs zu informieren. Falls sie ihm - wie behauptet - die Auskunft gegeben haben sollte, die Bewilligung in Bern sei bloss Formsache, so läge grundsätzlich eine vertrauensbildende Auskunft vor. Unter diesen Umständen bedürfen der Zeitpunkt und die Art der Vorsprache des Beschwerdeführers bei Frau Jung sowie der genaue Inhalt der Auskunft der näheren Abklärung. Gegen eine solche Weiterung lässt sich, jedenfalls bei der gegebenen Aktenlage, nicht einwenden, es fehle an einer der übrigen Voraussetzungen einer erfolgreichen Berufung auf den Vertrauensschutz. Ob insbesondere die Kausalität zwischen der allfälligen Auskunft und der Disposition des Beschwerdeführers (Internatsbesuch seines Sohnes) vorläge, lässt sich erst beurteilen, wenn der Zeitpunkt der Auskunft feststeht. Die Sache ist daher an die Vorinstanz zurückzuweisen, damit sie die nötigen Abklärungen vornehme und gestützt auf die dabei gewonnenen Erkenntnisse erneut über die Berufung auf den Vertrauensschutz befinde.