Citation: 5A_745/2009 19.03.2010 E. 4.1

4.1.1 Der Beschwerdeführer beanstandet den Umstand, dass seinem Antrag auf Befragung der Beschwerdegegnerin über die anlässlich der Hauptverhandlung vorgetragenen Noven nicht stattgegeben worden sei, wonach diese ihre Arbeitsstelle beim Kanton habe aufgeben müssen, sich deshalb per Ende September 2009 habe vorzeitig pensionieren lassen und ab diesem Zeitpunkt eine BVG-Rente von Fr. 600.-- pro Monat beziehe. Indem die Vorinstanz weder die Rentenhöhe abgeklärt noch die von der Beschwerdegegnerin behauptete Rente bei der Bemessung des erzielbaren Einkommens berücksichtigt habe, habe sie den Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV) verletzt. Was die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdegegnerin betrifft, habe die Vorinstanz trotz seiner Bestreitungen unbesehen auf unbewiesene Behauptungen der Beschwerdegegnerin abgestellt, sodass sie die Verteilung der Beweislast nach Art. 8 ZGB und mit der Ablehnung des von ihm gestellten Gutachtensantrages ebenfalls den Gehörsanspruch verletzt habe. 4.1.2 Einen Anspruch darauf, für rechtserhebliche Sachvorbringen zum Beweis zugelassen zu werden - wenn ihr Beweisantrag nach Form und Inhalt den Vorschriften des kantonalen Rechts entspricht - geben der beweisbelasteten Partei sowohl Art. 29 Abs. 2 BV als auch Art. 8 ZGB (für Art. 8 ZGB: BGE 133 III 295 E. 7.1 S. 299; 129 III 18 E. 2.6 S. 24; für Art. 29 Abs. 2 BV: BGE 131 I 153 E. 3 S. 157), wobei bei der Beurteilung zivilrechtlicher Ansprüche beweisrechtlich Art. 8 ZGB zum Zuge kommt (Urteile 5A_141/2007 vom 21. Dezember 2007 E. 2.2; 5A_403/2007 vom 25. Oktober 2007 E. 3). Wo der Richter dagegen in Würdigung von Beweisen zur Überzeugung gelangt, eine Tatsachenbehauptung sei bewiesen oder widerlegt, ist die Beweislastverteilung gegenstandslos, denn Art. 8 ZGB regelt die Folgen der Beweislosigkeit und verbietet nicht antizipierte Beweiswürdigung (BGE 114 II 289 E. 2a S. 290 f.). Der bundesrechtliche Beweisführungsanspruch ist somit nicht verletzt, wenn das Gericht - wie hier - beantragte Beweiserhebungen ablehnt, weil es ein Sachvorbringen weder als rechtserheblich noch als bestritten erachtet oder davon ausgeht, weitere Beweisabnahmen seien nicht geeignet, entweder die behauptete Tatsache zu beweisen oder die bereits aus anderen Beweisen gewonnene Überzeugung zu erschüttern (BGE 122 III 219 E. 3c S. 223). Derart vorweggenommene Beweiswürdigung prüft das Bundesgericht auf Willkür hin (vgl. BGE 131 I 153 E. 3 S. 157; 114 II 289 E. 2 S. 291), während sich die Frage nach der Rechtserheblichkeit eines Sachvorbringens nach dem anwendbaren materiellen Recht beurteilt (vgl. BGE 123 III 35 E. 2b S. 40). Die Rügen des Beschwerdeführers betreffen somit nicht die allgemeine Beweisvorschrift und sind im Sachzusammenhang zu erörtern.