Citation: 8C_391/2023 E. 6.1

6.1. Die Vorinstanz hielt fest, die ABI-Gutachterin Dr. med. D.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, habe sich einlässlich mit den psychiatrischen Vordiagnosen, dem bisherigen Behandlungsverlauf und den Befunden ihrer Exploration auseinandergesetzt. Sie habe anhand der klassifikatorischen Vorgaben nachvollziehbar aufgezeigt, dass die Kriterien einer mittelgradig depressiven Episode mit somatischem Syndrom erfüllt seien, die Diagnose einer PTBS mangels Erfüllung der Diagnosekriterien hingegen nicht zu bestätigen sei. Es seien weder eine vegetative Übererregtheit mit Vigilanzsteigerung noch eine übermässige Schreckhaftigkeit feststellbar gewesen. Gemäss der Gutachterin spreche auch der Umstand, dass die Beschwerdeführerin während Jahren nach den erlebten Traumatisierungen keine relevanten psychischen Beschwerden beklagte, gegen eine PTBS. An dieser Einschätzung, so die Vorinstanz, vermöge der Bericht des behandelnden Dr. med. E.________ vom 4. Januar 2021 nichts zu ändern. Er verfüge weder über ein anerkanntes Ärztediplom noch über einen Facharzttitel für Psychiatrie und Psychotherapie und lege auch nicht hinreichend dar, weshalb er von einer PTBS ausgehe. Auch die Berichte der Psychiatrischen Klinik F.________ betreffend den stationären Aufenthalt der Beschwerdeführerin vom 8. Februar bis 4. März 2022 begründeten keine Zweifel an der Beurteilung der Dr. med. D.________. Im Austrittsbericht vom 9. März 2022 werde der Psychostatus im Wesentlichen gleich beschrieben wie im Bericht von Dr. med. E.________. Auch werde die Diagnose der PTBS nicht weiter anhand der klassifikatorischen Angaben begründet. In ihrer ergänzenden Stellungnahme vom 3. Mai 2022 habe Dr. med. D.________ denn auch festgehalten, dass sich dem Bericht der Psychiatrischen Klinik F.________ keine Angaben entnehmen liessen, die ihre Einschätzung wesentlich beeinflussen könnten. Im Bericht vom 20. April 2022 zuhanden der Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin werde seitens der Psychiatrischen Klinik F.________ zwar erläutert, weshalb die Diagnose einer PTBS zu stellen sei. Die Herleitung der Diagnose werde jedoch sehr allgemein und nicht näher begründet. Invalidenversicherungsrechtlich massgebend sei letztlich auch nicht die genaue diagnostische Zuordnung, sondern die Auswirkung des Gesundheitsschadens auf die Arbeitsfähigkeit. Verschiedene medizinisch-psychiatrische Interpretationen seien zu respektieren, sofern die Gutachterperson - wie hier der Fall - lege artis vorgegangen sei. In den Berichten der Psychiatrischen Klinik F.________ würden keine Aspekte vorgebracht, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder unberücksichtigt geblieben wären. Der Umstand allein, dass die behandelnden Ärzte eine abweichende Meinung äusserten, vermöge keinen Anlass zu weiteren Abklärungen zu geben.