Citation: 4A_359/2018 E. 3.5.2

3.5.2. Es ist daher darauf abzustellen, wie der Beschwerdegegner die Offerte des Beschwerdeführers verstehen musste. Zu berücksichtigen ist dabei insbesondere der vom Erklärenden verfolgte Regelungszweck, wie ihn der Erklärungsempfänger in guten Treuen verstehen durfte und musste (BGE 132 III 24 E. 4 S. 28 mit Hinweis). Aus den Feststellungen der Vorinstanz ergibt sich, dass beide Parteien trotz der Vertragsübertragung von der Einzelunternehmung des Beschwerdeführers auf die I.________ AG auf grösstmögliche Kontinuität im Vermögensverwaltungsverhältnis setzten. So stellte die Vorinstanz fest, die Vermögensverwaltung habe wie bisher unverändert durch den Beschwerdeführer erfolgen sollen. Der einzige Unterschied sei gewesen, dass rechtlich neu die I.________ AG Vertragspartner gewesen sei. Es sei für den Beschwerdegegner zentral gewesen, auch nach der Vertragsübertragung durch den Beschwerdeführer betreut zu werden. Auch aus der Aussage von B.A.________ ergebe sich, dass der Vermögensverwaltungsvertrag inhaltlich unverändert weitergeführt worden sei und sich nur der Vertragspartner des Beschwerdegegners geändert habe. Vor dem Hintergrund, dass die Parteien trotz des Parteiwechsels grösstmögliche Kontinuität anstrebten, musste dem Beschwerdeführer bewusst sein, dass es aus Sicht des Beschwerdegegners um eine Weiterführung des Vermögensverhältnisses mit möglichst wenig Veränderungen ging. Der Beschwerdegegner musste daher nach Treu und Glauben nicht davon ausgehen, dass im Zeitpunkt der Vertragsübertragung eine Haftungsbeschränkung für die Vergangenheit beabsichtigt war. Eine Vertragsübertragung mit Wirkung ex tunc hätte aber zu diesem Resultat geführt. Eine solche rückwirkende Haftungsbeschränkung wäre dem von beiden Parteien verfolgten Zweck der Kontinuität diametral entgegengestanden. Es verletzt daher kein Bundesrecht, wenn die Vorinstanz aufgrund der Auslegung nach dem Vertrauensprinzip zum Ergebnis gelangt, die Vertragsübertragung wirke zeitlich nicht rückwirkend, sondern nur beschränkt auf den Zeitpunkt des Parteiwechsels.