Citation: 5A_153/2016 E. 2.1

2.1. Die Rekurskommission hat das Ausstandsbegehren als verspätet erachtet. Der anwaltlich vertretenen Beschwerdeführerin habe mit Kenntnisnahme des Rückweisungsentscheids des Obergerichts vom 23. Oktober 2014 klar sein müssen, dass Bezirksrichter Ziltener voraussichtlich auch das Verfahren nach der Rückweisung leiten werde. Dies habe die Beschwerdeführerin selber eingeräumt und deshalb auch das Gesuch vom 6. November 2014 an das Bezirksgericht verfasst. Die Zuteilung an einen anderen Richter wäre zwar möglich gewesen. In der publizierten Besetzung und Geschäftsverteilung des Bezirksgerichts Zürich sei aber für SchKG-Klagen nur Bezirksrichter Ziltener als ordentlicher Richter genannt. Zudem sei es feste Praxis, dass nach einer Rückweisung die Besetzung oder das Gerichtsmitglied den Fall weiterführt, das den angefochtenen Entscheid getroffen habe. Vorliegend sei das Verfahren seit 2006 hängig, komplex und von grosser Tragweite mit umfangreichen Akten, so dass der Sach- und Dossierkenntnis besondere Bedeutung zukomme. Habe die Beschwerdeführerin demnach damit rechnen müssen, dass Bezirksrichter Ziltener das Verfahren weiterführe, sei sie verpflichtet gewesen, das Ablehnungsgesuch unverzüglich nach Kenntnisnahme des obergerichtlichen Entscheids vom 23. Oktober 2014 zu stellen, da sich die behaupteten, vorbestehenden Ablehnungsgründe nach ihrer eigenen Darstellung mit dem Rückweisungsbeschluss aktualisiert hätten. Die Beschwerdeführerin habe mit ihrer Eingabe vom 6. November 2014 an das Bezirksgericht nun aber kein Ablehnungsgesuch gestellt. Auch in der Beschwerde vom 4. Dezember 2015 wiederhole die Beschwerdeführerin, dass sie selbst den fraglichen Antrag vom 6. November 2014 formell nicht als Ausstandsbegehren verstanden wissen wollte. Dahingehende Ausführungen habe sie schon am 17. Februar 2015 gemacht. Vielmehr habe die Beschwerdeführerin - nach ihren eigenen Angaben - am 6. November 2014 einzig um präsidiales Einschreiten bei der Zuteilung des Verfahrens nach Rückweisung durch das Obergericht ersucht. Weiter habe die Beschwerdeführerin ausdrücklich und fett hervorgehoben um Beurteilung des fraglichen Antrags durch das Präsidium des Bezirksgerichts Zürich ersucht, sofern das Einzelgericht nicht von sich aus einen anderen Richter einsetze. Dabei sei der Beschwerdeführerin aufgrund der eindeutigen gesetzlichen Regelung und ihrer Prozesserfahrung klar gewesen, dass für strittige Ausstandsbegehren die Verwaltungskommission zuständig sei. Dadurch habe sie deutlich gemacht, dass es ihr nicht um ein eigentliches Ablehnungsbegehren, sondern um eine direkte Einflussnahme ihrerseits auf die Besetzung des Spruchkörpers gegangen sei. Es habe somit auch kein Anlass bestanden, entgegen dem klar geäusserten Willen der Beschwerdeführerin die Sache an die zuständige Behörde zu überweisen. Erst in der Eingabe vom 17. Februar 2015 an das Bezirksgerichtspräsidium habe sie um Behandlung des Antrags 1 vom 6. November 2014 als Ablehnungsbegehren ersucht. Behaupte die Beschwerdeführerin im Nachhinein, dass ihre Eingabe vom 6. November 2014 einen Ablehnungsantrag enthalte, so setze sie sich in treuwidrigen Widerspruch zu ihren eigenen Ausführungen und ihrem Verhalten. Die Beschwerdeführerin habe den Ausstand von Bezirksrichter Ziltener somit erst am 17. Februar 2015 verlangt. Dies sei offenkundig verspätet.