Citation: 1C_102/2022 E. 7.2.2

7.2.2. Diese Grundsätze haben auch in Bezug auf die teilweisen Änderungen und massvollen Erweiterungen gemäss Art. 24c Abs. 2 RPG in der ab dem 1. September 2000 gültigen Fassung zu geltend, zumal der Begriff der teilweisen Änderung durch die Gesetzesrevision nicht verändert wurde und er grundsätzlich der bisherigen bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu Art. 24 Abs. 2 aRPG entspricht (vgl. BGE 132 II 21 E. 7.1.1; Urteil 1A.312/2005 vom 27. September 2006 E. 6.2.2). Der am 1. November 2012 in Kraft getretene vierte Absatz von Art. 24c RPG verlangt, dass Veränderungen am äusseren Erscheinungsbild (von altrechtlichen Bauten) für eine zeitgemässe Wohnnutzung oder eine energetische Sanierung nötig oder darauf ausgerichtet sein müssen, die Einpassung in die Landschaft zu verbessern. Diese Voraussetzungen, die einen schleichenden Verlust des Charakters landwirtschaftlich geprägter Landschaften verhindern sollen, gelten namentlich für Erweiterungen ausserhalb des bestehenden Gebäudevolumens (Urteil 1C_480/2019 vom 16. Juli 2020 E. 3.3). Entsprechend führt das Amt für Gemeinden und Raumordnung des Kantons Bern im Themenblatt A1, Bauen ausserhalb der Bauzonen, sinngemäss aus, bei Erweiterungen ausserhalb des bestehenden Bauvolumens durch Nebenbauten dürfe nur ausnahmsweise vom Erfordernis des körperlichen Zusammenhangs mit der bestehenden Baute abgewichen werden, wenn ein direktes Anbauen aus konstruktiven oder topografischen Gründen nicht möglich und eine Nebenbaute für das zeitgemässe Wohnen gemäss Art. 24c Abs. 4 RPG erforderlich sei. Dazu könne bei der Umstellung auf eine Hauptholzheizung ein mindestens zweiseitig offener Holzunterstand nötig sein, wenn innerhalb des Volumens (für die Lagerung des Brennholzes) kein Platz vorhanden sei (S. 3). Diese Voraussetzungen entsprechen der bundesgerichtlichen Rechtsprechung, wonach bezüglich der Standortgebundenheit im Sinne von Art. 24 lit. a RPG ein gedeckter Holzunterstand zum Betrieb einer Holzheizung (selbst bei der Bewirtschaftung einer Waldparzelle in einer Distanz von rund 720 m) nicht erforderlich ist, wenn das Brennholz in zumutbarer Weise an anderen Orten - z.B. im Heizraum oder in anderen Räumen - eingelagert werden kann, da die blosse Vereinfachung des Heizbetriebs nicht genügt (Urteil 1C_284/2017 vom 1. März 2018 E. 4, ins. E. 4.2 - 4.4; vgl. ferner: VEREINIGUNG KANTONALER FEUERVERSICHERUNGEN, Brandschutzrichtlinie, Wärmetechnische Anlagen, 1. Januar 2017, S. 15 f. Ziff. 6.3, die in separaten Heizräumen das Lagern von max. 10 m3 Holzbrennstoffe im Abstand von 1 m zum Feuerungsgerät zulässt). Dieser Grundsatz hat auch bezüglich der Erforderlichkeit eines Holzunterstands für die Wohnnutzung im Sinne von Art. 24 Abs. 4 RPG zu gelten (vgl. RUDOLF M UGGLI, in: Praxiskommentar RPG: Bauen ausserhalb der Bauzone, 2017, N. 36 zu Art. 24c RPG, der ausführt, bei der Notwendigkeit für eine zeitgemässe Wohnnutzung könne es nicht darum gehen, grosszügige und komfortable Lösungen zu erlauben).