Citation: 8C_1029/2009 11.01.2010 E. 2.2

2.2.1 Weiter liegt auch keine unfallähnliche Körperschädigung im Sinne von Art. 9 Abs. 2 UVV vor. Nach der Rechtsprechung (Urteil 8C_1000/2008 vom 27. Februar 2009 E. 2.3 mit Hinweisen [publ. in: SVR 2009 UV Nr. 34 S. 118]) erfüllt Art. 9 Abs. 2 lit. b UVV nur eigentliche Gelenksverrenkungen (Luxationen), nicht aber unvollständige Verrenkungen (Subluxationen) oder Torsionen (Verdrehungen) und Distorsionstraumen (Verstauchungen). Das kantonale Gericht hat richtig festgehalten, dass eine Luxation nur vorliegt, wenn die durch ein Gelenk verbundenen Knochenenden verschoben sind, welches Krankheitsbild entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers hier nicht vorlag. Er übersieht, dass der Begriff "Gelenk" laut Psychrembel, Klinisches Wörterbuch, Berlin/New York 2002, S. 581 als bewegliche Verbindung zwischen zwei oder mehreren Knochen definiert ist. Inwiefern Bandscheiben zwischen den Wirbelsäulenkörpern diese Funktion erfüllen sollen, wird auch nicht ansatzweise dargelegt, weshalb auf das beantragte medizinisch-wissenschaftliche Gutachten zu verzichten ist. Ebenfalls nicht ersichtlich ist, inwiefern Schädigungen der Bandscheiben im Bereich der Rückenwirbel von Art. 9 Abs. 2 lit. g UVV (Bandläsionen) erfasst sein sollen. 2.2.2 Zu prüfen bleibt die Leistungspflicht der SUVA unter dem Titel Berufskrankheiten gemäss Art. 9 UVG. Wie die Vorinstanz mit Hinweis auf das Urteil U 337/01 vom 27. August 2003 E. 2 zutreffend erwogen hat, ist das im Anschluss an ein Verhebetrauma aufgetretene lumboradikuläre Schmerz- und sensomotorische Ausfallsyndrom auf Höhe des Wirbelsäulenkörpers L5 links mit Diskushernie mediolateral links L4/5 (vgl. Bericht des Spitals X.________ vom 3. Januar 2007) in der im Anhang 1 zur UVV, vom Bundesrat gestützt auf Art. 9 Abs. 1 Satz 2 UVG erlassenen Liste arbeitsbedingter Erkrankungen nicht enthalten. Damit fällt als Grundlage der Haftung der Unfallversicherung einzig Art. 9 Abs. 2 UVG in Betracht. Dabei ist medizinisch nicht nachweisbar, dass das lumboradikuläre Schmerz- und sensomotorische Ausfallsyndrom mit Diskushernie ausschliesslich oder stark überwiegend durch die berufliche Tätigkeit verursacht wurde. Das Bundesgericht hat im erwähnten Urteil U 337/2001 E. 3 festgehalten, aus verschiedenen medizinischen Studien und Statistiken zu epidemiologischen Daten sei zwar zu schliessen, dass strenge körperliche Arbeit einen signifikanten ätiologischen Faktor darstellt, hiegegen eine übermässige Häufung bandscheibenbedingter Erkrankungen in einem zur Anerkennung als Berufskrankheit erforderlichen Verhältnis von 4 : 1 statistisch nicht nachweisbar ist. Auf Grund dieser Erkenntnisse der medizinischen Wissenschaft ist ein stark überwiegender Zusammenhang zwischen einer beruflichen Tätigkeit und dem konkret diagnostizierten Gesundheitsschaden von vornherein zu verneinen. Auf die beantragten näheren Abklärungen ist daher zu verzichten.