Citation: 6B_563/2022 E. 1.3.1

1.3.1. Zu prüfen ist demgegenüber die vom Beschwerdeführer eventualiter vorgetragene Rüge, die Vorinstanz verletze die geltende Fassung von Art. 55a Abs. 1 StGB, wenn sie das Verfahren betreffend Drohung vorliegend trotz mehrfacher Anträge seiner Ehefrau nicht sistiere. Er argumentiert, die Vorinstanz verkenne den Wortlaut von Art. 55a Abs. 1 lit. c StGB, wenn sie die Interessen der Allgemeinheit anführe, um zu beurteilen, ob die Sistierung geeignet erscheine, um die Situation des Opfers zu stabilisieren und zu verbessern. Er lasse sich seit der Haftentlassung freiwillig psychiatrisch behandeln. Dies schütze sowohl ihn als auch sein Umfeld und insbesondere seine Ehefrau ausreichend. Auch habe diese mehrfach kundgetan, dass sie für ihn medizinische Hilfe wünsche. Folglich habe sie sinngemäss nicht gewollt, dass er strafrechtlich belangt und kriminalisiert werde. Entsprechend würde sich ihre Situation verbessern oder stabilisieren, wenn das Strafverfahren wegen Drohung sistiert und eingestellt würde.