Citation: 9C_550/2016 E. 4.2.1

4.2.1. Allein der Umstand, dass sich der psychiatrische Gutachter nicht explizit zur Frage äusserte, ob die Diagnose der kombinierten Persönlichkeitsstörung bereits im Kindesalter oder der Adoleszenz in Erscheinung trat, vermag die von ihm getroffene, von den weiteren an der Begutachtung beteiligten Ärzten mitgetragene Einschätzung im Rahmen der gesetzlichen Kognition (E. 1.1) ebenfalls nicht zu erschüttern. Denn es kommt invalidenversicherungsrechtlich nicht auf die Diagnose, sondern einzig darauf an, welche Auswirkungen eine Erkrankung auf die Arbeitsfähigkeit hat (BGE 136 V 279 E. 3.2.1 S. 281). Massgebend ist in erster Linie der lege artis erhobene psychopathologische Befund und der Schweregrad der Symptomatik (vgl. BGE 130 V 352 E. 2.2.3 S. 353 f. mit Hinweisen). Wird eine ICD-10 F-kodierte psychiatrische Diagnose gestellt, ist für die Nachvollziehbarkeit der Diagnosefindung für die rechtsanwendenden Behörden erforderlich, dass der Gutachter oder die Gutachterin wenigstens kurz darlegt, welche der charakterisierenden Kriterien inwiefern und wie ausgeprägt gegeben sind. Wie bereits ausgeführt (E. 4.1), gilt zu berücksichtigen, dass die psychiatrische Exploration von der Natur der Sache her nicht ermessensfrei erfolgen kann und dem oder der medizinischen Sachverständigen deshalb praktisch immer einen gewissen Spielraum eröffnet, innerhalb welchem verschiedene Interpretationen möglich, zulässig und im Rahmen einer Exploration lege artis zu respektieren sind (vgl. bereits zitierte Urteile 9C_353/2015 E. 4.1 und 9C_634/2015 E. 6.1).