Citation: 1P.621/2006 12.03.2007 E. 3

Der Beschwerdeführer soll in der Zeit von ca. Ende Januar 2006 bis Ende März 2006 unter dem Namen "A.________" eine Beziehung mit Y.________ (geb. 1989) unterhalten haben, in der es wiederholt zu sexuellen Handlungen gekommen sei. Y.________ war damals 16 1/2 Jahre alt und wohnte im Kinderheim Z.________. Der Beschwerdeführer soll ihm Geld gegeben haben (Bargeld oder Aufladen des Prepay-Guthabens des Mobiltelefons). Welche Rolle das Geld in der Beziehung zwischen dem Beschwerdeführer und Y.________ gespielt hat, ist umstritten (Entsiegelungsgesuch des Bezirksamts Muri vom 19. Juli 2006). Nach der angefochtenen Verfügung (Ziff. 7.2) beziehen sich die bisherigen Ermittlungen insbesondere der sexuellen Kontakte des Beschwerdeführers mit Y.________ im Wesentlichen auf den Straftatbestand der Ausnützung der Notlage. Aufgrund seines Verhaltens bestünden aber Anhaltspunkte dafür, dass der Beschwerdeführer anderweitige Kontakte zu allenfalls minderjährigen Jugendlichen geknüpft haben und entsprechendes Ton- und Bildmaterial auf seinen Informatikmitteln gespeichert sein könnte. Der Beschwerdeführer habe ausdrücklich angegeben, dass der auf seinen Gerätschaften pornografisches Material gespeichert habe und dass ihn junge Männer mehr anziehen als gleichaltrige oder ältere. Daraus ergebe sich ein genügender Tatverdacht der Verletzung anderer Straftatbestände des Sexualstrafrechts, insbesondere der Pornografie. Aufgrund der Angaben des Beschwerdeführers könne von einer unzulässigen Beweisausforschung keine Rede sein und die Durchsuchung der Informatikmittel erweise sich als verhältnismässig. Weiter führt das Obergericht aus (angefochtene Verfügung, Ziff. 7.3), es liege der Verdacht der Ausnützung der Notlage, der sexuellen Handlungen mit Kindern und der Pornografie vor. Die Durchsuchung des Mobiltelefons sei zur Überprüfung der Behauptung des Beschwerdeführers unumgänglich, wonach er genauestens darauf achte, keine Kontakte mit jungen Männern unter 16 Jahren einzugehen.