Citation: 6B_954/2019 E. 1.4.3

1.4.3. Hinsichtlich des dritten Videos bestreitet der Beschwerdeführer nicht, dass darin grausame Gewalttätigkeiten gegen einen Menschen eindringlich dargestellt werden und dabei die elementare Würde des Menschen in schwerer Weise verletzt wird. Diesbezüglich kann auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urteil S. 10; vgl. auch BBl 1985 II 1045 f. Ziff. 214.9; HAGENSTEIN, a.a.O., N. 21 ff. zu Art. 135 StGB). Der Beschwerdeführer stellt sich jedoch auf den Standpunkt, die Gewaltdarstellung sei schutzwürdig, weil sie einen kulturellen oder wissenschaftlichen Wert habe. Eines kulturellen Werts entbehren Darstellungen, die sich im Wesentlichen darin erschöpfen, Grausamkeiten bloss zur Unterhaltung oder Belustigung darzubieten. Dokumentarische oder künstlerische Werke hingegen führen Grausamkeiten vor Augen, um die Folgen individueller oder kollektiver Gewalt exemplarisch zu illustrieren und das kritische Bewusstsein für deren Verwerflichkeit zu wecken oder zu schärfen. Es kommt entscheidend auf diesen Kontext der dargestellten Grausamkeiten an. Ist er gegeben und wird Gewalt weder verherrlicht noch verharmlost, so lässt sich ein kultureller Wert annehmen. Der wissenschaftliche Wert hängt von der Notwendigkeit der Darstellung für Lehre und Forschung ab (BBl 1985 II 1046 Ziff. 214.9; vgl. auch BGE 131 IV 64 E. 10.1.3 S. 68 f. mit Hinweisen). Die Vorinstanz verfällt weder in Willkür noch verletzt sie Bundesrecht, wenn sie dem fraglichen Video jeglichen schützenswerten Charakter abspricht. Sie erwägt zutreffend, dass das Video in keinen erkennbaren Kontext eingebettet ist, sondern einzig die Tötung eines Mannes aus nächster Nähe durch mehrere Schüsse in den Kopf aus der Perspektive eines der Täter zeigt. Das Video enthält keinerlei Informationsgehalt, der im Rahmen einer dokumentarischen oder medialen Berichterstattung von Interesse sein könnte; vielmehr stellt es lediglich rohe Gewaltanwendung dar. Ein schutzwürdiger kultureller oder wissenschaftlicher Wert ist weder dargelegt noch ersichtlich, weshalb der objektive Tatbestand von Art. 135 Abs. 1bis StGB erfüllt ist.