Citation: 1C_471/2021 E. 4.3

4.3. Es ist unstreitig, dass das Gebiet bezüglich Wasser, Energie und Abwasser ausreichend erschlossen ist. Das Verwaltungsgericht hielt fest, der Ostbereich des Pflichtgestaltungsplangebiets sei auch strassenmässig bereits komplett erschlossen, durch die Quartierstrasse Untere Torfeldstrasse. Die Beschwerdeführenden bringen (erstmals in ihrer Replik) vor, zur Erschliessung gehörten gemäss § 32 Abs. 3 BauG/AG auch die Auswirkungen auf das Strassennetz; die Schaffung eines ganzen Stadtteils für über 1100 Einwohner werde grundsätzlich neue Anforderungen an das Verkehrsnetz zeitigen. Das Verwaltungsgericht hat jedoch festgestellt, dass die streitige Nutzungsänderung die Erschliessung eher entlasten werde, weil die Wohnnutzung ein weniger hohes Verkehrsaufkommen generiere als ein Einkaufszentrum; mit diesen Feststellungen setzen sich die Beschwerdeführenden nicht auseinander. Im Übrigen wollte der Gesetzgeber mit Art. 24 Abs. 1 Satz 2 USG die raumplanungsrechtlich erwünschte Umzonung und Verdichtung auch in Gebieten ermöglichen, in denen die Planungswerte bereits überschritten sind, um zu verhindern, dass sich die Stadtzentren leeren und neue Nutzungen auf der grünen Wiese realisiert werden. Diese gesetzgeberische Intention ist auch bei der Auslegung von Art. 24 Abs. 2 USG zu berücksichtigen. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist Art. 24 Abs. 2 USG daher nicht anwendbar, wenn eine für die bisherige Nutzung genügend erschlossene Bauzone umgezont werden soll und hierfür die Erschliessung angepasst oder ergänzt werden muss (Urteile 1C_695/2017 vom 22. Februar 2019, E. 7.3, in: URP 2019 371; 1C_182/2019 vom 17. August 2020 E. 3.3, in: URP 2021 54; so auch ALAIN GRIFFEL/HERIBERT RAUSCH, Kommentar zum USG, Ergänzungsband zur 2. Aufl. 2011, N. 8 zu Art. 24 USG; CHRISTOPH SCHAUB, Heute erschlossen, morgen nicht erschlossen? Lärmrechtliche Erschliessungsvoraussetzungen bei Umnutzungen, URP 2002 718, insbes. S. 724 ff.).