Citation: 2C_619/2021 E. 1.3

1.3. Der Ehemann erhob für sich und seine Ehefrau mit Eingabe vom 30. Mai 2021 Beschwerde an das Verwaltungsgericht des Kantons St. Gallen, das die Beschwerde abwies und das im verwaltungsgerichtlichen Verfahren gestellte Gesuch um Erteilung des Rechts zur unentgeltlichen Rechtspflege (Prozessführung und anwaltliche Verbeiständung) zufolge Gegenstandslosigkeit abschrieb (Entscheid B 2021/126 vom 15. Juli 2021). Das Verwaltungsgericht erwog, es sei unbestritten, dass die Einsprachen vom 14. Dezember 2020 nach Fristablauf ergangen seien. Was die Einsprache vom 1. Dezember 2020 betreffe, sei diese im Verfahren "A-Post Plus" versandt worden, wobei der Poststempel unleserlich sei. Den Beweis der Rechtzeitigkeit hätten die Steuerpflichtigen nicht angetreten. Der Steuerpflichtige mache indes geltend, dass er sich vom 6. November bis zum 14. Dezember 2020 aufgrund seiner Erkrankung an Covid-19 durchgehend in einer Isolation befunden habe. Seinen eigenen Angaben zufolge sei ihm der Versand der Einsprache daher erst am 14. Dezember 2020 möglich gewesen. Eine Erkrankung des Steuerpflichtigen an Corona sei aber, so das Verwaltungsgericht, unbewiesen geblieben. Auch wenn die Erkrankung tatsächlich bestanden haben sollte, wäre das Fristwiederherstellungsgesuch vom 30. Januar 2021 bis spätestens am 18. Januar 2021 (direkte Bundessteuer) bzw. am 28. Dezember 2020 (Staats- und Gemeindesteuern des Kantons St. Gallen) zu stellen gewesen. Zur Gebotenheit der anwaltlichen Vertretung sei festzuhalten, dass keine Verbeiständung erforderlich sei, um die Akten einzusehen und die erforderlichen Schriftstücke im Einspracheverfahren vorzulegen.