Citation: I 239/04 05.11.2004 E. 3

Mit Bericht vom 13. September 2001 führte Dr. med. B.________ aus, der Beschwerdegegner befinde sich in relativ gutem Allgemeinzustand, sei jedoch sehr wenig motiviert zu arbeiten. Er leide an psychischen Störungen und Verhaltensstörungen durch Polytoxikomanie sowie an einer positiven Hepatitis C-Serologie, die keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit habe. Eine medizinisch begründete Arbeitsunfähigkeit für die Tätigkeit als Elektromonteur bestehe nicht, die bisherige Tätigkeit sei aber nicht mehr zumutbar und es bestehe eine verminderte Leistungsfähigkeit; auch andere Tätigkeiten könnten dem Versicherten nicht zugemutet werden. In der psychiatrischen Begutachtung vom 11. April 2002 diagnostizierten die Ärzte eine "kombinierte psychiatrische Störung", welche sich einerseits aus einer langjährigen Suchtmittelabhängigkeit, anderseits aus einer sozialen Phobie und zusätzlich aus einer affektiven Störung zusammensetze. Letztere sei differenzial-diagnostisch entweder einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig leichte Episode (ICD-10 F33.0), oder einer leichten Dysthymia (ICD-10 F34.1) zuzuordnen. Die kontrollierte Heroinabgabe habe zu einer deutlichen Stabilisierung der Suchterkrankung geführt, der Versicherte könne inzwischen auf den Opiatbeikonsum gänzlich verzichten und habe den Heroinbeikonsum auf eine ungefähr zweimal wöchentliche, relativ niedrigdosierte Einnahme reduziert. Das Zusammenspiel von langjähriger Suchterkrankung, mittelgradig ausgeprägter sozialer Phobie mit weitgehender sozialer Isolation und leichtgradig ausgeprägter affektiver Störung bewirke gesamthaft eine mittelgradige bis schwere gesundheitliche Beeinträchtigung, so dass der Versicherte derzeit zu 50 % arbeitsfähig sei. Insbesondere die soziale Phobie führe im angestammten Beruf zu wiederholten Absenzen und Arbeitsabbrüchen; die Umschulung zum PC-Supporter sei dagegen erfolgsversprechend, da der Beschwerdegegner sich weniger vor Drittpersonen exponieren müsse. Auch begünstige sie eine weitere Stabilisierung des Versicherten. Auf entsprechende Fragen der Rechtsvertreterin des Versicherten präzisierte Dr. med. V.________ am 2. Juli 2004 im Wesentlichen, die depressive Störung trage zu einer Arbeitsunfähigkeit von schätzungsweise 20 % bei. Da in Zeiten von Depressivität und/oder Suchtverhalten mehr soziophobische Anteile aufträten, sei es nachvollziehbar, dass sich die soziale Phobie mit der im Zuge der kontrollierten Heroinabgabe eingetretenen Stabilisierung der Persönlichkeit vermindert habe. Aus der depressiven Störung und der sozialen Phobie zusammen resultiere eine Arbeitsunfähigkeit von schätzungsweise 25 bis 30 %.