Citation: 2A.542/2004 01.10.2004 E. 1

In den Jahren 1999 und 2000 galt im Kanton Bern noch die zweijährige Steuerperiode, weshalb Art. 43 Abs. 1 DBG Anwendung findet. Danach bemisst sich das steuerbare Einkommen nach dem durchschnittlichen Einkommen der beiden letzten der Steuerperiode vorangegangenen Kalenderjahre. Schwankungen in der Höhe des Einkommens wirken sich im System der zweijährigen Vergangenheitsbemessung in der Regel in der folgenden Steuerperiode aus. Unter bestimmten Voraussetzungen, wenn sich in der Steuerperiode die Einkommensgrundlagen infolge der in Art. 45 DBG genannten Gründe massgeblich und dauernd verändern, ist eine Zwischenveranlagung vorzunehmen. In diesen Fällen ist auf den Zeitpunkt der Änderung für die von der Veränderung betroffenen Einkommensbestandteile auf Gegenwartsbemessung umzustellen (Art. 46 Abs. 1 und 2 DBG). Die Zwischenveranlagung wurde im System der zweijährigen Veranlagungsperiode eingeführt, um Härten und Unzulänglichkeiten zu vermeiden, die sich ergeben können, wenn trotz Änderung der Einkommensgrundlagen die Veranlagung erst in der folgenden Steuerperiode angepasst wird. Wie schon unter dem Bundesratsbeschluss über die direkte Bundessteuer (BdBSt) ist die Aufzählung der Zwischenveranlagungsgründe im Gesetz als abschliessende zu verstehen und sind die Zwischenveranlagungsgründe einschränkend zu interpretieren (Urteil 2A.486/2002 vom 31. März 2003 E. 4.1, in: StE 2003 B 23.1 Nr. 55; so bereits BGE 110 Ib 313 E. 1; Peter Locher, Kommentar zum DBG, I.Teil, N 5 zu Art. 45 DBG, mit weiteren Hinweisen).