Citation: 8C_59/2024 E. 5.1

5.1. In ihrem polydisziplinären Gutachten vom 1. Februar 2018 (mit orthopädischer Untersuchung vom 17. Oktober 2017) diagnostizierten die Experten ein chronisches multilokuläres Schmerzsyndrom und eine "unklare Halbseitensymptomatik links fraglicher Wertigkeit". Sie gingen aufgrund des Rückenleidens mit Status nach Operation der Diskushernie L4/5 am 1. Oktober 2014 von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit für sämtliche schweren und häufig mittelschweren Arbeiten aus. In einer körperlich leichten bis sporadisch mittelschweren, wechselbelastenden Tätigkeit bestehe hingegen ab April 2015 eine vollschichtige Arbeitsfähigkeit. Nachdem am 3. Oktober 2018 eine neuerliche dekomprimierende Rückenoperation infolge einer Rezidiv-Hernie L4/5 durchgeführt worden war, fanden im BEGAZ zwei Verlaufsbegutachtungen statt, wobei die Expertise vom 27. November 2019 nicht verwertet werden konnte, da sich der Beschwerdeführer wenige Wochen vor der Begutachtung einem weiteren operativen Eingriff an der Wirbelsäule unterzogen hatte. Im bidisziplinären Verlaufsgutachten vom 7. Januar 2021 diagnostizierten die Sachverständigen ein chronisches lumbospondylogenes Syndrom, eine leichtgradige depressive Episode und eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung. Sie hielten fest, es sei seit der Schmerzexazerbation vom 13. September 2018 mit den in der Folge indizierten operativen Eingriffen zu einer zusätzlichen verminderten Belastbarkeit des Achsenskeletts gekommen. Infolgedessen sei von einer weiteren Einschränkung der Arbeitsfähigkeit auch für leichte, rückenadaptierte Arbeiten auszugehen. Medizinisch-theoretisch bestehe ab der Schmerzexazerbation durchgehend bis vier Monate nach dem letzten Eingriff vom 22. Oktober 2019 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Ca. ab April 2020 seien dann leichte, wechselbelastende, rückenadaptierte Arbeiten aus orthopädischer Sicht halbtags zumutbar, wobei betont werden müsse, dass die letzten beiden LWS-Operationen komplikationslos verlaufen seien. Aus rein psychiatrischer Sicht wurde eine Arbeitsunfähigkeit von 30 % seit September 2018 attestiert.