Citation: 7B_280/2022 E. 2.2.3

2.2.3. Zur Beurteilung, welchen Vorsatz der Beschwerdeführer hatte, stellt die Vorinstanz wie bereits die Erstinstanz auf das forensische Gutachten vom 31. Januar 2018 ab. Zudem berücksichtigt sie die Aussagen des Beschwerdeführers, der Beschwerdegegnerin 2, von deren Schwester, eines benachbarten Ehepaars, einer Freundin und des Geliebten der Beschwerdegegnerin 2. Nach ausführlicher und sorgfältiger Würdigung dieser Beweismittel pflichtet die Vorinstanz der Erstinstanz darin bei, dass der Beschwerdeführer mit dem Messer kraftvoll und heftig auf die Brust der Beschwerdegegnerin 2 zielte. Die Schwester habe ihre ganze Kraft aufwenden müssen, um den Beschwerdeführer von der Beschwerdegegnerin 2 wegzuziehen. Dass der Beschwerdeführer freiwillig von der Beschwerdegegnerin 2 abgelassen hätte, wenn die Schwester ihr nicht geholfen hätte, schliesst die Vorinstanz mit hoher Wahrscheinlichkeit aus. Hätte der Beschwerdeführer die Beschwerdegegnerin 2 nur verletzen wollen, so sei nicht ersichtlich, weshalb er trotz Gegenwehr der Beschwerdegegnerin 2 und Hilfe der Schwester nicht von ihr abgelassen habe. Der Beschwerdeführer könne denn auch nicht glaubhaft dartun, inwieweit und warum er die Beschwerdegegnerin 2 bloss habe verletzen wollen. Dass er sie habe töten wollen, behaupte nicht nur die Beschwerdegegnerin 2, sondern auch deren Schwester, welche in den Tagen vor dem Angriff mit dem Beschwerdeführer in Kontakt gestanden habe. Die Vorinstanz berücksichtigt, dass sich der Beschwerdeführer zur Tatzeit in einer schwierigen psychischen und physischen Ausnahmesituation befand. Er habe gewusst, dass die Beschwerdegegnerin 2 einen Geliebten habe. Es sei erstellt, dass sie sich kurz zuvor vom Beschwerdeführer getrennt habe, aus der gemeinsamen Wohnung ausgezogen und eine neue Beziehung eingegangen sei. Der Beschwerdeführer habe angegeben, während den drei Wochen vor der Tat Selbstmordgedanken gehegt zu haben. In der Woche vor der Tat sei es ihm nicht gut gegangen. Er habe deshalb Ferien genommen und nur zwei bis vier Stunden geschlafen. Der Auszug der Beschwerdegegnerin 2 aus der gemeinsamen Wohnung habe ihn in einen emotionalen Sonderzustand versetzt. Dies deckt sich gemäss Vorinstanz mit den Angaben des Vorgesetzten des Beschwerdeführers, der befragten Nachbarn und der Schwester der Beschwerdegegnerin 2. Die Vorinstanz macht beim Beschwerdeführer Eifersucht aus und stützt sich dabei namentlich auf die Aussagen einer Freundin der Beschwerdegegnerin 2. Er habe gewollt, dass sie mache, was er sage. Er habe sie als seinen Besitz betrachtet und ein intensives Kontrollbedürfnis verspürt. Gemäss Vorinstanz untermauern die Aussagen der Beschwerdegegnerin 2 und deren Schwester, dass der Beschwerdeführer die Absicht hatte, die Beschwerdegegnerin 2 umzubringen. Diese habe angegeben, der Beschwerdeführer habe ihr vor der Tat mehrmals gedroht, er werde sie töten. Auch die Schwester habe mehrfach zu Protokoll gegeben, sie glaube, der Beschwerdeführer habe die Beschwerdegegnerin 2 nicht weiterleben lassen wollen. Er habe zuerst die Beschwerdegegnerin 2 und dann sich selbst umbringen wollen.