Citation: 6B_636/2019 E. 1.2.1

1.2.1. Nach dem in der vorstehenden Erwägung Gesagten ist gemäss neuerer bundesgerichtlicher Rechtsprechung bei objektiver Überschreitung der in Art. 90 Abs. 4 SVG normierten Schwellenwerte grundsätzlich auch der subjektive Tatbestand, sowohl bezüglich der Verletzung einer elementaren Verkehrsregel als auch der Risikoverwirklichung, zu bejahen. Eine mit den von der Lehre genannten Beispielen vergleichbare besondere Situation, welche den Vorsatz ausnahmsweise ausschliessen würde, ist nicht ersichtlich und behauptet der Beschwerdeführer gar nicht. Entgegen seiner Auffassung verstösst die in BGE 142 IV 137 begründete bzw. präzisierte Praxis zudem weder gegen Art. 12 Abs. 2 StGB noch steht sie mit der diesbezüglichen Rechtsprechung des Bundesgerichts in Widerspruch. Vielmehr muss sich angesichts der Höhe des bei Überschreitung der normierten Schwellenwerte eingegangenen Risikos und der immanenten Schwierigkeit oder gar Unmöglichkeit, einen Unfall bei Auftreten eines Hindernisses oder dem Verlust der Fahrzeugbeherrschung zu vermeiden, dem Täter der Eintritt des Erfolgs als so wahrscheinlich aufdrängen, dass die Bereitschaft, ihn als Folge hinzunehmen, vernünftigerweise nur als Inkaufnahme des Erfolgs ausgelegt werden kann.