Citation: 5P.42/2003 24.02.2003 E. 4

4.1 Die Beschwerdeführerin rügt sodann, in der Beschwerdeergänzung vom 29. August 2002 habe sie den ausdrücklichen Zusatzantrag auf einen zweiten Schriftenwechsel nach Zustellung der Beschwerdeantwort gestellt. Da dem nicht stattgegeben worden sei, habe das Obergericht gegen Art. 6 Ziff. 1 EMRK verstossen, worin das Recht auf Replik ausdrücklich gewährleistet werde. 4.2 Entgegen der Darstellung der Beschwerdeführerin hat das Obergericht ihr Gesuch nicht einfach übergangen, sondern sie unter Zustellung der Beschwerdeantwort ausdrücklich darüber informiert, dass keine Replik vorgesehen sei. Insoweit erfolgt der Vorwurf wider besseres Wissen. Es fragt sich, ob die Beschwerdeführerin auf das Schreiben des Obergerichts nicht hätte reagieren müssen, immerhin wurde ihr Gesuch klar abgelehnt. Das rechtliche Gehör dient einerseits der Sachaufklärung, andererseits stellt es ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass eines Entscheids dar, welcher in die Rechtsstellung des Einzelnen eingreift. Dazu gehört insbesondere das Recht des Betroffenen, sich vor Erlass eines in seine Rechtsstellung eingreifenden Entscheides zur Sache zu äussern, erhebliche Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen Beweisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung wesentlicher Beweise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen (Art. 29 Abs. 2 BV; BGE 115 Ia 11 E. 2b mit Hinweisen; 116 Ia 99 E. 3b; 118 Ia 17 E. 1c; 127 I 54 E. 2b S. 56). Der gleiche Anspruch ergibt sich auch aus dem in Art. 6 Ziff. 1 EMRK garantierten Anspruch auf ein faires Verfahren (Urteil 1P.360/2000 vom 3. Oktober 2000 E. 2b). Die Beschwerdeführerin trägt zur Begründung ihrer Rüge jedoch bloss vor, die Stellungnahme des Gegenanwaltes habe 11 Seiten umfasst und zahlreiche Ausführungen enthalten, auf welche in einem fairen Gerichtsverfahren hätte repliziert werden müssen. Sie führt nun in keiner Weise näher aus, auf welche für den Entscheid erhebliche Vorbringen (vgl. dazu Urteil 5A.18/2001 vom 21. Dezember 2001) sie hätte replizieren wollen, weshalb auf den Vorwurf der Gehörsverweigerung nicht eingetreten werden kann.