Citation: 5A_159/2018 E. 3.5.4

3.5.4. Die Beschwerdeführer berufen sich auf den möglichen Konkurswiderruf. Der Gemeinschuldner kann während des ganzen Verfahrens, d.h. bis zum Konkursschluss, den Widerruf des Konkurses verlangen (Art. 195 Abs. 2 SchKG). Auf diese Weise kann er das Verfügungsrecht über sein Vermögen zurück erlangen und die Befugnisse des Konkursamtes fallen dahin (BRUNNER/BOLLER, in: Basler Kommentar, Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs, 2. Aufl. 2010, N. 11 zu Art. 195; COMETTA, in: Commentaire romand, Poursuite et faillite, 2005, N. 1 zu Art. 195). Das Gesuch um Widerruf des Konkurses ist an das Konkursgericht zu richten. Einer der Widerrufsgründe, die alternativ erfüllt sein müssen (COMETTA, a.a.O., N. 4 zu Art. 195), erfordert den Nachweis des Gemeinschuldners, dass sämtliche Forderungen getilgt sind (Art. 195 Abs. 1 Ziff. 1 SchKG). Auch im Falle der Tilgung durch Aktivenüberschuss steht das Antragsrecht dem Schuldner selbst zu (LORANDI, a.a.O., S. 224). Nach der Lehre (so LORANDI, a.a.O., S. 224) soll das Konkursamt im Fall des Aktivenüberschusses ein subsidiäres Recht zum Antrag auf Konkurswiderruf haben, indes ohne zum Antrag verpflichtet zu sein. Eine Pflicht des Konkursamtes, den Gemeinschuldner auf die Möglichkeit eines Konkurswiderrufs hinzuweisen, lässt sich (auch daraus) nicht ableiten. Sind - wie im vorliegenden Fall - die Voraussetzungen für den Konkursschluss gegeben, so muss der Konkursrichter diesen verfügen. Die Vorinstanz hat daher kein Bundesrecht verletzt, weil sie den Konkursschluss auf Beschwerde hin nicht aufgehoben hat, nur um dem Verwaltungsrat und den Aktionären einen Widerruf des Konkurses über ihre Gesellschaft zu ermöglichen.