Citation: 6B_836/2018 E. 2.3

2.3. Der Beschwerdeführer rügt eine selektive Beweiswürdigung zu seinen Ungunsten. Es verletze das Willkürverbot, den Untersuchungsgrundsatz (Art. 6 StPO) und das Gebot der freien Beweiswürdigung (Art. 10 Abs. 2 StPO), wenn die Vorinstanz den polizeilichen Nachtragsbericht vom 16. Dezember 2016 inkl. Fotoblatt in ihren Erwägungen mehrfach als Beweismittel für die Geschwindigkeitsüberschreitung zitiere (S. 9 E. 3, E. 4.4, 8.1 und 9.7), obwohl der Bericht doch gemäss E. 9.7 a.E. nicht beweiswertig und daher nicht zu berücksichtigen sei. Die Vorinstanz führt in der vom Beschwerdeführer zitierten E. 9.7 aus, die Richtigkeit der Messdistanz von 126,8 Metern werde durch den Nachtragsbericht der Kantonspolizei vom 16. Dezember 2016 bestätigt. Danach habe sich die Polizei nochmals vor Ort begeben und die Örtlichkeiten mithilfe eines Distanzmessers (Fernglas) ausgemessen. Die abgelesene Distanz habe mit der Distanzanzeige des Geschwindigkeitsmessgeräts übereingestimmt. Die Position des Fahrzeugs habe zwar nicht mehr zu hundert Prozent, aber doch so genau ermittelt werden können, dass eine Messung mit dem Fernglas habe vorgenommen werden können, welche dem Laserbild entspreche. Allerdings seien diese polizeilichen Abklärungen nicht parteiöffentlich durchgeführt worden. Ausserdem beruhten sie vermutlich auf einer Rekonstruktion anhand der vom Geschwindigkeitsmessgerät ermittelten Distanz. Das Kantonsgericht stelle deshalb nicht auf den Nachtragsbericht ab. Die Vorinstanz war sich also der Möglichkeit bewusst, dass die Rekonstruktion der Distanzmessung (Messgerät - Fahrzeug) nur scheinbar bestätigend sein könnte, insofern sie nur eine Messung zwischen als gegeben angenommenen Positionen nachvollzog, also eine allenfalls effektiv andere Position des einen oder andern Messparameters nicht aufzudecken vermöchte. Die vom Beschwerdeführer dargelegte Widersprüchlichkeit besteht tatsächlich, weil der Nachtragsbericht in E. 3 des angefochtenen Urteils (Ablehnung von Beweisanträgen) in einem Zug mit verwerteten Beweismitteln genannt wird, welche den entscheidwesentlichen Sachverhalt stützen (Videoaufzeichnung zur Geschwindigkeitsmessung, Augenschein). Mit Blick auf diese anderen Beweismittel hängt die Willkürfreiheit der antizipierten Beweiswürdigung jedoch nicht davon ab, ob der polizeiliche Nachtragsbericht berücksichtigt wird oder nicht. Das gilt sinngemäss auch für E. 4.4 und 8.1, wo die Vorinstanz u.a. mit Hinweis auf diesen Bericht festhält, die Messung mit dem Lasergerät sei richtig durchgeführt worden resp. die Messdistanz von 126,8 Metern sei korrekt.