Citation: 6B_184/2020 E. 2.1.1

2.1.1. Sie bringt vor, der Beschwerdegegner habe mit grossem Aufwand und auf raffinierte Weise 174 Personen dazu verleitet, eine Rechnung zu bezahlen, obwohl keine Forderung bestand. Opferverantwortung beseitige die arglistige Natur einer Täuschung nur ausnahmsweise. Hier sei keine Ausnahme gegeben. Die professionell anmutenden, individualisierten Rechnungen bezögen sich ausdrücklich auf die durch vorherige Dialer-Anrufe provozierten Rückrufe der Opfer (mit Datum, Zeit und Telefonnummer). Damit werde dem Empfänger insinuiert, zur Bezahlung eines Preises verpflichtet zu sein. Dessen Höhe von 130 Franken sei gering genug, um die Geschädigten von gründlichen Nachforschungen abzuhalten. Faktisch sei es zudem unmöglich gewesen nachzuprüfen, ob der angebliche "Pandemie-Info-Dienst" tatsächlich betrieben werde. Die Vorinstanz verkenne, dass Arglist nicht nur dann vorliege, wenn sich eine durchschnittlich vorsichtige und aufmerksame Person täuschen liesse. Die Täterschaft habe es bewusst auf anonyme Massenkontakte angelegt, dies in der berechtigten Hoffnung, damit genau diejenigen (relativ wenigen) Personen zu erreichen, die wegen Unerfahrenheit, fortgeschrittenen Alters oder aus anderen Gründen täuschungsanfällig seien. Der Beschwerdegegner hält seine Täuschungshandlungen für ausgesprochen plump. Wer eine Rechnung auf solcher Grundlage bezahle, verhalte sich leichtsinnig. Bezeichnenderweise sei nur eine kleine Anzahl der verschickten Rechnungen beglichen worden. Zudem sei die Sache schon am 27. April 2010, noch im angeklagten Deliktszeitraum, in der Konsumentenschutzsendung "Kassensturz" des Schweizer Fernsehens thematisiert worden. Ab da sei der warnende Beitrag im Internet greifbar gewesen.