Citation: 7B_229/2022 E. 3.4

3.4. Der fragliche Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zofingen-Kulm datiert vom 23. November 2015, wurde dem Beschwerdegegner am 25. November 2015 eröffnet und ist am 23. November 2015 rückwirkend in Rechtskraft erwachsen (vgl. Beschwerdebeilage 1b act. 2). Die darin festgesetzte 3-jährige Probezeit begann damit am 25. November 2015 zu laufen und endete am 25. November 2018. Demzufolge war die Frist, innert welcher ein Widerruf nach Art. 46 Abs. 5 StGB möglich ist, im Zeitpunkt des vorinstanzlichen Urteils am 13. Januar 2022 abgelaufen. Die Vorinstanz durfte die mit Strafbefehl vom 23. November 2015 bedingt ausgesprochene Geldstrafe folglich nicht widerrufen und deren Vollzug nicht zur Begründung heranziehen, dass dem Beschwerdegegner gerade noch keine Schlechtprognose gestellt, mithin der bedingte Strafvollzug gewährt werden kann. Die Rüge der Beschwerdeführerin ist insofern berechtigt. Die Vorinstanz hat von einem Widerruf des bedingten Strafvollzugs gemäss Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zofingen-Kulm vom 23. November 2015 abzusehen. Weiter wird sie zu prüfen haben, welche Folgen dies auf den Vollzug der von ihr ausgesprochenen Freiheitsstrafe hat. Dabei wird sie die für die Fragen des Vollzugs im Zeitpunkt des Rückweisungsurteils bestehenden massgebenden Verhältnisse neu prüfen und ihrem Entscheid zugrunde legen müssen.