Citation: 1C_462/2022 E. 7.4.5

7.4.5. Das Wohnhaus Nr. 29d wird gemäss Vorinstanz derzeit an Dritte vermietet und damit "zonenfremd" genutzt. Es ist daher davon auszugehen, dass es sich bei der Mieterschaft nicht um betriebseigene Personen handelt. Etwas anderes behauptet auch der Beschwerdegegner nicht. Die Wohnung kann deshalb nicht funktional als Teil des Landwirtschaftsbetriebs betrachtet werden. Zwar ist gemäss Angaben des Beschwerdegegners in seiner Stellungnahme vom 6. Oktober 2023 geplant, dass das Wohnhaus Nr. 29d vom zukünftigen Stellvertreter des Betriebsleiters bewohnt werden soll, der für die Bewirtschaftung des Landwirtschaftsbetriebs angestellt werden soll. Dabei handelt es sich allerdings um ein Novum, das vor Bundesgericht unbeachtlich ist (vgl. Art. 99 Abs. 1 BGG; vgl. E. 2.2 hiervor). Von der Einhaltung des (halben) Mindestabstands kann nur abgesehen werden, wenn der Nachweis einer betriebseigenen Wohnnutzung erbracht wird und eine entsprechende rechtliche Absicherung (z.B. in Form einer öffentlich-rechtlichen Eigentumsbeschränkung oder Dienstbarkeit) vorliegt. Solange - wie vorliegend - nicht sichergestellt ist, dass das Wohnhaus funktional dem Betrieb zugeordnet werden kann, d.h. von betriebseigenen Personen bewohnt wird, ist von einem betriebsfremden Wohnhaus auszugehen. Der halbe Mindestabstand muss somit eingehalten werden, was vorliegend mit einem Abstand von 21 m zum geplanten Maststall nicht der Fall ist. Davon ist zunächst auch die Dienststelle rawi im Rahmen ihrer Vorabklärungen ausgegangen, bevor sie ihre Meinung im Laufe des Verfahrens geändert hat. Im Schreiben vom 22. Februar 2017 hat sie noch festgehalten, aus Sicht der Luftreinhaltung müsse der halbe Mindestabstand eingehalten werden, ausser es könne der Nachweis dafür erbracht werden, dass das Wohnhaus ausschliesslich durch betriebseigene Personen bewohnt werde.