Citation: 8C_847/2017 E. 4.1

4.1. Gestützt auf die Strafakten geht die Vorinstanz von dem nachfolgend zusammengefassten Geschehensablauf aus: Die Versicherte wurde am 24. November 2004 aufgrund der Zuspitzung eines Beziehungsstreits von ihrem damaligen Ehemann geschlagen, gefesselt, verschleppt und über mehrere Stunden mit dem Tod bedroht. Der Konflikt eskalierte am Vormittag, nachdem die Versicherte ihm eröffnet hatte, sie wolle sich endgültig von ihm trennen. Dieser war damit nicht einverstanden und drohte ihr während der folgenden Stunden wiederholt, er werde zuerst sie und anschliessend sich selbst töten. Als sie die Balkontüre öffnete, um nach Hilfe zu rufen, riss er ihren Kopf nach hinten, hielt ihr den Mund zu und fesselte ihre Hände mit Handschellen. Er wollte sie in den Keller hinunter schleifen, sie wehrte sich mit Füssen und Armen. Nachdem sie beide (nach ungefähr 20 Minuten) vom Kampf erschöpft waren, befahl er ihr, sie müsse sich anziehen und mit ihm ins Auto kommen. Sie befolgte seine Befehle und setzte sich halb apathisch, von Todesangst geprägt, auf den Beifahrersitz des in der Garage parkierten Autos. Da sie von den zwei Suizidversuchen des Täters, einer davon durch versuchte Vergasung in diesem Fahrzeug, wusste, stellte sie sich vor, er würde sie nun fesseln oder in eine Mauer fahren, auf jeden Fall würde sie jetzt umkommen. Der Täter liess sie mehrmals im Auto zurück, welches er jeweils mit der Zentralverriegelung schloss, um für sie nicht identifizierbare Dinge zu holen und im Kofferraum oder auf dem Rücksitz zu verstauen. Auf der Fahrt wiederholte er die Todesdrohungen und erklärte ihr, dass er eine falsche Fährte gelegt habe, damit man sie frühestens 24 Stunden später finden werde. Ihrem Handy entnahm er den Akku und die SIM-Karte und zerstreute diese Dinge im Auto. Die Versicherte redete während der Fahrt konstant auf den Täter ein und bot ihm an, er könne alles, das Haus und das Geld, haben, er solle ihr einfach ihr Leben wieder geben. Als er in einem Wald hielt, stiegen sie aus, er liess sie in kurzer Entfernung unter Beobachtung ihre Notdurft verrichten und dann setzten sie sich auf den Waldboden. Von einer Sekunde auf die andere brach der Täter dort schliesslich zusammen und fing an zu weinen. Nachdem sie ihm versichert hatte, dass sie keine Anzeige machen und alles in Frieden abwickeln werde und dies - weil er erwiderte, sie sei eine Lügnerin - unzählige Male wiederholt hatte, setzten sie sich ins Auto und fuhren zurück an den Wohnort. Die Freiheitsberaubung dauerte insgesamt 3 Stunden und 20 Minuten. Der damalige Ehemann der Beschwerdeführerin wurde vom Obergericht des Kantons Zürich mit Entscheid vom........ der Drohung im Sinne von Art. 180 StGB sowie der Freiheitsberaubung und Entführung gemäss Art. 183 Ziff. 1 StGB für schuldig befunden. Die bei ihm beschlagnahmten Gegenstände, darunter ein Pump-Action-Gewehr samt Munition und ein Elektroschockgerät wurden an das Statthalteramt überwiesen. Beim Täter lag zur Zeit der Straftat eine rezidivierende depressive Störung und eine emotional instabile Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typus vor. Schon in den Jahren zuvor befand sich dieser in einer Krise, wobei es zu Selbstschädigungen und Suizidialität gekommen war. In den Jahren 1998 und 2002 wurden ebenfalls Strafuntersuchungen (wegen häuslicher Gewalt) durchgeführt und die Versicherte hatte in jenem Rahmen angegeben, sie habe Angst vor ihrem Ehemann, da er Waffen besitze.