Citation: 1C_75/2022 E. 5.4.4

5.4.4. Im Weiteren kann sich die Beschwerdeführerin auch nicht auf ihren guten Glauben berufen. Gemäss Vorinstanz habe die Architekturbüro J.________ AG (Bauherrin und Architektin) stets gewusst, dass bei den Aussenparkplätzen für die Erschliessung der Nachbarsparzelle eine Strassenbreite von 3.50 m erhalten bleiben müsse. Die Beschwerdeführerin hat sich das Wissen der Bauherrin um die notwendige Strassenbreite anzurechnen. Soweit sie behauptet, bei der Aussage der Architekturbüro J.________ AG handle es sich um eine reine Schutzbehauptung im Eigeninteresse, belässt sie es bei rein appellatorischen Ausführungen. Es bestehen keine konkreten Anhaltspunkte für eine fehlende Glaubwürdigkeit und die Vorinstanz hat sich nicht in willkürlicher Weise auf diese Aussage abgestützt. Die Parkplätze wurden in der Folge von den Stockwerkeigentümern in Eigenregie markiert, ohne bei der Bauherrin oder den Bewilligungsbehörden nachzufragen, ob eine solche Änderung zulässig sei. Aus den Baueingabeplänen ist zudem die zulässige Parkplatzbreite ersichtlich und aufgrund des im Grundbuch eingetragenen Fuss- und Fahrwegrechts konnte die Beschwerdeführerin auch davon ausgehen, dass eine spätere Erschliessung der Nachbarsparzelle über ihr Grundstück im Bereich des Möglichen liegt. Unter all diesen Umständen ist nicht davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin in gutem Glauben angenommen hat, die zu breit erstellten Parkplätze und der Verzicht auf das Zurückversetzen der Sickerböschung stehe im Einklang mit der Baubewilligung. Eine solche Annahme ist mit der ihr zumutbaren Aufmerksamkeit und Sorgfalt nicht vereinbar. Da die Beschwerdeführerin die baulichen Massnahmen nicht gutgläubig vorgenommen hat, muss sie daher in Kauf nehmen, dass das öffentliche Interesse an der Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands stärker gewichtet wird als ihre privaten Interessen.