Citation: 6B_184/2020 E. 2.1.2

2.1.2. Die Vorinstanz bejaht eine massgebliche, Arglist ausschliessende Opferverantwortung. Sie begründet dies mit der - gemessen an der grossen Zahl angegriffener Personen - geringen Zahl von Geschädigten. Der Beschwerdegegner sei zwar für ein ausgeklügeltes System täuschender Machenschaften mitverantwortlich gewesen (Verleitung zum Rückruf auf eine regionale Telefonnummer; Vorspiegelung eines Vertragsschlusses durch blosses Innehalten und Nichtauflegen des Hörers; gezieltes Spekulieren auf fehlendes juristisches Wissen, d.h. darauf, Betroffene würden zumal angesichts des nicht allzu hohen Rechnungsbetrags darauf verzichten, über die Gültigkeit des Vertrags Auskunft einzuholen; Verwendung falscher Namen; Ausübung von Druck durch Angabe einer kurzen Zahlungsfrist von zehn Tagen und durch Hinweise auf eine allfällige Mahngebühr und Betreibung). Von den etwa 10'000 Rechnungsempfängern hätten aber lediglich 174 Personen, also weniger als zwei Prozent, die verlangten 130 Franken bezahlt. Eine überwältigende Mehrheit habe von der Bezahlung abgesehen. Trotz einer gewissen Raffinesse seien die täuschenden Machenschaften folglich nicht so überzeugend gewesen, dass eine durchschnittlich aufmerksame Person zur irrtümlichen Annahme verleitet worden wäre, sie sei zur Bezahlung eines Abonnements verpflichtet. Bei einer tatsächlich arglistigen Täuschung wäre zu erwarten gewesen, dass mehr als nur rund 1,74 Prozent der betroffenen Personen die Rechnung beglichen hätten.