Citation: 8C_459/2023 E. 5.2.2

5.2.2. Soweit die Beschwerdeführerin in Bezug auf die namhafte Besserung eine offensichtlich unrichtige bzw. willkürliche Beweiswürdigung und einen Verstoss gegen Bundesrecht rügt, kann ihr nicht gefolgt werden. Bei der Feststellung, der medizinische Endzustand sei noch nicht erreicht, stützte sich die Vorinstanz auf die ausdrückliche Aussage der Gutachter, gemäss welcher bezüglich des chronischen neuropathischen Schmerzsyndroms bei aktuell inadäquater Schmerztherapie die Behandlung noch nicht abgeschlossen und somit noch kein Endstadium erreicht sei. Entgegen den Vorbringen der Beschwerdeführerin wurde im angefochtenen Urteil auch der Passus aus dem Gutachten zitiert, wonach zum Einen die Prognose unklar sei, da es sich um ein chronifiziertes Schmerzsyndrom handle und zum Anderen durch die genannten Massnahmen eine Schmerzreduktion möglich, deren Ausmass jedoch nicht abzuschätzen sei. Dem stellte die Vorinstanz jedoch zu Recht gegenüber, dass die Gutachter auf die Frage nach einer mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu erwartenden Besserung des unfallbedingten Gesundheitszustandes ausgeführt hatten, in Bezug auf das Zumutbarkeitsprofil könne durch die mögliche Schmerzreduktion maximal mit einer Reduktion der Notwendigkeit des Hochlagerns bzw. der Pausenfrequenz gerechnet werden. Zudem hatten diese explizit auch festgehalten, dass zur Verbesserung oder zumindest Aufrechterhaltung der verbleibenden Leistungsfähigkeit eine suffiziente Schmerztherapie unabdingbar sei. Im angefochtenen Urteil wurden die oben wiedergegebenen Aussagen der Gutachter insofern zutreffend gewürdigt, als das kantonale Gericht davon ausging, dass die vorgeschlagenen Therapien nicht zu einer vollständigen Schmerzfreiheit führen würden, jedoch eine wesentliche Schmerzreduktion erwartet werden könne. Die gemäss Gutachten (maximal) realisierbaren Verbesserungen wurden von der Vorinstanz gestützt auf die Aktenlage bundesrechtskonform nicht bloss als weit entfernte Möglichkeit eines positiven Resultats einer Fortsetzung der Behandlung oder als zu erwartender geringfügiger therapeutischer Fortschritt, sondern als namhafte Besserung des Gesundheitszustandes qualifiziert. Das kantonale Gericht durfte gemäss den Ausführungen im Gutachten vom 12. Oktober 2021 nämlich davon ausgehen, dass durch die bei weiterer Behandlung erhoffte Schmerzreduktion das stark eingeschränkte Zumutbarkeitsprofil des Beschwerdegegners (sitzende Tätigkeit mit regelmässiger Hochlagerung des rechten Beins und 30 Minuten Pause nach 90 Minuten Arbeit) infolge Reduktion des erheblichen Pausenbedarfs bzw. der Notwendigkeit, das rechte Bein regelmässig hochzulagern, deutlich verbessert wird. Dies wirkt sich wiederum in der Aufrechterhaltung oder gar Steigerung der Leistungsfähigkeit aus, was rechtsprechungsgemäss das wesentliche Kriterium für die Frage der namhaften Besserung des Gesundheitszustandes ist (vgl. E. 4.3 hiervor).