Citation: I 743/02 17.01.2003 E. 1

1.1 Das kantonale Gericht hat zur streitigen Umschulung zur Naturärztin und Masseurin (Art. 8 Abs. 3 lit. b und Art. 17 IVG) im Wesentlichen erwogen, mit der Ausbildung zur Psychologin IAP habe der Beschwerdeführerin grundsätzlich eine breite Palette von Betätigungsmöglichkeiten offen gestanden. Gemäss Auskunft des Instituts kämen Tätigkeiten in verschiedenen Arbeitsfeldern in Betracht, u.a. in der Erziehungs-, Jugend- und Familienberatung, in Sonder- und Erziehungsheimen, in Kinder- und jugendpsychiatrischen Diensten, im schulpsychologischen Dienst, in psychiatrischen Kliniken, im sozialpsychiatrischen Dienst, in der Sucht- oder Drogenberatung. Es bestünden keine Anhaltspunkte und die Versicherte lege auch nicht dar, dass der Einstieg in eine psychologische Tätigkeit, ob selbstständig oder unselbstständig, nicht möglich gewesen sei oder bei intensiver und umfassender Stellensuche gewesen wäre. Dass das Alter und die angespannte Arbeitsmarktlage in diesem Berufszweig diesbezüglich ein Erschwernis bildeten, habe die Beschwerdeführerin wissen müssen. Aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht habe somit kein Anlass bestanden, der Umschulung zur Psychologin IAP eine neue, damit in keinem direkten Zusammenhang stehende Zweitausbildung zur Naturärztin folgen zu lassen. Selbst wenn die Ausbildung nicht optimal gewesen sein sollte, sei wenig wahrscheinlich, dass die Versicherte als Psychologin nicht grundsätzlich in der Lage gewesen wäre, ein Einkommen zu realisieren, das mit dem heute als Naturärztin erzielten zumindest vergleichbar ist. Anders wären allenfalls mit einer Berufstätigkeit als Psychologin IAP zusammenhängende Weiterbildungen zu beurteilen. Soweit ersichtlich, seien in dieser Hinsicht indessen keine Anstrengungen unternommen worden. 1.2 In der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird dagegengehalten, die Versicherte habe aus gesundheitlichen Gründen die im angefochtenen Entscheid erwähnten Betätigungsmöglichkeiten als Psychologin IAP nicht realisieren können. Sie müsse den Arbeitseinsatz dann erbringen, unter- oder sogar abbrechen können, wenn die Beschwerden sie dazu zwängen. Dies sei im Rahmen eines Anstellungsverhältnisses nicht möglich. Mit Blick auf die Notwendigkeit der gesundheitlich bedingten freien und flexiblen Gestaltung der Arbeitszeit komme daher nur eine selbstständige Erwerbstätigkeit in Betracht. Aufgrund der ursprünglichen Ausbildung und Tätigkeit als Krankenschwester sodann sei die Weiterbildung in Richtung Naturärztin nach Abschluss des Psychologiestudiums gleichsam vorgezeichnet gewesen. Einerseits habe die Beschwerdeführerin von ihren bisherigen Berufserfahrungen profitieren, anderseits in diesem Bereich auch ihre Kenntnisse als Psychologin einbringen können. Die Weiterbildung zur Naturärztin sei im Übrigen auch deshalb unabdingbar gewesen, weil ihr als lediglich selbstständigerwerbende Psychologin die Möglichkeit, «über das KVG» abzurechnen, weitgehend verschlossen wäre und die Tarife im Bereich delegierter Psychotherapie tiefer seien als für naturärztliche Leistungen. Die in den Erfolgsrechnungen für 2000 und 2001 ausgewiesenen Reingewinne von Fr. 34'795.- und Fr. 33'440.- belegten im Übrigen, dass sie als selbstständige Naturärztin und Psychologin mit eigener Praxis ein substanzielles Einkommen erzielen könne. 1.3 Die IV-Stelle lässt sich dahingehend vernehmen, gemäss Berufsberatung bestehe für Psychologen und Psychologinnen auf dem freien Arbeitsmarkt ein breites Spektrum an Teilzeitstellen in allen Bereichen. Dabei werde ihnen im Anstellungsverhältnis bei der Einteilung der Arbeit - in welcher Sparte auch immer, insbesondere in der Schul- und Jugendpsychologie, aber auch in der Personalberatung - ein breites Ermessen eingeräumt. Im Übrigen verdiene die Versicherte mit der Tätigkeit als Naturärztin praktisch nicht mehr als bislang als Psychologin. Es fehle daher an der Eingliederungswirksamkeit der beantragten Umschulung.