Citation: 9C_755/2023 E. 5.5

5.5. Dem Beschwerdeführer ist zuzustimmen, dass seine Einzelfirma I.________ aktengemäss zwar noch im Handelsregister eingetragen, jedoch nicht mehr aktiv ist, obschon er diese Beschäftigung in seinem Lebenslauf anlässlich der Begutachtung "bis heute" aufgeführt hat. Auch kann eine Beschäftigung als (Ersatz-) Gemeinderat nicht mit einer Tätigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt verglichen werden. Die diesbezügliche Feststellung der Vorinstanz ist entsprechend offensichtlich unrichtig; der Beschwerdeführer war zum Zeitpunkt der Gutachtenserstellung im August 2022 nicht im ersten Arbeitsmarkt integriert. Allerdings arbeitete er bis Oktober 2020 in Teilzeit als Hauswart und war damit im relevanten Zeitpunkt seit weniger als zwei Jahren nicht mehr erwerbstätig. Eine ausgeprägte arbeitsmarktliche Desintegration liegt demnach nicht vor. Mit seinem Einsatz als (Ersatz-) Gemeinderat, die sich stark von seinen bisherigen überwiegend handwerklichen Tätigkeiten unterscheidet, zeigt der Beschwerdeführer zudem, dass er über eine gewisse Anpassungsfähigkeit verfügt. Soweit er argumentiert, er habe keine Erfahrung in Büroarbeit und könne durch seine Einschränkungen des Sehvermögens keine Bildschirmtätigkeiten ausüben, kann er daraus nichts zu seinen Gunsten ableiten. Eine Einschränkung für Bildschirmarbeit ist den Akten nicht zu entnehmen. Der ausgeglichene Arbeitsmarkt bietet im Übrigen auch leichte, wechselbelastende Tätigkeiten ohne Zwangshaltung in sauberer Luft, die nicht aus einer Bürobeschäftigung am Computer bestehen, beispielsweise einfache Kontroll-, Überwachungs- und Prüftätigkeiten, welche keine lange Einarbeitszeit benötigen (vgl. Urteil 8C_535/2021 vom 25. November 2021 E. 5.4.1). Ausgehend vom ausgeglichenen Arbeitsmarkt, der auch Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und Arbeitsangebote umfasst, bei welchen Menschen mit Behinderung mit einem sozialen Entgegenkommen von Seiten des Arbeitgebers rechnen können (vgl. SVR 2021 IV Nr. 26 S. 80, 8C_416/2020 E. 4 mit Hinweisen), ist vorliegend nicht auf die Notwendigkeit eines überdurchschnittlichen Entgegenkommens des Arbeitgebers zu schliessen. Gerade Hilfsarbeiten werden auf dem massgebenden ausgeglichenen Stellenmarkt altersunabhängig nachgefragt (BGE 146 V 16 E. 7.2.1 mit Hinweisen). Trotz seines zum fraglichen Zeitpunkt fortgeschrittenen Alters von 62 Jahren und zehn Monaten erscheint unter diesen Umständen das Finden einer entsprechenden Stelle nicht ausgeschlossen (vgl. oben E. 5.2.2). Das kantonale Gericht verletzte somit kein Bundesrecht, indem es die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit bejahte.