Citation: 4P.56/2003 28.10.2003 E. 2

2.1 Das Obergericht schützt den Standpunkt des Amtsgerichts, dass die Beschwerdeführerin die gesundheitsbedingte Arbeitsverhinderung nicht habe beweisen können. Mit Bezug auf die ins Recht gelegten Arztzeugnisse, welche die Absenzen der Beschwerdeführerin belegen sollen, bemängelt das Obergericht, dass diese nicht datiert oder lange nach der bestätigten Abwesenheit ausgestellt worden seien. Unter diesen Umständen könne auf die beantragte Zeugeneinvernahme der Ärzte verzichtet werden. 2.2 Die Beschwerdeführerin rügt einerseits eine Verletzung des Gehörsanspruchs (Art. 29 Abs. 2 BV), anderseits eine Verletzung des Willkürverbots (Art. 9 BV). 2.3 Der verfassungsrechtliche Gehörsanspruch schliesst eine vorweggenommene Beweiswürdigung nicht aus. Das Gericht kann auf die Abnahme beantragter Beweise verzichten, wenn es aufgrund bereits abgenommener Beweise seine Überzeugung gebildet hat und ohne Willkür in vorweggenommener Beweiswürdigung annehmen kann, seine Überzeugung werde durch weitere Beweiserhebungen nicht geändert (BGE 122 II 464 E. 4a S. 469, mit Hinweisen). Willkürlich ist eine vorweggenommene Beweiswürdigung nicht schon dann, wenn eine andere als die vom kantonalen Gericht gewählte Lösung ebenfalls vertretbar oder gar vorzuziehen wäre. Willkürlich ist ein Entscheid vielmehr erst, wenn er offensichtlich unhaltbar ist. Dem Sachgericht steht bei der Beweiswürdigung ein weiter Ermessensspielraum zu (BGE 129 I 8 E. 2.1 S. 9; 120 Ia 31 E. 4b S. 40). 2.4 Das Amtsgericht, dessen Ausführungen gemäss Obergericht nicht zu beanstanden sind, geht davon aus, dass die aufgrund der fehlenden oder nachträglichen Datierung vorliegenden Zweifel an der beweismässigen Schlüssigkeit der Arztzeugnisse durch eine Zeugenbefragung der Chefärzte des Kantonsspitals Luzern, D.________ und E.________, nicht behoben werden könnten. Dieses Beweisergebnis mag diskutabel sein, ist aber nicht willkürlich. Die behaupteten Krankheitsfälle ereigneten sich in den Jahren 1999 und 2000. Die kantonalen Gerichte gehen deshalb davon aus, dass nach so langer Zeit nicht mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit bestätigt werden kann, ob und in welchem Ausmass die Beschwerdeführerin tatsächlich arbeitsunfähig war. Die beweismässige Schlussfolgerung der kantonalen Gerichte, dass die Ärzte nur aussagen könnten, was in den von ihnen ausgestellten Arztzeugnissen bereits steht, ist jedenfalls nicht unhaltbar. Das Obergericht berücksichtigt zur Untermauerung seiner Auffassung zudem, dass die Beschwerdeführerin in den Lohnabrechnungen nie darauf hingewiesen hatte, einen krankheitsbedingten Lohnfortzahlungsanspruch zu haben. Unter dem Blickwinkel der Willkür ist das angefochtene Urteil deshalb nicht zu beanstanden, und die Beschwerde ist insoweit abzuweisen.