Citation: 9C_620/2019 E. 4.3.1

4.3.1. Nach der Aktenlage ergibt sich, dass sich die Beschwerdeführerin, handelnd durch ihre Eltern, am 9. Mai 2016 unter Hinweis auf die gewünschte operative Beinverlängerung bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug angemeldet hatte. Die IV-Stelle holte tags darauf ärztliche Auskünfte des Kinderspitals B.________ vom 15. März und 6. Juni 2016 ein und legte diese Ende Juni 2016 dem RAD vor, welcher zusätzliche Unterlagen anforderte (Stellungnahme vom 21. September 2016). Auf gleichentags ergangene Anfrage der IV-Stelle hin stellte das Kinderspital B.________ weitere Berichte vom 23. April 2012 sowie 18. Januar und 2. Juni 2016 zu. Am 10. Oktober 2016 ersuchte die IV-Behörde die Eltern der Beschwerdeführerin um allenfalls vorhandene psychiatrische Angaben, auf welches Schreiben die Mutter der Beschwerdeführerin mit E-Mails von Ende November 2016 reagierte. Mit Bericht vom 5. Dezember 2016 äusserte sich die behandelnde Psychologin C.________, lic. phil. Fachpsychologin für Psychotherapie FSP, in der Angelegenheit. Gemäss hierauf eingeholter Stellungnahme des RAD vom 16. Dezember 2016 verlangte dieser weitere Informationen zum Stand des angeblich in gleicher Sache parallel laufenden krankenversicherungsrechtlichen Verfahrens. Mit Schreiben vom 23. Januar 2017 teilte der zuständige Krankenversicherer mit, keine Kenntnis einer entsprechenden Anfrage seitens der Versicherten zu haben. Am 25. Januar 2017 erkundigte sich die IV-Stelle diesbezüglich bei den Eltern der Beschwerdeführerin. Mit Eingabe vom 23. Januar 2017 bat die Beschwerdeführerin ihrerseits bei der IV-Stelle um Auskünfte in Bezug auf das weitere Vorgehen. Am 6. März 2017 bestätigte die Mutter der Beschwerdeführerin telefonisch, dass bei der Krankenversicherung keine entsprechenden Anträge gestellt worden seien. Nachdem die IV-Stelle erneut an den RAD gelangt war, kam dieser am 14./15. Juni 2017 zum Schluss, dass namentlich auf der Basis des Berichts der behandelnden Psychologin C.________ vom 5. Dezember 2016, wonach mit der Entscheidung für eine Beinverlängerung zuzuwarten sei, bis die Versicherte das 18. Lebensjahr erreicht habe und sich - nach dieser zusätzlichen Bedenkfrist - in der Lage sehe, selber über den einschneidenden Eingriff zu befinden, zur Zeit die Voraussetzungen für eine Kostenübernahme nicht gegeben seien. Daraufhin verneinte die IV-Stelle ihre Leistungspflicht mit Vorbescheid vom 26. Juni 2017, wogegen die Eltern der Versicherten bzw. diese selber am 5. August 2017 Einwände erhoben. Der RAD legte im Folgenden die Einholung einer psychologisch/psychiatrischen Zweitmeinung nahe (Stellungnahme vom 14. Dezember 2017). Diese erging, nach längerer Korrespondenz zwischen IV-Stelle und Eltern respektive der Beschwerdeführerin, in Form der Berichte der Frau Dr. med. D.________, Oberärztin der Psychiatrischen Dienste, vom 26. Mai und 5. Juli 2018. Gestützt darauf, insbesondere die darin enthaltene Empfehlung, die Versicherte solle vorerst eine längere psychotherapeutische Begleitung absolvieren und erst hernach definitiv über die Vornahme der operativen Beinverlängerung entscheiden, riet der RAD am 23. August 2018 zur Ablehnung des Leistungsersuchens. Dem wurde mit abschlägiger Verfügung vom 27. August 2018 nachgelebt, erneut bestätigt durch auf Beschwerde hin ergangene Stellungnahme des RAD vom 25. Oktober 2018. Entgegen der von der Beschwerdeführerin vertretenen Auffassung ist die Vorgehensweise der Beschwerdegegnerin nach dem Dargelegten nicht als rechtsverzögerndes Verhalten einzustufen. Im Gegenteil hat sie sich der Angelegenheit beförderlich angenommen und ohne längere zeitliche Unterbrüche auf eine Entscheidung hingewirkt. Der Umstand, dass nach Erlass des Vorbescheids vom 26. Juni 2017 nochmals ergänzende psychologisch/psychiatrische Angaben - im Sinne einer Zweitmeinung zu der von Frau lic. phil. C.________ mit Bericht vom 5. Dezember 2016 geäusserten Einschätzung - eingeholt wurden (Berichte der Frau Dr. med. D.________ vom 26. Mai und 5. Juli 2018), ändert daran nichts. Vielmehr war dieser Verfahrensschritt der Beschwerdegegnerin nach Lage der medizinischen Akten in jeder Hinsicht sachlich begründet, namentlich da es sich bei der beantragten Beinverlängerung mit dem RAD unstreitig um eine "invasive, langwierige und risikobehaftete Intervention [...] (mit u.a. langer Rehabilitationsphase) " handelt. Insbesondere ist diese weitere medizinische Anfrage auch als Reaktion auf die gegen den Vorbescheid erhobenen Einwände der Beschwerdeführerin und ihrer Eltern zu sehen. Anhaltspunkte dafür, dass die Beschwerdegegnerin bewusst - gleichsam im Sinne einer Hinhaltetaktik - auf eine Verwirkung des Anspruchs zufolge Überschreitens des 20. Altersjahrs der Versicherten abgezielt und das Verfahren, wie in der Beschwerde gerügt, "unnötig in die Länge gezogen" hätte, ergeben sich aus den Unterlagen keine. So kann auch der in das Verfahren involvierten RAD-Ärztin kein Verhalten "geprägt von geringem Engagement" vorgeworfen werden, agierte sie doch vor allem unter dem Eindruck des übereinstimmenden fachlichen Grundtenors, es sei mit der endgültigen Entscheidung bezüglich des operativen Eingriffs zuzuwarten.