Citation: 8C_593/2021 E. 4.2

4.2. Dr. med. C.________ hielt in seiner Stellungnahme vom 7. Januar 2020 fest, es handle sich bei dem vom Beschwerdegegner geschilderten Bewegungsablauf ("Stop-and-Go") um eine alltägliche Bewegung im Rahmen des Badmintonsports, welche nicht geeignet sei, eine traumatische Achillessehnenruptur hervorzurufen. Bei starker Beanspruchung, wie z.B. Ballsportarten, wirkten grosse Kräfte auf die Sehne, welche diese normalerweise in ihrer Funktion halten und umsetzen könne. Bei planmässigen Willkürinnervationen komme es nicht zu einer unphysiologischen Belastung der Sehne. Im Normalfall reisse die Sehne nicht. Reisse sie doch, müsse daraus geschlossen werden, dass die Sehne vor dem Trauma bereits vorgeschädigt und durch degenerative Veränderungen geschwächt gewesen sei. Ein klinisch stummer Vorzustand reiche für die Annahme der Unfallkausalität nicht aus. Denn traumatische Achillessehnenrupturen seien sehr selten; sie seien die Ausnahme, nicht die Regel. Die vom Beschwerdegegner ausgeführte Bewegung könne lediglich als Zufalls- oder Gelegenheitsanlass betrachtet werden. Dr. med. C.________ räumte weiter ein, dass es sich nicht eindeutig beantworten lasse, ob die zur Beurteilung stehende Achillessehnenruptur vorwiegend abnützungs- oder erkrankungsbedingt sei. Es fehle nämlich eine ereignisnahe Bildgebung (Sonographie oder MRT) vor der Operation oder ein Pathologiebericht über eine intraoperative Histologie. Dennoch sei die zur Diskussion stehende harmlose, beim Badmintonspielen tausendfach vorkommende Bewegung biomechanisch keineswegs geeignet, einen Riss an der stärksten Sehne des menschlichen Körpers hervorzurufen. Es sei deshalb überwiegend wahrscheinlich, dass die Verletzung durch Abnützung oder Erkrankung verursacht worden sei.