Citation: 4A_476/2012 E. 3.2

3.2. Die Beschwerdeführerin hatte die Zuständigkeit der eingesetzten Einzelschiedsrichterin im Schiedsverfahren nicht bestritten. Zwar vertrat sie vor der Konstituierung des Schiedsgerichts den Standpunkt, es sei ein Dreierschiedsgericht einzusetzen. Nachdem der Präsident der Berufungskammer des TAS jedoch Frau Margarita Echeverria Bermudez als Einzelschiedsrichterin eingesetzt hatte, stellte die Beschwerdeführerin deren Zuständigkeit, über welche die Einzelschiedsrichterin nach R55 Abs. 4 TAS-Code (Ausgabe 2010) selbst zu entscheiden hatte, nicht in Frage, sondern liess sich auf das Verfahren ein (vgl. demgegenüber etwa das Urteil 4P.40/2002 vom 16. April 2002, wo das Bundesgericht die Frage der zutreffenden Anzahl der Schiedsrichter prüfte, nachdem der Beschwerdeführer auch nach der Konstituierung Einwände gegen die Zuständigkeit des Schiedsgerichts erhoben hatte). Wie der angefochtene Entscheid festhält, erhob vor dem Schiedsgericht keine der Parteien Einwände hinsichtlich der Zuständigkeit; zudem bringt auch die Beschwerdeführerin nicht vor, nach der Konstituierung gegenüber der Einzelschiedsrichterin Vorbehalte bezüglich deren Ernennung vorgebracht zu haben. Die Schiedsrichterin hörte die Parteien nach ihrer Einsetzung dazu an, ob eine mündliche Verhandlung durchzuführen sei. Die Beschwerdeführerin erhob keine Einwände hinsichtlich der Ernennung oder der Zuständigkeit; vielmehr verlangte sie ohne entsprechende Vorbehalte die Durchführung einer mündlichen Verhandlung vor der Einzelschiedsrichterin. Der Beschwerdeführerin musste bewusst sein, dass die Einzelschiedsrichterin - im Gegensatz etwa zur Ablehnung (R34 TAS-Code) - nach R55 Abs. 4 TAS-Code selbst über ihre Zuständigkeit entscheidet. Sollte sie - wie nunmehr vor Bundesgericht vorgebracht - der Ansicht gewesen sein, es fehle an der Zuständigkeit, weil eine Schiedsvereinbarung zugunsten eines Dreierschiedsgerichts abgeschlossen worden sei, hätte sie der Einzelschiedsrichterin nach deren Ernennung ihre Einwände nach Treu und Glauben mitteilen müssen, damit diese gegebenenfalls einen Entscheid diesbezüglich fällen konnte (vgl. etwa den Sachverhalt im Urteil 4P.40/2002 vom 16. April 2002; vgl. auch BGE 138 III 29 S. 31), und hätte sich nicht vorbehaltlos auf das Verfahren einlassen dürfen. Entsprechende Einwände hat die Beschwerdeführerin gegenüber der ernannten Einzelschiedsrichterin nicht erhoben; ebenso wenig hat sie etwa Vorbehalte hinsichtlich deren Unabhängigkeit bzw. Unparteilichkeit geltend gemacht, über die nach R34 TAS-Code der Vorstand des International Council of Arbitration for Sport (ICAS) zu entscheiden gehabt hätte. Es ging unter diesen Umständen nicht an, die Rügegründe gleichsam in Reserve zu halten und abzuwarten, ob das Urteil zu ihren Gunsten ausfallen würde. Die Beschwerdeführerin verwirkte das Recht, sich im bundesgerichtlichen Beschwerdeverfahren auf die geltend gemachten Mängel zu berufen.