Citation: 8C_24/2018 E. 5.3

5.3. Es steht anhand der vorinstanzlichen Feststellungen fest, dass gestützt auf die gutachterlichen Darlegungen beim Beschwerdeführer eine PTBS und eine depressive Störung vorliegen, wobei der RAD-Arzt die PTBS aufgrund der Expertisen als medizinische Kernproblematik bezeichnete. Die Diagnosestellung hängt gerade bei einer PTBS wesentlich von den anamnestischen und aktuellen Angaben der betroffenen Person ab. Beide Gutachten ergingen ohne die erst durch den RAD-Arzt eingeholten Akten im Zusammenhang mit den Asylverfahren 2008. Dieser wies darauf hin, dass der Versicherte zwar mehrfach inhaftiert worden sei, Indizien für massive Folter sei diesen Dokumenten aber nicht zu entnehmen. Daraus ginge überdies hervor, dass der Versicherte bis zu seiner Einreise in die Schweiz (ca. 2010 bzw. 2011) - somit auch nach seiner letzten Inhaftierung im Jahr 2006 - berufstätig gewesen sei (zuletzt als Bäckereimitarbeiter). Diese Angaben kontrastieren mit den subjektiven Angaben anlässlich der gutachterlichen Exploration, insgesamt 19 Jahre in Haft gewesen und gefoltert worden zu sein. Dr. med. C.________ vermerkte explizit, dass keine primären Datenquellen wie polizeiliche Dokumente oder Unterlagen des Amtes für Migration vorlägen, die die Angaben des Versicherten verifizieren würden. In beiden Gutachten wurden zudem mehrfach verschiedene Inkonsistenzen und Aggravationstendenzen festgestellt und zu Recht stellte med. pract. D.________ aufgrund der fehlenden adäquaten medikamentösen und psychiatrischen Therapie die Frage nach dem tatsächlichen Leidensdruck. Dr. med. C.________ hielt trotz alledem, auch in Berücksichtigung des Ergebnisses des Mini-ICF Ratings für Aktivitäts- und Partizipationsbeeinträchtigungen bei psychischen Erkrankungen (Mini-ICF-APP), wonach der Beschwerdeführer beim Ausüben einer beruflichen Tätigkeit schwer eingeschränkt sei, an einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit fest (Stellungnahme vom 17. September 2016). Med. pract. D.________ führte daraufhin aus, ohne eine differenzierte Prüfung des Funktionsniveaus könne eine vollständige Arbeitsunfähigkeit nicht nachvollzogen werden. Der aufgeführte Schweregrad mit vollständiger Arbeitsunfähigkeit leuchte aufgrund der zahlreichen, gutachterlich bestätigten Inkonsistenzen und des fehlenden Wunsches nach einer intensiven psychiatrischen Behandlung nicht ein.