Citation: 1C_465/2019 E. 7.1

7.1. Gemäss Art. 7 Abs. 1 WaG ist für jede Rodung in derselben Gegend mit standortgerechten Arten Realersatz zu leisten. Realersatz wird nach Art. 8 Abs. 1 WaV geleistet, indem für die gerodete Fläche eine gleich grosse Fläche Wald an einem Standort begründet wird, der qualitativ ähnliche Bedingungen bietet wie die gerodete Fläche. Während das WaG und die Verordnung vom 30. November 1992 über den Wald (Waldverordnung; SR 921.01) sowie der Bericht der Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie des Ständerats (BBl 2011 4397 ff.) keine näheren Angaben dazu enthalten, was unter "derselben Gegend" zu verstehen ist, ist gemäss der bundesrätlichen Botschaft zur ursprünglichen Fassung des Artikels zum Rodungsersatz die Forderung nach Ersatz in derselben Gegend dann erfüllt, wenn der Realersatz an vergleichbarem Standort, in derselben Höhenlage und in derselben Region geleistet wird (Botschaft zu einem Bundesgesetz über Walderhaltung und Schutz vor Naturereignissen vom 29. Juni 1988, BBl 1988 III 193). Dazu gilt es jedoch zu bemerken, dass in der alten, bis zum 30. Juni 2013 gültigen Fassung des Waldgesetzes der Realersatz ausnahmsweise in einer anderen Gegend geleistet werden konnte (vgl. Urteil 1C_393/2014 vom 3. März 2016 E. 10.4). Diese Möglichkeit ist mit dem Inkrafttreten der heute gültigen Fassung des Art. 7 WaG entfallen. Gemäss der ständerätlichen Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie hatte die Ersatzaufforstung in einer anderen Gegend zu Waldflächenzunahmen an Orten geführt, wo dies nicht unbedingt erwünscht war. Dies sollte durch die Gesetzesänderung verhindert werden (BBl 2011 4416). Das Bundesgericht hat sich bis anhin nicht zu Art. 7 Abs. 1 WaG geäussert, weder in seiner ursprünglichen noch in seiner aktuellen Form (vgl. jedoch BGE 115 Ib 224 E. 5.c) cc) S. 229 zur Verordnung vom 1. Oktober 1965 betreffend die eidgenössische Oberaufsicht über die Forstpolizei, wonach die Forderung nach Realersatz in derselben Gegend "nicht in einem räumlich zu engen Sinne verstanden werden" darf). Die Lehre - sowohl zur alten wie auch zur neuen Fassung der Bestimmung zum Rodungsersatz - hat den Begriff der gleichen Gegend dahingehend präzisiert, dass die Ersatzaufforstung in ähnlicher Höhenlage und in derselben geographischen Region zu erfolgen hat, nicht jedoch in derselben politischen Gemeinde (HANS-PETER JENNI, Vor lauter Bäumen den Wald doch noch sehen, in: Schriftenreihe Umwelt Nr. 210, Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft [BUWAL], Bern 1993, S. 42; RAPHAËL MAHAIM, Le principe de durabilité et l'aménagement du territoire, Diss. Freiburg 2014, S. 342). Als nicht mehr in der gleichen Gegend müsse hingegen ein Ersatzstandort beurteilt werden, der zwar distanzmässig relativ nah am Rodungsstandort liege, jedoch eine wesentlich andere Höhenlage und einen grundsätzlich anderen Vegetationstyp aufweise (STEFAN JAISSLE, Der dynamische Waldbegriff und die Raumplanung, Diss. Zürich 1994, S. 153, Fussnote 320).