Citation: 4A_426/2013 E. 3.5.2

3.5.2. Das Bundesgericht hat im Urteil 5A_316/2009 vom 2. Juli 2009 festgehalten, in seiner bisherigen Rechtsprechung (BGE 20 I 388 E. 4 S. 392 und BGE 45 II 210 S. 212) habe es die Quittung als schlichtes Beweismittel verstanden, gegen das der Gegenbeweis zulässig sei. Diese Auffassung werde auch von einem Teil der Lehre vertreten, währenddem eine andere (so namentlich Marius Schraner, a.a.O., N. 41 und 46 zu Art. 88 OR) vom Gläubiger den Beweis des Gegenteils verlangten, also eine Umkehr der Beweislast annähmen (Urteil 5A_316/2009 vom 2. Juli 2009 E. 4.2.3). Das Bundesgericht liess jedoch im zitierten Urteil offen, welche Wirkungen der Quittung im Einzelnen zukommen (5A_316/2009 vom 2. Juli 2009 E. 5.3). In einem isolierten Entscheid aus dem Jahr 1999 bejahte das Bundesgericht demgegenüber die Beweislastumkehr als Rechtsfolge einer Quittung (Urteil 4C.198/1998 vom 31. August 1999 E. 1b/bb). Die Frage, welche Rechtswirkungen der Quittung zukommen, kann auch vorliegend offen bleiben. Die Quittung ist eine Bestätigung, dass eine bestimmte Summe bezahlt wurde; sie ist nicht die Anerkennung, diesen Betrag zu schulden (Dominik Vock, in: Kurzkommentar SchKG, 2009, N. 4 zu Art. 82 SchKG; Daniel Staehelin, in: Basler Kommentar SchKG I, 2. Aufl., N. 23 zu Art. 82 SchKG). Sie bestätigt also eine Tatsache und ist Beweismittel für diese Tatsache. Sie muss, um die Beweisfunktion zu erfüllen, durch (mindestens mittelbare) Angabe des Rechtsgrundes die Individualisierung der vom Schuldner erbrachten Leistung ermöglichen (Marius Schraner, a.a.o., N. 34 f. zu Art. 88 OR; Gauch/Schluep/Schmid/Rey/Emmenegger, Schweizerisches Obligationenrecht, Allgemeiner Teil, 9. Aufl. 2008, Rz. 2412 ff.). Auch der Beschwerdeführer geht davon aus, dass nicht einfach die Tatsache einer Zahlung zu beweisen sei, sondern vielmehr "Darlehenszahlungen". Die Bedeutung der Quittung hängt somit davon ab, ob der Beschwerdeführer den Hauptbeweis für ein im Jahr 2007 abgeschlossenes Darlehen erbringen kann. Eine darüber hinaus gehende selbstständige Bedeutung kommt ihr nicht zu.