Citation: 9C_453/2024 E. 2

Hat der Steuerpflichtige trotz Mahnung seine Verfahrenspflichten nicht erfüllt oder können die Steuerfaktoren mangels zuverlässiger Unterlagen nicht einwandfrei ermittelt werden, nimmt das kantonale Steueramt die Einschätzung nach pflichtgemässem Ermessen vor. Es kann dabei Erfahrungszahlen, Vermögensentwicklung und Lebensaufwand des Steuerpflichtigen berücksichtigen (§ 139 Abs. 2 des Steuergesetzes des Kantons Zürich vom 8. Juni 1997 [StG/ZH; LS 631.1]). Eine Einschätzung nach pflichtgemässem Ermessen kann der Steuerpflichtige nur wegen offensichtlicher Unrichtigkeit anfechten. Die Einsprache ist zu begründen und muss allfällige Beweismittel nennen (§ 140 Abs. 2 StG/ZH). Diese Vorgaben sind bundesrechtlich harmonisiert und stimmen materiell mit jenen von Art. 46 Abs. 3 und Art. 48 Abs. 2 StHG (SR 642.14) überein. Soweit die Voraussetzungen für eine Ermessenseinschätzung erfüllt sind, kann diese einzig wegen offensichtlicher Unrichtigkeit angefochten werden; der entsprechende Nachweis ist umfassend anzutreten. Die steuerpflichtige Person kann hierzu entweder weitere Beweismittel nachreichen, wodurch die Untersuchungspflicht der kantonalen Behörden wiederauflebt, oder aber aufzeigen, dass die angefochtene Veranlagungsverfügung offensichtlich übersetzt ist (StE 2024 B 93.5 Nr. 46, 9C_750/2023 E. 2.4.2 mit Hinweisen).