Citation: 2C_81/2023 E. 8.3.2

8.3.2. Aus den unbestrittenen vorinstanzlichen Sachverhaltsdarstellungen ist die Umsetzung der Abstimmung ohne Weiteres zu erkennen: Beispielsweise gab die E.________ AG am 20. September 2004 eine Anhebung der Zuschläge ab dem 4. Oktober 2004 bekannt. Der "L1.________" reichte diese Information an seine Mitglieder weiter, erwähnte gleichzeitig, dass "D1.________" und "C1.________ der Anhebung folgten, und forderte die Luftfahrtunternehmen auf, die erhöhten Beträge und Stichtage bekannt zu geben. Am 11. Oktober 2004 teilte die M1.________ dem "L1.________" eine weitere Erhöhung der Treibstoffzuschläge mit. In der Folge gaben die Beschwerdeführerinnen am 18. Oktober 2004 dem "L1.________" eine Anhebung ihres Treibstoffzuschlags um denselben Betrag bekannt (vgl. E. 11.2.3 des angefochtenen Urteils). Die von den Beschwerdeführerinnen vorgetragene Behauptung, wonach sie eine selbständige "Zuschlagspolitik" geführt hätten, vermag die Kausalität zwischen der Abstimmung und deren Umsetzung nicht infrage zu stellen. Der Abstimmungserfolg zeichnete sich vorliegend dadurch aus, dass er auf Gegenseitigkeit beruhte, unabhängig davon von welchem Mitglied des "L1.________" die Zuschlagsänderung initiiert wurde. Es liegt somit ein Marktverhalten vor, das von der gegenseitigen Abstimmung beeinflusst war (vgl. BGE 147 II 72 E. 3.4.3). Dass die Beschwerdeführerinnen die abgestimmten Treibstoffzuschläge in der Folge ihren Kundinnen und Kunden nicht verrechneten, machen sie im Übrigen nicht geltend.