Citation: 1C_183/2017 E. 5.1

5.1. Während dem Unwetter im Oktober 2000 trat der Baltschiederbach über die Ufer. Das Dorf Baltschieder musste evakuiert werden und es wurden rund 730'000 m3 Land überflutet und rund 200'000 m3 Schlamm und Geschiebe abgelagert. Trotz der daraufhin ergriffenen Sofortmassnahmen und der 2006 realisierten 1. Ausbauetappe liegt die Geschieberückhaltekapazität (heute: 60'000 bis 70'000 m3) unter dem Geschiebeaufkommen eines hundertjährigen Ereignisses (90'000 bis 120'000 m3) (Technischer Bericht Ziff. 4.2.1 S. 13); grosse Teile des Dorfs befinden sich daher aktuell in der roten oder blauen Gefahrenzone. Wie das BAFU in seiner Vernehmlassung überzeugend darlegt, genügen angesichts der enormen Geschiebefracht des Baltschiederbachs bei Hochwasser blosse Unterhaltsmassnahmen nicht, um Menschen und Sachwerte vor Hochwasser und den damit verbundenen Geschiebeablagerungen zu schützen, sondern es bedarf dazu baulich-technischer Schutzmassnahmen, wie insbesondere Geschiebesammler.