Citation: 9C_545/2023 E. 3.2

3.2. Im hier massgebenden Recht des Kantons Aargau gilt gemäss § 22 Abs. 1 Satz 1 und 2 StG/AG: "Verheiratete, die in rechtlich und tatsächlich ungetrennter Ehe leben, haften solidarisch für die Gesamtsteuer. Jeder Eheteil haftet jedoch nur für seinen Anteil an der Gesamtsteuer, wenn der andere zahlungsunfähig ist." Der Kanton Aargau hat damit - wenn auch mit leicht abweichender Wortwahl - den Normgehalt von Art. 13 Abs. 1 DBG übernommen (siehe Andreas Schorno, in: Marianne Klöti-Weber/Daniel Schudel/Patrik Schwarb [Hrsg.], Kommentar zum Aargauer Steuergesetz, 5. Aufl. 2023, N. 2 zu § 22). Entsprechend kann unter dem Aspekt der "Zahlungsunfähigkeit" von der bundesgerichtlichen Praxis zu Art. 13 Abs. 1 DBG ausgegangen werden, was nichts daran ändert, dass es sich bei § 22 Abs. 1 Satz 1 und 2 StG/AG um eine Norm des nicht harmonisierten und daher rein kantonalen Rechts handelt. Folglich ist § 22 Abs. 1 StG/AG weder direkt (aufgrund horizontaler Harmonisierung) noch indirekt (kraft vertikaler Steuerharmonisierung) durch Bundesrecht abgedeckt und entsprechend auch nicht "immunisiert" (dazu Urteile 2C_345/2021 vom 29. Oktober 2021 E. 2.2.4; 2C_29/2017 vom 4. November 2019 E. 3.5; 2C_997/2016 vom 10. November 2016 E. 2.2).