Citation: 6B_217/2022 E. 2.6.5

2.6.5. Die Beurteilung der Vorinstanz ist nicht zu beanstanden. Der Beschwerdeführer verkennt die Bedeutung der Adäquanztheorie, wenn er in diesem Zusammenhang darauf hinweist, dass ein pflichtgemässes Alternativverhalten von C.________ den Unfall hätte verhindern können. Nach der in Erwägung 2.2 dargestellten bundesgerichtlichen Rechtsprechung, welche die Vorinstanz ihrer Beurteilung zutreffend zugrundelegt, wird der adäquate Kausalzusammenhang nicht durch jede andere Ursache unterbrochen. Vorliegend ist keine Mitursache erkennbar, die - wie von der Rechtsprechung vorausgesetzt - einen derart hohen Wirkungsgrad aufweist, dass das Verhalten des Beschwerdeführers nach wertender Betrachtungsweise als rechtlich nicht mehr beachtlich erscheint. Der Beschwerdeführer unterliess es als Sicherheitschef und verantwortlicher Bauführer, sämtliche Mitarbeiter über die bestehenden Gefahren und die zu treffenden Sicherheitsmassnahmen zu informieren und deren Einhaltung zu überwachen. Unter diesen Umständen musste er damit rechnen, dass sich der Beschwerdegegner 2 entgegen der bestehenden Weisung und ungesichert auf das Dach begeben würde, um C.________ zu unterstützen. Ein solches Zuwiderhandeln gegen eine Weisung, auf das Dach zu steigen, unterbricht den adäquaten Kausalzusammenhang nicht, zumal für die auf einer Baustelle Beschäftigen nicht ohne Weiteres erkennbar ist, ob eine Weisung der Sicherheit oder bloss organisatorischen Zwecken dient, und vorliegend die Gefahr zumindest nicht offensichtlich war. Soweit der Beschwerdeführer im Übrigen auf die Kritik hinweist, welche im Schrifttum an der Praxis des Bundesgerichts betreffend die Voraussehbarkeit geübt wird, ist darauf nicht näher einzugehen, zumal er nicht geltend macht, die Voraussetzungen für eine Praxisänderung (siehe jüngst etwa BGE 147 V 342 E. 5.5.1 mit Hinweisen) seien gegeben.