Citation: 7B_322/2024 E. 5.3

5.3. Der Vorinstanz ist darin zuzustimmen, dass es unterdessen nicht mehr grundsätzlich ausgeschlossen erscheint, sowohl die gebotene medikamentöse Behandlung als auch die medizinische Betreuung des Beschwerdeführers in einem entsprechend angepassten Strafvollzug angemessen zu organisieren. Die Ansicht des Obergerichtes, ein modifizierter Strafvollzug lasse sich mittels eines geeigneten Vollzugsplans und angepasster medizinischer Betreuung (samt gebotener Infektionsschutzmassnahmen) durch den ärztlichen Gesundheitsdienst ausreichend gewährleisten, erscheint sachlich vertretbar. Bei der Abwägung der privaten Interessen des Beschwerdeführers an einer weiteren Haftverschonung, bzw. an einer möglichst optimalen und für ihn bequemen medizinischen Versorgung, und dem öffentlichen Interesse am Vollzug des rechtskräftigen Strafurteils ist schliesslich auch der Schwere der beurteilten Delikte Rechnung zu tragen. Er wurde am 2. März 2022 unter anderem des gewerbsmässigen Betrugs schuldig gesprochen und zu einer Freiheitsstrafe von 4 Jahren und 5 Monaten rechtskräftig verurteilt. Es besteht ein erhebliches öffentliches Interesse an der Vollstreckung des Urteils bzw. daran, den Vollzug in einem angepassten Haftregime beim jetzigen stabilisierten Gesundheitszustand des Beschwerdeführers zumindest einzuleiten.