Citation: 5A_278/2022 E. 3.1

3.1. Die Vorinstanz erwog hierzu, aus dem Erziehungsfähigkeitsgutachten ergebe sich zwar, dass beide Parteien Mühe hätten, miteinander angemessen umzugehen, und offensichtlich Probleme damit hätten, den eigenen Konflikt von den Kindern fernzuhalten. Auf die Erziehungsfähigkeit an sich habe dies indessen keine Auswirkung. Beide Elternteile seien gleichermassen erziehungsfähig. Ein Obhutswechsel zum Beschwerdeführer sei nicht angezeigt. Theoretisch sei eine Reintegration in V.________ möglich, nach bald zwei Jahren Abwesenheit wäre eine solche aber mit Belastungen für die Kinder verbunden, was auch die Kindesvertreterin vorbringe. In der nach wie vor angespannten Konfliktsituation sei es umso wichtiger, beiden Kindern Stabilität zu geben. Überdies entspreche es auch dem Willen des Sohnes, in U.________ zu bleiben. Da die Tochter nicht von ihrem Bruder getrennt werden möchte, sei ein Verbleib in U.________ für sie ebenfalls angezeigt. Entscheidend sei ferner, dass es eher fraglich erscheine, ob der Beschwerdeführer fähig sei, die Beziehung beider Kinder zur Beschwerdegegnerin zu fördern. Es sei nämlich auffallend, dass er den Konflikt weiter befördere. Zu bemerken sei sodann, dass der Beschwerdeführer berufstätig sei und die nötige persönliche Betreuung der beiden Kinder nicht durch ein Betreuungskonzept nachgewiesen habe. Neben den anderen Faktoren komme dem Umstand, dass die Kinder seit dem vorsorglichen Obhutsentscheid vom 26. Juli 2019 in U.________ Fuss gefasst hätten, besondere Bedeutung zu.