Citation: 7B_290/2022 E. 2.5.3

2.5.3. Der Sorgfaltsmassstab, nach dem der Beschwerdeführer den Sachverhalt beurteilt haben will, ist zu hoch angesetzt. Mit der Vorinstanz kann dem Beschwerdegegner 2 aus dem Umstand, dass die Mitarbeiter den Bereich unterhalb der Walze beim Anlassen der Maschine nicht verliessen, kein strafrechtlich relevanter Vorwurf gemacht werden. Als strafrechtlich relevanter Gefahrenbereich könnte nach ihrer zutreffenden Einschätzung nur jener Bereich definiert werden, in dem die Gefahr bestand, dass Personen durch bewegliche Maschinenteile verletzt werden. Diesbezüglich kommt die Vorinstanz mit der vorstehend zusammengefassten Begründung und unter Berücksichtigung des Umstands, dass der Beschwerdegegner 2 einen Unterbruch der Reinigungsarbeiten anordnete (vgl. E. 2.4.3 oben), willkürfrei zum Schluss, dieser habe davon ausgehen dürfen, dass die Mitarbeiter die Arbeiten unterbrechen und diesen Bereich verlassen würden. Wenn der Beschwerdeführer die Aussagen der unfallbeteiligten Personen zum Signalton anders gewürdigt haben will, genügt dies zur Begründung von Willkür im Beweisergebnis jedenfalls wiederum nicht. Gleiches gilt, soweit er geltend macht, nicht spezifisch für die Reinigung des konkreten Maschinentyps geschult worden und hierfür laut Reinigungsplan (Beschwerdebeilage 8) als Gehilfe auch nicht vorgesehen gewesen zu sein. Anders gesagt durfte der Beschwerdegegner 2 darauf vertrauen, dass der Beschwerdeführer auch ohne spezifische Kenntnisse über die Unfallmaschine seiner Anweisung, mit der Reinigung zu warten, folgt und spätestens bei Ertönen des Signals von der Maschine zurücktritt. Dass im ergänzenden Unfallbericht der SUVA vom 25. September 2018 (Untersuchungsakten A 73) festgehalten wird, die Regel "Anlage ausschalten und sichern", sei verletzt worden, bedeutet weiter nicht, dass dem Beschwerdegegner 2 die Verantwortung für diese Verletzung nachgewiesen worden wäre bzw. werden könnte. Der Unfallbericht besagt einzig, dass die Reinigungsarbeiten nur bei stillstehender Maschine hätten durchgeführt werden dürfen. Wie es dazu kam, dass der Beschwerdeführer diesen Grundsatz nicht einhielt, lässt sich dem Bericht nicht entnehmen. Alles in allem erweist sich der vorinstanzliche Freispruch betreffend den Aufenthalt des Beschwerdeführers im Gefahrenbereich (im engen Sinn verstanden) als rechtskonform.