Citation: 4A_412/2019 E. 5.3.2

5.3.2. Genügend sind auch die Vorbringen der Beschwerdeführerin dazu, weshalb es zu den Pflichten der Beschwerdegegnerin gehört hätte, für die entsprechende Sockelabdichtung zu sorgen. Die Argumentation der Vorinstanz, wonach die Behauptung der Beschwerdegegnerin, die Systemhersteller von Kompaktfassaden im relevanten Zeitpunkt hätten keine zusätzlichen Abdichtungen vorgesehen, von der Beschwerdeführerin nicht substanziiert bestritten worden sei, überzeugt nicht. Der Privatgutachter D.________ wies auf das Fehlen von Schutzmassnahmen hin, die seines Erachtens "notwendig" seien. Ob Systemhersteller tatsächlich keine zusätzlichen Abdichtungen vorgesehen haben, und ob gegebenenfalls die Beschwerdegegnerin als Generalunternehmerin nach den Regeln der Baukunde nicht verpflichtet gewesen wäre, solche vorzusehen, wäre zu prüfen gewesen. Da die Beantwortung dieser Fragen Fachkenntnisse erfordert, erscheint die Einholung eines Gutachtens besonders angebracht, was die Beschwerdeführerin jeweils im Anschluss an ihre Tatsachenbehauptungen auch beantragte. Nicht nachvollziehbar ist insbesondere auch die Erwägung der Vorinstanz, die Empfehlung des Privatgutachters, "die verantwortlichen Firmen" sofort zu rügen, stelle keinen Beweis für ein Fehlverhalten der Beschwerdegegnerin dar. Im Privatgutachten von D.________, auf das die Beschwerdeführerin verwies, wurde ausdrücklich die Verantwortung des Generalplaners für die Anpassung bzw. Ergänzung der Leitdetails angesprochen. Die Beschwerdeführerin zitierte insbesondere einen Auszug aus dem Gutachten D.________, wonach die vorliegend erforderliche Ergänzung, Präzisierung und Korrektur der Leitdetails im Rahmen der Erstellung der Detailpläne im zu erfüllenden Leistungsbereich des Generalplaners liegen würden. Mit anderen Worten kam der Privatgutachter unmissverständlicherweise zum Schluss, dass die festgestellten Mängel im Verantwortlichkeitsbereich der Beschwerdegegnerin als Generalplanerin lagen. Nicht überzeugend ist auch das weitere Argument der Vorinstanz, bei Problemen mit der Sockelabdichtung früher gebauter Filialen wäre eine Änderung der Leitdetails vorgenommen worden, führte doch die Beschwerdeführerin mit Verweis auf das Privatgutachten von D.________ aus, die Leitdetails hätten insbesondere an die örtlichen Verhältnisse angepasst werden müssen. Ob eine derartige Anpassung aus technischer Sicht bei den einzelnen Filialen tatsächlich erforderlich war, ist wiederum eine technische Frage, welche das Gericht ohne entsprechendes spezifisches Fachwissen nicht beantworten kann. Nichts anderes gilt für die sich gegebenenfalls stellende Folgefrage, ob die von der Beschwerdegegnerin angeblich vorgenommenen Änderungen der Sockeldetails bei den Filialen S.________ und W.________ ausreichend waren. Dasselbe gilt in Bezug auf die Ausführungen der Vorinstanz, wonach die Beschwerdegegnerin nur bei einer offensichtlichen Mangelhaftigkeit haftbar gemacht werden könnte, die von jedem Fachmann antizipiert werden müsste. Wie die Vorinstanz beurteilen kann, ob das von der Beschwerdeführerin gerügte Fehlen der ihres Erachtens erforderlichen Massnahmen einem offensichtlichen Mangel gleichkommt, ist nicht ersichtlich.