Citation: 9C_538/2019 E. 6.2

6.2. Eine solche Konstellation liegt hier nicht vor. Anders als in dem in der Beschwerde angerufenen Urteil 9C_152/2009 vom 18. November 2009 wusste der Beschwerdeführer gemäss den verbindlichen Sachverhaltsfeststellungen der Vorinstanz (vgl. E. 1.1; Urteil 8C_31/2007 vom 25. September 2007 E. 3.2, nicht publ. in: BGE 133 V 640) um die Liquidationsprobleme und die Beitragsausstände der Gesellschaft. Mit anderen Worten bestand Handlungsbedarf. Trotzdem wurde der Beschwerdeführer, wie auch das kantonale Gericht festhielt, nicht zielgerichtet tätig. Die sich in finanziellen Problemen befindende Gesellschaft sollte zwar durch einen Verkauf eines Geschäftsteils saniert werden. Ein entsprechender Kaufvertrag wurde dann auch abgeschlossen und die Käuferin übernahm per 16. März 2011 einen Geschäftsteil der B.________ AG zu Fr. 980'000.-. Der Verkauf erfolgte aber bargeldlos resp. der Kaufpreis blieb als Forderung "stehen", wobei die Revisionsstelle feststellte, dass fraglich sei, ob die Käuferin in der Lage sein werde, den Kaufpreis innert vernünftiger Frist zu bezahlen (Bericht der Revisionsstelle vom 10. August 2011). Auch wenn bei der gerichtlichen Beurteilung der Sanierungsmassnahmen Zurückhaltung geboten ist (Urteil 4A_306/2009 vom 8. Februar 2010 E. 7.2.4), liess dieser Verkauf eine dauerhafte finanzielle Gesundung und Wiederherstellung der Ertragskraft der B.________ AG nicht als wahrscheinlich erwarten. Die Nichtbezahlung von Sozialversicherungsbeiträgen wegen ungenügender Liquidität kann nur entschuldbar sein, wenn auf Grund der objektiven Umstände und einer seriösen Beurteilung der Lage angenommen werden darf, die geschuldeten Beiträge könnten innert nützlicher Frist nachbezahlt werden (SVR 2011 AHV Nr. 14 S. 49, 9C_330/2010 E. 3.3). Ebenso wenig hat der Beschwerdeführer dafür gesorgt, dass bei den fortgesetzten Lohnzahlungen die darauf ex lege geschuldeten paritätischen Beiträge abgeliefert und nicht für andere Zwecke verwendet werden (vgl. E. 4.3.1 vorne). Die Sichtung von Unterlagen, Reportings und Stichproben bei den Lohnabrechnungen genügen in einer Situation wie der vorliegenden nicht (SVR 2016 AHV Nr. 15 S. 42, 9C_66/2016 E. 5.4). Unter den gegebenen Umständen kann - auch wenn C.________ Gelder in nicht unerheblicher Höhe veruntreut haben soll - nicht davon gesprochen werden, dass das Fehlverhalten des Beschwerdeführers eindeutig in den Hintergrund tritt. Der Hypothese des Beschwerdeführers, der Schaden wäre ohnehin eingetreten und ihn treffe daran kein Verschulden, kann nicht gefolgt werden.