Citation: K 111/02 26.05.2003 E. 4

4.1 Das kantonale Gericht ist zunächst zutreffend davon ausgegangen, dass der vorgenommene Eingriff eine zahnärztliche Behandlung darstellt und demzufolge für die Frage der Leistungspflicht der obligatorischen Krankenpflegeversicherung Art. 31 Abs. 1 KVG, vorliegend Art. 31 Abs. 1 lit. a KVG in Verbindung mit Art. 17 lit. f Ziff. 2 KLV, massgebend ist. 4.2 Art. 17 lit. f Ziff. 2 KLV setzt das Vorliegen einer Dysgnathie voraus, welche schwere Störungen des Schluckens zur Folge hat. Der Begriff "schwere Störungen des Schluckens" ist nach der Rechtsprechung verbunden mit erheblicher Beeinträchtigung der Nahrungsaufnahme bzw. des spontanen Schluckens von Speichel (noch nicht in der Amtlichen Sammlung veröffentlichtes Urteil B. vom 19. Februar 2003, K 56/01; Urteil P. vom 25. März 2002, K 4/00, und Urteil P. vom 4. Dezember 2001, K 17/98). Nicht unter den Begriff "Schluckstörungen" fallen Kaubeschwerden (noch nicht in der Amtlichen Sammlung veröffentlichtes Urteil B. vom 19. Februar 2003, K 56/01, Erw. 7). Kauen und Schlucken sind verschiedene Vorgänge mit unterschiedlichen beteiligten Organen. Es können nur Kaubeschwerden, nur Schluckbeschwerden oder aber beides gleichzeitig vorliegen. Unter den für eine Leistungspflicht der obligatorischen Krankenpflegeversicherung vorausgesetzten schweren Störungen des Schluckens sind Störungen bei der Beförderung zerkauter Speisen in die Speiseröhre oder von dort in den Magen sowie beim Schlucken von Speichel zu verstehen. 4.3 Die Akten enthalten keine genügenden Anhaltspunkte für das Vorhandensein von Schluckstörungen, geschweige denn von solchen schwerer Natur. Vielmehr sprach Dr. med. dent. G.________ in seinen Berichten vom 1. Februar, 21. Juni und 12. September 1999 von einer Beeinträchtigung der Kaufunktion sowie von Kaubeschwerden und auch Dr. med. dent. R.________ erwähnte in seinem Schreiben vom 13. August 1999 lediglich eine Dysfunktion der Kaumuskulatur und eine Kiefergelenksproblematik. Ebenso listeten die Beschwerdegegner selber in der Einsprache vom 9. Juli 2000 sowie in der Beschwerde vom 4. September 2000 Kaubeschwerden, Verdauungsprobleme und magenbedingte Kopfschmerzen auf, die nach der kieferorthopädischen Operation verschwunden seien. Erst in der Vernehmlassung zur Verwaltungsgerichtsbeschwerde vom 4. Februar 2003 wird von einer erheblichen Beeinträchtigung der Nahrungsaufnahme in dem Sinne gesprochen, dass die Versicherte feste Nahrung nur noch mit Mühe und in grossen Bissen habe schlucken können, woraus Magen- und Verdauungsprobleme sowie heftige Kopfschmerzen hervorgegangen seien. Auch aus diesen Ausführungen ergibt sich jedoch, dass die Ursache für die Beeinträchtigung der Nahrungsaufnahme darin lag, dass feste Speisen ungenügend zerkaut wurden. Entgegen der Auffassung der Vorinstanz und der Beschwerdegegner kann indessen aus dem Vorliegen von Kaubeschwerden und einer daraus resultierenden erheblichen Beeinträchtigung der Nahrungsaufnahme nicht auf das Vorhandensein von schweren Störungen des Schluckens im Sinne von Art. 17 lit. f Ziff. 2 KLV geschlossen werden (noch nicht in der Amtlichen Sammlung veröffentlichtes Urteil B. vom 19. Februar 2003, K 56/01, Erw. 7), sodass die Voraussetzungen für eine Leistungspflicht der obligatorischen Krankenpflegeversicherung mit der Beschwerdeführerin zu verneinen sind.