Citation: 5A_310/2010 19.11.2010 E. 10

10.1 Das Obergericht hat den Beginn der Unterhaltspflicht des Beschwerdeführers in Anwendung von Art. 126 Abs. 1 ZGB auf den 1. Januar 2010 bestimmt. 10.2 Die Beschwerdeführerin rügt eine Verletzung von Art. 125 und Art. 126 Abs. 1 ZGB. Werde der Vorsorgeausgleich wie auch das Splitting der AHV-Beiträge auf den rechtskräftigen Scheidungszeitpunkt (6. Februar 2009) vorgenommen, dränge sich ab jenem Zeitpunkt auch die Zusprechung eines (Vorsorge-) Unterhaltsbeitrages auf. Wenn das Obergericht den Aufschub der Unterhaltszahlungen mit der güterrechtlichen Ausgleichszahlung in der Höhe von Fr. 1'000'000.-- begründe, sei dies nicht stichhaltig, da diese Zahlung erst im Dezember 2009 erfolgt sei und sie deshalb während eines grossen Teils des Jahres 2009 gar nicht davon habe profitieren können. 10.3 Gemäss Art. 126 Abs. 1 ZGB bestimmt das Gericht den Beginn der Beitragspflicht. Indem das Gesetz keinen bestimmten Zeitpunkt nennt, überlässt es dem Sachgericht einen breiten Spielraum. Wie es bereits unter dem alten Scheidungsrecht der Fall war (vgl. BGE 109 II 87 E. 4b S. 92), entspricht der Beginn der Unterhaltspflicht mit dem Eintritt der formellen Rechtskraft des Rentenurteils nach wie vor der Regel. Dem Sachgericht steht es aber auch heute frei, den Rentenbeginn rückwirkend auf die Rechtskraft des Scheidungspunktes festzusetzen (zum Ganzen BGE 128 III 121 E. 3b S. 122 f.). 10.4 Sofern die Beschwerdeführerin deshalb verlangt, die Unterhaltszahlungen seien auf den "ordentlichen" Zeitpunkt der Rechtskraft des Scheidungspunktes festzusetzen, setzt sie sich in Widerspruch zur bundesgerichtlichen Rechtsprechung. Die von der Beschwerdeführerin verlangte Vorgehensweise entspricht gerade nicht der Regel. Das Obergericht hat den Beginn der Unterhaltspflicht weder auf den Zeitpunkt des rechtskräftigen Rentenurteils noch auf das rechtskräftige Scheidungsurteil (6. Februar 2009) bestimmt, sondern auf den 1. Januar 2010. Es ist damit von der Regel gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zugunsten der Beschwerdeführerin abgewichen. Aus welchen Gründen sich eine weitergehende Abweichung von der genannten Regel aufdrängt, vermag die Beschwerdeführerin nicht aufzuzeigen. Ihre Rüge erweist sich damit als unbegründet.