Citation: 1B_107/2021 E. 2.3

2.3. Liegt bereits ein Gerichtsurteil über das Strafmass vor, stellt es ein wichtiges Indiz für die mutmassliche Dauer der zu verbüssenden Strafe dar (BGE 145 IV 179 E. 3.4 mit Hinweis). Das Strafgericht hat den unbedingten Teil der dem Beschwerdeführer auferlegten Freiheitsstrafe auf ein Jahr festgesetzt. Im Zeitpunkt des vorinstanzlichen Entscheids hatte er annähernd 7 Monate Untersuchungs- und Sicherheitshaft erstanden. Es drohte ihm somit unter Anrechnung der Haft ein verbleibender Freiheitsentzug von gut 5 Monaten. Dies stellt keinen geringen Fluchtanreiz dar. Der Beschwerdeführer ist 41 Jahre alt. Er wurde in Basel geboren. Dort lebte er bis zum 9. Altersjahr, danach in Portugal und teilweise auf den Kapverden, die geschichtlich und sprachlich mit Portugal eng verbunden sind. Im 33. Altersjahr kehrte er nach Basel zurück. Den überwiegenden Teil seines Lebens verbrachte er somit im Ausland, insbesondere in seinem Heimatland. In Portugal leben sein Sohn, seine Eltern und seine Schwester. Seine Ehefrau wohnt auf den Kapverden. Er verfügt somit nach wie vor über eine enge Bindung zu seinem Heimatland und zu den Kapverden. In der Schweiz lebt niemand aus seinem engsten Familienkreis. Eine gefestigte Existenz baute er sich hier nicht auf. Vielmehr häufte er Schulden an und bezog Arbeitslosengeld. Da das Strafgericht eine Landesverweisung von 8 Jahren aussprach, muss er überdies damit rechnen, die Schweiz für lange Zeit verlassen zu müssen. In seinem Heimatland wäre er zudem vor einer Überstellung an die Schweiz sicher, da Portugal keine eigenen Staatsangehörigen hierher ausliefert (Erklärung Portugals vom 12. Februar 1990 zu Art. 6 des Europäischen Auslieferungsübereinkommens vom 13. Dezember 1957; SR 0.353.1). Würdigt man dies gesamthaft, bestehen erhebliche Anhaltspunkte dafür, dass sich der Beschwerdeführer bei einer Haftentlassung dem drohenden Strafvollzug entziehen würde. Wenn die Vorinstanz Fluchtgefahr bejaht hat, verletzt das daher kein Bundesrecht.