Citation: 8C_738/2021 E. 3.5.3

3.5.3. 3.5.3.1. Die Vorinstanz stellte fest, eigenen Angaben gemäss sei die Beschwerdeführerin 55 Jahre alt und arbeite seit 29 Jahren in ihrem Coiffeursalon. Sie wohne unmittelbar über ihrem Geschäft, sodass sich ihre schwerwiegenden orthopädischen Beeinträchtigungen nicht bereits auf dem Arbeitsweg auswirkten, sondern erst während der Arbeit. Sie sei mit ihrem Betrieb am Wohnort verwurzelt und habe eine Stammkundschaft, die sich von ihr bedienen lasse, obwohl der Haarschnitt weniger effizient vonstatten gehe als bei einer uneingeschränkt leistungsfähigen Fachperson. Dass sie die verbliebene Leistungsfähigkeit andernorts verwerten könne, sei nicht realistisch. 3.5.3.2. Das Bundesgericht habe, so die Vorinstanz weiter, die Zumutbarkeit der Aufgabe der selbstständigen Erwerbstätigkeit mit Hinweis auf die verbleibende Aktivitätsdauer bejaht bei Landwirten im Alter von 49 Jahren (Urteil 9C_834/2011 vom 2. April 2012 E. 4) und von 53 beziehungsweise von 56 Jahren (Urteil 9C_624/2013 11. Dezember 2013 E. 3.2) sowie bei einem Rollladen- und Storenmonteur im Alter von 57 Jahren (Urteil 8C_748/2011 vom 11. Juni 2012 E. 6.4). Somit spreche das Alter der Beschwerdeführerin nicht gegen eine Aufgabe der selbstständigen Erwerbstätigkeit. Ihre übrigen Argumente seien wohl einleuchtend, vermöchten aber - Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit vorausgesetzt - nichts daran zu ändern, dass das erzielte Resteinkommen derart tief sei, dass sich die Beschwerdeführerin damit nicht begnügen dürfe. Bereits vor dem Unfall seien die erzielten Einkünfte bescheiden gewesen, sodass die Lebenshaltungskosten offensichtlich nur mit ergänzenden Zahlungen hätten bestritten werden können. So werde der Beschwerdeführerin seit dem Tod des Kindsvaters im November 2015 eine Witwenrente ausgerichtet. In der aktuellen Situation mit noch teilweiser Arbeitsfähigkeit habe sie alles daran zu setzen, um diese bestmöglich zu verwerten. Daher sei die Nähe des Betriebes im Wohnhaus ebenso wenig ausschlaggebend wie die Verankerung am Wohnort. Es möge sein, dass die Beschwerdeführerin über eine treu bleibende Stammkundschaft verfüge, dieser Umstand falle aber angesichts der frappant tiefen Einkünfte (Fr. 10'746.80) nur bedingt ins Gewicht. Insgesamt sei es ihr zumutbar, die selbstständige Erwerbstätigkeit aufzugeben.