Citation: 4P.21/2007 14.03.2007 E. 7

Im angefochtenen Urteil wird festgehalten, die im Sinne von Art. 21 Abs. 1 OR verlangte Ausbeutung liege vor, wenn der Wucherer um die Schwäche des Übervorteilten wisse und das Missverhältnis von Leistung und Gegenleistung kenne. Das finale Moment des Ausbeutens sei aber auch schon dann erfüllt, wenn der Übervorteilende um die Möglichkeit der Übervorteilung gewusst bzw. die Möglichkeit der Übervorteilung bewusst in Kauf genommen habe. Das Obergericht fährt sodann fort, die Beschwerdeführerin als im Transportgewerbe tätiges Unternehmen sei sowohl mit den Neu- als auch den Occasionspreisen für Lastwagen vertraut, weshalb ihr zumindest die Möglichkeit der Leistungsinäquivalenz bewusst gewesen sein müsse. Im Lichte des in Erw. 3.4 Ausgeführten müsse die Unerfahrenheit des Klägers offenkundig gewesen sein. Unter diesen Umständen sei zumindest ein Inkaufnehmen der Möglichkeit der Übervorteilung durch die Beklagte und damit die letzte der gesetzlichen Voraussetzungen der Übervorteilung zu bejahen. In der Beschwerdeschrift wird dem Obergericht in diesem Zusammenhang eine "unvollständige und damit willkürlich falsche Rechtsanwendung" vorgeworfen. Damit verkennt die Beschwerdeführerin, dass im vorliegenden Verfahren - wie bereits festgehalten - die vom Obergericht vorgenommene Anwendung von Bundesgesetzen nicht überprüft werden kann. Wenn die Beschwerdeführerin im Übrigen behauptet, sie habe keine Absicht der Übervorteilung gehabt und die Geschäftsunerfahrenheit des Beschwerdegegners nicht erkannt, geht beides an der zitierten Erwägung des Obergerichts vorbei, weshalb darauf nicht weiter einzugehen ist.