Citation: 8C_315/2022 E. 4.3.3

4.3.3. Dass die Fortdauer des Arbeitsverhältnisses bis Ende Dezember 2020 geradezu unzumutbar im Sinne von Art. 16 Abs. 2 AVIG gewesen wäre - was einer Verletzung der Schadenminderungspflicht entgegen stehen würde (vgl. für die freiwillige Stellenaufgabe etwa Urteil 8C_629/2014 vom 15. Oktober 2014 E. 2.2) -, lässt sich dem angefochtenen Urteil nicht entnehmen und wird vom Beschwerdegegner auch nicht geltend gemacht. Wie die Beschwerdeführerin einwendet, wäre der Beschwerdegegner aus arbeitslosenversicherungsrechtlicher Sicht demnach gehalten gewesen, sich für die zweite Option im Sinne einer befristeten Verlängerung des Arbeitsverhältnisses bis Ende Dezember 2020 zu entscheiden, hätte er in diesem Fall doch nicht nur sechs, sondern insgesamt zwölf Monate Zeit gehabt, um auf dem Arbeitsmarkt eine neue Stelle zu finden und eine Arbeitslosigkeit so allenfalls gänzlich zu vermeiden. Indem er sich indes für die Verlängerung des Arbeitsverhältnisses bloss bis Ende Juni 2020 entschied, ohne auf diesen Zeitpunkt bereits eine Anschlusslösung gefunden zu haben, hat er seine (krankheitsbedingt letztlich erst) am 1. August 2020 eingetretene Arbeitslosigkeit selbst verursacht und verschuldet.