Citation: 6B_912/2015 E. 2.3.1

2.3.1. Im Rahmen des subjektiven Tatbestands fasst die Vorinstanz das Aussageverhalten des Beschwerdeführers während des gesamten Strafverfahrens zusammen. Dieser habe zunächst behauptet, die Kundenberater der Beschwerdegegnerin hätten ihm mitgeteilt, bei der Gutschrift handle es sich um eine Einmalzahlung aufgrund einer "Poolfaktor-Reduktion" respektive um eine "Reduktion der Coupons". Sein Verteidiger habe später erstmals aufgeworfen, der Beschwerdeführer sei davon ausgegangen, bei der Gutschrift handle es sich um vorausbezahlte, gebündelte Zinsen. Anschliessend habe der Beschwerdeführer behauptet, der Titel sei kein Interest-only-Papier gewesen. Bei der Schlusseinvernahme habe er dann doch wieder von einem Interest-only-Papier gesprochen, gleichzeitig habe er jedoch ebenfalls eine Vorauszinsausschüttung erwähnt, obwohl er zwischenzeitlich anerkannt habe, dass die Zahlung als Kapitalrückzahlung zu verstehen gewesen sei. Seit der erstinstanzlichen Hauptverhandlung mache der Beschwerdeführer durchwegs geltend, die Mitarbeiter der Beschwerdegegnerin hätten ihm die Gutschrift als Vorauszahlung von Zinsen erklärt und dies sei von ihm auch so verstanden und als plausibel gewertet worden. Weiter habe er in diesem Zusammenhang den Begriff "Zinsstripping" verwendet, wobei er dessen genaue Bedeutung nicht habe erläutern können. Die Vorinstanz wertet die Aussagen des Beschwerdeführers als widersprüchlich sowie nichtssagend und sinnlos. Sie zeigt diverse Widersprüche auf und gelangt zum Schluss, seine Behauptung, von Zinsvorauszahlungen ausgegangen zu sein, könne nicht ernst genommen werden. Weiter geht die Vorinstanz auf die Aussagen der beiden Kundenberater der Beschwerdegegnerin, E.________ und G.________, ein. Diese hätten gegenüber dem Beschwerdeführer schriftlich und mündlich unmissverständlich ihre Überzeugung zum Ausdruck gebracht, es handle sich bei der Gutschrift um eine Kapitalrückzahlung. Dem Beschwerdeführer müsse klar gewesen sein, dass die Kundenberater von einer Kapitalrückzahlung ausgegangen seien. Weiter hätten weder der Titel, dessen Funktionsweise und Eigenschaften noch die Erläuterungen im Memorandum und Supplement Anhaltspunkte dafür geboten, dass es sich um vorzeitige gebündelte Coupon- oder Zinszahlungen gehandelt haben könnte. Dies sei dem Beschwerdeführer, welcher im Vergleich zu den Bankmitarbeitern Experte auf dem Gebiet sei, bekannt gewesen. In diesem Zusammenhang verweist die Vorinstanz auf den E-Mail-Verkehr zwischen dem Beschwerdeführer und F.________ vom September 2011. Der Beschwerdeführer bat diesen um eine Auskunft betreffend zwei der vier CMO. F.________ habe ihm unmissverständlich erklärt, dass es sich um Interest-only-Titel handle. Weiter habe er betont, dass ein Titelinhaber den Titel nicht etwa zum Nennwert besitze, vielmehr stelle dieser Nennwert nur eine Referenzgrösse zur Bestimmung der Zinszahlung dar. Der Beschwerdeführer habe darauf wie folgt geantwortet: " Thanks very much for your great assistance and all the works carried out. I have no other choice to explore this avenue, as the clients behind wish to do so." Es könne nicht daran gezweifelt werden, dass der Beschwerdeführer die E-Mail gelesen und somit spätestens am 3. September 2011 die Funktionsweise der CMO und deren rein zinsabwerfenden Charakter gekannt habe. Schliesslich weist die Vorinstanz auf verschiedene Schreiben hin, welche der Beschwerdeführer noch vor Eröffnung des Strafverfahrens verfasst hatte. In seiner an E.________ gerichteten E-Mail vom 29. September 2011 habe er die Gutschrift mit einem Wertpapierrückkauf der US-Regierung begründet. Gegenüber dem Hedge Fund H.________ habe er in einem "letter explaining the history of funds" angegeben, es handle sich gemäss den Mitteilungen der US-Regierungsbehörden an die Beschwerdegegnerin um eine ausserordentliche Zinszahlung in Kompensation einer Entwertung des Marktwertes der CMO. Dass der Beschwerdeführer diese tatnahen Erklärungen nicht von E.________ und G.________ gehört habe, bedürfe keiner weiteren Worte. Der Beschwerdeführer sei in jenem Zeitpunkt keinesfalls von Zinsvorauszahlungen ausgegangen. Dies sei eine nachgeschobene Schutzbehauptung. Der Beschwerdeführer habe es tunlichst vermieden, von einer Kapitalrückzahlung zu sprechen, da diese Unstimmigkeit bei Vorhandensein von entsprechendem Fachwissen leicht hätte entdeckt werden können. Jedenfalls sei er sichtlich bemüht gewesen, eine Erklärung für die Überweisung zu finden und habe den jeweiligen Adressaten eine Erklärung präsentiert, welche diesen möglichst plausibel scheinen sollte. Schliesslich habe der Beschwerdeführer angegeben, der Marktwert der CMO habe USD 1.9 Mio. bis USD 2.3 Mio. und dessen Zinswert rund USD 6 Mio. betragen. Wie er vor dem Hintergrund dieser Zahlen eine Zinsvorauszahlung von USD 15.7 Mio. als plausibel erachtet haben will, sei nicht nachvollziehbar. Zusammenfassend ist gemäss Vorinstanz widerlegt, dass der Beschwerdeführer von Zinsvorauszahlungen ausging. Er habe gewusst, dass mit der Zahlung etwas nicht stimmen konnte und habe es somit zumindest für möglich gehalten oder in Kauf genommen, dass die B.________ Ltd. auf die überwiesene Summe keinen Anspruch hatte. Der Beschwerdeführer habe innert weniger Tage rund USD 11.8 Mio. der irrtümlich gutgeschriebenen Gelder aus dem Zugriffsbereich der Beschwerdegegnerin entfernt, womit eine Rückerstattung erschwert bzw. verunmöglicht worden sei. Unter objektiven Gesichtspunkten sei dies als unrechtmässige Verwendung zu qualifizieren. Der Vorsatz bzw. wenigstens ein Eventualvorsatz sei zu bejahen. Die Überweisungen hätten zu einem Vermögenszuwachs bei den Begünstigten und teilweise bei ihm selber geführt. Die Bereicherungsabsicht sei damit ebenfalls gegeben.