Citation: H 120/02 19.11.2004 E. 3

3.1 Die Vorinstanz stützt sich zur Begründung ihres Entscheids im Wesentlichen auf die Rechtsprechung des Eidgenössischen Versicherungsgerichts (BGE 110 V 248; RKUV 2000 Nr. 388 S. 296). Dieses hat in BGE 110 V 250 ff. Erw. 2 insbesondere festgehalten, dass die Verschollenerklärung ihre Wirkung entfaltet, bis der Nachweis erbracht werden kann, dass der Vermisste noch lebt. Im Interesse der Rechtssicherheit habe die Aufhebung der Verschollenerklärung durch das Gericht zu erfolgen, womit jenen Unsicherheiten begegnet werde, mit denen neue Anhaltspunkte über das Schicksal des Vermissten behaftet seien. Bis alle Zweifel über die Identität ausgeräumt seien, habe das Gericht unter Umständen eingehende Abklärungen zu treffen, weshalb auch in zeitlicher Hinsicht auf dessen Entscheid abzustellen sei. Für den Zeitraum der rechtsgültigen Verschollenerklärung träten mithin die daran geknüpften Rechtsfolgen ein, sodass Witwen- und Waisenrenten bis zur richterlichen Aufhebung der Verschollenerklärung auszurichten seien. Zudem liesse sich eine rückwirkende Aufhebung der Rentenleistungen mit dem Ziel der Sozialversicherung nicht vereinbaren, wonach die Renten der AHV und IV die Deckung des Existenzbedarfs bezweckten sowie für den Unterhalt und bei Jugendlichen zusätzlich für deren Erziehung bestimmt seien. 3.2 Das Urteil BGE 110 V 248 betraf einen Fall, in welchem eine Witwe auf Grund der Verschollenerklärung ihres Ehemanns bereits einige Zeit eine Witwenrente der AHV bezogen hatte, als die Ausgleichskasse erfuhr, dass der Ehemann noch lebte und sich im Ausland aufhielt. Der Prozess beschränkte sich somit zur Hauptsache auf die Frage, ob der Widerruf der Verschollenerklärung rückwirkend (ex tunc) Wirkung entfalte, mit der Folge, dass die Ehefrau zu Unrecht Witwenrentenleistungen bezogen hätte und diese zurückzuerstatten gewesen wären. Dies wurde mit der zuvor dargelegten Begründung verneint. Im vorliegenden Verfahren stellt sich die Situation insofern anders dar, als die Beschwerdegegnerin und ihre Kinder bis zum Widerruf der Verschollenerklärung noch gar keine Hinterlassenenleistungen bezogen haben, ja solche noch gar nicht zugesprochen worden waren. Zu prüfen ist daher, ob die in BGE 110 V 248 entwickelten Grundsätze auch bei einer Konstellation wie der hier zu beurteilenden zur Anwendung gelangen sollen oder ob sich eine andere Betrachtungsweise aufdrängt.