Citation: 1P.62/2007 17.08.2007 E. 3

Materiell rügt die Beschwerdeführerin in verschiedener Hinsicht Verletzungen der Eigentumsgarantie (Art. 26 BV) und des Willkürverbots (Art. 9 BV). 3.1 Zur Hauptsache bestreitet sie das Vorliegen eines öffentlichen Interesses und der Verhältnismässigkeit hinsichtlich des umstrittenen Teilstücks der Strassenparzelle Nr. 1362. Der vorgesehene Landabtausch verletze zudem den Anspruch auf wertgleichen Realersatz; die Beschwerdeführerin müsse wertvolles Land auf der Südseite ihrer Parzelle abgeben und erhalte dafür nur minderwertiges Land auf der Nordseite, ohne dass die Wertdifferenz finanziell abgegolten werde. Weiter wehrt sich die Beschwerdeführerin dagegen, Planungs- oder Erschliessungskosten aus dem Quartierplan, insbesondere einen unentgeltlichen Landabzug, tragen zu müssen. Diese Vorbringen sind nachfolgend zu prüfen. Über die bereits behandelten Gehörsrügen (vgl. E. 2) hinaus kritisiert die Beschwerdeführerin angebliche Sachverhaltsmängel des angefochtenen Entscheids, so zur geplanten Linienführung der Strasse und zum Flächenumfang beim Landabtausch. Damit bringt sie wiederum unzulässige Noven (vgl. dazu E. 2.4, hiervor) vor, auf die nicht einzutreten ist. 3.2 Eine Eigentumsbeschränkung ist mit Art. 26 BV nur vereinbar, wenn sie auf gesetzlicher Grundlage beruht, im überwiegenden öffentlichen Interesse liegt, verhältnismässig ist und, sofern sie eine Enteignung darstellt oder einer solchen gleichkommt, gegen volle Entschädigung erfolgt (Art. 36 und Art. 26 Abs. 2 BV; vgl. BGE 117 Ia 412 E. 4b S. 419 mit Hinweisen). Das Bundesgericht beurteilt diese Fragen aufgrund der Umstände des Einzelfalls. Dem gleichzeitig angerufenen Willkürverbot (Art. 9 BV) kommt keine eigenständige Bedeutung zu. 3.3 Zur gesetzlichen Grundlage sind folgende Bemerkungen anzubringen. Das neue Raumplanungsgesetz für den Kanton Graubünden vom 6. Dezember 2004 (KRG/GR; BR 801.100) ist am 1. November 2005 - während laufender Quartierplanung auf kommunaler Ebene - in Kraft getreten. Das Verwaltungsgericht hat sich nicht ausdrücklich festgelegt, ob gestützt auf die Übergangsbestimmung von Art. 108 Abs. 1 KRG/GR in der Sache das genannte neue oder stattdessen das altrechtliche kantonale Raumplanungsgesetz vom 20. Mai 1973 anwendbar ist. Für eine entsprechende Erwägung bestand kein zwingender Anlass, weil die Beschwerdeführerin im kantonalen Verfahren ausgeführt hatte, die Gesetzesrevision habe im Hinblick auf die umstrittenen Punkte keine Änderungen bewirkt. Die Beschwerdeführerin bestreitet nicht, dass für die angefochtenen Eigentumsbeschränkungen hinreichende gesetzliche Grundlagen bestehen. Daher mag dahingestellt bleiben, ob die Behauptung der Beschwerdeführerin zutrifft, dass vorliegend noch der altrechtliche kantonale Erlass massgeblich sei. 3.4 Das Bundesgericht prüft die hier umstrittenen Fragen, ob die angefochtenen Massnahmen im öffentlichen Interesse liegen und verhältnismässig sind, grundsätzlich frei. Dabei auferlegt es sich allerdings eine gewisse Zurückhaltung, soweit die Beurteilung von besonderen örtlichen Verhältnissen abhängt, welche die kantonalen Behörden besser kennen und überblicken (vgl. BGE 132 II 408 E. 4.3 S. 416 mit Hinweisen).