Citation: 1C_100/2019 E. 6.3

6.3. Die Zumutbarkeit der sofortigen Geltendmachung beurteilt sich nach den Umständen des Einzelfalls. In der Regel wird sie für Mängel des formellen Ablaufs der Debatte bejaht, die mit einem passenden Ordnungsantrag an der Gemeindeversammlung angefochten werden könnten, nicht aber, wenn die inhaltliche Unrichtigkeit der Ausführungen von Gemeindevertretern beanstandet wird (Urteil 1C_582/2016 vom 5. Juli 2017 E. 3.2.3, in: ZBl. 199/2018 S. 298). Dies entspricht § 59 Abs. 2 GemG/SO, wonach derjenige, der mit einer verhandlungsleitenden Verfügung des Versammlungsleiters nicht einverstanden ist, sich sogleich bei der Gemeindeversammlung zu beschweren hat, die unverzüglich entscheidet.