Citation: 6B_1363/2019 E. 2.2

2.2. Die Vorinstanz geht angesichts des sehr brutalen Vorgehens des Beschwerdeführers von einem schweren objektiven Tatverschulden aus (angefochtenes Urteil E. 3.1 S. 38 f.). In subjektiver Hinsicht berücksichtigt sie relativierend, dass der Beschwerdeführer lediglich eventualvorsätzlich handelte und dass er die Tat in einem Zustand der schweren Verminderung der Schuldfähigkeit beging. Sie erwägt dazu, Ursache der schweren Verminderung der Schuldfähigkeit sei eine im Tatzeitpunkt akute Alkoholintoxikation mit Wahrnehmungsstörungen gewesen. Dass der Beschwerdeführer diesen Zustand durch stark übermässiges und folglich verantwortungsloses Trinken herbeigeführt habe, stehe ausser Frage. Insofern stelle sich die Situation des Beschwerdeführers in subjektiver Hinsicht anders dar, als wenn eine Persönlichkeitsstörung oder eine andere überdauernde Symptomatik zur Verminderung der Schuldfähigkeit geführt hätte. Allerdings hätten vorliegend nicht mit einem Alkoholrausch üblicherweise verbundene Phänomene wie Enthemmung, Selbstüberschätzung, Kritikschwäche und Distanzlosigkeit, sondern eine alkoholbedingte Bewusstseins-Wahrnehmungsstörung zum Gewaltexzess geführt. Ein solches alkoholbedingtes psychotisches Erleben stelle gemäss dem amtlichen Gutachter ein seltenes Geschehen dar. Vor diesem Hintergrund rechtfertige es sich nicht, die stark verminderte Schuldfähigkeit des Beschwerdeführers anders in die Bewertung des subjektiven Verschuldens einfliessen zu lassen als dies der Fall wäre, wenn sie ihre Ursache in einer Persönlichkeitsstörung oder einer anderen überdauernden Symptomatik hätte. Insgesamt führe die Tatsache, dass der Beschwerdeführer nur mit Eventualvorsatz und zusätzlich im Zustand einer schweren bzw. schwerstgradigen Verminderung der Schuldfähigkeit gehandelt habe, zu einer sehr deutlichen Relativierung der objektiven Schwere des Delikts, so dass das Tatverschulden insgesamt als sehr leicht bis leicht zu bewerten sei (angefochtenes Urteil E. 3.2 S. 39 f.). Ausgehend von dieser Verschuldensbewertung erscheine eine hypothetische Einsatzstrafe von zwischen fünf und sechs Jahren Freiheitsstrafe als angemessen (angefochtenes Urteil E. 3.3 S. 40). Dass der Privatkläger nicht starb, sei im Wesentlichen dem Zufall bzw. dem Umstand zu verdanken, dass ärztliche Hilfe rasch und effizient erfolgt sei. Davon ausgehend erscheine eine leichte Reduktion der hypothetischen Einsatzstrafe für das vollendete Delikt auf fünf Jahre Freiheitsstrafe als angemessen (angefochtenes Urteil E. 4 S. 40 f.). Die persönlichen Verhältnisse und die Vorstrafenlosigkeit wertet die Vorinstanz neutral (angefochtenes Urteil E. 5.1 f. S. 41). Die Vorinstanz hält zudem fest, der Beschwerdeführer habe wenig zur Aufklärung der Tat beigetragen und er habe dem Beschwerdegegner 2 im Vorverfahren noch eine Mitschuld am Geschehen zugewiesen. Die (moralische) Verantwortung für sein Tun habe er erst im erstinstanzlichen Hauptverfahren uneingeschränkt übernommen und sich glaubwürdig beim Privatkläger entschuldigt. Die Entschuldigung und die Zahlung von Fr. 20'000.-- in der zweiten Hälfte des Jahres 2014 seien offensichtlich vor allem aus prozesstaktischen Gründen erfolgt. Das Vorliegen des Strafmilderungsgrundes der tätigen Reue im Sinne von Art. 48 lit. d StGB aufgrund der geleisteten Anzahlung sei mangels damals bestehender aufrichtiger Reue zu verneinen. Es sei aber durch eine leichte Strafminderung im Umfang von um die acht Monate anzuerkennen, dass der Beschwerdeführer inzwischen offensichtlich einsehe, dass er objektiv die Verantwortung für den Vorfall vom 18. Februar 2014 und die für den Privatkläger daraus resultierenden schwerwiegenden Folgen trage und das Geschehene bedauere und bereue (angefochtenes Urteil S. 42 f.). Die vom Beschwerdeführer nicht zu vertretende Verfahrensverzögerung berücksichtigt die Vorinstanz im Umfang von vier Monaten strafmindernd (angefochtenes Urteil E. 6 S. 44), woraus sich die Freiheitsstrafe von vier Jahren ergab.