Citation: 9C_655/2021 E. 4.3.4

4.3.4. Das in E. 4.3.3 hergeleitete Auslegungsergebnis steht indessen nach der Vorinstanz nicht im Einklang mit dem Gebot der Rechtsgleichheit und dem Willkürverbot. Gemäss der im angefochtenen Urteil vertretenen Auffassung geht es nicht an, im Falle einer Anrechnung der Dauer der Lebensgemeinschaft an diejenige der Ehe geringere Anforderungen an den Nachweis einer Lebensgemeinschaft zu stellen als im Hinblick auf eine Lebenspartnerpension, weil diesfalls allein abhängig davon, ob die Lebenspartner vor dem Tod noch geheiratet hätten oder nicht bei sonst identischen Verhältnissen von einer längeren oder kürzeren anzurechnenden Lebenspartnerschaft auszugehen wäre. Dieser Argumentation ist vorab entgegenzuhalten, dass nach der Rechtsprechung die Statuierung unterschiedlicher Voraussetzungen für verheiratete und unverheiratete Paare nicht gegen das Rechtsgleichheitsgebot verstösst, dies insbesondere mit Blick darauf, dass Letztere keine gesetzliche gegenseitige Unterhaltspflicht trifft, sondern im Grundsatz und vom Umfang her lediglich eine moralische gegenseitige Unterstützungspflicht, weshalb sie denn auch nach dem Tod des Partners nicht mit entsprechenden Ersatzleistungen rechnen können (BGE 137 V 105 E. 9.3 f.). Zudem lässt auch der gesetzliche Rahmen eine Privilegierung der hinterlassenen Ehegatten gegenüber den hinterlassenen Lebenspartnern erkennen (vgl. Art. 19 und Art. 20a Abs. 1 BVG; BGE 136 V 49 E. 4.6; Marc Hürzeler/Gustavo Scartazzini, in: BVG und FZG, Schneider/Geiser/Gächter [Hrsg.], 2. Aufl. 2020, N. 36 zu Art. 20a BVG). Wie in der Beschwerde zutreffend dargelegt, spricht auch in der konkreten vorsorglichen Situation nichts dagegen, bei unverheirateten Paaren höhere Anforderungen an den Nachweis der Lebenspartnerschaft zu stellen als bei Ehegatten, haben doch Letztere ihre Nähe mit der Heirat durch einen offiziellen Akt zum Ausdruck gebracht. Entgegen dem angefochtenen Urteil steht dem in E. 4.3.3 hergeleiteten Auslegungsergebnis damit weder das Rechtsgleichheitsgebot noch das Willkürverbot entgegen.