Citation: 5P.401/2005 24.08.2006 E. 2

Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung kommt den Kantonen bei der Bemessung des anwaltlichen Honorars ein weites Ermessen zu. Das Bundesgericht kann folglich nur eingreifen, wenn die kantonalen Bestimmungen, welche den Umfang der Entschädigung umschreiben, in Verletzung von Art. 9 BV willkürlich angewandt werden oder die kantonalen Behörden ihr Ermessen überschreiten oder missbrauchen (BGE 122 I 1 E. 3a S. 2). Darüber hinaus kann die Festsetzung eines Honorars aufgehoben werden, wenn sie ausserhalb jedes vernünftigen Verhältnisses zu der vom Anwalt geleisteten Arbeit steht und in krasser Weise gegen das Gerechtigkeitsgefühl verstösst (BGE 118 Ia 133 E. 2b S. 134). Bei der Beurteilung einer konkreten Honorarfestsetzung ist auf die Umstände des Einzelfalles abzustellen (BGE 118 Ia 133 E. 2b S. 134), mithin insbesondere auf die Wichtigkeit und Schwierigkeit der Sache sowie auf die damit für den Anwalt verbundene Verantwortung und die von ihm in gebotener Weise aufgewendete Zeit (vgl. BGE 117 Ia 22 E. 3a S. 22 f.; 122 I 1 E. 3a S. 3). Auch wenn diese Grundsätze zur unentgeltlichen Rechtspflege ergangen sind, können sie bei der Festsetzung des Anwaltshonorars im Rahmen des Parteikostenersatzes sinngemäss angewandt werden, umso mehr als das Honorar dem amtlichen Anwalt zwar einen gewissen Gewinn ermöglichen muss, aber auch nach der neusten bundesgerichtlichen Rechtsprechung tiefer angesetzt werden darf als bei privater Vertretung (zur Publikation bestimmtes Urteil 2P.17/2004, E. 8.5).