Citation: U 426/04 30.03.2005 E. 7.2

7.2.1 Der Versicherte macht geltend, bei der ersten Kollision vom 9. Dezember 1997 habe sein Fahrzeug Totalschaden erlitten. Zumindest diesem Ereignis müsse eine besondere Eindrücklichkeit zugesprochen werden. Er habe diesen Unfall als lebensbedrohlich erlebt; subjektiv hätte nicht viel gefehlt und er wäre mit seinem PW in ein Kaufhaus geprallt. Er sei überraschend von hinten mit grosser Wucht angefahren worden. Diese Vorbringen sind unbehelflich. Das subjektive Empfinden bzw. Angstgefühl des Versicherten fällt bei der Beurteilung der Unfallschwere ausser Betracht, da nicht das Unfallerlebnis, sondern das objektivierte Unfallereignis massgebend ist. Beide Auffahrunfälle haben sich auf Grund der Aktenlage objektiv betrachtet nicht unter besonders dramatischen Begleitumständen ereignet und waren auch nicht von besonderer Eindrücklichkeit (vgl. auch Urteile R. vom 20. Dezember 2002 Erw. 3.3.1 und 3.3.2, U 198/02, sowie P. vom 22. November 2002 Erw. 5, U 207/01). 7.2.2 Die Diagnose einer HWS-Distorsion vermag für sich allein die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzung nicht zu begründen (Urteile B. vom 23. Februar 2005 Erw. 3.3.2.1, U 56/04, und K. vom 11. Februar 2004 Erw. 5.3, U 97/03; SZS 2001 S. 448 mit Hinweisen auf die Rechtsprechung). Bejaht hat die Rechtsprechung eine besondere Art oder Schwere der HWS-Distorsion etwa im Falle einer besonderen Körperhaltung zum Zeitpunkt der mechanischen Einwirkung und damit verbundenen Komplikationen (Drehung von Kopf und Oberkörper; RKUV 1998 Nr. U 297 S. 245 Erw. 3c). Der Beschwerdeführer macht geltend, er habe beim Aufprall am 9. Dezember 1997 den Kopf nach links gegen die Parkplatzeinfahrt abgedreht. Diese Körperhaltung könne aus medizinischer Sicht bezüglich Art und Schwere des Schleudertraumas entscheidend sein. HWS-Schleudertraumen und äquivalente Verletzungen können zwar grundsätzlich zu psychischen Fehlentwicklungen führen; dies setzt in der Regel jedoch ein schweres Trauma voraus (Urteil B. vom 7. August 2002 Erw. 2.3, U 313/01). Hiefür fehlen im vorliegenden Fall jedoch Anhaltspunkte. Selbst wenn das Kriterium zu bejahen wäre, ist es jedenfalls nicht in besonders ausgeprägter Weise erfüllt. 7.2.3 Soweit eine ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung sowie Dauerbeschwerden angenommen werden müssten, wären sie auf die psychische Problematik zurückzuführen, die in diesem Zusammenhang ausser Acht zu lassen ist (RKUV 1993 Nr. U 166 S. 94 Erw. 2c mit Hinweisen; Urteil P. vom 22. November 2002 Erw. 5, U 207/01). Selbst wenn nach den beiden Unfällen zunächst auch die somatischen Beschwerden der Behandlung bedurften, ist zu beachten, das praxisgemäss eine Behandlungsbedürftigkeit während zwei bis drei Jahren nach einer HWS-Distorsion noch als üblich betrachtet wird (Urteil B. vom 2. November 2004 Erw. 2.3.3, U 108/04, mit Hinweisen). Nach dieser Zeitspanne wurde die Behandlung der Unfallfolgen jedenfalls durch die festgestellte psychische Überlagerung verlängert. 7.2.4 Eine ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert hätte, liegt unbestrittenermassen nicht vor. 7.2.5 Aus der blossen Dauer der geklagten Beschwerden und der ärztlichen Behandlung kann nicht schon auf einen schwierigen Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen geschlossen werden. Vielmehr bedarf es hiezu besonderer Gründe, welche die Heilung beeinträchtigt haben (Urteil P. vom 15. November 2004 Erw. 4.2.2, U 173/03). Solche Gründe sind hier nicht ersichtlich. Vielmehr war es die psychische Problematik, die zu einem protrahierten Heilungsverlauf geführt hat. 7.2.6 Nach dem Unfall vom 9. Dezember 1997 war der Versicherte zunächst zu 100 % arbeitsunfähig. Gemäss dem Austrittsbericht der Klinik B.________ vom 12. August 1998 war er dann für eine wechselbelastende leichte bis mittelschwere Arbeit ganztags arbeitsfähig (Erw. 3.1.1 hievor). Die MEDAS legte die Arbeitsfähigkeit für eine angepasste Arbeit auf 80 % fest (Erw. 3.1.2 hievor). Gemäss der Expertise der Psychiatrischen Dienste Y.________ vom 12. Juli 2002 betrug die Arbeitsfähigkeit in einer leidensadäquaten Tätigkeit auf Grund der negativen Entwicklung in psychischer Hinsicht noch 50 % (Erw. 3.1.3 hievor). Das Kriterium des Grades und der Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit ist unter diesen Umständen nicht erfüllt, zumal auch diesbezüglich zu berücksichtigen ist, dass die Beschwerden psychisch überlagert waren. 7.3 Da somit weder eines der Beurteilungskriterien in besonders ausgeprägter Weise noch die massgebenden Beurteilungskriterien in gehäufter und auffallender Weise erfüllt sind, ist die Unfalladäquanz zu den psychischen Beschwerden und der damit verbundenen Arbeitsunfähigkeit zu verneinen. Vorinstanz und SUVA haben somit eine über den 5. Januar 1999 ärztlichen hinausgehende Leistungspflicht des Unfallversicherers im Ergebnis zu Recht verneint.