Citation: 6B_370/2024 E. 2.3.4

2.3.4. Dass die Vorinstanz im Rahmen der Täterkomponente angesichts der Vorstrafe vom 1. März 2017 (Verurteilung wegen mehrfachen Führens eines Motorfahrzeuges in angetrunkenem Zustand mit qualifizierter Blutalkoholkonzentration [3.18 Promille] und weiterer Strassenverkehrsdelikte zu einer Freiheitsstrafe von 12 Monaten) von einer einschlägigen Vorstrafe ausgeht, ist angesichts des offensichtlichen Konnexes zwischen den beiden Tatbeständen von Art. 91 und Art. 91a SVG nicht zu beanstanden. Hinsichtlich der von der Beschwerdeführerin im Zusammenhang mit den vorinstanzlichen Erwägungen zu ihrer Fahrfähigkeit erhobenen Rüge ist entscheidend, dass ein Fahren in fahrunfähigem Zustand der Beschwerdeführerin in der Anklageschrift nicht vorgeworfen wird. Wäre die Staatsanwaltschaft davon ausgegangen, dass genügend Hinweise für eine Fahrunfähigkeit bestünden, so hätte sie dies - zusätzlich zur Vereitelungshandlung - so angeklagt. Mit ihrer Formulierung, der Umstand, dass vorliegend - aus welchen Gründen auch immer - keine Anklage wegen Fahrens in fahrunfähigem Zustand erhoben worden sei, führe nicht dazu, dass deshalb im Rahmen der Strafzumessung keine Feststellungen zur Fahrfähigkeit getroffen werden dürften und der darauf folgenden Feststellung, es bestünden erhebliche Hinweise auf eine eingeschränkte Fahrfähigkeit, verletzt die Vorinstanz die Unschuldsvermutung. Aus den Erwägungen zur Strafzumessung ergibt sich auch, dass dieser Umstand zu Ungunsten der Beschwerdeführerin in die Strafzumessung eingeflossen ist. Zufolge Verletzung der Unschuldsvermutung erweist sich die Strafzumessung der Vorinstanz somit als bundesrechtswidrig. Die weiteren Rügen hinsichtlich der Strafzumessung brauchen somit nicht geprüft zu werden, da die Vorinstanz die Strafzumessung insgesamt wird neu vornehmen müssen. Dabei wird sie auch erneut über die Wahl der Sanktionsart und die Vollzugsmodalitäten befinden müssen. Da die Verletzung der Unschuldsvermutung im vorliegenden Fall die Bewertung des Verschuldens beschlägt und dieses wiederum Auswirkungen auf die zu klärende Frage der allfälligen Anordnung einer Landesverweisung hat, ist das Urteil der Vorinstanz auch hinsichtlich der angeordneten Landesverweisung aufzuheben. Die Vorinstanz wird somit auch erneut über die Landesverweisung zu befinden haben. Schliesslich wird die Vorinstanz auch neu über die Kostenfolgen zu befinden haben, weshalb auch auf die diesbezüglichen Rügen der Beschwerdeführerin an dieser Stelle nicht einzugehen ist.