Citation: 1B_263/2021 E. 4.3

4.3. Die Vorinstanz hat im angefochtenen Entscheid das Bestehen des Haftgrundes der Ausführungsgefahr insbesondere mit dem Risiko begründet, dass der Beschwerdeführer bei einer Entlassung aus der Haft die (gemäss Anklageschrift) gegenüber dem Geschädigten früher geäusserten Gewaltphantasien bzw. die entsprechenden (teilweise konkludenten) Drohungen in die Tat umsetzen könnte. Gestützt auf die Gefährlichkeitsprognose im pyschiatrischen Kurzgutachten vom 8. Oktober 2020 und das psychiatrische Gutachten vom 9. März 2021 sowie bei gesamthafter Würdigung aller Umstände sei derzeit noch von einer sehr ungünstigen Risikoprognose auszugehen. Die beiden Gutachten kämen übereinstimmend zum Schluss, dass beim Beschwerdeführer eine akzentuierte Persönlichkeit aus dem narzisstischen Formenkreis und damit eine für die Beurteilung der Ausführungsgefahr relevante psychiatrische Diagnose vorliege. Gemäss dem Kurzgutachten müsse weiter die Umsetzung der Drohungen gegenüber den beiden Geschädigten ernsthaft befürchtet werden und sei entsprechend die Ausführungsgefahr als erheblich einzuschätzen. Auch nach dem psychiatrischen Gutachten vom 9. März 2021 sei ein Kontakt zwischen dem Beschwerdeführer und der Geschädigten nach der Haftentlassung so weit wie möglich zu unterbinden, da damit erneut die gleiche Konstellation geschaffen würde. Zwar äussere sich der Verfasser dieses Gutachtens nicht explizit zur Ausführungsgefahr. Er lege jedoch schlüssig und überzeugend dar - und bestätige damit im Wesentlichen das Fazit des Kurzgutachtens -, dass der Beschwerdeführer aktuell über keine ausreichenden Kompensationsstrategien verfüge, um beim nach der Haftentlassung auch aus Sicht des Gutachters zu erwartenden erneuten Aufeinandertreffen mit der Geschädigten eine Eskalation der Situation zu verhindern. Gleiches sei aufgrund der gesamten Umstände auch bei einem Aufeinandertreffen des Beschwerdeführers mit dem Geschädigten zu erwarten. Entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers sei somit nach wie vor davon auszugehen, dass dieser mit der Sache noch nicht abgeschlossen habe. Nichts anderes gelte für dessen Überzeugung, der Geschädigte sei ein böser Mann, der sich als feiger und hinterhältiger Rivale in seine Beziehung mit der Geschädigten gedrängt habe, sowie für seine Fixierung auf die Beziehung mit bzw. die Trennung von dieser, seine Liebe zu ihr und seine moralisch-religiösen Vorstellungen. Die persönlichen Verhältnisse des Beschwerdeführers kämen erschwerend hinzu. Dieser gehe keiner Erwerbstätigkeit nach, habe keine Wohnung mehr und scheine zumindest ein gewisses Alkoholproblem zu haben. Wie sich seine Zukunft gestalten werde, sei zudem völlig ungewiss. Aufgrund der zu befürchtenden Gewalttaten von der Schwere einer Tötung und der Tatsache, dass der Beschwerdeführer bereits früher gewisse ganz konkrete Vorbereitungshandlungen getroffen zu haben scheine, um seine Gewaltphantasien gegen den Geschädigten in die Tat umzusetzen, sei schliesslich kein allzu hoher Massstab an die Ausführungsgefahr anzulegen.