Citation: 2C_911/2022 E. 4.2

4.2. Die Auslegung interkantonaler Verträge erfolgt im Allgemeinen, soweit nicht nach Bundesrecht, Gewohnheitsrecht oder Vereinbarung etwas anderes gilt, nach den Grundsätzen des Völkerrechts (BGE 110 Ia 123 E. 1). Für rechtsetzende interkantonale Verträge wie das vorliegende Konkordat sind indessen auch die Grundsätze über die Auslegung von Gesetzesrecht zu beachten (BGE 110 Ia 123 E. 1; vgl. Urteil 2E_3/2009 vom 11. Juli 2011 E. 5.2.1). Das Bundesgericht hat sich bis jetzt nicht abschliessend mit der Frage befasst, welche Auslegungsmaximen auf interkantonales Recht anwendbar sind (BGE 110 Ia 123 E. 1; Urteil 2C_863/2017 vom 19. Juli 2018 E. 3.5). Diese Frage kann auch vorliegend offenbleiben, denn beide Methoden führen zum selben Ergebnis (vgl. hinten E. 4.5).