Citation: 6S.586/2006 14.02.2007 E. 2

Der gerichtliche Gutachter war zum Schluss gelangt, es lägen keine Gründe für einen Aufschub des Strafvollzugs zugunsten einer ambulanten Therapie vor. Mit der empfohlenen deliktsorientierten Therapie bestehe eine gewisse Aussicht auf eine relevante Senkung der erheblichen Rückfallgefahr. Allerdings sei die Erfolgsaussicht gegenwärtig als unsicher zu beurteilen. Zudem sei nicht erkennbar, dass eine strafvollzugsbegleitende Therapie die Erfolgsaussichten nennenswert einschränken würde. Die Vorinstanz erachtet diese fachärztliche Beurteilung nach wie vor als zutreffend. Für einen Aufschub der Strafe fehle es somit an der unerlässlichen Voraussetzung, dass der Vollzug der Freiheitsstrafe die Aussicht auf eine erfolgreiche Behandlung erheblich beeinträchtigen würde. Auch die Ausführungen des Privatgutachters begründeten daran keine wesentlichen Zweifel. Dieser habe den Beschwerdeführer nur während gut zwei Stunden im Gefängnis sprechen und untersuchen können, was bei der Gewichtung seiner Stellungnahme zu berücksichtigen sei. Zudem gehe auch er davon aus, dass die Persönlichkeit des Beschwerdeführers in verschiedener Hinsicht auffällig sei und er schwierige Voraussetzungen biete. Wenn die beiden Gutachter eine ausgeprägte Rückfallgefahr feststellten, könne dem nicht ernsthaft widersprochen werden. Nebst einer allfälligen Verweigerungshaltung des Beschwerdeführers würden jedoch keine Gründe dargetan, weshalb die Erfolgsaussichten im Falle einer strafbegleitenden Behandlung erheblich beeinträchtigt wären.