Citation: 5A_373/2021 E. 3.1.3

3.1.3. Der Baurechtszins wird gemeinhin als die Gegenleistung des Bauberechtigten an den Grundeigentümer für die Einräumung des Dienstbarkeitsrechts verstanden, kraft derer er auf einem Grundstück ein Bauwerk errichten oder beibehalten darf. Wirtschaftlich gesehen ist der Baurechtszins ein Nutzungsentgelt für die langfristige Nutzung eines Stücks Boden (BGE 101 Ib 329 E. 1; Urteil 5A_838/2019 vom 15. Oktober 2020 E. 5.2.1). Die Entgeltlichkeit ist kein essentialium des Baurechtsvertrags; die Stipulierung eines Baurechtszinses ist aber üblich (Urteil 5A_838/2019 E. 5.2.1). Gegenleistungen für die Einräumung oder die Ausübung der Dienstbarkeit (namentlich der Baurechtszins) gehören nicht zum dinglichen Rechtsverhältnis, sondern zu den obligatorischen Verpflichtungen, deren Erfüllung der ursprünglich Berechtigte aus Vertrag schuldet (BGE 127 III 300 E. 5a/bb; 52 II 27 E. 1; Urteile 5A_377/2017 vom 27. Februar 2018 E. 2.3.5; 5A_251/2010 vom 19. November 2010 E. 4.1, in: ZBGR 92/2011 S. 399). Der Baurechtszins kann indes im Grundbuch vorgemerkt werden und er muss hierfür ebenfalls öffentlich beurkundet werden (Art. 779a Abs. 2 ZGB). Mit der Vormerkung wird die Pflicht zur Bezahlung eines Baurechtszinses zur Realobligation; realobligatorisch ist die Wirkung, weil mit der Veräusserung des Grundstücks der Erwerber in das vorgemerkte Vertragsverhältnis eintritt, sich mithin die Schuldnerschaft nach der dinglichen Berechtigung richtet (vgl. BGE 116 II 667 E. 3; Urteil 5A_178/2017 vom 12. Januar 2018 E. 6.1). Ohne Vormerkung geht die Zinspflicht somit bei einer Veräusserung der Baurechtsdienstbarkeit nicht ohne Weiteres auf den neuen Bauberechtigten über, und der veräussernde Bauberechtigte wird - wie die Beschwerdeführerinnen zutreffend ausführen (Rz 69 der Beschwerde) und wovon auch das Obergericht ausgegangen ist (E. 4.2.2 des angefochtenen Entscheids - nicht ohne Zustimmung des Grundeigentümers aus seiner Verpflichtung entlassen (ISLER/GROSS, Basler Kommentar, 6. Aufl. 2019, N. 45 zu Art. 779a ZGB).