Citation: M 3/98 05.10.2000 E. 1

1.- Das Eidgenössische Versicherungsgericht hat im zweiten in dieser Sache ergangenen Urteil vom 28. August 1996 festgestellt, aufgrund der Akten könne die Vorfrage, ob sich die Haftung der Militärversicherung im Zusammenhang mit dem zwei Wochen nach Ende des EK 90 erlittenen anteroseptalen Myokardinfarkt nach Art. 4/5 aMVG (dienstliche/ vordienstliche Gesundheitsschädigungen) oder Art. 6 aMVG (nachdienstlich festgestellte Gesundheitsschädigungen) beurteile, nicht schlüssig beantwortet werden. Dabei gehe es (einzig) darum zu prüfen, ob die im Ergänzungskurs geklagten Übermüdung, Schlaflosigkeit, Schwitzen und grippeartigen Beschwerden, welche der Truppenarzt als Symptome eines "Erschöpfungs-Syndroms mit Schlaflosigkeit" interpretiert habe, wahrscheinlich Ausdruck der koronaren Herzkrankheit waren (Erw. 7). Von der Prüfung dieser Frage könne nicht abgesehen werden, da der Sicherheitsbeweis nach Art. 5 Abs. 1 lit. b aMVG aufgrund der bestehenden Aktenlage nicht als erbracht gelten könne. Das Gerichtsgutachten vom 5. April 1995 halte zwar klar und insoweit unwidersprochen fest, dass mit grosser Wahrscheinlichkeit eine koronare Herzkrankheit bereits vordienstlich bestanden habe und dass unmittelbare Ursache des Infarktes wahrscheinlich ein plötzlicher vollständiger Verschluss des Ramus interventricularis anterior durch Thrombose gewesen sei. Die Expertise lasse indessen die von der Vorinstanz ausdrücklich gestellte Frage unbeantwortet, "ob die ungewöhnliche physische und psychische Belastung während des EK 90 (möglicherweise) die vorbestandene koronare Herzkrankheit verschlimmerte, indem die Gefässverengung in dieser Zeit weiter fortschritt, als wenn der Beschwerdeführer keinen Militärdienst geleistet hätte". Sei dies aus medizinischer Sicht zu bejahen, bestehe "in dem Umfange eine Bundeshaftung, in welchem die Verschlimmerung der Herzerkrankung im dargelegten Sinne das Risiko eines Myokardinfarktes vor Erreichung des status quo sine erhöhte" (Erw. 8).