Citation: 6P.42/2005 09.05.2005 E. 6

Der Beschwerdeführer rügt ferner die Strafzumessung nach Art. 63 StGB. Nach seinem Dafürhalten sind die entsprechenden Ausführungen der Vorinstanz nicht nachvollziehbar und widersprüchlich. Die Begründung der Strafzumessung stehe in auffallender Diskrepanz zur Strafhöhe. Ausserdem sei den entlastenden Momenten zu geringes Gewicht beigemessen worden. 6.1 Nach Art. 63 StGB misst der Richter die Strafe nach dem Verschulden des Täters zu. Er berücksichtigt die Beweggründe, das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse des Schuldigen. Die Schwere des Verschuldens bildet das zentrale Kriterium bei der Zumessung der Strafe. Bei deren Bestimmung hat der Richter die Umstände der Tat (sog. Tatkomponente) zu beachten, also das Ausmass des verschuldeten Erfolgs, die Art und Weise der Herbeiführung dieses Erfolgs, die Willensrichtung, mit welcher der Täter gehandelt hat, und die Beweggründe des Schuldigen. Je leichter es für ihn gewesen wäre, das Gesetz zu respektieren, desto schwerer wiegt dessen Missachtung und damit das Verschulden. Neben diesen auf die Tat bezogenen Faktoren sind auch täterbezogene Elemente (sog. Täterkomponente) zu berücksichtigen, so das Vorleben, die persönlichen Verhältnisse des Täters, weiter aber auch sein Verhalten nach der Tat und im Strafverfahren, allenfalls gezeigte Reue und Einsicht sowie die Strafempfindlichkeit (BGE 129 IV 6 E. 6.1; 127 IV 101 E. 2a; 117 IV 112 E. 1). Dem Sachrichter steht bei der Gewichtung der genannten Strafzumessungskomponenten ein erheblicher Spielraum des Ermessens zu. Das Bundesgericht greift in diesen im Rahmen der Nichtigkeitsbeschwerde, mit der ausschliesslich eine Rechtsverletzung geltend gemacht werden kann, nur ein, wenn der kantonale Richter den gesetzlichen Strafrahmen über- oder unterschritten hat, wenn er von rechtlich nicht massgebenden Gesichtspunkten ausgegangen ist oder wenn er umgekehrt wesentliche Faktoren ausser Acht gelassen hat und schliesslich, wenn er solche Elemente in Überschreitung oder Missbrauch seines Ermessens falsch gewichtet hat (BGE 129 IV 6 E. 6.1; 124 IV 286 E. 4a). 6.2 Die Vorinstanz hat das Verschulden des Beschwerdeführers als mittelschwer eingestuft. Ausgehend von der ihm zugeordneten nicht unbeträchtlichen Kokainmenge hat sie erwogen, dass der mit direktem Vorsatz handelnde Beschwerdeführer angesichts der sehr guten Qualität des Betäubungsmittels nicht auf der untersten Hierarchiestufe des Drogenhandels anzusiedeln sei. Mangels anderer Anhaltspunkte hat sie aber auch eine mögliche Funktion des Beschwerdeführers als blosser "Lagerhalter" in Betracht gezogen und ihm in dieser Hinsicht zu Gute gehalten, dass für diesen Fall nicht eine erhebliche kriminelle Energie erforderlich wäre. Weiter hat sie erkannt, dass das auf dem Kanalkabel gewählte Drogenversteck nicht von einem besonderen Raffinement zeuge. Zu Lasten des Beschwerdeführers hat sie hingegen veranschlagt, dass es sich nicht um einen einmaligen Ausrutscher gehandelt habe und er offensichtlich ohne Bedenken dazu bereit gewesen sei, das in seiner Socke versteckte Kokain mit seinem Auto in die Stadt zu transportieren. Das Risiko einer polizeilichen Kontrolle habe er offensichtlich als nicht sehr gross eingeschätzt. In subjektiver Hinsicht hat die Vorinstanz hervorgehoben, dass der Beschwerdeführer offenbar aus rein finanziellen Motiven gehandelt habe, ohne unter dem Druck einer Sucht- oder Notsituation zu stehen. Zusätzlich hat sie auf seine zumindest durchschnittliche Bildung, seine Berufsausübung als Maschinenführer während rund 10 Jahren, sein Studium für die Dauer von zwei Semestern an der Ingenieurschule in St. Gallen sowie auf seine achtjährige Heirat mit einer Schweizerin hingewiesen und sein Fehlverhalten vor diesem Hintergrund als umso unverständlicher beurteilt. Seine Vorstrafenlosigkeit hat sie strafmindernd gewertet. Daraus erhellt, dass die Vorinstanz die relevanten Strafzumessungsfaktoren berücksichtigt und plausibel gewürdigt hat. Entgegen einem Einwand in der Beschwerde stehen ihre Erwägungen zu den massgeblichen Tat- und Täterkomponenten der Annahme eines mittelschweren Verschuldens des Beschwerdeführers nicht entgegen, sondern sind damit ohne weiteres vereinbar. Die entsprechenden Vorbringen des Beschwerdeführers gehen insofern fehl. Nicht anders verhält es sich mit seiner Rüge, wonach die Vorinstanz - im Gegensatz zur ersten Instanz - seine Vorstrafenlosigkeit zwar strafmindernd berücksichtigt, nicht aber dargelegt habe, weshalb sie dennoch auf dieselbe Strafhöhe komme wie die erste Instanz. Diese Argumentation verkennt, dass auch die erste Instanz die Vorstrafenlosigkeit des Beschwerdeführers - wie ein Blick in deren Erwägungen deutlich macht - bei der Strafzumessung nicht übersehen hat. Im Übrigen ist der Beschwerdeführer darauf hinzuweisen, dass die Begründung der Strafzumessung gesamthaft zu würdigen ist und einzelne Unvollkommenheiten oder Unklarheiten sie noch nicht bundesrechtswidrig er-scheinen lassen (BGE 118 IV 337 E. 2a). Zusammenfassend ergibt sich, dass die vorliegende Strafzumessung ohne weiteres vor Bundesrecht standhält.