Citation: 1C_132/2007 30.01.2008 E. 2

Die Beschwerdeführer rügen zunächst, der Immissionsgrenzwert von 50.08 V/m sei in einem Umkreis von 7.34 m um die Antennen auf dem Dach der Standortbaute nicht eingehalten. Entgegen der Auffassung der kantonalen Instanzen genüge es nicht, das Dach abzusperren, Gefahrentafeln anzubringen und die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, die Antennen bei Bedarf abzuschalten: Die Praxis zeige, dass nicht oder zu wenig auf Abschaltungsbegehren reagiert werde und Handwerker und Wartungspersonal sich z.T. unbewusst in den gefährlichen Strahlungsbereich begeben. Nicht genügend sichergestellt sei auch, dass Personen nicht in den Abstrahlbereich der Richtstrahl-Antennen gelangen könnten. 2.1 Die Immissionsgrenzwerte nach Anh. 2 der Verordnung vom 23. Dezember 1999 über den Schutz vor nichtionisierender Strahlung (NISV; SR 814.710) müssen überall eingehalten sein, wo sich Menschen aufhalten können (Art. 13 Abs. 1 NISV). Die Vollzugsempfehlung des BAFU (Ziff. 2.2. S. 22 oben) bezeichnet diese Orte als "Orte für den kurzfristigen Aufenthalt" (OKA); dazu zählen insbesondere auch zugängliche Flachdächer. Kann der Immissionsgrenzwert an diesen Orten nicht eingehalten werden, so ist laut Vollzugsempfehlung durch Absperrungen dafür zu sorgen, dass Menschen nicht in den kritischen Bereich gelangen können (a.a.O., Ziff. 2.2.5 S. 23). 2.2 Im vorliegenden Fall ist der Immissionsgrenzwert gemäss den Berechnungen im Standortdatenblatt auf dem Flachdach überall eingehalten; überschritten wird er - wie auch das BAFU bestätigt - nur auf dem Dachaufbau, auf dem sich die Antenne befindet. Dennoch hat der Regierungsrat die Baubewilligung mit Auflagen ergänzt (Ziff. 1.1 lit. f), die sicherstellen, dass das Dach nicht betreten werden kann und auf die Strahlungsgefahr hingewiesen wird. Dies erscheint ausreichend. Zwischen den Parteien ist streitig, ob Wartungsarbeiten an Kamin und Aufzug überhaupt ein Betreten des Dachs erfordern oder vom Innern des Gebäudes bzw. des Liftschachts aus vorgenommen werden können. Sollten tatsächlich Arbeiten auf dem Dach, insbesondere auf dem Dachaufbau oder den Kaminen, erforderlich sein, so müssten diese in Absprache mit der Beschwerdegegnerin erfolgen, nach Abschaltung der Mobilfunkanlage bzw. des entsprechenden Sektors. Die Befürchtung der Beschwerdeführer, die Beschwerdegegnerin könne auf Abschaltungsbegehren nicht oder zu wenig schnell reagieren, erscheint unbegründet und wird auch nicht belegt. 2.3 Zwar können die Richtfunkantennen grundsätzlich nicht abgeschaltet werden. Diese haben aber eine geringe, eng gebündelte Strahlung und sind 3.5 bis 4.5 m über dem zugänglichen Boden angebracht, so dass sich keine Person in ihrem Strahlungsbereich aufhalten kann. Wie sich aus dem Standortdatenblatt (Dachaufsicht) ergibt, strahlt auch keine der Richtfunkantennen in Richtung eines Kamins, weshalb nicht zu befürchten ist, eine Person könne beim Besteigen des Kamins (sofern dies überhaupt erforderlich sein sollte) in den Richtfunkstrahl gelangen.