Citation: C 259/02 07.07.2003 E. 5

5. Die von der Stiftung an die Lehrkraft auszurichtende Entschädigung und der gemäss Arbeitsvertrag mit der Schweizerschule São Paulo ver- einbarte Lohn betragen gesamthaft CHF 100'174.56 (23 Lektio- nen/Gymnasium) jährlich. Die Stiftung achtet darauf, dass dieser oder ein später vertraglich geänderter Gesamtwert durch entsprechende An- passung der Entschädigung nicht unterschritten wird. Die Lehrkraft erhält über die ausbezahlten und einbezahlten Beiträge der Stiftung eine jährli- che Abrechnung. (...) 6.5 Die Mitgliedschaft in der AHV/IV ist für die Lehrkraft obligatorisch. Ebenfalls muss sie sich bei der Eidgenössischen Versicherungskasse (EVK) oder bei einer kantonalen oder privaten Pensionskasse versichern lassen. Ferner ist der Abschluss einer schweizerischen Kranken- und Unfallversicherung obligatorisch (gemäss schweizeri- scher Gesetzgebung). Die Stiftung übernimmt die in der Schweiz üblichen Arbeitgeberbeiträge für AHV/IV und für die Pensionskasse. Im Auftrage der Lehrkraft überweist die Stiftung die entsprechenden Arbeitnehmerbeiträge sowie die Prämien der Kranken- und Unfallversicherung. Diese Arbeitnehmer- beiträge werden von dem in Art. 5 erwähnten Gesamtwert abgezogen." Aus diesen vertraglichen Vereinbarungen geht hervor, dass die Stiftung mit dem Beschwerdeführer einen aus zwei Teilen bestehenden Gesamtlohn vereinbarte und ihm dessen Mindesthöhe garantierte (Ziff. 5). Der im Wesentlichen aus den Bundessubventionen finanzierte Lohnanteil wurde ihm in der Schweiz ausbezahlt (Ziff. 3), der von der Schweizerschule S.________ zu tragende Lohnanteil in Brasilien. Mit der Auszahlung des Lohnanteils der Stiftung in der Schweiz wurde u.a. die Vermeidung von AHV-Beitragslücken bezweckt (Ziff. 2). Die "Mitgliedschaft in der AHV/IV" wurde als "obligatorisch" vereinbart, und die Stiftung verpflichtete sich, abweichend von Art. 6 Abs. 1 AAV, an Stelle der Schweizerschule S.________ die Abrechnung und Bezahlung der paritätischen Sozialversicherungsbeiträge zu übernehmen (Ziff. 6.5). Diese Vertragsregelungen können objektiv nur so verstanden werden, dass der Beschwerdeführer - entgegen der Auffassung von Vorinstanz und Verwaltung - nicht nur in einem Arbeitsverhältnis mit der Trägerorganisation der Schweizerschule S.________, sondern zusätzlich in einem wirtschaftlichen Unterordnungs- und Abhängigkeitsverhältnis mit der Stiftung stand, welche einen massgeblichen Lohnanteil ausrichtete, und dies gerade zum Zweck, ihm die Weiterführung der in der Schweiz obligatorischen Sozialversicherungen (AHV/IV/UV/KV und berufliche Vorsorge) im Sinne von Art. 1 Abs. 3 lit. a AHVG zu ermöglichen. Damit sind sämtliche Voraussetzungen eines Fortbestehens des AHV-Versicherungsobligatoriums (mit entsprechender paritätischer Beitragspflicht) während der Lehrtätigkeit in S.________ gegeben, weshalb diese (auch) arbeitslosenversicherungsrechtlich als beitragspflichtige Beschäftigung zu qualifizieren ist (Art. 2 Abs. 1 lit. a AVIG). Mit deren Ausübung vom 1. Januar 1998 bis 31. Dezember 2001 wurde die (sechsmonatige) Mindestbeitragszeit gemäss Art. 8 Abs. 1 lit. e in Verbindung mit Art. 13 Abs. 1 Satz 1 AVIG ohne weiteres erfüllt. 4.2 Nach ständiger Rechtsprechung ist für die Frage der Arbeitnehmereigenschaft in der Arbeitslosenversicherung (Art. 2 Abs. 1 lit a. AVIG das formell rechtskräftig geregelte AHV-Beitragsstatut massgebend, wenn sich dieses nicht als offensichtlich unrichtig erweist (BGE 126 V 213 Erw. 2a, 119 V 158 Erw. 3a mit Hinweisen). Aus den Akten geht hervor, dass die AHV des Beschwerdeführers während der Lehrtätigkeit an der Schweizerschule S.________ als freiwillige Versicherung weitergeführt wurde, was nach dem unter Erw. 4.1 hievor Gesagten offensichtlich unrichtig ist und daher für die arbeitslosenversicherungsrechtliche Beurteilung der Arbeitnehmereigenschaft und Beitragspflicht nicht massgebend sein kann. Dass die Stiftung für Schweizerschulen im Ausland die Weiterführung des Versicherungs- und Beitragsstatuts lediglich in der AHV/IV und hier bloss im Status des freiwillig Versicherten tolerierte, gleichzeitig in Verletzung der mit dem Beschwerdeführer abgeschlossenen (undatierten) Vereinbarung ihre AHV-rechtlichen Beitragsabrechnungs- und -zahlungspflichten als Arbeitgeberin nicht erfüllte und demgemäss auch ihrer analogen ALV-rechtlichen Beitragsabrechnungs- und -zahlungspflicht (Art. 6 Abs. 1 AVIG) nicht nachkam, stellt eine Pflichtwidrigkeit dar, die dem Beschwerdeführer nicht zum Nachteil gereichen darf und daher ohne Einfluss auf seine Rechtsstellung in der Arbeitslosenversicherung nach der Rückkehr in die Schweiz im Januar 2002 bleiben muss.