Citation: 4A_106/2020 E. 5.3.2

5.3.2. Das VVG enthält wie erwähnt in den besonderen Bestimmungen für Schadensversicherungen Regelungen zur Doppelversicherung (Art. 53 VVG) und zur Überversicherung (Art. 51 VVG). Die Bindung des Versicherers an den Vertrag entfällt nur unter qualifizierten Voraussetzungen. Nur soweit der Versicherungsnehmer die Anzeige der Doppelversicherung absichtlich unterlassen oder eine Doppelversicherung oder eine Überversicherung in der Absicht abgeschlossen hat, sich daraus einen rechtswidrigen Vermögensvorteil zu verschaffen, ist der Versicherer an den Vertrag nicht gebunden (Art. 53 Abs. 2 und Art. 51 VVG). Jeder Versicherer hat dabei auf die ganze vereinbarte Gegenleistung Anspruch (Art. 53 Abs. 3 VVG; vgl. auch Art. 51 VVG). Die Frage, ob Art. 53 Abs. 2 VVG im zu beurteilenden Fall allenfalls analog Anwendung finden könnte (vgl. generell zum Anwendungsbereich der Bestimmung: CHRISTIAN BOLL, in: Basler Kommentar, Bundesgesetz über den Versicherungsvertrag, 2001, N. 3 f. zu Art. 53 VVG) und ob daneben eine Irrtumsanfechtung zulässig bleibt, braucht indessen nicht vertieft zu werden: Einerseits beruft sich der Beschwerdeführer nicht auf die Anwendbarkeit dieser Bestimmungen. Andererseits stellt er lediglich in unzulässiger Weise die Einschätzung der Vorinstanz, bei korrekter Schätzung hätte nicht annähernd ein Jahresgewinn von Fr. 100'000.-- erwartet werden können, in Abrede (vgl. E. 3.6 hiervor). Er zeigt nicht rechtgenüglich auf, dass er plausible Gründe für den Abschluss einer doppelten beziehungswiese überhöhten Versicherung gehabt hätte (vgl. BOLL, a.a.O., N. 23 zu Art. 53 VVG).