Citation: 5A_224/2022 E. 3.5.1

3.5.1. Für den Fall, dass sie "doch nicht alleine nach Portugal ziehen wollen" sollte, verweist das Obergericht die Beschwerdeführerin auf das Abänderungsverfahren (E. 3.2 a.E.). Dies lässt darauf schliessen, dass das Obergericht jedenfalls für den Zeitpunkt des heute angefochtenen Entscheids davon ausgeht, dass die Beschwerdeführerin auch ohne C.A.________ in Portugal Wohnsitz nehmen will. Wie das Obergericht zur Annahme eines derart unbedingten Wegzugswillens kommt, ist in der Tat nicht nachvollziehbar. In Erwägung 4.1 seines Entscheids vom 26. Juli 2021 stellt das Kantonsgericht fest, was die Beschwerdeführerin an der Hauptverhandlung vom 29. Oktober 2020 vortrug. Demnach "sei [es] für die Gesuchsgegnerin keine Option, ohne den gemeinsamen Sohn nach Portugal zu gehen". Dass die Beschwerdeführerin später - vor erster Instanz oder im Berufungsverfahren - von dieser Haltung abgerückt wäre, ist dem angefochtenen Entscheid nicht zu entnehmen und auch nicht ersichtlich. Der Beschwerdeführerin ist darin beizupflichten, dass das Obergericht den Sachverhalt in dieser Hinsicht willkürlich feststellt. Für die Beschwerdeführerin steht in der Folge fest, dass das Obergericht keine Obhutsumteilung hätte vornehmen dürfen, wenn es korrekt festgestellt hätte, dass sie ihren eigenen Wohnsitz nie ohne C.A.________ verlegen würde. Dieser Überlegung ist insofern zuzustimmen, als die Vorinstanz die Obhutsfrage jedenfalls klarerweise nicht so entscheiden durfte, wie sie es hier getan hat. Entgegen der Meinung des Beschwerdegegners trifft die Beschwerdeführerin in diesem Zusammenhang auch nicht der Vorwurf, für den Fall eines Verbleibs in der Schweiz keinen ausdrücklichen (Eventual-) Antrag gestellt zu haben. Das zeigen die nachfolgenden Erwägungen.