Citation: 8C_144/2008 08.08.2008 E. 7

Für die Adäquanzbeurteilung ist gemäss BGE 134 V 109 nach wie vor an das (objektiv erfassbare) Unfallereignis anzuknüpfen (BGE 117 V 359 E. 6a S. 366 f.; BGE 134 V 109 E. 10.1 S. 126). Von der auf Grund des augenfälligen Geschehensablaufes vorgenommenen vorinstanzlichen Beurteilung des Ereignisses vom 30. April 2004 als mittelschwerer Unfall abzuweichen besteht kein Anlass. Deshalb müssen von den weiteren, objektiv fassbaren und unmittelbar mit dem Unfall in Zusammenhang stehenden oder als Folge davon erscheinenden Umständen, welche als massgebende Kriterien in die Gesamtwürdigung einzubeziehen sind (BGE 117 V 359 E. 6a S. 367), für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhanges entweder ein einzelnes in besonders ausgeprägter Weise oder aber mehrere in gehäufter oder auffallender Weise gegeben sein (BGE 117 V 359 E. 6b S. 367 f.). Daran hat sich mit BGE 134 V 109 (dortige E. 10.1 S. 126 f.) ebenfalls nichts geändert. 7.1 Das (durch BGE 134 V 109 nicht geänderte) Kriterium der besonders dramatischen Begleitumstände oder besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls (a.a.O. E. 10.2.1 S. 127) hat das kantonale Gericht zu Recht verneint. Dem Ereignis vom 30. April 2004 mag eine gewisse Eindrücklichkeit zugebilligt werden. Als besonders ist diese aber nicht zu betrachten und es liegen auch keine besonders dramatischen Begleitumstände vor. 7.2 Ebenfalls richtig ist die stillschweigende Verneinung durch das kantonale Gericht der ebenfalls unverändert gebliebenen Kriterien der Schwere oder besonderen Art der erlittenen Verletzungen (a.a.O. E. 10.2.2 S. 127 f.) und der ärztlichen Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert (a.a.O. E. 10.2.5 S. 129). 7.3 Ob das neu gefasste Kriterium der fortgesetzt spezifischen, belastenden ärztlichen Behandlung (a.a.O. E. 10.2.3 S. 128, bisher: ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung) gegeben ist, lässt sich nicht ohne weiteres beantworten. Zwar wurde die Versicherte teils parallel physiotherapeutisch, osteopathisch und medikamentös behandelt und es fand ein mehrwöchiger stationärer Aufenthalt in der Klinik R.________ vom 23. November bis 4. Januar 2005 mit multimodularem Therapieprogramm statt. Auch wird die Versicherte fachärztlich, psychologisch und ergotherapeutisch begleitet. Auf der anderen Seite sind weite Teile der durchgeführten Behandlungen durchaus im Rahmen dessen liegend, was nach einem erlittenen Schleudertrauma der HWS respektive einer äquivalenten Verletzung mit ähnlichem Beschwerdebild üblich ist (vgl. Urteile 8C_500/2007 vom 16. Mai 2008, E. 5.4; 8C_470/2007 vom 15. Mai 2008, E. 5.2.3; 8C_402/2007 vom 23. April 2008, E. 5.2.3). Vornehmlich der Abklärung des Gesundheitszustands und der verbleibenden Arbeitsfähigkeit dienende stationäre Aufenthalte und ärztliche Untersuchungen gelten sodann genauso wenig wie Kontrollen beim Hausarzt als regelmässige, zielgerichtete Behandlung (Urteil U 219/05 vom 6. März 2006, E. 6.4.2 mit Hinweisen). Die zeitliche Inanspruchnahme der zielgerichteten Behandlungen ist trotz deren Regelmässigkeit insgesamt nicht als derart intensiv zu werten, als dass deswegen von einer erheblichen - im Sinne einer sich allein daraus ergebenden zusätzlichen - Mehrbelastung aussergewöhnlicher Natur gesprochen werden könnte. Umgekehrt dürfte sich die Tatsache zusätzlich belastend ausgewirkt haben, dass trotz motivierten Einsatzes in den Therapieprogrammen der Erfolg weitgehend ausblieb. Ob indessen gesamthaft gesehen eine spezifische, die Versicherte speziell belastende ärztliche Behandlung im Sinne dieses Kriteriums vorliegt, ist eher zu verneinen. 7.4 Das Kriterium der erheblichen Beschwerden (BGE 134 V 109 E. 10.2.4 S. 128 f., bisher: Dauerbeschwerden) kann dagegen ohne weiteres bejaht werden. Es ist jedoch nicht in besonders ausgeprägter Weise erfüllt: Wenngleich die Schmerzen das Leben der Versicherten gemäss der von Dr. med. B.________ am 4. Oktober 2005 und von den Ärzten der Klinik R.________ im Bericht vom 28. Januar 2005 aufgenommenen, Anamnese massgeblich beeinflussen, erlaubten sie nach wie vor, gewisse häusliche und ausserhäusliche Aktivitäten auszuüben, was sich den genannten Berichten zusammen mit dem Spezialbericht Physiotherapie der Klinik R.________ vom 29. Dezember 2004 ebenfalls entnehmen lässt. 7.5 Entgegen der von der Vorinstanz vertretenen Auffassung ist das (unveränderte) Kriterium des schwierigen Heilungsverlaufs und erheblicher Komplikationen (a.a.O. E. 10.2.6 S. 129) dagegen zu verneinen. Denn aus der ärztlichen Behandlung und den erheblichen Beschwerden - welche (ausschliesslich) im Rahmen der spezifischen Adäquanzkriterien zu berücksichtigen sind - darf nicht bereits auf einen schwierigen Heilungsverlauf oder erhebliche Komplikationen geschlossen werden. Es bedarf hierzu besonderer Gründe, welche die Heilung beeinträchtigt haben (Urteil U 503/06 vom 7. November 2007, E. 7.6 mit Hinweis). Solche Gründe sind hier nicht gegeben. Die Einnahme vieler Medikamente und die Durchführung verschiedener Therapien genügen nicht zur Bejahung dieses Kriteriums (Urteil U 219/05 vom 6. März 2006, E. 6.4.2 mit Hinweisen). Gleiches gilt für den Umstand, dass trotz regelmässiger Therapien und des anderthalbmonatigen Aufenthalts in der Klinik R.________ weder eine Beschwerdefreiheit noch eine Arbeitsfähigkeit erreicht werden konnten (vgl. Urteil U 503/06 a.a.O.). 7.6 Hingegen liegt das neu umschriebene Kriterium der erheblichen Arbeitsunfähigkeit (BGE 134 V 109 E. 10.2.7 S 129 f.) trotz ausgewiesener Anstrengungen wiederum vor. Denn der Versicherten wird von ärztlicher Seite seit dem Unfall weitgehend durchgehend eine vollständige Arbeitsunfähigkeit attestiert. Auch scheiterte ein vom 3. bis 5. Mai 2004 unternommener Arbeitsversuch. Weitere unterblieben indessen. 7.7 Insgesamt sind zwei Kriterien klar, eines allenfalls knapp erfüllt, keines jedoch in ausgesprochen ausgeprägter Weise. Gesamthaft gesehen sind die massgebenden Kriterien nicht in gehäufter oder auffälliger Weise ausgewiesen.