Citation: 5A_924/2012 E. 3.2.2

3.2.2. Laut dem angefochtenen Urteil wird im Astoria Agreement (Vereinbarung vom 2. August 2001) in Art. 6 unter dem Titel "Cancellation of Certain Agreements and Settlement of Claims" vereinbart, dass das Share Transfer Agreement und das Supplementary Agreement vom 25. Januar 2001 aufgehoben werden sollen (Art. 6.1) und keine Partei zusätzliche, nicht im Astoria Agreement geregelte Verpflichtungen habe (Art. 6.4). Der Vertrag solle (gemäss Art. 6.6) eine vollständige und endgültige Einigung (im Sinne von Art. 2044 belg. CC) darstellen. Diese Bestimmungen sollen indes nur Gültigkeit erlangen, wenn SAirGroup und SAirLines anfangs Oktober 2001 Aktien bzw. Partizipationsscheine der Sabena gemäss Vereinbarung zeichnen und liberieren würden. Bei Nichterfüllung dieser Bedingung nähmen der belgische Staat, die Public Institutions (Zephyr-Fin S.A., SFP, SFI) und Sabena das Verfahren am Handelsgericht Brüssel wieder auf (Art. 6.7). Gemäss Obergericht steht fest, dass die Zeichnung und Liberierung anfangs Oktober 2001 nicht erfüllt worden sei; die Vertragsleistung der SAirGroup und SAirLines sei nicht unter einer Bedingung gestanden. Die Beschwerdeführerin könne Schadenersatz für die ausgebliebene Zeichnung und Liberierung unter Aufrechterhaltung des Vertrages verlangen, wobei ihre bedingt geschuldete Leistung (Verzicht auf Ansprüche aus den Januarverträgen und aus Verantwortlichkeit) zufolge Ausfall der Bedingung weggefallen sei.