Citation: 7B_174/2025 E. 3.4

3.4. Die Beschwerdeführerin bringt weiter vor, es sei "tatsachenwidrig", dass es ihr selbst, "wie die Vorinstanz implizit schlussfolgert, [ebenfalls] an Problembewusstsein fehle". Dabei übersieht sie, dass das Bundesgericht in tatsächlicher Hinsicht grundsätzlich an die Feststellungen der Vorinstanz gebunden ist und den Sachverhalt gerade nicht von Amtes wegen selbst mit voller Kognition erstellt (vgl. Art. 105 Abs. 1 BGG). Dass die beanstandete Feststellung der Vorinstanz geradezu willkürlich wäre, legt sie nicht dar und ist auch nicht ersichtlich (vgl. Art. 105 Abs. 2 BGG). Soweit sie sich diesbezüglich auf Beweismittel beruft, die erst nach dem angefochtenen Entscheid entstanden sind, ist sie damit ohnehin nicht zu hören (vgl. E. 1.2 hiervor). Der Beschwerdeführerin ist indessen zuzustimmen, dass das Kurzgutachten viele Fragen offenlässt und insbesondere die Geeignetheit von (strafprozessualen) Ersatzmassnahmen, zum Beispiel eines Kontaktverbots verknüpft mit elektronischen Überwachungsmassnahmen, nicht ausdrücklich thematisiert. So äussert es sich etwa nicht dazu, wie es sich mit der Kooperationsbereitschaft der Beschwerdeführerin hinsichtlich behördlicher Anordnungen verhält, insbesondere mit Blick auf offenbar bereits erfolgte Interventionen der KESB, und inwiefern dieses Verhalten durch allfällige psychische Probleme oder eine Suchtproblematik beeinflusst wird. Indessen handelt es sich - worauf die Beschwerdeführerin selbst hinweist - um ein unter hohem Zeitdruck erstelltes Kurzgutachten, in dem namentlich ausdrücklich festgehalten wird, dass zwar Anzeichen für einen schädlichen Suchtmittelkonsum vorliegen würden, eine abschliessende Einschätzung aber erst im Rahmen einer umfassenden psychiatrischen Begutachtung möglich sei. Drohen wie vorliegend - ohne die Anordnung von Haft oder wirksamer Ersatzmassnahmen - mit hoher Wahrscheinlichkeit schwere Verbrechen gegen Leib und Leben, ist an die Prognose für die Einhaltung der infrage kommenden Ersatzmassnahmen hohe Anforderungen zu stellen (vgl. Urteil 7B_1009/2024 vom 3. Oktober 2024 E. 3.3). Mit Blick auf die vielen noch offenen Fragen zur Persönlichkeit der Beschwerdeführerin (und des Opfers) ist daher nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz die Anordnung von Ersatzmassnahmen zum jetzigen Zeitpunkt für ungeeignet erachtet.