Citation: 5A_109/2018 E. 4.1

4.1. Nach der Praxis des Bundesgerichts besteht grundsätzlich kein Anspruch darauf, zur rechtlichen Würdigung oder zur juristischen Begründung des Entscheids angehört zu werden (BGE 116 V 182 E. 1a). Immerhin ist das rechtliche Gehör zumindest der dadurch beschwerten Partei dann zu gewähren, wenn eine Behörde ihren Entscheid mit einer Rechtsnorm oder einem Rechtsgrund zu begründen beabsichtigt, die im bisherigen Verfahren nicht herangezogen wurden, auf die sich die beteiligten Parteien nicht berufen haben und mit deren Erhebung im konkreten Fall sie nicht rechnen konnten (BGE 128 V 272 E. 5b/bb; 126 I 19 E. 2c/aa; 125 V 368 E. 4a; je mit Hinweisen). Ausserdem ist das rechtliche Gehör dann zu gewähren, wenn mit einer Motivsubstitution Tatsachen neu rechtliche Bedeutung erlangen, zu denen sich die Parteien nicht äussern konnten oder nicht zu äussern brauchten, weil mit ihrer Rechtserheblichkeit nicht zu rechnen war (Meyer/Dormann, in: Basler Kommentar, Bundesgerichtsgesetz, 2. Aufl. 2011, N. 13 zu Art. 106 BGG). Sodann hat das Bundesgericht ein Recht auf vorgängige Orientierung über die Rechtsauffassung der urteilenden Behörde bejaht, wenn die Behörde in Anwendung einer unbestimmt gehaltenen Norm oder in Ausübung eines besonders grossen Ermessensspielraums einen Entscheid fällt, der von grosser Tragweite für die Betroffenen ist (BGE 127 V 431 E. 2b/cc in fine). Ebenfalls von einem Anspruch auf vorgängige Orientierung - aber mit einer anderen Bedeutung - spricht das Bundesgericht im Zusammenhang mit Einbürgerungsverfahren, wonach die Behörde verpflichtet ist, angemessen über Zweck und Gegenstand des Einbürgerungsgesprächs zu informieren (BGE 141 I 60 E. 3.3; 140 I 99 E. 3.5 in fine). Wie weit das Recht geht, vorgängig über die entscheidwesentlichen Vorgänge und Grundlagen orientiert zu werden, lässt sich nicht generell, sondern nur unter Würdigung der konkreten Umstände beurteilen; entscheidend ist, ob dem Betroffenen ermöglicht wurde, seinen Standpunkt wirksam zur Geltung zu bringen (Urteil 8C_502/2017 vom 30. November 2017 E. 5.3, zur Publikation vorgesehen). Von einem generellen, gleichsam voraussetzungslosen, auch in einem vom Dispositions- und Verhandlungsgrundsatz beherrschten Verfahren geltenden Anspruch auf vorgängige Orientierung der Parteien über die Rechtsauffassung der urteilenden Behörde, wie ihn der Kläger anzunehmen scheint, kann keine Rede sein.