Citation: 8C_342/2009 11.12.2009 E. 7

Demnach bleibt einzig zu prüfen, welches Einkommen die Beschwerdeführerin ohne Unfall 2005 verdient hätte (Valideneinkommen). 7.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die Versicherte im Zeitpunkt des frühest möglichen Rentenbeginns (hier: am 1. Mai 2005) nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, weil es der Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 129 V 222 E. 4.3.1 S. 224; Urteil 8C_423/2007 vom 18. März 2008, E. 3.5 mit Hinweisen). Da die Invaliditätsbemessung der voraussichtlich bleibenden oder längere Zeit dauernden Erwerbsunfähigkeit zu entsprechen hat, ist auch die berufliche Weiterentwicklung mitzuberücksichtigen, die eine versicherte Person normalerweise vollzogen hätte. Dazu ist allerdings erforderlich, dass konkrete Anhaltspunkte dafür bestehen, dass sie einen beruflichen Aufstieg und ein entsprechend höheres Einkommen tatsächlich realisiert hätte, wenn sie nicht invalid geworden wäre. Es müssen bereits im Zeitpunkt des Unfalles konkrete Hinweise für das behauptete berufliche Fortkommen bestehen, so beispielsweise wenn der Arbeitgeber dies konkret in Aussicht gestellt oder gar zugesichert hat. Sodann genügen blosse Absichtserklärungen der versicherten Person nicht. Vielmehr muss die Absicht, beruflich weiterzukommen, bereits durch konkrete Schritte wie Kursbesuche, Aufnahme eines Studiums, Ablegung von Prüfungen usw. kundgetan worden sein (BGE 96 V 29; RKUV 2006 Nr. U 568 S. 65, U 87/05; Urteil 8C_664/2007 vom 14. April 2008 E. 6.1 mit Hinweisen). 7.2 Das kantonale Gericht setzte den von der Beschwerdeführerin als Gesunde 2005 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit realisierten Verdienst auf Fr. 47'286.- fest. Demgegenüber lässt die Versicherte geltend machen, ohne gesundheitliche Einschränkungen hätte sie 2005 einen Lohn von Fr. 52'999.- verdient. 7.2.1 Die Vorinstanz hat nach einlässlicher Würdigung der erwerblichen Verhältnisse überzeugend und nachvollziehbar dargelegt, dass gestützt auf das von der Invalidenversicherung gemäss Abklärungsbericht für Selbstständigerwerbende ermittelte Valideneinkommen unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung bis 2005 und der damaligen betriebsüblichen Wochenarbeitszeit im Gastgewerbe von einem hypothetischen Einkommen ohne Gesundheitsschaden von Fr. 47'286.- auszugehen ist. Das kantonale Gericht zog dabei in Betracht, dass die gelernte Schneiderin in den letzten Jahren vor dem Unfall vom 26. Juni 1990 und auch danach als Service-Angestellte im Gastgewerbe unselbstständig erwerbstätig war, dass sie 2001 zusammen mit ihrem Ehegatten selbstständig erwerbend einen Café/Bar-Betrieb eröffnete und dass sie seit dem Rückfall von 2003 im Zusammenhang mit ihrem Knieschaden links eine dauerhafte Einschränkung der Leistungsfähigkeit (unfallbedingte Limitierung auf eine vorwiegend sitzend auszuübende behinderungsangepasste Tätigkeit) hinzunehmen hat. Die Vorinstanz schloss aus den gegebenen Umständen darauf, dass die Beschwerdeführerin ohne Unfallfolgen 2005 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit das 2001 eröffnete Lokal als Selbstständigerwerbende weiter betrieben hätte. 7.2.2 Hiegegen bringt die Versicherte vor, sie hätte "ohne weiteres im Jahr 2005 wieder in die unselbstständige Erwerbstätigkeit zurückwechseln können, zumal der Ehemann das Lokal auch alleine hätte führen können." Sie habe "das Potential" gehabt, "ihr Erwerbseinkommen erheblich zu verbessern." Eine entsprechende Entwicklung der tatsächlichen Verhältnisse wäre rückblickend zwar grundsätzlich möglich gewesen. Die Beschwerdeführerin legt jedoch nicht dar, weshalb ihre Hypothese wahrscheinlicher ist, als diejenige von Vorinstanz und Verwaltung. Insbesondere fehlt es an konkreten, praxisgemäss erforderlichen Anhaltspunkten (vgl. E. 7.1 hievor) dafür, dass die Versicherte schon 2003 im Zeitpunkt des Eintrittes der rückfallbedingten Leistungsfähigkeitseinbusse die Absicht des Wechsels zurück in eine unselbstständige Erwerbstätigkeit erkennen liess. Die Beschwerdeführerin vermochte zu Recht keine konkreten Umstände aufzuzeigen, welche ohne Gesundheitsschaden auf den bevorstehenden Eintritt der behaupteten beruflichen Entwicklung mit entsprechender Einkommenserhöhung hätten schliessen lassen. 7.2.3 Nach dem Gesagten ist nicht zu beanstanden, dass das kantonale Gericht der empirischen Erfahrung Rechnung trug, wonach die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre (BGE 129 V 222 E. 4.3.1 E. 224 mit Hinweis), und - basierend auf dem Abklärungsbericht für Selbstständigerwerbende der Invalidenversicherung vom 20. Dezember 2005 - das Valideneinkommen mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit auf Fr. 47'286.- festsetzte.