Citation: I 326/02 04.03.2004 E. 5

5.1 Die Vorinstanz hat die Verfügung der IV-Stelle mit der Begründung bestätigt, die zahlreichen in der vorinstanzlichen Beschwerde zitierten Unterlagen lieferten keine Anhaltspunkte dafür, dass das Ohrenleiden des Beschwerdeführers im Sinne einer solchen besonderen Invalidität einer speziellen und daher kostspieligeren Hilfsmittelversorgung bedürfe. Sowohl Frau Dr. med. P.________ als auch der Hörgeräteakustiker betonten die «Optimierung», welche dank der technisch raffinierteren Stufe-4-Geräte namentlich in den wechselnden akustischen Umgebungen am Ausbildungsplatz zum Elektromonteur erzielt werden könne. Nirgends sei die Rede davon, dass die Berufsbildung mit einem herkömmlichen Gerät der Indikationsstufe 3 unmöglich wäre. Sie würde lediglich den offensichtlich sehr hoch gesteckten «Anforderungen» der Ohrenärztin nicht genügen. Eine optimale berufsbildnerische Förderung sei gewiss ein persönlich verständlicher Wunsch, der auch aus den Ausführungen der Eltern in der Beschwerde spreche. Er stehe aber aus hilfsmittelrechtlicher Sicht im Gegensatz zur Bestimmung, dass nur Anspruch auf Hilfsmittel in einfacher und zweckmässiger Ausführung bestehe, weshalb die Übernahme der Mehrkosten abgelehnt werden müsse. 5.2 Dem ist entgegenzuhalten, dass das Abklärungsverfahren beim Beschwerdeführer zwar korrekt durchgeführt wurde, es indessen zu berücksichtigen gilt, was Frau Dr. med. P.________ in der Expertise 2 vom 21. August 2001 berichtet hat. Sie führte aus, beim Versicherten sei eine Hörgeräteanpassung beidseits mit HdO-Geräte der Marke Phonak Claro 311 dAZ durchgeführt worden. Der Versicherte sei mit diesen Hörgeräten wieder gut kommunikationsfähig und sehr zufrieden. Es seien drei verschiedene Hörgeräte ausprobiert worden. Das Gerät der Indikationsstufe 3 habe jedoch den Anforderungen nicht genügen können. Mit dem jetzigen Gerät und der Möglichkeit, sowohl eine normale Verstärkung als auch ein Richtmikrofon zuschalten zu können, könne er in der Ausbildungssituation optimal profitieren. Der Versicherte stehe in einer Ausbildung zum Elektromonteur und habe verschiedene akustische Umgebungen, auf die er sich jeweils kurzfristig einstellen müsse und mit diesen neuen Hörgeräten auch könne. Objektiv seien die beiden Hörgeräte einwandfrei angepasst, keine Druckstellen. Audiologisch zeige sich eine deutliche Verbesserung der Spracherkennung mit einer 50%igen Verständlichkeit bei 50 Dezibel SPL. Es werde eine 100%ige Diskrimination bei 80 Dezibel SPL erreicht, ohne Hörgeräte erreiche er nur eine 30%ige Diskrimination. Gemäss der neuen Hörgeräteanpassungsrichtlinien erreiche er 17 von 17 gemessenen Punkten. Auf Grund der guten subjektiven und objektiven Angaben sei die Hörgeräteanpassung gerechtfertigt und sie empfehle die Kostenübernahme. Entgegen der Auffassung des kantonalen Gerichts zeigen diese fachärztlichen Angaben in medizinischer Hinsicht auf, inwiefern eine Versorgung im Rahmen der Indikationsstufe 3 «den Anforderungen nicht genügen» kann. Es ist glaubhaft und nachvollziehbar, dass der Beschwerdeführer für die erstmalige berufliche Ausbildung - zur Erlernung des Berufes als Elektromonteur - im Sinne eines spezifischen, gesteigerten Eingliederungsbedürfnisses auf die digitalen Hörgeräte angewiesen ist. Weitere Abklärungen erübrigen sich. Zusammenfassend ergibt sich somit, dass die Voraussetzungen für eine Überschreitung der tarifvertraglich vereinbarten Kostenlimite erfüllt sind. Der Beschwerdeführer hat deshalb Anspruch auf die Übernahme der gesamten Kosten der binauralen Hörgeräteversorung mit zwei Hörgeräten Phonak Claro 311 dAZ im Betrag von Fr. 6515.15 durch die Invalidenversicherung.