Citation: U 60/06 19.09.2006 E. 1

Zu Unrecht sieht die Beschwerdeführerin eine Verletzung des rechtlichen Gehörs (Art. 29 Abs. 2 BV; BGE 129 II 504 Erw. 2.2, 127 I 56 Erw. 2b, 127 III 578 Erw. 2c, 126 V 131 Erw. 2b) darin, dass sie ins interdisziplinäre Gutachten der Gutachterstelle X.________ "erst nachträglich" Einblick erhalten habe und sich zuvor weder zur Person des Gutachters noch zum Fragekatalog habe äussern können. Denn die Expertise vom 19. Januar 2005 gehört zu den Parteigutachten, in deren Natur es liegt, dass die Gegenpartei sich vorgängig weder zur Person des Gutachters noch zum Fragekatalog äussern kann. Des Weitern erhielt die National Versicherung im vorinstanzlichen Verfahren Einblick in das Gutachten und Gelegenheit, sich dazu zu äussern. Entgegen der Auffassung des Unfallversicherers war die Vorinstanz auch nicht verpflichtet, ihn vorgängig darüber zu informieren, dass sie in ihrem Entscheid ausschliesslich das vom Versicherten eingereichte Gutachten der Gutachterstelle X.________ berücksichtigen werde. Denn es kann nicht gesagt werden, das kantonale Gericht habe seinen Entscheid mit einer Rechtsnorm oder einem Rechtsgrund zu begründen beabsichtigt, die im bisherigen Verfahren nicht herangezogen wurden, auf die sich die beteiligten Parteien nicht berufen haben und mit deren Erheblichkeit im konkreten Fall sie nicht rechnen konnten (BGE 128 V 278 Erw. 5b/bb mit Hinweisen). Anders zu entscheiden hiesse, dass das kantonale Gericht den beabsichtigten Entscheid hätte vorweg nehmen müssen (vgl. auch Urteil D. vom 9. August 2006, U 273/06 Erw. 2.3). Schliesslich kann - entgegen dem Unfallversicherer - auch nicht von einer vorinstanzlichen Verletzung der Begründungspflicht (Art. 29 Abs. 2 BV; BGE 129 I 236 Erw. 3.2, 126 I 102 Erw. 2b, 124 V 181 Erw. 1a; SZS 2001 S. 563 Erw. 3b [Urteil B. vom 26. September 2001, B 61/00]) gesprochen werden. Wenn auch in der Begründung des angefochtenen Entscheides nicht detailliert auf die anderen medizinischen Stellungnahmen eingegangen wird, geht aus dem Entscheid doch deutlich hervor, dass und aus welchen Gründen die Vorinstanz das Gutachten der Gutachterstelle X.________ als schlüssig betrachtete, was dem Beschwerde führenden Unfallversicherer jedenfalls eine sachbezogene Anfechtung erlaubte.