Citation: 8C_282/2020 E. 6.2

6.2. Vorweg ist zu prüfen, gestützt auf welchen massgeblichen Sachverhalt die Beurteilung der Adäquanz als Rechtsfrage zu erfolgen hat. Wie die Suva zu Recht geltend macht, können bei der Prüfung der Adäquanz nur jene Umstände berücksichtigt werden, die auf die Berufskrankheit zurückzuführen sind. Ebenfalls zu Recht weist die Suva darauf hin, dass nur die Kontaktsensibilisierung auf Nickel als Berufskrankheit anerkannt ist, nicht aber die Psoriasis palmoplantaris. Daran ändert nichts, dass ärztlicherseits von einem Mischbild ausgegangen wird und sich die medizinischen Gutachter ausser Stande sehen, eine Abgrenzung der Folgen dieser beiden Leiden auf das eine oder andere vorzunehmen. Denn nach der Rechtsprechung genügt es nicht, dass der Zusammenhang zwischen den attestierten psychischen Beschwerden und der anerkannten Berufskrankheit bloss möglich ist (E. 6.1). In diesem Zusammenhang ist auch darauf hinzuweisen, dass gemäss der Konsensbesprechung die Asim-Gutachter auf S. 6 f. explizit festhalten: "Aus psychiatrischer Sicht steht die Entwicklung des psychiatrischen Krankheitsbildes im Zusammenhang mit der Entwicklung und Verschlechterung der Hauterkrankung. Da es sich bei der Hauterkrankung um ein Mischbild aus einer als Berufskrankheit anerkannten Komponente (Nickelsensibilisierung) und einer krankheitsbedingten Komponente (Psoriasis-Erkrankung) handelt, kann aus psychiatrischer Sicht nicht alleinig zu der durch die Berufskrankheit bedingten psychischen Erkrankung Stellung genommen werden. Es kann angenommen werden, dass die psychische Erkrankung sich multifaktoriell entwickelte, wobei neben der Hautkrankheit auch noch andere, berufskrankheits- und krankheitsfremde Faktoren eine Rolle spielten." Auch wenn die Nickelsensibilisierung mit der Vorinstanz wohl als Teilursache der psychischen Beschwerden anzusehen ist, ist nach dem Gesagten nicht erstellt, dass sie massgebliche Ursache der geklagten psychischen Beschwerden ist. Da die Versicherte aber aus diesem nicht beweisbaren Umstand eine Leistungspflicht ableiten will, muss die Unmöglichkeit der Erstellung des massgebenden Sachverhalts im Sinne der genauen Feststellung des Einflusses der Nickelsensibilisierung auf die Entstehung der psychischen Beschwerden zu ihren Lasten ausfallen (E. 6.1). Die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen der Berufskrankheit und den psychischen Beschwerden hat demnach gestützt auf den Sachverhalt zu folgen, gemäss welchem die psychischen Beschwerden nicht in wesentlichem Umfang auf die Nickelsensibilsierung zurückzuführen sind.