Citation: 8C_426/2023 E. 5.2.1

5.2.1. Es trifft zwar zu, dass der RAD-Arzt Dr. med. E.________ in seinen Stellungnahmen die Berichte der behandelnden Fachärzte erwähnte. Wie die Vorinstanz aber nicht offensichtlich unrichtig feststellte (vgl. E. 1 hiervor), übernahm er letztlich die - im Wesentlichen auf den subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin beruhende - Einschätzung des Hausarztes. Insbesondere begründete er nicht, weshalb entgegen den Beurteilungen der behandelnden Fachärzte der Klinik F.________ eine lediglich 30%ige Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit bestehen soll. Nach den verbindlichen Feststellungen der Vorinstanz (vgl. E. 1 hiervor) attestierte der Wirbelsäulenchirurg Prof. Dr. med. G.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, Klinik F.________, für leichte körperliche Tätigkeiten mit der Möglichkeit zu Positionswechseln eine Arbeitsfähigkeit von 50 % (Bericht vom 11. April 2014). Für die Fussbeschwerden attestierte Dr. med. Wirth, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, Leiter Fusschirurgie der Klinik F.________, keine zusätzliche - längerfristige - Arbeitsunfähigkeit. Zwölf Wochen nach erfolgter Operation hielt er vielmehr fest, die klinisch radiologische Verlaufskontrolle erscheine regelrecht und der Belastungsaufbau solle nun ohne Gips nach Massgabe der Beschwerden erfolgen. Eine Erwerbstätigkeit könne bei Bewältigung des Arbeitsweges wieder aufgenommen werden (vgl. Bericht vom 10. Juli 2015). Das kantonale Gericht schloss daraus willkürfrei, dass die Einschätzung des RAD-Arztes einer bloss noch 30%igen Arbeitsfähigkeit im Widerspruch zu den fachärztlichen Berichten gestanden habe. In der Tat ist nicht nachvollziehbar, weshalb Dr. med. E.________ nach Vorliegen des Berichts des Fusschirurgen, worin keine zusätzliche Arbeitsunfähigkeit aufgrund der Fussbeschwerden attestiert wurde, von seiner ursprünglichen Einschätzung einer 50%igen Arbeitsfähigkeit abwich. Dies lässt sich entgegen der Sichtweise der Beschwerdeführerin nicht mit der Annahme einer vorgenommenen Gesamtwürdigung erklären, zumal entsprechende schlüssige Verlautbarungen des RAD-Arztes fehlen. Weiter hat das kantonale Gericht zu Recht darauf hingewiesen, dass der Hausarzt in seiner Stellungnahme vom 20. August 2015 von einer möglichen - wenn auch nur leichten - Steigerung der Arbeitsfähigkeit "in den nächsten Monaten" ausging. Bei diesen Gegebenheiten wäre die IV-Stelle gehalten gewesen, weitere medizinische Abklärungen zu tätigen. Insbesondere hätte es sich aufgedrängt, zumindest einen Verlaufsbericht des Hausarztes sowie - hier nach entsprechender klinischer Untersuchung durch den RAD-Arzt - eine begründete Stellungnahme desselben zur Divergenz zu den fachärztlichen Einschätzungen einzuholen. Der Umstand, dass es sich beim RAD-Arzt Dr. med. E.________ seinerseits um einen orthopädischen Facharzt handelt, vermag das Versäumnis der IV-Stelle nicht zu kompensieren.