Citation: 2C_590/2023 E. 5.6.2

5.6.2. Die Beschwerdeführerin beruft sich in erster Linie auf berufliche Gründe für das räumlich getrennte Wohnen. Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin ist aber nicht jeder berufliche Grund ein wichtiger Grund i.S.v. Art. 49 AIG (Urteile 2C_511/2019 vom 28. November 2019 E. 3.1; 2C_48/2018 vom 5. September 2018 E. 2.1). Der (subjektive) Wunsch bzw. die angebliche "Berufung" des Ehemannes, in einem Erlebnispark - statt wie in der Vergangenheit in einem Transportunternehmen - zu arbeiten, ist als freiwilliger Entscheid und nicht als berufliche Verpflichtung zu qualifizieren. Es bestanden auch keine finanziellen Zwänge für den Branchenwechsel: Unbestrittenermassen ist die Tätigkeit im Erlebnispark nicht besser entlohnt. Mit der Vorinstanz ist davon auszugehen, dass es dem Ehemann grundsätzlich zumutbar gewesen wäre, zur Vermeidung der getrennten Wohnorte eine Stelle im Raum Basel (z.B. im Transportwesen) zu suchen; entsprechende Suchbemühungen werden jedoch weder behauptet noch belegt. Selbst wenn man diesen Wunsch jedoch als wichtigen beruflichen Grund anerkennen wollte, wäre bei fortbestehendem Ehewillen zu erwarten, dass sich die Eheleute regelmässig besuchten, sie miteinander telefonierten und/oder über Textnachrichten kommunizierten - überzeugende Belege für einen solchen Austausch brachte die Beschwerdeführerin allerdings nicht bei. Um den Weiterbestand der Ehegemeinschaft im fraglichen Zeitraum glaubhaft zu machen, reichen vier Fotografien (zwei von den Ehegatten zusammen, zwei nur vom Ehemann), zwei Zugtickets vom 19. August 2021 sowie die unsubstanziierten Angaben des Grosscousins und von C.________ nicht aus. Des Weiteren ist auch der Wunsch des Ehemannes, in der Schweiz nicht fortwährend betrieben zu werden und sich seinen Schuldpflichten zu entziehen, kein objektivierbarer wichtiger Grund. Es war nicht die Absicht des Gesetzgebers, solche (rechtsmissbräuchlich anmutenden) Motive zu schützen (vgl. Botschaft vom 8. März 2002 zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer, BBl 2002 3753 Ziff. 1.3.7.5).