Citation: 5A_126/2023 E. 3.2.1

3.2.1. Was die Noveneingabe vom 15. Juni 2020 angeht, widerspricht die Vorinstanz dem Argument der Beschwerdeführerin, wonach die Übersetzung des Entscheides der Anwaltsdisziplinarkommission von Kiew vom 8. April 2020 und die Instruktion der Schweizer Rechtsvertreter durch die ukrainischen Anwälte aufgrund der Einschränkungen in der COVID-19-Pandemie mehr Zeit als üblich in Anspruch genommen habe. Inwiefern dies der Fall sein soll, sei nicht ersichtlich; konkrete Umstände für die angeblich längere Dauer aufgrund der Pandemie würden von der Beschwerdeführerin nicht genannt. Anstatt darüber Auskunft zu geben, wann ihr die Übersetzung vorlag, verweise die Beschwerdeführerin pauschal auf erhebliche Einschränkungen der Arbeitsprozesse. Worin diese Einschränkungen bei der schriftlichen Übersetzung eines Dokuments mit 34 Seiten bestanden haben sollen, erkläre sie nicht und sei auch nicht ersichtlich. Ebenso wenig sei nachvollziehbar, inwiefern die Pandemie die Instruktion der hiesigen durch die ukrainischen Anwälte erschwert haben soll, zumal die Instruktion mittels moderner Kommunikationsmittel hätte erfolgen können. Im Hinblick darauf, dass die Verfahrensbeschleunigung im Summarverfahren einen wichtigen Grundsatz darstelle, habe die Beschwerdeführerin keine Gründe dargetan, die es rechtfertigen würden, im konkreten Einzelfall von der Regel der zehntägigen Frist abzuweichen. Schliesslich setze sich das Bezirksgericht auch nicht dem Vorwurf des überspitzten Formalismus aus, wenn es von einer Frist von zehn Tagen ausgehe. Dass Noven unverzüglich vorzubringen sind, diene dazu, prozesstaktisch motivierte Verzögerungen zu vermeiden und das Beschleunigungsgebot zu fördern.