Citation: U 414/00 05.02.2001 E. 2

2.- Entsprechend dem in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wie schon im vorinstanzlichen Verfahren gestellten Eventualantrag bleibt zu prüfen, ob auf Grund der unfallbedingten Beeinträchtigung des Gesundheitszustandes eine rentenrelevante Verminderung der Erwerbsfähigkeit besteht. a) Die Voraussetzungen für die Gewährung einer Invalidenrente der Unfallversicherung (Art. 18 Abs. 1 und 2 Satz 1 UVG) wie auch die massgebenden gesetzlichen Bestimmungen über den Rentenbeginn (Art. 19 Abs. 1 UVG) und die Bemessung der Invalidität nach der Einkommensvergleichsmethode (Art. 18 Abs. 2 Satz 2 UVG), einschliesslich der hiezu ergangenen Rechtsprechung (BGE 104 V 136 Erw. 2a und b; vgl. auch BGE 114 V 313 Erw. 3a), sind im angefochtenen kantonalen Entscheid vom 24. August 2000 richtig wiedergegeben worden. Darauf kann verwiesen werden. b) Gestützt auf die medizinischen Unterlagen ist mit der Vorinstanz davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer zwar nicht mehr in seiner angestammten Tätigkeit als Bauarbeiter tätig sein sollte, ihm hingegen praktisch jede andere Beschäftigung ohne repetitive Arbeiten über Kopfhöhe und ohne Heben von über 10 bis 20 kg schweren Lasten uneingeschränkt zumutbar wäre. Die in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde aufgestellte Behauptung, wonach einzig eine Teilzeittätigkeit in Frage komme, findet demgegenüber in den Akten keine Stütze. Zur Bestimmung der trotz Behinderung realisierbaren Einkünfte (Invalideneinkommen) hat das kantonale Gericht angesichts der Tatsache, dass mangels erwerblicher Betätigung des Beschwerdeführers keine anderweitigen Anhaltspunkte verfügbar sind, zu Recht die vom Bundesamt für Statistik für das Jahr 1994 vorgenommene Lohnstrukturerhebung (LSE 1994) beigezogen (vgl. BGE 126 V 76 f. Erw. 3b, 124 V 322 Erw. 3b/aa, je mit Hinweisen). Gestützt auf die darin ausgewiesenen Tabellenlöhne hat es in korrekter Weise ein bei den in Betracht fallenden Einsatzmöglichkeiten für 1995 zu erwartendes Jahreseinkommen von Fr. 52'550.- ermittelt. Dass es davon im Hinblick auf das Aufenthaltsstatut als Saisonnier lediglich einen 10 %igen Abzug vorgenommen hat, ist, entgegen der Argumentation in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde, nicht zu beanstanden. Die wegen der begrenzten Arbeitsbewilligung nach Massgabe der statistischen Erhebungen rund 15 % ausmachende Minderentlöhnung ändert nichts daran, dass der konkret angemessene Abzug vom Tabellenlohn in jedem Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen zu schätzen ist (BGE 126 V 80 Erw. 5b/bb mit Hinweisen) und dabei je nach Gegebenheiten auch geringer als die auf einem Vergleich der zur Diskussion stehenden Zentralwerte beruhende prozentuale Lohndifferenz ausfallen kann, welche nicht als Mindestansatz verstanden werden darf. Ob, wie in der Beschwerdeantwort der SUVA vom 11. Dezember 2000 geltend gemacht, der von der Vorinstanz zugelassene 10 %ige Abzug als wohlwollend oder gar als übersetzt zu betrachten ist, kann dahingestellt bleiben. Der durch die dem kantonalen Gericht zustehende Ermessensausübung gesteckte Rahmen wird damit jedenfalls nicht überschritten, sodass für eine Korrektur auf Grund einer abweichenden Einschätzung durch das Eidgenössische Versicherungsgericht kein Raum bleibt (vgl. BGE 126 V 81 Erw. 6 mit Hinweis). Das vorinstanzlich wie dargelegt ermittelte Invalideneinkommen von Fr. 47'295.- ist dem ohne Gesundheitsschaden mutmasslich erzielbaren Verdienst (Valideneinkommen) gegenüberzustellen, welchen das kantonale Gericht unter Bezugnahme auf seinen am 25. November 1998 gefällten Entscheid im invalidenversicherungsrechtlichen Beschwerdeverfahren auf Fr. 48'805.- festgesetzt hat. Der letztgenannte Betrag beruht auf den gegenüber den Organen der Invalidenversicherung am 25. März 1994 erteilten Lohnauskünften des früheren Arbeitgebers für das Jahr 1994 und beinhaltet nebst der bis 1995 eingetretenen Teuerung auch den 13. Monatslohn. Für die in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde ohne weitere Begründung geforderte Erhöhung des Valideneinkommens besteht demnach kein Grund. Aus dem massgebenden Einkommensvergleich resultiert somit ein Invaliditätsgrad von rund 3 %. c) Dass die Vorinstanz angesichts der Geringfügigkeit der ermittelten Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit die Zusprechung einer Invalidenrente als nicht mehr gerechtfertigt erachtete, bedarf indessen - auch wenn diesbezüglich in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde nichts vorgebracht wird - einer näheren Betrachtung, schreibt doch das Gesetz in Art. 18 UVG keinen für die Begründung eines Rentenanspruchs minimal erforderlichen Invaliditätsgrad vor. Nachdem das Eidgenössische Versicherungsgericht zunächst für den Bereich der Militärversicherung entschieden hatte, dass die Annahme eines Invaliditätsgrades von weniger als 10 % die Zusprechung einer Dauerrente nicht von vornherein ausschliesst (BGE 120 V 368), erkannte es in Änderung der in RKUV 1988 Nr. U 48 S. 230 letztmals publizierten früheren Rechtsprechung, dass auch das UVG die Existenz rentenbegründender Teilinvaliditäten von weniger als 10 % voraussetzt (BGE 122 V 336 Erw. 4b), liess indessen offen, ob statt der bis dahin bei 10 % liegenden anspruchsrelevanten Grenze eine neue von beispielsweise 5 % einzuführen sei (BGE 122 V 336 f. Erw. 4c und d). Diese Frage braucht auch im vorliegenden Verfahren nicht generell geklärt zu werden. Zu beachten ist zunächst, dass der minime Invaliditätsgrad einerseits auf der Basis statistischer Tabellenlöhne ermittelt worden ist und andererseits auf ermessensabhängigen Schätzungen beruht, weshalb ihm unvermeidbare Ungenauigkeitsfaktoren anhaften. Entscheidend fällt unter diesen Umständen ins Gewicht, dass eine bloss 3 %ige Verminderung der Erwerbsfähigkeit im konkreten Fall des Beschwerdeführers betragsmässig lediglich einer Erwerbseinbusse von jährlich Fr. 1'510.- oder rund Fr. 125.- im Monat entspricht. Die behinderungsbedingte Einkommensdifferenz bewegt sich damit rein rechnerisch in der Grössenordnung der bei vergleichbaren Tätigkeiten je nach Arbeitgeber ohnehin anzutreffenden Lohnunterschiede. Das trotz gesundheitlicher Benachteiligung in Betracht fallende Stellenangebot ist damit aber auf ungefähr gleichem Lohnniveau anzusiedeln wie die vor dem Unfall innegehabte Beschäftigung. Dass die invaliditätsbedingt einzukalkulierende geringfügige Verdienstschmälerung an einer verhältnismässig gut bezahlten Stelle vollständig wettgemacht werden kann, ist deshalb ohne weiteres denkbar. Auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt befindet sich der Beschwerdeführer mithin nicht in einer wesentlich ungünstigeren Situation als jede andere Person, welche auch bei vollständiger Gesundheit und uneingeschränkter Einsatzfähigkeit ebenfalls Gefahr läuft, sich bei einem allfälligen Stellenwechsel zur Annahme einer weniger gut entlöhnten Stelle gezwungen zu sehen. Im vorliegenden Fall kann die festgestellte invaliditätsbedingte Erwerbseinbusse deshalb vernachlässigt werden. Trotz des ermittelten 3 %igen Invaliditätsgrades erscheint es gerechtfertigt, von einer Rentenzusprechung Abstand zu nehmen.