Citation: 5A_998/2019 E. 4.2

4.2. Mit dem effektiven Jahreszins soll ein einheitlicher Vergleichsmassstab für Kredite geschaffen werden (STAUDER, Konsumkreditrecht, Das Bundesgesetz über den Konsumkredit vom 8. Oktober 1993, AJP 1994 S. 683; HARTMANN, Die vorvertraglichen Informationspflichten und ihre Verletzung - Klassisches Vertragsrecht und modernes Konsumentenschutzrecht, 2001, S. 68 f. Rz. 158). In ihm soll die in einem Prozentsatz des gewährten Kredits gemessene Gesamtbelastung pro Jahr zum Ausdruck gebracht werden (Art. 5 aKKG). Nach der Lehre hat die Angabe des effektiven Jahreszinses in einer Prozentzahl zu erfolgen, die mit "banküblicher Genauigkeit", d.h. mindestens auf eine Dezimalstelle genau anzugeben ist (KOLLER-TUMLER, a.a.O., N. 7 zu Art. 4/5 aKKG; ebenso zum KKG vom 23. März 2001: FAVRE-BULLE, a.a.O., N. 2 zu Art. 6 KKG; GIGER, Berner Kommentar, Der Konsumkredit, 2007, S. 485 Rz. 586). Bereits das Konsumkreditgesetz vom 8. Oktober 1993 verwendete dabei die von der EU entwickelte mathematische Formel, wie sie im Anhang zum aKKG abgedruckt ist. Da die Berechnung des effektiven Jahreszinses mit Papier und Bleistift kein einfaches Unterfangen ist und erhebliche Zeit in Anspruch nimmt, erfolgt die Berechnung in der Praxis regelmässig mit Hilfe von Tabellenkalkulationsprogrammen (vgl. HONSELL, Schweizerisches Obligationenrecht, 10. Aufl. 2017, S. 298).