Citation: 9C_527/2022 E. 4.3

4.3. So oder anders hätte die Beschwerdeführerin zumindest die Frage 4 der Gesundheitserklärung vom 25. März 2015 nicht verneinen dürfen. Auch ohne nähere Kenntnisse über das hiesige Versicherungssystem hätte der Beschwerdeführerin ohne Weiteres klar sein müssen, dass die in der UPK U.________ im September 2013 gestellten Diagnosen (unter anderem eine mittelgradige depressive Episode [ICD-10: F32.1] und eine generalisierte Angststörung [ICD-10: F41.1]) auch nach Stellenantritt Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit haben könnten. Dies umso mehr, als sich die Beschwerdeführerin wegen eben diesen Diagnosen in ambulante Psychotherapie bei der UPK U.________ begeben und in der Folge 42 Therapiesitzungen besucht hatte. Damals hatte sie denn im Rahmen der Anamneseerhebung auch angegeben, sie fühle sich beruflich und privat schnell überfordert und habe im März 2011 wegen eines Burnouts für zwei Wochen krank geschrieben werden müssen (Abschlussbericht der UPK U.________ vom September 2013). Im Lichte dessen überzeugt auch der Einwand der Beschwerdeführerin nicht, sie sei bis zum Versicherungsantrag nie aufgrund psychischer Beschwerden arbeitsunfähig gewesen und habe nicht damit rechnen müssen, dass "diese (...) vergangenen Probleme" künftig zu einer Arbeitsunfähigkeit führen könnten. Diesbezüglich gilt es denn auch festzuhalten, dass es die Beschwerdeführerin war, welche die delegierte Psychotherapie zur Überraschung der Therapeutin abbrach. Dies, obwohl sie schon damals erkannte, dass es ihr weiterhin schlecht ging (vgl. e-mail vom 29. September 2013). In Einklang damit gab sie Jahre später im Rahmen einer fachärztlichen Untersuchung in der Psychiatrische Dienste V.________ an, sie könne sich nicht erinnern, dass es ihr jemals anders/besser gegangen sei, worauf sie indessen erst im Jahre 2012 von einem Arzt aufmerksam gemacht worden sei (Bericht der Psychiatrische Dienste V.________ vom 7. Mai 2019).