Citation: 8C_207/2020 E. 5.2.4

5.2.4. Zusammenfassend ist der massgebende Sachverhalt unvollständig und damit in Verletzung von Bundesrecht festgestellt worden. Das gilt umso mehr, als weder vor der Verfügung vom 13. Dezember 2016 noch vor Erlass derjenigen vom 1. April 2019 abgeklärt wurde, inwieweit die angeborene Gehörlosigkeit als relevanter Gesundheitsschaden eine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit hat. Dies obwohl die durch die Gehörlosigkeit bedingten Schwierigkeiten in der Kommunikation beim Verlust der zuletzt ausgeübten Tätigkeit bei der E.________ AG eine entscheidende Rolle gespielt haben. Weshalb das kantonale Gericht auf der Grundlage der Auskunft der damaligen Personalchefin (sie habe das Gefühl gehabt, dass der Beschwerdeführer und ein weiterer gehörloser Angestellter schlecht über sie "sprachen") und der Präzisierung im Arbeitszeugnis vom 28. September 2018, auf Grund der Hörbehinderung sei es zu Missverständnissen gekommen, zur Vermutung gelangte, die Gehörlosigkeit habe beim Verlust des Arbeitsplatzes keine Rolle gespielt, ist nicht nachvollziehbar. Die Sache ist daher zur umfassenden medizinischen und wirtschaftlichen Abklärung des Sachverhalts an die IV-Stelle zurückgewiesen. Sie wird insbesondere ein indikatorenbasiertes psychiatrisches Gutachten zu veranlassen und ein strukturiertes Beweisverfahren nach BGE 143 V 409, 118 in Verbindung mit 141 V 281 durchzuführen sowie abzuklären haben, ob und wenn ja welche Auswirkungen die Gehörlosigkeit in erwerblicher Hinsicht hat.