Citation: 2C_114/2019 E. 5.1.1

5.1.1. Das Obergericht des Kantons Solothurn verurteilte den Beschwerdeführer rechtskräftig wegen sexueller Nötigung zu einer Freiheitsstrafe von 36 Monaten, davon schob es den Vollzug im Umfang von 27 Monaten auf und setzte die Probezeit auf zwei Jahre fest. Ausgangspunkt und Massstab für die Schwere des Verschuldens sowie die ausländerrechtliche Interessenabwägung ist die vom Strafrichter verhängte Strafe (BGE 134 II 10 E. 4.2 S. 23; 129 II 215 E. 3.1 S. 216). Das Rückfallrisiko bzw. die Prognose über das künftige Wohlverhalten ist im Rahmen der Interessenabwägung nach rein nationalem Ausländerrecht zwar mitzuberücksichtigen, aber nicht ausschlaggebend (BGE 136 II 5 E. 4.2 S. 20; 130 II 176 E. 4.2 S. 185). Aus ausländerrechtlicher Perspektive impliziert die Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe von mehr als zwei Jahren in jedem Fall - d.h. unabhängig davon, ob die sogenannte "Reneja"-Praxis anwendbar ist - einen sehr schwerwiegenden Verstoss gegen die schweizerische Rechtsordnung (BGE 135 II 377 E. 4.4 S. 383; Urteile 2C_135/2012 vom 29. Oktober 2012 E. 3.1.2; 2C_948/2011 vom 11. Juli 2012 E. 3.4.4). Da die vorliegend für die sexuelle Nötigung ausgesprochene (teilbedingte) Freiheitsstrafe von 36 Monaten die Grenze von zwei Jahren deutlich übersteigt, indiziert diese Strafe bereits für sich allein ein erhebliches migrationsrechtliches Verschulden (vgl. auch Urteil 2C_231/2019 vom 23. Mai 2019 E. 2.1).