Citation: 1C_581/2023 E. 4.4.3

4.4.3. Somit erhellt, dass sich seit dem Erlass der ursprünglichen Fassung die Ansichten zur intertemporalen Geltung des Rechts grundlegend gewandelt haben, weshalb die Intention des historischen Gesetzgebers nicht mehr unbesehen auf die geltende Regelung übertragen werden kann. Indem die Vorinstanz dies bei der Auslegung der Norm trotzdem tut und neues Recht dementsprechend nicht nur bis zum erstinstanzlichen Entscheid, also der Erteilung der Baubewilligung durch die Gemeinde, sondern von allen kantonalen Instanzen zu berücksichtigen sei, lässt sie die geltungszeitliche Komponente ausser Acht. In seiner Vernehmlassung macht das Verwaltungsgericht zwar geltend, die Anforderungen der neueren Lehre und Rechtsprechung zur Anwendung später eingetretener Rechtsänderungen im Rechtsmittelverfahren seien erfüllt. § 15 Abs. 2 PBG/SO stelle eine spezielle Übergangsregelung dar und aufgrund von Steinschlag- und Rutschgefahr bestehe ausserdem ein dringendes öffentliches Interesse an der Anwendung des neuen Rechts (dazu hinten E. 4.6). Jedoch wäre § 15 Abs. 2 PBG/SO nur eine ausreichende Übergangsregelung, wenn er ausdrücklich festhalten würde, dass er auch in Rechtsmittelverfahren zur Anwendung gelangt, was aber gerade umstritten ist. Die Vorinstanz vermag mit ihrer Stellungnahme somit nicht zur Klärung der Frage beizutragen, welche Tragweite der Norm zukommt.