Citation: U 302/00 17.07.2003 E. 4.2

4.2.1 Steht nicht ein Ereignis im Grenzbereich zu den schweren Unfällen in Frage, ist nach der Rechtsprechung der Anspruch auf Integritätsentschädigung für psychische Unfallfolgen mangels Dauerhaftigkeit der Beeinträchtigung ohne weiteres zu verneinen, es sei denn, auf Grund der Akten bestünden erhebliche Anhaltspunkte für eine besonders schwerwiegende Beeinträchtigung der psychischen Integrität, die einer Besserung nicht mehr zugänglich zu sein scheint. Solche Indizien können in den weiteren unfallbezogenen Kriterien erblickt werden, wie sie bei der Adäquanzbeurteilung zu berücksichtigen sind, sofern sie besonders ausgeprägt und gehäuft gegeben sind und die Annahme nahe legen, sie könnten als Stressoren eine lebenslang chronifizierende Auswirkung begünstigt haben (BGE 124 V 45 Erw. 5c/bb). 4.2.2 Nach Auffassung der Vorinstanz sind vorliegend genügend und teilweise ausgeprägte unfallbezogene Kriterien vorhanden, die für die Adäquanz des Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfall vom 12. Juli 1994 und den psychischen Beschwerden sprechen. Im Vordergrund stehen ein schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen, körperliche Dauerschmerzen als Folge des in das USG ragenden Schraubenkopfes und der daraus resultierenden Arthrose sowie die damit einhergehende seit dem Unfall bestehende Arbeitsunfähigkeit von 100 %. Es kommt dazu, dass der Psychiater und Psychotherapeut Dr. med. R.________ eine depressive Entwicklung chronischen Ausmasses im Sinne einer posttraumatischen Belastungsstörung (ICD-10 F43.1) diagnostizierte und in Bezug auf die weitere Entwicklung des psychischen Leidens von einer Chronifizierung, wenn nicht sogar von einer Verschlechterung sprach (Bericht vom 5. Februar 1998). Es bestehen somit gewichtige Anhaltspunkte, welche für das Bestehen eines psychischen Integritätsschadens sowie Dauerhaftigkeit und Irreversibilität des Leidens sprechen. 4.3 Im Sinne des Eventualbegehrens hat somit die SUVA zusätzlich zu den von der Vorinstanz angeordneten Abklärungen zur offenen Frage der natürlichen Kausalität zwischen den psychischen Beschwerden und dem Unfall vom 12. Juli 1994 auch die Frage der Dauerhaftigkeit und Irreversibilität der Beeinträchtigung zu untersuchen.