Citation: U 421/99 23.08.2000 E. 2

2.- Streitig ist zunächst, inwieweit die Beschwerdeführerin zufolge des Unfalles vom 27. März 1995 in der Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt ist. a) Das kantonale Gericht hat zwar richtig erkannt, dass die Leistungsfähigkeitsprofile des SUVA-Kreisarztes Dr. med. B.________ vom 3. Mai und 24. Juni 1996 sowie des praktischen Arztes L.________ vom 20. Mai 1996 im Wesentlichen übereinstimmen. Dies trifft indessen nicht auf den zumutbaren zeitlichen Umfang dieser leidensangepassten Tätigkeit zu. Während Dr. med. B.________ der Beschwerdeführerin am 24. Juni 1996 eine vollschichtige Arbeitsfähigkeit attestierte, erachtete sie der praktische Arzt L.________ am 20. Mai 1996 als zu 25 bis 50 % arbeitsunfähig. Dabei fällt vorab auf, dass selbst der Kreisarzt noch am 12. Januar 1996 - unter der Voraussetzung eines besseren Trainingszustandes - von einer zumutbaren Präsenz von vier, allenfalls sechs Stunden ausging. Er erachtete sie deshalb ab 1. Februar als zu 50 % arbeitsfähig, was von Dr. med. D.________, Spezialarzt FMH für Physikalische Medizin, Rehabilitation und Rheumakrankheiten, am 2. April 1996 als richtig bestätigt wurde. Rund einen Monat später, trug der Kreisarzt im Unfallschein UVG eine Arbeitsfähigkeit von 75 % ein, ohne dass sich - wie die Versicherte zu Recht einwendet - ihr Gesundheitszustand verbessert hätte. Im Bericht vom 3. Mai 1996 stellte Dr. med. B.________ vielmehr fest, der Zustand sei seit längerer Zeit konstant, derzeit sei die Versicherte 50 % arbeitsunfähig geschrieben. In der ärztlichen Beurteilung vom 24. Juni 1996 attestierte er ihr schliesslich eine in zeitlicher Hinsicht uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit, ohne dass eine Untersuchung stattgefunden hat. Auch finden sich keine Hinweise auf eine seit der letzten Untersuchung eingetretene Veränderung im Gesundheitszustand. b) Nach dem Gesagten lässt sich die Stellungnahme des Kreisarztes Dr. med. B.________, wonach die Beschwerdeführerin für jegliche zumutbare Verweisungstätigkeit vollständig arbeitsfähig sein soll, nicht nachvollziehen. Da aber auch die abweichenden Einschätzungen des praktischen Arztes L.________ und des Dr. med. D.________ einer Begründung entbehren, ist das Ausmass der Restarbeitsfähigkeit nicht schlüssig feststellbar. Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin kann insbesondere aus den von ihr im vorinstanzlichen Verfahren eingereichten Berichten des PD Dr. med. F.________, Spezialarzt FMH für Physikalische Medizin und Rehabilitation, speziell Rheumakrankheiten, nichts zu ihren Gunsten abgeleitet werden. Abgesehen davon, dass auch dieser Arzt die Leistungseinschränkung nicht näher begründet, datieren dessen Berichte lange nach dem für die Beurteilung des unfallversicherungsrechtlichen Leistungsanspruchs allein massgebenden Sachverhaltes zur Zeit des Verfügungserlasses (hier Einspracheentscheid; vgl. BGE 121 V 366 Erw. 1b mit Hinweisen) und lassen keine Rückschlüsse auf die im massgebenden Zeitpunkt herrschende Situation zu. Gleiches gilt im Übrigen für den letztinstanzlich aufgelegten Bericht des Kreisarztes Dr. med. I.________ vom 13. Juli 1998. c) Widersprechen sich die ärztlichen Angaben bezüglich der Arbeitsfähigkeit und liegen keine triftigen Gründe vor, der einen oder der anderen Betrachtungsweise zu folgen, sind zusätzliche Abklärungen erforderlich. Die Sache ist daher an die SUVA zurückzuweisen, damit sie anhand eines Administrativgutachtens abklären lasse, in welchem Umfang die Beschwerdeführerin aufgrund der medizinisch ausgewiesenen Beschwerden arbeitsunfähig ist und welche Leistungen sie noch erbringen kann. Gestützt hierauf hat sie über den Rentenanspruch neu zu verfügen.