Citation: 7B_706/2023 E. 3.3

3.3. Wie die Vorinstanz zutreffend ausführt, gilt der dringende Tatverdacht grundsätzlich als erstellt, sofern - wie vorliegend - bereits ein Urteil des erstinstanzlichen Sachgerichts vorliegt (Urteile 1B_9/2023 vom 26. Januar 2023 E. 3; 1B_363/2022 vom 25. Juli 2022 E. 4). Wer in solchen Fällen den dringenden Tatverdacht im Widerspruch zur erstinstanzlichen Verurteilung bestreitet, hat darzulegen, weshalb das betreffende Urteil klarerweise fehlerhaft erscheint bzw. eine entsprechende Korrektur im Berufungsverfahren mit erheblicher Wahrscheinlichkeit zu erwarten ist. Soweit bereits eine Urteilsbegründung vorliegt, hat sich die betroffene Partei auch mit den betreffenden Erwägungen des Sachgerichts auseinanderzusetzen (Urteile 1B_89/2022 vom 18. März 2022 E. 3.1; 1B_176/2018 vom 2. Mai 2018 E. 3.2, je mit Hinweisen).