Citation: 1A.79/2006 21.06.2006 E. A

Am 26. Februar 2004 bewilligte das Bundesamt für Justiz die Auslieferung von X.________ an Deutschland zur Verfolgung der ihm im Haftbefehl des Amtsgerichts Frankenthal vom 18. Februar 2003 vorgeworfenen Straftaten (sexueller Missbrauch von Kindern). Das Bundesgericht wies die von X.________ gegen seine Auslieferung erhobene Verwaltungsgerichtsbeschwerde am 3. Mai 2004 ab, worauf die Auslieferung am 5. Mai 2004 vollzogen wurde. Das Landgericht Frankenthal/Pfalz verurteilte X.________ am 12. Oktober 2004 wegen sexuellen Missbrauchs einer Jugendlichen (Einzelstrafe ein Jahr Freiheitsstrafe) und wegen schweren sexuellen Missbrauchs eines Kindes (Einzelstrafe zwei Jahre und 6 Monate) zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von 3 Jahren. Der Bundesgerichtshof hob dieses Urteil am 2. August 2005 insoweit auf, als X.________ wegen sexuellen Missbrauchs einer Jugendlichen zu einer Einzelstrafe von einem Jahr Freiheitsstrafe verurteilt worden war, und stellte das Verfahren in diesem Punkt wegen Verletzung des Grundsatzes der Spezialität im Sinne von Art. 14 des Europäischen Auslieferungsübereinkommens vom 13. Dezember 1957 ein. Zur Begründung führte er an, diese Tat zum Nachteil von A.________ sei nicht Gegenstand des Haftbefehls des Amtsgerichts Frankenthals vom 18. Februar 2003 gewesen und damit von der Auslieferungsbewilligung nicht erfasst worden.