Citation: 1P.496/2000 08.09.2000 E. 5

5.- Der Beschwerdeführer rügt im Weiteren, es fehle an konkreten Anzeichen für die Gefahr, dass er im Falle einer Freilassung kolludieren werde. a) Die in § 58 Abs. 1 Ziff. 2 StPO/ZH erwähnte Kollusion bedeutet, dass sich der Beschuldigte mit Zeugen, Auskunftspersonen, Sachverständigen oder Mitbeschuldigten ins Einvernehmen setzt oder sie zu wahrheitswidrigen Aussagen veranlasst. Die Untersuchungshaft wegen Kollusionsgefahr soll verhindern, dass ein Angeschuldigter die Freiheit dazu missbrauchen würde, die wahrheitsgetreue Abklärung des Sachverhaltes zu vereiteln oder zu gefährden. Jedoch genügt nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtes die theoretische Möglichkeit, dass der Angeschuldigte in Freiheit kolludieren könnte, nicht, um die Fortsetzung der Haft unter diesem Titel zu rechtfertigen. Es müssen vielmehr konkrete Indizien für eine solche Gefahr sprechen (BGE 123 I 31 E. 3c S. 35 mit Hinweisen). b) Wie vorstehend ausgeführt, besteht vorderhand noch ein genügend dringender Tatverdacht gegen den Beschwerdeführer. Er streitet indessen jede Beteiligung an der Tat ab. In der Beschwerde wird zu Recht ausgeführt, allein aus diesen beiden Tatsachen dürfe nicht auf das Bestehen einer Kollusionsgefahr geschlossen werden, ansonsten diese zur Rechtfertigung für eine Art Beugehaft würde. Wie der angefochtene Entscheid erläutert, kommt jedoch im vorliegenden Fall hinzu, dass noch mehrere wichtige Beweiserhebungen ausstehen, insbesondere solche, die den Beschwerdeführer nach seinen Behauptungen entlasten sollten. In der Vergangenheit hat er seine Aussagen dem ihm bekannten Stand der Ermittlungen angepasst und neue, ihn entlastende Behauptungen aufgestellt. Daher ist konkret zu befürchten, dass er in Freiheit umgekehrt versuchen würde, Auskunftspersonen dahingehend zu beeinflussen, ihre Aussagen an die seinigen anzupassen. Der Beschwerdeführer wendet gegen das Vorliegen einer Kollusionsgefahr ein, das Ehepaar W.________, dem das Haus in B.________ gehöre, sowie die beiden Personen in Jugoslawien, die das Lösegeld entgegengenommen hätten, seien inzwischen auf freien Fuss gesetzt worden. Zunächst ist dazu festzuhalten, dass die Kollusionsgefahr oder andere spezielle Haftgründe bei jedem einzelnen Verdächtigen getrennt zu beurteilen sind und nicht von der Grösse des ihm vorgeworfenen Tatbeitrags abhängen. Eine Ungleichbehandlung wäre nur gegeben, wenn Mitangeschuldigte verschieden behandelt würden, auch wenn bei jedem dieselben Elemente für eine Kollusionsgefahr sprechen würden. Solches behauptet der Beschwerdeführer nicht. Hinzu kommt, dass die Haftrichterin gar nicht eine Kollusion mit dem Ehepaar W.________ oder den Lösegeldempfängern befürchtet, sondern mit Drittpersonen, die nie in Haft waren.