Citation: 1P.574/2006 08.02.2007 E. 7

7.1 Das Kassationsgericht erwägt (angefochtener Entscheid S. 18 f.), zu prüfen bleibe, ob eine Bewusstlosigkeit der Geschädigten, wie in der Nichtigkeitsbeschwerde behauptet, die festgestellte Identifikation in Frage stellen könnte. Der Beschwerdeführer verweise auf das kinderpsychiatrische Gutachten, worin festgehalten werde, selbst unter der Prämisse, dass die Geschädigte den Täter während des Angriffs gesehen habe, sei eine Verwechslung möglich, wenn die Geschädigte infolge des Würgens für kurze Zeit das Bewusstsein verloren hätte. Aus diesem Grund, argumentiere der Beschwerdeführer, könne eine Verwechslung und unbewusste Falschaussage nicht ausgeschlossen werden. Der Beschwerdeführer stütze sich auf folgend Stelle des Gutachtens: - Auch eine unbewusste Falschaussage ist höchst unwahrscheinlich. Diese wäre, wie es der Angeschuldigte vorbringt, im Sinne einer Verwechslung möglich: Wenn Y.________ in Folge des Würgens kurze Zeit das Bewusstsein verloren hätte (gemäss Arztbericht wären einige Sekunden möglich), hätte sie kurze Zeit den Täter nicht gesehen und dann den Angeschuldigten erblickt. Dies wäre möglich. Dagegen spricht aber, dass Y.________ beschrieb, sie hätte den Angeschuldigten bereits am Kellerabgang gesehen, und dass sie dann detailliert den möglichen Tathergang beschrieb, der genau mit den situativen Gegebenheiten und den vom Arzt aufgenommenen körperlichen Befunden übereinstimmte. Unwahrscheinlich dabei ist, dass Y.________ genau das wesentliche Merkmal der Täterperson ausgetauscht haben soll." Das Kassationsgericht bemerkt dazu, entgegen dem offensichtlichen Verständnis des Beschwerdeführers bezeichne die Gutachterin als mögliche Verwechslung, dass die Geschädigte den Beschwerdeführer irrtümlich für den Täter hielt, weil sie ihn nach einer allfälligen Bewusstlosigkeit als erste Person erblickte. Die im Gutachten als möglich angeführte Verwechslung ziele damit nicht auf die vom Beschwerdeführer erwähnte Situation ab, wonach eine Verwechslung möglich wäre, obschon die Geschädigte den Beschwerdeführer bereits vor der Bewusstlosigkeit identifiziert hätte. Dies ergebe sich daraus, dass festgehalten werde, eine solche Identifikation stehe der Verwechslungstheorie entgegen. Die Argumentation des Beschwerdeführers, gestützt auf das Gutachten werde der Stellenwert eine Identifikation durch eine (kurze) Bewusstlosigkeit der Geschädigten beeinträchtigt, erweise sich damit als nicht stichhaltig. Der Beschwerdeführer rügt, diese Auffassung des Kassationsgerichtes sei willkürlich. Nach der Lesart des Beschwerdeführers sei die vom Kassationsgericht angeführte Stelle des Gutachtens so zu interpretieren, dass die Gutachterin eine unbewusste Falschaussage dann für möglich halte, wenn die Geschädigte den Täter (nicht den Beschwerdeführer) zunächst gesehen habe, diesen dann aufgrund der Bewusstlosigkeit für kurze Zeit nicht gesehen habe und dann - nach dem Aufwachen aus der Bewusstlosigkeit - den Beschwerdeführer erblickt habe. Diese Feststellung der Gutachterin lasse nun aber die Möglichkeit offen, dass die Geschädigte vor dem Bewusstseinsverlust zwar den richtigen Täter gesehen habe, hernach aber aufgrund einer unbewussten Verwechslung nach dem Aufwachen irrtümlich den Beschwerdeführer als Täter bezeichnet habe. 7.2 Das Vorbringen ist unbehelflich. Wie sich aus den Ausführungen des Beschwerdeführers selber ergibt, setzt er nur seine "Lesart" und seine Interpretation des Gutachtens derjenigen des Kassationsgerichts gegenüber. Damit tut er keine Willkür dar. Die vom Kassationsgericht angeführte Stelle des Gutachtens kann jedenfalls so ausgelegt werden, dass eine Verwechslung auch bei einer Bewusstlosigkeit ausgeschlossen ist, wenn - was die kantonalen Behörden willkürfrei annehmen - die Geschädigte den Täter bereits vor der Bewusstlosigkeit erkannt hat. Ist die vom Kassationsgericht gegebene Auslegung möglich, ist sie nicht offensichtlich unhaltbar. Wie gesagt, genügt es für die Annahme von Willkür nicht, wenn eine andere Lösung - wie sie der Beschwerdeführer vorbringt - ebenfalls möglich oder allenfalls sogar vorzuziehen wäre. Die Beschwerde erweist sich somit auch im vorliegenden Punkt als unbegründet.