Citation: 5A_748/2008 16.03.2009 E. A

E.________, Jahrgang 1910, schloss ein Studium der Chemie an der ETH Zürich als Ingenieur ab, arbeitete in Folge aber nicht auf seinem Beruf, sondern war in Börsengeschäften erfolgreich tätig. Nach über zwanzig Ehejahren wurde er 1990 Witwer. Am xxxx 1991 liess E.________ eine Kontaktanzeige veröffentlichen mit folgendem Wortlaut: Welche liebe, hübsche Schweizerin (unter 62 Jahren, mind. 1,68 gross) möchte mein schönes, momentan vereinsamtes Leben (schöne Wohnung an der "Goldküste", herrliche Eigentumswohnung in St. Moritz) als meine Freundin mit mir teilen? Bin 81jähriger, viel jünger und gut aussehender (1,80, schlank, CH), kerngesunder, vermögender Witwer, Akademiker, begeisterter Segler, Wanderer, Skifahrer. Es meldete sich darauf B.________, Jahrgang 1951 (fortan: Beschwerdegegnerin). Aus einem ersten Kennenlernen entwickelte sich eine Partnerschaft im Sinne einer Wirtschafts- und Geschlechtsgemeinschaft, die bis zum Tod von E.________ (hiernach: Erblasser) im Januar 1996 dauerte. Während dieser Zeit verfasste der Erblasser eigenhändig mehrere letztwillige Verfügungen unter den nachstehend geschilderten Umständen: A.a Am 24. Juni 1992 bedachte der Erblasser die Beschwerdegegnerin mit 25 % seines dereinstigen Wertschriften- und Barvermögens und seinem Wohnmobil. Er schloss mit ihr am 12. April 1994 eine Vereinbarung über die Finanzierung eines Hauskaufs und über seine künftige Pflege und Betreuung. Auf Antrag seines Bruders hin wurde am 8. Februar 1995 eine kombinierte Beiratschaft für den Erblasser angeordnet und ein Vertretungsbeistand zur Wahrung der Interessen des Erblassers bezüglich der getroffenen Abmachungen mit der Beschwerdegegnerin bestellt. Der Erblasser verunfallte am 11. März 1995 mit dem Fahrrad und musste hospitalisiert werden. Auf Strafanzeige seines Beirats hin wurde gegen die Beschwerdegegnerin wegen Betrugs und Aussetzung ermittelt, Untersuchungshaft verfügt und während 29 Tagen vollzogen und schliesslich Anklage erhoben. Das Strafverfahren endete mit einem gerichtlichen Freispruch, was die der Beschwerdegegnerin angelasteten Straftaten zum Nachteil des Erblassers betrifft. A.b Am 27. März 1995 hob der Erblasser alle früheren Verfügungen auf. Er setzte die Beschwerdegegnerin für 80 % seines Vermögens als Erbin ein und sah mehrere Vermächtnisse vor. Der Erblasser verfasste das Testament im Spital S.________, wo er sich infolge des Fahrradunfalls seit dem 13. März 1995 aufhielt. Anwesend waren bei der Testamentserrichtung die Beschwerdegegnerin und ein Bekannter. Der Erblasser schrieb das Testament auf der Grundlage eines vorbereiteten Entwurfs nieder, den ihm die Beschwerdegegnerin zeitgleich vorlas. Der Erblasser konnte das Spital am 15. Juni 1995 verlassen und lebte hinfort im Haushalt der Beschwerdegegnerin. A.c Am 6., 8. und 17. November 1995 testierte der Erblasser erneut. Er bestimmte die Beschwerdegegnerin zur Haupterbin, richtete mehrere Vermächtnisse aus und bezeichnete W.________ als Willensvollstrecker (fortan: Beschwerdegegner). Am 18. November 1995 musste der Erblasser notfallmässig in das Spital T.________ eingeliefert werden. Von dort wurde er am 25. Januar 1996 in ein Pflegeheim überwiesen, woselbst er am 26. Januar 1996 starb.