Citation: 6B_1180/2018 E. 2.4

2.4. Was der Beschwerdeführer gegen die Feststellung des Sachverhalts vorbringt, erschöpft sich weitgehend in einer unzulässigen appellatorischen Kritik am angefochtenen Urteil. Dem Sachgericht steht im Bereich der Beweiswürdigung ein erheblicher Spielraum des Ermessens zu (BGE 129 IV 6 E. 6.1; Urteil 6B_32/2018 vom 11. Juni 2018 E. 1.3). Das Bundesgericht greift auf Beschwerde hin nur ein, wenn jenes offensichtlich unhaltbare Schlüsse zieht, erhebliche Beweise übersieht oder solche bewusst ausser Acht lässt (BGE 140 III 264 E. 2.3; 135 II 356 E. 4.2.1). Der Beschwerdeführer hätte substantiiert darlegen müssen, inwiefern die Feststellungen der Vorinstanz offensichtlich unhaltbar sein und die vorhandenen Indizien in ihrer Gesamtheit andere Schlussfolgerungen geradezu aufdrängen sollen. Seine Beschwerde genügt in diesem Punkt den Begründungsanforderungen nicht. Der Beschwerdeführer beschränkt sich lediglich darauf, noch einmal alle Einwendungen vorzubringen, die er im kantonalen Verfahren erhoben hat, und seine eigene Sichtweise der Geschehnisse den Erwägungen der Vorinstanz gegenüberzustellen. Dies genügt für den Nachweis von Willkür nicht. Es mag durchaus zutreffen, dass etwa die Staubabwischspuren auf der verschmutzten Karosserie des Personenwagens von überall stammen könnten (Beschwerde S. 22), dass es theoretisch denkbar ist (Beschwerde S. 19), dass der Privatkläger den Beschwerdeführer falsch bezichtigt hat, und dass es nichts Unbekanntes ist, dass alte Menschen alternative Erklärungen für ihre plötzlichen körperlichen Defizite suchen (Beschwerde S. 18). Doch lässt sich aus derartigen Einsichten nicht ableiten, der Schluss der Vorinstanz, wonach der Privatkläger nicht bloss ohne äussere Einwirkung beim Verlassen des Trottoirs über den Randstein gestolpert und gestürzt, sondern dass er aufgrund eines Zusammenpralls zwischen ihm und dem Personenwagen des Beschwerdeführers zu Fall gekommen ist, sei schlechterdings unhaltbar. Dabei ist namentlich nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz sich hiefür auf die Aussagen des Privatklägers stützt. Dieser hat klar und deutlich geschildert, dass er vom Fahrzeug des Beschwerdeführers angefahren und umgeworfen worden ist (vgl. Untersuchungsakten, Bd. 1, act. 34 f.). Gründe, die gegen den Wahrheitsgehalt dieser Aussage sprechen würden, sind nicht ersichtlich. Dass der Privatkläger nur einmal befragt worden ist und sich somit nicht sagen lässt, er habe zum Kerngeschehen immer gleich ausgesagt, ändert daran nichts. Dasselbe gilt, soweit der Beschwerdeführer geltend macht, die auf den Fotografien festgehaltenen Abstände zwischen dem am Boden liegenden Privatkläger und seinem Personenwagen belegten, dass keine Kollision stattgefunden habe. Die Vorinstanz legt mit zureichenden Gründen dar, dass der Endlage des Privatklägers ein dynamisches Sturzgeschehen vorausgegangen ist und dass jener sich nach dem Sturz noch bewegt habe. Dies ergibt sich schon aus dem Umstand, dass der Privatkläger auf die rechte Seite gestürzt ist und den rechten Oberschenkelhals gebrochen hat, auf der Übersichtsaufnahme (Untersuchungsakten act. 133) indes auf der linken Seite liegt, woraus die kantonalen Instanzen ohne Willkür schliessen, der Privatkläger habe sich nach dem Sturz auf die rechte Körperhälfte weggedreht (vgl. auch Zwischenurteil des Appellationsgerichts vom 1. November 2016 S. 5). Aus der Position des Privatklägers lässt sich mithin nicht ableiten, es habe kein Zusammenstoss stattgefunden. Inwiefern die Vorinstanz in dieser Hinsicht den Anspruch des Beschwerdeführers auf rechtliches Gehör verletzt und in Willkür verfallen sein soll, macht der Beschwerdeführer nicht hinreichend geltend und ist auch nicht ersichtlich. Schliesslich ist auch nicht unhaltbar, dass die Vorinstanz annimmt, der Beschwerdeführer habe in der Einsprachebegründung eine Kollision eingeräumt. Der Beschwerdeführer hat in der Einsprache gegen den Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Basel-Stadt vom 6. November 2014 zwar bestritten, dass er mit dem Privatkläger kollidiert sei, gleichzeitig aber zugestanden, dass der Privatkläger in sein Fahrzeug hineingelaufen sei, wobei er die Verletzungen nicht beim Zusammenstoss, sondern beim Sturz erlitten haben soll (Untersuchungsakten, Bd. 1, act. 59). Dass der Beschwerdeführer die Einsprache ohne juristischen Beistand verfasst hat, spricht nicht gegen deren Würdigung durch die Vorinstanz, zumal es, wie diese zutreffend erkennt, zur Erklärung, ob es zu einer Kollision gekommen ist oder nicht, keines juristischen Fachwissens bedarf (angefochtenes Urteil S. 5). Insgesamt ist der Schluss der Vorinstanz jedenfalls nicht schlechterdings unhaltbar. Dass das angefochtene Urteil mit der Darstellung der beschwerdeführenden Partei nicht übereinstimmt oder eine andere Lösung oder Würdigung vertretbar erscheint, genügt praxisgemäss für die Begründung von Willkür nicht (BGE 141 I 49 E. 3.4 und 70 E. 2.2; 140 III 167 E. 2.1 und 264 E. 2.3; 140 I 201 E. 6.1). Kein Bundesrecht verletzt die Vorinstanz schliesslich, wenn sie für die rechtliche Würdigung auf die Erwägungen der ersten Instanz verweist. Die Vorinstanz darf hiefür ohne Weiteres auf die Ausführungen im erstinstanzlichen Urteil verweisen (Art. 82 Abs. 4 StPO), zumal sie diese damit zu ihren eigenen macht. Im Übrigen beschränkt sich die Vorinstanz nicht auf eine blosse Verweisung, sondern begründet ihr Urteil auch mit eigenen Erwägungen. Was der Beschwerdeführer in diesem Kontext zur Eigenverantwortlichkeit des Privatklägers ausführt (Beschwerde S. 31 ff.), geht an der Sache vorbei. Wer mit seinem Personenwagen beim Rückwärtsfahren aus mangelnder Vorsicht einen Fussgänger übersieht und zu Fall bringt, wirkt nicht an einer eigenverantwortlichen Selbstgefährdung des Fussgängers mit. Ebensowenig lässt sich sagen, dieser lasse sich in voller Kenntnis des Risikos bewusst vom Fahrzeuglenker gefährden. Die vom Beschwerdeführer angerufenen Rechtsfiguren der Mitwirkung an einer eigenverantwortlichen Selbstgefährdung (Beschwerde S. 32 f.) bzw. der einverständlichen Fremdgefährdung, welche nach der Rechtsprechung ohnehin nur unter besonderen Umständen straflos bleibt (BGE 131 IV 1 E. 3.3 a.E.), setzen voraus, dass das sich selbst gefährdende Opfer, welches das Risiko im selben Masse übersieht wie der Mitwirkende, sich freiverantwortlich selbst gefährdet und der Dritte sich lediglich daran beteiligt, bzw. dass das Opfer sich einer vom Täter ausgehenden Gefahr im vollen Bewusstsein des Risikos aussetzt und dieser die Herrschaft über das Geschehen innehat (vgl. hiezu BGE 134 IV 193 E. 9.1; 131 IV 1 E. 3.2 f.; 125 IV 189 E. 3a). Im vorliegenden Fall ist der Privatkläger indes vom Beschwerdeführer verletzt worden. Die Gefährdung ist mithin von diesem ausgegangen, so dass eine Selbstgefährdung von vornherein ausscheidet. Eine einverständliche Fremdgefährdung fällt schon deshalb ausser Betracht, weil der Privatkläger gar nicht in voller Kenntnis aller wesentlichen Umstände in die Gefährdung durch den Beschwerdeführer eingewilligt und das Geschehen auch nicht beherrscht hat. Die Verletzungen fallen mithin nicht in den eigenen Verantwortungsbereich des Privatklägers. Es mag zutreffen, dass den Privatkläger ebenfalls ein Verschulden am Unfall trifft. Die kantonalen Instanzen haben in diesem Kontext denn auch explizit festgehalten, dass es der Privatkläger ebenfalls an der notwendigen Aufmerksamkeit habe mangeln lassen, indem er den rückwärtsfahrenden Beschwerdeführer übersehen habe (angefochtenes Urteil S. 8; erstinstanzliches Urteil S. 8, 10). Dementsprechend haben sie das mitwirkende Selbstverschulden des Privatklägers strafmindernd berücksichtigt (angefochtenes Urteil S. 9; erstinstanzliches Urteil S. 11). Das Strafrecht kennt indes keine Verschuldenskompensation. Dass die kantonalen Instanzen ein kausalitätsunterbrechendes Selbstverschulden des Privatklägers verneinen, ist nicht zu beanstanden (angefochtenes Urteil S. 8; erstinstanzliches Urteil S. 10). Das Mitverschulden des Privatklägers stellt offensichtlich keinen "ganz aussergewöhnlichen Umstand" dar, mit dem schlechthin nicht gerechnet werden musste und der derart schwer wiegt, dass er alle anderen Ursachen, namentlich das Verhalten des Beschwerdeführers in den Hintergrund drängen würde (BGE 135 IV 56 E. 2.1 S. 64 f.; Urteil 6B_280/2018 vom 24. Oktober 2018 E. 3.7; 6B_1072/2017 vom 14. Dezember 2017 E. 4.2 mit Hinweisen). Die Beschwerde ist auch in diesem Punkt unbegründet.