Citation: 5P.93/2004 26.04.2005 E. 3

3.1 Als erstes rügt die Beschwerdeführerin, dass das Obergericht den Sachverhalt hinsichtlich der Entstehung des Schadens willkürlich ermittelt und die dazu erhobenen Beweise willkürlich gewürdigt habe. Insbesondere habe es zu Unrecht angenommen, dem Beschwerdegegner habe ein, dann eben entgangener, Gewinn in Aussicht gestanden: Denn um Berücksichtigung zu finden, müsse ein solcher annähernd sicher erscheinen. Vorliegend sei hingegen die Offerte der Howatec AG zu unbestimmt gewesen, als dass sie als solche hätte angenommen werden können: Unter anderem sei der Preis für die Aktien, die der Beschwerdegegner hätte übernehmen müssen, noch völlig offen gewesen; und zwischen dem Zeugen Hans Meier, dem Mehrheitsaktionär der Howatec AG, und dem ausscheidenden Aktionär hätten noch Differenzen bestanden. Schliesslich, so die Beschwerdeführerin, habe der Beschwerdegegner auch nie ernsthaft beabsichtigt, die Stelle des Gemeindeschreibers zu verlassen. Der Beschwerdegegner bestreitet Willkür in diesem Zusammenhang. 3.2 Die letzte kantonale Instanz hat die zwischen dem Beschwerdegegner und dem Zeugen Hans Meier geführte Korrespondenz eingehend gewürdigt. Sie weist darauf hin, dass das Schreiben des Zeugen Hans Meier an den Beschwerdegegner vom 19. März 1992 ein Bestätigungsschreiben darstelle, worin der Hauptteilhaber der Howatec AG die anlässlich eines am Vortag geführten Gespräches festgelegten Rahmenbedingungen für eine zukünftige Geschäftspartnerschaft bekräftige. Mit dem Absageschreiben vom 17. August 1992 im Hintergrund müsse ersteres Schreiben als Ausdruck einer weitgehenden Einigung der Kontrahenten über das Eingehen und die Modalitäten der zukünftigen Partnerschaft gewürdigt werden. Die Bereitschaft des Zeugen Meier, dem Beschwerdegegner 49% der Howatec-Aktien zu übertragen, komme im ersteren Schreiben ebenso klar zum Ausdruck wie auch die Zusicherung eines bereits bezifferbaren Jahresgehaltes; und auch die Aufgabenteilung zwischen den beiden habe bereits grob umschrieben werden können, wenn auch für die Details ein noch zu erstellendes Pflichtenheft bzw. ein Stellenbeschrieb hätte verfasst werden müssen. Dazu hätten sowohl der Zeuge Meier als auch der Beschwerdegegner vor erster Instanz bestätigt, dass ihnen die Anstellung des Beschwerdegegners ernst gewesen sei. Das Obergericht weist also die Auffassung der Beschwerdeführerin, am 18. März 1992 hätten der Beschwerdegegner und Zeuge Hans Meier lediglich ein unverbindliches Gespräch über vage Absichten beider Beteiligten geführt, entschieden zurück. Für ihre Sicht der Dinge könne die Beschwerdeführerin den Entschluss des Beschwerdegegners, Ende 1993 doch wieder als Gemeindeschreiber zu kandidieren, nicht beanspruchen, denn dieser Entschluss sei zu einem Zeitpunkt gefallen, als die Howatec AG bereits abgesagt hatte; und auch die einzige Bedingung, die ausserhalb des Machtbereichs der Kontrahenten lag, nämlich das Ausscheiden des bisherigen Mitinhabers, sei Ende August/Anfang September 1992 in Erfüllung gegangen. 3.3 Die Ausführungen der letzten kantonalen Instanz zur Frage, ob der Beschwerdegegner den Schadensposten des entgangenen Gewinns rechtsgenüglich behauptet und bewiesen habe, erweisen sich nicht als verfassungswidrig. Nach dem Wortlaut des Schreibens vom 19. März 1992 hatten sich der Beschwerdegegner und der Hauptaktionär der Howatec AG anlässlich ihres Treffens vom Vortag so klar geäussert, wie dies zu jenem Zeitpunkt und aufgrund der damals ihnen vorliegenden Tatsachenkenntnis nur möglich war: Das Jahressalär des Beschwerdegegners stand ebenso fest wie sein Aufgabenkreis, nämlich die Bewältigung aller anfallenden kaufmännischen, buchhalterischen und administrativen Tätigkeiten. Wichtiger noch scheint aber, dass der Zeuge Meier in jenem Punkt eingewilligt hatte, der für ihn als der heikelste angesehen werden dürfte: Die Höhe der Beteiligung des Beschwerdegegners, welche mit 49% wesentlich höher lag als jene, die er dem bisherigen Minderheitsbeteiligten eingeräumt hatte. Unter diesen Umständen ist die Annahme der Vorinstanz, die Kontrahenten hätten sich in der Folge mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit über die noch offenen Details geeinigt, unter dem Gesichtspunkt der Willkür nicht zu beanstanden. Dies nicht zuletzt auch deshalb, weil der bisherige Teilhaber, den der Beschwerdegegner hätte ersetzen müssen, tatsächlich per Ende August/Anfang September 1992 ausgeschieden war und die Beschwerdeführerin nicht geltend macht, dass dem Beschwerdegegner die Beschaffung des nötigen Geldes für den Kauf des Aktienpaketes etwelche Schwierigkeiten bereitet hätte. Der Zeuge Meier selbst lässt das Gegenteil durchblicken.