Citation: 1P.574/2003 10.12.2003 E. 2.1

Die Beschwerdeführerin hält dafür, das Kantonsgericht habe willkürlich entschieden, sie habe nicht nur gesunde, sondern auch kranke Menschen behandelt. Alleine die Möglichkeit, dass sie auch Kranke behandeln könnte, besage nichts. 2.2 Gemäss Art. 9 BV hat jede Person Anspruch darauf, von den staatlichen Organen ohne Willkür behandelt zu werden. Willkürlich ist ein Entscheid nicht schon dann, wenn eine andere Lösung ebenfalls vertretbar erscheint oder gar vorzuziehen wäre, sondern erst dann, wenn er offensichtlich unhaltbar ist, zur tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft. Willkür liegt nur vor, wenn nicht bloss die Begründung eines Entscheides, sondern auch das Ergebnis unhaltbar ist (BGE 129 I 8 E. 2.1 mit Hinweisen). 2.3 Die Behandlung von Krankheiten, Verletzungen, Behinderungen oder sonstiger gesundheitlicher Störungen auf eigene Rechnung oder in fachlicher Verantwortung auf Rechnung eines andern unterliegt nach Art. 3 VO ABG einer Bewilligung zur Berufsausübung (bewilligungspflichtige Tätigkeiten). 2.4 Das Kantonsgericht hat ausführlich und korrekt dargelegt, was unter der Craniosacraltherapie zu verstehen ist und welches die möglichen Einsatzgebiete sind. Darauf kann verwiesen werden (angefochtenes Urteil S. 7). Das Gericht erwog, diese Therapieform könne gewiss auch an gesunden Menschen angewendet werden. Gesamthaft gesehen sei sie jedoch in erster Linie auf die Behandlung Kranker ausgerichtet. Bereits der Begriff der "Therapie" (als Lehre von der Behandlung der Krankheiten) spreche gegen die Beschränkung einzig auf gesunde, aber gestresste Personen, wie die Beschwerdeführerin für sich behaupte. Sie preise sich auf ihrem Briefpapier als Craniosacraltherapeutin an, ohne den Vorbehalt anzubringen, sich ausschliesslich mit gesunden Personen zu befassen. Auch ihre beruflichen Qualifikationen sprächen gegen ihre Darlegungen. Es könne daher ausgeschlossen werden, dass sich die Beschwerdeführerin einzig und allein mit einem Nischenbereich der Craniosacraltherapie, nämlich der Stärkung der Gesundheit gesunder Menschen, befasse und sich jeglicher Behandlung gesundheitlicher Störungen konsequent enthalte. Die Beschwerdeführerin habe mit der Craniosacraltherapie Heilbehandlungen durchgeführt, ohne im Besitze der erforderlichen kantonalen Bewilligung zur Berufsausübung zu sein. Deshalb habe sie gegen Art. 3 VO ABG (bewilligungspflichtige Tätigkeiten) verstossen. Unter Würdigung der gesamten Umstände, namentlich der Vielfalt der mit der Craniosacraltherapie behandelbaren gesundheitlichen Störungen, des Briefkopfes und der Ausbildung der Beschwerdeführerin, erscheint es nicht als willkürlich davon auszugehen, diese habe nicht nur gesunde, sondern auch kranke Menschen behandelt. Somit hat das Kantonsgericht das Verfassungsrecht nicht verletzt, indem es die Verurteilung wegen Widerhandlung gegen Art. 3 VO ABG bestätigt hat.