Citation: 1B_396/2016 E. 3.4

3.4. Gemäss dem Antrag der Staatsanwaltschaft auf Verlängerung der Untersuchungshaft vom 22. September 2016 ist der jüngere Bruder der Geschädigten gemäss jüngsten Erkenntnissen mehrfach mit sexualisiertem, nicht altersadäquatem Verhalten auf dem Kinderspielplatz aufgefallen. Die Kantonspolizei habe in dieser Sache am 9. September 2016 rapportiert. Es gelte abzuklären, ob dieses Verhalten mit dem Beschwerdeführer in Zusammenhang stehe. Aus diesen Ausführungen der Staatsanwaltschaft geht hervor, dass es neuerdings Hinweise auf sexuelle Übergriffe gegenüber dem Sohn der ehemaligen Partnerin des Beschwerdeführers gibt, die über die erwähnten Filmaufnahmen in der Badewanne hinausgehen. Dass dem Geschädigten seither erst ein Prozessbeistand bestellt, jedoch noch keine Einvernahme durchgeführt worden ist, verletzt das Beschleunigungsgebot in Haftsachen zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht (Art. 5 Abs. 2 StPO). Gemäss den Feststellungen des Obergerichts wohnt der Beschwerdeführer einen Steinwurf von den beiden Geschädigten und deren Mutter entfernt. Vor seiner Verhaftung hätten sie praktisch täglich Kontakt miteinander gehabt. Zudem befinde sich der Kinderspielplatz der Wohnsiedlung direkt vor dem Haus des Beschwerdeführers. Es ist davon auszugehen, dass einzig der Geschädigte Aussagen dazu machen kann, was zwischen ihm und dem Beschwerdeführer vorgefallen ist. Dies erhöht die Gefahr von Beeinflussungsversuchen. Zudem verweist die Vorinstanz zu Recht auf das junge Alter des Geschädigten, das bis zur Verhaftung enge Verhältnis zum Beschwerdeführer und die äusserst ungünstige Wohnsituation. Dass sie die Kollusionsgefahr bejaht, verletzt in Würdigung der gesamten Umstände kein Bundesrecht. Nichts daran zu ändern vermag das Vorbringen des Beschwerdeführers, er habe ein sehr weitgehendes Geständnis abgelegt, das alleine für eine Anklage ausreichen würde. Denn es gilt nicht nur, sein Verhalten gegenüber der Tochter seiner ehemaligen Partnerin (welches durch die sichergestellten pornografischen Aufnahmen dokumentiert ist), sondern auch dasjenige gegenüber dem Jungen aufzuklären. Schliesslich ist nicht davon auszugehen, dass der Kollusionsgefahr mit Ersatzmassnahmen hinreichend begegnet werden könnte.