Citation: BGE 148 I 233 E. 6.2.2

Bei Eingriffen in das Recht auf Schutz persönlicher Daten ist im Rahmen der Verhältnismässigkeitsprüfung das öffentliche Interesse an deren Erhebung bzw. Archivierung gegenüber jenem auf Schutz der informationellen Selbstbestimmung der betroffenen Person abzuwägen. Besonderen Schutz geniessen dabei medizinische Daten, da es bei ihnen nicht nur um die Wahrung der Privatsphäre, sondern auch um das Vertrauen in den medizinischen Berufsstand und in das Gesundheitswesen geht (vgl. die Urteile des EGMR Mockuté gegen Litauen vom 27. Februar 2018 [Nr. 66490/09] § 93 ff.; L.H., § 56; Varapnickaité-Mazyliené gegen Litauen vom 17. Januar 2012 BGE 148 I 233 S. 246 [Nr. 20376/05] § 44; L.L. gegen Frankreich vom 10. Oktober 2006 [Nr. 7508/02], Recueil CourEDH 2006-XI S. 143§ 44 und Z. gegen Finnland vom 25. Februar 1997 [Nr. 22009/93] § 95;HERTIG RANDALL/MARQUIS, a.a.O., N. 26 zu Art. 13 BV).