Citation: 1A.110/2000 18.07.2000 E. 4

4.- a) Der Beschwerdeführer macht geltend, es fehle ein Rechtshilfeersuchen "in Sachen X.________"; es sei unzulässig, aufgrund der gestellten Ersuchen, deren Sachverhalt sich auf die Angeschuldigten S.________ und T.________ beschränke, Unterlagen zu übermitteln, welche nur den Beschwerdeführer betreffen. Auf diese Weise unterlaufe die Staatsanwaltschaft Amsterdam bewusst seinen Rechtsschutz und wolle sich die Möglichkeit offen halten, die rechtshilfeweise erlangten Dokumente in fiskalischen Verfahren gegen den Beschwerdeführer einzusetzen. Mit Schreiben vom 21. Dezember 1999 habe Staatsanwalt de Graaf angekündigt, ein Rechtshilfeersuchen in Sachen X.________ stellen zu wollen. Ein solches sei jedoch bislang nicht eingegangen. b) Es ist grundsätzlich Sache der ersuchenden Behörde zu entscheiden, gegen welche Personen sie ein strafrechtliches Untersuchungsverfahren einleitet und welche Beweismittel sie hierfür benötigt. Die ersuchte Behörde ist zur Leistung der Rechtshilfe verpflichtet, wenn die Rechtshilfe formell und materiell zulässig ist. Hierfür spielt es grundsätzlich keine Rolle, ob der von den Rechtshilfemassnahmen Betroffene Angeschuldigter des ausländischen Verfahrens ist oder nicht. Entscheidend ist nur, dass die ihn betreffenden Unterlagen einen Bezug zum ausländischen Verfahren aufweisen und ihre Übermittlung deshalb verhältnismässig ist (vgl. dazu unten, E. 6). c) Eine Verletzung der Verteidigungsrechte könnte allenfalls vorliegen, wenn die ersuchende Behörde einen Beteiligten, gegen den eine strafrechtliche Untersuchung eröffnet wurde, im Rechtshilfeverfahren fälschlicherweise nicht als Angeschuldigten sondern z.B. als Zeugen bezeichnen und ihm damit sein Aussageverweigerungsrecht vorenthalten würde. So liegen die Dinge jedoch nicht: Der Beschwerdeführer macht selbst geltend, dass kein Strafverfahren wegen der dem Rechtshilfeersuchen zugrunde liegenden Straftatbestände gegen ihn eingeleitet worden sei, sondern lediglich ein Steuerverfahren, für das Rechtshilfe weder zulässig noch verlangt worden sei. Für dieses Steuerverfahren dürfen die rechtshilfeweise übermittelten Unterlagen - wie vom zuständigen Staatsanwalt vor dem Landgericht Amsterdam am 26. Mai 2000 ausdrücklich anerkannt wurde - nicht verwendet werden: Der Spezialitätsvorbehalt verbietet jegliche Verwendung für fiskalische Zwecke, und zwar nicht nur gegenüber den Beschuldigten, sondern erst Recht gegenüber Dritten (vgl. dazu unten, E. 7). d) Nach dem Gesagten war kein besonderes Rechtshilfeersuchen "in Sachen X.________" erforderlich, sofern die vorliegenden Ersuchen (in Sachen S.________ und T.________) zulässig sind und auch die Rechtshilfemassnahmen gegen den Beschwerdeführer rechtfertigen. Dies ist im Folgenden zu prüfen.