Citation: U 14/01 30.04.2001 E. 2

2.- a) Der Beschwerdeführer stellt sich auf den Standpunkt, die Übernahme von Behandlungskosten sei nicht von der Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfall und dem Gesundheitsschaden abhängig. Nach dem klaren Willen des Gesetzgebers werde während der Taggeldperiode in keiner Weise nach der Adäquanzverursachung geforscht. Dies ergebe sich indirekt auch aus der Rechtsprechung des Eidgenössischen Versicherungsgerichts, welche für die Adäquanzprüfung unter anderem auf die Kriterien der Dauer der ärztlichen Behandlung und der Arbeitsunfähigkeit, den schwierigen Heilungsverlauf und erheblichen Komplikationen abstelle. Diese Kriterien könnten indessen frühestens überprüft werden, wenn sich ein stabiler Endzustand eingestellt habe. Andernfalls werde Art. 36 Abs. 1 UVG zuwider gehandelt, wonach während der Behandlungs- und Taggeldperiode keine Kürzungen erfolgen dürften. b) Lehre und Rechtsprechung lassen den sozialen Unfallversicherer für Schäden nur dann einstehen, wenn diese sowohl in einem natürlichen (BGE 119 V 337 Erw. 1, 118 V 289 Erw. 1b, je mit Hinweisen) wie auch in einem adäquaten Kausalzusammenhang (BGE 125 V 461 Erw. 5a mit Hinweisen) mit dem schädigenden Ereignis stehen. Innerhalb des Sozialversicherungsrechts spielt die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers im Bereich klar ausgewiesener organischer Unfallfolgen praktisch keine Rolle (BGE 123 V 102 Erw. 3b, 118 V 291 f. Erw. 3a, 117 V 365 Erw. 5d/bb mit Hinweisen). Bei der Beurteilung der Adäquanz von organisch nicht (hinreichend) nachweisbaren Unfallfolgeschäden versicherter Personen ist nach der Art des eingetretenen Schadens (so unter anderem danach, ob eine psychische Fehlentwicklung mit oder ohne zum typischen Beschwerdebild eines Schleudertraumas der Halswirbelsäule [HWS], einer dem Schleudertrauma äquivalenten Verletzung oder eines Schädel-Hirntraumas gehörenden Beeinträchtigung vorliegt) und anderseits nach der Art des schädigenden Ereignisses (Unfall oder Berufskrankheit) zu differenzieren. Der im Einzelfall in Betracht zu ziehenden Leistung kommt im Rahmen der Prüfung der Adäquanz indessen keine Massgeblichkeit zu. Denn die Frage nach der Leistungsart stellt sich erst, wenn ein leistungsbegründender adäquater Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall oder der Berufskrankheit einerseits und der Gesundheitsschädigung anderseits zu bejahen ist. Entsprechend verhält es sich im Übrigen auch mit der in Art. 36 UVG getroffenen Regelung. Diese setzt die Prüfung - und in der Folge die Bejahung - der Kausalität bereits voraus (BGE 123 V 103 Erw. 3c). c) Die differenzierende Praxis zur Adäquanz ist allerdings auf Fälle ausgerichtet, in denen die Prüfung des adäquaten Kausalzusammenhangs einige Zeit nach dem Unfallereignis stattfindet. Dies zeigt sich darin, dass verschiedene Adäquanzkriterien einen Zeitfaktor beinhalten (ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung, Dauerbeschwerden, Dauer der Arbeitsunfähigkeit etc.). In der Regel stellt sich die Frage nach dem adäquaten Kausalzusammenhang zwischen schädigendem Ereignis und psychischen Fehlentwicklungen indessen erst nach einer längeren ärztlichen Behandlung und/oder nach einer länger dauernden, vollen oder teilweisen Arbeitsunfähigkeit. Während es sich bei solchen Gesundheitsbeschwerden um evolutive Geschehnisse handelt, welche meist nicht bereits kurz nach dem Unfall auftreten, stehen unmittelbar nach dem schädigenden Ereignis regelmässig somatische Beschwerden im Vordergrund (zur Publikation vorgesehenes Urteil J. vom 2. März 2001, U 116/98). So verhält es sich auch im vorliegenden Fall.