Citation: 4A_56/2024 E. 4.2

4.2. Den Schwerpunkt ihrer Beanstandungen setzt die Beschwerdeführerin bei den vorinstanzlichen Sachverhaltsfeststellungen zu den am 18. Juli 2019 gelieferten drei Prototypen. Es sei offensichtlich unrichtig, wenn die Vorinstanz davon ausgehe, dass am 18. Juli 2019 keine deutsche Strassenzulassung vorgelegen habe, weshalb den gelieferten Prototypen eine wesentliche vertraglich vereinbarte Eigenschaft gefehlt habe. Es ergebe sich nicht, aus welchen Beweiserhebungen die Vorinstanz diesen Schluss gezogen habe. Er entbehre daher jeglicher Grundlage. Was die Beschwerdeführerin dazu im Einzelnen vorträgt, genügt weder den strengen Begründungsanforderungen an eine Sachverhaltsrüge (vgl. E. 2.2) noch wird hinlänglich Willkür in der Beweiswürdigung dargelegt (vgl. E. 2.3 und 2.4). Sie unterbreitet dem Bundesgericht unter Hinweis auf verschiedene Passagen aus ihren Eingaben und Beilagen sowie weiteren Aktenstücken des vorinstanzlichen Verfahrens ihre eigene Sicht der Dinge und ergänzt den Sachverhalt nach Belieben. Sie verkennt damit, dass das Bundesgericht auch dann keine Appellationsinstanz ist, die sämtliche Rechtsfragen und den Sachverhalt frei überprüft, wenn als Vorinstanz ein Handelsgericht und damit eine einzige kantonale Instanz entschieden hat (Urteile 4A_23/2024 vom 21. März 2024 E. 3; 4A_336/2014 vom 18. Dezember 2014 E. 2.4). Um die Sachverhaltsfeststellung als offensichtlich unrichtig auszuweisen, genügt es nicht, den Erwägungen der Vorinstanz die eigenen Ausführungen entgegenzusetzen, die angeblich nicht berücksichtigt worden seien. Dass die Vorinstanz der Darlegung der Beschwerdeführerin nicht folgte, sondern den Standpunkt der Beschwerdegegnerin schützte, ist keine unrichtige Sachverhaltsfeststellung, sondern das Ergebnis der Beweiswürdigung. So verhält es sich im vorliegenden Zusammenhang: Indem die Vorinstanz zum Schluss gelangte, die Parteien hätten vereinbart, dass die E-Scooter über eine deutsche Strassenzulassung verfügen müssen, die bis zur gesetzten Nachfrist, d.h. bis zum 18. Juli 2019, vorliegen muss, was die Beschwerdeführerin aber nicht nachgewiesen habe, traf sie keine offensichtlich unrichtigen Sachverhaltsfeststellungen, nur weil sie damit von der Ansicht der Beschwerdeführerin abwich. Es trifft auch nicht zu, wie die Beschwerdeführerin moniert, dass dieser Schluss jeglicher Grundlage entbehre. Er beruht vielmehr auf einer eingehenden Würdigung der im Recht liegenden Dokumente, namentlich der Korrespondenz der Parteien. Nachdem sich die Vorinstanz bereits aufgrund der Akten eine feste Überzeugung bilden konnte, war sie nicht gehalten, weitere Beweise abzunehmen. Die Beschwerdeführerin weist weder die vorgenommene Beurteilung der Akten noch die antizipierte Beweiswürdigung als willkürlich aus. Die Lektüre ihrer Darlegungen zeigt, dass sie die angebliche Unhaltbarkeit der beanstandeten Feststellungen bzw. der vorinstanzlichen Beweiswürdigung in der Abweichung von ihrer eigenen Sicht erblickt. Sie verkennt damit, dass die Würdigung eines Beweismittels, etwa einer Urkunde, nicht schon deshalb willkürlich ist, weil auch eine andere Sicht, namentlich die eigene, vertretbar erscheinen mag. Ebenso wenig ist die Beweiswürdigung insgesamt willkürlich, weil einzelne Aspekte eher für die Version der Beschwerdeführerin sprechen mögen. Willkür liegt nach der Rechtsprechung selbst dann nicht vor, wenn eine andere Sicht gar vorzuziehen wäre (BGE 144 III 145 E. 2; 144 II 281 E. 3.6.2; 141 III 564 E. 4.1). Auf die appellatorische Kritik der Beschwerdeführerin ist nicht weiter einzugehen.