Citation: 6S.415/2000 23.10.2000 E. 1

1.- a) Die Vorinstanz geht von folgendem Sachverhalt aus (vgl. angefochtener Entscheid Ziff. 2 S. 5 - 7, Ziff. 4 - 7 S. 11 - 17): aa) Die Verbauung des Wildbaches Bruchji war während einiger Jahre als Folge von Unwettern beschädigt worden, weshalb die Steinpflasterung erneuert werden musste. Diese Erneuerung erfolgte gleichzeitig mit dem Bau einer Sperre oberhalb der Strasse Blatten-Rischinen. Bauherren waren der Staat Wallis und die Gemeinde Naters. Die Oberbauleitung hatte die kantonale Dienststelle für Strassen und Flussbau inne; sie wurde vertreten durch Ingenieur A.________. Die Projektierung und die örtliche Bauleitung oblagen dem Ingenieurbüro Y.________ AG; der Beschwerdeführer ist bei diesem Büro als Bauingenieur angestellt; er hatte innerhalb des Büros die Verantwortung für das oben genannte Projekt und war örtlicher Bauleiter. Die Bauunternehmung Z.________ AG war für die Verbauungsarbeiten zuständig; ihr Inhaber und Geschäftsführer ist B.________; in erster Linie war er es, der für die Sicherheitsmassnahmen zum Schutze aller auf der Baustelle tätigen Arbeiter zuständig war. Mit der Zulieferung des Pumpbetons betraut war die Firma W.________ AG; deren Transportchef und Verantwortlicher für Pumpbetonanlagen ist C.________. Im Bereich der Baustelle zwischen den Profilen 6 und 7 überquert eine Stromleitung mit einer Spannung von 16'000 Volt fast rechtwinklig das Bruchji. In den Plänen, die vom Büro Y.________ AG erstellt und vom Beschwerdeführer geprüft worden sind, ist die Stromleitung eingezeichnet. Zunächst war vorgesehen, den erforderlichen Beton auf Pneuladern durch das Bachbett in die Höhe zu transportieren. Als Frost eintrat, musste davon jedoch abgesehen werden. In Absprache mit der Oberbauleitung erfolgte das Ausfüllen der Hohlräume zwischen den Steinen im Bachbett nun mittels Pumpbeton. In einer ersten Phase wurde am 15. November 1995 der Abschnitt zwischen den Profilen 3 und 5 mittels Pumpbeton verfestigt. Zwei Tage zuvor, am 13. November 1995, hatten sich der Transportchef und Verantwortliche für Pumpbetonanlagen der Betonlieferfirma, C.________, und der Polier der Bauunternehmung, D.________, auf der Baustelle zu einer Ortsschau getroffen, um an Ort und Stelle den Standplatz der Pumpbetonmaschine abzuklären. Dabei stellten sie die oben erwähnte Stromleitung fest. C.________ erblickte darin keine Gefahr, da sich der Standplatz der Pumpbetonstation nicht im näheren Bereich der Stromleitung befand. Am 22. November 1995 wurde die zweite Etappe im Bereich der Profile 5 bis 7 betoniert. Der Beton wurde dabei nicht mehr von der gleichen Stelle aus wie am 15. November 1995 ins Bachbett gepumpt. Man hatte am Morgen des 22. November 1995 auf der Baustelle festgestellt, dass man den Pumpcamion mehrere Meter nach unten fahren musste, was C.________, der auch nicht vor Ort war, nicht mitgeteilt wurde. Zudem wurde ein zusätzlicher Gummischlauch montiert, wodurch der Verteilerarm der Pumpbetonstation verlängert wurde. Zunächst betonierte man oberhalb der Stromleitung, später geschah dies direkt darunter und alsdann einige Meter unterhalb der Stromleitung. Während der Arbeiten stand der Maschinist E.________ mit der Fernbedienung etwa zehn Meter neben der Pumpstation auf dem Damm. Von seinem Standpunkt aus war die Sicht auf die Freileitung sehr schlecht und eine genaue Abschätzung der Distanz zwischen der Freileitung und dem Verteilermast der Pumpstation nicht möglich. F.________ arbeitete im Bachbett am Verteilrohr und hatte zudem darauf zu achten, wie weit sich der Verteilermast der Stromleitung näherte. Sobald der Verteilermast näher als fünf Meter an die Leitung reichte, sollte F.________ dem Maschinisten ein Zeichen geben. Anschliessend war F.________ für die Verteilung des Betons im Bachbett zuständig. Weitere Sicherheitsmassnahmen waren nicht getroffen worden. Gegen 08.35 Uhr, als die Arbeit fast abgeschlossen war, geriet der Verteilermast zu nahe an die Stromleitung. Ein Lichtbogen leitete den Strom von der Leitung auf den Verteilermast. Dadurch erhielt F.________, der sich am Ende des Gummischlauches im Bachbett befand, einen Stromstoss. Er verstarb noch auf der Unfallstelle. bb) Am selben Tag hatte kurz vor dem Unfall eine Baustellensitzung stattgefunden, an der unter anderem der Geschäftsführer der Bauunternehmung, B.________, und der Beschwerdeführer teilnahmen. In deren Verlauf hatte man sich auch zur späteren Unfallstelle begeben. Zu diesem Zeitpunkt wurde ungefähr 15 Meter oberhalb der Freileitung betoniert, und die Sicherheitsabstände zur Freileitung waren noch eingehalten. B.________ stellte fest, dass der Beton nicht - wie am Tag zuvor mit seinem Polier und A.________ von der Oberbauleitung besprochen - über ins Bachbett zu verlegende Rohre hochgepumpt, sondern wie üblich gepumpt und verteilt wurde. Die Arbeiter wurden jedoch nicht aufgefordert, so vorzugehen, wie dies am Tag zuvor, um einen Kontakt mit der Freileitung zu verunmöglichen, abgesprochen gewesen war. B.________ intervenierte zwar bei seinem Polier, liess sich jedoch beschwichtigen und weiterarbeiten, nachdem ihm der Polier gesagt hatte, dass ein Betonieren von "oben her" auch möglich sei. Zusätzliche oder andere, der neuen Arbeitsweise angepasste Sicherheitsmassnahmen - Abstellen des Stroms, Erstellen von Schutzgerüsten, Beizug eines zusätzlichen Einweisers/Wächters - wurden von B.________ oder vom Beschwerdeführer ebenfalls nicht veranlasst. Zehn Minuten später, nachdem die Teilnehmer der Sitzung gegangen waren, ereignete sich der tödliche Unfall. b) Das Bundesgericht ist an diese tatsächlichen Feststellungen der Vorinstanz gebunden (Art. 277bis Abs. 1 BStP). Ausführungen, die sich dagegen richten, sind unzulässig (Art. 273 Abs. 1 lit. b BStP). Der Beschwerdeführer behauptet, zum Zeitpunkt der Baustellenbesichtigung am 22. November 1995 hätten die Betonierarbeiten mehr als 30 Meter oberhalb der Freileitung stattgefunden (Beschwerde S. 3 oben). Damit ist er nicht zu hören. Die Vorinstanz geht von ungefähr 15 Metern aus (angefochtener Entscheid S. 7).