Citation: 1B_315/2020 E. 5.3.2

5.3.2. Konkrete Anhaltspunkte dafür, dass der Beschwerdegegner während seiner Tätigkeit in der Anwaltskanzlei (u.a.) des Beschuldigtenvertreters in dessen erwähntes zivilrechtliches Mandat involviert war, bestehen somit nicht. Die Beschwerdeführerin nennt sodann auch keine konkreten Anhaltspunkte für das Bestehen einer ausstandsbegründenden Freundschaft zwischen dem Beschwerdegegner und dem Beschuldigtenvertreter. Sie macht eine derartige Freundschaft vielmehr nicht einmal geltend. Ungeachtet ihrer weiteren Vorbringen leitet sie demnach letztlich den geltend gemachten Anschein der Befangenheit daraus ab, dass der Beschwerdegegner bis zu seinem Wechsel zur Staatsanwaltschaft während 2 Jahren und 10 Monaten in der Kanzlei (u.a.) des Beschuldigtenvertreters tätig war - zunächst als Substitut, dann als angestellter Anwalt - und dieser sich bereits damals mit dem zivilrechtlichen Mandat befasste. Dem kann nicht gefolgt werden. Zwar hat das Bundesgericht im Entscheid 1B_20/2014 vom 24. Januar 2014 die frühere Tätigkeit eines Staatsanwalts in der Kanzlei des Anwalts einer Verfahrenspartei als ausstandsbegründend beurteilt. Dieser Fall war jedoch anders gelagert. Namentlich hatte der vom Ausstandsgesuch betroffene Staatsanwalt während nahezu fünf Jahren mit dem Rechtsanwalt der Verfahrenspartei zusammengearbeitet und war vom Stagiaire zu dessen Partner aufgestiegen (vgl. E. 3 des zitierten Entscheids). Die frühere Tätigkeit des Beschwerdegegners in der Kanzlei (u.a.) des Beschuldigtenvertreters ist damit, wie erwähnt, nicht vergleichbar. Sie vermag daher für sich allein kein Misstrauen in die Unvoreingenommenheit des Beschwerdegegners zu begründen. Dasselbe gilt für das bereits damals bestehende zivilrechtliche Mandat des Beschuldigtenvertreters ohne Vorliegen konkreter Anhaltspunkte dafür, dass der Beschwerdegegner darin involviert war. Auch zusammen sowie unter Berücksichtigung der weiteren Gegebenheiten des vorliegenden Falls erwecken die beiden erwähnten Umstände bei objektiver Betrachtung kein Misstrauen im genannten Sinn bzw. nicht den Anschein der Befangenheit, erscheinen sie doch nicht dergestalt, dass sie eine professionelle und unvoreingenommene Durchführung der hängigen Strafuntersuchung in Frage zu stellen vermöchten. Der Ausstandsgrund von Art. 56 lit. f StPO ist demnach nicht erfüllt. Dasselbe gilt für den Ausstandsgrund von Art. 56 lit. b StPO, auf den sich die Beschwerdeführerin allerdings auch nicht beruft.