Citation: 7B_259/2022 E. 3.3.3

3.3.3. Auf die vorinstanzliche Erwägung 2 auf den Seiten 13-17 des angefochtenen Urteils kann vollumfänglich verwiesen werden. Was die Beschwerdeführerin dagegen vorbringt, überzeugt nicht. Aus der Umschreibung des polizeilich vorgehaltenen Sachverhalts, wonach eine verletzte Person vor der Liegenschaft aufgefunden worden sei, die offenbar aus dem Fenster gestürzt sein soll, können ohne Weiteres die beiden Vorwürfe des aktiven Rausstossens des Geschädigten bzw. des passiven Nichtleistens von Hilfe für den herausgestürzten Geschädigten entnommen werden. Einer beschuldigten Person muss nach Treu und Glauben klar sein, dass sie sich angesichts einer herausgestürzten Person mit beiden Vorwürfen konfrontiert sehen kann. Dies gilt für die Beschwerdeführerin umso mehr, weil sie sich mit einem professionellen Verteidiger verständigen konnte. Dass damit die rechtliche Würdigung im polizeilichen Vorhalt die Unterlassung der Nothilfe noch nicht ausdrücklich enthielt, ist in diesem frühen Verfahrensstadium unschädlich.