Citation: 6A.98/2002 13.03.2003 E. 3

Der Beschwerdeführer rügt die Annahme des Verwaltungsgerichts, er hätte einen Sicherheitshalt einlegen müssen. Diese Annahme sei praxisfern und könnte bei dem dichten Verkehr, der auf der Dreirosenbrücke herrsche, dazu führen, dass angehaltene Lastwagen sich nicht mehr oder nur mittels riskanten Manövern in den Verkehr einfügen könnten. Er sei während 12 Jahren als Berufschauffeur unfallfrei gefahren, was belege, dass er beim Fahren stets die erforderliche Sorgfalt walten lasse. Schliesslich sei das Verwaltungsgericht zu Unrecht davon ausgegangen, da eine Busse ausgesprochen worden sei, müsse zwangsmässig eine Administrativmassnahme verhängt werden. Diese dürfe jedenfalls nicht von der Höhe der Busse abhängen. 3.1 Die Vorinstanz erwähnt die Richtlinien der Sicherheitsdirektion des Kantons Appenzell Ausserrhoden, wonach bei geringen Geschwindigkeitsüberschreitungen, welche eine Ordnungsbusse von weniger als Fr. 260.-- zur Folge haben, in der Regel auf eine Administrativmassnahme verzichtet werden könne. Sie zieht dieses Beispiel heran im Zusammenhang mit den allgemeinen Überlegungen zu den besonders leichten Fällen, bei denen auf eine Massnahme verzichtet werden könne. Solche Richtlinien dienen dem Richter als Orientierungshilfe, ohne ihn zu binden und daran zu hindern, seine Überzeugung zur angemessenen Massnahme frei gewinnen und begründen zu können (vgl. BGE 118 IV 14 E. 2 S. 16). Vorliegend stützt sich denn das Verwaltungsgericht auch nicht auf diese Richtlinien, um das Vorliegen eines besonders leichten Falles zu verneinen. Es legt vielmehr dar, weshalb einerseits das Verschulden als gerade noch leicht zu qualifizieren sei und anderseits kein besonders leichter Fall vorliege. Es erwähnt das Strafurteil - an welches es im Übrigen vorliegend nicht gebunden ist (vgl. BGE 128 II 139 E. 1b S. 141; 124 II 103 E. 1c/bb S. 106) - nur insofern, als es feststellt, der Strafrichter habe mit einer Busse von Fr. 350.--, die über dem Rahmen einer blossen Ordnungsbusse liege (vgl. Art. 1 Abs. 2 Ordnungsbussengesetz, SR 741.03), das Verschulden ähnlich bewertet wie es selber. Dass die Höhe der Busse bei der Beurteilung des Verschuldens und der auszusprechenden Massnahme entscheidend gewesen wäre, ist nicht ersichtlich.