Citation: 2C_542/2014 E. 3.2.2

3.2.2. Der Beschwerdeführer bringt vor, die Vorinstanz habe die positive Entwicklung seit der Begehung dieser Straftaten und den Umstand, dass er diese noch minderjährig verübte, zu wenig gewichtet, auch habe er sich seither äusserst positiv entwickelt. Zunächst ver-kennt der Beschwerdeführer, dass die Vorinstanz an die rechtskräftigen Erkenntnisse des Strafgerichts gebunden ist, das schuldmildernde Umstände wie Minderjährigkeit berücksichtigt (vgl. Urteile 2C_867/2013 vom 1. Mai 2014; 2C_995/2013 vom 24. April 2014 E. 3.1). Im Strafurteil wird sodann Bezug genommen auf ein forensisch-psychiatrisches Gutachten, das beim Beschwerdeführer von einem mittleren bis hohen Rückfallrisiko, insbesondere im Bereich der Gewaltdelikte, ausgeht. Die Vorinstanz hat gleichermassen in Betracht gezogen, dass dem Beschwerdeführer im Massnahmenbericht von 2011 ein sehr positiver Verlauf und eine verminderte Rückfallgefahr attestiert wurden. Gleichwohl durfte sie von einem für den Bewilligungswiderruf relevanten Restrisiko ausgehen: Der Beschwerdeführer wurde seit 2004 wiederholt strafrechtlich verurteilt, unter anderem wegen Diebstahls, Drohungen sowie wegen Gewaltdarstellungen und Pornografie. Der positive Massnahmenverlauf nach der Verurteilung von 2011 ist dem Beschwerdeführer zwar zugutezuhalten, lässt angesichts der dort praktizierten, verhältnismässig engmaschigen Betreuung indessen keine verlässlichen Rückschlüsse auf das Verhalten in Freiheit zu (vgl. Urteile 2C_512/2013 vom 17. Februar 2014 E. 3.2.1; 2C_956/2012 vom 22. Februar 2013 E. 3.2; 2C_733/2012 vom 24. Januar 2013 E. 3.2.4). Im ausländerrechtlichen Widerrufsverfahren ist insbesondere bei Delikten gegen Leib und Leben praxisgemäss selbst ein geringes Rückfallrisiko nicht hinzunehmen (Urteile 2C_1115/2012 vom 11. Juni 2013 E. 4.2; 2C_864/2012 vom 21. September 2012 E. 2.2.1). Zu beachten ist in diesem Zusammenhang auch, dass es in der Zwischenzeit bereits wieder zu einem Verstoss gegen das Waffengesetz gekommen ist (Strafbefehl vom 22. Januar 2014). Dass der Beschwerdeführer schliesslich nicht nach freizügigkeitsrechtlichen Regeln zu beurteilen war, ist nicht auf eine Diskriminierung, sondern auf die Staatsvertragskompetenz des Bundes im Migrationsbereich zurückzuführen (vgl. hierzu Peter Uebersax, in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl. 2009, N. 7.2 zu § 7). Vor diesem Hintergrund durfte das Verwaltungsgericht auf eine beantragte erneute psychiatrische Begutachtung des Beschwerdeführers hinsichtlich der Rückfallgefahr verzichten (vgl. BGE 136 I 229 E. 5.3 S. 236; 134 I 140 E. 5.3 S. 148; 131 I 153 E. 3 S. 157) und aufgrund der wiederholten und schweren Delinquenz - auch unter generalpräventiven Gesichtspunkten - von einem gewichtigen öffentlichen Interesse an der Beendigung seines Aufenthalts in der Schweiz ausgehen (vgl. BGE 130 II 176 E. 4.2-4.4 S. 185 ff.; Urteile 2C_218/2011 vom 4. Januar 2012 E. 2; 2C_963/2012 vom 1. April 2013 E. 5.1.3).