Citation: 4A_91/2022 E. 5.3.1

5.3.1. Die Beschwerdeführerin vermengt in ihren Darlegungen natürliche und adäquate Ursachen. Hier geht es einzig darum, in wertender Betrachtung zu entscheiden, ob die Vorinstanz das höchst unsorgfältige Verhalten von C.________ zu Recht als alleinige adäquate Ursache beurteilt hat, welche die Betriebsgefahr des Trams in den Hintergrund drängt und eine Haftung des Bahnunternehmens in rechtlicher Hinsicht ausscheiden lässt. Es ist daher unbehelflich und überdies haltlos, wenn die Beschwerdeführerin behauptet, der Unfall sei nicht auf mangelnde Vorsicht oder Aufmerksamkeit von C.________ zurückzuführen, sondern auf das Nichtbeherrschen des Fahrrads und den nachfolgenden Sturz auf das Geleise, weshalb die Beschwerdegegnerin für die erhöhte Betriebsgefahr einzustehen habe. Das Nichtbeherrschen des Velos ist nur ein Glied in der natürlichen Kausalkette. Zum Vorwurf gereicht C.________ aber nicht bloss das Nichtbeherrschen des Fahrzeugs, sondern dass er es bei den gegebenen, ihm bekannten Verhältnissen an der gebotenen, sich jedem vernünftigen Durchschnittsmenschen aufdrängenden Vorsicht mangeln liess und sich insgesamt höchst unaufmerksam verhielt. Das hat die Vorinstanz zu Recht als schweres, den adäquaten Kausalzusammenhang unterbrechendes Selbstverschulden gewürdigt.