Citation: 1B_277/2014 E. 2.2

2.2. Der Beschwerdeführer hat seine Verurteilung durch das Bezirksgericht Affoltern vom 26. Mai 2014 angefochten; die Berufung ist pendent. Er weist damit keine einschlägige Vorstrafe auf und hat dementsprechend als Ersttäter zu gelten. Kann sich aber Wiederholungsgefahr ausnahmsweise auch aus Vortaten ergeben, die erst Gegenstand des laufenden Strafverfahren sind, so muss das umso mehr für Vortaten gelten, für die der Beschwerdeführer bereits erstinstanzlich verurteilt wurde. Damit fällt in Betracht, dass der Beschwerdeführer gemäss erstinstanzlichem Urteil des Bezirksgerichts Affoltern seine damalige Lebenspartnerin über rund einen Monat hinweg immer wieder massiv bedroht, belästigt, genötigt, gefangen gehalten, tätlich angegriffen und verleumdet hat. Nach dem in diesem Verfahren erstellten psychiatrischen Gutachten von Dr. E.________ der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich vom 12. November 2013 "ist die Wahrscheinlichkeit relativ hoch, dass es zu erneuten Drohungsdelikten, teilweise auch Nötigungsdelikten, und ev. auch Tätlichkeiten kommen könnte" (S. 34). Weiter wird ausgeführt, dass der Beschwerdeführer auf die Trennung von seiner Partnerin "in besonderer und dysfunktionaler Weise reagiere", dass eine "adäquate forensisch orientierte rückfallpräventiv gestaltete Behandlung" die Rückfallgefahr günstig beeinflussen würde, dass hingegen die bisher erduldete Haft bzw. die bisherigen Reaktionen von Polizei und Justiz den Beschwerdeführer nicht erkennbar beeindruckt hätten (S. 34 f.). Nach dem Tatverdacht im vorliegenden Verfahren hat der Beschwerdeführer D.________, mit der er wieder zusammenleben wollte, nur wenige Tage nach seiner Haftentlassung vom 26. Mai 2014 mit dem Tod bedroht. Die pessimistische Einschätzung des Rückfallrisikos durch den Gutachter hat sich damit praktisch umgehend bestätigt. Da nicht ersichtlich ist, dass das laufende Strafverfahren den Beschwerdeführer mehr beeindruckt haben könnte als das erstinstanzlich abgeschlossene, steht ernsthaft zu befürchten, dass er in Freiheit D.________ weiterhin verfolgen und bedrohen würde. Todesdrohungen sich schwere Vergehen, die die Annahme von Wiederholungsgefahr zu rechtfertigen vermögen (Urteil 1B_52/2014 vom 21. Februar 2014, E. 3.3). Dies ist vorliegend umso mehr der Fall, als der Beschwerdeführer D.________ nach dem Rapport der Kantonspolizei vom 9. Juni 2014 (S. 4) bereits im April 2011 einmal mit dem Tod bedroht und diese Drohung durch Ausführung einer Ladebewegung an einer Schusswaffe ("Pump-Action") unterstrichen hatte. Das Obergericht hat kein Bundesrecht verletzt, indem es Wiederholungsgefahr bejahte.