Citation: 1C_299/2015 E. 4.4

4.4. Gemäss § 55 Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege des Kantons Aargau vom 4. Dezember 2007 können mit der Beschwerde beim Verwaltungsgericht die unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sachverhalts sowie Rechtsverletzungen gerügt werden. Die Beschwerdeführerin konnte damit im vorinstanzlichen Verfahren rügen, das BVU habe mit seiner Schätzung der Grössenordnung der Kosten für den Rückbau von zwei Wohnungen den Sachverhalt unrichtig festgestellt (vgl. BGE 135 II 369 E. 3.3 S. 374). Diese Rüge hätte die Vorinstanz frei prüfen müssen, weshalb eine eventuelle Gehörsverletzung bezüglich dieser Schätzung im vorinstanzlichen Verfahren hätte geheilt werden können. Zudem hätte die Beschwerdeführerin der Schätzung des BVU eine eigene (abweichende) Schätzung entgegenstellen können, was für sie ohne grossen Aufwand möglich gewesen wäre, da ihr Verwaltungsratspräsident, C.________, Architekt ist und er bereits die Kosten für den Rückbau des gesamten Attikageschosses und der neuen Errichtung von zwei Attikawohnungen auf ca. 1,3 Mio. Franken geschätzt hat. Dennoch verweigerte er anlässlich der vorinstanzlichen Verhandlung vom 28. April 2015 jegliche Stellungnahme zur Kostenschätzung des BVU, obwohl er dazu vom Vorsitzenden aufgefordert und darauf hingewiesen worden war, dass der Fachrichter des Verwaltungsgerichts diese Schätzung als plausibel erachte. Nach den Erläuterungen des Vertreters des BVU zur Schätzung der Rückbaukosten stellten die Vertreter der Beschwerdeführerin zu diesen Kosten keine weiteren Fragen, nachdem sich der Vorsitzende nach solchen Fragen ausdrücklich erkundigt hatte (vgl. Protokoll des Verwaltungsgerichts vom 28. April 2015 S. 2 ff.). Unter diesen Umständen wäre die Beschwerdeführerin im vorinstanzlichen Verfahren nach Treu und Glauben gehalten gewesen, weitere Angaben zur Kostenschätzung des BVU zu verlangen bzw. entsprechende Fragen zu stellen, wenn sie daran interessiert gewesen wäre. Indem sie dies unterliess, verzichtete sie auf solche Angaben, weshalb sie ihren möglichen Anspruch darauf verwirkte, bzw. sie gegen das Verbot des Rechtsmissbrauchs verstösst, wenn sie vor Bundesgericht geltend macht, ihr rechtliches Gehör sei verletzt worden, weil sie zur Kostenschätzung des BVU mangels hinreichender Angaben keine Stellungnahme habe abgeben können. Damit erweist sich auch der Einwand als unbegründet, das Verwaltungsgericht habe auf die kostenoptimierte Rückbauvariante mangels Unterlagen nicht abstellen dürfen. Dies gilt umso mehr, als die Beschwerdeführerin auch im bundesgerichtlichen Verfahren keine inhaltliche Kritik an der Kostenschätzung des BVU vorbringt, sondern sich weiterhin darauf beschränkt, eine Verletzung ihres Gehörsanspruches zu behaupten. Aus dem Gesagten folgt, das bezüglich der Kostenschätzung des BVU auch der Anspruch der Beschwerdeführerin auf ein faires Verfahren gemäss Art. 6 Ziff. 1 EMRK nicht verletzt wurde.