Citation: 1C_282/2021 E. 3.4

3.4. Bei der Bauherrschaft im Sinne von § 77 Abs. 1 PBG, die gemäss dieser Bestimmung das Baugesuch zu unterzeichnen hat, handelt es sich um einen unbestimmten Rechtsbegriff. Dabei geht es im vorliegenden Zusammenhang um die Frage, wer als Bauherr die Änderung einer Baubewilligung beantragen darf. Die oben in E. 3.1 wiedergegebenen Erwägungen lassen sich dahingehend verstehen, dass das Verwaltungsgericht diese Befugnis nicht bloss dem Bewilligungsinhaber zuerkennt, sondern auch einer anderen Person, die dafür über ein schutzwürdiges Interesse verfügt. Diese Gesetzesauslegung, welche für die Sachlegitimation ein schutzwürdiges Interesse am Baugesuch genügen lässt, hält vor dem Willkürverbot stand (vgl. Urteil 1C_124/2021 vom 1. Februar 2022 E. 5.3). Es ist auch vertretbar, eine solche Sachlegitimation vorliegend der Beschwerdegegnerin zuzuerkennen: Diese ist gemäss Beilage zum Baugesuch Grundeigentümerin der im Deponieperimeter befindlichen Parzelle KTN 1655. Im Übrigen sind dieses Dokument wie auch die Baupläne von der F.________ AG als Deponiebetreiberin mitunterzeichnet worden. Unter diesen Umständen ist es nachvollziehbar, wenn das Verwaltungsgericht der Beschwerdegegnerin zugute gehalten hat, das Baugesuch mit Duldung der F.________ AG gestellt zu haben. Vor diesem Hintergrund durfte es das Verwaltungsgericht als unerheblich ansehen, wer Inhaber der Baubewilligung von 2006 ist. Insgesamt ist die Befugnis der Beschwerdegegnerin zur Stellung des Baugesuchs willkürfrei bejaht worden.