Citation: 5A.7/2005 12.05.2005 E. 3

3.1 Im Weiteren hat die Vorinstanz erwogen, ohne jede Überzeugungskraft sei der Versuch der schweizerischen Ex-Ehegattin in der rogatorischen Einvernahme, die Gründe für die Auflösung der Ehe in Abweichung zu ihren Aussagen im Scheidungsverfahren zu datieren. Ihre Aussagen im Scheidungsverfahren (nach Ermahnung durch den vorsitzenden Richter zur Wahrheit) hätten wie folgt gelautet: "1993 haben wir geheiratet und verbrachten eine schöne Zeit miteinander. Im Laufe des Studiums habe ich mich sehr verändert und weiter entwickelt. Ich realisierte, dass mir der Wissensstand und die Interessen meines Partners nicht mehr genügten und diese Lücke immer grösser wurde. Wir haben uns immer gut verstanden und der Beklagte verhielt sich auch anständig mir gegenüber. Im letzten Sommer habe ich einen Mann kennen gelernt. Ich war eine Zeit lang hin- und hergerissen. Doch habe ich festgestellt, dass mir dieser Mann mehr entspricht. Im Herbst 1998 habe ich mit dem Beklagten gesprochen und ihm mitgeteilt, dass ich ihn verlassen werde und mit einem neuen Mann eine Beziehung aufbauen möchte. So haben wir uns entschieden, dass ich die Scheidung einreichen werde. Ich habe versucht, die Beziehung zu retten, doch kann ich von meinem Partner nicht verlangen, dass er die gleichen Interessen entwickelt wie ich. Unsere Lebenseinstellung ist zu unterschiedlich und ist im Laufe der Zeit noch weiter auseinander gegangen." Der Beschwerdeführer habe sich an gleicher Stelle wie folgt geäussert: "Die Beziehung verlief gut, und wir hatten keine Probleme. Doch mit der Zeit hat sich herausgestellt, dass unsere Charaktere zu verschieden sind." Die Vorinstanz bemerkt dazu, es habe ganz offensichtlich kein Anlass bestanden, die Bekanntschaft und die Eröffnung von Scheidungsabsichten gegenüber dem Gericht zurück zu datieren. Denn es sei selbst nach Darstellung der Parteien nicht diese Bekanntschaft gewesen, die eine bis dahin völlig intakte Ehe zur Auflösung gebracht habe. Vielmehr sei gegenüber dem Scheidungsgericht ein intellektuell und entwicklungsbedingtes, langsames Auseinanderleben geltend gemacht worden. Mit der abweichenden Datierung im Nichtigkeitsverfahren gehe es ganz offensichtlich darum, den Beschwerdeführer (und sich selbst) nachträglich vom Vorwurf der Falschaussage (Erklärung zur Qualität der Ehe) zu entlasten. Das Vorgehen im Zusammenhang mit der Auflösung der Ehe sei abgesprochen gewesen und im gegenseitigen Einvernehmen erfolgt. 3.2 Der Beschwerdeführer bringt dagegen in der Hauptsache vor, die Ehegatten hätten die gemeinsame Erklärung zu einem Zeitpunkt abgegeben, wo sie zusammen lebten und auch gemeinsame Zukunftsabsichten hegten. Die Schweizer Ehefrau des Beschwerdeführers habe ihm erst im Dezember 1998 mitgeteilt, dass sie die Zukunft mit einem neuen Mann plane. Vorher habe der Beschwerdeführer nichts von diesen Absichten gewusst. Dieses künftige Ereignis habe er weder 1996 noch 1998 erkennen können, weshalb ihm kein täuschendes Vorgehen vorgeworfen werden könne. Der Beschwerdeführer beruft sich dabei auf die rogatorische Einvernahme der Ex-Ehefrau vom 16. Januar 2003 durch die Kantonspolizei Zürich. Mit den krassen Widersprüchen zu den Antworten im Scheidungsprotokoll vom 5. Mai 1999, auf welche die Vorinstanz hingewiesen hat, befasst sich der Beschwerdeführer mit keinem Wort. Für das Departement sind die Äusserungen im Scheidungsverfahren - auch wegen der zeitlichen Distanz zu den kritischen Ereignissen - glaubwürdiger als die Jahre später davon abweichenden Äusserungen im Verfahren betreffend Nichtigerklärung der erleichterten Einbürgerung. Ist aber aufgrund der nicht zu beanstandenden Beweiswürdigung der Vorinstanz davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer (bereits) im Herbst 1998 um die Trennungsabsichten der Ehefrau gewusst hatte, konnte er am 9. November 1998 in der gemeinsamen Erklärung nicht gutgläubig seine Ehe als intakte Gemeinschaft schildern. Damit ist nicht nur dem Beschwerdeführer der Gegenbeweis bzw. die Erschütterung der Vermutung misslungen; vielmehr wird durch die Aussagen der Ehefrau im Scheidungsprozess die Vermutung geradezu bestätigt.