Citation: H 234/99 03.04.2000 E. 2

2. Aufl. 1996, Rz 4.55). Da für diese typische Dienstleis- tungstätigkeit häufig keine besonderen Investitionen anfal- len, tritt bei der Abgrenzungsfrage das Unternehmerrisiko als Unterscheidungsmerkmal in den Hintergrund. Mehr Gewicht erhält dagegen die Frage der arbeitsorganisatorischen Ab- hängigkeit; denn die arbeitsorganisatorische und wirt- schaftliche Unabhängigkeit ist oft geradezu Voraussetzung für die Ausübung einer bestimmten Beratertätigkeit. Dagegen sind Personen, welche Kunden akquirieren und Dienstleistungen oder Waren für Dritte verkaufen, regelmäs- sig als unselbstständig erwerbstätig einzustufen (vgl. Weg- leitung des Bundesamtes für Sozialversicherung über den massgebenden Lohn [WML] vom 1. Januar 1977, Rz 4024). Daran ändert die aus AHV-mässiger Sicht als charakteristisch zu bezeichnende weitgehende arbeitsorganisatorische Unabhän- gigkeit (z.B. hinsichtlich der Arbeitszeitgestaltung, Rou- tenwahl) nichts. Eine selbstständige Erwerbstätigkeit ist nur dann gegeben, wenn neben die relative arbeitsorganisa- torische Unabhängigkeit auch noch ein echtes Unternehmer- risiko tritt. Ein solches ist etwa gegeben, wenn beträcht- liche Investitionen (Miete von wohnungsfremden Räumen, von Ausstellungs- oder Lagerräumen, Kauf von Einrichtungsgegen- ständen usw.) oder Angestelltenlöhne zu tragen sind (vgl. WML Rz 4028). Nicht als Unternehmerrisiko ist der Umstand zu werten, dass die Einkünfte eines Handelsvertreters von seinem Arbeitserfolg abhängig sind (ZAK 1988 S. 378 Erw. 2b, 1986 S. 121 Erw. 2b und S. 575 Erw. 2b mit Hinwei- sen; WML Rz 4027; vgl. auch BGE 119 V 161, insbesondere 165 Erw. 3c, und Käser, a.a.O. Rz 4.71 mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung). Zu beachten ist schliesslich, dass die beitragsrecht- liche Stellung einer erwerbstätigen Person stets unter Wür- digung der gesamten Umstände des Einzelfalles zu beurteilen ist (BGE 119 V 161 Erw. 2 mit Hinweisen).