Citation: 8C_652/2019 E. 2.2

2.2. Die IV-Stelle bestreitet das Fehlen der Revisionsvoraussetzungen nach Art. 17 Abs. 1 ATSG nicht. Sie rügt aber eine Verletzung von Art. 53 Abs. 2 ATSG. Die Vorinstanz gehe offenbar davon aus, mit ihrem Entscheid vom 29. Juni 2015 liege in Bezug auf den Wiedererwägungsgrund der zweifellosen Unrichtigkeit der ursprünglichen Rentenzusprache ein rechtskräftiger Entscheid vor. Dies sei jedoch nicht der Fall. Das Dispositiv dieses Entscheides habe lediglich auf Rückweisung der Sache an die IV-Stelle zur Einholung eines polydisziplinären Gutachtens und anschliessenden Neuverfügung über den Rentenanspruch gelautet. Ein Verweis auf die Erwägungen finde sich nicht. Auch sei die Feststellung, es könne nicht ohne Weiteres von einer zweifellosen Unrichtigkeit der ursprünglichen Rentenzusprache ausgegangen werden, nicht Teil des Dispositivs. Dem vorinstanzlichen Entscheid vom 29. Juni 2015 komme daher in Bezug auf das Vorliegen eines Wiedererwägungsgrundes keine Bindungswirkung zu und die entsprechende Frage sei frei zu prüfen.