Citation: 6B_267/2007 03.12.2007 E. 3.3

3.3.1 Nach Art. 187 Ziff. 1 StGB wird bestraft, wer mit einem Kind unter 16 Jahren eine sexuelle Handlung vornimmt, es zu einer solchen Handlung verleitet oder es in eine sexuelle Handlung einbezieht. Gemäss Ziff. 2 derselben Bestimmung ist die Handlung nicht strafbar, wenn der Altersunterschied zwischen den Beteiligten nicht mehr als drei Jahre beträgt (Ziff. 2). 3.3.2 Der in den Art. 32 Abs. 1 BV und 6 Ziff. 2 EMRK verankerte Grundsatz "in dubio pro reo" besagt als Beweislastregel, dass es Sache der Anklagebehörde ist, die Schuld des Angeklagten zu beweisen, und nicht dieser seine Unschuld nachweisen muss. Als Beweiswürdigungsregel bedeutet die Maxime, dass sich der Strafrichter nicht von der Existenz eines für den Angeklagten ungünstigen Sachverhalts überzeugt erklären darf, wenn bei objektiver Betrachtung erhebliche und nicht zu unterdrückende Zweifel bestehen, ob sich der Sachverhalt so verwirklicht hat. Ob der Grundsatz als Beweiswürdigungsregel verletzt ist, prüft das Bundesgericht unter dem Gesichtspunkt der Willkür, d.h. es greift nur ein, wenn der Sachrichter den Angeklagten verurteilte, obgleich bei objektiver Würdigung des Beweisergebnisses offensichtlich erhebliche bzw. schlechterdings nicht zu unterdrückende Zweifel an der Schuld des Angeklagten fortbestanden (BGE 127 I 38 E. 2a; 120 Ia 31 E. 2 je mit Hinweisen). 3.4 Der Schluss der Vorinstanz, das angeklagte Geschehen habe sich an einem Wochenende gegen Ende 2000 abgespielt, ist nicht schlechterdings unhaltbar. Zwar trifft zu, dass die Vorinstanz annimmt, der Tatzeitpunkt Dezember 2000 sei, da sich keiner der am gemeinsamen Abend im Restaurant Anwesenden präzis an das Datum zu erinnern vermöge, nicht direkt nachgewiesen, sondern könne lediglich als möglich oder höchstwahrscheinlich eingestuft werden. Doch lässt sich die Annahme des Tatzeitpunkts von Dezember 2000 bzw. Ende 2000 durch die Vorinstanz hinreichend auf den Umstand stützen, dass der vom Beschwerdeführer geltend gemachte Tatzeitpunkt von August bis Oktober 2001 aus mehreren Gründen ausscheidet und keiner der Beteiligten einen anderen Tatzeitraum nennt. So stellt die Vorinstanz darauf ab, dass die Geschädigte, nachdem sie ihren Eltern den Übergriff offenbart hatte, auf deren Veranlassung hin im April 2001 bei der Opferhilfe angemeldet wurde, therapeutische Hilfe in Anspruch nahm und ein HIV-Screening durchführen liess. Wie die Vorinstanz zu Recht annimmt (angefochtenes Urteil S. 23 f.), sind diese Massnahmen nur im Zusammenhang mit einem vorausgegangenen traumatisierenden sexuellen Erlebnis erklärbar. Dafür dass die Geschädigte mit einer anderen Person als mit dem Beschwerdeführer ein solches Erlebnis gehabt hätte, liegen aufgrund der Feststellungen der Vorinstanz keine Anhaltspunkte vor. Es kann auch keine Rede davon sein, dass die Vorinstanz nur deshalb zum Ergebnis gelangt, der vom Beschwerdeführer behauptete Zeitpunkt vom Herbst 2001 sei ausgeschlossen, weil er seine Version des Tatgeschehens nicht habe beweisen können. Die Vorinstanz hat die vorhandenen Beweismittel sorgfältig gegeneinander abgewogen. Eine Verletzung des Grundsatzes "in dubio pro reo" als Beweislastregel ist nicht ersichtlich. Was der Beschwerdeführer gegen das Beweisergebnis einwendet (Beschwerde S. 4 f.), erschöpft sich in einer blossen appellatorischen Kritik am angefochtenen Urteil, die auch unter der Geltung des neuen Verfahrensrechts für die Begründung einer willkürlichen Feststellung des Sachverhalts nicht genügt. Dasselbe gilt, soweit der Beschwerdeführer die Würdigung der Aussagen des Vaters der Geschädigten bezüglich des Tatzeitpunktes beanstandet (Beschwerde S. 5 ff.). Es trifft zu, dass der Vater als Datum des Vorfalls ursprünglich den 13. Dezember 2000 angab. In seiner ersten Einvernahme vor der Kantonspolizei Aargau sagte er aus, nach den Angaben seiner Tochter müsse die Vergewaltigung am 13. Dezember 2000 passiert sein. Er habe von dieser Vergewaltigung erst ca. 2 - 3 Monate nach diesem Datum etwas erfahren, habe aber bereits im Dezember 2000 bemerkt, dass etwas mit der Tochter nicht stimmte (Untersuchungsakten act. 69). Anlässlich der erstinstanzlichen Verhandlung erklärte der Vater als Zeuge, die Festsetzung der Tatzeit auf den 13. Dezember 2000 sei vermutlich von ihm gekommen. Er und seine Frau hätten einfach gemerkt, dass bei der Tochter in jener Zeit etwas nicht mehr gestimmt habe. Auf Frage des Verteidigers antwortete er, das Datum des 13. Dezember 2000 habe wahrscheinlich er genannt. Die Ehefrau habe später das Tagebuch der Tochter gefunden. Unter diesem Datum habe die Tochter dort ausgeführt, dass sie "nicht mehr könne". Deshalb habe er dieses Datum als Tatzeitpunkt genannt. Im Dezember 2000 sei etwas passiert (Protokoll des Bezirksgerichts, Untersuchungsakten act. 215/216). Mit diesen Bekundungen erklärte der Vater der Geschädigten zur Hauptsache, dass sich im Dezember 2000 ein Vorfall ereignet hat, der die Tochter traumatisiert hatte. Dass die Tat am 13. Dezember 2000 stattfand, hat der Vater aus dem Tagebucheintrag, der auf enorme Schwierigkeiten seiner Tochter in jener Zeit schliessen lässt, lediglich abgeleitet. Dieser Konkretisierung auf ein bestimmtes Datum der Tat kommt aber keine entscheidende Bedeutung zu. Denn in beiden Aussagen erklärte der Vater explizit, dass im Zeitraum Dezember 2000 bzw. vor Weihnachten 2000 etwas vorgefallen war, was eine Verhaltensänderung bei seiner Tochter bewirkt hatte. Wenn die Vorinstanz annimmt, aus den Aussagen des Vaters der Geschädigten könne lediglich geschlossen werden, dass es seiner Tochter am 13. Dezember 2000 nicht gut bzw. besonders schlecht gegangen sei (angefochtenes Urteil S. 24), verfällt sie jedenfalls nicht in Willkür. Mit seinen Einwänden, insbesondere auch zu den Witterungsverhältnissen im Dezember 2000 (Beschwerde S. 9 f.), legt der Beschwerdeführer lediglich dar, wie die Beweise aus seiner Sicht zu würdigen gewesen wären. Damit lässt sich der Nachweis willkürlicher Beweiswürdigung indes nicht erbringen. Denn Willkür im Sinne von Art. 9 BV liegt nach ständiger Rechtsprechung nicht schon vor, wenn eine andere Lösung oder Würdigung in Betracht zu ziehen oder gar vorzuziehen ist, sondern nur, wenn der angefochtene Entscheid offensichtlich unhaltbar ist, mit der tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft (BGE 131 I 467 E. 3.1; 129 I 8 E. 2.1 und 173 E. 3.1). Bei dieser Sachlage ist auch nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz auf die Einvernahme der Eltern des Beschwerdeführers über dessen Abendprogramm vom 16. Dezember 2000 verzichtet hat, zumal von ihrer Befragung nichts zu erwarten war, was sich nicht schon aus der von ihnen zuhanden der Untersuchungsbehörden verfassten schriftlichen Bestätigung (Untersuchungsakten act. 142) ergibt. Ausserdem bestätigte die damalige Freundin des Beschwerdeführers dessen Angaben hinsichtlich eines gemeinsamen Ausgangs an jenem Abend gerade nicht (Untersuchungsakten act. 168). Schliesslich sind der Beschwerdeführer und sein Begleiter nach den Aussagen der Geschädigten und ihrer Kollegin am fraglichen Tag erst im Verlaufe des Abends ins Restaurant gekommen (Untersuchungsakten act. 57/157), so dass ihn ein Alibi für den ersten Teil des Abends nicht zu entlasten vermöchte. Dass die Vorinstanz in antizipierter Beweiswürdigung von der Einvernahme der Eltern des Beschwerdeführers als Zeugen abgesehen hat, ist daher nicht schlechterdings unhaltbar und verletzt den Anspruch auf rechtliches Gehör nicht. Die Beschwerde erweist sich in diesem Punkt als unbegründet.