Citation: 9C_295/2022 E. 4.2

4.2. Es steht fest und ist unbestritten, dass die Beschwerdeführerin in der Zeit von April 2012 bis Ende 2018 mit einem Pensum von 50 % erwerbstätig war. Weiter steht fest, dass ihre familiären Pflichten gegenüber ihren 1999 und 2001 geborenen Kindern jedenfalls im Jahre 2018 kein Hinderungsgrund für eine Erhöhung des Arbeitspensums (mehr) darstellten. Die Versicherte machte bereits vor Vorinstanz geltend, seit dem Jahr 2012 gesundheitlich bedingt nicht mehr als 50 % gearbeitet zu haben. Das kantonale Gericht hat diesbezüglich erwogen, die Angaben der Versicherten seien widersprüchlich, habe sie doch in der Anmeldung geltend gemacht, der Gesundheitsschaden bestehe seit dem Jahr 2016. Indem das kantonale Gericht einzig gestützt auf diese Angabe und ohne weiteren Versuch, den Sachverhalt zu klären, implizit davon ausging, in der Zeit zwischen dem Jahr 2012 und dem Jahr 2016 sei die Versicherte freiwillig und nicht aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen lediglich zu 50 % erwerbstätig gewesen, verkannte es offensichtlich die Tragweite dieser Erklärung im Anmeldeformular. So finden sich in den Akten Hinweise auf verschiedene Gesundheitsschäden (psychischer "Zusammenbruch" im Jahr 2012; rezidivierende Depressionen mit psychologischer Betreuung seit 2006 und Ausbruch des körperlichen Leidens im Jahr 2016), womit die widersprüchlichen Angaben erklärt würden. Hiezu ist indessen festzuhalten, dass Vorinstanz und Verwaltung es unterlassen haben, den Gesundheitszustand der Versicherten umfassend abzuklären. Aufgrund der mangelhaften Abklärungen ist kein abschliessender Entscheid über die Frage möglich, aus welchem Grund die Versicherte in der Zeit ab 2012 lediglich zu 50 % erwerbstätig war. Damit ist auch kein Entscheid darüber möglich, mit welchem Pensum sie als Gesunde im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns überwiegend wahrscheinlich erwerbstätig gewesen wäre, womit weder die Frage nach dem Status noch danach, ob sie in der Lage ist, ein rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen, beantwortet werden kann. Die Sache ist deshalb unter Aufhebung des kantonalen Gerichtsentscheides an die IV-Stelle zur Klärung des Sachverhaltes und anschliessender Neuverfügung zurückzuweisen.