Citation: 1P.218/2000 06.06.2000 E. A

A.- X.________ wurde vom Kriminalgericht des Kantons Luzern am 1. Oktober 1999 wegen mehrfacher Förderung der Prostitution im Sinne von Art. 195 Abs. 2 und 3 StGB sowie Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB zu 18 Monaten Gefängnis bedingt verurteilt. Dieses Urteil focht X.________ mit Berufung beim Obergericht des Kantons Luzern an. Mit Eingabe vom 17. Januar 2000 teilte Rechtsanwalt Dr. Bruno Häfliger dem Obergericht mit, X.________ wünsche, dass er ihn amtlich verteidige. Der bisherige amtliche Verteidiger, Fürsprecher Bruno Habegger, sei mit der Mandatsübergabe einverstanden. Das Obergericht forderte daraufhin X.________ auf, das Gesuch um einen Wechsel des amtlichen Verteidigers zu begründen. Am 27. Januar 2000 begründetet X.________ sein Gesuch. Er habe kein Vertrauen mehr zu Fürsprecher Habegger, weil dieser zuwenig Kenntnisse in Strafsachen habe, die Verteidigung zuwenig ausführlich führe und behördliche Termine versäumt habe. Mit Schreiben vom 9. Februar 2000 verwahrte sich Fürsprecher Habegger zwar gegen die von seinem Mandanten erhobenen Vorwürfe, ersuchte indessen das Obergericht, ihn als amtlichen Verteidiger zu entlassen, da dieser offensichtlich kein Vertrauen mehr in ihn habe. Mit Entscheid vom 23. Februar 2000 wies die II. Kammer des Obergerichts des Kantons Luzern das Gesuch um Entlassung des amtlichen Verteidigers ab. Es erwog, es bestünden keine Anzeichen dafür, dass Fürsprecher Habegger fachlich nicht qualifiziert sei, und es sei weder belegt noch ersichtlich, dass er sich für die Verteidigung zuwenig Zeit genommen oder Termine verpasst habe. Für den Vertrauensverlust in seinen Verteidiger bringe X.________ nur subjektive, keine sachlichen Gründe vor. Das reiche nicht aus, um die gegen einen Verteidigerwechsel sprechenden Gründe der beförderlichen und kostengünstigen Prozessführung zu überwiegen.