Citation: 8C_679/2022 E. 4.1

4.1. Die Vorinstanz stellte fest, dass sich die Beschwerdegegnerin am 3. Februar 2021 beim Tragen ihrer Skier die Strecksehne am Endglied des rechten Mittelfingers gerissen und sich damit eine Listenverletzung zugezogen habe. Gemäss den vertrauensärztlichen Berichten des Dr. med. D.________ würden traumatische Risse von Sehnen grosse Kräfte erfordern, während eine schmerzfreie Durchtrennung mit zufälligem Bemerken der fehlenden Streckung als Funktionsverlust typisch sei für eine degenerativ bedingte Schädigung der Sehne. Dem setze die von der Beschwerdegegnerin beauftragte Dr. med. E.________, Fachärztin für Chirurgie FMH, entgegen, dass beim "Malletfinger" eine akute Strecksehnenläsion vorliege, wobei dafür kein "major trauma", etwa durch eine Sportverletzung, erforderlich sei, sondern auch ein "minor trauma" wie der von der Beschwerdegegnerin geschilderte Hergang genüge. Der Mechanismus basiere dabei auf einer forcierten Endglied-Flexion, wobei es weder einen Schlag noch eine Distorsion brauche. Dr. med. D.________ habe, so die Vorinstanz weiter, die Frage nach der Ursache der Sehnenläsion nicht anhand radiologischer Befunde, sondern allein gestützt auf die Fachliteratur zu Sehnenrupturen im Allgemeinen beantwortet. Eine degenerative Vorschädigung der Sehne sei nicht erstellt, zumindest habe die Beschwerdeführerin dazu keine weiteren Abklärungen getätigt. Zudem ergebe sich aus anderen, insbesondere im Internet publizierten medizinischen Berichten, dass solche Sehnen häufig von Abrissen betroffen seien, wofür bereits harmlose Bagatellverletzungen genügten. Aufgrund der bereits verstrichenen Zeit seit dem Vorfall seien von weiteren medizinischen Abklärungen keine neue Erkenntnisse mehr zu erwarten. Mit den vertrauensärztlichen Berichten lasse sich der Entlastungsbeweis jedoch nicht erbringen. Gemäss Vorinstanz ist daraus auf die Leistungspflicht der Beschwerdeführerin zu folgern.