Citation: 7B_792/2023 E. 3.4.1

3.4.1. Diese Vorgabe ist indessen nicht, wie der Beschwerdeführer es tut, derart absolut zu verstehen, dass die übersetzenden Personen "wie eine Maschine einfach wortgetreu" übersetzen müssen. Vielmehr verbleibt ihnen, wie die Vorinstanz richtig annimmt, ein gewisser Spielraum. In der Lehre wird zu Recht darauf hingewiesen, dass die für eine Aktion eingesetzten Übersetzerinnen und Übersetzer oftmals weitgehende Kenntnisse über die in das Verfahren involvierten Personen und deren Kommunikation haben und die Ermittler deshalb über Faktoren informieren, die diesen sonst verborgen blieben. Solche Aspekte können zum Beispiel die Bedeutung bestimmter Redewendungen, das Erkennen von Personen anhand ihrer Stimme, die Stimmungen einzelner Personen (z.B. Angst, Scherzhaftigkeit) oder die Art der Beziehung zwischen mehreren Personen (z.B. Freundschaft, Subordination) sein. Solche Informationen - etwa in Kommentaren oder Klammerbemerkungen angebracht - sind nicht generell unzulässig. Entscheidend ist, dass die Leserschaft nachvollziehen kann, dass es sich dabei um Interpretationen bzw. Zusatzinformationen handelt und von wem diese stammen (vgl. HANSJAKOB/PAJAROLA, a.a.O., N. 155 zu Art. 269 StPO). Aufgrund der damit einhergehenden Gefahr von Fehlinterpretationen und der Beeinflussung der fallbefassten Strafbehörden ist beim Anbringen solcher Zusatzinformationen zudem Zurückhaltung am Platz. Sie scheinen dort sinnvoll und zulässig, wo sie für das richtige Verständnis des Gesprochenen unabdingbar sind. Dies kann etwa dann der Fall sein, wenn Slang gesprochen wird bzw. ein bestimmtes Wort in einer Sprache eine weitergehende Bedeutung hat, die bei einer wortwörtlichen Übersetzung nicht verstanden würde.