Citation: 1P.3/2005 09.03.2005 E. 4

4.1 Sodann bringt der Beschwerdeführer vor, der Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV) sei verletzt, da er keine Gelegenheit hatte, den Belastungszeugen Fragen zu stellen und sich zum Beweisergebnis zu äussern. 4.2 Der in Art. 29 Abs. 2 BV verankerte Anspruch auf rechtliches Gehör gibt dem Betroffenen das Recht, sich vor Erlass eines in seine Rechtsstellung eingreifenden Entscheids zu äussern, erhebliche Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen Beweisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung wesentlicher Beweise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen (BGE 127 I 54 E. 2b S. 56; 124 I 241 E. 2 S. 242, je mit Hinweisen). Nach ständiger Praxis kann jedoch das Beweisverfahren geschlossen werden, wenn die gestellten Beweisanträge eine nicht erhebliche Tatsache betreffen oder offensichtlich untauglich sind, oder wenn die entscheidende Behörde, ohne dabei geradezu in Willkür zu verfallen, annehmen darf, die verlangten zusätzlichen Beweisvorkehren würden am relevanten Beweisergebnis voraussichtlich nichts mehr ändern (so genannte "antizipierte" Beweiswürdigung, vgl. BGE 125 I 127 E. 6c/cc S. 135; 124 I 208 E. 4a S. 211, je mit Hinweisen). Im Gegensatz zu den Garantien aus Art. 6 EMRK (vgl. BGE 125 I 104 E. 3c S. 111, mit Hinweisen) ist Art. 29 Abs. 2 BV in allen Gerichts- und Verwaltungsverfahren, somit auch in Disziplinarverfahren, die lediglich die Verschärfung der Haftbedingungen zum Gegenstand haben, anwendbar (Pascal Mahon, in: Jean-François Aubert/Pascal Mahon, Petit commentaire de la Constitution fédérale de la Confédération suisse du 18 avril 1999, Zürich 2003, N. 1 zu Art. 29). Aus den Akten ergibt sich, dass der Beschwerdeführer Gelegenheit hatte, sich zum von den Mitarbeitern der Strafanstalt erstellten Rapport über den Vorfall zu äussern. Wie die Justizdirektion zu Recht festhielt, muss es sich der Beschwerdeführer selber zuschreiben, wenn er von seinem Anhörungsrecht nicht ausführlicher Gebrauch machte. Der Beschwerdeführer bringt nicht vor, und es ist auch nicht ersichtlich, dass sich die Disziplinarverfügung auf andere Beweise als auf die im Rapport festgehaltene Schilderung des Vorfalls abstützt. Der Vorwurf des Beschwerdeführers, er habe sich nicht zum Beweisergebnis äussern können, trifft somit nicht zu. Ebenso wenig war die Vollzugsbehörde verpflichtet, dem Beschwerdeführer die Möglichkeit zur Befragung von Belastungszeugen einzuräumen, wenn sie in antizipierter Würdigung der Beweislage zur Überzeugung gelangte, der Sachverhalt habe sich in der im Rapport geschilderten Art zugetragen. Der Gehörsanspruch des Beschwerdeführers war somit ausreichend gewahrt. Die Beschwerde erweist sich in diesem Punkt ebenfalls als unbegründet.