Citation: 1B_389/2021 E. 4.2.3

4.2.3. Zum Sachverhaltskomplex "S/T" erwägt die Vorinstanz Folgendes: Zwar habe die Staatsanwaltschaft näher dargelegt, dass ein Organ der betroffenen staatlichen Gesellschaft Bestechungsgeld in der Höhe von USD 10 Mio. erhalten habe, damit er den fraglichen "Darlehensvertrag" für die Gesellschaft genehmigte. Ein zwingender Beweis dafür sei "in den vorliegenden Akten" jedoch nicht enthalten. Im Fall "F/G" habe ein anderes Organ den dortigen Darlehensvertrag unterschrieben. Es sei zum Vornherein nicht ersichtlich, für welche im Zusammenhang mit der "Vortat S/T" stehende pflichtwidrige oder in seinem Ermessen stehende Handlung das beschuldigte Organ das fragliche Schmiergeld erhalten hätte, weshalb kein ausreichender Verdacht für passive und aktive Bestechung als Vortaten der Geldwäscherei bestehe. Die Vorinstanz überspannt auch hier die strafprozessualen Voraussetzungen für die Weiterdauer einer provisorischen Beschlagnahme bei laufender Untersuchung und für den Nachweis eines ausreichenden Geldwäschereiverdachtes. Nach ihren eigenen Feststellungen hat das beschuldigte Organ bei einer Einvernahme als Auskunftsperson bestätigt, dass die Devisengeschäfte operativ über ihn liefen. Dass die Verträge jeweils von seinem Chef "unterzeichnet" bzw. von einem Gremium (geschäftsführender Ausschuss/Direktion) "genehmigt" worden seien, schliesst nicht aus, dass das beschuldigte Organ sich, wie von der Staatsanwaltschaft dargelegt, deliktisch im Sinne des Korruptionsstrafrechts verhielt. Dies umso weniger, als das Organ nach den Feststellungen der Vorinstanz auch aussagte, "das Geld", das es "für diese Transaktion bekommen" habe, sei auf einem verdächtigen Konto platziert gewesen. Gerade bei der Prüfung eines ausreichenden Korruptionsverdachts als Vortat der untersuchten Geldwäscherei wäre auch dem Gesamtkontext der bisherigen Ermittlungsergebnisse ausreichend Rechnung zu tragen gewesen. Abgesehen vom Verdacht aktiver und passiver Bestechung, bestehen auch im Sachverhaltskomplex "S/T" im übrigen ausreichend konkrete Anhaltspunkte für ungetreue Geschäftsbesorgung (evtl. ungetreue Amtsführung) als Vortat der Geldwäscherei (als Darlehensverträge bzw. Joint Ventures getarnte Devisengeschäfte analog "F/G").