Citation: 6B_492/2018 E. 2.5.2

2.5.2. Das Rechtsmittelverfahren beruht auf den Beweisen, die im Vorverfahren und im erstinstanzlichen Hauptverfahren erhoben worden sind (Art. 389 Abs. 1 StPO). Dieser Grundsatz gelangt indes nur zur Anwendung, soweit die Beweise, auf welche die Rechtsmittelinstanz ihren Entscheid stützen will, prozessrechtskonform erhoben worden sind. Erweisen sich die Beweiserhebungen des erstinstanzlichen Gerichts als rechtsfehlerhaft (lit. a), unvollständig (lit. b) oder erscheinen sie als unzuverlässig (lit. c), werden sie von der Rechtsmittelinstanz wiederholt (Art. 389 Abs. 2 StPO). Sofern die unmittelbare Kenntnis des Beweismittels für die Urteilsfällung notwendig erscheint, erhebt das Berufungsgericht zudem auch im Vorverfahren ordnungsgemäss erhobene Beweise noch einmal (Art. 343 Abs. 3 i.V.m. Art. 405 Abs. 1 StPO; BGE 143 IV 288 E. 1.4.1 S. 290 f.; Urteile 6B_1469/2017 vom 18. Juni 2018 E. 1.3; 6B_886/2017 vom 26. März 2018 E. 1.3.1; je mit Hinweisen). Eine unmittelbare Abnahme eines Beweismittels ist namentlich notwendig, wenn es den Ausgang des Verfahrens beeinflussen kann, insbesondere wenn die Kraft des Beweismittels in entscheidender Weise vom Eindruck abhängt, der bei seiner Präsentation entsteht. Dies ist etwa der Fall, wenn es in besonderem Masse auf den unmittelbaren Eindruck einer Zeugenaussage ankommt, so wenn die Aussage das einzige direkte Beweismittel (Aussage gegen Aussage-Konstellation) darstellt (BGE 140 IV 196 E. 4.4.2 S. 199 f.; Urteile 6B_1469/2017 vom 18. Juni 2018 E. 1.3; 6B_886/2017 vom 26. März 2018 E. 1.3.1; 6B_800/2016 vom 25. Oktober 2017 E. 9.2, nicht publ. in: BGE 143 IV 397; 6B_888/2017 vom 25. Oktober 2017 E. 3.3, nicht publ. in: BGE 143 IV 434; je mit Hinweisen). Der Beschwerdeführer begründet nicht, weshalb die Einvernahme von B.________ bei der Staatsanwaltschaft nicht verwertbar sein sollte. Insbesondere macht er nicht geltend, dass er beziehungsweise seine Verteidigung daran nicht habe teilnehmen können oder dass er keine Gelegenheit zur Stellung von Ergänzungsfragen erhalten habe (vgl. Art. 147 Abs. 1 StPO; Urteil S. 9). Selbst wenn die Vorinstanz gestützt auf Art. 343 Abs. 3 i.V.m. Art. 405 Abs. 1 StPO verpflichtet gewesen wäre, den Zeugen selbst nochmals zu befragen, hätte dies nicht zur Folge, dass dessen frühere Einvernahme nicht verwertbar wäre. Vielmehr läge eine Verletzung der genannten Bestimmungen und des Anspruchs auf rechtliches Gehör des Beschwerdeführers vor. Dies ist jedoch aufgrund der vorliegenden Konstellation nicht der Fall, da die Vorinstanz wie auch die erste Instanz die Aussagen von B.________ bei der Prüfung des Tatmotivs lediglich als ergänzendes Indiz heranziehen. Daneben berücksichtigen sie weitere Umstände, wie die Aussage der Vermittlerin der Liebesdienste, das bedrohliche und aggressive Verhalten des Beschwerdeführers im vorzeitigen Strafvollzug sowie an der Berufungsverhandlung und Berichte des IRM sowie der KTA (Urteil S. 13 ff.; erstinstanzliches Urteil S. 10 ff.). Demnach liegt kein Fall von Art. 343 Abs. 3 i.V.m. Art. 405 Abs. 1 StPO vor und die Vorinstanz war nicht verpflichtet, den Zeugen persönlich zu befragen. Dem Umstand, dass der Beschwerdeführer und der Zeuge miteinander verfeindet waren, trägt die Vorinstanz im Rahmen der Beweiswürdigung Rechnung (Urteil S. 9, 14 f.). Wie sie zutreffend festhält, führt dies entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers nicht dazu, dass auf die Aussage des Zeugen per se nicht abgestellt werden könnte. Insgesamt legt der Beschwerdeführer nicht dar, dass die Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruht (vgl. Art. 97 Abs. 1 BGG; 143 IV 241 E. 2.3.1 S. 244; 143 I 310 E. 2.2 S. 313; je mit Hinweis) oder den Grundsatz "in dubio pro reo" verletzt.