Citation: 1C_451/2020 E. 5.5

5.5. Gleich verhält es sich mit den Differenzen betreffend die finanzielle Unterstützung der pakistanischen Familie des Beschwerdeführers. Es ist zwar auch hier wiederum nachvollziehbar, wenn die Vorinstanz angenommen hat, dieser Konflikt habe seinen Anfang ebenfalls spätestens mit dem Praktikumsbeginn des Beschwerdeführers genommen, da er ab diesem Zeitpunkt über einen eigenen Verdienst verfügte und die Ex-Ehefrau die Thematik als "Dauerbrenner" bezeichnet habe. Wie der Beschwerdeführer zu Recht vorbringt, heisst dies im Umkehrschluss aber nicht, dass die unterschiedlichen Standpunkte betreffend die finanzielle Mittelverwendung geeignet gewesen sind, den Fortbestand der Ehe von Beginn weg ernsthaft in Frage zu stellen. Diesbezüglich erweist sich insbesondere sein Einwand als überzeugend, seine Ex-Ehefrau habe gegenüber dem SEM glaubhaft dargelegt, die Streitigkeiten betreffend die gemeinsamen Haushaltsausgaben hätten lange Zeit mittels einer gemeinsamen Budgetplanung behoben werden können. Hinzu kommt, dass die beiden Eheleute gegenüber dem SEM wiederum übereinstimmend aussagten, erst die Finanzierung der medizinischen Behandlung der Mutter des Beschwerdeführers habe wiederholt zu heftigem Streit geführt. Gestützt auf die Feststellungen der Vorinstanz hätten sich diese Diskussionen damit erst ab Herbst 2013 intensiviert. Überdies führte die Arbeitsaufnahme des Beschwerdeführers im April 2010, wie bereits gesagt, zunächst zu einer Verbesserung der finanziellen Situation des Ehepaars. Aus diesen Gründen ist auch der Beweis für die vorinstanzliche Annahme nicht erbracht, die finanziellen Probleme seien bereits im Einbürgerungszeitpunkt derart schwerwiegend gewesen, dass der Beschwerdeführer dies gegenüber den Einbürgerungsbehörden hätte offenlegen müssen.