Citation: 2C_695/2020 E. 2.4.1

2.4.1. Der Beschwerdeführer bringt vor, eine kurzfristige Festhaltung sei nicht notwendig, wenn der Betroffene bei der Identitätsabklärung freiwillig mitwirke. Es müssten daher begründete Zweifel bestehen, dass der Betroffene die Mitwirkung verweigere. Diese seien im vorliegenden Fall nicht gegeben. Alleine aus dem Umstand, dass er seiner Ausreisepflicht nicht nachgekommen sei, könne nicht geschlossen werden, er nehme behördliche Termine nicht wahr. Zudem sei er am 6. September 2019 Vater geworden und habe ein Wiedererwägungsgesuch eingereicht und die vorläufige Aufnahme beantragt. Der Wegweisungsvollzug sei in der Folge am 19. September 2019 ausgesetzt worden. Er habe einen Aufenthaltsanspruch aus dem Anspruch auf Achtung des Familienlebens (Art. 13 Abs. 1 BV und Art. 8 EMRK) und sei nicht mehr unter Ausreisepflicht gestanden. Auch genüge es für die Notwendigkeit der kurzfristigen Festhaltung nicht, dass er sich nicht um heimatliche Papiere bemüht habe. Daraus, dass er nicht freiwillig mit den heimatlichen Behörden Kontakt aufgenommen habe, könne nicht abgeleitet werden, er würde auch entsprechende Termine nicht wahrnehmen. Er habe sich in der Schweiz stets den Behörden zur Verfügung gehalten und sämtliche Termine wahrgenommen. Er sei nie untergetaucht, nie straffällig geworden und sozial integriert. Er hätte der Vorladung des SEM ohne Weiteres Folge geleistet. Weiter sei die Festhaltung auch nicht angemessen gewesen; es sei klar gewesen, dass er vorläufig aufgenommen werden würde. Insoweit habe kein öffentliches Interesse mehr an der Befragung durch Behörden des Heimatstaates bestanden. Die Festnahme sei vor den Augen seiner Familie erfolgt; diese sei schockiert gewesen. Die Festhaltung habe ihn nachhaltig mitgenommen und seine Familie hart getroffen.