Citation: 2C_453/2015 E. 4.2.1

4.2.1. Das Bundesgericht hat sich in der Vergangenheit wiederholt mit der Verhältnismässigkeit des Widerrufs von Niederlassungsbewilligungen von Personen auseinandergesetzt, die sich an Autorennen beteiligt haben: Im Urteil 2C_406/2014 vom 2. Juli 2015, bei dem der betroffene Lenker zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren wegen (eventual-) vorsätzlicher Tötung, (eventual-) vorsätzlicher schwerer und einfacher Körperverletzung sowie mehrfacher grober Verletzung von Verkehrsregeln verurteilt worden war, ging das Gericht in einem freizügigkeitsrechtlich zu beurteilenden Fall (vgl. Art. 5 Anhang I FZA [SR 0.142.112.681]) gestützt auf zwei verkehrspsychologische Gutachten, welche die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Delinquenz (Rückfallgefahr) als gering einstuften, davon aus, dass die privaten Interessen die öffentlichen überwögen. Das Gericht berücksichtigte insbesondere, dass der Unfallverursacher in der Schweiz geboren, hier aufgewachsen und familiär, sozial sowie beruflich (Lehrabschluss) integriert war und zu seinem Heimatstaat kaum mehr Beziehungen unterhielt (Urteil "Schönenwerd 1").