Citation: 1P.272/2006 13.07.2006 E. 1

1.1 Die Beschwerdeführerin ist als Opfer im Sinne des Bundesgesetzes vom 4. Oktober 1991 über die Hilfe an Opfer von Straftaten (Opferhilfegesetz, OHG; SR 312.5) zur Beschwerde berechtigt (Art. 8 Abs. 1 lit. c in Verbindung mit Art. 2 Abs. 1 OHG; BGE 120 Ia 157 E. 2c). 1.2 Die staatsrechtliche Beschwerde ist nur zulässig, wenn die behauptete Rechtsverletzung nicht sonstwie durch Klage oder Rechtsmittel beim Bundesgericht oder einer anderen Bundesbehörde - namentlich mit der Nichtigkeitsbeschwerde in Strafsachen ans Bundesgericht - gerügt werden kann (Art. 84 Abs. 2 OG; Art. 269 Abs. 1 BStP). Die Beschwerdeführerin rügt eine willkürliche Beweiswürdigung, begründet diese aber mit angeblichen Verletzungen von Bundesrecht: Ob die Beschwerdegegnerin beim Wegfahren ihres Wagens fahrlässig gehandelt, das Vortrittsrecht der Beschwerdeführerin missachtet hat oder einen weiteren Kontrollblick nach hinten hätte werfen sollen, sind Fragen des eidgenössischen Straf- und Strassenverkehrsrechts. Solche Rechtsverletzungen sind mit eidgenössischer Nichtigkeitsbeschwerde zu rügen, und die subsidiäre staatsrechtliche Beschwerde steht dafür nicht zur Verfügung. Es ist ausgeschlossen, die mit "staatsrechtliche Beschwerde" überschriebene Beschwerdeschrift als Nichtigkeitsbeschwerde entgegenzunehmen. Zwar täuscht sich die Beschwerdeführerin, wenn sie ausführt, die Nichtigkeitsbeschwerde stehe ihr nicht zur Verfügung (Beschwerdeschrift, Ziff. 2): Für Opfer gemäss OHG ist die Nichtigkeitsbeschwerde ausdrücklich im Gesetz vorgesehen (Art. 270 lit. e BStP). Ihre Eingabe genügt aber den formellen Anforderungen an eine Nichtigkeitsbeschwerde nicht. Die Beschwerdefrist beträgt für beide Beschwerden 30 Tage (Art. 272 Abs. 1 BStP; Art. 89 Abs. 1 OG), bei der Nichtigkeitsbeschwerde steht die Frist jedoch - anders als bei der staatsrechtlichen Beschwerde - während der Gerichtsferien nicht still (Art. 34 Abs. 2 OG). Sie lief bereits am 21. April 2006 ab, während jene für die staatsrechtliche Beschwerde wegen der Osterferien (Art. 34 Abs. 1 lit. a OG) am 8. Mai 2006 endete, an welchem Tag die Beschwerde bei der Post aufgegeben wurde. Eine Entgegennahme der staatsrechtlichen Beschwerde als Nichtigkeitsbeschwerde fällt wegen der verstrichenen Beschwerdefrist ausser Betracht.