Citation: 2C_394/2017 E. 4.4

4.4. Es ist unbestritten, dass es zwischen den Ehegatten im März 2015 zu einem Vorfall häuslicher Gewalt kam. Die Beschwerdeführerin gab an, sie sei von ihrem Ehemann gewürgt worden und es sei ihr schwarz vor Augen geworden. Die Vorinstanz stellte fest, aus dem Gutachten des Instituts für Rechtsmedizin der Universität Basel vom 13. Mai 2015 ergebe sich, dass sie Hauteinblutungen am Hals aufgewiesen habe, für deren Ursache am ehesten das angegebene Würgen in Betracht komme. Stauungsblutungen, die nach einem kreislaufwirksamen, komprimierenden Angriff gegen den Hals auftreten können, seien bei der Beschwerdeführerin aber nicht nachweisbar gewesen. Es seien auch keine Hinweise auf eine neurologische oder anderweitige lebensbedrohliche Schädigung ersichtlich gewesen, und an den typischen Stellen habe sie keine Punktblutungen aufgewiesen, womit eine akute Lebensgefahr nicht habe belegt werden können. Weiter verweist die Vorinstanz auf den Umstand, dass sich bezüglich des Vorfalls beide Ehegatten gegenseitig der häuslichen Gewalt beschuldigten. Die Beschwerdeführerin entgegnet hierzu, es rechtfertige sich auch bei gegenseitiger Gewaltanwendung nicht, die Ehefrau derart zu würgen, dass eine potentielle Lebensgefahr bestehe. Somit würden wichtige persönliche Gründe im Sinne von Art. 50 Abs. 1 lit. b AuG vorliegen. Dieser Argumentation kann nicht gefolgt werden. Die Beschwerdeführerin hält zwar zu Recht fest, dass die Anwendung von Gewalt - einseitig wie gegenseitig - nicht gebilligt werden soll. Sie unterlässt es jedoch, durch Beweismittel oder Sachverhaltsrügen darzulegen, inwiefern sie Opfer ehelicher Gewalt im Sinne der ein Aufenthaltsrecht begründenden Rechtsprechung zu Art. 50 Abs. 2 AuG geworden wäre. Da entsprechende Rügen fehlen, ist das Bundesgericht an die Sachverhaltsfeststellungen der Vorinstanz gebunden, die von einem punktuellen Vorfall ausgeht. Die Beschwerdeführerin zeigt nicht auf, dass sie häusliche Gewalt im Sinne einer systematischen Misshandlung mit dem Ziel, Macht und Kontrolle auszuüben, erfahren hätte. Es ist deshalb davon auszugehen, dass es sich beim Übergriff um eine einmalige Tätlichkeit im Verlauf eines eskalierenden Streits handelte, welche gemäss der Rechtsprechung nicht zur Annahme eines nachehelichen Härtefalls führt (vgl. E. 4.2 hiervor).