Citation: 8C_123/2018 E. 4.2.2

4.2.2. Aus den medizinischen Berichten schloss das kantonale Gericht, dass der Beschwerdegegner infolge des Unfalls oder der darauf folgenden Operation ein CRPS erlitten habe. Weder die Tatsache, dass aus der Latenzzeit von sechs bis acht Wochen keine ärztlichen Befunde vorlägen, noch dass lange Zeit kein CRPS diagnostiziert worden sei, sprächen im vorliegenden Fall zwingend dagegen. Allerdings greife es vorliegend zu kurz, die Frage nach der Unfallkausalität der Beschwerden im linken Unterschenkel/OSG auf das Vorliegen eines CRPS I zu beschränken (und damit von einem zweifelsfreien Vorliegen eines CRPS abhängig zu machen). Beim Versicherten liege in Bezug auf die Fussproblematik links ein Gemenge mit nicht genau zuzuordnenden Beschwerden vor. Die Uneinheitlichkeit der Diagnosestellungen ändere nichts daran, dass sämtliche ärztlichen Fachpersonen, die den Versicherten persönlich klinisch untersucht hätten, ausdrücklich oder konkludent von einer Unfallkausalität der Fussbeschwerden links ausgegangen seien. Zudem könnten aggravatorische Tendenzen des Versicherten ausgeschlossen werden, und namentlich sei die messbare Beweglichkeitseinschränkung immer bestätigt worden. Daher vermöchten die durch die verschiedenen Fachpersonen über die Zeit hinweg klinisch bestätigten Symptome das Fehlen einer apparativ objektivierten Befunderhebung aufzuwiegen. Auch ohne apparativ bestätigtes Substrat sei es vorliegend überwiegend wahrscheinlich, dass die anamnestisch schlüssigen und klinisch bestätigten persistierenden Fussbeschwerden links auf das Unfallereignis vom 29. Dezember 2001 zurückzuführen und aufgrund der relevanten gemessenen und mehrfach bestätigten Bewegungseinschränkungen genügend objektiviert seien. Mithin sei die Unfallkausalität zu bejahen.