Citation: 2C_1003/2016 E. 5.3

5.3. Dennoch musste die Beschwerdeführerin am 16. April 2015 ein weiteres Mal strafrechtlich belangt werden. Soweit sie geltend macht, es bestehe gar kein Widerrufsgrund, da die entsprechende Tat (Fahren trotz entzogenem Führerausweis) nur von untergeordneter Natur gewesen und in die Zeit vor der Verurteilung durch das Kriminalgericht des Kantons Genf gefallen sei, übersieht sie, dass dem Widerruf der Niederlassungsbewilligung eine Gesamtbetrachtung zugrunde liegt. Tatsache ist, dass die Beschwerdeführerin nach der Verurteilung wegen des qualifizierten Verstosses gegen das Betäubungsmittelgesetz erneut strafrechtlich belangt wurde; der ausländerrechtlichen Verwarnung vom 19. November 2013 lag die Annahme zugrunde, dass es nicht zu einer weiteren Verurteilung kommen würde, beruhe diese nun auf einem Verhalten vor oder nach dem Urteil des Kriminalgerichts, welches Anlass zur Verwarnung gegeben hat. Entgegen dem Einwand der Beschwerdeführerin steht der Grundsatz von Treu und Glauben dem Widerruf ihrer Bewilligung nicht entgegen; dies könnte nur dann der Fall sein, wenn das Migrationsamt bereits bei Erlass der zweiten Verwarnung von sämtlichen rechtsrelevanten Umständen und damit den Vorkommnissen, welche mit dem Entscheid vom 16. April 2015 sanktioniert wurden, Kenntnis gehabt hätte, was die Beschwerdeführerin weder behauptet, noch aufgrund der Akten als erstellt gelten kann.