Citation: 8C_292/2009 10.06.2009 E. 4.2

4.2.1 Die Beschwerdeführerin ist gelernte Konfektionsschneiderin und nahm in dieser Funktion bis 1989 Heimarbeit an. Seither geht sie keiner erwerblichen Tätigkeit mehr nach. Anlässlich der ersten Haushaltsbefragung führte sie gegenüber der Abklärungsperson aus, sie hätte die Heimarbeit ohne gesundheitliche Beeinträchtigungen bei Beendigung der Ausbildung der 1978, 1980 und 1984 geborenen Kinder wieder aufgenommen (Bericht vom 17. August 1994). Knapp drei Jahre später wiederholte sie gemäss "Abklärungsbericht für Hausfrauen" vom 28. Januar 1997 diese Aussage, indem sie als Gesunde aktuell als Heimarbeiterin oder zu 50 % im Büro bzw. anderweitig tätig wäre. Auch den Haushaltsberichten vom 19. Februar 2002 und 30. August 2004 ist zu entnehmen, dass ohne gesundheitliche Beschwerden im Umfang von ca. 50 % eine erwerbliche Beschäftigung ausgeübt würde. Trotz dieser Angaben wurde die Versicherte stets - auf Grund des Alters der Kinder, der Grösse von Haushalt und Garten, der intakten finanziellen Verhältnisse (Einkommen des Ehemannes, geringe hypothekarische Belastung etc.) sowie mangelnder konkreter Hinweise für Bemühungen zur Aufnahme einer Erwerbstätigkeit - als auch im hypothetischen Validitätsfall vollzeitig im Haushalt beschäftigt qualifiziert. Dieser Einstufung opponierte die Beschwerdeführerin zu keinem Zeitpunkt. Erst im Lichte der Ende 2007 erneut angehobenen Abklärungen, in deren Rahmen die Versicherte vermerken liess, ohne Behinderung im gegenwärtigen Zeitpunkt einer erwerblichen Beschäftigung im Umfang von mindestens 50 % nachzugehen, da nun auch der jüngste Sohn aus dem elterlichen Haushalt ausgezogen sei und die Haushaltsarbeiten sich entsprechend verringert hätten (Bericht vom 18. Dezember 2007), ermittelte die Beschwerdegegnerin den Invaliditätsgrad neu basierend auf der Annahme einer je hälftigen Aufteilung von häuslichem Aufgabenbereich und Erwerbstätigkeit. 4.2.2 Nach dem Gesagten bestanden im Lichte der diesbezüglich kongruenten Äusserungen der Beschwerdeführerin bereits seit geraumer Zeit - spätestens aber seit Ende August 2000 mit Schulabschluss des jüngsten Sohnes - Anhaltspunkte für eine im Gesundheitsfall wiederaufgenommene Erwerbsarbeit. Dennoch gewichtete die Verwaltung die für eine hypothetische Weiterführung der Haushaltstätigkeit im Vollpensum sprechenden Gründe als überzeugender und behielt den bisherigen Status bei, was seitens der Versicherten unwidersprochen blieb. Als für einen Wechsel massgebend erachtete die Beschwerdegegnerin erst den Umstand des Auszugs des 1984 geborenen Sohnes und die - laut eigener Aussage der Beschwerdeführerin - damit verbundene Reduktion der Haushaltsverrichtungen. Vor diesem Hintergrund erscheint die Feststellung des kantonalen Gerichts, der für die Methodenwahl relevante Sachverhalt habe eine wesentliche, eine Neubeurteilung der Statusfrage rechtfertigende Änderung erfahren, nachvollziehbar, jedenfalls aber nicht qualifiziert unrichtig im Sinne des in E. 4.1 in Verbindung mit E. 1 hievor Ausgeführten. Entgegen den Einwendungen der Beschwerdeführerin besteht, wie in E. 2.2.1 in fine dargelegt wurde, hinsichtlich der Einstufung als ohne gesundheitliche Beeinträchtigungen (Teil-)Erwerbstätige oder im Haushalt Beschäftige keine Form der Besitzstandsgarantie, zumal die IV-Stelle in casu lediglich den von der Versicherten seit Jahren abgegebenen Erklärungen zur Statusfrage Rechnung getragen hat. Daran vermag der Umstand, dass der jüngste Sohn sich an den im Haushalt anfallenden Aufgaben beteiligt hatte, nichts zu ändern, verringerte sich der bisherige Dreipersonenhaushalt mit dessen Auszug dennoch in erheblichem Masse, was zu namhaften Entlastungen in diesem Bereich - immerhin nahm der Sohn 2004 noch drei Mahlzeiten zu Hause ein - führte. Keine genügenden Hinweise sind demgegenüber für ein im Gesundheitsfall vollzeitlich ausgeübtes Erwerbspensum ersichtlich. Namentlich kann eine derartige Schlussfolgerung nicht allein aus der Angabe im Abklärungsbericht vom 18. Dezember 2007 gezogen werden, wonach "mindestens" im Umfang von 50 % einer Erwerbstätigkeit nachgegangen würde. Trotz während des gesamten Zeitraums vorhandener Restarbeitsfähigkeit gehen aus den Akten keine Bestrebungen der Beschwerdeführerin hervor, sich auch nur in einem geringen Ausmass um erwerbliche (Heim-)Arbeit zu bemühen, sodass eine Vollzeittätigkeit auch bei vorhandener Gesundheit als nicht überwiegend wahrscheinlich anzusehen ist. Dies gilt umso mehr, als die Wohnverhältnisse stets gleich geblieben sind (Einfamilienhaus mit grossem Umschwung) und auch das ökonomische Umfeld keine nennenswerte, einen erheblichen finanziellen (Mehr-)Beitrag notwendig machende Änderung erfahren hat.