Citation: 6B_1260/2019 E. 4.3

4.3. Der Beschwerdeführer wendet ein, die Vorinstanz habe zu Recht den schweren persönlichen Härtefall bejaht. Allerdings bestehe kein überwiegendes öffentliches Interesse an einer Landesverweisung. Die Vorinstanz stelle zu Unrecht auf die abstrakte Beurteilung der betroffenen Delikte ab, wenn sie ausführe, die vom Beschwerdeführer begangenen Sexualdelikte seien als schwere strafbare Handlungen einzustufen. Sie verkenne damit die Notwendigkeit der konkreten Würdigung. Die Umstände und die Charakteristik der Tat wiesen nicht auf eine besondere Gefährlichkeit des Beschwerdeführers hin und seien wohl eher seinem jugendlichen Alter zuzuschreiben, was auf eine positive Legalprognose hinweise. Tatumstände und Verschulden würden im untersten Bereich liegen. Die lange Dauer der Untersuchungs- und Sicherheitshaft habe eine Warnwirkung auf den Beschwerdeführer gezeitigt. Der Vorwurf, dass der Beschwerdeführer nicht berufstätig sei, sei zynisch. Er sei am 1. Juni 2017 verhaftet worden. Zuvor habe er den verpassten Sekundarschulabschluss im Jahr 2015 nachgeholt. Er habe zudem ein Praktikum als Fachmann Betriebsunterhalt absolviert. Da er in der Folge keine Lehrstelle gefunden habe, habe er ein Nachbetreuungsangebot einer Stiftung in Anspruch genommen. Nebenbei habe er als Mitarbeiter in einem Bistro gearbeitet, wo er im Service angestellt gewesen sei. Mit seinem Heimatland verbinde der Beschwerdeführer lediglich die Sprache und Verwandte. Aus welchen Gründen die Vorinstanz eine Reintegration und Resozialisierung in Marokko als realistisch bzw. gar als sehr wahrscheinlich erachte, bleibe offen. Die soziale Situation in Marokko sei überaus schwierig. Die Arbeitslosigkeit sei notorisch hoch. Die berufliche Perspektive für den Beschwerdeführer ohne abgeschlossene Lehre präsentiere sich in Marokko als unzumutbar. Es müsse daher auf einen Landesverweis verzichtet werden.