Citation: 9C_474/2023 E. 2.5.1

2.5.1. Die natürliche Vermutung zugunsten eines Wohnsitzes am Wochenaufenthaltsort (vgl. oben E. 2.4 einleitend u. 2.4.1) erhält umso mehr Gewicht, je älter eine Person ist und je länger das Auseinanderfallen von Wochenaufenthaltsort und zweitem Wohnort angedauert hat, so z.B. bei einem ledigen Fünfzigjährigen, der seit langer Zeit am selben Ort wohnt, von dem aus er der Arbeit nachgeht (vgl. Urteile 2C_296/2018 vom 6. Juni 2018 E. 2.3; 2C_397/2010 vom 6. Dezember 2010 E. 2.4.2). Selbst bei gegebenenfalls allwöchentlicher Rückkehr an den Familienort können die Beziehungen zum Arbeitsort namentlich dann überwiegen, wenn der Betroffene dort einen besonderen Freundes- und Bekanntenkreis aufgebaut hat (vgl. BGE 148 II 285 E. 3.3.3 mit Hinweisen). Insbesondere darf nach einer jahrelangen Arbeitstätigkeit in der Nachbargemeinde und dem ebenso langen Wochenaufenthalt in der näheren Umgebung davon ausgegangen werden, dass der Pflichtige auch dort über gewisse soziale Kontakte verfügt (vgl. das Urteil 2C_247/2021 vom 27. Dezember 2021 E. 3.4 u. 3.7.1).