Citation: 1P.191/2001 05.07.2001 E. 2

2.- Der Beschwerdeführer rügt weiter eine Verletzung des Grundsatzes "in dubio pro reo" im Sinne einer Beweiswürdigungsregel. a) Gemäss Art. 32 Abs. 1 BV sowie Art. 6 Ziff. 2 EMRK gilt jede angeschuldigte Person bis zur rechtskräftigen Verurteilung als unschuldig. Die Maxime "in dubio pro reo" ist ein Aspekt der Unschuldsvermutung (BGE 120 Ia 31 E. 2b S. 35). Als Beweiswürdigungsregel besagt die Maxime, dass sich der Strafrichter nicht von der Existenz eines für den Angeklagten ungünstigen Sachverhalts überzeugt erklären darf, wenn bei objektiver Betrachtung Zweifel bestehen, ob sich der Sachverhalt so verwirklicht hat. Die Maxime ist verletzt, wenn der Strafrichter an der Schuld des Angeklagten hätte zweifeln müssen. Dabei sind bloss abstrakte und theoretische Zweifel nicht massgebend, weil solche immer möglich sind und absolute Gewissheit nicht verlangt werden kann. Es muss sich aber um erhebliche und nicht zu unterdrückende Zweifel handeln, d.h. um solche, die sich nach der objektiven Sachlage aufdrängen. Bei der Beurteilung von Fragen der Beweiswürdigung beschränkt sich das Bundesgericht auf eine Willkürprüfung. Es kann demnach nur eingreifen, wenn der Sachrichter den Angeklagten verurteilte, obgleich bei objektiver Würdigung des ganzen Beweisergebnisses offensichtlich erhebliche und schlechterdings nicht zu unterdrückende Zweifel an dessen Schuld bestanden (BGE 127 I 38 E. 2a S. 41, mit Hinweisen). b) Der Grundsatz "in dubio pro reo" wurde vorliegend nicht verletzt. Es ist unter Willküraspekten nicht zu beanstanden, dass die kantonalen Instanzen im Rahmen der Beweiswürdigung mit ausführlicher Begründung auf die Angaben der Zeugin A.________ abgestellt haben. Sodann hat das Obergericht die vom Beschwerdeführer behauptete Ursache der Trommelfellverletzung des Geschädigten - einen Sturz oder ein heftiges Anschlagen an einem Türrahmen - im Vergleich zur Möglichkeit eines Schlages auf das Ohr zu Recht als "eher unwahrscheinlich" bezeichnet. Schliesslich ist auch nicht überzubewerten, wenn anlässlich der Befragung vor dem Bezirksgericht der Geschädigte und die einvernommene Zeugin unterschiedliche Zeitpunkte hinsichtlich des Auftretens einer Blutung am verletzten Ohr genannt haben: Es ist nachvollziehbar, dass der als alkoholkrank beschriebene Geschädigte sich im Januar 2000 nicht mehr im Detail an den exakten Ablauf der Ereignisse in der Nacht auf den 18. November 1998 erinnern konnte. Für das Obergericht bestand demnach kein Anlass, am schuldhaften Verhalten des Beschwerdeführers erhebliche, nicht zu unterdrückende Zweifel zu hegen.