Citation: 9C_615/2021 E. 8.2

8.2. Ein Anhaltspunkt, dass auf die vom kantonalen Gericht herangezogenen Grundlagen nicht abgestellt werden könnte, ist weder ersichtlich noch in der Beschwerde (substanziiert) dargelegt (zum Zusammenhang zwischen Fallzahlen und Qualität vgl. auch BGE 145 V 170 E. 6.4). Über den im erwähnten Schlussbericht (Executive Summary) betreffend den Umgang verschiedener europäischer Länder mit dem Kriterium der Seltenheit im Kontext der hochspezialisierten Medizin geforderten Grenzwerten liegt in der Tat jedenfalls das Spital E.________, welches eine fixe Zahl von 30 Eingriffen pro Jahr im Bereich der FFS angab. Dessen Stellungnahme vom 21. Juli 2020 ist hinsichtlich des Operationsrisikos weiter zu entnehmen, die angebotenen Behandlungsmethoden stellten durchaus ein alternatives und (relativ) risikofreies Angebot in Bezug auf die FFS dar. Die Frage, ob trotz der geringeren Operationsfrequenzen im Vergleich zur Klinik B.________ von einer verantwortbaren und in zumutbarer Weise durchgeführten Behandlung gesprochen werden könne, wurde bejaht. Zudem wies das Spital E.________ darauf hin, dass eine interne Qualitätskontrolle durchgeführt werde und interdisziplinäre Fallkonferenzen zum Thema FFS stattfänden. Das Spital G.________ benannte zwar keine genaue Anzahl jährlicher Eingriffe, verwies aber immerhin auf eine 15-jährige Erfahrung betreffend die gesichtsfeminisierenden Vorkehren; die spezialisierten Ärzte (Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie, Plastische Chirurgie, Hals-Nasen-Ohrenchirurgie) verfügten über einen Erfahrungsschatz, der weit über die Behandlung von trans Personen hinausgehe. Die Eingriffe gehörten zum Repertoire der entsprechenden Spezialisten und seien somit absolut verantwort- und zumutbar. Die Erfolgschancen für die Betroffenen seien im Ausland nicht besser als in der Schweiz. Der SPGV sei in Bezug auf die Behandlung von trans Personen international vernetzt und befinde sich in regem Austausch mit internationalen Zentren. Dessen Mitglieder forschten und publizierten zu diesem Thema. Es fänden entsprechende Hospitationen und Weiterbildungen statt. Da die FFS keine einzelne Operation, sondern eine individuelle Auswahl mehrerer Operationskomponenten darstelle, sei eine Aussage zu den absoluten Komplikationsraten schwierig. Insgesamt seien aber die Komplikationen in diesem Bereich sehr niedrig (vgl. Stellungnahme vom 22. September 2020).