Citation: 5A_299/2020 E. 3.2

3.2. Art. 34 Ziff. 2 LugÜ gewährleistet eine zustellungsrechtliche Mindestgarantie (MARKUS, Internationales Zivilprozessrecht, 2. Aufl. 2020, Rz. 1690; vgl. BGE 142 III 355 E. 3.3.3; 142 III 180 E. 3.3.1). Nach der Rechtsprechung erfordert sie die Zustellung in den Herrschaftsbereich des Beklagten. Die Durchführung muss mit Sicherheit feststellbar sein, wobei es genügt, wenn der Kläger den Zustellungsnachweis erbringen kann. Des Weiteren muss die Zustellung in einer Art und Weise erfolgen, mittels welcher der Empfänger ihre Wichtigkeit erfassen kann; eine Benachrichtigung über irgendwelche informellen Kanäle reicht nicht aus (Urteil 5A_230/2012 vom 23. Oktober 2012 E. 4.1; MARKUS, a.a.O., Rz. 1690). Zu prüfen ist im Folgenden, ob das Obergericht - wie von der Beschwerdeführerin behauptet - Art. 34 Ziff. 2 LugÜ durch die Annahme des Verweigerungsgrundes verletzt habe.