Citation: 9C_752/2019 E. 5

Die initialen Angabe der Beschwerdeführerin im Administrativverfahren sind klar: So äusserte sie sich am 21. Dezember 2017 im Fragebogen betreffend Erwerbstätigkeit/Haushalt dahingehend, dass sie aktuell, wenn sie gesund wäre, zu 80 % als Pharma-Assistentin arbeiten würde. Dabei wurde sie explizit nach der Erwerbstätigkeit im Gesundheitsfall gefragt und nicht danach, in welchem Umfang sie ohne Operation arbeiten würde. Unklar erscheinen ihre Angaben im Schreiben vom 23. Mai 2018, wonach ein Vollzeitpensum bereits vor ihrer Lebertransplantation vom Januar 2017 schwierig gewesen sei, weshalb sie auf 80 % reduziert habe (Ziffer 1 der Stellungnahme). Im Rahmen der Abklärung an Ort und Stelle vom 27. Juni 2018 und damit lange nach der Operation - folglich nicht mehr unter deren Eindruck stehend - bestätigte die Beschwerdeführerin jedoch integral ihre initialen Angaben (Abklärungsbericht Ziffer 2.4 S. 3). Davon wich sie auch im Rahmen des ihr gewährten rechtlichen Gehörs nicht ab (Schreiben vom 28. Juni 2018 betreffend Zustellung des Abklärungsberichts). Dagegen vermögen der Umstand, dass es sich beim Leiden der Beschwerdeführerin um eine schleichende Krankheit handelt, sowie die nicht echtzeitlichen Angaben des Arbeitgebers und von Dr. med. B.________ (Bericht vom 28. November 2018) nicht aufzukommen. Es steht aktenkundig fest, dass die Erstmanifestation des Morbus Wilson im März 1993 erfolgte und dass dieses chronische Leiden trotz seiner Schwere die Beschwerdeführerin nicht daran hinderte, noch viele Jahre voll erwerbstätig zu sein. Dass sie ab 2013, als sie effektiv das Pensum von 100 auf 80 % reduzierte, krankheitsbedingt zu diesem Schritt gezwungen wurde, ist durch kein medizinisches oder anderweitiges Beweismittel erstellt und auch nicht beweisbar, dies insbesondere nicht durch den Bericht von Dr. med. B.________ vom 28. November 2018. Dieser spricht von der 2016 akut eingetretenen, die nachfolgende Operation nötig machenden Verschlechterung. Was die Zeit davor (ab 2013) anbelangt, äussert er sich aber nur zu allgemein bei solchen Krankheitsbildern medizinisch plausiblen Möglichkeiten, die bei der Beschwerdeführerin nicht erhärtet sind, gibt es ja in den gesamten Akten keine medizinisch attestierten Arbeitsunfähigkeiten vor 2016. Von einer offensichtlichen Unrichtigkeit (Willkür) oder einer Verletzung der Regeln über die Beweiswürdigung durch überspannte Anforderungen an den erforderlichen Wahrscheinlichkeitsbeweis kann bei dieser Sach- und Beweislage nicht gesprochen werden. Nach dem Gesagten kann die Frage offen gelassen werden, ob die Telefonnotiz vom 22. Januar 2018 durch die Vorinstanzen als Beweismittel herangezogen werden durfte (vgl. BGE 117 V 282, wonach die Auskunft schriftlich eingeholt werden muss, wenn es um einen wesentlichen Punkt des rechtserheblichen Sachverhalts geht).