Citation: 1A.91/2000 19.06.2000 E. A

A.- Am 5. Mai 1999 ersuchte die Generalstaatsanwaltschaft der Russischen Föderation die Schweiz um Rechtshilfe in gegen die russischen Staatsbürger Boris Abramovitch Berezovski, Nikolai Alekseevitch Glouchkov und Aleksander Semionovitch Krasnenker gerichteten Strafverfahren. Diesen Personen werde unter anderem Betrug und Geldwäscherei im Sinne von Art. 159 bzw. 174 des russischen Strafgesetzbuchs (russ. StGB) vorgeworfen. Aleksander Krasnenker sei von November 1995 bis März 1999 Stellvertreter des Generaldirektors der zu 51% im Staatsbesitz befindlichen Fluggesellschaft Aeroflot gewesen. Es bestehe der Verdacht, dass Boris Berezovski dafür gesorgt hätte, dass Krasnenker und Glouchkov zu Direktoren der Aeroflot ernannt worden seien und daraufhin veranlasst hätten, dass Dollarbeträge in dreistelliger Millionenhöhe, die der Aeroflot zugestanden seien, über verschiedene Zwischengesellschaften den genannten drei Personen selbst zugeflossen seien. So hätten Krasnenker und Glouchkov den damaligen Generaldirektor E.________ dazu angestiftet, die Vertretungen von Aeroflot im Ausland am 30. Mai 1996 anzuweisen, 80% ihrer "Gewinne" auf ein Konto zu überweisen, das die Firma Y.________ in Lausanne eröffnet habe. Dieses Konto sei Berezovski und Glouchkov zur Verfügung gestanden, die auch Hauptaktionäre der Firma Y.________ gewesen seien. Die Generalstaatsanwaltschaft ersuchte unter anderem darum, Unterlagen über Konten der drei genannten Personen zu übermitteln und die darauf befindlichen Vermögenswerte zu beschlagnahmen. Am 23. Juni 1999 hat das Bundesamt für Polizei den Vollzug des Rechtshilfeersuchens der Bundesanwaltschaft übertragen. Diese ist mit Verfügung vom 30. Juni 1999 darauf eingetreten und hat die Rechtshilfe für zulässig erklärt. Mit Verfügung vom 27. Juli 1999 beschlagnahmte die Bundesanwaltschaft bei der Bank I.________ in Genf die Bankkonti und Depots XXXX-XXXXXX-XX (CHF), YYYY-YYYYYY-YY (USD), ZZZZ-ZZZZZZ-ZZ-Z (USD) und VVVV-VVVVVV-VV (USD), deren Inhaber Aleksander Krasnenker war und für die dieser und der in Zypern wohnhafte J.________ Einzelunterschrift besassen. Die Russische Föderation hat das Rechtshilfeersuchen fünf mal ergänzt. Am 12. November 1999 teilte sie unter anderem mit, dass der Vorwurf der Geldwäscherei gegen Boris Berezovski, nicht aber gegen Glouchkov und Krasnenker, vorderhand fallen gelassen werde. Sie erwähnte weitere Firmen, über welche die abgezweigten Gelder den Beschuldigten zugeflossen seien. Am 22. November 1999 erwähnte sie in diesem Zusammenhang ausdrücklich auch die "Firma R.________" Die Ausführung des Ersuchens durch die Beschlagnahme von Unterlagen und die Befragung verschiedener Zeugen ergab, dass Boris Berezovski oder andere Beschuldigte an allen im Ersuchen genannten Gesellschaften beteiligt gewesen waren und dass namhafte Überweisungen von Aeroflot an die Firmen Y.________ und F.________ stattgefunden hatten. Diese Gesellschaften legten jedoch Wert darauf, dass die Zahlungen wirtschaftlich gerechtfertigt gewesen seien. Mit Schlussverfügung vom 10. Februar 2000 hat die Bundesanwaltschaft dem Ersuchen samt Ergänzungen unter Vorbehalt des Spezialitätsgrundsatzes entsprochen und die Herausgabe der edierten Kontounterlagen des Aleksander Krasnenker angeordnet. Da dieser nicht in der Schweiz wohnte, nicht anwaltlich vertreten war und kein Zustelldomizil in der Schweiz bezeichnet hatte, unterblieb eine Zustellung der Schlussverfügung an ihn. In der Begründung der Schlussverfügung erwog die Bundesanwaltschaft, dass der im Ersuchen geschilderte Sachverhalt unter Art. 312 und 314 in Verbindung mit Art. 146 und 305bis StGB zu subsumieren wäre und dass eine Durchsicht der zu übermittelnden Unterlagen einen Zusammenhang mit dem im Ersuchen erwähnten Sachverhalt ergeben habe. Die Unterlagen hätten den Anschein der Beweiseignung, deren Übermittlung sei zur Belastung und Entlastung der Betroffenen zulässig, sinnvoll und verhältnismässig. Am 8. Dezember 1999 sowie am 7. Februar und 9. Februar 2000 erliess die Bundesanwaltschaft weitere Schlussverfügungen gegenüber den übrigen vom Rechtshilfeersuchen Betroffenen. Dabei wurde das Ersuchen in jedem Falle gutgeheissen.