Citation: U 15/02 31.10.2003 E. 3

Streitig ist die Höhe der dem Beschwerdeführer ab 1. Juli 2000 zustehenden Invalidenrente. 3.1 Der Versicherte ist der Auffassung, das kantonale Gericht habe die medizinischen Unterlagen unzutreffend gewürdigt. Aus den Berichten des Hausarztes Dr. med. G.________ (vom 22. Juli und 18. August 2000) ergebe sich bereits gestützt auf die physischen Beschwerden eine Erwerbsunfähigkeit im Umfang von 66 %, mindestens aber von 50 %. Der Erwerbsunfähigkeitsgrad sei demnach wesentlich grösser, als die Vorinstanz - zur Hauptsache gestützt auf die kreisärztliche Einschätzung von Dr. med. C.________ anlässlich der Abschlussuntersuchung vom 20. April 2000 - angenommen habe. 3.2 In seinem hausärztlichen Bericht vom 22. Juli 2000 erwähnt Dr. med. G.________, dass die Schmerzproblematik nebst einer depressiven Entwicklung im Vordergrund stünde. Diese Angaben sind weder zum Abschlussbericht des Dr. med. C.________ noch zur weiteren medizinischen Aktenlage widersprüchlich, da sowohl Dr. med. C.________ den Verdacht einer somatoformen Schmerzstörung äussert, welche entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers den psychischen Störungen zuzuordnen ist, als auch im Austrittsbericht der Klinik B.________ vom 5. April 2000 auf eine mögliche Symptomausweitung wie auf erhebliche unfallfremde psychosoziale Belastungsfaktoren hingewiesen wird, was sich wiederum mit den Angaben des Hausarztes vom 22. Juli 2000 deckt. Auch die Schätzung der Arbeitsfähigkeit des Kreisarztes steht nicht im Widerspruch zu derjenigen des Hausarztes, weil dieser den Versicherten im Gegensatz zu Dr. med. C.________ in Beachtung der psychischen und physischen Gesamtsymptomatik zu 100 % arbeitsunfähig schätzt. Wenn das kantonale Gericht aus den gesamten ärztlichen Stellungnahmen schloss, dass die psychische Komponente des Beschwerdebildes ausser Acht zu bleiben habe, da es sich jedenfalls nicht um eine adäquate Unfallfolge (vgl. BGE 115 V 133) handle, weshalb die SUVA für die dadurch verursachte Verminderung der Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit nicht einzustehen habe, lässt sich dies nicht beanstanden, wie sich aus den nachstehenden Erwägungen ergibt. Von einer erneuten medizinischen Begutachtung ist somit abzusehen. 3.3 Aufgrund des Geschehensablaufs und der erlittenen Verletzungen ging die Vorinstanz bei der Prüfung der adäquaten Kausalität richtigerweise von einem Unfallereignis im mittleren Bereich aus, welches innerhalb dieses Rahmens im Lichte der in RKUV 1999 Nr. U 330 S. 122 ff. wiedergegebenen Rechtsprechung weder an der Grenze zu den leichten Unfällen eingeordnet werden kann, noch zu den schweren Fällen im mittleren Bereich zu zählen ist. Entgegen der Äusserung des Beschwerdeführers in seiner vorinstanzlichen Beschwerde ist dabei auch nicht sein subjektives Unfallerlebnis massgebend, sondern das objektiv erfassbare Unfallereignis (BGE 115 V 139 Erw. 6, bestätigt in: BGE 124 V 44 Erw. 5c/aa). 3.4 Da ein mittelschwerer, nicht den Grenzbereich zu den schweren Ereignissen beschlagender Unfall vorliegt, ist die Adäquanz des Kausalzusammenhangs nur zu bejahen, falls ein einzelnes der in die Beurteilung einzubeziehenden unfallbezogenen Kriterien (besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls; Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzung; ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung; Dauerbeschwerden; ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert; schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen; Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit; BGE 115 V 140; 6c/aa) in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist oder die zu berücksichtigenden Kriterien insgesamt in gehäufter oder auffallender Weise gegeben sind (BGE 115 V 140 Erw. 6c/bb). Dieses Erfordernis ist im vorliegenden Fall nicht erfüllt, wie das kantonale Gericht in einlässlicher und sorgfältiger Würdigung der Sach- und Rechtslage, welche zu wiederholen sich erübrigt, richtig erkannt hat. 3.5 Die Vorbringen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde rechtfertigen keine andere Betrachtungsweise. Weder liegen besonders dramatische Begleitumstände oder eine besondere Eindrücklichkeit des Unfalls vor, noch kann das Kriterium der Schwere oder besonderen Art der erlittenen Verletzung bejaht werden, insbesondere ist die erlittene Fussverletzung erfahrungsgemäss nicht geeignet, psychische Fehlentwicklungen auszulösen. Ebenso wenig liegt eine ärztliche Fehlbehandlung vor, noch trat ein schwieriger Heilungsverlauf mit erheblichen Komplikationen auf. Die Versorgung und der postoperative Verlauf waren unauffällig und problemlos (Bericht der Klinik B.________ vom 1. Juli 1999). Die am 2. November 1999 durchgeführte Arthrodese im Grosszehengrundgelenk erfolgte aufgrund der persistierenden Schmerzen und des daraus resultierenden hohen Leidensdruckes des Versicherten (Bericht des Spitals X.________ vom 9. November 1999). Bezüglich der körperlich bedingten Dauer der Arbeitsunfähigkeit ist festzuhalten, dass rund sechs Monate nach dem Unfallereignis mit einer teilweisen Arbeitsaufnahme gerechnet wurde. Anlässlich einer durch die Invalidenversicherung veranlasste beruflichen Abklärung in der Klinik B.________ vom 12. Mai 1999 bis 27. Mai 1999 wurde der Beschwerdeführer für eine der Behinderung angepassten Tätigkeit im Umfang von 100 % arbeitsfähig geschätzt, was sich auch mit der Angabe des Dr. med. C.________ vom 20. April 2000 deckt, wobei sämtliche Arbeitsversuche aufgrund der geklagten Schmerzen des Versicherten fehlschlugen. Im Lichte der bisherigen Rechtsprechung sind hier bei einer rund sechs Monate dauernden vollständigen Arbeitsunfähigkeit und anschliessend zumutbaren leidensangepassten Tätigkeit im Umfang von 100 %, Grad und Dauer der Arbeitsunfähigkeit aufgrund der körperlichen Schädigung nicht von besonderem Ausmass (vgl. RKUV 2001 Nr. U 442 S. 544 ff. mit Hinweisen). Bezüglich der körperlichen Dauerbeschwerden ist festzuhalten, dass es sich - entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers - bei einer somatoformen Schmerzstörung, welche hier verdachtsweise vorliegt, um eine psychische Störung handelt. Selbst wenn die bestehenden Schmerzen des Vorfusses teilweise körperlicher Natur sind, wobei Dr. med. C.________ im Rahmen seiner Abschlussuntersuchung einen klinisch guten, reizlosen Befund mit seitengleicher Fussbeschwielung erhob, bestehen physisch bedingte Dauerschmerzen zumindest nicht in ausgeprägter Form. Wird somit von (teilweise) körperlich bedingten Dauerschmerzen ausgegangen und auch die ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung bejaht - die medizinischen Massnahmen waren knapp zwei Jahre nach dem Unfallereignis ausgeschöpft - liegen dennoch die rechtsprechungsgemäss zu prüfenden Kriterien weder gehäuft vor, noch ist eines davon besonderes ausgeprägt, weshalb der adäquate Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom 9. Juli 1998 und den geklagten psychischen Beschwerden zu verneinen ist. Es besteht daher kein Anlass, von der kreisärztlichen Beurteilung der Arbeitsfähigkeit abzuweichen, wonach dem Beschwerdeführer eine sitzende Tätigkeit mit gelegentlichem Gehen und Stehen zu je 15 % zugemutet werden kann, wobei während dem Stehen und Gehen ebenfalls nur leichte Arbeiten, ohne Heben oder Tragen von Lasten über 5 kg möglich sind.