Citation: 5A_872/2023 E. 3.1

3.1. Hinsichtlich der Obhut über D.________ ist laut dem angefochtenen Entscheid unbestritten, dass die tatsächliche Betreuungssituation bereits seit längerer Zeit wesentlich und dauerhaft verändert ist, weshalb schon das Bezirksgericht die im Eheschutzentscheid angeordnete alternierende Obhut aufhob und D.________ unter die alleinige Obhut der Beschwerdeführerin stellte. Den Antrag, auch E.________ unter ihre Alleinobhut zu stellen, wies das Bezirksgericht hingegen ab mit der Begründung, dass E.________ mehr als nur an jedem zweiten Wochenende vom Beschwerdegegner betreut werde und die bisher gelebte Betreuung (zu zwei Dritteln bei der Mutter und zu einem Drittel beim Vater) einer alternierenden Obhut gleichkomme. Das Kantonsgericht widerspricht dieser Beurteilung und erachtet als glaubhaft, dass E.________ seinen Lebensmittelpunkt vollständig zur Beschwerdeführerin verlegt habe, so dass die im Eheschutzentscheid vom 30. Juni 2014 angeordnete alternierende Obhut auch bezüglich E.________ nicht mehr bestehe. Es heisst die Berufung in diesem Punkt gut und stellt E.________ unter die alleinige Obhut der Beschwerdeführerin. Angesichts von E.________s Alter und seines guten Kontakts zum Beschwerdegegner wurde auf eine konkrete Besuchsregelung verzichtet. Im Streit um den Kindesunterhalt geht das Kantonsgericht zuerst auf die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin ein. Es stellt fest, dass die Beschwerdeführerin bei der Fachhochschule F.________ eine Festanstellung mit einem Pensum zwischen 50 % und 70 % habe; im Studienjahr 2021/2022 habe das Pensum 58 % und im Folgejahr 61 % betragen. Die Einwände, weshalb eine Ausdehnung der Erwerbstätigkeit nicht in Frage komme, lässt die Vorinstanz nicht gelten; eine Ausdehnung des Arbeitspensums auf rund 80 % sei zumutbar und möglich. Ausgehend vom aktuellen Einkommen ermittelt sie ein hypothetisches Monatseinkommen von Fr. 9'300.--. Weil ein Kleinpensum an einer anderen Bildungseinrichtung nicht gleich hoch entlohnt würde wie die bestehende langjährige Anstellung, sei das hypothetische Einkommen auf Fr. 9'000.-- festzusetzen. Eine Erhöhung des Pensums auf 100 % sei bei der aktuellen Arbeitgeberin nicht möglich; in einer anderen Bildungsstätte käme die Beschwerdeführerin mit einem Vollpensum nicht auf ein gleich hohes Einkommen. Mit Bezug auf die Frage, ab wann das hypothetische Einkommen anzurechnen ist, widerspricht das Kantonsgericht dem Bezirksgericht, das ausgehend vom Alter der Zwillinge auf den 1. April 2023 abgestellt habe. Nachdem der Beschwerdegegner nie ein Abänderungsgesuch gestellt und zudem beantragt habe, auf das Gesuch der Beschwerdeführerin gar nicht erst einzutreten, sei fraglich, ob die Beschwerdeführerin im Hinblick auf die Zukunft eine Erhöhung ihres Arbeitspensums überhaupt ernsthaft prüfen musste, zumal die finanziellen Verhältnisse nicht prekär gewesen seien. Hinzu komme, dass das Modell der alternierenden Obhut seit längerer Zeit "nicht mehr spiele" und die Beschwerdeführerin deshalb den grösseren Betreuungsaufwand (gehabt) habe, ohne dass der Beschwerdegegner entsprechend mehr Unterhalt hätte bezahlen müssen. Gestützt auf diese Erwägungen gewährt das Kantonsgericht der Beschwerdeführerin für die Erhöhung des Erwerbspensums eine Übergangsfrist und rechnet ihr das Monatseinkommen von Fr. 9'000.-- ab dem 1. Februar 2024 an. Bezüglich der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit des Beschwerdegegners stellt es fest, dass sich das Nettoeinkommen aus der selbständigen Erwerbstätigkeit als Architekt in den Jahren 2018-2021 auf insgesamt Fr. 399'614.-- belaufen habe, was Fr. 8'325.-- pro Monat entspreche. Ausgehend von den urkundlich belegten Präsenzzeiten erklärt die Vorinstanz, dass dieses Einkommen einem Arbeitspensum von 95 % entspreche. Dass das Bezirksgericht dem Beschwerdegegner ein Pensum von 100 % anrechne, sei nicht zu beanstanden. Dieses belaufe sich auf Fr. 8'800.-- pro Monat und sei dem Beschwerdegegner mit derselben Übergangsfrist wie der Beschwerdeführerin vom 1. Februar 2024 an anzurechnen. Mit Blick auf die konkrete Berechnung der Unterhaltsbeiträge wiederholt das Kantonsgericht einleitend, dass die hypothetischen Einkommen der Parteien nicht wie im erstinstanzlichen Entscheid ab dem 1. April 2023, sondern erst ab dem 1. Februar 2024 berücksichtigt werden. Anschliessend stellt es in der fraglichen Erwägung 5.8 klar, dass vor diesem Zeitpunkt keine veränderten finanziellen Verhältnisse vorliegen und es somit um eine Abänderung der Unterhaltsbeiträge ab dem 1. Februar 2024 gehe. In der Folge errechnet es die oben erwähnten Unterhaltsbeiträge für die zwei Phasen von Februar 2024 bis März 2025 und von April 2025 bis zur Beendigung der Erstausbildung (vgl. Sachverhalt Bst. B.d und B.e).