Citation: U 49/01 25.02.2002 E. 2

2.- a) Streitig und zu prüfen ist die Arbeitsfähigkeit und damit die Feststellung des trotz Gesundheitsschadens zumutbarerweise noch erzielbaren Einkommens (Invalideneinkommen). Unbestritten ist, dass vorliegend einzig über die Folgen der unfallbedingten Leiden an beiden Knien zu befinden ist. Nicht zu beurteilen sind die im ZMB-Gutachten vom 28. November 2000 zusätzlich diagnostizierten Leiden mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit, nämlich Impingement der linken Schulter, chronisches Lumbovertebralsyndrom und introvertierte, narzisstisch strukturierte Persönlichkeit mit Tendenz zu Impulsdurchbrüchen. b) aa) SUVA und Vorinstanz legten ihrem Entscheid den Bericht des Dr. med. Z.________ vom 27. September 1999 zu Grunde. Dieser stellte Folgendes fest: am rechten Knie ein laterales Meniskusganglion; am linken Knie eine Vernarbung des vorderen Kreuzbandes mit ungenügender Vitalität, eine beginnende posttraumatische mediale Gonarthrose sowie eine leichte Läsion des lateralen Meniskus. Weiter legte er dar, dem Versicherten sei lediglich eine leichte Tätigkeit möglich, bei der er vorwiegend sitzen sowie gelegentlich aufstehen und umhergehen könne. Die tatsächlich möglichen Arbeiten in Industrie und Gewerbe seien damit stark eingeschränkt. Auch leichte industrielle Produktions- und Montagetätigkeiten erforderten häufiges Stehen und Gehen, oft auch in ungünstiger Körperhaltung und mit zumindest leichten Lasten. Denkbar wären jedoch Kontroll- und Überwachungsfunktionen sowie Portierdienste, sofern diese vorwiegend im Sitzen ausgeübt werden könnten. bb) Der Beschwerdeführer beruft sich auf das Gutachten des ZMB vom 28. November 2000. Darin wird bezüglich der Kniebeschwerden folgende Diagnose gestellt: Gonarthrose beidseits bei Chondrokarzinose (recte Chondrokalzinose) beidseits; am rechten Knie Status nach lateraler Teilmenisektomie und Resektion eines lateralen Meniskusganglions; am linken Knie chronische antromediale Instabilität bei VKB-Insuffizienz sowie Status nach medialer Teilmenisektomie. Weiter wird dargelegt, der Beschwerdeführer sei vor allem wegen des Knieleidens behindert. Es bestünden beidseits fortgeschrittene Gonarthrosen mit ausgeprägter Chondrokalzinose; des Weiteren seien die Kniegelenke traumatisch vorgeschädigt. Daneben bestünden ein Handicap für Überkopfarbeit wegen eines chronischen Impingement-Syndroms der linken Schulter sowie ein Lumbovertebralsyndrom bei deutlichen degenerativen radiologischen Veränderungen. Als Maler sei der Versicherte aus orthopädischer Sicht nicht mehr arbeitsfähig. In einer den diversen orthopädischen Leiden angepassten Tätigkeit könnte er höchstens stundenweise in leichten Überwachungsfunktionen etc. eingesetzt werden entsprechend einem Rendement von 30 %. Eine zusätzliche Einschränkung durch das psychiatrische Leiden ergebe sich nicht; hingegen sei der Versicherte wegen der Impulsausbrüche kaum teamfähig und nicht stressbelastbar. c) Zwischen dem Bericht des Dr. med. Z.________ und dem ZMB-Gutachten bestehen einerseits Unterschiede bei der Diagnose der Knieleiden. So haben die ZMB-Gutachter im Gegensatz zu Dr. med. Z.________ auch am rechten Knie eine Gonarthrose sowie an beiden Knien eine Chondrokalzinose festgestellt. Im Weiteren geht Dr. med. Z.________ von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit bei leichter Arbeit aus, während im ZMB-Gutachten von einer höchstens stundenweisen 30%igen Arbeitsfähigkeit bei leichter Arbeit gesprochen wird. Zwar werden im ZMB-Gutachten bei der Bestimmung der Arbeitsfähigkeit auch die nicht unfallbedingten Schulter- und Rückenleiden mitberücksichtigt. Gleichzeitig wird jedoch ausdrücklich gesagt, dass der Versicherte "vor allem" wegen des Knieleidens behindert ist. Es fehlen jedoch Angaben über den Anteil der Arbeitsunfähigkeit, die von den Knieleiden herrührt. Je nachdem, wie der Begriff "vor allem" zu quantifizieren ist, ist somit nicht auszuschliessen, dass hinsichtlich der Schätzung der Arbeitsunfähigkeit bezüglich der Knieleiden eine erhebliche Diskrepanz zwischen dem ZMB-Gutachten und dem Bericht des Dr. med. Z.________ vorliegt. d) Die SUVA macht geltend, aus dem ZMB-Gutachten dürfe nicht der Schluss gezogen werden, dass die Entscheidgrundlagen per November 1999 unvollständig oder falsch gewesen seien, zumal sich das Gutachten nicht dazu äussere, ob seither eine erhebliche Verschlechterung des Gesundheitszustandes eingetreten sei. Selbstverständlich bleibe eine Prüfung der Angelegenheit im Rahmen eines Rückfalls vorbehalten. Diesbezüglich ist Folgendes festzuhalten: Auch wenn das ZMB-Gutachten knapp ein Jahr nach Erlass des Einspracheentscheides (15. November 1999) erstellt wurde, ist es geeignet, die Beurteilung bezogen auf den damaligen Zeitpunkt zu beeinflussen (BGE 99 V 102 mit Hinweisen; unveröffentlichtes Urteil M. vom 17. Dezember 2001 Erw. 2a, U 246/01). Im Gutachten wird nicht gesagt, betreffend die Knieleiden sei seit dem Bericht des Dr. med. Z.________ vom 27. September 1999 eine Verschlechterung eingetreten. Vielmehr hat der Versicherte im Rahmen der Begutachtung sogar angeführt, dass beim rechten Knie seit der im Mai 2000 durchgeführten Operation (Entfernung des lateralen Meniskusrisses und -ganglions) eine deutliche Besserung hinsichtlich der lateralen Schmerzen eingetreten sei. Angesichts dieser Unklarheiten und Widersprüche ist eine abschliessende Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit und somit des Invaliditätsgrades bezüglich der Knieleiden nicht möglich. Eine neue Beurteilung der medizinischen Situation unter Einbezug aller relevanten medizinischen Unterlagen erweist sich deshalb als unumgänglich. Notwendig ist eine differenzierte Stellungnahme zum Umfang der Arbeitsunfähigkeit in den in Betracht fallenden Erwerbstätigkeiten. Danach wird die SUVA über den Rentenanspruch neu verfügen.