Citation: 2C_213/2023 E. 5.1.4

5.1.4. Demnach ist zu beurteilen, ob der Beschwerdeführer die kontinuierliche Verschuldung selbst verschuldet hat und sie ihm daher vorzuwerfen ist. Die Vorinstanz ist mit Verweis auf die Quellensteuerveranlagungen (vgl. vorne E. 2.3.3) zu Recht davon ausgegangen, dass der Beschwerdeführer seinen Lebensunterhalt ohne Aufnahme von Schulden hätte finanzieren können müssen. Darüber hinaus liegen keine Anhaltspunkte vor, wonach sich der Beschwerdeführer hätte verschulden müssen, um unvorhergesehene Kosten zu decken oder Schicksalsschläge aufzufangen. Die pauschal vorgebrachten Schwierigkeiten der selbstständigen Erwerbstätigkeit genügen als Erklärung jedenfalls nicht, zumal der Beschwerdeführer gemäss unbestrittener Feststellung der Vorinstanz inzwischen relativ erfolgreich wirtschaftet. Sollte das Unternehmen hingegen bis heute nicht rentabel sein, wäre dies grundsätzlich als Hinweis darauf zu werten, dass sich der Beschwerdeführer in vorwerfbarer Weise verschuldet hat, indem er an seiner unselbstständigen Erwerbstätigkeit festhielt (vgl. Urteile 2C_499/2022 vom 23. März 2023 E. 7.5; 2C_823/2021 30. August 2022 E. 3.6.3). Auch das betreibungsrechtliche Verwertungsverfahren, das dem Beschwerdeführer zufolge eine über die festgestellten Zahlungen an die Betreibungsämter hinausgehende Schuldentilgung verunmöglicht habe, vermag die kontinuierliche Verschuldung nicht zu erklären. Es ist nicht ersichtlich und wird vom Beschwerdeführer ebenso wenig dargelegt, inwiefern das Verwertungsverfahren sein Einkommen in einer mit der Lohnpfändung vergleichbaren Weise gebunden hätte. Überdies sind keine anderen Schritte des Beschwerdeführers erstellt, die wie beispielsweise der Abschluss von Abzahlungsvereinbarungen oder die Inanspruchnahme einer Schuldenberatung als Sanierungsbemühung qualifiziert werden könnten (vgl. Urteile 2C_410/2021 vom 4. November 2021 E. 3.4.4; 2C_89/2021 vom 28. Oktober 2021 E. 2.3.3; 2C_273/2010 vom 6. Oktober 2010 E. 4.3). Insgesamt fehlen damit Anhaltspunkte, die erklärten und rechtfertigten, weshalb der Beschwerdeführer nach der Verwarnung im Juli 2015 weitere Schulden anhäufte und keine Sanierungsbemühungen anstellte. Vor diesem Hintergrund erweist sich die Verschuldung des Beschwerdeführers als mutwillig, sodass ein hinreichendes öffentliches Interesse im Sinne von Art. 8 Ziff. 2 EMRK vorliegt.