Citation: 5A_401/2022 E. 6.3.4

6.3.4. Entgegen der Auffassung der Beschwerdegegner erweist sich die Beweiswürdigung in diesem Punkt tatsächlich als willkürlich. Wie die Beschwerdeführer ausführen, darf nicht einfach aus der Tatsache, dass die Beschwerdeführerin eine Vertrauensperson der Erblasserin war, darauf geschlossen werden, diese habe, nur weil sie behauptet, vom Testament nichts gewusst zu haben, Einfluss auf die Beschwerdeführerin genommen. Der gegenteilige Schluss der Vorinstanz, der letztlich durch nichts als Spekulationen begründet wird, lässt sich nicht halten. Weshalb beispielsweise die Erblasserin sich vom Entwurf nicht habe selbständig lösen können, begründet die Vorinstanz nicht. Zu beachten ist diesbezüglich sehr wohl, dass das Testament - im Gegensatz zum Entwurf - anstatt der Quoten, die die Erblasserin angeblich nicht verstanden hat, betrags- bzw. gegenständlich begrenzte Vermächtnisse und eine Erbeinsetzung für den Rest enthält. Auch die Unklarheit bezüglich der Frage, wie das Testament denn nun zum Notariat gelangt ist, vermag die Schlussfolgerung nicht als willkürfrei auszuweisen, die Beschwerdeführerin habe mindestens Einfluss auf den Inhalt des Testaments genommen. Denn die Addition verschiedener Aspekte, die allesamt Ausdruck einer Spekulation durch die Vorinstanz sind, lassen nicht willkürfrei den Schluss zu, der Einfluss durch die Beschwerdeführerin auf das Testament stehe mit überwiegender Wahrscheinlichkeit fest. Soweit die Beschwerdegegner ihre nicht abgenommenen Beweisanträge thematisieren, so rügen sie diesbezüglich jedenfalls keine Verletzung ihres Rechts auf Beweis, weshalb sich Ausführungen hierzu erübrigen. Schliesslich ist der Schluss der Vorinstanz, die Beschwerdeführerin sei an den Gesprächen betreffend Testament beim Treuhänder anwesend gewesen, ebenfalls unhaltbar. Wie die Beschwerdeführer richtig ausführen, unterstellt die Vorinstanz damit nicht nur der Beschwerdeführerin, sondern letztlich auch dem Treuhänder eine Lüge. Soweit sich die Beschwerdegegner diesbezüglich darauf beziehen, der Treuhänder habe sich schlicht nicht erinnern können, so legen sie ihren Ausführungen einen Sachverhalt zu Grunde, den die Vorinstanz nicht festgestellt hat, ohne ihrerseits Sachverhaltsrügen zu erheben.