Citation: 5A_462/2022 E. 2.2.2

2.2.2. Mit ihren Rügen dringt die Beschwerdeführerin nicht durch: 2.2.2.1. Zunächst ist anzumerken, dass die Beschwerdeführerin seitenlang beinahe wortwörtlich ihre Berufungsschrift kopiert (Rz. 78 bis 100 und Rz. 101 f. der Beschwerde). Dies betrifft insbesondere die Ausführungen zum (angeblichen) Ablauf des Beurkundungstermins. Die Begründungsanforderungen an die Beschwerde (Art. 42 Abs. 2 BGG) lassen sich so nicht erfüllen; darauf ist nicht einzutreten und die Ausführungen bleiben unbeachtlich (siehe schon E. 1.2.2). 2.2.2.2. 2.2.2.2.1. Die Beschwerdeführerin äussert sich zur Frage der Echtheit des Erbvertrags und beharrt darauf, diese "im vorinstanzlichen Verfahren" konsequent und substanziiert bestritten zu haben, indem sie im erstinstanzlichen Verfahren ausgeführt habe, kein fertiges Dokument unterzeichnet zu haben, ihr sei lediglich ein Personalienblatt vorgelegt worden. Dem Erbvertrag komme ohnehin keine erhöhte Beweiskraft im Sinne von Art. 9 ZGB zugute, denn Art. 9 ZGB verschaffe der öffentlichen Urkunde keine erhöhte Beweiskraft für ihre Echtheit. Sie habe die Echtheit bestritten und die Beschwerdegegner hätten die Echtheit des Erbvertrags nicht bewiesen. Unrichtig sei die Ausführung der Vorinstanz, wonach die "Schlussformel" eines von einer Urkundsperson errichteten Erbvertrags den Beweis für die darin festgehaltene Einhaltung der Gültigkeitsvorschriften erbringe. Soweit die Vorinstanz "unberechtigterweise" von einer Vermutung der Echtheit der öffentlichen Urkunde des Erbvertrags ausgegangen sei, so habe sie den Beweisführungsanspruch der Beschwerdeführerin verletzt, indem sie ihre Beweisanträge hinsichtlich der Bestellung eines Gutachters, welcher die Echtheit der Urkunde zu prüfen hätte, nicht berücksichtigt habe. 2.2.2.2.2. Wie diese Ausführungen zeigen, erhebt die Beschwerdeführerin gegen die vorinstanzliche Feststellung zum Prozesssachverhalt, wonach sie die Echtheit des Erbvertrags im erstinstanzlichen Verfahren nicht bestritten habe, keine zulässige Rüge, weshalb es bereits deshalb bei den vorinstanzlichen Erwägungen bleibt. Ohnehin vermögen ihre Ausführungen die vorinstanzliche Feststellung nicht als willkürlich auszuweisen, nachdem die Beschwerdeführerin insbesondere nicht bestreitet, den Erbvertrag unterzeichnet zu haben, und geht die Beschwerdeführerin nicht darauf ein, dass die Vorinstanz ihre Beweisanträge wegen Verspätung nicht berücksichtigt hatte. 2.2.2.3. Ferner hält die Beschwerdeführerin an ihrer Behauptung fest, die Beschwerdegegner 3 und 4 hätten anerkannt, dass sie, die Beschwerdeführerin, den Erbverzichtsvertrag nicht gelesen habe. Insbesondere könne "der Begründung der Vorinstanz nicht gefolgt werden" und die Beweiswürdigung sei willkürlich. Dies führe zu einem wesentlichen Widerspruch bei der Auswertung des Zeitpunkts der Kenntnisnahme über den Inhalt des Erbvertrags. Bei alledem kopiert die Beschwerdeführerin in weiten Teilen ihre diesbezüglichen Ausführungen aus der Berufungsschrift; diese sind daher mangels Auseinandersetzung mit dem angefochtenen Entscheid unbeachtlich (oben E. 2.2.2.1). Mit der Erwägung der Vorinstanz, wonach die Beschwerdegegner 3 und 4 sich lediglich auf die Angaben der Beschwerdeführerin bezogen und ausgehend davon von einer "spätesten" Kenntnis gesprochen hätten, setzt sie sich ebenfalls nicht auseinander. Die Beschwerde ist daher auch in diesem Punkt ungenügend begründet; Weiterungen erübrigen sich. 2.2.2.4. 2.2.2.4.1. Weiter rügt die Beschwerdeführerin, die Vorinstanz habe sich nur rudimentär mit ihren detaillierten und plausiblen Ausführungen auseinandergesetzt, wonach eine Selbstlesung des Erbvertrags innerhalb der zur Verfügung stehenden Zeit überhaupt nicht möglich gewesen sei. Sie setze sich zwar mit den Ausführungen der Beschwerdeführerin auseinander, habe die Beweismittel aber nur lückenhaft analysiert. "Unrichtigerweise" habe die Vorinstanz den Schluss gezogen, die Beurkundung habe ca. 45-60 Minuten gedauert und sei daher in Willkür verfallen. Diese Dauer sei ausschliesslich von G.________ behauptet worden. Die Vorinstanz verfalle ausserdem in Willkür, wenn sie ausführt, die Beschwerdeführerin habe "ausdrücklich" die sie betreffenden Passagen des Erbvertrags lesen können. Dies könne nicht bei einem Beurkundungsvorgang stimmen, welcher ohne vorgängige Zusendung von Entwürfen an die Parteien stattfinde. Ein "derartiger" Beurkundungsablauf sei unzulässig, widerrechtlich und habe die Nichtigkeit des Erbvertrags als Ganzes zur Folge. Die Vorinstanz habe "willkürlicherweise" festgestellt, dass die Parteien den Erbvertrag gelesen hätten und der Erbvertrag gültig sei. Ausserdem sei die gleichzeitige Beurkundung des Testaments und des Erbvertrags bewiesen worden. Dass sich die Zeugen dazu nicht geäussert hätten, sei nicht richtig. Sie habe diesbezüglich auch korrekte Beweisanträge gestellt und die Vorinstanz habe Art. 221 Abs. 1 lit. e ZPO sowie die richterliche Fragepflicht und damit auch das Recht auf Beweis im Sinne von Art. 152 ZPO verletzt. 2.2.2.4.2. Diese Ausführungen sind, soweit sie sich überhaupt mit den vorinstanzlichen Erwägungen auseinandersetzen, allesamt nicht geeignet, den angefochtenen Entscheid umzustossen. So behauptet die Beschwerdeführerin zwar, es sei "nicht richtig", dass sich die Zeugen zur gleichzeitigen Beurkundung des Erbvertrags und des Testaments nicht geäussert hätten. Sie führt dies aber nicht weiter aus und belässt es bei der blossen Behauptung, sie habe die gleichzeitige Beurkundung bewiesen. Willkür - sofern überhaupt behauptet - lässt sich in Bezug auf diese Feststellung des Prozesssachverhalts damit nicht belegen. Auf die Ausführungen zu den angeblich korrekten Beweisanträgen ist nicht einzugehen. Auch wird nicht klar, inwiefern der Beurkundungsablauf unzulässig sein soll. Es gelingt der Beschwerdeführerin jedenfalls nicht, die vorinstanzliche Feststellung, die Erbvertragsparteien hätten den Erbvertrag gelesen, als willkürlich auszuweisen. Daran ändert nichts, ob die Beurkundung nun 45-60 Minuten gedauert hat, wie von der Vorinstanz verbindlich festgestellt und wogegen die Beschwerdeführerin mit ihren appellatorischen Ausführungen ohnehin nicht ankommt, oder, wie von der Beschwerdeführerin vertreten, 40-45 Minuten. 2.2.2.5. Was weiter die angeblich sorgfaltswidrige Mandatsführung anbelangt, so setzt sich die Beschwerdeführerin mit der Erwägung der Vorinstanz nicht auseinander, wonach daraus ohnehin nicht auf eine fehlerhafte Beurkundung geschlossen werden könne. Stattdessen beharrt sie darauf, dass "eine sorgfaltswidrige Mandatsführung [...] sehr wohl möglich ist" und "in casu vorliegt". Damit lassen sich die vorinstanzlichen Erwägungen nicht erschüttern. 2.2.2.6. Mit Bezug auf die Entschädigung für ihre Tätigkeit auf dem Gnadenhof führt die Beschwerdeführerin aus, es sei relevant, dass diese Diskussion nicht von ihr, sondern vom Zeugen G.________ initiiert worden sei und sie habe eigentlich nicht gewusst, was Gegenstand dieser Diskussion sei. Auch habe es eine "Erstversion" mit einer Unterstützung in der Höhe von Fr. 2'000.-- nicht gegeben. Sie setzt sich jedoch nicht ansatzweise mit den vorinstanzlichen Erwägungen auseinander, sondern wiederholt im Grunde ihre bereits vor Vorinstanz geäusserte Kritik. Darauf ist nicht weiter einzugehen.