Citation: 2C_563/2022 E. D

Im November 2017 führte die ESTV bei der Mietergesellschaft eine Kontrolle durch. Die Kontrollperiode erstreckte sich auf die fünf genannten Steuerperioden 2012 bis und mit 2016. Die ESTV beanstandete die von der Mietergesellschaft geübte Deklarationspraxis unter zwei Gesichtspunkten (Einschätzungsmitteilung vom 11. Juni 2019). Zum einen gelangte sie zur Auffassung, dass die Mietergesellschaft gegenüber der Betreibergesellschaft keine (steuerbaren) Beherbergungs-, sondern (grundsätzlich steuerausgenommene) Mietleistungen erbringe. Nachdem die Mietergesellschaft auf der Leistung die Mehrwertsteuer erhoben und damit sinngemäss optiert hatte, unterlägen die Leistungen dem Normalsatz von damals 8,0 Prozent. Dies ergab eine Nachbelastung von Fr. 77'418.40. Zum andern ging die ESTV davon aus, dass die unentgeltlichen Aufenthalte der Familie des wirtschaftlich Berechtigten, die diese im Chalet verbracht hatten, geschäftsmässig nicht begründet gewesen seien. Folglich hätte die Mietergesellschaft darüber mehrwertsteuerlich abzurechnen gehabt. Da insofern eine Beherbergungsleistung seitens der Mietergesellschaft an den wirtschaftlich Berechtigten vorliege, wäre der Sondersatz von 3,8 Prozent anzuwenden gewesen. Aufgrund der unterlassenen Abrechnung sei eine Nachbelastung von Fr. 34'574.40 am Platz.