Citation: 8C_300/2022 E. 5.2

5.2. Die Beschwerdeführerin macht geltend, dass sie ihr Pensum wegen beginnender Knieprobleme sowie eines drohenden Burnouts bereits im Januar 2015 auf 78,05 % habe reduzieren und im November 2016 dann auch die Leitung der Blumen- und Gartenabteilung habe aufgeben müssen. Nach einer weiteren Verschlechterung sei sie ab November 2018 nur noch mit einem wöchentlichen Pensum von 16 Stunden als Kassenmitarbeiterin eingesetzt worden. Im Oktober 2021 habe sich eine erneute Verschlechterung eingestellt, die eine weitergehende Reduktion des Arbeitspensums auf 11 Stunden pro Woche beziehungsweise 26,83 % einer Vollzeitbeschäftigung erforderlich gemacht habe. Die gesundheitliche Beeinträchtigung lasse eine Verwertung der Restarbeitsfähigkeit nicht zu. Die Vorinstanz habe sie auf Überwachungs-, Prüf- und Kontrolltätigkeiten verwiesen. Diese stünden ihr gemäss kantonalem Gericht auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zur Verfügung. Dabei handle es sich indessen um eine blosse Vermutung, die, so die Beschwerdeführerin weiter, mittels Einholung schriftlicher Auskünfte beim Schweizerischen Arbeitgeberverband, bei der Foederation der Schweizerischen Nahrungsmittel-Industrien fial, beim Staatssekretariat für Wirtschaft SECO, beim interkantonalen Verband für Arbeitnehmerschutz IVA beziehungsweise durch ein arbeitsergonomisches Gutachten oder schriftliche Auskunft bei einem Job-Coach oder Integrationsberater hätte umgestossen werden können. Die von der Vorinstanz angenommene Vermutung lasse sich damit nicht stützen, sodass eine entsprechende Beweislosigkeit vorliege, deren Folgen die diesbezüglich beweisbelastete Beschwerdegegnerin zu tragen habe. Die Abnahme der von ihr, der Beschwerdeführerin, angebotenen Beweise habe die Vorinstanz verweigert. Die Beschwerdeführerin rügt insbesondere auch, dass die Vorinstanz zur Beurteilung der Verfügbarkeit entsprechender Verweistätigkeiten die bei funktioneller Einhändigkeit geltende Rechtsprechung bemüht habe, während sie selber doch funktionell an beiden Händen und zusätzlich auch noch durch die Beschwerden an beiden Knien eingeschränkt sei. Auch habe das kantonale Gericht nicht geprüft, welche konkreten beruflichen Tätigkeiten grundsätzlich in Frage kämen. Zufolge Unzumutbarkeit der Verwertung der Restarbeitsfähigkeit ist nach der Beschwerdeführerin von einer vollständigen Erwerbsunfähigkeit und damit von einem Invaliditätsgrad von 100 % auszugehen.