Citation: 2C_588/2021 E. 3.3.3

3.3.3. Darin liegt der entscheidende Unterschied gegenüber den Fällen, in denen die oben in E. 3.1.4 dargestellte Rechtsprechung zur Wiederinanspruchnahme einer zuvor einem anderen Kanton überlassenen Besteuerungskompetenz anzuwenden ist. Auch vorliegend haben die Steuerbehörden des Kantons Basel-Stadt zwar eine Betriebsstätte im Kanton Basel-Landschaft und die damit verbundene Steuerteilung ab dem Jahr 1999 hingenommen, ohne zuvor besondere Abklärungen vorgenommen zu haben. Im Gegensatz zu den Anwendungsfällen der besagten Rechtsprechung stand hier jedoch die ab der Steuerperiode 1999 gültige Zusage, eine Betriebsstätte in U.________ zu akzeptieren, unter dem Vorbehalt gleichbleibender Verhältnisse und erfolgte vor allem nur "bis auf weiteres". Unter solchen Umständen ist nicht zu beanstanden, wenn die Steuerverwaltung Basel-Stadt mehr als 15 Jahre nach dem Schreiben vom 25. September 2000 das Bestehen einer Betriebsstätte in U.________ wiederum in Frage stellte bzw. die Beschwerdeführer aufforderte, Unterlagen und Belege beizubringen. Damit verstiess die Steuerverwaltung Basel-Stadt nicht gegen Treu und Glauben; ebenso wenig rechtfertigte sich, wie die Beschwerdeführer geltend machen, eine Umkehr der Beweislast, indem die Steuerverwaltung das Fehlen der Voraussetzungen für eine Betriebsstätte hätte nachweisen bzw. es mangels eines solchen Nachweises bei der bisherigen Steuerteilung hätte belassen müssen. Die Beschwerdeführer leiten aus dem Vorliegen der Betriebsstätte die Zuweisung eines Teils ihrer Einkünfte an den Kanton Basel-Landschaft ab, in dem entsprechende Einkünfte einkommenssteuerlich weniger stark belastet werden als in Basel-Stadt. Folgerichtig traf sie mit Bezug auf Tatsachen, welche auf das Bestehen einer Betriebsstätte in U.________ schliessen liessen, eine Mitwirkungspflicht. Weiter trugen sie nach der Normentheorie (BGE 144 II 427 E. 8.3.1; Urteil 2C_41/2021 vom 5. August 2021 E. 6.1.2, je m.H.) für das Vorliegen dieser für sie im Ergebnis steuermindernden Tatsachen die objektive Beweislast.