Citation: 9C_615/2021 E. 9.2

9.2. Nachdem eine abschliessende Beurteilung (dies im Unterschied zu der in BGE 145 V 170 behandelten Konstellation) aufgrund der von der Beschwerdegegnerin eingeholten Akten möglich und zulässig ist, fällt auch eine Verletzung des Rechts auf ein faires Verfahren (Art. 6 EMRK), soweit überhaupt hinreichend gerügt (vgl. Art. 106 Abs. 2 BGG), ausser Betracht. Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin hat das kantonale Gericht sodann den Besonderheiten des Einzelfalles Rechnung getragen, sodass auch keine Verletzung des Art. 8 EMRK zu erkennen ist. Anderes lässt sich aus dem in der Beschwerde angeführten Urteil des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte vom 8. Januar 2006 (in Sachen Schlumpf gegen die Schweiz [29002/06]) nicht ableiten. Vielmehr ging es dort um die Einhaltung der zweijährigen Wartezeit bis zur Geschlechtsumwandlungsoperation bei einer bereits 67-jährigen trans Person, also um eine Fragestellung, welche sich von der vorliegenden klar unterscheidet. Die Rüge, es bestehe eine "menschenrechtsverletzende Orientierung Schweizer Transgender Chirurgen an Geschlechterstereotypen", ist - soweit hier überhaupt ein staatlicher Schutz in Frage käme - mithin zu pauschal und zu unsubstanziiert, sodass sich nähere Ausführungen dazu zum Vornherein erübrigen.