Citation: 9C_538/2019 E. 4.2

4.2. Gemäss BGE 119 V 401 E. 4c S. 407 f. ist ein Schaden vorbestehend, wenn die Gesellschaft bereits vor Eintritt des neuen Mitglieds in den Verwaltungsrat zahlungsunfähig ("insolvable") war. Nach diesem Urteil E. 4b S. 406 f. ist die Überschuldung ein Indiz für die Zahlungsunfähigkeit (vgl. auch Urteile des Eidg. Versicherungsgerichts H 213/03 vom 9. Februar 2004 E. 5.1, H 69/02 vom 7. Januar 2004 E. 3.3, H 436/99 vom 30. März 2001 E. 3a). Das Urteil des Eidg. Versicherungsgerichts H 3/02 vom 4. Juli 2002 E. 2b hält zwar fest, nach der Rechtsprechung treffe das neu in den Verwaltungsrat einer AG eintretende Mitglied keine Ersatzpflicht, wenn in diesem Zeitpunkt der Schaden zufolge "Überschuldung" des Unternehmens bereits entstanden ist. Ob und inwieweit es sich dabei lediglich um eine unpräzise Wiedergabe des in BGE 119 V 401 Gesagten handelt, zumal nähere Erörterungen fehlen und ausschliesslich auf den besagten Bundesgerichtsentscheid verwiesen wird (so übrigens auch BGE 132 III 523 E. 4.6 S. 530), kann jedoch offen bleiben (vgl. dazu nachfolgende E. 4.3 und 4.4). Anzumerken ist jedenfalls, dass BGE 119 V 401 resp. die darin stipulierte Voraussetzung der Zahlungsunfähigkeit - mit Blick auf die Frage eines vorbestehenden Schadens - in der jüngeren Rechtsprechung des höchsten Gerichts weiterhin Anwendung findet (z.B. Urteil 9C_841/2010 vom 22. September 2011 E. 4.3).