Citation: 2C_206/2020 E. A

A.________ besitzt seit dem 15. November 2007 die Bewilligung zur Ausübung des Tierarztberufs mit eigener Praxis und zur Führung einer tierärztlichen Privatapotheke im Kanton St. Gallen. A.a. Mit Strafbefehl vom 16. April 2018 des Untersuchungsamts St. Gallen wurde A.________ wegen vorsätzlichen Vergehens gegen das Tierseuchengesetz (SR 916.40; schwere Zuwiderhandlung gegen die Sorgfalts- und Meldepflicht) sowie mehrfacher vorsätzlicher Übertretung des Heilmittelgesetzes (SR 812.21; Unterlassung der Buchführungspflichten, lnverkehrbringen von Tierarzneimitteln ohne Zulassung, unberechtigte Abgabe von Tierarzneimitteln, Verletzung der Sorgfaltspflicht als Tierarzt und unzulässige Publikumswerbung) zu einer bedingten Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu je Fr. 110.-- bei einer zweijährigen Probezeit und zu einer Busse von Fr. 11'000.-- verurteilt. A.b. Dem rechtskräftigen Strafbefehl vom 16. April 2018 lagen folgende Sachverhalte zugrunde: A.________ brachte zwischen 1. Januar 2013 und 8. Juli 2014 eine 250 ml-Flasche des in der Schweiz nicht zugelassenen Norotril Max 100 mg/ml in Verkehr, ohne neben der Originaletikette eine zusätzliche Etikette mit den in Art. 4 der Tierarzneimittelverordnung (SR 812.212.27) festgelegten Angaben (Name und Adresse der abgebenden Person, Praxis oder Apotheke [lit. a]; Abgabedatum [lit. b]; Name der Tierhalterin oder des Tierhalters [lit. c]; nachfolgend: Zusatzetikette) seiner Tierarztpraxis anzubringen. A.________ gab zwischen Anfang 2013 und 20. Mai 2014 im Kanton Obwalden, in welchem er über keine Bewilligung zur selbständigen Ausübung der tierärztlichen Tätigkeit verfügte, einem Nutztierhalter, mit dem er keine Vereinbarung im Sinne von Art. 10 ff. der Tierarznei mittelverordnung zwecks Verzichts auf eine persönliche Beurteilung des Gesundheitszustands des zu behandelnden Tiers (nachfolgend: Tierarzneimittelvereinbarung) abgeschlossen hatte, in der Schweiz nicht zugelassene Arzneimittel ab - nämlich eine Einheit Fatroxamin und eine 500 ml-Flasche Noromectin -, ohne Zusatzetiketten der Tierarztpraxis anzubringen. Er gab zwischen 1. Januar 2013 und 6. Januar 2015 im Kanton Luzern, in welchem er über keine Bewilligung zur selbständigen Ausübung der tierärztlichen Tätigkeit verfügte, einem Nutztierhalter, mit dem er keine Tierarzneimittelvereinbarung abgeschlossen hatte, in der Schweiz nicht zugelassene Arzneimittel ab - nämlich eine 250 ml-Flasche Norotril Max 100 mg/ml, neun 250 ml-Flaschen Ketink 100 mg/ml, zwei Einheiten Enroflox 100 à 250 ml, zwei Einheiten Ketoprofen 100 à 250 ml, eine Einheit Cloxa-Colistin 200 ml, vier Mal zehn Einheiten Calcamyl 500 ml, zwei 100 ml-Flaschen Truleva RTU, vier 100 ml-Flaschen Progesteron, 24 500 ml-Flaschen Calcamyl 40 MP, zehn Anwendungen Chorulon 5000, drei Einheiten Virbamec 200 ml, zehn Pessare EaziBreed CIDR 1380, zwei Flaschen Dexatat sowie fünf Einheiten Rifen 10 % -, ohne Zusatzetiketten der Tierarztpraxis anzubringen. Er gab zwischen 1. Januar 2013 und 5. August 2015 im Kanton Freiburg, in welchem er nicht zur selbständigen Ausübung der tierärzt lichen Tätigkeit befugt war, einem Nutztierhalter, mit dem keine Tierarzneimittelvereinbarung bestand, zehn Wurmpasten Eraquell ab, ohne eine Zusatzetikette der Tierarztpraxis anzubringen. Er bewarb mit den je an eine Person gerichteten E-Mails vom 6. Dezember 2014 und 11. August 2015 ein verschreibungspflichtiges Tierarzneimittel der Wirkstoffgruppe Avermectine. Er gab am 14. Dezember 2014 und 15. Dezember 2015 in den Kantonen Luzern und Bern, in welchen er nicht zur selbständigen Aus übung der tierärztlichen Tätigkeit befugt war, zwei Pferdehaltern, mit denen keine Tierarzneimittelvereinbarung bestand, per Post 20beziehungsweise 30 Wurmpasten mit dem Wirkstoff Pyrantel, der in der Schweiz lediglich als Strongid einer bestimmten Vertreiberin zugelassen ist, ab. Er gab am 3. April 2015 im Kanton Thurgau, in welchem er nicht zur selbständigen Ausübung der tierärztlichen Tätigkeit befugt war, einem Pferdehalter per Post und auf Vorrat 115 Wurmpasten mit dem Wirkstoff Pyrantel, der in der Schweiz lediglich als Strongid einer bestimmten Vertreiberin zugelassen ist, ab. Bei der Hausdurchsuchung vom 28. April 2015 lagerte A.________ in seiner Tierarztpraxis und in seinem Einsatzfahrzeug verschiedene in der Schweiz nicht zugelassene Medikamente - nämlich zwei Einheiten Metoclopramidi hydrochloridum 140 ml, 24 Einheiten Veyxol B-Phos, vier Einheiten Marbiflox 100 ml, eine Einheit Bigram 98 ml, drei Einheiten Genta 5 % 280 ml, zwei Einheiten Carbesia 180 ml und eine Einheit PGF Veyx forte 10 ml sowie jeweils abgelaufene zehn Einheiten Ketamin (April 2006), eine Einheit Micropaque (Oktober 2009), zehn Einheiten Bezazolin (Dezember 2009), eine Einheit Anivomitof (Oktober 2009), zwei Einheiten Kodan Tinktur (Juni 1994), eine Ein heit Esconarkon (Januar 2012), eine Einheit Prifinal (März 2012), eine Einheit Dimazon (Oktober 2012), eine Einheit Dexavetadrem (Oktober 2012), zwei Einheiten Cerbesia (März 2003), eine Einheit lstacyl (Februar 2009) und eine Einheit Oestradiol (Juni 2006). Er gab am 5. April 2017 Duphamox und lnfacam 20 mg/ml ab, ohne auf den beiden Packungen eine Zusatzetikette seiner Tierarztpraxis anzubringen und dem Tierhalter eine schriftliche Anwendungsanweisung abzugeben. A.c. Unabhängig vom rechtskräftigen Strafbefehl vom 16. April 2018 wirft der Walliser Kantonstierarzt A.________ verschiedene andere Verstösse gegen das Heilmittelgesetz und die Tierarzneimittelverordnung vor und reichte deswegen am 13. Juni 2018 Strafanzeige ein. Das Untersuchungsamt St. Gallen verurteilte ihn mit Strafbefehl vom 27. November 2018 wegen mehrfacher vorsätzlicher Übertretung des Heilmittelgesetzes und unberechtigter Abgabe von Tierarzneimitteln. A.________ erhob gegen diese Verurteilung Einsprache. Das Strafverfahren ist derzeit hängig.