Citation: 2C_84/2023 E. A

A.a. Rechtsanwalt A.________ vertrat als amtlicher Verteidiger einen Beschuldigten in einem Strafberufungsverfahren betreffend vorsätzliche Tötung und weitere Delikte vor dem Obergericht des Kantons Zürich (Verfahren SB180454-O). Mit Schreiben vom 17. März 2020 leitete Rechtsanwalt A.________ seinem Klienten das Berufungsurteil des Obergerichts weiter und wies ihn darauf hin, dass die Frist für eine Beschwerde an das Bundesgericht am 4. Mai 2020 ablaufen werde. Zudem führte er in diesem Schreiben Folgendes aus: "Leider sehe ich mich nicht in der Lage, Sie zu besuchen, um das Urteil mit Ihnen zu besprechen bzw. Ihnen das Urteil zu erläutern. Wie Sie den Ausführungen auf S. 48 sowie der Dispositivziffer 13 des Urteils entnehmen können, wurden unsere, in guten Treuen, mit Blick etwa auf EMRK Art. 6 Ziff. 1 sowie Ziff. 3 lit. b und c gemachten Aufwendungen - grossmehrheitlich zu Unrecht - massiv und bis zur Unkenntlichkeit gekürzt. [...] Nachdem ich, jedenfalls in Ihrem Fall, bereits mehrere tausend Franken abschreiben muss, wären weitere Leistungen meinerseits, wie nur schon dieses Schreiben, gratis zu erbringen. Sie werden verstehen, dass ich dazu weder bereit noch in der Lage bin, arbeitet unsere Anwaltskanzlei doch - anders als die Gerichte - nach kaufmännischen Grundsätzen. Es steht lhnen selbstverständlich offen, beim Verfahrensleiter Dr. B.________ einen neuen amtlichen Verteidiger ausschliesslich für die Besprechung und Erläuterung des Urteils sowie die Prüfung der Erfolgsaussichten eines Rechtsmittels zu beantragen. [...] Ich bedauere, Ihnen keinen besseren Bescheid geben zu können, aber meine Arbeit endet hier." A.b. Der Verfahrensleiter des Berufungsverfahrens forderte nach Kenntnisnahme dieses Schreibens Rechtsanwalt A.________ mit Schreiben vom 31. März 2020 auf, unverzüglich seine Pflichten als amtlicher Verteidiger zu erfüllen, zu denen selbstredend auch die Besprechung und Erläuterung des Urteils gehöre, andernfalls er ihn bei der Aufsichtskommission verzeigen würde. Daraufhin erkundigte sich Rechtsanwalt A.________ mit Brief vom 15. April 2020 bei seinem Klienten nach Erläuterungsbedarf. A.c. Am 15. Mai 2020 verzeigte der Präsident der II. Strafkammer des Obergerichts des Kantons Zürich Rechtsanwalt A.________ bei der Aufsichtskommission über die Anwältinnen und Anwälte, weil er seinen Pflichten als amtlicher Verteidiger im Berufungsverfahren betreffend vorsätzliche Tötung und weitere Delikte trotz schriftlicher Aufforderung nicht nachgekommen sei. Am 5. November 2020 eröffnete die Aufsichtskommission ein Verfahren und bestrafte Rechtsanwalt A.________ mit Beschluss vom 2. Dezember 2021 wegen Verletzung der Berufsregeln im Sinne von Art. 12 lit. a des Bundesgesetzes vom 23. Juni 2000 über die Freizügigkeit der Anwältinnen und Anwälte (BGFA; SR 935.61) mit einer Busse von Fr. 2'000.--.