Citation: 1A.159/2003 15.09.2003 E. 6

Der Beschwerdeführer rügt, die Auslieferung sei unverhältnismässig. 6.1 Er macht dazu zunächst geltend, er sei Coiffeur und habe sich im Kanton Zürich eine berufliche Existenz aufgebaut. Durch die Auslieferung zur Vollstreckung des Strafrestes werde er aus seiner Existenz herausgerissen. Die Voraussetzungen zur Auslieferung nach dem Europäischen Auslieferungsübereinkommen sind hier erfüllt. Damit ist die Schweiz nach Art. 1 EAUe zur Auslieferung verpflichtet und kann sie die Auslieferung nicht unter Berufung auf den Grundsatz der Verhältnismässigkeit ablehnen (BGE 123 II 279 E. 2c). Selbst wenn es sich anders verhielte, würde das nicht zur Gutheissung der Beschwerde führen. Dass der Betroffene bei einer Auslieferung zur Vollstreckung einer Freiheitsstrafe gegebenenfalls aus dem Berufs- und Privatleben herausgerissen wird, ist - wie bei jeder Vollstreckung einer freiheitsentziehenden Sanktion - unvermeidlich. Dieser Gesichtspunkt führt jedenfalls dann nicht zur Annahme der Unverhältnismässigkeit, wenn - wie hier - keine aussergewöhnlichen Umstände vorliegen. 6.2 Der Beschwerdeführer bringt vor, bei der Beurteilung der Verhältnismässigkeit sei auch zu berücksichtigen, dass er heute in den Genuss einer Begnadigung von mindestens 25 Prozent kommen würde. 25 Prozent würden bei der Strafe von 6 Jahren 18 Monate betragen. Von der Strafe von 6 Jahren habe er 3 Jahre verbüsst. Somit verbleibe noch ein Strafrest von 18 Monaten. Berücksichtige man überdies, dass die Auslieferung für die qualifizierten Straftatbestände nicht bewilligt worden sei, bleibe - nach der insoweit notwendigen Strafausscheidung durch die serbischen Behörden - letztlich nur noch eine Strafe, die unter der Grenze von vier Monaten liegen würde. Ist im Hoheitsgebiet des ersuchenden Staates eine Verurteilung zu einer Strafe erfolgt, so wird gemäss Art. 2 Ziff. 1 Satz 2 EAUe ausgeliefert, wenn das Mass der Strafe mindestens vier Monate beträgt. Massgebend ist die ausgesprochene Strafe, nicht die Dauer des noch zu verbüssenden Strafrestes (Urteil 1A.103/1988 vom 8. August 1988 E. 1b mit Hinweisen). Gegenüber einem Staat, mit dem die Schweiz durch das Europäische Auslieferungsübereinkommen verbunden ist, kann die Auslieferung nicht mit Hinweis auf die Geringfügigkeit des Strafrestes abgelehnt werden (BGE 112 Ib 59 E. 2a am Schluss; Urteil A.79/1986 vom 22. Mai 1986 E. 2d). Die ausgesprochene Freiheitsstrafe beträgt im vorliegenden Fall 6 Jahre und liegt somit über den Grenze von vier Monaten. Die Schweizer Behörden sind damit zur Auslieferung verpflichtet und es steht ihnen nicht zu, Erwägungen darüber anzustellen, ob die Auslieferung zur Vollstreckung eines gegebenenfalls geringfügigen Strafrests verhältnismässig sei (Urteil A.79/1986 vom 22. Mai 1986 E. 2d). Die Rüge der Verletzung des Grundsatzes der Verhältnismässigkeit ist auch insoweit unbehelflich.