Citation: 1B_548/2021 E. 3.6

3.6. Im Jugendstrafverfahren ist besonderes Augenmerk auf das Beschleunigungsgebot in Haftsachen zu legen (Art. 5 Abs. 2 StPO i.V.m. Art. 4 Abs. 1-3 JStPO). Im vorliegenden Fall ist der Beschuldigte ca. 20 ½ Jahre alt. In der Beschwerdeschrift werden keine besonders schwer wiegenden bzw. häufigen Versäumnisse dargetan, die erkennen liessen, dass die kantonalen Strafbehörden nicht gewillt oder nicht in der Lage wären, dem Beschleunigungsgebot ausreichend Rechnung zu tragen. Zwar ist die Anklageschrift im Juni 2021 beim Jugendgericht des Bezirkes Winterthur eingegangen und hat dieses dafür Sorge zu tragen, dass die Hauptverhandlung möglichst zügig angesetzt werden kann. Es handelt sich hier jedoch unbestrittenermassen um einen ungewöhnlich aufwändigen und juristisch komplexen Jugendstraffall. Zudem wurde das Hauptverfahren unterdessen sukzessive instruiert, mit einer Verfügung betreffend Anhörung der Privatklägerin, diversen Beweisergänzungseingaben und weiteren prozessleitenden Dispositionen. Das Obergericht hat das Jugendgericht im Übrigen angewiesen, nun zeitnah über die Ansetzung der noch im Jahr 2021 geplanten Vorverhandlung und der sich daran anschliessenden Hauptverhandlung zu befinden. Bei dieser Sachlage sind hier keine schweren Versäumnisse der kantonalen Strafbehörden dargetan, welche eine sofortige Haftentlassung des Beschwerdeführers als von Bundesrechts wegen geboten erscheinen liessen. Da es sich um jugendstrafprozessuale Haft handelt, überprüft das ZMG im Übrigen die Sicherheitshaft in monatlichen Abständen (vgl. Art. 27 Abs. 3 JStPO i.V.m. Art. 227 und Art. 231 StPO; zitiertes Urteil 1B_62/2015 E. 4.7-4.9).