Citation: C 265/01 17.12.2001 E. 1

1.- a) Art. 103 Abs. 4 AVIG enthält gewisse Anforderungen, die von Bundesrechts wegen im kantonalen Beschwerdeverfahren zu beachten sind. Im Gegensatz zu Art. 85 Abs. 2 lit. h AHVG schreibt das Bundesrecht für die Arbeitslosenversicherung nicht vor, dass Entscheide der letzten kantonalen Instanz einer Revision zugänglich sein müssen. Ob diese Möglichkeit offen steht, bestimmt sich daher grundsätzlich nach kantonalem Recht (Art. 103 Abs. 6 AVIG). Indessen hat das Eidgenössische Versicherungsgericht die Revision kantonaler Rekursentscheide wegen neu entdeckter Tatsachen oder Beweismittel als ungeschriebenen Grundsatz des Bundessozialversicherungsrechts anerkannt und daher auch in Gebieten zur Anwendung gebracht, in denen keine spezielle Bundesrechtsnorm eine solche Revision vorsieht (BGE 110 V 393 Erw. 2a). Die Rekurskommission hat im vorliegend angefochtenen Entscheid dieser Rechtslage Rechnung getragen, indem sie den herangezogenen § 70 VRG-TG sowie § 246 Ziff. 3 ZPO-TG im Sinne der dargelegten bundesrechtlichen Revisionsgrundsätze auslegte und anwendete. Dem kantonalen Recht überlassen ist dagegen die Frist, innert der das Revisionsgesuch einzureichen ist. Mit kantonalem Recht hat sich das Eidgenössische Versicherungsgericht grundsätzlich nicht zu befassen. Gemäss den Feststellung der Vorinstanz ist das Revisionsgesuch innerhalb von zehn Jahren seit der Eröffnung des Entscheides und binnen dreier Monate seit Bekanntwerden des Revisionsgrundes einzureichen. Diese Regelung verletzt jedenfalls kein Bundesrecht. b) Die im vorinstanzlichen Verfahren eingereichten Berichte der H.________ vom 5. Januar 1995 und der Wirtschaftskammer Österreich vom 2. Februar 1995 über die M.________ Ltd. sind neue Beweismittel, die dem Beschwerdeführer erst gegen Ende März 1998 bekannt wurden und vorher nicht beigebracht werden konnten. Mit der Vorinstanz ist davon auszugehen, dass das Revisionsbegehren rechtzeitig und begründet ist.