Citation: I 412/01 07.11.2002 E. 5

5.1 Vorinstanz und Verwaltung haben zwar die für die Invaliditätsschätzung massgebenden Vergleichseinkommen genau beziffert, effektiv aber einen Prozentvergleich vorgenommen, indem sie das von der Beschwerdeführerin als Geschäftsführerin noch erzielbare Invalideneinkommen auf die Hälfte ihres früheren, vor dem Unfall vom 8. Oktober 1995 erzielten Valideneinkommens von Fr. 117 170.- (zuzüglich 2,5 % Nominallohnentwicklung) geschätzt haben. Diese Variante der Einkommensvergleichsmethode erscheint im vorliegenden Fall als zulässig, weil nichts dafür vorliegt, dass die von der Beschwerdeführerin in ihrer angestammten, geschäftsleitenden Tätigkeit mit einem halben Arbeitspensum erzielbare Wertschöpfung vergleichsweise erheblich geringer wäre als bei einem Vollpensum und demgemäss eine geringere Entlöhnung ihrer Resterwerbstätigkeit wirtschaftlich begründet wäre. Abgesehen davon liegt ein sog. "Extremfall" vor, weil die Differenz der beiden Vergleichseinkommen den für die beanspruchte ganze Rente massgebenden Invaliditätsgrad von 66 2/3 % eindeutig unterschreitet. Die erforderliche Zuverlässigkeit des bei einer Invaliditätsschätzung nach der Methode des Prozentvergleichs ermittelten Resultates ist daher gegeben (oben Erw. 2). 5.2 Die Beschwerdeführerin macht geltend, im vorliegenden Fall dränge sich das ausserordentliche Bemessungsverfahren auf, weil sie faktisch als Selbstständigerwerbende einzustufen sei. Sie verweist hiefür auf das nicht publizierte Urteil O. vom 6. Februar 1998 (I 93/97), in welchem das Eidgenössische Versicherungsgericht analog vorgegangen sei. Die Beschwerdeführerin übersieht, dass im erwähnten Urteil die Anwendung des ausserordentlichen Bemessungsverfahrens für einen selbstständigerwerbenden Einzelunternehmer bejaht wurde, weil die Struktur seines Betriebes in dem für die Invaliditätsbemessung massgebenden Zeitraum erhebliche Änderungen erfahren hatte. Ein damit vergleichbarer Sachverhalt liegt hier nicht vor. Die Beschwerdeführerin war stets als Unselbstständigerwerbende in der von ihr und ihrem Lebenspartner geführten Aktiengesellschaft tätigt. Demgemäss ist ihre Invalidität nach Massgabe des vor und nach Eintritt des invalidisierenden Gesundheitsschadens erzielten bzw. erzielbaren Lohneinkommens und nicht eines erwerblich gewichteten Betätigungsvergleiches oder der Betriebsergebnisse der ed electronic design ag zu bemessen. Mit Bezug auf das Valideneinkommen rügt die Beschwerdeführerin, dass die IV-Stelle dieses auf Fr. 120 100.- festgesetzt habe. Im Feststellungsblatt vom 13. August 1999 sei nämlich dargelegt worden, dass auf dem individuellen Kon-to in den Jahren 1991 bis 1995 AHV-beitragspflichtige Löhne von Fr. 115 000.- bis Fr. 130 000.- abgerechnet worden seien. Diese Tatsachenfeststellung der IV-Stelle entspricht den gerundeten Einträgen im Individuellen Konto der Beschwerdeführerin. Die verbuchten massgebenden Löhne beliefen sich im Jahre 1991 auf Fr. 136 813.- und in den Jahren 1992 bis 1995 auf je Fr. 114 790.-. Die Beschwerdeführerin übersieht indessen, dass IV-Stelle und Vorinstanz für die Invaliditätsschätzung gar nicht darauf, sondern auf den von der Arbeitgeberfirma für das Jahr 1995 im Formularbericht vom 10. September 1997 deklarierten AHV-beitragspflichtigen Jahreslohn von Fr. 117 170.- abgestellt und diesen der Nominallohnentwicklung angepasst hat. Das ist nicht zu beanstanden, ist aber irrelevant, weil die Invalidität nach der Prozentvergleichsmethode bemessen worden ist.