Citation: 2A.169/2002 11.07.2002 E. 5

5.1 Dem Bankengesetz nicht unterstehende natürliche und juristische Personen dürfen Publikumseinlagen nicht gewerbsmässig entgegennehmen (Art. 1 Abs. 2 BankG). Der Bundesrat kann hiervon Ausnahmen vorsehen, sofern der Schutz der Einleger gewährleistet ist. Gewerbsmässig handelt, wer dauernd mehr als 20 Publikumseinlagen hält (Art 3a Abs. 2 BankV [SR 952.02]). Nicht als Publikumseinlagen gelten Einlagen von Aktionären oder Gesellschaftern mit einer qualifizierten Beteiligung am Schuldner und von mit ihnen wirtschaftlich oder familiär verbundenen Personen (Art. 3a Abs. 4 lit. b BankV). 5.2 X.________ bzw. die von ihm beherrschte Gruppe boten - neben Vermögensverwaltungsaufträgen ("Vertragstyp C"; vgl. Art. 1 Abs. 3 lit. b BankG) - im hier interessierenden Bereich zwei Typen von Abmachungen an: Beim einen legte der Klient Geld in Darlehensform an, wobei die "A.________ GmbH" (bzw. ihre Vorgängerin die "A.________ AG") die alleinige Verfügungsgewalt und die Verwaltung der entsprechenden Mittel übernahm ("Vertragstyp A"); beim grundsätzlich gleich konzipierten anderen erfolgte die Verwaltung über die "C.________" ("Vertragstyp B"). Die Abklärungen der Bankenkommission haben ergeben, dass insgesamt 28 Darlehensverträge "B" von 31 verschiedenen Personen sowie 10 Darlehensverträge "A" von 7 unterschiedlichen Kunden in der Höhe von insgesamt CHF 1'771'955.- (Umrechnungskurs per 20. Februar 2002) zu Gunsten der "A.________ GmbH", der "A.________ AG" oder der "C.________" bestanden. Insgesamt 17 Verträge über mindestens CHF 869'726.-- sollen seit dem 1. April 2000 abgeschlossen worden sein. 5.3 Was die Beschwerdeführerinnen hiergegen einwenden, um die Gewerbsmässigkeit der Entgegennahme dieser Gelder in Frage zu stellen, überzeugt nicht: In ihrer zusammenfassenden Liste der Darlehensgeber vom 14. Dezember 2001 (gleiche Kunden u. Familie/Verwandte bereinigt) sind sie selber noch von 24 relevanten Anlageverhältnissen ausgegangen. Mit Blick auf Art. 3a Abs. 4 lit. b BankV ist lediglich die verwandtschaftliche Beziehung zum Vater von X.________ relevant; jene in weiter entfernten Graden (bspw. "Enkel der Schwägerin des Schwagers der Mutter von X.________") durfte die Bankenkommission ohne Verletzung von Bundesrecht als zur Beurteilung der Gewerbsmässigkeit nicht mehr entscheidend werten. Der Einwand, zumindest die "Verträge B" seien nicht der "A.________ GmbH", sondern der "C.________" als Darlehensnehmerin zuzurechnen, wobei diese die entsprechenden Mittel der "A.________ GmbH" als eine einzige Einlage zur Verfügung gestellt habe, verkennt, dass aufsichtsrechtlich nicht die juristische Konstruktion, sondern die tatsächlich entfaltete Geschäftstätigkeit entscheidend ist (vgl. Urteil 2A.65/2002 vom 22. Mai 2002, E.5.2.2). Die Beschwerdeführerinnen sind im vorinstanzlichen Verfahren selber davon ausgegangen, dass die "Vertragsbeziehungen B" der "A.________ GmbH" zuzurechnen seien. In ihrer Vernehmlassung vom 14. Dezember 2001 erklärten sie ausdrücklich, alle Kundengelder, auch jene welche die "C.________" verwalte, seien "ausschliesslich durch die A.________ GmbH entgegengenommen und abgewickelt" worden. Selbst wenn anzunehmen wäre, die entsprechenden Darlehen seien tatsächlich der "C.________" zur Verfügung gestellt worden, änderte dies im Übrigen an der aufsichtsrechtlichen Beurteilung der Aktivitäten der "A.________ GmbH" nichts: Art. 3a Abs. 2 BankV kann - wie die Bankenkommission zu Recht einwendet - nicht dadurch umgangen werden, dass ein pyramidenförmig hierarchisiertes Konstrukt von Gesellschaften und/oder Einzelfirmen geschaffen wird, bei dem die unteren Elemente jeweils weniger als 20 Einlagen halten und die entsprechenden Mittel als eine einzige Leistung eine Stufe höher weiterreichen.