Citation: 2C_581/2020 E. 2.2.2

2.2.2. Für die verzögerte Adoption bestünden darüber hinaus wesentliche und nachvollziehbare Gründe. So habe die Adoptivmutter vorab feststellen wollen, ob sich ihre Beziehung in der Schweiz gut entwickle und sie habe Zeit gebraucht, um sich hier zu integrieren. Zudem habe die Adoptivmutter im Jahre 2015 eine Fehlgeburt erlitten und aufgrund der psychischen Belastung habe sich die Adoption zusätzlich hinausgezögert. Im Weiteren habe die Adoptivmutter die Beschwerdeführerin durchaus grosszügig unterstützt, die jeweils geleisteten Beträge würden nahezu einem durchschnittlichen jamaikanischen Monatslohn entsprechen. Schliesslich habe das aufwendige Adoptionsverfahren selbst nochmals beinahe ein Jahr in Anspruch genommen und sei ebenfalls mit hohen Kosten verbunden gewesen. Mit fast Fr. 5'000.-- bewege es sich im Bereich eines Monatslohns der Adoptiveltern, welche diese Mühen nicht auf sich genommen hätten, nur um der Beschwerdeführerin eine wirtschaftlich bessere Perspektive zu bieten. Vielmehr habe die Familienzusammenführung im Vordergrund gestanden, da die Beschwerdeführerin in ihrem Heimatland bereits über einen High School-Abschluss und damit über eine ansprechende Ausbildung verfüge.