Citation: 5A_822/2020 E. 3.5

3.5. Das Obergericht hat - entsprechend dem Vorgehen in der erstinstanzlichen Verfügung - die formelle und inhaltliche Gültigkeit der Kindesanerkennung nach brasilianischem Recht geprüft. Dabei steht ausser Frage, dass brasilianisches Recht - das Heimatrecht des Kindes sowie der Mutter - Gültigkeitsstatut der Kindesanerkennung sein kann (E. 3.1). Nach brasilianischem Recht kann ein aussereheliches Kind von seinen Eltern gemeinsam oder getrennt anerkannt werden; die Anerkennung des ausserehelichen Kindes ist unwiderruflich und erfolgt durch Eintragung im Geburtsregister, durch eine öffentliche oder privatschriftliche Urkunde die im Notariat archiviert wird, sowie durch Testament oder im gerichtlichen Prozess (Art. 1607, Art. 1609 des brasilianischen Zivilgesetzbuches [Código Civil] vom 10. Januar 2002 [ br ZGB], abgedruckt bei SCHMIDT, Brasilien, in: Bergmann/Ferid, Internationales Ehe- und Kindschaftsrecht, Stand: 2016, S. 77).