Citation: 2A.702/2006 08.02.2007 E. 2.2

2.2.1 Der ausländische Ehegatte eines Schweizer Bürgers hat trotz ordnungsgemässem und ununterbrochenem Aufenthalt von fünf Jahren keinen Anspruch auf Erteilung oder Verlängerung der Aufenthalts- bzw. der Niederlassungsbewilligung (vgl. Art. 7 ANAG; SR 142.20), wenn die Ehe eingegangen wurde, um die Vorschriften über Aufenthalt und Niederlassung zu umgehen ("Ausländerrechtsehe"), oder falls sich die Berufung auf die Beziehung anderswie als rechtsmissbräuchlich erweist (vgl. Art. 7 Abs. 2 ANAG; BGE 128 II 145 E. 2 u. 3; 127 II 49 E. 5 S. 56 ff.). Ein solcher Missbrauch liegt praxisgemäss vor, wenn sich der Ausländer auf eine Ehe beruft, die ohne jegliche Aussichten auf Wiedervereinigung der Partner nur noch (formell) aufrechterhalten wird, um von der damit verbundenen Aufenthaltsberechtigung zu profitieren. Dass dies der Fall ist, entzieht sich in der Regel dem direkten Beweis und muss deshalb aufgrund von Indizien erstellt werden (BGE 130 II 113 E. 10.2 S. 135; 127 II 49 E. 5a S. 57). Dabei sind klare Hinweise dafür erforderlich, dass die Führung einer Lebensgemeinschaft tatsächlich nicht (mehr) beabsichtigt und realistischerweise nicht mehr zu erwarten ist (BGE 128 II 145 E. 2.2 S. 151; 127 II 49 E. 5a S. 56 f. mit Hinweisen). 2.2.2 Dies war hier vor Ablauf der von Art. 7 Abs. 1 Satz 2 ANAG geforderten Aufenthaltsdauer von fünf Jahren der Fall (vgl. BGE 128 II 145 E. 1.1.5): Der Beschwerdeführer heiratete seine Gattin am 18. Mai 2002; am 26. August 2005 leitete diese im Hinblick auf die Scheidung das Eheschutzverfahren ein. Vom 9. Dezember 2005 bis 21. Januar 2006 weilte der Beschwerdeführer in der Dominikanischen Republik, wo seine beiden Kinder (geb. 1993 bzw. 1995) aus einer früheren Beziehung leben. Seit dem 2. Februar 2006 sind die Eheleute X.________ gerichtlich getrennt; seit dem 22. Februar 2006 sollen sie sich tatsächlich an unterschiedlichen Wohnorten aufhalten. Die Ehegatten hatten sich somit im Zeitpunkt des erstinstanzlichen Entscheids seit bereits mindestens rund zehn Monaten auseinandergelebt, ohne dass es auch nur vorübergehend zu irgendeiner Wiederannäherung gekommen wäre oder der Beschwerdeführer irgendwelche Bemühungen um eine solche dartun könnte. Die Ehefrau hat am 24. November 2005 erklärt, dass sie sich vom Beschwerdeführer scheiden lassen wolle, doch sei nicht damit zu rechnen, "dass er in eine Scheidung einwilligen" werde; bereits bisher habe "mehrheitlich" kein "gemeinsames eheliches Leben [...] stattgefunden"; ihr Mann "bestreite [...] seinen Lebensmittelpunkt hauptsächlich in der Latein-amerikanischen Kultur"; er sei "nur daran interessiert, hier viel Geld ohne grossen Aufwand zu verdienen". Am 13. April 2006 bestätigte sie diese Auskünfte und erklärte, keine Kontakte mehr zu ihrem Mann zu unterhalten oder unterhalten zu wollen. Gestützt hierauf durften die kantonalen Behörden willkürfrei annehmen, dass der Ehewille der Gatten vor Ablauf der Fünfjahresfrist von Art. 7 Abs. 1 ANAG erloschen und eine Wiederaufnahme der Lebensgemeinschaft realistischerweise nicht mehr zu erwarten war.