Citation: 1B_92/2010 23.04.2010 E. 4

Der Beschwerdeführer macht geltend, die Vorinstanz gehe zu Unrecht von einer sehr ungünstigen Rückfallprognose bezüglich schwerwiegenden Delikten aus. Zwar treffe es zu, dass er auch nach Einleitung von Untersuchungsmassnahmen seine Straftaten zum Nachteil eines der betroffenen Kinder fortgesetzt habe. Dabei habe es sich jedoch "nicht um neue Delinquenz" gehandelt. Die Vorinstanz lege das psychiatrische Gutachten falsch aus, indem sie von einer Rückfallgefahr erheblicher Schwere spreche. Die Gutachterin beziehe die erhebliche Schwere auf die Abweichung des Beschwerdeführers vom Sexualverhalten und nicht auf die Frage der Rückfallgefahr. Er, der Beschwerdeführer, habe keine Gewalt angewendet, und eine solche sei laut Gutachten auch künftig nicht zu erwarten. Sein Leben sei nicht durch Pädophilie dominiert, und er leide auch nicht an plötzlichen Impulsdurchbrüchen oder Kontrollverlusten. Die Aufrechterhaltung der Untersuchungshaft verletze Art. 10 BV. Die Argumentation des Beschwerdeführers geht an den Erwägungen der Vorinstanz grossteils vorbei. Im psychiatrischen Gutachten vom 15. Februar 2010 des Forensich-Psychiatrischen Dienstes der Universität Bern wird das Rückfallrisiko für erneute pädosexuelle Handlungen (ohne Gewaltanwendung) als "eher hoch" eingestuft. Es kann offen bleiben, ob das mit der Replik nachgereichte Ergänzungsgutachten vom 12. April 2010 ein zulässiges Novum darstellt (vgl. Art. 99 Abs. 1 BGG). Die Gutachterin bleibt jedenfalls im Wesentlichen bei ihrer Risikoeinschätzung. Aus den Akten ergibt sich zudem, dass der Beschwerdeführer am 17. April 2009 aufgrund der Anzeige eines mutmasslichen Opfers polizeilich befragt und dass eine Hausdurchsuchung und Beschlagnahme an seinem Wohnort durchgeführt wurde. Er räumt ein, dass er (anschliessend) dennoch weiterhin sexuelle Handlungen an einem anderen Kind vornahm. Selbst wenn der Beschwerdeführer (wie er behauptet) nach der gegen ihn eröffneten Strafverfolgung sexuelle Handlungen zulasten dieses Opfers "lediglich" fortgesetzt hätte, würde es sich dabei um weitere relevante Straftaten handeln und fiele das von ihm eingeräumte Verhalten bei der Prüfung des Haftgrundes der Wiederholungsgefahr auch dann erschwerend ins Gewicht, wenn die neuen Straftaten in einem sogenannten Fortsetzungszusammenhang mit früheren Delikten stünden. Bei den ernsthaft zu befürchtenden neuen sexuellen Handlungen mit Kindern handelt es sich um Verbrechen. Zwar rechnet die Vorinstanz (gestützt auf das psychiatrische Gutachten) nicht zusätzlich auch noch mit Gewaltanwendungen; dennoch handelt es sich um schwerwiegende drohende Kriminalität im Sinne der dargelegten Rechtsprechung. Die Annahme von Wiederholungsgefahr durch die Vorinstanz hält damit vor der Verfassung stand.