Citation: I 750/05 07.04.2006 E. 2.4

2.4.1 Verwaltung (in Rücksprache mit ihrem internen ärztlichen Dienst) und Vorinstanz wiesen zu Recht darauf hin, dass sich der im Zentrum Y.________-Gutachten erwähnte normale psychomotorische Antrieb, das Berichten, welches "gerne, bereitwillig", "durchaus intensiv, lebendig, unterschwellig aggressiv" erfolge, und auch der vom Versicherten geschilderte Tagesablauf, - er betätige sich zwar nicht im Haushalt, kümmere sich aber um den behinderten Sohn, welchen er zur Schule bringen, und ihm als Spiel- und Lernpartner zur Verfügung stehen würde - nicht mit der Diagnose des Dr. med. L.________ in Einklang bringen lässt. Dessen Ausführungen vermögen für sich allein die Beweiskraft des umfassenderen Zentrum Y.________-Gutachtens jedoch nicht zu erschüttern, weil auch der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen ist, dass behandelnde Spezialärzte (ebenso wie Hausärzte) mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 353 Erw. 3b/cc, BGE 122 V 160 Erw. 1c, je mit Hinweisen). Ebenso wenig überzeugt das Gutachten des PD Dr. med. S.________ restlos (vgl. BGE 125 353 Erw. 3b/dd), zumal daraus nicht hervorgeht, auf welche Vorakten er sich nebst seinen drei eigenen Untersuchungen (vom 7., 13. Juli und 9. September 2005) stützte. Seinen Ausführungen kann auch insoweit nicht gefolgt werden, als er das Vorliegen einer Depression als Ausschlusskriterium für die Diagnose einer Somatisierungsstörung bezeichnet. Denn unterschiedliche Schweregrade von Depression und Angst begleiten die Somatisierungsstörung, welche eine eigene Diagnose (auch als psychiatrische Komorbidität) rechtfertigen, wenn sie sehr deutlich und anhaltend sind (Weltgesundheitsorganisation [WHO], Internationale Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch-diagnostische Leitlinien, 5. Aufl., Bern/Göttingen/Toronto/ Seattle S. 185). 2.4.2 Die Einwendungen des Beschwerdeführers sind aber insofern berechtigt, als angesichts der in psychischer Hinsicht fachärztlicherseits unterschiedlichen Diagnosestellung und insbesondere der widersprüchlichen Einschätzung der Restarbeitsfähigkeit, wobei sich der Privatgutachter hiezu in gleich eindeutiger Weise wie der behandelnde Psychiater äusserte, nicht ohne Weiteres auf das Gutachten der medizinischen Abklärungsstelle Römerhof abgestellt werden darf. Die dargelegten Gründe sprechen zwar für die höhere Zuverlässigkeit des Zentrums Y.________-Gutachtens. Nach dem Gesagten divergiert dieses aber derart deutlich von den übrigen Berichten, dass darüber nicht hinweggesehen werden kann. Mangels Schlüssigkeit der Aktenlage drängt sich daher eine ergänzende Abklärung auf. Zu diesem Zweck ist die Sache an die Verwaltung zurückzuweisen. Diese wird eine zusätzliche Stellungnahme des Zentrums Y.________ einholen, die sich aus psychiatrischer Sicht - insbesondere in Würdigung der Diagnosen und Beurteilungen des behandelnden Psychiaters Dr. med. L.________ und des PD Dr. med. S.________ im letztinstanzlich eingereichten Privatgutachten vom 9. September 2005 - nochmals zum Krankheitswert der psychischen Beeinträchtigung, deren allfällige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit und zu den dem Beschwerdeführer zumutbaren Arbeitsleistungen äussern wird. Anhand der ärztlichen Feststellungen wird die IV-Stelle in Beurteilung der Frage, ob der Beschwerdeführer bei Aufbietung allen guten Willens (BGE 102 V 165; AHI 2001 S. 228 Erw. 2b mit Hinweisen) und in Nachachtung des im Sozialversicherungsrecht allgemein geltenden Grundsatzes der Schadenminderungspflicht (BGE 123 V 233 Erw. 3, 117 V 278 Erw. 2b, 400 je mit Hinweisen) infolge psychischer Beschwerden in einer seinen somatischen Einschränkungen angepassten Tätigkeit eine anspruchsbegründende Erwerbseinbusse erleidet oder nicht, über den Rentenanspruch neu entscheiden.