Citation: 1C_267/2021 E. 5.3

5.3. Aufgrund der damals bekannten Sachlage durfte das kantonale Umweltschutzamt davon ausgehen, dass kein Sanierungsbedarf bestand, was ja auch die Beschwerdeführerin vor und sogar noch während der Aushubarbeiten nicht geltend gemacht hatte, sondern erst nachträglich vortrug. Diesfalls war es auch nicht nötig, der Beschwerdeführerin vorsorglich zu erklären, was sie vorzukehren hätte, um die damals als rein theoretisch eingeschätzte Anerkennung eines allfälligen Sanierungsbedarfs und gestützt darauf eine Kostenverteilungsverfügung auszulösen. Dies muss hier umso mehr gelten, als es sich bei der Beschwerdeführerin nicht um eine rechtsunkundige Einzelperson handelt, sondern um eine Aktiengesellschaft, die nach eigener Angabe auf ihrer website zur BKW Gruppe als international tätigem Energie- und Infrastrukturunternehmen mit mehr als 11'000 Mitarbeitenden und einem Jahresumsatz von mehr als drei Milliarden Franken gehört (www.bkw.ch; besucht am 13. September 2022). Diese Kennzahlen dürften damals zwar noch etwas tiefer, aber doch in einem Bereich gelegen haben, der keinen anderen Schluss zulässt. Unter diesen Umständen ist nicht davon auszugehen, dass der Beschwerdeführerin die Tragweite des Katastereintrags bzw. der Unterschied zwischen der Feststellung einer Belastung und des Sanierungsbedarfs eines Standortes nicht klar gewesen war bzw. sie nicht über die Ressourcen verfügt hätte, sich im Bedarfsfall die nötigen Rechtskenntnisse selbstständig anzueignen. Den Behörden im vorliegenden Fall vorzuwerfen, das altlastenrechtliche Verfahren mit den entsprechenden Folgen nicht vorweg erläutert zu haben, läuft auf deutlich überhöhte Anforderungen an deren Informationspflicht hinaus.