Citation: 2C_114/2019 E. 6.1

6.1. Der Beschwerdeführer hält sich seit etwas mehr als 14 Jahren in der Schweiz auf. Er ist nicht verheiratet und hat keine Kinder. Ein besonderes Abhängigkeitsverhältnis zu seinen hier lebenden Eltern und Geschwistern ist nach den bindenden Feststellungen der Vorinstanz (vgl. Art. 105 Abs. 1 BGG) nicht ersichtlich. Allfällige Kontakte zu den Eltern und Geschwistern könnte der Beschwerdeführer im Falle des Widerrufes der Niederlassungsbewilligung auch mittels der modernen Kommunikationsmittel und im Rahmen von Besuchen pflegen. Von weiteren Verwandten in der Schweiz ist im angefochtenen Urteil nicht die Rede. Nach der Darstellung der Vorinstanz ist der Beschwerdeführer hier in sozialer und beruflicher Hinsicht nicht stärker integriert, als angesichts der Aufenthaltsdauer erwartet werden kann. Demgegenüber macht der Beschwerdeführer geltend, seine Integration gehe über eine normale Integration hinaus. Er beruft sich dabei auf Erwägungen des Obergerichts des Kantons Solothurn in dessen Urteil vom 13. September 2016, wonach als aussergewöhnliche Integration strafmildernd zu berücksichtigen sei, dass es ihm trotz schwieriger Startbedingungen (Migrationsproblematik, späte schulische Eingliederung im Alter von zwölf Jahren ohne Vorkenntnisse der Landessprache) in beachtlicher Weise gelungen sei, sich in der hiesigen Gesellschaft zu integrieren und sich beruflich zu etablieren. Es kann hier dahingestellt bleiben, ob die genannten Ausführungen des Obergerichts des Kantons Solothurn im vorliegenden Verfahren überhaupt herangezogen werden können. Denn so oder anders sind vorliegend keine Umstände substantiiert geltend gemacht oder aus dem angefochtenen Entscheid ersichtlich, welche auf eine weitergehende Integration hindeuten, als sie von der Vorinstanz angenommen wurde. Allein der Umstand, dass das Obergericht des Kantons Solothurn im Rahmen der Strafzumessung von einer aussergewöhnlichen Integrationsleistung sprach, schliesst es nicht aus, dass im hier interessierenden migrationsrechtlichen Zusammenhang mit der Vorinstanz nur von einer normalen Integration auszugehen ist. Dies gilt nicht zuletzt auch deshalb, weil Strafrecht und Migrationsrecht aufgrund ihrer unterschiedlichen Zielsetzungen unabhängig voneinander anzuwenden sind und sich im Migrationsrecht aufgrund des im Vordergrund stehenden Interesse an der öffentlichen Ordnung sowie Sicherheit ein strengerer Beurteilungsmassstab rechtfertigt als etwa im Bereich des der Resozialisierung dienenden Strafvollzuges (vgl. BGE 137 II 233 E. 5.2.2 S. 237).