Citation: 5P.107/2004 26.04.2004 E. 3

3.1 Die Beschwerdeführer machen geltend, dass es willkürlich sei, über die Frage des Wiederaufbaus zu entscheiden, bevor über das Feststellungsverfahren entschieden sei. Tatsächlich haben die Beschwerdeführer am 11. Juli 2003 bei der kantonalen Behörde für Grundstückverkehr ein Begehren eingereicht mit dem Zweck, behördlich feststellen zu lassen, dass das abgebrannte Bauernhaus in der X.________ nicht Teil eines landwirtschaftlichen Gewerbes sei, sondern dass die das Bauernhaus umgebenden, der Erbengemeinschaft gehörenden Parzellen langfristig parzellenweise verpachtet seien, so dass es sich rechtlich um landwirtschaftliche Grundstücke handle. Es mache keinen Sinn, das Bauernhaus wieder aufzubauen, wenn dieses möglicherweise nicht mehr zu einem landwirtschaftlichen Gewerbe gehöre und daher nicht mehr benötigt werde. Ebenfalls am 11. Juli 2003 haben sie im vorliegenden Verfahren einen Sistierungsantrag gestellt. 3.2 Das Kantonsgericht hat den Sistierungsantrag abgewiesen. Es hat ausgeführt, ein Prozess könne aus Zweckmässigkeitsüberlegungen einstweilig eingestellt werden (Art. 138 Abs. 1 ZPO), insbesondere dann, wenn das Urteil über eine andere Prozesssache den Ausgang des Prozesses beeinflussen könne. Solche Zweckmässigkeitsgründe lägen nicht vor. Der Entscheid über den Wiederaufbau des Bauernhauses hänge nicht davon ab, ob ein landwirtschaftliches Gewerbe oder mehrere landwirtschaftliche Grundstücke bestünden. Diese Frage werde im Rahmen der Erbteilung von Bedeutung sein. Massgebend für den Entscheid über den Wiederaufbau sei die Erhaltung des Nachlassvermögens. Das Gericht hat sich anschliessend umfassend und einlässlich mit der Frage auseinander gesetzt, ob ein Wiederaufbau im Interesse der Erhaltung des Nachlassvermögens sei. Es hat erwogen, dass der Erblasser das Haus wieder habe aufbauen wollen und entsprechende Schritte eingeleitet habe; ein Nichtwiederaufbau führte zu einem finanziellen Verlust, indem - bei Einhalten des Budgets - nicht ein von der Gebäudeversicherung vollumfänglich bezahlter Neubau als Aktivposten vorliege, sondern lediglich eine vergleichsweise niedrige Entschädigung und wegen der bereits angefangenen umfangreichen Arbeiten eine Bauruine. Der Wiederaufbau sei jedoch aus Sicht der Erbschaft nur dann wirtschaftlich sinnvoll und angemessen, wenn er sich mit der Entschädigung der Kantonalen Gebäudeversicherungsanstalt finanzieren lasse, was lediglich dann der Fall sei, wenn er innert der gesetzlichen Verjährungsfrist für den Entschädigungsanspruch durchgeführt werde. Mit dem Wiederaufbau sei auch nicht bis zur Erbteilung zuzuwarten, da angesichts der Zerstrittenheit der Erben diese lange dauern könne und durch die Bauverzögerung zusätzliche Kosten anfallen würden. 3.3 Weil die staatsrechtliche Beschwerde nicht das vorangegangene kantonale Verfahren weiterführt, sondern als ausserordentlicher Rechtsbehelf ein selbständiges Verfahren einleitet, prüft das Bundesgericht nur klar und detailliert erhobene Rügen. Zur tatsächlichen und rechtlichen Substanziierung von staatsrechtlichen Beschwerden haben die Beschwerdeführer gemäss Art. 90 Abs. 1 lit. b OG ausser dem wesentlichen Sachverhalt nicht nur die als verletzt behaupteten Rechtssätze zu nennen, sondern darüber hinaus darzulegen, inwiefern diese Rechtssätze verletzt sein sollen (BGE 127 III 279 E. 1c S. 282; 125 I 492 E. 1b S. 495; 122 I 70 E. 1c S. 73). 3.4 Die Beschwerdeführer legen indessen nicht dar, gestützt auf welche Vorschrift sie die Sistierung des Verfahrens als willkürlich rügen wollen, und sie begründen auch nicht, inwiefern diese Vorschrift willkürlich angewendet worden sein soll. Im Übrigen sind sie darauf hinzuweisen, dass der vom Kantonsgericht angewendete Art. 138 Abs. 1 ZPO für die Frage der Sistierung massgeblich auf Zweckmässigkeitsüberlegungen abstellt. Diese räumen den kantonalen Behörden einen weiten Spielraum des Ermessens ein und setzen mitunter ein Abwägen der Interessen voraus, welche für eine Sistierung und damit für ein Zuwarten auf weitere Informationen aus einem andern Verfahren sprechen und denjenigen, welche für einen verzögerungsfreien Abschluss des Verfahrens sprechen. Vorliegend sind die Erkenntnisse aus dem Feststellungsverfahren gemäss BGBB nicht förmliche Voraussetzung für den privaten Wiederaufbauentscheid der Erbengemeinschaft. Die Erkenntnisse aus dem Feststellungsverfahren werden vorab im Zusammenhang mit der Erbteilung von Bedeutung sein und dort die Frage mitentscheiden, welche Erben Anspruch auf die Zuweisung des Bauernhauses und der gemeinsamen landwirtschaftlichen Parzellen haben. Es ist aber nicht zu verkennen, dass der für die Erbteilung wichtige Feststellungsentscheid auch indirekte Rückwirkungen auf den Wiederaufbauentscheid haben kann. Wird das Bauernhaus entsprechend dem Willen des Erblassers nämlich samt den ungefähr 14 ha Landwirtschaftsland C.________ zugewiesen, wird sie auf den Neubau angewiesen sein. Wird das Haus aber der Beschwerdeführerin A.________, welche bereits über ein Bauernhaus verfügt, oder ohne Landwirtschaftsland C.________ zugewiesen, dann könnte sich zumindest der Ökonomieteil des Hauses als wenig sinnvoll erweisen. Dies hat das Kantonsgericht nicht verkannt. Es hat im angefochtenen Entscheid unter anderem ausgeführt, der Ausgang des Feststellungsverfahrens könne allenfalls den vom BGBB potentiell bevorzugten Erben zur Überzeugung bringen, dass das fragliche Bauernhaus nicht wiederaufgebaut werden solle. Auf der andern Seite hat das Kantonsgericht mit Grund ausgeführt, massgebend für den Wiederaufbauentscheid sei weniger das Interesse eines einzelnen Erben am Wiederaufbau, sondern das Interesse der Erbengemeinschaft als Ganzes. Der Erbenvertreter habe nämlich für die Erhaltung des Nachlassvermögens zu sorgen. Dieses könne am besten erhalten werden, wenn der Wiederaufbau und damit auch der Wiederaufbauentscheid rasch erfolge. Dies sei einerseits wegen der drohenden Verjährung der Entschädigungsforderung und andererseits wegen des wachsenden Schadens an der angefangenen Baute der Fall. Selbst wenn es also Gründe gibt, mit dem Entscheid über den Wiederaufbau bis zum Abschluss des hängigen Feststellungsverfahrens, welches noch über mehrere Rechtsmittelinstanzen weitergezogen werden kann, zuzuwarten, müssten die Beschwerdeführer darlegen, dass die Argumente gegen die Sistierung derart untergeordnet sind, dass der Zweckmässigkeitsentscheid des Kantonsgerichts willkürlich ist. Die Beschwerdeführer setzen sich indessen mit den zeitlichen Implikationen einer Sistierung, insbesondere mit den Folgen einer Bauverzögerung für die Entschädigung und für die angefangene Baute nicht auseinander und können entsprechend mit ihrer einseitigen Argumentation auch nicht Willkür des angefochtenen Entscheids begründen.