Citation: 4A_356/2017 E. 2.4.2

2.4.2. Das Schiedsgericht hat in Procedural Order Nr. 6 vom 30. Juni 2016 ausführlich begründet, weshalb es das von der Beschwerdeführerin mit der Widerklageduplik vom 10. Juni 2016 eingereichte Parteigutachten E.________ als verspätet erachtete. Es hat berücksichtigt, dass die Widerklagebegehren lit. a und b die Klagebegehren widerspiegeln, weshalb nach den vereinbarten Verfahrensbestimmungen Behauptungen bzw. Bestreitungen sowie Beweismittel - soweit sie diese Begehren betreffen - in der Klage, der Klageantwort, der Replik oder der Duplik enthalten sein müssten. Die Beschwerdeführerin habe die fraglichen tatsächlichen Behauptungen und das Parteigutachten E.________ - entgegen den vereinbarten Verfahrensregeln und im Widerspruch zum vereinbarten Verfahrensablauf - bewusst nicht mit ihrer Replik vom 22. April 2016, sondern erst am 10. Juni 2016 eingereicht. Abgesehen davon, dass auf dem Gebiet der Schiedsgerichtsbarkeit kein absoluter Anspruch auf einen doppelten Schriftenwechsel besteht (BGE 142 III 360 E. 4.1.2), verkennt die Beschwerdeführerin mit ihren Ausführungen, dass eine falsche oder gar willkürliche Anwendung der schiedsgerichtlichen Verfahrensordnung für sich allein nicht ausreicht, um einen Schiedsentscheid aufzuheben (vgl. BGE 129 III 445 E. 4.2.1; 126 III 249 E. 3b mit Hinweisen). Sie zeigt keine Gehörsverletzung auf, indem sie die schiedsgerichtlichen Erwägungen hinsichtlich der Zulässigkeit des eingereichten Parteigutachtens kritisiert und diesen ihre eigene Ansicht entgegenhält, wonach das Gutachten nicht früher habe eingereicht werden können und dieses demnach prozesskonform eingebracht worden sei. Aus dem Grundsatz des rechtlichen Gehörs ergibt sich kein (zeitlich und inhaltlich) unbeschränktes Recht auf Einreichung neuer Beweismittel.