Citation: B 39/01 16.11.2001 E. 3

3.- Streitig und zu prüfen ist zunächst, ob die Invalidität, welche die IV-Stelle zur Zusprechung einer ganzen Invalidenrente ab 1. Oktober 1997 veranlasst hat, auf eine während der Versicherungsdauer bei der Sammelstiftung der Rentenanstalt eingetretene Arbeitsunfähigkeit zurückzuführen ist. Dabei ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer an einem Lumbovertebralsyndrom sowie an psychischen Störungen leidet. a) Was das Rückenleiden betrifft, steht aufgrund der medizinischen Akten fest, dass bereits im Jahre 1987 eine die Arbeitsfähigkeit im bisherigen Beruf als Reparaturschlosser beeinträchtigende Symptomatik bestanden hat. Diese hat jedoch nicht zu einer dauernden erheblichen Arbeitsunfähigkeit geführt. Zwar haben die Ärzte der Rehabilitationsklinik R. dem Versicherten am 13. August 1987 empfohlen, eine leichtere Arbeit zu suchen oder sich von der Invalidenversicherung umschulen zu lassen, was zu einer, allerdings erfolglos gebliebenen Umschulung zum Mechatronik-Techniker Anlass gegeben hat. Anlässlich der in der Folge durchgeführten medizinischen und beruflichen Abklärung in der BEFAS Appisberg vom 17. Juli bis 11. August und vom 28. August bis 1. September 1989 wurde der Befund (Status nach Diskushernie L5/S1 und Diskusprotrusion L4/L5 rechts, Restlumbalgie und Tendoperiostosen am linken Iliumkamm) als nicht invalidisierend beurteilt. Der Versicherte wurde vom medizinischen Standpunkt aus für Arbeiten ohne Zwangshaltungen und ohne grosse körperliche Belastungen als voll arbeitsfähig bezeichnet. Die bei der berufspraktischen Abklärung festgestellten Minderleistungen wurden mit einer Fixierung auf die Beschwerden und mangelnder Leistungsbereitschaft erklärt (Schlussbericht der BEFAS vom 11. September 1998). In dem von der Schweizerischen Pflegerinnenschule erstatteten multidisziplinären Gutachten vom 6. November 1990 wurde diese Beurteilung bestätigt und ausgeführt, die an sich glaubhaften Rückenbeschwerden würden vom Versicherten überbewertet und reichten keinesfalls für eine Einschränkung der der Arbeitsfähigkeit aus. Im angestammten Beruf ohne Schwerarbeit und Heben grösserer Lasten und mit der Möglichkeit zu Positionswechseln sowie in allen leichteren bis mittelschweren Tätigkeiten bestehe eine volle Arbeitsfähigkeit. Gestützt auf diese ärztlichen Angaben hat die IV-Stelle das Rentenbegehren am 8. Januar 1991 abgewiesen mit der Begründung, dass auch im Rahmen der bisher ausgeübten Tätigkeit eine volle Arbeitsunfähigkeit bestehe. Die Verfügung wurde vom Eidgenössischen Versicherungsgericht mit Urteil vom 2. März 1993 letztinstanzlich bestätigt mit der Feststellung, dass auf die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit durch die Schweizerische Pflegerinnenschule abgestellt werden könne und kein Anlass zu weiteren Abklärungen bestehe. Die Akten wurden lediglich zu dem Zwecke an die Verwaltung überwiesen, dass diese betreffend einen allfälligen Anspruch auf Umschulungsmassnahmen für die Zeit nach Erlass der Verfügung die erforderlichen Abklärungen treffen und darüber verfügen konnte. Damit steht fest, dass seitens des Rückens jedenfalls bis Anfang 1991 keine für eine spätere Invalidität relevante Arbeitsunfähigkeit bestanden hat. Eine solche ist auch für die Folgezeit nicht ausgewiesen. Zwar hat die IV-Stelle im Anschluss an das Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 2. März 1993 erneut eine Umschulung übernommen, die wiederum zu keinem Eingliederungserfolg führte. Dies ändert jedoch nichts daran, dass der Beschwerdeführer aus medizinischer Sicht in der Lage gewesen wäre, eine leichte bis mittelschwere Tätigkeit ohne wesentliche Einschränkung auszuüben. Er hat sich in der Folge denn auch bei der Arbeitslosenversicherung gemeldet und ab 5. Februar 1996 Taggelder bezogen. Dabei hat er sich als voll vermittlungsfähig bezeichnet und sich in einem weiten Bereich, insbesondere auch als Mechaniker, um Stellen beworben (Bericht der Berufsberaterin der IV-Stelle vom 3. März 1998). Bei der IV-Stelle hat er sich erst im November 1997 wieder zum Leistungsbezug gemeldet und neu psychische Beeinträchtigungen geltend gemacht. Daraus ist zu schliessen, dass auch nach 1991 seitens des Rückenleidens keine wesentliche Arbeitsunfähigkeit bestanden hat. Selbst wenn während der Versicherungsdauer bei der Rentenanstalt eine relevante Arbeitsfähigkeit bestanden haben sollte, fehlt es angesichts der späteren langjährigen vollen Arbeitsfähigkeit am erforderlichen sachlichen und zeitlichen Zusammenhang zwischen der Invalidität und der früheren Arbeitsunfähigkeit (vgl. BGE 123 V 265 Erw. 1c). b) Dem Beschwerdeführer kann auch insoweit nicht gefolgt werden, als er geltend macht, er sei aus psychischen Gründen nie voll arbeitsfähig gewesen. Aus den mit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde eingereichten Arztzeugnissen geht zwar hervor, dass er in den "80-er Jahren" und im Januar 1992 wegen depressiver Verstimmungen den Arzt aufgesucht hatte. Es fehlen aber jegliche Anhaltspunkte dafür, dass schon damals eine längerdauernde psychische Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit bestanden hat. Bei der stationären Begutachtung in der Schweizerischen Pflegerinnenschule vom 20./21. August 1990 konnten keine Zeichen eines psychischen Leidens festgestellt werden. Im Urteil von 2. März 1993 verneinte das Eidgenössische Versicherungsgericht aufgrund der medizinischen Akten ein psychisches Leiden mit Krankheitswert und die Notwendigkeit ergänzender medizinischer Abklärungen unter dem Gesichtspunkt einer psychischen Fehlentwicklung. Zu erheblichen, die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigenden psychischen Störungen ist es erst später gekommen. Mit der Feststellung im Begleitschreiben zur Neuanmeldung vom 18. November 1997, wonach sich ein psychisches Leiden "inzwischen ebenfalls eingestellt hat", ist der Beschwerdeführer selber davon ausgegangen, dass sich das psychische Leiden erst nachträglich entwickelt hat. Aufgrund der Akten besteht kein Anlass, von der Auffassung der IV-Stelle abzugehen, wonach eine erhebliche psychisch bedingte Arbeitsunfähigkeit im Oktober 1996 (Beginn der Behandlung bei Dr. med. V.________) eingetreten ist. Es muss daher bei der Feststellung bleiben, dass eine relevante psychische Arbeitsunfähigkeit lange nach Auflösung des Vorsorgeverhältnisses eingetreten ist, weshalb die Sammelstiftung der Rentenanstalt hiefür nicht leistungspflichtig ist. Ob, wie der Beschwerdeführer geltend macht, die heute bestehenden psychischen Störungen Folge des Rückenleidens sind, ist unerheblich, weil nach dem Gesagten auch bezüglich des somatischen Leidens keine Leistungspflicht besteht. Aus den Akten ergeben sich immerhin Anhaltspunkte dafür, dass die psychischen Störungen in Zusammenhang mit der langjährigen beruflichen Desintegration stehen, die mangels einer entsprechenden somatisch bedingten Arbeitsunfähigkeit nicht auf das Rückenleiden zurückgeführt werden kann.