Citation: 6B_416/2013 E. 3.1.1

3.1.1. Die Vorinstanz stellt zunächst fest, die Vorbemerkung im Gutachten, wonach dessen Schlussfolgerungen gemeinsam mit den beteiligten Spezialärzten erarbeitet worden seien und diese sich ausdrücklich damit einverstanden erklärt hätten, erweise sich "vom streng genommenen Wortlaut her als unzutreffend". Der Beschwerdegegner habe nach Erhalt des Subgutachtens mit Dr. D.________ keinen Kontakt mehr gehabt. Dennoch erfülle der Sachverhalt den Tatbestand der Falschbeurkundung nicht. Es liege keine offensichtlich widersprüchliche Begutachtung über die Beschwerdeführerin 1 vor. Das Subgutachten von Dr. D.________ werde im Hauptgutachten ebenso wie dasjenige von Dr. C.________ betreffend den Fachbereich Psychiatrie im vollen Wortlaut wiedergegeben. Insofern fehle es bereits an dem für die Urkundendelikte typischen Täuschungselement (angefochtenes Urteil S. 9). Zudem sei das Subgutachten von Dr. D.________ nicht frei von Widersprüchen. So werde unter dem Titel "neurologische Befunde" festgehalten, dass die Patientin während der Untersuchung "psychisch und neuropsychologisch unauffällig" gewesen sei, während ihr unter der Rubrik "neurologische Diagnosen" gestützt auf Akten aus früheren Unfallereignissen neurovegetative Beschwerden und leichte neuropsychologische Defizite attestiert würden, obschon der Subgutachter lediglich mit der neurologischen Abklärung betraut gewesen sei (angefochtenes Urteil S. 10). Überdies seien die beanstandeten Stellen des Hauptgutachtens nicht unwahr. So sei die Formulierung, die Schlussfolgerungen unter Ziff. 5 des Hauptgutachtens seien "gemeinsam mit den betreffenden Spezialärzten erarbeitet" worden, jedenfalls inhaltlich nicht falsch. Denn die Schlussfolgerungen des Hauptgutachtens enthielten nichts, was sich nicht bereits im Hauptgutachten unter Ziff. 3 "objektive Befunde" finde, zumal sämtliche (Sub-) gutachten vollständig wiedergegeben würden. Beim Fazit des Hauptgutachtens handle es sich lediglich um eine Zusammenfassung der Ergebnisse, die keinerlei eigenmächtig vorgenommenen inhaltlichen Abweichungen enthalte. Der Sache nach könne deshalb durchaus gesagt werden, dass die beigezogenen Spezialärzte durch ihre Subgutachten zur Erstellung des Hauptgutachtens beigetragen hätten und dass die dort enthaltenen Schlussfolgerungen von den drei beteiligten Medizinern letztlich "gemeinsam erarbeitet" worden seien (angefochtenes Urteil S. 11). Dasselbe gelte, soweit das Hauptgutachten das Fazit ziehe, die Beschwerdeführerin 1 sei weder aus internistischer, neurologischer noch aus psychiatrischer Sicht in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt. Diese Schlussfolgerung stütze sich auf die Ergebnisse der drei Expertisen. Dass der Beschwerdegegner die Stellen des Subgutachtens von Dr. D.________ , in denen von neurovegetativen bzw. neuropsychologischen Auffälligkeiten die Rede sei, im Rahmen der abschliessenden Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nicht erwähnt habe, könne ihm nicht vorgeworfen werden. Denn der Auftrag von Dr. D.________ habe sich auf die neurologische Abklärung beschränkt. Zur Einschätzung des neurovegetativen bzw. neuropsychologischen Status' sei er weder berufen noch kompetent gewesen. In dieser Hinsicht habe er denn auch keine eigenen Untersuchungen durchgeführt, sondern sich im Wesentlichen auf frühere Feststellungen bezogen, so dass nicht angenommen werden könne, seine Hinweise auf entsprechende Auffälligkeiten bei der Beschwerdeführerin 1 seien im Rahmen seiner fachlichen Kompetenz als neurologischer Gutachter erfolgt. Dr. D.________ habe dementsprechend den Psychiater als zweiten Subgutachter in Bezug auf die Einschätzung des neurovegetativen bzw. neuropsychologischen Status' für zuständig und als geeignete Fachperson bezeichnet. Dieser habe aus psychiatrischer Sicht keine Anhaltspunkte für eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin 1 gefunden (angefochtenes Urteil S. 11 f.). In rechtlicher Hinsicht nimmt die Vorinstanz an, die unwahre Behauptung, die Schlussfolgerungen des Gutachtens seien im ausdrücklichen Einverständnis sämtlicher beteiligter Spezialärzte erfolgt, erweise sich als irrelevant. Denn die vom Beschwerdegegner getroffenen Schlussfolgerungen stimmten zumindest inhaltlich mit den Ergebnissen der Teilgutachten überein. Eine explizite Konsensbildung sei im Übrigen nur sinnvoll, wenn in den einzelnen Fachrichtungen überhaupt relevante Symptome pathologischer Art festgestellt worden wären. Dies sei hier nicht der Fall gewesen. Damit sei die falsche Behauptung eines Schlusskonsenses nicht rechtserheblich und vermöge sich auf den Beweiswert der abschliessenden Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin 1 im Hauptgutachten nicht entscheidend auszuwirken (angefochtenes Urteil S. 13).