Citation: B 1/07 04.09.2007 E. 4

4.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 IVG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Krankheit ist jede Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit, die nicht Folge eines Unfalles ist und die eine medizinische Untersuchung oder Behandlung erfordert oder eine Arbeitsunfähigkeit zur Folge hat (Art. 3 Abs. 1 ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 IVG). Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv bestimmt (BGE 102 V 165; AHI 2001 S. 228 E. 2b mit Hinweisen; vgl. auch BGE 127 V 298 E. 4c in fine). Grundlage für die Bemessung der Invalidität bildet die trotz gesundheitlicher Beeinträchtigung noch bestehende Arbeitsfähigkeit im versicherten Tätigkeitsbereich. Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG im Besonderen setzt grundsätzlich eine lege artis auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (vgl. BGE 130 V 396). Eine solche Diagnose ist eine rechtlich notwendige, aber nicht hinreichende Bedingung für einen invalidisierenden Gesundheitsschaden (BGE 132 V 65 E. 3.4 S. 69). Entscheidend ist, ob und inwiefern, allenfalls bei geeigneter therapeutischer Behandlung, von der versicherten Person trotz des Leidens willensmässig erwartet werden kann zu arbeiten (BGE 127 V 294 E. 5a S. 299). Diese Frage beurteilt sich nach einem weitgehend objektivierten Massstab unter Ausschluss von Einschränkungen der Leistungsfähigkeit, die auf aggravatorisches Verhalten zurückzuführen sind (BGE 130 V 352 E. 2.2.3 und 2.2.4 S. 353 ff.; BGE 127 V 294 E. 4b/cc S. 297 f. in fine). Umstände, welche die Verwertung der verbleibenden Arbeitskraft auf dem Arbeitsmarkt als unzumutbar erscheinen lassen, sind die erhebliche Schwere, Intensität, Ausprägung und Dauer des psychischen Leidens, chronische körperliche Begleiterkrankungen mit mehrjährigem Krankheitsverlauf bei unveränderter oder progredienter Symptomatik ohne längerfristige Remission, sozialer Rückzug, ein verfestigter, therapeutisch nicht mehr angehbarer innerseelischer Verlauf einer an sich missglückten, psychisch aber entlastenden Konfliktbewältigung, unbefriedigende Behandlungsergebnisse trotz konsequent durchgeführter ambulanter und/oder stationärer Behandlungsbemühungen (auch mit unterschiedlichem therapeutischem Ansatz) und gescheiterte Rehabilitationsmassnahmen bei vorhandener Motivation und Eigenanstrengung der versicherten Person (vgl. BGE 132 V 65 E. 4.2.2 S. 71, 130 V 352 E 2.2.3 S. 353 ff.). Je mehr dieser Kriterien zutreffen und je ausgeprägter sich die entsprechenden Befunde darstellen, desto eher sind - ausnahmsweise - die Voraussetzungen für eine zumutbare Willensanstrengung zu verneinen (Meyer-Blaser, Der Rechtsbegriff der Arbeitsunfähigkeit und seine Bedeutung in der Sozialversicherung, in: Schmerz und Arbeitsunfähigkeit, St. Gallen 2003, S. 77). 4.2 Auszugehen ist davon, dass der sachliche Zusammenhang nur zu bejahen ist, wenn der der Invalidität zugrunde liegende Gesundheitsschaden im Wesentlichen derselbe ist, der während des Versicherungsverhältnisses zur Arbeitsunfähigkeit geführt hat (vgl. BGE 123 V 264 f. E. 1c, 120 V 117 f. E. 2c/aa und bb mit Hinweisen). Dabei ist mit dem kantonalen Gericht eine relevante Arbeitsunfähigkeit aus somatischer Sicht aufgrund der verschiedenen medizinischen Unterlagen nicht erstellt. Zu prüfen ist somit im Folgenden, ob das zur Ausrichtung einer halben Invalidenrente der Invalidenversicherung ab 1. März 1999 führende psychische Leiden bereits während der Dauer des Vorsorgeverhältnisses mit der Beschwerdeführerin, somit in der Zeit vom 1. Juni 1997 bis Ende April 1998, aufgetreten und zu einer relevanten Arbeitsunfähigkeit in dieser Zeitspanne (vgl. dazu SZS 2003 S. 521, BGE 114 V 286 oben) geführt hat. Aus den angeführten ärztlichen Gutachten und Berichte (E. 3.3 hievor) ergibt sich für die hier zu beurteilende Zeitspanne keine psychiatrische Diagnose und keine relevante Arbeitsunfähigkeit aus psychischer Sicht. Die Klinik B.________ nimmt im Gutachten vom 5. Februar 2001, also fast drei Jahre nach Ende des Vorsorgeverhältnisses, eine Einschränkung von 20 % für leichte bis mittelschwere Arbeiten an, ohne indessen die Diagnose eines psychiatrischen Leidens im engeren Sinne, einer mittelschweren bis schweren Depression, Psychose oder Suchtkrankheit zu stellen, sondern es ist von einer ausgesprochenen Symptomausweitung mit Selbstlimitierung die Rede. Die Psychiatrischen Dienste des Kantons Z.________ haben gemäss Bericht vom 4. Dezember 1998 zu diesem Zeitpunkt keine psychiatrische Diagnose eruieren können. Aufgrund der gesamten Aktenlage ist für die Zeit bis Ende April 1998 das Vorliegen einer psychischen Erkrankung mit Krankheitswert und einer damit verbundenen Arbeitsunfähigkeit von mindestens 20 % nicht erstellt. In somatischer Hinsicht ist aufgrund der Aktenlage ebenfalls keine wesentliche Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit in einer zumutbaren Tätigkeit ausgewiesen. Die Gutachten und die Arztberichte, welche sich mit dem psychischen Leiden auseinandersetzen, beruhen auf Untersuchungen, die mehrere Jahre nach dem Ende des Vorsorgeverhältnisses stattgefunden haben. Der sachliche und zeitliche Zusammenhang zwischen der mit einer halben IV-Invalidenrente abgegoltenen Arbeitsunfähigkeit und dem bis 30. April 1998 (vgl. Art. 10 Abs. 3 BVG) dauernden Vorsorgeverhältnis mit der Beschwerdeführerin ist nach dem Gesagten zu verneinen.