Citation: 7B_698/2024 E. 2.5

2.5. Die Staatsanwaltschaft hat schon im vorinstanzlichen Verfahren dargelegt, dass dem Beschwerdeführer bei einer Verurteilung eine empfindliche Freiheitsstrafe bzw. eine stationäre Massnahme drohe. Es handle sich bei ihm um einen deutschen Staatsangehörigen ohne festen Wohnsitz in der Schweiz. Zwar sei er in Deutschland behördlich angemeldet; er habe aber ausgesagt, vor seiner Verhaftung in England wohnhaft gewesen zu sei. Weder sei er in der Schweiz aktuell einer beruflichen Tätigkeit nachgegangen, noch verfüge er derzeit sonstwie über einen näheren Bezug zur Schweiz. Ergänzend erwägt die Vorinstanz Folgendes: Zwar sei der Beschwerdeführer in der Vergangenheit Verwaltungsrat von zwei Firmen mit Sitz in der Schweiz (U.________) gewesen. Schon 2023 sei über diese Gesellschaften jedoch der Konkurs eröffnet worden. Auch seine frühere Einzelfirma sei schon seit dem 25. März 2022 infolge Geschäftsaufgabe erloschen. Zu seinen finanziellen Verhältnissen habe er zu Protokoll gegeben, er habe massive Schulden ("zwischen Fr. 100'000.-- und Fr. 4 Mio.") aus Kredit-, Miet- und Firmenverbindlichkeiten und Ausständen gegenüber der KESB sowie "theoretisch Unterhaltsverpflichtungen gegenüber seinen Kindern", welche er "natürlich nicht" bezahle. Mit Entscheiden vom 3. November 2022 bzw. 31. März 2023 hätten die KESB Uster bzw. die KESB Winterthur/Andelfingen dem Beschwerdeführer (damals noch wohnhaft in U.________) das elterliche Sorgerecht über seine drei Kinder entzogen und seine Kinder hätten fremdplatziert werden müssen. Er habe ausgesagt, "weder eine Beziehung noch Kontakt zu seinen Kindern" gepflegt zu haben. Zusätzlich begründeten auch das gegen den Beschwerdeführer derzeit separat in Deutschland laufende Strafverfahren wegen mutmasslichen sexuellen Missbrauchs einer seiner Töchter sowie Verbreitung und Besitz von Kinderpornographie bzw. der vom Amtsgericht Villingen-Schwenningen am 19. Februar 2024 gegen ihn erlassene Haftbefehl einen weiteren erheblichen Fluchtanreiz. Das Bundesamt für Justiz habe gestützt auf diesen richterlichen Haftbefehl und ein Auslieferungsersuchen der deutschen Behörden am 21. März 2024 die Auslieferungshaft gegen den Beschwerdeführer verfügt. Laut Haftbefehl habe sich dieser zuvor dem Zugriff der deutschen Behörden entzogen. Es bestünden folglich ernsthafte Anhaltspunkte dafür, dass der Beschwerdeführer sich dem ihm drohenden Straf- bzw. stationären Massnahmenvollzug entziehen könnte. Insbesondere sei mit einer Flucht an den von ihm bezeichneten Wohnort in England zu rechnen. Dass ihn demgegenüber eine Bindung zu seinen fremdplatzierten Kindern von einer Flucht ins Ausland abzuhalten vermöchte, sei nicht zu erwarten. Auch in wirtschaftlicher Hinsicht habe er keine enge Verbindung mehr in die Schweiz. Der Beschwerdeführer sehe sich hierzulande hingegen mit erheblichen familiären, finanziellen und strafrechtlichen Problemen konfrontiert. Die genannten Fluchtanreize würden auch durch die bisher erstandene Untersuchungshaft nicht ausgeräumt. Anlässlich der Schlusseinvernahme vom 14. Mai 2024 sei ihm neben einer Freiheitsstrafe eine mögliche stationäre Massnahme konkret in Aussicht gestellt worden, die deutlich länger dauern könnte als die bisher erstandene strafprozessuale Haft.