Citation: I 84/07 17.09.2007 E. 5.2

5.2.1 Vorinstanz und IV-Stelle haben das Invalideneinkommen übereinstimmend gestützt auf die statistischen Daten gemäss Tabelle TA13 der LSE (monatlicher Bruttolohn nach Grossregionen, Anforderungsniveau des Arbeitsplatzes und Geschlecht im privaten und öffentlichen Sektor) ermittelt. Dies steht im Widerspruch zu der mit Beschluss des Gesamtgerichts des Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 10. November 2005 (SZS 2007 S. 64, Urteil K. vom 22. August 2006, E. 3.2.3, I 424/05) begründeten Rechtsprechung, wonach bei der Ermittlung von Validen- und Invalideneinkommen nicht mehr auf die nach Grossregionen unterschiedenen statistischen Lohnangaben gemäss Tabelle TA13 der LSE abzustellen ist (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts U 75/03 vom 12. Oktober 2006, E. 8, SVR 2007 UV Nr. 17 S. 56). Die Rechtsfrage, welches bei der Feststellung der hypothetischen Vergleichseinkommen nach den Tabellenlöhnen die massgebliche Tabelle ist (BGE 132 V 393 E. 3.3 S. 399), untersteht dem Grundsatz der Rechtsanwendung von Amtes wegen (iura novit curia), wonach das Gericht an die Rechtsauffassungen der Parteien nicht gebunden ist (BGE 133 V 196 E. 1.4 i.f. S. 200). Nimmt die Versicherte nach Eintritt des Gesundheitsschadens - oder, wie hier, nach Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes vom April 2003 (E. 5.1.2 hievor) - keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare Erwerbstätigkeit mehr auf, können praxisgemäss die Tabellenlöhne gemäss LSE herangezogen werden (BGE 129 V 472 E. 4.2.1 S. 475 mit Hinweisen), wobei hier - wie üblich (SVR 2003 IV Nr. 1 S. 3 E. 4b mit Hinweis) - von der Tabelle TA1 auszugehen ist. 5.2.2 Mit einfachen und repetitiven Tätigkeiten (LSE 2004 S. 53 TA1 Anforderungsniveau 4) beschäftigte Frauen verdienten bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 40 Stunden im Jahre 2004 in der Schweiz monatlich Fr. 3'893.- (LSE 2004, a.a.O., Zeile "Total"), was bei Annahme einer durchschnittlichen betriebsüblichen wöchentlichen Arbeitszeit von 41,6 Stunden im Jahre 2004 (Die Volkswirtschaft 2007 Heft 7/8 S. 91 Tabelle B9.2 Zeile A-O "Total") einem Einkommen von monatlich Fr. 4'049.- (= [Fr. 3'893.- : 40] x 41,6) und jährlich Fr. 48'587.- (= Fr. 4'049.- x 12) entspricht. Unter Berücksichtigung der invaliditätsbedingt auf 30 % eingeschränkten Arbeitsfähigkeit (E. 4 hievor) vermöchte die Beschwerdegegnerin somit zumutbarerweise ein Invalideneinkommen von Fr. 14'576.- (= Fr. 48'587.- x 0,3) zu erzielen. 5.3 Unabhängig davon, ob dieses Invalideneinkommen mit dem auf der Basis des vor dem Unfall vom 2. August 1993 erzielten Lohnes ermittelten Valideneinkommen von Fr. 51'094.- (E. 5.1.4 hievor) verglichen wird oder mit dem Validenlohn von Fr. 48'587.-, welcher auf der Grundlage des Tabellenlohnes gemäss Tabelle TA1 der LSE 2004 beruht, resultiert in jedem Fall ein Invaliditätsgrad von mindestens 70 %. Die Frage, ob und in welchem Ausmass die Tabellenlöhne gegebenenfalls praxisgemäss (BGE 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481, 126 V 75 E. 5b/aa-cc S. 79) unter Berücksichtigung sämtlicher persönlicher und beruflicher Umstände des konkreten Einzelfalls (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad) herabzusetzen sind, kann hier mit der Vorinstanz offen bleiben. 5.4 Steht nach dem Gesagten fest, dass die Versicherte seit Eintritt der vollen Arbeitsunfähigkeit ab 22. April 2003 aus gesundheitlichen Gründen eine Einschränkung der Erwerbsfähigkeit von (mindestens) 70 % hinzunehmen hat, ist der angefochtene Entscheid, womit die Vorinstanz einen Anspruch auf eine ganze Invalidenrente mit Wirkung ab 1. April 2004 bejaht hat, im Ergebnis nicht zu beanstanden.