Citation: 1A.49/2001 16.07.2001 E. 3

3.-Der Beschwerdeführer macht geltend, die Sachverhaltsdarstellung des Ersuchens halte vor Art. 28 Abs. 3 IRSG nicht stand. a) Das Rechtshilfeersuchen muss eine kurze Darstellung des wesentlichen Sachverhaltes enthalten (Art. 14 Ziff. 2 EUeR; Art. 28 Abs. 3 lit. a IRSG). Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichts werden an die Begründung eines Rechtshilfebegehrens keine strengen Anforderungen gestellt. Von den Behörden des ersuchenden Staates kann nicht verlangt werden, dass sie den Sachverhalt, der Gegenstand ihrer Strafuntersuchung bildet, lückenlos und völlig widerspruchsfrei darstellen. Das wäre mit dem Sinn und Zweck des Rechtshilfeverfahrens unvereinbar, ersucht doch ein Staat einen andern gerade deswegen um Mithilfe, damit er die bisher im Dunkeln gebliebenen Punkte aufgrund von Unterlagen, die sich im ersuchten Staat befinden, klären kann. Es reicht daher unter dem Gesichtspunkt des hier massgebenden Art. 14 EUeR aus, wenn die Angaben im Rechtshilfeersuchen sowie in dessen allfälligen Ergänzungen und Beilagen den schweizerischen Behörden ermöglichen zu prüfen, ob und allenfalls in welchem Umfang dem Begehren entsprochen werden muss, oder ob ein Verweigerungsgrund vorliegt. Es kann auch nicht verlangt werden, dass die ersuchende Behörde die Tatvorwürfe bereits abschliessend mit Beweisen belegt. Die ersuchte Behörde hat weder Tat- noch Schuldfragen zu prüfen und grundsätzlich auch keine Beweiswürdigung vorzunehmen, sondern ist vielmehr an die Sachverhaltsdarstellung im Ersuchen samt Beilagen gebunden, soweit sie nicht durch offensichtliche Fehler, Lücken oder Widersprüche sofort entkräftet wird (BGE 125 II 250 E. 5b S. 257; 122 II 134 E. 7b S. 137, 367 E. 2c S. 371; 120 Ib 251 E. 5c S. 255; 118 Ib 111 E. 5b S. 121 f.; 117 Ib 64 E. 5c S. 88, je mit Hinweisen). b) Was die Sachverhaltsdarstellung des Ersuchens betrifft, kann auf deren Zusammenfassung im angefochtenen Entscheid (Seite 7 f.) hingewiesen werden, zumal der Beschwerdeführer ausdrücklich auf ihn verweist, soweit er nicht abweichende tatsächliche Vorbringen geltend macht (vgl. Beschwerdeschrift, S. 3 Ziff. 6). Vereinfacht zusammengefasst, sei der Beschwerdeführer als Bevollmächtigter der polnischen Firma C.________ tätig gewesen. Gestützt auf gefälschte Dokumente und täuschende Buchhaltungsmanipulationen habe er gezielt veranlasst, dass diese Firma zwei anderen Unternehmen Zahlungen für nicht erfolgte und fälschlich in Rechnung gestellte Leistungen ausgerichtet habe. Der deliktische Gewinn sei vermutlich dem Beschwerdeführer und weiteren Mitbeteiligten zugeflossen. c) Der Beschwerdeführer stützt seine Auffassung, das Ersuchen sei "mit wesentlichen Widersprüchen behaftet", auf folgendes Argument: "Es wird nämlich im Sachverhalt ausgeführt, dass die von B.________ gegründete Firma C.________ aufgrund der polnischen Gesetzgebung einen polnischen Bevollmächtigten erforderte, weshalb der Beschwerdeführer zum Bevollmächtigten ernannt wurde. (...) Gleichzeitig wird aber festgehalten, dass B.________ selber polnischer Staatsangehöriger war". d) Es kann offen bleiben, ob das Ersuchen (oder dessen Übersetzung) im beanstandeten Punkt widersprüchlich erscheint. Nach ständiger Praxis führen Unklarheiten und Fehler im Ersuchen nur dann zur Verweigerung der Rechtshilfe, wenn die Sachdarstellung der ersuchenden Behörde dadurch entkräftet wird. Dies setzt voraus, dass es sich bei den beanstandeten Lücken oder Widersprüchen um wesentliche Gesichtspunkte des inkriminierten Sachverhaltes handelt. Es ist nicht ersichtlich und wird auch vom Beschwerdeführer nicht dargelegt, inwieweit die Frage der Staatsangehörigkeit von B.________ einen direkten Einfluss auf die Frage der Strafbarkeit der Angeschuldigten hätte. Die Motive für die Einsetzung des Beschwerdeführers als Bevollmächtigter der mutmasslich geschädigten Firma erscheinen in diesem Zusammenhang nicht relevant. Darüber hinaus wäre der vom Beschwerdeführer geltend gemachte nebensächliche Widerspruch eher gesucht. Im Ersuchen (Seite 8) wird zwar Folgendes ausgeführt: "Nach den Vorschriften über die Durchführung der Wirtschaftstätigkeit durch die Ausländer auf dem Gebiet Polens war B.________ verpflichtet, einen polnischen Staatsangehörigen zum Bevollmächtigten zu bestellen". Der Beschwerdeführer legt jedoch nicht dar, inwiefern dies der Darstellung (auf Seite 7) widerspräche, wonach B.________ "polnischer und deutscher Staatsangehöriger" sei. Im Ersuchen wird jedenfalls nirgends behauptet, dem B.________ habe die polnische Staatsangehörigkeit gefehlt, und der Beschwerdeführer sei deshalb als Bevollmächtigter eingesetzt worden.