Citation: U 129/01 22.07.2002 E. 3

3.- a) Die SUVA hat im Anschluss an die erste Unfallmeldung vom 28. September 1990 ihre Leistungspflicht bejaht. Die primäre Behandlung konnte nach rund zwei Wochen abgeschlossen werden, und der Beschwerdeführer war schon ab 8. Oktober 1990 wieder arbeitsfähig. Auf Rückfallmeldungen vom 21. Februar 1992, vom 2. Februar 1994 und vom 22. Juni 1994 hin hat die Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht ebenfalls anerkannt, zuletzt gestützt auf eine kreisärztliche Untersuchung vom 27. März 1995 durch Dr. med. C.________. Diese Leistungsübernahmen bestanden allesamt in vorübergehenden chiropraktorischen Behandlungen bei Aufflackern von Restbeschwerden des Zervikalsyndroms, beruhten jeweils auf kreisärztlichen Feststellungen und gingen vom Vorliegen vorübergehender Rückfälle im Sinne von Art. 11 UVV aus. b) Vor diesem Hintergrund bilden die verfügbaren medizinischen Akten keine rechtsgenügliche Grundlage für die Beurteilung der strittigen (Tat-)Frage des natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen den im Sommer/Herbst 1997 als (vierten) Rückfall zum Unfall vom 25. September 1990 gemeldeten Nackenbeschwerden. Es vermag insbesondere nicht zu überzeugen, wenn sich die Beschwerdegegnerin und mit ihr die Vorinstanz nunmehr gestützt auf die Überlegungen der Anstaltsärzte, insbesondere jene des Dr. med. K.________ in den ärztlichen Beurteilungen vom 5. Juli 1999 und vom 10. Oktober 2000 sowie des Dr. med. C.________ im kreisärztlichen Bericht vom 10. September 1998, auf den Standpunkt stellen, bei Unfallereignissen ohne substanzielle Verletzung des Achsenskelettes seien (Jahre später auftretende) chronische Schmerzen (oder wie hier zeitlich limitierte Schmerzschübe) nie als Unfallfolgen zu betrachten sondern stets als davon verselbstständigtes Krankheitsbild. Es mag sein, wie sich auf der induktiven Ebene der allgemeinen medizinischen Erfahrung ergibt, dass ein Grossteil der Bevölkerung Nackenschmerzen von der Art der hier zur Diskussion stehenden aufweist. Nach der gleichen induktiven Beweisführung (BGE 126 V 183 Erw. 4c) steht aber fest, dass sich unzählige Personen nie über behandlungsbedürftige Nackenschmerzen beklagen. Es kommt daher für die Beurteilung der natürlichen Kausalität auf die Aktenlage und den Verlauf im Einzelfall an. Im vorliegenden Fall lässt sich bei der gegebenen Aktenlage der Schluss auf ein von der seinerzeitigen unfallmässigen Beeinträchtigung verselbstständigtes Krankheitsbild nicht bestätigen. Es sind keine Anhaltspunkte greifbar, welche die medizinische Erfahrungstatsache widerlegen, dass eine - mehr als banale - mit einer erheblichen Weichteilverletzung verbundene und folglich mit einer gewissen Heftigkeit einhergehende Distorsion der HWS von Zeit zu Zeit behandlungsbedürftige Beschwerden bewirkt, die chiropraktorisch - im Übrigen mit Erfolg - angegangen werden. Eine Ablehnung der Leistungspflicht kann daher nicht ohne zusätzliche Abklärungen erfolgen. Die Sache ist aus diesem Grunde an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie eine geeignete anstaltsexterne medizinische Begutachtung des Beschwerdeführers anordne und danach über die Leistungsberechtigung neu verfüge.