Citation: 7B_255/2022 E. 4.3.3

4.3.3. Sodann ist es bundesrechtskonform, wenn die Vorinstanz die Freiheitsstrafe aufgrund einer früheren Verurteilung des Beschwerdeführers um einen Monat erhöht. Es entspricht der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichts, dass Vorstrafen grundsätzlich straferhöhend zu gewichten sind (BGE 136 IV I E. 2.6.2; 121 IV 3 E. 1b und 1c/dd; je mit Hinweisen). Das Sachgericht darf diese allerdings nicht wie eigenständige Delikte würdigen, weil das auf eine Doppelbestrafung hinausliefe (Urteile 6B_1168/2020 vom 11. Oktober 2022 E. 2.3.2; 6B_105/2015 vom 13. Januar 2016 E. 1.3.2; 6B_249/2014 vom 16. Oktober 2014 E. 2.4.2; je mit Hinweisen). Konkret wurde der Beschwerdeführer vom Jugendgericht Basel-Stadt am 28. April 2016 wegen versuchter schwerer Körperverletzung zu einer bedingten Freiheitsstrafe von fünf Monaten verurteilt. Die Vorinstanz führt aus, er habe am 16. August 2014 gemeinsam mit einem Mitbeteiligten einen Dritten angegriffen und diesem einen Faustschlag ins Gesicht verpasst. Der Mitbeteiligte habe gegen das Gesicht des Opfers getreten, nachdem dieses zu Boden gegangen sei, was sich der Beschwerdeführer mittäterschaftlich habe anrechnen lassen müssen. Der Beschwerdeführer habe deshalb aus eigener Erfahrung gewusst, wie gefährlich nächtliche Schlägereien sein könnten, sich knapp ein Jahr nach diesem Jugendgerichtsurteil aber in eine ähnliche Situation begeben und die vorliegend beurteilte, ganz ähnlich gelagerte Straftat begangen. Die Vorinstanz berücksichtigt die Vorstrafe demnach nicht schematisch, sondern zeigt auf, weshalb sich die kurz vor der Tat abgeurteilte versuchte schwere Körperverletzung verschuldenserhöhend auswirkt. Sie misst diesem Element mit einer Straferhöhung von einem Monat im Vergleich zur ursprünglichen Jugendstrafe von fünf Monaten ein moderates Gewicht zu, wodurch der Beschwerdeführer kein zweites Mal für dieselbe Tat bestraft wird.