Citation: 4A_5/2014 E. 3.1

3.1. Sie erkannte, den Postautolenker treffe am Unfall kein Verschulden. Im Moment, als er den Motorradfahrer zu ersten Mal sah und durch eine Vollbremsung den Unfall theoretisch hätte verhindern können, sei er dazu aufgrund des Vertauensgrundsatzes nicht verpflichtet gewesen, unabhängig davon, ob man annehme, der Verunfallte habe sich in diesem Zeitpunkt auf der Mitte seiner Fahrbahn befunden oder lediglich 1 m von der Mittellinie entfernt. Der Lenker des Postautos habe nicht damit rechnen müssen, dass ihn der Motorradfahrer nicht gesehen habe und der verbleibende Platz von mindestens 2.5 m nicht zum Kreuzen ausreichen werde. Als er festgestellt habe, dass der Motorradlenker immer näher zur Mittellinie zog, habe er reagiert.