Citation: I 111/01 31.07.2001 E. 3

3.- Streitig und zu prüfen ist des Weitern das für die Invaliditätsbemessung nach der Methode des Einkommensvergleichs massgebende Invalideneinkommen. a) Die Verwaltung hat das Invalideneinkommen auf Fr. 31'600.- festgesetzt, wobei sie sich auf die Angaben im Bericht der BEFAS vom 7. Dezember 1999 stützte, wonach der Beschwerdeführer bei einer zumutbaren täglichen Arbeitszeit von sechs Stunden als Hauswart ein Jahreseinkommen von Fr. 33'500.- und als CNC-Bestücker ein solches von Fr. 29'700.- zu erzielen vermöchte. Die Vorinstanz hat im Hinblick darauf, dass die Lohnangaben der BEFAS die Region Luzern betreffen, der Versicherte aber Wohnsitz im Kanton Graubünden hat, einen durchschnittlichen Lohnniveauunterschied von 3,76 % berücksichtigt und das hypothetische Invalideneinkommen auf Fr. 30'411. 85 festgesetzt. Der Beschwerdeführer macht geltend, aus den Akten gehe nicht hervor, auf was für Angaben sich die BEFAS stütze, weshalb die Bemessung des Invalideneinkommens nicht überprüfbar sei. Indem Verwaltung und Vorinstanz trotz entsprechender Begehren nicht konkret aufgezeigt hätten, worauf sich die Lohnangaben stützten, sei er im Anspruch auf das rechtliche Gehör gemäss Art. 29 Abs. 2 BV verletzt worden. Sodann hätten Verwaltung und Vorinstanz nicht abgeklärt, ob Teilzeitstellen für Schulhausabwarte in der in Betracht fallenden Region angeboten und welche Löhne dabei erzielt würden. Zudem gehe die IV-Stelle davon aus, dass er mit der Umschulung zum CNC-Anwender optimal eingegliedert sei, weshalb bei der Ermittlung des Invalideneinkommens nicht auf den Lohn eines Hauswartes, sondern in erster Linie auf denjenigen eines CNC-Anwenders abzustellen sei. b) Im vorinstanzlichen Verfahren hat die IV-Stelle bei der BEFAS eine ergänzende Stellungnahme vom 28. Juni 2000 eingeholt, aus welcher hervorgeht, dass die Lohnangaben im Bericht vom 7. Dezember 1999 von konkreten Arbeitsverhältnissen aus der Region Luzern stammen. Worauf sich die Lohnangaben im Einzelnen stützen, lässt sich der Stellungnahme nicht entnehmen, weshalb der Beschwerdeführer grundsätzlich zu Recht geltend macht, dass die angegebenen Löhne nicht nachvollziehbar sind. Zu einer Rückweisung der Sache an die Verwaltung besteht indessen auch unter dem Gesichtspunkt des rechtlichen Gehörs kein Anlass. Dass die BEFAS vorab auf die vom Beschwerdeführer bereits früher ausgeübten Tätigkeiten als Schulhausabwart und CNC-Anwender abgestellt hat, ist naheliegend, jedoch keineswegs zwingend. Wie die berufliche Abklärung ergeben hat, ist der Beschwerdeführer in der Lage, jede wechselbelastende, leichte bis mittelschwere Tätigkeit ohne repetitives Heben und Tragen von Gewichten und ohne monotone oder nicht ergonomische Belastungen des Rückens auszuführen. Der IV-Stelle ist darin beizupflichten, dass ihm auf dem in Betracht fallenden (ausgeglichenen) Arbeitsmarkt zahlreiche der Behinderung angepasste Arbeitsmöglichkeiten offen stehen. Dazu gehören etwa Kurierfahrten, das Lenken von Betriebsfahrzeugen, die Bedienung von Maschinen, Kontrollfunktionen, leichte Sortier-, Prüf- und Verpackungsarbeiten sowie leichtere Arbeiten im Bereich der Lager- oder Ersatzteilbewirtschaftung (vgl. SVR 2001 IV Nr. 10 S. 28). Für die Festsetzung des damit zumutbarerweise erzielbaren Einkommens kann praxisgemäss auf die Tabellenlöhne gemäss der vom Bundesamt für Statistik (BFS) herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) abgestellt werden (BGE 126 V 76 Erw. 3b/bb, 124 V 322 Erw. 3b/aa). Laut Tabelle TA1 der LSE 1998 belief sich der monatliche Bruttolohn (Zentralwert bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 40 Stunden) für die mit einfachen und repetitiven Tätigkeiten (Anforderungsniveau 4) im privaten Sektor beschäftigten Männer im Jahre 1998 auf Fr. 4268.-, was einem Jahreseinkommen von Fr. 51'216.- entspricht. Unter Berücksichtigung einer durchschnittlichen betriebsüblichen Arbeitszeit im Jahre 1999 von 41,8 Stunden (Statistisches Jahrbuch der Schweiz 2001 S. 192 T 3.2.3.5) und einer Nominallohnentwicklung im Jahre 1999 von 0,3 % (Statistisches Jahrbuch der Schweiz 2001 S. 203 T 3.4.3.1) ergibt sich ein Jahreseinkommen von Fr. 53'681.-. Gemäss Beurteilung der BEFAS, auf welche abzustellen ist, besteht für knapp mittelschwere Tätigkeiten eine zeitliche Einschränkung der zumutbaren Arbeitszeit von ein bis zwei Stunden im Tag. Dazu kommt eine behinderungsbedingte Einschränkung des Leistungsvermögens, welche für die Tätigkeiten als Hauswart oder CNC-Anwender auf 20 % geschätzt wird. Für die Tätigkeit als Chauffeur nimmt die BEFAS bei einer zumutbaren Arbeitszeit von sieben Stunden eine volle Leistungsfähigkeit an, sofern keine schweren Gewichte zu tragen sind. Daraus ist zu schliessen, dass der Beschwerdeführer in einer geeigneten leichteren Tätigkeit ohne starke Belastungen des Rückens mindestens zu 80 % arbeitsfähig ist, was zu einem Invalideneinkommen von Fr. 42'944.- führt. Durch einen Abzug vom Tabellenlohn zusätzlich zu berücksichtigen ist, dass er wegen seiner physischen Einschränkungen das durchschnittliche Lohnniveau nicht erreicht und zufolge Teilzeitbeschäftigung überproportional weniger verdienen würde als ein Vollzeitangestellter. Nach der Rechtsprechung ist der Abzug unter Berücksichtigung sämtlicher persönlicher und beruflicher Umstände des konkreten Einzelfalles (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad) ermessensweise festzusetzen und auf maximal 25 % zu begrenzen (BGE 126 V 75 ff.). Im vorliegenden Fall rechtfertigt sich ein Abzug von höchstens 20 %, was zu einem massgebenden Invalideneinkommen von Fr. 34'355.- und im Vergleich zum Valideneinkommen von Fr. 60'513.- zu einem Invaliditätsgrad von 43,2 % führt. Selbst wenn ein maximal zulässiger Abzug von 25 % vorgenommen würde, ergäbe sich ein Invalideneinkommen von Fr. 32'208.- und damit ein unter der Grenze für den Anspruch auf die halbe Rente liegender Invaliditätsgrad von 46,8 %. Die Zusprechung einer Viertelsrente gemäss Verfügung vom 5. Mai 2000 besteht im Ergebnis somit zu Recht. Zu einer reformatio in peius, wie sie die IV-Stelle mit der in der Vernehmlassung zur Verwaltungsgerichtsbeschwerde vorgenommenen Invaliditätsbemessung sinngemäss beantragt, besteht kein Anlass. Unbestritten ist schliesslich, dass die Voraussetzungen zur Ausrichtung einer halben Rente wegen Härtefalls (Art. 28 Abs. 1bis IVG) nicht erfüllt sind.