Citation: 6B_1169/2020 E. 4.2

4.2. Sind während des Vollzuges einer Verwahrung nach Art.64 Abs. 1 StGB die Voraussetzungen einer stationären therapeutischen Massnahme gegeben, so kann das Gericht diese Massnahme nachträglich anordnen (Art. 65 Abs. 1 StGB). Die zuständige Behörde prüft auf Gesuch hin oder von Amtes wegen mindestens alle zwei Jahre, und erstmals vor Antritt der Verwahrung, ob die Voraussetzungen für eine stationäre therapeutische Behandlung gegeben sind und beim zuständigen Gericht entsprechend Antrag gestellt werden soll (Art. 64b Abs. 1 lit. b StGB). Eine stationäre therapeutische Massnahme im Sinne von Art. 59 StGB kann nur angeordnet werden, wenn zu erwarten ist, dadurch lasse sich der Gefahr weiterer mit der psychischen Störung in Zusammenhang stehender Taten begegnen (Art. 59 Abs. 1 lit. b StGB). Die Anordnung einer stationären therapeutischen Massnahme setzt demnach u.a. Therapiefähigkeit voraus (BGE 134 IV 315 E. 3.4.1 S. 321 f.).