Citation: 6B_637/2023 E. 1.2.1

1.2.1. Es ist unbestritten, dass sich der Beschwerdeführer am 14. Juli 2017 um ca. 20.00 Uhr auf seinem Balkon niederliess, wo er las und weiter Bier trank, nachdem er auf dem Nachhauseweg bereits 0,5 Liter Bier getrunken hatte. Auf dem nahen Schulhausplatz befand sich eine Gruppe Jugendlicher und junger Erwachsener, die Lärm verursachten. Als der Beschwerdeführer sah, wie zwei aus der Gruppe gegenüber seinem Balkon an eine Mauer urinierten, holte er sein Sturmgewehr 90 und zwei Magazine zu sich auf den Balkon und legte sie neben sich. Schliesslich wurde es ihm vom Schulhausplatz her zu laut. Zu jenem Zeitpunkt befanden sich dort zehn Personen nahe beieinander in etwa 45 Meter Distanz zum Beschwerdeführer. Er hatte in der Zwischenzeit 5 Dosen à 0,5 Liter Bier auf nüchternen Magen getrunken und CBD-Hanf geraucht. Genervt vom Lärm ergriff der Beschwerdeführer das Sturmgewehr, in das er ein Magazin mit einer Patrone eingesetzt hatte. Er betätigte den Abzug der entsicherten Waffe, worauf sich ein Schuss löste und den Beschwerdegegner 2 am Oberkörper traf. Dieser erlitt einen Durchschuss in den Weichteilen des rechten Oberarms, eine Durchschussverletzung im rechten Oberkörper mit massiver Einblutung des rechten Lungenunterlappens und einem Bluterguss in der Brusthöhle, eine Trümmerfraktur der 9. und 10. Rippe, eine Lungenblutung mit Bronchialrissen, einen Leberriss resp. Leberhämatome und mehrere Schussfragmente in der Rückenmuskulatur. Als der Beschwerdeführer nach dem Schuss vom Schulhausplatz aus jemanden schreien hörte, sicherte und verstaute er die Waffe, schrieb seiner Freundin eine Nachricht mit dem Inhalt "ech ha scheisse baut", ergriff eine Tasche mit Verbandsmaterial und rannte zum Tatort, um erste Hilfe zu leisten. Hierauf kehrte er in seine Wohnung zurück und trank Schnaps, bevor er sich erneut zum Tatort begab, wo er kurze Zeit später verhaftet wurde.