Citation: 4A_157/2009 22.06.2009 E. 4

Der Beschwerdeführer erachtet die ihm zugesprochene Genugtuung mit Blick auf die Genugtuungspraxis im Ausland als ungenügend. Er bemängelt die rückwärts gewandte Betrachtungsweise anhand der Ta-bellen früher ergangener Urteile. Die Vorinstanz verletzt indessen kein Bundesrecht, wenn sie sich bei der Zusprechung der Genugtuung an der bisherigen Praxis orientiert. Dabei versteht sich von selbst, dass bei diesem Vergleich den Besonderheiten des zu beurteilenden Falls Rechnung zu tragen ist. In diesem Rahmen ist auch die eingetretene Teuerung zu berücksichtigen und können Entwicklungen in den gesell-schaftlichen Anschauungen Beachtung finden. 4.1 Der Beschwerdeführer zeigt nicht auf, dass die Vorinstanz wesent-liche Umstände wie namentlich die Geldentwertung nicht hinreichend beachtet hätte. Er legt auch nicht dar, dass die Vorinstanz die Recht-sprechung des Bundesgerichts bei der Festsetzung der Genugtuung missachtet hätte, sondern beschränkt sich im Wesentlichen darauf vorzubringen, die von der Vorinstanz zugesprochene Summe erschei-ne angesichts der Beeinträchtungen des Beschwerdeführers als unzu-reichend, was sich insbesondere zeige, wenn die Genugtuung in Form einer Rente berechnet werde. Er legt seinen Ausführungen Sachverhaltselemente zu Grunde, welche sich aus dem angefochtenen Ent-scheid nicht ergeben, ohne mit Aktenhinweisen darzutun, wo er im kantonalen Verfahren bereits prozesskonform entsprechende Behaup- tungen aufgestellt und Beweismittel genannt hat (Botschaft zur Total-revision der Bundesrechtspflege, BBl 2001 4339 Ziff. 4.1.4.3; vgl. auch BGE 115 II 484 E. 2a S. 485 f.), oder weshalb erst das angefochtene Urteil zu den entsprechenden Vorbringen Anlass gibt (Art. 99 Abs. 1 BGG; BGE 134 V 223 E. 2.2.1 S. 226; 133 III 393 E. 3 S. 395). Man-gels hinreichender Begründung scheidet diesbezüglich eine Ergän-zung der tatsächlichen Feststellungen aus, und ist vom angefochtenen Entscheid auszugehen. 4.2 Die Vorinstanz hat den Umfang der Beeinträchtigung des Beschwerdeführers nicht verharmlost. Sie ging (unter Hinweis auf das Urteil der ersten Instanz) zu Recht von einem schweren Verschulden des Beschwerdegegners aus. Auch der Tatsache, dass das Verhalten des Beschwerdegegners an der Grenze zum eventualvorsätzlichen liegt, hat die Vorinstanz Rechnung getragen, indem sie auch die bei vorsätzlichen Taten zugesprochenen Genugtuungssummen beachtete. Sie hat aber zu Recht berücksichtigt, dass der Beschwerdeführer trotz der erheblichen Beeinträchtigungen sein Leben selbständig führen kann und nicht auf Dritthilfe angewiesen ist. Vor diesem Hintergrund besteht für das Bundesgericht kein Anlass, in das weite Ermessen, das der Vorinstanz bei der Bemessung der Genugtuung zukommt, einzugreifen und erweisen sich die zugesprochenen Fr. 100'000.-- als bundesrechtskonform. 4.3 Würde man die vom Beschwerdeführer verlangte Genugtuungsrente von Fr. 50.-- pro Tag bzw. Fr. 1500.-- pro Monat nach der von ihm selbst vorgeschlagenen Umrechnung kapitalisieren, ergäbe dies weit mehr als das Drei- bis Fünffache der in analogen Fällen bisher zugesprochenen Beträge. Hinreichende Gründe für eine derartige radikale Änderung der Rechtsprechung führt der Beschwerdeführer nicht an. Insbesondere lässt sich aus der Umrechnung des zugespro-chenen Betrages in eine Rente nicht auf dessen Unangemessenheit schliessen (vgl. E. 3 hiervor).