Citation: 6S.586/2006 14.02.2007 E. 4

Soweit sich der Beschwerdeführer auf den Standpunkt stellt, die Vorinstanz hätte keine vollzugsbegleitende Massnahme anordnen dürfen, weil die erforderliche minimale Kooperationsbereitschaft fehle, gehen seine Vorbringen an der Sache vorbei. Denn die Frage des Aufschubs des Strafvollzugs stellt sich erst, wenn die Voraussetzungen einer therapeutischen Behandlung gegeben sind. Dass die Vorinstanz eine solche zurecht angeordnet hat, wird nicht in Frage gestellt und ist auch nicht Thema dieses Verfahrens. Der Beschwerdeführer setzt sich nicht näher mit den vorinstanzlichen Erwägungen auseinander, wonach die Erfolgsaussichten einer Behandlung während des Strafvollzugs grundsätzlich nicht erheblich beeinträchtigt sind. Seine blosse - sachlich unbegründete - Weigerung, eine von ihm selbst als notwendig erachtete Behandlung auch während des Strafvollzuges zu akzeptieren, kann nicht entscheidend sein. Würde eine derartige ablehnende Haltung genügen, um einen Strafaufschub zu rechtfertigen, könnte der Vollzug der Strafe in vielen Fällen, in denen eine ambulante Behandlung erforderlich ist, nicht mehr angeordnet werden. Dies widerspräche dem Willen des Gesetzgebers, welcher den Aufschub nur zulassen will, wenn im konkreten Fall der Vollzug der Strafe die Erfolgschancen einer Therapie aufgrund besonderer Verhältnisse erheblich vermindern würde (BGE 129 IV 161 E. 4.4 S. 165 mit Hinweisen). Wenn ein Verurteilter den Sinn und Zweck einer Behandlung einsieht, kann das durchaus als Indiz seiner späteren Motivierbarkeit angesehen werden. Lehnt er es trotzdem beharrlich ab, sich im Vollzug behandeln zu lassen, wird die vorgesehene Massnahme undurchführbar. Dies bedeutet wiederum, dass wegen der fehlenden Therapiewilligkeit die Voraussetzungen für eine gerichtliche Massnahme nicht (mehr) gegeben sind. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers kann dies nicht dazu führen, den Strafvollzug aufzuschieben. Die Vorinstanz hat deshalb kein Bundesrecht verletzt, wenn sie den Strafvollzug nicht zugunsten der ambulanten Behandlung aufschob.