Citation: 1P.658/1999 13.01.2000 E. 5

5.- a) Die geltend gemachte Gehörsverweigerung begründet der Beschwerdeführer damit, dass das Obergericht entgegen seinem Antrag auf eine erneute Befragung von S.V.________ verzichtet habe, obwohl diese in der Zwischenzeit ihre bisherigen Aussagen zurückgenommen habe. Dies gehe aus dem von ihm am 20. Juli 1998 ins Recht gelegten Schreiben S.V.________s vom 15. Juni 1998 hervor, wonach sie einen "Totalrückzug meiner Aussagen im Verfahren gegen meinen Stiefvater Hr. R.V.________" mache. Sie habe diesen bisher zu Unrecht belastet, weil sie von ihrer Schwester L.V.________ durch eine Morddrohung dazu gezwungen worden sei. b) Das Obergericht hat im angefochtenen Entscheid (S. 12) ausführlich begründet, weshalb es einen Rückzug der den Beschwerdeführer belastenden Aussagen, die S.V.________ gegenüber der Polizei, dem Bezirksamt und dem Bezirksgericht gemacht hat, von vornherein für unglaubhaft hält und deshalb auf eine erneute Einvernahme S.V.________s verzichtet werden könne. Diese Ausführungen, mit denen sich der Beschwerdeführer nicht in einer den Anforderungen von Art. 90 Abs. 1 lit. b OG genügenden Weise auseinander setzt, sind ohne weiteres nachvollziehbar; darauf ist zu verweisen (Art. 36a Abs. 3 OG). Der Beschwerdeführer bringt zwar vor, S.V.________ habe schon viel früher davon berichtet, dass ihre Belastungen unter Todesdrohungen zustande gekommen seien. Die von ihm als Beweis dafür angeführte Aussage ihres leiblichen Vaters H.________ belegt dies jedochkeineswegs. Diesersagtedamalsnuraus, dassL. V.________ihmgegenübergesagthabe, dasssieS. V.________alsVerräterinsehenwürdeund diese umbringen werde. Davon, dass L.V.________ S.V.________ unter Todesdrohung zu einer Falschaussage bewegt habe, ist in dieser Aussage nirgends die Rede. Aber selbst wenn L.V.________ gegenüber ihrer Schwester effektiv einmal derartige Drohungen ausgestossen haben sollte, wäre immer noch nicht einsichtig, wieso S.V.________ auch noch dann jahrelang an einer erzwungenen Falschaussage hätte festhalten sollen, als sie schon nicht mehr mit ihrer Schwester zusammen lebte und sich somit nicht mehr in deren Einflussbereich befand. Und völlig unerklärlich wäre auch, weshalb S.V.________ sich in eine psychotherapeutische Behandlung hätte begeben sollen, um die sexuellen Übergriffe ihres Stiefvaters auf sie besser verarbeiten zu können, wenn solche gar nicht stattgefunden hätten. Unter diesen Umständen konnte das Obergericht in antizipierter Beweiswürdigung auf eine erneute Einvernahme S.V.________s verzichten, ohne in Willkür zu verfallen und das rechtliche Gehör des Beschwerdeführers zu verletzen.