Citation: 4A_556/2022 E. 2.2

2.2. Auf diese Rechtsprechung bezog sich die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid. Der Beschwerdeführer hat seine Beschwerdeschrift jedoch nicht nach Schalterschluss in einen Briefkasten eingeworfen und damit eine verfahrensmässige Unsicherheit geschaffen. Vielmehr hat er seine Beschwerdeschrift unbestrittenermassen bei der Post als eine A-Post-Plus-Sendung aufgegeben. Bei dieser Versandmethode wird der Brief mit einer Nummer versehen und ähnlich wie bei einem eingeschriebenen Brief mit A-Post spediert. Die Sendung wird von der Post elektronisch erfasst und sie kann in der Folge mit dem von der Post zur Verfügung gestellten Suchsystem "Track & Trace" nachverfolgt werden (BGE 144 IV 57 E..3.1; 142 III 599 E. 2.2). Wie bei einem Einschreiben kann bei einem A-Post-Plus-Schreiben daher der Nachweis der rechtzeitigen Aufgabe der Postsendung nachträglich einfach erbracht werden (Urteil 1C_581/2015 vom 10. November 2015 E. 2.3; Tano Barth, Le Courrier A Plus, Anwaltsrevue 2019, S. 127 ff. Rz. 7). In diesem Sinne preist die Post auch an, dass A-Post-Plus für die Möglichkeit stehe, den Verlauf des Versandprozesses "von der Postaufgabe bis zur Zustellung zu verfolgen" (Factsheet der Schweizerischen Post zu A-Post-Plus, abrufbar auf https://www.post.ch/de/briefe-versenden/briefe-schweiz/a-post-plus). Die vorliegende Aufgabe der kantonalen Beschwerdeschrift durch den Beschwerdeführer als A-Post-Plus-Sendung unterscheidet sich daher grundlegend von der Konstellation, in welcher ein Anwalt seine Sendung nach Schalterschluss in einen Briefkasten einwirft. Nimmt die Post eine Eingabe einer Partei als A-Post-Plus-Sendung entgegen, besteht für die Partei kein Anlass an der Rechtzeitigkeit der Übergabe der Sendung an die Schweizerische Post zu zweifeln und unaufgefordert Behauptungen zur Rechtzeitigkeit der Eingabe aufzustellen und dafür Beweismittel anzubieten (vgl. betreffend die Übergabe einer Sendung am Geschäftskundenschalter der Post während der Öffnungszeiten kürzlich Urteil 4A_466/2022 vom 10. Februar 2023 E. 4.2). Ob solches überhaupt von einer nicht anwaltlich vertretenen Partei - wie dem Beschwerdeführer im vorinstanzlichen Verfahren - verlangt werden könnte, braucht bei dieser Sachlage nicht entschieden zu werden (offengelassen im Urteil 5A_965/2020 vom 11. Januar 2021 E. 4.3).