Citation: 6B_303/2018 E. 2.4

2.4. Hinsichtlich der Auseinandersetzung zwischen dem Beschwerdegegner 2 und dem Beschwerdeführer im Club weist Letzterer zutreffend darauf hin, dass das Strafverfahren gegen beide Beteiligte eingestellt wurde. Dies ändert jedoch nichts daran, dass die Vorinstanz zu diesem Vorfall, welcher der von ihr zu beurteilenden Tat vorausgegangen war, Sachverhaltsfeststellungen treffen und diese in ihre Beurteilung des zweiten Vorfalls vor dem Club einbeziehen darf. Was der Beschwerdeführer in diesem Zusammenhang gegen die vorinstanzliche Würdigung vorbringt, ist nicht geeignet, Willkür darzutun. Während die Vorinstanz die Aussagen der Beteiligten würdigt, beschränkt sich der Beschwerdeführer darauf in appellatorischer Weise zu behaupten, er habe den Beschwerdegegner 2 im Innern des Clubs nicht physisch attackiert, und argumentiert, wenn er der Aggressor gewesen wäre, hätten die Sicherheitskräfte aller Wahrscheinlichkeit nach nicht den Beschwerdegegner 2 aus dem Club gewiesen. Damit geht er mit keinem Wort auf die vorinstanzlichen Ausführungen ein und genügt den Begründungsanforderungen an die Willkürrüge nicht, weshalb darauf nicht einzutreten ist. Den vorliegend zu beurteilenden Vorfall vor dem Club betreffend, macht der Beschwerdeführer geltend, auch die Staatsanwaltschaft habe festgestellt, dass den Faustschlägen des Beschwerdegegners 2 kein physischer Angriff des Beschwerdeführers vorausgegangen sei. Damit verkennt er zweierlei: Einerseits sind die Argumente der Staatsanwaltschaft weder für die Vorinstanz noch das Bundesgericht bindend, andererseits geht auch die Vorinstanz nicht davon aus, der Beschwerdeführer habe den Beschwerdegegner 2 vor dem Club physisch angegriffen. Sie erachtet vielmehr gestützt auf das konfrontative Verhalten des Beschwerdeführers als erstellt, der Beschwerdegegner 2 sei unmittelbar mit einem Angriff bedroht worden beziehungsweise habe davon ausgehen dürfen. In diesem Zusammenhang bringt der Beschwerdeführer vor, es sei nicht nachvollziehbar, dass die Untersuchungsbehörden und die Gerichte auf die Einvernahme der vor dem Club anwesenden Sicherheitskräfte verzichteten. Dass dies nicht spätestens die Vorinstanz nachholte, ist insbesondere in Anbetracht von Art. 343 Abs. 1 i.V.m. Art. 405 Abs. 1 und Art. 389 Abs. 3 StPO problematisch. Allerdings trifft das Argument des Beschwerdeführers, es habe Aussage gegen Aussage gestanden, weshalb es willkürlich sei auf die Aussagen des Beschwerdegegners 2 abzustellen, ohne weitere Personen einzuvernehmen, nicht zu. Gemäss den vorinstanzlichen Feststellungen zeigen die Videoaufnahmen, wie der Beschwerdeführer aus dem Club tritt, sich von sich aus und ohne ersichtlichen Grund dem Beschwerdegegner 2, welcher vom Eingang abgewendet hinter einer Kordel steht, nähert und schliesslich sehr nahe an den Beschwerdegegner 2, welcher sich ihm mittlerweile zugewandt hat, herantritt. Im Weiteren sei ersichtlich, dass sich der Beschwerdegegner 2 nach kurzer Zeit wieder leicht abwendet und einen Schritt zurücktritt, der Beschwerdeführer mit einem Bein über die Kordel steigt und dann vom Beschwerdegegner 2 geschlagen wird. Die Vorinstanz hält fest, die Aktion gehe dabei zunächst vom Beschwerdeführer aus, bis der Beschwerdegegner 2 diesem, ebenfalls aus visuell nicht sichtbarem Grund, unvermittelt und in schneller Abfolge die beiden Schläge versetze (Urteil S. 10 f.). Dass diese Beschreibung den Inhalt des Videos unzutreffend wiedergibt, macht der Beschwerdeführer nicht geltend. Ebenso wenig rügt er, die Vorinstanz gehe willkürlich davon aus, dass sich die Aussagen des Beschwerdegegners 2 im Gegensatz zu jenen des Beschwerdeführers mit dem Videomaterial decken. Angesichts der Videoaufzeichnungen liegt hinsichtlich des nonverbalen Verhaltens der Beteiligten keine Aussage gegen Aussage-Situation vor; vielmehr werden die Angaben des Beschwerdegegners 2 vom objektiven Beweismittel bestätigt. Tonaufnahmen der Szene liegen nicht vor. Aufgrund der aktuellen Beweislage wäre grundsätzlich nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz angesichts der im Übrigen glaubhaften Aussagen des Beschwerdegegners 2 davon ausgeht, dieser habe auch hinsichtlich der Aussagen des Beschwerdeführers vor dem Club die Wahrheit gesagt. Ob der Umstand, dass die Vorinstanz es unterliess, in diesem Punkt zusätzliche Beweise zu erheben, Bundesrecht verletzt, kann offenbleiben. Auch ohne eine verbale Drohung des Beschwerdeführers kann dessen Gebaren vor dem Club, insbesondere vor dem Hintergrund der vorausgegangenen Auseinandersetzung im Club, die mit dem gleichen Verhalten des Beschwerdeführers begann (vgl. Urteil S. 13), in rechtlicher Hinsicht als unmittelbare Bedrohung mit einem Angriff gewertet werden. Aufgrund der gesamten Umstände musste der Beschwerdegegner 2 mit dem sofortigen Angriff des Beschwerdeführers rechnen. Wie die Vorinstanz zutreffend festhält, war er - wiederum angesichts des zuvor Erlebten - nicht verpflichtet, mit seiner Reaktion den drohenden Angriff abzuwarten. Ebenso wenig ist zu beanstanden, wenn die Vorinstanz ausführt, nachdem er vom Beschwerdeführer im Innern des Clubs mit Schlägen gegen den Kopf angegriffen wurde, habe der Beschwerdegegner 2 auch vor dem Club mit ebensolchen rechnen müssen. Damit stand ein rechtswidriger Angriff unmittelbar bevor, womit eine Notwehrlage bestand. Entgegen den Vorbringen des Beschwerdeführers verletzt die Vorinstanz kein Bundesrecht, wenn sie erwägt, der Beschwerdegegner 2 habe den unmittelbar drohenden Angriff in den Umständen angemessener Weise abgewehrt, und einen Notwehrexzess im Sinne von Art. 16 Abs. 1 StGB verneint. Die Argumente des Beschwerdeführers werden von der Vorinstanz überzeugend entkräftet. Hinsichtlich der Angemessenheit der Notwehrhandlung kann vollumfänglich auf die vorinstanzlichen Ausführungen verwiesen werden (Urteil S. 12 ff.).