Citation: 5A_23/2010 31.03.2010 E. 6.2

6.2.1 Der Beschwerdeführer rügt, das Kantonsgericht habe Art. 29 Abs. 2 BV verletzt, indem es mit keinem Wort begründet habe, wie es den Unterhaltsbetrag berechnet oder geschätzt habe. Er beruft sich dabei insbesondere auf das Urteil 5C.278/2000 vom 4. April 2001 (E. 3b), wonach das Gericht seine Ansicht müsse begründen können und im Urteil darlegen, aus welchen Überlegungen heraus es zu seiner Überzeugung gekommen sei, denn die Begründungsdichte sei bei Ermessensentscheiden erhöht (vgl. BGE 112 Ia 107 E. 2b a.E. S. 110). 6.2.2 Das Gericht muss seinen Ermessensentscheid begründen und im Urteil darlegen, aus welchen Überlegungen heraus es zu seiner Überzeugung gelangt ist. Die Anforderungen an die Begründungsdichte ist bei Ermessensentscheiden erhöht (BGE 131 III 26 E. 12.2.2 S. 31). Selbst wenn das Bundesgericht den Ermessensentscheid einer Vorinstanz grundsätzlich nur mit Zurückhaltung überprüft (BGE 133 III 201 E. 5.4 S. 211), gilt dies nicht, wenn jegliche Begründung fehlt. Sofern die tatbeständlichen Grundlagen dafür erstellt sind, übt das Bundesgericht in einem solchen Fall reformatorisch sein eigenes Ermessen frei aus und eine Rückweisung des Entscheids zwecks Behebung der mangelnden Begründung kann unterbleiben (BGE 131 III 26 E. 12.2.2 S. 31). 6.2.3 Es ist richtig, dass die Vorinstanz nicht im Detail dargelegt hat, aus welchen Überlegungen sie den Unterhaltsbeitrag auf Fr. 2'000.-- als angemessen erachtet. Darin liegt jedoch keine Gehörsverweigerung, denn nach Rechtsprechung und Lehre hat die Rechtskraft des ursprünglichen Scheidungsurteils regelmässig zur Konsequenz, dass im Abänderungsverfahren das ursprüngliche Verhältnis zwischen Einkommen und Unterhaltsbeitrag gewahrt wird (BGE 108 II 30 E. 8 S. 33; HAUSHEER/SPYCHER/KOCHER/BRUNNER, Handbuch des Unterhaltsrechts, Bern 1997, S. 535, Rz. 09.130; Urteil 5C.43/2002 publ. in FamPra.ch 2002 S. 817). Das Kantonsgericht hat festgestellt, dass das Jahreseinkommen des Beschwerdeführers im Zeitpunkt der Scheidung rund Fr. 95'000.-- und in jenem der Abänderungsklage Fr. 42'573.--betragen habe (E. 3.1 und E. 3.2 hievor). Die zugesprochene Unterhaltsrente betrug Fr. 33'600.-- pro Jahr (12 x Fr. 2'800.--), was 35% des damaligen Gesamteinkommens entsprach. 35% des heutigen Einkommens von Fr. 42'573.-- ergibt einen Betrag von Fr. 14'901.-- und eine monatliche Quote von Fr. 1'242.--. Daraus ergibt sich, dass der Beschwerdeführer mit Bezug auf die auf Fr. 2'000.-- herabgesetzte Rente Fr. 758.-- monatlich (pro Jahr Fr. 9'096.--) aus seinem Vermögensertrag aufzubringen hat. Ein Vermögensverzehr in dieser Grössenordnung liegt noch lange innerhalb des Ermessens, das dem Sachgericht auch in einem Abänderungsverfahren zusteht. Das Kantonsgericht Graubünden hat demnach mit der Rentenkürzung, welche proportional zur verminderten Leistungskraft des Unterhaltsschuldners erfolgte, kein Bundesrecht verletzt bzw. das ihm zustehende Ermessen nicht überschritten. 6.3 Sodann trägt der Beschwerdeführer vor, das Kantonsgericht habe Art. 9 und Art. 29 Abs. 2 BV missachtet, indem es sein Existenzminimum nicht festgestellt und den Sachverhalt unrichtig bzw. unvollständig festgestellt und den von ihm geschuldeten Unterhaltsbetrag nach "Gutdünken bemessen" habe. Die vorgelegte Berechnung seines Grundbedarfs samt Belegen kann nicht entgegen genommen werden (Art. 99 Abs. 1 BGG), und die willkürliche Sachverhaltsermittlung im Sinne von Art. 97 BGG wird nicht hinreichend begründet (E. 1.4 hiervor), weshalb darauf nicht eingetreten werden kann. Zudem ist darauf hinzuweisen, dass im Bereich des nachehelichen Unterhalts die Verhandlungs- und die Dispositionsmaxime herrschen (BGE 128 III 411 E. 3.2.2 S. 414 und BGE 129 III 417 E. 2.1.2 S. 420) und der Beschwerdeführer nicht explizit dartut, er habe eine Notbedarfsberechnung verlangt. 6.4 Weiter trägt der Beschwerdeführer vor, das Einfamilienhaus in A.________ sei am 29. Juli 2009 für Fr. 56'648.-- verkauft worden und habe nicht den von der Vorinstanz veranschlagten Erlös von Fr. 150'000.-- erbracht. Sodann sei das abparzellierte Industrieland am 29. Oktober 2009 veräussert worden, wobei der Y.________ AG liquide Mittel in der Höhe von Fr. 200'000.-- zugeflossen seien, wovon Fr. 80'000.-- für die Rückführung von Verbindlichkeiten aufgebraucht worden seien. Diese Tatsachen stellen echte Noven dar, d.h. Sachverhalte, die sich erst nach dem angefochtenen Entscheid zugetragen haben; sie können deshalb nicht berücksichtigt werden (BGE 133 IV 343 E. 2.1 S. 344). 6.5 Schliesslich wendet der Beschwerdeführer ein, als realisierbare Aktiven bestünden das Darlehen S.________ von Fr. 30'000.--, das monatlich mit Fr. 1'000.-- amortisiert werde, ein weiteres, der T.________ AG gewährtes Darlehen von Fr. 70'000.-- sei gefährdet, da die Rate von Fr. 10'000.-- für das Jahr 2009 nach wie vor ausstehend sei. Unter Berücksichtigung des Einfamilienhauses (Fr. 30'000.--), des erstgenannten Darlehens sowie der Liquidität der Y.________ AG im Betrag von Fr. 120'000.-- seien liquide Mittel von Fr. 220'000.-- vorhanden. Angesichts des jährlichen Verlustes der Y.________ AG von Fr. 18'000.-- bleibe ein Restvermögen von Fr. 100'000.--, welches zur Deckung seines jährlichen Mankos von Fr. 15'000.-- in 6½ Jahren aufgebraucht sein werde. Auf all diese appellatorische Kritik (dazu: BGE 134 II 244 E. 2.1; 133 III 585 E. 4.1 S. 589), mit welcher den kantonsgerichtlichen Feststellungen die eigene Sicht der Dinge entgegengehalten wird, ohne aufzugeigen, inwiefern jene willkürlich sind (zum Willkürbegriff s. E. 1.5 hiervor), kann nicht eingetreten werden. Mit Bezug auf das Argument des Kantonsgerichts, der Beschwerdeführer könne sich die in der AG geäufneten freien Reserven von zusammen über Fr. 400'000.-- ausschütten lassen, wird lediglich angeführt, es sei in Verletzung von Art. 9 BV unterlassen worden, die bei der Ausschüttung einer Substanzdividende anfallenden Steuern zu berücksichtigen; diese würden gemäss Art. 50 Abs. 5 STG/SG trotz Halbsatzverfahren rund 6% ausmachen, was bei einer (allerdings unmöglichen) Ausschüttung rund Fr. 24'000.-- bedeuten würde. Auch auf diese unsubstanziierte Rüge ist nicht einzutreten (E. 1.4 hiervor). 6.6 Die Beschwerdegegnerin ihrerseits bringt vor, da sie während vieler Jahre ehebedingt nicht erwerbstätig gewesen und der Beschwerdegegner sehr vermögend sei, hätten mit den Unterhaltszahlungen grosse erb- und sozialversicherungsrechtliche Einbussen ausgeglichen werden müssen, weshalb von einem sehr kleinen Bereich ausgegangen werden müsse, in dem die Unterhaltsbeiträge überhaupt herabsetzbar seien. Da die Vorinstanz den Unterhalt um mehr als 30% herabgesetzt habe, sei der zulässige Rahmen mit Sicherheit überschritten worden, weshalb eine Verletzung von Art. 151 aZGB vorliege. Auf dieses Vorbringen kann nicht eingetreten werden (E. 1.4 hiervor), denn es wird nicht ausgeführt, mit welchen von der Vorinstanz für das Bundesgericht verbindlich festgestellten Tatsachen die behaupteten Einbussen eingetreten seien. Da auch nicht geltend gemacht wird, das Kantonsgericht habe entsprechende Einwände in Verletzung von Art. 29 Abs. 2 BV nicht zur Kenntnis genommen, ist die Rüge unzulässig.