Citation: 6F_36/2021 E. 3.1

3.1. Der Gesuchsteller macht geltend, das Bundesgericht habe übersehen, dass die Erstaussage der Privatklägerin "präpariert" und suggestiv verfälscht gewesen sei, was u.a. gegen den Grundsatz des fairen Verfahrens und der Unschuldsvermutung verstosse. Die fraglichen Beweise seien nicht nach den Mindeststandards der Aussagepsychologie gewürdigt worden. Auch eine Betrachtung der Entstehung (Genese) dieser Aussagen müsse zu einem anderen Ergebnis führen. Daher seien alle Personen zu befragen, die vor der ersten Einvernahme mit der Privatklägerin in Kontakt gestanden haben. Deren Aussagen seien, beispielsweise im Hinblick auf ihre Aussagekompetenz und -konstanz, nach wissenschaftlichen Methoden gutachterlich zu analysieren. Der Grossteil der Ausführungen im Gesuch läuft auf die Rüge hinaus, der Sachverhalt sei offensichtlich unrichtig resp. in Verletzung von Bundesrecht festgestellt und die Beweismittel seien willkürlich gewürdigt worden (vgl. Art. 97 Abs. 1 BGG). Solche Kritik ist im Revisionsverfahren nicht zulässig. Die Revision nach Art. 121 ff. BGG eröffnet dem Gesuchsteller nicht die Möglichkeit, bereits Erwogenes einer neuerlichen Diskussion zuzuführen und einen Entscheid, den er für unrichtig hält, sozusagen wiedererwägungsweise neu beurteilen zu lassen (Urteile 6F_20/2020 vom 27. August 2020 E. 4 und 6F_39/2018 vom 22. Januar 2019 E. 5). Der Gesuchsteller bezieht sich denn auch nur formal auf den Revisionsgrund von Art. 121 lit. d BGG (vgl. Gesuch S. 7). Er nennt keine in den Akten liegenden, entscheidungswesentlichen Tatsachen, die das Bundesgericht übersehen haben soll, sondern kritisiert die bundes- resp. obergerichtliche Auseinandersetzung mit den vorhandenen Akten und legt dar, zu welchen Ergebnissen die Würdigung aus seiner Sicht richtigerweise hätte führen müssen (vgl. beispielsweise auf den S. 5 ff., 12 ff. und 23 ff. des Gesuchs). Zu diesem Zweck zitiert der Gesuchsteller Aktenstellen, die seine Sicht stützen sollen, aber im Urteil vom 1. September 2021 nicht ausdrücklich zur Sprache gekommen sind. Diesbezüglich ist zu betonen, dass das Bundesgericht den Sachverhalt nur eingeschränkt, d.h. unter den Vorgaben von Art. 105 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 42 Abs. 2 und Art. 106 Abs. 2 BGG prüfen kann. Es ist grundsätzlich an die Tatsachen gebunden, die im kantonal letztinstanzlichen Urteil festgestellt werden (Art. 105 Abs. 1 BGG). Des Weiteren beantragt der Gesuchsteller die Durchführung eines Beweisverfahrens (z.B. in Form einer Analyse der Aussagekompetenz und -konstanz der Privatklägerin), macht aber keine neuen, vor dem Entscheid eingetretenen Tatsachen oder neuen (vorhandenen) Beweismittel geltend, die geeignet sind, eine andere Entscheidung im Schuld- oder Strafpunkt herbeizuführen (Art. 123 Abs. 2 lit. b BGG in Verbindung mit Art. 410 Abs. 1 lit. a StPO). Der betreffende Revisionsgrund schliesst nicht die Möglichkeit ein, die Beweiserhebung wieder aufzunehmen und gestützt darauf eine neue Beurteilung zu erwirken. Der Gesuchsteller will ferner die rechtlichen Vorgaben der Beweiswürdigung (z.B. Massgeblichkeit von aussagepsychologischen Grundsätzen) anders auf den vorliegenden Fall angewandt wissen. Wie erwähnt ist die Revision indes auch kein Instrument zur Korrektur einer gegebenenfalls unrichtigen rechtlichen Würdigung (oben E. 2).