Citation: 7B_331/2023 E. 5.2

5.2. Eine Verletzung seines rechtlichen Gehörs sieht der Beschwerdeführer sodann darin, dass die Vorinstanz entgegen der ersten Instanz nicht von Ausführungsgefahr, sondern von Wiederholungsgefahr ausgegangen sei. Die Vorinstanz hätte die Parteien von dieser Absicht in Kenntnis setzen müssen. Es könne nicht Aufgabe der Verteidigung sein, in einer Beschwerde alle alternativen Begründungen abzuhandeln, nur um nicht in Gefahr zu laufen, des rechtlichen Gehörs verlustig zu gehen. Auch diese Kritik ist unbegründet. Der Anspruch auf rechtliches Gehör verlangt nicht, dass die verfahrensbeteiligten Parteien die Gelegenheit erhalten müssen, sich zu jedem möglichen Ergebnis, dass von der entscheidenden Behörde ins Auge gefasst wird, zu äussern. Die Behörde hat in diesem Sinne nicht ihre Begründung den Parteien vorweg zur Stellungnahme zu unterbreiten (BGE 132 II 485 E. 3.4; 257 E. 4.2). Eine Ausnahme besteht einzig dann, wenn eine Behörde seinen Entscheid mit einem Rechtsgrund zu begründen beabsichtigt, auf den sich die beteiligten Parteien nicht berufen haben und mit dessen Erheblichkeit sie vernünftigerweise nicht rechnen mussten (BGE 145 IV 99 E. 3.1; 132 II 257 E. 4.2; 130 III 35 E. 5). Vorliegend hatte die Staatsanwaltschaft in ihrem Antrag auf Anordnung von Untersuchungshaft das Vorliegen von Wiederholungsgefahr ausführlich begründet und auch in ihrer Stellungnahme vor der Vorinstanz ausdrücklich an diesem Antrag festgehalten. Entsprechend hat der Beschwerdeführer sich in seiner Beschwerde vor der Vorinstanz denn auch - wenn auch nur oberflächlich - mit dem Haftgrund der Wiederholungsgefahr auseinandergesetzt, womit keine Rede von einer überraschenden Rechtsanwendung sein kann.