Citation: 1C_1/2022 E. 5.4

5.4. Eine Ausnahmebewilligung i.S.v. Art. 31 Abs. 2 LSV kommt nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung erst in Frage, wenn der Nachweis erbracht ist, dass sämtliche verhältnismässigen baulichen und gestalterischen Massnahmen i.S.v. Art. 22 Abs. 2 USG und Art. 31 Abs. 1 LSV ausgeschöpft wurden (vorne E. 4.3). Das BAFU bringt zu Recht vor, dass der Beschwerdeführer selber darauf hinweist, das strittige Bauprojekt könne mit der vor Baurekursgericht eingereichten Alternativvariante (Variante 2) mittels einer lärmoptimierten Grundrissgestaltung "ohne besondere Schwierigkeiten" so konzipiert werden, dass gar keine Ausnahmebewilligung mehr erforderlich wäre. Konkret führt er vor Bundesgericht insoweit aus, bei der Variante 2 wären nicht nur bei den Wohnungen an der D.________strasse, sondern auch bei jenen an der E.________strasse strassenseitig nur noch lärmunempfindliche Räume angeordnet, wobei die hierfür notwendigen Anpassungen nur die innere Aufteilung der Wohnungen betreffen würden. Fensterverglasungen anstelle von Fenstern (vgl. hinten E. 6) wären bei dieser Variante nicht nötig. Der Beschwerdeführer geht somit selber davon aus, dass das Bauprojekt mit zusätzlichen baulichen und gestalterischen Massnahmen lärmschutzrechtlich ohne unverhältnismässig grossen Aufwand so realisiert werden könnte, dass die IGW eingehalten wären. Daran ändert auch der replikweise Einwand nichts, die Grundrisse der Variante 2 seien aus wohnhygienischer Sicht unvorteilhaft. Jedenfalls ist durch die Variante 2 belegt, dass eine lärmoptimierte Raumaufteilung des Baugrundstücks möglich ist. Zusätzlich wies auch die Vorinstanz darauf hin, dass es die Mindestwohnanteilsvorschriften auch zulassen würden, anstelle der westlichen Wohnungen im 1.-4. Stock Gewerbe- bzw. Büroräumlichkeiten vorzusehen. Diesfalls würden nach Ansicht der Vorinstanz lediglich noch nicht wesentliche nächtliche Überschreitungen der IGW von 3 dB (A) an den Koch-/Ess-/Wohnbereichen bestehen. Mit Blick auf die vorerwähnte Rechtsprechung ist damit hinreichend aufgezeigt, dass von der Bauherrschaft nicht sämtliche baulichen und gestalterischen Massnahmen gemäss Art. 22 Abs. 2 USG und Art. 31 Abs. 1 LSV ausgeschöpft wurden. Es verletzt daher kein Bundesrecht, wenn die Vorinstanz die Erteilung einer Ausnahmebewilligung nach Art. 31 Abs. 2 LSV verweigerte.