Citation: 1C_441/2022 E. 3.2

3.2. Zur Begründung eines besonders bedeutenden Falles lässt der Beschwerdeführer Folgendes vortragen: Das ursprüngliche Gerichtsverfahren in Portugal habe offensichtlich schwere Mängel aufgewiesen. Zwar seien die Schweizer Gerichte nicht gehalten, die rechtliche Begründetheit des ausländischen Urteils zu prüfen. Nichtsdestotrotz müssten sie die Einhaltung elementarer Verfassungs- und Prozessgrundsätze zunächst summarisch und im begründeten Verdachtsfall eingehend prüfen. Eine materielle Prüfung dränge sich hier auf, weil das portugiesische Gericht nicht das Jugendstrafrecht auf ihn angewendet habe, obwohl er damals unter 21 Jahre alt gewesen sei. Hätten die portugiesischen Gerichte das Jugendstrafrecht zur Anwendung gebracht, wäre er, anstatt zu einer Freiheitsstrafe, nur zu einer Geld- oder einer anderen Art von Jugendstrafe verurteilt worden. Zudem habe das Gericht die Annahme eines "minder schweren Falles" nicht in Erwägung gezogen. Die blosse Tatsache, dass er von einer Anwältin verteidigt worden sei, beweise nicht, dass die elementaren Verfassungs- und Prozessgrundsätze eingehalten worden wären; dies umso weniger, als auch die Verteidigerin das erstinstanzliche Urteil im Berufungsverfahren wegen schweren Verfahrensverletzungen kritisiert habe. Diesbezüglich verweist der Beschwerdeführer auf die vorinstanzliche "Korrespondenz".