Citation: 6B_1318/2019 E. 2.4.3

2.4.3. Die Vorbringen des Beschwerdeführers sind unbegründet. Von ihm wäre angesichts des Umstands, dass er den nahen Fussgängerstreifen gekannt hat und aufgrund der belebten Örtlichkeit nicht mit einer freien Fahrbahn rechnen durfte, umso mehr zu erwarten gewesen, dass er bei Blendung durch die Sonne - allenfalls bis zum Stillstand - sofort stark abbremst. Dennoch reduzierte er seine Geschwindigkeit nicht und leitete das Bremsmanöver erst kurz vor dem Fussgängerstreifen ein, als er den Fussgänger erblickte. Sein Argument, wonach er mit reduzierter Geschwindigkeit unterwegs gewesen und damit vorsichtig gefahren sei, geht fehl. Wie die Vorinstanz richtig ausführt, darf die in Ortschaften zulässige Höchstgeschwindigkeit i.S.v. Art. 4a Abs. 1 VRV ohnehin nur bei günstigen Verhältnissen gefahren werden (vgl. Urteil 6B_377/2007 vom 6. Februar 2008 E. 2.4). Dies gilt umso mehr bei Vorliegen von Fussgängerstreifen innerorts. Dass der Beschwerdeführer trotz Bremsbereitschaft den Fussgänger nicht rechtzeitig zu erkennen bzw. anzuhalten vermochte, ist darauf zurückzuführen, dass seine Geschwindigkeit in der konkreten Situation immer noch zu hoch war. Jeder Verkehrsteilnehmer muss sodann mit der Gefahr rechnen, bei tiefliegender Sonne geblendet zu werden und sich der Situation entsprechend anpassen (vgl. Urteil 6B_1030/2009 vom 25. Februar 2010 E. 2.2). Wer wie der Beschwerdeführer trotz Sonnenblendung und belebter Innerortsstrasse seine Fahrgeschwindigkeit nicht senkt und bei gleichbleibender Geschwindigkeit ohne Sicht auf einen nahen Fussgängerstreifen zufährt, missachtet elementare Sorgfaltsregeln und gefährdet die anderen Verkehrsteilnehmer in hohem Masse. Damit ist der objektive Tatbestand der groben Verletzung von Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG erfüllt.