Citation: 7B_222/2022 E. 6.2

6.2. Das angefochtene Urteil verletzt in diesem Punk Bundesrecht (Art. 404 Abs. 1 StPO). Nachdem die Freisprüche, darunter jener wegen versuchter vorsätzlicher Tötung, Verfahrensgegenstand im Berufungsverfahren bildeten, waren die Höhe der Strafe und die Frage des Strafvollzugs mitangefochten. Zwar musste die Vorinstanz die Anordnung der ambulanten Massnahme für sich genommen nicht überprüfen. Jedoch hätte sie sich mit der Frage befassen müssen, ob der Strafvollzug zugunsten der Massnahme aufzuschieben sei, sofern sie einen unbedingten Strafvollzug anordnet. Im angefochtenen Urteil fehlen Erwägungen zur Frage, weshalb die Vorinstanz den Strafvollzug nicht zugunsten der ambulanten Massnahme aufschiebt. Auch wenn zufolge der mit einer Massnahme verbundenen Schlechtprognose vom Ausnahmecharakter des Strafaufschubs auszugehen ist (Urteile 6B_1440/2019 vom 25. Februar 2020 E. 4.3; 6B_141/2009 vom 24. September 2009 E. 4), entbindet dies die Vorinstanz nicht von einer entsprechenden Begründung. Das angefochtene Urteil ist in diesem Punkt aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen.