Citation: 2C_132/2016 E. 2.3.3

2.3.3. Der Beschwerdeführer hat sein zweites Nachzugsgesuch gerade zehn Tage vor der Volljährigkeit seiner Tochter eingereicht, was darauf hinweisen könnte, dass es beim umstrittenen Familiennachzug (auch) um andere Gründe ging, als die (Teil-) Familie zusammenzuführen. Auf jeden Fall haben sich die Verhältnisse nicht derart geändert, dass sich ein Nachzug der Kinder aus wichtigen familiären Gründen rechtfertigen würde: Diese sind in der Heimat in der Grossfamilie untergebracht und dort kulturell, sprachlich und schulisch verwurzelt. Hieran ändert der Umstand nichts, dass, wie der Beschwerdeführer einwendet, B.________ mit zufriedenstellenden Noten Deutschkurse besucht hat. Die beiden jüngeren Kinder verfügen über keinerlei Kenntnisse der schweizerischen Verhältnisse und sprechen keine der hiesigen Sprachen. Allen drei dürfte es - sei es berufs- oder schulmässig - schwer fallen, sich rasch in die hiesigen Verhältnisse zu integrieren. Es erscheint unter diesen Umständen wenig sinnvoll, sie aus ihrem vertrauten Umfeld herauszureissen, nachdem sie seit ihrer Geburt in der Heimat betreut wurden. Zwar kommt es immer wieder vor, dass Kinder mit ihren Eltern oder einem Elternteil trotz allfälliger Integrationsschwierigkeiten immigrieren, doch lässt der Gesetzgeber dies bei einem (nachträglichen) Familiennachzug im Rahmen von Art. 47 Abs. 4 AuG nur bei "wichtigen familiären Gründen" zu, wobei sämtliche Elemente wie das Alter, das Ausbildungsniveau, die Sprachkenntnisse, aber auch die künftige Art und Qualität der Betreuung bzw. die Integrationschancen der Kinder in der Schweiz zu berücksichtigen sind. Hat das Kind nur noch einen Elternteil kann in der Regel nicht angenommen werden, dass es in seinem Interesse liegt, von diesem getrennt zu leben; ferner ist, wie die Vorinstanz zu Recht dargelegt hat, eine gewisse kulturelle und soziale Entwurzelung mit jeder familiären Umsiedlung verbunden und kann für sich allein nicht bereits einen nachträglichen Familiennachzug als unzulässig erscheinen lassen (Urteil 2C_303/2015 vom 20. Februar 2015 E. 6.1). Entscheidend für die Bedeutung des Nachzugsgrunds ist - wie dargelegt - die einzelfallbezogene Gesamtwürdigung aller Umstände sowohl in der Heimat als auch in der Schweiz (vgl. Urteile 2C_578/2012 vom 22. Februar 2013 E. 4.3 mit Hinweisen; 2C_709/2010 vom 25. Februar 2011 E. 5.1; 2C_508/2009 vom 20. Mai 2010 E. 5).