Citation: K 93/01 04.12.2001 E. 8

8.- a) Gestützt auf die Ausführungen der Experten im vom Eidgenössischen Versicherungsgericht eingeholten Grundsatzgutachten ist der Krankheitswert verlagerter Zähne bei der Dentition in Entwicklung u.a. dann anzunehmen, wenn die Resorption oder Verdrängung benachbarter Zähne bereits eingetreten oder unmittelbar drohend ist, z.B. bei radiologisch festgestelltem Kontakt zum Nachbarzahn, oder aber bei pathologischen Begleiterscheinungen analog der bleibenden Dentition, wie z.B. Abszess, Zyste usw. Der Vollständigkeit halber kann in diesem Zusammenhang darauf hingewiesen werden, dass bei der Überwachung der Gebissentwicklung den oberen Eckzähnen grösste Aufmerksamkeit zu schenken ist, da diese den kompliziertesten Durchbruchsweg aller bleibenden Zähne absolvieren müssen. b) Im vorliegenden Fall stehen sich zur Frage des Krankheitswertes der verlagerten Obereckzähne 13 und 23 widersprüchliche Äusserungen von zwei Zahnärzten gegenüber. So sieht der behandelnde Kieferorthopäde den Krankheitswert in der Resorptionsgefahr für die benachbarten Zähne, was der Vertrauenszahnarzt der Krankenkasse hingegen in dem Sinne verneint, dass jeder retinierte Zahn eine Verdrängungsgefahr beinhalte. Zur Frage des Vorliegens eines vergrösserten und zystisch veränderten Follikels am Zahn 23 hat sich der behandelnde Dr. med. dent. S.________ bisher nicht aktenkundig geäussert, wohingegen Dr. med. dent. H.________ diese bei nochmaliger Befragung durch den Krankenversicherer - gemäss Ausführungen des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin mehr als ein Jahr nach Einsicht und Rücksendung der Röntgenbilder - verneint hat. Die Begründung des Vertrauenszahnarztes, die Verdrängungsgefahr bestehe in solchen Konstellationen immer und eine Verdrängung sei in 5 % der Fälle zu erwarten, ist, sofern zutreffend, eine interessante Aussage über die statistische Häufigkeit. Die Gefahr in concreto wird jedoch einfach verneint. Irgendwelche Ausführungen dazu, ob die Verdrängungsgefahr bei der Zahnkonstellation der Beschwerdeführerin gross oder gemäss Gutachten unmittelbar drohend ist, können nicht gefunden werden. Dies ist nachzuholen, indem, wie die Beschwerdeführerin beantragt, diesbezüglich ein Gutachten zu erstellen ist. Dabei wird der Gutachter oder die Gutachterin auch dazu aufgefordert werden müssen, abzuklären zu versuchen, ob bei Zahn 23 zusätzlich eine Zystenbildung bestanden hat. Der vorinstanzliche Entscheid ist deshalb aufzuheben und die Sache an die Krankenkasse zurückzuweisen, damit sie nach dem Gesagten vorgehen kann.