Citation: U 253/02 28.05.2003 E. 2

2.1 Auf Grund der Akten steht fest, dass der Beschwerdeführer beim Unfall vom 25. Oktober 1995 ein Distorsionstrauma der HWS erlitten hat. Ob er sich dabei ein sog. Schleudertrauma zuzog, ist fraglich, zumal es sich beim Unfall nicht um einen Heckaufprall, sondern um eine frontal/seitliche Kollision gehandelt hat. Die Frage kann indessen offen bleiben, weil jedenfalls eine schleudertraumaähnliche Verletzung vorliegt und die für die Unfallkausalität von Schleudertraumen der HWS geltende Rechtsprechung auch auf solche Verletzungen anwendbar ist (SVR 1995 UV Nr. 23 S. 67 Erw. 2). Der Beschwerdeführer hat innert der von der medizinischen Lehrmeinung für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs mit dem Unfall vorausgesetzten Latenzzeit von 24 bis höchstens 72 Stunden nach dem Unfall (RKUV 2000 Nr. U 359 S. 29 und Nr. U 391 S. 307; vgl. auch Debrunner/Ramseier, Die Begutachtung von Rückenschäden in der schweizerischen sozialen Unfallversicherung, Bern 1990, S. 53) über Nackenbeschwerden geklagt und sich in ärztliche Behandlung begeben. Im Anschluss an den Unfall hat er über weitere Symptome, wie Kopfschmerzen, Verstimmungen sowie Schlaf- und Sehstörungen geklagt, welche zum typischen Beschwerdebild von Schleudertraumen und schleudertraumaähnlichen Verletzungen der HWS gehören (BGE 117 V 360 Erw. 4b). Fraglich ist, ob die in der Zeit ab 1. Januar 1997 und bis zu dem für die Beurteilung massgebenden Zeitpunkt des Erlasses des Einspracheentscheids (BGE 116 V 248 Erw. 1a) geltend gemachten Beschwerden (Nacken- und Kopfschmerzen, Schlafstörungen, leichte Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Libidominderung) noch in einem natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang mit dem Unfallereignis vom 25. Oktober 1995 stehen. 2.2 Der Beschwerdeführer wurde umfassend und wiederholt auch gutachterlich untersucht. Dabei konnten keine objektiven neurologischen Befunde erhoben werden. Es fanden sich auch keine Hinweise auf eine Hirnverletzung. Eine in der Neurologischen Poliklinik des Spitals W.________ durchgeführte neuropsychologische Untersuchung vom 16. Juni 1999 ergab nur leichtgradige Funktionsstörungen, welche als schmerzbedingt beurteilt wurden. Kernspintomographische Hinweise auf eine Weichteiltraumatisierung der HWS liessen sich nicht eindeutig bestätigen; zudem sind die erhobenen Befunde nach Auffassung der Ärzte des Spitals W.________ und von Prof. Dr. med. S.________ klinisch nicht relevant. Anderseits wurde schon kurz nach dem Unfall der Verdacht auf eine funktionelle Überlagerung der Beschwerden geäussert (Bericht Dr. med. H.________ vom 22. Dezember 1995). Nachdem der Neurologe Dr. med. R.________ im Gutachten vom 6. März 1997 eine schwere reaktiv-depressive Entwicklung mit Anpassungsstörung und chronifiziertem Schmerzsyndrom der gesamten Wirbelsäule festgestellt hatte, gelangten sowohl die Ärzte der Psychiatrischen Klinik W.________ (Gutachten vom 14. Juli 1997) als auch diejenigen der Neurologischen Poliklinik des Spitals W.________ (Gutachten vom 19. Juli 1999) zur Diagnose einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung (ICD-10 F45.4), wobei seitens der Ärzte der Psychiatrischen Universitätsklinik differentialdiagnostisch auch eine Simulation in Erwägung gezogen wurde. Die gutachterlichen Beurteilungen stimmen darin überein, dass die bestehende Symptomatik als mittelbare sekundäre Folge des Unfalltraumas zu betrachten ist, welcher Auffassung sich auch Prof. Dr. med. S.________ in der versicherungsmedizinischen Beurteilung vom 14. Februar 2000 angeschlossen hat. Daraus folgt, dass der Unfall vom 25. Oktober 1995 zumindest eine Teilursache der bestehenden Beschwerden (und der damit verbundenen Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit) bildet, was für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs genügt (BGE 119 V 337 Erw. 1). Streitig und zu prüfen ist, ob auch die Adäquanz des Kausalzusammenhangs zu bejahen ist.