Citation: 6B_13/2024 E. 2.4.1

2.4.1. Die Vorinstanz würdigt zur Beurteilung der Erkennbarkeit der Signalisation Aufnahmen aus den Akten eines parallel bei ihr geführten Verfahrens (kantonale Akten act. 2/1c, OG.2022.00065, das Gegenstand des bundesgerichtlichen Verfahrens 6B_16/2024 ist), welche die Signalisation am 4. April 2021 darstellen (Urteil S. 4 f. E. 3.2). Soweit der Beschwerdegegner in diesem Zusammenhang einwendet, diese Aufnahmen seien nicht Bestandteil dieses Verfahrens, weshalb sie nicht zu berücksichtigen seien, da ansonsten sein Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt wäre (Vernehmlassung S. 2 Ziff. 4), ist diese Rüge unbegründet. Die Fotografien im angefochtenen Entscheid entsprechen vollständig (bzw. in einem Fall bloss mit minimalen Abweichungen) den Bildaufnahmen in den kantonalen Akten dieses Verfahrens (kantonale Akten act. 14.1.11-2 Beilage Nr. 1/2 und act. 14.1.12 -2 Fotobogen). Aus diesen Aufnahmen ergibt sich zweifellos, dass die fragliche Baustellensignalisation, d.h. die Geschwindigkeitsbegrenzung von 50 km/h zusammen mit dem Überholverbot, bereits von der sich vor der Kurve befindenden Geraden deutlich sichtbar und im Bereich der Einmündung der Nebenstrasse vom Weiler Beglingen unübersehbar und auch ohne Weiteres lesbar ist. Die erste Instanz, welche noch einen Augenschein durchgeführt hatte, kam daher denn auch zutreffend zur Erkenntnis, ein pflichtgemäss aufmerksamer Motorradfahrer hätte die Signalisation "Höchstgeschwindigkeit 50 km/h" leicht und rechtzeitig erkannt (erstinstanzliches Urteil E. 1.3). Der Ausführung der Vorinstanz, die Erkennbarkeit des fraglichen Signals sei zweifelhaft, kann somit nicht gefolgt werden. Auch wenn es möglicherweise besser gewesen wäre, die Signalisationstafel vor und nicht in der Kurve aufzustellen, kann von einer gänzlich falsch platzierten Signalisation nicht die Rede sein.