Citation: 7B_278/2022 E. 2.3

2.3. Die Vorinstanz bejaht den schweren persönlichen Härtefall im Wesentlichen aus folgenden Überlegungen: Der heute 24-jährige Beschwerdeführer sei Sohn türkischer Einwanderer und Inhaber einer Niederlassungsbewilligung C. Er lebe seit seiner Geburt im Dorf U.________ (CH), habe somit sein bisheriges Leben in der Schweiz verbracht, hier die Schulen besucht und spreche eine Landessprache, nämlich Deutsch. Dies mache ihn zu einem "Secondo". Auch sein primäres familiäres Umfeld, zu dem er eine enge, reale und tatsächliche Beziehung pflege und das ihn in der Vergangenheit während seiner Arbeitslosigkeit auch finanziell unterstützt habe - seine Eltern und seine beiden Brüder - lebe in der Schweiz, ebenso sein Freundeskreis. Eine Wiedereingliederung bzw. Integration im Herkunftsland dürfte dagegen - trotz Kenntnis der türkischen Sprache - mit gewissen Schwierigkeiten verbunden sein. Da Art. 66a Abs. 2 StGB explizit verlange, dass der besonderen Situation von in der Schweiz geborenen Ausländern Rechnung getragen werde, sei trotz der keineswegs vorbildlichen Integration und persönlichen Entwicklung des Beschwerdeführers in der Schweiz von einem schweren persönlichen Härtefall auszugehen.