Citation: U 79/05 10.02.2006 E. 4

4.1 Einfache Auffahrkollisionen werden in der Regel als mittelschwere Unfälle im Grenzbereich zu den leichten Unfällen qualifiziert (RKUV 2005 Nr. U 549 S. 237 Erw. 5.1.2 mit Hinweisen). Ob im vorliegenden Fall davon abzuweichen ist, weil es im Anschluss an die Auffahrkollision zu einer Kollision mit dem Vorderwagen gekommen ist, lässt sich mangels näherer Angaben zum Geschehensablauf nicht beurteilen. Immerhin sprechen die aktenkundigen Umstände, insbesondere die Tatsache, dass trotz Anwesenheit der Polizei auf einen Rapport verzichtet wurde und der Beschwerdeführer die Fahrt mit dem eigenen Personenwagen fortsetzen konnte, nicht für eine sehr heftige Kollision, auch wenn das Fahrzeug angeblich einen Totalschaden erlitten hat. Auszuschliessen ist jedenfalls ein mittelschwerer Unfall im Grenzbereich zu den schweren Unfällen oder gar ein schwerer Unfall (vgl. die in SZS 45/2001 S. 431 ff. erwähnte Rechtsprechung). Es liegt allenfalls ein mittlerer Unfall im eigentlichen Sinn vor mit der Folge, dass die Adäquanz zu bejahen wäre, wenn ein einzelnes der in die Beurteilung einzubeziehenden Kriterien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt wäre oder mehrere der zu berücksichtigenden Kriterien gegeben wären (BGE 117 V 367 Erw. 6b). 4.2 Der Unfall vom 26. Mai 1999 hat sich nicht unter besonders dramatischen Begleitumständen ereignet noch war er von besonderer Eindrücklichkeit. Auch hat der Beschwerdeführer keine schweren Verletzungen oder Verletzungen besonderer Art erlitten. Die Diagnose eines Schleudertraumas oder einer schleudertraumaähnlichen Verletzung vermag die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzung für sich allein nicht zu begründen. Es bedarf hiezu einer besondern Schwere der für ein Schleudertrauma typischen Beschwerden oder besonderer Umstände, welche das Beschwerdebild beeinflussen können (Urteile D. vom 4. September 2003 [U 371/02], T. vom 6. Februar 2002 [U 61/00] und D. vom 16. August 2001 [U 21/01]; vgl. auch SZS 45/2001 S. 448). Solche Umstände sind hier nicht gegeben. Nicht erfüllt ist sodann das Kriterium der ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung. Im Anschluss an den Unfall ordnete der behandelnde Arzt Dr. med. G.________ physikalische Therapie sowie eine Stabilisierung der Wirbelsäule mittels Tale-Gürtel an. Wegen der zunehmend in den Vordergrund getretenen Konzentrationsschwierigkeiten verordnete Dr. med. F.________ ein autogenes Training sowie eine Atemtherapie. Während des Rehabilitationsaufenthaltes in der Klinik V.________ vom 2. Dezember 1999 bis 6. Januar 2000 wurden physiotherapeutische Massnahmen insbesondere zur Korrektur einer Fehlhaltung der Wirbelsäule sowie eine medikamentöse Behandlung des psychischen Spannungszustandes durchgeführt. Im Austrittsbericht vom 18. Januar 2000 wurde eine Weiterführung der Physiotherapie und des Medizintechnischen Trainings (MTT) sowie der ambulanten psychiatrischen Betreuung durch Dr. med. Z.________ empfohlen. Die kognitiven Störungen wurden ab Anfang 2002 medikamentös behandelt. Gemäss Bericht des Dr. med. F.________ vom 7. Juni 2002 wurde die physikalische Therapie eingestellt und es beschränkten sich die medizinischen Massnahmen auf periodische Kontrollen beim Rheumatologen sowie auf psychiatrische Konsultationen. Auch wenn in der Folge erneut ambulante Physiotherapie durchgeführt wurde, handelt es sich insgesamt nicht um eine kontinuierliche, mit einer gewissen Planmässigkeit auf die Verbesserung des Gesundheitszustandes gerichtete ärztliche Behandlung von ungewöhnlich langer Dauer. Im Vordergrund stand die Behandlung eines weitgehend psychisch bedingten Schmerzsyndroms, was bei der Adäquanzbeurteilung unberücksichtigt zu bleiben hat. Von einer ärztlichen Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert hat, kann nicht gesprochen werden, ebenso wenig von einem schwierigen Heilungsverlauf und erheblichen Komplikationen. Aus der blossen Dauer der ärztlichen Behandlung und der geklagten Beschwerden darf nicht schon auf einen schwierigen Heilungsverlauf geschlossen werden. Es bedarf hiezu besonderer Gründe, welche die Heilung beeinträchtigt haben (Urteile F. vom 25. Oktober 2002 [U 343/02] und B. vom 7. August 2002 [U 313/01]). Solche Gründe sind hier nicht gegeben. Vielmehr war es die psychische Symptomatik, welche zu einem protrahierten Heilungsverlauf geführt hat. Zum Kriterium von Dauer und Schwere der Arbeitsunfähigkeit ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer nach dem Unfall zunächst weiterhin der bisherigen Tätigkeit nachgehen konnte. Gemäss Zeugnis des behandelnden Arztes vom 1. Oktober 1999 hatte er bis zu diesem Zeitpunkt keinen Arbeitsausfall mit Ausnahme von zwei Tagen für Arztbesuche. Nach dem Austritt aus der Rehaklinik V.________ wurde er zu 50 % arbeitsfähig erklärt mit voraussichtlicher Wiederaufnahme der Arbeit zu 100 % am 7. Februar 2000. Dass der Beschwerdeführer in der Folge lediglich zu 50 % arbeitete und das Pensum im April 2002 auf 25 % reduzierte, stand in Zusammenhang mit den psychischen Beeinträchtigungen und einer damit verbundenen Überforderung. Aus somatischer Sicht kann das Kriterium von Dauer und Schwere der Arbeitsunfähigkeit nicht als erfüllt gelten (vgl. RKUV 2001 Nr. U 442 S. 544 ff.). Was schliesslich das Kriterium der körperlichen Dauerschmerzen betrifft, ist dieses jedenfalls nicht in besonders ausgeprägter Weise gegeben. Da somit weder eines der für die Adäquanzbeurteilung massgebenden Kriterien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist, noch mehrere der zu berücksichtigenden Kriterien gegeben sind, ist die Unfalladäquanz der bestehenden Beeinträchtigungen zu verneinen, was zur Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde führt.