Citation: 4A_299/2022 E. 4.3.2

4.3.2. Die Vorinstanz hat die eben geschilderten Grundsätze ihren Überlegungen zugrunde gelegt. Sie hat dabei in Anschlag gebracht, dass die Gerichtsstandsklausel die "Ausrichtung des Mandatsverhältnisses auf den Ort der Anwaltskanzlei" widerspiegelt, welchen es jedenfalls für den Beschwerdeführer (zufolge Entzugs des Anwaltspatents) ab Mai 2005 nicht mehr gab. Das Obergericht hat ferner berücksichtigt, dass in der Gerichtsstandsklausel allgemein die ordentlichen Gerichte des Kantons Zürich für zuständig erklärt worden sind. Die Parteien seien somit - so die Vorinstanz - davon ausgegangen, dass die Anwaltskanzlei "nicht aus dem Kanton Zürich wegziehen" werde. Mit Rücksicht auf diese Gesichtspunkte hat das Obergericht geschlossen, der Beschwerdegegner habe die Gerichtsstandsklausel unter den gegebenen Umständen nach Treu und Glauben bei Vertragsabschluss nicht so verstehen müssen, dass sich eine nach Beendigung des Mandatsverhältnis erfolgende Geschäftssitzänderung (Verlegung der Räumlichkeiten der Kollektivgesellschaft) respektive Aufgabe der Anwaltstätigkeit (wenn Mandatierung als selbständig handelnde Einzelperson) zuständigkeitsbestimmend auswirkt. Die Vorinstanz hat somit - anders, als der Beschwerdeführer insinuiert - nicht allgemein erwogen, dass die Klausel "statisch auf das Bezirksgericht Zürich" verweise, sondern zwischen der Zeit vor und der Zeit nach Abschluss des Anwaltsmandats differenziert. Soweit der Beschwerdeführer diese Unterscheidung ausser Acht lässt und auf seiner Behauptung insistiert, die Gerichtsstandsklausel enthalte "ein dynamisches Element", geht seine Kritik an der Sache vorbei. Ebenso wenig ist er mit Beanstandungen zu hören, die sich nicht auf das vorinstanzlich festgestellte Sachverhaltsfundament stützen, so namentlich mit seiner Beteuerung, der Beschwerdegegner habe "auch noch nach dem Sitzwechsel" seine Dienstleistungen respektive jene seiner "Rechtsnachfolger" "in Anspruch" genommen (Art. 105 Abs. 1 BGG). Inwiefern der "Rechtszugang der Klienten [...] erheblich erschwer[t]" sein soll, wenn sie "Streitigkeiten aus einer bereits vor dem Sitzwechsel eingegangenen Mandatsbeziehung am alten Sitz der Anwaltskanzlei einklagen müssen", wie dies der Beschwerdeführer vorträgt, ist nicht ersichtlich. Damit bleibt im Wesentlichen sein Hinweis auf Art. 30 Abs. 2 BV (Anspruch auf Wohnsitzgerichtsstand) sowie die allgemein gehaltene Kritik, wonach die vorinstanzliche Interpretation zur Konsequenz hätte, "dass in der Schweiz Tausende von Gerichtsständen an Orten bestünden, an welchen eine Firma ihren Sitz längst nicht mehr hat". Mit diesen Vorbringen vermag er aber das auf den konkreten Fall bezogene vorinstanzliche Auslegungsergebnis nicht umzustossen. Diese Auslegung (Abstellen auf jenen Geschäftssitz, der bei Abschluss der Gerichtsstandsvereinbarung respektive während der Dauer des Mandats aktuell war) dient der Voraussehbarkeit des Gerichtsstands, die mit der Vereinbarung einer Gerichtsstandsklausel (auch) angestrebt wird (siehe BGE 132 III 268 E. 2.3.3). Für ein - auch über die Mandatsbeendigung hinausgehendes - dynamisches Verständnis der Gerichtsstandsklausel hätte allenfalls gesprochen, wenn die Parteien in der Klausel den "jeweiligen" Geschäftssitz des Beschwerdeführers respektive seines Anwaltsbüros zum gerichtsstandsbegründenden Element gemacht hätten. Dies ist indes nicht geschehen. Die vom Beschwerdeführer geltend gemachte Verletzung von Art. 30 Abs. 2 BV fällt im Übrigen ausser Betracht, haben die Parteien mit dem Abschluss einer Gerichtsstandsvereinbarung doch auf den verfassungsmässigen Anspruch der beklagten Partei auf den Gerichtsstand am Wohnsitz verzichtet.