Citation: 8C_397/2023 E. 4

Die Vorinstanz hat erwogen, die Rechtsvertreterin habe im Zeitpunkt ihres Eintritts in das Verfahren zum Vorbescheid vom 30. Mai 2022 Stellung nehmen müssen. Besonders schwierige Rechtsfragen hätten sich nicht gestellt. Auch in tatsächlicher (medizinischer) Hinsicht sei kein besonders unübersichtlicher oder komplexer Fall gegeben gewesen. Es seien zur Hauptsache die im Neuanmeldungsverfahren von der IV-Stelle eingeholten - ein übliches Ausmass nicht überschreitenden - Berichte der behandelnden Fachpersonen/Institutionen sowie die Stellungnahme des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) der IV-Stelle vom 6. Mai 2022 vorgelegen. Die Aktenlage sei auch für einen juristischen Laien überschaubar gewesen, weshalb unter diesem Aspekt die Verbeiständung nicht geboten gewesen sei. Aus Sicht des Beschwerdeführers sei es insbesondere darum gegangen, die Unrichtigkeit der Beurteilung des RAD vom 6. Mai 2022 darzutun, was nicht als besonders komplex einzustufen sei. Dies müsse umso mehr gelten, als rechtsprechungsgemäss die sachliche Gebotenheit der anwaltlichen Vertretung selbst dort grundsätzlich zu verneinen sei, wo es um die Beurteilung eines medizinischen Gutachtens gehe, was regelmässig komplexer sei. Ebenso wenig begründe der Umstand, dass der Beschwerdeführer rechtsunkundig sei, die Notwendigkeit der anwaltlichen Verbeiständung bereits im Vorbescheidverfahren. Somit sei eine anwaltliche Verbeiständung im Verwaltungsverfahren nicht geboten gewesen.