Citation: 5A_304/2018 E. 3.2.2

3.2.2. Die im vorliegenden Fall auftretenden Beschwerdeführer sind die beiden Kinder der Erblasserin. Als Erben haben sie die Befugnis, die Erbschaft, die ihnen zugefallen ist, auszuschlagen (Art. 566 Abs. 1 ZGB). Da sie die Erbschaft ihrer Mutter ausgeschlagen haben, wird deren Nachlass nun konkursamtlich liquidiert (Art. 573 Abs. 1 ZGB; Art. 193 SchKG). Die Ausschlagung des Nachlasses führt rückwirkend auf den Erbgang zum Verlust der Erbenstellung (DRUEY, Grundriss des Erbrechts, 5. Aufl. 2002, § 15 Rz. 42; ESCHER, Zürcher Kommentar, 3. Aufl. 1960, N. 9 zu Art. 573 ZGB; STEINAUER, Le droit des successions, 2. Aufl. 2015, Rz. 951, 982). Schlägt ein Erbe aus, so erhält er zwar keine Aktiven des Nachlasses, wird aber auch nicht für deren Passiven haftbar und darf behalten, was er als Vorempfang zu Lebzeiten des Erblassers aus dessen Vermögen erhalten hat. Er haftet den Nachlassgläubigern nur für Empfänge der letzten fünf Jahre, die der Ausgleichspflicht im Rahmen der Erbteilung unterliegen würden (Art. 579 Abs. 1 ZGB). Diese Haftungsnorm weist gewisse Ähnlichkeiten mit der paulianischen Anfechtungsklage auf (Art. 285 ff. SchKG). Sie stellt indessen weder die Zuwendung des Erblassers noch die Ausschlagung der Erbschaft in Frage, um entäusserte Vermögenswerte wiederzubeschaffen und berücksichtigt auch die Absichten der Beteiligten, die Gläubiger zu benachteiligen, nicht. Es handelt sich daher eher um eine Gläubigerschutzbestimmung von Art. 193 ZGB, auf die sich auch die Konkursmasse berufen kann (BGE 131 III 49 E. 2.3, 3.1). Hingegen verschafft die mögliche Inanspruchnahme der ausschlagenden Erben für die Vorempfänge noch kein Beschwerderecht im Verfahren der konkursamtlichen Liquidation des Nachlasses. Die ausschlagenden Erben werden im Verfahren der konkursamtlichen Liquidation des Nachlasses als Dritte behandelt (vgl. ESCHER, a.a.O., N. 14 zu Art. 573 ZGB), die ihre direkte Beschwer durch eine konkrete Verfügung dartun müssen. Daran ändert auch ihre Berechtigung an einem allfälligen Überschuss aus der Liquidation des Nachlasses nichts, da sie dadurch nicht wieder zu Erben werden, sondern lediglich einen obligatorischen Anspruch auf das positive Ergebnis der Liquidation erhalten (Art. 573 Abs. 2 ZGB; BGE 136 V 7 E. 2.2.1.2; Urteil 5D_63/2014 vom 25. September 2014 E. 2.2.1).