Citation: 6B_265/2024 E. 1.3.3

1.3.3. Eventualiter beantragt der Beschwerdeführer, der Strafvollzug der Freiheitsstrafe sei im Umfang von 14 Monaten aufzuschieben. Obschon hier die Sanktion von 20 Monaten Freiheitsstrafe im Anwendungsbereich von Art. 43 Abs. 1 StGB liegt, lassen sich dem angefochtenen Entscheid weder im allgemeinen Teil zu den unterschiedlichen Strafvollzugsformen und deren Voraussetzungen noch in der darauf folgenden Prüfung des konkreten Einzelfalls Erwägungen zum teilbedingten Strafvollzug entnehmen (vgl. Urteil E. IV.5a-c S. 28-30). Der Beschwerdeführer kritisiert zu Recht, dass sich die Vorinstanz mit der Frage, ob der bloss teilweise Vollzug der Strafe vorliegend ausreicht, um ihn von der Begehung weiterer Straftaten abzuhalten, nicht befasst. Wenn sie - unter Hinweis auf BGE 144 IV 277 E. 3.1.1 - in ihrer Vernehmlassung festhält, es liege aufgrund der ausgewiesenen Schlechtprognose, und namentlich mit Blick auf die wiederholte Straffälligkeit in der Vergangenheit trotz unbedingter Sanktionen, auf der Hand, dass auch der teilweise Strafvollzug keine günstige Legalprognose erlaube, ist dies nicht stichhaltig. Die Vorinstanz durfte die Frage des teilbedingten Strafvollzuges als gesetzliche Mittellösung zwischen dem vollständigen Aufschub des Vollzuges einerseits und dem unbedingten Vollzug andererseits nicht ungeprüft lassen. Die Beschwerde ist diesbezüglich gutzuheissen. Fällt - wie vorliegend - die Legalprognose hinsichtlich einer vollbedingten Strafe negativ aus, folgt daraus nicht bzw. nicht zwingend, dass auch ein teilweiser Strafaufschub ausgeschlossen ist (vgl. BGE 144 IV 277 E. 3.1.1). Die Beurteilung nach Art. 43 StGB hat vielmehr auf einer "eigenständigen legalprognostischen Grundlage" zu erfolgen, da der teilweise Vollzug einer (Freiheits-) Strafe die Einschätzung der Wiederholungsgefahr positiv beeinflussen kann (vgl. BGE 144 IV 277 E. 3.1.1 mit Hinweis). Die im Zusammenhang mit der Frage eines vollständigen Aufschubs gestellte ungünstige Legalprognose ist somit nicht ohne Weiteres auf die Prüfung eines teilweisen Aufschubs übertragbar. Gerade bei Tätern, die noch nie zuvor eine Freiheitsstrafe verbüsst haben, kann ein teilweiser Vollzug der Strafe in Verbindung mit der Drohung eines späteren Vollzuges des aufgeschobenen Teils die Rückfallneigung soweit verändern, dass die Erwartung, der Täter werde sich bewähren, wieder auflebt (Urteil 6B_1005/2017 vom 9. Mai 2018 E. 4.2.4 mit Hinweis). Ob und inwiefern dieser Mechanismus beim Beschwerdeführer greift, der sich noch nie mit einer unbedingten oder teilbedingten Freiheitsstrafe konfrontiert sah und der gemäss dem aktuellen Strafregisterauszug in den letzten zehn Jahren mit zwei unbedingten Geldstrafen von 15 bzw. 30 Tagessätzen sowie einer bedingten Geldstrafe von 80 Tagessätzen und zwei bedingten (Teil-) Zusatzstrafen (Art. 49 Abs. 2 StGB) von 65 bzw. 70 Tagessätzen sanktioniert wurde, wird die Vorinstanz im Rahmen der Neubeurteilung zu prüfen und zu begründen haben. Der damit einhergehende Ermessensspielraum schliesst einen reformatorischen Entscheid des Bundesgerichts aus (vgl. E. 1.1.5).