Citation: 2A.161/2004 19.07.2004 E. 3

3.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Auffassung gelangt, dass von Seiten des Beschwerdeführers die Ehe nur geschlossen worden sei, um die Vorschriften über Aufenthalt und Niederlassung in der Schweiz zu umgehen. In der Tat bestehen hier mehrere Indizien für eine Scheinehe, darunter insbesondere der Altersunterschied von 16 Jahren und die Tatsache, dass der Beschwerdeführer als abgewiesener Asylbewerber ohne die Heirat mit einer Schweizerin oder einer hier niedergelassenen Ausländerin kaum zu einer Aufenthaltsbewilligung in der Schweiz käme. Ebenso mutet das Fehlen eines Familienfestes und die bescheidene Hochzeitsfeier - eine Mahlzeit im Restaurant in kleinem Kreise - ungewöhnlich an. Ob die - in einigen Punkten widersprüchlichen - Aussagen der Beschwerdeführer zu den genauen Umständen des Kennenlernens ein weiteres Indiz für eine Scheinehe darstellen, wie das Verwaltungsgericht festhält, oder ob es sich dabei um Missverständnisse aufgrund fehlender Sprachkenntnisse des Beschwerdeführers handelt, ist hingegen im Gesamtzusammenhang von untergeordneter Bedeutung. 3.2 Indessen leben die beiden Ehepartner seit der Heirat zusammen; es bestehen keine konkreten Hinweise darauf, dass heute keine eheliche Gemeinschaft gelebt würde. Da es aber nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung, wie oben ausgeführt (E. 2.2 in fine), für die Verneinung eines Anspruchs gemäss Art. 7 ANAG nicht genügt, dass die Ehe aus ausländerrechtlichen Motiven geschlossen wurde, sondern dass zudem feststehen muss, dass keine eheliche Lebensgemeinschaft gewollt war bzw. ist, muss auch der Zeitraum zwischen der Eheschliessung und dem angefochtenen Urteil eineinhalb Jahre später in die Beurteilung mit einbezogen werden. Dies hat das Verwaltungsgericht unterlassen. Es hat einzig gestützt auf die Umstände bis und mit Eheschliessung auf eine Ausländerrechtsehe geschlossen, ohne über die seitherige Entwicklung, insbesondere über das Bestehen einer echten Lebensgemeinschaft, Abklärungen zu treffen. Dadurch hat es nicht nur den rechtserheblichen Sachverhalt unvollständig abgeklärt, sondern überdies das rechtliche Gehör der Beschwerdeführer, die explizit beantragt hatten, in Bezug auf ihre Ehe befragt zu werden, verletzt.