Citation: 2C_403/2015 E. 4.3

4.3. Schliesslich bringt die Beschwerdeführerin vor, es sei unklar, was die Behörden dazu veranlasst habe, sie plötzlich der Steuerhoheit des Kantons Bern zu unterstellen. Zuvor hätten die bernischen Behörden den Sachverhalt während langer Zeit völlig anders beurteilt. Es scheine, als ob die bernischen Steuerbehörden der Ehefrau das Recht absprechen würden, trotz rechtlich und faktisch ungetrennter Ehe einen eigenen Wohnsitz zu begründen. Im Recht periodischer Steuern gilt, dass die Wirkungen von definitiven Steuerveranlagungen, insbesondere ihre Rechtskraftwirkungen, regelmässig auf die betreffende Steuerperiode beschränkt sind. Anders verhalten könnte es sich nur, soweit ein qualifiziertes Verhältnis zwischen Veranlagungsbehörde und steuerpflichtiger Person vorliegen würde, das unter dem Gesichtspunkt des Grundsatzes von Treu und Glauben (Art. 9 BV) in Betracht fallen könnte (Urteil 2C_95/2013 vom 21. August 2013 E. 3.9; zu sog. "Rulings" vgl. BGE 141 I 161 E. 3.1 S. 164, je mit weiteren Hinweisen). Allerdings ist sich die Beschwerdeführerin nach eigenem Bekunden der beschränkten Rechtskraftwirkung einer Steuerveranlagung bewusst. Somit kann sie sich von vorneherein nicht auf einen besonderen Vertrauenstatbestand berufen. Soweit sie darüber hinaus (sinngemäss) kritisiert, die Berner Steuerbehörden würden ihr aus geschlechtsspezifischen Gründen kein von ihrem Ehemann unabhängiges Steuerdomizil zugestehen, kann ihr ebenfalls nicht gefolgt werden. Es sind keinerlei Anhaltspunkte dafür erkennbar, dass das Geschlecht der Beschwerdeführerin bei der Bestimmung des steuerlichen Wohnsitzes im vorliegenden Fall eine Rolle gespielt haben könnte. Die Beschwerde ist somit in dem gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern gerichteten Hauptbegehren abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann.