Citation: 6B_1216/2021 E. 4

Schliesslich rügt der Beschwerdeführer eine Verletzung von Art. 193 Abs. 1 StGB. Im Wesentlichen moniert er, es habe keine Abhängigkeit bestanden und er habe diese nicht vorsätzlich ausgenützt. Sein Arbeitsverhältnis sei per 30. September 2015 beendet worden. Damit habe er im angeklagten Zeitraum (Oktober 2015 bis März 2016) in Bezug auf die Beschwerdegegnerin 2 keinerlei Funktion mehr gehabt. Eine bloss emotionale Abhängigkeit reiche nicht aus, um als Abhängigkeit i.S.v. Art. 193 StGB zu gelten. Die Argumentation des Beschwerdeführers beruht abermals grösstenteils auf einem anderen als den von der Vorinstanz festgestellten Sachverhalt. Auf die Beschwerde kann insofern nicht eingetreten werden, zumal der Beschwerdeführer den tatsächlichen Feststellungen der Vorinstanz wiederum einzig seine eigene Sicht der Dinge gegenüberstellt, ohne darzulegen, dass und inwiefern der Sachverhalt der Vorinstanz auch im Ergebnis unhaltbar ist (E. 2.2). Damit lässt sich keine Willkür begründen. Der Schuldspruch wegen mehrfacher Ausnützung der Notlage gemäss Art. 193 Abs. 1 StGB verletzt kein Bundesrecht. Grundsätzlich kann auf die vorstehenden Erwägungen verwiesen werden (E. 3). Mit der Vorinstanz ist hierzu ergänzend festzuhalten, dass sich an der Abhängigkeit der Beschwerdegegnerin 2 vom Beschwerdeführer nach dessen Freistellung per 13. Februar 2015 nichts änderte. Die besondere Vertrauensbeziehung zwischen ihnen bestand danach weiterhin. Auch die aufgrund dieses Vertrauensverhältnisses entstandene Machtposition des Beschwerdeführers gegenüber der Beschwerdegegnerin 2 wurde weder durch dessen Freistellung noch durch die formelle Beendigung des Arbeitsverhältnisses aufgehoben (vgl. Urteil S. 51 f. E. 2.6). Durch sukzessive Grenzüberschreitungen während seiner Anstellung im Wohnheim als engste Bezugsperson der Beschwerdegegnerin 2 hat der Beschwerdeführer diese auch über sein Anstellungsverhältnis hinaus an sich gebunden (Urteil S. 52 E. 2.6).