Citation: 5A_539/2021 E. 4.1.3

4.1.3. Eine Aussonderungsklage hat ein Rechtsbegehren zu enthalten (Art. 221 Abs. 1 lit. b ZPO, vgl. BGE 137 III 617 E. 4.2.2). Ein Rechtsbegehren muss so bestimmt formuliert sein, dass es im Falle der Gutheissung der Klage zum Entscheid erhoben werden kann (BGE 142 III 102 E. 5.3.1; 137 III 617 E. 4.3; Urteile 4A_428/2018 vom 29. August 2019 E. 4.2.1; 4A_129/2019 vom 27. Mai 2019 E. 1.2.2; je mit weiteren Hinweisen). Dieses Prinzip ergibt sich aus dem Dispositionsgrundsatz (Urteile 4A_428/2018 vom 29. August 2019 E. 4.2.1; 4A_686/2014 vom 3. Juni 2015 E. 4.3.1; je mit Hinweisen). Es ist jedoch kein Selbstzweck: Es soll einerseits unter dem Gesichtspunkt der Wahrung des rechtlichen Gehörs die Gegenpartei darüber informieren, gegen was sie sich verteidigen muss. Dem Gericht muss sodann klar sein, was aufgrund des Dispositionsgrundsatzes Streitgegenstand bildet, woraus sich auch die materielle Rechtskraft des Entscheids ergibt (Urteile 5A_390/2017 vom 23. Mai 2018 E. 2.3.1; 4A_686/2014 vom 3. Juni 2015 E. 4.3.1, mit weiteren Hinweisen). Welche Anforderungen an den Inhalt sowie die Bestimmtheit des Antrags als Rechtsfolgebehauptung zu stellen sind, ergibt sich aus dem anzuwendenden materiellen Recht (vgl. BGE 116 II 215 E. 4a; Urteil 4A_686/2014 vom 3. Juni 2015 E. 4.3.1; WILLISEGGER, in: Basler Kommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, 3. Aufl. 2017, N. 13, 16 zu Art. 221 ZPO). Die Anforderungen an ein ausreichendes Rechtsbegehren stehen unter dem Vorbehalt des überspitzten Formalismus. Daraus folgt, dass Rechtsbegehren im Lichte der Begründung auszulegen sind; ergibt sich aus der Begründung was der Kläger in der Sache verlangt, ist dieses zu beurteilen (vgl. BGE 137 III 617 E. 6.2 mit Hinweisen; Urteile 5A_466/2016 vom 12. April 2017 E. 4.2; 5A_304/2015 vom 23. November 2015 E. 10.4).