Citation: 2C_216/2019 E. 6.2

6.2. Wie bei den meisten Bestimmungen des StHG handelt es sich bei der Regelung zum Verlustabzug in Art. 23 Abs. 4 Satz 2 i.V.m. Art. 10 Abs. 1 lit. c StHG nicht primär um eine Zuteilungsnorm (vgl. MÄUSLI-ALLENSPACH, a.a.O., § 2 N. 20). Der Wortlaut dieser Vorschriften besagt lediglich, dass die eingetretenen und verbuchten Verluste in Abzug gebracht werden können. Dem Gesetzeswortlaut lässt sich dabei nicht entnehmen, von welchen Erträgen und in welchem Kanton dieser Abzug vorgenommen werden kann. Auch ergibt sich nicht aus Sinn und Zweck von Art. 23 Abs. 4 Satz 2 StHG oder den Materialien zu dieser Norm (insbesondere nicht aus der Botschaft des Bundesrates vom 25. Mai 1983 zu Bundesgesetzen über die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden sowie über die direkte Bundessteuer [vgl. BBl 1983 III 1, 110]), dass eine Regelung zum materiellen interkantonalen Doppelbesteuerungsrecht statuiert werden sollte. Folglich schreibt das Steuerharmonisierungsgesetz nicht vor, dass ausserkantonale Grundstücksverluste einer gewinnsteuerbefreiten kollektiven Kapitalanlage wie dem Fonds B.________ bei der Grundstückgewinnsteuer zu berücksichtigen sind.