Citation: 5C.180/2006 09.11.2006 E. 4

Die von der Vorinstanz beschlossene Bestätigung des dem Berufungsbeklagten eingeräumten begleiteten Besuchsrechts von zweimal im Monat verstösst nach Auffassung der Berufungsklägerin in verschiedener Hinsicht gegen das Wohl des Kindes. 4.1 Dem Obergericht wird vorgeworfen, es habe übergangen, dass der Berufungsbeklagte sich zuvor nie um seinen Sohn gekümmert habe, und ausserdem der Aufenthaltsproblematik des Vaters, die es nicht genauer untersucht habe, keine Beachtung geschenkt. Dass der Berufungsbeklagte sich vorher nicht um A.________ gekümmert haben soll, findet in den tatsächlichen Feststellungen der Vorinstanz keine Stütze. Sodann wäre nicht einzusehen, weshalb eine fremdenpolizeiliche Wegweisung und fehlende Erfolgsaussichten eines allfälligen Rekurses einem Besuchsrecht des Berufungsbeklagten entgegenstehen sollen, solange dieser sich in der Schweiz aufhält. 4.2 Zu den von der Berufungsklägerin angeführten Problemen des Alkohols und der Gewalttätigkeit bemerkt das Obergericht, durch die Anordnung der Besuche in einem Besuchstreff sei ausreichend gewährleistet, dass die geltend gemachten Gefährdungsfaktoren sich bei den Kontakten des Berufungsbeklagten mit seinem Kind nicht nachteilig auf dieses auswirken könnten. Im Übrigen bestünden auch nach der Darstellung der Berufungsklägerin keine Anhaltspunkte dafür, dass in letzter Zeit aus den genannten Gründen ein auffälliges bzw. negatives Verhalten des Berufungsbeklagten zu registrieren gewesen wäre. Insbesondere habe dieser die Berufungsklägerin nicht mehr bedroht und die zufälligen Begegnungen seien konfliktlos verlaufen. Nach seinen glaubhaften Erklärungen begegne der Berufungsbeklagte einem Alkoholmissbrauch und daraus allenfalls entstehenden Problemen mit einer Antabus-Kur. Die Berufungsklägerin unterlässt es, sich mit den rechtlichen Ausführungen der Vorinstanz auseinanderzusetzen. Stattdessen beanstandet sie deren Würdigung der Beweise und ergänzt die tatsächlichen Feststellungen aus ihrer Sicht. Auf diese im Berufungsverfahren unzulässigen Vorbringen ist nicht einzutreten. 4.3 Das Obergericht weist darauf hin, dass dem Berufungsbeklagten gemäss Entscheid der Vormundschaftsbehörde untersagt sei, bei den Besuchen hierzulande unübliche Intimitäten mit seinem Sohn zu pflegen, und dass die verantwortlichen Personen der Besuchstreffs von A.________s Beistand angehalten worden seien, diese Anweisung zu kontrollieren. Die Berufungsklägerin wirft dem Obergericht vor, das angesprochene Verhalten des Berufungsbeklagten zu bagatellisieren. Indessen setzt sie sich mit den einschlägigen Erwägungen nicht auseinander und legt denn auch nicht dar, inwiefern die Auffassung der Vorinstanz gegen Bundesrecht verstossen soll. Auch in diesem Punkt ist auf die Berufung nicht einzutreten.