Citation: 6B_1164/2023 E. 5.4.2

5.4.2. Der Beschwerdeführer bringt vor, unabhängig von der Grundstrafe müsse die Gesamtstrafe tat- und schuldangemessen sein, was bei 66 Monaten nicht der Fall sei. Mit der Zusatzstrafe von 30 Monaten lag die Vorinstanz, wie bereits dargelegt, in dem ihr zustehenden Ermessen. Dem Vorbringen des Beschwerdeführers, die mit Urteil vom 5. Dezember 2022 ausgesprochene Strafe sei hoch ausgefallen, weswegen eine geringere Zusatzstrafe auszusprechen sei, ist nicht zu folgen. Es ist nicht eine Neubewertung der Grundstrafe von 36 Monaten vorzunehmen und die Zusatzstrafe an dieser Einschätzung auszurichten. Die mit Urteil vom 5. Dezember 2022 festgelegte Grundstrafe von 36 Monaten ist in Rechtskraft erwachsen. Art. 49 Abs. 2 StGB erlaubt keine erneute Überprüfung der in Rechtskraft erwachsenen früheren Strafe, sondern betont die Rechtskraft des ersten Urteils und dient damit der Rechtssicherheit (BGE 142 IV 254 E. 2.4.1 f.; Urteil 6B_1138/2020 vom 2. November 2021 E. 1.2.2). Das Ermessen des die Zusatzstrafe aussprechende Gerichts beschränkt sich auf die von ihm vorzunehmende Asperation zwischen rechtskräftiger Grundstrafe und der für die noch nicht beurteilten Taten auszusprechenden Strafe. Könnte das die Zusatzstrafe aussprechende Gericht selber bestimmen, welche Strafe es anstelle des Erstgerichts ausgesprochen hätte, wenn ihm alle Delikte bekannt gewesen wären, würde es faktisch - und nicht nur hypothetisch - in die Rechtskraft des Ersturteils eingreifen und statt einer Zusatzstrafe eine nachträgliche Gesamtstrafe ausfällen (BGE 142 IV 265 E. 2.4.2; Urteil 6B_1031/2019 vom 1. September 2020 E. 2.4.3, nicht publ. in BGE 146 IV 311; mit Hinweisen). Es erübrigt sich insofern, die Akten des in retrospektiver Konkurrenz stehenden Verfahrens, das die Vorinstanz mit Urteil vom 5. Dezember 2022 entschieden hat, beizuziehen und der entsprechende Antrag des Beschwerdeführers ist abzuweisen. Die Vorinstanz hat mit der Reduktion der hypothetischen Einsatzstrafe von 44 auf 30 Monate in Anwendung des Asperationsprinzips eine wesentliche und insgesamt angemessene Reduktion vorgenommen. Die geltend gemachte Rechtsverletzung ist zu verneinen.