Citation: 9C_15/2022 E. 6.4.2

6.4.2. Ebenso wenig verfangen die vernehmlassungsweise erhobenen Einwände. Macht der Beschwerdegegner in zumindest impliziter Anlehnung an das soeben erwähnte Urteil geltend, es seien konkrete Umschulungsmassnahmen denkbar, deren Kosten die auszugleichende Erwerbseinbusse nicht um ein Vielfaches überschreiten würden, so ist ihm - wie auch dem kantonalen Gericht - die ratio legis entgegenzuhalten. Abgesehen von der vorstehenden, hier nicht zutreffenden Ausnahme bei namentlich "jungen Versicherten" kann als invalid nach Art. 17 IVG grundsätzlich nur gelten, wer wegen der Art und Schwere des eingetretenen Gesundheitsschadens in den bisher ausgeübten und in den für ihn ohne zusätzliche berufliche Ausbildung offenstehenden, noch zumutbaren Erwerbstätigkeiten eine bleibende oder längere Zeit dauernde Erwerbseinbusse von etwa 20 % erleidet (ULRICH MEYER/ MARCO REICHMUTH, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Aufl. 2014, Rz. 3 zu Art. 17 IVG). Zu wiederholen ist in diesem Zusammenhang, dass das Gesetz die Eingliederung lediglich soweit sicherstellen will, als diese im Einzelfall notwendig, aber auch genügend ist (E. 3.1 hievor). Diesen Prinzipien trägt die bisherige gefestigte Praxis ohne Zweifel Rechnung. Triftige Gründe für eine Rechtsprechungsänderung (vgl. E. 5.1 hievor) sind anhand der Vorbringen in der Vernehmlassung weder ersichtlich noch (substanziiert) dargelegt. Insbesondere ist nicht zu erkennen, dass die vom Beschwerdegegner im Ergebnis vorgeschlagene Lösung - Prüfung der Verhältnismässigkeit in jedem Einzelfall, ungeachtet des Alters und/oder des Richtwerts - besserer Erkenntnis des Gesetzeszwecks, veränderten äusseren Verhältnissen oder gewandelten Rechtsanschauungen entsprechen würde (BGE 141 II 297 E. 5.5.1; 140 V 538 E. 4.5; je mit Hinweisen). Folglich bleibt es dabei, dass der Richtwert von ca. 20 % in concreto zu berücksichtigen ist, worauf sich die Beschwerdeführerin zu Recht beruft.