Citation: 2C_515/2023 E. 5.5

5.5. Die Vorinstanz liess im angefochtenen Urteil offen, ob sich der Beschwerdeführer überhaupt auf das Freizügigkeitsabkommen - und damit im vorliegenden Verfahren auf Art. 5 Anhang I FZA - berufen kann. Diese Frage braucht auch vorliegend nicht weiter vertieft zu werden, zumal das angefochtene Urteil nach dem Gesagten auch unter Art. 5 Abs. 2 Anhang I FZA nicht zu beanstanden wäre: Angesichts der zahlreichen gegen den Beschwerdeführer während der vergangenen rund 25 Jahren ergangenen Straferkenntnisse und den seit den 1990er-Jahren immer wieder - und insbesondere auch jüngst - erfolgten Rückfällen besteht eine relevante und fortdauernde Rückfallgefahr im Sinne der freizügigkeitsrechtlichen Bestimmung. Die durch den Beschwerdeführer begangenen Delikte - insbesondere die Delikte gegen die physische Integrität von Dritten, aber auch der Drogenhandel aus pekuniären Motiven - sind solcher Art, dass sie auch freizügigkeitsrechtlich als schwerwiegend gelten. Gerade die jüngsten (anhaltenden) Verurteilungen zeigen, dass beim Beschwerdeführer eine sehr erhebliche Rückfallgefahr besteht, auch in Bezug auf die Verletzung wichtiger Rechtsgüter. Unter diesen Umständen ist die Möglichkeit weiterer Rückfälle auch freizügigkeitsrechtlich nicht hinzunehmen und ist der Widerruf der Niederlassungsbewilligung auch unter dem Freizügigkeitsabkommen (vorbehältlich der Verhältnismässigkeit der Massnahme, dazu nachfolgende E. 6) zulässig.