Citation: 6B_25/2017 E. 3.3

3.3. Einleitend ist festzuhalten, dass der selber auch durch die erfundenen Geschichten der Beschwerdeführerin zwischen April 2007 und April 2009 getäuschte Beschwerdegegner 2 gemäss Vorinstanz aus eigenem Antrieb ca. im August 2007 auf seinen Bruder zuging und ihn bat, der Beschwerdeführerin ein Darlehen über Fr. 15'000.-- zu geben. Damit liegt kein Betrug in mittelbarer Täterschaft vor. Sodann verfügte der Beschwerdegegner 3 unmittelbar über sein eigenes Vermögen, als er der Beschwerdeführerin Fr. 15'000.-- übergab. Daher handelt es sich auch nicht um einen sog. Dreiecksbetrug (vgl. BGE 133 IV 171 E. 4.3 f.). Nach den vorinstanzlichen Feststellungen bekam der Beschwerdegegner 3 die unwahren Informationen über die Beschwerdeführerin, den Darlehenszweck und die Gewinnaussichten zunächst von seinem Bruder, der sich selber aufgrund der Lügen der Beschwerdeführerin ebenfalls in einem Irrtum befand. Der Beschwerdeführerin ist zwar beizupflichten, dass der Beschwerdegegner 3 erklärte, er habe aufgrund der Angaben seines Bruders den Entschluss gefasst, ihr das Darlehen zu gewähren. Gestützt darauf kann indes nicht geschlossen werden, dass sie nicht im Geringsten auf diesen Entschluss eingewirkt habe (Beschwerde S. 12). Anlässlich des persönlichen Treffens mit dem Beschwerdegegner 3 bestätigte sie die falschen Angaben. Damit blieb sie nicht bloss untätig, sondern bestärkte ihn mit diesem aktiven Tun in seinem Irrtum. Für ein Bestärken im Irrtum genügt es, wenn der Täter die Richtigkeit der irrtümlichen Annahme des Opfers ausdrücklich bestätigt, wie dies die Beschwerdeführerin tat (vgl. BGE 122 II 422 E. 3.a S. 427 mit Hinweisen; ANDREAS DONATSCH, Strafrecht III, 10. Auflage 2013, S. 233; BERNARD CORBOZ, Les infractions en droit suisse, Vol. I, 3. Auflage 2010, N. 14 f. zu Art. 146 StGB; wohl gl.M. STRATENWERTH ET AL., Schweizerisches Strafrecht, Bes. Teil I, 7. Auflage 2010, § 15 N. 28; a.M. TRECHSEL/CRAMERI, Schweizerisches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 2. Auflage 2013, N. 5 zu Art. 146 StGB, die ein blosses Bestätigen für die Tatvariante des arglistigen Bestärkens in einem Irrtum nicht als genügend erachten, sondern die Verhinderung der Aufklärung des Irrtums durch besondere Machenschaften oder sonst wie listenreiches Vorgehen voraussetzen). Hervorzuheben ist vorliegend noch, dass der Bruder des Beschwerdegegners 3 die ihm ursprünglich von der Beschwerdeführerin erzählten Lügen weiterverbreitete, mithin war die Beschwerdeführerin die Urheberin des Irrtums beim Bruder des Beschwerdegegners 3. Das Bestärken im Irrtum beim Beschwerdegegner 3 diente dazu, ihn von weiteren Überprüfungen abzuhalten. So sagte er aus, da die Angaben der Beschwerdeführerin sich mit denjenigen seines Bruders zu einem stimmigen Ganzen verbunden hätten, sei in ihm kein Misstrauen aufgekommen und er habe ihr die Fr. 15'000.-- in bar gegeben (Urteil S. 56 E. 13.3.3). Dass zwischen den Brüdern ein besonderes Vertrauensverhältnis besteht, ist offensichtlich und stellt die Beschwerdeführerin denn auch nicht in Abrede. Sie nutzte es zielgerichtet aus und konnte davon ausgehen, dass der Beschwerdegegner 3 deshalb und wegen ihren Bekräftigungen anlässlich des persönlichen Treffens keine Überprüfung vornehmen würde. Angesichts dieser besonderen Umstände bestand für den Beschwerdegegner 3 kein Anlass misstrauisch zu sein. Somit handelte die Beschwerdeführerin arglistig.