Citation: 1C_462/2022 E. 7.2

7.2. Nach der verbindlichen und von der Beschwerdeführerin nicht bestrittenen Feststellung der Vorinstanz ergaben die anhand des FAT-Berichts Nr. 476 (1995) "Mindestabstände von Tierhaltungsanlagen - Empfehlungen für neue und bestehende Betriebe" vorgenommenen Berechnungen einen Mindestabstand von 134,29 m. Dieser Abstand gelte in vollem Umfang gegenüber der Wohnzone, während in der gemischten Zone ein solcher von 94 m (70 %) und zu Wohnbauten in der Landwirtschaftszone ein solcher von 67 m (50 %) einzuhalten sei. Der reduzierte Mindestabstand in der Landwirtschaftszone ist gegenüber dem Doppelbauernhaus, welches zur einen Hälfte von der Beschwerdeführerin bewohnt und zur anderen Hälfte vom Beschwerdegegner drittvermietet wird, unbestrittenermassen eingehalten. Streitig ist jedoch, ob die Vorinstanz den halben Mindestabstand auch hinsichtlich des Wohnhauses Nr. 29d hätte beachten müssen, welches rund 21 m vom geplanten Maststall entfernt liegt. Auf den Einwand des Beschwerdegegners, wonach die Abluftreinigungsanlage (Chemowäscher) bei der Berechnung der Mindestabstände nicht als geruchsreduzierend berücksichtigt worden sei und damit korrekterweise von einem Mindestabstand in der Landwirtschaftszone von lediglich 34 m auszugehen sei, braucht mangels Entscheidrelevanz nicht eingegangen zu werden. Eine allfällige Korrektur der Berechnung hätte auf den Ausgang des vorliegenden Verfahrens keinen Einfluss (vgl. Art. 97 Abs. 1 BGG), da der Mindestabstand des geplanten Stalls zum Wohnhaus Nr. 29d weiterhin unterschritten bliebe. Anzumerken bleibt immerhin, dass das BAFU hierzu mit Verweis auf die Cercl'Air-Empfehlung Nr. 21-D vom 19. Mai 2011 festgehalten hat, dass Abluftreinigungsanlagen (Chemowäscher) bei der Berechnung der Mindestabstände nicht als geruchsreduzierend zu berücksichtigen seien.