Citation: 6B_1214/2018 E. 1.2

1.2. Die Beschwerdeführerin macht geltend, beim Eintritt des Vermögensschadens handle es sich um ein ungeschriebenes Tatbestandsmerkmal, das als Aspekt der Tathandlung zu betrachten sei. Wer einen Vermögenswert unrechtmässig verwende, gefährde die Forderung des Treugebers, womit diese gleichzeitig an Wert verliere. Der deliktische Schaden, der im StGB nicht als Tatbestandsmerkmal erwähnt sei, bestehe bei der Veruntreuung im Wert des veruntreuten Guts. Eine Veruntreuung ohne Schädigung sei begrifflich ausgeschlossen. Der Vermögensschaden liege nach dem Anklagesachverhalt darin, dass der Beschwerdegegner die vom Strafkläger in die S.________ GmbH eingeschossenen finanziellen Mittel für eigene (private) Zwecke benutzt habe. Die Vorinstanz habe daher zu Unrecht eine Verletzung des Anklagegrundsatzes angenommen (Beschwerde S. 3 f.). Die Vorinstanz nehme im Weiteren zu Unrecht an, dass die Anklageschrift das Merkmal der Arglist beim Tatbestand des Betruges nicht umschreibe. In der Anklageschrift werde ausdrücklich ausgeführt, dass der Beschwerdegegner den Strafkläger unter Vorspiegelung von möglichen attraktiven Absatzkanälen und unter Hinweis auf seine früheren erfolgreichen Geschäfte darüber getäuscht habe, einen Kleiderhandel betreiben zu wollen. Mit dem Hinweis auf die früheren erfolgreichen Geschäfte werde impliziert, dass es dem Beschwerdegegner darum gegangen sei, das vom Strafkläger in ihn als erfolgreichen Geschäftsmann mit attraktiven Absatzkanälen gesetzte Vertrauen auszunützen. Darüber hinaus finde sich entgegen der Auffassung der Vorinstanz in der Anklageschrift auch das Tatbestandsmerkmal des Anvertrautseins. Der vom Strafkläger eingebrachte Betrag sei zum Zweck der Beschaffung von Firmenvermögen (Kleider etc.) geleistet worden. Vermögenswerte gälten auch als anvertraut, wenn sich die Täuschung gerade darauf bezogen habe, dass der Getäuschte dem Täter die Vermögenswerte anvertraue. Aus der Anklageschrift gingen die tatsächlichen Umstände, aus welchen sich die unrechtmässige Verwendung der anvertrauten Vermögenswerte durch den Beschwerdegegner ergäben, ohne weiteres hervor. Sie umschreibe in klarer Weise, dass der Beschwerdegegner das vom Strafkläger in die S.________ GmbH eingeschossene Geld im Betrag von CHF 56'000.-- ausserhalb des Rahmens seiner Organtätigkeit und ohne jeglichen Bezug zur Geschäftstätigkeit zur persönlichen Bereicherung für eigene private Zwecke verwendet habe (Beschwerde S. 4 f.).