Citation: 6B_556/2024 E. 2.1

2.1. Die Vorinstanz setzt sich in ihrer Urteilsbegründung sowohl mit den Erwägungen der ersten Instanz als auch mit den Einwänden der Verteidigung auseinander und nimmt zudem eine eigene Beweiswürdigung vor (Urteil, E. IV.4). Dabei nimmt sie Bezug auf die Aussagen der Beschwerdegegnerin 2 und des Beschwerdeführers. Sie erwägt, hinsichtlich des Geschehens in der Tiefgarage stimmten die Aussagen insofern überein, als beide von mehrfachem ungeschütztem Geschlechtsverkehr berichteten. In Bezug auf dessen Freiwilligkeit bzw. Gegenseitigkeit gingen die Aussagen jedoch diametral auseinander. Mit der Erstinstanz erwiesen sich die Aussagen der Beschwerdegegnerin 2 als konstant und detailreich. Sie wiesen auf tatsächlich erlebte Vorgänge hin, was die Vorinstanz mit mehreren Realkennzeichen in ihren Aussagen untermauert (Urteil, E. IV.4.1.2). Anhaltspunkte für ein "Hinzudichten" oder eine Suggestion neuer Elemente unter Mithilfe der Psychotherapeutin der Beschwerdegegnerin 2 bestünden keine. Hinweise auf Pseudoerinnerungen fehlten ebenso. Die Beschwerdegegnerin 2 habe sowohl zum Kern- als auch zum Peripheriegeschehen in freier Schilderung differenzierte, originelle, in sich stimmige und lebensnahe Ausführungen gemacht. Um einen solchen plausiblen Ablauf der Geschehnisse wiedergeben zu können, wäre eine Vielzahl von Pseudoerinnerungen erforderlich, welche sich einwandfrei ineinanderfügen müssten. Auch der Umstand, dass der Beschwerdeführer den geschilderten Ablauf überwiegend bestätige, spreche gegen das Vorliegen von Pseudoerinnerungen (Urteil, E. IV.4.1.3). Auffallend sei, dass sich der Beschwerdeführer nicht erinnern bzw. nicht sagen könne, von wem jeweils die Initiative für die Berührungen während der Autofahrt, das Küssen im Auto in der Garage und die Berührungen am Gesäss sowie im Genitalbereich ausgegangen sei. Dies spreche jedoch nicht per se gegen die Glaubhaftigkeit seiner Aussagen. Seinen Chat-Nachrichten mit anderen Frauen sei eine gewisse Beharrlichkeit zu entnehmen. Mit diesem beharrlichen Verhalten stehe zwar seine Aussage im Widerspruch, wonach er sich bei der Beschwerdegegnerin 2 nicht mehr gemeldet habe. Dies ändere jedoch nichts daran, dass seine Aussagen betreffend den Geschlechtsverkehr stets konstant gewesen seien und per se "nicht vollständig unglaubhaft" erschienen. Hierzu sei jedoch zu bemerken, dass der Beschwerdeführer nahezu alle Aussagen der Beschwerdegegnerin 2 - mit Ausnahme der Ablehnung des Geschlechtsverkehrs - bestätigt habe. Dies stelle erneut ein Indiz für die Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen dar (Urteil, E. IV.4.1.5).