Citation: 9C_527/2022 E. 3

Die Vorinstanz schloss, die Beschwerdeführerin hätte sich beim Ausfüllen der Gesundheitserklärung am 25. März 2015 bewusst sein müssen, dass der Besuch einer von der Krankenkasse vergüteten, delegierten Psychotherapie wegen einer depressiven Symptomatik während eines Zeitraums von eineinhalb Jahren eine Gefahrstatsache darstelle. Dies müsse umso mehr gelten, als sie schon die Jahre davor psychisch angeschlagen gewesen sei und sie die Arbeit nur gerade etwas mehr als ein Jahr nach Abbruch der Therapie aufgenommen habe. Sie habe nach Treu und Glauben davon ausgehen müssen, dass die ärztlich delegierte Psychotherapie respektive ihr psychisches Leiden von Frage 3 respektive Frage 4 der Gesundheitserklärung erfasst werde und sie dementsprechend beide Fragen mit "ja" hätte beantworten müssen. Das Vorliegen einer Anzeigepflichtverletzung sei demnach zu bejahen.