Citation: 5A_37/2024 E. 2.3.2

2.3.2. Die Beschwerdeführerin wirft dem Obergericht vor, in Willkür verfallen zu sein, indem es angenommen habe, die Erblasserin habe mit der streitgegenständlichen Formulierung auf die elterliche Verwaltung des Kindesvermögens hinweisen wollen, weil für diese Annahme erstens keine Grundlage in den Akten bestehe und sie zweitens im Widerspruch zum geltenden Recht stehe. Die Erblasserin als Tante der Beschwerdeführerin bzw. Grosstante der eingesetzten Erben habe gewusst, dass die Beschwerdeführerin und ihr Ex-Mann über alle Kinderbelange, wozu auch die Verwaltung des Kindesvermögens gehöre, gemeinsam entscheiden würden. Dass die Erblasserin sodann die Beschwerdeführerin nicht ausdrücklich als Willensvollstreckerin bezeichnet habe, sei unbeachtlich, denn massgebend bei der Auslegung des Testaments sei der wirkliche Wille der Erblasserin. Sodann kritisiert die Beschwerdeführerin die Erwägungen des Obergerichts, in denen es auf den systematischen Aufbau des Testaments bzw. die Position der Anordnung unmittelbar nach der Einsetzung der minderjährigen Erben Bezug nimmt. Es blende aus, dass es einer Person bedürfe, welche sicherstelle, dass die im Testament getroffenen Anordnungen ausgeführt werden. Die im Testament gewählte Formulierung verdeutliche das Bewusstsein der Erblasserin, dass die beiden eingesetzten Erben minderjährig seien und es demzufolge einer solchen Person bedürfe. Das Obergericht hätte aufgrund der Formulierung erkennen sollen, dass es bei der Auslegung der Bezeichnung "alleinige Verwalterin" weiterer Abklärungen bedürfe, wie es die bundesgerichtliche Praxis bei mehrdeutigem oder unklarem Wortlaut eines Testaments verlange. Mit dem Ausblenden der gewählten Formulierung verschliesse sich das Obergericht vor derartigen Abklärungen, was als willkürlich im Sinn von Art. 9 BV gerügt werde. Dass im Testamentseröffnungsverfahren grundsätzlich nicht über materielles Recht entschieden werde, bedeute nicht, dass die Vorinstanz davon entbunden wäre, die bundesgerichtliche Rechtsprechung bezüglich Auslegung von Testamenten zu beachten. Weitere Abklärungen hätten beispielsweise ergeben, dass der im Testament begünstigte Lebenspartner der Erblasserin, F.________, ausdrücklich bestätige, dass die Erblasserin die Beschwerdeführerin als alleinige Willensvollstreckerin habe einsetzen wollen.