Citation: 8C_426/2010 13.09.2010 E. 3.3.2

3.3.2.1 Zunächst ist festzuhalten, dass sich die von Dr. med. H.________ auf den Unfallscheinen UVG bestätigte Arbeitsunfähigkeit von 50 % nur auf das obligatorisch bei der SUVA versicherte Anstellungsverhältnis bei der X.________ AG bezogen haben kann. Diese Schlussfolgerung ergibt sich sodann aus dem Umstand, dass die Versicherte gemäss ärztlichen und neuropsychologischen Auskünften die selbstständige Erwerbstätigkeit als Übersetzerin und Dolmetscherin schon unmittelbar nach dem Unfall faktisch nicht mehr auszuüben vermochte (vgl. Berichte der Frau Dr. phil. W.________ vom 4. Juni 2004 und des Dr. med. H.________ vom 30. September 2004, 6. April und 7. Juni 2005 sowie 11. Juli 2006 und 27. Februar 2007), die Sachverständigen mithin gegenüber der SUVA einzig die Arbeitsfähigkeit bezogen auf das angestammte Anstellungsverhältnis beurteilten. So erwähnte auch Frau Dr. med. V.________ im Bericht vom 27. Februar 2004, die Versicherte habe ab Mitte Dezember die Arbeitstätigkeit im zeitlichen Umfang von 30 % aufgenommen. Auch der SUVA-Kreisarzt Dr. med. O.________ ging in Kenntnis der Vorakten davon aus, dass lediglich eine hälftige Arbeitsfähigkeit "für die SUVA-versicherte Tätigkeit - Halbtagespensum - besteht" (Bericht vom 9. Januar 2006). Nichts anderes ergibt sich aus dem Bericht des auf Empfehlung des Dr. med. H.________ konsultierten Dr. med. F.________, Facharzt für Psychiatrie/Psychotherapie FMH, der gestützt auf eine eigene Untersuchung und die zur Verfügung gestellten Akten die Frage der SUVA nach der "Arbeitsfähigkeit von Frau S.________ bezüglich Ihrer Tätigkeit bei der X.________ AG" zu beantworten hatte, die er auf höchstens 50 % einschätzte (Bericht vom 2. Dezember 2006). 3.3.2.2 Gemäss Urteil U 478/05 vom 6. Februar 2007 E. 8.6.1 (publ. in: SVR 2007 UV Nr. 25 S. 81) ist bei der Bestimmung des Kriteriums "Grad und Dauer der Arbeitsunfähigkeit", das mit BGE 134 V 109 E. 10.2.7 S. 129 (U 394/06 vom 19. Februar 2008) modifiziert wurde (vgl. E. 3.2 hievor), grundsätzlich vom vormaligen Teilpensum auszugehen; vorbehalten bleibt allerdings der Fall, in welchem mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt ist, dass die versicherte Person ohne den Unfall die Erwerbstätigkeit erweitert hätte, denn es belastet ebenfalls, wenn eine diesbezüglich geplante Ausdehnung unfallbedingt nicht vollzogen werden kann (vgl. dazu auch Urteil U 287/04 vom 17. März 2005 E. 11 [publ. in: RKUV 2005 Nr. U 550 S. 243]). Im Urteil 8C_633/2007 vom 7. März 2007 E. 6.3 erwog das Bundesgericht gestützt auf die modifizierte Praxis, dass die versicherte Person trotz vorhandener Motivation zur Arbeitsaufnahme durch die gesundheitlichen Beschwerden sowohl bei der Erwerbstätigkeit als auch bei einer Tätigkeit im Haushalt erheblich eingeschränkt war, weshalb es die Adäquanz des Kausalzusammenhangs bejahte. 3.3.2.3 Angesichts der dargelegten Rechtsprechung kann der von der SUVA zumindest implizit geäusserten Auffassung, das Adäquanzkriterium der erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen beziehe sich einzig auf das obligatorisch versicherte Anstellungsverhältnis, nicht beigepflichtet werden. Vielmehr ist zu berücksichtigen, dass der faktisch totale Verlust der selbstständigen Erwerbstätigkeit als Übersetzerin und Dolmetscherin die Beschwerdegegnerin gemäss Berichten der Dres. med. H.________ vom 11. Juli 2006 und F.________ vom 24. November 2006 in ihrem Selbstverständnis, das zu einem wesentlichen Teil auf ihren sprachlichen Fähigkeiten beruhte, erheblich belastete, zumal sie auch als Angestellte der X.________ AG vor dem Unfall die fremdsprachigen Korrespondenzen erledigt hatte, welche ihr danach nur noch zur Überprüfung allfälliger Fehler vorgelegt wurden. Unter diesen Umständen ist von einer besonders ausgeprägten Arbeitsunfähigkeit auszugehen. Soweit die SUVA ausgewiesene Anstrengungen, die Arbeitsunfähigkeit zu überwinden, in Abrede stellt, sind die Erwägungen im angefochtenen Entscheid nicht zu beanstanden. So misslang der im Monat nach dem Unfall unternommene Arbeitsversuch wegen qualitativ ungenügender Leistungen. In der Folge musste die Versicherte ihr Tätigkeitsspektrum den Beschwerden anpassen und versah zeitweilig zweitrangige Arbeiten, die ihr die Arbeitgeberin zuweisen konnte. Versuche, ihr früheres Pensum bzw. Tätigkeitsspektrum wieder zu erreichen, führten zu Beschwerdeexazerbationen. Eine vor dem Unfall ins Auge gefasste Umschulung musste sie fallen lassen, und sie war jederzeit bemüht, den Erhalt ihrer Arbeitsstelle nicht durch zeitlich stark beanspruchende Therapiemassnahmen zu gefährden. Gesamthaft betrachtet ist mit dem kantonalen Gericht festzustellen, dass das unfallbedingte Adäquanzkriterium der erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen in auffälliger Weise vorliegt, weshalb der adäquate Kausalzusammenhang ohne weiteres zu bejahen ist.