Citation: 8C_135/2023 E. 5.2

5.2. Hinsichtlich der Beurteilung der Haftung aus unfallähnlicher Körperschädigung für die nach dem zweiten Vorfall vom 2. April 2020 festgestellte Bizepssehnenverletzung wird geltend gemacht, es sei widersprüchlich, wenn die Sehne anlässlich der bildgebenden Untersuchung vom 25. Februar 2020 noch als intakt beschrieben, die nach dem Ereignis diagnostizierte Schädigung gemäss Gutachter jedoch überwiegend durch Abnützung beziehungsweise Erkrankung verursacht worden sei. Hinzu komme noch, dass die am 15. April 2020 beurteilende Ärztin der Radiologie U.________ von einer Rupturierung im intraartikulären Verlauf ausgegangen sei, während es sich gemäss Gutachter um eine Abrissverletzung handle. Dazu ist festzuhalten, dass die bildgebend nach dem Vorfall vom 2. April 2020 gezeigte Verletzung gemäss Gutachter ausdrücklich durch die bereits zuvor, nach dem Ereignis beim Thaiboxen, festgestellte und unbestritten degenerativ beziehungsweise verschleissbedingte Vorschädigung des Labrum-Bizepssehnen-Komplexes verursacht wurde. Diese letztere Schädigung sei, so der Gutachter, durch die bildgebend und intraoperativ ausgewiesenen chronischen Entzündungszustände des subacromialen Schleimbeutelkomplexes und die Enge des subacromialen Raumes mit konsekutivem Impingement noch begünstigt worden. Gemäss seiner eigenen Beurteilung hätten zwar bereits die am 8. April 2020 durch die Radiologie V.________ mittels Arthro-Kernspintomographie angefertigten Bilder, ebenso wie auch diejenigen vom 15. April 2020, für eine intraartikuläre Schädigung gesprochen, was jedoch aufgrund der intraoperativen Videoprintbilder vom 21. April 2020 widerlegt worden sei. Ein Stumpf der Bizepssehne sei bei jenem chirurgischen Eingriff im Bereich des Ansatzes/Bizepsankers nicht mehr zu erkennen gewesen. Die Bizepssehne habe sich anlässlich der Operation vielmehr retrahiert und leicht aufgerollt, optisch aber unauffällig präsentiert. Der Gutachter schloss aus diesem Befund ausdrücklich, dass es zu einem spontanen Ausriss der Bizepssehne am Insertionspunkt am verschleiss- beziehungsweise abnützungsbedingt ausgefransten Labrum gekommen sei. Dies werde zusätzlich gestützt durch die Schilderung des Beschwerdeführers, wonach sich der rechte Oberarm zeitnah nach dem Ereignis vom 2. April 2020 in seiner Kontur verändert habe. Der Gutachter erklärte weiter, dass ein solcher Ausriss der Bizepssehne aus dem Labrum-Bizepssehnen-Komplex im Rahmen einer alltäglichen Belastung nicht ungewöhnlich sei. Die funktionellen Ausfälle täuschten häufig über den tatsächlichen Befund hinweg, weil trotz Ruptur der langen Bizepssehne eine kraftvolle Armbeugung möglich bleibe, da eine Kompensation durch die kurze Bizepssehne erfolge und dadurch lediglich ein Kraftverlust von 8 bis 21 % entstehe. Aufgrund dieser ausführlichen Erläuterungen des Experten sind keine zwingenden Gründe auszumachen, die ein Abweichen vom Gerichtsgutachten rechtfertigen würden. Dass die Vorinstanz darauf abgestellt und auf eine vorwiegend abnützungs- beziehungsweise erkrankungsbedingte Ursache der Bizepssehnenruptur geschlossen hat, ist nicht zu beanstanden. Damit fällt eine Leistungspflicht für das Ereignis vom 2. April 2020 aus unfallähnlicher Körperschädigung ausser Betracht.