Citation: 1C_404/2021 E. 5.5

5.5. Aufgrund der unterschiedlichen Tatbestände sowie der massgeblichen Konzentrationswerte entspricht es nicht dem gesetzten Recht, auf Altlasten unbesehen die strengeren gewässerschutzrechtlichen Anforderungen zu übertragen. Das Gesetzes- und Verordnungsrecht legt vielmehr unterschiedliche Beurteilungen nahe. Allerdings gibt es Überschneidungen. So fallen etwa nach Art. 2 Abs. 1 lit. b AltlV unter anderem Betriebsstandorte unter das Altlastenrecht, wobei es sich auch um Standorte handeln kann, deren Belastung von noch aktiven Betrieben ausgeht (vgl. dazu bspw. das Urteil des Bundesgerichts 1C_712/2020 vom 25. November 2021 E. 2.2). Sodann erscheint es nicht ausgeschlossen, wie die Vorinstanzen bei der Einschätzung der Sanierungsbedürftigkeit bzw. der Notwendigkeit technischer Untersuchungen auch auf die gewässerschutzrechtliche Zuweisung eines Gebiets und damit auf das entsprechende Risikopotenzial abzustellen. Massgeblich bleiben im altlastenrechtlichen Verfahren aber die altlasten- und nicht die gewässerschutzrechtlichen Grenzwerte. Besteht ein gewässerschutzrechtlicher Handlungsbedarf, ist dies altlastenrechtlich demnach nicht zwingend von Belang. Vielmehr muss das in der Regel in einem eigenen gewässerschutzrechtlichen Verfahren geklärt werden, was nicht nur Auswirkungen auf die möglichen geeigneten Massnahmen, sondern auch auf die Kostentragungspflicht hat.