Citation: 8C_287/2022 E. 4.1

4.1. Die Vorinstanz mass dem estimed-Gutachten vom 19. Januar 2019 Beweiswert zu. Gestützt darauf ging sie davon aus, spätestens ab dem Zeitpunkt der Untersuchung durch den psychiatrischen Gutachter am 6. November 2018 habe sich der (psychische) Gesundheitszustand im Vergleich zum Zeitpunkt der damaligen Rentenzusprache am 20. August 2002, wonach eine 75%-ige Arbeitsunfähigkeit bestanden habe, verbessert. Der Beschwerdeführer sei zumindest für eine leidensangepasste Tätigkeit im Umfang von 80 % arbeitsfähig. Sowohl die damals diagnostizierte posttraumatische Belastungsstörung als auch die Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung samt depressiver Symptomatik seien gemäss dem psychiatrischen Gutachter der estimed vollumfänglich abgeklungen. Dieser habe einzig eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung festgestellt. Die Vorinstanz bejahte durch diese wesentliche Veränderung des psychischen Leidens das Vorliegen eines Revisionsgrunds nach Art. 17 Abs. 1 ATSG. Ob die im estimed-Gutachten beschriebenen Inkonsistenzen und die mindestens teilweise bewussten aggravatorischen Anteile einen eigenständigen Revisionsgrund darstellten, liess die Vorinstanz daher offen. Die im estimed-Gutachten beschriebene Verschlechterung in somatischer Hinsicht mit 20%-iger Arbeitsunfähigkeit aus chirurgischer Sicht stelle leistungsrechtlich keine erhebliche Veränderung des Invaliditätsgrads dar, da der Beschwerdeführer bereits eine ganze Invalidenrente (bei einem 75%-igen Invaliditätsgrad) erhalten habe.