Citation: 9C_354/2020 E. 3.2

3.2. Bei dieser Sachlage ist offenkundig weder von einer bisher vollständig ungeklärten Frage noch von der Notwendigkeit einer Klarstellung, Präzisierung oder Ergänzung von gutachterlichen Ausführungen auszugehen, welche Umstände rechtsprechungsgemäss die Möglichkeit der Rückweisung an die IV-Stelle eröffnen würden (BGE 139 V 99 E. 1.1 S. 100; 137 V 210 E. 4.4.1.4 S. 264). Der medizinische Sachverhalt wurde im Verwaltungsverfahren eingehend abgeklärt: Die IV-Stelle zog Berichte der behandelnden Ärzte sowie Stellungnahmen ihres Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) bei. Weiter holte sie bei der MEDAS Interlaken das erwähnte polydisziplinäre Verlaufsgutachten ein, welches die Fachrichtungen Allgemeine Innere Medizin, Allergologie, Kardiologie, Pneumologie, Rheumatologie und Psychiatrie umfasst. Die MEDAS-Experten, namentlich Dr. B.________, Facharzt FMH für Kardiologie und Allgemeine Innere Medizin, nahmen sodann am 4. Juli 2017 ergänzend Stellung zu den medizinischen Einwänden des behandelnden Kardiologen Dr. C.________. Wenn das kantonale Gericht den Sachverhalt dennoch für nicht rechtsgenüglich abgeklärt und die Einholung eines weiteren kardiologischen Verlaufsgutachtens für angezeigt hält, muss es selbst aktiv werden und ein Gerichtsgutachten anordnen. Indem die Vorinstanz stattdessen die Sache zur Einholung der neuerlichen Expertise an die IV-Stelle zurückweist und damit einmal mehr deutlich macht, dass sie nicht gewillt ist, sich an die diesbezügliche letztinstanzliche Gerichtspraxis zu halten, verletzt sie die von der Rechtsprechung statuierten, in E. 2.1 und 2.2 hievor dargelegten Grundsätze zur Anordnung eines Gerichtsgutachtens und damit Bundesrecht.