Citation: 6B_1145/2022 E. 5.4.4

5.4.4. Insoweit die Beschwerdeführerin sich schliesslich gegen die Höhe der dem Vertreter der Gegenpartei zugesprochenen Entschädigung wendet, zeigt sie weder eine willkürliche Anwendung des anwendbaren kantonalen Rechts (Dekret über die Entschädigung der Anwälte [Anwaltstarif/AG, SAR]) noch eine Ermessensverletzung durch die Vorinstanz auf. Zwar erscheint der als angemessen erachtete Aufwand von insgesamt 33.48 Stunden und das daraus resultierende Honorar von Fr. 7'365.60 (exkl. Barauslagen und MWSt; vorinstanzliche Akten act. 308) angesichts des zu beurteilenden Sachverhalts als tendenziell hoch. Zu berücksichtigen ist indes insbesondere, dass sich der Beschwerdegegner nebst der Verfassung der Berufungsbegründung auch zur Anschlussberufung der Beschwerdeführerin zu äussern hatte. Damit einhergehend und angesichts der umstrittenen Rechtsfragen erscheint es im Rahmen des der Vorinstanz zustehenden weiten Ermessensspielraums vertretbar, dass für die Verfassung der Berufungsbegründung von 20 Seiten und das (umfassende) "Beilagenmanagement" ein Aufwand von rund 14 Stunden, für die Stellungnahme zur Anschlussberufung von 17 Seiten ein Aufwand von rund 7 Stunden und für die Stellungnahme zur Berufungsantwort ein solcher von rund 5 Stunden veranschlagt wird und steht das Honorar auch nicht ausserhalb jeden vernünftigen Verhältnisses zu den vom Anwalt geleisteten Diensten. Schliesslich ist der Kostenentscheid nur dann zu begründen, wenn sich das Gericht nicht an vorgegebene Tarife oder gesetzliche Regelungen hält oder es die Parteientschädigung abweichend von der allenfalls unaufgefordert eingereichten Kostennote auf einen bestimmten nicht der Praxis entsprechenden Betrag festsetzt (vgl. BGE 134 I 159 E. 2.1.1; 111 Ia 1 E. 2a; Urteil 6B_363/2017 vom 21. März 2018 E. 3.2.1; je mit Hinweisen). Ein solcher Fall ist vorliegend nicht gegeben. Dass die Vorinstanz die Parteientschädigung von Fr. 8'148.05 nicht näher begründet hat, ist daher nicht zu beanstanden. Eine Verletzung der Begründungspflicht bzw. des rechtlichen Gehörs liegt wiederum nicht vor.