Citation: 1P.492/2000 18.12.2000 E. 3

3.- Der Beschwerdeführer sieht eine Verletzung seines Anspruchs auf rechtliches Gehör auch darin, dass das Obergericht die Anträge auf Befragung seiner Ehefrau M.G.________ und auf Einholung eines neuen Glaubwürdigkeits- bzw. Glaubhaftigkeitsgutachtens abgewiesen hat. a) Von einer Befragung von M.G.________ sah das Obergericht ab, weil sie keine direkte Zeugin der umstrittenen sexuellen Übergriffe sei und eine erneute Befragung wegen des Zeitablaufs und der Sekundäreinflüsse zu einer Klärung des Sachverhalts nichts mehr beitragen könne. Der Beschwerdeführer macht geltend, eine erneute Einvernahme seiner Ehefrau könnte ihn entlasten. Er setzt sich aber mit der Begründung im angefochtenen Entscheid nicht auseinander und zeigt nicht auf, inwiefern sie gegen verfassungsmässige Rechte verstossen sollte. Die Rüge ist daher unbegründet, soweit angesichts der ungenügenden Begründung (vgl. Art. 90 Abs. 1 lit. b OG) überhaupt darauf einzutreten ist. b) Gleich verhält es sich mit dem weiteren Vorwurf, der Verzicht auf die Einholung eines neuen Glaubhaftigkeitsgutachtens verletze den Gehörsanspruch des Beschwerdeführers. Das Obergericht legt im angefochtenen Entscheid in detaillierter Weise dar, dass sich das Glaubhaftigkeitsgutachten von Dr. Vera Kling vom 8. März 1999 nur auf suboptimales Material habe abstützen können, eine Nachbesserung aber nicht mehr möglich sei und ein weiterer Gutachter wieder mit dem gleichen suboptimalen Material arbeiten müsste. Ein neues Gutachten würde daher nach Ansicht des Obergerichts keinen zusätzlichen Aufschluss geben. Soweit sich der Beschwerdeführer mit diesen Erwägungen nicht näher auseinander setzt, sondern bloss seine früher vorgetragenen Rügen wiederholt, ist auf die Beschwerde nicht einzutreten (Art. 90 Abs. 1 lit. b OG). Seine weitere Behauptung, das Glaubhaftigkeitsgutachten lasse eine Analyse der Widerrufsaussagen von A.G.________ vermissen, ist unzutreffend. Die Gutachterin hat sich zum fraglichen Aussagewiderruf eingehend geäussert. Sie verzichtete aber auf eine qualitative Kriterienanalyse, weil eine solche angesichts des geringfügigen Aussagematerials (bloss 13 kurze Antworten) nicht korrekt hätte durchgeführt werden können. Auch der Bericht von Dr. René Joray vom 28. August 1999, den der Beschwerdeführer erwähnt, stellt das Glaubhaftigkeitsgutachten nicht in Frage, sondern weist lediglich darauf hin, dass eine Fachperson noch dazu Stellung nehmen könnte, wie die im Gutachten selber angebrachten Vorbehalte wegen der nicht in jeder Hinsicht optimalen Rahmenbedingungen zu verstehen seien. Das Obergericht ist dieser Forderung mit der Einvernahme der Gutachterin, von Prof. V. Dittmann und von Dr. René Joray nachgekommen. Der Verzicht auf die Einholung eines weiteren Glaubhaftigkeitsgutachtens verletzt unter diesen Umständen den Anspruch des Beschwerdeführers auf rechtliches Gehör nicht.