Citation: 2C_1072/2014 E. 2.1

2.1. Gemäss Art. 50 Abs. 1 lit. b AuG besteht nach Auflösung der Ehe oder der Familiengemeinschaft ein Anspruch auf Erteilung oder Verlängerung einer Aufenthaltsbewilligung des (geschiedenen) Ehepartners einer Schweizerin oder eines Schweizers (Art. 42 AuG) oder einer niederlassungsberechtigten Person (Art. 43 AuG) weiter, wenn wichtige Gründe einen weiteren Aufenthalt in der Schweiz erforderlich machen. Solche wichtigen Gründe liegen insbesondere bei häuslicher Gewalt oder bei stark gefährdeter sozialer Wiedereingliederung im Heimatstaat vor (Art. 50 Abs. 2 AuG). Die eheliche Gewalt einerseits und die starke Gefährdung der sozialen Wiedereingliederung im Herkunftsland andererseits stellen praxisgemäss je für sich allein einen wichtigen persönlichen Grund im Sinne von Art. 50 Abs. 1 lit. b AuG dar; die beiden Elemente sind nicht kumulativ zu verstehen (BGE 138 II 229 E. 3.2.2 S. 234 f.; 136 II 1 E. 5 S. 3 ff.; Urteil 2C_221/2011 vom 30. Juli 2011 E. 2). Dies schliesst indessen nicht aus, im Einzelfall beide Elemente zu berücksichtigen und den Härtefall auch zu bejahen, wenn diese je für sich selber hierzu nicht genügen würden, ihre Kombination aber wertungsmässig einem wichtigen persönlichen Grund im Sinne von Art. 50 Abs. 1 lit. b AuG gleichkommt.