Citation: 5A_793/2022 E. 3.6

3.6. Gleichwohl hält der angefochtene Entscheid im Ergebnis vor Bundesrecht stand. Wie die Beschwerdegegnerin im Rechtsöffnungsgesuch ebenfalls geltend gemacht hat, ist nämlich jedenfalls das Schreiben der Beschwerdeführerin vom 6. Dezember 2021 (in Verbindung mit der Mahnung der Beschwerdegegnerin vom 29. November 2021) als taugliche Schuldanerkennung im Sinne von Art. 82 Abs. 1 SchKG zu qualifizieren. In diesem Schreiben bestätigte die Beschwerdeführerin den Erhalt der Mahnung der Beschwerdegegnerin vom 29. November 2021. Sie bestritt weder den Bestand und die Höhe der im Mahnschreiben genannten Forderung von USD 445'375.12 noch deren Fälligkeit. Vielmehr erklärte sie, der geschuldete Betrag könne aktuell nicht bezahlt werden, da sie keine ausreichenden Mittel zur Begleichung der Schuld habe ("Our company haven't sufficient funds to pay immediately your claim [...]"). Die Beschwerdeführerin bestätigte ausdrücklich, die bestehende Schuld zu begleichen, sobald sie genügend flüssige Mittel von ihren Schuldnern erhalten habe ("After receiving funds from our debtors, we will immediately repay the existing debt to you"). Diese von D.________ unter Verwendung des Firmenstempels rechtsgültig für die Beschwerdeführerin unterzeichnete Erklärung, aus welcher sich entgegen der Darstellung der Beschwerdeführerin klar ergibt, dass sich die Beschwerdeführerin zur Zahlung des im Mahnschreiben genannten Betrags verpflichtet fühlt, stellt eine Schuldanerkennung im Sinne von Art. 82 Abs. 1 SchKG dar (vgl. vorne E. 3.4). Nachdem die Beschwerdeführerin im Schreiben vom 6. Dezember 2021 auch die Fälligkeit der Forderung ohne Einschränkung anerkannt hat, kann es der Beschwerdegegnerin nicht zum Nachteil gereichen, dass sie darauf verzichtet hat, die Fälligkeit der Forderung durch Einreichung weiterer Dokumente zu bekräftigen. Die Beschwerdeführerin übersieht in diesem Zusammenhang, dass die Beschwerdegegnerin ihr Gesuch um Rechtsöffnung nicht auf den Vertrag vom 31. Juli 2019 bzw. die Spezifikationsverträge gestützt hat und sich daher zu den entsprechenden Vertragsklauseln auch nicht weiter äussern musste. Einwände, welche die Schuldanerkennung allenfalls entkräften könnten (wie etwa eine Annahme des Stundungsgesuchs durch die Beschwerdegegnerin), hat die Beschwerdeführerin unstrittig nicht glaubhaft gemacht. Im Ergebnis kann dem Obergericht daher keine Verletzung von Bundesrecht vorgeworfen werden, wenn es die Erteilung der provisorischen Rechtsöffnung für den in Betreibung gesetzten Betrag von Fr. 405'645.45 bestätigt hat.