Citation: 6B_62/2018 E. 1.4.2

1.4.2. Die Vorinstanz wendet die in BGE 118 IV 394 begründete Rechtsprechung zutreffend an. Die Verkehrssituation in jenem Fall war mit der vorliegenden vergleichbar. Damals erfolgte eine Verurteilung gestützt auf Art. 27 Abs. 1 und Art. 37 Abs. 2 SVG i.V.m. Art. 79 Abs. 1 SSV in seiner damaligen Fassung. Art. 37 Abs. 2 SVG verbietet in allgemeiner Weise das Abstellen von Fahrzeugen dort, wo der Verkehr behindert oder gefährdet werden könnte und schreibt vor, dass Fahrzeuge womöglich auf Parkplätzen aufzustellen sind. Art. 79 Abs. 1ter SSV (in seiner heutigen Fassung) konkretisiert diese allgemein geltende Bestimmung. Art. 79 Abs. 1ter SSV schreibt vor, dass wo Parkfelder gekennzeichnet sind, Fahrzeuge nur innerhalb dieser Felder parkiert werden dürfen. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung bedeutet dies, dass das Parkieren von Fahrzeugen im angrenzenden Raum von markierten Parkfeldern verboten ist. Eine Signalisation des Parkverbots ist nicht erforderlich. Auf einer geraden Strasse ohne Unterbrüche durch Kreuzungen, Einfahrten und dergleichen, wo dem Troittoir entlang Parkfelder markiert sind, dürfen daran anschliessend mindestens auf eine Länge von ca. 5 bis 6 Personenwagen keine Fahrzeuge aufgestellt werden. Das Bundesgericht stützte sich im oben genannten Entscheid weiter auf Art. 19 Abs. 3 VRV, wonach Fahrzeuge in schmalen Strassen nur auf einer Seite parkiert werden dürfen, wenn sonst die Vorbeifahrt anderer Fahrzeuge erschwert würde. Es gelangte zum Schluss, dass das Parkverbot ausserhalb der markierten Parkfelder sich bei schmalen Strassen auch auf die gegenüberliegende Strassenseite auswirken kann, falls durch beidseitiges Parkieren der Verkehr behindert würde (BGE 118 IV 394 E. 2 S. 395 f.). Diese Auslegung ist durchaus berechtigt, da die Distanz zu einem auf der anderen Strassenseite parkierten Fahrzeug noch deutlich weniger als 5 bis 6 Wagenlängen betragen kann.