Citation: 1C_390/2022 E. 5.4

5.4. Diese Ausführungen sind aufgrund der in den Akten liegenden Fotos nachvollziehbar und lassen keine Verletzung von Bundesrecht erkennen. Zwar ist mit dem ARE davon auszugehen, dass ein haushälterischer Umgang mit dem Boden durch Siedlungsbegrenzung und -verdichtung eine zentrale Zielsetzung sowohl des RPG (vgl. Art. 1 Abs. 2 lit. a bis RPG) als auch des kantonalen Richtplans 2030 ist, von dem nicht leichtfertig abgewichen werden darf. Der Ortsbild- und der Landschaftsschutz als entgegenstehende öffentliche Interessen können jedoch im Einzelfall eine Abweichung von der im Richtplan 2030 vorgegebenen Mindestdichte rechtfertigen. Dies gilt insbesondere für den See- und Flussuferschutz, der im Kanton Bern gesetzlich verankert ist und durch eine spezielle Richt- und Nutzungsplanung konkretisiert wird: Gemäss Art. 1 SFG schützen Kanton und Gemeinden die Uferlandschaft und sorgen für öffentlichen Zugang zu See- und Flussufern. Art. 2 SFG verpflichtet die Gemeinden, Uferschutzpläne zu erlassen, u.a. für den Wohlensee und die Aare. Der Uferschutzplan legt namentlich eine Uferschutzzone im unüberbauten Gebiet und Baubeschränkungen im überbauten Gebiet fest (Art. 3 Abs. 1 lit. a SFG). Der Regierungsrat erlässt einen Richtplan, der die wesentlichen Massnahmen in den Grundzügen aufzeigt (Art. 5 Abs. 1 SFG und Art. 3 der See- und Flussuferverordnung vom 29. Juni 1983 [SFV; BSG 704.111]). Der See- und Flussuferrichtplan für die Region Bern vom 26. Februar 1986 weist den Uferabschnitt R.31-33 Hinterkappelen dem "überbauten Gebiet mit genügenden geltenden Bestimmungen" zu und sieht als Massnahme u.a. eine "bessere Durchgrünung der Wohnbauten" vor. Wie die DIJ im Beschwerdeentscheid (E. 12.5) ausführte, berücksichtigt das einschlägige Objektblatt (Plan 4) in erster Linie das raumplanerische Ziel, die Uferlandschaften freizuhalten und zu schützen, trägt aber auch dem Interesse an der haushälterischen Bodennutzung Rechnung, indem es die bauliche Entwicklung in bereits teilweise überbauten Ufergebieten unter gewissen Bedingungen und mit Einschränkungen für zulässig erachtet. In dieser Konstellation ist es grundsätzlich nicht zu beanstanden, wenn die fragliche Parzelle, die auf drei Seiten von überbauten Grundstücken umgeben ist und nicht mehr (wie früher) für den Gärtnereibetrieb genutzt wird, im Interesse der Siedlungsentwicklung nach Innen für das Wohnen freigegeben wird, auch wenn aus Gründen des Seeuferschutzes nur eine geringere Baudichte als sonst üblich realisiert werden kann. Die dagegen erhobenen Rügen der Beschwerdeführenden erweisen sich als unbegründet: