Citation: 5C.104/2003 08.08.2003 E. 1

Die Vorinstanz hat - in weiten Teilen unter Verweisung auf die erstinstanzlichen Erwägungen - befunden, die Beklagten hätten die Leserschaft weder über die Klageeinleitung noch über den Verlauf des erstinstanzlichen Verfahrens informiert und dieses sei auch nicht publikumsträchtig. Ein allfälliges Informationsbedürfnis der Leserschaft in jenem Prozessstadium wäre - wenn schon - rein rechtlicher Natur, weshalb die Beklagten keinen durch höhere Interessen gedeckten Anlass gehabt hätten, mit voller Namensnennung nochmals über den Fall zu berichten; vielmehr habe die identifizierende Publikation im eigenen Interesse der Beklagten gelegen, die damit einen Etappensieg bekannt gegeben habe. Wenn ein Medienunternehmen bei Klageabweisung die früheren Vorwürfe wieder neu präsentieren dürfte, würde im Übrigen die Persönlichkeitsverletzung perpetuiert und der Betroffene würde gleichsam dafür bestraft, dass er sich zur Wahrung seiner Rechte - wenn auch erfolglos - an den Richter gewandt hat. Eine solche erneute Berichterstattung wäre nur dann gerechtfertigt, wenn spektakuläre Vorgänge zur Debatte stünden, die im Publikum diskutiert werden.