Citation: 8C_27/2019 E. 6.2.2

6.2.2. Die Vorinstanz setzte sich mit dieser Stellungnahme inhaltlich nicht auseinander, sondern beschränkte sich darauf, ihr jeglichen Beweiswert abzusprechen, weil sie nicht in Kenntnis der vollständigen Akten ergangen sei. Ihr kann jedoch nicht gefolgt werden. Zwar vermögen Berichte behandelnder Ärzte den materiellen Anforderungen an ein Gutachten gemäss BGE 125 V 351 E. 3a S. 352 oftmals nicht zu genügen, weil sich die behandelnden Ärzte in erster Linie auf die Behandlung zu konzentrieren haben und ihre Berichte keine objektive Beurteilung des Gesundheitszustands bezwecken, die einen Entscheid über Versicherungsansprüche ermöglichen würde (BGE 135 V 465 E. 4.5 S. 470). Dennoch können solche Berichte geeignet sein, die Schlüssigkeit der Feststellungen der versicherungsinternen Fachpersonen in Zweifel zu ziehen (vgl. BGE 135 V 465 E. 4.6 S. 471). In diesem Fall hat das Gericht entweder ein Gerichtsgutachten anzuordnen oder die Sache an den Versicherungsträger zurückzuweisen, damit dieser im Verfahren nach Art. 44 ATSG eine Begutachtung veranlasst (BGE 135 V 465 E. 4.6 S. 471 und E. 4.4 i.f. S. 470).