Citation: 4P.34/2002 11.06.2002 E. 2

Willkür liegt nicht bereits vor, wenn eine andere als die vom kantonalen Gericht gewählte Lösung ebenfalls vertretbar oder gar vorzuziehen wäre. Willkürlich ist ein Entscheid vielmehr erst, wenn er offensichtlich unhaltbar ist, mit der tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft (BGE 122 III 130 E. 2a mit Hinweisen). Geht es um Beweiswürdigung, ist überdies zu beachten, dass dem Sachgericht darin nach ständiger Rechtsprechung ein weiter Ermessensspielraum zukommt (BGE 120 Ia 31 E. 4b S. 40). Das Bundesgericht greift nur ein, wenn das kantonale Gericht sein Ermessen missbraucht hat, namentlich zu völlig unhaltbaren Schlüssen gelangt ist (BGE 101 Ia 298 E. 5 S. 306 mit Hinweisen) oder erhebliche Beweise übersehen oder willkürlich nicht berücksichtigt hat (BGE 118 Ia 28 E. 1b). Dabei rechtfertigt sich die Aufhebung eines Entscheides nur, wenn er nicht nur in einzelnen Punkten der Begründung, sondern auch im Ergebnis willkürlich ist (BGE 125 I 166 E. 2a mit Hinweisen). 2.1 Das Kantonsgericht hat die Aussagen der zahlreichen Zeugen gewürdigt und gestützt darauf als erwiesen angesehen, dass im Vorfeld der fristlosen Vertragskündigung Probleme bestanden, wofür jedoch beide Seiten verantwortlich seien. Letztlich mass das Kantonsgericht den Zeugenaussagen jedoch untergeordnete Bedeutung bei. Ausschlaggebend ist seiner Ansicht nach vielmehr, dass die Beschwerdeführerin noch im Kündigungsschreiben vom 30. April 1996 ihre Bereitschaft bekundete, weiterhin mit der Beschwerdegegnerin zusammenzuarbeiten, sofern diese der Reduktion der Provisionsansätze gemäss dem Vorschlag der X.________ vom 14. Dezember 1995 zugestimmt hätte. Da dem Kantonsgericht auch keine anderen Schriftstücke vorlagen, welche die im Prozess geltend gemachten Schwierigkeiten als unüberbrückbar, die Zumutbarkeit der weiteren Zusammenarbeit ausschliessend ausgewiesen hätten, gelangte das Kantonsgericht zum Ergebnis, die Behauptung der Beschwerdeführerin, dass ihr nicht mehr zumutbar gewesen sei, mit der Beschwerdegegnerin zusammenzuarbeiten, sei eine reine Ausflucht im Zusammenhang mit dem vorliegenden Prozess gewesen. 2.2 Die Beschwerdeführerin wirft dem Kantonsgericht vor, das Kündigungsschreiben vom 30. April 1996 willkürlich gewürdigt zu haben. Mit ihren Vorbringen vermag sie indes keine Willkür aufzuzeigen. 2.2.1 Dass die Beschwerdeführerin bei Abfassung des Kündigungsschreibens der Ansicht war, sie sei nicht Vertragspartnerin der Beschwerdegegnerin, wie die Beschwerdeführerin in der staatsrechtlichen Beschwerde darlegt, vermag die Deutung des Wortlauts durch das Kantonsgericht nicht als unhaltbar erscheinen zu lassen. 2.2.2 Entgegen der Behauptung der Beschwerdeführerin ist dem Urteil des Bundesgerichts vom 24. Juli 1994 (4C.109/1999) nicht zu entnehmen, dass die per 1. Januar 1996 in Kraft getretene Revision des Krankenversicherungsgesetzes zu einer unerträglichen Belastung der Beschwerdeführerin geführt hätte, wenn der Vertrag vom 6. Mai 1994 unverändert Bestand gehabt hätte. Die Beschwerdeführerin bringt denn auch nicht vor, dass sie diese Behauptung dem Kantonsgericht prozesskonform vorgetragen hätte, so dass ihre Rüge an dem für Willkürbeschwerden geltenden Novenverbot scheitert (BGE 119 II 6 E. 4a; 118 III 37 E. 2a). 2.2.3 Die Beschwerdeführerin macht schliesslich geltend, das Kantonsgericht habe willkürlich missachtet, dass A.________, der Präsident der Beschwerdegegnerin, an der Aussprache in San Bernardino vom 15. März 1996 nicht mehr erwünscht gewesen sei. Wiederum trägt die Beschwerdeführerin nicht vor, im kantonalen Verfahren auf diesen Umstand hingewiesen zu haben. Dass er sich aus Urkunden des abgeschlossenen Verfahrens ergeben oder aus einer Zeugeneinvernahme abgeleitet werden könnte, ändert nichts daran, dass es sich um ein neues, mithin unzulässiges Vorbringen handelt. 2.3 Die Feststellung des Kantonsgerichts, die Beschwerdeführerin habe mit ihrem Kündigungsschreiben selbst zum Ausdruck gebracht, dass sie an einer weiteren Zusammenarbeit mit der bezüglich Akquisitionen sehr erfolgreichen Beschwerdegegnerin interessiert sei, hält nach dem Gesagten vor dem Willkürverbot stand. Unter diesen Umständen ist nicht mehr entscheiderheblich, wie die Vorinstanz Beweise gewürdigt hat, die nach Auffassung der Beschwerdeführerin ein vertragswidriges Verhalten bzw. Fehler der Beschwerdegegnerin bei der Abwicklung von Versicherungsanträgen zu belegen vermochten. Auf die entsprechenden Rügen der Beschwerdeführerin ist daher nicht einzutreten. Dazu kommt, dass sich die Rügen zum grössten Teil in unter dem Gesichtspunkt von Art. 90 Abs. 1 lit. b OG unzulässiger Kritik am angefochtenen Urteil erschöpfen (vgl. dazu BGE 125 I 492 E. 1b).