Citation: 2C_106/2009 22.04.2009 E. 2

2.1 Gemäss Art. 7 Abs. 2 ANAG hat der ausländische Ehegatte eines Schweizer Bürgers keinen Anspruch auf Erteilung der ihm nach Absatz 1 grundsätzlich zustehenden Aufenthalts- bzw. Niederlassungsbewilligung, wenn die Ehe eingegangen worden ist, um die Vorschriften über Aufenthalt und Niederlassung von Ausländern zu umgehen. Dass Ehegatten mit der Heirat nicht eine eheliche Lebensgemeinschaft begründen, sondern die ausländerrechtlichen Vorschriften umgehen wollen, entzieht sich in der Regel dem direkten Beweis und kann meist nur durch Indizien nachgewiesen werden. Für das Vorliegen einer Ausländerrechtsehe können beispielsweise die Umstände sowie die Dauer der Bekanntschaft, der Altersunterschied sowie die drohende Wegweisung des ausländischen Ehegatten sprechen. Zur Anwendung von Art. 7 Abs. 2 ANAG ist erforderlich, dass die eheliche Gemeinschaft nicht wirklich gewollt war; auf die Motive der Heirat kommt es mit anderen Worten nicht an, sofern der Wille vorhanden ist, eine Lebensgemeinschaft zu begründen (BGE 128 II 145 E. 2.1 S. 151 mit Hinweis). 2.2 Aufgrund der für das Bundesgericht verbindlichen Sachverhaltsfeststellungen (E. 1.4 hiervor) gelangte das Verwaltungsgericht des Kantons Zürich zur Auffassung, es liege eine Scheinehe vor. Hinweise darauf, dass die Feststellungen des Verwaltungsgerichts zum Sachverhalt offensichtlich unrichtig wären, sind nicht ersichtlich und gehen auch nicht aus den Vorbringen des Beschwerdeführers hervor. Das Verwaltungsgericht konnte sich für seinen Schluss auf zahlreiche Indizien stützen: Nach Abweisung seines Asylgesuchs hätte der Beschwerdeführer die Schweiz verlassen müssen. Die Art und Weise des Kennenlernens durch einen Vermittler, die finanziellen und psychischen Schwierigkeiten der zukünftigen Ehegattin, die als Gegenleistung für die Heirat vereinbarten monatlichen Zahlungen zu Gunsten der Ehegattin sowie die Umstände der Trauung deuten klar darauf hin, dass es dem Beschwerdeführer einzig darum ging, sich ein Anwesenheitsrecht in der Schweiz zu verschaffen. Dazu kommt, dass der Beschwerdeführer siebzehn Jahre jünger ist als seine Ehegattin, was zwar nicht für sich allein, aber im Zusammenhang mit den gesamten Verhältnissen als zusätzliches für eine Scheinehe sprechendes Indiz betrachtet werden darf. Weiter haben die Eheleute nur kurze Zeit an der gleichen Adresse gewohnt, wobei die dafür vom Beschwerdeführer angegebenen Gründe nicht überzeugen. Selbst am gemeinsamen Wohnsitz lebten sie in getrennten Räumlichkeiten. Dass er mit seiner Ehegattin keine intimen Beziehungen pflegte, hat der Beschwerdeführer nicht bestritten. Zudem verbrachte er seine Ferien ohne seine Ehegattin in der Türkei, wo er mit einer Landsfrau, mit der er zwei Kinder hat (geb. 1997 bzw. 1998), die im Übrigen seinen Familiennamen tragen, eine Parallelehe führte. In seiner Eingabe an das Bundesgericht bestreitet er, dass jene Frau im Jahre 2004 ein drittes gemeinsames Kind geboren hat. Nachdem bereits der Regierungsrat des Kantons Zürich in seinem Beschluss vom 4. Juni 2008 feststellte, der Beschwerdeführer führe in der Türkei mit der Mutter seiner Kinder eine Parallelehe und mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit habe er mit dieser Landsfrau ein drittes Kind gezeugt, wäre vom Beschwerdeführer zu erwarten gewesen, selbst wenn er nicht mehr anwaltlich vertreten war, diese tatsächliche Feststellung bereits im Beschwerdeverfahren vor dem Verwaltungsgericht zu bestreiten. Abgesehen von der Geburt eines dritten Kindes bestehen indessen hinreichende Anzeichen dafür, dass der Beschwerdeführer mit seiner schweizerischen Ehegattin keine echte Lebensgemeinschaft begründen wollte. Dies wird auch durch die Aussage der Ehegattin bestätigt, wonach ihre ehelichen Pläne einzig darin bestanden hätten, sich scheiden zu lassen, sobald der Beschwerdeführer in den Besitz der Niederlassungsbewilligung gelangt sei. Wie die Vorinstanz zu Recht angenommen hat, erscheinen unter den vorliegenden Verhältnissen auch die von der Ehegattin geltend gemachten Drohungen seitens des Beschwerdeführers für den Fall, dass sie ihm den Erwerb der Niederlassungsbewilligung gefährden bzw. vereiteln würde, als glaubwürdig und erklären ihre früheren widersprüchlichen Auskünfte betreffend die Ehe . 2.3 Es sind keine Umstände ersichtlich, welche die Folgerung der Vorinstanz, die Ehe sei nicht in der Absicht eingegangen worden, eine dauerhafte Lebensgemeinschaft im Sinne von Art. 7 ANAG zu führen, sondern nur, um dem Beschwerdeführer ein Aufenthaltsrecht in der Schweiz zu verschaffen, zu entkräften vermöchten. Zur Begründung kann ergänzend auf die Ausführungen im angefochtenen Entscheid verwiesen werden (Art. 109 Abs. 3 BGG).