Citation: 5A_983/2022 E. B

Am 12. April 2022 fand eine Verhandlung betreffend vorsorgliche Massnahmen statt und mit vorsorglichem Massnahmeentscheid vom 26. April 2022 ordnete das Kantonsgericht ein Verbot der Aufenhaltsverlegung für das Kind sowie dessen Beschulung in der öffentlichen Schule in V.________ an und errichtete eine Beistandschaft im Sinn von Art. 308 ZGB. Hiergegen erhob die Mutter Berufung. Zwischenzeitlich erging am 11. Juli 2022 das Scheidungsurteil, in dessen Rahmen die alternierende Obhut und im Übrigen festgelegt wurde, dass das Kind seinen Wohnsitz beim Vater hat. Darauf forderte das Obergericht die Mutter zur Äusserung auf, ob bzw. in welchem Umfang an der Berufung betreffend die vorsorglichen Massnahmen festgehalten werde. Nachdem das Kind am 24. Juni 2022 von der Staatsanwaltschaft befragt worden war, wurde das gegen den Vater eingeleitete Verfahren wegen angeblicher sexueller Handlungen mit Kindern am 11. August 2022 eingestellt. Am 15. August 2022 teilte die Mutter dem Obergericht mit, dass sie an allen Anträgen festhalte und dass sie das Kind in der Gemeinde V.________ abgemeldet habe, worauf die dortige Schule nunmehr eine Beschulung des Kindes ablehne. In der Folge gingen beim Obergericht weitere Eingaben, sodann am 16. September 2022 die Berufung der Mutter gegen das Scheidungsurteil und am 29. September 2022 eine Gefährdungsmeldung der vom Kind zur Zeit besuchten Schule in U.________ ein. Darauf entzog das Obergericht der Mutter mit superprovisorischer Verfügung vom 3. Oktober 2022 die Obhut und das Aufenthaltsbestimmungsrecht über C.A.________ und übertrug dieses auf den Vater. Am 31. Oktober 2022 informierte das Obergericht die Parteien über die im Berufungsverfahren betreffend die Scheidung geplante Einsetzung einer Kindesvertreterin und Beauftragung des KJPD W.________ mit der Erstellung eines interdisziplinären Gutachtens (welches mit Verfügung vom 6. Dezember 2022 schliesslich in Auftrag gegeben wurde, dazu Urteil 5A_76/2023 heutigen Datums). Mit Berufungsentscheid vom 15. November 2022 in der Massnahmeangelegenheit entzog das Obergericht der Mutter in Bestätigung der superprovisorischen Anordnung vom 3. Oktober 2022 vorsorglich die Obhut und das Aufenthaltsbestimmungsrecht über das Kind, unter Alleinübertragung auf den Vater, Installation eines begleiteten Besuchsrechts für die Mutter und Erweiterung des Aufgabenbereiches der Beistandsperson.