Citation: I 509/04 26.07.2005 E. 2

2.1 Das kantonale Gericht hat befunden, entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers sei eine Berechnung aufgrund des ausserordentlichen Bemessungsverfahrens nicht gerechtfertigt. Es hat festgestellt, dass die IV-Stelle bei der Berechnung des Anteils für die nicht entlöhnte Mitarbeit der Ehefrau sowie bezüglich der Berechnung des Personalaufwandes für einen behinderungsbedingt zusätzlichen Mitarbeiter richtigerweise die vom Bundesamt für Statistik gestützt auf die Lohnstrukturerhebung (LSE) erstellten Lohntabellen beigezogen hatte. Die Verwaltung war von den Geschäftsabschlüssen der Jahre 1997 bis 2000 ausgegangen, somit von einem Zeitraum, indem sich die invaliditätsbedingten Einschränkungen beim Beschwerdeführer schon ausgewirkt hatten. Sodann hatte sie zuerst das hypothetische Invalideneinkommen berechnet, um danach, bei Aufrechnung eines behinderungsbedingten Mehraufwandes an Personal, das hypothetische Valideneinkommen festzusetzen. 2.2 Demgegenüber vertritt der Beschwerdeführer die Auffassung, für die Ermittlung des Invaliditätsgrades sei nicht die ordentliche Bemessungsmethode mit Vergleichsberechnungen, sondern das ausserordentliche Bemessungsverfahren anzuwenden. Zur Begründung macht er geltend, wenn die IV-Stelle noch eine verbleibende Arbeitsfähigkeit von 20 % hinsichtlich der handwerklichen Tätigkeit als Beifahrer auf dem Lastwagen angenommen habe, so übersehe sie, dass diese Beschäftigung betriebswirtschaftlich sinnlos sei und zu keinem Ertrag führe. Abklärungen darüber, welche Tätigkeit der Beschwerdeführer überhaupt ausserhalb des Büros ausführen könne, seien keine durchgeführt worden, wobei davon ausgegangen werden müsse, dass im handwerklichen Bereich eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestehe. Werde die Erwerbsfähigkeit aufgrund einer Buchhaltung ermittelt, seien nicht bloss die Zahlen, sondern auch die entsprechenden Schwankungen mit zu berücksichtigen, weil eine ausgeglichene konjunkturelle Entwicklung die Basis für ein konstantes Validen- bzw. Invalideneinkommen bilde. Die Geschäftsergebnisse seien durch die invaliditätsfremden Faktoren der Konjunkturlage, der Konkurrenzsituation, des kompensatorischen Einsatzes seiner Ehefrau und eines Mitarbeiters beeinflusst worden, weshalb das ordentliche Bemessungsverfahren für die Ermittlung des Invaliditätsgrades untauglich sei. Da insbesondere die Geschäftsführung keinen direkten Ertrag abwerfe, ihr aber im Vergleich zur branchenspezifischen Tätigkeit grössere, wirtschaftliche Bedeutung zukomme, könne ihre erwerbliche Gewichtung nicht aus den Betriebsergebnissen abgeleitet werden. Auch die massiven Ertragsschwankungen im Zeitraum von 1997 bis 2001 würden aufzeigen, dass die vorgenommenen Berechnungen untauglich seien. Es sei daher zweckmässig, auf die Durchschnittszahlen des Branchenverbandes abzustellen, was zu einer Erwerbseinbusse von 51,1 % führe. Zur Nachholung der Abklärungen und zur Berechnung des Invaliditätsgrades nach dem ausserordentlichen Bemessungsverfahren seien die Akten an die IV-Stelle zurückzuweisen. 2.3 Eine Gegenüberstellung der in einem Gewerbebetrieb realisierten Betriebsergebnisse lässt zuverlässige Schlüsse auf die invaliditätsbedingte Erwerbseinbusse nur dort zu, wo mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden kann, dass die Geschäftsergebnisse durch invaliditätsfremde Faktoren beeinflusst worden sind. Tatsächlich sind aber für die jeweiligen Geschäftsergebnisse eines Gewerbebetriebes häufig zahlreiche schwer überblickbare Komponenten wie etwa die Konjunkturlage, die Konkurrenzsituation, der kompensatorische Einsatz von Familienangehörigen, Unternehmensbeteiligten oder -mitarbeitern von massgeblicher Bedeutung. Eine verlässliche Ausscheidung der auf solche (invaliditätsfremden) Faktoren zurückzuführenden Einkommensanteile einerseits und der auf dem eigenen Leistungsvermögen des Versicherten beruhenden Einkommensschöpfung andererseits ist in solchen Fällen in der Regel aufgrund der Buchhaltungsunterlagen nicht möglich (AHI 1998 S. 254 Erw. 4a). Der Bemessung des Invaliditätsgrades durch die Vorinstanz kann nicht gefolgt werden. Das kantonale Gericht führt zwar aus, der vorliegende Tatbestand unterscheide sich von demjenigen, der in BGE 128 V 29 ff. zur Anwendung der ausserordentlichen Invaliditätsbemessungsmethode geführt hatte, begründet ihren Standpunkt allerdings nicht überzeugend. Der Beschwerdeführer macht zu Recht geltend, invaliditätsfremde Faktoren, welche möglicherweise zu bedeutenden Ertragsschwankungen geführt haben, seien in der Berechnung der IV-Stelle nicht berücksichtigt worden. Auch welche Tätigkeiten er im handwerklichen Bereich noch ausführen kann, wurde nicht abgeklärt. Die von der Vorinstanz zwecks Durchführung eines möglichst exakten Einkommensvergleichs im Rahmen der ordentlichen Bemessungsmethode herangezogenen Betriebsergebnisse ermöglichen keine Beurteilung, inwiefern sich die leidensbedingte Behinderung bei der Arbeit in erwerblicher Hinsicht auswirkt, und bilden daher keine taugliche Grundlage für die Invaliditätsbemessung. Die Sache ist unter diesen Umständen an die Verwaltung zurückzuweisen, damit sie angesichts der Tatsache, dass vorliegend auch invaliditätsfremde Faktoren das Geschäftsergebnis beeinflusst haben und deshalb nicht ohne weiteres von der Einkommenseinbusse auf den Invaliditätsgrad geschlossen werden kann, Letzteren nach der Methode des ausserordentlichen Bemessungsverfahrens festlege und anschliessend über die Rentenrevision neu befinde.