Citation: 1P.318/2002 26.08.2002 E. 5

Weiter ist der Beschwerdeführer des Ansicht, das Kantonsgericht habe den Grundsatz "in dubio pro reo" verletzt. 5.1 So bestreitet er, dass ihm rechtsgenüglich nachgewiesen werden könne, er habe den Polizeibeamten A.________ vorsätzlich verletzt bzw. diesen überhaupt geschlagen. Er stützt sich dabei insbesondere auf die Aussage des Polizeibeamten B.________, wonach der Kollege A.________ ihm gesagt habe, der Beschwerdeführer habe ihm eins aufs Auge geschlagen. Eins aufs Auge könne ebenso gut heissen, dass A.________ mit der Türe verletzt worden sei. A.________s Aussage widerspreche ausserdem der Aussage B.________s, habe jener doch ausgesagt, vom Beschwerdeführer mehrere Schläge aufs Auge erhalten zu haben. Schliesslich sei darauf hinzuweisen, dass B.________ am Auge A.________s keine Verletzungen festgestellt habe. Dieser habe sich die festgestellten Verletzungen auch im Verlaufe der Woche nach dem Vorfall zuziehen können, wie auch möglich sei, dass er sich beim Aufheben der Flasche verletzt habe. Das Kantonsgericht legte dazu vor allem dar, dass die Aussagen des Beschwerdeführers, wonach sich A.________ an der Türe verletzt habe, nicht mit dem vorgefundenen Verletzungsbild zusammenpassten und daher nicht glaubhaft erschienen. Ebenfalls unglaubhaft erscheine der Einwand, eine andere Ursache für die Verletzungen A.________s sei nicht auszuschliessen, da dieser erst eine Woche nach dem Vorfall den Arzt aufgesucht habe. Das ärztliche Zeugnis vom 11. Oktober 2000 attestierte dem Polizeibeamten A.________ aufgrund der Untersuchung vom 11. September 2000 einen fehlenden Makulareflex und ein leichtes posttraumatisches Makulaoedem des linken Auges als frische Folge einer stumpfen Augenverletzung. Diesbezüglich gab der Polizeibeamte A.________ an der Konfrontationseinvernahme vom 22. Januar 2001 zu Protokoll, der Beschwerdeführer habe zwei oder dreimal mit der Faust auf ihn eingeschlagen. Da die Ärztin ihm im Spital geraten habe, im Falle eines Blitzens auf dem Auge einen Arzt aufzusuchen, habe er, als nach etwa sechs Tagen effektiv dieses Symptom aufgetreten sei, einen Arzt konsultiert. Demgegenüber bestritt der Beschwerdeführer an der Konfrontationseinvernahme, dem Polizeibeamten A.________ Faustschläge verpasst zu haben; dieser habe sich die Verletzungen selber an der Türe zugezogen. Allerdings sagte er auch aus, man habe A.________ im Spital verarztet, als dieser sich über ein "Boboli" am Auge beklagt habe. Der Polizeibeamte B.________ gab zu Protokoll, A.________ habe ihm berichtet, wie der Beschwerdeführer ihm eins ans Auge geschlagen habe, doch habe A.________ die Schläge des Beschwerdeführers mit dem Arm abgewehrt; er - B.________ - habe nicht festgestellt, dass A.________ verletzt gewesen sei. Aufgrund dieser Ausführungen ist festzuhalten, dass der Polizeibeamte B.________ entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers nicht nur zu Protokoll gab, der Kollege A.________ habe ihm erzählt, wie er vom Beschwerdeführer eins aufs Auge erhalten, sondern auch, dass A.________ die Schläge des Beschwerdeführers abgewehrt habe. Weiter führte der Beschwerdeführer selber aus, der Polizeibeamte A.________ habe sich im Spital über Beschwerden am Auge beklagt. Dass der Polizeibeamte B.________ keine Verletzung am Auge A.________s festgestellt hat, widerspricht dem nicht, waren doch gemäss Arztbericht die vorderen Augenabschnitte unauffällig und wies lediglich der Augenhintergrund eine Verletzung auf. Mit seinen Erklärungen und Hypothesen vermag der Beschwerdeführer keine offensichtlich erheblichen und schlechterdings nicht zu unterdrückenden Zweifel an seiner Schuld zu wecken. Das Kantonsgericht durfte aus dem erwähnten Sachverhalt ohne Verfassungsverletzung schliessen, der Beschwerdeführer habe dem Polizeibeamten A.________ absichtlich ins Gesicht geschlagen. 5.2 Weiter macht der Beschwerdeführer geltend, er könne nicht wegen Fahrens in angetrunkenem Zustand verurteilt werden, da sein tatsächlicher Alkoholkonsum unter Berücksichtigung des Nachtrunkes nicht abgeklärt worden sei. Der Bericht vom 11. September 2000 zur Blutalkoholbestimmung hielt einen Wert von 1.71 bis 2.29 Gewichtspromillen fest. Der Beschwerdeführer stellt das Ergebnis des Berichtes nicht in Frage, sondern macht einen Nachtrunk geltend. Dass das Kantonsgericht die Behauptung des Nachtrunkes willkürfrei als Schutzbehauptung zurückweisen durfte, wurde bereits ausgeführt. Ob das Kantonsgericht den vom Beschwerdeführer beanstandeten Blutalkoholgehalt willkürlich berechnet hat, ist daher nicht zu prüfen. Das Kantonsgericht war aufgrund des Beweisergebnisses nicht gehalten, weitere Abklärungen zu treffen, und hat die beanstandete Berechnung denn auch allein in einer Selbst-wenn-Begründung angestellt. 5.3 Die Beweiswürdigung des Kantonsgerichts, wonach der Beschwerdeführer einerseits den Polizeibeamten A.________ aufs Auge geschlagen und andererseits in angetrunkenem Zustand ein Auto gelenkt hat, verletzt die Unschuldsvermutung nicht. Die beanstandete Urteilsbegründung ist in sich schlüssig und widerspruchsfrei. Aus ihr geht auch nicht hervor, dass dem Beschwerdeführer die Beweislast für seine Unschuld auferlegt worden wäre. Der Vorwurf, wonach sich der Schuldspruch auf reine Mutmassungen stütze, ist angesichts der dargelegten Beweislage ebenfalls unzutreffend.