Citation: 5A_472/2021 E. 4.1

4.1. Die Aussage des Kantonsgerichts, dass die natürliche Publizität dem eigentlich klaren Grundbucheintrag vorgeht, rügen die Beschwerdeführer als willkürlich. Das Kantonsgericht habe damit einen Entscheid gefällt, der in offenem Widerspruch zur Rechtsnorm und zum Sachverhalt stehe. Sachverhaltsmässig sei klar erstellt, dass sowohl der Beschwerdegegner als auch die Beschwerdeführer jeweils den Grundbucheintrag beim Erwerb konsultiert hätten und sich diese Kenntnis entgegenzuhalten hätten. Indem das Kantonsgericht ausführe, es handle sich um einen an sich klaren Grundbucheintrag, und dann trotzdem die natürliche Publizität vorziehe, handle es widersprüchlich und damit willkürlich (S. 13 Ziff. 2) und dränge die Grundbuchwirkung willkürlich in den Hintergrund (S. 14 Ziff. 3 der Beschwerdeschrift). Das Bundesgericht hat festgehalten, dass nach allgemeiner Lebenserfahrung niemand ein wegrechtsberechtigtes Grundstück kaufe, ohne es vorher zu besichtigen, und dass - Ausnahmefälle vorbehalten - kein Dritterwerber in gutem Glauben geltend machen könne, er habe die im Grundbucheintrag (wozu auch der Dienstbarkeitsvertrag zählt) nicht erwähnten Besonderheiten des Wegrechts nicht gekannt, die für ihn bei einer Besichtigung erkennbar gewesen wären. Wird folglich der Inhalt und Umfang des Wegrechts durch die örtlichen Gegebenheiten für jedermann sichtbar beschränkt, hat sich der Erwerber dies grundsätzlich entgegenhalten zu lassen (BGE 137 III 145 E. 3.3.3 und 153 E. 4.2.3). Gestützt darauf erweist sich der kantonsgerichtliche Schluss, die natürliche Publizität gehe auch dem eigentlich klaren Grundbucheintrag vor (E. 3.2 oben), als willkürfrei (vgl. DANIELA BYLAND/ERROL M. KÜFFER, Natürliche Publizität contra Grundbucheintrag, in: FG Pfäffli, Der Bernische Notar, BN 2014 S. 235 ff.).