Citation: 5A_140/2010 11.06.2010 E. 2.2

2.2.1 Sodann rügt die Beschwerdeführerin weiter, indem das Obergericht keinen Bericht seitens des Besuchsbeistandes betreffend den Verlauf der bisherigen Besuchsrechtsversuche und der Reaktionen von Z.________ darauf eingeholt habe, sei (auch) Art. 145 ZGB verletzt worden. Das Kassationsgericht hat der Beschwerdeführerin im Zusammenhang mit der diesbezüglich erhobenen Verletzung des Gehörsanspruchs (welche verneint wurde) entgegen gehalten, insoweit damit auch eine Missachtung von § 267 Abs. 2 ZPO/ZH geltend gemacht werde, gehe eine solche Rüge fehl, da sie ihre Vorbehalte hinsichtlich der Glaubwürdigkeit der Beiständin V.________ nicht fristgerecht vorgetragen habe (Beschluss Kassationsgericht S. 12 E. 5.2; Urteil Obergericht S. 12 E. 3). Es kann offen gelassen werden, bis zu welchem Zeitpunkt Noven unter dem Gesichtswinkel von Art. 145 ZGB zuzulassen wären (nach der am 1. Januar 2011 in Kraft tretenden Schweizerischen Zivilprozessordnung können gemäss Art. 225 Abs. 3 ZPO/CH neue Tatsachen und Beweismittel bis zur Urteilsberatung vorgebracht werden, sofern der Untersuchungsgrundsatz gilt), denn mit Bezug auf Art. 145 ZGB ist auf das Nachfolgende in E. 2.2.2 hinzuweisen. 2.2.2 Das Obergericht hat sich auf das Gutachten von Frau Dr. U.________ von den Kinder- und Jugendpsychiatrischen Diensten des Kantons St. Gallen vom 5. Mai 2008 abgestützt (S. 20 ff.). Dieses basiert auf einlässlichen Untersuchungen des Kindes, mehreren Gesprächen mit den Parteien, Abklärungen bei Bezugspersonen aus dem sozialen Umfeld und Therapiebereich der Parteien und des Kindes sowie auf einer sachdienlichen Auswahl der Prozessakten und weiteren, von der Beschwerdeführerin vorgelegten Berichten. Auf eine Interaktionsbeobachtung zwischen Vater und Kind als weitere sachdienliche Erkenntnisquelle musste verzichtet werden, um das Kind keiner Belastungssituation auszusetzen. Die Beschwerdeführerin wendet dagegen ein, sowohl der Prozessbeistand wie Dr. W.________ kennten den Ablauf der Besuchstage und die Reaktion von Z.________ darauf nur aufgrund der Schilderungen des Besuchsrechtsbeistandes. Ihre Sachdarstellungen gründeten mithin nicht auf direkter Wahrnehmung, wohingegen der Besuchsbeistand aus persönlicher Erfahrung hierüber hätte berichten können, weshalb sich die Einholung eines solchen Berichtes aufgedrängt habe. Der Einwand geht fehl: Zum einen wird ausgeblendet, dass die erwähnte Gutachterin einlässliche Abklärungen vorgenommen hat; und zum andern geht mit der Untersuchungsmaxime nicht die Pflicht des Richters einher, auf alle angebotenen Beweismittel zu reagieren. Demnach ist er nicht gehalten, weitere Nachforschungen anzustellen, sofern er sich bereits aufgrund der erbrachten Beweise ein Bild hat machen können (BGE 128 III 411 E. 3.2.1 S. 413; PETER BREITSCHMID, Basler Kommentar, ZGB I, 3. Aufl., N. 1 zu Art. 145 ZGB, S. 912).