Citation: U 143/02 25.10.2002 E. 4

Zu prüfen bleibt der Anspruch auf Integritätsentschädigung, welcher vom Unfallversicherer auf 10% festgesetzt wurde. 4.1 Die Bemessung der Integritätsentschädigung richtet sich laut Art. 25 Abs. 1 UVG nach der Schwere des Integritätsschadens. Gestützt auf Art. 25 Abs. 2 UVG hat der Bundesrat in Anhang 3 zur UVV Richtlinien für die Bemessung der Integritätsschäden aufgestellt und in einer als gesetzmässig erkannten, nicht abschliessenden Skala (BGE 124 V 32 Erw. 1b mit Hinweisen) häufig vorkommende und typische Schäden prozentual gewichtet. Für die darin genannten Integritätsschäden entspricht die Entschädigung im Regelfall dem angegebenen Prozentsatz des Höchstbetrages des versicherten Verdienstes (Ziff. 1 Abs. 1). Die Entschädigung für spezielle oder nicht aufgeführte Integritätsschäden wird nach dem Grad der Schwere vom Skalenwert abgeleitet (Ziff. 1 Abs. 2). In Ergänzung der bundesrätlichen Skala hat die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA) weitere Bemessungsgrundlagen in tabellarischer Form ("Integritätsentschädigung gemäss UVG", veröffentlicht auch in den Medizinischen Mitteilungen der SUVA) erarbeitet. Diese sind, soweit sie lediglich Richtwerte enthalten, mit denen die Gleichbehandlung aller Versicherten gewährleistet werden soll, mit dem Anhang 3 zur UVV vereinbar (BGE 124 V 32 Erw. 1c mit Hinweisen). 4.2 Nach Tabelle 18 (Integritätsschaden bei Schädigung der Haut) kann der Integritätsschaden bei Verbrennungsnarben der Haut je nach Schweregrad und Ausdehnung von 5% bis zu 50% (bei schwerer Entstellung des Gesichtes entsprechend der bundesrätlichen Skala von Anhang 3 zur UVV) reichen. Dabei werden Narben an Gesicht und Händen deutlich höher bemessen als solche an bedeckten Körperpartien. Neben dem kosmetischen Aspekt können auch funktionelle Beeinträchtigungen beispielsweise durch Kontrakturen, verminderte mechanische Belastbarkeit der Haut oder dauernde Herabsetzung der Hautsensibilität ins Gewicht fallen. Die Teilschäden werden analog zu den Funktionsstörungen der Extremitäten eingeschätzt (Tabellen 1 und 2 der SUVA). Im vorliegenden Fall hat der Unfall zwar nicht zu einer Entstellung, immerhin aber zu ausgedehnten Narben an einer zumindest nicht regelmässig bedeckten Körperpartie geführt. Nach der in den Akten enthaltenen Fotodokumentation ist der Integritätsschaden aus kosmetischer Sicht als erheblich zu beurteilen. Dagegen bestehen laut Gutachten der MEDAS keine funktionellen Einschränkungen und sind die Verhältnisse im Narbenbereich abgesehen von einer Dysästhesie und leichten Hyperpathie unauffällig. Die von Dr. med. W.________ im Bericht vom 7. April 1999 erwähnten belastungsabhängigen Beschwerden im verunfallten Bein, im Sprunggelenks- und Hüftgelenksbereich sind nach dem orthopädischen Teilgutachten der MEDAS als nicht unfallbedingt zu betrachten. Sie sind zudem weder dauernd noch erheblich im Sinne von Art. 24 Abs. 1 UVG und Art. 36 Abs. 1 UVV. Unberücksichtigt zu bleiben hat nach dem Gesagten auch die psychische Beeinträchtigung, welche nicht als unfallkausal gelten kann. Auf Grund allein des kosmetischen Integritätsschadens ist die zugesprochene Entschädigung von 10% angemessen. Sie liegt über den Schätzungen durch die Ärzte der MEDAS (5%) und des Spitals Y.________ (3%) wie auch über derjenigen von Dr. med. N.________ (5%). Zu einer andern Beurteilung gibt auch der in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde vorgenommene Quervergleich mit dem für schwere Hand- und Fussdermatosen vorgesehenen Richtwert von 20% kein Anlass.