Citation: 1C_117/2020 E. 4.2

4.2. Das Verursacherprinzip ist ein Kostenzurechnungsprinzip und bezweckt nicht die Pönalisierung rechtswidrigen Verhaltens (Urteil des Bundesgerichts 1C_18/2016 vom 6. Juni 2016 E. 3.2.2). Die Rechtsprechung stellt für die Umschreibung des Verursacherbegriffs auf den polizeirechtlichen Störerbegriff ab. Der Begriff des in die Kostenverteilung einzubeziehenden Verursachers nach Art. 32d USG erfasst in Anlehnung an den polizeirechtlichen Störerbegriff sowohl den Verhaltensstörer, der den Schaden oder die Gefahr selbst oder durch das unter seiner Verantwortung erfolgende Verhalten Dritter unmittelbar verursacht hat, als auch den Zustandsstörer, der über die Sache, die den ordnungswidrigen Zustand bewirkt, rechtliche oder tatsächliche Gewalt hat. Abgrenzungskriterium ist, analog zum Störerprinzip, die sog. Unmittelbarkeitstheorie. Nur wer eine Verunreinigung unmittelbar verursacht hat, gilt als kostenpflichtiger Verhaltensstörer. Entferntere, lediglich mittelbare Ursachen scheiden hingegen aus. Die Abgrenzung lässt sich vielfach nicht allein anhand des äusseren Kausalverlaufs beurteilen, sondern hängt auch von einer wertenden Beurteilung des in Frage stehenden Handlungsbeitrags ab. Als Zustandsstörer gilt insbesondere diejenige Person, die im Zeitpunkt der Sanierung Inhaberin des belasteten Grundstücks ist (vgl. BGE 144 II 332 E. 3.1 S. 336; 139 II 106 E. 3 S. 108 ff.; Urteile des Bundesgerichts 1C_428/2015 vom 25. April 2016 E. 2.2, nicht publiziert in BGE 142 II 232; 1C_18/2016 vom 6. Juni 2016 E. 3.2.1).