Citation: 6B_900/2024 E. 1.4.3

1.4.3. Die Kritik des Beschwerdeführers ist unbegründet. Zutreffend stuft die Vorinstanz die Interessen des Opfers auf Vermeidung der Konfrontation als "äusserst hoch" ein. Den Akten ist zu entnehmen, dass die Befragungen für D.________ eine ausserordentlich schwere Belastung darstellten. Als sie anlässlich ihrer Einvernahme vom 20. November 2020 schilderte, wie sie unter Zwang den Penis eines fremden Mannes in den Mund genommen habe, musste sie sich übergeben (vgl. Urteil, E. III.13.4.4 S. 38). Zudem ergibt sich aus dem Kurzbericht des psychosozialen Dienstes des Kantons Tessin vom 7. März 2022, dass ihre Anhörung aus ärztlicher und psychotherapeutischer Sicht als kontraindiziert eingestuft wurde (kantonale Akten, pag. 5137). Dass die Vorinstanz bei dieser Ausgangslage nicht nur eine direkte Konfrontation zwischen dem Beschwerdeführer und D.________ im Gerichtssaal vermied, sondern auch von einer indirekten Konfrontation mittels audiovisueller Direktübertragung absah, die für das Opfer ebenfalls eine Belastung dargestellt hätte, ist nicht zu beanstanden. Zu Recht gewichtete sie die Opferinteressen höher als die Interessen des Beschwerdeführers, die Ausführungen von D.________ - ein weiteres Mal - zeitgleich audiovisuell verfolgen zu können. Die einlässliche staatsanwaltschaftliche Konfrontationseinvernahme vom 15. Januar 2021 (kantonale Akten, pag. 1343-1360) erlaubte dem Beschwerdeführer, sich einen persönlichen Eindruck der Belastungszeugin zu verschaffen, in unmittelbarem zeitlichem Konnex Fragen an sie zu richten sowie die Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen auf die Probe bzw. infrage zu stellen. Im Weiteren ergriff die Vorinstanz geeignete Ersatzmassnahmen für die Einschränkung der Verteidigungsrechte (vgl. E. 1.4.1 in fine). Wenn der Beschwerdeführer nun erstmals vor Bundesgericht behauptet, er habe das Fragerecht nur auf der Grundlage "einer lücken- sowie fehlerhaften und damit auch absolut unzureichenden Protokollskizze" (Beschwerde, Ziff. II.A.8 S. 6) ausüben können, ist dies unbehelflich. Zum einen liegen keine Anhaltspunkte vor, dass das Protokoll die behaupteten Mängel aufwies, die Angaben des Beschwerdeführers lassen denn auch keine hinreichende Substanziierung erkennen. Zum anderen hätte der Beschwerdeführer diese Rüge nicht nur bereits anlässlich der vorinstanzlichen Verhandlung vorbringen können, sondern auch müssen.