Citation: 2C_75/2023 E. 8.3.2

8.3.2. Aus den unbestrittenen vorinstanzlichen Sachverhaltsdarstellungen ist die Umsetzung der Abstimmung sodann ohne Weiteres zu erkennen: Beispielsweise gab die E.________ AG am 20. September 2004 eine Anhebung der Zuschläge ab dem 4. Oktober 2004 bekannt. Der "L1.________" reichte diese Information an seine Mitglieder weiter, erwähnte gleichzeitig, dass "D1.________" und die Beschwerdeführerin der Anhebung folgten, und forderte die Luftfahrtunternehmen auf, die erhöhten Beträge und Stichtage bekannt zu geben. Als der Treibstoffindex in der ersten Woche des Novembers 2004 zum zweiten Mal unter den Schwellenwert für eine Reduktion fiel, informierte ein Mitglied des "L1.________" seine Kunden am 24. November 2004 über eine geplante Reduktion der Treibstoffzuschläge. Dies teilte das Mitglied am nächsten Tag dem "L1.________" mit. Letzterer liess die Informationen wiederum sofort seinen weiteren Mitgliedern mit der Bitte um Feedback zum eigenen Vorgehen zukommen. Die Beschwerdeführerin erklärte mit E-Mail vom 25. November 2004, sie werde dem "national carrier" folgen (vgl. E. 11.2.3 f. des angefochtenen Urteils). Nach dem Dargelegten zeichnete sich der Abstimmungserfolg vorliegend dadurch aus, dass er auf Gegenseitigkeit beruhte, unabhängig davon von welchem Mitglied des "L1.________" die Zuschlagsänderung initiiert wurde. Es liegt somit ein Marktverhalten vor, das von der gegenseitigen Abstimmung beeinflusst war (vgl. BGE 147 II 72 E. 3.4.3). Dass die Beschwerdeführerin die abgestimmten Treibstoffzuschläge in der Folge ihren Kundinnen und Kunden nicht verrechnet habe, macht sie im Übrigen nicht geltend.