Citation: 1C_438/2016 E. 4.3

4.3. Der Verstorbene litt schon seit Jahren an einer schweren Alkoholsucht. Infolgedessen wurde er im Oktober 2014 in der Klinik E.________ fürsorgerisch untergebracht. Nachdem diese Massnahme am 15. November 2014 geendet hatte, hielt er sich freiwillig in der Klinik auf. Seiner Krankengeschichte ist zwar zu entnehmen, dass ein erhebliches Risiko für eine Selbstgefährdung bestand, dieses aber nicht in einer akuten Suizidgefahr gründete, sondern vielmehr auf seinen übermässigen Alkoholkonsum zurückzuführen war. Wie anlässlich des Gesprächs vom 5. Dezember 2014 vorgebracht, befürchteten denn auch die Angehörigen, dass sich D.________ bei einem Rückfall irgendwo draussen hinlegen und aufgrund der winterlichen Temperaturen erfrieren könnte. Anlässlich der Sitzung vom 5. Dezember 2014 wiesen die Beschwerdeführerinnen ausdrücklich darauf hin, dass D.________ in letzter Zeit Äusserungen gemacht habe, die "als suizidal beurteilt werden könnten". Ihren Bedenken wurde insoweit Rechnung getragen, als die am Gespräch anwesende, zuständige Ärztin bestätigte, dass D.________ mit erhöhter Aufmerksamkeit beobachtet und sorgfältig geprüft werde, ob er freien Ausgang haben könne. Dass die Beschwerdegegnerin darüber hinausgehende Massnahmen hätte treffen müssen, wurde weder von den Angehörigen verlangt noch bestand dazu eine Veranlassung. Auch sind keinerlei Anzeichen ersichtlich, die Zweifel an der Anordnung der von der zuständigen Ärztin zugesicherten Vorkehrungen zu wecken vermochten. Der Vorgeschichte lassen sich überdies keine Hinweise entnehmen, aufgrund derer die Beschwerdegegnerin die akute Suizidalität hätte erkennen können und müssen. So hatte D.________ bereits anlässlich des Eintrittgesprächs am 4. Oktober 2014 glaubhaft verneint, suizidale Gedanken zu haben (vgl. Krankengeschichte, S. 1). Zudem bestätigte die zuständige Ärztin, die am 5. Dezember 2014 nach den Sitzungen mit D.________ Kontakt aufgenommen hatte, dass bei ihm zu keinem Zeitpunkt Hinweise auf eine Selbstgefährdung bestanden hätten (vgl. Krankengeschichte, S. 4). Zwar bildet die Frage, ob die Suizidgefahr mit der gebotenen Sorgfalt abgeklärt worden ist, Gegenstand eines separaten Strafverfahrens. Dies ändert aber nichts daran, dass jedenfalls für die Beschwerdegegnerin aufgrund der Umstände und der veranlassten Vorkehrungen keine genügenden Hinweise für eine mögliche Selbsttötung bestanden. Insofern kann ihr keine Sorgfaltspflichtverletzung vorgeworfen werden.