Citation: 2C_751/2017 E. 3.5

3.5. Dem Beschwerdeführer wird die Rückkehr in seine Heimat sicher nicht leicht fallen; indessen überwiegen die öffentlichen Sicherheitsbelange dennoch seine privaten Interessen, trotz seiner Straftaten in der Schweiz verbleiben zu können. Entgegen seinen Einwänden erliess das Migrationsamt die aufenthaltsbeendende Massnahme am 13. September 2016 auch nicht zu früh: Nach Art. 70 Abs. 1 VZAE (SR 142.201) bleibt im Falle des Straf- oder Massnahmenvollzugs die bisherige ausländerrechtliche Bewilligung bis zur Entlassung aus diesen gültig. Das Anwesenheitsverhältnis ist spätestens auf den Zeitpunkt der bedingten oder unbedingten Entlassung aus dem Straf- oder dem Massnahmenvollzug neu zu regeln (Art. 70 Abs. 2 VZAE). Nach der Rechtsprechung ist auf eine vernünftige zeitliche Distanz zwischen der Verfügung und der Entlassung zu achten; die Zeitspanne zwischen der Regelung des künftigen Aufenthalts und der Entlassung aus dem Vollzug soll die voraussichtliche Dauer eines allfälligen Rechtsmittelverfahrens nicht überschreiten (Urteile 2C_394/2016 vom 26. August 2016 E. 4.1; 2C_903/2010 vom 6. Juni 2011 E. 5.2.3 und BGE 131 II 329 E. 2.3 und 2.4). Im vorliegenden Fall schien der Erfolg der Massnahme nicht zum Vornherein gesichert und bestand aufgrund der Berichte der Vollzugsbehörden die Möglichkeit eines Scheiterns, sodass es nahelag, erstinstanzlich frühzeitig über die ausländerrechtliche Zukunft des Beschwerdeführers zu entscheiden, zumal weiteren positiven Entwicklungen im Massnahmenvollzug bis zum Entscheid des Verwaltungsgerichts noch Rechnung getragen werden konnte bzw. musste und der Beschwerdeweg zudem über drei Instanzen führte. Das gewählte Vorgehen hatte den Vorteil, dass sowohl die Straf- bzw. Massnahmenvollzugsbehörden wie der Beschwerdeführer wussten, wovon sie bezüglich der künftigen ausländerrechtlichen Situation auszugehen hatten, was es ihnen erlaubte, sich hierauf einzurichten. Allgemein ist eine aufenthaltsbeendende Massnahme auch möglich, wenn sich der Betroffene im Straf- und Massnahmenvollzug allenfalls gebessert hat, sodass ein Zuwarten mit der Verfügung bis zum Ende des Straf- oder Massnahmenvollzugs nicht notwendigerweise Sinn macht (vgl. das Urteil 2C_903/2010 vom 6. Juni 2011 E. 5.2.4). Hinzu kommt im vorliegenden Fall, dass die maximale Dauer der Massnahme länger war als die ausgesprochene Strafe, was es dem Beschwerdeführer ermöglichte, vor deren erfolgreichem Abschluss zu beantragen, ihn aus dem Massnahmenvollzug zu entlassen; dies hat er denn auch getan, weshalb er sich heute auf freiem Fuss befindet, obwohl das ausländerrechtliche Beschwerdeverfahren erst mit dem vorliegenden Urteil abgeschlossen wird. Der Eventualantrag, die Vorinstanz sei anzuweisen, das Verfahren zu sistieren, ist deshalb unbegründet.