Citation: 6B_1439/2021 E. 2.3.4

2.3.4. Mit der Vorinstanz können Beweise namentlich dann rechtswidrig sein, wenn sie aus einer Verletzung des DSG oder des ZGB herrühren (BGE 147 IV 16 E. 1.2 mit Hinweisen). Die Vorinstanz geht vorliegend zwar davon aus, die Beweise seien rechtmässig erhoben worden bzw. sei allenfalls von einer Einwilligung des Beschwerdeführers i.S.v. Art. 13 Abs. 1 DSG auszugehen; dennoch prüft sie für den Fall der unrechtmässigen Beweiserhebung durch Private die Verwertbarkeit i.S.v. Art. 141 StPO in einer Eventualerwägung. Der Beschwerdeführer macht nicht rechtsgenüglich geltend, die Beweismittel seien unrechtmässig erlangt worden. Zudem setzt er sich nicht mit den Ausführungen der Vorinstanz auseinander, wonach die Beweismittel durch die Strafverfolgungsbehörden rechtmässig hätten erlangt werden können (Art. 42 Abs. 2 BGG). Seine Argumentation beschränkt sich auf das Vorbringen, es handle sich nicht um eine schwere Straftat. Mit Bezug auf die Verwertbarkeit des CyberTipline Reports der Organisation B.________ ist damit zu prüfen, ob die Interessenabwägung für oder gegen eine solche spricht, mithin ob die Tat des Beschwerdeführers als eine schwere Straftat im Sinne von Art. 141 Abs. 2 StPO zu qualifizieren ist (vgl. E. 2.3.3 oben). Als schwere Straftaten im Sinne von Art. 141 Abs. 2 StPO fallen vorab Verbrechen in Betracht (E. 2.3.3 oben). Für den Tatbestand der Kinderpornografie i.S.v. Art. 197 Abs. 4 zweiter Satz StGB droht das Gesetz Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren an; es handelt sich dabei also um ein Verbrechen i.S.v. Art. 10 Abs. 2 StGB. Art. 197 (Abs. 4 und 5) StGB bezwecken im Wesentlichen einerseits den Schutz Jugendlicher und Erwachsener vor ungewollter Konfrontation mit entsprechenden Erzeugnissen. Andererseits richten sie sich gegen die abstumpfende (korrumpierende) Wirkung von Gewaltdarstellungen, die geeignet sind, beim Betrachter die Bereitschaft zu erhöhen, selbst gewalttätig zu agieren oder die Gewalttätigkeit anderer gleichgültig hinzunehmen (BGE 124 IV 106 E. 3c/aa; Urteil 6B_149/2019 vom 11. Dezember 2019 E. 1.3.2; je mit Hinweisen). Die vorinstanzliche Würdigung ist nicht zu beanstanden. Die Vorinstanz legt zutreffend dar, das Verbot von Kinderpornografie solle in erster Linie die ungestörte Entwicklung von Kindern und Jugendlichen ermöglichen, aber auch erwachsene Verbraucher vor einer Nachahmung bzw. Umsetzung des Geschehenen in die Realität abhalten. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers liegt der Zweck von Art. 197 Abs. 4 StGB gerade nicht nur darin, Erwachsene von der Wirkung solcher Erzeugnisse zu schützen, als ihre Bereitschaft nicht geweckt oder erhöht werden soll, das Wahrgenommene selber nachzuahmen. Vielmehr kommt der Gefährdung der sexuellen Entwicklung von Kindern und Jugendlichen mit der Vorinstanz ein hoher Stellenwert zu, weshalb sie das Interesse an der Verwertbarkeit zu Recht als äusserst gewichtig einstuft (vgl. BGE 143 IV 9 E. 3.2; Urteil 1B_70/2022 vom 16. August 2022 E. 4.3). Die Vorinstanz setzt sich zudem mit der konkreten Tat auseinander und führt überzeugend aus, die Aufnahme des Films, die einen offensichtlichen und schweren sexuellen Missbrauch eines klar minderjährigen Jungen wiedergebe, sei zwingend mit einem massiven Eingriff in das geschützte Rechtsgut verbunden. Zu Recht geht die Vorinstanz demnach von einer schweren Straftat i.S.v. Art. 141 Abs. 2 StPO aus. Der Beschwerdeführer kann nichts für sich ableiten, wenn er vorbringt, es gehe vorliegend um den Besitz und die Verbreitung eines einzigen Videos an einen überschaubaren Personenkreis.