Citation: 8C_858/2017 E. 3.2

3.2. Mängel am Gutachten, die dessen Beweiswert schmälern würden, vermag die Beschwerdeführerin nicht aufzuzeigen, weshalb die Vorinstanz ohne Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes oder von Beweiswürdigungsregeln darauf abstellen durfte. Sie hat namentlich einlässlich dargelegt, dass mit der ungenauen Wiedergabe von biografischen Daten der Versicherten die Aussagekraft der medizinischen Darlegungen in der Expertise nicht tangiert wurde. Auch hinsichtlich des erneuten Vorwurfs, der Gutachter habe die Aggravation nicht gegenüber einer Verdeutlichung abgegrenzt, äusserte sich die Vorinstanz in nicht zu beanstandender Weise, ohne in diesem Zusammenhang den Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt zu haben. Sie legte zutreffend dar, dass die von Dr. med. B.________ festgestellte Aggravation auch ohne explizite "Grenzziehung" zwischen diesen Begriffen nachvollziehbar ist und zu Recht bei der Einschätzung der medizinischen Situation und der Arbeitsfähigkeit berücksichtigt wurde. Nicht offensichtlich unrichtig ist weiter die vorinstanzliche Feststellung, das Beschwerdebild sei wesentlich durch invaliditätsfremde psychosoziale Umstände geprägt, insbesondere durch die Mobbingsituation am Arbeitsplatz, die als Auslöser für die psychische Dekompensation genannt worden sei, sowie durch die belastenden Verluste engster Angehöriger. Der psychiatrische Experte, der durchaus auch den Krankeitsverlauf berücksichtigte, hielt psychosoziale Belastungsfaktoren in deutlichem Mass fest und bejahte klar, dass der Wegfall derselben die psychische Störung (mit therapeutischer Begleitung) beseitigen könne. Dr. med. B.________ betonte, es liege kein verselbstständigtes psychisches Leiden vor, die Depression sei zudem im Verlauf immer wieder remittiert. Eine chronifizierte Depression stellte der Experte somit nicht fest. Es ist weder willkürlich noch sonstwie bundesrechtswidrig, wenn das kantonale Gericht mit Blick auf diese gutachterliche Einschätzung die diagnostizierte mittelgradige depressive Episode nicht als verselbstständigten Gesundheitsschaden im Rechtssinne ansah (vgl. z. B. Urteil 9C_736/2011 vom 7. Februar 2012 E. 2.3.3 mit Hinweisen). Ob eine leicht- oder mittelschwere Episode vorliegt, spielt in diesem Zusammenhang keine Rolle. Die vorinstanzliche Beurteilung, wonach die diagnostizierte depressive Störung aufgrund der dargelegten Umstände keinen Rentenanspruch zu begründen vermag, beruht auf einer eingehenden Würdigung der Sach- und Rechtslage und steht im Einklang mit der Rechtsprechung zur invalidisierenden Wirkung psychischer Gesundheitsstörungen unter Berücksichtigung von psychosozialen und soziokulturellen Umständen (E. 2.3 hiervor). Ein psychosozial bedingtes Beschwerdebild vermag zwar medizinisch die Diagnose einer depressiven Episode, aber rechtlich keine Invalidität zu begründen (vgl. Art. 7 Abs. 2 und Art. 8 Abs. 1 ATSG). Daran ändert nichts, dass das Bundesgericht in BGE 143 V 409 und 418 entschieden hat, sämtliche psychische Erkrankungen, namentlich auch leichte bis mittelschwere depressive Störungen, grundsätzlich einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen. Eine indikatorengeleitete Überprüfung des depressiven Leidens erübrigt sich nach dem soeben Dargelegten. Auf die diesbezüglichen Einwendungen in der Beschwerde ist daher nicht weiter einzugehen, soweit ihnen nicht ohnehin aufgrund der geänderten Rechtsprechung die Grundlage entzogen ist. Liegt kein invalidisierender psychischer Gesundheitsschaden vor, erübrigen sich auch Weiterungen zur Kritik der Beschwerdeführerin an der vorinstanzlich im Sinne einer Eventualbegründung vorgenommenen Invaliditätsbemessung. Nicht stichhaltig sind schliesslich die Vorbringen gegen den im angefochtenen Entscheid verneinten Anspruch auf berufliche Massnahmen, nachdem es an einer leistungsbegründenden Invalidität fehlt und die Versicherte ebenso wenig im Sinne von Art. 8 IVG von Invalidität bedroht ist.