Citation: 2C_813/2018 E. 5.1

5.1. Die Vorinstanz stellte für die Bemessung des öffentlichen Fernhaltungsinteresses in erster Linie auf das Strafurteil des Bezirksgerichts St. Gallen vom 3. März 2016 ab. Mit diesem wurde der Beschwerdeführer wegen Verbrechens, mehrfachen Vergehens und mehrfacher Übertretung gegen das BetmG, Urkundenfälschung, falscher Anschuldigung sowie grober Verkehrsregelverletzung zu einer 27-monatigen Freiheitsstrafe verurteilt. Die Vorinstanz erwog, nach den Feststellungen des Bezirksgerichts habe das hauptsächliche Interesse des Beschwerdeführers für den Betrieb einer Hanfanlage und den Vertrieb von Cannabis darin bestanden, ein Nebeneinkommen zu erwirtschaften. Durch die qualifizierten Verstösse gegen das BetmG habe der Beschwerdeführer die Gesundheit vieler Menschen gefährdet. Die Verurteilung wegen einer groben Verkehrsregelverletzung gehe darauf zurück, dass er die innerorts zulässige Geschwindigkeit von 50 km/h um 27 km/h überschritten habe; damit habe er leichtsinnig eine hohe abstrakte Gefahr für Leib und Leben anderer Verkehrsteilnehmer geschaffen. Zu berücksichtigen sei weiter, dass er vom Kreisgericht auch wegen Urkundenfälschung und falscher Anschuldigung verurteilt worden sei. In einer Gesamtbetrachtung sei von einer beträchtlichen kriminellen Energie auszugehen. Mit Bezug auf die Rückfallgefahr hielt die Vorinstanz fest, der Beschwerdeführer weise eine lange deliktische Vorgeschichte auf. Er sei wiederholt zu teils mehrmonatigen Freiheitsstrafen, Geldstrafen und Bussen verurteilt worden. Weder die Beziehung zu seiner Ehefrau und seinen zwei Kindern noch seine Arbeitsstelle hätten ihn davon abhalten können, erneut straffällig zu werden. Die erfolgten Verurteilungen zeugten von einem anhaltend unbelehrbaren und renitenten Verhalten, weshalb (unter dem Gesichtspunkt von Art. 5 Abs. 1 Anhang I FZA) von der hinreichenden Wahrscheinlichkeit eines Rückfalls auszugehen sei. Insgesamt bestehe ein erhebliches öffentliches Interesse daran, den Aufenthalt des Beschwerdeführers in der Schweiz zu beenden. Das private Interesse des Beschwerdeführers an einem Verbleib in der Schweiz leite sich hauptsächlich aus der Aufenthaltsdauer von rund zehn Jahren ab. Der Beschwerdeführer sei jedoch erst im Alter von 33 Jahren in die Schweiz gekommen; entsprechend sei nicht davon auszugehen, dass er hier verwurzelt sei. Zwar sei er seit Mai 2013 beim selben Arbeitgeber fest angestellt und nie von der Sozialhilfe abhängig gewesen; hingegen sei er bei einem Kreditinstitut verschuldet und bestünden offene Betreibungen von insgesamt Fr. 2'000.-- gegen ihn. Ihm könne zugemutet werden, sich in Deutschland wieder zurechtzufinden und dort beruflich Fuss zu fassen. Die Ehefrau des Beschwerdeführers sei 2006 als Erwachsene in die Schweiz eingereist, habe den grössten Teil ihres Lebens in Deutschland verbracht und sei noch gut mit dem Heimatland vertraut. Die beiden Kinder seien angesichts ihres Alters noch sehr anpassungsfähig; da die Lebensumstände in Deutschland mit den schweizerischen Verhältnissen vergleichbar seien, sei eine Rückkehr nach Deutschland für sie mit keinen grösseren Schwierigkeiten verbunden. Ihnen könne zugemutet werden, dem Beschwerdeführer ins gemeinsame Heimatland zu folgen. Blieben sie in der Schweiz, wozu sie aufgrund der Niederlassungsbewilligung berechtigt seien, könne der Kontakt mittels moderner Kommunikationsmittel und gegenseitiger Besuchs- und Ferienaufenthalte aufrechterhalten werden. Insgesamt überwögen die öffentlichen Fernhalteinteressen das Interesse des Beschwerdeführers an einem weiteren Verbleib in der Schweiz.