Citation: 4C.194/2004 17.09.2004 E. 1

Auch vor Bundesgericht ist zwischen den Parteien streitig, ob der Beklagte verpflichtet war, für die Position betreffend anteilsmässigen 13. Monatslohn der Mitarbeiter einen Rückbehalt zu machen, wie die G.I.________ meinte, oder ob er verpflichtet war, der E.________ die in Ziffer 6.3 der Vereinbarung stipulierten Summen vollumfänglich auszurichten. Zu Recht unumstritten geblieben ist dagegen im bundesgerichtlichen Verfahren, dass sich die vertraglichen Pflichten des Beklagten und eine allfällige Ersatzpflicht nach den auftragsrechtlichen Vorschriften (Art. 394 ff, insbesondere Art. 398 OR) richten (Fellmann, Berner Kommentar, N 156 zu Art. 394 OR mit Hinweisen). Soweit die Klägerin ihren Haftungsanspruch auch auf erwecktes und enttäuschtes Vertrauen stützen will, ist ihr entgegenzuhalten, dass die Rechtsfigur der Vertrauenshaftung nur zum Zuge kommen kann, wenn es darum geht, einen vertragsfremden Dritten zu belangen, nicht aber, wenn - wie vorliegend - der Ansprecher mit dem Belangten vertraglich verbunden ist und die Haftung aus dieser Vertragsbeziehung abgeleitet wird (BGE 121 III 350 E. 6c; 120 II 331 E. 5a; Hans Peter Walter, Vertrauenshaftung im Umfeld des Vertrags, ZBJV 132/1996, S. 273 ff., S. 294). Im Folgenden ist daher einzig zu untersuchen, ob der Beklagte seinen auftragsrechtlichen Pflichten nachgekommen ist. Zu beachten ist dabei, dass er von beiden Parteien des Auflösungsvertrages mandatiert wurde, weshalb er jedem von ihnen gleichermassen die sorgfältige Ausführung des Auftrags und die Wahrung berechtigter Interessen schuldete (Art. 398 Abs. 1 OR). Er haftet jedem der beiden Auftraggeber für die getreue und sorgfältige Ausführung des ihm übertragenen Geschäfts (Art. 398 Abs. 2 OR).