Citation: 9C_234/2023 E. 3.3.4

3.3.4. Weiter macht der Beschwerdeführer geltend, die in Kenntnis der fachärztlichen Diagnosen, Beurteilungen und Behandlungen erfolgte Feststellung des Administrativgutachters, es liege keine psychische Erkrankung vor, laufe auf den - unbegründeten - Vorwurf einer medizinisch nicht gerechtfertigten Behandlung hinaus. Es dürfe nicht davon ausgegangen werden, dass die behandelnden Ärzte gleichsam grundlos ein psychiatrisches Leiden diagnostiziert hätten. Dazu verweist die Vorinstanz auf die Feststellung des psychiatrischen Gutachters, die unterschiedliche Sichtweise von Gutachter und behandelnden Ärzten lasse sich damit erklären, dass die Behandler nie eine Aggravation oder Simulation in Betracht gezogen hätten, was ihnen in ihrer Rolle nicht vorzuwerfen sei. Die divergenten Einschätzungen ergeben sich wohl auch daraus, dass behandelnde Ärzte - ihrer Aufgabe entsprechend - mitunter ein anderes Krankheitskonzept zugrundelegen als Gutachter, die versicherungsmedizinischen Grundsätzen verpflichtet sind. Sodann ist mit Blick auf die abweichenden ärztlichen Beurteilungen daran zu erinnern, dass es bei einer Neuanmeldung auf eine anspruchserhebliche Tatsachenänderung ankommt (vgl. oben E. 1.2). Insoweit die unterschiedlichen aktuellen Beurteilungen des Gutachters einerseits und der behandelnden Ärzte anderseits im Wesentlichen den schon in der früheren Begutachtung von 2018 beschriebenen Divergenzen entsprechen (vgl. oben E. 2.2.2), ist eine solche Veränderung nicht feststellbar. Die Vorinstanz durfte ohne Willkür davon ausgehen, dass die abweichenden Stellungnahmen der behandelnden Ärzte den Beweiswert des psychiatrischen Teilgutachtens - und mit diesem denjenigen der Expertise insgesamt - nicht massgeblich infrage stellen.