Citation: 6B_885/2022 E. 1.2.2

1.2.2. Die Vorinstanz würdigt zunächst die Aussagen des alkoholisierten Jugendlichen (besser des mutmasslichen Opfers; es waren ja beide alkoholisiert). Dieser habe sich nicht genau erinnern können, was auf der Polizeiwache geschehen sei. Man habe ihm die Fingerabdrücke genommen und er habe sich ausziehen müssen. Ob ihm die Handschellen abgenommen worden seien, wisse er nicht mehr. In der Folge sei er geschlagen worden. Wie und von wem, wisse er nicht. Man habe ihn dann entlassen und er sei nach Hause gegangen. Er habe nicht schlafen können und habe wegen der Schmerzen am Morgen das Spital aufgesucht. Er habe bereits der Jugendanwaltschaft gesagt, dass er mit der Sache abgeschlossen habe und keine Anzeige machen möchte. Er wolle mit der Polizei nichts zu tun haben. Sodann wendet sich die Vorinstanz den Aussagen des anderen Polizisten zu. Dieser habe als Zeuge geschildert, dass er auf der Polizeiwache gemeinsam mit dem Beschwerdeführer den alkoholisierten Jugendlichen kontrolliert habe. Während er am Computer rapportiert habe, habe der Beschwerdeführer die Kleider des Jugendlichen kontrolliert. Dieser habe sich trotz wiederholter Abmahnung immer wieder aggressiv vor dem Beschwerdeführer aufgebaut. Die Vorinstanz hält fest, in der Voruntersuchung habe der andere Polizist beschrieben, wie der Jugendliche plötzlich sehr nah vor dem Beschwerdeführer gestanden habe, weshalb ihn dieser zum Selbstschutz mit beiden Händen flach gegen die Brust gestossen habe. Hierauf sei der Jugendliche rückwärts gestolpert und mit dem Hinterkopf gegen die Wand gestossen. Dann sei er nach vorne gefallen, habe den Kopf an der Tischkante angeschlagen und sei zu Boden gegangen. Auf die Nachfrage, wie der Beschwerdeführer die Stossbewegung ausgeführt habe, habe der andere Polizist zu Protokoll gegeben, dies nicht genau gesehen zu haben. Der Beschwerdeführer habe ihm erzählt, dass er den Jugendlichen mit beiden Händen gegen die Brust weggestossen habe. Später habe der andere Polizist ausgesagt, dass er den Vorfall nicht genau gesehen habe, weil er mit dem Rapport beschäftigt gewesen sei. Er habe einfach wahrgenommen, dass etwas passiere. Dann habe er aufgeschaut und gesehen, wie der Jugendliche gegen die Wand zurückgestolpert, während des Falls auf die Tischkante geknallt und dann auf den Boden gefallen sei. Gemäss Vorinstanz schilderte der andere Polizist konstant, er und der Beschwerdeführer hätten den Jugendlichen wieder aufgesetzt und festgestellt, dass er kurz aus der Nase geblutet habe. Ab diesem Zeitpunkt sei der Jugendliche ruhiger gewesen. Über Schmerzen habe er nicht geklagt. Schliesslich habe man ihn entlassen können. Als Nächstes setzt sich die Vorinstanz mit den Aussagen des Beschwerdeführers auseinander. Dieser bestreitet, dem Jugendlichen einen Faustschlag versetzt zu haben. Nach Aussagen des Beschwerdeführers wurde der alkoholisierte Jugendliche mit Handschellen in den Kontrollraum gebracht. In der Folge habe man ihn wiederholt ermahnt, er solle sich im Kontrollraum auf die Bank setzen. Dennoch sei der Jugendliche immer wieder aufgestanden und habe den Raum verlassen wollen. In der Folge habe der Beschwerdeführer die Effektenkontrolle durchgeführt und dem Jugendlichen die Handschellen abgenommen. Währenddessen sei der andere Polizist am Computer tätig gewesen. Als der Beschwerdeführer den Blick gesenkt habe, um die ausgezogenen Hosen des Jugendlichen zu kontrollieren, sei dieser plötzlich eine halbe Armlänge vor ihm gestanden. Der Beschwerdeführer sei erschrocken und habe den Jugendlichen reflexartig von sich weggestossen. Da der Jugendliche keine Schuhe mehr getragen habe, sei er ausgerutscht, an die Rückwand gestossen und dann vorwärts auf den Boden gefallen. Gemäss Vorinstanz gab der Beschwerdeführer konstant an, dass der Jugendliche gefallen sei, ohne sich mit den Händen abzustützen, wie dies normalerweise der Fall sei, wohl weil er alkoholisiert gewesen sei. An der Berufungsverhandlung habe der Beschwerdeführer erstmals ausgesagt, der Jugendliche habe die Hände vor den Körper gehalten. Als der Jugendliche entlassen worden sei, habe es keine Hinweise auf eine schwere Verletzung gegeben. Der Jugendliche sei wegen seines Alkoholkonsums bei der Polizei bekannt. Er halte sich an den stadtbekannten Gefahrenherden auf. Gemäss Beschwerdeführer müsse sich der Jugendliche die Verletzungen später bei einer Schlägerei zugezogen haben. Der Jugendliche habe nach der Entlassung wohl weiter Alkohol konsumiert und sei irgendwann mit Schmerzen aufgewacht, habe noch gewusst, dass eine Polizeikontrolle stattgefunden habe und daraus abgeleitet, dass er dort geschlagen worden sei. Schliesslich würdigt die Vorinstanz die Aussagen der damaligen Betreuerin des Jugendlichen. Diese habe als Zeugin ausgesagt, der Jugendliche habe ihr erzählt, er sei auf der Polizeiwache geschlagen worden. Danach habe man ihn irgendwo in Basel abgesetzt, von wo er das Spital aufgesucht habe.