Citation: 6B_238/2013 E. 4.1.2

4.1.2. Das Bundesgericht hielt in seinem Rückweisungsentscheid vom 22. Februar 2011 der Vorinstanz vor, sie habe die in der Anklageschrift umschriebenen Sachverhalte nicht geprüft und sich nur in allgemeiner, pauschaler Weise mit den Anklagevorwürfen befasst. Sie habe nicht für jeden Beschuldigten einzeln geprüft, ob bzw. welche ihm zur Last gelegten Taten in objektiver und subjektiver Hinsicht zutreffen (E. 2.3). Sie habe sich mit den in der Anklage genannten Indizien und Aussagen nicht auseinandergesetzt. Sie habe die gebotene umfassende Beweiswürdigung unterlassen. Mangels hinreichender tatsächlicher Feststellungen im Entscheid könne nicht überprüft werden, ob die Vorinstanz Bundesrecht richtig angewendet habe. Die Beweiswürdigung sei unvollständig, einseitig und willkürlich. Die Vorinstanz habe die aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör fliessende Begründungspflicht verletzt. Daher sei ihr Urteil aufzuheben und die Sache zur neuen Entscheidung an sie zurückzuweisen (E. 2.4). Im Einzelnen erwog das Bundesgericht unter anderem Folgendes (E. 3.1.5) : "Bei der Camorra und der SCU handelt es sich nach den unangefochtenen vorinstanzlichen Feststellungen um kriminelle Organisationen im Sinne von Art. 260ter StGB. Die Unterscheidung zwischen den im Namen dieser Organisationen vollzogenen sowie den privaten Geschäften ihrer Mitglieder ist heikel, insbesondere im Schmuggel und Verkauf unversteuerter Zigaretten, wo hohe Gewinne anfallen und es sich um Geschäfte handelt, welche gegen Zollgesetzgebungsvorschriften verstossen. Die genannten kriminellen Organisationen sind gemäss den vorinstanzlichen Feststellungen zumindest durch Erhebung von Schutzgeldern in den Zigarettenhandel verwickelt. Ihre Mitglieder haben Zigaretten geschmuggelt, verkauft und sind operativ im Zigarettenhandel tätig gewesen... . Solche Umstände bilden erhebliche Anhaltspunkte, dass die kriminellen Organisationen selbst aktiv in die Zigarettenhandelstätigkeit involviert gewesen waren, zumal sie nicht wie eine juristische Person im eigenen Namen auftreten, sondern typischerweise durch ihre Mitglieder handeln. Gerade aufgrund der hohen Gewinne im Zigarettenhandel und des vitalen Interesses der kriminellen Organisationen an Einnahmequellen bedarf es einer umfassenden Beweiswürdigung, in welcher gewichtige Beweismittel die augenfälligen Indizien auf eine Beteiligung der kriminellen Organisationen im Zigarettengeschäft umstossen. Die pauschale Feststellung der Vorinstanz, alle Mitglieder krimineller Organisationen hätten privat mit Zigaretten gehandelt, genügt den Anforderungen an die Begründungspflicht nicht. Es fehlt eine differenzierte Betrachtung hinsichtlich der einzelnen Handelspartner der Beschwerdegegner. Es ist in Bezug auf die in der Anklageschrift genannten Personen einzeln abzuklären, ob sie kriminellen Organisationen angehört haben und welche Indizien für eine private Tätigkeit bzw. eine solche im Namen der kriminellen Organisation bestehen. Diese Indizien sind anschliessend zu würdigen. Hinzu kommt, dass die Vorinstanz trotz des ausserordentlich grossen Aktenumfangs nur wenige Aussagen anzuführen vermag, welche für ihre Version sprechen. Insbesondere gibt sie Aussagen von M.________ undeutlich wieder. Dieser hat entgegen ihren Ausführungen nicht ausgesagt, die Clans seien nur an der Quote und nicht am Handel selbst interessiert gewesen. Vielmehr hat er erklärt, nach welchem System die Quote für die einzelnen Clans abgerechnet wurde ... . Die Vorinstanz setzt sich auch in diesem Punkt mit den zahlreichen, in der Anklage- und in der Beschwerdeschrift aufgeführten erheblichen Aussagen nicht auseinander. ..."