Citation: U 118/02 21.03.2003 E. 4

Gemäss angefochtenem Entscheid anerkennt die Winterthur, dass die festgestellten gesundheitsbedingten Einschränkungen der Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin auf den Unfall vom 12. Oktober 2001 zurückzuführen sind. Das ist unbestritten geblieben. Sodann hat das kantonale Gericht den vom Unfallversicherer mit Einspracheentscheid vom 25. September 1998 ermittelten, der Rente zu Grunde gelegten Invaliditätsgrad von 61 % zusammengefasst mit folgender Begründung bestätigt: Gemäss Erkenntnis der IV-Stelle und des Eidgenössischen Versicherungsgerichts sei der Versicherten eine ihrem Gesundheitszustand angepasste Tätigkeit im Umfang von mindestens 50 % zumutbar. Der auf dieser Grundlage im IV-Revisionsverfahren durchgeführte Einkommensvergleich habe einen Invaliditätsgrad von 60.5 % ergeben. Es bestehe kein Anlass, für die unfallversicherungsrechtlichen Belange davon abzuweichen. 4.1 Die IV-Stelle ging bei der Ermittlung des Invaliditätsgrades davon aus, der Beschwerdeführerin sei im erlernten Beruf als Telefonistin ein Arbeitspensum von 50 % zumutbar. Das durchschnittliche Jahreseinkommen einer vollzeitlich tätigen Telefonistin betrage Fr. 56'000.-. Weil die Versicherte auch in diesem Beruf aufgrund der medizinischen Situation nicht jede Stelle besetzen könnte, sei eine Reduktion von 25 % angezeigt. Damit belaufe sich das trotz des Gesundheitsschadens zumutbarerweise noch erzielbare Erwerbseinkommen (Invalideneinkommen) auf Fr. 21'000.- (50 % von Fr. 56'000.- abzüglich 25 %). Bei einem hypothetischen Einkommen ohne Gesundheitsschaden (Valideneinkommen) von Fr. 53'200.- ergebe sich ein Invaliditätsgrad von 60.5 %. 4.2 Diese Invaliditätsbemessung überzeugt nicht. Vorab wird ausser Acht gelassen, dass das Invalideneinkommen grundsätzlich unter Berücksichtigung des gesamten Spektrums der gesundheitlich noch in Betracht fallenden erwerblichen Tätigkeiten festzulegen ist (Art. 28 Abs. 2 IVG; zum Begriff des ausgeglichen Arbeitsmarktes: BGE 110 V 276 Erw. 4b sowie ZAK 1991 S. 320 Erw. 3b). Gründe für die Beschränkung auf eine bestimmte Verweisungstätigkeit sind nicht ersichtlich. Wird der Umschreibung der verbliebenen Arbeitsfähigkeit in den medizinischen Akten gefolgt, steht der Beschwerdeführerin durchaus eine Bandbreite von Einsatzmöglichkeiten offen. Der Beruf der Telefonistin wurde nur als ein Beispiel genannt. Die Bezeichnung konkreter wirtschaftlich verwertbarer Betätigungsfelder ist im Übrigen grundsätzlich Sache des Berufsberaters und der Verwaltung (BGE 107 V 20 Erw. 2b; AHI 1998 S. 290 unten). Das alleinige Abstellen auf die Tätigkeit als Telefonistin verbietet sich sodann mit Blick darauf, dass die Versicherte seit Abschluss der Berufslehre ganz andere Erwerbstätigkeiten ausgeübt hat. Es fehlt schliesslich auch an einer schlüssigen Begründung für den vorgenommenen Abzug, welcher mit 25 % dem nach der Rechtsprechung maximal zulässigen Ansatz entspricht (BGE 126 V 75). 4.3 Nach dem Gesagten ist die Ermittlung des Invalideneinkommens durch die IV-Stelle nicht rechtskonform. Auf den darauf gestützten Einkommensvergleich kann daher für den unfallversicherungsrechtlichen Rentenanspruch nicht abgestellt werden (BGE 127 V 135 Erw. 4d). Hieran ändert das Urteil vom 9. Oktober 2001 nichts. In diesem Entscheid hat das Eidgenössische Versicherungsgericht festgestellt, dass im Zeitraum zwischen dem Rentenbeschluss der Invalidenversicherung vom 25. Mai 1993 und der Verfügung vom 12. August 1997 im Gesundheitszustand und im Leistungsvermögen keine wesentliche Änderung eingetreten ist.