Citation: U 444/05 06.11.2006 E. A

R.________, geboren 1961, war seit dem 1. April 1996 bei der Firma M.________ als Chauffeur angestellt und dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) obligatorisch für die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen sowie Berufskrankheiten versichert. Am 23. September 1996 erlitt er einen Verkehrsunfall, als sein Personenwagen auf einer Strassenkreuzung von einem anderen Fahrzeug hinten links angefahren wurde. Dabei schlug er sich den Kopf am linken Türpfosten an. Wegen Kopfweh, Übelkeit und Schwindelbeschwerden begab er sich gleichentags ins Regionalspital X.________, wo bei unauffälligem Röntgenbefund eine Schädelkontusion temporal links diagnostiziert wurde. Nach ambulanter Untersuchung wurde er zur Weiterbehandlung durch den Hausarzt Dr. med. B.________, Allgemeine Medizin FMH, entlassen, welcher ein "HWS Whiplash" ohne neurologische Ausfälle diagnostizierte. Der beigezogene Neurologe Dr. med. A.________, Kurzentrum Y.________, stellte einen Status nach Distorsion der Halswirbelsäule (HWS) und Kopfkontusion links fest und ordnete eine MRI-Untersuchung des Neurocraniums an, die unauffällige Befunde ergab. Bei einer kreisärztlichen Untersuchung vom 13. November 1996 gelangte Dr. med. S.________ zum Schluss, die geklagten Beschwerden müssten im Rahmen eines postcommotionellen Syndroms mit etwas protrahiertem Verlauf gesehen werden; es bestehe zur Zeit noch keine Arbeitsfähigkeit. Am 19. Februar 1997 berichtete Dr. med. A.________ über eine deutliche Besserung des Beschwerdebildes. Einen kreisärztlich als angezeigt erachteten stationären Aufenthalt in der Rehaklinik E.________ lehnte der Versicherte in der Folge ab. Auf den 31. Juli 1997 wurde ihm das Arbeitsverhältnis gekündigt. Nachdem Dr. med. A.________ eine volle Arbeitsfähigkeit ab 2. Januar 1998 attestiert und - mit Ausnahme einer intermittierenden medikamentösen Schmerzbekämpfung - eine weitere Behandlungsbedürftigkeit verneint hatte (Berichte vom 18. Dezember 1997 und 10. Juli 1998), informierte die SUVA den Versicherten mit Schreiben vom 14. Januar 1998 darüber, dass vom beabsichtigten Aufenthalt in E.________ abgesehen werde und die Taggeldleistungen auf den 2. Januar 1998 eingestellt würden. Am 9. November 2000 teilte R.________ der SUVA telefonisch mit, er leide weiterhin an starken Beschwerden, habe den Beruf aufgeben müssen und sei im Haushalt tätig; eine Behandlung finde zurzeit nicht statt. Bereits am 19. Oktober 2000 hatte die Winterthur-ARAG Rechtsschutzversicherung (nachfolgend: Winterthur-ARAG) die SUVA darauf hingewiesen, dass sie eine medizinische Begutachtung des Versicherten vorsehe. Der am 5. März 2001 mit einem Gutachten beauftragte Dr. med. M.________, Facharzt für Neurologie FMH, stellte einen Status nach HWS-Abknickverletzung und milder traumatischer Hirnverletzung mit leicht ausgeprägtem mittlerem und oberem Zervikalsyndrom, leicht bis mässig ausgeprägten zervikozephalen Beschwerden, leicht ausgeprägter kognitiver Störung, leicht ausgeprägter vestibulärer Störung sowie eine posttraumatische Anpassungsstörung fest, wobei er die Unfallkausalität der Beschwerden bejahte und auf eine Arbeitsunfähigkeit von insgesamt 50 % schloss (Gutachten vom 22. November 2001). Am 16. Juli 2002 nahm Dr. med. C.________, Facharzt FMH für Neurologie, Ärzteteam Unfallmedizin der SUVA, zum Gutachten Stellung und erachtete eine multidisziplinäre Begutachtung als angezeigt. Diese fand in der Zeit vom 27. bis 30. Januar 2003 ambulant im Zentrum für Medizinische Begutachtung (ZMB) statt. In der Expertise vom 13. Mai 2003 gelangten die untersuchenden Ärzte zum Schluss, der Kausalzusammenhang zwischen den bestehenden Beschwerden und dem Unfall sei nicht überwiegend wahrscheinlich; der "status quo sine" sei rund ein Jahr nach dem Unfall eingetreten. Die Winterthur-ARAG äusserte sich dazu mit Eingabe vom 22. Juli 2003 und reichte einen Bericht ihres beratenden Arztes Dr. med. P.________ vom 16. Juli 2003 ein. Mit Verfügung vom 24. September 2003 lehnte die SUVA Leistungen für den gemeldeten Rückfall mangels einer Unfallkausalität der geltend gemachten Beschwerden ab, woran sie auf Einsprache hin festhielt (Einspracheentscheid vom 16. April 2004).