Citation: C 36/02 15.10.2002 E. 5

Soweit das kantonale Gericht die Beschwerde gegen die Verfügung des AWA vom 31. August 2001 (vorinstanzliches Verfahren BE.2001.00680) in dem Sinne teilweise gutgeheissen hat, als es die Dauer der Einstelltage von 12 auf 5 reduzierte, berücksichtigte es die Tatsache, dass in Bezug auf den der streitigen Verwaltungsverfügung zugrunde liegenden Sachverhalt nicht von einem verschuldenserhöhenden Wiederholungsfall auszugehen sei. Die Beschwerdeführerin beantragt die vollständige Aufhebung sämtlicher Einstelltage, weil sie am 9. August 2001 keine Postsendung des RAV empfangen und die Einladung zum Beratungsgespräch vom 15. August 2001 nicht erhalten habe. 5.1 Da eine Partei, der eine Verfügung uneingeschrieben zugestellt worden ist, regelmässig nicht in der Lage ist, das Empfangsdatum nachzuweisen, fällt die Beweislast für dieses Datum der Behörde zu, die die Beweislosigkeit durch den uneingeschriebenen Versand des Aktes verursacht hat (Urteil X. des Bundesgerichts vom 5. Juli 2000, 2P.54/2000, Erw. 3b mit Hinweisen). Wird die Tatsache oder das Datum der Zustellung uneingeschriebener Sendungen bestritten, muss im Zweifel auf die Darstellung des Empfängers abgestellt werden (erwähntes Urteil X. vom 5. Juli 2000, Erw. 3c mit Hinweisen). 5.2 Nachdem die Versicherte den Beratungstermin vom 9. August 2001 unentschuldigt versäumt hatte, forderte der RAV-Leiter die Beschwerdeführerin gleichentags schriftlich zur Stellungnahme auf und teilte ihr den Ersatztermin vom 15. August 2001 um 10.00 Uhr mit (Schreiben vom 9. August 2001 an die Versicherte). Dieser Brief wurde nach Angaben des Verfassers gemäss Stellungnahme vom 28. September 2001 im vorinstanzlichen Beschwerdeverfahren unbestritten mit normaler (A- oder B-) Post versandt. Abgesehen davon, dass die Zustellfrist bei allfälligem Versand der Einladung zum Ersatztermin für das Beratungsgespräch vom 15. August 2001 per B-Post ab 9. oder gar erst 10. August 2001 (über ein Wochenende) nur sehr knapp bemessen war, bleibt die Verwaltung - bei Annahme der rechtzeitigen Zustellung der Einladung vom 9. August 2001 - eine Erklärung dafür schuldig, weshalb die Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 19. August 2001 an den RAV-Leiter gelangte und um Bekanntgabe eines Kontrolltermines sowie Zustellung der Unterlagen für August 2001 nachsuchte. Auch die Vorinstanz schenkte dieser Tatsache in Bezug auf die hier strittige Verfügung vom 31. August 2001 keine Beachtung. 5.3 Das kantonale Gericht hat das zuletzt erwähnte Schreiben der Versicherten an den RAV-Leiter vom 19. August 2001 jedoch im Beschwerdeverfahren BE.2001.00678 (angefochtener Entscheid S. 9-11) zutreffend gewürdigt und dabei festgestellt, das AWA habe zufolge der nicht per Lettre Signature versandten Briefe den Empfang der Einladung zum Beratungsgespräch vom 9. August 2001 durch die Versicherte nicht hinreichend nachweisen können. Das Schreiben der Beschwerdeführerin vom 19. August 2001 lasse eher den Schluss zu, dass die Versicherte die Einladung zum Beratungsgespräch vom 9. August 2001 nicht erhalten habe. Gleiches gilt in Bezug auf den durch die Beschwerdeführerin bestrittenen Empfang der Einladung zum Beratungstermin vom 15. August 2001. Die mit Blick auf das Schreiben der Beschwerdeführerin vom 19. August 2001 hervorgerufenen Zweifel können nach dem Gesagten nur dazu führen, diesbezüglich auf die Darstellung der Empfängerin abzustellen (Erw. 5.1 hievor), so dass davon auszugehen ist, dass die Versicherte auch die Einladung zum Beratungsgespräch vom 15. August 2001 nicht erhalten hatte, weshalb die Verfügung vom 31. August 2001 aufzuheben ist.