Citation: 4A_427/2014 E. 4.2

4.2. Die Vorinstanz begründet ausführlich, weshalb die Arztzeugnisse des Dr. med. D.________ vom 7. Februar und 31. März 2011 beweiskräftig sind. Sie geht davon aus, dass die verzögert, spätestens anfangs November 2010 erfolgte Aushändigung des ersten Arztzeugnisses (welches unbestrittenermassen bei der Arbeitgeberin verloren ging, weshalb Dr. med. D.________ im Februar 2011 ein zweites ausstellen musste) an der Schlüssigkeit des ärztlichen Attestes nichts ändere, selbst wenn damit Art. 26 Abs. 1 L-GAV verletzt worden sei. Denn Dr. med. D.________ habe die Arbeitsunfähigkeit ab 18. September 2010 (Samstag) lediglich mit einer durch das dazwischenliegende Wochenende bedingten Rückwirkung von zwei Tagen nach der Erstkonsultation vom 20. September 2010 (Montag) gestützt auf eigene Erhebungen attestiert. Die Beschwerdeführerin habe weder im Anschluss an den Erhalt des Arztzeugnisses noch im Zuge des arbeitsgerichtlichen Verfahrens mittels entsprechender Beweismittel, namentlich eines medizinischen Gutachtens, im Sinne eines Gegenbeweises Zweifel an der Richtigkeit der medizinischen Feststellungen von Dr. med. D.________ geweckt. Soweit die Beschwerdeführerin geltend macht, durch die verspätete Vorlage des Arztzeugnisses habe sie keine Möglichkeit gehabt, das Zeugnis eines Vertrauensarztes gemäss Art. 26 Abs. 3 L-GAV zu verlangen, kann ihr nicht gefolgt werden. Dieser Weg stand ihr auch im November 2010 noch offen, sie hat aber keine entsprechenden Schritte unternommen. Ihre weitere Behauptung, sie habe vor Arbeitsgericht ein medizinisches Gutachten "als Beweismittel angefordert", findet in den Akten keine Stütze. Selbst wenn sie allenfalls mündlich einen entsprechenden Beweisantrag gestellt hätte, liesse sich allerdings daraus nichts zu ihren Gunsten ableiten. Das Arbeitsgericht hatte Dr. med. D.________ Fragen zur schriftlichen Beantwortung vorgelegt. Gestützt auf die daraufhin erfolgte Stellungnahme des Arztes vom 9. Februar 2012 sowie mit Blick auf die Ergebnisse der Zeugen- und Parteibefragung ergaben sich für das Arbeitsgericht, wie auch anschliessend für das Kantonsgericht keine Zweifel an der ärztlich attestierten Arbeitsunfähigkeit ab 18. September 2010. Soweit die Vorinstanz auf die Einholung weiterer Beweismittel verzichtet hat, liegt eine antizipierte Beweiswürdigung vor. Es ist dem Gericht nicht verboten, einem beantragten Beweismittel die Erheblichkeit oder Tauglichkeit abzusprechen oder auf die Abnahme von (weiteren) Beweisen zu verzichten, wenn es aufgrund der abgenommenen Beweise seine Überzeugung bereits gebildet hat und willkürfrei davon ausgehen darf, diese würde durch weitere Beweiserhebungen nicht geändert werden (BGE 130 III 591 E. 5.4 S. 602; 129 III 18 E. 2.6 S. 24 f.). Die Beschwerdeführerin vermag nicht aufzuzeigen, inwiefern die vorinstanzliche Beweiswürdigung willkürlich sein sollte.