Citation: 4A_24/2021 E. 6.1

6.1. Die Vorinstanz hat sich unter dem Titel "keine Investition ohne irreführende Aussage" mit der Frage auseinandergesetzt, ob die Beschwerdeführer nachgewiesen haben, dass sie bei korrekter Information keine Aktien der I.________ AG gezeichnet hätten. Sie erwog, zwar bestehe hinsichtlich des Kausalzusammenhangs dahingehend eine Beweiserleichterung, dass eine überwiegende Wahrscheinlichkeit bei der Frage, ob die Titel zum entsprechenden Preis gekauft worden wären, genüge (mit Verweis auf ROLF WATTER, in: Basler Kommentar, Obligationenrecht, Bd. II, 5. Aufl. 2016, N. 26a zu Art. 752 OR). Dies könne aber nicht auf die Frage, ob überhaupt in die Gesellschaft investiert worden wäre, übertragen werden. Insbesondere handle es sich dabei nicht um eine Umkehr der Beweislast (BGE 132 III 715 E. 3.2.2). Die Beweiserleichterungen seien darauf zurückzuführen, dass vermutet werden könne, ein Investor sei bereit, den Marktpreis zu bezahlen, und der Markt bewerte die Titel unter Berücksichtigung aller vorhandenen Informationen (BGE 132 III 715 E. 3.2.1). Für den Investitionsentscheid an sich seien neben einem allfälligen Marktpreis zahlreiche weitere Elemente massgebend. So entscheide sich jeder Investor anhand der sich präsentierenden Risiken anders. Während gewisse Investoren bereit seien, für eine höhere Rendite auch grössere Risiken einzugehen, seien andere eher auf Vermögenserhaltung bedacht. Die weitgehend pauschale Aussage, man hätte in Kenntnis der vollen Sachlage nicht investiert, könne folglich nicht genügen. Vielmehr hätte jeder Beschwerdeführer einzeln substanziiert darlegen müssen, weshalb ihm persönlich eine Investition in die I.________ AG nicht zugemutet werden könnte bzw. weshalb er diese nicht vorgenommen hätte. Immerhin handle es sich bei sämtlichen Beschwerdeführern nicht um unerfahrene Marktteilnehmer; ihnen habe bewusst sein müssen, dass die hohen Gewinnaussichten auch mit einem Risiko verbunden seien. Da nicht jeder Investor auf eine Investition verzichtet hätte, hätten sie auch darlegen müssen, weshalb dies gerade bei ihnen der Fall gewesen wäre.