Citation: 1B_482/2021 E. 4.2

4.2. Gemäss Art. 5 StPO nehmen die Strafbehörden die Strafverfahren unverzüglich an die Hand und bringen sie ohne unbegründete Verzögerung zum Abschluss (Abs. 1). Befindet sich eine beschuldigte Person in Haft, so wird ihr Verfahren vordringlich durchgeführt (Abs. 2). Nach der Rechtsprechung ist die Verletzung des besonderen Beschleunigungsgebots in Haftsachen nach Art. 5 Abs. 2 StPO grundsätzlich im Haftprüfungsverfahren von den zuständigen Haftprüfungsinstanzen zu beurteilten und - soweit notwendig - zu sanktionieren (Urteil 1B_330/2015 vom 15. Oktober 2015 E. 4.4.3). Die Haftentlassung kommt allerdings nur in Betracht, wenn die Verfahrensverzögerung besonders schwer wiegt und zudem die Behörden, z.B. durch eine schleppende Ansetzung der Termine, erkennen lassen, dass sie nicht gewillt oder nicht in der Lage sind, das Verfahren nunmehr mit der für Haftfälle gebotenen Beschleunigung voranzutreiben und zum Abschluss zu bringen (BGE 137 IV 92 E. 3.1 mit Hinweisen). Wie das Bundesgericht im Urteil 1B_330/2015 vom 15. Oktober 2015 befand, verletzt es das besondere Beschleunigungsgebot in Haftsachen, wenn in einem weder besonders schwierigen noch komplexen Fall zwischen der Anklageerhebung und der angesetzten erstinstanzlichen Hauptverhandlung mehr als sechs Monate liegen (E. 4.4.6 f.).