Citation: 2C_192/2022 E. 3.4.6

3.4.6. Der hier hauptsächlich interessierende Art. 2 Abs. 1 Ingress GDV CH-DE 1958 verlangt, dass die um die Rechtswohltat ersuchenden Grenzbewohner " ihre Wohn- und Wirtschaftsgebäude in der Zollgrenzzone des einen Staates haben". Bei Ermittlung der "gewöhnlichen Bedeutung", die Ausgangspunkt der Überlegungen bildet (vorne E. 3.3.3), zeigt sich, dass von " ihren " Gebäuden gesprochen wird. Das Possessivpronomen macht deutlich, dass es grundsätzlich um die Gesamtheit der Ökonomiegebäude geht. Zu erwarten ist demzufolge, dass substanzielle unbewegliche und bewegliche Einrichtungen unterhalten werden, die gesamthaft den landwirtschaftlichen Betrieb ausmachen und dessen eigentliche (operative) Führung erst ermöglichen. In der schweizerischen Grenzzone soll nicht nur eine Art "Stützpunkt" eines ausländischen Landwirtschaftsbetriebs angesiedelt sein. Vorauszusetzen ist vielmehr ein umfassendes Ökonomiegebäude mit allen erforderlichen Gerätschaften, die unter anderem auch der Bewirtschaftung der in der ausländischen Grenzzone gelegenen Grundstücke dienen. Um diese Eigenschaft als "Wohn- und Wirtschaftsgebäude" zu geniessen, muss es sich grundsätzlich um den Hauptsitz des Betriebes handeln. Ob daselbst auch die wegleitenden (strategischen) Entscheide getroffen werden, ist von untergeordneter Bedeutung, ebenso wie es offenkundig nicht ausreicht, wenn dort einzig die strategischen Beschlüsse gefasst werden. Massgebend ist einzig, ob am Ort des "Wirtschaftsgebäudes" auch tatsächlich das bäuerliche "Handwerk" in allen seinen Facetten betrieben wird.