Citation: 6B_1028/2023 E. 3.2

3.2. Die Vorinstanz erwägt, betreffend die E-Mail an die Rechtsanwältin vom 27. August 2020 sei der Tatbestand der üblen Nachrede und bezüglich der E-Mail an den Geschädigten vom 9. September 2020 sei der Tatbestand der Beschimpfung in objektiver und subjektiver Hinsicht erfüllt. In beiden E-Mails habe der Beschwerdeführer dem Geschädigten vorgeworfen, Straftaten begangen zu haben. Da der Vorwurf strafbaren Verhaltens entgegen der Meinung des Beschwerdeführers nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung grundsätzlich die Geltung als ehrbarer Mensch betreffe und schon an sich ehrenrührig sei, erweise sich der Einwand, wonach er die angeklagten Äusserungen an den Geschädigten in dessen Funktion als CEO der C.________ AG, somit als Geschäftsmann gemacht habe, nicht stichhaltig. Auch eine Würdigung des Vorwurfs strafbaren Verhaltens im gesamten Kontext der jeweiligen Mitteilung unter Berücksichtigung des stark belasteten Verhältnisses zwischen dem Beschwerdeführer und dem Geschädigten im Rahmen der Erbstreitigkeit ändere nichts daran, dass die Äusserungen ehrverletzend seien (Urteil S. 8 f.). Der Beschwerdeführer sei zum Entlastungsbeweis zuzulassen (Urteil S. 9 f.). Bezüglich des Vorwurfs strafbaren Verhaltens könne der Wahrheitsbeweis angesichts der Unschuldsvermutung grundsätzlich nur durch den Beweis einer Verurteilung erbracht werden. Dieser Beweis sei vom Beschwerdeführer nicht erbracht worden. Sein Vorbringen erschöpfe sich darin, dass der Geschädigte im Jahr 2000 schuldig gesprochen worden sei, er wisse nicht warum. Damit habe der Beschwerdeführer den Wahrheitsbeweis nicht erbracht (Urteil S. 12 f.). Hinsichtlich des Gutglaubensbeweises erwägt die Vorinstanz, der Beschwerdeführer sei mit Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich vom 9. Dezember 2015 rechtskräftig der üblen Nachrede und der Beschimpfung zum Nachteil des Geschädigten schuldig gesprochen worden, weshalb er sich der Problematik des Vorwurfs strafbaren Verhaltens habe bewusst sein müssen, was in die Beurteilung der Frage, ob er ernsthafte Gründe dafür gehabt habe, seine Behauptung jahrelangen strafbaren Verhaltens für wahr zu halten, einfliessen müsse. Sie prüft diese Frage in der Folge und gelangt hinsichtlich beider Anklagepunkte zum Schluss, dass dem Beschwerdeführer der Gutglaubensbeweis misslinge, weshalb er der üblen Nachrede und der Beschimpfung schuldig zu sprechen sei (Urteil S. 13 ff.).