Citation: 8C_73/2020 E. 7.1.3

7.1.3. Die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag der therapeutisch tätigen (Fach-) Person einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits lässt es praxisgemäss nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Arztpersonen oder Therapiekräfte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil diese wichtige - und nicht rein subjektiver Interpretation entspringende - Aspekte benennen, die bei der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil 8C_379/2019 vom 22. August 2019 E. 2.2 mit Hinweis). Aus dem Bericht des Dr. med. K.________ vom 4. November 2015 ergeben sich keine solchen neuen Gesichtspunkte, wie das kantonale Gericht richtig erkannte. Der behandelnde Arzt ging zwar von einer anderen Medikamentendosierung aus und hielt insoweit den vom Gutachter erhobenen Medikamentenspiegel für nicht aussagekräftig. Dr. med. E.________ wies diesbezüglich aber zu Recht darauf hin, dass es die bisherigen Inkonsistenzen zusätzlich untermauere, wenn der Beschwerdeführer gegenüber dem behandelnden Arzt abweichende Angaben zum Medikamentenplan gemacht habe (vgl. Stellungnahme vom 5. April 2016). Es ist auch verständlich, dass der Gutachter aufgrund des negativen Medikamentenspiegels an einem erheblichen Leidensdruck zweifelte und deshalb keinen chronischen posttraumatischen Kopfschmerz diagnostizierte. Hinzu kommt gemäss gutachterlicher Einschätzung, dass eine sekundäre Verschlechterung nicht dem Verlauf eines posttraumatischen Kopfschmerzes entspreche. Ferner sei nach einer MTBI innerhalb eines Jahres mit einer vollständigen Ausheilung zu rechnen gewesen. Mit der Vorinstanz sind diese gutachterlichen Ausführungen schlüssig und nachvollziehbar. Dass nach Ansicht der Ärzte des Zentrums J.________ das Ausheilen einer MTBI nicht mit dem Sistieren der Kopfschmerzen gleichzusetzen ist und sie keine sekundäre Verschlechterung der Kopfschmerzen feststellen konnten (vgl. Bericht vom 2. September 2016), vermag die gutachterliche Beurteilung nicht entscheidend zu erschüttern, zumal sich die behandelnden Ärzte nicht zum echtzeitlich dokumentierten Nachlassen der Kopfschmerzen nach dem Unfall (vgl. etwa Bericht des Spitals L.________ vom 23. November 2010) äusserten. Gegen die gutachterliche Einschätzung der Migräne erhoben die Ärzte des Zentrums J.________ sodann explizit keine Einwände.