Citation: 4A_167/2023 E. 3.2.4

3.2.4. Nachdem feststehe, dass die Fr. 580.-- für das Spülen der Meteorwasserleitung bei objektivierter Auslegung als Pauschale zu verstehen seien, habe die Beschwerdeführerin einen davon abweichenden subjektiven Vertragswillen beider Parteien bei Vertragsschluss zu beweisen. Indes sei auf die Befragung der von der Beschwerdeführerin offerierten Personen - deren Verwaltungsratspräsidenten und eines Geschäftsleitungsmitglieds der Beschwerdegegnerin - zum effektiven, subjektiven Vertragswillen zu verzichten. Davon sei mit der Erstinstanz kein sachdienliches Ergebnis zu erwarten, und für den Entscheid liege ausreichend Beweismaterial vor. Ohnehin wären, wie dargestellt, Fr. 261'000.-- für die besagten Arbeiten, nicht zuletzt angesichts des Gesamtauftragsvolumens, absurd hoch und eine entsprechende Aussage des Verwaltungsratspräsidenten der Beschwerdeführerin daher unglaubhaft. Schliesslich habe sie nicht behauptet, in analogen Fällen ähnliche Forderungen gestellt zu haben, welche erfüllt worden wären. Im Übrigen sei vernünftigerweise ausgeschlossen, dass auch das zu befragende Geschäftsleitungsmitglied der Beschwerdegegnerin aussagen würde, beide Parteien hätten bei Vertragsschluss die streitige Klausel so verstanden, wie die Beschwerdeführerin dies tue. Sie habe vielmehr selbst erklärt, dass die Beschwerdegegnerin ihr Vertragsverständnis stets bestritten habe. Damit habe sie eingeräumt, dass die Beschwerdegegnerin nicht von einer Regieposition ausgegangen sei. Die Beschwerdeführerin mache auch nicht geltend, dass die Parteien, insbesondere die nun zur Befragung offerierten Personen, konkret über die hier strittige Frage diskutiert hätten.