Citation: 2C_41/2023 E. 6.4.4

6.4.4. Den Vorbringen des Beschwerdeführers kann nicht gefolgt werden: Das Urteil des Kantonsgerichts Schaffhausen vom 21. April 2011 (vgl. Bst. A.b oben; gleichen Datums in Rechtskraft erwachsen) war bis zum 20. April 2021 noch im Strafregister ersichtlich bzw. musste erst per 21. April 2021 von Amtes wegen gelöscht werden (vgl. Art. 369 Abs. 3 und Abs. 6 lit. a aStGB). Damit war dieses Urteil zum Zeitpunkt der Verweigerung der Aufenthaltsbewilligung durch das Migrationsamt (13. März 2018) noch im Strafregister ersichtlich. Selbst wenn - davon ausgehend, dass das Zustimmungsverfahren nicht eine Fortsetzung des kantonalen Verfahrens darstellt (Urteil 2C_100/2014 vom 22. August 2014 E. 3.2) - auf den Zeitpunkt der verweigerten Zustimmung durch das SEM abgestellt wird (Verfügung vom 25. Februar 2020; vgl. Bst. B.c oben), war dieses Urteil noch im Strafregister aufgeführt. Es durfte somit als Widerrufsgrund im Sinne von Art. 63 Abs. 1 lit. a i.V.m. Art. 62 Abs. 1 lit. b AIG (Verurteilung zu einer längerfristigen Freiheitsstrafe) herangezogen werden. Ausserdem ist der Beschwerdeführer nach der Verurteilung vom 21. April 2011 bzw. nach den ersten drei Verurteilungen mit Verfügung vom 30. Juni 2011 durch das Migrationsamt verwarnt worden (vgl. Bst. A.c oben). Bezüglich der Berücksichtigung des serbischen Urteils vom 13. September 2017 ist Folgendes zu bemerken: Die Beförderung von Cannabis stellt nach schweizerischem Recht, auch wenn kein "schwerer Fall" im Sinne von Art. 19 Abs. 2 BetmG vorliegen sollte, ein Vergehen dar, denn die Strafdrohung lautet auf Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe (Art. 19 Abs. 1 lit. b BetmG). Vergehen sind Taten, die mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe sanktioniert werden (Art. 10 Abs. 3 StGB). Die Androhung einer Mindeststrafe von einem Jahr Freiheitsentzug ist diesbezüglich nicht erforderlich. Ausserdem ist davon auszugehen, dass in Serbien als Konventionsstaat der EMRK die elementaren rechtsstaatlichen Grundsätze und Verfahrensrechte eingehalten werden. Der Beschwerdeführer hat im Übrigen weder behauptet noch nachgewiesen, dass das Verfahren in Serbien diesbezüglich mangelhaft gewesen sei (vgl. dazu Urteil 2C_851/2017 vom 5. Oktober 2017 E. 3.2 und E. 4) und eine Verletzung des schweizerischen "ordre public" (vgl. Urteil 2C_613/2023 vom 16. November 2023 E. 5.2) ist nicht ersichtlich. Damit sind die Voraussetzungen für eine Berücksichtigung des genannten, serbischen Urteils bereits erfüllt (vgl. Urteil 2C_122/2017 vom 20. Juni 2017 E. 4.1). Es liegt somit ein zweites Urteil vor, in welchem der Beschwerdeführer mit einer Freiheitsstrafe von mehr als einem Jahr, nämlich dreieinhalb Jahren, sanktioniert wurde. Bezüglich der Schwere dieser Tat ist auf die Verhältnismässigkeitsprüfung zu verweisen (vgl. E. 6.5 unten). Im Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass entgegen dem Beschwerdeführer der vorliegende Schmuggel von Cannabis im Umfang von rund 9 kg nach BetmG durchaus einen "schweren" bzw. qualifizierten Fall gemäss Art. 19 Abs. 2 BetmG darstellen kann. Zwar liegt bei der Beförderung von Cannabis rechtsprechungsgemäss kein qualifizierter Fall im Sinne der mittelbaren oder unmittelbaren Gefährdung der Gesundheit vieler Menschen vor (Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG; BGE 146 IV 326 E. 3.2; 145 IV 312 E. 2.1.1). Ein qualifizierter Verstoss kann jedoch auch bei Cannabis im Falle von Bandenmässigkeit oder Gewerbsmässigkeit im Sinne von Art. 19 Abs. 2 lit. b oder c BetmG gegeben sein (BGE 146 IV 326 E. 3.1 mit Hinweisen; Urteil 1B_258/2019 vom 14. Juni 2019 E. 3.1 mit Hinweisen). Jedenfalls war der Beschwerdeführer, wie sich aus den Akten ergibt (Art. 105 Abs. 2 BGG), anlässlich des Grenzübertritts am 10. Januar 2017 (vgl. Bst. A.d oben) mit einer weiteren Person im Auto unterwegs, wobei für eine "Bande" im Sinne von Art. 19 Abs. 2 lit. b BetmG zwei Personen genügen (vgl. statt vieler Urteil 6B_691/2022 vom 17. Oktober 2022 E. 3.1.1), und das Cannabis war für den Weiterverkauf in Serbien vorgesehen. Da das serbische Urteil in jedem Fall als Widerrufsgrund im Sinne von Art. 63 Abs. 1 lit. a i.V.m. Art. 62 Abs. 1 lit. b AIG heranzuziehen ist, kann jedoch vorliegend offen gelassen werden, ob nach schweizerischem Recht sogar ein qualifizierter Verstoss gegen das BetmG im Sinne von Art. 19 Abs. 2 BetmG vorgelegen hätte. Der Widerrufs- und Erlöschensgrund der längerfristigen Freiheitsstrafe von Art. 51 Abs. 1 lit. b. i.V.m. Art. 63 Abs. 1 lit. a und Art. 62 Abs. 1 lit. b AIG ist demnach vorliegend erfüllt und das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts erweist sich diesbezüglich als bundesrechtskonform.