Citation: 1C_572/2020 E. A

Das der Landwirtschaftszone zugeordnete Grundstück KTN 401 der Gemeinde Lauerz (nachstehend: Baugrundstück) liegt an einem gegen Norden zum Lauerzersee abfallenden Hang im Gebiet Nr. 1606 "Vierwaldstättersee mit Kernwald, Bürgenstock und Rigi" des Bundesinventars der Landschaften und Naturdenkmäler (BLN). Es wurde vor 1881 mit einem Bauernhaus mit angebautem Ökonomieteil (nachstehend: Gadenhaus) überbaut. Mit Schreiben vom 9. August 1985 führte der damalige Eigentümer des Baugrundstücks, D.________, gegenüber der Gemeinde Lauerz zusammengefasst aus, er habe im Glauben, dass man für eine Instandstellung keine Baubewilligung brauche, bereits mit dem Umbau des Gadenhauses angefangen. Baulich gebe es praktisch keine Veränderungen. Das Dach werde etwas niedriger, da das Scheunendach schon vorher eingefallen sei. Die Trennwände, Böden von Scheune und Veranda sowie Haus würden wieder genau gleich hergestellt. Die Scheune werde nicht für einen anderen Verwendungszweck gebraucht. Sollte er diese ausbauen wollen, werde er eine Baubewilligung einholen. Mit Baueingabe vom 25. November 1985 ersuchte D.________ darum, die Renovation des Stall- und Wohnteils des Gadenhauses für eine Wohnung mit fünf Zimmern zu bewilligen. Bei gleich bleibendem Bauvolumen von 800 m³ sah die Baueingabe eine Erhöhung der Bruttogeschossfläche (BGF) von 124 m² auf 131 m² vor. Mit Verfügung vom 3. März 1986 erteilte das Justizdepartement des Kantons Schwyz D.________ unter dem Titel "Ausnahmebewilligung für bestehende Bauten und Anlagen ausserhalb der Bauzone" die Bewilligung für die umfassende Erneuerung des Gadenhauses (Wohn- und Stallteil) unter den Auflagen, dass die Laube nicht durch Heizung und Wasserinstallation etc. für Wohnzwecke ausgebaut werden darf und der Wiederaufbau des östlichen Stallanbaues untersagt ist. In der Bewilligung wird erwähnt, die vorliegende Kleinliegenschaft mit Gadenhaus unterstehe seit dem 3. Juli 1984 nicht mehr dem landwirtschaftlichen Entschuldungsgesetz. Der bewilligte Bauplan vom 18. November 1985 sah im Untergeschoss, das auf der Nordseite über dem Terrain liegt, (von Ost nach West) einen Stall, einen weiteren Stall, einen Raum "Holz", einen Raum "Eingang" mit Treppe, einen Keller mit "DU/WC" und einen Abstellraum vor. Der Zutritt zu den Räumen im Untergeschoss erfolgte - abgesehen vom Holzraum - durch separate Türen jeweils von der Nordseite her. Vor den Räumen im Untergeschoss war eine Jauchegrube eingezeichnet. Im Erdgeschoss befand sich (von Ost nach West) ein Raum "Heu", der auch das Obergeschoss umfasst, mit Zugang zum anschliessenden Eingangsbereich, eine Küche, ein Raum "WC/DU" sowie eine Stube. Dem Heuraum nördlich vorgelagert war die Laube, an die sich westlich der "Essplatz" mit Zutritt von der Küche und vom Eingangsbereich her und mit Zugang zur Laube anschloss. Im Obergeschoss folgten (von Ost nach West) der Heuraum, der Eingangsbereich und vier Zimmer, wovon zwei Durchgangszimmer waren. Gemäss dem Plan B (Schnitt) wurde der Giebel und die bis zu diesem reichende Lukarne tiefergesetzt. Am 11. Dezember 1989 erteilte das damalige Amt für Raumplanung des Kantons Schwyz D.________ die Bewilligung für die Errichtung einer Zufahrtsstrasse zum Gadenhaus. In diesem Zusammenhang wurde am 2. November 1989 ein Augenschein durchgeführt. Am 24. März 1995 verkaufte D.________ das Gadenhaus an A.C.________ und B.C.________ (nachstehend: Bauherrschaft). Am 4. Juli 2001 erteilte das Amt für Raumplanung des Kantons Schwyz (heute: Amt für Raumentwicklung des Kantons Schwyz [ARE/SZ]) der Bauherrschaft die Ausnahmebewilligung, auf der ca. 100 m nördlich des Baugrundstücks gelegenen Parzelle KTN 369 eine Garage zu errichten, die an den bestehenden Stall auf der Parzelle KTN 348B angebaut werden soll. Das ARE/SZ ging davon aus, für den Bau der Garage werde planerisch eine Nutzflächenerweiterung von bestehend 174,8 m² um 48,5 m² (28 %) auf 223,3 m² ausgewiesen, weshalb im Grundbuch zu Lasten der Bauparzelle eine Nutzungsbeschränkung im Umfang von 48,5 m² anzumerken sei. Mit Schreiben der Baukommission Lauerz vom 24. Juni 2008 teilte diese der Bauherrschaft mit, das von ihnen bereits erstellte Gewächshaus sei im Sinne einer Baumeldung in Ordnung, wenn es kein festes Fundament erhalte und die nachbarliche Zustimmung zur Unterschreitung des Grenzabstandes vorliege. Die Laube sei bereits auf zwei oder mehr Seiten geschlossen und in der Berechnung der Bruttogeschossfläche (BGF) des ARE/SZ enthalten; eine Verglasung führe zu keiner Vergrösserung der BGF und könne als geringfügige Veränderung betrachtet werden. Für den gemäss Eingabe mit Gartenplatten oder Verbundsteinen geplanten Sitzplatz werde eine Mauer von 0,5 m Höhe mit darauf befindlicher Glaswand von nochmals 1,0 m erstellt. Die Baukommission erachte die drei vorgenannten baulichen Veränderungen im Rahmen einer Baumeldung als in Ordnung. Vorbehalten bleibe jedoch eine allfällige Intervention kantonaler Amtsstellen.