Citation: 6A.40/2001 26.06.2001 E. 4

4.- a) Die Voraussetzungen für einen Führerausweisentzug sind in Art. 16 SVG geregelt. Die Vorinstanz gibt die Rechtsprechung zu dieser Gesetzesbestimmung zutreffend wieder. Es ist darauf zu verweisen (Art. 36a Abs. 3 OG) und lediglich ergänzend festzuhalten, dass die zitierte Praxis letztmals im Entscheid 126 II 358 E. 1 bestätigt wurde. b) Gemäss Art. 33 Abs. 2 SVG hat der Fahrzeugführer vor Fussgängerstreifen besonders vorsichtig zu fahren und nötigenfalls anzuhalten, um den Fussgängern, die sich schon auf dem Streifen befinden oder im Begriffe sind, ihn zu betreten, den Vortritt zu lassen. An dieser besonderen Vorsicht hat es der Beschwerdeführer mangeln lassen. Er hat die Fussgängerin, welche auf dem Streifen bereits recht weit vorgerückt war, nicht einmal bemerkt. Aber selbst wenn er sie gesehen hätte, wäre sein Verhalten rechtlich nicht anders zu qualifizieren. Der Fussgänger hat auf dem Fussgängerstreifen den Vortritt. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers ist zudem das Zögern resp. Stehenbleiben eines Fussgängers auf dem Streifen immer als Aufforderung zum Anhalten zu verstehen - es sei denn, der Fussgänger bringe unmissverständlich durch Handzeichen zum Ausdruck, dass er auf sein Vortrittsrecht verzichte. Die rechtliche Qualifikation des Falles durch die Vorinstanz - welche zutreffend feststellt, dass sie damit nicht vom Urteil des Strafrichters abweicht -, verletzt kein Bundesrecht. Es ist ebenfalls nicht zu beanstanden, dass die Gefährdung der Fussgängerin verschuldensmässig berücksichtigt worden ist. c) Der Beschwerdeführer kann aus der Tatsache nichts für sich ableiten, dass ihn der Strafrichter nicht in Anwendung von Art. 90 Ziff. 2 SVG, sondern lediglich in Anwendung von Art. 90 Ziff. 1 SVG schuldig gesprochen hat. Eine strafrechtliche Verurteilung wegen einfacher Verletzung von Verkehrsregeln nach Art. 90 Ziff. 1 SVG führt nicht zwingend zur Annahme eines leichten Falles im Sinne von Art. 16 Abs. 2 Satz 2 SVG. Zwar entspricht die schwere Verletzung von Verkehrsregeln nach Art. 90 Ziff. 2 SVG dem schweren Fall nach Art. 16 Abs. 3 SVG (BGE 123 II 106 E. 2a), doch umfasst die einfache Verletzung von Verkehrsregeln sowohl den leichten wie den mittelschweren Fall nach Art. 16 Abs. 2 SVG. d) Schliesslich dringt der Beschwerdeführer mit dem Hinweis auf seinen guten persönlichen und automobilistischen Leumund sowie seine berufliche Angewiesenheit auf ein Fahrzeug nicht durch. Der Beschwerdeführer wurde im Jahre 1996 wegen einer Überschreitung der signalisierten Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h um 24 km/h verwarnt. Die berufliche Angewiesenheit auf den Führerausweis ist erst bei der Dauer der Massnahme und nicht schon bei der Frage nach der Art der Massnahme zu berücksichtigen (BGE 126 II 196 E. 2c S. 201). Vorliegend wurde die minimale Entzugsdauer von einem Monat angeordnet. e) In gesamthafter Würdigung von Verschulden, geschaffener Gefahr und automobilistischem Leumund kann nicht mehr von einem leichten Fall im Sinne von Art. 16 Abs. 2 SVG ausgegangen werden.