Citation: 1A.183/2001 18.09.2002 E. 5

Die Beschwerdeführer kritisieren weiter, es sei zu Unrecht keine Umweltverträglichkeitsprüfung durchgeführt worden. 5.1 Gemäss Anhang Ziff. 50.5 der Verordnung vom 19. Oktober 1988 über die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVPV; SR 814.011) unterliegen 300-m-Schiessanlagen mit mehr als 15 Scheiben der UVP-Pflicht (BGE 119 Ib 439 E. 4b). Der projektierte 300-m-Stand umfasst nur 12 Scheiben. Die Jagd- und Tontaubenschiessanlage ist keine 300-m-Schiessanlage. Wie das Verwaltungsgericht zutreffend festgestellt hat, fällt das Projekt somit nicht unter die UVP-Pflicht. 5.2 Die Beschwerdeführer sind allerdings der Ansicht, diese Interpretation verkenne Art. 9 des Umweltschutzgesetzes vom 7. Oktober 1983 (USG; SR 814.01). Die gesamte Anlage umfasse (mit der Jagd- und Tontaubenschiessanlage) mehr als zweiundzwanzig Scheiben und müsse aufgrund ihrer Projektgrösse der UVP-Pflicht unterstellt werden. Das Bundesgericht hat ursprünglich Art. 9 USG direkt angewendet und von Fall zu Fall entschieden, ob eine Anlage die Umwelt erheblich belasten kann (BGE 113 Ib 225 E. 3b/aa S. 231 f., mit Hinweisen). Seit Erlass der UVPV hat es jedoch in konstanter Rechtsprechung die Frage, ob eine Anlage der UVP-Pflicht unterliegt, abschliessend anhand der Aufzählung im Anhang zur UVPV beurteilt, auch wenn damit ein bestimmter Schematismus verbunden ist, dies insbesondere aus Gründen der Rechtssicherheit (BGE 124 II 219 E. 6a S. 228, 118 Ia 299 E. 3b/aa S. 301, 117 Ib 135 E. 3b S. 144, 115 Ib 335 E. 3 S. 339, vgl. auch Urteil 1A.35/1991 vom 3. April 1992 in URP 1993 S. 206 E. 5a; Rausch/Keller, Kommentar USG, Zürich 2001, Rz. 32 und 201 zu Art. 9). Es besteht somit kein Raum, Anlagen, die nicht im Anhang UVPV genannt sind, der UVP-Pflicht zu unterstellen, auch wenn davon ähnliche Auswirkungen ausgehen sollten wie von Anlagen, die dieser Pflicht unterliegen. Das streitige Vorhaben unterliegt damit nicht der UVP-Pflicht.