Citation: 8C_83/2023 E. 9.2.2

9.2.2. In einer eingehenden Würdigung der Rede gelangte das kantonale Gericht sodann zum Ergebnis, der Beschwerdeführer habe in dieser die gebotene Sachlichkeit und Zurückhaltung vermissen lassen, indem er sich ohne Rücksicht auf die möglichen Auswirkungen auf seinen Arbeitgeber und die Bildungsfunktion geäussert habe. Seine Ausführungen seien fernab von konstruktiver Kritik und geprägt gewesen von unbelegten und verharmlosenden Behauptungen. Massgeblich ins Gewicht fielen dabei das öffentliche Beleidigen demokratisch legitimierter Amtsträger des Bundes und die fehlende Achtung vor der geltenden Rechtsordnung. Trotz Kenntnis von der klaren Haltung des Beschwerdegegners habe sich der Beschwerdeführer diesbezüglich nicht ausreichend von seiner Funktion als Lehrer abgegrenzt, da seine Aussagen nicht als rein private Äusserungen erkennbar gewesen seien. In der Bewährungszeit habe er den Grundsatz der strikten Trennung von privaten Ansichten und beruflichen Aufgaben verletzt, sei damit seiner Vorbildfunktion als Lehrer nicht gerecht geworden und habe dem Ansehen und der Glaubwürdigkeit seines Arbeitgebers resp. der Kantonsschule geschadet. Zudem habe er auch das Vertrauen der Schülerinnen und Schüler sowie deren Eltern in die ordnungsgemässe Ausübung des Berufsauftrags und damit das Funktionieren des Schulbetriebs gefährdet. Es sei anzuzweifeln, ob die Schule unter diesen Umständen in der Lage sei, die geltenden Schutzmassnahmen glaubwürdig umzusetzen, wenn der Beschwerdeführer als Lehrer in der Öffentlichkeit ein derart kompromissloses Auftreten gegenüber den behördlich angeordneten Massnahmen demonstriere und gar dazu ermuntere, diese zu missachten. Der Beschwerdeführer habe folglich seine Treuepflicht verletzt und eine Grenze überschritten, was der Beschwerdegegner nicht habe hinnehmen müssen. Mit der Wahrung des Ansehens der Schule, der Ermöglichung eines geregelten Schulbetriebs und der Umsetzung der behördlich angeordneten Schutzmassnahmen bestehe auch ein überwiegendes öffentliches Interesse daran, die Meinungsäusserungsfreiheit des Beschwerdeführers insofern einzuschränken, dass er sich als Lehrperson in der Öffentlichkeit auf zurückhaltende Kritik beschränken müsse. Die Einschränkung sei daher sachlich begründet und verhältnismässig, zumal dem Beschwerdeführer andere Mittel - etwa eine sachliche Argumentation - zur Verfügung gestanden wären, um gegen die von ihm kritisierte Situation vorzugehen. Eine Verletzung von Art. 16 Abs. 2 BV liege somit nicht vor.