Citation: 6B_335/2018 E. 3.3

3.3. Der Beschwerdeführer leitet den Verdacht auf ein (im Sinne von Art. 261bis Abs. 4 erster Teilsatz StGB) tatbestandsmässiges Verhalten daraus ab, dass die beiden Journalisten die (bestrittenen) Geschäftspraktiken im Personalwesen mit seiner Religionszugehörigkeit verknüpfen. Nicht von vornherein entlastend wirkt der vorinstanzliche Hinweis auf die bloss identifizierende Funktion der Angabe. Eine derartige sachfremde Verbindung von Gruppenzugehörigkeit und Gegenstand der Berichterstattung ist problematisch, weil potentiell geeignet, Ressentiments gegen die betroffene Gruppe hervorzurufen oder zu verstärken. Art. 261bis StGB stellt aber solche Wirkungen von Medienberichterstattung nicht an sich unter Strafe. Der Tatbestand ist erst erfüllt, wenn der unbefangene Durchschnittsleser den Text so versteht, dass das beschriebene Fehlverhalten einer Person mit ihrer Rasse, Ethnie oder Religion zusammenhänge, und darin eine Abwertung dieser Person in ihrer Eigenschaft als Angehörige der betreffenden Bevölkerungsgruppe, hier der dem Sikhismus angehörigen, zum Ausdruck kommt. Auf die Berichterstattung der Beschuldigten trifft das indes nicht zu, wie die Vorinstanz zutreffend festhält. Der Beschwerdeführer macht denn auch zu Recht nicht geltend, die Negativberichterstattung finde wegen seiner Religionszugehörigkeit statt oder stelle diese so stark in den Vordergrund, dass das beschriebene Verhalten dem unbefangenen Durchschnittsleser gleichsam als Eigenschaft der betreffenden Bevölkerungsgruppe erscheinen müsste.