Citation: 5A_299/2020 E. 3.4.3

3.4.3. Die Beschwerdeführerin konzentriert ihre Argumentation auf die Verbindlichkeit des englischen Urteils betreffend Durchgriff in der Zustellung. Allerdings kann - wie dargelegt - das Obergericht selber tatsächliche Vorbringen würdigen und rechtliche Schlüsse ziehen, ob ein Strohmannverhältnis bzw. ein den Durchgriff rechtfertigendes Verhältnis mit Bezug auf die Zustellung vorliegt. Dies hat die Vorinstanz getan und effektive Kenntnis verneint. Die Beschwerdeführerin übergeht, dass das Bundesgericht seinem Urteil einzig den Sachverhalt zugrunde legen kann, den die Vorinstanz festgestellt hat (E. 1.4); diese Regel gilt auch in der Beschwerde gegen den LugÜ-Rechtsbehelfsentscheid (Urteil 5A_230/2012 vom 23. Oktober 2012 4.1 a.E.). Mit Bezug auf das vorinstanzliche Verfahren - das Rechtsbehelfsverfahren, in welchem die Beschwerdegegnerin ein Durchgriffs- bzw. alter ego -Verhältnis bestritten hat - bringt die Beschwerdeführerin keine Rügen gegen die vorinstanzlichen Sachverhaltsfeststellungen vor. Dass die Feststellungen willkürlich (Art. 9 BV) seien oder auf einer anderen Bundesrechtsverletzung im Sinn von Art. 95 BGG, insbesondere einer Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör gemäss Art. 29 Abs. 2 BV beruhen (E. 1.4), macht die Beschwerdeführerin nicht geltend. Damit bleibt es insoweit beim verbindlichen Sachverhalt, wonach die Beschwerdegegnerin keine effektive Kenntnis vom verfahrenseinleitenden Schriftstück hatte, und der rechtliche Schluss, dass sie sich nicht in einer Art. 34 Ziff. 2 LugÜ genügender Weise verteidigen konnte, ist insoweit nicht zu beanstanden.