Citation: I 160/05 15.09.2005 E. 6

Die Beschwerdeführerin argumentiert, ab 9. November 2001 sei sie vollständig arbeitsunfähig geworden, weshalb ihr ab jenem Zeitpunkt eine ganze Rente zustehe. 6.1 Nach Art. 41 IVG (in der bis 31. Dezember 2002, hier anwendbaren Fassung, vgl. Erwägung 2.1) sind laufende Renten für die Zukunft zu erhöhen, herabzusetzen oder aufzuheben, wenn sich der Invaliditätsgrad in einer für den Anspruch erheblichen Weise ändert. Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Ob eine solche Änderung eingetreten ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der ursprünglichen Rentenverfügung bestanden hat, mit demjenigen zur Zeit der streitigen Revisionsverfügung (BGE 125 V 369 Erw. 2 mit Hinweis). 6.2 Ab September 2001 war die Beschwerdeführerin als Aussendienstmitarbeiterin einer Kosmetikfirma tätig. Ihr Hausarzt, Dr. med. R.________, attestiert ihr ab 9. November 2001 - mit einer einmonatigen Unterbrechung vom 14. November bis 16. Dezember, als eine 50%ige Arbeitsfähigkeit vorlag - eine fortdauernde 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Im Bericht vom 17. Januar 2001 ist ausdrücklich präzisiert, dass dies für die Tätigkeit als Aussendienstmitarbeiterin gelte. Gleichzeitig vermerkte der Arzt, viele andere Tätigkeiten, welche möglichst regelmässig und ohne Schicht- oder Nachtarbeit ausgeübt werden können, seien in reduzierter Belastung - 4-5 Stunden im Tag entsprechend ca. 50 % - zumutbar. Diese Einschätzung wird durch den Gastroentereologen Dr. med. M.________ in seinem Zeugnis vom 12. April 2002 geteilt. Auch er betont, eine Aussendiensttätigkeit mit Autofahrten und Kundenbesuchen sei aufgrund des imperativ auftretenden Stuhldranges unmöglich, hingegen werde bei optimalen Rahmenbedingungen eine Arbeitsfähigkeit von 50 % erreicht. Da solche Bedingungen mit der jederzeitigen Erreichbarkeit einer Toilette, einer vorwiegend sitzend auszuführenden Arbeit und einer Einschränkung beim Heben von Gewichten definiert werden, steht fest, dass die Beschwerdeführerin eine einfache Büro-Tätigkeit, wie sie sie bei der Krankenkasse N.________ oder bei der Firma E.________ AG ausübte (Telefonistin, Bedienen der Zentrale und des Schalters, einfache Sachbearbeiteraufgaben) im genannten Rahmen weiterhin hätte verrichten können. Aus dem Umstand, dass sie sich selber als Aussendienstmitarbeiterin falsch eingegliedert hatte, kann sie keinen höheren Rentenanspruch ableiten. Da sich der Invaliditätsgrad nicht veränderte, sind die Revisionsvoraussetzungen per 1. November 2001 trotz 100%iger Arbeitsunfähigkeit in der unzumutbaren Tätigkeit nicht erfüllt. Entgegen den Ausführungen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde liegen keine Arztzeugnisse vor, die dieser Sachverhaltsdarstellung widersprechen würden. 6.3 Ab 8. Juli 2002 erachtet PD Dr. S.________ nur noch eine Tätigkeit von ein bis zwei Stunden pro Tag als zumutbar (Arztbericht vom 21. August 2002). Damit kann ab jenem Zeitpunkt eine Erwerbsunfähigkeit von mehr als zwei Dritteln angenommen werden. Die IV-Stelle hat der Beschwerdeführerin zu Recht ab Oktober 2002 (Art. 88a Abs. 2 IVV) eine ganze Rente zugesprochen.