Citation: 5A_298/2022 E. 2

Das Obergericht hat erwogen, das informierende Schreiben der KESB vom 15. Februar 2022 an B.________ sei kein gültiges Anfechtungsobjekt, da ihm keine Rechtswirkung und Rechtsverbindlichkeit zukomme. Ebenso wenig sei auf das Feststellungsbegehren einzutreten, da es hierbei nicht um eine erwachsenenschutzrechtliche Anordnung der KESB, sondern um eine materielle Frage gehe; das Obergericht sei deshalb im Rahmen der Anfechtung eines Aktes der KESB nicht beschwerdezuständig. Soweit schliesslich die am 10. Februar 2022 erfolgte Beistandserrichtung angefochten werde, könne die Beschwerdeführerin nicht als nahestehende Person im Sinn von Art. 48 KESG/BE bzw. von Art. 450 Abs. 2 Ziff. 2 ZGB gelten; ein Näheverhältnis sei bei einer juristischen Person zwar nicht von vornherein ausgeschlossen, die Beschwerdeführerin sei aber eine erst im Herbst 2021 gegründete Immobilienfirma und behaupte kein enges Vertrauensverhältnis, wie dies etwa bei einer langjährigen Finanzberatung durch eine Bank oder bei einer engmaschigen Begleitung eines Pflegeverhältnisses durch eine Institution ausnahmsweise der Fall sein könnte. Vor diesem Hintergrund könne offen bleiben, ob sie mit der Vollmacht vom 10. Februar 2022 über eine gültige Prozessvollmacht verfügen würde. Im Übrigen sei die Beschwerdeführerin im Zusammenhang mit der Beistandserrichtung auch nicht als Verfahrensbeteiligte im Sinn von Art. 450 Abs. 2 Ziff. 1 ZGB in eigenem Namen zur Beschwerdeführung legitimiert, weil sie von der erwachsenenschutzrechtlichen Massnahme nicht selbst betroffen sei. Schliesslich sei sie auch keine legitimierte Dritte im Sinn von Art. 450 Abs. 2 Ziff. 3 ZGB, weil sie mit dem Vorbringen, die Liegenschaftsverwaltung für die Liegenschaft von C.________ übernehmen zu wollen, keine eigennützigen Zwecke geltend mache, sondern ausdrücklich vorgebe, damit in deren Interesse zu handeln. Im Rahmen einer subsidiären materiellen Begründung hat das Obergericht ergänzt, dass auch eine gültige Generalvollmacht die Errichtung einer Beistandschaft nicht verhindern könnte und die KESB bei der Errichtung keineswegs verpflichtet wäre, die bevollmächtigte Person als Beiständin einzusetzen.