Citation: I 644/01 14.06.2002 E. 1

1.- a) Gemäss Art. 128 OG beurteilt das Eidgenössische Versicherungsgericht letztinstanzlich Verwaltungsgerichtsbeschwerden gegen Verfügungen im Sinne von Art. 97, 98 lit. b-h und 98a OG auf dem Gebiet der Sozialversicherung. Im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren sind grundsätzlich nur Rechtsverhältnisse zu überprüfen bzw. zu beurteilen, zu denen die zuständige Verwaltungsbehörde vorgängig verbindlich - in Form einer Verfügung - Stellung genommen hat. Insoweit bestimmt die Verfügung den beschwerdeweise weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand. Umgekehrt fehlt es an einem Anfechtungsgegenstand und somit an einer Sachurteilsvoraussetzung, wenn und insoweit keine Verfügung ergangen ist (BGE 125 V 414 Erw. 1a, 119 Ib 36 Erw. 1b, je mit Hinweisen). Nach der Rechtsprechung des Eidgenössischen Versicherungsgerichts kann das verwaltungsgerichtliche Verfahren aus prozessökonomischen Gründen auf eine ausserhalb des Anfechtungsgegenstandes, d.h. ausserhalb des durch die Verfügung bestimmten Rechtsverhältnisses liegende spruchreife Frage ausgedehnt werden, wenn diese mit dem bisherigen Streitgegenstand derart eng zusammenhängt, dass von einer Tatbestandsgesamtheit gesprochen werden kann, und wenn sich die Verwaltung zu dieser Streitfrage mindestens in Form einer Prozesserklärung geäussert hat (BGE 122 V 36 Erw. 2a mit Hinweisen). b) In der Verfügung der IV-Stelle vom 24. Juli 2000 wird der Anspruch auf eine Invalidenrente abgelehnt. Die Verfügung erging ausdrücklich im Rahmen der Behandlung des am 15. September 1999 gestellten Gesuchs, mit welchem die Zusprechung einer Rente beantragt wurde. Zur beruflichen Eingliederung hat die Verwaltung lediglich in dem Sinne Stellung genommen, als sie bezüglich der Stellenvermittlung auf das Regionale Arbeitsvermittlungszentrum verwies und ihre Unterstützung bei einer allfälligen, invaliditätsbedingt notwendigen Einarbeitung an einem konkreten Arbeitsplatz zusicherte. Damit hat sie zum Ausdruck gebracht, dass sich damals zumindest vorläufig keine beruflichen Vorkehren der Invalidenversicherung aufdrängten. In ihrer Eingabe an das kantonale Gericht vom 7. November 2000 hielt die IV-Stelle fest, mit Gesuch vom 15. September 1999 habe die Versicherte die Ausrichtung einer IV-Rente beantragt; das Leistungsbegehren nach Art. 28 IVG sei bei einem Invaliditätsgrad von 13 % abgewiesen worden, woran festzuhalten sei. Aus dem Verlauf des Administrativverfahrens, dem Verfügungstext und der im vorinstanzlichen Verfahren eingereichten Vernehmlassung ist zu schliessen, dass nur der Rentenanspruch Gegenstand der streitigen Verfügung bildet. Daran ändert nichts, dass dispositivmässig generell das "Leistungsbegehren" abgewiesen wurde. Die Abklärungspflicht der IV-Stelle erstreckt sich nicht auf alle überhaupt möglichen Leistungsansprüche, sondern nur auf die vernünftigerweise mit dem vorgetragenen Sachverhalt und allfälligen bisherigen oder neuen Akten im Zusammenhang stehenden Leistungen. Nur insoweit trifft sie auch eine Verfügungspflicht (BGE 111 V 264 Erw. 3b). Aufgrund der Aktenlage, wie sie sich im Zeitpunkt des Verfügungserlasses darbot, hatte die Verwaltung keinen Anlass, berufliche Massnahmen von Amtes wegen in die Wege zu leiten. Nach den medizinischen Unterlagen war der Versicherten eine körperlich leichte Hilfsarbeitertätigkeit in mehr oder weniger staubfreier Umgebung zu 100 % zumutbar. Damit waren die spezifischen invaliditätsmässigen Voraussetzungen für Umschulungsmassnahmen (zur leidensbedingten Invalidität von mindestens etwa 20 % im Allgemeinen vgl. AHI 1997 S. 80 Erw. 1b und zur Übernahme von Sprachkursen durch die Invalidenversicherung im Besonderen vgl. die dortige Erw. 2b/aa) nicht erfüllt, weshalb sich weitere Abklärungen in dieser Richtung erübrigten. Der Versicherten stehen ausreichend Hilfsarbeitertätigkeiten offen, die keiner vorgängigen beruflichen Ausbildung bedürfen. Ebensowenig drängte sich eine von Amtes wegen einzuleitende Arbeitsvermittlung der Invalidenversicherung auf, da nicht anzunehmen war, dass die Beschwerdeführerin wegen des Gesundheitsschadens bei der Suche nach einer geeigneten Stelle beeinträchtigt war. Die Arbeitsvermittlung oblag unter den gegebenen Umständen den Durchführungsorganen der Arbeitslosenversicherung (BGE 116 V 80; AHI 2000 S. 68). Ist somit davon auszugehen, dass die Verwaltung nicht über (zukünftige) berufliche Massnahmen, sondern ausschliesslich über den Rentenanspruch befunden hat, fehlte es im kantonalen Verfahren für eine materielle Prüfung des Anspruchs auf Eingliederungsmassnahmen an der Voraussetzung einer anfechtbaren Verfügung. c) Die Beschwerdeführerin verlangt im vorliegenden - wie bereits im vorinstanzlichen - Verfahren die Zusprechung der gesetzlichen Leistungen und schliesst eventualiter auf die Rückweisung der Sache an die Verwaltung zur weiteren Abklärung bezüglich der notwendigen Eingliederungsmassnahmen beruflicher Art. In der Verwaltungsgerichtsbeschwerde rügt sie sodann, die Vorinstanz sei auf ihr Begehren um berufliche Massnahmen mit keinem Wort eingegangen; allenfalls habe sie den entsprechenden Antrag stillschweigend abgewiesen. Aufgrund der für Laien nicht beurteilbaren Schwierigkeiten bei der Suche eines leidensangepassten, noxenfreien Arbeitsplatzes sei sie auf die Mithilfe der Invalidenversicherung angewiesen. Des Weitern kämen Umschulungsmassnahmen in Form von Deutschkursen in Frage. Das kantonale Gericht hat im angefochtenen Entscheid den Anspruch auf eine Invalidenrente ausdrücklich abgewiesen. Zur Durchführung von Eingliederungsmassnahmen (Umschulung, Arbeitsvermittlung) hat es nicht Stellung genommen. Angesichts der unterschiedlichen Anspruchsvoraussetzungen für berufliche Massnahmen und Invalidenrente kann nicht davon ausgegangen werden, dass mit der Beschwerdeabweisung implizit auch die Ablehnung von Eingliederungsmassnahmen entschieden worden sei. Insofern bilden solche Leistungen nicht Anfechtungs- und somit auch nicht Streitgegenstand. Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde kann im Sozialversicherungsprozess indessen gerügt werden, dass ein gestellter Antrag nicht behandelt wurde. Die Beschwerdeführerin hat diese Rüge erhoben, weshalb die Frage der Durchführung von Eingliederungsmassnahmen unter dem Aspekt einer Verletzung der Bestandteil des verfassungsrechtlichen Gehörsanspruchs bildenden Begründungspflicht zu prüfen ist (vgl. dazu BGE 124 V 181 Erw. 1a; AHI 2001 S. 121 Erw. 1a). Der Anspruch auf rechtliches Gehör ist zum Vornherein auf Rechte und Pflichten beschränkt, über die verfügungsweise befunden wird, was nach dem Gesagten in der Verfügung vom 24. Juli 2000 bezüglich beruflicher Eingliederungsmassnahmen gerade nicht geschehen ist. Selbst wenn indessen eine Verletzung des rechtlichen Gehörs angenommen würde, gälte es zu berücksichtigen, dass dies in der Regel zwar zur Aufhebung der angefochtenen Verfügung führt, die Verletzung des rechtlichen Gehörs jedoch unter gewissen Voraussetzungen, die vorliegend als gegeben erscheinen (vgl. 126 V 132 Erw. 2b mit Hinweisen), als geheilt gelten kann. Mangels Sachurteilsvoraussetzung (vgl. BGE 125 V 414 Erw. 1a) hatte sich die Vorinstanz mit den beruflichen Massnahmen materiell nicht zu befassen. Korrekterweise hätte sie das entsprechende Begehren mit Nichteintreten erledigen müssen. Indem sie die Beschwerde stattdessen dispositivmässig abwies, in den Erwägungen (vgl. namentlich Erwägung 6c in fine) jedoch ausdrücklich nur auf die Rentenfrage Bezug nahm, ohne im Übrigen den Anspruch auf berufliche Eingliederungsmassnahmen zu prüfen und darüber zu befinden, blieb diese im Rechtsmittelverfahren nicht Streitgegenstand bildende Frage - zu Recht - materiell unbeurteilt, weshalb es damit sein Bewenden haben kann. Daraus folgt für das Verfahren vor dem Eidgenössischen Versicherungsgericht, dass auf das Begehren um Rückweisung der Sache zur Anordnung von Naturalleistungen beruflicher Art nicht einzutreten ist.