Citation: 4A_226/2019 E. 7.2.2

7.2.2. Die Vorinstanz erwog, zunächst sei die E-Mail vom 29. April 2014 von C.________ (Mitarbeiter bei der Beschwerdeführerin) an D.________ (Inhaber der Beschwerdegegnerin) von Bedeutung. Darin schreibe Ersterer, dass E.________ (Partner/Gründer der Beschwerdeführerin) gerne von einem der beiden Kaufverträge zurücktreten würde und eine Lösung gefunden werden solle, die für alle hinnehmbar sei. Diese E-Mail könne indessen nicht als Nachweis für die Vereinbarung eines Mindestverkaufspreises von Fr. 65'000.-- betrachtet werden. Hingegen könne davon ausgegangen werden, dass für die Beschwerdeführerin aus dem Geschäft ein möglichst kleiner Verlust habe resultieren sollen. Ferner sei die E-Mail vom 21. Mai 2014 von D.________ an C.________ relevant. Darin schreibe Ersterer, er werde das Auto am Wochenende nach Luzern mitnehmen und werde versuchen, es zu verkaufen. Die restlichen Fr. 20'000.-- (restliche Anzahlung von insgesamt Fr. 65'000.--) würden sie so stehen lassen, bis das Auto verkauft sei. Fraglich sei, ob die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin mit dieser Nachricht glaubhaft gemacht habe, dass sie den Mercedes für Fr. 65'000.-- verkaufen werde. Hier wäre zweifelsohne eine kurze Rückfrage notwendig gewesen. Andererseits habe die Beschwerdeführerin nach Treu und Glauben erwarten dürfen, dass die Beschwerdegegnerin sie vor einem Verkauf insbesondere bezüglich des Preises kontaktieren würde. Zusammenfassend könne daraus indessen nicht hergeleitet werden, es sei ein Mindestpreis von Fr. 65'000.-- vereinbart worden.