Citation: 4A_475/2022 E. 4.3.2

4.3.2. Es ist nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz zum Ergebnis gelangt, aus dem Wortlaut der letztwilligen Verfügung ergebe sich, dass der Betrag von Fr. 70'000.-- im Zusammenhang mit der Bezifferung der noch offenen Darlehensforderungen und nicht mit dem Forderungserlass steht. Die Vorinstanz macht ohne Verletzung von Bundesrecht geltend, falls E.A.________ sel. nicht eine Bezifferung der Darlehensforderungen, sondern eine Begrenzung des Erlasses derselben hätte vornehmen wollen, hätte er seine letztwillige Verfügung vielmehr wie folgt formuliert: "Meine sämtlichen Darlehensforderungen gegenüber B.A.________ [Adresse] sind ihr im Umfang von Fr. 70'000.-- erlassen." Wenn die Beschwerdeführerin geltend macht, die Vorinstanz verfalle in Willkür, wenn sie einen Unterschied zwischen den Formulierungen "im Betrag von" und "im Umfang von" kreiere, übergeht sie, dass sich die Unterscheidung nicht (allein) aus der Verwendung dieser unterschiedlichen Wörter, sondern vielmehr aus der Satzstellung ergibt. Zudem ist, wie die Beschwerdegegnerinnen zu Recht geltend machen, davon auszugehen, dass E.A.________ sel. nicht von sämtlichen Darlehensforderungen gesprochen hätte, wenn er bloss einen begrenzten Darlehenserlass hätte aussprechen wollen. Diesfalls hätte er wohl eher von "[m]eine Darlehensforderung im Betrag von Fr. 70'000.--" geschrieben. Zusammenfassend ist mit der Vorinstanz davon auszugehen, E.A.________ sel. habe sämtliche gewährten Darlehen erlassen wollen und diese mit insgesamt Fr. 70'000.-- beziffert.