Citation: 8C_122/2024 E. 3

Die Vorinstanz erwog im Wesentlichen, laut dem angefochtenen Einspracheentscheid habe die Beschwerdeführerin der B.________ GmbH im Jahr 2021 insgesamt Zahlungen von Fr. 1'116'584.50 (davon Fr. 463'599.- in bar) geleistet. Die Suva sei zum Schluss gekommen, bei der B.________ GmbH habe es sich nicht um ein aktives, wirtschaftlich selbstständiges Unternehmen gehandelt. Sie habe der Beschwerdeführerin Akkordarbeitnehmer zur Verfügung gestellt, die grundsätzlich als Arbeitnehmer des Einsatzbetriebs zu gelten hätten, zumal die B.________ GmbH auf den ausbezahlten Löhnen die Sozialversicherungsabgaben nicht geleistet habe. Die Beschwerdeführerin wende hiergegen im Wesentlichen ein, sie habe Arbeiten werkvertraglich an die B.________ GmbH vergeben. Erstmals vor Gericht habe sie drei "Werkverträge" zwischen ihr und drei verschiedenen "Subunternehmern" (C.________ S.R.L., B.________ GmbH und D.________) vorgelegt, wobei Letzterer alle drei Verträge unterzeichnet habe und nur derjenige mit ihm datiert gewesen sei. Es sei offensichtlich, dass die B.________ GmbH kein wirtschaftlich eigenständiges, aktives Unternehmen gewesen sei. Sie habe für das Jahr 2021 eine AHV-pflichtige Lohnsumme von bloss Fr. 57'902.10 abgerechnet, was in krassem Missverhältnis zur Zahlung der Beschwerdeführerin von mehr als einer Million Franken stehe. Eine Tätigkeit für andere Auftraggeber habe die B.________ GmbH, soweit ersichtlich, nicht entfaltet. Damit habe offensichtlich eine völlige wirtschaftliche Abhängigkeit von der Beschwerdeführerin bestanden. Dies hätten nicht zuletzt die im Jahr 2021 durchgeführten Kontrollen auf den Baustellen gezeigt, wo formell nicht bei der Beschwerdeführerin angestellte Personen (die Herren E.________ und F.________) als deren Arbeitnehmer aufgetreten seien. Das hier offensichtlich praktizierte Geschäftsmodell, das auf einer lückenhaften Dokumentation, unklaren vertraglichen Beziehungen und massgeblicher Barabwicklung aufgebaut gewesen sei, verdiene keinen Rechtsschutz. In Würdigung der Akten stehe der Suva folgend fest, dass es sich bei den Zahlungen an die B.________ GmbH um solche an unselbstständig für die Beschwerdeführerin tätige Arbeitnehmer gehandelt habe, die in ihre Arbeitsorganisation eingebunden gewesen seien. Im Jahr 2021 sei es nämlich allgemeinnotorisch auch auf dem Bau nicht mehr üblich gewesen, unter juristischen Personen Leistungen in bar zu begleichen. Es sei nicht Sache der Suva oder des Gerichts, extensive Nachforschungen anzustellen, wenn die Beschwerdeführerin weder ihren zivilrechtlichen Buchführungs-, Dokumentations- und Fürsorgepflichten noch ihren Mitwirkungspflichten im Verwaltungsverfahren nachgekommen sei. In quantitativer Hinsicht sei nicht zu beanstanden, dass die Suva 70 % der betreffenden Zahlungen (d.h. Fr. 781'609.-, ausgehend von Zahlungen von Fr. 1'116'584.50) aufgerechnet habe, d.h. den Lohn der unselbstständigen Arbeitnehmer. Daran ändere der Verweis der Beschwerdeführerin auf weitere Subunternehmer nichts, zeigten die entsprechenden Darlegungen - und die versehentliche Verbuchung unter falschem Namen - doch gerade auf, dass keine echten Subunternehmer im Spiel gewesen seien, sondern es sich um ein Konstrukt zwecks Umgehung der Sozialversicherungsabgaben gehandelt habe. Ein Nachrechnen durch das Gericht habe sogar höhere Zahlungen an die B.________ GmbH ergeben, weshalb nicht nachvollziehbar sei, dass die Beschwerdeführerin nur von Arbeiten im Gegenwert von Fr. 1'078'449.35 ausgehe. Die aufgerechneten Barbezüge von Fr. 140'000.- seien mit Bankauszügen belegt. Zwar sei ihr Verwendungszweck nicht bekannt. Indes gehe es nicht an, wenn die Beschwerdeführerin als buchführungspflichtige Gesellschaft der plausiblen Vermutung der Suva, es habe sich überwiegend wahrscheinlich um direkt in bar ausbezahlte Löhne gehandelt, ihrerseits bloss eine unsubstanziierte Bestreitung entgegenhalte und mutmasse, die betreffenden Bezüge könnten allenfalls geschäftsnotwendige Ausgaben gewesen sein.