Citation: 6B_103/2023 E. 5.3

5.3. Die Vorinstanz erwägt, Rechtsanwalt O.________ aus Deutschland habe der Staatsanwaltschaft mit Eingabe vom 7. August 2015 angezeigt, er sei vom Beschwerdeführer mit der Vertretung seiner Interessen im Strafverfahren in der Schweiz betraut worden, und um eine möglichst schnelle Überstellung des Beschwerdeführers in die Schweiz ersucht. Damit sei der Beschwerdeführer verteidigt und der Anspruch gemäss Art. 130 StPO sei erfüllt gewesen. Am 23. Juni 2016 habe Rechtsanwalt Helfenfinger der Staatsanwaltschaft bekanntgegeben, er sei vom Beschwerdeführer mit der Vertretung seiner Inte-ressen betraut worden und bitte um Akteneinsicht. Mit Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 28. Juni 2016 sei die Akteneinsicht gestützt auf Art. 101 Abs. 1 StPO vorerst verweigert worden, da der Beschwerdeführer noch nicht habe befragt werden können, und darum gebeten worden, für das weitere Verfahren einen Hauptvertreter im Sinne von Art. 127 Abs. 2 StPO bekannt zu geben. Diese Verfügung sei nicht angefochten worden. Mit Verfügung vom 3. August 2016 sei von der Staatsanwaltschaft erneut auf die derzeitige Doppelvertretung hingewiesen und Rechtsanwalt O.________ Frist gesetzt worden, seine Berechtigung als Rechtsvertreter nachzuweisen und eine Korrespondenzadresse in der Schweiz zu bezeichnen. Rechtsanwalt O.________ habe in der Folge am 9. August 2016 diverse Dokumente eingereicht, wonach er in der Schweiz schon in mehreren Kantonen als amtlicher Verteidiger eingesetzt worden sei, und den Antrag gestellt, er sei dem Beschwerdeführer für die Zeit ab dessen Überstellung in die Schweiz als amtlicher Verteidiger zu bestellen. Mit Eingabe vom 3. Februar 2017 habe Rechtsanwalt Helfenfinger sinngemäss um Einsetzung als amtlicher Verteidiger gebeten, was mit Verfügung vom 7. Februar 2017 erfolgt sei (angefochtenes Urteil E. 3.1.4 S. 34). Die wesentlichen Beweise gegen den Beschwerdeführer im vorliegenden Verfahren seien entweder vor der Eröffnung des Strafverfahrens gegen den Beschwerdeführer (Spurensicherung) oder nach Etablierung der Verteidigung (Befragungen des Zeugen H.________, Befragungen des Beschwerdeführers) erhoben worden. Deshalb verwundere es nicht, dass die Verteidigung keinerlei konkrete Erhebung von belastenden Beweisen bezeichne, die einem Verwertungsverbot gemäss Art. 131 Abs. 3 StPO unterliegen solle (und diesen Einwand nicht schon früher erhoben habe), und nur eine pauschale Feststellung von Unverwertbarkeiten postuliere. Der Beschwerdeführer lasse vor dem Berufungsgericht denn auch wiederholt und dezidiert ausführen, das Beschleunigungsgebot sei verletzt worden, weil das Verfahren gegen ihn während sechs Jahren nicht weitergeführt worden und längere Zeit stillgestanden sei. Unter diesem Titel seien somit keine Unverwertbarkeiten festzustellen (angefochtenes Urteil E. 3.1.5 S. 34 f.).