Citation: 2C_91/2024 E. 5.1.2

5.1.2. Der abgeleitete Aufenthaltsanspruch nach Art. 3 Anhang I FZA besteht nur, sofern und solange der Drittstaatsangehörige die Eigenschaft als Familienangehöriger im Sinne von Art. 3 Abs. 2 Anhang I FZA besitzt (vgl. BGE 143 II 57 E. 3.8). Dies ist bei Nachkommen, welche das 21. Lebensjahr vollendet haben, der Fall, solange ihnen Unterhalt gewährt wird bzw. die Unterhaltsbedürftigkeit besteht (Urteile 2C_184/2021 vom 26. August 2021 E. 3.7; 2C_386/2018 vom 15. Juni 2018 E. 2.2; 2C_688/2017 vom 29. Oktober 2018 E. 3.5 und 3.7). Artikel 3 Abs. 2 lit. a Anhang I FZA ist für Fälle gedacht, in denen das Kind auch nach dem 21. Lebensjahr von seinen Eltern abhängig ist, beispielsweise weil es die Ausbildung noch nicht abgeschlossen hat oder pflegebedürftig ist (Urteile 2C_184/2021 vom 26. August 2021 E. 3.8; 2C_688/2017 vom 29. Oktober 2018 E. 4.1). Der Unterhalt muss aktuell in der Schweiz gewährt werden, wenn sich der nachzuziehende Familienangehörige bereits rechtmässig in der Schweiz aufhält (BGE 135 II 369 E. 3.2), oder aber bisher im Herkunftsland, sofern es um den Nachzug aus dem Ausland geht (Urteil 2C_301/2016 vom 19. Juli 2017 E. 3.4.3 und 3.4.4). Das Vorliegen eines tatsächlichen Abhängigkeitsverhältnisses muss nachgewiesen werden (Urteil 2C_184/2021 vom 26. August 2021 E. 3.2 mit Hinweisen).