Citation: 1B_118/2019 E. 3.3

3.3. Eine offensichtlich fehlende schweizerische Strafrechtshoheit (internationalstrafrechtliche territoriale Zuständigkeit) wird vom Beschwerdeführer nicht nachvollziehbar dargetan (vgl. dazu BGE 144 IV 265 E. 2 S. 269 ff.; 133 IV 171 E. 6.3 S. 177; je mit Hinweisen; Urteil 6B_127/2013 vom 3. September 2013 E. 4.2-4.3; s.a. Popp/Keshelava, in: Basler Kommentar StGB, 4. Aufl. 2019, Art. 3 N. 2-4, Art. 8 N. 1-10, 15-17; Marc Forster, ebenda, vor Art. 24 StGB, N. 65-68). Die Bundesanwaltschaft legt dar, dass ausreichende internationalstrafrechtliche Anknüpfungspunkte für eine schweizerische Strafrechtshoheit sowohl betreffend Ausführungs- als auch betreffend Erfolgsort vorlägen. Die mutmasslich deliktisch erlangten 6,7 Mio. EUR seien zwei Bankkonten in der Schweiz gutgeschrieben worden. Zudem seien die den Beschuldigten angelasteten Delikte zumindest teilweise in der Schweiz ausgeführt worden. Der Beschwerdeführer habe am Hauptsitz der FIFA in Zürich das inkriminierte Vorgehen mitgeplant und koordiniert und insbesondere die persönlichen Kontakte zwischen den beteiligten Personen vermittelt. Einschlägige Sitzungen und Besprechungen (unter anderem mit dem Beschwerdeführer und weiteren Beteiligten) hätten in Zürich stattgefunden. Nach den aktuellen Untersuchungsergebnissen sei von einer mittäterschaftlichen Rolle des Beschwerdeführers auszugehen. Soweit weitere Organe am Hauptsitz der FIFA von den mittelbaren Tätern und Mittätern als vorsatzlos handelnde sogenannte Tatmittler missbraucht worden seien, liege noch ein zusätzlicher Anknüpfungspunkt für die schweizerische Strafrechtshoheit vor. Materiellstrafrechtliche Fragen sind im vorliegenden Entsiegelungsverfahren - über das bereits Dargelegte hinaus - nicht weiter zu vertiefen. Auch die Frage, ob im vorliegenden Fall Gehilfenschaft (Art. 25 StGB), Mittäterschaft oder mittelbare Täterschaft der Beschuldigten an den untersuchten Delikten in Frage kommt, wird von der Strafbehörde zu prüfen sein, welche den Endentscheid zu fällen hat; Analoges gilt für Verjährungsfragen.