Citation: 1P.558/2006 03.11.2006 E. 7

7.1 Zu prüfen ist noch, ob der Verzicht auf die Zusprechung einer Parteientschädigung auf einer willkürlichen Anwendung von Art. 246 Abs. 1 und 3 StPO/AR beruht. Willkürlich ist ein Entscheid nicht schon dann, wenn eine andere Lösung ebenfalls vertretbar erscheint oder gar vorzuziehen wäre, sondern erst dann, wenn er offensichtlich unhaltbar ist, zur tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft. Willkür liegt nur vor, wenn nicht bloss die Begründung des Entscheids, sondern auch das Ergebnis unhaltbar ist (BGE 131 I 57 E. 2 S. 61; 129 I 8 E. 2.1 S. 9; 127 I 54 E. 2b S. 56, je mit Hinweisen). 7.2 Bei der Auslegung von § 246 Abs. 1 und 3 StPO/AR ist zu berücksichtigen, dass es sich dabei um "Kann-Vorschriften" handelt, die den entscheidenden Behörden einen Ermessensspielraum einräumen. Angesichts der Einheit der durchgeführten Untersuchung und des festgestellten zivilrechtlichen Fehlverhaltens des Beschwerdeführers (vgl. E. 6.3 hiervor) durfte das Verhöramt ohne Verletzung seines Ermessens den Verzicht auf eine Kostenauflage mit einem Verzicht auf die Zusprechung einer Parteientschädigung verbinden. Die Staatsanwaltschaft ist dadurch, dass sie im angefochtenen Rekursentscheid diesen Kostenentscheid des Verhöramts schützte, nicht in Willkür verfallen.