Citation: B 38/05 21.03.2006 E. 3

3.1 Aufgrund der Berichte der behandelnden Ärzte ist erstellt, dass der Beschwerdegegner während der Untersuchungshaft im Oktober 1996 ein schweres psychisches Trauma erlitten hat, dessen Folgen seine Arbeitsfähigkeit massiv einschränken. Mit Bezug auf den Beginn der Arbeitsunfähigkeit ergeben die zitierten Arztberichte indessen kein klares Bild. Während Dr. Z.________ angab, im Verlauf der vom 16. März 1997 bis 4. März 1998 dauernden Behandlung keinen Anlass gehabt zu haben, eine Arbeitsunfähigkeit zu bescheinigen, erachtete er den Beschwerdegegner gemäss Bericht vom 12. Dezember 2002 retrospektiv für die nämliche Zeit als mindestens hälftig arbeitsunfähig, nachdem er am 21. März 2001 noch seiner Überzeugung Ausdruck gegeben hatte, dass am 4. März 1998 volle Arbeitsunfähigkeit vorgelegen hatte. Med. pract. K.________ wiederum, der in sämtlichen Berichten die Schwere der psychischen Traumatisierung des Versicherten während der Untersuchungshaft im Oktober 1996 und deren Auswirkungen hervorgehoben hatte, stellte am 17. August 2001 aus seiner Sicht klar, dass die gänzliche Arbeitsunfähigkeit mit der Untersuchungshaft ihren Anfang genommen habe, wich aber in anderen Stellungnahmen von dieser Einschätzung ab. Die Angaben des von der Winterthur konsiliarisch beigezogenen Psychiaters Dr. med. S.________ vom 27. Oktober 1999 schliesslich enthalten keinerlei Begründung zu dem von ihm angenommenen Beginn der Arbeitsunfähigkeit (24. September 1998). 3.2 Angesichts dieser divergierenden, teilweise verwirrlichen und widersprüchlichen Angaben der beteiligten Mediziner ist nicht mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit erstellt, seit wann der Versicherte aufgrund des psychischen Leidens, das zur Invalidität führte, in erheblichem Ausmass arbeitsunfähig ist, weshalb sich nicht beurteilen lässt, welche der vor Vorinstanz eingeklagten Vorsorgeeinrichtungen Invalidenleistungen zu erbringen hat. Zur Klärung dieser Frage wird das kantonale Gericht, an welches die Sache zurückzuweisen ist, zusätzliche Abklärungen in psychiatrischer Hinsicht treffen. Dazu wird es zweckmässigerweise ein psychiatrisches Gutachten veranlassen. Der Experte wird sich zu Entstehung und Entwicklung der psychischen Krankheit sowie namentlich zum Beginn der Arbeitsunfähigkeit, zu deren Grad und Dauer zu äussern haben. Um sich ein vollständiges Bild machen zu können, wird er gegebenenfalls auch Angehörige, Arbeitgeber und weitere Bezugspersonen des Versicherten befragen. Gestützt auf die Erkenntnisse des Gutachters wird die Vorinstanz über die Klage neu entscheiden. Gelangt der Gerichtsexperte mit Bezug auf die Frage nach dem Beginn der Arbeitsunfähigkeit zu keinem schlüssigen Ergebnis, müsste Beweislosigkeit angenommen werden, die sich zu Lasten der National auswirken würde, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt, dem früheren Beginn der relevanten Arbeitsunfähigkeit, Rechte ableiten wollte (BGE 131 V 482 Erw. 6, 117 V 264 Erw. 3b).