Citation: 9C_393/2022 E. 3.2

3.2. Was der Beschwerdeführer dagegen vorbringt, hält nicht stand. Der psychiatrische Experte verzichtete in erster Linie auf eine neuropsychologische Testung, weil er keine Hinweise auf eine Beeinträchtigung der kognitiven Leistungsfähigkeit erkennen konnte. Eine solche macht der Beschwerdeführer denn auch nicht geltend (vgl. zur Notwendigkeit neuropsychologischer Abklärung Urteile 8C_127/2022 vom 8. Juli 2022 E. 5.3; 8C_11/2021 vom 16. April 2021 E. 4.2). Das psychiatrische Gutachten enthält zwar keine explizite Auseinandersetzung mit den abweichenden Einschätzungen der behandelnden Ärzte. Indessen fasste der Experte insbesondere deren Berichte zusammen und führte aus, dass er keine Befunde erheben konnte, die auf eine psychiatrische Erkrankung schliessen liessen; zudem verwies er auf Aggravation und invaliditätsfremde Faktoren (zu Letztem vgl. beispielsweise die Hinweise des behandelnden Dr. med. C.________ auf Mobbing am Arbeitsplatz und Verlust der Arbeitsstelle). Damit legte der Experte, wenn auch "nur" implizit, so doch nachvollziehbar dar, weshalb er zu anderen Ergebnissen als behandelnde Ärzte kam und keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit stellte. Hinzu kommt, dass in den Berichten der Klinik D.________ vom 2. Mai 2018, der Klinik E.________ AG vom 16. April 2019 und 9. Januar 2020 sowie des Sanatoriums F.________ vom 23. März 2021 für die Zeit nach der jeweiligen stationären Behandlung keine Arbeitsunfähigkeit attestiert wurde. In diesem Zusammenhang stellte die Vorinstanz - unbestritten und nicht offensichtlich unrichtig (vgl. vorangehende E. 1) - fest, in den objektiv erhobenen resp. plausibilisierten Befunden stächen keine nennenswerten Abweichungen ins Auge. Die Diskrepanzen der Einschätzungen (des Experten einerseits und der behandelnden Ärzte anderseits) lägen im Wesentlichen in der Plausibilisierung und Würdigung der anamnestischen Angaben und des dargebotenen Verhaltens des Versicherten mit Blick auf die diagnostischen Kriterien und die resultierenden funktionellen Einschränkungen. Welche konkreten objektiven Befunde ungenügend berücksichtigt worden sein sollen, legt der Beschwerdeführer denn auch nicht substanziiert dar; die blossen Hinweise auf die Befunderhebungen behandelnder Ärzte resp. einen "deutlich depressiven Affekt" genügt dafür nicht. Der psychiatrische Experte stellte Inkonsistenzen fest, und zwar insbesondere zwischen subjektiver Beschwerdeschilderung und den objektiven Untersuchungsbefunden, zwischen der Schilderung von Art und Verlauf der Beschwerden und dem typischen Bild und Verlauf der betreffenden Krankheit sowie zwischen dem behaupteten Leidensausmass und der fehlenden Erkennbarkeit von Leidensdruck resp. dem Gefühl des Unechten und der Nichtverstehbarkeit in der Untersuchungssituation; weiter verwies er auf die Art der Beschwerdeschilderung und deren Vagheit sowie auf die fehlende Plausibilität der erwähnten erheblichen Einschränkungen im Alltag. Ob diese Punkte als Aggravation im Sinne der angerufenen bundesgerichtlichen Rechtsprechung (vgl. Urteile 8C_825/2018 vom 6. März 2019 E. 6.1; 9C_621/2018 vom 27. November 2018 E. 5.3.3) oder lediglich als Verdeutlichung zu werten sind, kann offenbleiben. Die Einordnung ändert nichts daran, dass der Experte eine erhebliche psychische Beeinträchtigung mangels entsprechender objektiver Befunde verneinte. Schliesslich erkannte das kantonale Gericht zutreffend, dass im Zusammenhang mit unterschiedlichen ärztlichen Einschätzungen sowohl dem Ermessensspielraum des Experten (vgl. BGE 137 V 210 E. 3.4.2.3; Urteil 9C_397/2015 vom 6. August 2015 E. 5.3; vgl. auch BGE 125 V 351 E. 3b/bb) als auch dem Unterschied zwischen Behandlungs- und Begutachtungsauftrag (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/cc; Urteil 9C_561/2018 vom 8. Februar 2019 E. 5.3.2.2) Rechnung zu tragen ist. Ohnehin beschränkt sich der Beschwerdeführer auf weiten Strecken darauf, appellatorische Kritik an der vorinstanzlichen Beweiswürdigung zu üben, was nicht genügt (BGE 145 I 26 E. 1.3; Urteil 9C_517/2019 vom 4. November 2019 E. 3.5).