Citation: 1C_254/2021 E. 3.4

3.4. Es ist vorliegend unbestritten, dass die Parzellen formal zur Bauzone gehören. Wie die kantonalen Instanzen aber dargelegt haben und aus den Akten ersichtlich ist, liegen die Grundstücke gemäss der Gefahrenkarten aufgrund der Stein- und Blockschlaggefahr in der roten Gefahrenzone. Es ist bzw. war am Stichtag in diesem Gebiet von einer unmittelbaren Gefährdung von Personen und Sachen auszugehen. Etwas anderes behauptet grundsätzlich auch die Beschwerdeführerin nicht. Sie hält selbst fest, dass die (damalige) Unüberbaubarkeit ihrer Parzellen aus den Gefahren und nicht aus der Expropriation resultierte. Ob die betroffenen Parzellen zukünftig einer späteren Nutzungszulassung zugeführt werden können, ist insofern nicht entscheidend. Entscheidend ist alleine, dass im Beurteilungszeitpunkt von der Unüberbaubarkeit aufgrund von Naturgefahren ausgegangen werden musste. Es ist daher nicht zu beanstanden, dass die Schätzungskommission sowie die Vorinstanz die Entschädigung nach der Gefahrenbeurteilung vorgenommen haben. Dies stellt denn, entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin, auch keine offensichtlich unrichtige Sachverhaltsfeststellung dar. Der Baulandwert ist nur zu entschädigen, wenn das Land auch tatsächlich Baulandcharakter hat. Dies setzt voraus, dass sich das Land für eine Überbauung eignet. Vorliegend waren die Parzellen aber, wie erwähnt, durch Naturgefahren bedroht, weshalb sie sich am Stichtag nicht für die Überbauung eigneten. Daher haben die Vorinstanzen den Baulandcharakter enteignungsrechtlich zu Recht verneint. Daran ändert auch nichts, wenn die Beschwerdeführerin behauptet, die Baubeschränkungen seien planerische Vorwirkungen des Werkes und dieser werkbedingte Nachteil sei bei der Bemessung der Entschädigung ausser Acht zu lassen. Dieser Argumentation kann nicht beigepflichtet werden, zumal die Beschwerdeführerin selbst festhielt, die Unüberbaubarkeit resultiere aus den Gefahren. Wie bereits erwähnt, stehen die Stein- und Blockschlaggefahr bzw. die geologischen Verhältnisse der Nutzung als Bauland entgegen und es handelt sich gerade nicht um eine planerische Vorwirkung. Nichts zu ihren Gunsten kann die Beschwerdeführerin sodann aus ihrer Verweisung auf das Urteil 2C_461/2011 vom 9. November 2011 ableiten. Anders als im erwähnten Urteil ergibt sich vorliegend die Einschränkung der baulichen Tätigkeit als Folge der Naturgefahren und nicht aufgrund des geplanten Schutzprojektes bzw. der Steinschlagverbauung. Zudem wurden nicht einzig ihre Parzellen enteignet, um damit andere Grundstücke zu sichern. Es liegt mithin, entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin und anders als im Urteil 2C_461/2011, kein Sonderopfer bzw. eine "Verletzung des Schlechterstellungsverbots" vor. Die Vorinstanz erwog, die Schätzungskommission habe offensichtlich eine einheitliche Beurteilung vorgenommen und alle Parzellen in der roten Zone gleich beurteilt (vgl. E. 3.3.2 des angefochtenen Entscheids). Die Beschwerdeführerin zeigt nicht nachvollziehbar auf, inwiefern diese Feststellung unzutreffend und sie tatsächlich schlechter als andere Eigentümer und Eigentümerinnen gestellt worden sein soll. Die hier zu beurteilende Beschränkung dient der Sicherheit der Bewohner und Bewohnerinnen. Sie traf gleichermassen alle Eigentümerinnen und Eigentümer von Liegenschaften im durch Felsstürze gefährdeten Gebiet in der roten Gefahrenzone. Ein Fall eines Sonderopfers ist weder ersichtlich noch von der Beschwerdeführerin substanziiert dargetan. Die Rüge erweist sich als unbegründet. Das erwähnte Urteil 2C_461/2011 bildet deshalb ebenfalls keine Grundlage dafür, die Entschädigung für die enteigneten Parzellen der Beschwerdeführerin nach deren Baulandwert zu bemessen.