Citation: 2C_771/2014 E. 2.3.1

2.3.1. Nach Art. 6 Abs. 6 Anhang I FZA darf einer arbeitnehmenden Person eine gültige Aufenthaltsbewilligung im Sinne von Art. 6 Abs. 1 Anhang I FZA nicht allein deshalb entzogen werden, da sie keine Beschäftigung mehr hat, weil sie infolge von Krankheit oder Unfall vorübergehend arbeitsunfähig oder unfreiwillig arbeitslos geworden ist (vgl. BGE 141 II 1 E. 2.1.2 S. 3 f. m.w.H.). Gleiches gilt gemäss Art. 12 Abs. 1 und Abs. 6 FZA für Staatsangehörige einer Vertragspartei, welche zum Zweck einer selbstständigen Erwerbstätigkeit über eine Aufenthaltserlaubnis gemäss Freizügigkeitsabkommen verfügen. Auch EU/EFTA-Staatsangehörigen, welche von der Personenfreizügigkeit Gebrauch gemacht haben und nach zweijährigem ständigem Aufenthalt in der Schweiz dauernd arbeitsunfähig werden, kommt ein Verbleiberecht zu (Art. 4 Anhang I FZA i.V.m. Art. 2 Abs. 1 lit. b der Verordnung [EWG] Nr. 1251/70 [ABl. Nr. L 142, 1970, S. 24] bzw. Art. 2 Abs. 1 lit. b der Richtlinie 75/34/EWG [ABl. Nr. L 14, 1975, S. 10]; BGE 141 II 1 E. 4.1 S. 11 m.w.H.).