Citation: 2C_390/2020 E. 2.3.3

2.3.3. Dem ist nicht uneingeschränkt zu folgen: Das gesetzliche Konzept ist recht flexibel gestaltet, indem es keine ausdrücklichen zeitlichen Vorgaben enthält, die einzuhalten wären. Weder wird vorausgesetzt, dass der Vermögenswert während einer Mindesthaltedauer dem Geschäftsvermögen angehörte, ehe er ins Privatvermögen überführt werden kann, noch muss er, wenn die Privatentnahme einmal erfolgt ist, anschliessend während einer Mindestdauer im Privatvermögen verweilen, bevor er veräussert werden kann. Entscheidend ist vielmehr, dass die bislang präponderante Widmung für die Zwecke der selbständigen Erwerbstätigkeit entfallen und die steuerpflichtige Person erkennbar zur Privatentnahme geschritten ist (so wohl auch Noël, in: CR-LIFD, N. 76 ff. zu Art. 18 DBG und Peter Locher, Kommentar DBG, I. Teil, 2. Aufl. 2019, N. 103 ff. zu Art. 18 DBG, die das Kriterium der "Dauerhaftigkeit" nicht erwähnen). Folglich überzeugt es auch nicht, wenn argumentiert wird, dem Tatbestandselement der Dauerhaftigkeit genüge (nur) ein Zeitraum von "in der Regel zwei Jahren" (so Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., N. 83 zu Art. 18 DBG). Offenkundig ist hingegen, dass die Liquidationsphase einige Zeit in Anspruch nehmen kann. Dies trifft beispielsweise auf Fälle zu, in welchen Grundstücke oder grosse Vorräte zu veräussern sind. Von einem erheblichen Zeitbedarf dürfte insbesondere dann auszugehen sein, falls landwirtschaftliche Parzellen zum Verkauf stehen, setzt das bäuerliche Bodenrecht doch hohe Hürden.