Citation: 2C_372/2023 E. 8.2.3

8.2.3. Entgegen der Behauptung der Beschwerdeführerin hat die Vorinstanz die Geringfügigkeit des Rückfallrisikos in ihre Abwägung einbezogen. Diese steht im Einklang mit der bundesgerichtlichen Rechtsprechung, wonach bei derartigen Delikten auch ein geringes Rückfallrisiko nicht hingenommen werden muss und auch generalpräventive Gesichtspunkte ausschlaggebend sind (E. 7.2 hiervor). Ebenso entspricht die vorinstanzliche Abwägung der hier mitzuberücksichtigenden gesetzgeberischen Wertung hinter den Bestimmungen zur strafrechtlichen Landesverweisung (E. 8.1 hiervor) : Danach kann von einer solchen nur im Falle eines schweren persönlichen Härtefalles ausnahmsweise abgesehen werden (Art. 66a Abs. 2 StGB). Ein solcher Härtefall ergibt sich nicht bereits aus einem geringen Rückfallrisiko (im vorliegenden Fall hängt die Frage primär von der Beziehung zum Kind ab, vgl. dazu E. 9.4 hiernach). Nichts anderes ergibt die Wertung hinter Art. 33 Abs. 3 AIG, wonach eine abgelaufene Aufenthaltsbewilligung nur verlängert werden kann, wenn keine Widerrufsgründe vorliegen. Die Beschwerdeführerin hat mit ihrer Verurteilung zu acht Jahren Freiheitsstrafe klarerweise den Widerrufsgrund nach Art. 62 Abs. 1 lit. b AIG (Verurteilung zu einer längerfristigen Freiheitsstrafe) gesetzt (vgl. BGE 139 I 145 E. 2.1). In zeitlicher Hinsicht kommt hinzu, dass die Beschwerdeführerin ihr Wohlverhalten unter dem Eindruck des Strafverfahrens, während dem Strafvollzug und seit der bedingten Entlassung während laufender Probezeit manifestierte. Rechtsprechungsgemäss kann der Zeitablauf unter diesen Umständen nur sehr zurückhaltend zu ihren Gunsten gewertet werden (Urteile 2C_501/2023 vom 11. Oktober 2024 E. 7.4.6; 2C_159/2023 vom 6. Februar 2024 E. 5.3; 2C_4/2022 vom 11. August 2022 E. 6.3). Vor diesem Hintergrund vermag die geltend gemachte positive Entwicklung, und ebenso die seit der Tat vergangene Zeit, das öffentliche Interesse an der Wegweisung nur sehr geringfügig zu relativieren.