Citation: 6B_556/2024 E. 9.3

9.3. Die Vorinstanz bejaht einen schweren persönlichen Härtefall. Sie attestiert dem 44-jährigen Beschwerdeführer, der italienischer Staatsbürger ist, ein hohes Interesse an einem Verbleib in der Schweiz. Er sei hier geboren, aufgewachsen und wirtschaftlich integriert. Auch lebten seine Geschwister mit ihren Familien in der Schweiz. Es sei daher von einem sozialüblichen persönlichen Umfeld auszugehen. Er verfüge zwar weder in der Schweiz noch in Italien über eine Kernfamilie. Jedoch führe der Umstand, dass er sein ganzes Leben in der Schweiz verbracht habe und hier seit rund 17 Jahren mit seiner Partnerin, die spanische Staatsangehörige sei, zusammenlebe, zu einer engen Bindung zur Schweiz. Eine Landesverweisung würde für ihn somit schwer wiegen. Allerdings stehe ihm wie auch seiner Partnerin der ganze EU-Raum offen. Er beherrsche auch die italienische Sprache, welche seine Muttersprache sei. Seine Resozialisierungschancen in Italien, wo er mit seiner Mutter über eine nahe Verwandte verfüge, seien intakt. Trotz seines erheblichen Interesses am Verbleib in der Schweiz sei von einem überwiegenden öffentlichen Interesse an der Landesverweisung auszugehen. Er habe die ihm lediglich von einer Dating-App bekannte Frau unter dem Vorwand, sie am Ende der Verabredung nach dem Parken des Autos in der Garage an die Tramhaltestelle zu begleiten, in ebendieser Garage vergewaltigt. Dabei handle es sich um ein schwerwiegendes Delikt und die Art und Weise, wie er vorgegangen sei und sein Opfer mehr oder minder zufällig über die App ausgesucht habe, zeige in aller Deutlichkeit eine erhebliche Gefährdung der öffentlichen Sicherheit auf. Seine Straftat zeuge von einem bedenklichen Mangel an Respekt gegenüber Frauen und ihrer sexuellen Integrität.