Citation: 1C_267/2021 E. 3.2.4

3.2.4. Im April 2016 hielt das von der Beschwerdeführerin beauftragte private Fachbüro vor Aufnahme der Dekontaminationsarbeiten fest, der eigentliche Grundwasserspiegel befinde sich etwa neun Meter unter Terrain. Nach dem Rückbau der beiden Trafos hätten Sondierungen eine massive Belastung mit Öl unmittelbar beim ehemaligen Trafostandort ergeben, wobei von einer etwa konzentrischen Ausdehnung von 12-15 m Durchmesser bis in eine Tiefe von maximal 2.4-2.5 m unter Gelände auszugehen sei, wo die Ölverunreinigung auf einer 50-60 cm mächtigen Silt- bis Feinsandlage gestaut werde. Der Schotter unterhalb dieser Lage sei visuell und geruchlich unauffällig. Zwar verwies das Fachbüro auf das Risiko, dass die Ausdehnung der Verunreinigung im nicht untersuchten Bereich grösser sein könnte als angenommen; Beweise dafür gab es damals aber nicht. Später während der Dekontaminationsarbeiten vermutete das Fachbüro, die mit dem Trafounfall von 1968 verbundene Ölverschmutzung des Bodens sei unterschätzt worden und diese sei möglicherweise deutlich grösser gewesen als ursprünglich angenommen. Es hielt diese Vermutung in zwei Memos vom 9. und 16. Dezember 2016 im Hinblick auf die geplante Arbeitseinstellung über die Endjahresfeiertage zuhanden des Umweltschutzamtes zwecks Anordnung vorsorglicher Massnahmen fest. Die später Ende 2017 nach den Dekontaminationsarbeiten erstellten endgültigen Berichte desselben Fachbüros gingen davon aus, bei den Arbeiten habe sich ergeben, dass das Öl teilweise bis in den Schwankungsbereich des Grundwasserspiegels in eine etwa 0.8 m mächtige stark verölte Kiesschicht vorgedrungen sei; darunter sei der Schotter ölfrei geblieben. Aufgrund einer konservativen Hochrechnung sei allein für den Abschnitt im Grundwasser von rund 3'600 Liter Öl auszugehen, was der bis dahin angenommenen gesamten beim Trafounfall von 1968 ausgetretenen Menge entspräche. Insgesamt sei mit einer Menge von mindestens 18'000 Liter ausgetretenen Öls zu rechnen, was etwa die Hälfte des Inhaltes eines Trafos darstelle und eine deutlich grössere Ölverschmutzung als bis dahin angenommen bedeute. Es sei auch nicht ausgeschlossen, dass sich bereits vor 1968 ein Unfall ereignet habe, bei dem Öl ins Erdreich gelangt sei.