Citation: I 401/02 24.01.2003 E. 3

3.1 Gemäss dem auf die vorliegende Konstellation analog anwendbaren Art. 88a Abs. 1 IVV (vgl. BGE 121 V 275 Erw. 6b/dd mit Hinweis) ist bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit die anspruchsbeeinflussende Änderung für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird. Zu prüfen ist, ob sich der Sachverhalt ab 1. Januar 2001 aus rein erwerblichen Gesichtspunkten - nachdem die Verhältnisse im Haushalt noch abzuklären sein werden - entsprechend verbessert haben. 3.2 Laut Verfügung vom 19. Oktober 2001 war die Beschwerdeführerin bis Ende 2000 unfallbedingt voll arbeitsunfähig. Ab Januar 2001 sei ihr wieder ganztags eine behinderungsangepasste Tätigkeit zumutbar. Das ergibt sich aus den Arztberichten. Im ärztlichen Zwischenbericht an die Unfallversicherung vom 20. Juli 2000 legte Dr. med. F.________ dar, dass eine Wiederaufnahme der Arbeit noch nicht vorgesehen sei, dass man sich aber für die Zuweisung einer leichten Arbeit verwenden solle. Auch in jenem vom 6. Oktober 2000 wiederholt derselbe Arzt, dass zwar noch keine Wiederaufnahme vorgesehen sei; er definiert aber bereits, welche Bedingungen eine solche werde erfüllen müssen. Gegenüber der IV-Stelle führt Dr. F.________ am 13. Dezember 2000 schliesslich aus, dass es der Beschwerdeführerin nun zumutbar sei, ganztags einer behinderungsangepassten Tätigkeit nachzugehen. Den physischen Möglichkeiten angepasst seien Arbeiten, welche ohne Heben und Tragen von Lasten mit der adominanten linken Hand, ohne Kraftarbeiten links und ohne aktive Handgelenksbewegung unter Belastung erfolgen können. Damit steht fest, dass sich die gesundheitlichen Verhältnisse spätestens per Mitte Dezember 2000 insoweit geändert haben, dass der Beschwerdeführerin wieder eine Tätigkeit im zeitlichen Rahmen, wie sie sie vor dem Unfall ausgeführt hatte, zumutbar war. Damit liegt ab diesem Zeitpunkt auch ein Revisionsgrund vor. 3.3 Daran vermag auch nichts zu ändern, dass die Zürich als Unfallversicherung offenbar über jenen Zeitpunkt hinaus eine volle Arbeitsunfähigkeit anerkannt hat. Diese betrifft nur die bisherige Tätigkeit als Abwascherin in einem Labor. Spätestens seit dem 20. Juli 2000, als Dr. F.________ anregte, es sei der Betrieb um Zuweisung einer leichten Arbeit zu ersuchen und es seien Restbeschwerden und eine eingeschränkte Beweglichkeit des linken Handgelenks als bleibender Nachteil zu erwarten, wusste die Beschwerdeführerin aber, dass sie sich nach einer neuen Tätigkeit umsehen musste. Die weitergehende volle Taggeldzahlung der Unfallversicherung vermag die Invalidenversicherung daher nicht zu binden. 3.4 Soweit vorgebracht wird, im Dezember 2001 habe eine Metallentfernung stattgefunden, weshalb die Beschwerdeführerin ab jenem Zeitpunkt wieder voll arbeitsunfähig gewesen sei, ist einerseits auf Art. 88a Abs. 1 IVV hinzuweisen (vgl. Erwägung 3.1 hiervor). Hinzu kommt, dass für die Vornahme des Einkommensvergleichs grundsätzlich auf die Gegebenheiten im Zeitpunkt des allfälligen Rentenbeginns - bzw. Revisionszeitpunkts - abzustellen ist. Bevor die Verwaltung über einen Leistungsanspruch befindet, muss sie indessen prüfen, ob allenfalls in der dem Rentenbeginn folgenden Zeit eine erhebliche Veränderung der hypothetischen Bezugsgrössen eingetreten ist. Gegebenenfalls hat sie vor ihrem Entscheid einen weiteren Einkommensvergleich durchzuführen (BGE 128 V 174). Vorliegend hat bis zum Erlass der Verfügung am 19. Oktober 2001 keine weitere Änderung des Sachverhalts stattgefunden. Soweit dies während des laufenden Verfahrens der Fall gewesen sein sollte, hätte die Beschwerdeführerin diese Tatsachen in einem eigenen Revisions- bzw. Neuanmeldungsgesuch geltend zu machen.