Citation: P 16/02 22.10.2002 E. 3

Streitig ist einzig die Anrechnung eines Vermögensverzichts. Unbestritten ist hingegen, dass der Beschwerdeführer seinen Erbanteil mit einem Wert von Fr. 433'180.- zu Fr. 200'000.- veräussert hat, ohne rechtlich dazu verpflichtet zu sein. Zu prüfen bleibt somit, ob unter den gegebenen Umständen die Gegenleistung als gleichwertig zu betrachten ist. 3.1 Das Eidgenössische Versicherungsgericht hat klargestellt, dass sich die Frage nach den Gründen einer Vermögenshingabe allein dann erübrigt und nur dann auf die tatsächlichen Verhältnisse abzustellen ist, wenn kein Verzicht im Sinne des ELG vorliegt. Derjenige, der nicht darzutun vermag, dass seine Geldhingabe im Austausch gegen eine adäquate Gegenleistung erfolgt ist, kann sich mithin nicht auf den gegebenen Vermögensstand berufen, sondern muss sich die Frage nach den Gründen für den Vermögensrückgang gefallen und mangels entsprechenden Beweisen hypothetisches Vermögen entgegenhalten lassen (BGE 121 V 206 Erw. 4b mit Hinweisen). 3.2 Der Wert des Erbanteils von Fr. 433'180.- überstieg den Erlös von Fr. 200'000.- um mehr als das Doppelte. Von einer gleichwertigen Gegenleistung kann deshalb nicht die Rede sein. Der Beschwerdeführer macht allerdings besondere Umstände geltend, mit denen er die Veräusserung zu rechtfertigen versucht. Der Versicherte bringt vor, es sei unmöglich gewesen, für den Erbanteil einen Kredit zu erhalten. Dies rechtfertigt die Veräusserung mit Verlust mindestens solange nicht, als er keine Gründe vorbringt, die hinreichend belegen, dass er tatsächlich auf eine rasche Realisierung angewiesen war. Der Einwand, wonach er dringend Geld benötigte und sich in einer Zwangslage befand, ist unzutreffend. Denn einerseits betrug sein Lohn 1991 über Fr. 48'000.- und steigerte sich in den darauf folgenden Jahren auf weit über Fr. 50'000.-, sodass er ohne weiteres in der Lage war, aus seinem Erwerbseinkommen den Lebensunterhalt zu bestreiten. Andererseits hätte er sein Bedürfnis, sich eine Reise oder Ferien zu leisten, hinreichend aus der Abschlagszahlung (vgl. Vereinbarung mit dem Erwerber des Erbanteils) finanzieren können. Was die Anschaffung neuer Möbel betrifft, so hat die Vorinstanz zu Recht darauf verwiesen, dass die Auflösung des ehelichen Haushalts bereits anderthalb Jahre vor dem Tod der Erblasserin erfolgt war. Andere Gründe werden nicht geltend gemacht und sind auch nicht ersichtlich. An diesem Ergebnis vermag auch der Einwand nichts zu ändern, es sei dem Beschwerdeführer nicht zumutbar gewesen, den allenfalls zehn Jahre dauernden Erbteilungsprozess abzuwarten. Angesichts der fehlenden finanziellen Notlage, den Abschlagszahlungen und dem offensichtlichen Interesse des anderen Haupterben an einer beförderlichen Erbteilung wäre es angebracht gewesen, dass er diese abgewartet hätte. Tatsächlich erfolgte die Erbteilung denn auch rund drei Jahre nach dem Todesfall, und es konnte mit dem Hauptaktivum des Nachlasses, der Liegenschaft, ein bedeutend höherer Erlös erzielt werden als im Erbschaftsinventar aufgeführt. Unter diesen Umständen entspricht der Preis von Fr. 200'000.- für den Erbanteil keiner wirtschaftlich gleichwertigen Gegenleistung. Verwaltung und Vorinstanz haben demnach zu Recht einen Vermögensverzicht angenommen.