Citation: 2C_483/2017 E. 5.2

5.2. Die Beschwerdeführer machen geltend, ihre Bindung zur Türkei sei nicht eng. Die politischen Umwälzungen der letzten Jahre hätten zur Folge, dass sie immer weniger Bezug zu ihrer alten Heimat suchten und fänden. Eine Wiedereingliederung sei in wirtschaftlicher und sozialer Hinsicht sehr schwierig. Gerade Auslandstürken hätten es sehr schwer in der Türkei. Es sei davon auszugehen, dass die Beschwerdeführer 1 und 2 nach 14 Jahren Aufenthalt in der Schweiz kaum mehr eine Arbeit erhalten könnten. Die Beschwerdeführerinnen 3 und 4 seien in der Schweiz geboren und hätten keinen konkreten Bezug zur Türkei. Dass der Beschwerdeführer 1 während der Zeit, als er sich auf eine rechtsmissbräuchliche Ehe berief, wirtschaftlich integriert hat, erhält zu seinen Gunsten nur geringes Gewicht und kann für sich allein nicht ausschlaggebend sein, ebenso wenig der Umstand, dass die Beschwerdeführer hier - wovon auch die Vorinstanz ausgeht - in üblichem Umfang integriert sind. Anders wäre eine langjährige Aufenthaltsdauer zu werten, wenn die Behörden in hinreichender Kenntnis aller Umstände trotzdem die Bewilligungen erteilt hätten (vgl. zit. Urteil 2A.46/2002 vom 23. Mai 2002 E. 4); das trifft hier aber gerade nicht zu. Die Beschwerdeführer 1 und 2 bestreiten zudem nicht, dass sie mit den Verhältnissen in der Türkei nach wie vor vertraut sind. Spezifische Gründe, die einer Rückkehr entgegenstehen würden, sind nicht dargetan. Der blosse Umstand, dass die wirtschaftliche bzw. soziale Wiedereingliederung mit Schwierigkeiten verbunden sein kann, lässt eine Rückkehr nicht unzumutbar erscheinen. In Bezug auf die Beschwerdeführer 3 und 4 ist zu bemerken, dass Minderjährige grundsätzlich den Inhabern der elterlichen Sorge oder Obhut zu folgen haben; das ausländische unmündige Kind teilt deshalb schon aus familienrechtlichen Gründen (vgl. Art. 301 Abs. 3 und Art. 301a ZGB) grundsätzlich das ausländerrechtliche Schicksal des sorgeberechtigten Elternteils und hat gegebenenfalls mit diesem das Land zu verlassen, wenn der Elternteil keine Bewilligung (mehr) hat (BGE 139 II 393 E. 4.2.3 S. 400). Zudem sind die Beschwerdeführerinnen 3 und 4 in einem anpassungsfähigen Alter und haben ausserhalb der Familie in der Schweiz keinen wesentlichen eigenen Bezugs- und Integrationsrahmen aufgebaut.