Citation: 2C_75/2023 E. 8.1

8.1. Die Beschwerdeführerin trägt vor, es liege ein blosser Informationsaustausch vor. Preiselemente seien nicht vereinbart worden. Im Übrigen sei, sofern eine abgestimmte Verhaltensweise angenommen werde, die Umsetzung der Abstimmung über die Treibstoffzuschläge nicht nachgewiesen worden. Ausserdem, so die Beschwerdeführerin weiter, habe der Informationsaustausch keine Wettbewerbsbeschränkung bezweckt oder bewirkt. Bei den Treibstoffzuschlägen handle es sich um ein untergeordnetes Preiselement, das kein massgeblicher Teil der individuell vereinbarten Frachtraten darstelle. Das Risiko einer wettbewerbsbeschränkenden Wirkung auf den Markt infolge des Informationsaustauschs sei bezogen auf die gesamten Frachtpreise als sehr gering einzustufen. Entsprechend könne auch keine Preisabrede im Sinne von Art. 5 Abs. 3 lit. a KG vorliegen. Gleiches gelte mit Blick auf die Verweigerung der Kommissionierung von Zuschlägen. Selbst wenn die Luftfahrtunternehmen bezüglich der Auslegungsfrage des "Air Cargo Intermediary Agreement" einen gemeinsamen rechtlichen Standpunkt eingenommen hätten, habe weiterhin ein uneingeschränkter Wettbewerb bestanden. Die Vereinheitlichung von Geschäftsbedingungen erhöhe die Markttransparenz. Es liege keine Preisabrede vor.