Citation: 6B_321/2021 E. 3.5.5

3.5.5. Der amtliche Gutachter spricht sich für eine "längere stationäre Behandlung" aus, die bei nachgewiesener entscheidender Besserung der Störung, verlässlicher Compliance und deutlich verbesserter Therapieadhärenz in einen langfristigen ambulanten Rahmen zu überführen ist. Der Umstand, dass sich die vom Täter begangenen Taten, nämlich fahrlässige Körperverletzung, einfache Körperverletzung und mehrfache Tätlichkeiten sowie Nötigung (diese begangen im Zustand der nicht selbstverschuldeten Schuldunfähigkeit), hinsichtlich ihrer Schwere im unteren Bereich von möglichen Anlasstaten bewegen, kann bei der Festlegung der Dauer der stationären Massnahme berücksichtigt werden. Der Schutzzweck der stationären Massnahme muss jedoch gewahrt bleiben. Die Allgemeinheit ist vor der Gefahr einer künftigen Delinquenz des Beschwerdeführers zu schützen. Die voraussichtliche Dauer einer stationären Behandlung, im speziellen bei Betroffenen mit paranoider Schizophrenie, lässt sich generell nur annäherungsweise bestimmen. In ähnlich gelagerten Konstellationen wurden stationäre therapeutische Massnahmen i.S.v. Art. 59 StGB unter der gesetzlichen Maximaldauer von fünf Jahren angeordnet (vgl. Urteile 6B_1172/2020 vom 21. Dezember 2020 E. 1.7; 6B_636/2018 und 6B_649/2018 vom 25. Juli 2018 E. 4).