Citation: 2C_181/2021 E. D

D.a. Die Gemeinde gelangte an das Verwaltungsgericht des Kantons Solothurn. Sie machte geltend, seit dem Umbau im Jahr 2013 handle es sich beim streitbetroffenen Gebäude um ein Mehrfamilienhaus mit zwei Wohnungen, was der Blick in das Eidgenössische Gebäude- und Wohnungsregister (GWR) bestätige. Die Wohneinheiten seien in sich abgeschlossen. Gemeinsam genutzt werde lediglich der Zugang mit einem Vorraum. Gemäss Einwohnerkontrolle sei die Mutter im ehemaligen Atelier wohnhaft. Ein etwaiger Leerstand sei der Gemeinde nie gemeldet worden. D.b. Das Verwaltungsgericht hiess die Beschwerde mit Entscheid VWBES.2020.323 vom 15. Dezember 2020 gut. Es erwog, das streitbetroffene Grundstück liege in der Wohnzone und weise einen Halt von 766 m² auf. Darauf befinde sich ein "grosses Gebäude" mit einer überbauten Fläche von 212 m². Dem Eidgenössischen Gebäude- und Wohnregister zufolge enthalte die Liegenschaft zwei Wohnungen. Darin kämen, so das Verwaltungsgericht, "zwei Haushalte unter", was durch das Indiz gestützt werde, dass dort zwei Festnetznummern verzeichnet seien, nämlich eine auf die Mutter und eine auf die Familie des Sohnes lautend. Seit dem Umbau des Ateliers in eine Wohneinheit, der im Jahr 2013 erfolgt sei, hätten unstreitig zwei Haushalte bestanden. Nach dem örtlichen Reglement komme auf den Gesundheitszustand einer Bewohnerin nichts an. Entscheidend sei einzig, ob tatsächlich ein Haushalt geführt werde, was auch der Fall sein könne, wenn die in der Wohnung lebende Person auf die Hilfe Dritter angewiesen sei. Solange ein Haushalt nicht aufgelöst sei, bestehe er weiter. Ebenso wenig von Belang sei folglich der Umstand, dass die erwachsene Tochter von Sohn und Schwiegertochter (wieder) im Haushalt der Familie lebe, ohne einen eigenen Haushalt zu begründen. Für die Grundgebühr spiele keine Rolle, wie viele Bewohner im Haushalt lebten. D.c. Wenn die Schätzungskommission ihre Erwägungen auch auf § 13 Abs. 5 (Gebührenerlass) des örtlichen Reglements abstütze, fährt das Verwaltungsgericht fort, so sei ihr entgegenzuhalten, dass die Beschwerdeführerin im kommunalen Verfahren nie ein Erlassgesuch gestellt habe. Eine eigentliche Härte sei mit Blick auf den verfügten Betrag ohnehin nicht ersichtlich. Ebenso wenig bestehe ein offensichtliches Missverhältnis zwischen Leistung und Gegenleistung. Ob die Mutter im eigenen Haushalt oder in jenem der Familie ihres Sohnes lebe, vermöge die Abfallmenge nicht zu beeinflussen. Andernfalls dürfte auch im Fall vorübergehend leerstehender Wohnungen keine Grundgebühr erhoben werden, was aber gegen Praxis und Doktrin verstiesse.