Citation: C 315/99 16.03.2000 E. 2

2.- a) Die arbeitslose Beschwerdegegnerin meldete sich am 20. Oktober 1997 zur Teilnahme an einem Kurs "Evaluation eines Ersatzstoffes für Toluol als Wärmeträger" vom 24. No- vember 1997 bis 23. Februar 1998 an. Mit in Rechtskraft er- wachsener Verfügung vom 21. November 1997 bewilligte das KIGA dieses Gesuch. In der Folge nahm die Versicherte je- doch nicht am Kurs teil. Während die Verwaltung darin ein einstellungsrechtlich relevantes Nichtbefolgen amtlicher Weisungen erblickte, erwog die Vorinstanz, die Versicherte habe sich freiwillig für den betreffenden Kurs gemeldet. Eine Nichtteilnahme an einem von der Verwaltung bloss be- willigten, nicht jedoch angewiesenen Kurs stelle kein schuldhaftes Verhalten dar, weshalb keine Einstellung in der Anspruchsberechtigung erfolgen könne. Diese Auslegung wird in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde bestritten. Zu prüfen ist somit, ob die Nichtteilnahme an einem selbst be- antragten und von der Verwaltung bewilligten Kurs ein ein- stellungsrechtlich relevantes Nichtbefolgen amtlicher Wei- sungen darstellt. b) Das Eidgenössische Versicherungsgericht hat zu die- ser Frage in BGE 121 V 58 eingehend Stellung bezogen. Unter Hinweis auf den Wortlaut von Art. 30 Abs. 1 lit. d AVIG und die Doktrin (BGE 121 V 61 Erw. 3c mit Hinweisen u.a. auf Gerhards, Kommentar zum Arbeitslosenversicherungsgesetz, N. 29 in fine zu Art. 30; vgl. seither Nussbaumer, Arbeits- losenversicherung, in: Schweizerisches Bundesverwaltungs- recht, N. 705 und 709 in fine sowie Fn. 1343 und 1351) hat das Gericht erkannt, dass die Einstellung nach Art. 30 Abs. 1 lit. d AVIG dann ausgesprochen werden kann, wenn Arbeitslose sich ohne stichhaltige Gründe weigern, einen von der kantonalen Behörde zugewiesenen Kurs zu besuchen. Hingegen sieht das Gesetz keine Sanktion in Form einer Ein- stellung in der Anspruchsberechtigung vor im Falle von Ver- sicherten, die darauf verzichten, einen Kurs zu besuchen, für den sie sich selbst entschieden und für welchen sie die Bewilligung der zuständigen Behörde erhalten haben. Wenn Arbeitslose sich auf eigene Initiative für einen Kurs an- melden, die entsprechende Bewilligung der Behörde hiezu er- halten, und den Kurs anschliessend doch nicht besuchen oder abbrechen, begnügt sich die Verwaltung damit, keine Leis- tungen für den Kursbesuch auszurichten, diese einzustellen und im Missbrauchsfall zu Unrecht gewährte Leistungen zu- rückzufordern. Zudem kann der Abbruch eines Kurses ein In- diz für die Vermittlungsunfähigkeit der Versicherten dar- stellen (BGE 121 V 62 Erw. 3d). c) Diese Praxis hat das Eidgenössische Versicherungs- gericht im nicht veröffentlichten Urteil C. vom 28. Septem- ber 1999, C 125/99, bestätigt. Dort wies es darauf hin, dass der Wortlaut von Art. 30 Abs. 1 lit. d AVIG seit dem erwähnten BGE 121 V 58 eine Änderung im Sinne der oben um- schriebenen Praxis erfahren hat, indem die Einstellung nur für Kurse vorgeschrieben wurde, zu dessen Besuch der Ar- beitslose "angewiesen worden ist", von den Versicherten auf eigene Initiative besuchte Kurse somit nicht aufgeführt werden. Die Einstellung in der Anspruchsberechtigung unter- liegt als Administrativsanktion dem Gesetzmässigkeitsprin- zip, weshalb die Einstellungstatbestände in Art. 30 Abs. 1 AVIG abschliessend aufgezählt sind. Da der Abbruch eines selbst beantragten Kurses nach dem Gesagten keinen der ge- setzlichen Einstellungstatbestände erfüllt (Nussbaumer, a.a.O., N. 709, mit Hinweisen in Fn. 1350), ist der kanto- nale Entscheid zu bestätigen.