Citation: 8C_689/2019 E. 4.2

4.2. Der Beschwerdeführer weist darauf hin, dass weder die behandelnden Ärzte noch der beratende Arzt der AXA, Dr. med. I.________, Facharzt für Chirurgie, Leiter medizinischer Dienst Region Bern, noch die Gutachterin Dr. med. E.________ die Frage der natürlichen Kausalität zwischen den Sehnenverletzungen und dem Unfallereignis vom 11. April 2014 je in Frage gestellt hätten. Dr. med. I.________ und die Gutachterin hätten einen natürlichen Kausalzusammenhang explizit bejaht. Dies trifft zu. Dr. med. I.________ führte in seiner Stellungnahme vom 31. Oktober 2014 aus, bei der Partialruptur der Supraspinatussehne und der Infraspinatussehne links handle es sich um frische Verletzungen. Er wies weiter darauf hin, dass lediglich in Bezug auf die HWS, nicht aber bezüglich der linken Schulter, ein Vorzustand bestehe und bejahte die Frage, ob der beschriebene Bewegungsablauf geeignet sei, um zu den vorliegenden Verletzungen zu führen. Auch Dr. med. E.________ bejahte einen natürlichen Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom 11. April 2014 und der in der Folge diagnostizierten Ruptur der Supraspinatussehne links sowie der begleitenden Sehnenausdünnung. Aufgrund dieser Ruptur mit zweimaliger Arthroskopie bestehe eine dauerhaft verminderte Belastbarkeit des linken Schultergelenks. Einen Vorzustand verneinte die Gutachterin ebenfalls ausdrücklich. Dementsprechend stellte auch die AXA die Unfallkausalität der Sehnenverletzungen weder in ihrer Verfügung noch in ihrem Einspracheentscheid in Frage und erbrachte während fast drei Jahren Leistungen in Form von Heilbehandlung und Taggeld. Soweit Dr. med. G.________ - entgegen der Gutachterin und Dr. med. I.________ - aufgrund der Angabe des Versicherten im psychiatrischen Teilgutachten, wonach er früher viel Sport, speziell Kampfsport, gemacht habe, einen "Hinweis" auf die Entstehung einer Vorschädigung findet, überzeugt dies nicht. Er legt im Übrigen auch nicht nachvollziehbar dar, inwiefern das Alter des Beschwerdeführers (im Unfallzeitpunkt 35 Jahre alt) oder das jahrelange Übergewicht gegen eine unfallbedingte Schädigung der Rotatorenmanschette sprechen sollen.