Citation: 9C_878/2015 E. 3

Die Vorinstanz stützte sich für ihren Entscheid auf die Berichte des Dr. med. B.________ (vom 26. März, 25. April und 16. Mai 2013) sowie das Gutachten des Prof. D.________, Leiter der Abteilung Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin, Frauenklinik Spital E.________, vom 21. Oktober 2014, eine vertrauensärztliche Stellungnahme des Dr. med. F.________ von der CSS vom 8. April 2015 und ein Folge-Gutachten des Prof. D.________ vom 30. Mai 2015. Sie führte aus, bei der Sterilität handle es sich grundsätzlich um eine Krankheit; indessen seien gemäss Empfehlung des Verbands Schweizerische Gesellschaft der Vertrauensärzte (SGV) Leistungen für Sterilitätsabklärungen und -behandlungen bei einer über 40-jährigen Frau nicht zu übernehmen; die Kriterien der Zweckmässigkeit und Wirtschaftlichkeit seien nicht mehr erfüllt und das Nichteintreten einer Schwangerschaft bei einer über 40-jährigen Frau habe keinen Krankheitswert. Auch laut Gutachten des Prof. D.________ vermindere sich die Fertilität einer Frau ab der Altersgruppe 35 bis 39 zunehmend. Deshalb sei die Annahme, dass das Nichteintreten einer Schwangerschaft bei einer Frau, die das 40. Altersjahr vollendet hat, keinen Krankheitswert aufweist, nicht zu beanstanden. Den Empfehlungen des SGV hinsichtlich der Alterslimite sei zu folgen. Dass die Insemination gemäss Vorbringen der Beschwerdeführerin nicht zur Kompensation einer altersbedingten Abnahme der Fertilität diente, sondern wegen andrologischer Subfertilität bei einer Paarsterilität mit der Folge einer Sterilität indiziert war, sei nicht entscheidend. In analoger Anwendung von BGE 129 V 32 sei die Kostenübernahme der Sterilitätsbehandlung als Krankheit oder als Folge einer solchen durch die soziale Krankenversicherung über die definierte Altersgrenze hinaus nicht gerechtfertigt, weil es eine nicht begründbare Privilegierung einer bestimmten Gruppe von Versicherten darstellen würde. Es würde der Rechtsgleichheit widersprechen, wenn eine 40-jährige Frau bei Sterilität aufgrund ihres Alters keine Leistungen der Krankenversicherung erhielte, während bei einer gleichaltrigen Frau mit einer anderen Sterilitätsursache weiterhin die Kosten für die Behandlung übernommen würden. Deshalb könne es keine Rolle spielen, ob das Ausbleiben einer Schwangerschaft der Infertilität der Frau oder ihres Partners zuzuschreiben ist. Wäre der Sterilität der Beschwerdeführerin Krankheitswert beizumessen, könnte deren Behandlung dennoch nicht von der Krankenversicherung übernommen werden. Sodann weist das kantonale Gericht darauf hin, dass die Abortrate in der gutachterlichen Beurteilung der Zweckmässigkeit nicht berücksichtigt worden sei. Bei der Versicherten habe jede der in den Akten festgehaltenen Schwangerschaften - ob natürlich oder mittels intrauteriner Insemination erfolgt - mit einem Abort geendet. Gemäss Abklärungen liege eine schwach ausgeprägte Thrombophilie vor. Wiederholte Fehlgeburten seien häufig mit einer Thrombophilie assoziiert. Unter diesen Voraussetzungen sei nicht überwiegend wahrscheinlich, dass eine Sterilitätsbehandlung die Erfolgsquote einer Lebendgeburt eines Kindes zu erhöhen vermöge, weshalb die Zweckmässigkeit und auch die Wirtschaftlichkeit der Behandlung verneint werden müssten.