Citation: U 88/01 24.12.2002 E. 5.3

5.3.1 Die SUVA bezifferte das Einkommen, welches die Versicherte ohne die unfallkausale Behinderung erzielen könnte (Valideneinkommen), gestützt auf die Angaben der Arbeitgeberin auf Fr. 3505.- pro Monat bzw. Fr. 45'565.- pro Jahr (Stand 1996, Jahr des Rentenbeginns). Dies ist unbestrittenermassen korrekt. 5.3.2 Den Verdienst, den die Beschwerdegegnerin bei ausgeglichener Arbeits-marktlage mit den unfallkausalen somatischen Beschwerden (aber ohne Be-rücksichtigung des nicht adäquat unfallkausalen psychischen Leidens) durch ei-ne ihr zumutbare Tätigkeit erzielen könnte (Invalideneinkommen), setzte die SUVA ausgehend von den Lohnangaben zweier Erfassungsblätter der durch sie erstellten Arbeitsplatz-Dokumentation (DAP) auf mindestens Fr. 2600.- pro Mo-nat oder Fr. 33'800.- pro Jahr fest. Die beiden Stellenbeschriebe betreffen Hilfs-arbeitstätigkeiten, welche dem von medizinischer Seite definierten Zumutbar-keitsprofil grundsätzlich entsprechen. Angesichts der unterschiedlichen Bran-chen, der recht grossen Lohnspanne sowie der geographischen Gegebenheiten (Arbeitsort ist im einen Fall F.________, im anderen I.________) vermögen lediglich zwei Erfassungsblätter jedoch nicht mit der erforderlichen Zuverlässigkeit repräsentative Angaben über den in einer zumutbaren Erwerbstätigkeit erzielbaren Verdienst zu liefern. Unter den gegebenen Umständen bilden die durch die SUVA beigezogenen DAP-Löhne daher keine hinreichende Grundlage für die Bestimmung des Invalideneinkommens. Stattdessen ist auf die Ergebnisse der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) abzustellen (vgl. zu den Grundlagen dieser Vorgehensweise BGE 126 V 76 Erw. 3b/bb). Ausgehend vom Zentralwert des monatlichen Bruttolohns der im privaten Sektor mit einfachen und repetitiven Tätigkeiten (Anforderungsniveau 4) beschäftigten Frauen gemäss LSE 1996 (Tabelle A1, S. 17) von Fr. 3455.- und nach Hoch-rechnung dieses 40 Wochenstunden entsprechenden Betrags auf die durch-schnittliche betriebsübliche Arbeitszeit im Jahr 1996 von 41,9 Stunden (Die Volkswirtschaft 7/2002 S. 88 Tabelle B9.2) resultiert ein Jahreswert von Fr. 43'429.- bzw., bei einer Arbeitsfähigkeit von 75 %, Fr. 32'572.-. Einer zu er-wartenden behinderungsbedingten Verdiensteinbusse sowie allfälligen weiteren einkommensmindernden Faktoren kann durch einen prozentualen Abzug vom Tabellenlohn Rechnung getragen werden (BGE 126 V 79 Erw. 5b mit Hinwei-sen), der unter Berücksichtigung sämtlicher relevanten Faktoren gesamthaft festzulegen ist (BGE 126 V 80 Erw. 5b/bb mit Hinweisen). Nach den persönli-chen und beruflichen Umständen, insbesondere unter Berücksichtigung der Notwendigkeit sehr häufiger Pausen, erscheint ein vergleichsweise hoher Abzug von 20 % als angemessen. Damit ergeben sich ein Invalideneinkommen von Fr. 26'058.- und aus dessen Vergleich mit dem Valideneinkommen von Fr. 45'565.- ein Invaliditätsgrad von 43 %.