Citation: 4A_277/2023 E. 5.2.3

5.2.3. F.________ habe mehrfach ausgesagt, Ziff. 8 des AKV 2018 sei nur eine Möglichkeit zum Kauf weiterer Aktien gewesen und keine Verpflichtung. Er habe den im Juli 2019 zwischen den Parteien zirkulierenden Vertragsentwurf nicht unterzeichnet, weil er damit bzw. konkret mit dem Preis nicht zufrieden gewesen sei. Am 4. Oktober 2018 wäre er jedoch bereit gewesen, die zusätzlichen 2.5 % der Aktien zu kaufen. Auf Nachfrage, weshalb nicht gleich im AKV 2018 festgehalten worden sei, er kaufe 5 % der Aktien für Fr. 8'500'000.--, habe er gemeint, er könne nicht sagen, was "der Verkäufer" an diesem Tag gedacht habe. Diese Äusserungen würden insofern ein an sich stimmiges Bild ergeben, als F.________ offenbar davon ausgegangen sei, er sei mit der besagten Ziffer noch keinen verbindlichen Vertrag eingegangen, sondern habe erst eine (unverbindliche) Absichtserklärung abgegeben. Entsprechend habe er sich dazu berechtigt gesehen, den Kaufpreis im Sommer 2019 nochmals zu überprüfen. Rückblickend nicht ganz schlüssig sei, weshalb die Parteien nicht einfach den Kauf/Verkauf von 5 % der Aktien für Fr. 8'500'000.-- vereinbart hätten. Entgegen der Beschwerdeführerin stehe die Tatsache, dass F.________ nach eigenem Bekunden am 4. Oktober 2018 zum Kauf weiterer 25 Aktien bereit gewesen sei, aber nicht im Widerspruch dazu, dass er Ziff. 8 des AKV 2018 lediglich als Möglichkeit zum Kauf weiterer Aktien aufgefasst habe. Vielmehr seien seine Aussagen insofern konsequent. Dies gelte auch für die (von der Beschwerdeführerin bestrittene) Behauptung, C.________ habe am 4. Oktober 2018 die Bedingungen diktiert.