Citation: 6S.89/2000 29.04.2000 E. 5

5.- Der Kassationshof hat in BGE 126 IV 42 ausserdem erkannt, dass die dem Opfer nahe stehenden Personen im Sinne von Art. 2 Abs. 2 OHG zur eidgenössischen Nichtigkeitsbeschwerde im Strafpunkt nicht nur dann legitimiert sind, wenn sie ihrerseits im Strafverfahren adhäsionsweise Zivilansprüche wegen Beeinträchtigung ihrer Person geltend gemacht haben, sondern auch dann, wenn sie eine vom Opfer selbst zu Lebzeiten geltend gemachte Zivilforderung nach dessen Tod durch Erbgang erworben haben und sich der angefochtene Entscheid negativ auf deren Beurteilung auswirken kann. a) Eine Beschwerdelegitimation gestützt auf Art. 2 Abs. 2 lit. b in Verbindung mit Art. 8 Abs. 1 lit. c OHG kommt vorliegend von vornherein einzig hinsichtlich des Vorwurfs der Aussetzung gemäss Art. 127 StGB in Betracht, da A.________ höchstens allenfalls durch diese behauptete Straftat, nicht auch durch den eingeklagten Betrug (siehe dazu BGE 120 Ia 157 E. 2d/aa S. 162), eventuell Wucher, im Sinne von Art. 2 Abs. 1 OHG in seiner körperlichen oder psychischen Integrität unmittelbar beeinträchtigt worden ist. b) Die Beschwerdeführerin C.________ ist die Tochter des während der Hängigkeit des kantonalen Berufungsverfahrens am 15. Februar 1999 verstorbenen Bruders von A.________, mithin die Nichte von A.________. Die Vorinstanz hat die Eigenschaft der Beschwerdeführerin als eine dem Opfer A.________ nahe stehende Person im Sinne von Art. 2 Abs. 2 OHG unter anderem mit der Begründung verneint, dass weder dargetan worden noch ersichtlich sei, inwiefern die Beschwerdeführerin als Nichte dem unmittelbaren Opfer in ähnlicher Weise nahe stehe wie die in Art. 2 Abs. 2 OHG ausdrücklich genannten Personen, das heisst der Ehegatte, die Kinder und die Eltern. c) Die Beschwerdeführerin ist zur Rüge, dass sie zu Unrecht nicht als eine dem Opfer A.________ nahe stehende Person betrachtet worden sei, ungeachtet der in Art. 8 Abs. 1 lit. c OHG beziehungsweise in Art. 270 Abs. 1 Satz 2 BStP genannten weiteren Voraussetzungen legitimiert, da es dabei um die Frage der Opferstellung als solche geht (siehe dazu BGE 122 IV 71 E. 2 S. 75 mit Hinweisen). d) Die Beschwerdeführerin macht geltend, ihr Vater B.________ und sie selbst hätten eine innige, über Jahre hinweg dauernde, sehr nahe Beziehung zum Opfer A.________ gehabt. Beide hätten zeitlebens in der gleichen Gemeinde wie A.________ gewohnt und sich entsprechend häufig gesehen. Diese Kontakte seien durch regelmässige wöchentliche Treffen und gemeinsame Einnahme der Mahlzeiten gepflegt worden. A.________ sei während rund 30 Jahren bis kurz vor seinem Tod jeden Sonntag bei ihnen zum Mittagessen gewesen. Später - bei Spitalaufenthalten von A.________ - sei dieser regelmässig von seiner Familie besucht worden. Es sei zu berücksichtigen, dass B.________ und die Beschwerdeführerin die einzigen nächsten Verwandten von A.________ gewesen seien, weshalb an das "Nahestehen" im Sinne von Art. 2 Abs. 2 OHG keine besonders hohen Anforderungen gestellt werden dürfen. Da weder ein Ehegatte oder Eltern noch Kinder des Opfers A.________ existiert hätten, habe dieser naturgemäss zu seinen nächsten Verwandten, B.________ und der Beschwerdeführerin, eine innige, tiefe Zuneigung gehabt. Es sei bezeichnend, dass A.________ die Beschwerdeführerin und deren Schwester noch in einem Testament vom 17. November 1995 ausdrücklich als Erbin beziehungsweise Vermächtnisnehmerin seiner Seeliegenschaft eingesetzt habe (siehe zum Ganzen Nichtigkeitsbeschwerde Ziff. 42, S. 16 ff.). Mit diesen Ausführungen wird indessen nicht rechtsgenüglich dargetan, dass die Beschwerdeführerin ihrem Onkel A.________ in ähnlicher Weise nahe gestanden habe wie etwa Kinder, Eltern oder der Ehegatte. Selbst Geschwister, die mit dem Opfer im gleichen Haushalt leben, sind diesem nach der gesetzlichen Regelung nicht eo ipso gleichgestellt. Dass die Beschwerdeführerin nach dem Ableben ihres Vaters B.________ offenbar die nächste Verwandte von A.________ wurde, ist unerheblich. Auf die eidgenössische Nichtigkeitsbeschwerde ist daher in diesem Punkt mangels ausreichender Substantiierung nicht einzutreten.