Citation: 4C.172/1999 19.01.2001 E. 2

2.- a) Die Klägerin weist in der Berufungsschrift zunächst auf verschiedene Punkte hin, welche die "Vorinstanz übersah, überging oder missverstand". Sie verkennt dabei, dass das Bundesgericht seiner Entscheidung im Berufungsverfahren die tatsächlichen Feststellungen der Vorinstanz als wahr und vollständig zugrunde zu legen hat, es sei denn, diese beruhten auf einem offensichtlichen Versehen, seien unter Verletzung bundesrechtlicher Beweisvorschriften zustandegekommen oder bedürften der Ergänzung, weil das Sachgericht in fehlerhafter Rechtsanwendung einen gesetzlichen Tatbestand nicht oder nicht hinreichend klärte, obgleich ihm entscheidwesentliche Behauptungen und Beweisanerbieten dazu prozesskonform unterbreitet worden waren (Art. 63 und 64 OG; BGE 125 III 368 E. 3 S. 372, 193 E. 1e S. 205; 123 III 110 E. 2; 115 II 484 E. 2a). Eine blosse Kritik an der Beweiswürdigung des Sachrichters ist, soweit nicht Vorschriften des Bundesrechts in Frage stehen, von der Berufung ausgeschlossen (BGE 126 III 10 E. 2b S. 12; 120 II 97 E. 2b S. 99; 119 II 84 E. 3 S. 85; 115 II 484 E. 2a S. 485/6 mit Hinweisen). b) aa) Nach Auffassung der Klägerin handelt es sich bei der vorinstanzlichen Erwägung, wonach die Klägerin nicht behauptet habe, dass der beschädigte Baum aufgrund seines Zustandes im jetzigen Zeitpunkt gefällt werden müsste, um eine aktenwidrige Annahme. Zur Begründung führt sie Aktenstellen an, in denen sie behauptet hat, dass der Baum infolge der Schädigung intensive Pflege nötig habe, absterben werde und deshalb ersetzt werden müsse. bb) Eine Aktenwidrigkeit im Sinne eines offensichtlichen Versehens liegt nur vor, wenn die Vorinstanz eine bestimmte Aktenstelle übersehen oder unrichtig, d.h. nicht in ihrer wahren Gestalt, insbesondere nicht mit ihrem wirklichen Wortlaut wahrgenommen hat (BGE 109 II 159 E. 2b S. 162; 104 II 68 E. 3b S. 74 mit Hinweis). Die von der Klägerin zitierten Aktenstellen belegen, dass sie die Behauptung, der beschädigte Baum müsse unverzüglich gefällt werden, nicht explizit erhoben hat. Es ist somit nicht ersichtlich, welche Aktenstelle die Vorinstanz übersehen haben sollte. c) Soweit die Klägerin zur Untermauerung ihres Standpunktes auf Tatsachen verweist, welche sich nach Erlass des angefochtenen Urteils ereignet haben, gelten ihre Vorbringen als neu und können deshalb im Berufungsverfahren keine Berücksichtigung finden (Art. 55 Abs. 1 lit. c OG; Münch, in: Geiser/Münch, Prozessieren vor Bundesgericht, 2. Aufl. , S. 149 Rz. 4.77).