Citation: I 611/02 02.04.2003 E. 4

Zu prüfen bleibt, ob in der für die Beurteilung des vorliegenden Falles massgebenden Zeitspanne von April 1997 bis August 2001 in erwerblicher Hinsicht eine rentenrelevante Änderung eingetreten ist. 4.1 Bei der Bemessung des ohne Invalidität erzielbaren Einkommens (Valideneinkommen) ist entscheidend, was die versicherte Person im massgebenden Zeitpunkt nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdienen würde (RKUV 1993 Nr. U 168 S. 100 f. Erw. 3b mit Hinweis). Die Einkommensermittlung hat so konkret wie möglich zu erfolgen. Daher ist in der Regel vom letzten Lohn, den die versicherte Person vor Eintritt der Gesundheitsschädigung erzielt hat, auszugehen (Urteil D. vom 18. April 2002, I 565/01, mit Hinweisen). Ob dabei auf die im vorinstanzlichen Beschwerdeverfahren vom Versicherten eingeholte Lohnauskunft der Firma X.________ vom 28. Februar 2001, wonach der Verdienst im massgeblichen Jahre 2001 Fr. 94'640.- (13 x Fr. 7280.-) betragen hätte, oder auf das im Jahre 1995 erzielte und der Nominallohnentwicklung angepasste Einkommen (Fr. 6535.- + 1,3 % + 0,5 % + 0,7 % + 0,3 % + 1,3 % + 2,5 %, unter Berücksichtigung der um je 0,1 Stunden verminderten wöchentlichen Arbeitszeit in den Jahren 2000 und 2001, Fr. 6'944.- x 13 = Fr. 90'2712.-; vgl. Die Volkswirtschaft 3/2003, Tabellen B 9.2, S. 90 und B 10.2, S. 91), abgestellt wird, spielt hinsichtlich des Rentenanspruches keine Rolle (Erw. 5.2 hienach). 4.2 Bezüglich des Invalideneinkommens erwog die Vorinstanz, der Versicherte sei schon im Zeitpunkt der ursprünglichen Rentenverfügung keiner Erwerbstätigkeit nachgegangen, weshalb unverändert von einem hypothetischen Invalideneinkommen auszugehen sei. Es bestehe daher keine Veranlassung, einen neuen Einkommensvergleich durchzuführen. Der Beschwerdeführer bringt dagegen im Wesentlichen vor, für ungelernte Hilfskräfte mit derart weitgehenden körperlichen Einschränkungen, wie sie bei ihm vorlägen, bestehe auf dem modernen Arbeitsmarkt keine Einsatzmöglichkeit mehr, so dass auch nicht auf die Tabellenlöhne abgestellt werden könne; überdies seien die beigezogenen DAP-Arbeitsplätze zumindest teilweise gar nicht mehr zur Verfügung gestanden. 4.2.1 Gemäss Gutachten des Zentrums Y.________ vom 16. Februar 2000, dem nach dem Gesagten (Erw. 3.2 hievor) voller Beweiswert zukommt, ist der Beschwerdeführer in einer angepassten Tätigkeit (nach wie vor) ganztägig arbeitsfähig, mit einer Leistungsfähigkeit von 80 %. Trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigungen besteht somit unverändert eine beträchtliche Restarbeitsfähigkeit, deren zumutbare Verwertbarkeit auf dem Arbeitsmarkt bejaht werden darf. Den Ausführungen des Beschwerdeführers ist entgegenzuhalten, dass es für die Invaliditätsbemessung ausgehend vom theoretischen und abstrakten Begriff des Arbeitsmarktes (BGE 110 V 276 Erw. 4b; ZAK 1991 S. 320 Erw. 3b) nicht darauf ankommt, ob eine invalide Person unter den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen tatsächlich vermittelt werden kann, sondern einzig darauf, ob und in welchem Rahmen sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen könnte, wenn die verfügbaren Arbeitsplätze dem Angebot an Arbeitskräften entsprechen würden (AHI 1998 S. 291). Das restliche erwerbliche Leistungsvermögen hat sich somit in einem fiktiven Arbeitsmarkt zu bewähren, der definitionsgemäss unter anderem konjunkturell ausgeglichen ist. Indem die Verwaltung den Beschwerdeführer auf Tätigkeiten wie Weinverkäufer, Scanner Operateur, Polizeigehilfen, Museumsaufseher und verschiedene Hilfsarbeitertätigkeiten in der Industrie verwies, bei denen wechselbelastende Tätigkeiten ausgeübt werden können, hat sie die ihm offen stehenden Arbeitsgelegenheiten genügend konkretisiert. Dies gilt umso mehr, als an die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten praxisgemäss nicht übermässige Anforderungen zu stellen sind, sondern die Sachverhaltsabklärung nur so weit zu gehen hat, dass im Einzelfall eine zuverlässige Ermittlung des Invaliditätsgrades gewährleistet ist (AHI 1998 S. 290 f.). Diesen Anforderungen wurde vorliegend Genüge getan, zumal es sich bei den genannten Tätigkeitsfeldern um Arbeitsstellen handelt, welche die erforderlichen leichteren Beschäftigungen anbieten, und die nicht bloss theoretischer Natur, sondern im als ausgeglichen unterstellten Arbeitsmarkt durchaus verbreitet sind, so dass es sich dabei weder um unmögliche noch um unzumutbare Einsatzmöglichkeiten handelt. Der Einwand des Beschwerdeführers, die von der Verwaltung beigezogenen DAP-Arbeitsplätze seien tatsächlich gar nicht mehr zur Verfügung gestanden, erweist sich somit als unbeachtlich. Soweit sich der Versicherte auf sein Alter beruft und damit eine erhebliche Veränderung in den erwerblichen Verhältnissen geltend machen will, ist darauf hinzuweisen, dass das Alter keinen zusätzlichen Umstand darstellt, der neben der Zumutbarkeit einer Arbeit das Ausmass der Invalidität beeinflusst, wenn es das Finden einer Stelle und damit die Verwertung der verbliebenen Restarbeitsfähigkeit erschwert oder gar verunmöglicht (AHI 1999 S. 238 Erw. 1; Urteil W. vom 4. April 2002 Erw. 4b, I 401/01). 4.2.2 Da dem Versicherten grundsätzlich wechselbelastende Tätigkeiten (ohne Tragen grösserer Gewichte) zumutbar sind, in der nach Eintritt des Gesundheitsschadens beim kantonalen Tiefbauamt Bern im Rahmen eines befristeten Vertrags ausgeübten Tätigkeit aber kein stabiles Arbeitsverhältnis gesehen werden kann (BGE 126 V 76 Erw. 3b/aa), hat die Verwaltung im vorinstanzlichen Beschwerdeverfahren bei der Bemessung des Invalideneinkommens zu Recht auf die statistischen Tabellenlöhne gemäss der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) abgestellt (BGE 126 V 76 Erw. 3b/bb). Ausgehend vom monatlichen Bruttolohn (Zentralwert) für einfache und repetitive Tätigkeiten männlicher Arbeitnehmer (Anforderungsniveau 4; privater Sektor) von Fr. 4437.- (LSE 2000, Tabelle TA 1 S. 31) ergibt sich für das Jahr 2001 unter Berücksichtigung einer betriebsüblichen Arbeitszeit von 41,7 Wochenstunden (Die Volkswirtschaft, 3/2003, S. 90 Tabelle B 9.2) und der massgeblichen Nominallohnentwicklung (2001: 2,5 %; Die Volkswirtschaft, a.a.O, S. 91 Tabelle B 10.2) ein Jahreseinkommen von Fr. 56'894.55 bzw. unter Berücksichtigung der 80 %-igen Leistungsfähigkeit ein solches von Fr. 45'515.65. 4.2.3 Nach der Rechtsprechung ist beim Einkommensvergleich unter Verwendung statistischer Tabellenlöhne zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen (BGE 124 V 323 Erw. 3b/bb). In BGE 126 V 75 hat das Eidgenössische Versicherungsgericht die bisherige Praxis dahingehend präzisiert, dass die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalls (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/ Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad) abhängig ist. Der Einfluss aller Merkmale auf das Invalideneinkommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wobei der Abzug auf höchstens 25 % zu begrenzen ist (BGE 126 V 79 Erw. 5b/aa-cc). In Würdigung der gesamten persönlichen und beruflichen Umstände rechtfertigt sich vorliegend der Maximalabzug von 25 %. Soweit der Beschwerdeführer einen darüber hinausgehenden Abzug verlangt, kann er nach dem Gesagten nicht gehört werden. 4.3 Damit resultiert ein Invalideneinkommen von Fr. 34'136.73 (Fr. 45'515.65 x 0,75) und - im Vergleich mit dem Valideneinkommen von Fr. 94'640.- (Erw. 4.1) - ein Invaliditätsgrad von 63.9 %. Der Versicherte hat daher nach wie vor Anspruch auf eine halbe Invalidenrente, womit es bei dem im Ergebnis nicht zu beanstandenden kantonalen Entscheid sein Bewenden hat.