Citation: 5C.241/2006 16.02.2007 E. 3

Nach Auffassung des Obergerichts ist der Berufungskläger trunksüchtig im Sinne von Art. 370 ZGB und liegen zudem konkrete Anhaltspunkte für eine Drittgefährdung vor. 3.1 Die Vorinstanz geht unter Berufung auf das psychiatrische Gutachten von Dr. med. D.________ vom 7. März 2005 davon aus, dass der Berufungskläger seit mehr als zwanzig Jahren an einer chronifizierten Alkoholabhängigkeit leide. Es handle sich bei ihm um einen Trinker, der soweit vom Alkohol abhängig sei, dass er sich nicht mehr aus eigener Kraft habe davon lossagen können. Der Berufungskläger habe alkoholisiert diverse Straftaten begangen (Fahren in angetrunkenem Zustand, Brandstiftungen). In den Jahren 2003 und 2004 habe er zweimal nach den Bestimmungen des fürsorgerischen Freiheitsentzugs in die psychiatrische Klinik K.________ eingewiesen werden müssen. Von Februar 2004 bis März 2004 habe er sich ferner einer freiwilligen Entwöhnung in der Klinik L.________ unterzogen. Sämtliche Therapiebemühungen hätten indessen fehlgeschlagen. Das Obergericht hält des Weiteren fest, der Berufungskläger habe in stark alkoholisiertem Zustand während eines Wochenendurlaubs aus der Klinik K.________ im Oktober 2004 erneut einen Brand gelegt. Diese Brandstiftung und mit dieser zusammenhängende andere Delikte hätten am 5. April 2005 zu einer Verurteilung zu sieben Monaten Gefängnis geführt. Der Vollzug der Strafe sei jedoch in Anwendung von (a)Art. 44 Ziff. 1 StGB zu Gunsten einer gleichzeitig angeordneten stationären Massnahme aufgeschoben worden. Seit dem 8. Februar 2005 befinde sich der Berufungskläger in der Massnahmenvollzugsanstalt M.________. In diesem kontrollierten Rahmen lebe er abstinent und nehme er psychotherapeutische Hilfe (Einzel- und Gruppentherapie) in Anspruch. Bislang seien sämtliche - auch die unbegleiteten - Urlaube problemlos verlaufen. 3.2 Sodann verweist die Vorinstanz ebenfalls zur Frage der Schutzbedürftigkeit auf den spezialärztlichen Bericht von Dr. med. D.________. Wie darin anschaulich dargelegt werde, sei auf Grund der Persönlichkeitsstruktur des Berufungsklägers zu befürchten, dass dieser im Falle neuerlichen Alkoholkonsums wie früher mit der Rechtsordnung in Konflikt geraten und dabei andere Personen an Leib und Leben gefährden könnte. Angesichts der aktenkundigen Vorstrafen und sämtlicher bisher ergebnislos verlaufener Therapieversuche sei die Gefährdung mehr als eine bloss theoretische. Nach einer zwanzigjährigen schweren Alkoholabhängigkeit sei selbst bei derzeit günstigem Therapieverlauf die Rückfallgefahr als hoch einzuschätzen. Es lägen somit konkrete Anhaltspunkte für eine Drittgefährdung vor und mit der Entmündigung müsse nicht bis zum Vorliegen vollendeter Tatsachen zugewartet werden. Auch wenn nicht anzunehmen sei, dass eine Entmündigung die erwähnte Gefahr vollständig zu beseitigen vermöge, könne sie doch dazu beitragen, die Rückfallgefahr zu vermindern. Der Vormund werde den Berufungskläger nach dessen Entlassung begleiten und ihm Hilfe und Unterstützung zukommen lassen. Die Möglichkeit, dass er den Berufungskläger durch rechtzeitiges Eingreifen von neuerlichem Delinquieren werde abhalten können, rechtfertige es, die Entmündigung zu bestätigen, auch wenn sie nicht allzu hoch einzuschätzen sei.