Citation: 4A_254/2020 E. 5

5. Der Beklagte sei unter Androhung der Ungehorsamsstrafe nach Art. 292 StGB zu verpflichten, sich von der Liegenschaft U.________, V.________, fernzuhalten. (6.-8. Unentgeltliche Rechtspflege, Kosten- und Entschädigungsfolge, Vorbehalt weiterer Rechtsbegehren)." Mit Urteil vom 16. August 2019 wies das Bezirksgericht Willisau die Klage ab, soweit es darauf eintrat. B.b. Das Kantonsgericht Luzern wies mit Urteil vom 26. März 2020 die Klage ebenfalls ab. Es erwog, weder sei Handlungsunfähigkeit der Klägerin beim Abschluss des Kaufvertrages vom 1. Februar 2017 über das Inventar sowie des Kaufsrechtsvertrages vom 11. Februar 2017 gegeben, noch liege eine Übervorteilung nach Art. 21 OR vor. Zwar sei von einem offenbaren Missverhältnis zwischen den Austauschleistungen auszugehen und auch die Jahresfrist für die Erklärung der Unverbindlichkeit sei eingehalten. Doch sei eine Schwächesituation aufgrund einer Notlage im Sinne von Art. 21 OR ebensowenig erwiesen, wie die Unerfahrenheit der Klägerin. Schliesslich sei auch eine Ausbeutung ihrer Schwäche durch den Beklagten nicht nachgewiesen. Selbst wenn aber von einer Übervorteilung hätte ausgegangen werden müssen, liege - wie vom Bezirksgericht zutreffend erkannt - eine Genehmigung des Vertragsabschlusses vor. Auch den geltend gemachten Grundlagenirrtum im Sinne von Art. 24 Abs. 1 Ziff. 4 OR liess das Kantonsgericht nicht gelten, ebensowenig wie die behauptete Sittenwidrigkeit gemäss Art. 20 OR. Dass im Februar 2017 überhaupt kein Kaufvertrag über das Inventar abgeschlossen worden sei, könne schliesslich nicht angenommen werden.