Citation: 6B_634/2019 E. 2.2

2.2. Die Vorinstanz erwägt im Wesentlichen, die Beschwerdeführerin habe mehrfach Zustellprobleme geltend gemacht und Korrespondenzschreiben mit Angestellten des Contact Centers der Post eingereicht. Bereits das Regionalgericht habe festgehalten, dass aus den Schreiben nicht klar hervorgehe, was konkret beanstandet worden sei und was daraufhin von der Post entschuldigt worden sei. Das Regionalgericht habe sich daraufhin bei der Post über die betreffende Postzustellung des Strafbefehls erkundigt. Die Post habe im Antwortschreiben vom 3. Januar 2019 festgehalten, es habe keine Unregelmässigkeiten bei der Zustellung der Post der Beschwerdeführerin gegeben. Ihrer Replik im vorinstanzlichen Verfahren habe die Beschwerdeführerin zwei weitere Schreiben der Post vom 5. April 2018 beigelegt, welche die von ihr geltend gemachten Unregelmässigkeiten bei der Zustellung des Strafbefehls belegen sollen. Der Inhalt der beigefügten Schreiben vom 5. April 2018 sei jedoch sehr vage. Die Postangestellten entschuldigten sich lediglich für mögliche Unregelmässigkeiten oder könnten nicht mit Sicherheit garantieren, dass stets eine korrekte Zustellung erfolgt sei. Vorliegend gebe es keine konkreten Anzeichen für einen Fehler seitens der Post. Den Akten könnten auch keine Hinweise auf frühere Postzustellprobleme entnommen werden. Es müsse daher davon ausgegangen werden, dass der Postangestellte ordnungsgemäss eine Abholungseinladung ausgestellt und in den Briefkasten der Beschwerdeführerin gelegt habe. Am Ergebnis würde sich im Übrigen auch nichts ändern, wenn die Abholungseinladung tatsächlich, wie von der Beschwerdeführerin geltend gemacht, im Briefkasten einer Nachbarin deponiert worden wäre. Nach der Rechtsprechung gelte die Vermutung, dass die irrtümliche Empfängerin die Einladung an die zutreffende Adressatin weiterleite. Zu guter Letzt habe die Beschwerdeführerin in ihrem Schreiben vom 22. November 2018 selbst bestätigt, dass sie die Abholungseinladung Ende Oktober erhalten habe. Somit hätte sie die Gelegenheit gehabt, das Einschreiben bei der Poststelle vor Ablauf der Frist am 2. November 2018 abzuholen. Angesichts dessen sei von folgender Fristberechnung auszugehen: Der erfolglose Zustellversuch habe am 26. Oktober 2018 stattgefunden. Die 7-tägige Abholfrist habe am 27. Oktober 2018 zu laufen begonnen und folglich am 2. November 2018 geendet. Die darauffolgende 10-tägige Einsprachefrist habe somit am 12. November 2018 geendet, weshalb die erst am 22. November 2018 erhobene Einsprache verspätet erfolgt und der Strafbefehl vom 24. Oktober 2018 in Rechtskraft erwachsen sei.