Citation: 2P.141/2005 06.07.2005 E. 3

3.1 Nach Art. 29 Abs. 1 URPG/FR wird die unentgeltliche Rechtspflege in Verwaltungssachen einzig für Beschwerde-, Klage- und Revisions- oder Erläuterungsverfahren in letzter kantonaler Instanz gewährt. Das Verwaltungsgericht hat diese Regelung, die eine unentgeltliche anwaltliche Verbeiständung im erstinstanzlichen Verwaltungsverfahren, d.h. einschliesslich des Einspracheverfahrens, ausschliesse, unter Hinweis auf die entsprechende bundesgerichtliche Rechtsprechung zu Recht als bundesverfassungswidrig erachtet und dem Beschwerdeführer - in bundesverfassungskonformer Auslegung dieser Bestimmung - grundsätzlich einen Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege auch im Einspracheverfahren in erstinstanzlichen Verwaltungssachen zuerkannt. 3.2 Gemäss Art. 1 Abs. 1 URPG/FR hat, wer nicht genügend Mittel besitzt, um ohne Beschränkung des notwendigen Unterhaltes für sich oder seine Familie die Kosten des Verfahrens tragen zu können, Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege. Zudem darf in Zivil- und Verwaltungssachen die Sache des Betroffenen nicht von vornherein aussichtslos erscheinen; die unentgeltliche Rechtspflege muss zudem verweigert werden, wenn offensichtlich ist, dass eine vernünftige Person den Prozess auf eigene Kosten nicht führen würde (Art. 2 Abs. 1 URPG/FR). Art. 8 Abs. 1 lit. c URPG/FR verlangt für die Beiordnung eines amtlichen Rechtsbeistandes sowie die vollständige oder teilweise Begleichung des Honorars und der Auslagen dieses Rechtsbeistandes, dass die Schwierigkeit der Streitfrage dies erfordert. Diese Bestimmungen entsprechen ohne weiteres der verfassungsrechtlichen Minimalgarantie von Art. 29 Abs. 3 BV, gehen aber offensichtlich auch nicht darüber hinaus. Das Verwaltungsgericht durfte daher ohne Willkür den konkreten Fall allein unter dem Gesichtspunkt von Art. 29 Abs. 3 BV prüfen. 3.3 Der Beschwerdeführer ruft zwar weitere, internationalrechtliche Bestimmungen (Art. 6 und 14 EMRK, Art. 14 Abs. 1 UNO-Pakt II) an, legt indessen nicht in einer Art. 90 Abs. 1 lit. b OG genügenden Weise dar, inwiefern nach diesen geringere Anforderungen in Bezug auf die Notwendigkeit der unentgeltlichen anwaltlichen Verbeiständung gestellt würden. Er begründet denn auch seine Beschwerde unter Bezugnahme auf Art. 29 Abs. 2 (recte: 3) BV.