Citation: 1B_61/2018 E. 3

Der Beschwerdeführer bestreitet den dringenden Tatverdacht von Verbrechen (Art. 221 Abs. 1 Ingress StPO) ausdrücklich nicht. Er wendet sich jedoch gegen die Annahme von Fluchtgefahr. Angesichts des "bloss eventuell noch in Aussicht stehenden, jedenfalls aber vergleichsweise geringen Strafrests" sei seine Flucht nicht mehr wahrscheinlich. Seit den Haftprüfungen von 2012 hätten sich die massgeblichen Verhältnisse wesentlich geändert. Er halte so gut wie möglich Kontakt zu seinen in der Schweiz wohnhaften Töchtern, darunter das Opfer der zur Anklage gebrachten Delikte, und pflege trotz Inhaftierung eine Beziehung zu seiner aktuellen Partnerin, bei der er nach einer Haftentlassung wohnen könne. Sie und er wünschten sich sehr, ihre Beziehung in Freiheit ausleben zu können. Seine Straftaten bereue er. Zwar wohnten Verwandte von ihm in Spanien, namentlich sein Vater und ein Bruder. Mit seinem Vater pflege er (der Beschwerdeführer) aber keinen Kontakt mehr. Wohl habe ihm sein Bruder während der Haft einmal geschrieben. Seit 2012 habe er jedoch auch vom Bruder nichts mehr gehört. Im Falle einer strafrechtlichen bzw. ausländerrechtlichen Wegweisung werde er sich auf das Schengener Freizügigkeitsabkommen berufen. Eine "hinreichend schwere Gefährdung der öffentlichen Ordnung" gehe von ihm derzeit nicht aus. Im Hinblick auf eine Sanierung seiner Schulden habe er einen hohen Aufwand erbracht. Im Falle seiner Haftentlassung werde er als erfahrener Pflegefachmann mit Englischkenntnissen zeitnah wieder eine Stelle finden. Er habe Berufung erhoben und wolle zur neuen Berufungsverhandlung erscheinen. Die Behauptung der Vorinstanz, wonach er selber ausgesagt habe, er habe (vor einigen Jahren) mit dem Gedanken gespielt, nach Spanien zurückzukehren, sei aktenwidrig. Die Annahme von Fluchtgefahr sei bundesrechtswidrig und willkürlich. Ausserdem sei die Begründung des angefochtenen Entscheides ungenügend; sie verstosse gegen den Anspruch auf rechtliches Gehör.