Citation: U 33/04 22.06.2004 E. 3

3.1 Was die somatischen Unfallfolgen betrifft, ist nicht mehr umstritten, dass die Leistungspflicht der SWICA am 9. November 2001 geendet hat. 3.2 Streitig und zu prüfen ist, wie es sich mit der Leistungspflicht der Versicherung für die persistierenden psychischen Beschwerden verhält. 3.2.1 Nach der Rechtsprechung hat die Beurteilung, ob ein Unfall unter besonders dramatischen Begleitumständen passiert ist oder besonders eindrücklich war, ausgehend vom objektiven Geschehensablauf zu erfolgen (RKUV 2000 Nr. U 394 S. 313). Nicht was in der einzelnen betroffenen Person beim Unfall psychisch vorgeht - sofern sich dies überhaupt zuverlässig feststellen lässt - ist entscheidend, sondern die objektive Eignung solcher Begleitumstände, psychische Abläufe in Bewegung zu setzen, welche an nachfolgenden Fehlentwicklungen mitbeteiligt sein können (RKUV 1999 Nr. U 335 S. 207). Bezüglich des Unfallgeschehens ist davon auszugehen, dass die Versicherte mit überwiegender Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 360 Erw. 5b, 125 V 195 Erw. 2, je mit Hinweisen) beim Ausweichen eines ausser Kontrolle geratenen Autos eine Treppe hinabgestürzt ist, wobei sie sich Prellungen und Schürfungen im Bereich des rechten Unterarmes, der Handfläche palmar links sowie am rechten Unterschenkel und am Rippenbogen links zuzog. Zwar ist nachvollziehbar, dass sie, als sie nachts auf einem Trottoir gehend unvermittelt einem auf sie zufahrenden Auto ausweichen musste und dabei eine Kellertreppe hinabstürzte, heftig erschrak. Die von der Psychiaterin als "traumatische Zange" bezeichnete Situation der Beschwerdeführerin beim Unfall, welche ein Gefühl der Angst und des völligen Ausgeliefertseins verursacht habe, widerspiegelt jedoch einzig das subjektive Empfinden der Versicherten, während der objektive Geschehensablauf nach den zutreffenden Erwägungen im angefochtenen Entscheid das Adäquanzkriterium der besonderen Eindrücklichkeit oder besonders dramatischen Begleitumstände nicht erfüllt. 3.2.2 Schliesslich ist die Rechtsprechung zur Adäquanz bei psychischen Störungen nach Schreckereignissen (BGE 129 V 177) nicht anwendbar, da die Versicherte körperliche Verletzungen davon getragen hat. Die Beurteilung kann daher nicht nach der gewöhnlichen Adäquanzformel erfolgen (Urteil C. vom 19. März 2003, U 15/00). Selbst nach der Rechtsprechung zu den Schreckereignissen, wonach nur aussergewöhnliche Ereignisse (d.h. gewaltsame, in unmittelbarer Gegenwart der Versicherten sich abspielende Vorfälle, die in ihrer überraschenden Heftigkeit geeignet sind, bei einer weiten Bandbreite von Versicherten durch Störung des seelischen Gleichgewichts typische Angst- und Schreckwirkungen wie Lähmungen, Herzschlag etc. hervorzurufen; RKUV 2000 Nr. U 394 S. 313), verbunden mit einem psychischen Schock, geeignet sind, eine psychische Fehlentwicklung auszulösen, wäre die Adäquanz eindeutig zu verneinen.