Citation: 6B_609/2018 E. 3

Der Beschwerdeführer rügt eine fehlende Pflichtverteidigung (Beschwerde S. 14 ff.). Der Beschwerdeführer ersuchte erst am Schluss seiner von ihm verlesenen Erklärung an der vorinstanzlichen Verhandlung um die Bewilligung der amtlichen Verteidigung (Urteil S. 5; oben Sachverhalt C.b). Er verzichtete bei den Belehrungen ausdrücklich und wiederholt auf die Bestellung eines Wahlverteidigers und auf die Beantragung eines amtlichen Verteidigers (oben Sachverhalt A.b). Er war entgegen seiner Behauptung in der verlesenen Erklärung ohne Weiteres in der Lage, einen Wahlverteidiger auf eigene Kosten zu bestellen, wie sich das bereits aus der betragsmässigen Festsetzung der Geldstrafe und im Übrigen aus der tatsächlichen Mandatierung im Berufungsverfahren ergibt. Der Beschwerdeführer verfügte über ein hinreichendes monatliches Nettoeinkommen von Fr. 5'864.75 (Urteil S. 17). In casu liegt kein komplexer Sachverhalt vor. Insbesondere musste sich der Beschwerdeführer entgegen den Beschwerdevorbringen nicht mit der Abgrenzung von Art. 130 lit. c und Art. 132 Abs. 1 lit. b StPO auseinandersetzen (damit setzt sich die Vorinstanz ausführlich auseinander; Urteil S. 4-7). Eine isolierte und theoretische Betrachtungsweise des Kriteriums der gesetzlich angedrohten Sanktion genügt nicht zur Begründung einer amtlichen Verteidigung (BGE 143 I 164 E. 3.3 S. 172 f.). Mithin ist eine Beurteilung der konkreten Umstände des Einzelfalls notwendig, die sich einer strengen Schematisierung entzieht. Immerhin lässt sich festhalten, dass je schwerwiegender der Eingriff in die Interessen der betroffenen Person ist, desto geringer die Anforderungen an die erwähnten tatsächlichen und rechtlichen Schwierigkeiten sind und umgekehrt (BGE 143 I 164 E. 3.6 S. 175). Ausschlaggebend sind somit die konkreten Umstände des Einzelfalls. Die Vorinstanz verletzt mit der Verneinung der Voraussetzungen einer amtlichen Verteidigung kein Bundesrecht. Es kann dazu im Weiteren auf den zitierten BGE 143 I 164 verwiesen werden (vgl. auch Urteil 6B_957/2018 vom 21. November 2018 E. 3.2). Angemerkt werden kann, dass die in keiner Weise begründete, unzeitige - nur für die Berufungsverhandlung beanspruchte - Mandatsniederlegung kurz vor dem Verhandlungstermin (oben Sachverhalt C.a) angesichts der in der Beschwerde erhobenen Vorwürfe wegen verweigerter Verteidigungsrechte als befremdliches prozesstaktisches Manöver erscheinen muss.