Citation: 4A_419/2023 E. 5.1

5.1. Die Vorinstanz erwog, der Verdacht von Dr. med. vet. D.________ am Unfalltag vom 4. März 2018 auf eine Fissur stelle allein noch keine Sorgfaltspflichtverletzung dar. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers könne dem Tierarzt nicht vorgeworfen werden, dass er unmittelbar nach dem Unfall keine Röntgenuntersuchung durchführte, zumal eine solche gemäss den übereinstimmenden Aussagen der Tierärzte nicht zielführend gewesen wäre, weil Fissuren kurz nach Eintritt einer Verletzung auf dem Röntgenbild mit hoher Wahrscheinlichkeit noch nicht sichtbar gewesen wären. Eine Röntgenuntersuchung in den ersten Stunden oder Tagen nach dem Unfallgeschehen biete gemäss dem Gutachten keine zufriedenstellende diagnostische Sicherheit (Sensitivität). Diese mangelnde Sensitivität erkläre sich dadurch, dass der Projektionswinkel zumindest einer der erstellten Röntgenaufnahmen sehr nahe der Ebene der Fissur liegen müsse, um diese erkenntlich zu machen. Erst wenn es im Laufe der Zeit zu einer Resorption von Knochensubstanz entlang der Fissur komme, würden Fissuren zuverlässiger (auch bei suboptimaler Projektion) bei einer Röntgenuntersuchung erkennbar.