Citation: 1P.354/2006 17.11.2006 E. 1

Staatsrechtliche Beschwerde kann auch gegen die Untätigkeit kantonaler Behörden erhoben werden, wenn geltend gemacht wird, es liege eine verfassungswidrige Rechtsverweigerung oder Rechtsverzögerung und damit eine Verletzung von Art. 29 Abs. 1 BV vor (Walter Kälin, Das Verfahren der staatsrechtlichen Beschwerde, Bern 1994, S. 148; BGE 120 III 143 E. 1b S. 144). Der Beschwerdeführer kann somit mit staatsrechtlicher Beschwerde geltend machen, das Verwaltungsgericht habe seinen Antrag auf Erlass eines Baustopps missachtet bzw. die Verfügung hinausgezögert, bis durch den Bau des Pumpwerks vollendete Tatsachen geschaffen worden seien. Zur Rüge der formellen Rechtsverweigerung ist der Beschwerdeführer als Partei des kantonalen Verwaltungsgerichtsverfahrens ohne Weiteres befugt (BGE 121 II 171 E. 1 S. 173 mit Hinweisen). 1.1 Allerdings erscheint fraglich, ob der Beschwerdeführer noch ein aktuelles Interesse an der Beurteilung seiner Rechtsverweigerungsbeschwerde hat, nachdem seine Stimmrechtsbeschwerde inzwischen vom Verwaltungsgericht abgewiesen worden ist. Die Frage kann offen bleiben, wenn die Beschwerde ohnehin abzuweisen ist. 1.2 Gleiches gilt für die Frage, ob der Beschwerdeführer die Rechtsverweigerung zunächst mit kantonaler Aufsichtsbeschwerde an das Gesamtgericht hätte geltend machen müssen (vgl. BGE 119 Ia 237 E. 2b und 3 S. 238 ff. und §§ 71 Abs. 1 Ziff. 1 i.V.m. § 72 Abs. 3 des Thurgauer Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 23. Februar 1981 [VRG]). 1.3 Soweit der Beschwerdeführer die Befangenheit der kantonalen und kommunalen Instanzen rügt, kann darauf nicht eingetreten werden: Diese Rügen muss er zunächst im kantonalen Verfahren geltend machen. Erst gegen den kantonal letztinstanzlichen Entscheid des Verwaltungsgerichts kann dann staatsrechtliche Beschwerde ans Bundesgericht geführt werden.