Citation: 5A_402/2021 E. 2.2.2

2.2.2. Zur Führung eines anzuhebenden oder vom Gegner eingeleiteten Zivilprozesses bedarf der Verwalter ausserhalb des summarischen Verfahrens der vorgängigen Ermächtigung durch die Versammlung der Stockwerkeigentümer, unter Vorbehalt dringender Fälle, in denen die Ermächtigung nachgeholt werden kann (Art. 712t Abs. 2 ZGB). In BGE 114 II 310 befand das Bundesgericht, wenn die Verwaltung einer Stockwerkeigentümergemeinschaft ohne vorgängige Zustimmung der Stockwerkeigentümer und damit als falsus procurator beim Bundesgericht ein Rechtsmittel erhebe, ihr das Gericht eine Frist zur Nachreichung eines Ermächtigungsbeschlusses ansetze und sie diesen fristgerecht einreiche, sei dies als Ratifikation der vollmachtlosen Handlung zu werten, womit der Mangel geheilt werde (E. 2b). Diese unter dem OG ergangene Rechtsprechung hat das Bundesgericht schliesslich verallgemeinernd und gestützt auf das Verbot des überspitzten Formalismus für den Zivilprozess übernommen (Urteil 5A_913/2012 vom 24. September 2013 E. 5.2.3 mit Hinweisen, in: SJ 2014 I S. 185 f.).