Citation: 6B_776/2016 E. 2.2

2.2. Der Beschwerdeführer rügt in beiden Vorfällen eine Verletzung von Art. 140 Ziff. 1 StGB. Die Erstinstanz habe zu Recht eine Bereicherungsabsicht verneint. Die Vorinstanz nehme gestützt auf BGE 101 IV 177 und 105 IV 330 an, dass eventuelle Bereicherungsabsicht genüge. Die alte Rechtsprechung sei aufgrund der Revision des Vermögensstrafrechts nicht mehr richtig. Es müsse der von NIGGLI/RIEDO (in: Basler Kommentar, Strafrecht II, 3. Aufl. 2013, N. 77 Vor Art. 137 StGB) vertretenen Ansicht gefolgt werden, es sei der direkte Vorsatz ersten Grades erforderlich. Sollte eine eventuelle Bereicherungsabsicht ausreichen, rüge er eine Verletzung des Willkürverbots und der Unschuldsvermutung, respektive von Art. 10 StPO. Die Vorinstanz nehme willkürlich entgegen der Erstinstanz an, dass es sich um kein blosses, typisches "Fanritual" handelte. Das Opfer habe ausgesagt, es halte das nicht für normal, solche Vorfälle geschähen aber. Er (der Beschwerdeführer) habe an der Hauptverhandlung bestätigt, die Aktionen seien Bestandteil eines "Fanrituals" (Beschwerde S. 13). Dass er die Fahnen und den Schal nicht wieder zurückgegeben habe, könne für die Bereicherungsabsicht nicht willkürfrei herangezogen werden. Aneignungswille und Gewahrsamsbruch indizierten nicht per se die Bereicherungsabsicht (S. 14 f.). Er habe in Mittäterschaft gehandelt; ein entsprechender vorgängiger Tatentschluss müsste nachgewiesen werden. Nach der Vorinstanz sei die Täterschaft spontan und wenig zielgerichtet vorgegangen (S. 16). Sie halte ihm im Ergebnis das Nachtatverhalten vor (S. 17).