Citation: 4A_194/2024 E. 4.1

4.1. Die Vorinstanz liess es "in einem ersten Schritt" genügen, dass der Beschwerdegegner einzig behauptet, er habe die vertraglich vereinbarte Arbeitsleistung von 43 Stunden pro Woche gemäss dem Arbeitsvertrag erbracht, und "verschob" ihre Würdigung auf die Erbringung des Gegenbeweises durch die Beschwerdeführerin. Diese behaupte nicht, sie habe während des mehrere Jahre dauernden Arbeitsverhältnisses je geltend gemacht, der Beschwerdegegner erfülle das vereinbarte Pensum, wofür sie ihm den vereinbarten Lohn bezahlt habe, nicht. Es sei bei einem kaufmännisch und ordentlich geführten Unternehmen unwahrscheinlich, dass dieses während längerer Zeit eine Minderleistung des Arbeitnehmers kommentarlos hinnehme. Der Beschwerdegegner mache nicht geltend, er habe mehr als die vertraglich geschuldete Arbeitsleistung erbracht. Eine Mehrleistung ergebe sich erst aus einer Verletzung des anwendbaren GAV. Diese habe in erster Linie die Beschwerdeführerin zu verantworten; bei ordnungsgemässer Sorgfalt hätte sie den GAV kennen können und müssen. Andererseits habe der Beschwerdegegner während der Dauer des Arbeitsverhältnisses keinen Anlass gehabt, sich den Beweis der erst im Nachhinein als solche erkannten Überstunden zu sichern. Die Vorinstanz erwog zur Erbringung des Gegenbeweises, sie könne und müsse die Wochenrapporte nicht im Einzelnen untersuchen und die rapportierten Stunden zusammenzählen. Bei "summarischer Prüfung" ergebe sich, dass diese Dokumente nicht geeignet seien, den Gegenbeweis der Beschwerdeführerin zu ihrer Behauptung zu stützen, der Beschwerdegegner habe weniger als die vereinbarten 43 Stunden pro Woche gearbeitet.