Citation: U 468/06 26.07.2007 E. 4

Zu prüfen bleibt, ob sich aus den im März 2004 gemeldeten Kopfschmerzen und Visusstörungen ein Leistungsanspruch gegenüber der SUVA ergibt. 4.1 Das kantonale Gericht hat hiezu erwogen, die SUVA habe anfänglich die natürliche Kausalität von nach dem Unfall vom 8. Dezember 2002 aufgetretenen Beschwerden an Kopf und Nacken trotz fehlender organisch nachweisbarer Befunde bejaht und sei vom Vorliegen eines HWS-Schleudertraumas ausgegangen. Sodann sei festzustellen, dass nach dem Unfall weiterhin Kopf- und Nackenbeschwerden bestanden hätten. Bei der gegebenen medizinischen Aktenlage lasse sich aber nicht zuverlässig beurteilen, ob diesbezüglich von einem Rückfall zum Ereignis vom 8. Dezember 2002 auszugehen sei. Zwar sei unter Umständen ohnehin der adäquate Kausalzusammenhang zwischen diesen Beschwerden und dem Unfall zu verneinen. Ob die bei der Adäquanzbeurteilung gegebenenfalls relevanten Kriterien erfüllt seien oder nicht, lasse sich aber erst nach weiteren Abklärungen beurteilen. Die SUVA habe daher den Sachverhalt zu den medizinischen Gegebenheiten und zur Arbeitsfähigkeit zu ergänzen und darauf gestützt zu entscheiden, ob und bis wann der Kausalzusammenhang gegeben gewesen sei oder aber warum ein Rückfall zu verneinen sei. Die Beschwerdeführerin wendet ein, es seien lediglich Kopfschmerzen und Visusstörungen gemeldet worden, welche Beschwerden ophtalmologisch erklärt werden könnten und unfallfremd seien. Weitere, gegebenenfalls behandlungsbedürftige Kopf- und Nackenbeschwerden seien nicht aufgetreten. Diesbezügliche Abklärungen seien nicht erforderlich. Sollten solche Beschwerden auftreten und als Rückfall gemeldet werden, und könnten mit den dannzumal vorzunehmenden Abklärungen keine strukturellen Läsionen festgestellt werden, werde der adäquate Kausalzusammenhang zum Unfall vom 8. Dezember 2002 mit grosser Wahrscheinlichkeit zu verneinen sein. 4.2 Gemäss Bericht des Spital Z.________ vom 8. Dezember 2002 klagte der Versicherte unmittelbar nach dem Unfall vom 8. Dezember 2002 lediglich über leichte Kopfschmerzen, wobei er eine Schmerzmedikation ablehnte. Klinisch konnte bis auf eine leichte Schmerzhaftigkeit der HWS bei Drehung nach rechts nichts Auffälliges festgestellt werden. Röntenuntersuchungen der HWS ergaben keine ossären Läsionen. Es wurde der Verdacht auf ein Schleudertrauma geäussert. Der nachbehandelnde Dr. med. B.________ ging gemäss Bericht vom 18. Dezember 2002 von einem Distorsionstrauma der HWS aus. Geklagt würden - bei unauffälligem Röntenbefund - die typischen Weichteilschmerzen im Bereich der HWS sowie Muskelschmerzen im Bereich der BWS. Am 9. Januar 2003 gab der Versicherte gegenüber der SUVA an, er habe nach der Kollision vom 8. Dezember 2002 sofort an starken Kopfschmerzen gelitten. Anderntags seien noch Beschwerden und Bewegungseinschränkungen im Nacken sowie Rückenbeschwerden aufgetreten. Aktuell träten noch besonders beim vorne Hoch- und Runterschauen Schmerzen im Nacken/Kopf sowie Schwindel und Übelkeit auf. Mit Bericht vom 24. Januar 2003 erwähnte Dr. med. B.________ noch leichte paravertebrale Verspannungen cervicothorakal ohne Schwindel bei guter HWS-Motilität. Am 11. Februar 2003 überwies der Arzt den Beschwerdegegner aufgrund von nach wie vor gleich geklagten cervicocephalen Schmerzen zur fachärztlichen Beurteilung an die Klinik S.________. Diese diagnostizierte mit Bericht vom 27. März 2003 - nebst dem bereits abgehandelten Lumbovertebralsyndrom - ein Cervicovertebralsyndrom bei Status nach Distorsionstrauma der HWS und bei Fehlform der Wirbelsäule (Kyphoskoliose). Die in der Folge - bei seit 27. Januar 2003 unverändert gegebener voller Arbeitsfähigkeit - durchgeführte muskuläre Rehabiliation führte gemäss - ebenfalls bereits erwähntem - Bericht des Therapeuten Dr. med. T.________ vom 3. September 2003 dazu, dass nurmehr Restbeschwerden bei Kopfballaktivitäten während Fussballspielen bestanden und die Behandlung abgeschlossen werden konnte. Im März 2004 wurden dann neu rechtsseitige Kopfschmerzen und Visusstörungen geklagt, welche jeweils beim Arbeiten am PC auftraten. Dr. med. T.________ veranlasste deswegen am 26. März 2004 eine augenärztliche Abklärung bei Dr. med. M.________, FMH Ophtalmologie. Gemäss dessen Bericht vom 3. Juni 2004 sind die geklagten Beschwerden mit einer unfallfremden leichten Hypermetropie zu erklären, wobei das Tragen einer korrigierten Brille für die Naharbeiten Abhilfe schaffen würde. Der Versicherte wolle damit allerdings noch zuwarten. Zusammenfassend ergibt sich, dass nach dem Unfall vom 8. Dezember 2002 Kopf- und Nackenbeschwerden auftraten. Daneben klagte der Beschwerdegegner über Schwindel und Übelkeit, welche Symptome aber offensichtlich nicht lange währten und von keinem Arzt für erwähnenswert befunden wurden. Im September 2003 hatte sich der Gesundheitszustand dann soweit gebessert, dass nurmehr - vernachlässigbare - Restbeschwerden beim Kopfballspielen auftraten und die Heilbehandlung abgeschlossen werden konnte. Es bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass in den folgenden Monaten nennenswerte Beschwerden an Nacken und Kopf auftraten oder gar behandelt werden mussten. Erst im März 2004 wurden wieder Symptome geklagt. Diese beschränkten sich aber auf rechtsseitige Kopfschmerzen sowie Visusstörungen und sind eher mit der festgestellten, unfallfremden Hypermetropie als mit einer beim Unfall vom 8. Dezember 2004 erlittenen Verletzung an der HWS zu erklären. Die SUVA hat somit ihre Leistungspflicht für die im März 2004 gemeldeten Beschwerden zu Recht mangels eines natürlichen Kausalzusammenhangs zum versicherten Ereignis verneint. Damit erübrigen sich auch Weiterungen zur Adäquanzfrage.