Citation: 6S.719/1999 22.03.2000 E. 5

5.- a) Der Beschwerdeführer hat im November 1996 ein Exemplar seines im August 1995 erschienenen Buches "Todesursache Zeitgeschichtsforschung" unaufgefordert an A.________, Ordinarius für Neues Testament an der Universität Basel, gesandt, versehen mit der folgenden Widmung (s. erstinstanzliches Urteil S. 143/144): "Für Professor A.________, damit er künftig Christus und nicht dessen Widersachern diene G.________ 11. November 1996" Die Vorinstanz hat den Beschwerdeführer in Bestätigung des erstinstanzlichen Entscheides wegen dieser Äusserung der Beschimpfung im Sinne von Art. 177 StGB schuldig gesprochen (angefochtenes Urteil S. 46 ff.; erstinstanzlicher Entscheid S. 143 ff.). b) Der Beschwerdeführer macht wie schon im kantonalen Verfahren geltend, die fragliche Äusserung sei kein Angriff auf die ethische Integrität des Klägers, sondern beziehe sich ausschliesslich auf dessen berufliche Tätigkeit. Es liege in der Natur der Sache, dass eine Kritik an der beruflichen Tätigkeit vom Betroffenen auch stets als persönliche Beleidigung empfunden werde. Der Einwand ist unbegründet. c) Gemäss den Ausführungen im erstinstanzlichen Entscheid (S. 146), auf die im angefochtenen Urteil (S. 48) verwiesen wird, ist der Kläger (reformierter) Christ, Ordinarius für Neues Testament an der Universität Basel und Präsident der christlich-jüdischen Arbeitsgemeinschaft der Sektion Basel. Durch die inkriminierte Äusserung wurde dem Beschwerdeführer nach den zutreffenden Ausführungen im erstinstanzlichen Urteil (S. 146) unterstellt, es mangle ihm an Pflichtgefühl und Verantwortungsbewusstsein, indem er nicht Christus, wie es sich für einen christlichen Theologen gehöre, diene, sondern dessen Widersachern, mithin nicht Diener der eigenen Religion, sondern einer anderen sei. Damit wurde der Beschwerdeführer nicht nur in seiner Stellung als Berufsmann, sondern auch in seiner ethischen Integrität als Christ und Mensch verletzt. Gerade in diesem Bereich ist eine Trennung praktisch nicht möglich. Dass der Tatbestand der Beschimpfung im Sinne von Art. 177 StGB aus irgendwelchen weiteren Gründen nicht erfüllt sei, macht der Beschwerdeführer selbst nicht geltend. Die eidgenössische Nichtigkeitsbeschwerde ist demnach auch in diesem Punkt abzuweisen.