Citation: 9C_301/2023 E. 5.2

5.2. Formell rechtskräftige Verfügungen und Einspracheentscheide müssen nach Art. 53 Abs. 1 ATSG in Revision gezogen werden, wenn die versicherte Person oder der Versicherungsträger nach deren Erlass erhebliche neue Tatsachen entdeckt oder Beweismittel auffindet, deren Beibringung zuvor nicht möglich war. Liegt ein prozessualer Revisionsgrund vor, ist dem ursprünglichen Entscheid die tatbeständliche Grundlage entzogen. Es hat eine uneingeschränkte materiellrechtliche Neuprüfung stattzufinden (BGE 129 V 211 E. 3.2.2; vgl. auch THOMAS FLÜCKIGER, in: Basler Kommentar, ATSG, 2020, N. 35 zu Art. 53 ATSG).