Citation: 9C_213/2024 E. 1.2

1.2. Die Steuerpflichtige deklarierte in ihren Steuererklärungen zu den beiden Steuerperioden folgende Faktoren (je steuerbar und satzbestimmend) : Gewinn (nach Verlustverrechnung) Fr. -57'419.- (2021) bzw. Fr. -55'571.- (2022); Kapital Fr. 107'415 (2021) bzw. Fr. -40'737.- (2022). Die Steuerverwaltung des Kantons Graubünden (KSTV/GR; nachfolgend: die Veranlagungsbehörde) setzte den steuerbaren und satzbestimmenden Gewinn zu den Steuerperioden 2021 und 2022 mit Veranlagungsverfügungen vom 23. August 2023 je auf Fr. 0.- fest. Im Bereich der Kapitalsteuer bildete die Veranlagungsbehörde in der Steuerbilanz eine Minusreserve von Fr. 208'963.- ("nicht werthaltige Aktien B.________ AG [Konto 1319]"). Dadurch ergab sich ein steuerbares Eigenkapital von Fr. 12'598.- (2021) bzw. Fr. 12'338.- (2022). Entsprechend fiel in beiden Steuerperioden die Mindeststeuer an, die je Fr. 393.- betrug. Die Veranlagungsbehörde begründete dies damit, dass die Wertschriften spätestens mit dem Abschluss des Konkursverfahrens am 14. November 2011 wertlos geworden seien und sogleich einer Wertberichtigung hätten unterzogen werden müssen. Die fortbestehende Aktivierung sei demzufolge handelsrechtswidrig. Da die Frist für die ordentliche Verlustverrechnung von sieben Jahren verstrichen sei, komme eine gewinnschmälernde Berücksichtigung der Wertberichtigung in den Steuerperioden 2021 und 2022 nicht mehr infrage, schloss die Veranlagungsbehörde.