Citation: 5A_285/2024 E. 3.3

3.3. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung liegt es nicht im Interesse eines Kindes, dauerhaft fürsorgeabhängig zu sein (BGE 144 III 481 E. 4.7.7). Vielmehr trifft den unterhaltspflichtigen Elternteil im Zusammenhang mit der Leistung von Kindesunterhalt eine besondere Anstrengungspflicht, die es mit sich bringen kann, dass die übergeordneten Interessen des Kindes das Recht des Unterhaltspflichtigen auf freie Lebensgestaltung in verschiedener Hinsicht einzuschränken vermögen (BGE 147 III 265 E. 7.4), etwa bei der Verwirklichung beruflicher Wunschvorstellung wie Berufswechsel oder Reduktion des Arbeitspensums (Urteile 5A_280/2016 vom 18. November 2016 E. 4.4.1; 5A_90/2017 vom 24. August 2017 E. 5.3.1; 5A_561/2020 vom 3. März 2021 E. 5.1.2), bei der Umsetzung des Wunsches nach einem Wegzug an einen Ort mit tieferem Lohnniveau (Urteile 5A_90/2017 vom 24. August 2017 E. 5.3.1; 5A_273/2018 vom 25. März 2019 E. 6.3.1.2; 5A_561/2020 vom 3. März 2021 E. 5.1.2; 5A_306/2023 vom 1. Dezember 2023 E. 3.3) oder eben beim Wunsch nach einer grösseren Wohnung, denn das Interesse des Kindes an regelmässiger Unterhaltsleistung ist in der Regel höher zu gewichten als sein Interesse an einem eigenen Zimmer bei der Ausübung des Wochenendbesuchsrechts (Urteil 5A_292/2009 vom 2. Juli 2009 E. 2.3.1). Dabei ist klar, dass es sich nicht um reale physische Einschränkungen (d.h. um ein effektives Verbot eines Berufswechsels, eines Wegzuges oder eines Wohnungswechsels) handelt, sondern einfach die damit einhergehenden finanziellen Änderungen bei der Unterhaltsfestsetzung unbeachtlich bleiben und insofern kein Abänderungsgrund gegeben ist. Auch vor diesem materiellen Hintergrund durfte das Obergericht die Abänderungsklage ohne Verletzung von Art. 117 lit. b ZPO bzw. Art. 29 Abs. 3 BV als aussichtslos bezeichnen: Der Beschwerdeführer hat mit offenkundiger Schädigungsabsicht eine neue Wohnung bezogen, wenn er den beabsichtigten Wohnungswechsel, welcher Gegenstand des Unterhaltsfestsetzungsverfahrens war und dort nicht berücksichtigt wurde, im Wissen um den rechtskräftig festgesetzten Kindesunterhalt wenige Wochen später dennoch vollzogen hat und als Folge die Aufhebung des Kindesunterhalts verlangt. Mithin haben die verursachten Mehrkosten bzw. der damit einhergehende höhere Eigenbedarf unabhängig von der Frage der Reversibilität unbeachtlich zu bleiben und ist eine Abänderung des Unterhaltsbeitrages zu verweigern (BGE 143 III 233 E. 3 betreffend mutwillige Einkommensverminderung, was mutatis mutandis auch für die mutwillige Erhöhung von Auslagen gilt).