Citation: 2C_441/2018 E. 4.3

4.3. Gestützt auf ihr bisheriges, unverbesserliches Verhalten besteht ein ausländerrechtlich nicht (mehr) hinnehmbares Risiko, dass sie wiederum im Drogenhandel aktiv werden könnte. Sie war bisher in diesem Zusammenhang weder gewillt noch fähig, sich an die hiesige Rechtsordnung zu halten. Bereits am 16. September 2017 wurden im Rahmen einer polizeilichen Hausdurchsuchung an ihrem Arbeitsplatz bereits wieder sieben Portionen Kokain (25,5 Gramm) sichergestellt, wobei sich die Beschwerdeführerin geständig zeigte. Es ist unter diesen Umständen nicht ersichtlich, inwiefern die ausländerrechtliche Berücksichtigung des entsprechenden Sachverhalts die Unschuldsvermutung verletzen könnte, wie die Beschwerdeführerin einwendet. Das Bundesgericht verfolgt bei qualifiziertem Drogenhandel bezüglich des weiteren Aufenthalts aus sicherheitspolizeilichen Gründen eine strenge Praxis. Bei schweren Straftaten - wozu grundsätzlich auch Drogendelikte aus rein finanziellen Motiven gehören - kann selbst ein geringes Restrisiko einer erneuten Delinquenz ausländerrechtlich nicht in Kauf genommen werden. Der EGMR akzeptiert ausdrücklich, dass bei Betäubungsmitteldelinquenz von einer gewissen Schwere ein strenger Massstab angewendet wird; gemäss seiner Praxis überwiegt bei Betäubungsmitteldelikten regelmässig das öffentliche Interesse an der Beendigung des Aufenthalts die privaten Interessen der Betroffenen an einem weiteren Verbleib im Land (Urteile des EGMR Kissiwa Koffi gegen die Schweiz vom 15. November 2012 [Nr. 38005/07], § 65 ff., 71; Balogun gegen das Vereinigte Königreich vom 10. April 2012 [Nr. 60286/09], §§ 49 ff., 53; Baghli gegen Frankreich vom 30. November 1999 [Nr. 34374/97], Rz. 48 f.; Dalia gegen Frankreich vom 19. Februar 1998 [Nr. 154/1996/773/974], Rz. 54 f.).