Citation: 8C_6/2018 E. 5.3

5.3. Mit Bezug auf den Indikator der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4 S. 303) ist dem Gutachten der SMAB AG zu entnehmen, dass die von der Versicherten vorgetragene Invalidisierung durch die erhobenen medizinischen Befunde nicht vollständig erklärbar sei, auch nicht unter Berücksichtigung der depressiven Symptomatik sowie einer mit somatischen und psychologischen Faktoren verknüpften Schmerzwahrnehmung. Es bestünden zwar Einschränkungen in allen Lebensbereichen, die von der Versicherten angegebene Invalidisierung im Berufs- bzw. Erwerbsleben lasse sich aber nicht mit Einschränkungen im Rahmen sozialer Aktivitäten, auch nicht in der Freizeit, in Einklang bringen. Ein detaillierter Vergleich über ein nachlassendes Aktivitätenniveau lasse sich nicht eruieren, da die anamestischen Auskünfte im Wesentlichen auf den Angaben der Versicherten vor Eintritt des Gesundheitsschadens beruhten. Angesichts dieser Ausführungen ist an sich zu schliessen, dass die Beschwerdegegnerin über Ressourcen verfügte. Allerdings haben die Sachverständigen der SMAB AG auch ausgeführt, die depressive Symptomatik überlagere deutlich die körperbezogenen Beeinträchtigungen. Aus dieser Bemerkung ist zu schliessen, dass die körperlichen Probleme aus rechtlicher Sicht betrachtet einen nicht unerheblichen komorbiden Gesundheitsschaden darstellen könnten, zumal die Beschwerdegegnerin allein schon aufgrund des aus medizinisch-somatischer Sicht formulierten Anforderungsprofils in körperlich adaptierten Erwerbstätigkeiten deutlich eingeschränkt gewesen war. In diesem Kontext ist zudem nicht ohne Weiteres nachvollziehbar, weshalb die Verwaltung keine Eingliederungsmassnahmen (zum Beispiel ein Belastungstraining) angeordnet hatte, die näheren Aufschluss über die Leistungsfähigkeit hätte geben können. Dazu hätte umso mehr Anlass bestanden, weil die Sachverständigen der SMAB AG in der Schlussbemerkung des Gutachtens vom 14. März 2016 darauf hinwiesen, die Differenzen in den anamnestischen Angaben beruhten auf den subjektiven Aussagen der Versicherten anlässlich der einzelnen spezialärztlichen Untersuchungen. Daher ist nicht ohne Weiteres nachvollziehbar, weshalb sie die Angaben der Versicherten nicht fremdanamnestisch überprüften oder überprüfen liessen.