Citation: 4A_253/2024 E. 5.4.5

5.4.5. Die deutsche Sprache kennt folglich viele Wortzusammensetzungen mit dem Endmorphem "-haus", bei denen das jeweilige Bestimmungswort keine Rückschlüsse auf die Bauweise oder Materialisierung erlaubt. Das menschliche Gehirn speichert einzelne Wörter zudem nicht isoliert, sondern im Kontext mit anderen sachverwandten Wörtern. Wie die Beschwerdeführerin selbst betont, ist Samt ein untaugliches und damit ungewöhnliches Material für den Bau von Häusern. Wenn eine Durchschnittsperson den Begriff "SAMTHUS" hört, denkt sie daher nicht an ein aus Samt angefertigtes Gebäude. Aufgrund der Atypizität dieses Materials für den Häuserbau liegt dieser Gedankengang fern. Stattdessen weckt die Stoffbezeichnung "Samt" direkte Assoziationen zu den Möbel-, Waren- und Modehäusern, die typischerweise Textilprodukte verkaufen. Deshalb kann "SAMTHUS" entgegen der Beschwerdeführerin nicht als Fantasiebegriff aufgefasst werden. Die Durchschnittsperson wird "SAMTHUS" ohne gedankliche Umwege, das heisst ohne weiteres, als ein "Haus für Samt", mithin als ein Fachgeschäft und damit einen Anbieter für Samtprodukte verstehen.