Citation: 5A_39/2021 E. 2

Das Obergericht hat das widerrechtliche Verbringen der Kinder von der Türkei in die Schweiz im Sinn von Art. 3 HKÜ bejaht; den Eltern habe gemäss Art. 335 des türkischen Zivilgesetzbuches das Sorgerecht gemeinsam zugestanden und sei auch ausgeübt worden, indem die Parteien vorher im Osten der Türkei einen gemeinsamen Haushalt gebildet hätten. Das Obergericht hat weiter erwogen, dass das Rückführungsgesuch erst fast zwei Jahre nach dem Verbringen der Kinder in die Schweiz gestellt worden sei, diese seit August 2019 hier eingeschult seien, sie sich inzwischen in der Schweiz eingelebt und auch einen Freundeskreis gebildet hätten, sie hier mit der Mutter einen Familienverband bilden und ein harmonisches Verhältnis zueinander pflegen würden, sie sich nach eigenen Angaben bei der gerichtlichen Anhörung in der Schweiz wohl fühlen, sie auch alle (inkl. F.________) französisch verstehen und sprechen würden, wovon sich das Gericht bei der Anhörung selbst habe überzeugen können, weshalb von einem Einleben im Sinn von Art. 12 Abs. 2 HKÜ auszugehen und gestützt darauf von einer Rückführung abzusehen sei. Sodann würden sich alle drei Kinder im Sinn von Art. 13 Abs. 2 HKÜ einer Rückführung widersetzen, ohne dass Anzeichen für einen manipulierten Kindeswillen erkennbar seien; die beiden älteren Kinder seien mit elf und dreizehn Jahren zur Bildung eines autonomen Willens fähig, aber auch die Rückführung der kleinen F.________ wäre mit dem Kindeswohl unvereinbar, schildere sie doch, dass das Verhältnis zum Vater nicht gut gewesen sei. Ob schliesslich das Rückschiebungsverbot gemäss Art. 5 Abs. 1 AsylG und Art. 33 FK einen Ausschlussgrund im Sinn von Art. 20 HKÜ bilde, könne beim dargelegten Resultat ebenso offen gelassen werden wie die Frage der schwerwiegenden Gefahr für die Kinder im Sinn von Art. 13 Abs. 1 lit. b HKÜ.