Citation: 5C.290/2001 18.02.2002 E. 1

1.- Wo das Bundesgericht das kantonale Urteil in der Sache ändern und nicht bloss kassieren kann, genügt ein Aufhebungsantrag nicht (z.B. BGE 127 IV 141 E. 1d S. 143). Der dennoch nur darauf abzielende Hauptantrag des Beklagten kann ohne weiteres dahin umgedeutet werden, er wolle von jeder Unterhaltsverpflichtung gegenüber der Klägerin befreit werden. Neben diesem zulässigen Hauptantrag erübrigt sich ein Eventualbegehren auf Rückweisung, die das Bundesgericht nötigenfalls von Amtes wegen anordnet (Art. 55 Abs. 1 lit. b OG; Messmer/Imboden, Die eidgenössischen Rechtsmittel in Zivilsachen, Zürich 1992, N. 113 S. 151 ff. und N. 127 S. 171 bei/in Anm. 6; seither: BGE 125 III 412 E. 1b S. 414). Nachdem das Bundesgericht die unter anderem gegen die Sachverhaltsermittlung gerichtete staatsrechtliche Beschwerde abgewiesen hat, sind die tatsächlichen Feststellungen des Obergerichts im Berufungsverfahren verbindlich, es sei denn, sie beruhten offensichtlich auf Versehen, wären unter Verletzung bundesrechtlicher Beweisvorschriften zustande gekommen (Art. 63 Abs. 2 OG) oder zu ergänzen (Art. 64 OG). Andere Rügen gegen Tatsachenfeststellungen, die Behauptung eines vom urteilsmässigen abweichenden Sachverhalts, Kritik an der Beweiswürdigung oder das Vorbringen von neuen Tatsachen und Beweismitteln ist unzulässig (Art. 55 Abs. 1 lit. c OG; BGE 127 III 248 E. 2c S. 252; 126 III 189 E. 2a S. 191). Von einer einzelnen Versehensrüge abgesehen, ergänzt und kritisiert der Beklagte über Seiten hinweg das obergerichtliche Urteil in tatsächlicher Hinsicht. Das ist unzulässig. Willkür- wie andere Verfassungsrügen sind in einer Berufungsschrift ohnehin fehl am Platz (Art. 43 Abs. 1 OG, Satz 2; BGE 116 II 92 E. 2 S. 93; 127 III 248 E. 2c S. 252). Zur verbindlichen und unüberprüfbaren Beweiswürdigung gehört auch die Auslegung von Parteiäusserungen (z.B. BGE 109 II 26 E. 3b S. 31) oder des nachträglichen Verhaltens der Parteien (z.B. BGE 102 II 7 E. 2 S. 10). Welchen Eindruck der Beklagte anlässlich der persönlichen Befragung vor Obergericht hinterlassen hat, betrifft die Glaubwürdigkeit seiner Person bzw. die Glaubhaftigkeit seiner Aussage und damit die Beweiswürdigung. Der prozessuale Antrag der Klägerin, ein Protokoll oder Handnotizen über den Inhalt der persönlichen Befragung einzuholen, muss deshalb abgewiesen werden. Art. 51 OG gebietet den Kantonen denn auch nicht die einzelnen im Beweisverfahren abgegebenen Erklärungen inhaltlich zu Handen des Bundesgerichts aufzuschreiben, sondern nur im Urteil "das Ergebnis der Beweisführung festzustellen" (lit. c; vgl. Poudret/Sandoz-Monod, Commentaire de la loi fédérale d'organisation judiciaire, II, Bern 1990, N. 4 zu Art. 51 OG, S. 366). Die weiteren Eintretensvoraussetzungen geben zu keinen Bemerkungen Anlass. Entgegen der Behauptung der Klägerin genügt die Berufungsschrift den formellen Anforderungen, was die kurze Darlegung betrifft, welche Bundesrechtssätze und inwiefern sie durch das angefochtene Urteil verletzt sind (Art. 55 Abs. 1 lit. c OG; BGE 116 II 745 E. 3 S. 748 f.). Auf die Berufung kann mit dem erwähnten Vorbehalt eingetreten werden.