Citation: 5C.150/1998 21.12.2000 E. 5

5.- a) Die Beklagte macht sodann geltend, die Vorinstanz habe mit ihrer Alternativbegründung bezüglich des Eigentums und der güterrechtlichen Behandlung der Aktien der V.________ AG und der W.________ AG gegen Bundesrecht verstossen. Das Obergericht habe zu Unrecht angenommen, dass der Kaufvertrag vom 21. Juli 1980, wonach sie die fraglichen Aktien von ihrem Ehemann zu Eigentum erworben habe, in Anwendung von aArt. 177 Abs. 2 ZGB (Ehegüterrecht in der Fassung des ZGB von 1907) der Einwilligung der zuständigen Vormundschaftsbehörde bedurft hätte. Denn diese Aktien seien am genannten Datum in ihr Eigentum gelangt, hätten ihr also weder zur Zeit der Eheschliessung gehört, noch würden sie aus einer Erbschaft stammen oder seien ihr sonstwie unentgeltlich zugefallen, weshalb es sich nicht um eingebrachtes Frauengut handle mit der Folge, dass keine Bewilligung der Vormundschaftsbehörde für den entsprechenden Kaufvertrag erforderlich gewesen sei. Die Beklagte wendet ein, BGE 97 II 289 ff., auf den sich das Obergericht berufen habe, sei vorliegend nicht anwendbar. Denn zum einen habe es sich dort um eine Liegenschaft gehandelt, wogegen es hier um Aktien gehe. Andererseits spreche der Schutzgedanke von aArt. 177 Abs. 2 ZGB dagegen, die von der Beklagten am 21. Juli 1980 zu Eigentum erworbenen Aktien fiktiv ihrem eingebrachten Frauengut zuzuweisen. b) Diese Argumentation ist unbehelflich. Die Kernaussage des zitierten BGE 97 II 289 E. 4 S. 295 lautet dahin, dass unter der Herrschaft der Güterverbindung ein von der Ehefrau während der Ehe entgeltlich erworbenes Vermögensobjekt ihrem eingebrachten Gut zugerechnet werden müsse, wenn weder eine Ersatzanschaffung im Sinne von aArt. 196 Abs. 2 ZGB gegeben sei noch die Voraussetzungen für Sondergut vorlägen; diese Konsequenz ergebe sich aus dem Umstand, dass die Güterverbindung keine Errungenschaft der Ehefrau gekannt habe, sondern deren Vermögen in das eingebrachte Gut und das Sondergut zerfallen sei. Vor dem Hintergrund dieses Bundesgerichtsentscheides kann es keine Rolle spielen, ob es sich bei einem unter den genannten Voraussetzungen erworbenen Vermögensgegenstand um eine Liegenschaft oder - wie vorliegend - um Aktien handelt. Im erwähnten Entscheid hat das Bundesgericht auch klargestellt, dass man aus den dargelegten Gründen bei der Zuordnung eines Vermögensobjektes zum eingebrachten Frauengut nicht am Wortlaut von aArt. 194 ff. ZGB haften bleiben dürfe (BGE 97 II 289 E. 4 S. 295 f.). Im Lichte dieser Rechtsprechung vermag das Argument der Beklagten, die von ihrem Ehemann gekauften Aktien würden nicht unter die Definition des eingebrachten Frauengutes von aArt. 195 Abs. 1 ZGB fallen, nicht durchzudringen. Inwiefern die Zuordnung der Aktien zum eingebrachten Gut mit dem Normzweck von aArt. 177 Abs. 2 ZGB nicht zu vereinbaren sei und die Vorinstanz daher gegen Bundesrecht verstossen habe, setzt die Beklagte nicht in einer den Anforderungen gemäss Art. 55 Abs. 1 lit. c OG genügenden Form auseinander, so dass auf die Berufung in diesem Punkt nicht eingetreten werden kann (BGE 116 II 745 E. 3).