Citation: 1P.314/2002 21.01.2003 E. A

Die X.________ GmbH mit Sitz in Hamburg kauft weltweit Schiffe, die zum Verschrotten bestimmt sind. Sie erwarb am 16. Juni 1998 von einer Firma Y.________ mit angeblichem Sitz in Moskau, für welche ein D.________ als Organ auftrat, vier Kriegsschiffe aus der russischen Schwarzmeerflotte. Kurz nach Vertragsabschluss war eine Anzahlung der X.________ GmbH von 25 % des Kaufpreises fällig. Die X.________ GmbH überwies die Anzahlung von insgesamt rund USD 735'000.-- am 23. Juni 1998 absprachegemäss auf ein Konto bei einer Bank in Zürich, das auf die Firma Z.________ mit Sitz in Vaduz lautet. In der Folge stellte die X.________ GmbH fest, dass eines der von ihr gekauften Schiffe erneut auf dem Markt angeboten wurde. Es stellte sich heraus, dass die russische Schwarzmeerflotte weder die Firma Y.________ noch den für diese auftretenden D.________ mit dem Verkauf der Schiffe beauftragt hatte. Eine Überprüfung ergab, dass sich an der von D.________ angegebenen Moskauer Adresse der Firma Y.________ eine Baustelle befand. Der Kaufvertrag wurde nie erfüllt und die Kriegsschiffe wurden trotz Anzahlung nie geliefert; D.________ blieb unauffindbar. Die Firma Z.________ ihrerseits machte geltend, sie habe den Betrag von rund USD 735'000.-- als Gegenleistung für den Verkauf von Wertpapieren an die Firma Y.________ erhalten. Weder sei sie in den Handel mit Kriegsschiffen zwischen der X.________ GmbH und der Firma Y.________ verwickelt, noch habe sie davon gewusst oder Kontakt mit einem D.________ gehabt. Nach einer Klausel im Vertrag zwischen der Firma Z.________ und der Firma Y.________ sei diese berechtigt gewesen, die ihr übergebenen Wertpapiere durch Dritte bezahlen zu lassen. Diese Klausel sei zur Anwendung gekommen, indem die Firma Y.________ den Gegenwert für die von ihr gekauften Wertpapiere von der X.________ GmbH habe zahlen lassen. Der von der X.________ GmbH überwiesene Betrag gehöre daher rechtmässig der Firma Z.________.