Citation: 8C_59/2020 E. 5.4

5.4. Der Beschwerdeführer bringt hinsichtlich des Unfallmechanismus erstmals im bundesgerichtlichen Verfahren vor, er sei nicht auf die Schulter gestürzt, sondern habe beim Sturz instinktiv versucht, sich mit den Händen abzustützen und sei dann auf den ausgestreckten Arm gefallen. Weshalb diese neue Tatsachenbehauptung überhaupt zugelassen werden sollte, wird beschwerdeweise nicht dargelegt (E. 1.2 hiervor). Selbst wenn sie es würde, vermöchte dies am soeben Gesagten (hiervor E. 5.2) nichts zu ändern. Ob und inwiefern Anpralltraumen geeignet sind, Sehnenmanschettenläsionen auszulösen oder zu verursachen, wird in der neueren medizinischen Literatur kontrovers diskutiert. Dabei wird u.a. die Meinung vertreten, dass bei einem - wenn auch nur geringen - Teil der reinen Anprallverletzungen gewisse Transversalbelastungen des Schultergelenks abhängig vom Sturzereignis auftreten können (vgl. Urteil 8C_446/2019 vom 22. Oktober 2019 E. 5.2.2 f. mit entsprechenden Hinweisen auf medizinische Literatur). Angesichts der Tatsache, dass in vielen Fällen - wie hier - auch der genaue Unfallmechanismus aufgrund der Angaben der betroffenen Patienten nicht genau rekonstruiert werden kann, wird dem Kriterium des Unfallmechanismus zur Beurteilung der Unfallkausalität keine übergeordnete Bedeutung mehr beigemessen. Wie zuvor ausgeführt (vgl. E. 5.3), geht es vielmehr darum, die einzelnen Kriterien, die für oder gegen eine traumatische Genese der Verletzung sprechen, aus medizinischer Sicht gegeneinander abzuwägen und den Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wahrheit zu entsprechen. Diesen Anforderungen kam Dr. med. E.________ in seiner Beurteilung vom 6. August 2019 zweifellos nach.