Citation: 8C_834/2017 E. 1.3

1.3. Übersteigt die Dauer eines streitigen Arbeitsausfalles die Zeitspanne, welche für die betreffende Arbeit bei guter Witterung notwendig gewesen wäre, kann nicht mehr von einem ausschliesslich witterungsbedingten Arbeitsausfall gesprochen werden. Denn im Normalfall wären die vom Ausfall betroffenen Arbeitnehmer spätestens nach Ablauf der vermutlichen Dauer der entsprechenden Arbeit wieder anderweitig einzusetzen. Geschieht dies nicht, ist dies (auch) auf andere Gründe zurückzuführen, wie beispielsweise das Fehlen von Folgeaufträgen oder Terminverschiebungen. Solche allgemeine betriebswirtschaftliche Risiken werden aber durch die Schlechtwetterentschädigung nicht mit abgedeckt (so auch BORIS RUBIN, a.a.O., S. 401 N. 10 zu Art. 43 AVIG). Der Betrieb soll nicht besser gestellt werden, als wenn er erst gar nicht vom schlechtem Wetter betroffen gewesen wäre. Dies wäre aber der Fall, wenn er eine Arbeit, die er bei gutem Wetter innert wenigen Tagen abgeschlossen hätte, als Grund für einen darüber hinausgehenden Verdienstausfall geltend machen könnte, obwohl er bei gutem Wetter erst gar keine andere Arbeit mehr in Aussicht gehabt hätte.