Citation: U 95/06 07.05.2007 E. 4

Der Beschwerdeführer versucht allerdings unter Berufung auf die Gutachten von Prof. Dr. med. N.________ eine Berufskrankheit im Einzelfall nachzuweisen. 4.1 Soweit Prof. Dr. med. N.________ seine Argumentation vor allem auf das Fehlen anderer Risikofaktoren und auf den Umstand abstützt, dass beim Beschwerdeführer das Karzinom vor dem mittleren Erkrankungsalter aufgetreten ist, kann dies nicht überzeugen. 4.2 Der Gutachter führt weiter aus, dass die Magenkrebshäufigkeit bei Gummiarbeitern mit der Höhe der Staubexposition zusammenhängt. Dies ist aufgrund der zitierten Literatur als belegt zu erachten. Indessen ist nach der Aktenlage nicht belegt, dass der Beschwerdeführer zu den am meisten exponierten Arbeitern gehörte. Der Gutachter setzt zwar voraus, dass der Beschwerdeführer zu den Höchstexponierten gehörte; dies ergibt sich aber entgegen seiner Annahme nicht schon daraus, dass der Blasenkrebs als Berufskrankheit anerkannt wurde. Denn die Anerkennung von Blasenkrebs als Berufskrankheit hängt bei Gummiarbeitern nicht davon ab, dass im Einzelfall eine besonders hohe Exposition nachgewiesen wird. 4.3 Das kantonale Gericht stellt darauf ab, dass es keine epidemiologischen Nachweise gibt, wonach der SMR-Wert für Magenkrebs bei Gummiarbeitern höher als 2 wäre. Das trifft in genereller Weise zu. Es gibt indessen Studien - vor allem die in den Rechtsschriften wiederholt zitierte Studie Straif -, wonach innerhalb der Gruppe der Gummiarbeiter die Höchstexponierten eine deutlich höhere Magenkrebshäufigkeit aufweisen als die weniger exponierten. Daraus (vgl. S. 301, Tabelle 4) ergibt sich (allerdings bei sehr grossen Vertrauensintervallen), dass bei den Höchst-Talk-Exponierten die HRR 4,3 ist gegenüber den am wenigsten exponierten Gummiarbeitern. Geht man davon aus, dass die wenig exponierten Arbeiter ein mit der Gesamtbevölkerung vergleichbares Risiko haben, ergäbe sich dadurch für die Höchstexponierten ein SMR-Wert von deutlich mehr als 2. 4.4 Der Beschwerdeführer stützt sich hinsichtlich der Exposition auf die Gutachten von Prof. Dr. med. N.________, welcher die Berufskrankheit bejaht, weil er davon ausgeht, der Versicherte habe zu den Höchstexponierten gehört. Die Gutachten dieses Arbeitsmediziners und die Erkenntnisse des SUVA-Arztes Dr. med. R.________ in seinen früheren Berichten sowie im Arztbericht vom 15. Februar 2007 führen zu grundlegend unterschiedlichen Ergebnissen. Dabei könnte die Anspruchsberechtigung des Versicherten allenfalls gegeben sein, wenn auf die Expertise von Prof. Dr. med. N.________ abgestellt würde und zusätzlich nachgewiesen werden könnte, dass der Beschwerdeführer den fraglichen Schadstoffen in hohem Masse ausgesetzt war. 4.5 Trotz langer Zeitdauer seit der Auflösung des Arbeitsverhältnisses (1994) kann nicht zum vornherein ausgeschlossen werden, dass eine entsprechende, durch die SUVA durchzuführende Abklärung über mehrere Jahrzehnte zurück verwertbare Ergebnisse bezüglich der tatsächlichen Exposition ergeben würde und der Expositionsnachweis damit erbracht werden könnte. Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich bei der Firma X.________ AG um eine noch in Betrieb stehende Grossfirma handelt, sodass es möglich sein sollte, ehemalige Mitarbeiter ausfindig zu machen und allenfalls auch Berichte des Fabrikinspektorats des Kantons Uri oder andere für Schadstoffexposition relevante Unterlagen beizuziehen, wobei der Versicherte auch selber befragt werden kann. Gelingt der Nachweis einer besonders hohen Schadstoffexposition nicht, wird es damit sein Bewenden haben und wird der Beschwerdeführer keine Ansprüche geltend machen können. Gelingt dieser Nachweis indessen, wird die SUVA, sollte sie sich den Gutachten von Prof. Dr. med. N.________ nicht unterziehen können, eine Oberexpertise anzuordnen haben, bevor sie neu über die Leistungsansprüche des Beschwerdeführers befindet. Der kantonale Entscheid ist in diesem Sinne aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.