Citation: I 543/04 26.01.2005 E. 2

2.1 Die materielle Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente bei Erwerbstätigen, umfassend eine rechtskonforme Sachverhaltsabklärung und Beweiswürdigung sowie einen Einkommensvergleich, setzt bei einer Neuanmeldung nach früherer rechtskräftiger Leistungsverweigerung eine erhebliche Änderung der tatsächlichen Verhältnisse im massgebenden Vergleichszeitraum voraus (BGE 130 V 66 Erw. 2). In Betracht fällt auch eine Änderung der erwerblichen Auswirkungen des im Wesentlichen gleich gebliebenen Gesundheitszustandes (BGE 117 V 198 Erw. 3a, 109 V 116 Erw. 3b). Eine bloss unterschiedliche Beurteilung der gesundheitlich noch zumutbaren Arbeitsfähigkeit genügt hingegen nicht (vgl. SVR 2004 IV Nr. 5 S. 13 Erw. 2, AHI 2002 S. 65 Erw. 2 sowie ZAK 1987 S. 36; vgl. auch RKUV 2003 Nr. U 487 S. 341 Erw. 2). 2.2 Vorliegend hatte die kantonale Ausgleichskasse am 7. Mai 1992 ein erstes Rentenbegehren mit der Begründung abgelehnt, eine geeignete Tätigkeit könne ohne Einschränkung ausgeübt werden (vgl. BGE 105 V 141 Erw. 1b). Gemäss Hausarzt betrug die Arbeitsfähigkeit als Büroangestellte in einem gesunden Arbeitsklima 100 % (Berichte vom 26. Oktober 1990 und 27. August 1991). Bei der Neuanmeldung im August 2001 machte die Versicherte eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes geltend. Die von der IV-Stelle veranlassten medizinischen Abklärungen ergaben aus psychiatrischer Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (Gutachten Frau med. pract. S.________ vom 26. Juni 2002). Die eingehenden pneumologischen Untersuchungen vom 5. März und 26. April 2002 am Spital Y.________ ergaben eine mittelschwere, ausgeprägt labile Luftwegsobstruktion (Diagnose: Chronisches Asthma bronchiale). In der Expertise vom 4. Juli 2002 wird u.a. ausgeführt, die rezidivierenden Exazerbationen des Leidens hätten zu häufigen Abwesenheiten von der Arbeit geführt. Der langjährige Verlauf habe gezeigt, dass die Luftwegsobstruktion tendenziell trotz optimaler antiasthmatischer Therapie zunehme. Aufgrund der Angaben der Patientin sowie der Befunde des behandelnden Arztes und Pneumologen Dr. med. B.________ habe die Arbeitsfähigkeit im Verlaufe der vergangenen Jahre abgenommen. Bei körperlich nicht anstrengenden Tätigkeiten in lufthygienisch einwandfreier Umgebung sei ein Zweidrittel-Arbeitspensum absolut zumutbar. Aufgrund dieser fachärztlichen Aussagen ist mit dem kantonalen Gericht eine rechtserhebliche Verschlechterung des Gesundheitszustandes seit Mai 1992 zu bejahen.