Citation: 5A_558/2024 E. 3.2

3.2. Die Vorinstanz nahm zunächst an, dass die Beschwerdeführerin die internationale Zuständigkeit in der Zwischenzeit nicht mehr bestreite. Im Übrigen habe das Kind seinen gewöhnlichen Aufenthalt noch vor dem Sommer 2023 in der Schweiz gehabt: Es sei ab Juni 2022 bei seinem Vater in V.________ unter die alleinige Obhut gestellt, bis Juli 2023 ständig von diesem betreut, im Kindergarten eingeschult, an die Tagesschule gewöhnt und weitgehend sozial integriert worden. Selbst wenn der Aufenthalt des Kindes beim Beschwerdegegner ursprünglich nur für die (in der Dauer gänzlich ungewisse) Genesungszeit der Beschwerdeführerin und nicht auf unbeschränkte Zeit vereinbart worden wäre, hätte das Kind - so die Vorinstanz weiter - aufgrund seiner sozialen Integration nach bereits ungefähr sechs Monaten gewöhnlichen Aufenthalt in der Schweiz begründet. Durch das widerrechtliche Zurückhalten des Kindes ab dem 18. August 2023 in Deutschland habe sich kein gewöhnlicher Aufenthalt begründen lassen. Die KESB - und damit auch die Vorinstanz - seien folglich zum Entscheid über die Obhutszuteilung und den weiteren angefochtenen Punkten international zuständig.