Citation: I 307/04 22.12.2004 E. 4

4.1 Da die Invaliditätsbemessung der voraussichtlich bleibenden oder längere Zeit dauernden Erwerbsunfähigkeit zu entsprechen hat, ist auch die berufliche Weiterentwicklung mitzuberücksichtigen, die ein Versicherter normalerweise vollzogen hätte. Dazu ist erforderlich, dass konkrete Anhaltspunkte dafür besehen, dass er einen beruflichen Aufstieg und ein entsprechend höheres Einkommen tatsächlich realisiert hätte, wenn er nicht invalid geworden wäre. Absichtserklärungen genügen dazu nicht; vielmehr muss die Absicht, beruflich weiterzukommen, bereits durch konkrete Schritte wie Kursbesuche, Aufnahme eines Studiums usw. kundgetan worden sein (BGE 96 V 30; AHI 1998 S. 171 Erw. 5a; RKUV 1993 Nr. U 168 S. 100 Erw. 3b; Meyer-Blaser, Rechtsprechung zum Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 1997 S. 206). 4.2 Zur Ermittlung des hypothetischen Einkommens ohne Invalidität (Valideneinkommen) ist die Verwaltung in ihrer Verfügung vom 12. Mai 2003 - bestätigt durch den Einspracheentscheid vom 14. Juli 2003 - von einem Betrag von Fr. 29'543.60 (bei einem 50 % Arbeitspensum) ausgegangen. Dieser Lohn für die Tätigkeit als Praxisassistentin ist an sich unbestritten. Im Hinblick auf eine allenfalls mitzuberücksichtigende berufliche Weiterentwicklung macht die Beschwerdeführerin unter Verweis auf das Arbeitszeugnis des Dr. med. H.________ vom 31. Juli 1998 und eine in Stenographie abgefasste Besprechungsnotiz ihres Rechtsvertreters vom 21. Oktober 1998 geltend, sie hätte ohne gesundheitliche Beeinträchtigungen im Jahr 1998 eine Ausbildung als Rettungssanitäterin begonnen und diese drei Jahre später abgeschlossen. Als solche hätte sie als Berufsbeginnerin mindestens Fr. 5'700.- im Monat verdient. Das Valideneinkommen sei zuzüglich Schicht- und Wochenendzuschläge auf mindestens Fr. 76'700.- (bei einem vollen Pensum) zu veranschlagen. 4.3 Diesem Vorbringen ist nicht zu folgen. Im Zwischenzeugnis des airport medical center (Dr. med. H.________) vom 25. Juni 1998 ist vermerkt: "Frau B.________ hat den Wunsch geäussert, sich im Arbeitsgebiet des Notfallwesens weiter ausbilden zu lassen". Im Zeugnis vom 31. Juli 1998 - mithin bereits nach dem Unfall vom 4. Juli 1998 - wird ausgeführt: "Frau B.________ verlässt uns auf eigenen Wunsch im Hinblick auf eine Weiterausbildung im Rettungswesen". Der in Stenographie abgefassten Gesprächsnotiz vom 21. Oktober 1998 lässt sich entnehmen, dass die Ausbildung zwar beabsichtigt, aber noch nicht konkret organisiert war ("war im tun"). So legt die Beschwerdeführerin denn auch keinen Ausbildungs-/Arbeitsvertrag vor. Damit ist davon auszugehen, dass sie ihre ehemalige Arbeitsstelle gekündigt hatte, ohne dass ihr bereits eine neue konkret zugesichert worden wäre. Allein aufgrund des Arbeitszeugnisses ist nicht hinlänglich ausgewiesen, dass wirklich eine entsprechende berufliche Veränderung erfolgt wäre. Die Beschwerdeführerin hatte im Verfahren um die ursprüngliche Rentenverfügung denn auch niemals erwähnt, dass sie im Unfallzeitpunkt vor einem Berufswechsel gestanden hätte. Der blosse Wunsch auf eine entsprechende Weiterbildung belegt noch nicht, dass diese tatsächlich angefangen und erfolgreich abgeschlossen worden wäre. Unter den dargelegten Umständen ist jedenfalls mit Blick auf die Bemessung des Valideneinkommens nicht in genügender Weise ausgewiesen, dass die Beschwerdeführerin heute ohne Gesundheitsschaden als Rettungssanitäterin angestellt wäre. Damit hat es bei dem von der Verwaltung ermittelten Valideneinkommen sein Bewenden.