Citation: 5A_391/2020 E. 7.7

7.7. Die Rüge der Beschwerdeführerin geht fehl. Es trifft zwar zu, dass im Berufungsverfahren lediglich ein einfacher Schriftenwechsel und keine Verhandlung durchgeführt wurde. Dieser Umstand alleine spricht jedoch nicht für einen geringen Aufwand. Zu berücksichtigen ist zum einen die allgemeine Komplexität des Falls und der grosse Aktenumfang aus dem erstinstanzlichen Verfahren, welche auch für das Rechtsmittelgericht Aufwand verursachen, zumal ein wesentlicher Teil des erstinstanzlichen Urteils (Güterrecht, nachehelicher Unterhalt, Prozesskosten) von beiden Parteien mit Berufung bzw. Anschlussberufung angefochten wurde. Zum anderen liefern auch der Umfang der Parteieingaben (Berufung: 77 Seiten; Berufungsantwort und Anschlussberufung: 236 Seiten; Anschlussberufungsantwort: 53 Seiten) sowie des zweitinstanzlichen Urteils (128 Seiten) Hinweise für den kantonsgerichtlichen Aufwand. Ferner hat das Kantonsgericht den Gebührenrahmen bei weitem nicht voll ausgeschöpft, sondern die Grundgebühr lediglich in der Mitte (bei Fr. 4'000.--) angesetzt und nach Massgabe der Verordnung erhöht. Insoweit ist keine Willkür ersichtlich. Ein Verstoss gegen das Äquivalenzprinzip ist ebenfalls nicht auszumachen. Der objektive Wert der behördlichen Leistung kann weder nach dem reinen Zeitaufwand des Gerichts noch danach bestimmt werden, wie der Prozess in Bezug auf das eingeklagte Recht effektiv endet. Der wirtschaftliche Nutzen für die rechtsuchende Partei besteht vielmehr im Zugang zur Justiz an sich, das heisst in der Möglichkeit, mittels einer zulässigen Klage die gerichtliche Durchsetzung eines behaupteten Rechtsanspruchs zu verlangen und zur friedlichen Beilegung einer Streitigkeit das staatliche Justizsystem in Anspruch zu nehmen. Der objektive Wert dieser Möglichkeit ist in vermögensrechtlichen Streitigkeiten umso grösser, je höher der streitige Betrag des Klageanspruchs liegt (Urteile 5A_763/2018 vom 1. Juli 2019 E. 8.4.4; 5A_398/2018 vom 11. Dezember 2018 E. 5.4). Angesichts des hier gegebenen Streitwerts von Fr. 7.75 Mio. und des wirtschaftlichen Nutzens, den die Inanspruchnahme der Justiz für die Beschwerdeführerin zur Beilegung ihrer familienrechtlichen Streitigkeit damit bedeutete (bzw. im Falle des Obsiegens bedeutet hätte), kann der objektive Wert der behördlichen Leistung im konkreten Fall ohne Weiteres als hoch bezeichnet werden. Inwiefern die verfügte Gerichtsgebühr von Fr. 132'000.-- zu diesem Wert in einem offensichtlichen Missverhältnis steht, zeigt die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde nicht auf, sondern verweist lediglich auf den ihrer Ansicht nach "minimalen Verfahrensaufwand". Eine Verletzung des Äquivalenzprinzips ist damit nicht dargetan. Aus welchen Gründen die erstinstanzlichen Gebühren unhaltbar sein sollen, begründet die Beschwerdeführerin nicht weiter, weshalb darauf nicht einzugehen ist. Soweit sich die Beschwerdeführerin schliesslich in grundsätzlicher Hinsicht über die in der GKV/SG enthaltenen Bestimmungen zur Berechnungsweise der Gerichtskosten als solche beschwert, kann darauf nicht eingetreten werden, zumal es sich dabei nicht um einen gültigen Anfechtungsgegenstand handelt (vgl. Art. 90 ff. BGG). Somit geht auch der Vergleich mit der Gebührenverordnung des Kantons Zürich an der Sache vorbei. Dass die Verordnung sonst falsch angewendet worden ist bzw. die Berechnung nicht gemäss den darin enthaltenen Vorgaben erfolgte, macht die Beschwerdeführerin nicht geltend. Entsprechend hat es bei den vom Kantonsgericht berechneten Gerichtskosten sein Bewenden.