Citation: 6B_1124/2015 E. 2.3

2.3. A.________ hält im Schreiben vom 17. März 2015 fest, er habe den Beschwerdeführer am 15. Mai 2009 besuchen wollen. Als er diesen nicht angetroffen habe, habe er spontan dessen Wagen ausgeliehen. Die Vorinstanz erwägt, das Schreiben von A.________, welches sechs Jahre nach dem Vorfall eingereicht worden sei, könne nicht unbesehen als neue Tatsache im Sinne von Art. 410 Abs. 1 lit. a StPO gelten. Inhaltlich halte das Schreiben einer näheren Prüfung nicht stand. Die Version des unangekündigten Besuchs sei nicht plausibel. Zwar sei ein Überraschungsbesuch an sich noch nichts Ungewöhnliches. Allerdings habe A.________, als er den Beschwerdeführer und dessen Ehefrau nicht angetroffen habe, nicht wissen können, wann diese zurückkehren und ihr Fahrzeug benötigen würden. Vor diesem Hintergrund sei zweifelhaft, dass er ohne auch nur zu versuchen, den Beschwerdeführer zu kontaktieren und um Erlaubnis zu bitten, dessen Fahrzeug für einen mehrstündigen Abstecher nach Basel behändigt haben soll. Wäre der Besuch sodann in geschäftlichem und nicht in privatem Zusammenhang erfolgt, wäre er vorher abgesprochen worden, da A.________ zwei Autostunden vom Beschwerdeführer entfernt wohne. Es widerspreche jeglicher Lebenserfahrung, dass sich A.________ knapp sechs Jahre nach dem Vorfall plötzlich daran erinnere, das Fahrzeug des Beschwerdeführers zum inkriminierten Zeitpunkt gefahren zu haben. Der Beschwerdeführer erkläre dies damit, dass ein solches Ereignis (Ausleihen des Fahrzeugs für eine Fahrt nach Basel) eher selten vorkomme. Nach der Vorinstanz erscheine es gerade deshalb als äusserst ungewöhnlich, dass A.________ das Fahrzeug des Beschwerdeführers kurzerhand für eine längere Fahrt benutzt haben soll, da er mit dem Beschwerdeführer in der Regel lediglich zwei bis dreimal pro Jahr Kontakt habe. Hinzu komme, dass A.________ selber ebenfalls motorisiert gewesen sei. Hätte er das Fahrzeug dennoch ausnahmsweise ausgeliehen, hätte er dies dem Beschwerdeführer gegenüber sicherlich erwähnt und zwar nicht erst sechs Jahre später, sondern spätestens beim nächsten Treffen. Auffällig scheine schliesslich, dass das Revisionsgesuch in engem zeitlichen Zusammenhang mit dem gegen den Beschwerdeführer laufenden Administrativverfahren betreffend Entzug des Führerausweises stehe. Unter Berücksichtigung der erwähnten Umstände bestünden derart offensichtliche Zweifel am Inhalt des Bestätigungsschreibens vom 17. März 2015, dass es sich dabei nicht um eine erhebliche neue Tatsache im Sinne von Art. 410 Abs. 1 lit. a StPO handle. Schliesslich erwägt die Vorinstanz, das Strafverfahren habe sich über mehrere Jahre hingezogen. Während dieser Zeit habe der Beschwerdeführer ausreichend Gelegenheit gehabt, die Person ausfindig zu machen, welche am 15. Mai 2009 angeblich seinen Wagen benutzt haben soll. Plausible Hinweise auf eine Dritttäterschaft habe er jedoch nicht gemacht. Wäre A.________ tatsächlich Lenker des Fahrzeugs gewesen, hätte dies der Beschwerdeführer gewusst bzw. bei hinreichender Sorgfalt in Erfahrung bringen können und im Rahmen des abgeschlossenen Strafverfahrens geltend machen müssen. Vor diesem Hintergrund erscheine die nachträgliche Einreichung des inhaltlich höchst zweifelhaften Bestätigungsschreibens nicht als zulässiger Revisionsgrund.