Citation: 9C_656/2022 E. 4.1

4.1. Diese Praxis gilt u.a. auch, wenn - wie hier - vorgebracht wird, die von der Steuerbehörde ermessensweise veranlagten Einkünfte gingen (weit) über das tatsächlich erzielte Einkommen hinaus (vgl. dazu oben E. 2.3.1). Üblicherweise kann und muss ein Steuerpflichtiger ein solches Auseinanderklaffen zwischen der ihm gegenüber ergangenen Ermessensveranlagung und seinen wirklichen wirtschaftlichen Verhältnissen bereits im Zeitpunkt feststellen, in dem ihm die Ermessensveranlagung zugestellt wird, um - noch im ordentlichen Verfahren - Einsprache zu erheben. Unterlässt er dies, so verstösst er gewöhnlich gegen die erforderliche Sorgfalt. Dasselbe trifft für weitere Vorbringen der Beschwerdeführer im Revisionsverfahren zu, u.a. wenn sie geltend gemacht haben, die von ihnen im Rahmen der Ermessensveranlagungen verlangten Steuerbeträge seien zum Teil beinahe so hoch wie die wirklich erzielten Einkünfte. Auch solche Einwendungen hätten sie aber mit der notwendigen Sorgfalt nicht erst mit der Revision, sondern bereits im ordentlichen Verfahren geltend machen können und müssen (vgl. dazu auch unten E. 5.3).