Citation: 6B_690/2024 E. 2.3

2.3. Die Vorinstanz erwägt, aus dem Gutachten des Instituts für Rechtsmedizin der Universität Zürich vom 5. Oktober 2022 lasse sich schliessen, dass die Stich-/Schnittverletzung oberflächlich gewesen sei bzw. nur die Weichteile betroffen habe und keine Lebensgefahr für das Opfer bestanden habe. Es bestehe jedoch kein Zweifel, dass die "Verletzungsfolge" bei einer dynamischen, schnellen und von Rage und Wut geleiteten Stichbewegung mit einem Taschenmesser gegen den Oberkörper einer sich bewegenden Person weder kontrolliert ausgeführt, noch hinsichtlich der Gefährlichkeit dosiert werden könne. Der Beschwerdeführer selbst habe ausgeführt, er sei so wütend gewesen, dass er das Opfer "hätte umbringen können". Dass eine solche Einwirkung auf den Oberkörper naturgemäss lebensgefährliche Verletzungen nach sich ziehen könne, sei als Allgemeinwissen vorauszusetzen und sei folglich auch dem Beschwerdeführer bekannt gewesen. Er habe gewusst, dass sich im Oberkörper lebenswichtige Organe, wie Herz, Magen und Darm, befänden und er habe auf entsprechende Frage erklärt, es sei ihm bewusst, dass die Einwirkung auf den Oberkörper mit einem Messer zu schweren Körperverletzungen führen könne. Die von der Verteidigung vorgebrachten Umstände, dass die Klinge des Taschenmessers nicht arretierbar sei und das Opfer Kleider und eine Jacke getragen habe, würden daran nichts ändern. Es sei als lebensfremd zu taxieren, dass solche Aspekte vom Beschwerdeführer berücksichtigt worden seien. Die Vorinstanz kommt zum Schluss, angesichts der äusseren Umstände, die der Tathandlung zugrunde gelegen hätten, sei vorliegend als evident zu erachten, dass der Beschwerdeführer eine schwere Verletzung des Opfers in Kauf genommen und damit hinsichtlich einer schweren Körperverletzung eventualvorsätzlich gehandelt habe (vgl. angefochtenes Urteil E. 2.4 ff. S. 11 f.).