Citation: 2C_324/2018 E. 4.4

4.4. Die im Zeitraum April 2002 bis Juli 2016 bezogene Sozialhilfe von Fr. 615'508.60 ist praxisgemäss selbst im Rahmen von Art. 63 Abs. 1 lit. c AuG (Ab 1. Januar: AIG. Widerruf der Niederlassungsbewilligung einer ausländischen Person, die dauerhaft und in erheblichem Mass auf Sozialhilfe angewiesen ist), der höhere Anforderungen (als Art. 62 lit. a AuG) an den Widerruf stellt, erheblich, und somit erst recht im Rahmen von Art. 62 lit. e AuG beachtlich (Urteile 2C_764/2017 vom 15. Juni 2018 E. 5.1; 2C_395/2017 vom 7. Juni 2018 E. 4.1; 2C_780/2013 vom 2. Mai 2014 E. 3.3.3; 2C_1228/2012 vom 20. Juni 2013 E. 5.2). Die Beschwerdeführerin kann sich bezüglich Verschulden nicht auf ihre fünf Kinder, die Trennung von ihrem Ehemann und das Fehlen einer angemessenen Übergangszeit berufen. Bereits vor der Geburt des ersten Kindes (C.A.________, geb. 5. August 2002) bezog das Ehepaar A.________ Sozialhilfe. Die Beschwerdeführerin war somit von Beginn weg mit schwierigen finanziellen Verhältnissen konfrontiert und hätte sich schon damals Gedanken um ihre wirtschaftliche Zukunft und diejenige ihrer Familie machen müssen (vgl. Urteil 2C_395/2017 vom 7. Juni 2018 E. 4.2.1). Der Aufenthalt in der Schweiz soll grundsätzlich ohne Bezug von Sozialhilfeleistungen erfolgen. Gerade in Anbetracht der kritischen Ausgangslage hätte die Beschwerdeführerin rasch zu einer Reduktion der Sozialhilfe beitragen müssen (vgl. Urteil 2C_1064/2017 vom 15. Juni 2018 E. 5.2.1). Dies gilt umso mehr, als ihr Ehemann gemäss einer Verfügung der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich vom 21. Juni 2013 in den Jahren 2010 und 2011 wegen gesundheitlicher Probleme nicht arbeitsfähig war und erst ab 1. Februar 2012 wieder eine Arbeitsfähigkeit von 75 % erlangte. Ab diesem Zeitpunkt arbeitete der Ehemann zunächst 60 %, ab Dezember 2014 80 % (Art. 105 Abs. 2 BGG). Spätestens dann wäre es für die Beschwerdeführerin geboten gewesen, mittels einer Teilzeitbeschäftigung den Sozialhilfebezug zu reduzieren, zumal der Ehemann in dieser Periode vermehrt die Kinderbetreuung hätte übernehmen können. Trotz zwei Verwarnungen in den Jahren 2013 und 2014 hat die Beschwerdeführerin nie auch nur eine teilweise Erwerbstätigkeit aufgenommen. Ihre Sozialhilfeabhängigkeit ist denn auch nicht durch die Trennung von ihrem Ehemann begründet. Selbst der Umstand, dass die Obhut der Kinder seit dem 11. Juli 2016 bei ihrem Ehemann lag, führte bei der Beschwerdeführerin nicht zur Aufnahme einer Erwerbstätigkeit. Die Beschwerdeführerin hielt sich denn auch, wie die Vorinstanz verbindlich festgestellt hat (Art. 105 Abs. 1 BGG), nicht nur 2015, sondern auch in den Jahren 2016 und 2017, insbesondere ab August 2016, während Monaten in Pakistan auf. Die Beschwerdeführerin trifft deshalb an der Sozialhilfeabhängigkeit ein erhebliches Verschulden. Daran ändern auch die bereits vor der Vorinstanz und nochmals beim Bundesgericht eingereichten Listen bezüglich Arbeitsbemühungen von Oktober 2016 bis November 2017 nichts. Auch der Einwand der Beschwerdeführerin, sie habe ab dem 4. August 2016 nicht mehr über eine gültige Aufenthaltsbewilligung verfügt, was ihr faktisch das Finden einer Arbeitsstelle verunmöglicht habe, geht fehl, denn mit Schreiben vom 15. Juli 2016 bestätigte ihr das Migrationsamt, dass sie während des ausländerrechtlichen Verfahrens aufenthalts- und erwerbsberechtigt ist (Art. 105 Abs. 2 BGG). Selbst bis zum Zeitpunkt des vorinstanzlichen Urteils (14. März 2018) hat die Beschwerdeführerin zu keinem Zeitpunkt eine Erwerbstätigkeit aufgenommen. Im Übrigen kann die Beschwerdeführerin auch nicht unter Berufung auf das Urteil 2C_1228/2012 vom 20. Juni 2013, E. 5.3, eine angemessene Übergangsfrist in Anspruch nehmen, denn sie befindet sich entgegen der zitierten Erwägung gerade nicht in der Situation einer aufgrund der Trennung neu alleinerziehenden und auf Sozialhilfe angewiesenen Mutter. Ihre Sozialhilfeabhängigkeit ist nicht durch die Auflösung der ehelichen Gemeinschaft bedingt und ist auch nicht adäquat kausale Folge einer allfälligen ehelichen Gewalt. Abgesehen davon ist ihr de facto, nachdem sie am 11. Juli 2016 die Obhut über die Kinder abgegeben hat, bis zum vorinstanzlichen Urteil eine Übergangszeit eingeräumt worden, welche sie jedoch nicht zur Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nutzte. Aufgrund der Umstände ist deshalb auch nicht damit zu rechnen, dass sie zukünftig innert nützlicher Frist für ihren Lebensunterhalt wird aufkommen und sich von der Sozialhilfe wird lösen können.