Citation: 6B_1370/2021 E. 1.1

1.1. Die Beschwerdeführerin rügt, die Vorinstanz habe den Sachverhalt teilweise offensichtlich unrichtig festgestellt und sei zu Unrecht ihrer Sachdarstellung nicht gefolgt, wonach nicht Sekundenschlaf, sondern ein von ihr getätigtes Ausweichmanöver wegen eines auf der Fahrbahn liegenden Steins unfallursächlich gewesen sei. Zwar stelle die Vorinstanz zutreffend fest, dass die zwei Zeugen, welche sie erheblich belasteten, in keiner persönlichen Beziehung zu ihr stünden und folglich kein ersichtliches Motiv für Falschaussagen hätten. Der Vorinstanz sei aber nicht zu folgen, wenn sie festhalte, es gebe keine Anhaltspunkte dafür, dass diese Zeugen den Unfall anders schildern sollten, als sie ihn wahrgenommen hätten bzw. als er sich effektiv zugetragen habe. Die Verhältnisse, in denen die beiden Zeugen den Unfallhergang vollumfänglich wahrgenommen haben wollten, seien nämlich nicht ideal gewesen. Die Zeugen hätten an einer Geburtstagsparty gefeiert, wo in einigem Ausmass Alkohol geflossen sei. Es sei nicht abgeklärt worden, ob sie sich in einem Rauschzustand befunden hätten. Die Zeugen seien durch die anderen Partygäste abgelenkt gewesen und hätten den Unfallhergang höchstens unbewusst bzw. aus dem Augenwinkel wahrgenommen. Beide Zeugen hätten geschildert, der von ihr gelenkte Smart sei unauffällig und nicht zu schnell unterwegs gewesen. Daher habe für die Zeugen kein Grund bestanden, die Fahrt eingehend zu observieren. Zudem sei die Strasse nur künstlich beleuchtet gewesen und hätten die Zeugen einzig seitlich auf die Strasse blicken können, was die Wahrnehmung eines Ausweichmanövers beeinträchtigt habe. Deshalb und weil für das Umfahren eines (grossen) Kieselsteins keine grosse Lenkbewegung erforderlich sei, verwundere es nicht, dass die Zeugen weder eine solche Ausweichbewegung noch ein Abbremsen aus den Augenwinkeln wahrgenommen hätten. Dass vor dem Aufprall noch eine Bremsung erfolgt sei, müsse aufgrund der ursprünglichen Fahrgeschwindigkeit, der fehlenden Auslösung des Airbags und ihrer physischen Unversehrtheit angenommen werden. Zu beachten sei ferner, dass die Fahrt im Zeitpunkt des Unfalls gerade noch fünf bis zehn Minuten gedauert hätte. Ein Einschlafen noch in dieser Zeitspanne und so kurz vor dem Ziel sei unrealistisch. Es lägen keine Beweismittel vor, welche eine Übermüdung klar darlegen würden. Neben der Beweiswürdigung kritisiert die Beschwerdeführerin auch die Beweisabnahmen. D em Polizeirapport lasse sich nicht entnehmen, ob die beiden Zeugen vom einvernehmenden Polizeibeamten offen oder doch eher suggestiv betreffend die Möglichkeit eines Sekundenschlafs befragt und allfällige Wahrnehmungslücken durch die vom Polizeibeamten suggerierte, übereinstimmende Antwort gefüllt worden seien. Ausserdem seien keine spurentechnischen Beweise sichergestellt worden. Dies sei nicht nur mit Bezug auf den Strassenabschnitt unterlassen worden, obwohl sich auf diesem eine Fläche mit Kieselsteinen befinde und ihr Ehemann, nachdem er zur Unfallstelle hinzugekommen sei, auf der Fahrbahn liegende Steine beobachtet habe. Auch sei keine Untersuchung des technischen Zustands des Smart vorgenommen worden, der kein leicht zu beherrschendes Fahrzeug sei. Eine entsprechende Untersuchung hätte unter Umständen erklären können, weshalb es nach dem kleinen Ausweichmanöver zum Kontrollverlust gekommen sei. Insgesamt sei laut der Beschwerdeführerin aufgrund der Unbrauchbarkeit der Zeugenaussagen und des Fehlens weiterer Beweismittel willkürfrei bzw. in jedem Fall in dubio pro reo davon auszugehen, dass der Unfall auf ein Ausweichmanöver wegen eines auf der Fahrbahn liegenden Steins zurückzuführen sei. Die Schlussfolgerung eines übermüdeten Zustands mit Sekundenschlaf sei hingegen nicht naheliegend und daher nicht erstellt.