Citation: 5A_796/2016 E. 3.3.4

3.3.4. Zu den konkursrechtlichen Grundsätzen, welche für die Spezialliquidation nach Art. 230a SchKG gelten, gehört u.a. auch die Regel von Art. 208 SchKG, dass das Datum der Konkurseröffnung für den Zinsenlauf massgebend ist (SCHMID/JENT-SØRENSEN, a.a.O., S. 642). Das Gleiche gilt für Art. 209 SchKG (Zinsenlauf). Wenn der Pfanderlös die Summe aller Grundpfandpositionen (Forderungen und bis zur Konkurseröffnung aufgelaufene Zinsen) nicht übersteigt (Art. 209 Abs. 2 SchKG), unterbleibt der Weiterlauf der Zinsen, d.h. es gilt die allgemeine Regel von Art. 209 Abs. 1 SchKG, wonach Zinsen nur bis zur Konkurseröffnung laufen (DÜRR/ZOLLINGER, a.a.O., N. 53, 77 zu Art. 818 ZGB; im gleichen Sinn STOFFEL/CHABLOZ, Voies d'exécution, 3. Aufl. 2016, Rz. 58, 61). Mit der Anwendung der allgemeinen Regel wird insoweit die Gleichheit der Gläubiger - auch der Grundpfandgläubiger - in den Vordergrund gerückt und die Priorität des Grundpfandgläubigers relativiert. Ob jedoch ungesicherte Gläubiger in einem (im ordentlichen oder summarischen Verfahren geführten) Konkurs nicht vorhanden sind, oder - wie in der Spezialliquidation gemäss Art. 230a SchKG - nicht beteiligt sein können, ist dabei nicht ausschlaggebend. Der Beschwerdeführerin kann nicht gefolgt werden, wenn sie mit Hinweis auf die Spezialliquidation gemäss Art. 230a SchKG das Recht beansprucht, in ihrer Eigenschaft als Pfandgläubigerin in den Genuss der zwischen der Konkurseröffnung und dem Zeitpunkt der Pfandverwertung aufgelaufenen Zinsen zu gelangen, ohne dass sämtliche auf dem verwerteten Gegenstand lastenden Pfänder berücksichtigt werden.