Citation: 1P.575/2005 05.05.2006 E. 2

2.1 Der Beschwerdeführer rügt als erstes eine Verletzung des Willkürverbots bei der Beweiswürdigung. Im Wesentlichen bringt er vor, die Aussagen des Beschwerdegegners, auf welche das Obergericht den Schuldspruch abstütze, seien nicht glaubhaft. 2.2 Art. 9 BV gewährleistet den Anspruch darauf, von den staatlichen Behörden ohne Willkür behandelt zu werden. Willkürlich ist ein Entscheid, wenn er offensichtlich unhaltbar ist, insbesondere mit der tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft (BGE 131 I 57 E. 2 S. 61; 129 I 8 E. 2.1 S. 9, 49 E. 4 S. 58, je mit Hinweisen). Geht es um Beweiswürdigung, ist zu beachten, dass dem kantonalen Sachgericht darin ein weiter Ermessensspielraum zukommt. Das Bundesgericht greift nur ein, wenn das kantonale Gericht sein Ermessen missbraucht hat, namentlich zu völlig unhaltbaren Schlüssen gelangt ist oder erhebliche Beweise übersehen oder willkürlich nicht berücksichtigt hat (BGE 120 Ia 31 E. 4b S. 40; 118 Ia 28 E. 1b S. 30). 2.3 Gemäss dem angefochtenen Urteil hat der Beschwerdeführer wiederholt zugegeben, in eine Auseinandersetzung mit einem Polizisten verwickelt gewesen zu sein. Zu diesem Zeitpunkt sei seitens der Polizei nur der Beschwerdegegner und B.________ vor Ort gewesen. Da mit Sicherheit feststehe, dass A.________ mit dem Polizisten B.________ gestritten habe, könne der Polizist, mit dem der Beschwerdeführer eine Auseinandersetzung hatte, nur der Beschwerdegegner gewesen sein. Gemäss ihren insoweit übereinstimmenden Aussagen stehe ausser Zweifel, dass der Beschwerdeführer und der Beschwerdegegner von demselben Vorfall ausgehen würden. Der Beschwerdeführer habe widersprüchliche und nicht schlüssige Aussagen zum Geschehensablauf gemacht. Dagegen habe der Beschwerdegegner den Ablauf der Auseinandersetzung stets gleich beschrieben. Daher könne grundsätzlich auf die Aussagen des Beschwerdegegners abgestellt werden. Es sei erwiesen, dass zu Beginn der Auseinandersetzung der Beschwerdeführer den Beschwerdegegner von hinten um den Hals packte und würgte. Hingegen lasse sich nicht zweifelsfrei erstellen, was geschehen sei, nachdem sich der Beschwerdegegner aus dem Würgegriff des Beschwerdeführers habe befreien können. Der Beschwerdegegner habe nicht sagen können, weshalb er in der Folge zu Boden ging, und habe auch nicht sehen können, wer ihm den Schlag gegen den Rücken versetzte. Die Person, welche ihn zu treten versuchte, habe er nur aus dem Augenwinkel gesehen. Gemäss den Aussagen des Polizisten B.________ sei es im Eingangsbereich zu einer Ansammlung von Leuten gekommen. Es lasse sich daher nicht ausschliessen, dass in dieser zweiten Phase der Auseinandersetzung eine Drittperson in den Kampf eingegriffen und der Beschwerdegegner dies nicht erkannt, sondern geglaubt habe, es weiterhin nur mit dem Mann zu tun zu haben, der ihn zuvor gewürgt habe. Somit lasse sich nicht rechtsgenüglich erstellen, dass es der Beschwerdeführer gewesen sei, der den Beschwerdegegner auf den Rücken geschlagen und zu treten versucht habe. Der Beschwerdeführer habe sich daher lediglich insoweit der Gewalt und Drohung gegen Beamte (Art. 285 Ziff. 1 StGB) schuldig gemacht, als er den Beschwerdegegner gewürgt habe. 2.4 Im Einzelnen bringt der Beschwerdeführer vor, das Obergericht habe bezüglich ein und desselben Handlungsablaufs die Aussagen des Beschwerdegegners unterschiedlich gewürdigt. Bezüglich des Würgens in der ersten Phase der Auseinandersetzung habe es dessen Aussagen als glaubhaft betrachtet. Bezüglich des Tretens in der zweiten Phase des Geschehens habe es dessen Aussagen dagegen als zweifelhaft eingestuft. Es sei willkürlich, die Aussagen des Beschwerdegegners für den ersten Handlungsteil (würgen) als richtig und für den zweiten Handlungsteil (schlagen und treten) als zweifelhaft zu betrachten. Der Beschwerdeführer verkennt, dass das Obergericht an der Glaubwürdigkeit der Aussagen des Beschwerdegegners nicht zweifelte, sondern lediglich in Betracht zog, dass sich dieser bezüglich der Person, die ihn getreten hatte, getäuscht haben könnte. So führte das Obergericht im angefochtenen Urteil (S. 18) aus, der Beschwerdegegner habe zu Protokoll gegeben, dass er den Beschwerdeführer zunächst - und insbesondere beim Versuch, ihn zu treten - nur aus dem Augenwinkel gesehen und aufgrund von dessen Kleidung angenommen habe, dieser gehöre zum Security-Dienst des Volkshauses. Das Gesicht des Beschwerdeführers habe er erst später von vorne gesehen. Aus dem Augenwinkel könne man eine Person aber kaum sicher erkennen. Nahe liegend sei daher, dass der Beschwerdegegner nur wegen der Kleidung des Beschwerdeführers überzeugt gewesen sei, dass es sich bei diesem auch um die (gleich gekleidete) Person gehandelt habe, die er zuvor nur aus dem Augenwinkel gesehen habe. Dieser Schluss sei nicht zwingend, da möglich und sogar wahrscheinlich sei, dass sich in der erwähnten Personenansammlung noch weitere Männer des Security-Dienstes befunden hätten. Aus diesen Ausführungen geht keineswegs hervor, dass das Obergericht in Betracht zog, der Beschwerdegegner könnte bewusst falsch ausgesagt haben. Bezüglich der zweiten Phase des Konflikts erachtete es lediglich eine Personenverwechslung für möglich, während es für die erste Phase, nicht zuletzt gestützt auf die Aussagen des Beschwerdeführers selbst, eine Verwechslung ausschloss. Es trifft somit nicht zu, dass das Obergericht die Glaubwürdigkeit der Aussagen des Beschwerdegegners bezüglich ein und desselben Geschehens unterschiedlich beurteilte. Die Rüge der willkürlichen Beweiswürdigung stösst ins Leere und ist offensichtlich unbegründet.