Citation: 6B_1437/2020 E. 1.4.3

1.4.3. Wenn der Beschwerdeführer das Zimmer verlässt, in welchem sich die Beschwerdegegnerin 2 und C.________ gegenüberstanden, und diesem Zimmer fernbleibt, obwohl ihm die Möglichkeit einer Vergewaltigung bzw. sexuellen Nötigung der Beschwerdegegnerin 2 durch C.________ (zuletzt) bekannt war, mag dies zwar verwerflich und unter moralischer Betrachtung vorwerfbar erscheinen. Weil er am strafbaren Verhalten von C.________ nicht aktiv mitwirkte und weil ihn auch keine Garantenstellung trifft, die ihn zu einem Eingreifen verpflichtet hätte, bleibt sein Verhalten in strafrechtlicher Hinsicht jedoch folgenlos. Dass sich die Beschwerdegegnerin 2 nach dem einvernehmlichen sexuellen Kontakt mit dem Beschwerdeführer nackt im Bett befand und C.________ zugegen war, der im Bewusstsein um diese Situation seinerseits sexuellen Umgang mit der Beschwerdegegnerin 2 suchte und diesen nötigenfalls gegen ihren Willen zu erzwingen bereit war, kann dem Beschwerdeführer unter den gegebenen Umständen strafrechtlich nicht zum Vorwurf gereichen. Nachdem sich der Beschwerdeführer somit selbst bei dem von der Vorinstanz angenommenen Wissen um die Möglichkeit einer sexuellen Nötigung bzw. Vergewaltigung der Beschwerdegegnerin 2 durch C.________ nicht der Täterschaft oder Teilnahme an diesen Delikten schuldig gemacht haben kann, braucht auf die Kritik des Beschwerdeführers an der vorinstanzlichen Sachverhaltsfeststellung zu diesem Wissen nicht näher eingegangen zu werden.