Citation: 7B_299/2023 E. 4.7.3

4.7.3. Mit Recht kritisieren die Beschwerdeführer - wie auch schon die Vorinstanz - zwar den Umstand, dass die Beschwerdegegnerin am 19. Januar 2023 Anklage beim Strafgericht erhoben hat, ohne zuvor die Beweisanträge abzuwarten, zu denen sie die Parteien mit Frist bis 31. Januar 2023 ausdrücklich eingeladen hatte. Dabei übersehen die Beschwerdeführer jedoch, dass sich das prozessuale Versehen nicht einseitig zu ihren Lasten ausgewirkt hat (vgl. BGE 143 IV 69 E. 3.2; 141 IV 178 E. 3.2.3; 138 IV 142 E. 2.3). Vielmehr war auch der Beschuldigte davon betroffen. Zudem kann hier auch nicht von einem besonders krassen Verfahrensfehler im Sinne der bundesgerichtlichen Praxis gesprochen werden, zumal er sofort und ohne erkennbaren Prozessnachteil für die Parteien geheilt wurde. Wie das Obergericht erwägt, hat die Beschwerdegegnerin schon im vorinstanzlichen Verfahren Folgendes dargelegt: Mit Parteimitteilung vom 24. November 2022 habe sie den Parteien die bevorstehende Anklageerhebung mitgeteilt und ihnen den voraussichtlichen Anklagesachverhalt zur Stellungnahme zugestellt, unter Fristansetzung bis zum 15. Januar 2023. Ausserdem habe sie den Parteien eine weitere Frist bis zum 31. Januar 2023 angesetzt, um noch allfällige Beweisanträge nachzureichen. Diese zweite Frist habe sie versehentlich missachtet, indem sie bereits am 19. Januar 2023 Anklage erhob. Für dieses Versehen habe sie sich bei den Parteien entschuldigt und einen Nachtrag zur Anklage in Aussicht gestellt, falls noch nachträglich Beweisanträge eingehen würden, was jedoch (bis zu ihrer Vernehmlassung im Ausstandsverfahren) nicht geschehen sei. Wie die Vorinstanz zutreffend erwägt, lässt sich auch daraus kein Anhaltspunkt für eine Befangenheit der Beschwerdegegnerin ableiten.