Citation: 1C_545/2021 E. 3.2

3.2. Das rechtliche Gehör dient einerseits der Sachaufklärung, anderseits stellt es ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass eines Entscheides dar, welcher in die Rechtsstellung des Einzelnen eingreift. Dazu gehört insbesondere das Recht der betroffen Personen, sich vor Erlass eines solchen Entscheids zur Sache zu äussern, erhebliche Beweise beizubringen und Einsicht in die Akten zu nehmen. Der Anspruch auf rechtliches Gehör umfasst als Mitwirkungsrecht somit alle Befugnisse, die einer Partei einzuräumen sind, damit sie in einem Verfahren ihren Standpunkt wirksam zur Geltung bringen kann (BGE 144 I 11 E. 5.3; 140 I 99 E. 3.4). Dieses Mitwirkungsrecht kann im Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren bisweilen mit den Erfordernissen eines geordneten Verfahrensgangs kollidieren. Mit dem Gehörsanspruch vereinbar ist grundsätzlich, dass den Betroffenen für die Ausübung ihres Äusserungsrechts eine bestimmte Frist gesetzt wird. Diese muss angemessen, d.h. so bemessen sein, dass der betroffenen Person eine gehörige Wahrung ihres Äusserungsrechts - gegebenenfalls unter Beizug eines Rechtsvertreters - effektiv möglich ist (vgl. BGE 138 III 252 E. 2.2; 133 V 196 E. 1.2; je mit Hinweisen). Entscheidend ist, ob der betroffenen Person ermöglicht wurde, ihren Standpunkt wirksam zur Geltung zu bringen (BGE 144 I 11 E. 5.3; 136 I 265 E. 3.2; je mit Hinweisen).