Citation: 7B_220/2023 E. 3.4

3.4. Zunächst kann der Beschwerdeführer aus der relativ umfangreichen Beweiswürdigung der Vorinstanz nichts zu seinen Gunsten ableiten. Eine solche scheint aufgrund des Tatvorwurfs, der vorhandenen Beweismittel und der sich stellenden Fragen vielmehr geboten gewesen zu sein. Gestützt darauf geht die Vorinstanz willkürfrei von einer hinreichend klaren Sachlage für eine Einstellung aus: Betrachtet man das mittels GoPro-Kamera aufgenommene Video, lassen sich die vorinstanzlichen Erwägungen ohne Weiteres nachvollziehen. Demnach gelangt sie zu Recht zum Schluss, dass die Angaben des Beschwerdegegners 2, wonach seine Armbewegungen die Reaktion auf einen Biss des Beschwerdeführers sowie der anschliessende Versuch, diesen sogleich wieder zu fixieren, seien, mit den Aufnahmen in Einklang stehen. Bei den Armbewegungen (wobei auf dem Video nur eine eindeutig zu erkennen ist) handelt es sich somit entgegen der Behauptung des Beschwerdeführers nicht um "auf Video dokumentierte Schläge". Aktenkundig ist dagegen die ärztlich diagnostizierte Bissverletzung an der rechten Hand des Beschwerdegegners 2. Was die Verletzungen des Beschwerdeführers angeht, so erkennt die Vorinstanz richtig, dass diese auch entstanden sein können, als der Beschwerdeführer zuvor unvermittelt die Mitarbeiter der JVA angriff und diese ihn unter Zuhilfenahme ihrer Schutzschilder zu Boden brachten und dort mit dem Gesicht nach unten fixierten, während er massiven Widerstand leistete. Feszuhalten ist in diesem Zusammenhang auch, dass während der gesamten Szene ausschliesslich vom Beschwerdeführer und nicht von den Aufsehern ausgehendes aggressives Verhalten erkennbar ist. Sodann kann der Vorinstanz gefolgt werden, wenn sie festhält, dass die vom Beschwerdeführer behaupteten Schläge (auch) ins Gesicht (und nicht nur gegen den Hinterkopf und die Schläfe) angesichts seiner Position mit dem Gesicht nach unten wenig nachvollziehbar sind. Dagegen scheint es problemlos möglich, dass er in dieser Position den Kopf zu seiner linken Schulter drehte und den Beschwerdegegner 2 in die Hand beissen konnte. Mit der Vorinstanz lassen weiter die dumpfen Geräusche, die im Video zu hören sind, vor der gesamten Geräuschkulisse nicht zwingend auf Schlagbewegungen des Beschwerdegegners 2 schliessen, sondern können fraglos auch anderweitig entstanden sein. Dass die übrigen beteiligten Aufseher zu diesen Geräuschen und zum Tatvorwurf keine weiteren Angaben machen können, lässt sich sodann erklären: Einige von ihnen befanden sich im fraglichen Moment gar nicht mehr im Raum und die anderen konzentrierten sich auf die Fixierung der Beine des Beschwerdeführers und die Lösung seiner Fussfesseln, wobei sie kaum auf die Geschehnisse im Kopfbereich des Beschwerdeführers achteten. Die Vorinstanz erkennt daher zu Recht keine Anhaltspunkte für irgendwelche Gefälligkeitsaussagen zugunsten ihres Kollegen.