Citation: 6B_904/2015 E. 2.2

2.2. Die Vorinstanz erwägt, der verfahrensleitende Gerichtspräsident und die an der Hauptverhandlung anwesende sowie protokollführende Sekretärin hätten das am 17. September 2014 im Dispositiv mitgeteilte Urteil der ersten Instanz unterzeichnet. Der Beschwerdeführer mache nicht geltend, die Sekretärin habe nicht als Gerichtsschreiberin amten dürfen. Hinsichtlich der Zusammensetzung des erstinstanzlichen Gerichts seien im eigentlichen Entscheidungsprozess, der Protokollierung der Hauptverhandlung, der Urteilsberatung und Entscheidfindung sowie der Ausfertigung und Unterzeichnung des Urteilsdispositivs sämtliche prozeduralen Handlungen korrekt ergangen und der ersten Instanz keine Verfahrensfehler vorzuwerfen. Die erwähnten Dokumente seien von den in Art. 80 Abs. 2 StPO aufgeführten Personen verfasst und unterzeichnet worden. Es sei ausreichend Gewähr dafür geboten worden, dass die schriftliche Dispositivausfertigung mit dem von der ersten Instanz gefassten Entscheid übereinstimme. Erst im Nachgang dazu bzw. nach erfolgter Berufungsanmeldung durch den Beschwerdeführer sei ein Aktuar dazu gezogen worden, um die Urteilsredaktion innert vernünftiger Frist zu gewährleisten. Dieser Vorgang sei mit der Unterzeichnung des schriftlich begründeten Urteils durch B.________ in der Funktion als Aktuar ad hoc transparent ausgewiesen. Mit Blick darauf, dass die Begründung als solche ohnehin nicht angefochten werden könne und die inhaltliche Übereinstimmung zwischen dem korrekt unterzeichneten Dispositiv und dem vom Aktuar ad hoc unterzeichneten Dispositiv des begründeten Urteils ausser Frage stehe, bestehe keine Gefahr, dass der Wille des Gerichts in der definitiven (begründeten) Ausfertigung verfälscht worden wäre bzw. nicht mit dem an der Hauptverhandlung getroffenen Entscheid übereinstimme. Ausserdem habe der Gerichtspräsident, dem die Funktion des primären Garanten für ein korrektes Verfahren zukomme, das begründete Urteil mit unterzeichnet. Unter diesen Umständen stelle die fehlende Unterschrift der protokollführenden Person auf dem begründeten Entscheid keinen verfahrensrechtlichen Fehler dar, der zur Aufhebung des Urteils führe. Im Übrigen könne ein Gerichtsschreiber - im Gegensatz zu einem Richter - jederzeit ersetzt werden, ohne dass die Hauptverhandlung wiederholt werden müsse. Deshalb müsse es auch zulässig sein, im Nachgang an die Hauptverhandlung die protokollführende Person für die Ausfertigung des schriftlich begründeten Entscheids durch einen Gerichtsschreiber zu ersetzen, welcher nicht an der Hauptverhandlung teilgenommen habe (Urteil S. 15 f. E. 7.c).