Citation: 2C_375/2020 E. 2.2.2

2.2.2. Der Beschwerdeführer bestreitet nicht, dass er während der fraglichen Zeitdauer nicht ständig mit seiner Ehefrau zusammengewohnt hat, die Ehe sei aber weiterhin gelebt worden. Die Anordnung der Eheschutzmassnahmen würden den Erhalt der Ehe bezwecken und dementsprechend würden sie belegen, dass zu diesem Zeitpunkt noch ein Ehewillen bestanden habe. Ausserdem hätten die Ehegatten erst ab dem 18. August 2014 getrennt gelebt und die Trennungsphase habe somit nur ungefähr 2.5 Monate gedauert. Praxisgemäss sei es wiederum möglich, dass eine Trennung mit einer Dauer von weniger als drei Monaten die Anforderungen von Art. 49 AIG erfüllen könne, insbesondere wenn sie wie vorliegend durch medizinische Gründe indiziert gewesen sei. Die Ehefrau habe zum Zeitpunkt der Trennung unter schweren psychischen Problemen gelitten und sei nicht in der Lage gewesen, das Zusammenleben mit dem Beschwerdeführer aufrechtzuerhalten. Auch der Beschwerdeführer selbst habe aufgrund der schwierigen familiären Situation unter psychischen Problem gelitten und sei vom 7. September 2016 bis zum 31. Oktober 2016 arbeitsunfähig gewesen. Der Wille zum Zusammenleben sei bei der Gattin während der Zeit der Trennung nicht erloschen gewesen, sondern das Getrenntleben sei aufgrund der Fakten notwendig gewesen. Im Nachhinein habe die Phase der Trennung einen positiven Effekt auf die Ehe gehabt und den Willen zum Zusammenleben gestärkt. Dementsprechend hätten die Ehegatten die Ehe ab November 2014 nochmals über zwei Jahre bis zur endgültigen Trennung am 23. Dezember 2016 gelebt.