Citation: 6B_84/2022 E. 5.6.2

5.6.2. 5.6.2.1. Die erste Rüge erweist sich als unberechtigt. Das Gericht hat eine Einsatzstrafe nur dann festzusetzen, wenn der Täter durch eine oder mehrere Handlungen die Voraussetzungen für mehrere gleichartige Strafen erfüllt und das Gericht bei der Gesamtstrafenbildung in Anwendung des Asperationsprinzips nach Art. 49 Abs. 1 StGB vorzugehen hat. In solchen Fällen beginnt die Gesamtstrafenbildung zwingend mit der Festlegung der (konkreten) Einsatzstrafe (vgl. BGE 144 IV 217 E. 3.5.3 S. 235; Urteil 6B_986/2020 vom 6. Januar 2021 E. 4.3). Die Einsatzstrafe ist die Strafe für die schwerste Tat, die nach dem Asperationsprinzip (Art. 49 Abs. 1 StGB) zu erhöhen ist (vgl. Urteile 6B_483/2016 vom 30. April 2018 E. 3.5.3; 6B_712/2011 vom 19. März 2012 E. 3.1). Im vorliegenden Fall wurde der Beschwerdeführerin nur eine Straftat vorgeworfen, nämlich eine qualifizierte Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz gemäss Art. 19 Abs. 2 lit. b StGB. Eine Deliktsmehrheit und damit ein Anwendungsfall von Art. 49 Abs. 1 StGB liegt nicht vor. Die Vorinstanz war aus diesem Grund nicht gehalten, sich zu einer Einsatzstrafe zu äussern bzw. explizit eine solche festzulegen (vgl. dazu bereits BGE 121 IV 49 E. 2 S. 56 und Urteil 6B_1192/2014 vom 24. April 2015 E. 5.4, wonach der Richter von Bundesrechts wegen keine "Einsatzstrafe" beziffern muss). 5.6.2.2. Ebenfalls unbegründet erweist sich der Einwand, die Vorinstanz habe unterlassen, das konkrete Tatverschulden der Beschwerdeführerin zu begründen. Dass die vorinstanzlichen Ausführungen betreffend die objektive Tatschwere als rechtsgenüglich zu betrachten sind, wurde bereits dargelegt (vgl. oben E. 5.4.3). Die Vorinstanz erwägt, hinsichtlich der bandenmässigen Tatbegehung sei die Art und Weise und das Ausmass des qualifizierten Tatbestandes zu berücksichtigen. Diese Umstände würden sich verschuldenserhöhend auswirken. Die Beschwerdeführerin habe als Teil einer gut organisierten Bande delinquiert, in welcher eine klare Rollenverteilung geherrscht habe. Während die Beschwerdeführerin bei der Ernte geholfen und sich zusammen mit ihrem Ehemann D.A.________ um den Kauf der Setzlinge und den Verkauf des Marihuanas gekümmert habe, hätten sich B.________ und C.________ vorwiegend um die regelmässige Pflege der Pflanzen gekümmert. Die Bande sei zudem äusserst versiert vorgegangen. Fahrten zu Entsorgungsanlagen oder zum Zwecke der Veräusserung des Marihuanas hätten aus Vorsichtsgründen in getrennten Fahrzeugen stattgefunden. Das Vorgehen der Bande zeuge damit von einer erheblichen kriminellen Energie und sei entsprechend mittelgradig verschuldenserhöhend zu gewichten. Der Beschwerdeführerin seien mit der Besorgung der Stecklinge und dem Verkauf des Marihuanas essentielle Aufgaben zugekommen, womit ihre hierarchische Stellung direkt unter ihrem Ehemann, welcher Kopf der Bande gewesen sei, anzusiedeln sei, was sich zusätzlich verschuldenserhöhend auswirke (vgl. angefochtenes Urteil S. 19). Verschuldenserhöhend würden sich auch die monetären und somit egoistischen Beweggründe sowie das sehr grosse Mass an Entscheidungsfreiheit der Beschwerdeführerin auswirken. Sie selbst sei nicht von Betäubungsmitteln abhängig gewesen. Es sei auch nicht ersichtlich, dass sie aus einer grossen finanziellen Not heraus, aufgrund einer subjektiv als aussichtslos empfundenen Situation oder bloss unter dem Druck anderer Personen gehandelt hätte. In einer Gesamtbetrachtung sei von einem nicht mehr leichten bis mittelschweren Verschulden auszugehen. Unter Berücksichtigung des weiten Strafrahmens von 1 bis 20 Jahren Freiheitsstrafe und den davon erfassten Handlungsweisen, Arten und Mengen von Drogen, erweise sich eine Freiheitsstrafe von 3 ½ Jahren als angemessen (angefochtenes Urteil S. 19 f.). Die Täterkomponente wirke sich neutral aus. Infolge der festgestellten Verletzung des Beschleunigungsgebots sei eine Strafreduktion von sechs Monaten zu gewähren. Da nur die Beschwerdeführerin Berufung gegen das erstinstanzliche Urteil erhoben habe, könne dieses nicht zu ihrem Nachteil abgeändert werden (Art. 392 Abs. 2 StPO), womit es bei der erstinstanzlichen Strafe von 27 Monaten Freiheitsstrafe sein Bewenden habe (vgl. angefochtenes Urteil S. 20 f.). Die Vorinstanz würdigt mit diesen Erwägungen die massgeblichen Strafzumessungsfaktoren eingehend. Es kann keine Rede davon sein, dass sie unterlassen habe, das konkrete Verschulden der Beschwerdeführerin zu begründen (vgl. Beschwerde S. 14). Dass die Vorinstanz das bei ihr bei der Strafzumessung zustehende Ermessen überschritten hätte oder sich von nicht massgeblichen Kriterien hätte leiten lassen, ist nicht ersichtlich. Auch hat sie weder wesentliche Gesichtspunkte ausser Acht gelassen oder falsch gewichtet noch ihre Begründungspflicht verletzt. Die Beschwerde erweist sich in diesem Punkt als unbegründet.