Citation: 5A_293/2024 E. 3.4

3.4. Die Beschwerdeführerin erachtet den Untersuchungsgrundsatz als verletzt, weil das Obergericht es unterlassen habe, den Beistand aufzufordern, eine Stellungnahme bzw. einen Amtsbericht zur aktuellen Situation einzureichen. Hätte es dies getan, hätte es auch erfahren, wer Beistandsperson ist (vgl. E. 3.1 hiervor) und dass sich kein aktueller Beistandschaftsbericht in den Akten findet. Der uneingeschränkte Untersuchungsgrundsatz verpflichtet das Gericht, den Sachverhalt von Amtes wegen zu erforschen (Art. 446 Abs. 1 i.V.m. Art. 314 Abs. 1 ZGB). Die Untersuchungspflicht des Gerichts reicht so weit und dauert so lange, bis über die Tatsachen, die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs erforderlich sind, hinreichende Klarheit besteht. Verfügt das Gericht über genügende Grundlagen für eine sachgerechte Entscheidung, kann es auf weitere Beweiserhebungen verzichten (BGE 130 III 734 E. 2.2.3; Urteil 5A_608/2023 vom 6. Februar 2024 E. 4.2.1). Die Beschwerdeführerin leitet die geltend gemachte Rechtsverletzung abstrakt aus dem Unterlassen der Einholung einer Stellungnahme bzw. eines Berichts des Beistands ab. Das Kantonsgericht habe deshalb "die aktuellen Informationen" nicht erhoben und "mit [seinem] Entscheid eigentlich einen totalen Blindflug" gemacht. Welche entscheidwesentlichen Erkenntnisse von diesem Vorgehen zu erwarten gewesen wären, legt sie indes nicht mit ausreichender Klarheit dar: Zum einen verweist sie auf das (angeblich) mangelnde Interesse des Beschwerdegegners an dem Besuchsrecht, das indes nicht entscheidend ist (vgl. E. 3.2 hiervor). Zum anderen führt sie aus, es hätte geklärt werden können, wie "es mit der Betroffenen [d.h. der Tochter]" aussehe und wie sich das Zusammenleben mit ihr, der Beschwerdeführerin, gestalte. Hieraus ergibt sich nicht, weshalb eine weitere Klärung des Sachverhalts durch die Einholung eines Amtsberichts oder einer Stellungnahme des Beistands notwendig gewesen sein sollte. Folglich ist die Beschwerde diesbezüglich ungenügend begründet (vgl. vorne E. 2.1). Unter diesen Umständen braucht unter dem Blickwinkel der Erstellung des Sachverhalts nicht geklärt zu werden, ob das Obergericht die aktuelle Beistandsperson in das vorinstanzliche Verfahren einbezogen hat. Nicht geltend gemacht ist in diesem Zusammenhang eine anderweitige Verletzung der einschlägigen (allenfalls kantonalrechtlichen; Art. 450f i.V.m. Art. 314 Abs. 1 ZGB) Verfahrensbestimmungen. Nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens (vgl. vorne E. 3.1) ist sodann die Führung der Beistandschaft nach Art. 405 ff. ZGB inkl. der Berichterstattung nach Art. 411 ZGB. Hierauf ist nicht einzugehen.