Citation: 1A.44/2007 07.06.2007 E. 6

Die Beschwerdeführerin rügt eine Verletzung des Grundsatzes der beidseitigen Strafbarkeit gemäss Art. 64 IRSG. 6.1 Die beidseitige Strafbarkeit setzt voraus, dass der im Ersuchen geschilderte Sachverhalt die objektiven Tatbestandsmerkmale einer schweizerischen Strafbestimmung erfüllt. Besondere Schuldformen und Strafbarkeitsbedingungen werden nicht berücksichtigt (Art. 35 Abs. 2 IRSG). Der Rechtshilferichter beschränkt sich auf eine Prüfung "prima facie" (BGE 124 II 184 E. 4b; 122 II 422 E. 2a; 118 Ib 448 E. 3a, mit Hinweisen). Gemäss Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB wird mit Zuchthaus bis zu fünf Jahren oder mit Gefängnis bestraft, wer ihm anvertraute Vermögenswerte unrechtmässig in seinem oder eines anderen Nutzen verwendet. 6.2 Gemäss dem verbindlichen Sachverhalt im Rechtshilfeersuchen besteht der Verdacht, dass über das Konto der Beschwerdeführerin veruntreute Gelder geflossen sind. Diese soll A.________ - statt sie an die Berechtigten zurückzuführen - an die Firma D.________ überweisen haben lassen, an der er wirtschaftlich beteiligt ist. Ein solches Verhalten kann in der Schweiz als Veruntreuung strafbar sein (Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB). Für die beidseitige Strafbarkeit genügt es, wenn das im Ersuchen geschilderte Verhalten einen Straftatbestand erfüllt; es müssen nicht mehrere gegeben sein. Demnach kann offen bleiben, ob die vorgeworfenen Handlungen auch weitere schweizerische Strafbestimmungen verletzen würden (BGE 129 II 462 E. 4.6 S. 466; 124 II 184 E. 4b/cc S. 188; 110 Ib 173 E. 5b S. 182; 107 Ib 264 E. 3c S. 268, mit Hinweisen). 6.3 Dass in Österreich ein Verdacht der Veruntreuung vorliegt, legte der Richter des Landesgerichtes bereits im Rechtshilfeersuchen vom 9. Juni 2006 dar. Im zweiten Rechtshilfeersuchen vom 23. November 2006 wird der Verdacht der Veruntreuung gegen A.________ im Hinblick auf die Kontoöffnung eines weiteren Schweizer Bankkontos der Beschwerdeführerin (bei einer anderen Bank in Zürich) wiederholt. Hier wird die Strafbestimmung der Veruntreuung gemäss Strafgesetzbuch von Österreich abgedruckt. Das Obergericht hat das unterdessen eingetroffene Rechtshilfeersuchen vom 23. November 2006 - unter Gewährung des Äusserungsrechts (Stellungnahme der Beschwerdeführerin an das Obergericht vom 2. März 2007) - berücksichtigt; dies ist aufgrund der sachlichen Verwandtschaft beider Rechtshilfegesuche nicht zu beanstanden.