Citation: I 828/04 22.04.2005 E. 3

Der Argumentation in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde, wonach sich die IV-Stelle - entgegen der Auffassung von Vorinstanz und Verwaltung - nicht der Invaliditätsbemessung des Unfallversicherers anzuschliessen habe, ist aus nachstehenden Gründen vollumfänglich beizupflichten. 3.1 Unbestrittenermassen lag schon Jahre vor dem Verkehrsunfall vom 10. September 2000 eine Psoriasis vor, welche gemäss Auskunft des Hausarztes Dr. med. B.________ vom 27. September 2000 insbesondere im Hand-Fingerbereich psychisch sehr stark störend sei. Dasselbe bestätigte der Hausarzt in einem Bericht vom 23. Mai 2003. Auch die Klinik Z________ diagnostizierte in ihrem zuhanden der IV-Stelle erstellten Gutachten vom 20. Mai 2003 als Leiden mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit eine generalisierte Psoriasis guttata. Daraus ergibt sich, dass die Invalidenversicherung unter Umständen nicht nur für die Folgen derjenigen Gesundheitsschäden aufzukommen hat, für welche der Unfallversicherer Leistungen erbringt. Nachdem Dr. med. K.________ in seinem Bericht vom 2. Oktober 2003 sogar von einer Exazerbation der Psoriasis spricht, lässt sich auch die Darstellung in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde, wonach dieses Hautleiden die Arbeitsfähigkeit als Gastwirt massiv beeinträchtigt, nicht ohne weiteres von der Hand weisen. Vielmehr ist es durchaus vorstellbar, dass der augenfällig krankhafte Hautzustand an Händen und Fingern den Beschwerdeführer geradezu gezwungen hat, gewissen Bereichen seines Betriebs - etwa zur Vermeidung von Kundenkontakten - fern zu bleiben, womit ihm aber auch die Ausübung mehrerer seiner Funktionen verunmöglicht worden sein dürfte. Wie es sich diesbezüglich genau verhält, kann auf Grund der Aktenlage nicht abschliessend beurteilt werden. Jedenfalls kann die IV-Stelle, welche selbst nur wenige eigene Abklärungen veranlasst hat, allein aus den vom Unfallversicherer eingeholten ärztlichen Stellungnahmen nicht ableiten, die - nicht unfallbedingte - Psoriasis habe keinen wesentlichen Einfluss auf das Leistungsvermögen gehabt. Tatsächlich hatten sich die vom Unfallversicherer befragten Fachleute, insbesondere der Neurologe Dr. med. E.________, von welchem am 10. Juli 2002 eine bloss 30%ige Arbeitsunfähigkeit bescheinigt worden ist, ausschliesslich zu den durch das versicherte Unfallereignis bedingten gesundheitlichen Schädigungen und deren Auswirkungen auf die berufliche Tätigkeit zu äussern. Schon von daher ist die in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde beantragte Rückweisung der Sache an die IV-Stelle unumgänglich. Diese wird prüfen, ob und gegebenenfalls inwiefern die Psoriasis das Leistungsvermögen des Beschwerdeführers zusätzlich zu den rein unfallkausalen Gesundheitsschädigungen beeinträchtigt hat. 3.2 Des Weitern ergibt sich aus den Akten, dass die Festsetzung des Invaliditätsgrades durch den Unfallversicherer nicht im Rahmen einer fachgerecht durchgeführten Invaliditätsbemessung erfolgte. Vielmehr ist dessen Rentenzusprache vom 10. April 2003 als Ergebnis von Vergleichsverhandlungen zu sehen, anlässlich welcher der schon damals anwaltlich vertretene Beschwerdeführer einen Vergleichsvorschlag unterbreitete, der vom Unfallversicherer schliesslich akzeptiert worden ist. Dass in einem Inspektorenbericht vom 8. April 2003 erwähnt worden ist, der Rechtsvertreter und sein Mandant könnten die Gewichtung des Tätigkeitsbereiches mit 2/3 als Wirt und 1/3 als Koch nicht nachvollziehen, deutet zwar auf Ansätze zur Vornahme eines Betätigungsvergleichs hin. Dieser ist aber offenbar eher rudimentär ausgefallen, sodass nach der Aktenlage nicht von einem zuverlässigen Resultat gesprochen werden kann, das auch für andere Sozialversicherungsträger wie namentlich die Invalidenversicherung massgeblich sein könnte. Insofern ist der Einwand des Beschwerdeführers durchaus berechtigt, dass die Vorinstanz die Invaliditätsbemessung des Unfallversicherers nicht als nachvollziehbar hätte bezeichen dürfen, nachdem dieser keinen detaillierten Erwerbsvergleich vorgenommen hat. Auch aus diesem Grund ist die Sache an die IV-Stelle zurückzuweisen, damit diese, wie von der Rechtsprechung verlangt, selbstständig eine korrekte Invaliditätsbemessung durchführt. Dabei wird sie sich vorerst Klarheit darüber verschaffen müssen, welche Methode der Invaliditätsbemessung Anwendung zu finden hat. Da der als Selbstständigerwerbender zu qualifizierende Beschwerdeführer mit seinem Betrieb im Unfallzeitpunkt noch in der Aufbauphase stand und daher - wie in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde dargelegt - vorerst nicht repräsentative Einkommen ausweisen konnte, wird wohl zumindest für die Zeit bis zur Betriebsaufgabe am 30. November 2003 die ausserordentliche Bemessungsmethode mit Betätigungsvergleich und anschliessender erwerblicher Gewichtung der konkret festgestellten Beeinträchtigungen in Betracht fallen (vgl. Erw. 1.3 hievor). Weiter wird sie darüber zu befinden haben, ob nach der Betriebsaufgabe nach der allgemeinen Einkommensvergleichsmethode vorzugehen ist. Nicht haltbar dürfte gegebenenfalls die vorinstanzliche Meinung sein, wonach im Falle eines unter Beizug statistisch ermittelter Tabellenlöhne durchgeführten Einkommensvergleichs das geringe Jahreseinkommen, das der Beschwerdeführer in den ersten Jahren seiner selbstständigen Erwerbstätigkeit in X.________ realisierte, als ohne Gesundheitsschädigung mutmasslich erzielbarer Verdienst (Valideneinkommen) einzusetzen wäre. 3.3 Was schliesslich die von den Parteien wie auch vom kantonalen Gericht unterschiedlich interpretierte Aussage des Dr. med. K.________ vom 2. Oktober 2004 anbelangt, wonach die diagnostizierte Anpassungsstörung nicht notwendigerweise als eigene Entität erwähnt werden muss, da sie meistens Bestandteil des cervicocephalen Syndroms nach HWS-Schleudertrauma ist, wird in der der Vorinstanz eingereichten Beschwerde ausgeführt, eine telefonische Rückfrage habe ergeben, dass Dr. med. K.________ die Anpassungsstörung als unfallkausalen Zusatzbefund versteht, welcher zusätzlich zum cervicocephalen Syndrom erschwerend zu berücksichtigen sei. Die Verwaltung wird dem - nach erfolgter Verifizierung - im Rahmen der von ihr noch vorzunehmenden Invaliditätsbemessung Rechnung tragen.