Citation: 6B_883/2021 E. 1.1

1.1. Die Interessenabwägung im Rahmen der Frage, ob die Härtefallklausel Anwendung finde, müsse zu seinen Gunsten ausfallen. Er habe entgegen den Ausführungen der Vorinstanz ein gutes persönliches Umfeld in der Schweiz. Dass er derzeit in einer Wohngemeinschaft mit einer "sehr guten und engen Freundin" zusammenwohne, die ihm auch mit seiner Tochter B.________ aushelfe, habe die Vorinstanz nicht berücksichtigt. Seine Bekannten, also Freunde von der Arbeit und vom Fitness, befänden sich zudem ebenfalls in der Schweiz. Weiter nehme er am Wirtschaftsleben teil und habe seine finanziellen Verhältnisse geregelt. Zur familiären Situation führt der Beschwerdeführer aus, er lebe mit seiner Tochter B.________, die seit August 2020 den Kindergarten besuche, zusammen. Sie spreche ein wenig Polnisch, aber hauptsächlich Deutsch. Die Interessen von B.________ spielten vorliegend zwingend eine Rolle und führten dazu, dass seine privaten Interessen die öffentlichen Wegweisungsinteressen überwögen. Dies umso mehr, als seine Legalprognose aufgrund seiner alleinigen Verantwortung für die Tochter deutlich positiv ausfalle. Der Beschwerdeführer rügt weiter eine Verletzung des Abkommens vom 21. Juni 1999 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Europäischen Gemeinschaft und ihren Mitgliedstaaten über die Freizügigkeit (FZA; SR 0.142.112.681). Von ihm gehe keine Rückfallgefahr aus, da er sich mit Blick auf die alleinige Obhut über seine Tochter schlichtweg nichts mehr zuschulden kommen lassen könne. Auch die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde halte ihn nicht für rückfallgefährdet, hätte sie doch sonst seine Tochter nicht bei ihm belassen. Was die begangenen Delikte anbelange, trage die Vorinstanz den Umständen des Einzelfalls nicht genügend Rechnung. Bei den Einbrüchen habe er stets jegliche Auseinandersetzungen mit den Betroffenen vermieden und es sei nie zu Gewalt gekommen. Bei der Waffe, wegen deren Besitzes er verurteilt worden sei, handle es sich um einen Schlagring, den er als blosse Dekoration in der Garage aufgehängt habe. Eine Gefährdung der öffentlichen Sicherheit habe nie bestanden. Es könne ihm damit keine eigentliche Schlechtprognose ausgestellt werden, ganz im Gegenteil. Die Untersuchungshaft und die ausgesprochene Strafe seien für ihn ein Weckruf gewesen. Damit werde ersichtlich, dass sein Verleib in der Schweiz keine schwerwiegende Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung der Schweiz darstelle. Vielmehr liege es durchaus auch im öffentlichen Interesse, dass er in der Schweiz verbleibe: Er habe hier eine Anstellung mit einem ordentlichen Lohn und könne damit die anerkannten Zivilforderungen in der Höhe von rund Fr. 70'000.-- sowie die angefallenen Verfahrenskosten über die Jahre abbezahlen. In Polen hingegen könne er keinen auch nur annähernd adäquaten Lohn erzielen.