Citation: 4A_12/2020 E. 4.1

4.1. Allerdings beschränkt sie sich im Wesentlichen darauf, der Meinung der Vorinstanz ihre eigene Auffassung entgegenzusetzen. Das ist unzulässige, appellatorische Kritik. Der Beschwerdeführerin kann nicht gefolgt werden, wenn sie geltend macht, die Vorinstanz hätte allgemein (auch bei der Würdigung der übrigen Berichte) vom Normalfall ausgehen müssen, wonach sich die mitunter aufgrund der Schilderungen der Beschwerdeführerin gemachten Angaben zugleich mit den eigenen Beobachtungen der untersuchenden Personen deckten. Geht aus einem Bericht nicht klar hervor, inwiefern sich die untersuchende Person auf eigene Beobachtung oder ausschliesslich auf die Angaben der untersuchten Person stützt, ist es nicht offensichtlich unhaltbar (vgl. zum Begriff der Willkür: BGE 141 III 564 E. 4.1; 140 III 16 E. 2.1; 129 I 8 E. 2.1), den Bericht allein nicht als taugliche Grundlage für ein Gutachten zu betrachten - jedenfalls soweit es nicht nur darum geht, welche Angaben die Patientin gemacht hat. Die Beschwerdeführerin wendet ein, in der Psychiatrie komme dem Gespräch und den Schilderungen durch die betroffene Person zentrale Bedeutung zu, wobei der Arzt in der Regel durch seine Beobachtungen deren Glaubhaftigkeit validiere und erst danach eine Diagnose stelle oder seinen Bericht schreibe. Es wäre daher absurd, praktisch jeden psychiatrischen Bericht als beweisuntauglich zu werten mit der Begründung, dieser beruhe auf Schilderungen der Patientin. Sie verkennt, dass es hier nicht um die Beweistauglichkeit des Berichts geht, sondern um dessen Tauglichkeit als Grundlage für eine retrospektive Beurteilung der Arbeitsfähigkeit durch ein Gerichtsgutachten. Tauglich ist ein Bericht, aus dem klar hervorgeht, welches die Angaben der Patientin und welches die persönlichen Beobachtungen des untersuchenden Arztes sind, mit denen er die Angaben der Patientin validiert hat. Dies ermöglicht dem Gutachter zu beurteilen, ob die vom untersuchenden Arzt gemachten Beobachtungen tatsächlich erlauben, die Angaben der Patientin als erstellt anzusehen. Dass den Berichten diese Qualität zukommt, wird in der Beschwerde nicht rechtsgenüglich aufgezeigt. Nicht gefolgt werden kann der Beschwerdeführerin, soweit sie mit Blick auf die soziale Untersuchungsmaxime (Art. 247 Abs. 2 lit. a ZPO) verlangt, die Vorinstanz hätte gestützt auf das Angebot eines behandelnden Arztes von diesem weitere Unterlagen anfordern oder die Beschwerdeführerin zu deren Edition anhalten müssen. Die Beschwerdeführerin war anwaltlich vertreten. Sie zeigt nicht rechtsgenüglich auf, weshalb die Vorinstanz unter diesen Voraussetzungen hätte annehmen müssen, die Vorbringen der Beschwerdeführerin seien unvollständig. Auch eine Verletzung des rechtlichen Gehörs wird insoweit nicht hinreichend dargetan.