Citation: 9C_226/2023 E. 5.2.1

5.2.1. Alleine die Erwerbsaufnahme im Vollzeitpensum für die Dauer von mindestens drei Monaten lässt rechtsprechungsgemäss noch nicht den Schluss auf eine Unterbrechung der zeitlichen Konnexität zu. Zusätzlich wird vielmehr verlangt, dass eine dauerhafte Wiedererlangung der Erwerbsfähigkeit objektiv wahrscheinlich erscheint. Hierbei sind die gesamten Umstände des konkreten Einzelfalles zu berücksichtigen, namentlich die Art des Gesundheitsschadens und dessen prognostische medizinische Beurteilung (E. 3.2 f. hiervor). Diesbezüglich ist vorliegend entscheidend und wurde vom kantonalen Gericht in Verletzung des Rechts (E. 2.2 hiervor) ausser Acht gelassen, dass dem Beschwerdegegner bereits im Juni 2010 seitens des RAD attestiert worden war, dass sich bei Überlastung eine Dekompensation einstellen würde. Hierauf wird in der Beschwerdeschrift zu Recht hingewiesen. Aus diesem Grund wurde bei ganztägiger Präsenz von einer etwa 30%igen Leistungsminderung ausgegangen. Wie bei diesen Angaben zu erwarten war, kam es im Anschluss an die Pensumserhöhung auf 100 % bei der D.________ AG per 1. September 2011 zu einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes des Beschwerdegegners. Mit Blick auf die Einschätzung im asim-Gutachten begann sich der Zustand ab Januar 2012 zu verschlechtern. Es wurde von der Entwicklung einer PTBS ausgegangen, welche explizit in direkten Zusammenhang mit der (zu diesem Zeitpunkt vollzeitlichen) Tätigkeit bei der D.________ AG gestellt wurde. Daneben wurde insbesondere auch eine zunehmende depressive Symptomatik angenommen. Letzteres scheint auch aus echtzeitlicher Sicht schlüssig, bestätigte der langjährige Psychiater doch, den Beschwerdegegner seit Juni 2012 wegen einer schweren depressiven Symptomatik zu behandeln (E. 5.1 hiervor). Vorliegend bestand somit zwar eine länger als drei Monate dauernde 100%ige Erwerbstätigkeit. Eine dauerhafte Wiedererlangung der (vollzeitlichen) Erwerbsfähigkeit erschien jedoch bereits mit Blick auf die Würdigung des RAD vom Juni 2010 objektiv unwahrscheinlich. Die Erhöhung des Pensums auf 100 % musste vielmehr bereits prospektiv als Eingliederungsversuch gewertet werden. Die RAD-Einschätzung bestätigte sich in der Folge mit der gesundheitlichen Dekompensation des Beschwerdegegners nach der Pensumserhöhung bei der D.________ AG, insbesondere hin bis zu einer schweren depressiven Symptomatik im Juni 2012. Arbeitsunfähig ist nicht nur, wer gesundheitsbedingt die bisherige Tätigkeit nicht mehr oder nur noch beschränkt ausüben kann, sondern auch eine Person, welcher die weitere Verrichtung ihrer Berufsarbeit nur unter der Gefahr, ihren Gesundheitszustand zu verschlimmern, möglich ist (E. 3.3 hiervor). Der Beschwerdegegner hat mit der Pensumserhöhung auf 100 % bei der D.________ AG seinen Gesundheitszustand nachweislich verschlimmert. Er hat daher auch für den Zeitraum nach der Pensumserhöhung weiterhin als zu 30 % in der Leistungsfähigkeit eingeschränkt zu gelten.