Citation: 6B_1394/2017 E. 2.2

2.2. Soweit die Beschwerdeführerin die Eingabe der Staatsanwaltschaft vom 13. März 2017 und damit die Form der abgeänderten Anklage beanstandet, ist auf die Rüge nicht einzutreten. Der Grundsatz von Treu und Glauben verbietet es, der Vorinstanz bekannte rechtserhebliche Einwände vorzuenthalten und diese erst nach einem ungünstigen Entscheid im anschliessenden Rechtsmittelverfahren zu erheben (BGE 143 V 66 E. 4.3 S. 69 f.; 141 III 210 E. 5.2 S. 216; je mit Hinweisen). Die Rüge des angeblichen Mangels ist nicht Gegenstand des vorinstanzlichen Urteils. Die Beschwerdeführerin behauptet weder eine Rechtsverweigerung, noch legt sie eine solche dar. Ihr Verhalten bzw. ihr Zuwarten widerspricht Treu und Glauben. Ausserdem ist insofern der kantonale Instanzenzug nicht erschöpft und der Entscheid nicht letztinstanzlich im Sinne von Art. 80 Abs. 1 BGG. Im Übrigen ist die Rüge offensichtlich unbegründet. Sie bedingte einen Schuldspruch wegen eines versuchten (eventual-) vorsätzlichen Tötungsdelikts. Diesbezüglich wurde die Beschwerdeführerin nicht verurteilt, weshalb sich der behauptete Mangel nicht auf ihre Verteidigungsrechte auswirken kann (vgl. zum Anklagegrundsatz BGE 143 IV 63 E. 2.2 S. 65 mit Hinweisen).