Citation: 8C_73/2020 E. 7.3.1

7.3.1. Dr. med. F.________ konnte aufgrund der von ihm erhobenen Untersuchungsbefunde keine psychiatrisch relevanten Diagnosen mit natürlich kausalem Bezug zum Ereignis vom 22. August 2010 stellen. Der Versicherte wirke insgesamt aufgeräumt, klar und engagiert. Konzentration und Aufmerksamkeit seien während der gesamten Exploration erhalten. Vom Denken her bestünden keine Verzögerungen oder Gedächtnisstörungen. Ein Leidensdruck sei nicht spürbar. Eine Ermüdung nach der ca. zweistündigen Untersuchung sei nicht zu beobachten. Sodann würden Beschwerdebericht und affektiver Rapport resp. Leidenseindruck auseinanderklaffen. Die geäusserten Beschwerden mit angegebenen Dauerschmerzen von VAS (Visuelle Analogskala) 8 würden keinen Niederschlag im Affekt finden. Die erhobenen Befunde sprächen auch deutlich gegen eine affektive Störung. Zudem hinterlasse der Versicherte nicht den klinischen Eindruck einer hirnorganischen Störung. Dazu seien der affektive Rapport, die Spürbarkeit als Persönlichkeit und die Darstellungen zu ausgeprägt resp. zu plastisch. Unter der bisher durchgeführten Behandlung habe sich das Krankheitsbild soweit verbessert, dass es in Grad und Ausprägung zu keiner psychiatrischen Störung mehr zuzuordnen wäre. Die in den Vorberichten beschriebene Symptomatik lasse sich in der aktuellen Untersuchung nicht nachvollziehen. Versicherungspsychiatrisch bedeute dies, dass die vormals bestehende hirnorganische Störung mittlerweile nicht mehr vorhanden sei. Diagnostisch sei deshalb von einem fortbestehenden Cannabiskonsum (ICD-10 F12), einem fortbestehenden Nikotinkonsum (ICD-10 F17), einem Status nach vermutlich hirnorganischer Störung sowie einem Status nach vermutlich affektiver Störung auszugehen. In Bezug auf die Zumutbarkeit einer Erwerbstätigkeit bestehe keine Einschränkung und eine Integritätsentschädigung sei nicht geschuldet.