Citation: 5A_82/2009 27.04.2009 E. 3.6

3.6.1 Die Beschwerdeführerin macht weiter geltend, der Beschwerdegegner hätte im Alter von 58 Jahren bis zum Eintritt ins AHV-Alter eine Erwerbstätigkeit ausüben können. Bei seiner Weigerung der Aufnahme einer entsprechenden Erwerbstätigkeit sei das entgangene hypothetische Einkommen für die Berechnung des nachehelichen Unterhalts massgeblich. Hinzu komme, dass der Beschwerdegegner es im Hinblick auf die Erfüllung seiner Unterhaltspflicht pflichtwidrig unterlassen habe, eine Arbeitslosenentschädigung geltend zu machen. Indem die Vorinstanz diese Umstände unberücksichtigt gelassen habe, sei erneut aArt. 153 Abs. 2 ZGB verletzt worden. 3.6.2 Dass der Beschwerdegegner einer Erwerbstätigkeit nachgehen müsste bzw. ihm im Unterlassungsfall ein hypothetisches Einkommen anzurechnen sei, bringt die Beschwerdeführerin erstmals vor Bundesgericht vor. Im kantonalen Verfahren führte die Beschwerdeführerin betreffend Ausübung einer Erwerbstätigkeit lediglich aus, der Beschwerdegegner sei fähig, eine Stelle zu finden, sei dazu jedoch nicht gewillt, weshalb ihm weder Kosten für einen Motorroller noch für die Stellensuche bei der Berechnung seiner Lebensunterhaltskosten als Bedarfspositionen angerechnet werden dürften. Es handelt sich bei diesem Vorbringen somit um eine gemäss Art. 99 Abs. 1 BGG neue, unzulässige Tatsache, die mit der Beschwerde in Zivilsachen nicht vorgebracht werden darf. 3.7 Die Beschwerdeführerin wirft dem Obergericht eine Verletzung der Beweisvorschriften (Art. 8 ZGB) sowie des rechtlichen Gehörs (Art. 29 Abs. 2 BV) vor, da es ihre beantragten Beweise zu den Vermögens- und Vermögensertragsverhältnisse nicht abgenommen habe. Welche Beweisanträge angesprochen werden, führt die Beschwerdeführerin nicht näher aus. Jedoch ist davon auszugehen, dass sich die Rüge auf die anlässlich der Appellationsverhandlung vor Obergericht vorgebrachten Behauptungen, Beweisbeilagen und Editionsaufforderungen bezieht. Diese Vorbringen hat das Obergericht nicht berücksichtigt, da sie nach Abschluss des Schriftenwechsels erfolgt und damit gemäss § 321 Abs. 4 ZPO/AG verspätet gewesen seien. Mit dieser Begründung des Obergerichts setzt sich die Beschwerdeführerin nicht ansatzweise auseinander, weshalb auf ihre Rüge mangels rechtsgenüglicher Begründung nicht eingetreten werden kann.