Citation: 1C_257/2022 E. 7.1

7.1. Bezüglich der Einsichtsinteressen beruft sich die Beschwerdeführerin als Journalistin des SRF auf die Medienfreiheit gemäss Art. 17 BV und Art. 10 EMRK. Die Medienfreiheit gehört zu den zentralen Ausprägungen des allgemeinen Grundrechts freier Meinungsäusserung. Ihr normativer Kern ist die Sicherung des ungehinderten Nachrichtenflusses und des freien Meinungsaustauschs. Dies hat in einem demokratischen Rechtsstaat eine wichtige gesellschaftliche und politische Bedeutung. Den Medien kommt als Informationsträger die Funktion eines Bindeglieds zwischen Staat und Öffentlichkeit zu. Zugleich leisten die Medien einen wesentlichen Beitrag zur Kontrolle behördlicher Tätigkeiten (BGE 137 I 209 E. 4.2; 137 I 8 E. 2.4 mit Hinweisen). Sie üben in diesem Sinne ein "Wächteramt" aus (BGE 143 I 194 E. 3.1; 140 IV 108 E. 6.7) bzw. agieren als "chien de garde public" (vgl. z.B. Urteile des EGMR Big Brother Watch et autres c. Royaume-Uni vom 25. Mai 2021, § 442; Jecker c. Suisse vom 6. Oktober 2020, § 30; je mit Hinweisen). Um diese Kontrollfunktion wirksam ausüben zu können, sind die Medien auf möglichst ungehinderten Zugang zu Informationen angewiesen. Der Informationszugang sorgt für Transparenz, was eine demokratische Kontrolle durch das Volk erst ermöglicht. Wird Medien der Einblick in gewisse Bereiche staatlichen Handelns verwehrt, öffnet dies Raum für Spekulationen und fördert das Misstrauen in staatliche Macht (BGE 137 I 209 E. 4.2; 137 I 8 E. 2.4). Vom Schutz der Medienfreiheit wird grundsätzlich jede Form der journalistischen Informationsbeschaffung erfasst, unabhängig davon, ob die Informationen allgemein zugänglich sind oder nicht (BGE 137 I 209 E. 4.2; 137 I 8 E. 2.4).