Citation: 5P.90/2004 26.05.2004 E. 3

Im Weitern rügt der Beschwerdeführer, das Kantonsgericht habe in willkürlicher Anwendung von Art. 294 Abs. 2 lit. c ZPO-FR seine Berufungsbegründung im Scheidungspunkt als ungenügend beurteilt. 3.1 Das Kantonsgericht erachtet die Ausführungen des Beklagten zur Frage, ob der Klägerin zuzumuten sei, eine vierjährige Trennungszeit abzuwarten, weitgehend als blosse Schilderung der eigenen Sicht der Dinge ohne Auseinandersetzung mit den diesbezüglichen Urteilserwägungen der ersten Instanz. Überdies seien seine Behauptungen teilweise schlicht falsch. 3.2 Nach Ansicht des Beschwerdeführers hätte ihm das Kantonsgericht aufzeigen müssen, in welchen Punkten die Berufung ungenügend begründet war. Dies hat es denn auch getan, indem es im Anschluss an eine kurze Zusammenfassung der Vorbringen und unter Hinweis auf die Seitenzahl der Eingabe des Beklagten festhielt, eine derartige Begründung der Berufung sei ungenügend. Insoweit ist diese Rüge nicht nachvollziehbar. Zudem - so der Beschwerdeführer - hätte das Kantonsgericht auf seine sämtlichen Vorbringen eingehen müssen, da er in seiner Berufung einlässlich dargelegt habe, weshalb die Feststellungen der ersten Instanz nicht glaubwürdig seien. Es sei daher willkürlich, ihm vorzuwerfen, seine Berufungsschrift genüge den Anforderungen von Art. 294 Abs. 2 lit. c ZPO-FR nicht. Aus seiner Kurzfassung der in der kantonalen Berufung erhobenen Rügen lässt sich indes nicht eine materielle Auseinandersetzung mit den Erkenntnissen der ersten Instanz entnehmen, sondern vielmehr - wie das Kantonsgericht festhält - weitgehend nur die eigene Schilderung der Sicht der Dinge. Von Willkür bei der Auslegung des kantonalen Rechts kann daher keine Rede sein. Im Weitern wirft der Beschwerdeführer dem Kantonsgericht vor, zu Unrecht auf seine Vorbringen nicht eingegangen zu sein, da diese sehr wohl Erwägungen der kantonalen Vorinstanz betroffen hätten. In der kantonalen Berufung führte der Beklagte aus, dass der alleinige Umstand der Straffälligkeit noch nicht zur Unzumutbarkeit der Fortsetzung der Ehe führe. Zu einem solchen Schluss ist der Scheidungsrichter auch gar nicht gekommen. Die weiteren Ausführungen in der kantonalen Berufung betreffen den angeblichen Erlös aus den Drogengeschäften des Beklagten. Dazu äussert sich der Scheidungsrichter in keiner Weise. Damit ist es nicht willkürlich, wenn das Kantonsgericht im angefochtenen Urteil festhält, die Vorbringen des Beklagten beträfen Erwägungen, welche die erste Instanz nicht zum Scheidungspunkt gemacht habe. Schliesslich macht der Beschwerdeführer geltend, das Kantonsgericht habe sein Vorbringen, es sei ungewöhnlich, dass V.________ offenbar nicht bezeugen könnte, dass die Klägerin Opfer von Gewalt geworden sei, nicht berücksichtigt. Stattdessen habe es im angefochtenen Urteil bloss festgehalten, es sei falsch, dass V.________ nicht als Zeugin angerufen worden sei. Letzteres habe er in dieser Form auch nie behauptet. Wie das Kantonsgericht das Vorbringen in der kantonalen Berufung zu verstehen hatte und ob seine Antwort im angefochtenen Urteil nicht etwas gar knapp ausgefallen ist, kann letztlich offen bleiben. Der Beschwerdeführer legt nämlich nicht dar, inwieweit das Beweisergebnis durch eine Aussage der Zeugin V.________ in unhaltbarer Weise verfälscht worden ist. Insoweit ist auf die Rüge nicht einzutreten (Art. 90 Abs. 1 lit. b OG).