Citation: 6B_570/2017 E. A

X.________ gelangte als damalige Anwältin der B.________ mit zwei Schreiben vom 14. und vom 26. Juli 2011 an Rechtsanwalt C.________, welcher A.________ und B.________ als gemeinsamer Anwalt im Scheidungsverfahren vertreten hatte. X.________ kritisierte darin die im Urteil des Gerichtspräsidiums Aarau vom 25. Mai 2010 vereinbarungsgemäss geregelten finanziellen Nebenfolgen der Scheidung sowie eine im Anschluss daran angeblich entschädigungslos erfolgte Rückübertragung eines Grundstücks in das Alleineigentum des A.________. Sie bat deshalb darum, "die geschehenen Ungerechtigkeiten in einem nachträglichen Vertrag wenigstens teilweise auszugleichen." Die beiden Schreiben blieben von Seiten des Rechtsanwalts C.________ unbeantwortet. X.________ wird im Strafbefehl vom 28. August 2013 vorgeworfen, als Anwältin der B.________ versucht zu haben, A.________ telefonisch zu einer Abänderung des Scheidungsurteils zu nötigen. Konkret habe sie diesem am 4. August 2011 Folgendes mitgeteilt: "Ich habe alle Mails gelesen, die Sie an Ihre Frau geschrieben haben. Da ist klar erkennbar, wie sie den Druck kontinuierlich aufgebaut haben... Leute wie Sie werde ich nicht schonen und darum auch den Stadtrat über diese Mails orientieren, wenn Sie nicht einlenken." Die Staatsanwaltschaft verurteilte X.________ wegen versuchter Nötigung im Sinne von Art. 181 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB sowie mehrfacher übler Nachrede im Sinne von Art. 173 Ziff. 1 StGB zu einer bedingten Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu je Fr. 200.-- mit einer Probezeit von 2 Jahren. Allfällige Zivilforderungen verwies die Staatsanwaltschaft auf den Zivilweg.