Citation: 6B_1395/2021 E. 9.4

9.4. Die Anklageschrift wirft dem Beschwerdeführer unter Ziffer 7 vor, im Zeitraum zwischen spätestens dem 15. Januar 2014 bis zum 10. Juni 2015 mindestens 39 Abnehmer mit Marihuana beliefert, respektive diese durch weitere Personen seiner Organisation beliefert gelassen zu haben. Er habe zur Kontrolle seiner Geschäfte Buch geführt, woraus ihm ersichtlich gewesen sei, wem er wann wie viel Marihuana verkauft und wer wie viel bezahlt habe. Ihm wird konkret vorgeworfen, im genannten Zeitraum mindestens 1'032.13 kg Marihuana veräussert zu haben (Anklageschrift S. 17). Die Anklageschrift enthält eine tabellarische Darstellung, der Angaben betreffend Name der jeweiligen Erwerber, Menge (in kg) der Marihuana-Bezüge und ihren Zeitraum zu entnehmen sind (Anklageschrift S. 18-21). Damit sind das dem Beschwerdeführer vorgeworfene Verhalten und der diesbezügliche Lebenssachverhalt in sachlicher und zeitlicher Hinsicht hinreichend konkretisiert. Dass in Bezug auf drei Marihuana-Bezüge ein "unbekannter Zeitraum" angegeben wird (Anklageschrift S. 19 f.), lässt die Anklageschrift noch nicht als ungenügend erscheinen. Angesichts des unverwechselbar und konkret umschriebenen Anklagevorwurfs war für den Beschwerdeführer das ihm zur Last gelegte Verhalten betreffend Anklage-Ziffer 7 zweifellos genügend erkennbar. Es ist zudem nicht ersichtlich, inwiefern die Verteidigungsrechte des Beschwerdeführers verletzt worden sein sollen (vgl. Beschwerde Ziff. 53 S. 28 f.), wenn die Vorinstanz im Rahmen der Hauptverhandlung die in Anklage-Ziffer 7 aufgelistete Tabelle im Rahmen des Beweisverfahrens überprüft hat (vgl. angefochtenes Urteil S. 86 f.). Das Beweisverfahren ist Ausfluss des Wahrheits- und Untersuchungsgrundsatzes, der auch im Rechtsmittelverfahren uneingeschränkt gilt (BGE 143 IV 214 E. 5.4 S. 224). Es kann keine Rede davon sein, dass sich der Beschwerdeführer nicht effektiv gegen die erhobenen Vorwürfe hätte wehren können. Er konnte das vorinstanzliche Urteil auch ohne Weiteres anfechten. Eine Verletzung des Anklageprinzips ist vorliegend zu verneinen.