Citation: 2C_594/2023 E. 4.1

4.1. Streitgegenstand im System der nachträglichen Verwaltungsrechtspflege ist das Rechtsverhältnis, welches - im Rahmen des durch die Verfügung bestimmten Anfechtungsgegenstandes - den auf Grund der Beschwerdebegehren effektiv angefochtenen Verfügungsgegenstand bildet (BGE 144 I 11 E. 4.3). Anfechtungs- und Streitgegenstand sind danach identisch, wenn die Verwaltungsverfügung insgesamt angefochten wird (BGE 131 V 164 E. 2.1; Urteil 2C_185/2024 vom 25. April 2024 E. 3.1). Die rechtliche Begründung ist nicht Bestandteil des Streitgegenstandes; sie kann daher im Rahmen des streitigen Lebenssachverhalts - und innerhalb des durch die angefochtene Anordnung bestimmten Streitgegenstandes - während des Verfahrens geändert werden (vgl. Urteil 2C_401/2021 vom 7. September 2022 E. 1.2.2). Ohnehin ist eine Rechtsmittelinstanz wegen des Grundsatzes der Rechtsanwendung von Amtes wegen nicht an die Rechtsauffassung der Verfahrensbeteiligten bzw. einer allfälligen Vorinstanz gebunden. Sie ist berechtigt, durch eine sog. Motivsubstitution eine im Ergebnis richtige, aber falsch begründete Anordnung aus anderen rechtlichen Gründen zu bestätigen (vgl. BGE 150 II 346 E. 1.5.1; Urteile 2C_795/2021 vom 17. März 2022 E. 4.1.2; 2C_918/2015 vom 20. Juli 2016 E. 4.3.3). Die Zulässigkeit einer substituierten Begründung gilt in jedem möglichen Verhältnis unter den in Betracht fallenden Rückkommenstiteln (vgl. Urteile 9C_73/2023 vom 21. November 2023 E. 3.1; 8C_214/2019 vom 27. Juni 2019 E. 4.3).