Citation: 2C_511/2019 E. 4.2.1

4.2.1. Bei der Abklärung des Sachverhalts im Rahmen von Art. 49 AIG trifft die Betroffenen gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung eine besondere Mitwirkungspflicht (vgl. Art. 90 AIG), da es dabei in der Regel um Umstände aus ihrem Lebensbereich geht, die sie besser kennen als die kantonalen Behörden. Es darf erwartet werden, dass wer sich auf Art. 49 AIG beruft, dartut und soweit möglich anhand geeigneter Belege nachweist, dass die Ehegemeinschaft fortbesteht, auch wenn die Ehegatten aus wichtigen Gründen getrennt leben. Umgekehrt müssen die zuständigen Behörden vor einer Nichtverlängerung oder dem Widerruf der Aufenthaltsbewilligung im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes die verschiedenen Umstände ihrerseits umfassend und fair prüfen und im Zweifelsfall zusätzliche Abklärungen vornehmen und geeigneten Beweisanerbieten entsprechen, zumal mit der Nichtanwendung von Art. 49 AIG ein allenfalls weitreichender Eingriff in eine tatsächlich noch gelebte familiäre Beziehung (Art. 8 EMRK bzw. Art. 13 BV) verbunden sein kann (vgl. BGE 130 II 482 E. 3.2 S. 485 f.; Urteil 2C_50/2010 vom 17. Juni 2010 E. 2.2 mit Hinweisen). Dabei ist zu beachten, dass die Organisation der Ehe in erster Linie Angelegenheit der Ehegatten ist (Urteil 2C_131/2015 vom 11. September 2015 E. 4.4.4 mit Hinweisen).