Citation: 4A_290/2018 E. 2.3

2.3. Der gegen diese Beurteilung des Verschuldens vorgebrachte Einwand der Beschwerdeführerin ist insoweit nicht stichhaltig, als sie davon ausgeht, die Vorinstanz habe die Geschwindigkeit des Verunglückten nur angesichts äusserer Umstände und unter Verkennung der nicht genügend vorhandenen Fahrfähigkeit und Fahrpraxis sowie Ortsunkundigkeit des Verstorbenen als angemessen betrachtet. So widerspricht sich die Beschwerdeführerin selbst, insoweit sie diejenigen Erwägungen der Vorinstanz zitiert, in welchen sie die angeblich verkannten Elemente berücksichtigte. Namentlich erwog die Vorinstanz gemäss der Zitierung durch die Beschwerdeführerin, dass der Verstorbene verpflichtet gewesen wäre, seinen Fahrstil sämtlichen Umständen anzupassen, wie dem Befahren einer anspruchsvollen und ihm nicht bekannten Strecke mit einem ihm unbekannten Mietfahrzeug. Insbesondere hätte der Motorradlenker, der in den letzten 10 Jahren nicht im Besitz eines Motorrades war und während dieser Periode lediglich drei Mal ein Motorrad gemietet hatte, so zitiert die Beschwerdeführerin die Vorinstanz weiter, seine Geschwindigkeit in der Kurve (noch) mehr reduzieren müssen, um diese problemlos befahren zu können. Der Beschwerdeführerin ist zwar insoweit zu folgen, als die Vorinstanz diese Umstände grundsätzlich bereits im Rahmen ihrer Erwägungen betreffend die Angemessenheit der Geschwindigkeit hätte anführen sollen. Entgegen dem Standpunkt der Beschwerdeführerin kann der Vorinstanz indessen keine Verletzung von Art. 32 Abs. 1 SVG bezüglich Anpassung der Geschwindigkeit vorgeworfen werden, wenn sie diesen Punkt stattdessen im Rahmen der Erwägungen betreffend "weitere verschuldensrelevante Umstände" berücksichtigte. Denn es ist im Ergebnis für den Entscheid unerheblich, an welcher Stelle die relevanten Kriterien in die Bewertung des Selbstverschuldens eingeflossen sind.