Citation: 9C_549/2019 E. 2.1

2.1. Geht es um bestimmte psychosomatische Leiden oder psychische Erkrankungen, im hier zu beurteilenden Fall (ausschliesslich) um eine Schlafstörung (nichtorganische Hypersomnie [vgl. dazu BGE 137 V 34] mit Delayed Sleep Phase-Syndrom und leichten bis mittelgradigen Auffälligkeiten im Aufmerksamkeitsbereich) und eine Vermeidungsstörung (mit sozialem Rückzug und Schlaf als Vermeidungsstrategie), so sind für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit systematisierte Indikatoren (Beweisthemen und Indizien) beachtlich, die es - unter Berücksichtigung von leistungshindernden äusseren Belastungsfaktoren wie auch von Kompensationspotentialen (Ressourcen) - erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 145 V 215, 361 E. 3.1; 143 V 409, 418 E. 7.2; mit Hinweisen, insbesondere auf BGE 141 V 281). Ein Abweichen von der ärztlichen Arbeitsfähigkeitsschätzung ist aus rechtlicher Sicht geboten, wenn die Einschätzung mit Blick auf die massgebenden Indikatoren (Beweisthemen) nicht hinreichend und nachvollziehbar begründet erscheint respektive unter Berücksichtigung der durch BGE 141 V 281 normierten Beweisthemen nicht überzeugt (vgl. BGE 145 V 361 E. 4.3 S. 368 f. mit Hinweisen).