Citation: 6B_1007/2022 E. 4.5.2

4.5.2. Die vorinstanzlichen Ausführungen bezüglich der Beurteilung des Inhalts des Schreibens "Sach- und Rechtsattest" von Dr. iur. B.________ sind nicht zu beanstanden. Was der Beschwerdeführer dagegen einwendet, verfängt nicht. An der Sache vorbei geht seine Bemerkung, auch rechtliche Gründe könnten als besondere Gründe im Sinne der Verordnung gelten (Beschwerde S. 28 Ziff. 75). Ein schriftlicher Nachweis i.S.v. Art. 3a Abs. 1 lit. b aCovid-19-Verordnung besondere Lage erfordert in inhaltlicher Hinsicht zumindest die Konkretisierung, dass bei der betreffenden Person tatsächlich ein Grund i.S.v. Art. 3a Abs. 1 lit. b aCovid-19-Verordnung besondere Lage vorliegt. Aus dem "Sach- und Rechtsattest" von Dr. iur. B.________ geht jedoch nicht hervor, dass beim Beschwerdeführer konkret ein solcher Grund vorlag, aufgrund dessen er keine Gesichtsmaske tragen konnte. Entgegen der Meinung des Beschwerdeführers kann auch gestützt auf das Selbstverantwortlichkeitsprinzip nicht darauf geschlossen werden, dass die einzelne Person unabhängig vom Vorliegen eines Grundes i.S.v. Art. 3a Abs. 1 lit. b aCovid-19-Verordnung besondere Lage selbständig entscheidet, ob ihr das Tragen einer Gesichtsmaske persönlich mehr Nach- als Vorteile bringt (Beschwerde S. 28 f.; E. 5). Indem die Vorinstanz zum Schluss gelangt, der Beschwerdeführer habe nicht nachgewiesen, dass er aus besonderen Gründen keine Gesichtsmaske tragen könne, weshalb sein Verhalten nicht gerechtfertigt gewesen sei, verletzt sie weder Bundes- noch Verfassungsrecht.