Citation: 1B_258/2007 30.11.2007 E. 5

Fluchtgefahr darf nach der Rechtsprechung nicht schon angenommen werden, wenn die Möglichkeit der Flucht in abstrakter Weise besteht. Vielmehr müssen konkrete Gründe dargetan werden, die eine Flucht nicht nur als möglich, sondern als wahrscheinlich erscheinen lassen. Die Höhe der drohenden Freiheitsstrafe kann immer nur neben anderen, eine Flucht begünstigenden Tatsachen herangezogen werden (BGE 125 I 60 E. 3a S. 62 mit Hinweisen). Die mutmassliche Lebensführung der Angeschuldigten nach der Haftentlassung interessiert für die Beurteilung der Haft nur insoweit, als dies auf einen Haftgrund bezogen wird. Dies heisst im vorliegenden Fall insoweit, als ernsthaft befürchtet werden muss, die Angeschuldigte werde sich der Strafverfolgung oder der zu erwartenden Strafe durch Flucht entziehen. Da die Anklagekammer im vorliegenden Fall die Gefahr des Untertauchens bzw. des Nichterscheinens zur Gerichtsverhandlung glaubhaft darlegt und überdies von einer baldigen gerichtlichen Beurteilung auszugehen ist, erscheint die Fortsetzung der Haft wegen Fluchtgefahr bei verfassungsrechtlicher Beurteilung gerade noch haltbar. Folglich durfte im Interesse der Fluchtsicherung darauf verzichtet werden, mildere Massnahmen anzuordnen. Bei diesem Ergebnis kann offenbleiben, ob die Haft auch wegen Kollusionsgefahr weitergeführt werden darf.