Citation: 1P.656/2000 14.11.2000 E. 1

1.- a) Das Bundesgericht prüft die Zulässigkeit der bei ihm eingereichten Beschwerden von Amtes wegen und mit freier Kognition (BGE 125 I 412 E. 1a mit Hinweisen). b) Zur Erhebung der staatsrechtlichen Beschwerde ist legitimiert, wer durch den angefochtenen Hoheitsakt in seinen eigenen rechtlich geschützten Interessen persönlich betroffen ist (Art. 88 OG). Das Obergericht ist mit Entscheid vom 22. September 2000 auf den Rekurs des Beschwerdeführers, der sich gegen die Verlängerung der Untersuchungshaft richtete, infolge Gegenstandslosigkeit des Verfahrens nicht eingetreten. In den Erwägungen weist es darauf hin, dass sich der Beschwerdeführer gestützt auf den rechtskräftigen Appellationsentscheid vom 11. Juli 2000 sowie die Vollzugsverfügung des Justizdepartements vom 28. August 2000 bereits im Strafvollzug befinde. Gegenstand des angefochtenen Entscheids bildete allein die Frage der Aufrechterhaltung der Untersuchungshaft. Sie wurde vom Obergericht wegen Antritts des Strafvollzugs für gegenstandslos erklärt. Der Beschwerdeführer setzt sich damit nicht auseinander; seine Rügen richten sich ausschliesslich gegen den Vollzug der vom Obergericht am 11. Juli 2000 ausgefällten Freiheitsstrafe. Diese ist nach § 231 Abs. 2 des Gesetzes über die Strafprozessordnung vom 3. Juni 1957 des Kantons Luzern (StPO/LU) in Rechtskraft erwachsen und damit grundsätzlich vollstreckbar (§ 288 Abs. 1 StPO/LU). Daran ändert nichts, dass der Beschwerdeführer gegen das Strafurteil Nichtigkeitsbeschwerde angemeldet hat: Der Vollzug der Strafe ist solange nicht gehemmt, als der Kassationshof oder sein Präsident nicht eine entsprechende Verfügung erlassen haben (Art. 222 Abs. 3 BStP). Unabhängig vom in der Sache selbst hängigen Rechtsmittelverfahren kann der Beschwerdeführer beim kantonalen Justizdepartement um Aufschub des Strafvollzugs ersuchen (§ 288 Abs. 2 StPO/LU). Wie aus den Akten hervorgeht, hat das Justizdepartement am 6. Oktober 2000 ein Gesuch des Beschwerdeführers um Aufhebung der Haft abgewiesen. Dieser Entscheid wurde jedoch, soweit ersichtlich, vom Beschwerdeführer nicht weitergezogen und steht jedenfalls vorliegend nicht in Frage. c) Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Freiheitsstrafe nicht Gegenstand dieses Verfahrens. Auf die staatsrechtliche Beschwerde, mit welcher die Aufhebung und eventuell die Aufschiebung der Haft beantragt wird, kann somit nicht eingetreten werden.