Citation: 1B_228/2009 31.08.2009 E. 4

Schliesslich rügt der Beschwerdeführer die Fortdauer der Haft als unverhältnismässig. Er könne im Falle einer Verurteilung mit einer "zumindest teilweise bedingten Freiheitsstrafe" rechnen. In seinen ergänzenden Eingaben vom 15. August 2009 macht er geltend, es sei zudem der Verschlechterung seines Gesundheitszustandes Rechnung zu tragen. 4.1 Der Beschwerdeführer befindet sich seit ca. dreieinhalb Monaten in Untersuchungshaft. Die Haftdauer ist noch nicht in grosse Nähe der Freiheitsstrafe gerückt, die dem Beschwerdeführer im Falle einer Verurteilung wegen Lebensgefährdung und weiteren Delikten droht (vgl. BGE 133 I 168 E. 4.1 S. 170, 270 E. 3.4.2 S. 281; je mit Hinweisen). Der blosse Umstand, dass ein allfälliger bedingter bzw. teilbedingter Strafvollzug hier nicht zum Vornherein ausgeschlossen erscheint, lässt die Fortdauer der Haft nicht als unverhältnismässig erscheinen (vgl. BGE 133 I 270 E. 3.4.2 S. 281 f.; 125 I 60 E. 3d S. 64; 124 I 208 E. 6 S. 215; je mit Hinweisen; Urteile 1B_12/2007 vom 26. Februar 2007 E. 3.4; 1B_6/2007 vom 20. Februar 2007 E. 2.5). Ebenso wenig sind Versäumnisse der Justizbehörden ersichtlich, die eine sofortige Haftentlassung als geboten erscheinen liessen (vgl. BGE 133 I 168 E. 4.1 S. 170 f., 270 E. 3.4.2 S. 281; 132 I 21 E. 4.1 S. 27 f.; je mit Hinweisen). Im angefochtenen Entscheid wird erwogen, dass die Untersuchung praktisch abgeschlossen sei und mit einer baldigen Anklageerhebung und gerichtlichen Beurteilung gerechnet werden könne. Der Schlussvorhalt erfolgte am 30. Juli 2009. 4.2 In seinen ergänzenden Eingaben macht der Beschwerdeführer geltend, seine Prostataerkrankung habe sich unterdessen verschlechtert. Er sei bereits zweimal operiert worden, und ein weiterer medizinischer Eingriff erscheine nun unaufschiebbar. Im Untersuchungsgefängnis sei eine optimale Pflege nicht gewährleistet. Er ziehe eine Behandlung am Universitätsspital Zürich einer solchen am Inselspital Bern vor. In einem ärztlichen Bericht des Universitätsspitals Zürich werde die "Notwendigkeit einer sofortigen Operation" bestätigt. 4.3 Die Frage des Zeitpunktes und der Modalitäten einer medizinischen Behandlung, insbesondere eines allfälligen operativen Eingriffes, bildet nicht Gegenstand des angefochtenen Entscheides. Es kann offen bleiben, ob auf die entsprechenden Vorbringen überhaupt einzutreten ist (vgl. Art. 78 Abs. 1 i.V.m. Art. 80 Abs. 1 BGG; Art. 99 BGG). Jedenfalls erscheint die Fortdauer der Untersuchungshaft aufgrund der vorgelegten Akten auch unter diesem Gesichtspunkt verhältnismässig. Aus den vom Beschwerdeführer eingereichten Arztberichten geht nicht hervor, dass sich aus medizinischer Sicht eine sofortige Haftentlassung bzw. eine medizinische Behandlung in einer offenen (gegen Fluchtversuche ungesicherten) Klinik aufdrängen würde. Was den Zeitpunkt und die Modalitäten einer medizinischen Behandlung bzw. eines allfälligen operativen Eingriffes betrifft, stünde es dem Beschwerdeführer im Übrigen frei, bei der untersuchungsleitenden Staatsanwaltschaft (oder nach allfälliger Anklageerhebung bei der gerichtlichen Verfahrensleitung) entsprechende Gesuche zu stellen.