Citation: 5A_740/2014 E. 3.3

3.3. Die dingliche Wirkung der Resolutivbedingung leiten die Kläger aus dem Wortlaut der Vereinbarung vom 22. November 1920 ab, räumen aber zutreffend ein, dass die Kaufvertragsparteien damit etwas rechtlich Unmögliches hätten vereinbaren wollen. Denn nach der 1920 geltenden Grundbuchpraxis des Bundesrates, die das Bundesgericht später bestätigt hat (BGE 87 I 311 E. 2 S. 315 ff.), war es unzulässig, eine resolutiv-bedingte Dienstbarkeit im Grundbuch einzutragen (Entscheid vom 10. Juni 1919, in: ZBGR 1/1920 S. 3 ff.). Die Eintragung der vorliegenden Dienstbarkeit als "Wegrecht" im Grundbuch konnte deshalb nur erfolgen, wenn der Resolutivbedingung die Bedeutung eines bloss obligatorischen Rechtsverhältnisses unter den Vertragschliessenden zukam. Da nicht anzunehmen ist, die Kaufvertragsparteien, deren innerer Wille nicht ermittelt werden konnte, hätten eine unangemessene Lösung gewollt (BGE 122 III 420 E. 3a S. 424), ist davon auszugehen, dass sie vereinbart haben, ein Wegrecht mit dinglicher Wirkung zu begründen und mit einer obligatorisch wirkenden Resolutivbedingung zu versehen (vgl. Urteil 5A_175/2007 vom 3. September 2007 E. 2.3.1, nicht veröffentlicht in: BGE 133 III 641, wohl aber in: Praxis 97/2008 Nr. 54 S. 365; D. PIOTET, Les droits réels limités en général, les servitudes et les charges foncières, SPR V/2, 2. Aufl. 2012, S. 47 Rz. 111).