Citation: 5F_8/2024 E. 5

Ein Versehen und damit sinngemäss den Revisionsgrund von Art. 121 lit. d BGG macht der Gesuchsteller dahingehend geltend, dass ihm (bzw. seinem Anwalt) - entgegen der auf dem Auszug "Track & Trace" basierenden Annahme des Bundesgerichts - zufolge des Postrückbehaltungsauftrages am 22. Dezember 2023 gar nicht physisch eine Abholungseinladung für den obergerichtlichen Entscheid ins Postfach gelegt worden sei. Abgesehen davon, dass es sich auch hier um ein Novum handelt und der Gesuchsteller (bzw. sein Rechtsvertreter) dies bereits beschwerdeweise hätte vorbringen müssen, verfängt das Argument nicht: Nach konstanter bundesgerichtlicher Rechtsprechung gilt bei einem Postrückbehaltungsauftrag eine Gerichtsurkunde als zugestellt am letzten Tag der Frist von sieben Tagen ab Eingang der Sendung bei der Poststelle am Wohnort des Empfängers (BGE 141 II 429 E. 3.3), denn sonst könnte die gesetzliche Zustellungsfiktion durch Parteivorkehrungen beliebig unterlaufen werden (Urteil 6B_1430/2020 vom 15. Juli 2021 E. 1.3). Die als Novum nachgereichte Bestätigung der Post, wonach die Sendung im Erfassungssystem "Track & Trace" bedauerlicherweise nicht mit dem Vermerk "Fristverlängerung" gescannt worden sei, hätte dem Gesuchsteller deshalb selbst dann nicht geholfen, wenn sie bereits mit der seinerzeitigen Beschwerde eingereicht worden wäre. Der im Beschwerdeverfahren aktenkundige Auszug aus "Track & Trace" hielt nicht nur fest, dass die Sendung am 22. Dezember 2023 um 07:00 Uhr ins Postfach avisiert worden sei (was nunmehr revisionsweise als falsch behauptet wird), sondern auch, dass die Sendung am 22. Dezember 2023 um 06:59 Uhr an der Abhol-/Zustellstelle eingetroffen sei. Vor dem Hintergrund, dass nach der vorstehend zitierten Rechtsprechung das Eintreffen bei der Poststelle für den Beginn der siebentägigen Abholfrist massgeblich ist, hätte das Bundesgericht selbst dann keine rechtsrelevanten Tatsachen übersehen, wenn das Schreiben der Post bereits mit der Beschwerde eingereicht worden wäre. Der Revisionsgrund von Art. 121 lit. d BGG ist mithin nicht gegeben.