Citation: 1C_372/2017 E. 4.4

4.4. Abweichungen von den Bauvorschriften werden nach § 80 Abs. 1 BPG/BS, wie erwähnt, nur zugelassen, wenn wichtige Gründe vorliegen und die öffentlichen und wesentlichen nachbarlichen Interessen gewahrt werden. Die Auslegung der Vorinstanz, das Vorliegen der Voraussetzungen für die Erteilung einer Ausnahmebewilligung im Einzelfall sei aufgrund einer Abwägung der entgegenstehenden Interessen zu beurteilen, erscheint vertretbar und ist jedenfalls nicht willkürlich. Dies ergibt sich aus dem Grundsatz der Verhältnismässigkeit, auf welchen sich § 80 BPG/BS stützt. Entgegen dem Wortlaut der Bestimmung müssen demnach die öffentlichen oder privaten Interessen nicht unter allen Umständen gewahrt werden, sondern nur dann, wenn sie gewichtiger sind als die entgegenstehenden Interessen an einer Abweichung von der allgemeinen Regel (Vera Feldges/Caroline Barthe, Raumplanungs- und Baurecht, in: Denise Buser, Neues Handbuch des Staats- und Verwaltungsrechts des Kantons Basel-Stadt, 2008, S. 825 f.; Gebhart/Meyer/Nertz/Piolino, Die Baubewilligung im Kanton Basel-Stadt, 2014, S. 150 f.; vgl. auch Markus Lanter, in: Griffel/Liniger/Rausch/Thurnherr [Hrsg.], Fachhandbuch Öffentliches Baurecht, 2016, Rz. 3.509 ff.; René Wiederkehr/Paul Richli, Praxis des allgemeinen Verwaltungsrechts, Bd. lI, 2014, N. 380; Tschannen/Zimmerli/ Müller, Allgemeines Verwaltungsrecht, 4. Aufl. 2014, S. 430). Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführer hat die Vorinstanz somit bei der Prüfung der Voraussetzungen von § 80 Abs. 1 BPG/BS zu Recht eine Interessenabwägung vorgenommen.