Citation: 8C_547/2022 E. 6.1

6.1. Die Vorinstanz erwog, bezüglich der Kritik der Beschwerdeführerin an der Addition der Arbeitsfähigkeit im Haushalt und Erwerb sei festzustellen, dass sich die psychiatrische MEDAS-Gutachterin zum Status wie folgt geäussert habe: "Die Tätigkeit der Beschwerdeführerin war bis zur Krankschreibung aufgeteilt in Berufstätigkeit und Familienverantwortung. In beiden Bereichen sollte die Explorandin lernen, wieder aktiv zu werden. Ziel wäre sicher wieder eine 40%ige Erwerbstätigkeit und die Übernahme von mindestens 40 % Verantwortung in der Familie und im Haushalt". Weiter habe sie zur Frage nach der Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit bezogen auf ein 100%-Pensum ausgeführt: "80 % zusammengenommen Familienverantwortung und Erwerbstätigkeit". Die psychiatrische MEDAS-Gutachterin habe damit die Statusfrage, die von der IV-Stelle zu beantworten sei, und die Arbeitsfähigkeit vermischt. Dies vermöge das Gutachten jedoch nicht in Zweifel zu ziehen. Aus den Antworten der psychiatrischen Sachverständigen gehe nämlich ohne Weiteres hervor, dass der Beschwerdeführerin insgesamt eine Arbeitstätigkeit von 80 bis 100 % zumutbar sei. Dies habe sie mit ihrer Unterschrift der Konsensbeurteilung der MEDAS-Gutachter vom 26. März 2021 bestätigt. Schliesslich sei diese Einschätzung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit in der MEDAS-Stellungnahme vom 14. Januar 2022 untermauert worden. Dem Einwand der Beschwerdeführerin, laut dem psychiatrischen MEDAS-Gutachten könne sie die Arbeitsfähigkeit erst nach einem Jahr erreichen, könne nicht gefolgt werden. Denn in der Konsensbeurteilung der MEDAS-Gutachter sei festgehalten worden, dass die Restarbeitsfähigkeit seit 1. Juni 2019 gelte und die Motivation der Beschwerdeführerin ein Problem darstellen dürfte. Mithin sei darin kein Vorbehalt einer vorgängig durchzuführenden Eingliederungsmassnahme oder einer stufenweisen Arbeitsangewöhnung gemacht worden. Die fehlende Motivation sei als invaliditätsfremd nicht zu berücksichtigen. Laut der psychiatrischen MEDAS-Gutachterin sollte das vordringliche Ziel der psychotherapeutischen Massnahmen die Übernahme von Verantwortung durch die Beschwerdeführerin und die Vermittlung sein, dass sie dies könne und damit ihre Lebensqualität verbessere. Dies bedeute nicht, dass aus therapeutischer Sicht Einschränkungen für die Eingliederung vorlägen. Das von der psychiatrischen MEDAS-Gutachterin erwähnte zwölfmonatige "Leistungstraining" stehe der Zumutbarkeit einer sofortigen Verwertung der Restarbeitsfähigkeit nicht entgegen. Laut der MEDAS-Stellungnahme vom 14. Januar 2022 habe es sich dabei denn auch um einen blossen Vorschlag für eine "Hilfestellung" zur langsamen Integration gehandelt.