Citation: 6B_94/2016 E. 3.3

3.3. Der Beschwerdeführer wendet ein, Anzeichen für ein überraschendes Betreten eines Fussgängerstreifens durch einen sichtbaren Fussgänger bestünden, wenn dieser auf einem Trottoir auf einen Streifen zugehe oder wenn das Trottoir nach dem Streifen nicht mehr weiter führe und die Fussgänger deshalb dort die Strasse überqueren müssten (mit Hinweis auf Urteil 6B_377/2007 vom 6. Februar 2008 E. 2.6). Genau diese Situation habe am Unfallort geherrscht. Nach der korrekten Aussage des Zeugen C.________ habe der Beschwerdeführer sich auf dem Fussgängerstreifen befunden, als er vom Lastwagen erstmals erfasst wurde. Die Vorinstanz verkenne, dass sich der Beschuldigte nicht auf das Vertrauensprinzip habe verlassen können. Das zitierte Urteil ist nicht einschlägig. Diesem lag der Sachverhalt zugrunde, dass eine 79-jährige Frau innerorts auf einem Fussgängerstreifen von einer mit 50 km/h fahrenden Fahrzeugführerin angefahren wurde. Gemäss Art. 26 Abs. 2 SVG ist gegenüber alten Leuten besondere Vorsicht geboten. Diese Voraussetzung liegt hier nicht vor. Der Beschwerdeführer war als temporärer Bauarbeiter auf der Baustelle Zubringer Rothenburg tätig (Beschwerde S. 4). Der Beschwerdeführer weicht vom massgebenden Sachverhalt ab. Nach diesem bestanden weder Anzeichen für ein Fehlverhalten des Beschwerdeführers ausserhalb des Fussgängerstreifens noch befand er sich auf dem Fussgängerstreifen bzw. der Fahrbahn oder war er im Begriff, den Fussgängerstreifen bzw. die Fahrbahn zu betreten, noch wartete er vor dem Fussgängerstreifen bzw. am Fahrbahnrand oder war für den Beschuldigten ersichtlich, dass der Beschwerdeführer die Strasse überqueren möchte (Urteil S. 19). Der Beschwerdeführer hatte die Fahrbahn unvorsichtig und überraschend betreten (vgl. Art. 49 Abs. 2 SVG). Der Fahrzeugführer muss selbst im Bereich von Fussgängerstreifen nicht damit rechnen, dass eine erwachsene Person überraschend den Streifen betritt, wenn konkrete Anzeichen dafür fehlen. Die entfernte Möglichkeit eines Fehlverhaltens rechtfertigt die Annahme von Anzeichen im Sinne von Art. 26 Abs. 2 SVG nicht (Urteil 6B_409/2015 vom 1. Juni 2015 E. 2.2).