Citation: 2C_925/2020 E. 5.5

5.5. Der Beschwerdeführer beantragt, anstelle des Widerrufs sei er zu verwarnen. Ist eine Massnahme begründet, aber den Umständen nicht angemessen, so kann die betroffene Person unter Androhung dieser Massnahme verwarnt werden (Art. 96 Abs. 2 AIG). Die Verwarnung ergeht im Sinn einer "letzten Chance", wenn der Widerrufsgrund zwar erfüllt ist, die Interessenabwägung den Entzug der Bewilligung aber als unverhältnismässig erscheinen lässt (Urteil 2C_94/2016 vom 2. November 2016 E. 3.4). Sie drängt sich auf, wenn sich die ausländische Person schon lange in der Schweiz aufhält und keine schwere Delinquenz zur Diskussion steht (vgl. Urteile 2C_446/2014 vom 5. März 2015 E. 4.1; 2C_283/2011 vom 30. Juli 2011 E. 2.3). Wie gesehen, besteht vorliegend aber ein überwiegendes öffentliches Interesse an der Aufenthaltsbeendigung und es bleibt kein Raum für eine Verwarnung des Beschwerdeführers; sein Antrag ist abzuweisen. Dabei ist es unerheblich, welches Gewicht der ersten ausländerrechtlichen Verwarnung vom 24. Oktober 2000 beizumessen ist. Diese wurde für ein Delikt ausgesprochen, welches aufgrund der ausgefällten Strafe keinen Widerruf der Niederlassungsbewilligung gerechtfertigt hätte (vgl. E. 2.1) und erfolgte somit nicht im Sinne von Art. 96 Abs. 2 AIG anstelle eines Widerrufs der Niederlassungsbewilligung. Dieser Verwarnung, welche zudem viele Jahre zurückliegt, kommt daher im vorliegenden Fall keine wesentliche Bedeutung zu (Urteil 2C_126/2017 vom 7. September 2017 E. 6.6). Jedoch muss einem Bewilligungswiderruf nicht zwingend eine Verwarnung vorangehen. Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung kann - wie vorliegend - eine einzelne Verurteilung wegen einer besonders schweren Straftat den Widerruf der Niederlassung rechtfertigen, ohne dass zuvor eine Verwarnung ausgesprochen werden müsste (vgl. Urteile 2C_169/2017 vom 6. November 2017 E. 4.5; 2C_319/2008 vom 10. Juni 2008 E. 2).