Citation: 2C_406/2023 E. 2.3

2.3. Der Schutz des Familienlebens im Sinne von Art. 8 EMRK bezieht sich in erster Linie auf die Kernfamilie, d.h. auf die Gemeinschaft der Eltern mit ihren minderjährigen Kindern (vgl. BGE 144 I 266 E. 3.3; 144 II 1 E. 6.1; jeweils mit Hinweisen). Es besteht kein Anlass, den Begriff "Kernfamilie", wie vom Beschwerdeführer sinngemäss beantragt, anders zu definieren. Ist die Beziehung zwischen den Eltern und ihren volljährigen Kindern betroffen, muss zwischen der über ein gefestigtes Anwesenheitsrecht verfügenden Person und dem um die Bewilligung nachsuchenden Ausländer ein über die üblichen familiären Beziehungen bzw. emotionalen Bindungen hinausgehendes, besonderes Abhängigkeitsverhältnis bestehen. Nur dann kommt Art. 8 EMRK zum Tragen (BGE 147 I 268 E. 1.2.3 mit Hinweisen; BGE 144 II 1 E. 6.1; Urteile 2C_98/2018 vom 7. November 2018 E. 5.4; 2C_441/2018 vom 17. September 2018 E. 5.3). Erforderlich dazu wäre etwa eine eigentliche Pflege- und Betreuungsbedürftigkeit oder eine schwerwiegende Krankheit (vgl. Urteile 2C_100/2018 vom 7. Februar 2018 E. 2.2; 2C_133/2016 vom 9. Februar 2016 E. 2.3). Der Beschwerdeführer weist auf familiäre Konflikte hin und bringt im Wesentlichen vor, seine Halbschwester und sein Halbbruder würden ihren gesundheitlich angeschlagenen Vater manipulieren, um ihn um sein Vermögen zu bringen. Die Anwesenheit des Beschwerdeführers in der Schweiz sei zwingend notwendig, damit er seinen Vater vor seinen Halbgeschwistern beschützen könne. Diese Behauptungen reichen indessen nicht aus, um in vertretbarer Weise ein Abhängigkeitsverhältnis im Sinne der genannten Rechtsprechung darzutun. Insbesondere wird nicht hinreichend dargetan, dass die Wahrung der Interessen des Vaters des Beschwerdeführers, sollten diese tatsächlich bedroht sein, die Anwesenheit des Beschwerdeführers in der Schweiz erforderlich macht. Folglich kann er aus seiner Beziehung zu seinem Vater keinen Anspruch auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung geltend machen.