Citation: 2C_169/2017 E. 3.6

3.6. Der Beschwerdeführer bringt vor, sein Verschulden relativiere sich dadurch, dass er sich in der Strafuntersuchung kooperativ verhalten und ein umfassendes Geständnis abgelegt habe. Er habe keine Vorstrafen. Wären die Strafbehörden von einer negativen Prognose ausgegangen, hätte der teilbedingte Strafvollzug verweigert werden müssen. Er habe sodann seit über sechs Jahren keine Straftaten mehr begangen. Entgegen seiner Auffassung, lässt sich aus der Gewährung des teilbedingten Strafvollzugs nicht ohne Weiteres auf eine günstige Prognose schliessen: Seit Inkrafttreten des neuen Allgemeinen Teils des Strafgesetzbuches per 1. Januar 2007 setzt die Gewährung des (teil-) bedingten Strafaufschubs nicht wie bis anhin die positive Erwartung voraus, der Täter werde sich bewähren, sondern es genügt nunmehr die Abwesenheit der Befürchtung, dass er es nicht tun werde. Der Strafaufschub ist deshalb die Regel, von der grundsätzlich nur bei explizit ungünstiger Prognose abgewichen werden darf. Im breiten Mittelfeld der Ungewissheit hat der (teil-) bedingte Strafvollzug den Vorrang (vgl. Art. 42 Abs. 1 und Art. 43 Abs. 1 StGB; BGE 134 IV 1 E. 4.2.2 S. 5 f.). Zwar ist dem Beschwerdeführer zugute zu halten, dass er im Strafverfahren kooperiert und sich einsichtig gezeigt hat. Allerdings sind - wie die Vorinstanz zutreffend ausführt - das kooperative Verhalten, seine Reue und das Geständnis als strafmindernde Gründe im Urteil und im Strafmass von 36 Monaten bereits berücksichtigt worden. Auch trifft zu, dass es sich beim verfahrensauslösenden Strafurteil um die erste strafrechtliche Verurteilung des Beschwerdeführers handelt; dieser lag jedoch eine fortgesetzte Delinquenz von mindestens fünf Jahren zugrunde, womit der Beschwerdeführer demonstriert hat, dass er sich während mehrerer Jahre immer wieder dazu entschieden hat, das Gesetz zu brechen. Soweit er geltend macht, sich seit sechs Jahren wohl zu verhalten, muss er sich entgegen halten lassen, dass seine Verurteilung erst im November 2014 erfolgte und somit noch nicht weit zurückliegt. Zudem befand er sich danach in der Probezeit. Ferner ist seit Juni 2016 das ausländerrechtliche Verfahren gegen ihn hängig. Vor diesem Hintergrund vermag der Umstand, dass er sich seit 2010 nichts mehr hat zu Schulden kommen lassen, das öffentliche Interesse am Widerruf der Niederlassungsbewilligung nicht entscheidend zu relativieren. Ohnehin darf bei ausländischen Personen, die vom Anwendungsbereich des Freizügigkeitsabkommens (FZA; SR 0.142.112.681) ausgenommen sind, in Bezug auf das Rückfallrisiko auch generalpräventiven Überlegungen Rechnung getragen werden (vgl. BGE 136 II 5 E. 4.2 S. 20).