Citation: 4A_605/2019 E. 5.9.2

5.9.2. Da der Beschwerdeführer es unterlassen hatte, den Gutachtern die notwendigen Ergänzungsfragen zu stellen, waren die Einwände des neuen Rechtsvertreters des Beschwerdegegners in der Tat wissenschaftlich nicht belegt. Es ist durchaus denkbar, dass die von ihm behaupteten 77 % nicht haltbar sind, zumal die Wahrscheinlichkeit, dass Personen auch ohne Behandlung einen besseren Wert als der Beschwerdegegner erreicht hätten, nicht berücksichtigt wird. Auch das Bundesgericht hielt dem Beschwerdegegner im Verfahren gegen die Spitalbetreiberin vor, er ziehe seine eigenen Schlussfolgerungen aus den in den Akten liegenden Studien, habe es aber versäumt, den Gutachtern Ergänzungsfragen zu stellen. Dies wäre die Gelegenheit gewesen, um den Gutachtern die Problematik der Differenzierung nach dem Schweregrad der nach der Behandlung verbleibenden Beeinträchtigung zu unterbreiten (zit. Urteil 4A_516/2012 E. 7.2). Im Rahmen dieser Ergänzungsfragen hätte beurteilt werden können, wie die Personen mit dem nötigen Fachwissen sich zur eigentlich wesentlichen Frage stellen, oder ob sie ohne nachvollziehbare Argumente einfach an ihrem Gutachten festhalten, so dass allenfalls ein Obergutachten hätte eingeholt werden müssen. Es ist nachvollziehbar, wenn die kantonalen Instanzen, nachdem keine entsprechenden Ergänzungsfragen gestellt wurden, nicht einfach auf die Berechnung des Beschwerdegegners abstellten, wegen der Möglichkeit, dass bewusst auf das Stellen von Ergänzungsfragen verzichtet wurde. Denn aufgrund der Ergänzungsfragen hätten die Experten vielleicht zwar die Unzulänglichkeit der im Gutachten enthaltenen Berechnungen aus juristischer Sicht nachvollziehen können, es hätte aber auch die Möglichkeit bestanden, dass eine wissenschaftlich fundierte Beantwortung der aus rechtlicher Sicht relevanten Frage nicht den vom Beschwerdegegner selbst aus der Studie abgeleiteten Wert ergeben hätte, sondern einen für ihn weniger günstigen. Einer Eigenberechnung kommt insoweit nicht dieselbe Bedeutung zu wie einer Konfrontation der Experten mit derselben, die es den Gutachtern erlaubt hätte, stichhaltigen Einwänden wissenschaftlich korrekt Rechnung zu tragen, oder es dem Gericht gestattet hätte zu prüfen, ob die Argumentation der Gutachter nachvollziehbar und überzeugend ist, soweit sie trotz der Einwände am ursprünglichen Ergebnis festhalten.