Citation: 9C_57/2023 E. 3.1

3.1. Zur Begründung macht der Beschwerdeführer im Wesentlichen geltend, der kardiologische Teilgutachter arbeite neben seiner Tätigkeit als Sachverständiger für die (einem Universitätsspital angegliederte) MEDAS auch als Oberarzt für die Kardiovaskuläre Prävention ebendieses Spitals. Er, der Beschwerdeführer, sei seit einem Herzinfarkt im Februar 2017 Patient dieser Abteilung und dort im Rahmen der Präventionssprechstunde behandelt worden. Es sei unhaltbar, dass ein Administrativgutachter nebenher der Institution angehöre, in welcher der zu begutachtende Versicherte behandelt werde (selbst wenn jener persönlich nicht zu den Behandlern gehöre). Unter solchen organisatorischen Gegebenheiten könne etwa ein leitender Arzt, der sowohl dem Gutachter (in seiner anderen Funktion) und dem behandelnden Kollegen vorgesetzt sei, über ein Weisungsrecht Einfluss auf die Erstellung des Gutachtens nehmen. Auch sei davon auszugehen, dass es zu informellem Informationsaustausch komme und dass der Gutachter Zugriff auf Behandlungsakten habe, die nicht zu den für die Begutachtung herangezogenen medizinischen Akten gehörten. Die institutionelle Einbindung des Gutachters in die behandelnde Institution sei ein Umstand, der objektiv geeignet sei, Misstrauen in die Unparteilichkeit des Sachverständigen zu erwecken.