Citation: 5A_1038/2020 E. 5.4.3

5.4.3. Im Übrigen kann dem Beschwerdeführer auch nicht gefolgt werden, wenn er sich darüber beklagt, dass sich die vorinstanzliche Beurteilung allein auf den Charakter des Erblassers stütze. Zum einen finden sich im angefochtenen Entscheid auch Tatsachenfeststellungen über die (geschäftliche und private) Beziehung des Erblassers zum Beschwerdeführer. Zum andern erklärt das Kantonsgericht, dass der festgestellte Vertrauensbruch schwer wiege und auch bei objektiver Betrachtung und unter Heranziehung eines ebenso vermögenden durchschnittlichen Erblassers ausreichend wäre, um im Sinne von § 57 Abs. 2 Satz 2 NEG davon auszugehen, dass eine Aufrechterhaltung des Testaments nicht dem hypothetischen Willen des Erblassers entspricht. Damit setzt sich der Beschwerdeführer nicht näher auseinander. Er begnügt sich mit dem appellatorischen Vorwurf, die Vorinstanz übertrage dieselbe Situation "tel quel" auf einen durchschnittlichen Erblasser und entscheide trotz dieses nicht weiter begründeten Automatismus "de facto" allein gestützt auf subjektive Kriterien. Angesichts dessen braucht sich das Bundesgericht auch nicht mit seinen weiteren Beanstandungen zu beschäftigen, wonach die Vorinstanz die Weigerung der ersten Instanz, seine Töchter als "einzige Zeuginnen auf seiner Seite" zum Charakter des Erblassers und zu dessen Beziehung zu ihm anzuhören, zu Unrecht schütze und damit nicht nur den Sachverhalt willkürlich feststelle, sondern auch sein rechtliches Gehör verletze. Dasselbe gilt für die Forderung des Beschwerdeführers, dass der Charakter des Erblassers "wenn schon" in all seinen Facetten zu berücksichtigen gewesen wäre, und den damit verbundenen Vorwurf, dass sich die kantonalen Instanzen über seine diesbezüglichen Vorbringen willkürlich und in Verletzung des rechtlichen Gehörs hinweggesetzt hätten. Zuletzt erinnert der Beschwerdeführer an sein Vorbringen, wonach der Erblasser für den Fall, dass er, der Beschwerdeführer, vorversterben sollte, seine Familie bedacht habe. Dies beweise, dass der Erblasser sein Testament selbst im Fall eines (ohnehin nicht vorliegenden) Missverständnisses nicht geändert hätte. Die Vorinstanz halte dem entgegen, dass sich eine entsprechende Anordnung auch bei den weiteren ausserfamiliären Begünstigungen von U.________, P.________ und O.________ finde, weshalb diese Tatsache nicht auf einen besonderen Status der Nachkommen des Beschwerdeführers hinweise. Der Beschwerdeführer macht geltend, dass dieses Argument "bisher nicht plädiert" worden sei, was einer Verletzung der Verhandlungsmaxime (Art. 55 Abs. 1 ZPO) gleichkomme. Die Sachverhaltsfeststellung, dass die Nachkommen des Beschwerdeführers keine Sonderstellung gehabt hätten, beruhe auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 97 Abs. 1 BGG; sie ergehe in einem nach Auffassung der Vorinstanz entscheidenden Punkt, da die Nacherbeneinsetzung zeige, dass der Erblasser ihn, den Beschwerdeführer, nicht unzweifelhaft im Sinne von § 57 Abs. 2 Satz 2 NEG aus dem Testament ausgeschlossen hätte. Die Rüge läuft ins Leere. Dem angefochtenen Entscheid zufolge besteht aufgrund der aufgezeigten Charakterzüge des Erblassers und seines ausgeprägten Schwarz-Weiss-Denkens kein Zweifel, dass auch eine allfällige besondere Verbundenheit des Ehepaars R.________ zu den Töchtern des Beschwerdeführers oder sogar ihre Eigenschaft als Paten nichts an der (hypothetischen) Tatsache geändert hätte, dass der Beschwerdeführer ersatzlos aus dem Testament gestrichen worden wäre. Warum die angebliche Verletzung der Verhandlungsmaxime trotz dieser Erwägung für den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein kann, ist der Beschwerde nicht zu entnehmen.