Citation: 5A_318/2021 E. 4.2

4.2. Das Obergericht stellt fest, dass der Beschwerdeführer fast sein halbes Leben auf der G.________ verbracht hat. Die Beziehung zu seinen Pflegeeltern sei gut und eng; das Leben auf dem Heimetli sei seinem als Kind gehegten Wunsch, Bauer zu werden, entgegen gekommen. Im Oktober 2020 habe A.________ gegenüber der Kindesvertreterin erklärt, dass er gerne wieder bei seiner Mutter leben wolle, und die Stärke dieses Wunsches auf einer Skala von 1 bis 10 mit "6" und "7" bezeichnet. Die Vorinstanz folgert, dass der Wunsch nach einer Rückkehr deutlich und überdurchschnittlich gross sei, auch wenn sich der langjährige Aufenthalt auf der G.________ insgesamt als richtig erwiesen habe. Sie widerspricht der Kindesvertreterin, nach deren Einschätzung A.________s Wunsch (auch) in der Aussicht gründe, bei der Mutter mit Computerspielen und Fernsehen mehr Freiheiten zu haben. Das Obergericht verweist auf die Anhörung im Herbst 2019 (s. Sachverhalt Bst. C.b), anlässlich derer der Beschwerdeführer gegenüber der Gerichtsdelegation ganz am Schluss den Wunsch geäussert habe, bei seinen Eltern leben zu können. Die besagte Skalenbewertung sei zum einen darauf zurückzuführen, dass der Beschwerdeführer als vorsichtig und zurückhaltend beschrieben wird. Zum andern illustriere sie den Loyalitätskonflikt des Jungen, der sich auch seinen Pflegeeltern gegenüber verbunden fühle. Auch wenn die Mitsprache und Partizipation des Kindes nicht entscheidend seien, würden A.________s Erklärungen aber doch zeigen, dass die seelische Verbindung zu seinen Eltern intakt ist, was das objektiv verstandene Interesse des Kindes an stabilen Verhältnissen relativiere. Das Obergericht erinnert daran, dass der Beschwerdeführer in seinen Kindheitsjahren viel durchmachen musste. Jetzt als Teenager entwickle er zusehends seine eigene Sicht auf die familiäre Situation. Ablösungsversuche von den Pflegeeltern würden durch die Beobachtungen des Beschwerdegegners 2 dokumentiert. Dieser habe anlässlich der Verhandlung vom 1. Oktober 2020 (s. Sachverhalt Bst. C.b) seinen Eindruck geschildert, dass A.________ nicht mehr in der Pflegefamilie integriert und ein trauriges Kind geworden sei. Sowohl die Mutter als auch der Vater hätten davon berichtet, wie schwer der Abschied von den Eltern und die Rückkehr zu den Pflegeeltern für A.________ jeweils gewesen seien. Für das Obergericht steht fest, dass dem Kind die Nähe zu seinen Eltern fehlt. Es stellt klar, dass ein Obhutswechsel für A.________ eine einschneidende Veränderung, ja eine Weichenstellung bedeutet. Seine Rückplatzierung ermögliche dem Kind aber, an der Schwelle zum Eintritt ins jugendliche Alter in den wenigen Jahren bis zur Volljährigkeit mit seiner eigenen Familie zusammenzuleben und sich mit seiner eigenen Herkunft vertraut zu machen. Die mit der Rückplatzierung verbundenen Belastungen von A.________ seien im Hinblick auf das längerfristige Interesse der Eltern und von A.________ an dessen persönlicher Betreuung durch seine Mutter in Kauf zu nehmen; mit der Rückkehr zur Beschwerdegegnerin 1 rücke auch der Beschwerdegegner 2 in kürzere Distanz, was die Beziehung zwischen Vater und Sohn weiter intensivieren dürfte. Gestützt auf diese Erwägungen kommt das Obergericht zum Schluss, dass das langjährige Pflegeverhältnis der Aufhebung des Obhutsentzuges nicht im Sinne von Art. 310 Abs. 3 ZGB entgegen stehe.