Citation: 8C_167/2018 E. 5.2

5.2. Dr. med. B.________ hielt in seiner Stellungnahme vom 8. September 2016 und im Bericht vom 27. September 2016 im Wesentlichen fest, dass der Unfallhergang nicht geeignet sei, eine Rotatorenmanschettenruptur zu verursachen. So würden eine direkte Krafteinwirkung (Sturz, Prellung, Schlag) sowie aktive Tätigkeiten, die zu einer abrupten, aber planmässigen Muskelkontraktion führten und plötzliche Muskelanspannungen in den Muskeln der Rotatorenmanschette als ungeeignet angesehen. Nur Bewegungen im Schultergelenk mit Zugbelastung der Rotatorenmanschette könnten diese zerreissen, in erster Linie Rotationsbewegungen, aber auch Abspreizbewegungen. Liege ein Rotatorenmanschettendefekt mit Ein- bzw. Abriss der Rotatorenmanschette in davon verschiedenen Anteilen vor, könne nicht eine bestimmte Bewegung - etwa im Sinn einer Aussendrehung - diesen Schaden verursacht haben. Die Rissmorphologie müsse zum Unfallmechanismus passen. Als geeigneter Unfallmechanismus werde zum Beispiel das massive plötzliche Rückwärtsreissen oder Heranführen des Arms (zum Beispiel bei einem Absturz beim Fensterputzen mit noch Festhalten der Hand und/oder eine starke Zugbelastung bei gewaltsamer Rotation des Arms) angesehen. Weiter gebe es den isolierten, ausschliesslich traumatischen Supraspinatussehnenriss nicht. In Frage komme allein ein Verletzungsmechanismus im Sinn der wesentlichen Teilursache bei bestehender Degeneration. Eine isolierte Verletzung der Rotatorenmanschette sei die Ausnahme; werde hingegen das Schultergelenk in seiner Gesamtheit geschädigt, könne es zur Mitverletzung der Rotatorenmanschette kommen. Schliesslich wies Dr. med. B.________ auf die MRT-Aufnahme vom 16. Juni 2016 hin, auf der sich ausschliesslich degenerative Veränderungen gezeigt hätten. Die dort festgestellte SLAP-I-Läsion (superior labrum anterior to posterior lesion) sei definitionsgemäss degenerativer Natur.