Citation: 5C.264/1999 13.01.2000 E. 2

2.- Die Beklagte stellt nicht in Abrede, dass die Ehe tief und unheilbar zerrüttet ist. Indessen spricht sie dem Kläger gestützt auf Art. 142 Abs. 2 aZGB einen Anspruch auf Scheidung der Ehe ab. a) Nach der genannten Bestimmung kann dort, wo die tiefe Zerrüttung des ehelichen Verhältnisses vorwiegend der Schuld des einen Ehegatten zuzuschreiben ist, nur der andere auf Scheidung klagen. Die Klage des vorwiegend Schuldigen ist in einem solchen Fall somit grundsätzlich abzuweisen. Als im Sinne von Art. 142 Abs. 2 aZGB vorwiegend schuldig gilt ein Ehegatte dann, wenn sein Verschulden dasjenige des andern Ehegatten samt allfälligen objektiven Zerrüttungsfaktoren an kausaler Bedeutung übertrifft (BGE 108 II 364 E. 2a S.366 mit Hinweis). b) Die Feststellungen des Kantonsgerichts zu den einzelnen Zerrüttungsfaktoren sowie zu deren Grad und Kausalität sind tatsächlicher Natur (dazu BGE 117 II 13 E. 3 S. 14 mit Hinweisen). Sie sind deshalb für das Bundesgericht verbindlich, zumal die staatsrechtliche Beschwerde der Beklagten abgewiesen worden ist, soweit darauf einzutreten war. Vorbehalten bliebe einzig eine allfällige Verletzung bundesrechtlicher Beweisvorschriften oder ein offensichtliches Versehen (vgl. Art. 63 Abs. 2 OG), doch ist ein derartiger Mangel hier nicht dargetan.