Citation: 6P.78/2006 27.09.2006 E. 6

6.1 Die Vorinstanz wirft dem Beschwerdeführer vor, er habe nicht dafür gesorgt, dass die zwischen Bühne und Treppengeländer aufgestellten Holzpodeste zur Zeit der Übergabe der Mietsache entfernt wurden, und er habe auch später nichts unternommen, als er sah, dass weitere Holzkisten aufgestellt worden waren. Das Belassen des Gefahrenmomentes Holzpodest und die Übergabe der Mietsache in diesem Zustand stelle eine strafrechtlich relevante Unterlassung dar. Durch das Auffüllen des Zwischenraums zwischen Bühne und Treppengeländer sei eine ungesicherte Absturzstelle in den Treppenschacht entstanden, weil die Bühne dadurch verlängert und die Oberkante des Geländers zum Bühnenabschluss wurde. Wären die Holzpodeste vor dem Anlass entfernt worden, hätte sich der Unfall mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht ereignet. Als verantwortlicher Vertreter der Vermieterschaft hätte er die Pflicht gehabt, den Mietgegenstand nach Rückerhalt vom Vormieter auf die Gebrauchstauglichkeit und eine allfällige Veränderung zu Lasten der Sicherheit zu überprüfen. Seine Garantenstellung ergebe sich aus Mietvertrag und Gesetz (Art. 256 OR). 6.2 Der Beschwerdeführer macht demgegenüber geltend, er sei seiner Garantenpflicht als verantwortlicher Vertreter der Vermieterin nachgekommen, da er den Mietsaal in einem zum vereinbarten Gebrauch tauglichen Zustand übergeben habe. Auch die Bühne selbst habe sich in einem einwandfreien Zustand befunden und den einschlägigen Vorschriften entsprochen. Daran änderten die beiden bei Mietantritt vorhandenen Holzpodeste nichts. Die Vorsichtspflichten im Gebrauch der Mietsache lägen beim Mieter, nicht beim Vermieter. Er habe darauf vertrauen dürfen, dass die Bühne für eine professionelle Tanzgruppe keine Gefahr darstelle. Der Unfall sei ausschliesslich auf die Aufforderung von D.________ zum Mittanzen zurückzuführen, womit der adäquate Kausalzusammenhang unterbrochen worden sei.