Citation: 8C_671/2009 23.12.2009 E. 3.2

3.2.1 Die Beschwerdegegnerin hat am 21. Juni 2006 in Form einer einfachen Mitteilung an den Versicherten (im Sinne von BGE 132 V 93 E. 5 S. 100 ff.) eine medizinische Begutachtung bei der Abklärungsstelle V.________ angeordnet, welche durch den Institutsleiter Dr. med. S.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, durchgeführt werde. Dagegen opponierte der Beschwerdeführer trotz des Hinweises, dass eine einsprachefähige Verfügung verlangt werden könne, nicht. In der Folge informierte die Abklärungsstelle V.________ den Versicherten mit Einladung vom 12. September 2006 über die für 22. September und 9. Oktober 2006 in neurologischer ("bei Dr. med. E.________"), psychiatrischer ("bei Dr. med. F.________") und neuropsychologischer Hinsicht ("bei Dipl. Psych. L.________") vorgesehenen gutachtlichen Abklärungen. Auch gegen dieses Aufgebot erhob der Beschwerdeführer keine Einwendungen, sondern unterzog sich ohne weiteres den Untersuchungen, welche schliesslich am 9. und 19. Oktober 2006 stattfanden. In der Folge nahm er, nunmehr anwaltlich vertreten, im Rahmen des im Anschluss an den Vorbescheid vom 1. Mai 2007 gewährten Akteneinsichtsrechts Kenntnis vom am 5. Februar 2007 verfassten Gutachten. Im Zuge der Vorbringen vom 18. Mai 2007 zuhanden der IV-Stelle liess der Versicherte zwar die Ermittlung der der Invaliditätsbemessung zugrunde gelegten Vergleichseinkommen beanstanden, verzichtete aber sowohl verfahrensrechtlich wie auch inhaltlich auf die medizinische Entscheidbasis betreffende Rügen. Erst in der gegen die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 11. Januar 2008 gerichteten vorinstanzlichen Beschwerde liess er sich dahingehend vernehmen. 3.2.2 Der Beschwerdeführer hat vor der ihm knapp einen Monat vor deren tatsächlichen Durchführung - und damit frühzeitig - mitgeteilten Exploration (samt Nennung der teilbegutachtenden Fachpersonen) keine Einwendungen erhoben und die ihm angezeigten Ärzte anstandslos aufgesucht, was für eine, jedenfalls stillschweigende, Einwilligung in die Vornahme der Expertise spricht. Ein Mangel im Sinne von Art. 36 Abs. 1 ATSG (Ausstands- und Ablehnungsgründe) muss so früh wie möglich vorgebracht werden; das Untätigbleiben und die Einlassung auf das Verfahren gilt rechtsprechungsgemäss als Verzicht und führt grundsätzlich zum Verwirken des entsprechenden Anspruchs. Vorbehalten bleiben schwere Mängel, welche die Nichtigkeit des Verwaltungsaktes bewirken oder Anlass zur Kassation von Amtes wegen geben (Urteil U 145/06 vom 31. August 2007 E. 6.1 und 6.2 mit Hinweisen, in: SZS 2008 S. 166). Gegen die Dres. med. E.________ und F.________ sowie den Psychologen L.________ hat der Beschwerdeführer in keinem Verfahrensstadium Ausstands- oder Ablehnungsgründe namhaft gemacht oder gar ein Ausstandsbegehren gestellt. Diesbezügliche Bedenken wurden einzig gegen den Institutsleiter Dr. med. S.________ geäussert. Dies geschah indessen, obgleich dessen Name bereits in der Mitteilung der Beschwerdegegnerin vom 21. Juni 2006 erwähnt worden war, erstmals im Rahmen des kantonalen Beschwerdeverfahrens anlässlich der Replikschrift (vom 15. Oktober 2008) und damit klar verspätet. Auch sind keine schweren Mängel ersichtlich, welche von Amtes wegen berücksichtigt werden müssten. Im Umstand, dass der Versicherte nicht bereits vor Erlass des Vorbescheids Gelegenheit erhielt, in das Gutachten der Abklärungsstelle V.________ Einblick zu nehmen, kann sodann zwar allenfalls eine - wenn auch nicht besonders schwerwiegende - Verletzung des rechtlichen Gehörs gemäss Art. 29 Abs. 2 BV gesehen werden. Diese wäre aber, da dem Beschwerdeführer sowohl vor Ausfertigung der Verfügung wie auch im Verfahren vor dem Verwaltungsgericht des Kantons Zug, dem in der streitigen Angelegenheit eine umfassende Kognition zustand (Art. 61 lit. c ATSG) und das den Fall denn auch einlässlich prüfte, sämtliche Einwände offen standen, als geheilt zu betrachten. Bei diesen Gegebenheiten erweist sich die Feststellung der Vorinstanz, die in Art. 44 ATSG verankerten Mitwirkungsrechte des Beschwerdeführers seien in gehöriger Form gewahrt worden, weder als willkürbehaftet im Sinne des Art. 9 BV noch als sonstwie bundesrechtswidrig.