Citation: 6B_57/2017 E. 2.1

2.1. Hinsichtlich des Messerstichs in den Rücken beanstandet der Beschwerdeführer, auch dabei habe er in rechtfertigender Notwehr im Sinne von Art. 15 StGB gehandelt. Der Beschwerdegegner sei ihm körperlich deutlich überlegen gewesen. Alle hätten gewusst, dass der Beschwerdegegner in alkoholisiertem Zustand unberechenbar sei. Er habe sich aus dem Schwitzkasten allein nicht mehr befreien können. Für ihn sei nicht absehbar gewesen, ob der Beschwerdegegner ihm einen bleibenden körperlichen Schaden zufügen, ihm die Luft ausgehen, er ohnmächtig werden oder sich weitere Verletzungen zuziehen könnte. Nebst seiner Körperkraft sei ihm lediglich noch das Messer zur Verfügung gestanden. Der Einsatz des Messers sei die einzige erfolgversprechende Abwehrhandlung gewesen. Es sei weltfremd, in einer solchen Situation von ihm zu verlangen, dass er sich genau überlege, wohin er mit dem Messer steche.