Citation: 4P.10/2002 26.04.2002 E. 4

4.- Die Beschwerdeführerin wirft dem Kantonsgericht weiter verschiedene willkürliche Tatsachenfeststellungen vor. a) Im Bereich der Beweiswürdigung gesteht das Bundesgericht den kantonalen Gerichten einen weiten Ermessensspielraum zu. Rügt der Beschwerdeführer Willkür in der Feststellung des Sachverhalts, so greift es nur mit Zurückhaltung ein und hebt den angefochtenen Entscheid lediglich dann auf, wenn die Beweiswürdigung offensichtlich unhaltbar ist, mit der tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch steht, auf einem offenkundigen Versehen beruht oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft (BGE 120 Ia 31 E. 4b mit Hinweisen). Dabei prüft das Bundesgericht im Verfahren der staatsrechtlichen Beschwerde nur klar und detailliert erhobene und, soweit möglich, belegte Rügen (Art. 90 Abs. 1 lit. b OG; BGE 125 I 492 E. 1b S. 495; 127 I 38 E. 3c, je mit Hinweisen). b) Die Beschwerde richtet sich zunächst gegen die Feststellung, in den Arbeitsrapporten sei auch ehrenamtlich geleistete Zeit aufgeführt worden. Diese Feststellung sei willkürlich, soweit sie sich auf die Beschwerdeführerin beziehe. Einen solchen Bezug hat die Vorinstanz jedoch nicht hergestellt. Mit der Feststellung, die Arbeitsrapporte hätten dazu gedient, die gesamte, d. h. sowohl die bezahlt als auch die ehrenamtlich für das Projekt aufgewendete Zeit auszuweisen, insbesondere gegenüber den Sponsoren, sollte ausgedrückt werden, dass die Rapporte nicht primär zum Nachweis der von der Beschwerdeführerin geleisteten Arbeitsstunden erstellt wurden. c) Als willkürlich ficht die Beschwerdeführerin weiter die Feststellung an, sie habe bei der Jahresrechnung 1996 und beim Budget 1997 mitgewirkt. Diese Rüge ist ebenfalls unbegründet, stellt die Beschwerdeführerin doch nicht in Abrede, dass sie der dafür zuständigen Person, die notwendigen Zahlen unterbreitet und einen Budgetvorschlag gemacht hat. Dies als Mitwirkung zu bezeichnen, ist durchaus haltbar. d) Das Kantonsgericht hat festgestellt, dass die Beschwerdeführerin bei der Erstellung des Budgets 1997 nicht auf die Überstundenforderung hingewiesen hat; der Beschwerdegegner habe deshalb annehmen dürfen, auch aus Sicht der Beschwerdeführerin bestehe keine Überstundenforderung. Die Beschwerdeführerin rügt, das Kantonsgericht habe willkür- lich ausser Acht gelassen, dass der Beschwerdegegner in der Bilanz des Jahres 1997 die Überstundenforderung ebenfalls nicht aufgeführt habe, obwohl sie dort schon bekannt gewesen sei. Die Beschwerdeführerin legt jedoch nicht dar, inwiefern die Berücksichtigung dieses Umstandes zwingend zu einer anderen Beurteilung des Sachverhalts hätte führen müssen. Die Rüge ist demnach nicht zu hören (Art. 90 Abs. 1 lit. b OG). e) Willkür rügt die Beschwerdeführerin ferner hinsichtlich der Annahme des Kantonsgerichts, die Parteien hätten sich nach ihrem tatsächlichen übereinstimmenden Willen an der Vorstandssitzung vom 23. Juni 1997 vergleichsweise geeinigt. Das Kantonsgericht hat festgehalten, gemäss Protokoll der Vorstandssitzung vom 2. Juni 1997 sei vorgeschlagen worden, dass die Anstellung der Beschwerdeführerin vom 1. Juli 1997 bis 30. November 1997 von 50 auf 60 % aufgestockt werde und ihr für den Dezember 1997 eine 80 %-ige und ab Januar 1998 eine feste Anstellung in Aussicht gestellt werde, womit sämtliche Forderungen der Beschwerdeführerin abgegolten sein sollten. Dieser Vorschlag sei an der nächsten Vorstandssitzung in Anwesenheit der Beschwerdeführerin, mithin mit deren Einverständnis, angenommen worden. aa) Die Beschwerdeführerin bringt vor, die Feststellung des Kantonsgerichts, dass mit dem Vergleich ihre sämtlichen Forderungen abgegolten sein sollten, stehe in einem unauflöslichen Widerspruch zur Erwägung in dessen erstem Urteil vom 13. Januar 2000, wonach es der Beschwerdeführerin bis zum Schluss nicht gelungen sei, die Überstunden abzubauen, weshalb sie ihr Ferienkonto überhaupt nicht in Anspruch genommen habe. Die Beschwerdeführerin lässt einerseits ausser Acht, dass das Kantonsgericht die Umschreibung "alles abgegolten" immer nur im Zusammenhang mit den Überstunden verwendet hat, und andererseits, dass der Grund für die vergleichsweise Einigung in den beschränkten finanziellen Mitteln des Beschwerdegegners lag. Das Kantonsgericht ist somit davon ausgegangen, dass die vergleichsweise Abgeltung sämtlicher Forderungen den Verzicht auf alle finanziellen Forderungen aus der Leistung von Überstunden bedeutete. Im angefochtenen Urteil ist weder von der Kompensation der Überstunden durch Freizeit noch von Ferienansprüchen die Rede. Ein Widerspruch ist deshalb nicht auszumachen. bb) Mit der Feststellung, die Parteien hätten sich vergleichsweise geeinigt, hat das Kantonsgericht aus Sicht der Beschwerdeführerin zudem einen offensichtlichen Widerspruch zur Sachverhaltsdarstellung des Beschwerdegegners geschaffen. Dieser habe in seiner Klageantwort den Geltungsbereich der angeblichen Verzichtserklärung der Beschwerdeführerin ausdrücklich auf zukünftige Forderungen aus Mehrarbeit beschränkt. Diese Rüge ist ebenfalls unbegründet. Wie der Beschwerdegegner zutreffend anführt, hat er im kantonalen Verfahren die vollständige Abweisung der Klage beantragt und zudem an der von der Beschwerdeführerin bezeichneten Stelle angegeben, die Beschwerdeführerin sei vom Präsidenten ausdrücklich darauf hingewiesen worden, dass mit der Erhöhung des Teilpensums und des Gehalts auch zukünftige Forderungen aus Mehrarbeit abgegolten seien. Von einer Beschränkung der Verzichtserklärung auf zukünftige Forderungen kann angesichts des Wortes "auch" nicht die Rede sein.