Citation: 9C_337/2014 E. 6.3

6.3. Hinsichtlich der Tatsache, dass der Beschwerdegegner im Zeitraum von Dezember 2002 bis Oktober 2005 verschiedentlich erwerbstätig gewesen war und gleichzeitig Sozialhilfeleistungen bezog, wofür er wegen Betrugs strafrechtlich verurteilt wurde, wirft die Beschwerdeführerin dem Gerichtsgutachter sodann aktenwidrige Behauptungen und eine klare Verdrehung der Fakten vor. Gänzlich ausser Acht lasse der Experte auch, dass der Beschwerdegegner bereits nach seiner Einreise in die Schweiz verschiedenen erwerblichen Tätigkeiten nachgegangen sei. Von Dezember 1997 bis September 1998 habe er bei einer Transportfirma gearbeitet. Ab 1999 bis 2002 habe er in den Wintermonaten Arbeitslosenentschädigung bezogen, die restliche Zeit habe er jeweils gearbeitet. Der Gerichtsgutachter befragte den Beschwerdegegner zu den im Zeitraum von Dezember 2002 bis Oktober 2005 ausgeübten Erwerbstätigkeiten und zur strafrechtlichen Verurteilung. Ebenfalls nahm er Einblick in die bei den Unterlagen befindlichen Strafakten, was die Beschwerdeführerin nicht bestreitet. Inwiefern der Experte bei der Würdigung des betreffenden Sachverhalts im Lichte der psychopathologischen Befunde von falschen (aktenwidrigen, verdrehten) Tatsachen ausgegangen sein soll, ist nicht ersichtlich und wird auch nicht weiter ausgeführt. Sodann trifft zwar zu, dass sich der Gerichtsgutachter nicht ausdrücklich zur im Grundsatz unbestrittenen erwerblichen Tätigkeit des Beschwerdegegners im Zeitraum 1997 bis 2002 äusserte. Zu beachten ist jedoch und darin dürfte auch der Grund hierfür liegen, dass ihn die Vorinstanz nicht ausdrücklich ersucht hatte, dazu Stellung zu nehmen, so wie sie es für den Zeitraum von Dezember 2002 bis Oktober 2005 getan hatte. Abgesehen davon ist anzunehmen, dass er näher darauf eingegangen wäre, wenn er dies für Befundung und Diagnosestellung als erforderlich erachtet hätte. Im Übrigen hat der Experte dargelegt, dass PTBS mit längeren Latenzzeiten nicht selten sind und beim Explorand aufgrund der Schwere der Traumatisierung (Verfolgung, Gefängnisaufenthalte, am eigenen Leib erlebte Folterungen und Zeugenschaft solcher) eine hohe Wahrscheinlichkeit von Chronifizierung besteht. Die Symptomatik habe sich von Juni 2004 bis zur Rentenzusprechung am 20. Mai 2008 tendenziell verschlechtert nach dem Wiedertreffen eines früheren Gefängniskollegen, der durch einen Selbstverbrennungsversuch schwer entstellt und pflegebedürftig geworden sei. Nach dem Gesagten verletzt es kein Bundesrecht, dass das kantonale Gericht dem psychiatrischen Gerichtsgutachten vom 12. November 2013 Beweiswert zuerkannt und gestützt darauf vom Vorliegen einer posttraumatischen Belastungsstörung (ICD-10 F43.1) ausgegangen ist.