Citation: U 551/06 14.12.2007 E. 4

4.1 Dr. med. G.________, Facharzt für Allgemeine Medizin, äusserte am 20. Dezember 2004 den Verdacht auf ein Distorsionstrauma im Bereich der HWS infolge eines Autounfalles vom 26. August 2004. Die Versicherte leide nach wie vor an rezidivierenden Kopfschmerzen und Spannungsgefühlen im Bereich der HWS. Gemäss seinem Schreiben vom 19. Oktober 2004 war die Versicherte von 30. August bis 6. Oktober 2004 bei ihm in Behandlung. Die nach dem Unfall geklagten Beschwerden seien unter manueller Therapie deutlich regredient gewesen. Die Untersuchung habe keine neurologischen Ausfälle ergeben. Die Versicherte sei ab 30. August bis voraussichtlich Ende Oktober 2004 arbeitsunfähig. 4.2 Die interdisziplinäre Notfallstation, Spital W.________, berichtete am 9. Februar 2005, die Versicherte sei am 26. Dezember 2004 mit der Ambulanz gekommen. Sie habe Schmerzen im Bereich der Brustwirbelsäule und am Sternum angegeben. Es hätten eine schmerzbedingte Dyspnoe, keine Bewusstlosigkeit, eine Amnesie für das Ereignis, keine Übelkeit oder Erbrechen und keine Kopfschmerzen bestanden. Bei der HWS habe ein paravertebraler Hartspann bei freier Beweglichkeit in alle Richtungen mit endphasigem Schmerz vorgelegen. 4.3 Dr. med. E.________, Facharzt für Innere Medizin, diagnostizierte in seinem Bericht vom 9. März 2005 ein kraniozervikales Beschleunigungstrauma vom 26. August und vom 26. Dezember 2004 bei Status nach HWS-Kontusion im Jahr 1970. Er attestierte ab 26. Dezember 2004 bis zum 23. Januar 2005 volle Arbeitsunfähigkeit, danach eine solche von 50 % und ab 21. Februar 2005 wiederum von 100 % (vgl. die Eintragungen im Unfallschein). 4.4 Dr. med. T.________, Facharzt für Neurologie, diagnostizierte am 11. März 2005 wahrscheinlich psychogenen Schwindel im Rahmen einer vegetativen Dysregulation nach wiederholten HWS-Beschleunigungstraumata, rezidivierende Panikattacken, wahrscheinlich rezidivierende oberflächliche Hyperventilationszustände, Status nach Radikaloperationen des rechten Mittelohres 1968 bis 1976 sowie eine behandelte arterielle Hypertonie. Die Versicherte habe beim Unfall vom 26. Dezember 2004 den Kopf seitlich an der Wagentüre angeschlagen. Sie sei nicht bewusstlos gewesen, nervlich aber völlig am Ende, und habe danach über Nacken- und Rückenschmerzen, ohne Kopfschmerzen geklagt. Bei der neurologisch klinischen Untersuchung sei die äussere Inspektion des Kopfes unauffällig, ohne Zwangs- oder Fehlhaltung und mit ordentlicher HWS-Beweglichkeit gewesen. Er habe keine Zeichen einer strukturellen Läsion des Vestibulärapparates gefunden. Der sehr komplex beschriebene Schwindel sei am ehesten erklärt durch eine vegetative Vertigo bei einer emotional sensiblen, zur Zeit stark belasteten Versicherten, welche noch unter dem Schock des Unfalles zu stehen scheine und diesen bisher nur ungenügend verarbeitet habe. Dies werde durch die Vorgeschichte zusätzlich überlagert. Zusatzabklärungen seien vorderhand nicht notwendig. 4.5 Die Klinik I.________ ersuchte mit Zwischenbericht vom 23. Juni 2005 um Verlängerung der Kostengutsprache für die stationäre Neurorehabilitation. Sie diagnostizierte dabei den Status nach einem HWS-Distorsionstrauma am 26. Dezember 2004 mit/bei Verdacht auf eine Somatisierungsstörung, einer depressiven Stimmungslage, rezidivierenden Panikattacken und einer Thoraxkontusion. Im Vordergrund stehe eine ausgeprägte Somatisierungsstörung mit depressiver Entwicklung. Subjektiv hätten bei Eintritt Schwindel und andere vegetative Störungen sowie Kopf- und Nackenschmerzen im Vordergrund gestanden. Der Schwerpunkt der Behandlung habe von Anfang an in der Psychotherapie gelegen. Im Rahmen der Therapien habe sich die Stimmungslage tendenziell stabilisiert. Die Abklärung der beruflichen Leistungsfähigkeit habe noch deutliche Leistungsschwankungen und konzentrationsbedingte Fehler ergeben. Ein Grossteil dieser Einschränkungen sei durch die Depression verursacht oder zumindest verschlechtert. Die Stimmungslage werde nachhaltig durch die unsichere berufliche Situation beeinflusst. Während des Aufenthaltes fanden Physiotherapie, eine berufliche, eine logopädische und eine orthoptische Abklärung sowie eine neuropsychologische und eine otorhinolaryngologische Untersuchung statt. Im Austrittsbericht vom 22. Juli 2005 hielt die Klinik zusammenfassend fest, bei der Versicherten liege eine Somatisierungsstörung mit chronischem Schmerzsyndrom und somatoformer Schmerzausweitung vor. Es gebe keine Anhaltspunkte dafür, dass noch wesentliche somatische traumatische Läsionen zu den Beschwerden beitragen würden. Es werde jedoch eine erneute otorhinolaryngologische Beurteilung empfohlen. Die psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung solle fortgeführt werden. Daneben seien keine weiteren ambulanten Therapien notwendig; diese könnten sich allenfalls chronifizierend auswirken. Eine wichtige therapeutische Massnahme wäre die Einbindung in einen Arbeitsversuch oder ein Arbeitstraining zur Förderung der Rückkehr in einen normalen Alltag. 4.6 Die behandelnde Frau Dr. med. M.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, berichtete am 30. September 2005, es bestehe eine längere depressive Reaktion (ICD-10: F 43.22) mit Schwindel und Schmerzen. Nach dem stationären Aufenthalt persistierten Deprimiertheit, Ängstlichkeit, Rat- und Antriebslosigkeit. Die Versicherte habe während ihres stationären Aufenthaltes sehr profitiert, könne aber wegen der andauernden Antriebslosigkeit die erlernten Übungen zu Hause nicht mehr durchführen. 4.7 Am 20. Oktober 2005 erstattete die Arbeitsgruppe für Unfallmechanik ihre biomechanische Kurzbeurteilung, wonach die Beschwerden der Versicherten durch die Kollisionseinwirkung im Normalfall nur schwer und unter Berücksichtigung der degenerativen Veränderungen besser zu erklären seien. 4.8 Die Medizinische Klinik, Spital W.________, berichtete am 3. November 2005 über den stationären Aufenthalt der Versicherten vom 18. bis 21. Oktober 2005. Die Zuweisung sei zur Abklärung der Exazerbation von chronischen sternalen und Oberbauchschmerzen nach Mitteilung der Aufkündigung der Fortzahlung der Taggelder erfolgt. Auf Grund der Anamnese seien die Beschwerden am ehesten im Rahmen einer Somatisierungsstörung bei depressiver Stimmungslage bzw. psychosozialer Belastungssituation zu sehen. Im Verlauf hätten die Beschwerden spontan regrediert. 4.9 Dr. med. B.________, Facharzt für Neurologie, hielt am 17. Februar 2006 nebst den bekannten Diagnosen zusätzlich degenerative Veränderungen der HWS (Bereich C5 bis Th1) und der Lumbalwirbelsäule (LWS; insbesondere im Bereich L5/S1) fest. Auf Grund der klinischen Untersuchung gebe es keine Hinweise auf fokale neurologische Defizite, insbesondere keine Hinweise auf eine zentrale oder periphere Vestibulopathie, und kein Hinweis auf eine cerebelläre Störung. Erwähnenswert seien die radiologischen Befunde vom Unfalltag, welche vorbestehende, ausgeprägte degenerative Veränderungen der HWS und der LWS zeigten. Da die Versicherte angebe, vor dem Unfall beschwerdefrei gewesen zu sein, habe der Unfall die Schmerzen ausgelöst oder zumindest markant verstärkt. Abschliessend empfahl Dr. med. B.________ eine psychiatrische Behandlung. 4.10 Dr. med. L.________, Facharzt für Innere Medizin, diagnostizierte die bereits bekannten Leiden (Bericht vom 23. Februar 2006). Die aktuellen Beschwerden seien unter Therapie verbesserbar. Es sei das Heimprogramm regelmässig weiterzuführen. Eine psychotherapeutische Behandlung mit dem Ziel der verbesserten Schmerzverarbeitung und zur Beeinflussung der depressiven Stimmungslage erscheine sinnvoll, sei aber bislang nicht begonnen worden. 4.11 Anlässlich der vorinstanzlichen Verhandlung wurde ein Bericht des Dr. med. Y.________, Facharzt für orthopädische Chirurgie, vom 20. Juni 2006 sowie des Medizinisch Radiodiagnostischen Instituts, Privatklinik H.________, vom 15. Juni 2006 aufgelegt.