Citation: 1P.340/2002 28.10.2002 E. A

Die Untersuchungsrichterin 2 des Untersuchungsrichteramtes des Kantons Bern führt gegen A.________ und weitere Personen eine Voruntersuchung wegen Verdachts des Pfändungsbetrugs. Im Rahmen dieser Untersuchung ersuchte sie mit Schreiben vom 1. Mai 2002 die X.________ Handels AG und die Y.________ AG, ihr bis Ende Mai 2002 folgende Fragen zu beantworten bzw. folgende Unterlagen zuzustellen: - Bekanntgabe der Aktionäre der Gesellschaft seit Gründung derselben (X.________ Handels AG) bzw. seit 1993 (Y.________ AG) bis heute; - Auszug aus dem Aktienbuch der Gesellschaft seit Gründung derselben bzw. seit 1993 bis heute; - Bekanntgabe (Zusammenstellung pro Jahr unter Beilage der Belege) sämtlicher Lohn- und Honorarzahlungen sowie sämtlicher anderer Vergütungen und Bezüge, welche unter irgendeinem Titel (auch Spesen, Tantiemen, Dividenden etc.) an A.________ geflossen sind, seit der Gründung der Gesellschaft bzw. seit 1993 bis heute. Die beiden Gesellschaften führten in einem an die Untersuchungsrichterin gerichteten Schreiben vom 13. Mai 2002 aus, sie seien bereit, die A.________ betreffenden Auskünfte zu erteilen und die entsprechenden Belege herauszugeben. Weitergehende Informationen, insbesondere über das Aktionariat, unterlägen jedoch der Schweigepflicht des Verwaltungsrates, was von der Untersuchungsbehörde zu respektieren sei. Sie stellten daher den Antrag, es sei darauf zu verzichten, von ihnen die Bekanntgabe sämtlicher Aktionäre sowie die Zustellung eines Auszugs aus den Aktienbüchern zu verlangen. Mit Verfügung vom 15. Mai 2002 wies die Untersuchungsrichterin diesen Antrag ab und leitete das Schreiben der Gesellschaften als Beschwerde an die Anklagekammer des Obergerichts des Kantons Bern weiter. Die Anklagekammer wies die Beschwerde mit Beschluss vom 28. Mai 2002 ab.