Citation: 4A_141/2022 E. 3.3

3.3. Auch wenn der Haftpflichtprozess nicht nach dem auf den hypothetischen Erstprozess anwendbaren Prozessrecht geführt wird, kann es somit unter Umständen geboten sein, allfälligen Unterschieden im anwendbaren Prozessrecht bei der Beurteilung der Prozessaussichten (und nur dort) Rechnung zu tragen (vgl. schon: BGE 87 II 364 E. 2 S. 374, wonach es darauf ankommt, ob eine Behauptung im Erstprozess als bewiesen erachtet worden wäre). Insoweit treten aber nur Probleme auf, wenn zwischen dem auf den Haftpflichtprozess anwendbaren Prozessrecht und demjenigen, das bei pflichtgemässem Verhalten auf den Erstprozess zur Anwendung gekommen wäre, für das Beweisergebnis wesentliche Unterschiede bestehen, die sich auch bei sorgfältiger Prozessführung im Haftpflichtprozess nicht vermeiden lassen. Denn in derartigen Fällen besteht keine Gewähr dafür, dass das Beweisergebnis nach dem auf den Haftpflichtprozess massgebenden Prozessrecht dem mutmasslichen Ergebnis im Erstprozess entspricht - und allein dieses ist für die Frage, wie die Dinge ihren Lauf ohne Pflichtverletzung genommen hätten (BGE 127 III 357 E. 5a), massgebend (BGE 87 II 364 E. 2 S. 374). Der Beschwerdeführerin gelingt es indessen nicht, derartige Unterschiede aufzuzeigen: