Citation: H 419/00 08.07.2002 E. 3

3.- a) Die Vergleichsrechnung gemäss Art. 33bis Abs. 1 AHVG ist nicht nur dann durchzuführen, wenn eine Person eine Invalidenrente bezieht und diese durch eine Altersrente der gleichen Person abgelöst wird (BGE 127 V 199 Erw. 2b, Urteil C. vom 22. Mai 2001, H 400/99), sondern auch in Fällen wie dem vorliegenden, wenn durch Tod des rentenberechtigten Ehemannes dessen Invalidenrente durch eine Hinterlassenenrente der hinterbliebenen Ehefrau abgelöst wird (vgl. Rz 3012 bis 3015 des Kreisschreibens II über die Rentenberechnung von Mutations- und Ablösungsfällen in der von 1. Januar 2000 bis 28. Februar 2002 gültigen Fassung). b) Wird im Rahmen der Vergleichsrechnung zunächst auf die bisherige Berechnungsgrundlage der ausschliesslich auf den Einkommen des verstorbenen Ehegatten festgesetzten Invalidenrente abgestellt, ist gestützt auf die Einträge im individuellen Konto (IK) des Verstorbenen (für die Jahre 1966-1995) von einer gesamthaften Beitragsdauer von 26 Jahren und einem beitragspflichtigen Einkommen von insgesamt Fr. 1'505'176.- (Fr. 1'092'291.-, aufgewertet mit dem Faktor 1,378 für das massgebende Kalenderjahr 1969 mit dem ersten IK-Eintrag; Rententabellen 2000, S. 21) auszugehen, was ein massgebendes durchschnittliches Einkommen von Fr. 57'891.- ergibt. Wird dieses Einkommen um 2,58 % (vgl. Art. 1 Abs. 2 der Verordnung 97 vom 16. September 1996 über die Anpassung an die Lohn- und Preisentwicklung bei der AHV/IV) und 1 % (Art. 1 Abs. 2 der Verordnung 99 vom 16. September 1998 über Anpassungen an die Lohn- und Preisentwicklung bei der AHV/IV) auf das Jahr 2000 aufgewertet, resultiert ein Einkommen von Fr. 59'978. 85, was im Rahmen der Skala 44 der bundesamtlichen Rententabellen (Rententabellen 1999, S. 25) entsprechend dem nächsthöheren Tabellenwert von Fr. 60'300.- eine Witwenrente von Fr. 1479.- und zwei Waisenrente von je Fr. 740.- ergibt. Zwar ist gemäss Art. 36 Abs. 3 IVG das durchschnittliche Erwerbseinkommen um einen prozentualen Zuschlag zu erhöhen, wenn der Versicherte bei Eintritt der Invalidität das 45. Altersjahr noch nicht vollendet hat. Da der Versicherte erst ab 1. Dezember 1995 einen Rentenanspruch und in diesem Zeitpunkt bereits das 45. Altersjahr vollendet hatte, kann ein Erhöhung um einen prozentualen Zuschlag nicht erfolgen. Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin ist dabei nicht der Krankheitsbeginn, sondern der Eintritt des Versicherungsfalles, hier also der Beginn des materiellrechtlichen Rentenanspruches massgebend (Urteil C. vom 20. Juli 2001; I 476/99). c) Die Rentenberechnung auf der Grundlage der Hinterlassenenrente, die auf Grund der mit der 10. AHV-Revision seit 1. Januar 1997 in Kraft stehenden Bestimmungen erfolgt, geht von einer Beitragsdauer von 31 Jahren (vom ersten IK-Eintrag bis zum Todesdatum vom 6. März 2000) und ebenfalls von einem beitragspflichtigen Einkommen von insgesamt Fr. 1'092'291.- aus. Aufgewertet mit dem Faktor 1,293 (erster IK-Eintrag 1969, Eintritt des Versicherungsfalles im Jahr 2000) und unter Berücksichtigung von 16 halben Erziehungsgutschriften (Fr. 36'180.- x16 : 2 = Fr. 289'440.-) ergibt sich ein durchschnittliches Einkommen von Fr. 54'896.- und damit im Rahmen des nächsthöheren Tabellenwerts von Fr. 55'476.- eine Witwenrente von Fr. 1428.- bzw. einer Waisenrente von Fr. 714.- (Rententabelle 1999, S. 25). Ein Zuschlag zum durchschnittlichen Einkommen ist entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin auch hier nicht möglich, da bei der Berechnung der Hinterlassenenrente das durchschnittliche Einkommen der verstorbenen Person gemäss Art. 33 Abs. 3 AHVG prozentual erhöht wird, wenn diese bei ihrem Tod das 45. Altersjahr noch nicht vollendet hat, der Ehemann der Versicherten indes am 6. März 2000 im Alter von 51 Jahren starb. Damit erweist sich die Berechnung auf der IV-Grundlage als vorteilhafter, weshalb darauf abzustellen ist. Zu berücksichtigen wäre allenfalls, wie die Vorinstanz zutreffend ausgeführt hat, dass bei der Berechnung auf der Grundlage der Hinterlassenenrente die Einkommen des Verstorbenen der Jahre 1996 bis 2000 mangels definitiver Steuerzahlen im Zeitpunkt der Verfügung (BGE 121 V 366 Erw. 1b mit Hinweisen) nicht berücksichtigt wurden. Sollte die definitive Steuerveranlagung ein Einkommen aus selbstständiger Erwerbstätigkeit in diesen Jahren ergeben, wäre eine Neuberechnung durchzuführen. Dies ist indes nicht im vorliegenden Verfahren zu entscheiden, da nach ständiger Rechtsprechung der Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung die zeitliche Grenze der gerichtlichen Überprüfungsbefugnis bildet (BGE 121 V 366 Erw. 1b mit Hinweisen).