Citation: 6B_823/2024 E. 2.2.1

2.2.1. Die Vorinstanz erachtet für die Vergewaltigung eine hypothetische Einsatzstrafe von 33 Monaten für angemessen, wobei sie das objektive und subjektive Tatverschulden innerhalb des gesetzlichen Strafrahmens im unteren Drittel ansiedelt. Der Beschwerdeführer habe die damals 19-jährige Beschwerdegegnerin 2 mit Gewalt zum Geschlechtsverkehr gezwungen. Der eigentliche Akt habe aber nur wenige Sekunden gedauert, und der Beschwerdeführer habe nach dessen Gegenwehr vom Opfer abgelassen. Er habe den Geschlechtsverkehr durch physische Einwirkung auf die Beschwerdegegnerin 2 gegen deren klar manifestierten Willen vollzogen und das Opfer mit den Worten, "entspann di, imach scho nüt" beruhigt. Verschuldenserhöhend sei zu werten, dass er das vorbelastetes Opfer durch die Tat retraumatisiert habe. Ausserdem sei der Geschlechtsverkehr ungeschützt erfolgt, was verschuldenserhöhend wirke. Die objektive Tatkomponente sei demnach gerade noch im unteren Bereich anzuordnen, grenze aber an den mittleren Bereich. Subjektiv habe der Beschwerdeführer direktvorsätzlich gehandelt, indem er das zuvor aufgebaute Vertrauen der Beschwerdegegnerin 2 ausgenutzt habe. Die Tat sei zwar nicht von Anfang an geplant gewesen. Als die Beschwerdegegnerin 2 aber keinen Geschlechtsverkehr mit ihm gewollt habe, habe er Gewalt angewandt, wobei er trotz verbaler und körperlicher Abwehrversuche nicht von seinem Vorhaben abgelassen habe. Allerdings habe der Beschwerdeführer die Situation akzeptiert, als sich das Opfer befreit habe, was verschuldensmindernd wirke. Demgegenüber lasse die Tatsache, dass er die Tat im Haus des Opfers vorgenommen habe, wo dessen Mutter und Bruder nebenan schliefen, auf eine besondere Rücksichtslosigkeit schliessen. Zudem habe der Beschwerdeführer den klar geäusserten Willen der Beschwerdegegnerin 2 und ihre sexuelle Integrität einzig zur Befriedigung der eigenen Bedürfnisse und damit aus egoistischen Motiven missachtet. Dies wirke verschuldenserhöhend. Insgesamt liege das subjektive Tatverschulden ebenfalls gerade knapp im unteren Bereich. Die diversen, teilweise einschlägigen Vorstrafen, so wegen sexueller Handlungen mit Kindern im Jahr 2016, würden stark straferhöhend ins Gewicht fallen. Strafmilderungsgründe seien nicht ersichtlich. Insgesamt sei eine Einsatzstrafe wegen Vergewaltigung von 35 Monaten angemessen.