Citation: 5A_637/2022 E. 3.2.3

3.2.3. Als Nächstes wirft die Beschwerdeführerin der Vorinstnaz vor, bei der Obhutszuteilung willkürlich zu berücksichtigen, dass C.________ seit Juni 2021 vom Beschwerdegegner betreut wird. Damit stütze sich der angefochtene Entscheid auf einen Umstand, der durch einen rechtswidrigen und die Niederlassungsfreiheit (Art. 24 BV) verletzenden Entscheid hervorgerufen wurde. Die Beschwerdeführerin erinnert daran, dass das Bezirksgericht sie willkürlich in eine unhaltbare Situation gebracht habe, indem es keine Regelung für den Fall traf, dass sie trotz Abweisung ihres Begehrens um Zustimmung zum Wechsel von C.________s Wohnsitz wegziehen sollte. Zur Erklärung, weshalb sie aus medizinischen Gründen zum Wegzug nach Deutschland "gezwungen" gewesen sei, zitiert die Beschwerdeführerin ausführlich aus einer an sie gerichteten E-Mail von F.________, Fachpsychologin für Psychotherapie FSP. Dem Obergericht wirft sie vor, diesen Beweis willkürlich zu würdigen. Das fragliche Schreiben halte klar fest, dass der Wegzug aufgrund ihrer medizinischen Notlage notwendig war. Ohne selbst den Sachverhalt abzuklären, äussere das Obergericht sein Befremden darüber, dass die Psychologin dem Beschwerdegegner pauschal unterstelle, persönlichkeitsauffällig zu sein und C.________ zu instrumentalisieren und zu manipulieren. Daraus leite es willkürlich ab, dass die gesundheitlichen Gründe des Wegzugs nicht glaubhaft dargelegt seien. Beim Entscheid über ein Begehren um behördliche Zustimmung zum Wechsel des Aufenthaltsorts nach Art. 301a Abs. 2 ZGB geht es um eine Anpassung der bestehenden Betreuungsregelung an eine neue Situation (vgl. Art. 301a Abs. 5 ZGB). Entsprechend bildet das bisher gelebte Betreuungsmodell den Ausgangspunkt der gerichtlichen Beurteilung (s. zum Ganzen BGE 142 III 481 E. 2.7). Hier geht die Vorinstanz in ihren tatsächlichen Feststellungen detailliert auf alle Phasen von C.________s Betreuung seit der Geburt ein. In ihrer Gesamtwürdigung begnügt sie sich mit dem Hinweis, dass die Parteien C.________ schon sechs Monate nach der Geburt in Fremdbetreuung gegeben hätten. So oder anders vermag die Beschwerdeführerin keinen nachvollziehbaren Grund darzutun, weshalb das Obergericht gerade den Zeitabschnitt seit ihrem Wegzug nach Deutschland zwingend hätte ausser Acht lassen müssen. Das Faktum, dass C.________ seit Ende Juni 2021 vom Beschwerdegegner betreut wird, hat die Beschwerdeführerin selbst geschaffen, indem sie am 25. Juni 2021 nach U.________ (Deutschland) zog, während C.________ beim Beschwerdegegner in V.________ (ZH) blieb (s. Sachverhalt Bst. B). Aus welchen Gründen die Beschwerdeführerin wegzog, ist für die Sachverhaltsfeststellungen über die bisher tatsächlich praktizierte Betreuungsregelung nicht von Bedeutung, noch hat damit die Frage zu tun, ob der erstinstanzliche Entscheid, der gar nie in Rechtskraft erwuchs, zu beanstanden war. Entsprechend erübrigen sich Erörterungen zum Vorwurf, dass die Vorinstanz das besagte Schreiben der Psychologin willkürlich würdige. Im Übrigen behauptet die Beschwerdeführerin zu Recht nicht, dass das Bezirksgericht ihr eine Rechtspflicht zum Wegzug aufgebürdet hätte. Ebenso wenig macht sie geltend, dass sie bei C.________ geblieben wäre, falls das Bezirksgericht bundesrechtskonform eine Wegzugsregelung (s. dazu Urteil 5A_224/2022 vom 13. Dezember 2022 E. 3.5.2) getroffen und die Obhut für den Fall ihres Wegzugs dem Beschwerdegegner zugeteilt hätte. Die Beschwerde ist auch in dieser Hinsicht unbegründet.