Citation: 2A.731/2004 27.05.2005 E. 3.1

3.1.1 Nach Art. 14 StHG wird das Vermögen zum Verkehrswert bewertet. Dabei kann der Ertragswert angemessen berücksichtigt werden. Die land- und forstwirtschaftlich genutzten Grundstücke werden zum Ertragswert bewertet. Das kantonale Recht kann bestimmen, dass bei der Bewertung der Verkehrswert mitberücksichtigt wird oder im Falle der Veräusserung oder Aufgabe der land- oder forstwirtschaftlichen Nutzung des Grundstücks eine Nachbesteuerung für die Differenz zwischen Ertrags- und Verkehrswert erfolgt. Daraus ist zu schliessen, dass den Kantonen bei der Ausgestaltung der Vermögensbewertung ein gewisser Spielraum zusteht (Urteil 2A.402/2003 vom 16. Juli 2004, E. 2.1). 3.1.2 Wird eine Liegenschaft, die zum Ertragswert bewertet worden ist, ganz oder zum Teil veräussert oder der bisherigen land- und forstwirtschaftlichen Bewirtschaftung entfremdet, wird nach thurgauischem Steuerrecht auf diesen Zeitpunkt vom bisherigen Eigentümer eine ergänzende Vermögensteuer erhoben (§ 50 Abs. 1 StG/TG). Grundstücke im Baugebiet werden nur dann zum Ertragswert bewertet, wenn sie Bestandteil eines gesamthaft existenzfähigen Betriebes sind, der vom Eigentümer oder Nutzniesser hauptberuflich selber bewirtschaftet wird, oder wenn ein existenzfähiger Betrieb gesamthaft verpachtet und hauptberuflich als Einheit bewirtschaftet wird (§ 44 Abs. 2 in Verbindung mit § 50 Abs. 3 StG/TG).