Citation: C 82/05 20.06.2005 E. 2.4

2.4.1 Nach Gesetz und Rechtsprechung ist bei der Ermittlung des versicherten Verdienstes grundsätzlich von den tatsächlichen Lohnbezügen auszugehen. Von dieser Regelung im Einzelfall abzuweichen rechtfertigt sich nur dort, wo ein Missbrauch im Sinne der Vereinbarung fiktiver Löhne, welche in Wirklichkeit nicht zur Auszahlung gelangt sind (vgl. ARV 1995 Nr. 15 S. 81 Erw. 2c), praktisch ausgeschlossen werden kann. Eine restriktive Haltung dergestalt, dass bei der Ermittlung des versicherten Verdienstes nur in begründeten Ausnahmefällen auf die Lohnabrede zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer abzustellen ist, erscheint auch aus gesetzessystematischen Gründen als geboten. (BGE 128 V 190 Erw. 3/aa mit Hinweis). 2.4.2 Eine Besonderheit besteht dort, wo der im Beruf oder Gewerbe des andern mitarbeitende Ehegatte für diese Tätigkeit Anspruch auf angemessene Entschädigung nach Art. 165 Abs. 1 ZGB hat. Diesfalls bemisst sich der versicherte Verdienst nach der allenfalls gerichtlich festzulegenden Höhe der Entschädigungsforderung (vgl. ARV 1999 Nr. 21 S. 116 ff. Erw. 2). Nach Art. 165 Abs. 3 ZGB besteht aber kein Entschädigungsanspruch gestützt auf Art. 165 Abs. 1 ZGB, wenn der Beitrag des Ehegatten an den Unterhalt der Familie in Form der Mitarbeit im Beruf oder Gewerbe des andern seinen Rechtsgrund u.a. in einem Arbeitsvertrag hat, was vorliegend zu bejahen ist. 2.5 Ist erstellt, dass die Beschwerdegegnerin tatsächlich monatlich Fr. 3000.- als Lohn erhalten hat und keine Besonderheit vorliegt, um nicht auf die tatsächlichen Lohnbezüge innerhalb des Bemessungszeitraumes abzustellen, besteht für die Herabsetzung eines allenfalls übersetzten Einkommens kein Raum, da die Arbeitslosenversicherungsgesetzgebung ein solches Instrument zur Herabsetzung des für den versicherten Verdienst massgebenden Lohnes nicht kennt. Bei einem hinsichtlich beruflicher Qualifikation und ausgeübter Tätigkeit - beispielsweise wegen einer nicht orts- und branchenüblichen Entlöhnung - hoch ausgefallenen versicherten Verdienstes, was die Vermittlung einer zumutbaren Arbeit erschwert, besteht einzig die Möglichkeit, mit Zustimmung der tripartiten Kommission ausnahmsweise eine Arbeit für zumutbar zu erklären, deren Entlöhnung weniger als 70 % des versicherten Verdienstes beträgt (Art. 16 Abs. 2 lit. i AVIG). Die Höhe des versicherten Verdienstes wird dadurch, wie dargelegt, aber nicht tangiert. Der vorinstanzliche Entscheid hält demgemäss Stand.