Citation: 8C_483/2021 E. 5.4.1

5.4.1. In Anwendung von Art. 100 Abs. 2 UVV steht es den beteiligten Unfallversicherern aber frei, eine hiervon abweichende Regelung zu treffen, wie die Vorinstanz zutreffend betonte. Dies haben die CSS und die Beschwerdegegnerin getan, indem die CSS die Leistungen für die aus dem ersten Geschehen resultierenden psychischen Beschwerden erbringt, was in tatsächlicher Hinsicht feststeht. Die Suva informierte die damalige Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin mit E-Mail vom 27. Juni 2018 über die Kostenübernahme für die psychotherapeutische Behandlung bis auf weiteres. Anlässlich eines Telefongesprächs mit der Rechtsvertreterin am 22. November 2018 bestätigte die CSS ihre Leistungspflicht in Bezug auf die aktuell vorliegenden psychischen Beschwerden, da diese gemäss ihrem Konsiliarpsychiater klar auf die Vergewaltigung zurückzuführen seien. Gegen die Verfügung der AXA vom 7. November 2018 werde keine Einsprache erhoben. Im Wesentlichen den gleichen Inhalt wies das von der Vorinstanz erwähnte Telefongespräch vom 18. September 2018 zwischen der Beschwerdegegnerin und der Suva auf, wobei die Suva bestätigte, dass der Fall bezüglich des Ereignisses aus dem Jahr 2009 noch nicht abgeschlossen worden sei (Telefonnotiz vom 18. September 2018). Dieser Umstand war dem heutigen Rechtsvertreter ebenfalls bekannt. Bei dieser Sachlage verletzte die Vorinstanz das Recht auf Beweis (Art. 29 Abs. 2 BV und Art. 6 Ziff. 1 EMRK) nicht, indem sie feststellte, dass die beteiligten Unfallversicherer eine vom Grundsatz der Leistungspflicht des Zweitversicherers abweichende Vereinbarung trafen.