Citation: 5P.162/2000 20.07.2000 E. 5

5.- Verfassungsrügen erhebt der Beschwerdeführer ferner gegen die Berechnung der Bedürftigkeitsrente. Er macht zur Hauptsache geltend, das Kantonsgericht sei aus nicht nachvollziehbaren Gründen von einem viel zu hohen Einkommen ausgegangen, das er erst noch selber zugestanden haben solle. Diese Rüge richtet sich gegen eine Feststellung tatsächlicher Natur (z.B. BGE 122 III 97 E. 3a S. 99; vgl. zur Abgrenzung bei hypothetischem Einkommen: BGE 126 III 10 E. 2b S. 12), während alle weiteren und hier nicht eigens erwähnten Vorbringen Rechtsfragen betreffen (Art. 84 Abs. 2 OG; z.B. BGE 121 III 49 E. 1c S. 51 und 297 E. 3b S. 299: Grundsätze der Rentenberechnung; z.B. BGE 124 III 52 E. 2b S. 55: Anspruch auf Beteiligung an der Austrittsleistung der Pensionskasse des andern Ehegatten). Das Kantonsgericht hat festgehalten, das Jahresgehalt für 1995 habe Fr. 77'731.-- und 1996 noch Fr. 36'748.-- betragen. Diese drastische Reduktion stehe in direktem Zusammenhang mit der in diesem Zeitraum erfolgten Sanierung der Hotel A.________ AG. Es handle sich um eine aus wirtschaftlichen Gründen erfolgte Massnahme, welche gemäss Angaben des Beschwerdeführers anlässlich der Befragung andauere. Weiter heisst es im kantonsgerichtlichen Urteil: "Er gab an, aktuell Fr. 46'000.-- zu erzielen" (E. 4b S. 27). Der Beschwerdeführer bezweifelt diese Aussage und macht - soweit sie so gefallen sein sollte - geltend, bei diesem Betrag könne es sich nur um sein Gesamteinkommen handeln, das ungefähr in dieser Grössenordnung bestanden habe, aber nicht um sein Gehalt, zu dem noch Spesenentschädigungen und Nebenerwerbsverdienste hinzugerechnet werden könnten. Er bemängelt, dass das Kantonsgericht weder die genaue Frage noch die genaue Antwort zu dieser wesentlichen Tatsache geklärt habe, zumal auch kein Protokoll hierüber vorliege. Entgegen der Beschwerdegegnerin wird damit keine Verletzung kantonaler Vorschriften über die formfreie richterliche Befragung an der Hauptverhandlung und die Protokollierung der Ergebnisse gerügt (Art. 112 i.V.m. Art. 115 ZPO/GR; PKG 1990 Nr. 13 S. 58 ff.). Der Beschwerdeführer erhebt Verfassungsrügen und erblickt Willkür darin, dass das Kantonsgericht derart wichtige Aussagen einfach entgegengenommen und nicht auf Klarstellung gedrängt habe. Indem er festhält, es liege kein Protokoll der Parteiverhandlung vor, überhaupt nichts Schriftliches, und auch der genaue Wortlaut der Frage sei unbekannt, bezieht er sich sinngemäss auf seinen Anspruch auf rechtliches Gehör. Aus Art. 4 aBV wird die Pflicht der Behörden abgeleitet, auch die wesentlichen Parteiäusserungen zu protokollieren (für das Verwaltungsverfahren: BGE 124 V 389 E. 3 und E. 4a S. 390 f.; für den Strafprozess: BGE 126 I 15 E. 2a/aa S. 16). Dem Zweck der Verurkundung des Prozessstoffes und der Feststellung des Beweisergebnisses dienen in berufungsfähigen Zivilfällen lit. b und c des Art. 51 Abs. 1 OG. Die Bestimmung gibt keinen Anspruch auf ein formelles Protokoll, doch sind die entsprechenden Feststellungen im Entscheid so zu treffen, dass sie im Fall von lit. b das fehlende genaue Sitzungsprotokoll über die Vorbringen anlässlich der Parteiverhandlung zu ersetzen vermögen und im Fall von lit. c Parteien und Bundesgericht klar Aufschluss geben, von welchen tatsächlichen Annahmen der kantonale Richter ausgegangen ist. Die Anrufung dieser Bestimmung im Rahmen der - hier zulässigen - Berufung ist geeignet, den vom Beschwerdeführer geltend gemachten Mangel in der genauen Feststellung eines für die Entscheidung massgebenden Parteivorbringens zu beheben, wobei hier offen bleiben kann, ob dieses zum mündlichen Parteivortrag (lit. b) oder zum Beweisergebnis (lit. c) gehört hat. Weder das Urteil noch die zu den Akten gegebenen Plädoyernotizen vermögen die beanstandete Unbestimmtheit und Unvollständigkeit zu beseitigen. Die Möglichkeit, die Korrektur dieses formellen Mangels mit Berufung zu erwirken, schliesst die staatsrechtliche Beschwerde aus (Art. 84 Abs. 2 OG; vgl. Poudret/Sandoz-Monod, Commentaire de la loi fédérale d'organisation judiciaire, II, Bern 1990, zu Art. 51 OG: N. 3 S. 364 für lit. b und die Hinweise auf die Praxis mit teilweise abweichender Meinung in N. 4 S. 366 für lit. c).