Citation: 6S.295/2005 22.12.2005 E. 2

Die Vorinstanz stellt für das Bundesgericht verbindlich fest, dass der Beschwerdegegner am 3. April 2000 B.________ mit direktem Vorsatz erschoss. Sie fügt jedoch an, es lasse sich nicht nachweisen, dass der Angeschuldigte den Tötungsvorsatz schon vor der Auseinandersetzung in der Tiefgarage gefasst und er aus diesem Grund am Vorabend seine Pistole ausprobiert und dann mitgenommen habe. Zum diesem Schluss gelangt die Vorinstanz aufgrund einer eingehen-den Würdigung der Beweismittel. Sie erklärt auch, bei der Vorgeschichte der Tat müsse vieles offen bleiben, zumal die Begründung des Beschwerdegegners, wieso er am Tattag eine Pistole mit sich führte und er am Abend zuvor damit Probeschüsse abfeuerte, nicht überzeuge. Die Beschwerdeführerin weicht von diesen verbindlichen Feststellungen ab, soweit sie geltend macht, dass wegen der tags zuvor abgegebenen Probeschüsse und der Vorbereitungen zur Fälschung der Empfangsquittung beim Beschwerdegegner der Tötungswille bereits im Vorfeld der Tat zumindest latent vorhanden gewesen sein müsse. Im Übrigen übersieht die Beschwerdeführerin, dass aus der Mitnahme der Waffe, um bei allfälligen Schwierigkeiten bei den Verhandlungen mit B.________ gerüstet zu sein, keineswegs zwingend auf einen Tötungsvorsatz geschlossen werden kann. Aufgrund des festgestellten Sachverhalts handelt es sich bei der fraglichen Tat jedenfalls nicht um eine im Voraus genau geplante skrupellose Tötung, die schon aufgrund des äusseren Ablaufs als Mord zu qualifizieren wäre.