Citation: 6P.95/2003 14.08.2003 E. 3

3.1 Der Beschwerdeführer bringt ferner vor, aus dem Gutachten der Psychiatrischen Universitätsklinik Basel (PUK) vom 21. Juli 2002 ergebe sich, dass die Wahrscheinlichkeit weiterer Taten nur hypothetisch beantwortet werden könne. Straftaten - wie die ihm aktuell zur Last gelegten - seien in hohem Masse wahrscheinlich. Aber auch schwerer wiegende Angriffe gegen die Integrität Dritter seien nicht mit Sicherheit auszuschliessen. Das Abstellen auf solche Ausführungen sei willkürlich, denn bei keiner Person dieser Erde lasse sich irgendetwas ausschliessen. Überdies habe die Gutachterin das ihm zugefügte Unrecht (vgl. Urteil der II. Zivilabteilung des Bundesgerichtes vom 13. März 2003) nicht gekannt und seine Ausführungen hierzu auch gar nicht ernst genommen. Es sei deswegen unverständlich und daher willkürlich, wenn im Gutachten (S. 27 unten) festgehalten werde, er vermöge für jedes einzelne ihm vorgeworfene Delikt rationale beziehungsweise "pseudo-rationale Erklärungen" abzugeben. Das wenig differenzierte Bild, welches die Gutachterin von ihm zeichne, werde ihm nicht gerecht (Beschwerdeschrift S. 3/4). 3.2 Das Gericht würdigt ein psychiatrisches Gutachten grundsätzlich frei (Art. 249 BStP). Es darf in Fachfragen nicht ohne triftige Gründe vom Gutachten abweichen und muss Abweichungen begründen. Das Abstellen auf nicht schlüssige Gutachten kann gegen Art. 9 BV verstossen, wenn gewichtige, zuverlässig begründete Tatsachen oder Indizien die Überzeugungskraft des Gutachtens ernstlich erschüttern (BGE 129 I 49 E. 4). Das vom Kantonsgericht in Auftrag gegebene psychiatrische Hauptgutachten von Frau Dr. H.________ und von Herrn Dr. I.________, Psychiatrische Universitätsklinik Basel, vom 21. Juli 2002 (graue Appellationsakten 82) ist sehr sorgfältig und ausführlich abgefasst. Die Prognose der Rückfallgefahr ist einleuchtend dargestellt (Gutachten S. 26 - 31). Wenn das Gutachten zur Frage der Rückfallgefahr nur eine hypothetische Antwort gibt (Gutachten S. 32 Ziff. 2.2), so hängt dies damit zusammen, dass der Beschwerdeführer die Taten nur teilweise eingestanden hat und diese daher nur hypothetisch anzunehmen sind (Gutachten S. 26 Mitte). Den Gutachtern war bekannt, dass der Sohn J.________ des Beschwerdeführers ohne dessen Zustimmung zur Adoption freigegeben worden war (Gutachten S. 19). Es ist unerfindlich und wird nicht dargetan, wie die Kenntnis über das entsprechende Urteil zu einem anderen Ergebnis des Gutachtens hätte führen können. Entgegen der Behauptung in der Beschwerde hat das Gutachten ein sehr differenziertes Bild des Beschwerdeführers gezeichnet, und die Aussage, er vermöge für jedes einzelne ihm vorgeworfene Delikt rationale beziehungsweise pseudo-rationale Erklärungen abzugeben, hat es hinreichend begründet (Gutachten S. 23 ff). Zusammenfassend durfte das Kantonsgericht, ohne in Willkür zu verfallen, auf das von ihm in Auftrag gegebene Gutachten der PUK Basel vom 21. Juli 2002 abstellen.