Citation: 1C_136/2023 E. 4.2

4.2. Beim Amt für Denkmalpflege und Archäologie handelt es sich nach dem Zuger Recht um die kantonale Fachstelle im Bereich der Denkmalpflege (vgl. § 14 Abs. 1 DMSG). Als solche bereitet es namentlich die Geschäfte zuhanden der zuständigen Behörden vor (§ 14 Abs. 1 lit. a DMSG). Seine Fachberichte sind öffentlich zugänglich (§ 14 Abs. 2 DMSG). Zur Frage, ob und wann ein externes Sachverständigengutachten einzuholen ist, finden sich im Zuger Denkmalschutzgesetz keine Bestimmungen. Gemäss § 13 Abs. 1 des Gesetzes des Kantons Zug vom 1. April 1976 über den Rechtsschutz in Verwaltungssachen (Verwaltungsrechtspflegegesetz, VRG; BGS 162.1) kann die Behörde zur Feststellung des Sachverhaltes Parteien und Drittpersonen befragen, Urkunden beiziehen, Augenscheine vornehmen und Gutachten einholen. Nimmt die Verwaltung gutachterlich Stellung, kann ein solcher Amts- oder Fachbericht erhöhte Beweiskraft beanspruchen, auch wenn es sich nicht um ein eigentliches Sachverständigengutachten handelt (vgl. DOMINIK BACHMANN, Denkmalgutachten, PBG 2017/3 S. 16; zum Begriff des Amtsberichts ferner MICHEL DAUM, in: Kommentar zum Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege im Kanton Bern, 2. Aufl. 2020, N. 38 und 55 zu Art. 19 VRPG/BE; KRAUSKOPF/WYSSLING, in: Praxiskommentar Verwaltungsverfahrensgesetz, 3. Aufl. 2023, N. 148 und 186 zu Art. 12 VwVG; WIEDERKEHR/MEYER/BÖHME, VwVG Kommentar, 2022, N. 60 und 64 zu Art. 12 VwVG). Ohnehin ist grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten ausschlaggebend für ihren Beweiswert (BGE 125 V 351 E. 3a; zum Beweiswert von Stellungnahmen eidgenössischer Fachbehörden BGE 145 II 70 E. 5.5; 136 II 214 E. 5). Wenn der Regierungsrat und das Verwaltungsgericht auf die Expertise der kantonalen Fachbehörde abstellten, ohne ein externes Gutachten einzuholen, ist daran grundsätzlich nichts auszusetzen (vgl. Urteil 1C_225/2011 vom 8. September 2011 E. 2.4). Weder der Untersuchungsgrundsatz noch der Anspruch auf rechtliches Gehör gebieten, dass das Gericht einem Antrag auf Einholung eines Gutachtens in jedem Fall stattzugeben hätte (BACHMANN, a.a.O., S. 13). Insbesondere kann es in antizipierter Beweiswürdigung auf die Anordnung einer Begutachtung verzichten (vgl. E. 4.1; Urteile 1C_55/2011 vom 1. April 2011 E. 2; 1P.384/2006 vom 9. November 2006 E. 3).