Citation: 7B_269/2022 E. 8.3

8.3. Aus Art. 29 Abs. 2 BV leitet sich zwar die Befugnis der Parteien ab, sich in einem sie betreffenden Verfahren vertreten zu lassen. Die Verfassungsnorm garantiert jedoch kein verfassungsmässiges Recht auf Ausrichtung einer Parteientschädigung. Die Frage der Parteientschädigung beurteilt sich einzig anhand des auf die Sache anwendbaren Verfahrensrechts, vorliegend also der StPO (Urteil 1B_92/2021 vom 31. Mai 2021 E. 3.1 mit Hinweisen). Laut (Art. 436 Abs. 1 StPO i.V.m.) Art. 433 Abs. 1 lit. a StPO hat die Privatklägerschaft gegenüber der beschuldigten Person Anspruch auf angemessene Entschädigung für notwendige Aufwendungen im Verfahren, wenn sie obsiegt. Dies ist der Fall, wenn es bei einer Strafklage zu einer Verurteilung der beschuldigten Person kommt (BGE 139 IV 102 E. 4.3; Urteile 6B_1232/2021 vom 27. Januar 2022 E. 3.3.5; 6B_460/2020 vom 10. März 2021 E. 10.3.2) und/oder wenn im Falle der Zivilklage die Zivilforderung geschützt wird (Urteile 6B_226/2017 vom 20. Juli 2017 E. 4.1; 6B_1046/2013 vom 14. Mai 2014 E. 2.3). Näher zu prüfen ist, was unter "notwendige Aufwendungen" im Sinne von Art. 433 Abs. 1 StPO zu verstehen ist. Relevant ist dabei namentlich die Frage, ob bereits der Beizug einer rechtlichen Vertretung an sich oder nur der von dieser erbrachte Aufwand sachlich geboten bzw. notwendig sein muss.