Citation: 8C_166/2022 E. 4.2.2

4.2.2. Ebenso stellte die Vorinstanz gestützt auf ihre bundesrechtskonforme Würdigung der Beweislage jedenfalls nicht willkürlich fest, dass der Versicherte gemäss psychiatrischem Gutachten an lege artis diagnostizierten psychischen Störungen mit Krankheitswert leidet. Für die Annahme eines invalidisierenden Gesundheitsschadens ist letztlich nicht die Schwere einer Erkrankung entscheidend, sondern deren Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit, zumal sie in beruflicher Hinsicht unterschiedliche Folgen zeitigt (BGE 148 V 49 E. 6.2.2 mit Verweis auf BGE 143 V 418 E. 5.2.2; Urteil 8C_331/2022 vom 6. September 2022 E. 5.1). Zwar vermochte Prof. Dr. med. D.________ aus der Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung - im Verlauf mit mittelgradiger Ausprägung (F33.1 nach ICD-10), gegenwärtig remittiert - das neurasthene Erscheinungsbild mit Stress- und Frustrationsintoleranz sowie Dünnhäutigkeit nicht eindeutig zu erklären. Zudem fand er die geforderten Belege für eine Persönlichkeitsstörung nicht. Doch erhob er als Begleitdiagnose angesichts der emotional-instabilen Anteile und gewisser schizoider Züge die Diagnose einer Persönlichkeitsakzentuierung, die im Zusammenwirken mit einer Minderung der psychischen Resilienz bei Stressoren in der Kindheit und einer hereditären Belastung für eine Alkoholabhängigkeitserkrankung die Einschränkung der Leistungsfähigkeit nachvollziehbar begründe. Mit der Vorinstanz besteht gestützt auf die Expertise des Prof. Dr. med. D.________ kein Zweifel, dass der Versicherte an fachärztlich-psychiatrisch festgestellten Störungen von Krankheitswert leidet, wobei von einer Minderung der psychischen Resilienz auszugehen ist mit einer auch arbeitspraktisch nachgewiesenen Beeinträchtigung der Belastbarkeit bei Stressintoleranz und erhöhter Erschöpfbarkeit, welche sekundär bei emotionaler Instabilität zu depressiven Einbrüchen und maladaptivem und selbstschädigendem Verhalten führt. Laut vorinstanzlicher Sachverhaltsfeststellung sind dem Versicherten gestützt auf das psychiatrische Gutachten seit Mai 2014 (abgesehen von den Phasen stationärer und teilstationärer Klinik-Aufenthalte mit voller Arbeitsunfähigkeit) nur noch Tätigkeiten mit geringem zwischenmenschlichem Konfliktpotential ohne erhöhte Verantwortlichkeit, ohne erhöhten Zeit- und Leistungsdruck (Akkordarbeit) sowie ohne Wechsel- oder Nachtschicht-Anteile bei einem maximalen Pensum von 60 % zumutbar. Nach dem Gesagten trifft mit Blick auf das psychiatrische Gutachten entgegen der Beschwerdeführerin nicht zu, dass dieser Expertise für die invalidisierenden Einschränkungen der Leistungsfähigkeit im Rahmen der medizinisch-psychiatrischen Interpretationen des fachärztlichen Gutachters (vgl. zu dessen Ermessen E. 4.1.2 hiervor) keine nachvollziehbare Begründung zu entnehmen wäre.