Citation: 7B_1056/2024 E. 3.1

3.1. Die Vorinstanz begründet ihren Entscheid mit der vom Beschwerdeführer ausgehenden Fluchtgefahr. Sie erwägt im Einzelnen, das Regionalgericht habe mit Beschluss vom 1. Dezember 2023 die Sicherheitshaft des Beschwerdeführers angeordnet. Zur Begründung der Fluchtgefahr habe es ausgeführt, der Beschwerdeführer habe enge familiäre und soziale Bindungen zu seinem Heimatland. Die Ausgangslage sei bekannt und es könne auf die Ausführungen in den bisher ergangenen Entscheiden hingewiesen werden. Der Beschwerdeführer habe sich bis zu seiner Verhaftung grundsätzlich jedes Jahr in Bulgarien aufgehalten. Mit Blick auf die nunmehr ausgesprochene hohe Freiheitsstrafe sei der Anreiz, sich durch Flucht oder Untertauchen dem Vollzug der restlichen Freiheitsstrafe und auch der angeordneten langjährigen Landesverweisung zu entziehen, evident. Die für die Beurteilung der Fluchtgefahr relevanten Umstände hätten sich nicht geändert. Es stünden keine geeigneten Ersatzmassnahmen zur Verfügung. Diese Ausführungen - so wiederum die Vorinstanz - behielten nach wie vor ihre Gültigkeit. Daran ändere nichts, dass die Beschwerdekammer die Verfügung des Regionalgerichts vom 13. Dezember 2023 betreffend Abweisung des vorzeitigen Strafantritts aufgehoben und den Antrag auf Bewilligung des vorzeitigen Strafantritts gutgeheissen habe. Die Fluchtgefahr sei nicht Thema des Beschlusses gewesen, sondern "nur" die Kollusionsgefahr. Auf die Fluchtgefahr sei sodann vom Regionalgericht mit Schreiben vom 22. Februar 2024 an die Bewährungs- und Vollzugsdienste explizit hingewiesen worden und es sei auf ein geschlossenes Vollzugsregime festgelegt worden. Zu den Ausführungen des Regionalgerichts betreffend enge familiäre und soziale Bindungen zu seinem Heimatland komme nun noch hinzu, dass der Beschwerdeführer gemäss Schreiben seines Verteidigers vom 23. August 2024 offenbar eine bulgarische Staatsangehörige heiraten wolle, welche in den nächsten Monaten in die Schweiz reisen wolle, um den Beschwerdeführer zu besuchen. Sie lebe somit offensichtlich nicht in der Schweiz. Die hohe Fluchtgefahr werde somit noch zusätzlich untermauert. Ebenso sei darauf hinzuweisen, dass dem Beschwerdeführer durch die selbständige Berufung und Anschlussberufung der Generalstaatsanwaltschaft grundsätzlich eine noch längere Freiheitsstrafe und längere Landesverweisung drohe. Dies sei zu berücksichtigen, selbst wenn festzuhalten bleibe, dass der Beschwerdeführer mit einer Ausnahme sämtliche Schuldsprüche und folglich auch die ausgesprochene Sanktion angefochten habe. Die Fluchtgefahr - so der Schluss der Vorinstanz - bestehe somit weiterhin und könnte bei einem Besuch der bulgarischen Botschaft auch nicht hinreichend reduziert werden. Zudem merkt die Vorinstanz an, die Bewährungs- und Vollzugsdienste führten in ihrem Schreiben vom 13. August 2024in fine aus, mangels konkreter Angaben im Urlaubsgesuch, z.B. wann die Hochzeit geplant sei und wen der Beschwerdeführer heiraten wolle, sei fraglich, ob die Voraussetzungen für die Gewährung eines Sachurlaubes erfüllt seien. Dem Schreiben der Verteidigung des Beschwerdeführers vom 23. August 2024 sei zwar zu entnehmen, dass er B.________ heiraten wolle und dem Schreiben sei eine Kopie ihres Passes beigelegt. Dies alleine ändere aber nichts an der Einschätzung der Bewährungs- und Vollzugsdienste. Es sei immerhin darauf hinzuweisen, dass den Akten nichts von einer B.________ zu entnehmen sei. Der Beschwerdeführer sei im Zeitpunkt der Verhaftung noch mit der Straf- und Zivilklägerin 1 verheiratet gewesen, anlässlich der vorinstanzlichen Einvernahme habe er bei der Frage nach seinen Zukunftsplänen nichts von B.________ gesagt und beispielhaft sei auch erwähnt, dass der Beschwerdeführer am 21. Dezember 2023 beim Regionalgericht einen Antrag um Bewilligung von Telefongesprächen mit sechs Personen gestellt habe, wobei keine davon B.________ gewesen sei.