Citation: 6B_342/2021 E. 1.3.3

1.3.3. Entgegen den Vorbringen des Beschwerdeführers würdigt die Vorinstanz seine privaten Interessen an einem Verbleib in der Schweiz differenziert und bezieht bei der Betrachtung seines Gesundheitszustandes sowohl die Diagnose der posttraumatischen Belastungsstörung als auch diejenige der Persönlichkeitsstörung in ihre Argumentation mit ein (vgl. Urteil E. 3.3, 3.5). Im Einklang mit der bundesgerichtlichen Rechtsprechung prüft die Vorinstanz, ob unter diesen Umständen eine Rückkehr in sein Heimatland auch in medizinischer Hinsicht möglich erscheint (vgl. BGE 145 IV 455 E. 9.4). Sie kommt folgerichtig zum Schluss, seine gesundheitliche Situation stehe einer Landesverweisung nicht entgegen (vgl. Urteil E. II/3.3). Der Beschwerdeführer belässt es grösstenteils dabei, aufzuzeigen, welche Umstände zu seiner posttraumatischen Belastungsstörung geführt hätten, ohne dabei begründet darzulegen, inwiefern die Vorinstanz diese Elemente nicht bzw. unzutreffend in ihre Würdigung einbezogen haben soll. Er äussert sich nicht dazu, inwiefern die posttraumatische Belastungsstörung oder die Persönlichkeitsstörung eine Rückkehr in sein Heimatland verunmöglichen würden, weil dort beispielsweise keine geeignete Behandlung garantiert wäre (vgl. BGE 145 IV 455 E. 9.6). Wenn er vorbringt, es sei fraglich, ob man die Störungen, mit welchen er belastet sei, dort erfolgreich behandeln könne, wo sie ihren Ursprung genommen hätten, setzt er sich weder mit den vorinstanzlichen Erwägungen auseinander, noch begründet er seine Auffassung rechtsgenüglich. Darauf ist nicht näher einzugehen. Die Rüge des Beschwerdeführers geht auch insoweit fehl, als er vorbringt, aufgrund der Zusatzdiagnose der Persönlichkeitsstörung treffe ihn an seiner privaten Situation, mitunter an der mangelnden Integration, seiner Alkoholabhängigkeit sowie am Fehlen von sozial tragfähigen Beziehungen, nur ein geringes Verschulden. Die Vorinstanz behauptet nicht, der Beschwerdeführer habe sich seine aktuelle persönliche Situation selbst zuzuschreiben bzw. ihn treffe dafür ein Verschulden. Jedoch bemisst sie seine privaten Interessen zu Recht anhand seiner privaten Lage im Urteilszeitpunkt, unabhängig davon, wie diese Situation entstanden ist. Die Vorinstanz setzt sich dabei nicht nur mit dem Gesundheitszustand auseinander, sondern würdigt auch weitere Aspekte seines Privatlebens. So spricht sie mitunter seiner langen Aufenthaltsdauer in der Schweiz ein erhebliches Gewicht zu. Diesbezüglich hält sie aber zutreffend fest, trotz 27 Jahren in der Schweiz habe sich der Beschwerdeführer hier weder beruflich noch auf der sozialen Ebene zu integrieren vermögen, wobei sich unter anderem seine fehlende sprachliche Anpassung auch anlässlich der Berufungsverhandlung bestätigt habe (Urteil E. II/3.2 f.). Zudem ist der Beschwerdeführer seit mehreren Jahren von der Sozialhilfe abhängig und damit auf finanzielle staatliche Unterstützung angewiesen. Damit relativiert die Vorinstanz die Gewichtung der langen Aufenthaltsdauer im Rahmen der Interessenabwägung zu Recht. Zutreffend ist überdies auch die vorinstanzliche Auffassung, wonach die Auswirkungen auf das Familienleben des Beschwerdeführers gering seien. Es ist erstellt, dass die Ehe zu seiner Schweizer Exfrau vor ca. 8 Jahren geschieden wurde und der Kontakt zu seinen in der Schweiz lebenden leiblichen erwachsenen Kindern nur sporadisch stattfindet (Urteil E. II/3.3). Insgesamt gilt der Beschwerdeführer damit weder auf sozialer, noch auf sprachlicher, wirtschaftlicher oder finanzieller Ebene als erfolgreich integriert. Die vorinstanzliche Würdigung ist in diesem Punkt nicht zu beanstanden. Weiter gibt auch die vorinstanzliche Einschätzung der Resozialisierung des Beschwerdeführers in seinem Heimatland zu keinen Bemerkungen Anlass. So argumentiert die Vorinstanz zu Recht, der Beschwerdeführer habe über 30 Jahre seines Lebens in Bosnien und Herzegowina verbracht, dort mehrere Ehen geführt, eine Ausbildung genossen, sei der dortigen Sprache mächtig sowie mit den lokalen Gewohnheiten zumindest in einem gewissen Mass immer noch vertraut (Urteil E. II/3.3). Relativierend führt sie jedoch auch aus, der gesundheitlich angeschlagene Beschwerdeführer sei bereits 60 Jahre alt, was eine Wiedereingliederung in seiner alten Heimat zusätzlich erschwere. Somit legt die Vorinstanz ihrer Würdigung sämtliche relevanten Elemente zugrunde und kommt zum Schluss, eine Wiedereingliederung sei nicht ausgeschlossen. Der Beschwerdeführer begründet nicht substanziiert, weshalb die Gefahr gross sein soll, dass er mit seiner Krankheit in der Heimat, wo diese ihren Anfang genommen habe, erst recht nicht mehr klarkomme. Seine Rüge geht in diesem Punkt fehl.