Citation: 5C.57/2000 13.04.2000 E. 4

4.- Ein offensichtliches Versehen der erwähnten Art macht auch die Klägerin geltend. Sie bringt vor, das Obergericht habe bei der Zusammenstellung der aufzurechnenden, kurz vor dem güterrechtlichen Stichtag durch den Beklagten getätigten Bezüge übersehen, dass dieser am 29. Oktober 1993 bei der Bank N.________ Fr. 18'000.-- abgehoben habe. In der entsprechenden Liste der ersten Instanz sei dieser Betrag noch enthalten gewesen. a) Es trifft zu, dass die Vorinstanz den vom Bezirksgericht (zu Lasten des Beklagten) berücksichtigten Betrag mit keinem Wort erwähnt. Indessen hat sie nicht sämtliche in die Zeit kurz vor dem Stichtag fallenden Bezüge aufgerechnet, sondern nur solche von einer gewissen Höhe (40'000, 130'000 und 225'000 Franken) sowie ungewöhnliche Bezüge (79'000 DM und 15'000 US Dollar), deren Verwendung der Beklagte nicht zu erklären vermocht habe und die sie als Vermögensentäusserungen in Schädigungsabsicht im Sinne von Art. 208 Abs. 1 Ziff. 2 aZGB qualifizierte. Bei geringeren Bezügen im selben Zeitraum (Fr. 10'000.-- am 7. September 1993 und Fr. 12'000.-- am 3. November 1993) ging das Obergericht davon aus, dass sie zur Finanzierung der laufenden Bedürfnisse und der belegten grösseren Anschaffungen verwendet worden seien. Es vertrat die Ansicht, dass für Bezüge in dieser Grössenordnung die Klägerin eine Schmälerungsabsicht nachzuweisen gehabt hätte, und hielt fest, dass ihr ein derartiger Beweis nicht gelungen sei. b) Der von der Klägerin angeführte Rückzug von Fr. 18'000.-- liegt einerseits betragsmässig deutlich im Bereich der Bezüge, die das Obergericht dem Beklagten "für finanzielle Verpflichtungen irgendwelcher Art" zugestanden hat. Es handelt sich andererseits nicht um einen Bezug in Fremdwährung, der nach Auffassung der Vorinstanz - wie die Verwendung grösserer Summen - vom Beklagten zu erklären wäre. Damit könnte ein allfälliges Versehen des Obergerichts für den Ausgang des Verfahrens nur von Bedeutung sein, wenn die Klägerin vor den kantonalen Instanzen den Beweis dafür erbracht hätte, dass der Beklagte die Fr. 18'000.-- abgehoben hat, um ihren Beteiligungsanspruch zu schmälern, oder sie den entsprechenden Beweis zumindest angeboten hätte (dazu BGE 118 II 27 E. 3 S. 28 f.). Derartiges macht die Klägerin jedoch nicht geltend. Unter diesen Umständen kann sie mit ihrer Versehensrüge keinen andern, für sie vorteilhafteren Verfahrensausgang bewirken, so dass nicht geprüft zu werden braucht, ob dem Obergericht tatsächlich ein Versehen unterlaufen ist. Auf die klägerische Berufung, die keine weiteren Rügen enthält, ist bei dieser Sachlage nicht einzutreten.