Citation: 6B_938/2024 E. 5.2

5.2. Die Vorinstanz erachtet es gestützt auf die ärztlichen Berichte als erstellt, dass der Beschwerdeführer an einer Verletzung des Knies (Verstauchung und Riss des Meniskus) gelitten habe bzw. leide. Doch bestünden Zweifel an der Kausalität der Verletzung. So falle zunächst auf, dass der Beschwerdeführer erst am 28. Oktober 2020, somit zehn Tage nach dem angeblichen Touchieren, den Arzt aufgesucht habe. Sodann hätten gemäss Polizeirapport vom 19. November 2020 weder der Beschwerdeführer noch seine Partnerin, F.________, am Abend des Vorfalls gegenüber den Polizeibeamten eine Knieverletzung, verursacht durch das Fahrzeug der Beschwerdegegnerin 1, erwähnt. Es sei nicht nachvollziehbar, dass der Beschwerdeführer nichts von einer Knieverletzung erwähnt hätte, als die Beamten am Abend des Vorfalls bei ihm und seiner Partnerin vorbeigekommen seien, wenn eine solche von der Beschwerdegegnerin 1 verursacht worden wäre. Der Polizeirapport halte sodann fest, die Beamten hätten keine offensichtlichen Verletzungen festgestellt. Somit hätten die Beamten am Ereignisabend auch kein Humpeln des Beschwerdeführers, als er zum Eingangsbereich des Hauses auf sie zugekommen sei, festgestellt. Dies stehe im Widerspruch zu den Aussagen von F.________, wonach der Beschwerdeführer nicht mehr habe gehen können. F.________ habe erst sechs Tage später telefonisch bei der Polizei eine Knieverletzung des Beschwerdeführers gemeldet. Mit ihrer nachträglichen Erklärung, sie habe die Verletzung vor dem Eintreffen der Polizeibeamten nicht richtig untersuchen können und habe darum am Abend des Vorfalls nichts gesagt, dringe sie nicht durch. Denn diese Aussage stehe im Widerspruch zu ihrer späteren Deklaration, wonach sie gesehen habe, wie der Beschwerdeführer vom Fahrzeug touchiert worden sei und sie sich danach zu Hause um ihn gekümmert habe. Der Beschwerdeführer selbst habe in seiner ersten Einvernahme ein Touchieren seines Knies durch das Fahrzeug der Beschwerdegegnerin 1 nicht erwähnt und in der zweiten Einvernahme habe er dies von sich aus auch nicht erwähnt, sondern erst nach Verlesen des Protokolls als abschliessende Erklärung. Ebenso erstaune die Begründung des Beschwerdeführers, weshalb er ein Foto des Kontrollschilds des Fahrzeuges gemacht habe. Seine Antwort, er habe dieses fotografiert, weil die Beschwerdegegnerin 1 so geschrien habe, sei nicht nachvollziehbar, denn wenn er am Knie verletzt worden wäre, hätte sich die Verletzung als Grund für das Dokumentieren der Täterschaft aufgedrängt. Das vom Beschwerdeführer eingereichte Privatgutachten komme zusammengefasst zu keinem anderen Schluss, als dass die betreffende Knieverletzung vereinbar sei mit dem Zusammenstoss mit einem Auto. Diese Einschätzung bringe keinen Mehrwert. Aus dem Eintrag im Polizeirapport vom 19. November 2020 gehe hervor, dass die Knieverletzung vom Beschwerdeführer und von F.________ erst einige Tage später als solche geltend gemacht worden sei: "Fakt ist, dass die Frontscheibe von B1 kaputt war und Gummiabriebspuren aufwies, sowie B1 nachträglich eine Verletzung am Knie geltend machte". Zur Örtlichkeit der zweiten Begegnung habe die Beschwerdegegnerin 1 stets übereinstimmende Angaben gemacht; ihre Sachdarstellung stehe auch im Einklang mit den Sichtverhältnissen, da sie die Fussgänger gestützt auf die vom Beschwerdeführer und von F.________ angegebene Örtlichkeit wegen einer sich dort befindlichen Hütte nicht hätte sehen können, da der Beschwerdeführer gemäss dessen Aussage im Feld und nicht am Strassenrand gestanden sei. Die Aussagen des Beschwerdeführers und der Zeugin F.________ wiesen zahlreiche Unstimmigkeiten auf; insbesondere sei nicht nachvollziehbar, weshalb die Verletzung nicht sogleich am Abend des Ereignisses geltend gemacht worden sei. Demgegenüber habe die Beschwerdegegnerin 1 in sämtlichen Einvernahmen stets konstant und widerspruchsfrei ausgesagt. Die Vorinstanz erwägt, es bestünden unüberwindbare Zweifel, dass es am 18. Oktober 2020 in U.________ zu einer Berührung des Knies des Beschwerdeführers durch Hineinfahren des Fahrzeuges der Beschwerdegegnerin 1 gekommen sei. Damit sei der angeklagte Sachverhalt nicht erstellt, weshalb die Beschwerdegegnerin 1 vom Vorwurf der fahrlässigen, evtl. eventualvorsätzlichen, Körperverletzung freizusprechen sei.