Citation: 5A_437/2024 E. 3.4.4

3.4.4. Aus den Vorbringen der Beschwerdegegnerin (E. 3.4.2) in der Duplik geht hervor, dass ein Dritter (G.________) die Aktien als Besitzmittler des Schuldners als Veräusserer unmittelbar besessen habe und sich der Schuldner und die Beschwerdegegnerin darüber einig gewesen seien, dass G.________ nunmehr Besitzmittler der Beschwerdegegnerin als Erwerberin werden und sich am unmittelbaren Besitz nichts ändern sollte. Aus den Vorbringen geht weiter hervor, dass die Verfügung in Erfüllung der Verpflichtung des Schuldners (Übertragung der Aktien) gegenüber der Beschwerdegegnerin vorgenommen werden sollte. Das Obergericht durfte in der Behauptung der Beschwerdegegnerin, die Vornahme des Verfügungsgeschäfts erfolge zur Erfüllung der bezeichneten Verpflichtung, das Vorliegen eines Besitzanweisungsvertrages als offensichtlich mitenthalten betrachten. Die Besitzanweisung erfolgt in der Regel im Zusammenhang mit einem anderen Rechtsgeschäft; daran ändert nichts, dass der Besitzanweisungsvertrag in seinem Bestand unabhängig vom Kausalgeschäft ist (E. 3.3.3). Der Schluss des Obergerichts, die Beschwerdegegnerin habe - mit Blick auf die darauf gestützte Rechtsfolge - einen schlüssigen Tatsachenvortrag erbracht, verletzt die Verhandlungsmaxime nicht.