Citation: 5A_299/2024 E. 4.1

4.1. Weiter verlangt die Beschwerdeführerin eine Aufhebung der Betreibung zufolge Tilgung der in Betreibung gesetzten Forderungen durch Verrechnung. Dabei widerspricht die Beschwerdeführerin der Auffassung des Obergerichts, der strikte Urkundenbeweis der Tilgung der Schuld durch Verrechnung sei nicht erbracht. In Wirklichkeit könne der Bestand der zur Verrechnung gebrachten Gegenforderung nicht in Zweifel gezogen werden. Sie habe durch die Ausübung des Gestaltungsrechts der Verrechnung und durch diverse zusammenhängende Urkunden bewiesen, dass die in Betreibung gesetzte Forderung getilgt sei. Sodann habe sie rechtzeitig Widerklage gegen die Forderungen des Beschwerdegegners erhoben. Die Gutheissung der Klage durch das Kantonsgericht im materiellrechtlichen Verfahren sei nach der Rückweisung zum erneuten Entscheid durch das Obergericht faktisch eine reine Formsache. Ausserdem sei es stossend, dass das Obergericht die beiden eng zusammenhängenden Ansprüche der Parteien mit Teilentscheid vom 24. November 2022 bzw. 1. Dezember 2022 - ohne ersichtlichen Grund und damit willkürlich - auseinandergerissen und damit eine offensichtliche Schlechterstellung der Beschwerdeführerin in Bezug auf die Vollstreckung der Forderungen bewirkt habe.