Citation: I 384/02 09.07.2003 E. 4

Des Weitern beanstandet die Beschwerdeführerin, dass bei der Bestimmung des ohne Gesundheitsschädigung mutmasslich erzielbaren Einkommens (Valideneinkommen) auf die Angaben der früheren Arbeitgeber statt auf statistisch ermittelte Werte, wie sie vom Bundesamt für Statistik in der periodisch erscheinenden Lohnstrukturerhebung (LSE) tabellarisch festgehalten werden (so genannte Tabellenlöhne), abgestellt wurde. 4.1 Die Ermittlung des von einer versicherten Person ohne Gesundheitsschaden erzielbaren Einkommens hat so konkret wie möglich zu erfolgen. Es ist daher in der Regel vom letzten Lohn, welcher vor Eintritt der Gesundheitsschädigung erzielt worden ist, auszugehen. Durchschnittslöhne verschiedener Wirtschaftszweige und Arbeitnehmerkategorien werden in den vom Bundesamt für Statistik durchgeführten Lohn- und Gehaltserhebungen ermittelt. Diese basieren indessen auf den Lohnsummen ganzer Arbeitnehmerkategorien der erfassten Betriebe, woraus der Durchschnittslohn von gelernten sowie an- und ungelernten Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen in den einzelnen Branchen eruiert wird. Die meisten lohnbestimmenden Faktoren wie Alter, Berufserfahrung, Dauer der Betriebszugehörigkeit sowie spezielle Ausbildungen und Kenntnisse werden dabei nicht erfasst. Auf die Durchschnittslöhne dieser Lohnstatistik darf deshalb im Rahmen der Invaliditätsbemessung nur unter Berücksichtigung der für die Entlöhnung im Einzelfall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren abgestellt werden (vgl. Meyer-Blaser, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung [IVG], in: Murer/Stauffer [Hrsg.], Die Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Zürich 1997, S. 205 f. sowie Urteil T. vom 23. Mai 2000 [U 243/99], Erw. 2b). 4.2 Das Vorgehen der Vorinstanz, welche das Valideneinkommen auf Grund der konkreten Angaben der früheren Arbeitgeber ermittelte und dieses für das Jahr 2000 indexangepasst auf total Fr. 38'391.42 festgelegt hat, ist demnach korrekt. In diesem Sinne wurde auch der Mangel der Verwaltungsverfügung vom 11. Oktober 2000, welche diesbezüglich keine genaueren Aufschluss gebende Begründung enthielt, geheilt. Im Übrigen ist die von der Beschwerdeführerin am Vorgehen der Vorinstanz geübte Kritik ohnehin kaum verständlich. Da sie vor Eintritt der Invalidität nur zu 85 % einer Erwerbstätigkeit nachging, hätte, basierend auf den Tabellenlöhnen, die bei 100 %iger Erwerbstätigkeit ein Jahresgehalt von Fr. 44'764.32 pro Jahr ausweisen, nur ein Valideneinkommen von Fr. 38'049.65 (85% von Fr. 44'764.32) berücksichtigt werden können. Entgegen der Annahme der Beschwerdeführerin hätte bei der Bestimmung des Valideneinkommens nicht auf den bei 100 %iger Erwerbstätigkeit massgebenden Wert abgestellt werden dürfen, da sie vor Eintritt der Invalidität lediglich im Umfange von 85 % einer Erwerbstätigkeit nachging, was für die Evaluation des Valideneinkommens massgebend bleibt (vgl. BGE 125 V 146 sowie Urteil A. vom 24. Januar 2002 [I 367/00]). 4.3 Das trotz Gesundheitsschaden erzielbare Einkommen (Invalideneinkommen) wurde von der Vorinstanz unter Berücksichtigung eines von den Tabellenlöhnen vorzunehmenden Abzugs von 10 % für leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad auf Fr. 20'143.94 festgelegt. Die Verwaltung hat bei der Festlegung des Abzugs von 10 % auf Grund der konkreten Umstände das ihr zustehende Ermessen nicht überschritten. Ebenso ist es, wie von der Vorinstanz vermerkt, zutreffend, dass sich zumindest gemäss Schweizerischer Lohnstrukturerhebung (LSE) Teilzeitbeschäftigung insbesondere bei einem Pensum von 50% im Vergleich zu einer Vollzeitbeschäftigung bei Frauen proportional lohnerhöhend auswirken kann (LSE 1998 S. 20). Anzumerken ist lediglich, dass Tabelle 6* auf S. 20 der LSE 1998 nicht zwischen privatem und öffentlichem Sektor unterscheidet. Die Ergebnisse, die in dieser Tabelle aufgezeigt werden, geben jedoch zumindest einen Hinweis darauf ab, dass sich eine Teilzeitbeschäftigung bei Frauen im Bereiche des Anforderungsniveaus 4 (einfache und repetitive Tätigkeiten) lohnmässig proportional nicht negativ auswirken sollte. Allein wegen des Umstandes, dass die Beschwerdeführerin lediglich einer Teilzeitbeschäftigung nachgehen könnte, ist demnach ein Abzug von den Tabellenlöhnen nicht angezeigt. In der Verwaltungsgerichtsbeschwerde werden denn auch keine Gründe genannt, weshalb ein 10 %iger Abzug den konkreten Verhältnissen nicht gerecht werden sollte. Vielmehr fehlen diesbezügliche Rügen vollständig, so dass unter Anwendung des auch im Sozialversicherungsprozess geltenden Rügeprinzips (BGE 119 V 349) und angesichts der überzeugenden Ausführungen der Vorinstanz auch keine Veranlassung besteht, diesbezüglich weitere Abklärungen zu treffen. 4.4 Mit dem von der Verwaltung ermittelten Invaliditätsgrad im Haushaltsbereich setzt sich die Beschwerdeführerin im vorliegenden Verfahren nicht auseinander und auch sonst sind keine Anhaltspunkte ersichtlich, welche die Zuverlässigkeit dieses invalidenversicherungsrechtlichen Beweismittels in Frage stellen würden (vgl. AHI-Praxis 2001 S. 161 Erw. 3c). Der Grad der Einschränkung im Haushaltbereich ist daher im Umfange von 23 % zuzulassen.