Citation: 8C_128/2018 E. 5.2

5.2. Mit Schreiben vom 24. April 2017 nahm Dr. med. D.________ eingehend zur Beurteilung des beratenden Arztes vom 18. Juli 2016 Stellung. Er führte aus, der Patient habe sich erst 1,4 Jahre nach der letzten Konsultation und kurz nach dem Verhebetrauma vom 12. August 2015 wieder bei ihm gemeldet. Bei der Untersuchung habe der Patient einen eindeutigen Bandscheibenvorfall aufgewiesen und sei kaum mehr gehfähig gewesen. Damit stünden die Beschwerden mit "allerhöchster Wahrscheinlichkeit" im Zusammenhang mit der in der Unfallmeldung erwähnten Rückenkontusion resp. Rückenstauchung. Aufgrund der starken Beschwerden habe er gleichentags eine MRI-Untersuchung der Wirbelsäule veranlasst. Sodann zeige der Verlauf, dass der Versicherte sowohl unter traumatischen als auch unter posttraumatischen Beschwerden gelitten habe. Gemäss MRI-Befund vom 24. August 2015 sei der hintere Bandscheibenfaserring gerissen gewesen. Dies habe allmählich zum Austritt des inneren Gallertkerns geführt, der sich im weiteren Verlauf immer mehr in den Rückenmarkskanal ausgedehnt und so zu zunehmenden Beschwerden geführt habe. Ohnehin bestehe bei vorgeschädigter Wirbelsäule eine verminderte Belastbarkeit, weshalb es nicht erstaune, dass ein Verhebetrauma vorliegend zu einer permanenten und richtungsgebenden Verschlechterung geführt habe. Der Verlauf seit dem Unfall deute klar auf eine unfallkausale Beschwerdeaggravation hin. Das Heben eines Kühlschranks mit nachweislich dokumentierter und aktenkundiger Läsion sei geeignet, bei voroperierter Wirbelsäule vor neun Jahren (14. September 2006) zu einer weiteren Schädigung mit Faserriss der darüberliegenden Bandscheibe zu führen. Auch wenn bereits Degenerationen wie Gelenkserguss usw. vorbestanden hätten, so sei es im weiteren Verlauf zu einer zunehmenden Ausweitung des Bandscheibenvorfalles gekommen. Weiter spreche der Umstand, dass in der Krankengeschichte von einer Krankheit die Rede sei, nicht gegen die Unfallkausalität. Ein Ereignis nicht zu erwähnen bedeute nicht, dass ein solches nicht stattgefunden habe. Es sei unplausibel, dass die verstärkten Rückenbeschwerden krankheitsbedingt exakt mit dem Unfallzeitpunkt zusammenfallen würden.