Citation: 4A_588/2021 E. 3.5

3.5. Konkret in Bezug auf die streitigen Argumente (Anspruch bloss zu 50% und Zession an das Ehepaar F.________) präsentiert sich die Situation wie folgt: Der Beschwerdegegner brachte in der Berufungsantwort erneut vor, 50% des Versicherungsanspruchs seien von der E.________ SA nicht auf die D.________ AG übergegangen, weshalb sie in jedem Fall bloss die Hälfte des Versicherungsanspruchs gehabt hätte (Berufungsantwort Rz. 148), und dass dieser Anspruch im Oktober 2007 durch die D.________ AG an die Eheleute F.________ zediert worden sei (Rzn. 149 f.). Die Berufungsantwort wurde der Beschwerdeführerin zugestellt. Spätestens dann hätte die Beschwerdeführerin zu den Vorbringen des Beschwerdegegners Stellung nehmen können und müssen. Dies hat sie nach den verbindlichen Feststellungen der Vorinstanz nicht getan. Diese vorinstanzliche Feststellung widerlegt die Beschwerdeführerin nicht, indem sie in der Beschwerde auf Rz. 91 der Berufungsschrift verweist. Dort führte sie lediglich aus, das Regionalgericht habe zutreffend festgestellt, dass der Versicherungsanspruch von der E.________ SA mit grundbuchlich vollzogenem Kaufvertrag vom 13. April 2006 auf die D.________ AG übergegangen sei und dass der Versicherungsanspruch mit Kaufvertrag vom 12. Oktober 2007 nicht auf das Ehepaar F.________ übertragen worden sei, sondern bei der D.________ AG verblieben sei. Darin kann keine hinlängliche Entgegnung auf die konkreten Vorbringen des Beschwerdegegners erblickt werden. Ohnehin gibt die Beschwerdeführerin in Rz. 91 der Berufung ihr eigenes Verständnis des erstinstanzlichen Urteils wieder. Indessen hat sich das Regionalgericht in der in Rz. 91 der Berufung angerufenen Erwägung 4.1 nicht mit der behaupteten Zession des Versicherungsanspruchs befasst, sondern lediglich in E. 4.2 im Zusammenhang mit der Frage, ob der Kaufvertrag mit dem Ehepaar F.________ eine Handänderung im Sinne der Praxis der GVG bewirkte, die Übertragung des Grundeigentums verneint. Die Feststellung der Vorinstanz, dass sich die Beschwerdeführerin im Berufungsverfahren nicht zu den beiden Themenkomplexen äusserte, ist mithin nicht zu beanstanden. Die Vorinstanz war aber nicht verpflichtet, von sich aus dazu in den erstinstanzlichen Rechtsschriften nach einschlägigen Vorbringen der Beschwerdeführerin zu suchen.