Citation: K 23/03 14.05.2004 E. 8

8.1 Der Vorinstanz ist darin zu folgen, dass die Praxis der Beschwerdegegnerin mit der Gruppe der im selben Kanton praktizierenden Chirurgen (ohne Röntgen) der Spezialarztgruppe 02 aus mannigfachen Gründen nicht vergleichbar ist. 8.2 Wegen der Unzulässigkeit eines solchen Durchschnittskostenvergleichs hat die Vorinstanz - noch immer auf der statistischen Beweisebene - zu den durchschnittlichen Behandlungskosten der Spezialärzte für ... des Kantons Zürich gegriffen, worauf die Krankenversicherer selber Bezug genommen haben. Zwar hat die Vorinstanz erkannt, dass dieser Vergleichskanton eine andere Tarifstruktur aufweist. Darum hat sie die Vergleichbarkeit der Tarife offen gelassen. Allerdings hat sie dazu doch die Feststellung getroffen, dass die Durchschnittskosten der Praxis der Beschwerdegegnerin (Fr. 488.16) unter jenen im Kanton Zürich (Fr. 586.81) liegen. Sie hat daraus den Schluss gezogen, da die Durchschnittskosten der Beschwerdegegnerin unter jenen ihrer Kollegen im Kanton Zürich lägen, sei eine Überarztung auf Grund dieser statistischen Methode sogar widerlegt. Dem ist nicht beizupflichten, denn die Feststellung der Vorinstanz ist höchstens ein Indiz gegen die Stichhaltigkeit des Vorwurfs der unwirtschaftlichen Behandlung. Die Durchschnittskosten von Ärzten der gleichen Fachrichtung, die in andern Kantonen als der belangte Arzt praktizieren, sind nur dann relevant, wenn die Umstände, welche die Kosten beeinflussen, hinreichend ähnlich sind und nicht nur ein Vergleichskanton herangezogen wird, sondern alle hinreichend ähnlichen Kantone. Fehlt es an gesicherten Grundlagen für einen solchen interkantonalen Vergleich, ist die Wirtschaftlichkeit der Tätigkeit einer im Kanton einzig praktizierenden Person der Fachrichtung auf Grund der analytischen Methode zu prüfen (SVR 2001 KV Nr. 19 S. 51, Urteil N. vom 16. Februar 2000 [K 144/97] Erw. 5). 8.3 Wenn ein Durchschnittskostenvergleich scheitert, z.B. weil sich keine adäquate Vergleichsgruppe bilden lässt, kann die analytische Prüfmethode zum Zuge kommen (Eugster, Wirtschaftlichkeitskontrolle ambulanter ärztlicher Leistungen mit statistischen Methoden, Bern 2003, Nr. 183 S. 78). Eine an sich auch zulässige nachträgliche Einzelfallprüfung zur Verstärkung eines statistischen Ergebnisses fällt vorliegend ausser Betracht, weil es an einem solchen Resultat fehlt. 8.4 Das Schiedsgericht hat von einer Einzelfallprüfung Abstand genommen, weil konkrete Hinweise in bestimmten Einzelfällen auf eine Überarztung "zur Gänze" fehlten und die Krankenversicherer gehalten gewesen wären, zumindest Indizien für diesen Vorhalt zu liefern. Entgegen der Vorinstanz haben dies die Versicherer getan und auch die entsprechenden Beweisanträge gestellt. Soweit als möglich wurden die Vorwürfe konkretisiert, wenn auch nicht nach Patientennamen, sondern nach Diagnose-Fallgruppen. Es wurde die Edition der Krankengeschichten und die Befragung von Arztgehilfinnen als Zeuginnen beantragt. Auch liegen rechtsgenügliche Verdachtsmomente für eine Überarztung auf dem Tisch. Der Standpunkt der Versicherer ist hinreichend substanziiert und mangels Krankengeschichten kann von ihnen prozessual nicht mehr verlangt werden. 8.5 Die Vorinstanz war nach dem Untersuchungsgrundsatz verpflichtet, gestützt darauf den Sachverhalt näher abzuklären. Dieser ist im Sinne von Art. 105 Abs. 2 OG unvollständig erhoben. Der Einwand der Beschwerdegegnerin, es würde sich dabei nicht um die Wirtschaftlichkeits-, sondern um die Rechnungskontrolle handeln, geht fehl. Gegenstand der Wirtschaftlichkeitskontrolle bzw. der Überarztung ist das medizinisch und kostenmässig Erforderliche (Eugster, a.a.O., Nr. 127 f. S. 56 f.). Die Sache ist daher zur Sachverhaltsfeststellung, insbesondere zur Anordnung eines analytischen Gutachtens, und zu neuem Entscheid an das Schiedsgericht zurückzuweisen.