Citation: 2C_213/2023 E. 5.1.3

5.1.3. Ein entsprechendes Eingriffsinteresse bedingt gemäss Rechtsprechung zudem, dass die Verschuldung mutwillig eingetreten ist (vorne E. 4.3). Für die Beurteilung der Mutwilligkeit ist zunächst die Schuldenentwicklung seit der letzten Verwarnung oder Ermahnung zu berücksichtigen. Das Migrationsamt hat den Beschwerdeführer am 13. Juli 2015 wegen seiner Delinquenz und seiner Verschuldung verwarnt und ihm den Widerruf seiner Aufenthaltsbewilligung sowie die Wegweisung angedroht (vorne Bst. A.d). Diese Verwarnung stützte sich auf die per 6. März 2015 im Betreibungsregister verzeichneten Verlustscheine von rund Fr. 176'000.--. Auch waren zu diesem Zeitpunkt vier offene Betreibungen und eine Forderung mit laufender Pfändung vermerkt. Bis am 27. April 2022 waren gemäss vorinstanzlicher Sachverhaltsfeststellung Verlustscheine von rund Fr. 282'000.-- verzeichnet und es waren Forderungen im Umfang von rund Fr. 46'000.-- in Pfändung oder in Verwertung (vorne E. 5.1.2). Damit hat sich der Beschwerdeführer seit der Verwarnung in beträchtlichem Umfang weiter verschuldet. Daran ändert der Umstand, dass sich in letzter Zeit die Neuverschuldung verlangsamt hat, nichts. Dies gilt auch für die vom Beschwerdeführer geltend gemachten Schuldenrückzahlungen: Wie bereits festgestellt, ist der zu berücksichtigende Betrag mit rund Fr. 35'000.-- deutlich tiefer als vom Beschwerdeführer behauptet (vgl. vorne E. 2.3.2). Zudem hat der Beschwerdeführer mit seinen Zahlungen an die Betreibungsämter, wie die Vorinstanz korrekt festhielt und der Beschwerdeführer nicht in Abrede stellt, lediglich laufende betreibungsrechtliche Verbindlichkeiten bedient und damit verhindert, dass seine Verlustscheinsschulden weiter anwachsen. Das blosse Erfüllen laufender Forderungen stellt noch keine Schuldensanierung dar. Werden Forderungen erst beglichen, wenn die Gläubigerin oder der Gläubiger betreibungsrechtliche Schritte einleitet, spricht dies im Gegenteil eher für eine weiterhin instabile finanzielle Situation. Hinzu kommt, dass der Beschwerdeführer gemäss Vorinstanz seit Oktober 2021 keine weiteren relevanten Zahlungen geleistet hat. Obschon sich die Neuverschuldung in jüngster Zeit verlangsamt hat, was positiv zu werten ist, kann nach dem Dargelegten nicht von einer Schuldensanierung gesprochen werden.