Citation: U 215/01 03.04.2002 E. 4

4.- Zu prüfen bleibt, ob zwischen dem Unfall vom 21. Juli 1997 und der psychisch bedingten Erwerbsunfähigkeit ein adäquater Kausalzusammenhang besteht. Aus dem Rapport der Kantonspolizei vom 30. Juli 1997 und der Unfallmeldung der Arbeitgeberin vom 6. August 1997 geht hervor, dass der Beschwerdeführer auf einem Fenstersims stehend ausrutschte und mit den Beinen voran zwischen einem Baugerüst und der Hausmauer rund 3,5 Meter in die Tiefe fiel und dabei mit dem Rücken auf dem Fenstersims oder dem Gerüst aufschlug. Nach dem Bericht des Regionalspitals Laufenburg vom 29. Juli 1997 stürzte er auf die Füsse. Bei seinem Aufenthalt im Spital Z.________ will der Beschwerdeführer sich im September 1997 nicht mehr an den genauen Unfallhergang erinnert haben. In der Verwaltungsgerichtsbeschwerde lässt er nun vorbringen, er sei mit dem Rücken auf den (Beton-) Boden aufgeschlagen. Angesichts der früheren Berichte und Aussagen zum Hergang des Unfalls, für den es keine Augenzeugen gibt, sowie der Art der diagnostizierten Verletzungen ist fraglich, ob der Beschwerdeführer wirklich direkt mit dem Rücken auf dem Boden aufgeschlagen ist; dies wäre aber vorliegend bei der Beantwortung der Frage nach der Adäquanz nicht von ausschlaggebender Bedeutung. In dem in RKUV 1998 Nr. U 307 S. 448 veröffentlichten Urteil K. vom 27. April 1998 hat das Eidgenössische Versicherungsgericht die bisherige Rechtsprechung zur Einteilung der Unfälle mit psychischen Folgeschäden, bei denen ein Sturz aus einer gewissen Höhe als Ursache auftritt, in leichte, mittelschwere und schwere Unfälle einlässlich dargelegt. Im Lichte dieser Rechtsprechung ist der hier zu beurteilende Unfall vom 21. Juli 1997 auf Grund des augenfälligen Geschehensablaufs und der dabei zugezogenen Verletzungen dem mittleren Bereich zuzuordnen. Hier lässt sich die Frage, ob zwischen dem Unfallgeschehen und der psychisch bedingten Erwerbsunfähigkeit ein adäquater Kausalzusammenhang besteht, nicht auf Grund des Unfalles allein schlüssig beantworten, sondern es sind weitere, objektiv fassbare Kriterien in eine Gesamtwürdigung einzubeziehen (BGE 115 V 140 Erw. 6c/aa). Vorliegend gilt es zu berücksichtigen, dass der Unfall keine besondere Eindrücklichkeit aufwies und die erlittenen Verletzungen nicht von einer Schwere oder besonderen Art waren, um erfahrungsgemäss geeignet zu sein, psychische Fehlentwicklungen auszulösen. So wurde bereits ein halbes Jahr nach dem Ereignis fachärztlich festgestellt, dass der Befund der LWS sich im Vergleich zu dem rund ein Jahr vor dem Sturz erhobenen Ergebnis nicht verändert habe. Damit fällt auch das Merkmal einer ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung ausser Betracht. Da die Schmerzen nicht somatisch bedingt sind, kommt entgegen der Vorinstanz und dem Beschwerdeführer das Kriterium der körperlichen Dauerschmerzen nicht in Frage. Anders als es der Beschwerdeführer sieht, ist auf Grund der Berichte der Rehabilitationsklinik das Vorliegen des Merkmals der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit spätestens nach einem Jahr ebenfalls zu verneinen. Hingegen wurde bereits im September 1997 anlässlich einer Hospitalisation im Spital Z.________ eine depressive Entwicklung rapportiert. Das Kriterium eines schwierigen Heilungsverlaufes ist zwar zu bejahen, war doch der Beschwerdeführer mehrmals hospitalisiert. Die Hospitalisierungen von September 1997 bis Januar 1998 erfolgten indes vielfach hauptsächlich wegen der Herzoperation und nicht wegen der Unfallfolgen. Somit ist dieses Kriterium hier nicht in besonders ausgeprägter Weise erfüllt. Damit ist der adäquate Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis vom 21. Juli 1997 und der psychisch bedingten Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit des Beschwerdeführers zu verneinen.