Citation: U 471/00 15.03.2001 E. 2

2.- Streitig und zu prüfen ist, ob die Versicherte über den 1. Mai 1998 hinaus gegenüber der SUVA Anspruch auf ein 10%-iges Taggeld übersteigende Versicherungsleistungen hat, was davon abhängt, ob zu jenem Zeitpunkt noch Beschwerden vorlagen, die in einem natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang zum versicherten Unfall vom 6. September 1996 standen. a) Das kantonale Gericht hat in einlässlicher Würdigung der medizinischen Unterlagen, insbesondere der Berichte der Dres. Z.________ und A.________, Klinik E.________ des Spitals X.________, vom 29. Januar 1997, 30. Juni 1997, 17. September 1997, 2. Oktober 1997, 17. Juni 1998, 2. Oktober 1998, 23. Oktober 1998 und 19. März 1999), sowie des durch die SUVA in Auftrag gegebenen Gutachtens des Dr. S.________ (vom 2. Januar 1998) und des Berichtes der Frau Dr. B.________ (vom 9. Juni 1999) festgehalten, dass der natürliche Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom 6. September 1996 und dem diagnostizierten Befund am linken Auge sowie den geklagten Nacken- und Kopfschmerzen nicht mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit erstellt ist. Diesen Erwägungen ist vollumfänglich beizupflichten. Namentlich kann aufgrund des ophthalmologischen Gutachtens des Dr. S.________ vom 2. Januar 1998, welcher keinen pathologischen Befund am linken Auge erhob und bezüglich des rechten Auges die bestehende Diagnose bestätigte (Bulbusruptur mit Phtisis bulbi und Amaurose, Status nach Unfall vom 6. September 1996), davon ausgegangen werden, dass die noch vorhandenen Beschwerden am linken Auge und die subjektiv geklagten Kopf- und Nackenschmerzen nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit in einem natürlichen Kausalzusammenhang zum Unfallereignis stehen. Dr. S.________ schätzte die Versicherte in ihrer bisherigen Tätigkeit als Fabrikarbeiterin auch mit der Monokel-Situation zu 100% arbeitsfähig. Seine diesbezügliche Stellungnahme, welche in Kenntnis der vollständigen Aktenlage und unter Einbezug der subjektiv geklagten Beschwerden erfolgte, deckt sich mit jener der Frau Dr. B.________ vom 21. Juli 1998 und ihrem abschliessenden Bericht vom 9. Juni 1999. Ihre Schätzung der Arbeitsfähigkeit stützt sich auf einen durch die SUVA eingeholten Arbeitsplatzbericht (vom 29. April 1998), welcher den Arbeitsplatz der Beschwerdeführerin als hell und staubfrei bezeichnet. Zudem könne das Arbeitstempo durch die Versicherte frei bestimmt werden, so dass die Montagearbeit eine leichte, sitzende Tätigkeit sei, welche die Versicherte auch im Einverständnis mit der Arbeitgeberin wieder im Umfang von 100% ausüben könnte. Die Klinik E.________ des Spitals X.________ äussert sich im Bericht vom 30. Juni 1997 ebenfalls dahingehend, dass die subjektiv geklagten Beschwerden kein entsprechendes objektivierbares medizinisches Korrelat finden. Das Sicca-Symptom am linken Auge sei zwar schwierig zu therapieren und könne von einer vorbestehenden dry-eye-Konstitution herrühren, ein unmittelbarer Zusammenhang mit dem Unfallereignis sei aber zu verneinen; eventuell sei eine tiefergehende psychosomatische Störung als ursächlich für die subjektiv geklagten Beschwerden anzusehen. Am 2. Oktober 1998 diagnostiziert Dr. Z.________ am linken Auge eine reizfreie Bindehaut bei glatter Hornhaut, die glänzend und klar und fluoreszenznegativ ist, so dass er ebenso eine volle Arbeitsfähigkeit für möglich erachtete (Schreiben vom 23. Oktober 1998). Er ging von einer abgeschlossenen Behandlung am rechten Auge aus, weshalb sich die weiteren Berichte lediglich auf das linke Auge bei einem Status nach erfolgter Chlamydien-Conjunktivitis beziehen. b) Die Einwendungen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde vermögen an diesem Ergebnis nichts zu ändern. Den Berichten der Dres. Z.________ und H.________ (vom 19. März 1999 und 7. April 1999) lässt sich entgegen den Behauptungen der Versicherten nicht entnehmen, dass die geklagten Beschwerden (Kopf- und Nackenschmerzen) auf das einäugige Sehen zurückzuführen sind. Dr. Z.________ berichtete lediglich vom subjektiven Beschwerdebild der Patientin (starkes Sandgefühl, Brennen, Überlaufen der Tränen, sowie starke Kopfschmerzen), wobei eine Verschlechterung des Befundes am linken Auge objektiviert wurde, so dass er die Arbeitsfähigkeit auf 50% schätzte. Die Diskrepanz zwischen den objektiv wenig imponierenden Befunden und den subjektiv geklagten Beschwerden hatte er bereits in seinem Bericht vom 2. Oktober 1997 erwähnt. Dr. H.________ wiederum erachtete einen Zusammenhang zwischen dem subjektiven Beschwerdebild und der Monokel-Situation als möglich, wobei die vermutete Überanstrengung des sehenden Auges aus fachärztlicher Sicht von Frau Dr. B.________ nicht bestätigt wurde. Ein solcher Zusammenhang ist somit nicht als wahrscheinlich anzusehen. Ebenso überzeugt das Argument nicht, die Versicherte hätte sich die Chlamydieninfektion mit überwiegender Wahrscheinlichkeit während einer ihrer (unfallbedingten) Spitalaufenthalte zugezogen; eine Übertragung im Spital ist zwar ebenfalls möglich, aber nicht mit dem nötigen Beweisgrad erstellt (Bericht der Frau Dr. B.________ vom 9. Juni 1999). c) Da der rechtserhebliche medizinische Sachverhalt umfassend abgeklärt und von weiteren Beweismassnahmen, insbesondere einer zusätzlichen ärztlichen Untersuchung, keine neuen Erkenntnisse zur Kausalität der geklagten und objektivierten Beschwerden bezüglich des linken Auges erwartet werden können, ist der Eventualantrag der Beschwerdeführerin abzuweisen. Zuammenfassend bleibt festzustellen, dass der Unfall für die Amaurose des rechten Auges zwar unbestrittenermassen natürlich und adäquat kausal ist, weitere medizinische Massnahmen jedoch keine Verbesserung des Zustandes mehr bringen. Mit Bezug auf die Beschwerden am linken Auge und den subjektiv geklagten Ermüdungserscheinungen sowie Kopf- und Nackenschmerzen hat die Vorinstanz zu Recht den natürlichen Kausalzusammenhang zum Unfall vom 6. September 1996 verneint. Da die Beschwerdeführerin ihre bisherige Tätigkeit mit Rücksicht auf die Unfallfolgen seit Mai 1998 wieder vollumfänglich ausüben könnte, hat die SUVA ihre Leistungen zu Recht auf diesen Zeitpunkt eingestellt, dies unter Vorbehalt des 10%-igen Taggeldes (bis zum 20. Januar 1999) im Hinblick auf die Applikation der Augentropfen während der Arbeit.