Citation: 6B_1424/2020 E. 1.6.1

1.6.1. Die Kritik des Beschwerdeführer ist begründet. Die vorinstanzliche Würdigung beruht auf der Annahme, es sei lediglich dem Zufall zu verdanken, dass der Geschädigte durch den Hammerschlag tatsächlich keine lebensgefährlichen Verletzungen wie einen Schädelbruch oder Hirnblutungen erlitt. Die Vorinstanz stellt, was die Schlagkraft des streitgegenständlichen Hammers anbelangt, auf die Aussagen des Zeugen I.________ ab, der indes nicht als Sachverständiger im Sinne von Art. 182 StPO beigezogen wurde. Sodann zieht sie den Bericht des Instituts für Notfallmedizin des Universitätsspitals Zürich vom 28. Juni 2017 heran (angefochtenes Urteil E. 6 S. 37). Dass das Ausbleiben von lebensgefährlichen Hirnblutungen oder eines Schädelbruchs vorliegend nur einem "glücklichen Zufall" zuzuschreiben ist, ergibt sich daraus nicht. Der Bericht hält vielmehr lediglich fest, eine Verletzung von lebenswichtigen Strukturen sei bei den vorliegenden Verletzungen nicht sicher zu erwarten, aber möglich gewesen (kant. Akten D1/06/05, Bericht, a.a.O., Ziff. 2). Die Frage, ob eine unmittelbare Lebensgefahr mit hoher Wahrscheinlichkeit zu erwarten gewesen wäre, wenn keine ärztliche Versorgung stattgefunden hätte, wird im Bericht verneint (Bericht, a.a.O., Ziff. 5). Abgesehen davon handelt es sich auch beim Verfasser des Berichts nicht um einen Gutachter im Sinne von Art. 182 StPO, sondern um den behandelnden Arzt des Geschädigten. Auch bleibt unklar, ob der Bericht, welcher auf die Angaben des Geschädigten abstellt (vgl. Bericht, a.a.O., Ziff. 2), dem Umstand Rechnung trug, dass der Schlag nicht mit einem gewöhnlichen Hammer, sondern mit einem Hammer aus hartem Gummi erfolgte. Ebenfalls nicht zu überzeugen vermag das Argument der Vorinstanz, wonach allgemein bekannt sei, dass "kräftige Schläge mit einem schweren Hammer" schwere bis lebensgefährliche Verletzungen zur Folge haben können. Diese Aussage mag inhaltlich zwar zutreffen. Weder handelte es sich beim Tatwerkzeug vorliegend jedoch um einen gewöhnlichen, schweren Hammer noch versetzte der Beschwerdeführer dem Geschädigten mehrere solcher Hammerschläge. Dem Beschwerdeführer wird in der Anklage ein einziger Schlag mit einem Hammer aus hartem Gummi gegen den Hinterkopf des Geschädigten vorgeworfen. Auch lässt sich die versuchte schwere Körperverletzung - was die Vorinstanz im Übrigen nicht behauptet - vorliegend nicht ohne weiteres mit dem Risiko von schweren Körperverletzungen durch einen unkontrollierten Sturz begründen, da der Schlag von hinten erfolgte, der Geschädigte gemäss der Vorinstanz im Zeitpunkt des Schlages von H.E.________ von hinten umklammert wurde und er zudem von weiteren Personen umgeben war. Die Vorinstanz stellt zudem nicht fest, das Opfer sei tatsächlich gestürzt. Insgesamt verstösst die Vorinstanz daher gegen Art. 182 StPO und das Willkürverbot, wenn sie im angefochtenen Entscheid ohne Beizug von Sachverständigen davon ausgeht, es sei lediglich dem Zufall zu verdanken, dass der Geschädigte keine lebensgefährlichen Verletzungen erlitt.