Citation: 4P.28/2004 25.06.2004 E. 3

3.1 Der Beschwerdeführer hat vor dem Kantonsgericht eingewendet, der Schaden wäre selbst dann eingetreten, wenn er den fraglichen Schuldbrief erst nach Entgegennahme der beiden Ersatzschuldbriefe weitergegeben hätte, da Letztere vom Pfandobjekt gemäss dem Verwertungsergebnis ohnehin nicht hinreichend gedeckt gewesen seien. Der angefochtene Entscheid hält dazu fest, es könne nicht mehr gesagt werden, ob es bei weisungskonformem Verhalten des Beschwerdeführers überhaupt zu einem Pfandaustausch gekommen wäre. Es lasse sich nicht mehr feststellen, ob der Kreditnehmer überhaupt die beiden Ersatzschuldbriefe abgeliefert hätte, wenn der Beschwerdeführer ihm die Herausgabe des ursprünglichen Schuldbriefes verweigert hätte. Der Kreditnehmer sei offensichtlich nach Frühjahr 1995 infolge des gestellten Verwertungsbegehrens dazu nicht mehr in der Lage gewesen. Weil die beiden Eigentumswohnungen anlässlich der Verwertung nicht einmal die im ersten Rang gesicherten Forderungen vollständig decken konnten, sei auch nicht erstellt, dass der gleiche Ausfall auch eingetreten wäre, wenn der Pfandaustausch wie vorgesehen Zug um Zug abgewickelt worden wäre. Es sei mit der Beschwerdegegnerin davon auszugehen, dass sie, wäre sie im Besitz der Schuldbriefe gewesen, auf den Zeitpunkt der Verwertung hätte Einfluss nehmen und so dem Wertzerfall der Eigentumswohnungen rechtzeitig hätte begegnen können. Ohne Grundpfandgläubigerstellung und insbesondere ohne entsprechende Sicherheiten sei ihr dies nicht möglich gewesen. Der Beschwerdeführer rügt im Wesentlichen, diese Feststellungen seien willkürlich. Die vom Kantonsgericht aufgestellten Hypothesen haben keinen normativen Charakter und können daher im Verfahren der staatsrechtlichen Beschwerde kritisiert werden (Peter Münch, Berufung und zivilrechtliche Nichtigkeitsbeschwerde, in Prozessieren vor Bundesgericht, 2. Aufl., Basel 1998, N. 4.45; vgl. auch BGE 115 II 440 E. 5a und 5b). Da gemäss Art. 868 Abs. 1 und Art. 869 Abs. 1 ZGB eine Schuldbriefforderung nur in Verbindung mit dem Besitz des Pfandtitels veräussert, verpfändet oder überhaupt geltend gemacht werden kann (vgl. Urteil 4C.354/1994 vom 31. Mai 1995 E. 2b), ist der Schluss des Kantonsgerichts, wonach ohne Grundpfandgläubigerstellung und entsprechende Sicherheiten die Beschwerdegegnerin auf den Zeitpunkt der Verwertung nicht habe Einfluss nehmen können, nicht willkürlich, gerade weil die Marktpreise erheblichen Schwankungen unterliegen und vielfach spekulative und subjektive Preiskomponenten enthalten (vgl. Urteil 5P.328/2002 vom 23. Dezember 2002, E. 3.2), die eine rasche Anpassung und damit vom Besitzer des Pfandtitels ein rasches Handeln zu einem günstigen Zeitpunkt erfordern. Somit ist das Kantonsgericht auch insoweit seiner Begründungspflicht nachgekommen, und die in diesem Zusammenhang erhobene Rüge der Verletzung des rechtlichen Gehörs stösst ins Leere. Die weiteren Vorbringen des Beschwerdeführers, unter anderem betreffend das vermutliche Verhalten der Zessionarin der Ersatztitel oder den Willen des Kreditnehmers, sind nicht erheblich und erschöpfen sich im Übrigen in appellatorischer Kritik an den Feststellungen des Kantonsgerichts. 3.2 Der Schaden wurde nach den - nicht willkürlichen - Feststellungen der Vorinstanz durch die Herausgabe des Schuldbriefs - gerade nicht durch den Nichtbesitz der Ersatzbriefe - verursacht. Das Kantonsgericht hat nicht als erstellt erachtet, dass die beiden Ersatzschuldbriefe jemals vom Beschwerdeführer entgegengenommen und weitergeleitet worden wären. Hätte dieser seine Pflicht erfüllt und den ursprünglichen Schuldbrief nicht weisungswidrig weggegeben, wäre er noch immer im Besitz des ihm zu getreuen Handen übergegebenen Schuldbriefs und wäre der Schaden nicht eingetreten. Das Kantonsgericht konnte somit willkürfrei davon ausgehen, es bestehe ein natürlicher Kausalzusammenhang zwischen dem Verhalten des Beschwerdeführers und dem der Beschwerdegegnerin entstandenen Schaden.