Citation: 1A.185/2005 09.12.2005 E. 8

Die Beschwerdeführerin 1 stellt (S. 41) die Strafbarkeit der Verletzung der Meldepflicht nach australischem Recht in Frage. Darauf ist nicht einzutreten. Die Schweizer Behörde beschränkt sich auf die Prüfung der Strafbarkeit nach schweizerischem Recht; ob die im ersuchenden Staat verfolgte Tat überdies nach dem Recht jenes Staates strafbar sei, hat sie nicht zu prüfen (BGE 116 Ib 89 E. 3c/aa, mit Hinweisen; vgl. auch BGE 124 II 184 E. 4b). Davon wird nur abgewichen, wenn sich aus dem Ersuchen klar ergibt, dass die verfolgten Taten im ersuchenden Staat offensichtlich nicht strafbar sind, und deshalb das Ersuchen als missbräuchlich erscheint (ZIMMERMANN, a.a.O., S. 396 N. 349). Die den Angeschuldigten vorgeworfenen Taten sind in Australien nicht offensichtlich straflos. Die Strafbarkeit nach australischem Recht braucht deshalb nicht weiter geprüft zu werden.