Citation: 4C.410/1999 23.02.2000 E. 6

6.- Schliesslich macht die Klägerin geltend, das Obergericht verstosse gegen die Beweislastregel von Art. 8 ZGB, indem es ihr den Beweis dafür auferlegt habe, dass dem Beklagten eine Haftungsquote von 66% offeriert worden sei. Dem Beklagten falle es leichter, z.B. durch die Vorlage seiner Besprechungsnotizen den Beweis zu führen. Die Beweislosigkeit habe deshalb zu seinen Ungunsten auszufallen. Die Rüge ist unbegründet. Die Klägerin leitet aus der betreffenden Behauptung Rechte ab und ist deshalb gemäss Art. 8 ZGB beweisbelastet. Eine Änderung der gesetzlichen Beweislastverteilung drängt sich in diesem Fall keineswegs auf, da es der Klägerin ohne weiteres möglich war, den entsprechenden Beweis anzutreten, indem sie z.B. die Edition sachdienlicher Unterlagen der Versicherung oder die Einvernahme der den Fall betreuenden Sachbearbeiter beantragte.