Citation: 2C_703/2007 19.03.2008 E. 2

2.1 Kein Anspruch auf Bewilligung nach Art. 7 Abs. 2 ANAG (vgl. auch Art. 51 Abs. 1 lit. a AuG) besteht beim Eingehen einer sog. Scheinehe bzw. Ausländerrechtsehe, bei der die Ehegatten von vornherein keine echte eheliche Gemeinschaft beabsichtigen. Die Vorinstanzen sind aufgrund ihrer Sachverhaltserhebung zum Schluss gekommen, der Beschwerdeführer habe die Schweizer Bürgerin nur zwecks Erwirkung einer Aufenthaltsbewilligung geheiratet, ohne mit ihr eine wirkliche Ehe bzw. Lebensgemeinschaft führen zu wollen; es liege eine Scheinehe vor. 2.2 Dass eine Scheinehe eingegangen worden ist, entzieht sich in der Regel einem direkten Beweis und ist oft bloss durch Indizien zu erstellen. Auch im vorliegenden Fall stützen die Vorinstanzen ihren Entscheid nur auf Indizien. Das Bundesgericht prüft die Rechtsfrage frei, ob die festgestellten Tatsachen (Indizien) darauf schliessen lassen, die Berufung auf die Ehe sei rechtsmissbräuchlich oder bezwecke die Umgehung fremdenpolizeilicher Vorschriften (BGE 128 II 145 E. 2.3 S. 152; 127 II 49 E. 5a S. 57). Typische Anhaltspunkte für das Vorliegen einer Scheinehe sind die drohende Wegweisung, weil ohne Heirat eine Aufenthaltsbewilligung nicht erteilt bzw. verlängert würde, ferner die kurze Dauer der Bekanntschaft vor der Heirat, der grosse Altersunterschied der Ehegatten, die fehlende Wohngemeinschaft oder die Bezahlung einer Geldsumme für die Heirat. Umgekehrt kann aus dem blossen Umstand, dass die Ehegatten während einer gewissen Zeit zusammenleben und intime Beziehungen unterhalten, noch nicht abgeleitet werden, dass die Begründung einer wirklichen Lebensgemeinschaft gewollt ist (vgl. BGE 122 II 289 E. 2b S. 295; 121 II 97 E. 3b S. 101 f.). 2.3 Die kantonalen Behörden hatten den Verdacht, dass die Heirat gegen Bezahlung eines Geldbetrages arrangiert wurde. Sie haben das jedoch nicht beweisen können. Zum Nachweis, dass eine Scheinehe eingegangen worden sei, führen sie vor allem an, die Eheleute hätten den Entschluss zur Heirat bereits ein bis zwei Monate nach dem ersten Treffen gefasst. Damals sei der Beschwerdeführer erst eine verhältnismässig kurze Zeit in der Schweiz gewesen; er hatte ein Asylgesuch, welches bald darauf abgewiesen wurde, gestellt. Laut Ehefrau, die kein türkisch spricht, hätten sie sich damals nur schwerlich verständigen können ("mit Händen und Füssen und gebrochen Deutsch"). An der Trauung und einem anschliessenden Essen hätten nur die Trauzeugen teilgenommen; nicht einmal die Kinder der Ehefrau seien dabei gewesen; nach dem Essen seien die Eheleute noch gleichentags wieder zur Arbeit gegangen. Zur Person, Familie und weiteren Eigenschaften des Partners hätten die Eheleute anlässlich ihrer persönlichen Befragungen im Februar und Mai 2006 nur wenige oder widersprüchliche Angaben machen können. Sie hätten auch nie gemeinsam Ferien verbracht. Ungewöhnlich sei zudem, dass die vom Beschwerdeführer geschiedene türkische Ehefrau mit den gemeinsamen Kindern in seinen Häusern in der Heimat wohne. Der Beschwerdeführer lebe hingegen nicht in der Wohnung mit der Schweizer Ehefrau und ihren Söhnen aus erster Ehe. Als Begründung hätten die Eheleute angegeben, er habe wegen Renovationsarbeiten die gemeinsame Wohnung im Juli 2005 verlassen. Bis zum Besuch durch die Behörden im Februar 2006 sei aber fast nichts gemacht worden. Die Vorinstanzen erachten es zudem als nicht nachvollziehbar, dass die Eheleute bei den behaupteten knappen finanziellen Mitteln selbst Renovationsarbeiten in der Mietwohnung vornehmen wollten. Ein gewichtiges Indiz für eine Scheinehe bilde schliesslich der Umstand, dass die Ehefrau im Sexgewerbe tätig sei.