Citation: 2C_419/2018 E. 3

Die Rüge der Verletzung des Anspruches auf Privat- und Familienleben (Art. 8 EMRK) ist ebenfalls unbegründet. Nach ständiger Rechtsprechung hat gemäss Art. 8 Ziff. 1 EMRK jede Person das Recht auf Achtung ihres Privat- und Familienlebens, ihrer Wohnung und ihrer Korrespondenz. Art. 8 EMRK hindert die Konventionsstaaten jedoch nicht daran, die Anwesenheit auf ihrem Staatsgebiet zu regeln und den Aufenthalt ausländischer Personen unter Beachtung überwiegender Interessen des Familien- und Privatlebens gegebenenfalls auch wieder zu beenden. Unter dem Aspekt des Familienlebens ist Art. 8 EMRK berührt, wenn eine staatliche Entfernungs- oder Fernhaltemassnahme eine nahe, echte und tatsächlich gelebte familiäre Beziehung einer in der Schweiz gefestigt anwesenheitsberechtigten Person beeinträchtigt, ohne dass es dieser ohne Weiteres möglich bzw. zumutbar wäre, ihr Familienleben andernorts zu pflegen (BGE 144 II 1 E. 6.1 S. 12 f.; 139 I 330 E. 2.1 S. 335 f.; 137 I 247 E. 4.1.2 S. 249 f.; 116 Ib 353 E. 3c S. 357; Urteil 2C_105/2017 vom 8. Mai 2018 E. 3.3). Vorliegend ist nicht davon auszugehen, dass dem an gesundheitlichen Beeinträchtigungen leidenden Ehemann der Beschwerdeführerin und ihrem zwölfjährigen, schulpflichtigen Sohn eine Rückreise in den gemeinsamen Heimatstaat Bosnien und Herzegowina und die Pflege ihres Familienlebens dort ohne Schwierigkeiten zumutbar wäre, weshalb der Schutzbereich von Art. 8 EMRK entgegen der Auffassung der Vorinstanz tangiert ist. Durch die aufenthaltsbeendende Massnahme wird die Niederlassungsbewilligung des Ehemannes und des zwölfjährigen Sohnes und damit deren gefestigtes Aufenthaltsrecht in der Schweiz nicht berührt. Sie führt jedoch zu einer Trennung von Familienangehörigen und hat insbesondere für den noch schulpflichtigen Sohn empfindliche Folgen, wird er doch im Falle eines Verbleibens in der Schweiz seine Mutter nur noch über Kurzbesuche und während den Ferien sehen und den Kontakt mit ihr über moderne Kommunikationsmittel aufrecht erhalten müssen. Im Rahmen des fairen Ausgleiches zwischen den sich gegenüberstehenden Interessen ist jedoch zu berücksichtigen, dass die Beschwerdeführerin und Mutter dieses zwölfjährigen Sohnes über Jahre erheblich Sozialhilfe bezogen und ungeachtet von ausländerrechtlichen Verwarnungen praktisch keine Anstrengungen unternommen hat, diese zu reduzieren und sich beruflich oder sprachlich in die Schweiz zu integrieren. Das öffentliche Interesse an einer Aufenthaltsverweigerung überwiegt angesichts dieser geringen Integrationsbemühungen und dem massiven, selbstverschuldeten Sozialhilfebezug das Interesse der Beschwerdeführerin, ihr Familienleben mit ihren Familienangehörigen in der Schweiz pflegen zu können. Die Rüge der Verletzung von Art. 8 EMRK bzw. von Art. 5 Abs. 2 BV und Art. 96 AuG erweist sich als unbegründet.