Citation: C 413/99 16.05.2000 E. 2

2.- a) Streitgegenstand im System der nachträglichen Verwaltungsrechtspflege ist das Rechtsverhältnis, welches - im Rahmen des durch die Verfügung bestimmten Anfechtungs- gegenstandes - den auf Grund der Beschwerdebegehren effek- tiv angefochtenen Verfügungsgegenstand bildet. Nach dieser Begriffsumschreibung sind Anfechtungsgegenstand und Streit- gegenstand identisch, wenn die Verwaltungsverfügung ins- gesamt angefochten wird. Bezieht sich demgegenüber die Beschwerde nur auf einzelne der durch die Verfügung be- stimmten Rechtsverhältnisse, gehören die nicht beanstan- deten, - verfügungsweise festgelegten - Rechtsverhältnisse zwar wohl zum Anfechtungs-, nicht aber zum Streitgegenstand (BGE 125 V 413 Erw. 2a). In der Verwaltungsverfügung festgelegte - somit Teil des Anfechtungsgegenstandes bildende -, aber auf Grund der Beschwerdebegehren nicht mehr streitige Fragen gehören nach dem Gesagten zwar, soweit sie sich auf das gleiche Rechts- verhältnis beziehen, auch zum Streitgegenstand; indessen prüft das Gericht sie nur, wenn dazu nach der Aktenlage hinreichender Anlass besteht (BGE 110 V 52 f.). b) Die Beschwerde führende Arbeitslosenkasse ist mit ihrer Rückerstattungsverfügung vom 25. April 1997 auf die Bezügerabrechnungen für die Kontrollperioden März bis Juli 1996 zurückgekommen und hat diese durch neue Abrechnungen ersetzt. Bestandteil der ursprünglichen Bezügerabrechnungen bildet neben der Anrechnung der damals bekannten Zwischen- verdiensttätigkeit auch der versicherte Verdienst, welcher für die Anspruchsberechtigung ab 1. März 1996 erstmals festgelegt worden ist. Die Tätigkeit als Verkäufer bei der O.________ AG übte der Beschwerdegegner im Zeitraum vom 14. Dezember 1992 bis 28. Februar 1997 aus. Damit erstreckt sich diese Tätigkeit sowohl auf den Zeitraum vor Eintritt der Arbeitslosigkeit wie auch auf die Zeit während der Arbeitslosigkeit. Sie wirkt sich mithin, je nach Qualifika- tion als Nebenverdienst oder nicht, sowohl beim versicher- ten Verdienst wie auch bei der Anrechnung als Zwischenver- diensttätigkeit aus. Entgegen der Auffassung der Arbeits- losenkasse führt daher die neu entdeckte Beschäftigung bei der O.________ AG zur Revision der Bezügerabrechnungen auch hinsichtlich des versicherten Verdienstes. Zu Recht hält in diesem Zusammenhang die Vorinstanz fest, die Arbeitslosen- kasse verhalte sich widersprüchlich, wenn sie die Beschäf- tigung lediglich bei der Frage der Zwischenverdienstabrech- nung berücksichtigt haben möchte.