Citation: 1C_170/2022 E. 5.1

5.1. Der Abstand zwischen zwei benachbarten Gebäuden, die Grenzabstände einhalten müssen, hat gemäss § 271 PBG/ZH der Summe der beidseitig nötigen Grenzabstände zu entsprechen. Von diesem Grundsatz gibt es zwei Erleichterungen, einerseits § 273 PBG/ZH für besondere Gebäude und andererseits § 274 Abs. 1 PBG/ZH für bestehende Gebäude. § 273 PBG/ZH (in der vorliegend anwendbaren, vor dem 1. März 2017 in Kraft stehenden Fassung, vgl. E. 4.1 hiervor) sieht für Besondere Gebäude vor, dass sie in einem Abstand von 3,5 m von anderen Gebäuden errichtet werden dürfen. Steht ein nachbarliches Gebäude näher an der Grenze, als es nach den Bauvorschriften zulässig ist, so genügt gemäss § 274 Abs. 1 PBG/ZH als Abstand die Summe aus dem Grenzabstand, den das neue Bauvorhaben benötigt, und dem kantonalrechtlichen Mindestgrenzabstand, welcher 3,5 m beträgt (§ 270 Abs. 1 PBG/ZH). Gemäss § 274 Abs. 2 PBG/ZH gilt diese Begünstigung nicht, wenn der Eigentümer bzw. die Eigentümerin des nunmehrigen Baugrundstücks gegenüber der Baubehörde die Erklärung abgegeben hat, er habe Kenntnis davon, dass er wegen des nachbarlichen Näherbaus selber einen grösseren Grenzabstand werde einhalten müssen (sog. Abrückungserklärung), oder wenn durch eine nachträgliche Grenzänderung ein vorher ausreichender Abstand ungenügend geworden ist. Vorliegend haben die seinerzeitigen Eigentümer des Grundstücks Kat.-Nr. 1676 (das vor der später erfolgten Abparzellierung die drei bestehenden Grundstücke Kat.-Nrn. FL3115, FL3360, FL3361 umfasste) am 28. Mai 1962 eine solche Abrückungserklärung abgegeben. Der Grenzabstand setzt sich, wie bereits dargelegt (vgl. E. 4.1 hiervor), aus dem Grundabstand (vgl. Art. 13 BZO) sowie dem Mehrlängenzuschlag (vgl. Art. 14 BZO) zusammen (§ 21 Abs. 1 ABV/ZH). Gemäss § 25 ABV/ZH (in der vorliegend anwendbaren, vor dem 1. März 2017 in Kraft stehenden Fassung, vgl. E. 4.1 hiervor) fallen Besondere Gebäude im Sinne von § 49 Abs. 3 PBG/ZH bei der Berechnung des Mehrlängenzuschlags ausser Betracht, sofern die Bau- und Zonenordnung nicht etwas anderes bestimmt. Als Besondere Gebäude gelten gemäss § 49 Abs. 3 PBG/ZH (ebenfalls in der anwendbaren, vor dem 1. März 2017 in Kraft stehenden Fassung, vgl. E. 4.1 hiervor) Gebäude oder Gebäudeteile, die nicht für den dauernden Aufenthalt von Menschen bestimmt sind und deren grösste Höhe 4 m, bei Schrägdächern 5 m, nicht übersteigt. Art. 17 BZO sieht für Besondere Gebäude, die insgesamt eine Überbauungsziffer von 5 % einhalten, vor, dass nur die kantonalen Abstandsvorschriften zu beachten sind und eine gemäss Art. 13 BZO vorgeschriebene Überbauungsziffer überschritten werden darf.