Citation: 2C_354/2008 02.03.2009 E. 4.4

4.4.1 Die Vorinstanz hat erkannt, die von den Beschwerdeführern gewählte Kombination von Schenkungen und Darlehen erlaube ihnen, einen Teil ihrer Einkünfte den Kindern zu übertragen und diese Zuwendungen vom steuerbaren Einkommen abzuziehen. Dennoch könnten sie faktisch über die entsprechenden flüssigen Mittel - deren Herkunft und Verwaltung sich aus den Akten nicht rekonstruieren lasse - verfügen. Die Zinsen seien auch nicht ausbezahlt, sondern zum Kapital geschlagen worden. Das Aufnehmen eines Darlehens durch die Eltern bei ihren Kindern sei weder sachwidrig noch absonderlich. Ungewöhnlich sei jedoch das Ausrichten von Schenkungen durch die Eltern an ihre Kinder, wenn die Eltern im gleichen Umfang und zum gleichen Zeitpunkt bei den Kindern wiederum verzinsliche Darlehen aufnehmen. Dies insbesondere dann, wenn der Zins nicht ausbezahlt, sondern jeweils zur Darlehensschuld geschlagen werde; eine solche Abrede wäre - im Voraus getroffen - zivilrechtlich ungültig (Art. 314 Abs. 3 OR). Es sei nicht ersichtlich, weshalb die Beschwerdeführer bei ihren Kindern zu 10 %, später zu 6 % bzw. 3 % verzinsbare Darlehen aufgenommen hätten, obwohl sie vor der Schenkung zinsfrei über das Vermögen hätten verfügen können. Eine finanzielle Unterstützung der Kinder hätten sie auch durch direkte - allerdings steuerlich nicht absetzbare - Zuwendungen erreichen können. Das gewählte Vorgehen habe den Beschwerdeführern ermöglicht, den Kindern abzugsfähige Beträge zukommen zu lassen, obwohl die gesetzlichen Voraussetzungen für einen Sozialabzug nicht erfüllt gewesen seien. Ausser der vom Gesetzgeber nicht vorgesehenen Steuerersparnis sei kein sachlicher Grund für die von den Beschwerdeführern gewählte Kombination von gegenläufigen Geschäften ersichtlich, womit sich das gewählte Vorgehen als missbräuchlich bzw. als Steuerumgehung erweise. 4.4.2 Die Beschwerdeführer stellen dieser Argumentation vor allem ihre eigene abweichende Sicht entgegen, ohne aufzuzeigen, inwiefern die vorinstanzlichen Erwägungen die angerufenen verfassungsmässigen Rechte verletzen sollten. Die Beschwerdebegründung genügt daher in weiten Teilen nicht den in Art. 42 Abs. 2 und Art. 106 Abs. 2 BGG genannten Anforderungen. Im Übrigen trifft es nicht zu, dass die Vorinstanz die Unterschiede zu dem in der Beschwerde zitierten Urteil des Bundesgerichts (2A.580/2000 vom 12. Juli 2001, publ. in: StE 2001 A 12 Nr. 10) übersehen hätte. Der Umstand, dass die Beschwerdeführer - anders als im erwähnten Fall - ihren Kindern die Darlehenszinsen nicht ausbezahlten, erlaubt es zwar nicht, auf eine Umgehung von Art. 48 StG/SG zu schliessen. Die Vorinstanz bezog sich denn auch nicht auf diese Bestimmung, sondern bejahte eine missbräuchliche Geltendmachung des Abzugs privater Schuldzinsen bzw. Schulden gemäss Art. 45 Abs. 1 lit. a und Art. 62 StG/SG. Die Beschwerdeführer vermögen auch im vorliegenden Verfahren ausser dem Zweck der Steuerersparnis keine plausible Erklärung für das von ihnen gewählte unübliche Vorgehen aufzuzeigen. Die Vorinstanz, auf deren Begründung vollumfänglich verwiesen werden kann, durfte damit ohne Willkür bzw. ohne Verstoss gegen Treu und Glauben davon ausgehen, dass das Vorgehen der Beschwerdeführer als Steuerumgehung zu betrachten ist. Eine Verletzung von Art. 127 Abs. 1 BV kann darin ebenfalls nicht erblickt werden, denn rechtsmissbräuchliches Vorgehen verdient auch im öffentlichen Recht keinen Rechtsschutz (vgl. Art. 2 Abs. 2 ZGB, Art. 9 BV).