Citation: P 62/99 08.02.2000 E. 3

3.- a) Vorsorgliche Massnahmen sind nach Art. 56 VwVG dazu bestimmt, einen tatsächlichen oder rechtlichen Zustand einstweilen unverändert zu erhalten. Im verwaltungsge- richtlichen Beschwerdeverfahren können sie darüber hinaus auch dazu dienen, bedrohte rechtliche Interessen sicher- zustellen (Art. 94 in Verbindung mit Art. 113 und 132 OG). Nach der Rechtsprechung hat die über die Anordnung vorsorg- licher Massnahmen nach Art. 56 VwVG befindende Behörde zu prüfen, ob die Gründe, die für die sofortige Vollstreckbar- keit der Verfügung sprechen, gewichtiger sind als jene, die für die gegenteilige Lösung angeführt werden können. Dabei steht ihr ein gewisser Beurteilungsspielraum zu. Im Allge- meinen wird sie ihren Entscheid auf den Sachverhalt stüt- zen, der sich aus den vorhandenen Akten ergibt, ohne zeit- raubende weitere Erhebungen anzustellen. Bei der Abwägung der Gründe für und gegen die sofortige Vollstreckbarkeit können auch die Aussichten auf den Ausgang des Verfahrens in der Hauptsache ins Gewicht fallen; sie müssen allerdings eindeutig sein (BGE 117 V 191 Erw. 2b mit Hinweisen, wo diese zur aufschiebenden Wirkung [gemäss Art. 55 VwVG] er- gangenen Grundsätze ausdrücklich im Bereich des Art. 56 VwVG für sinngemäss anwendbar erklärt wurden; vgl. auch BGE 124 V 88 Erw. 6a mit Hinweis). b) Wie die Vorinstanz richtig dargelegt hat, kann im vorliegenden Fall den Aussichten auf den Ausgang dieses Verfahrens nicht bereits im Rahmen der Anordnung vorsorgli- cher Massnahmen Rechnung getragen werden, da die Verhält- nisse auf Grund der gesamten Aktenlage nicht eindeutig liegen. Bei der Abwägung der widerstreitenden Interessen steht dasjenige der Verwaltung an der Vermeidung von Umtrieben und Verlustrisiken im Zusammenhang mit Rückforderungen, die entstehen können, wenn der Beschwerdeführer im Prozess unterliegt, dasjenige des Versicherten, nicht der öffentli- chen Fürsorge zur Last zu fallen gegenüber. Wie der Straf- klage der Sozialversicherungsanstalt vom 3. Juni 1999 zu entnehmen ist, wurde sie am 12. Februar 1999 durch das Untersuchungsrichteramt X.________informiert, dass der Versicherte über ein Guthaben von Fr. 80'000.- verfüge. Am 9. März 1999 sei ihr zudem mitgeteilt worden, dass Bank- belege hätten sichergestellt werden können, welche zeigten, dass er am 23. Januar 1997 ein Barvermögen von Fr. 54'000.- aufgewiesen habe. Ferner sei in einem Bankfach ein Couvert mit Fr. 10'500.- gefunden worden. Die Abklärung der effek- tiven Vermögensverhältnisse hat sich durch widersprüchliche Angaben des Versicherten bislang verzögert. Mit Verfügung vom 28. Mai 1999 hat die Verwaltung schliesslich Ergän- zungsleistungen in Höhe von Fr. 35'133.- zurückgefordert. Wie die Vorinstanz zutreffend festgestellt hat, sprechen gewichtige Anhaltspunkte dafür, dass auf einige Zeit hinaus keine Ergänzungsleistungen ausgerichtet werden können, wo- bei sich unter den geschilderten Umständen auch eine Rück- forderung allenfalls zu viel ausgerichteter Leistungen als schwierig erweisen dürfte. Der vorläufige Auszahlungsstopp lässt sich daher nicht beanstanden.