Citation: 1P.313/2004 02.11.2004 E. 4

4.1 Der Beschwerdeführer rügt, das Strafgericht habe seinen Einwand, das Kindermädchen habe A.________ das Kommando zum Losrennen erteilt und diesen damit quasi in den Tod geschickt, in willkürlicher Würdigung der Beweise verworfen, indem es dabei einzig auf die Aussagen des Kindermädchens abgestellt und seine eigene, kohärente Darstellung des Ablaufs ausser Betracht gelassen habe. Er habe bereits am 15. Oktober 1997 gegenüber der Polizei unmissverständlich ausgesagt, dass lediglich das Kind die Fahrbahn betreten habe; es sei ansatzlos losgerannt, schräg Richtung Einfahrt Haltlirain. Er sei von Beginn an gerannt, ohne zuvor Gehschritte gemacht zu haben. Die junge Frau sei stets stehen geblieben. 4.2 Es bestehen keine Anhaltspunkte - auch der Beschwerdeführer liefert keine - dafür, dass das Kindermädchen A.________ dazu aufforderte, allein über die Strasse zu rennen. Vielmehr konnte das Strafgericht gestützt auf dessen in diesem Punkt gleichbleibenden Aussagen willkürfrei davon ausgehen, dass es sich entschloss, die Strasse gemeinsam mit dem Kind zu überqueren und dieses entsprechend dazu aufforderte. Ob der Knabe diese Aufforderung missverstand und losrannte, bevor das Kindermädchen auch nur einen Schritt in die Fahrbahn hineinmachte, wie der Beschwerdeführer behauptet, oder ob er dies erst nach einigen (wenigen) gemeinsamen Schritten tat, ist offensichtlich unerheblich. In jedem Fall hat sich der Knabe in einer typisch kindlichen, unberechenbaren Reaktion selbständig gemacht und ist vor das Auto des Beschwerdeführers gerannt. Nach der verbindlichen Rechtsauffassung des Kassationshofs hat der Beschwerdeführer genau dafür einzustehen, dass er, ohne dies gesehen zu haben, darauf vertraute, der Knabe werde von seiner erwachsenen Begleiterin festgehalten und dementsprechend auf die beiden zufuhr, ohne Signal zu geben oder seine Geschwindigkeit so weit zu senken, dass er eine Kollision mit dem Knaben sicher hätte verhindern können. Der Einwand des Beschwerdeführers, es sei nicht erstellt, dass das Kindermädchen überhaupt mit dem Überqueren der Fahrbahn begonnen habe, ist daher nicht geeignet, den Schuldspruch in Frage zu stellen, und damit unerheblich. Das Strafgericht hat ihn zudem willkürfrei entkräftet, indem es den Beschwerdeführer auf seiner Aussage behaftete, er habe kurz vor dem Erreichen der beiden Fussgänger seine Aufmerksamkeit vom Kindermädchen weg auf die Fahrbahn gerichtet, sodass es nicht ausgeschlossen ist, dass dieses vom Beschwerdeführer unbemerkt mit dem Überqueren der Fahrbahn begonnen hat. Die Rüge ist unbegründet, das Strafgericht hat weder die Beweise willkürlich gewürdigt noch die Unschuldsvermutung verletzt.