Citation: 6P.177/2004 22.03.2005 E. 2

Der Beschwerdeführer rügt, es sei ihm die Teilnahme an sämtlichen Einvernahmen seiner Mutter, A.________, verweigert worden. Die entsprechenden Befragungsprotokolle seien, ohne ihm Gelegenheit zur Konfrontation einzuräumen, zu den Verfahrensakten genommen und die darin enthaltenen Aussagen zu seinen Ungunsten verwendet worden. Diese Vorgehensweise verstosse gegen den Anspruch auf rechtliches Gehör gemäss Art. 29 Abs. 2 BV und das Gebot des fairen Verfahrens gemäss Art. 6 Ziff. 1 EMRK. 2.1 A.________ ist sowohl von der Polizei als auch von den Untersuchungsbehörden zum vorliegenden Sachverhalt als Angeschuldigte einvernommen worden. Die entsprechenden Befragungsprotokolle befinden sich in Kopie bei den Akten des vorliegenden Verfahrens. Soweit der Beschwerdeführer die untersuchungsrichterlichen Vernehmungsprotokolle aus dem Recht gewiesen haben will, übersieht er, dass das Kantonsgericht die beanstandeten Protokolle zur Urteilsfindung nicht herangezogen hat. Seine Rügen gehen schon deshalb an der Sache vorbei. Nicht anders verhält es sich, soweit das Gericht die polizeiliche Einvernahme A.________s vom 8. August 2002 in seine Beurteilung mit einbezogen hat. Denn entgegen den Vorbringen der Verteidigung hat A.________ den Beschwerdeführer nicht belastet, sondern ihn mit ihrer Sachverhaltsschilderung, wonach sie das Fahrzeug selbst zur Unfallstelle gelenkt habe, zu entlasten versucht. Der Beschwerdeführer verkennt in diesem Zusammenhang, dass der Anspruch, Entlastungszeugen zu laden und zu befragen, nicht absoluter, sondern lediglich relativer Natur ist (BGE 125 I 127 E. 6b/cc). Auf die grundsätzlich zutreffenden Ausführungen des Kantonsgerichts kann in dieser Hinsicht verwiesen werden. Da vorliegend weder eine Verletzung des Gehörsanspruchs noch des Fairnessgebots gegeben ist, muss die Beschwerde als unbegründet abgewiesen werden. 2.2 Soweit der Beschwerdeführer hier auch eine Verletzung von Art. 76c des Gesetzes über die Strafrechtspflege des Kantons Graubünden vom 8. Juni 1958 (StPO/GR), insbesondere eine Missachtung des Grundsatzes der Parteiöffentlichkeit, geltend macht, legt er nicht dar, inwiefern die angerufene kantonale Verfahrensnorm einen über die Garantie des fairen Verfahrens gemäss Art. 6 Ziff. 1 EMRK und den Anspruch auf rechtliches Gehör nach Art. 29 Abs. 2 BV hinausgehenden Schutz gewähren soll (Art. 90 Abs. 1 lit. b OG). Auf die Beschwerde ist daher in diesem Umfang nicht einzutreten.