Citation: 2C_59/2022 E. 2.5.1

2.5.1. Der Unternehmenswert ergibt sich nach dem SSK-KS Nr. 28 aus der zweimaligen Gewichtung des Ertragswerts und der einmaligen Gewichtung des Substanzwerts zu Fortführungswerten, was als Standardmethode oder auch als "Praktikermethode" bezeichnet wird (SSK-KS Nr. 28 Rz. 34). Als Ertragswert ist der kapitalisierte ausgewiesene Reingewinn der zwei letzten vor dem massgebenden Bewertungsstichtag abgeschlossenen Jahresrechnungen heranzuziehen, wobei der Reingewinn des letzten Geschäftsjahrs doppelt gewichtet wird (SSK-KS Nr. 28 Rz. 7 und 8). Mit dieser Methode lässt sich der Unternehmenswert objektiv ermitteln, sofern keine massgebliche Handänderung unter unabhängigen Dritten stattgefunden hat. Von der "Praktikermethode" kann gemäss SSK-KS Nr. 28 in folgenden Situationen abgewichen werden: Während des Gründungsjahres, während der Aufbauphase oder wenn eine reine Holdinggesellschaft, eine Vermögensverwaltungs-, Finanzierungsgesellschaft oder eine Immobilien-Gesellschaft vorliegt. Diesfalls wird der Unternehmenswert anhand des Substanzwerts bewertet (SSK-KS Nr. 28 Rz. 32 f.; 38 und 42; Urteil 2C_953/2019 vom 14. April 2020 E. 4.3). Eine Abweichung von der "Praktikermethode" gibt es sodann für in Liquidation befindlichen Gesellschaften. Für diese wird der Wert nach dem mutmasslichen Liquidationsergebnis bestimmt (SSK-KS Nr. 28 Rz. 48, Urteil 2C_328/2019 vom 16. September 2019 E. 4.5). Eine weitere Abweichung von der "Praktikermethode" ist sodann ausnahmsweise vorgesehen, wenn der Ertragswert einer Gesellschaft nicht bzw. schwer veräusserbar ist. Das kann der Fall sein, wenn der Ertrag einer Gesellschaft ausschliesslich oder praktisch ausschliesslich auf der Leistung einer ganz oder mehrheitlich beteiligten Einzelperson (Beteiligung > 50 % [...], wobei die Quoten von gemeinsam besteuerten Ehegatten zusammengerechnet werden) beruht und, mit Ausnahme von wenig Hilfskräften für die Administration und Logistik kein weiteres Personal beschäftigt ist. Diesfalls kann auf Antrag die Schätzung des Unternehmenswerts erfolgen, indem der Ertrags- und der Substanzwert je einfach gewichtet werden (Kommentar zum SSK-KS Nr. 28 Rz. 5; Urteile 2C_866/2019 vom 27. August 2020 E. 4.5; 2C_1057/2018 vom 7. April 2020 E. 4.2.2).