Citation: 6A.19/2001 16.05.2001 E. 2

2.- a) Das beschwerdeführende Amt macht unter Hinweis auf den Analysebericht des IRMZ geltend, der Beschwerdegegner habe im Zeitpunkt der Verkehrskontrolle unter akutem Einfluss von Cannabis gestanden. Die hohe THC-Konzentration von 15 ng/ml und die hohe THC-COOHKonzentration von 155 ng/ml wiesen auf einen starken und wahrscheinlich mehrmaligen Cannabis-Konsum hin. Die Vorinstanz habe zwar die momentane Fahrfähigkeit des Fahrzeuglenkers als deutlich vermindert beurteilt, gestützt auf diesen Bericht die generelle Fahreignung nicht in Frage gestellt. Das IRMZ habe indessen nur einen begrenzten Auftrag erhalten und sich folgerichtig zur Frage der Fahreignung gar nicht geäussert. Die momentane Beeinträchtigung der Fahrunfähigkeit durch Cannabis-Konsum könne Anlass bieten, die Fahreignung durch ein Fachgutachten abklären zu lassen. Es sei davon auszugehen, dass der Betroffene entgegen seinen Beteuerungen nicht nur gelegentlich Cannabis-Produkte zu sich nehme und die Gefährlichkeit seiner Verhaltensweise nicht einsehen wolle oder sich ihrer zumindest nicht bewusst sei. Angesichts dieser Umstände hätte die Vorinstanz den Fall nicht nur im Lichte eines Warnungsentzugs prüfen sollen, sondern ein verkehrsmedizinisches und -psychologisches Gutachten anordnen müssen. b) Die Vorinstanz wirft dem Beschwerdegegner vor, in fahrunfähigem oder zumindest in stark beeinträchtigtem Zustand ein Fahrzeug gelenkt und dadurch den Verkehr in objektiv schwerer Weise gefährdet zu haben. Die Folgen des aktuellen Cannabis-Konsums für die Fahrfähigkeit seien ihm bekannt gewesen. Demzufolge sei ihm gestützt auf Art. 16 Abs. 3 lit. a SVG der Führerausweis obligatorisch zu entziehen. Das Verschulden wiege schwer, der automobilistische Leumund sei angesichts der kurzen Fahrpraxis von sechs Monaten nicht aussagekräftig und eine berufliche Angewiesenheit auf den Führerausweis bestehe nicht. Die Fahrfähigkeit des Beschwerdegegners sei vergleichbar mit derjenigen eines Fahrzeuglenkers mit einer Blutalkoholkonzentration von 1.3 Promille, die Beeinträchtigung der Fahrfähigkeit gleiche derjenigen, welche bei einem leicht- bis mittelschweren Alkoholrausch vorliege. All diese Umstände liessen die angeordnete Entzugsdauer von vier Monaten als recht- und verhältnismässig erscheinen. c) Der Beschwerdegegner betont, dass der Bericht des IRMZ nicht beweise, dass er mehrmals Cannabis konsumiert habe, womit bei ihm auch kein Suchtverhalten vorliege. Dies wäre auch dann nicht der Fall, wenn ein mehrmaliger Konsum gegeben wäre. Andernfalls müssten auch die Hälfte der Autolenker aufgrund ihres gelegentlichen Alkoholkonsums zu einem Fahreignungstest antreten.