Citation: 2C_1107/2018 E. 3.1

3.1. Rückstellungen zu Lasten der Erfolgsrechnung sind gemäss Art. 63 Abs. 1 DBG (vgl. ebenso Art. 29 Abs. 1 DBG) u.a. zulässig für im Geschäftsjahr bestehende Verpflichtungen, deren Höhe noch unbestimmt ist (lit. a), sowie für andere unmittelbar drohende Verlustrisiken, die im Geschäftsjahr bestehen (lit. c). In diesem Zusammenhang wird auch von Rückstellungen im engeren Sinn gesprochen (Urteil 2C_533/2012, 2C_534/2012 vom 19. Februar 2013 E. 4.2; siehe auch PETER LOCHER, Kommentar zum DBG, 1. Teil, 2001, N 3 zu Art. 29 und vor N 12 zu Art. 29). Nur insoweit entspricht der steuerrechtliche Rückstellungsbegriff jenem der handelsrechtlichen Rückstellung gemäss Art. 960e Abs. 1 OR, wonach Rückstellungen zu bilden sind, sofern vergangene Ereignisse einen Mittelabfluss in künftigen Jahren erwarten lassen (JÜRG ALTDORFER/FABIAN DUSS, MICHAEL FELBER, in: Dieter Pfaff/Stephan Glanz/Thomas Stenz/Florian Zihler [Hrsg.], Rechnungslegung nach Obligationenrecht, veb.ch Praxiskommentar [veb.Kommentar], 2. Aufl., 2019, S. 1053 Rz 61). Hier geht es darum, ob die Beschwerdeführerin, wie sie geltend macht, handels- und damit auch steuerrechtlich zur Bildung einer Rückstellung im engeren Sinn gemäss Art. 63 Abs. 1 lit. a oder c DBG berechtigt und verpflichtet war.