Citation: 4A_439/2021 E. 5.2

5.2. Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin hat das Bundesgericht im genannten Urteil nicht erwogen, dass es für den Nachweis der Arbeitsunfähigkeit in jedem Fall genügen würde, einzig ein Arbeitsunfähigkeitszeugnis beizubringen. Es wurde bloss ausgeführt, dass in jenem Fall unter Beachtung der konkreten Umstände des Einzelfalls die Beweiswürdigung der Vorinstanz "jedenfalls nicht geradezu willkürlich" sei, die einzig gestützt auf ein Arztzeugnis die Arbeitsunfähigkeit bejahte (Urteil 4D_7/2021 vom 12. April 2021 E. 4.4). Daraus kann aber nicht der Umkehrschluss gezogen werden, dass es offensichtlich unrichtig ist, wenn die Vorinstanz im vorliegenden Fall in ihrer Beweiswürdigung zum gegenteiligen Ergebnis kommt. Die Beweiswürdigung der Vorinstanz ist also nicht bereits deshalb willkürlich, weil sie zum Schluss kam, dass der Beschwerdeführerin mit den eingereichten Arztzeugnissen der Nachweis der Arbeitsunfähigkeit nicht gelungen ist. Vielmehr urteilte die Vorinstanz in Übereinstimmung mit BGE 141 III 433, wonach im Zivilprozess ein Privatgutachten kein Beweismittel darstellt, sondern dem Privatgutachten die Qualität von blossen Parteibehauptungen beizumessen ist. Wird eine Tatsachenbehauptung von der Gegenpartei substanziiert bestritten, so vermögen Parteigutachten als reine Parteibehauptungen diese allein nicht zu beweisen. Immerhin vermögen sie allenfalls zusammen mit - durch Beweismittel nachgewiesenen - Indizien den Beweis zu erbringen. Werden sie aber nicht durch Indizien gestützt, so dürfen sie als bestrittene Behauptungen nicht als erwiesen erachtet werden (BGE 141 III 433 E. 2.6; betreffend eine Streitigkeit um Krankentaggelder: Urteil 4A_247/2020 vom 7. Dezember 2020 E. 4 mit weiteren Hinweisen).