Citation: 2C_785/2020 E. 2.4.3

2.4.3. Vorliegend geht es um den Erbvorbezug (avancement d'hoirie, anticipo ereditario), der verbreitet auch als "Erbvorempfang", "Vorempfang" oder "Abtretung auf Rechnung künftiger Erbschaft" bezeichnet wird (Klemens Jansen, Der Vertrag über die ausgleichungspflichtige Zuwendung, 2019, 2 und 41 f.). Ein derartiges Rechtsgeschäft liegt darin, dass ein präsumtiver Erblasser zu seinen Lebzeiten einem präsumtiven Erben eine vollständig oder zumindest teilweise unentgeltliche Zuwendung ausrichtet, mit welcher der Präsumtiverblasser den Präsumtiverben bereichern will und die sich dieser im Erbgang dereinst an seinen Erbteil anrechnen lassen muss (vgl. BGE 145 III 1 E. 3.1 und 3.2 S. 4; 128 II 231 E. 2.4.2.1 S. 236; 126 III 171 E. 3a S. 173; Urteile 5A_512/2019 vom 28. Oktober 2019 E. 7.3; 5A_789/2016 vom 9. Oktober 2018 E. 5.2; Denis Piotet, in: Commentaire romand, Code civil II, 2016, N. 15 zu Art. 626 ZGB; Bastien Verrey, L'imposition différée du gain immobilier - Harmonisation fédérale et droit cantonal comparé, 2011, S. 297 f.).