Citation: 1C_180/2021 E. 4.3.2

4.3.2. Vorerst ist hier nur zu klären, ob die Vorinstanz im Zusammenhang mit ihren Ausführungen zur (angeblichen) Bösgläubigkeit bzw. fehlenden Gutgläubigkeit der Beschwerdeführerin willkürliche Sachverhaltsfeststellungen getroffen hat. Zu prüfen ist hierzu einzig, ob die Vorinstanz die für oder gegen guten Glauben sprechenden Umstände willkürfrei festgestellt hat. Auf die Rechtsfrage, ob auf der Basis der festgestellten tatsächlichen Umstände der gute Glaube zu bejahen oder verneinen ist (BGE 131 III 418 E. 2.3.1 S. 421; Urteil 5A_373/ 2019 vom 13. Dezember 2019 E. 4.1), wird hingegen weiter hinten zurückzukommen sein (vgl. hinten E. 6.3). Die Beschwerdeführerin behauptet zwar, im angefochtenen Urteil sei die erwähnte Liberalisierung der Praxis der Baupolizeibehörde nicht als Umstand berücksichtigt worden, welcher für ihren guten Glauben spreche. Die entsprechende Praxisänderung kann aber - wie gesehen - für die hier interessierende Baugruppe A nicht als erstellt gelten (vgl. vorne E. 4.1). Es sind keine Gründe erkennbar, weshalb die Beschwerdeführerin in guten Treuen hätte annehmen dürfen, eine entsprechende Praxisänderung werde für die streitbetroffene Parzelle innerhalb der Baugruppe A zum Tragen kommen. Insbesondere war die Praxisänderung vor Erstellung der fraglichen Mehrfamilienhäuser soweit ersichtlich weder bekannt noch angekündigt. Deshalb ist für die Beantwortung der (Rechts-) Frage, ob die Beschwerdeführerin gutgläubig war, in tatsächlicher Hinsicht einzig zu berücksichtigen, dass sie entgegen der ausdrücklichen Auflage in der Bewilligung vom 17. Juli 2015 anstelle von roten Dachziegeln anthrazitfarbene Ziegel verbauen liess.