Citation: I 157/02 25.11.2002 E. 4.2

4.2.1 Dr. med. B.________ hatte in seinem Gutachten (S. 4) aus rein psychiatrischer Sicht - insbesondere ohne Kenntnis der Berichte des Spitals X.________ vom 26. Juni und 30. August 2000 zu den somatischen Beschwerden - ausgeführt, "wie immer in solchen Fällen [sei] es recht schwierig den genauen Zeitpunkt des Beginnes dieses Grades von Arbeitsunfähigkeit festzustellen. In erster Annäherung halte [er] dafür, sie sei seit ihrer zweiten manifesten psychotischen Episode im August 1994 im oben erwähnten Ausmass arbeits- und erwerbsunfähig". Eine Begründung für diese Auffassung ist dem Gutachten nicht zu entnehmen. Insoweit ist dieses nicht schlüssig. 4.2.2 Immerhin musste die Beschwerdeführerin bereits am 2. Oktober 1988 erstmals notfallmässig in der Psychiatrischen Klinik des Spitals X.________ hospitalisiert und dort anschliessend wegen eines Verdachts auf paranoide Psychose während sechs Wochen stationär behandelt werden. Erschwerend kam dazu, dass der 1991 erlittene Bruch des rechten Unterschenkels auch nach operativen Revisionseingriffen nicht mehr folgenlos abheilte. Angesichts dieser gesundheitlichen Situation mit zusätzlich bekanntem jahrelangem Konsum von Haldol, Melleril und Lexotanil (Bericht der Psychiatrischen Klinik des Spitals X.________ vom 9. August 1994) wäre von Anfang an statt einer rein psychiatrischen eine umfassende polydisziplinäre Begutachtung angezeigt gewesen. 4.2.3 Das kantonale Gericht, welches im vorinstanzlichen Verfahren die Akten der IV-Stelle nochmals Dr. med. B.________ zur gesamthaften abschliessenden Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit in somatischer und psychischer Hinsicht zugestellt hatte, verkannte, dass es sich dabei insbesondere mit Blick auf die Feststellung der seit 1991 eingetretenen Entwicklung des Gesundheitszustandes nicht um eine ausschliesslich durch den Psychiater zu beurteilende Frage handelte. In Bezug auf den Eintritt der Invalidität hat die Vorinstanz dem ausdrücklich zur präzisierenden Beantwortung dieser Frage eingeholten Bericht der Chirurgin Dr. med. K.________ vom 30. August 2000 zu wenig Beachtung geschenkt. Infolge der bisher gänzlich fehlenden und nunmehr nachzuholenden Arbeitgeberabklärungen (Erw. 3.4 hievor) ist unklar, welchem Leistungsanforderungsprofil die Versicherte insbesondere in ihrer zuletzt (von 1987 bis 1995) ausgeübten Erwerbstätigkeit für die A.________ AG zu genügen hatte. Sollte es sich dabei um eine stehende und ihr somit gemäss Bericht des Spitals X.________ vom 30. August 2000 seit 1991 auch in einem Teilerwerbspensum von bloss 25 % aus medizinischen Gründen nicht mehr zumutbare Tätigkeit gehandelt haben, wäre praxisgemäss (Erw. 1.2 hievor) - trotz vorübergehend fortgesetzter, aber nicht leidensangepasster Arbeitsleistung - von einem bereits 1991 erfolgten Invaliditätseintritt auszugehen. 4.2.4 Zumindest mit Blick auf die seit Juni 1998 im vorliegenden Verfahren (Erw. 1.3 hievor) mit zu berücksichtigende gesundheitliche Entwicklung (in psychischer Hinsicht) erkannte die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid zutreffend, dass der medizinische Sachverhalt diesbezüglich noch ungenügend abgeklärt sei. Die ergänzend durch die IV-Stelle zu veranlassende polydisziplinäre Begutachtung wird sich auch zur gesundheitlichen Situation in diesem Zeitraum zu äussern haben. 4.3 Aus dem Gesagten folgt, dass zur schlüssigen Beantwortung der Frage nach dem Invaliditätseintritt eine polydisziplinäre Begutachtung (z.B. in einer medizinischen Abklärungsstelle) durchzuführen ist. Dabei sollten psychische und somatische Beschwerden gleichermassen berücksichtigt und der zeitlichen Entwicklung der gesundheitlichen Einschränkungen ab 1991 bis zum Zeitpunkt des Verfügungserlasses (Erw. 1.3 hievor) besondere Beachtung geschenkt werden.