Citation: 8C_566/2022 E. 3.2.1

3.2.1. In diesem Zusammenhang befasste sich das Kantonsgericht mit der Frage, ob es sich beim Betrieb eines Onlineshops für die Beschwerdeführerin um eine geeignete und wirtschaftlich tragbare Massnahme gehandelt hätte, um Arbeitsausfälle zu vermeiden. In Anlehnung an den Bericht Onlinehandelsmarkt Schweiz 2021 vom 9. März 2022 der GfK Switzerland AG hielt die Vorinstanz fest, dass das Marktvolumen des Jahres 2020 im Vergleich zum Vorjahr um beträchtliche 27,2 % gestiegen sei. Auch im Jahr 2021 habe sich das Marktvolumen um weitere 9,9 % im Vergleich zum Vorjahr erhöht. Im Bereich Non-Food - der die Sparte Food im Onlinehandel umsatzmässig um ein Vielfaches übertreffe - seien 18,1 % des Handels auf den Onlinehandel entfallen. Dort habe sich der wertmässige Anteil des Bereichs Heimelektronik am Gesamtumsatz von 36 % im Jahr 2019 auf 48 % im Jahr 2020 und auf 50 % im Jahr 2021 gesteigert. Der Bereich Heimelektronik halte den grössten wertmässigen Anteil am Onlinemarkt und verfüge über das grösste frankenmässige Handelsvolumen (jedenfalls im Bereich der Privatkunden). Weiter erkannte das Kantonsgericht, die Beschwerdeführerin sei seit 2014 Tochtergesellschaft der C.________ AG und damit Teil der C.________ Gruppe. Die C.________ AG habe den auf die Firma der Beschwerdeführerin lautenden Onlineshop seit 2015 betrieben, bis er Ende 2020 ganz an sie übergegangen sei. Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit sei davon auszugehen, dass im Bereich des Onlinehandels beträchtlich gewachsene Umsätze hätten erzielt werden können, die geeignet gewesen wären, die Ausfälle der Beschwerdeführerin zu kompensieren oder abzufedern. Es überzeuge nicht, so die Vorinstanz weiter, wenn ein stetig und im Rahmen der Pandemie überdurchschnittlich wachsender (vgl. das Vorstehende) Geschäftszweig eines Betriebs in die Konzern-Gruppe ausgelagert werde, um nachher für Ausfälle - die durch ebendiesen Geschäftszweig aufgefangen oder zumindest hätten verringert werden können - staatliche Leistungen zu beanspruchen. Das Betreiben eines (eigenen) Onlineshops wäre für die Beschwerdeführerin nach dem Gesagten eine geeignete, wirtschaftlich tragbare Massnahme gewesen, die einen anrechenbaren Ausfall nach Art. 51 Abs. 1 AVIV vermieden hätte. Das Kantonsgericht wies ausserdem auf die Zusammenarbeit zwischen der C.________ AG und der Beschwerdeführerin in Form eines erfolgreichen Click-and-Collect-Geschäfts hin. Es legte dar, es sei nicht einzusehen, inwiefern der eigenständige Betrieb eines Onlineshops für die Mitarbeitenden der Beschwerdeführerin fundamental anders gewesen sein solle, als das, was die Filialen inzwischen aufgrund des Click-and-Collect-Geschäfts bereits anbieten würden. Dieser Zweig mache rund 35 % des Umsatzes der Filialen aus. Die Steigerung dieses Anteils um das Doppelte seit Mitte 2020 habe die Beschwerdeführerin ohne Kündigungen zu bewältigen vermocht.