Citation: 5A_534/2021 E. 5.2.3

5.2.3. Der Beschwerdeführer rügt weiter, es seien ihm in den letzten drei Jahren nachweislich durchschnittlich monatliche Gesundheitskosten von Fr. 181.30 entstanden, die nicht von der Krankenkasse bezahlt wurden (Fr. 87.25 pro Monat für 2018, Fr. 153.40 pro Monat für 2019 und Fr. 303.15 pro Monat für 2020). Diesbezüglich ist richtig, dass nach ständiger Praxis auch nicht gedeckte und wiederkehrende zusätzliche Gesundheitskosten in das betreibungsrechtliche Existenzminimum aufzunehmen sind, soweit diese notwendig und ausgewiesen sind (BGE 147 III 265 E. 7.2; 129 III 242 E. 4; 85 III 67). Soweit die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid Gegenteiliges erwogen hat, hält dies vor Bundesrecht nicht stand. Allerdings dürfen bei der Existenzminimumsberechnung, wie erwähnt, nur die notwendigen Gesundheitskosten im Existenzminimum berücksichtigt werden. Die Steuerbescheinigung der Krankenkasse ist hierfür insoweit kein aussagekräftiger Beleg, als dort ausschliesslich deklariert wird, welche Rechnungen zur Abrechnung über die Krankenversicherung im betreffenden Jahr eingereicht wurden und welcher Anteil von der Krankenkasse nicht übernommen wurde (vgl. Urteil 5A_611/2019 vom 29. April 2020 E. 5.4.1 mit Hinweisen). Vorliegend erklärt sich der Anstieg der nicht übernommenen Gesundheitskosten des Beschwerdeführers im Jahr 2020 etwa damit, dass in der Aufstellung des Jahres 2020 auch (in der Existenzminimumsberechnung nicht zu berücksichtigende) Kosten für ein teures Fitness-Abonnement enthalten sind. Immerhin kann - was auch von der Beschwerdegegnerin anerkannt wurde und wird - als erstellt gelten, dass die gewählte Jahresfranchise von Fr. 300.-- jeweils ausgeschöpft wird und der Beschwerdeführer darüber hinaus einen gewissen Selbstbehalt zu tragen hat. Wie es sich damit im Einzelnen verhält, kann letztlich offenbleiben, weil - wie die Beschwerdegegnerin zutreffend vorbringt - dem Beschwerdeführer selbst bei Berücksichtigung eines (offenkundig zu hohen) Betrags von monatlich Fr. 181.30 genügend Mittel bleiben, um für seine Kinder monatliche Unterhaltsbeiträge von je Fr. 1'200.-- zu leisten (s. hinten E. 7).