Citation: 6B_238/2013 E. 6.1

6.1. Die Vorinstanz klärt in Befolgung der Weisungen im bundesgerichtlichen Rückweisungsentscheid in eingehender Auseinandersetzung mit der Anklageschrift und darin genannten Dokumenten zunächst ab, ob und gegebenenfalls inwiefern die zahlreichen - insgesamt 35 - italienischen Geschäftspartner der Beschuldigten in Verbindung mit kriminellen Organisationen standen und welche Beziehungen zwischen den Beschuldigten und den einzelnen Geschäftspartnern bestanden (Urteil E. 2.3 S. 82-232). Sie erachtet diese Abklärungen als erforderlich, weil die Anklage die Generalthese vertritt, dass die Beschuldigten den Handel mit unversteuerten Zigaretten mit den italienischen kriminellen Organisationen Camorra und SCU aufgebaut, organisiert und abgewickelt hatten, was sich unter anderem daraus ergebe, dass die italienischen Geschäftspartner der Beschuldigten Angehörige dieser kriminellen Organisationen gewesen seien und für diese gehandelt hätten. Die Vorinstanz kommt zum Schluss, dass die Geschäftspartner der Beschuldigten, auch soweit sie nachgewiesenermassen Angehörige krimineller Organisationen waren, keinerlei erkennbaren Einfluss auf die Gestaltung der Geschäfte durch die Beschuldigten hatten und Letztere auch bei der Auswahl ihrer Kunden keine Rücksicht auf die kriminellen Organisationen nehmen mussten. Allein der Kaufpreis für die Zigaretten im Einzelfall sei Gegenstand von Verhandlungen zwischen den Beschuldigten und ihren Geschäftspartnern gewesen (Urteil E. 2.4.1 S. 232 f.). Die Vorinstanz kommt im Weiteren zum Schluss, dass die Bargelder, mit welchen die italienischen Abnehmer den Preis für die Zigaretten bezahlten, weder aus Verbrechen herrührten noch kriminellen Organisationen zugerechnet werden können (Urteil E. 2.4.2 S. 233). Die Vorinstanz stellt fest, dass hinsichtlich der von den Beschuldigten betriebenen Geschäfte eine systematische Involvierung der kriminellen Organisationen - sei es mittels beteiligter Personen, sei mittels investierter Gelder - auszuschliessen ist. Sie erachtet es hingegen als erwiesen, dass die kriminellen Organisationen durch ihre Statthalter in Montenegro ab 1995 begannen, von den italienischen Abnehmern der Ware systematisch auf dem gesamten Warenumsatz eine Zwangsabgabe, einen sogenannten "pizzo", zu erheben, der zunächst LIT 5'000 und später LIT 10'000 pro Mastercase (50 Stangen oder 500 Packungen Zigaretten) betrug (Urteil E. 2.4.4 S. 234).