Citation: 1P.590/2006 02.10.2006 E. 4

Hinsichtlich des Haftgrundes der Wiederholungsgefahr macht der Beschwerdeführer geltend, aus den Akten gehe hervor, dass er seit langem therapiewillig sei und dass Dr. A.________ eine psychotherapeutische Behandlung vorgeschlagen habe. Dies spreche gegen eine Wiederholungsgefahr. 4.1 Das Obergericht (angefochtener Entscheid, Ziff. 4.2.2) begründet die Wiederholungsgefahr mit Vorstrafen hauptsächlich wegen Vermögensdelikten und Urkundenfälschung und mit dem Verdacht weiterer Straftaten nach der Entlassung aus der Untersuchungshaft im Dezember 2003. Zudem stützt es sich auf einen vorläufigen forensisch-psychiatrischen Bericht von Dr. B.________ und Dr. C.________ vom 23. Mai 2006 und auf die persönliche Situation des Beschwerdeführers. Es müsse im Falle einer Entlassung erneut mit strafbaren Handlungen ernsthaft gerechnet werden und es solle verhindert werden, dass sich das Verfahren durch weitere Delikte erschwere und in die Länge ziehe. 4.2 Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers lässt die Tatsache, dass der Psychotherapeut Dr. A.________ eine psychotherapeutische Behandlung vorschlug, die Annahme der Wiederholungsgefahr nicht verfassungswidrig erscheinen. Das Schreiben von Dr. A.________ datiert vom 28. April 2004, und es ist daraus nicht ersichtlich, von welchen Straftaten der Therapeut Kenntnis hatte. Inzwischen sind mehr als zwei Jahre vergangen, und es werden dem Beschwerdeführer zusätzliche Tatvorwürfe gemacht. Die Annahme des Obergerichts, es bestehe Wiederholungsgefahr, ist nicht verfassungswidrig. Da es sich auf einen vorläufigen forensisch-psychiatrischen Bericht abstützen konnte, musste es sich nicht weiter zum damals noch ausstehenden forensisch-psychiatrischen Gutachten vom 10. August 2006 äussern; die entsprechende Rüge des Beschwerdeführers geht fehl. Der Beschwerdeführer reicht mit der Replik einen Auszug der Seiten 1, 45 und 46 des Gutachtens vom 10. August 2006 ein. Es ist nicht Aufgabe des Bundesgerichts, diesen Auszug als erste Instanz zu würdigen; jedenfalls vermag dieser Auszug die Rechtmässigkeit der Untersuchungshaft und insbesondere die vom Obergericht angenommene Wiederholungsgefahr nicht in Frage zu stellen. 4.3 Im Umfang der vorgebrachten zulässigen Rügen ist die Untersuchungshaft wegen Wiederholungsgefahr (§ 80 Abs. 2 Ziff. 4 StPO/LU) verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden. 4.4 Nach Ansicht des Obergerichts liegt überdies Kollusionsgefahr vor. Der Beschwerdeführer rügt diesbezüglich eine aktenwidrige Schlussfolgerung im angefochtenen Entscheid. Für die Zulässigkeit der Untersuchungshaft reicht es aber aus, wenn ein besonderer Haftgrund (hier: Wiederholungsgefahr) erfüllt ist. Die Untersuchungshaft wäre also auch dann rechtmässig, wenn die Kollusionsgefahr verneint würde. Das entsprechende Vorbringen muss demnach nicht behandelt werden.