Citation: 1C_471/2021 E. 5.7.1

5.7.1. Das BAFU hält fest, das Stadion müsse als neue ortsfeste Anlage grundsätzlich die Planungswerte einhalten. Das öffentliche Interesse an der Anlage könne Erleichterungen rechtfertigen, allerdings dürften die IGW nicht überschritten werden (Abs. 25 Abs. 2 USG und Art. 7 Abs. 2 LSV). Zwar könnten bei öffentlichen oder konzessionierten Anlagen ausnahmsweise Erleichterungen über die IGW hinaus erteilt werden (Art. 25 Abs. 3 USG). Für die Einstufung einer Anlage als öffentliche Anlage i.S.d. USG genüge es jedoch nicht, dass am Betrieb der Anlage ein öffentliches Interesse bestehe. Fussballstadien und andere Sportanlagen gälten grundsätzlich, vorbehältlich abweichender Vorschriften des kantonalen Rechts, nicht als öffentliche Anlagen i.S.d. USG (Vollzugshilfe Sportlärm S. 13; Urteil 1C_252/2017 vom 5. Oktober 2018 E. 7.1). Halte das Stadion die IGW ein, bestehe insofern kein Bedürfnis für eine Ausnahmebewilligung nach Art. 31 Abs. 2 LSV für die Wohngebäude. Das BAFU stellt unter Berücksichtigung des UVB Gestaltungsplan fest, dass der zurzeit vorgesehene Betrieb des Stadions vorwiegend Spiele der 1. Mannschaft der Herren umfasse. Bei 36 Spieltagen in der Challenge League, von denen die Hälfte Auswärtsspiele seien, resultierten für den Normalbetrieb 18 Spiele. Finde auch unter Einbezug allfälliger Cup- und Freundschaftsspiele nicht jede Woche ein Spiel statt und sei damit bezüglich Sportlärm mit sehr langen ruhigen Phasen zu rechnen, so könne sich dies mildernd auf die Störwirkung des Lärms auswirken. Auch sei bei der Beurteilung von einem vollbesetzten Stadion ausgegangen worden, was einer konservativen Annahme entspreche, und bauliche lärmbegrenzende Massnahmen seien noch nicht einbezogen worden. Aus Sicht des BAFU sei es daher plausibel, dass sich der Lärm des Stadionbetriebs mit der im UVB Gestaltungsplan dargestellten Nutzung nicht als erheblich störend erweisen werde, womit die IGW trotz Richtwertüberschreitungen eingehalten wären. Eine abschliessende Beurteilung könne allerdings erst bei Vorliegen des Betriebsreglements erfolgen. Sei es denkbar, die IGW durch einen eingeschränkten Betrieb und bauliche Massnahmen einzuhalten, könne das Stadion in lärmschutzrechtlicher Hinsicht, soweit dies auf Stufe Nutzungsplanung beurteilt werden könne, grundsätzlich als bewilligungsfähig angesehen werden.