Citation: 6B_989/2021 E. 4.2.2

4.2.2. Die Zeitdauer von insgesamt rund vier Jahren und einem Monat, die sich ab Berufungserklärung vom 8. Mai 2017 bis zum angefochtenen (Rückweisungs-) Urteil vom 2. Juli 2021 erstreckt, beurteilt die Vorinstanz sodann als eine nicht mehr leichte Verletzung des Beschleunigungsgebots, der mit einer Strafreduktion von 60 Tagessätzen angemessen Rechnung zu tragen sei (angefochtenes Urteil E. 4.6 S. 35). Diese Würdigung ist ebenfalls nicht zu beanstanden. Das Bundesgericht hat bei einer Dauer von zwei Jahren für ein Berufungsverfahren, das sich im Wesentlichen auf die Beurteilung eines einzelnen Schuldspruchs und auf die Bemessung der Strafe beschränkte, eine leichte Verletzung des Beschleunigungsgebots bejaht und eine Strafreduktion von einem Monat, entsprechend 30 Tagessätzen, als knapp, aber noch angemessen beurteilt (Urteil 6B_942/2019 vom 2. Oktober 2020 E. 1.2.2). In einem anderen Fall wegen Sexualdelikten, in dem das Verfahren bis zum ersten rückweisenden Bundesgerichtsurteil rund vier Jahre dauerte und es darauf zu einer halbjährigen, dann zu einer eineinhalbjährigen und schliesslich zu einer mehrmonatigen Verfahrensverzögerung kam, erachtete es die Verletzung als nicht mehr leicht und eine Strafreduktion von 20 % als vertretbar (Urteil 6B_1017/2008 vom 24. März 2009 E. 4.2.2). Vorliegend dauerte das (erste) Berufungsverfahren knapp zwei Jahre und drei Monate (8. Mai 2017 bis 26. Juli 2019). Die weitere Verfahrensdauer entfiel im Umfang von rund eineinhalb Jahren auf das Beschwerdeverfahren vor Bundesgericht (2. September 2019 bis 5. Februar 2021) und im Umfang von fünf Monaten auf das Rückweisungsverfahren vor der Vorinstanz (5. Februar bis 2. Juli 2021). Zur Beurteilung standen mehrere Schuld- bzw. Freisprüche sowie die Strafzumessung. Die Vorinstanz befragte im Rückweisungsverfahren ausserdem mehrere Zeugen. Mit Blick auf die Rechtsprechung und die konkreten Umstände ist die von der Vorinstanz gewährte Strafreduktion von 60 Tagessätzen als noch vom weiten sachrichterlichen Ermessen der Vorinstanz getragen zu qualifizieren (vgl. zu Letzterem statt vieler BGE 144 IV 313 E. 1.2).