Citation: I 275/06 31.05.2007 E. 4

Das Gutachten des Instituts Z.________ vermag in verschiedener Hinsicht nicht zu überzeugen: Einerseits wird auf die von der Versicherten geklagten Bein- beschwerden, insbesondere mit Schmerzen im OSG-Bereich, im Rahmen der Begutachtung nicht weiter eingegangen. Zwei Monate nach der Begutachtung wurde jedoch anlässlich einer Knochendensitometrie eine Osteoporose und Osteopenie des Schenkelhalses und der Tibiaepiphyse festgestellt. Andererseits hält der Gastroenterologe fest, die Colitis ulcerosa sei ungefähr ein Viertel der Zeit aktiv (Ziff. 4.1.3) und die Versicherte sei während eines aktiven Schubs der Colitis nicht arbeitsfähig (Ziff. 4.1.4). Seine Schlussfolgerung, wonach von Seiten der Colitis ulcerosa eine Arbeitsunfähigkeit von 10 bis 20 % resultiere (Ziff. 4.1.4), ist somit schwer nachvollziehbar. Zudem wird in der Gesamtbeurteilung festgehalten, die Versicherte führe die Therapie bezüglich der Colitis wohl nicht optimal durch, was verbesserbar sei und auch die Schubfrequenz verbessere (Ziff. 6.1.2). Diese Aussage in der Gesamtbeurteilung steht in Gegensatz zur Einschätzung des Gastroenterologen (Ziff. 4.1.5), gemäss welchem es fraglich ist, ob mit der noch möglichen Intensivierung der medizinischen Therapie eine Reduktion der Colitisschübe erreicht werden könne, weshalb dies die Arbeitsfähigkeit kaum beeinflussen dürfte. Unzutreffend ist auch der Vorwurf an die Hausärztin, es sei ihrem Bericht nicht zu entnehmen, auf welche Tätigkeiten sich ihre Einschätzung der Arbeitsfähigkeit beziehe. Frau Dr. med. B.________ hielt in ihrem Bericht vom 30. Juni 2003 unter Lit. B als zuletzt ausgeübte Tätigkeit "Packerin in einer Bäckerei" sowie eine Arbeitsunfähigkeit von "100 % vom 29. Oktober 2001 bis auf weiteres" fest und schränkte die noch zumutbaren Tätigkeiten auf dem Beiblatt zum Arztbericht ein, indem die Versicherte nicht mehr lange stehen und keine schweren Lasten tragen könne. Unter Einbezug der im Fragebogen des Arbeitgebers enthaltenen (und des Insituts Z.________ ebenfalls zur Verfügung gestandenen) Angaben zur bisherigen Tätigkeit (Gewicht heben/tragen max. 15 kg; Anteil stehen 80 %, gehen 20 %) kann nicht gesagt werden, es sei unklar, auf welche Tätigkeiten sich die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch die Hausärztin beziehe. Die Vorinstanz ist auf all diese Ungereimtheiten nicht eingegangen. Zudem haben es das kantonale Gericht und die Verwaltung unterlassen, einen (fachärztlichen) Bericht über die Feststellung und das Ausmass der Osteoporose einzuholen; dabei interessiert insbesonders, inwiefern die geklagten Bein- und Rückenschmerzen dadurch erklärbar werden und einen allfälligen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit haben. Problematisch ist diesbezüglich, dass die Auskunft von Frau Dr. med. B.________ im November 2004 unter formellen Gesichtspunkten nicht einwandfrei eingeholt wurde (vgl. dazu die vorinstanzlichen Ausführungen in E. 3.3), was vom kantonalen Gericht dadurch gerechtfertigt wurde, diese sei beweismässig unerheblich, die allfällige Bedeutung der Osteoporose aber gerade gestützt auf diesen Bericht verneint wurde. Auch findet sich bei den Akten kein Bericht der die Colitis ulcerosa behandelnden Fachärzte. In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass dem Institut Z.________ verschiedene Berichte über die Hospitalisation im Herbst 2001 sowie zur Nephrektomie als auch seitens des behandelnden Gastroenterologen zur Verfügung standen, diese aber im Gutachten weder zusammengefasst wurden noch sich bei den IV-Akten befinden. Nach dem Gesagten basiert die Ermittlung des Invaliditätsgrades auf einem ungenügend abgeklärten Sachverhalt. Der Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Februar 2006 sowie der Einspracheentscheid der IV-Stelle vom 12. August 2005 sind somit aufzuheben und die Sache zu ergänzender Abklärung und erneuter Verfügung an die IV-Stelle zurückzuweisen.