Citation: 2A.20/2001 09.05.2001 E. 3

3.- a) Bei der gegebenen Beweislage fehlt es an hinreichenden Gründen, um dem Beschwerdeführer die Aufenthaltsbewilligung zu verweigern. Es besteht zwischen den Ehegatten nach wie vor eine gelebte Beziehung, die sich in regelmässigen Ferienbesuchen der Ehefrau in der Türkei sowie in anderen Kontakten manifestiert. Das seinerzeitige Betäubungsmitteldelikt wiegt nicht schwer genug, um dem Beschwerdeführer das Zusammenleben mit seiner Ehefrau in der Schweiz für alle Zeiten zu verweigern. Dies wäre höchstens zulässig, wenn der Beschwerdeführer in der Türkei weitere Delikte begangen hätte. Darüber ist nichts bekannt. Nach dem eingereichten türkischen Strafregisterauszug ergingen gegen I. K.________ keine neuen Verurteilungen mehr. Falls die thurgauischen Behörden diesen Auszug nicht für aussagekräftig ansehen, hätte es an ihnen gelegen, weitere Abklärungen zu veranlassen bzw. den Beschwerdeführer zur Einreichung anderer aussagekräftiger Belege aufzufordern. b) Was die Frage der Fürsorgeabhängigkeit betrifft, so stützt sich das angefochtene Urteil wie erwähnt auf aktenwidrige Annahmen. Der blosse Umstand, dass der Beschwerdeführer möglicherweise Alimente für zwei minderjährige Söhne bezahlen muss, rechtfertigt für sich allein noch nicht den Schluss, dass er in der Schweiz fürsorgeabhängig würde. Dass die Beschwerdeführerin nicht mehr arbeitslos, sondern wieder erwerbstätig ist (vgl. Anstellungsvertrag vom 21. Juli 2000), ist zwar eine nach Art. 105 Abs. 2 OG an sich unbeachtliche neue Tatsache (vgl. 1f/aa). Das Verwaltungsgericht durfte aber auf Grund der veränderten Wirtschaftslage nicht ohne weiteres davon ausgehen, dass weder der Ehemann noch die Ehefrau ein den gemeinsamen Unterhalt deckendes Arbeitseinkommen erzielen könnten. c) Insgesamt ergibt sich, dass die dem angefochtenen Urteil zu Grunde liegende Interessenabwägung (vgl. E. 2a) zum Teil auf offensichtlich unrichtigen tatsächlichen Annahmen beruht, und dass wesentliche Fragen ohne jeglichen Beweis zu Ungunsten der Beschwerdeführer gewürdigt worden sind. Bei der gegebenen Akten- und Beweislage verstösst die Verweigerung der Aufenthaltsbewilligung gegen Art. 7 ANAG. Nichts anderes ergibt sich mit Bezug auf die Interessenabwägung nach Art. 8 EMRK (vgl. BGE 122 II 1 E. 2 S. 5 f.), weshalb der angefochtene Entscheid auch gegen diese Bestimmung der Konvention verstösst. Das Urteil des Verwaltungsgerichts ist daher aufzuheben, soweit es die Verweigerung der streitigen Aufenthaltsbewilligung betrifft, und die Sache ist zur neuen Beurteilung im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zurückzuweisen (Art. 114 Abs. 2 OG). Das Verwaltungsgericht wird die anbegehrte Bewilligung entweder unverzüglich auf Grund der vorhandenen Aktenlage zu erteilen haben oder aber die allfällig noch beabsichtigten weiteren Beweiserhebungen innert nützlicher Frist (vgl. Art. 29 Abs. 1 BV) durchführen müssen.