Citation: 5A_323/2013 E. 5.3

5.3. So beruft sich die Beschwerdeführerin darauf, dass die Erblasserin das Schriftstück vom 7. Januar 2007 in einer für sie völlig untypischen Weise erstellt habe. Die Erblasserin sei bei der Abfassung ihrer letztwilligen Verfügungen "sehr sorgfältig" gewesen und habe mit Hilfe ihres Anwalts und eines Notars seit dem Jahr 2000 vier öffentliche letztwillige Verfügungen erstellt. Angesichts der grossen Bedeutung des handschriftlichen Dokuments vom 7. Januar 2007 sei "sehr unwahrscheinlich, dass die Erblasserin entgegen ihren bisherigen Gepflogenheiten ein unsauber formuliertes Testament auf einem gewöhnlichen Schreibblock als gültige Verfügung von Todes wegen" habe erstellen wollen. Nun war die Erblasserin bei der Erstellung der streitigen Urkunde unbestrittenermassen in schlechter gesundheitlicher Verfassung und hielt sich in einer Klinik auf. Unter diesen Umständen erscheint ihre Vorgehensweise keineswegs als "untypisch", sondern als "einigermassen natürlich", wie sich das Obergericht behutsam, aber zutreffend ausdrückt. Hatte die damals fast 83-jährige Erblasserin mit anderen Worten aber Zweifel, ob sie das Krankenhaus überhaupt je lebend verlassen werde, so erscheint es durchaus nachvollziehbar, wenn sie an jenem Tag das Heft sprichwörtlich selbst in die Hand nahm. Auf diesen Zeitpunkt kommt es bei der Auslegung des streitigen Textes an. Das übersieht die Beschwerdeführerin, wenn sie argumentiert, die Erblasserin hätte sich zumindest nach ihrer Entlassung aus dem Krankenhaus an ihren Rechtsanwalt und/oder ihren Notar gewendet, wenn sie tatsächlich eine letztwillige Verfügung hätte erstellen wollen. Diese Mutmassungen fussen auf der erst rückblickend gewonnenen Erkenntnis, dass die Erblasserin die Klinik verlassen konnte und noch rund sechs Monate lebte. In diesem Zusammenhang ist für das Obergericht überdies "von Bedeutung", dass es der Erblasserin bei der Errichtung der öffentlichen Testamente vor allem darum gegangen sei, Änderungen bei den Vermächtnissen für die Vermächtnisnehmer nicht erkennbar werden zu lassen. Am 7. Januar 2007 habe die Erblasserin hingegen ein zusätzliches Legat festgesetzt, ihr letztes öffentliches Testament vom 16. März 2006 (s. Sachverhalt Bst. A) also lediglich ergänzt, ohne dass darin Streichungen notwendig wurden. Mithin gehe es im streitigen Dokument - anders als bei früheren Gelegenheiten - nicht darum, für bereits als Vermächtnisse ausgesetzte Vermögensgegenstände neue Vermächtnisnehmer zu bestimmen. Auch diese - weitere - Erklärung für die Vorgehensweise der Erblasserin stellt die Beschwerdeführerin nicht in Abrede.