Citation: 2C_565/2023 E. 4.2

4.2. Das Verwaltungsgericht schloss auf ein erhebliches öffentliches Interesse an der Aufenthaltsbeendigung, wobei es primär auf die Verurteilung vom 15. Juni 2020 wegen sexueller Nötigung, Nötigung und des Versuchs hierzu, mehrfacher einfacher Körperverletzung und mehrfacher Tätlichkeiten zu einer Freiheitsstrafe von 27 Monaten abstellte. Der Strafe lag insbesondere ein Vorfall von August 2016 zu Grunde, anlässlich dessen der Beschwerdeführer eine Frau, mit der er zwischen 1996 und 2016 teils parallel zu seiner Ehe eine sexuelle Beziehung führte, zu Oralsex nötigte, und sie zudem mehrfach schlug und trat (unter anderem mit einer Fernbedienung und einem Besenstiel), was unter anderem einen Bruch an der Basis des dritten Mittelhandknochens links zur Folge hatte; ferner brachte er eine Videokamera im Gang ihrer Wohnung zur Kontrolle, Einschüchterung und Einschränkung ihrer Freiheit an und drohte, ihre Familie umzubringen. Dabei ging das Obergericht in Bezug auf die sexuelle Nötigung objektiv von einer moderaten Tatschwere aus. Die übrigen Delikte wurden straferhöhend gewertet. Gemäss dem Strafurteil habe der Beschwerdeführer aus vollkommen egoistischen, selbstsüchtigen Motiven und zur Aufrechterhaltung seiner Machtposition gehandelt. Auch wenn das Obergericht ihn vom Vorwurf der Vergewaltigung, der weiteren mehrfachen sexuellen Nötigung, der mehrfachen Drohung, der mehrfachen Gefährdung des Lebens sowie der weiteren mehrfachen Körperverletzung freisprach, ist nach dem Gesagten mit der Vorinstanz von einem gewichtigen ausländerrechtlichen Verschulden des Beschwerdeführers und somit einem erheblichen öffentlichen Interesse an der Aufenthaltsbeendigung auszugehen.