Citation: I 185/06 19.03.2007 E. 4

Ergänzender Abklärungsbedarf ergibt sich daraus, dass die medizinischen Akten keine verlässliche Grundlage für die Beurteilung bilden, ob und in welchem Umfang die Beschwerdeführerin in ihrem Leistungsvermögen leidensbedingt eingeschränkt ist bzw. ob gegenüber dem Zustand im Zeitpunkt der rechtskräftigen rentenablehnenden Verfügung vom 15. Januar 2001 eine rechtserhebliche (Erw. 2.1 hievor) Veränderung eingetreten ist. Während Dr. med. F.________ in der Expertise vom 2. Dezember 2003, wie bereits im Gutachten vom 27. September 2000, aufgrund der psychischen Befunde (anhaltende somatoforme Schmerzstörung [ICD-10: F45.4], Analgeticaabusus [ICD-10: F55.2]) leichte bis mittelschwere Tätigkeiten ganztags in vollem Leistungsumfang als zumutbar erachtet, erklärt Dr. med. R.________ die Beschwerdeführerin infolge ihrer Beschwerden am Bewegungsapparat - vor allem im cervicalen und lumbalen Bereich - seit November 1999 als zu 50 % beeinträchtigt. Diese Schätzung beziehe sich in erster Linie auf Tätigkeiten in wechselnden, rückenschonenden Positionen (Sitzen, Stehen, Gehen). Aus rheumatologischer Sicht seien sowohl Haushaltsverrichtungen wie auch Beschäftigungen im Sinne von Pack- und Reinigungsarbeiten, welche nicht mit einer Rückenbelastung verbunden seien, durchaus während drei bis vier Stunden pro Tag durchführbar (Gutachten vom 3. September 2003). Gestützt auf die Angaben des Dr. med. R.________ auf eine rheumatologisch begründete Arbeitsunfähigkeit im Umfang von 50 % zu erkennen, überzeugt - entgegen Vorinstanz und Verwaltung - nicht, nachdem der Rheumatologe den Beginn der entsprechenden Einschränkung auf den 1. November 1999 festsetzt, während aufgrund der Verfügung vom 15. Januar 2001 zu diesem Zeitpunkt noch eine volle Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit bestand. Insgesamt ist nach Lage der medizinischen Akten, worunter insbesondere auch die Berichte der Universitätsklinik X.________ vom 18. März 1998 und vom 30. Juni 1992, unklar, ob die geklagten Rückenbeschwerden somatischen und/oder psychischen Ursprungs sind sowie ob und allenfalls in welchem Umfang dadurch die Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin gegenüber dem Zustand am 15. Januar 2001 eingeschränkt wird. Zur Klärung dieser offenen Fragen ist ein polydisziplinäres Gutachten einzuholen, welches gegebenenfalls dem Umstand Rechnung zu tragen haben wird, dass eine diagnostizierte anhaltende somatoforme Schmerzstörung allein in der Regel keine lang dauernde, zu Invalidität führende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG zu bewirken vermag (BGE 130 V 352).