Citation: U 374/06 29.06.2007 E. 3

Wie schon im kantonalen Verfahren bestreitet der Versicherte in der Vernehmlassung zur Verwaltungsgerichtsbeschwerde die materielle Richtigkeit der verfügten Leistungskürzung. 3.1 Aus den Akten geht hervor, dass der Versicherte bereits unmittelbar nach dem Unfall vom 24. März 1998 degenerative Veränderungen an der HWS aufgewiesen hat. Der Röntgenbefund des Zentrums Y.________, vom 16. April 1998 lautete auf fortgeschrittene Osteochondrose C6/7 mit relativer Spinalkanalstenose. Es bestand eine erhebliche Verschmälerung des Intervertebralraums C6/7 mit marginalen Spondylophyten, die zu einer Einengung des Spinalkanals führten. Der behandelnde Arzt, Dr. med. W.________, Facharzt für Allgemeine Medizin, gelangte aufgrund dieser Befunde zum Schluss, am Heilungsverlauf seien unfallfremde Faktoren in Form degenerativer Wirbelsäulenveränderungen beteiligt. Der Kreisarzt Dr. med. B.________, Facharzt für Chirurgie, bezeichnete den radiologischen Befund als recht bedeutsam und vertrat die Auffassung, der Unfall habe zur Traumatisierung eines beträchtlichen degenerativen Vorzustandes geführt. Dieser habe einen längeren Heilungsverlauf erwarten lassen. Dennoch sei davon auszugehen, dass die durch den Unfall bewirkte Weichteilschädigung als abgeheilt zu betrachten sei. Es sei zu erwarten, dass der Versicherte unter geeignetem Muskelaufbau wieder beschwerdefrei werde, auch seitens der degenerativen Problematik. Es habe wahrscheinlich nur eine temporäre und keine richtunggebende Verschlimmerung stattgefunden. Eine MRI-Untersuchung vom 8. Juli 1999 zeigte degenerative Veränderungen in den Segmenten C4-7 mit Protrusion C5/6 und C6/7 sowie Osteochondrose C6/7 mit Verschmälerung des Spinalkanals in diesem Bereich. Dr. med. H.________, Facharzt für Neurologie, bezeichnete die degenerativen Veränderungen am 16. November 2000 als mässig und erachtete die Spinalkanalverengung als nicht signifikant. Dr. med. M.________ gelangte im Gutachten vom 2. Dezember 2002 zum Schluss, der Vorzustand sei klinisch völlig latent gewesen. Unfallfremd seien höchstens mässige degenerative Veränderungen der HWS auf Höhe von C6/7; die Osteochondrose könne nicht als fortgeschritten bezeichnet werden. Eine erhebliche Beeinträchtigung der körperlichen Integrität bestehe nicht. Eine erneute röntgenologische Untersuchung im Zentrum Y.________ vom 2. Dezember 2004 zeigte demgegenüber erhebliche degenerative Veränderungen vor allem an der unteren HWS und eine massiv eingeschränkte Beweglichkeit der HWS; ferner fanden sich eine diskrete Diskopathie L4/L5 sowie leichte degenerative Veränderungen der kleinen Wirbelgelenke. In der Abschlussuntersuchung vom 28. Januar 2005 schloss Dr. med. C.________, Facharzt für orthopädische Chirurgie, SUVA, im Vergleich zu den Befunden vom 15. April 1998 auf eine deutliche Zunahme der degenerativen Veränderungen C5-7 und auf nicht progrediente leichte Veränderungen an der LWS. Den Anteil der vorbestehenden degenerativen Veränderungen schätzte er in Beurteilung des Integritätsschadens vom 2. März 2005 auf 50 %. 3.2 Aufgrund der medizinischen Akten ist davon auszugehen, dass zwar ein Vorzustand in Form degenerativer Veränderungen der HWS bestanden hat. Auch wenn die ärztlichen Beurteilungen der Röntgenbefunde teilweise auseinander gehen, ist anzunehmen, dass bis zum Unfall vom 24. März 1998 noch keine wesentliche Beeinträchtigung bestanden hat und eine deutliche Verschlimmerung erst später eingetreten ist. Davon geht auch die SUVA aus, wenn sie in der Vernehmlassung zur erstinstanzlichen Beschwerde ausführt, Dr. med. M.________ stütze sich auf die Röntgenbilder von 1998 und es seien die Veränderungen zwischen 1998 und 2004 gewesen, welche dazu geführt hätten, dass im Unterschied zur Beurteilung von Dr. med. M.________ der Anspruch auf eine Integritätsentschädigung bejaht worden sei. Diese Feststellung deckt sich mit den Angaben in der ärztlichen Beurteilung des Dr. med. C.________ vom 28. Januar 2005. Daraus geht hervor, dass die Erheblichkeit des Integritätsschadens unter Berücksichtigung der radiologisch deutlichen Zunahme der segmentalen Veränderungen an der HWS bejaht wurde. Inwieweit die nachträglichen Veränderungen unfall- oder krankheits- bzw. altersbedingt waren, lässt sich naturgemäss nur schwer feststellen. Wenn Dr. med. C.________ am 2. März 2005 den Integritätsschaden gemäss Tabelle 7 (Integritätsentschädigung bei Wirbelsäulenaffektionen) der von der SUVA herausgegebenen Richtlinien mit 10 % (entsprechend einer Osteochondrose mit Befall mehrerer Segmente und Schmerzfunktionsskala ++ - +++) bemessen und den Anteil der degenerativen Veränderungen am Zervikalsyndrom mit 50 % gewichtet hat, so erscheint dies als angemessen. Anhaltspunkte dafür, dass die Zunahme der degenerativen Veränderungen ausschliesslich unfallbedingt war, bestehen nicht. Etwas anderes lässt sich entgegen den Ausführungen des Versicherten weder daraus ableiten, dass sich die degenerativen Veränderungen innert lediglich sechs Jahren deutlich verschlimmert haben, noch daraus, dass die Veränderungen an der LWS praktisch unverändert geblieben sind. Im Gegenteil stellt sich die Frage, ob die Verschlimmerung des Befundes nicht in einem weitergehenden Mass oder gar vollumfänglich als krankheitsbedingt zu betrachten ist. Zu einem von der SUVA abweichenden Entscheid besteht indessen kein Anlass.