Citation: 4A_472/2018 E. 5.1

5.1. Das Bundesgericht hat im von der Vorinstanz zitierten Bundesgerichtsentscheid explizit festgehalten, die Möglichkeit des Versicherungsunternehmens, durch einseitige Willenserklärung nach Eintritt des Versicherungsfalles auf den zeitlichen Umfang der geschuldeten Leistungen Einfluss zu nehmen, sei dem Wesen des Versicherungsvertrages und generell dem Grundsatz "pacta sunt servanda" fremd (BGE 135 III 225 E. 1.4 S. 228). Ob eine derartige Klausel überhaupt zulässig wäre, liess das Bundesgericht offen (BGE 135 III 225 E. 1.5 S. 229). Entscheidend ist mithin nicht, ob die Begrenzung des zeitlichen Umfangs durch die Kündigung des Versicherungsvertrages oder eines anderen Vertrages erfolgt. Jede Möglichkeit, durch einseitige Willenserklärung nach Eintritt des Versicherungsfalles auf den zeitlichen Umfang der geschuldeten Leistungen Einfluss zu nehmen, widerspricht grundsätzlich dem Wesen des Versicherungsvertrages, weil sie im zu beurteilenden Fall für den Versicherten eine unkalkulierbare Unsicherheit darstellt, die dem Zweck des Versicherungsvertrages zuwiderliefe, genauso, wie wenn der Versicherungsnehmer durch einfache Willenserklärung eine Verlängerung der Leistung bewirken könnte (vgl. E. 4.2.2 hiervor). Könnte zur Vermeidung von Versicherungsleistungen einfach der Agenturvertrag gekündigt werden, wäre die Situation für den Versicherten prekär. Denn die Kündigung des Agenturvertrages entzieht ihm auch für die Zukunft die Möglichkeit, den Erwerb zu erzielen, gegen dessen Ausfall er sich versichert hat.