Citation: K 107/99 19.12.2001 E. 5

5.- a) Gemäss Art. 19 KLV in der vorliegend massgebenden, bis Ende 1998 gültigen Fassung übernimmt die Versicherung die Kosten der zahnärztlichen Behandlung, die bei den folgenden Behandlungen notwendig ist: "Zahnärztliche Zahnherdbehandlung: a. präoperativ bei Herzklappenersatz, Gefässprothesenimplantation, kraniellen Shuntoperationen; b. präoperativ bei Eingriffen mit nachfolgender lebenslanger Immunsuppression; c. vorgängig bei Strahlentherapie oder Chemotherapie maligner Leiden. " Dieser Bestimmung wurden bereits in der zitierten Fassung nicht nur vorausgehende zahnärztliche Behandlungen, sondern generell die gesamte zahnärztliche Versorgung, die zur Behandlung einer der in der Verordnungsbestimmung erwähnten schweren Allgemeinerkrankung notwendig war, zugeordnet (vgl. BGE 124 V 199 Erw. 2d; Gebhard Eugster, Krankenversicherungsrechtliche Aspekte der zahnärztlichen Behandlung nach Art. 31 Abs. 1 KVG, in: LAMal - KVG, Recueil de travaux en l'honneur de la Société suisse de droit des assurances, Lausanne 1997, S. 243). Der Wortlaut von Art. 19 KLV ist per 1. Januar 1999 entsprechend geändert worden und umfasst jetzt die Übernahme der Kosten der zahnärztlichen Behandlungen, die zur Unterstützung und Sicherstellung der ärztlichen Behandlungen notwendig sind: "a.bei Herzklappenersatz, Gefässprothesenimplantation, kraniellen Shuntoperationen; b.bei Eingriffen mit nachfolgender langdauernder Immunsuppression; c.bei Strahlentherapie oder Chemotherapie maligner Leiden; d.bei Endokarditis. " b) Sinn dieser Bestimmung ist, wie aus dem Wortlaut der geänderten Fassung deutlich hervorgeht, die Unterstützung und Sicherstellung der ärztlichen Behandlungen der aufgelisteten schweren Allgemeinerkrankungen. Die medizinische Behandlung dieser Leiden zählt unbestrittenermassen zu den Pflichtleistungen der sozialen Krankenversicherung. Diese Behandlung verträgt in der Regel keinen Aufschub, sondern muss unverzüglich erfolgen können. Voraussetzung für eine erfolgreiche Behandlung kann eine zahnärztliche Versorgung sein. Erschiene deren Finanzierung durch die soziale Krankenversicherung nicht als gesichert, könnte die sofortige medizinische Behandlung der Krankheit in Frage gestellt und damit die Gesundheit, wenn nicht gar das Leben, gefährdet sein. c) Die Mundschleimhauterkrankung "lichen ruber mukosae" und die Präkanzerose sind in der abschliessenden Aufzählung von Art. 19 KLV weder in der massgebenden, bis Ende 1998 gültigen, noch in der neuen Fassung erwähnt. Präkanzerose ist eine Krebsvorstufe und daher vom Stadium her noch kein malignes Leiden. Selbst wenn sie bereits darunter subsumiert würde, könnte Art. 19 lit. c KLV mangels Strahlen- oder Chemotherapie nicht zur Anwendung kommen. Die Amalgamsanierung der Beschwerdeführerin kann demzufolge nicht zu den Pflichtleistungen der sozialen Krankenversicherung gezählt werden.