Citation: 5A_405/2022 E. 4.1.2

4.1.2. Damit blieben die Aussagen von G.________, dem Willensvollstrecker. Dessen Aussagen über den Inhalt der persönlichen Mitteilung bezüglich des Dokuments vom 11. Juni 2009 seien hingegen nicht hinreichend tragfähig. Er sei beim Gespräch nicht anwesend gewesen und wisse davon nur vom Hörensagen durch den Erblasser. Ausserdem halte er es für denkbar, dass der Erblasser seine erbrechtlichen Absichten noch geändert haben könnte. Im Übrigen seien die Wohnungen (zweiter oder vierter Stock) noch nicht definitiv zugeteilt gewesen. Etwas anderes liesse sich selbst den Aussagen des befragten Beschwerdeführers nicht entnehmen. Weder die nicht definitiv erfolgte Wohnungszuteilung noch etwa den Umstand, dass der Erblasser das Dokument den mutmasslichen Vermächtnisnehmern anlässlich des Treffens nicht ausgehändigt habe, oder die Unklarheiten, wie der Beschwerdeführer überhaupt zu einer Kopie gekommen sei, noch die verdächtige Datierung des fraglichen Dokuments habe die Erstinstanz berücksichtigt. Nachdem die Zeugenaussagen von E.________ und F.________ nicht zu berücksichtigen seien, indiziere nur noch die Behauptung des Beschwerdeführers die persönliche Mitteilung entsprechender definitiver Absichten des Erblassers. Der Willensvollstrecker bestätige dies nur vom Hörensagen. Diese testamentsexternen Indizien genügten vorliegend angesichts dessen, dass das Dokument vom 11. Juni 2009 auch nach dem Befund der Erstinstanz klar nur einen, der damals zuständigen Vormundschaftsbehörde nicht abgelieferten, Entwurf darstelle, zum Nachweis eines entsprechend definitiv gewordenen Testierwillens nicht. Die der eigenhändigen Niederschrift innewohnende Manifestation des Testierwillens und der Bejahung des Inhalts werde nicht nur durch die verdächtig fremdhändige Orts- und Datumsangabe, sondern vor allem durch die stenografische Überschrift, welche das Dokument als Vorbereitung auf ein Testament ausweise, zunichte gemacht. Durch diese Überschrift erhalte das Dokument den inhaltlich eine letztwillige Verfügung ausschliessenden Charakter eines blossen Entwurfs.