Citation: 8C_69/2010 06.09.2010 E. 2

2.1 Die SUVA verneinte mit Einspracheentscheid vom 13. Mai 2009 das Vorliegen eines natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen dem Ereignis vom 2. Oktober 2002 und den vom Versicherten nach wie vor geklagten Beeinträchtigungen. Die Vorinstanz hat dieses Ergebnis mit Entscheid vom 5. November 2009 bestätigt. Die SUVA stützt sich bei ihrer Verneinung der natürlichen Kausalität auf das von ihr mit Einverständnis des Versicherten in Auftrag gegebene interdisziplinäre Gutachten der MEDAS Zentralschweiz vom 28. Juli 2008 ab. Der Versicherte kritisiert demgegenüber das neurologische Teilgutachten des Dr. med. K.________, Facharzt für Neurologie, vom 2. Juli 2008 und somit auch das darauf basierende Gesamtgutachten vom 28. Juli 2008. 2.2 Der Versicherte macht geltend, er habe den Kopf angeschlagen, und verweist diesbezüglich auf eine Aktennotiz der SUVA vom 30. Dezember 2002. Diese Behauptung ist jedoch unzutreffend: Aus der fraglichen Aktennotiz ergibt sich, dass das Unfallauto und nicht der Versicherte selbst einen Schlag erhalten hat. Im gleichentags ausgefüllten und von ihm unterzeichneten Erhebungsblatt für die Abklärung von HWS-Fällen verneinte der Versicherte explizit einen Kopfanprall. Eine Amnesie für den Zeitpunkt des Unfalles oder danach liegt nicht vor. Der Versicherte gab gemäss Aktennotiz der SUVA vom 30. Dezember 2002 lediglich an, er sei sehr nervös und durcheinander gewesen und habe die Papiere nicht sofort finden und kaum schreiben können. Anschliessend war der Versicherte aber offensichtlich in der Lage, das Protokoll mit der Polizei gut aufzunehmen (vgl. dazu das neurologische Konsilium des Dr. med. H.________, Facharzt für Neurologie sowie für Physikalische Medizin und Rehabilitation, Klinik C.________ vom 31. März 2003). Dr. med. H.________ erwähnt in seinem Konsilium denn auch nichts bezüglich des Anschlagens des Kopfes. Die Schlussfolgerung der Experten im MEDAS-Gutachten, infolge Fehlens einer Amnesie dürfte kein Schlag an den Kopf stattgefunden haben, ist somit nicht zu beanstanden. Auch ist es bei getragenen Sicherheitsgurten ohne Weiteres möglich, dass sich der Körper des Versicherten zuerst nach vorne in den Sicherheitsgurt bewegt hat, nachher wieder in den Sitz zurückfiel und dabei schon so viel Bewegungsenergie abgebaut wurde, dass der Kopf die Kopfstütze nicht touchierte. Jedenfalls sind keine Belege vorhanden, wonach ein Anschlagen des Kopfes mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 353 E. 5b S. 360 mit Hinweisen) angenommen werden könnte. Damit ist, wie im MEDAS-Gutachten zutreffend festgehalten wurde, das Vorliegen einer milden traumatischen Hirnschädigung (MTBI) auszuschliessen. 2.3 Der Versicherte wirft dem neurologischen Teilgutachter vor, dessen Annahme, er habe nach dem Aufprall völlig normal weiterfahren können, sei unzutreffend. Im Erhebungsblatt für die Abklärung von HWS-Fällen vom 30. Dezember 2002 gab der Versicherte jedoch auf die Frage, welche subjektiven Beschwerden nach dem Unfall gegeben gewesen seien, an, innert ca. zwei bis drei Stunden seien Schmerzen im Nacken und Schwindel aufgetreten. Dieses Erhebungsblatt hat der Versicherte unterzeichnet und dessen Inhalt stimmt mit der Aktennotiz der SUVA gleichen Datums überein. In der Anamnese seines Konsiliums vom 31. März 2003 hielt Dr. med. H.________ ebenfalls fest, der Versicherte sei den halben Kilometer selbst nach Hause gefahren. Wenn der Versicherte später vorbringen lässt, er habe bereits an der Unfallstelle an Schwindel und Übelkeit gelitten, so lässt sich dies zumindest mit den zeitlich näher beim Unfallereignis liegenden Dokumenten nicht erhärten. Es kann somit nicht gesagt werden, der neurologische Teilgutachter sei "von einem komplett falschen Sachverhalt" ausgegangen. 2.4 Weiter wirft der Versicherte dem neurologischen Teilgutachter Voreingenommenheit vor. Eine solche ist jedoch nicht erkennbar. Vielmehr ist nachvollziehbar, dass Dr. med. K.________ einen zweiten Termin vereinbarte, nachdem er vom Versicherten anlässlich der ersten Untersuchung keine relevanten Antworten erhalten hatte. Aus dem Bericht des behandelnden Dr. med. D.________ vom 21. August 2008 ergibt sich, es habe eine Untersuchung durch Dr. med. K.________ stattgefunden, welcher sich nicht entschuldigt habe, aber sich im Vergleich zur ersten Untersuchung anders verhalten habe. Dr. med. D.________ erwähnt denn auch nichts, das auf Voreingenommenheit hinweisen würde. Allein der Umstand, dass Dr. med. K.________ den Begriff "demonstrieren" verwendete, lässt für sich allein nicht auf Voreingenommenheit schliessen. Vielmehr lässt sich daraus ableiten, dass die objektiven Befunde nicht mit den subjektiven Angaben übereinstimmten, was jedoch nicht nur bei der neurologischen Teilbegutachtung, sondern auch im Rahmen anderer Untersuchungen (vgl. etwa das rheumatologische Teilgutachten vom 27. Juni 2008) festgestellt wurde. 2.5 Somit lässt sich die Kritik am neurologischen Teilgutachten nicht aufrecht erhalten. Die übrigen Teilgutachten werden vom Versicherten nicht beanstandet. Gesamthaft ist demnach auf das interdisziplinäre Gutachten der MEDAS Zentralschweiz vom 28. Juli 2008, welches die Anforderungen der Rechtsprechung an ein Gutachten (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352 mit Hinweis) erfüllt, abzustellen. In diesem Gutachten wird das Vorliegen einer milden traumatischen Hirnschädigung (MTBI) negiert. Ebenso wird festgehalten, die im Zeitpunkt der Erstellung des Gutachtens noch geklagten Beschwerden seien mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht mehr auf das Ereignis vom 2. Oktober 2002 zurückzuführen. Damit hat der Unfallversicherer den ihm obliegenden Beweis hinreichend erbracht, wonach die unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens ihre kausale Bedeutung verloren haben, also dahingefallen sind (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 326 E. 3b; Urteil U 488/06 vom 10. April 2007 E. 2.2). Da nach dem Gesagten keine Unfallkausalität der noch geklagten Beschwerden des Versicherten mehr gegeben ist, ist die Diskussion über den Umfang der Arbeitsfähigkeit im angestammten Beruf wie auch in einer angepassten Tätigkeit obsolet.