Citation: 2A.376/2003 26.11.2003 E. 3

3.1 Der Beschwerdeführer ist wiederholt straffällig geworden und wurde deshalb gerichtlich verurteilt; damit ist der Ausweisungsgrund von Art. 10 Abs. 1 lit. a ANAG erfüllt. Es bleibt zu prüfen, ob die Ausweisung als verhältnismässig erscheint. 3.2 Der Beschwerdeführer ist zwar nicht wegen besonders gravierenden Straftaten verurteilt worden, trotzdem wiegt sein Verschulden schwer. Er hat seine Ehefrau immer wieder massiv bedroht und geschlagen. Wie die Vorinstanz zutreffend erwogen hat, fallen die wiederholten Morddrohungen besonders ins Gewicht. Der Beschwerdeführer verhielt sich gegenüber seiner Ehefrau völlig rücksichtslos und terrorisierte sie systematisch bis zu ihrer psychischen Erkrankung. Er schreckte im Übrigen nicht davor zurück, die Ehefrau in Anwesenheit der Kinder anzugreifen. Auch die Kinder mussten daher zur Verarbeitung der traumatischen Erlebnisse psychologisch behandelt werden. Dass sich seine Drohungen "lediglich" gegen seine Ehefrau und nicht gegen Drittpersonen richteten, vermindert sein Verschulden keineswegs. Wie die kantonalen Behörden zutreffend festgehalten haben, ist Gewalt in der Familie ebenso wenig zu dulden wie Gewalttätigkeit gegenüber unbeteiligten Dritten. Die bedingt verhängte Strafe hat den Beschwerdeführer nicht beeindruckt, ist er doch innerhalb der Probezeit erneut straffällig geworden. Seit seiner Ausschaffung beteuert er zwar, er werde sich nun einsichtig zeigen. Aufgrund seines andauernden brutalen Vorgehens und der an den Tag gelegten Unbelehrbarkeit kann dem angeblichen Gesinneswandel allerdings keine grosse Bedeutung beigemessen werden. Es besteht somit weiterhin ein erhebliches öffentliches Interesse an der Fernhaltung des Beschwerdeführers von der Schweiz. 3.3 Es trifft zwar zu, dass die Ehefrau den Beschwerdeführer während des Strafvollzugs besucht hat. Die Ehefrau, die nicht gedenkt, die Schweiz zu verlassen, scheint sich zudem für die Rückkehr des Beschwerdeführers in die Schweiz einzusetzen. Seitens des Beschwerdeführers ist sogar von Versöhnung die Rede. Angesichts der wiederholten Vorfälle, die zur gerichtlichen Bestrafung des Beschwerdeführers führten, sowie des familiären und kulturellen Umfeldes muss aber davon ausgegangen werden, dass sie dem Druck des Beschwerdeführers und der Familie ausgesetzt ist und dass die Rückkehr des Beschwerdeführers nicht in ihrem wohlverstandenen Interesse liegt. Es besteht nicht nur die Gefahr, dass dieser die Ehefrau weiterhin terrorisiert, sondern auch, dass er seine Morddrohungen wahr macht. 3.4 Seitens der Kinder besteht ein geringeres Interesse an der Fernhaltung des Beschwerdeführers. Sie hängen offenbar an ihrem Vater und diesem kann den Kindern gegenüber kein direktes negatives Verhalten vorgeworfen werden. Allerdings führten die Drohungen und Tätlichkeiten des Beschwerdeführers gegenüber der Ehefrau dazu, dass - wie erwähnt - auch die Kinder psychologisch behandelt werden mussten. Insofern erweist sich der Einfluss des Beschwerdeführers auf die Kinder zumindest als problematisch. Zweifellos wird die Beziehung des Beschwerdeführers zu seinen beiden Kindern durch die geographische Trennung erschwert. Der Beschwerdeführer hat sich diese Situation jedoch selber zuzuschreiben. Nach der ersten bedingten Verurteilung und den verschiedenen Zurechtweisungen hatte er es in der Hand, sein Verhalten zu ändern und damit fremdenpolizeiliche Massnahmen überflüssig zu machen. 3.5 Der Beschwerdeführer ist erst im Alter von 29 Jahren in die Schweiz eingereist. Er hat somit seine gesamte Kindheit und die prägenden Jugendjahre in seiner Heimat verbracht. Es kann daher davon ausgegangen werden, dass er in ein ihm bekanntes soziales und kulturelles Umfeld zurückgekehrt ist und in der Lage sein sollte, sich verhältnismässig rasch wieder ein Beziehungsnetz aufzubauen. Seit seiner Einreise in die Schweiz ist der Beschwerdeführer, abgesehen von wenigen Ausnahmen, keiner regelmässigen Erwerbstätigkeit nachgegangen. Seit 1998 kann er überhaupt keine feste Anstellung mehr nachweisen. Zudem liess er Schulden von ungefähr Fr. 25'000.-- entstehen. Von einer starken Integration in der Schweiz kann somit nicht die Rede sein. Vielmehr war der Beschwerdeführer nicht gewillt oder nicht fähig, wie auch sein Verhalten gegenüber seiner Ehefrau zeigt, sich den in der Schweiz bestehenden Verhältnissen und Gepflogenheiten anzupassen. Die Vorinstanz erachtete daher zu Recht auch den Ausweisungsgrund gemäss Art. 10 Abs. 1 lit. b ANAG als erfüllt. 3.6 Zusammenfassend ergibt sich, dass das öffentliche Interesse an der Fernhaltung des Beschwerdeführers dessen privates Interesse an einem weiteren Verbleib in der Schweiz überwiegt. Der angefochtene Entscheid des Obergerichts verletzt somit Bundesrecht nicht und ist verhältnismässig.