Citation: 2C_680/2021 E. 4

4. Subsubeventualiter sei der angefochtene Entscheid aufzuheben und dahingehend abzuändern, dass auf den in Rechnung gestellten Leistungen seitens der E.________ LLP (UK) und der Anwaltskanzlei F.________ (LU) keine Bezugsteuer erhoben werde. F.b. Die Societas bringt im Wesentlichen vor, die wirtschaftliche Berechtigung an der Societas liege beim Verwaltungsratspräsidenten, die Rechte an den Forderungen würden aber vom C.________ Trust gehalten. Dieser habe der Societas die Forderung in einem "weiteren, nachgeordneten" Trust als Treugut eingeräumt und gleichzeitig die Prozessführungsbefugnis abgetreten, damit der Tschechischen Republik gegenüber auch weiterhin die Societas auftreten könne. Es liege eine Prozessstandschaft vor, ohne dass die Societas ein wirtschaftliches Risiko trage. Sie sei "als reine Repräsentantin" die "Empfängerin der anwaltlichen Dienstleistungen". Die Leistungen seien gegenüber Personen mit Ansässigkeit im Nicht-Mehrwehrsteuerinland erfolgt. Nach liechtensteinischem Recht gälten alle Formen von Trusts als transparent und kämen daher als Steuersubjekt, abgesehen von der Mindestertragssteuer (Art. 65 Abs. 1 des Gesetzes [des Fürstentums Liechtenstein] vom 23. September 2010 über die Landes- und Gemeindesteuern [SteG/FL; LR 640.0]), nicht infrage. Eine Besteuerung in Liechtenstein ergebe sich nur, wenn der Settlor (beim widerruflichen Trust) bzw. der Beneficiary (beim unwiderruflichen Trust) in Liechtenstein ansässig sei (Art. 9 Abs. 3 und 4 SteG/FL). Die aus dem Ausland bezogenen Beratungsleistungen seien der Societas lediglich in ihrer Eigenschaft als Trustee dieses Untertrusts zugekommen. Ob es sich beim Untertrust um einen Leistungsempfänger im Mehrwertsteuerin- oder -ausland handle, sei anhand der Beneficiaries zu klären. Die Eigenschaft als Begünstigter des Untertrusts komme, wie aus der Vereinbarung hervorgehe, alleine dem D.________ Trust reg. zu. Dieser trete indes nur als Trustee des C.________ Trusts auf, weshalb nach dessen Beneficiaries zu suchen sei. Die Begünstigten des C.________ Trusts seien "bekannt" und mehrheitlich im Mehrwertsteuerausland ansässig. Die Beratungsleistungen seien daher im Mehrwertsteuerausland bezogen worden. F.c. Zusammenfassend zeige sich, dass eine "Trustkette" mit zwei sukzessiven irrevocable discretionary trusts vorliege. Die jeweiligen Begünstigten seien bekannt, und beim übergeordneten C.________ Trust seien drei der vier Begünstigten im Mehrwertsteuerausland ansässig. Daher seien die streitbetroffenen Leistungen nicht im Mehrwertsteuerinland empfangen worden, was der Bezugsteuer entgegenstehe. Hinzu komme, dass die Societas auch die Voraussetzungen einer passiven Investmentgesellschaft (Domizilgesellschaft) erfülle, da sie vollumfänglich vom C.________ Trust gehalten werde.