Citation: 6A.18/2005 05.07.2005 E. 3.2

3.2.1 Der Beschwerdeführer macht geltend, die Vorinstanz habe seine bedingte Entlassung im Wesentlichen mit der Begründung abgelehnt, dass er sich geweigert habe, sich einer freiwilligen Therapie zu unterziehen, weshalb ihm insgesamt keine günstige Legalprognose gestellt werden könne. Diese Einschätzung stehe im Widerspruch zur Verfügung des Sonderdienstes vom 2. März 2002, worin ihm ausdrücklich und vorbehaltlos eine positive Legalprognose gestellt worden sei. Die nunmehr gegenteilige Beurteilung sei willkürlich. Weder die Untersuchungsbehörden noch die Gerichte hätten eine Therapiebedürftigkeit des Beschwerdeführers in Betracht gezogen, sei doch nie eine Begutachtung angeordnet worden. Die Anordnung zur Teilnahme an einer freiwilligen Therapie komme einer unzulässigen Nachprüfung der Strafurteile gleich. Wenn er sich gegen eine solche stelle, so habe er damit keinesfalls einen guten Grund für die Verweigerung der bedingten Entlassung gesetzt (Beschwerdeschrift Ziff. 7 S. 5/6). 3.2.2 Die Vorinstanz führte aus, die Frage der bedingten Entlassung entscheide sich daran, ob dem Beschwerdeführer aufgrund der zu prüfenden Umstände eine günstige Legalprognose gestellt werden könne. Ablehnendes Verhalten eines zu einer Freiheitsstrafe verurteilten Sexualstraftäters gegenüber therapeutischer Unterstützung beraube die Vollzugsbehörden der Möglichkeit, positive Veränderungen in der Einstellung zu den Delikten objektiv festzustellen. Die Vollzugsbehörde habe den Beschwerdeführer aufgefordert, sich zur Verbesserung der ungünstigen Legalprognose einer freiwilligen Therapie zu unterziehen. Sollte indessen die therapierende Person des PPD bereits nach einem Abklärungsgespräch zur Einschätzung gelangen, dass sich für den Beschwerdeführer die Teilnahme an einer Therapie mangels therapeutisch aufzuarbeitender Probleme erübrige, hätte er seiner Mitwirkungspflicht zur Erreichung des Vollzugsziels Genüge getan. Der Beschwerdeführer sei in erster Linie dazu verpflichtet worden, an einem Gespräch teilzunehmen, um seine Therapiebedürftigkeit abklären zu lassen. Die Befugnis der Behörde dazu ergebe sich bereits aus § 30 Ziff. 3 StVG, wonach der Eingewiesene "auch später" durch Fachkräfte darauf hin zu prüfen sei, mit welchen Förderungsmassnahmen und Behandlungen das Vollzugsziel erreicht werden könne. Ausserdem lege der Vollzugsplan nach § 77 Abs. 2 JVV auch den Therapiebedarf fest. Der Vollzugsplan müsse den Bedürfnissen des Verurteilten und dem Verlauf des Strafvollzugs angepasst werden können. Es erscheine daher durchaus zulässig, auch in einem späteren Zeitpunkt den Therapiebedarf mit der verurteilten Person abzuklären und deren Probleme therapeutisch aufzuarbeiten, auch wenn vom Strafgericht keine Massnahme angeordnet worden sei. Dafür spreche auch BGE 124 IV 193 E. 4d/bb, wonach die Möglichkeit einer Krisenintervention durch gezielte sozialtherapeutische Angebote bestünde. Im Übrigen sei die therapeutische Unterstützung im Unterschied zu einer Massnahme nach Art. 43 StGB aus praktischen Gründen zeitlich befristet, und die Kapazität des PPD reiche nicht aus, um therapeutische Unterstützung im selben Umfang und in derselben Form wie bei einer angeordneten Massnahme zu gewähren (angefochtener Entscheid E. 4.1 und 4.2 S. 12 f.). 3.2.3 Der Beschwerdeführer kann aus dem Umstand, dass ihm der Sonderdienst des Justizvollzugs des Kantons Zürich am 2. März 2002 (act. 10/30) eine günstige Legalprognose gestellt hat, deshalb nichts zu seinen Gunsten ableiten, weil sowohl der Sonderdienst als auch die Strafanstalt Pöschwies wie die Direktion der Justiz und das Verwaltungsgericht (in einem früheren Entscheid) von einer grundlegend anderen Beurteilung ausgegangen waren (vgl. angefochtener Entscheid S. 4-6 und dortige Hinweise). Von Willkür kann jedenfalls keine Rede sein. Die Anordnung einer freiwilligen deliktsorientierten Therapie verstösst nach der zutreffenden Auffassung der Vorinstanz nicht gegen Bundesrecht. Es kann auf die Erwägungen im angefochtenen Entscheid (S. 11-14) verwiesen werden. Ergänzend ist auf Art. 46 Ziff. 2 StGB hinzuweisen, wonach in der Anstalt die dem seelischen, geistigen und körperlichen Wohl der Eingewiesenen dienenden geeigneten Massnahmen zu treffen und die entsprechenden Einrichtungen bereitzustellen sind. Darunter fallen auch psychologische oder andere geeignete Betreuungsangebote (Andrea Baechtold, Basler Kommentar, StGB I, Art. 46 N 17), insbesondere auch die psychotherapeutische Begleitung (Urteil 6S.183/1996 vom 27. September 1998).