Citation: U 398/06 21.11.2006 E. 3.2

3.2.1 Beim "Serve-and-Volley-Spiel" rückt der Spieler unmittelbar im Anschluss an den Aufschlag ("Service") ans Netz vor, um den Rückschlag ("Return") des Gegners aus möglichst kurzer Distanz und ohne dass der Ball im eigenen Feld aufspringt, mit einem Flugball ("Volley") wieder im Feld des Partners zu platzieren und damit möglichst rasch den Ballwechsel für sich zu entscheiden. Der eben beschriebenen, gleichermassen offensiven wie sportlichen Spielweise wohnt ein gesteigertes Gefährdungspotenzial inne, indem eine Vielzahl von nicht alltäglichen Bewegungen (wie Springen, Strecken, Drehen, Abknicken, Rennen etc.), die den gesamten Körper, namentlich die Ferse, in mannigfacher Weise belasten, in möglichst rascher und kraftvoller Weise ausgeführt werden. Dieses Gefahrenpotenzial realisierte sich hier, indem - darin stimmen die am Verfahren Beteiligten überein - beim die Ferse besonders belastenden, fliessenden Übergang von der Aufschlag- hin zur Spurtbewegung eine Ruptur der Achillessehne eintrat. Das durch die Judikatur näher umschriebene Erfordernis des äusseren schädigenden Faktors bei Änderungen der Körperlage (Erw. 2 hievor) ist damit erfüllt und insgesamt auf ein unfallähnliches Ereignis zu erkennen. Am Ergebnis änderte sich auch nichts, wenn der Beurteilung ein wörtliches Verständnis der Unfallschilderung durch den Beschwerdegegner unterlegt würde, wonach er "beim Startversuch um ans Netz zu eilen", den Schlag verspürt habe. So besehen handelt es sich, wie die Beschwerdeführerin insoweit mit Recht vorbringt, nicht um eine Kombination von Springen, Strecken, Drehen, Abknicken, Rennen, sondern einzig um den Versuch, vom Stand in die Laufbewegung überzugehen, also um das, was passiert, wenn jemand (auch ausserhalb eines Serve-and-Volley-Spiels) plötzlich losrennt (Start zu einem Laufwettkampf; Losrennen, um den Zug noch zu erreichen oder um jemandem zu Hilfe zu kommen). Das alles genügt bereits für eine unfallähnliche Körperschädigung. 3.2.2 Was die Beschwerdeführerin dagegen vorbringt, dringt nicht durch. Gemäss dem Urteil B. vom 21. Dezember 2005, U 368/05, ist die Unfallversicherung - vorbehältlich des noch ausstehenden rechtsgenüglichen Beweises eines Meniskusrisses nach Art. 9 Abs. 2 lit. c UVV - leistungspflichtig, wenn die Verletzung beim Tennisspiel als Folge einer gleichermassen heftigen wie belastenden Bewegung (Rückschlag mit vorangehendem Spurt und Ausfallschritt samt "Rutschen" hin zum Ball) auftritt. Daraus kann, entgegen der offenbaren Auffassung der Beschwerdeführerin, nicht geschlossen werden, dass das Vorliegen einer unfallähnlichen Körperschädigung im Zusammenhang mit dem Tennisspiel zwingend eine so genannte "Rutschbewegung" zum Ball hin oder gar einen eigentlichen Fehltritt voraussetzen würde. Die zu Verletzungen führenden Geschehensabläufe sind unter Berücksichtigung der gesamten Verhältnisse gesondert daraufhin zu beurteilen, ob sie das Erfordernis des äusseren schädigenden Faktors bei Änderungen der Körperlage erfüllen. Bei einem eigentlichen Fehltritt im Sinne eines Abknicken des Knöchels wäre schliesslich, da dies einer Programmwidrigkeit gleichkäme, von einem Unfall im Rechtssinne auszugehen.