Citation: 1A.236/2005 18.04.2006 E. 5

Zu prüfen ist weiter, ob die fraglichen Parzellen am Stichtag als baureif und erschlossen gelten können. 5.1 Eine sich aus dem Gebot der systematischen Baugebietserschliessung ergebende Quartierplanpflicht spricht grundsätzlich gegen die Annahme, ein Grundstück sei baureif (BGE 122 II 455 E. 5d S. 461). Dieses Gebot steht insbesondere beim Quartierplan im Sinne von §§ 123 ff. PBG/ZH im Vordergrund (vgl. Walter Haller/Peter Karlen, Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht, 3. Aufl., Zürich 1999, Rz. 364; Christoph Fritzsche/Peter Bösch, Zürcher Planungs- und Baurecht, 3. Aufl., Zürich 2003, Rz. 4.8.1). Das Erfordernis eines Quartier- oder Erschliessungsplans darf jedoch nicht als Element betrachtet werden, das die Ausrichtung einer Enteignungsentschädigung von vornherein ausschliesst. Es kommt vielmehr stets auf die konkreten Umstände und die effektive Tragweite an, welche diese Hürde nach kantonalem Recht besitzt (BGE 131 II 151 E. 2.4.2 S. 159). 5.2 Die Frage, ob für die Erschliessung und Überbauung eines Grundstücks bereits erhebliche Kosten aufgewendet worden seien, spielt nur dort eine Rolle, wo der Boden nicht im weitgehend überbauten, sondern lediglich in einem vom GKP erfassten Gebiet liegt und überbaubar oder grob erschlossen ist (Urteil 1A.41/2002, E. 4, in: ZBl 104/2003 S. 383). Das Bundesgericht versteht unter derartigen "Aufwendungen" jeweils nicht blosse Planungs- und Projektierungskosten, sondern Investitionen, die baulich in Erscheinung treten, insbesondere Erschliessungskosten (BGE 125 II 431 E. 5b S. 437, 119 Ib 138 E. 5a S. 146, 112 Ib 396 E. 6c S. 402 f., vgl. auch Urteil 1A.216/1996, E. 5a, in: Pra 86/1997 Nr. 104 S. 569). 5.3 Die Parzellen des Beschwerdeführers 1 befanden sich am Stichtag innerhalb des GKP. Sie liegen zudem im Gebiet des Quartierplans Nr. 457 Kürberghang, der am Stichtag administrativ vollzogen war. Mit dem baulichen Vollzug dieses Plans war indessen noch nicht begonnen worden. Der Beschwerdeführer 1 hat einzig eine Abschlagszahlung von Fr. 12'150.-- an die Quartierplankosten geleistet; Investitionen für die eigentliche Erschliessung hat er nicht getätigt. 5.4 Das Grundstück der Beschwerdeführer 2 war am Stichtag grob erschlossen. Es ist unbestritten, dass diese keine Kosten für die Erschliessung ihres Grundstücks aufgewendet hatten. Ausserdem räumen die Beschwerdeführer 2 sinngemäss ein, dass ihre Parzelle eine Pfortenfunktion mindestens für drei benachbarte, unüberbaute Grundstücke in der Senke Müli hat. Obwohl die Erschliessbarkeit des Areals nicht fraglich ist, wären dabei sorgfältige Abklärungen nötig gewesen, insbesondere im Hinblick auf die verkehrsmässige Erschliessung. Dieser Umstand spricht gegen eine rasche Überbaubarkeit ihrer Parzelle (vgl. BGE 122 II 455 E. 5d S. 461; 119 Ib 124 E. 4a/cc S. 135; 113 Ib 133 E. 4c S. 136). Ob, wie das Verwaltungsgericht annahm, noch weitere Grundstücke ausserhalb der vorgenannten vier Parzellen in einen Planperimeter hätten einbezogen werden müssen, mag dahin gestellt bleiben. 5.5 Damit fehlt es für alle drei hier interessierenden Parzellen sowohl an einer genügenden Erschliessung und Baureife wie auch an den erforderlichen Investitionen. Die Nichteinzonung entfaltete in dieser Hinsicht keine enteignungsgleichen Wirkungen.