Citation: I 90/01 13.06.2001 E. 3

3.- Zu prüfen ist, wie sich diese Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in erwerblicher Hinsicht auswirkt. a) Für die Bestimmung des Invalideneinkommens (hypothetisches Einkommen nach Eintritt der Invalidität) ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist - wie vorliegend - kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne oder die Löhne von noch in Frage kommenden Tätigkeiten in verschiedenen Betrieben in der Region des Versicherten herangezogen werden (BGE 126 V 76 Erw. 3b/bb mit Hinweisen; RKUV 1999 Nr. U 343 S. 412 Erw. 4b/aa). b) Bei der Bestimmung des Invalideneinkommens sind Verwaltung und Vorinstanz unter Beizug der DAP-Zahlen (Dokumentation über Arbeitsplätze) der SUVA von den - vom Gutachter als zumutbar bezeichneten - Bürostellen bei den Firmen A.________ AG (Industriebranche), und C.________ AG (Automobilbranche), ausgegangen. Danach betrug der durchschnittliche Jahresverdienst im Jahre 1999 bei der erstgenannten Firma Fr. 49'270.- (vorausgesetzte Berufslehre/ Fachschule; 42 Wochenstunden; inkl. 13. Monatslohn) und bei der zweitgenannten Firma Fr. 43'550.- (vorausgesetzte Anlehre; 41,5 Wochenstunden; inkl. 13. Monatslohn). Unter Berücksichtigung der durchschnittlichen Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers von 62,5 % ermittelte die Verwaltung im ersten Fall ein Einkommen von Fr. 30'794.- und im zweiten Fall ein solches von Fr. 27'219.-. Da die Berücksichtigung dieser DAP-Zahlen als Ausgangspunkt der Ermittlung des Invalideneinkommens grundsätzlich unbestritten und nicht zu beanstanden ist, kann es dabei sein Bewenden haben (vgl. auch Erw. 3c/cc hiernach). c) aa) Der Beschwerdeführer bringt vor, bei Abstellen auf diese DAP-Tätigkeiten und ausgehend von einem zumutbaren Arbeitspensum von 62,5 % sei zu berücksichtigen, dass Teilzeitarbeiten in der Regel schlechter entlöhnt würden, weshalb praxisgemäss ein Teilzeitabzug vorzunehmen sei. Die Notwendigkeit der Anpassung des Arbeitsplatzes mit dem Standsitz und dem Stehpult dürften das Finden einer entsprechenden Arbeit erheblich erschweren. Er werde daher aufgrund seiner Behinderung mit einem reduzierten Einkommen zu rechnen haben, sodass ein leidensbedingter Abzug zu veranschlagen sei. bb) In BGE 126 V 75 hat das Eidgenössische Versicherungsgericht seine Rechtsprechung zu den Abzügen vom Tabellenlohn bereinigt und weiterentwickelt. Dabei hat es zunächst erkannt, dass der mit Blick auf die Behinderung gewährte Abzug, der nicht schematisch, sondern in Berücksichtigung der gesamten Umstände des Einzelfalles vorzunehmen ist, den Zweck hat, ausgehend von statistischen Werten ein Invalideneinkommen zu ermitteln, welches der im Einzelfall zumutbaren erwerblichen Verwertung der noch möglichen Verrichtungen im Rahmen der (Rest-)Arbeitsfähigkeit am besten entspricht. Dieser Gesichtspunkt verdient auch hinsichtlich der übrigen in Betracht fallenden einkommensbeeinflussenden Merkmale, des Lebensalters, der Anzahl Dienstjahre, der Nationalität/Aufenthaltskategorie und des Beschäftigungsgrades, den Vorzug. Ein Abzug soll auch diesbezüglich nicht automatisch, sondern dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhaltspunkte dafür bestehen, dass der Versicherte wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale seine gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten kann. Dabei rechtfertigt es sich aber nicht, für jedes zur Anwendung gelangende Merkmal separat quantifizierte Abzüge vorzunehmen und diese zusammenzuzählen. Vielmehr ist der Einfluss aller genannten Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände von der Verwaltung im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen. Der insgesamt zulässige Abzug vom statistischen Lohn ist unter Berücksichtigung aller jeweils in Betracht fallenden Merkmale auf höchstens 25 % begrenzt (BGE 126 V 79 Erw. 5b). cc) Das streitige Merkmal des Beschäftigungsgrades fällt vorliegend kaum ins Gewicht, zumal Teilzeitarbeit hauptsächlich eine weibliche Beschäftigungsform bildet (LSE 1996 S. 14; vgl. auch LSE 1994 S. 30 und 1998 S. 19) und somit vor allem die Verdienstmöglichkeiten von Frauen durch eine Teilzeitarbeit reduziert werden (BGE 126 V 82 Erw. 7b). Dafür, dass der Beschwerdeführer wegen der notwendigen speziellen Möbel (Standsitz, erhöhter Arbeitstisch) eine Lohneinbusse hinnehmen müsste, sind keine Anhaltspunkte ersichtlich. Die IV-Stelle weist diesbezüglich zu Recht darauf hin, dass die Invalidenversicherung dem Versicherten unter bestimmten Voraussetzungen Hilfsmittel am Arbeitsplatz finanziert oder ihm diese leihweise zur Verfügung stellt. Im Übrigen ist zum geltend gemachten "Behindertenabzug" Folgendes festzuhalten: Gemäss Tabelle TA 1 der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung 1998 des Bundesamtes für Statistik (LSE) belief sich der monatliche Bruttolohn (Zentralwert bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 40 Stunden) für Männer mit Tätigkeiten im privaten Sektor, welche Berufs- und Fachkenntnisse voraussetzen (Anforderungsniveau 3), im Jahre 1998 auf Fr. 5098.-. Auf der Basis der üblichen durchschnittlichen Arbeitszeit von 41,8 Wochenstunden und der Nominallohnentwicklung von 0,3 % im Jahre 1999 (Die Volkswirtschaft, 3/2001, S. 100 f. Tabellen 9.2 und 10.2) ergibt dies ein Gehalt von monatlich Fr. 5343.- bzw. jährlich Fr. 64'116.-. Bei der durchschnittlichen Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers von 62,5 % resultiert ein Einkommen von Fr. 40'072.-. Mit der Heranziehung der gegenüber diesem Tabellenlohn erheblich tieferen DAP-Zahlen von Fr. 30'794.- bzw. Fr. 27'219.- (Erw. 3b hievor) wird dem verbliebenen Leistungsvermögen des Beschwerdeführers gebührend Rechnung getragen. Bei dieser Sachlage kann offen bleiben, ob bei DAP-Löhnen Abzüge grundsätzlich noch zuzulassen sind.