Citation: 9C_289/2017 E. 6.4

6.4. Zu Unrecht stellt sich die Beschwerdeführerin auf den Standpunkt, das kantonale Gericht hätte nicht von der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch die ZMB-Gutachter abweichen dürfen. Wie vorne in Erwägung 2.4 ausgeführt, ist die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nicht einzig Aufgabe der Ärzte oder Ärztinnen. Die medizinische Einschätzung bietet einzig, aber immerhin eine wichtige Grundlage für die juristische Beurteilung, welche Arbeitsleistung der versicherten Person noch zugemutet werden kann (BGE 141 V 281 E. 5.2.1 S. 306 mit Hinweisen). Die Rechtsanwender prüfen dabei die medizinischen Angaben frei, insbesondere daraufhin, ob die Ärzte sich an die massgebenden normativen Rahmenbedingungen gehalten haben. Das heisst, ob sie ausschliesslich funktionelle Ausfälle berücksichtigt haben, welche Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung sind (Art. 7 Abs. 2 erster Satz ATSG), und ob die versicherungsmedizinische Zumutbarkeitsbeurteilung auf objektivierter Grundlage erfolgt ist (Art. 7 Abs. 2 zweiter Satz ATSG). Auf diese Weise wird eine einheitliche und rechtsgleiche Einschätzung der Arbeitsfähigkeit gesichert. Allein aus der Tatsache, dass das kantonale Gericht zu einer vom Gutachten abweichenden Einschätzung der Arbeitsfähigkeit gelangt ist, kann die Beschwerdeführerin also nichts für sich ableiten. Allerdings ist zu beachten, dass die rechtliche Beurteilung der Arbeitsfähigkeit grundsätzlich den gleichen Regeln folgt wie die medizinische (BGE 141 V 281 E. 5.2.2 und 5.2.3 S. 307). Nimmt der medizinische Gutachter eine ganze oder teilweise Arbeitsunfähigkeit an, so hat er die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit unter Bezugnahme auf die von der Rechtsprechung entwickelten Vorgaben zu prüfen und zu begründen, andernfalls die medizinische Beurteilung keine genügende Grundlage für die rechtliche Zumutbarkeitsbeurteilung darstellt.